# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4995847c-b619-57de-b0c3-c80e0ac8b45d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 10.11.2025 SBK 2025 73
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SBK-2025-73_2025-11-10.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Entscheid vom 10. November 2025
mitgeteilt am 10. November 2025

Referenz SBK 25 73

Instanz Schuldbetreibungs- und Konkurskammer als Aufsichtsbehörde 
über Schuldbetreibung und Konkurs

Besetzung Cavegn, Vorsitz
Wöll, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____ AG
Beschwerdeführerin

Gegenstand Nichtbekanntgabe der Betreibung an Dritte

Anfechtungsobj. Verfügung des Betreibungs- und Konkursamt der Region Plessur 
vom 25. August 2025, mitgeteilt am 25. August 2025

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Sachverhalt

A. Die B._____ AG mit Sitz in Düdingen, vertreten durch die C._____ SA mit 
Sitz in O.1._____ (nachfolgend Gläubigerin), stellte gegen die A._____ AG mit Sitz 
in O.2._____ ein Betreibungsbegehren über CHF 2'162.00. Der Zahlungsbefehl 
wurde vom Betreibungs- und Konkursamt der Region Plessur (nachfolgend 
Betreibungsamt Plessur) am 7. Februar 2025 ausgestellt und der A._____ AG am 
12. Februar 2025 zugestellt, welche gleichentags Rechtsvorschlag erhob. In der 
Folge wurde ein Verfahren zur Beseitigung des Rechtsvorschlags durch ein 
Schlichtungsgesuch bei der Schlichtungsbehörde Bern-Mittelland anhängig 
gemacht. Am 30. April 2025 wurde eine Schlichtungsverhandlung durchgeführt, 
woraufhin die Schlichtungsbehörde den Parteien einen Entscheidvorschlag 
unterbreitete. Dieser wurde von der A._____ AG innert der angesetzten Frist 
abgelehnt und der Gläubigerin wurde am 6. Mai 2025 von der Schlichtungsbehörde 
Bern-Mittelland die Klagebewilligung erteilt.

B. Die A._____ AG stellte am 5. August 2025 beim Betreibungsamt Plessur ein 
Gesuch um Nichtbekanntgabe der Betreibung an Dritte, was der Gläubigerin 
angezeigt wurde. 

C. Die Gläubigerin beantragte mit Stellungnahme vom 19. August 2025 unter 
Beilage einer Kopie eines Entscheidvorschlags der Schlichtungsbehörde Bern-
Mitteland vom 30. April 2025 die Ablehnung des Gesuches. 

D. Mit Verfügung vom 25. August 2025 lehnte das Betreibungsamt Plessur das 
Gesuch ab. 

E. Dagegen gelangte die A._____ AG (nachstehend: Beschwerdeführerin) am 
26. August 2025 an das Obergericht des Kantons Graubünden als Aufsichtsbehörde 
in SchKG-Sachen und beantragte die Löschung der Betreibung. Die Gläubigerin 
habe die ihr zur Verfügung stehende Zeit von drei Monaten seit der 
Klagebewilligung unbenützt verstreichen lassen.  

F. Mit Stellungnahme vom 8. September 2025 beantragte das Betreibungsamt 
Plessur die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werde. 
Eventualiter sei die Beschwerde nach Prüfung der von der Schlichtungsbehörde 
erteilten Klagebewilligung gutzuheissen und die Betreibung Dritten nicht mehr 
bekanntgegeben zu werden.

G. Die Gläubigerin wurde mit Verfügung vom 23. Oktober 2025 zur 
Bekanntgabe aufgefordert, ob ein Verfahren zur Beseitigung des 

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Rechtsvorschlages eingereicht worden ist oder die Beschwerdeführerin die 
Forderung bezahlt hat. Dazu ging keine Stellungnahme ein.

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Erwägungen

1.1. Mit Ausnahme der Fälle, in denen dieses Gesetz den Weg der gerichtlichen 
Klage vorschreibt, kann gegen jede Verfügung eines Betreibungs- oder eines 
Konkursamtes bei der Aufsichtsbehörde wegen Gesetzesverletzung oder 
Unangemessenheit Beschwerde geführt werden (Art. 17 Abs. 1 SchKG). Im Kanton 
Graubünden amtet das Obergericht nach Art. 13 SchKG i.V.m. Art. 13 EGzSchKG 
als einzige Aufsichtsbehörde über die Betreibungs- und Konkursämter. Die interne 
Zuständigkeit fällt dabei der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer zu (Art. 11 
Abs. 1 der Verordnung über die Organisation und Geschäftsführung des 
Obergerichts [OGV; BR 173.010]).

1.2. Die Beschwerdeführerin ist zur Beschwerdeführung legitimiert, da sie als 
Betriebene ein schutzwürdiges Interesse an der Nichtbekanntgabe der Betreibung 
an Dritte und damit an der Aufhebung oder Abänderung der von der 
Beschwerdegegnerin erlassenen Verfügung hat.

1.3 Die Beschwerde ist schriftlich (Art. 17 Abs. 1 EGzSchKG) und binnen einer 
Frist von zehn Tagen ab Kenntnis der Verfügung (Art. 17 Abs. 2 SchKG) bei der 
Aufsichtsbehörde einzureichen. Vorliegend erfolgte die Eingabe an das Obergericht 
Graubünden fristgerecht.

1.4. Die Beschwerdeführerin beantragt in ihrer Eingabe vom 26. August 2025 die 
Löschung der Betreibung. Eine Löschung der Betreibung war indessen gar nicht 
Gegenstand des angefochtenen Entscheides, weshalb darauf insoweit nicht 
eingetreten werden könne. Offensichtlich ist das Begehren der Beschwerdeführerin 
jedoch dahingehend zu verstehen, dass das von ihr beim Betreibungsamt Plessur 
gestellte Gesuch um Nichtbekanntgabe der Betreibung an Dritte gutzuheissen sei. 
Nachdem die Beschwerde eine kurze Begründung enthält, ist darauf einzutreten. 

2.1. Betreibungsämter geben Dritten gemäss Art. 8a Abs. 3 lit. d SchKG keine 
Kenntnis von einer Betreibung, sofern der Schuldner nach Ablauf einer Frist von 
drei Monaten seit der Zustellung des Zahlungsbefehls ein entsprechendes Gesuch 
stellt und der Gläubiger nach Ablauf einer vom Betreibungsamt angesetzten Frist 
von 20 Tagen keinen Nachweis erbringt, dass rechtzeitig ein Verfahren zur 
Beseitigung des Rechtsvorschlags (Art. 79-84 SchKG) eingeleitet wurde. 

2.2. Unbestritten ist, dass das Gesuch auf Nichtbekanntgabe von Betreibungen 
an Dritte erst nach Ablauf der dreimonatigen Wartefrist eingereicht wurde. Die 
Wartefrist begann einen Tag nach Zustellung des Zahlungsbefehls und somit am 
13. Februar 2025 zu laufen und endete am 12. Mai 2025. Die Beschwerdeführerin 

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stellte das Gesuch am 5. August 2025, womit das Gesuch erst nach Ablauf der 
Wartefrist von drei Monaten gestellt wurde.

2.3. Der Nachweis der rechtzeitigen Verfahrenseinleitung zur Behebung des 
Rechtsvorschlags ist gemäss Art. 8a Abs. 3 lit. d SchKG innerhalb von 20 Tagen 
durch den Gläubiger zu erbringen. Am 5. August 2025 zeigte das Betreibungsamt 
Plessur der Gläubigerin das Gesuch um Nichtbekanntgabe der Betreibung mittels 
Fristansetzung von 20 Tagen zur Abgabe einer Erklärung an. In der Folge reichte 
die Gläubigerin einen Entscheidvorschlag der Schlichtungsbehörde Bern-Mittelland 
vom 30. April 2025 ein. Demgemäss wurde die Beschwerdeführerin zur Zahlung 
eines Betrages von CHF 1'380.00 zuzüglich Zins zu 5 % seit 12. Februar 2025 sowie 
Betreibungskosten von CHF 74.00 verpflichtet. Im Weiteren wurde der 
Rechtsvorschlag aufgehoben. Schliesslich wurde darauf hingewiesen, dass der 
Entscheidvorschlag als angenommen gilt und die Wirkungen eines rechtskräftigen 
Entscheids hat, wenn ihn keine Partei innert 20 Tagen seit der schriftlichen 
Eröffnung ablehnt (act. E.1.4). Innert der gesetzten Frist lehnte die 
Beschwerdeführerin den Entscheidvorschlag ab, worauf am 6. Mai 2025 die 
Klagebewilligung ausgestellt wurde (act. B.1). Die Eröffnung der Klagebewilligung 
berechtigte die Gläubigerin während dreier Monate zur Einreichung einer Klage 
beim Gericht. 

2.4. Die Gläubigerin erbrachte weder dem Betreibungsamt Plessur noch auf 
Aufforderung hin dem Obergericht den Nachweis, dass nach Erteilung der 
Klagebewilligung ein Verfahren zur Beseitigung des Rechtsvorschlags eingereicht 
wurde oder die Beschwerdeführerin die Forderung bezahlt hat. Vielmehr hat sie der 
Vorinstanz nicht mitgeteilt, dass die Beschwerdeführerin den Entscheidvorschlag 
abgelehnt hat und die Klagebewilligung in der Zwischenzeit ausgestellt wurde. 
Demgemäss sind die Voraussetzungen von Art. 8a Abs. 3 lit. d SchKG erfüllt und 
Dritten ist von der Betreibung keine Kenntnis zu geben. 

3. Damit ist die Beschwerde gutzuheissen und das Betreibungsamt Plessur 
anzuweisen, Dritten von der Betreibung der Gläubigerin gegen die 
Beschwerdeführerin keine Kenntnis zu geben. 

4. Sollte die Gläubigerin den Nachweis nachträglich erbringen, wird die 
Betreibung Dritten wieder zur Kenntnis gebracht.

5. Das Beschwerdeverfahren ist kostenlos (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG; 
Art. 61 Abs. 2 lit. a GebV SchKG). Im Beschwerdeverfahren werden zudem keine 
Parteientschädigungen zugesprochen (Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG).

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6. Der vorliegende Entscheid ergeht in einzelrichterlicher Kompetenz, da die 
Beschwerde offensichtlich begründet ist (Art. 38 Abs. 3 GOG [BR 173.000]).

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Es wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und das Betreibungs- und Konkursamt 
der Region Plessur wird angewiesen, Dritten von der Betreibung Nr. D._____ 
gegen die A._____ AG keine Kenntnis zu geben, bis die B._____ AG den 
Nachweis erbracht hat, dass rechtzeitig ein Verfahren zur Beseitigung des 
Rechtsvorschlags eingereicht wurde, oder die Betreibung fortgesetzt wird.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung] 

4. [Mitteilung an:]