# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0de78356-5777-5f9a-a256-e98222554a6f
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2002-03-20
**Language:** de
**Title:** Bundesgericht Strafrechtliche Abteilung 20.03.2002 6S.289/2001
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BGer/CH_BGer_006_6S-289-2001_2002-03-20.html

## Full Text

{T 0/2} 

6S.289/2001/pai 

 

                 K A S S A T I O N S H O F 

                 ************************* 

 

                 Sitzung vom 20. März 2002 

 

Es wirken mit: Bundesrichter Schubarth, Präsident des Kassa- 

tionshofes, Bundesrichter Schneider, Wiprächtiger, Kolly, 

Karlen und Gerichtsschreiber Weissenberger. 

 

                         _________ 

 

                         In Sachen 

 

X.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwältin 

Elisabeth Ernst, Walchestrasse 17, Zürich, 

 

                           gegen 

 

Staatsanwaltschaft des Kantons Z ü r i c h, 

Y.________, c/o Rechtsanwältin Peggy A. Knellwolf, Obere 

Zäune 14, Postfach 408, Zürich, Beschwerdegegnerin, 

vertreten durch Rechtsanwältin Peggy A. Knellwolf, Obere 

Zäune 14, Postfach 408, Zürich, 

 

                         betreffend 

mehrfache Vergewaltigung, mehrfache sexuelle Nötigung usw.; 

 Strafzumessung; (eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde 

   gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, 

           I. Strafkammer, vom 18. Dezember 2000), 

hat sich ergeben: 

 

    A.- X.________ ging von Juli bis September 1993 jeweils 

über Mittag in die Wohnung von Y.________, um sie als ihr 

ehemaliger Blau-Kreuz-Therapeut weiter therapeutisch zu 

betreuen. Dabei legte er sich dann für seinen gewohnten 

Mittagsschlaf auf das Sofa oder auch ins Ehebett. Danach zog 

er seine Kleider aus, hielt sein Glied und verlangte von 

Y.________, dass sie ihre Jeans ausziehe. Weil sie sich für 

ihn offensichtlich nicht entkleiden wollte, forderte er sie 

auf, seinen nackten Körper anzuschauen und manipulierte 

dabei an seinem Geschlechtsteil herum. Mit den Worten, sie 

solle ihn nicht enttäuschen, das Ganze sei eine Therapie und 

er wolle ihr zeigen, wie schön das sei, trieb er sie in die 

Enge. Er warf ihr vor, sie sei verklemmt und rief dadurch 

Ängste und Schuldgefühle in ihr hervor. Er tat dies im Wis- 

sen, dass Y.________ seit langer Zeit alkoholabhängig war 

und sich bei ihm als Therapeuten die einzige Hilfe erhoffte, 

in ihm auch eine Vaterfigur sah und sich auf Grund ihrer 

Persönlichkeitsstruktur, welche X.________ als Therapeut 

bekannt war, grundsätzlich schlecht wehren konnte. Schliess- 

lich setzte er sie damit unter Druck, dass er ihr androhte, 

allen zu erzählen, was für eine Person sie sei. Jedesmal, 

wenn sie sich seinen Ansinnen zu widersetzen versuchte, 

wurde er in seinem Wesen derart kalt und abweisend, dass sie 

sich davor fürchtete, seine Hilfe und die Vaterfigur zu ver- 

lieren. Sie kam deshalb jeweils seinen Aufforderungen nach 

und zog sich selber die Kleider aus, worauf es in der Woh- 

nung insgesamt 4-5 Mal zum ungeschützten Geschlechtsverkehr 

zwischen ihnen kam. Dieser lief jeweils so ab, dass sich 

X.________ mit seinem ganzen Gewicht auf Y.________ legte 

und mit ihr vaginal bis zum Samenerguss verkehrte. 

Y.________ versuchte zwar, X.________ wegzudrücken, doch 

gelang ihr dies nicht, weil er ihre Unterarme und Hände 

hielt und sie in die Matratze drückte. Wenn sie sich gegen 

ihn wehrte, wurde er wütend und sagte zu ihr, ob er denn 

häufiger "kommen müsse, damit sie lerne". Schliesslich wies 

er sie an, über die Sache zu schweigen, weil er sonst seine 

Stelle verlieren würde. 

 

       An nicht mehr genau ermittelbaren Tagen in der Zeit 

zwischen Dezember 1992 und November 1993, kam es in den 

Räumlichkeiten des Blauen Kreuzes an der A.________strasse 

in Zürich, in der Wohnung von Y.________, im Fahrzeug von 

X.________ sowie in einem unbekannten Waldstück auf der 

Fahrt von Zürich nach Mollis zu mindestens 20 bis 30 Vor- 

fällen, die immer nach dem gleichen Muster abliefen. 

X.________ bat Y.________ jeweils, in seine Arme zu kommen. 

Er drückte sie dann an sich, hielt sie und stöhnte, um ihr 

seine sexuelle Erregung zu zeigen. Danach öffnete er seine 

Hose und forderte sie mit einem Wink oder auch mit den 

Worten, sein Glied sei so sauber wie sein Gesicht, und sie 

solle ihn nicht enttäuschen, dazu auf, ihn oral zu befrie- 

digen. Meistens ejakulierte er in ihrem Mund. Zudem ver- 

langte er von ihr, sich auf ihn zu legen, wobei er dann ihre 

Vagina berührte und küsste sowie unter den Kleidern an ihre 

Brüste griff. Im Anschluss an diesen Sexualkontakten sagte 

er ihr, er wisse nun, dass sie ihn gern habe. Nach einem 

ähnlichen Muster kam es ungefähr zwei Mal im Ferienhaus von 

X.________ in Mollis und in der Wohnung von Y.________ zu 

sexuellen Handlungen. In diesen Fällen verlangte X.________ 

von Y.________, ihn auch "im Darm" zu befriedigen und dazu 

Mandelöl zu verwenden. Y.________ kam dieser Aufforderung 

jeweils nach, nahm sein Glied in den Mund und befriedigte 

ihn gleichzeitig mit dem Finger im After. 

 

       Ebenfalls zwischen Dezember 1992 und November 1993 

rief X.________ Y.________ jeden Morgen gegen 07.15 Uhr 

sowohl bei ihr zuhause als auch in ein Ferienheim des Blauen 

Kreuzes telefonisch an. Er erkundigte sich jeweils ein- 

leitend nach ihrem Zustand, um ihr anschliessend zu sagen, 

"er halte sein Glied, er habe Lust und ob sie sein Glied 

auch halte", wobei er sich "auf diese Weise selber sexuell 

befriedigte". Um sich Y.________ gefügig zu machen, setzte 

er die gleichen Mittel ein, wie bei den Vorfällen zwischen 

Juli und September 1993 (oben E. A. Abs. 1). 

 

       An einem nicht näher bestimmbaren Nachmittag zwi- 

schen Dezember 1992 und November 1993 kam Y.________ voll- 

kommen betrunken zu einer Therapiestunde bei X.________ in 

dessen Büro beim Blauen Kreuz. Im Verlauf der Therapie 

steckte X.________ seinen Finger in die Scheide von 

Y.________. An einem ebenfalls nicht mehr genau bestimmbaren 

Tag im Frühling 1993 nach einer Therapiestunde in den Räum- 

lichkeiten des Blauen Kreuzes fuhr X.________ die vollkommen 

betrunkene Y.________ zu ihr nach Hause, brachte sie dort 

im Schlafzimmer ins Bett, zog ihr die Kleider aus und küsste 

ihren Körper während zwei Stunden. Y.________ war bei beiden 

Vorfällen dermassen betrunken, dass sie von den Übergriffen 

nichts mitbekam. 

 

    B.- Das Bezirksgericht Zürich verurteilte X.________ am 

13. Juli 1997 wegen mehrfacher sexueller Nötigung gemäss 

Art. 189 Abs. 1 StGB, mehrfacher Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 Abs. 1 StGB, und mehrfacher Schändung nach Art. 191 

StGB, alles begangen zum Nachteil von Y.________, zu einer 

Zuchthausstrafe von 3 Jahren. Ferner wurde X.________ ver- 

pflichtet, Y.________ eine Genugtuung von Fr. 22'000.-- 

sowie die Kosten der auf Grund der eingeklagten Straftaten 

anfallenden psychotherapeutischen Behandlungen zu bezahlen. 

 

       Auf Berufungen X.________ und der Staatsanwalt- 

schaft des Kantons Zürich sowie Anschlussberufung der Ge- 

schädigten hin bestätigte das Obergericht des Kantons Zürich 

am 15. Juli 1998 den erstinstanzlichen Schuldspruch, erhöhte 

jedoch die Strafe auf 4 Jahre Zuchthaus und die Genugtuungs- 

summe auf Fr. 25'000.--. Zudem verpflichtete das Gericht 

X.________ zur Zahlung der Therapiekosten der Geschädigten. 

 

       Mit Beschluss vom 25. Oktober 1999 hiess das Kas- 

sationsgericht des Kantons Zürich eine von X.________ er- 

hobene kantonale Nichtigkeitsbeschwerde gut und wies die 

Sache unter Aufhebung des angefochtenen Urteils an das 

Obergericht zurück. Am 25. Februar 2000 überwies dieses die 

Sache an die Staatsanwaltschaft zur Entfernung nicht ver- 

wertbarer Urkunden und zur Wiederholung und Ergänzung der 

Untersuchung im Sinne der kassationsgerichtlichen Erwä- 

gungen. 

 

    C.- Nach Durchführung einer Berufungsverhandlung, zu 

welcher X.________ das persönliche Erscheinen erlassen 

wurde, fällte das Obergericht am 18. Dezember 2000 ein neues 

Urteil. Es sprach X.________ wiederum der mehrfachen se- 

xuellen Nötigung, der mehrfachen Vergewaltigung sowie der 

mehrfachen Schändung schuldig und bestrafte ihn mit 4 Jahren 

Zuchthaus. Es verpflichtete ihn zur Zahlung einer Genug- 

tuungssumme von Fr. 25'000.-- an Y.________ und zur Über- 

nahme ihrer durch die beurteilten Straftaten anfallenden 

Therapiekosten. 

 

       Am 19. Juli 2001 wies das Kassationsgericht des 

Kantons Zürich eine kantonale Nichtigkeitsbeschwerde 

X.________ ab, soweit es darauf eintrat. Eine dagegen 

erhobene staatsrechtliche Beschwerde von X.________ hat das 

Bundesgericht mit Urteil vom heutigen Tag abgewiesen, soweit 

es darauf eingetreten ist. 

 

    D.- X.________ führt gegen das Urteil des Obergerichts 

des Kantons Zürich vom 18. Dezember 2000 eidgenössische 

Nichtigkeitsbeschwerde. Er beantragt die Aufhebung des an- 

gefochtenen Urteils und die Rückweisung der Sache an die 

Vorinstanz zu neuer Beurteilung. 

 

       Das Obergericht und die Staatsanwaltschaft des 

Kantons Zürich haben auf eine Stellungnahme zur Nichtig- 

keitsbeschwerde verzichtet. Y.________ beantragt deren 

Abweisung. 

 

            Das Bundesgericht zieht in Erwägung: 

 

    1.- Der Beschwerdeführer wendet sich nicht gegen den 

Schuldspruch der mehrfachen Schändung im Sinne von Art. 191 

StGB (Sachverhalt gemäss E. A. Abs. 4). Darauf ist nicht zu- 

rückzukommen. 

 

    2.- a) Der Beschwerdeführer macht eine Verletzung von 

Art. 189 Abs. 1 und Art. 190 Abs. 1 StGB geltend. Er bringt 

vor, die Vorinstanz habe zu Unrecht das Nötigungsmittel des 

Unter-psychischen-Druck-Setzens bejaht. Seine verbalen Be- 

einflussungen Y.________, ihre Alkoholabhängigkeit, sowie 

das zwischen ihnen damals bestehende Machtgefälle und der 

Altersunterschied vermöchten weder einzeln noch kombiniert 

die Anforderungen an eine tatbestandsmässige Nötigung zu er- 

füllen. 

 

       b) Die Vorinstanz erachtet den angeklagten Sach- 

verhalt vollumfänglich als erwiesen. In rechtlicher Hinsicht 

verweist sie auf die Würdigung der hier massgeblichen Sach- 

verhalte durch das Bezirksgericht, das auf mehrfache se- 

xuelle Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB (Sachverhalt 

gemäss E. A. Abs. 2 f.) sowie auf mehrfache Vergewaltigung 

nach Art. 190 Abs. 1 StGB (Sachverhalt gemäss E. A. Abs. 1) 

schloss. 

 

       Bei der Prüfung des psychischen Druckes im Sinne 

der genannten Bestimmungen erwähnt das Bezirksgericht am 

Rande auch die dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Telefonate 

an Y.________. Es führt aus, der Beschwerdeführer habe 

Y.________ jeweils gedroht, er werde allen erzählen, was für 

eine Person sie sei. Sie sei dadurch eingeschüchtert worden. 

Den ihr angedrohten Nachteil habe sie nur abwenden können, 

indem sie den sexuellen Wünschen des Beschwerdeführers 

nachgekommen sei. Dieser habe ihr auch nahegelegt, über die 

Sexualkontakte zu schweigen, weil er sonst seine Stelle 

verlieren würde. Y.________ habe dies als Drohung 

aufgefasst, weil es bei ihr das Gefühl ausgelöst habe, sie 

wäre an einem allfälligen Stellenverlust des Be- 

schwerdeführers schuld. In diesem Zusammenhang sei we- 

sentlich, dass der Beschwerdeführer für die Geschädigte mehr 

als ein blosser Therapeut gewesen sei. Dies zeige sich da- 

ran, dass er sie auch nach seiner Beförderung zum Geschäfts- 

führer des Blauen Kreuzes weiterhin regelmässig betreut ha- 

be, obwohl B.________ ihre Therapie übernommen und der Be- 

schwerdeführer selber keine Behandlungen mehr durchgeführt 

habe. Er habe sich sehr intensiv um Y.________ gekümmert. 

Sie habe in ihm eine Vaterfigur gesehen. Übereinstimmend 

damit habe der Beschwerdeführer selbst die Beziehung zu ihr 

als Vater-Tochter-Verhältnis bezeichnet. Die Geschädigte 

habe daher befürchtet, sie würde seine Hilfe und Unter- 

stützung, aber auch die Vaterfigur in ihm verlieren, falls 

sie sich seinen Aufforderungen widersetzte. Diese Angst habe 

dadurch Nahrung erhalten, dass der Beschwerdeführer ihr 

gegenüber abweisend und kühl geworden sei, sobald sie seine 

Annäherungen abzuwehren versuchte. Diese eigentliche An- 

drohung des Entzuges der "Vaterliebe" sei vor dem Hinter- 

grund zu sehen, dass Y.________ zu ihren eigenen Eltern eine 

sehr schlechte Beziehung gehabt und den Beschwerdeführer als 

Ersatz für ihre Eltern betrachtet habe. Wesentlich erscheine 

auch, dass der Beschwerdeführer auf Grund seines Therapie- 

verhältnisses zur Geschädigten deren Persönlichkeitsstruktur 

sehr gut gekannt habe. So sei ihm insbesondere auch der 

Umstand bekannt gewesen, dass sie sich nur sehr schlecht 

habe wehren können. Indem der Beschwerdeführer in einer 

Weise verbal auf Y.________ eingewirkt habe, dass sie sich 

seinen Aufforderungen in sexueller Hinsicht nicht mehr habe 

widersetzen können, habe er ihr sexuelles Selbstbestimmungs- 

recht verletzt und sie unter Anwendung psychischen Drucks 

zur Vornahme beziehungsweise Duldung der sexuellen Hand- 

lungen und des Geschlechtsverkehrs genötigt. Die Vorinstanz 

führt dazu ergänzend aus, es sei rechtlich unbeachtlich, ob 

der Beschwerdeführer die sexuellen Handlungen in seiner 

Funktion als Mitarbeiter und Therapeut des Blauen Kreuzes 

oder (ab Frühling 1993) in privater Mission während seiner 

Freizeit vorgenommen habe. Entscheidend sei, dass er - trotz 

seiner Beförderung zum Geschäftsführer - die Betreuung der 

Geschädigten fortgeführt habe. Am Vertrauens- und Abhängig- 

keitsverhältnis von 

Y._______, das während seiner langjährigen Tätigkeit als 

Therapeut beim Blauen Kreuz entstanden und gewachsen sei, 

habe sich durch seine Beförderung nichts geändert. 

 

    3.- a) aa) Eine Vergewaltigung nach Art. 190 Abs. 1 

StGB begeht, wer eine Person weiblichen Geschlechts zur 

Duldung des Beischlafs nötigt, namentlich indem er sie be- 

droht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt 

oder zum Widerstand unfähig macht. Eine sexuelle Nötigung im 

Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB ist gegeben, wenn der Täter 

eine Person zur Duldung einer beischlafsähnlichen oder einer 

ähnlichen Handlung nötigt, namentlich indem er sie bedroht, 

Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum 

Widerstand unfähig macht. Die in beiden Tatbeständen bei- 

spielhaft genannten Nötigungsmittel stimmen vollständig 

überein. 

 

       Im Gegensatz zum früheren Recht (Art. 188 aStGB) 

setzt eine sexuelle Nötigung gemäss Art. 189 StGB nicht mehr 

die Widerstandsunfähigkeit des Opfers voraus. Immer ist aber 

eine erhebliche Einwirkung erforderlich (BGE 122 IV 97 

E. 2b; 126 IV 124 E. 3a). 

 

        bb) Die sexuellen Nötigungstatbestände verbieten 

den Angriff auf die sexuelle Freiheit. Sie gelten als Ge- 

waltdelikte und sind damit prinzipiell als Akte physischer 

Aggression zu verstehen. Dabei stellt aber die Tatbestands- 

variante des Unter-psychischen-Druck-Setzens klar, dass sich 

die tatbestandsmässige Ausweglosigkeit der Situation für das 

Opfer auch ergeben kann, ohne dass der Täter eigentliche 

Gewalt anwendet; es kann vielmehr genügen, dass dem Opfer 

eine Widersetzung unter solchen Umständen aus anderen Grün- 

den nicht zuzumuten ist. Der Gesetzgeber wollte mit der ge- 

nannten Tatvariante sicherstellen, dass der Tatbestand alle 

erheblichen Nötigungsmittel erfasst, auch solche ohne un- 

mittelbaren Bezug zu physischer Gewalt. Es sollte etwa auch 

das Opfer durch Art. 189 und 190 StGB geschützt werden, das 

durch Überraschungseffekt, Erschrecken, Verblüffung oder auf 

Grund einer ausweglosen Lage keinen Widerstand leistet (BGE 

122 IV 97 E. 2b S. 100 mit Hinweisen). Damit wird deutlich, 

dass eine Situation für das Opfer bereits auf Grund der 

sozialen und körperlichen Dominanz des Täters aussichtslos 

im Sinne der genannten Tatbestände sein kann. Diese Dominanz 

muss nicht notwendigerweise mit der Furcht des Opfers vor 

körperlicher Gewalt verknüpft sein; vielmehr kann für eine 

tatbestandsmässige Nötigung gegebenenfalls etwa schon 

genügen, wenn das Opfer Angst vor der Unnachgiebigkeit oder 

Strenge des Täters hat, den Verlust seiner Zuneigung oder 

derjenigen anderer Bezugspersonen fürchtet, unter dem 

Eindruck eines Schweigegebots in einen unentrinnbaren, 

lähmenden Gewissenskonflikt gerät, oder wenn der Täter das 

Opfer psychisch und physisch so erschöpft, dass es sich dem 

ungewollten Sexualakt nicht mehr widersetzt (vgl. BGE 122 IV 

97 E. 2 mit Hinweisen; 124 IV 154; 126 IV 124 E. 3b mit 

Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6S.199/2000 vom 10. 

April 2001). Ob die tatsächlichen Verhältnisse die 

tatbeständlichen Anforderungen eines Nötigungsmittels 

erfüllen, lässt sich erst auf Grund einer umfassenden 

Würdigung der relevanten konkreten Umstände entscheiden. Es 

ist mithin eine individualisierende Beurteilung notwendig, 

die sich auf hinlänglich typisierbare Merkmale stützen muss 

(BGE 124 IV 154 E. 3b). Das Ausmass der Beeinflussung, das 

für den psychischen Druck erforderlich ist, bleibt aber 

letztlich unbestimmbar (Rehberg/Schmid, Strafrecht III, 7. 

Auflage, Zürich 1997, S. 393), weshalb diese Bestimmung 

vorsichtig auszulegen ist (vgl. Guido Jenny, Kommentar zum 

schweizerischen Strafrecht, 

Bd. 4, Bern 1997, Art. 189 N 10 ff.; Trechsel, Kurzkommentar 

StGB, 2. Aufl., Zürich 1997, Art. 189 N 6; kritisch auch 

Peter Hangartner, Selbstbestimmung im Sexualbereich - 

Art. 188-193 StGB, Diss. St. Gallen 1997, S. 144 f.; ferner 

Jenny, Die strafrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts 

im Jahre 1998, in: ZBJV 1999, S. 639 ff.; Philipp Maier, Das 

Tatbestandsmerkmal des Unter-psychischen-Druck-Setzens im 

Schweizerischen Strafgesetzbuch, in: ZStrR 117/1999 S. 402, 

417 f.). 

 

       Diese ursprünglich auf dem Hintergrund von se- 

xuellem Kindsmissbrauch entwickelte Rechtsprechung (BGE 124 

IV 154; 122 IV 97) gilt gemäss BGE 126 IV 124 E. 3d S. 130 

auch im Erwachsenenstrafrecht. Das Bundesgericht hat jedoch 

schon früh darauf hingewiesen, dass Erwachsenen mit ent- 

sprechenden individuellen Fähigkeiten eine stärkere Ge- 

genwehr zuzumuten ist als Kindern (BGE 122 IV 97 E. 2b 

S. 101). Das bedeutet, dass die im Zusammenhang mit der 

sexuellen Ausbeutung von Kindern entwickelten Grundsätze zum 

Nötigungsmittel des psychischen Druckes, die den Besonder- 

heiten einer Ausnützung des Erwachsenen-Kind-Gefälles Rech- 

nung tragen, sich nicht generell und unbesehen auf Er- 

wachsene übertragen lassen. So kommt etwa dem einem Kind 

auferlegten Schweigegebot in aller Regel eine andere Be- 

deutung zu als bei einem Erwachsenen. Gleiches gilt für die 

Androhung des Entzugs der Zuneigung oder die Angst vor der 

(erzieherischen) Unnachgiebigkeit oder Strenge des Täters. 

Bei Erwachsenen kommt ein psychischer Druck daher nur bei 

ungewöhnlich grosser kognitiver Unterlegenheit oder emo- 

tionaler wie sozialer Abhängigkeit in Betracht. Wie schon in 

BGE 124 IV 154 E. 3c S. 161 angedeutet, genügt demgegenüber 

das Ausnützen allgemeiner Abhängigkeits- oder Freundschafts- 

verhältnisse für sich genommen nicht, um einen relevanten 

psychischen Druck im Sinne von Art. 189 Abs. 1 und Art. 190 

Abs. 1 StGB zu begründen. 

       b) Art. 193 Abs. 1 StGB erfüllt, wer eine Person 

veranlasst, eine sexuelle Handlung vorzunehmen oder zu 

dulden, indem er eine Notlage oder eine durch ein Arbeits- 

verhältnis oder eine in anderer Weise begründete Ab- 

hängigkeit ausnützt. Art. 193 tritt als leichterer Angriff 

auf die sexuelle Freiheit gegenüber den Art. 187, 188, 189, 

190, 191 und 192 zurück (Jenny, a.a.O., Art. 193 N 16 ff.). 

 

       Zwischen einem Psychotherapeuten und seinem Pa- 

tienten kann allein schon auf Grund der therapeutischen 

Beziehung ein Abhängigkeitsverhältnis im Sinne des Tat- 

bestandes der Ausnützung der Notlage gemäss Art. 193 Abs. 1 

StGB bestehen (eingehend BGE 124 IV 13 E. 2c/cc S. 16-18 zum 

entsprechenden Art. 197 Abs. 1 aStGB). Bei der "in anderer 

Weise" begründeten Abhängigkeit steht nach einhelliger Auf- 

fassung der sexuelle Missbrauch von Patienten durch Psycho- 

therapeuten im Vordergrund (Jenny, a.a.O., Art. 193 N 9 mit 

Hinweisen). Daraus ergibt sich, dass nicht allein schon ge- 

stützt auf das Therapeuten-Patienten-Verhältnis auf einen 

psychischen Druck des Patienten im Sinne der Art. 189 und 

190 geschlossen werden kann, ansonsten dem Merkmal der in 

anderer Weise (als durch ein Arbeitsverhältnis oder durch 

eine Notlage) begründeten Abhängigkeit gemäss Art. 193 StGB 

eine eigenständige Bedeutung weitgehend abginge. In der 

Regel wird das Ausnützen von Abhängigkeitsverhältnissen 

abschliessend von den Art. 188, 192 und 193 StGB erfasst 

sein, wobei dem Charakter des Abhängigkeitsverhältnisses 

oder dem Umstand, dass es sich um ein besonders schwaches 

Opfer handelt, bei der Strafzumessung zu berücksichtigen 

sein wird (in diesem Sinne Jenny, a.a.O., Art. 189 N 14; 

anderer Meinung - ohne nähere Begründung - Hangartner, 

a.a.O., S. 244). Nur in den Fällen, in denen der vom Täter 

ausgeübte Druck die in den erwähnten Bundesgerichtsent- 

scheiden (oben E. 3a/bb) dargelegte Intensität erreicht, 

kommen die Tatbestände der sexuellen Nötigung und der Ver- 

gewaltigung in Betracht. 

       Wann eine therapiebedingte Abhängigkeit in einen 

psychischen Druck übergeht, der unter Art. 189 und 190 StGB 

fällt, lässt sich nicht allgemein beantworten (dazu etwa 

Jörg Rehberg/Niklaus Schmid, Strafrecht III, 7. Aufl., 

Zürich 1997, § 58 Ziff. 3.1, S. 406; Günter Stratenwerth, 

Schweizer Strafrecht, BT I, 5. Aufl., Bern 1995, § 7 N 50 

und § 8 N 9). Für die Abgrenzung wird namentlich der 

Charakter der sexuellen Nötigung und der Vergewaltigung als 

Gewaltdelikte zu beachten sein. Die Auslegung der Art. 189 

und 190 StGB hat sich insbesondere an der Frage der (zumut- 

baren) Selbstschutzmöglichkeit des Opfers zu orientieren 

(vgl. Jenny, a.a.O., Art. 189 N 14 f.; Brigitte Sick, Se- 

xuelles Selbstbestimmungsrecht und Vergewaltigungsbegriff, 

Wien 1993, S. 336). Es versteht sich von selbst, dass nicht 

jeder beliebige Zwang, nicht schon jedes den Handlungserfolg 

bewirkende kausale Verhalten, auf Grund dessen es zu einem 

ungewollten Geschlechtsverkehr kommt, eine sexuelle Nötigung 

darstellen kann (Sick, a.a.O., ebd.; ausführlich zum Ganzen 

Maier, a.a.O., S. 402 ff.). Mit Blick darauf wird für die 

Abgrenzung zwischen dem psychischen Druck nach den Art. 189 

und 190 StGB und der Abhängigkeit gemäss Art. 193 StGB unter 

anderem darauf abzustellen sein, ob der Täter mit zusätz- 

lichen Einwirkungen (als der blossen Ausnützung des Thera- 

peuten-Patienten-Gefälles) auf das Opfer wesentlich dazu 

beitrug, dieses in eine (subjektiv) ausweglose Lage zu 

bringen. Dabei wird der Schwere der Beeinflussung ent- 

scheidende Bedeutung zukommen. 

 

       c) aa) Aus dem Urteil der Vorinstanz geht hervor, 

dass der Beschwerdeführer Y.________ im Tatzeitraum thera- 

peutisch betreute. Diese Betreuung setzte er auch dann noch 

fort, als Y.________ zu einem anderen Therapeuten gewechselt 

hatte. Fest steht sodann, dass zwischen Y.________ und dem 

Beschwerdeführer ein während der Therapie gewachsenes und 

darüber hinausdauerndes Abhängigkeitsverhältnis bestand. Es 

ist deshalb grundsätzlich unbeachtlich, über welche Ausbil- 

dung der Beschwerdeführer verfügte und ob er einzelne der 

ihm vorgeworfenen Taten beging, als er formell nicht mehr 

der Therapeut von Y.________ war. 

 

       bb) Die Ausführungen in den Urteilen der Vor- 

instanzen (vgl. E. 2b) zur Person der Geschädigten ver- 

mitteln das Bild einer (im Tatzeitraum) schwachen Per- 

sönlichkeit mit geringem Selbstwertgefühl, die in ihrer 

Kindheit von ihren Eltern verstossen worden war, in jungen 

Jahren alkoholabhängig wurde, ungefähr ab dem 17. Altersjahr 

auf der Strasse lebte und sich mit Prostitution durchbringen 

musste. Der Beschwerdeführer war für die Geschädigte nicht 

nur Therapeut, sondern er nahm für sie eine Vaterstellung 

ein. Er hatte im Leben von Y.________ einen entsprechend 

hohen Stellenwert. Er war für sie wie ein "Geländer, an 

welchem sie sich halten konnte", "eine Stütze und eine 

Hilfe", was der Beschwerdeführer wusste. Ihm war auch 

bekannt, dass Y.________ bei manchen mittäglichen Treffen 

alkoholisiert war. Obschon er in jedem Gespräch daran 

arbeitete, dass die Geschädigte lerne, sich zu wehren und 

nicht zu machen, was die andern ihr sagten, unterlief er 

diese Bemühungen, indem er seine Vertrauensstellung miss- 

brauchte, um gerade diese Schwächen der Geschädigten für 

seine sexuelle Befriedigung auszunützen. Y.________ wider- 

setzte sich den sexuellen Forderungen des Beschwerdeführers 

lange Zeit kaum, weil sie Angst hatte, ihn zu verlieren. Der 

Beschwerdeführer hatte ihr ein Schweigegebot auferlegt, da 

ihm eine Offenlegung der Vorfälle die Stelle kosten könnte. 

Mit dem Hinweis, dass er "allen erzählen würde, was für eine 

Person sie sei", wenn sie seinen Wünschen nicht nachkomme, 

belastete und schüchterte er sie zusätzlich ein. Da sie 

seine Hilfe und väterliche Zuneigung benötigte und durch 

eine Anzeige nicht aufs Spiel setzen wollte, fühlte sie sich 

den sexuellen Forderungen des Beschwerdeführers ausge- 

liefert. 

       Angesichts der schwerwiegenden Probleme der Ge- 

schädigten und ihrer Persönlichkeitsstruktur bestand zwi- 

schen ihr und dem Beschwerdeführer allein schon therapie- 

bedingt eine Abhängigkeit. Diese wurde durch die Vater- 

Tochter-ähnliche-Beziehung zusätzlich verstärkt. Y.________ 

war durch ihre Jugendzeit (Verstossenwerden durch den Vater) 

und vor allem durch ihre Alkoholerkrankung physisch und 

psychisch überdurchschnittlich belastet sowie subjektiv auf 

die Lebenshilfe seitens des Beschwerdeführers angewiesen. 

Dieser nutzte die Abhängigkeit der Geschädigten zur Durch- 

setzung seiner sexuellen Forderungen aus. Obschon angesichts 

dieser Umstände nachvollziehbar ist, dass die Geschädigte 

den Beschwerdeführer gewähren liess bzw. sich ihm nicht 

widersetzte, war ihre Lage unter dem Gesichtspunkt der 

Art. 189 und 190 StGB nicht aussichtslos und eine Wider- 

setzung nicht unzumutbar. Das gilt zunächst für die Tele- 

fonate des Beschwerdeführers, welche die Geschädigte gar 

nicht erst hätte entgegennehmen oder aber vorzeitig beenden 

können, aber auch für die weiteren Vorfälle. Entscheidend 

ist in diesem Zusammenhang, dass die Beschwerdeführerin 

bereits im Jahre 1991 eine Therapie mit dem Beschwerdeführer 

abgebrochen hatte, als dieser ihr mit Fusskontakten und Um- 

armungen zu nahe gekommen war, im November 1992 aber wieder 

zu ihm zurückkehrte, weil sie ihn als Fachmann betrachtete. 

Es ist nicht zu erkennen, weshalb die Geschädigte bereits 

kurz nach Wiederaufnahme der Therapie gegenüber den 

Annäherungen des Beschwerdeführers in einer aussichtslosen 

Lage gewesen sein soll, in der ihr ein Widerstand oder 

Ausweichen nicht habe zugemutet werden können, nachdem es 

ihr doch zuvor bereits gelungen war, aus geringerem Anlass 

eine Therapie beim Beschwerdeführer abzubrechen. Dies umso 

weniger, als der vom Beschwerdeführer ausgeübte Druck im 

Unterschied zu den vom Bundesgericht bisher bejahten Fällen 

bei erwachsenen Opfern 

weder andauernd noch vergleichbar intensiv war (vgl. BGE 126 

IV 124; Urteil des Bundesgerichts 6S.199/2000 vom 10. April 

2001). Die Missachtung des der Geschädigten vom Beschwerde- 

führer auferlegten Schweigegebotes hätte vorrangig dem Be- 

schwerdeführer geschadet. Für die Geschädigte selbst hätte 

dies einzig den Verlust der Behandlung und der Vaterfigur 

bedeutet, was nicht als erhebliche Nachteile zu werten ist. 

Ein mit den anderen Nötigungsmitteln der Art. 189 und 

190 StGB vergleichbarer nötigender psychischer Druck lässt 

sich auch nicht aus dem äusserst unspezifischen Hinweis des 

Beschwerdeführers an die Geschädigte ableiten, dass er 

"allen erzählen würde, was für eine Person sie sei", wenn 

sie seinen Wünschen nicht nachkomme. Den Urteilen der Vor- 

instanzen lässt sich nämlich nicht entnehmen, dass die Ge- 

schädigte befürchtete, der Beschwerdeführer könnte poten- 

ziell rufschädigende Tatsachen über sie verbreiten (z.B. 

Alkoholismus, Werdegang), die ihrem Umfeld nicht bereits 

bekannt waren. 

 

       d) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Ab- 

hängigkeit der Geschädigten vom Beschwerdeführer keinen für 

die Annahme eines psychischen Druckes im Sinne der Art. 189 

und 190 StGB genügenden Schweregrad erreichte. Die Verurtei- 

lung des Beschwerdeführers wegen mehrfacher sexueller Nöti- 

gung und mehrfacher Vergewaltigung verletzt Bundesrecht. Mit 

der Aufhebung des angefochtenen Urteils in den genannten 

Punkten erübrigt sich eine Überprüfung der ebenfalls bean- 

standeten Strafzumessung. 

 

       e) aa) Die Vorinstanz hat einerseits vollständig 

auf den von der Anklageschrift geschilderten Sachverhalt 

abgestellt. Andererseits hat sie die Schilderungen der 

Geschädigten als glaubwürdig angesehen und damit vollständig 

übernommen. Während die Anklageschrift nur eine Verhaltens- 

weise des Beschwerdeführers schildert, die als physische 

Gewalt gewertet werden könnte (Festhalten der Unterarme und 

Hände, Sich-mit-dem-ganzen-Körpergewicht-auf-die-Geschädigte- 

Legen, Niederdrücken in die Matratze), gehen aus den von der 

Vorinstanz gewürdigten Aussagen der Geschädigten weitere 

ähnliche Handlungen des Beschwerdeführers hervor. Die Ge- 

schädigte gab an, der Beschwerdeführer habe sie mit einer 

Art Würgegriff immer am Hals packen wollen und ihr auch die 

Kleider vom Leib gerissen. 

 

       Die Vorinstanz führt aus, die Anklage gehe haupt- 

sächlich von einem psychischen Druck des Beschwerdeführers 

aus und nur am Rande von physischer Gewalt. Die gegenüber 

der Anklageschrift ergänzenden und präzisierenden Aus- 

führungen der Geschädigten wirkten sich nicht zum Nachteil 

des Beschwerdeführers aus. Daraus wird nicht deutlich, ob 

die Vorinstanz gestützt auf den Anklagegrundsatz nur auf den 

in der Anklageschrift geschilderten Sachverhalt abstellt und 

nicht auf die zusätzlichen Schilderungen der Geschädigten, 

oder ob sie zu Gunsten des Beschwerdeführers rechtlich davon 

ausgeht, sein Verhalten erfülle lediglich das Tatbestands- 

merkmal des Unter-psychischen-Druck-Setzens und nicht auch 

dasjenige der Gewalt. Unter diesen Umständen wird die Vor- 

instanz bei der Neubeurteilung prüfen müssen, ob der Be- 

schwerdeführer die Geschädigte mit Gewalt zum Geschlechts- 

verkehr oder zu sexuellen Handlungen nötigte und deshalb die 

Tatbestände der Art. 189 und 190 StGB erfüllte. 

 

       bb) Soweit die von der Vorinstanz als Verge- 

waltigung und sexuelle Nötigung qualifizierten Handlungen 

des Beschwerdeführers den Tatbestand der Ausnützung der 

Notlage (Art. 193 StGB) erfüllen könnten, wäre die Frage der 

Verjährung zu prüfen. 

 

    4.- Fraglich bleibt, ob und gegebenenfalls welche Wir- 

kungen die Gutheissung der Nichtigkeitsbeschwerde in den 

angefochtenen Punkten auf die von der Vorinstanz gleich- 

zeitig mitbeurteilten Zivilforderungen der Geschädigten hat. 

 

       a) Nach der Rechtsprechung muss die eidgenössische 

Nichtigkeitsbeschwerde im Zivilpunkt die Angabe, welche 

Punkte des Entscheides angefochten werden, und die be- 

zifferten Anträge enthalten. Fehlt eine solche Bezifferung 

und kann der Beschwerdebegründung in Verbindung mit dem 

angefochtenen Urteil nicht ohne weiteres entnommen werden, 

in welchem Umfang die Beträge oder Quoten durch den Be- 

schwerdeführer angefochten sind, ist auf die Nichtigkeits- 

beschwerde nicht einzutreten (BGE 127 IV 141 E. 1c mit Hin- 

weis). 

 

       In der Nichtigkeitsbeschwerde im Zivilpunkt muss 

der Beschwerdeführer konkrete Rechtsbegehren stellen. Ein 

Antrag, das angefochtene Urteil aufzuheben, ist grund- 

sätzlich ungenügend und führt zu einem Nichteintretens- 

entscheid. Das gilt auch, wenn sich die Nichtigkeitsbe- 

schwerde gleichzeitig gegen den Strafpunkt richtet; der 

Beschwerdeführer hat dann nicht nur die Aufhebung des an- 

gefochtenen Urteils in den strafrechtlichen Punkten zu 

beantragen, sondern darüber hinaus gesondert konkrete 

Rechtsbegehren zu den Zivilpunkten zu stellen (BGE 127 IV 

141 E. 1d). 

 

       b) Der Beschwerdeführer beantragt die vollum- 

fängliche Aufhebung des angefochtenen Urteils und die 

Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung. 

In der Beschwerdebegründung wird ausgeführt, die Beschwerde 

richte sich sowohl gegen die Subsumtion der dem Beschwerde- 

führer vorgeworfenen Handlungen, als auch gegen die Höhe der 

ausgesprochenen Strafe und damit auch gegen die damit ver- 

bundenen Nebenfolgen. In der Beschwerde fehlen aber sowohl 

Anträge als auch Ausführungen zu den von der Vorinstanz 

beurteilten Zivilforderungen der Beschwerdegegnerin 

(Genugtuung und Therapiekosten). 

 

       Der Beschwerdeführer hat seine Verurteilung wegen 

mehrfacher Schändung zum Nachteil der Beschwerdegegnerin 

nicht angefochten. Er räumt ferner ein, dass sein übriges 

Verhalten den Tatbestand des Art. 193 StGB erfüllen könnte. 

Es ist deshalb nicht zu erkennen, inwiefern sich das heutige 

Urteil auf die Beurteilung der Schadenersatzforderung der 

Beschwerdegegnerin (Zahlung der dadurch notwendigen 

Therapiekosten) auswirken könnte. Ferner ist die Frage, ob 

die Taten des Beschwerdeführers die Art. 189 und 190 StGB 

oder Art. 193 StGB erfüllen, für die Bemessung der Ge- 

nugtuung grundsätzlich unerheblich, weil sich an den Taten 

selbst nichts ändert. Unter zivilrechtlichen Gesichtspunkten 

ist schliesslich ohne Belang, ob das Ausnützen der Notlage 

nach Art. 193 StGB verjährt ist, da der Beschwerdeführer 

keine Verjährungseinrede erhoben hat (vgl. Eventualantrag in 

der Berufung, Ziff. 4). Unter diesen Umständen wäre der 

Beschwerdeführer verpflichtet gewesen darzulegen, ob und 

inwieweit und aus welchen Gründen er auch seine Verurteilung 

im Zivilpunkt anfechten will. Da er dies unterlassen hat, 

ist auf die Nichtigkeitsbeschwerde nicht einzutreten, soweit 

sie sich gegen die Dispositivziffern 3 und 4 des ange- 

fochtenen Urteils richtet. 

 

    5.- Die Nichtigkeitsbeschwerde ist gutzuheissen. Bei 

diesem Ausgang des Verfahrens werden keine Kosten erhoben 

und wird dem Beschwerdeführer eine angemessene Entschädigung 

aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet. Auf eine Ersatz- 

pflicht der unterliegenden Beschwerdegegnerin (Art. 278 

Abs. 3 BStP) wird verzichtet. 

       Mit dem Entscheid in der Sache ist das Gesuch um 

aufschiebende Wirkung gegenstandslos. 

 

               Demnach erkennt das Bundesgericht: 

 

     1.- Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde wird gut- 

geheissen, soweit darauf einzutreten ist. Das Urteil des 

Obergerichts des Kantons Zürich, I. Strafkammer, vom 

18. Dezember 2000 wird mit Ausnahme der Dispositivziffern 3 

und 4 aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückgewiesen. 

 

     2.- Es werden keine Kosten erhoben. 

 

    3.- Dem Beschwerdeführer wird aus der Bundesgerichts- 

kasse eine Entschädigung von Fr. 2'500.-- ausgerichtet. 

 

     4.- Dieses Urteil wird den Parteien, der Staats- 

anwaltschaft sowie dem Obergericht (I. Strafkammer) des 

Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt. 

 

                       ______________ 

 

Lausanne, 20. März 2002 

 

                Im Namen des Kassationshofes 

             des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS 

                       Der Präsident: 

 

                   Der Gerichtsschreiber: