# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3abc65af-4f96-561d-b1ac-49dcd33699db
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-07-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 03.07.2006 B 2006/91
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2006-91_2006-07-03.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2006/91

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 03.07.2006

Entscheiddatum: 03.07.2006

Entscheid Verwaltungsgericht vom 3. Juli 2006
Ausländerrecht, Art. 10 Abs. 1 lit. a und Art. 11 Abs. 3 ANAG (sGS 142.20). 
Rechtmässigkeit der Ausweisung eines mazedonischen Staatsangehörigen, 
der seit 1994 in der Schweiz lebt und wegen verschiedener Delikte, 
insbesondere Gewalttaten, mit insgesamt 26 Monaten Gefängnis bestraft 
wurde (Verwaltungsgericht, B 2006/91).

Anwesend: Präsident Prof. Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter Dr. E. Oesch-Frischkopf, 

lic. iur. A. Linder, Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener; Gerichtsschreiber lic. iur. Th. Vögeli

_______________

In Sachen

S.Z.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. E.,

 

gegen

 

Justiz- und Polizeidepartement des Kantons St. Gallen,

Oberer Graben 32, 9001 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Vorinstanz,

 

betreffend

 

Ausweisung

 

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ S.Z., geboren 1979, ist mazedonischer Staatsangehöriger. Er gelangte 1994 

zusammen mit seiner Mutter und zwei Geschwistern im Rahmen des Familiennachzugs 

zu seinem in Goldach wohnhaften Vater. Das Ausländeramt erteilte ihm nach der 

Einreise eine Niederlassungsbewilligung.

1996/1997 wurde S.Z. wegen SVG-Delikten sowie wegen Hehlerei, Körperverletzung, 

Tätlichkeiten und geringfügigen Vermögensdelikts mit Bussen von Fr. 100.-- und Fr. 

350.-- sowie fünf Halbtagen Arbeitsleistung und einer Einschliessung von sechs Tagen 

bestraft. Am 21. Januar 1999 wurde er von der Gerichtskommission Rorschach wegen 

einfacher Körperverletzung, Unterlassung der Nothilfe, mehrfachen Diebstahls, 

mehrfachen Hausfriedensbruchs, geringfügigen Vermögensdelikts sowie Entwendung 

eines Fahrrads zum Gebrauch mit zwölf Monaten Gefängnis und einer Busse von Fr. 

200.-- bestraft. Die Gefängnisstrafe wurde mit einer Probezeit von fünf Jahren bedingt 

ausgesprochen und die Einschliessung von sechs Tagen vollziehbar erklärt. Am 2. 

Oktober 2003 wurde S.Z. vom Kreisgericht Rorschach wegen mehrfacher 

Beschimpfung sowie wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte mit 

zwei Monaten Gefängnis bestraft, wobei die im Urteil vom 21. Januar 1999 

angeordnete Probezeit um zweieinhalb Jahre verlängert wurde. Am 11. November 2004 

sprach das Kreisgericht Rorschach S.Z. des Angriffs, der einfachen Körperverletzung 

sowie der mehrfachen einfachen Körperverletzung an einem Wehrlosen schuldig und 

verurteilte ihn zu zwölf Monaten Gefängnis, bedingt erlassen auf eine Probezeit von vier 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Jahren. Gleichzeitig wurde die im Urteil vom 21. Januar 1999 bedingt ausgesprochene 

Gefängnisstrafe von zwölf Monaten vollziehbar erklärt. Ausserdem wurde S.Z. für fünf 

Jahre des Landes verwiesen, wobei der bedingte Vollzug dieser Nebenstrafe mit einer 

Probezeit von vier Jahren gewährt wurde. Im Berufungsverfahren bestätigte das 

Kantonsgericht mit Urteil vom 9. Mai 2005 die Schuldsprüche und Strafen, verlängerte 

aber die Probezeiten auf jeweils fünf Jahre.

1997 war S.Z. vom Ausländeramt verwarnt worden, und am 15. Februar 2000 wurde 

ihm die Ausweisung aus der Schweiz angedroht.

Mit Verfügung vom 23. März 2006 wies das Ausländeramt S.Z. für die Dauer von fünf 

Jahren aus der Schweiz aus. Zur Begründung wurde im wesentlichen angeführt, sein 

Verhalten habe zu schweren Klagen Anlass gegeben.

B./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 6. April 2006 erhob S.Z. Rekurs, der vom 

Justiz- und Polizeidepartement mit Entscheid vom 26. April 2006 abgewiesen wurde.

C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 11. Mai 2006 erhob S.Z. Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid sei aufzuheben und es 

sei von einer Ausweisung abzusehen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur 

Begründung wird im wesentlichen vorgebracht, der Beschwerdeführer bestreite nicht, 

dass in bezug auf seine Verurteilungen die Voraussetzungen für eine Ausweisung 

gegeben seien. Die Ausweisung sei jedoch nicht verhältnismässig, insbesondere auch 

nach Konsultation des Entscheids des Kantonsgerichts vom 9. Mai 2005. Der 

Beschwerdeführer sei sich bewusst, dass er sein Leben und Verhalten ändern müsse 

und sei auch gewillt, dies zu tun. Eine Ausweisung würde im vorliegenden Fall eine 

unzumutbare Massnahme darstellen und einer Verhältnismässigkeitsprüfung nicht 

standhalten. Auf die einzelnen Vorbringen wird, soweit wesentlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 6. Juni 2006 auf Abweisung der 

Beschwerde.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der 

Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in 

Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 11. Mai 2006 

entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 

in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten.

2./ Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der 

Ausländer (SR 142.20, abgekürzt ANAG) kann ein Ausländer aus der Schweiz 

ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich 

bestraft wurde (lit. a) oder wenn sein Verhalten im allgemeinen und seine Handlungen 

darauf schliessen lassen, dass er nicht gewillt oder nicht fähig ist, sich in die im 

Gaststaat geltende Ordnung einzufügen (lit. b).

Die Ausweisung kann befristet, aber nicht für weniger als zwei Jahre, oder unbefristet 

ausgesprochen werden (Art. 11 Abs. 1 ANAG). Sie soll nur verfügt werden, wenn sie 

nach den gesamten Umständen angemessen erscheint (Art. 11 Abs. 3 Satz 1 ANAG).

a) Art. 10 Abs. 1 ANAG ist eine typische "Kann-Bestimmung". Das Gesetz schreibt 

beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen nicht zwingend die Anordnung einer 

Ausweisung vor, sondern es räumt der Verwaltung diesbezüglich einen 

Ermessensspielraum ein. Das Verwaltungsgericht ist zur Ueberprüfung der 

Angemessenheit einer Verfügung oder eines Entscheides nicht befugt (Art. 61 Abs. 1 

und 2 VRP). Es darf daher auch bei der Prüfung der Angemessenheit im Sinne von Art. 

11 Abs. 3 Satz 1 ANAG nicht sein eigenes Ermessen - im Sinne einer Prüfung der 

Opportunität bzw. der Zweck-

mässigkeit der Massnahme - anstelle des Ermessens der Verwaltung stellen (VerwGE 

vom 11. November 2003 i.S. M.B.A. mit Hinweis auf VerwGE vom 17. August 1999 i.S. 

J. und S.R.; BGE 125 II 107). Es kann nur überprüfen, ob der Entscheid der Verwaltung 

auf einer Ueberschreitung bzw. einem Missbrauch des Ermessens beruht und damit 

rechtswidrig ist (GVP 1996 Nr. 9 mit Hinweisen).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Für die Beurteilung der Angemessenheit der Ausweisung im Sinne von Art. 11 Abs. 3 

ANAG bzw. der Verhältnismässigkeit sind namentlich die Schwere des Verschuldens 

des Ausländers, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz sowie die ihm und seiner 

Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (Art. 16 Abs. 3 der Vollzugsverordnung 

zum ANAG, SR 142.201).

Je länger ein Ausländer in der Schweiz gelebt hat, desto strengere Anforderungen sind 

an die Gründe für eine Ausweisung zu stellen. Dabei ist zu berücksichtigen, in welchem 

Alter sich der Ausländer in der Schweiz niedergelassen hat. Selbst bei Ausländern der 

zweiten Generation ist aber eine Ausweisung grundsätzlich zulässig. Sie kommt 

namentlich dann in Betracht, wenn der Ausländer besonders schwere Gewalt-, Sexual- 

oder Betäubungsmitteldelikte begangen und wenn er wiederholt delinquiert hat. 

Personen, die ausgesprochen lange in der Schweiz gelebt haben, dürfen in der Regel 

ebenfalls nicht schon wegen einer einzelnen Straftat ausgewiesen werden, selbst wenn 

diese ernsthafter Natur ist. Vielmehr ist eine Ausweisung grundsätzlich erst bei 

wiederholten Straftaten von einigem Gewicht angebracht. Unter Berücksichtigung aller 

entscheidenden Umstände kann zwar auch eine einzelne Verurteilung wegen einer 

besonders schwerwiegenden Straftat zur Ausweisung führen, doch ist diese bei sehr 

langer Anwesenheit in der Regel erst anzuordnen, wenn eine sich zusehends 

verschlechternde Situation vorliegt, d.h. wenn der Ausländer, statt sich zu bessern, mit 

der deliktischen Tätigkeit fortfährt und sich namentlich immer schwerere Straftaten 

zuschulden kommen lässt (vgl. Bundesgerichtsurteil 2A.571/2005 vom 17. Januar 2006 

mit Hinweisen, unter anderem auf BGE 130 II 190).

b) Der Beschwerdeführer wurde am 21. Januar 1999 wegen einfacher Körperverletzung 

und mehrfachen Diebstahls sowie weiterer Delikte zu zwölf Monaten Gefängnis, am 2. 

Oktober 2003 wegen mehrfacher Beschimpfung sowie wegen Gewalt und Drohung 

gegen Behörden und Beamte zu zwei Monaten Gefängnis und am 9. Mai 2005 wegen 

Angriffs, einfacher Körperverletzung sowie mehrfacher einfacher Körperverletzung an 

einem Wehrlosen zu zwölf Monaten Gefängnis verurteilt. Insoweit sind die 

Voraussetzungen für die Anordnung einer Ausweisung gestützt auf Art. 10 Abs. 1 lit. a 

ANAG erfüllt, was in der Beschwerde nicht bestritten wird.

c) Im folgenden ist zu prüfen, ob die Ausweisung für die Dauer von fünf Jahren 

verhältnismässig ist.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschuldens und die 

fremdenpolizeiliche Interessenabwägung ist die vom Strafrichter verhängte Strafe (BGE 

129 II 216).

aa) Der Verurteilung vom 11. November 2004/9. Mai 2005 lagen verschiedene Angriffe 

in den Jahren 2001/2004 in Rorschach zugrunde. Aus dem Urteil des Kreisgerichts 

Rorschach geht hervor, dass S.Z. am 17. August 2001 vor der Trend-Bar in Rorschach 

direkt auf sein Opfer zuging und diesem grundlos und ohne Vorwarnung mit dem Kopf 

ins Gesicht und anschliessend vier- oder fünfmal mit der geschlossenen Faust ins 

Gesicht schlug. Sein Bruder kam im Laufe der Auseinandersetzung hinzu und schlug 

das Opfer

ebenfalls noch zwei- oder dreimal ins Gesicht. Am 13. Januar 2003 schlug der 

Beschwerdeführer im Laufe einer Aus-

einandersetzung in Rorschach seinen Widersacher nieder. Als dieser wehrlos am 

Boden lag, schlug er ihn ein paar Mal mit den Füssen, unter anderem in den Bereich 

von Hals und Kopf, wobei das Opfer das Bewusstsein verlor. Am 12. Februar 2004 

schlug der Beschwerdeführer in Rorschach einem Passanten die geballte Faust ins 

Gesicht. Das Opfer ging zu Boden, worauf der Beschwerdeführer während mehrerer 

Minuten sowohl mit dem Fuss und teilweise auch mit der Faust äusserst heftig und 

brutal auf den wehrlos am Boden liegenden Mann einschlug. Dabei traf er diesen 

mindestens zwanzigmal im Gesicht, am Rücken und am Arm. Anschliessend griff er die 

Freundin des Opfers an, stiess diese gegen eine Schau-

fensterscheibe, beschimpfte sie und spuckte sie an.

Das Kreisgericht Rorschach kam zum Schluss, der Beschwerdeführer habe mit klarem 

Wissen und Willen gehandelt. Er sei nicht davor zurückgeschreckt, auch noch auf das 

wehrlos am Boden liegende Opfer weiter einzuschlagen. Gewalt scheine mit System 

angewendet worden zu sein. Selbst Kleinigkeiten seien jeweils Anlass genug gewesen, 

um gewalttätig gegen Drittpersonen zu werden. Es fehle dem Beschwerdeführer nach 

wie vor die Einsicht in das Unrecht seiner Taten. An Schranken zeige er sich zwar 

geläutert, betrachte aber seine Vergehen, sofern er sie denn zugebe, nur als 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bagatellen. Schlägereien habe er als nichts aussergewöhnliches und damit alltägliches 

dargestellt. Für ihn sei selbstverständlich, dass Gewalt auch aus einem nichtigen Grund 

angewendet werden dürfe und sogar angewendet werden müsse. Der 

Handlungsunwert seiner Taten wiege damit insgesamt schwer.

Auch in fremdenpolizeilicher Hinsicht ist das Verschulden des Beschwerdeführers als 

gravierend zu qualifizieren. Der Beschwerdeführer griff wiederholt Personen ohne 

ersichtlichen Grund an, schlug diese und trat selbst dann noch auf seine Opfer ein, als 

diese wehrlos am Boden lagen. Erschwerend kommt hinzu, dass der 

Beschwerdeführer diese Tat während einer Probezeit verübt hatte, die wegen eines 

ähnlich gelagerten Deliktes ausgesprochen wurde. Bereits 1999 war er wegen 

einfacher Körperverletzung und Unterlassung der Nothilfe bestraft worden. Der 

Beschwerdeführer pflückte aus einem fremden Garten Früchte. Als er vom Besitzer 

ertappt wurde, schlug er diesen mit zwei Faustschlägen nieder, wobei das Opfer die 

Nase brach und der Oberkiefer vom Schädel abbrach. Das bewusstlose Opfer liess er 

mitten auf der Strasse liegen. Das Gericht erachtete das Verschulden von S.Z. bei 

dieser Tat als sehr schwer. Eine erste Verurteilung wegen Körperverletzung datiert 

übrigens bereits vom 19. Februar 1997. Der Beschwerdeführer ist somit während 

mehreren Jahren immer wieder durch Gewalttaten aufgefallen. Weder 

jugendstrafrechtliche Sanktionen noch bedingt ausgesprochene Strafen oder laufende 

Probezeiten, fremdenpolizeiliche Ermahnungen oder eine Androhung der Ausweisung 

vermochten ihn von seinem gewalttätigen Handeln abzuhalten. Insbesondere liess sich 

der Beschwerdeführer auch von relativ milden Strafen und Massnahmen nicht von 

seinem deliktischen Verhalten abbringen, sondern delinquierte mit zunehmend 

grösserer Intensität und liess sich immer schwerere Taten zuschulden kommen. Es ist 

geradezu eine Eskalation der Gewalttätigkeit festzustellen. Die wiederholten Straftaten, 

insbesondere die Gewalttätigkeit und Gewaltbereitschaft sowie der Umstand, dass der 

Beschwerdeführer wiederholt während einer Probezeit und trotz fremdenpolizeilicher 

Ermahnung und Verwarnung delinquierte, begründen ein gewichtiges öffentliches 

Interesse an der Ausweisung. Das Verhalten des Beschwerdeführers verstösst in 

hohem Masse gegen die öffentliche Ordnung.

bb) Der Beschwerdeführer beruft sich auf das Urteil des Kantonsgerichts vom 9. Mai 

2005 und macht geltend, es sei widersprüchlich, dass ihm das Kantonsgericht eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gute Prognose stelle, während das Ausländeramt und die Vorinstanz die Ausweisung 

angeordnet hätten.

Es ist unbestritten, dass das Kantonsgericht den Vollzug der strafrechtlichen 

Landesverweisung bedingt aufgeschoben hat, was bei der fremdenpolizeilichen 

Beurteilung zu berücksichtigen ist (BGE 122 II 435). Die Rechtmässigkeit bzw. 

Verhältnismässigkeit einer fremdenpolizeilichen Ausweisung ist indes nicht nach 

denselben Grundsätzen zu beurteilen wie die Frage des Vollzugs bzw. des Aufschubs 

einer strafrechtlichen Landesverweisung. Zwar trifft es zu, dass im Interesse der 

Rechtssicherheit und Rechtseinheit eine gewisse Koordination geboten ist. Das 

Bundesgericht bestätigte aber in einem neueren Urteil seine Praxis, wonach 

abweichende Entscheidungen zulässig sind. So erwog es, die Voraussetzungen für die 

beiden Entfernungsmassnahmen seien nicht deckungsgleich. Sie beruhten auf 

unterschiedlichen Interessenlagen. Die strafrechtliche Landesverweisung sei vorab auf 

die Person des betreffenden Ausländers ausgerichtet. So sei für den Entscheid über 

den bedingten Vollzug der strafrechtlichen Landesverweisung die Prognose über ein 

künftiges Wohlverhalten des Ausländers in der Schweiz entscheidend. Für den 

Entscheid über den probeweisen Aufschub nach Art. 55 Abs. 2 StGB sei einzig auf die 

Resozialisierungschancen abzustellen, wobei regelmässig die Aussichten auf 

Wiedereingliederung in der Schweiz denjenigen im Heimatland gegenüberzustellen 

seien. Demgegenüber stehe für den Entscheid über die fremdenpolizeiliche 

Ausweisung das allgemeine Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im 

Vordergrund. Der konkreten Prognose über das Wohlverhalten sowie dem 

Resozialisierungsgedanken des Strafrechts sei zwar im Rahmen der umfassenden 

fremdenpolizeilichen Interessenabwägung ebenfalls Rechnung zu tragen, die beiden 

Umstände gäben aber nicht den Ausschlag (BGE 125 II 110 mit Hinweisen). Bei der 

Beurteilung der Ausweisung stehen somit nicht die Resozialisierungschancen im 

Vordergrund; dem öffentlichen Interesse an der Fernhaltung straffälliger und 

insbesondere gewalttätiger Ausländer ist demgegenüber höheres Gewicht 

zuzumessen. Aufgrund dieser unterschiedlichen Beurteilungskriterien ist es nicht 

widersprüchlich, dass der Strafrichter den Vollzug der strafrechtlichen 

Landesverweisung bedingt aufschob, während das Ausländeramt und die Vorinstanz 

eine Ausweisung anordneten. Das Kantonsgericht hat zwar auch den Vollzug der 

aktuell ausgefällten Strafe bedingt aufgeschoben, aber gleichzeitig die am 21. Januar 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1999 ausgesprochene Gefängnisstrafe von zwölf Monaten zum Vollzug angeordnet. 

Die günstige Prognose wurde also nur im Hinblick auf den Vollzug einer 

Gefängnisstrafe von einem Jahr gestellt. Das Strafgericht ging also davon aus, dass 

nur der Vollzug einer Freiheitsstrafe auf den Verurteilten eine deutliche 

Warnungswirkung zeitige. Unzutreffend ist im übrigen die Behauptung des 

Beschwerdeführers, er habe sich während seines Sozialeinsatzes wie auch in der 

Halbgefangenschaft und am Arbeitsplatz stets wohlverhalten. Den brutalen Angriff vom 

12. Februar 2004 beging der Beschwerdeführer drei Tage nach Beginn des 

Strafvollzugs in Form von gemeinnütziger Arbeit im Pflegeheim Helios. Von einem 

klaglosen Verhalten während des Stafvollzugs kann somit nicht gesprochen werden. 

Fest steht ausserdem, dass dem Beschwerdeführer die Anstellung bei der Bautec 

GmbH fristlos gekündigt wurde. Ueber die Gründe für diese Kündigung macht er keine 

näheren Angaben, weshalb davon auszugehen ist, dass sie auf ein Fehlverhalten des 

Beschwerdeführers zurückzuführen ist. Unter diesen Umständen ist auch die 

Zusicherung einer festen Anstellung nach dem Ablauf des befristeten Arbeitsvertrages 

nicht geeignet, dass dem Beschwerdeführer eine gute Prognose gestellt werden kann. 

Zugute zu halten ist dem Beschwerdeführer immerhin, dass er sich auch nach dem 

Strafvollzug um eine Arbeitsstelle bemüht, dass er seit Februar 2004 nicht mehr 

straffällig geworden ist und sich beim Vollzug der Gefängnisstrafe in der Anstalt 

Gmünden wohlverhalten hat.

cc) Nicht zu beanstanden ist schliesslich, dass das Ausländeramt die Ausweisung erst 

nach dem Vollzug der Freiheitsstrafe anordnete. Inwiefern dies gegen geltendes Recht 

verstösst, legt der Beschwerdeführer nicht dar. Wäre die Ausweisung in einem früheren 

Zeitpunkt angeordnet worden, hätte dies den Vollzug der Freiheitsstrafe nicht berührt.

dd) Der Beschwerdeführer gelangte 1994 im Alter von rund vierzehneinhalb Jahren in 

die Schweiz. Er lebt somit seit rund zwölf Jahren in der Schweiz. In dieser Zeit mag 

eine gewisse soziale Integration stattgefunden haben. Von einer weitgehenden 

Eingliederung in die schweizerischen Verhältnisse kann allerdings angesichts der 

Vielzahl und der Art der Straftaten nicht gesprochen werden. Auch in beruflicher 

Hinsicht konnte sich der Beschwerdeführer nicht in wesentlichem Masse integrieren. 

Eine Anlehre als Bäcker brach er nach rund neun Monaten ab. Darnach arbeitete er an 

verschiedenen Stellen als Hilfsarbeiter und war auch während längerer Zeit arbeitslos. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Eine Stelle als Gipser wurde ihm fristlos gekündigt. Selbst wenn das derzeitige 

befristete Arbeitsverhältnis in eine feste Anstellung umgewandelt würde, könnte dem 

Beschwerdeführer aufgrund seines bisherigen Verhaltens als Arbeitnehmer kein 

besonders gutes Zeugnis ausgestellt werden.

ee) Der Beschwerdeführer ist unverheiratet und hat keine familiären 

Unterstützungspflichten. Er hat seine Jugendzeit in Mazedonien verbracht, bewegt sich 

auch heute noch vorwiegend in Kreisen seiner Landsleute und spricht die Sprache 

seines Herkunftslandes. Als junger Mann ohne familiäre Verpflichtungen hat er die 

Möglichkeit, sich auch nach einer längeren Abwesenheit wieder in Mazedonien 

zurechtzufinden und dort neue persönliche Beziehungen aufzubauen, zumal er die 

Sprache seines Herkunftslandes beherrscht. In familiärer Hinsicht können ebenfalls 

keine besonderen Umstände zugunsten des Beschwerdeführers berücksichtigt 

werden. Insbesondere kann aufgrund der persönlichen Situation auch nicht ernstlich 

von einem Härtefall gesprochen werden. Bei einer Rückkehr nach Mazedonien sind 

keine überdurchschnittlichen Nachteile ersichtlich. Der Beschwerdeführer befindet sich 

in derselben Lage wie zahlreiche seiner Landsleute, die nach einem längeren Aufenthalt 

in der Schweiz unfreiwillig in ihr Herkunftsland zurückkehren müssen.

d) Die zahlreichen Straftaten, die gesamthaft ausgesprochenen Gefängnisstrafen von 

26 Monaten, die wiederholten und schweren Gewalttätigkeiten, die Eskalation der 

Straffälligkeit von leichteren zu schwerwiegenden Delikten und die fehlende Wirkung 

von bedingt ausgesprochenen Strafen bzw. Probezeiten und von Ermahnungen bzw. 

Verwarnungen lassen das öffentliche Interesse an der Ausweisung trotz des in letzter 

Zeit festzustellenden Wohlverhaltens und der Beteuerungen, sich zu bessern, 

gewichtiger erscheinen als das persönliche Interesse des Beschwerdeführers am 

Verbleib in der Schweiz. Zusammenfassend kommt das Verwaltungsgericht aufgrund 

der vorstehenden Erwägungen zum Schluss, dass die Vorinstanz die massgebenden 

Aspekte zutreffend gewichtet und die Verhältnismässigkeit der Ausweisung des 

Beschwerdeführers für die Dauer von fünf Jahren zu Recht bejaht hat. Folglich ist die 

Beschwerde als unbegründet abzuweisen.

3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS 

941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.

Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).

Demnach hat das Verwaltungsgericht zu Recht erkannt:

1./ Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./ Der Beschwerdeführer bezahlt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von

Fr. 2'000.-- unter Verrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

3./ Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V. R. W.

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

 

Zustellung dieses Entscheides an:

 

 

am:

 

Rechtsmittelbelehrung:

den Beschwerdeführer (durch Rechtsanwalt lic. iur. E.)–

die Vorinstanz–

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Soweit eine Verletzung von Bundesrecht bzw. eines Rechtsanspruchs auf Erteilung 

einer Bewilligung geltend gemacht wird (Art. 100 lit. b Ziff. 3 und Art. 104 lit. a und b 

OG), kann gegen diesen Entscheid innert dreissig Tagen seit der Eröffnung 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 

14, eingereicht werden.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Verwaltungsgericht vom 3. Juli 2006
	Ausländerrecht, Art. 10 Abs. 1 lit. a und Art. 11 Abs. 3 ANAG (sGS 142.20). Rechtmässigkeit der Ausweisung eines mazedonischen Staatsangehörigen, der seit 1994 in der Schweiz lebt und wegen verschiedener Delikte, insbesondere Gewalttaten, mit insgesamt 26 Monaten Gefängnis bestraft wurde (Verwaltungsgericht, B 2006/91).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T16:53:21+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen