# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 800ea3dc-ff3e-5287-a1ea-fa2297999cde
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 02.09.2021 UV 2020/53
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2020-53_2021-09-02.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/53

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 15.02.2022

Entscheiddatum: 02.09.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 02.09.2021
Art. 18 UVG. Im Zeitpunkt des Fallabschlusses lagen noch gewisse 
unfallkausale somatische Beschwerden vor; die Adäquanz der psychischen 
Beschwerden ist zu verneinen. Die Beschwerdeführerin war in somatischer 
Hinsicht in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Prozentvergleich, 
Anspruch auf eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 10 %. Gutheissung 
der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 2. September 2021, UV 2020/53). Aufgehoben durch Urteil des 
Bundesgerichts 8C_677/2021.

Entscheid vom 2. September 2021

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Katja Blättler

Geschäftsnr.

UV 2020/53

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Storchenegger, Advokatur 107, 

Rorschacher Strasse 107, 9000 St. Gallen,

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gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Invalidenrente

Sachverhalt

A.  

A.___ war bei der Bäckerei B.___ AG als Mitarbeiterin Kalte Küche tätig und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) 

obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 20. März 2016 als 

Fussgängerin auf einem Trottoir von einem Auto angefahren wurde (Suva-act. 1). Die 

gleichentags erstbehandelnden Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) 

diagnostizierten eine dislozierte distale Unterschenkelfraktur links, eine Flexions-

Distraktions-Verletzung des siebten Halswirbelkörpers (HWK) und eine 

Deckplattenimpressionsfraktur des fünften Brustwirbelkörpers (BWK) (Suva-act. 14). 

Am Unfalltag erfolgte eine geschlossene Reposition und Anlage eines Fixateurs extern, 

gelenksüberbrückend, am Unterschenkel/Rückfuss links (Suva-act. 9). Am 29. März 

2016 unterzog sich die Versicherte im KSSG einer offenen Reposition mit 

Plattenosteosynthese des Talo tibia sowie einer geschlossenen Reposition mit 

Nagelosteosynthese der distalen Fibula links (Suva-act. 8). Die Verletzung der 

Wirbelsäule wurde konservativ mittels Tragens eines Korsetts tagsüber und eines 

weichen Halskragens nachts behandelt (vgl. Suva-act. 14, 28). Die Suva kam für die 

Folgen des Unfalls auf (Suva-act. 7).

A.a. 

Die behandelnden Ärzte des KSSG hielten am 21. Juni 2016 fest, die Versicherte 

trage seit zwei Wochen nur noch einen weichen Halskragen. Sie empfahlen die 

schrittweise Entwöhnung desselben und verordneten Physiotherapie zur Stärkung der 

A.b. 

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Nackenmuskulatur (Suva-act. 40). Am 4. August 2016 berichteten die behandelnden 

Ärzte des KSSG über einen etwas verzögerten Verlauf bezüglich der Heilung der 

Unterschenkelfraktur. Die Versicherte sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig (Suva-act. 

49).

Am 11. Oktober 2016 erfolgte eine TEN-Nagelentfernung an der Fibula links (Suva-

act. 63). Die behandelnden Ärzte des KSSG führten am 29. November 2016 aus, die 

Schmerzen im Unterschenkel links seien noch nicht komplett regredient und die 

Mobilität sei noch eingeschränkt. Es bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 

% (Suva-act. 75).

A.c. 

Am 17. März 2017 hielten die behandelnden Ärzte des KSSG fest, 

kernspintomographisch (vgl. Suva-act. 95) habe keine Myelopathie oder eine relevante 

Nervenkompression im Bereich der Wirbelsäule festgestellt werden können. Die 

Versicherte zeige ein unklares ataktisch anmutendes Gangbild, welches anhand der 

stattgehabten Frakturen nicht schlüssig erklärbar sei (Suva-act. 93). Eine in der Klinik 

für Neurologie des KSSG am 7. April 2017 durchgeführte Untersuchung ergab keine 

neurologische Erklärung für die Gangstörung (Suva-act. 100).  

A.d. 

Am 22. Mai 2017 unterzog sich die Versicherte im KSSG einer Arthroskopie des 

oberen Sprunggelenks (OSG) mit Arthrolyse des OSG rechts und einer 

Osteosynthesematerialentfernung an der Tibia rechts. Die behandelnden Ärzte des 

KSSG attestierten ihr vom 22. Mai bis 5. Juni 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % 

(Suva-act. 106 f.). Am 14. Juli 2017 befand der zuständige Arzt des KSSG, die 

Beschwerden der Versicherten hätten durch den operativen Eingriff nicht verbessert 

werden können. Insgesamt sei ihm nicht klar, warum sie ein solches Beschwerdebild 

aufweise (Suva-act. 128).

A.e. 

Nach einer Untersuchung vom 19. Juli 2017 empfahl Suva-Kreisärztin med. pract. 

C.___, Fachärztin für Chirurgie, eine stationäre Rehabilitation. Die Arbeitsunfähigkeit in 

der angestammten Tätigkeit in der Bäckerei sei weiterhin ausgewiesen (Suva-act. 134).

A.f. 

Dr. med. D.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, berichtete am 17. August 

2017 über zwei (notfallmässige) Konsultationen am 11. und 14. August 2017 wegen 

einer manischen Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F30.1) infolge des 

A.g. 

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Unfalls vom 10. März 2016 (Suva-act. 146). Er erachtete eine stationäre Rehabilitation 

bis auf weiteres als kontraindiziert (vgl. Suva-act. 148).

Nach einer Stabilisierung des psychischen Zustandes (vgl. Suva-act. 150 ff.) 

befand sich die Versicherte vom 10. bis 27. Oktober 2017 stationär in der Rehaklinik 

Bellikon. Die dort behandelnden Ärzte hielten in ihrem Austrittsbericht vom 3. 

November 2017 fest, mit konservativen Massnahmen habe sich keine substantielle 

Besserung der Beweglichkeit des OSG erzielen lassen. Die einzig erfolgsversprechende 

Behandlung sei ein operatives Vorgehen mit optimaler Nachbehandlung. Die 

Versicherte sei derzeit voll arbeitsunfähig (Suva-act. 175). Dr. med. E.___, Facharzt 

FMH für Orthopädische Fusschirurgie, Chefarzt Klinik F.___, untersuchte die 

Versicherte am 12. Dezember 2017 im Sinne einer Zweitmeinung. Am 20. Dezember 

2017 hielt er fest, es bestünden unklare Restschmerzen im OSG links bei Status nach 

Unterschenkelfraktur. Er habe das OSG mit Kortison und Lokalanästhesie infiltriert. 

Falls dadurch kein mittelfristiger Erfolg erzielt werden könne, sehe er keine 

orthopädischen Massnahmen, die weiterhelfen könnten. Es handle sich sicherlich nicht 

um einen einfachen Fall, der wahrscheinlich ausserhalb der somatischen Komponente 

stehe (Suva-act. 184).

A.h. 

Die Bäckerei B.___ AG hatte das Arbeitsverhältnis per 31. Oktober 2017 gekündigt 

(Suva-act. 126).

A.i. 

Nach einer Untersuchung der Versicherten befand Suva-Kreisarzt Dr. med. G.___, 

Facharzt für Chirurgie, speziell Unfallchirurgie, am 12. Februar 2018, es sei noch kein 

medizinischer Endzustand eingetreten, insbesondere die Physiotherapie sei 

weiterzuführen. Die Einleitung von beruflichen Integrationsmassnahmen sei zu 

empfehlen (Suva-act. 196).

A.j. 

Die IV-Stelle übernahm die Kosten für ein Belastbarkeitstraining vom 18. Juni bis 

30. November 2018 sowie für ein Aufbautraining vom 1. Dezember 2018 bis 31. Mai 

2019, beides durchgeführt durch die H.___ (Suva-act. 221, 239, 244), und entrichtete 

Taggelder für die Dauer der Massnahmen (vgl. Suva-act. 224, 241, 246). Vom 1. Juni 

bis 31. August 2019 fand ein durch die IV-Stelle unterstützter Arbeitsversuch in der 

Bäckerei I.___ statt (Suva-act. 266, 280-31 ff.). Nach Scheitern desselben (vgl. Suva-

A.k. 

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B.  

C.  

act. 269, 272, 280-31 ff.) wies die IV-Stelle am 6. September 2019 das 

Leistungsbegehren um weitere berufliche Massnahmen ab (Suva-act. 281). Dr. med. 

J.___, FMH Allgemeine Innere Medizin, attestierte der Versicherten ab 1. September 

2019 eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % (Suva-act. 273 f.). 

Nach einer kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 17. Oktober 2019 befand 

Dr. G.___, derzeit lägen noch eine Bewegungseinschränkung des linken 

Sprunggelenks, ein gestörtes Gangbild und eine schmerzhafte Minderbelastbarkeit des 

linken Unterschenkels und Fusses sowie belastungsabhängige Restbeschwerden der 

Hals- und Brustwirbelsäule vor. Aus medizinischer Sicht sei ein dauerhaft stabiler 

Zustand erreicht. In der angestammten Tätigkeit sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % 

ausgewiesen. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % 

(Suva-act. 292). Den Integritätsschaden schätzte Dr. G.___ auf 20 % (Suva-act. 293).

A.l. 

Mit Verfügung vom 10. Januar 2020 sprach die Suva der Versicherten eine 

Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 20 % zu. Einen 

Rentenanspruch verneinte sie. Zudem lehnte sie eine Leistungspflicht für die 

psychischen Beschwerden mangels Adäquanz ab. Den Anspruch auf Heilbehandlung 

verneinte die Suva implizit mit dem Hinweis, dass der versicherten Person das Recht 

zustehe, sich bei ihr zu melden, falls der aus dem Unfall entstandene 

Gesundheitszustand erneut ärztliche Behandlung erfordere (Suva-act. 308).

A.m. 

Dagegen erhob die Versicherte am 13. Februar 2020 Einsprache (Suva-act. 315).B.a. 

Mit Entscheid vom 8. Juni 2020 hiess die Suva die Einsprache insofern teilweise 

gut, als sie die Kosten der rezeptierten Schmerzmedikation samt dem dazugehörigen 

Magenschutz dauerhaft und die Beiträge an das selbständige Fitnesstraining bis Ende 

2020 übernahm (Suva-act. 325).

B.b. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 8. Juni 2020 erhob die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 9. Juli 2020 Beschwerde.  Sie beantragte darin, 

dieser sei aufzuheben und es sei ein bidisziplinäres Gutachten (orthopädisch/

C.a. 

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Erwägungen

1.

Die Beschwerdeführerin beantragt die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen, 

insbesondere einer Rente der Unfallversicherung (act. G1). Anfechtungsgegenstand 

des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid vom 8. Juni 2020 (Suva-

act. 325). Diesem liegt die Verfügung vom 10. Januar 2020 zugrunde (Suva-act. 308). In 

der Verfügung wurden die Ansprüche auf eine Invalidenrente und eine 

Integritätsentschädigung sowie implizit auf Heilbehandlungsleistungen thematisiert. Die 

auf einem Integritätsschaden von 20 % basierende Integritätsentschädigung blieb in 

der Einsprache ausdrücklich unangefochten (vgl. Suva-act. 315), so dass die 

Verfügung diesbezüglich in Teilrechtskraft erwuchs (vgl. Suva-act. 325). Die Suva hatte 

die Taggeldleistungen mit Beginn der beruflichen Massnahmen der IV-Stelle per 17. 

Juni 2018 eingestellt (vgl. Suva-act. 222). In der Verfügung war die Einstellung der 

vorübergehenden Leistungen nur insofern implizit ein Thema, als die 

Beschwerdegegnerin den Anspruch auf eine Rente und eine Integritätsentschädigung 

prüfte. Eine solche Prüfung setzt den Fallabschluss im Sinne von Art. 19 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) voraus. Nach einem 

entsprechenden Antrag der Beschwerdeführerin (vgl. Suva-act. 315) hiess die 

Beschwerdegegnerin die Einsprache mit Entscheid vom 8. Juni 2020 insofern gut, als 

sie die Kosten der rezeptierten Schmerzmedikation samt dem dazugehörigen 

Magenschutz dauerhaft und die Beiträge an das selbständige Fitnesstraining bis Ende 

des Jahres 2020 übernahm (Suva-act. 325). Die Beschwerdeführerin wehrte sich 

ansonsten nicht gegen die Einstellung der vorübergehenden Leistungen, so dass diese 

vorliegend bei einem aktenmässig ausgewiesenen medizinischen Endzustand (vgl. die 

psychiatrisch) mit einer funktionellen Leistungsprüfung (EFL) gerichtlich anzuordnen 

und durchzuführen. Der Beschwerdeführerin seien für die Folgen des versicherten 

Unfallereignisses vom 20. März 2016 die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine 

Unfallrente nach Massgabe der Ergebnisse des gerichtlich eingeholten Gutachtens, 

auszurichten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G1).

Die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 28. August 2020, die 

Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei (act. G3).

C.b. 

Mit Replik vom 18. September 2020 und Duplik vom 23. Oktober 2020 hielten die 

Parteien an ihren Anträgen fest (act. G6, G8).

C.c. 

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kreisärztliche Untersuchung vom 17. Oktober 2019; Suva-act. 292) nicht vertieft zu 

prüfen ist. Damit ist im Folgenden einzig der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin 

zu beurteilen.

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat 

sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Grad der für den 

Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) durch 

einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das die versicherte 

Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

1.1. 

Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 

Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, 

die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc 

Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar 

zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; 

Irene Hofer, N 66 zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli 

[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK 

UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht regelmässig auf Angaben ärztlicher Experten und 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53 und 59 zu Art. 6; BSK 

UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 und 58; BGE 129 V 181 

E. 3.1 und 3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009 

vom 28. Oktober 2009, je mit Hinweisen). Bei physischen Unfallfolgen spielt die 

Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die 

adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 

BGE 127 V 103 E. 5b/bb; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Sind dagegen die Unfallfolgen 

1.2. 

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2.

Im Zeitpunkt des Fallabschlusses per 10. Januar 2020 (Verfügungsdatum; vgl. Suva-

act. 308) lagen bei der Beschwerdeführerin unbestritten noch organisch objektivierbare 

Unfallfolgen vor. Kreisarzt Dr. G.___ hatte am 21. Oktober 2019 festgehalten, derzeit 

bestünden eine Bewegungseinschränkung des linken Sprunggelenks, ein gestörtes 

Gangbild, eine schmerzhafte Minderbelastbarkeit des linken Unterschenkels und 

Fusses sowie belastungsabhängige Restbeschwerden der Hals- und Brustwirbelsäule 

(Suva-act. 292-4). Im Folgenden ist die Adäquanz der psychischen Beschwerden zu 

organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität 

nicht automatisch auch die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen 

Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung nach der Rechtsprechung gemäss 

BGE 115 V 133, E. 6c/aa, vorzunehmen.

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Um den Gesundheitszustand und insbesondere das Ausmass der 

Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das 

Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere 

Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a 

mit Hinweisen). Den Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen oder von beratenden Ärzten und Ärztinnen 

einholen, kann rechtsprechungsgemäss ebenfalls Beweiswert beigemessen werden 

(BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). In solchen 

Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. 

Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; RKUV 1997 Nr. U 281 E. 1a S. 281 f.).

1.3. 

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prüfen. Die Beschwerdeführerin befand sich zeitweise in psychiatrischer Behandlung 

bei Dr. D.___. Dieser hatte am 17. August 2017 über eine manische Episode ohne 

psychotische Symptome (ICD-10: F30.1) berichtet (Suva-act. 146; vgl. bezüglich der 

psychischen Beschwerden auch Suva-act. 177, 296-1).

Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer 

anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der 

Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 133) vom 

Unfallereignis auszugehen. Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs 

ist im Hinblick auf die Gebote der Rechtssicherheit und der rechtsgleichen Behandlung 

der Versicherten eine objektivierte Betrachtungsweise angezeigt (BGE 115 V 139 E. 6 

mit Hinweisen). Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und 

dem Unfall besteht, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung 

der Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle 

nach ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken, 

eingeteilt in banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle andererseits und in 

einen dazwischenliegenden Bereich der mittelschweren Unfälle. Bei banalen Unfällen 

kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und psychischen 

Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil auf Grund der 

allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden kann, dass ein solcher 

Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu 

verursachen. Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang 

in der Regel zu bejahen, denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische 

Gesundheitsschäden zu bewirken.

2.1. 

Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen dem Unfall und 

der psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang 

besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr sind weitere, 

objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang 

stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine 

Gesamtwürdigung einzubeziehen. Die wichtigsten Kriterien sind dabei besonders 

dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die 

Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre 

erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; eine 

ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; 

eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; ein 

schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie der Grad und die 

2.2. 

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Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 139 ff. E. 6a-c). Um die 

adäquate Kausalität bejahen zu können, müssen nicht alle Umstände gegeben sein. 

Vielmehr genügt ein Kriterium, wenn es sich um einen schweren Unfall im mittleren 

Bereich handelt. Kommt keinem Einzelkriterium ein besonders bzw. 

ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien 

herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Diese Würdigung 

führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs, ohne dass 

nach weiteren Ursachen geforscht werden muss, die eine psychisch bedingte 

Erwerbsunfähigkeit begünstigt haben könnten (SVR 1999 UV Nr. 10 S. 32).

Vorliegend spazierte die Beschwerdeführerin am 20. März 2016 mit ihrem Freund 

und ihren Eltern auf dem Trottoir. Ein auf der Strasse mit einer Geschwindigkeit von ca. 

40 bis 50 km/h fahrender Automobilist geriet infolge einer Ablenkung auf das Trottoir 

und prallte von hinten in die Fussgängergruppe (Suva-act. 1, 18-9). Aus den Akten 

ergibt sich nicht eindeutig, wie genau die Beschwerdeführerin vom Auto getroffen 

wurde. Jedenfalls kam sie in einer Rabatte neben dem Trottoir zu liegen (Suva-act. 

18-9, 18-19). Unabhängig vom genauen Geschehensablauf ist mit den Parteien jedoch 

von einem mittelschweren Ereignis im engeren Sinn auszugehen (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 10. Juni 2016, 8C_174/2016, und vom 28. Oktober 2013, 

8C_372/2013).

2.3. 

Bei mittelschweren Ereignissen im engeren Sinn müssen für die Bejahung des 

adäquaten Kausalzusammenhangs mindestens drei der relevanten Kriterien oder ein 

einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein. Bei der Prüfung 

dieser Kriterien sind psychische Aspekte ausser Acht zu lassen (BGE 115 V 140 E. 6c/

aa; Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2010, 8C_897/2009, E. 4.5).

2.4. 

Bei der Beurteilung des Kriteriums der dramatischen Begleitumstände oder der 

besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sind objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht 

was in der einzelnen betroffenen Person beim Unfall psychisch vorgeht, soll 

entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei ihr 

psychische Vorgänge auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc). Zu beachten 

ist auch, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit 

eigen ist, die noch nicht für die Bejahung dieses Adäquanzkriteriums ausreichen kann 

(vgl. SVR 2009 UV Nr. 41 S. 142). Vorliegend bestehen keine Hinweise auf eine 

besondere Eindrücklichkeit im Sinne der Rechtsprechung. Soweit die 

Beschwerdeführerin vorbringt, sie sei völlig unvorbereitet und ohne 

Ausweichmöglichkeit von hinten angefahren worden, sie habe dann auf der Unfallstelle 

2.4.1. 

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notärztlich versorgt und mit der Rettung ins KSSG eingeliefert werden müssen (act. 

G1), ist dies zwar korrekt, spricht aber nicht für eine besondere Eindrücklichkeit im 

Sinne der Rechtsprechung. Dies auch insbesondere deshalb nicht, weil die 

Beschwerdeführerin in Übereinstimmung mit den weiteren Unfallopfern gegenüber der 

Staatsanwaltschaft angab, sie habe keine Ahnung, wie der Unfall passiert sei. Sie 

könne sich nur daran erinnern, dass sie irgendwann am Boden sitzend die Augen 

geöffnet habe. Da habe eine Frau ihre Hand gehalten und ihr gesagt, dass alles gut 

werde und ihre Familie da sei (Suva-act. 18-34). Die Beschwerdeführerin hatte 

demnach keine Erinnerung mehr an das Unfallereignis an sich. Die Initialbehandlung im 

KSSG der Unterschenkelfraktur mit einem Fixateur externe und der 

Wirbelsäulenverletzungen mit einem Korsett (vgl. act. G1, G1.6 ff.) ist sodann für die 

Beurteilung der Eindrücklichkeit des Unfalles nicht relevant. 

Die Beschwerdeführerin erlitt beim Unfall vom 20. März 2016 eine dislozierte 

distale Unterschenkelfraktur links, eine Flexions-Distraktions-Verletzung des siebten 

HWK und eine Deckplattenimpressionsfraktur des fünften BWK (Suva-act. 14). Diese 

Verletzungen können entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. act. G1) 

weder als besonders schwer, noch als Verletzungen besonderer Art eingestuft werden. 

Auch sind derartige Verletzungen in der Regel nicht geeignet, psychische 

Fehlentwicklungen auszulösen. Die im Oktober 2019, mithin knapp 3.5 Jahre nach dem 

Unfall, kreisärztlich festgestellten "ersten Zeichen einer beginnenden OSG-

Arthrose" (vgl. Suva-act. 293) ändern entgegen dem Standpunkt der 

Beschwerdeführerin (vgl. act. G6) nichts an dieser Beurteilung. Auch dass die 

Beschwerdeführerin während der initialen konservativen Behandlung der Wirbelsäule 

offenbar befürchtete, durch eine falsche Bewegung oder einen Sturz könnte weiterer 

Schaden entstehen (vgl. act. G6), führt nicht dazu, dass die Verletzungen als besonders 

schwer zu qualifizieren wären.

2.4.2. 

Zur Beantwortung der Frage der Dauer der ärztlichen Behandlung ist nicht allein 

der zeitliche Massstab entscheidend. Ebenfalls in die Prüfung einzubeziehen sind die 

Art und Intensität der Behandlung sowie die Frage, inwieweit davon noch eine 

Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten war (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG] vom 20. Oktober 2006, U 488/05, E. 3.2.3; BGE 134 V 

128, E. 10.2.3). Eine Behandlung, die lediglich noch der Erhaltung des 

Gesundheitszustands und nicht der Heilung dient, ist im Rahmen der Adäquanzprüfung 

grundsätzlich nicht relevant. Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen 

kommt nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu (Urteil des 

Bundesgerichts vom 27. Februar 2008, U 11/07, E. 5.3.1 mit Hinweisen). Am Unfalltag 

2.4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/20

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erfolgte eine geschlossene Reposition der Unterschenkelfraktur und die Anlage eines 

Fixateurs externe, gelenksüberbrückend, am Unterschenkel/Rückfuss links (Suva-act. 

9). Am 29. März 2016 unterzog sich die Beschwerdeführerin einer offenen Reposition 

mit Nagelosteosynthese der distalen Fibula links (Suva-act. 8). Am 11. Oktober 2016 

erfolgte eine TEN-Nagelentfernung an der Fibula links (Suva-act. 63) und am 22. Mai 

2017 eine Arthroskopie des OSG mit Arthrolyse des OSG rechts und einer 

Osteosynthesematerialentfernung an der Tibia rechts (Suva-act. 106). Die Verletzungen 

der Wirbelsäule wurden konservativ behandelt, anfangs mittels Tragens eines Korsetts 

tagsüber und eines weichen Halskragens nachts (vgl. Suva-act. 14, 28). Ab Anfang Juni 

2016 trug die Beschwerdeführerin tagsüber nur noch den weichen Halskragen und 

entwöhnte sich schrittweise davon (Suva-act. 40). Vom 10. bis 27. Oktober 2017 

befand sich die Beschwerdeführerin stationär in der Rehaklinik Bellikon, eine 

substantielle Besserung der Beschwerden am OSG konnte jedoch nicht erreicht 

werden (Suva-act. 175). Daneben besuchte die Beschwerdeführerin die Physiotherapie 

(vgl. Suva-act. 98, 198, 214) und wurde ab 26. September 2018 alternativmedizinisch 

durch K.___ behandelt (vgl. Suva-act. 237-2, 238, 252). Letztere Behandlung führte 

gemäss der Beschwerdeführerin jedoch zu keiner nachhaltigen Verbesserung (Suva-

act. 249-1). Insgesamt ist das Kriterium der langen Dauer der ärztlichen Behandlung 

damit als nicht erfüllt zu erachten. Daran ändert auch die Tatsache, dass die 

Beschwerdegegnerin zeitlich unbeschränkt die Kosten der rezeptierten 

Schmerzmedikation und des dazugehörigen Magenschutzes übernimmt (Suva-act. 

325), nichts. Die medikamentöse Behandlung dient lediglich der Erhaltung des 

gesundheitlichen Zustandes.

Die Beschwerdeführerin klagte seit dem Unfall vom 20. März 2016 praktisch 

durchgehend über Schmerzen im linken Unterschenkel und nahm deswegen 

Schmerzmittel ein (vgl. u.a. Suva-act. 175, 196, 292, 325). Mittels einer am 12. 

Dezember 2017 erfolgten Infiltration am OSG konnten die Schmerzen zumindest 

vorübergehend um 90 % reduziert werden (Suva-act. 184). Bezüglich des Nackens 

kam es nach der konservativen Initialbehandlung zu einer deutlichen Besserung der 

Beschwerden (vgl. Suva-act. 40, 51). Nachdem die Nackenschmerzen während eines 

längeren Zeitraums deutlich im Hintergrund gestanden hatten, klagte die 

Beschwerdeführerin zu Beginn der beruflichen Massnahmen sodann wieder über 

entsprechende Beschwerden (vgl. Suva-act. 229 f., 234, 280-11). Insgesamt ist das 

Kriterium der Dauerschmerzen wegen der Beschwerden im Unterschenkel links zu 

bejahen, jedoch nicht in ausgeprägter Weise. Dies insbesondere, da die behandelnden 

Ärzte das Beschwerdebild wiederholt als nicht erklärbar bezeichneten und davon 

2.4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/20

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auszugehen ist, dass eine gewisse psychosomatische Komponente besteht (vgl. Suva-

act. 93, 128, 184).

Es liegen keine Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die 

Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, vor.

2.4.5. 

Die Dauer der ärztlichen Behandlung und die geklagten Beschwerden deuten 

alleine nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf hin. Das entsprechende 

Kriterium erfordert besondere Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt und verzögert 

haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2008, U 590/06, E. 4.3.2, und 

vom 10. Juli 2008, 8C_61/2008, E. 7.6). Der Heilungsverlauf der Unterschenkelfraktur 

erwies sich als protrahiert (vgl. Suva-act. 49, 196). Da ansonsten keine Anhaltspunkte 

für einen besonders schwierigen Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen 

vorliegen, ist das Kriterium jedoch nicht als erfüllt zu erachten.

2.4.6. 

Die Beschwerdeführerin ist seit dem Unfall vom 20. März 2016 unbestritten in 

ihrer angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig (vgl. Suva-act. 292). Die 

behandelnden Ärzte äusserten sich nicht zu einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit. Dr. G.___ hielt nach einer Untersuchung vom 7. Februar 2018 (trotz noch 

nicht erreichtem Endzustand) eine adaptierte Tätigkeit für zumutbar und empfahl die 

Einleitung von Integrationsmassnahmen (Suva-act. 196). Ab 18. Juni 2018 nahm die 

Beschwerdeführerin an einem Belastbarkeitstraining teil (vgl. Suva-act. 221). Das 

anfängliche Pensum von zwei Stunden pro Tag an fünf Tagen pro Woche konnte auf 

vier Stunden täglich gesteigert werden (Suva-act. 280-12). Es ist damit ab Februar 

2018 zumindest von einer Teilarbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen. 

Das Kriterium der langen Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist 

insgesamt zu bejahen, jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise. 

2.4.7. 

Da somit zwei der zu berücksichtigenden Kriterien erfüllt sind, keines jedoch in 

besonders ausgeprägter Weise, ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem 

Unfall vom 20. März 2016 und den geklagten psychischen Beschwerden zu verneinen.

2.4.8. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/20

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3.

Unter Berücksichtigung der unfallkausalen Beschwerden an der linken unteren 

Extremität (Bewegungseinschränkung linkes Sprunggelenk, gestörtes Gangbild, 

schmerzhafte Minderbelastbarkeit des linken Unterschenkels und Fusses) sowie der 

belastungsabhängigen Restbeschwerden an der Hals- und Brustwirbelsäule (vgl. Suva-

act. 292) ist nachfolgend die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer 

adaptierten Tätigkeit zu prüfen.

Kreisarzt Dr. G.___ beurteilte am 21. Oktober 2019, für eine adaptierte Tätigkeit sei 

eine zeitlich unlimitierte Arbeitsfähigkeit ganztags mit einem Pensum von 100 % 

zumutbar. Es müsse sich um eine leichte Tätigkeit in Wechselposition, überwiegend 

sitzend ohne anhaltende Zwangspositionen oder -haltungen, gelegentlich auf ebenen 

Untergrund für maximal zehn Minuten stehend oder auf ebenem Untergrund für 

maximal zwanzig Meter gehend handeln. Bei sitzender Tätigkeit müsse die Möglichkeit 

bestehen, selbständig die Körperposition und -haltung zu wechseln, wie zum Beispiel 

bei einer Bürotätigkeit mit höhenverstellbarem Schreibpult. Tätigkeiten auf Treppen, 

Leitern, Gerüsten oder ungesicherten Arbeitsplätzen, auf abschüssigem oder 

unebenem Untergrund seien nicht zumutbar. Auch kniende, kauernde oder hockende 

Tätigkeiten seien nicht möglich (Suva-act. 292). Diese Adaptionskriterien 

berücksichtigen die genannten Einschränkungen an der linken unteren Extremität und 

der Wirbelsäule umfassend (vgl. E. 3). Wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend 

macht (act. G1), ging Dr. G.___ von einer erheblichen Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit aus. Er meinte dies aber offensichtlich nicht in quantitativer, sondern 

rein qualitativer Hinsicht (vgl. Suva-act. 292-4).

3.1. 

Dr. J.___ attestierte der Beschwerdeführerin bis zum 31. August 2019 eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100 %, ab 1. September 2019 eine solche von 80 % (vgl. Suva-

act. 273 f.). Er machte jedoch keine Ausführungen zu einer Arbeitsfähigkeit in einer 

ideal adaptierten Tätigkeit und allfälligen Adaptionskriterien. Die weiteren 

behandelnden Ärzte äusserten sich ebenfalls nicht dazu. Wie die Beschwerdegegnerin 

zu Recht ausführt (act. G3), stellten die behandelnden Ärzte auch keine objektiven 

Befunde fest, welche die kreisärztliche Beurteilung (insbesondere die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung) in Frage stellen würden. So fanden sie keine Ursache für 

das gestörte Gangbild (vgl. Suva-act. 93, 100) und konnten sich das Beschwerdebild 

bezüglich der linken unteren Extremität objektiv nicht erklären (vgl. Suva-act. 128, 184).

3.2. 

Die Beschwerdeführerin stellt der Beurteilung von Dr. G.___ im Wesentlichen die 

Ergebnisse der beruflichen Eingliederungsmassnahmen entgegen. Vom 18. Juni bis 30. 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/20

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November 2018 absolvierte die Beschwerdeführerin ein Belastbarkeitstraining bei der 

H.___ und vom 1. Dezember 2018 bis 31. Mai 2019 am selben Ort ein Aufbautraining 

(Suva-act. 221, 239, 244, 280). Sie steigerte während des Belastbarkeitstrainings ihre 

zeitliche Anwesenheit auf maximal vier Stunden pro Tag an fünf Tagen pro Woche (vgl. 

Suva-act. 280-10 ff.), während des Aufbautrainings (ab 17. Dezember 2019) reduzierte 

sie die Präsenz jedoch auf je vier Stunden an vier Tagen pro Woche. Die zuständige 

Fachperson der H.___ begründete die Reduktion mit Nackenverspannungen, welche 

bereits bei leichten, repetitiven Tätigkeiten mit geringem Kraftaufwand verursacht 

worden seien (vgl. Suva-act. 280-24). Sie beurteilte, die Beschwerdeführerin sei durch 

ihre körperlichen Einschränkungen stark in der Mobilität, beim selbständigen Ausführen 

der Abläufe (Material zu- und abführen) und in der Anwendung von Druck und Kraft, 

sowie bei langandauernden repetitiven Aufträgen eingeschränkt gewesen. Ihre 

körperliche Belastbarkeit werde als gering eingestuft (Suva-act. 280-25). Diese 

Einschätzung ist insofern nicht beweiskräftig, als sie nicht von einer medizinischen 

Fachperson stammt. Die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und 

Arbeitsleistungen ist jedoch nach Massgabe der objektiv feststellbaren 

Gesundheitsschädigung in erster Linie durch Ärzte und nicht durch 

Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven 

Arbeitsleistung zu beantworten (Urteile des Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 

8C_801/2018, E. 4.3, und vom 12. August 2020, 8C_713/2019, E. 5.2). Schliesslich 

sprechen das während der Eingliederung in der H.___ erreichte zeitliche Pensum von 

maximal rund 45 % und der dabei gemessene Leistungsgrad von 80 bis 85 % (vgl. 

Suva-act. 280-29) nicht per se gegen die von Dr. G.___ attestierte Arbeitsfähigkeit von 

100 %. Aus den Akten ergibt sich nicht eindeutig, ob die Tätigkeit bei der H.___ 

sämtliche Adaptionskriterien erfüllte. So erwähnte die Beschwerdeführerin am 25. 

September 2018, sie habe nun in den Bereich "Ausrüsten" gewechselt. Sobald sie dort 

keine Möglichkeit zur Wechselbelastung habe, nähmen ihre Beschwerden markant und 

umgehend zu (Suva-act. 236). Aus den weiteren Akten ergibt sich, dass sich die 

Beschwerdeführerin teilweise zu wenig um ihre "Selbstfürsorge" kümmerte, sich also 

nicht meldete, wenn sie schmerzbedingt einen Positionswechsel oder eine Kurzpause 

benötigte (Suva-act. 236, 242). Dies verbesserte sich zwar im Laufe der Zeit (vgl. Suva-

act. 249), trotzdem ist aber fraglich, ob die Adaptionskriterien (insbesondere 

hauptsächlich sitzende Tätigkeit ohne Zwangspositionen) erfüllt wurden. Dies gilt 

insbesondere auch für den gescheiterten Arbeitsversuch vom 1. Juni bis 31. August 

2019 in der Bäckerei I.___. Die Beschwerdeführerin arbeitete dort zunächst in einem 

zeitlichen Pensum von 40 %, aufgrund einer gesundheitlichen Verschlechterung 

sodann ab 4. Juli 2019 von 20 % (Suva-act. 266, 269, 272, 280-31 ff.). Der 

Leistungsgrad betrug gemäss Angaben der zuständigen Fachperson der H.___ nur 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/20

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4.

Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, ihre Restarbeitsfähigkeit sei auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht verwertbar (act. G1).

rund 20 % bei einem Pensum von 30 % (vgl. Suva-act. 280-34). Laut Schlussbericht 

der H.___ hat in der Bäckerei zwar die Möglichkeit bestanden, zwischen drei 

Arbeitsorten bzw. -positionen zu wechseln. Die Arbeitsplatzbedingungen (abwechselnd 

stehende und sitzende Position, Hochlagern des Beines im Sitzen) hätten jedoch nicht 

optimal auf die individuellen Bedürfnisse eingestellt werden können. Zudem seien die 

Einsatzmöglichkeiten im Hintergrund der Bäckerei sehr beschränkt gewesen. Die 

Beschwerdeführerin habe nur repetitive Serienarbeiten durchführen können und sei 

aufgrund der baulichen Bedingungen (enge Gänge, Treppen, Einsatz von Hilfsmitteln 

nicht möglich) ausserordentlich eingeschränkt gewesen. Sie sei stets auf die Hilfe des 

Personals angewiesen gewesen, welches die benötigten Materialien aus den Unter- 

und Obergeschossen habe zu- und abführen müssen. Über die ganze Zeit der 

Massnahme sei seitens der Vorgesetzten betont worden, dass ein sehr hoher 

Begleitaufwand anfalle (Suva-act. 280-32).

Insgesamt sind die Einschätzungen der Verantwortlichen der H.___ nicht geeignet, 

die überzeugende Beurteilung von Dr. G.___ in Zweifel zu ziehen. Weitere Abklärungen 

bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit (wie sie die 

Beschwerdeführerin beantragt; vgl. act. G1) erübrigen sich damit.

3.4. 

Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf 

nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere 

kann von einer Arbeitsgelegenheit (vgl. sinngemäss Art. 16 ATSG) dort nicht 

gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form 

möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie 

nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers 

möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb von vornherein als 

ausgeschlossen erscheint. Ferner beinhaltet der Begriff des ausgeglichenen 

Arbeitsmarktes nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot an und 

der Nachfrage nach Stellen, sondern bezeichnet auch einen Arbeitsmarkt, der von 

seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält, und zwar sowohl 

bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen als 

auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt 

sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche 

Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/20

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5.

Basierend auf einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer adaptierten Tätigkeit ist im 

Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln.

erzielen vermag oder nicht. Weder gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch 

im Rahmen der den versicherten Personen auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

offenstehenden Möglichkeiten zur Verwertung ihrer Resterwerbsfähigkeit dürfen von 

ihnen Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven 

und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalls nicht zumutbar sind (Urteil des EVG 

vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen).

Der Beschwerdeführerin stehen grundsätzlich den obgenannten Adaptionskriterien 

(vgl. E. 3.1, Suva-act. 292) entsprechende Tätigkeiten offen. Ihr sind damit 

insbesondere noch Stellen als Hilfsarbeiterin im Bereich von Überwachungs-, 

Administrativ-, und Kontrolltätigkeiten wie auch leichtere (vorwiegend sitzende) 

Verpackungs-, Maschinenbedienungs- und Sortierarbeiten zumutbar. Bei 

entsprechender Einführung wäre auch eine Bürotätigkeit denkbar.

4.2. 

Die kreisärztlich attestierte Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 100 % 

ist damit als auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar zu betrachten.

4.3. 

Die Beschwerdeführerin war vor ihrem Unfall zuletzt als Mitarbeiterin der Kalten 

Küche in der Bäckerei B.___ AG tätig (Suva-act. 1). Gemäss Angaben der Arbeitgeberin 

hätte die Beschwerdeführerin im Jahr 2019 bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 42 

Stunden einen Stundenlohn von Fr. 20.50 erzielt (Ferien-/Feiertagsentschädigung von 

10.64 % berücksichtigt; Suva-act. 297). Daraus resultiert ein Einkommen von Fr. 

44'772.-- (Fr. 20.50 x 42 x 52).

5.1. 

Art. 16 ATSG umschreibt das Invalideneinkommen als hypothetisches Einkommen. 

Nach der ständigen Verwaltungspraxis und Rechtsprechung steht für dessen 

Ermittlung der Beizug von Tabellen und vergleichbaren Übersichten im Vordergrund 

(Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, 2020, Art. 16 N 66 f.). Da der 

Beschwerdeführerin nur noch Hilfsarbeiterinnentätigkeiten zumutbar sind, rechtfertigt 

es sich, das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE, Total sämtlicher 

Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, Frauen, zu bestimmen. Der entsprechende 

Lohn belief sich im Jahr 2018 auf Fr. 4'371.-- monatlich bzw. Fr. 52'452.-- jährlich. 

Aufgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (2019, 

total) und angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2019 (Index 2018: 2'732, 

2019: 2'759) ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 55'222.--. Bei den LSE-Daten 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/20

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handelt es sich allerdings lediglich um statistische Durchschnittswerte, was sich daran 

zeigt, dass die Beschwerdeführerin im vorliegenden Fall als Gesunde in einem Pensum 

von 100 % ein unter dem LSE-Wert liegendes Einkommen erzielt hätte (vgl. E. 5.1). Da 

die Akten keinerlei Anhaltspunkte dafür liefern, dass die Beschwerdeführerin freiwillig 

auf ein höheres Einkommen verzichtet hat, ist anzunehmen, dass die 

Unterdurchschnittlichkeit ihres Valideneinkommens auf die für die 

Invaliditätsbemessung nicht zu berücksichtigenden Zwänge des realen Arbeitsmarktes 

zurückzuführen ist. Aus diesem Grund ist das Valideneinkommen auf den LSE-Lohn 

anzuheben. Da demnach im vorliegenden Fall sowohl hinsichtlich des hypothetischen 

Valideneinkommens als auch bezüglich des Invalideneinkommens derselbe Lohn für 

ein Pensum von 100 % zugrunde zu legen ist, kann der Einkommensvergleich anhand 

des sogenannten Prozentvergleichs vorgenommen werden. Dabei entspricht der 

Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung 

eines Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Januar 2017, 

9C_734/2016, E. 4.1, mit Hinweis). 

Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 

beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten (Hilfsarbeiter)Tätigkeiten behindert 

sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren 

arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit 

unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand 

Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer 

versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe 

haben können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Wie Dr. G.___ 

festhielt, hat die Beschwerdeführerin zahlreiche qualitative Einschränkungen (vgl. Suva-

act. 292, E. 4.1). Sie ist im Vergleich zu voll leistungsfähigen Arbeitnehmerinnen damit 

lohnmässig benachteiligt und muss mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 

(vgl. zum Ganzen Philipp Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, in Ueli Kieser/Miriam 

Lendfers [Hrsg.]: Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, S. 139 ff.). Es 

rechtfertigt sich vorliegend, den Tabellenlohnabzug - wie von der Beschwerdegegnerin 

ursprünglich zugestanden (vgl. Suva-act. 308, 325) - auf 10 % festzusetzen. Für einen 

weitergehenden Abzug besteht unbestritten kein Raum. 

5.3. 

Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten 

und unter Berücksichtigung eines 10%igen Tabellenlohnabzugs ergibt sich im Rahmen 

eines Prozentvergleichs ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 10 % (0 % + [100 

% x 0.1]).

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/20

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6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 8. Juni 

2020 dahingehend gutgeheissen, dass die Beschwerdegegnerin verpflichtet wird, der 

Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2020 eine Invalidenrente auf der Basis eines 

Im Sinne der Erwägungen ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 8. Juni 2020 aufzuheben und der 

Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Januar 2020 (Fallabschluss und 

Verfügungszeitpunkt; vgl. Suva-act. 296, 308) eine Invalidenrente entsprechend einem 

Invaliditätsgrad von 10 % zuzusprechen ist. Zur Festsetzung und Ausrichtung der 

Rente ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 

2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 82a ATSG noch 

anwendbaren Fassung).

6.2. 

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragte für die 

anwaltlichen Bemühungen im vorausgegangenen Einspracheverfahren sowie im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 6'500.--, 

zuzüglich einer Auslagenpauschale von 4 % und Mehrwertsteuern von 7.7 % (act. G1). 

Dieser Betrag erscheint mit Blick auf die bei einem durchschnittlichen Fall im Bereich 

der Unfallversicherung vom Versicherungsgericht praxisgemäss zugesprochenen 

Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) sowie 

unter Berücksichtigung des notwendigen Aufwands, des durchschnittlichen 

Aktenumfangs und der sich stellenden nicht übermässig anspruchsvollen Rechtsfragen 

als zu hoch. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass vorliegend eine Entschädigung für 

den Aufwand im Einspracheverfahren ausser Betracht fällt. Es rechtfertigt sich deshalb, 

die Beschwerdegegnerin zur Bezahlung einer Parteientschädigung von pauschal Fr. 

4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu verpflichten.

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/20

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Invaliditätsgrades von 10 % auszurichten. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rente 

wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 02.09.2021
	Art. 18 UVG. Im Zeitpunkt des Fallabschlusses lagen noch gewisse unfallkausale somatische Beschwerden vor; die Adäquanz der psychischen Beschwerden ist zu verneinen. Die Beschwerdeführerin war in somatischer Hinsicht in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Prozentvergleich, Anspruch auf eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 10 %. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. September 2021, UV 2020/53). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2021.

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