# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 980d695a-006f-59b3-a49d-0120a75d8359
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-07-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.07.2009 UV 2008/92
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-92_2009-07-03.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/92

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.04.2020

Entscheiddatum: 03.07.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 03.07.2009
Art. 18 UVG. Art. 16 ATSG: Unfallkausalität von gesundheitlichen 
Beschwerden und Invaliditätsbemessung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kanton St. Gallen vom 3. Juli 2009, UV 2008/92).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 3. Juli 2009

in Sachen

K.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Schmucki, Marktgasse 3, Postfach,

9004 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft, Bundesgasse 35, Postfach, 

3001 Bern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Fürsprecherin Barbara Künzi-Egli, Thunstrasse 84, Postfach 18, 

3074 Muri b. Bern,

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betreffend

Invalidenrente

Sachverhalt:

A.       

K.___ war beim Pflegeheim A.___ tätig und dadurch bei der Schweizerischen Mobiliar 

unfallversichert, als sie am 28. November 2003 auf dem Fussgängerstreifen von einem 

Personenwagen angefahren wurde (UV-act. UM1; Polizeibericht vom 2. Dezember 

2003). Dr. med. B.___ diagnostizierte im Bericht vom 15. Dezember 2003 eine 

subkapitale mehrfragmentäre Humerusfraktur rechts (operativ versorgt), eine 

Beckenkontusion, eine Rissquetschwunde am Hinterkopf sowie eine Kontusion beider 

Knie (UV-act. M3). Anlässlich der Behandlung im Kantonsspital St. Gallen liess sich im 

Weiteren eine undislozierte Fraktur im oberen und unteren Schambeinast rechts 

nachweisen (UV-act. M6, M28). Die Mobiliar anerkannte ihre Leistungspflicht. Nach 

Durchführung von ärztlichen Behandlungen und Abklärungen - unter anderem wurde 

die Versicherte im Institut für interdisziplinäre medizinische Begutachtungen, Zürich, 

begutachtet (UV-act. M77) - eröffnete die Mobiliar dem Rechtsvertreter der 

Versicherten nach einem Briefwechsel (UV-act. 46-53) mit Verfügung vom 17. August 

2007, lediglich für die Schulterbeschwerden sei der Unfall vom 28. November 2003 

überwiegend wahrscheinliche Ursache. Das lumbovertebrale Schmerzsyndrom und die 

chronischen Kopfschmerzen stünden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im 

Zusammenhang mit dem Unfall. Die Versicherte habe mit Wirkung ab 1. Januar 2007 

Anspruch auf eine Rente auf der Basis eines IV-Grades von 34% (Valideneinkommen 

2005 von Fr. 63'561.55 und Invalideneinkommen 2005 von Fr. 42'217.20 bei 

Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 15%; UV-act. 55). Die 

hiergegen vom Rechtsvertreter der Versicherten erhobene Einsprache (UV-act. 59) wies 

die Mobiliar mit Einspracheentscheid vom 29. Juli 2008 ab. Die von der Krankenkasse 

CSS am 14. September 2007 vorsorglich erhobene Einsprache war am 11. Oktober 

2007 zurückgezogen worden (UV-act. 60, 63).

B.       

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B.a   Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt Dr. Peter Schmucki, 

St. Gallen, für die Versicherte mit Eingabe vom 9. September 2008 Beschwerde mit 

den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und die Sache sei an die 

Beschwerdegegnerin zur Neufestlegung des Erwerbsunfähigkeitsgrades auf über 34% 

zurückzuweisen; eventuell sei ein Erwerbsunfähigkeitsgrad von über 34% festzulegen. 

Zur Begründung führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, es werde nicht mehr 

geltend gemacht, das lumbovertebrale Schmerzsyndrom sowie die 

Spannungskopfschmerzen stünden in einem Kausalzusammenhang mit der Invalidität 

aufgrund des Unfalls. Es werde aber daran festgehalten, dass zusätzlich zu den 

Schulterbeschwerden auch die Kniebeschwerden sowie die Hüftbeschwerden in einem 

natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall stehen würden. Heute stünden 

Schmerzen im rechten Knie zur Diskussion, welche vor dem Unfall nicht vorhanden 

gewesen seien. Es sei keineswegs selten, dass Kniebeschwerden auf Grund eines 

Unfalls sich in einem späteren Zeitpunkt stärker als unmittelbar nach dem Unfall 

bemerkbar machen würden. Die Kniebeschwerden würden zusätzlich die Beweglichkeit 

und damit den verfügbaren Einsatz als Arbeitskraft einschränken. Zwischen der 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die medizinischen Gutachter und dem 

Abklärungsbericht im Rahmen des Verzahnungsprogramms würden wesentliche 

Differenzen bestehen. Des Weiteren seien die Berechnungsgrundlagen sowie die 

Berechnung des Invalideneinkommens zu beanstanden. In Berücksichtigung der 

Kniebeschwerden, zusammen mit den Schulterschmerzen, und der Notwendigkeit 

regelmässiger Kortisonspritzen bei Erbringung von Arbeitsleistungen usw. könne die 

Erwerbsfähigkeit auf nicht mehr als 70% festgesetzt werden. Es werde dazu auf die 

Darlegungen in der Einsprache verwiesen. Eine Präsenzzeit von 100% decke sich 

keineswegs mit einer Arbeitsfähigkeit gleichen Ausmasses. Die Beschwerdeführerin 

könne sich mit einem Leidensabzug von 15% einverstanden erklären, wenn die 

Arbeitsfähigkeit auf 70% festgelegt werde. Der Abzug sei jedoch auf 20% zu erhöhen, 

wenn die Arbeitsfähigkeit entsprechend den medizinischen Gutachten (100%) 

beibehalten werden sollte. Es werde eine Rückweisung der Sache an die 

Beschwerdegegnerin beantragt mit dem Auftrag, eine ergänzende Begutachtung 

arbeitsmedizinischer Richtung durchzuführen unter Berücksichtigung der konkreten 

Einsatzmöglichkeiten aufgrund der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin. Eine solche sei dem Gutachten des IIMB nicht zu entnehmen. 

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Werde beim Valideneinkommen vom effektiven, in der Ostschweiz erzielten Verdienst 

vor dem Unfall ausgegangen, sei als Vergleichsgrösse für den mutmasslichen 

Invalidenlohn auch das Lohnniveau der gleichen Region anzuwenden. Das 

Invalideneinkommen (Tabellenlohn LSE 2004) sei daher entsprechend um 4% zu 

kürzen. Diesfalls errechne sich ein Invaliditätsgrad von 37%. Selbst wenn 

vollumfänglich auf die Annahmen der Beschwerdegegnerin abgestellt würde, wäre der 

Invaliditätsgrad, welcher im Einspracheentscheid neu auf 33% festgelegt worden sei, 

falsch berechnet. Der Invaliditätsgrad betrüge diesfalls 34.31% bzw. aufgerundet 35%.

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2008 beantragte Fürsprecherin 

Barbara Künzi-Egli für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur 

Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid bzw. 

bestätigte diese.

B.c   Mit Replik vom 4. Dezember 2008 und Duplik vom 5. Januar 2009 bestätigten die 

Parteien ihre Standpunkte. Mit Eingabe vom 7. Januar 2009 nahm der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin ergänzend Stellung.

Erwägungen:

1.        

1.1    Streitig ist, welcher Invaliditätsgrad der am 1. Januar 2007 beginnenden Rente 

der Beschwerdeführerin zugrunde zu legen ist. Die Beschwerdegegnerin legte im 

angefochtenen Entscheid (Erwägungen 3, 5-7) die rechtlichen Grundlagen der 

Unfallkausalität sowie der Bemessung von Rentenleistungen zutreffend dar; darauf 

kann verwiesen werden.

1.2    Dr. B.___ berichtete am 29. März 2004 über einen anhaltend verzögerten Verlauf 

und Heilungsprozess nach Osteosynthese der subkapitalen Humerusfraktur am 28. 

November 2003. Die Arbeitsunfähigkeit betrage nach wie vor 100% (UV-act. M14). Am 

7. Juni 2004 erfolgte die Entfernung des Osteosynthesematerials aus der rechten 

Schulter. Die Fraktur wurde als vollständig durchgebaut angesehen (UV-act. M22). Im 

Bericht vom 18. August 2004 teilte Dr. B.___ mit, es bestünden anhaltende Schmerzen 

in der rechten Schulter. Die Beweglichkeit sei noch deutlich eingeschränkt. Arbeiten 

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über der Horizontalen seien kaum möglich und das Heben/Tragen von Lasten über 

10kg nur bedingt. Eine andere Tätigkeit als die bisherige im Pflegeheim komme für die 

Patientin nicht in Frage. Eine rückenschonende Tätigkeit (Büro) sei aus Gründen des 

Intellekts nicht in Betracht zu ziehen. Es würden keine unfallfremden Faktoren den 

Heilverlauf bzw. die Dauer und den Grad der Arbeitsunfähigkeit beeinflussen (UV-act. 

M31-34). Im Bericht vom 10. Januar 2005 hielt Dr. B.___ unter anderem fest, eine 

minimale Arbeitsfähigkeit von 20% habe erst am 1. September 2004 erreicht werden 

können. Ab 1. November 2004 habe die Arbeitsfähigkeit 40% und ab 1. Januar 2005 

60% betragen (UV-act. M39). Zuvor hatte Dr. med. C.___, FMH Physikalische Medizin, 

im Bericht vom 17. Dezember 2004 persistierende Schultergelenkbeschwerden rechts 

sowie ein subakutes Lumbovertebralsyndrom diagnostiziert. Bezüglich der 

Rückenschmerzen sei die Beschwerdeführerin praktisch beschwerdefrei. Hinsichtlich 

der Schulterschmerzen habe die Behandlung ohne greifbares Resultat abgeschlossen 

werden müssen (UV-act. M44-46, M52-54). Am 7. Februar 2005 wurde eine 

Kernspintomographie der rechten Schulter durchgeführt (UV-act. M61, M62). Dr. med. 

D.___, FMH für Chirurgie, teilte im Bericht vom 18. Februar 2005 mit, bei der 

Untersuchung der Beschwerdeführerin sei die Beweglichkeit des rechten 

Schultergelenks praktisch seitengleich möglich gewesen. Die Beschwerdeführerin habe 

bei der Bewegung keine Schmerzen verspürt. Die Kraft im Bereich des oberen 

Schultergürtels sei absolut seitengleich und schmerzfrei. Er (der Arzt) habe etwas 

Mühe, die geäusserten Beschwerden klar zu definieren. Die Beschwerdeführerin klage 

auch noch über Knieschmerzen links und linksseitige Beckenschmerzen. Er sei sehr 

zurückhaltend, nochmals eine operative Intervention in Erwägung zu ziehen. Er sei sich 

nicht sicher, ob eine 40%ige Arbeitsfähigkeit viel bewirke. Wahrscheinlich könnte die 

Patientin auch mehr arbeiten, ohne dass die Beschwerden wesentlich zunehmen 

würden. Trotzdem sei ihr nochmals eine Chance zu geben, mit alternativer Behandlung 

ihre Schmerzproblematik besser in den Griff zu bekommen. Erst anschliessend sei die 

Arbeitsfähigkeit zu steigern (UV-act. M47f, M58f). Dr. D.___ war irrtümlich von einer 

40%igen Arbeitsfähigkeit (anstelle von 60%) ausgegangen (vgl. UV-act. M49, M56).

Dr. med. E.___, Orthopädie am Rosenberg, diagnostizierte im Bericht vom 20. 

September 2005 eine ausgeprägte Adhäsiolyse ventrale der Schulterregion rechts. Er 

berichtete über die durchgeführte Schulteroperation (Arthroskopie) und bestätigte 

einen komplikationslosen postoperativen Verlauf sowie die Anwendung von 

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Physiotherapie (UV-act. M68, M69). Am 6. und 21. Dezember 2005 gab Dr. E.___ 

bekannt, dass die Beschwerdeführerin kaum Fortschritte mache und subjektiv eine 

ähnliche Schmerzsymptomatik wie vor der Operation vorliege. Die Beschwerdeführerin 

könne den rechten Arm nicht voll einsetzen, insbesondere nicht bei manueller Tätigkeit. 

Die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf sei vorerst nicht vorhanden. In einer 

adaptierten Tätigkeit mit Aktivität auf Tischhöhe und darunter ohne Tragen schwerer 

Lasten sei eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 75% möglich (UV-act. M72, M74). Am 

15. März 2006 legte Dr. E.___ dar, es bestünden persistierende Schmerzen. Die 

Beweglichkeit sei langsam durchgeführt voll möglich. Hier müsse leider ein Endpunkt 

angenommen werden. Er empfehle ein muskuläres Aufbauprogramm. Es sei glaubhaft, 

dass die Beschwerdeführerin in einem manuell schweren Beruf (Pflegerin) nicht 

arbeiten könne. Rein theoretisch sei sie in einer leichteren Tätigkeit ohne Tragen 

schwerer Lasten und Arbeiten auf Höhe der Horizontalen und darüber mehrheitlich 

arbeitsfähig (UV-act. M76). Die Arbeitgeberin löste das Arbeitsverhältnis mit der 

Beschwerdeführerin auf Ende April 2006 auf (UV-act. 24). Eine Abklärung im Institut für 

Interdisziplinäre Medizinische Begutachtungen (IIMB) ergab gemäss Gutachten vom 

30. September 2006 die Diagnosen eines generalisierten Schmerzsyndroms bei 

chronischen Schmerzen in der Schulterregion rechts, bei lumbovertebralem 

Schmerzsyndrom und Beckenschmerzen, bei chronischen Kopfschmerzen, am 

ehesten vom Spannungstyp, bei Knieschmerzen rechts und konsekutiv: Schlafstörung, 

Niedergeschlagenheit, Vergesslichkeit. Sodann vermerkten die Gutachter ein operiertes 

Sigma-Carzinom (1999; rezidivfrei). Es müsse von einem psychosozial belastenden 

Umfeld (arbeitsloser Ehemann und invalide Schwiegermutter im gleichen Haushalt) 

ausgegangen werden. Der Unfall sei möglicherweise Teilursache des lumbovertebralen 

Schmerzsyndroms (nebst dem Beruf als Pflegehilfe) und der Kopfschmerzen (nebst 

den vermuteten, durch Schmerzmittel-Übergebrauch induzierten Kopfschmerzen). Der 

Unfall sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Ursache der Schulterbeschwerden 

rechts. Rückenbelastende Tätigkeiten seien möglichst zu vermeiden. Im bisherigen 

Tätigkeitsbereich bestehe insbesondere aufgrund der Schulterbeschwerden eine 

Arbeitsfähigkeit von höchstens 25%, wobei nur Küchenarbeiten, Austragen von 

Mahlzeiten, Helfen beim Einnehmen des Essen etc. in Frage kommen würden. 

Mobilisationen von Patienten seien nicht mehr möglich. In einer angepassten Tätigkeit 

bestehe grundsätzlich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es sei eine Tätigkeit 

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anzustreben, welche keinen kräftigen körperlichen Einsatz voraussetze. Das Heben von 

Lasten bis 5kg sei beidseits möglich (rechts bis auf Schulterhöhe). Höhere Gewichte 

seien zu vermeiden. Die Einschränkung ergebe sich aufgrund der Schulterpathologien. 

Aus neurologischer Sicht könne bezüglich des lumbovertebralen Schmerzsyndroms 

durch weitere ärztliche Behandlung kein wesentlich besseres Heilergebnis erzielt 

werden. Bezüglich Kopfschmerzen werde empfohlen, den Schmerzmittelkonsum so 

weit als möglich zu reduzieren und alternativ eine schmerzschwellenmodulierende 

Behandlung zu versuchen. Bezüglich Schulterbeschwerden könne durch eine weitere 

Behandlung keine wesentliche Besserung erzielt werden. Der Endzustand sei aus 

orthopädischer Sicht erreicht. Aufgrund der schmerzhaften Funktionseinbusse der 

rechten Schulter sei von einem Integritätsschaden von 10% auszugehen (UV-act. M77 

S. 20-29).

2.        

2.1    Zu prüfen ist vorweg, ob zusätzlich zu den unbestrittenermassen überwiegend 

wahrscheinlich unfallkausalen Schulterbeschwerden (UV-act. M77 S. 23) auch die 

Kniebeschwerden sowie die Hüft- bzw. Beckenbeschwerden der Beschwerdeführerin 

in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum streitigen Unfall stehen. - Im Bericht 

vom 15. Dezember 2003 erwähnte Dr. B.___ unter anderem eine Kontusion beider Knie 

(UV-act. M3). Auch die Ärzte des Spitals Wil vermerkten eine Kniekontusion beidseits 

und eine OSG-Distorsion, wobei sie jedoch festhielten, bei multipelsten Prellungen und 

Schürfungen beider Knie, des rechten lateralen Unterschenkels und linken Fusses 

hätten röntgenologisch keine weiteren frischen traumatischen ossären Verletzungen 

nachgewiesen werden können (UV-act. M30). In der Folge ergab sich diesbezüglich 

nach Lage der Akten kein Behandlungsbedarf. Ein allfälliges Knieleiden fand - trotz 

einer Vielzahl von Besuchen bei verschiedenen Ärzten - auch keine Erwähnung mehr 

(vgl. UV-act. M6, M14, M34, M37, M39, M45). Erst 1 ¼ Jahre nach dem Unfall, am 18. 

Februar 2005, berichtete Dr. D.___, dass die Beschwerdeführerin unter anderem "… 

auch noch über Knieschmerzen links medialseits sowie linksseitige Beckenschmerzen 

…" klage (UV-act. M48). In dem vier Tage vorher am 14. Februar 2005 erstellten Bericht 

von Dr. B.___ bildeten Knieschmerzen noch kein Thema (UV-act. M56), und auch in 

den späteren Berichten von Dr. B.___ (vom 8. Juni 2005) sowie des Orthopäden Dr. 

E.___ wurden Knieschmerzen überhaupt nicht diskutiert (UV-act. M68, M70, M72, 

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M74-76). Gegenüber dem Orthopäden des IIMB erwähnte die Beschwerdeführerin 

soweit ersichtlich ebenfalls keine Knieprobleme. Als Befund vermerkte dieser Arzt 

hinsichtlich der Kniegelenke keine Schwellungen und keine Narben sowie einen 

stabilen Bandapparat und negative Meniskuszeichen. Verletzungsfolgen seien nicht 

mehr erkennbar (vgl. UV-act. M77, Orthopädisches Teilgutachten S. 7f und S. 12). Bei 

der interdisziplinären Einschätzung des IIMB wurden Knieschmerzen rechts ohne 

Vorliegen eines konkreten neurologischen oder orthopädischen Befundes im Rahmen 

des generalisierten Schmerzsyndroms als im Gesamtkontext der Schmerzen deutlich 

im Hintergrund stehend angeführt. Nach Angaben der Beschwerdeführerin kamen denn 

auch keinerlei Therapien zur Anwendung (UV-act. M77, Interdisziplinäres Gutachten, S. 

18-20 und S. 13 unten).

Bei diesem Sachverhalt - insbesondere mit Blick auf die gänzlich fehlende 

Behandlungsnotwendigkeit während der ganzen Zeit nach dem Unfall und die 

Nichterwähnung in den Akten während 1 ¼ Jahren nach dem Ereignis - erscheint ein 

Unfallzusammenhang der Kniebeschwerden - soweit von solchen auszugehen ist - 

nicht plausibel. Sodann ging es bei Dr. D.___ offenbar um Knieschmerzen links und bei 

den IIMB-Gutachtern um solche auf der rechten Seite. Wie es sich damit im Einzelnen 

verhält, braucht nicht näher untersucht zu werden, zumal sich keine Arztberichte bei 

den Akten finden, welche eine entsprechende Unfallkausalität bejahen oder auch nur in 

Erwägung ziehen. Allein der Hinweis im IIMB-Gutachten, dass die Beschwerdeführerin 

vor dem Unfall keine ähnlichen Beschwerden gehabt habe (UV-act. M77 S. 13), vermag 

eine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität offensichtlich nicht darzutun. Dies 

gilt auch für die Feststellungen des IIMB-Neurologen hinsichtlich des Arm-/Beinstatus 

(vgl. UV-act. M77 S. 18).  

2.2    Hinsichtlich Hüftbeschwerden wurde im Bericht des Kantonsspitals vom 31. 

Dezember 2003 eine undislozierte Fraktur im oberen und unteren Schambeinast 

vermerkt, welche jedoch ohne operative Therapie problemlos ausheile (vgl. UV-act. 

M6). Die Hüftbeschwerden besserten in der Folge ohne weiteres Zutun (vgl. UV-act. 

M14 Mitte). Im Bericht des Spitals Wil vom 19. Februar 2004 wurden hinsichtlich der 

rechten Hüfte eine schmerzhafte Beweglichkeit, im Übrigen aber keine Befunde 

bestätigt (UV-act. M26). Der Orthopäde des IIMB gelangte bezüglich Beckenfraktur 

zum Schluss, diese sei unkompliziert abgeheilt. Im Bereich des Beckens (insbesondere 

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Hüftgelenke) hätten keine pathologischen Befunde festgestellt werden können. (UV-

act. M77, orthopädisches Teilgutachten S. 14, 16). Die Beschwerdeführerin hatte 

diesem Arzt soweit ersichtlich auch nicht über Hüft- und Beckenschmerzen berichtet 

(UV-act. M 77, orthopädisches Teilgutachten, S. 7f). Bei der interdisziplinären 

Einschätzung des IIMB wurden Beckenschmerzen unter Verneinung eines 

entsprechenden neurologischen oder orthopädischen Befunds im Rahmen des 

generalisierten Schmerzsyndroms im Kontext des lumbovertebralen Syndroms 

angeführt. Die Beschwerdeführerin verneinte diesbezügliche Therapien (UV-act. 77 S. 

18-20). Vor diesem aktenmässigen Hintergrund ist eine (überwiegend wahrscheinliche) 

Unfallkausalität allfälliger Becken-/Hüftbeschwerden zu verneinen, zumal die IIMB-

Gutachter diese Beschwerden im Rahmen der unbestrittenermassen nicht 

unfallkausalen lumbalen Probleme anführten, und es während des ganzen Zeitraums 

nach dem Unfall an einer Behandlungsnotwendigkeit fehlte.

2.3    Unter den dargelegten Umständen fehlt es an zureichenden Anhaltspunkten, 

aufgrund derer eine weitere Abklärung der Unfallkausalität der Knie- und 

Hüftbeschwerden gerechtfertigt wäre oder sich aufdrängen würde. Gemäss 

Abklärungsbericht Verzahnungsprogramm vom 18. Mai 2007 bestanden bei der 

Beschwerdeführerin im Rahmen von Näh- und Stickarbeiten schmerzbedingte 

Einschränkungen. 100% Anwesenheit habe sie nur unter grösster Anspannung 

bewältigen könne (UV-act. 52). Dieser Schlussfolgerung liegen sämtliche 

gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin - auch die unfallfremden - 

zugrunde. Konkret sind jedoch wie dargelegt ausschliesslich die Auswirkungen der 

unfallkausalen Schulterbeschwerden zu berücksichtigen. Die IIMB-Gutachter kamen 

mit einlässlicher Begründung zum Schluss, dass in einer angepassten Tätigkeit (ohne 

kräftigen körperlichen Einsatz) grundsätzlich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

bestehe. Das Heben von Lasten bis 5kg sei beidseits möglich (rechts bis auf 

Schulterhöhe). Höhere Gewichte seien zu vermeiden. Die Einschränkung ergebe sich 

aufgrund der Schulterpathologien. Ansonsten bestünden keine zusätzlichen 

Einschränkungen. Im Fall einer angepassten Tätigkeit seien vermehrte Pausen nicht 

notwendig (UV-act. M77 S. 24f). Der Umstand, dass im orthopädischen Teilgutachten 

des IIMB auf S. 22 von einer "annähernd 100%igen Arbeitsfähigkeit" ausgegangen 

wurde, vermag den interdisziplinären Konsens nicht in Frage zu stellen. Angesichts der 

Tatsache, dass das IIMB-Gutachten zwischen den verschiedenen Gesundheitsschäden 

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differenzierte und deren Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit begründet festlegte, 

trifft auch der Einwand der Beschwerdeführerin nicht zu, die Gutachter des IIMB hätten 

die konkreten Einsatzmöglichkeiten aufgrund ihrer körperlichen und geistigen 

Leistungsfähigkeit nicht berücksichtigt (act. G 1 S. 5).

3.        

3.1    Für die Festlegung des Valideneinkommens 2006 von Fr. 64'387.35 ging die 

Beschwerdegegnerin von den Angaben der früheren Arbeitgeberin für 2002 aus (UV-

act. UM1, UM2), ermittelte ein Jahresbetreffnis von Fr. 61'164.-- und rechnete dieses 

auf die Index-Verhältnisse des Jahres 2006 auf (Einspracheentscheid S. 9). Von diesem 

unbestritten gebliebenen Betrag - die Beschwerdeführerin nimmt sogar einem leicht 

tieferen Wert von Fr. 64'280.80 an (act. G 1 S. 6) - ist nachzustehend auszugehen.

3.2    Für die Ermittlung von Validen- und Invalideneinkommen darf 

rechtsprechungsgemäss die Tabelle TA 13 (Bruttolohn nach Grossregionen) der 

Lohnstrukturerhebung (LSE) nicht zugezogen werden (SZS 2007, 64 mit Hinweis auf 

Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 12. Oktober 2006 [U 75/03]). Ein Abzug von dem 

in der Grossregion Ostschweiz erzielten Valideneinkommen, wie ihn die 

Beschwerdeführerin beantragen lässt (act. G 1 S. 5), kommt daher nicht in Betracht, 

zumal eine Unterdurchschnittlichkeit des Valideninkommens nicht ersichtlich ist. Als 

Folge davon ist das zumutbare Invalideneinkommen anhand der Lohnstrukturerhebung 

(LSE) des Bundesamtes für Statistik zu ermitteln und dabei auf Tabelle 1 (Privater 

Sektor) Niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzustellen. Zugrunde zu legen 

sind - wie beim Valideneinkommen - die Zahlen des Jahres 2006. Dementsprechend 

sind die LSE-Tabellen 2006 zu verwenden und nicht - entgegen der Auffassung, die 

offenbar von beiden Parteien vertreten wird - diejenigen von 2004 (mit entsprechender 

Aufrechnung). Die Beschwerdeführerin ist zwar unfallbedingt auf leichte Hilfsarbeiten 

beschränkt, aber sie wäre in der Lage, ihre Restarbeitsfähigkeit in vielen Branchen zu 

verwerten, sowohl im Sektor Produktion als auch im Sektor Dienstleistungen. 

Auszugehen ist deshalb vom allgemeinen Durchschnittslohn aller Branchen. Aus der 

LSE 2006 TA 1 Niveau 4 ist für Frauen ein Monatssalär von Fr. 4'019.-- ersichtlich. Das 

hieraus errechnete Jahressalär von Fr. 48'228.-- (2006) basiert auf 40 Wochenstunden 

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und ist auf die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit 2006, d.h. auf 41.7 

Stunden, aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 50'278.-- ergibt. Zum Einwand 

der Beschwerdeführerin, wonach die Beschwerdegegnerin die DAP-Datenbank der 

Suva nicht abgefragt, sondern auf LSE-Werte abgestellt und somit den konkreten 

Verhältnissen der Beschwerdeführerin nicht Rechnung getragen habe (act. G 11 S. 4), 

ist zum einen festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin nicht verpflichtet war, eine 

entsprechende Vergleichsrechnung anzustellen. Zum anderen fällt bei Verwendung von 

DAP-Zahlen ein leidensbedingter Abzug beim Invalideneinkommen ausser Betracht 

(vgl. BGE 129 V 472). Insbesondere der letztgenannte Umstand hat oftmals zur Folge, 

dass das gestützt auf DAP-Zahlen berechnete zumutbare Invalideneinkommen höher 

ausfällt als das entsprechende LSE-Einkommen.

Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre Erwerbsfähigkeit auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt wegen der unfallbedingten Einschränkungen im 

Schulterbereich lediglich mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten kann. Der hierfür 

von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug von 15% trägt diesen Umständen 

zureichend Rechnung. Unter Berücksichtigung dieses Leidensabzuges ergibt sich ein 

Invalideneinkommen von Fr. 42'736.--. Ein Teilzeitabzug fällt ausser Betracht. Im 

Vergleich zum Valideneinkommen von Fr. 64'387.-- ergibt sich eine Erwerbsunfähigkeit 

von 34% (aufgerundet; zur Prozentgenauigkeit vgl. BGE 130 V 121 Erw. 3.2), wie sie 

auch der Verfügung vom 17. August 2007 zugrundeliegt (UV-act. 55). Derselbe IV-Grad 

resultiert im Übrigen auch bei Anwendung des von der Beschwerdeführerin ermittelten 

Valideneinkommens von Fr. 64'281.--. Die von den Parteien diskutierte Frage, welche 

Indexwerte bei der Einkommensaufrechnung anzuwenden seien (act. G 1 S. 6 und G 5 

S. 6), kann somit offenbleiben. Die Beschwerdegegnerin errechnete im angefochtenen 

Entscheid zwar einen tieferen IV-Grad (33%), bestätigte aber dennoch (auf S. 12 unten 

sowie mit dem auf Abweisung lautenden Dispositiv) die erwähnte Verfügung. Im 

vorliegenden Verfahren ist daher der ursprünglich verfügte IV-Grad von 34% zu 

bestätigen.

4.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde in dem Sinn abzuweisen, 

als der am 17. August 2007 verfügte IV-Grad von 34% bestätigt wird. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

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Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird in dem Sinn abgewiesen, als der am 17. August 2007 

verfügte IV-Grad von 34% bestätigt wird.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 03.07.2009
	Art. 18 UVG. Art. 16 ATSG: Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden und Invaliditätsbemessung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kanton St. Gallen vom 3. Juli 2009, UV 2008/92).

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		2025-07-19T14:42:10+0200
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