# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2bb308cf-e8b7-5596-9624-5d0e511dc697
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 09.03.2016 PC150073
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PC150073_2016-03-09.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: PC150073-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichter 

Dr. H.A. Müller und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Leitende Ge-

richtsschreiberin lic. iur. E. Ferreño 

Beschluss vom 9. März 2016 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Beklagte und Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 
B._____,  

Kläger und Beschwerdegegner 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur., lic. oec. HSG Y._____ 

 
betreffend Ehescheidung (Akteneinsicht)  
 
Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Ver-
fahren am Bezirksgericht Uster vom 3. Dezember 2015 (FE130336-I) 

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Erwägungen: 

1. Die Parteien stehen seit dem 6. Dezember 2013 im Scheidungsverfah-

ren vor Vorinstanz (Urk. 6/1). Im Rahmen des zweiten Teils der Duplik stellte die 

Beklagte am 29. September 2015 den Antrag, ihr seien das Verfahrensprotokoll, 

nachgeführt bis und mit Hauptverhandlung vom 16. September 2015, und die 

Tonbandaufnahmen aller bisherigen mündlichen Verhandlungen zur Ein-

sicht/Anhörung zuzustellen (Urk. 6/97 S. 2). Mit Verfügung vom 3. Dezember 

2015 stellte die Vorinstanz beiden Parteien eine Kopie des vorinstanzlichen Pro-

tokolls zu und wies das Begehren der Beklagten auf Zustellung der Tonbandauf-

nahmen sämtlicher Verhandlungen ab (Urk. 6/102 = Urk. 2).  

2. a) Dagegen erhob die Beklagte und Beschwerdeführerin (fortan Be-

klagte) mit Eingabe vom 15. Dezember 2015, eingegangen am 16. Dezember 

2015, Beschwerde mit den folgenden Anträgen (Urk. 1 S. 2): 

"9. Es sei Dispositiv Ziffer 1 der Verfügung der Vorinstanz vom 3. Dezember 2015 
aufzuheben; 

 10. es sei die Vorinstanz zu verpflichten, der Beschwerdeführerin zu Handen des 
Unterzeichnenden umgehend die Tonbandaufnahmen aller bisherigen mündli-
chen Verhandlungen zur Einsicht beziehungsweise Anhörung zuzustellen; 

 11. es sei der Beschwerdeführerin für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche 
Verfahrensführung zu gewähren und es sei ihr der unterzeichnende RA Dr. iur. 
X._____ als unentgeltlichen Rechtsbeistand zu bestellen." 

Mit Eingaben vom 21. Dezember 2015 und 20. Januar 2016 reichte die 

Beklagte je einen Nachtrag zu ihrer Beschwerdeschrift vom 15. Dezember 2015 

ein (Urk. 7 und 8).  

b) Bei den in Art. 321 ZPO genannten Fristen handelt es sich um 

gesetzliche Fristen, an die das Gericht gebunden ist und die nicht erstreckt wer-

den können (Art. 144 Abs. 1 ZPO). Die Beklagte nahm die angefochtene Verfü-

gung vom 3. Dezember 2015 am 7. Dezember 2015 entgegen (Urk. 6/103). Die 

Beschwerdefrist endete somit am 17. Dezember 2015 (Art. 321 Abs. 2 ZPO). Ent-

sprechend erweisen sich die Eingaben der Beklagten vom 21. Dezember 2015 

und 20. Januar 2016 (eingegangen am 24. Dezember 2015 bzw. 21. Januar 

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2016; Urk. 7 Urk. 8) als verspätet. Sie sind im Beschwerdeverfahren nicht zu be-

achten. 

3. a) Die Beklagte warf vor Vorinstanz die Frage auf, ob die Protokoll-

führung in der Lage gewesen sei, alle von ihrem Rechtsvertreter am 16. Septem-

ber 2015 im Rahmen des ersten Teils der Duplik vorgebrachten rechtserheblichen 

Details zu Protokoll zu nehmen. Als solche benannte sie die durch den Kläger an-

lässlich der Verhandlung vom 1. Juli 2015 anerkannte eigene Unterschrift in Be-

zug auf Urk. 6/19 und die vom Kläger an einer der bisherigen Verhandlungen auf 

Befragung hin gemachte Ausführung, er sei auch nach dem Verkauf des BMW 

320d noch mit ihm herumgefahren (Urk. 6/97 S. 4). Die Beklagte vertrat die An-

sicht, bei den bisherigen Befragungen der Parteien handle es sich um Parteiein-

vernahmen. Da diese noch nie gegenverlesen und unterzeichnet worden seien, 

müssten gemäss Art. 176 Abs. 3 ZPO Tonbandaufnahmen aller bisherigen münd-

lichen Verhandlungen existieren (Urk. 6/97 S. 5).  

b) Die Vorinstanz erwog, der Prozess befinde sich im Behauptungs-

stadium und es seien noch keine Beweise durch das Gericht abgenommen wor-

den. Bisher seien Parteibefragungen im Rahmen der Ausübung der gerichtlichen 

Fragepflicht durchgeführt worden, weshalb Art. 193 ZPO bzw. Art. 176 ZPO nicht 

zur Anwendung kämen (Urk. 2 S. 2 f.). Allfällige Aufnahmen von bisherigen Ver-

handlungen würden dem Gericht als Hilfe für die Ausfertigung von Verhandlungs-

protokollen dienen und seien nicht Bestandteil der Akten. Die Beklagte stelle le-

diglich die Protokollierungsfähigkeit des Gerichts in Frage und stelle kein konkre-

tes Protokollberichtigungsbegehren. Den Parteien sei indes im Rahmen des An-

spruchs auf rechtliches Gehör das ganze Protokoll in Kopie zur Kenntnisnahme 

zuzustellen (Urk. 2 S. 3).  

4. a) Der abschlägige Entscheid in Bezug auf die verlangten Tonband-

aufnahmen stellt eine prozessleitende Verfügung dar. Die Beschwerde gegen 

prozessleitende Verfügungen ist – von den hier nicht einschlägigen, im Gesetz 

ausdrücklich vorgesehenen Fällen abgesehen – nur zulässig, wenn durch sie der 

Beschwerde führenden Partei ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil 

droht (Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO). Ein solcher Nachteil ist anzunehmen, wenn er 

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auch durch einen für den Ansprecher günstigen Zwischen- oder Endentscheid 

nicht mehr beseitigt werden kann. Bei der Annahme eines solchen Nachteils ist 

jedoch Zurückhaltung angebracht. Der Gesetzgeber hat die selbständige Anfech-

tung gewöhnlicher Inzidenzentscheide absichtlich erschwert, denn der Gang des 

Prozesses sollte nicht unnötig verzögert werden (vgl. Botschaft zur Schweizeri-

schen Zivilprozessordnung vom 28. Juni 2006, BBl 2006, S. 7377). Die Beweis-

last für das Bestehen der Gefahr eines nicht leicht wiedergutzumachenden Nach-

teils trägt die Beschwerde führende Partei, sofern die Gefahr nicht von vornherein 

offenkundig ist (Sterchi, in: Berner Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozess-

ordnung, 2012, N 15 zu Art. 319 ZPO). Fehlt die Rechtsmittelvoraussetzung des 

drohenden, nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils, so ist auf die Be-

schwerde nicht einzutreten.  

b) Den durch die angefochtene Verfügung drohenden, nicht leicht 

wiedergutzumachenden Nachteil sieht die Beklagte darin, dass der Kläger und 

Beschwerdegegner (fortan Kläger) im künftigen Beweisverfahren ohne weiteres 

andere, abweichende Aussagen machen könne. Sie erleide offensichtlich einen 

nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil, wenn ihr die Prüfung der Tonband-

aufnahmen verweigert werde, indem ihr künftige Aussagen des Klägers entge-

gengehalten werden könnten, ohne dass sie den Kläger mit früheren tonaufge-

zeichneten Aussagen konfrontieren könne. Die Tonbandaufnahmen der Aussa-

gen des Klägers seien beweisrechtlich nicht völlig bedeutungslos (Urk. 1 S. 7).  

c) Im Ergebnis macht die Beklagte eine Verletzung des Anspruchs 

auf rechtliches Gehör geltend. Dies stellt keinen nicht leicht wiedergutzumachen-

den Nachteil dar, da die Rüge der Gehörsverletzung im Rechtsmittel gegen den 

Endentscheid vorgebracht werden kann (BGer 5A_307/2011 vom 13. Juli 2011 

E. 2; BGE 133 III 629 E. 2.3.1). Mit dem Endentscheid können unrichtige Rechts-

anwendung und unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht wer-

den (Art. 310 lit. a und b ZPO). Das zur Verfügung stehende vollkommene 

Rechtsmittel ermöglicht die Rüge von sowohl materiellen als auch verfahrens-

rechtlichen Fehlern (Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler, Leuenberger, 

Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, N 6 zu Art. 310 

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ZPO). Die Beklagte macht denn auch nicht geltend, sie könne die Rüge nicht 

mehr im Rahmen des Rechtsmittels in der Hauptsache zusammen mit dem End-

entscheid erheben. Auch unterlässt es die Beklagte vorzubringen, weshalb es ihr 

nicht möglich sein sollte, ihre Rügen im Rahmen eines Protokollberichtigungsbe-

gehrens geltend zu machen. Zutreffend legt sie dar, dass ein konkret formuliertes 

Protokollberichtigungsbegehren nur gestellt werden könne, wenn man das Proto-

koll kenne (Urk. 1 S. 6). Dieses wurde ihr aber mit der angefochtenen Verfügung 

zugestellt. Es ist deshalb nicht ersichtlich, inwiefern ihr ein nicht leicht wiedergut-

zumachender Nachteil im Sinne von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO droht. Die Anfech-

tungsvoraussetzungen für die Verfügung vom 3. Dezember 2015 sind somit nicht 

erfüllt und auf die Beschwerde ist nicht einzutreten. Da sich die Beschwerde als 

unbegründet erweist, kann auf das Einholen einer Beschwerdeantwort des Klä-

gers verzichtet werden (Art. 322 Abs. 1 ZPO). 

5. a) Die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren ist in Anwen-

dung von § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG in Verbindung mit § 9 Abs. 1 GebV OG auf 

Fr. 800.– festzusetzen. Bei Nichteintreten gilt die klagende Partei bzw. die Partei, 

welche das Rechtsmittel erhoben hat, als unterliegend (Art. 106 Abs. 1 ZPO), 

weshalb der Beklagten die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens aufzuerle-

gen sind. Eine Person hat gestützt auf Art. 117 ZPO Anspruch auf unentgeltliche 

Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-

begehren nicht aussichtslos erscheint. Das Gesuch der Beklagten um Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren ist zufolge Aus-

sichtslosigkeit (vgl. vorstehende Erwägungen) abzuweisen (Art. 117 lit. b ZPO). 

b) Dem Kläger ist mangels relevanter Umtriebe im Beschwerdever-

fahren keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 95 Abs. 3 ZPO).  

Es wird beschlossen: 

1. Auf die Beschwerde der Beklagten wird nicht eingetreten. 

2. Das Gesuch der Beklagten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

für das Beschwerdeverfahren wird abgewiesen.  

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3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 800.–. 

4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden der Beklagten auferlegt.  

5. Dem Kläger wird für das Beschwerdeverfahren keine Parteientschädigung 

zugesprochen. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Kläger unter Beilage der Dop-

pel von Urk. 1, 4/1-7 und Urk. 7 - 9, sowie an die Vorinstanz, je gegen Emp-

fangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

7. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 

von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine 
nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.  

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
Zürich, 9. März 2016 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Leitende Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. E. Ferreño 
versandt am: 
mc 

	Beschluss vom 9. März 2016
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Auf die Beschwerde der Beklagten wird nicht eingetreten.
	2. Das Gesuch der Beklagten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren wird abgewiesen.
	3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 800.–.
	4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden der Beklagten auferlegt.
	5. Dem Kläger wird für das Beschwerdeverfahren keine Parteientschädigung zugesprochen.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Kläger unter Beilage der Doppel von Urk. 1, 4/1-7 und Urk. 7 - 9, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	7. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff...