# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 76a75299-b1f0-54cd-bc0e-558d36958043
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-12-05
**Language:** de
**Title:** Einordnung einer rund 25 m hohen Mobilfunk-Antennenanlage.
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0161/2019
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_iv_nr._0161-2019_vom_05._dezember_2019.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
4. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE IV Nr. 

R4.2019.00084 
0161/2019 

Entscheid vom 5. Dezember 2019 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Reto  Philipp,  Baurichter  Alexander  Seiler,  Baurichter 
Urs Hany, Gerichtsschreiber Christoph Forster     

in Sachen 

Rekurrierende 

1.  H. A. […] 
2.  J. und He. A. […] 
3.  M. und C. B. […]  
4.  G. und K. B. […] 
5.  R. B. […] 
6.  G. B. […] 
7.  P.-A. und I. D. […] 
8.  M. und L. E. […] 
9.  K. E. […] 
10.  N. F. […] 
11.  G. und J. G. […] 
12.  T. G. […] 
13.  H. P. H. […] 
14.  A. H. […] 
15.  M. H. […] 
16.  Ma. H. […] 
17.  H. und M. K. […] 
18.  A. K. […] 
19.  F. und M. K. […] 
20.  B. und D. K. […] 
21.  L. K. […] 
22.  N. K. […] 
23.  E. L. […] 
24.  W. L. […] 
25.  M. M. und S. T. M. […] 
26.  A. und K. M. […] 
27.  M. und U. M. […] 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
28.  F. R. […] 
29.  R. und U. R. […] 
30.  F. und R. R. […] 
31.  E. S. […] 
32.  B. S. […] 
33.  H. R. S. […] 
34.  T. und C. S. […] 
35.  R. T. […] 
36.  B. und M. T. […] 
37.  R. W.[…] 
38.  Ro. W. [….] 
39.  A. W. […] 
40.  T. W. […] 

alle vertreten durch […]  

gegen 

Rekursgegnerschaft 

1.  Gemeinderat X […] 
2.  Y, […]  

Nr. 2 vertreten durch […]  

betreffend 

Gemeinderatsbeschluss vom 6. Mai 2019; Baubewilligung für Neubau Mo-
bilfunkanlage auf der Nordseite der Liegenschaft H.-Strasse 1 […]  
_______________________________________________________ 

hat sich ergeben: 

A. 

Mit  Beschluss  vom  6. Mai 2019  erteilte  der  Gemeinderat  X  der  Y  die  bau-

rechtliche  Bewilligung  für  eine  Mobilfunk-Antennenanlage  auf  dem  Grund-

stück Kat.-Nr. 1 an der H.-Strasse 1 in X.  

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B. 

Gegen  diesen  Entscheid  erhoben  die  im  Rubrum  genannten  Rekurrent-

schaften  mit  gemeinsamer  Eingabe  vom  11. Juni  2019  rechtzeitig  Rekurs 

beim Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragten die Aufhebung 

des  angefochtenen  Entscheids.  Eventualiter  sei  dieser  mit  der  Auflage  zu 

ergänzen, dass keine 5G-Technologie zur Anwendung gelangen dürfe, so-

lange  der  Nachweis  nicht  erbracht  sei,  dass  diese  Technologie  die  Ge-

sundheit  nicht  beeinträchtige;  all  dies  unter  Kosten-  und  Entschädigungs-

folgen zulasten der Rekursgegnerschaft.  

C. 

Mit  Verfügung vom  13. Juni  2019  wurde  vom  Rekurseingang  Vormerk  ge-

nommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet.  

D. 

Mit  Eingabe  vom  12. Juli  2019  beantragte  die  Vorinstanz  die  Abweisung 

des Rekurses, unter Kostenfolge zulasten der Rekurrierenden.  

Die  private  Rekursgegnerin  beantragte  mit  Eingabe  vom  15. Juli  2019  die 

Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei; dies unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten der Rekurrierenden.  

E. 

Mit Replik vom 6. August 2019 bzw. Dupliken vom 26. und 27. August 2019 

hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.  

F. 

Am  28. Oktober 2019  führte  die  4. Abteilung  des  Baurekursgerichtes  im 

Beisein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch. 

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Es kommt in Betracht: 

1. 

Die  Rekurrentschaften 1-12,  14  und  15,  17-25,  27-30,  32-36  sowie  38-40 

sind  Eigentümer,  Mieter  oder  Bewohner  von  Liegenschaften,  die  sich  im 

gemäss bundesgerichtlicher Definition rechtsmittelberechtigten Umkreis der 

strittigen  Kommunikationsanlage  –  der  hier  618 m  beträgt  (act. 13.10.4, 

S. 5) –  befinden.  Sie sind  damit  mehr  als  irgendwelche Dritte  oder  die All-

gemeinheit in ihren eigenen Interessen betroffen sowie aufgrund ihrer Rü-

gen im Sinne von § 338a des Planungs- und Baugesetzes (PBG) rechtsmit-

tellegitimiert.  Da  auch  die übrigen  Prozessvoraussetzungen  erfüllt  sind,  ist 

insoweit auf den Rekurs einzutreten.  

Demgegenüber ist auf den Rekurs nicht einzutreten, soweit dieser von den 

Rekurrentschaften 13, 16, 26, 31 und 37 erhoben wurde. Die von ihnen an-

gegebenen  Adressen  an  der  S.-Strasse  (12,  14,  16,  20  und  30)  befinden 

sich  ausserhalb  des  rechtsmittelberechtigten  Umkreises  der  strittigen 

Kommunikationsanlage und die – anwaltlich vertretenen – Rekurrentschaf-

ten machen keine weiteren legitimationsbegründenden Sachumstände (et-

wa  weiteres  Grundeigentum  innerhalb  des  rechtsmittelberechtigten  Um-

kreises) geltend.  

2. 

Das  Baugrundstück  Kat.-Nr.  1  liegt  in  der  Gewerbezone  G  gemäss  Bau- 

und Zonenordnung der Gemeinde  X (BZO) und ist mit einem Gewerbege-

bäude, welches als Autogarage bzw. Werkstatt genutzt wird, überstellt. Die 

private  Rekursgegnerin  beabsichtigt  unmittelbar  an  dessen  Nordfassade 
die  Erstellung  einer  Mobilfunk-Antennenanlage.  Die  vorgesehenen  Anten-

nenmodule, montiert an einem 25 m hohen freistehenden Mast (der dünne, 

rund  1 m  hohe  Blitzfang  nicht  eingerechnet),  sollen  auf  den  Frequenzen 

700-900 MHz und 1800-2600 MHz in den Azimuten (Grad-Abweichung von 

der Himmelsrichtung N) 30°, 130° und 270° senden.  

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3.1.1. 

Die  Rekurrierenden  beanstanden,  dass  sich  die  geplante  Mobilfunk-

Antennenanlage  nicht  rechtsgenügend  einordne.  Die  Vorinstanz  habe  das 

Bauvorhaben  in  rechtsverletzender  Weise  lediglich  unter  dem  Aspekt  der 

befriedigenden Einordnung und Gestaltung gemäss § 238 Abs. 1 PBG ge-

prüft. Angesichts der östlich an die Gewerbezone angrenzenden Kernzone 

mit  ihren  zahlreichen  Schutzobjekten,  welche  zumindest  teilweise  im  Kon-

text  des  strittigen  Bauvorhabens  wahrnehmbar  seien,  hätte  indes  § 238 

Abs. 2 PBG zur Anwendung gelangen müssen. X sei ein kleines ländliches 

Dorf mit einer grossen Kernzone und vielen Schutzobjekten. Die Mobilfunk-

Antennenanlage  solle  zwar  in  der  Gewerbezone  erstellt  werden,  aber  sie 

grenze  unmittelbar  an  die  Wohn-,  die  Kern-  und  die  Landwirtschaftszone 

an.  Auf  der  gegenüberliegenden  Seite der  H.-Strasse befänden sich  in  ei-

nem  idyllischen  Wohnquartier  die  kleinmassstäblichen  Einfamilienhäuser 

eines Teils der Rekurrierenden. Die Mobilfunk-Antennenanlage habe in äs-

thetischer  Hinsicht  direkte  und  stark  negative  Auswirkungen  auf  das  be-

schauliche und homogene Wohnquartier. Ebenso wirke sie sich stark nach-

teilig  auf  die  Bauten  in  der  Kernzone  und  auf  das  Landwirtschaftsgebiet 

aus.  Höhere  Bäume  oder  Gebäude,  welche  die  Antenne  kaschieren  oder 

ihre Fernwirkung etwas abmildern würden, gebe es in der Nähe nicht. Das 

Bauvorhaben  trete  in  dieser  baulichen  Umgebung  dominant  und  sehr  stö-

rend in Erscheinung. Die überdurchschnittlich dimensionierte und praktisch 

freistehende Mobilfunk-Antennenanlage setze sich an einem derart gut ein-

sehbaren  Standort  in  einen  krassen  Widerspruch  zur  sensiblen  baulichen 

Umgebung. Es könne keine Rede von einer befriedigenden Einordnung im 

Sinne von § 238 Abs. 1 PBG bzw. von einer besonderen Rücksichtnahme 

auf die Kernzonenbauten sein.  

3.1.2. 
Die  Vorinstanz  entgegnet  vernehmlassungsweise,  dass  die  Distanz  des 

Bauvorhabens  zur  Kernzone  gut  130 m  betrage.  Auch  wenn  Sichtkontakt 

zur Kernzone bestehe, könne hier keinesfalls von einer "räumlichen Nähe" 

gesprochen  werden.  Zwischen  Bauvorhaben  und  Kernzone  befänden  sich 

zudem einige Bauten in der Gewerbezone, für welche auch nicht die erhöh-

ten  Anforderungen  gemäss  § 238  Abs. 2 PBG  gälten.  Es  sei  § 238  Abs. 1 

PBG  einzuhalten.  Mit  dem  geplanten Standort  mitten  in  der  Gewerbezone 

und  zwischen  bestehenden  Gewerbeliegenschaften  sowie  mit  dem  land-

schaftlich angepassten Farbanstrich des Mastes würden diese Anforderun-

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gen beachtet. Ausserdem hätten Industrie- und Gewerbezonen erste Priori-

tät  für  die  Erstellung  von  visuell  als  solche  wahrnehmbaren  Mobilfunk-

Antennenanlagen. Ein anderer Antennenmast an der W.-Strasse stehe mit-

ten  in  einem  Wohngebiet  und  neben  einem  Kindergarten.  Die  Distanz  zur 

dortigen Kernzone, welche regional  von Bedeutung sei,  sei deutlich gerin-

ger  als  beim  hiesigen  Standort.  Die  befriedigende  Gesamtwirkung  sei  da-

mals von den Gerichten gestützt worden.  

3.1.3. 

Die private Rekursgegnerin bringt vor, dass ein optischer Bezug zwischen 

dem Bauvorhaben und der Kernzone bereits aufgrund der horizontalen und 

vertikalen  Distanz  ausgeschlossen  werden  könne.  Eine  Beeinträchtigung 

der  Kernzone liege nicht  vor;  insbesondere  werde  die  geplante Mobilfunk-

Antennenanlage in einer Gewerbezone aufgestellt und stehe im engen op-

tischen Bezug zu den Gewerbebauten in der Gewerbezone. Aus denselben 

Gründen könne auch eine optische Beeinträchtigung der weiter entfernt lie-

genden  Schutzobjekte  ausgeschlossen  werden.  Damit  sei  § 238  Abs. 2 

PBG nicht anwendbar. Im Übrigen sei zu beachten, dass der Standort von 

Mobilfunk-Antennenanlagen  nicht  frei  gewählt  werden  könne.  Ein  solcher 

müsse  sich  immer  im  Bereich  der  zu  schliessenden  Netzlücke  befinden, 

damit  eine  Qualitäts-  und  Kapazitätsverbesserung  erreicht  werde.  Ferner 

müsse der Betrieb der Anlage die Grenzwerte einhalten. Letzteres schrän-

ke  die  Standortwahl  in  einem  dicht  bebauten  Gebiet bereits  ziemlich  stark 

ein.  Hinzu  komme,  dass  nur  ein  eingeschränkter  Kreis  von  Grundeigentü-

mern bereit sei, sein Grundstück als Standort für eine Mobilfunk-Antennen-

anlage zur Verfügung zu stellen, was die Standortwahl ebenfalls einschrän-

ke. Im Weiteren müssten aus technischer und statischer Sicht gewisse bau-

liche  Parameter  eingehalten  werden.  Insbesondere  sei  sicherzustellen, 

dass ein projektierter Standort in das Mobilfunknetz integriert werden kön-
ne.  Schliesslich solle  der  Mobilfunkantennenbau auf  das notwendige Mini-

mum beschränkt werden und die Mobilfunk-Antennenanlage daher im Zent-

rum  des  Versorgungsgebiets  positioniert  werden.  Sodann  seien  bezüglich 

der Dimensionierung und Leistungsfähigkeit der Antennen weitere Heraus-

forderungen der Betreiber bei der Versorgung mit modernen Technologien 

zu  beachten.  Hinzu  komme,  dass  stets  sämtliche  bau-  und  immissions-

rechtlichen  Vorschriften zu beachten  seien.  Die geplante Mobilfunk-Anten-

nenanlage werde auf der strassenabgewandten Seite einer Gewerbebaute 

aufgestellt. Im näheren Umfeld befänden sich weitere Gewerbebauten. Die 

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Mobilfunk-Antennenanlage  käme  zwischen  H.-Strasse  und  Eisenbahnlinie 

zu liegen. In diesem garstigen Umfeld ordne sich die geplante Mobilfunkan-

lage ohne weiteres befriedigend ein.  

3.2. 

Gemäss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung für sich 

und  in  ihrem  Zusammenhang  mit  der  baulichen  und  landschaftlichen  Um-

gebung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine 

befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch für 

Materialien und Farben. 

Diese  Vorschrift  enthält  eine  Grundanforderung  an  Bauten,  Anlagen  und 

Umschwung. Verlangt wird sowohl eine gewisse Qualität der Gestaltung in 

sich  als  auch  der  Einordnung  in  die  bauliche  und  landschaftliche  Umge-

bung. Dabei erfasst die Norm über den Wortlaut ihres Randtitels ("Gestal-

tung")  hinaus  nicht  nur  die  Gestaltungselemente  wie  beispielsweise  die 

Dach-  oder  die  Fassadengestaltung,  sondern  auch  ortsbauliche  Aspekte 

wie  etwa  die  Stellung  der  Baukörper,  soweit  jene  nicht  durch  speziellere 

Bauvorschriften  geregelt  sind.  Die  Frage,  ob  eine  befriedigende  Gesamt-

wirkung  erreicht  wird,  ist  gestützt  auf  objektive,  nachvollziehbare  Kriterien 

zu  beantworten.  Blosses  Empfinden  rechtfertigt  keinen  Eingriff  in  das  Ei-

gentum. 

Nach § 238 Abs. 2 PBG ist auf Objekte des Natur- und Heimatschutzes be-

sondere  Rücksicht  zu  nehmen.  In  der  Nachbarschaft  von  Schutzobjekten 

bzw. bei Änderungen an solchen ist demnach mehr als eine bloss befriedi-

gende  Gesamtwirkung  zu  verlangen.  Was  als  Objekt  des  Natur-  und  Hei-

matschutzes  zu  betrachten  ist,  ergibt  sich  aus  der  Aufzählung  in  § 203 

Abs. 1  PBG.  Eine  förmliche  Unterschutzstellung  wird  für  die  Anwendung 

von § 238 Abs. 2 PBG nicht vorausgesetzt. Vielmehr genügt es, dass sich 

die  Schutzwürdigkeit  aus  der  Aufnahme  des  Objektes  in  ein  Inventar  im 

Sinne von § 203 Abs. 2 PBG ergibt. 

3.3. 

Soweit den Gemeinden bei der Anwendung von Bestimmungen des kanto-

nalen  Rechts  als  Ausfluss  der  Gemeindeautonomie  eine  besondere  Ent-

scheidungs-  und  Ermessensfreiheit  zukommt,  überprüft  das  Baurekursge-

richt entsprechende Entscheide mit Zurückhaltung. Beruht der kommunale 

Entscheid auf einer vertretbaren Würdigung der massgebenden Umstände, 

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so  hat  ihn  die  Rekursinstanz  zu  respektieren.  Die  Rekursinstanz  darf  nur 

dann einschreiten, wenn die Baubehörde ihren Ermessensspielraum über-

schreitet,  indem  sie  sich  von  unsachlichen,  dem  Zweck  der  in  Frage  ste-

henden  Regelung  fremden  Erwägungen  leiten  lässt  oder  allgemeine 

Rechtsprinzipien, wie das Verbot von Willkür oder den Grundsatz der Ver-

hältnismässigkeit,  verletzt.  Dabei  darf  sich  die  Rekursinstanz  jedoch  nicht 

auf  eine  blosse  Willkürprüfung  beschränken,  vielmehr  muss  die  Eingriffs-

schwelle tiefer gesetzt werden (vgl. BGE 145 I 52, E. 3.6., mit Hinweisen). 

Ob  eine  Bestimmung  des  kantonalen  Rechts  den  Gemeinden  einen  auto-

nomen Entscheidungsspielraum einräumt, ist durch Auslegung zu ermitteln 

(Marco Donatsch,  in:  Kommentar  VRG,  3. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 2014, 

§ 20  Rz. 62).  Nach  ständiger  Praxis  der  kantonalen  Instanzen  betrifft  dies 

insbesondere  § 238  PBG,  ferner  aber  auch  etwa  § 71  PBG  betreffend  die 

bauliche  Gestaltung  und  Einordnung  von  Arealüberbauungen,  § 237  PBG 

betreffend  die  Beurteilung  der  Verkehrssicherheit  einer  Zufahrt  und  § 357 

Abs. 1  PBG  betreffend  die  Beurteilung  zulässiger  Änderungen  an  vor-

schriftswidrigen Bauten (Donatsch, § 20 Rz. 72). 

3.4. 

Die  strittige  Mobilfunk-Antennenanlage  soll  in  einer  nur  wenige  Grundstü-

cke  umfassenden  und  mithin  kleinflächigen  Gewerbezone  am  nordwestli-

chen Siedlungsrand von X errichtet werden. Unmittelbar westlich und nörd-

lich  davon  befindet  sich  Landwirtschaftsgebiet.  Im  Süden,  auf  der  gegen-

überliegenden Seite der H.-Strasse, folgt eine mehrheitlich durch kleinmas-

sstäbliche Einfamilienhäuser geprägte Wohnzone. An die Gewerbezone im 

Osten  angrenzend  befindet  sich  die  Kernzone  von  X.  Die  geplante  Mobil-

funk-Antennenanlage  soll  unmittelbar  an  der  Nordfassade  eines  zweige-

schossigen  Gewerbegebäudes  erstellt  werden.  Sie  besteht  im  Wesentli-
chen aus einem 25 m hohen Mast, welcher mit drei Mobilfunkantennenmo-

dulen  (je  2,55 m x 0,4 m x 0,2 m)  und  mit  drei  rundförmigen  Richt-

funkstrahlmodulen mit je rund 0,7 m Durchmesser bestückt werden soll. Die 

technischen  Zusatzeinrichtungen  (u.a.  Systemtechnik)  sollen  am  Boden 

beim Mastfuss erstellt werden.  

3.5. 
Den  Rekurrierenden  kann  zunächst  nicht  darin  zugestimmt  werden,  dass 

sich das Bauvorhaben nach den erhöhten ästhetischen Anforderungen von 

§ 238  Abs. 2  PBG  zu  richten  habe,  wonach  auf  Objekte  des  Natur-  und 

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Heimatschutzes besondere Rücksicht zu nehmen ist, und sich Bauten und 

Anlagen deshalb in diesem Sinn "gut" einzuordnen haben. Hierfür mangelt 

es  an  einem  rechtsrelevanten  optischen  Bezug  zwischen  der  geplanten 

Mobilfunk-Antennenanlage und der Kernzone bzw. den geltend gemachten 

Inventar- und Schutzobjekten. Dies schon aufgrund der dazwischenliegen-

den Distanz von über 130 m. Für die Anwendbarkeit der erhöhten ästheti-

schen  Anforderungen  genügt  die  am  Augenschein  teilweise  festgestellte 

Sichtverbindung zwischen Antenne und Kernzone bzw. den einzelnen darin 

situierten  Objekten  nicht.  Die  geplante  Mobilfunk-Antennenanlage  tritt  im 

Verhältnis  hierzu  lediglich  im  Hintergrund  in  Erscheinung  und  vermag  mit 

den  einzelnen  Gebäuden  in  der  Kernzone  –  wie  auch  mit  der  Kernzone 

selbst – nicht zu konkurrieren. Ebenso wenig wird der – viel näher beim ge-

planten  Antennenstandort  liegende  –  Bauernhof  "S."  (Grundstück  Kat.-

Nr. 2) auf der gegenüberliegenden Seite der P.-Strasse im Sinne von § 238 

Abs. 2 PBG tangiert. Die Antenne und der Bauernhof treten vielmehr je für 

sich  in  Erscheinung  (s.  dazu  die  rekurrentische  Fotomontage  in  act. 5.11 

S. 2).  Damit  richtet  sich  die  ästhetische  Beurteilung  der  geplanten  Mobil-

funk-Antennenanlage  nach  der  Vorschrift  von  § 238  Abs. 1  PBG  und  ist 

mithin lediglich eine "befriedigende" Einordnung zu verlangen.  

3.6. 

Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid, wonach sich die geplante Mobil-

funk-Antennenanlage befriedigend einordne, im Wesentlichen mit der hier-

für  vorgesehenen  Lage  "mitten  in  der  Gewerbezone"  und  der  Positionie-

rung  zwischen  bestehenden  Gewerbeliegenschaften.  Dabei  verkennt  die 

Vorinstanz, dass es sich vorliegend um eine vergleichsweise kleine Gewer-

bezone handelt, die darüber hinaus am Siedlungsrand liegt. Zudem weisen 

die  Bauten  in  der  Gewerbezone  –  mit  Ausnahme  derjenigen  auf  dem 

Grundstück Kat.-Nr. 3 – relativ kleine Fussabdrucke und keine erheblichen 
Höhenentwicklungen  auf. Unter Missachtung dieser gegebenen  Umstände 

erweist  sich  der  vorinstanzliche  Entscheid  damit  nicht  als  vertretbar.  Die 

Lage "mitten" in der Gewerbezone erweist sich in Anbetracht der mit 25 m 

eine erhebliche Höhe aufweisenden Antenne damit nicht als zulässiges Ar-

gument  für  die  Bejahung  der  ästhetischen  Anforderungen.  Die  Vorinstanz 

hat  sich  von  unsachlichen  Erwägungen  leiten  lassen.  Die  bestehenden 

Gewerbeliegenschaften  vermögen  die  Antenne  nicht  zu  kaschieren  und 

nichts  von  der  von  ihr  ausgehenden  erheblichen  Fernwirkung  zu  nehmen. 

Weitere Gegebenheiten, wie etwa Bäume oder Baumgruppen mit ähnlicher 

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vertikaler  Ausdehnung  oder  Geländeerhebungen,  welche  die  dominante 

Erscheinung  der  geplanten  Mobilfunk-Antennenanlage  zu  relativieren  ver-

mögen, sind sodann nicht feststellbar.  

Die  geplante  Mobilfunk-Antennenanlage  wird  mithin  von  weither  sichtbar 

sein und sich erheblich negativ auf das ländlich geprägte Gebiet auswirken. 

Nichts daran zu ändern vermögen die im Norden am Siedlungsgebiet von X 

vorbeiführenden  Hochspannungsleitungen  sowie  die  Infrastrukturanlagen 

der  Eisenbahn.  Das  Terrain  fällt  in  diesem  Bereich  abrupt  ab,  was  die 

wahrnehmbare Höhenentwicklung der erwähnten Anlagen merklich schmä-

lert. Die geplante Mobilfunk-Antennenanlage liegt demgegenüber an expo-

nierter Lage und wird sich damit selbst von diesen Anlagen erheblich abhe-

ben. Trotz des Bestehens solcher Anlagen kann damit nicht gesagt werden, 

die  geplante  Mobilfunk-Antennenanlage  richte  sich  nach  diesen  aus  und 

passe  sich  deshalb  rechtsgenügend  in  die  landschaftliche  Umgebung  ein. 

Darüber  hinaus  widersprechen  die  Dimensionen  der  geplanten  Anlage 

auch der baulichen Umgebung südlich der H.-Strasse. Die Antenne soll in 

knapp  40 m  Entfernung  zur  zweigeschossigen  Wohnzone  mit  mehrheitlich 

kleinmassstäblichen Einfamilienhäusern und vereinzelten Mehrfamilienhäu-

sern erstellt werden. Von einer den gegebenen Verhältnissen angepassten 

Einordnung kann auch diesbezüglich nicht gesprochen werden. Die geplan-

te Mobilfunk-Antennenanlage mit einer Höhe von 25 m und einer maxima-

len  seitlichen  Ausladung  von  rund  1,3 m  erscheint  am  geplanten  Standort 

damit  als  überdimensioniert.  Bei  solch  erheblichen  Dimensionen  vermag 

auch ein "der Landschaft angepasster Farbanstrich des Mastes", wie er von 

der  Vorinstanz  angeordnet  wurde  (s.  Dispositivziffer I.1.3),  nichts  an  der 

ungenügenden Einordnung und Gestaltung zu ändern. Aus dem Umstand, 

dass eine – 21 m hohe – Mobilfunk-Antennenanlage an der W.-Strasse in X 

von  den  Gerichten  nicht  beanstandet  wurde,  vermag  die  Vorinstanz 
schliesslich nichts für den vorliegenden Fall abzuleiten, zumal die tatsächli-

chen Verhältnisse selbstredend in jedem Einzelfall gesondert zu beurteilen 

sind.  

Die Vorinstanz – und auch die private Rekursgegnerin – verweisen sodann 

auf die in der Gemeinde X geltende Kaskadenordnung, wonach visuell als 

solche  wahrnehmbare  Mobilfunkanlagen  in  erster  Linie  in  Industrie-  und 

Gewerbezonen  zu  erstellen  sind  (Art. 37  Abs. 2  BZO).  Dies  ist  zutreffend 

und insbesondere ist festzuhalten, dass (auch) eine 25 m hohe Mobilfunk-

antenne in der vorliegenden Gewerbezone grundsätzlich als zonenkonform 

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zu betrachten ist. Indes hat die Priorisierung u.a. von Gewerbezonen für die 

Erstellung  von  Mobilfunk-Antennenanlagen  nicht  zur  Folge,  dass  bei  einer 

dieser Regelung entsprechenden Standortwahl geringere – oder gar keine 

– ästhetischen Anforderungen für solche Anlagen gelten würden respektive 

diese in jedem Fall zu billigen wären. Die erwähnte Kaskadenordnung be-

schlägt  einzig  die  Frage  nach  der  Zonenkonformität  von  Mobilfunk-

Antennenanlagen  und  vermag  ein  Bauvorhaben  mithin  nicht  von  der  Ein-

haltung der im konkreten Einzelfall anwendbaren Einordnungs- und Gestal-

tungsvorschriften zu befreien.  Von einem  "ad absurdum"-Führen  des Kas-

kadenmodells kann entgegen der Auffassung der privaten Rekursgegnerin 

mithin nicht gesprochen werden, wenn die geplante Anlage mit Verweis auf 

die Einordnungsbestimmung – sei es gestützt auf § 238 Abs. 1 oder Abs. 2 

PBG – verweigert würde (s. act. 15, S. 8), ist damit doch nicht gesagt, dass 

jegliche Mobilfunk-Antennenanlagen, namentlich auch solche von geringe-

ren Dimensionen, am gewählten Standort unzulässig wären.  

An  der  mangelnden  Einordnung  der  geplanten  Mobilfunk-Antennenanlage 

vermag auch nichts zu ändern, dass gemäss der privaten Rekursgegnerin 

unter  anderem  funktechnische  Gründe  für  den  Standort  sprächen.  Aus  ih-

ren  diesbezüglich  nicht  weiter  substantiierten  Vorbringen  ist  nicht  erkenn-

bar,  dass  der  hier  gewählte  Standort  hinsichtlich  der  geplanten  Netzabde-

ckung zwingend erforderlich ist. Im Übrigen wären selbst dann die ästheti-

schen  Vorgaben  zu  beachten.  Aufgrund  der  Antennenausrichtung  soll  zu-

dem wohl auch Nichtbauzonenland bzw. die im Norden vorbeiführende Au-

tobahn  abgedeckt  werden,  was  die  private  Rekursgegnerin  am  Augen-

schein zumindest nicht in Abrede stellte (s. Prot. S. 7). Dieses Unterfangen 

erweist  sich  am  gewählten  Standort  aus  ästhetischen  Gründen  als  nicht 

angebracht, wenn dies aus funktechnischen Gründen eine derart hohe An-

tenne  erforderlich  macht,  wie  sie  vorliegend  geplant  ist.  Die  ästhetischen 
Anforderungen sind auch im Falle einer gleichzeitigen Abdeckung von Bau- 

und  Nichtbauzonenland  einzuhalten.  Im  Übrigen  würde  sich  diesbezüglich 

die  Frage  der  Zonenkonformität  stellen,  zumal  die  Versorgung  (auch)  von 

Nichtbauzonenland  von  einem  Standort  innerhalb  einer  Bauzone  aus  "im 

Wesentlichen"  die  Abdeckung  von  Bauzonenland  verlangt  (s.  dazu  BGE 

133 II 321, E. 4.3.2).  

3.7. 

Zusammenfassend  ist  damit  festzuhalten,  dass  das  Bauvorhaben  keinen 

Bezug  zur  bestehenden  baulichen  und  landschaftlichen  Umgebung  auf-

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weist. Eine befriedigende Einordnung gemäss § 238 Abs. 1 PBG kann dem 

Bauvorhaben mithin nicht attestiert werden. Der Rekurs, soweit darauf ein-

zutreten ist, ist gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuheben. 

Bei diesem Ergebnis erübrigt es sich, zu den weiteren Rügen der Rekurrie-

renden Stellung zu nehmen. 

4. 

Ausgangsgemäss sind die Kosten der Vorinstanz und der privaten Rekurs-

gegnerschaft  unter  Solidarhaftung  für  5/6  zu  je  5/12  und  den  Rekurrent-

schaften 13, 16, 26, 31 und 37 unter Solidarhaftung für 1/6 zu je 1/30 auf-

zuerlegen (§ 13 VRG).  

Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV  VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 

Abs. 2  GebV  VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Re-

kursinstanz  ein  grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in:  Kom-

mentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.).  

Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 6'000.-- festzusetzen. 

5. 

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte  und  schwieriger  Rechtsfragen  besonderen  Aufwand  erforderte  

oder den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom 

16. Oktober  2003,  E. 3.1.).  Demnach  ist  vorliegend  den  Rekurrentschaf-

ten 1-12, 14 und 15, 17-25, 27-30, 32-36 sowie 38-40 zulasten der privaten 

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Rekursgegnerin  eine  Umtriebsentschädigung  zuzusprechen.  Angemessen 

erscheint ein Betrag von je Fr. 60.-- (total Fr. 2'100.--).  

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