# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9dd01642-944b-5227-8e10-13d0ac3fbb8f
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-19
**Language:** de
**Title:** Aargau Regierungsrat 19.08.2015 RRB Nr. 2015-000882a
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_RR_001_RRB-Nr--2015-000882a_2015-08-19.pdf

## Full Text

2015 Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht 417  

lich. In diesem Sinne wird der Aufsichtsanzeige zwar Folge gegeben, 
aber vorläufig von weiteren aufsichtsrechtlichen Massnahmen ab-
gesehen. 

Da sich die Aufsichtsanzeige als berechtigt erweist, werden dem 
Anzeigenden keine Kosten auferlegt (§ 38 Abs. 3 VRPG). 

 

76 Zuständigkeit für die Erteilung von Bewilligungen für Bauten ausserhalb 

der Bauzonen (Art. 25 Abs. 2 RPG; §§ 59 Abs. 1, 63 lit. e BauG) 

Der Gemeinderat als Baubewilligungsbehörde darf ein Baugesuch für 

Bauten und Anlagen ausserhalb des Baugebiets auch bei Vorliegen einer 

kantonalen Zustimmung wegen Bundesrechtswidrigkeit abweisen (Bestä-

tigung der Rechtsprechung). 

Aus dem Entscheid des Regierungsrats i.S. I.S. und R.K. gegen den Ent-

scheid des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (Abteilung für Baube-

willigungen)/Gemeinderats R. vom 19. August 2015 (RRB Nr. 2015-000882). 

Aus den Erwägungen 

1. Zuständigkeitsordnung bei Bauten und Anlagen ausserhalb 
des Baugebiets 

1.1  
Dem Baugesuch der Beschwerdeführenden stimmte die AfB be-

züglich der kantonalen Prüfbelange mit Verfügung vom 6. März 
2014 zu. Die AfB hielt im Ergebnis dafür, dass es der Bauherrschaft 
i.S.v. Art. 24c RPG zustehe, die Bauten und Anlagen auf Parzelle X 
in R. abzureissen und zu ersetzen. Der Gemeinderat R. wies das Bau-
gesuch mit Entscheid vom 1. Juli 2014 jedoch ab, wobei er auch die 
vom Kanton bereits geprüften Voraussetzungen für die Erteilung ei-
ner raumplanungsrechtlichen Ausnahmebewilligung einer eigenstän-
digen Beurteilung unterzog. Er kam dabei zum Schluss, dass das ge-
stellte Baugesuch nicht in Einklang mit Art. 24c RPG stehe, und ver-

2015 Verwaltungsbehörden 418  

weigerte den Beschwerdeführenden daher die Baubewilligung für die 
projektierten Ersatzneubauten auf der Parzelle X. 

1.2 
Die Beschwerdeführenden rügen, dass die Zustimmungsverfü-

gung für den Gemeinderat R. verbindlich sei. Dem Gemeinderat 
komme bei Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone keine Auto-
nomie zu. Die Zuständigkeit zur Erteilung einer Ausnahmebewilli-
gung i.S.v. Art. 24c RPG liege daher ausschliesslich bei der AfB. Der 
Gemeinderat wäre daher verpflichtet gewesen, den Beschwerdefüh-
renden die Baubewilligung entsprechend der kantonalen Zustim-
mungsverfügung zu erteilen.  

1.3 
Gemäss Art. 25 Abs. 2 RPG entscheidet die zuständige kanto-

nale Behörde bei allen Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen, ob sie 
zonenkonform sind oder ob für sie eine Ausnahmebewilligung er-
teilt werden kann. Nach aArt. 25 Abs. 2 RPG (in der bis zum 
31. August 2000 gültigen Fassung; AS 1979 1573) wurden Ausnah-
men nach Art. 24 RPG durch eine kantonale Behörde oder mit deren 
Zustimmung bewilligt.  

Art. 25 Abs. 2 RPG wurde vom Bundesgesetzgeber am 
20. März 1998 (AS 2000 2042) im Sinne einer Klarstellung umfor-
muliert (vgl. dazu: Botschaft zu einer Teilrevision des Bundesgeset-
zes über die Raumplanung, RPG, vom 22. Mai 1996, BBl 1996 III 
513, S. 546). Seither ist in Art. 25 Abs. 2 RPG ausdrücklich festge-
halten, dass die kantonale Behörde nicht nur Bauvorhaben beurteilen 
muss, welche auf Erteilung einer Ausnahmebewilligung angewiesen 
sind, sondern dass alle Bauvorhaben von einer kantonalen Behörde 
zu prüfen sind, welche Land ausserhalb der Bauzone beanspruchen. 
Anders ausgedrückt wurde mit der Gesetzesänderung Art. 25 Abs. 1 
der Verordnung vom 2. Oktober 1989 über die Raumplanung (aRPV; 
AS 1989 1985) auf Gesetzesstufe gehoben. Mit der Neuformulierung 
wollte der Gesetzgeber aber nicht die seit dem Inkrafttreten des RPG 
geltende Zuständigkeitsordnung ändern (vgl. dazu: aArt. 25 Abs. 2 
RPG) und neu bestimmen, dass bei Bauvorhaben die kantonale Be-
hörde abschliessend über die Zonenkonformität der Baute bzw. die 
Ausnahmebewilligung befinden muss. Art. 25 Abs. 2 RPG bestimmt 

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nur, dass die Baubewilligung einer kantonalen Zustimmung bedarf 
(vgl. dazu auch: ALEXANDER RUCH, in: Kommentar zum Bundesge-
setz über die Raumplanung, 2010, N. 32 und 37 zu Art. 25).  

Dass die kantonale Behörde die Bau- bzw. die Ausnahmebe-
willigung nicht zwingend selber erteilen muss, geht im Übrigen wei-
terhin aus dem Wortlaut Art. 25 Abs. 2 RPG hervor. Die kantonale 
Behörde ist gemäss Art. 25 Abs. 2 RPG nämlich nur zuständig zu 
entscheiden, ob eine Bau- oder Ausnahmebewilligung erteilt werden 
kann; sie muss aber von Bundesrechts wegen nicht zwingend ab-
schliessend darüber befinden, ob im konkreten Fall effektiv eine 
Bau- oder Ausnahmebewilligung zu erteilen ist. Das Bundesrecht 
verlangt von den Kantonen daher nur, dass die Erteilung einer Bau-
bewilligung ausserhalb der Bauzone einer kantonalen Prüfung und 
Zustimmung bedarf. Beim Vorliegen einer Zustimmung obliegt es 
gemäss § 59 Abs. 1 BauG dem Gemeinderat als Baubewilligungsbe-
hörde darüber zu befinden, ob die Bau- und Ausnahmebewilligung 
erteilt werden kann (vgl. dazu auch: AGVE 1991 S. 302 f.).  

Die sich auf DANIELA IVANOV stützende, gegenteilige Ansicht 
der Beschwerdeführenden (Beschwerde vom 29. Juli 2014 …; 
DANIELA IVANOV, Die Harmonisierung des Baupolizeirechts unter 
Einbezug der übrigen Baugesetzgebung – aktuelle Rechtslage und 
Lösungsansätze, Freiburg 2006, S. 174 ff.) lässt den Umstand ausser 
Acht, dass der Bundesgesetzgeber bloss ein Zustimmungserfordernis 
statuierte. Da der Kanton Aargau sich dafür entschieden hat, den Ge-
meinderat als zuständig zu erklären, die Baubewilligung auch bei 
Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen zu erteilen (§ 59 Abs. 1 
BauG), steht es diesem von der Zuständigkeit her auch offen, bei 
Vorliegen einer kantonalen Zustimmung, die Baubewilligung zu ver-
weigern. Die Belassung eines möglichst weiten Entscheidungsspiel-
raums bei den Gemeinden entspricht denn auch dem verfassungs-
rechtlichen Subsidiaritätsprinzip (Art. 5a BV und § 106 der Verfas-
sung des Kantons Aargau vom 25. Juni 1980) und ist daher nicht zu 
beanstanden. Die konsequente Trennung des Baugebiets vom Nicht-
baugebiet (Art. 75 Abs. 1 BV) kann auch garantiert werden, wenn 
der Gemeinderat Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen nur mit Zu-
stimmung der kantonalen Behörde bewilligen darf (§ 63 lit. e BauG). 

2015 Verwaltungsbehörden 420  

Damit ist sichergesellt, dass ausserhalb der Bauzonen nur recht-
mässige Bauten erstellt und belassen werden können. Es besteht da-
her vorliegend kein Grund, die vom Verwaltungsgericht geprägte 
Praxis in Frage zu stellen. 

Zusammenfassend steht damit fest, dass es den Gemeinden als 
kommunale Baubewilligungsbehörden auch zusteht, Baugesuche für 
Bauten und Anlangen ausserhalb der Bauzonen wegen Bundesrechts-
widrigkeit abzuweisen. Nicht erlaubt ist es der kommunalen Behörde 
dagegen, ein Baugesuch ohne Zustimmung des Kantons zu bewilli-
gen. 

(…) 

 

77 Alterswohnungen in einer Zone für öffentliche Bauen und Anlagen 

Alterswohnungen sind ohne Sicherstellung des öffentlichen Zwecks in der 

Zone für öffentliche Bauten und Anlagen nicht zonenkonform. 

Aus dem Entscheid des Departements Bau, Verkehr und Umwelt vom 

2. Februar 2015 (BVURA.14.605). 

Aus den Erwägungen 

2. Planerische Ausgangslage 
… Laut Art. 1 der Sondernutzungsvorschriften (SNV) soll der 

Gestaltungsplan «H.» die bestehenden baurechtlichen Bestimmungen 
von § 13 BNO im Hinblick auf den Bau eines Pflegezentrums und 
von Alterswohnungen, kombiniert mit einem entsprechenden Ange-
bot von Betreuungs- und Pflegedienstleistungen (7x24 h Betreuung) 
sowie einem öffentlichen Begegnungszentrum, präzisieren. Er beab-
sichtigt die Schaffung der bau- und planungsrechtlichen Rahmenbe-
dingungen und Grundlagen für eine geordnete bauliche Entwicklung 
der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen im Gebiet «H.». Zudem