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**Case Identifier:** e3bb73fb-b61a-5652-ac45-169d6c7562c3
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-07
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 07.11.2023 SST.2023.115
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-115_2023-11-07.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

SST.2023.115 
(ST.2022.157; StA.2020.1319) 

 

 

Urteil vom 7. November 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin 

Oberrichter Egloff 

Oberrichter Fedier 

Gerichtsschreiber Gasser 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg 

 

    
    

Beschuldigter   E._____, 

geboren am tt.mm.1994, von Poschiavo, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Advokat Patrick Loeb, 

[…] 

 

  

 
 

Gegenstand  Pornografie 
 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau erhob am 22. Juli 2022 folgende 

Anklage gegen den Beschuldigten: 

 

I.  Zur Last gelegte strafbare Handlungen (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO) 
  

Mehrfache harte Pornografie durch: 
 
- Mehrfache Verbreitung harter Pornografie mit tatsächlichen sexuellen 

Handlungen mit Minderjährigen 
(Art. 197 Abs. 4 Satz 1 i.V.m. Satz 2 StGB) 

 
Der Beschuldigte hat mehrfach vorsätzlich, d.h. mit Wissen und Willen, 
pornografische Ton- und Bildaufnahmen, die tatsächliche sexuelle Handlungen 
mit Minderjährigen zum Inhalt haben, hergestellt, gelagert, in Verkehr gebracht, 
angepriesen, angeboten, gezeigt, überlassen, zugänglich gemacht, erworben, 
sich über elektronische Mittel oder sonst wie beschafft oder besessen. 

 
- Mehrfache Beschaffung und Besitz zum Eigenkonsum von harter 

Pornografie mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen 
(Art. 197 Abs. 5 Satz 1 i.V.m. Satz 2 StGB) 

 
Der Beschuldigte hat mehrfach vorsätzlich, d.h. mit Wissen und Willen, 
pornografische Ton- und Bildaufnahmen, die tatsächliche sexuelle Handlungen 
mit Minderjährigen zum Inhalt haben, konsumiert und zum eignen Konsum 
hergestellt, gelagert, erworben, sich über elektronische Mittel oder sonst wie 
beschafft oder besessen. 

 
Tatort:  [Adresse]  
 Wohnort des Beschuldigten 
Tatzeitpunkt: Sonntag, 12. August 2018 bis Samstag, 23. Mai 2020 
 
Im vorgenannten Tatzeitraum gab der Beschuldigte, mutmasslich an seinem Wohnort, 
auf seinem Mobiltelefon Samsung Galaxy S9 im Internet Suchbegriffe wie "little girl 
sexualized pose", "cute little girl with pigtails", "little girl pervert pic", "dad fucked step 
daughter in front of tied mother porn SpanBang" ein und lud so mindestens 1'164 Bilder 
mit kinderpornografischem Inhalt aus dem Internet herunter, die er anschliessend auf 
seinem Mobiltelefon Samsung Galaxy S9 abgespeichert und konsumierte bzw. 
anschaute. Auf den gespeicherten Bildern sind Mädchen im Alter zwischen ca. 4 bis 
13 Jahren zu sehen, welche nackt oder leicht bekleidet in aufreizender Stellung in 
Richtung Aufnahmegerät posieren, wobei sich bei einigen Mädchen die Schamlippen 
auf deren Bade- oder Unterhose deutlich abzeichnen. Auf einem Bild ist zudem zu 
sehen, wie ein minderjähriges Mädchen eine männliche Person oral befriedigt. 
 
Im Zeitraum vom 12. August 2018 bis am 16. Februar 2020 verschickte der 
Beschuldigte, mutmasslich von seinem Wohnort aus, zu unterschiedlichen 
Zeitpunkten, anhand seines Mobiltelefons über WhatsApp mehreren unbekannten 
Personen, hauptsächlich jedoch an Prostituierte, 66 Bilder mit kinderpornografischem 
Inhalt. Auf den versendeten Bildern sind minderjährige Mädchen zu sehen, welche teils 
leicht bekleidet und in aufreizender Stellung in Richtung Aufnahmegerät posieren. 
 
 
 

 - 3 - 

 

 

II.  Beschlagnahmte Gegenstände (Art. 326 Abs. 1 lit. c StPO) 
 

- Mobiltelefon Samsung Galaxy S9, […] 
 

III.  Entstandene Untersuchungskosten (Art. 326 Abs. 1 lit. d StPO) 
 
Es sind bis anhin Untersuchungskosten in der Höhe von CHF 15'464.00 entstanden. 

 
IV. Anträge 
 
1. Der Beschuldigte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen. 
 
2. Er sei in Anwendung der genannten Gesetzesbestimmungen sowie von Art. 19 Abs. 2 

StGB i.V.m. Art. 48a StGB, Art. 40 StGB, Art. 47 StGB und Art. 49 Abs. 1 StGB zu 
verurteilen zu einer: 

 
- unbedingten Freiheitsstrafe von 10 Monaten 

 
3.  Es seine eine ambulante Massnahme gemäss Art. 63 Abs. 1 StGB anzuordnen, wobei 

der Vollzug der unbedingten Freiheitsstrafe gemäss Art. 63 Abs. 2 StGB zu Gunsten 
der ambulanten Massnahme aufzuschieben sei. 

 
4. Dem Beschuldigten sei gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB lebenslänglich jede 

berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen 
Kontakt zu Minderjährigen umfasst, zu verbieten. 

 
6. Das gemäss Ziff. II beschlagnahmte Mobiltelefon sei in Anwendung Art. 197 Abs. 6 

StGB i.V.m. Art. 69 Abs. 1 und Abs. 2 StGB nach Rechtskraft einzuziehen und zu 
vernichten. 

 
7. Über die Kosten- und Entschädigungsfolgen sei wie folgt zu befinden: 
 

- Die Verfahrenskosten inkl. Untersuchungskosten gem. Ziff. III in der Höhe von 
CHF 15'464.00 sowie die Anklagegebühr von CHF 1'450.00 seien dem 
Beschuldigten aufzuerlegen. 

- Bezüglich der Entschädigungsfolgen der amtl. Verteidigung seien dem in 
Anwendung von Art. 130 lit. b StPO und Art. 132 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StPO 
eingesetzten, amtl. Notw. Verteidiger, lic. iur. Patrick Loeb, Advokat, […], in 
Gutheissung der Kostennote ein Honorar in der Höhe der genehmigten 
Kostennote einzureichen. Die der notwendigen amtlichen Verteidigung 
ausgerichtete Entschädigung sei zu einem späteren Zeitpunkt vom kostenfälligen 
Beschuldigten zurückzufordern, sofern es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

 
 Auf eine Vorladung zur Hauptverhandlung wird verzichtet. 

 

2. 

2.1. 

Am 25. Januar 2023 fand die Hauptverhandlung vor der Präsidentin des 

Bezirksgerichts Aarau mit Befragung des Beschuldigten sowie den beiden 

Sachverständigen Dr. med. H._____ und I._____ statt. 

 

2.2. 

Der Beschuldigte beantragte anlässlich der Hauptverhandlung vom 

25. Januar 2023 einen Freispruch. 

 - 4 - 

 

 

 

2.3. 

Die Präsidentin des Bezirksgerichts Aarau fällte gleichentags das folgende 

Urteil: 

 

1. 
Der Beschuldigte ist schuldig  

- des mehrfachen Verbreitens harter Pornografie mit tatsächlichen sexuellen 
Handlungen mit Minderjährigen gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB, 

- des mehrfachen Beschaffens und des Besitzes zum Eigenkonsum von harter 
Pornografie mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen gemäss 
Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB. 

 
2. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 1 erwähnten Bestimmungen und gestützt 
auf Art. 40, Art. 47 und Art. 49 Abs. 1 StGB zu 6 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. 
 
3. 

3.1. 

Gestützt auf Art. 63 StGB wird eine ambulante Behandlung angeordnet. 
 
3.2. 
Der Vollzug der Freiheitsstrafe gemäss Ziff. 2 wird gestützt auf Art. 63 Abs. 2 StGB zu 
Gunsten der ambulanten Behandlung aufgeschoben. 
 
4. 
Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB ein lebenslängliches 
berufliches und ausserberufliches Tätigkeitsverbot, das regelmässigen Kontakt zu 
Minderjährigen umfasst, auferlegt. 
 
5. 
Gestützt auf Art. 197 Abs. 6 StGB wird folgender Gegenstand eingezogen und vernichtet: 
 

- Mobiltelefon Samsung Galaxy S9 
 
6. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a) der Gerichtsgebühr von   Fr. 2'000.00 
b) der Anklagegebühr von    Fr. 1'450.00 
c) den Kosten für die amtliche Verteidigung von Fr.  5'625.70 
d) den Kosten für Gutachten von  Fr.         14'805.00 
e) andere Auslagen    Fr.  2'537.60 
 
Total     Fr.         26'418.30 
 
Dem Beschuldigten werden die Gerichtsgebühr und die Anklagegebühr sowie die Kosten 
gemäss lit. d + e im Gesamtbetrag von Fr. 20'792.60 auferlegt. 
 
7. 
Die Kosten für die amtliche Verteidigung von Fr. 5'625.70 (inkl. Fr. 402.20 MwSt.) werden 
einstweilen von der Gerichtskasse bezahlt. Der Beschuldigte ist verpflichtet, dem Kanton 
Aargau die Kosten für die amtliche Verteidigung zurückzuzahlen, sobald es seine 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 
 
8. 

 - 5 - 

 

 

Dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten wird eine Entschädigung von Fr. 5'625.70 
(inkl. Fr. 402.20 MwSt.) zu Lasten der Staatskasse zugesprochen. 
 

2.4. 

Gegen dieses am 26. Januar 2023 im Dispositiv zugestellte Urteil meldete 

der Beschuldigte am 30. Januar 2023 die Berufung an. Das begründete 

Urteil wurde ihm in der Folge am 5. Mai 2023 zugestellt. 

 

3. 

3.1. 

Mit (ergänzter) Berufungserklärung vom 26. Mai 2023 focht der 

Beschuldigte das erstinstanzliche Urteil in seiner Gesamtheit an. 

 

3.2. 

Mit Eingabe vom 2. Juni 2023 teilte die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau 

mit, dass sie darauf verzichte, einen Nichteintretensentscheid zu stellen 

oder die Anschlussberufung zu erklären. 

 

3.3. 

Mit Verfügung vom 30. Juni 2023 ordnete die Verfahrensleiterin im 

Einverständnis der Parteien das schriftliche Berufungsverfahren an. 

 

3.4. 

Der Beschuldigte reichte am 15. August 2023 die schriftliche 

Berufungsbegründung ein und stellte die folgenden Anträge: 

 

1. 
Es sei das Urteil des Strafgerichtes (Bezirksgericht Aarau) aufzuheben. 

 

2. 
Es sei der Beschuldigte von den Vorwürfen des mehrfachen Verbreitens harter Pornografie 
mit tatsächlichen Handlungen mit Minderjährigen gem. Art. 197 Abs. 4 und des mehrfachen 
Beschaffens und des Besitzes zum Eigenkonsum von harter Pornografie mit tatsächlichen 
Handlungen mit Minderjährigen gem. Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB freizusprechen. 
 
3. 
Eventualiter sei der Beschuldigte zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 6 Wochen zu 
verurteilen; subevenualiter zu einer bedingten Geldstrafe von 50 Tagesätzen à je CHF 30. 
 
4. 
Dem Kläger sei die ungeteilte, unentgeltliche Rechtspflege mit dem Unterzeichneten als 
amtlicher Verteidiger zu gewähren. 

 

3.5. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau verzichtete mit Eingabe vom 

28. August 2023 mit Verweis auf das angefochtene Urteil auf eine 

Berufungsantwort. 

 

 
   

 - 6 - 

 

 

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der Beschuldigte stellt mit Berufung ein Gesuch um Gewährung der 

amtlichen Verteidigung (Berufungsbegründung S. 2). Mit Verfügung der 

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau vom 13. Juni 2022 wurde 

Rechtsanwalt lic. iur. Patrick Loeb mit Wirkung ab dem 8. Juni 2022 als 

amtlicher Verteidiger eingesetzt (act. 113.35). Da kein Grund für den 

Widerruf der amtlichen Verteidigung vorliegt, gilt diese auch für das 

vorliegende Berufungsverfahren (Art. 134 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten wegen mehrfachen Verbreitens 

harter Pornografie mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit 

Minderjährigen gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB sowie mehrfachen 

Beschaffens und Besitzes zum Eigenkonsum von harter Pornografie mit 

tatsächlichen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen gemäss Art. 197 

Abs. 5 Satz 2 StGB schuldig gesprochen. Der Beschuldigte beantragt, er 

sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen vollumfänglich von Schuld 

und Strafe freizusprechen. Das vorinstanzliche Urteil ist damit 

vollumfänglich zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

3. 

3.1. 

Der Beschuldigte macht mit Berufung zunächst geltend, dass sowohl die 

beiden durchgeführten Einvernahmen vom 23. Mai 2020 bzw. 

12. November 2020 der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau als auch das 

Gutachten der psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vom 2. Februar 

2022 (nachfolgend: Gutachten) nicht verwertbar seien, da bereits zu 

Beginn der Strafuntersuchung eine notwendige Verteidigung anzuordnen 

gewesen wäre (Berufungsbegründung S. 4 f.). 

 

Diese Rüge des Beschuldigten ist aufgrund deren formellen Natur vorab zu 

behandeln. 

 

3.2. 

Gestützt auf Art. 130 StPO muss eine beschuldigte Person unter anderem 

dann notwendig verteidigt werden, wenn ihr eine Freiheitsstrafe von mehr 

als einem Jahr, eine freiheitsentziehende Massnahme oder eine 

Landesverweisung droht (Art. 130 lit. b StPO). Dabei knüpft  

Art. 130 lit. b StPO gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht an 

das abstrakt höchstmögliche, sondern an das konkret zu erwartende 

Strafmass an (BGE 143 I 164 E. 2.4.3). Ob der beschuldigten Person eine 

Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr droht, beurteilt sich anhand der 

äusseren Umstände des Tatvorwurfs. Ebenso ist eine notwendige 

Verteidigung anzuordnen, wenn eine beschuldigte Person ihre 

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Verfahrensinteressen nicht ausreichend wahren kann (Art. 130 lit. c StPO). 

Entscheidend ist, ob der Grund der notwendigen Verteidigung bei 

pflichtgemässer Sorgfalt hätte erkannt werden können, wobei an die 

Erkennbarkeit keine hohen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1069/2015 vom 2. August 2016 E. 1.2). 

 

3.3. 

Gemäss Polizeibericht der Kantonspolizei Aargau vom 14. März 2021 ging 

am 10. Februar 2020 ein Ermittlungsbericht bei der Kantonspolizei Basel-

Landschaft ein: Demgemäss wurde eine Prostituierte durch den 

Beschuldigten via WhatsApp für einen Sexchat angefragt. Sie brach die 

Unterhaltung jedoch ab, weil ihr der Beschuldigte Bilder von kleinen 

Kindern zugeschickt hatte (act. 115, 128 ff.). Später konnte die 

Kantonspolizei Basel-Landschaft feststellen, dass bereits am 27. Februar 

2020 ein Bericht über den Beschuldigten bezüglich weiterer Vorfälle 

verfasst worden war (act. 116, 128 ff.). Gestützt auf diese Erkenntnisse 

wurde am 23. Mai 2020 eine Hausdurchsuchung sowie eine Einvernahme 

des Beschuldigten durchgeführt (act. 54 f.). Anlässlich der 

Hausdurchsuchung wurde unter anderem das Mobiltelefon des 

Beschuldigten beschlagnahmt. Eine Auswertung des Mobiltelefons erfolgte 

am 4. September 2020 (act. 75). In rechtlicher Hinsicht stand damit zum 

Zeitpunkt der Einvernahme vom 23. Mai 2020 der Verdacht der 

Kinderpornografie nach Art. 197 Abs. 4 und 5 StGB im Vordergrund  

(vgl. auch act. 147 f.). Dem Beschuldigten konnten während der 

Einvernahme vom 23. Mai 2020 jedoch noch keine belastenden Bilder 

vorgelegt werden. Unter diesen Umständen war eine Strafandrohung von 

mehr als einem Jahr somit nicht realistisch. Eine freiheitsentziehende 

Massnahme oder eine Landesverweisung standen ebenfalls nicht zur 

Diskussion. Ebenso wenig ergaben sich Hinweise darauf, dass der 

Beschuldigte seine Interessen nicht selber wahren konnte. Insoweit lag bei 

der ersten Einvernahme des Beschuldigten kein Fall einer notwendigen 

Verteidigung i.S.v. Art. 130 StPO vor, womit die Aussagen verwertbar sind. 

 

3.4. 

Anlässlich der zweiten Einvernahme vom 12. November 2020 und damit 

nach der Auswertung des Mobiltelefons wurde der Beschuldigte darüber in 

Kenntnis gesetzt, dass auf seinem Mobiltelefon kinderpornografisches 

Material gefunden worden sei, nämlich über 1'000 Bilder von knapp 

bekleideten, teilweise auch von nackten Kindern (act. 159). Zusätzlich 

wurden ihm Bilder gezeigt, welche er mutmasslich an eine Prostituierte 

versandte (act. 161 f.). Der Besitz und Konsum von kinderpornografischen 

Bildern wird nach Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB mit einer Freiheitsstrafe bis 

zu drei Jahren oder Geldstrafe, das Weiterverbreiten von solchen Inhalten 

gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 

fünf Jahren bestraft. Die Bilddateien waren zum damaligen Zeitpunkt zwar 

detailliert ausgewertet worden. Nur ein kleiner Teil der vorgelegten Bilder 

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wies jedoch kinderpornografischen Inhalt auf, weshalb noch nicht von 

einem gravierenden Fall ausgegangen werden konnte. Folglich erschien 

eine Strafandrohung von mehr als einem Jahr Freiheitsstrafe ebenfalls 

unrealistisch. Hinweise, dass der Beschuldigte in diesem Zeitpunkt seine 

Verfahrensinteressen nicht selber wahren konnte, bestanden ebenfalls 

nach wie vor nicht. 

 

Im Übrigen hat die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau in ihrer Anklage 

eine Freiheitsstrafe von 10 Monaten beantragt und die Vorinstanz hat eine 

Freiheitsstrafe von 6 Monaten ausgesprochen, was schlussendlich zeigt, 

dass dem Beschuldigten konkret nie eine Freiheitsstrafe von mehr als 

einem Jahr gedroht hat. Die Voraussetzungen von Art. 130 StPO sind auch 

insofern als nicht erfüllt zu betrachten. 

 

3.5. 

Es ist demzufolge mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die an der 

Einvernahme vom 23. Mai 2020 bzw. 12. November 2020 gemachten 

Aussagen des Beschuldigten – genauso wie das Gutachten vom 2. Februar 

2022 – verwertbar sind und zu keinem Zeitpunkt ein Fall von notwendiger 

Verteidigung i.S.v. Art. 130 StPO vorlag. Im Übrigen kann diesbezüglich 

auch auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(vgl. vorinstanzliches Urteil E. 2.3.7.2 S. 13 f.). 

 

3.6. 

Soweit der Beschuldigte mit Berufung vorbringt, die Zwangsmassnahmen 

(damit gemeint wohl die Hausdurchsuchung, die Beschlagnahme sowie die 

Auswertung des Mobiltelefons) resp. die daraus resultierenden 

Erkenntnisse seien nicht verwertbar (Berufungsbegründung S. 5), gilt es 

überdies festzuhalten, dass diese keine Beweiserhebungen gemäss 

Art. 131 Abs. 3 StPO darstellen, die nicht ohne die Einsetzung einer 

notwendigen Verteidigung vorgenommen werden dürften 

(JOSITSCH/SCHMID, in: Praxiskommentar, Strafprozessordnung, 4. Aufl. 

2023, N 2 zu Art. 147 StPO; Urteil des Obergerichts des Kantons Solothurn, 

SOG 2018 Nr. 19 vom 13. September 2018). Entsprechend besteht weder 

in Bezug auf die bei den einzelnen Zwangsmassnahmen sichergestellten 

Beweismittel noch in Bezug auf deren Auswertung ein 

Beweisverwertungsverbot. 

 

4. 

4.1. 

Im Weiteren macht der Beschuldigte mit Berufung eine Verletzung des 

Anklageprinzips geltend (Berufungsbegründung S. 5 f.). So würde sich in 

den Akten einzig der Chat zwischen dem Beschuldigten und der 

Prostituierten vom 24. Januar 2020 befinden, zu welchem sich der 

Beschuldigte effektiv habe äussern können, obwohl er gemäss Anklage im 

Zeitraum vom 12. August 2018 bis am 16. Februar 2020 mehreren 

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unbekannten Personen pornografische Inhalte zugeschickt haben soll. 

Infolgedessen könne auch nicht auf eine wiederholte Begehung abgestellt 

werden, ansonsten der Anklagegrundsatz verletzt sei 

(Berufungsbegründung S. 6). Gleiches gelte für die hohe Anzahl an 

gespeicherten Bilder. Auch hier habe der Beschuldigte nicht die Möglichkeit 

gehabt, auf jedes der einzelnen Bilder einzugehen, um den wahren Umfang 

des Bildmaterials erkennen und sich entsprechend verteidigen zu können. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau verfüge zwar über die 

erforderlichen Daten, hätte diese aber nicht vorgelegt, was ebenfalls den 

Anklagegrundsatz verletzen würde (Berufungsbegründung S. 6). 

 

4.2. 

Nach dem in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen Anklagegrundsatz 

bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens 

(Umgrenzungsfunktion; vgl. auch Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV; 

Art. 6 Ziff. 1 und 3 lit. a und b EMRK). Die Anklage hat die der beschuldigten 

Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu 

umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht 

genügend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den 

Schutz der Verteidigungsrechte der angeschuldigten Person und garantiert 

den Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). Die 

beschuldigte Person muss aus der Anklage ersehen können, was ihr 

konkret vorgeworfen wird, damit sie ihre Verteidigungsrechte angemessen 

ausüben kann. Dies bedingt eine zureichende, d.h. möglichst kurze, aber 

genaue (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO) Umschreibung der 

Sachverhaltselemente, die für eine Subsumtion unter die anwendbaren 

Straftatbestände erforderlich sind. Entscheidend ist, dass die betroffene 

Person genau weiss, welcher konkreter Handlungen sie beschuldigt und 

wie ihr Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit sie sich in ihrer 

Verteidigung richtig vorbereiten kann (Urteil des Bundesgerichts 

6B_466/2021 vom 13. Oktober 2021 E. 1.3 mit Verweis auf BGE 144 I 234 

E. 5.6.1 und BGE 143 IV 63 E. 2.2). Bei gehäuften Delikten wird dem 

Anklagegrundsatz nach der Rechtsprechung zudem genüge getan, wenn 

die Handlungen in zeitlicher und örtlicher Hinsicht lediglich approximativ 

umschrieben werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_145/2019 vom 

28. August 2019 E. 1.3.1 mit Hinweis). 

 

4.3. 

Indem in der Anklageschrift der knapp zweijährige Tatzeitraum 

umschrieben sowie mit dem Wohnort des Beschuldigten der genaue Tatort 

angegeben wird, werden dem Beschuldigten die ihm vorgeworfenen 

Handlungen in räumlich-zeitlicher Hinsicht rechtsgenügend vorgehalten. 

Daran vermag die Zeitspanne von fast zwei Jahren nichts zu ändern, zumal 

dieser Umstand primär der mehrfachen Tatbegehung geschuldet ist. 

 

 - 10 - 

 

 

Weiter ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Bilddateien, welche von 

der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau als harte Pornografie qualifiziert 

werden, in der Anklageschrift im Einzelnen aufgeführt und im Hinblick auf 

die strafrechtliche Vorwerfbarkeit hinreichend detailliert beschrieben 

werden. Diesbezüglich wird ausgeführt, dass auf den gespeicherten Bildern 

minderjährige Mädchen zu sehen seien, welche teilweise nackt oder leicht 

bekleidet in aufreizender Stellung in Richtung Aufnahmegeräte posieren 

würden. Auch wird in der Anklageschrift festgehalten, dass sich bei einigen 

Mädchen die Schamlippen auf deren Bade- oder Unterhosen deutlich 

abzeichnen würden und zudem auf einem Bild zu sehen sei, wie ein 

minderjähriges Mädchen eine männliche Person oral befriedigen würde 

(Anklageschrift Ziff. I). Ebenso führt die Anklageschrift kurz aber präzise 

aus, dass der Beschuldigte mithilfe seines Mobiltelefons 66 Bilder mit 

kinderpornografischen Inhalten an Drittpersonen (mehrheitlich 

Prostituierte) versandt habe, wobei auch auf diesen Bildern minderjährige 

Mädchen zu sehen seien, welche teils leicht bekleidet und in aufreizender 

Stellung in Richtung Aufnahmegerät posieren würden (Anklageschrift Ziff. 

I). Damit enthält die Anklageschrift eine kurze, aber genau Umschreibung 

der relevanten Sachverhaltselemente, weshalb die gemachten 

Umschreibungen dem Anklageprinzip genügen. 

 

4.4. 

Soweit der Beschuldigte mit Berufung vorbringt, nicht die Möglichkeit 

gehabt zu haben, auf den wahren Umfang des Bildmaterials eingehen und 

sich entsprechend verteidigen zu können (Berufungsbegründung S. 6), ist 

darauf hinzuweisen, dass dem Beschuldigten erstelltermassen 

Akteneinsicht gewährt wurde (act. 113.42) – insbesondere auch hinsichtlich 

der inkriminierten Bilder. Dies hat der Beschuldigte denn auch mit 

Schreiben vom 18. Juli 2022 bestätigt (act. 113.43). Der Beschuldigte 

wusste demnach, was ihm vorgehalten wurde und er konnte sich 

entsprechend dagegen verteidigen. 

 

4.5. 

Zusammengefasst ist der Anklagegrundsatz i.S.v. Art. 9 StPO nicht 

verletzt. Die Anklageschrift genügt den gesetzlichen Anforderungen. Die 

Rügen des Beschuldigten erweisen sich als unbegründet. 

 

5. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt, dass die Auswertung des Mobiltelefons 

des Beschuldigten 1'164 Bilder hervorbrachte, welche minderjährige 

Mädchen in teils aufreizenden Posen abbilden (act. 78, 118). Auch konnten 

Detailaufnahmen von weiblichen Geschlechtsteilen auf demselben 

Mobiltelefon festgestellt werden (act. 78, 118). Des Weiteren ergab die 

Auswertung des Internetsuchverlaufs, dass der Beschuldigte im Zeitraum 

vom 1. November 2018 bis 23. Mai 2020 im Internet unter anderem 

Suchbegriffe wie "little girl sexualized pose", "cute little girl with pigtails", 

 - 11 - 

 

 

"little girl brushing her theeth", "pedo girlspedo little girls", "pettit filie 

gymnastic little girls" oder "little girl pervert pic" eingab (act. 118 f.). 

Schliesslich konnten 139 relevante Chats mit gesamthaft 2'465 einzelnen 

Nachrichten zwischen dem Beschuldigten und Drittpersonen sichergestellt 

werden, in welchen sich der Beschuldigte unter anderem danach 

erkundigte, ob er Bilder von kleinen Mädchen schicken dürfe (act. 78, 119, 

170). 

 

6. 

6.1. 

Gemäss Art. 197 Abs. 4 StGB macht sich strafbar, wer harte Pornografie 

herstellt, einführt, lagert, in Verkehr bringt, anpreist, ausstellt, anbietet, 

zeigt, überlässt, zugänglich macht, erwirbt, sich über elektronische Mittel 

oder sonst wie beschafft oder besitzt. Art. 197 Abs. 4 StGB setzt damit 

Tathandlungen unter Strafe, von denen die Gefahr der Weiterverbreitung 

ausgehen kann ("herstellt, einführt"), oder die auf eine Verbreitung harter 

Pornografie ausgerichtet sind ("lagert, in Verkehr bringt, anpreist, usw."; 

BGE 131 IV 16 E. 1.2). "Zugänglichmachen" bedeutet das bewusste 

Einräumen der Möglichkeit der Kenntnisnahme aus eigenem Antrieb 

(ISENRING/KESSLER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N 52 

zu Art. 197 StGB). Nach der Rechtsprechung und herrschenden Lehre 

handelt es sich bei Art. 197 Abs. 4 StGB um ein schlichtes Tätigkeits- und 

abstraktes Gefährdungsdelikt (BGE 131 IV 16 E. 1.2; ISENRING/KESSLER, 

in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N 52 zu Art. 197 StGB). 

Entsprechend kommt es nicht darauf an, ob Dritte von den pornografischen 

Erzeugnissen effektiv Kenntnis genommen haben oder sich allenfalls 

bereits über andere Kanäle Zugang dazu hätten verschaffen können, zumal 

ein eigentlicher Taterfolg gerade nicht vorausgesetzt ist. 

 

Haben die Gegenstände oder Vorführungen tatsächliche sexuelle 

Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt, so ist gemäss Satz 2 von 

Art. 197 Abs. 4 StGB eine jeweils höhere abstrakte Strafandrohung 

vorgesehen. Der Begriff "tatsächliche sexuelle Handlungen mit 

Minderjährigen" betrifft sexuelle Handlungen unter Einbezug von realen 

minderjährigen Personen. Der Begriff der Kinderpornografie umfasst 

demnach die Beteiligung von Darstellerinnen und Darsteller, welche jünger 

als 16 Jahre alt und damit noch im "Schutzalter" sind (ISENRING/KESSLER, 

a.a.O., N 22 zu Art. 197 StGB). Das Verbot pädophiler Pornografie soll 

insbesondere die ungestörte Entwicklung von Kindern und Jugendlichen 

ermöglichen, aber auch erwachsene Verbraucher vor einer Nachahmung 

des Geschehens in der Realität abhalten (BGE 131 IV 16 E. 1.2). 

 

6.2. 

Der Begriff der Pornografie i.S.v. Art. 197 Abs. 1 StGB setzt zum einen 

voraus, dass die Darstellungen oder Darbietungen objektiv betrachtet 

darauf ausgelegt sind, den Konsumenten sexuell aufzureizen. Zum 

 - 12 - 

 

 

anderen ist erforderlich, dass die Sexualität so stark aus ihren 

menschlichen und emotionalen Bezügen herausgetrennt wird, dass die 

jeweilige Person als ein blosses Sexualobjekt erscheint, über das nach 

Belieben verfügt werden kann. Das sexuelle Verhalten wird dadurch 

vergröbert und aufdringlich in den Vordergrund gerückt. Entscheidend ist 

der Gesamteindruck (Urteil des Bundesgerichts 6B_954/2019 vom 20. Mai 

2020 E. 1.3.2; BGE 144 II 233 E. 8.2.3 mit Hinweisen). Nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts ist es zwar nicht ausgeschlossen, 

dass Nacktaufnahmen von Kindern auch ohne besondere Betonung des 

Genitalbereichs als pornographisch qualifiziert werden können. Von 

vornherein als nicht pornografisch gelten jedoch Bilder des nackten 

kindlichen Körpers, bei welchen in keiner Weise entnommen werden kann, 

dass der Täter bei der Herstellung auf die Kinder einwirkte (BGE 133 IV 31 

E. 6.1.2). Solche sog. "Posing-Bilder" gelten bis anhin grundsätzlich (noch) 

nicht als Kinderpornografie und sind demzufolge nicht tatbestandsmässig 

(ISENRING/KESSLER, a.a.O., N 14a zu Art. 197 StGB). 

 

Als Massstab zur Abgrenzung von solch straflosen Schnappschüssen und 

verbotener Pornografie kann indes die Sozialadäquanz dienen: Sind die 

fraglichen Bilder ausserhalb des sozial üblichen und akzeptierten Rahmens 

anzusiedeln und lassen diese keine andere Interpretation zu, als dass sie 

der sexuellen Erregung pädosexuell veranlagter Personen dienen sollen, 

handelt es sich um verbotene kinderpornografische Darstellungen. 

Kinderpornografischen Charakter aufweisen können demnach nicht nur 

Aufnahmen vollständig nackter Kinder, sondern auch solche teilweise 

nackter Personen im Kindesalter, soweit die Bilder aufgrund von Pose, 

Darstellung, Blickwinkel, Ausschnitt oder weiterer Elemente eindeutig 

sexualbezogen und sozial inadäquat erscheinen. Dabei sind allerdings 

deutlich höhere Anforderungen an die sich aus den erwähnten anderen 

Elementen ergebende Sexualbezogenheit der Aufnahmen zu stellen als 

bei im Genitalbereich oder vollständig entkleideten Kindern. Der 

pornografische Charakter von Darstellungen halbnackter bzw. teilweise 

nackter Kinder ist nicht leichthin und nur in unzweideutigen Fällen zu 

bejahen (Urteil des Bundesgerichts 6B_180/2015 vom 18. Februar 2016 E. 

3.3.1 mit Hinweisen). 

 

6.3. 

In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 197 Abs. 4 StGB Vorsatz, wobei 

Eventualvorsatz ausreicht. Der Vorsatz hat sich auf das 

Tatbestandselement eines pornografischen Inhalts zu beziehen, wobei 

Verbreitungsabsicht nicht erforderlich ist (BGE 131 IV 16 E. 1.2). 

 

6.4. 

6.4.1. 

Der Beschuldigte macht mit Berufung geltend, die weiterverbreiteten, 

inkriminierten Bilder in den Chats würden kein geeignetes Tatobjekt i.S.v. 

 - 13 - 

 

 

Art. 197 Abs. 4 StGB darstellen und seien demzufolge nicht 

tatbestandsmässig (Berufungsbegründung S. 7). 

 

6.4.2. 

Hinsichtlich des Tatvorwurfs des Weiterverbreitens von harter Pornografie 

konnten – wie bereits dargelegt (vgl. E. 4.1. hiervor) – mittels Auswertung 

139 relevante Chats mit 2'465 Nachrichten gesichert werden (act. 119). Die 

Vorinstanz kam zum Schluss, dass es sich insbesondere bei den folgenden 

Bildern objektiv um Aufnahmen von tatsächlichen sexuellen Handlungen 

mit Minderjährigen i.S.v. Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB handelt: Auswertung 

Chats PDF, Chatdarstellung, S. 18 Bild 1, S. 30 Bild 2 und 4, S. 31 Bild 1 

sowie S. 36 Bild 1 (act. 78). 

 

All diese Bilder sind nun aber weder auf eine übermässige Betonung des 

Genitalbereichs ausgelegt noch zeigen sie komplett nackte Mädchen. Wie 

bereits ausgeführt, ist ein pornografischer Charakter bei Darstellungen von 

lediglich teilweise nackten Kindern nicht leichthin und nur in 

unzweideutigen Fällen zu bejahen (vgl. E. 6.2 hiervor). Dies ist vorliegend 

jedoch nicht der Fall. Auch wenn auf diesen Bildern teilweise minderjährige 

Mädchen zu sehen sind, welche in knapper Kleidung abgebildet werden 

(so z.B. Auswertung Chats PDF, Chatdarstellung, S. 18 Bild 1, S. 30 Bild 2 

und 4 [act. 78]; act. 175, 177 und 182), so fehlt es gerade mit Blick auf die 

Pose und der konkreten Darstellung an den geforderten Elementen, damit 

diese eindeutig als sexualbezogen und damit als sozial inadäquat 

bezeichnet werden können. Dies gilt insbesondere unabhängig davon, ob 

diese der sexuellen Erregung des Beschuldigten dienten. Für das 

Obergericht steht fest, dass sich diese Bilder nicht als Darstellungen 

qualifizieren lassen, die tatsächliche sexuelle Handlungen mit 

minderjährigen Personen zum Inhalt haben. Die Tatbestandsmässigkeit 

dieser Bilder ist demnach zu verneinen. 

 

6.4.3. 

Gleiches gilt überdies für den Rest der Bilder, die der Beschuldigte 

Drittpersonen in den einzelnen Chats hat zukommen lassen (Auswertung 

Chats PDF, Chatdarstellung, S. 1-242; Auswertung Chats PDF, Chats 

detailliert, S. 1-934 [act. 78]). Auch sie lassen keine Qualifikation als 

Tatobjekte gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB zu. Gesamthaft handelt es 

sich somit bei den durch den Beschuldigten weiterversendeten Bilder um 

Abbildungen, bei welchen die Sexualität nicht so stark aus ihren 

menschlichen und emotionalen Bezügen herausgetrennt wird, als dass die 

abgebildeten, minderjährigen Mädchen als blosse Sexualobjekte 

erscheinen würden (vgl. auch E. 6.2 hiervor). Die vorliegend 

weiterverbreiteten Bilder können somit nicht als pornografische 

Darstellungen qualifiziert werden. Der Beschuldigte ist entsprechend vom 

Vorwurf des mehrfachen Verbreitens harter Pornografie mit tatsächlichen 

 - 14 - 

 

 

sexuellen Handlungen mit Minderjährigen i.S.v. Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB 

freizusprechen. 

 

7. 

7.1. 

Im Weiteren ist zu prüfen, ob der Beschuldigte den Tatbestand des 

mehrfachen Beschaffens und Besitzens harter Pornografie zum eigenen 

Konsum i.S.v. Art 197 Abs. 5 Satz 2 StGB erfüllt hat. 

 

7.2. 

Nach Art. 197 Abs. 5 StGB wird auch der Konsum harter Pornografie unter 

Strafe gestellt. Ebenso fällt unter Abs. 5 die Herstellung, Einfuhr, Lagerung 

sowie der Erwerb, das sich über elektronische Mittel oder sonst wie 

Beschaffen oder Besitzen zum ausschliesslichen eigenen Konsum 

(ISENRING/KESSLER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N 49 

zu Art. 197 StGB). Im Übrigen kann auf die bereits gemachten 

theoretischen Ausführungen verwiesen werden (vgl. E. 6.1 f. hiervor). 

 

7.3. 

Der Beschuldige bringt mit Berufung vor, dass jene Bilder, welche auf dem 

Mobiltelefon gefunden wurden, nicht die Anforderungen des 

Bundesgerichts an harte Pornografie erfüllen würden; so würden gerade 

die subjektiven (recte: sekundären) Geschlechtsmerkmale der 

abgebildeten Frauen darauf hindeuten, dass diese nicht minderjährig seien 

(Berufungsbegründung S. 7). 

 

7.4. 

Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass nicht alle auf dem Mobiltelefon 

sichergestellten 1'164 Bilder tatbestandsmässig i.S.v. Art. 197 Abs. 5 StGB 

sind (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 2.4.4.3 S. 16 f.). Zwar handelt es sich 

bei den abgebildeten Personen um minderjährige Mädchen. Einige Bilder 

sind jedoch als Katalog- oder Werbebilder aus der Kinderbademode und 

somit als Aufnahmen ohne sexuellen Kontext einzustufen (so exemplarisch 

Auswertung Bilder PDF, Bildauswertung, S. 5 Bild 1 und 2, S. 13 Bild 3,  

S. 26 Bild 1 und 2, S. 30 Bild 1, S. 41, S. 52, S. 55, S. 58 Bild 2 und 3,  

S. 185, S. 189 [act. 78]). Diese Bilder sind entsprechend nicht als geeignete 

Tatobjekte gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB zu qualifizieren. 

 

Demgegenüber hat die Vorinstanz die folgenden Bilder als pornografisch 

bezeichnet: Auswertung Bilder PDF, Bildauswertung manuell, S. 1 (recte: 

S. 2) Bild 1, S. 2 Bild 2, S. 3 Bilder 1 f., S. 4 Bilder 1 f., S. 5 Bild 1, S. 6 Bild 

1, S. 7 Bild 2, Bildauswertung, S. 5 Bild 3, S. 6 Bild 2, S. 10 Bilder 1f., S. 11 

Bild 1, S. 30 Bild 2, S. 68, S 69 Bilder 1 f., S. 128, S. 130 f., S. 134-153, 

S. 166 Bild 3, S. 177 Bild 1 f., S. 230 Bild 3, S. 268 Bilder 1 f.; 

Extraktionsbericht, S. 2f. (act. 78). Diese Bilder gilt es auf ihren 

pornografischen Charakter zu überprüfen. 

 - 15 - 

 

 

 

7.5. 

7.5.1. 

Für das Obergericht steht fest, dass das Bild, auf welchem ersichtlich ist, 

wie ein minderjähriges Mädchen einen Mann oral befriedigt (Auswertung 

Bilder PDF, Bildauswertung manuell, S. 2 Bild 2 [act. 78]), harte Pornografie 

bzw. tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen i.S.v. Art. 197 

Abs. 5 Satz 2 StGB darstellt. Dieses Bild ist einzig und allein darauf 

ausgerichtet, den Betrachter sexuell aufzureizen und stellt das 

minderjährige Mädchen als blosses Sexualobjekt dar (vgl. auch E. 6.1 

hiervor). 

 

Auch bei denjenigen Bildern, die den Genitalbereich minderjähriger 

Mädchen derart in den Vordergrund rücken, so dass dem übrigen Bildinhalt 

wenig bis gar keine Bedeutung mehr zukommt, ist der kinderpornografische 

Charakter ohne weiteres zu bejahen (Auswertung Bilder PDF, 

Bildauswertung manuell, S. 5 Bild 1; Auswertung Webverlauf PDF, 

Extraktionsbericht, S. 2 f. [act. 78]). 

 

7.5.2. 

Weiter sind auf den von der Vorinstanz als pornografisch eingestuften 

Bildern Mädchen abgebildet, die ihre Beine auffällig spreizen oder 

Positionen einnehmen, die ihren Genital- oder Intimbereich betonen 

(Auswertung Bilder PDF, Bildauswertung, S. 69 Bild 2, S. 128, S. 134-153 

[gesamthaft 13 Bilder, wobei einzelne Bilder mehrfach vorkommen], S. 177 

Bild 1, S. 230 Bild 3 [act. 78]). Zudem ist es bei einem Teil der Bilder schwer 

vorstellbar, dass die Mädchen die jeweilige Position selbst eingenommen 

haben, handelt es sich doch in mancher Hinsicht um sehr künstliche und 

unübliche Stellungen, mit welchen ebenfalls die Betonung des 

Genitalbereichs im Vordergrund steht (auch wenn die abgebildeten 

Mädchen nicht komplett nackt sind). Es handelt sich dabei um folgende 

Bilder: Auswertung Bilder PDF, Bildauswertung manuell, S. 2 Bild 1, S. 3 

Bilder 1 f., S. 4 Bild 1, S. 6 Bild 1; Auswertung Bilder PDF, Bildauswertung, 

S. 5 Bild 3, S. 10 Bilder 1 f., S. 11 Bild 1, S. 30 Bild 2, S. 68 Bild 2, S. 130 

f., S. 166 Bild 2, S. 268 Bild 1 [act. 78]). Insgesamt ist auch bei diesen 

Bildern mit der Vorinstanz von kinderpornografischen Darstellungen 

gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB auszugehen, wird doch durch die 

jeweils gewählten Perspektiven der Blick des Betrachters stets auf den 

Schritt der Mädchen gelenkt. Dieses übermässige und aufdringliche 

Fokussieren auf den Genital- oder Intimbereich der Mädchen ist 

offensichtlich und unterscheidet sich erheblich von Schnappschüssen bzw. 

"normalen" Kinderfotos, so dass die abgebildeten Mädchen damit zu 

blossen Objekten degradiert werden. Der Sexualbezug dieser Bilder ist 

demnach zu bejahen. 

 

 - 16 - 

 

 

Nicht tatbestandsmässig sind demgegenüber folgende Bilder, bei welchen 

die Vorinstanz einen pornografischen Charakter bejahte: Auswertung 

Bilder PDF, Bildauswertung manuell, S. 4 Bild 2, S. 7 Bild 2; Auswertung 

Bilder PDF, Bildauswertung, S. 6 Bild 2, S. 68 Bild 1 (act. 78). Bei diesen 

Bildern handelt sich um straflose Schnappschüsse, bei welchen in keiner 

Weise entnommen werden kann, dass bei der Herstellung der Bilder auf 

die Mädchen eingewirkt wurde (vgl. E. 6.2 hiervor). Die 

Tatbestandsmässigkeit dieser Bilder ist demnach zu verneinen. 

 

7.5.3. 

Soweit der Beschuldigte mit Berufung vorbringt, die sekundären 

Geschlechtsmerkmale der jeweils abgebildeten Frauen würden darauf 

hindeuten, dass diese nicht minderjährig seien (Berufungsbegründung  

S. 8), ist auf das wenig ausgeprägte Brustwachstum sowie die noch sehr 

kindlichen Körpererscheinungen der involvierten Mädchen hinzuweisen. 

Dies lässt denn auch keinen anderen Schluss zu, als dass es sich hierbei 

klarerweise um minderjährige Mädchen und nicht erwachsene Frauen 

handelt. 

 

7.5.4. 

Aufgrund des Dargelegten handelt es sich bei den eben erwähnten Bildern 

(Auswertung Bilder PDF, Bildauswertung, S. 5 Bild 3, S. 10 Bilder 1 f.,  

S. 11 Bild 1, S. 30 Bild 2, S. 68 Bild 2, S. 69 Bild 2, S. 128, S. 130 f., S. 134-

153 [gesamthaft 13 Bilder, wobei einzelne Bilder mehrfach vorkommen], 

S. 166 Bild 2, S. 177 Bild 1, S. 230 Bild 3, S. 268 Bild 1; Auswertung Bilder 

PDF, Bildauswertung manuell, S. 2 Bilder 1 f., S. 3 Bilder 1 f., S. 4 Bild 1, 

S. 5 Bild 1, S. 6 Bild 1; Auswertung Webverlauf PDF, Extraktionsbericht, 

S.  2 f. [act. 78]) um Tatobjekte i.S.v. Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB. 

 

7.6. 

7.6.1. 

Die Auswertung des Internetsuchverlaufs des Beschuldigten hat ergeben, 

dass der Beschuldigte durch die Eingabe verschiedener Suchbegriffe 

zwischen dem 1. November 2018 und dem 23. Mai 2020 die obgenannten, 

tatbestandmässigen Bilder zu unterschiedlichen Zeitpunkten beschafft und 

anschliessend besessen hat (act. 119; Auswertung Mobiltelefon des 

Beschuldigten [act. 78]; vgl. E 4.1 hiervor). Mithin hat er damit den 

objektiven Tatbestand gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB mehrfach 

erfüllt. 

 

7.6.2. 

Hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes führte der Beschuldigte 

anlässlich der Einvernahme vom 23. Oktober 2020 aus, die Bilder deshalb 

auf seinem Mobiltelefon besessen zu haben, um im Sinne eines 

Beweismittels aufzuzeigen, was von legalen Seiten alles heruntergeladen 

werden könne (act. 157). Er habe "Recherchen" getätigt respektive nach 

 - 17 - 

 

 

Beispielbildern gesucht, um die Gesellschaft auf die Sexualisierung bzw. 

Frühsexualisierung von Kindern hinzuweisen und entsprechende Beiträge 

zu machen (act. 157, 160, 167 f.). 

 

Diesbezüglich ist von reinen Schutzbehauptungen auszugehen, die 

gesamthaft wenig glaubhaft erscheinen. Es ist denn nicht ersichtlich, dass 

der Beschuldigte Beiträge verfasst und/oder die Bilder an eine Behörde 

weitergeleitet hat. Vielmehr hat er die Bilder über einen Zeitraum von knapp 

zwei Jahren (November 2018 bis Mai 2020) besessen, bis dann Anzeige 

von einer Prostituierten erstattet wurde, welcher er Bilder von 

minderjährigen Kindern geschickt hatte (act. 115); diese und weitere Bilder 

wurden dann von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Ebenso wenig ist 

eine solche "Aufklärungsabsicht" des Beschuldigten den ausgewerteten 

Chats zu entnehmen (Auswertung Chats FDP, Chats detailliert, S. 21 "Bin 

spitz auf junge Mädchen…", S. 26 "Bin 23 aber stehe auf jüngere…", S. 26 

Viel jüngee…" und Fotos dazu auf S. 27, S. 39 mit dem Hinweis auf ein 19-

jähriges "girl": "hei geht noch jünger…" und Foto eines minderjährigen 

Mädchens [act. 78]). In subjektiver Hinsicht steht damit fest, dass der 

Beschuldigte die strafrechtlich relevanten pornographischen Bilder (vgl. 

E. 7.5.4 hiervor) wissentlich und willentlich beschafft und zum eigenen 

Konsum besessen hat. 

 

7.7. 

Der Beschuldigte hat somit wissentlich und willentlich harte Pornografie 

zum eigenen Konsum mehrfach beschafft bzw. besessen, weshalb sowohl 

der objektive als auch der subjektive Tatbestand von Art. 197 Abs. 5 Satz 

2 StGB mehrfach als erfüllt zu betrachten ist. 

 

8. 

8.1. 

Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB sieht eine Freiheitsstrafe bis 3 Jahre oder 

Geldstrafe vor. 

 

8.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten zu einer unbedingten Freiheitsstrafe 

von 6 Monaten verurteilt. 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung für den Fall seiner Verurteilung 

eine bedingte Freiheitsstrafe von 6 Wochen, subeventualiter eine bedingte 

Geldstrafe von 50 Tagessätzen à Fr. 30.00 (Berufungsbegründung S. 2). 

 

8.3. 

8.3.1. 

Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter Beach-

tung des Prinzips der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die Zweck-

mässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter 

 - 18 - 

 

 

und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen 

(BGE 147 IV 241 E. 3; BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1). 

 

Art. 41 StGB statuiert die Priorität der Geldstrafe gegenüber der 

Freiheitsstrafe. Entsprechend kann das Gericht nur auf eine Freiheitsstrafe 

anstelle einer Geldstrafe erkennen, wenn die Voraussetzungen von Art. 41 

Abs. 1 lit. a oder b StGB gegeben sind. Mithin muss eine Freiheitsstrafe 

geboten erscheinen, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen 

oder Vergehen abzuhalten (lit. a), oder es muss die Gefahr bestehen, dass 

eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden kann (lit. b). 

 

8.3.2. 

Der Beschuldigte weist eine Vorstrafe auf (vgl. eingeholter 

Strafregisterauszug vom 11. Oktober 2023). Er wurde im Jahr 2016 für 

Raufhandel und Drohung zu einer bedingten Geldstrafe von 100 

Tagessätzen à Fr. 30.00 sowie zu einer Busse von Fr. 750.00 verurteilt. Im 

Übrigen ist der Beschuldigte bis anhin weder zu einer unbedingten 

Geldstrafe noch zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe 

verurteilt worden. Gestützt auf diese eine Vorstrafe kann noch nicht gesagt 

werden, die Ausfällung einer Geldstrafe wäre vorliegend unzweckmässig. 

Es besteht auch aus spezialpräventiver Hinsicht kein Grund, auf eine 

Freiheitsstrafe zu erkennen. Unter dem Gesichtspunkt der präventiven 

Effizienz und Zweckmässigkeit ist ebenfalls nicht ersichtlich, weshalb sich 

der Beschuldigte nur von der Ausfällung einer Freiheitsstrafe beeindrucken 

liesse. Die vorliegenden Delikte sind deshalb mit einer Geldstrafe zu 

sanktionieren. 

 

8.4. 

8.4.1. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt. Entsprechendes gilt für die Bildung der 

Einsatzstrafe und der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB in 

Anwendung des Asperationsprinzips (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; 

BGE 144 IV 217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit 

Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. 

 

8.4.2. 

Der Beschuldigte hat im Zeitraum vom 1. November 2018 bis 23. Mai 2020 

über 35 Bilder mit tatsächlicher Kinderpornografie für den eigenen Konsum 

beschafft bzw. besessen und sich damit des mehrfachen Beschaffens und 

des Besitzes harter Pornografie mit tatsächlichen sexuellen Handlungen 

mit Minderjährigen gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB schuldig gemacht. 

Ungeachtet der Tatsache, dass die einzelnen Tathandlungen in einem 

engen sachlichen Zusammenhang stehen, ist die Ausfällung einer 

Einheitsstrafe im Sinne einer Gesamtbetrachtung aller zu beurteilenden 

pornografischen Delikte entgegen der Vorinstanz nicht zulässig (BGE 144 

 - 19 - 

 

 

IV 217 E. 3.5; vgl. vorinstanzliches Urteil E. 3.2.4.2 S. 23). Vielmehr ist in 

Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB in einem ersten Schritt die 

Einsatzstrafe für die schwerste Straftat festzusetzen. Am schwersten 

erscheint vorliegend aufgrund der Intensität der abgebildeten sexuellen 

Handlungen und des Alters des betroffenen Mädchens (deutlich unter dem 

Schutzalter) das Bild, welches ein minderjähriges Mädchen beim 

Oralverkehr mit einer männlichen Person zeigt (Auswertung Bilder PDF, 

Bildauswertung manuell, S. 2 Bild 2 [act. 78]). Was den Inhalt dieses Bildes 

betrifft, liegt mit Blick auf die ungestörte sexuelle Entwicklung von Kindern 

und Jugendlichen (BGE 131 IV 16 E. 1.2) bzw. dem Schutz potentieller 

"Darsteller" harter Pornografie vor sexueller Ausbeutung, Gewalt und 

erniedrigender bzw. menschenunwürdiger Behandlung 

(TRECHSEL/BERTOSSA, in: Praxiskommentar Strafgesetzbuch, 3. Aufl. 

2018, N 2 zu Art. 197 StGB) eine nicht mehr leichte, aber noch im Bereich 

des unteren Strafrahmens anzusiedelnde pornografische Darstellung vor.  

 

8.4.3. 

Insgesamt würde unter Berücksichtigung des breiten Spektrums der vom 

Tatbestand der Pornografie erfassten strafbaren Handlungen i.S.v. Art. 197 

Abs. 5 Satz 2 StGB diesbezüglich eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen als 

angemessen erscheinen. Aus dem Gutachten ergibt sich, dass der 

Beschuldigte unter einer schizotypen Störung leidet (act. 49.32). Das 

Gutachten kommt zum Schluss, dass es dem Beschuldigten zum Zeitpunkt 

der einzelnen Taten nicht mehr vollständig möglich war, vernunftgemäss 

zu handeln und seine Fähigkeit, gemäss dem durchaus vorhandenen 

Unrechtsbewusstsein zu handeln, in maximal mittelgradig vermindertem 

Ausmass vermindert gewesen war (act. 49.46). Daraus ist zu schliessen, 

dass der Beschuldigte über ein eingeschränktes Mass an 

Entscheidungsfreiheit verfügte und sich folglich nicht vollständig aus 

eigenen Stücken für das Unrecht entschied. Dieser Strafmilderungsgrund 

wirkt sich – wie vom Beschuldigten mit Berufung zu Recht geltend gemacht 

(Berufungsbegründung S. 9) – strafmindernd aus. Eine solche 

Verminderung der Schuldfähigkeit ist bei der Strafzumessung ungeachtet 

der Schwere der Tat im ganzen Ausmass der Verminderung zu 

berücksichtigen (vgl. auch BGE 134 IV 137 E. 6.1 m.w.H.). 

 

Die Schuldfähigkeit des Beschuldigten war damit zum Tatzeitpunkt 

vermindert. Entsprechend ist die Geldstrafe um 30 Tagessätze zu 

reduzieren und auf eine solche von 50 Tagessätzen festzusetzen. 

 

8.4.4. 

Die weiteren tatbestandsmässigen Bilder umfassen eine grössere 

Bandbreite von Kinderpornografie und beinhalten mehrheitlich nackte 

sowie teilweise nackt posierende Mädchen, bei welchen von einer 

unterschiedlichen Intensität der abgebildeten, sexuellen Handlungen 

auszugehen ist. Auch wenn die einzelnen Tathandlungen in einem engen 

 - 20 - 

 

 

sachlichen Zusammenhang stehen, wirkt sich vorliegend die Anzahl der 

tatbestandsmässigen Bilder verschuldenserhöhend aus. Grundsätzlich 

würden vorliegend Einzelstrafen für jedes Bild – jeweils in Abhängigkeit 

vom konkreten Inhalt – von 5 bis 50 Tagessätzen angemessen erscheinen. 

Unter Berücksichtigung der gutachterlich festgestellten verminderten 

Schuldfähigkeit des Beschuldigten ist jeweils ebenfalls von einem 

geringeren Verschulden und damit von einer niedrigen Anzahl an 

Tagessätzen pro Bild auszugehen. Dessen ungeachtet wären aber 

aufgrund der Anzahl an tatbestandmässigen Bildern (über 35) in 

Anwendung des Asperationsprinzips Erhöhungen der Einsatzstrafe 

vorzunehmen, deren Ergebnis über 180 Strafeinheiten festzulegen wäre. 

Dies ist jedoch ausgeschlossen, da das Gericht an das Höchstmass jeder 

Strafart gebunden ist und die Sanktionsobergrenze von 180 Tagessätzen 

Geldstrafe dadurch erreicht wird. Dass dieses Ergebnis zu einer unbillig 

milden Strafe führt, ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts 

hinzunehmen und rechtfertigt kein systemwidriges und ergebnisorientiertes 

Abweichen vom Willen des Gesetzgebers und dem Wortlaut der Norm 

(BGE 144 IV 217 E. 3.6; Urteil des Bundesgerichts 6B_244/2021 vom 

17. April 2023 E. 5). Unter Berücksichtigung dieser Umstände ist die 

Geldstrafe auf 180 Tagessätze festzusetzen. 

 

8.5. 

In Bezug auf die Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte 

weist eine Vorstrafe wegen Raufhandels i.S.v. Art. 133 StGB und Drohung 

gemäss Art. 180 StGB auf, welche nicht einschlägig ist (vgl. E. 5.4.2 

hiervor) und bereits sieben Jahre zurückliegt, womit sie vorliegend nicht ins 

Gewicht fällt und sich nicht straferhöhend auswirkt. 

 

Aus den persönlichen und familiären Verhältnissen des Beschuldigten 

ergeben sich für die Strafzumessung keine relevanten Faktoren. Insgesamt 

wirkt sich die Täterkomponente neutral aus. 

 

8.6. 

8.6.1. 

Die Höhe des Tagessatzes ist gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB nach den 

persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt 

des Urteils zu bemessen, insbesondere nach dem Einkommen und 

Vermögen, dem Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungs-

pflichten sowie dem Existenzminimum. Das Bundesgericht hat die Kriterien 

für die Bemessung der Geldstrafe dargelegt (BGE 142 IV 315 E. 5; BGE 

134 IV 60 E. 5 f.; BGE 135 IV 180 E. 1.4). Darauf kann verwiesen werden. 

 

8.6.2. 

Der Beschuldigte gab vor Vorinstanz an, aktuell (noch) über ein 

Einkommen in Höhe von Fr. 3'800.00 bis 4'200.00 netto zu verfügen. Er 

stehe zwar momentan in der Kündigungsfrist, würde jedoch immer schnell 

 - 21 - 

 

 

wieder eine Stelle finden (act. 235). Es ist deshalb von einem monatlichen 

Einkommen von Fr. 4'000.00 netto auszugehen. Weitere Einkünfte sind 

nicht ersichtlich. Davon sind pauschal 20% für Steuern, Kranken-

kassenbeiträge sowie die notwendigen Berufsauslagen in Abzug zu 

bringen. Eine – wie hier vorliegend – hohe Anzahl an Tagessätzen kann 

zudem zu einer Senkung der Tagessatzhöhe führen, gerade auch bei 

Tätern mit tiefen und mittleren Einkommen (DOLGE, in: Basler Kommentar, 

Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, N 85 zu Art. 34 StGB). Da im konkreten Fall die 

maximale Anzahl an Tagessätzen ausgesprochen wird, erscheint 

zusätzlich eine Reduktion um weitere 30% angezeigt (BGE 134 IV 60 

E. 6.5.2). Die Tagessatzhöhe ist somit auf Fr. 70.00 festzusetzen, womit 

die Geldstrafe gesamthaft Fr. 12'600.00 beträgt (180 Tagessätze à  

Fr. 70.00). 

 

8.7. 

8.7.1. 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn 

eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der 

Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 

StGB). Die Prüfung, ob der Beschuldigte für ein dauerndes Wohlverhalten 

Gewähr bietet, setzt eine Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände 

voraus. In die Beurteilung mit einzubeziehen sind neben den Tatumstände-

den auch das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, 

die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten einer 

Bewährung zulassen. Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum 

Zeitpunkt des Entscheids mit einzubeziehen (BGE 134 IV 1 E. 4.2.1). 

Einschlägige Vorstrafen sind bei der Prognosestellung als erheblich 

ungünstiges Element zu gewichten, auch wenn ihnen keine vorrangige 

Bedeutung beigemessen werden darf. Auch Vorstrafen, welche 

andersartige Delikte betreffen, sind nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung für die Prognose nicht völlig belanglos (vgl. auch BGE 100 

IV 133 E. 2d). Insgesamt ist eine Gesamtwürdigung vorzunehmen (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_572/2013 vom 20. November 2013 E. 1.4).  

 

8.7.2. 

Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Aarau vom 

22. August 2016 wegen Raufhandels i.S.v. Art. 133 StGB und Drohung 

gemäss Art. 180 StGB zu einer bedingten Geldstrafe von 100 Tagessätzen 

verurteilt und ist damit nicht einschlägig vorbestraft. Der Beschuldigte leidet 

aber an einer schizotypen Störung mit direktem Tatzusammenhang  

(act. 49.43). Die aktuelle Delinquenz des Beschuldigten begründet sich in 

der paranoiden Erlebnisverarbeitung der schizotypen Störung (act. 49.41). 

Die Gutachter erachten das Risiko hinsichtlich allgemeiner Delinquenz als 

niedrig, das Risiko im Bereich der sexuellen Delikte allerdings als moderat 

erhöht (act. 49.44). Die Gefahr erneuter (Sexual-)Straftaten bestehe vor 

allem aufgrund der schizotypen Störung und der damit verbundenen, 

 - 22 - 

 

 

erhöhten Gefahr des Entwickelns einer schizophrenen Störung (act. 49.47). 

Aus forensisch-psychiatrischer Sicht wäre eine ambulante Massnahme 

ausreichend, um die Rückfallgefahr des Beschuldigten genügend zu 

verringern (act. 49.44). Gestützt auf die nachvollziehbaren Ausführungen 

der Gutachter bietet der Beschuldigte aufgrund seiner schizotypen Störung 

und dem damit verbundenen Redelinquenzrisiko keine Gewähr für ein 

dauerndes Wohlverhalten. Es ist von einer Rückfallgefahr auszugehen. 

Unter diesen Umständen ist gesamthaft von einer Schlechtprognose 

auszugehen. Damit erscheint eine unbedingte Strafe notwendig, um den 

Beschuldigten von der Begehung weiterer Sexualstraftaten abzuhalten (zur 

ambulanten Massnahme vgl. E. 9 f. nachstehend). Die Geldstrafe ist 

demnach unbedingt auszusprechen. 

 

8.8. 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte zu einer unbedingten Geldstrafe 

von 180 Tagessätzen à Fr. 70.00, entspricht Fr. 12'600, zu verurteilen. 

 

9. 

9.1. 

Die Vorinstanz ordnete gestützt auf Art. 63 Abs.1 StGB eine ambulante 

therapeutische Massnahme an. Mit Berufung äusserte sich der 

Beschuldigte nicht zu dieser Massnahme. 

 

9.2. 

Ist der Täter psychisch schwer gestört, so kann das Gericht anordnen, dass 

er nicht stationär, sondern ambulant behandelt wird, wenn er eine mit Strafe 

bedrohte Tat verübt, die mit seinem Zustand in Zusammenhang steht, und 

zu erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit dem Zustand 

des Täters in Zusammenhang stehender Taten begegnen (Art. 63 Abs. 1 

StGB). Das Gericht stützt sich bei seinem Entscheid über die Anordnung 

einer ambulanten Massnahme auf eine sachverständige Begutachtung 

(Art. 56 Abs. 3 StGB; BGE 146 IV 1 E. 3.1; BGE 134 IV 315 E. 4.3.1). Das 

Gutachten äussert sich zur Notwendigkeit und zu den Erfolgsaussichten 

einer Behandlung, zu Art und Wahrscheinlichkeit weiterer möglicher 

Straftaten und zu den Möglichkeiten des Vollzugs der Massnahme (Art. 56 

Abs. 3 lit. a-c StGB). 

 

9.3. 

9.3.1. 

Gemäss dem Gutachten wurde beim Beschuldigten eine schizotype 

Störung (ICD-10 F21) diagnostiziert (act. 49.32). Die vom Beschuldigten 

begangenen Delikte stehen dabei im direkten Zusammenhang mit der 

diagnostizierten Störung (act. 49.43). Insgesamt ergebe sich beim 

Beschuldigten ein maximal moderates Redelinquenzrisiko (act. 49.46). Der 

Beschuldigte sei deshalb behandlungsbedürftig. Aufgrund des aktuell 

niedrigen (allgemeine Delinquenz) bis maximal moderaten (sexuelle 

 - 23 - 

 

 

Delikte) Rückfallrisikos in die Delinquenz sowie der guten sozialen 

Integration sei aus forensisch-psychiatrischer Sicht eine ambulante 

Massnahme i.S.v. Art. 63 StGB als zweckmässig und ausreichend zu 

qualifizieren (act. 49.46 f, 49.48 f.). Der Beschuldigte würde sich jedoch klar 

ablehnend gegenüber einer wie auch immer gearteten Behandlung 

äussern. Eine Behandlung wäre demnach nur dann erfolgsversprechend, 

wenn der Beschuldigte im Falle einer Behandlungsverweigerung mit klaren 

Konsequenzen konfrontiert werden würde (act. 49.48). Würde dies jedoch 

gelingen, sei durchaus die Chance vorhanden, dass der Beschuldigte mit 

einem Therapeuten eine einigermassen vertrauensvolle Beziehung 

knüpfen könne (act. 49.49). Im Gutachten wird deshalb vorgeschlagen, die 

ambulante Behandlung – beispielsweise im Ambulatorium der Klinik der 

forensischen Psychologie der PDAG oder in der Praxis eines 

niedergelassenen forensischen Fachkollegen – bei einem forensisch 

erfahrenen Therapeuten durchzuführen (act. 49.44, 49.49). Dabei könne 

die aus forensisch-psychiatrischer Sicht notwendige medikamentöse 

Behandlung zusätzlich eine weitere Dekompensation vermeiden und so 

den Beschuldigten vor allem auch vor allfälligen Spätschäden schützen 

(act. 49.48). 

 

9.3.2. 

Da die Anordnung einer ambulanten Massnahme i.S.v. Art. 63 StGB in der 

Regel neben einer Freiheitsstrafe erfolgt, ist im Zusammenhang mit der 

vorliegend ausgesprochenen Geldstrafe der Wahrung der 

Verhältnismässigkeit besondere Bedeutung beizumessen (HEER, in: Basler 

Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, N 2 zu Art. 63 StGB). Dabei erfasst 

das Verhältnismässigkeitsprinzip drei Teilaspekte: Demnach muss die 

Massnahme notwendig und geeignet sein und es muss überdies eine 

vernünftige Relation zwischen dem Eingriff und dem angestrebten Ziel 

bestehen (HEER, a.a.O., N 35 zu Art. 56 StGB). Eine Massnahme ist vor 

allem dann unverhältnismässig, wenn das angestrebte Ziel mit einem 

weniger schweren Grundrechtseingriff erreicht werden kann (BGE 140 I 2, 

E. 9.9.2). Mithin ist ein überwiegendes Interesse der Gesellschaft, welches 

die Schutzverpflichtung des Staates begründet, festzustellen (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_582/2017 vom 19. Juni 2018 E. 4.3.1 m.w.H.) 

 

Obwohl die Behandlung einer schizotypen Störung gemäss dem Gutachten 

per se schwierig ist, kann eine Behandlung insbesondere den Zustand des 

Beschuldigten monitorisieren sowie eine Entwicklung in Richtung 

schizophrener Störung frühzeitig erfassen. Der Beschuldigte ist, wie 

erwähnt, aus forensisch-psychiatrischer Sicht behandlungsbedürftig. 

Ausserdem wird aufgrund des aktuell niedrigen bis maximal moderaten 

Rückfallrisikos in die Delinquenz und der guten sozialen Integration eine 

ambulante Massnahme als ausreichend angesehen (act. 49.48, 49.49). 

Insofern ist die Notwendigkeit und Geeignetheit der ambulanten 

Massnahme zu bejahen. Aus gutachtlicher Sicht ist ebenfalls von grosser 

 - 24 - 

 

 

Bedeutung, wie sich die Psychopathologie des Beschuldigten in Zukunft 

weiterentwickeln wird, denn zum jetzigen Zeitpunkt ist diese Entwicklung 

noch unklar. Gerade auch deshalb und aufgrund der damit 

zusammenhängenden, unberechenbaren Legalprognose erscheine eine 

ambulante Massnahme – auch im Sinne einer Verlaufskontrolle – 

angezeigt (act. 49.44). Im Übrigen lässt ein solches Vorgehen eine 

therapeutische Begleitung sowie eine fachlich adäquate Intervention zu. 

Zudem besteht gemäss Gutachten die Chance, dass der Beschuldigte zu 

einem forensisch erfahrenen Therapeuten eine einigermassen 

vertrauensvolle Beziehung knüpfen und mit diesem dann auch arbeiten 

kann (act. 49.49). Gesamthaft zeichnen sich somit zum jetzigen Zeitpunkt 

keine Umstände ab, welche eine ambulante Massnahme als 

unverhältnismässig erscheinen lassen liessen. 

 

9.3.3. 

Im Weiteren besteht – wie bereits ausgeführt – gemäss Gutachten beim 

Beschuldigten im Bereich der sexuellen Delikte ein moderat erhöhtes 

Rückfallrisiko (act. 49.44, 49.46). Eine ambulante Massnahme nach Art. 63 

StGB kann dafür sorgen, die Rückfallgefahr des Beschuldigten gerade mit 

Blick auf eine erneute Sexualdelinquenz genügend zu verringern  

(act. 49.44). Erforderlich – aber auch ausreichend – ist gemäss Art. 56 Abs. 

1 lit. a StGB denn auch die "Gefahr weiterer Straftaten", welche vorliegend 

gestützt auf das Gutachten zu bejahen ist. Nach dem Gesagten ist mit der 

Vorinstanz sowie gestützt auf das eingeholte Gutachten eine ambulante 

Massnahme gemäss Art. 63 StGB anzuordnen. 

 

10. 

10.1. 

Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten gestützt auf Art. 67 Abs. 3 StGB ein 

lebenslängliches Tätigkeitsverbot für jede berufliche oder organisierte 

ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu 

Minderjährigen umfasst, auferlegt. In seiner Berufung äussert sich der 

Beschuldigte nicht dazu. 

 

10.2. 

Gemäss Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB verbietet das Gericht unter 

anderem jemanden, der wegen Pornografie (sofern die Vorführungen 

sexuelle Handlungen mit Minderjährigen beinhalten) gemäss Art. 197  

Abs. 4 und 5 StGB verurteilt wird, lebenslänglich jede berufliche oder 

ausserberufliche organisierte Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu 

Minderjährigen umfasst. Die Anordnung des Tätigkeitsverbots soll – 

grundsätzlich unabhängig von den Umständen des Einzelfalls und der 

Höhe der konkret ausgesprochenen Strafe – zwingend angeordnet werden 

und lebenslänglich dauern (vgl. Botschaft zur Änderung des 

Strafgesetzbuchs und des Militärstrafgesetzes [Umsetzung von  

Art. 123c BV] vom 3. Juni 2016, BBl 2016 6115). Von der Anordnung kann 

 - 25 - 

 

 

gemäss Art. 67 Abs. 4bis StGB ausnahmsweise abgesehen werden (sofern 

der Täter keine besonders qualifizierte Anlasstat begangen hat und er nicht 

pädophil ist im Sinne von international anerkannten Klassifikations-

kriterien), wenn kumulativ ein besonders leichter Fall vorliegt und die 

Anordnung eines Tätigkeitsverbots nicht notwendig erscheint, um den 

Täter vor weiteren einschlägigen Straftaten abzuhalten. 

 

10.3. 

Der Beschuldigte wird vorliegend wegen Beschaffens und Besitzes harter 

Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB schuldig gesprochen. 

Damit sind die Voraussetzungen für die Anordnung eines lebenslänglichen 

Tätigkeitsverbotes erfüllt. Nachdem einzelne Bilder unter anderem ein 

minderjähriges Mädchen zeigen, welches eine männliche Person oral 

befriedigt oder komplett nackt posierende Minderjährige abbilden, kann 

vorliegend nicht von einem besonders leichten Fall im Sinne des Gesetzes 

ausgegangen werden. Damit erübrigt sich eine Prüfung der weiteren 

Voraussetzung der Ausnahmebestimmung. Mithin ist dem Beschuldigten 

mit der Vorinstanz gestützt auf Art. 67 Abs. 3 StGB ein lebenslängliches 

Tätigkeitsverbot für jede berufliche oder organisierte ausserberufliche 

Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, 

aufzuerlegen. Der Beschuldigte hat überdies anlässlich der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung verlauten lassen, dass das 

diesbezügliche Verbot für ihn keine Rolle spiele, da er ohnehin als Gärtner 

oder Lagerist arbeite (act. 236). 

 

11. 

Gemäss Art. 197 Abs. 6 StGB werden bei Straftaten nach Art. 197  

Abs. 5 StGB die Gegenstände, welche harte Pornografie beinhalten, 

eingezogen. Im Gegensatz zu Art. 69 StGB ist keine gesonderte Prüfung 

erforderlich, ob die Gegenstände die Sicherheit von Menschen, die 

Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung gefährden (ISENRING/KESSLER, 

a.a.O., N. 61 zu Art. 197 StGB). Das generelle Interesse der Öffentlichkeit 

rechtfertigt es jedoch unter Berücksichtigung der Eigentumsgarantie sowie 

des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes nicht, die beschlagnahmten 

Gegenstände in jedem Fall zu vernichten. Notwendig – aber auch 

ausreichend – ist die Vernichtung der pornografischen Daten. Dies kann 

auch dadurch erreicht werden, dass diese dauerhaft gelöscht werden. 

 

Der Beschuldigte wehrt sich mit Berufung nicht gegen die Einziehung. 

Entsprechend ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der folgende 

Gegenstand mit kinderpornografischem Inhalt – in Anwendung von Art. 197 

Abs. 6 StGB – einzuziehen und zu vernichten ist: 

 

- Mobiltelefon Samsung Galaxy S9, […] 

 

 - 26 - 

 

 

12. 

12.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge 

gutgeheissen werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_330/2016 vom 

10. November 2017 E. 4.3). 

 

Der Beschuldigte hat einen für ihn insofern günstigeren Entscheid erwirkt, 

als dass er vom Vorwurf des mehrfachen Weiterverbreitens harter 

Pornografie gemäss Art. 194 Abs. 4 Satz 2 StGB freigesprochen wird und 

anstelle einer unbedingten Freiheitsstrafe von 6 Monaten eine unbedingte 

Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 70.00 festgelegt wird. Im Übrigen ist 

seine Berufung jedoch abzuweisen. Unter diesen Umständen rechtfertigt 

es sich, die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 1'500.00  

(§ 18 VKD) dem Beschuldigten zur Hälfte aufzuerlegen und im Übrigen auf 

die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO). 

 

12.2. 

Der amtliche Verteidiger hat trotz Nachfrage keine Kostennote eingereicht, 

womit sein Aufwand durch das Gericht ermessensweise festzusetzen ist. 

Im vorliegenden Fall erscheint ein Aufwand von 7 Stunden angemessen 

(½ Seite Berufungserklärung [15 Minuten], 10 Seiten 

Berufungsbegründung inkl. Aktenstudium [6 Stunden], Besprechung mit 

dem Beschuldigten [45 Minuten]). Der amtliche Verteidiger ist für das 

Berufungsverfahren mit Fr. 1'553.05 (inkl. Auslagen [3 %] und 

Mehrwertsteuer [7.7 %]) aus der Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 

Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und Abs. 3bis AnwT). 

 

Diese Entschädigung ist ausgangsgemäss vom Beschuldigten zur Hälfte 

zurückzufordern, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse zulassen 

(Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

 

12.3. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person 

die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. 

 

Nachdem der vorinstanzliche Entscheid abgeändert wird und es nur noch 

beim Schuldspruch wegen harter Pornografie gemäss Art. 194 Abs. 5 Satz 

2 StGB bleibt, erweist sich die vorinstanzliche Kostenverlegung als nicht 

mehr korrekt und bedarf einer Korrektur (Art. 426 Abs. 1 StPO). Der 

Beschuldigte wird teilweise freigesprochen und hat deshalb die 

Verfahrenskosten zur Hälfte tragen (Art. 428 Abs. 3 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 

 - 27 - 

 

 

StPO). Seine Parteikosten für das erstinstanzliche Verfahren hat er 

ebenfalls zur Hälfte zu tragen (Art. 429 Abs. 1 StPO e contrario). Im Übrigen 

sind die Kosten auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf 

- des mehrfachen Verbreitens harter Pornografie mit tatsächlichen 

sexuellen Handlungen mit Minderjährigen gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 

StGB. 

 

2. 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- des mehrfachen Beschaffens und des Besitzes zum Eigenkonsum von 

harter Pornografie mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit 

Minderjährigen gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB. 

 

3. 

Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 2 erwähnten Bestimmung 

und gestützt auf Art. 19 Abs. 2 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, 

Art. 47 StGB sowie Art. 49 StGB 

 

zu einer unbedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 70.00, d.h. 

Fr. 12'600.00, verurteilt. 

 

4. 

Gestützt auf Art. 63 StGB wird eine ambulante Massnahme angeordnet. 

 

5. 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB ein 

lebenslängliches Verbot betreffend jede berufliche und jede organisierte 

ausserberufliche Tätigkeit mit Minderjährigen auferlegt. 

 

6. 

Gestützt auf Art. 197 Abs. 6 StGB wird der folgende Gegenstand 

eingezogen und vernichtet: 

 

- Mobiltelefon Samsung Galaxy S9, […] 

 

7. 

7.1. 

Die Kosten für das Berufungsverfahren, bestehend aus einer 

Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.00 und den Auslagen von Fr. 106.00, 

 - 28 - 

 

 

zusammen Fr. 1'606.00, werden dem Beschuldigten zur Hälfte mit 

Fr. 803.00 auferlegt. 

 

7.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger, 

Rechtsanwalt lic. iur. Patrick Loeb, für das Berufungsverfahren eine 

Entschädigung von Fr. 1'553.05 (inkl. Auslagen und MwSt.) auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zur Hälfte zurückgefordert, 

sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a 

StPO). 

 

8. 

8.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 20'792.60 (inkl. 

Anklagegebühr von Fr. 1'450.00) werden dem Beschuldigten zur Hälfte, 

sprich Fr. 10'396.30, auferlegt. Der Rest geht zulasten der Staatskasse. 

 

8.2. 

Dem amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Patrick Loeb, wird für das 

erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 5'625.70 (inkl. 

Fr. 402.20 MwSt.) zu Lasten der Staatskasse zugesprochen. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zur Hälfte zurückgefordert, 

sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a 

StPO). 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 - 29 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 7. November 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin:     Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Plüss      Gasser