# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8839d74e-592a-581f-a4da-9b95823123bb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-01-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.01.2011 E-8742/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8742-2010_2011-01-13.pdf

## Full Text

Bundesverwaltungsgericht

Tribunal administratif fédéral

Tribunale amministrativo federale

Tribunal administrativ federal

Abteilung V
E-8742/2010

Urteil vom 13. Januar 2011

Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz),
Richter Gérard Scherrer, Richterin Muriel Beck Kadima,   
Gerichtsschreiberin Natasa Stankovic.

Parteien A._______, geboren am […],
Eritrea,
[…],
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,  
Vorinstanz. 

Gegenstand Familienzusammenführung zugunsten von B._______, 
geboren […], Eritrea; Verfügung des BFM vom 26. 
November 2010 / N._______.

E-8742/2010

Seite 2

Sachverhalt:

A. 
Mit Ver�fügung des BFM vom 3. Juli 2009 wurde das am 18. Mai 2009 in 
der Schweiz eingereichte Asylgesuch der Beschwerde�führerin, einer 
eritreischen Staatsangehörigen, gutgeheissen und ihr gestützt auf Art. 51 
Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) Asyl 
gewährt.

B. 
Mit als "Gesuch um Familienzusammenführung" betitelter Eingabe vom 
21. Oktober 2010 beantragte die Beschwerdeführerin die Einbeziehung 
der als ihre Tochter bezeichneten B._______ in ihre 
Flücht�lings�eigenschaft.

Zur Stützung des Gesuchs wurden in Kopieform der B-Ausweis der 
Beschwerdeführerin sowie der Taufschein von B._______ eingereicht. 

C. 
Mit Verfügung vom 26. November 2010 verweigerte das BFM der 
vor�ge�nannten Person die Einreise in die Schweiz und wies 
sinngemäss das Ge�such um Familienzusammen�führung ab. Zudem 
lehnte es deren Asyl�ge�such ab. Auf die detaillierte Begründung wird – 
soweit urteils�relevant – in den Erwägungen ein�gegangen. 

D. 
Mit Eingabe vom 22. Dezember 2010 (Datum Post�stempel) focht die 
Be�schwerdeführerin diesen Entscheid beim 
Bundesver�waltungsgericht an und beantragte, die Verfügung des BFM 
vom 26. November 2010 sei aufzu�heben und der als Tochter 
bezeichneten Person die Einreisebewil�li�gung nach Art. 51 AsylG zu 
erteilen; eventualiter sei die Verfügung des BFM vom 26. November 2010 
aufzuheben, das Asylgesuch von B._______ nach Art. 20 AsylG 
gutzuheissen und ihr die Einreisebewil�li�gung auszustellen; 
subeventualiter sei die Verfügung des BFM vom 26. November 2010 
aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch von 
B._______ nach Art. 20 AsylG einzutreten und ihr die Einreise zwecks 
Feststellung der Flüchtlingseigenschaft sofort zu be�willigen. In 
verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um die Gewährung der 
unentgelt�lichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des 
Bundesge�set�zes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die 

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Erhebung eines Kosten�vorschus�ses ersucht. Auf die detaillierte 
Begründung wird – soweit ent�scheidwesent�lich – in den Erwägungen 
ein�gegangen.

E. 
Mit Verfügung vom 6. Januar 2011 hielt das Bundesverwaltungs�gericht 
fest, die Beschwerde sei frist- und formgerecht eingereicht worden, über 
das Ge�such der Beschwerdeführerin um unentgelt�liche Rechtspflege 
nach Art. 65 Abs. 1 VwVG werde zu einem späteren Zeitpunkt befunden 
und auf die Erhebung eines Kostenvor�schusses werde verzichtet. 
Zudem wurde die Be�schwerdeführerin aufgefordert, die Bedürftigkeit im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG durch Einreichung einer 
Fürsorge�bestätigung zu be�legen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungs�gericht 
Beschwerden ge�gen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört 
zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vor�instanz des 
Bundesverwaltungsge�richts. Eine das Sachgebiet be�treffende 
Aus�nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das 
Bundesver�waltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der 
vor�liegenden Beschwerde und entscheidet im Be�reich des Asyls 
end�gültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichts�gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 
AsylG, Art. 37 VGG i.V.m. Art. 52 VwVG). Die Beschwerde�führerin ist 
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 
schutz�würdi�ges Interesse an deren Aufhebung beziehungs�weise 
Änderung; sie ist da�her zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

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(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Be�schwerde ist 
einzutreten.

2. 
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wird auf die Durchführung eines 
Schriftenwechsels verzichtet.

4.  

4.1. Vorliegend lehnte das BFM das Gesuch um 
Familienzusammen�füh�rung der Beschwerdeführerin und der als ihre 
Tochter be�zeichneten B._______ mit der Be�gründung ab, dass 
besondere Umstände ge�gen die Ge�währung einer 
Familienzusammenführung, das heisst die Er�tei�lung einer 
Einreisebewilligung gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG, spre�chen würden, 
weil die Beschwerdeführerin selbst die Flüchtlingseigen�schaft nach Art. 
3 AsylG nicht erfülle; da sie gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG in die 
Flüchtlingseigenschaft ihres Ehemannes einbezogen worden sei, könne 
sie ihre aus einer früheren Beziehung stammende minderjährige Tochter 
nicht in ihre Flüchtlingseigenschaft einbeziehen.

Auch der Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft des Ehemannes der Be�schwerdeführerin gemäss Art. 51 
Abs. 2 AsylG sei verwehrt, da die B�e�dingungen für die Er�teilung einer Ein�reisebewilligung zwecks 
Familienzu�sammen�führung nicht ge�geben seien. Diesbezüglich wäre erforderlich, dass der Flüchtling 
vor der Ausreise in einem gemeinsamen Haushalt mit dem nachzuziehenden Mit�glied seiner Familie 
respektive nahen Angehörigen gelebt habe und die Per�sonen durch die Flucht ge�trennt worden seien; 
dies setze eine Familien�verbindung voraus, die bereits vor der Flucht bestanden haben müsse (Art. 51 
Abs. 4 AsylG). Die Beschwerdeführerin habe sowohl an�lässlich ihrer Befragung zur Person im Empfangs- 
und Verfahrenszentrum (EVZ) […] vom 27. Mai 2009 als auch in ihrer Anhörung vom 17. Juni 2009 
angegeben, ihre vor der Heirat mit dem Ehemann zur Welt gekommene Tochter habe schon immer bei der 
Grossmutter gelebt (vgl. B1, S.3 sowie B10, S. 3). Die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann hätten somit 
nie mit der Toch�ter in einer Familiengemeinschaft gelebt und sie sei folglich we�der von der 
Beschwerdeführerin noch von deren Ehemann durch ihre be�ziehungsweise seine Flucht getrennt worden. 

Unter Verweis auf Art. 37 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 
142.311) führte die Vorinstanz sodann aus, dass eine Prüfung der selbständigen Flüchtlingseigen�schaft 
von B._______ nicht vorzunehmen sei. Diese Prüfung sei nur für Fälle vor�gesehen, wo An�gehörige der 

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Kernfamilie (Art. 51 Abs. 1 AsylG) aus dem Ausland nachgezogen werden sollen. Vorliegend gehe es um 
den be�absichtigten Nachzug einer Person, welche nicht zur Kernfamilie des Ehemannes der 
Beschwerdeführerin gehöre (Art. 51 Abs. 2 AsylG), womit Art. 37 AsylV 1 nicht anwendbar sei und die 
Prüfung der selbständigen Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG daher unterbleiben könne. 
Gleichzeitig lehnte das BFM das Asylgesuch ab.

4.2. Demgegenüber führte die Beschwerdeführerin in ihrer 
Rechts�mittelein�gabe aus, dass es richtig sei, dass die als ihre Tochter 
be�zeichne�te B._______ im Haus der Mutter der Beschwerdeführe�rin 
gelebt habe; sie selber habe jedoch in der Nähe gewohnt. Da der Vater 
von B._______ bei ihrer Ge�burt verschwunden sei, der 
jetzige Ehemann Militärdienst habe leisten müssen und daher stets 
ausser Haus gewesen sei, die jüngere Tochter permanent krank und die 
Beschwerdeführerin deshalb oft mit ihr in Asmara im Kranken�haus 
gewesen sei, sei die Beschwerdeführerin auf die Hilfe ihrer Mutter 
angewiesen gewesen. Sie habe sich jedoch um ihre älteste Tochter 
gekümmert und auch die elterliche Sorge innege�habt. Sie sei durch ihre 
Flucht von ihrer Tochter getrennt worden. Inzwi�schen habe sich die 
Lage geändert; da die Mutter der Beschwerdeführe�rin sehr krank sei, 
könne sie die Betreuung von B._______ nicht mehr übernehmen. In 
Eritrea hätte die Beschwerdeführerin die als Toch�ter be�zeichnete 
B._______ in solch einem Fall zu sich geholt, um ihre Mutter zu entlasten 
und die Erziehung der Tochter zu gewähr�leisten. Im Übrigen stütze sich 
die Vorinstanz einseitig auf den Umstand, dass die Tochter vorwiegend 
nicht im gleichen Haus wie die Beschwerdeführerin ge�schlafen habe 
und beachte zu wenig, dass dieses Merkmal nur eines von vielen sei, 
welches eine Familie ausmache. Zudem würden der als Toch�ter 
be�zeichneten B._______ aufgrund der Ausreise der 
Beschwer�deführerin erhebliche Nachteile drohen, da in Eritrea 
Verwandte von Perso�nen, welche ins Ausland auswandern, Geld 
bezahlen müssten und der Gefahr ausgesetzt seien, inhaftiert zu werden. 
Das BFM habe ausser�dem nicht abgeklärt, wie sich die Ehe der 
Beschwerdeführerin mit einem an�erkannten Flüchtling auf die Situation 
von B._______ auswirke beziehungsweise ob ihr eine Reflexverfolgung 
im Heimat�land drohe. Die Vorinstanz hätte, weil sie anerkannt habe, 
dass die als Tochter be�zeichnete B._______ ein Asylgesuch gestellt 
habe, dieses auch unabhängig vom Flüchtlingsstatus der 
Beschwerdeführe�rin prüfen müssen. 

5. 

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5.1. Ehegatten, eingetragene Partnerinnen oder Partner von 
Flücht�lingen und ihre minderjährigen Kinder werden als Flüchtlinge 
an�erkannt und erhal�ten Asyl, wenn keine be�sonderen Umstände 
da�gegen sprechen (Art. 51 Abs. 1 AsylG). Ihnen ist auf Gesuch hin die 
Einreise in die Schweiz zu be�willigen, sofern die 
anspruchs�berechtigten Personen vor der Flucht in ei�nem 
ge�meinsamen Haushalt gelebt haben und durch die Flucht ge�trennt 
wurden (Art. 51 Abs. 4 AsylG).

Die Beschwerdeführerin behauptet, bei B._______ handle es sich um ihre Tochter, weshalb ein Gesuch 
um Familienzusammen�führung nach den Voraussetzungen von Art. 51 Abs. 1 und Abs. 4 AsylG zu 
prüfen sei. 

Gemäss dem zu den Akten gereichten Taufschein handelt es sich bei B._______ um die Tochter der 
Beschwerdeführerin. Das BFM zieht diesen Umstand in der angefochtenen Verfügung auch grundsätzlich 
nicht in Zweifel. Wie die Vorinstanz aber zu Recht und mit zutreffender Be�gründung ausführte, dürfen 
keine besonderen Umstände gegen die Ertei�lung einer Einreisebewilligung zur Gewährung des 
Familienasyls nach Art. 51 Abs. 1 AsylG sprechen. Das BFM hielt in seiner Verfügung vom 
3. Juli 2009 fest, die Beschwerdeführerin erfülle in eigener Person die Flüchtlingseigenschaft ge�mäss Art. 
3 Abs. 1 und 2 AsylG nicht; sie werde jedoch in die Flüchtlings�eigenschaft ihres Ehemannes gemäss Art. 
51 Abs. 1 AsylG ein�bezogen. Gemäss geltender Praxis der schweizerischen Asylbehör�den zu Art. 51 
AsylG kann die Flüchtlingseigenschaft nur dann weiterübertragen werden, wenn ihrem Träger oder ihrer 
Trägerin seiner- oder ihrerseits auch die originäre (materielle) Flüchtlingseigen�schaft zukommt, weshalb 
Kinder kein Familienasyl erhalten, wenn de�ren Eltern ihrerseits bloss die abgeleitete (derivative, formelle) 
Flücht�lingseigenschaft besitzen; die abgeleitete, derivative Flüchtlingseigenschaft kann nicht 
weiterübertragen werden (Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 
[EMARK] 1997 Nr. 1; EMARK 1998 Nr. 9; EMARK 2000 Nr. 23). 

Das BFM stellte somit in der angefochtenen Verfügung zu Recht fest�, dass die Beschwerdeführerin keine 
originäre, sondern eine derivativ erworbene Flüchtlingseigenschaft besitzt, was einem Ein�bezug der als 
ihre Tochter be�zeichneten B._______ in die ei�gene Flüchtlingseigenschaft entgegensteht. 

5.2.  Gemäss Art. 51 Abs. 2 AsylG kann einem anderen nahen 
Angehörigen ei�ner in der Schweiz lebenden Person Asyl gewährt 
werden, wenn beson�dere Umstände für eine Familienvereinigung 
sprechen. Auf Gesuch hin ist die Einreise in die Schweiz zu be�willigen, 
sofern die anspruchs�berechtig�ten Personen vor der Flucht in einem 
ge�meinsamen Haushalt gelebt ha�ben und durch die Flucht ge�trennt 
wurden (Art. 51 Abs. 4 AsylG).

http://links.weblaw.ch/EMARK-1997/1
http://links.weblaw.ch/EMARK-1997/1
http://links.weblaw.ch/EMARK-1997/1
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http://links.weblaw.ch/EMARK-1998/9
http://links.weblaw.ch/EMARK-1998/9
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http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/23
http://links.weblaw.ch/EMARK-2000/23
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Wie die Vorinstanz zu Recht und mit zutreffender Begründung in ihrer ange�fochtenen Verfügung 
ausführte, sind die Bedingungen für die Ertei�lung einer Ein�reisebewilligung zwecks 
Familienzusammen�führung von B._______ mit dem Ehemann der Beschwerdeführerin nicht ge�geben, 
da den protokollierten Aussagen der Beschwerdeführerin 
(vgl. B10, S. 3, 16) zu entnehmen ist, dass vor der Flucht des anspruchsberechtigten Ehemannes der 
Be�schwerdeführerin keine Familienver�bindung beziehungsweise kein gemein�samer Haushalt mit 
B._______ bestand. Daraus er�gibt sich, dass das Familienzusam�men�führungsgesuch den 
Anforde�rungen an Art. 51 Abs. 2 und Abs. 4 AsylG nicht genügt, weshalb das Ge�such abzuweisen ist. 
Der Einwand in der Beschwerdeschrift, wonach gel�tend gemacht wird, die Vorinstanz stütze sich 
einsei�tig auf den Umstand, dass B._______ vorwiegend nicht im gleichen Haus wie die 
Beschwerdeführe�rin und ihr Ehemann geschlafen habe und beachte zu we�nig, dass dieses Merkmal 
nur eines von vielen sei, welches eine Familie aus�mache, bleibt unbehelflich und kann aufgrund der 
Anforderungen von Art. 51 AsylG nicht zu einem anderen Entscheid führen.

5.3. Der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte schlechte 
gesund�heitliche Zustand ihrer Mutter kann für die Frage, ob die 
Voraussetzungen von Art. 51 AsylG erfüllt sind, nicht berücksichtigt 
werden.

5.4. Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz die Einreise�bewilligung und 
die Familienzusammenführung zu Recht und mit zutreffender 
Begrün�dung verweigert. Ziffer 1 der angefochtenen Verfügung 
(Verweigerung der Einreise) ist demnach zu bestätigen und die 
Beschwerde ist diesbezüg�lich abzu�weisen.

6. 

6.1. Gemäss Art. 18 AsylG ist jede Äusserung, mit der eine Person zu 
er�kennen gibt, dass sie die Schweiz um Schutz vor Verfolgung ersucht, 
als Asylgesuch zu werten. Nach Art. 20 Abs. 2 AsylG (Gesuch aus dem 
Aus�land) bewilligt das BFM Personen zur Abklärung des Sach�verhalts 
die Ein�reise in die Schweiz, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, 
im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land 
auszu�reisen.

6.2. Ein Familiennachzugsgesuch, mit dem unter anderem eine 
persönli�che Gefährdung der sich im Ausland be�findenden, 
nachzu�ziehenden Famili�enangehörigen geltend gemacht wird, ist 
nach Treu und Glauben ge�gebenenfalls auch als Asylgesuch aus dem 
Ausland im Sinne von 

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Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG zu verstehen (vgl. Entscheide des 
Schweizerischen Bundesverwaltungsgerichts [BVGE] 2007/19 E. 3.3). 
Bei einem Asylgesuch aus dem Ausland kommt der Prüfung einer allfällig 
ori�ginären Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG Vorrang vor jener 
der de�rivativen Flüchtlingseigen�schaft (Prüfung des Gesuchs nach 
Art. 51 AsylG) zu; folglich ist in erster Linie das Asylgesuch der 
betroffe�nen Person aus dem Ausland zu behandeln (vgl. Art. 37 
AsylV 1; BVGE 2007/19). 

Es stellt sich demnach die Frage, ob die Be�schwerdeführerin mit ihrem Gesuch um 
Familienzusammenführung unter anderem auch eine Gefährdung von B._______ geltend gemacht habe.

Dies ist zu verneinen. Mit dem Gesuch um Familienzusammenführung wurde keine Ge�fährdung geltend 
gemacht; es handelte sich bei der Ge�suchseingabe um ein reines Formulargesuch, welches im 
Wesentlichen le�diglich Personalien aufführt und die gesundheitliche Lage der Mutter der 
Beschwerdeführerin beschreibt (vgl. C1/2). Erst mit Be�schwer�deeingabe vom 22. Dezember 2010 führte 
die Beschwerdeführerin aus, dass B._______ insbesondere aufgrund von drohender Reflexverfolgung Asyl 
nach Art. 20 AsylG gewährt oder ihr zur Abklärung des Sachverhalts die Ein�reise in die Schweiz bewilligt 
werden solle. Mit dieser Aus�sage machte die Beschwerdeführerin nunmehr auf Beschwerdeebene 
klarerweise eine Gefährdung von B._______ geltend und begehrt um Schutz für sie. Die entsprechenden 
Vorbringen der Beschwerdeführerin auf Beschwerdeebene sind demnach als Asyl�gesuch aus dem 
Ausland mit dem Gesuch um Einreise nach Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG für B._______ zu betrachten. 

6.3. Die Vorinstanz lehnte in der angefochtenen Verfügung das 
Asyl�ge�such ab (Ziff. 2 des Dispositivs) und führte zur entsprechenden 
Be�grün�dung aus, dass es im vorliegenden Fall um den beabsichtigten 
Nach�zug einer Person gehe, welche nicht zur Kernfamilie des 
Eheman�nes der Beschwerdeführerin ge�höre; aus diesem Grund sei 
nicht zu prüfen, ob B._______ im Sinne von Art. 3 AsylG gefähr�det sei.

Wie bereits in der Erwägung 6.2. festgehalten wurde, machte die 
Be�schwerdeführerin mit dem Gesuch um Familien�zusammenführung 
noch keine Gefährdung von B._______ geltend; da es sich hier�bei 
lediglich um ein Formulargesuch ohne jeg�lichen Hinweis auf eine 
allfällige Gefährdungslage handelte, konnte es auch nach Treu und 
Glauben nicht als Asylgesuch aus dem Ausland im Sinne von Art. 20 
AsylG qualifiziert werden. Mit ihrer Verfügung vom 26. November 2010 
trat die Vorinstanz somit auf ein Asylgesuch ein und lehnte die�ses ab, 
welches zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht vorlag.

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Erst mit Einreichung der Beschwerdeschrift vom 22. Dezember 2010 wurde die Gefährdung von B._______ 
geltend gemacht. In der angefochtenen Verfügung behandelte die Vorinstanz allerdings das "Ge�such um 
Familienzusammenführung" bereits auch als Asylgesuch von B._______ und führte dabei aus, das 
Asylgesuch sei nicht zu prüfen, weil eine Prüfung der selbständigen Flüchtlingseigenschaft für Fälle 
vorgesehen sei, in denen Angehörige der Kernfamilie aus dem Ausland nachgezogen werden sollen. Diese 
Auffassung – eine Ge�fährdung nach Art. 3 AsylG sei nicht zu prüfen, wenn die betref�fende Person nicht 
zur Kernfamilie gehöre – ist offenkundig unhaltbar. Wird eine Äusserung dahin gehend verstanden, dass 
eine Person mit ihr zu erkennen gibt, dass sie die Schweiz um Schutz vor Verfolgung er�sucht, ist diese 
Aussage als Asyl�gesuch zu werten (Art. 18 AsylG) und als solches zu prüfen. Ob es sich hierbei um eine 
Person handelt, die zur Kernfamilie gehört, ist mithin für die Prüfung des Asylgesuchs nach Art. 18 AsylG 
nicht relevant. 

Die nunmehr auf Beschwerdeebene geltend gemachte Gefährdung von B._______ wird vom BFM im 
Rahmen eines ordentlichen Asylverfahrens gemäss Art. 20 AsylG (Asylgesuch aus dem Ausland) zu prüfen 
sein. Das Bundesverwaltungsgericht ist für die erstinstanz�li�che Prüfung des nunmehr vorliegenden 
Asylgesuchs funktionell die unzu�ständige Behörde; das Gesuch ist zuständigkeitshalber an das BFM zu 
überweisen.

Gleichzeitig ist freilich Ziffer 2 des Dispositivs der angefochtenen Ver�fü�gung (Abweisung des 
Asylgesuchs) aufzuheben. Zum Zeitpunkt, als das BFM die angefochtene Verfügung erlassen hat, lag nach 
dem Ge�sagten noch gar kein Asylgesuch vor, welches hätte abgewiesen wer�den können; auf das erst 
später, mit den im Beschwerdeverfahren ge�machten Ausführungen, gestellte Asylgesuch für B._______ 
konnte sich demgegenüber die früher ergangene Verfügung noch gar nicht beziehen. Ohnehin ist nun 
vorerst das erstinstanzliche Verfahren ordnungsgemäss zu führen und der rechtserhebliche Sachverhalt zu 
erstellen. Dabei wird insbesondere auch zu ent�scheiden sein, ob zwecks Ab�klärung des Sach�verhalts 
die Einreise von B._______ in die Schweiz zu bewilligen ist (Art. 20 Abs. 2 AsylG). Eine Kopie der 
Beschwerdeeingabe ist demnach zur Be�handlung als Asyl�gesuch aus dem Ausland (Art. 20 AsylG) an 
die Vor�instanz zu über�weisen.

7. 

7.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die (ermässigten) 
Ver�fah�renskosten der Be�schwerdeführerin auf�zuerlegen (Art. 63 
Abs. 1 und 5 VwVG). Mit Verfügung des Bundesverwaltungsgerichtes 
vom 6. Januar 2011 wurde der Entscheid über das Gesuch um 
Ge�währung der unentgelt�lichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 
Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. 

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ist gutzuheissen, nachdem die 
Rechtsbegehren nicht aus�sichts�los waren und aus den Akten hervorgeht, dass die Beschwerdeführerin 
bedürftig ist.

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Es sind daher keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.

7.2. Ausführungen dazu, inwieweit vorliegend von einem teilweisen 
Ob�siegen der Beschwerdeführerin auszugehen ist, können 
unter�blei�ben. Nachdem die Be�schwerdeführerin im vor�liegenden 
Verfahren nicht durch einen Rechtsbeistand ver�treten ist und ihr 
jedenfalls keine notwendigen und ver�hältnismässig hohen Parteikosten 
im Sinne von Art. 64 Abs. 1 VwVG er�wachsen sind, ist jedenfalls bereits 
aus diesem Grund keine Partei�entschädigung zuzusprechen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde betreffend Verweigerung der Einreise und der 
Familienzu�sammenführung wird abgewiesen.

2. 
Die Dispositiv-Ziffer 2 der vorinstanzlichen Verfügung vom 26. November 
2010 wird auf�gehoben.

3. 
Die Beschwerdeschrift wird zur Behandlung als Asylgesuch aus dem 
Aus�land im Sinne der Erwägungen an das BFM überwiesen.

4. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG wird gutgeheissen. Es werden keine Ver�fahrenskosten 
er�hoben.

5. 
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

6. 
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und das BFM.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Natasa Stankovic

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