# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b899cfb2-744b-5e60-89e2-4dbccfc3137d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-09-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.09.2011 UV 2010/97
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2010-97_2011-09-21.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2010/97

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 31.03.2020

Entscheiddatum: 21.09.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 21.09.2011
Art. 24 f. UVG, Art. 36 UVV und Anhang 3 zur UVV Anspruch auf 
Integritätsentschädigung. Bestätigung der von der Suva ermittelten 
Integritätseinbussen für die gesundheitlichen Folgen drei unabhängiger 
Unfallereignisse (Entscheid der Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 21.09.2011, UV 2010/97).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; a.o. Gerichtsschreiberin Beatrice Rohner

Entscheid vom 21. September 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., c/o K & B Rechtsanwälte, 

Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Integritätsentschädigung

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ war bei der B.___ AG als Monteur tätig und dadurch bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen 

versichert. Gemäss Unfallmeldung vom 24. September 2002 war der Versicherte am 7. 

Mai 2002 bei einer Schienenmontage gestürzt und klagte seither über Probleme im 

linken Knie (act. G 5.4/1). Dr. med. C.___, Orthopädische Chirurgie FMH, stellte eine 

ausgedehnte traumatisierte medio-lateropatelläre Plica des linken Knies, persistierende 

Rotationsschmerzen, rezidivierende Kniegelenksschwellungen und eine klinisch 

mediale Meniskussymptomatik fest, worauf er am 29. November 2002 eine 

diagnostische Kniegelenksarthroskopie links und eine arthroskopische Resektion der 

medio-patellären und latero-patellären Plica durchführte (act. G 5.4/5). Wie in den 

ärztlichen Zwischenberichten sowie kreisärztlicher Untersuchung festgehalten, litt der 

Versicherte in den nachfolgenden Jahren unter, vor allem belastungsabhängigen, 

Beschwerden (act. G 5.4/11, 12, 16, 19, 22, 24, 27 und 30).

A.b   Mit Unfallmeldung vom 4. Oktober 2005 hatte die Arbeitgeberin mittgeteilt, der 

Versicherte habe sich am 1. Oktober 2005 ein Schultergelenks-Distorsionstrauma 

rechts zugezogen, als er beim Zusammenschrauben des Rollgerüsts ein schweres 

Gewicht mit der rechten Hand auffangen wollte und gegen die Wand gedrückt worden 

sei (act. G 5.1/1). Dr. med. D.___, KSSG, diagnostizierte AC-Gelenksbeschwerden 

rechts mit Verdacht auf Bufort-Komplex und Bicepssehnenankerdegeneration rechts 

sowie ein leichtes subacromiales Impingement (act. G 5.1/11). Am 29. November 2005 

erlitt der Versicherte gemäss Unfallmeldung vom 15. Juni 2006 erneut einen Unfall. Er 

sei bei der Montage mit dem rechten Bein in eine Aussparung gerutscht (act. G 5.3/1). 

Die Kernspintomographie vom 22. Juni 2006 zeigte gemäss Dr. med. E.___, Klinik 

Stephanshorn, einen minimalen Gelenkerguss, eine geringfügige Signalalteration des 

femoralen Ansatzes des ansonsten intakten Innenbands, eine ausgedehnte Kontur­

irregularität/multiple Einrisse an der meniskalen Unterfläche des Innenmeniskuscorpus/

Hinterhorns sowie eine mässiggradige Chondropathie des medialen femoro-tibialen 

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Kompartiments (act. G 5.3/5). Bei der ärztlichen Untersuchung vom 11. August 2006 

durch Dr. D.___ klagte der Versicherte über belastungsabhängige Schmerzen im 

Bereich des Trapezius rechtsseitig, als deren Ursache degenerative Veränderungen der 

Halswirbelsäule festgehalten wurden (act. 5.1/17).

A.c   Suva-Kreisarzt Dr. med. F.___, Facharzt für Chirurgie FMH, beurteilte den 

Gesundheitszustand des Versicherten in der kreisärztliche Untersuchung vom 

18. September 2006 wie folgt: "Schulterkontusion rechts mit fortgesetzter 

Muskelfunktionsstörung im Bereich des Musculus trapezius und Musculus deltoideus, 

unfallunabhängige Spondylararthrose mit Diskopathien C III bis C VI mit rechtsbetonter 

Muskelverspannung, Zustand nach Kniedistorsion beidseits mit vorbeschriebenem 

Meniskusganglion/Meniskuszyste Innenmeniskus links, Zustand nach Kniedistorsion 

rechts und Einrissen/Ausfransungen des Innenmeniskus und unfallunabhängiger 

mässiggradiger Chondropathie mediales-femorotibiales Kompartiment Grad II, 

fortgeschrittene Chondropathia patellae Grad II bis III" (act. G 5.1/22). Der Versicherte 

gab in der Folge an, über persistierende Schmerzen in der rechten 

Schultergelenksregion, Verspannungen in der rechten Nackenseite (act. G 5.1/22, 25, 

34 und 35) und Beschwerden im linken, wie auch im rechten Knie zu leiden (act. G 

5.1/26 und 34). Am 26. Oktober 2007 unterzog sich der Versicherte in der Schulthess 

Klinik in Zürich einer therapeutischen Schulterarthroskopie rechts mit SLAP-Refixation 

sowie Bursektomie, Acromioplastik und AC-Resektion, durchgeführt von Dr. med. 

G.___, Facharzt für Chirurgie FMH (act. G 5.1/43). Eine weitere Operation 

(diagnostische Kniegelenksarthroskopie links, arthroskopische mediale 

Meniskusoperation und Glättung an der Patellarückfläche) fand am 11. Januar 2008 

durch Dr. C.___ statt (act. G 5.4/49). Nach den Operationen klagte der Versicherte über 

speziell belastungsabhängige Schmerzen in der rechten Schulter. Zudem verspüre er 

im linken Knie noch Beschwerden, wenn er Treppen steige oder über eine längere 

Zeitspanne Lasten tragen müsse (act. G 5.1/51). Dr. med. H.___, Kantonsspital St. 

Gallen, verneinte im Arztbericht vom 6. November 2008 einen Zusammenhang 

zwischen dem vorliegenden radikulären Reizsyndrom C7 rechts und dem 

Schultertrauma bzw. der Operation (act. G 5.1/89).

A.d   Mit Schreiben vom 28. Januar 2010 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass 

kein Anspruch auf Integritätsentschädigung bestehe, da die medizinischen Unterlagen 

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keine erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität aufzeigen würden (act. G 

5.1/100). Darauf beantragte Rechtsanwältin lic. iur. Larissa Egli Gamma von der DAS-

Rechtsschutz-Versicherung AG, St. Gallen, im Namen des Versicherten eine MRI-

Untersuchung und eine anschliessende kreisärztliche Untersuchung, welche den 

Integritätsschaden unter Berücksichtigung der Schulter- und Kniebeschwerden 

festzulegen habe (act. G 5.2/104). Diesem Antrag folgend erachtete Kreisarzt-

Stellvertreter Dr. med. I.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, eine 

Entschädigung aufgrund eines Integritätsschadens von 2,5% für die Beschwerden in 

der rechten Schulter als gerechtfertigt, weil der Versicherte an einer mässigen Arthrose 

leide, die bereits teilweise vorbestanden habe. Die Beschwerden im rechten Kniegelenk 

(beginnende, mässige Arthrose mit Zystenbildung im Tibiakopf, Knorpelschäden) 

entsprächen einer Integritätseinbusse von 5%. Die Summe aus den beiden 

Integritätseinbussen betrage dementsprechend 7,5% (act. G 5.2/117). Für diese 

Beeinträchtigungen richtete die Suva mit Verfügung vom 5. Juni 2010 eine 

Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 7,5% aus (act. G 

5.2/120).

B.     

B.a   Mit Einsprache vom 2. Juli 2010 (Begründung der Einsprache vom 3. August 

2010) beantragte Rechtsanwältin Egli Gamma im Namen des Versicherten, die 

Verfügung vom 5. Juni 2010 sei aufzuheben und es sei ihm eine höhere 

Integritätsentschädigung auszurichten. Zudem sei auch für das linke Knie eine 

Integritätsentschädigung auszurichten. Insbesondere seien die eingeschränkte 

Beweglichkeit der rechten Schulter sowie die Beschwerden des linken Knies in die 

Beurteilung der Integritätsentschädigung einzubeziehen (act. 5.2/126 und 128). Der 

Versicherte holte einen ärztlichen Bericht bei Dr. med. J.___, Klinik im Zentrum, ein. 

Dieser führte am 17. August und am 25. September 2010 aus, dass hinsichtlich der 

rechten Schulter ein Integritätsschaden von ca. 5% als sinnvoll zu erachten sei. Für die 

Beschwerden im linken Knie sei allenfalls ein gleichwertiger Integritätsschaden wie im 

Bereich des rechten Kniegelenks zu erwägen (act. G 5.2/130 und 134). Kreisarzt-

Stellvertreter Dr. I.___ stellte demgegenüber am 26. Oktober 2010 fest, dass für das 

linke Knie keine Integritätsentschädigung geschuldet sei. Dr. J.___ habe mehr im Sinn 

eines Verdachts die Beschwerden auf eine Chondropathie zurückgeführt. Ausserdem 

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sei, wie von Dr. J.___ richtigerweise erwähnt, die Unfallfolge keineswegs gesichert, so 

dass die Leistungspflicht der Suva ohnehin entfalle (act. G 5.2/138).

B.b   Mit Einspracheentscheid vom 24. November 2010 wies die Suva die Einsprache 

vom 2. Juli 2010 ab. Die kreisärztliche Beurteilung vom 11. Mai 2010 sei nicht zu 

beanstanden, daran vermöchten auch die ins Recht gelegten Berichte von Dr. J.___ 

nichts zu ändern. Die Suva habe die Integritätsentschädigung korrekt bemessen (act. G 

5.2/140).

C.     

C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Marco 

Büchel, Oberuzwil, im Namen des Versicherten erhobene Beschwerde vom 24. 

Dezember 2010 (Beschwerdeergänzung vom 27. Januar 2011) mit den Anträgen, der 

Einspracheentscheid vom 24. November 2010 bzw. die Verfügung vom 5. Juni 2010 

seien aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine höhere Integritätsentschädigung 

auszurichten; auch für das linke Knie sei eine angemessene Integritätsentschädigung 

auszurichten; eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten einzuholen, welches die 

Integritätsentschädigung aus den Unfallereignissen vom 7. Mai 2002, 1. Oktober 2005 

sowie 29. November 2005 festlege; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Den 

gesamten Akten lasse sich nicht entnehmen, dass für die Beschwerden im linken Knie 

unfallfremde Faktoren vorhanden seien. Ausserdem könne aus der Aussage von Dr. 

J.___ vom 25. September 2010 keineswegs der Schluss gezogen werden, dass dieser 

die Unfallkausalität verneint habe. Auch nachträglich auftretende unfallfremde Faktoren 

seien nicht dokumentiert. Somit sei für die Beschwerden im linken Knie von einem 

Integritätsschaden von 5% auszugehen. Die Schmerzen in der rechten Schulter 

könnten nicht auf die Halswirbelsäule zurückgeführt werden, weshalb für die Kürzung 

der Integritätsentschädigung wegen eines Vorschadens um die Hälfte auf 2,5% keine 

Veranlassung bestehe. Insgesamt ergebe die Integritätseinbusse 15%, je 5% für die 

Beschwerden im linken und im rechten Knie und 5% für jene im Schultergelenk rechts 

(act. G 1 und 3).

C.b   In der Beschwerdeantwort vom 18. Februar 2011 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der Integritätsschaden sei 

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korrekt festgelegt worden. Aus dem Bericht von Dr. J.___ könne kein überwiegend 

wahrscheinlicher unfallkausaler Integritätsschaden am linken Knie abgeleitet werden. 

Die darin behauptete Chondropathie könne nicht mit dem Unfall vom 7. Mai 2002 

zusammenhängen, da dieser keine Knorpelschäden verursacht habe; Dr. J.___ habe 

sich nicht zur Unfallkausalität geäussert. Zudem habe der Beschwerdeführer bei der 

ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 10. Mai 2010 keine Kniebeschwerden links 

geltend gemacht. Der ins Recht gelegte Bericht von Dr. J.___ vermöge die schlüssige 

und überzeugende Beurteilung des Kreisarztes nicht umzustossen. Die Einwände 

hinsichtlich der Schulterbeschwerden entbehrten jeglicher Grundlage, weil die 

Problematik der Halswirbelsäule bei der Ermittlung des Integritätsschadens an der 

rechten Schulter nicht berücksichtigt worden sei. Ausserdem seien die Ausführungen 

von Dr. J.___ beweismässig bedeutungslos. Dieser sei als Privatgutachter beigezogen 

worden und lasse jegliche Objektivität vermissen (act. G 5).

C.c   Mit Replik vom 14. März 2011 hält der Beschwerdeführer an den Anträgen der 

Beschwerde fest. Gemäss ärztlichem Zwischenbericht vom 18. Dezember 2009 von Dr. 

med. K.___, Orthopädie am Park, spielten unfallfremde Faktoren, wie eine 

vorbestehende Arthrose bei den Beschwerden in der rechten Schulter keine Rolle, so 

dass eine Kürzung des Integritätsschadens nicht zu rechtfertigen sei. Entgegen den 

Ausführungen der Beschwerdegegnerin seien Privatgutachten geeignet, zur 

Sachverhaltsabklärung beizutragen. Zudem seien weder deren Beweistauglichkeit 

noch Beweiswert grundsätzlich in Frage zu stellen (act. G 7).

C.d   Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik.

Erwägungen:

1.      

1.1    Erleidet eine versicherte Person durch einen Unfall eine dauernde erhebliche 

Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie laut Art. 

24 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) Anspruch 

auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Die Integritätsentschädigung wird mit 

der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der 

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Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt. Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über 

die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) definiert einen Schaden als dauernd, wenn 

dieser voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang 

besteht. Die medizinisch-theoretische Schwere des Gesundheitsschadens muss also 

voraussichtlich lebenslänglich mindestens einen erheblichen Grad erreichen. Erheblich 

ist ein Schaden, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der 

Erwerbstätigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (vgl. RKUV 1998 Nr. U 303 

S. 354; Thomas Frei, Die Integritätsentschädigung nach Art. 24 und 25 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung, Freiburg 1998, S. 33 ff.).

1.2    Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG 

nach der Schwere des Integritätsschadens, welcher sich wiederum nach dem 

medizinischen Befund richtet. Beim gleichen medizinischen Befund ist der 

Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. 

Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei unberücksichtigt (BGE 

124 V 35 f. E. 3c; BGE 113 V 221 E. 4b). Die Bemessung des Integritätsschadens hängt 

somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls ab; es geht vielmehr um die 

medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen und/oder 

geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser acht zu lassen sind (BGE 

115 V 147 E. 1). Die Schätzung des Integritätsschadens ist eine ausschliesslich 

ärztliche Angelegenheit. Die Skala der Integritätsschäden im Anhang 3 zur UVV erlaubt 

es dem Arzt, grundsätzlich jeden Integritätsschaden annähernd vergleichbaren 

Integritätsschäden in dieser Skala zuzuordnen. Trotzdem hat sich in der Praxis ein 

Bedürfnis zur differenzierten listenmässigen Erfassung der Integritätsschäden 

manifestiert. Der ärztliche Dienst der Suva hat in der Folge, basierend auf der 

erwähnten Skala und unter Berücksichtigung dieser absolut verbindlichen Werte, 

weitere Schätzungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet (Mitteilungen der 

Medizinischen Abteilung der Suva Nr. 57 bis 59, Tabellen 1 bis 16; teilweise geändert 

und ergänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66). Diese von der Verwaltung 

herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien 

nicht verbindlich. Soweit sie jedoch lediglich als Richtwerte angesehen werden, mit 

denen die Gleichbehandlung aller versicherten Personen gewährleistet werden soll, 

sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 113 V 218; RKUV 1987 Nr. U 21 S. 

328 und Nr. U 31 S. 438).

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1.3    Wenn ein oder mehrere versicherte Ereignisse zusammen zu mehreren 

körperlichen, geistigen oder psychischen Beschwerden führen, ist eine 

Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festzusetzen (Art. 36 

Abs. 3 UVV). Zuerst empfiehlt sich die gesonderte Schätzung der einzelnen Schäden 

um anschliessend den Gesamtwert ermitteln zu können. Einzelwerte, welche die 

erforderliche Erheblichkeitsgrenze von 5% nicht erreichen, sind dessen ungeachtet in 

die Berechnung einzubeziehen, wozu auch Schäden aus früheren Unfällen gehören, die 

als unerheblich qualifiziert worden sind. Eine einfache Addition der Einzelwerte drängt 

sich dabei vor allem auf, wenn es sich um Schäden handelt, die völlig unabhängig 

voneinander bestehen. Als Grenze gilt laut Art. 25 Abs. 1 UVG der Höchstbetrag des 

versicherten Jahresverdienstes. Die Gesamtentschädigung darf diesen nicht 

übersteigen (Thomas Frei, a.a.O., S. 44 ff.). Wenn mehrere, teils versicherte, teils nicht 

versicherte Ereignisse zu einem Integritätsschaden führen, so ist die 

Integritätseinbusse vorab nach Anhang 3 UVV zu schätzen, und dann nach Massgabe 

von Art. 36 Abs. 2 UVG zu kürzen. Führen mehrere, teils versicherte, teils nicht 

versicherte Ereignisse zu verschiedenen Integritätsschäden, bemisst sich die 

Integritätsentschädigung nach den Folgen des oder der versicherten Ereignisse(s) 

(Alexandra Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, 3. Aufl. Zürich 2003, S. 166).

1.4    Die Schätzung der Integritätseinbusse einer versicherten Person ist ein 

Ermessensentscheid. Bei dessen Überprüfung geht es um die Frage, ob der Entscheid, 

den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen 

Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise 

anders hätte ausfallen sollen. Das Sozialversicherungsgericht darf sein Ermessen nicht 

ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf 

Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als 

naheliegender erscheinen lassen (vgl. BGE 126 V 81 E. 6 bzw. BGE 123 V 15 E. 2 mit 

Hinweisen).

2.      

2.1    Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

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Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 

Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 

danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Ausschlaggebend für den 

Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3.a mit Hinweisen).

2.2    Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung 

aufzustellen. So kommt den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte 

Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in 

sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die 

Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum 

Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf 

Befangenheit schliessen. Hierzu bedarf es besonderer Umstände, die das Misstrauen 

in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. 

Allerdings ist an die Unparteilichkeit des Gutachters ein strenger Massstab anzulegen 

(BGE 125 V 353 f. E. 3.b.ee mit Hinweis). Auch Parteigutachten können nützliche 

Äusserungen über den medizinischen Sachverhalt enthalten. Der Umstand allein, dass 

eine Partei eine ärztliche Stellungnahme einholt und in das Verfahren einbringt, 

rechtfertigt nicht, Zweifel am Beweiswert dieses Parteigutachtens zu hegen (BGE 125 V 

353 E. 3.b.dd). Trotzdem besitzt ein solches Gutachten nicht den gleichen Rang wie ein 

vom Gericht oder von einem Unfallversicherer nach dem vorgegebenen 

Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten. Indessen verpflichtet ein Privatgutachten – wie 

jede substantiiert vorgetragene Einwendung gegen ein solches Gutachten – den 

Richter zu prüfen, ob es in den rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und 

Schlussfolgerungen des vom Gericht oder vom Unfallversicherer förmlich bestellten 

Gutachters derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (BGE 125 V 354 

E. 3.c).

3.      

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Streitgegenstand bildet vorliegend die Höhe der auszurichtenden 

Integritätsentschädigung. Andere Ansprüche, insbesondere eine allfällige 

Invalidenrente, werden in der Einsprache vom 2. Juli 2010 nicht geltend gemacht, 

sodass die Verfügung vom 5. Juni 2010, welche das Bestehen eines solchen 

Rentenanspruchs verneinte, diesbezüglich in Teilrechtskraft erwachsen ist. Umstritten 

und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Integritätsentschädigung richtig 

beurteilt hat, indem sie für die Beschwerden im rechten Knie den Integritätsschaden 

auf 5%, für jene in der rechten Schulter auf 2,5% festgesetzt und eine 

Integritätsentschädigung betreffend das linke Knie verneint hat.

3.1    Als Grundlage für die Verfügung vom 5. Juni 2010 bzw. für den 

Einspracheentscheid vom 24. November 2010 dienten offenbar die ärztliche 

Abschlussuntersuchung vom 10. Mai 2010 bzw. die ärztliche Stellungnahme vom 26. 

Oktober 2010, worin Kreisarzt-Stellvertreter Dr. I.___ die Integritätsschäden beurteilte 

(act. G 5.2/117 und 138).

3.2    Zu den Schulterbeschwerden rechts führte Dr. I.___ aus: "Die rechte Schulter 

weist einen Status nach erheblicher Traumatisierung im Jahre 2005 auf, seither 

chronischer Schmerzzustand, der auch durch eine Operation 2007 nicht nachhaltig 

gebessert werden konnte. Es besteht allerdings eine kernspintomographisch seinerzeit 

bereits evidente Arthrose des Acromioclaviculargelenks, die als Vorschaden ins Kalkül 

gezogen werden muss." Die AC-Gelenksarthrose sei "sicher vorbestehend gewesen". 

Gemäss Tabellenwerk der Suva sei bei einer mässigen bis schweren Arthrose eine 

Integritätsentschädigung von 5 bis 10% angezeigt (Tabelle 5: Integritätsentschädigung 

bei Arthrosen). Aufgrund der Vorschädigung sei ein hälftiger Abzug und somit eine 

Entschädigung von 2,5% gerechtfertigt (act. G 5.2/117). Der Beschwerdeführer rügt, 

dass für eine Kürzung der Integritätseinbusse wegen eines Vorschadens kein Anlass 

bestehe, da vor dem Unfall vom 1. Oktober 2005 keine Arthrose im Schultergelenk 

bestanden habe (act. G 3).

Der kreisärztliche Abschlussbericht von 10. Mai 2010 ist nachvollziehbar begründet 

und erklärt in schlüssiger Weise, dass die AC-Arthrose vorbestanden, jedoch aufgrund 

des Unfalls zugenommen hat und deshalb in den Akten von einer posttraumatischen 

Arthrose die Rede ist. Zudem wird dieser Befund durch die Kernspintomographie 

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bildgebend ausgewiesen. Dr. I.___ widerspricht sich nicht, wie dies der 

Beschwerdeführer behauptet, wenn er zuerst von einer Arthrose des AC-Gelenks als 

Vorschaden ausgeht und dann eine eher mässige Arthrose feststellt. Gemäss Tabelle 5 

der Mitteilungen der Medizinischen Abteilung der Suva Nr. 57 bis 59 erreicht erst eine 

schwere AC-Arthrose den Erheblichkeitsgrad von 5%. Die Ausführungen von Dr. I.___ 

können nur so interpretiert werden, dass dieser von einer schweren, aber an der 

Grenze zu einer mässigen Arthrose liegenden Pathologie ausgeht. Des Weiteren hat 

der Kreisarzt-Stellvertreter das radikuläre Reizsyndrom C7 

(Halswirbelsäuleproblematik), das mit dem Unfall vom 1. Oktober 2005 nicht in 

Zusammenhang steht, nicht in die Beurteilung des Integritätsschadens einbezogen, 

weshalb auch hier der angeführten Kritik des Beschwerdeführers nicht entsprochen 

werden kann. Dem vom Beschwerdeführer ins Recht gelegten Arztbericht vom 17. 

August 2010, verfasst von Dr. J.___, in dem dieser von einer sehr glaubhaften 

Beschwerdesymptomatik passend zum pathologischen Befund spricht und einen 

Integritätsschaden von 5% als "sinnvoll" betrachtet, kann nicht gefolgt werden (act. G 

5.2/130). Der Bericht nimmt insbesondere keinen Bezug auf die AC-Arthrose bzw. 

deren Kausalanteile. Indem nicht aufgezeigt ist, weshalb konkret eine 

Integritätsentschädigung auszurichten ist, sondern gar noch ein 

Verbesserungspotenzial angesprochen wird, vermag der Bericht von Dr. J.___ keine 

Zweifel am Bericht von Dr. I.___ hervorzurufen. Die Integritätseinbusse von 2,5% 

aufgrund der AC-Arthrose ist nicht zu beanstanden.

3.3    Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 5. 

Juni 2010 eine Integritätsentschädigung für die Beschwerden im rechten Knie 

zugesprochen und die Integritätseinbusse mit 5% bemessen. Kreisarzt-Stellvertreter 

Dr. I.___ hat eine mässige, noch nicht wesentlich in Erscheinung getretene Arthrose im 

rechten Kniegelenk diagnostiziert (act. G 5.2/117). Unter Einbezug der gesamten 

medizinischen Akten ist diese Beurteilung nachvollziehbar und schlüssig und wird vom 

Beschwerdeführer auch nicht bestritten. Weitere Ausführungen dazu erübrigen sich. 

Die Beschwerdegegnerin anerkannte zu Recht eine Integritätsentschädigung für das 

rechte Kniegelenk auf der Grundlage eines Integritätsschadens von 5%.

3.4     In der kreisärztlichen Untersuchung vom 10. Mai 2010 werden die Beschwerden 

des linken Knies nicht beurteilt. Dr. I.___ nimmt einzig Bezug auf das MRI des linken 

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Knies vom 9. März 2010, geht aber nicht näher darauf ein und berechnet insbesondere 

keinen Integritätsschaden, worauf die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer in 

der Verfügung vom 5. Juni 2010 für die Knieschmerzen links keine 

Integritätsentschädigung zusprach (act. G 5.2/117 und 120). Da der Beschwerdeführer 

in der Einsprache vom 2. Juli 2010 eine Integritätsentschädigung für das linke Knie 

geltend machte und folgend einen Bericht von Dr. J.___ vom 25. September 2010 in 

das Verfahren einbrachte, nahm die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 

24. November 2010 dazu Stellung. Sie wies den Antrag mit der Begründung ab, Dr. 

I.___ habe in seinen Ausführungen vom 26. Oktober 2010 eine Integritätsentschädigung 

für die Schmerzen im linken Knie verneint (act. G 5.2/126, 128, 134, 138 und 140). 

Gemäss Dr. I.___ sei eine Arthrose bis heute ausgeblieben, so dass keine 

Entschädigung geschuldet sei. Im Bericht vom 25. September 2010 hielt Dr. J.___ fest, 

dass die Beschwerden des Beschwerdeführers am ehesten auf die Chondropathie des 

medialen femorotibialen Kompartiments zurückzuführen seien. Linksseitig zeige sich 

die Chondropathie etwas weniger ausgeprägt als im rechten Knie, dafür bestehe eine 

stärkere Beschwerdesymptomatik. Falls es sich um eine Unfallfolge handeln würde, 

wäre hier ein gleichwertiger Integritätsschaden wie im Bereich des rechten 

Kniegelenkes zu erwägen (act. G 5.2/134). Diese Darlegungen vermögen die 

Beurteilung von Dr. I.___ vom 26. Oktober 2010 nicht in Zweifel zu ziehen. Vielmehr 

nimmt Dr. I.___ Bezug auf den Bericht von Dr. J.___, der vorschlägt, eine 

Integritätsentschädigung für die Kniebeschwerden links "zu erwägen". Dies hat Dr. 

I.___ gemacht und nachvollziehbar einen Integritätsschaden aufgrund der Anamnese 

mit ursprünglichem Plicaschaden - keine sonstige Binnenläsion - und fehlender 

Arthrose ausgeschlossen. Des Weiteren ist eine Integritätsentschädigung nicht am 

subjektiven Faktor der Beschwerdesymptomatik, wie dies Dr. J.___ beim 

Beschwerdeführer feststellte, zu messen, sondern an objektiv feststellbaren 

pathologischen Schäden. Schliesslich sprechen sich weder Dr. J.___ noch Dr. I.___ für 

einen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit natürlichen Kausalzusammenhang aus, 

weshalb ein solcher zu verneinen ist. Folglich hat die Beschwerdegegnerin zu Recht 

keine Integritätsentschädigung für die Beeinträchtigungen im linken Kniegelenk 

entrichtet.

4.      

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Dem Antrag des Beschwerdeführers, es sei ein gerichtliches Gutachten einzuholen, 

welches die Integritätsentschädigung aus den Unfallereignissen vom 7. Mai 2002, 

1. Oktober 2005 und 29. November 2005 festlegt, ist nicht stattzugeben. Da nicht 

anzunehmen ist, dass weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung des 

vorliegenden Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen, kann darauf verzichtet werden 

(antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 E. 4b; Pra 88 Nr. 117; SVR-UV 1996 

Nr. 62.211).

5.      

Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu Recht eine 

Integritätsentschädigung basierend auf einer gesamthaften Integritätseinbusse von 

7,5% entrichtet.

6.      

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 1. Dezember 2009 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine 

zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 21.09.2011
	Art. 24 f. UVG, Art. 36 UVV und Anhang 3 zur UVV Anspruch auf Integritätsentschädigung. Bestätigung der von der Suva ermittelten Integritätseinbussen für die gesundheitlichen Folgen drei unabhängiger Unfallereignisse (Entscheid der Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21.09.2011, UV 2010/97).

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