# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a16d3e91-dfcc-5025-af30-1018a66e5b76
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 19.11.2014 SU140043
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SU140043_2014-11-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: SU140043-O/U/jv 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

L. Chitvanni und Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz sowie der  

Gerichtsschreiber lic. iur. P. Rietmann 

Urteil vom 19. November 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

gegen 

 

Statthalteramt Bezirk Horgen,  
Verwaltungsbehörde und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Tätlichkeiten 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht, vom 
4. Februar 2014 (GC130014) 
 

-   2   - 

Strafbefehl: 

Der Strafbefehl des Statthalteramtes des Bezirks Horgen vom 18. Oktober 2012 

(Urk. 2/7) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 49 und Urk. 54 S. 17 f.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 400.–.  

3. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatz-

freiheitsstrafe von 4 Tagen. 

4. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 800.–. Über die weiteren Kosten (Barauslagen 

usw.) wird die Gerichtskasse Rechnung stellen. Wird auf eine schriftliche Begründung des 

Urteils verzichtet, so reduziert sich die Gerichtsgebühr um einen Drittel. 

5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

auferlegt, aber einstweilen abgeschrieben. Vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für das gesamte Verfahren eine  

Prozessentschädigung von Fr. 3'000.– (inkl. MwSt.) zu bezahlen. 

7. (Mitteilungen.) 

8. (Rechtsmittel.)" 

Berufungsanträge: 

a) des Beschuldigten (Urk. 55, sinngemäss): 

  Vollumfänglicher Freispruch. 

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b) des Statthalteramtes des Bezirks Horgen: 

  Verzicht auf Antragstellung. 

c) des Privatklägers B._____ (Urk. 75): 

  1. Die Berufung sei abzuweisen und das Urteil des Einzelgerichts in 

Strafsachen des Bezirksgerichts Horgen vom 4. Februar 2014 sei 

vollumfänglich zu bestätigen. 

  2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Beschuldigten 

und Berufungskläger aufzuerlegen. 

  3. Der Beschuldigte und Berufungskläger sei zu verpflichten, den 

Privatkläger angemessen zu entschädigen. 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Mit Strafbefehl vom 18. Oktober 2012 bestrafte das Statthalteramt Horgen 

den Beschuldigten wegen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB mit  

einer Busse von Fr. 400.–. Ausserdem wurde der Beschuldigte verpflichtet,  

Kosten in Höhe von Fr. 330.– zu bezahlen (Urk. 2/7). Dagegen liess er innert Frist 

Einsprache erheben (Urk. 2/12). 

2. Nach Durchführung der Untersuchung hielt das Statthalteramt Horgen am 

Strafbefehl vom 18. Oktober 2012 fest und überwies die Akten an das Bezirks-

gericht Horgen, wobei es für die Durchführung der Untersuchung zusätzliche  

Kosten von Fr. 239.– veranschlagte (Urk. 1).  

3. Das Bezirksgericht Horgen führte am 4. Februar 2014 die Hauptverhandlung 

durch (Prot. I S. 7 ff.), sprach den Beschuldigten mit gleichentags gefälltem Urteil 

der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig und bestätigte die 

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durch das Stadtrichteramt ausgefällte Busse von Fr. 400.–. Es setzte die  

Gerichtsgebühr auf Fr. 800.– fest und auferlegte die Kosten der Untersuchung 

und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens dem Beschuldigten, wobei es  

diese Kosten zugleich einstweilen abgeschrieben hat. Des Weiteren wurde  

der Beschuldigte verpflichtet, dem Privatkläger eine Prozessentschädigung von 

Fr. 3'000.– zu bezahlen (Urk. 39, Urk. 49 und Urk. 54). Gegen das mündlich  

eröffnete Urteil meldete der Beschuldigte mit Eingabe vom 12. Februar 2014  

(Datum des Poststempels) fristgerecht Berufung an (Urk. 41). Seine Berufungs-

erklärung reichte der Beschuldigte am 17. Juni 2014 – ebenfalls innert Frist – ein 

(Urk. 55; Urk. 50/3). 

II. Prozessuales 

1. Der Beschuldigte verlangt mit seiner Berufung, dass er freizusprechen sei 

(Urk. 41 und 55), weshalb davon auszugehen ist, dass er das vorinstanzliche  

Urteil vollumfänglich anficht (vgl. Art. 399 Abs. 3 lit. a StPO). 

2.1 Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile  

erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise  

abgeschlossen worden ist. Im Rahmen einer Berufung überprüft das Obergericht 

den vorinstanzlichen Entscheid üblicherweise frei bezüglich sämtlicher  

Tat-, Rechts- und Ermessensfragen (Art. 398 Abs. 3 StPO). Bildeten jedoch aus-

schliesslich Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Hauptverfahrens,  

so schränkt Art. 398 Abs. 4 Satz 1 StPO die Kognition der Berufungsinstanz ein. 

In diesen Fällen darf das angefochtene Urteil lediglich dahingehend überprüft 

werden, ob es rechtsfehlerhaft ist, d.h. ob eine Rechtsverletzung durch die  

Vorinstanz vorliegt, oder ob eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sach-

verhaltes gegeben ist. Relevant sind dabei klare Versehen bei der Sachverhalts-

ermittlung, wie namentlich Irrtümer oder offensichtliche Diskrepanzen zwischen 

der sich aus den Akten sowie der Hauptverhandlung ergebenden Akten-  

und Beweislage sowie der Urteilsbegründung. Weiter in Betracht kommen  

Fälle, in denen die gerügte Sachverhaltsfeststellung auf einer Verletzung von  

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Bundesrecht, in erster Linie von Verfahrensvorschriften der StPO selbst,  

beruht. Gesamthaft gesehen dürften regelmässig Konstellationen relevant sein, 

die als willkürliche Sachverhaltserstellung zu qualifizieren sind (vgl. Schmid,  

Praxiskommentar StPO, Zürich 2013, N 12 f. zu Art. 398 StPO; Eugster in  

Basler Kommentar zur StPO, Basel 2011, N 3 zu Art. 398 StPO). Willkür bei  

der Beweiswürdigung liegt sodann vor, wenn der angefochtene Entscheid  

offensichtlich unhaltbar ist oder mit der tatsächlichen Situation in klarem  

Widerspruch steht. Dass eine andere Lösung oder Würdigung ebenfalls vertretbar 

erscheint oder gar vorzuziehen wäre, genügt nicht (vgl. BGE 134 I 140 E. 5.4 mit 

Hinweisen). Eine vertretbare Beweiswürdigung ist daher noch nicht willkürlich, 

auch wenn die Berufungsinstanz anstelle des Vorderrichters allenfalls anders  

entschieden hätte. 

 Das Obergericht hat somit zu überprüfen, ob die vom Beschuldigten  

vorgebrachten Beanstandungen von der Überprüfungsbefugnis gemäss Art. 398 

Abs. 4 StPO gedeckt sind. In einem allfälligen nicht von der genannten Befugnis 

umfassten Umfang kann auf die Einwendungen nicht eingegangen werden. Es ist 

mit anderen Worten festzustellen, ob das vorinstanzliche Urteil im Bereich der  

zulässigen Kognition Fehler aufweist. 

2.2 Gemäss Art. 398 Abs. 4 Satz 2 StPO können zudem neue Behauptungen 

und Beweise im Berufungsverfahren nicht mehr vorgebracht werden, wenn  

ausschliesslich Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Hauptverfahrens 

bildeten. 

2.3 Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz nicht 

mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne 

Vorbringen ausdrücklich widerlegen oder bestätigen muss (vgl. Entscheid des 

Bundesgerichtes vom 9. September 2002, 1P.378/2002 E. 5.1 sowie Entscheid 

des Bundesgerichts vom 6. März 2012, 6B_696/2011 E. 2.3). Die Berufungs-

instanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte  

beschränken. 

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3. Hinsichtlich der Gültigkeit des Strafantrags des Privatklägers kann  

vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen  

werden (Urk. 54 S. 5; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

4. Der Beschuldigte macht im Rahmen seiner Berufungserklärung in  

prozessualer Hinsicht geltend, dass er annehme, dass das Statthalteramt nicht  

alle Beweise an die Vorinstanz weitergegeben habe. So gehe er davon aus, dass 

z.B. der Stempelzettel seiner Arbeitsstelle nicht weitergeleitet worden sei. Seine 

Beschwerden und Anzeigen seien im Übrigen noch nicht behandelt worden.  

Dies habe wahrscheinlich auch damit zu tun, dass der Privatkläger mit der Polizei 

in C._____ befreundet oder bekannt sei (Urk. 55 S. 1 ff.). Vorliegend gibt  

es keinerlei Hinweise darauf, dass das Statthalteramt Beweise nicht an die  

Vorinstanz weitergeleitet haben könnte. Eine Arbeitszeittabelle wurde durch  

den Beschuldigten selbst eingereicht (Urk. 38/5) und die Vorinstanz hat ihren  

Entscheid in Kenntnis dieser Tabelle getroffen (vgl. Urk. 54 S. 8). Auch von  

einer Freundschaft einzelner Beamter mit dem Privatkläger und einer damit  

einhergehenden Beeinflussung des polizeilichen Ermittlungsverfahrens ist  

mangels diesbezüglicher Hinweise nicht auszugehen. Es besteht folglich auch 

keinerlei Grund, die Rapporte und Berichte von D._____ und E._____ als unzu-

lässig zu erachten, wie es der Beschuldigte geltend macht.  

Inwiefern bei der Einholung der Berichte verbotene Beweiserhebungsmethoden 

zum Einsatz gelangt sein sollen (vgl. Urk. 55 S. 1 f.), ist nicht  

ersichtlich. Insbesondere dem Bericht von E._____ vom 19. September 2013 

lässt sich keinerlei Hinweis auf eine Beeinflussung durch den Privatkläger ent-

nehmen, zumal der Beschuldigte im Bericht gar nicht zusätzlich belastet wurde 

(vgl. Urk. 24 S. 2). Wenn der Beschuldigte ferner beanstandet, dass seine  

Freundin nie einvernommen worden ist (Urk. 52 S. 2), ist festzuhalten, dass er  

– selbst als er im vorliegenden Verfahren anwaltlich vertreten gewesen ist –  

keinen entsprechenden Beweisantrag gestellt hat. Im Übrigen konnte aufgrund 

des Umstandes, dass sie bereits anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme 

des Beschuldigten zugegen war und bestätigte, dass der Beschuldigte im  

Tatzeitpunkt zuhause gewesen sei (Urk. 2/3), sowie aufgrund dessen, dass sie in 

der Folge die Eingaben des Beschuldigten teilweise mitunterzeichnete (vgl. z.B. 

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Urk. 2/15, Urk. 67, Urk. 79), ohnehin antizipiert werden, dass sie die Aussagen 

des Beschuldigten stützen würde. Soweit der Beschuldigte schliesslich festhielt, 

dass er über kein rot gefärbtes Fahrrad verfüge, wobei sein Fahrrad in  

seinem Keller betrachtet werden könne (Urk. 55 S. 1), ist festzuhalten, dass die 

Vorinstanz aufgrund des langen Zeitablaufs seit dem Vorfall und aufgrund des 

Fehlens von vergleichstauglichen Bildern des Tat-Fahrrades darauf verzichtet hat, 

einen Augenschein im Keller des Beschuldigten durchzuführen (Urk. 17), wobei 

deren Argumente auch aus heutiger Sicht nach wie vor nachvollziehbar und  

richtig erscheinen. 

III. Sachverhalt 

1. Im Strafbefehl des Statthalteramts Horgen vom 18. Oktober 2012 wird  

dem Beschuldigten vorgeworfen, am Dienstag, dem 2. Oktober 2012, zwischen 

12.05 Uhr und 12.10 Uhr, an der F._____-Strasse 1 in … C._____, mit dem Fahr-

rad von hinten gegen den rechten Unterschenkel des Privatklägers B._____ ge-

fahren zu sein und diesem einen Faustschlag gegen den Rücken versetzt zu ha-

ben (Urk. 2/7). 

2. Der Beschuldigte hat in der Untersuchung und während des vorinstanzlichen 

Gerichtsverfahrens stets in Abrede gestellt, diese ihm vorgeworfene Tat verübt zu 

haben (Urk. 2/3, Urk. 2/18 und Prot. I S. 10 ff.). Auch in seiner Berufungserklärung 

vom 17. Juni 2014 macht er einleitend geltend, dass er an jenem Tag gemäss der 

von ihm eingereichten Arbeitszeittabelle bis 11.10 Uhr in G._____ gearbeitet habe 

und die Tat deshalb gar nicht begangen haben könne (Urk. 55 S. 1). Auf seine 

weiteren Argumente, die Ausführungen der Vorinstanz und des Vertreters des 

Privatklägers sowie auf die vorliegend zu würdigenden Beweismittel ist  

– soweit es sich als notwendig erweist – im Rahmen der nachfolgenden  

Erwägungen einzugehen. 

3. Die Vorinstanz hat zunächst die allgemeinen Grundsätze zur Sachverhalts-

erstellung sowie zur Glaubwürdigkeit aussagender Personen aufgeführt. Auf  

ihre diesbezüglich vorgenommenen Erwägungen kann vollumfänglich verwiesen 

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werden (Urk. 54 S. 5 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Was die Ausführungen der  

Vorinstanz betreffend die Glaubwürdigkeit des Beschuldigten und des Privat-

klägers in concreto betrifft, ist zu vermerken, dass die Würdigung von  

Aussagen stets mit Vorsicht zu erfolgen hat, dass es aber zutrifft, dass vorliegend 

im Rahmen der Beurteilung der Glaubwürdigkeit die im Prozess verfolgten  

Interessen des Beschuldigten (Interesse, die Geschehnisse in einem für ihn  

günstigen Licht darzustellen) und des Privatklägers (Interesse am Ausgang  

des Verfahrens aufgrund seiner Konstituierung als Privatkläger und der durch  

ihn beantragten Prozessentschädigung) zu berücksichtigen sind. Insoweit kann 

an dieser Stelle auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 54 S. 7 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Soweit der Beschuldigte in seiner 

Berufungserklärung zur Glaubwürdigkeit des Privatklägers sinngemäss festhält, 

dass dieser ein zusätzliches Interesse am Ausgang des vorliegenden Prozesses 

habe, da er mit Hilfe seiner Freunde bei der Polizei in C._____ Rache für die Be-

schwerde des Beschuldigten bei der H._____ [Bank] habe üben wollen, ist auf die  

Ausführungen in Ziff. III. 5.2 des vorliegenden Urteils zu verweisen, mit welchen 

aufgezeigt werden wird, dass ein Racheakt des Privatklägers vorliegend  

ausgeschlossen werden kann. 

4.1 Die Vorinstanz setzte sich sodann mit den Bestreitungen des Beschuldigten 

auseinander, gemäss welchen er sich zur Tatzeit nicht am Tatort befunden haben 

könne und würdigte seine in diesen Zusammenhang getätigten Aussagen und die 

weiteren diesbezüglich aktenkundigen Tatsachen (Urk. 54 S. 8 f.).  

 Zutreffend ist zunächst, dass der Beschuldigte anlässlich seiner ersten  

polizeilichen Einvernahme vom 2. Oktober 2012 festhielt, dass er sich im  

Zeitpunkt der Tat nicht in C._____, sondern bei sich zuhause in I._____ befunden 

habe. Er habe bis 11.15 Uhr in G._____ gearbeitet, worauf ihn seine Lebenspart-

nerin abgeholt habe und sie zusammen nach J._____ und gegen 11.45 Uhr nach 

I._____ gefahren seien (Urk. 2/3). Anlässlich seiner Einvernahme durch das 

Statthalteramt Horgen vom 21. März 2013 führte der Beschuldigte demgegenüber 

aus, dass er im Tatzeitpunkt noch mit seiner Lebenspartnerin bei der K._____ in 

J._____ gewesen sei (Urk. 2/18 S. 1). In der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 

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gab der Beschuldigte schliesslich zu Protokoll, dass er nach dem Mittag, etwa um 

12.15 Uhr zuhause gewesen sei. Er habe bis 11.10 Uhr gearbeitet. Hernach habe 

er mindestens 10 Minuten benötigt, um sich umzuziehen. Von G._____ nach 

J._____ benötige er sodann mehr als 25 Minuten. Es könne deshalb nicht sein, 

dass er zum Zeitpunkt der Tat am Tatort gewesen sei (Prot. I S. 10). Mit der Vo-

rinstanz sind bereits die Aussagen des Beschuldigten zum Ort, an welchem er 

sich im Zeitpunkt der Tat aufgehalten haben will, wenig konstant. Gegenüber der 

Polizei erklärte er mithin, dass er im Zeitpunkt der Tat zuhause gewesen sei, in 

der Hauptverhandlung brachte er vor, dass er fünf bis zehn Minuten nach dem 

Tatzeitpunkt nach Hause gekommen sei und gegenüber dem Statthalteramt hielt 

er sogar fest, dass er sich im Zeitpunkt der Tat noch in J._____ aufgehalten habe. 

Es ist also keinesfalls so, dass der Beschuldigte betreffend seinen Aufenthaltsort 

zur Tatzeit stets gleich ausgesagt hat, wie er im Rahmen seiner Berufungserklä-

rung geltend zu machen sucht (Urk. 54 S. 3). 

 Nachdem der Beschuldigte gegenüber dem Statthalteramt erstmals erwähn-

te, dass er im Zeitpunkt der Tat bei der K._____ in J._____ gewesen sei 

(Urk. 2/18 S. 1), tätigte das Statthalteramt eine diesbezügliche telefonische Anfra-

ge, anlässlich welcher die K._____ bestätigte, dass der Beschuldigte im Verlauf 

des Vormittags vor Ort gewesen sei. Dabei liess die K._____ aber gleich auch 

noch verlauten, dass es anlässlich dieses Besuchs des Beschuldigten zu einem 

tätlichen Übergriff durch diesen auf einen Mitarbeiter der K._____ gekommen sei, 

worauf man die Polizei zugezogen und dem Beschuldigten ein Hausverbot erteilt 

habe (Urk. 2/22). In der Folge wurden Kopien der Polizeiakten dieses Vorfalls per 

Fax beigezogen (Urk. 2/22 und Urk. 2/23/1-32). 

 Dem in diesem Zusammenhang erstellten Polizeirapport der Kantonspolizei 

Schwyz ist zu entnehmen, dass der Beschuldigte kurz vor 11.30 Uhr mit seiner 

Lebenspartnerin zusammen zur K._____ J._____ gekommen sei, worauf er um 

ca. 11.30 Uhr gegen den K._____-Mitarbeiter tätlich geworden sei. Die Meldung 

des Vorfalls bei der Polizei ist dabei gemäss Rapport um 11.35 Uhr erfolgt 

(Urk. 2/23/2). 

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 Mit der Vorinstanz (Urk. 54 S. 8) ist deshalb festzuhalten, dass der Beschul-

digte die K._____ J._____ noch vor 11.35 Uhr bereits wieder verlassen haben 

musste (vgl. Urk. 2/23/2). 

 Vor Vorinstanz stellte der Vertreter des Privatklägers betreffend die  

Fotodokumentation der Kantonspolizei Schwyz (Urk. 2/23/30) den Beweisantrag, 

es sei ein schriftlicher Bericht darüber einzuholen, weshalb die nach der Tat  

erstellten Fotoaufnahmen auf den 2. Oktober 2012, 10.54 Uhr, datiert seien 

(Urk. 13). Dieser Beweisantrag wurde durch die Vorinstanz mit Verfügung vom 

13. September 2013 gutgeheissen (Urk. 21) und ein entsprechender Bericht der 

Kantonspolizei Schwyz wurde eingeholt (Urk. 29). Gemäss diesem Bericht ist die 

Differenz in den Zeitangaben darauf zurückzuführen, dass die Umstellung der 

Kamera-Uhr von Sommer- auf Winterzeit nicht vorgenommen worden sei (Urk. 29 

S. 2). Das in Urk. 2/23/30 festgehaltene Bild ändert folglich nichts an der  

Tatsache, dass der Beschuldigte die K._____ J._____ noch vor 11.35 Uhr bereits 

wieder verlassen haben muss. 

4.2 Zur Untermauerung seiner Aussage, gemäss welcher er am Tag der Tat bis 

11.10 Uhr in G._____ gearbeitet habe, reichte der Beschuldigte anlässlich der 

Hauptverhandlung eine Übersicht über die durch ihn im Oktober 2012 im Hotel …, 

G._____, geleisteten Arbeitsstunden ins Recht, wobei dieser Tabelle entnommen 

werden kann, dass er am 2. Oktober 2012 von 6.00 Uhr bis 11.10 Uhr gearbeitet 

hat (Urk. 38/5). Seine an diese Arbeitszeittabelle angeknüpften Aussagen sind in 

Anbetracht des vorerwähnten Polizeirapports jedoch als wenig stringend zu er-

achten. Der Beschuldigte hielt nämlich fest, dass er nach der Arbeit 10 Minuten 

benötige, um sich umzuziehen und hernach mehr als 25 Minuten, um nach 

J._____ zu gelangen. Insgesamt will er für den Weg von seiner Arbeitsstelle nach 

J._____ folglich über 35 Minuten benötigen. Gemäss seinen Aussagen hätte er 

also frühestens um 11.45 Uhr in J._____ ankommen können. Aufgrund des Poli-

zeirapports ist jedoch davon auszugehen, dass der Beschuldigte noch vor 

11.30 Uhr bei der K._____ J._____ eintraf und diese bereits um 11.35 Uhr wieder 

verlassen hat. Mit der Vorinstanz kann dabei offen bleiben, ob dieser Widerspruch 

dadurch entstanden ist, dass die Arbeitszeit unzutreffend erfasst wurde oder dass 

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der Beschuldigte viel schneller von G._____ nach J._____ gelangen konnte als er 

es geltend macht (vgl. Urk. 54 S. 9), zumal auch letzteres ohne Weiteres möglich 

erscheint. 

4.3 Die Feststellung der Vorinstanz, gemäss welcher die Aussagen des  

Beschuldigten widersprüchlich sind und teilweise nicht mit dem übrigen  

Untersuchungsergebnis in Einklang gebracht werden können (Urk. 54 S. 9), ist 

vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden. 

4.4 Mit der Vorinstanz ist – wie bereits mehrfach erwähnt – erstellt, dass der Be-

schuldigte die Filiale der K._____ J._____ um 11.35 Uhr bereits wieder verlassen 

hatte. Zutreffend hat die Vorinstanz sodann auch die übrigen zeitlichen Gegeben-

heiten festgehalten. Für die Fahrt mit dem Fahrrad von der K._____ in J._____ 

zur F._____-Strasse 1 in C._____ berechnen gängige Routenplaner eine Strecke 

von 6.6 km sowie eine Fahrzeit von rund 25 Minuten. Der Beschuldigte wäre also 

ziemlich genau zur Tatzeit an der F._____-Strasse angekommen, wenn er mit 

dem Fahrrad unterwegs gewesen wäre, wie es der Privatkläger geltend machte. 

Diese zeitliche Koinzidenz spricht somit nicht für, sondern vielmehr gegen den 

Beschuldigten. Zutreffend ist sodann auch die Feststellung der Vorinstanz, dass 

die Strecke von der K._____ in J._____ zur F._____-Strasse 1 in C._____ mit 

dem öffentlichen Verkehr, mithin der S8 und der S2 sowie mit den entsprechen-

den Fusswegen innert der relevanten Zeit ebenfalls zurückgelegt werden konnte 

(vgl. Urk. 54 S. 11, Art. 82 Abs. 4 StPO). Wenn der Beschuldigte in diesem Zu-

sammenhang beantragt, dass die Video-Überwachungen der Bahnhöfe zu kon-

sultieren seien (Urk. 55 S. 1), ist darauf hinzuweisen, dass die Videobänder über 

zwei Jahre nach der Tat ohne Zweifel längst gelöscht worden sind und dass im 

Übrigen gar nicht geltend gemacht wird, dass er die Strecke zwischen J._____ 

und C._____ tatsächlich mit dem Zug zurück gelegt hat. Mithin würde es den  

Beschuldigten auch nicht massgeblich entlasten, wenn die entsprechenden  

Video-Aufzeichnungen beigezogen werden könnten und er nicht auf diesen zu  

erkennen wäre. 

5.1 Zur Würdigung der Aussagen des Privatklägers durch die Vorinstanz ist das 

Nachfolgende festzuhalten: Der Privatkläger hielt gegenüber der Gemeindepolizei 

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C._____ gemäss Polizeirapport am 2. Oktober 2012 fest, dass er plötzlich  

einen Schmerz am rechten Unterschenkel verspürt habe, als er auf dem  

Nachhauseweg auf der F._____-Strasse gewesen sei. Als er sich umgedreht ha-

be, habe der Beschuldigte vor ihm gestanden. Dieser sei mit einem Fahrrad  

unterwegs gewesen und habe ihn angeschrien und ihm gesagt, dass er wisse, 

wer er sei und wo er wohne. Er sei nicht darauf eingegangen und weiter  

gegangen. Nach zwei bis drei Schritten habe er sodann einen starken Schmerz 

am Rücken verspürt. Der Beschuldigte habe mit der Faust stark auf seinen  

Rücken geschlagen (Urk. 2/2 S. 3 f.). In der Einvernahme durch das Statthalter-

amt vom 30. April 2013 hielt der Privatkläger einleitend fest, dass er den  

Beschuldigten aus seiner Tätigkeit als … [Funktion] bei der H._____  

C._____ kenne. Zum Tathergang führte er aus, der Beschuldigte habe ihm, als er 

auf dem Nachhauseweg gewesen sei, aus einer Seitenstrasse – der L._____-

Gasse – zugerufen, man habe ihm nicht die richtigen Dokumente zugestellt und 

man habe ihn anlässlich seiner Besuche am Schalter nicht anständig behandelt. 

Er habe darauf lediglich geantwortet, dass man den Beschuldigten immer  

anständig behandelt habe, und sei weiter gegangen. Auf Höhe F._____-Strasse 1 

sei der Beschuldigte ihm dann mit dem Fahrrad von hinten gegen den rechten 

Unterschenkel gefahren. Gleichzeitig habe dieser ihm mit der Faust massiv auf 

seinen Rücken geschlagen. Er habe zunächst gar nicht bemerkt, dass der Be-

schuldigte ihm gefolgt sei. Er habe sich umgedreht und wisse deshalb, dass es 

der Beschuldigte gewesen sei. Auf die Umstände angesprochen, unter welchen er 

den Beschuldigten kennen gelernt hat, erklärte der Privatkläger, dass der  

Beschuldigte etwa einen Monat vor dem heute zu beurteilenden Vorfall bei der 

H._____ C._____ erschienen sei. Seine Angestellten hätten dem Beschuldigten  

irgendwelche Auszüge ausgehändigt, betreffend welchen dieser der Ansicht  

gewesen sei, dass es sich nicht um die richtigen Auszüge handle. Der  

Beschuldigte habe hierauf den Dialog mit einer Bankangestellten gefilmt und den 

Film auf M._____ [Internet] gestellt. Auf dem M._____-Kanal des Beschuldigten 

hätten sich zudem auch Filme befunden, welche der Beschuldigte auf dem 

N._____ und auf der Gemeinde C._____ aufgenommen habe. Er habe anlässlich 

dieses konkreten Vorfalls in der H._____ nicht direkt mit dem Beschuldigten zu 

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tun gehabt, aber diesen am Schalter gesehen. Einmal habe der Beschuldigte bei 

ihm sein Konto saldiert. Er wisse aber nicht mehr genau, wann dies gewesen sei. 

Der Rechtsdienst habe den Beschuldigten dann aufgefordert, die Video-

Aufnahme auf M._____ zu löschen, was sodann auch geschehen sei, und man 

habe dem Beschuldigten ein Hausverbot erteilt. Dieser habe sich im Anschluss 

mit einem Brief bei der H._____ beschwert, aber nicht über ihn, sondern über eine 

andere Mitarbeiterin (Urk. 2/24 S. 1 ff.).  

 Die Vorinstanz hielt fest, dass die Aussagen des Privatklägers im Kerngehalt 

konstant seien (Urk. 54 S. 10). Dem kann nur eingeschränkt beigepflichtet  

werden. Im Polizeirapport der Gemeindepolizei C._____ wurde vermerkt, dass 

der Privatkläger festhielt, dass er plötzlich einen Schmerz am rechten Unter-

schenkel verspürt habe, worauf er sich umgedreht habe und vom Beschuldigten 

angeschrien worden sei. Er sei nicht darauf eingegangen und weitergegangen, 

worauf er nach zwei bis drei Schritten einen starken Schmerz im Rücken verspürt 

habe, da der Beschuldigte ihn stark mit der Faust gegen den Rücken geschlagen 

habe (Urk. 2/2 S. 3). Gegenüber dem Statthalteramt erklärte der Privatkläger  

jedoch, dass der Schlag mit der Faust gegen seinen Rücken gleichzeitig mit  

dem Anfahren seines Unterschenkels erfolgt sei (Urk. 2/24 S. 2). Ein weiterer  

Widerspruch – wenn auch nicht zum Kerngehalt des Vorwurfs – ist darin zu  

erblicken, dass der Privatkläger gemäss Polizeirapport erklärte, der Beschuldigte 

sei nach dem Vorfall auf die andere Strassenseite gegangen und verschwunden 

(Urk. 2/2 S. 3 f.), wogegen er bei seiner Einvernahme durch das Statthalteramt 

handschriftlich anmerkte, dass der Beschuldigte sich auf der gleichen Strassen-

seite, aber in die andere Richtung, entfernt habe (Urk. 2/24 S. 2). Trotz dieser  

Widersprüche in den Aussagen des Privatklägers ist jedoch anzumerken, dass 

seine Ausführungen glaubhaft und erlebt wirken. Zudem decken sich seine  

Aussagen – wie die Vorinstanz richtig erkannt hat (Urk. 54 S. 10) – mit den bei 

den Akten befindlichen Fotografien, welche eine Rötung am Rücken des  

Privatklägers (Urk. 2/4) sowie Reifenspuren eines Fahrrades auf dessen Hosen 

(Urk. 2/5) aufzeigen. Betreffend die Rötung auf dem Rücken des Privatklägers 

wendet der Beschuldigte im Rahmen seiner Berufungserklärung ein, dass diese 

auch von einem Mückenstich herrühren könne und dass sich der Privatkläger  

-   14   - 

kein diesbezügliches Arztzeugnis besorgt habe, obwohl sich unterhalb seiner  

Wohnung ein Arzt befinde (Urk. 55 S. 3). In diesem Zusammenhang ist der  

Beschuldigte darauf hinzuweisen, dass es sich bei einer Tätlichkeit eben gerade 

nicht um eine durch einen Arzt feststellbare Körperverletzung handelt, für welche 

dieser ein Arztzeugnis ausstellen könnte, sondern um einen geringfügigen und 

folgenlosen Angriff auf den Körper oder die Gesundheit, bei welchem die  

Einwirkung auf die körperliche Integrität eine gewisse Intensität erreicht, indem  

sie das allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass überschreitet,  

ohne dass sie jedoch zu einer Schädigung des Körpers führen würde, welche 

durch einen Arzt festgestellt werden könnte (vgl. z.B. Roth/Keshelava, in: Balser  

Kommentar zum Strafrecht II, Basel 2013, N 2 ff. zu Art. 126 StGB). 

 5.2 Vor Vorinstanz und in der Berufungserklärung machte der Beschuldigte 

zudem geltend, dass der Privatkläger ihn mit einer anderen Person verwechselt 

haben könnte (Urk. 38/1) oder dass es sich bei den gegen ihn erhobenen  

Vorwürfen um einen Racheakt des Privatklägers dafür handeln könnte, dass er 

sich beim Hauptsitz der H._____ über diesen beschwert habe (Urk. 55 S. 2). Mit 

der Vorinstanz (Urk. 54 S. 12) ist eine Verwechslung nahezu ausgeschlossen, 

zumal sich der Beschuldigte und der Privatkläger gemäss übereinstimmenden 

Aussagen aufgrund der Bankbeziehung des Beschuldigten bei der H._____ und 

aufgrund damit einhergehenden mehrfachen Begegnungen persönlich gekannt 

haben (Urk. 2/3 S. 2, Urk. 2/18 S. 2, Prot. I S. 11, Urk. 55 S. 3; Urk. 2/24 S. 3 f.). 

Der Täter stand dem Privatkläger im Rahmen der Verübung der Tat im Übrigen 

unmittelbar und in nächster Nähe gegenüber, nachdem sich der Privatkläger zu 

diesem umgedreht hatte. Eine Verwechslung ist vor diesem Hintergrund höchst 

unwahrscheinlich und in Anbetracht der glaubhaften Aussagen des Privatklägers, 

gemäss welchen der Beschuldigte vor der Tat durch seine Äusserungen auf den 

Vorfall bei der Bank Bezug genommen haben soll, ohnehin ausgeschlossen. Be-

treffend den durch den Beschuldigten geltend gemachten Racheakt des Privat-

klägers aufgrund des Beschwerdeschreibens des Beschuldigten beim Hauptsitz 

der H._____ ist das Nachfolgende anzumerken: Beim Statthalteramt hat der Be-

schuldigte seinen gegenüber der H._____ eingereichten Beschwerdebrief zu den 

Akten gegeben. Diesem ist zu entnehmen, dass sich die Beschwerde – in Über-

-   15   - 

einstimmung mit den Aussagen des Privatklägers (Urk. 2/24 S. 3) – ausschliess-

lich gegen eine Mitarbeiterin des Privatklägers und nicht gegen den Privatkläger 

selbst richtete (Urk. 2/15 S. 3). Vor Vorinstanz hat der Beschuldigte den  

Beschwerdebrief erneut eingereicht, wobei in diesem nun plötzlich auch der  

Privatkläger erwähnt wird, obwohl das Datum mit dem vor dem Statthalteramt  

eingereichten Beschwerdebrief – der sich einzig gegen die Mitarbeiterin richtete – 

exakt übereinstimmt (Urk. 16/4). Dies erweckt den Anschein, als habe der  

Beschuldigte den ursprünglich der H._____ gesandten Beschwerdebrief nachträg-

lich um den Namen des Privatklägers erweitert (und einen weiteren diesen  

erwähnenden Brief erstellt, Urk. 16/5), um vor Gericht zu beweisen, dass es sich 

beim vorliegenden Verfahren um einen Racheakt des Privatklägers handelt. In 

Anbetracht der beiden nicht übereinstimmenden Schreiben erscheint die Aussage 

des Privatklägers, dass sich die Beschwerde bei der H._____ nicht gegen ihn,  

sondern gegen eine seiner Mitarbeiterinnen gerichtet habe, jedoch glaubhaft.  

Bereits deshalb spricht nichts für eine Racheaktion des Privatklägers. Selbst 

wenn sich der Beschuldigte jedoch bei der H._____ über den Privatkläger persön-

lich beschwert haben sollte, kann mit den im Übrigen zutreffenden Ausführungen 

der Vorinstanz festgehalten werden, dass eine Racheaktion des Privatklägers 

wenig wahrscheinlich erscheint (vgl. hierzu die korrekten Ausführungen der Vo-

rinstanz in Urk. 54 S. 12 E. 3.4.4., auf welche vollumfänglich verwiesen werden 

kann, Art. 82 Abs. 4 StPO). 

6.1 Zutreffend hat die Vorinstanz schliesslich darauf hingewiesen, dass der  

Vorfall am Schalter der H._____ C._____ den Beschuldigten nach wie vor stark 

zu beschäftigen scheine und dass er im Verlauf des Verfahrens immer wieder auf 

diesen zu sprechen gekommen sei (Urk. 54 S. 13 E. 3.4.5.). Vor diesem  

Hintergrund erscheint die Behauptung des Privatklägers, dass der Beschuldigte 

auch anlässlich der Tat auf den Vorfall Bezug genommen habe, ohne Weiteres 

glaubhaft. Die Ausführungen der Vorinstanz sind sodann auch darin zu  

bestätigen, dass es bemerkenswert erscheint, dass der Beschuldigte kurz vor den 

vorliegend zu beurteilenden Tätlichkeiten auf der F._____-Strasse in C._____ in 

der Filiale der K._____ in J._____ gegenüber einem dortigen Mitarbeiter tätlich 

geworden zu sein scheint (Urk. 2/23/1 ff.). Auch dass aufgrund dieses Umstandes 

-   16   - 

eine aufgebrachte Stimmung des Beschuldigten erklärbar wird, welche zur ge-

genüber dem Privatkläger verwirklichten Tat geführt haben könnte, ist zutreffend. 

In Ergänzung zu den in diesem Zusammenhang getätigten Erwägungen der Vo-

rinstanz (Urk. 54 S. 13 E. 3.4.5.) ist einzig darauf hinzuweisen, dass zusätzlich 

auffällt, dass der Beschuldigte den Mitarbeiter der K._____ gemäss Aussagen 

mehrerer Beteiligter nach der Verübung der Tätlichkeit damit bedroht haben soll, 

dass er ihn angreife, falls er ihn einmal auf der Strasse sehe (Urk. 2/23/2 S. 3 f., 

Urk. 2/23/23 S. 3). Aufgrund all dieser Umstände zeigt sich, dass der Vorfall bei 

der K._____ – entgegen der Ansicht des Beschuldigten (Urk. 54 S. 4) – hinsicht-

lich der heute zu beurteilenden Vorkommnisse durchaus von Relevanz ist und 

neben den bereits aufgeführten Umständen zusätzlich darauf hinweist, dass der 

vorliegend zu beurteilende Sachverhalt durch den Beschuldigten verwirklicht wor-

den ist, wie es bereits der Strafbefehl des Statthalteramts festhielt. 

7. Mit der Vorinstanz bestehen somit keine erheblichen Zweifel daran, dass 

sich der Sachverhalt derart zugetragen hat, wie ihn das Statthalteramt zur  

Anklage gebracht hat.  

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Betreffend die rechtliche Würdigung des erstellten Sachverhalts kann  

grundsätzlich auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden. So ist es  

– unter Verweis auf deren Ausführungen – ohne Weiteres als zutreffend zu  

erachten, dass sowohl das Fahren mit dem Fahrrad gegen den Unterschenkel als 

auch der Schlag mit der Faust auf den Rücken als Tätlichkeiten im Sinne von 

Art. 126 Abs. 1 StGB zu würdigen sind (Urk. 54 S. 14, Art. 82 Abs. 4 StPO). 

2. Ebenfalls zu folgen ist der Vorinstanz darin, dass die beiden Einzelakte des 

Fahrens gegen den Unterschenkel sowie des Schlagens gegen den Rücken  

aufgrund der einheitlichen Willensbildung des Täters und des engen zeitlichen 

und räumlichen Zusammenhangs als Einheitstat zu würdigen sind, womit keine 

mehrfache Verübung von Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB vorliegt 

(Urk. 54 S. 15, mit weiteren Hinweisen). 

-   17   - 

3. Betreffend den subjektiven Bereich sind die durch die Vorinstanz zur  

rechtlichen Würdigung getroffenen Erwägungen allerdings zu ergänzen und zu 

korrigieren. Zum einen hat die Vorinstanz einzig den Schlag mit der Faust auf den 

Rücken in subjektiver Hinsicht gewürdigt, nicht aber das Fahren gegen  

den Unterschenkel mit dem Fahrrad. Andererseits ist die subjektive Würdigung 

unzutreffend erfolgt. Wer einen Faustschlag von hinten gegen den Rücken einer 

anderen Person ausführt bzw. wer einer anderen Person von hinten mit dem 

Fahrrad gegen den Unterschenkel fährt, weiss, dass dies zu einem Eingriff in die 

körperliche Integrität des Geschädigten im Ausmass einer Tätlichkeit führen wird 

und nimmt eine solche nicht bloss in Kauf, sondern will sie auch verwirklichen. Es 

ist somit nicht von einem Eventualvorsatz, sondern von einem direkten Vorsatz 

des Beschuldigten auszugehen.  

4. Der Beschuldigte ist folglich der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126  

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

V. Sanktion 

 Die durch die Vorinstanz ausgefällte Busse in Höhe von Fr. 400.– erscheint 

dem Verschulden und den finanziellen Verhältnissen des Beschuldigten  

angemessen. Es besteht keinerlei Anlass, diesbezüglich in das Ermessen  

der Vorinstanz einzugreifen. Auf die damit in Zusammenhang stehenden  

Ausführungen im angefochtenen Entscheid kann verwiesen werden (Urk. 54 

S. 15 f.; Art. 82 Abs. 4StPO). Im Übrigen wurde die Strafzumessung durch den  

Beschuldigten – eventualiter – nicht beanstandet. 

 Ebenfalls zu bestätigen ist die Anordnung einer Ersatzfreiheitsstrafe von  

vier Tagen im Falle der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse. 

-   18   - 

VI. Kosten 

1. Die Vorinstanz hat davon abgesehen, die Kosten des Strafbefehls von 

Fr. 330.– sowie die nachträglichen Kosten des Statthalteramtes des Bezirks  

Horgen von Fr. 239.– explizit dem Beschuldigten aufzuerlegen, sondern  

diesbezüglich lediglich festgehalten, dass die Gerichtskasse über die weiteren 

Kosten Rechnung stelle. Die explizite Auferlegung der Kosten des Strafbefehls 

sowie der nachträglichen Kosten des Statthalteramtes Horgen ist mit  

dem vorliegenden Entscheid nachzuholen. Im Übrigen ist die vorinstanzliche  

Kostenregelung (Dispositivziffer 4. und 5.) zu bestätigen. 

2. Auch im Zusammenhang mit der vorinstanzlichen Festsetzung der  

Prozessentschädigung zugunsten des Privatklägers sowie betreffend die  

Verpflichtung des Beschuldigten, diese an den Privatkläger zu entrichten, ist  

vorliegend nichts zu beanstanden (Dispositivziffer 6., Urk. 54 S. 16 f.). Diese 

Punkte sind folglich zu bestätigen. 

3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ist auf Fr. 1'000.– zu veranschlagen 

(Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebührenverordnung des 

Obergerichts, LS 211.11). Der Beschuldigte unterliegt mit sämtlichen Anträgen, 

weshalb ihm die Kosten des Berufungsverfahrens vollumfänglich aufzuerlegen 

sind (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

4. Der Privatkläger liess beantragen, der Beschuldigte sei zu verpflichten,  

den Privatkläger angemessen zu entschädigen (Urk. 75 S. 2). Dabei reichte der  

Vertreter des Privatklägers eine Honorarnote ins Recht, in welcher er seinen  

Aufwand auf Fr. 2'080.95 (inkl. MwSt.) beziffert (Urk. 76). Gemäss Art. 433 Abs. 1 

StPO hat der Beschuldigte infolge einer Verurteilung die Privatklägerschaft für die 

dieser im Verfahren erwachsenen Kosten und Umtriebe, inklusive eines allenfalls 

notwendigen Rechtsbeistandes, zu entschädigen. Die Privatklägerschaft hat ihre 

Entschädigungsforderung zu beantragen, zu beziffern und zu belegen (Art. 433 

Abs. 2 StPO). Die Höhe der Prozessentschädigung wurde von der Privatkläger-

schaft ausgewiesen und belegt (Urk. 76) und erscheint im Übrigen angemessen.  

 

-   19   - 

Der Beschuldigte ist deshalb für das Berufungsverfahren zur Entrichtung einer 

Prozessentschädigung an die Privatklägerschaft in Höhe von Fr. 2'080.95  

inklusive 8% Mehrwertsteuer zu verpflichten. 

 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126  

Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird mit einer Busse von Fr. 400.– bestraft. 

3. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen. 

4. Die Kosten des Strafbefehls von Fr. 330.– (Gebühren) sowie die  

nachträglichen Gebühren des Statthalteramtes des Bezirkes Horgen  

von Fr. 239.– werden dem Beschuldigten auferlegt, aber einstweilen  

abgeschrieben. 

Im Übrigen werden die erstinstanzlichen Kostenregelungen (Dispositivziffer 

4. und 5.) bestätigt. 

5. Die vorinstanzliche Festsetzung der Prozessentschädigung sowie die  

Verpflichtung des Beschuldigten zu deren Entrichtung an den Privatkläger 

(Dispositivziffer 6.) wird bestätigt. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt. 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für das Berufungs-

verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 2'080.95 (inkl. MwSt.) zu  

bezahlen. 

 

-   20   - 

9. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− den Beschuldigten 
− Rechtsanwalt lic. iur. X._____, … [Adresse], im Doppel für sich und  

zuhanden des Privatklägers 
− das Statthalteramt des Bezirkes Horgen 
− die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger  

Rechtsmittel an 

− die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis betr. B-1*/2013/348 zur  
Kenntnisnahme 

− die Vorinstanz 

11. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
Zürich, 19. November 2014 

 
Der Präsident: 

 
 
 

Oberrichter Dr. F. Bollinger 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. P. Rietmann 
 

 

	Urteil vom 19. November 2014
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 400.–.
	3. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen.
	4. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 800.–. Über die weiteren Kosten (Barauslagen usw.) wird die Gerichtskasse Rechnung stellen. Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die Gerichtsgebühr um einen Drit...
	5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt, aber einstweilen abgeschrieben. Vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für das gesamte Verfahren eine  Prozessentschädigung von Fr. 3'000.– (inkl. MwSt.) zu bezahlen.
	7. (Mitteilungen.)
	8. (Rechtsmittel.)"
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I. Verfahrensgang
	II. Prozessuales
	III. Sachverhalt
	IV. Rechtliche Würdigung
	V. Sanktion
	VI. Kosten
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126  Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird mit einer Busse von Fr. 400.– bestraft.
	3. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen.
	4. Die Kosten des Strafbefehls von Fr. 330.– (Gebühren) sowie die  nachträglichen Gebühren des Statthalteramtes des Bezirkes Horgen  von Fr. 239.– werden dem Beschuldigten auferlegt, aber einstweilen  abgeschrieben.
	Im Übrigen werden die erstinstanzlichen Kostenregelungen (Dispositivziffer 4. und 5.) bestätigt.
	5. Die vorinstanzliche Festsetzung der Prozessentschädigung sowie die  Verpflichtung des Beschuldigten zu deren Entrichtung an den Privatkläger (Dispositivziffer 6.) wird bestätigt.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt.
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 2'080.95 (inkl. MwSt.) zu  bezahlen.
	9. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an
	 den Beschuldigten
	 Rechtsanwalt lic. iur. X._____, … [Adresse], im Doppel für sich und  zuhanden des Privatklägers
	 das Statthalteramt des Bezirkes Horgen
	 die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis betr. B-1*/2013/348 zur  Kenntnisnahme
	 die Vorinstanz

	11. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.