# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c9cc593c-7094-5d05-94c8-4f12a03c8bde
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.02.2025 E-7358/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7358-2024_2025-02-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-7358/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Esther Marti, 

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger, 

Gerichtsschreiber Janic Lombriser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Pakistan, 

vertreten durch MLaw Bülent Zengin, 

Rechtsschutz für Asylsuchende, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
Gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Verweigerung vorübergehender Schutz;  

Verfügung des SEM vom 18. Oktober 2024. 

 

 

 

E-7358/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer stellte am 27. Februar 2024 im Bundesasylzentrum 

(BAZ) B._______ ein Gesuch um Gewährung des vorübergehenden 

Schutzes. Gleichentags fand eine schriftliche Kurzbefragung statt (SEM-

Akten […] [A]6). Zudem wurde er vom SEM mittels Instruktionsschreiben 

aufgefordert, weitere Dokumente zum Nachweis seines Lebensmittelpunk-

tes in der Ukraine einzureichen. 

Im Rahmen dieser Kurzbefragung gab der Beschwerdeführer im Wesentli-

chen an, er sei pakistanischer Staatsangehöriger und verfüge in der Ukra-

ine als Student über eine Aufenthaltsbewilligung. Als Beweismittel reichte 

er unter anderem eine ukrainische Aufenthaltsbewilligung, mehrere Stu-

dentenausweise, seinen pakistanischen Pass und seine pakistanische 

Identitätskarte ein. 

B.  

Mit E-Mail vom 13. März 2024 reichte der Beschwerdeführer mehrere In-

ternetlinks ein. 

C.  

Am 2. April 2024 fand eine weitere Befragung zu seinem Gesuch um vor-

übergehenden Schutz statt (A13). Dabei machte er im Wesentlichen gel-

tend, in Pakistan lebten seine Eltern, seine Ehefrau und seine Kinder. Er 

und sein Vater seien in Pakistan bedroht worden. Sein Vater sei (…) und 

habe mit Drogenhändlern, der Mafia und auch der TTP (Tehrik-i-Taliban 

Pakistan) zu tun. Im Jahr 20(…) sei er telefonisch bedroht worden und 

Ende August 20(…) hätten ihn die Drogenhändler und die lokale Mafia ent-

führen wollen. Zwar sei er in Pakistan an einer Universität angenommen 

worden, jedoch habe er aufgrund der Bedrohungen nicht dort studieren 

wollen. Deshalb habe er Pakistan im Jahr 20(…) verlassen, um in der Uk-

raine ein (…)studium aufzunehmen. Schliesslich sei er aufgrund des Krie-

ges im April 20(…) aus der Ukraine ausgereist und über Moldawien in die 

Schweiz gelangt. Dabei gab er auch an, er habe in Moldawien ein Asylge-

such eingereicht. 

D.  

Mit Verfügung vom 18. Oktober 2024 lehnte das SEM das Gesuch um Ge-

währung des vorübergehenden Schutzes ab, verfügte die Wegweisung aus 

der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. 

E-7358/2024 

Seite 3 

E.  

Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 21. November 2024 Be-

schwerde an das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt, es sei die an-

gefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zwecks vollständiger Ab-

klärung des Sachverhalts und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen. Eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, ein ordentliches Asyl-

verfahren einzuleiten. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses und um Beiordnung eines amtlichen 

Rechtsbeistands. 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 26. November 2024 hiess die die Instruktions-

richterin des Bundesverwaltungsgerichts das Gesuch um unentgeltliche 

Prozessführung gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses und setzte den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers als amtlichen 

Rechtsbeistand ein. Ferner wurde das SEM eingeladen, sich zur Be-

schwerde vernehmen zu lassen.  

G.  

Das SEM liess sich mit Eingabe vom 28. November 2024 vernehmen, wo-

raufhin der Beschwerdeführer am 9. Dezember 2024 replizierte. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 und Art. 32 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur 

Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM nach Art. 5 

VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – 

wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 72 i.V.m. 

105 AsylG [SR 142.31]).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht 

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eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 AsylG; Art. 72 i.V.m. Art. 

108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich, soweit die Verweigerung vorübergehenden Schutzes betref-

fend, nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (i.V.m. Art. 72 AsylG), im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin entschieden (Art. 72 i.V.m. Art. 111 Bst. e AsylG). Wie 

nachstehend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 72 i.V.m. Art. 

111a Abs. 2 AsylG). 

4.  

4.1 Gestützt auf Art. 4 AsylG kann die Schweiz Schutzbedürftigen für die 

Dauer einer schweren allgemeinen Gefährdung, insbesondere während ei-

nes Kriegs oder Bürgerkriegs sowie in Situationen allgemeiner Gewalt, vo-

rübergehenden Schutz gewähren. Der Bundesrat entscheidet, ob und nach 

welchen Kriterien Gruppen von Schutzbedürftigen vorübergehender 

Schutz gewährt wird (Art. 66 Abs. 1 AsylG). 

4.2 Am 11. März 2022 hat der Bundesrat gestützt auf Art. 66 Abs. 1 AsylG 

eine Allgemeinverfügung zur Gewährung des vorübergehenden Schutzes 

im Zusammenhang mit der Situation in der Ukraine erlassen (BBI 2022 

586). Gemäss Ziff. I dieses Erlasses wird der Schutzstatus für folgende 

Personenkategorien gewährt: 

– schutzsuchende ukrainische Staatsbürgerinnen und -bürger und ihre 

Familienangehörige (Partnerinnen und Partner, minderjährige Kinder 

und andere enge Verwandte, welche zum Zeitpunkt der Flucht ganz 

oder teilweise unterstützt wurden), welche vor dem 24. Februar 2022 

in der Ukraine wohnhaft waren; 

– schutzsuchende Personen anderer Nationalität und Staatenlose sowie 

ihre Familienangehörige gemäss Definition in Buchstabe a, welche vor 

dem 24. Februar 2022 einen internationalen oder nationalen Schutz-

status in der Ukraine hatten; 

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– Schutzsuchende anderer Nationalität und Staatenlose sowie ihre Fa-

milienangehörige gemäss Definition in Buchstabe a, welche mit einer 

gültigen Kurzaufenthalts- oder Aufenthaltsbewilligung belegen können, 

dass sie über eine gültige Aufenthaltsberechtigung in der Ukraine ver-

fügen und nicht in Sicherheit und dauerhaft in ihre Heimatländer zu-

rückkehren können. 

4.3 Auf Gesuche von Schutzbedürftigen an der Grenze oder im Inland fin-

den die Art. 18 und 19 sowie 21–23 AsylG sinngemäss Anwendung (Art. 69 

Abs. 1 AsylG). Liegt nicht offensichtlich eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 

AsylG vor, bestimmt das SEM im Anschluss an die Befragung im Zentrum 

des Bundes nach Art. 26 AsylG, ob die gesuchstellende Person zur Gruppe 

der schutzbedürftigen Personen gehört (Art. 69 Abs. 2 AsylG). Beabsichtigt 

das SEM, den vorübergehenden Schutz zu verweigern, so setzt es das 

Verfahren über die Anerkennung als Flüchtling oder das Wegweisungsver-

fahren unverzüglich fort (vgl. Art. 69 Abs. 4 AsylG). 

4.4 Als Asylgesuch gilt jede Äusserung, mit der eine Person zu erkennen 

gibt, dass sie die Schweiz um Schutz vor Verfolgung nachsucht (Art. 18 

AsylG). 

5.  

5.1 Das SEM führt zur Begründung der angefochtenen Verfügung im We-

sentlichen aus, dass der Beschwerdeführer als pakistanischer Staatsange-

höriger nicht zu der vom Bundesrat definierten Gruppe der schutzberech-

tigten Personen gehöre und als solcher in Sicherheit und dauerhaft nach 

Pakistan zurückkehren könne. Er sei im Jahr 20(…) legal aus Pakistan 

ausgereist und verfüge über einen bis am (…) 2024 gültigen pakistani-

schen Reisepass, welcher jederzeit erneuert werden könne. 

5.2 In der Beschwerdeschrift macht der Beschwerdeführer im Wesentli-

chen geltend, es lasse sich aufgrund der bestehenden Aktenlage entgegen 

der Ansicht der Vorinstanz nicht beurteilen, ob er die Voraussetzungen von 

Ziff. I Bst. c der Allgemeinverfügung des Bundesrates zur Gewährung des 

vorübergehenden Schutzes im Zusammenhang mit der Situation in der Uk-

raine vom 11. März 2022 erfülle, insbesondere ob er «in Sicherheit und 

dauerhaft» in sein Heimatland zurückkehren könne. Die Glaubhaftigkeit 

seiner Vorbringen betreffend den Entführungsversuch sei vom SEM nicht 

bestritten worden. Es hätte begründen müssen, weshalb seine Vorbringen 

nicht gegen eine dauerhafte Rückkehr in Sicherheit sprechen würden. 

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Seite 6 

5.3 In seiner Vernehmlassung führt das SEM aus, dass hinsichtlich der 

Fortsetzung des Asylverfahrens es dem Beschwerdeführer jederzeit frei-

stehe, ein Asylgesuch zu stellen. Eine Willensäusserung, die Schweiz um 

Schutz vor Verfolgung im Heimatland ersuchen zu wollen, könne frühes-

tens ab dem Zeitpunkt der Eröffnung des negativen Schutzentscheids als 

Asylgesuch entgegengenommen werden. 

5.4 Replikweise macht der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, 

dass er mit seinen Äusserungen anlässlich der Befragung zu erkennen ge-

geben habe, dass er die Schweiz nebst vorübergehendem Schutz auch um 

Schutz vor Verfolgung in seinem Heimatland ersucht und somit ein Asylge-

such im Sinne von Art. 18 AsylG gestellt habe. Daher wäre die Vorinstanz 

gehalten gewesen, nach der Ablehnung des Schutzstatus ein ordentliches 

Asylverfahren fortzusetzen. 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer stellt ein Rückweisungsbegehren und begrün-

det es im Wesentlichen damit, dass sein rechtliches Gehör verletzt worden 

sei. Indem die Vorinstanz – trotz seiner Vorbringen – festgestellt habe, er 

gehöre nicht zur definierten Personengruppe, weil er in Sicherheit und dau-

erhaft nach Pakistan zurückkehren könne, habe sie seine Verfahrens-

rechte verletzt.  

6.2 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), wonach die Be-

hörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen-

digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu-

klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen hat (vgl. BVGE 

2012/21 E. 5.1 .m.w.H.). Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien 

eines Verfahrens Anspruch auf rechtliches Gehör, wonach die verfügende 

Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und 

ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich ent-

sprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen muss (vgl. BVGE 

2011/37 E. 5.4.1 m.w.H.). 

6.3 In Übereinstimmung mit dem Beschwerdeführer ist festzuhalten, dass 

sich gestützt auf die bestehende Aktenlage nicht ohne Weiteres beurteilen 

lässt, ob der Beschwerdeführer tatsächlich unter den Voraussetzungen von 

Ziff. 1 Bst. c der Allgemeinverfügung des Bundesrates zur Gewährung des 

vorübergehenden Schutzes im Zusammenhang mit der Situation in der 

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Seite 7 

Ukraine vom 11. März 2022 «in Sicherheit und dauerhaft» in sein Heimat-

land Pakistan zurückkehren kann. Das SEM geht davon aus, dass bezüg-

lich den geltend gemachten Verfolgungshandlungen seitens der Drogen-

händler und Personen der Mafia die Polizei dem Beschwerdeführer bereits 

geholfen und damit Schutz gewährt habe, weshalb «vorfrageweise» nicht 

auf das Bestehen einer Verfolgung in seinem Heimatland geschlossen wer-

den könne. Es beschäftigt sich aber nicht mit der Frage der konkreten 

Rückkehrmöglichkeiten für den Beschwerdeführer und geht nicht darauf 

ein, dass es sich bei diesen Übergriffen nach dem Vorbringen des Be-

schwerdeführers um den entscheidenden Anlass gehandelt haben soll, 

weshalb er anschliessend aus Pakistan in die Ukraine ausgereist sei. Ins-

gesamt ist festzustellen, dass das SEM eine potentielle Gefährdung auf-

grund der Vorbringen nicht nach den Massstäben des Verfahrens betref-

fend Gewährung des vorübergehenden Schutzes geprüft hat (vgl. zu die-

sen etwa Urteil des BVGer E-4672/2022 vom 17. Mai 2023 E. 5.3). Das 

SEM hätte demnach begründen sollen, weshalb insbesondere der an der 

Befragung im Zusammenhang mit der (…) Tätigkeit seines Vaters vorge-

brachte Entführungsversuch im Jahr 20(…) nicht gegen eine dauerhafte 

Rückkehr «in Sicherheit» spricht. 

6.4 Mit den genannten Vorbringen hat der Beschwerdeführer zudem gel-

tend gemacht, er befürchte aufgrund seines Vaters, der (…) sei, seitens 

Drogenhändlern, der Mafia und der TPP eine Verfolgung. Spätestens seit 

dem Zeitpunkt der Befragung vom 2. April 2024 war aufgrund dieser Vor-

bringen (A13) offensichtlich, dass er bei der Einreichung des Gesuchs um 

Gewährung des vorübergehenden Schutzes auch um Schutz vor Verfol-

gung in seinem Heimatland ersuchte und somit im Sinne von Art. 18 AsylG 

ein Asylgesuch stellte. Im Übrigen hatte der Beschwerdeführer bereits vor-

her darauf hingewiesen, dass er bereits in Moldawien ein Asylgesuch ein-

gereicht habe; auch dies deutet darauf hin, dass er auch die Schweiz um 

Schutz vor Verfolgung nachsuchen wollte. Damit wäre das Verfahren von 

der Vorinstanz im Falle einer Verweigerung der Gewährung des vorüber-

gehenden Schutzes gemäss Art. 69 Abs. 4 AsylG als ordentliches Asylver-

fahren fortzusetzen und es wäre eine Anhörung zu den Asylgründen nach 

Art. 29 AsylG durchzuführen gewesen (vgl. Art. 76 Abs. 3 AsylG, Urteile 

des BVGer E-2877/2022 vom 6. Juli 2022 und D-5802/2022 vom 15. Feb-

ruar 2023; D-7001/2023 vom 19. August 2024). Es gilt anzumerken, dass 

– entgegen der vorinstanzlichen Auffassung – es bei Vorliegen eines Asyl-

gesuchs im Sinne von Art. 18 AsylG nicht am Beschwerdeführer liegt, nach 

der Verweigerung des vorübergehenden Schutzes ein Asylgesuch zu stel-

len, sondern gemäss ausdrücklichem Wortlaut von Art. 69 Abs. 4 AsylG 

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Seite 8 

das SEM angehalten ist, das «Verfahren über die Anerkennung als Flücht-

ling […] unverzüglich» fortzusetzen. 

6.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht verletzt (Art. 72 i.V.m. 106 Abs. 1 AsylG). Die Vorinstanz hat 

insbesondere den Sachverhalt unvollständig festgestellt und das rechtliche 

Gehör des Beschwerdeführers – namentlich die Begründungspflicht – ver-

letzt. Ein reformatorischer Entscheid fällt nicht in Betracht und in Anwen-

dung von Art. 61 VwVG ist die angefochtene Verfügung zu kassieren. Die 

Sache ist zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese 

wird angewiesen, zu prüfen, ob allenfalls die geltend gemachten Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers die Voraussetzungen von Ziffer 1 Bst. c der 

Allgemeinverfügung des Bundesrates zur Gewährung des vorübergehen-

den Schutzes im Zusammenhang mit der Situation in der Ukraine vom 

11. März 2022 erfüllen, insbesondere ob er trotz seines geltend gemachten 

Entführungsversuchs durch Dritte im Jahr 20(…) und aufgrund des (…) 

Hintergrunds seines Vaters «in Sicherheit und dauerhaft» in sein Heimat-

land zurückkehren kann. Im Falle einer Verweigerung des vorübergehen-

den Schutzes wird die Vorinstanz angewiesen, die Vorbringen des Be-

schwerdeführers als Asylgesuch zu behandeln und es im Rahmen eines 

ordentlichen Asylverfahrens (in Bezug auf den Heimatstaat Pakistan) ma-

teriell zu behandeln. 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

7.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Die mit der 

Beschwerde eingereichte Kostennote erscheint den Verfahrensumständen 

angemessen. Der nach diesem Zeitpunkt entstandene notwendige Vertre-

tungsaufwand durch den Rechtsvertreter lässt sich aufgrund der Aktenlage 

zuverlässig abschätzen, weshalb auf die Einholung einer Kostennote des-

halb verzichtet werden kann (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). Die von der Vo-

rinstanz auszurichtende Parteientschädigung ist demnach auf insgesamt 

Fr. 1'300.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne von 

Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE) festzusetzen. 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 18. Oktober 2024 wird aufgehoben. Die Akten 

werden zur vollständigen Sachverhaltsabklärung und zur Neubeurteilung 

im Sinne der Erwägungen an das SEM überwiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 1'300.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Esther Marti Janic Lombriser 

 

 

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