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**Case Identifier:** 974d0e1d-5dbe-55a1-8c5e-fc1e8fc7b216
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 24.08.2021 IV 2019/232
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2019-232_2021-08-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/232

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 10.02.2022

Entscheiddatum: 24.08.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 24.08.2021
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Prüfung eines Rentenanspruchs unter 
Berücksichtigung eines polydisziplinären Gutachten. Einkommensvergleich. 
Kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Abweisung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. 
August 2021, IV 2019/232).

Entscheid vom 24. August 2021

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Vera Kolb

Geschäftsnr.

IV 2019/232

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Näscher, Alte Landstrasse 106, Postfach, 

9445 Rebstein,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Januar 2015 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, seit dem 27. Februar 2014 an 

Schlafstörungen, Instabilität der Beine, Appetitlosigkeit, Unsicherheitsgefühl, 

Gleichgewichtsstörungen und Verlust des Selbstvertrauens zu leiden. Er habe keine 

Berufsbildung. Seine letzte Arbeitgeberin (B.___ AG) führte am 17. Februar 2015 aus 

(IV-act. 11), der Versicherte habe vom 1. Juni 1995 bis zum 31. August 2014 als 

Mitarbeiter Packerei Konfektion gearbeitet, wobei der letzte Arbeitstag der 25. Februar 

2014, also der Tag, an dem die Kündigung ausgesprochen worden sei, gewesen sei. 

Zuletzt habe er in einem Pensum von 100% bei 42.5 Arbeitsstunden pro Woche ein 

monatliches AHV-beitragspflichtiges Einkommen von Fr. 5'460.-- erzielt (woraus sich 

ein Jahresbruttolohn von Fr. 70'980.-- [inkl. 13. Monatslohn] für das Jahr 2014 ergibt).

A.a. 

Gemäss einem der IV-Stelle am 24. April 2015 eingereichten vorläufigen Bericht 

der C.___ AG (IV-act. 23), Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 

3. Februar 2015 war der Versicherte vom 26. Januar 2015 bis 20. Februar 2015 in 

stationärer Behandlung gewesen. Die Fachärzte hatten angegeben, der Versicherte 

leide an einer Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion nach Kündigung der 

Arbeitsstelle 02/2014, DD: mittelgradige depressive Episode, sowie an einer unklaren 

Beinschwäche mit rezidivierenden Stürzen. Beim Austritt habe der Versicherte ein 

affektiv aufgestelltes und hoffnungsfrohes Befinden beschrieben und noch leichte 

Schlaf- und Konzentrationsstörungen erwähnt. Gegenüber den beim Eintritt erwähnten 

Wutgefühlen habe sich der Versicherte deutlich distanziert gezeigt. 

Psychopathologisch habe noch eine leicht verminderte Belastbarkeit bestanden; 

Anhaltspunkte für eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung seien nicht vorhanden 

A.b. 

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gewesen. Der RAD-Arzt Dr. med. D.___ notierte am 21. Mai 2015 (IV-act. 26), aufgrund 

der Beschreibung beim Austritt sei die Behandlung erfolgreich gewesen. Bei dem 

beschriebenen positiven Behandlungsverlauf könne nun mindestens von einer 50% 

Arbeitsfähigkeit angestammt und adaptiert ausgegangen werden; eine Steigerung auf 

100% sei möglich. 

Am 10. Juli 2015 berichtete med. pract. E.___(IV-act. 34), Fachärztin für 

Psychiatrie und Psychotherapie, von der Tagesklinik F.___ gegenüber der IV-Stelle, der 

Versicherte leide seit Juni 2015 an einer mittelgradigen depressiven Episode mit einem 

somatischen Syndrom und seit März 2015 bestehe ein Verdacht auf eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und emotional instabilen Zügen. Der 

Versicherte sei bewusstseinsklar, wach, jünger wirkend, sehr vital und zu allen 

Qualitäten ausreichend orientiert. Hinweise auf eine Aufmerksamkeits- und 

Konzentrationsschwäche seien vorhanden. Der Versicherte habe Gedächtnisstörungen 

beklagt, sei im formalen Gedankengang beschleunigt, weitschweifig, berichte von 

Grübeln, Zukunftssorgen und Minderwertigkeitsgefühlen. Hinweise für eine 

Wahnsymptomatik, Sinnestäuschungen und Zwänge seien nicht vorhanden. Im Affekt 

sei er labil und oft fassadär. Beim Erzählen über eigene Schwächen sei eine tiefe 

Traurigkeit spürbar. Im Antrieb sei er unauffällig, psychomotorisch unruhig. Vegetative 

Störungen bestünden in Form von Durchschlafbeschwerden und zeitweiser 

Inappetenz. Aufgrund der Kündigung der letzten Arbeitsställe sei er stark gekränkt. 

Hinweise für eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung bestünden nicht. Die Prognose 

sei bei dem Versicherten als eher günstig zu bewerten. In der zuletzt ausgeübten 

Tätigkeit bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit. Ab dem 1. Oktober 2015 sei von einer 

50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Am 8. September 2015 berichtete med. pract. 

G.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, von der Tagesklinik F.___ 

gegenüber der IV-Stelle (IV-act. 35), der Versicherte leide an einer mittelgradigen 

depressiven Episode mit einem somatischen Syndrom, einer narzisstischen 

Persönlichkeitsstörung und dissoziativen Bewegungsstörungen. Der Verlauf sei seit 

dem letzten Bericht im Juli 2015 stationär, die Befunde seien unverändert.

A.c. 

Der RAD-Arzt Dr. D.___ hielt am 8. Oktober 2015 fest (IV-act. 39), dem 

Versicherten seien berufliche Eingliederungsmassnahmen mit einer 50%igen Präsenz 

möglich. Das Leistungsbild sei noch schwach, aber steigerbar. Körperlich leichte bis 

A.d. 

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mittelschwere Tätigkeiten, die überwiegend im Sitzen ausgeübt werden könnten, seien 

zumutbar. Für eine Wiedereingliederung sei anfangs ein ruhiges Arbeitsumfeld mit 

überschaubaren Aufgaben, geringem Konfliktpotenzial, wenig Zeitdruck und ohne 

Multitasking günstig. Die Tätigkeit dürfe keine Anforderungen an die Konzentration, die 

Aufmerksamkeit, die mentale Flexibilität und die psychische Belastbarkeit stellen. Eine 

begleitende ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung sei angezeigt.

Am 19. September 2016 berichtete med. pract. H.___ von der Psychiatrie-Praxis 

I.___ (IV-act. 79), der Versicherte leide an einer mittelgradigen depressiven Episode (im 

Rahmen von Extrembelastung und passager schweren depressiven Episoden spontan 

remittierend mit tiefer Hoffnungslosigkeit und Suizidgedanken), an einer dissoziativen 

Bewegungsstörung der unteren Extremitäten (Ausschluss neurologische Symptomatik 

wiederholt durch Facharzt 01/2016) und an einer prolongierten Anpassungsstörung 

(Schwierigkeiten bei Akzeptanz neuer Lebensumstände nach Kündigung im hohen 

Erwerbsalter). Bei fortgesetzter integriert psychiatrischer/psychotherapeutischer 

Behandlung sei von einer weiteren Remission der aktuell mittelgradig depressiven bis 

hin zu leichtgradig depressiven Symptomen auszugehen. Des Weiteren zeichne sich 

eine verbesserte Koordinationsfähigkeit und Muskelkraft der unteren Extremitäten ab. 

Eine angepasste Tätigkeit bei 50% der Arbeitszeit bei 100% der Arbeitsleistung sei 

möglich. Der Versicherte sollte zwischen stehenden und sitzenden Tätigkeiten 

wechseln können, keine schweren Gegenstände heben und keinesfalls repetitive 

Tätigkeiten ausüben müssen, da sich letztere depressionsverstärkend auswirkten. 

Sofern eine geeignete Tätigkeit aufgenommen und begleitend die integrierte 

psychiatrische Behandlung fortgesetzt werde, sei mit einer langfristigen nachhaltigen 

Remission der depressiven Symptomatik zu rechnen. Der RAD-Arzt Dr. D.___ notierte 

am 12. Oktober 2016 (IV-act. 83), med. pract. H.___ bestätige die bisherige 50%ige 

Arbeitsfähigkeit. Aus den Angaben könne geschlossen werden, dass in absehbarer Zeit 

eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich sei.

A.e. 

Am 7. Februar 2017 hatten die Fachärzte der Klinik für Neurologie des 

Kantonsspitals St. Gallen gegenüber dem Hausarzt med. pract. J.___, Facharzt für 

Allgemeine Innere Medizin FMH, berichtet, sie hätten folgende Diagnose erhoben (IV-

act. 106-2 ff.): Subjektiv muskuläre Erschöpfbarkeit der unteren Extremitäten mit 

Koordinationsstörung und isolierter Hypästhesie für Berührung Th2-3 interscapulär 

A.f. 

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(ätiologisch offen, DD: im Rahmen von Diagnose 2) und schwere exogene Depression 

(Verdacht auf narzisstische Persönlichkeitsstörung und Somatisierungstendenz). 

Klinisch neurologisch komme eine bizarr anmutende Gang- und Koordinationsstörung 

der unteren Extremitäten zur Darstellung ohne Hinweise für höhergradige Paresen mit 

teils inkongruenten Untersuchungsbefunden (sakkadierte Innervation, langsames 

Abgleiten in die Kniebeuge und selbständiges Aufrichten möglich trotz Angabe einer 

aufgrund einer Beinschwäche bestehenden Bewegungseinschränkung). Lediglich der 

Reflexstatus mute an der unteren Extremität im Vergleich zu den oberen Extremitäten 

leicht lebhafter an. Die Befunde der Elektrophysiologie seien vor dem Hintergrund der 

unauffälligen bildgebenden Diagnostik und bei beidseitiger Auffälligkeit, klinisch jedoch 

lediglich rechtsseitiger (sensibler) Symptomatik, als am ehesten unspezifisch bzw. 

möglicherweise technisch bedingt einzuordnen. Bildgebend habe eine spinale und 

cerebrale Pathologie ausgeschlossen werden können. Letztlich bestehe kein Grund zur 

Annahme einer zugrundeliegenden neurologischen Erkrankung bezüglich des eher 

bizarr anmutenden Beschwerdekomplexes, was eine psychogene Ursache in den 

Vordergrund rücke.

Der Hausarzt med. pract. J.___ berichtete am 26. Juni 2017 (IV-act. 116), der 

Versicherte leide mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an einer subjektiven 

muskulären Erschöpfbarkeit in den unteren Extremitäten mit Koordinationsstörungen 

und isolierter Hypästhesie für Berührung Th2-3 interscapulär und an einer 

Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion nach Kündigung der Arbeitsstelle 

02/2014, DD: mittelgradige depressive Episode mit unklarer Beinschwäche mit 

rezidivierenden Stürzen. Im Verlauf der letzten zweieinhalb bis drei Jahre sei psychisch 

eine Stabilisierung eingetreten, wobei die Beinschwäche weiterhin progredient sei. Vom 

5. Dezember 2014 bis zum 30. Juni 2017 habe eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. 

Ab dem 1. Juli 2017 bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit.

A.g. 

Der Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle hielt am 4. September 2017 fest 

(IV-act. 120), der Versicherte sei vom 8. Februar 2016 bis zum 7. August 2017 im 

Rahmen einer Integrationsmassnahme unterstützt worden. Dabei habe eine Steigerung 

der Arbeitsfähigkeit auf maximal 50% realisiert werden können (vier Stunden täglich bei 

voller Leistungsfähigkeit), welche im ersten Arbeitsmarkt effektiv verwertbar sei. Eine 

weitere Steigerung sei aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen nicht möglich 

A.h. 

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gewesen. Am 5. September 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass kein 

Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen bestehe (IV-act. 122).

Am 6. November 2017 berichtete med. pract. H.___ (IV-act. 127), er habe beim 

Versicherten folgende psychiatrische Diagnosen erhoben: Angst und depressive 

Störung, dissoziative Bewegungsstörung und Schwierigkeiten bei der Lebensführung. 

Seit August 2017 bestehe eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten 

Tätigkeit (Fachkraft für Verpackung und Logistik). Der Versicherte verfüge über eine 

reduzierte Konzentrations- und Merkfähigkeit und eine schnelle körperliche 

Erschöpfbarkeit. Er sei unfähig, lange zu stehen oder übermässig lange in einer 

Position zu sitzen; auch bei stehenden Tätigkeiten sei der Versicherte eingeschränkt. 

Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei dem Versicherten während maximal drei bis 

vier Stunden täglich zumutbar. Auf Nachfrage der IV-Stelle gab med. pract. H.___ an, 

dass die Voraussetzungen für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung nicht erfüllt 

seien. Am 16. Januar 2018 reichte med. pract. H.___ unter anderem einen Bericht von 

Dr. med. K.___, Fachärztin für Neurologie FMH, vom 13. April 2015 ein (IV-act. 133-2 

ff.). Darin hatte Dr. K.___ als Diagnose eine unklare Schwäche im rechten Bein 

angegeben. Sie hatte ausgeführt, dass diese Beinschwäche aus neurologischer Sicht 

unklar bleibe. Eine relevante motorische Läsion des N. peronaeus rechts habe 

elektrophysiologisch nicht nachgewiesen werden können. Auch der Steppergang 

rechts bleibe unklar. Am 5. Februar 2018 berichtete Dr. J.___ (IV-act. 136), er habe 

beim Versicherten aufgrund der Angabe von Schmerzen im linken Schultergelenk vor 

allem bei der Abduktion eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen. Dabei habe sich 

eine intakte Supraspinatussehne mit Verkalkung im Sinne einer Tendinitis calcarea der 

SSP links gezeigt. Die SSC, Bicepssehne, Infraspinatussehne und das AC Gelenk seien 

ebenfalls intakt bzw. unauffällig. Bezüglich der Kniegelenksarthrose bestehe klinisch 

eine Retropatellararthrose in leichtgradigem Ausmass.

A.i. 

Die Fachärzte der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen hatten am 

14. Mai 2018 gegenüber der L.___ AG in einem Austrittsbericht angegeben (IV-act. 

143-7 ff.), der Versicherte sei vom 2. Mai bis zum 9. Mai 2018 hospitalisiert gewesen. 

Sie hatten folgende Diagnosen erhoben: Funktionelle Gangstörung, Status nach 

schwerer exogener Depression mit Verdacht auf narzisstische Persönlichkeitsstörung 

und Verdacht auf Somatisierungstendenz (aktuell leichte bis mittelschwere depressive 

A.j. 

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Symptomatik). Sie führten aus, eine ENMG-Untersuchung sowie ein natives MRI von 

Schädel und Halswirbelsäule seien unauffällig gewesen. Das MEP und auch ein 

vorbekanntes Kavernom im Marklager frontal rechts zeigten keine Veränderungen auf. 

Hinweise auf eine Myelopathie seien nicht vorhanden. Zusammenfassend sei bei einer 

unauffälligen Diagnostik und Besserung der Symptomatik unter kognitiver Ablenkung 

nicht von einer organischen, sondern von einer funktionellen Genese auszugehen. Der 

Versicherte werde in die L.___ AG verlegt. Am 6. Juli 2018 hatten die Fachärzte der 

L.___ AG, Klinik für akutstationäre neurologische und orthopädische Rehabilitation, 

gegenüber der Klinik für Neurologie berichtet (IV-act. 243-2 ff.), der Versicherte sei vom 

9. Mai bis 22. Juni 2018 bei ihnen hospitalisiert gewesen. Folgende Diagnosen seien 

erhoben worden: Funktionelle Gangstörung, schwere exogene Depression (mit 

Verdacht auf narzisstische Persönlichkeitsstörung und Verdacht auf 

Somatisierungstendenz) bei einer aktuell leichten bis mittelschweren depressiven 

Symptomatik, subjektiv muskuläre Erschöpfbarkeit der unteren Extremitäten mit 

Koordinationsstörung und isolierter Hypästhesie für Berührung TH2-3 interscapulär. 

Während der Hospitalisation habe eine Verbesserung des sturzsicheren Gangbildes, 

ein guter muskulärer Aufbau mit deutlicher Steigerung der Ausdauerleistung und eine 

psychische Stabilisierung der depressiven Grunderkrankung erzielt werden können. 

Vom 9. Mai 2018 bis zum 6. Juli 2018 habe eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden.

Am 21. September 2018 erteilte die IV-Stelle der MGSG Medizinisches 

Gutachtenzentrum Region St.Gallen GmbH (nachfolgend: MGSG) einen Auftrag für eine 

polydisziplinäre Abklärung des Versicherten in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere 

Medizin, Neurologie, Orthopädie und Psychiatrie (IV-act. 149). Am 29. Januar 2019 (vgl. 

S. 13) erstattete die MGSG ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 157). Der 

orthopädische Sachverständige führte in seinem Teilgutachten aus, dass die 

Schmerzen und die Schwäche in beiden Beinen und die pathologischen objektiven 

Befunde der Hüften mit dem quasi normalen radiologischen Befund nicht plausibilisiert 

bzw. erklärt werden könnten. Daher bestehe aus orthopädischer Sicht keine Diagnose 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit leide 

der Versicherte an unklaren Schmerzen und Schwäche in den Beinen, an Senk- und an 

Spreizfüssen und Präadipositas. Die neurologische Sachverständige gab an: "Aufgrund 

der aktuell erfassten bizarr und spastisch anmutenden Gangstörung, leichter 

A.k. 

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Reflexbetonung im Bereich der unteren Extremität, proximal betonter muskulärer 

Parese, insbesondere Hüftbeugung, Kniestreckung beidseits, etwas linksbetonten 

Oberflächensensibilitätsstörungen im Bereich der distalen unteren Extremität wie einer 

Pallhyp- respektive Pallanästhesie und unsicherem Lageempfinden, vor dem 

Hintergrund der bisher ermittelten allesamt elektrophysiologisch unauffälligen Befunde 

2015, Verlaufsuntersuchung 2018, ebenso für ein Stiff-Person-Syndrom fehlenden 

richtungsweisenden Antikörpern, Amphiphysin Antikörper, GAD II, Glutamat-

Decarboxylase Antikörper" könne keine Diagnose mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit erhoben werden. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe 

sehr wahrscheinlich eine funktionelle Ätiologie einer muskulären Tonisierung im Bereich 

der unteren Extremität mit einer Stand-, Gang- und Gleichgewichtsstörung sowie als 

Differentialdiagnose ein Stiff-Person-Syndrom, das trotz den bisherigen, sämtlich 

negativen Abklärungsbefunden nicht abschliessend ausschliessbar sei. Der 

psychiatrische Sachverständige erläuterte in seinem Teilgutachten, dass er beim 

Versicherten eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis 

mittelgradige Episode, als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben 

habe. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit leide der Versicherte an einer 

dissoziativen Bewegungsstörung und an akzentuierten, narzisstisch kränkbaren 

Persönlichkeitszügen. Der Sachverständige führte weiter aus, der Versicherte habe 

nach einer unerwarteten, plötzlichen Kündigung mit fristloser Freistellung im Februar 

2014 im Rahmen von anfänglichen Anpassungsstörungen mit vorwiegender Störung 

von anderen Gefühlen wie Angst, Depression, Sorgen, Anspannung und Ärger eine 

mittelgradige depressive Episode entwickelt. Seither könne trotz stationärer, 

teilstationärer und ambulanter psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung 

eine rezidivierende depressive Störung mit überwiegend mittelgradigen Episoden 

erhoben werden, wobei seit etwa einem Jahr eine leichte Besserung des psychischen 

Zustandsbildes mit gegenwärtig leichter bis mittelgradiger depressiver Episode 

vorhanden sei. Zusätzlich habe der Versicherte einige Monate nach der Kündigung im 

Februar 2014 eine dissoziative Bewegungsstörung mit Fallneigung und wiederholten 

Verletzungen entwickelt. Dabei handle es sich um eine psychogene Störung, die in 

naher zeitlicher Verbindung zum traumatisierenden Ereignis stehe. Da die dissoziative 

Bewegungsstörung bereits länger als ein bis zwei Jahre dauere, könne eine 

Chronifizierung angenommen werden. Die vom Versicherten berichteten und geklagten 

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Beschwerden seien teilweise inkonsistent und etwas widersprüchlich. Einerseits habe 

der Versicherte angegeben, dass er nicht mehr spazieren könne, andererseits sei 

schwer nachvollziehbar, wie bei der demonstrierten Bewegungsstörung der unteren 

Extremitäten gemäss Angaben des Versicherten täglich etwa 4 km Wegstrecke über 

Stunden gelaufen werden könne, nachdem angeblich nach 10 bis 15 Minuten Stehen 

eine Fallneigung eintrete. Der Beschwerdeführer habe während der Untersuchung eine 

Verdeutlichung der Bewegungsstörung mit demonstrativem Vorführen der Fallneigung 

und der Behinderung gezeigt; es fänden sich Hinweise für eine Aggravation und einen 

sekundären Krankheitsgewinn, womit der Beschwerdeführer auf seine triste Situation 

hinweisen wolle. Zusammenfassend gaben die Sachverständigen in ihrer 

Konsensbeurteilung an, der Versicherte leide mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige 

Episode. Aufgrund dieser rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte bis 

mittelgradige Episode, und der Einschränkung der emotionalen Belastbarkeit, der 

geistigen Flexibilität, des Antriebs, der Interessen, der Motivation und 

Dauerbelastbarkeit habe die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als 

Lagerist/Maschinenführer bei einer vollen Stundenpräsenz vom März 2014 bis Oktober 

2017 60% betragen. Nach der Besserung des psychischen Zustandsbildes mit einer 

leichten bis mittelgradigen depressiven Episode seit dem November 2017 betrage die 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bei voller Stundenpräsenz 70%. 

Adaptierte Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne 

erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne 

überdurchschnittliche Dauerbelastung seien vom März 2014 bis Oktober 2017 bei 

voller Stundenpräsenz zu 70% und ab November 2017 zu 80% möglich gewesen. Dem 

Versicherten sei eine längerfristige Fortsetzung der regelmässigen psychiatrischen und 

psychotherapeutischen Behandlung, kombiniert mit einer ausreichend dosierten 

antidepressiven Medikation, zu empfehlen, wobei die medikamentöse Therapie 

durchaus modifiziert und intensiviert werden könne und die Medikamente auch effektiv 

regelmässig eingenommen werden müssten. Unter diesen therapeutischen 

Massnahmen sei im günstigen Fall innerhalb eines Jahres in Abhängigkeit von 

psychosozialen Faktoren eine Besserung des psychischen Zustandsbildes mit 

Leistungssteigerung und gesamthaft bei voller Stundenpräsenz 100%iger 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit medizinisch-theoretisch zu erwarten. 

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Allerdings sei zu befürchten, dass bei Anforderungen eine vermehrte Fixierung auf die 

körperlichen Beschwerden mit verstärkten dissoziativen Störungen und verstärkten 

reaktiv depressiven Verstimmungen eintreten könne. Der RAD-Arzt Dr. D.___ gab am 

27. Februar 2019 an (IV-act. 158), das MGSG-Gutachten sei umfassend und schlüssig. 

Die im Konsens abgeleiteten medizinischen Schlussfolgerungen seien 

versicherungsmedizinisch nachvollziehbar. Die wesentlichen Einschränkungen hätten in 

der Beurteilung Berücksichtigung gefunden. Die Indikatoren gemäss der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung seien eingehend erörtert worden. Aus 

versicherungsmedizinischer Sicht könne auf das Gutachten abgestellt werden.

Mit einem Vorbescheid vom 29. März 2019 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten 

die Abweisung des Leistungsbegehrens an (IV-act. 165). Der Versicherte liess am 20. 

Mai 2019/21. Juni 2019 (IV-act. 169 und 173) die Aufhebung des Vorbescheids vom 29. 

März 2019 und die Zusprache einer Invalidenrente auf der Grundlage eines 

Invaliditätsgrades von mindestens 50% beantragen. Zur Begründung führte er aus, die 

Ansicht, das MGSG-Gutachten sei umfassend, schlüssig und nachvollziehbar, könne 

nicht geteilt werden. Die Gutachter hätten angegeben, die therapeutischen Optionen 

seien bisher nicht ausgenutzt worden und unter Wiederaufnahme der psychiatrischen 

und psychotherapeutischen Behandlung, kombiniert mit einer ausreichend dosierten 

antidepressiven Medikation, sei eine Besserung des psychischen Zustandsbildes mit 

einer Leistungssteigerung und einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster 

Tätigkeiten medizinisch theoretisch zu erwarten. Allerdings werde befürchtet, dass bei 

Anforderungen eine vermehrte Fixierung auf die körperlichen Beschwerden mit 

verstärkten dissoziativen Störungen und verstärkten reaktiv depressiven 

Verstimmungen eintreten könnte. Hier sei nicht nachvollziehbar, wieso derartige 

Vorbehalte nicht in die Prognose eingezogen worden seien, sondern zuungunsten des 

Versicherten vom günstigsten Fall ausgegangen worden sei. Die Prognose entbehre 

jeglicher Grundlage und sei aus medizinischer Sicht unbegründet. Ausserdem stehe sie 

in einem krassen Widerspruch zu den Feststellungen der behandelnden Ärzte; der 

frühere Hausarzt Dr. J.___ habe seit dem Februar 2014 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit und seit Oktober 2017 eine 50% Arbeitsunfähigkeit angegeben. 

Auch die Zeit selbst habe gezeigt, dass die Prognose im Gutachten nicht zutreffe; das 

Arbeitsintegrationsprogramm im Jahr 2017 habe nach einem kurzen Erreichen einer 

A.l. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/25

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50%igen Arbeitsfähigkeit aufgrund von Gleichgewichtsproblemen abgebrochen 

werden müssen. Die Schätzung einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer angestammten 

Tätigkeit gemäss dem MGSG-Gutachten sei schon aus diesem Grund nicht 

nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer liess unter anderem ein ärztliches Attest vom 

19. Juni 2019 (IV-act. 173 9 f.) von P.___, Praktischer Arzt FMH, und einen ärztlichen 

Bericht vom 20. Juni 2019 (IV-act. 173-11 f.) von Dr. med. M.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, einreichen. Der praktische Arzt P.___, der neue 

Hausarzt des Versicherten, hatte ausgeführt, der Versicherte leide an einer 

chronifizierten Gang-, Stand- und Gleichgewichtsstörung, assoziiert mit einem 

plötzlichen Tonusverlust der Muskulatur und mit einer Fallneigung, an einer 

depressiven Störung mit einer möglichen Persönlichkeitsstörung und 

Anpassungsstörung und an Schmerzen im Bewegungsapparat. Der Versicherte habe 

berichtet, dass er vermehrt an Wirbelsäulenschmerzen (vom Nacken, den Schultern 

beidseits, der Wirbelsäule, bis in die Hüften beidseits ziehend) leide. Aufgrund von 

Gleichgewichtsstörungen und einer plötzlichen Fallneigung sei auch sein alltägliches 

Leben von der Krankheit bestimmt; faktisch seien die Beine nicht mehr funktionierend. 

Die Schlussfolgerungen der Sachverständigen des MGSG seien unsinnig, denn die 

Beschwerden würden klar und deutlich nachweislich bestehen, auch ohne bzw. 

unabhängig davon, ob die Ärzte die Erkrankung erklären könnten oder nicht. Dass er 

wegen seiner Erkrankung praktisch invalide sei, werde übergangen und ignoriert. Er 

könne unter den aktuellen Umständen absolut nicht eine volle Erwerbsfähigkeit 

erkennen. Gemäss einem ärztlichen Zeugnis hatte Herr P.___ dem Versicherten vom 1. 

bis zum 30. Juni 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 173-16). Dr. 

M.___ hatte angegeben (IV-act. 173-11 f.), der Versicherte befinde sich seit April 2019 

bei ihm in einer integriert-psychiatrischen Behandlung. Er leide an einer 

Konversionsstörung/dissoziativen Bewegungsstörung. Weiterhin bestehe eine 

langjährige depressive Symptomatik mit ausgeprägten Schlafstörungen und 

Konzentrations- und Leistungsverlust mit körperlich schneller Ermüdbarkeit, die sich 

aggravierend zur Hauptdiagnose auswirke. Aufgrund der Einschränkung der unteren 

Extremitäten und der latenten Sturzgefahr sei der Versicherte in der angestammten 

Tätigkeit voll arbeitsunfähig, was die Arbeitssuche ausbremse. Dies habe im MGSG-

Gutachten keinerlei Beachtung gefunden und die Sachverständigen seien von einer 

deutlich höheren Resterwerbsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausgegangen. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/25

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B.  

Diese Einschätzung sei nicht nachvollziehbar. In einer behinderungsangepassten 

Tätigkeit sei maximal eine 50% Arbeitsfähigkeit gegeben. Der RAD-Arzt Dr. D.___ hielt 

dazu am 27. Juni 2019 fest (IV-act. 174), aus versicherungsmedizinischer Sicht 

enthielten die jetzt vorgelegten medizinischen Unterlagen keine Gesichtspunkte, die im 

Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet seien, zu einer 

abweichenden Beurteilung zu führen. Der praktische Arzt Herr P.___ habe weder die 

von ihm erhobenen klinischen Befunde noch die objektivierbaren 

Funktionseinschränkungen beschrieben; er habe lediglich die Angaben des 

Versicherten wiedergegeben. Dr. M.___ habe von einer Konversionsstörung/dissozia­

tiven Bewegungsstörung und einer langjährigen depressiven Symptomatik berichtet. 

Beide Diagnosen seien vom MGSG-Sachverständigen ebenfalls gestellt worden, wobei 

dieser nachvollziehbar ausgeführt hätte, dass die dissoziative Bewegungsstörung 

einem syndromalen Beschwerdebild entspreche und nach den derzeit gültigen 

Beurteilungskriterien zu beurteilen sei. Ausserdem seien IV-fremde psychosoziale 

Faktoren zu berücksichtigen. Die Angaben von Dr. J.___ seien nicht mehr aktuell. Der 

Hinweis, dass der neue Hausarzt Herr P.___ wieder eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

seit dem 1. Juni 2019 attestiert habe, vermöge an der ausführlich begründeten 

gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nichts zu ändern. 

Versicherungsmedizinisch könne daher weiterhin auf das MGSG-Gutachten abgestellt 

werden. Am 28. Juni 2019 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des 

Leistungsbegehrens (IV-act. 175).

Am 9. September 2019 liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

Beschwerde gegen die Abweisungsverfügung der IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) vom 28. Juni 2019 erheben (act. G 1). Er beantragte die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Ausrichtung einer Invalidenrente auf 

der Grundlage eines Invaliditätsgrades von mindestens 50%. Neben dem bereits in der 

Stellungnahme zum Vorbescheid Ausgeführten machte der Beschwerdeführer in der 

Begründung im Wesentlichen geltend, dass ein "Leidensabzug" von mindestens 15% 

zu berücksichtigen sei, da er seine gesundheitlich bedingte Restarbeitsfähigkeit auf 

dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit einem unterdurchschnittlichen erwerblichen 

Erfolg würde verwerten können. Am 15. Oktober 2019 liess der Beschwerdeführer wie 

B.a. 

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in der Beschwerde angekündigt, eine fachliche Stellungnahme zum IV-Gutachten von 

med. pract. H.___ und Dr. M.___ nachreichen (act. G 3). Diese hatten ausgeführt, der 

Beschwerdeführer leide an einer funktionellen Gangstörung (entspreche einer 

dissoziativen Bewegungsstörung/Konversionsstörung), einer mittelgradigen 

depressiven Episode und es bestehe der Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung. Der 

Beschwerdeführer zeige das Bild einer isolierten Kraft-, Sensiblitäts- und 

Koordinationsbeeinträchtigung der unteren Extremitäten, linksbetont. Weiter träten 

Schwankschwindelzustände und plötzliche Kraftverluste auf. Bisherige fachliche 

Beurteilungen hätten das Symptombild nicht einem klar definierten Krankheitsbild 

zuordnen können. Das Symptombild sei seit der Kündigung im Jahre 2014 progredient, 

stehe aber ursächlich mit tiefgreifenden Konflikten in der Kindheit in Zusammenhang. 

Der Versicherte sei in einem politischen Konfliktgebiet aufgewachsen und bereits ab 

dem 8. Lebensjahr Ziel von gewaltsamen und sexuellen Übergriffen geworden. Der 

Beschwerdeführer habe dies aus kulturell nachvollziehbaren Gründen mit Diskretion 

behandeln wollen. Insbesondere finde die permanente Bedrohung und Ausgrenzung 

als Armenier in der damals annektierenden Q.___ und die Diskriminierung der 

armenischen Minderheit unter schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen der Familie 

nach dem Tod des Vaters, als der Beschwerdeführer 7 Jahre alt gewesen sei, kaum 

Erwähnung im Gutachten. Es heisse, der Versicherte habe eine "unauffällige Kindheit 

gehabt". Psychiatrisch anamnestisch sei nicht ausreichend exploriert und kein Bezug 

zum tiefen Kränkungsereignis infolge der Kündigung mit schweren innerpsychischen 

Auswirkungen im Zusammenhang mit den traumatisierenden Kindheitserfahrungen 

hergestellt worden. Die Klassifikation der Konversionsstörungen beziehe sich exakt auf 

das beim Beschwerdeführer gesehene Krankheitsbild, bei dem die beschriebenen 

Symptome des Verlustes von sonst der willentlichen Kontrolle unterliegenden 

Körperfunktionen und der sinnlichen Wahrnehmung beschrieben seien. Eine stationär 

geführte psychosomatische Therapie sei geplant.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 27. November 2019 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Sie führte 

insbesondere aus, das MGSG-Gutachten enthalte eine vollständige Anamnese, 

berücksichtige die geklagten Beschwerden, leuchte in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge ein und enthalte begründete Schlussfolgerungen. 

B.b. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/25

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Daher sei ihm Beweiskraft zuzumessen. Ein Tabellenlohnabzug sei nicht gerechtfertigt, 

da der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit von 80% in einer adaptierten 

Tätigkeit voll verwerten könne. Sie legte eine Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. D.___ 

vom 13. November 2019 bei (act. G 5.1). Dieser hatte ausgeführt, med. pract. H.___ 

und Dr. M.___ hätten die gutachterlich gestellte Diagnose einer dissoziativen 

Bewegungsstörung bestätigt. Die von med. pract. H.___ und Dr. M.___ genannte 

mittelgradige depressive Episode werde nicht mit entsprechenden 

psychopathologischen Befunden belegt, sodass nicht darauf abgestellt werden könne. 

Mit dem geäusserten Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung habe sich der 

psychiatrische MGSG-Sachverständige bereits ausführlich auseinandergesetzt und 

dabei das narzisstische Muster durchaus bestätigt. Im Schweregrad sei der 

Sachverständige aber von einer Persönlichkeitsakzentuierung ohne Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Aus den von med. pract. H.___ und Dr. M.___ 

gestellten Diagnosen ergebe sich versicherungsmedizinisch somit nichts Neues. Eine 

erneute stationäre Behandlung werde aufgegleist. Damit setzten med. pract. H.___ und 

Dr. M.___ genau die therapeutische Empfehlung des psychiatrischen Sachverständigen 

um. Aufgrund der geplanten Hospitalisation ergebe sich versicherungsmedizinisch 

keine andere Beurteilung. Die Anamnese im MGSG-Gutachten sei entgegen den 

Behauptungen des Beschwerdeführers ausführlich beschrieben worden. Die genannten 

Probleme in der Kindheit (Aufwachsen in einem politischen Konfliktgebiet, gewaltsame 

und sexuelle Übergriffe) habe der Beschwerdeführer bei der gutachterlichen Befragung 

nicht angegeben. Die Angaben dazu in den Vorakten seien dem Sachverständigen 

bekannt gewesen. Daraus und aus der Tatsache, dass die traumatisierenden 

Ereignisse im vertrauensvollen Setting mit den Therapeuten nur knapp Erwähnung 

fänden, lasse sich schliessen, dass sie nicht im Zentrum des Störungsbildes und seiner 

funktionellen Auswirkungen gestanden hätten. Wenn der Beschwerdeführer bei der 

gutachterlichen Exploration mögliche frühere traumatisierende Ereignisse nicht erwähnt 

habe, könne daraus kein gutachterliches Versäumnis abgeleitet werden. Med. pract. 

H.___ und Dr. M.___ hätten in ihrer Stellungnahme keine aktuellen psycho­

pathologischen Befunde und keine daraus resultierenden Funktionseinschränkungen 

beschrieben. Zu den Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe der psychiatrische 

Sachverständige ausführlich und nachvollziehbar Stellung genommen und dargelegt, 

dass die von der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien nicht in dem Masse erfüllt 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/25

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C.  

seien, dass daraus eine rententangierende Arbeitsunfähigkeit resultieren würde. Dass 

die Kündigung eine tiefe Kränkung für den Beschwerdeführer darstelle, sei vom 

psychiatrischen Gutachter an verschiedenen Stellen gewürdigt worden. Insgesamt 

lasse sich der Stellungnahme von med. pract. H.___ und Dr. M.___ keine 

objektivierbare Veränderung des Gesundheitszustandes mit einer anhaltenden und 

relevanten Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit entnehmen. Versicherungsmedizinisch 

könne weiterhin auf das MGSG-Gutachten abgestellt werden.

In seiner Replik vom 19. März 2020 liess der Beschwerdeführer an seinen 

Anträgen festhalten (act. G 11). Er führte ergänzend aus, er sei vom 28. November 

2019 bis zum 30. Januar 2020 in der Klinik N.___ hospitalisiert gewesen. Dies belege, 

dass er auch ein Jahr nach der Begutachtung noch an denselben Beschwerden leide, 

und es zeige, dass die behauptete Arbeitsfähigkeit nicht erreichbar sei; eine Besserung 

sei weiterhin nicht in Sicht. Der Beschwerdeführer legte einen Bericht der Klinik N.___ 

AG vom 29. Januar 2020 bei. Deren Fachärzte hatten darin angegeben, der 

Beschwerdeführer leide an einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach 

Grenzüberschreitung in der Kindheit, einer chronischen posttraumatischen 

Belastungsstörung, einer dissoziativen Bewegungsstörung mit Stürzen, einer 

rezidivierenden depressiven Störung und Dysthymie, chronischen Angst-/

Verfolgungsgefühlen und einer Dyslipidämie. 

B.c. 

Am 14. April 2020 führte die Beschwerdegegnerin aus (act. G 13), die stationäre 

Behandlung in der Klinik N.___ sowie der Bericht der Klinik N.___ beträfen einen 

Zeitraum nach dem Verfügungserlass und bildeten deshalb nicht Gegenstand des 

vorliegenden Verfahrens. Im Übrigen werde auf eine Duplik verzichtet und an den 

Ausführungen und dem Antrag in der Beschwerdeantwort festgehalten.

B.d. 

In einem an den psychiatrischen Sachverständigen Dr. med. O.___ von der 

Medizinisches Gutachterzentrum Region St.Gallen GmbH gerichteten Schreiben vom 

20. April 2021 (act. G 15) hielt das Versicherungsgericht St.Gallen fest, im 

psychiatrischen Teilgutachten seien folgende Diagnosen erhoben worden: 

Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode 

(F31.1), dissoziative Bewegungsstörung (F44.4) und akzentuierte, narzisstisch 

C.a. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/25

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kränkbare Persönlichkeitszüge (Z73.1). Nur der depressiven Störung sei eine 

Arbeitsfähigkeitsrelevanz eingeräumt worden. In Bezug auf die Bewegungsstörung 

habe er auf Hinweise für eine Aggravation und einen sekundären Krankheitsgewinn 

aufmerksam gemacht. In den Berichten von Dr. med. M.___ vom 20. Juni 2019 und von 

Dr. med. P.___ vom 19. Juni 2019, der fachlichen Stellungnahme zum IV-Gutachten 

von Dr. med. M.___ vom 1. Oktober 2019 und dem Bericht der Klinik N.___ vom 29. 

Januar 2020 seien einerseits neue Diagnosen, nämlich eine andauernde 

Persönlichkeitsänderung (F62.0) und eine chronische posttraumatische 

Belastungsstörung (F44.7), gestellt worden und andererseits sei der 

Bewegungsstörung, zumindest indirekt, ein erheblicher Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

auch in einer ideal angepassten Erwerbstätigkeit zugeschrieben worden. Daher stellten 

sich dem Gericht folgende Fragen: "Sehen Sie auf der Grundlage Ihrer psychiatrischen 

Exploration von 2018 eine ausreichende Grundlage für die Diagnosen einer 

andauernden Persönlichkeitsänderung (F62.0) und/oder einer chronischen 

posttraumatischen Belastungsstörung (F44.7)? Wenn ja, haben diese Diagnosen zur 

Folge, dass Ihre im Gutachten abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung für eine ideal 

adaptierte Erwerbstätigkeit eine Änderung erfahren muss? Besteht allenfalls ein Bedarf 

nach einer erneuten psychiatrischen Beurteilung? Haben die von Ihnen festgestellten 

Hinweise auf eine Aggravation in Bezug auf die Bewegungsstörung dazu geführt, dass 

Sie diese dissoziative Störung (auch für eine adaptierte Tätigkeit) als nicht 

arbeitsfähigkeitsrelevant betrachtet haben oder sind Sie davon ausgegangen, dass es 

sich bei dieser Störung um ein syndromales Leiden handle, das nach der 

Rechtsprechung zum Vornherein nicht arbeitsfähigkeitsrelevant sein könne?" Am 14. 

Mai 2021 führte Dr. O.___ aus (act. G 18), ausgehend von seiner psychiatrischen 

Exploration von 2018 bestehe keine ausreichende Grundlage für die Diagnosen einer 

andauernden Persönlichkeitsänderung F62.0 und/oder einer chronischen 

posttraumatischen Belastungsstörung. Die Klinik N.___ habe in ihrem Arztbericht vom 

29. Januar 2020 verschiedene traumatisierende Erlebnisse in der Kindheit angeführt, 

die vom Beschwerdeführer im Rahmen seiner psychiatrischen Exploration nicht zu 

erheben gewesen seien. Der Beschwerdeführer habe ausdrücklich erwähnt, er könne 

sich kaum mehr an seine Kindheit und seinen Vater erinnern, da er immer habe 

arbeiten müssen. Damit seien vom Beschwerdeführer keine traumatisierenden 

Erlebnisse in der Kindheit genannt worden. Auch seien vom Beschwerdeführer keine 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/25

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typischen Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung, wie das wiederholte 

Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Flashbacks) tags oder in 

Träumen vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von Betäubtsein und 

emotionaler Stumpfheit, Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, 

Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber und Vermeidung von Aktivitäten und 

Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten, angegeben worden. 

Ausserdem sei die posttraumatische Belastungsstörung als verzögerte oder 

protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation 

aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmasses, die bei fast 

jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde, definiert. Hierzu gehörten eine durch 

Naturereignisse oder von Menschen verursachte Katastrophe, eine Kampfhandlung, ein 

schwerer Unfall oder Zeuge eines gewaltsamen Todes anderer oder selbst Opfer von 

Folterungen, Terrorismus, Vergewaltigung oder anderen Verbrechen zu sein. Derartige 

schwere traumatisierende Erlebnisse hätten sich im Rahmen der psychiatrischen 

Exploration nicht erheben lassen; als einschneidendes traumatisierendes Erlebnis sei 

lediglich die Kündigung 02/2014 angegeben worden. Auch fänden sich aus 

psychiatrischer gutachterlicher Sicht keine Hinweise auf eine andauernde 

Persönlichkeitsstörung F 62.0. Eine andauernde Persönlichkeitsänderung könne der 

Erfahrung von extremer Belastung folgen. Die Belastung müsste so extrem sein, dass 

die Vulnerabilität der betreffenden Person als Erklärung für die tiefgreifende Auswirkung 

auf die Persönlichkeit nicht ausreiche. Beispiele hierfür seien Erlebnisse in einem 

Konzentrationslager, Folter, Katastrophen und andauernde lebensbedrohliche 

Situationen. Eine posttraumatische Belastungsstörung F 43.1 könne dieser Form der 

Persönlichkeitsänderung vorangehen. Diese Persönlichkeitsänderung müsse 

andauernd sein und zur Diagnosestellung müssten folgende Merkmale vorliegen: Eine 

feindliche oder misstrauische Haltung der Welt gegenüber, ein sozialer Rückzug, 

Gefühle der Leere oder der Hoffnungslosigkeit, ein chronisches Gefühl von Nervosität 

wie bei ständigem Bedrohtsein und eine Entfremdung. Der Beschwerdeführer habe 

nach der unerwarteten plötzlichen Kündigung mit fristloser Freistellung 02/2014 im 

Rahmen von anfänglichen Anpassungsstörungen mit einer vorwiegenden Störung von 

anderen Gefühlen wie Angst, Depression, Sorgen, Anspannung und Ärger eine 

mittelgradige depressive Episode entwickelt. Seither könne trotz stationärer, 

teilstationärer sowie ambulanter psychiatrischer und psychotherapeutischer 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/25

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Behandlung eine rezidivierende depressive Störung mit überwiegend mittelgradigen 

Episoden erhoben werden, wobei seit etwa einem Jahr eine leichte Besserung des 

psychischen Zustandsbildes mit gegenwärtig leichter bis mittelgradiger depressiver 

Episode zu erheben sei. Trotz der Enttäuschung, der Wut und dem Ärger nach dem 

Arbeitsverlust fänden sich keine typischen Merkmale einer andauernden 

Persönlichkeitsänderung und die zu erhebenden Symptome seien überwiegend der 

rezidivierenden depressiven Störung zuzuordnen. Ausserdem stelle ein Arbeitsverlust 

nicht ein derart traumatisierendes Erlebnis dar, dass sich damit eine posttraumatische 

Belastungsstörung entwickeln könne, der als chronisch irreversible Folge der 

Belastung eine andauernde Persönlichkeitsänderung folge. Eine andauernde 

Persönlichkeitsänderung habe im Rahmen der psychiatrischen Exploration nicht 

erhoben werden können. Beim Beschwerdeführer sei eine psychogene 

Bewegungsstörung entsprechend einer dissoziativen Bewegungsstörung anzunehmen. 

Dissoziative Störungen stünden in naher zeitlicher Verbindung zu einem 

traumatisierenden Ereignis; beim Beschwerdeführer könne die plötzliche, unerwartete 

Kündigung als unlösbarer, unerträglicher Konflikt angesehen werden. Dabei seien 

mangelnde Bewältigungsstrategien in Belastungssituationen anzunehmen und es sei 

schwer festzustellen, ob und in welchem Umfang dieser Funktionsverlust willkürlich 

kontrolliert werden könne. Beim Beschwerdeführer liege ein progredienter Verlauf vor 

und dissoziative Zustände, die länger als ein bis zwei Jahre bestünden, seien häufig 

chronifiziert. Diese dissoziativen Bewegungsstörungen seien einem syndormalen 

Beschwerdebild zuzuordnen. Der Beschwerdeführer habe während der Untersuchung 

eine Verdeutlichung dieser Bewegungsstörungen mit einem demonstrativen Vorführen 

der Fallneigung und der Behinderung gezeigt. Damit hätten Hinweise für eine 

Aggravation und einen sekundären Krankheitsgewinn erhoben werden können. 

Trotzdem sei nicht davon auszugehen, dass es sich bei diesen Bewegungsstörungen 

um eine willkürliche Störung handle; vielmehr sei von einer Verdeutlichung der 

Beschwerden mit demonstrativem Vorführen der Beschwerden auszugehen. Des 

Weiteren werde im psychiatrischen Gutachten angeführt, dass aufgrund der 

rezidivierenden depressiven Störung mit überwiegend mittelgradigen Episoden eine 

psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer 

anzunehmen sei. Jedoch bestehe keine von den Bewegungsstörungen unabhängige 

oder verselbständigte depressive Erkrankung. Unter stationärer/teilstationärer und 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/25

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Erwägungen

1.

Mit der angefochtenen Verfügung vom 28. Juni 2019 hat die Beschwerdegegnerin das 

Rentenbegehren des Beschwerdeführers vom Januar 2015 abgewiesen. Den 

Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens bildet folglich die Frage nach einem 

allfälligen Rentenanspruch des Beschwerdeführers.

ambulanter psychiatrischer-psychotherapeutischer Behandlung habe zumindest eine 

leichte Besserung der depressiven Störung erreicht werden können. Damit sei nicht 

von einer Therapieresistenz auszugehen. Unter Fortsetzung der therapeutischen 

Massnahmen sei in Abhängigkeit von der psychosozialen Problematik durchaus eine 

Besserung der depressiven Störung zu erwarten, wobei unter psychosomatischer 

Behandlung auch eine Besserung der dissoziativen Bewegungsstörung eintreten 

könne. Damals habe der Beschwerdeführer seit dem Sommer 2018 keine 

psychiatrische und/ oder psychotherapeutische Behandlung in Anspruch genommen; 

damit seien die therapeutischen Optionen nicht ausgenützt gewesen. Unter 

Berücksichtigung der Standardindikatoren sei die dissoziative Bewegungsstörung als 

ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eingeschätzt worden. Wenn sich im weiteren 

Verlauf eine Verschlechterung der Beschwerdesymptomatik einstelle und die 

therapeutischen Optionen ausgenützt seien, sei durchaus vorstellbar, dass von einer 

zunehmenden Therapieresistenz ausgegangen werden könne, sodass die dissoziative 

Bewegungsstörung arbeitsfähigkeitsrelevant sein könnte. Dann sei eine erneute 

psychiatrische Begutachtung zu empfehlen.

Am 1. Juni 2021 führte die Beschwerdegegnerin aus (act. G 20), Dr. O.___ habe in 

seiner Stellungnahme vom 14. Mai 2021 begründet und nachvollziehbar dargelegt, 

weshalb beim Beschwerdeführer weder eine chronische posttraumatische 

Belastungsstörung noch eine andauernde Persönlichkeitsänderung vorliege. Auch 

erkläre er schlüssig, wie er unter Anwendung der Standardindikatoren zur Einschätzung 

gelangt sei, dass sich die Diagnose der dissoziativen Bewegungsstörung nicht relevant 

auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt habe. Sie halte daher an den Anträgen und 

Ausführungen in der Beschwerdeantwort fest.

C.b. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/25

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2.  

3.

Der Beschwerdeführer hat in Q.___ eine Ausbildung als Schreiner absolviert, in der 

Schweiz hat er jedoch nie auf diesem Beruf gearbeitet. Der Beschwerdeführer ist in den 

letzten Jahren stets als Hilfsarbeiter tätig gewesen. Damit bildet die Tätigkeit als Hilfs­

arbeiter die Validenkarriere des Beschwerdeführers. Die Akten enthalten keine 

Hinweise auf eine (erheblich) über- oder unterdurchschnittliche Leistungsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung. Im Jahr 2014 

hat der Beschwerdeführer ein Jahreseinkommen von Fr. 70'980.-- erzielt. Im Jahr 2014 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, 

SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.1. 

Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

2.2. 

Der Beschwerdeführer hat sich im Januar 2015 mit einem Leistungsbegehren 

angemeldet. Ab Februar 2014 ist er durchschnittlich zu mehr als 40% arbeitsunfähig 

gewesen (Fremdakten act. 3-2 ff.). Unter der Berücksichtigung des sog. Wartejahrs 

nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG und der sechsmonatigen Frist nach Art. 29 Abs. 1 IVG ist 

der potentielle Rentenbeginn auf den Juli 2015 festzusetzten. Basis für den 

Einkommensvergleich bilden somit die Verhältnisse im Jahr 2015.

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/25

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hat der Nominallohnindex 103.3 Punkte (bei Basis 2010=100) und im Jahr 2015 103.7 

Punkte betragen (BfS, Nominallohnindex 2011-2019, T1.10). Unter Berücksichtigung 

dieser Nominallohnentwicklung hätte sich der Jahreslohn (=Valideneinkommen) im 

Jahre 2015 damit auf Fr. 71'254.85 belaufen.

4.  

Für die Ermittlung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens kommt 

den Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit in der 

Regel eine zentrale Rolle zu. Zur Abklärung des Gesundheitszustandes ist durch die 

Beschwerdegegnerin die Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens bei der MGSG 

Medizinisches Gutachtenzentrum Region St. Gallen GmbH in den Fachdisziplinen 

Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Orthopädie und Psychiatrie in Auftrag gegeben 

worden. Aufgrund der Einwände des Beschwerdeführers ist zu prüfen, ob dem 

Gutachten voller Beweiswert zukommt, das heisst, ob die angegebene Arbeitsfähigkeit 

mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachvollziehbar belegt ist.

4.1. 

Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 

Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 

125 V 351, E. 3a). Sämtliche Akten der Beschwerdegegnerin mit den darin enthaltenen 

medizinischen Berichten haben den Sachverständigen der MGSG zur Verfügung 

gestanden. Die Sachverständigen haben diese Akten verarbeitet und in ihre 

medizinische Beurteilung einbezogen. Sie haben den Beschwerdeführer befragt und 

ihn persönlich untersucht. In ihren Teilgutachten haben sie die von ihnen erhobenen 

objektiven klinischen Befunde anschaulich und vollständig dargelegt (IV-act- 157-8 f., 

157-27 f.,157-42 ff., 157-70 ff.) und in ihrer Art und Schwere gewürdigt, wobei sie sich 

auch mit den Angaben des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und wo notwendig 

die attestierten Diagnosen der Behandler diskutiert haben. Sie haben ihre 

versicherungsmedizinische Beurteilung detailliert begründet (IV-act. 157-10 f., 157-29, 

157-45 ff., 157-73 ff.). Die jeweils erhobenen Diagnosen und die Angaben zu den 

jeweiligen Arbeitsfähigkeitsschätzungen sind nachvollziehbar. Die von den MGSG-

Sachverständigen abschliessend abgegebene interdisziplinäre Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit ist einleuchtend und mit den in den einzelnen Teilgutachten 

wiedergebenden Würdigungen vereinbar. Ein Indiz dafür, dass die Sachverständigen 

eine relevante Gesundheitsbeeinträchtigung übersehen oder nicht hinreichend erfasst 

hätten, ist nicht ersichtlich; das Gutachten ist im Sinne der Rechtsprechung (BGE 125 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/25

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V 351) inhaltlich vollständig, umfassend und frei von Widersprüchen. Der zuständige 

RAD-Arzt Dr. D.___ hat am 27. Februar 2019 das Gutachten als umfassend und 

schlüssig qualifiziert; darauf könne abgestellt werden (IV-act. 158).

Zu prüfen bleibt, ob die Einwände des Beschwerdeführers einen erheblichen 

Zweifel am Beweiswert des MGSG-Gutachtens zu wecken vermögen. Der 

Beschwerdeführer hat insbesondere bemängelt, die Sachverständigen seien hilflos 

bezüglich des Krankheitsbildes des Beschwerdeführers gewesen. Die 

Sachverständigen haben im Gutachten detailliert begründet und ausführlich dargelegt, 

weshalb sie jeweils die Voraussetzungen für eine Diagnosestellung als erfüllt erachtet 

haben (oder eben auch nicht). Sie haben nichts erwähnt, wonach eine 

Diagnosestellung nicht eindeutig möglich gewesen wäre. Sie haben insbesondere auch 

die Inkonsistenzen und Aggravationstendenzen (z.B. Fallneigung) erwähnt und 

aufgezeigt. Im Weiteren haben sie nachvollziehbar ausgeführt, wie hoch die noch 

verbleibende Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ist. Für die 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen für den Zeitraum vor der Begutachtung hat der 

psychiatrische Sachverständige auf die Angaben und insbesondere die Diagnosen in 

den Behandlerberichten abgestellt. Er hat in seinem Teilgutachten ausgeführt, wieso er 

für die Zeit vor der Begutachtung eine höhere Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

angenommen hat als die Behandler (vgl. z.B. IV-act. 157-80 f.). Der Umstand, dass der 

psychiatrische Sachverständige die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode 

nach der Kündigung der Arbeitsstellen in den Behandlerberichten als medizinisch 

überzeugend erachtet hat, erlaubt es hier ausnahmsweise − entgegen den sonstigen 

Vorbehalten gegenüber Behandlerberichten − auf diese abzustellen. Die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung für den Zeitraum vor der Begutachtung sind durch die 

gemachten Erklärungen des psychiatrischen Sachverständigen überzeugend und 

nachvollziehbar und damit unter Beachtung des erforderlichen Beweismasses der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als bewiesen zu erachten.

4.3. 

Auch die nach der Begutachtung eingereichten Berichte des Beschwerdeführers 

vermögen keine Zweifel am Ergebnis des MGSG-Gutachtens erwecken. Der 

Beschwerdeführer hat insbesondere folgende Berichte nachgereicht: Bericht von Dr. 

med. M.___ vom 20. Juni 2019, von Dr. med. P.___ vom 19. Juni 2019, fachliche 

Stellungnahme zum IV-Gutachten von Dr. med. M.___ vom 1. Oktober 2019 und 

Bericht von der Klinik N.___ vom 29. Januar 2020. Aus den Berichten gehen unter 

anderem eine andauernde Persönlichkeitsänderung und eine chronische 

posttraumatische Belastungsstörung als neue Diagnosen hervor. Auf Nachfrage des 

Versicherungsgerichts hat der psychiatrische Sachverständige Dr. O.___ in einer 

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 23/25

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5.  

Stellungnahme vom 14. Mai 2021 (act. G 18) erklärt, wieso der Beschwerdeführer nicht 

an einer andauernden Persönlichkeitsänderung und/oder einer chronischen 

posttraumatischen Belastungsstörung leidet (vgl. im Sachverhalt Bst. C.b). Die 

Ausführungen von Dr. O.___ sind eingehend und nachvollziehbar. Er hat ausgeführt, 

dass der Beschwerdeführer während der Begutachtung über keine "traumatischen" 

Erlebnisse aus der Kindheit berichtet habe. Vielmehr habe er gesagt, er erinnere sich 

kaum mehr an seine Kindheit und seinen Vater. Als einziges einschneidendes 

traumatisierendes Erlebnis habe der Beschwerdeführer die Kündigung im Februar 2014 

angegeben, welches nicht ein derart traumatisierendes Erlebnis darstelle, dass die 

Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung zu rechtfertigen wäre. Als Folge 

sei demnach auch keine andauernde Persönlichkeitsänderung eingetreten; hierfür 

fehlten ebenfalls die typischen Merkmale. Weiter hat Dr. O.___ verständlich ausgeführt, 

weshalb die dissoziative Bewegungsstörung keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

hat; mit der richtigen Therapie sei von einer weiteren Besserung der 

Beschwerdesymptomatik auszugehen. Im Übrigen ist bei der Würdigung des 

Beweiswerts der Berichte behandelnder Ärzte der Erfahrungstatsache Rechnung zu 

tragen, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung 

im Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten auszusagen pflegen und zudem dazu neigen, 

die pessimistischen Beschwerdeschilderungen ihrer Patienten als objektiv 

ausgewiesen zu qualifizieren (vgl. etwa BGE 125 V 353 E. 3b.cc). Aus den neu 

eingereichten Arztberichten ergeben sich somit keine neuen Tatsachen, sondern 

lediglich bereits Bekanntes. Daraus ist gegenüber dem Begutachtungszeitpunkt keine 

Sachverhaltsänderung und damit auch keine Verschlechterung bis zum Erlass der 

angefochtenen Verfügung ersichtlich. Keiner der eingereichten Berichte ist damit 

geeignet, die Beurteilung im Verfügungszeitpunkt zu beeinflussen.

Zusammenfassend sind die Einwände des Beschwerdeführers sowie die nach der 

Begutachtung eingereichten Behandlerberichte nicht geeignet, Zweifel an der 

Überzeugungskraft des MGSG-Gutachtens zu wecken. Damit steht mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der 

Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit ohne erhöhte emotionale Belastung, 

ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte 

Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung von März 2014 bis 

Oktober 2017 zu 30% und ab November 2017 zu 20% arbeitsunfähig gewesen ist.

4.5. 

Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich (bzw. vorliegend durch einen Prozentvergleich) 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 24/25

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allenfalls (analog dem sog. Tabellenlohnabzug) korrigiert um einen zusätzlichen Abzug 

zu ermitteln. Mit Blick auf den klaren Wortlaut von Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG und von 

Art. 7, 8 und 16 ATSG kann keine Invalidität vorliegen, solange noch eine medizinische 

oder berufliche Eingliederung durchgeführt wird. Die drei Abteilungen des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen haben im Frühjahr 2019 in einem 

Verfahren nach Art. 54 des Gerichtsgesetzes (sGS 941.1) jedoch die folgende Frage 

mehrheitlich bejaht: "Haben Versicherte, die während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind 

und die nach Ablauf dieses Jahres weiterhin zu mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig 

sind, grundsätzlich Anspruch auf eine Rente, obwohl zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen, welche ihre Arbeitsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen, wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, 

nicht abgeschlossen sind?".

Die Invalidenkarriere besteht in der (zumutbaren) Verrichtung einer durchschnittlich 

entlöhnten Hilfsarbeit. Das Invalideneinkommen entspricht somit dem statistischen 

Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne im Jahr 2015 für Männer, vorliegend Fr. 66'633.-- 

(vgl. Anhang 2 der IV-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019). Nun stellt 

sich die Frage, ob der Beschwerdeführer bei der notwendigen rein ökonomisch-

betriebswirtschaftlichen Betrachtungsweise zusätzliche Lohnnachteile in Kauf zu 

nehmen hat. Bei Personen, die in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sind, können im 

Vergleich zu gesunden Arbeitnehmern Lohnnachteile entstehen, da der Wert der 

Arbeitsleistung aus der Sicht eines betriebswirtschaftlich-ökonomisch handelnden 

Arbeitgebers vermindert ist. Eine gesundheitlich beeinträchtige Person wäre nämlich 

unfähig, sich vorübergehend an einem nicht adaptierten Arbeitsplatz einsetzen zu 

lassen. Sie wäre in der Regel auch nicht in der Lage, Überstunden zu leisten. 

Längerfristig betrachtet bestünde zudem das Risiko von vermehrten 

krankheitsbedingten Absenzen. Geht man von einem ökonomischen Invaliditätsbegriff 

aus bzw. will man einen Soziallohnanteil ausscheiden, ist wegen diesen Nachteilen, die 

betriebswirtschaftlich zu einem Minderlohn zwingen würden, bei der Ermittlung des 

Ausgangswerts des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ein zusätzlicher 

Abzug vorzunehmen. Die vorliegenden psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen 

rechtfertigen einen Abzug von 5%. Im Rahmen eines Einkommensvergleichs errechnet 

sich damit für den Zeitraum ab Juli 2015 (potentieller Rentenbeginn) bis Oktober 2017 

unter Berücksichtigung der Restarbeitsfähigkeit von 70% und einem 

Tabellenlohnabzug von 5% einen IV-Grad von 37.8%. Ab November 2017 reduziert 

sich der IV-Grad aufgrund der höheren Arbeitsfähigkeit von 80% auf 28.93 %. Da erst 

ab einem Invaliditätsgrad von 40% eine Rente zugesprochen werden kann, hat die IV-

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 25/25

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6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; diese 

sind durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten für die Gutachtensergänzung von total 

242.70 Franken zu bezahlen.

4. Das Begehren um die Zusprache einer Parteientschädigung wird abgewiesen.

Stelle das Rentenbegehren des Beschwerdeführers im Ergebnis zu Recht abgelehnt. 

Die Beschwerde ist dementsprechend abzuweisen.

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Sie ist 

vollumfänglich dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der unterliegende 

Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung; das 

entsprechende Begehren ist abzuweisen.

6.1. 

bis

Zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung hat das Versicherungsgericht beim 

psychiatrischen Gutachter Dr. O.___ eine Gutachtensergänzung eingeholt (act. G 15). 

Dr. O.___ hat für die Bearbeitung der nachträglich eingereichten Arzt- und 

Klinikberichte Fr. 242.70 verrechnet (act. G 16). Nach dem Verursacherprinzip sind die 

Kosten für diese Gutachtensergänzung – unabhängig vom Verfahrensausgang – der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, weil diese Kosten nur deshalb angefallen sind, weil 

die Beschwerdegegnerin den massgebenden Sachverhalt ungenügend abgeklärt und 

damit ihre Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) verletzt hatte. Die Kosten für die 

Gutachtensergänzung von Fr. 242.70 sind also von der Beschwerdegegnerin zu 

bezahlen.

6.2. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 24.08.2021
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Prüfung eines Rentenanspruchs unter Berücksichtigung eines polydisziplinären Gutachten. Einkommensvergleich. Kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. August 2021, IV 2019/232).

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