# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2c90c965-0ceb-5467-82c5-e2957cda2527
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-06-12
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 12.06.2014 BB.2013.84
**Docket/Reference:** BB.2013.84
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2013-84_2014-06-12

## Full Text

Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 3 StPO).;;Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 3 StPO).;;Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 3 StPO).;;Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 3 StPO).

Beschluss vom 12. Juni 2014  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Emanuel Hochstrasser und Cornelia Cova,  

Gerichtsschreiber Miro Dangubic  

   
 

Parteien 

  

A., 

 

B., vertreten durch Rechtsanwalt A.,  

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

OBERGERICHT DES KANTONS BERN, 

 

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Entschädigung der amtlichen Verteidigung  

(Art. 135 Abs. 3 StPO)  

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2013.84-85 

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- das Einzelgericht Bern-Mittelland am 26. Januar 2011 in Sachen B. ein Ur-

teilt fällte; B. darin u.a. wegen Betruges schuldig erklärt wurde (act. 1.1, S. 

2); 

 

- die Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern (nachfolgend "Straf-

kammer") mit Urteil vom 20. September 2011 u.a. den Schuldspruch wegen 

Betruges bestätigte (act. 1.1, S. 4);  

 

- das Bundesgericht die dagegen erhobene Beschwerde guthiess, soweit es 

darauf eintrat; das Bundesgericht die Strafkammer u.a. anwies, das Verfah-

ren gegen B. wegen Betruges einzustellen (Urteil des Bundesgerichts 

6B_142/2012 vom 28. Februar 2013);  

  

- die Strafkammer mit Urteil vom 15. Mai 2013 u.a. das Verfahren gegen B. 

wegen Betruges einstellte und B. für seine Verteidigungskosten eine Ent-

schädigung für die obere Instanz (inkl. Neubeurteilungsverfahren) von total 

Fr. 4'689.35 zusprach (act. 1.1, S. 20); B. durch Rechtsanwalt A. amtlich 

verteidigt wurde; RA A. für die obere Instanz und für das Neubeurteilungs-

verfahren nicht als amtlicher Verteidiger entschädigt wurde (act. 1, S. 21 

und 22);  

 

- RA A. und B., vertreten durch RA A., mit Eingabe vom 31. Mai 2013 Be-

schwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts erheben 

und Folgendes beantragen:  

 

"I. Le recours est admis. 

 

Il. L’arrêt rendu par la Cour suprême du canton de Berne le 

15 mai 2013, notifié le 21 mai 2013, réformé en ceci que l’indemnité 

d’office de l’avocat A. est fixée en fonction d’un travail reconnu de 26,9 

heures pour la période allant de la déclaration d’appel du 7 février 2011 

à l’audience du 20 septembre 2011 et de 4 heures pour l’écriture du 12 

mars 2013 et de 4 heures 45 minutes (4,75 heures) pour l’écriture du 

14 avril 2013, soit, au tarif d’office de Fr. 200.- / h, à un montant de Fr. 

7’130 + TVA ainsi que frais et débours. 

 

III. Dans la mesure où le Tribunal pénal fédéral est compétent pour dé-

cider sur ce point, le plein tarif horaire (« volles Honorar ») est fixé à 

Fr. 420.- et non Fr. 230.-, tant pour la première instance que pour la se-

conde instance. 

- 3 - 

 

 

 

IV. Dans la mesure où le Tribunal pénal fédéral est compétent pour dé-

cider sur ce point, l’indemnité d’office est mise à la charge du canton de 

Berne.  

 

Dans I 'hypothèse où le Tribunal pénal fédéral est compétent pour déci-

der sur ce point: 

 

V. L’indemnité d’office de première instance, ainsi que tous les coûts et 

frais liés à la procédure, tels qu’énoncés le 12 mars 2013 et le 

14 avril 2013 dans les courriers à la Cour suprême du canton de Berne, 

sont mis à la charge du canton de Berne.  

 

VI. L'arrêt rendu par la Cour suprême du canton de Berne le 

15 mai 2013 est annulé dans le sens des considérants et l'affaire ren-

voyée pour nouvelle décision."  

 

- B., vertreten durch RA A., am 20. Juni 2013 gegen das Urteil der Straf-

kammer vom 15. Mai 2013 auch Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah-

rensnummer 6B_586/2013) erhob und u.a. Folgendes beantragte (act. 5.1):  

 

"II. L’arrêt rendu par la Cour suprême du canton de Berne le 15 mai 

2013, notifié au recourant le 21 mai 2013, est réformé en ce sens que 

M. B., recourant, n’est pas condamné aux frais de première instance 

(excepté les frais liés à l’infraction routière, pour au plus CHF 400 au to-

tal) et qu’une indemnité, comprenant notamment ses pleins frais de dé-

fense et les postes de son dommage énoncés le 12 mars 2013, lui est 

allouée; les frais de deuxième instance ne sont pas mis à sa charge, 

excepté les frais liés à I' infraction routière, pour au plus CHF 300 au to-

tal. 

 

 

IV. L’indemnité, fixée à dire de justice, comprendra à tout le moins, en 

particulier: 

 

- 26,9 heures d’indemnisation comme défenseur d’office de seconde 

instance, è un tarif fixé à dire de justice (qui devrait être CHF 420 / h); la 

TVA à 8% s’applique; 

- CHF 90 à titre de remboursement des frais du défenseur d’office de 

seconde instance; 

- à dire de justice, une participation aux frais de déplacement pour les 5 

audiences à Berne; 

- 4 - 

 

 

- 4 heures pour l’écriture du 12 mars 2013, à CHF 420 / h.-, et 4 heures 

45 pour l’écriture du 14 mars 2013, à CHF 420 / h, la TVA à 8% 

s’appliquant sur ce montant".  

 

- dieses Gericht am 28. Januar 2014 das vorliegende Beschwerdeverfahren 

bis zum Vorliegen eines Urteils des Bundesgerichts im Verfahren 

6B_586/2013 sistierte;  

 

- das Bundesgericht mit Urteil vom 1. Mai 2014 die Beschwerde von B. ab-

wies (act. 9);  

 

- die Strafkammer mit Schreiben vom 20. Mai 2014 auf eine Beschwerde-

antwort verzichtete, was den Beschwerdeführern am 30. Mai 2014 zur 

Kenntnis gebracht wurde (act. 11 und 12);  

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:  

 

- der amtliche Verteidiger gegen den Entschädigungsentscheid des Beru-

fungsgerichts Beschwerde beim Bundesstrafgericht führen kann (Art. 135 

Abs. 3 lit. b StPO);  

 

- B. im vorliegenden Verfahren nicht beschwerdelegitimiert ist, weswegen 

auf seine Beschwerde nicht einzutreten ist;  

 

- RA A. B. im obgenannten Berufungsverfahren amtlich verteidigt hat, jedoch 

nicht als amtlicher Verteidiger entschädigt wurde; stattdessen B. gemäss 

Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO für seine Verteidigungskosten (Honorar und Aus-

lagen von RA A.) entschädigt wurde;  

 

- das Bundesgericht u.a. im Urteil 6B_586/2013 vom 1. Mai 2014 festhielt, 

dass mit einem Freispruch oder einer Verfahrenseinstellung sich das öf-

fentlich-rechtliche Verhältnis zwischen dem Staat und dem amtlichen Ver-

teidiger nicht in ein privatrechtliches Verhältnis zwischen Verteidiger und 

Mandant umwandelt (E. 3.4); die Strafkammer in ihrer Beschwerdeantwort 

auf dieses Urteil verweist;  

 

- sich das vorliegend zur Diskussion stehende öffentlich-rechtliche Verhältnis 

zwischen dem Kanton Bern und RA A. - als amtlichen Verteidiger von B. - 

durch die Verfahrenseinstellung vom 15. Mai 2013 nicht in ein privatrechtli-

ches Verhältnis zwischen RA A. und B. umgewandelt hat;  

 

- 5 - 

 

 

- im vorliegenden Verfahren nur die Entschädigung des amtlichen Verteidi-

gers Gegenstand sein kann und dieses Gericht nicht befugt ist, über die 

Parteientschädigung im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO zu entschei-

den;  

 

- nach dem Gesagten RA A. B. amtlich verteidigt hat und dafür nicht als amt-

licher Verteidiger im Sinne von Art. 135 Abs. 1 StPO entschädigt wurde; die 

Beschwerde von RA A. folglich gutzuheissen ist; die Angelegenheit an die 

Strafkammer zur Entscheidfällung betreffend Entschädigung des amtlichen 

Verteidigers zurückzuweisen ist;  

 

- keine Gerichtsgebühren zu erheben sind (Art. 428 Abs. 4 und 423 StPO); 

 

- die Strafkammer RA A. für seine Aufwendungen im vorliegenden Verfahren 

eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 1'000.-- zu entrichten hat 

(Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO; Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des 

Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kos-

ten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; 

SR 173.713.162]).  

 

 

- 6 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde von A. wird gutgeheissen. Die Angelegenheit wird zur Ent-

scheidfällung betreffend Entschädigung des amtlichen Verteidigers an die 

Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern zurückgewiesen.  

 

2. Auf die Beschwerde von B. wird nicht eingetreten.  

 

3. Es werden keine Gerichtsgebühren erhoben.  

 

4. Das Obergericht des Kantons Bern hat A. eine Parteientschädigung in der 

Höhe von Fr. 1'000.-- zu entrichten.  

 

 

Bellinzona, 12. Juni 2014 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt A. 

- Obergericht des Kantons Bern 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.