# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a02fc0cb-af5f-50cf-ba93-d718e848aea4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 14.08.2025 I/1-2024/176, 177
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2024-176--177_2025-08-14.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2024/176, 177

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 20.11.2025

Entscheiddatum: 14.08.2025

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 14.08.2025
IV-Zusatzrente als Einkommen, Abzüge beim Einkommen; Art. 35 Abs. 1 SG; 
Art. 22 Abs. 1 DBG. Werden die IV-Zusatzrenten an den nicht 
rentenberechtigten Elternteil ausbezahlt, so bleibt der IV-Stammrentner für 
die Kinderrenten steuerpflichtig. Eine Ausnahme davon kommt nur dann in 
Betracht, wenn eine Kinderrente auf entsprechenden Antrag des volljährigen 
Kindes an dieses direkt ausbezahlt wird. Zur Berechnung des 
durchschnittlichen Unterhaltsbedarfs: Gelangt eine Pauschale für einen 
Gesamtaufwand zur Anwendung, ist grundsätzlich aber die Aufrechnung 
weiterer (effektiver) Kosten ausgeschlossen. 
(Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 14. August 2025, I/1-2024/176 
und 177).

«Entscheid siehe PDF»

Kanton St. Gallen 

Gerichte 

 
 

 

 

 

Verwaltungsrekurskommission 

Abteilung I - 1. Kammer 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 14. August 2025 

Besetzung  Präsident Titus Gunzenreiner, Richter Markus Frei und Richterin Isabelle 

Krüse, Gerichtsschreiberin Franziska Geser  

   

Geschäftsnr.   I/1-2024/176 und 177 

 

   

Parteien 

 

 A.__,  

Rekurrent und  

Beschwerdeführer,  

  gegen 

  Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,  

Vorinstanz,  

und 

 

Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundes-

steuer, Eigerstrasse 65, 3003 Bern,  

Beschwerdebeteiligte,  

 

  

Gegenstand  Kantons- und Gemeindesteuer 2022 sowie direkte Bundessteuer 

2022 

 

 

I/1-2024/177 

 

2/11 

Sachverhalt: 

A.- A.__ ist geschieden und wohnt in B.__. Er ist IV-Rentner und ging im Steuerjahr 2022 

keiner Erwerbstätigkeit nach. Er erhielt eine IV-Rente sowie eine Rente aus der beruflichen 

Vorsorge. Zudem wurde für seine Tochter C.__ eine IV-Zusatzrente an deren Mutter aus-

bezahlt. 

B.- A.__ deklarierte für das Jahr 2022 ein steuerbares Einkommen von Fr. __ sowie ein 

steuerbares Vermögen von Fr. __. Veranlagt wurde er am 6. Februar 2024 für die Kantons- 

und Gemeindesteuer 2022 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. __ und einem steu-

erbaren Vermögen von Fr. __ und für die direkte Bundessteuer 2022 mit einem steuerbaren 

Einkommen von Fr. __.–. Gegen diese Veranlagungen erhob A.__ am 7. März 2024 Ein-

sprache. Das Kantonale Steueramt wies die Einsprachen mit Entscheiden vom 24. Sep-

tember 2024 ab. 

C.- Dagegen erhob A.__ mit Eingabe vom 30. Oktober 2024 Rekurs und Beschwerde bei 

der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK). Sinngemäss beantragte 

er, dass auf die Aufrechnung der IV-Zusatzrente als Einkommen zu verzichten oder ihm ein 

Kinderabzug zu gewähren sei. Weiter beantragte er die Zulassung von Berufskostenabzü-

gen. Er machte geltend, die Bezahlung des gesamten Betrags der Steuerrechnung sei ihm 

nicht zumutbar. Müsse er den von der Vorinstanz veranlagten Betrag bezahlen, so könne 

er seinen Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten. Allenfalls sei der Kinderabzug beiden El-

tern zur Hälfte zu gewähren. Am 16. November 2024 stellte A.__ ein Gesuch um unentgelt-

liche Rechtspflege. Diese wurde ihm am 10. Dezember 2024 formlos gewährt. Die Vo-

rinstanz liess sich am 14. Januar 2025 vernehmen. Die Eidgenössische Steuerverwaltung 

(EStV) verzichtete stillschweigend auf eine Vernehmlassung. Am 30. Januar 2025 nahm 

der Rekurrent und Beschwerdeführer Akteneinsicht vor Gericht. 

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen. 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1.- Die Verfahren I/1-2024/176 (Kantons- und Gemeindesteuern 2022) und I/1-2024/177 

(direkte Bundessteuer 2022) betreffen die gleichen Verfahrensbeteiligten. Die sich in den 

 

I/1-2024/177 

 

3/11 

Verfahren stellenden Fragen hängen aktenmässig und inhaltlich eng zusammen. Vor die-

sem Hintergrund erscheint es gerechtfertigt, den Rekurs und die Beschwerde im gleichen 

Entscheid, aber mit getrennten Dispositivziffern zu erledigen (BGE 130 II 509 E. 8.3 = Pra 

94 [2005] Nr. 114; BGE 135 II 260 E. 1.3 und 142 II 293 E. 1.2; Urteil des Bundesgerichts 

[BGer] 2C_440 und 441/2014 vom 10. Oktober 2014 E. 1.2). 

2.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist für den 

Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der Rekurs 

und die Beschwerde vom 30. Oktober 2024 gegen die Einspracheentscheide vom 24. Sep-

tember 2024 über die Kantons- und Gemeindesteuern 2022 sowie die direkte Bundessteuer 

2022 sind rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllen die gesetzlichen Anforderungen 

(Art. 194 Abs. 1 des St. Galler Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 41 lit. h 

Ziff. 1, Art. 45 Abs. 1 und Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 

951.1, abgekürzt: VRP; Art. 140 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 

642.11, abgekürzt: DBG). Auf den Rekurs und die Beschwerde ist einzutreten. 

3.- Für die Beweislastverteilung gilt die Grundregel, dass die Veranlagungsbehörde die 

steuerbegründenden oder steuererhöhenden Tatsachen zu beweisen hat, die steuerpflich-

tige Person dagegen jene Tatsachen, welche die Steuerschuld mindern oder aufheben 

(vgl. ZIGERLIG/OERTLI/HOFMANN, Das st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, S. 390; RICH-

NER/FREI/KAUFMANN/ROHNER, Handkommentar zum DBG, 4. Aufl. 2023, Art. 123 DBG 

N 77). Dabei ist zu beachten, dass die Veranlagungsbehörde verpflichtet ist, die für die 

Besteuerung rechtserheblichen Tatsachen von Amtes wegen abzuklären und die Veranla-

gung aufgrund der gesetzlichen Vorschriften vorzunehmen (Untersuchungsmaxime ge-

mäss Art. 176 StG). Damit notwendige Beweismittel auch tatsächlich beschafft werden kön-

nen, sieht das Steuergesetz Mitwirkungspflichten des Pflichtigen sowie von Dritten vor 

(Art. 168 ff. StG). Der Steuerpflichtige ist gehalten, alles tun, um eine vollständige und rich-

tige Veranlagung zu ermöglichen. Auf Verlangen der Veranlagungsbehörde muss er münd-

lich oder schriftlich Auskunft erteilen sowie Belege und weitere Bescheinigungen vorlegen 

(Art. 170 StG). Bei der Einforderung der Mitwirkungspflicht ist die Veranlagungsbehörde als 

Trägerin öffentlicher Aufgaben allerdings an das rechtsstaatliche Prinzip der Verhältnismäs-

sigkeit gebunden. Sie darf vom Steuerpflichtigen nichts Unzumutbares verlangen (HÄFELIN/ 

MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 514 ff.; ZIGERLIG/ 

OERTLI/HOFMANN, S. 396). Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass die Vorinstanz sowohl 

Veranlagungsbehörde des Rekurrenten als auch seiner geschiedenen Ehefrau sowie der 

volljährigen Tochter war (Art. 158 StG). Dementsprechend waren der Vorinstanz die finan-

ziellen Verhältnisse sowohl der Tochter als auch der geschiedenen Ehefrau vollumfänglich 

 

I/1-2024/177 

 

4/11 

bekannt. Diesbezügliche Abklärungen der Vorinstanz beim Rekurrenten waren somit nicht 

erforderlich. Im Übrigen wäre der Rekurrent nach der allgemeinen Lebenserfahrung ohne-

hin nicht in der Lage, die finanziellen Verhältnisse seiner von ihm geschiedenen Ehefrau 

darzulegen. 

II. Kantons- und Gemeindesteuern 

4.- Im Rekurs ist umstritten, ob die IV-Zusatzrente der Tochter dem Rekurrenten als Ein-

kommen anzurechnen ist. 

a) Männer und Frauen, denen eine Invalidenrente zusteht, haben für jedes Kind, das im 

Falle ihres Todes eine Waisenrente der Alters- und Hinterlassenenversicherung beanspru-

chen könnte, Anspruch auf eine Kinderrente (Art. 35 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, SR 831.20, abgekürzt: IVG). Alle Einkünfte aus der Alters-, Hinter-

lassenen- und Invalidenversicherung sowie aus Einrichtungen der beruflichen Vorsorge 

sind steuerbar (Art. 7 Abs. 1 des Steuerharmonisierungsgesetzes, SR 642.14, abgekürzt: 

StHG; Art. 35 Abs. 1 StG). Dieser Gesetzeswortlaut entspricht Art. 22 Abs. 1 DBG. Somit 

kann zur Auslegung von Art. 35 Abs. 1 StG auch die Lehre und Rechtsprechung zu Art. 22 

Abs. 1 DBG herangezogen werden. Werden die IV-Zusatzrenten an den nicht rentenbe-

rechtigten Elternteil ausbezahlt, so bleibt der IV-Stammrentner für die Kinderrenten steuer-

pflichtig. Eine Ausnahme davon kommt nur dann in Betracht, wenn eine Kinderrente auf 

entsprechenden Antrag des volljährigen Kindes an dieses direkt ausbezahlt wird. In jenem 

Fall besteht nur noch ein Anspruch auf Direktauszahlung an das volljährige Kind. Folglich 

kann dann nicht mehr von einem Einkommenszufluss beim IV-Stammrentner ausgegangen 

werden. Die betreffenden Einkünfte sind diesfalls dem volljährigen Kind zuzurechnen 

(Art. 82 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung, SR 831.201, abgekürzt: 

IVV, i.V.m. Art. 71ter Abs. 3 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversiche-

rung, SR 831.101, abgekürzt: AHVV; BGer 2C_139/2022 vom 31. August 2022 E. 3 und 5; 

RICHNER/FREI/KAUFMANN/ROHNER, Art. 22 N 28). 

b) Die IV-Zusatzrente für die Tochter wurde an die ehemalige Ehefrau des rentenberech-

tigten Rekurrenten ausbezahlt (vi-act. intern 3/3). Es liegt also keine Direktauszahlung an 

das volljährige Kind vor, bei dem kein Einkommenszufluss beim Rekurrenten mehr anzu-

nehmen wäre. Da keine entsprechende Ausnahme vorliegt, ist der Rekurrent als IV-Stamm-

rentner für die IV-Zusatzrente seiner Tochter steuerpflichtig. Aufgrund der klaren Rechts-

 

I/1-2024/177 

 

5/11 

lage besteht diesbezüglich kein Ermessensspielraum. Die Vorinstanz hat die IV-Zusatz-

rente dem Rekurrenten somit zu Recht als Einkommen angerechnet. Der Rekurs ist dies-

bezüglich abzuweisen. 

Im vorliegenden Verfahren kann nicht überprüft werden, ob die IV-Kinderrente in unzuläs-

siger Doppelbesteuerung auch in der Veranlagung der Tochter oder der geschiedenen Ehe-

frau als Einkommen angerechnet wurde. Jene Steuerveranlagungen sind nicht Bestandteil 

des vorliegenden Verfahrens. 

5.- Sodann ist umstritten, ob dem Rekurrenten für die ihm als Einkommen angerechnete 

Kinderrente ein Abzug zu gewähren ist. 

a) Die Unterhaltsbeiträge an die geschiedene Ehepartnerin sowie die Unterhaltsbeiträge an 

einen Elternteil für die unter dessen elterlicher Sorge oder Obhut stehenden Kinder sind 

von den Einkünften abziehbar. Nicht zum Abzug zugelassen sind hingegen Leistungen in 

Erfüllung anderer familienrechtlicher Unterhalts- oder Unterstützungspflichten (Art. 45 

Abs. 1 lit. c StG). Die für die volljährige Tochter, die sich noch in Ausbildung befindet, aus-

bezahlte Kinderrente hat unbestrittenermassen Unterhaltscharakter. Unter elterlicher Sorge 

oder Obhut stehen allerdings nur Kinder, die minderjährig sind. Beiträge für volljährige Kin-

der fallen unter "Leistungen in Erfüllung anderer familienrechtlicher Unterhalts- oder Unter-

stützungspflichten", die beim Leistenden gerade nicht zum Abzug zugelassen werden 

(ZIGERLIG/OERTLI/HOFMANN, S. 148; StB 36 Nr. 3 Ziff. 5). Über eine Analogie zu den zivil-

rechtlich geschuldeten Unterhaltsbeiträgen an volljährige Kinder ist also kein Abzug mög-

lich. 

b) aa) Für jedes unter der elterlichen Sorge oder Obhut der steuerpflichtigen Person ste-

hende oder volljährige Kind, das in der schulischen oder beruflichen Ausbildung steht, wird 

ein Betrag von Fr. 10'200.– als Kinderabzug abgezogen, wenn die steuerpflichtige Person 

für den Unterhalt zur Hauptsache aufkommt und keinen Abzug nach Art. 45 Abs. 1 lit. c StG 

beansprucht (Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StG, in der für das Jahr 2022 gültigen Fassung). 

Unter dem Begriff "zur Hauptsache" ist nach der Rechtsprechung nicht exakt "mehr als die 

rechnerische Hälfte" zu verstehen. Erforderlich ist, dass der Unterhalt des Kindes im We-

sentlichen oder in erster Linie von der betreffenden steuerpflichtigen Person erbracht wird. 

Beispielsweise kommt ein Elternteil auch dann "zur Hauptsache" für den Unterhalt seines 

Kindes auf, wenn er nur 40% an den Unterhalt des Kindes zahlt, wobei die restlichen 60% 

zur Hälfte durch Alimentenzahlungen des anderen Elternteils und durch eigene Erwerbs-

 

I/1-2024/177 

 

6/11 

einkünfte des Kindes bestritten werden. Zur Ermittlung der Unterhaltskosten ist auf pau-

schalierte Durchschnittswerte abzustellen. Davon kann bei besonderen individuellen Ver-

hältnissen abgewichen werden. 

Für die Festlegung der Durchschnittswerte wird regelmässig auf die "Empfehlungen des 

Jugendamtes des Kantons Zürich zur Bemessung von Unterhaltsbeiträgen" (Zürcher 

Tabelle) abgestellt. Diese Tabelle kann grundsätzlich über das 18. Altersjahr hinaus ange-

wendet werden, wenn die Krankenkassenprämien angepasst werden und die junge Person 

im Haushalt eines Elternteils bleibt (Tabelle sowie Erläuterungen unter www.zh.ch abruf-

bar). 

Die Eltern sind allerdings in dem Mass von der Unterhaltspflicht befreit, als dem Kind zuge-

mutet werden kann, den Unterhalt aus seinem Arbeitserwerb oder anderen Mitteln selbst 

zu bestreiten (Art. 276 Abs. 3 ZGB). An der Unterstützungsbedürftigkeit des Kindes fehlt 

es, wenn ein volljähriges und selbständig steuerpflichtiges Kind während der schulischen 

oder beruflichen Ausbildung wesentliche Erwerbseinkünfte erzielt oder über andere Mittel 

verfügt, die es ihm zumutbarerweise erlauben, seinen notwendigen Lebensunterhalt ein-

schliesslich Ausbildungskosten zur Hauptsache selbst zu bestreiten. Das unterstützte voll-

jährige Kind muss auf die Unterstützung der steuerpflichtigen Person angewiesen sein, da-

mit ein Kinderabzug berechtigt ist. Bis zu Erwerbseinkünften von Fr. 15'000.– pro Jahr ist 

davon auszugehen, dass das Kind daraus nicht zur Hauptsache selbst seinen Unterhalt 

bestreiten kann. Einem Kind, das eigene Einkünfte erzielt, steht zudem in jedem Fall ein 

Betrag von Fr. 6'000.– pro Jahr zur freien Verfügung zu (vgl. zum Ganzen SGE 2010 Nr. 3; 

Entscheid der VRK [VRKE] I/1-2012/200 vom 23. April 2013; Entscheid des Verwaltungs-

gerichts [VerwGE] B 2019/254, B 2019/255 vom 28. Mai 2020, im Internet abrufbar unter: 

www.sg.ch/recht/gerichte und dort unter Rechtsprechung; StB 48 Nr. 1 Ziff. 2.2.2). 

bb) Ein Abzug nach Art. 45 Abs. 1 lit. c StG ist vorliegend nicht möglich (vgl. voranstehende 

E. 5a). Es ist dementsprechend zu prüfen, ob der Rekurrent im Steuerjahr 2022 "zur Haupt-

sache" für den Unterhalt des Kindes, für das eine Kinderrente ausbezahlt wurde, aufge-

kommen ist. Über die Tochter ist bekannt, dass sie sich per Stichtag vom 31. Dezember 

2022 in Ausbildung befand, bei der Mutter wohnhaft war, vom Januar bis Mitte August 2022 

einen Nettolohn von Fr. 10'720.– erwirtschaftet hatte und mindestens eine Schwester hat 

(act. 2/5, vi-act. intern 3/1 und 3/2). Für ihren Unterhaltsbedarf ist gemäss den voranste-

henden Ausführungen auf die Durchschnittswerte der Zürcher Tabelle abzustellen. Bei zwei 

Kindern ist für das volljährige Kind analog zum 13- bis 18-jährig Kind auf einen durchschnitt-

 

I/1-2024/177 

 

7/11 

lichen Unterhaltsbedarf von Fr. 1'595.– (Tabelle 2022) monatlich abzustellen. Der durch-

schnittliche jährliche Unterhaltsbedarf beläuft sich also auf Fr. 19'140.–. Dabei sind unter 

der Position Ernährung sämtliche Nahrungsmittel berücksichtigt. Sodann wurde eine Posi-

tion für Freizeit, Förderung und öffentlichen Verkehr eingerechnet. Dieser Betrag soll dem 

Kind eine Beteiligung am sozialen, kulturellen und sportlichen Leben ermöglichen. Darunter 

fallen Auslagen für die Verwirklichung von Hobbies, Kursteilnahmen als auch Mobilität, wo-

runter auch Verkehrskosten wie Abonnementskosten für die Benützung des öffentlichen 

Verkehrs fallen (vgl. Erläuterungen auf ww.zh.ch). Zu beachten ist, dass diese Ausgaben 

für den durchschnittlichen Unterhaltsbedarf bei einem durchschnittlichen Konsumverhalten 

eines Paarhaushaltes mit Kindern bei einem verfügbaren Einkommen von rund Fr. 8'000.– 

(Bruttoeinkommen von Fr. 11'000.– abzüglich Sozialversicherungsbeiträge, Steuern, Kran-

kenkasse, Ausgaben an andere Haushalte wie z.B. Alimente) im Kanton Zürich anfallen. 

Der Rekurrent hingegen wurde mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. __ und einem 

steuerbaren Vermögen von Fr. __ erfasst. Er ist geschieden und muss mit seinem monatli-

chen Einkommen von knapp Fr. 5'500.– (vor Abzug der Steuern und der Krankenkassen-

prämien) sowohl für seinen eigenen Haushalt als auch den Kinderunterhalt (IV-Kinderrente) 

aufkommen. Mittels noch nicht rechtskräftiger Veranlagung wurde ihm eine Steuerrechnung 

für die Kantons- und Gemeindesteuer 2022 von Fr. 8'141.– und für die direkte Bundessteuer 

2022 von Fr. 697.– zugestellt. Das verfügbare Budget ist damit deutlich kleiner als bei den 

herangezogenen Durchschnittsverhältnissen gemäss den Zürcher Tabellen. Es liegen be-

scheidene finanzielle Verhältnisse vor. In Relation dazu muss der Zürcher Durchschnitts-

wert somit selbst unter Berücksichtigung einer höheren Krankenkassenprämie als oberste 

Richtschnur für den Unterhaltsbedarf der Tochter angesehen werden. Die Bestimmung ei-

nes darüberhinausgehenden höheren Unterhaltsbedarfs erschiene als klar unverhältnis-

mässig. 

Die Vorinstanz stützte sich auf den durchschnittlichen Unterhaltsbedarf gemäss Zürcher 

Tabellen und rechnete dazu weitere Positionen hinzu. Gelangt eine Pauschale für einen 

Gesamtaufwand zur Anwendung, ist grundsätzlich aber die Aufrechnung weiterer (effekti-

ver) Kosten ausgeschlossen. Im Übrigen wurden diese weiteren Positionen weder begrün-

det noch belegt, sondern teilweise gar als "pauschal" bezeichnet. Wie voranstehend darge-

legt, sind entsprechende Beträge für Ausbildung, Freizeit und öffentlicher Verkehr bereits 

in der Pauschale der Zürcher Tabellen berücksichtigt. In der Bedarfsrechnung der Vor- 

instanz sind dieselben Positionen somit teilweise doppelt berücksichtigt, was der gerichtli-

chen Überprüfung nicht standhält. Es besteht keine Grundlage dafür. Berufskostenabzüge 

und andere in der Steuerveranlagung der Tochter zugelassene Abzüge sind im Rahmen 

 

I/1-2024/177 

 

8/11 

der Prüfung der Anspruchsberechtigung des Rekurrenten für den Kinderabzug im Übrigen 

nicht von Relevanz. 

Im Sinne der Rechtsprechung ist – dem im Steuerrecht geforderten Schematismus entspre-

chend – unbesehen der tatsächlichen konkreten Verhältnisse auf einen pauschalen jährli-

chen Unterhaltsbedarf der Tochter von Fr. 19'140.– gemäss Zürcher Tabellen abzustellen. 

Nach Abzug des Freibetrags von Fr. 6'000.– trägt die Tochter mit ihrem Lehrlingslohn von 

Fr. 10'720.– einen Anteil von Fr. 4'720.– selbst. Da der Anspruch auf die IV-Kinderrente 

beim Rekurrenten liegt und er diese als Einkommen selbst zu versteuern hat, muss die 

Auszahlung dieser Rente konsequenterweise wirtschaftlich als Leistung des Rekurrenten 

an den Unterhalt des Kindes angesehen werden. Somit leistete er einen Betrag von 

Fr. 10'284.–. Damit verbleibt noch ein (hypothetischer) Unterhaltsanteil von Fr. 4'136.–. 

Unerheblich ist, ob dafür die Tochter in Anzehrung eines allfälligen Vermögens oder die 

geschiedene Ehefrau aufkam. Mit der Kinderrente von Fr. 10'284.– leistete der Rekurrent 

bereits mehr als die Hälfte und damit in jedem Fall den grössten Anteil an den Unterhalt 

des volljährigen Kindes. Er kam somit im Steuerjahr 2022 zur Hauptsache für den Unterhalt 

seiner Tochter auf, womit er Anspruch auf Gewährung des Kinderabzugs hat. 

Bis zum heutigen Zeitpunkt fällt sowohl nach der vorinstanzlichen Praxis als auch nach der 

verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung eine Teilung des Kinderabzugs ausser Betracht. 

Vielmehr wird steuerrechtlich beim Kinderunterhalt nach wie vor auf ein klassisches Rollen-

verständnis abgestellt und vom Unterhaltsleistenden und der Zahlungsempfängerin ausge-

gangen (vgl. dazu VerwGE B 2022/200 und B 2022/201 vom 3. Februar 2023). Eine 

Gesetzesrevision, die das Steuergesetz der heutigen zivilgesetzlichen Regelung oder heute 

gelebten Verhältnissen entsprechend anpassen würde, wurde in der kantonalen Politik bis 

heute nicht angestossen. Dementsprechend ist dem Rekurrenten der volle Kinderabzug in 

der Höhe von Fr. 10'200.– zu gewähren. Da die geschiedene Ehefrau ihrerseits keinen 

Anspruch auf die Gewährung des Kinderabzugs hat, kann auch ein Verstoss gegen das 

Kumulationsverbot ausgeschlossen werden. Hat die Vorinstanz den Abzug in Abweichung 

von der gesetzlichen Regelung bereits der geschiedenen Ehefrau gewährt, so darf dem 

Rekurrenten daraus kein Nachteil erwachsen. Der Rekurs ist diesbezüglich gutzuheissen. 

Das vorliegende Verfahren betrifft nur das Steuerjahr 2022. Rechtskräftige Steuerveranla-

gungen früherer Jahre können grundsätzlich nicht mehr angefochten werden, es sei denn, 

dass die Voraussetzungen eines ausserordentlichen Rechtsmittels, insbesondere der 

Revision, gegeben sind. In diesem Fall müsste der Steuerpflichtige für jene Steuerveranla-

gungen ein separates Revisionsverfahren anstrengen. 

 

I/1-2024/177 

 

9/11 

6.- Weiter beantragte der Rekurrent die Zulassung von Berufskostenabzügen. Für die Gel-

tendmachung von Berufskostenabzügen ist allerdings ein Zusammenhang mit der Berufs-

ausübung erforderlich (ZIGERLIG/OERTLI/HOFMANN, S. 39). Dass der Rekurrent keiner 

Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, ist unbestritten. Dementsprechend fallen Berufskostenab-

züge von vornherein ausser Betracht. Allfällige behinderungsbedingte Transportkosten 

wurden trotz Hinweises durch die Vorinstanz vom Rekurrenten auch im vorliegenden Ver-

fahren nicht belegt, weshalb sich eine Überprüfung eines entsprechenden Abzugs erübrigt. 

Der Rekurs ist diesbezüglich abzuweisen. 

7.- Der Rekurs ist teilweise gutzuheissen. Der Einspracheentscheid des Kantonalen Steu-

eramtes vom 24. September 2024 ist aufzuheben. Der Rekurrent ist für die Kantons- und 

Gemeindesteuer 2022 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 55'400.– und einem steu-

erbaren Vermögen von Fr. 0.– zu veranlagen. 

III. Direkte Bundessteuer 

8.- Die Regelung in Art. 22 Abs. 1 DBG entspricht der Regelung in Art. 35 Abs. 1 StG. In 

Bezug auf die Anrechnung der IV-Kinderrente zum Einkommen des Beschwerdeführers 

ergibt sich für die direkte Bundessteuer 2022 somit dasselbe Ergebnis wie bei der Kantons- 

und Gemeindesteuer 2022. Die Beschwerde ist diesbezüglich abzuweisen. 

9.- Die Regelung in Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG stimmt mit Art. 45 Abs. 1 lit. c StG überein. Da 

die Tochter volljährig ist, kann die IV-Kinderrente nicht als Unterhaltsbeitrag von den Ein-

künften des Beschwerdeführers abgezogen werden. Die Beschwerde ist diesbezüglich ab-

zuweisen. 

10.- Die Voraussetzungen für den Kinderabzug sind bei der direkten Bundessteuer nicht 

identisch mit jenen bei der Kantons- und Gemeindesteuer. Nach Art. 35 Abs. 1 lit. a DBG 

in der für das Jahr 2022 gültigen Fassung können für jedes minderjährige oder in der 

beruflichen oder schulischen Ausbildung stehende Kind, für dessen Unterhalt die steuer-

pflichtige Person sorgt, Fr. 6'500.– vom Einkommen abgezogen werden. Der Elternteil, der 

die Unterhaltszahlungen leistet, kann den Kinderabzug geltend machen. Leisten beide 

Elternteile Unterhaltszahlungen, kann der Elternteil mit den höheren finanziellen Leistun-

gen, das heisst in der Regel derjenige mit dem höheren Einkommen, den Kinderabzug gel-

tend machen. Eine hälftige Teilung des Kinderabzugs ist nur möglich, wenn das Kind min-

derjährig ist und keine Unterhaltsbeiträge geleistet werden. Der andere Elternteil kann den 

Unterstützungsabzug geltend machen, sofern seine Leistungen mindestens in der Höhe 

 

I/1-2024/177 

 

10/11 

des Abzuges erfolgen (vgl. Kreisschreiben der EStV Nr. 30 vom 21. Dezember 2010, Ziffer 

14.10.2; vgl. auch StB 48 Nr. 2 S. 7 f.). Für den Abzug wird zudem vorausgesetzt, dass das 

unterstützte Kind auf die geleistete Unterstützung tatsächlich angewiesen ist (RICH-

NER/FREI/ KAUFMANN/ROHNER, Art. 35 N 38 ff.). Vorliegend handelt es sich um ein volljähri-

ges Kind, weshalb die Teilung des Kinderabzugs ausgeschlossen ist. Für die Unterstüt-

zungsbedürftigkeit sowie die Unterhaltsanteile kann auf die voranstehende Erwägung 5b 

verwiesen werden. Der Beschwerdeführer leistete mit der Kinderrente mehr als die Hälfte 

an den Unterhaltsbedarf des Kindes und damit auf jeden Fall mehr als seine geschiedene 

Ehefrau. Dementsprechend ist dem Beschwerdeführer der Kinderabzug in der Höhe von 

Fr. 6'500.– zu gewähren. Die Beschwerde ist diesbezüglich gutzuheissen. 

Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer den Unterstützungsabzug gemäss Art. 35 Abs. 1 

lit. b DBG in der Höhe von Fr. 6'500.– gewährt. Da dieser nur zulässig ist, wenn kein Kin-

derabzug nach lit. a gewährt werden kann, ist dieser im Gegenzug zu streichen. 

11.- Auch bei der direkten Bundessteuer können Berufskostenabzüge nur im Zusammen-

hang mit der Berufsausübung geltend gemacht werden (RICHNER/FREI/KAUFMANN/ROHNER, 

Art. 26 N 1 ff.). Die Beschwerde ist diesbezüglich abzuweisen. 

12.- Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen. Der Einspracheentscheid des Kantonalen 

Steueramtes vom 24. September 2024 über die direkte Bundessteuer 2022 ist aufzuheben. 

Der Beschwerdeführer ist für die direkte Bundessteuer 2022 mit einem steuerbaren Ein-

kommen von Fr. 59'100.– zu veranlagen. 

IV. Kosten 

13.- Die Kosten des Rekurs- und Beschwerdeverfahrens werden nach Obsiegen und Un-

terliegen verlegt (Art. 95 Abs. 1 VRP, Art. 144 Abs. 1 DBG). Wenn es die Umstände recht-

fertigen, kann auf die Erhebung amtlicher Kosten verzichtet werden (Art. 97 VRP, Art. 144 

Abs. 3 DBG). Eine Gebühr von Fr. 1'200.– für das Rekursverfahren und Fr. 400.– für das 

Beschwerdeverfahren erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverord-

nung, sGS 941.12). Der Rekurrent und Beschwerdeführer obsiegt mehrheitlich. Aufgrund 

der fehlerhaften vorinstanzlichen Veranlagung, die zu einer deutlichen Überbesteuerung 

des anwaltlich nicht vertretenen Steuerpflichtigen geführt hat, erschiene es nicht als ange-

messen, diesem einen Anteil an den Verfahrenskosten aufzuerlegen. Dementsprechend 

gehen sämtliche Kosten zu Lasten des Staates (der Vorinstanz). 

 

I/1-2024/177 

 

11/11 

Entscheid: 

1. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen und der Einspracheentscheid des Kantonalen 

Steueramtes vom 24. September 2024 über die Kantons- und Gemeindesteuer 2022 

aufgehoben. Der Rekurrent wird für die Kantons- und Gemeindesteuer 2022 mit einem 

steuerbaren Einkommen von Fr. __ und einem steuerbaren Vermögen von Fr. __ ver-

anlagt. 

2. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und der Einspracheentscheid des Kanto-

nalen Steueramtes vom 24. September 2024 über die direkte Bundessteuer 2022 auf-

gehoben. Der Beschwerdeführer wird für die direkte Bundessteuer 2022 mit einem 

steuerbaren Einkommen von Fr. __ veranlagt. 

3. Die Kosten des Rekurs- und Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'600.– bezahlt der Staat 

(Kantonales Steueramt). 

 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 14.08.2025
	IV-Zusatzrente als Einkommen, Abzüge beim Einkommen; Art. 35 Abs. 1 SG; Art. 22 Abs. 1 DBG. Werden die IV-Zusatzrenten an den nicht rentenberechtigten Elternteil ausbezahlt, so bleibt der IV-Stammrentner für die Kinderrenten steuerpflichtig. Eine Ausnahme davon kommt nur dann in Betracht, wenn eine Kinderrente auf entsprechenden Antrag des volljährigen Kindes an dieses direkt ausbezahlt wird. Zur Berechnung des durchschnittlichen Unterhaltsbedarfs: Gelangt eine Pauschale für einen Gesamtaufwand zur Anwendung, ist grundsätzlich aber die Aufrechnung weiterer (effektiver) Kosten ausgeschlossen. (Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 14. August 2025, I/1-2024/176 und 177).

		2026-01-28T04:13:59+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen