# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eda4c756-956d-58ca-b59d-f5a973ba2178
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.01.2012 C-6303/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6303-2011_2012-01-09.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung III
C­6303/2011

U r t e i l   v om   9 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Stefan Mesmer,
Gerichtsschreiber Milan Lazic.

Parteien A.______, 
Beschwerdeführerin, 

gegen

Schweizerische Ausgleichskasse SAK, Avenue Edmond­
Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,   
Vorinstanz. 

Gegenstand AHV, Ausschluss aus der freiwilligen Versicherung, 
Verfügung vom 24. Oktober 2011.

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die Beschwerdeführerin seit dem 1. Mai 2003 der freiwilligen Alters­ 
Hinterlassenen­  und  Invalidenversicherung  (AHV/IV,  im  Folgenden: 
freiwillige Versicherung) angeschlossen ist (Vorakten act. 1),

dass  die  Schweizerische  Ausgleichskasse  (SAK,  im  Folgenden  auch: 
Vorinstanz)  der  Beschwerdeführerin  am  9.  Juni  2010  die 
Beitragsverfügung für das Jahr 2009 zukommen liess (Vorakten act. 5),

dass  der  eingeforderte  AHV/IV­Beitrag  samt  Veraltungskosten  von 
insgesamt  Fr.  1'615.05  nicht  innert  gesetzter  Frist  geleistet  wurde,  so 
dass  die  Vorinstanz  am  30.  August  2010  die  Beschwerdeführerin  unter 
Ansetzung einer Nachfrist von 30 Tagen mahnte (Vorakten act. 6)

dass die Zahlung auch weiterhin nicht einging, so dass die Vorinstanz der 
Beschwerdeführerin am 29. Oktober 2010 eine eingeschrieben versandte 
zweite Mahnung  zustellte  und  darin  ausdrücklich,  unter Hinweis  auf  die 
einschlägigen  gesetzlichen  Bestimmungen,  den  Ausschluss  aus  der 
freiwilligen Versicherung androhte (Vorakten act. 7),

dass  die  Beschwerdeführerin  die  Beiträge  für  das  Jahr  2009  auch  bis 
zum 31. Dezember 2010 nicht  leistete, so dass die Vorinstanz diese mit 
Verfügung  vom  14.  Januar  2011  aus  der  freiwilligen  Versicherung 
ausschloss (Vorakten act. 8),

dass  die  Beschwerdeführerin  der  Vorinstanz  am  6.  April  2011  per  Fax
Unterlagen zur Veranlagung für das Jahr 2009 zukommen liess (Vorakten 
act. 10 und 11),

dass die Beschwerdeführerin gegen die Verfügung vom 14. Januar 2011 
am 2. Juni 2011 bei der Vorinstanz Einsprache erhob und darauf hinwies, 
sie  wolle  nun  doch  bei  der  freiwilligen  Versicherung  bleiben,  und 
nachfragte, ob die Nachzahlung der Beiträge  für das Jahr 2009 möglich 
sei (Vorakten act. 11),

dass  die  Vorinstanz  auf  die  Einsprache  vom  2.  Juni  2011  eintrat  und 
diese  mit  Einspracheentscheid  vom  24.  Oktober  2011  abwies,  da  bei 
Nichtleistung  der  Beiträge  zwangsweise  –  ohne  Berücksichtigung  der 
individuellen Sachlage – ein Ausschluss aus der freiwilligen Versicherung 
erfolgen müsse (Vorakten act. 12),

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dass die Beschwerdeführerin gegen diesen Einspracheentscheid am 15. 
November  2011  beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  einreichte 
und  die  Aufhebung  des  Ausschlusses  aus  der  freiwilligen  Versicherung 
beantragte,  obwohl  sie  die  Beiträge  bis  zum  31.  Dezember  2010  nicht 
geleistet habe (BVGer act. 1),

dass  die  Vorinstanz mit  Vernehmlassung  vom  30.  Dezember  2011,  die 
der  Beschwerdeführerin  zu  Kenntnis  zu  bringen  ist,  die  Abweisung  der 
Beschwerde  beantragte  –  unter  Hinweis  auf  den  Sachverhalt  und  die 
bereits bekannt gegebenen gesetzlichen Bestimmungen (BVGer act. 3),

dass  gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG, SR 173.32) das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021) beurteilt, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,

dass als Vorinstanzen die  in Art. 33 genannten Behörden gelten – so 
insbesondere auch die SAK,

dass Einspracheentscheide der Vorinstanz Verfügungen im Sinne von 
Art.  5  VwVG  darstellen  und  keine  Ausnahme  gemäss  Art.  32  VGG 
vorliegt,  so  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  zur  Beurteilung  der 
Beschwerde vom 7. Juli 2011 zuständig ist,

dass die übrigen Prozessvoraussetzungen ohne Zweifel gegeben sind,

dass die Vorinstanz auf die Einsprache vom 2. Juni 2011 eingetreten 
ist, ohne zu prüfen, ob diese rechtzeitig eingereicht worden ist,

dass aus den Akten nicht ersichtlich  ist, wann die Verfügung vom 14. 
Januar 2011 der Beschwerdeführerin eröffnet worden ist, so dass nach 
Treu  und  Glauben  davon  auszugehen  ist,  dass  die  Einsprache 
rechtzeitig  erfolgte,  und  nicht  beanstandet  werden  kann,  dass  die 
Vorinstanz auf diese eintrat und die Sache materiell beurteilte,

dass gemäss Art.  2 Abs.  3  des Bundesgesetzes über  die Alters­  und 
Hinterlassenenversicherung (AHVG, SR 831.10) versicherte Personen, 
die  ihre  Beiträge  nicht  fristgerecht  bezahlen,  aus  der  freiwilligen 
Versicherung ausgeschlossen werden,

dass der Ausschluss zu erfolgen hat, wenn die versicherte Person die 
für das Beitragsjahr geschuldeten Beiträge bis zum 31. Dezember des 

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folgenden  Kalenderjahres  nicht  vollständig  bezahlt  (Art.  13  Abs.  1 
Bst. a  der  Verordnung  vom  26.  Mai  1961  über  die  freiwillige  Alters­, 
Hinterlassenen­ und Invalidenversicherung [VFV, SR 831.111]),

dass  hiervon  einzig  dann  abzusehen  ist,  wenn  die  rechtzeitige 
Entrichtung  der  Beiträge  infolge  höherer  Gewalt  nicht  erfolgen  kann 
oder die Überweisung der Beiträge  in die Schweiz unmöglich  ist  (Art. 
13 Abs. 4 VFV),

dass  ein  Ausschluss  zudem  voraussetzt,  dass  das  Mahnverfahren 
gemäss  Art.  17  Abs.  2  und  Art.  13  Abs.  2  VFV  korrekt  durchgeführt 
worden  ist,  dass  also  bei  Nichtleistung  innert  2  Monaten  nach 
Eröffnung  der  Beitragsverfügung  unter  Ansetzung  einer  Nachfrist  ein 
erstes  Mal  gemahnt  wird  und  anschliessend  mit  eingeschriebenem 
Brief  eine  zweite  Mahnung  erfolgt,  im  welcher  auf  den  drohenden 
Ausschluss hingewiesen wird,

dass  vorliegend  aufgrund  der  Akten  feststeht  und  von  der 
Beschwerdeführerin  auch  nicht  bestritten  wird,  dass  die  AHV/IV­
Beiträge für das Jahr 2009 bis zum 31. Dezember 2010 nicht geleistet 
worden sind,

dass von der Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht wird, dass sie 
durch höhere Gewalt  von der Beitragszahlung abgehalten worden sei 
oder eine Überweisung in die Schweiz nicht möglich gewesen wäre,

dass  derartige  Hinderungsgründe  sich  auch  nicht  aus  den  Akten 
ergeben  und  die  Vorinstanz  zu  Recht  darauf  hinweist,  dass  eine 
nachträgliche Zahlung nach Ausschluss nicht möglich  ist – auch dann 
nicht, wenn wie  vorliegend aus  persönlichen Gründen  (nachträglicher 
Entschluss,  bei  der  freiwilligen  Versicherung  zu  bleiben)  die  Zahlung 
nicht fristgerecht erfolgte,

dass  die  Beschwerdeführerin  nicht  bestreitet,  die  Beitragsverfügung, 
die  fristgemäss  erfolgte  erste  Mahnung  und  die  eingeschrieben 
versandte  zweite Mahnung  erhalten  zu  haben,  so  dass  aufgrund  der 
Akten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass die 
Beitragserhebung und das Mahnverfahren rechtskonform erfolgt sind,

dass  unter  diesen  Umständen  ohne  Zweifel  feststeht,  dass  die 
Vorinstanz  die  Beschwerdeführerin  zu  Recht  aus  der  freiwilligen 
Versicherung ausgeschlossen hat, 

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dass sich die Beschwerde damit als offensichtlich unbegründet erweist 
und  im  einzelrichterlichen Verfahren  abzuweisen  ist  (Art.  85bis  Abs.  3 
AHVG), wobei von einem zweiten Schriftenwechsel abgesehen werden 
kann,

dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind (Art. 85bis Abs. 2 AHVG) 
und keine Parteientschädigung zuzusprechen  ist  (Art.  7 Abs. 1 und 3 
des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
173.320.2]). 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde vom 15. November 2011 wird abgewiesen.

2. 
Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben  und  es  wird  keine 
Parteientschädigung zugesprochen.

3. 
Dieses Urteil geht an:

– die  Beschwerdeführerin  (Einschreiben  mit  Rückschein;  Beilage: 
Doppel der Vernehmlassung vom 30. Dezember 2011)

– die Vorinstanz (Ref­Nr._______) 
– das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Stefan Mesmer Milan Lazic

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen 
Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die 
Rechtsschrift  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der 
Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene 
Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in 
Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

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