# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 21fb456f-5fd3-5b4c-8a16-f66098a0421a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.11.2011 E-7662/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7662-2008_2011-11-04.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­7662/2008

U r t e i l   v om   4 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz),
Richter Fulvio Haefeli, Richter Walter Stöckli,   
Gerichtsschreiber Jan Feichtinger.

Parteien A._______, geboren am (…),
Afghanistan, 
(…),  
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
31. Oktober 2008 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
A.a  Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer,  ein 
afghanischer  Staatsangehöriger  mit  letztem  Wohnsitz  in  B._______ 
(Provinz C._______),  seinen Heimatstaat  ungefähr  im April  2008  illegal 
und  zu  Fuss  über  die  Grenze  in  den  Iran  und  gelangte  mithilfe 
verschiedener  Transportmittel  (Auto,  Pferd,  Ruderboot,  Schiff,  Zug, 
Lastwagen)  über  die  Türkei,  Griechenland  sowie  ihm  unbekannte 
Transitländer  am  21. Ju­li 2008  in  die  Schweiz,  wo  er  gleichentags  um 
Asyl nachsuchte.

Am 8. August 2008 fand  im (…) die Erstbefragung statt, am 24. Oktober 
2008  erfolgte  die  Anhörung  zu  den  Asylgründen  durch  das  BFM.  Im 
Wesentlichen machte der Beschwerdeführer dabei geltend, er habe etwa 
zwei  bis  drei  Monate  nach  seiner  Rückkehr  von  D._______  nach 
Afghanistan,  welche  im  Sommer  des  Jahres  1386  (abendländische 
Zeitrechnung:  2007)  stattgefunden  habe,  ein  Mädchen  namens 
E._______  kennengelernt, welchem er  in  der Folgezeit  im Verborgenen 
näher  gekommen  sei.  Etwa  im März 2008  habe  er  E._______  zuhause 
besucht und mit  ihr geschlafen, während  (…)  im Nebenzimmer gelegen 
habe.  Als  er  gerade  dabei  gewesen  sei,  sich  wieder  zu  bekleiden,  sei 
E._______'  (…) nach Hause gekommen, habe sich auf  ihn gestürzt und 
ihn geschlagen. Er selbst habe sich nur verteidigen wollen, sei  in dieser 
Notwehrsituation aber gezwungen gewesen, zurückzuschlagen. Dabei sei 
(…) gestürzt, worauf der Beschwerdeführer das Haus und auch das Dorf 
fluchtartig  verlassen  habe,  um  bei  seinem  (…)  in  F._______ Schutz  zu 
suchen.  Wenige  Tage  später  habe  er  von  diesem  erfahren,  dass  (…) 
seiner Geliebten kurz nach der Auseinandersetzung gestorben sei. Eine 
ärztliche  Untersuchung  habe  jedoch  ergeben,  dass  (…)  seinen  Tod 
verursacht  hätten.  Die  Söhne  des  Verstorbenen  hätten  dieses  Verdikt 
jedoch  nicht  akzeptieren  wollen  und  begonnen,  nach  dem 
Beschwerdeführer  zu  suchen.  Eines  Abends  sei  (…)  nach  Hause 
gekommen  und  habe  dem  Beschwerdeführer  erzählt,  dass  dessen 
Verfolger  in seinem (…) aufgetaucht seien,  ihn bedroht und aufgefordert 
hätten, das Versteck des Beschwerdeführers preiszugeben. Auf Anraten 
(...) habe sich dieser deshalb entschlossen, das Land zu verlassen.   

B. 
Mit  Verfügung  vom  31. Oktober 2008  stellte  das  BFM  fest,  der 
Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das 

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Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz 
und deren Vollzug.

C. 
C.a  Mit  Eingabe  vom  1. Dezember 2008  erhob  der  Beschwerdeführer 
Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  und  beantragte  dabei  in 
materieller Hinsicht, es sei die Verfügung des BFM vom 31. Oktober 2008 
aufzuheben,  seine  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  und  ihm  Asyl  zu 
gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit respektive Unzumutbarkeit 
des Wegweisungsvollzugs festzustellen und ihm die vorläufige Aufnahme 
zu  gewähren.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantrage  der 
Beschwerdeführer,  ihm  sei  unter  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses die unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 
1  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren.

C.b Mit Zwischenverfügung vom 8. Dezember 2008 wies die zuständige 
Instruktionsrichterin  die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  sowie  um  Verzicht  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  ab  und  setzte  dem 
Beschwerdeführer Frist zur Leistung eines solchen.

C.c  Mit  Eingabe  vom  12. Dezember 2008  wiederholte  der 
Beschwerdeführer  seine  bisherigen  Anträge  und  ersuchte  zudem  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtsverbeiständung  gemäss  Art.  65 
Abs.  2  VwVG  und  um  Ansetzung  einer  Nachfrist  zur 
Beschwerdeergänzung.

C.d Mit  prozessleitender  Verfügung  vom  18. Dezember 2008  hiess  die 
zuständige  Instruktionsrichterin  –  unter Hinweis  auf  die  zwischenzeitlich 
veränderte  Sicherheitslage  in  der  Herkunftsregion  des 
Beschwerdeführers  –  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  wiedererwägungsweise  gut  und 
verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Das Gesuch um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtsverbeiständung  gemäss  Art.  65 
Abs. 2 VwVG wurde hingegen abgewiesen. 

C.e  Mit  Eingabe  vom  30. Dezember 2008  wurde  kommentarlos  ein 
arabischsprachiges Dokument zu den Akten gereicht.

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D. 
D.a Mit Verfügung vom 26. August 2011 zog das BFM die angefochtene 
Verfügung  vom  31.  Oktober  2008  im  Rahmen  von  Art.  58  VwVG  
teilweise  in  Wiedererwägung  und  nahm  den  Beschwerdeführer  infolge 
Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  seinen  Heimatstaat 
Afghanistan  im  Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20) in der Schweiz vorläufig auf. 

D.b Aufgrund dieser Sachlage  fragte die zuständige  Instruktionsrichterin 
den Beschwerdeführer am 31. August 2011 an, ob er die Beschwerde – 
soweit  nicht  gegenstandslos  geworden  –  zurückziehen wolle, wobei  bei 
ungenutzter  Frist  davon  ausgegangen  werde,  dass  er  an  seinen 
Rechtsbegehren  festhalte.  Der  Beschwerdeführer  liess  sich  dazu  nicht 
vernehmen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31]);  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur 

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Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 
105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  48  Abs.  1  und  52  VwVG).  Auf  die 
Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art.  7 
AsylG).

4. 
4.1.  Das  BFM  lehnte  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  ab,  da 
seine Vorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 
7 AsylG nicht zu genügen vermöchten.

So erwiesen sich seine Aussagen zu verschiedenen Kernvorbringen als 
zu  stereotyp  und  oberflächlich,  als  dass  sie  den  Eindruck  des 
Selbsterlebten  zu  erwecken  vermöchten.  Was  etwa  die  geltend 
gemachten Handgreiflichkeiten mit   (...)  seiner Geliebten anbelange, sei 
er  anlässlich  der  Anhörung  nicht  in  der  Lage  gewesen,  den  Vorfall 
anschaulich  und  detailgetreu  wiederzugeben.  Auch  habe  er  seine 

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Darstellung, wonach er E._______ etwa ein  Jahr nach seiner Rückkehr 
aus  D._______  kennengelernt  habe,  auch  auf  Nachfrage  nicht 
präzisieren können. Es hätte jedoch erwartet werden können, dass er den 
Zeitpunkt  des  Kennenlernens  oder  des  Geschlechtsverkehrs  nach 
Monaten oder zumindest Jahreszeiten einzugrenzen vermöchte.

Im Weiteren widerspreche seine Darstellung in wesentlichen Punkten der 
allgemeinen Erfahrung respektive der Logik des Handelns. Insbesondere 
sei etwa nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer das Risiko 
auf  sich  genommen  haben  sollte,  mit  E._______  in  deren  Haus  zu 
schlafen,  währenddem  sich  (...)  im  Nebenzimmer  aufgehalten  habe. 
Weiter erscheine unlogisch, dass die Brüder der Ersteren (...)  in dessen 
(...) in F._______ aufgespürt, dessen Wohnhaus hingegen nicht gefunden 
hätten. 

Schliesslich  würden  die  Zweifel  am  Wahrheitsgehalt  der 
Verfolgungsvorbringen  durch  verschiedenen Widersprüche  verstärkt.  So 
habe  der  Beschwerdeführer  einerseits  ausgeführt,  der  (...)  seiner 
Geliebten  sei  auf  dem  Weg  zum  Arzt  verstorben  und  andererseits 
angegeben, er wisse nicht, wann dessen Tod eingetreten sei.  

4.2. Aus der Rechtsmitteleingabe ergibt sich als Rüge die Verletzung von 
Bundesrecht,  indem  zu  Unrecht  auf  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen 
geschlossen worden sei.

4.3. Was die  vom BFM  festgestellten Ungereimtheiten  in Bezug auf  die 
geltend  gemachten  Fluchtgründe  anbelangt,  kann  zur  Vermeidung  von 
Wiederholungen vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz 
verwiesen werden, welchen im Wesentlichen beizupflichten ist.

4.3.1. Zunächst ist der vorinstanzlichen Feststellung, wonach wesentliche 
Vorbringen des Beschwerdeführers nicht hinreichend begründet, mithin in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  konkret,  detailliert  und  differenziert 
dargelegt worden seien, vollumfänglich beizupflichten.

Namentlich die Darstellung des angeblich fluchtbegründenden Vorfalls ist 
als  ausserordentlich  substanzarm  zu  bezeichnen.  So  berichtete  der 
Beschwerdeführer  anlässlich  der  Erstbefragung  in  geradezu 
schemenhafter Weise,  seine Freundin E._______  und  er  seien  von  (...) 
beim  Geschlechtsverkehr  überrascht  worden.  Es  sei  zu  einem 
Handgemenge gekommen, worauf er  zu  (…) geflüchtet  sei  (A1 S. 6  f.). 

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Auch  auf  Aufforderung  zu  einer  detaillierten  Schilderung  anlässlich  der 
direkten Anhörung wusste  er  den Vorfall  nicht  näher  zu  substanziieren, 
sondern  führte  lediglich  aus,  der  Mann  habe  ihn  angegriffen  und 
begonnen,  ihn  zusammenzuschlagen,  so  dass  er  sich  habe  verteidigen 
müssen (A15 S. 6).

Auch  blieb  der  Beschwerdeführer  vage  und  ausweichend,  was  die 
zeitliche Einordnung seiner Kernvorbringen anbelangt. Weder vermochte 
er zunächst anzugeben, wann er E._______ kennengelernt habe (A15 S. 
7 A 39: "[…] An den Monat erinnere ich mich nicht mehr."), noch konnte 
er  den  Beischlaf  und  das  nachfolgende  Handgemenge  mit   (...)  einem 
ungefähren Zeitpunkt zuordnen (A15 S. 8 A 49: "Ich erinnere mich an den 
Monat  und  an  die  Jahreszeit  nicht.  […]").  In  Anbetracht  des  immensen 
Temperaturspektrums  in  Afghanistan  mit  saisonbedingten 
Temperaturunterschieden  von  an  die  50  Grad  Celsius  ist  nicht 
nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer die für seine Asylgesuch 
massgeblichen Ereignisse keiner Jahreszeit zuzuordnen vermochte. 

Angesichts  der  substanzarmen  Schilderungen  des  Beschwerdeführers 
entstehen erhebliche Zweifel am Wahrheitsgehalt der geltend gemachten 
Vorfälle. Dieses Bild wird durch den Umstand abgerundet, dass er auch 
keinerlei  Angaben  über  das  weitere  Schicksal  seiner  Geliebten  zu 
machen  vermochte  (A1  S.  7),  obschon  er  aussagegemäss  vor  seiner 
Ausreise konkrete Heiratsabsichten hegte (A1 S. 6). Der im Rahmen der 
Anhörung  getätigte  Erklärungsversuch,  wonach  er  sich  schäme,  seine 
Eltern nach dem Befinden von E._______ zu fragen (A15 S. 11), vermag 
vor diesem Hintergrund jedenfalls nicht zu überzeugen.

4.3.2.  Im Weiteren  ist  mit  dem  BFM  festzustellen,  dass  die  Vorbringen 
des  Beschwerdeführers  in  wesentlichen  Punkten  der  allgemeinen 
Erfahrung respektive der Logik des Handelns widersprechen.

Anhand  verschiedener  Aussagen  des  Beschwerdeführers  ("Daher  hatte 
ich meiner Familie nicht erzählt, dass ich ein Mädchen kennengelernt und 
sie lieb habe" [A15 S. 8]; "Dort, wo wir herkommen, gibt es Blutgeld nicht. 
Entweder muss man fliehen oder man wird getötet" [A15 S. 10]) ist davon 
auszugehen,  dass  ihm  jederzeit  bewusst  war,  dass  seine  verbotene 
Beziehung  mit  E._______  im  afghanischen  Kulturkreis  erhebliche 
Konsequenzen  nach  sich  ziehen  könnte.  Vor  diesem  Hintergrund  ist 
seine Darstellung, wonach er am besagten Tag einfach an ihre Haustüre 

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geklopft  und  erst  nachträglich  erfahren  habe,  dass   (...)  nicht  zuhause 
seien (A15 S. 11), mit der allgemeinen Logik nicht vereinbar.  

Umso weniger  ist nachvollziehbar, dass er anschliessend das Risiko auf 
sich  genommen  haben  sollte,  mit  E._______  in  deren  Haus 
Geschlechtsverkehr  zu  haben,  wo  er  jederzeit  damit  hätte  rechnen 
müssen, dass (…) aufwachen oder ein männliches Familienmitglied nach 
Hause kommen könnte. Der Einwand in der Rechtsmitteleingabe, wonach 
sie sich nicht im Unrecht gefühlt hätten, da sie ja Heiratsabsichten gehabt 
hätten,  ist  insoweit  zurückzuweisen,  als  ein  nachträgliches  offizielles 
Bekenntnis  zu  einer  jungen  Frau  nach  afghanischem  Kulturverständnis 
eine vorhergehende sexuelle Beziehung mit derselben kaum legitimieren 
dürfte.

Was die Zeit nach dem Wegzug des Beschwerdeführers aus B._______ 
anbelangt,  sticht  die  Aussage  des  Beschwerdeführers,  wonach  die 
Brüder seiner Geliebten sich ausschliesslich  im (...)  in F._______ (A1 S. 
7) nach ihm erkundigt hätten, ins Auge. Unter logischen Gesichtspunkten 
ist nämlich nicht einsehbar, weshalb die Brüder zwar die Adresse des (...) 
ausfindig  gemacht,  nicht  aber  auch  an  dessen  –  sich  in  derselben 
Ortschaft befindlichen – Wohnadresse   nach ihm gesucht hätten (A15 S. 
9). Der in diesem Zusammenhang vorgetragene Erklärungsversuch in der 
Rechtsmitteleingabe,  wonach  man  den  des  (...)  auch  in  B._______ 
kenne,  jedoch  niemand  wisse,  wo  sein  (…)  wohne,  vermag  nicht  zu 
überzeugen.

4.3.3.  Schliesslich  ist  dem  BFM  auch  insoweit  zu  folgen,  als  der 
Beschwerdeführer anlässlich der Befragungen widersprüchliche Angaben 
darüber gemacht hat, wann seines Wissens  (...) seiner Freundin der Tod 
eingetreten  sei.  Während  er  im  Rahmen  der  Erstbefragung  ausgeführt 
hat,   (...)  sei  erst  auf  dem Weg  zum Arzt  verstorben  (A1  S.  7),  gab  er 
anlässlich  der Anhörung  zu Protokoll,  er wisse nicht,  ob  der Tod  schon 
vor oder erst nach dem Arztbesuch eingetreten sei ( A15 S. 6).

4.3.4.  In  Ergänzung  der  vorinstanzlichen  Erwägungen  ist  schliesslich 
festzustellen, dass die generelle Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers 
durch dessen Aussageverhalten  in grundsätzlicher Weise erschüttert  ist. 
Namentlich  fällt auf, dass er auf Frage nach Angehörigen  in der Heimat 
zunächst  nur  die Mitglieder  seine  Kernfamilie  nannte  (A1  S.  4).  Später 
gab er an, in Afghanistan über eine Vielzahl von Verwandten zu verfügen, 
wobei  er  namentlich  "Cousins  vs  und ms"  nannte. Mit  diesen  sei  es  zu 

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gegenseitigen Besuchen  gekommen. Auf Nachfrage,  ob  er  denn wisse, 
wo diese Cousins wohnen würden, führte er aus, dass nur die Eltern der 
Cousins seine Familie besucht hätten (A15 S. 10). Nicht nur steht diese 
Aussage  im  direkten  Widerspruch  zur  vorhergehenden  Behauptung 
gegenseitiger Besuche, auch wird hieraus deutlich, dass – entgegen aller 
vorherigen  Sachverhaltsvarianten  –  auch  Onkel  und  Tanten  des 
Beschwerdeführers in Afghanistan leben.  

4.4.  Zusammenfassend  ist  mit  dem  BFM  festzustellen,  dass  der 
Beschwerdeführer  nicht  glaubhaft  darzustellen  vermochte,  dass  er  sein 
Heimatland infolge der von ihm vorgebrachten Nachteile verlassen habe. 
Im  Übrigen  kann  vollumfänglich  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  der 
Vorinstanz in ihrer Verfügung verwiesen werden.

5. 
5.1.    Nach  dem  Gesagten  hat  das  BFM  das  Asylgesuch  zu  Recht 
abgelehnt  und  –  da  der  Beschwerdeführer  weder  über  eine 
fremdenpolizeiliche  Aufenthaltsbewilligung  verfügt  noch  einen  Anspruch 
auf  eine  solche  hat  (vgl. Art.  32  Bst.  a  der  Asylverordnung  1  über 
Verfahrensfragen [AsylV 1; SR 142.311]) – gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG 
auch zu Recht die Wegweisung angeordnet. 

5.2.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene 
Verfügung  in  Bezug  auf  die  Frage  der  Anerkennung  als  Flüchtling,  die 
Frage  der  Asylgewährung  und  der  Wegweisung  Bundesrecht  nicht 
verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  richtig  und  vollständig 
feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist daher 
– soweit nicht gegenstandslos geworden – abzuweisen.

6.  
6.1. Infolge der wiedererwägungsweise gewährten vorläufigen Aufnahme 
sind die Anordnungen des BFM betreffend Wegweisungsvollzug (Ziffern 4 
und 5 des Dispositivs der Verfügung vom 31. Oktober 2008) unter diesen 
Umständen  als  dahingefallen  zu  betrachten.  Die  Beschwerde  ist  somit, 
soweit  den  Vollzug  der  Wegweisung  betreffend,  infolge  Wegfalls  des 
Streitgegenstandes als gegenstandslos geworden abzuschreiben.

6.2.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen  (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG).  Indessen 
wurde  das  mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  mit 

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prozessleitender  Verfügung  vom  18. Dezember 2008   gutgeheissen, 
weshalb auf eine Kostenauflage zu verzichten ist.

6.3.  Aufgrund  der  Akten  ist  nicht  davon  auszugehen,  dem  nicht 
vertretenen  Beschwerdeführer  seien  verhältnismässig  hohe  Kosten 
entstanden, weshalb keine Parteientschädigung zuzusprechen  ist  (Art. 7 
Abs.  4  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  abgewiesen,  soweit  sie  nicht  als  gegenstandslos 
geworden abgeschrieben wird.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Jan Feichtinger

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