# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e367aefe-d4bd-5ec4-82ac-27781399c879
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.03.2024 E-3399/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3399-2020_2024-03-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-3399/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  M ä r z  2 0 2 4    

Besetzung 
 Richterin Roswitha Petry (Vorsitz), 

Richterin Chiara Piras,  

Richterin Constance Leisinger,    

Gerichtsschreiberin Marion Sutter. 

   

Parteien 

 
A._______, 

geboren am (…), Sri Lanka,   

amtlich verbeiständet durch MLaw Linda Spähni, 

Freiplatzaktion (…), Asyl und Integration,  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 28. Mai 2020 / N (…). 

 

 

 

E-3399/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der aus B._______ (Distrikt C._______, Nordprovinz) stammende tamili-

sche Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat Sri Lanka nach eige-

nen Angaben am (…) Dezember 2017, indem er von Colombo nach 

D._______ und dann weiter nach E._______ geflogen sei. Er sei etwa sie-

ben Monate in F._______ geblieben und anschliessend in eine (…) Gross-

stadt gefahren worden, wo er zwei bis drei Monate in einer Wohnung ver-

bracht habe. Von der G._______ sei er in Autos und teilweise zu Fuss wei-

tergereist und am (…) Dezember 2018 in die Schweiz gelangt.  

Am 3. Dezember 2018 beauftragte der Beschwerdeführer die Freiplatzak-

tion (…) respektive ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der Wahrung 

seiner Interessen. Am (…) Dezember 2018 stellte er im Empfangs- und 

Verfahrenszentrum (EVZ) H._______ ein Asylgesuch.  

B.  

Am 14. Dezember 2018 fand die summarische Befragung des Beschwer-

deführers zu seinen Personalien (sog. Befragung zur Person; BzP) statt. 

Er gab dabei zu Protokoll, im Heimatstaat lebten im gleichen Haushalt 

seine Eltern, (…) jüngere Schwestern und (…) jüngere Brüder. Aufgrund 

einer versuchten Entführung habe ihn sein Vater im Jahr 2007 nach 

I._______ geschickt. In I._______ habe er für eine indische Textildruckerei 

gearbeitet. Im Dezember 2016 sei er nach Sri Lanka zurückgekehrt, da 

seine Eltern ihm mitgeteilt hätten, die Situation in Sri Lanka sei besser ge-

worden. Bei der Einreise sei er lange kontrolliert worden. Als er wieder zu 

Hause gewesen sei, hätten ihn unbekannte Leute gesucht. Diese hätten 

ihn auch einmal verfolgt, als er mit dem Motorrad unterwegs gewesen sei. 

Deshalb habe es einen Unfall gegeben, wobei er das Bewusstsein verloren 

habe. Später sei ihm erzählt worden, diese Leute seien davon gerannt. Aus 

Angst hätten ihn seine Eltern wieder weggeschickt. Mit dem Militär, der Po-

lizei oder anderen Behörden habe er nie Probleme gehabt. Seine Cousins 

seien bei den LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) gewesen und getötet 

worden. Weil er immer mit ihnen unterwegs gewesen sei, habe er damals 

Probleme bekommen. Er habe sich jedoch selbst nie politisch betätigt. 

Gleichzeitig reichte er einen Geburtsschein zu den Akten.     

C.  

Mit Schreiben vom 19. Februar 2019 liess der Beschwerdeführer seine 

(frühere) Identitätskarte, ausgestellt am 19. Dezember 2016, einreichen. 

E-3399/2020 

Seite 3 

D.  

Anlässlich der Anhörung zu den Asylgründen vom 10. Juli 2019 führte der 

Beschwerdeführer aus, seine Familie (seine Eltern, sein jüngerer Bruder 

und seine jüngere Schwester mit ihrer Familie) lebe zusammen in einem 

Haus in B._______. Er habe das (…)-Level ([…]. Klasse) zwar besucht, 

das Examen jedoch nicht gemacht, da er im Jahr 2007 auf seinem Schul-

weg mit einem weissen Van entführt worden sei. Es seien ihm die Augen 

verbunden worden und jemand habe ihm eine Waffe auf seinen Rücken 

gehalten. Er habe geschrien, aber es sei ihm eine Waffe in den Mund ge-

halten worden. Nach drei Stunden Fahrt sei er in einem Zimmer eingesperrt 

worden. Dort habe er drei Tage auf seinen Knien und mit einer Handschelle 

festgebunden zubringen müssen, ohne dass er Essen erhalten hätte. An-

schliessend seien ihm die Kleider ausgezogen worden und er sei geschla-

gen und gequält worden. Er habe ausgesagt, dass seine Tante und ein 

Cousin bei den LTTE seien. Dreimal täglich seien Leute in sein Zimmer 

gekommen, um ihn zu schlagen. Er sei am Hals gepackt, an den Händen 

festgehalten und brutal geschlagen worden. Auch sei er in Handschellen 

gefesselt worden, seine Beine seien zusammengebunden worden und je-

mand habe ihm Tücher in den Mund gestopft. Auch sei sein Genitalbereich 

angefasst worden. Im Zimmer habe es kein Licht und keine Schlafmöglich-

keit gegeben. Täglich habe er lediglich ein wenig Wasser in einem kleinen 

Glas und ein Stück Brot, das ihm zugeworfen worden sei, erhalten. Nach 

drei Monaten sei ihm die Flucht gelungen, indem er das Fenster im Zimmer 

aufgebrochen habe und gesprungen sei. Daraufhin sei er nach I._______ 

geflohen. Dort habe er ein Besuchervisum («Visiting visa») erhalten und 

für eine Firma im Bereich (…) und (…) gearbeitet. Diese Arbeit habe er sich 

selber beigebracht. Nach zehn Jahren sei sein Visum abgelaufen.  

Im Dezember 2016 sei er zurückgekehrt, da ihm seine Mutter mitgeteilt 

habe, es gäbe in seiner Heimatstadt keine Probleme mehr. Bei der Einreise 

sei er fünf Stunden lang am Flughafen in Colombo befragt worden, ob er 

den LTTE angehöre. Anschliessend habe er zwei bis drei Monate zu Hause 

gelebt. Er habe im (…) 2017 an der Hochzeit seiner Schwester teilgenom-

men. Danach hätten die Probleme begonnen. (…) 2017 hätten unbekannte 

Leute in ziviler Kleidung mehrfach in seiner Abwesenheit zu Hause nach 

ihm gefragt. Im (…) 2017 sei er, als er mit dem Motorrad unterwegs gewe-

sen sei, von vier behelmten Personen auf zwei Motorrädern ausgebremst 

und brutal zusammengeschlagen worden, so dass er ohnmächtig gewor-

den sei und ins Spital habe eingeliefert werden müssen. Er habe daraufhin 

wieder sein Heimatland verlassen, da er dort in Lebensgefahr sei.  

E-3399/2020 

Seite 4 

Anlässlich der Anhörung reichte der Beschwerdeführer die nachfolgenden 

Beweismittel ein:  

- ein Arbeitszeugnis der Firma J._______ in I._______ vom (…) 2017, inklusive 

zwei Farbfotos (im Original); 

- einen Arztbericht des Kantonsspitals K._______ vom (…) 2019 (im Original); 

- einen Arztbericht aus Sri Lanka betreffend einen Spitalaufenthalt vom (…). bis 

zum (…) 2017 (im Original); 

- ein Foto, auf welchem der Beschwerdeführer mit Verbänden (…) abgebildet 

ist; 

- ein Schreiben der Dioszöse C._______ vom (…) 2017 (im Original); 

- ein Schreiben des Roten Kreuzes Sri Lanka vom (…) 2017 (im Original); 

- einen Auszug aus dem «Viber-Messenger»-Dienst mit einer Telefonnummer. 

E.  

Mit Schreiben vom 17. Juli 2019 liess der Beschwerdeführer ein Foto, wel-

ches ihn gemäss seinen Angaben bei einer Demonstration zeige, sowie ein 

fremdsprachiges Dokument, bei welchem es sich um eine Todesanzeige 

betreffend seinen Cousin handle, zu den Akten reichen. 

F.  

Mit Asylentscheid vom 28. Mai 2020 (eröffnet am 3. Juni 2020) verneinte 

das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein 

Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den 

Wegweisungsvollzug an. Einer allfälligen Beschwerde gegen diese Verfü-

gung entzog es die aufschiebende Wirkung. 

G.  

Hiergegen erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch MLaw Cora 

Dubach, Freiplatzaktion (…), mit Eingabe vom 3. Juli 2020 (Postaufgabe) 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit den Anträgen, der vor-

instanzliche Entscheid sei vollumfänglich aufzuheben und es sei ihm in der 

Schweiz Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls 

die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und ihm die 

vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu gewähren.  

In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung (inklusive Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses) sowie um Beiordnung der mandatierten Rechts-

vertreterin als amtliche Rechtsbeiständin. Ausserdem beantragte er, es sei 

festzustellen, dass die Beschwerde aufschiebende Wirkung habe und es 

E-3399/2020 

Seite 5 

sich bei dem in der Verfügung vorgesehenen Entzug der aufschiebenden 

Wirkung um ein Versehen handle; eventualiter habe die Vorinstanz den 

Entzug der aufschiebenden Wirkung zu begründen, wobei widrigenfalls 

eine Verletzung des rechtlichen Gehörs festzustellen wäre. 

Als Beschwerdebeilagen liess er eine Kostennote, eine Fürsorgebestäti-

gung vom 24. Juni 2020, eine Bestätigung der Tamil Youth Organization 

(TYO) vom 15. Juni 2020 sowie einen Bericht zu Sri Lanka mit dem Titel 

«Gotabaya Rajapaksa’s Präsidentschaft – Menschenrechte unter Be-

schuss», aktualisiert am 16. Januar 2020 (ohne Angabe des Verfassers), 

einreichen. 

H.  

Mit Eingabe vom 17. Juli 2020 liess der Beschwerdeführer eine Bestäti-

gung der «Human Rights Commission of Sri Lanka» vom (…) 2020 einrei-

chen, in welcher die Klage («complaint») seiner Mutter über alle Verfolgun-

gen, denen sie und ihre Familie ausgesetzt gewesen seien, wiedergege-

ben werde. 

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 21. Juli 2020 stellte die zuständige Instruk-

tionsrichterin des Bundesverwaltungsgerichts die aufschiebende Wirkung 

der Beschwerde wieder her, hiess das Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses. Ausserdem hiess sie das Gesuch um amtliche Rechtsver-

beiständung gut und setzte MLaw Cora Dubach als amtliche Rechtsbei-

ständin des Beschwerdeführers ein. 

J.  

Mit Vernehmlassung vom 4. August 2020 hielt die Vorinstanz – ohne er-

gänzende Ausführungen – vollumfänglich an der angefochtenen Verfügung 

fest.  

Diese Vernehmlassung brachte das Bundesverwaltungsgericht dem Be-

schwerdeführer mit Mitteilung vom 7. August 2020 zur Kenntnis.  

K.  

Mit Eingabe vom 1. März 2022 liess der Beschwerdeführer einen Arztbe-

richt vom (…) 2021, ein Themenpapier der Schweizerischen Flüchtlings-

hilfe (SFH) mit dem Titel «Sri Lanka: (…) im Norden» vom (…) 2020 sowie 

eine Auskunft der SFH-Länderanalyse mit dem Titel «Sri Lanka: 

E-3399/2020 

Seite 6 

Behandlung von (…) mit (…)» vom (…) 2021 einreichen und ergänzende 

Ausführungen machen.  

L.  

Mit Eingabe vom 12. Mai 2022 stellte MLaw Cora Dubach das Gesuch, sie 

aus dem amtlichen Beistandsmandat zu entlassen und MLaw Linda 

Spähni, Freiplatzaktion (...), als neue amtliche Rechtsbeiständin einzuset-

zen. Ein allfälliges Vertretungshonorar trat sie an die Freiplatzaktion (...) 

ab.  

M.  

Mit Zwischenverfügung vom 17. Juni 2022 entband das Bundesverwal-

tungsgericht MLaw Cora Dubach von ihrem Amt als amtliche Rechtsbei-

ständin und ordnete dem Beschwerdeführer MLaw Linda Spähni, Freiplatz-

aktion (...), als neue amtliche Rechtsbeiständin bei. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das vorliegende Verfahren richtet sich nach altem Recht (Abs. 1 der 

Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG [SR 142.31] vom 

25. September 2015).  

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).  

1.4 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

E-3399/2020 

Seite 7 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

Nach der Lehre und Rechtsprechung setzt die Anerkennung der Flücht-

lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG voraus, dass die asylsuchende Per-

son ernsthafte Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungs-

weise solche im Fall einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr 

gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt worden sind 

oder drohen. Die erlittene Verfolgung oder die begründete Furcht vor zu-

künftiger Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich kausal für die Aus-

reise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat und grundsätzlich auch im Zeit-

punkt des Asylentscheides noch aktuell sein. Die Furcht vor zukünftiger 

Verfolgung umfasst allgemein ein auf tatsächlichen Gegebenheiten beru-

hendes objektives Element einerseits sowie die persönliche Furchtempfin-

dung der betroffenen Person als subjektives Element andererseits. Be-

gründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG hat demnach, 

wer gute, von Dritten nachvollziehbare Gründe (objektives Element) für 

seine Furcht (subjektives Element) vorweist, mit gewisser Wahrscheinlich-

keit und in absehbarer Zukunft das Opfer von Verfolgung zu werden (vgl. 

BVGE 2013/11 E. 5.1 m.w.H.).  

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

E-3399/2020 

Seite 8 

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 AsylG impliziert ‒ im Gegen-

satz zum strikten Beweis ‒ ein reduziertes Beweismass und lässt Raum für 

gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der asylsuchenden Per-

son. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der gesuch-

stellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; 

dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Bei der Beurteilung 

der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Elemente 

(Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhalts, Substanzi-

iertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit, usw.), 

die für oder gegen die gesuchstellende Person sprechen. Glaubhaft ist eine 

Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Eine 

Behauptung gilt demnach als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von 

ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, 

obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht 

es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich 

ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwie-

gende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung spre-

chen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

4.  

4.1 Im Asylentscheid führte das SEM aus, die Vorbringen des Beschwer-

deführers würden weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit noch 

denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft standhalten. Er habe in der BzP 

zu Protokoll gegeben, dass seine Eltern ihn im Jahr 2007 nach I._______ 

geschickt hätten aufgrund einer versuchten Entführung. Dabei sei es zu 

einem Unfall mit seinem Motorrad gekommen, woraufhin er ohnmächtig 

geworden sei und die Täter von ihm abgelassen hätten. In der Anhörung 

zu den Asylgründen habe er demgegenüber vorgebracht, er sei 2007 in 

einem weissen Van entführt, misshandelt und während dreier Monate fest-

gehalten worden, bis er habe fliehen können. Es sei offensichtlich, dass 

dieses Vorbringen nachgeschoben sei, um seine Asylgründe zu untermau-

ern. Auch seine diesbezüglichen Erklärungsversuche, er habe den proto-

kollierten Sachverhalt wiederholt beanstandet, sei nicht ausführlich befragt 

worden und krank gewesen, vermöchten nicht zu überzeugen. Ausserdem 

habe der Beschwerdeführer den Vorfall mit dem Motorrad in der Anhörung 

auf die Zeit nach seiner Rückkehr im Jahr 2016 datiert, was angesichts der 

E-3399/2020 

Seite 9 

neun Jahre abweichenden Datierung nicht erklärbar sei. Insgesamt ver-

möge der Beschwerdeführer die angebliche Verfolgung nicht substantiiert 

und widerspruchsfrei darzulegen. Zwar habe er einige Details in Bezug auf 

die vorgebrachte Entführung zu Protokoll gegeben, jedoch würden die un-

substanziierten und mit Wiederholungen versehenen Aussagen überwie-

gen. Er führe die angebliche Verfolgung zudem wenig überzeugend auf 

seine Beziehung zu zwei längst verstorbenen Verwandten und weiteren 

Personen zurück, die bei den LTTE gewesen seien. Zu diesen Verwandten 

habe er in der BzP noch angegeben, es handle sich um Cousins, um sich 

in der Anhörung zu widersprechen, indem er ausgesagt habe, es seien eine 

Tante und ein Cousin gewesen. Nachdem er angegeben habe, dass er we-

gen dieser verwandtschaftlichen Beziehungen mehrmals unter Druck ge-

setzt worden sei, wäre anzunehmen, dass er solche Informationen korrekt 

hätte wiedergeben können. Auch habe er bezüglich der Ausreisemodalitä-

ten am Flughafen unterschiedliche Angaben gemacht. Insgesamt hätten 

sich damit die Aussagen des Beschwerdeführers in zentralen Bereichen 

als unglaubhaft erwiesen. Es sei davon auszugehen, dass es sich bei sei-

nen Vorbringen um ein Sachverhaltskonstrukt handle. Damit erübrige es 

sich, auf zahlreiche weitere Ungereimtheiten einzugehen.  

4.2 In seiner Rechtsmitteleingabe wiederholt der Beschwerdeführer die be-

reits anlässlich der Anhörung vorgebrachten Asylgründe und macht gel-

tend, die von der Vorinstanz aufgeführten Widersprüche liessen sich erklä-

ren respektive beträfen nicht relevante Punkte seiner Verfolgung. Auch sei 

es gemäss der Rechtsprechung der Asylbehörden und des EGMR (Euro-

päischen Gerichtshofs für Menschenrechte) nicht legitim, Widersprüche 

zwischen der BzP und der Anhörung zu den Asylgründen derart stark zu 

gewichten. Vielmehr dränge sich die Vermutung auf, dass die Vorinstanz 

den Sachverhalt nicht im Einklang mit dieser Rechtsprechung evaluiert 

habe. So sei nicht zu erkennen, aus welcher Aussage in der BzP die Vor-

instanz darauf schliesse, dass der Motorradunfall beziehungsweise Angriff 

bereits 2007 stattgefunden habe. Der von der Vorinstanz herangezogene 

Widerspruch erscheine damit beinahe etwas konstruiert, indem sie ein un-

datiertes Element (den Motorradunfall beziehungsweise Angriff) ohne An-

lass einer falschen Jahreszahl zugeordnet habe. Ausserdem erstaune die 

Feststellung der Vorinstanz, wonach der Beschwerdeführer die Entführung 

im Jahr 2007 nicht habe substantiieren können, angesichts des in der An-

hörung wiedergegebenen freien Berichts von rund drei Seiten, in welchen 

der Beschwerdeführer detailreiche und plastische Beschreibungen zu Pro-

tokoll gegeben habe, welche auf selber erlebte Ereignisse hindeuten wür-

den. Die Hilfswerkvertretung sei zum gleichen Schluss gekommen und 

E-3399/2020 

Seite 10 

habe in ihrem Bericht betont, dass der Beschwerdeführer auch die direkte 

Rede verwendet habe, was laut Bundesverwaltungsgericht ein Hinweis auf 

Selbsterlebtes darstelle. Hinsichtlich seiner Angabe in der Befragung zur 

Person, jemand habe ihn «entführen wollen», habe er nach der Rücküber-

setzung des Protokolls bemerkt, dass lediglich von einer versuchten Ent-

führung die Rede sei und darauf bestanden, dass dies noch geändert wer-

den müsse. Er habe anschliessend das neue und korrigierte Protokoll un-

terzeichnet. In der Folge hätten beide von ihm unterzeichneten Exemplare 

des Protokolls, die korrigierte und die unkorrigierte Version, auf dem Tisch 

gelegen. Es sei davon auszugehen, dass es im Anschluss zu einer Ver-

wechslung gekommen sei. Diese Erklärung finde sich so auch im Bericht 

der Hilfswerkvertretung. In seiner Eingabe vom 1. März 2022 liess der Be-

schwerdeführer ausserdem darauf hinweisen, dass gemäss dem einge-

reichten Arztbericht vom (…) 2021 sein (…) sowie (…) seien und (…) be-

stehe. Dies sei bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit zu berücksichtigen 

und unterstreiche seine Fluchtgeschichte.  

Ferner trägt der Beschwerdeführer vor, er habe nach seiner Flucht in die 

Schweiz Anrufe von Unbekannten erhalten. Via Videokonferenz habe er 

gesehen, dass die maskierten Anrufer bewaffnet gewesen seien und eine 

Uniform getragen hätten. Es habe sich damit um Armeeangehörige gehan-

delt. Diese hätten verlangt, dass er nach Sri Lanka zurückkehre, und Re-

pressalien gegenüber seiner Familie angedroht.  

5.  

Im Nachfolgenden ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht die Glaubhaf-

tigkeit (vgl. E. 3.2 hiervor) respektive die Flüchtlingsrelevanz (vgl. E. 3.1 

hiervor) der Vorbringen des Beschwerdeführers verneint hat, dies einer-

seits in Bezug auf die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Entfüh-

rung und Gefangenschaft des Jahres 2007 (E. 5.1 hiernach) und anderer-

seits in Bezug auf die geltend gemachten Ereignisse nach seiner Rückkehr 

nach Sri Lanka ab Dezember 2016 (E. 5.2 hiernach). 

5.1  

5.1.1 Bezüglich der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Entführung 

und Gefangenschaft des Jahres 2007 weist die Rechtsvertreterin in der 

Beschwerde zu Recht darauf hin, dass der freie Bericht des Beschwerde-

führers, welcher in der Anhörung zu den Asylgründen auf drei Seiten pro-

tokolliert wurde, viele Details und verschiedene Realkennzeichen enthält, 

indem er oft die direkte Rede verwendet und auch eigene Emotionen be-

schrieben hat. Mit seinem Hinweis, wonach es für ihn sehr schmerzhaft 

E-3399/2020 

Seite 11 

gewesen sei, als seine Hände mit Handschellen zusammengebunden ge-

wesen seien, und dass er das Gefühl gehabt habe, dass es ihn am ganzen 

Körper jucke, er sich aber aufgrund der festgebundenen Hände nicht habe 

kratzen können (act. A18/30, Antwort auf Frage 85), hat der Beschwerde-

führer eine Situation aus einer eindeutig subjektiven Sicht beschrieben, 

was ein Hinweis auf Selbsterlebtes darstellt. Demgegenüber hat er seine 

Flucht mittels Sprungs aus dem von ihm aufgebrochenen Fenster trotz ent-

sprechender Rückfragen des SEM-Befragers nicht plausibel, plastisch 

nachvollziehbar und im Verlauf in sich stimmig beschreiben können 

(act. A18/30, Antworten auf Fragen 105–107). Letztlich kann eine weitere 

Auseinandersetzung mit der Frage der Glaubhaftmachung unterbleiben, 

weil die Ereignisse im Jahr 2007 nicht flüchtlingsrechtlich relevant sind.   

5.1.2 Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Entführung und Ge-

fangenschaft habe sich im Jahr 2007 und damit während des Bürgerkrie-

ges in Sri Lanka zugetragen. Im Jahr 2007 sei ihm nach drei Monaten Ge-

fangenschaft die Flucht gelungen, woraufhin er nach I._______ geflohen 

sei, wo er zehn Jahre lang gelebt und gearbeitet habe. Im Dezember 2016 

habe er, nach einem Verhör am Flughafen in Colombo, ohne grössere 

Probleme wieder in seinen Heimatstaat einreisen können, daraufhin unbe-

schadet während zwei bis drei Monaten bei seiner Familie in B._______ 

gelebt und insbesondere auch das Hochzeitsfest seiner Schwester be-

sucht (act. A18/30, Antworten auf Fragen 111 f.). Damit ist weder in zeitli-

cher noch in sachlicher Hinsicht ein Kausalzusammenhang zwischen der 

Entführung und Gefangenschaft im Jahr 2007 einerseits sowie der Aus-

reise des Beschwerdeführers aus Sri Lanka im Dezember 2017 anderer-

seits ersichtlich.  

5.1.3 Aus der geltend gemachten Entführung und Gefangenschaft im Jahr 

2007 lässt sich auch keine individuelle staatliche Verfolgung des Be-

schwerdeführers ableiten. Während dieser in der BzP noch erklärt hatte, er 

habe damals Probleme bekommen, weil seine Cousins bei den LTTE ge-

wesen und getötet worden seien und er immer mit ihnen unterwegs gewe-

sen sei (act. A8/11, Antwort auf Frage 7.02; vgl. Sachverhalt Bst. B), gab 

er anlässlich der Anhörung zu den Asylgründen als möglichen Grund für 

die geltend gemachte Entführung an, dass seine Tante und sein verstorbe-

ner Cousin bei den LTTE gewesen seien (act. A18/30, Antworten auf Fra-

gen 91 f.). Er habe mit seiner Tante und seinem Cousin oft Kontakt gehabt, 

als sie – bis 2002 (act. A18/30, Antwort auf Frage 51) – in L._______ gelebt 

hätten (act. A18/30, Antwort auf Frage 98). Hiervon abweichend hat er 

ebenfalls in der Anhörung zu den Asylgründen ausgesagt, er habe seinen 

E-3399/2020 

Seite 12 

Cousin nie gesehen (act. A18/30, Antworten auf Fragen 129 und 152). 

Seine Tante habe er gesehen, als er noch in L._______ gelebt habe 

(act. A18/30, Antwort auf Frage 130). Auf die Rückfrage des SEM-Fach-

spezialisten, wie er sich erklären könne, weshalb er erst fünf Jahre nach 

seinem letzten Kontakt mit seiner Tante entführt worden sei, hat der Be-

schwerdeführer wörtlich erklärt: «Ich kann bis heute nicht genau sagen, 

wegen was ich entführt wurde. 2006, 2007 während dieser Zeit wurden 

viele Leute entführt. Und ich war halt einer von denen.» (act. A18/30, Ant-

wort auf Frage 132). Der Beschwerdeführer scheint sich damit im Zusam-

menhang mit der von ihm geltend gemachten Entführung und Gefangen-

schaft selbst als ein Zufallsopfer, und nicht als das Opfer einer gezielten 

staatlichen Verfolgung, zu sehen. Es wäre denn auch nicht ersichtlich, wes-

halb die sri-lankischen Behörden den Beschwerdeführer hätten verfolgen 

sollen, nachdem dieser nach eigenen Angaben nie politisch aktiv oder bei 

den LTTE gewesen ist (act. A18/30, Antworten auf Fragen 94–96, 124) und 

bei seinem letzten Kontakt mit seiner Tante im Jahr 2002 erst 13 Jahre alt 

war. Entgegen der Auffassung in der Rechtsmitteleingabe ist damit die Ent-

führung des Jahres 2007 nicht als eine Vorverfolgung einzustufen.  

5.1.4 Nach dem Gesagten war die vom Beschwerdeführer geltend ge-

machte, im Zeitpunkt seiner (zweiten) Ausreise aus Sri Lanka von Dezem-

ber 2017 bereits über zehn Jahre zurückliegende Entführung und Gefan-

genschaft weder kausal für diese (zweite) Ausreise aus Sri Lanka noch ge-

eignet, in jenem Zeitpunkt eine aktuelle Furcht des Beschwerdeführers vor 

zukünftiger Verfolgung zu begründen. Hierfür spricht auch, dass der Be-

schwerdeführer sowohl seine Ausreise aus dem Heimatstaat nach 

I._______ im Jahr 2007 als auch seine Flucht in die Schweiz im Jahr 2017 

damit begründet hat, dass seine Eltern ihn weggeschickt hätten. Er hat da-

mit nicht geltend gemacht, im Zeitpunkt der Ausreise im Dezember 2017 

selbst Furcht vor Verfolgung empfunden zu haben. Damit ist der damaligen 

Entführung und Gefangenschaft für das vorliegende Verfahren die Asylre-

levanz abzusprechen.  

5.2  

5.2.1 Die Ausführungen des Beschwerdeführers zu den Ereignissen nach 

seiner Rückkehr von I._______ nach Sri Lanka im Dezember 2016 sind 

sodann als unglaubhaft einzustufen. Zwar hat der Beschwerdeführer ent-

gegen der Darstellung in der Verfügungsbegründung den Motorradunfall in 

der Anhörung nicht bereits im Jahr 2007, sondern vielmehr erst in der Zeit 

nach seiner Rückkehr an seinen Heimatort im Jahr 2016 angesiedelt (act. 

A8/11, Antworten auf Fragen 7.01 f.), womit die Vorinstanz in der ange-

E-3399/2020 

Seite 13 

fochtenen Verfügung zu Unrecht eine «um nicht weniger als neun Jahre 

abweichende Datierung» festgestellt hat. Die vorinstanzliche Auffassung 

ist aber darin zu bestätigen, dass seine Aussagen den erforderlichen Sub-

stantiierungsgrad vermissen lassen.  

5.2.2 In Bezug auf den Umstand, dass ihn im Jahr 2017 unbekannte Per-

sonen zu Hause gesucht hätten, lassen die Aussagen des Beschwerdefüh-

rers jegliche Details vermissen. Es ist nicht bekannt, wann und wie oft die 

unbekannten Personen beim Haus der Eltern des Beschwerdeführers vor-

beigekommen sein sollen und woraus der Beschwerdeführer geschlossen 

hat, dass es sich bei diesen unbekannten Personen um staatliche Verfolger 

gehandelt habe.  

5.2.3 Bezüglich des Motorradunfalls hat der Beschwerdeführer unter-

schiedliche, sich teilweise widersprechende Angaben gemacht 

(act. A18/30, Antworten auf Fragen 18, 90, 118 und 147). Dem in den Akten 

liegenden Spitalbericht aus Sri Lanka vom (…) 2017 ist hierzu zu entneh-

men, dass ein Hund plötzlich die Strasse überquert habe und der Be-

schwerdeführer vom Motorrad oder Fahrrad (im englischen Originalwort-

laut: «bike») gefallen sei. Der behandelnde Arzt hat eine (…) und (…) fest-

gestellt, hingegen Verletzungen des Kopfes und Rumpfes ausdrücklich 

verneint. Dies spricht gegen die Darstellung des Beschwerdeführers, wo-

nach er von vier Motorradfahrern angegriffen und bis zur Ohnmacht ver-

prügelt worden sein soll. Selbst wenn der Angriff wie vom Beschwerdefüh-

rer geschildert vorgefallen sein sollte, hätte er damit keine von staatlichen 

Akteuren ausgeführte oder geduldete Verfolgung glaubhaft gemacht, nach-

dem er selbst ausgesagt hat, dass er lediglich vermute, dass es sich bei 

den Motorradfahrern um die unbekannten Personen, die ihn zu Hause ge-

sucht hätten, gehandelt habe (act. A18/30, Antwort auf Frage 119). An die-

ser Einschätzung vermögen weder die eingereichten Beweismittel noch die 

beschwerdeweise vorgebrachten Erklärungen etwas zu ändern. Die vom 

Beschwerdeführer behaupteten Ereignisse ab Dezember 2016 sind damit 

ebenfalls nicht geeignet, eine im Zeitpunkt der Ausreise aus dem Heimat-

staat im Dezember 2017 aktuelle und für die Ausreise kausale begründete 

Furcht vor zukünftiger Verfolgung zu begründen. 

5.3 Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz zu Recht das Vorliegen von 

Vorfluchtgründen verneint. 

  

E-3399/2020 

Seite 14 

6.  

6.1 Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer aufgrund von 

Risikofaktoren bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 AsylG zu befürchten hat. 

Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr 

von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind. Zur Beurteilung des Risikos 

von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaftung 

und Folter zu werden, hat das Bundesverwaltungsgericht verschiedene Ri-

sikofaktoren identifiziert. Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle 

oder vergangene Verbindung zu den LTTE, ein Eintrag in der «Stop-List» 

und die Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen hat es 

als stark risikobegründende Faktoren eingestuft, da sie unter den im Ent-

scheid dargelegten Umständen bereits für sich alleine genommen zur Be-

jahung einer begründeten Furcht führen könnten. Demgegenüber hat es 

das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri Lanka, 

Narben und eine gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land als 

schwach risikobegründende Faktoren eingestuft. Von den Rückkehrenden, 

die diese weitreichenden Risikofaktoren erfüllten, habe jedoch nur jene 

kleine Gruppe tatsächlich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte 

Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten, die nach Ansicht der sri-

lankischen Behörden bestrebt sei, den tamilischen Separatismus wieder-

aufleben zu lassen und so den sri-lankischen Einheitsstaat gefährde. Mit 

Blick auf die dargelegten Risikofaktoren seien in erster Linie jene Rückkeh-

rer gefährdet, deren Namen in der am Flughafen in Colombo abrufbaren 

«Stop-List» vermerkt seien und der Eintrag den Hinweis auf eine Verhaf-

tung beziehungsweise einen Strafregistereintrag im Zusammenhang mit 

einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE enthalte. 

Entsprechendes gelte für sri-lankische Staatsangehörige, die sich im Aus-

land regimekritisch betätigt hätten (vgl. a.a.O. E. 8). Diese Rechtsprechung 

behält auch vor dem Hintergrund der aktuellen Situation in Sri Lanka ihre 

Gültigkeit. 

 

6.2 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung ausgeführt, dass 

der Beschwerdeführer nicht glaubhaft gemacht habe, vor seiner Ausreise 

asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen zu sein. All-

fällige im Zeitpunkt seiner Ausreise bestehende Risikofaktoren hätten folg-

lich kein Verfolgungsinteresse seitens der sri-lankischen Behörden auszu-

lösen vermocht. Es sei aufgrund der Aktenlage nicht ersichtlich, weshalb 

E-3399/2020 

Seite 15 

er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Behörden 

geraten und in asylrelevanter Weise verfolgt werden sollte. 

6.3 Der Beschwerdeführer lässt in der Beschwerde ausführen, er erfülle 

gleich mehrere Risikofaktoren. Er sei bereits Opfer einer irregulären Ent-

führung samt Inhaftierung wegen des Verdachts auf eine LTTE-Mitglied-

schaft beziehungsweise einer LTTE-Verbindung geworden, womit er einen 

Hauptrisikofaktor erfülle. Auch sei ihm bei seiner Rückkehr nach Sri Lanka 

seine Identitätskarte abgenommen worden, was nur damit zu erklären sei, 

dass der sri-lankische Staat ihn nach seiner Rückkehr unter Beobachtung 

gestellt habe. Zuletzt sei er Opfer eines Angriffs durch vermummte Perso-

nen geworden. In seiner Familie seien mehrere Personen bei den LTTE 

gewesen, so insbesondere seine Tante mütterlicherseits, die mit LTTE-

Kämpfern im Hause des Beschwerdeführers verkehrt habe. Zudem ver-

füge er seit seiner Mitgliedschaft bei der TYO über ein politisches Profil. 

Aufgrund seiner illegalen Ausreise sowie seiner Narben auf der linken Kör-

perhälfte erfülle er auch noch mehrere sogenannte schwache Risikofakto-

ren (Beschwerde Ziff. 56). Ausserdem liege eine Vorladung gegen ihn vor 

(Beschwerde Ziff. 60). 

6.4 Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer nie Mitglied der 

LTTE war. Zwar hat er angegeben, dass er einen Cousin sowie eine Tante 

mit LTTE-Verbindungen habe. Betreffend seinen (verstorbenen) Cousin 

(vgl. aber auch BzP, in welcher der Beschwerdeführer noch zwei Cousins, 

die bei den LTTE gewesen seien, erwähnt hatte [act. A8/11, Antwort auf 

Frage 7.02]) hat er indessen mehrere widersprüchliche Angaben gemacht. 

Seine Tante habe er zuletzt im Jahr 2002 gesehen (vgl. E. 5.1.2 hiervor). 

Zwar sind – entgegen der Auffassung der Vorinstanz in der angefochtenen 

Verfügung – den Akten keine Hinweise darauf zu entnehmen, dass auch 

die Tante «längst verstorben» sei. Die Kontakte des Beschwerdeführers 

vor über zehn Jahren zu seiner Tante mit LTTE-Verbindungen begründen 

aber keine nennenswerte aktuelle konkrete Verbindung des Beschwerde-

führers zu den LTTE. Das von ihm eingereichte Foto zeigt ihn zwar mit 

Verbänden, vermag aber keine Narben zu belegen. Ausserdem würden 

sich allfällige Narben an den Armen und Beinen leicht abdecken lassen, 

womit auch aufgrund dieses schwach risikobegründenden Faktors nicht 

von einem relevanten Risikoprofil auszugehen ist.  

Gemäss der Bestätigung der Tamil Youth Organisation vom (…) 2020 sei 

der Beschwerdeführer ein tamilischer Aktivist und kämpfe zusammen mit 

der Organisation gegen den terroristischen Staat Sri Lanka. Er nehme 

E-3399/2020 

Seite 16 

jeweils an der im M._______ im (…) stattfindenden Gedenkfeier für die 

Märtyrer der Tamil Tigers für die Befreiung der Tamil Eelam teil und helfe 

bei den Vorbereitungen sowie beim Putzen. Auch betätige er sich in der 

Redaktion von Nachrichten, die aus Sri Lanka kämen und der Schweizeri-

schen Bevölkerung kommuniziert werden müssten. Seine Fotos seien auf 

den Seiten der sozialen Medien der tamilischen Aktivisten publiziert.  

Die Angaben in der Bestätigung der Tamil Youth Organisation decken sich 

nicht mit jenen des Beschwerdeführers anlässlich der Anhörung zu den 

Asylgründen. In dieser hat er bezüglich exilpolitischer Tätigkeiten lediglich 

zu Protokoll gegeben, dass er ab und zu an Treffen («meetings») mitge-

nommen werde. Jedoch hat er nicht von einem aktiven politischen Enga-

gement in der Schweiz gesprochen (act. A18/30, Antwort auf Frage 97). 

Zudem sind die im Schreiben der Tamil Youth Organisation vom (…) 2020 

aufgeführten Angaben zu vage und umschreiben lediglich niederschwellige 

politische Aktivitäten, die kein Risikoprofil begründen. Innerhalb des Ver-

eins Tamil Youth Organisation nimmt der Beschwerdeführer insbesondere 

keine besonders exponierte Stellung ein. Die angeblichen Fotos des Be-

schwerdeführers in den sozialen Medien wurden nicht mit spezifischen An-

gaben untermauert oder mit Beweismitteln belegt. Auch das in den Akten 

liegende, nicht datierte Foto, das den Beschwerdeführer an einer De-

monstration zeigt, ändert daran nichts. Es ist alleine aufgrund dieser Foto-

aufnahme sowie der von der Tamil Youth Organisation behaupteten Publi-

kation von Beiträgen des Beschwerdeführers nicht anzunehmen, dass die-

ser hierdurch ins Visier der sri-lankischen Sicherheitskräfte geraten würde. 

Auch die Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich Drohanrufen nach 

seiner Flucht aus Sri Lanka vermögen nicht zu überzeugen. Das vom Be-

schwerdeführer anlässlich der Anhörung zu den Asylgründen eingereichte 

Bild einer Telefonnummer lässt keinerlei Rückschlüsse auf die dazugehö-

rige Person zu und belegt ebenso wenig den Inhalt des angeblichen Dro-

hanrufs. 

Die tamilische Ethnie des Beschwerdeführers begründet sodann für sich 

alleine genommen keine Furcht vor Verfolgung, dies auch nicht zusammen 

mit seinem aktuellen Aufenthalt in der Schweiz. Die Behauptung des Be-

schwerdeführers, dass ihm die sri-lankischen Behörden bei seiner Wieder-

einreise im Dezember 2016 die Identitätskarte abgenommen hätten, ist 

nicht belegt, zumal sich in den Vorakten die Identitätskarte des Beschwer-

deführers, ausgestellt am 19. Dezember 2016, im Original befindet. Da 

nicht bekannt ist, wann genau der Beschwerdeführer im Dezember 2016 

E-3399/2020 

Seite 17 

nach Sri Lanka zurückgekehrt ist, wäre es durchaus denkbar, dass diese 

Identitätskarte noch vor seiner Ausreise in I._______ ausgestellt worden 

sein könnte. Selbst bei Wahrunterstellung begründet die Abnahme der 

Identitätskarte am Flughafen für sich alleine genommen nicht ohne Weite-

res eine begründete Furcht vor Verfolgung, nachdem sich der Beschwer-

deführer nach eigenen Angaben in der Folge ohne Probleme eine neue 

Identitätskarte hat ausstellen lassen können (act. A18/30, Antwort auf 

Frage 26). Für die in der Beschwerde darüber hinaus angeführte Vorladung 

hat der Beschwerdeführer schliesslich keinerlei Beweise eingereicht. Auch 

hat er in der Anhörung zu den Asylgründen keine solche erwähnt, sondern 

die Frage, ob in seiner Heimat jemals ein Verfahren gegen ihn eröffnet wor-

den sei, vielmehr explizit verneint (act. A18/30, Antwort auf Frage 89). Die-

ses neue Vorbringen ist somit als nachgeschoben und daher als nicht 

glaubhaft zu qualifizieren. Ferner liegen auch keine Hinweise dafür vor, 

dass der Beschwerdeführer in der am Flughafen in Colombo abrufbaren 

«Stop-List» eingetragen wäre. 

Es ist somit in Würdigung sämtlicher Umstände nicht anzunehmen, dass 

der Beschwerdeführer von der sri-lankischen Regierung zu jener kleinen 

Gruppe gezählt wird, die bestrebt ist, den tamilischen Separatismus wieder 

aufleben zu lassen, und so eine Gefahr für den sri-lankischen Einheitsstaat 

darstellt. Auch unter Berücksichtigung der neusten Entwicklungen in 

Sri Lanka ist nicht davon auszugehen, dass ihm persönlich im Falle einer 

Rückkehr ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen würden. 

Daran vermag auch der mit der Beschwerde ins Recht gelegte Bericht zu 

Sri Lanka mit dem Titel «Gotabaya Rajapaksa’s Präsidentschaft – Men-

schenrechte unter Beschuss» (vgl. Sachverhalt Bst. G Abs. 3) nichts zu 

ändern.  

6.5 Zusammenfassend liegen nach dem Gesagten auch keine flüchtlings-

rechtlich beachtlichen Risikofaktoren vor. Damit hat die Vorinstanz in der 

angefochtenen Verfügung zu Recht festgestellt, dass der Beschwerdefüh-

rer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt.  

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

E-3399/2020 

Seite 18 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

8.2.2 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

E-3399/2020 

Seite 19 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten er-

geben sich Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in 

den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 

EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt 

wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschen-

rechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der 

Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder 

glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder un-

menschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi ge-

gen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer, 37201/06, §§ 124–127 

m.w.H.). Ebenso wenig lassen konkrete Hinweise darauf schliessen, dass 

er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen sogenannten «Back-

ground Check» (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im In- und 

Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet wäre.  

8.2.4 Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Weg-

weisungsvollzug nach der Auffassung des Gerichts ebenfalls nicht unzu-

lässig erscheinen (vgl. Referenzurteil des BVGer E-737/2020 vom 27. Feb-

ruar 2023 E. 10.1.2.3 und Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 E. 12.2). 

Auch der EGMR hat wiederholt festgestellt, dass nicht generell davon aus-

zugehen sei, zurückkehrenden Tamilinnen und Tamilen drohe in Sri Lanka 

eine unmenschliche Behandlung (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich vom 

19. September 2013, Nr.10466/11, Ziff. 37). Die vom EGMR genannten 

Faktoren sind im Wesentlichen durch die im Referenzurteil des Bundesver-

waltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 in den Erwägungen 8.4 

und 8.5 identifizierten Risikofaktoren abgedeckt. Wie vorangehend festge-

stellt, ist aufgrund der Aktenlage nicht davon auszugehen, dass der Be-

schwerdeführer bei einer Rückkehr aus der Schweiz nach Sri Lanka die 

Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich 

relevanten Ausmass auf sich ziehen wird. Demnach bestehen auch keine 

Anhaltspunkte dafür, dass ihm aus denselben Gründen eine menschen-

rechtswidrige Behandlung im Heimatland drohen würde. Daran vermögen 

auch die neuesten Entwicklungen in Sri Lanka nichts zu ändern. 

8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

E-3399/2020 

Seite 20 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr-

dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläu-

fige Aufnahme zu gewähren. 

8.3.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka 

weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. Dies gilt auch unter 

Berücksichtigung der aktuellen dortigen Ereignisse und Entwicklungen.  

8.3.2 Auch erweist sich gemäss nach wie vor gültiger Rechtsprechung der 

Wegweisungsvollzug in die Ost- und Nordprovinz weiterhin als zumutbar, 

sofern das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbeson-

dere Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnet-

zes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsitua-

tion) bejaht werden kann (vgl. Referenzurteile E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 E. 13.2 und D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5). 

Diese Einschätzung hat weiterhin Gültigkeit (vgl. statt vieler: Urteil des 

BVGer E-54/2020 vom 2. November 2023 E. 10.3.2 m.w.H.). 

8.3.3 Der Beschwerdeführer hat in seiner Rechtsmitteleingabe, abgesehen 

von seinen Vorbringen zu den Asylgründen, keine eigentlichen Vollzugs-

hindernisgründe geltend gemacht (vgl. Beschwerde Ziff. 63 f.). In gesund-

heitlicher Hinsicht lässt er ausführen, er leide an starken chronischen Rü-

ckenschmerzen, die von einer Krümmung eines Wirbels herrührten. Als Ur-

sache sei in einem Arztbericht vermerkt worden, dass die Schmerzen auf 

ein 13-jähriges Trauma zurückzuführen seien. Ausserdem hat er darauf 

hingewiesen, dass er sich bei Dr. med. N._______ in psychologischer Be-

handlung befinde. In seiner Eingabe vom 1. März 2022 macht er geltend, 

der Vollzug erweise sich angesichts der im Arztbericht vom (…) 2021 ge-

stellten Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung als nicht zu-

mutbar. Auch sei aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation mit 

unzureichendem und problematischem Zugang zu psychiatrischer Versor-

gung im ehemaligen Konfliktgebiet sowie der Rationierung der Medika-

mente nicht mit einer adäquaten Behandlung zu rechnen. 

8.3.4 Es ist in Berücksichtigung sämtlicher wesentlicher Umstände nicht 

davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in sein 

Heimatland von einer konkreten Gefährdungslage im massgeblichen Sinne 

betroffen wäre. Vor seiner Ausreise hat er im Haus seiner Eltern gelebt, 

womit eine gesicherte Wohnsituation vorliegt. Im selben Haus leben – ne-

ben seinen Eltern – auch sein jüngerer Bruder und seine jüngere 

E-3399/2020 

Seite 21 

Schwester mit ihrem Ehemann und ihren Kindern (vgl. Sachverhalt Bst. D). 

Der Beschwerdeführer hat während seines Aufenthalts in der Schweiz mit 

seiner Mutter, seinem jüngeren Bruder und seinem Onkel telefonische Kon-

takte gepflegt (act. A18/30, Antworten auf Fragen 36 f.). Mit seiner im Hei-

matort wohnhaften Familie verfügt er damit über ein tragfähiges Bezie-

hungsnetz, welches ihn bei der Reintegration unterstützen kann. Ausser-

dem hat der (…)-jährige Beschwerdeführer in Sri Lanka eine mehrjährige 

Schulbildung genossen und in I._______ während (…) Jahren Berufser-

fahrungen gesammelt, womit es ihm zuzumuten ist, sich nach der Rück-

kehr nach Sri Lanka auch wirtschaftlich zu etablieren. Es ist daher nicht 

davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in eine exis-

tenzielle Notlage geraten würde. Dies gilt auch in Berücksichtigung der zur-

zeit in Teilen Sri Lankas herrschenden angespannten Lage (Polit-, Wirt-

schafts- und Finanzkrise sowie zeitweise gewaltsame Proteste gegen stei-

gende Preise für Verbrauchsgüter und gegen Engpässe vorab bei der 

Treibstoffversorgung), zumal die Krise die ganze sri-lankische Bevölkerung 

betrifft (vgl. bspw. Urteil des BVGer E-458/2021 vom 8. Juni 2023 E. 7.3 

Abs. 3). 

8.3.5 Auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs aus medizinischen 

Gründen ist dann zu schliessen, wenn eine notwendige medizinische Be-

handlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu 

einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesund-

heitszustands führt. Dabei wird als wesentlich die allgemeine und drin-

gende medizinische Behandlung erachtet, die zur Gewährleistung einer 

menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist (vgl. BVGE 2011/50 

E. 8.3). Unzumutbarkeit liegt jedenfalls nicht bereits dann vor, wenn im Hei-

mat- oder Herkunftsstaat keine dem schweizerischen Standard entspre-

chende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2 

m.w.H.). 

8.3.5.1 Im Arztbericht des Kantonspitals K._______ vom (…) 2019 wurde 

eine (…) festgestellt. Hinweise auf vorbestehende Frakturen wurden im 

Arztbericht verneint. Mangels entsprechender fachärztlicher Hinweise be-

legt der Bericht damit – entgegen der Auffassung sowohl des Beschwerde-

führers als auch der Vorinstanz (vgl. angefochtene Verfügung S. 8) – kein 

Trauma, das sich vor (…) Jahren ereignet habe. Daran ändert die Angabe 

oben im Bericht «Indikation: (…) nach Trauma vor (…) Jahren in Sri Lanka. 

Pathologie, alte Verletzung?» nichts. Hierbei handelt es sich um den vom 

überweisenden Hausarzt angegebenen Abklärungsgrund, wobei der Hin-

weis auf das Trauma vor (…) Jahren wiederum auf den Angaben des 

E-3399/2020 

Seite 22 

Beschwerdeführers basieren dürfte. Bezüglich der lediglich in der Indika-

tion erwähnten (…) liegen keine eigenen (fach-)ärztlichen Berichte vor. 

Auch geht aus den Akten nicht hervor, dass der Beschwerdeführer in die-

sem Zusammenhang auf eine regelmässige Medikamenteneinnahme an-

gewiesen wäre. Bezüglich der (…) sind schliesslich keine konkreten Be-

schwerden oder in diesem Zusammenhang stehende medizinische Be-

handlungen bekannt.  

8.3.5.2 Gemäss dem vom Beschwerdeführer eingereichten Arztbericht 

vom (…). Dezember 2021 hat Dr. med. N._______, die nicht psychiatrische 

Fachärztin ist, aber über den Facharzttitel (…) und eine Spezialisierung in 

(…) verfügt, die Diagnosen (…) auf dem Boden einer (…) im Rahmen einer 

Migrationsproblematik gestellt. Der Beschwerdeführer habe seit Juli 2020 

die (…) besucht, dies anfangs wöchentlich sowie später aufgrund der ein-

getretenen Besserung alle zwei Wochen. Auch nehme er O._______ 

(Anm: […]) ein.  

8.3.5.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich in seinem Referenzurteil  

vom 27. Februar 2023 eingehend mit der schwierigen wirtschaftlichen Si-

tuation in Sri Lanka und insbesondere mit deren Auswirkungen auf die ge-

sundheitliche Versorgungslage im Land befasst (Referenzurteil  

des BVGer E-737/2020 vom 27. Februar 2023 E. 10.2.5). Auch unter Be-

rücksichtigung der darin ausgeführten Einschränkungen im Gesund-

heitssektor lassen die vorstehend erwähnten gesundheitlichen Beschwer-

den des Beschwerdeführers ([…] auf dem Boden einer […] und […]) nicht 

auf eine medizinische Notlage schliessen, nachdem den Akten nicht zu 

entnehmen ist, dass er eine stationäre Behandlung oder in Sri Lanka nicht 

erhältliche Medikamente benötigen würde. An dieser Einschätzung vermö-

gen weder der Umstand, dass die Behandlungsmöglichkeiten in Sri Lanka 

grundsätzlich deutlich schwerer zugänglich sind als in der Schweiz (vgl. 

Urteil des BVGer D-965/2020 E. 9.3.6 f.), noch die vom Beschwerdeführer 

mit Eingabe vom 1. März 2022 eingereichten Unterlagen der SFH zur Be-

handlung von (…) Erkrankungen in Sri Lanka, welche aus dem Jahr 2021 

stammen, etwas zu ändern. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass 

gemäss den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts bereits Hin-

weise auf eine gewisse Entspannung der medizinischen Versorgungslage 

in Sri Lanka vorliegen (vgl. Urteil des BVGer E-3903/2021 vom 3. August 

2023 E. 10.3.4.2 mit Hinweis auf https://economynext.com/sri-lanka-ho-

pes-to-ease-medicine-shortages-as-more-supplies-come-in-111433, zu-

letzt abgerufen am 26. Januar 2024). Auch steht es dem Beschwerdeführer 

allenfalls offen, im Rahmen der individuellen Rückkehrhilfe finanzielle 

https://economynext.com/sri-lanka-hopes-to-ease-medicine-shortages-as-more-supplies-come-in-111433
https://economynext.com/sri-lanka-hopes-to-ease-medicine-shortages-as-more-supplies-come-in-111433

E-3399/2020 

Seite 23 

Unterstützung zur Erleichterung seiner Eingliederung oder zur befristeten 

medizinischen Betreuung in seiner Heimat zu beantragen (vgl. Urteil des 

BVGer D-5861/2022 vom 1. März 2023 E. 10.3.4 m.w.H; Art. 93 Abs.1 

Bst. d AsylG i.V.m. Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 

[AsylV 2, SR 142.312]).  

8.3.6 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr allenfalls notwen-

digen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu 

auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig festgestellt hat (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbe-

züglich überprüfbar – angemessen ist. Diese ist daher zu bestätigen. Die 

Beschwerde ist entsprechend abzuweisen. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Indessen hat ihm die 

Instruktionsrichterin des Bundesverwaltungsgerichts mit Zwischenverfü-

gung vom 21. Juli 2020 die unentgeltliche Prozessführung gewährt. Nach-

dem aus den dem Bundesverwaltungsgericht vorliegenden Akten keine 

Hinweise auf eine seither eingetretene relevante Veränderung der finanzi-

ellen Verhältnisse des Beschwerdeführers hervorgehen, sind dem Be-

schwerdeführer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

10.2  

10.2.1 Mit Zwischenverfügung vom 21. Juli 2020 wurde auch das Gesuch 

des Beschwerdeführers um amtliche Rechtsverbeiständung gutgeheissen 

und Rechtsanwältin MLaw Cora Dubach als amtliche Rechtsbeiständin 

eingesetzt, weshalb ein Honorar für die unentgeltliche Vertretung des Be-

E-3399/2020 

Seite 24 

schwerdeführers im vorliegenden Beschwerdeverfahren zulasten der Ge-

richtskasse zuzusprechen ist.  

10.2.2 Nachdem MLaw Cora Dubach in ihrem Schreiben vom 12. Mai 2022 

betreffend Gesuch um Entlassung aus ihrem Amt als amtliche Rechtsbei-

ständin ein allfälliges Honorar an die Freiplatzaktion (...) abgetreten hat, ist 

das Honorar der Freiplatzaktion (...) zuzusprechen.  

10.2.3 Law Cora Dubach hat mit der Beschwerde vom 3. Juli 2020 eine 

Kostennote eingereicht. In dieser hat sie ein Honorar im Betrag von 

Fr. 2'660.– geltend gemacht und auf die fehlende Mehrwertsteuerpflicht 

hingewiesen. Die beiden als «Nachreichung» bezeichneten Eingaben vom 

17. Juli 2020 und 1. März 2022 werden von der Kostennote nicht erfasst. 

Die mit Zwischenverfügung vom 17. Juni 2022 neu eingesetzte amtliche 

Rechtsbeiständin des Beschwerdeführers, MLaw Linda Spähni, hat keine 

aktualisierte Kostennote eingereicht.  

10.2.4 Die Festsetzung des amtlichen Honorars erfolgt in Anwendung von 

Art. 12 i.V.m. Art. 8–11 VGKE (Reglement vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]), wobei das Bundesverwaltungsgericht bei nicht-anwaltli-

cher amtlicher Vertretung in der Regel von einem Stundenansatz von 

Fr. 100.– bis Fr. 150.– ausgeht (vgl. Art. 10 Abs. 2 VGKE). 

MLaw Cora Dubach hat in ihrer Kostennote vom 30. Juni 2020 einen Auf-

wand von insgesamt 18 Stunden und 40 Minuten ausgewiesen. Ihre Aus-

lagen hat sie mit Fr. 210.– beziffert (Fr. 10.– Spesen und Porto sowie 

Fr. 200.– Entschädigung für Dolmetscherin anlässlich der Gespräche vom 

23. Juni 2020 und 8. Juni 2020). Dieser Stundenaufwand sowie die geltend 

gemachten Auslagen sind als angemessen zu betrachten und begründen 

einen Honoraranspruch im Betrag von Fr. 3’010.– (Vertretungsaufwand 

von Fr. 2'800.– [18 2/3  x Fr.150.–] + Auslagen von Fr. 210.–). Der von MLaw 

Cora Dubach geltend gemachte Honoraranspruch von Fr. 2’660.– ist dem-

gegenüber nicht nachvollziehbar und basiert auf verschiedenen Rechen-

fehlern. So hat sie einerseits bezüglich der ersten beiden Positionen («Erst-

gespräch und Fallaufnahme», sowie «weitere Besprechungen mit Klien-

ten») jeweils das Total des Zeitaufwands abweichend von den darüber auf-

geführten einzelnen Positionen wiedergegeben und ist auch bei der an-

schliessenden Multiplikation mit dem Stundensatz von Fr. 150.– zu einem 

falschen Ergebnis gelangt. Bei dem von ihr angegebenen Aufwand für «Ak-

tenstudium und weitere juristische und länderspezifische Abklärungen» hat 

E-3399/2020 

Seite 25 

sie darüber hinaus einen zu hohen, über dem für nicht-anwaltliche Vertre-

tungen maximal zulässigen Stundensatz von Fr. 150.– liegenden Stunden-

ansatz von Fr. 200.– angewandt.  

10.2.5 Für die beiden nachträglich eingereichten, in der Kostennote nicht 

berücksichtigten Eingaben vom 17. Juli 2020 und 1. März 2022 ist ein ge-

ringfügiger Zusatzaufwand aufzurechnen, der auf insgesamt 2.5 Stunden 

zu schätzen ist, womit sich der Honoraranspruch um Fr. 375.– (2.5 x 

Fr. 150.–) erhöht. Insgesamt ist der Freiplatzaktion (...) damit ein Honorar 

von Fr. 3’385.– (inkl. Auslagen, exkl. MwSt) zuzusprechen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-3399/2020 

Seite 26 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Die Gerichtskasse entrichtet der Freiplatzaktion (...) für die amtliche 

Rechtsverbeiständung des Beschwerdeführers im vorliegenden Beschwer-

deverfahren ein amtliches Honorar in der Höhe von Fr. 3’385.–. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Marion Sutter 

 

 

Versand: