# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7e303490-64b2-5bbc-9134-4ee0971c71ac
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.07.2017 AVI 2016/57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2016-57_2017-07-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2016/57

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2019

Entscheiddatum: 03.07.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 03.07.2017
Im Kanton St. Gallen ist für die Vorbereitung und die Ablegung der 
Anwaltsprüfung bei vollzeitlichem Lernen ein Aufwand von 3-6 Monaten 
üblich und damit verhältnismässig. Im Falle einer Prüfungswiederholung 
rechtfertigen sich maximal 3 zusätzliche Monate Vorbereitungszeit. Folglich 
werden die vom Gesetz für die Anerkennung eines Befreiungsgrundes im 
Sinne von Art. 14 Abs. 1 AVIG geforderten 12 Monate, während welchen der 
Beschwerdeführer aufgrund einer Aus- oder Weiterbildung die Beitragszeit 
nicht erfüllen konnte, vorliegend nicht erreicht (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St Gallen vom 3. Juli 2017, AVI 
2016/57).Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_706/2017.

Entscheid vom 3. Juli 2017

 

Besetzung                                                                      

Einzelrichterin Marie Löhrer; a.o. Gerichtsschreiber Tobias Beck           

Geschäftsnr.                                                                                                                 

AVI 2016/57             

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

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gegen

Kantonale Arbeitslosenkasse, Geltenwilen-strasse 16/18, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Arbeitslosenentschädigung (Beitragszeitbefreiung)

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ meldete sich am 24. März 2016 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum 

(RAV) zur Arbeitsvermittlung an (act. G 3.1/38) und stellte ab diesem Datum bei der 

kantonalen Arbeitslosenkasse Antrag auf Arbeitslosenentschädigung (act. G 3.1/36).

A.b  Mit Schreiben vom 12. April 2016 gewährte die Arbeitslosenkasse dem 

Versicherten aufgrund ungenügender Beitragszeiten das rechtliche Gehör zur Frage 

einer allfälligen Beitragszeitbefreiung (act. G 3.1/25). In den Stellungnahmen vom 17. 

April 2016 sowie vom 9. Mai 2016 machte der Versicherte geltend, dass er aufgrund 

der Vorbereitung für die Anwaltsprüfung im Kanton St. Gallen nicht erwerbstätig 

gewesen sei (act. G 3.1/24, G 3.1/20).

A.c  Mit Verfügung vom 30. Mai 2016 wurde der Antrag auf Arbeitslosenentschädigung 

per 24. März 2016 abgelehnt, da der Versicherte in der Rahmenfrist für die Beitragszeit 

keine Arbeitnehmertätigkeit und auch keinen Grund für die Befreiung von der 

Beitragszeit geltend machen könne. Die Vorbereitungszeit für die Anwaltsprüfung 

könne aufgrund mangelnder Überprüfbarkeit nicht berücksichtigt werden bzw. es 

könnten jedenfalls für die Prüfungswiederholung nicht sechs Monate Vorbereitungszeit 

angerechnet werden (act. G 3.1/16).

A.d  Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Schreiben vom 2. Juli 2016 

Einsprache. Die kantonale Arbeitslosenkasse setze gemäss telefonischer Auskunft 

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einen Arbeitsaufwand von mindestens 60 ECTS voraus, damit ein Befreiungsgrund von 

der Beitragszeit gegeben sei. Aus einer Gegenüberstellung der Prüfungsfächer für die 

Anwaltsprüfung mit dem Studienplan für das Bachelor- sowie das Master-

Monoprogramm in Rechtswissenschaften der Universität B.___ ergebe sich, dass die 

Vorbereitung für die Anwaltsprüfung gesamthaft einem Lernaufwand von 204.75 ECTS-

Punkten oder zumindest von 153.5 ECTS-Punkten entspreche. Folglich sei der 

geforderte Vorbereitungsaufwand von 60 ECTS-Punkten vorliegend bei weitem 

übertroffen worden. Ausserdem habe die kantonale Arbeitslosenkasse den 

Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem sie sich auf die Unüberprüfbarkeit der 

Vorbereitungszeit vom Februar 2015 bis September 2015 berufen habe (act. G 3.1/13).

A.e  Mit Einspracheentscheid vom 31. August 2016 wies die kantonale 

Arbeitslosenkasse die Einsprache ab. Die Auflistung sämtlicher Fächer und der 

dazugehörenden ECTS-Punkte belege nicht, dass ein entsprechender Lernaufwand 

erbracht worden sei. Die Vorbereitungszeit sei daher nicht überprüfbar. Auch lasse sich 

eine Vorbereitungszeit von 13 Monaten nicht rechtfertigen, zumal viele 

Prüfungskandidaten die Vorbereitung zumindest teilweise berufsbegleitend bewältigen 

würden. Lediglich kurz vor den Abschlussprüfungen könne eine kurze erwerbslose 

Vorbereitungszeit zugestanden werden, deren Dauer aber nicht 12 Monate betrage 

(act. G 3.1/8).

B.   

B.a  Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 

7. Oktober 2016. Der Beschwerdeführer beantragt, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen, der Einspracheentscheid vom 31. August 2016 sei aufzuheben 

und es sei sein Antrag auf Arbeitslosentschädigung gutzuheissen. Eventualiter sei die 

Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Vorbereitungszeit für die 

Anwaltsprüfung gelte gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung als 

Befreiungsgrund von der Beitragszeit. Der Aufwand für die Prüfungsvorbereitung 

entspreche zudem rund 205 ECTS-Punkten, wovon nach einem Abzug von 25% 

aufgrund der Präsenzzeit eine reine Lernzeit von 164 ECTS verbleibe. Es sei 

realitätsfremd anzunehmen, dass er nicht gelernt hätte, obwohl er die 

Prüfungsgebühren von je CHF 2'200.00 bezahlt habe. Im Weiteren sei die gesamte 

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Phase der Prüfungsvorbereitung mit der letzten Lebensphase seines – am __ Oktober 

2016 verstorbenen – Vaters zusammengefallen, weshalb die Vorbereitungszeit von 

einem Jahr und einem Monat gerechtfertigt gewesen sei. Ausserdem sei die 

Wahrscheinlichkeit übermässig hoch, dass ein Lernaufwand von mehr als 12 Monaten 

anfalle, da die Durchfallquote bei 50-60% liege und die Prüfungen nur halbjährlich 

stattfänden. Es habe daher keine Möglichkeit bestanden, einer Teilzeitbeschäftigung 

nachzugehen, zumal sich der Beschwerdeführer in besonderen Umständen befunden 

habe. Schliesslich sei gestützt auf die neuere bundesgerichtliche Rechtsprechung im 

Einzelfall zu klären, was als angemessener Lernaufwand gelte, wobei der Stoffumfang 

für die Anwaltsprüfung in den letzten Jahren massiv gestiegen sei (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 9. November 2016 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Ergänzend zum 

Einspracheentscheid weist sie darauf hin, dass der neueren Rechtsprechung des 

Bundesgerichts lediglich entnommen werden könne, dass die Vorbereitung für die 

Anwaltsprüfung grundsätzlich einen Befreiungsgrund darstelle, dieses Urteil aber keine 

Hinweise zu Art und Dauer der Vorbereitungszeit enthalte. Das ECTS sei für 

Hochschulen konzipiert und dessen analoge Anwendung für die Anwaltsprüfung nicht 

sachgerecht. Zusammenfassend sei daher festzustellen, dass die 13 Monate 

Vorbereitungszeit nicht als Befreiungsgrund anerkannt werden könnten, da es sich um 

eine ungewöhnlich lange Dauer handle. Der Grossteil der Prüfungsanwärter arbeite 

Teilzeit und lerne anschliessend 3-4 Monate Vollzeit für die Anwaltsprüfung (act. G 3).

B.c  Mit Replik vom 3. Januar 2017 beruft sich der Beschwerdeführer erneut darauf, 

dass vorliegend aufgrund der Vorbereitung für die Anwaltsprüfungen die 

Voraussetzungen der Beitragszeitbefreiung erfüllt seien. Entgegen den Ausführungen 

der Beschwerdegegnerin konkretisiere das Bundesgericht sehr wohl die Art und Dauer 

der Vorbereitungszeit. Zudem seien die ECTS-Punkte durchaus geeignet, den 

Lernaufwand für die Anwaltsprüfung zu bestimmen, da es unerheblich sei, ob jemand 

im Rahmen der Universität oder für die Anwaltsprüfung lerne. Weiter sei der 

Vorbereitungsaufwand für den Beschwerdeführer grösser gewesen als für andere 

Prüfungsanwärter, da er ein Auslandsemester eingelegt und zahlreiche Fächer des 

europäischen Rechts absolviert habe. Zudem sei nicht richtig, dass viele 

Prüfungsanwärter Teilzeit arbeiten würden. Entsprechende Stellen seien nicht 

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vorhanden bzw. äusserst selten. Auch treffe nicht zu, dass die meisten 

Prüfungsanwärter höchstens vier Monate lernten, vielmehr werde üblicherweise 

mindestens 5-6 Monate gelernt. Im Übrigen habe die Beschwerdegegnerin nie 

bestritten, dass ein Befreiungsgrund dann gegeben sei, wenn der Lernaufwand 

mindestens 60 ECTS entspreche. Ferner sei der Beschwerdegegnerin 

widersprüchliches Verhalten sowie überspitzter Formalismus vorzuwerfen, da sie bei 

Studienabgängern allein auf eine Immatrikulationsbestätigung abstelle (act. G 5).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 7).

Erwägungen

1.   

1.1  Gemäss Art. 8 Abs.1 lit. e des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenentschädigung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) hat 

Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, wer unter anderem die Beitragszeit erfüllt hat 

oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist. Die Beitragszeit erfüllt hat, wer 

innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist gemäss Art. 9 Abs. 3 AVIG während 

mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 

Abs. 1 AVIG).

1.2  Für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit gelten, sofern das Gesetz nichts 

anderes vorsieht, zweijährige Rahmenfristen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug 

beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. 

Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (Art. 9 Abs. 1 

bis 3 AVIG).

1.3  Von der Erfüllung der Beitragszeit sind nach Art. 14 Abs. 1 AVIG unter anderem 

versicherte Personen befreit, die innerhalb der Rahmenfrist während insgesamt mehr 

als zwölf Monaten wegen Aus- oder Weiterbildung die Beitragszeit nicht erfüllen 

konnten, sofern sie während mindestens zehn Jahren in der Schweiz Wohnsitz hatten 

(lit. a). Unter den Befreiungsgrund der Aus- oder Weiterbildung fällt jede systematische, 

auf der Grundlage eines ordnungsgemässen oder zumindest faktisch anerkannten 

Lehrganges beruhende Vorbereitung auf eine künftige Erwerbstätigkeit (BARBARA 

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KUPFER BUCHER, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung 

und Insolvenzentschädigung, in: RBS, 4. Aufl., Zürich 2013, Art. 14, S. 59). Die Aus- 

oder Weiterbildung, welche die versicherte Person als Grund für die Befreiung von der 

Erfüllung der Beitragspflicht geltend macht, muss genügend überprüfbar sein. Die 

Arbeitslosenkasse muss in der Lage sein, die von der versicherten Person 

geschilderten Aktivitäten zuverlässig abzuklären (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG, heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 

17. November 2003, C 234/02 E. 3; ARV 1990 N 2 S. 23 E. 2b; KUPFER BUCHER, 

a.a.O., Art. 14, S. 59).

1.4  Nach dem Wortlaut von Art. 14 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person durch 

einen der in dieser Bestimmung genannten Gründe an der Ausübung einer 

beitragspflichtigen Beschäftigung gehindert worden sein. Zwischen der Nichterfüllung 

der Beitragszeit und dem Befreiungsgrund bedarf es folglich eines 

Kausalzusammenhangs. Dabei wird kein strikter Kausalitätsnachweis im 

naturwissenschaftlichen Sinne verlangt, sondern es ist ausreichend, wenn es 

glaubwürdig und nachvollziehbar erscheint, dass die fehlende Erwerbstätigkeit in dem 

als Befreiungsgrund in Frage kommenden Ereignis mit begründet liegt (BGE 131 V 280 

E. 1.2 mit Hinweisen). Das Hindernis muss während mehr als zwölf Monaten bestanden 

haben und es darf der versicherten Person nicht möglich gewesen sein, mit einer 

Teilzeitbeschäftigung die Beitragszeit zu erfüllen (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts vom 8. Mai 2006, C 238/05, E. 3; BGE 121 V 336, E. 5a). Eine 

Kumulation oder Kompensation der Beitragszeiten mit Zeiten der Befreiung von der 

Erfüllung der Beitragszeit ist ausgeschlossen (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juli 

2007, C 123/06, E. 4.1).

2.   

2.1  Vorliegend ist unbestritten und geht aus den Akten hervor, dass der 

Beschwerdeführer in der Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 24. März 2014 bis 23. 

März 2016 keine ausreichende Beitragszeit vorzuweisen vermag, da er innerhalb der 

Rahmenfrist für die Beitragszeit lediglich neun Monate einer beitragspflichtigen 

Beschäftigung nachgegangen ist. Strittig und zu prüfen ist hingegen, ob der 

Beschwerdeführer von der Erfüllung der Beitragszeit befreit werden kann. Der 

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Beschwerdeführer bringt vor, er habe sich während 13 Monaten auf die 

Anwaltsprüfungen im Kanton St. Gallen vorbereitet und beruft sich damit auf den 

Befreiungsgrund der Aus- oder Weiterbildung im Sinne von Art. 14 Abs. 1 AVIG.

 

2.2  Die Frage, ob die Vorbereitungszeit für die Anwaltsprüfung als Befreiungsgrund im 

Sinne von Art. 14 Abs. 1 AVIG anerkannt werden kann, wurde vom EVG im Entscheid C 

139/04 noch bezweifelt und letztlich offengelassen, da sich eine Vorbereitungszeit von 

12 Monaten ohnehin nicht rechtfertigen lasse  (ARV 2005 Nr. 10 S. 133 f.). Nach der 

neueren Rechtsprechung des Bundesgerichts bietet die Vorbereitung für die 

Anwaltsprüfung Anlass zur Befreiung von der Beitragszeit, da diese auf ein konkretes 

berufliches Ziel ausgerichtet ist und auf der Grundlage eines ordnungsgemässen, 

rechtlich oder zumindest faktisch geordneten Ablaufs erfolgt. Hinsichtlich der 

erforderlichen Überprüfbarkeit bestehen zwar gelegentlich Schwierigkeiten, doch kann 

ein strikter Nachweis nicht verlangt werden, weshalb es genügen muss, wenn die 

Vorbereitung glaubhaft und nachvollziehbar dargelegt wird, auch wenn sie - nicht 

notwendigerweise - mit dem regelmässigen Besuch von Vorlesungen, Kursen, 

Seminaren und Übungen verbunden ist. Dies gilt auch für die mit 

Prüfungswiederholungen aufgewendete und die bis zum Bekanntwerden des positiven 

Prüfungsergebnisses verstrichene Zeit (Urteile des Bundesgerichts vom 5. März 2012, 

8C_318/2011, E. 6.1 und vom 8 April 2009, 8C_312/2008, E. 5.1, 6.1). Dabei kann die 

Dauer der Vorbereitungszeit nicht pauschal festgesetzt werden, sondern sie muss in 

jedem Einzelfall speziell geklärt werden, da je nach Kanton erhebliche Unterschiede bei 

den Prüfungsanforderungen bestehen. Der benötigte Zeitaufwand muss sich nach 

objektiv zu beurteilenden Kriterien tatsächlich rechtfertigen lassen (BGer 8C_318/2011, 

E. 6.2). Unerheblich ist, wie die Prüfung ausgeht (ARV 1991 Nr. 8 S. 86 E. 3a; ARV 

1996/97 Nr. 5 S. 13 E. 2a).

2.3  Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer die Anwaltsprüfung 

einmal im September 2015 sowie ein weiteres Mal im März 2016 abgelegt hatte. Dem 

Beschwerdeführer ist daher grundsätzlich eine im Sinne von Art. 14 Abs. 1 AVIG 

erwerbslose Vorbereitungszeit zuzugestehen, deren Dauer vorliegend zu bestimmen 

ist. Nicht entscheidend ist dabei, wieviel Zeit der Beschwerdeführer tatsächlich gelernt 

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hatte, zumal eine entsprechende Festlegung kaum möglich bzw. überprüfbar wäre. 

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist vielmehr von Bedeutung, welcher 

Vorbereitungsaufwand sich nach objektiv zu beurteilenden Kriterien tatsächlich 

rechtfertigen lässt. Mit anderen Worten stellt sich die Frage, wie lange der 

Beschwerdeführer wegen des angestrebten Erwerbs eines Anwaltspatents an der 

Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung verhindert war.

2.4  Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers kann für die Ermittlung des 

Vorbereitungsaufwandes nicht auf die ECTS-Punkte abgestellt werden. Das ECTS 

(European Credit Transfer and Accumulation System / Europäisches System zur 

Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen) wurde für den europäischen 

Universitätsraum konzipiert und zielt darauf ab, die nationalen Universitätssysteme 

aufeinander abzustimmen. Wie bereits die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführte, 

eignen sich die im Rahmen des ECTS vergebenen Leistungspunkte, ECTS-Punkte bzw. 

ECTS-credits, nicht zur Bestimmung des konkreten Vorbereitungsaufwandes für die 

Anwaltsprüfung. Hinzu kommt, dass das an der Anwaltsprüfung getestete juristische 

Fachwissen – vorbehältlich des kantonalen Rechts – grundsätzlich bereits an der 

Universität gelehrt und geprüft wird. Folglich ist der Lernaufwand für ein bestimmtes 

Modul an der Anwaltsprüfung um einiges tiefer als jener für dasselbe Modul an der 

Universität, da es sich im Wesentlichen um eine Wiederholung handelt. Die vom 

Beschwerdeführer ermittelten Werte von 204.75, 153.5 oder 164 ECTS-Punkten lassen 

folglich keine brauchbaren Rückschlüsse auf den konkreten Vorbereitungsaufwand zu.

2.5  Das EVG hielt im vorstehend zitierten Urteil fest, dass sich die Anerkennung einer 

erwerbslosen Vorbereitungszeit für die Anwaltsprüfung im Umfang der notwendigen 12 

Monate nicht rechtfertigen lasse (Urteil C 139/04, E. 2.2). Wie der Beschwerdeführer in 

Ziff. 10 seiner Beschwerde mit Verweis auf BGer 8C_318/2011 zutreffend ausführt (act. 

G 1), ist diese Rechtsprechung, welche im Ergebnis auf eine fehlende Anerkennung der 

Vorbereitungszeit für die Anwaltsprüfung hinausläuft, nicht mehr einschlägig. 

Dementsprechend hielt auch das Kantonsgericht Basel-Landschaft fest, dass die 

Vorbereitungszeit für die Anwaltsprüfung erfahrungsgemäss durchschnittlich sechs 

Monate betrage und eine entsprechende erwerblose Vorbereitungszeit anzuerkennen 

sei, wobei je nach Lebenssituation eine Überschreitung von 2-3 Wochen durchaus 

noch im zumutbaren Rahmen liege (Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, 

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Abteilung Sozialver¬sicherungsrecht vom 9. Februar 2012, Nr. 715 11 378 / 45, E. 4.2.1 

mit Hinweis auf unpublizierte Rechtsprechung). Der st. gallische Anwaltsverband hält 

auf seiner Homepage  fest, dass für die Prüfungsvorbereitung „mehrere Monate“ 

eingesetzt werden müssten (<https://www.anwaltsverbandsg.ch/anwalt/ausbildung-

aufsicht.html>, zuletzt abgerufen am 19. Mai 2017). Weitere offizielle Daten zur Dauer 

der Vorbereitung für die Anwaltsprüfung im Kanton St. Gallen sind nicht vorhanden, 

vorliegend aber auch nicht notwendig. Vielmehr ist es gerichtsnotorisch, dass im  

Kanton St. Gallen bei vollzeitlichem Lernen eine Vorbereitungszeit von 3-6 Monaten 

üblich und damit verhältnismässig ist. Für eine Prüfungswiederholung können maximal 

weitere drei Monate Vorbereitungszeit anerkannt werden. Eine längere 

Vorbereitungsdauer dafür erscheint hingegen nicht gerechtfertigt, weil eine 

Prüfungswiederholung nach der allgemeinen Lebenserfahrung einen geringeren 

Lernaufwand erforderlich macht. Hieran ändert nichts, dass die Anwaltsprüfungen im 

Kanton St. Gallen nur halbjährlich stattfinden. Dem Beschwerdeführer wäre es 

unbenommen gewesen, zur Erfüllung der Beitragszeit einer temporären Beschäftigung 

oder einer Teilzeitbeschäftigung nachzugehen.

2.6  Im Übrigen vermögen die Einlegung eines Auslandssemesters sowie die 

Absolvierung von zahlreichen europarechtlichen Fächern keine darüber hinausgehende 

Verlängerung der erwerbslosen Vorbereitungszeit zu rechtfertigen. Immerhin wies der 

Beschwerdeführer mit 1½ Jahren Praktika im Kanton C.___ (Anwaltsbüro und 

Verwaltungsgericht) sowie neun Monaten Praktikum in D.___ eine 

überdurchschnittliche Praktikumsdauer aus. Auch die Ausführungen des 

Beschwerdeführers betreffend die Krankheit und das Sterben seines Vaters ändern 

hieran nichts. Auch wenn das Vorliegen ausserordentlicher Umstände bejaht würde, 

welche eine Verlängerung der erwerbslosen Vorbereitungszeit rechtfertigen würden, so 

könnte im Hinblick auf die geforderte Überprüfbarkeit der Aus- oder Weiterbildung eine 

zusätzliche Vorbereitungszeit von maximal vier Wochen im September/Oktober 2015 

anerkannt werden. Eine längere erwerbslose Zeit aufgrund der Krankheit und des 

Todes seines Vaters wäre nur aber immerhin unter dem Befreiungsgrund der Krankheit 

im Sinne von Art. 14 Abs. 1 AVIG denkbar und aufgrund der zulässigen Kumulation der 

Befreiungstatbestände (vgl. BGE 131 V 279, E. 2.4) auch zu beachten. Den Akten sind 

jedoch keine Hinweise auf eine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers zu 

entnehmen, und der Beschwerdeführer bringt auch nichts dergleichen vor.

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2.7  Abschliessend ist festzustellen, dass vorliegend für die Vorbereitung sowie die 

Ablegung der Anwaltsprüfung samt Wiederholung im Kanton E.___ ein Aufwand von 

maximal 10 Monaten gerechtfertigt war und lediglich in diesem Umfang eine 

ausreichende Überprüfbarkeit bejaht werden kann. Die vom Gesetz für die 

Anerkennung eines Befreiungsgrundes im Sinne von Art. 14 Abs. 1 AVIG geforderten 

12 Monate, während welchen der Beschwerdeführer aufgrund einer Aus- oder 

Weiterbildung die Beitragszeit nicht erfüllen konnte, werden damit nicht erreicht. Der 

Beschwerdeführer hat folglich innerhalb der zweijährigen Rahmenfrist vor der 

Anmeldung am 24. März 2016 weder die Beitragszeit erfüllt, noch liegt ein 

Beitragsbefreiungsgrund im Sinne von Art. 14 AVIG vor. Damit hat die 

Beschwerdegegnerin den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung zu Recht verneint.

3.   

3.1  Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen.

3.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Entscheid

im Verfahren gemäss Art. 18 OrgR

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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