# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32f361aa-dd4d-5b28-8ca7-9e0b56bf17b4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Strafkammer und Anklagekammer 26.03.2014 ZS.2014.1/2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_001_ZS-2014-1-2_2014-03-26.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/2

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: ZS.2014.1/2

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Strafkammer und Anklagekammer

Publikationsdatum: 26.03.2014

Entscheiddatum: 26.03.2014

Entscheid Kantonsgericht, 26.03.2014
Art. 136 Abs. 1 StPO Keine Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für 
den Strafkläger im Berufungsverfahren. Sofern sich die Privatklägerschaft 
einzig im Strafpunkt am Verfahren beteiligen möchte, besteht kein Anspruch 
auf unentgeltliche Rechtspflege (Verfügung des Präsidenten der 
Strafkammer des Kantonsgerichts, 26. März 2014, ZS.2014.1/2).

Aus den Erwägungen:

Gemäss Art. 136 Abs. 1 StPO gewährt die Verfahrensleitung der Privatklägerschaft "für 

die Durchsetzung ihrer Zivilansprüche" ganz oder teilweise die unentgeltliche 

Rechtspflege, wenn die Privatklägerschaft nicht über die erforderlichen Mittel verfügt 

und die Zivilklage nicht aussichtslos erscheint. Die unentgeltliche Rechtspflege umfasst 

unter anderem die Befreiung von Sicherheitsleistungen (Art. 136 Abs. 2 lit. a StPO). 

Unter den Begriff der Zivilansprüche fallen dabei sämtliche privatrechtlichen 

Ansprüche, die aus der Straftat abgeleitet werden (Zivilklage gemäss Art. 119 Abs. 2 

lit. b StPO; vgl. Bger. 1B_45/2012 E. 4.2; 1B_200/2011 E. 2.3 ff.). Sofern sich die 

Privatklägerschaft einzig im Strafpunkt am Verfahren beteiligen möchte, besteht kein 

Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege (BSK StPO-Mazzucchelli/Postizzi, Art. 136 

N 4; Lieber, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen 

Strafprozessordnung, Zürich 2010, Art. 136 N 2; Oberholzer, Strafprozessrecht, 

3. Aufl., N 552; Schmid, StPO Praxiskommentar, 2. Aufl., Art. 136 N 2; Botschaft zur 

Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1181).

A. hat im vorliegenden Berufungsverfahren keine Zivilansprüche nach Art. 119 Abs. 2 

lit. b StPO mehr geltend gemacht. Da nach Ablauf der gesetzlichen Frist von 20 Tagen 

eine Ausdehnung der Berufungsanträge nicht mehr möglich ist (BSK StPO-Eugster, 

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Art. 399 N 3 m.w.H.) und es damit in den beiden Berufungsverfahren nur noch um den 

Strafpunkt geht, sind die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege für die Privatklägerschaft nach Art. 136 Abs. 1 StPO nicht gegeben. Das 

entsprechende Gesuch des Privatklägers ist deswegen abzuweisen.

Auf eine Beschwerde gegen diese Verfügung trat das Bundesgericht mit Urteil vom 

22. Mai 2014, 1B_177/2014, nicht ein.

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	Entscheid Kantonsgericht, 26.03.2014
	Art. 136 Abs. 1 StPO Keine Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für den Strafkläger im Berufungsverfahren. Sofern sich die Privatklägerschaft einzig im Strafpunkt am Verfahren beteiligen möchte, besteht kein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege (Verfügung des Präsidenten der Strafkammer des Kantonsgerichts, 26. März 2014, ZS.2014.1/2).

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