# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d808959-a689-50c3-b58e-7e95bee0e783
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-16
**Language:** de
**Title:** Liegenschaftserträge in casu Einkommen aus privater Vermögensanlage
**Docket/Reference:** AB.2015.00009
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AB.2015.00009.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AB.2015.00009
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Bachmann
Urteil
vom
16. November 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch
SwissInterTax
AG
Nationale und internationale Steuerberatung
Herzogstrasse 14, Postfach 324, 8044 Zürich
gegen
Ausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber
Siewerdtstrasse
9, Postfach, 8050 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1944 geborene
X.___
war jahrelang
als
Geschäftsführer
der
familieneigene
n
Y.___
AG un
selbstständig
erwerbstätig
und ist gemäss Eintrag i
m
Handelsregister
des Kantons Zürich
seit 2009
Verwaltungs
ratspräsident
dieser Gesellschaft
. Er
übte daneben
gemäss Eintrag im Handelsre
gister
von 1989
bis im Jahr 2013
auch eine
selbstständig
e Erwerbstätigkeit
in der Baubranche aus (
Immo
bilien- und Bauberatung
). Mit
sieben
Verfügung
en
vom
18.
August 2010 forderte die Ausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber von
X.___
für die Jahre
2001 bis 2007 persönliche Bei
träge in Höhe von insgesamt Fr. 213‘509.60
(Urk.
6/18
/1
)
. Den Beitragsverfügungen lagen die Steuermeldungen des Steueramtes des Kantons Zürich, A
bteilu
ng
D
irekte Bun
dessteuer, vom 2.
August 2010 zugrunde, mit welchen dieses der
Ausgleichs
kasse
für die fraglichen Jahre E
in
künfte
aus
selbstständig
er Erwerbst
ätigkeit
(Ertrag aus Geschäftsliegenschaften)
sowie im Betrieb arbeitendes eigenes Kapital
gemeldet hatte (Urk.
6/19
). Eine am 14.
September
2010
gegen diese Verfügungen
erhobene Einsprache (Urk.
6/18) wies die Ausgleichskasse
nach Rückfrage beim Kantonalen Steueramt
mit
Einspracheentscheid
vom
21. Juni 2011 ab (Urk.
6/13). Eine gegen diesen Entscheid
erhobene
Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom
25. Januar 2012
in dem Sinne gut
,
als es den angefochtenen
Einspracheentscheid
aus formellen Gründen (Verletzung des rechtlichen Gehörs)
aufhob und die Sache zur erneuten Durchführung des
V
er
fahrens unter ausreichender
Wahrung des rechtlichen Gehörs
sowie zum neuer
lichen Entscheid
zurückwies
(Urk.
6/9). Nach Gewährung des
rechtlichen Gehörs (Urk.
6/6-7) erliess die Ausgleichskasse am 1.
Oktober 20
1
4 betreffend die
Bei
tragsjahre
2001 bis 2007 eine neuerliche Verfügung, mit welcher sie die
jenigen
vom 18. August 2010
bestätigte (Urk.
6/4)
.
Die
dagegen erhobene Einsprache vom
3.
November 2014 (Urk.
6/3)
wies die Ausgleichskasse
mit
Einspracheent
scheid
vom
11. Februar 2015 ab
(Urk.
2)
.
2.
Dagegen lässt
X.___
hierorts am 16. März 2015 Beschwerde erhe
ben (Urk. 1) mit
dem Rechtsbegehren
, es sei keine Beitragserhebung auf dem Ertrag der angeblichen Geschäftsliegenschaften vorzunehmen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerd
egegnerin (
Urk.
1 S.
2)
. Mit Beschwerdeantwort vom 20.
April 2015 beantragte die
Ausgleichskasse
in materieller Hinsicht
die Abweisung der Beschwerde und stellte in verfahrens
rechtlicher Hinsicht Antrag auf Beiladung der Steuerbehörde
zum vorliegenden Prozess
(
Urk.
5 S. 2 f
.
). Die Beschwerdeantwort wurde dem Beschwerdeführer am 2
2.
Mai 2
015 zur Kenntnis gebracht (Urk.
7).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Zwischen den Parteien ist nicht streitig und geht aus den Akten hervor, dass
die
den Steuermeldungen
vom 2.
August 2010
zugrundeliegenden
Veranlagungs
verfügungen
(Direkte Bundessteuer)
für die
Jahre 2001 bis 2007
, welchen
die Qualifikation der
streitbetroffenen Liegenschaften
als Geschäftsvermögen zugrunde liegt
,
im S
t
euerverfahren
mangels Beschwer
durch den Beschwerde
führer
bis
anhin
nicht angefochten werden konnte
n
(
Urk.
1 S. 4 und
etwa
Urk.
6/14 S.
2
).
S
omit
liegt
bezüglich der
umstrittenen Qualifikation der
Lie
gen
schaften
als Geschäfts- oder Privatvermögen
seitens der Steuerbehörde
keine
rechts
verbindliche
Entscheidung
vor, welche
im Rahmen
der vorliegenden
AHV-
beitragsrechtliche
n
Beurteilung allenfalls
von Bedeutung sein könnte
.
Sodann
besteht keine Bindu
ng der Steuerbehörde an die AHV-
rechtliche Beur
teilung. Von
einer
Beiladung
der
Steuerbehörde
, wie die Beschwerdegegnerin dies beantragt,
ist daher
abzusehen.
2.
2
.1
Gemäss Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenen
ver
sicherung
(AHVG) schulden die erwerbstätigen Versicherten Beiträge auf dem aus einer unselbstständigen oder selbstständigen Erwerbstätigkeit fliessen
den Einkommen, gleichgültig, ob diese im Haupt- oder Nebenberuf und ob sie regelmässig ausgeübt wird (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts H 301/01 vom 29. März 2005 E. 3.1). Nach Art. 9 Abs. 1 AHVG ist Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit jedes Erwerbseinkommen, das nicht Entgelt für in unselbstständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt. Als selbstständiges Einkommen gelten laut Art. 17 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlas
senenversicherung
(AHVV) alle in selbstständiger Stellung erzielten Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf, sowie aus jeder anderen selbstständigen Erwerbstätig
keit, einschliesslich der Kapital- und Überführungsgewinne nach Art. 18 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Direkte Bundessteuer (DBG) und der Gewinne aus der Veräusserung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken nach Art. 18 Abs. 4 DBG, mit Ausnahme der Einkünfte aus zu Geschäftsvermögen erklärten Beteiligungen nach Art. 18 Abs. 2 DBG. Nicht unter den Begriff der selbstständigen Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 AHVG und Art. 17 AHVV fällt die blosse Verwaltung des eigenen Vermögens; der daraus resultie
rende reine Kapitalertrag unterliegt daher nicht der Beitragspflicht. Gleiches gilt in Bezug auf Gewinne aus privatem Vermögen, welche in Ausnützung einer zufällig sich bietenden Gelegenheit erzielt worden sind. Anderseits stellen Kapitalgewinne aus der Veräusserung oder Verwertung von Gegenständen des Privatvermögens, wie Wertschriften oder Liegenschaften, auch bei nicht
buch
führungspflichtigen
(Einzel)Betrieben, Einkommen aus selbstständiger Erwerbs
tätigkeit dar, wenn und soweit sie auf gewerbsmässigem Handel beruhen (BGE 134 V 250 E. 3.1 mit Hinweisen).
2
.2
Gemäss Art. 18 Abs. 2 Satz 3 DBG gelten als Geschäftsvermögen alle Vermö
gens
werte, die ganz oder vorwiegend der selbstständigen Erwerbstätigkeit die
nen. Der Begriff des Geschäftsvermögens setzt sich steuerrechtlich somit aus zwei Tatbestandsmerkmalen zusammen, einer selbstständigen Erwerbstätigkeit einerseits und dem Umstand, dass der fragliche Vermögensgegenstand dieser tatsächlich dient, anderseits (Peter Locher, Kommentar zum DBG, Therwil/Basel 2001,
Rz
. 44, 124 zu Art. 18). Es sind keine Gründe erkennbar,
sozialversiche
rungsrechtlich
einen Zusammenhang zwischen Geschäftsvermögen und selbst
ständiger Erwerbstätigkeit zu verneinen. Schon aus begrifflicher Sicht kann nicht gesagt werden, Erträge aus der Bewirtschaftung von Geschäftsvermögen seien Einkünfte aus privater Vermögensverwaltung. Dass gleich wie im Steuer
recht auch im AHV-Beitragsrecht eine Verbindung zwischen Geschäftsvermö
gen und selbstständiger Erwerbstätigkeit besteht, erhellt namentlich aus Art. 17 AHVV. Danach unterliegen Überführungsgewinne nach Art. 18 Abs. 2 DBG der Beitragspflicht; diese stellen demzufolge Einkommen aus selbstständiger Er
werbs
tätigkeit dar
(BGE 134 V 250 E. 4.2
; zu A
rt. 18 DBG: BGE 133 II 420 E. 3
).
2
.3
Nach Art. 23 Abs. 1 AHVV obliegt es in der Regel den Steuerbehörden, das für die Berechnung der Beiträge
Selbstständigerwerbender
massgebende
Er
werbs
einkommen
auf Grund der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bundes
steuer und das im Betrieb investierte Eigenkapital auf Grund der ent
sprechen
den rechtskräftigen kantonalen Veranlagung zu ermitteln. Die Angaben der Steuerbehörden hierüber sind für die Ausgleichskassen verbindlich (Art. 23 Abs. 4 AHVV).
Die absolute Verbindlichkeit der Angaben der Steuerbehörden für die
Ausgleichs
kassen
und die daraus abgeleitete relative Bindung des
Sozialversi
cherungsgerichts
an die rechtskräftigen Steuertaxationen sind auf die Bemes
sung des massgebenden Einkommens und des betrieblichen Eigenkapitals be
schränkt. Diese Bindung betrifft also nicht die beitragsrechtliche Qualifikation und beschlägt daher nicht die Fragen, ob überhaupt Erwerbseinkommen und gegebenenfalls solches aus selbstständiger oder aus unselbstständiger Tätigkeit
vorliegt und ob die Person, die das Einkommen bezogen hat, beitragspflichtig ist. Somit haben die Ausgleichskassen ohne Bindung an die Steuermeldung auf Grund des Rechts der Alters- und
Hinterlassenenversicherung
zu beurteilen, wer für ein von der Steuerbehörde gemeldetes Einkommen beitragspf
lichtig ist (BGE 121 V 80 E. 2c, 114 V 72 E. 2
, 110 V 83 E. 4
und 369 E. 2a, 102 V 27 E. 3b
, je mit Hinweisen; Urteil H 36/03 vom 7. Juni 2004 E. 4.5). Das gilt namentlich auch für die Qualifikation eines
Vermögensbe
standteils
als Privat- oder Geschäftsvermögen, zumal diese Unterscheidung steuerrechtlich häufig ohne Belang ist, da steuerrechtlich der Ertrag sowohl aus Privat- als auch aus Geschäftsvermögen steuerbar ist. Die Steuermeldung ist daher mit Bezug auf den Vermögensertrag keine zuverlässige Grundlage für die
AHV-
Beitragsfestset
zung
, weshalb die Qualifikation als beitragsfreier Kapitaler
trag auf Privatver
mö
gen oder beitragspflichtiges Einkommen aus Geschäftsver
mögen im
Bei
trags
fest
setzungsverfahren
erfolgen muss
(Urteil H 361/96 vom 2. Juli 1997 E.
2c). In Bezug auf den Vermögensgewinn ist demgegenüber auch steuerrechtlich die Unterscheidung von Geschäfts- und Privatvermögen von Be
deutung, weshalb sich die AHV-Behörden in der Regel auf die Steuermeldungen verlassen können und eigene nähere Abklärungen nur dann vornehmen müs
sen, wenn sich ernst
hafte Zweifel an der Richtigkeit der Steuerme
ldung ergeben (134 V 250 E.
3.3
; 110 V 369 E. 2a
und 83 E. 4
, 102 V 27 E. 3b mit Hinweisen, Urteile H 49/02 E.
5 und H 239/85 E. 2b).
3
.
3
.1
Streitig ist
im vorliegenden Verfahren
, ob die
Erträge, welche
der Beschwerde
führer
aus der Vermietung
von
in seinem Eigentum stehenden
Liegenschaften erzielt hat, als beitragspflichtiges Einkommen aus selb
st
ständi
ger Erwerbstätig
keit und die erwähnten Liegenschaften als Geschäftsvermögen zu qualifizieren sind. Infrage stehen dabei
Liegenschaften, die
der Beschwerdeführer
seit 1984
im Laufe der Jahre
aus
privaten Mitteln
käuflich erworben hat
(
Z.___
in
A.___
,
B.___
in
C.___
(Anteil)
,
D.___
in
E.___
,
F.___
in
E.___
,
G.___
in
H.___
und
I.___
in
A.___
) wie auch Liegenschaften
,
die durch Erbvorbezug
oder gemischte Schenkung
bzw
.
aus dem Nachlass des
im Jahr 2004 verstorbenen
Vaters
des Beschwerdeführers
in
sein
Eigentum
übergegangen
sind
(
J.___
in
C.___
,
K.___
in
C.___
(Anteil)
,
L.___
in
C.___
,
B.___
in
C.___
(Anteil)
sowie
M.___
,
N.___
; vgl. zum Ganzen Urk. 6/11
).
3
.2
Die Ausgleichkasse begründete den angefochtenen
Ein
s
pra
cheentscheid
zur Hauptsache
da
mit
, dass
die
Berufsnähe des Beschwerdeführers
zum
Immobilien
bereich
ausgewiesen
sei
, weshalb
ein Zusammenhang zwischen der die fragli
chen Liegenschaften betreffenden Tätigkeit und der übrigen un
selbstständigen
und
selbstständigen
Erwerbstätigkeit
bestehe.
Aus den Aufstellungen des kanto
nalen Steueramtes gehe alsdann hervor, dass der Beschwerdeführer zahlreiche
Liegenschaften erworben habe
,
wobei das Fremdkapital nicht unbedeutenden Ausmasses sei. Diese Indizien seien ausreichend, um den erwerblichen Charakter der Tätigkeit und somit die Qualifikation der fraglichen Liegenschaften als Geschäftsvermögen zu bejahen
(
Urk.
2)
.
3
.3
Dagegen lässt der Beschwerdeführer zur Hauptsache geltend machen, dass
der Berufsnähe keine grosse Bedeutung beigemessen werden könne. Alsdann habe er
nie Grundstücke verkauft
, weshalb kein Liegenschaft
s
handel gegeben sei
.
Weiter
könne
bei der gegebenen
Fremdk
apitalbelastung
(
von
68,27
%
)
nicht von einem Einsatz von Fremdmitteln gesprochen werden
,
welche
r
den bei pri
vater Vermögensverwaltung zulässigen Prozentsatz überste
ige.
Vielmehr belege die
lange
Besitzesdauer
für alle Grundstücke
,
dass keine
gewinnstrebige
Tätig
keit im
Liegenschaftenhandel
gesucht worden
,
sondern
das Anlegen von pri
va
tem Vermögen der einzige Zweck für den Kauf von Liegenschaften
gewesen sei
(Urk.
1).
4.
4.1
I
n tatsächlicher Hinsicht
ist zwischen den Parteien
unbestritten, dass
es sich bei den in E.
3
.
1 erwähnten Liegenschaften
durchwegs
um Wohnliegenschaften handelt
.
Ebenso steht ausser Frage, dass diese
durch den Beschwerdeführer in
un
möb
i
liert
em
Zustand
vermietet werden (
Urk.
1 S. 3)
.
4.2
Wie die
Beschwerd
e
gegnerin selber
ausführt
(
vgl. etwa Verfügung vom
1.
Oktober 2014
; vgl.
Urk.
6/4
)
hat d
er Beschwerdeführer
keine der seit
1984
erworbenen
bzw
.
ihm infolge Erbgang
es zugegangenen
Liegenschaften
je
ver
kauft
.
Dass Anstrengungen erfolgt wären, Liegenschaften gewinnbringend
wei
terzuveräussern
, wird
trotz entsprechender allgemeiner Erwägungen
zum
Lie
genschaftenhandel
in der Verfügung
vom
1.
Oktober 2014
alsdann auch
von der B
e
schwerdegegnerin nicht geltend gemacht. Diesbezügliche Anhaltspunkte enthalten auch die A
kten
nicht
.
Demnach ist davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer – wie er geltend macht - darauf beschränkte, die
von ihm erworbenen
Liegenschaften zu vermieten und zu verwalten
b
zw.
im Rahmen seines (umfangreichen) Vermögens zu halten (
Urk.
1 S. 11)
. D
ie Qualifikation der streitbetroffenen Liegenschaften
als Geschäftsvermögen
wegen
Liegen
schaft
s
handel
fällt somit
ausser Betracht
.
Z
u prüfen bleibt,
ob allenfalls
andere Umstände
vorliegen
,
welche
die Annahme
rechtfertigen, es liege
eine
über die blosse Vermögensverwaltung hinausreichende
erwerbliche Tätigkeit
vor
.
4.3
F
ragen der beitragsrechtlichen Qualifikation entscheiden sich nach den konkre
ten wirtschaftlichen Gegebenheiten. Liegenschaften bilden Alternativgüter, das heisst sie können sowohl zum Geschäfts- wie zum Privatvermögen gehören (Urteil des Bundesgerichts 9C_86/2009 vom 30. Juni 2010
E. 4.3
mit Hinwei
sen). Nach der Rechtsprechung stellt die Vermietung von (unmöblierten) Woh
nungen eines so genannten Renditenhauses Vermögensverwaltung dar, wenn und soweit diese Tätigkeit sich auf die Erzielung der Erträgnisse des
Vermö
gensobjekts
an sich beschränkt und nicht betrieblichen Charakter hat (BGE 111 V 83 E. 2a, 110 V 86 E. 5a, je mit Hinweisen; ZAK 1987 S. 519 E. 3a mit Hin
weisen). Gleich verhält es sich mit der Vermietung von
Geschäftsräumlichkei
ten
. Dage
gen erhält die Vermietertätigkeit dann betrieblichen Charakter, wenn sie die blosse Gebäudeverwaltung übersteigt (BGE 110 V 86 E. 5a; ZAK 1987 S.
519 E. 3a).
N
ach der
(steuerrechtlichen
)
Praxis des Bundesgerichts
gehört
die Vermietung eigener Liegenschaften ausgesprochen zur üblichen Verwaltung privaten (Anlage-) Vermögens und bei der Annahme, sie sei Gegenstand eines geschäftlichen Betriebes (mithin einer
selbstständig
en Erwerbstätigkeit), ist grösste Zurück
haltung geboten. Der Eigentümer, der seine Liegenschaft(en) mit Wohn- oder Geschäftsbauten überbaut, um aus deren Vermietung einen Ertrag zu erzielen, verwaltet normalerweise privates Vermögen. Das Vermieten von Wohnblöcken gilt als Vermögensverwaltung, auch wenn der Vermieter die Wohnungen
instandhalten
und nötigenfalls neue Mieter suchen muss. Auch bei einer Liegenschaft mit rund 30 Wohnungen handelt es sich nach der Rechtspre
chung um private Vermögensverwaltung, wenn sich der Eigentümer - ohne
Verkaufs
bemühungen
- darauf beschränkt, die Wohnungen zu verwalten, um daraus regelmäs
siges Einkommen zu erzielen. Auch wird die
Vermietung eige
ner Liegenschaften nicht allein dadurch zu einem Geschäftsbetrieb, weil das zu verwaltende Vermögen umfangreich ist, so dass der Eigentümer eine
in Beilage
kaufmännische Buch
haltung führt (vgl. Urteil des Bundesgerichts
2A.52/2003
vom 23. Januar 2004, E. 2.5, mit Hinweisen).
4.4
D
er Beschwerdeführer
beschränkte sich
unstreitig darauf, aus den
Liegen
schaf
ten
Mie
tzinseinnahmen zu erzielen
, was
m
it Blick auf die
grundsätzlich
mass
geblichen Umstände
(E. 4.3
hievor
)
als blosse Vermögensverwaltung zu gel
ten
hat
.
Daran ändert nichts, dass
– wie die Beschwerdegegnerin vorbringt -
der
Beschwerdeführer
gleichzeitig
beruflich
in der Bau- bzw
.
Immobilienbranche
tätig war
und
damit
eine gewisse
Nähe
seiner beruflichen Tätigkeit
zur Bewirt
schaftung seiner Liegenschaften
besteht
.
So wird
mit der Berufsnähe
auf ein Krite
r
ium
Bezug genommen
, welches
(zwar)
– neben weiteren
Kriterien
(vgl. dazu etwa
BGE 125 II 11
3 E. 3c
) -
von der Rechtsprechung
zur Beurteilung des erwerblichen Charakters
des
Liegenschaftenhandels
entwickelt wurde
. Die
Berufsnähe
ist
jed
och
nicht massgebend, w
enn
eine
Konstellation wie
die
vor
liegende
(Vermietung ohne Tätigung von Käufen und Verkäufen)
zur Frage steht
(
vgl.
Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts H 301/01 vom 2
9.
März 2005, E. 5.2).
Ohnehin ist
nicht ersichtlich und wird im angefochtenen Entscheid auch nicht näher au
sgeführt, inwiefern zwischen de
r
beruflichen
Tätigkeit
des Beschwer
deführers
– namentlich der
selbstständig
en
Erwerbstätigkeit
im Bereich
Bau
herrenvertretung
/Baumanagement
–
und der Vermietung
von
Wohnungen
ein
rechtserheblicher
Zusammenhang bestehen
könnte
;
n
amentlich
ist
nicht erkennbar
,
inwiefern
d
er
Beschwerdeführer
die fraglichen Liegenschaften für die Zwecke seines Geschäfts
erworben
hätte oder diese dem Ges
c
häft tatsächlich dien
t
en
beziehungsweise
sonst
wie in einem wirtschaftlichen Zusammenhang
gestanden hätten
(vgl. E. 2.2
hievor
)
.
A
ber
auch
der
weitere von der
Beschwer
degegnerin
angeführte
Umstand -
wonach
in den streitbetroffenen Liegen
schaften
nicht unbedeutendes
Fremdkapital
investiert worden
sei
–
vermag keine
erwerbliche Zweckverfolgung
zu begründen
.
Denn wie
die Berufsnähe ist
auch
das
in der Liegenschaft eingesetzte Fremdkapital
nach der Rechtsprechung
für die beitragsrechtliche Abgrenzung von blosser (privater) Vermögensverwal
tung und betrieblicher (gewerbsmässiger) Nutzung
nur
beim
Liegenschaften
handel
von Bedeutung und nicht entscheidend,
wenn sich
die
Tätigkeit
– wie vorliegend
–
auf die Erzielung von
Mietzinseinnahmen
beschränkt
(
statt vieler
:
Urteil des Bundesgerichts 9C_803/2011
vom 23.
August 2012
,
E. 3.4
).
Dass
die Liegenschaften teilweise
f
remdfinanziert wurden
,
legt
im Übrigen
schon
allein
deshalb
keine erwerbliche Zweckverfolgung
nahe
,
weil
die Verwaltung des Pri
vatvermöge
ns
legitimerweise
wirtschaftlich motiviert ist
und
auch die private Kapitalanlage regelmässig ertragsorientiert erfolgt und in diesem Sinne eine Gewinnabsicht vorhanden sein kann
(vgl. dazu etwa Urteil des
damaligen Eid
genössischen Versicherungsgericht
s
H 21
0
/06 vom 22.
Juni 2006, E.
5 sowie
[
steuer
rechtliches]
Urteil
2C_1204/2013 vom 2.
Oktober 2014
E. 3.3.1
).
4.5
Besass der Beschwerdeführer die Li
egenschaften
unbestrittenermassen
teilweise j
ahrzehntelang, ohne damit Handel zu treiben, und beschränkte er sich auf die Verwaltung des Grundeigentums
,
um daraus ein regelmässiges Einkommen zu erzielen, ist dies
demnach
nach der massgebenden Rechtsprechung
pr
i
nzipiell
als private Vermögensverwaltung zu qual
i
fizieren (vgl. etwa auch
Urteil
des Bundesgerichts 9C_86
/2009 vom 3
0.
Juni 2010, E
.
4.3).
Damit stammen
die umstrittenen Liegenschaftserträge
aus priv
ater Vermögensverwaltung, weshalb
der Besch
werdeführer diesbezüglich nicht
beitragspflichtig
ist
.
Dies gilt
namentlich
auch
bezüglich
der
Mietzinser
träge
aus denjenigen
Liegenschaften
, die
infolge eines
erbrechtlichen Vorganges
ins Eigentum
des Beschwerdeführers
gelangt,
dort
steuerlich bezüglich ihrer Qualifikation
jedoch ebenfalls
noch nicht
bindend
beurteilt worden sind (vgl. E. 1
hievor
).
D
ie
vom Beschwerdefüh
rer
im Verwaltungsverfahren
konsequent
vorgebrachte und beschwerdeweise erneuerte Darstellung, wonach diese Liegenschaften
im Rahmen
der Abwicklung des Nachlasses seines
verstorbenen
Vaters
seitens der Steuerbehörde
als Privat
vermögen
qualifiziert worden seien (Urk.
1 S. 3 und 12)
,
wurde
in der Ver
nehmlassung
der
Beschwerdegegnerin
nicht mehr
substantiiert bestritten
und es ergibt sich a
uch aus den Akten
nichts
, was diese Darstellung
entscheidend
in Frage zu stellen vermöchte.
Letzteres
gilt namentlich
mit Blick auf
die
Stellung
nahme der zustän
digen
Steuerkommissärin
vom 21.
September 2011
(wonach
diese
aufgrund der intensiven Tätigkeit des Vaters des Beschwerdeführers
im Immobilienbereich
„davon ausgehe“, dass es sich bei den Liegenschaften um solche des Geschäftsvermögens handle;
vgl.
Urk.
6/11 S. 2
)
, vermag
d
iese
– auf einer blossen Annahme beruhende - Meinungsäusserung der zuständigen
Steu
erkommissärin
für
die
eine
Beitragspflicht begründende
Qualifikation
der fragli
chen Liegenschaften
als Geschäftsvermögen
– entgegen sämtlichen übrigen Gegebenheiten
doch nicht zu genügen
.
5
.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Vorliegend erscheint eine
Prozessentschädi
gung
von
Fr.
1‘100.--
als angemessen.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird der
Einspracheentscheid
der Ausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber
vom 11. Februar 2015 aufgehoben
.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
1‘100
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
SwissInterTax
AG
-
Ausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubBachmann