# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d2bce9a4-4d4d-5b33-b648-f550ce33a9d9
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-27
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 27.06.2019 VG.2019.00047 (VG.2019.811)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2019-00047_2019-06-27.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 27. Juni 2019

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2019.00047

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch
    Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Steuerverwaltung des Kantons Glarus

    	
    Beschwerdegegnerinnen

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Steuerrekurskommission des Kantons Glarus

    

  

  
	
   

  
	
  	
    3.

    	
    Eidg. Steuerverwaltung (ESTV)

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  direkte Bundessteuer 2015 (Nachsteuer)

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  A.______ zog im Jahr 2015
  von […] zurück in die Schweiz und meldete sich per 1. Mai 2015 bei der
  Gemeinde […] an. Die Steuerverwaltung des Kantons Glarus teilte A.______ mit
  Steuerdomizilentscheid vom 15. Juni 2015 mit, dass sich nach den gesamten Umständen
  der Mittelpunkt seiner Lebensinteressen weiterhin in […] befinde, weshalb er
  im Kanton Glarus über einen steuerlichen Wohnsitz verfüge und daher in der
  Gemeinde […] steuerpflichtig sei. Dagegen erhob A.______ mit Schreiben vom
  8. Juni 2015, bei der Steuerverwaltung am 3. August 2015 eingegangen,
  Einsprache. Auf diese trat die Steuerverwaltung am 17. August 2015 nicht ein,
  wogegen A.______ kein Rechtsmittel erhob.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 In der Folge eröffnete die Steuerverwaltung am 24.
  Februar 2017 die definitive Steuerveranlagung 2015 für A.______ und C.______.
  Darin wurde das steuerbare Einkommen für die Kantons- und Gemeindesteuern
  2015 auf Fr. 11'500.-, für die direkte Bundessteuer auf Fr. 12'500.-
  sowie das steuerbare Vermögen auf Fr. 414'000.- festgesetzt. Dagegen
  wurde kein Rechtsmittel erhoben.

  
	
   

  
	
  2.2 Am 6. Oktober 2017 stellte die Steuerverwaltung […]
  der hiesigen Steuerverwaltung einen Lohnausweis der D.______AG sowie einen
  Beleg über ausbezahlte Leistungen der Arbeitslosenversicherung zu. Daraus
  ergab sich, dass A.______ im Jahr 2015 einen Nettolohn von Fr. 27'889.50 der
  D.______AG sowie Leistungen der Arbeitslosenversicherung im Umfang von
  Fr. 49'819.- bezogen hatte. 

  
	
   

  
	
  2.3 Die Steuerverwaltung eröffnete daraufhin am
  10. Oktober 2017 eine Untersuchung infolge vollendeter
  Steuerhinterziehung. Im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs reichte
  A.______ am 30. Oktober 2017 eine Stellungnahme ein. Am 5. Februar 2018
  teilte die Steuerverwaltung mit, dass sie das Verfahren in ein Nachsteuer-
  und ein Steuerstrafverfahren auftrenne und vorerst nur das
  Nachsteuerverfahren durchführe. Entsprechend eröffnete sie A.______ und
  C.______ die definitive Veranlagung 2015 im Nachsteuerverfahren. Dabei
  setzte sie das steuerbare Einkommen für die Kantons- und Gemeindesteuern auf
  Fr. 85'100.- und für die direkte Bundessteuer auf Fr. 82'700.-
  fest, während sie das steuerbare Vermögen unverändert bei Fr. 414'000.-
  beliess. 

  
	
   

  
	
  2.4 Dagegen erhob A.______ am 4. März 2017 (recte: wohl
  2018) Einsprache, welche die Steuerverwaltung am 27. März 2018 abwies. Am 10.
  April 2018 trafen sich die Parteien zu einem Verständigungsgespräch. Im
  Anschluss daran zog A.______ die von ihm erhobene Einsprache am 20. April
  2018 teilweise zurück und reichte die Buchhaltungsunterlagen der
  Kollektivgesellschaft E.______ des Jahres 2015 ein. Am 22.  Mai 2018
  reichte er die Buchhaltungsunterlagen der E.______ der Jahre 2012 bis 2016
  nach. Am 30. Mai 2018 eröffnete die Steuerverwaltung den Einspracheentscheid
  im Nachsteuerverfahren erneut und verpflichtete A.______ und C.______, für
  die in der Steuererklärung nicht deklarierten Einkünfte der D.______AG sowie
  der Leistungen der Arbeitslosenversicherung Nachsteuern samt Zinsen zu
  bezahlen. 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Gegen den neu eröffneten
  Einspracheentscheid der Steuerverwaltung erhob A.______ am 29. Juni 2018
  Einsprache, welche die Steuerverwaltung am 5. Juli 2018 zuständigkeitshalber
  der Steuerrekurskommission des Kantons Glarus zur Behandlung als Rekurs
  überwies. Letztere wies den Rekurs am 10. Dezember 2018 ab.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Dagegen erhob A.______ am 23. April 2019 Beschwerde
  beim Verwaltungsgericht. Er beantragte, es seien der Entscheid der
  Steuerrekurskommission vom 10. Dezember 2018 sowie der Einspracheentscheid
  der Steuerverwaltung vom 30. Mai 2018 und deren Nachsteuerveranlagung vom 5.
  Februar 2018 aufzuheben. Insbesondere sei zu berücksichtigen, dass es sich
  bei den Aufwendungen der Kollektivgesellschaft im Zusammenhang mit der
  Entwicklung einer Entsalzungsanlage um abzugsfähige Aufwendungen aus
  selbständiger Erwerbstätigkeit handle, weshalb die geltend gemachten Aufwände
  erfolgswirksam abzurechnen seien. Es sei festzustellen, dass im Jahr 2015 ein
  verrechenbarer Verlust von Fr. 127'125.- und damit ein steuerbares
  Einkommen von Fr. 0.- erwirtschaftet worden sei; alles unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse, wobei mindestens eine
  Parteientschädigung von Fr. 5'264.37 (inkl. Mehrwertsteuer und Spesen)
  zuzusprechen sei. 

  
	
   

  
	
  4.2 Die Steuerrekurskommission beantragte am 29. April
  2019 die Abweisung der Beschwerde unter gesetzlicher Kostenfolge. Im gleichen
  Sinne äusserte sich die Steuerverwaltung mit Beschwerdeantwort vom 7. Mai
  2019.

  
	
   

  
	
  4.3 Auf Ersuchen von A.______ gewährte ihm das
  Verwaltungsgericht am 7. Juni 2019 eine Frist für eine freigestellte
  Stellungnahme zur Beschwerdeantwort. Er liess sich innert Frist nicht
  vernehmen.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen
  Rekursentscheide der kantonalen Steuerrekurskommission (Art. 145 Abs. 1
  des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 [DBG]
  i.V.m. Art. 10 Abs. 1 der Verordnung zum Bundesgesetz über die
  direkte Bundessteuer vom 21. November 2000 [EG DBG] und Art. 105 Abs. 1
  lit. e des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986
  [VRG]). Es ist somit zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig und
  prüft die Angelegenheit vollumfänglich (vgl. Art. 140 Abs. 3 i.V.m.
  Art. 145 Abs. 2 DBG). Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen
  erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.2 Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts werden
  Beschwerden, welche sowohl die Kantons- und Gemeindesteuern als auch die
  direkte Bundessteuer betreffen, grundsätzlich nicht im selben Verfahren
  behandelt. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung gebietet, dass bei gemeinsamer
  Erledigung durch die Beschwerdeinstanz eine separate Entscheidung und
  Begründung für beide Steuerarten vorgenommen wird (BGE 130 II 509
  E. 8.3; StE 2006 B 99.1 Nr. 12). Es erweist sich somit als zweckmässig,
  nachfolgend die Anträge des Beschwerdeführers lediglich in Bezug auf die
  Bundessteuer zu prüfen und die Kantons- und Gemeindesteuern in ein separates
  Verfahren (VG.2019.00046) zu verweisen.

  
	
   

  
	
  1.3 Der Beschwerdeführer beantragt unter anderem die
  Feststellung, dass er im Jahr 2015 einen verrechenbaren Verlust von Fr.
  127'125.- und damit ein steuerbares Einkommen von Fr. 0.- erzielt habe. 

  
	
   

  
	
  Kann die Beschwerde
  führende Partei ein Gestaltungsurteil erwirken, besteht kein
  Feststellungsinteresse; in diesem Sinne ist der Feststellungsanspruch subsidiär
  (VGer-Urteil VG.2019.00033 vom 23. Mai 2019 E. II/1.2, VG.2018.00124 vom 25.
  April 2019 E. II/1.3, VG.2018.00065 vom 13. September 2018 E. II/1.2).

  
	
   

  
	
  Die Beschwerde des
  Beschwerdeführers richtet sich gegen die definitive Veranlagung des
  steuerbaren Einkommens für die direkte Bundessteuer 2015 im Nachsteuer-verfahren.
  Dringt er mit seiner Beschwerde vollumfänglich durch, wird dieses
  antragsgemäss auf Fr. 0.- herabgesetzt. Insofern kann er mit seiner
  Beschwerde ein Gestaltungsurteil erwirken. Damit fehlt es an einem
  schutzwürdigen Interesse an der Feststellung, dass er im Jahr 2015 einen
  verrechenbaren Verlust von Fr. 127'125.- und damit ein steuerbares
  Einkommen von Fr. 0.- erzielt habe, weshalb auf das
  Feststellungsbegehren nicht einzutreten ist.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder
  Beweismitteln, die der Steuerbehörde nicht bekannt waren, dass eine
  Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskräftige Veranlagung
  unvollständig ist, wird gemäss Art. 151 Abs. 1 DBG
  die nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefordert. Hat der
  Steuerpflichtige Einkommen, Vermögen und Reingewinn in seiner Steuererklärung
  vollständig und genau angegeben und das Eigenkapital zutreffend ausgewiesen
  und haben die Steuerbehörden die Bewertung anerkannt, kann nach Art. 151 Abs.
  2 DBG keine Nachsteuer erhoben werden, selbst wenn die Bewertung ungenügend
  war.

  
	
   

  
	
  2.2 Das Nachsteuerverfahren wird zu Gunsten des
  Fiskus eingeleitet und der Sinn und Zweck dieses Verfahrens besteht darin,
  nicht oder nicht vollständig veranlagte Steuern nachzufordern. Folglich muss
  dem Gemeinwesen ein Steuerausfall entstanden sein. Im Gegensatz zur
  Strafsteuererhebung setzt die Durchführung eines Nachsteuerverfahrens kein
  Verschulden des Steuerpflichtigen voraus (Martin E. Looser, in
  Martin Zweifel/Michael Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen
  Steuerrecht, Bundesgesetz über die
  direkte Bundessteuer [DBG], 3. A., Basel 2017, Art. 151
  N. 7). 

  
	
   

  
	
  2.3 Die Frage, wann Tatsachen oder Beweismittel
  gemäss Art. 151 Abs. 1 DBG als neu gelten, beantwortet sich vor dem
  Hintergrund der Deklarationspflicht des Steuerpflichtigen und der
  Untersuchungspflicht der Veranlagungsbehörde.

  
	
   

  
	
  Der Steuerpflichtige muss alles tun, um eine vollständige
  und richtige Veranlagung zu ermöglichen. Er hat insbesondere das Formular für
  die Steuererklärung wahrheitsgemäss und vollständig auszufüllen (Art. 124
  Abs. 2 DBG). Dabei trägt er die Verantwortung für dessen Richtigkeit und
  Vollständigkeit. Mit der Steuererklärung zusammen hat er der Veranlagungsbehörde
  zusätzlich bestimmte Beilagen einzureichen. Ist sich der Steuerpflichtige
  über die steuerrechtliche Bedeutung einer Tatsache im Unklaren, darf er diese
  nicht einfach verschweigen, sondern hat auf die Unsicherheit hinzuweisen. So
  muss er die Tatsache als solche vollständig und zutreffend darlegen
  (vgl. BGer-Urteil 2C_26/2007 vom 10. Oktober 2007 E. 3.2). Die
  Deklarationspflicht (Steuererklärungspflicht) beinhaltet somit die Pflicht,
  die Steuerklärung mit allen ihren Bestandteilen, inklusive Hilfsblättern und
  Fragebogen, vollständig und wahrheitsgetreu ausgefüllt und persönlich
  unterzeichnet innerhalb einer bestimmten Frist der Veranlagungsbehörde
  einzureichen. Die Veranlagungsbehörde prüft gemäss Art. 130 Abs. 1
  DBG die eingereichte Steuererklärung und nimmt die erforderlichen
  Untersuchungen vor. Dabei darf sie sich grundsätzlich darauf verlassen, dass
  der Steuerpflichtige die Steuererklärung richtig und vollständig ausgefüllt
  hat (vgl. BGer-Urteil 2C_26/2007 vom 10. Oktober 2007 E. 3.2.2).

  
	
   

  
	
  2.4 Für die Erhebung einer Nachsteuer müssen neue
  Tatsachen oder Beweismittel vorliegen. Als neu gelten jene Tatsachen oder
  Beweismittel, die aus den Akten, welche der Veranlagungsbehörde vorlagen,
  nicht hervorgingen, d.h. erst nach der rechtskräftigen Veranlagung eines
  Steuerpflichtigen zum Vorschein gekommen sind. Massgebend ist der Aktenstand
  im Zeitpunkt der Veranlagung (vgl. BGer-Urteil 2C_26/2007 vom 10. Oktober
  2007 E. 3.1; Looser, Art. 151 N. 14). 

  
	
   

  
	
  Als Grundsatz gilt, dass Tatsachen, die im Zeitpunkt der
  Veranlagung aus den Akten nicht ersichtlich waren, auch dann als neu gelten,
  wenn sie die Veranlagungsbehörde bei besserer Untersuchung
  bzw. genügender Sorgfalt hätte erfahren können. Eine Pflicht zur
  ergänzenden Untersuchung besteht für die Veranlagungsbehörde jedoch, wenn die
  Steuererklärung Fehler enthält, die klar ersichtlich sind. Weist die Steuererklärung
  zwar erkennbare Mängel auf, sind diese aber nicht geradezu offensichtlich, so
  führt dies nicht dazu, dass hiermit zusammenhängende Tatsachen oder Beweismittel
  als den Behörden schon im Veranlagungszeitpunkt bekannt fingiert werden
  bzw. dass sich die Behörden ein entsprechendes Wissen anrechnen lassen
  müssten (vgl. BGer-Urteil 2C_557/2007 vom 21. Dezember 2007 E. 2). Durch
  diese bundesgerichtliche Rechtsprechung wird somit der Untersuchungsgrundsatz
  relativiert.

  
	
   

  
	
  Die Veranlagungsbehörde ist zudem nicht verpflichtet,
  ohne besonderen Anlass Quervergleiche mit Akten anderer Steuerpflichtiger
  vorzunehmen oder im Steuerdossier nach ergänzenden Unterlagen zu suchen (vgl.
  BGer-Urteil 2C_557/2007 vom 21. Dezember 2007 E. 2). Weiter darf
  innerhalb der Steuerverwaltung der Kenntnisstand einer Stelle nicht
  unmittelbar einer anderen Veranlagungsstelle zugeordnet werden, wenn völlig
  andere Personen mit der Angelegenheit befasst sind (vgl. Entscheid der
  Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Abteilung I/1, vom
  10. Oktober 2001, in: GVP 2001 Nr. 27, S. 84 ff., E. 4.a.aa).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Die Nachsteuer ist keine vom ursprünglichen
  Steueranspruch verschiedene Forderung, sondern die Mehrsteuer, die sich nach
  der Revision der ursprünglichen Veranlagung ergibt. Das Nachsteuerverfahren
  hat keinen Strafcharakter und bezweckt einzig die Nachforderung von zu wenig
  veranlagten Steuern. Daher hat ein derartiges Verfahren keine vollumfängliche
  Neuüberprüfung der früheren Veranlagung zur Folge. Die Neueinschätzung ist
  vielmehr auf jene Punkte beschränkt, in denen sich aufgrund der Tatsachen
  oder Beweismittel eine Änderung ergibt. Im Übrigen bleibt die frühere
  tatsächliche und rechtliche Würdigung des Falles massgebend, unabhängig
  davon, ob sich dies zu Gunsten oder zu Ungunsten des Pflichtigen auswirkt
  (BGer-Urteil 2C_263/2018 vom 11. Februar 2019 E. 3.1, mit Hinweisen). 

  
	
   

  
	
  3.2 Der Pflichtige kann im Nachsteuerverfahren steuermindernde
  Vorbringen einbringen, wobei er dieses Verfahren nicht zum Anlass nehmen
  kann, in aller Freiheit auf die gesamte Veranlagung zurückzukommen. Unter dem
  Vorbehalt des offensichtlichen Irrtums kann er nur die Überprüfung derjenigen
  Punkte verlangen, die Gegenstand des Nachsteuerverfahrens bilden (BGer-Urteil
  2C_494/2011, 2C_495/2011 vom 6. Juli 2012 E. 2.3.1, mit Hinweisen).
  Gemäss der Zürcherischen Ordnung müssen im Nachsteuerverfahren jedoch
  allfällige Korrekturen einzelner Positionen zu Gunsten der steuerpflichtigen
  Person auch dann vorgenommen werden, wenn sie die entsprechenden Grundlagen
  bereits im ordentlichen Verfahren hätte geltend machen können, dies jedoch
  versäumt hatte. Vorbehalten bleibt indessen der Grundsatz von Treu und
  Glauben und damit insbesondere das Verbot des widersprüchlichen Verhaltens (Felix Richner et al., Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 2. A.,
  Zürich 2013, § 160 N. 13; Martin E. Looser, in Martin
  Zweifel/Michael Beusch [Hrsg.], DBG, Art. 151 N. 29 ff.). Dabei ist die allgemeine Beweislastregel im
  Steuerrecht zu beachten, wonach die Steuerbehörde die steuerbegründenden
  Tatsachen nachzuweisen hat, während der Steuerpflichtige für jene Tatsachen,
  welche die Steuerschuld mildern oder aufheben, beweisbelastet ist (StE 2010
  B 97.41 Nr. 23, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe
  zusammen mit seiner Ehefrau sein gesamtes Vorsorgekapital in die E.______
  investiert mit dem Ziel, dieses zu vermehren. Entsprechend habe er die
  E.______ in der Form einer nach Gewinn strebenden Kollektivgesellschaft und
  nicht in der Form eines idealistischen Vereins gegründet. Bereits die
  Tatsache, dass er seine BVG-Gelder in die E.______ habe einbringen können,
  belege, dass er selbständig erwerbstätig sei, denn für die Ausübung eines
  Hobbys sei ein Bezug von BVG-Geldern ausgeschlossen. Die E.______ habe
  ursprünglich die Entwicklung von Softwareprogrammen bezweckt. Im Jahr 2012
  seien diese Arbeiten beendet worden und die E.______ habe sich seither mit
  der Entwicklung von Entsalzungsanlagen befasst, obwohl der im Handelsregister
  eingetragene Firmenzweck nicht entsprechend angepasst worden sei. Der
  Prototyp der Entsalzungsanlage sei im Jahr 2014 in […] erstellt worden. Um
  dafür einen Patentschutz zu erhalten, sei im Jahr 2016 die F.______AG
  gegründet worden, bei welcher er und seine Ehefrau eine Organstellung
  innehätten. Die Beschwerdegegnerin 2 begründe mit keinem Wort, weshalb
  das Erfinden, Entwickeln und Verkaufen von Entsalzungsanlagen ein Hobby
  darstelle, zumal für die Annahme eines Hobbys ein fehlender Gewinn nicht
  ausreiche. Ebenso werde nicht begründet, wie aus der ursprünglichen
  Umschreibung des Gesellschaftszwecks auf eine fehlende Gewinnabsicht
  geschlossen werde. Zwar habe die E.______ in den vergangenen Jahren Verluste
  erzielt, doch entspreche dies der Lebenssituation vieler Start-Ups, weshalb
  daraus nicht die Vermutung einer Liebhaberei gezogen werden könne. Seine
  Gewinnabsicht habe sich schliesslich im Jahr 2017 konkretisiert, da damals
  erstmals schwarze Zahlen geschrieben worden seien. Eine erste
  Entsalzungsanlage sei zwischenzeitlich verkauft und ein
  Patentanmeldungsverfahren eingeleitet worden, was die vorinstanzliche
  Behauptung des Vorliegens einer Liebhaberei widerlege. 

  
	
   

  
	
  4.2 Die Beschwerdegegnerin 1 hält fest, dass die
  vom Beschwerdeführer erzielten Einnahmen der D.______AG sowie die bezogenen
  Leistungen der Arbeitslosenversicherung Einnahmen aus unselbständiger
  Tätigkeit darstellten. Das Vorbringen der selbständigen Tätigkeit sei nur für
  die Frage relevant, ob Verluste aus einer selbständigen Erwerbstätigkeit
  nachträglich steuermindernd geltend gemacht und mit den erwähnten Einkünften
  aus unselbständiger Tätigkeit verrechnet werden könnten. Dies könne der
  Beschwerdeführer im vorliegenden Nachsteuerverfahren jedoch nicht mehr
  geltend machen, da er gegen die Qualifikation als Nichterwerbstätiger im
  ordentlichen Steuerverfahren keine Einwendungen erhoben habe, womit die
  Steuerveranlagung in Rechtskraft erwachsen sei. Könnte dies erneut beurteilt
  werden, würde das Nachsteuerverfahren zu einem ordentlichen Steuerverfahren
  werden, was nicht dessen Aufgabe sei. Sollte wider Erwarten die nachträgliche
  Geltendmachung von Verlusten im Nachsteuerverfahren bejaht werden, sei zu
  beachten, dass keine selbständige Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers
  vorliege. Denn die eingereichten Bilanzen der E.______ seien mangelhaft und
  würden keine Gewinnstrebigkeit nachweisen. Stattdessen diene die E.______ der
  Verwaltung der eigenen Beteiligung und der Einbuchung von Einkünften, zumal
  abgesehen vom Handelsregistereintrag nach wie vor kein Auftritt der
  Gesellschaft nach aussen erkennbar sei. Schliesslich habe sie eigenständig zu
  prüfen, ob eine selbständige Erwerbstätigkeit vorliege. Dabei sei sie nicht
  an die Beurteilung durch die Sozialversicherungsbehörden, welche zur
  Auszahlung des BVG-Kapitals geführt gehabt habe, gebunden, zumal diese
  jeweils vor der Auszahlung des Kapitals keine substanzielle Prüfung vornehmen
  würden. 

  
	
   

  
	
  4.3 Die Beschwerdegegnerin 2 weist daraufhin, dass
  aus dem vom Beschwerdeführer gemachten Vorbezug der BVG-Gelder nicht im
  Rahmen einer natürlichen Vermutung auf eine selbständige Erwerbstätigkeit
  geschlossen werden könne. Denn der Vorbezug stelle einen äusseren Vorgang mit
  der Absicht, eine selbständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen, dar. Ob eine
  selbständige Tätigkeit dann vorliege, sei eine andere Frage und müsse als
  steuermindernde Tatsache entsprechend den allgemeinen Beweislastregeln vom
  Beschwerdeführer substantiiert dargelegt werden, was er vorliegend nicht
  gemacht habe. Hinzuweisen sei darauf, dass ihr die Bilanzen der E.______ der
  Jahre 2017 und 2018 nicht vorgelegen seien, weshalb im Falle des Obsiegens
  des Beschwerdeführers im vorliegenden Beschwerdeverfahren ihm die aufgrund
  des verspäteten Vorbringens verursachten Kosten aufzuerlegen seien.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 In grundsätzlicher Hinsicht ist unbestritten, dass
  das dem Beschwerdeführer entrichtete Entgelt der D.______AG Einkünfte aus
  einem von diesem abgeschlossenen Arbeitsverhältnis darstellt, womit dieses
  als Erwerbseinkommen aus unselbständiger Tätigkeit steuerbar ist (vgl. Art.
  17 Abs. 1 DBG). Ebenso erhebt der Beschwerdeführer zu Recht keine
  Einwendungen dagegen, dass die von der Arbeitslosenversicherung entrichteten
  Leistungen der Einkommenssteuer unterliegen. Denn mit den von der
  Arbeitslosenversicherung entrichteten Taggeldleistungen wird dem
  Beschwerdeführer weggefallenes Arbeitseinkommen ersetzt, womit diese
  steuerbare Erwerbsersatz-einkünfte darstellen (Richner
  et al., § 23 N. 15). Ebenso ist unbestritten, dass die
  vorerwähnten Einkünfte keinen Eingang in die Steuererklärung des Jahres 2015
  gefunden haben, obwohl dem Beschwerdeführer aufgrund des in Rechtskraft
  erwachsenen Steuerdomizilentscheids vom 15. Juni
  2015 klar sein musste, dass er für das Jahr 2015 weiterhin der Steuerpflicht
  des Kantons Glarus unterlag. Damit waren diese Einkünfte nicht Bestandteil
  der definitiven Steuerveranlagung 2015 vom 24. Februar 2017, womit diese
  keiner Besteuerung unterlagen. Folglich liegt ein Steuerausfall vor.

  
	
   

  
	
  Es obliegt dem
  Beschwerdeführer als Steuerpflichtiger, die von ihm einzureichende
  Steuererklärung vollständig und richtig auszufüllen. Entsprechend darf die
  Beschwerdegegnerin 1 grundsätzlich darauf vertrauen, dass dieser den ihm
  obliegenden Pflichten nachkommt. So ist die Beschwerdegegnerin 1 ohne
  das Vorhandensein einschlägiger Hinweise nicht verpflichtet, bei Dritten nach
  allfälligen Belegen betreffend das Einkommen des Beschwerdeführers zu suchen.
  Dass der Beschwerdeführer im Jahr 2015 arbeitstätig war bzw. Leistungen
  der Arbeitslosenversicherung bezog, erfuhr die Beschwerdegegnerin 1 erst
  nach der Eröffnung der definitiven Steuerveranlagung 2015 aufgrund der
  Zustellung der entsprechenden Belege durch die Steuerverwaltung […]. Damit
  lagen neue, durch einschlägige Beweismittel erstellte Tatsachen vor, gestützt
  worauf die Beschwerdegegnerin 1 berechtigt war, ein Nachsteuerverfahren
  einzuleiten, wogegen der Beschwerdeführer zu Recht keine Einwendungen erhebt.

  
	
   

  
	
  Zu klären bleibt
  nachfolgend, ob der Beschwerdeführer die aus der Tätigkeit der E.______ im
  Jahr 2015 erwirtschafteten Verluste im vorliegenden Nachsteuerverfahren als
  steuermindernde Tatsache geltend machen und von seinen steuerbaren Einkünften
  abziehen kann (vgl. Art. 25 und Art. 27 Abs. 2 lit. b DBG). 

  
	
   

  
	
  5.2 In diesem Zusammenhang macht die
  Beschwerdegegnerin 1 in grundsätzlicher Hinsicht geltend, die vom
  Beschwerdeführer angerufene selbständige Tätigkeit sei im vorliegenden
  Nachsteuerverfahren als steuermindernde Tatsache nicht mehr zu hören, da er entsprechende
  Vorbringen bereits anlässlich des ordentlichen Steuer-veranlagungsverfahrens
  hätte geltend machen müssen. Wie sich aus den vorne in E. II/3.2
  gemachten Ausführungen zeigt, können steuermindernde Tatsachen selbst unter
  Anwendung der Zürcherischen Praxis nur unter dem Vorbehalt des
  widersprüchlichen Verhaltens im Nachsteuerverfahren vorgebracht werden. Der
  Beschwerdeführer hat gegen seine Einstufung als Nichterwerbstätiger in der
  definitiven Steuerveranlagung keine Einwände erhoben. Er hat insbesondere
  innert der nach Eröffnung der definitiven Steuerveranlagung laufenden
  Einsprachefrist kein Rechtsmittel erhoben und in diesem Zusammenhang auf die
  Tätigkeit der E.______ sowie auf die daraus erzielten Verluste aufmerksam
  gemacht. Erst als die Beschwerdegegnerin 1 durch die Auskunft der
  Steuerverwaltung […] erfahren hatte, dass er im Jahr 2015 Einkünfte aus
  unselbständiger Erwerbstätigkeit bzw. Leistungen der
  Arbeitslosenversicherung bezogen hatte, legte er die Tätigkeit der E.______
  dar. Ein solches Verhalten ist als treuwidrig einzustufen, da der
  Beschwerdeführer trotz der ihm obliegenden Deklarationspflicht (vgl. Art. 124
  Abs. 2 DBG) über die von ihm erzielten
  Einkünfte nicht informierte und auf die Tätigkeit der E.______ einzig
  aufgrund des nachträglichen Entdeckens seiner im Jahr 2015 erzielten
  Einkünfte hinwies. Damit wäre die vom Beschwerdeführer erstmals im
  Nachsteuerverfahren als steuermindernde Tatsache angerufene selbständige
  Erwerbstätigkeit sogar unter Anwendung der Zürcherischen Praxis nicht zu
  hören. Selbst wenn aber eine vollumfängliche Prüfung der vom Beschwerdeführer
  vorgebrachten Einwendungen in Sachen selbständige Erwerbstätigkeit
  vorgenommen würde, müsste eine selbständige Tätigkeit des Beschwerdeführers
  für die E.______ im Jahr 2015 verneint werden, worauf nachfolgend eingegangen
  wird. Dabei ist zu beachten, dass dem Beschwerdeführer die Beweislast für
  steuermindernde Tatsachen obliegt.

  
	
   

  
	
  5.3 Aus der Tatsache, dass dem Beschwerdeführer sein
  Vorsorgeguthaben ausbezahlt worden ist, kann dieser entgegen seinen
  Ausführungen nichts zu seinen Gunsten ableiten, da nur aufgrund der
  Auszahlung der Vorsorgegelder noch nicht bestimmt ist, ob dieser tatsächlich
  eine selbständige Erwerbstätigkeit aufgenommen hat (vgl. BGer-Urteil
  2C_1256/2010 vom 7. Juni 2011).

  
	
   

  
	
  Wesentliche
  Unterscheidungskriterien der selbständigen von der unselbständigen
  Erwerbstätigkeit sind vielmehr die Eigenständigkeit in der Gestaltung der
  betrieblichen Abläufe, das Fehlen von Weisungsbefugnissen Dritter und das
  Geschäfts- und Verlustrisiko. Der selbständig Erwerbstätige handelt auf
  eigene Rechnung und eigene Gefahr. Das Entgelt für seine Tätigkeit wird nicht
  im Rahmen eines Unterordnungsverhältnisses ausgerichtet. Als Indizien für
  eine selbständige Tätigkeit gelten die Vornahme erheblicher Investitionen,
  das Vorhandensein eigener Geschäftsräumlichkeiten, die Beschäftigung von
  eigenem Personal, das Unternehmerrisiko, das Tragen der vollen Verantwortung
  nach aussen sowie das Vorhandensein verschiedener und wechselnder Auftraggeber
  je nach konkreter Auftragslage (Richner et al., § 18 N. 18a). 

  
	
   

  
	
  Von der Liebhaberei oder
  einem Hobby grenzt sich die selbständige Tätigkeit dadurch ab, dass sie auf
  die Erzielung eines Erwerbseinkommens ausgerichtet ist, was sich nach einem
  subjektiven und einem objektiven Kriterium beurteilt: Zum einen muss die
  Absicht, Gewinn zu erzielen, gegeben sein; zum anderen muss aber auch die
  Tätigkeit zur nachhaltigen Gewinnerzielung geeignet sein (BGer-Urteil
  2C_188/2015, 2C_189/2015 vom 23. Oktober 2015 E. 2.2). Der fehlende
  Gewinn alleine lässt eine Tätigkeit jedoch noch nicht als Liebhaberei
  erscheinen; das Erzielen bzw. Fehlen eines wirtschaftlichen Erfolgs als
  einziges Kriterium für die Zuordnung von Grenzfällen taugt nicht. Vielmehr
  ist auf das Fehlen von Gewinnstrebigkeit bzw. Gewinnaussichten innert
  absehbarer Zeit abzustellen. Der hier relevante Zeitraum lässt sich nicht
  generell bestimmen. Wird aber innert fünf bis zehn Jahren kein nennenswerter
  Gewinn erzielt, stellt dies ein gewichtiges Indiz dafür dar, dass die
  diesbezügliche Tätigkeit keine selbständige Erwerbstätigkeit, sondern ein
  Hobby darstellt (Richner et al., § 18 N. 38;
  Markus Reich/Markus Weidmann, in Martin Zweifel/Michael Beusch, DBG,
  Art. 16 N. 27, Art. 18 N. 15b). 

  
	
   

  
	
  5.4 

  
	
  5.4.1 Die E.______ wurde in der Form der
  Kollektivgesellschaft gegründet. Eine solche kann ein nach kaufmännischer Art
  geführtes Gewerbe betreiben (vgl. Art. 552 Abs. 1 des
  Obligationenrechts vom 30. März 1911 [OR]). Dies ist jedoch entgegen den
  Ausführungen des Beschwerdeführers gesetzlich nicht zwingend vorgesehen.
  Stattdessen sieht Art. 553 OR die mögliche Gründung einer
  nichtkaufmännischen Kollektivgesellschaft vor. Entsprechend kann nicht
  bereits aufgrund der vorgenommenen Gründung einer Kollektivgesellschaft auf
  eine selbständige Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers geschlossen werden.

  
	
   

  
	
  5.4.2 

  
	
  5.4.2.1 Für die Beurteilung der Frage, ob eine selbständige
  Erwerbstätigkeit vorliegt, ist unter anderem die buchhalterische Erfassung
  der Gesellschaft massgebend (Richner et al., § 18 N. 4). In den
  Akten finden sich die Buchhaltungsunterlagen der E.______ der Jahre 2011 bis
  2018, woraus sich verschiedene Widersprüche ergeben. So findet sich die
  Jahresrechnung 2015 insgesamt drei Mal in den Akten, wobei jedes Exemplar
  jeweils ein anderes Ausstellungsdatum aufweist und die drei Rechnungen 2015
  inhaltlich nicht übereinstimmen. So weist beispielsweise die am
  18. April 2018 erstellte Rechnung im Jahr 2015 ein Total von Forderungen
  aus Lieferungen und Leistungen von Fr. 50'627.53 aus, während die am
  18. Mai 2018 erstellte Rechnung ein Total von Forderungen aus
  Lieferungen und Leistungen im Jahr 2015 von Fr. 125'917.80 enthält.
  Ebenso unterscheidet sich das ausgewiesene Anlagevermögen massgeblich, wird
  dieses doch zum einen mit Fr. 4'300.- und zum anderen mit
  Fr. 26'021.59 beziffert. Entsprechend werden im einen Fall Aktiven in
  der Höhe von Fr. 54'927.53 ausgewiesen, während im anderen Fall solche
  von Fr. 152'760.60 genannt werden. Dasselbe Bild präsentiert sich auf
  der Passivseite, wo in der einen Jahresrechnung 2015 beispielsweise das
  Darlehen des "Aktionärinhabers" mit Fr. 308'338.60 und der Verlust mit
  Fr. -138'331.23 ausgewiesen werden, während in der anderen Rechnung 2015
  das Darlehen des "Aktionärinhabers" mit Fr. 353'963.30 und der Verlust mit
  Fr. -127'125.- bestimmt werden. Wiederum ein anderes Darlehen des "Aktionärinhabers" präsentiert die am 9. April 2019 erstellte Jahresrechnung
  2015 mit Fr. 330'637.25 und einem Gewinn-/Verlustvortrag von Fr.
  -50'227.58, während die am 18. Mai 2018 erstellte Rechnung einen solchen
  von Fr. -73'553.93 benennt und die Rechnung vom 18. April 2018 gar
  keinen Gewinn-/Verlustvortrag enthält. 

  
	
   

  
	
  Sodann finden sich auch
  die Rechnungen der Jahre 2012 bis 2014 sowie des Jahres 2016 doppelt in den
  Akten, wobei bei einem Vergleich dieser Jahresrechnungen ebenfalls
  Ungereimtheiten festzustellen sind, stimmen doch insbesondere das Darlehen
  des "Aktionärinhabers" (Ziff. 2100) und der Gewinn-/Verlustvortrag
  (Ziff. 2990) jeweils nicht überein. 

  
	
   

  
	
  Während die Bilanzen der
  Geschäftsjahre 2012 bis 2016 allesamt einen Verlust ausweisen, enthalten jene
  der Geschäftsjahre 2017 und 2018 einen Gewinn. Wie dieser entstanden ist,
  lässt sich weder aus den eingereichten Unterlagen noch aus einer
  Stellungnahme des Beschwerdeführers dazu entnehmen, was die
  Beschwerdegegnerin 1 zu Recht festhält. Ferner ist nicht erklärbar, aus
  welchem Grund die Jahresrechnung 2017 einen Verlustvortrag von Fr.
  -222'488.68 enthält, während die Jahresrechnung 2016 einen davon abweichenden
  totalen Verlust von Fr. -245’815.03 (Verlustvortrag von Fr. -200'678.93
  zuzüglich Verlust 2016 von Fr. -45'136.10) ausweist. 

  
	
   

  
	
  Wie sich die
  Geschäftsjahre der E.______ und damit insbesondere das vorliegend
  interessierende Geschäftsjahr 2015 nun tatsächlich präsentierten, kann aus
  den sich massgeblich widersprechenden Jahresrechnungen nicht abgeleitet
  werden. Denn es ist aus den vorhandenen Akten nicht nachvollziehbar, worin
  die Widersprüche der verschiedenen Varianten der Jahresrechnungen gründen. Damit
  müssen diese Jahresrechnungen als nicht aussagekräftig eingestuft werden.

  
	
   

  
	
  5.4.2.2 Neben den Jahresrechnungen finden sich
  Buchungslisten der Geschäftsjahre 2012 – 2016 in den Akten. Daraus lässt sich
  zum einen entnehmen, dass die E.______ verschiedene, weder mit deren im
  Handelsregister eingetragenen noch mit deren vom Beschwerdeführer genannten
  Zweck der Entwicklung von Entsalzungsanlagen vereinbare Buchungen tätigte. So
  werden beispielsweise am 21. Juni 2013 unter dem Titel "Visana Versicherung G.______", am 10. Januar 2014 unter dem Titel "Visana", am
  22. April 2014 unter dem Titel "Spitex
  Glarus", am 4. Juli 2014 und
  am 29. Juli 2014 unter dem Titel "KK
  Elm", am 28. August 2014
  unter dem Titel "Zahl an KB
  KK Elm", und am
  1. September 2014 unter dem Titel "Zahl
  KB Hirslanden" Buchungen für
  Krankenkassen und Gesundheitskosten getätigt. Zudem findet sich am
  4. Juli 2014 eine Buchung für eine Segelfluggruppe, am 7. August
  2014 eine solche für den Cornelia Versand und am 21. August 2014 eine
  solche für Swisslos. Auch werden mehrmals Bussen und Parkgebühren verbucht
  (beispielsweise am 1. und 18. Mai 2015 sowie am 15. Juni 2015),
  wobei unklar bleibt, ob diese in einem geschäftlichen Zusammenhang stehen.
  Zum anderen wurden in den Geschäftsjahren 2012 bis 2016 massgebliche
  Geldbezüge getätigt, ohne dass aus den Buchhaltungsunterlagen ersichtlich
  wäre, wofür dieses Geld investiert worden war. Weiter bestehen die
  Buchungslisten hauptsächlich aus Buchungen im Zusammenhang mit einer […],
  womit wohl die mittlerweile im Handelsregister gelöschte H.______AG, bei
  welcher der Beschwerdeführer eine Organstellung innehatte, gemeint ist. Wie
  die E.______ mit der mittlerweile konkursiten H.______AG zusammenarbeitete,
  legte der Beschwerdeführer nicht dar.

  
	
   

  
	
  Im Gegensatz dazu finden
  sich keine Buchungen, welche sich klar einer eigenen geschäftlichen Tätigkeit
  der E.______ und damit zusammenhängenden Ausgaben oder Einnahmen zuordnen
  lassen. Insbesondere sind keine Auslagen für benötigte Geschäftsräume, für
  notwendige Material- oder Maschinenanschaffungen beispielsweise im
  Zusammenhang mit der Entwicklung der Entsalzungsanlagen oder aber für von der
  E.______ angestelltes Personal zu finden. Dies, obwohl der Beschwerdeführer
  ausführt, den Prototyp der Entsalzungsanlage im Jahr 2014 in […] getestet
  gehabt zu haben. Es ist schlichtweg nicht vorstellbar, dass eine Testphase
  einer neuen Erfindung im Ausland ohne Investitionen in Materialen sowie ohne
  fachmännische personelle Begleitung hat stattfinden können. Entsprechende
  Personal- und Materialausgaben müssten in der Buchungsliste der Gesellschaft
  enthalten sein, wären denn solche Ausgaben getätigt worden. Ferner würde auch
  eine Erfolgsrechnung Auskunft über den von der E.______ während einer
  bestimmten Zeitspanne erwirtschafteten Aufwand und Ertrag geben, gestützt
  worauf der geschäftliche Erfolg bestimmt werden könnte. Da sich eine solche
  nicht bei den Akten befindet, kann auch diese für die Bestimmung einer
  geschäftlichen Tätigkeit nicht herangezogen werden. Zusammenfassend lässt das
  Fehlen einschlägiger Buchungen einzig den Schluss zu, dass die E.______
  keiner nachvollziehbaren geschäftlichen Tätigkeit nachging, weder in Bezug
  auf die Entwicklung von Softwareprogrammen noch in Bezug auf die Entwicklung
  von Entsalzungsanlagen. 

  
	
   

  
	
  5.4.2.3 Sodann weist die Beschwerdegegnerin 1 zu Recht
  daraufhin, dass kein geschäftlicher Auftritt der E.______ gegen aussen
  erkennbar ist. Dies im Gegensatz zur F.______AG, welche über einen
  Internetauftritt verfügt und damit insbesondere Entsalzungsanlagen
  vermarktet. Ferner ergibt sich aus den vom Beschwerdeführer eingereichten
  Vertragsunterlagen, dass die F.______AG Ende Juli 2018 einen Vertrag mit
  einem Auftraggeber betreffend eine Meerwassersalzanlage hat abschliessen
  können. Mit einem weiteren möglichen Vertragspartner wurde am 16. Januar
  2019 eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit unterzeichnet. Diese
  Unterlagen lassen Rückschlüsse auf eine geschäftliche Tätigkeit der
  F.______AG zu, weisen aber auf keinen Zusammenhang zu einer allfälligen geschäftlichen
  Tätigkeit der E.______ hin. Stattdessen erwecken sie den Eindruck, dass die
  Entwicklung wie auch der Verkauf der Entsalzungsanlagen die Aufgabe der
  F.______AG darstellt, nicht aber der E.______, zumal die im Handelsregister
  eingetragene Zweckbestimmung der E.______ keinen Bezug zu Entsalzungsanlagen
  aufweist, dies im Gegensatz zu jener der F.______AG.

  
	
   

  
	
  Zwar haben die E.______
  und die F.______AG am 6. Februar 2017 einen Vertriebsübernahmevertrag
  abgeschlossen, womit die F.______AG unter anderem zur weiteren Entwicklung
  der Entsalzungsanlagen wie auch zu deren Patentierung ermächtigt wurde. Aus
  der PCT Patentanmeldung zeigt sich jedoch, dass die Patentanmeldung durch die
  F.______AG bereits im September 2016 und damit mehrere Monate vor dem
  erwähnten Vertragsabschluss vorgenommen worden war, wird doch als
  Prioritätstag der 7. September 2016 angegeben. Dies verdeutlicht den aus
  den vorhandenen Unterlagen gewonnen Eindruck, dass der F.______AG und nicht
  der E.______ die Entwicklung der Entsalzungsanlagen oblag, zumal eine
  geschäftliche Tätigkeit der E.______ im Zusammenhang mit der Entwicklung von
  Entsalzungsanlagen nicht feststellbar ist (vgl. vorne E. II/5.4.2.1
  und 5.4.2.2).

  
	
   

  
	
  5.4.2.4 Ist eine geschäftliche Tätigkeit der E.______ nicht
  erkennbar, muss daraus folgen, dass eine Absicht zur Gewinnerzielung und
  damit eine Gewinnstrebigkeit der E.______ nicht gegeben sind. Nicht
  einschlägig ist in diesem Zusammenhang der Hinweis des Beschwerdeführers auf
  Start-Up Unternehmen. Zwar ist dem Beschwerdeführer insofern zuzustimmen, als
  dass Start-Up Unternehmen in der Regel anfänglich einige Jahre Verluste
  erzielen. Diese werden aber in den Buchhaltungsunterlagen im Zusammenhang mit
  einer geschäftlichen Tätigkeit in begründeter Weise ausgewiesen und lassen
  sich durch geschäftlich notwendige Aufwendungen erklären. Dies im Gegensatz
  zu den vorliegenden Buchhaltungsunterlagen der E.______, aus welchen nicht
  auf eine geschäftliche Tätigkeit geschlossen werden kann. Damit gelingt es
  dem Beschwerdeführer nicht, eine steuermindernde Tatsache zu belegen, was
  aufgrund der ihm obliegenden Beweislast zu seinen Ungunsten ausfällt. 

  
	
   

  
	
  5.4.2.5 Schliesslich sprechen auch die vom Beschwerdeführer
  im Jahr 2015 erzielten Erwerbseinkünfte gegen das Vorliegen von dessen
  selbständiger Arbeitstätigkeit für die E.______. Denn der Beschwerdeführer
  hat von Anfang Januar 2015 bis Ende April 2015 von der D.______AG Lohn in der
  Höhe von Fr. 27'889.50 bezogen. Im Anschluss daran leistete die
  Arbeitslosenversicherung ab Ende April 2015 bis Ende Dezember 2015 eine
  Arbeitslosenentschädigung im Umfang von Fr. 49'819.-. Daraus resultieren
  Gesamteinkünfte des Beschwerdeführers im Jahr 2015 von Fr. 77'708.50. 

  
	
   

  
	
  In der
  Arbeitslosenversicherung versichert und beitragspflichtig ist der
  Arbeitnehmer, der nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1946 über die
  Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) versichert ist und für
  Einkommen aus unselbständiger Arbeitstätigkeit beitragspflichtig ist
  (vgl. Art. 2 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
  obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung vom
  25. Juni 1982 [AVIG]). Als Arbeitnehmer gelten Personen, die in
  unselbständiger Stellung Arbeit leisten und dafür massgebenden Lohn nach dem
  jeweiligen Einzelgesetz beziehen (Art. 10 des Bundesgesetzes über den
  Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000
  [ATSG]). Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat ein Versicherter, welcher
  insbesondere ganz oder teilweise arbeitslos (Art. 8 Abs. 1
  lit. a AVIG) sowie vermittlungsfähig ist (Art. 8 Abs. 1
  lit. f AVIG). Als ganz arbeitslos gilt, wer in keinem Arbeitsverhältnis
  steht und eine Vollzeitbeschäftigung sucht (Art. 10 Abs. 1 AVIG).
  Der Arbeitslose ist vermittlungsfähig, wenn er bereit, in der Lage und
  berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit aufzunehmen und an
  Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (Art. 15 Abs. 1 AVIG). 

  
	
   

  
	
  Im Rahmen einer
  unselbständigen Tätigkeit für die D.______AG erzielte der Beschwerdeführer
  einen durchschnittlichen Monatslohn von Fr. 6‘972.35 (Fr. 27‘889.50
  / 4 Monate). Nach Beendigung dieses Arbeitsverhältnisses erhielt er eine
  monatliche Arbeitslosenentschädigung von durchschnittlich Fr. 6‘227.35
  (Fr. 49‘819.- / 8 Monate). Daraus muss folgen, dass der
  Beschwerdeführer zuerst in einem Vollzeitpensum tätig war und daran
  anschliessend Leistungen als vollständig Arbeitsloser von der
  Arbeitslosenversicherung bezogen hatte. Damit der Beschwerdeführer Leistungen
  der Arbeitslosenversicherung beziehen konnte, musste er als vermittlungsfähig
  eingestuft worden sein (Art. 8 Abs. 1 lit. f AVIG i.V.m.
  Art. 15 AVIG). Wurde der Beschwerdeführer als vollständig Arbeitsloser
  bei der Arbeitslosenversicherung anerkannt und wurden ihm entsprechende
  Leistungen ausgerichtet, muss daraus geschlossen werden, dass er nicht
  zusätzlich in einem umfassenden Pensum für die E.______ in einer
  selbständigen Tätigkeit erwerbstätig sein konnte. Wäre der Beschwerdeführer
  stattdessen für die E.______ im Rahmen einer selbständigen Tätigkeit
  arbeitstätig gewesen, hätte ihm in diesem Umfang die Vermittlungsfähigkeit
  gefehlt, womit ihm keine Leistungen der Arbeitslosenversicherung hätten
  entrichtet werden können bzw. diese massgeblich gekürzt worden wären.
  Anhaltspunkte dafür finden sich in den vorhandenen Akten keine, zumal die
  Buchhaltungsunterlagen der E.______ keine Ausgaben für von ihr beschäftigtes
  Personal enthalten (vgl. vorne E. II/5.4.2.2). Damit ist davon
  auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2015 in einem Vollzeitpensum
  unselbständig arbeitstätig war bzw. als vollständig Arbeitsloser Leistungen
  der Arbeitslosen-versicherung bezog, was das zusätzliche Vorliegen einer
  selbständigen Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers ausschliesst. 

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  Aus vorstehend Gesagtem
  folgt, dass die Beschwerdegegner das Vorliegen einer selbständigen Erwerbstätigkeit
  zu Recht verneint haben. Damit ist der von der E.______ im Jahr 2015 erzielte
  Geschäftsverlust nicht von den vom Beschwerdeführer im Jahr 2015 in
  unselbständiger Erwerbstätigkeit erzielten Einkünften abziehbar, weshalb die
  Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist. 

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  Nach Art. 145
  Abs. 2 i.V.m. Art. 144
  Abs. 1 DBG hat die Partei, welche im Beschwerdeverfahren unterliegt, die
  amtlichen Kosten zu tragen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die
  Gerichtskosten in der Höhe von pauschal Fr. 500.- dem Beschwerdeführer
  aufzuerlegen. Diese sind mit dem von ihm bereits geleisteten Kostenvorschuss
  in gleicher Höhe zu verrechnen. Ausgangsgemäss ist dem Beschwerdeführer keine
  Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 145 Abs. 2 DBG i.V.m.
  Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
  das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 [VwVG]).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt und
    mit dem von ihm bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe
    verrechnet.

    
	
    3.

    	
    Eine
    Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]