# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ce780a5-e8e6-5012-bd9d-c05eda0ae720
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.07.2020 200 2019 782
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-782_2020-07-01.pdf

## Full Text

200 19 782 IV
KOJ/PES/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. Juli 2020

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsdienst, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 16. September 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Juli 2020, IV/19/782, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Im September 2013 meldete sich der 1970 geborene A.________ (nachfol-
gend Versicherter bzw. Beschwerdeführer) bei der Invalidenversicherung 
für eine berufliche Integration/Rente an. Hinsichtlich Art der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung nannte er im Wesentlichen unfallbedingte Kniebe-
schwerden rechts, bestehend seit einem Unfall vom 1. Februar 2012 (Ant-
wortbeilage [AB] 2). Die IV-Stelle Bern (nachfolgend IV-Stelle bzw. Be-
schwerdegegnerin) nahm in der Folge in erwerblicher und medizinischer 
Hinsicht Abklärungen vor. Insbesondere holte sie aktuelle Berichte der be-
handelnden Ärzte (AB 14, 20), Informationen bei der Arbeitgeberin 
(AB 21 f.) sowie die Unfallakten der D.________ (AB 9.1, 18, 24 f.) ein. 

Hierauf gewährte sie dem Versicherten verschiedene Frühinterventions- 
und Integrationsmassnahmen (AB 26 f., 34, 46, 64). Nach Rücksprache mit 
dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; AB 43 S. 3 f.) beauftragte sie zu-
dem Dr. med. E.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 
mit einer Begutachtung des Versicherten zur Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit aus psychiatrischer Sicht (vgl. AB 49 sowie das psychiatrische Fach-
gutachten vom 30. Juli 2014 [AB 71.1]). Auf Empfehlung der Gutachterin 
erfolgte sodann im Januar 2015 eine neuropsychologische Untersuchung 
des Versicherten durch lic. phil. F.________, Fachpsychologe für Neuro-
psychologie FSP (neuropsychologisches Gutachten vom 24. Januar 2015 
[AB 96.1]). 

Vom 15. September 2014 bis 14. Dezember 2014 fand in der abklärungs-
stelle G.________ ein Arbeitstraining statt (AB 81). Im Dezember 2014 
folgte die Zusprache eines Arbeitsversuchs mit Coaching im H.________ 
vom 15. Dezember 2014 bis 14. März 2015 (AB 87, 92). Diese Massnahme 
wurde in der Folge bis 14. Juni 2015 verlängert (AB 103). 

Am 13. Juli 2015 verfügte die D.________ ausgehend von einer unfallbe-
dingten Erwerbsunfähigkeit von 16% und einer Integritätseinbusse von 5% 
die Zusprache einer Integritätsentschädigung sowie einer Rente ab 1. Juli 
2015 (AB 121).

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Ab 1. Juli 2015 war der Versicherte befristet bis 30. November 2015 zu 
40% bei H.________ angestellt (Mutterschaftsvertretung; siehe IV-Protokoll 
per 14. November 2019 [in den Gerichtsakten], Einträge vom 8. Juni [S. 19] 
und 3. September 2015 [S. 21]). Im Dezember 2015 arbeitete er insgesamt 
zu einem 100%-Pensum und im Anschluss befristet bis Ende Februar 2016 
in zwei verschiedenen Bereichen bis zu einem 80%-Pensum für 
H.________ (siehe IV-Protokoll per 14. November 2019 [in den Gerichtsak-
ten], Einträge vom 29. November [S. 23] und 23. Dezember 2015 [S. 24]). 
Mit Stellenantritt ab 1. März 2016 erfolgte eine Festanstellung bei 
H.________ als Mitarbeiter … in einem 80%-Pensum zu einem Bruttolohn 
von Fr. 3'280.-- pro Monat (AB 137). Die IV-Stelle gewährte hierfür einen 
Einarbeitungszuschuss von 50% für die ersten beiden Anstellungsmonate 
(vgl. AB 134 f.). Mit Mitteilung vom 28. November 2016 schloss die IV-
Stelle das Dossier in der Abteilung Eingliederung. Die Arbeitsvermittlung 
sei erfolgreich abgeschlossen (AB 143).

Mit Verfügung vom 13. Januar 2017 sprach die IV-Stelle dem Versicherten 
für die Zeit ab 15. Juni 2015 ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 
45% und für die Zeit ab 1. März 2016 ausgehend von einem solchen von 
41% nach entsprechendem Vorbescheid (AB 141) mit Wirkung ab 1. Juni 
2015 eine Viertelsrente zu (AB 146).

B.

Im April 2018 reichte die H.________ AG einen Antrag auf Entschädigung 
für Beitragserhöhungen wegen erneuter Arbeitsunfähigkeit des Versicher-
ten ein (AB 174). Die IV-Stelle erteilte in der Folge Kostengutsprache für 74 
anrechenbare Tage vollständiger Arbeitsunfähigkeit (AB 179).

Im Oktober 2018 ging der IV-Stelle ein neuer Arbeitsvertrag des Versicher-
ten zu (AB 186). Aufgrund der verminderten Leistungsfähigkeit infolge des 
attestierten gesundheitlichen Zustands entspreche der ab 1. September 
2018 geltende neue Bruttolohn von Fr. 2‘484.-- pro Monat einer Leistungs-
fähigkeit von 60% bei einem Beschäftigungsgrad von 80% (AB 186 S. 2 f.).

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Im November 2018 leitete die IV-Stelle ein Rentenrevisionsverfahren von 
Amtes wegen ein (AB 188). Im Revisionsfragebogen gab der Versicherte 
an, sein Gesundheitszustand habe sich seit dem letzten Rentenentscheid 
verschlechtert und zwar bei seit Anfang 2018 gehäuften Phasen der Ar-
beitsunfähigkeit akut im Oktober 2018 mit Klinikaufenthalt. Per 1. Septem-
ber 2018 sei eine Reduktion des Arbeitspensums erfolgt (AB 208). 

Nach Aktualisierung der Akten (AB 196 f., 204 f., 207, 212.1 – 212.266, 
217 f., 223.1 – 223.4) beauftragte die IV-Stelle zur Klärung der psychischen 
Belastbarkeit, der Zumutbarkeit und der Einsatzmöglichkeiten des Versi-
cherten (vgl. AB 224 S. 3) die Abklärungsstelle G.________ mit einer Ar-
beitsmarktlichen-Medizinischen Abklärung (AMA) vom 6. bis 29. Mai 2019 
(AB 228; Abklärungsbericht AMA vom 14. Juni 2019 [AB 245 S. 3 ff.]). Das 
im Rahmen der Eingliederung vor der erstmaligen Rentenzusprache einge-
gangene und per 1. September 2018 angepasste Arbeitsverhältnis wurde 
seitens H.________ per 31. Mai 2019 aufgelöst (AB 243).

Mit Mitteilung vom 1. Juli 2019 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten 
Unterstützung und Beratung bei der Stellensuche (AB 254). Am 5. Juli 
2019 stellte sie ihm die Abweisung seines Erhöhungsgesuchs hinsichtlich 
Invalidenrente in Aussicht (AB 255). Hiergegen erhob der Versicherte, ver-
treten durch I.________, am 22. August 2019 Einwand (AB 260). Am 
16. September 2019 verfügte die IV-Stelle unter Stellungnahme zu den 
erhobenen Einwänden ihrem Vorbescheid entsprechend die Abweisung 
des Erhöhungsgesuchs hinsichtlich Invalidenrente. Der Versicherte habe 
nach wie vor Anspruch auf eine Viertelsrente (AB 262).

C.

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, neu vertreten durch 
B.________, Rechtsdienst, Rechtsanwalt C.________, am 14. Oktober 
2019 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung 
sei aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab 1. Dezember 2018 eine hal-
be Invalidenrente zuzusprechen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 
zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

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Mit Beschwerdeantwort vom 14. November 2019 beantragt die Beschwer-
degegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen. 

Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien mit Ein-
gaben vom 14. Januar resp. 17. Februar 2020 an ihren Rechtsbegehren 
fest. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 
16. September 2019 (AB 262). Streitig und zu prüfen ist der Rentenan-
spruch und dabei insbesondere, ob der Beschwerdeführer ab 1. Dezember 
2018 Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung hat. 

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

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2.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In-
validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invali-
denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustan-
des erheblich verändert haben (vgl. BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der 
ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur Zeit der 
streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 
S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). Wurde 
die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche Ver-
gleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern eine 
materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattgefunden 
hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsabklärung, eine 
Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für eine Änderung 
in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands bestanden – 
ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind (BGE 133 V 108 E. 5.4 
S. 114; SVR 2019 IV Nr. 68 S. 220 E. 2).

2.5 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5). 

Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende Änderung 
für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an 
zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraus-
sichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, 

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nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat 
und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 der Verord-
nung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; 
SR 831.201]). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeein-
flussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Un-
terbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). 

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdi-
gung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objek-
tiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach 
zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beur-
teilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das 
Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und 
die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.

3.1 Zeitlicher Referenzpunkt für die Beurteilung, ob eine wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen vorliegt, die geeignet ist, den 
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen, bildet vor-
liegend der der ursprünglichen Rentenverfügung vom 13. Januar 2017 
(AB 146) zu Grunde liegende Sachverhalt. Die Verfügungen vom 3. Febru-

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ar 2017 (AB 154) und 19. Januar 2018 (AB 167) gründen nicht auf einer 
materiellen Überprüfung des Leistungsanspruchs des Versicherten, son-
dern auf dem vorübergehenden Wegfall der Kinderrente für Sohn Sandro 
und sind damit revisionsrechtlich unbeachtlich (vgl. E. 2.4 hiervor).

3.2 In der Rentenverfügung vom 13. Januar 2017 wurde für die Zeit ab 
1. März 2016 der bei der H.________ AG nach erfolgreicher Eingliederung 
tatsächlich in einem 80%-Pensum erzielte Verdienst von Fr. 3'280.-- x 13 
als Invalideneinkommen herangezogen (AB 146 S. 6). Mit der Lohnanpas-
sung per 1. September 2018 auf Fr. 2'484.-- x 13 (AB 186 S. 2 ff.) liegt folg-
lich eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen vor, die 
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein-
flussen (vgl. Art. 31 Abs. 1 IVG). Das Vorliegen eines Revisionsgrundes im 
Vergleichszeitraum ist somit zu bejahen und der Rentenanspruch frei zu 
prüfen. Etwas anderes wird von den Parteien denn auch nicht geltend ge-
macht. 

3.3 Soweit die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort er-
wägt, es liege beim Beschwerdeführer möglicherweise gar kein invalidisie-
render Gesundheitsschaden vor, kann ihr nicht gefolgt werden. Der invali-
disierende Charakter von dessen psychischem Gesundheitsschaden ist 
gestützt auf das seinerzeitige Gutachten vom 30. Juli 2014 (AB 71.1) er-
stellt. Diagnostisch liegen bei ihm auf psychiatrischem Fachgebiet eine 
rezidivierende depressive Störung sowie eine kombinierte Persönlichkeitss-
törung mit Hinweisen auf hirnorganische Anteile der Persönlichkeitsstörung 
vor (AB 71.1 S. 19 und 22; siehe auch AB 245 S. 12). Infolge der Persön-
lichkeitsstörung war die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers unstrittig 
um 40% eingeschränkt (AB 71.1 S. 24; vgl. AB 146 S. 6). Den Akten ist 
diesbezüglich keine massgebliche Änderung des Sachverhalts zu entneh-
men. Insbesondere deckt sich die damalige gutachterliche Expertise mit 
den Feststellungen und der ärztlichen Beurteilung im Rahmen der Arbeits-
marktlichen-Medizinischen Abklärung vom 6. bis 29. Mai 2019 (siehe 
AB 245 S. 3 ff., insbesondere S. 12). Gestützt auf diese Abklärungen ist 
erstellt, dass die gesundheitlich bedingten funktionellen Einschränkungen 
des Beschwerdeführers erheblich grösser sind, als in der Beschwerdeant-
wort, S. 3, Ziff. 8 – 14, dargestellt. Der Beschwerdeführer weist sodann in 

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der Replik zu Recht darauf hin, dass keine vollständige Arbeitsunfähigkeit 
im Raum steht und es im Rahmen der Indikatorenprüfung insbesondere mit 
Bezug auf die weitgehend intakten persönlichen und sozialen Verhältnisse 
zu berücksichtigen gilt, dass eine Einschränkung der Erwerbsfähigkeit um 
40% keine erheblichen Beeinträchtigungen in den genannten Bereichen 
erwarten lässt resp. mit den gemachten Feststellungen korreliert. Inkonsis-
tenzen sind keine auszumachen. Eine entsprechende Gewichtung der Indi-
katoren lässt sich den Ausführungen in der Beschwerdeantwort, S. 3, 
Ziff. 8 ff, nicht entnehmen. Auch im Lichte der normativen Vorgaben (vgl. 
BGE 141 V 281) sind die funktionellen Auswirkungen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen vorliegend medizinisch widerspruchsfrei und schlüssig 
nachgewiesen. Dies wird von der Beschwerdegegnerin denn eigentlich 
auch nicht bestritten (siehe Beschwerdeantwort, S. 2, Ziff. 3). Der differen-
zierten ärztlichen Folgenabschätzung ist vorliegend aus rechtlicher Sicht 
nichts beizufügen. Die Frage der funktionellen Auswirkungen der gesund-
heitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers ist aus juristischer 
Sicht gleich zu beantworten, wie im Gutachten vom 30. Juli 2014 (AB 71.1) 
und im Abklärungsbericht AMA vom 14. Juni 2019 (AB 245 S. 3 ff.) ge-
schehen. Darauf ist abzustellen. Die Beschwerdegegnerin stellt denn auch 
keinen formellen Antrag im Sinne einer reformatio in peius.

3.4 Nach dem Dargelegten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer in 
einer angepassten Tätigkeit bei zumutbarer vollzeitlicher Präsenz nach wie 
vor zu 60% leistungsfähig ist (AB 245 S. 12). Dies ist seitens der Parteien 
somit zu Recht grundsätzlich unbestritten (vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. 3, 
Beschwerdeantwort S. 2 Ziff. 5 sowie E. 3.3 hiervor). 

4.

Für die Invaliditätsbemessung im Rahmen eines Revisionsverfahrens sind 
praxisgemäss die Verhältnisse zur Zeit der allfälligen Rentenrevision mass-
gebend.

4.1 Die Bemessung des Valideneinkommens auf der Basis der frühe-
ren Tätigkeit des Beschwerdeführers bei der Gemeinde Aarwangen (vgl. 
dazu AB 21 S. 4 Ziff. 2.11) ist zu Recht unbestritten. Aufindexiert auf das 

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Jahr 2018, den Zeitpunkt der allfälligen (ersten) Rentenrevision, ergibt dies 
ein hypothetisches Valideneinkommen von Fr. 73'513.60 (Fr. 71'961.50 / 
102 x 104.2 [Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung, Tabelle T1.1.10 
Nominallohnindex, Männer, 2011 - 2018, Öffentliche Verwaltung]).

4.2 Hinsichtlich des Invalideneinkommens ergibt sich was folgt: Nach 
der mit neuem Arbeitsvertrag vom 29. Juni 2018 (AB 186 S. 2 ff.) erfolgten 
Lohnanpassung per 1. September 2018 lag das bei der H.________ AG 
tatsächlich erzielte Einkommen des Beschwerdeführers mit Fr. 32'292.-- 
(Fr. 2'484.-- x 13) neu deutlich unter dem, was der Beschwerdeführer auf 
dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt erzielen könnte. Auf die-
sem hypothetischen Arbeitsmarkt ist ein Stellenwechsel auch dann zumut-
bar, wenn es für die versicherte Person auf Grund der wirtschaftlichen Ge-
gebenheiten auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt sehr schwierig oder gar 
unmöglich ist, eine entsprechende Stelle zu finden (SVR 2018 IV Nr. 24 
S. 79 E. 6.1). Folglich ist ab dem 1. September 2018 für die Bemessung 
des Invaliditätsgrades nicht mehr auf das tatsächlich bei der H.________ 
AG erzielte Einkommen, sondern darauf abzustellen, was der Beschwerde-
führer auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt erzielen könn-
te. Hierzu sind in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin die Erfah-
rungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom Bun-
desamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) her-
anzuziehen. Die Beschwerdegegnerin hat dabei zu Recht auf den Totalwert 
im Kompetenzniveau 1, Männer der Tabelle TA1 der LSE abgestellt, da 
dieser eine breite Palette noch möglicher Tätigkeiten widerspiegelt. Im Jahr 
2016 (vgl. BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 27. November 2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1) betrug dieser Wert 
Fr. 5‘340.-- (Bundesamt für Statistik, LSE 2016, Tabelle TA1, Kompetenz-
niveau 1, Männer, Total). Unter Berücksichtigung der erforderlichen Um-
rechnung auf die allgemeine betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit (sie-
he BGE 126 V 75 E. 3b bb S. 76) von im Jahr 2018 41.7 Stunden (Bundes-
amt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 
Total) und der Nominallohnentwicklung zwischen 2016 und 2018 von 104.1 
Punkten auf 105.1 Punkte (Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung, Ta-
belle T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, 2011-2018, Total) entspricht das 
einem monatlichen Bruttolohn von Fr. 5‘620.45, was einen Bruttojahreslohn 

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von Fr. 67‘445.40 ergibt. In einer entsprechenden Verweisungstätigkeit ist 
der Beschwerdeführer bei zumutbarer vollzeitlicher Präsenz nach wie vor 
zu 60% leistungsfähig (vgl. E. 3.4 hiervor). Unter Berücksichtigung dieser 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit resultiert aus den vorstehenden Berech-
nungen für das Jahr 2018 ein theoretisches Invalideneinkommen des Be-
schwerdeführers in Höhe von Fr. 40'467.25 (Fr. 67‘445.40 x 0.6). 

Ein Abzug vom Tabellenlohn ist entgegen der Vorbringen in der Beschwer-
de, S. 5 ff., Ziff. 8 – 10, nicht gerechtfertigt. Wie die Arbeitsmarktliche-Me-
dizinische Abklärung vom 6. bis 29. Mai 2019 zweifelsfrei ergeben hat, ist 
dem Beschwerdeführer eine vollzeitliche Präsenz zumutbar, wobei dessen 
Leistungsfähigkeit in einer entsprechenden Verweistätigkeit ohne Leis-
tungsabfall über den Tagesverlauf durchschnittlich 60% beträgt (siehe 
AB 245 S. 12). Bei einer zumutbaren vollzeitlichen Tätigkeit mit einge-
schränkter Leistungsfähigkeit wie vorliegend fällt ein Abzug vom Tabellen-
lohn wegen Teilzeitarbeit entgegen der Meinung des Beschwerdeführers 
(Beschwerde S. 5 f. Ziff. 8) ausser Betracht (vgl. Entscheid des BGer vom 
9. Mai 2016, 9C_763/2015, E. 4.2 mit Hinweisen). Sodann wurde mit der 
Heranziehung des tiefstmöglichen Kompetenzniveaus und der vollständi-
gen Berücksichtigung der festgestellten Leistungseinschränkung von 40% 
in einer entsprechenden Verweistätigkeit den leidensbedingten Einschrän-
kungen des Beschwerdeführers bereits umfassend Rechnung getragen, 
sodass diese nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Ab-
zugs einfliessen dürfen (vgl. SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2). Würde 
man der Argumentation des Beschwerdeführers in der Beschwerde, S. 6 f., 
Ziff. 9, folgen, würde dies zu einer unzulässigen doppelten Anrechnung der 
bereits berücksichtigten Einschränkungen führen. Weitere Gründe, die zu 
einer Einkommenseinbusse im Verhältnis zum Tabellenlohn in einer ange-
passten Tätigkeit führen dürften (vgl. BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327), sind 
nicht ersichtlich und werden denn auch nicht geltend gemacht. Das hypo-
thetische Invalideneinkommen des Beschwerdeführers ab September 2018 
beträgt nach dem Dargelegten Fr. 40'467.25 (Fr. 67‘445.40 x 0.6).

4.3 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen 
resultiert für die Zeit ab 1. September 2018 ein Invaliditätsgrad von 45% 
(100 / Fr. 73'513.60 x [Fr. 73'513.60 - Fr. 40'467.25]) und damit unverän-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Juli 2020, IV/19/782, Seite 13

dert ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Da nach dem Dargelegten das 
Invalideneinkommen des Beschwerdeführers bereits ab September 2018 
auf statistischer Grundlage zu bemessen ist (vgl. E. 4.2 hiervor), stellt die 
Beendigung des Arbeitsverhältnisses seitens der H.________ AG per 
31. Mai 2019 (vgl. AB 243) – da bei dieser Ausgangslage von vornherein 
ohne Einfluss auf den Invaliditätsgrad – keinen weiteren Revisionsgrund 
dar. 

4.4 Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung der Beschwer-
degegnerin vom 16. September 2019 (AB 262) im Ergebnis nicht zu bean-
standen und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. Der Be-
schwerdeführer hat unverändert Anspruch auf eine Viertelsrente.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Juli 2020, IV/19/782, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.