# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b36c3ab7-ba00-5407-8e74-895b04c9f7ae
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-31
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 31.01.2024 100 2023 59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2023-59_2024-01-31.pdf

## Full Text

100.2023.59U
DAM/BTA/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 31. Januar 2024

Verwaltungsrichter Daum, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Häusler
Gerichtsschreiberin Bader-Gnägi

A.________ (alias …)
vertreten durch Rechtsanwältin …
Beschwerdeführer

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 
infolge Auflösung der Ehegemeinschaft (Entscheid der Sicherheitsdirektion 
des Kantons Bern vom 12. Januar 2023; 2021.SIDGS.655)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.01.2024, Nr. 100.2023.59U, 
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Prozessgeschichte:

A.

Der kolumbianische Staatsangehörige A.________ (alias …, Jg. 1989) reiste 
am 22. September 2017 in die Schweiz ein. Am 15. Dezember 2017 
heiratete er die Schweizer Bürgerin B.________. Das Migrationsamt des 
Kantons Thurgau erteilte ihm gestützt auf die Ehe eine 
Aufenthaltsbewilligung, welche vom Kanton Bern letztmals bis 14. Dezember 
2020 verlängert wurde. Das Ehepaar löste am 31. Oktober 2020 den 
gemeinsamen Haushalt auf. Am 30. August 2021 verweigerte das Amt für 
Bevölkerungsdienste des Kantons Bern (ABEV), Migrationsdienst (MIDI), die 
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung von A.________ und wies ihn unter 
Ansetzung einer Ausreisefrist aus der Schweiz weg.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 30. September 2021 
Beschwerde bei der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (SID). Diese wies 
die Beschwerde am 12. Januar 2023 ab und setzte ihm eine neue 
Ausreisefrist auf den 10. März 2023.

C.

Hiergegen hat A.________ am 13. Februar 2023 Verwaltungs-
gerichtsbeschwerde erhoben. Er beantragt, der Entscheid der SID sei aufzu-
heben und der MIDI sei anzuweisen, ihm die Aufenthaltsbewilligung zu ver-
längern bzw. zu erteilen. Die SID beantragt mit Vernehmlassung vom 
14. März 2023 die Abweisung der Beschwerde. Die kinderlos gebliebene 
Ehe von A.________ und B.________ wurde am 31. August 2023 
geschieden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.01.2024, Nr. 100.2023.59U, 
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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Strittig sind die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Weg-
weisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz. Ausländische Ehegatten 
von Schweizerinnen und Schweizern haben Anspruch auf Erteilung und Ver-
längerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwoh-
nen (Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration [Ausländer- und 
Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20]). Gemäss Art. 50 Abs. 1 Bst. a AIG be-
steht der Bewilligungsanspruch trotz Auflösens bzw. definitiven Scheiterns 
der Ehe verselbständigt weiter, wenn das Zusammenleben mindestens drei 
Jahre gedauert hat und (kumulativ) die Integrationskriterien nach Art. 58a 
AIG erfüllt sind (vgl. BGE 140 II 289 E. 3.8; BGer 2C_994/2022 vom 
22.6.2023 E. 5). Die Frist nach Art. 50 Abs. 1 Bst. a AIG gilt absolut; bereits 
das Fehlen weniger Wochen oder Tage schliesst den Anspruch auf Verlän-
gerung der Aufenthaltsbewilligung aus (BGer 2C_862/2021 vom 16.3.2022 
E. 4.2, 2C_375/2020 vom 24.7.2020 E. 2.1.2). – Der Beschwerdeführer be-
ruft sich zu Recht nicht auf diese Regelung, hat die Ehegemeinschaft doch 
weniger als drei Jahre gedauert: Er und seine Ehefrau heirateten am 15. De-

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zember 2017 und trennten sich am 31. Oktober 2020 (Akten MIDI pag. 7 ff., 
77). Am 31. August 2023 liessen sie sich sodann scheiden (Eintritt Rechts-
kraft am 19.9.2023, act. 6A). Die Ehegemeinschaft bestand somit während 
zwei Jahren und zehneinhalb Monaten und dauerte unbestrittenermassen 
weniger als drei Jahre (angefochtener Entscheid E. 2.2; Beschwerde S. 5). 
Der Beschwerdeführer rügt indes, die Vorinstanz habe wichtige persönliche 
Gründe nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 AIG zu Unrecht verneint (sog. 
nachehelicher Härtefall).

3.

3.1 Ein nachehelicher Härtefall nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b AIG liegt vor, 
wenn wichtige persönliche Gründe den weiteren Aufenthalt in der Schweiz 
erforderlich machen. Diese Bestimmung bezweckt, schwerwiegende Härte-
fälle bei der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft zu vermeiden. Wichtige 
persönliche Gründe können gemäss Art. 50 Abs. 2 AIG namentlich vorlie-
gen, wenn die Ehefrau oder der Ehemann Opfer ehelicher Gewalt wurde, die 
Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder (alternativ oder kombiniert) 
die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint 
(BGE 140 II 129 E. 3.5, 138 II 229 E. 3.2.2, 136 II 1 E. 5.3 [Pra 99/2010 
Nr. 49]). Ein wichtiger persönlicher Grund kann sich aber auch aus anderen 
Umständen ergeben. Bei der Beurteilung sind sämtliche Aspekte des Einzel-
falls mitzuberücksichtigen, namentlich der Grad der Integration, die Respek-
tierung der Rechtsordnung, die Familienverhältnisse, die finanziellen Ver-
hältnisse, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz und der Gesundheits-
zustand sowie die Umstände, die zur Auflösung der ehelichen Gemeinschaft 
geführt haben (BGE 138 II 229 E. 3.1, 137 II 345 E. 3.2.2 f.). Als Richtlinie 
bleibt indes Folgendes zu beachten: Der Gesetzgeber setzt für einen nach-
ehelichen Härtefall voraus, dass die Konsequenzen für das Privat- und Fa-
milienleben der ausländischen Person von erheblicher Intensität sind. Diese 
Folgen müssen mit der Lebenssituation verbunden sein, die nach Dahinfal-
len der aus der Ehegemeinschaft abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung 
entstanden ist (BGE 143 I 21 E. 4.2.2, 140 II 289 E. 3.6.1, 139 II 393 E. 6). 
Hat sich die ausländische Person nur kürzere Zeit in der Schweiz aufgehal-
ten und keine engen Beziehungen zum Land geknüpft, hat sie keinen An-

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spruch auf weiteren Verbleib, sofern sie sich ohne besondere Probleme er-
neut im Herkunftsland integrieren kann (BGE 138 II 229 E. 3.1, 137 II 345 
E. 3.2.3). Hierbei ist entscheidend, ob die persönliche, berufliche und fami-
liäre Wiedereingliederung als stark gefährdet erscheint und nicht, ob ein Le-
ben in der Schweiz einfacher wäre (BVR 2010 S. 481 E. 5.1.1; zum Ganzen 
VGE 2022/306 vom 19.9.2023 E. 3.1).

3.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe sich seit seiner Einreise in 
die Schweiz vorbildlich integriert. Er spreche gut Deutsch und habe eine 
feste Arbeitsstelle als Logistiker, wobei er ausserordentlich gute Arbeitsleis-
tungen erziele. Er verfüge hier ausserdem über einen breiten und gefestigten 
Freundes- und Bekanntenkreis. Aufgrund seiner Verwurzelung in der 
Schweiz seien die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Weg-
weisung unverhältnismässig. Ausserdem sei er durch seine Exfrau psy-
chisch unter Druck gesetzt und sozial isoliert worden. Zu beachten sei weiter, 
dass es erst kurz vor Erreichen der Dreijahresfrist zur Trennung gekommen 
sei und seine Wiedereingliederungschancen im Heimatland erschwert seien 
(Beschwerde S. 3 f., 8 ff.).

3.3 Die Integrationsleistungen des Beschwerdeführers sind anzuerken-
nen. Er verfügt über gute Deutschkenntnisse (vgl. Sprachenpass vom 
13.8.2021, Akten MIDI pag. 134), welche die Vorinstanz angesichts seiner 
noch nicht langen Aufenthaltsdauer zu Recht als bemerkenswert bezeichnet 
(vgl. angefochtener Entscheid E. 3.3.2). Auch wirtschaftlich hat er sich gut 
integriert: Von 2018 bis 2019 ging er verschiedenen temporären Arbeiten 
nach. Seit August 2020 ist er bei der D.________ AG als «Mitarbeiter 
Betrieb» mit einem Pensum von 80 % fest angestellt (Akten MIDI 
pag. 106 ff., 114). Ab November 2022 konnte er sein Pensum auf 100 % er-
höhen (Änderung Temporär-Einsatzvertrag vom 4.2.2023, Beschwerdebei-
lage 2, act. 1C). Weitere Beweismassnahmen in diesem Zusammenhang 
sind entbehrlich; namentlich müssen zusätzliche Bestätigungen über geleis-
tete Arbeitseinsätze, die der Beschwerdeführer in Aussicht gestellt hat, nicht 
abgewartet werden (vgl. Beschwerde S. 4). Der Beschwerdeführer ist im 
Straf- oder Betreibungsregister nicht verzeichnet und hat nie Sozialhilfe be-
zogen (Akten MIDI pag. 41 ff., 93). Weiter hat er in der Schweiz einen Freun-
des- und Bekanntenkreis aufgebaut, was er mit zahlreichen «Empfehlungs-

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schreiben» belegt (Akten MIDI pag. 136 ff.; Beilagen zu Beschwerde an die 
SID 6-11, act. 4A1). Intensive soziale Bindungen zur einheimischen Bevöl-
kerung, deren Abbruch ihn besonders hart treffen würde, sind damit aber 
nicht dargetan.

3.4 Insgesamt ergibt sich das Bild einer grundsätzlich erfolgreichen In-
tegration. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers ist jedoch nicht 
ersichtlich, inwiefern diese Integrationsleistungen wesentlich über das hin-
ausgehen, was allgemein von ausländischen Menschen erwartet werden 
darf, die sich in der Schweiz aufhalten. Der vorliegende Fall ist insbesondere 
nicht mit dem vom Beschwerdeführer angeführten Urteil F-4683/2019 des 
Bundesverwaltungsgerichts vom 19. März 2021 vergleichbar. Das Gericht 
bejahte dort einen nachehelichen Härtefall aufgrund der ausserordentlichen 
beruflichen Integration eines Mannes, der sich seit rund 13 Jahren in der 
Schweiz befand und ein erfolgreiches Malereigeschäft mit mehreren Arbeit-
nehmern betrieb (E. 8.3). Im Urteil 2C_266/2009 vom 2. Februar 2010 be-
zeichnete das Bundesgericht die Integration eines Mannes als ausseror-
dentlich, der seit elf Jahren in der Schweiz lebte, bei der UNO, in verschie-
denen weiteren Organisationen und für die katholische Kirche tätig war. 
Hinzu kam, dass die Schweizer Ehefrau des betroffenen Ausländers nach 
zwei Ehejahren verstorben war (E. 4). Demgegenüber stellen die Festanstel-
lung, der Freundes- und Bekanntenkreis sowie die Sprachkenntnisse des 
Beschwerdeführers keine überdurchschnittliche Integration dar. Für sich al-
lein vermögen diese Integrationsleistungen keinen nachehelichen Härtefall 
zu begründen. Denn eine erfolgreiche Integration ist nach ständiger Praxis 
notwendige, aber keinesfalls hinreichende Bedingung für eine Bewilligungs-
erteilung bzw. -verlängerung (vgl. BGer 2C_53/2023 vom 30.5.2023 E. 5.4; 
VGE 2021/327 vom 24.5.2023 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen).

3.5 Die Vorinstanz durfte sodann berücksichtigen, dass die Integration in 
die hiesigen Verhältnisse zwar erfolgreich verlaufen, nicht aber mit einer Ent-
wurzelung im Heimatland einhergegangen ist (angefochtener Entscheid 
E. 3.3.3; vgl. VGE 2021/373 vom 23.9.2022 E. 3.4). Der Beschwerdeführer 
macht geltend, seine Wiedereingliederungschancen in Kolumbien seien er-
schwert (Beschwerde S. 10). Er habe sich in der Schweiz mit viel Mühe und 
Energie ein Leben aufgebaut. Zudem sei die Situation in Kolumbien momen-

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tan katastrophal (z.B. politische Lage; vgl. Stellungnahme an den MIDI, Ak-
ten MIDI pag. 82 f.). – Der Beschwerdeführer ist im Alter von 28 Jahren in 
die Schweiz eingereist (vgl. vorne Bst. A; Akten MIDI pag. 4 f.). Er verbrachte 
die prägenden Abschnitte seiner Kindheit und Jugend sowie den ersten Teil 
seines Erwachsenenlebens in Kolumbien. Es ist somit davon auszugehen, 
dass er mit den sprachlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogen-
heiten seines Heimatlandes nach wie vor vertraut ist. Der Grossteil seiner 
Familie lebt zudem in Kolumbien (Akten MIDI pag. 83). Dass er im Verein 
«C.________» aktiv ist, welcher auf Missstände in Kolumbien aufmerksam 
macht, deutet ebenfalls auf eine Verbundenheit mit seinem Heimatland hin 
(Beschwerde S. 3; vgl. angefochtener Entscheid E. 3.3.3). Es ist dem 
Beschwerdeführer ohne weiteres zumutbar, bei einer Rückkehr an frühere 
Kontakte anzuknüpfen oder sich allenfalls ein neues soziales Netz 
aufzubauen. Der Beschwerdeführer verfügt mit seinen beruflichen Erfahrun-
gen, die er in der Schweiz sammeln konnte, zudem über günstige Voraus-
setzungen, um nach der Rückkehr in seine Heimat eine Arbeitsstelle zu fin-
den. Das Bundesverwaltungsgericht beurteilte die allgemeine Lage in Ko-
lumbien im Jahr 2021 zwar als sehr fragil – insbesondere auch angesichts 
der Coronavirus-Pandemie (COVID-19; BVGer D-1633/2021 vom 25.5.2021 
E. 9.3.2). Dort herrscht jedoch weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine Situ-
ation allgemeiner Gewalt, aufgrund welcher eine Rückkehr generell unzu-
mutbar wäre (vgl. BVGer D-3441/2023 vom 13.7.2023 E. 10.4.2). Der blosse 
Umstand, dass die Lebensumstände und die Wirtschaftslage in der Schweiz 
besser sind als im Heimatland, genügt nicht, um einen nachehelichen Här-
tefall anzunehmen, ist doch davon die ganze dortige Bevölkerung gleicher-
massen betroffen (vgl. statt vieler VGE 2021/327 vom 24.5.2023 E. 3.4.2; 
vorne E. 3.1). Wie von der Vorinstanz richtig festgestellt, darf in seinem Fall 
insgesamt von intakten Wiedereingliederungsmöglichkeiten im Heimatland 
ausgegangen werden (angefochtener Entscheid E. 3.3.3).

3.6 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, seine Exfrau habe ihn 
während der Ehe psychisch unter Druck gesetzt und seine Integration er-
schwert, was eheliche Gewalt darstelle. Er räumt aber selber ein, dass diese 
nicht die erforderliche Intensität hat, um einen nachehelichen Härtefall zu 
begründen. Allerdings macht er geltend, die psychische Druckausübung 
müsse bei der Gesamtbetrachtung miteinbezogen werden und die Anforde-

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rungen an die private Interessenlage seien in einem solchen Fall herabge-
setzt (Beschwerde S. 7 mit Hinweis auf BVGer C-7294/2008 vom 
23.11.2011 E. 6.2). – Im erwähnten Verfahren beurteilte das Bundesverwal-
tungsgericht den Fall einer mazedonischen Staatsangehörigen, deren Ehe 
mit einem Schweizer Bürger aufgrund von ehelicher Gewalt weniger als ein 
Jahr gedauert hatte. Es lagen konkrete Anzeichen für häusliche Gewalt vor 
(E. 5.4), welche einen milderen Massstab bei der Beurteilung einer Härtefall-
situation rechtfertigten (E. 6.2; vgl. dazu auch Marc Spescha, in Spescha et 
al. [Hrsg.], Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, Art. 50 AIG N. 13). Trotz der 
schwierigen Ausgangslage hatte sich die betroffene Ausländerin – überwie-
gend nach Scheitern der Ehe – bemerkenswert und überdurchschnittlich in-
tegriert (E. 6.3). Die Situation des Beschwerdeführers ist mit derjenigen, wel-
cher dem bundesverwaltungsgerichtlichen Verfahren zugrunde lag, nicht 
vergleichbar: Seine Behauptungen betreffend psychische Gewalt durch die 
Exfrau bleiben insgesamt unsubstanziiert. Es bestehen keine konkreten An-
haltspunkte für eheliche Gewalt. Zudem ist die Integration des Beschwerde-
führers nicht überdurchschnittlich wie im angeführten Urteil – auch wenn sie 
durchaus erfolgreich verlaufen ist (vgl. vorne E. 3.4). Es besteht kein Anlass, 
deswegen einen grosszügigeren Massstab bei der Beurteilung der wichtigen 
persönlichen Gründe (Art. 50 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 AIG) anzusetzen. Dar-
über hinaus sind Meinungsverschiedenheiten (betreffend Aussenkontakte, 
Finanzen, Konsum von Alkohol und Cannabis; vgl. Beschwerde S. 4; Akten 
MIDI pag. 75 f.) keine aussergewöhnlichen Erscheinungen im Eheleben und 
lassen nicht auf eine verpönte Druckausübung schliessen (so auch ange-
fochtener Entscheid E. 3.3.4).

3.7 Nach dem Erwogenen stellen die vom Beschwerdeführer vorge-
brachten Umstände weder je für sich allein noch zusammen betrachtet einen 
wichtigen Grund im Sinn von Art. 50 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 AIG dar. Daran 
ändert nichts, dass die eheliche Gemeinschaft eineinhalb Monate vor Errei-
chen der Dreijahresfrist gemäss Art. 50 Abs. 1 Bst. a AIG aufgelöst wurde 
(Beschwerde S. 10). Die Vorinstanz hat einen nachehelichen Härtefall zu 
Recht verneint.

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4.

4.1 Der Beschwerdeführer rügt zudem eine Verletzung des Rechts auf 
Achtung des Privatlebens nach Art. 8 der Europäischen Menschenrechts-
konvention (EMRK; SR 0.101; Beschwerde S. 7 ff.). – Ausländerrechtliche 
Entfernungsmassnahmen können das Recht auf Privatleben gemäss Art. 8 
EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) verletzen. 
Nach ständiger Rechtsprechung genügen eine lange Anwesenheit und die 
damit verbundene normale Integration hierzu nicht; erforderlich sind beson-
ders intensive, über eine normale Integration hinausgehende private Bezie-
hungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.4, 
144 II 1 E. 6.1; vgl. auch BGE 146 I 185 E. 5.2 [Pra 110/2021 Nr. 36]). Nach 
einer rechtmässigen Aufenthaltsdauer von rund zehn Jahren ist davon aus-
zugehen, dass die sozialen Beziehungen in der Schweiz so eng geworden 
sind, dass es für eine Aufenthaltsbeendigung besonderer Gründe bedarf. Im 
Einzelfall kann es sich aber anders verhalten und die Integration auch bei 
einer über zehnjährigen Anwesenheit für die Aufrechterhaltung der Bewilli-
gung nicht genügen. Umgekehrt kann aber auch sein, dass schon zu einem 
früheren Zeitpunkt der Anspruch auf Achtung des Privatlebens betroffen ist. 
Liegt nach einer längeren bewilligten Aufenthaltsdauer, die zwar zehn Jahre 
noch nicht erreicht hat, eine besonders ausgeprägte Integration vor (nebst 
engen sozialen Beziehungen namentlich auch in sprachlicher, beruflicher 
und wirtschaftlicher Hinsicht), kann es den Anspruch auf Achtung des Privat-
lebens verletzen, wenn eine Bewilligung nicht erneuert wird (BGE 144 I 266 
E. 3.9; Rechtsprechung bestätigt durch BGE 149 I 66 E. 4.3; BVR 2022 
S. 19 E. 7.2, 2019 S. 314 E. 5.2.2).

4.2 Der Beschwerdeführer befindet sich seit etwas mehr als sechs Jah-
ren in der Schweiz (Einreise September 2017; Akten MIDI pag. 4). Dem pro-
zeduralen Aufenthalt seit der Verfügung des ABEV vom 30. August 2021 
(vorne Bst. A) kommt allerdings nicht derselbe Stellenwert zu wie einem be-
willigten Aufenthalt (vgl. Vernehmlassung der SID vom 14.3.2023, act. 4 
S. 2). Unabhängig davon liegt die Aufenthaltsdauer deutlich unter dem Richt-
wert von zehn Jahren. Wie bereits dargelegt hat sich der Beschwerdeführer 
sprachlich, beruflich und sozial erfolgreich integriert. Es bestehen jedoch 
keine Anhaltspunkte für besonders intensive, über eine normale Integration 

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hinausgehende familiäre bzw. soziale und berufliche Beziehungen. Eine 
Rückkehr und Wiedereingliederung in sein Heimatland ist ihm zudem ohne 
weiteres zumutbar (vorne E. 3.3 f.). Als «Mitarbeiter Betrieb» bei der 
D.________ AG übt der Beschwerdeführer sodann nicht eine derart qua-
lifizierte Tätigkeit aus, die ihn für den schweizerischen Arbeitsmarkt unent-
behrlich macht – sollte in diesem Bereich tatsächlich ein Fachkräftemangel 
bestehen (vgl. Beschwerde S. 9 f.). Insgesamt ist mit der Vorinstanz festzu-
halten, dass die Entfernungsmassnahme das Recht auf Privatleben gemäss 
Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV nicht verletzt (angefochtener Entscheid 
E. 4).

5.

Fehlt es an einem Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz, entscheidet die 
zuständige Behörde nach pflichtgemässem Ermessen über die Bewilligungs-
verlängerung (Art. 3, Art. 33 Abs. 3 sowie Art. 96 AIG). Die Vorinstanz hat 
auch eine ermessensweise Bewilligungsverlängerung verweigert (schwer-
wiegender persönlicher Härtefall, Art. 30 Abs. 1 Bst. b AIG). Dabei hat sie 
die massgebenden Gesichtspunkte und Interessen in Einklang mit der publi-
zierten Praxis des Verwaltungsgerichts vollständig einbezogen und zutref-
fend gewichtet, eingeschlossen die Aufenthaltsdauer, die Integration und die 
Wiedereingliederungsmöglichkeiten (angefochtener Entscheid E. 5.2). Der 
Beschwerdeführer setzt den überzeugenden Erwägungen der Vorinstanz 
nichts Stichhaltiges entgegen. Insgesamt hat die Vorinstanz das Ermessen 
nicht rechtsfehlerhaft ausgeübt (vgl. zu den strengen Anforderungen 
BVR 2015 S. 105 E. 2.2, 2013 S. 73 E. 3.3 f.).

6.

Nach dem Gesagten hält der angefochtene Entscheid der Rechtskontrolle 
stand. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist 
abzuweisen. Das Verwaltungsgericht beurteilt solche Rechtsmittel in Zwei-
erbesetzung (Art. 56 Abs. 3 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Orga-
nisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 

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BSG 161.1]). Da die vorinstanzlich angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, 
ist praxisgemäss eine neue festzulegen (Art. 64d Abs. 1 AIG; vgl. BVR 2019 
S 314 E. 7).

7.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwerdefüh-
rer kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu spre-
chen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Dem Beschwerdeführer wird eine 
neue Ausreisefrist gesetzt auf den 15. März 2024.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 2'000.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-- entnom-
men. Der Restbetrag von Fr. 1'000.-- wird dem Beschwerdeführer nach 
Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.01.2024, Nr. 100.2023.59U, 
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Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) oder, soweit es die Ermessensbewilligung betrifft, 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. BGG geführt wer-
den.