# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 55edd573-daec-55aa-8418-873772e3aeda
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.12.2017 200 2017 774
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-774_2017-12-15.pdf

## Full Text

200 17 774 IV 
FUR/ABE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. Dezember 2017

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. Juli 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/774, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1961 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
von Beruf …, meldete sich am 20. August 2014 erstmals bei der IV-Stelle 
Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Bezug von Leistungen der Inva-
lidenversicherung (IV) an (Antwortbeilage [AB] 1, 10). Die IVB tätigte er-
werbliche und medizinische Abklärungen und gewährte zunächst 
Arbeitsvermittlung (AB 32) und ab dem 1. Juni 2015 ein Belastbarkeitstrai-
ning (AB 40). Nachdem die beruflichen Massnahmen aus gesundheitlichen 
Gründen (vgl. AB 54) abgebrochen worden waren (AB 55; vgl. auch AB 
78), legte die IVB das Dossier ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) 
zur Stellungnahme vor (AB 80-84). Im Januar 2016 erlitt der Versicherte 
einen Unfall (Treppensturz), worauf die IVB die Akten des Unfallversiche-
rers einholte (AB 89, 93). In der Folge ordnete sie auf Empfehlung des 
RAD (AB 103/3) eine polydisziplinäre Untersuchung an (AB 104, 111). Ge-
stützt auf die entsprechende Expertise der Medizinischen Abklärungsstelle 
(MEDAS) vom 7. März 2017 (AB 123) verneinte die IVB – nach durchge-
führtem Vorbescheidverfahren (AB 128 ff.) – bei einem Invaliditätsgrad von 
11% einen Rentenanspruch (Verfügung vom 13. Juli 2017 [AB 141]). Am 3. 
August 2017 teilte sie dem Versicherten mit, sie gewähre ihm Beratung und 
Unterstützung bei der Stellensuche (AB 144).

B.

Gegen die Verfügung vom 13. Juli 2017 erhob der Versicherte am 6. Sep-
tember 2017 Beschwerde. Er beantragt die Aufhebung des angefochtenen 
Verwaltungsakts, die Zusprechung von IV-Leistungen bzw. Eingliede-
rungsmassnahmen oder Rentenleistungen und die Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege im Sinne der Befreiung von Verfahrenskosten. Er 
macht geltend, es seien zusätzliche kardiologische Untersuchungen durch-
zuführen und im Rahmen der Invaliditätsbemessung sei ihm ein leidensbe-
dingter Abzug zuzugestehen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/774, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 2. Oktober 2017 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]) und die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) sind eingehalten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. Juli 2017 (AB 141), 
mit welcher die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch verneinte.

Soweit der Beschwerdeführer berufliche Massnahmen beantragt, ist auf die 
Beschwerde nicht einzutreten, da diese Frage nicht Gegenstand der ange-
fochtenen Verfügung bildet und es diesbezüglich an einem tauglichen An-
fechtungsobjekt fehlt (BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 165); zudem hat die 
Beschwerdegegnerin dem Gesuch um Arbeitsvermittlung am 3. August 
2017 entsprochen (AB 142, 144). Hingegen ist auf die Beschwerde einzu-

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treten, soweit der Beschwerdeführer den abschlägigen Entscheid betref-
fend eine Invalidenrente beanstandet.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geisti-
gen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be-
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3 Um den Leistungsanspruch beurteilen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

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ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand und zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
des Beschwerdeführers ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu ent-
nehmen:

3.1.1 Dr. med. B.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, legte 
im Bericht vom 12. September 2014 (AB 11/8) dar, der Beschwerdeführer 
leide seit 2002 unter einer schweren koronaren 3-Gefässerkrankung. Er 
habe bisher fünf Mal mit PTCA (perkutane transluminale Angioplastien) und 
Stents versorgt werden müssen. Daneben neige der Patient zu Panik-
attacken und hypochondrischer Somatisierungstendenz. Die bisherige 
Tätigkeit als … sei noch zu 50% zumutbar. Längerfristig sei eine Umschu-
lung erstrebenswert; damit könnte die Arbeitsfähigkeit wahrscheinlich auf 
ca. 80% gesteigert werden.

3.1.2 Im zuhanden des Krankentaggeldversicherers erstellten Gutachten 
vom 14. November 2014 (AB 25.2/1) legte Dr. med. C.________, Fachärz-
tin für Psychiatrie und Psychotherapie, dar, eine psychiatrische Diagnose 
mit Krankheitswert sei nicht zu stellen (S. 11). Anlässlich der Exploration 
sei der psychopathologische Befund in jeder Beziehung unauffällig gewe-
sen. Weil der Explorand seinen Führerausweis habe abgeben müssen, sei 
er in seiner bisherigen Tätigkeit zurzeit arbeitsunfähig (S. 12). Aus psychia-
trischer Sicht lasse sich jedoch weder in der bisherigen noch in einer ande-
ren Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit bestätigen (S. 13).

3.1.3 Im verkehrsmedizinischen Gutachten der D.________ vom 1. Juli 
2015 (AB 47.1) wurde zuhanden des Strassenverkehrs- und Schifffahrts-
amtes ausgeführt, nach dem vorsorglichem Entzug des Führerausweises 

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wegen Zweifel an der körperlichen/geistigen Leistungsfähigkeit (S. 6; vgl. 
AB 59/6) könne die Fahreignung gegenwärtig für alle Kategorien bejaht 
werden. Als Auflage seien eine regelmässige Kontrolle und Behandlung der 
koronaren Herzkrankheit angezeigt (S. 7).

3.1.4 Im Bericht des Spitals E.________ vom 27. August 2015 (AB 62) 
wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ge-
nannt:

• Akute Dekompensation im Sinne einer nicht näher bezeichneten Reaktion 

auf Belastung (ICD-10 F43.9)

• bei bekannter Panikstörung im Rahmen der koronaren 3-Gefässerkrankung 

(ICD-10 F54 und I25.13)

• Akrophobie (ICD-10 F40.2)

• Posttraumatische Belastungsstörung mit bereits starker Chronifizierung 

(ICD-10 F43.1)

• Narzisstische Persönlichkeitsakzentuierung

Der Versicherte habe insgesamt acht Herzoperationen hinter sich gebracht, 
wobei es jeweils um die Herzkranzgefässe und nicht um das Herz an sich 
gegangen sei. Offenbar leide er aufgrund von Erbfaktoren an einer erhöh-
ten Stenoseneigung. Nach der ersten Stenose habe er die Information er-
halten, es sei nun alles wieder in Ordnung und er müsse sich keine Sorgen 
machen. Eine Woche später habe er sich aber erneut mit einer Stenose auf 
dem Notfall vorstellen müssen. Solche Ereignisse würden einen kompletten 
Kontrollverlust bedeuten und grenzten an traumatische Erlebnisse. Auf-
grund der realen Bedrohung, die den Panikanfällen zugrunde liege, gestal-
te sich die Therapie äusserst schwierig. Im Gegensatz zu klassischen 
Panikstörungen könnten keine eigentlichen Expositionsübungen durchge-
führt werden. Die Angst vor erneuten Stenosen und möglichen Konsequen-
zen wie beispielsweise eine Operation am offenen Herzen, Leistungs-
einbruch, Invalidität oder gar der Tod infolge eines Gefässverschlusses sei 
omnipräsent, realistisch und nachvollziehbar. Der Versicherte sehe sich 
einer ständigen Bedrohung ausgesetzt, welcher er ohnmächtig gegenüber 
stehe. Nach einer schweren Exazerbation und akuten Dekompensation sei 
der Beschwerdeführer u.a. in der Klinik F.________, im Psychiatriezentrum 
G.________ und in der Klinik H.________ stationär behandelt worden. Er 

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stelle an sich selbst sehr hohe Leistungsansprüche. So erzeuge er einen 
hohen Druck, der wiederum die körperliche Grundanspannung erhöhe und 
damit das Auftreten von Panikanfällen begünstige. Einerseits zeige er eine 
hohe Arbeits- und Integrationsmotivation, andererseits sei gerade diese 
Motivation zusammen mit dem hohen Leistungsanspruch ein Faktor, der 
den Genesungsprozess hemme. Der Versicherte wisse um diese Mecha-
nismen, sei jedoch noch nicht in der Lage, an seinen dysfunktionalen 
Denkmustern nachhaltig etwas zu verändern. Eine Panikattacke stelle für 
Betroffene einen vollständigen Kontrollverlust dar, weil immer das Gefühl 
bleibe, das Bewusstsein zu verlieren oder im Rahmen des Anfalls zu ver-
sterben. Beim Beschwerdeführer verschärfe sich diese Problematik durch 
die reale Bedrohung fortschreitender Stenosierungen. Im Übrigen seien die 
Symptome einer Panikattacke denen eines Herzinfarktes sehr ähnlich. Die 
verminderte Belastbarkeit verlange nach regelmässigen und ausreichend 
langen Ruhe- und Erholungsphasen; aktuell seien diese kaum mit einer 
Erwerbstätigkeit vereinbar. Die erhöhte Ablenkbarkeit führe zu einer erhöh-
ten Fehleranfälligkeit, was in der bisherigen Tätigkeit als … ein erhöhtes 
Unfallrisiko bedeute. Deshalb sei jene nicht mehr zumutbar.

3.1.5 In der Stellungnahme vom 28. Dezember 2015 (AB 84) legte die 
RAD-Ärztin Dr. med. I.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
dar, je mehr dem Beschwerdeführer zur Schonung geraten werde, desto 
mehr werde er in der Annahme bestärkt, sein Herz sei schwer krank, und 
desto intensiver dürften sich die psychischen Symptome bemerkbar ma-
chen. Tatsächlich würden ihn mehr die Ängste und ihre Folgeerscheinun-
gen bedrohen, als die Koronarerkrankung. Erhöhte innere Anspannung mit 
hoher Präsenz von Stresshormonen im Blut, Psychomedikation, inaktive 
Lebensweise usw. seien für die Gefässe ungünstig. Die Koronarerkrankung 
selbst berge zwar auch Risiken, allerdings sei der grösste Teil des Herz-
gewebes bis anhin unbeschadet geblieben. Die Situation sei unter Medika-
tion relativ stabil und bei Beachtung einer angepassten Ernährungsweise 
und unter Fortsetzung der Blutverdünnung ständen die Chancen nicht 
schlecht, dass die Situation auch weiterhin relativ stabil bleibe; auch ein 
aktiver Lebenswandel hätte eine protektive Wirkung. Der Beschwerdeführer 
müsse sich einer andern Arbeit zuwenden. Da er sich keineswegs so weit 
schonen müsse, dass nur sitzende Arbeit zumutbar wäre, seien durchaus 

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auch andere leichtere Tätigkeiten zumutbar, gemäss Herzleistung sogar 
auch mittelschwere. Zwar sei Schwerarbeit unzumutbar. Mittelschwere 
Tätigkeiten seien jedoch grundsätzlich zumutbar (bei gutem Trainingszu-
stand bedeutete dies Gewichte bis 20 kg; realistisch seien solche bis 10 
kg). Medizinisch lasse sich dabei keine zeitliche Einschränkung begründen.

3.1.6 Im Verlaufsbericht vom 7. Juni 2016 des Spitals E.________ (AB 
98/2) wurde angegeben, der Gesundheitszustand sei stationär. Der Patient 
zeige weiterhin ausgeprägte Paniksymptome. Er verfüge über wenig 
Stressresistenz. Zwischenzeitlich würden sich auch Panikattacken ohne 
objektivierbare Trigger ergeben. Körperempfindungen, die der Patient nicht 
klar einordnen könne, lösten unmittelbar Angst aus, die Tage anhalten 
könne. Dadurch sei die Konzentrationsfähigkeit erheblich eingeschränkt. 
Die Tätigkeit als … sei nicht mehr zumutbar. Zumutbar seien Tätigkeiten, 
bei denen die Erwartungen klar seien, die keine allzu hohen Ziele beinhal-
ten und die den Beschwerdeführer aber dennoch etwas fordern würden.

3.1.7 Im MEDAS-Gutachten vom 7. März 2017 (AB 123.1) wurden nach 
internistischer, neurologischer, psychiatrischer, kardiologischer und or-
thopädischer Untersuchung folgende Diagnosen gestellt (S. 34 f.):

Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit

• Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst; ICD-10 F41.0)

Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit

• Kombinationskopfschmerz

• St. n. Schädelhirntrauma Januar 2016 ohne Relevanz

• Unspezifisches Zervikalsyndrom ohne radikuläre Reiz- oder Defizit-
symptomatik

• Lungenemphysem mit

- bullösen Veränderungen in beiden Oberlappen rechtsbetont

- leichter Anstrengungshypoxämie infolge inadäquater Hyperventilation

• Dyslipidämie

• Nikotinabusus

• Übergewicht / Prae-Adipositas, BMI 26.4

• Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73.1)

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• Komplexe KHK, mit Status nach multipler Katheterintervention mit 
Stentimplantation in allen drei Kranzarterien (gegenwärtig stabiler Be-
fund ohne Hinweise auf eine erneute Progredienz der KHK)

• Wiederkehrende Cervikalgien bei degenerativen HWS-Veränderungen

• Wiederkehrende Lumbalgien bei degenerativen LWS-Veränderungen

• Status nach undislozierter Schulterblattfraktur links im Januar 2016

• Beginnende rechtsbetonte Retropatellararthrose (anamnestisch)

• Status nach Kahnbeinfraktur rechte Handwurzel 1981 mit nachfolgen-
der dreifacher Operation, ausgeheilt mit eingeschränkter Dorsalexten-
sion im rechten Handgelenk (beschwerdefrei)

• Status nach Sprunggelenkfraktur rechts 1984 (folgenlos ausgeheilt)

• Spreizfuss beidseits

Das im Januar 2016 erlittene Schädeltrauma ergebe bei der klinischen Un-
tersuchung keine Auffälligkeiten. Es bestehe eine kombinierte Kopf-
schmerzsymptomatik, ein unspezifisches zervikozephales Beschwerdebild, 
spannungskopfschmerzartig, überlagert von einem Migränekopfschmerz-
bild (S. 33). Dieses werde seit dem Unfall als verstärkt angegeben. Es hät-
ten sich aber keine neurologischen Ausfälle ergeben, das Schädel-CT sei 
ohne pathologischen Befund geblieben. In kardiologischer Hinsicht bestehe 
eine komplexe koronare Herzkrankheit (KHK) mit Status nach multiplen 
Herzkatheterinterventionen mit Stentimplantationen in allen drei Kranzarte-
rien. Der Zustand sei gegenwärtig stabil; es beständen keine Hinweise auf 
eine erneute Progredienz der KHK. Aufgrund der objektivierbaren Funkti-
onseinschränkungen betreffend die Wirbelsäule seien langanhaltendes 
Arbeiten in Wirbelsäulenzwangshaltungen und langanhaltendes Arbeiten 
mit Belastungen der Wirbelsäule ausserhalb der Körperachse nicht mehr 
zumutbar. Auch ausschliesslich schweres körperliches Arbeiten sollte nicht 
mehr erfolgen. Darüber hinaus lasse sich auf orthopädischem Fachgebiet 
kein negatives Fähigkeitsprofil definieren (S. 34). In seiner angestammten 
Tätigkeit als … sei der Explorand aus psychiatrischer Sicht nicht mehr ein-
setzbar. Die Tätigkeit in der … als … sei wegen der möglichen erhöhten 
Ablenkbarkeit und der nicht auszuschliessend erhöhten Unfallgefahr bei 
hoher Verantwortung für die … wegen der episodisch paroxysmalen Angst 
aus Sicherheitsgründen nicht mehr zumutbar. Zumutbar sei eine körperlich 
leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit der Möglichkeit von zusätzlichen 
Pausen und einer Wechselbelastung (Stehen, Gehen, Sitzen). Nicht mehr 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/774, Seite 10

zugemutet werden sollten Tätigkeiten mit häufigem Bücken und Heben von 
Lasten über 25 kg (S. 34). In einer entsprechenden Verweistätigkeit beste-
he eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit ohne Einschränkung der Leistung oder 
der Präsenzzeit. Eine leidensadaptierte Tätigkeit sei seit Ende Januar 2015 
(Austritt aus dem Psychiatrischen Zentrum G.________) zumutbar (S. 36).

3.1.8 Dr. med. J.________, Facharzt für Kardiologie, für Arbeitsmedizin 
und für Allgemeine Innere Medizin, RAD, nahm am 6. Juni 2017 Stellung 
(AB 140/2). Es bestehe eine schwere koronare 3-Gefässerkrankung mit 
mehrfachen Infarktkomplikationen, wobei der linke Ventrikel nahezu unbe-
schädigt geblieben sei. Seit 2002 seien insgesamt mindestens 10 Stents in 
allen drei Kranzarterien implantiert worden, zuletzt 2014. Gemäss den
Akten sei der Beschwerdeführer kardial mindestens seit 2014 komplett be-
schwerdefrei (nach eigenen Angaben seien seit 2009 keine Angina pecto-
ris, keine Herzinsuffizienz, keine Rhythmusstörungen, keine Synkopen und 
keine Reanimationen zu verzeichnen). Die erreichte Leistung bei der fahr-
radergometrischen Belastung entspreche einer altersnormalen Leistung 
eines gesunden Mannes. Zeichen einer residualen Durchblutungsstörung 
der Kranzgefässe im Sinne einer Re-Stenose hätten nicht gefunden wer-
den können. Im gutachterlich angefertigten Echokardiogramm habe sich 
der Ventrikel normal gross dargestellt. Die Pumpleistung sei mit einer EF 
von 50-55 % angegeben worden, was einer maximal leichten Einschrän-
kung der linksventrikulären systolischen Funktion entspreche. Demge-
genüber sei der echokardiografische Referenzbefund vom 16. Januar 2014 
unter den Bedingungen eines akuten Koronarsyndroms mit schwerer be-
einträchtigter Durchblutung der Herzvorderwand erhoben worden; die
damalige EF von 40-45% habe einer mittelschweren Schädigung der 
Pumpfunktion entsprochen. Folglich sei die scheinbar unplausible Differenz 
zwischen den Messwerten von 2014 (EF 40-45%) und von 2016 (EF 50-
55%) aus kardiologischer Sicht nachvollziehbar. Die Differenz der Werte 
bilde den Erfolg der erneuten Stent-PTCA des RIVA vom 16. Januar 2014 
ab. Weitere Abklärungen seien aus kardiologischer Sicht nicht angezeigt. In 
Übereinstimmung mit dem MEDAS-Gutachten könne weiterhin davon aus-
gegangen werden, dass die koronare Herzkrankheit und ihre aktuell exzel-
lent beherrschten Folgen keine Leistungsminderung hervorrufen würden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/774, Seite 11

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3 Bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 13. Juli 2017 (AB 
141) hat die Beschwerdegegnerin massgeblich auf das MEDAS-Gutachten 
vom 7. März 2017 (AB 123.1) abgestellt. Dieses erfüllt die von der höch-
strichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen 
Berichts gestellten Anforderungen (E. 3.2 hiervor) und überzeugt. Die Ex-
pertise beruht auf einlässlichen Untersuchungen und wurde unter Berück-
sichtigung der geklagten Beschwerden sowie in Kenntnis der Vorakten 
erstattet. In der Darlegung der medizinischen Situation ist sie widerspruchs-
frei und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet. Es finden 
sich weder Hinweise für eine Unrichtigkeit des Gutachtens noch Anhalts-
punkte, die gegen die Zuverlässigkeit der Beurteilung sprechen. Folglich 
kommt dem Gutachten voller Beweiswert zu (BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 
353). Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung wird die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/774, Seite 12

Schlüssigkeit der gutachterlichen Feststellungen denn auch nicht durch 
Berichte behandelnder Ärzte in Zweifel gezogen (vgl. sogleich).

3.3.1 Soweit der Beschwerdeführer weiterhin (vgl. AB 132/1, 132/8 ff.) 
geltend macht, die Einschätzung des kardiologischen Gutachters stehe im 
Widerspruch zu derjenigen seines behandelnden Herzspezialisten, ist 
zunächst darauf hinzuweisen, dass es die unterschiedliche Natur von Be-
handlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und 
Auftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits nicht 
zulässt, die versicherungsmedizinische Einschätzung stets in Frage zu stel-
len und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan-
delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten 
bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil 
die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher In-
terpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Be-
gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. SVR 2008 IV 
Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Dies ist hier jedoch nicht der Fall:

Aus dem Umstand, dass der behandelnde Herzspezialist andere Tester-
gebnisse ermittelte als der kardiologische Gutachter, kann – entgegen der 
Auffassung des Beschwerdeführers – nicht geschlossen werden, das 
MEDAS-Gutachten sei unverwertbar. Dass die Ejektionsfraktion (EF) im 
Jahr 2014 bei 45% lag (vgl. AB 6.2/16, 132/14) und Ende 2016 anlässlich 
der Begutachtung eine EF von 50-55% festgestellt wurde (AB 123.3/1), ist 
vielmehr nachvollziehbar: Wie der RAD-Kardiologe im Anhörungsverfahren 
überzeugend und schlüssig darlegte, bildet diese Differenz die im Jahr 
2014 erfolgreich durchgeführte Behandlung ab (AB 140/4). Abgesehen 
davon, dass der behandelnde Herzspezialist bereits 2014 trotz des damals 
noch tieferen Werts allein von einer leichten Einschränkung der Leistungs-
fähigkeit ausging und weitere Tests als nicht indiziert erachtete (AB 11/12), 
ist den Akten zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer kardial schon 
längere Zeit beschwerdefrei ist. So hat er angegeben, es seien seit 2009 
keine Angina pectoris, Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen oder Synko-
pen aufgetreten (vgl. AB 140/3; vgl. auch AB 47.1/3, 84/4, 123.3/1). Gegen-
teiliges macht der Beschwerdeführer weiterhin nicht geltend. Vielmehr hat 
er anlässlich der kardiologischen Begutachtung vom 17. November 2016 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/774, Seite 13

bestätigt, subjektiv beständen keine kardialen Beschwerden (AB 123.3/1). 
Hinzu kommt, dass die Ejektionsfraktion mittels unterschiedlichen Metho-
den gemessen werden kann; dabei liefern die Messmethoden – insbeson-
dere im (hier vorliegenden) Bereich der leichten bis mittelschweren 
Ventrikelschädigungen, d.h. bei einer EF zwischen 40% und 60% – sehr 
variable Zahlenwerte (AB 140/4). Somit vermag der Beschwerdeführer aus 
den unterschiedlich ausgefallenen Messdaten nichts zu seinen Gunsten 
abzuleiten. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Auswurffraktion 
nicht der einzig massgebliche Faktor zur Beurteilung einer kardiologischen 
Leistungsminderung darstellt. Entscheidend für die hier geforderte Beurtei-
lung sind schliesslich nicht einzelne Messwerte, sondern die ärztlich kon-
sistent darzulegende Auswirkung allfälliger Gesundheitsschäden auf die 
Leistungsfähigkeit. Bei der fahrradergometrischen Belastung erreichte der 
Beschwerdeführer eine altersnormale Leistung eines gesunden Mannes 
(AB 140/3). Aus den dargelegten Gründen erweisen sich zusätzliche kar-
diologische Untersuchungen, wie sie der Beschwerdeführer beantragt, 
nicht als notwendig (vgl. auch AB 140/4). Von solchen wären keine neuen 
Erkenntnisse zu erwarten (antizipierte Beweiswürdigung [BGE 122 V 157 
E. 1d S. 162]). Die kardiologische Problematik wurde im MEDAS-
Gutachten hinreichend gewürdigt und in die Konsensbeurteilung miteinbe-
zogen. Dass sich die Situation seither verändert hätte, macht der 
Beschwerdeführer nicht geltend. Auch bringt er keine Arztberichte bei, wel-
che die postulierte andauernde mittelschwere Einschränkung der Leis-
tungsfähigkeit belegen würde. Folglich hat als erstellt zu gelten, dass die 
Herzkrankheit aus somatischer Sicht stabil ist (AB 123.3/2) resp. „exzellent“ 
beherrscht wird (AB 140/4) und in einer angepassten Tätigkeit keine Aus-
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zeitigt (vgl. AB 123.1/35, 140/4).

3.3.2 In psychiatrischer Hinsicht zeigen die Akten im Wesentlichen ein 
einheitliches Bild. Praktisch sämtliche involvierten Fachärzte gehen vom 
Vorliegen einer Panikstörung aus. Soweit die Erstgutachterin davon abwei-
chend im November 2014 eine psychiatrische Diagnose mit Krankheitswert 
noch ausgeschlossen hatte (AB 25.2/11), ist darauf nicht abzustellen. Dass 
die bisherige Tätigkeit als … aus Sicherheitsüberlegungen ausgeschlossen 
ist, ist denn auch zu Recht unbestritten. Primär aufgrund der hohen Ver-
antwortung in diesem Beruf bzw. aus Sicherheitsgründen (AB 123.1/34; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/774, Seite 14

vgl. auch AB 24/3, 31/2) besteht in jener Tätigkeit eine vollständige Ar-
beitsunfähigkeit. Hingegen ist aufgrund der überzeugenden und schlüssi-
gen Ausführungen der Gutachter sowie in Übereinstimmung mit weiteren 
Arztberichten erstellt, dass in einer adaptierten Tätigkeit seit Ende Januar 
2015 eine volle Arbeitsfähigkeit mit ganztägiger Präsenz und Leistungs-
fähigkeit besteht (AB 123.1/36; vgl. auch AB 84/6, 98/4, 140/4). Da in einer 
angepassten Tätigkeit bereits aus rein medizinischer Sicht keine massge-
bliche Arbeitsunfähigkeit besteht, bedarf es der weitergehenden Prüfung 
anhand des für alle psychischen Störungen massgeblichen strukturierten 
Beweisverfahrens nicht (zur Publikation vorgesehener Entscheid des Bun-
desgerichts [BGer] vom 30. November 2017, 8C_130/2017, E. 7.1).

3.3.3 Somit ist die Invaliditätsbemessung auf der Basis einer uneinge-
schränkten Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit vorzu-
nehmen.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
überwiegend wahrscheinlich als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei 
wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der 
realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft (BGE 
139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 S. 325).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/774, Seite 15

S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellen-
löhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 
2.5.7 S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität resp. Aufenthaltskategorie und 
Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invaliden-
einkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, 
wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 
V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 
E. 2.2).

4.2 Der von der Beschwerdegegnerin durchgeführte Einkommensver-
gleich wird vom Beschwerdeführer – abgesehen von der Nichtgewährung 
eines sog. leidensbedingten Abzugs (vgl. sogleich) – nicht bestritten und es 
bestehen auch keine Anhaltspunkte für dessen Unrichtigkeit. Insbesondere 
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Invaliditätsbe-
messung auf das Jahr 2015 hin vorgenommen, das Valideneinkommen 
(Fr. 74‘462.--) gestützt auf die Lohnangaben des ehemaligen Arbeitgebers 
(AB 10) und das Invalideneinkommen auf der Basis von Tabellenlöhnen 
(LSE 2014, TA1, Total Männer, Kompetenzniveau 1, aufindexiert pro 2015 
[Fr. 5‘312.-- x 12 Monate / 40 x 41.7 Wochenstunden / 2220 x 2226 Nomi-
nallohnentwicklung = Fr. 66‘633.--]) ermittelt hat (vgl. AB 141/1).

4.2.1 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, es sei ihm ein behin-
derungsbedingter Abzug vom Invalideneinkommen zu gewähren, kann ihm 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/774, Seite 16

nicht gefolgt werden: Zunächst ist der 1961 geborene Beschwerdeführer 
nicht in einem Alter, das einen Wiedereinstieg von vornherein verunmögli-
chen würde, zumal er nicht eine im Sinne der Rechtsprechung lange Ab-
wesenheit vom Arbeitsmarkt zu verzeichnen hat (vgl. AB 10, 90/6). In einer 
optimal angepassten Tätigkeit besteht denn auch kein Bedarf an zusätzli-
chen Pausen; weder die zeitliche Präsenzzeit noch die Leistungsfähigkeit 
ist eingeschränkt (vgl. AB 123.1/36). Eine allfällige allgemeine verminderte 
Belastbarkeit ist im Zumutbarkeitsprofil enthalten; eine erneute Anrechnung 
würde auf eine unzulässige doppelte Berücksichtigung hinauslaufen. Wei-
ter war der Beschwerdeführer als Gesunder nicht Grobmotoriker. Sodann 
gereicht ihm auch der Umstand, dass er relativ lange bzw. von 2007 bis 
2015 (AB 10, 74/5) für den gleichen Arbeitgeber tätig war, nicht in dem 
Sinne zum Nachteil, dass er einen allfälligen lohnrelevanten Vorteil der 
bisherigen Dienstjahre in einer neuen Tätigkeit verlieren würde. Denn das 
Anfangseinkommen in einer neuen Firma bestimmt sich in der Regel nicht 
isoliert nach der Anzahl Dienstjahre, sondern u.a. auch aufgrund der mit-
gebrachten Berufserfahrungen. Zudem ist eine lange Dienstdauer beim 
gleichen Arbeitgeber auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
durchaus positiv zu werten, indem die durch die langjährige Betriebstreue 
ausgewiesene Zuverlässigkeit und Tüchtigkeit sich bei einem anderen Ar-
beitgeber im Anfangslohn niederschlägt. Vor allem aber bleibt zu beachten, 
dass die Bedeutung der Dienstjahre im privaten Sektor abnimmt, je niedri-
ger das Anforderungsprofil ist (Entscheid des BGer vom 13. Februar 2012, 
8C_939/2011, E. 5.2.3). Da auch die übrigen Kriterien, namentlich die Nati-
onalität (Schweizerbürger) und der noch mögliche Beschäftigungsgrad 
(100%), keine lohnmässige Benachteiligung des Beschwerdeführers bewir-
ken, besteht keine Grundlage für einen Abzug vom Invalideneinkommen. 
Der Vollständigkeit halber ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass ein Ab-
zug – selbst wenn dieser in der Maximalhöhe von 25% gewährt würde – 
am Ergebnis nichts ändern würde (vgl. sogleich).

4.2.2 Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen 
(Fr. 74‘462.-- resp. Fr. 66‘633.--) resultiert eine Erwerbseinbusse von 
Fr. 7‘829.--, was einem Invaliditätsgrad von aufgerundet 11% entspricht. 
Würde ein – hier offensichtlich nicht gerechtfertigter (vgl. E. 4.2.1 hiervor) – 
Maximalabzug von 25% vom Invalideneinkommen berücksichtigt (d.h. ab-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/774, Seite 17

züglich Fr. 16‘658.-- [= Fr. 49‘975.--]), ergäbe dies ein Invaliditätsgrad von 
33%. Ein Rentenanspruch wurde zu Recht verneint (vgl. E. 2.2 hiervor).

4.3 Nach dem Dargelegten erweist sich die gegen die Verfügung vom 
13. Juli 2017 (AB 141) erhobene Beschwerde als offensichtlich unbegrün-
det. Soweit darauf einzutreten ist, ist die Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Vorbehalten bleibt das nachstehend 
zu prüfende Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (E. 5.3 hiernach).

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

5.3 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt 
und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]).

5.3.1 Eine Person ist bedürftig, wenn sie nicht in der Lage ist, für die Pro-
zesskosten aufzukommen, ohne dass sie Mittel beanspruchen müsste, die 
zur Deckung des Grundbedarfs für sie und ihre Familie notwendig sind 
(BGE 128 I 225 E. 2.5.1 S. 232). Massgebend sind die wirtschaftlichen 
Verhältnisse im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung (BGE 122 I 5 E. 4a S. 6; 
SVR 2009 UV Nr. 12 S. 50 E. 4.1). Die Grenze für die Annahme von Be-
dürftigkeit im Sinne der Regeln über die unentgeltliche Verbeiständung liegt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/774, Seite 18

höher als diejenige des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (RKUV 
2000 KV 119 S. 155 E. 2). 

Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Praxis Prozessbegeh-
ren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind 
als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet 
werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn 
sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten 
oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Par-
tei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu 
einem Prozess entschliessen oder aber davon absehen würde (BGE 
140 V 521 E. 9.1 S. 537).

5.3.2 Die prozessuale Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist aufgrund 
der eingereichten Akten zu bejahen. Zudem kann die ohne anwaltliche Ver-
tretung erhobene Beschwerde gerade noch nicht als aussichtslos im hier-
vor dargelegten Sinn (E. 5.3.1) bezeichnet werden. Das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege im Sinne der Befreiung von Verfahrenskosten 
ist deshalb gutzuheissen und der Beschwerdeführer ist – unter Vorbehalt 
der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 ZPO, d.h. 
sobald er innert zehn Jahren nach Abschluss des Verfahrens zur Nachzah-
lung in der Lage ist – vorläufig von der Pflicht zur Bezahlung der Verfah-
renskosten zu befreien.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird hinsichtlich der Ver-
fahrenskosten gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Dez. 2017, IV/17/774, Seite 19

Rechtspflege wird er – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.