# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 84212811-ab5e-5fec-865f-b5286ac66c33
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.09.2008 E-6798/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6798-2007_2008-09-22.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6798/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch, 
Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer.

A._______, geboren (...),
Côte d'Ivoire,
vertreten durch lic. iur. Viktor Müller, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Ver-
fügung des BFM vom 28. September 2007 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6798/2007

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  die 
Elfenbeinküste am 5. Juni  2007 verliess und,  am 7. Juni  2007 unter 
Umgehung  der  Grenzkontrolle  in  die  Schweiz  einreiste,  wo  er 
gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Vallorbe um 
Asyl nachsuchte,

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  summarischen Befragung 
vom  13.  Juni  2007  im  EVZ  Vallorbe  und  der  in  B._______ 
durchgeführten  kantonalen  Anhörung  vom  10.  Juli  2007  zu  den 
Asylgründen im Wesentlichen geltend machte, dass er aus C._______ 
stamme,  und mehrere  Jahre  mit  seinen  Eltern  und Geschwistern  in 
Abidjan gelebt habe,

dass sein Vater, seine Mutter sowie seine Grossmutter im Jahre 2003 
oder 2004 zu Hause in Abidjan von Militärs umgebracht worden seien, 
zumal sein Vater Mitglied der Partei D._______ gewesen sei,

dass  er  sich  zu  diesem  Zeitpunkt  unweit  von  zuhause  in  einem 
Nebengebäude aufgehalten und sich dort versteckt habe,

dass er am folgenden Tag nach C._______ zu einem Freund geflüchtet 
sei,  der ihm vorgeschlagen habe, den Rebellen beizutreten, um sich 
wegen  der  an  seinen  verstorbenen  Eltern  und  seiner  Grossmutter 
verübten Verbrechen an den Tätern zu rächen,

dass  er  diesen  Vorschlag  abgelehnt  habe,  woraufhin  er  von  seinen 
Freunden geschlagen worden und später  nach E._______ geflüchtet 
sei, wo er seiner Arbeit als F._______ wieder habe nachgehen wollen,

dass  er  eines  Tages von  Jugendlichen  des  Stammes von Präsident 
Gbagbo  heimgesucht  worden  sei,  die  ihn  für  dessen  Unterstützung 
hätten gewinnen wollen, was er jedoch abgelehnt habe,

dass daraufhin Ende März 2007 sein Haus von unbekannten Personen 
niedergebrannt  worden  sei,  weshalb  der  Beschwerdeführer  wieder 
nach Abidjan umgezogen sei und zirka zwei Monate später von dort 
aus auf dem Luftweg direkt in die Schweiz gelangt sei,

dass für  den Inhalt  der  weiteren Aussagen auf  die  Akten verwiesen 
wird,

Seite 2

E-6798/2007

dass der  Beschwerdeführer  weder  Identitätsdokumente  noch andere 
Beweismittel zu den Akten gab und der schriftlichen Aufforderung zur 
Papierbeschaffung innert 48 Stunden nicht nachgekommen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  am  3.  August  2007  wegen 
Widerhandlungen gegen das  Betäubungsmittelgesetz vom 3. Oktober 
1951 (BetmG, SR 812.121)  von der  Polizei  des Kantons B._______ 
angehalten wurde,

dass das BFM mit  Verfügung vom 28. September  2007 gestützt  auf 
Art. 32 Abs. 1 Bst. a  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 
142.31)  auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat und 
dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung seines Entscheides im Wesentlichen 
ausführte,  der  Beschwerdeführer  habe  den  Behörden  trotz 
Aufforderung  innert  48  Stunden  und  bis  dato  keine 
Identitätsdokumente  eingereicht  und  hierfür  keine  entschuldbaren 
Gründe glaubhaft zu machen vermocht,

dass die Verfolgungsvorbringen ferner den Anforderungen gemäss Art. 
3 und 7 AsylG an die Flüchtlingseigenschaft beziehungsweise an die 
Glaubhaftmachung  eines  asylbegründenden  Sachverhalts 
offensichtlich  nicht  genügten  und  zusätzliche  Abklärungen  zur 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses nicht erforderlich seien,

dass  nicht  einsichtig  sei,  dass  der  Beschwerdeführer  nicht  genau 
gewusst  haben  wolle,  in  welchem  Jahr  seine  Eltern  angeblich 
umgebracht worden seien (vgl. A1, S. 3; A9, S. 5) und er tags darauf 
aus Abidjan geflüchtet sei, ohne sich um die Beerdigung seiner Eltern 
zu kümmern,

dass er zudem keinerlei Beweismittel eingereicht habe, die ein Hinweis 
dafür  geben  könnten,  dass  die  Tötung  der  Eltern  sowie  auch  das 
angebliche  Niederbrennen  seiner  Unterkunft  in  E._______  den 
Tatsachen entsprechen würden,

dass  seine  Vorbringen  betreffend  der  Behelligungen  durch  seine 
Freunde in C._______ widersprüchlich ausgefallen seien,

Seite 3

E-6798/2007

dass die Wegweisung die Regelfolge eines Nichteintretensentscheides 
darstelle  und keine Gründe ersichtlich seien,  die auf  Unzulässigkeit, 
Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  eines  Wegweisungsvollzuges 
schliessen  lassen  könnten,  zumal  er  die  Flüchtlingseigenschaft 
offensichtlich  nicht  erfülle  und  ihm  im  Heimatstaat  mangels 
gegenteiliger  Anhaltspunkte  keine  durch  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe oder Behandlung 
drohe,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 8. Oktober 2007 gegen 
diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob 
und  deren  Aufhebung  und  Rückweisung  an  die  Vorinstanz  zur 
Neubeurteilung,  eventualiter  die  Gewährung  von  Asyl,  eventualiter 
(recte:  subeventualiter)  die  Gewährung  der  vorläufigen  Aufnahme 
beantragt,

dass er in prozessualer Hinsicht beantragt, es sei der Beschwerde die 
aufschiebende Wirkung zu erteilen, es sei ihm zur Einreichung einer 
ergänzten  und  verbesserten  Beschwerdebegründung die  gesetzliche 
Nachfrist von drei Tagen anzusetzen, und es sei ihm die unentgeltliche 
Rechtspflege und Rechtsverbeiständung sowie eine Frist von 30 Tagen 
zur Einreichung von Beweismitteln aus dem Ausland zu gewähren,

dass  der  damals  zuständige  Instruktionsrichter  des 
Bundesverwaltungsgerichts  mit  Zwischenverfügung  vom 11.  Oktober 
2007  feststellte,  der  Beschwerdeführer  könne  den  Ausgang  des 
Verfahrens in der Schweiz abwarten und ihn mangels Begründung der 
Begehren zur Beschwerdeverbesserung aufforderte, 

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  vom  8. 
Oktober 2007 und in seiner ergänzenden Beschwerdebegründung vom 
11. Oktober 2007 zunächst geltend machte, nicht ausreichend über die 
Folgen der Nichtbeibringung von Identitätspapieren aufgeklärt worden 
zu sein,

dass  im  Weiteren  seine  Autobiographie  sowie  seine  protokollierten 
Aussagen  frei  von  nennenswerten  Widersprüchen  und  innerlich 
stimmig seien,

Seite 4

E-6798/2007

dass  seine  Angaben  zudem der  Realität  entsprechen  würden,  auch 
wenn  er  aufgrund  seiner  Traumatisierung  das  genaue  Datum  der 
Ermordung seiner Eltern nicht mehr gewusst habe,

dass als gerichtsnotorisch zu bezeichnen sei, dass Staatsangehörige 
afrikanischer  Staaten  der  genauen  Zuordnung  von  Daten  und 
Terminen weniger Gewicht beimessen würden als Kontinentaleuropäer 
dies täten,

dass demnach die diesbezügliche Würdigung des BFM als willkürlich 
zu bezeichnen sei,

dass  aufgrund  seiner  Todesangst  nachvollziehbar  sei,  dass  er 
unmittelbar nach der Tötung seiner Eltern nach Abidjan gereist sei und 
sich nicht um deren Beerdigung gekümmert habe,

dass aufgrund der Fluchtumstände durchaus nicht verwunderlich sei, 
dass der Beschwerdeführer nicht im Besitze der vom BFM verlangten 
Beweismittel sei und diese daher nicht habe beibringen können,

dass sich die Situation in der Elfenbeinküste für ihn nicht verbessert 
habe,  zumal  er  aufgrund seines politischen Profils  und jenes seines 
Vaters gefährdet sei, durch die Rebellen und die Verantwortlichen der 
Regierung ernsthaften Nachteilen ausgesetzt zu werden,

dass  ihm  deshalb  die  Flüchtlingseigenschaft  oder  zumindest  der 
vorläufige Schutz zu gewähren sei, 

dass der damals zuständige Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung 
vom 18. Oktober 2007 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021)  guthiess  und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses 
verzichtete,  das  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtsverbeiständung 
gemäss  Art.  65  Abs.  2  VwVG  abwies  und  das  Gesuch  um 
Fristansetzung  zur  Beibringung  von  Beweismittel  aus  dem  Ausland 
ablehnte,

dass das BFM in seiner Vernehmlassung vom 7. November 2007 die 
Abweisung der Beschwerde beantragte, zumal die Beschwerdeschrift 
keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel,  welche  eine 

Seite 5

E-6798/2007

Änderung  seines  Standpunktes  rechtfertigen  könnten,  enthalten 
würde,

dass  im  Übrigen  vorliegend  hinsichtlich  der  Sachverhaltsfeststellung 
und  dem  Verfahrensgang  auf  die  Akten  und  insbesondere  auf  den 
Inhalt der angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5VwVG)  des  BFM  entscheidet  (Art. 105 
AsylG  i.V.m.  Art. 31-34  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  am Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilge-
nommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung hat  und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 
ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid als  unrechtmässig erachtet  – einer  selbständigen materiellen 

Seite 6

E-6798/2007

Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass somit auf den Antrag betreffend Gewährung des Asyls nicht ein-
zutreten ist,

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
Entscheide des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 
2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt,  weshalb der  Beschwerdeentscheid  – trotz  Einholung 
einer Vernehmlassung  – nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 
Abs. 2 AsylG),

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der 
Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  b  AsylG)  oder  sich  auf 

Seite 7

E-6798/2007

Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung überzeugend dargelegt 
hat, weshalb für das Nichteinreichen von Reise- oder Identitätspapie-
ren keine entschuldbaren Gründe vorliegen,

dass  diese  vorinstanzlichen  Erkenntnisse  in  der  Beschwerde  weder 
konkret noch substanziell bestritten werden,

dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der gesamten Akten und 
der  geltend  gemachten  Flugreise  davon  ausgeht,  der 
Beschwerdeführer sei im Besitze eigener und authentischer Identitäts- 
und  Reisepapiere,  welche  er  jedoch  in  Missachtung  der  ihm 
obliegenden  gesetzlichen  Mitwirkungspflicht  (vgl.  insb. Art.  8  Abs.  1 
AsylG) den schweizerischen Behörden vorenthält,

dass die vorliegenden Akten in Bestätigung der vorinstanzlichen Erwä-
gungen das Bild einer erheblich beeinträchtigten persönlichen Glaub-
würdigkeit des Beschwerdeführers hinterlassen,

dass  sich  die  Erkenntnis  ergibt,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  offensichtlich  nicht  und  es  bestehe  weder 
Anlass  zur  Vornahme zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses 
noch gar zur direkten Feststellung der Flüchtlingseigenschaft (Art. 32 
Abs. 3 Bst. b und c AsylG sowie BVGE 2007/8 E. 2.1), 

dass in der substanziell äusserst knapp gehaltenen Beschwerde nichts 
geltend  gemacht  wird,  was  zu  einer  anderen  Beurteilung  führen 
könnte, zumal die Eingabe inhaltlich kaum über eine Bekräftigung der 
bisherigen Vorbringen hinausgeht,

dass  insbesondere  das  Argument,  der  Beschwerdeführer  sei  nicht 
genügend  über  die  Nachteile  der  Nichtbeibringung  seiner 
Identitätsdokumente aufgeklärt worden, nicht verfängt,

dass das Vorbringen, der Beschwerdeführer könne sich nicht genau an 
das  Datum  der  Ermordung  seiner  Eltern  und  seiner  Grossmutter 
erinnern,  was  primär  auf  den  Umstand  einer  Traumatisierung 
zurückzuführen sei, als blosse, - nachgeschobene - Schutzbehauptung 

Seite 8

E-6798/2007

zu  werten  ist,  zumal  die  angebliche  Traumatisierung  durch  nichts 
belegt wird,

dass  somit  aufgrund  der  Akten  nicht  davon  auszugehen  ist,  der 
Beschwerdeführer leide unter einer Traumatisierung,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 

Seite 9

E-6798/2007

weshalb  das  in  Art.  5  AsylG  verankerte  Prinzip  des 
flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren 
keine  Anwendung  findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine 
menschenrechtswidrige  Behandlung  ersichtlich  sind,  die  dem 
Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  aufgrund  der  allgemeinen  Lage  im  Heimatstaat  des 
Beschwerdeführers  nicht  von  einer  generellen  Unzumutbarkeit  des 
Vollzugs  der  Wegweisung  auszugehen  ist  (vgl.  das  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts D-4477/2006 vom 28. Januar 2008),

dass das Bundesverwaltungsgericht sodann den Wegweisungsvollzug 
nach  Abidjan  für  junge  Männer  ohne  gesundheitliche  Probleme, 
welche bereits vor ihrer Ausreise dort gelebt haben oder dort über ein 
familiäres  Netz  verfügen,  generell  als  zumutbar  erachtet  (vgl.  das 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, a.a.O.),

dass  er  nach  der  Ermordung  seiner  Eltern  und  seiner  Grossmutter 
alleine nach B._______ geflüchtet und darauf über E._______ wieder 
nach Abidjan gereist sei, um zwei Monate später aus der Côte d'Ivoire 
auszureisen (vgl. A9/18, S. 3 f.),

dass  der  junge  Beschwerdeführer,  von dem anzunehmen ist,  er  sei 
gesund  (vgl.  vorstehende  Erw.,  S.  9)  seit  seiner  Kindheit  bis  zum 
Ausbruch des Bürgerkrieges im Jahr 2002/2003 mit seinen Eltern und 
Geschwistern in Abidjan gelebt habe (vgl. A 9/18, S. 4),

dass aufgrund seiner Erwerbstätigkeit in Abidjan seit dem Jahre 2000 
sowie  in  den  zwei  Monaten  vor  seiner  Ausreise  als  (...)  davon 
ausgegangen werden kann,  dass er  im Grossraum Abidjan über ein 
gefestigtes  soziales  Beziehungsnetz  verfügt,  welches  ihm  bei  einer 
Rückreise dorthin helfen kann, womit er nicht auf sich alleine gestellt 
ist, 

dass  somit  aus  den  gesamten  vorliegenden  Akten  und  Umständen 
keine  Vollzugshinernisse  allgemeiner  oder  individueller  Art 
hervorgehen, weshalb der Vollzug der Wegweisung zumutbar ist,

Seite 10

E-6798/2007

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  BFM  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG),

dass.  nachdem  das  in  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um 
Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege mit  Zwischenverfügung 
vom 18. Oktober 2007 jedoch gutgeheissen wurde und aufgrund der 
Akten  immer  noch  von  der  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers 
auszugehen ist, keine Verfahrenskosten zu sprechen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 11

E-6798/2007

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Eingeschrieben)
- das  BFM,  Abteilung  Rückförderung,  mit  den  Akten  Ref-Nr. 

N_______ (per Kurier; in Kopie)
- das B._______ (ad: ) 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer

Versand: 

Seite 12