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**Case Identifier:** 6a0f1746-5cb0-5c8c-ae24-113c7773246d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.05.2025 200 2023 396
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-396_2025-05-12.pdf

## Full Text

IV 200 2023 396
KNB/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 12. Mai 2025

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Isliker, Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. April 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2025, IV 200 2023 396

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Sachverhalt:

A.

Die 1967 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im März 1990 bei der IV-Stelle des Kantons Luzern zum Be-
zug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Akten der Invalidenver-
sicherung [act. II] 1.1/99 ff.). Die IV-Stelle des Kantons …. sprach der Ver-
sicherten mit Verfügung vom 17. Mai 1991 ab dem 1. Januar 1990 eine 
ganze Invalidenrente zu (act. II 1.1/71 ff.) und bestätigte diese im Rahmen 
zweier Revisionen (Mitteilung vom 17. April 1993 [act. II 1.1/58]; Verfügung 
vom 20. April 1995 [act. II 1.1/53 f.]; Verfügung vom 10. Oktober 1995 
[act. II 1.1/50]). Nach einem Wohnsitzwechsel der Versicherten wurden die 
Akten im Jahr 1996 der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
überwiesen (act. II 1.1/43). Nach mehrmaligen Revisionen sprach die IVB 
der Versicherten weiterhin die bisherige ganze Invalidenrente zu (Verfü-
gungen vom 29. Juli 1997 [act. II 1.1/12], vom 2. Juli 1998 [act. II 1.1/4] und 
vom 28. März 2001 [act. II 6]).

Im Rahmen einer Revision im Oktober 2007 (act. II 8) veranlasste die IVB 
eine bidisziplinäre Begutachtung durch die Dres. med. B.________, 
Fachärztin für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, und 
C.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (interdisziplinä-
re Beurteilung vom 3. Februar 2010 [act. II 33.2 = 35]). Mit Vorbescheid 
vom 10. Februar 2010 stellte die IVB die Aufhebung der ganzen Invaliden-
rente in Aussicht (act. II 34); hiergegen erhob die Versicherte Einwände 
(act. II 36, 40). Die IVB holte in der Folge eine Stellungnahme des Regiona-
len ärztlichen Dienstes (RAD) vom 28. Oktober 2010 (act. II 44) sowie Be-
richte der behandelnden Ärzte (act. II 45 ff.) ein; danach erfolgten weitere 
Beurteilungen des RAD vom 21. sowie vom 24. Januar 2011 (act. II 48 f.). 
Mit Verfügung vom 25. Januar 2011 hob die IVB bei einem Invaliditätsgrad 
von 30 % die ganze Invalidenrente per Ende des auf die Zustellung folgen-
den Monats auf (act. II 52). In der Folge erhob die Versicherte beim Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern Beschwerde (act. II 53/3), leistete jedoch 
den Gerichtskostenvorschuss nicht, weshalb auf die Beschwerde mit Urteil 
IV 200 2011 196 vom 4. April 2011 nicht eingetreten wurde.

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B.

Im Oktober 2019 meldete sich die Versicherte erneut bei der IVB an 
(act. II 60). Diese veranlasste eine interdisziplinäre Begutachtung durch die 
D.________ (MEDAS; interdisziplinäres Gutachten vom 31. August 2021 
[act. II 102.1-102.4]). Gestützt darauf stellte die IVB mit Vorbescheid vom 
22. Februar 2023 die Verneinung eines Rentenanspruchs in Aussicht 
(act. II 113). Hiergegen erhob die Versicherte am 28. März 2023 Einwände 
(act. II 117). Mit Verfügung vom 20. April 2023 verneinte die IVB den An-
spruch auf eine Invalidenrente (act. II 119).

C.

Mit Eingabe vom 19. Mai 2023 erhob die Versicherte beim Verwaltungsge-
richt des Kantons Bern Beschwerde. Sie beantragt sinngemäss, die ange-
fochtene Verfügung vom 20. April 2023 sei aufzuheben und ihr sei eine 
Invalidenrente zuzusprechen.

Nach einem entsprechenden Hinweis des Instruktionsrichters (vgl. prozess-
leitende Verfügung vom 29. Juni 2023) reichte der behandelnde 
Dr. med E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Infektio-
logie, einen Bericht vom 18. Juli 2023 nach.

Mit Beschwerdeantwort vom 15. August 2023 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 

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6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. April 2023 
(act. II 119). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführe-
rin auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV [WEIV]) und weiterer Erlasse (insbesondere des 
ATSG) in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vor-
behältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich 
diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu 
ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 146 V 364 E. 7.2 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert die 
angefochtene Verfügung vom 20. April 2023 (act. II 119), womit sie nach 

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dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Indessen 
liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potenziellen Entstehung des Ren-
tenanspruchs – unter Berücksichtigung der Neuanmeldung im Oktober 
2019 (act. II 60) und der sechsmonatigen Wartefrist (Art. 29 Abs. 1 IVG) – 
vor dem 1. Januar 2022, weshalb die Bestimmung des IVG und diejenigen 
der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; 
SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung massgebend 
sind (vgl. auch Rz. 9101 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozial-
versicherung [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung 
[KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen: BGE 148 V 385 E. 5.2 
S. 391, 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

2.2.2 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen "Validität" der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295). Die Sachverständigen 
sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollzie-
hen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten 
sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss 

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höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer 
Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken ver-
mag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters 
(BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtli-
che psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewese-
nen Fassung).

2.4.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades be-
reits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die 
versicherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der Grad der Invalidität 
in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 
Abs. 2 und 3 IVV).

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des IV-Grades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der IV-
Grad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung 

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erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätz-
lich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr 
eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu 
bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die glei-
che materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a 
S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.4.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den IV-Grad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b). 

2.4.5 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur 
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die 
Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich 
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Da-
zu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewöh-
nung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist ferner 
unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemes-
sung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Auf-
gabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 
S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1). Unerheblich unter revisionsrecht-
lichem Gesichtswinkel ist nach ständiger Praxis die unterschiedliche Beur-
teilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes (BGE 147 

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V 161 E. 4.2 S. 164, 144 I 103 E. 2.1 S. 105). Auch eine neue Verwaltungs- 
oder Gerichtspraxis rechtfertigt grundsätzlich keine Revision des laufenden 
Rentenanspruchs zum Nachteil des Versicherten (BGE 147 V 234 E. 5.2 
S. 237, 115 V 308 E. 4a bb S. 313).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom Oktober 
2019 (act. II 60) eingetreten. Folglich ist die Eintretensfrage vom Gericht 
nicht zu überprüfen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Zu prüfen ist, ob zwi-
schen der Verfügung vom 25. Januar 2011 (act. II 52), mit welcher die Be-
schwerdeführerin die seit 1. Januar 1990 ausgerichtete ganze Invalidenren-
te per Ende Februar 2011 aufgehoben hat, und der hier angefochtenen 
Verfügung vom 20. April 2023 (act. II 119) eine wesentliche Änderung in 
medizinischer bzw. erwerblicher Hinsicht eingetreten ist, welche geeignet 
ist, den Invaliditätsgrad in anspruchsbegründender Weise zu beeinflussen 
(vgl. E. 2.4.2 und 2.4.4 hiervor). 

3.2

3.2.1 Die Verfügung vom 25. Januar 2011 (act. II 52) stützte sich in medi-
zinischer Hinsicht massgeblich auf die interdisziplinäre Beurteilung der 
Dres. med. B.________ und C.________ vom 3. Februar 2010 (act. II 33.2 
= 35) und deren rheumatologische und psychiatrische Teilgutachten 
(act. II 21, 33.1): 

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Im rheumatologischen Teilgutachten vom 9. Juni 2009 hielt 
Dr. med. B.________ fest, es hätten sich somatisch keine die Leistungs-
fähigkeit beeinträchtigende Befunde erheben lassen. Die HIV-Infektion 
Stadium C3 sei seit Jahren stabil. Bei stabiler Krankheitsaktivität begründe 
die im Rahmen von HIV-Erkrankungen auftretende Müdigkeit keine Leis-
tungseinbusse von mehr als 10 % maximal 20 %. Ohne das Suchtverhalten 
wäre die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht durchaus in der Lage, 
einer Arbeitstätigkeit in rentenausschliessendem Ausmass nachzugehen 
(act. II 21/8 f.).

Aus psychiatrischer Sicht könne in erster Linie eine Opiat- und Alkoholab-
hängigkeit, erstere angeblich vollständig abstinent, letztere erst seit weni-
gen Monaten abstinent (ICD-10: F11.20 und F10.20) bei fortgesetztem 
Cannabis- und Zigarettenkonsum festgestellt werden. Rein medizinisch-
theoretisch sei der Beschwerdeführerin in Ermangelung einer versiche-
rungsmedizinisch relevanten Diagnose keine psychiatrisch begründbare 
Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. Die Beschwerdeführerin verfüge über 
vielfältige Ressourcen (soziale Kompetenz, Fremdsprachen, mobilisierbare 
Verlässlichkeit und Verbindlichkeit; act. II 35/2).

In der interdisziplinären Beurteilung vom 3. Februar 2010 stellten die 
Dres. med. B.________ und C.________ mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit keine Diagnosen. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
diagnostizierten sie das Folgende (act. II 35/2):

- Opiatabhängigkeit, gegenwärtig abstinent ICD-10: F11.20 
- Alkoholabhängigkeit, gegenwärtig (fraglich) abstinent ICD-10: F10.20
- Durch psychotrope Substanzen bedingter Restzustand 

Verhaltensstörung
- HIV Stadium C3, Diagnose 1994 mit stabilem Verlauf B22

Die Gutachterinnen hielten fest, obschon die Beschwerdeführerin seit 
mindestens 14 Jahren eine Invalidenrente beziehe, sei die medizinische 
Dokumentation karg. Die Anamnese stütze sich im Wesentlichen auf die 
subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin, welche sich nicht objektivie-
ren oder nachkontrollieren liessen. Sie habe angegeben, es sei ihr nach 
unauffälliger Geburt und frühkindlicher Entwicklung "nicht vergönnt gewe-
sen", ihre Persönlichkeit ohne Drogeneinfluss zu entwickeln; sie habe im 
Alter von zehn Jahren Zigaretten zu rauchen und ab dem 15. Lebensjahr 

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Opiate zu konsumieren begonnen. Die gesamte Persönlichkeitsentwicklung 
ab Erreichen der Jugendjahre habe somit unter dem Einfluss psychotroper 
Substanzen gestanden. Aus psychiatrischer Sicht habe dies versiche-
rungsmedizinisch zur Konsequenz, dass eine Beurteilung der Persönlich-
keitsstruktur unabhängig vom Drogenkonsum unmöglich sei, d.h. es könne 
nicht differenziert werden, ob primär eine Persönlichkeitsstörung (mit se-
kundärer Suchtmittelabhängigkeit) oder aber eine "primäre" Suchtmittelab-
hängigkeit vorliege. Glaube man den Angaben der Beschwerdeführerin, 
habe sie bis Mitte der 90er-Jahre vorwiegend Opiate intravenös konsu-
miert, nach gelungenem Entzug zu Beginn der 2000er-Jahre scheine sich 
das Suchtmittelkonsumverhalten in Richtung exzessives Alkoholtrinken 
(Wodka und literweise Bier) verlagert zu haben. Begleitend dazu habe sie 
all die Jahre Cannabis konsumiert (act. II 35/1). Gemessen an der Dauer 
der Suchtmittelabhängigkeit seien die therapeutischen Aktivitäten spärlich. 
Erst vor wenigen Jahren (ca. fünf Jahre) sei es ihr gelungen, den Heroin-
konsum einzustellen. Seither habe sie keine Therapie mehr gemacht. Ins-
besondere sei eine psychotherapeutische Behandlung nie ein Thema ge-
wesen. Der objektive psychopathologische Befund sei gänzlich unauffällig, 
weder fänden sich Störungen der Affektivität noch der Wahrnehmung noch 
der formalen Denkstörungen. Die Ich-Grenzen seien stabil, der Realitäts-
bezug intakt, Hinweise für Angst- oder Zwangsphänomene hätten sich kei-
ne gefunden. Selbstverletzendes Verhalten habe die Beschwerdeführerin 
(jenseits des Drogenkonsums) nie gezeigt. 

3.2.2 In den Berichten vom 21. und 24. Januar 2011 (act. II 48 f.) führten 
die Dres. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, und 
G.________, Fachärztin für Psychiatrie, RAD, nach Einholung der Berichte 
der Hausärztin und des Spitals H.________ das Folgende aus: Dem Be-
richt der Hausärztin vom 23. Dezember 2010 (act. II 47) könne entnommen 
werden, dass die Beschwerdeführerin nicht rückfällig geworden sei und 
dass sie ihren Alltag bewältigen könne. Aus den Berichten des Spitals 
H.________ vom 16. November 2010 (act. II 45) und vom 12. Juni 2009 
(act. II 47/4 f.) gehe hervor, dass der gesundheitliche Verlauf stabil sei, 
wobei sich die HIV-Infektion in Remission (supprimierter Virusload) befinde 
und dass die Aktivität der chronischen Hepatitis gering sei. Es liege auch 
kein Hinweis auf sekundäre Schäden der beiden Infektionen vor. Das inter-

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disziplinäre Gutachten habe einen guten Allgemein- und Ernährungszu-
stand sowie fehlende somatisch und psychisch bedingte funktionelle Ein-
schränkungen beschrieben. Anhand der zitierten Berichte der Hausärztin 
und des Spitals H.________ lägen keine Fakten vor, die im Vergleich zur 
gutachterlichen Referenzsachlage eine gesundheitliche Verschlechterung 
ausweisen würden, zumal sowohl die Hausärztin als auch die genannte 
Klinik in ihren Zwischenberichten vom 16. November 2010 (act. II 45) bzw. 
vom 23. Dezember 2010 (act. II 47) explizit festgehalten hätten, dass der 
gesundheitliche Zustand stationär sei. Die vom interdisziplinären Gutachten 
abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Hausärztin und das 
Spital H.________ lasse sich nur dadurch erklären, dass sich diese Beur-
teilungen vorwiegend auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin 
und auf das Vorhandensein von IV-fremden Faktoren (wie die mangelnde 
Ausbildung und das Suchtgeschehen) stützen würden. Aus somatischer 
Sicht könne bezüglich der Zumutbarkeit der beruflichen Tätigkeit aus Sicht 
des RAD auf das interdisziplinäre Gutachten abgestellt werden 
(act. II 48 f.). 

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 20. April 2023 (act. II 119) stützt 
sich in medizinischer Hinsicht auf das Gutachten der MEDAS vom 31. Au-
gust 2021 (act. II 102.1), einschliesslich des rheumatologischen Teilgutach-
tens vom 31. August 2021 (act. II 102.2), des infektiologischen Konsili-
ums/Teilgutachtens vom 14. Juni 2021 (act. II 102.3) sowie des psychiatri-
schen Teilgutachtens vom 24. Juni 2021 (act. II 102.4). Die 
Dres. med. I.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und 
J.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierten 
das Folgende (act. II 102.1/3 Ziff. 4.2):

• HIV-Infektion Stadium CDC 3 (1. positiver Test 1994 [vgl. act. II 
102.2/1]; ICD-10: B24)

• Chronische Virushepatitis Genotyp A1 (2010; ICD-10: B18.2)
• Acathamoeba-Keratitis spp [Spezies; alle Mitglieder einer Gattung] auf 

Kontaktlinsen (03.2019)
• Emotional instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.3)
• Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol (ICD-10: F10.2), 

Abhängigkeitssyndrom
• Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide (ICD-10: 

F12.2), Abhängigkeitssyndrom
• Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide (ICD-10: F11.2), 

aktuell abstinent

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Im Gutachten wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin sei seit 1997 
unter antiretroviraler Behandlung; diese sei mehrmals modifiziert worden. 
Deren Einhaltung und die Nachsorge sei schwankend gewesen, habe sich 
jedoch seit der Reduzierung des Alkoholkonsums verbessert. Die Präsenz 
des Virus im Blut sei seit vielen Jahren nicht mehr nachweisbar. Die Be-
schwerdeführerin habe eine unbehandelte, leicht aktive chronische Hepati-
tis C. Sie klage seit drei bis vier Jahren über anhaltende Schmerzen im 
unteren Rückenbereich und diffuse Gelenkschmerzen. Es werde davon 
ausgegangen, dass diese Schmerzen im Zusammenhang mit einer erhebli-
chen körperlichen Dekonditionierung wahrscheinlich degenerativen Ur-
sprungs seien (act. II 102.1/2 Ziff. 4.1). Bezüglich der Folgen des chroni-
schen Alkoholismus hätten keine klinischen Hinweise auf eine portale Hy-
pertonie oder ein Leberversagen gefunden werden können. Es sei ein Aus-
fall der tiefen Sehnenreflexe festgestellt worden, was Teil einer möglichen 
Neuropathie der unteren Extremitäten sein könne. Es sei keine Ataxie fest-
gestellt worden, es habe keine offensichtliche kognitive Störung und keine 
Herzinsuffizienz gegeben. Es liege eine emotional labile Persönlichkeit vor. 
Grundlage dieser Diagnose sei der in der Kindheit beschriebene emotiona-
le Mangel, der seitdem ein Gefühl der Unsicherheit und von Ängsten, ver-
lassen zu werden, mit Auswirkungen schon in jungen Jahren auf zwi-
schenmenschliche Beziehungen, hervorrufe. Es habe zu einer emotionalen 
Labilität und selbstzerstörerischem Verhalten geführt, zu dem auch Dro-
genabhängigkeit gehöre, mit einer Opiat- und Alkoholabhängigkeit sowie 
einer marginalen Lebensführung der Beschwerdeführerin (langjährige Ob-
dachlosigkeit). Es bestehe weiterhin eine anhaltende Alkohol- und Canna-
bisabhängigkeit; seit 2000 bzw. 2007 nehme sie jedoch keine Opiate mehr. 
Die durch die Mini-ICF-APP erhaltenen psychologischen Funktionsein-
schränkungen seien eine Verringerung der Anpassungsfähigkeit, der Flexi-
bilität und der Fähigkeit, sich innerhalb einer Gruppe weiterzuentwickeln. 
Die Beschwerdeführerin sei in der "bisherigen" und einer angepassten 
Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig (act. II 102.1/4 Ziff. 4.7 f.). Im Jahr 2007 habe 
sich die Beschwerdeführerin von der Opiatabhängigkeit entwöhnt und ihre 
HIV-Erkrankung sei mittels Behandlung gut kontrolliert. Ab dann habe sich 
die gesundheitliche Situation verbessert. Im Jahr 2019 sei keine Ver-
schlechterung des Gesundheitszustandes zu verzeichnen. Andererseits 
erscheine eine erneute Betrachtung der Auswirkungen der gesundheitli-

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chen Beschwerden seit 2007 und der Arbeitsfähigkeit seitdem gerechtfer-
tigt; die Arbeitsfähigkeit liege seit damals bei 50 % (act. II 102.1/5 Ziff. 4.9).

3.4

3.4.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; 
SVR 2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). 

3.5 Das Gutachten der MEDAS vom 31. August 2021 (act. II 102.1), 
einschliesslich des rheumatologischen und psychiatrischen Teilgutachtens 
sowie des infektiologischen Konsiliums (act. II 102.2-102.4) erfüllen die 
Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.4.1 hiervor). 
Die Sachverständigen setzten sich einlässlich mit den Angaben der Be-
schwerdeführerin zu den gesundheitlichen Einschränkungen auseinander 
(act. II 102.1/2 ff. Ziff. 4, 102.2/13 Ziff. 8, 102.4/8 ff. Ziff. 7 f.). Die Aus-
führungen und Feststellungen beruhen auf eingehenden fachärztlichen 
Abklärungen (act. II 102.2 ff.) und sind in Kenntnis der Vorakten erfolgt 
(act. II 102.2/2 ff.). Basierend darauf stellten die Sachverständigen die me-
dizinischen Befunde (act. II 102.2/11 Ziff. 4, 102.4/5 f.), die zu stellenden 

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Diagnosen (act. II 102.1/3 Ziff. 4.2, 102.4/6 Ziff. 6 ff.) und die daraus zu 
ziehenden Schlussfolgerungen grundsätzlich nachvollziehbar und einleuch-
tend dar. Die Gutachter nahmen auch in überzeugender Weise zur Konsis-
tenz und Plausibilität (act. II 102.4/9 Ziff. 7.3) sowie zu den Belastungsfak-
toren und Ressourcen (act. II 102.4/9 Ziff. 7.4) Stellung. 

Die Sachverständigen hielten überzeugend fest, dass die von der Be-
schwerdeführerin geltend gemachte Verschlechterung des Gesundheitszu-
standes, welche sie zur Neuanmeldung im Oktober 2019 veranlasst habe 
(Acathamoeba-Keratitis), sich nicht einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit 
auswirke; dies gelte auch für die chronische Hepatitis C. Die HIV-Infektion, 
bekannt seit 1994, werde behandelt (Virus im Blut seit vielen Jahren nicht 
mehr nachweisbar). Die Beschwerdeführerin klagte nach Einnahme der 
Medikamente während mehreren Stunden am Morgen über Übelkeit und 
eine Asthenie (Schwäche/Kraftlosigkeit), weshalb ihr die Sachverständigen 
aufgrund der Nebenwirkungen der Behandlung eine 40%ige Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit attestierten (act. II 102.1/5 Ziff. 4.9). In psychiatrischer 
Hinsicht gingen die Sachverständigen zudem von einer 50%igen Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit aus und begründeten dies mit der Persön-
lichkeitsstörung, den erheblichen Angstzuständen und Stimmungsschwan-
kungen (act. II 102.4/6 ff. Ziff. 6b). Gesamthaft attestierten sie in der Folge, 
dass die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2007 auch in einer angepass-
ten Tätigkeit zu 50 % eingeschränkt sei (act. II 102.1/6). 

Bezüglich der in psychischer Hinsicht attestierten Arbeitsunfähigkeit von 
50 % kann offenbleiben, ob dieser Einschätzung auch aus rechtlicher Sicht 
(vgl. E. 2.2.2 hiervor) zu folgen ist. Denn einerseits überlappt sich diese 
(weitgehend) mit derjenigen aus somatischen Gründen von 40 %. Anderer-
seits besteht auch mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen (E. 3.6 
hiernach) kein Anlass für ein strukturiertes Beweisverfahren nach Massga-
be von BGE 141 V 281.

Die Beschwerdeführerin zieht das MEDAS-Gutachten vom 31. August 2021 
nicht in Zweifel, sie verweist jedoch auf den behandelnden Infektiologen 
Dr. med. E.________, welcher in seiner Stellungnahme vom 18. Juni 2023 
(in den Gerichtsakten) vorbringt, seine langjährige Erfahrung decke sich mit 
den Einschätzungen der MEDAS-Gutachter. Damit teilt er die Beurteilung 

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der MEDAS und beanstandet die frühere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 
durch die Dres. med. B.________ und C.________, denn diese stehe 
gemäss ihm in Diskrepanz zu der von der MEDAS attestierten 
Arbeitsfähigkeit von 50 %. Neue medizinische Befunde führt er jedoch nicht 
an (vgl. dazu E. 3.6 hiernach). Es bestehen damit – bis auf die retrospektiv 
zwischen den beiden aktenkundigen Gutachten divergierenden Beurteilun-
gen der zumutbaren Arbeitsfähigkeit – keine medizinischen Akten, welche 
Zweifel an der Vollständigkeit und Schlüssigkeit des MEDAS-Gutachtens 
zu wecken vermöchten. Der medizinische Sachverhalt ist hinreichend ab-
geklärt.

3.6 Zu prüfen ist in der Folge, ob eine wesentliche Veränderung des 
Gesundheitszustandes eintrat. Referenzzeitpunkt bildet die Verfügung vom 
25. Januar 2011 (act. II 52), welche auf die interdisziplinäre Beurteilung der 
Dres. med. B.________ und C.________ vom 3. Februar 2010 abstellte 
und worin in somatischer und psychiatrischer Hinsicht keine 
Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (act. II 35/2). Im Vergleich dazu gingen 
die Sachverständigen der MEDAS in somatischer und psychischer Hinsicht 
nunmehr von einer insgesamt bloss 50%igen Arbeitsfähigkeit auch in einer 
angepassten Tätigkeit aus. Diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gelte 
seit dem Jahr 2007 (act. II 102.2/13 Ziff. 8.1, 102.4/11 Ziff. 8b) und habe 
sich seither nicht verändert. Diese Einschätzung begründete sich vor allem 
durch das psychiatrische Teilgutachten von Dr. med. J.________, welcher 
davon ausgeht, dass die Abhängigkeit von psychoaktiven Substanzen am 
häufigsten eine Komorbidität bei Patienten mit einer emotional instabilen 
Persönlichkeitsstörung sei; diese würden die Substanzen als Mittel 
benutzen, um ihre Emotionen zu regulieren und um ihre Ängste im Zaum 
zu halten. Unter Kritik an der interdisziplinären Beurteilung der Dres. med. 
B.________ und  C.________ vom 3. Februar 2010 führte er aus, diese 
hätten weder die traumatische Vergangenheit noch die Charakterstörungen 
zusammen mit einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung der 
Beschwerdeführerin berücksichtigt (act. II 102.4/7 f.). Demgegenüber gin-
gen Dres. med. B.________ und C.________ davon aus, dass aufgrund 
des frühen Drogenkonsums in der Jugendzeit eine Beurteilung der Persön-
lichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin unabhängig vom Drogenkonsum 
nicht möglich sei, d.h. es könne nicht differenziert werden, ob primär eine 

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Persönlichkeitsstörung (mit sekundärer Suchtmittelabhängigkeit) oder aber 
eine "primäre" Suchtmittelabhängigkeit vorgelegen habe (act. II 33.2/1); die 
Persönlichkeitsaspekte fanden mithin bereits im Rahmen des Vorgutach-
tens Eingang. Eine andere Beurteilung des von den MEDAS-Gutachtern 
selbst als seit 2007 unverändert beschriebenen Zustands erfolgte auch in 
somatischer Hinsicht; die frühere Gutachterin Dr. med. B.________ ging 
2010 davon aus, dass die Beschwerden im Zusammenhang mit der HIV-
Erkrankung eine Leistungseinbusse von maximal 20 % begründen würden 
(act. II 21/8 f.). Demgegenüber attestierten die MEDAS-Gutachter aus so-
matischen Gründen eine 40%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
(act. II 102.1/5 Ziff. 4.9). Damit ergibt der Vergleich der beiden 
interdisziplinären Gutachten, dass lediglich eine unter revisionsrechtlichem 
Gesichtswinkel unerhebliche unterschiedliche Beurteilung eines im 
Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts vorliegt (vgl. E. 2.4.5 
hiervor); dies insbesondere auch mit Blick auf den Umstand, dass die 
Sachverständigen der MEDAS – wie erwähnt – ausdrücklich festhielten, 
dass ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten 
Tätigkeit bereits seit dem Jahr 2007 Gültigkeit habe (act. II 102.2/13 Ziff. 
8.1, 102.4/11 Ziff. 8b), d.h. sich seither auch nicht verändert habe. 

Weitere Revisionsgründe, insbesondere erwerbliche, sind ebenfalls nicht 
erstellt und werden von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend 
gemacht. Insgesamt ist damit im hier massgebenden Zeitraum (vgl. E. 3.1 
hiervor) kein Revisionsgrund erstellt. Es ist daher weder ein strukturiertes 
Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 noch ein Einkommensvergleich 
(Art. 16 ATSG) durchzuführen (Urteil des Bundesgerichts 8C_295/2021 
vom 9. August 2021 E. 7).

4.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 20. April 2023 
(act. II 119) im Ergebnis nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist ab-
zuweisen.

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5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

5.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

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desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.