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**Case Identifier:** b9699830-aef9-56fa-ad02-057ae58288c3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.06.2015 IV 2013/235
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-235_2015-06-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/235

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 15.05.2020

Entscheiddatum: 03.06.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 03.06.2015
Art. 28 IVG. Beweiskraft SMAB-Gutachten. Retrospektive Beurteilung einer 
psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Juni 2015, IV 
2013/235). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_586/2015.

Entscheid Versicherungsgericht, 03.06.2015

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati 

Schneider und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Della Batliner

Entscheid vom 3. Juni 2015

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Mattias Dolder, Schwager Mätzler Schneider, 

Poststrasse 23, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 19./20. Dezember 2007 zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Seit Oktober 2004 war 

die Versicherte als Maschinenführerin bei der B.___, arbeitstätig gewesen (IV-act. 9, 

11). Ab 13. März 2007 war sie zu 100% arbeitsunfähig geschrieben und am 12. April 

2007 war eine Diskektomie L5/S1 beidseits durchgeführt worden (IV-act. 11, 27-2/3, 

81-3/10). Am 18. Juni 2007 hatte die Versicherte die Arbeit wieder zu 50% 

aufgenommen (Fremdakten; ärztliches Zeugnis vom 13. Juni 2007 von Dr. med. C.___, 

Facharzt FMH für Neurochirurgie). Eine Erhöhung auf das Vollpensum war gescheitert. 

Vom 27. August bis 13. Oktober 2007 war ihr vom Hausarzt Dr. med. D.___, Facharzt 

FMH für Allgemeinmedizin, eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit, vom 14. bis 28. Oktober 

2007 eine solche von 80% attestiert worden. Danach hatte der Hausarzt bis auf 

Weiteres wiederum eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (IV-act. 14). Eine von der 

Krankentaggeldversicherung veranlasste Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit (EFL) vom 17. November 2007 hatte infolge erheblicher 

Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz für die Beurteilung der 

zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbare Resultate erbracht. Medizinisch-

theoretisch war für die bisherige oder eine andere berufliche Tätigkeit eine ganztägige 

Arbeitsfähigkeit ohne zusätzliche Pausen attestiert worden, bei guter Compliance 

erreichbar innert vier bis sechs Wochen. Aufgrund der allgemeinen Dekonditionierung 

sei die Versicherte beim Heben und Tragen von Lasten über 10kg eingeschränkt 

(Fremdakten). Im Rahmen einer Untersuchung vom 4. Dezember 2007 (IV-act. 13) hatte 

Dr. med. E.___, Oberärztin Wirbelsäulenchirurgie Schulthess Klinik Zürich, festgehalten, 

rein radiologisch finde sich ein normaler postoperativer Zustand. Im angestammten 

Beruf sei die Versicherte im Moment 100% arbeitsunfähig, Heben von Gewichten von 

maximal 6kg sowie wechselbelastende Tätigkeiten sollten möglich sein.

A.b  Vom 18. Februar bis 14. März 2008 wurde eine ambulante 

Rehabilitationsbehandlung in der Klinik F.___ durchgeführt (IV-act. 28). Dr. med. G.___, 

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Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Chefarzt Klinik F.___, diagnostizierte im 

Austrittsbericht vom 31. März 2008 eine mittelgradige depressive Episode und einen 

Verdacht auf anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Die Versicherte habe im 

ambulanten Rehabilitationsprogramm von Anfang an regelmässig und gewissenhaft 

mitgemacht. Die Behandlung habe bei der Versicherten keine Veränderung in der 

Wahrnehmung der körperlichen Symptomatik bewirkt. Sie sei weiterhin emotional 

wenig belastbar. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte zu 100% arbeitsfähig. 

Das Arbeitsverhältnis der Versicherten wurde per 30. Juni 2008 gekündigt (Fremdakten: 

Bericht der Swica Care Managerin vom 8. April 2008, Schreiben der B.___ vom 1. April 

2008; IV-act. 100; 30. Juni 2012 war wohl ein Verschrieb). Ab Juli 2008 meldete sich 

die Versicherte bei der Kantonalen Arbeitslosenkasse St. Gallen an, wobei die 

Vermittlungsfähigkeit auf 50% festgelegt wurde (IV-act. 68).

A.c  Am 22. August 2008 unterzog sich die Versicherte einer Unterleibsoperation bei 

Dr. med. H.___, Spezialarzt Gynäkologie und Geburtshilfe, (IV-act. 67-12/15; 

Hysterektomie). Mit Bericht vom 25. Oktober 2008 (IV-act. 67-13/15) wies Dr. med. 

I.___, Spezialarzt FMH Neurochirurgie, darauf hin, dass die Versicherte an einer 

komplexen Problematik leide, die Ursache für die Lumbalgien die Degeneration der 

Bandscheibe L5/S1 sein dürfte und die Schmerzen sich mit ihrer depressiven 

Verstimmung verstärkten. Mit Bericht vom 11. Dezember 2008 diagnostizierte Dr. med. 

J.___, Fachärztin Psychiatrie/Psychotherapie FMH, eine mittelgradige depressive 

Episode mit somatischem Syndrom, eine somatoforme Schmerzstörung, einen 

Zustand nach Hysterektomie, einen Harnwegsinfekt postoperativ, eine chronische 

Lumbago sowie einen Verdacht auf ein beginnendes metabolisches Syndrom (IV-

act. 67-4/15). Die Versicherte sei aus rein psychiatrischer Sicht voll arbeitsunfähig. In 

einem von der Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegebenen Gutachten vom 

14. Januar 2009 (IV-act. 37) diagnostizierte Dr. med. K.___, Facharzt FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, eine leichte depressive Episode. Daraus ergebe sich 

seit der von Dr. J.___ attestierten Verschlechterung ab August 2008 eine höchstens 

30%-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in jeder in Frage kommenden Tätigkeit. 

Dr. J.___ bescheinigte der Versicherten ab 2. März 2009 eine Arbeitsfähigkeit von 50% 

(IV-act. 38, 46f., 50-2/2, 53, 55, 61-2/2).

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A.d  Vom 11. Mai bis 31. Oktober 2009 war die Versicherte im Rahmen eines 

Einsatzprogramms des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) zu 50% tätig 

(IV-act. 60, 62). Im Dezember 2009 wurde die Arbeitsvermittlung seitens der IV-Stelle 

abgeschlossen (IV-act. 64).

A.e  Mit polydisziplinärem Gutachten der Medas Ostschweiz vom 24. November 2010 

(IV-act. 86) wurden ein lumbales Schmerzsyndrom bei Status nach Diskektomie L5/S1 

wegen Diskushernie beidseits sowie eine mittelgradige depressive Störung mit zusätz­

licher Beeinflussung durch IV-fremde, vor allem psychosoziale Belastungen, 

diagnostiziert. In der bisherigen Tätigkeit sei die Versicherte retrospektiv seit dem 

13. März 2007 arbeitsunfähig. Spätestens ab Januar 2008 sei für eine adaptierte 

Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von gesamthaft 60% (ganztags, reduzierte Leistung) 

ohne wesentliche Einschränkung auszugehen. Mit Vorbescheid vom 22. Februar 2012 

(IV-act. 93) stellte die IV-Stelle der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 30% die 

Abweisung ihres Rentenbegehrens in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte am 

20. März 2012 Einwand (IV-act. 97).

A.f   Daraufhin stellte die IV-Stelle der früheren Arbeitgeberin der Versicherten 

Rückfragen (IV-act. 98, 100), holte aktuelle Verlaufsberichte bei den behandelnden 

Ärzten Dr. J.___ vom 27. August 2012 (IV-act. 106) und Dr. D.___ vom 7. Juli 2012 

(act. 104) ein und leitete eine weitere polydisziplinäre medizinische Untersuchung der 

Versicherten in die Wege (IV-act. 108). Im SMAB-Gutachten vom 6. Februar 2013 (IV-

act. 121) wurden ein panvertebrales Schmerzsyndrom, eine chronifizierte leichte 

depressive Episode und eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert. In der 

bisherigen Tätigkeit als Fabrik-Produktionsmitarbeiterin im Nachtschichtdienst sei die 

Versicherte seit 2007 nicht mehr arbeitsfähig. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe seit 

2007 eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit.

A.g  Mit einem weiteren Vorbescheid vom 8. März 2013 (IV-act. 126) stellte die IV-Stelle 

der Versicherten in Aussicht, ihr Rentenbegehren bei einem Invaliditätsgrad von 29% 

abzuweisen. Dagegen liess die Versicherte am 8. April 2013 Einwand erheben und 

einen Bericht von Dr. J.___ vom 3. April 2013 beilegen (IV-act. 127). Am 30. April 2013 

verfügte die IV-Stelle im Sinne des Vorbescheids (IV-act. 129).

B.    

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B.a  Mit Beschwerde vom 28. Mai 2013 liess die Versicherte, vertreten durch 

Rechtsanwalt Dr. iur. Mattias Dolder, St. Gallen, beantragen, die Verfügung vom 

30. April 2013 sei aufzuheben und ihr seien mit Wirkung ab wann rechtens die ihr 

zustehenden gesetzlichen Leistungen der Invalidenversicherung, namentlich eine ganze 

Invalidenrente, zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Diese sei anzuweisen, das Beweisverfahren formgerecht 

durchzuführen und dabei ein (neues) interdisziplinäres Gutachten, welches über ihre 

Arbeitsfähigkeit Auskunft gebe, einzuholen und anschliessend über die ihr zustehenden 

gesetzlichen Leistungen der Invalidenversicherung neu zu befinden; alles unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung liess 

die Beschwerdeführerin unter Ausführung verschiedener Kritikpunkte vorbringen, das 

Gutachten der SMAB AG sei nicht beweistauglich. Die IV-Stelle gehe zudem von einem 

zu tiefen Valideneinkommen und von einem zu hohen Invalideneinkommen aus. Es sei 

der maximale leidensbedingte Abzug zu gewähren.

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 25. Juli 2013 (act. G4) schloss die 

Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im 

Wesentlichen an, bei der Beschwerdeführerin sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus 

psychiatrischer Sicht und gesamthaft von einer 80%-igen Arbeitsfähigkeit in einer 

angepassten Tätigkeit auszugehen. Die Depression habe sich bei der 

Beschwerdeführerin aus einer Kombination des somatoformen Schmerzsyndroms und 

der belastenden psychosozialen Überlastungssituation entwickelt. Foersterkriterien im 

notwendigen Schweregrad seien nicht ersichtlich. Nach einem Leidensabzug von 10% 

resultiere ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 36%.

B.c  Mit Replik vom 27. August 2013 (act. G6) hielt der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin an den bisherigen Anträgen fest.

B.d  Mit Eingabe vom 24. September 2013 (act. G8) setzte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin das Versicherungsgericht darüber in Kenntnis, dass ein arthros­

kopischer Eingriff am linken Schultergelenk mit einer AC-Gelenkrekonstruktion und 

einer Rotatorenmanschettenrekonstruktion in Betracht gezogen werde, und legte die 

entsprechenden Berichte des Kantonsspitals St. Gallen (act. G8.1ff.) bei. Die 

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Beschwerdegegnerin wurde darum ersucht, eine Rücknahme der Angelegenheit ins 

Abklärungsverfahren zu erwägen.

B.e  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik. Der 

Schriftenwechsel wurde am 14. November 2013 geschlossen (act. G10).

B.f   Mit Eingabe vom 24. November 2014 (act. G11) bat der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin um beförderliche Behandlung des vorliegenden Verfahrens. 

Dr. J.___ bestätigte mit Arztzeugnis vom 21. November 2014 (act. G11.2), die Patientin 

sei durch das lange Invalidenversicherungsverfahren psychisch sehr belastet und es 

bestehe die Gefahr einer Verschlechterung des seelischen Zustands.

Erwägungen:

1.

1.1   Streitig ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.

1.2   Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Sie kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht fallenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, 

volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare 

Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen 

Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

(in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) bzw. Art. 28 Abs. 2 IVG 

besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. 

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Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe 

Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

1.3   Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung gestellt haben. Nach dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung 

der gestellten Fragen umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der 

untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei psychischen 

Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung 

mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der 

medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass 

die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann (vgl. BGE 125 V 351 

E. 3a, 122 V 157 E. 1c, je mit Hinweisen).

2.      

2.1   Zuerst ist zu prüfen, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt.

2.2   Im polydisziplinären Medas-Gutachten vom 24. November 2010 (IV-act. 86) 

wurden als Diagnosen mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ein lumbales 

Schmerzsyndrom bei Status nach Diskektomie L5/S1 wegen Diskushernie beidseits am 

12. April 2007 sowie eine mittelgradige depressive Störung mit zusätzlicher 

Beeinflussung durch IV-fremde, vor allem psychosoziale Belastungen gestellt. In der 

bisherigen Tätigkeit sei die Versicherte retrospektiv seit dem 13. März 2007 

arbeitsunfähig. Spätestens ab Januar 2008 sei für eine adaptierte Tätigkeit aus 

somatisch-orthopädischer Sicht von einer Arbeitsfähigkeit ohne wesentliche 

Einschränkung auszugehen. Aus somatischer Sicht bestehe für eine möglichst 

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wechselbelastende Tätigkeit mit Heben und Tragen von Gewichten von etwa 5kg, 

selten 10kg, ohne Beugehaltung, häufiges Bücken oder Hocken (gelegentlich erlaubt) 

durch die Notwendigkeit vermehrter Pausen allenfalls eine Einschränkung von maximal 

10%. Aus psychiatrischer Sicht sei von einer 40%-igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. 

Aufgrund der sozialen Situation werde eine Schichtarbeit, vor allem Nachtschicht, für 

die Beschwerdeführerin nicht als sinnvoll erachtet. Sie sollte einer geregelten Tätigkeit 

tagsüber nachgehen. Gesamthaft bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 40% (ganztags, 

reduzierte Leistung) für adaptierte Tätigkeiten. Der psychiatrische Teilgutachter med. 

pract. L.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, wies darauf hin, dass 

aufgrund der doch recht komplexen Exploration mit einer nicht immer kooperativen 

Versicherten sowie verschiedenen Belastungen, die nicht näher exploriert und belegt 

werden könnten (Todesfälle in der Heimat, sexueller Missbrauch), eine Beurteilung 

schwierig sei. Aufgrund der vorhandenen Befunde gehe er zurzeit von einer 

mittelgradigen depressiven Störung aus, die aber zusätzlich von vielen IV-fremden, vor 

allem psychosozialen Belastungen überlagert sei. Die Versicherte wirke wenig integriert 

in der Schweiz, spreche kaum Deutsch und habe jahrelang in dem Zwiespalt gelebt, 

zum einen Nachtarbeit zu verrichten und zum anderen tagsüber für ihre Kinder 

zuständig zu sein. Den Verdacht auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung 

bzw. die Diagnose der somatoformen Schmerzstörung könne er zurzeit nicht 

bestätigen, da er davon ausgehe, dass die vermehrte Schmerzwahrnehmung von der 

Depression überlagert sei und hauptsächlich auf die Depression zurückzuführen sei. 

Beim Abklingen der Depression müsse die Frage nach einer anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung nochmals gestellt werden.

2.3   In der angefochtenen Verfügung vom 30. April 2013 stellte die 

Beschwerdegegnerin auf das SMAB-Gutachten vom 6. Februar 2013 (IV-act. 121) ab. 

Darin wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein panvertebrales 

Schmerzsyndrom bei pathologischen Wirbelsäulenbefunden, eine chronifizierte leichte 

depressive Episode sowie eine somatoforme Schmerzstörung gestellt. Die 

orthopädisch ausgewiesenen degenerativ gründenden Schäden im Bereich der 

Wirbelsäule beeinträchtigten die Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht. Die als IV-

fremd geltende und über viele Jahre anhaltende Adipositas mit einem aktuellen BMI 

von 41.9 kg/m  verschlechtere bei dieser erst 38-jährigen Versicherten die Prognose 

der orthopädischen Befunde und Diagnosen. Aus somatischer 

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versicherungsmedizinischer Sicht bestehe eine Minderung der Leistungsfähigkeit von 

20%. Die vorliegende Rückenpathologie reduziere entsprechend das Arbeitstempo und 

damit die Produktivität. Die psychiatrisch diagnostizierte chronifizierte leichte 

depressive Episode – als Komorbidität der ebenfalls diagnostizierten somatoformen 

Schmerzstörung zu interpretieren – beeinträchtige die Arbeitsfähigkeit infolge einer 

emotionalen Minderbelastbarkeit und einer leicht eingeschränkten Stresstoleranz 

ebenfalls um 20%. In einer angepassten Tätigkeit bestehe gesamthaft eine 

Restarbeitsfähigkeit von 80% (verminderte Leistungsfähigkeit von 20%). Als 

zumutbares Belastungsprofil formulierten die Gutachter eine leichte, rückenadaptierte, 

wechselbelastende Arbeit. Arbeiten in Zwangshaltungen für den Rücken (wie z.B. 

langfristig sitzend, nur stehend, insbesondere vornübergebeugt stehend, kniend, 

hockend, kauernd) und repetitive Bewegungsanforderungen an den Rumpf seien zu 

meiden. Tragen und Bewegen von Lasten seien mit 10kg limitiert. Akkordtätigkeiten 

und Tätigkeiten in Wechselschicht, insbesondere in Nachtschicht, seien zu vermeiden. 

Retrospektiv gelte die Bewertung der Arbeitsfähigkeit von 80% seit ca. drei Monaten 

nach der am 12. April 2007 durchgeführten lumbalen Diskushernien-Revision, somit ca. 

ab 1. August 2007, mit interkurrenten Aussparungen bei diversen Infekten und 

gynäkologischen Operationen etc.

2.4  

2.4.1         Die Beschwerdeführerin liess gegen das SMAB-Gutachten vorbringen, es 

stehe im Widerspruch zu sämtlichen früheren gutachterlichen Abklärungen. Das davor 

eingeholte Medas-Gutachten sei vom RAD ebenfalls als "ausführlich, schlüssig und 

nachvollziehbar" bezeichnet worden, obwohl es von einer höheren Arbeitsunfähigkeit 

ausgehe. Das SMAB-Gutachten setze sich nur vordergründig und zum Teil unter 

unzutreffenden Annahmen mit den abweichenden ärztlichen Beurteilungen 

auseinander. Die einzige "inhaltliche" Begründung, die übrigen medizinischen 

Einschätzungen hätten zu Unrecht psychosoziale invaliditätsfremde Faktoren 

berücksichtigt, überzeuge nicht.

2.4.2         Tatsächlich wirft die Einschätzung der psychiatrischen Gutachterin der 

SMAB, Dr. med. M.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Fragen auf, 

soweit sich die Gutachterin retrospektiv zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit der 

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Beschwerdeführerin äussert. Gemäss Dr. M.___ kann dem Gutachten von Dr. K.___ 

vom 14. Januar 2009 gefolgt werden. Dieser habe allerdings die sozialen Faktoren 

betont, so dass die Differenz von 10% gegenüber der aktuellen gutachterlichen 

Einschätzung von 20% erklärlich sei. Auch der psychiatrische Bericht aus dem 

Gutachten der Medas Ostschweiz vom 24. November 2010 habe eine 40%-ige 

Arbeitsunfähigkeit auf dem psychiatrischen Fachgebiet unter Einschluss 

invaliditätsfremder psychosozialer Faktoren beschrieben. Die aktuell beschriebene 

Einschränkung von 20% müsse seit Beginn der psychiatrischen Behandlung 

angenommen werden. Verlässliche Hinweise auf eine höhergradige Arbeitsunfähigkeit 

beständen nicht, zumal in entsprechend höhergradig attestierten 

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen soziale invaliditätsfremde Faktoren und auch 

körperliche Phänomene inkludiert worden seien. Dieser Schlussfolgerung kann mit 

Bezug auf den Zeitraum vor der Begutachtung durch Dr. M.___ nicht gefolgt werden, 

da – wie sich nachfolgend ergibt – mit den Gutachten von Dr. K.___ und med. 

pract. L.___ zwei grundsätzlich konsistente und überzeugende Beurteilungsgrundlagen 

vorliegen, die nachvollziehbar einen schwankenden Verlauf der psychischen 

Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin darlegen (aktenkundig sind wie erwähnt 

depressive Episoden mit variierendem Schweregrad). Diese Schwankungen und deren 

Auswirkungen wurden von Dr. M.___ nicht berücksichtigt.

2.4.3         Dr. K.___ konnte bei Diagnose einer leichten depressiven Episode keine 

emotionalen Konflikte oder psychosozialen Probleme der Beschwerdeführerin finden, 

die schwerwiegend genug waren, um als entscheidende ursächliche Einflüsse gelten zu 

können (IV-act. 37-26/30). Vor diesem Hintergrund ist nicht davon auszugehen, dass 

solche Umstände in seine Arbeitsfähigkeitsschätzung Eingang gefunden hatten. Dr. 

K.___ hatte den Beginn der von ihm attestierten Arbeitsunfähigkeit von 30% auf August 

2008 gelegt mit der Begründung, auf jenen Zeitpunkt hin habe Dr. J.___ eine 

Verschlechterung beschrieben (IV-act. 37/30). Diese hatte am 11. Dezember 2008 erst 

eine leichte Besserung des depressiv/dysphorischen Zustands und der 

Schlafstörungen erwähnt, schliesslich aber die im August 2008 durchgeführte 

Hysterektomie als erneute Traumatisierung der Beschwerdeführerin beschrieben und 

diese zusammen mit der Absetzung der antidepressiven Medikation während der 

Operation als verantwortlich bezeichnet für eine Destabilisierung der Stimmungslage 

(IV-act. 67-5/15, vgl. auch 74-2/5). Dass Dr. K.___ nach seiner zweieinhalbstündigen 

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Exploration der Beschwerdeführerin – die im Dezember 2008 und damit zeitnah zur von 

ihm als plausibel bezeichneten Verschlechterung der psychischen Situation der 

Beschwerdeführerin stattgefunden hatte – zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

von 30% ab August 2008 gelangte, vermag insgesamt eher zu überzeugen als die 

retrospektive Beurteilung von Dr. M.___ vom Januar 2013. Folglich ist für den 

damaligen Zeitraum auf die Beurteilung von Dr. K.___ abzustellen.

2.4.4         Med. pract. L.___ ging aufgrund der vorhandenen Befunde zum Zeitpunkt 

der Exploration am 20. Oktober 2010 von einer mittelgradigen depressiven Störung 

aus, die aber zusätzlich von vielen IV-fremden, vor allem psychosozialen Belastungen 

überlagert sei (IV-act. 86-29/30). Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung wurde 

von ihm – wie bereits von Dr. K.___ vor ihm – nicht diagnostiziert. Allerdings regte er 

an, die Frage nach einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung müsse bei 

Abklingen der Depression nochmals gestellt werden. Aufgrund der sozialen Situation 

riet er von einer Schichtarbeit mit vor allem Nachtschicht ab. Diskrepanzen zur 

Beurteilung von Dr. K.___ waren nach Ansicht von med. pract. L.___ auf normale 

Schwankungen im Rahmen von Depressionen zurückzuführen. Er ging davon aus, dass 

sich die depressive Symptomatik seit der Beurteilung von Dr. K.___ leicht 

verschlechtert habe. Dies lasse sich anhand der erhobenen Befunde nachvollziehen. 

Die Beurteilung von med. pract. L.___ ist nachvollziehbar begründet. Plausibel 

beschreibt er Schwankungen im Krankheitsverlauf bzw. daraus resultierend 

Schwankungen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Es ist nicht 

anzunehmen, dass auszuklammernde psychosozialen Umstände als Grund oder als die 

Krankheit wesentlich unterhaltend zu Unrecht in seine Beurteilung eingeflossen wären. 

Vielmehr sieht er diese als zusätzliche Belastung an. Auf die von med. pract. L.___ ab 

Begutachtungszeitpunkt (20. Oktober 2010) bescheinigte 40%-ige Arbeitsunfähigkeit 

ist somit abzustellen; eine (weitere) Verschlechterung des psychischen 

Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung durch Dr. K.___ 

erscheint überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen.

2.4.5         Im Rahmen der Begutachtung der Beschwerdeführerin am 15. Januar 2013

diagnostizierte Dr. M.___ eine chronifizierte leichte depressive Episode und eine 

somatoforme Schmerzstörung (IV-act. 121-49/54). Die 20%-ige psychisch bedingte 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beruhe auf einer 

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emotionalen Minderbelastbarkeit und leicht eingeschränkten Stresstoleranz. Diese 

Befunde wurden bei der psychiatrischen Exploration der Beschwerdeführerin erhoben, 

führten die Gutachterin zu den genannten Diagnosen und bildeten zusammen mit 

diesen die Basis für die Einschätzung der zumutbaren Leistungsfähigkeit. Diese ist 

nachvollziehbar begründet und erscheint für den Zeitraum ab Exploration plausibel. 

Aufgrund des erwähnten gemäss den Akten schwankenden Verlaufs der depressiven 

Erkrankung ist anzunehmen, dass eine gewisse Verbesserung verglichen mit dem 

Zeitpunkt der Beurteilung durch med. pract. L.___ eingetreten ist, sodass ab 

Begutachtung durch Dr. M.___ auf eine Arbeitsfähigkeit von 80% abzustellen ist.

2.4.6         Die Einschätzungen von Dr. J.___, die der Beschwerdeführerin als 

behandelnde Psychiaterin bereits seit 2008 durchwegs höhere Arbeitsunfähigkeiten 

bescheinigte als die psychiatrischen Gutachter, vermögen nicht den Eindruck zu 

erwecken, dass die Gutachter eine unangemessene Zumutbarkeitsbeurteilung 

vorgenommen hätten oder ihre Beurteilungen in anderer Weise unzutreffend sein 

könnten. Dr. J.___ begründete die Divergenz der von ihr im Dezember 2008 als 

vollumfänglich aufgehoben geschätzten Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 67-4/15f.) zur von 

der Klinik F.___ nach der ambulanten Rehabilitation im März 2008 als uneingeschränkt 

bezeichneten Arbeitsfähigkeit (IV-act. 28) nicht. Bei gleichbleibenden Diagnosen ging 

sie ab 2. März 2009 sodann neu von einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit aus; eine 

Begründung für diese höhere Arbeitsfähigkeitsschätzung gab sie wiederum nicht ab. 

Im Bericht vom 7. März 2010 (IV-act. 74f) hielt Dr. J.___ einzig fest, dass die 

Beschwerdeführerin, nachdem sie von Dr. K.___ als leicht depressiv und zu höchstens 

30% arbeitsunfähig betrachtet worden sei, im März 2009 dazu habe motiviert werden 

können, sich beim RAV zu 50% vorübergehend als Arbeitssuchende zu melden. Dies 

verdeutlicht, dass Dr. J.___ ihre Einschätzungen aus der Perspektive der Behandlerin 

bzw. Therapeutin abgab. Offenbar liess sie sich erheblich von der pessimistischen 

Selbsteinschätzung ihrer Patientin beeinflussen. Mit ihren Attesten scheint sie teilweise 

versucht zu haben, das Verhalten der Patientin zu lenken bzw. darauf günstig 

einzuwirken. Dies mag vor dem Hintergrund ihres Behandlungsauftrags gerechtfertigt 

oder sogar notwendig sein. Eine versicherungsmedizinische, einen objektiven 

Zumutbarkeitsmassstab ansetzende und für die Rechtsanwendenden nachvollziehbare 

Arbeitsfähigkeitsschätzung stellt dies jedoch nicht dar. Die Einschätzungen von 

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Dr. J.___ vermögen sodann auch keine erheblichen Zweifel an der Zuverlässigkeit der 

gutachterlichen Beurteilungen zu wecken.

2.5  

2.5.1         Die Beschwerdeführerin lässt im Zusammenhang mit dem SMAB-Gutachten 

im Weiteren kritisieren, obwohl man ausdrücklich um eine Stellungnahme zu den 

Nebenwirkungen der Medikamente gebeten habe, sei diese Frage im SMAB-Gutachten 

nicht behandelt worden. Dem internistischen SMAB-Teilgutachten ist zu entnehmen, 

dass bei der Medikamenteneinnahme eine ordentliche Compliance vorgelegen habe 

und der Laborbefund normal gewesen sei (IV-act. 121-41/54f.). Die Gutachter waren 

sich also in quantitativer und qualitativer Hinsicht im Klaren über die 

Medikamenteneinnahme. Es ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass ihnen 

mögliche Nebenwirkungen der Medikamente grundsätzlich vertraut sind und sie solche 

im Gesamtkontext hätten einordnen können, wenn sie Hinweise darauf gefunden 

hätten, dass die Beschwerdeführerin darunter leidet. Hinweise darauf, dass unerkannte 

Nebenwirkungen sich in einer Art und Weise auf die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin auswirken könnten, die von den Gutachtern unerkannt geblieben 

wäre, liegen nicht vor. Weiterungen hierzu erübrigen sich somit.

2.5.2         Das SMAB-Gutachten erscheint in Bezug auf die Beurteilung der 

somatischen Situation umfassend, plausibel und in seinen Schlussfolgerungen 

nachvollziehbar. Die attestierte Einschränkung von 20% aus somatischer 

versicherungsmedizinischer Sicht wurde damit begründet, dass die vorliegende 

Rückenpathologie das Arbeitstempo und damit die Produktivität reduziere. Hinweise 

darauf, dass die Begutachtung bzw. die Beurteilung nicht lege artis vorgenommen 

worden wären, liegen nicht vor. Im orthopädischen Teilgutachten wurden die geklagten 

Schmerzen soweit als möglich objektiviert bzw. Erklärungen dafür gesucht, etwa 

mittels Beurteilung der aktuellen MRI bzw. Röntgenbilder aus dem Jahr 2012 (IV-

act. 121-22/54ff.). Unerklärliche Widersprüche zur übrigen Aktenlage ergeben sich 

nicht. Das festgestellte Übergewicht der Beschwerdeführerin wurde in die 

Gesamtwürdigung miteinbezogen; die empfohlene "drastische 

Gewichtsminderung" (IV-act. 121-24/54) wurde nicht als Voraussetzung für die 

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Erreichung der attestierten Arbeitsfähigkeit betrachtet, sondern präventiv zur 

Verhinderung einer Progredienz und Ausweitung der Wirbelsäulenbefunde.

2.6   Insgesamt ist ab der psychiatrischen SMAB-Begutachtung (15. Januar 2013) von 

einer Arbeitsfähigkeit von 80% für adaptierte Tätigkeiten auszugehen. Gemäss den 

obigen Erwägungen ist für den davorliegenden Zeitraum ab August 2008 auf das 

Gutachten von Dr. K.___ (Arbeitsfähigkeit von 70%) und ab Februar 2011 auf das 

Consiliargutachten von med. pract. L.___ (Arbeitsfähigkeit von 60%) abzustellen.

2.7 

2.7.1         Rechtsprechungsgemäss bildet das Datum des Verfügungserlasses – in 

diesem Fall der 30. April 2013 – die zeitliche Grenze der richterlichen 

Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen; siehe auch Ueli 

Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, N 61 zu Art. 61). Soweit jedoch auf einen 

späteren Zeitpunkt datierende ärztliche Berichte Rückschlüsse auf die Zeit vor 

Verfügungserlass zulassen, können sie unter Umständen dennoch Berücksichtigung 

finden. Mit Eingabe vom 24. September 2013 (act. G8) macht der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin geltend, ein MRI vom 8. Februar 2013 habe eine partiale Ruptur 

der Supraspinatussehne, ein Ganglion in der Spinaglenoid Notch sowie eine fragliche 

SLAP-Läsion gezeigt. Die bereits gegenüber der SMAB-Gutachterstelle geschilderten 

Schulterbeschwerden seien von diesen nicht berücksichtigt worden. Zudem habe die 

Beschwerdeführerin eine VKB-Ruptur links erlitten.

2.7.2         Die Knieschmerzen links sind für die vorliegende Beurteilung nicht relevant: 

Gemäss Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates des Spitals Z.___ vom 15. August 2013 erlitt die 

Beschwerdeführerin die VKB-Ruptur links nach einem sieben Tage zurückliegenden 

Distorsionstrauma (act. G8.1). Dieser Vorfall liegt folglich ausserhalb des vorliegend zu 

berücksichtigenden Zeitraums.

2.7.3         Bei der Anamnese im Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates des Kantonsspitals St. Gallen vom 3. Juni 

2013 (act. G8.3) gab die Beschwerdeführerin an, seit ca. Januar 2013 Beschwerden in 

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der linken Schulter, vor allem bei Überkopfbewegungen, zu haben. Echtzeitlich sind 

entsprechende Beschwerdeschilderungen vor Verfügungserlass (30. April 2013) jedoch 

nicht belegt. Im Rahmen der SMAB-Begutachtung fanden die persönliche Befragung 

und die klinische Untersuchung im Fachgebiet Orthopädie/Traumatologie am 

19. Dezember 2012 statt (IV-act. 121-1/54). Bei der Anamnese beschrieb die 

Beschwerdeführerin damals Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den linken 

Oberarm, aber keine Schulterschmerzen (IV-act. 121-18/54). Die klinische 

Untersuchung ergab in Bezug auf den Schultergürtel und die oberen Extremitäten 

damals keine pathologischen Befunde, weshalb sich bildgebende Untersuchungen 

erübrigten (IV-act. 121-21/54). Bei dieser Aktenlage ist nicht bewiesen, dass 

Einschränkungen der linken Schulter, die sich allenfalls negativ auf die Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin auswirken könnten, bereits bei Verfügungserlass bestanden; 

diesbezüglich ergab sich bis zu jenem Datum auch kein weiterer Abklärungsbedarf. Die 

offenbar Anfang Juni 2013 begonnene Abklärung am Kantonsspital St. Gallen mit MRI-

Bildgebung zeigte zwar neue Befunde (ohne dass deswegen ein 

Arbeitsunfähigkeitsattest ausgestellt worden wäre, vgl. act. G8.3 S. 2). Daraus kann 

aber nicht abgeleitet werden, dass dadurch bereits vor Verfügungserlass eine 

qualitative oder quantitative Arbeitsunfähigkeit verursacht worden wäre. Weitere 

diesbezügliche Abklärungen drängen sich vor diesem Hintergrund nicht auf.

3.      

3.1   Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird 

gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das 

Einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

3.2   Ausgangspunkt zur Bestimmung des Valideneinkommens der Beschwerdeführerin 

bilden vorliegend die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin 

vom 8. Januar 2008 (IV-act. 11-3). Danach betrug der AHV-beitragspflichtige Lohn der 

Beschwerdeführerin im Jahr 2007 Fr. 57'792.--. Mit Blick auf das Jahreseinkommen, 

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das die Beschwerdeführerin in den beiden davorliegenden Jahren generiert hatte 

(2005: Fr. 55'195.--; 2006: Fr. 54'785.--; vgl. IK-Auszug, IV-act. 9), ist auf die glaubhafte 

Angabe der Arbeitgeberin, dass der Lohn im Jahr 2008 unverändert geblieben wäre, 

abzustellen. Da der frühestmögliche allfällige Rentenbeginn im Jahr 2008 liegt, erübrigt 

sich eine Anpassung an die Nominallohnentwicklung. Als Validenlohn sind somit 

Fr. 57'792.-- heranzuziehen.

3.3 

3.3.1         Bei der Bemessung des Invalideneinkommens sind die Tabellenlöhne der 

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2008 beizuziehen. Das durchschnittliche 

Einkommen einer Frau betrug bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten Fr. 4'116.-- 

monatlich bzw. Fr. 49'392.-- pro Jahr (Tabelle TA1, Anforderungsprofil 4). Bei einer 

betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.6 Stunden resultiert mit Fr. 51'368.-- der Betrag, 

den die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort ermittelt hat.

3.3.2         Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen 

Durchschnittswerten ermittelt, kann ein Abzug vom statistischen Lohn im Umfang von 

maximal 25% vorgenommen werden. Einerseits wird hierbei berücksichtigt, dass 

versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit 

verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten 

nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende 

durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Andererseits 

können auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie 

Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben (vgl. BGE 134 V 

322 mit Hinweis). Bei der Beschwerdeführerin gilt es insbesondere zu berücksichtigen, 

dass sie auch in einer angepassten Tätigkeit keine Nachtarbeit mehr verrichten könnte 

und für einen potenziellen Arbeitgeber verschiedene Nachteile wie die Gefahr 

überdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen, Unfähigkeit zur Leistung von Überstunden, 

fehlende Flexibilität in Bezug auf den Arbeitsplatz und Bedarf nach besonderer 

Rücksichtnahme birgt. Diesen Nachteilen ist mit einem Abzug von 10% Rechnung zu 

tragen. Dass die Beschwerdeführerin trotz ganztägiger Präsenz lediglich zu 80% 

leistungsfähig ist, wird vom Bundesgericht als Abzugsgrund verneint (vgl. dazu kritisch 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/19

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Philipp Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, Die Bereinigung der LSE-Tabellenlöhne zur 

Ermittlung des Invalideneinkommens, in: Kieser/Lendfers [Hrsg.], Jahrbuch zum 

Sozialversicherungsrecht [JaSo] 2012, Zürich/St. Gallen 2012, S. 148 ff. mit Hinweis; 

vgl. aber auch Urteil des Bundesgerichts vom 4. April 2012, 8C_20/2012, E. 3.2 mit 

Hinweisen).

3.3.3         Das Invalideneinkommen beträgt bei einer Arbeitsfähigkeit von 80% 

Fr. 36'985.-- (Fr. 51'368.-- x 0.8 x 0.9).

3.4   Bei der Gegenüberstellung des Valideneinkommens (Fr. 57'792.--) und des 

Invalideneinkommens von Fr. 36'985.-- resultiert ein nicht rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von 36%.

3.5   Aufgrund der höheren psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeiten im Zeitraum vor 

der Begutachtung bei Dr. M.___ besteht allerdings Anspruch auf eine befristete Rente.

3.5.1         Zum Zeitpunkt des Eintritts der Verschlechterung des psychischen 

Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin im August 2008 hatte diese das 

sogenannte Wartejahr (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG bzw. Art. 29 Abs. 1 IVG in der bis Ende 

2007 in Kraft gestandenen Fassung) bereits erfüllt (Eintritt Arbeitsunfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit am 13. März 2007, Ablauf Wartejahr am 12. März 2008; vgl. 

zur Thematik etwa das Urteil IV 2009/52 des Versicherungsgerichts des Kantons 

St. Gallen vom 7. Dezember 2010 E. 5.3, vom Bundesgericht nicht beanstandet im 

Entscheid 9C_1041/2010 vom 30. März 2011). Bei einer Arbeitsfähigkeit von 70%, 

gemäss Beurteilung von Dr. K.___ bestehend ab August 2008, resultiert bei einem 

Invaliditätsgrad von 44% (Invalideneinkommen: Fr. 32'361.85 [Fr. 51'368.-- x 0.7 x 0.9]) 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente ab 1. August 2008 (Art. 29 Abs. 3 IVG bzw. Art. 29 

Abs. 2 IVG in der bis Ende 2007 in Kraft gestandenen Fassung). Am Rand bemerkt sind 

bezüglich Rentenbeginn aufgrund der IV-Anmeldung im Dezember 2007 die 

Bestimmungen des IVG massgebend, wie sie vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision 

bestanden haben. Selbst die Anwendung der seither in Art. 29 Abs. 1 IVG eingeführten 

Frist von sechs Monaten seit Anmeldung ergäbe jedoch keinen anderen Rentenbeginn.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

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3.5.2         Eine Verschlechterung und eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit sind zu 

berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat 

(Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Seit der 

Begutachtung bei med. pract. L.___ im Oktober 2010 ist eine weitere Verschlechterung 

ausgewiesen, so dass ab diesem Zeitpunkt von einer Arbeitsfähigkeit von 60% 

auszugehen ist. Dies führt zu einer Erhöhung der Invalidenrente ab 1. Februar 2011 auf 

eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 52% (Invalideneinkommen: 

Fr. 27'738.70 [= Fr. 51'368.-- x 0.6 x 0.9]). Diese Rente ist auf den Zeitpunkt drei 

Monate nach Begutachtung durch Dr. M.___, also auf Ende April 2013, einzustellen.

4.      

4.1   Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. 

Der Beschwerdeführerin ist rückwirkend für die Zeit vom 1. August 2008 bis 31. Januar 

2011 eine Viertelsrente und vom 1. Februar 2011 bis 30. April 2013 eine halbe Rente 

zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten 

Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen ist die 

Beschwerde abzuweisen.

4.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Gerichtskosten im Umfang von Fr. 600.-- 

(wie in vergleichbaren Fällen üblich) erscheinen vorliegend angemessen. Dem 

Verfahrensausgang entsprechend sind diese den Parteien je hälftig aufzuerlegen, 

wobei der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss im Umfang von 

Fr. 300.-- daran anzurechnen und ihr der Restbetrag von Fr. 300.-- zurückzuerstatten 

ist.

4.3   Die Beschwerdeführerin hat zudem Anspruch auf eine reduzierte 

Parteientschädigung. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht 

festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache 

und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Im hier zu 

beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle eine Parteientschädigung 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

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von pauschal Fr. 1'750.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen, 

was der Hälfte der praxisgemäss zuzusprechenden Pauschale entspricht.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

30. April 2013 dahingehend aufgehoben, als der Beschwerdeführerin für den Zeitraum 

vom 1. August 2008 bis 31. Januar 2011 eine Viertelsrente und vom 1. Februar 2011 

bis 30. April 2013 eine halbe Rente zugesprochen wird. Die Sache wird zur Festsetzung 

und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2.      Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- haben die Parteien je hälftig, d.h. zu je 

Fr. 300.--, zu bezahlen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss 

von Fr. 600.-- wird ihr an ihren Anteil angerechnet und im Restbetrag von Fr. 300.-- 

zurückerstattet.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit Fr. 1’750.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 03.06.2015
	Art. 28 IVG. Beweiskraft SMAB-Gutachten. Retrospektive Beurteilung einer psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Juni 2015, IV 2013/235). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_586/2015.

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