# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a3df701b-6e7d-5130-973f-27b66534e42a
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-17
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Zivilrecht 17.05.2022 400 22 70
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_001_400-22-70_2022-05-17.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht 

 

vom 17. Mai 2022 (400 22 70) 

___________________________________________________________________ 

 

 

 

Zivilgesetzbuch 

 

 

In Berufungsverfahren betreffend Kindesunterhaltssachen können zugunsten des Unter-

haltsschuldners neue Tatsachen und Beweismittel nur unter den Voraussetzungen von 

Art. 317 Abs. 1 ZPO berücksichtigt werden (E. 1.3). 

 

 

 
 
 

Besetzung  Präsidentin Christine Baltzer-Bader;  

Gerichtsschreiber Stefan Steinemann 

  
 

Parteien  A._____,   

vertreten durch Advokat Simon Rosenthaler,  

Hauptstrasse 12, Postfach 811, 4153 Reinach,  

Klägerin und Berufungsbeklagte 

  gegen 

  B._____,  

vertreten durch Advokat Silvan Ulrich,  

Postgasse 3, Postfach 619, 4147 Aesch,  

Beklagter und Berufungskläger 

   

 

Gegenstand  Eheschutz  

Berufung gegen den Entscheid des Präsidenten des Zivilkreisgerichts 

Basel-Landschaft West vom 2. Februar 2022 

  

 
 
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A. Die Parteien (beide geboren 1983) waren von 2001 bis 2016 erstmals miteinander verhei-

ratet. Am tt.mm.2018 heirateten sie einander erneut. Aus ihrer Ehe gingen die beiden Kinder, 

C._____, geboren am tt.mm.2009, und D._____, geboren am tt.mm.2011, hervor. Im September 

2021 zog der Ehemann aus dem ehelichen Domizil aus. Mit Eingabe vom 19. November 2021 

machte die Ehefrau das vorliegende Eheschutzverfahren bei der Vorinstanz anhängig. Mit Ent-

scheid vom 14. Dezember 2021 stellte der Präsident des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft 

West fest, dass die Parteien seit dem 22. September 2021 getrennt leben. Überdies wies er die 

Obhut über die Kinder der Ehefrau zu, regelte das Besuchs- und Ferienrecht des Ehemanns und 

wies für die Dauer des Getrenntlebens die Wohnung an der E._____strasse 1 in F._____ der 

Ehefrau und den Kindern zur alleinigen Benutzung zu. 

B. Weiter erkannte der Präsident des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West mit Entscheid 

vom 2. Februar 2022 Folgendes: 

 1.  Der Ehemann hat der Ehefrau für D._____ folgende monatlichen und monatlich voraus-

zahlbaren Unterhaltsbeiträge zuzüglich allfälliger dem Ehemann ausbezahlter Kinderzu-

lagen zu bezahlen: 

 - CHF 0.00 ab November 2021 bis und mit März 2022, 

 - CHF 1'130.00 ab April 2022. 

 Vom oben festgesetzten Unterhalt dienen ab April 2022 CHF 594.00 der Gewährleistung 

der Betreuung durch die Mutter. 

 Es wird festgestellt, dass mit diesem Unterhaltsbeitrag der gebührende Unterhalt von 

D._____ nicht gedeckt ist. Zur Deckung des gebührenden Unterhalts fehlen: CHF 

2'497.50 (davon CHF 1'692.50 Betreuungsunterhalt) im November 2021, CHF 3'600.00 

(davon CHF 2'795.00 Betreuungsunterhalt) von Dezember 2021 bis und mit März 2022 

und CHF 901.00 (davon CHF 901.00 Betreuungsunterhalt) ab April 2022. 

 2.  Der Ehemann hat der Ehefrau für C._____ folgende monatlichen und monatlich voraus-

zahlbaren Barunterhaltsbeiträge zuzüglich allfälliger dem Ehemann ausbezahlter Kin-

derzulagen zu bezahlen: 

 - CHF 0.00 ab November 2021 bis und mit März 2022, 

 - CHF 540.00 ab April 2022. 

 Es wird festgestellt, dass mit diesem Unterhaltsbeitrag der gebührende Unterhalt von 

C._____ nicht gedeckt ist. Zur Deckung des gebührenden Unterhalts fehlen: CHF 805.00 

(davon CHF 0.00 Betreuungsunterhalt) von November 2021 bis und mit März 2022. 

 3.  Auf den Antrag der Ehefrau auf Verpflichtung des Ehemannes zur Bezahlung eines ehe-

lichen Unterhaltsbeitrages wird mangels Bezifferung nicht eingetreten. 

 4.  Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffern 1 und 2 basieren auf  

  -  einem monatlichen Einkommen des Ehemannes ab November 2021 bis März 2022 

von CHF 399.00 (IV-Rente) sowie einem hypothetischen Nettomonatseinkommen ab 

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April 2022 von CHF 3'400.00 sowie CHF 399.00 (IV-Rente) ohne Zulagen und vor 

Steuern, sowie 

  -  Taggeldern der Ehefrau im November 2021 von CHF 1'102.50, einem monatlichen 

Einkommen ab Dezember 2021 bis März 2022 von CHF 0.00 sowie einem hypothe-

tischen Nettomonatseinkommen ab April 2022 von CHF 1'300.00 ohne Zulagen und 

vor Steuern. 

 5.  Die Gerichtsgebühr von CHF 1'200.00 wird den Ehegatten je zur Hälfte auferlegt. 

 Jeder Ehegatte hat für seine eigenen Parteikosten aufzukommen. 

 Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege an beide Ehegatten gehen die Ge-

richtskosten sowie ein Honorar an den Vertreter der Ehefrau von CHF 2'582.75 (inkl. 

Auslagen und MWST von CHF 184.65) und ein Honorar an den Vertreter des Eheman-

nes von CHF 1'027.50 (inkl. Auslagen und MWST von CHF 73.45) zulasten des Staates. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur Nachzahlung 

verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 Abs. 1 ZPO). 

C. Gegen den vorgenannten Entscheid erhob B._____ (fortan: Berufungskläger) beim Kan-

tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, mit Eingabe vom 4. März 2022 Berufung und 

beantragte: 

 1.  Es seien die Dispositivziffern 1, 2 und 4 des Entscheids des Präsidenten des Zivilkreis-

gerichts Basel-Landschaft West vom 2. Februar 2022 aufzuheben, und es sei festzustel-

len, dass der Berufungskläger mangels Leistungsfähigkeit keine Unterhaltsbeiträge zu 

bezahlen hat. 

 2.  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Berufungsbeklagten. 

  Dem Berufungskläger sei die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokat Silvan Ulrich zu 

gewähren. 

 3.  Unter Vorbehalt einer Modifikation der vorstehenden Anträge und weiterer Anträge. 

D. A._____ (fortan: Berufungsbeklagte) begehrte mit Berufungsantwort vom 21. März 2022 

die Abweisung der Berufung, soweit überhaupt darauf eingetreten werden könne; unter o/e-Kos-

tenfolge. Es sei ihr der Kostenerlass und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Simon 

Rosenthaler zu bewilligen. 

E. Mit Verfügung vom 22. März 2022 wurde der Schriftenwechsel geschlossen. 

F. Am 4. April 2022 reichte der Berufungskläger unaufgefordert eine Replik ein. 

 

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Erwägungen 

1.1 Erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide in vermögensrechtlichen Angelegenhei-

ten unterliegen der Berufung, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren 

mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 ZPO). Dies ist hier der Fall. Gegen einen – wie 

vorliegend – im summarischen Verfahren ergangenen Entscheid beträgt die Rechtsmittelfrist 10 

Tage (Art. 314 Abs. 1 ZPO). Die Berufung ist rechtzeitig erfolgt. Zuständig zur Beurteilung der 

vorliegenden Berufung ist das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts (§ 5 Abs. 1 

lit. a EG ZPO). 

1.2 Die Berufung ist gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO schriftlich einzureichen und zu begründen. 

Begründen im Sinne der genannten Bestimmung bedeutet aufzeigen, inwiefern der angefochtene 

Entscheid als fehlerhaft erachtet wird. Dieser Anforderung genügt die Berufung erhebende Per-

son nicht, wenn sie lediglich auf die vor erster Instanz vorgetragenen Vorbringen verweist oder 

den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert. Die Begründung muss hinreichend 

genau und eindeutig sein, um von der Berufungsinstanz mühelos verstanden werden zu können. 

Dies setzt voraus, dass die Berufung erhebende Person im Einzelnen die vorinstanzlichen Erwä-

gungen bezeichnet, die sie anficht, und die Aktenstücke nennt, auf denen ihre Kritik beruht (BGE 

141 III 569 E. 2.3.3; 138 III 374 E. 4.3.1). Sie kann sich nicht darauf beschränken, ihre in erster 

Instanz vorgebrachten Tatsachenbehauptungen oder rechtlichen Argumente zu wiederholen, 

sondern muss anhand der erstinstanzlich festgestellten Tatsachen oder der daraus gezogenen 

rechtlichen Schlüsse aufzeigen, inwiefern sich die Überlegungen des erstinstanzlichen Gerichts 

nicht aufrechterhalten lassen (BGer 5A_975/2020 vom 22. April 2021 E. 3.5). 

1.3 Bevor auf die Rügen in der Berufung näher eingegangen wird, ist vorerst zu prüfen, unter 

welchen Voraussetzungen der Unterhaltsschuldner im zweitinstanzlichen Verfahren noch neue 

Tatsachen und Beweismittel geltend machen kann. 

1.3.1 Nach Art. 296 Abs. 1 ZPO erforscht das Gericht den Sachverhalt in Kinderbelangen in 

familienrechtlichen Angelegenheiten von Amtes wegen.  

Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO werden neue Tatsachen und Beweismittel im Berufungsverfahren 

nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz zumutbarer 

Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). 

Der Untersuchungsgrundsatz gemäss Art. 296 Abs. 1 ZPO steht im Spannungsfeld zur Bestim-

mung von Art. 317 Abs. 1 ZPO, wonach die zweite Instanz grundsätzlich keine neuen Tatsachen 

und Beweismittel berücksichtigt.  

1.3.2 Widersprechen sich zwei Normen, gelten die allgemeinen Kollisionsregeln, wonach die 

speziellere der allgemeinen Norm (Vorrang der lex specialis) und die spätere der früheren Norm 

vorgeht (Vorrang der lex posterior; BGE 144 V 224 E. 4.2; 134 II 329 E. 5.2).  

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Art. 296 Abs. 1 ZPO und Art. 317 Abs. 1 ZPO sind gleichzeitig mit der Schaffung der Schweize-

rischen Zivilprozessordnung in das Gesetz aufgenommen worden. Beide stellen zudem Spezial-

bestimmungen zur Sachverhaltsfeststellung dar. Demnach lässt sich weder aus dem Grundsatz 

des Vorrangs der lex posterior noch aus dem Grundsatz des Vorrangs der lex specialis eine 

Aussage über deren Verhältnis zueinander treffen. Daher ist vorliegend auf dem Weg der Geset-

zesauslegung zu klären, ob im Berufungsverfahren betreffend eine Kindesunterhaltssache der 

Untersuchungsgrundsatz auch zugunsten des Unterhaltsschuldners gilt und damit faktisch Noven 

uneingeschränkt berücksichtigt werden können. 

1.3.3 Ausgangspunkt jeder Auslegung ist der Wortlaut der Bestimmung (grammatikalisches 

Element). Ist der Gesetzestext allein nicht klar verständlich und sind verschiedene Interpretatio-

nen möglich, muss unter Berücksichtigung aller Auslegungselemente nach seiner wahren Trag-

weite gesucht werden. Dafür ist namentlich auf die Entstehungsgeschichte (historisches Ele-

ment), auf den Zweck der Norm (teleologisches Element), auf die ihr zugrundeliegenden Wertun-

gen und auf ihre Bedeutung im Kontext mit anderen Bestimmungen (systematisches Element) 

abzustellen (BGE 142 I 135 E. 1.1.1). Dabei favorisiert die neuere bundesgerichtliche Praxis ei-

nen pragmatischen Methodenpluralismus und lehnt es ab, die einzelnen Auslegungselemente 

einer hierarchischen Ordnung zu unterstellen (BGE 147 III 218 E. 3.3.2.1). 

1.3.3.1 Gemäss Art. 296 Abs. 1 ZPO erforscht das Gericht den Sachverhalt in Kinderbelangen 

in familienrechtlichen Angelegenheiten von Amtes wegen. Nach allgemeinem Sprachgebrauch 

umfasst die Erforschung des Sachverhalts die Berücksichtigung bisher nicht bekannter Tatsa-

chen und Beweismittel.  

Laut dem Wortlaut von Art. 317 Abs. 1 ZPO sind im Berufungsverfahren neue Tatsachen und 

Beweismittel grundsätzlich unzulässig. Eine Ausnahme für Verfahren mit geltendem Untersu-

chungsgrundsatz sieht diese Bestimmung nicht vor. Aufgrund des Wortlauts der besagten Vor-

schrift ist somit davon auszugehen, dass der Unterhaltsschuldner im Berufungsverfahren nur 

noch unter den eingeschränkten Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO das Recht hat, neue 

Tatsachen und Beweismittel vorzubringen. 

1.3.3.2 Der Entwurf des Bundesrats für eine Schweizerische Zivilprozessordnung (E-ZPO) sah 

im 7. Titel „Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten“ in Art. 291 Abs. 1 E-ZPO vor, 

dass das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht (BBl 2006 7482). In der dazu ge-

hörenden Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (fortan: Bot-

schaft ZPO) wurde diese Vorschrift unter dem Titel „Bestimmungen, die dem Kindeswohl dienen“ 

aufgelistet. Mit dieser dem heutigen Art. 296 Abs. 1 ZPO entsprechenden Normierung sollte für 

alle Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten die uneingeschränkte Untersuchungs-

maxime statuiert werden. Damit wurde bezweckt, das geltende Recht (vgl. insb. 145 ZGB) wei-

terzuführen. Neue Tatsachen und Beweismittel, d.h. echte wie unechte Noven, sollten bis zur 

Urteilsberatung berücksichtigt werden (Botschaft ZPO, BBl 2006 7366). 

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Gemäss Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 225 Abs. 3 E-ZPO war vorgesehen, dass das Berufungsgericht 

neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung berücksichtigt, wenn es den Sachver-

halt von Amtes wegen abzuklären hat (BBl 2006 7463, 7488). In der Botschaft wurde ausgeführt, 

dass für Prozesse, die der Untersuchungsmaxime unterliegen, auch in zweiter Instanz Noven bis 

zur Urteilsberatung möglich sind (Botschaft ZPO, BBl 2006 7375). In der parlamentarischen De-

batte bildete das Novenrecht ein zentrales Thema und war stark umstritten. Letztlich hat sich im 

Parlament die Auffassung durchgesetzt, dass in der zweiten Instanz nicht der ganze Prozess 

wiederholt werden können soll. Im Interesse der Verfahrensdisziplin und aus Gründen der Ver-

fahrensbeschleunigung sollen die Tatsachenbehauptungen und die Beweismittel bereits vor ers-

ter Instanz vorgebracht werden (AB 2008 N 1632 ff.). Entsprechend hat der Gesetzgeber die im 

Entwurf vorgesehene Novenregelung gemäss Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 225 Abs. 3 E-ZPO nicht 

ins Gesetz aufgenommen. Nach der von ihm geschaffenen Regelung von Art. 317 Abs. 1 ZPO 

können bei allen Verfahrensarten neue Tatsachen und Beweismittel nur noch berücksichtigt wer-

den, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor 

erster Instanz vorgebracht werden konnten. Dass diese Bestimmung nicht danach unterscheidet, 

ob ein Verfahren in den Anwendungsbereich der Verhandlungs- oder der Untersuchungsmaxime 

fällt, entspricht dem Gesagten zufolge dem klaren Willen des Gesetzgebers. Die historische Aus-

legung spricht somit dafür, dass der Unterhaltsschuldner in einem Kindesunterhaltsprozess im 

zweitinstanzlichen Verfahren Noven nur unter den restriktiven Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 

1 ZPO anrufen kann. Wenn im zweitinstanzlichen Verfahren in Anwendung des Untersuchungs-

grundsatzes zugunsten des Unterhaltsschuldners Noven uneingeschränkt berücksichtigt werden 

könnten, wäre gewiss damit zu rechnen, dass vom Unterhaltschuldner Tatsachen und Beweis-

mittel vermehrt erst vor der Berufungsinstanz, statt vor erster Instanz angerufen würden, und 

damit die Kindesunterhaltsverfahren in die Länge gezogen würden. Dies würde die dargestellten 

Intentionen des Gesetzgebers ins Gegenteil verkehren. 

1.3.3.3 Der in Art. 296 Abs. 1 ZPO verankerte Untersuchungsgrundsatz in Kinderbelangen in 

familienrechtlichen Angelegenheiten bezweckt den Schutz des Kindeswohls und damit der 

schwächeren Verfahrenspartei. Durch diese Prozessmaxime soll die Durchsetzung der Ansprü-

che des Kindes erleichtert werden. Der Sinn der genannten Regelung liegt jedoch nicht darin, die 

Durchsetzung der gewöhnlich konträren Interessen des Unterhaltsschuldners zu verbessern. 

Demnach kann der Unterhaltsschuldner aus Art. 296 Abs. 1 ZPO nichts zu seinen Gunsten ab-

leiten. 

Der grundsätzliche Novenausschluss gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO dient der Verfahrensdisziplin 

und der beförderlichen Erledigung der Streitsache. Damit soll verhindert werden, dass Berufungs-

verfahren lediglich angestrengt werden, um im erstinstanzlichen Prozess Versäumtes nachzuho-

len. Der Sinn und Zweck der besagten Regelung verlangt somit, dass in einer Berufungssache 

betreffend den Kindesunterhalt zugunsten des Unterhaltsschuldners neue Tatsachen und Be-

weismittel nur unter den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zugelassen werden.  

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1.3.3.4 Das Eheschutzverfahren wird gemäss Art. 271 lit. a ZPO im summarischen Verfahren 

geführt. Ein wichtiges Ziel dieser Verfahrensart ist es, das Verfahren zu beschleunigen. Ein un-

eingeschränktes Novenrecht im Berufungsverfahren würde dies in Frage stellen. Denn müssten 

die Tatsachenbehauptungen und Beweismittel nicht bereits im erstinstanzlichen Prozess vorge-

bracht werden, würden bestimmt vermehrt Berufungsverfahren geführt, um Tatsachenbehaup-

tungen und Beweismittel nachzuschieben. Auch kann der Untersuchungsgrundsatz nicht zum 

Zweck haben, das Versäumte in der zweiten Instanz nachzuholen und so den Instanzenzug zu 

verkürzen. Infolgedessen hat auch aus diesen gesetzessystematischen Gründen in eheschutz-

rechtlichen Berufungsverfahren in Bezug auf Kinderbelange die Novenschranke gemäss Art. 317 

Abs. 1 ZPO gegenüber dem Unterhaltsschuldner zur Anwendung zu gelangen (vgl. OGer SH 

OGE 10/2012/19 vom 23. Oktober 2012 E. 4b).  

1.3.3.5  Eine Gesamtbetrachtung unter Berücksichtigung aller Auslegungselemente führt zum 

Ergebnis, dass in Berufungsverfahren betreffend Kindesunterhaltssachen zugunsten des Unter-

haltsschuldners neue Tatsachen und Beweismittel nur unter den Voraussetzungen von Art. 317 

Abs. 1 ZPO berücksichtigt werden können. 

2. Die Vorinstanz verpflichtete den Berufungskläger unter Anrechnung eines hypotheti-

schen Einkommens zur Bezahlung von Unterhaltsbeiträgen an die Berufungsbeklagte ab April 

2022 für die Kinder D._____ und C._____. Der Berufungskläger will mit der Berufung eine Auf-

hebung dieser Unterhaltsbeiträge erreichen. Dabei moniert er das ihm angerechnete hypotheti-

sche Einkommen, die Höhe des bei ihm berücksichtigten Anteils des Grundbetrags und Mietzin-

ses, das hypothetische Einkommen der Berufungsbeklagten sowie die Nichtberücksichtigung von 

Ergänzungsleistungen.  

2.1.1 Die Vorinstanz rechnete dem Berufungskläger ab April 2022 ein hypothetisches Einkom-

men von CHF 3'400.00 pro Monat an. Als Begründung führte sie unter anderem aus, für die 

Ermittlung des Einkommens des unterhaltspflichtigen Elternteils sei grundsätzlich vom aktuellen 

tatsächlichen Verdienst auszugehen. Soweit dieses Einkommen nicht ausreiche, um den ausge-

wiesenen Bedarf zu decken, könne das Gericht ein hypothetisches Einkommen anrechnen, so-

fern dieses zu erreichen zumutbar und möglich sei (BGE 137 III 118 E. 2.3; BGer 5D_183/2017 

vom 13. Juni 2018 E. 4.1). Die vorhandene Arbeitskapazität sei umfassend auszuschöpfen. Dies 

sei im Unterhaltsrecht ein allgemeiner Grundsatz, er gelte aber in besonderer Weise für den Kin-

desunterhalt. Es bestehe diesbezüglich eine besondere Anstrengungspflicht (BGE 137 III 118 E. 

3.1). Abgesehen von einer IV-Rente von CHF 399.00 [pro Monat] verfüge der Berufungskläger 

über kein Einkommen. Seit der Kündigung des Arbeitsvertrags durch die Arbeitgeberin G._____ 

per Ende November 2021 sei er arbeitslos. Er sei vom 14. Juli bis am 15. Oktober 2021 und vom 

10. bis am 15. Dezember 2021 krankgeschrieben gewesen. Ob und wie lange der Berufungsklä-

ger voraussichtlich noch krankgeschrieben sei, sei dem Gericht nicht bekannt. Der Berufungsklä-

ger habe diesbezüglich keinerlei Ausführungen gemacht. Der anwaltlich vertretene Berufungs-

kläger habe auch nicht vorgebracht, dass es ihm nicht möglich wäre, sich um eine neue Arbeits-

stelle zu bemühen. Es dürfe daher davon ausgegangen werden, dass er das Gericht darüber in 

Kenntnis gesetzt hätte, falls er sich derzeit aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht um eine 

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Arbeitsstelle bemühen könnte. Der Berufungskläger müsse seine vorhandene Arbeitskapazität 

demzufolge umfassend ausschöpfen, weshalb ihm ein hypothetisches Einkommen anzurechnen 

sei. Ausgehend von der letzten vom Berufungskläger bei der G._____ ausgeübten Arbeitstätigkeit 

sei von einem monatlichen Durchschnittseinkommen von CHF 3'401.15 auszugehen (CHF 

23'808.10 [gesamter Lohn vom April bis Oktober 2021 unter Abzug der Kinder-/Ausbildungszula-

gen] : 7 Monate). Dieses Einkommen sei ihm ab April 2022 anzurechnen. 

2.1.2 Der Berufungskläger moniert mit seiner Berufung, er sei arbeitslos. Seine Taggeldent-

schädigung betrage bloss CHF 3'138.45 pro Monat, weshalb das von der Vorinstanz angenom-

mene Nettoeinkommen zu hoch veranschlagt sei.  

2.1.3 Der Berufungskläger setzt sich nicht mit der im vorinstanzlichen Entscheid zitierten bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung zum hypothetischen Einkommen auseinander. Er zeigt nicht 

auf, inwiefern die Vorinstanz diese Praxis falsch berücksichtigt hätte. Er begnügt sich vielmehr 

damit, lapidar geltend zu machen, sein Einkommen sei angesichts seiner Arbeitslosigkeit zu hoch 

veranschlagt, es betrage nur CHF 3'138.45. Er kommt damit seiner Begründungspflicht nicht 

nach, weshalb diesbezüglich auf die Berufung nicht eingetreten werden kann. 

2.2.1 Die Vorinstanz berücksichtigte im Grundbedarf des Berufungsklägers einen hälftigen 

Ehegattengrundbetrag von CHF 850.00 pro Monat und einen hälftigen Mietzins von CHF 750.00 

pro Monat. Zur Begründung machte sie insbesondere geltend, seit Dezember 2021 lebe der Be-

rufungskläger im Konkubinat, weshalb bei ihm praxisgemäss lediglich ein halber Ehegattengrund-

betrag und halber Mietzins zu berücksichtigen sei.  

2.2.2 Der Berufungskläger bringt in seiner Berufung vor, die Berücksichtigung eines Grundbe-

trags von CHF 850.00 [pro Monat] und eines Mietzinses von CHF 750.00 [pro Monat] entspreche 

nicht mehr den aktuellen Gegebenheiten, weil seine neue Partnerin ihn Ende Jahr bereits wieder 

verlassen habe, und er damit nicht mehr im Konkubinat lebe.  

2.2.3 Die Vorinstanz hat vorliegend erst am 2. Februar 2022 in der Unterhaltssache entschie-

den. Bei der Beachtung der zumutbaren Sorgfalt hätte der Berufungskläger somit ohne Weiteres 

vor dem erstinstanzlichen Entscheid geltend machen können, dass er seit anfangs 2022 nicht 

mehr im Konkubinat lebe. Demzufolge gilt die entsprechende Behauptung als verspätet vorge-

bracht und ist daher als unzulässiges Novum unbeachtlich. Es fehlt folglich insoweit an einer 

Berufungsbegründung, was in diesem Punkt ein Nichteintreten auf die Berufung nach sich zieht. 

Selbst wenn darauf einzutreten wäre, vermöchte dies dem Berufungskläger nicht zu helfen. Der 

Berufungskläger legt keine Wohnsitzbescheinigung von H._____ ins Recht, aus der sich ergeben 

würde, dass sie seit anfangs 2022 an einer anderen Adresse als der Berufungskläger wohnen 

würde. In seiner Replik vom 4. April 2022 trägt der Berufungskläger zwar pauschal vor, er könne 

ihre neue Adresse nicht angeben, weil die Berufungsbeklagte sie belästigen könnte. Er zeigt je-

doch weder substanziiert auf noch ist ersichtlich, dass bei einer Bekanntgabe dieser Adresse eine 

erhöhte Gefahr für eine Belästigung von H._____ durch die Berufungsbeklagte bestehen würde. 

Das fragliche Vorbringen des Berufungsklägers erscheint somit als blosse Schutzbehauptung 

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und kann daher nicht gehört werden. Ausserdem ist nicht zu erwarten, dass durch die beantragte 

Parteibefragung des Berufungsklägers die Frage nach der Auflösung des strittigen Konkubinats-

verhältnisses verlässlich geklärt werden könnte. Unter diesen Umständen kann es nicht als er-

stellt gelten, dass der Berufungskläger seit dem 1. Januar 2022 nicht mehr in einem Konkubinats-

verhältnis steht. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz beim Berufungskläger 

einen hälftigen Ehegattengrundbetrag von CHF 850.00 pro Monat und einen hälftigen Mietzins 

von CHF 750.00 pro Monat berücksichtigt hat. 

2.3.1 Die Vorinstanz zog bei der Berufungsbeklagten ab 1. April 2022 ein hypothetisches Ein-

kommen von CHF 1'300.00 pro Monat heran. Als Begründung gab sie insbesondere an, die Be-

rufungsbeklagte habe bis anfangs Dezember 2021 Krankentaggelder bezogen. Sie führe jedoch 

nicht aus, dass bei ihr eine dauerhafte Erkrankung vorliege, welche gegen die Wiederaufnahme 

einer Erwerbstätigkeit sprechen würde. Aufgrund des Alters der Kinder sowie der Rechtspre-

chung des Bundesgerichts (Schulstufenmodell, BGE 144 III 481) sei sie grundsätzlich verpflichtet, 

sich um eine Arbeitsstelle zu bemühen. Bei ihr sei auf ein hypothetisches Einkommen abzustel-

len, wie sie es vor der Krankschreibung habe erzielen können. Entsprechend den Taggeldab-

rechnungen der I._____ Zusatzversicherungen AG sei von einem monatlichen Bruttoeinkommen 

von CHF 1'398.00 bzw. nach Berücksichtigung der Lohnabzüge von rund CHF 1'300.00 auszu-

gehen. 

2.3.2 Der Berufungskläger trägt in seiner Berufung vor, der Berufungsbeklagten sei eine Er-

werbstätigkeit mindestens im Umfang eines 70 %-Pensums zuzumuten, bei welcher sie ein Ein-

kommen von mindestens CHF 2'500.00 [pro Monat] erziele. 

2.3.3 Mit der Begründung der Vorinstanz setzt sich der Berufungskläger in seiner Berufung 

nicht auseinander. Er unterlässt es, substanziiert darzulegen, weshalb die Vorinstanz bei der Be-

rufungsbeklagten von einer Erwerbstätigkeit in dem von ihm geforderten Umfang hätte ausgehen 

sollen. Die Begründung des Berufungsklägers ist unzureichend, weshalb in dieser Hinsicht auf 

die Berufung nicht eingetreten werden kann. 

2.4.1 Der Berufungskläger macht in seiner Berufung ferner insbesondere geltend, aufgrund 

der den Parteien zur Verfügung stehenden Ergänzungsleistungen sei davon auszugehen, dass 

damit der Bedarf der Berufungsbeklagten und der Kinder gedeckt werden könne. 

2.4.2  Der Berufungskläger verlangt erstmals im Berufungsverfahren bei der Festsetzung der 

Unterhaltsbeiträge die Berücksichtigung von Ergänzungsleistungen. Er hätte jedoch bei der Be-

achtung der zumutbaren Sorgfalt Entsprechendes ohne Weiteres schon vor erster Instanz vor-

bringen können. Bei dem fraglichen Vorbringen handelt es sich folglich um ein unzulässiges No-

vum, das im Berufungsverfahren nicht mehr gehört werden kann. Demnach fehlt es insofern an 

einer Berufungsbegründung, weshalb in dieser Hinsicht auf die Berufung nicht einzutreten ist. 

Selbst wenn das besagte Argument zu beachten wäre, würde dies dem Berufungskläger nicht 

helfen. Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts und des Kantonsgerichts sind bei der Ermitt-

lung des familienrechtlichen Unterhalts Ergänzungsleistungen nicht zu berücksichtigen, da diese 

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gegenüber den familienrechtlichen Unterhaltspflichten subsidiär sind (statt vieler: BGer 

5A_465/2020 vom 23. November 2020 E. 4.2; KGer BL 400 15 432 vom 15. März 2016 E. 13.4; 

100 09 772 vom 17. November 2009 E. 4.1 ff.). Anders zu entscheiden, würde bedeuten, dass 

die Unterhaltsbeiträge im Endeffekt ganz oder teilweise aus der Bundeskasse, statt vom Unter-

haltsschuldner entrichtet würden (vgl. DIANA BERGER-ASCHWANDEN, Unfreiwillige Finanzierung 

von Alimenten durch den Bund, plädoyer 5/11, S. 39 f.). Entgegen der Auffassung des Berufungs-

klägers hat somit die Vorinstanz zu Recht die Ergänzungsleistungen bei der Festsetzung der 

Unterhaltsbeiträge ausgeblendet. 

2.5 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass auf die Berufung des Berufungsklä-

gers nicht eingetreten werden kann. 

3. Beide Parteien ersuchen für das Berufungsverfahren um unentgeltliche Rechtspflege.  

3.1  Gemäss Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn 

sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos er-

scheint. Die unentgeltliche Rechtspflege umfasst die gerichtliche Bestellung eines Rechtsbei-

stands, wenn dies zur Wahrung der Rechte notwendig ist, insbesondere wenn die Gegenpartei 

anwaltlich vertreten ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Nicht von der unentgeltlichen Rechtspflege 

umfasst ist hingegen die Ausrichtung einer Parteientschädigung an die Gegenpartei (Art. 122 

Abs. 1 lit. d ZPO).  

3.2  Die Vorinstanz gewährte beiden Parteien die unentgeltliche Rechtspflege. Die finanziel-

len Verhältnisse der Parteien haben sich in der Zwischenzeit nicht massgebend verändert. Die 

Mittellosigkeit ist mithin bei beiden Parteien zu bejahen. Die Rechtsbegehren der Parteien im 

Berufungsverfahren können sodann nicht als aussichtslos bezeichnet werden. Nach dem Gesag-

ten ist beiden Parteien für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu erteilen, 

unter Beiordnung von Advokat Silvan Ulrich als unentgeltlicher Rechtsbeistand des Berufungs-

klägers und Advokat Simon Rosenthaler als unentgeltlicher Rechtsbeistand der Berufungsbe-

klagten. 

4.  Da die vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung nicht angefochten wurde, 

ist nachstehend lediglich noch über die Kosten des Berufungsverfahrens zu entscheiden 

4.1 Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist auf CHF 1'500.00 festzusetzen (§ 9 Abs. 1 

i.V.m. § 8 Abs. 1 lit. h GebT).  

4.2 Die Prozesskosten werden den Parteien nach Massgabe ihres Unterliegens und Obsie-

gens auferlegt. Bei Nichteintreten und bei Klagerückzug gilt die klagende Partei, bei Anerkennung 

der Klage die beklagte Partei als unterliegend (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Auf die Berufung ist vorlie-

gend nicht einzutreten. Damit gilt der Berufungskläger als unterliegende Partei im Sinne von Art. 

106 Abs. 1 ZPO und hat nach dieser Norm grundsätzlich die Prozesskosten zu tragen. Von die-

sem Verteilungsgrundsatz kann das Gericht in familienrechtlichen Verfahren abweichen und die 

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Kosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Die blosse Tatsache, dass es sich 

um ein familienrechtliches Verfahren handelt, vermag allerdings ein Abrücken von der klaren Re-

gelung von Art. 106 Abs. 1 ZPO noch nicht zu rechtfertigen (BGE 139 III 358 E. 3). In Anbetracht, 

dass die Kosten des kantonsgerichtlichen Verfahrens allein durch die unzureichend begründete 

Berufung des Berufungsklägers verursacht worden sind, erschient es nicht angezeigt, von der 

Verteilung der Prozesskosten nach Massgabe des Obsiegens und Unterliegens gemäss Art. 106 

Abs. 1 ZPO abzuweichen (vgl. BGer 5D 55/2015 vom 1. Dezember 2015 E. 2.3.3). Infolgedessen 

ist die zweitinstanzliche Entscheidgebühr von CHF 1'500.00 vollumfänglich dem unterliegenden 

Berufungskläger zu überbinden. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege an den 

Berufungskläger sind diese Kosten einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

4.3 Als Folge der Kostenverteilung hat der Berufungskläger der Berufungsbeklagten für ihre 

Aufwendungen im Berufungsverfahren zu entschädigen.  

Der Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten, Advokat Simon Rosenthaler, macht mit Honorar-

note vom 21. März 2021 eine Entschädigung von CHF 740.85 (inkl. Auslagen und MWST) gel-

tend. Diese scheint als angemessen. Der Berufungskläger ist somit zu verpflichten, der Beru-

fungsbeklagten eine Parteientschädigung in der genannten Höhe zu bezahlen. Die Parteient-

schädigung ist voraussichtlich uneinbringlich. Die Parteientschädigung der Berufungsbeklagten 

ist daher aus der Gerichtskasse zu bezahlen, unter Legalzession des Anspruchs gegenüber dem 

Berufungskläger auf den Kanton (vgl. Art. 122 Abs. 2 ZPO). 

Der unentgeltliche Rechtsbeistand des Berufungsklägers, Advokat Silvan Ulrich, ist aus der Ge-

richtskasse zu entschädigen (Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO). Nachdem der Letztere keine Honorar-

note eingereicht hat, ist dessen Entschädigung gestützt auf § 18 Abs. 1 und 2 TO von Amtes 

wegen nach Ermessen festzusetzen. Diese ist gemäss § 2 Abs. 1 TO nach dem Zeitaufwand zu 

bemessen. In Anbetracht der Schwierigkeit der Sache erscheint vorliegend ein Arbeitsaufwand 

von 4 Stunden à CHF 200.00 als angemessen. Mangels eines entsprechenden Antrags ist pra-

xisgemäss weder Auslagenersatz geschuldet noch Mehrwertsteuer hinzuzuschlagen (KGer BL 

410 21 99 vom 27. Juli 2021 E. 7). Somit ist Advokat Silvan Ulrich als unentgeltlicher Rechtsbei-

stand des Berufungsklägers ein Honorar von CHF 800.00 (ohne Auslagen, MWST nicht zu be-

rücksichtigen) aus der Gerichtskasse auszurichten.  

4.4 Der Berufungskläger ist zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigung an 

Advokat Silvan Ulrich verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons 

verjährt 10 Jahre nach Abschluss des Verfahrens (Art. 123 ZPO). 

 

 

Demnach wird erkannt: 

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://: 1.  Auf die Berufung wird nicht eingetreten. 

 2.  Dem Berufungskläger und der Berufungsbeklagten wird für das Beru-

fungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt, unter Beiord-

nung von Advokat Silvan Ulrich als unentgeltlicher Rechtsbeistand des 

Berufungsklägers und Advokat Simon Rosenthaler als unentgeltlicher 

Rechtsbeistand der Berufungsbeklagten. 

 3.  Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr von CHF 1'500.00 wird dem Beru-

fungskläger auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege an den Berufungs-

kläger werden diese Kosten einstweilen auf die Gerichtskasse genom-

men. 

 4.  Der Berufungskläger wird verpflichtet, der Berufungsbeklagten eine Par-

teientschädigung von CHF 740.85 (inkl. Auslagen und MWST) zu bezah-

len. 

Zufolge Uneinbringlichkeit wird diese Parteientschädigung dem Rechts-

vertreter der Berufungsbeklagten, Advokat Simon Rosenthaler, aus der 

Gerichtskasse bezahlt, wobei der Anspruch mit der Zahlung auf den Kan-

ton Basel-Landschaft übergeht (Art. 122 Abs. 2 ZPO). 

 5.  Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege für den Berufungs-

kläger wird dessen Rechtsvertreter, Advokat Silvan Ulrich, ein Honorar 

von CHF 800.00 (inkl. Auslagen, MWST nicht zu berücksichtigen) aus der 

Gerichtskasse ausbezahlt. 

 6.  Der Berufungskläger ist zur Nachzahlung der Gerichtskosten gemäss Dis-

positivziffer 3 und der Anwaltskosten gemäss Dispositivziffer 5 hiervor 

verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons 

verjährt 10 Jahre nach Abschluss des Verfahrens (Art. 123 ZPO). 

Präsidentin 

 

 

 

Christine Baltzer-Bader 

Gerichtsschreiber 

 

 

 

Stefan Steinemann  

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