# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6959327b-d22e-5c37-9ceb-570073acb2dc
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240242-O1
**Docket/Reference:** SB240242-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240242-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240242-O/U/ad

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichter Dr. iur. Bezgovsek 

und Oberrichter lic. iur. Amsler sowie Gerichtsschreiberin MLaw Brü-

lisauer

Urteil vom 20. Dezember 2024

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, 

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin

betreffend mehrfachen Diebstahl etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung, vom 

28. Februar 2024 (DG230177)

- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 30. Oktober 2023 

ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. D1/38).

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 72 S. 58 ff.)

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig



















des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 des Strafge-

setzbuchs (StGB) (Dossiers 3, 4, 6, 8, 9 und 10),

des mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbei-

tungsanlage im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StGB (Dossiers 6 und 10),

der qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von 

Art. 90 Abs. 3, Abs. 3ter und Abs. 4 des Strassenverkehrsgesetzes 

(SVG) (Dossier 1),

der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossier 7),

des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Dos-

siers 7 und 8),

der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 

SVG (Dossier 1),

der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit 

im Sinne von Art. 91a Abs. 1 SVG (Dossier 1),

des pflichtwidrigen Verhaltens bei einem Unfall durch Fahrerflucht im 

Sinne von Art. 92 Abs. 2 SVG (Dossier 1),

der mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauchs im 

Sinne von Art. 94 Abs. 1 SVG (Dossier 1),

- 3 -









des rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b des 

Ausländer- und Integrationsgesetzes (AIG) in Verbindung mit Art. 61 

AIG (Dossier 5),

des mehrfachen geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 

in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB (Dossiers 2 und 8),

des geringfügigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbei-

tungsanlage im Sinne von Art. 147 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 172ter 

Abs. 1 StGB (Dossier 9) sowie

der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 

Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 78 SSV 

(Dossier 1).

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 27 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 329 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt er-

standen sind, sowie mit einer Busse von CHF 600.–.

3.

4.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen.

5.

Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB für die 

Dauer von 7 Jahren aus dem Gebiet der Schweiz verwiesen.

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informati-

onssystem (SIS) angeordnet.

6.

Der Privatkläger 1 (B._____) wird zur Feststellung seines Schadenersatzan-

spruches auf den Zivilweg verwiesen. 

7.

Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, der Privat-

klägerin 3 (C.______ AG) den Betrag in der Höhe von CHF 700.– als Scha-

denersatz zu bezahlen. 

- 4 -

8.

a) Der Privatkläger 4 (D._____) wird zur Feststellung seines Schadener-

satzanspruches auf den Zivilweg verwiesen.

b) Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 4 wird abgewiesen.

9.

a) Der Privatkläger 5 (E._____) wird zur Feststellung seines Schadener-

satzanspruches auf den Zivilweg verwiesen. 

b) Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 5 wird abgewiesen.

10. a) Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, der Pri-

vatklägerin 6 (F._____) den Betrag in der Höhe von CHF 500.– zuzüg-

lich 5% Zins ab 15. Februar 2023 als Schadenersatz zu bezahlen. 

b) Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, der Pri-

vatklägerin 6 den Betrag in der Höhe von CHF 500.– als Genugtuung zu 

bezahlen.

11. a) Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 7 (G._____) den 

Betrag von CHF 38.– zuzüglich 5% Zins ab 16. Januar 2023 zu bezah-

len. Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg 

verwiesen.

b) Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 7 wird abgewiesen. 

12. Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, der Privat-

klägerin 8 (H._____) den Betrag von CHF 3'208.66 zuzüglich 5% Zins ab 

9. Februar 2023 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegeh-

ren auf den Zivilweg verwiesen.

13. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 

9. August 2023 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich und der 

Stadtpolizei Zürich unter den Polis Geschäfts-Nr. 84686180 und 84694360 

lagernden Gegenstände werden eingezogen und der Lagerbehörde nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zur Vernichtung überlassen:



Zigarettenstummel (Asservat-Nr. A017'083'373),

- 5 -















Blaue Zone Karte (Asservat-Nr. A017'083'395),

Pet-Flasche (Asservat-Nr. A017'080'987),

Bierdose (Asservat-Nr. A017'244'132),

Pet-Flasche (Asservat-Nr. A017'244'176),

Airbag (Asservat-Nr. A017'244'201),

Airbag (Asservat-Nr. A017'244'245),

Airbag (Asservat-Nr. A017'244'289).

14. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 

9. August 2023 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich unter 

der Polis Geschäfts-Nr. 84686180 lagernden Gegenstände werden dem Pri-

vatkläger 1 (B._____) nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes 

Verlangen herausgegeben und andernfalls nach unbenutztem Ablauf einer 

Frist von 30 Tagen der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung 

überlassen:

 Herrenjacke (Asservat-Nr. A017'243'866),





Feuerzeug (Asservat-Nr. A017'243'902),

Lederjacke (Asservat-Nr. A017'243'924),

 Münzen (Asservat-Nr. A017'243'957),

 Haargummi (Asservat-Nr. A017'243'980),

 Haarspangen (Asservat-Nr. A017'244'030),





Blister mit Tablette (Asservat-Nr. A017'244'063),

Kontaktlinsen (Asservat-Nr. A017'244'074),

 Quittungen (Asservat-Nr. A017'244'109).

15. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 9. August 

2023 beschlagnahmte und bei der Stadtpolizei Zürich unter der Polis Ge-

schäfts-Nr. 84291112 lagernde Sporttasche mit Inhalt (Asservat-Nr. 

A016'897'442) wird dem Geschädigten (I._____) nach Eintritt der Rechts-

kraft dieses Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben und andernfalls 

nach unbenutztem Ablauf einer Frist von 30 Tagen der Lagerbehörde zur 

gutscheinenden Verwendung überlassen.

16. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 9. August 

2023 beschlagnahmte und bei der Stadtpolizei Zürich unter der Polis Ge-

- 6 -

schäfts-Nr. 84291112 lagernde DNA Tape (Asservat-Nr. A016'924'280) wird 

eingezogen und der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ur-

teils zur Vernichtung überlassen.

17. Die folgenden sichergestellten und beim Forensischen Institut Zürich unter 

der Referenznummern K230406-001 / 85047796 und K230121-017 / 

84484015 lagernden DNA-Spuren, Spurenträger sowie Fotografien werden 

eingezogen und der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ur-

teils zur Vernichtung überlassen:



Tatort Fotografie (Asservat-Nr. A017'277'348),

 DNA Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A017'277'451),

 DNA Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A017'277'462),



Vergleichs WSA (Asservat-Nr. A017'277'702),

 DNA Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'990'184),

 DNA Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'990'173).

18. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

CHF

CHF

CHF

CHF

CHF

7'500.– ; Gerichtsgebühr

2'400.–   Gebühr innerkantonales Verfahrenskosten

9'679.90   Auslagen ausserkantonale Verfahrenskosten

215.40   Auslagen Abschleppdienst

11'143.15   amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und Mwst)

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

19. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, mit Aus-

nahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten 

auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die 

- 7 -

Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO.

Berufungsanträge:

a)

Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 88 S. 1 f.)

1.

Es sei festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil wie folgt rechtskräf-

tig geworden ist:

-

-

-

-

Dispositivziffer 1 (Schuldsprüche)

Dispositivziffern 6, 7, 8, 9, 10, 11 und 12

Dispositivziffer 13 (Einziehungen)

Dispositivziffern 14, 15, 16, 17, 18 und 19.

2.

Urteilsdispositivziffern 2, 3, 4 und 5 des angefochtenen Urteils seien 

aufzuheben und in Gutheissung der Berufung des Beschuldigten und 

Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft abzuändern:

Der Beschuldigte sei in Gutheissung seiner Berufung mit einer deutlich 

milderen Freiheitsstrafe (bis maximal 12 Monaten) zu bestrafen, dies 

(mind. teilweise) als Zusatzstrafe zum Urteil der I. Strafkammer des 

Obergerichtes des Kantons Zürich vom 16. November 2023 

(SB230250-O) und vor allem (mind. teilweise) als Zusatzstrafe zum Ur-

teil Ihrer II. Strafkammer SB230283-O vom 5. Juni 2024. Die Dauer der 

von der Vorinstanz ausgesprochenen Landesverweisung von 7 Jahren 

sei zu reduzieren bzw. in Abweisung der Anschlussberufung der 

Staatsanwaltschaft sicher nicht noch zu erhöhen. 

3.

Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu neh-

men.

- 8 -

b)

Der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat:

(Urk. 78 S. 2; Prot. II S. 20)

Der Beschuldigte sei in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB für die 

Dauer von 12 Jahren aus dem Gebiet der Schweiz zu verweisen.

______________________________________

 Erwägungen:

I.  Verfahren

1.

Der  Beschuldigte  wurde  mit  Urteil  des  Bezirksgerichtes  Zürich,  2.  Abtei-

lung, vom 28. Februar 2024 im Sinne des eingangs wiedergegebenen Dispositives 

wegen qualifizierter grober Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 3 + 

4 SVG und weiterer Widerhandlungen gegen das SVG sowie wegen diverser (teil-

weise geringfügiger) Vermögensdelikte und eines Migrationsdeliktes schuldig ge-

sprochen. Er wurde mit einer zu vollziehenden Freiheitsstrafe von 27 Monaten und 

einer  zu  bezahlenden  Busse  von  Fr.  600.–  bestraft  und  unter  Ausschreibung  im 

Schengener Informationssystem für die Dauer von 7 Jahren des Landes verwiesen. 

Ferner wurde über die im Verfahren angeordneten Beschlagnahmungen sowie die 

Zivilforderungen  der  Privatkläger  befunden  und  schliesslich  wurden  die  Kosten- 

und Entschädigungsfolgen geregelt (Urk. 72 S. 58 ff.). Das Urteil wurde gleichen-

tags schriftlich im Dispositiv eröffnet sowie mündlich erläutert (Prot. I S. 31). 

2.

Der Beschuldigte meldete gegen dieses Urteil am 4. März 2023 rechtzeitig 

die Berufung an (Urk. 67; Art. 399 Abs. 1 StPO). Nach Zustellung des begründeten 

Urteils reichte die amtliche Verteidigung mit Eingabe vom 5. Juni 2024 innert Frist 

die Berufungserklärung beim hiesigen Gericht ein (Urk. 75; Art. 399 Abs. 3 StPO), 

worauf die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat nach entsprechender Fristansetzung 

eine Anschlussberufung erhob (Urk. 78). Die Privatkläger liessen sich derweil nicht 

vernehmen, was als Verzicht auf ein Rechtsmittel zu gelten hat. 

- 9 -

3.

Am  31.  Juli  2024  wurde  auf  den  20.  Dezember  2024  zur  Berufungsver-

handlung vorgeladen (Urk. 81). Zu dieser erschienen der aus der Haft vorgeführte 

Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers sowie die Vertretung der 

Staatsanwaltschaft (Prot. II S. 5). 

II.  Prozessuales

1.

Rechtskraft

1.1.

Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechts-

kraft  des  angefochtenen  Urteils  im  Umfang  der  Anfechtung  gehemmt.  Art. 399 

Abs. 3 Satz 2 StPO sieht vor, dass diejenige Partei, die Berufung angemeldet hat, 

in der Berufungserklärung anzugeben hat, ob sie das erstinstanzliche Urteil vollum-

fänglich oder nur in Teilen anficht. Ist Letzteres der Fall, ist in der Berufungserklä-

rung verbindlich darzulegen, auf welche Passagen des angefochtenen Entscheides 

sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 4 StPO). Während eine nachträgliche 

Einschränkung der Berufung auch noch anlässlich der Berufungsverhandlung er-

klärt werden kann, ist eine Ausdehnung der Berufungsanträge auf bisher nicht an-

gefochtene Teile des Urteils nach Ablauf der gesetzlichen Frist gemäss Art. 399 

Abs. 3 Satz 1 StPO nicht mehr zulässig (vgl. BÄHLER, BSK StPO, 3. Aufl., N 7 zu 

Art. 399 StPO).

1.2.

Die Verteidigung akzeptiert im Rahmen ihrer Berufungserklärung den vor-

instanzlichen Schuldspruch, ficht jedoch die ausgefällte Strafe sowie die angeord-

nete Landesverweisung an (Urk. 75 S. 1 ff.). Derweil wendet sich die Staatsanwalt-

schaft in ihrer Anschlussberufung lediglich gegen die Dauer der Landesverweisung, 

welche sie höher veranschlagt sehen will (Urk. 78 S. 1 f.). Demgemäss blieben die 

Dispositivziffern 1 (Schuldpunkt), 6 - 12 (Zivilpunkt), 13 - 17 (Beschlagnahmungen) 

sowie  18  und  19  (Kosten-  und  Entschädigungsfolgen)  des  vorinstanzlichen  Ent-

scheides unangefochten, so dass vorab mit Beschluss festzustellen ist, dass das 

Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 28. Februar 2024 in den erwähnten Punkten 

in Rechtskraft erwachsen ist.

- 10 -

2.

Beweisantrag

2.1.

Die amtliche Verteidigung beantragte mit der Berufungserklärung, dass die 

Schuldfähigkeit des Beschuldigten in den Tatzeitpunkten durch eine sachverstän-

dige Person abzuklären und dieser Person überdies die Frage vorzulegen sei, ob 

aufgrund der Drogenabhängigkeit des Beschuldigten die Anordnung einer ambu-

lanten  Massnahme  (unter  Aufschub  des  Strafvollzuges)  angezeigt  erscheine 

(Urk. 75 S. 2 ff.). Mit Präsidialverfügung vom 6. Dezember 2024 wurde dieser Be-

weisantrag abgelehnt (Urk. 86), worauf er anlässlich der Berufungsverhandlung er-

neut gestellt wurde (Urk. 88 S. 2 f.; Prot. II S. 7 f.). 

2.2. War der Täter zur Zeit der Tat nicht fähig, das Unrecht seiner Tat einzuse-

hen oder gemäss dieser Einsicht zu handeln, so ist er nicht strafbar (Art. 19 Abs. 1 

StGB). Liegt lediglich eine teilweise Unfähigkeit zur Einsicht oder entsprechendem 

Handeln vor, so mildert das Gericht die Strafe (Art. 19 Abs. 2 StGB). Gemäss der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung führt indessen nicht jede Herabsetzung der 

Fähigkeit, sich in einer bestimmten Situation zu beherrschen, zur Annahme einer 

verminderten  Schuldfähigkeit.  Vielmehr  muss  der  Betroffene  in  hohem  Masse  in 

den Bereich des Abnormen fallen und seine Geistesverfassung nach Art und Grad 

stark vom Durchschnitt nicht bloss der Rechts-, sondern auch der Verbrechensge-

nossen abweichen. Psychische Abnormitäten sprechen daher nicht zwingend für 

eine Aufhebung oder Verminderung der Schuldfähigkeit, selbst wenn sie das Ver-

halten des Individuums ständig oder über längere Zeit mitbestimmen (vgl. Urteile 

6B_155/2021 vom 18. März 2022, E. 3.2.2. und 6B_518/2023 vom 6. März 2024, 

E. 2.2.2.).

Besteht ernsthafter Anlass, an der Schuldfähigkeit des Täters zu zweifeln, 

so ordnet die Untersuchungsbehörde oder das Gericht eine sachverständige Be-

gutachtung an (Art. 20 StGB). Die Notwendigkeit, einen Sachverständigen beizu-

ziehen, ist jedoch erst gegeben, wenn konkrete Anzeichen einer Schuldunfähigkeit 

gegeben sind, wie etwa ein offenkundiger Widerspruch zwischen Tat und Täterper-

sönlichkeit oder ein völlig unübliches Verhalten des Täters. Zeigt hingegen das Vor-

gehen des Täters vor, während oder nach der Tat, dass ein Realitätsbezug erhalten 

war, dass er sich an wechselnde Verhältnisse anzupassen vermochte oder die Tat-

- 11 -

umstände zu steuern vermochte, so liegt in der Regel keine relevante Beeinträch-

tigung  der  Schuldfähigkeit  vor  (vgl.  BGE  133  IV  145,  E. 3.3.;  BGE  132  IV  29, 

E. 5.1.). In welchem Zustand sich der Täter im Tatzeitpunkt befunden hat, ist eine 

Tatfrage,  welche  vom  Gericht  anhand  sämtlicher  Gegebenheiten  des  konkreten 

Falles frei zu würdigen ist, während es eine Rechtsfrage darstellt, ob das Sachge-

richt vom zutreffenden Begriff der Schuldunfähigkeit bzw. der verminderten Schuld-

fähigkeit  ausgegangen  ist  bzw.  diesen  richtig  angewendet  hat  (vgl.  Urteil 

6B_637/2023 vom 18. Oktober 2023, E. 1.1.4.). 

2.3.

2.3.1. Für den vorliegend zu beurteilenden Fall fällt im Rahmen der Bewertung 

der Schuldfähigkeit zunächst auf, dass der Beschuldigte bereits in den Jahren 2013 

und 2014 eine Deliktsserie mit zahlreichen teilweise einschlägigen Verurteilungen 

verwirklicht hat, wobei die damaligen Untersuchungen nur in einem Fall eine Invol-

vierung in die Betäubungsmitteldelinquenz (im Sinne einer mehrfachen Übertretung 

des Betäubungsmittelgesetzes) zu Tage förderten (vgl. Urk. 84 S. 2 ff.) und in die-

ser Phase nie ernsthaft die Rede von einer Drogenabhängigkeit des Beschuldigten 

mit entsprechend beeinträchtigter Schuldfähigkeit war. Das strafbare Verhalten des 

Beschuldigten begann mithin nicht erst mit seinen Beziehungsproblemen und sei-

ner nachfolgenden Arbeitslosigkeit im Jahr 2021, welche ihn laut eigenen Angaben 

in die Drogenproblematik führten (vgl. statt vieler Prot. II S. 17), was die Frage auf-

wirft, inwiefern der Suchtmittelkonsum für die neuerliche Deliktsserie des Beschul-

digten kausal erscheint. 

2.3.2. Der Beschuldigte hat seit seiner geltend gemachten Lebenskrise im Jahr 

2021 bereits zwei Verurteilungen erwirkt. In seinen diesbezüglichen Strafverfahren 

machte er mit Bezug auf die Intensität seines entsprechenden Drogenkonsums und 

die Deliktsmotivation teilweise kontroverse Aussagen. So führte er im Unt.-Verfah-

ren  Nr.  2021/10030149  anlässlich  der  Schlusseinvernahme  vom  22.  März  2022 

aus,  die  damaligen  Diebstähle  begangen  zu  haben,  um  sich  damit  etwa  Essen, 

Kleider, Lose, Handy-Guthaben oder öV-Tickets kaufen zu können, während er nur 

vereinzelt  auch  den  Drogenkonsum  als  Motiv  erwähnte  (vgl.  Beizugsakten, 

Urk. 82/D1/3  S.  3,  7,  11  f.  +  21).  Auf  entsprechende  Nachfrage  erklärte  er,  er 

- 12 -

"kenne" Kokain zwar schon seit dem Jahr 2014, konsumiere es aber nicht regel-

mässig und sei nicht davon abhängig. Er nehme es zwei bis drei Mal im Monat, 

wenn er "Party machen" wolle (Urk. 82/D1/3 S. 21). In der staatsanwaltlichen Haf-

teinvernahme vom 1. Februar 2022 hatte er zuvor angegeben, "früher" Drogen ge-

nommen zu haben, wobei er alles dafür habe machen müssen, um diese kaufen 

zu können (Beizugsakten, Urk. 82/D1/10/35 S. 10 unten), derweil er bei seiner An-

hörung  durch  den  Haftrichter  am  3. Februar  2022  auf  diesbezügliche  Nachfrage 

erwähnte, regelmässig aber nicht täglich Kokain zu konsumieren, wobei er aber vor 

zwei Monaten von sich aus damit aufgehört habe (Urk. 82/D1/10/40 S. 4). 

In  den  Einvernahmen  der  vorliegenden  Untersuchung  äusserte  sich  der 

Beschuldigte  in  dieser  Hinsicht  dahingehend,  dass  er  am  Tag  der  Strassenver-

kehrsdelikte vom 13. Februar 2023 auf Entzug gewesen sei und mit dem gestohle-

nen Fahrzeug in J._____ habe Drogen holen wollen. An weitere Details konnte er 

sich nicht erinnern, wusste aber noch, dass er während der Fahrt Panik bekommen 

hatte, als die Polizei mit Blaulicht zu ihm aufgefahren sei. Er sei so schnell gefahren, 

weil  er  Angst  gehabt  habe,  dass  er  erwischt  werde.  Nach  der  Flucht  habe  er  in 

Frankreich  Heroin  geholt  und  dieses  in  der  Folge  konsumiert.  Er  habe  nicht  viel 

überlegt in dieser Nacht, was ihm leid tue (Urk. D1/2/1 S. 2 ff.). Zu den begangenen 

Vermögensdelikten erklärte er, jeweils aus dem Moment heraus gestohlen zu ha-

ben, weil er mit dem entwendeten Alkohol "Party machen", sich mit der entwende-

ten  Jacke  wärmen  bzw.  sich  via  die  entwendeten  Gegenstände  Geld  besorgen 

wollte, wobei er dann damit Drogen gekauft, Rechnungen bezahlt und anderen Kol-

legen geholfen habe (Urk. D1/2/1 S. 8 ff.). Auf die resümierende Frage, was denn 

im  Jahr  2021  los  gewesen  sei,  dass  er  wieder  derart  zu  delinquieren  begonnen 

habe, nannte er diverse Gründe für seinen Absturz, ohne indes auf eine Drogen-

problematik hinzuweisen. 

Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung erklärte er sodann auf 

die Frage nach seinem Substanzkonsum in der relevanten Zeit, er habe damals auf 

der Strasse gelebt und habe Delikte für die Finanzierung des Drogenkonsums und 

des Lebensunterhaltes begangen (Urk. 60 S. 6 f.). Er habe so viel Heroin und Ko-

kain konsumiert bis es nicht mehr gegangen sei, wobei er die Menge nicht wisse. 

- 13 -

Er habe alles genommen, was er gehabt habe. Wenn er 10 Gramm gehabt habe, 

dann habe er das auch konsumiert. Daneben habe er auch täglich Vodka und Whis-

key getrunken (Urk. 60 S. 11 ff.). Auf die spätere Frage, ob er vor der inkriminierten 

Fahrt vom 13. Februar 2023 auch etwas genommen habe, erklärte er, dass er dies 

nicht  mehr  wisse,  worauf  er  auf  Nachfrage  zu  Protokoll  gab,  er  glaube,  dass  er 

damals immer etwas konsumiert habe, denn er sei drogensüchtig (Urk. 60 S. 31). 

In der Berufungsverhandlung erklärte er auf entsprechende Frage zu seiner Sucht-

mittelproblematik  schliesslich,  dass  er  in  der  Vergangenheit  sowohl  Kokain  ge-

raucht und Heroin genommen als auch viel Alkohol konsumiert habe. Mit dem Kon-

sum von Heroin habe er im Jahr 2021 angefangen. Er habe das Heroin in den bis-

herigen  Strafverfahren  kaum  erwähnt,  weil  er  damals  keinen  klaren  Kopf  gehabt 

habe und es ihm nicht in den Sinn gekommen sei (Prot. II S. 13 + 17 f.). Seit er im 

Gefängnis sei, habe er jedoch keine Drogen mehr konsumiert, wobei er nach seiner 

Inhaftierung mit Entzugsproblemen zu kämpfen gehabt habe. Der Entzug sei heute 

durchgestanden, doch erhalte er im Strafvollzug immer noch 110ml Methadon als 

Substitution für Heroin und besuche eine Therapie (Prot. II S. 12 ff.). Im Rahmen 

der Einvernahme zur Sache ergänzte  er sodann, dass er, seit er mit den harten 

Drogen angefangen habe, durcheinander sei. Er wisse nicht, wer er sei und was er 

mache. Bei allen Delikten habe er gedacht, dass er Geld finden werde. Es sei alles 

für die Drogen gewesen (Prot. II S. 18 f.).

2.3.3.

Insgesamt  erscheint  vor  dem  dargelegten  Hintergrund  offenkundig,  dass 

sich beim Beschuldigten ab dem Jahr 2021 aufgrund verschiedener privater Pro-

bleme auch eine Drogenproblematik implementiert hat, welche auch noch im Jahr 

2023 andauerte, wobei der Beschuldigte einen Mischkonsum aus Alkohol, Canna-

bis und auch Kokain und Heroin angibt, ohne sein Suchtverhalten näher zu konkre-

tisieren.  Dass  es  sich  dabei  um  eine  krankheitswertige  Abhängigkeit  von  harten 

Drogen (namentlich Kokain oder Heroin) handelte, ist aufgrund seiner diesbezüg-

lich im Verfahren schwankenden und vagen Depositionen indessen zu bezweifeln, 

zumal  der  Beschuldigte  am  26.  Mai  2021  durch  Dr.  med.  K._____  psychiatrisch 

begutachtet  worden  ist  und  dieser  zwar  eine  Abhängigkeit  von  Cannabinoiden 

diagnostizierte,  daneben  indessen  –  bei  vergleichbar  gelagertem  Konsum  –  nur 

(aber immerhin) einen schädlichen Gebrauch von Kokain feststellte (vgl. Beizugs-

- 14 -

akten,  Urk. 82/98/8/30  S.  39).  Daran  vermögen  auch  die  Feststellungen  im 

vorinstanzlich  beigezogenen  Bericht  der  psychiatrischen  Gefängnisversorgung 

vom  27. Februar  2024,  wonach  beim  Beschuldigten  ein  Abhängigkeitssyndrom 

bzw.  eine  psychische  Verhaltensstörung  durch  Opioide  (ICD-10  F.11.2)  bestehe 

(Urk. 57 S. 3), nichts zu ändern, da es sich hierbei um eine auf den Angaben des 

Beschuldigten  basierende  Momentaufnahme  handelt,  welche  die  neutralen  und 

fundierten Erhebungen im Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen vermag, zumal auch 

die dem Beschuldigten verschriebene Medikation (vgl. Urk. 57 S. 2) nicht auf eine 

eigentliche Drogensucht hindeutet und zu berücksichtigen ist, dass aufgrund der 

schwankenden Angaben des Beschuldigten – wie auch im Gutachten festgehalten 

(vgl. Beizugsakten, Urk. 82/98/8/30 S. 45) – generelle diagnostische Unsicherhei-

ten  mit  Bezug  auf  eine  schwerwiegende  Drogenproblematik  bestehen.  Dies 

schliesst jedoch nicht aus, dass es seitens des Beschuldigten in der besagten Zeit 

namentlich in Anspannungs- und Konfliktsituationen zu einem phasenweise inten-

sivierten Mischkonsum gekommen ist, wie auch der Gutachter festhält (S. 45 + 50) 

und wie dies insbesondere auch im Austrittsbericht der PUK Zürich vom 10. August 

2021  im  Anschluss  an  eine  Krisenintervention  des  Beschuldigten  vom  21. bis 

23. Juli 2021 konstatiert worden ist (vgl. Beizugsakten, Urk. 82/62/1), so dass zu 

seinen Gunsten auch für die vorliegend relevante Zeitspanne von einer leicht ver-

minderten Schuldfähigkeit  auszugehen ist, nachdem Dr. med. K._____ in seiner 

Expertise – wenn auch vor dem Hintergrund eines anders gelagerten Anlassdelik-

tes  –  ebenfalls  davon  spricht,  es  sei  anzunehmen,  dass  beim  Beschuldigten  die 

psychische Befindlichkeits- und Persönlichkeitsproblematik verbunden mit den psy-

chosozialen  Belastungen  und  dem  damit  einhergehenden  Substanzkonsum  im 

Sinne einer Enthemmung allenfalls nachteiligen Einfluss auf dessen Steuerungsfä-

higkeit gehabt haben könnten (Beizugsakten, Urk. 82/98/8/30 S. 50 f.). 

2.3.4. Selbst wenn man aber aufgrund der gesamten Umstände des vorliegenden 

Falles die Schwelle zu einer eigentlichen Drogenabhängigkeit des Beschuldigten 

überschritten sähe, so ist festzuhalten, dass allein dieser Umstand nicht zwingend 

für eine höhere Beeinträchtigung der Einsichts- und Steuerungsfähigkeit des Be-

schuldigten im Zeitpunkt der entsprechenden Taten sprechen würde. Gemäss ak-

tueller Praxis müssten sich vielmehr zusätzliche einschlägige Hinweise ergeben, 

- 15 -

welche an der generellen Schuldfähigkeit des Beschuldigten in jener Zeit ernsthaft 

zweifeln liessen (vgl. zum Ganzen Urteil 6B_518/2023 vom 6. März 2024, E. 2.4.). 

Insofern kann aber vor dem Hintergrund seiner früheren einschlägigen Delinquenz 

(ohne erkennbare Drogenproblematik) für die neuerliche Delinquenz des Beschul-

digten nicht von einer offenkundigen Diskrepanz zwischen der Täterpersönlichkeit 

und dem strafbaren Verhalten die Rede sein. Hinzu kommt, dass die schwersten 

seit dem Jahr 2021 begangenen Delikte nur bedingt und indirekt einen Zusammen-

hang mit der Drogenproblematik des Beschuldigten aufweisen, wie dies das Ober-

gericht  des  Kantons  Zürich  bereits  im  Parallelverfahren  betreffend  versuchte 

schwere Körperverletzung festgehalten hat (vgl. Beizugsakten, Urk. 83/108 S. 24) 

und  wie  dies  namentlich  –  entgegen  der  Ansicht  der  Verteidigung  (Urk. 88  S. 7 

i.V.m. Prot. II S. 21) – auch für das in casu zu beurteilende Hauptdelikt im Bereich 

des  Strassenverkehrs  zutrifft,  in  dessen  Rahmen  zwar  ein  allgemeiner  Konsum-

druck zur Entwendung des fraglichen Fahrzeuges beigetragen haben mag, der Be-

schuldigte in der Folge die qualifizierte Verkehrsregelverletzung aber insbesondere 

deshalb beging, weil er von der Polizei nicht erwischt werden wollte. Mit seiner an 

diese Delinquenz anschliessenden gezielten Flucht vor den Strafverfolgungsbehör-

den zeigte der Beschuldigte denn auch einen durchaus erhaltenen Realitätsbezug 

mit konkretem Wissen um die Konsequenzen seines Verhaltens. Die späteren in 

diesem Zusammenhang verwirklichten Vermögensdelikte beging er dann massge-

blich zwecks Bestreitung seines im Fluchtregime prekär gewordenen Lebensunter-

haltes, während die Finanzierung des Drogenkonsums offensichtlich nur zweitran-

gig war, auch wenn nicht auszuschliessen ist, dass er sich mit dem Deliktserlös in 

Anspannungssituationen auch mit Drogen eindeckte. Es besteht demzufolge kein 

ernsthafter Anlass für die Annahme, dass sich eine allfällige Drogenabhängigkeit 

des Beschuldigten im Zeitpunkt der vorliegenden Taten derart verstärkt und bestim-

mend auf sein Verhalten ausgewirkt hätte, dass die Schlussfolgerungen des frühe-

ren Gutachters aus dem Jahr 2021 hinsichtlich der Schuldfähigkeit nicht mehr gültig 

wären  und  dessen  Expertise  nunmehr  einer  Ergänzung  bedürfte,  zumal  der  Be-

schuldigte in der im Anschluss an die Taten verbüssten Haft ohne Weiteres auf eine 

Ersatzmedikation  umzusteigen  vermochte  und  seither  diese  opioid-haltigen  Sub-

stanzen – zunächst Methadon und hernach die niederschwellige Ersatzmedikation 

- 16 -

Sevre-Long – relativ rasch abgesetzt werden konnte, wobei Letzteres gemäss dem 

Bericht  der  psychiatrischen  Gefängnisversorgung  von  200 mg  auf  die  Dosierung 

von 30 mg täglich reduziert wurde (vgl. Urk. 57 S. 2). Dass der Beschuldigte nach 

eigenen Angaben aktuell wieder 110 ml Methadon einnehmen soll, erscheint vor 

diesem Hintergrund wenig glaubhaft, zumal er im Gefängnis nicht etwa einen Rück-

fall in die Drogenproblematik erlitten hat (vgl. Prot. II S. 13).

2.4.

2.4.1. Was die Frage einer gerichtlichen Massnahme im Sinne von Art. 59 f. StGB 

betrifft, so konstatiert der frühere Gutachter in seiner Expertise, dass die Behand-

lung des Beschuldigten durch das fehlende Problembewusstsein massgeblich er-

schwert werde, denn der Beschuldigte wirke wenig motiviert, sich mit seinen pro-

blematischen Verhaltensstilen nachhaltig auseinanderzusetzen. Längerfristige psy-

chotherapeutische Interventionen seien deshalb in dieser Hinsicht wenig erfolgver-

sprechend und eine entsprechende Massnahme nach Art. 63 StGB wäre deshalb 

kaum umsetzbar (Beizugsakten, Urk. 82/98/8/30 S. 56 f.). Nachdem nicht ersicht-

lich ist, dass sich die Motivation des Beschuldigten aus heutiger Sicht in einem we-

sentlich anderen Licht präsentiert und die möglichen Anlassdelikte mittlerweile na-

hezu zwei Jahre zurückliegen, ist nicht davon auszugehen, dass sich an den gerin-

gen Erfolgsaussichten einer therapeutischen Massnahme massgeblich etwas ge-

ändert hat, was eine erneute Begutachtung des Beschuldigten auch insofern wenig 

indiziert  erscheinen  lässt,  zumal  der  frühere  Gutachter  anstelle  einer  therapeuti-

schen  Massnahme  eine  niederschwellige  strukturgebende  psychotherapeutische 

Intervention vorschlug, was der vom Beschuldigten im Rahmen des Strafvollzuges 

aktuell besuchten Therapie entsprechen dürfte (vgl. Prot. II S. 12), weshalb auch 

vor diesem Hintergrund kein Handlungsbedarf besteht.

2.4.2. Nicht zu übersehen ist sodann, dass unter Verhältnismässigkeitsaspekten 

durchaus fraglich erscheint, inwiefern vorliegend die (teilweise geringfügigen) Ver-

mögensdelikte überhaupt hinreichend schwere kausale Anlassdelikte für eine ge-

richtliche Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB bilden, nachdem für das Haupt-

delikt der qualifizierten groben Verkehrsregelverletzung und die damit zusammen-

hängenden  Strassenverkehrsdelikte  –  wie  dargelegt  –  der  hinreichende  Zusam-

- 17 -

menhang mit der Suchtproblematik des Beschuldigten ernsthaft zu bezweifeln ist. 

Fehlt es aber bereits an einer solchen Grundvoraussetzung für die Anordnung einer 

therapeutischen Massnahme, so erübrigt sich auch die Anordnung einer entspre-

chenden Begutachtung. 

2.5.

Es besteht mithin nach all dem Gesagten kein genügender Anlass für eine 

erneute Begutachtung des Beschuldigten betreffend dieselbe Problematik. Zum ei-

nen erscheint das Gutachten von Dr. med. K._____ vom 26. Mai 2021 für die Be-

urteilung  der  Schuldfähigkeit  betreffend  die  vorliegenden  Taten  aus  den  Jahren 

2022 und 2023 genügend aktuell, um sich ein Bild über den damaligen psychischen 

Zustand des Beschuldigten zu machen, auch wenn das Anlassdelikt der früheren 

Begutachtung anders gelagert war, zumal die Tatumstände der in casu zu beurtei-

lenden Delikte – wie dargelegt – keine genügenden Hinweise auf eine höhergradige 

Schuldunfähigkeit  offenbaren,  welche  eine  ergänzende  Begutachtung  nahelegen 

könnten. Zum anderen zeigt sich das vorerwähnte Gutachten im Hinblick auf den 

Erfolg einer allenfalls zu diskutierenden gerichtlichen Massnahme deutlich kritisch 

und  schlägt  stattdessen  niederschwellige  Interventionen  im  Krisenfall  vor,  wobei 

sich an dieser Befundlage bis heute nichts Massgebliches geändert hat. Im Übrigen 

befindet sich der Beschuldigte nunmehr seit rund eineinhalb Jahren in Haft, wo er 

erfolgreich eine Substitutionstherapie absolviert, was die aktuelle Massnahmebe-

dürftigkeit  in  einem  relativierten  Licht  erscheinen  lässt.  Dem  Antrag  der  Verteidi-

gung  betreffend  die  Anordnung  eines  erneuten  psychiatrischen  Gutachtens  über 

den Beschuldigten ist demzufolge nicht stattzugeben.

III.  Strafe

1.

Vorbemerkungen

1.1.

Die  Vorinstanz  fällte  gegen  den  Beschuldigten  eine  Freiheitsstrafe  von 

27 Monaten sowie eine Busse von Fr. 600.– aus. Mit der Argumentation, die beiden 

gegen  den  Beschuldigten  früher  angehobenen  Strafverfahren  seien  noch  nicht 

rechtskräftig abgeschlossen, wurde in diesem Zusammenhang keine Zusatzstra-

fenbildung vorgenommen (Urk. 72 S. 13).

- 18 -

1.2.

Die Verteidigung fordert im Berufungsverfahren eine deutlich mildere Be-

strafung des Beschuldigten, wobei die Strafart der Freiheitsstrafe nicht angezweifelt 

wird. Moniert werden mit Bezug auf das Strafmass hingegen die unterlassene Bil-

dung  einer  Zusatzstrafe  sowie  die  mangelhafte  Berücksichtigung  der  Drogenab-

hängigkeit  des  Beschuldigten  (Urk. 75  S. 3 f.;  Urk. 88  S. 2 ff.).  Derweil  lässt  die 

Staatsanwaltschaft die Strafe unangefochten, so dass bereits an dieser Stelle fest-

zuhalten ist, dass sich eine höhere Bestrafung des Beschuldigten in zweiter Instanz 

aufgrund  des  Verbotes  der  "reformatio  in  peius"  verbietet  (vgl.  Art. 391  Abs. 2 

StPO). 

2.

Grundlagen

2.1.

Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundsätze gemäss Art. 47 ff. StGB, 

nach welchen eine Strafe zu bemessen ist, sowie auch den massgebenden Straf-

rahmen,  innerhalb  dessen  die  Strafe  festzulegen  ist,  prinzipiell  richtig  dargestellt 

(Urk. 72 S. 30 ff.). Die abstrakt schwerste vom Beschuldigten begangene Straftat 

ist danach der betrügerische Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage gemäss 

Anklagedossier 6, in dessen Rahmen der Beschuldigte einen Deliktsbetrag von ins-

gesamt Fr. 27'581.80 erbeutete (vgl. Urk. 72 S. 33). Im Einklang mit dem angefoch-

tenen Urteil sind auch keine besonderen Gründe ersichtlich, welche in casu eine 

Überschreitung des diesbezüglich vorgesehenen Strafrahmens von bis zu fünf Jah-

ren Freiheitsstrafe rechtfertigen könnten (vgl. Urk. 72 S. 34).

2.2.

Ergänzend zu den allgemeinen Erwägungen der Vorinstanz ist allerdings 

festzuhalten, dass das Bundesgericht bei der Festlegung einer Gesamtstrafe ge-

mäss Art. 49 Abs. 1 StGB der Bildung von Deliktsgruppen in mittlerweile gefestigter 

Praxis kritisch gegenübersteht. Die im erstinstanzlichen Entscheid in diesem Zu-

sammenhang zitierte Rechtsprechung  wurde  durch eine neuere Praxis abgelöst, 

welche explizit das Festhalten an der konkreten Methode propagiert, gemäss wel-

cher  im  Falle  von  mehreren  gleichartigen  Strafen  in  einem  ersten  Schritt 

(hypothetische) Einzelstrafen für die einzelnen Delikte innerhalb ihres ordentlichen 

Strafrahmens festzulegen sind, wobei für jede dieser Straftaten die Art der Strafe 

zu bestimmen ist. Bei der Wahl der Sanktionsart sind als wichtigste Kriterien die 

Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und 

- 19 -

sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 147 

IV 241, E. 3.2.; BGE 134 IV 97, E. 4.2.). Das Bundesgericht bekräftigt diesbezüglich 

zwar  auch  in  seiner  neueren  Rechtsprechung  den  Vorrang  der  Geldstrafe 

gegenüber der Freiheitsstrafe im Strafbereich bis zu 180 Tagessätzen bzw. sechs 

Monaten  (vgl.  BGE 144  IV  313,  E. 1.1.1.;  BGE  144  IV  217,  E.  3.3.3.;  Urteil 

6B_93/2022  vom  24. November  2022,  E.  1.3.1.,  1.3.2.  +  1.3.7.).  Allerdings  kann 

auch  bei  niederschwelligerer  Delinquenz  eine  Gesamtfreiheitsstrafe  ausgespro-

chen werden, wenn viele Einzeltaten zeitlich sowie sachlich miteinander verknüpft 

sind und eine blosse Geldstrafe bei keinem der im Zusammenhang stehenden De-

likte geeignet ist, in genügendem Masse präventiv auf den Täter einzuwirken. Das 

Gericht kann somit bei der Wahl der Strafart auch die mehrfache und kontinuierliche 

gleichartige  Delinquenz  des  Täters  mitberücksichtigen  (vgl.  Urteile  6B_93/2022 

vom 24. November 2022, E. 1.3.5. und 6B_141/2021 vom 23. Juni 2021, E. 1.3.2.). 

In einem zweiten Schritt hat das Gericht in Anwendung des Asperations-

prinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB aus den gleichartigen Strafen eine Gesamts-

trafe zu bilden, wobei als Ausgangspunkt die Einsatzstrafe für das schwerste Delikt 

festzulegen ist, welche dann um die Strafen für die weiteren Delikte angemessen 

zu erhöhen ist. Im Rahmen der Asperation ist dem Verhältnis der einzelnen Taten 

untereinander, ihrer grösseren oder geringeren Selbstständigkeit sowie der Gleich-

heit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und Begehungsweisen Rech-

nung zu tragen (BGE 144 IV 217, E. 3.5.4.; Urteil 6B_330/2016 vom 10. November 

2017, E. 4.2.). Dabei ist der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Deliktes in der Re-

gel geringer zu veranschlagen, wenn die Taten zeitlich, sachlich und situativ in ei-

nem  engen  Zusammenhang  stehen  (Urteil  6B_466/2013  vom  25. Juli  2013, 

E. 2.3.4.).

2.3.

Nach Festlegung der Gesamtstrafe anhand der Tatkomponenten der ein-

zelnen Delikte ist schliesslich für sämtliche Delikte die Täterkomponente zu berück-

sichtigen, sofern sich diese – wie vorliegend – im Rahmen der einzelnen Normver-

stösse nicht wesentlich verschieden präsentiert.

- 20 -

3.

Strafzumessung

3.1.

Zusatzstrafe

3.1.1. Hinsichtlich der Zusatzstrafenbildung ist einleitend zu bemerken, dass der 

Argumentation der Verteidigung, wonach vorliegend für die Bemessung der Zusatz-

strafe nicht auf den Ausfällungszeitpunkt des jeweiligen Ersturteils, sondern auf die 

rechtskräftige Verurteilung bzw. das Datum der Ausfällung des später in Rechts-

kraft erwachsenden Berufungsurteils abzustellen sei (Urk. 88 S. 4 ff. i.V.m. Prot. II 

S. 21), nicht gefolgt werden kann. Wie selbst die Verteidigung anerkennt, stellt die 

höchstrichterliche  Rechtsprechung  für  die  Frage,  ob  überhaupt  und  in  welchem 

Umfang das Gericht eine Zusatzstrafe aussprechen muss, auf das Datum der ers-

ten Verurteilung im ersten Verfahren ab, wobei auch dann auf das Datum des Er-

sturteils  abzustellen  ist,  wenn  dieses  später  im  Rechtsmittelverfahren  reformiert 

oder  kassiert  wird  (vgl.  Urteil  6B_837/2019  vom  6. Dezember  2019,  E. 1.1.;  vgl. 

auch  Urteil  6B_721/2021  vom  22. Dezember  2021,  E. 3.4.1.;  BGE  138  IV  113, 

E. 3.4.2.). Daran ändert auch nichts, dass die beiden Urteile des Bezirksgerichtes 

Dietikon  vom  22. November  2022  und  des  Bezirksgerichtes  Zürich,  2. Abteilung, 

vom 1. Februar 2023, in Abwesenheit des Beschuldigten ergangen sind, zumal es 

sich bei der Überlegung des Bundesgerichtes, wonach derjenige nicht in den Ge-

nuss einer Zusatzstrafe kommen soll, der durch eine erstinstanzliche Verurteilung 

bereits eindringlich gewarnt worden sei, nur um einen Aspekt von vielen handelt, 

weshalb an das Datum des Ersturteils angeknüpft wird (vgl. BGE 124 II 39, E. 3 c). 

Entscheidend  kommt  vorliegend  hinzu,  dass  dem  Beschuldigten  entgegen  der 

Sachdarstellung der Verteidigung (vgl. Urk. 88 S. 5 f. + 8) die beiden gegen ihn lau-

fenden  Verfahren  DG220007  und  DG220163  bei  seiner  neuerlichen  Delinquenz 

sehr  wohl  bekannt  waren,  nachdem  er  die  jeweiligen  Untersuchungsverfahren 

durchlaufen hatte, in deren Rahmen er sich im Übrigen teilweise geständig zeigte 

(vgl. Beizugsakten, Urk. 82/D1/3 und Urk. 83/D1/3/1), weshalb er auch vor diesem 

Hintergrund mit entsprechenden Verurteilungen zu rechnen hatte. Aus der Beru-

fungsanmeldung gegen das Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 22. Novem-

ber 2022 geht sodann hervor, dass der Beschuldigte seinen Verteidiger nach Erhalt 

des Urteils darum ersucht hat, Berufung anzumelden, womit auch aktenkundig ist, 

- 21 -

dass  er  Kenntnis  vom  Inhalt  des  besagten  Urteils  hatte  (vgl.  Beizugsakten, 

Urk. 82/65). Es besteht mithin keinerlei Anlass, um von der dargelegten gefestigten 

Rechtsprechung abzuweichen, weshalb für die Bemessung der Zusatzstrafe auch 

vorliegend  auf  den  Ausfällungszeitpunkt  der  erstinstanzlichen  Urteile  abzustellen 

ist.

3.1.2. Die Vorinstanz hat die beiden verhängten Sanktionen nicht im Sinne einer 

Zusatzstrafe ausgesprochen. Mit Bezug auf das früher ergangene Urteil des Be-

zirksgerichtes Dietikon vom 22. November 2022 bzw. der I. Strafkammer des Ober-

gerichtes des Kantons Zürich vom 16. November 2023 wurde diesbezüglich aus-

geführt,  der  entsprechende  Entscheid  sei  noch  nicht  in  Rechtskraft  erwachsen, 

weshalb  keine  Zusatzstrafe  gebildet  werden  könne  (Urk. 72  S. 13).  Bei  näherem 

Hinsehen ergibt sich indessen in dieser Hinsicht, dass im Rahmen der damaligen 

zweitinstanzlichen  Entscheidfindung  am  16.  November  2023  sowohl  der  Schuld- 

als auch der Strafpunkt definitiv rechtskräftig erklärt wurden (vgl. Urk. 51 S. 22). Es 

wäre  damit  bereits  im  Zeitpunkt  des  vorliegend  erstinstanzlichen  Urteils  vom 

28. Februar 2024 eine Zusatzstrafe zur damals bereits rechtskräftigen Sanktion ge-

mäss dem Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 22. November 2022 bzw. dem 

Urteil  des  Obergerichtes  Zürich,  I.  Strafkammer,  vom  16. November  2023  in  Be-

tracht zu ziehen gewesen, woran nichts ändert, dass die Frage der Landesverwei-

sung dannzumal noch weiter pendent war. Allerdings beging der Beschuldigte die 

im hiesigen Verfahren beurteilten Delikte bis auf den geringfügigen Diebstahl vom 

16. September 2022, welcher eine Busse zur Folge hatte, allesamt nach der frühe-

ren erstinstanzlichen Bestrafung des Beschuldigten, in welchem Fall eine Zusatz-

strafe zur damals ausgefällten Freiheitsstrafe nicht in Frage kommt (vgl. BGE 138 

IV 113, E. 3.4.2.), so dass insoweit nur (aber immerhin) hinsichtlich der mit dem 

früheren Entscheid ausgefällten Busse von Fr. 300.– die Problematik der teilweisen 

retrospektiven Konkurrenz zu prüfen ist (vgl. dazu nachstehend Ziffer 3.4.).

3.1.3. Hinzu kommt, dass nunmehr auch das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 

2. Abteilung, vom 1. Februar 2023 bzw. der II. Strafkammer des Obergerichtes Zü-

rich vom 5. Juni 2024 rechtskräftig geworden ist, womit der Beschuldigte zu einer 

Freiheitsstrafe von 32 Monaten (abzüglich 104 Tagen Haft) als Zusatzstrafe zum 

- 22 -

Urteil  des  Bezirksgerichtes  Dietikon  vom  22. November  2022  bestraft  worden  ist 

(Urk. 84 S. 10). Nachdem der Beschuldigte die vorliegend zu beurteilenden Taten 

sowohl  vor  als  auch  nach  dem  früheren  Urteil  des  Bezirksgerichtes  Zürich  vom 

1. Februar 2023 begangen hat, ist diesbezüglich heute eine teilweise Zusatzstrafe 

zur diesbezüglich mittlerweile rechtskräftigen Freiheitsstrafe von 32 Monaten ge-

mäss Urteil der II. Strafkammer des Obergerichtes Zürich vom 5. Juni 2024 zu prü-

fen.

3.1.4. Mit Bezug auf die Methodik der Bildung der teilweisen Zusatzstrafe kann 

auf die geltende bundesgerichtliche Praxis verwiesen werden, wonach im Falle von 

gleichartigen Strafen in einem ersten Schritt für die vor dem früheren erstinstanzli-

chen Urteil vom 1. Februar 2023 begangenen Taten (in casu die Diebstähle vom 

16. Dezember 2022 gemäss Anklagedossier 3, vom 15. Januar 2023 gemäss An-

klagedossier 4 und vom 16. Januar 2023 gemäss Anklagedossier 9 sowie das Mi-

grationsdelikt  bis  zum  22. Januar  2023  gemäss  Anklagedossier 5)  gemäss  den 

Grundsätzen von Art. 49 Abs. 2 StGB eine Zusatzstrafe zum früheren Urteil zu bil-

den ist, bevor dann in einem zweiten Schritt für die nach dem besagten Urteil be-

gangenen  Taten  (in  casu  die  Strassenverkehrsdelikte  vom  10./13. Februar  2023 

gemäss  Anklagedossier 1  sowie  die  Vermögensdelikte  vom  9. Februar  2023  ge-

mäss  Anklagedossier 10,  vom  15. Februar  2023  gemäss  Anklagedossier 8,  vom 

24. Februar 2023 gemäss Anklagedossier 6 und vom 5. April 2023 gemäss Ankla-

gedossier 7) eine selbständige Strafe festzulegen ist, wobei diesbezüglich von der 

Strafe des abstrakt schwersten Deliktes auszugehen ist, welche in der Folge mit 

Blick  auf  die  weiteren  begangenen  Delikte  nach  den  Grundsätzen  von  Art. 49 

Abs. 1 StGB angemessen zu schärfen ist (vgl. dazu bereits vorstehend Ziffer 2.2.). 

In einem dritten Schritt ist schliesslich die zunächst festgelegte Zusatzstrafe mit der 

selbständigen Strafe zu kumulieren, womit sich die für die heute zu beurteilenden 

Taten  festzulegende  Strafe  im  Sinne  einer  teilweisen  Zusatzstrafe  zur  früheren 

Sanktion vom 1. Februar 2023 bzw. 5. Juni 2024 ergibt (vgl. BGE 145 IV 1, E. 1.3.; 

vgl.  auch  Urteile  6B_911/2018  vom  5. Februar  2019,  E. 1.2.2.  und  6B_144/2019 

vom 17. Mai 2019, E. 4.3.1.).

- 23 -

3.2.

Strafart

3.2.1. Mit Bezug auf die Strafart kann bereits an dieser Stelle vorweg festgehalten 

werden, dass in Berücksichtigung der eingangs aufgeführten Grundlagen für sämt-

liche vorliegend zu beurteilenden Straftaten, bei welchen alternativ die Sanktionen 

der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe vorgesehen sind, nur die Verhängung einer 

Freiheitsstrafe in Betracht fällt, was im Übrigen auch von der Verteidigung nicht in 

Frage gestellt wird (vgl. Urk. 75 S. 1; Urk. 88 S. 2). Dies ergibt sich für die qualifi-

zierte grobe Verkehrsverletzung – unabhängig davon, welcher Theorie im Zusam-

menhang mit Art. 90 Abs. 3ter SVG gefolgt wird – bereits aufgrund der Schwere des 

Verschuldens und der sich daraus ergebenden Strafhöhe. Aber auch für die übrigen 

Strassenverkehrsdelikte und die Vermögensdelikte drängt sich beim unbelehrbaren 

und teilweise serienmässig delinquierenden Beschuldigten gebieterisch eine Frei-

heitsstrafe auf, zumal selbst frühere unbedingte Freiheitsstrafen keine bzw. nur vor-

übergehende Wirkung gezeigt haben. Nicht anders kann es sich schliesslich beim 

Migrationsdelikt verhalten, welches im gleichen Zeitraum im selben Kontext wie die 

übrigen Delikte verübt worden ist.

3.2.2. Darüber  hinaus  wird  für  die  vom  Beschuldigten  zusätzlich  verwirklichten 

Übertretungen  (einfache  Verkehrsregelverletzung,  geringfügige  Diebstähle  sowie 

geringfügiger betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage) jeweils 

eine Busse festzulegen sein, deren Bemessung sich im Einzelnen nach Art. 106 

StGB zu richten hat, worauf dann für die Bestimmung der Gesamt- bzw. Zusatz-

busse  wiederum  die  Grundsätze  von  Art.  49  Abs.  1  und  2  StGB  heranzuziehen 

sind.

3.3.

Freiheitsstrafe

3.3.1. Delikte vor dem 1. Februar 2023 (Zusatzstrafe)

a)

Für die Delikte vor dem 1. Februar 2023 ist gemäss der vorzitierten Recht-

sprechung  eine  Zusatzstrafe  im  Sinne  von  Art.  49  Abs.  2  StGB  auszusprechen, 

wobei im Rahmen der Zusatzstrafenbildung von der früheren Sanktion mit dem dort 

enthaltenen  abstrakt  schwersten  Delikt  auszugehen  ist  (vgl.  vorstehend  Zif-

- 24 -

fer 3.1.4.). Dabei fällt für die in dieser Phase begangenen Diebstähle vom 16. De-

zember 2022 (Anklagedossier 3) sowie vom 15. und 16. Januar 2023 (Anklagedos-

siers 4 und 9) auf, dass diese zwecks Bestreitung des Lebensunterhaltes und Fi-

nanzierung  des  Drogenkonsums  begangen  worden  sind,  wenn  sich  spontan  die 

Gelegenheit  dazu  ergab.  Aufgrund  der  dabei  erwirkten  Deliktssummen  von  rund 

Fr. 1'480.– (Dossier 3), rund Fr. 800.– (Dossier 4) und rund Fr. 50.– (Dossier 9), 

wobei sich der Wille letzterenfalls auf eine deutlich höhere Deliktssumme richtete, 

ist objektiv jeweils von einem noch eher leichten Verschulden auszugehen, auch 

wenn das Delikt in einem Fall (Dossier 4) in Mittäterschaft begangen wurde. Hinzu 

kommt in dieser Phase ein knapp dreimonatiger rechtswidriger Aufenthalt des Be-

schuldigten in der Schweiz (Anklagedossier 5), nachdem er vergessen hatte, seine 

Aufenthaltsbewilligung  zu  verlängern.  Auch  hier  wiegt  das  Verschulden  des  Be-

schuldigten noch eher leicht.

b)

In subjektiver Hinsicht ist von einem direkten Vorsatz mit egoistischen Mo-

tiven auszugehen, was das objektive Verschulden nicht relativiert. Eine Verminde-

rung der Schuldfähigkeit aufgrund der Drogenproblematik ergibt sich sodann ange-

sichts der früheren Erwägungen jeweils nur in relativ leichtem Ausmass, doch ist 

diese nichtsdestotrotz angemessen zu berücksichtigen. Es ergeben sich für die vier 

vorstehend  genannten  Taten  mithin  bei  einem  jeweils  gesamthaft  leichten  Ver-

schulden isolierte Einzelstrafen von je zwei Monaten.

c)

Wären mithin die Delikte gemäss den Anklagedossiers 3 - 5 und 9 gemein-

sam mit den der früheren Verurteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 1. Februar 

2023 bzw. der II. Strafkammer des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 5. Juni 

2024 zu Grunde liegenden Taten beurteilt worden, so hätte sich eine hypothetische 

Gesamtstrafe von 36 Monaten ergeben, nachdem für die Strafschärfung aufgrund 

der vier neuen Taten zu berücksichtigen ist, dass diese vom Motiv her und in zeit-

licher Hinsicht relativ eng miteinander zusammenhängen und sich das Asperations-

prinzip in diesen Fällen mithin relativ stark auszuwirken hat, so dass sich eine Er-

höhung der früheren Grundstrafe von 32 Monaten aufgrund der vier neuen Taten 

lediglich  im  Umfang  von  jeweils  1  Monat  (entsprechend  insgesamt  4  Monaten) 

rechtfertigt. 

- 25 -

d)

Zieht man in Nachachtung der Grundsätze der Zusatzstrafenbildung in ei-

nem letzten Schritt von der dergestalt gebildeten hypothetischen Gesamtstrafe von 

36  Monaten  die  frühere  Grundstrafe  von  32 Monaten  gemäss  Urteil  der  II. Straf-

kammer des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 5. Juni 2024 ab, so ergibt sich 

für die Delikte vor dem 1. Februar 2023 im Ergebnis eine Zusatzstrafe von 4 Mona-

ten.

3.3.2. Delikte nach dem 1. Februar 2023 (selbständige Strafe)

a)

Vorfall vom 24. Februar 2023 (Anklagedossier 6)

aa)

Für die Delikte nach dem früheren Entscheid des Bezirksgerichtes Zürich 

vom 1. Februar 2023 ist eine selbständige (Gesamt-)Strafe nach den Grundsätzen 

von Art. 49 Abs. 1 StGB festzusetzen (vgl. vorstehend Ziffer 2.2.). Im Rahmen der 

Festlegung der diesbezüglichen Einsatzstrafe ist vom Vorfall vom 24. Februar 2023 

auszugehen, nachdem der Diebstahl und der betrügerische Missbrauch der Daten-

verarbeitungsanlage die schwerste abstrakte Strafdrohung enthalten und in diesem 

Zusammenhang  die  höchste  Deliktssumme  erwirtschaftet  wurde.  Diesbezüglich 

fällt betreffend die objektive Tatschwere insbesondere die Dreistigkeit auf, mit wel-

cher der Beschuldigte mitten am Tag bei einem öffentlichen Platz in ein fremdes 

Fahrzeug einstieg und dabei wahllos Gegenstände im Wert von rund Fr. 1'300.– 

erbeutete, welche er zu seinen Gunsten verwendete, wobei er aufgrund der unter 

anderem entwendeten Kreditkarten zudem in die Lage versetzt wurde, durch ein 

weiteres Delikt eine zusätzliche Deliktsbeute im Umfang von Fr. 27'581.80 zu er-

wirtschaften. Namentlich das objektive Verschulden des betrügerischen Missbrau-

ches  einer  Datenverarbeitungsanlage  wirkt  vor  diesem  Hintergrund  nicht  mehr 

leicht, während es beim vorbereitenden Diebstahl (mit erheblich geringerer Delikts-

summe) als noch leicht zu bewerten ist.

bb)

In  subjektiver  Hinsicht  vermag  den  Beschuldigten  entgegen  der  Verteidi-

gung (Urk. 88 S. 7) nur geringfügig zu entlasten, dass das inkriminierte Fahrzeug 

mutmasslich unverschlossen war und dergestalt zur Erleichterung der Delinquenz 

beitrug, muss doch ein Fahrzeuglenker, welcher sein Fahrzeug mitten am Tag vor-

übergehend verlässt, nicht mit einem derart dreisten Vorgehen in der Öffentlichkeit 

- 26 -

rechnen. Im Weiteren ist von einem direktvorsätzlichen Vorgehen des Beschuldig-

ten aus rein pekuniären Motiven auszugehen. Diese Motive wurden durch die pre-

käre Lage des Beschuldigten auf der Flucht vor der Polizei (im Nachgang zum Vor-

fall vom 13. Februar 2023) zwar sicherlich begünstigt, doch war die angespannte 

Situation selber verschuldet, weshalb der Beschuldigte daraus nichts Wesentliches 

zu seinen Gunsten abzuleiten vermag. 

Die  Vorinstanz  berücksichtigte  die  herabgesetzte  Hemmschwelle  infolge 

des Mischkonsums des Beschuldigten im Sinne einer leichten Verminderung der 

Schuldfähigkeit  (Urk. 72  S. 36),  was  –  wie  eingangs  dargelegt  (vgl.  vorne  Zif-

fer II./2.3.3.) – angesichts der Feststellungen im früheren psychiatrischen Gutach-

ten vertretbar erscheint, auch wenn nicht jede Abhängigkeitsproblematik automa-

tisch eine wesentliche Beeinträchtigung der Einsichts- und Steuerungsfähigkeit be-

wirkt  (vgl.  Urteil  6B_518/2023  vom  6. März  2024,  E. 2.4.).  Ergänzend  ist  diesbe-

züglich festzuhalten, dass bei einer verminderten Schuldfähigkeit zwar keine line-

are Reduktion nach einem bestimmten Tarif vorzunehmen ist, aufgrund des zu be-

rücksichtigenden Strafmilderungsgrundes aber doch ein angemessenes Verhältnis 

zwischen der festgestellten Verminderung und den Folgen für die Strafe zu beste-

hen hat (BGE 136 IV 55, E. 5.3.), weshalb die Strafreduktion nicht allzu gering aus-

fallen darf. 

cc)

Insgesamt  rechtfertigt  es  sich  bei  einer  Gesamtsicht  der  objektiven  und 

subjektiven  Verschuldensaspekte  mithin,  für  den  betrügerischen  Missbrauch  der 

Datenverarbeitungsanlage  als  Einsatzstrafe  bei  einem  insgesamt  noch  leichten 

Verschulden eine Freiheitsstrafe von 5 Monaten festzulegen, welche aufgrund des 

unmittelbar vorausgegangenen und demnach konnexen Diebstahls bei zurückhal-

tender Asperation lediglich um 1 Monat auf eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten zu 

erhöhen ist.

b)

Vorfälle vom 10./13. Februar 2023 (Anklagedossier 1)

aa)

Was die weiteren Straftaten des Beschuldigten betrifft, so war sein Vorge-

hen im Zuge des Vorfalles vom 13. Februar 2023 absolut verantwortungslos, was 

sich  bezüglich  der  qualifizierten  groben  Verkehrsregelverletzung  nicht  nur  in  der 

- 27 -

immensen  Geschwindigkeitsüberschreitung  von  88  km/h  manifestiert,  sondern 

gleichzeitig  auch  in  den  waghalsigen  Überholmanövern  mit  unmittelbarer  Beteili-

gung von weiteren Fahrzeugen, in deren Rahmen sich eine konkrete Gefährdung 

von Drittlenkern ergab, zur Geltung kommt. Dass sich die Gefahr von Verletzungen 

der anderen Verkehrsteilnehmer dann auch tatsächlich – wenn auch nicht in schwe-

rem Ausmass – verwirklichte, fällt dabei erschwerend ins Gewicht. 

Ferner ist in diesem Zusammenhang mit zusätzlichen Strafen zu würdigen, 

dass sich der Beschuldigte nach dem Unfall im vollen Bewusstsein von auf seinem 

Verhalten beruhenden Verletzungsopfern vom Tatort entfernte, auch wenn er da-

von  ausgehen  konnte,  dass  kurzfristig  anderweitig  Hilfe  nahen  würde.  Dabei 

musste ihm auch durchaus bewusst sein, dass er sich den Behörden bei der gege-

benen Sachlage für einen Fahrfähigkeitstest zur Verfügung stellen müsste, was er 

indessen geflissentlich ignorierte und damit weiteres separat zu sanktionierendes 

Unrecht schuf. Im Übrigen entwendete er im Rahmen des gesamten Tatkomplexes 

am 10. und 13. Februar 2023 in kurzer Abfolge gleich zwei fremde Fahrzeuge für 

den eigenen Gebrauch, womit er weitere Male seine absolute Gleichgültigkeit ge-

genüber der hiesigen Rechtsordnung (und insbesondere fremdem Eigentum) ma-

nifestierte.

Immerhin ist dem Beschuldigten im Rahmen des Vorfalles vom 13. Februar 

2023 zu Gute zu halten, dass sich die damalige Situation aufgrund des plötzlichen 

Auftauchens der Polizei aus seiner Sicht spontan ergab und der Geschwindigkeits-

exzess nicht etwa geplant war (wie bspw. im Zusammenhang mit einem sog. "Ra-

serrennen").  Dass  der  Beschuldigte  dabei  in  eine  gewisse  Panik  geriet,  ist  denn 

auch bis zu einem bestimmten Grad nachvollziehbar, auch wenn ihn dieser Um-

stand aufgrund des eklatanten Selbstverschuldens letztlich nicht wesentlich zu ent-

lasten vermag. Das objektive Tatverschulden liegt nach dem Gesagten somit für 

die qualifizierte Verkehrsregelverletzung auf jeden Fall im mittleren Bereich der ge-

samten Verschuldensskala, während es sich für die übrigen Strassenverkehrsde-

likte milder präsentiert.

bb)

In subjektiver Hinsicht ist für die genannten Delikte grundsätzlich von direk-

tem Vorsatz auszugehen, doch handelte der Beschuldigte bezüglich des Hauptde-

- 28 -

liktes lediglich mit Eventualvorsatz hinsichtlich der erhöhten Gefährdung von Dritt-

lenkern, welcher sich allerdings durchaus in der Nähe des direkten Vorsatzes be-

wegt, weshalb aufgrund dieses Aspektes keine massgebliche Reduktion des ob-

jektiven Tatverschuldens resultiert. Das Motiv lag bei den Delikten in der unkontrol-

lierten Flucht vor den Strafverfolgungsorganen, wobei aber selbst der Beschuldigte 

gemäss eigenen Angaben nie Zweifel an der Unrechtmässigkeit seines Vorgehens 

hatte. 

Dass im Zusammenhang mit den zu beurteilenden Strassenverkehrsdelik-

ten die Abhängigkeitsproblematik des Beschuldigten vergleichsweise geringe Be-

deutung aufweist, hat bereits die Vorinstanz festgestellt und einleuchtend begrün-

det (vgl. Urk. 72 S. 37). Die gegenteiligen Vorbringen der Verteidigung verfangen 

nicht (vgl. Urk. 88 S. 7). Der Beschuldigte machte in diesem Zusammenhang denn 

auch durchwegs vage Angaben und vermochte nicht konkret anzugeben, ob und 

gegebenenfalls welche Substanzen er im Vorfeld der inkriminierten Fahrt konsu-

miert  haben  soll  (vgl.  vorne  Ziffer  II./2.3.2.).  Nichtsdestotrotz  ist  marginal  eine 

leichte Verminderung der Schuldfähigkeit anzunehmen, da am Anfang des gesam-

ten Vorfalles ein gewisser Suchtdruck stand, welcher zur unüberlegten Fahrweise 

des Beschuldigten, die den übrigen Verkehrsteilnehmern auffiel und eine Polizei-

meldung auslöste, durchaus beigetragen haben mag.

In Berücksichtigung all der subjektiven Aspekte ist demzufolge für die qua-

lifizierte grobe Verkehrsregelverletzung von einem keineswegs mehr leichten Ver-

schulden auszugehen, während es für die übrigen Strassenverkehrsdelikte als Be-

gleit- bzw. Folgeerscheinungen des Hauptdeliktes jeweils noch eher leicht wiegt.

cc)

Gesamthaft rechtfertigt sich mithin nach dem Gesagten für die qualifizierte 

grobe  Verkehrsregelverletzung  eine  Freiheitsstrafe  im  Bereich  von  24  Monaten, 

welche  in  Berücksichtigung  des  Asperationsprinzips  eine  Erhöhung  der  Einsatz-

strafe im Umfang von zwei Dritteln der Einzelstrafe (entsprechend 16 Monaten) auf 

eine Freiheitsstrafe von 22 Monaten bewirkt. Im Weiteren sind die verbleibenden 

Strassenverkehrsvergehen  der  groben  Verkehrsregelverletzung,  des  pflichtwidri-

gen Verhaltens bei Unfall, der Vereitelung der Feststellung der Fahrunfähigkeit so-

wie der mehrfachen Entwendung zum Gebrauch in die Strafzumessung einzube-

- 29 -

ziehen, welche aufgrund des leichteren Verschuldens und des engen Zusammen-

hanges  mit  der  qualifizierten  Verkehrsregelverletzung  deutlich  weniger  stark  (mit 

entsprechend gemässigter Asperation) um insgesamt weitere 6 Monate (jeweils 2 

Monate für die grobe Verkehrsregelverletzung, die Fahrerflucht [pflichtwidriges Un-

fallverhalten begangen in Idealkonkurrenz mit der Vereitelung der Fahrfähigkeits-

kontrolle] sowie die mehrfache Gebrauchsentwendung) erhöhend in Anschlag zu 

bringen sind, was zu einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten führt. 

c)

Weitere Vorfälle (Anklagedossiers 7, 8 und 10)

aa)

Der  Beschuldigte  verwirklichte  sodann  nach  dem  1.  Februar  2023  am 

9. Februar 2023 (Anklagedossier 10), 15. Februar 2023 (Anklagedossier 8) sowie 

5. April  2023  (Anklagedossier 7)  drei  weitere  Vermögensdelikte,  welche  in  den 

Dossiers 7 und 8 jeweils von einem Hausfriedensbruch begleitet waren. Im Rahmen 

der Strafschärfung für diese Delikte ist in objektiver Hinsicht in Betracht zu ziehen, 

dass letztere beiden Vorfälle durch die Fluchtsituation nach den begangenen Stras-

senverkehrsdelikten charakterisiert sind und insofern ein bestimmter Zusammen-

hang zwischen diesen Taten gegeben war. Angesichts der dabei verwirklichten De-

liktsbeträge von rund Fr. 1'000.– (Anklagedossier 7) bzw. Fr. 210.– (Anklagedossier 

8)  wiegt  das  Verschulden  hier  objektiv  noch  leicht  und  rechtfertigt  eine  isolierte 

Strafe von jeweils lediglich 2 Monaten. 

bb)

Nicht  mehr  so  leicht  wiegt  das  objektive  Verschulden  demgegenüber  im 

Rahmen des ersten Falles mit einem Deliktsbetrag von rund Fr. 5'000.– (Anklage-

dossier 10), zumal der Beschuldigte hier von einem Mittäter begleitet war, was die 

kriminelle Energie stärker in Erscheinung treten lässt, so dass sich diesbezüglich 

eine isolierte Sanktion von 4 Monaten rechtfertigt.

cc)

Regelmässig ist für diese Delikte von einem direkten Vorsatz mit pekuni-

ären egoistischen Motiven auszugehen, was das objektive Verschulden nicht rela-

tiviert. Eine Verminderung der Schuldfähigkeit aufgrund der Drogenproblematik er-

gibt sich sodann angesichts der früheren Erwägungen auch diesbezüglich nur in 

relativ leichtem Ausmass.

- 30 -

dd)

Nach Berücksichtigung des Asperationsprinzips resultiert mithin bezüglich 

der  erwähnten  drei  Vorfälle  eine  zusätzliche  Strafschärfung  von  jeweils  1 Monat 

(Anklagedossiers 7 und 8) bzw. von 2 Monaten (Anklagedossier 10).

d)

Zwischenfazit

Insgesamt ergibt sich mithin für die nach dem 1. Februar 2023 begangenen 

Delikte in Beachtung der Grundsätze gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB eine selbständige 

Freiheitsstrafe von 32 Monaten.

3.3.3. Täterkomponente

Entgegen der Vorinstanz ist die Täterkomponente im Rahmen der vorlie-

gend beurteilten Delikte insgesamt neutral zu gewichten. So ergeben sich aufgrund 

der im angefochtenen Urteil ausführlich dargelegten persönlichen Verhältnisse, auf 

welche vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 72 S. 40 ff.), mit der Vorinstanz 

keine strafzumessungsrelevanten Aspekte. Im Weiteren ist zwar zu berücksichti-

gen, dass es sich bei den beiden Urteilen des Obergerichtes des Kantons Zürich 

vom  16. November  2023  (Geschäfts-Nr.  SB230250)  und  vom  5. Juni  2024  (Ge-

schäfts-Nr. SB230283) um keine eigentlichen Vorstrafen handelt, doch weist der 

Beschuldigte auch abgesehen davon 9 Vorstrafen auf, weshalb es insgesamt nicht 

einleuchtet,  dass  diese  grossteils  einschlägigen  Vorstrafen  trotz  ihrer  Fülle  vom 

Vordergericht lediglich leicht erhöhend berücksichtigt wurden, während das Nacht-

atverhalten des Beschuldigten, in dessen Rahmen abgegebene Geständnisse im-

mer wieder relativiert wurden und sich selbst in der Hauptverhandlung noch zwei 

gewichtige Einschränkungen hinsichtlich der qualifizierten Verkehrsregelverletzung 

(betreffend die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit) sowie des einen Hausfrie-

densbruches  ergaben,  im  Vergleich  zu  den  Erhöhungsgründen  stärker  strafmin-

dernd in Anschlag gebracht wurde (vgl. Urk. 72 S. 45 f.), zumal mit Bezug auf die 

Erhöhungsgründe zusätzlich entscheidend ins Gewicht fällt, dass der Beschuldigte 

selbst während eines laufenden Berufungsverfahrens noch weiterhin delinquierte 

und  er  sich  mithin  auch  von  der  bereits  in  anderer  Sache  verbüssten  Untersu-

chungshaft  nicht  von  weiterer  Delinquenz  abhalten  liess.  Schliesslich  zeigte  sich 

der Beschuldigte auch anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung keineswegs 

- 31 -

einsichtig und/oder reuig (vgl. Prot. II S. 15, wonach es sich bei seiner Delinquenz 

ab dem Jahr 2022 eigentlich nur um Bagatelldelikte handelt). 

3.3.4. Fazit

a)

Abschliessend bleibt für die im vorliegenden Fall festzusetzende Freiheits-

strafe auszuführen, dass die vorstehend für die Delikte vor dem 1. Februar 2023 

festgelegte Zusatzstrafe von 4 Monaten (vgl. vorstehend Ziffer 3.3.1.) mit der selb-

ständigen Strafe von 32 Monaten für die nach dem 1. Februar 2023 begangenen 

Delikte (vgl. vorstehend Ziffer 3.3.2.) zu kumulieren ist, was für den Beschuldigten 

grundsätzlich  zu  einer  Freiheitsstrafe  von  36 Monaten  als  teilweise  Zusatzstrafe 

zum Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 1. Februar 2023 bzw. zum Urteil der 

II. Strafkammer des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 5. Juni 2024 führt.

b)

Zwar ergab die zweitinstanzliche Strafzumessung nach dem Gesagten mit-

hin  eine  Freiheitsstrafe  von  36  Monaten,  doch  steht  der  Verhängung  einer  Frei-

heitsstrafe in dieser Höhe in casu das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 

Abs. 2 StPO entgegen, nachdem die Staatsanwaltschaft mit ihrer Anschlussberu-

fung  das  vorinstanzlich  festgelegte  Strafmass  nicht  angefochten  hat  (vgl.  vorste-

hend Ziffer 1.2.). Es bleibt demnach für den Beschuldigten bei einer Freiheitsstrafe 

von 27 Monaten, welche indes in Berücksichtigung der neuen Gegebenheiten nun-

mehr als teilweise Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich, 

II. Strafkammer, vom 5. Juni 2024 auszufällen ist. 

3.4.

Busse

3.4.1. Für die einfache Verkehrsregelverletzung gemäss dem Anklagedossier 1, 

die geringfügigen Diebstähle gemäss den Anklagedossiers 2 und 8 sowie den ge-

ringfügigen  betrügerischen  Missbrauch  einer  Datenverarbeitungsanlage  gemäss 

dem  Anklagedossier  9,  welche  Delikte  als  Übertretungstatbestände  ausgestaltet 

sind, ist jeweils eine Busse auszusprechen. Diese bemisst sich gemäss Art. 106 

Abs. 3 StGB nach den konkreten Verhältnissen des Täters, so dass er diejenige 

Strafe erleidet, die seinem Verschulden und seiner finanziellen Leistungsfähigkeit 

angemessen erscheint (BGE 134 IV 97, E. 6.3.7.1.; BGE 134 IV 60, E. 7.3.3.).

- 32 -

3.4.2. Die  Vorinstanz  hat  die  Bussen  für  die  einfache  Verkehrsregelverletzung 

und die geringfügigen Vermögensdelikte pauschal auf Fr. 400.– bzw. Fr. 200.– be-

messen, wobei davon auszugehen ist, dass im Rahmen der letzteren Sanktion das 

Asperationsprinzip mitberücksichtigt worden ist (vgl. Urk. 72 S. 38 + 39). Die fest-

gelegten Bussen erweisen sich auch in Beachtung der knappen finanziellen Ver-

hältnisse des Beschuldigten als sehr mild und hätten bei konkreter Bemessung der 

einzelnen Sanktionen tendenziell höher ausfallen müssen, was bei der nachfolgen-

den Zusatzstrafenbildung zu berücksichtigen ist.

3.4.3.

Im Rahmen der heute im Sinne einer teilweisen Zusatzstrafe zum Urteil des 

Bezirksgerichtes Dietikon vom 22. November 2022 bzw. zum Urteil der I. Strafkam-

mer des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 16. November 2023 auszufällen-

den Busse ist zu beachten, dass diese jedenfalls nicht geringer ausfällt als die von 

der  Vorinstanz  im  Rahmen  einer  selbständigen  Strafe  ausgefällte  Sanktion,  da 

zwar die Busse für den vor dem früheren Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 

22. November 2022 begangenen geringfügigen Diebstahl vom 16. September 2022 

aufgrund der retrospektiven Konkurrenz leicht tiefer (in der Höhe von Fr. 100.–) zu 

liegen kommt, während aber gleichzeitig die nach dem früheren Urteil begangenen 

Übertretungen  (einfache  Verkehrsregelverletzung  sowie  geringfügiger  Diebstahl 

und geringfügiger betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage) ten-

denziell härter (in der Gesamthöhe von zumindest Fr. 500.–) zu bestrafen sind, so 

dass sich auf diese Weise nach den geltenden Grundsätzen der Bildung der teil-

weisen Zusatzstrafe (vgl. vorstehend Ziffer 3.1.4.) kumuliert ebenfalls eine Busse 

von  zumindest  Fr. 600.–  ergibt,  welche  nunmehr  aber  als  teilweise  Zusatzstrafe 

zum Urteil der I. Strafkammer des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 16. No-

vember 2023 zu verhängen ist.

4.

Schlussfazit

4.1.

Der Beschuldigte ist somit in zweiter Instanz zusammenfassend mit einer 

Freiheitsstrafe von 27 Monaten als teilweise Zusatzstrafe zum Urteil des Oberge-

richtes  des  Kantons  Zürich,  II. Strafkammer,  vom  5. Juni  2024  sowie  mit  einer 

Busse von Fr. 600.– als teilweise Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichtes des 

Kantons Zürich, I. Strafkammer, vom 16. November 2023 zu bestrafen, womit die 

- 33 -

Sanktionshöhen gemäss dem vorinstanzlichen Entscheid im Ergebnis keine Kor-

rektur erfahren. 

4.2.

An  die  Freiheitsstrafe  ist  der  bis  und  mit  heute  durch  Untersuchungshaft 

und vorzeitigen Strafvollzug bereits erstandene Freiheitsentzug von 625 Tagen an-

zurechnen (Art. 51 StGB). 

4.3.

Abschliessend ist zu bemerken, dass der Einwand der Verteidigung, wo-

nach die Strafe des Beschuldigten viel tiefer ausgefallen wäre, hätte das Oberge-

richt  des  Kantons  Zürich  alle  Delikte  in  einem  statt  in  drei  getrennten  Verfahren 

beurteilt (Urk. 88 S. 3), ins Leere zielt, nachdem die beiden Urteile des Obergerich-

tes  des  Kantons  Zürich  vom  16. November  2023  (Geschäfts-Nr.  SB230250)  und 

vom 5. Juni 2024 (Geschäfts-Nr. SB230283) bereits rechtskräftig waren und vorlie-

gend entsprechend der geltenden Praxis in gebührender Berücksichtigung des As-

perationsprinzips eine teilweise Zusatzstrafe bemessen wurde, wobei nochmals zu 

betonen  ist,  dass  die  Strafe  trotz  zweitinstanzlich  gebotener  Zusatzenstrafenbil-

dung  merklich  höher  ausgefallen  wäre,  hätte  das  Verschlechterungsverbot  nicht 

gegolten. 

IV.  Vollzug

1.

Der teilbedingte Vollzug ist gemäss Art. 43 Abs. 1 StGB für Freiheitsstrafen 

bis höchstens drei Jahren zulässig. Da mit dem vorliegenden Urteil eine Freiheits-

strafe von 27 Monaten auszufällen ist, stellt sich die Frage, ob diese Vollzugsform 

in casu aus objektiven und subjektiven Gesichtspunkten in Betracht fällt. 

2.

Mit der Vorinstanz kann indessen in dieser Hinsicht ohne Weiteres festge-

halten  werden,  dass  die  Voraussetzungen  für  die  Gewährung  des  teilbedingten 

Strafvollzuges in subjektiver Hinsicht nicht gegeben sind (vgl. Urk. 72 S. 47). Dem 

Beschuldigten  kann  angesichts  seines  höchst  problematischen  Vorlebens  mit 

mittlerweile 11 Vorstrafen und zahlreichen gravierenden Delikten unter keinen Um-

ständen eine günstige Prognose gestellt werden, zumal diese angesichts der jüngs-

ten Vorgänge im Sinne von Art. 42 Abs. 2 StGB besonders gut ausfallen müsste. 

- 34 -

Die heute auszusprechende Freiheitsstrafe kann demzufolge nicht teilweise aufge-

schoben werden und ist vollumfänglich zu vollziehen.

3.

Die zusätzlich auszufällende Busse in der Höhe von Fr. 600.– ist gemäss 

zwingender gesetzlicher Vorgabe zu bezahlen (Art. 105 Abs. 1 StGB). Bei schuld-

haftem Nichtbezahlen der Busse tritt an deren Stelle praxisgemäss eine Ersatzfrei-

heitsstrafe von 6 Tagen (Art. 106 Abs. 2 StGB).

V.  Landesverweisung

1.

1.1.

Laut Art. 66a Abs. 1 StGB verweist das Gericht einen Ausländer, der we-

gen einer im entsprechenden Deliktskatalog aufgeführten Tat verurteilt wird, unab-

hängig von der Höhe der Strafe für 5 bis 15 Jahre aus dem Gebiet der Schweiz. 

Die  Landesverweisung  orientiert  sich  grundsätzlich  nicht  an  der  konkreten 

Tatschwere und ist selbst dann auszusprechen, wenn es bei einer versuchten Tat-

begehung geblieben ist (vgl. BGE 144 IV 168, E. 1.4.1.).

1.2. 

Der Verzicht auf eine obligatorische Landesverweisung ist nur ausnahms-

weise möglich, wenn diese für den Ausländer einen schweren persönlichen Härte-

fall bewirken würde und die öffentlichen Interessen an einer Landesverweisung ge-

genüber den privaten Interessen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht 

überwiegen (Art. 66a Abs. 2 StGB). Ein schwerer persönlicher Härtefall ist in die-

sem Sinne dann anzunehmen, wenn die Summe aller mit der Landesverweisung 

verbundenen Schwierigkeiten den Betroffenen derart hart trifft, dass ein Verlassen 

der  Schweiz  bei  objektiver  Betrachtung  zu  einem  nicht  hinnehmbaren  Eingriff  in 

seine  Daseinsbedingungen  führt  (BUSSLINGER/ÜBERSAX,  Härtefallklausel  und  mi-

grationsrechtliche Auswirkungen der Landesverweisung, in: plädoyer 5/16 S. 101). 

Im  Rahmen  einer  Gesamtbetrachtung  sind  alle  potentiell  härtefallbegründenden 

Aspekte zu bewerten, wozu namentlich die Anwesenheitsdauer, die familiären Ver-

hältnisse,  die  Arbeits-  und  Ausbildungssituation,  die  Persönlichkeitsentwicklung, 

der Grad der Integration und die Resozialisierungschancen des Ausländers gehö-

ren. Relevant sind im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung auch die Bedingungen in 

- 35 -

dessen Heimatstaat. Bei Drittpersonen auftretende härtefallbegründende Aspekte 

sind  nur  zu  berücksichtigen,  wenn  sie  sich  zumindest  indirekt  auch  auf  den  Be-

schuldigten auswirken (Urteil 6B_1286/2017 vom 11. April 2018, E. 1.2.; BUSSLIN-

GER/ÜBERSAX,  a.a.O.,  S. 101;  FIOLKA/VETTERLI,  Die  Landesverweisung  nach 

Art. 66a StGB als strafrechtliche Sanktion, in: plädoyer 5/16 S. 85).

1.3. 

Von einem schweren persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 

StGB  ist  namentlich  auch  bei  einem  bedeutsamen  Eingriff  in  den  Anspruch  des 

Ausländers auf das in Art. 13 BV und Art. 8 EMRK verankerte Recht auf Achtung 

des  Privat-  und  Familienlebens  auszugehen.  Unter  dem  familienrechtlichen  Titel 

von Art. 8 Ziff. 1 EMRK ist dessen Schutzbereich tangiert, wenn eine Ausweisung 

eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der Schweiz 

gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigen würde, ohne dass es 

dieser ohne Weiteres möglich bzw. zumutbar wäre, ihr Familienleben andernorts 

zu pflegen. Intakte familiäre Beziehungen zu in der Schweiz niedergelassenen Fa-

milienmitgliedern sind dabei grundsätzlich als erhebliches privates Interesse an ei-

nem weiteren Verbleib in der Schweiz zu gewichten, jedoch reichen normale fami-

liäre und emotionale Beziehungen nicht aus, um einen Aufenthaltsanspruch zu be-

gründen. Weiter ist zu beachten, dass zum geschützten Familienkreis in erster Linie 

die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kin-

dern gehört, während die weitere familiäre Umgebung nur in besonderen Ausnah-

mefällen als entsprechendes Schutzobjekt von Art. 8 Ziff. 1 EMRK in Betracht fällt 

(Urteil 6B_1044/2019 vom 17. Februar 2020, E. 2.5.3.).

1.4. 

Steht aufgrund einer Prüfung der genannten Kriterien fest, dass die Lan-

desverweisung  zu  einer  schweren  persönlichen  Härte  des  Beschuldigten  führen 

würde, sind sodann dessen private Interessen an einem Verbleib in der Schweiz 

den öffentlichen Interessen an der Landesverweisung, deren Gewicht wesentlich 

von der Art und Schwere der begangenen Delikte und der Legalprognose abhängt, 

gegenüberzustellen.  Überwiegen  dabei  die  öffentlichen  Interessen,  so  muss  die 

Landesverweisung trotz persönlicher Härte ausgesprochen werden (BUSSLINGER/ 

ÜBERSAX, a.a.O., S. 102 ff.).

- 36 -

2.

2.1.

Mit dem vorinstanzlichen Urteil (Urk. 72 S. 48) ist vorliegend eingangs fest-

zustellen, dass es sich beim vom Beschuldigten gemäss Anklagedossier 8 verwirk-

lichten Diebstahl in Verbindung mit dem unmittelbar zuvor begangenen Hausfrie-

densbruch um eine Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB handelt. Da-

mit ist der Beschuldigte, welcher Staatsangehöriger von Algerien ist, grundsätzlich 

unabhängig  von  der  Schwere  dieser  Tat  für  die  Dauer  von  5  bis  15  Jahren  des 

Landes zu verweisen.

2.2. Wie  bereits  das  Vordergericht  korrekt  erwogen  hat  (Urk. 72  S. 49),  lässt 

sich beim Beschuldigten sodann offensichtlich kein schwerer persönlicher Härtefall 

annehmen. Er kam im Alter von rund 22 Jahren in die Schweiz, womit seine hiesige 

Aufenthaltsdauer  auf  rund  10  Jahre  zu  stehen  kommt,  nachdem  der  in  Haft  ver-

brachte Aufenthalt grundsätzlich nicht mitberücksichtigt wird. Die prägenden Kin-

der- und Jugendjahre erlebte er in Algerien, besuchte dort auch sämtliche Schulen 

und absolvierte eine Ausbildung, so dass er mit den Verhältnissen und der Sprache 

seines  Heimatlandes  ohne  Weiteres  vertraut  ist.  Auch  leben  die  Eltern  und  Ge-

schwister  des  Beschuldigten  in  Algerien,  während  er  in  der  Schweiz  keine  Ver-

wandtschaft hat (Urk. 60 S. 9 f.; Prot. II S. 9, 11 + 14). Auf sein gestelltes Asylge-

such wurde im Jahre 2013 nicht eingetreten. Nach einem illegalen Verbleib in der 

Schweiz heiratete er im Jahr 2016 eine schweizerische Staatsangehörige, aus wel-

cher Ehe keine Kinder hervorgegangen sind. Nach häuslicher Gewalt im Zeitraum 

vom 15. Juli 2017 und 7. September 2020 haben sich die Eheleute im Jahr 2020 

gerichtlich getrennt, worauf am 12. Juni 2023 die Scheidung erfolgte (Urk. 60 S. 5; 

Prot. II S. 10 + 13). Am 24. August 2022 lief sodann die bis dahin jährlich verlän-

gerte Aufenthaltsbewilligung des Beschuldigten ab. Seit diesem Zeitpunkt befindet 

er sich illegal in der Schweiz, weshalb er im vorliegenden Verfahren auch verurteilt 

wurde. Die angedachte Heirat mit der neuen Lebenspartnerin, welche im Rahmen 

der  vorliegend  beurteilten  Delikte  verschiedene  Male  als  Mittäterin  fungierte  und 

hernach auch versuchte, ihm Drogen ins Gefängnis zu schmuggeln (vgl. Urk. 88 

S. 10 + Urk. 89), hat bisher nicht stattgefunden (vgl. Prot. II S. 10 + 18) und wäre 

ohnehin insofern unbeachtlich, als die Heirat in Kenntnis der Delikte und des Straf-

verfahrens vollzogen worden wäre und beide Seiten mithin gewusst hätten, auf wel-

- 37 -

che Situation sie sich einliessen. Was schliesslich die angebliche Bisexualität des 

Beschuldigten  anbelangt,  so  blieben  seine  entsprechenden  Angaben  bis  heute 

vage  und  unbestimmt,  weshalb  sie  nicht  geeignet  erscheinen,  eine  konkret  dro-

hende Verfolgung in seinem Heimatland zu plausibilisieren, zumal die Begründung, 

weshalb  diese  Veranlagung  im  Asylverfahren  trotz  offenkundiger  Relevanz  ver-

schwiegen wurde, nicht nachvollziehbar erscheint.

2.3. 

In  Bezug  auf  die  wirtschaftliche  Integration  des  Beschuldigten  in  der 

Schweiz ist positiv zu vermerken, dass er gut Deutsch spricht und in den jüngsten 

Strafverfahren keinen Dolmetscher mehr benötigte. Allerdings ist er seit seiner Ein-

reise  nie  einer  regulären  kommerziellen  Erwerbstätigkeit  nachgegangen.  Seine 

zeitweise Anstellung als Umzugsmitarbeiter bei der Firma "L._____" diente primär 

der sozialen und beruflichen Integration als Stellenloser und brachte keine namhaf-

ten  Einkünfte,  wobei  auch  der  Beschuldigte  grundsätzlich  nicht  in  Abrede  stellt, 

dass es sich dabei lediglich um ein soziales Einsatzprogramm gehandelt hat (vgl. 

Prot. II S. 11). Seit dem 1. Oktober 2021 wurde der Beschuldigte dann vollumfäng-

lich vom Sozialamt unterstützt, während er gleichzeitig in eine erneute Deliktsserie 

abrutschte, aufgrund derer er am 5. April 2023 verhaftet wurde, wobei er seither in 

Haft verblieben ist (Prot. II S. 12). Da mithin in der Schweiz keine berufliche Ein-

gliederung stattgefunden hat, während der Beschuldigte in seinem Heimatland über 

Erfahrung  als  Schweisser  verfügt  (vgl.  Prot. II  S. 9),  erscheint  es  ihm  insofern 

durchaus zumutbar, dort wieder Fuss zu fassen.

2.4. 

Gemäss dem aktuellen Auszug aus dem Strafregister weist der Beschul-

digte  mittlerweile  11  Einträge  auf  (Urk. 84).  Die  Taten  ereigneten  sich  zwar  zum 

Grossteil zu Beginn seines Aufenthaltes in der Schweiz, doch handelt es sich nicht 

um blosse Bagatelldelikte, sondern um Vorgänge betreffend Betrugsversuch, Dieb-

stahl,  Hausfriedensbruch,  Hinderung  einer  Amtshandlung,  sexuelle  Belästigung 

und einfache Körperverletzung. Die beiden letzten Verurteilungen betrafen zudem 

jüngere  Tathandlungen,  worunter  auch  ein  gewerbs-  und  bandenmässiger  Dieb-

stahl sowie eine versuchte schwere Körperverletzung fielen. Insgesamt muss somit 

mit Blick auf das Vorleben des Beschuldigten ebenfalls festgestellt werden, dass er 

- 38 -

augenscheinlich erhebliche Mühe hat, die hiesige Rechtsordnung zu respektieren 

und sich entsprechend hierzulande zu integrieren.

2.5. 

Der Beschuldigte lässt ausführen, er habe eine chronische Bauchspeichel-

drüsenentzündung  und  eine  rheumatische  Erkrankung,  was  ihn  in  Algerien  zum 

Invaliden  machen  würde  (vgl.  Urk. 62  S. 8  + 14 f.;  Beizugsakten,  Urk. 82/106 

S. 12 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte er diesbezüglich jedoch le-

diglich, dass er bei seiner Inhaftierung an einer Bauchspeicheldrüsenentzündung 

gelitten  habe  (Prot. II  S. 14),  ohne  geltend  zu  machen,  dass  diese  nach  wie  vor 

bestünde. Vielmehr machte er mit Blick auf seine gesundheitliche Situation geltend, 

dass  er  aufgrund  des  anklagegegenständlichen  Autounfalles  gemäss  Dossier  1 

Probleme  mit  dem  Gedächtnis  sowie  Mühe  mit  der  Sprache  bekunde,  wobei  er 

diesbezüglich keine ärztliche Diagnose zu benennen vermochte (Prot. II S. 11 f., 14 

+ 16 f.). Die entsprechenden Ausführungen zu seinen gesundheitlichen Beschwer-

den  bleiben  mithin  pauschal  und  wurden  im  Verfahren  nicht  hinreichend  belegt, 

weshalb an ihrer Intensität und Aktualität zu zweifeln ist. Inwiefern er zurzeit auf 

regelmässige  ärztliche  Betreuung  angewiesen  ist,  blieb  aufgrund  seiner  Darstel-

lung jedenfalls unklar und es ergibt sich daraus nicht, dass seine allfällig weiterhin 

bestehenden Krankheiten nicht auch in Algerien behandelt werden können, auch 

wenn dies zweifellos mit finanziellen Aufwendungen verbunden wäre. Der aktuelle 

Gesundheitszustand  des  Beschuldigten  schliesst  damit  eine  Landesverweisung 

nicht aus.

2.6. 

Zusammenfassend bleibt daher nach all dem Gesagten festzustellen, dass 

der Beschuldigte weder in der Schweiz geboren oder aufgewachsen noch hierzu-

lande beruflich oder familiär besonders nachhaltig verwurzelt ist. Im Weiteren kam 

es hierzulande zu wiederholter teilweise gravierender Delinquenz, was eine gelun-

gene Integration weitgehend ausschliesst. Demgegenüber erscheint eine Rückkehr 

in sein Heimatland, wo diverse Familienangehörige leben und er beruflich an frü-

here Erfahrungen anknüpfen kann, durchaus möglich und zumutbar, zumal keine 

ernstzunehmenden Vollzugshindernisse bestehen. Es liegt demnach kein schwerer 

persönlicher Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB vor, so dass eine Interes-

senabwägung zwischen dem privaten Interesse des Beschuldigten an einem Ver-

- 39 -

bleib  in  der  Schweiz  und  dem  öffentlichen  Interesse  an  einem  Verlassen  der 

Schweiz  unterbleiben  kann.  Das  öffentliche  Interesse  an  einer  Ausweisung  des 

mehrfach vorbestraften Beschuldigten, welcher sich unter anderem der versuchten 

schweren Körperverletzung und der qualifizierten groben Verkehrsregelverletzung 

mit konkreter Gefahr von Schwerverletzten schuldig gemacht hat, wäre aber ohne-

hin  evident.  Da  der  Beschuldigte  schliesslich  auch  kein  Angehöriger  eines  EU-

Staates ist und in keinem Mitgliedsstaat über ein Aufenthaltsrecht verfügt, erübrigt 

sich die Prüfung der Vereinbarkeit der Landesverweisung mit dem entsprechenden 

Freizügigkeitsabkommen. Es ist daher im Einklang mit der Vorinstanz eine obliga-

torische Landesverweisung auszusprechen.

3. 

Gefolgt werden kann der Vorinstanz im Grundsatz auch dahingehend, dass 

die Dauer der Landesverweisung in einem adäquaten Verhältnis zur Dauer der aus-

gefällten  Freiheitsstrafe  stehen  soll  (BGE  123  IV  107,  E. 3.;  Urteil  6B_549/2019 

vom 29. Mai 2019, E. 2.3.). Zu ergänzen ist allerdings, dass in den Entscheid über 

die  Verweisungsdauer  auch  prognostische  Elemente  einfliessen  können,  sofern 

sich daraus besonders günstige oder ungünstige Bewährungsaussichten ergeben 

(vgl.  JOSITSCH/EGE/SCHWARZENEGGER,  Strafrecht II,  9. Aufl.,  S. 230 f.).  In  Anbe-

tracht  des  mittleren  Verschuldens  des  Beschuldigten  betreffend  das  gravierende 

Strassenverkehrsdelikt  und  der  für  sämtliche  Delinquenz  grundsätzlich  auszufäl-

lenden Freiheitsstrafe von 27 Monaten, welche ohne das Verschlechterungsverbot 

noch merklich höher ausgefallen wäre, sowie insbesondere auch in Berücksichti-

gung des sehr problematischen Vorlebens mit entsprechend hoher Rückfallgefahr 

in  verschiedenen  Strafrechtsgebieten  und  nicht  zuletzt  auch  der  Tatsache,  dass 

gegen den Beschuldigten bereits zwei – inzwischen in Rechtskraft erwachsene – 

Landesverweisungen ausgesprochen wurden (vgl. Urk. 84 S. 8 ff.), weshalb er in 

der  Schweiz  über  keinen  rechtmässigen  Aufenthaltstitel  mehr  verfügt,  erscheint 

mithin die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft insofern berechtigt, als auf-

grund dieser Gesamtsituation die Landesverweisung nicht zu tief bemessen wer-

den darf. Angesichts dessen ist die Dauer der Massnahme auf 10 Jahre zu erhö-

hen, wobei mit Blick auf die bereits mit den Urteilen des Obergerichtes des Kantons 

Zürich, I. Strafkammer, vom 16. November 2023 (Geschäfts-Nr. SB230250) bzw. 

5. Juni 2024 (Geschäfts-Nr. SB230283) rechtskräftig ausgesprochenen Landesver-

- 40 -

weisungen von 7 bzw. 8 Jahren im Rahmen des Vollzuges das Absorptionsprinzip 

zu beachten sein wird (vgl. BGE 146 IV 311, E. 3.7.).

4. 

Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Ausschreibung der Landesverwei-

sung  im  Schengener  Informationssystem  korrekt  dargelegt  und  es  kann  vollum-

fänglich auf diese Erwägungen verwiesen werden (Urk. 72 S. 50 f.). Auf der Basis 

dieser Grundlagen und der unter anderem begangenen qualifizierten Verkehrsre-

gelverletzung mit dem damit verbundenen Strafmass besteht kein Zweifel, dass der 

Beschuldigte eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von 

Art. 24  Abs. 2  SIS-II-Verordnung  darstellt  (BGE  146  IV  172,  E.  3.2.;  Urteil 

6B_1102/2020 vom 20. Mai 2021, E. 3.5.) und sich daher die Ausschreibung der 

Landesverweisung im Schengener Informationssystem rechtfertigt.

VI.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. 

Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.– zu ver-

anschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 lit. b GebV 

OG).

2. 

Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen 

auferlegt (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Inwiefern eine Partei im Sinne dieser Be-

stimmung obsiegt oder unterliegt, hängt insbesondere davon ab, in welchem Aus-

mass  ihre  in  zweiter  Instanz  gestellten  Anträge  gutgeheissen  werden  (vgl.  Urteil 

6B_1344/2019 vom 11. März 2020, E. 2.2.). Ausnahmen von der allgemeinen Kos-

tenregelung gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO sind entsprechend Art. 428 Abs. 2 StPO 

für jene Fälle vorgesehen, in denen die Voraussetzung für das Obsiegen erst im 

Rahmen des Weiterzuges geschaffen oder der angefochtene Entscheid in diesem 

Stadium nur unwesentlich abgeändert wurde.

Der Beschuldigte vermag sich im Berufungsverfahren mit seinen Anträgen 

nicht durchzusetzen und das erstinstanzliche Urteil ist insofern zu bestätigen. Dem-

gegenüber dringt die Staatsanwaltschaft mit ihrem Standpunkt im Grundsatz durch. 

- 41 -

Somit sind die Kosten des Berufungsverfahrens – mit Ausnahme jener der amtli-

chen Verteidigung – vollumfänglich dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

3.

Die amtliche Verteidigung macht für ihre Aufwendungen und Barauslagen 

im Berufungsverfahren den Betrag von Fr. 5'321.65 geltend (Urk. 90). Das geltend 

gemachte  Honorar  steht  im  Einklang  mit  den  Ansätzen  der  Anwaltsgebühren-

verordnung  und  erweist  sich  grundsätzlich  als  angemessen.  Unter  Berücksichti-

gung  der  tatsächlich  angefallenen  Aufwendungen  für  die  Berufungsverhandlung 

(vgl. Prot. II S. 5 + 29) ist dem Verteidiger mithin für das Berufungsverfahren eine 

Entschädigung  von  insgesamt  Fr. 5'600.–  (inkl.  8,1 %  MWST)  aus  der  Gerichts-

kasse zuzusprechen. 

4.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind einstweilen auf die Gerichts-

kasse zu nehmen. Vorbehalten bleibt eine Rückforderung beim Beschuldigten ge-

stützt auf Art. 135 Abs. 4 StPO.

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abtei-

lung, vom 28. Februar 2024 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldpunkt), 

6 - 12 (Zivilpunkt), 13 - 17 (Beschlagnahmungen) sowie 18 und 19 (Kosten- 

und Entschädigungsfolgen) in Rechtskraft erwachsen ist.

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 27 Mo-

naten, wovon bis und mit heute 625 Tage durch Untersuchungshaft sowie 

vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil 

des Obergerichtes des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 5. Juni 2024, 

- 42 -

sowie mit Fr. 600.– Busse, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Oberge-

richtes des Kantons Zürich, I. Strafkammer, vom 16. November 2023.

2.

3.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.

Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen.

4.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB für die Dauer 

von 10 Jahren des Landes verwiesen.

5.

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufent-

haltsverweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet.

6.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

5'600.–   amtliche Verteidigung (inkl. 7,7 % bzw. 8,1 % MWST).

7.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt 

vorbehalten.

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an











die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (übergeben)

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Privatkläger 1-8

(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 
den Privatklägern 1-8 nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen 
nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)

sowie in vollständiger Ausfertigung an

- 43 -









die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat

die Privatkläger 1-8 (falls verlangt)

das Staatssekretariat für Migration, Postfach, 3003 Bern

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an











die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung 
des DNA-Profils

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-

gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

- 44 -

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 20. Dezember 2024

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichter lic. iur. Spiess

MLaw Brülisauer