# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 702f2e34-2ef6-5015-9339-169f0fef99da
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 05.02.2013 U 2013 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2013-1_2013-02-05.pdf

## Full Text

U 13 1

1. Kammer 

URTEIL
vom 5. Februar 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Submission

1. Die Gemeinde … schrieb im Kantonalen Amtsblatt vom 1. November 2012  im 

Zusammenhang mit dem Bauprojekt Kanalisation + Druckleitung + 

Trinkwasserkraftwerk … u.a. den Rohleitungsbau aus, konkret eine 

Druckleitung dG 200 in einer Länge von ca. 1‘800 m und 3 Stück 

Hausanschlussschächte. Dabei wurden folgende Zuschlagskriterien festgelegt:

- Referenz Monteur vergleichbare Arbeiten 35%

- Preis 50%

- Firmenreferenzen vergleichbare Arbeiten 10%

- Termineinhaltung   5%

2. Es gingen insgesamt sechs Angebote ein, wobei eines ungültig war. Am 28. 

November 2012 erfolgte die Offertöffnung. Im Vergabeantrag wurden die 

beiden streitgegenständlichen Offerten wie folgt beurteilt:

B. AG A. AG
Referenz Monteur vergl. Arbeiten: 2.5 1

Preis: 2 (Fr. 497‘929.40) 3 (Fr. 458‘500.05)

Firmenreferenzen vergl. Arbeiten: 2.5 1.5

Termineinhaltung: 2 1            d

Punktezahl total: 2.23 2.05

Am 21. Dezember 2012 erfolgte die Vergabe des Auftrages an die B. AG.

3. Gegen den Zuschlagsentscheid erhob die A. AG (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) am 30. Dezember 2012 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Sie beantragte, der 

Vergabeentscheid des Gemeindevorstandes sei aufzuheben, der Zuschlag sei 

an sie, die A. AG, zu erteilen und der Beschwerde sei die aufschiebende 

Wirkung zu erteilen. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen Folgendes 

aus: Bei dem von ihr vorgesehenen Baustellenchef handle es sich um einen 

eidgenössisch diplomierten Sanitärinstallateur; von der Firma B. AG, welche 

den Zuschlag erhalten hatte, verfüge kein Mitarbeiter über ein entsprechendes 

Diplom. Dass es sich bei den meisten der rund 100 aufgeführten Objekten in 

der Referenzliste um vergleichbare Arbeiten handelte, sei aufgrund der 

Objektbeschreibung offensichtlich. Sie, die Beschwerdeführerin, habe mehrere 

Projekte mit dem Ingenieurbüro … ausgeführt, u. a. die Wasserkraftnutzung in 

…; es sei deshalb nicht glaubhaft, dass weder die Vergabeinstanz noch der mit 

der Offertbewertung betraute Ingenieur nicht wüssten, um welche Arbeiten es 

sich dabei gehandelt habe. Umgekehrt gebe die Firma B. AG auf ihrer 

Referenzliste einzig die Wasserversorgung der Vergabeinstanz an, wobei es an 

einer Wasserkraftnutzung fehle. Beim auszuführenden Projekt handle es sich 

aber gerade um ein Trinkwasserkraftwerk, für welches sie, die 

Beschwerdeführerin, klar die besseren Referenzen vorweisen könne. Objektiv 

betrachtet müsse sie deshalb besser oder mindestens gleich gut bewertet 

werden wie die B. AG.

In Bezug auf die Firmenreferenz trägt die Beschwerdeführerin vor, dass aus 

dem der Offerte beigelegten Firmenportrait die Spezialisierung und Expertise 

seit 27 Jahren ersichtlich sei – mit einem Auftragsvolumen in dieser Sparte von 

ca. Fr. 1 Mio. jährlich. Sie, die Beschwerdeführerin, sei seit Jahren für viele 

Gemeinden unter der Bauleitung diverser Ingenieurbüros tätig und führe auch 

regelmässig Arbeiten für den Kanton Graubünden durch, wobei oft das 

Einladungs- oder sogar das freihändige Verfahren zum Tragen komme; dies 

alles wäre nicht der Fall, wenn Ausführung und Termineinhaltung nur 

zufriedenstellend wären. Eine eigene Rücksprache mit dem Bauleiter 

Umfahrung …, habe ergeben, dass jener mit ihr in diesem Projekt bezüglich 

Ausführung und Termineinhaltung sehr zufrieden gewesen sei.

Die Beschwerdeführerin zweifelt weiter die Qualifikation des Brunnenmeisters 

von der Gemeinde an, wenn dieser angibt, die Firma B. AG habe diverse 

Arbeiten in der Region sehr zufriedenstellend ausgeführt. Insgesamt verfüge die 

Firma B. AG klar über weniger Erfahrung im Bereich Wasserversorgung als sie, 

die Beschwerdeführerin; entsprechend treffe die unterschiedliche Bewertung 

der Firmenreferenzen offensichtlich nicht zu. Schliesslich müssten bei der 

Termineinhaltung die identischen Referenzauskünfte der beiden 

Brunnenmeister auch zu einer gleichen Bewertung führen, was im vorliegenden 

Fall nicht zutreffe.

4. In der Vernehmlassung vom 11. Januar 2013 verweist die Gemeinde 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vorab auf die Ausschreibungsunterlagen, 

in welchen die für die Referenzbewertung erforderlichen Nachweise klar auf 

vergleichbare Arbeiten lauten würden, wobei entsprechende Nachweise und 

Referenzen dem Angebot beizulegen seien und fehlende Unterlagen zu 0 

Punkten führen würden. Herzstück der zu vergebenden Arbeit sei eine 

erdverlegte 1‘800 m lange schubgesicherte Gussrohr-Druckleitung, innen und 

aussen zementmörtelbeschichtet und mit einem Durchmesser von 20 cm. Aus 

dieser Werkdefinition resultierten im Unterschied zu „gewöhnlichen“ 

Trinkwasserversorgungsleitungen zwei Besonderheiten, nämlich zum einen das 

hohe Gewicht der einzelnen Rohrstücke (270 kg pro Rohrstück à 6 m), was 

entsprechende Erfahrung beim Handling, insbesondere beim teilweise 

schwierigen Zutransport, erfordere, zum anderen der Zementmörtelschutz 

gegen Korrosion nach innen und aussen, was Erfahrung insbesondere bei 

Rohrschnitten (Beschichtung korrekt ablösen und nachisolieren) erfordere. 

Damit nun eine Arbeit als vergleichbar eingestuft werden könne, müsse 

mindestens eine der beiden vorerwähnten Spezialitäten vorliegen. Gerade nicht 

vergleichbar seien demgegenüber übliche kleinere Trinkwasserleitungen, 

welche viel leichter seien und aufgrund des fehlenden Zementmörtelschutzes 

auch viel einfacher zu verlegen seien. Die B. AG habe ihrem Angebot – wie in 

den Angebotsunterlagen verlangt – eine differenzierte Referenzliste mit 

vergleichbaren Objekten beigelegt mit Kurzbeschrieb der Bauprojekte, 

Ausführungsjahr und Materialangaben. Daraus sei ersichtlich, dass die B. AG 

Referenzobjekte ausweise, in welchen schwere, zementbeschichtete Gussrohre 

mit bis zu 20 cm Durchmesser verlegt werden mussten. Dies sei unter 

detaillierter Angabe erfolgt, welche der für das ausgeschriebene Projekt 

vorgesehenen Mitarbeiter bei welchen Objekten eingesetzt wurden. Die 

Beschwerdeführerin habe demgegenüber eine zwar lange, rund 90 Objekte 

umfassende Referenzliste eingereicht, welche aber völlig undifferenziert und 

deshalb nicht aussagekräftig sei (z.B. „Wasserversorgung …“ oder „Reservoir 

…“). Eine Beurteilung, ob eine Vergleichbarkeit mit dem ausgeschriebenen 

Auftrag vorliege, sei so nicht möglich gewesen. Die mangelnde Differenzierung 

gehe jedoch zu Lasten der Beschwerdeführerin, sei es doch nicht Sache der 

Vergabeinstanz, nachzuforschen, ob unter den vielen Referenzobjekten nicht 

doch auch solche zu finden wären, welche mit den ausgeschriebenen Arbeiten 

vergleichbar wären. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte 

Offensichtlichkeit, dass es sich bei den meisten ihrer Referenzprojekte um 

vergleichbare Arbeiten handle, treffe eben gerade nicht zu.

In der Referenzliste der Beschwerdeführerin fehlten zudem Angaben über das 

Ausführungsjahr der jeweiligen Arbeiten; auch hier sei es nicht Aufgabe der 

Vergabeinstanz, das Alter eines Referenzobjektes in Erfahrung zu bringen. Im 

Übrigen verstehe es sich von selbst, dass Arbeiten, welche vor 18 oder 20 

Jahren ausgeführt worden seien, heute nicht mehr als Referenzobjekte 

herangezogen werden könnten. Genau dies mache aber die 

Beschwerdeführerin mit zwei Referenzobjekten (je eines betreffend … und …), 

von welchen die Vergabeinstanz und der Prüfingenieur zufällig die 

Ausführungsjahre kennten. Das Alter spiele natürlich eine Rolle, könne sich die 

Kompetenz doch im Verlauf der Jahre und Jahrzehnte verändern und würde 

heute mit ganz anderen Materialien und Konzepten gearbeitet als noch vor 20 

Jahren.

Obschon die Referenzlisten eigentlich zur Bewertung 0 hätte führen müssen, 

habe die Vergabeinstanz zu Gunsten der Beschwerdeführerin eigene 

Kenntnisse und Erfahrungen bei der Referenzbewertung berücksichtigt. So sei 

eine Tunnelleitung der Umfahrung … angerechnet worden, da die 

Vergabeinstanz in den Bau involviert war und deshalb über eigene Kenntnisse 

verfügte. Aufgrund dessen (ein Referenzobjekt = Note 1) sowie der 

telefonischen Auskunft von Herrn …, Bauleiter Umfahrung …, wonach jene 

Arbeiten sehr zufriedenstellend ausgeführt wurden (+ Note 0.5), resultierte die 

Gesamtnote 1.5. Demgegenüber weise die Referenzliste der B. AG mehrere 

vergleichbare Objekte auf (= Note 2); die positive Auskunft von Herrn …, 

Brunnenmeister von …, wonach jene Arbeiten sehr zufriedenstellend 

ausgeführt wurden (+ Note 0.5), führten zur Gesamtnote 2.5. Soweit jedoch 

Referenzobjekte nur dem Prüfingenieur bekannt seien, der Gemeinde aber 

nicht, könne dieses Wissen nicht angerechnet werden.

In Bezug auf die Schlüsselpersonen gelte das für die Firmenreferenzen 

Ausgeführte sinngemäss: Bei der Beschwerdeführerin führten die mangelhaften 

Referenzen zur Note 0, aufgewertet auf Note 1 aufgrund des Projektes 

Umfahrung … Bei der B. AG hingegen sei ersichtlich, dass der Chefmonteur 

und der Monteur bei allen für die Firmenreferenzen relevanten Objekten 

massgeblich beteiligt waren, was zur Gleichwertigkeit mit der Firmenreferenz 

führe, mithin zur Note 2.5.

Weil die Besonderheiten des vorliegenden Auftrags nicht die 

Wasserkraftnutzung sei (diese biete keinerlei grössere technische 

Schwierigkeiten), sondern die Verlegung von grossen, schweren Rohren, ziele 

auch die Rüge der Beschwerdeführerin an der Sache vorbei, wonach die in der 

Referenzliste der B. AG Wasserversorgung … lediglich eine normale 

Wasserversorgung ohne Wasserkraftnutzung sei. Aus demselben Grund sei 

auch die Argumentation der Beschwerdeführerin, sie habe bereits viele 

Wasserversorgungen mit Wasserkraftnutzung realisiert, nicht stichhaltig. Die mit 

der Beschwerde nachgelieferten Projektbeschriebe seien zudem verspätet und 

deshalb für die Vergabe nicht beachtlich.

Im Weiteren sei der Einwand betreffend Diplomierung unbehelflich, da in der 

Ausschreibung nicht als Zuschlagskriterium aufgeführt.

Schliesslich treffe auch die Rüge der Beschwerdeführerin nicht zu, die 

Referenzauskünfte des Brunnenmeisters der Gemeinde, über die B. AG und 

Herrn … über die Beschwerdeführerin seien identisch gewesen und müssten 

deshalb auch identisch bewertet werden. Vielmehr seien diese Auskünfte 

betreffend Termineinhaltung nicht identisch, da sich Herr … in Bezug auf die 

Beschwerdeführerin nicht speziell zur Termineinhaltung geäussert habe, 

woraus der Prüfingenieur schloss, dass nichts Nachteiliges vorliege, und diesen 

Umstand mit der Note 1 (=genügend) bewertete. Demgegenüber habe sich 

Herr … in Bezug auf die B. AG explizit zur Termineinhaltung geäussert und 

diese als „sehr flexibel“ bezeichnet, was zur höheren Benotung 2 (=gut) führte.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie auf den angefochtenen 

Entscheid wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gegen Verfügungen des Auftraggebers kann gemäss Art. 25 Abs. 1 des 

kantonalen Submissionsgesetzes (SubG; BR 803.300) Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht erhoben werden. Als durch Beschwerde selbständig 

anfechtbare Verfügungen gelten nach Abs. 2 dieser Bestimmung die 

Ausschreibung des Auftrages, der Entscheid über die Auswahl der Teilnehmer 

im selektiven Verfahren, der Zuschlag und der Ausschluss vom Verfahren 

sowie der Widderruf, der Abbruch und die Wiederholung des Verfahrens. Der 

Zuschlagsentscheid der Beschwerdegegnerin vom 21. Dezember 2012, in dem 

die Vergabe der ausgeschriebenen Arbeiten an die B. AG erfolgte, bildet 

demnach ein zulässiges Anfechtungsobjekt. Die Beschwerde wurde frist- und 

formgerecht eingereicht, weshalb darauf einzutreten ist.

2. Die Überprüfung von Verfügungen im Submissionsverfahren beschränkt sich 

nach Art. 27 SubG auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung oder 

Missbrauchs des Ermessens sowie auf unvollständige oder unrichtige 

Sachverhaltsfeststellung. Dagegen kann das Verwaltungsgericht nicht sein 

Ermessen an die Stelle jenes der Vorinstanz setzen, sondern hat Lösungen der 

Verwaltung zu akzeptieren, die mit sachlichen Gründen vertretbar sind, auch 

wenn eine andere Lösung als zweckmässiger erschiene. Bei Fragen 

technischer, technologischer, (bau)physikalischer und methodologischer Art 

oder bei Eignungs- und Angebotsbewertungen ist die Kognition – wie bei 

Examina – praktisch auf Willkür begrenzt (VGU U 04 114; U 2001 111 und 

128). Strittig und zu prüfen ist somit, ob die Auftragsvergabe an die B. AG bzw. 

die Nichtberücksichtigung der Offerte der Beschwerdeführerin die genannten 

Vorgaben verletzt hat. Es gilt namentlich zu untersuchen, ob die 

Punktevergabe, so wie sie die Beschwerdegegnerin vorgenommen hat, 

sachlich nachvollziehbar ist.

3. a) Vorab ist festzuhalten, dass die Kritik der Beschwerdegegnerin bezüglich der 

Qualität der Offertunterlagen der Beschwerdeführerin grundsätzlich zutrifft: Es 

kann nicht Aufgabe der Vergabeinstanz sein, eine Referenzliste, aus welcher 

nicht ersichtlich ist, ob die aufgeführten Arbeiten vergleichbar sind oder nicht, 

durch eigene Nachforschungen zu ergänzen. Dies umso mehr, als in den 

Ausschreibungsunterlagen klar und deutlich hervor geht, dass fehlende 

Unterlagen zu einer Punktebewertung von 0 führen. Dasselbe gilt analog auch 

für die Schlüsselpersonen. Die Beschwerdegegnerin zeigte sich hier 

grosszügig, indem sie das (zufällige) eigene Wissen der Gemeinde betreffend 

ein Bauprojekt berücksichtigt hat.

b) Aufgrund mehrerer ausgewiesener Referenzobjekte erhielt die B. AG die 

Grundnote 2 (gut) für das Zuschlagskriterium „Firmenreferenzen vergleichbare 

Arbeiten“. Eine höhere Benotung war nach Angaben der Beschwerdegegnerin 

nicht angezeigt, da die in den Referenzobjekten angegebenen Rohrbauten 

weniger lang waren und mit tieferen Druckverhältnissen operierten. Mit der 

positiven Referenz des Brunnenmeisters der Gemeinde wurde zudem die 

Benotung der Beschwerdeführerin um 0.5 Punkte angehoben, sodass für das 

Zuschlagskriterium „Firmenreferenzen vergleichbare Arbeiten“ die Gesamtnote 

von 2.5 Punkten resultierte.

Bei der B. AG wurde sodann die Benotung der Firmenreferenz (darin enthalten 

die positive Referenzauskunft von Herrn ...) tel quel auf die Referenzen der 

Schlüsselpersonen übernommen. Aufgrund der Offertunterlagen der B. AG ist 

klar ersichtlich, dass sämtliche für das ausgeschriebene Projekt vorgesehenen 

Personen sowohl bei den Referenzobjekten massgeblich beteiligt waren als 

auch von Herrn … positiv referenziert wurden. Die Beschwerdegegnerin wurde 

demnach bezüglich des Zuschlagskriteriums „Referenz Monteur vergleichbare 

Arbeiten“ mit 2.5 Punkten bewertet. Dieses Vorgehen ist nachvollziehbar und 

nicht zu beanstanden.

c) Was die Punkteverteilung für das Zuschlagskriterium „Firmenreferenzen 

vergleichbare Arbeiten“ bei der Beschwerdeführerin betrifft, so ist aus ihren 

Offertunterlagen nicht ersichtlich, ob sie bereits ähnliche Arbeiten wie diejenige 

beim ausgeschriebenen Projekt ausgeführt hat. Die Angaben in ihrer 

Referenzliste erscheinen zu unspezifisch und lassen eine zuverlässige 

Beurteilung nicht zu, was die Beschwerdeführerin zu verantworten hat. Die 

Beschwerdegegnerin als Vergabeinstanz wusste indes zufällig von einem 

ähnlichen Projekt, bei dem die Beschwerdeführerin beteiligt gewesen war, und 

berücksichtigte dies mit der Benotung 1 (statt 0) für das Zuschlagskriterium 

„Firmenreferenzen vergleichbare Arbeiten“. Mit der positiven Referenz des 

Bauleiters der Umfahrung wurde zudem die Benotung um 0.5 Punkte 

angehoben, was eine Gesamtpunktezahl von 1.5 Punkten für das 

Zuschlagskriterium „Firmenreferenzen vergleichbare Arbeiten“ ergab.

Bezüglich des Zuschlagskriteriums „Referenzen Monteur vergleichbare 

Arbeiten“ wurde die Beschwerdeführerin mit insgesamt 1.0 Punkten bewertet. 

Auch hier führten gemäss Angaben der Beschwerdegegnerin die mangelhaften 

Referenzen zur Note 0, aufgewertet auf Note 1 aufgrund des Projektes 

Umfahrung. Im Unterschied zur B. AG, wo die positive Referenz von Herrn … 

sowohl bei den Firmenreferenzen als auch bei den Referenzen bezüglich 

Schlüsselpersonen zu einer Erhöhung von 0.5 Punkten führte, wurde bei der 

Beschwerdeführerin die positive Referenz von Herrn … nur bei den 

Firmenreferenzen berücksichtigt. Gemäss den Ausführungen im Vergabeantrag 

ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass sämtliche für das 

ausgeschriebene Projekt vorgesehenen Personen bei allen in den 

Offertunterlagen erwähnten Referenzarbeiten eingesetzt waren. Diese 

Annahme ist zwar nicht zwingend und zeugt, in Anbetracht der mangelhaften 

Offertunterlagen der Beschwerdeführerin, wiederum von Grosszügigkeit; die 

Beschwerdegegnerin ist jedoch in der Folge daran sowie an die daraus 

folgenden Konsequenzen gebunden. Vor dem Hintergrund dieser Annahme ist 

nicht nachvollziehbar, warum die Auskunft von Herrn … keinen Einfluss auf die 

Referenzen bezüglich Schlüsselpersonen hatte. Geht die Beschwerdegegnerin 

davon aus, dass sämtliche für das vorgeschriebene Projekt vorgesehenen 

Personen bei den in den Offertunterlagen erwähnten Referenzunterlagen – und 

damit auch bei der durch Herrn … positiv referenzierten Arbeiten – mitgewirkt 

haben, ist nicht einzusehen, warum die positive Referenz von Herrn … nur bei 

den Firmenreferenzen, nicht jedoch auch bei den Referenzen bezüglich 

Schlüsselpersonen berücksichtigt wurde. Denn durch die von der 

Beschwerdegegnerin getroffenen Annahme stellte sich die Ausgangslage in 

diesem Punkt genau gleich dar wie bei der B. AG, bei der die positive Referenz 

von Herrn … jedoch sowohl bei den Firmenreferenzen als auch bei den 

Referenzen bezüglich Schlüsselpersonen mit je zusätzlich 0.5 Punkten 

berücksichtigt wurde. Mit Blick auf das Gleichbehandlungsgebot ist nicht 

ersichtlich, was eine solche Ungleichbehandlung rechtfertigen könnte. Die 

Punktevergabe erscheint so gesehen sachlich nicht mehr nachvollziehbar.

Die aus den genannten Gründen gebotene Gleichbehandlung hätte dazu führen 

müssen, dass die Beschwerdeführerin für das Zuschlagskriterium „Referenz 

Monteur vergleichbare Arbeiten“ mit 1.5 statt nur 1.0 Punkten bewertet worden 

wäre. In Berücksichtigung der in den Vergabeunterlagen angegebenen 

Gewichtung der einzelnen Zuschlagskriterien hätte dies bei Beschwerdeführerin 

dasselbe Punktetotal ergeben wie bei der B. AG (jeweils 2.225 Punkte; 

aufgerundet auf 2.23 Punkte). Bei diesem Gleichstand wäre der Preis, welchem 

als Zuschlagskriterium vorrangige Bedeutung zukommt (vgl. PVG 2002 Nr. 36) 

ausschlaggebend gewesen, was zu einer Vergabe an die Beschwerdeführerin 

hätte führen müssen; ihr Angebot ist um Fr. 39‘429.35 bzw. 8.6% tiefer als 

dasjenige der B. AG.

d) Was schliesslich die Termineinhaltung betrifft, so macht die 

Beschwerdegegnerin geltend, Herr … hätte sich mit Blick auf die 

Beschwerdeführerin bezüglich Termineinhaltung nicht speziell geäussert, 

wogegen sich Herr … in Bezug auf die B. AG explizit zur Termineinhaltung 

geäussert habe und dabei der Firma eine grosse Flexibilität attestierte. Es kann 

jedoch nicht auf den eher zufälligen Umstand abgestellt werden, dass sich die 

eine Auskunftsperson zu einem Thema äussert und die andere nicht. Vielmehr 

hätte man von Seiten der Vergabeinstanz eine gezielte Nachfrage erwarten 

können. Da aber eine allfällige positive Auskunft von Herrn … (eine solche wird 

von der Beschwerdeführerin jedenfalls behauptet und beweismässig auch 

angeboten) am Ausgang des Verfahrens – der Beschwerdeführerin ist aufgrund 

Punktegleichstands bei geringerem Preis der Zuschlag zu erteilen – nichts mehr 

ändern würde, kann auf weitere Abklärungen verzichtet werden. 

4. Zusammengefasst ist somit festzuhalten, dass der Zuschlagsentscheid der 

Beschwerdegegnerin vom 21. Dezember 2012, in dem die Vergabe der 

ausgeschriebenen Arbeiten an die B. AG erfolgte, aus den genannten Gründen 

sachlich nicht nachvollziehbar war und deshalb zu Unrecht erfolgte. Die 

Beschwerde ist demnach gutzuheissen. Die Kosten des Verfahrens gehen bei 

diesem Ausgang des Verfahrens gemäss Art. 73 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin. Parteikosten macht die Beschwerdeführerin keine 

geltend.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der Zuschlagsentscheid der Gemeinde 

vom 21. Dezember 2012 aufgehoben und der Zuschlag antragsgemäss an die 

A. AG erteilt.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 5‘000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 314.--

zusammen Fr. 5‘314.--

gehen zulasten der Gemeinde und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.