# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a343382-3866-5f0e-9d09-824f93511459
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.11.2014 100 2013 269
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2013-269_2014-11-28.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten hat das Bundesgericht am 30. Juni 2015 abgewiesen 
(2C_6/2015).

100.2013.269U
HER/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. November 2014

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Daum und Keller
Gerichtsschreiberin Hostettler

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer 

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA und Wegweisung infolge 
Straffälligkeit (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern vom 
27. Juni 2013; BD 273/12)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der italienische Staatsangehörige A.________ wurde am … 1980 in der Schweiz 
geboren und wuchs hier auf. Seit 2003 wurde er wiederholt straffällig. Im Jahr 2007 
wurde er wegen Vermögensdelikten und Delikten gegen die körperliche Integrität zu 
einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Mit Verfügung vom 
4. September 2008 widerrief das Departement des Innern des Kantons Solothurn die 
Niederlassungsbewilligung und wies A.________ aus der Schweiz weg. Eine 
hiergegen erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn 
am 12. November 2008 teilweise gut. Es bestätigte den Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung und ordnete an, dass A.________ eine 
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen sei. 

Am 15. Oktober 2010 heiratete A.________ die Schweizerin B.________ 
(geb. ….1989). Per 8. November 2010 verlegte er seinen Wohnsitz in den Kanton Bern 
zu seiner Ehefrau. Er verfügt seither über eine Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA, gültig 
bis zum 14. Oktober 2015.

Am 27. September 2011 wurde A.________ vom Obergericht des Kantons Solothurn 
unter anderem wegen Diebstahls zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren Freiheitsstrafe 
verurteilt. Ab dem 11. September 2012 (rechnerischer Strafantritt: 6.8.2012) befand 
sich A.________ im Strafvollzug; daraus wurde er auf den 5. August 2014 bedingt 
entlassen.

Mit Verfügung vom 17. September 2012 widerrief das Amt für Migration und 
Personenstand des Kantons Bern (MIP), Migrationsdienst (MIDI), die 
Aufenthaltsbewilligung von A.________ und ordnete dessen Wegweisung umgehend 
nach der Haftentlassung an.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 17. Oktober 2012 Beschwerde bei der 
Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM), welche das Rechtsmittel am 
27. Juni 2013 abwies.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 3

C.

Gegen den Entscheid der POM hat A.________ am 25. Juli 2013 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er beantragt, der angefochtene Entscheid 
sei aufzuheben und ihm sei die Wegweisung anzudrohen. Er hat zudem ein Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege eingereicht (Belege nachgereicht am 16.8.2013, 
8.7.2014 und 16.7.2014).

Die POM beantragt mit Vernehmlassung vom 20. August 2013 die Abweisung der 
Beschwerde. Bezüglich des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege hat sie sich 
eines Antrags enthalten.

Im Rahmen der weiteren Instruktion wurden verschiedene Unterlagen zu den Akten 
erkannt, unter anderem die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Region Berner Jura-
Seeland vom 16. September 2014, wonach gegen A.________ unter anderem aus 
Anlass eines Vorfalls vom 21. August 2010 beim Regionalgericht Berner Jura-Seeland 
Anklage wegen versuchter schwerer Körperverletzung, eventuell begangen in Not-
wehrexzess, sowie Widerhandlungen gegen das Waffengesetz erhoben worden ist.

Mit Zwischenverfügung vom 1. Oktober 2014 bewilligte die Instruktionsrichterin 
A.________ die unentgeltliche Rechtspflege teilweise (hinsichtlich der 
Verfahrenskosten). Gleichzeitig lehnte sie dessen Antrag auf Edition eines 
Strafregisterauszugs ab bzw. stellte die Einreichung eines solchen A.________ frei.

Im Rahmen der Schlussbemerkungen halten sowohl die POM (Eingabe vom 
20.10.2014) als auch A.________ (Eingabe vom 24.10.2014) an ihren Anträgen in der 
Sache fest.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Der 
Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den 
angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und 
fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2.

Aufgrund der Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen.

2.1 Der Beschwerdeführer wurde mehrfach straffällig:

– Mit Urteil vom 8. Juni 2004 des Amtsgerichtsstatthalters Solothurn-Lebern wurde er 
wegen Vergehen gegen das Tierschutzgesetz zu einer Busse von Fr. 300.-- 
verurteilt.

– Am 29. März 2007 verurteilte ihn das Kreisgericht II Biel-Nidau wegen mehrfachen 
Diebstahls, mehrfachen versuchten Diebstahls, mehrfachen banden- und 
gewerbsmässigen Diebstahls, qualifizierten Raubs, mehrfacher Sachbeschädigung, 
mehrfachen Hausfriedensbruchs, einfacher Körperverletzung, Raufhandels, 
Anstiftung zu Brandstiftung und zu Versicherungsbetrug, geringfügigen 
Vermögensdelikts (Hehlerei) zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs 
Monaten (vgl. Vollzugsauftrag vom 30.5.2007, Vorakten MIDI pag. 5). Abgeurteilt 
wurden hiermit insgesamt 21 Delikte, die der Beschwerdeführer in den Jahren 2003 
bis 2005 begangen hatte (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn 
vom 12.11.2008, Vorakten MIDI pag. 173). Der Beschwerdeführer befand sich 577 
Tage in Untersuchungshaft. Die restliche Strafe trat er am 29. März 2007 an 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 5

(rechnerischer Beginn: 29.8.2005, Vorakten MIDI pag. 5), wobei sie offenbar 
teilweise in Form des Electronic Monitoring vollzogen wurde (Vorakten MIDI 
pag. 201). Am 28. Dezember 2007 wurde er bedingt aus dem Strafvollzug entlassen 
(act. 6A).

– Mit Urteil des Obergerichts des Kantons Solothurn vom 27. September 2011 wurde 
der Beschwerdeführer wegen Diebstahls, Gewaltdarstellungen (mehrfache 
Begehung), Pornographie (mehrfache Begehung), Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz, Widerhandlungen gegen das Waffengesetz (mehrfache 
Begehung) und Tierquälerei unter Einbezug der Reststrafe (Widerruf der bedingt 
gewährten Entlassung von einem Jahr und zwei Monaten) zu einer 
Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt (Vorakten MIDI pag. 207). 36 Tage 
Untersuchungshaft wurden ihm angerechnet. Die hiermit abgeurteilten strafbaren 
Handlungen hatte er vorab in der Zeit von August 2007 bis September 2008 be-
gangen, damit teilweise während laufendem Strafvollzug und innerhalb der 
Probezeit. Seit dem 11. September 2012 befand sich der Beschwerdeführer im 
Strafvollzug (rechnerischer Strafantritt: 6.8.2012). Ab dem 5. Februar 2014 wurde 
die Freiheitsstrafe in Form des Arbeitsexternats vollzogen (Backdoor Electronic 
Monitoring; act. 6A). Zwei Drittel der Strafe hat er am 5. August 2014 erstanden, 
worauf er bedingt aus dem Strafvollzug entlassen und ihm eine Probezeit von einem 
Jahr auferlegt wurde (bis zum 4.8.2015; act. 6A und 14A).

2.2 Während hängigem Strafverfahren, welches zu seiner Verurteilung vom 
27. September 2011 führte (vorne E. 2.1), war der Beschwerdeführer am 21. August 
2010 in eine Auseinandersetzung involviert, anlässlich derselben er das Opfer in den 
Oberschenkel schoss (act. 15), wobei er an einer Einvernahme angab, dem 
Geschädigten in Notwehr ins Bein geschossen zu haben (Vorakten MIDI pag. 15 und 
23; vgl. auch Eröffnungsverfügung, Beilage 4 zur Eingabe vom 4.2.2013 [Vorakten 
POM, separates Beilagenmäppchen]). Am 16. September 2014 hat die 
Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland in diesem Zusammenhang gegen den 
Beschwerdeführer beim Regionalgericht Berner Jura-Seeland Anklage erhoben wegen 
versuchter schwerer Körperverletzung, eventuell begangen im Notwehrexzess, und 
wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz (act. 15). Gleichzeitig wurde Anklage 
erhoben wegen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, begangen am 
16. Februar 2012, durch Nichtanpassen der Geschwindigkeit an die 
Strassenverhältnisse als Lenker, so dass er einen Selbstunfall mit Sachschaden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 6

verursachte, und wegen pflichtwidrigen Verhaltens nach dem erwähnten 
Verkehrsunfall. 

Am 27. Mai 2012 beteiligte sich der Beschwerdeführer an einer tätlichen 
Auseinandersetzung, deren Verfolgung eingestellt wurde, nachdem alle vier Beteiligten 
die gegenseitig gestellten Strafanträge zurückgezogen hatten (Einstellungsverfügung 
Beilage 4/3 zur Eingabe vom 4.2.2013 [Vorakten POM, separates 
Beilagenmäppchen]).

2.3 Der Beschwerdeführer hält sich seit seiner Geburt in der Schweiz auf, wo auch 
seine Eltern und sein Bruder leben. Dass er in dritter Generation hier lebt, bestreitet die 
Vorinstanz nicht. Er hat eine Tochter aus früherer Beziehung, C.________ 
(geb. ….2008), die in Ungarn bei ihrer Mutter lebt. Nach eigenen Angaben hat er die 
Vaterschaft nicht anerkannt (unbestrittene Feststellungen im angefochtenen Entscheid, 
S. 3). Gemäss der aussergerichtlichen Vereinbarung mit der Mutter des Kindes vom 
2. März 2011 leistet der Beschwerdeführer einen Betrag von monatlich Fr. 800.-- an 
den Unterhalt von C.________; entsprechende Zahlungen sind bis September 2012 
und wieder ab Februar 2014 belegt (act. 9A/9). 

Seit dem 15. Oktober 2010 ist der Beschwerdeführer mit der Schweizerin B.________ 
verheiratet. Sie arbeitet als … in …. Die Ehe ist kinderlos. Laut dem Beschwerdeführer 
ist seine Ehefrau schweizerisch-italienische Doppelbürgerin (Beschwerde S. 8; 
vorinstanzliche Beschwerde S. 5). Sie selber erklärte allerdings im Verfahren vor dem 
Verwaltungsgericht Solothurn, ausschliesslich Schweizerin zu sein (Vorakten MIDI 
pag. 172). Der in den Akten enthaltene Auszug aus dem Schweizerischen 
Zivilstandsregister gibt zu einer allfälligen Doppelbürgerschaft keine Auskunft (vgl. 
act. 16 S. 6 und act. 17). Dieser Sachumstand kann aber letztlich unaufgeklärt bleiben, 
da er sich auf den Bewilligungswiderruf im vorliegenden Fall nicht entscheiderheblich 
auswirkt (vgl. hinten E. 6).

2.4 Der Beschwerdeführer hat hier die obligatorische Schulzeit und eine 
Berufslehre zum Autolackierer absolviert. Von 1999 bis 2001 arbeitete er als 
Industrielackierer (vgl. Vorakten MIDI pag. 235). Danach war er spätestens ab 2008 
unregelmässig als Sicherheitsangestellter bei verschiedenen Unternehmen tätig (insb. 
D._____ GmbH, E._____ GmbH; vgl. Vorakten MIDI pag. 269 f., 274 f., 279 ff., 312). 
Auch arbeitete er seit dem 1. März 2012 als Mitarbeiter bei einem 
Bestattungsunternehmen (F._____ GmbH, Vorakten MIDI pag. 285 ff.). In den Jahren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 7

2010/2011 bezog der Beschwerdeführer Arbeitslosengelder in der Höhe von Total 
Fr. 16'726.-- (Beilage zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im vorinstanzlichen 
Verfahren [Vorakten POM, separates Beilagenmäppchen]). 

In finanzieller Hinsicht ist aktenkundig, dass gegen den Beschwerdeführer im Juli 2008 
Betreibungen im Umfang von Fr. 60'000.-- liefen und fünf Verlustscheine im Betrag von 
rund Fr. 6'800.-- bestanden hatten (vgl. Urteil des Solothurner Verwaltungsgerichts 
vom 12.11.2008, Vorakten MIDI pag. 176). Per 30. Januar 2013 bestanden gegen ihn 
gemäss Schuldnerauszug des Betreibungsamts Grenchen-Bettlach (SO) vier offene 
Verlustscheine im Betrag von Fr. 6'027.55 (Beilage 2 zur Eingabe vom 4.2.2013 
[Vorakten POM, separates Beilagenmäppchen]). Im Betreibungsregister des 
Betreibungsamts Seeland (BE) war er am 16. Januar und 3. Juli 2013 mit einem 
Verlustschein von Fr. 14'556.85 verzeichnet (Beilage 3 zur Eingabe vom 4.2.2013; 
Beschwerdebeilage [BB] 4); es handelt sich um Gerichtskosten, welche der 
Beschwerdeführer dem Kanton Solothurn schuldet (Beschwerde S. 3). Der 
Registerauszug des Betreibungsamts Seeland vom 18. November 2014, dessen 
Richtigkeit der Beschwerdeführer nicht bestritten hat (vgl. act. 20A, 22-24), bescheinigt 
den offenen Verlustschein in diesem Betrag weiterhin; zudem führt er eine Betreibung 
vom 25. September 2014 des Amtes für Wirtschaft und Arbeit (SO) im Betrag von 
Fr. 4'301.25 auf, gegen die der Beschwerdeführer Rechtsvorschlag erhoben hat 
(act. 22; die Betreibung vom 28.3.2012 im Betrag von Fr. 13'804.40 betrifft, wie mit 
Beschwerde S. 3 zu Recht vorgebracht ist, die Schuld gegenüber dem Kanton 
Solothurn für Gerichtskosten, welche im Verlustschein zum Ausdruck kommt). 

Seit dem Strafvollzug in Form des Arbeitsexternats (vorne E. 2.1) hat der 
Beschwerdeführer nach eigenen Angaben im Restaurant seines Schwiegervaters als 
Geschäftsführer gearbeitet (vgl. Beschwerde S. 7 und Eingabe vom 8.7.2014 [act. 9]; 
vgl. auch Vorakten POM pag. 58). Dieses Arbeitsverhältnis wurde jedoch bereits per 
31. Juli 2014 wieder aufgelöst (act. 9A/1). Der Beschwerdeführer ist heute wieder bei 
der F._____ GmbH sowie der E._____ GmbH teilzeitlich erwerbstätig und erzielt ein 
Einkommen von rund Fr. 2'300.-- / Monat (act. 9A/2 und 3).

2.5 In Italien hat der Beschwerdeführer nie gelebt. Nach seinen Angaben verbindet 
ihn mit seinem Heimatland nur noch die italienische Sprache. Zu seinen entfernten 
Verwandten habe er seit bald einem Jahrzehnt keinen Kontakt mehr (Beschwerde 
S. 9). Die Ehefrau ist ebenfalls in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Italienisch 
beherrscht sie nach Angaben des Beschwerdeführers kaum (Beschwerde S. 8).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 8

2.6 Der massgebende Sachverhalt erweist sich nach dem Gesagten als hinlänglich 
erstellt. Im Licht der gesamten Umstände bedarf es für die Beurteilung der Sache auch 
nicht eines persönlichen Eindrucks vom Beschwerdeführer. Eine Parteibefragung ist 
daher verzichtbar; der Antrag wird abgewiesen.

3.

Der Beschwerdeführer ist im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA, die 
Erwerbszwecken dient (Zulassungscode 1410) und bis am 14. Oktober 2015 gültig ist 
(vgl. Auszug ZEMIS vom 23.1.2013, in Vorakten POM pag. 46-48). Umstritten sind der 
Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung des Beschwerdeführers aus 
der Schweiz.

3.1 Als italienischer Staatsangehöriger kann sich der Beschwerdeführer, soweit er 
sich mit dem Ziel einer Erwerbstätigkeit in der Schweiz aufhält, auf Art. 2 Anhang I des 
Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits 
über die Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkommen, FZA; SR 0.142.112.681) berufen. Im 
Anwendungsbereich des Abkommens hat das Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 
über Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR 142.20) nur insoweit Geltung, als das 
FZA keine abweichende Bestimmungen enthält oder das AuG günstigere 
Bestimmungen vorsieht (Art. 2 Abs. 2 AuG).

3.2 Gemäss Art. 5 Anhang I FZA dürfen gestützt auf das Freizügigkeitsabkommen 
eingeräumte Rechte durch Massnahmen eingeschränkt werden, die aus Gründen der 
öffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit gerechtfertigt sind (BGE 136 II 5 
E. 4.1, 130 II 176 E. 3.1; BVR 2003 S. 513 E. 2a; VGE 2013/244 vom 6.8.2014, E. 3.2 
[noch nicht rechtskräftig], 2011/493 vom 3.2.2012, E. 2.2 [bestätigt durch BGer 
2C_225/2012 vom 8.8.2012]); dabei sind bestimmte Richtlinien sowie die hierzu 
ergangene Rechtsprechung des EuGH zu beachten (vgl. Art. 16 FZA). Die Regelung 
von Art. 5 Anhang I FZA kann indes nicht zu Massnahmen gegen in der Schweiz 
befindliche Personen ermächtigen, die über diejenigen hinausgehen, welche im 
schweizerischen Recht vorgesehen sind. Demnach ist zunächst zu prüfen, ob 
ausserhalb des FZA eine Rechtsgrundlage vorhanden ist, auf welche sich die 
Verweigerung des Verbleibs des Beschwerdeführers in der Schweiz stützen lässt. Erst 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 9

bei Bejahung dieser Frage ist in einem nächsten Schritt zu prüfen, inwiefern das 
Freizügigkeitsabkommen zusätzliche Schranken auferlegt (BGE 130 II 176 E. 3.2; 
BGer 2C_236/2013 vom 19.8.2013, E. 4, 2C_221/2012 vom 19.6.2012, E. 3.2, 
2C_636/2010 vom 3.8.2011, E. 2.1).

3.3 Ausländische Ehepartnerinnen und -partner von Schweizer Staatsangehörigen 
haben Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie 
mit diesen zusammenwohnen (Art. 42 Abs. 1 AuG). Die Ansprüche nach Art. 42 AuG 
erlöschen unter anderem, wenn Widerrufsgründe nach Art. 63 AuG vorliegen (Art. 51 
Abs. 1 Bst. b AuG). Ein ausländerrechtlicher Widerrufs- bzw. Erlöschensgrund liegt 
insbesondere dann vor, wenn die Ausländerin oder der Ausländer rechtskräftig zu einer 
längerfristigen Freiheitsstrafe, d.h. zu einer solchen von mehr als einem Jahr, verurteilt 
worden ist (Art. 63 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 62 Bst. b AuG), wobei mehrere unterjährige 
Strafen nicht kumuliert werden dürfen und keine Rolle spielt, ob die Sanktion (teil-)be-
dingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.1; BVR 2013 
S. 543 E. 3.1). Eine längerfristige (rechtskräftige) Freiheitsstrafe ist sodann auch 
Grund, um eine Aufenthaltsbewilligung zu Erwerbszwecken zu widerrufen (Art. 62 
Bst. b AuG). – Der Beschwerdeführer wurde im Jahr 2007 zu einer Freiheitsstrafe von 
drei Jahren und sechs Monaten und im Jahr 2011 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 
drei Jahren (unter Einbezug der Reststrafe) verurteilt (vgl. vorne E. 2.1), womit er, was 
er anerkennt, einen Widerrufsgrund gesetzt hat (Art. 63 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 62 
Bst. b AuG; Beschwerde S. 4).

4.

4.1 Der Beschwerdeführer rügt, die gegen ihn gerichteten ausländerrechtlichen 
Massnahmen seien unverhältnismässig. Der Widerruf einer Bewilligung ist nur 
zulässig, wenn er aufgrund der im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung 
verhältnismässig erscheint (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101] und 
Art. 96 AuG). Im Rahmen dieser Beurteilung sind die öffentlichen Interessen an der 
Entfernungsmassnahme aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und die 
privaten Interessen der betroffenen Person am weiteren Verbleib in der Schweiz 
gegeneinander abzuwägen. Zu berücksichtigen ist die Gesamtheit der rechts-
wesentlichen Umstände im Einzelfall, namentlich die Schwere des Verschuldens, das 
Verhalten gegenüber der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Allgemeinen, die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 10

Rückfallgefahr, die Dauer der bisherigen Anwesenheit bzw. die Integration sowie die 
der betroffenen Person und ihrer Familie oder anderen Angehörigen drohenden 
Nachteile (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.4, 135 II 377 E. 4.3 und 4.5; BVR 2013 S. 543 
E. 4.1, 2011 S. 289 E. 5.1). Wird durch die Entfernungsmassnahme die weitere Pflege 
familiärer Beziehungen im Sinn von Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen 
Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) bzw. Art. 13 Abs. 1 BV beeinträchtigt, 
bilden Grundlage dieser Interessenabwägung Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 36 BV (vgl. 
etwa BGE 137 I 247 E. 4.1, 135 I 143 E. 2.1; EGMR 2.8.2001 i.S. Boultif gegen 
Schweiz, Ziff. 48 [Nr. 54273/00]; BVR 2013 S. 543 E. 4.1, 2011 S. 289 E. 5.1).

4.2 Die Aufenthaltsbewilligung einer ausländischen Person, die sich schon sehr 
lange in der Schweiz aufhält, soll nur mit besonderer Zurückhaltung widerrufen werden; 
allerdings ist dies bei wiederholter bzw. schwerer Straffälligkeit selbst dann nicht 
ausgeschlossen, wenn sie hier geboren ist und ihr ganzes bisheriges Leben im Land 
verbracht hat (BGE 139 I 16 E. 2.2.1, 31 E. 2.3.1; BGer 2C_819/2013 vom 24.1.2014, 
E. 3.3; BVR 2013 S. 543 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen). Im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 
EMRK sind für die Beurteilung der Zulässigkeit aufenthaltsbeendender Massnahmen 
die gleichen Elemente auch bei Ausländerinnen und Ausländern der zweiten 
Generation ausschlaggebend (vgl. im Einzelnen BGE 139 I 16 E. 2.2.2, 31 E. 2.3.3 je 
mit Praxisnachweisen). Nichts anderes kann für den Beschwerdeführer als Ausländer 
der dritten Generation gelten, wenn dieser Sachumstand auch angemessen in die 
Gewichtung seines Interesses am Verbleib in der Schweiz einfliessen muss.

5.

5.1 Die Vorinstanz hat insgesamt auf ein sehr gewichtiges öffentliches Interesse am 
Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und der Wegweisung geschlossen (E. 6d). Der 
Beschwerdeführer macht geltend, das öffentliche Interesse an seiner Wegweisung 
könne im heutigen Zeitpunkt nicht mehr als gewichtig bezeichnet werden (Beschwerde 
S. 6).

5.1.1 Das Verschulden, welches die betroffene Person mit der längerfristigen 
Freiheitsstrafe auf sich geladen hat, ist Ausgangspunkt der Beurteilung des öffentlichen 
Interesses. Die Vorinstanz schloss aufgrund der Schuldsprüche auf ein sehr schweres 
Verschulden des Beschwerdeführers (E. 6a/cc). Der Beschwerdeführer bringt dagegen 

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vor, er habe nie Menschenleben gefährdet und aufgrund des Umstands, dass er 
«pornografische Filmchen» auf seinem Mobiltelefon gespeichert gehabt habe, könne er 
nicht auf die Stufe eines Sexualstraftäters gestellt werden. Sämtliche strafbaren 
Handlungen könnten schliesslich zwei klar eingrenzbaren Zeitabschnitten zugeordnet 
werden. Sowohl die ersten 23 Jahre seines Lebens als auch mittlerweile seit mehreren 
Jahren habe er sich tadellos verhalten. Unter Berücksichtigung der langen deliktsfreien 
Phasen sei sein Verschulden stark zu relativieren (vgl. Beschwerde S. 6). – Der 
Beschwerdeführer übersieht vorab, dass sich die Schwere des Verschuldens 
regelmässig nach der Höhe der vom Strafgericht verhängten Strafen und nicht danach 
bemisst, wie lange er sich vor oder nach deliktisch aktiven Phasen oder Einzeltaten 
korrekt verhalten hat (vgl. BGE 134 II 10 E. 4.2 [Pra 97/2008 Nr. 87]; BVR 2013 S. 543 
E. 4.2; vgl. zu diesem Aspekt hinten E. 6). Er wurde 2007 zu einer Freiheitsstrafe von 
drei Jahren und sechs Monaten sowie 2011 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei 
Jahren verurteilt (vgl. vorne E. 2.1), d.h. unter zwei Malen zu einer Strafe, welche die 
Grenze deutlich übersteigt, bei der allein aufgrund des Strafmasses auf ein sehr 
schweres Verschulden zu schliessen ist (vgl. BGE 134 II 10 E. 4.3, der zwar im 
Zusammenhang mit der hier nicht anwendbaren sog. Reneja-Praxis ergangen, in 
Bezug auf das Verschulden indes gleichwohl massgebend ist). Ihm ist zwar darin zu 
folgen, dass ihn der Besitz von drei pornografischen Videos nicht auf die Stufe eines 
Sexualstraftäters stellt, bei denen das Bundesgericht ausländerrechtlich eine 
besonders strenge Praxis verfolgt. Der Beschwerdeführer übersieht allerdings, dass 
diese Rechtsprechung bei Delikten gegen die körperliche Integrität, zu welchen auch 
Raub, Körperverletzung und Raufhandel gehören, ebenfalls zu beachten ist (vgl. BGE 
125 II 521 E. 4a/aa; BVR 2008 S. 193 E. 6.2.1), allesamt Delikte, für die er mit Urteil 
vom 29. März 2007 bestraft wurde (vorne E. 2.1). Entgegen dem, was er vorzubringen 
scheint, begründen ein schweres Verschulden zudem bereits die mehrfach, teilweise 
qualifiziert, über eine längere Zeitdauer und aus rein finanziellen Beweggründen be-
gangenen Vermögensdelikte (solche wurden sowohl mit Strafurteil vom 27.9.2011 als 
auch mit Strafurteil vom 29.3.2007 abgeurteilt; zu den egoistischen Motiven dieser 
Delikte Vorakten MIDI pag. 202 f. und 173; dazu BGE 134 II 25 E. 4.3.1 [Pra 97/2008 
Nr. 101]; VGE 2011/241 vom 8.9.2011, E. 4.3.2 [bestätigt durch BGer 2C_839/2011 
vom 28.2.2012]). Angesichts der Vielzahl der Straftaten – 21 liegen bereits dem 
Strafurteil von 2007 zu Grunde – sowie der Höhe der verhängten Sanktionen hat die 
Vorinstanz zu Recht auf ein sehr schweres Verschulden des Beschwerdeführers 
geschlossen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 12

5.1.2 Wie die POM rechtsfehlerfrei ausführt, ist auch das Verhalten der betroffenen 
Person gegenüber der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Allgemeinen zu 
berücksichtigen. Die Mehrfach- oder eher Vielfachdelinquenz des Beschwerdeführers 
führt zum Schluss, dass er nicht willens oder fähig ist, sich an die hiesige 
Rechtsordnung zu halten und manifestiert dessen Uneinsichtigkeit, was das öffentliche 
Interesse an seiner Entfernung aus der Schweiz erhöht (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.1, 
137 II 297 E. 3.3; BVR 2013 S. 543 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen). Auf die korrekten 
Erwägungen der Vorinstanz (E. 6b), welche der Beschwerdeführer diesbezüglich im 
Übrigen nicht kritisiert, kann verwiesen werden.

5.1.3 Der Beschwerdeführer bestreitet insbesondere eine Rückfallgefahr 
(Beschwerde S. 4 f.). Eine solche ist jedoch, wie noch darzulegen ist, gegeben (vgl. 
hinten E. 6).

5.1.4 Somit ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz ein sehr gewichtiges 
öffentliches Interesse am Widerruf der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers 
und dessen Entfernung aus der Schweiz bejaht hat.

5.2 Hinsichtlich der privaten Interessen sind die Dauer seiner Anwesenheit und 
seine Integration in der Schweiz sowie die ihm und seiner Ehefrau drohenden 
Nachteile zu würdigen.

5.2.1 Der Beschwerdeführer kritisiert, die Vorinstanz habe sich mit der Frage seiner 
Aufenthaltsdauer nur sehr oberflächlich auseinandergesetzt, was mit der 
Begründungspflicht nicht vereinbar sei. Er halte sich ausserordentlich lange in der 
Schweiz auf, sei er doch als «Terzero» in der Schweiz aufgewachsen. Das sei bei der 
Interessenabwägung das alles entscheidende Kriterium (Beschwerde S. 6 f.). – Die 
POM hat durchaus beachtet, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz geboren und 
aufgewachsen ist; entsprechend hat sie auf eine langjährige Anwesenheitsdauer und 
die damit einhergehende Verbundenheit mit der Schweiz geschlossen (vgl. E. 7a und 
c). Wenn sie den (nicht bestrittenen) Umstand, dass er ein «Terzero» ist – laut seinen 
Angaben lebten bereits seine Grosseltern mütterlicherseits in der Schweiz und haben 
hier ihr Grab – nicht als «alles entscheidendes Element» gewichtet hat, liegt darin 
keine Verletzung der Begründungspflicht, sondern allenfalls ein Gewichtungsfehler. 
Unsachlich ist freilich nicht, wenn die Vorinstanz in diesem Zusammenhang relativie-
rend den Umstand hervorgehoben hat, dass der Beschwerdeführer seine 
Niederlassungsbewilligung zufolge seiner mit Strafurteil aus dem Jahr 2007 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 13

abgeurteilten multiplen Delinquenz im Jahr 2008 verloren und er mit Urteil des 
Verwaltungsgerichts Solothurn im gleichen Jahr ausdrücklich darauf aufmerksam 
gemacht worden ist, dass auf eine weitergehende Massnahme im Sinne einer zweiten 
Chance – gerade weil er hier aufgewachsen ist – verzichtet werde (vgl. E. 7b). Ob der 
Umstand, dass der Beschwerdeführer in dritter Generation in der Schweiz lebt, ein 
weiteres Mal den Ausschlag zu seinen Gunsten geben kann, ist, wovon auch die 
Vorinstanz grundsätzlich zu Recht ausgegangen ist (vgl. E. 7c), unter anderem nach 
Massgabe seiner Integration (sogleich E. 5.2.2 hiernach) im Rahmen der 
Gegenüberstellung der massgeblichen Interessen zu beurteilen (dazu hinten E. 5.3). 
Auch nach Ansicht des Verwaltungsgerichts darf aber in die Gewichtung dieses 
Sachumstands einfliessen, dass die Zeit, die der Beschwerdeführer in 
Untersuchungshaft oder im Strafvollzug verbracht hat, die Dauer seiner hiesigen 
Anwesenheit relativiert (vgl. BGE 134 II 25 E. 4.3 [Pra 97/2008 Nr. 101]; 
BGer 2C_267/2014 vom 18.3.2014, E. 4.1; BVR 2013 S. 543 E. 5.1, 2011 S. 193 
E. 6.2.2). In dem Sinn ist die Aufenthaltsdauer auch im Fall des Beschwerdeführers 
zwar ein wichtiges, aber nicht das alles entscheidende Kriterium. Sie ist letztlich auch 
bei ausländischen Personen dritter Generation lediglich – wenn auch gewichtiges – 
Indiz zur Beurteilung, wie erfolgreich sich Betreffende in der Schweiz integriert haben. 
Das ist in der Folge zu prüfen.

5.2.2 Der Beschwerdeführer bringt in Bezug auf seine Integration vor, dass er perfekt 
Mundart spreche, hier alle Schulen und seine Ausbildung absolviert, sich stets um 
Arbeit bemüht habe und immer mindestens temporär erwerbstätig gewesen sei. Es sei 
ihm in den letzten Jahren, auch mit Hilfe seiner Ehefrau gelungen, seinen 
Lebensunterhalt ordentlich zu bestreiten und seine finanzielle Situation zu bereinigen. 
Zum heutigen Zeitpunkt seien lediglich die Urteilskosten gegenüber dem Kanton 
Solothurn in der Höhe von Fr. 14'556.85 offen. Auch wenn er die Stelle bei seinem 
Schwiegervater bereits nicht mehr innehabe, sei er im heutigen Zeitpunkt erwerbstätig 
(Beschwerde S. 7, Eingabe vom 8.7.2014 [act. 9]). – Hinsichtlich der beruflichen 
Integration hat die Vorinstanz unbestritten festgestellt, dass der Beschwerdeführer 
nach seiner Ausbildung eine Zeit lang im gelernten Beruf tätig und anschliessend 
unregelmässig als Sicherheitsbeamter oder anderweitig bei verschiedenen 
Arbeitgebern gearbeitet hat, und er zeitweise auch arbeitslos war (E. 7c; vgl. auch 
vorne E. 2.4). Aktenkundig sind einige Arbeitsverträge ab 2008, der älteste datiert vom 
1. Januar 2008 (Rahmenvertrag betreffend Einsatz als Sicherheitsangestellter, 
Vorakten MIDI pag. 269 f.). Aus den Lohnabrechnungen von Januar bis August 2012 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 14

(Vorakten MIDI pag. 269 ff.) ergibt sich, dass der Beschwerdeführer stundenweise 
gearbeitet hat. Auch die dem Verwaltungsgericht eingereichten Lohnabrechnungen 
(act. 9A/2 und 3) belegen, dass der Beschwerdeführer im Mai 2014 lediglich 55 h für 
die E._____ GmbH tätig war und für die F.________ während vier Wochen im 
Bereitschaftsdienst stand, mithin keine Einsätze hatte. Diese stundenweise 
Arbeitstätigkeit ist zwar anzuerkennen, begründet allein aber, gerade angesichts der 
langen Aufenthaltsdauer und der in der Schweiz absolvierten Schul- und 
Berufsbildung, noch keine nennenswerte berufliche Integration. Unbelegt geblieben ist, 
in welchem Umfang der Beschwerdeführer während der relativ kurzen Zeit seit der 
Entlassung in das Arbeitsexternat bis zur Kündigung dieses Arbeitsverhältnisses – 
Ende Februar bis Ende Juli 2014 – bei seinem Schwiegervater zum Einsatz kam (vgl. 
E. 2.4). Daraus kann er daher nicht viel für sich ableiten (vgl. Art. 90 AuG). Weiter ist 
aktenkundig, dass der Beschwerdeführer teilweise arbeitslos war (vgl. vorne E. 2.4). 
Auch wenn nicht ersichtlich oder vorgebracht ist, dass er je von Sozialhilfeleistungen 
abhängig gewesen wäre, kann seine berufliche Integration nach dem Gesagten nicht 
als gelungen bezeichnet werden. Hingegen kritisiert der Beschwerdeführer zu Recht, 
dass die Vorinstanz unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Integration insgesamt die 
offene Forderung des Kantons Solothurn für Gerichtskosten doppelt gewertet hat 
(angefochtener Entscheid E. 7c; vgl. vorne E. 2.4). Ihm ist positiv anzurechnen, dass er 
offenbar seine Schulden in den letzten Jahren abbauen konnte. Allerdings ist nicht 
ausser Acht zu lassen ist, dass noch immer Beträge in der Höhe von über Fr. 20'000.-- 
offen stehen (vorne E. 2.4). Hingegen ist dem Beschwerdeführer mit der Vorinstanz 
nicht besonders anzurechnen, dass er, nachdem er in der Schweiz aufgewachsen ist, 
seinem Bekunden nach perfekt Mundart spricht und mit den hiesigen Gewohnheiten 
vertraut ist (Beschwerde S. 7; angefochtener Entscheid E. 7c). Der Vorinstanz ist 
sodann grundsätzlich darin zu folgen (E. 7c), dass mangels entsprechender 
Darlegungen nicht von sozialen Kontakten zur einheimischen Bevölkerung auszugehen 
ist, welche auf eine besondere Verwurzelung des Beschwerdeführers in den 
schweizerischen Verhältnissen schliessen liessen; er ist seit einigen Jahren aber 
immerhin mit einer Schweizerin verheiratet, was eine gewisse Verbundenheit mit den 
hiesigen Verhältnissen nahelegt. Schliesslich hat die Vorinstanz zu Recht erwogen, 
dass die Respektierung der rechtsstaatlichen Ordnung ein wichtiger Aspekt jeglicher 
Integration darstellt (vgl. Art. 4 Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über die 
Integration von Ausländerinnen und Ausländern [VIntA; SR 142.205]), weshalb auch 
die schwerwiegende Delinquenz des Beschwerdeführers gegen eine erfolgreiche 
Integration spricht. Gesamthaft kann deshalb mit der Vorinstanz, auch wenn der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 15

Beschwerdeführer in dritter Generation hier lebt und sich auch immer wieder um Arbeit 
bemüht hat, nicht von einer gelungenen Integration gesprochen werden.

5.2.3 Der Beschwerdeführer führt sodann aus, dass seiner Ehefrau nicht zugemutet 
werden könne, mit ihm nach Italien auszureisen, da auch sie hier geboren und 
aufgewachsen sei, kaum Italienisch spreche, hier eine Festanstellung habe und sich ihr 
gesamtes familiäres Umfeld in der Schweiz befinde. Der angefochtene Entscheid 
verletze deshalb Art. 8 EMRK (Beschwerde S. 8). – Mit der Vorinstanz anerkennt das 
Gericht, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers ein namhaftes Interesse daran hat, 
weiterhin in der Schweiz zu leben, wo sie geboren und aufgewachsen ist und als … bei 
G.________ in … arbeitet. Ihr Leben hier aufzugeben, würde für sie vor diesem 
Hintergrund einen erheblichen Einschnitt bedeuten, umso mehr dann, wenn sie nicht 
auch über den italienischen Pass verfügen sollte (vgl. vorne E. 2.3). Die 
Beeinträchtigung des Ehelebens für den Fall, dass sie ihrem Ehemann nicht ins 
benachbarte Ausland folgen wollte, ist jedoch zu relativieren: Das Paar durfte, wie die 
Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat (E. 7e) – der Beschwerdeführer setzt sich mit 
deren Argumentation nicht substantiiert auseinander –, von Beginn weg nicht damit 
rechnen, dass es seine Ehe in der Schweiz würde leben können (vgl. etwa BGE 139 I 
31 E. 3.2; VGE 2013/101 vom 14.3.2014, E. 4.4.1 [noch nicht rechtskräftig]). Der 
Ehefrau war die deliktische Vergangenheit ihres Freundes und nachmaligen Ehemanns 
bekannt; auch war sie am ausländerrechtlichen Verfahren vor dem Solothurner Verwal-
tungsgericht im Jahr 2008, das zum Widerruf der Niederlassungsbewilligung führte, als 
Auskunftsperson beteiligt (vgl. Vorakten MIDI pag. 172; vorne E. 5.2.1). Im Zeitpunkt 
der Eheschliessung (Oktober 2010) war er bereits zu einer längerfristigen 
Freiheitsstrafe verurteilt worden (Urteil aus dem Jahr 2007, vorne E. 2.1), der 
erstinstanzliche Urteilstermin im hängigen Strafverfahren, das oberinstanzlich im Jahr 
2011 abgeschlossen wurde, stand kurz bevor (vorne E. 2.1; Vorakten MIDI pag. 183), 
und beim Vorfall vom August 2010 mit Schussabgabe ihres Freundes war sie an-
wesend und in die polizeiliche Untersuchung involviert (vorne E. 2.2; Vorakten MIDI 
pag. 11 ff., insb. 14 und 18). Aus dem Schreiben des MIDI vom 22. September 2011 
(Vorakten MIDI pag. 318 f.) eine vertrauensbegründende Zusicherung auf ein 
Bleiberecht ableiten zu wollen (Beschwerde S. 8, 11), ist verfehlt: Wie der 
Beschwerdeführer selber bemerkt, wurde es nahezu ein Jahr nach Eheschluss 
verfasst. Es antwortete sodann unter Bezug auf das Strafurteil aus dem Jahr 2007 
abschlägig auf sein Gesuch, ihm die Niederlassungsbewilligung zu erteilen, wurde also 
in völlig anderem Zusammenhang verfasst und bezog im Übrigen auch die weitere 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 16

Verurteilung nicht mit ein, da im fraglichen Zeitpunkt zwar das erstinstanzliche Straf-
urteil des Amtsgerichts Solothurn-Lebern vom 2. November 2010 ergangen, aber nicht 
rechtskräftig war. Unter diesen Umständen hat die Vorinstanz das private Interesse der 
Ehefrau am Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz nicht rechtsfehlerhaft 
gewichtet, zumal hier nicht die Ausreise ins ferne Ausland in Frage steht, sondern in 
den Nachbarstaat Italien. Dieser Sachumstand relativiert auch das Interesse des 
Beschwerdeführers selbst am Verbleib in der Schweiz. Namentlich kulturell und hin-
sichtlich der Möglichkeit, die Ehe auch über die Landesgrenzen hinweg zu leben, sind 
damit weit weniger einschneidende Konsequenzen als in anderen Fällen verbunden, 
selbst dann, wenn er und die Ehefrau, wie er vorbringt, keinerlei Beziehungen zu Italien 
haben sollten (dazu auch E. 5.2.4 hiernach).

5.2.4 Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, dass eine Reintegration in 
Italien, welches er nur aus früheren Sommerferien kenne, praktisch nicht möglich sei, 
habe er doch nie dort gelebt (Beschwerde S. 9). – Richtig ist, dass er sich wohl eher 
integrieren statt reintegrieren müsste, was mit einigen Anstrengungen verbunden ist. 
Allerdings stehen keine unüberwindbaren Hindernisse entgegen, dass er, 34-jährig, 
grundsätzlich gesund und der italienischen Sprache mächtig, in Italien heimisch 
werden kann. Entgegen seinem Vorbringen ist er auch nicht «ungelernt» (vgl. vorne 
E. 2.4). Dass es aufgrund der wirtschaftlichen Situation in Italien schwieriger als in der 
Schweiz sein dürfte, eine Arbeitsstelle zu finden, ändert nichts an dieser Einschätzung, 
sind doch auch alle in Italien lebenden Menschen mit diesen wirtschaftlichen 
Rahmenbedingungen konfrontiert. Dass die Möglichkeit der Wegweisung für den 
Beschwerdeführer eine psychische Belastung bedeutet und er deswegen offenbar 
professionelle Unterstützung in Anspruch nimmt (Beschwerde S. 9), ist glaubhaft. Wie 
er selbst ausführt, ist diese Belastung allerdings Folge des Drucks des hängigen 
ausländerrechtlichen Verfahrens. Einerseits hat er sich diesem aufgrund seines 
deliktischen Verhaltens selber ausgesetzt; andererseits sagen diese Situation und 
Belastung nichts über seine Fähigkeit und Möglichkeit aus, sich in Italien ein Leben 
aufzubauen. Schliesslich macht er zu Recht nicht geltend, dass im Nachbarland bei 
Bedarf keine psychologische oder psychiatrische Unterstützung erhältlich wäre.

5.2.5 Insgesamt gewichtet auf privater Seite vor allem der Sachumstand, dass der 
Beschwerdeführer in der Schweiz geboren und aufgewachsen ist und als Italiener der 
dritten Generation seinen Angaben nach keine nennenswerten gelebten Kontakte zu 
Verwandten oder Freunden in Italien hat. Sein Status als Ausländer der dritten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 17

Generation und die damit verbundene sehr lange Anwesenheitsdauer sind allerdings 
um die in Unfreiheit verbrachte Zeit zu relativieren. Darüber hinaus kann er keine 
sonderlich gelungene beruflich-wirtschaftliche oder (von seiner Ehe abgesehen) 
soziale Integration namhaft machen. Auch die eheliche Beziehung und die Interessen 
der Ehefrau fallen unter den gegebenen Umständen nicht wesentlich ins Gewicht. 
Schliesslich stehen seiner Ausreise sowie Integration in Italien keine unüberwindbaren 
Hindernisse entgegen. Angesichts dessen kann der Beschwerdeführer trotz seines 
biographischen Hintergrunds keine allzu bedeutenden privaten Interessen an seinem 
Verbleib in der Schweiz vorbringen.

5.3 Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interessen ergibt 
Folgendes: Der Beschwerdeführer hat eine Vielzahl von Delikten in einer breiten 
Palette, teilweise aus rein finanziellen Motiven begangen. Er wurde zu einer ersten 
Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten sowie einer weiteren Freiheitsstrafe 
von drei Jahren (Gesamtstrafe) verurteilt, was auf ein schweres Verschulden 
schliessen lässt. Im Verbund mit der Rückfallgefahr (dazu hinten E. 6) begründet dies 
ein sehr gewichtiges öffentliches Interesse an der strittigen Massnahme (vorne E. 5.1). 
Die entgegenstehenden privaten Interessen konzentrieren sich vor allem auf den 
Umstand, dass der Beschwerdeführer hier geboren und aufgewachsen und seine 
Ehefrau beruflich engagierte Schweizerin ist. Der Beschwerdeführer muss sich jedoch 
hinsichtlich der ihm und seiner Ehefrau drohenden Nachteile vorhalten lassen, dass er 
mit seinem Handeln die Beeinträchtigung seiner familiären Beziehung in Kauf 
genommen hat (BVR 2013 S. 543 E. 5.3.1). Zuungunsten beider fällt auch ins Gewicht, 
dass sie sich zum Eheschluss entschieden haben, als sie aufgrund der bereits 
abgeurteilten Delinquenz und des laufenden weiteren Strafverfahrens nicht damit 
rechnen konnten, die Ehe in der Schweiz leben zu können. Schliesslich stehen einem 
Leben in Italien keine unüberwindbaren Hindernisse entgegen. Die Ehe könnte zudem 
auch über die Landesgrenzen hinweg ohne allzu gravierende Einschränkungen gelebt 
werden. Insgesamt überwiegen die öffentlichen Interessen an der Entfer-
nungsmassnahme die gegenläufigen privaten Interessen. Der Widerruf der 
Aufenthaltsbewilligung erweist sich deshalb auch im Licht von Art. 8 EMRK und Art. 13 
BV als verhältnismässig. Aus dem Vertrauensschutz vermag der Beschwerdeführer 
schliesslich auch nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 18

6.

Zur Frage, ob die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung vor Art. 5 Abs. 1 
Anhang I FZA standhält, ist Folgendes zu erwägen:

6.1 Nach Art. 5 Anhang I FZA vermag eine strafrechtliche Verurteilung allein nicht 
ohne weiteres Entfernungs- oder Fernhaltemassnahmen zu rechtfertigen. Vielmehr 
bedarf es nach der Rechtsprechung einer tatsächlichen und hinreichend schweren 
sowie einer gegenwärtigen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung 
(BGE 137 II 233 E. 5.3.3, 131 II 329 E. 3.2 [Pra 95/2006 Nr. 52], je mit Hinweisen). 
Verlangt ist eine nach Art und Ausmass der möglichen Rechtsgüterverletzung zu 
differenzierende Wahrscheinlichkeit, dass die ausländische Person künftig die öffentli-
che Sicherheit und Ordnung stören wird. Mit Blick auf die Bedeutung des Grundsatzes 
der Freizügigkeit dürfen an die Wahrscheinlichkeit keine zu geringen Anforderungen 
gestellt werden. Allerdings hängen diese auch von der Schwere der möglichen 
Rechtsgüterverletzung ab; je schwerer diese ist, desto niedriger sind die 
Anforderungen an die in Kauf zu nehmende Rückfallgefahr (BGE 139 II 121 E. 5.3 
[Pra 103/2014 Nr. 1], 136 II 5 E. 4.2, 130 II 493 E. 3.3 [Pra 94/2005 Nr. 99], 176 
E. 4.3.1; BGer 2C_1141/2012 vom 1.5.2013, E. 2.1; VGE 2011/493 vom 3.2.2012, 
E. 3.2 [bestätigt durch BGer 2C_225/2012 vom 28.8.2012]). 

6.2 Die Vorinstanz hat auf eine gegenwärtige und hohe Rückfallgefahr geschlossen 
(E. 9d). Sie hat sich dabei insbesondere auf die Ausführungen des Obergerichts zur 
Strafzumessung gestützt, wonach der Beschwerdeführer während der laufenden 
Probezeit einschlägig rückfällig geworden sei (E. 9c). Der Beschwerdeführer kritisiert, 
die POM habe verkannt, dass er im Jahr 2011 wegen Delikten verurteilt worden sei, 
welche er in den Jahren 2007 und 2008 begangen habe. Seither habe er aus seinen 
Fehlern gelernt und sich nichts mehr zuschulden kommen lassen. Er habe auch mit 
Hilfe seiner Ehefrau sein Leben geändert und sich seither stets an die Gesetze 
gehalten. Die Straftaten würden sich auf zwei abgrenzbare Deliktsphasen 
konzentrieren, welche von finanziellen Schwierigkeiten, falschen Freunden sowie 
mehreren Beziehungskrisen geprägt gewesen seien. Er sei nun älter und reifer 
geworden und bereue seine Taten zutiefst. Weiter führt er aus, dass er eine Familie 
gründen wolle, was ihm zusätzlich den nötigen Halt geben werde. Zudem sei er 
inzwischen vollständig beruflich integriert, könne er doch nach seiner Haftentlassung 
wiederum bei F.________ arbeiten. Aufgrund dieser positiven Zukunftsaussichten 
gehe von ihm keine tatsächliche, gegenwärtige und hinreichende Gefahr aus (vgl. Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 19

schwerde S. 4 f.). – Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Besonders ins Gewicht 
fällt, dass der Beschwerdeführer noch während laufendem Strafvollzug rückfällig wurde 
(vorne E. 2.1). Sodann ist das Wohlverhalten des Beschwerdeführers seit 
Deliktsbegehung ab September 2008 stark zu relativieren: Er stand in dieser Zeit 
grösstenteils entweder unter dem Druck einer strafrechtlichen Probezeit (28.12.2007 
bis 27.2.2009 [act. 6A] sowie ab 5.8.2014 [act. 14A]), eines hängigen Strafverfahrens 
(28.8.2008 bis 27.9.2011 [Vorakten MIDI pag. 93, 182]) sowie der ausländerrechtlichen 
Widerrufs- und Wegweisungsverfahren (5.8.2008 bis 12.11.2008 [Vorakten MIDI 
pag. 105, 170 ff.] sowie ab 2.3.2012 bis heute [Vorakten MIDI pag. 257 f.]) oder er 
befand sich im Strafvollzug (11.9.2012 bis 4.8.2014 [act. 14A]). In diesem 
Zusammenhang ist auch zu erwähnen, dass die Prognose im Hinblick auf die bedingte 
Entlassung des Beschwerdeführers per 5. August 2014 – sie lautet zurückhaltend auf 
«eher» günstig – nicht zuletzt mit Blick auf das hängige ausländerrechtliche Verfahren 
gestellt worden ist in der Annahme, dem Beschwerdeführer sei wohl bewusst, dass er 
keine weiteren strafbaren Handlungen mehr begehen dürfe, um überhaupt eine 
Chance zu haben, in der Schweiz bleiben zu können (act. 14A S. 5). Die bedingte 
Entlassung wurde zudem über die übliche Sozial- und Fachhilfe hinaus mit der 
Anweisung verbunden, insbesondere eine Deliktsbearbeitung durchzuführen und die 
Gewaltberatung bei der Bewährungshilfe weiterzuführen (Ziff. 3 und 4 der Verfügung 
vom 22.7.2014; act. 14A). Auch nach der Entlassung aus dem Strafvollzug im Jahr 
2007 verhielt sich der Beschwerdeführer mehrfach aggressiv, indem er in eine 
Schlägerei und in eine weitere Auseinandersetzung involviert war, bei der er, was er 
eingesteht, zur Waffe griff und einen Schuss auf einen Menschen abgab (vorne E. 2.2). 
Die mit Anklageschrift vom 16. September 2014 überwiesenen Delikte bestreitet er im 
Übrigen im Grundsatz nicht, sondern führt bloss aus, er habe die Auseinandersetzung, 
bei welcher es zur Schussabgabe kam, nicht gesucht (vgl. act. 18). Er hat sodann aus 
rein finanziellen Motiven Vermögensdelikte begangen, ohne in einer Notlage gewesen 
zu sein. Es ist zwar anzuerkennen, dass der Beschwerdeführer heute immerhin un-
regelmässig einer Arbeit nachgeht. Diese begründet aber keine gefestigte 
Erwerbssituation, welche ihn in der Deliktsabstinenz unterstützen könnte (dazu vorne 
E. 5.2.2). Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers ändert auch seine in der 
Zwischenzeit geschlossene Ehe diese Einschätzung nicht wesentlich; der Beschwerde-
führer war bereits zum Zeitpunkt der Deliktsbegehung mit seiner heutigen Ehefrau 
liiert. Seine intakte Beziehung vermochte ihn schon damals nicht davon abzuhalten, 
straffällig zu werden. Diese Ausgangslage zeigt sich heute nicht wesentlich anders. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 20

6.3 In Würdigung der gesamten Umstände ist nicht zu beanstanden, dass die 
Vorinstanz beim Beschwerdeführer eine nach Art und Ausmass der möglichen 
Rechtsgüterverletzungen (insb. körperliche Integrität, Vermögen) gegenwärtige, 
tatsächliche und hinreichend schwere Rückfallgefahr angenommen hat. Der 
angefochtene Entscheid hält demnach ebenfalls im Licht von Art. 5 Anhang I FZA der 
Rechtskontrolle stand.

7.

Zusammenfassend kommt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass die 
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers zu Recht widerrufen und dieser aus der 
Schweiz weggewiesen wurde. Da sich der Widerruf der Bewilligung und die 
Wegweisung als verhältnismässig erweisen, stellt sich die Frage nach der milderen 
Massnahme in Form einer Wegweisungsandrohung nicht (Rechtsbegehren Ziff. 3).

8.

Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, aufgrund der Umstände sei von einem 
Härtefall nach Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG auszugehen und ihm der weitere Aufenthalt 
ermessensweise zu bewilligen (Beschwerde S. 10).

8.1 Gemäss Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG kann von den Zulassungsvoraussetzungen 
abgewichen werden, um schwerwiegenden persönlichen Härtefällen oder wichtigen 
öffentlichen Interessen Rechnung zu tragen. Im Hinblick auf die Ermessensausübung 
kommt der Vorinstanz bzw. der Bewilligungsbehörde ein grosser Spielraum zu, wobei 
das Ermessen – wie jedes staatliche Handeln – pflichtgemäss auszuüben ist, d.h. im 
Rahmen von Verfassung und Gesetz nach sachlichen Grundsätzen, namentlich unter 
Beachtung von Sinn und Zweck der gesetzlichen Ordnung und der dort angelegten 
öffentlichen Interessen sowie des Gebots der rechtsgleichen Behandlung, der 
Verhältnismässigkeit und des Willkürverbots. Durch die Ermessensausübung soll 
insbesondere dem konkreten Einzelfall aus Billigkeitsgründen Rechnung getragen 
werden können, wenn das Gesetz keinen Rechtsanspruch auf Aufenthalt (mehr) ein-
räumt (vgl. BVR 2011 S. 193 E. 6.1.3, 2010 S. 481 E. 6.1 f. mit Hinweisen).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 21

8.2 Im vorliegenden Fall war zur Hauptsache zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer 
zufolge wiederholter Delinquenz die EU/EFTA-Bewilligung entzogen und er trotz Ehe 
mit einer Schweizerin weggewiesen werden darf. Unter beiden Aspekten hat der 
Beschwerdeführer grundsätzlich ein Anwesenheitsrecht in der Schweiz. Ergibt sich für 
die Anspruchsbewilligung, dass sich die Entfernungsmassnahme aufgrund des 
Widerrufsgrunds der Straffälligkeit mit Rücksicht auf die Gesamtumstände des 
Einzelfalls als verhältnismässig erweist, bleibt nach den Wertungen des Gesetzgebers 
kein Raum für eine ermessensweise Verlängerung der Bewilligung (vgl. BVR 2013 
S. 73 E. 3.2 mit Hinweisen). Eine Härtefallbewilligung fällt unter diesen Umständen 
ausser Betracht. Auch die (implizite) Verweigerung einer Ermessensbewilligung 
gestützt auf Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG durch die Vorinstanz erweist sich somit nicht als 
rechtsfehlerhaft.

9.

Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. Dem Beschwerdeführer ist eine konkrete 
Ausreisefrist anzusetzen, da er in der Zwischenzeit aus der Haft entlassen worden ist.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer an sich kostenpflichtig 
und hat keinen Anspruch auf Parteikostenersatz (Art. 108 Abs. 1 und 3 VRPG). Dem 
Beschwerdeführer wurde indes mit Zwischenverfügung vom 1. Oktober 2014 in Bezug 
auf die Verfahrenskosten im verwaltungsgerichtlichen Verfahren die unentgeltliche 
Prozessführung bewilligt (act. 16). Die Kosten des Verfahrens vor dem 
Verwaltungsgericht trägt daher vorerst der Kanton Bern; der Beschwerdeführer ist 
diesem gegenüber zur Nachzahlung verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist 
(Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Parteikosten oder eine 
amtliche Entschädigung sind nicht zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG; 
act. 16).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28.11.2014, Nr. 100.2013.269U, Seite 22

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Dem Beschwerdeführer wird eine Ausreisefrist 
angesetzt auf den 15. Januar 2015.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 2'500.--, werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Die 
Kosten trägt vorerst der Kanton Bern. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht 
des Beschwerdeführers.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern 
- dem Bundesamt für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110), oder, soweit es die Ermessensbewilligung betrifft, 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. BGG geführt werden.