# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 664aee20-0246-5147-97c8-2c2e4bb308d7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-11-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 07.11.2006 S 2006 122
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2006-122_2006-11-07.pdf

## Full Text

S 06 122

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 7. November 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. …, geboren 1956, war seit 1989 als angelernter Schaler und Maurer bei der 

… SA, …, tätig. Ab 1992 litt der Versicherte zunehmend unter 

Rückenschmerzen; er unterzog sich deswegen zahlreichen medizinischen 

Abklärungen und Behandlungen. Seit 17. Mai 2004 ist er als Bauhilfsarbeiter 

zu 100% arbeitsunfähig. Er übt seit jenem Zeitpunkt keine Erwerbstätigkeit 

mehr aus. 

2. Nachdem sich der Versicherte am 20. April 2005 bei der 

Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet hatte, 

veranlasste die IV-Stelle des Kantons Graubünden Abklärungen 

medizinischer und beruflicher Art. Sie nahm unter anderem einen Bericht vom 

31. Januar 2005 der Klinik …, einen Bericht vom 16. Juni 2005 des 

Hausarztes Dr. med. … einen Bericht vom 24. Juni 2005 von Frau Dr. med. 

…, Oberärztin an der …, sowie einen weiteren Bericht vom 25. Juli 2005 der 

Klinik … zu den Akten. 

3. Mit Verfügung vom 28. Oktober 2005 sprach die IV-Stelle des Kantons 

Graubünden dem Versicherten eine am 1. Mai 2005 beginnende 3/4-

Invalidenrente zu, bei einem Invaliditätsgrad von 62%. Hiegegen erhob der 

Versicherte am 6. November 2005 Einsprache, welche die IV-Stelle mit 

Entscheid vom 26. August 2006 abwies. 

4. Gegen den Einspracheentscheid vom 26. August 2006 reichte der Versicherte 

am 26. September 2006 Beschwerde ein mit dem Begehren um Zusprechung 

einer ganzen Invalidenrente. Er verweist auf den Bericht vom 16. Juni 2005 

seines Hausarztes, wonach er sowohl als Bauhilfsarbeiter als auch in andern 

Tätigkeiten gänzlich arbeitsunfähig sei. Sein Hausarzt sowie er - der 

Versicherte - selbst könnten seine Arbeitsfähigkeit am besten beurteilen.

5. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 2. Oktober 2006 auf 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die 

eingehenden Erwägungen im angefochtenen Einspracheentscheid.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die IV-Stelle hat im angefochtenen Entscheid den massgeblichen 

Sachverhalt ausführlich dargestellt. Der Beschwerdeführer anerkennt diese 

Darstellung ausdrücklich als richtig. Die Prüfung der Akten durch das Gericht 

bestätigt die Richtigkeit des von der IV-Stelle geschilderten Sachverhalts. Es 

kann unter diesen Umständen für den detaillierten Sachverhalt auf die 

Darstellung im angefochtenen Entscheid verwiesen werden.

2. Auch die vorliegend massgebenden Rechtsgrundlagen sind im 

angefochtenen Entscheid richtig dargestellt. Es kann auch diesbezüglich auf 

den angefochtenen Entscheid verwiesen werden. 

3. Nach den übereinstimmenden Diagnosen des Hausarztes einerseits und der 

Klinik … andererseits, leidet der Beschwerdeführer an einem chronischen 

lumbospondylogenen Syndrom rechts, an einem Zervicovertebralsyndrom 

und an einem sensiblen Thoracic-outlet-Syndrom (TOS) rechts. Der 

Beschwerdeführer klagt denn auch über Rücken-, Hals- und 

Beinbeschwerden. Er vertritt den Standpunkt, dass er gänzlich 

erwerbsunfähig sei, während er nach Auffassung der IV-Stelle im Umfang von 

50% eine leidensangepasste Tätigkeit ausüben kann.

4. Die IV-Stelle begründet ihren Standpunkt unter Hinweis auf die beiden 

Berichte der Klinik …, welche aufgrund eingehender multidisziplinärer 

Abklärungen zum Schluss kam, dem Beschwerdeführer sei eine körperlich 

leichte und wechselbelastende Arbeit mit Gewichtsbelastungen bis 7,5 kg zu 

50% während vier bis viereinhalb Stunden täglich zumutbar. Im Widerspruch 

zu dieser auf einlässlichen Abklärungen und Tests beruhenden Einschätzung 

hält der Hausarzt den Beschwerdeführer für gänzlich arbeitsunfähig. Er 

begründet allerdings seinen Standpunkt nicht näher; insbesondere legt er 

auch nicht dar, aus welchen Gründen er die Beurteilung durch die Klinik … 

als falsch beurteilt. Unter diesen Umständen ist auf die überzeugend 

begründete Schätzung der Erwerbsfähigkeit durch die Klinik … abzustellen. 

Daran ändert auch der Einwand des Beschwerdeführers nichts, er selbst 

könne am besten seine Erwerbsfähigkeit einschätzen. Denn die Schätzung 

der Erwerbsfähigkeit muss nach objektiven Kriterien erfolgen, der subjektiven 

Beurteilung durch die Versicherten selbst kommt keine entscheidende 

Bedeutung zu. Schliesslich ist hier anzumerken, dass sich der Bericht vom 

24. Juni 2005 von Frau Dr. med. … zur Frage der Arbeits- und 

Erwerbsfähigkeit nicht äussert.

5. Den von der IV-Stelle durchgeführten Einkommensvergleich ficht der 

Beschwerdeführer nicht an. Der Vergleich wurde denn auch korrekt 

durchgeführt. Zu bemerken ist dazu lediglich, dass der zugunsten des 

Beschwerdeführers vorgenommene behinderungsbedingte Abzug von 20% 

sehr grosszügig ist. 

6. Zusammenfassend ist festzustellen, dass der angefochtene Entscheid nicht 

nur im Ergebnis richtig, sondern auch sorgfältig und korrekt begründet ist. Es 

kann vollumfänglich auf diesen verwiesen werden.

7. Das Verfahren ist kostenlos, da vorliegend das Einspracheverfahren bei der 

IV-Stelle hängig war, als am 1. Juli 2006 die neue Fassung von Art. 69 Abs. 

1, 1bis und 2 IVG in Kraft trat (Ziffer II lit. b der am 16. Dezember 2005 

beschlossenen Änderung des IVG). 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.