# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec3ea72a-fe95-51c1-8282-32d9132320b2
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 03.04.2025 LZ240037
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LZ240037_2025-04-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LZ240037-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichter 

lic. iur. K. Vogel und Ersatzoberrichter lic. iur. T. Engler

sowie Gerichtsschreiberin MLaw I. Aeberhard

Beschluss und Urteil vom 3. April 2025

in Sachen

A._____, 
Beklagter und Berufungskläger

gegen

1. B._____, 
2. C._____, 
Klägerinnen und Berufungsbeklagte

1 vertreten durch Dr. iur. X1._____

2 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X2._____

betreffend Vaterschaft

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am 
Bezirksgericht Bülach vom 5. April 2024 (FK220030-C)

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Rechtsbegehren:

der Klägerin 1 und Berufungsbeklagten 1 (Prot. I S. 21; sinngemäss):
1. Es sei festzustellen, dass der Beklagte nicht der Vater der Kläge-

rin 1 ist, und das Kindsverhältnis zwischen der Klägerin 1 und 
dem Beklagten sei aufzuheben.

2. Der Klägerin 1 seien keine Kosten aufzuerlegen.

der Klägerin 2 und Berufungsbeklagten 2 (Urk. 1 S. 2):
"1. Es sei festzustellen, dass der Beklagte nicht der Vater der Kläge-

rin 1 ist, und das Kindsverhältnis zwischen der Klägerin 1 und 
dem Beklagten sei aufzuheben. 

2. Eventualiter sei beim Institut für Rechtsmedizin der Universität Zü-
rich ein Gutachten zwecks Vaterschaftsabklärung in Auftrag zu 
geben.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Be-
klagten." 

des Beklagten und Berufungsklägers (Prot. I S. 11 f.):
"1. Die Klage sei abzuweisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin-

nen 1 und 2." 

Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht 
Bülach vom 5. April 2024:

(Urk. 59 S. 5 f. = Urk. 67 S. 5 f.)

1. Es wird festgestellt, dass der Beklagte nicht der Vater des am tt.mm 2018 

von der Klägerin 2 geborenen Kindes B._____ ist.

2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 800.– ; die weiteren Auslagen betragen:

Fr. 532.50   Dolmetscherkosten

Fr. 1'332.50   Total

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

3. Die Kosten des unbegründeten Urteils werden der Klägerin 2 auferlegt, je-

doch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf 

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die Gerichtskasse genommen. Die Klägerin 2 wird auf die Nachzahlungs-

pflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen.

4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

5. [Schriftliche Mitteilung]

6. [Rechtsmittel]

Berufungsanträge:

des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 66 S. 1 f.):
"1. Umfassende Überprüfung des Urteils:

Das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 5. April 2024 sei um-
fassend zu überprüfen, insbesondere in Bezug auf die rechtliche 
Situation des Kindsverhältnisses zwischen dem Beklagten und 
der Klägerin 1, unter Berücksichtigung der gesamten Beweislage 
und des Kindeswohls.

2. Berücksichtigung des Kindeswohl:
Es sei festzustellen, dass das Kindeswohl vorrangig zu berück-
sichtigen ist und die bestehende emotionale und soziale Bindung 
zwischen dem Beklagten und der Klägerin 1 in die Entscheidung 
maßgeblich einfließen muss. 

3. Klärung des Kindsverhältnisses:
Das Gericht möge die Frage des Kindsverhältnisses und dessen 
Fortbestehen oder Beendigung in einer umfassenden Würdigung 
der gesamten Umstände und Beweislage klären, insbesondere 
unter Berücksichtigung des Verhaltens der Klägerin 2, des biologi-
schen Vaters sowie der emotionalen und sozialen Verantwortung 
des Beklagten gegenüber dem Kind.

4. Entschädigungsantrag
Dem Beklagten sei eine Entschädigung in Höhe von CHF 70'000 
bis CHF 180'000 für die emotionalen und psychischen Belastun-
gen zuzusprechen, die durch die opportunistischen und moralisch 
höchst fragwürdigen Handlungen der Klägerin 2 entstanden sind, 
insbesondere unter Berücksichtigung der häuslichen, psychi-
schen, manipulativen, institutionelle Gewalt und der nachweisli-
chen Traumatisierung des Beklagten.

5. Korrektur der Parteistellung:
Der Beklagte ist nicht als unterliegende Partei zu betrachten, da 
das Bezirksgericht Bülach das zentrale Rechtsbegehren der Klä-

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gerinnen, nämlich die Aufhebung des Kindsverhältnisses, nicht er-
füllt hat (Prot. S. 21, sinngemäß). Es wurde zwar festgestellt, dass 
der Beklagte nicht biologische Vater der Klägerin 1 ist, jedoch hat 
der Beklagte zu keinem Zeitpunkt bestritten, dass er nicht der bio-
logische Vater ist. Dennoch bleibt das rechtliche Kindsverhältnis 
zwischen dem Beklagten und der Klägerin 1 bestehen, da das 
Gericht die Aufhebung des Kindsverhältnisses nicht explizit ent-
schieden hat. Gemäß Art. 256a ZGB und Art. 262 ZGB erfordert 
die Aufhebung des rechtlichen Kindsverhältnisses eine separate 
gerichtliche Entscheidung, die bisher nicht getroffen wurde. Somit 
ist der Beklagte weiterhin als rechtlicher Vater der Klägerin 1 zu 
betrachten und nicht als unterliegende Partei einzustufen. Ent-
sprechend steht ihm eine Entschädigung zu.

6. [Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege]
7. Verschlechterungsverbot:

Es wird beantragt, dass das Gericht gemäß Art. 316 Abs. 2 ZPO 
den Beklagten nicht schlechter stellt als im angefochtenen erst-
instanzlichen Urteil. Eine Verschlechterung des Urteils zu Un-
gunsten des Beklagten ist unzulässig."

Prozessuale Anträge:

des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 66 S. 2):
"6. Antrag auf unentgeltliche Rechtspflege

Der Beklagte beantragt unentgeltliche Rechtspflege gemäß 
Art. 117 ZPO, da er als sozialabhängiger Asylsuchender keinen 
Zugang zu ausreichenden finanziellen Mitteln hat und aufgrund 
seines gesundheitlichen Zustandes derzeit nicht in der Lage ist, 
eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Die wirtschaftlichen Verhältnis-
se des Beklagten sind belegt, und er bittet darum, von den Pro-
zesskosten und allfälligen Entschädigungsforderungen befreit zu 
werden. Zudem ist die Berufung nicht aussichtslos."

Erwägungen:

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1. Am tt.mm 2018 brachte die Klägerin 2 (fortan Klägerin) ihre Tochter, die Klä-

gerin 1 (nachfolgend B._____), zur Welt. Kurz vor seiner Heirat mit der Klägerin 

anerkannte der Beklagte B._____ am 8. Januar 2020 als seine Tochter (Urk. 3, 

Urk. 4/6-7, Urk. 22/2 und Urk. 22/7). Mit Urteil vom 12. November 2021 wurde die 

Ehe der Klägerin und des Beklagten geschieden (Urk. 22/18).

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2.1. Mit Eingabe vom 12. September 2022 machten die Klägerin und B._____ die 

Klage betreffend Anfechtung der Vaterschaftsanerkennung des Beklagten bei der 

Vorinstanz hängig (Urk. 1). Der weitere erstinstanzliche Prozessverlauf kann den 

Erwägungen des angefochtenen Entscheids entnommen werden (Urk. 67 E. 1), der 

am 5. April 2024 erging.

2.2. Gegen diesen Entscheid erhob der Beklagte am 16. Oktober 2024 rechtzeitig 

(vgl. Art. 311 Abs. 1 ZPO und Urk. 60) Berufung mit den eingangs aufgeführten 

Anträgen (Urk. 66).

2.3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-65). Da sich die Beru-

fung – wie nachfolgend aufgezeigt wird – sogleich als offensichtlich unbegründet 

erweist, kann auf weitere Prozesshandlungen verzichtet werden (Art. 312 Abs. 1 

ZPO). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.

II. Prozessuales

1. Klageänderung und funktionale Zuständigkeit

1.1. Der Beklagte begehrt mit seiner Berufung (neu) eine Genugtuung im Sinne 

von Art. 49 OR in der Höhe von Fr. 70'000.– bis Fr. 180'000.–, weil die häusliche 

Gewalt und psychischen Manipulationen der Klägerin bei ihm eine schwere post-

traumatische Belastungsstörung, eine bipolare Störung und Depressionen verur-

sacht hätten (Urk. 66 Berufungsbegehren Ziffer 4 und S. 7 ff.).

1.2. Dem Entscheidverfahren geht grundsätzlich ein Schlichtungsverfahren vor 

einer Schlichtungsbehörde voraus (Art. 197 ZPO). Für das Genugtuungsbegehren 

des Beklagten ist keine Ausnahme nach Art. 198 ZPO einschlägig. Vorbehalten 

wäre eine zulässige Klageänderung im Sinne von Art. 317 Abs. 2 ZPO. Der Be-

klagte hat vor Vorinstanz allerdings keine Klage erhoben, die im Berufungsverfah-

ren unter den gesetzlichen Voraussetzungen geändert werden könnte. Das im Be-

rufungsverfahren neu gestellte Genugtuungsbegehren ist prozessual eine Wider-

klage (Art. 224 ZPO). Eine solche ist im Berufungsverfahren unzulässig (vgl. ZK 

ZPO-Hilber/Reetz, Art. 317 N 92). Auf das Berufungsbegehren Ziff. 4 ist daher nicht 

einzutreten. Nur der Vollständigkeit halber ist ergänzend festzuhalten, dass der 

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neue Anspruch des Beklagten im ordentlichen Verfahren zu beurteilen wäre, was 

die Klageänderung im vorliegenden Berufungsverfahren (gegen einen Entscheid, 

der im vereinfachten Verfahren erging) ohnehin ausschlösse (Hilber/Reetz, a.a.O., 

Art. 317 N 81).

2. Rechtsschutzinteresse und Rechtsanwendung von Amtes wegen

2.1. Der Beklagte möchte mit seinem Berufungsbegehren Ziffer 2 die Feststel-

lung, dass das Kindswohl vorrangig zu berücksichtigen sei (Urk. 66 Berufungsbe-

gehren Ziffer 2). 

2.2. Nach Art. 57 ZPO wendet das Gericht das Recht von Amtes wegen an. Das 

von Amtes wegen anzuwendende einheimische Recht umfasst nicht nur den aus-

drücklichen Gesetzeswortlaut, sondern auch dessen Auslegung und Gerichtspraxis 

(ZK ZPO-Seiler, Art. 57 N 9 m.w.H.), wozu auch die Berücksichtigung des Kinds-

wohls als oberste Maxime des Kindsrechts gehört (BGE 146 III 313 E. 6.2.2). Man-

gels Feststellungsinteresses ist auf das Berufungsbegehren Ziffer 2 nicht einzutre-

ten (Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO). Zur Berücksichtigung des Kindeswohls beim auszu-

fällenden Entscheid ist auf die nachfolgenden Erwägungen zu verweisen. 

3. Verschlechterungsverbot

3.1. Der Beklagte geht davon aus, dass eine Abänderung des angefochtenen 

Urteils zu seinen Ungunsten unzulässig sei (Urk. 66 Berufungsbegehren Ziffer 7).

3.2. In Kinderbelangen gilt auch vor kantonalen Rechtsmittelinstanzen der Offi-

zialgrundsatz: Das Gericht entscheidet ohne Bindung an die Parteianträge (Art. 296 

Abs. 3 ZPO). Das Verschlechterungsverbot, dem zufolge die Berufungsinstanz das 

angefochtene Urteil nicht zu Ungunsten des Berufungsklägers abändern darf, gilt 

im Anwendungsbereich des Offizialgrundsatzes nicht (BGer 5A_800/2022 vom 

28. März 2023 E. 3.2). Ohnehin wird der Beklagte mit dem vorliegenden Entscheid 

nicht schlechter gestellt, weil es beim vorinstanzlichen Urteil bleibt (E. III.7).

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4. Kognition der Berufungsinstanz und Rügeobliegenheit

4.1. Das Berufungsverfahren stellt keine Fortsetzung des erstinstanzlichen Ver-

fahrens dar, sondern ist nach der gesetzlichen Konzeption als eigenständiges Ver-

fahren ausgestaltet (BGE 142 III 413 E. 2.2.1; OGer ZH LB240057 vom 12. De-

zember 2024 E. 2.3). Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwen-

dung als auch die unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht wer-

den (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition 

bezüglich Tat- und Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessens-

ausübung (Angemessenheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013 

E. 3.1). In der Berufungsschrift ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der 

erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrach-

ten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer von 

Amtes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, dass der Berufungs-

kläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich argumen-

tativ mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präziser Verweisungen auf 

die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitun-

gen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der geltend 

gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verweisung auf frühere 

Vorbringen oder deren blosse Wiederholung genügen nicht (BGE 138 III 374 

E. 4.3.1; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015 E. 2.1; BGer 5A_247/2013 vom 

15. Oktober 2013 E. 3.2). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begrün-

dungsanforderungen entsprechenden Weise beanstandet wird, braucht von der 

Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von of-

fensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu 

beschränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erst-

instanzlichen Entscheid erhoben werden (BGE 142 III 413 E. 2.2.4; BGer 5A_111/ 

2016 vom 6. September 2016 E. 5.3; BGer 4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015 

E. 2.4.3; BGer 4A_290/2014 vom 1. September 2014 E. 3.1 und E. 5). Diese 

Grundsätze gelten auch im Bereich der umfassenden Untersuchungsmaxime nach 

Art. 196 Abs. 2 ZPO (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_800/2019 vom 9. Februar 

2021 E. 5.1).

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4.2. Der Beklagte fordert eine umfassende Überprüfung des vorinstanzlichen Ur-

teils und die Klärung des Kindsverhältnisses unter umfassender Würdigung der ge-

samten Umstände und Beweislage, insbesondere unter Berücksichtigung des Ver-

haltens der Klägerin, des biologischen Vaters sowie der emotionalen und sozialen 

Verantwortung des Beklagten gegenüber B._____ (Urk. 66 Berufungsbegehren Zif-

fern 1 und 3). Ein umfassender Überprüfungsanspruch losgelöst von entsprechen-

den Rügen steht dem Beklagten im Berufungsverfahren im Gegensatz zum erst-

instanzlichen Verfahren nicht mehr zu. Da das angefochtene Urteil keine offensicht-

lichen Mängel aufweist, ist im Folgenden lediglich auf die einzelnen Rügen des Be-

klagten einzugehen.

III. Materielles

1. Vaterschaft

1.1. Die Vorinstanz erwog, das eingereichte DNA-Gutachten beweise ohne 

ernsthafte Zweifel, dass der Beklagte nicht der Vater von B._____ sei. Die Vorbrin-

gen des Beklagten, wonach er in psychologischer bzw. emotionaler Hinsicht der 

Vater von B._____ sei, seien im rechtlichen Sinn nicht von Bedeutung. Die bewusst 

unrichtige Vaterschaftsanerkennung sei zwar wirksam, könne aber durch Anfech-

tung beseitigt werden. Es werde klar, dass der wirkliche Vater im Sinne des Geset-

zes der leibliche Vater sei. Nach dem Gesagten sei festzustellen, dass der Beklagte 

nicht der Vater von B._____ sei (Urk. 67 E. 3.4).

1.2. Der Beklagte rügt, die Vorinstanz habe zwar festgestellt, dass er nicht der 

biologische Vater sei, was er zu keinem Zeitpunkt bestritten habe und durch ein 

DNA-Gutachten belegt sei. Dennoch bleibe das rechtliche Kindsverhältnis zwi-

schen ihm und B._____ bestehen, da das Gericht die Aufhebung des Kindsverhält-

nisses nicht explizit entschieden habe. Gemäss Art. 256a und Art. 262 ZGB erfor-

dere die Aufhebung des rechtlichen Kindsverhältnisses eine separate gerichtliche 

Entscheidung, die bisher nicht getroffen worden sei. Er sei weiterhin als rechtlicher 

Vater von B._____ zu betrachten (Urk. 66 S. 1 ff.). Die Würdigung der Vorinstanz 

konzentriere sich ausschliesslich auf die biologische Abstammung und vernachläs-

sige die entscheidenden sozialen und emotionalen Aspekte seiner Vaterrolle, die 

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im Sinne des Kindswohls von grosser Bedeutung seien. Die emotionale und soziale 

Bindung zwischen ihm und B._____ sei im angefochtenen Urteil nicht ausreichend 

gewürdigt worden, obwohl sie eine zentrale Komponente für das Wohlbefinden und 

die Stabilität des Kinds darstelle. Es sei allgemein anerkannt, dass eine stabile und 

kontinuierliche Vater-Kind-Beziehung essenziell für die gesunde Entwicklung eines 

Kinds sei. Eine permanente Trennung könnte gravierende negative Auswirkungen 

auf die emotionale und psychische Gesundheit des Kinds haben, da das Kind in 

diesem Fall der Betreuung durch den biologischen Vater und die Klägerin überlas-

sen würde. Beide hätten in der Vergangenheit nachweislich nicht im besten Inter-

esse des Kinds gehandelt (Urk. 66 S. 5). Der mutmassliche biologische Vater habe 

trotz seiner Kenntnis von B._____s Existenz keinerlei Anstrengungen unternom-

men, um eine rechtliche oder soziale Verantwortung für sie zu übernehmen (Urk. 66 

S. 9). Selbst wenn die biologische Vaterschaft von ihm, dem Beklagten, durch ein 

DNA-Gutachten widerlegt werde, bleibe die Frage offen, ob es im Interesse des 

Kinds liege, seine rechtliche Vaterschaft aufzuheben. Die Gerichte hätten sich in 

solchen Fällen oft dafür entschieden, dass die emotionale und soziale Bindung 

wichtiger sei als die biologische Abstammung, wenn die Trennung vom sozialen 

Vater das Wohl des Kinds gefährde (Urk. 66 S. 5). Im Gegensatz zum biologischen 

Vater habe er die Rolle des sozialen Vaters übernommen, indem er nicht nur emo-

tional, sondern auch finanzielle Verantwortung getragen und sich um das Wohler-

gehen von B._____ gekümmert habe. Diese Fürsorge und Verantwortung hätten 

eine zentrale Rolle in der Entscheidfindung über das Kindsverhältnis, insbesondere 

im Hinblick auf das Kindswohl, spielen müssen (Urk. 66 S. 10).

1.3. Entgegen den Ausführungen des Beklagten entschied die Vorinstanz mit ih-

rem Urteil sehr wohl über sein rechtliches Kindsverhältnis zu B._____. Die Anfech-

tungsklage und die Vaterschaftsklage sind Gestaltungsklagen. Mit ihnen wird das 

Rechtsverhältnis zwischen Vater und Kind verbindlich gestaltet und rückwirkend 

auf die Geburt des Kinds hin begründet bzw. aufgehoben (BGE 150 III 160 E. 4.5.2 

und BGer 5A_794/ 2014 vom 6. Mai 2015 E. 4.2). Auch wenn die Vorinstanz nach 

dem Wortlaut ihres Dispositivs neben der Feststellung, dass der Beklagte nicht 

B._____s Vater ist, nicht ausdrücklich über den (ebenfalls gestellten) Antrag auf 

Aufhebung des Kindsverhältnisses entschied, geht aus den Erwägungen ohne 

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Zweifel hervor, dass sie nicht nur das Fehlen der (genetischen) Vaterschaft (als 

Tatsache) feststellte, sondern die Anfechtungsklage (mit Gestaltungswirkung) gut-

hiess (Urk. 67 S. 4). Eine entsprechende Formulierung im Dispositiv wäre der Kla-

rheit halber allenfalls wünschenswert, doch ihr Fehlen ändert nichts an der Gestal-

tungswirkung des Entscheids über die Anfechtungsklage. 

1.4. Es ist unstrittig und belegt, dass der Beklagte nicht der biologische Vater von 

B._____ ist (Urk. 1 Rz. 6, Urk. 4/1 S. 14, Urk. 14, Urk. 24 Rz. 6 und Urk. 49/1 sowie 

Prot. I S. 6, S. 10, S. 12, S. 16 und S. 21 ff.). Gemäss Bundesgericht verlangt das 

Zivilgesetzbuch nicht, dass die genetische zwingend der sozialen Elternschaft vor-

geht (BGE 143 III 624 E. 3.4.4 m.w.H.). Die Anfechtung einer Anerkennung darf 

nicht leichtfertig möglich sein. Weil es nicht nur eine genetische, sondern auch 

eine sozial-psychologische Elternschaft gibt, rechtfertigt es sich in gewissen Kon-

stellationen, dass ein Kindsverhältnis bestehen bleibt, auch wenn feststeht, dass 

der rechtliche Vater nicht der genetische Vater ist. Mit den Befristungen der Kla-

gemöglichkeiten, den Vermutungen und den Einschränkungen der Klagelegitima-

tion für die Anfechtung der Vaterschaft hat der Gesetzgeber bewusst eine Abwä-

gung zwischen genetischer und psycho-sozialer Elternschaft vorgenommen (BGer 

5A_619/ 2014 vom 5. Januar 2015 E. 4.4). So kann ein Kind verheirateter Eltern 

die Anerkennung bloss anfechten, wenn während seiner Minderjährigkeit der ge-

meinsame Haushalt der Ehegatten aufgehört hat oder die Anerkennung erst nach 

Vollendung seines zwölften Altersjahres ausgesprochen worden ist (Art. 259 ZGB 

Abs. 2 Ziff. 2 ZGB). Sind die Eltern nicht (mehr) verheiratet, so kann das Kind die 

Klage auf Anfechtung der Anerkennung bis zum Ablauf eines Jahres nach seiner 

Volljährigkeit erheben (Art. 260c Ab. 2 ZGB). Unter diesen Voraussetzungen liegt 

die Anfechtung der sozialen Elternschaft nach der Wertung des Gesetzgebers im 

Kindsinteresse und geht die genetische Elternschaft der sozialen vor. Die Wertung 

des Gesetzgebers ist abschliessend und es kann der rechtzeitig erhobenen An-

fechtungsklage des Kindes bei nicht bestehender genetischer Vaterschaft des Be-

klagten nicht entgegen gehalten werden, das Kindeswohl stehe der Aufhebung des 

Kindesverhältnisses entgegen. Nur der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass 

die Aufrechterhaltung der rechtlichen Vaterschaft des Beklagten nicht im Kindswohl 

von B._____ erscheint. Einerseits fanden abgesehen von einigen Kontaktversu-

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chen seitens des Beklagten seit längerem kaum noch Kontakte zwischen ihm und 

B._____ statt (Urk. 1 Rz. 7 und Prot. I S. 14), so dass zwischen ihnen keine gelebte 

Beziehung mehr besteht. Andererseits schildern der Beklagte und die Klägerin – 

auch wenn ihre Sachdarstellungen betreffend die Rolle des Aggressors divergieren 

– eine sehr konfliktbehaftete, manipulative Beziehung mit häuslicher Gewalt. Nach 

dem Beklagten leidet er deswegen an einer schweren posttraumatischen Belas-

tungsstörung, einer bipolaren Störung und Depressionen (Urk. 66 S. 7 ff.). Die Klä-

gerin macht geltend, dass sie und B._____ Angst vor dem Beklagten hätten und 

sie sich vom Beklagten unter Druck gesetzt fühle (Urk. 1 S. 6, Prot. I S. 6, S. 10). 

Damit ist der Entscheid der Vorinstanz über die Frage der Vaterschaft zu bestäti-

gen.

2. Parteientschädigung

2.1. Die Vorinstanz führte aus, dass die Prozesskosten grundsätzlich der unter-

liegenden Partei aufzuerlegen seien (Art. 106 ZPO). Von diesem Grundsatz könne 

abgewichen werden, wenn besondere Umstände vorlägen, die eine Verteilung 

nach dem Ausgang des Verfahrens als unbillig erscheinen liessen (Art. 107 Abs. 1 

lit. f ZPO). Ausserdem sei eine Verteilung nach Ermessen in familienrechtlichen 

Verfahren allgemein zulässig (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Vorliegend seien die Aus-

führungen des Beklagten, wonach er tatsächlich Vater von B._____ habe sein wol-

len und sich auch als solcher gefühlt habe, nachdem die Klägerin ihn von der An-

erkennung überzeugt habe, relevant. Die Klägerin habe selbst bestätigt, dass sie 

gewollt habe, dass der Beklagte die Vaterschaft anerkenne, um so eine Familie zu 

gründen. Dieser Aussage sei mehr Glauben zu schenken, als derjenigen ihrer 

Rechtsvertreterin in der Klageschrift. Dass sie dann, nachdem die Ehe zu Ende 

gegangen sei, ein Verfahren zur Aberkennung eingeleitet habe, lasse ihr Verhalten 

als opportunistisch und moralisch höchst fragwürdig erscheinen. Vor diesem Hin-

tergrund scheine es unbillig, dem Beklagten die Kosten aufzuerlegen. Die Kosten 

des Verfahrens seien nach dem Gesagten der Klägerin aufzuerlegen, infolge der 

unentgeltlichen Rechtspflege jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

Die Klägerin sei auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hinzuweisen. 

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Unter diesen Umständen seien keine Parteientschädigungen zuzusprechen 

(Urk. 67 E. 4.2).

2.2. Der Beklagte moniert, dass er weiterhin als rechtlicher Vater von B._____ 

zu betrachten sei, weshalb er nicht als unterliegende Partei einzustufen sei. Ent-

sprechend stehe ihm eine Entschädigung zu (Urk. 66 S. 2 und S. 4).

2.3. Der Beklagte übersieht, dass die Vorinstanz die Kosten nicht nach dem Ver-

fahrensausgang, sondern nach Ermessen verteilte. Indem er sich mit den vorin-

stanzlichen Erwägungen (insb. hinsichtlich Parteientschädigung) nicht ansatzweise 

auseinandersetzt, kommt er seiner Rügeobliegenheit nicht nach, weshalb auf die-

ses Berufungsbegehren nicht einzutreten ist (vgl. E. II.4.1). Im Übrigen wäre der 

Entschädigungsantrag auch materiell abzuweisen, weil der Beklagten weder not-

wendige Auslagen im Sinne von Art. 95 Abs. 3 lit. a ZPO noch Umtriebe im Sinne 

von Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO darlegte (vgl. OGer ZH PP220022 vom 8. März 2023 

E. III.2.1 m.w.H.).

3. Fazit

Nach dem Erwogenen erweist sich die Berufung als offensichtlich unbegründet, 

soweit auf diese einzutreten ist.

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Auf das Berufungsbegehren betreffend die erstinstanzliche Entschädigungs-

folge ist nicht einzutreten (vgl. E. III.6.3). Die Kostenregelung des erstinstanzlichen 

Verfahrens wird weder selbstständig angefochten noch konkret bemängelt (vgl. 

Urk. 1). Sie sind deshalb nicht zu überprüfen (vgl. E. II.4.1). Die erstinstanzlichen 

Kosten- und Entschädigungsfolgen sind folglich zu bestätigen.

2.1. Der Beklagte ersucht um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Nach 

Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie 

nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr Rechtsbegehren nicht aus-

sichtslos erscheint (lit. b). Wie aufgezeigt erweist sich die Berufung als offensicht-

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lich unbegründet und damit als aussichtslos. Das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege ist deshalb abzuweisen.

2.2. Die Prozesskosten des Berufungsverfahrens sind ausgangsgemäss dem Be-

klagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Entscheidgebühr für das Beru-

fungsverfahren ist gestützt auf § 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 2 und § 5 

GebV OG auf Fr. 1'500.– festzusetzen. Parteientschädigungen sind für das Beru-

fungsverfahren keine zuzusprechen: dem Beklagten infolge seines Unterliegens 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO) und mangels Begründung (Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO; OGer 

ZH PP220022 vom 8. März 2023 E. III.2.3. m.w.H.), der Klägerin und B._____ man-

gels relevanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3 ZPO).

Es wird beschlossen:

1. Das Gesuch des Beklagten um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege wird abgewiesen.

2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Er-

kenntnis.

Es wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. Das Urteil 

des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Bülach 

vom 5. April 2024 wird bestätigt.

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'500.– festgesetzt.

3. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Beklag-

ten auferlegt.

4. Es werden keine Parteientschädigungen für das zweitinstanzliche Verfahren 

zugesprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an 

 die Klägerin 1, unter Beilage der Doppel von Urk. 66 und Urk. 68-69/1-5,

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 die Klägerin 2, unter Beilage der Doppel von Urk. 66 und Urk. 68-69/1-5, 
 den Beklagten,
 die Vorinstanz

sowie nach Eintritt der Rechtskraft an
 das Migrationsamt des Kantons Zürich mit Formular, 
 das Zivilstandsamt Bülach im Dispositiv,
 die KESB Kreis Bülach Süd im Dispositiv

je gegen Empfangsschein.

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 3. April 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Der Vorsitzende:

lic. iur. A. Huizinga

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw I. Aeberhard

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