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**Case Identifier:** 36f80810-14a9-5e5e-9f77-542031912ced
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.04.2015 IV 2013/178
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-178_2015-04-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/178

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 27.05.2020

Entscheiddatum: 21.04.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 21.04.2015
Art. 8 ATSG, Art. 28 IVG. 5_-jährige Versicherte, die 40 Jahre lang keiner 
Erwerbstätigkeit nachgegangen ist. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 
verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 
21. April 2015, IV 2013/178).

Entscheid Versicherungsgericht, 21.04.2015

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Evelyn Heiniger

Entscheid vom 21. April 2015

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Karl Gehler, LL.M., Hofmann Gehler Schmidlin, 

Hanfländerstrasse 67, Postfach 1539, 8640 Rapperswil SG,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ meldete sich am 26. Juli 2009 zum Bezug einer Rente bei der IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Im mit der Anmeldung eingereichten Bericht vom 

17. Dezember 2008 stellte Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Ophthalmologie, folgende 

Diagnosen: Amblyopie links, Presbyopie, beginnende Katarakt rechts sowie Diabetes 

mellitus ohne biomikroskopisch sichtbare diabetische Retinopathie. Er führte im 

Wesentlichen aus, die Visuswerte (Fernvisus rechts 0.7, links 0.2, Nahvisus rechts 0.5, 

links 0.2) seien für gewisse Tätigkeiten nur knapp genügend. Im Rahmen der 

Früherfassung führte der Hausarzt der Versicherten Dr. med. C.___, Facharzt FMH für 

Allgemeine Innere Medizin, am 31. Juli 2009 aus, die Versicherte leide an einer 

chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sowie einem Lungenemphysem, 

einer beginnenden pulmonalen Kachexie und es bestehe der Verdacht auf eine 

Lungenfibrose. Es seien körperlich leichte Tätigkeiten überwiegend im Sitzen im 

Umfang von acht Stunden täglich zumutbar (IV-act. 8). Am 5. August 2009 wurde der 

Versicherten mitgeteilt, dass zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen 

möglich seien und bezüglich der Erhebung der Einschränkung im Haushalt eine 

Abklärung vor Ort durchgeführt werde (IV-act. 11). Die Abklärungsperson kam zum 

Schluss, dass die Versicherte im Haushalt zu 18% eingeschränkt sei (IV-act. 20-7). Da 

die Versicherte seit 35 Jahren nicht mehr erwerbstätig gewesen war, wurde sie als zu 

50% erwerbstätig und zu 50% im Haushalt tätig eingestuft, was zu einem 

Invaliditätsgrad von 9% führte, da die Versicherte als zu 100% arbeitsfähig qualifiziert 

worden war.

A.b  Mit Verfügung vom 4. Januar 2010 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren (IV-

act. 25) ab. Zur Begründung führte sie an, die Versicherte sei zu 50% als Erwerbstätige 

und zu 50% als Hausfrau zu qualifizieren, wobei im erwerblichen Bereich keine und im 

Haushaltsbereich eine Einschränkung von 18% bestehe. Somit ergebe sich ein 

Invaliditätsgrad von 9% (IV-act. 26).

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A.c  Die Versicherte liess daraufhin am 4. Februar / 4. März 2010 Beschwerde erheben 

(IV-act. 31, 33). Mit Entscheid vom 26. Januar 2012 hob das Versicherungsgericht die 

Verfügung vom 4. Januar 2010 auf und wies die Sache zur ergänzenden Abklärung und 

neuer Verfügung an die IV-Stelle zurück. Zur Begründung kann auf den Entscheid 

verwiesen werden (IV 2010/46, IV-act. 44).

B.    

B.a  Die IV-Stelle ordnete daraufhin eine polydisziplinäre Begutachtung an (IV-act. 47). 

Am 15. und 16. Mai 2012 wurde die Versicherte dazu im ABI (Ärztliches 

Begutachtungsinstitut Basel GmbH) untersucht und begutachtet (IV-act. 61). Der 

psychiatrische Gutachter hielt fest, der affektive Kontakt sei sehr gut herstellbar und 

die Stimmung ausgeglichen gewesen. Die Aufmerksamkeit, die Auffassung und das 

Gedächtnis seien nicht beeinträchtigt gewesen. Insgesamt hätten keine 

psychopathologischen Befunde erhoben werden können. Die Versicherte habe 

intelligenzmässig entsprechend ihrem Ausbildungsniveau im Normbereich gelegen. Aus 

psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit (IV-

act. 61-7 f). – Der pneumologische Sachverständige hielt fest, die pneumologische 

Untersuchung habe eine kombinierte Ventilationsstörung mit leichter Restriktion und 

leichter Obstruktion gezeigt. Es bestehe gemäss Kriterien der American Medical 

Association aufgrund der lungenfunktionellen Werte eine medizinisch theoretische 

Ateminvalidität von 10-25%. Für körperlich leichte Arbeiten ohne Exposition mit Kälte, 

Nässe und Staub bestehe aus rein pneumologischer Sicht eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit. Für mittelschwere und schwere körperliche Tätigkeiten bestehe eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 61-11). – Die ophthalmologische Sachverständige 

hielt fest, es bestehe bei der Versicherten aufgrund einer Schielstellung am linken Auge 

eine angeborene Sehschwäche. Am rechten Auge zeige sich ein altersentsprechender 

Normalbefund. Aufgrund einer beginnenden Linsentrübung sei es am rechten Auge zu 

einer Herabsetzung der Sehschärfe und zu einer vermehrten Blendempfindlichkeit 

gekommen. Aufgrund der Sehschärfeminderung am funktionell einzigen Auge bestehe 

eine 20%ige Minderung der Arbeitsfähigkeit. Die ophthalmologische Gutachterin 

empfahl die Katarakt-Operation am rechten Auge (IV-act. 61-15). Insgesamt kamen die 

Gutachter zum Schluss, aus polydisziplinärer Sicht bestehe eine Arbeits- respektive 

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Leistungsfähigkeit von 80% für körperlich leichte, geeignete Tätigkeiten. Im Haushalt 

bestehe keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 61-17).

B.b  Mit Vorbescheid vom 28. November 2012 kündigte die IV-Stelle an, sie werde das

Rentengesuch der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 20% ablehnen. Dabei 

war die Versicherte aufgrund der aktuellen Situation neu als voll erwerbstätig qualifiziert 

worden (IV-act. 66).

B.c  Am 7. Februar 2013 liess die Versicherte dagegen Einwand erheben (IV-act. 69). 

Ihr Rechtsvertreter beantragte, es sei der Versicherten eine ganze, eventualiter eine 

halbe Rente auszurichten. Zur Begründung führte er an, die Einschätzung der ABI-

Gutachter einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus pneumologischer Sicht, sei bei der 

festgestellten Ateminvalidität von 10-25% nicht nachvollziehbar. Es müsse davon 

ausgegangen werden, dass aufgrund der Lungenkrankheit eine Arbeitsunfähigkeit von 

25% bestehe. Auch die Schlussfolgerungen bezüglich der Sehschwäche seien nicht 

nachvollziehbar. Die funktionell einäugige Versicherte weise gegenüber einem 

gesunden zweiäugigen Versicherten eine Einschränkung des Sehvermögens von 60% 

auf. Da ihr einziges Auge in der Sehschärfe herabgesetzt und blendungsempfindlich 

sei, könne nicht nachvollzogen werden, weshalb daraus lediglich eine Minderung der 

Arbeitsfähigkeit von 20% resultiere. Im Bestreitungsfalle werde eine Oberbegutachtung 

beantragt, da bereits Arztzeugnisse im Recht lägen, die alleine aufgrund der 

Sehschwäche von einer 50%igen Invalidität ausgingen. Die Gesamtbeurteilung der 

Arbeitsunfähigkeit von 20% sei auch daher nicht nachvollziehbar, weil die 

Beschwerden zwei völlig unabhängige Gebiete betreffen würden. Die Lungenkrankheit 

betreffe insbesondere die Frage der körperlichen Leistungsfähigkeit, während die 

Sehschwäche die Fragen nach den Fertigkeiten sowie nach der Art der zumutbaren 

Tätigkeit betreffe. Die Prozentzahlen seien deshalb zu addieren. Weiter sei es der 

Versicherten nicht möglich ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt zu verwerten, da sie bei einer leichten Arbeitstätigkeit weder Kälte noch 

Nässe noch Staub ausgesetzt sein dürfe. Für eine Arbeit im Büro – die man aufgrund 

der medizinischen Abklärung vielleicht noch für möglich halten könnte – komme die 

Versicherte nicht in Frage. Ihr fehle dafür die erforderliche Ausbildung und eine solche 

käme aufgrund ihres Alters auch nicht mehr in Frage. Bei der Berechnung des IV-

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Grades sei zudem auch ein Abzug vom Tabellenlohn von 25% zu berücksichtigen. Da 

sich die Arbeitsfähigkeit der Versicherten eher im Bereich von 60% bewegen dürfte, 

resultiere daraus ein IV-Grad von 55%, womit der Versicherten eine halbe Rente 

auszurichten sei.

B.d  Am 6. März 2013 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid die Abweisung des 

Rentengesuchs bei einem IV-Grad von 20% (IV-act. 71). Zur Begründung führte sie an, 

auf die Einschätzung im ABI-Gutachten könne vollumfänglich abgestellt werden. Die 

Ateminvalidität könne nicht ohne weiteres für die Arbeitsfähigkeit übernommen werden. 

In der Gesamtbeurteilung seien alle Leiden berücksichtigt worden. In Bezug auf die 

Verwertbarkeit ihrer Restarbeitsfähigkeit seien der Versicherten insbesondere die 

folgenden Tätigkeiten zumutbar: einfache Reinigungsarbeiten, leichte Montagearbeiten, 

Haushalthilfe.

C.    

C.a  Am 22. April 2013 liess die Versicherte Beschwerde gegen diese Verfügung er­

heben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und es 

sei der Beschwerdeführerin eine ganze Rente, eventualiter eine Viertelsrente 

auszurichten. Zur Begründung führte er im Wesentlichen an, was er bereits im Einwand 

vom 7. Februar 2013 geltend gemacht hatte (vgl. oben B.c). Zusätzlich führte er an, die 

Beschwerdeführerin habe ausgeführt, dass sie bereits beim Treppensteigen 

Atemprobleme habe. Aufgrund der gestellten Diagnose sei dies glaubhaft und es sei 

daher nicht nachvollziehbar, weshalb ihr bei der ausgewiesenen Lungenkrankheit 

keinerlei Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit attestierte werde. Im Bestreitungsfalle 

werde sowohl bezüglich der Einschränkungen der Lungenfunktion als auch der 

Einschränkung der Sehschärfe ein Obergutachten betreffend die Arbeitsfähigkeit 

beantragt. Die Einschränkung aufgrund der Sehschwäche betrage 50%, woraus sich 

zusammen mit der Einschränkung aufgrund der Lungenkrankheit eine Einschränkung 

von mindestens 70% ergebe. Die in der Verfügung beschriebenen Tätigkeiten könnten 

nicht nachvollzogen werden. Reinigungsarbeiten seien der Beschwerdeführerin nicht 

mehr möglich, da diese gemeinhin als mittelschwere Arbeiten zu taxieren seien. Zudem 

sei eine eingeschränkte Sehfähigkeit dabei ausserordentlich hinderlich und beinhalte 

gar eine grosse Unfallgefahr. Montagearbeiten kämen ebenfalls nicht in Frage, da dafür 

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die Sehkraft einfach nicht mehr ausreiche. Dasselbe gelte für die Arbeit als 

Haushaltshilfe. Eine solche sei auch als mittelschwer zu taxieren und gerade Arbeiten 

bei Pro Senectute oder ähnlichen Institutionen würden im Normalfall auch Tätigkeiten 

wie das Umlagern und Waschen von Betagten beinhalten. Unter diesen Umständen sei 

es nicht nachvollziehbar, wieso die Einsatzmöglichkeiten nicht in einem Arbeitsversuch 

abgeklärt worden seien. Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit dürfe nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten 

ausgegangen werden. Es sei absolut unrealistisch davon auszugehen, dass die 

funktionell einäugige heute __-jährige Beschwerdeführerin überhaupt eine Arbeit finden 

könne. Es sei daher davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre 

Restarbeitsfähigkeit nicht verwerten könne, weshalb ihr eine ganze Rente auszurichten 

sei. Zusätzlich zur medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit sei zu berücksichtigen, 

dass die Beschwerdeführerin seit 40 Jahren nicht mehr gearbeitet habe. Sollte davon 

ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit verwerten 

könne, resultiere ein IV-Grad von 40% und sie habe damit einen Anspruch auf eine 

Viertelsrente.

C.b  Mit Beschwerdeantwort vom 3. Juni 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin, 

die Beschwerde sei abzuweisen (act. G 4). Zur Begründung ihres Standpunktes 

verwies sie auf ihre Ausführungen in der Verfügung. Zusätzlich führte sie an, auf das 

ABI-Gutachten könne vollumfänglich abgestellt werden. Es sei wohl auf ihre fehlende 

Berufsbildung und die Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt zurückzuführen, dass die 

Beschwerdeführerin selbst von einer geringeren Arbeitsfähigkeit ausgehe. Der 

ausgeglichene Arbeitsmarkt weise einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf, der 

auch eine Vielzahl leichter Tätigkeiten beinhalte. An die Konkretisierung von 

Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten seien dabei rechtsprechungsgemäss 

keine übermässigen Anforderungen zu stellen. Auch das Alter der Beschwerdeführerin 

stehe der Verwertbarkeit der hohen Restarbeitsfähigkeit nicht entgegen. Demnach sei 

von der Verwertbarkeit der 80%igen Restarbeitsfähigkeit auszugehen. Ein Abzug vom 

Tabellenlohn von 25% sei sicherlich nicht gerechtfertigt und selbst bei einem Abzug 

von 10% würde sich kein rentenbegründender IV-Grad ergeben.

C.c  Mit Replik vom 9. September 2013 führte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin neu an, gemäss Anhang 3 der UVV betrage die 

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Integritätsentschädigung bei Verlust des Sehvermögens auf einer Seite 30%. In der 

UVV werde somit bei einäugigen Versicherten von einer Invalidität von 30% 

ausgegangen. Vorliegend komme hinzu, dass die Beschwerdeführerin auch auf dem 

anderen Auge nur über eine eingeschränkte Sehkraft verfüge, wobei von einer 

Sehschärfeminderung von 20% ausgegangen werde. Damit müsse allein schon 

aufgrund der Einschränkung der Sehschärfe auf dem noch sehenden Auge von einer 

Invalidität von 45% ausgegangen werden. Es sei demnach nicht nachvollziehbar, 

weshalb die ABI-Gutachter zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von lediglich 

20% gelangt seien. Das ABI-Gutachten scheine zu ignorieren, dass bei der 

Beschwerdeführerin ein Auge "nicht mehr zu verwerten sei". Dieses nicht mehr 

einsetzbare Auge dürfe bei der Arbeitsunfähigkeit nicht einfach vergessen werden, 

sondern müsse bei der Arbeitsunfähigkeitsschätzung hinzu gerechnet werden. 

Andernfalls ergebe sich eine völlig falsche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. 

Vorliegend sei zu prüfen, inwieweit jemand, der in der Sehstärke zu mehr als 50% 

eingeschränkt sei (funktionell einäugig mit Einschränkungen auf dem sehenden Auge), 

seine Restarbeitsfähigkeit noch verwerten könne. Es erscheine schon aufgrund der 

massiven Einschränkung der Sehfähigkeit ohne weiteres nachvollziehbar, dass der freie 

Arbeitsmarkt solche Stellen nicht kenne bzw. dass eine Anstellung nur unter 

unrealistischem Entgegenkommen eines Arbeitgebers möglich wäre (act. G 8).

C.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 10).

Erwägungen:

1.

1.1  Angefochten ist die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 6. März 2013, mit 

welcher sie einen Rentenanspruch der Beschwerdegegnerin verneinte.

1.2  Bei ihrer Anmeldung zum Bezug einer IV-Rente im Juli 2009 war die Versicherte in 

D.___ wohnhaft, wodurch gemäss Art. 55 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) die Zuständigkeit der IV-Stelle St. Gallen 

begründet wurde. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG sind Verfügungen der kantonalen IV-

Stellen unabhängig vom Wohnsitz der Versicherten Person beim Versicherungsgericht 

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am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Das Versicherungsgericht St. Gallen ist daher – auch 

wenn die Beschwerdeführerin in der Zwischenzeit in den Kanton E.___ umgezogen ist – 

zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.

2.

2.1  Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1), das heisst der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach ärztlicher Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 

70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt 

ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe 

Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% aufeine Viertelsrente.

2.2  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Gemäss Art. 27  der Verordnung über 

die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) ist nur der Einkommensvergleich 

anzustellen, wenn anzunehmen ist, dass die versicherte Person im Zeitpunkt der 

Prüfung des Rentenanspruchs ohne den Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig 

wäre. In ständiger Rechtsprechung prüft das Bundesgericht die Frage, ob und 

gegebenenfalls in welchem Ausmass eine versicherte Person auch ohne den 

Gesundheitsschaden im Aufgabenbereich tätig wäre, anhand der hypothetischen 

Verhaltensweise der versicherten Person. Nach Ansicht des Bundesgerichts ist dazu 

abzuklären, ob die versicherte Person ohne den Gesundheitsschaden mit Rücksicht 

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auf die gesamten Umstände (persönlicher, familiärer, sozialer und erwerblicher Art) 

erwerbstätig oder im Aufgabenbereich tätig wäre. Dabei sollen die finanzielle 

Notwendigkeit der Aufnahme oder der Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, allfällige 

Erziehungs- und Betreuungsaufgaben, das Alter der versicherten Person, deren 

berufliche Fähigkeiten, Neigungen und Begabungen massgebend sein. Abzustellen sei 

auf die hypothetischen Verhältnisse in tatsächlicher Hinsicht, wie sie sich bis zum 

massgebenden Zeitpunkt entwickelt haben würden (vgl. etwa BGE 125 V 150).

2.3  In der ersten Verfügung vom 4. Januar 2010 ist die Beschwerdeführerin als teil­

weise erwerbstätig (50%) und teilweise im Haushalt tätig (50%) qualifiziert worden. Ihr 

Ehemann bezog zu diesem Zeitpunkt eine halbe Rente und war in einem 50%-Pensum 

erwerbstätig. Die Beschwerdeführerin war bereits seit 35 Jahren nicht mehr 

erwerbstätig gewesen. In dieser Situation war die Beschwerdegegnerin davon 

ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin kein höheres Pensum als 50% mehr werde 

ausüben können, da kein Arbeitgeber bereit dazu wäre, sie in einem höheren Pensum 

zu beschäftigen (vgl. IV-act. 20-7). Aus den Akten ergibt sich, dass der Ehemann nun 

seit Mai 20__ eine ganze Rente bezieht (vgl. IV-act. 50). Die Beschwerdegegnerin ist 

dann zutreffenderweise davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund 

der finanziellen Verhältnisse eine Erwerbstätigkeit mit einem 100%-Pensum hätte 

aufnehmen müssen. Im Rahmen der angefochtenen Verfügung ist die 

Beschwerdeführerin damit zu Recht als im hypothetischen Gesundheitsfall voll 

erwerbstätig qualifiziert worden.

3.

3.1  Für die Bemessung des Invaliditätsgrades sind die zuständige Behörde und später 

das Gericht auf von den Ärzten zur Verfügung zu stellende Unterlagen angewiesen. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es denn auch, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261, E. 4). Im Rahmen der 

freien Beweiswürdigung dürfen sich Verwaltung und Gericht weder über die 

medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen, noch sind die ärztlichen 

Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer sozialversicherungsrechtlichen 

Tragweite zu übernehmen. Die rechtsanwendende Behörde hat sorgfältig zu prüfen, ob 

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die ärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte 

(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt, 

welche vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus, unbeachtlich sind 

(BGE 130 V 356, E. 2.2.5).

3.2  Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihr Augenarzt sei der Ansicht, dass sie 

bereits aufgrund der Einschränkung ihrer Sehfähigkeit zu 50% erwerbsunfähig sei. Dies 

trifft indessen nicht zu, seine Einschätzung lautete nämlich folgendermassen:

"Die Patientin sieht für die Ferne mit geringer Korrektur rechts 0.7, links 0.2. Für die 

Nähe sieht sie mit Korrektur rechts 0.5, links 0.2. Dies ist sehr knapp, um gewisse 

Tätigkeiten durchzuführen. Ich gehe davon aus, dass theoretisch die Möglichkeit 

bestünde, dass sie

eine einfache Arbeit, z.B. reinigen ausführen könnte. Praktisch wird man aber von einer 

Erwerbsunfähigkeit ausgehen müssen, ich denke, 50%. […] Ich denke, man könnte 

4 Stunden pro Tag eine Tätigkeit mit geringer Anforderung an das Sehen versuchen."

(IV-act. 3-1). Aus dieser Einschätzung ist nicht abzuleiten, dass der behandelnde 

Augenarzt die Beschwerdeführerin aus medizinisch-theoretischer Sicht nur als zu 50% 

arbeitsfähig einschätzte. Die ABI-Gutachter haben im Rahmen der ophthalmologischen 

Untersuchung festgehalten, dass die Beschwerdeführerin aufgrund einer Schielstellung 

im linken Auge eine angeborene Sehschwäche habe. Die Beschwerdeführerin habe 

mitgeteilt, dass sie auf dem linken Auge nie gut habe sehen können. Nicht gut sehen 

bedeutet aber nicht, dass das Auge – wie es ihr Rechtsvertreter darstellte – nicht mehr 

einsetzbar ist. Es ist nirgends – auch nicht im Bericht des behandelnden Augenarztes – 

die Rede davon, dass die Beschwerdeführerin mit dem linken Auge gar nichts mehr 

sehe. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Gutachter ihre Einschätzung einer 

20%igen Einschränkung unter Berücksichtigung sämtlicher Beeinträchtigungen 

gemacht haben. Der gutachterlichen Beurteilung ist zu folgen.

3.3  Die Beschwerdeführerin wendet weiter ein, aufgrund ihrer Lungenkrankheit sei sie 

nicht nur bei mittelschweren bis schweren Tätigkeiten, sondern auch bei leichten 

Tätigkeiten eingeschränkt. Sie habe bereits beim Treppensteigen Atemprobleme. Es sei 

daher nicht nachvollziehbar, wieso ihr aufgrund der Lungenkrankheit keine 

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Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei. Immerhin hätten die 

Gutachter eine Ateminvalidität von 10-25% festgestellt. Der pneumologische 

Sachverständige hat aber im Gutachten einen Satz später – nachdem er festgehalten 

hatte, dass gemäss den Kriterien der American Medical Association aufgrund der 

lungenfunktionellen Werte eine 10-25%ige theoretische Ateminvalidität bestehe – 

festgehalten, dass für körperlich leichte Arbeiten ohne Exposition mit Kälte, Nässe und 

Staub aus rein pneumologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Für 

mittelschwere und schwere körperliche Arbeiten hingegen bestehe eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit. Dies zeigt, dass der Gutachter die Auswirkungen der 

Lungenkrankheit berücksichtigt hat, diese aber seiner Ansicht nach bei einer leichten 

körperlichen Tätigkeit keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zeigt. Auch die 

Tatsache, dass die Beschwerdeführerin beim Treppensteigen Atemprobleme hat, steht 

der gutachterlichen Beurteilung nicht entgegen. Es ist davon auszugehen, dass die 

Lungenkrankheit die Beschwerdeführerin bei einer leichten Tätigkeit nicht 

beeinträchtigt. Auf die gutachterliche Einschätzung ist daher abzustellen. Eine 

Oberbegutachtung – wie sie vom Rechtsvertreter beantragt wurde – ist daher nicht 

angezeigt.

3.4  Was Berichte von Hausärzten und behandelnden Ärzten angeht, muss die 

Erfahrungstatsache mitberücksichtigt werden, dass behandelnde Ärzte mitunter 

aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher dazu 

neigen, zu Gunsten ihrer Patienten auszusagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Bei der 

Gewichtung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden 

Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte 

behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine 

Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von 

vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und 

umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse 

hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von 

Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und 

Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits 

(BGE 124 I 175 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage 

zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden 

Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in 

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denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte 

wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte 

benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben 

sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). Im 

vorliegenden Fall indessen ergeben sich aus den Berichten der behandelnden Ärzte 

keine neuen Erkenntnisse, welche die Einschätzung der Gutachter zu erschüttern 

vermöchten. Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von 

externen Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der 

Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb). Es gibt vorliegend 

keine Hinweise, die gegen die Zuverlässigkeit des ABI-Gutachtens sprechen. Die 

Gutachter kamen zum Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin aus polydisziplinärer 

Sicht eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer leichten, leidensadaptierten Tätigkeit – ohne 

Exposition mit Kälte, Nässe und Staub, die kein intaktes Stereosehen erforderlich 

macht – bestehe. Darauf ist abzustellen.

4.

4.1  Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie sei nicht mehr in der Lage, ihre 

Restarbeitsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt zu verwerten. Bei der Prüfung der 

wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit dürfe nicht von 

realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Es sei nicht realistisch 

davon auszugehen, dass sie als heute __-jährige überhaupt eine Arbeit finden könnte.

4.2  Es bleibt damit die Frage zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin in einem ausge­

glichenen Arbeitsmarkt noch als vermittelbar gelten und die ihr verbleibende Rest­

arbeitsfähigkeit verwerten kann. Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit darf nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen 

werden. Insbesondere kann von einer Arbeitsgelegenheit dort nicht gesprochen 

werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass 

sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht 

realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre 

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(Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 2010, 9C_124/2010, E. 2.2, Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. Januar 2014, 8C_669/2013, E. 4.3.2). In jedem Einzelfall ist zu 

bestimmen, ob eine invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit 

zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag 

oder nicht. Dabei dürfen von der versicherten Person keine Vorkehren verlangt werden, 

die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten 

des Einzelfalls nicht zumutbar sind (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

[EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 10. 

März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen).

4.3  Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können verschiedene Faktoren zu 

einer mangelnden Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt führen. Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausge­

glichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum 

der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und insbesondere für einen 

allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 460, E. 3.2). So stellt 

das Alter einer Person nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung keinen 

invaliditätsfremden Faktor dar, sondern es handelt sich dabei um eine die Invalidität 

beeinflussende persönliche Eigenschaft, sofern die Beurteilung der Zumutbarkeit der 

Erwerbstätigkeit nach Massgabe der Selbsteingliederungspflicht in Frage steht (Urteil 

des Bundesgerichts vom 21. September 2010, 9C_124/2010, E. 5.1). Anders formuliert 

wird das Alter als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren beruflichen und 

persönlichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer Person verbliebene 

Restarbeitsfähigkeit  auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht 

mehr nachgefragt wird und ihr damit die Verwertung auch unter Berücksichtigung der 

Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist (Urteil des Bundesgerichts vom 

22. März 2012, 9C_153/2011, E. 3.1).

4.4  Das Alter der Beschwerdeführerin allein – sie war bei der Begutachtung (2012) 

5_ Jahre alt – schliesst die Verwertbarkeit ihrer Restarbeitsfähigkeit wohl noch nicht 

aus. Vorliegend gilt es aber – im Sinne der oben erwähnten bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung – zu beachten, dass die Beschwerdeführerin nur über eine geringe 

Schulbildung und keinerlei Berufsbildung verfügt und sie während 40 Jahren keiner 

Erwerbstätigkeit nachgegangen ist. Überdies kann sie infolge ihrer gesundheitlichen 

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Beeinträchtigung (Lungenkrankeit) lediglich noch leichte Arbeiten verrichten, ohne 

Kontakt zu Kälte, Nässe und Staub. Reinigungsarbeiten kommen daher – entgegen der 

Ansicht der Beschwerdegegnerin – nicht in Frage. Bürotätigkeiten fallen aufgrund 

mangelnder Ressourcen ebenfalls ausser Betracht. Die Tätigkeit als Haushaltshilfe ist 

als mittelschwer zu qualifizieren, namentlich wenn damit auch die Unterstützung von 

betagten oder behinderten Personen verbunden ist. Arbeiten in Fremdhaushalten 

kommen daher ebenfalls nicht in Frage. Die Beschwerdegegnerin war der Ansicht, 

dass die Beschwerdeführerin Montagearbeiten erledigen könne. Da die 

Beschwerdeführerin für feinmotorische Tätigkeiten nie Vorkenntnisse oder Fertigkeiten 

erwerben konnte, muss der Einarbeitungsaufwand für eine solche Tätigkeit als 

erheblich betrachtet werden. Überdies ist es fraglich, ob die Beschwerdeführerin bei 

solchen Arbeiten durch ihre Sehschwäche nicht doch in einem zu starken Ausmass 

eingeschränkt ist, so dass ihr solche Arbeiten nicht möglich sind. Weiter bestünde das 

Risiko eines unterdurchschnittlichen Arbeitstempos und eines erhöhten 

Pausenbedarfs. Für einen potentiellen Arbeitgeber wäre dies bei einer verbleibenden 

Erwerbsdauer von ca. __ Jahren nicht mehr wirtschaftlich und kaum mehr lohnend. 

Daher würde dieser Umstand einen durchschnittlichen Arbeitgeber davon abhalten, die 

mit einer Beschäftigung der Beschwerdeführerin verbundenen Risiken wie 

krankheitsbedingte Ausfälle, berufliche Unerfahrenheit und altersbedingt geringe 

Anpassungsfähigkeit einzugehen, zumal an sich für die Beschwerdeführerin noch 

geeignete Arbeitsplätze auch von Behinderten in jungem und mittlerem Alter stark 

nachgefragt werden (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2013, 

9C_954/2012, E. 3.2.2).

4.5  In Anbetracht dieser Umstände erscheint eine Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, die auch bei leichten Arbeiten 

eingeschränkt ist, auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit Blick auf ihr 

fortgeschrittenes Alter und die ausserordentlich lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt, 

als nicht realistisch. Die Beschwerdeführerin hat sich auf diverse Stellen beworben, 

doch blieb ihre Suche bisher erfolglos (vgl. IV-act. 34-8, 34-9, 34-10, 36-1 bis 36-8). 

Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Restarbeitsfähigkeit, liegt eine vollständige 

Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet 

(BGE 138 V 460, E. 3.1).

5.

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5.1  Die Beschwerdeführerin meldete sich am 26. Juli 2009 zum Bezug von Leistungen 

an. Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG konnte ein Rentenanspruch damit frühestens am 

1. Januar 2010 entstehen. Zu diesem Zeitpunkt war der Sachverhalt indessen noch 

nicht genügend abgeklärt, weshalb die Sache mit Urteil vom 26. Januar 2012 zur 

weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wurde. Mit dem ABI-

Gutachten vom 19. September 2012 wurde geklärt, dass die Beschwerdeführerin in 

körperlich leichten Tätigkeiten durchgehend zu 80% arbeitsfähig war. Indes ist davon 

auszugehend, dass für die Beschwerdeführerin nach dem oben Gesagten (Erw. 4.2 ff.) 

ihre Restarbeitsfähigkeit ab diesem Zeitpunkt nicht mehr wirtschaftlich verwertbar war 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2013, 9C_954/2012, E. 4.2). Der Beginn 

des Anspruchs auf eine ganze Rente ist damit auf den 1. September 2012 festzulegen.

5.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend beurteilten Angelegenheit als angemessen und ist von der 

unterliegenden Beschwerdegegnerin zu tragen. Der von der Beschwerdeführerin 

geleistete Kostenvorschuss wird ihr zurückerstattet.

5.3  Gemäss Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial­

versicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der 

Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses festgesetzt. Die 

Honorarpauschale beträgt in der Verwaltungsrechtspflege vor Versicherungsgericht 

Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte 

und Rechtsagenten; sGS 963.75). In einem Fall mit mittlerem Aufwand und 

Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.-- 

ausgerichtet, was auch im vorliegenden Fall angemessen erscheint. Die 

Beschwerdegegnerin hat somit der Beschwerdeführein eine Parteientschädigung in der 

Höhe von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

bis

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1.      In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung aufgehoben 

und der Beschwerdeführerin wird mit Wirkung ab 1. September 2012 eine ganze Rente 

zugesprochen.

2.      Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzu­

erstatten.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 21.04.2015
	Art. 8 ATSG, Art. 28 IVG. 5_-jährige Versicherte, die 40 Jahre lang keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen ist. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. April 2015, IV 2013/178).

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