# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 646c6804-fcdc-5fff-86d1-0443cf8fb3b7
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 18.11.2021 720 20 412/309
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-412-309_2021-11-18.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 18. November 2021 (720 20 412 / 309) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Prüfung des Rentenanspruchs einer versicherten Person, welche an einer Störung des 

Schlaf-Wach-Rhythmus (ICD-10 G47.2) leidet. Da die ICD-Klassifikation G47.2 eine neuro-

logische Diagnose ist und bei der versicherten Person neurologische Symptome vorlie-

gen, kann auf eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch eine neurologische Fachper-

son oder einer solchen mit speziellen Kenntnissen in der Schlafmedizin nicht verzichtet 

werden.   

 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Elisabeth Maier, Advoka-
tin, Hauptstrasse 104, Postfach, 4102 Binningen 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Der 1991 geborene A.____ absolvierte vom 1. August 2011 bis 31. Juli 2016 eine Lehre 
als Polymechaniker bei der B.____ in X.____. Aufgrund seines psychischen Zustandes befand 

 

 
 
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sich der Versicherte in der Klinik C.____ vom 7. bis 14. März 2013 in stationärer und vom 15. März 
2013 bis 17. Mai 2013 in teilstationärer Behandlung (vgl. Bericht der C.____ vom 3. Juni 2013). 
Am 21. Mai 2014 meldete er sich erstmals mit Hinweis auf ein "Delayed Sleep Disorder Syndrom, 
Schlafeffizienz bei ca. 65 %, Einschlafschwierigkeiten und ein mehrfaches Wiedererwachen" bei 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. In der Folge führte die 
IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) erwerbliche und medizinische Abklärungen durch. Mit Ver-
fügung vom 3. Oktober 2014 lehnte sie das Leistungsgesuch des Versicherten ab. Zur Begrün-
dung führte sie an, dass die IV bei einer erstmaligen beruflichen Ausbildung nur die behinde-
rungsbedingten Mehrkosten übernehme. Gemäss Auskunft des Lehrbetriebes könne A.____ die 
Ausbildung absolvieren, ohne dass Mehrkosten entständen. 
 
B. Infolge einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes reichte der Versicherte am 
27. Juli 2016 ein neues Leistungsgesuch bei der IV ein. Vom 15. August 2016 bis 13. September 
2016 hielt er sich stationär und vom 14. November 2016 bis 17. Februar 2017 teilstationär in der 
D.____ auf (vgl. Bericht der D.____ vom 12. April 2017). Die beruflichen Massnahmen wurden 
mit Abschlussbericht der Eingliederungsmassnahmen vom 17. Mai 2017 beendet und das Dos-
sier zur weiteren Bearbeitung an die Rentenabteilung übergeben (vgl. Mitteilung vom 23. Mai 
2017). Eine weitere Hospitalisation in der D.____ erfolgte vom 24. Mai 2017 bis 2. Juni 2017 (vgl. 
Bericht vom 15. Juni 2017). Sodann musste sich der Versicherte aufgrund einer kompletten 
Labrumläsion und eines Labrumrisses an der rechten Schulter am 5. Juli 2018 einer Schulter-
arthroskopie unterziehen (vgl. Operationsbericht des Spitals E.____ vom 5. Juli 2018). In der 
Folge wurde ihm eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 28. September 2018 attestiert (vgl. Bericht 
des Spitals E.____ vom 9. Oktober 2018). Ein erneuter stationärer Aufenthalt in der D.____ er-
folgte vom 13. Oktober 2020 bis 6. November 2020 (vgl. Bericht der D.____ vom 16. November 
2020).  
 
C. Im Rahmen ihrer Abklärungen gab die IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag. 
Gestützt auf das Gutachten von Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 28. 
September 2018 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 23. September 2020 
für die Zeit vom 1. September 2018 bis 30. November 2018 eine Viertelsrente und vom 1. De-
zember 2018 bis 31. März 2019 eine halbe Rente zu. Für die Zeit danach verneinte sie einen 
Rentenanspruch. 
 
D. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokatin Elisabeth Maier, am 23. 
Oktober 2020 Beschwerde ans Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungs-
recht (Kantonsgericht). Er beantragte, es seien ihm in Aufhebung der angefochtenen Verfügung 
die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklä-
rungen an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge, wobei ihm die unentgeltliche 
Prozessführung und unentgeltliche Verbeiständung zu bewilligen seien. Im Wesentlichen wurde 
die Verwertbarkeit des Gutachtens von Dr. F.____ vom 28. September 2018 beanstandet. Aus-
serdem habe der Gutachter die Arbeitsfähigkeit des Versicherten nicht abschliessend beurteilt; 
eine solche Beurteilung habe erst Dr. med. G.____, FMH für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie 
Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), am 8. Oktober 2018 aufgrund einer Akten-
einschätzung vorgenommen. Diese sei jedoch zu schematisch erfolgt und stimme nicht in allen 

 

 
 
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Belangen mit den Erkenntnissen von Dr. F.____ und den übrigen medizinischen Berichten über-
ein. Ferner bemängelte der Versicherte den von der IV-Stelle vorgenommenen Einkommensver-
gleich in Bezug auf das im Rahmen der Ermittlung des Valideneinkommens gewählte Kompe-
tenzniveau 1. Ausserdem sei beim Invalideneinkommen ein leidensbedingter Abzug vom Tabel-
lenlohn in Höhe von 25 % vorzunehmen. Des Weiteren wurde zusammen mit der Beschwerde 
der Bericht der D.____ vom 15. Oktober 2020 eingereicht.  
 
E. Mit Verfügung vom 27. November 2020 wurde dem Versicherten die unentgeltliche Pro-
zessführung und die unentgeltliche Verbeiständung bewilligt. 
 
F. Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 30. November 2020 unter Verweis auf 
die Stellungnahme von Dr. G.____ vom 25. November 2020 sowie die Aktennotiz der RAD-Ärztin 
Dr. med. H.____, FMH Neurologie, vom 18. November 2020 auf Abweisung der Beschwerde. 
 
G. In ihrer Replik vom 2. Februar 2021 hielt Advokatin Elisabeth Maier im Namen und Auftrag 
des Versicherten an ihrem bisherigen Standpunkt fest. Dabei reichte sie einen Bericht der D.____ 
vom 16. November 2020 ein. In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellte sie den Antrag, es sei eine 
Parteiverhandlung durchzuführen, bei welcher nebst dem Versicherten auch dessen Betreuungs-
person, I.____, als Auskunftsperson zu befragen sei. 
 
H. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Duplik vom 26. März 2021 weiterhin die Abweisung der 
Beschwerde. Sie verwies hierbei insbesondere auf die Stellungnahme von Dr. G.____ vom 
15. Februar 2021.   
 
I. Mit Eingabe vom 27. September 2021 reichte der Versicherte weitere Unterlagen, insbe-
sondere den Entscheid der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) betreffend Errich-
tung einer Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung vom 25. Au-
gust 2021, den Austrittsbericht der D.____ vom 1. März 2021 über den stationären Aufenthalt des 
Versicherten vom 10. Februar 2021 bis 12. Februar 2021 sowie den psychologischen Bericht von 
dipl. psych. J.____ vom 24. September 2021 ein.  
 
J. Am 1. November 2021 teilte die IV-Stelle mit, dass sie an ihrem Antrag auf Abweisung der 
Beschwerde festhalte und auf ihre Vernehmlassung vom 30. November 2020 und ihre Duplik vom 
26. März 2021 verweise. 
 
K. An der heutigen Parteiverhandlung nehmen der Beschwerdeführer, seine Rechtsvertrete-
rin und sein Betreuer I.____ sowie die Vertreter der IV-Stelle, K.____ und L.____, teil. Nach Be-
fragung des Versicherten hielten die Parteien in ihren Parteivorträgen im Wesentlichen an ihren 
bisherigen Rechtsbegehren und Begründungen fest. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

 

 
 
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1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde vom 23. Oktober 2020 ist demnach einzutreten. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine 
halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 
40 % invalid ist.  
 
2.3 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 
E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht 
ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine 

 

 
 
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Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grund-
sätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entschei-
dend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der 
versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 
141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).  
 
2.5 Zu ergänzen ist, dass das Bundesgericht mit BGE 143 V 418 entschieden hat, dass 
grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach 
BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses Verfahren definiert systematisierte Indikatoren, die 
– unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kom-
pensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – im Regelfall erlauben, das tatsächlich erreich-
bare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch zu beurteilen (BGE 141 V 281 E. 3.6). 
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es ge-
lingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und 
Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tra-
gen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge-
mutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5, 
125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 

 

 
 
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und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten 
Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 
 
4.1  Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 23. September 2020 bei 
der Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes des Versicherten auf das psychiatrische 
Gutachten von Dr. F.____ vom 28. September 2018 und die RAD-Stellungnahmen von 
Dr. G.____ vom 8. Oktober 2018, 4. Juli 2019, 11. Mai 2020, 25. November 2020 und 15. Februar 
2021, von Dr. H.____ vom 18. November 2020 sowie von Dr. med. M.____, FMH Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 24. September 2019. In ihrer Ver-
fügung vom 23. September 2020 ging sie davon aus, dass der Versicherte seit Eintritt ins Er-
wachsenenalter (= 5. August 2009) aufgrund der Störungen des Schlaf-Wachrhythmus und der 
Aufmerksamkeitsstörung in seiner angestammten Tätigkeit als Polymechaniker durchschnittlich 
zu 25 % arbeitsunfähig ist. Gestützt auf die Beurteilung von Dr. M.____ vom 24. September 2019 
anerkannte sie, dass aufgrund des operativen Eingriffes an der rechten Schulter vom 5. Juli 2018 
bis 28. September 2018 eine 100%ige und vom 29. September 2018 bis 31. Dezember 2018 eine 
50%ige Arbeitsunfähigkeit bestand. Demzufolge betrachtete sie es dem Versicherten als zumut-
bar, ab 1. Januar 2019 seinen erlernten Beruf im Umfang von 75 % auszuüben. In ihrer Vernehm-
lassung vom 30. November 2020 stellte sie sodann fest, dass in der Verfügung der Invaliditäts-
grad fälschlicherweise auf der Grundlage der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit er-
mittelt worden sei. Richtigerweise sei auf die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit abzustellen. 
Gemäss Gutachten von Dr. F.____ bestehe in einer leidensangepassten Verweistätigkeit eine 
100%ige Arbeitsfähigkeit; daraus resultiere kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Demge-
genüber ist der Versicherte der Ansicht, dass seine Arbeitsfähigkeit über den 31. März 2019 hin-
aus aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen in rentenrelevantem Umfang einge-
schränkt sei.  
 
4.2 Aus den Akten ergibt sich, dass der Versicherte aufgrund einer Rezidiv-Schulterinstabi-
lität rechts mit Luxation nach Treppensturz vom 7. Mai 2018 bei Status nach habituellen Schul-
terluxationen rechts am 5. Juli 2018 im Spital E.____ an der rechten Schulter operiert wurde (vgl. 
Operations- und Austrittsberichte des Spitals E.____ vom 5. Juli 2018). Es wurde ihm bis 10. 
September 2018 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. Bericht des Spitals E.____ 
vom 9. Oktober 2018). Dr. M.____ kam in seiner Stellungnahme vom 24. September 2019 zum 
Schluss, dass aufgrund des Schulterleidens vom 5. Juli 2018 bis 28. September 2018 eine volle 
Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit bestanden habe. Für die Zeit danach sei davon auszuge-
hen, dass sowohl in der angestammten als auch in einer leidensangepassten Tätigkeit bis Ende 
2018 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe. Ab 1. Januar 2019 bestehe lediglich noch 
eine subjektiv empfundene geringe Einschränkung in der Mobilität. Sofern der Versicherte bei der 
Arbeit keine Schulterluxation begünstigenden Bewegungsmuster ausführen müsse, sei ihm aus 

 

 
 
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orthopädischer Sicht zuzumuten, einer beruflichen Tätigkeit im Umfang von 100 % nachzugehen. 
Diese Einschätzung von Dr. M.____ wird vom Versicherten nicht bestritten. Da sich aus den Akten 
keine Hinweise ergeben, welche Zweifel an der Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. M.____ auf-
kommen lassen, kommt dieser volle Beweiskraft zu. Demgemäss ist festzustellen, dass wegen 
des Schulterleidens lediglich vom 5. Juli 2018 bis 28. September 2018 eine 100%ige und vom 
29. September 2018 bis 31. Dezember 2018 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden hat.  
 
4.3.1 In psychiatrischer Hinsicht untersuchte Dr. F.____ den Versicherten am 28. und 31. Au-
gust 2018 sowie am 4. September 2018. In seinem Gutachten vom 28. September 2018 führte 
er als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4), 
eine Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität (ICD-10 F98.8) und eine Störung des Schlaf-
Wach-Rhythmus (ICD-10 G47.2) mit Syndrom von verzögerten Schlafphasen (Delayed Sleep-
Phase Syndrome) auf. Im psychiatrischen Befund hielt er fest, dass der Versicherte örtlich nicht 
ganz orientiert gewesen sei und Konzentrationsschwierigkeiten angegeben habe. Die Konzent-
rationsfähigkeit sei grob geprüft unauffällig gewesen. Demgegenüber scheine die Merkfähigkeit 
beeinträchtigt zu sein, sei der Versicherte doch nach 10 Minuten nur noch in der Lage gewesen, 
zwei von drei Begriffen zu nennen. Auf Nachfrage habe der Versicherte angegeben, dass in Pha-
sen, in denen er nicht schlafe, Derealisationserlebnisse aufträten. In Bezug auf die Grundstim-
mung gebe er an, sich zwar grundsätzlich ausgeglichen, aber minderwertig zu fühlen. Dieses 
Gefühl der Wertlosigkeit sei früher stärker ausgeprägt gewesen. Aktuell verneine er Suizidgedan-
ken. Mühe habe er mit dem Ein- und Durchschlafen, er wache morgens früh auf. Er leide auch 
seit ca. 3 Jahren an Panikattacken. Dann hyperventiliere und zittere er, habe Herzrasen und 
könne nicht mehr klar denken. Diese Symptome könnten ohne äusseren Anlass plötzlich auftre-
ten. Der Appetit sei in schlaflosen Phasen vermindert. Nach Durchführung von apparativen und 
Laboruntersuchungen sowie zahlreichen testpsychologischen Zusatzuntersuchungen kam 
Dr. F.____ zum Schluss, dass aktuell keine depressive Episode mehr vorliege. Anlässlich der 
Untersuchung sei einzig der Antrieb deutlich vermindert gewesen. Ansonsten habe der Versi-
cherte über eine ausgeglichene Grundstimmung berichtet. Freudlosigkeit sowie Verminderung 
der Interessen habe er verneint; dies entspreche auch seinen Beobachtungen während der Un-
tersuchung. Da die diagnostischen Kriterien einer depressiven Störung gemäss ICD-10 nicht er-
füllt seien, habe er die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig remit-
tiert, gestellt. Demgegenüber erfülle der Versicherte aufgrund der aktuellen Symptomatik die Kri-
terien eines Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms. Bei den Untersuchungsgesprächen am Morgen 
habe die Konzentrationsfähigkeit nach ca. 2 Stunden Gesprächsdauer deutlich abgenommen. 
Der Versicherte erzähle über Schwierigkeiten, seine Aufmerksamkeit über eine längere Zeit auf-
rechtzuerhalten und zuzuhören. Ausserdem verlege er häufig Gegenstände, lasse sich leicht ab-
lenken und vergesse Termine sowie Verabredungen. Bei den Testungen habe sich in Bezug auf 
die Aufmerksamkeit ein grenzwertiger und in Bezug auf die Selbstkonzeptprobleme ein auffälliger 
Wert ergeben. Im Bereich der Aufmerksamkeits- und der Exekutivfunktionen hätten desgleichen 
Auffälligkeiten bestanden. Aufgrund der Testergebnisse und den Angaben der Mutter, wonach 
der Versicherte seit Kindheit Mühe mit der Konzentration habe, unaufmerksam und verträumt sei, 
ein geringes Durchhaltevermögen und emotionale Schwankungen aufweise, sei eine Aufmerk-
samkeitsstörung ohne Hyperaktivität zu diagnostizieren. Die Diagnose "Störungen des Schlaf-
Wach-Rhythmus mit Syndrom der verzögerten Schlafphasen" sei aufgrund der in der Klinik 

 

 
 
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C.____ durchgeführten Polysomnographie, welche eine deutlich verlängerte Latenzzeit des 
Schlafeintritts ergeben habe, und der Analyse des Schlafverhaltens während den (teil)stationären 
Behandlungen in den psychiatrischen Kliniken zu stellen. Für diese Diagnose sprächen einerseits 
die Angaben des Versicherten, wonach Einschlafstörungen, eine Symptomatik der Insomnie, ein 
Aufwachen gegen Mittag und Einschränkungen insbesondere am Morgen beständen und ande-
rerseits die Schilderungen der zuständigen Person der Lehrlingsstätte und der beruflichen Ein-
gliederungsfachleute, wonach der Versicherte ausgeprägte Konzentrationsstörungen gezeigt und 
Mühe gehabt habe, am Morgen aufzustehen.  
 
4.3.2 Aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen sollte der Versicherte keine Mühe 
haben, den Tag zu strukturieren und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Erholung 
zu erkennen. Er sei auch in der Lage, sich wechselnden Situationen anzupassen, die den "Rol-
lenerwartungen entsprechenden fachlichen Kompetenzen bzw. Fähigkeiten" zu realisieren, Zu-
sammenhänge zu erfassen, daraus sachbezogene Schlüsse zu ziehen und die erforderlichen 
Entscheidungen umzusetzen. Zudem sei es ihm möglich, sich im Internet über das Spiel "Dun-
geons & Dragons" zu informieren, Mitspieler in der Schweiz zu treffen, mit Kollegen am Wochen-
ende zu grillieren, Konzerte zu besuchen und Musik zu spielen. Da er regelmässig Kontakt zu 
verschiedenen Kollegen habe, sei davon auszugehen, dass er unmittelbare soziale Kontakte mit 
anderen Menschen aufnehmen könne. Die Tatsache, dass er imstande sei, Hörbücher zu hören 
und sich beim Untersuchungsgespräch während 2 Stunden zu konzentrieren, weise darauf hin, 
dass er über ein gewisses Mass an Konzentrationsfähigkeit besitze und die Leistungsfähigkeit 
nicht vollständig eingeschränkt sei. Weiter sei die Fähigkeit, Aufgaben in einer sinnvollen Reihen-
folge zu lösen sowie zielgerichtet und zweckmässig mehrschrittige Tätigkeiten zu erledigen, auf-
grund der Aufmerksamkeitsstörung beeinträchtigt. Die Müdigkeit schränke die Durchhaltefähig-
keit und die Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit über den ganzen Tag ein, wenn die Arbeit 
nicht seinem eigenen Schlafrhythmus gerecht werde. In grösseren Gruppen könne eine leicht-
gradige Beeinträchtigung vorliegen, da er Schwierigkeiten habe, Gespräche aus mehreren Stim-
men herauszufiltern. In einem Arbeitsteam sollten jedoch keine Einschränkungen bestehen. Die 
kognitive Testung CFADHD, kognitive Funktionen ADHS-Erwachsene, zeige nur leichte neu-
ropsychologische Einschränkungen, wobei darauf hinzuweisen sei, dass diese Testung nur ein 
Screening sei und keine neuropsychologische Untersuchung ersetze. Auf emotionaler Ebene be-
nötige der Versicherte etwas länger, um emotionale Beziehungen aufzubauen. Die Beeinträchti-
gungen beständen weitgehend in allen Lebensbereichen. In der Freizeitgestaltung sei der Versi-
cherte leichtgradig beeinträchtigt. Bereits in der Lehre habe er seine Leistungsfähigkeit nicht dau-
erhaft aufrechterhalten können. Am Ende der Lehre habe er sich in eine stationäre psychiatrische 
Behandlung begeben müssen, da die Erholungszeiten nicht mehr ausgereicht hätten, um seine 
psychische Stabilität aufrechterhalten zu können. Das Zustandsbild sei seit Jahren unverändert, 
weswegen davon auszugehen sei, dass die Einschränkungen seit dem jungen Erwachsenenalter 
beständen.  
 
4.3.3 In der bisherigen Tätigkeit als Polymechaniker mit Arbeitszeiten von 8 bis 17 Uhr bestehe 
aufgrund des Syndroms der verzögerten Schlafphasen eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. 
Die Diagnose der Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität stehe bei der Beeinträchtigung 

 

 
 
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der Leistungsfähigkeit nicht im Vordergrund. Sie könne jedoch im Rahmen einer erhöhten Vulne-
rabilität bei Überbelastung eine psychische Dekompensation beschleunigen. Es sei dem Versi-
cherten jedoch zuzumuten, um ca. 12 Uhr am Arbeitsplatz zu erscheinen und die restliche volle 
Arbeitszeit anwesend zu sein. Es sei davon auszugehen, dass bei einem Arbeitsbeginn ab 12 Uhr 
keine Beeinträchtigungen beständen. Müsse er jedoch um 8 Uhr am Arbeitsplatz sein, seien Ein-
schränkungen in der Konzentrationsfähigkeit und Leistungseinbussen zu erwarten. Aufgrund der 
Müdigkeit im Rahmen des Syndroms der verzögerten Schlafphasen und der Aufmerksamkeits-
defizitstörung betrage die morgendliche Leistungsfähigkeit je nach Schlafqualität schwankend 
zwischen 30 % und 50 %. Optimal wäre eine Tätigkeit, bei welcher der Versicherte frühestens 
am Mittag, besser noch am frühen Nachmittag, mit der Arbeit beginnen könnte. Es sei dabei an 
eine 8-stündige Arbeit im Schichtdienst ab 12 Uhr, besser noch ab 14 Uhr, zu denken. Eine solche 
Arbeit könnte er ohne Einschränkungen ausführen.  
 
5.1 Das Gutachten von Dr. F.____ vom 28. September 2018 ist sehr sorgfältig verfasst. Es 
beruht nicht nur auf drei Untersuchungen von insgesamt 5 ½ Stunden, einer umfassenden Anam-
nese inkl. Beschwerdeschilderung und den medizinischen Vorakten, sondern zusätzlich auf einer 
aktuellen Laboruntersuchung zur Feststellung der Medikamenteneinnahme, auf detailliert kom-
mentierten testpsychologischen Zusatzuntersuchungen sowie auf fremdanamnestischen Anga-
ben der Betreuungsperson des Versicherten. Auf den ersten Blick leuchten die Ausführungen von 
Dr. F.____ in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-
dizinischen Situation ein. Bei genauerem Studium des Gutachtens sind jedoch Mängel festzustel-
len. So fällt auf, dass Dr. F.____ fachfremde Diagnosen stellt. So listet er nebst den psychiatri-
schen Diagnosen einer gegenwärtig remittierten, rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 
F33.4) und einer Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F98.8) auch eine somatische Diagnose auf. 
Denn Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus gemäss ICD-10 G47.2 stellen eine neurologische 
Krankheit dar, wird doch diese Diagnose im Klassifikationssystem ICD-10 im Kapital VI (= Krank-
heiten des Nervensystems) aufgeführt (vgl. ICD-Code, online: URL: https://bit.ly/3ljbE9M 
[18.11.2021]). Nichts Anderes gilt für das von Dr. F.____ diagnostizierte Syndrom der verzögerten 
Schlafphasen. Dieses Syndrom, auf Englisch auch als Delayed Sleep Phase Syndrome oder 
Delayed Sleep Phase Disorder bekannt, ist eine neurologische Schlafstörung, in welcher der 
Schlaf-Wach-Rhythmus einer Person gegenüber dem äusseren Tag- und Nachtzyklus verzögert 
ist (vgl. Circadian Sleep Disorders Network, Syndrom der verzögerten Schlafphasen, online: 
URL: https://bit.ly/3D1tIen [18.11.2021]). Es gibt verschiedene Ursachen für solche Schlafstörun-
gen. Sie können sowohl organisch als auch psychisch bedingt sein (vgl. SILVANO VELLA, Abklä-
rungen von Schlafstörungen im Kindes- und Jugendalter und der Stellenwert der Polysomnogra-
phie, in: Paedriatica, S. 51, online: URL: https://bit.ly/3liKuQ6 [18.11.2021] und STEPHAN DIPLICH, 
"Cyclic Alternating Pattern [CAP]" in der Diagnostik der Primären Insomnie, Dissertation, Mün-
chen 2004, S. 8 f. und 14). Nichtorganische Schlafstörungen beruhen ausschliesslich auf der 
subjektiven Schilderung der Beschwerden (vgl. DIETER RIEMANN ET AL., S3-Leitlinie Nicht erhol-
samer Schlaf/Schlafstörungen im Bereich der Insomnien, S. 11, online publiziert am 27. Februar 
2017, URL: https://bit.ly/31b9lOC [18.11.2021], S. 9). Nichtorganische Schlafstörungen sind im 
ICD-Code in Kapitel V (psychische- und Verhaltensstörungen) in Absatz F51 aufgeführt. Um or-
ganische Ursachen ausschliessen zu können, ist eine organmedizinische Abklärung indiziert (vgl. 
RIEMANN ET AL., a.a.O., S. 11).  

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
5.2 Im vorliegenden Fall ist von Bedeutung, dass Dr. F.____ im Hinblick auf die Störung des 
Schlaf- und Wachrhythmus eine Diagnose aus dem neurologischen Fachgebiet gewählt hat. 
Wäre er der Ansicht gewesen, es handle sich dabei um ein nichtorganisches Geschehen, bei 
welchem emotionale Ursachen als primärer Faktor aufgefasst und die nicht durch anderenorts 
klassifizierte körperliche Störungen verursacht werden, hätte er sich mit der Diagnose einer nicht-
organischen Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus (ICD-10 F51.2) oder allenfalls mit derjenigen 
einer Neurasthenie (ICD-10 F48.0) auseinandersetzen müssen. Da er dies nicht getan hat, muss 
er von einer Schlafstörung organischen Ursprungs ausgegangen sein. Es ist anzunehmen, dass 
ihn die Ergebnisse der Polysomnographie vom 19. März 2013, mit welcher eine deutlich verlän-
gerte Latenzzeit des Schlafeintritts, eine verkürzte REM-Latenz und eine reduzierte Schlafeffizi-
enz objektiviert werden konnte (vgl. Bericht der Klinik C.____ vom 3. Juni 2013), zu dieser Diag-
nose veranlasst haben (vgl. Gutachten, Seite 63). Passend zu einer organisch bedingten Schlaf-
störung sind die von Dr. F.____ festgestellten fokal-neurologischen Defizite. So erwähnte er, dass 
der Versicherte unter Zuckungen leide, welche stressbedingt aufträten. Gemäss der Beschrei-
bung des Versicherten ziehe sich dann das Zwerchfell plötzlich zusammen, welches anschlies-
send nach oben drücke, so dass er durch die Stimmbänder Geräusche mache (vgl. Gutachten, 
Seite 21). Von stressbedingten Zuckungen bzw. Parakinesen bei den Extremitäten berichtete der 
Versicherte bereits gegenüber den behandelnden Ärzten der D.____ (vgl. Berichte der D.____ 
vom 2. Dezember 2016 und 12. April 2017). Offensichtlich haben sich solche körperlichen Be-
schwerden nach der Begutachtung bei Dr. F.____ vermehrt, hielt doch die zuständige Ärztin in 
ihrem Bericht vom 26. März 2019 fest, dass der Versicherte nebst den Zuckungen, auch an Hals- 
und Muskelschmerzen, Temperaturanstieg und gelegentlichen Abdominal-schmerzen leide. Auf-
grund dieser Sachlage erscheint eine Beurteilung des Gesundheitszustandes des Versicherten 
und der Auswirkungen der Beeinträchtigungen durch eine neurologische Fachperson oder einer 
solchen mit speziellen Kenntnissen in der Schlafmedizin unabdingbar. Eine entsprechende Ab-
klärung drängt sich auch deshalb auf, weil Dr. F.____ die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des 
Versicherten hauptsächlich auf die Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus (ICD-10 G47.2) zurück-
führt. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, dass der Psychiater Dr. med. N.____ in sei-
nem Bericht vom 30. Juni 2017 unter anderem– wie Dr. F.____ – Störungen des Schlaf-Wach-
Rhythmus gemäss ICD-10 G47.2 diagnostiziert hat. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Be-
urteilung der Auswirkungen dieser somatischen Diagnose auf die Arbeitsfähigkeit von Fachper-
sonen der Somatik vorzunehmen sei. Auch wenn die Diagnose für die Invaliditätsbemessung 
nicht von Bedeutung ist, sondern deren Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit (BGE 127 V 294 
E. 4c), hängt der Beweiswert einer spezialärztlichen Expertise gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung dennoch davon ab, ob die Gutachterin oder der Gutachter über die entspre-
chende Fachausbildung verfügt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 12. August 2008, 
9C_270/2008, E. 3.3). Die fachliche Qualifikation einer Ärztin oder eines Arztes spielt für die rich-
terliche Würdigung eine erhebliche Rolle, da sich das Gericht auf die medizinische Stichhaltigkeit 
eines Gutachtens oder eines medizinischen Berichts verlassen können muss. Deshalb ist für die 
Eignung einer Ärztin oder eines Arztes als Gutachterin oder Gutachter in einer bestimmten me-
dizinischen Disziplin eine entsprechende nachgewiesene Fachkenntnis des berichtenden oder 
zumindest des den Bericht visierenden Arztes vorausgesetzt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
vom 20. November 2007, I 142/07, E. 3.2.3 und vom 3. August 2000, I 178/00, E. 4a). Da Dr. 

 

 
 
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F.____ weder eine spezielle Ausbildung in der Schlafmedizin noch in der Neurologie ausweisen 
kann, ist es fraglich, ob er die Auswirkungen der organisch bedingten Schlafstörung auf die Ar-
beitsfähigkeit zuverlässig beurteilen kann. Dazu kommt, dass er sich in seinem Gutachten mit 
den von ihm beschriebenen Zuckungen nicht auseinandergesetzt hat. Er stellte lediglich fest, 
dass ein somatischer Befund nicht erhoben worden sei. In Anbetracht der Tatsache, dass Dr. 
F.____ eine somatische Diagnose gestellt hat, ist aber eine Auseinandersetzung mit den körper-
lichen Symptomen unerlässlich, weshalb in dieser Hinsicht seinem Gutachten kein rechtsgenüg-
licher Beweiswert zukommen kann.  
 
5.3 An diesem Ergebnis ändert auch die Stellungnahme der Neurologin Dr. H.____ nichts. 
Die RAD-Ärztin setzte sich in der Aktennotiz vom 18. November 2020 in erster Linie mit der Di-
agnose eines Chronic-fatigue-Syndroms (CFS) auseinander, welche erstmals vom Hausarzt, Dr. 
med. O.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, gestellt wurde (vgl. Bericht vom 27. Mai 2016). 
Dr. H.____ kam übereinstimmend mit Dr. F.____ zum Schluss, dass die diagnostischen Kriterien 
für ein CFS nicht erfüllt seien. Eine Beurteilung der Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus nahm 
sie jedoch nicht vor, weshalb ihre Ausführungen zur Frage, ob und inwieweit die organisch be-
dingte Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus die Arbeitsfähigkeit des Versicherten beeinflusst, 
nicht sachdienlich sind. Eine neurologische Abklärung erachtete sie als nicht notwendig, weil 
keine fokal-neurologischen Defizite vorlägen. Diese Annahme widerspricht jedoch den Akten, lei-
det der Versicherte aufgrund der Zuckungen an Störungen der Motorik, also an einem Symptom, 
das typischerweise den fokal-neurologischen Defiziten zugeordnet wird (vgl. PSCHYREMBEL 
ONLINE, Fokal-neurologisches Defizit, URL: https://bit.ly/3lA9UJ9 [18.11.2021]).  
 
5.4 Das Gutachten von Dr. F.____ ist auch im Zusammenhang mit der von ihm  
diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig remittiert, zu bemängeln. Ge-
mäss den medizinischen Akten weist der Versicherte seit der Kindheit depressive Symptome auf. 
Die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung wurde dann erstmals im Jahr 2009 ge-
stellt. Damals handelte es sich um eine leichte Episode (vgl. Bericht des Spitals E.___ vom 
12. März 2009). Im weiteren Krankheitsverlauf schwankte der Schweregrad dieser Erkrankung 
von leicht bis schwer. Es folgten bereits vor der Begutachtung durch Dr. F.____ mehrere (auch 
teilstationäre) Hospitalisationen (vgl. Berichte der Klinik C.____ vom 3. Juni 2013, der D.____ 
vom 16. November 2016, 2. Dezember 2016, 12. April 2017 und 15. Juni 2017). Der Versicherte 
wies aber auch stabile Phasen auf. Die damalige behandelnde Ärztin, Dr. med. P.____, wies aber 
in ihrem Bericht vom 16. Juli 2014 darauf hin, dass der Gesundheitszustand des Versicherten 
trotz der gegenwärtigen Stabilisation labil sei. Im Zeitpunkt der Untersuchung durch Dr. F.____ 
war offensichtlich eine Remission der depressiven Störung festzustellen, betrachtete doch der 
Gutachter die diagnostischen Kriterien einer depressiven Störung als nicht mehr erfüllt (vgl. auch 
Gutachten, Ziffer 6.2). In der Folge berücksichtigte er die depressive Symptomatik bei der Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit nicht. Diese Schlussfolgerung ist für sich allein nachvollziehbar. Es ist 
jedoch zu beachten, dass medizinische Berichte und Gutachten in erster Linie eine Momentauf-
nahme des aktuellen Gesundheitszustandes eines Exploranden wiedergeben. Bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit muss deshalb regelmässig auf frühere, echtzeitliche Berichte zurückge-
griffen werden (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. März 2019, C-3300/2016, E. 

 

 
 
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7.4). Liegt ein fluktuierender Krankheitsverlauf vor, muss dieser bei der Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit einfliessen. Vorliegend zeigt der bisherige Verlauf, dass die psychische Situation des 
Versicherten weiterhin labil ist. Dass die Remission der depressiven Störung anlässlich der Un-
tersuchung durch Dr. F.____ nicht von Dauer war, zeigen die erneuten Hospitalisationen in der 
D.____ von Oktober 2020 bis Anfang November 2020, welche aufgrund einer Verschlechterung 
des psychischen Gesundheitszustandes notwendig waren (vgl. Berichte vom 15. Oktober 2020 
und 16. November 2020). Eine Auseinandersetzung mit dem schwankenden Verlauf der depres-
siven Störung nahm Dr. F.____ bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht vor. Die depressive 
Störung fand auch im Zusammenhang mit der vom Bundesgericht bei psychischen Erkrankungen 
geforderten Prüfung der Standardindikatoren keinen Eingang (vgl. Erwägung 2.5). Indem er ge-
stützt auf eine Momentaufnahme feststellte, dass im Zeitpunkt der Untersuchung von einer ge-
genwärtig remittierten depressiven Episode ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auszu-
gehen sei, ohne den gesamten Verlauf miteinzubeziehen, wird er dem Versicherten nicht gerecht 
(vgl. auch Urteil des Kantonsgerichts vom 16. Juli 2020, Verfahrens-Nr. 2020 20 62, E. 7.6). Eine 
solche isolierte Betrachtungsweise darf nicht ausschlaggebend sein für die Beurteilung der Ge-
samtsituation; dies vor allem, wenn – wie hier – ein jahrelanger schwankender Verlauf dokumen-
tiert ist. Denn trotz der anlässlich der Begutachtung von Dr. F.____ festgestellten Besserung der 
depressiven Symptomatik kann nicht ausgeschlossen werden, dass im Rahmen des wellenför-
migen Verlaufs der rezidivierenden depressiven Störung schwerere Episoden mit Einschränkun-
gen der Arbeitsfähigkeit auftreten. In dieser Hinsicht erweist sich das Gutachten von Dr. F.____ 
als unvollständig.  
 
6.1 Aufgrund dieser Ausführungen stellt das Gutachten von Dr. F.____ vom 28. September 
2018 – entgegen der Ansicht der RAD-Ärztin Dr. G.____ – keine zuverlässige Entscheidgrund-
lage dar. Da auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte nicht schlüssig 
genug sind, um darauf abzustellen, sind die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfah-
ren nicht beweiskräftig. Damit präsentiert sich der massgebende medizinische Sachverhalt im 
Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG als nicht genügend abgeklärt.  
 
6.2. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat das angerufene kantonale Versiche-
rungsgericht im Regelfall selbst ein Gerichtsgutachten einzuholen, wenn es einen im Verwal-
tungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachterlich abklärungsbe-
dürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweis-
kräftig ist. Eine Rückweisung an die IV-Stelle ist zulässig, wenn sie allein in der notwendigen 
Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet liegt oder wenn lediglich eine 
Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist 
(BGE 139 V 99 E. 1.1). Da die IV-Stelle den medizinischen Sachverhalt aber unvollständig abge-
klärt hat und es nicht die Aufgabe des kantonalen Gerichts ist, im Verwaltungsverfahren ver-
säumte Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die IV-Stelle unter Berücksichti-
gung der zitierten Rechtsprechung des Bundesgerichts nichts entgegen. Die Angelegenheit ist 
deshalb an die IV-Stelle zurückzuweisen. Diese hat den aktuellen medizinischen Sachverhalt 
mittels eines verwaltungsexternen Gutachtens mit den Fachrichtungen Psychiatrie und Neurolo-
gie oder einem Arzt bzw. einer Ärztin mit spezieller Ausbildung in der Schlafmedizin abzuklären. 

 

 
 
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Nach Vorliegen der Abklärungsergebnisse wird die IV-Stelle über den Rentenanspruch des Ver-
sicherten neu zu verfügen haben. Bei der Prüfung des Rentenanspruchs hat die IV-Stelle beson-
dere Aufmerksamkeit auf die Berechnung der Wartezeit zu richten. Denn in der angefochtenen 
Verfügung vom 23. September 2020 stellte sie gestützt auf das Gutachten von Dr. F.____ fest, 
dass der Versicherte seit Vollendung des 18. Lebensjahres zu 25 % eingeschränkt sei. In Be-
rücksichtigung der somatisch bedingten vollständigen Arbeitsunfähigkeit vom 5. Juli 2018 bis 
28. September 2018 und der 50%igen Arbeitsunfähigkeit vom 29. September 2019 bis 31. De-
zember 2018 erachtete sie die einjährige Wartezeit per 16. September 2019 (recte: 16. Septem-
ber 2018) als erfüllt. Diese Berechnung ist dahingehend zu beanstanden, als sie die stationären 
bzw. die tagesklinischen Aufenthalte in der Klinik C.____ und der D.____ vom 7. März 2013 bis 
17. Mai 2013, vom 15. August bis 13. September 2016, vom 14. November 2016 bis 17. Februar 
2017 und vom 24. Mai 2017 bis 2. Juni 2017, bei welchen der Versicherte keiner Arbeitstätigkeit 
hat nachgehen können, nicht berücksichtigt hat. Diese psychiatrisch bedingten stationären Auf-
enthalte sind bei der Ermittlung des Rentenbeginns zu beachten. 
 
7.1 Bei diesem Ergebnis kann die Frage, ob beim Versicherten eine CFS vorliegt oder nicht, 
offengelassen werden. Immerhin ist darauf hinzuweisen, dass gestützt auf die Ausführungen von 
Dr. F.____ Zweifel am Vorliegen der von Dr. O.____ diagnostizierten und vom Kantonsspital 
Y.____ bestätigten Diagnose eines CFS aufkommen. Dabei fällt insbesondere ins Gewicht, dass 
es sich bei der CFS um eine Ausschlussdiagnose handelt. So führte Dr. F.____ aus, dass gemäss 
S3-Leitlinien "Müdigkeit", herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin 
und Familienmedizin, ein CFS nur diagnostiziert werden könne, wenn es keine alternative Erklä-
rung für die Müdigkeitssymptomatik gebe. Dies sei hier nicht der Fall, weil hier eine andere Diag-
nose, nämlich eine Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus, diagnostiziert worden sei (vgl. auch Uni-
versitätsspital Zürich, Chronische Müdigkeit, online: URL: https://bit.ly/31vj2YV [18.11.2021]). 
Ausserdem zeigte Dr. F.____ auf, dass sich der Beginn eines CFS gemäss den S3-Leitlinien 
definieren lasse; d.h. ein CFS könne nicht lebenslang bestehen. Die Tatsache, dass der Versi-
cherte seit Kindheit von Schlafproblemen berichte, spreche gegen die Diagnose eines CFS (vgl. 
Gutachten, Seite 63 f.). Die im Wesentlichen gleichen und einleuchtenden Argumente gegen das 
Vorliegen eines CFS bringen auch die RAD-Ärztinnen Dr. H.____ und Dr. G.____ vor (vgl. Ak-
tennotiz von Dr. H.____ vom 18. November 2020 und Stellungnahmen von Dr. G.____ 4. Juli 
2019 und vom 15. November 2020).  
 
7.2 Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass der Gesundheitszustand und des-
sen Folgen für die Arbeitsfähigkeit des Versicherten aufgrund der vorliegenden Aktenlage nicht 
abschliessend beurteilt werden kann. Die Verfügung vom 23. September 2020 ist deshalb aufzu-
heben und die Angelegenheit ist in Gutheissung der Beschwerde an die IV-Stelle zurückzuwei-
sen. Diese wird den medizinischen Sachverhalt zu ergänzen, den Rentenbeginn festzulegen und 
eine entsprechende Rentenverfügung zu erlassen haben.  
 
8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz-
lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene 
Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen 
und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht 

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

die Beschwerde führende Partei als obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 
137 V 57 E. 2.1 und 2.2 sowie 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinweisen). 
 
8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Da die 
IV-Stelle unterliegende Partei ist, sind ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen.  
 
8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da der Versicherte obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteientschädi-
gung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin des Versicherten hat in ihren 
Honorarnoten vom 20. April 2021 und 18. November 2021 für das vorliegende Verfahren einen 
Zeitaufwand von insgesamt 16 Stunden und 50 Minuten geltend gemacht, welcher sich in Anbe-
tracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Hinzurech-
nen sind die Bemühungen im Umfang von 2 Stunden und 30 Minuten für die Teilnahme an der 
heutigen Parteiverhandlung mit Vorbereitung und Anreise. Dieser Aufwand ist zum in Sozialver-
sicherungsprozessen für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz 
von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind ferner die in der Honorarnote ausge-
wiesenen Auslagen im Umfang von insgesamt Fr. 203.10. Dem Beschwerdeführer ist deshalb 
eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 5'424.25 (19 Stunden und 20 Minuten à Fr. 250.-- 
+ Auslagen von Fr. 203.10 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzuspre-
chen. 
 
9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a 
BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und 
damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er-
sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt 
es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und 
anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2).  
 
9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus-
setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
9.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher Praxis die in einem Rückweisungs-
entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelung – wie die Rückweisung im Haupt-
punkt selbst – einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG) darstellt, der in der Regel keinen 
nicht wiedergutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit 
nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit 
Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet die Instanz, an welche die Sache 
zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten der Beschwerde führenden Person, 
so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückweisungsentscheid direkt innerhalb 
der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentscheids mit ordentlicher Beschwerde beim 
Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 645 E. 2.2, bestätigt im Urteil des Bundesge-
richts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2 - 4; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 
7. November 2014, 8C_692/2014, E. 2).    
 
 
 
  

 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 23. September 2020 auf-
gehoben und die Angelegenheit zur erneuten Abklärung im Sinne der 
Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die  
Vorinstanz zurückgewiesen wird.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt.  

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von 5'424.25 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.