# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac394aaf-791f-5d7b-8b72-2ed32e2f7722
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.11.2025 E-8342/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8342-2025_2025-11-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-8342/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  N o v e m b e r  2 0 2 5   

Besetzung 
 Einzelrichterin Constance Leisinger, 

mit Zustimmung von Richter Walter Lang; 

Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan, 

vertreten durch MLaw Claudio Ludwig, 

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(sicherer Drittstaat – Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG); 

Verfügung des SEM vom 21. Oktober 2025 / N (…). 

 

 

 

E-8342/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin stellte am 26. Mai 2025 in der Schweiz ein Asyl-

gesuch, wobei ihr ein griechischer Reiseausweis für anerkannte Flücht-

linge sowie eine griechische Aufenthaltskarte abgenommen wurden. 

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruckdatenbank (Eurodac) er-

gab, dass die Beschwerdeführerin am 15. Juli 2024 in Griechenland um 

Asyl ersucht hatte und die griechischen Behörden ihr am 12. August 2024 

Schutz gewährten. 

C.  

C.a Am 19. Juni 2025 führte die Vorinstanz ein Dublin-Gespräch durch. Da-

bei informierte die Beschwerdeführerin das SEM, dass sie ihre Heimat zu-

sammen mit ihren Eltern und ihren minderjährigen Geschwistern (N (…)) 

im Juli 2022 verlassen habe und mit ihrem Vater und ihren Brüdern im Juli 

2024 nach Griechenland gelangt sei. Nach einem achtmonatigen Aufent-

halt in diesem Land sei sie mit einem Flugzeug in die Schweiz gereist. 

C.b Im Rahmen des rechtlichen Gehörs zu einer möglichen Wegweisung 

nach Griechenland oder Kroatien führte die Beschwerdeführerin aus, dass 

ihre ganze Familie und B._______ (N (…)), den sie während ihres Aufent-

halts in Griechenland religiös geheiratet habe, in der Schweiz seien. Aus-

serdem könne sie in Griechenland keine Schulen besuchen und die hygie-

nischen Bedingungen seien sehr schlecht. Hinsichtlich des medizinischen 

Sachverhalts führte sie aus, dass es ihr seit ihrer Einreise in die Schweiz 

gut gehe. 

C.c Das Ersuchen das SEM um Wiederaufnahme der Beschwerdeführerin 

sowie weiterer Familienangehöriger vom 11. Juli 2025 lehnten die kroati-

schen Behörden unter Verweis auf eine mögliche Zuständigkeit Griechen-

lands am 21. Juli 2025 ab. Das SEM beendete das Dublin-Verfahren glei-

chentags. 

D.  

Am 19. August 2025 wurde eine Heiratsurkunde und ein USB-Stick mit Bil-

dern der Hochzeit der Beschwerdeführerin und ihres religiös angetrauten 

Ehemannes in Griechenland zu den Akten gereicht. 

E-8342/2025 

Seite 3 

E.  

Ein ambulanter Bericht des Spitals C._______ vom 28. August 2025 hielt 

fest, dass betreffend die Beschwerdeführerin ein Schnelltest auf Strepto-

kokken Typ A positiv ausgefallen sei; dies sei medikamentös zu behandeln. 

F.  

F.a Am (…) wurde die Beschwerdeführerin volljährig. Am gleichen Tag 

wurde ihr im Beisein der ihr zugewiesenen Rechtsvertretung im Rahmen 

eines persönlichen Gesprächs unter anderem das rechtliche Gehör zur 

vorgebrachten religiösen Trauung in Griechenland, zum beabsichtigen 

Nichteintretensentscheid gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG 

(SR 142.31), zur Wegweisung nach Griechenland sowie zum medizini-

schen Sachverhalt gewährt. 

F.b Die Vorinstanz führte zunächst aus, dass sie die in Griechenland ge-

schlossene Ehe mit B._______ – die Beschwerdeführerin sei damals noch 

minderjährig gewesen – nicht anerkenne, da keine Hinweise für eine be-

hördlich anerkannte Trauung vorliegen würden, und diese religiöse Trau-

ung ausserdem den rechtlichen Bedingungen der Schweiz nicht entspre-

che. Die Beschwerdeführerin erwiderte darauf, dass sie die Schweizer Ge-

setze respektiere; eine Ziviltrauung sei wegen ihrer Minderjährigkeit auch 

in Griechenland nicht möglich gewesen, weswegen sie lediglich religiös 

hätten heiraten können. Jedoch hätten sie in naher Zukunft vor eine zivile 

Ehe zu schliessen, da sie nun volljährig sei. 

Hinsichtlich einer möglichen Rückkehr nach Griechenland brachte sie vor, 

sie habe dort kein Recht auf Bildung, was ihr schon in Afghanistan verwehrt 

gewesen sei. Ausserdem wolle sie nicht fern von ihrer Familie und ihrem 

religiös angetrauten Ehemann sein, welche sich alle in der Schweiz aufhal-

ten würden. Davon abgesehen habe sie sich in Griechenland nicht sicher 

gefühlt. 

G.  

Mit Eingabe vom 22. September 2025 reichte die Beschwerdeführerin eine 

Kopie eines Ausgangsscheins des SEM vom B._______ sowie Fotos von 

ihm ein. 

H.  

Am 2. Oktober 2025 stimmten die griechischen Behörden einem Rück-

übernahmeersuchen der Vorinstanz vom 25. September 2025 zu. Gleich-

zeitig bestätigten sie, dass die Beschwerdeführerin als Flüchtling aner-

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Seite 4 

kannt und ihr eine bis zum 11. August 2027 gültige Aufenthaltsbewilligung 

ausgestellt worden sei. 

I.  

Am 20. Oktober 2025 wurde der Entscheidentwurf des SEM der Rechts-

vertretung zur Stellungnahme ausgehändigt. Die Beschwerdeführerin liess 

tags darauf Stellung zum Entscheidentwurf nehmen und zeigte sich mit 

diesem nicht einverstanden. 

J.  

Mit Verfügung vom 21. Oktober 2025 – am Folgetag eröffnet – trat das SEM 

auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, ordnete ihre Weg-

weisung aus der Schweiz an und forderte sie auf, die Schweiz am Tag nach 

Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen, ansonsten sie in Haft 

genommen und unter Zwang nach Griechenland zurückgeführt werde. 

Gleichzeitig beauftragte die Vorinstanz den zuständigen Kanton mit dem 

Vollzug der Wegweisung und händigte der Beschwerdeführerin die editi-

onspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus. 

K.  

Hiergegen erhob die Beschwerdeführerin durch den rubrizierten Rechts-

vertreter am 29. Oktober 2025 Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-

richt. Darin beantragte sie, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben 

und die Sache sei an das SEM zurückzuweisen. Eventualiter sei die Vorin-

stanz anzuweisen, sie vorläufig aufzunehmen. 

In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung ei-

nes Kostenvorschusses. 

L.  

Am 3. November 2025 wurde der Eingang der Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht bestätigt. 

M.  

Aus den Akten ist ferner ersichtlich, dass das SEM mit am gleichen Tag 

eröffneter Verfügung vom 22. Oktober 2025 auf das Asylgesuch von 

B._______ gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG nicht eingetreten ist, 

ihn nach Kroatien weggewiesen und den Vollzug der Wegweisung ange-

ordnet hat. Diese Verfügung ist inzwischen unangefochten in Rechtskraft 

erwachsen. 

E-8342/2025 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden; die Be-

schwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 

Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1 

und 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und 

des Wegweisungsvollzugs hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vor-

genommen, weshalb das Bundesverwaltungsgericht diese Punkte insoweit 

ohne Einschränkung prüft. 

3.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet. Sie ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten 

Richterin oder eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Durch-

führung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu 

behandeln (Art. 111a Abs. 1 und Abs. 2 AsylG). 

4.  

4.1 In formeller Hinsicht wird in der Beschwerde gerügt, dass die Vorin-

stanz ihre Begründungspflicht nicht genügend nachgekommen sei respek-

tive ihre Pflicht zur rechtsgenüglichen Sachverhalts-feststellung verletzt 

E-8342/2025 

Seite 6 

habe, indem sie sich mit den Beweismitteln die Hochzeit betreffend nicht 

auseinandergesetzt, die Eheleute zur geltend gemachten Hochzeit nicht 

befragt und die von ihr festgestellte Nichtanerkennung der Eheschliessung 

nur oberflächlich begründet habe (vgl. Beschwerde Ziff. 3.1). Ferner habe 

sich die Vorinstanz in Bezug auf die geltend gemachte gefestigte Bezie-

hung zwischen der Beschwerdeführerin und B._______ nur unzureichend 

geäussert (vgl. Beschwerde Ziff. 3.3). 

4.2 Den Akten sind keine konkreten Hinweise zu entnehmen, dass die Vor-

instanz ihre Untersuchungspflicht sowie ihre Begründungspflicht verletzt 

hat. Sie hat die Beschwerdeführerin anlässlich der Gespräche vom 19. Juni 

und 16. September 2025 zur Beziehung und religiösen Trauung befragt, 

die eingereichten Beweismittel in der angefochtenen Verfügung aufgenom-

men und sich schliesslich mit diesem Vorbringen in der Verfügung rechts-

genüglich auseinandergesetzt hat. Die Vorinstanz ist dabei zum Schluss 

gekommen, «die hohe Schwelle einer schützenswerten Beziehung im 

Sinne von Art. 8 EMRK» sei vorliegend nicht erfüllt, da gestützt auf die dies-

bezügliche Rechtsprechung des Bundesgerichts weder die Beschwerde-

führerin noch B._______ in der Schweiz aufenthaltsberechtigt seien, wes-

halb die Eintretensvoraussetzung für die Berufung auf Art. 8 EMRK nicht 

erfüllt sei und sich folglich weitere Ausführungen hierzu erübrigen würden 

(vgl. angefochtene Verfügung S. 6). Der rechtserhebliche Sachverhalt in 

Bezug auf die geltend gemachte Eheschliessung ist gemäss den vorlie-

genden Akten vollständig erstellt und dieser wurde sodann von der Vor-

instanz materiell hinreichend gewürdigt und begründet. Ferner ist anhand 

der Beschwerde ersichtlich, dass eine sachgerechte Anfechtung der Ver-

fügung möglich war, weshalb kein Grund für eine Rückweisung der Sache 

an die Vorinstanz besteht und das entsprechende Begehren abzuweisen 

ist. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht ein-

getreten, wenn die asylsuchende Person in einen gemäss Art. 6a Abs. 2 

Bst. b AsylG als sicher bezeichneten Drittstaat zurückkehren kann, in wel-

chem sie sich vorher aufgehalten hat. 

5.2 Den Akten zufolge wurde die Beschwerdeführerin in Griechenland als 

Flüchtling anerkannt und verfügt über eine gültige griechische Aufenthalts-

bewilligung. Zudem haben die griechischen Behörden ihrer Rücküber-

nahme vorbehaltlos zugestimmt. Es ist ohne Weiteres davon auszugehen, 

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Seite 7 

dass die Beschwerdeführerin nach Griechenland zurückkehren und sich 

dort legal aufhalten kann. 

5.3 Griechenland ist ein EU-Staat und gilt gemäss einem – bisher nichtre-

vidierten – Beschluss des Bundesrats vom 14. Dezember 2007 als siche-

rer Drittstaat im Sinn von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG. 

5.4 Das SEM ist zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG 

auf das Asylgesuch nicht eingetreten. 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 In der Beschwerde wird hinsichtlich der Wegweisung im Wesentlichen 

vorgebracht, die Beschwerdeführerin habe in Griechenland eine Ehe ge-

mäss den Gesetzen ihres Heimatstaates geschlossen, welche es von den 

hiesigen Behörden zu berücksichtigen gelte. Dementsprechend liege eine 

eheliche Gemeinschaft oder im Mindesten eine gefestigte Beziehung ge-

mäss Art. 8 EMRK vor und durch die Wegweisung der Beschwerdeführerin 

sei der Grundsatz der Familieneinheit verletzt (vgl. Beschwerde Ziff. 2 

und 3). 

6.3 Im Asyl- und Wegweisungsverfahren ist die Wegweisung nicht zu ver-

fügen, wenn ein Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung be-

steht, wobei die kantonale Ausländerbehörde zuständig ist, über den An-

spruch konkret zu befinden. Ist die asylsuchende Person wie vorliegend 

nicht im Besitze einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung, ist mit 

Blick auf die mögliche Zuständigkeit der kantonalen Ausländerbehörde da-

her vorfrageweise zu prüfen, ob die asylsuchende Person sich im Sinne 

von Art. 14 Abs. 1 AsylG auf einen grundsätzlichen Anspruch auf Erteilung 

einer Aufenthaltsbewilligung berufen kann. Soweit nicht das Gesetz oder 

das Freizügigkeitsabkommen einen Anspruch auf Erteilung einer Aufent-

haltsbewilligung vermitteln, kommt als Anspruchsgrundlage Art. 8 EMRK in 

Betracht, wobei diesbezüglich die bundesgerichtliche Rechtsprechung 

massgeblich ist (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4 und 5, je m.w.H.). Diese besagt, 

dass Ausländerinnen und Ausländern gestützt auf den in Art. 8 EMRK und 

Art. 13 Abs. 1 BV gewährleisteten Schutz des Familienlebens ein potenzi-

eller Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz erwächst, wenn eine intakte 

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Seite 8 

und tatsächlich gelebte Familienbande zu nahen Verwandten (sogenannte 

Kernfamilie) besteht, die über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der 

Schweiz verfügen. Letzteres ist der Fall, wenn der sich in der Schweiz auf-

haltende Angehörige das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlas-

sungsbewilligung besitzt oder über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt, die 

ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht. Der Anspruch auf 

Schutz des Familienlebens kann verletzt sein, wenn einer ausländischen 

Person, deren Familienangehörige in der Schweiz weilen, die Anwesenheit 

untersagt wird, ohne dass es möglich beziehungsweise zumutbar wäre, 

das Familienleben andernorts zu pflegen (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1; 139 I 

330 E. 2.1; 135 I 143 E. 1.3.1 und 130 II 281 E. 3.1, je m.w.H.). 

6.4 Gemäss der erwähnten Rechtsprechung des Bundesgerichts kann sich 

die Beschwerdeführerin nicht auf Art. 8 EMRK berufen, da ihr religiös an-

getrauter Ehemann B._______ mit vorinstanzlicher Verfügung vom 22. Ok-

tober 2025 rechtskräftig nach Kroatien weggewiesen wurde und nicht über 

ein gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schweiz verfügt. Er ist vielmehr aus-

reisepflichtig. Die Wegweisungsverfügung und die Anordnung des Weg-

weisungsvollzugs sind erst vor kurzem rechtskräftig geworden und der 

Wegweisungsvollzug scheint in absehbarer Zukunft möglich, weshalb es 

der ebenfalls ausreisepflichtigen Beschwerdeführerin und ihrem religiös 

angetrauten Ehemann zuzumuten ist, das Privat- und Familienleben nach 

der Ausreise aus der Schweiz im Ausland zu führen. Dies gilt auch unter 

Beachtung der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Men-

schenrechte (EGMR; vgl. Urteile des EGMR Agraw gegen Schweiz und 

Mengesha Kimfe gegen Schweiz, beide vom 29. Juli 2010, Beschwerde 

Nr. 3295/06 und Nr. 24404/05). Ob überhaupt eine schützenswerte famili-

äre Beziehung zwischen der Beschwerdeführerin und B._______ besteht, 

muss daher nicht abschliessend beantwortet werden. 

Weil Art. 8 EMRK als völkerrechtliche Bestimmung vorliegend nicht tangiert 

ist, erübrigt es sich, bei der Prüfung der Zulässigkeit des Wegweisungsvoll-

zugs (vgl. nachfolgend E. 7.2) darauf zurückzukommen (vgl. Beschwerde 

Ziff. 4). 

6.5 Die Beschwerdeführerin verfügt folglich weder über eine ausländer-

rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung 

einer solchen. Ihre Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. 

BVGE 2013/37 E. 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

 

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Seite 9 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Vorliegend ist der Wegweisungsvollzug in 

Bezug auf Griechenland zu prüfen. 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

7.2.2 Der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland erweist sich in Be-

achtung der völker- und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig. Bei 

Griechenland handelt es sich um einen sicheren Drittstaat, in welchem die 

Beschwerdeführerin Schutz vor Rückschiebung im Sinn von Art. 5 Abs. 1 

AsylG findet beziehungsweise bereits gefunden hat. Das Land ist sodann 

Signatarstaat der EMRK, der FoK und der FK sowie des Zusatzprotokolls 

der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) und kommt seinen diesbe-

züglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen grundsätzlich nach. Zwar an-

erkennt das Bundesverwaltungsgericht, dass die Lebensbedingungen in 

Griechenland für dort anerkannte Schutzberechtigte in fast allen Bereichen 

des täglichen Lebens schwierig sind und sich die Alltagsbewältigung be-

schwerlich gestaltet. Gemäss koordinierter Praxis ist aber nicht von einer 

Situation auszugehen, in der jeder Person mit Schutzstatus eine unange-

messene und erniedrigende Behandlung im Sinn einer Verletzung von 

Art. 3 EMRK drohen würde (vgl. Referenzurteile BVGer E-3427/2021, E-

3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.2 m.w.H. und D-2590/2025 vom 

11. September 2025 E. 8 ff.). 

E-8342/2025 

Seite 10 

7.2.3 Es liegen keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass die Be-

schwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Griechenland einer menschen-

unwürdigen oder erniedrigenden Behandlung ausgesetzt wäre, was in der 

Beschwerde denn auch nicht bestritten wird. Der Vollzug der Wegweisung 

der Beschwerdeführerin ist demnach zulässig. 

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Der Vollzug ist schliesslich nicht 

möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder in den Heimat- 

oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausreisen oder dorthin 

gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.3.2 Gemäss Art. 83 Abs. 5 AIG ist eine Wegweisung in einen EU- oder 

EFTA-Staat vermutungsweise zumutbar. Diese Legalvermutung gilt mit Be-

zug auf Griechenland grundsätzlich auch für vulnerable Personen wie bei-

spielsweise Menschen, welche an gesundheitlichen Problemen leiden, die 

nicht als schwerwiegende Erkrankung einzustufen sind; hingegen erachtet 

das Gericht den Vollzug der Wegweisung von äussert vulnerablen schutz-

berechtigten Personen grundsätzlich als unzumutbar; ausser, es bestün-

den besonders begünstigende Umstände, aufgrund derer ausnahmsweise 

vom Gegenteil ausgegangen werden kann Besteht die Legalvermutung der 

Zumutbarkeit, hat die betroffene Person die Möglichkeit, diese umzustos-

sen. Dazu hat sie jedoch ernsthafte Anhaltspunkte dafür vorzubringen, 

dass sie in Griechenland aufgrund von individuellen Umständen sozialer, 

wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage ge-

raten würde (vgl. zum Ganzen Referenzurteile BVGer E-3427/2021,  

E-3431/2021 E. 11.4, 11.5.1 und E. 11.5.3 m.w.H.; D-2590/2025 vom 

11. September 2025 E. 8.2 f.). 

7.3.3 Gemäss den Akten handelt es sich bei der Beschwerdeführerin um 

eine volljährige und gesunde und daher nicht um eine äusserst vulnerable 

Person. Sie hat im Weiteren weder im vorinstanzlichen Verfahren noch auf 

Beschwerdeebene ernsthafte und konkrete Anhaltspunkte dafür vorge-

bracht, dass sie aufgrund von individuellen Umständen sozialer oder wirt-

schaftlicher Art bei einer Rückkehr nach Griechenland in eine existenzielle 

Notlage geraten würde. Ihr allgemeiner Verweis, sie könne in Griechenland 

nicht die Schule besuchen, ist unbehelflich, da sie als volljährige Person 

der Schulpflicht nicht mehr untersteht. Zwar dürfte sie bei einer Rückkehr 

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Seite 11 

nach Griechenland mit Hindernissen zu kämpfen haben; diese erscheinen 

bei zumutbarer Eigeninitiative jedoch nicht unüberwindbar. Es ist darauf 

hinzuweisen, dass sich die Beschwerdeführerin als anerkannter Flüchtling 

auf die sogenannte Qualifikationsrichtlinie der Europäischen Union (Richt-

linie 2011/95/EU vom 13. Dezember 2011) berufen kann. Kapitel VII dieser 

Richtlinie – zu deren Einhaltung Griechenland sich völkerrechtlich ver-

pflichtet hat – regelt die den Flüchtlingen und Personen mit subsidiärem 

Schutzstatus zu gewährenden Rechte. Es obliegt der Beschwerdeführerin, 

ihre Rechte vor Ort bei den zuständigen Behörden geltend zu machen und 

nötigenfalls auf dem Rechtsweg durchzusetzen. 

7.3.4 Nach dem Gesagten bestehen keine konkreten und glaubhaften An-

haltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin in Griechenland aufgrund 

von individuellen Umständen in eine existenzielle Notlage geraten würde. 

Es ist ihr nicht gelungen, die Legalvermutung zugunsten der Zumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs umzustossen. 

7.3.5 Dementsprechend erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

7.4 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich schliesslich auch als möglich 

im Sinn von Art. 83 Abs. 2 AIG, zumal die griechischen Behörden einer 

Rückübernahme der Beschwerdeführerin ausdrücklich zugestimmt haben. 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

9.1 Der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses er-

weist sich mit dem vorliegenden Urteil als gegenstandslos. 

9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung im Sinn von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist 

abzuweisen, weil sich – unbesehen der finanziellen Verhältnisse der 

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Seite 12 

Beschwerdeführerin – die Beschwerde entsprechend den vorstehenden 

Erwägungen als aussichtlos erwiesen hat. Demzufolge sind die Verfah-

renskosten in der Höhe von Fr. 1’000.– der Beschwerdeführerin aufzuerle-

gen (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-8342/2025 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1’000.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Patricia Petermann Loewe 

 

Versand: