# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 309a502a-ba65-5c2f-b6f0-ada0fac86cc4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-09-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 01.09.2003 SF 2003 22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2003-22_2003-09-01.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 01. September 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 03 22 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vizepräsident Schlenker, Kantonsrichter Heinz-Bommer, Jegen, Rehli und Sutter-
Ambühl, Aktuar ad hoc Maranta.

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In der Strafsache

des X., Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Jörger, 
Alexanderstrasse 1/Bahnhofstrasse 11, 7001 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 21. Mai 2003 in Anklage-
zustand versetzt, 

wegen Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, Diebstahls gemäss Art. 139 
Ziff. 1 StGB, mehrfacher Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, mehr-
fachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, Entwendung zum Gebrauch 
gemäss Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1 SVG, Fahrens ohne Führerausweis gemäss Art. 95 
Ziff. 1 Abs. 1 SVG und mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG,

hat sich ergeben:

2

A. X. wurde am 3. April 1980 in A. geboren. Er wuchs zusammen mit 
seiner um zwei Jahre älteren Schwester bei seiner Mutter in B. auf. Seine Eltern 
liessen sich kurz nach seiner Geburt scheiden. Nach der dritten Primarklasse in B. 
besuchte er zwei Klassen im Therapiehaus C. in A.. Im letzten Jahr der Primar-
schule kehrte X. nach Hause zurück, wobei die Integration in der Schule scheiterte. 
Folglich wurde er in das Internat D. in E. plaziert. Nach der Sekundarschule, die X. 
in der F. Schule in G. absolvierte, besuchte er das zehnte Schuljahr in H., welches 
er nicht abschloss. Im Alter von 18 Jahren begann er eine Lehre als Detailhandels-
angestellter, welche er nach eineinhalb Jahren abbrach. In der Folge arbeitete er in 
verschiedenen Bereichen als Hilfsarbeiter, wobei er nirgends länger als einen Monat 
blieb. Im Zusammenhang mit seiner Drogensucht unterzog er sich ab 1999 ambu-
lanten Suchtberatungen und ambulanten Entzugsbehandlungen. Zwischen Juni 
2000 und Mai 2002 hielt er sich sechs Mal im Downtown in der Klinik I. auf. In B. 
nahm er bei seinem Arzt vom Oktober 2000 bis im März 2001 an einem Methadon-
programm teil. Vom September 2001 bis Dezember 2001 und ein weiteres Mal vom 
16. Mai 2002 bis am 24. Dezember 2002 befand sich X. in der Klinik J. in K., ansch-
liessend bis zum 31. Dezember 2002 in der Klinik I.. Seit dem Austritt aus der Klinik 
J. wohnte X. wieder bei seiner Mutter, zuerst in M., dann in N., wo sich auch sein 
jetziger Wohnort befindet. Nach den Klinikaufenthalten arbeitete er vorerst während 
einer kurzen Zeit bei der Firma O. in B. als Aussendienstverkäufer. Vom 17. bis zum 
29. März 2003 war X. im P. in B. als Servicemitarbeiter angestellt. Seit August 2003 
besucht er eine zwei Semester dauernde Tageshandelsschule an der Schule Q.. 
Seinen Angaben gemäss hat er Schulden in der Höhe von Fr. 2000.--. 

Im schweizerischen Strafregister ist X. mit zwei Verurteilungen ver-
zeichnet. Am 17. Januar 2001 wurde er vom Kreispräsidenten Maienfeld wegen 
Diebstahls im Sinne von Art. 139 Abs. 1 StGB mit 14 Tagen Gefängnis und Fr. 300.-- 
Busse bestraft, unter bedingtem Strafvollzug mit einer Probezeit von zwei Jahren, 
wobei am 31. Oktober 2001 die Probezeit um ein Jahr verlängert wurde. Der Anlass 
dazu gab die Verurteilung an diesem Datum durch den Kreispräsidenten Rhäzüns 
wegen mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Abs. 1 StGB, Sachbeschädigung 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, Übertretung des Waffengesetzes gemäss Art. 34 
Abs. 1 WG und mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 19a des Betäubungsmittel-
gesetzes zu 50 Tagen Gefängnis und einer Busse von Fr. 300.--, wobei wiederum 
der bedingte Strafvollzug gewährt wurde, unter einer Probezeit von drei Jahren.

Gemäss dem einfachen Leumundsbericht ist der Leumund von X. ge-
trübt.

3

Am 6. Mai 2002 um 11:00 Uhr gelang der Kantonspolizei Graubünden 
in A. die Festnahme von X.; in der Folge wurde dieser umgehend in Polizeihaft ge-
nommen. Am 8. Mai 2002 wurde er um 10:00 Uhr wieder aus der Haft entlassen.

B. Im Gutachten vom 18. März 2003, welches im Rahmen des gegen den 
Angeklagten geführten Verfahrens erstellt wurde, diagnostizierte der leitende Arzt 
des Drogenbereiches der J. Klinik in K. bei X. zusammenfassend eine hyperkineti-
sche Störung mit Störung des Sozialverhaltens, rezidivierende depressive Episo-
den, die gegenwärtig remittiert seien, ein Kokain-, Heroin- und Alkoholabhängig-
keitssyndrom mit Abstinenz in beschützter Umgebung sowie eine chronische Hepa-
titis C. Betreffend vorhandene Symptome wurde festgestellt, dass der Explorand X. 
seit fast zwei Jahren täglich Heroin und Kokain und seit einem Jahr täglich Alkohol 
konsumiere, ein starker Wunsch oder eine Art Zwang bestehe, die erwähnten Sub-
stanzen zu konsumieren, er ausserhalb eines geschützten Rahmens eine vermin-
derte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des 
Konsums zeige, er in der Vergangenheit eine Toleranzentwicklung in Bezug auf Ko-
kain und Opiate gezeigt habe, er andere Interessen und Beschäftigungen ausser im 
Zusammenhang mit den genannten Substanzen praktisch keine mehr zeige sowie 
dass trotz Nachweis eindeutiger schädlicher Folgen durch den Substanzkonsum 
(z.B. Hepatitis C)  ein anhaltender Konsum bestanden habe. Ferner wird aufgrund 
der testpsychologischen Befunde von keinen gravierenden Defiziten ausgegangen. 
Das Gesamtleistungsniveau liege im oberen Durchschnitt. Für weitere psychische 
Störungen (vor allem aus dem schizophrenen Formenkreis und den dissoziativen 
Störungen) gebe es anhand der zur Verfügung stehenden Unterlagen weder in der 
Vergangenheit noch bei den aktuellen Untersuchungen Hinweise oder Anhalts-
punkte.

Die durch die Staatsanwaltschaft gestellten Fragen wurden vom Gut-
achter wie folgt beantwortet:

1. Litt der Angeschuldigte zum Zeitpunkt der Taten an einer Geisteskrank-
heit, an Schwachsinn oder einer schweren Störung des Bewusstseins, 
sodass seine Fähigkeit zur Einsicht in das Unrecht der Taten oder zum 
Handeln gemäss dieser Einsicht aufgehoben war (Art. 10 StGB)?

Nein.

2. War der Angeschuldigte zur Zeit der Taten in seiner geistigen Gesund-
heit oder in seinem Bewusstsein beeinträchtigt oder war er geistig man-
gelhaft entwickelt, sodass seine Fähigkeit zur Einsicht in das Unrecht 
der Taten oder zum Handeln gemäss dieser Einsicht herabgesetzt war, 
wenn ja in welchem Grad (Art. 11 StGB)?

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Ja, durch die starke Intoxikation mit paranoider Symptomatik ist davon 
auszugehen, dass er in der Fähigkeit, das Unrecht seiner Handlung ein-
zusehen, herabgesetzt war. 
Aufgrund der Aussage des Exploranden und der uns zur Verfügung ste-
henden Unterlagen gehen wir davon aus, dass der Zustand des Ange-
schuldigten zum Zeitpunkt der ihm zur Last gelegten Straftaten vermin-
dert gewesen war. Gemäss Explorand sei er am Tag der Straftat alko-
holisiert und nach Kokainkonsum leicht paranoid gewesen. Gemäss Ex-
plorand habe er zusätzlich Benzodiazepine in unbekannten Mengen 
konsumiert und so – stark intoxikiert – die Tat begangen.
Sowohl die Einsicht als auch die Willensfähigkeit waren herabgesetzt.
Der Explorand hat nach unserem Ermessen die strafbaren Handlungen 
aufgrund der obigen Ausführungen bei verminderter Zurechnungsfähig-
keit begangen. Es handelt sich nach unserer Einschätzung um mittel-
gradig verminderte Zurechnungsfähigkeit.

3. Besteht beim Angeschuldigten aus forensisch-psychiatrischer Sicht 
eine erhöhte Gefahr neuerlicher Straftaten und wenn ja, welche Strafta-
ten sind mit welcher Wahrscheinlichkeit zu erwarten?

Ja, beim Exploranden besteht die Gefahr, dass er künftig Straftaten be-
gehen wird, wenn er erneut illegale Drogen, hierbei vor allem Kokain, 
konsumiert. Dies aber nicht im Zusammenhang mit Art. 43 StGB.

4. a) Besteht ein kausaler Zusammenhang zwischen Tat und Störung bzw. 
Sucht?

Ja, beim Exploranden besteht ein Abhängigkeitssyndrom von Heroin, 
Kokain, Benzodiazepinen und Alkohol. Wie aus den Unterlagen her-
vorgeht, gehen wir davon aus, dass die von ihm verübten Straftaten 
im Zusammenhang mit seiner Abhängigkeitsstörung stehen. Zudem 
leidet und litt der Explorand unter einer Störung der Impulskontrolle.

b) Gibt es für die festgestellte Störung eine erfolgsversprechende Be-
handlung? Wenn ja, wie würde eine solche aussehen?

Ja, die Prognose beim Exploranden hängt davon ab, wie erfolgreich 
die hyperaktive Störung und die Abhängigkeitsstörung behandelt 
werden und wie erfolgreich die Reintegration in die Gesellschaft er-
folgt. Die Abhängigkeitsstörung des Exploranden sollte nach unse-
rem Ermessen medikamentös und verhaltenstherapeutisch behan-
delt werden. Die Heroinabhängigkeit sollte mit einem Substitutions-
mittel behandelt werden. Die Kokain-, Benzodiazepin- und Alko-
holabhängigkeit sollte unter fachärztlicher Anleitung mit den derzeit 
zur Verfügung stehenden Mitteln behandelt werden.

c) Kann eine Behandlung die Wahrscheinlichkeit weiterer Straftaten 
vermindern? Ist der Angeschuldigte bereit, sich einer Behandlung zu 
unterziehen?

Ja, siehe 4e, 4f. Herr X. wurde bezüglich der diagnostischen Beurtei-
lung und über die vorgeschlagene Behandlung ausführlich aufgeklärt. 
Es besteht eine Einsicht; er ist aber nicht einverstanden mit einer me-
dikamentösen Behandlung, egal mit welchem Behandlungsziel.

d) Ist aus psychiatrischer Sicht die Anordnung einer Massnahme im 
Sinne von Art. 43 und/oder Art. 44 StGB zweckmässig?

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Nein, der Geisteszustand des Exploranden erfordert keine Mass-
nahme im Sinne von Art. 43 StGB. Anhand der uns zur Verfügung 
stehenden Unterlagen und unserer Untersuchungen ist zwar be-
kannt, dass der Angeschuldigte bisher für Dritte gefährlich gewesen 
ist. Dies jedoch nicht auf Grund seines Geisteszustandes, sondern 
wegen den jeweiligen Intoxikationen während der Taten.

e) Genügt eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 41 Ziff. 1 Abs. 
1 letzter Satz StGB bzw. Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB?

Ja, siehe 4a und 4b. Aus der Anamnese des Exploranden geht her-
vor, dass er seit dem Schulalter entweder in einer institutionellen Um-
gebung untergebracht war oder ohne Arbeit und soziale Integration 
sich überwiegend in der Drogenszene aufgehalten hat. Vor allem seit 
dem 18. Lebensjahr sind Entscheidungen meistens nicht mit ihm ge-
troffen worden; ein stationärer Aufenthalt konnte dieses Muster noch 
festigen, ausserdem bedeutet für den Exploranden eine stationäre 
Behandlung Totalabstinenz, was zu Überforderung führt. Beruflich ist 
aus neuropsychologischer Sicht eine Lehre im ursprünglich ange-
strebten Beruf (Detailhandelsangestellter) sicher möglich.
Eine ambulante Behandlung erscheint daher indiziert und zweckmäs-
sig.

f) Wäre der sofortige Vollzug einer Strafe mit einer ambulanten Be-
handlung vereinbar oder würde diese durch den Strafvollzug schwer 
beeinträchtigt?

Der vorausgehende Vollzug der Freiheitsstrafe würde einen Erfolg ei-
ner Behandlung nicht generell in Frage stellen, würde jedoch keinen 
Sinn machen, a) aus den oben geschilderten Gründen und b) würde 
der Explorand nach dem Vollzug der Freiheitsstrafe nicht mehr zu 
einer Behandlung verpflichtet werden können. Der gleichzeitige Voll-
zug einer Freiheitsstrafe würde unseren Behandlungsvorschlag ver-
unmöglichen, da dieser 1-2mal wöchentlich ausserhalb des Gefäng-
nisses stattfinden sollte.
Es empfiehlt sich, dem Exploranden die Weisung zu erteilen, weiter-
hin 1-2mal wöchentlich das Ambulatorium der kantonalen psychiatri-
schen Klinik I., M., aufzusuchen. Unsere telefonischen Abklärungen 
haben ergeben, dass diese Institution bereit wäre, den Exploranden 
zu behandeln (R.). Von dieser Institution aus könnte die Koordination 
der verschiedenen Behandlungsaspekte (die medikamentöse Be-
handlung der psychiatrischen Störungen, die Überwachung der He-
patitis C Virus-Infektion und die psychosoziale Betreuung inklusive 
Psychotherapie, Arbeitsrehabilitation bzw. Umschulung) angestrebt 
werden.

5. Für den Fall eines bedingten Strafvollzuges:
Ist eine psychiatrische Behandlung notwendig oder zweckmässig (Art. 
41 Ziff. 2 Abs. 1 StGB), sodass Weisungen (welche?) angezeigt wären 
oder Schutzaufsicht angeordnet werden sollte?

Ja. Wir haben unter den obigen Abschnitten beschrieben, welche am-
bulante Behandlung empfohlen werden kann.

6. Sind andere Massnahmen zweckmässig, z.B. Bevormundung, Verbei-
ständung?

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Nein.“

C. X. wird angeklagt des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, 
des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 
186 StGB, der Entwendung zum Gebrauch gemäss Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1 SVG, des 
Fahrens ohne Führerausweises gemäss Art. 95 Ziff. 1 Abs. 1 SVG und der mehrfa-
chen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG. Der Anklage liegt gemäss der 
Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 21. Mai 2003 folgender 
Sachverhalt zugrunde:

„1. Am 6. März 2001 entschlossen sich X. und S., eine Handtasche zu ent-
reissen, um ihren Betäubungsmittelkonsum zu finanzieren. Zu diesem 
Zweck hielten sie in der Altstadt in A. nach einem geeigneten Opfer Aus-
schau. Um ca. 18.00 Uhr sahen sie in der T. die 74-jährige U., die dort 
zusammen mit einer Bekannten in Richtung V. spazierte. U. war zu die-
sem Zeitpunkt leicht gehbehindert und ging an einem Spazierstock. Der 
Angeklagte und S. näherten sich von hinten U.. X. packte sie dann an 
der Schulter und hielt deren Handtasche. Weil U. den Bändel der Hand-
tasche um den Hals gelegt hatte, wurde sie zu Boden geworfen und 
dann einige Meter mitgeschleift. Dem Angeklagten gelang es, die Hand-
tasche, in der sich neben Ausweisen auch Bargeld in der Höhe von Fr. 
490.-- befand, zu behändigen und mit dieser den Tatort zu verlassen. 
Auch S. rannte davon. Auf der Toilette des Restaurants W. an der Y. in 
A. durchsuchten sie dann gemeinsam die Handtasche. Der Angeklagte 
erhielt Fr. 100.--.

2.1 In der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 2002 drang der Angeklagte 
am Z. 21 in A. mit Gewalt in das Mehrfamilienhaus von AA. ein und 
begab sich in den ersten Stock. Dort rammte er mit seinem Körperge-
wicht die Wohnungstüre von AB. ein und durchsuchte deren Wohnung 
nach Betäubungsmitteln. Der an der Eingangstüre bzw. an der Woh-
nungstüre festgestellte Sachschaden belief sich auf Fr. 1'500.-- bzw. Fr. 
500.--. AB. stellte am 21. Februar 2002 Strafantrag wegen Sachbeschä-
digung und Hausfriedensbruchs, während AA. am 5. März 2002 einen 
solchen einreichte.

2.2 Am Donnerstagabend, 14. März 2002, hielt sich der Angeklagte zusam-
men mit seinem Kollegen AC. in der Umgebung des Schützenhauses 
AD. in B. auf. So gegen 22.00 Uhr brachen sie mit Gewalt in das unter-
halb des Schützenhauses gelegene Clubhaus des Bocciaclubs AE. ein. 
X. behändigte in der Folge Fr. 150.--, die in einem Glas aufbewahrt wa-
ren. Danach brachen sie diverse Garderobenkästen auf und zerschlu-
gen nach dem Konsum von Bier und im Club vorgefundenen Spirituosen 
Pokale, Skulpturen, Geschirr sowie sämtliches Mobiliar. Am nächsten 
Morgen verliessen sie das Clubhaus. Der dabei angerichtete Sachscha-
den belief sich auf total Fr. 15'419.95.

2.3 Zwischen dem 16. und 18. März 2002 drang der Angeklagte zusammen 
mit AC. gewaltsam in den Jugendraum der evangelischen Kirchge-
meinde in AF. ein, um dort zu übernachten. Der dabei angerichtete 
Sachschaden belief sich auf Fr. 250.--.

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2.4 Am 16. März 2002 drang der Angeklagte zusammen mit AC. in AG. auf 
dem Campingplatz AH. in den Wohnwagen von AI. ein, um dort zu über-
nachten. AC. hatte dazu die verschlossene Dachluke gewaltsam geöff-
net. Der Sachschaden belief sich auf Fr. 150.--.

3. X. entwendete am 27. Februar 2002 in M. den Personenwagen Kennzei-
chen Nr. AJ. zum Nachteil seiner Mutter und fuhr, ohne im Besitze eines 
entsprechenden Führerausweises zu sein, von M. über die A13 nach A. 
und wieder zurück.

4. X. konsumiert seit Jahren regelmässig Heroin und Kokain und wurde 
dafür letztmals mit Strafmandat des Kreispräsidenten Rhäzüns vom 31. 
Oktober 2001 verurteilt. Seither hat er bis am 16. Mai 2002 regelmässig 
Kokain und Heroin sowie gelegentlich Benzodiazepine zu sich genom-
men.“

D. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 1. September 2003 vor der 
Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden waren der Angeklagte und sein 
amtlicher Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Werner Jörger, sowie auf Seiten der An-
klage Staatsanwalt Dr. iur. Jakob Grob anwesend. Es wurden keine Einwände ge-
gen die Zuständigkeit und die Zusammensetzung des Gerichtes erhoben. Während 
der richterlichen Befragung bestätigte der Angeklagte den von der Staatsanwalt-
schaft ermittelten Sachverhalt im Wesentlichen und anerkannte die ihm zur Last 
gelegten Straftaten.

Staatsanwalt Dr. iur. J. Grob stellte folgende Anträge:

„ 1. X. sei des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, des Diebstahls 
gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs 
gemäss Art. 186 StGB, der Entwendung zum Gebrauch gemäss Art. 94 
Ziff. 1 Abs. 1 SVG, des Fahrens ohne Führerausweis gemäss Art. 95 
Ziff. 1 Abs. 1 SVG und der mehrfachen Widerhandlung gemäss Art. 19a 
Ziff. 1 BetmG schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er, teilweise als Zusatz zum Strafmandat des Kreispräsidenten 
Rhäzüns vom 31. Oktober 2001 und unter Anrechnung der Untersu-
chungshaft, mit 14 Monaten Gefängnis zu bestrafen.

3. Es sei eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 
in Verbindung mit Ziff. 6 anzuordnen.

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei zu Gunsten der ambulanten Mass-
nahme aufzuschieben.

5. Der bedingte Strafvollzug aus den Verurteilungen vom 17. Januar 2001 
und vom 31. Oktober 2001 sei zu widerrufen. Der Vollzug dieser Strafen 
sei zu Gunsten der ambulanten Massnahme aufzuschieben.

6. Es sei eine Schutzaufsicht anzuordnen.

7. Gesetzliche Kostenfolgen.“

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In seinem Plädoyer führte der Staatsanwalt aus, dass bezüglich der 
rechtlichen Subsumtion im Zusammenhang mit dem Raub auf den Entscheid des 
Kantonsgerichtes in der Strafsache des S. vom 7. Mai 2002 (SF 02 8) verwiesen 
werden könne. Betreffend die Strafzumessung für die von X. begangenen Straftaten 
machte er geltend, dass dem Angeklagten ein erhebliches Verschulden zur Last 
gelegt werden müsse. Insbesondere habe er mit dem Raub manifestiert, dass er 
auch nicht davor zurückschrecke, Gewalt anzuwenden, um zu Geld zu kommen. 
Der Angriff auf die 74-jährige U. sei vor allem deshalb in besonderem Masse ver-
werflich gewesen, weil die Frau erkennbar gehbehindert gewesen sei, ging sie doch 
an einem Stock. Es sei damit ein Opfer ausgesucht worden, von dem zum Vornher-
ein keine grosse Gegenwehr zu erwarten war. Strafmindernd könne dem Angeklag-
ten das Geständnis zu Gute gehalten werden. Straferhöhend würden die Vorstrafen 
und der Umstand ins Gewicht fallen, dass während der Probezeit delinquiert wurde. 
Strafschärfend wirke sich das Zusammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen 
aus. Strafmildernd sei die vom Psychiater festgestellte Verminderung der Zurech-
nungsfähigkeit in mittlerem Grade zu berücksichtigen. Bei der Strafzumessung sei 
sodann auch zu berücksichtigen, dass teilweise eine Zusatzstrafe auszusprechen 
ist. Der Raub gemäss Ziff. 1 der Anklageschrift habe vor der Verurteilung vom 31. 
Oktober 2001 stattgefunden, während die übrigen Delikte nach diesem Urteil verübt 
worden seien. Einen Anhaltspunkt für eine angemessene Strafe liefere das Urteil, 
das vom Kantonsgericht Graubünden gegenüber dem Mittäter beim Raub, S., am 
7. Mai 2002 gefällt wurde (SF 02 8). Dort hätten zwei Raubtaten zur Diskussion 
gestanden, nebst einem Diebstahl und einem Diebstahlsversuch. In jenem Fall sei 
bei vier allerdings länger zurückliegenden Bagatellvorstrafen und einer Verminde-
rung der Zurechnungsfähigkeit in leichtem bis mittlerem Grade eine Gefängnisstrafe 
von 16 Monaten ausgesprochen worden, wobei der Antrag der Staatsanwaltschaft 
auf 20 Monate Gefängnis gelautet habe. Berücksichtige man im vorliegenden Fall 
die mittelgradig verminderte Zurechnungsfähigkeit auf der einen Seite, die beiden 
im Jahre 2001 ausgefällten Vorstrafen auf der anderen Seite, dann erscheine für 
den Angeklagten eine Strafe von 14 Monaten als angemessen. Betreffend der Voll-
zug der beantragen Freiheitsstrafe von 14 Monaten führte der Staatsanwalt aus, 
dass aufgrund einer bestehenden Rückfallgefahr und dem Umstand, dass wegen 
des nur kurzen Zeitraumes der Drogenabstinenz und des gebesserten Verhaltens 
des Angeklagten keine günstige Prognose gestellt werden könne. Der bedingte 
Strafvollzug komme daher nicht in Frage, und der gewährte bedingte Strafvollzug 
aus den Verurteilungen vom Jahre 2001 sei zwingend zu widerrufen. Eine vernünf-
tige Lösung würde damit getroffen, wenn die auszusprechende Freiheitsstrafe un-
bedingt zu vollziehen wäre, zu Gunsten einer ambulanten Massnahme jedoch auf-

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geschoben würde. Ein Aufschub sei ebenso bezüglich der Vorstrafen möglich. Die 
ambulante Massnahme müsse aber überwacht werden, weshalb die Schutzaufsicht 
anzuordnen sei. 

E. Der amtliche Verteidiger anerkannte sowohl, dass sein Mandant in al-
len Fällen geständig sei, wie auch die von der Anklagevertretung vorgenommene 
rechtliche Subsumtion. Betreffend die Strafzumessung machte er geltend, dass 
diese auf der Grundlage von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB innerhalb des Rahmens 
des Verschuldens sowie unter Berücksichtigung der Tat- und Täterkomponente vor-
genommen werden müsse. Der Staatsanwalt spreche von einem erheblichen Ver-
schulden; der vorliegende Raub sei jedoch als ein leichter Fall zu bezeichnen, was 
bei der Strafzumessung zu berücksichtigen sei. Ausserdem sei die Beute gering 
gewesen, und es habe auch Pech mitgespielt, dass das Opfer zu Fall gekommen 
sei. Zwar liege eine mehrfache Begehung von Straftaten vor, diese würden sich 
aber wie ein roter Faden im Sinne einer Drogendelinquenz durchziehen. Strafmil-
dernd wirke sich die mittelgradig verminderte Zurechnungsfähigkeit aus, sodass im 
Lichte von Art. 11 StGB die Strafe reduziert werden müsse. Strafmindernd könne 
dem Angeklagten seine mangelnde soziale Integrität, seine Jugendzeit, in welcher 
er sich oft in Heimen und Kliniken aufhielt, die gescheiterte Ausbildung aufgrund 
seiner Drogensucht, die wegen seiner Hyperaktivität ihm nicht zur Last zu legende 
mangelnde Verantwortung der Delinquenz, sein kooperatives Verhalten sowie sein 
jugendliches Alter zu Gute gehalten werden. Des Weiteren machte der amtliche 
Verteidiger geltend, dass die objektiven und subjektiven Voraussetzungen für den 
bedingten Vollzug gegeben seien. Eine günstige Prognose müsse gestellt werden, 
da zum jetzigen Zeitpunkt keine Rückfallgefahr mehr bestehen würde. Bei der Stel-
lung der Prognose werde dem Gericht ein grosser Ermessensspielraum ein-
geräumt, wobei alle Lebensbereiche angesprochen seien. Momentan sei der Ange-
klagte passiv, und er absolviere eine Ausbildung an der Schule Q.. Die Wohnsitua-
tion sei stabil, seine Freizeit gestalte er in guter Art und Weise. Seit April 2003 habe 
er alles im Griff, nehme keine Drogen mehr, und die vom Angeklagten besuchte 
ambulante Therapie bei AK. vom L. sei positiv zu bewerten. Bezüglich des Widerrufs 
gemäss Art. 41 Ziff. 3 Abs. 3 StGB im Zusammenhang mit den Vorstrafen führte der 
amtliche Verteidiger aus, dass es hoffentlich noch im Ermessensrahmen des Ge-
richts stehe, um von einem Widerruf abzusehen und diesbezüglich eine Verwarnung 
auszusprechen. 

Der amtliche Verteidiger stellte demnach folgende Anträge:

„1. Der Angeklagte sei schuldig zu sprechen im Sinne der Anklage.

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2. Dafür sei er – teilweise als Zusatz zum Strafmandat des Kreispräsiden-
ten Rhäzüns vom 31. Oktober 2001 und unter Anrechnung der Unter-
suchungshaft von 3 Tagen – mit 8 Monaten Gefängnis zu bestrafen.

3. Der bedingte Vollzug der Strafe sei zu gewähren, unter der Ansetzung 
einer angemessenen Probezeit.

4. Von einem Widerruf betreffend der bedingte Strafvollzug aus den Ver-
urteilungen vom 17. Januar 2001 und vom 31. Oktober 2001 sei abzu-
sehen. Der Angeklagte sei diesbezüglich zu verwarnen.

5. Dem Angeklagten sei die Weisung zu erteilen, die ambulante Therapie 
beim L. weiterzuführen.

6. Gesetzliche Kostenfolge.

In seiner Replik hielt der Staatsanwalt fest, dass gemäss dem psych-
iatrischen Gutachten beim Angeklagten weiterhin die Gefahr bestehe, im Falle des 
Drogenkonsums künftig Straftaten zu begehen und noch keine Gewähr dafür be-
stehe, dass der Angeklagte abstinent bleibe. Bezüglich des Antrags auf die Anord-
nung einer ambulanten Massnahme führt er aus, dass das Kantonsgericht entschei-
den solle, wie diese auszusehen habe, jedoch würden die Sitzungen bei AK. vom 
L. nicht ausreichen für die Zukunft; eher sei eine psychiatrische Therapie notwendig.

Der amtliche Verteidiger machte in der Duplik geltend, dass er den 
Eindruck habe, dass auch mit andern Massnahmen als den geforderten dem Ange-
klagten geholfen werden könne. Er äusserte jedoch Bedenken, dass alles andere 
als die von ihm beantragten Massnahmen dem Angeklagten zum Nachteil gerei-
chen könnten.

In seinem Schlusswort erklärte X., dass er drogensüchtig gewesen 
und auch immer noch sei, er jedoch seit längerer Zeit abstinent lebe. Er müsse zwar 
weiterhin aufpassen, da die Gefahr eines Rückfalles überall lauern könnte, er aber 
zur Suchtverlagerung ausgiebig Sport betreibe. Momentan sei er stark genug, um 
zu den Drogen nein zu sagen, da er die Folgen des Drogenkonsums ausführlich 
erlebt und dies ihm in keiner Weise gefallen habe. Ferner führte er aus, dass er mit 
jeder Strafe einverstanden sei. Ihn schaudere vor dem, was er getan habe, und er 
bereue seine Taten. Auf keinen Fall wolle er, dass so etwas wieder passiere; er 
benutze seine Vergangenheit als Abschreckung vor einer Wiederholung der Ereig-
nisse.

Auf die weiteren Ausführungen des Staatsanwaltes und des amtlichen 
Verteidigers zur Begründung ihrer Anträge sowie auf die richterliche Befragung des 

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Angeklagten anlässlich der Hauptverhandlung wird, soweit erforderlich, in den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. a) Des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 des Schweizerischen Straf-
gesetzbuches (StGB; SR 311.0) macht sich strafbar, wer unter anderem mit Gewalt 
gegen eine Person einen Diebstahl begeht. Als Strafe drohen Zuchthaus bis zu 
zehn Jahren oder Gefängnis nicht unter 6 Monaten. Der Täter muss zunächst die 
nötigende Handlung vornehmen, welche den Diebstahl ermöglichen soll, und als-
dann diesen auch wirklich verüben; erst damit ist die Tat vollendet. Vorweg ist zu 
bemerken, dass sich die Nötigungshandlung bzw. die Gewalt gegen denjenigen 
richten muss, der in einer bestimmten Beziehung zum Objekt des Diebstahls steht, 
namentlich durch die Ausübung eigenen Gewahrsams am Objekt. Unter den Begriff 
der Gewalt lässt sich jede unmittelbare physische Einwirkung auf den Körper des 
Opfers verstehen, wie z.B. das Umreissen des Opfers beim Griff nach der Sache 
oder Entreissdiebstähle begangen an betagten Frauen. Sodann muss der Täter wie 
erwähnt einen Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB begehen. Dieser muss ihm 
gerade durch die Nötigungshandlung wie der Gewaltanwendung ermöglicht oder 
mindestens erleichtert werden (Rehberg/Schmid/Donatsch, Strafrecht III, Zürich 
2003, S. 137 f., mit Hinweisen; Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurz-
kommentar, Zürich 1997, S. 512, mit Hinweisen). Nach Art. 139 Ziff. 1 StGB begeht 
einen Diebstahl, wer jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung weg-
nimmt, um sich oder einen andern damit unrechtmässig zu bereichern. Fremd ist 
eine Sache dann, wenn sie sich unter anderem nicht im Alleineigentum des Täters 
befindet, und Wegnahme ist der Bruch des fremden und Begründung neuen, meist 
eigenen Gewahrsams (Trechsel, a.a.O., S. 482 und 502, mit Hinweisen).

Der Angeklagte ist geständig, am 6. März 2001 zusammen mit S. einer 
alten, leicht gehbehinderten und daher an einem Stock gehenden Frau die Handta-
sche entrissen zu haben. Er packte die Frau an der Schulter und ergriff deren Hand-
tasche, um sich diese zu behändigen. Dabei wurde die Frau zu Boden geworfen 
und einige Meter mitgeschleift, da sie sich den Bändel der Tasche um den Hals 
gelegt hatte. Dem Angeklagten gelang es schliesslich, die Handtasche, in welcher 
sich unter anderem Bargeld in der Höhe von Fr. 490.-- befand, an sich zu nehmen 
und den Tatort zu verlassen, um sich anschliessend die Beute anzueignen, die er 

12

mit S., der sich vom Tatort ebenfalls entfernen konnte, geteilt hatte. Damit erfüllte 
der Angeklagte den objektiven Tatbestand des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 
StGB, da er eigenen Gewahrsam durch Bruch des Gewahrsams des Inhabers an 
einer fremden Handtasche und an fremdem Geld erlangte. Um es zu ermöglichen, 
den Diebstahl erfolgreich begehen zu können, wirkte der Angeklagte insofern mit 
Gewalt auf das Opfer ein, als er es umreissen und einige Meter mitschleifen musste. 
Dabei erlitt das Opfer Prellungen und Schürfungen, welche etwa zwei Wochen lang 
schmerzten. Die objektiven Tatbestandsvoraussetzungen des Raubes gemäss Art. 
140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sind somit erfüllt. 

b) In subjektiver Hinsicht  ist gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB der 
Vorsatz des Täters gefordert, gegenüber dem Gewahrsamsinhaber unter anderem 
Gewalt auszuüben und sich dadurch die Verübung eines Diebstahls zu ermögli-
chen. Darüber hinaus müssen im Einzelnen sämtliche subjektiven Tatbestandsvor-
aussetzung des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB gegeben sein (Reh-
berg/Schmid/Donatsch, a.a.O., S. 140). Danach ist nur strafbar, wer mit Wissen und 
Willen eine fremde Sache wegnimmt und die Absicht hat, diese Sache zur Aneig-
nung wegzunehmen und sich damit unrechtmässig zu bereichern.

Der Angeklagte wusste in dem Moment, als er die Handtasche nicht 
ohne Weiteres behändigen konnte, dass er zur Durchführung des Diebstahls Gewalt 
anwenden musste und wollte dies auch tun, da er sonst die Tasche hätte loslassen 
müssen. Überdies wusste er, dass die Handtasche eine fremde Sache war und 
wollte diese dem Opfer wegnehmen und in seinen Gewahrsam bringen. Der Vor-
nahme dieser Handlung der Wegnahme lag die einzige Absicht zu Grunde, sich die 
Handtasche bzw. das sich darin befindende Geld anzueignen und sich damit un-
rechtmässig zu bereichern. Dadurch sind neben den objektiven auch alle subjekti-
ven Tatbestandsmerkmale von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt. 

c) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist Mittäter, wer bei der 
Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in mass-
gebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter 
dasteht (BGE 118 IV 227; BGE 108 IV 88). In neueren Urteilen wird zudem danach 
gefragt, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falles und dem Tat-
plan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder 
fällt. Mittäter ist sodann immer, wer selber tatbestandsmässig handelt (Trechsel, 
a.a.O., S. 91 f.; BGE 120 IV 272; 118 IV 399).

13

Der Angeklagte, der sowohl bei der Tatplanung wie auch dem Tatent-
schluss mit S. zusammenwirkte und ferner mit diesem die Beute teilte, war mass-
geblich an der Tat beteiligt, da er quasi im Alleingang die Wegnahme der Handta-
sche vollzog und die dazu notwendige Gewalt anwandte. Demnach wäre der Raub 
an U. ohne Tatbeitrag des Angeklagten nicht zur Vollendung gekommen. S. wurde 
vom Kantonsgericht Graubünden bereits am 7. Mai 2002 (SF 02 8) im Zusammen-
hang mit vorliegender Tat vom 6. März 2001 als Mittäter verurteilt. Somit wurde der 
Raub an U. durch den Angeklagten in Mittäterschaft mit S. begangen. 

2. a) Des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB macht sich strafbar, wer 
jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich oder 
einen andern damit unrechtmässig zu bereichern. Die Strafe dafür beträgt Zucht-
haus bis zu fünf Jahren oder Gefängnis. Das Tatobjekt kann ausschliesslich in einer 
fremden, beweglichen Sache bestehen wie z.B. Bargeld, das im Eigentum einer 
anderen Person steht als derjenigen des Täters. Nach herrschender Lehre und Pra-
xis nimmt eine Sache weg, wer den an ihr bestehenden Gewahrsam eines anderen 
bricht und neuen, meist eigenen Gewahrsam daran gründet. Gewahrsam bedeutet 
die tatsächliche Sachherrschaft und umfasst zwei Bestandteile, nämlich einerseits 
die Möglichkeit und andererseits den Willen, die Sache zu beherrschen. Bei der 
Herrschaftsmöglichkeit kann sich die Sache unter anderem in einem räumlich ab-
gegrenzten Zugriffsbereich einer Person befinden, so z.B. in deren Wohnung. Auch 
wenn sich der Gewahrsamsinhaber vorübergehend oder auch für längere Zeit von 
seinem Herrschaftsbereich – wie der Wohnung – entfernt, so geht der Gewahrsam 
an den darin befindlichen Sachen nicht unter. Der Herrschaftswille einer Person ist 
in Bezug auf die seiner Herrschaftsmöglichkeit unterliegenden Sachen regelmässig 
gegeben. Gebrochen wird der Gewahrsam, wenn sich jemand gegen den Willen 
und ohne Einverständnis des Inhabers den entsprechenden Gegenstand behändigt. 
Neuer Gewahrsam ist dann begründet, wenn der Täter die Sache an sich nimmt. 
Allgemein erfolgt der Bruch fremden und die Begründung neuen Gewahrsams re-
gelmässig in einem Akt, wie es das Wort „wegnehmen“ ausdrückt. Die Wegnahme, 
und damit der Diebstahl, ist demnach vollendet, sobald an Stelle des bisherigen 
Gewahrsamsinhabers der neue getreten ist (Rehberg/Schmid/Donatsch, a.a.O., S. 
121 ff.,  mit Hinweisen; Stratenwerth/Jenny, Schweizerisches Strafrecht, BT I, Bern 
2003, S. 287 ff., mit Hinweisen).

Der Angeklagte ist überführt und geständig, am Donnerstagabend des 
14. März 2002 zusammen mit einem Kollegen in das Clubhaus des Bocciaclubs AE. 
in B. eingebrochen und in der Folge Fr. 150.--, die in einem Glas aufbewahrt waren, 

14

behändigt zu haben. Dieses Geld, welches nicht im Eigentum des Angeklagten 
stand, kommt als Tatobjekt in Frage. Der Bocciaclub bzw. die Mitglieder des Clubs 
haben ihren Gewahrsam an diesem Geld durch das Stehenlassen desselben in ih-
rem Clubhaus nicht aufgegeben, da dieser nicht bereits dann untergeht, wenn sich 
die Gewahrsamsinhaber vorübergehend aus dem räumlich abgegrenzten Zugriffs-
bereich wie dem Clubhaus entfernen. Mit der – ohne Einverständnis des Inhabers 
erfolgten – Überführung des Geldes in seinen Gewahrsam wurde der Gewahrsam 
der Clubmitglieder am Geld durch den Angeklagten gebrochen und ein neuer be-
gründet. Somit hat der Angeklagte das Geld als bewegliche fremde Sache wegge-
nommen und folglich die objektiven Tatbestandselemente des Diebstahls gemäss 
Art. 139 Ziff. 1 StGB erfüllt.

b) In subjektiver Hinsicht wird von Art. 139 Ziff. 1 StGB gefordert, dass 
die Wegnahme der fremden Sache mit Wissen und Willen erfolgt. Zudem ist die 
Aneignungsabsicht und die Absicht der unrechtmässigen Bereicherung nötig. Der 
Angeklagte wusste, dass ihm die Sache nicht gehören würde und wollte diese trotz-
dem wegnehmen, mithin in seinen Gewahrsam bringen. Er handelte somit in der 
Absicht, sich diese Sache bzw. das Bargeld anzueignen und damit sich unrecht-
mässig zu bereichern; mit der Einverleibung des Bargeldes in sein Vermögen wollte 
er sich wirtschaftlich besser stellen, obwohl er wissentlich auf das Geld keinen 
Rechtsanspruch besass (Rehberg/Schmid/Donatsch, a.a.O., S. 129 f., mit Hinwei-
sen; Trechsel, a.a.O., S. 505 und 484 ff., mit Hinweisen). Demnach ist der Tatbe-
stand des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB auch in subjektiver Hinsicht er-
füllt. Ist der Vorsatz des Täters auf eine den Grenzwert von Fr. 300.-- übersteigende 
Summe gerichtet, kommt die Anwendung von Art. 172ter StGB nicht in Betracht, 
auch wenn die Deliktssumme unter diesem Grenzwert liegt; ebensowenig, wenn es 
dem Täter gleichgültig ist, wie hoch der zu erbeutende Vermögenswert ist (Reh-
berg/Schmid/Donatsch, a.a.O., S. 129; Trechsel, a.a.O., S. 636). Vorliegend betrug 
die Deliktssumme zwar nur Fr. 150.--, der Vorsatz des Angeklagten richtete sich 
jedoch nicht auf einen speziellen Betrag, da dieser während der Wegnahme des 
Geldes nicht wusste oder wissen konnte, wieviel Bargeld er erbeuten würde. Sein 
Vorsatz richtete sich auf den Diebstahl bzw. die Wegnahme bezüglich des Geldes, 
das sich in dem Glas befand, allenfalls in der Hoffnung, dass es möglichst viel sei. 
Es hätte sich darin ohne Weiteres eine beträchtlichere Summe befinden können, 
was den Angeklagten in seinem Tun jedoch nicht beeinflusste. Er nahm also durch-
aus in Kauf, dass er einen höheren Geldbetrag stehlen würde, was bedeutet, dass 
sich der Vorsatz des Angeklagten auf die Wegnahme und Aneignung einer unbe-

15

stimmt hohen Summe richtete. Die Anwendung von Art. 172ter StGB ist demnach 
ausgeschlossen.

3. a) Der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB macht 
sich strafbar, wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs- oder 
Nutzniessungsrecht besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht. Als 
Strafe droht Gefängnis oder Busse. Als Tatobjekt kommen ausschliesslich körperli-
che Gegenstände, welche unter anderem nicht in alleinigem Eigentum des Täters 
stehen, in Betracht. Beschädigen ist jeder Eingriff in die Substanz, welcher die Funk-
tion oder Ansehnlichkeit der Sache beeinträchtigt. Zerstören äussert sich in der 
vollständigen Vernichtung der Sache, während Unbrauchbarmachen das Hervorru-
fen der Funktionsuntüchtigkeit ohne Substanzeingriff bedeutet (Reh-
berg/Schmid/Donatsch, a.a.O., S. 167 ff., mit Hinweisen; Trechsel, a.a.O., S. 531 f., 
mit Hinweisen). Subjektiv ist vorsätzliches oder eventualvorsätzliches Handeln des 
Täters gefordert. Insbesondere muss er sich bewusst sein, dass die Sache unter 
anderem nicht ihm gehört. Stets ist auch der Wille erforderlich, den Zustand der 
Sache im oben umschriebenen Sinne zu verändern (Rehberg/Schmid/Donatsch, 
a.a.O., S. 170, mit Hinweis; Trechsel, a.a.O., S. 532, mit Hinweis). Die Sachbeschä-
digung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB wird nur auf Antrag verfolgt. Legitimiert zum 
Strafantrag ist jeder Berechtigte, der die Sache nicht mehr gebrauchen kann (Trech-
sel, a.a.O., S. 532).

Des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB macht sich strafbar, 
wer unter anderem gegen den Willen des Berechtigten in ein Haus, in eine Woh-
nung oder in einen abgeschlossenen Raum eines Hauses unrechtmässig eindringt. 
Die Strafe ist Gefängnis oder Busse. Geschützte Objekte sind neben Häusern, den 
abgeschlossenen Räumen eines Hauses und Wohnungen unter anderem auch 
Wohnwagen. Die tatbestandsmässige Handlung besteht darin, dass sich der Täter 
auf beliebige Weise in das geschützte Objekt begibt. Vollendet ist die Tat bereits 
dann, wenn der Täter mit einem Teil seines Körpers in den geschützten Bereich 
gelangt. Vorausgesetzt wird dabei, dass der Täter den geschützten Raum gegen 
den Willen des Berechtigten betritt. Dieser Wille kann auch aus konkludentem Ver-
halten oder aus den Umständen hervorgehen. Bei einigen geschützten Objekten 
(z.B. solchen für Wohnzwecke) wird sogar allgemein vorauszusetzen sein, dass 
Aussenstehende den geschützten Bereich ohne Erlaubnis des Berechtigten nicht 
betreten dürfen. Berechtigter im Sinne des Gesetzes ist derjenige, dem die Verfü-
gungsgewalt über das geschützte Objekt zusteht. Die Unrechtmässigkeit des Ein-
dringens bzw. Betretens ist nur im Zusammenhang mit Rechtfertigungsgründen 

16

oder Amtspflichten zu verneinen. Subjektiv ist Vorsatz, mithin das Bewusstsein des 
Täters, den geschützten Bereich gegen den Willen des Berechtigten zu betreten, 
gefordert (Rehberg/Schmid/Donatsch, a.a.O., S. 393 ff., mit Hinweisen; Straten-
werth/Jenny, a.a.O., S. 134 ff., mit Hinweisen). Auch der Hausfriedensbruch ist als 
Antragsdelikt ausgestaltet. Zum Strafantrag ist nur der Inhaber des „Hausrechts“ 
berechtigt (Trechsel, a.a.O., S. 695).

Zu den folgenden Delikten wurden alle Strafanträge von den Berech-
tigten frist- und formgerecht gemäss Art. 28 und 29 StGB sowie Art. 70 des Geset-
zes über die Strafrechtspflege (StPO; BR 350.000) gestellt.

b) Der Angeklagte ist überführt und geständig, in der Nacht vom 20. auf 
den 21. Februar 2002 am Z. 21 in A. mit Gewalt in das Mehrfamilienhaus von AA. 
eingedrungen zu sein. Alsdann rammte er mit seinem Körpergewicht die Woh-
nungstüre von AB. ein. Der an der Eingangstüre zum Haus sowie an der Wohnungs-
türe festgestellte Sachschaden belief sich auf insgesamt Fr. 2000.--. Damit hat der 
Angeklagte Sachen, die in fremdem Eigentum stehen, zerstört oder beschädigt. Er 
wusste um die Fremdheit der Sachen und wollte diese zerstören oder beschädigen, 
um in das Haus sowie in die Wohnung zu gelangen. Die objektiven und subjektiven 
Tatbestandselemente der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB sind 
somit erfüllt. Daneben begab sich  der Angeklagte ohne die Einwilligung des be-
rechtigten Hauseigentümers oder der berechtigten Wohnungsmieterin und ohne 
Rechtfertigungsgrund in dessen Haus bzw. deren Wohnung, welche als geschützte 
Objekte im Sinne von Art. 186 StGB gelten. Dabei war ihm bewusst, dass er gegen 
den Willen der Berechtigten in diese Objekte eindrang. Demnach hat der Ange-
klagte auch den objektiven wie subjektiven Tatbestand des Hausfriedensbruchs im 
Sinne von Art. 186 StGB erfüllt.

Ferner ist der Angeklagte überführt und geständig, am Donnerstag-
abend des 14. März 2002 zusammen mit AC. in das Clubhaus des Bocciaclubs AE. 
eingebrochen zu sein. Im Clubhaus brachen die beiden diverse Garderobenkästen 
auf und zerschlugen sämtliches Mobiliar sowie Pokale, Skulpturen und Geschirr. 
Der dabei angerichtete Sachschaden belief sich auf Fr. 15'419.95. Mit der Zer-
störung des Mobiliars, Geschirrs und weiterer Sachen, welche dem Bocciaclub bzw. 
deren Mitgliedern gehörten sowie dem Bewusstsein über die Fremdheit der Sachen 
und dem Willen, diese trotzdem zu zerstören, ist der Tatbestand der Sachbeschä-
digung in objektiver wie subjektiver Hinsicht erfüllt. Überdies betrat der Angeklagte 
– zweifellos mit Vorsatz und unrechtmässig – ein von Art. 186 StGB geschütztes 

17

Objekt, das Clubhaus, welches als selbständiges Haus oder als abgeschlossener 
Raum eines Hauses zu betrachten ist, ohne die Einwilligung der Clubmitglieder oder 
des Clubpräsidenten. Somit wurden auch alle Tatbestandselemente von Art. 186 
StGB erfüllt.

Des Weiteren ist der Angeklagte geständig, zusammen mit AC. zwi-
schen dem 16. und 18. März 2002 in den Jugendraum der evangelischen Kirchge-
meinde in AF. eingedrungen zu sein, um dort zu übernachten. Dabei wurde an der 
Türe zum Raum ein Sachschaden von Fr. 250.-- angerichtet. Auch hier beschädigte 
der Angeklagte vorsätzlich die im Eigentum eines andern stehende Türe, um in den 
betreffenden Raum einzudringen, womit der Tatbestand der Sachbeschädigung im 
Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB erfüllt wurde. Eine Einwilligung für den Aufenthalt 
im betreffenden Jugendraum, welcher ein geschütztes Objekt im Sinne von Art. 186 
StGB darstellt,  bestand mit Wissen des Angeklagten nicht, sodass zusätzlich die 
vorausgesetzten Tatbestandselemente des Hausfriedensbruchs gegeben sind.

Ausserdem ist der Angeklagte geständig, wiederum zusammen mit 
AC. am 16. März 2002 in AG. auf dem Campingplatz AH. in den Wohnwagen von 
AI. eingedrungen zu sein, um dort zu übernachten. Dabei wurde die Dachluke be-
schädigt, was einen Sachschaden von Fr. 150.-- herbeiführte. Beim vorsätzlichen 
Eindringen in den Wohnwagen, was ohne Einwilligung der berechtigten Eigentüme-
rin geschah und auch sonst nicht gerechtfertigt war, nahmen die Täter in Kauf, dass 
etwas beschädigt werden könnte, was nicht in ihrem Eigentum stand. Letztlich 
wurde durch den Einstieg in den Wohnwagen die Funktion und Ansehnlichkeit der 
Dachluke beeinträchtigt. Damit wurden die Tatbestände der Sachbeschädigung 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB sowie des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB 
erfüllt.

c) Gemäss Art. 172ter StGB wird der Täter nur auf Antrag und mit Haft 
oder Busse bestraft, wenn sich die Tat nur auf einen geringen Vermögenswert oder 
einen geringen Schaden richtet. Ist es dem Täter indessen gleichgültig, wie hoch 
der Schaden ist, kommt die Anwendung von Art. 172ter StGB nicht in Betracht 
(Trechsel, a.a.O., S. 636). Vorliegend war für den Angeklagten stets nicht von Be-
deutung, was für einen Sachschaden er zur Erreichung seines Ziels, das Eindringen 
in die verschiedenen Objekte, anrichten würde. Sein Vorsatz richtete sich nur auf 
das Gelangen in den Raum unter Beseitigung der ihm dazu im Wege stehenden 
Hindernisse, gleichgültig, wieviel Sachschaden er dafür anrichten müsste und 
würde. Somit entfällt im Einzelnen die Anwendung von Art. 172ter StGB.

18

4. a) Gemäss Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; 
SR 741.01) wird mit Gefängnis oder Busse bestraft, wer ein Motorfahrzeug zum 
Gebrauch entwendet und wer ein solches Fahrzeug führt oder darin mitfährt, obwohl 
er bei Antritt der Fahrt von der Entwendung Kenntnis hatte. Der Begriff der Entwen-
dung in Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1 SVG entspricht demjenigen der Wegnahme in Art. 137 
StGB. Folglich setzt die Entwendung wie auch die Wegnahme Bruch fremden und 
Begründung eigenen Gewahrsams voraus (BGE 101 IV 35). In objektiver Hinsicht 
ist der Tatbestand erfüllt, wenn jemand gegen den Willen des Halters oder eines 
anderweitig Berechtigten ein Motorfahrzeug in Besitz nimmt. Subjektiv ist die Ab-
sicht gefordert, das entwendete Fahrzeug vorübergehend zu gebrauchen bzw. da-
mit herumzufahren (Giger, Strassenverkehrsgesetz, Kommentar, Zürich 2002, S. 
268). 

Nach Art. 95 Ziff. 1 Abs. 1 SVG wird mit Haft oder Busse bestraft, wer 
ohne den erforderlichen Führerausweis ein Motorfahrzeug führt. Erfüllt wird dieser 
Tatbestand von demjenigen, der – ohne Inhaber des für die betreffende Fahrzeug-
kategorie erforderlichen Führerausweises zu sein – mit einem Motorfahrzeug fährt 
(Giger, a.a.O., S. 271).

 b) Der Angeklagte ist überführt und geständig, am 27. Februar 2002 in 
M. den Personenwagen seiner Mutter entwendet zu haben und, ohne im Besitze 
eines Führerausweises zu sein, nach A. und wieder zurück gefahren zu sein. Mit 
dem Gewahrsamswechsel am Wagen durch Inbesitznahme des Fahrzeugs wurde 
seitens des Angeklagten neuer Gewahrsam am Wagen begründet und der Gewahr-
sam der Mutter an demselben gebrochen. Dabei hatte der Angeklagte keine Erlaub-
nis der am Wagen berechtigten Mutter. Damit sind die objektiven Tatbestandsele-
ment von Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1 SVG erfüllt. Der Angeklagte entwendete den Wagen 
aus dem Grund, um mit ihm kurz nach A. und wieder zurück zu fahren. Er hatte 
demnach die Absicht, den Wagen vorübergehend zu gebrauchen, womit auch der 
subjektive Tatbestand als gegeben zu betrachten ist.

 Da der Angeklagte nicht im Besitze eines Führerausweises für das 
Führen von Personenwagen war, aber dennoch mit einem solchen herumfuhr, mit-
hin einen Motorwagen führte, ist auch der Tatbestand von Art. 95 Ziff. 1 Abs. 1 SVG 
erfüllt.

5. a) Nach Art. 19a Ziff. 1 des Betäubungsmittelgesetzes (BetmG; SR 
812.121) wird mit Haft oder Busse bestraft, wer unbefugt Betäubungsmittel vorsätz-

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lich konsumiert oder wer zum eigenen Konsum eine Widerhandlung im Sinne von 
Art. 19 BetmG begeht. Unter eine solche Widerhandlung, begangen zum eigenen 
Konsum, fällt unter anderem der unbefugte Besitz, die Aufbewahrung, der Kauf oder 
die anderweitige Erlangung von Betäubungsmitteln sowie das Treffen von Anstalten 
hiezu (Art. 19 Ziff. 1 BetmG). Auf die Quantität des konsumierten Stoffes kommt es 
nicht an. Selbst der einmalige Gebrauch einer geringfügigen Menge ist strafbar. 
Ebensowenig ist es von Bedeutung, in welcher Form die Betäubungsmittel konsu-
miert werden, sei es durch Rauchen, Einspritzen, Essen, Trinken oder Schnupfen. 
Der Konsum und die strafbare Vorbereitung dazu müssen „unbefugt“ erfolgen. Un-
befugt konsumiert bzw. trifft die entsprechenden Vorbereitungen zum Konsum, wer 
Betäubungsmittel namentlich nicht aufgrund einer medizinisch indizierten Anwei-
sung eines Arztes gebraucht (Fingerhuth/Tschurr, Betäubungsmittelgesetz, Kom-
mentar, Zürich 2002, S. 156 f., mit Hinweisen). 

Der Angeklagte ist geständig, zwischen der Verurteilung mit Strafman-
dat des Kreispräsidenten Rhäzüns vom 31. Oktober 2001 und dem 16. Mai 2002 
regelmässig verschiedene Arten von Betäubungsmittel, vor allem Kokain, konsu-
miert,  Kaufhandlungen zur Erlangung dieser Mittel getätigt sowie solche besessen 
zu haben. Offensichtlich war der Angeklagte auch nicht dazu befugt. Damit wurde 
der objektive Tatbestand von Art. 19a Ziffer 1 BetmG vom Angeklagten mehrfach 
erfüllt.

b) Das Gesetz hält ausdrücklich fest, dass lediglich der vorsätzliche Ge-
brauch von Betäubungsmitteln strafbar ist, wobei Eventualvorsatz genügt. Der Vor-
satz bezieht sich auf die objektiven Tatbestandsmerkmale, insbesondere auf das 
Wissen, dass der konsumierte Stoff ein Betäubungsmittel im Sinne des Gesetzes 
ist. Der zweite Teil von Art. 19a Ziff. 1 BetmG – wer zum eigenen Konsum eine 
Widerhandlung i.S.v. Artikel 19 BetmG begeht – enthält im Gegensatz zum ersten 
Teil – Konsum – keine explizite Erwähnung des Erfordernisses des Vorsatzes. 
Grundsätzlich ist dieser Übertretungstatbestand deshalb auch bei fahrlässiger Be-
gehung strafbar (Fingerhuth/Tschurr, a.a.O., S. 157).  Der Angeklagte konsumierte 
die Betäubungsmittel zweifellos willentlich und im Wissen, dass es sich bei den kon-
sumierten Stoffen um Betäubungsmittel im Sinne des Gesetzes handelte. Auch be-
stehen keine Anzeichen dafür, dass die Widerhandlungen gemäss Art. 19 Ziff. 1 
BetmG zum Konsum nicht vorsätzlich begangen worden wären. Somit ist auch der 
subjektive Tatbestand von Art. 19a Ziff. 1 BetmG gegeben und der Angeklagte hat 
sich der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig ge-
macht.

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6. a) Bei der Strafzumessung hat der Richter die Strafe nach dem Verschul-
den des Täters zu ermitteln, wobei er die Beweggründe, das Vorleben und die per-
sönlichen Verhältnisse des Schuldigen berücksichtigt (Art. 63 StGB). Das Verschul-
den umfasst den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat. Der 
Bemessung der Schuld ist die Schwere der Tat zu Grunde zu legen. Beim Verschul-
den wird weiter in Tat- und Täterkomponente unterschieden. Bei der Tatkompo-
nente betrachtet man das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Willensrich-
tung, mit welcher der Täter handelte und seine Beweggründe. Die Täterkomponente 
hingegen umfasst Vorleben und persönliche Verhältnisse des Täters sowie das Ver-
halten nach der Tat oder im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder 
Strafempfindlichkeit (BGE 129 IV 20; BGE 117 IV 113 f., mit Hinweisen). Diese in 
die Waagschale gelegten Elemente wirken strafmindernd oder straferhöhend, wo-
bei in der Begründung der Strafzumessung die Überlegungen des Richters nach-
vollziehbar sein müssen (BGE 121 IV 56).

Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Frei-
heitsstrafen verwirkt hat, so verurteilt ihn der Richter nach dem Asperationsprinzip 
zu der Strafe der schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Er kann 
jedoch das höchste Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte er-
höhen und ist dabei an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 68 
Ziff. 1 StGB). Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten Strafe 
bedrohten Tatbestand fällt. 

b) Zu beachten ist in diesem Fall zudem, dass der nunmehr bekannt ge-
wordene und in vorliegendem Verfahren zu beurteilende Raub im Sinne von Art. 
140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB durch den Angeklagten bereits vor seiner mit Strafmandat 
des Kreispräsidenten Rhäzüns vom 31. Oktober 2001 erfolgten Verurteilung began-
gen wurde. So muss für diese neu zu beurteilende Tat eine teilweise Zusatzstrafe 
ausgefällt werden. Bei der Bemessung dieser Zusatzstrafe ist darauf zu achten, 
dass der Täter durch die doppelte Aburteilung nicht besser und nicht schlechter 
gestellt wird, als wenn alle zu einem Zeitpunkt verfolgbaren Taten in einem Urteil 
abgehandelt worden wären (Art. 68 Ziff. 2 StGB). Die Bemessung erfolgt auf die 
Weise, dass sich das Gericht vorerst fragt, welche Strafe es im Falle einer gleich-
zeitigen Verurteilung in Anwendung von Art. 68 Ziff. 1 StGB ausgesprochen hätte. 
Ausgehend von dieser hypothetischen Gesamtbewertung muss es anschliessend 
unter Beachtung der rechtskräftigen Grundstrafe und allfälliger anderer Zusatzstra-
fen die erneute Zusatzstrafe bemessen (BGE 129 IV 115; BGE 109 IV 93). Ist die 
vor der früheren Verurteilung begangene Tat schwerer als die nachher begangenen 

21

Taten, dann ist die Dauer der für die vorherige Tat ausgesprochenen (Zusatz-) 
Strafe unter Berücksichtigung der späteren Taten angemessen zu erhöhen (BGE 
115 IV 25).

Der Angeklagte wurde vom Kreispräsidenten Rhäzüns mit Strafman-
dat vom 31. Oktober 2001 des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, 
der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, der Widerhandlung gegen 
Art. 34 Abs. 1 des Waffengesetzes (WG; SR 514.54) sowie der mehrfachen Wider-
handlung gegen Art. 19a BetmG für schuldig befunden und mit 50 Tagen Gefängnis 
und einer Busse von Fr. 300.-- bestraft unter Gewährung des bedingten Strafvollzu-
ges mit einer Probezeit von 3 Jahren.

c) Grundlage für die Strafzumessung ist im vorliegenden Fall der in Art. 
140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB vorgesehene Strafrahmen von Zuchthaus bis zu zehn Jah-
ren oder Gefängnis nicht unter sechs Monaten. Das Verschulden des Angeklagten 
X. wiegt schwer. Insbesondere mit dem Raub hat der Angeklagte gezeigt, dass er 
nicht vor Gewaltanwendung zurückschreckt, um an Geld zu kommen. Der Verteidi-
ger des Angeklagten machte zwar geltend, dass es sich nur um einen leichten Fall 
des Raubes handelt, was zu berücksichtigen sei. Darüber hinaus sei die Beute ge-
ring gewesen, und es habe Pech mitgespielt, dass das Opfer hingefallen sei. Indes-
sen war die Tat von besonderer Verwerflichkeit, da sich der Angeklagte als Opfer 
eine alte Frau, die zudem aufgrund einer Gehbehinderung an einem Stock ging, 
aussuchte, von der von vornherein keine Gegenwehr zu erwarten war. Ferner liess 
sich der Angeklagte trotz des Umfallens des Opfers nicht von der Weiterführung 
seiner Tat abhalten. Bezüglich des Umfanges der Beute existiert zwar mit Art. 172ter 
StGB eine Bestimmung, mit welcher bereits in der Subsumtion diesem Umstand 
Rechnung getragen wird, wobei diese Bestimmung bei einem Raub aber nicht an-
gewendet werden kann; ausserdem richtete sich der Vorsatz des Angeklagten im 
Zusammenhang mit dem Raub nicht nur auf eine geringfügige Geldsumme, da er 
nicht wissen konnte, wieviel Geld er erbeuten würde. Erschwerend wirkt sich auch 
der Umstand aus, dass der Angeklagte nicht einmal zwei Monate nach seiner mit 
Strafmandat des Kreispräsidenten Maienfeld vom 17. Januar 2001 erfolgten Verur-
teilung wegen eines artgleichen Delikts erneut deliktisch tätig wurde, womit er seine 
kriminelle Energie abermals an den Tag legte. Ausgehend von diesem schweren 
Verschulden fällt beim Angeklagten strafschärfend das Zusammentreffen von meh-
reren – zueinander in echter Konkurrenz stehenden – strafbaren Handlungen ins 
Gewicht (Art. 68 StGB). Strafmildernd wirkt sich die durch den leitenden Arzt des 
Drogenbereiches der J. Klinik in K. mit Gutachten vom 18. März 2003 festgestellte 

22

und bei der Begehung der strafbaren Handlungen vorhanden gewesene Verminde-
rung der Zurechnungsfähigkeit in mittlerem Grade aus. Der Richter kann dabei 
gemäss Art. 11 StGB in Verbindung mit Art. 66 StGB die Strafe nach freiem Ermes-
sen mildern. Wird von einer verminderten Zurechnungsfähigkeit ausgegangen, so 
muss die Strafe sogar gemildert werden, wobei eine mittlere Verminderung der Zu-
rechnungsfähigkeit nicht notwendigerweise eine Reduktion der Strafe um 50% nach 
sich zieht; allerdings muss ein bestimmtes Verhältnis zwischen der festgestellten 
Verminderung der Zurechnungsfähigkeit und den Folgen auf die Strafe bestehen 
(BGE 129 IV 35); im vorliegenden Fall rechtfertigt es sich, 50% anzunehmen (vgl. 
auch Trechsel, a.a.O., S. 44). Straferhöhend fallen die Vorstrafen vom 17. Januar 
und 31. Oktober 2001 sowie die Delinquenz während der Probezeit ins Gewicht. 
Strafmindernd ist dem Angeklagten sein Geständnis, seine Einsicht und Reue, 
seine schwierige Kindheit und Jugend sowie der Umstand, dass er ausschliesslich 
aufgrund seiner Drogensucht und der daraus entstandenen Notlage sowie zwecks 
Beschaffung von Drogen delinquierte, zu Gute zu halten. In Würdigung sämtlicher 
Strafzumessungsgründe erachtet die Strafkammer die Anordnung einer Freiheits-
strafe von 14 Monaten Gefängnis als dem Verschulden und den persönlichen Ver-
hältnissen des Angeklagten angemessen.

d) Nach Art. 69 StGB rechnet das Gericht dem Verurteilten die Untersu-
chungs- bzw. Polizeihaft auf die Freiheitsstrafe an, soweit der Täter diese nicht 
durch sein Verschulden nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. Nach der 
neueren Praxis des Bundesgerichts darf von einer Anrechnung nur abgesehen wer-
den, sofern der Beschuldigte durch sein – nach rechtsstaatlich vertretbaren Verfah-
rensgrundsätzen vorwerfbares – Verhalten nach der Tat die Untersuchungs- bzw. 
Polizeihaft in der Absicht herbeigeführt oder verlängert hat, um dadurch den Straf-
vollzug zu verkürzen oder zu umgehen (BGE 124 IV 2). Ablehnungsgründe im Sinne 
der aufgeführten Rechtsprechung bestehen in Bezug auf den Angeklagten X. nicht, 
sodass einer Anrechnung der erstandenen Polizeihaft von 3 Tagen an die Strafe 
gestützt auf Art. 69 StGB nichts entgegen steht.

7. a) Gemäss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter den Vollzug einer 
Freiheitsstrafe von nicht mehr als 18 Monaten durch die Gewährung der Rechts-
wohltat des bedingten Strafvollzuges aufschieben, wenn Vorleben und Charakter 
des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbrechen oder 
Vergehen abgehalten. Gemäss Abs. 2 der genannten Bestimmung ist der Aufschub 
einer Freiheitsstrafe bzw. die Gewährung des bedingten Strafvollzuges von Geset-
zes wegen nicht zulässig, wenn der Verurteilte innerhalb der letzten fünf Jahre vor 

23

der Tat wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens oder Vergehens eine 
Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten verbüsst hat. Da der 
Angeklagte innerhalb der letzten fünf Jahre keine Freiheitsstrafe von einer solchen 
Dauer verbüssen musste und beim hier zu behandelnden Fall eine Strafe von nicht 
mehr als 18 Monaten verhängt wurde, sind die objektiven Voraussetzungen für die 
Gewährung des bedingten Strafvollzuges gegeben. 

b) In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 41 Ziffer 1 Abs. 1 StGB, dass Vor-
leben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde durch den Aufschub 
der Strafe bzw. die Gewährung des bedingten Strafvollzuges von weiteren Verbre-
chen und Vergehen abgehalten. Das Gericht hat zu prüfen, ob eine günstige Pro-
gnose für künftiges Wohlverhalten gestellt werden kann, wobei ihm dafür ein erheb-
liches Ermessen zusteht. Bei der Prüfung, ob der Verurteilte für ein dauerndes 
Wohlverhalten Gewähr bietet, ist eine Gesamtwürdigung aller wesentlichen Um-
stände vorzunehmen. In die Beurteilung mit einzubeziehen sind neben den Ta-
tumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, 
die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Be-
währung zulassen. Für die Einschätzung des Rückfallrisikos ist ein Gesamtbild der 
Täterpersönlichkeit unerlässlich. Relevante Faktoren sind unter anderem strafrecht-
liche Vorbelastung, Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindungen und Hin-
weise auf Suchtgefährdungen. Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum 
Zeitpunkt des Entscheides mit einzubeziehen (BGE 128 IV 198 f.). Zum Vorleben 
des Angeklagten gehört auch das soziale Umfeld, welches für die Bewährungsaus-
sichten massgeblichen Anteil hat. Im Leben von X. bestehen nunmehr persönliche 
Beziehungen, von denen eine stabilisierende Wirkung erwartet werden kann. Er lebt 
wieder bei seiner Mutter, wo er zu deren Entlastung einen grossen Teil des Haus-
haltes erledigt. Ferner kümmert er sich während der arbeitsbedingten Abwesenheit 
seiner Schwester fürsorglich um deren Tochter bzw. seine Nichte. Ausserdem hat 
X. neue Freunde gefunden, welche nichts mit Drogen zu tun haben und die ihn aus 
diesem Grunde positiv beeinflussen sollten. Gleiches kann von der begonnenen 
Ausbildung an der Schule Q. in A. erwartet werden. Positiv zu bewerten ist die Ein-
sicht des Angeklagten in die Verwerflichkeit seiner Taten und die diesbezüglich 
geäusserte Reue. Ebenfalls können dem Angeklagten seine Bemühungen um die 
Entwicklung vorbeugender Strategien zwecks Verkleinerung eines Rückfallrisikos 
zu Gute gehalten werden, wozu er freiwillig beim L. eine ambulante Suchtberatung 
besucht, welche durchaus einen positiven Verlauf anzunehmen scheint. Schliess-
lich ist der Angeklagte seit einiger Zeit drogenabstinent, und er scheint seine Pro-
bleme seit April 2003 in geschützter Umgebung im Griff zu haben. Demgegenüber 

24

sprechen beträchtliche Gründe dafür, dass keine günstige Prognose gestellt werden 
kann. Eine wichtige Rolle spielt dabei der getrübte Leumund des Angeklagten, der 
die Erwartung eines künftigen Wohlverhaltens in nicht zu vernachlässigendem 
Masse mindert. Zudem sind die früheren Verurteilungen des Angeklagten vom 17. 
Januar und 31. Oktober 2001 bei der Prognosestellung als erheblich ungünstiges 
Element zu gewichten. Nachteilig wirkt sich auch die Delinquenz des Angeklagten 
während der mit genannten Urteilen angesetzten Probezeit aus. Die Ergebnisse des 
Gutachtens des leitenden Arztes des Drogenbereiches der J. Klinik fallen ebenfalls 
negativ ins Gewicht, wonach beim Angeklagten eine erhöhte Rückfallgefahr be-
steht, wenn er erneut Drogen, hierbei vor allem Kokain, konsumiert. Es wird zudem 
vermerkt, dass ausserhalb eines geschützten Rahmens eine verminderte Kontroll-
fähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums be-
stehe. Der Angeklagte ist zwar seit einigen Monaten in geschützter Umgebung ab-
stinent. Andererseits ist er aber weiterhin drogensüchtig und seine Drogenproble-
matik ist noch nicht behoben. Diese bestehende Sucht sowie der viel zu kurze Zeit-
raum für eine definitive Bejahung der Frage, ob der Angeklagte seine Finger von 
Drogen lassen würde, lassen zur Zeit erhebliche Zweifel auf ein künftiges Wohlver-
halten aufkommen. Obschon andeutungsweise eine gewisse Hoffnung auf Besse-
rung besteht, kann dem Angeklagten in Gesamtwürdigung der wesentlichen Um-
stände ein begründetes Vertrauen auf sichere Zukunftsaussichten nicht geschenkt 
werden. Wo zwischen vager Hoffnung und Bedenken geschwankt wird, ist die Ge-
währung des bedingten Strafvollzuges nicht angezeigt (vgl. dazu Schneider, Basler 
Kommentar, Strafgesetzbuch I, Basel 2003, S. 512 ff, mit zahlreichen Hinweisen; 
ferner PKG 1993 Nr. 24 E. 3, mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtspre-
chung). 

c) Im Lichte dieser Ausführungen kann dem Angeklagten keine günstige 
Prognose für künftiges Wohlverhalten gestellt werden, womit eine subjektive Vor-
aussetzung für den Aufschub des Vollzuges der ausgefällten Freiheitsstrafe von 14 
Monaten im Sinne von Art. 41 Ziff. 1 StGB nicht erfüllt ist. Somit kann die Rechts-
wohltat des bedingten Strafvollzuges nicht gewährt werden.

8. Gemäss Art. 41 Ziff. 3 Abs. 1 StGB lässt der Richter im Falle der ge-
währten Rechtswohltat des bedingten Strafvollzuges die Strafe vollziehen, wenn der 
Verurteilte unter anderem während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen 
begeht. Indessen kann von einem Widerruf des gewährten bedingten Strafvollzugs 
abgesehen werden, wenn begründete Aussicht auf Bewährung besteht und ein 
leichter Fall vorliegt (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB). ). Nach Art. 41 Ziff. 3 Abs. 3 StGB 

25

entscheidet bei Verbrechen oder Vergehen während der Probezeit der dafür zustän-
dige Richter auch über den Vollzug der bedingt aufgeschobenen Strafe. Demnach 
hat das Kantonsgericht darüber zu befinden, ob der mit den Strafmandaten der 
Kreispräsidenten Maienfeld und Rhäzüns vom 17. Januar bzw. 31. Oktober 2001 
gewährte bedingte Strafvollzug zu widerrufen ist. Der Angeklagte X. beging den in 
diesem Verfahren zu beurteilenden Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1  Abs. 1 StGB 
während der mit Strafmandat des Kreispräsidenten Maienfeld vom 17. Januar 2001 
angesetzten Probezeit von 2 Jahren, die anderen hier zu beurteilenden Delikte zu-
dem auch während der mit Strafmandat des Kreispräsidenten Rhäzüns vom 31. 
Oktober 2001 angesetzten Probezeit von 3 Jahren. Diese vom Angeklagten durch 
die begangenen Handlungen erfüllten Tatbestände sind mit Ausnahme des Fahrens 
ohne Führerausweis im Sinne von Art. 95 Ziff. 1 Abs. 1 SVG und der Widerhand-
lungen gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG, welche Übertretungstatbestände darstellen 
und daher keinen Widerruf zu begründen vermögen, als Verbrechen oder Vergehen 
ausgestaltet. Hat sich nun der Angeklagte eines Verbrechens oder Vergehens 
schuldig gemacht, ist die vom Kreispräsidenten Maienfeld mit Strafmandat vom 17. 
Januar 2001 ausgesprochene Gefängnisstrafe von 14 Tagen und die vom Kreisprä-
sidenten Rhäzüns mit Strafmandat vom 31. Oktober 2001 ausgesprochene Gefäng-
nisstrafe von 50 Tagen zu widerrufen, es sei denn, es würde ein leichter Fall vorlie-
gen und begründete Aussicht auf Bewährung bestehen, was dem Gericht die Mög-
lichkeit einräumt, von einem Widerruf Umgang zu nehmen und namentlich den Ver-
urteilten zu verwarnen; der Widerruf ist denn nicht stets zwingend, wenn ein Wider-
rufsgrund nach Art. 41 Ziff. 3 Abs. 1 StGB gegeben ist (BGE 118 IV 335). Bei der 
Frage, ob ein Delikt als „leichter Fall“ zu qualifizieren ist, kommt nach der bundes-
gerichtlichen Rechtssprechung dem Strafmass die massgebliche Bedeutung zu. 
Dem Bedürfnis einerseits, keine fixe Grenze für die Bestimmung des leichten Falles 
festzulegen, andererseits die Gesamtheit der Tatumstände zu konkretisieren, ist in 
dem Sinne Rechnung zu tragen, dass eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Monaten 
in der Regel als leicht im Sinne von Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB bezeichnet wird. 
Diese Grenze von drei Monaten ist aber keine starre Regel, von der im Einzelfall 
nicht abgewichen werden kann. Das Gebot der Gleichheit in der Rechtsanwendung 
erfordert allerdings, dass das Abweichen von einer solchen Regel durch besondere 
objektive oder subjektive Umstände gerechtfertigt und in diesem Sinn begründet 
sein muss (BGE 117 IV 101 f.; BGE 128 IV 3 S. 11). Auch wenn besondere Um-
stände zum Tragen kommen würden, kann ein leichter Fall nur angenommen wer-
den, wenn die Freiheitsstrafe in der Nähe von drei Monaten liegt. Unter diesem As-
pekt ist der leichte Fall bei einer Gefängnisstrafe in der Grössenordnung von sieben 
Monaten zu verneinen, für fünf Monate jedoch in Betracht zu ziehen. Ausgeschlos-

26

sen ist jedenfalls die Ausweitung der Annahme eines leichten Falles aufgrund be-
sonderer Umstände auf Freiheitsstrafen bis zu acht Monaten (Schneider, a.a.O., mit 
zahlreichen Hinweisen, unter anderem auf BGE 122 IV 162, das Urteil des Bundes-
gerichts vom 11. Oktober 1999 [6S.340/1999] und BGE 128 IV 237). Im Lichte die-
ser Ausführungen ist der vorliegende Fall, in dem die Anordnung einer Gefängniss-
trafe von 14 Monaten als angemessen erachtet wird, nicht als leicht zu qualifizieren. 
Darüber hinaus bedarf es für einen Verzicht auf den Widerruf nicht nur eines leich-
ten Falles, sondern zusätzlich der begründeten Aussicht auf Bewährung (Art. 41 
Ziff. 3 Abs. 2 StGB). Die Anforderungen an die Bewährung des Verurteilten entspre-
chen jenen für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges im Sinne von Art. 41 
Ziff. 1 StGB, denn nach seinem Wesen nach ist der Entscheid des Richters nach 
den beiden Bestimmungen kein grundsätzlich anderer; verlangt wird also eine güns-
tige Prognose für dauernde Bewährung (Schneider, a.a.O., S. 550, mit Hinweisen 
auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Dem Angeklagten kann aber keine 
günstige Prognose gestellt werden, wie obenstehend ausführlich erläutert wurde (s. 
E. 7b). Demnach liegt weder ein leichter Fall vor noch besteht eine begründete Aus-
sicht auf Bewährung, und von einem Widerruf des mit Strafmandat des Kreispräsi-
denten Maienfeld vom 17. Januar 2001 für die Strafe von 14 Tagen Gefängnis sowie 
des mit Strafmandat des Kreispräsidenten Rhäzüns vom 31. Oktober 2001 für die 
Strafe von 50 Tagen Gefängnis gewährten bedingten Vollzuges kann somit gemäss 
Art. 41 Ziff. 3 Abs. 1 und 2 StGB nicht abgesehen werden. 

9. a) Das strafbare Verhalten des Angeklagten steht mit seiner Drogen-
sucht sowie der daraus entstandenen Notlage und Beschaffungsproblematik in di-
rektem Zusammenhang. Es stellt sich deshalb zwingend die Frage, ob anstelle oder 
neben der Strafe Massnahmen anzuordnen sind. Auszugehen ist von Art. 44 Ziff. 1 
StGB, der gemäss Ziffer 6 der Bestimmung auf Rauschgiftsüchtige sinngemäss an-
wendbar ist. Danach kann der Richter, wenn der Täter rauschgiftsüchtig ist und die 
von ihm begangene Tat damit im Zusammenhang steht, zur Vermeidung künftiger 
Delinquenz seine Einweisung in eine Heilanstalt oder eine ambulante Massnahme 
anordnen (Art. 44 Ziff. 1 und 6 StGB). Ausschlaggebend für die Anordnung einer 
Massnahme nach Art. 44 StGB ist einerseits die Massnahmebedürftigkeit und -
fähigkeit sowie andererseits eine entsprechende Massnahmewilligkeit des Verur-
teilten. Soweit erforderlich holt der Richter gemäss Art. 44 Ziffer 1 Abs. 2 StGB ein 
Gutachten über den körperlichen und geistigen Zustand des Täters sowie über die 
Zweckmässigkeit der Behandlung ein. Dem Gutachten des leitenden Arztes des 
Drogenbereiches der J. Klinik in K. vom 18. März 2003 kann entnommen werden, 
dass beim Angeklagten weiterhin eine Drogenabhängigkeit bestehe, er jedoch in 

27

geschützter Umgebung abstinent sei. Der Angeklagte zeige ausserhalb eines ge-
schützten Rahmens eine verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Drogenkon-
sums. Im Falle erneuten Drogenkonsums bestehe eine erhöhte Rückfallgefahr, da 
die durch den Angeklagten begangenen Delikte  alle im Zusammenhang mit seiner 
Abhängigkeitsstörung gestanden hätten. Deshalb erscheine eine Begleitung oder 
Behandlung als notwendig, um die derzeitige Abstinenz des Angeklagten zu unter-
stützen und um Rückfälle zu vermeiden. Wie obenstehend erwähnt, hängt die er-
folgreiche Durchführung einer Massnahme zu einem grossen Teil davon ab, ob der 
Betroffene für eine Behandlung motiviert und zu einer Zusammenarbeit mit den The-
rapeuten bereit, das heisst massnahmewillig ist. Damit eine Massnahme angeord-
net werden kann, muss daher einerseits die Massnahmebedürftigkeit und anderer-
seits die Massnahmewilligkeit des Betroffenen deutlich zum Ausdruck kommen. 
Vorliegend wird die Massnahmebedürftigkeit von der Staatsanwaltschaft Graubün-
den und vom Angeklagten anerkannt. Auch das psychiatrische Gutachten der J. 
Klinik geht wie ausgeführt von der Massnahmebedürftigkeit des Angeklagten aus. 
Insofern ist diese Voraussetzung der Anordnung einer Massnahme vorliegend ge-
geben. Bezüglich der Massnahmewilligkeit ist zwischen einer stationären und einer 
ambulanten Therapie zu unterscheiden. Im Gutachten wurde darauf hingewiesen, 
dass der Angeklagte seit dem Schulalter entweder in einer institutionellen Umge-
bung untergebracht gewesen sei oder ohne Arbeit und soziale Integration sich über-
wiegend in der Szene aufgehalten habe. Ein stationärer Aufenthalt könnte dieses 
Muster noch festigen; ausserdem würde für den Angeklagten eine stationäre Be-
handlung Totalabstinenz bedeuten, was zu Überforderung führe. Daher erscheine 
eine ambulante Massnahme indiziert und zweckmässig. Auch die Staatsanwalt-
schaft hält die Anordnung einer ambulanten Massnahme am vernünftigsten. 
Gemäss den Abklärungen des Gutachters wäre R. von der kantonalen psychiatri-
schen Klinik I. bereit, den Angeklagten zu behandeln. Von dieser Institution aus 
könnte die Koordination der verschiedenen Behandlungsaspekte – die medika-
mentöse Behandlung der psychiatrischen Störungen, die Überwachung der Hepa-
titis C Virus-Infektion und die psychosoziale Betreuung inklusive Psychotherapie, 
Arbeitsrehabilitation bzw. Umschulung – angestrebt werden. X. wurde über diese 
vorgeschlagene Behandlung vom leitenden Arzt des Drogenbereichs der Klinik J. 
ausführlich aufgeklärt. In der Folge hat der Angeklagte zum Ausdruck gebracht, 
dass er mit der Anordnung einer ambulanten Massnahme bei R. in der Klinik I. ein-
verstanden sei, mit der Ausnahme, dass für ihn eine medikamentöse Behandlung 
nicht in Frage komme. Es stellt sich nun ernsthaft die Frage, ob vorliegend für den 
Angeklagten eine institutionelle Umgebung und ein besonders therapeutisches Mi-
lieu mit einem intensiven dichten Behandlungsprogramm förderlich ist. Aufgrund der 

28

erwähnten Umstände wäre der Angeklagte für die Einweisung in eine stationäre 
Institution kaum zugänglich. Damit ist der mögliche Behandlungserfolg einer statio-
nären Massnahme doch mit Zweifeln behaftet, denn eine dazu nicht restlos moti-
vierte Person kann kaum therapiert werden. Angesichts dessen, der Ausführungen 
des psychiatrischen Gutachtens der J. Klinik, des Dafürhaltens der Staatsanwalt-
schaft sowie der geringen Überzeugung des Angeklagten ist von der Anordnung 
einer stationären Massnahme abzusehen. Wie erwähnt hat sich der Angeklagte für 
eine ambulante Massnahme ausgesprochen; die Anordnung einer solchen ist 
gemäss Gutachten vom 18. März 2003 sowie den weiteren, oben erwähnten Um-
ständen ausserdem angezeigt und zweckmässig. Das Gericht kommt daher zum 
Schluss, dass eine zwei Mal wöchentlich durchzuführende ambulante psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung bei R. in der Klinik I., M., der Reintegration des 
Angeklagten in die Gesellschaft am förderlichsten ist. 

b) Wird eine unbedingte Freiheitsstrafe ausgefällt und gleichzeitig eine 
ambulante Massnahme angeordnet, kann der Richter den Vollzug der Strafe auf-
schieben, um der Art der Behandlung Rechnung zu tragen (Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB in Verbindung mit Art. 43 Ziff. 2 Abs. 2 StGB). Gemäss der Rechtsprechung 
des Bundesgerichts ist der Strafaufschub anzuordnen, wenn eine tatsächliche Aus-
sicht auf erfolgreiche Behandlung durch den sofortigen Vollzug der ausgefällten 
Freiheitsstrafe erheblich beeinträchtigt würde. Die Therapie geht vor, falls eine so-
fortige Behandlung gute Resozialisierungschancen bietet, welche der Strafvollzug 
klarerweise verhindern oder vermindern würde. Dabei sind einerseits die Auswir-
kungen des Strafvollzuges, die Erfolgsaussichten der ambulanten Behandlung und 
die bisherigen Therapiebemühungen zu berücksichtigen, andererseits aber auch 
das kriminalpolitische Erfordernis, Straftaten schuldangemessen zu ahnden bzw. 
rechtskräftige Strafen grundsätzlich zu vollziehen. Wo ein Therapieerfolg wahr-
scheinlich ist, sollte nach Praxis des Bundesgerichts tendenziell zunächst ärztlich 
behandelt werden. Ein Strafaufschub ist angezeigt, wenn der Strafvollzug die be-
gründete Aussicht auf erfolgreiche Heilbehandlung erheblich beeinträchtigen 
würde. Dies ist nicht erst anzunehmen, wenn der Vollzug die Therapie verunmög-
licht oder den Behandlungserfolg völlig in Frage stellt. Vielmehr geht die Therapie 
vor, sobald eine sofortige Behandlung gute Resozialisierungschancen bietet, die 
der Strafvollzug verhindern oder wesentlich vermindern würde. In diesem Fall ist 
der Vollzug mit der Behandlung nicht vereinbar (BGE 129 IV 162 ff.) Damit betont 
das Bundesgericht den Ausnahmecharakter des Strafaufschubes, der einer beson-
deren Rechtfertigung bedarf. Es gilt nun zu prüfen, ob ein sofortiger Vollzug der 
ausgefällten Freiheitsstrafe mit der angeordneten ambulanten Massnahme verein-

29

bar wie auch sinnvoll wäre sowie ob die tatsächliche Aussicht auf erfolgreiche Be-
handlung durch den Strafvollzug erheblich beeinträchtigt bzw. verunmöglicht würde 
und der Strafvollzug deswegen aufzuschieben wäre. Die Therapie geht vor, wenn 
die sofortige Behandlung gute Resozialisierungschancen bietet. Im psychiatrischen 
Gutachten des leitenden Arztes des Drogenbereiches der J. Klinik in K. vom 18. 
März 2003 wird diesbezüglich ausgeführt, dass der vorausgehende Vollzug der 
Freiheitsstrafe den Erfolg einer ambulanten Behandlung nicht generell in Frage stel-
len, jedoch keinen Sinn machen würde, und zwar aufgrund der vorhandenen Be-
handlungsbedürftigkeit und des Umstandes, dass der Angeklagte nach dem Vollzug 
der Freiheitsstrafe nicht mehr zu einer Behandlung verpflichtet werden könne. Der 
gleichzeitige Vollzug einer Freiheitsstrafe verunmögliche eine ambulante Behand-
lung im Sinne des Gutachtens, da diese ein bis mehrere Male wöchentlich ausser-
halb des Gefängnisses stattfinden sollte. Auch dem Kantonsgericht erscheint es als 
deutlich, dass ein Vollzug der Freiheitsstrafe vor oder während der ambulanten 
Massnahme keinen Sinn machen und die Behandlung verunmöglichen würde, wo-
mit die Erfolgsaussichten einer Therapie beeinträchtigt wären. Ausserdem würde 
eine sofortige Behandlung gute Resozialisierungschancen bieten. Der Ansicht des 
Kantonsgerichtes liegen die nachfolgend aufzuführenden Überlegungen zu Grunde. 
X. hat seine Lebenssituation seit einiger Zeit – wenn auch noch  nicht lange – grund-
legend geändert. Er konsumiert keine Drogen mehr bzw. ist abstinent, hat keinen 
Kontakt mehr zur Drogenszene und neue Freundschaften ausserhalb des Drogen-
milieus geschlossen. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit positiv zu bewertenden 
sportlichen Tätigkeiten. Der Angeklagte bemüht sich um eine geregelte Tagesstruk-
tur, mithin um einen festen Lebensinhalt, indem er die Schule Q. in A. besucht, was 
ein bestimmtes Mass an Disziplin erfordert und welches er auch aufzubringen 
scheint. Ferner besorgt er zu Hause bei seiner Mutter, welche ihn zu seiner Unter-
stützung bei sich wohnen lässt, den Haushalt und kümmert sich bei arbeitsbedingter 
Abwesenheit seiner Schwester um deren Tochter bzw. seine Nichte. In diesem Zu-
sammenhang ist X. in der Lage, eine gewisse Verantwortung, nicht nur für sich 
selbst, zu tragen. Überdies hat sich X. damit ein stabiles soziales Umfeld und eine 
geschützte Umgebung geschaffen, was ihn von erneutem Drogenkonsum in erheb-
licher Weise abhalten sollte. Mit der Gestaltung eines ausgeglichenen Alltages 
durch den Angeklagten scheint es, dass dieser ernsthaft darum bemüht ist, von den 
Drogen loszukommen. Aus dem Gesagten erhellt, dass bei X. seit einiger Zeit – 
wenn auch noch nicht lange – eine deutliche soziale Stabilisierung eingetreten ist. 
Er befindet sich auf gutem Wege zurück in ein drogenfreies Leben. Dies wird auch 
durch seinen entschlossenen Willen, endgültig von den Drogen wegzukommen, be-
kräftigt. Somit ist offensichtlich, dass für den Angeklagten eine wirklich vorhandene 

30

Aussicht auf eine erfolgreiche Behandlung besteht, und eine Resozialisierungs-
chance, unterstützt durch eine sofortige Therapie, ist durchaus vorhanden. Durch 
den Strafvollzug würde X. aus seinem nun stabilen sozialen Umfeld herausgerissen. 
Er müsste seine neu begonnene Ausbildung an der Schule Q. in A. abbrechen, wo-
mit ein wichtiger Stabilitätsfaktor für seine Lebensgestaltung wegfallen würde. 
Ebenfalls würden seine neuen sozialen Beziehungen durch den Strafvollzug stark 
beeinträchtigt. Unter diesen Umständen erscheint es wahrscheinlich, dass der Er-
folg der ambulanten Therapie durch einen sofortigen Strafvollzug in Frage gestellt 
wäre. Das Kantonsgericht kommt daher zum Schluss, dass unter diesen konkreten 
Umständen – der Angeklagte hat sich von den Drogen tatsächlich abgewandt und 
ein stabiles soziales Umfeld geschaffen, das ihm weitgehend ein Leben ohne Dro-
gen ermöglicht, wozu ferner der Wille zu vollständiger Drogenabstinenz kommt – 
die strengen Voraussetzungen erfüllt sind und im Sinne einer Ausnahme der Straf-
vollzug zu Gunsten der Massnahme aufgeschoben werden kann. Der Strafaufschub 
wird sowohl für die mit vorliegendem Urteil ausgefällte Strafe von 14 Monaten wie 
auch für die widerrufenen, mit Strafmandaten der Kreispräsidenten Maienfeld und 
Rhäzüns vom 17. Januar und 31. Oktober 2001 ausgefällten Freiheitsstrafen von 
14 bzw. 50 Tagen Gefängnis angeordnet. Dabei übersieht das Gericht nicht, dass 
das Verschulden des Angeklagten schwer wiegt und seine Taten in einem gewissen 
Sinn ohne Sanktion bleiben, sollten die ambulante Massnahme erfolgreich durch-
geführt werden können und die Freiheitsstrafen daher auch in einem späteren Zeit-
punkt nicht vollzogen werden. Wie das Bundesgericht in seiner jüngsten Rechtspre-
chung dargelegt hat, dient das Strafrecht in erster Linie nicht der Vergeltung, son-
dern der Verbrechensverhütung. Dies bringt der Gesetzgeber vor allem mit der Be-
zeichnung der Resozialisierung als Ziel des Strafvollzugs zum Ausdruck (vgl. Art. 
37 Ziff. 1 Abs. 1 StGB).  Deshalb sind Sanktionen, die eher die Besserung oder 
Heilung des Täters gewährleisten, primär zu verhängen und solche, die dem Anlie-
gen der Verbrechensverhütung zuwiderlaufen, möglichst zu vermeiden (BGE 129 
IV 164). Wie bereits aufgezeigt, befindet sich X. in einer seit einiger Zeit andauern-
den und günstigen Entwicklung, deren Erfolg durch den sofortigen Strafvollzug er-
heblich gefährdet wäre. Dem Ziel der Verbrechensverhütung wird unter diesen Um-
ständen nach Auffassung des Gerichts der Aufschub des Strafvollzugs zu Gunsten 
der ambulanten Massnahme am Besten gerecht. Der Angeklagte ist in diesem Zu-
sammenhang jedoch deutlich darauf hinzuweisen, dass der Aufschub des Strafvoll-
zuges Ausnahmecharakter hat und dass bei erfolgloser ambulanter Massnahme die 
ausgesprochenen Freiheitsstrafen vollzogen werden können.

31

Am Rande sei erwähnt, dass mit dem Aufschub des Strafvollzuges für 
X. ohne Weiteres die Möglichkeit besteht, sich weiterhin – neben der zwingend 
durchzuführenden ambulanten Behandlung in der Klinik I. – freiwillig von der ambu-
lanten Suchtfachstelle des L. begleiten zu lassen, wie er das offenbar schon seit 
Juni 2000 getan hat. Den monatlichen Besuchen und Gesprächen von X. bei AK. 
von dieser Institution steht nichts im Wege. Die Sitzungen und Gespräche bei AK. 
erzielten anscheinend gute Ergebnisse in Bezug auf den Fortbestand der Drogen-
abstinenz sowie die Alltags- und Freizeitgestaltung des Angeklagten, sodass es zu 
empfehlen ist, diese Beratung beim L. fortzuführen.

c) Gemäss Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 43 Ziff. 2 
Abs. 2 StGB kann der Richter im Falle eines Aufschubs des Strafvollzugs zwecks 
ambulanter Behandlung Weisungen erteilen und wenn nötig eine Schutzaufsicht im 
Sinne von Art. 47 StGB anordnen. Die Notwendigkeit einer Schutzaufsicht kann sich 
daraus ergeben, dass die Dauerhaftigkeit der – zur Zeit beim Angeklagten vorlie-
genden – manifestierten Resozialisierung noch nicht absehbar ist (Trechsel, a.a.O., 
S. 226). Das Kantonsgericht berücksichtigt zwar die günstige Entwicklung des An-
geklagten in der jüngsten Zeit und die allgemeine Wendung zum Bessern, hält aber 
angesichts der Bedenken, zu denen seine frühere Lebensführung Anlass gab, so-
wie der nicht gefestigten Überzeugung hinsichtlich der Dauer der guten Entwicklung 
aufgrund der früheren Erfahrungen seine Beaufsichtigung und Überwachung für ge-
boten und notwendig (BGE 104 IV 64). Der Angeklagte wird daher unter Schutzauf-
sicht gestellt.

10. Die Kosten der Strafuntersuchung, des Gerichtsverfahrens und der 
amtlichen Verteidigung gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens zu Lasten des 
Verurteilten (vgl. Art. 158 Abs. 1 StPO). Überdies hat X. die Kosten der angeordne-
ten ambulanten Massnahme zu tragen, während die Kosten der Polizeihaft sowie 
eines allfälligen Strafvollzuges zu Lasten des Kantons Graubünden gehen (Art. 158 
Abs. 3 in Verbindung mit Art. 188 StPO). Die Kostenmeldung der Staatsanwaltschaft 
kann jedoch nicht unbesehen übernommen werden. Diese weist für die Untersu-
chungskosten – abzüglich der Kosten von Fr. 64.-- für die Polizeihaft – einen Betrag 
von Fr. 5032.-- aus. Darin enthalten sind allerdings auch die im Betrag von Fr. 395.-- 
entstandenen Kosten derjenigen Untersuchung, die im Zusammenhang mit dem 
Einbruch in die Wohnung von AB. wegen Diebstahls geführt, mit begründeter Ver-
fügung vom 7. Mai 2003 aber eingestellt wurde. Bei Einstellung einer Untersuchung 
werden die Kosten vom Kanton Graubünden bzw. der Staatsanwaltschaft getragen, 
sofern der Angeschuldigte nicht durch ein verwerfliches oder leichtfertiges Beneh-

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men das Verfahren verschuldet oder dessen Durchführung erschwert hat (Art. 156 
Abs. 1 StPO). In Bezug auf die Vorfälle in der Wohnung von AB. vom 20./21. Fe-
bruar 2002 kann dem Angeklagten betreffend die Untersuchung wegen Diebstahls 
kein verwerfliches oder leichtfertiges Benehmen im Sinne von Art. 156 Abs. 1 StPO 
vorgeworfen werden, was überdies von der Staatsanwaltschaft auch nicht behaup-
tet wurde. Indessen hat der Angeklagte den Rest des Verfahrens verschuldet, womit 
die Untersuchungskosten in der Höhe von Fr. 395.-- vom Kanton Graubünden bzw. 
der Staatsanwaltschaft zu tragen sind und diejenigen im Betrag von Fr. 4637.-- zu 
Lasten des Angeklagten gehen.

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. X. ist schuldig des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, des Dieb-
stahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss 
Art. 186 StGB, der Entwendung zum Gebrauch gemäss Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1 
SVG, des Fahrens ohne Führerausweis gemäss Art. 95 Ziff. 1 Abs. 1 SVG 
und der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

2. Dafür wird er – teilweise als Zusatz zu der mit Strafmandat des Kreispräsi-
denten Rhäzüns vom 31. Oktober 2001 ausgefällten Strafe – mit 14 Monaten 
Gefängnis bestraft, abzüglich der erstandenen Polizeihaft von 3 Tagen.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben, und es wird eine ambu-
lante psychiatrisch-psychotherapeutische Massnahme im Sinne der Erwä-
gungen und im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 6 StGB angeordnet.

4. Der mit Strafmandat des Kreispräsidenten Maienfeld vom 17. Januar 2001 
für die Strafe von 14 Tagen Gefängnis und mit Strafmandat des Kreispräsi-
denten Rhäzüns vom 31. Oktober 2001 für die Strafe von 50 Tagen Gefäng-
nis gewährte bedingte Vollzug wird widerrufen. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafen wird aufgeschoben, und es wird eine ambu-
lante psychiatrisch-psychotherapeutische Massnahme im Sinne der Erwä-
gungen und im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 6 StGB angeordnet.

5. X. wird für die Dauer der Massnahme unter Schutzaufsicht gestellt.

6. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft
Graubünden, bestehend aus:
- den Barauslagen von Fr. 2‘347.00
- der Untersuchungsgebühr von Fr. 2'290.00

- der Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.00
- und dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 3'707.80

total somit Fr. 11'344.80

gehen zu Lasten von X., der auch die Kosten der Massnahme zu tragen hat. 
Die Untersuchungsgebühr von Fr. 395.-- geht zu Lasten des Kantons 

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Graubünden (Staatsanwaltschaft). Die Kosten der angerechneten Polizeihaft 
sowie die Kosten eines allfälligen Strafvollzuges trägt der Kanton Graubün-
den.

7. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

8. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: