# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 75ee23ff-76d3-5f29-bcbc-c449a1399f87
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-20
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 20.12.2021 S 2020 63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-63_2021-12-20.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und MLaw Ines Stocker
Gerichtsschreiber: MLaw Luca Bernasconi

U R T E I L vom 20. Dezember 2021 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
vertreten durch RA B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Rente)

S 2020 63

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Urteil S 2020 63

A. Die 1969 geborene Versicherte, A.________, meldete sich am 30. August 2019 
(erneut) zum Leistungsbezug an (IV-act. 41). Die IV-Stelle Zug tätigte in der Folge 
erwerbliche und medizinische Abklärungen, in Zuge dessen sie die Akten der 
Krankentaggeldversicherung beizog (IV-act. 48 und 51). Mit Vorbescheid vom 4. 
Dezember 2019 stellte die Verwaltung die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht 
(IV-act. 58). Mit Einwand vom 10. Dezember 2019 monierte die Versicherte den fehlenden 
Miteinbezug gewisser medizinischer Fakten (IV-act. 59). Darauf holte die IV-Stelle weitere 
medizinische Berichte ein, welche sie schliesslich zusammen mit den bereits erhaltenen 
medizinischen Akten dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) unterbreitete. Gestützt auf 
die Stellungnahme des RAD sprach die IV-Stelle der Versicherten sodann mit Verfügung 
vom 16. April 2020 eine Dreiviertelsrente per 1. April 2020 zu (BF-act. 2).

B. Mit Beschwerde vom 19. Mai 2020 liess die Versicherte beantragen, die 
Verfügung vom 16. April 2020 sei aufzuheben und ihr sei per 1. April 2020 eine ganze 
Rente zuzusprechen; eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung und 
Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 
zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung liess sie zusammengefasst geltend 
machen, es bestehe keine Teilerwerbsfähigkeit. Gerügt wurde insbesondere die 
(inkorrekte) Ermittlung des medizinischen Sachverhalts resp. des Invalideneinkommens. 
Für den Fall, dass Zweifel am rechtlich relevanten Sachverhalt bestehen sollten, wäre die 
Frage der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit weiter abzuklären und in diesem Sinne vom 
Gericht ein medizinisches Gutachten in den relevanten medizinischen Disziplinen in 
Auftrag zu geben (act. 1).

C. Den mit Verfügung vom 20. Mai 2020 verlangten Kostenvorschuss von Fr. 800.– 
beglich die Beschwerdeführerin fristgerecht (act. 3).

D. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassung vom 5. August 2020 die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (act. 5).

Das Verwaltungsgericht erwägt:

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Urteil S 2020 63

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (in 
casu: 16. April 2020) eingetretenen Sachverhalt ab. Was sich nach Verfügungserlass 
zugetragen hat, kann für die Beurteilung nur dann relevant sein, wenn es Rückschlüsse 
auf den im relevanten Zeitraum (d.h. bis Verfügungserlass) gegebenen Sachverhalt 
erlaubt (BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze 
massgebend, die bei der Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in 
Geltung standen (BGE 130 V 445 E. 1.2.1). 

Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten Bestimmungen 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) in Kraft getreten. Dementsprechend sieht Art. 82a ATSG vor, dass für im 
Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim erstinstanzlichen 
Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die hier zu beurteilende 
Beschwerde wurde am 19. Mai 2020 der Post übergeben, weshalb die bis 31. Dezember 
2020 gültigen Normen des ATSG auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in 
dieser Fassung 
zitiert werden.

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG in Verbindung mit § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des 
Einführungsgesetzes zu den Bundesgesetzen über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung und die Invalidenversicherung [EG AHVIVG; BGS 841.1]). Die 
örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf 
Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) 
– Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – gegeben, stammt doch die angefochtene Verfügung 
von der IV-Stelle Zug. Die Verfügung datiert vom 16. April 2020 (BF-act. 2) und ist 
frühestens am Folgetag im Herrschaftsbereich der Beschwerdeführerin eingetroffen (vgl. 
auch act. 1 Ziff. 3). In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen direkt 
Beschwerde beim zuständigen Versicherungsgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift 
trägt das Datum des 19. Mai 2020, wurde am gleichen Tag der Post übergeben und ging 
am 20. Mai 2020 beim Verwaltungsgericht ein. Damit ist die 30-tägige Frist gemäss Art. 60 
Abs. 1 i.V.m. Art. 38 Abs. 4 lit. a ATSG gewahrt. Die Beschwerdeführerin ist von der 
angefochtenen Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die 

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Beschwerdeschrift enthält einen Antrag und eine Begründung. Damit ist den formellen 
Anforderungen Genüge getan, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.

Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

3.
3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen. Eine 
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten 
oder verbessern können;

b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und

c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).

Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in 
Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. 
Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

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Urteil S 2020 63

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. 
Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, 
dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau 
ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der 
Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des 
Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen; vgl. auch E. 4.5.3 unten).

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung 
der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden 
können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b.cc). Hinsichtlich des 
Beweiswerts eines Arztberichts oder eines Gutachtens kommt es entscheidend darauf an, 
ob die betreffenden Angaben für die streitigen Belange umfassend sind, auf allseitigen 
Untersuchungen beruhen, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis 
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden sind, in der Beurteilung der medizinischen 
Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchten und ob die 
Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; BGE 125 V 351 
E. 3a mit Hinweis).

4. Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf die Stellungnahme 
des RAD-Arztes Dr. med. C.________, Facharzt innere Medizin und Arbeitsmedizin, vom 
20. Februar 2020 (IV-act. 75).

4.1 Darin gab Dr. C.________ zunächst die dem Sprechstundenbericht von Dr. med. 
D.________, Oberärztin mbF, vom 9. Januar 2020 (IV-act. 73) entnehmbaren Diagnosen 
(wortwörtlich) wieder:

- Unterbauchschmerzen re. unklarer Ätiologie;
- Systemischer Lupus erythematodes, ED 1990;
- Persistierende Rückfussbeschwerden Fuss beidseitig rechtsbetont;
- Pangonarthrose links;
- Schwere Mitralstenose, ED 9/18;
- Invasiv-duktales Mammakarzinom rechts, ED 8/18;

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- Cerebrovaskulärer ischämischer Insult im Mediastromgebiet rechts am 15. September 2018;
- Osteopenie;
- Psoriasis vulgaris;
- St. n. Bauchwandhämatom im M. rectus abdominis bei Gerinnungsentgleisung unter Marcoumar;
- St. n. Menometrorrhagien;
- St. n. Exzision eines unklar vergrösserten Lymphknotens axillär links am 24. Mai 2017.

Im Rahmen der versicherungsmedizinischen Beurteilung führte er sodann aus, es werde 
auf die vorgängigen Stellungnahmen des RAD, zuletzt vom Juni 2016, verwiesen. Gestützt 
auf die vorliegenden Berichte handle es sich bei der Versicherten um eine multimorbide 
Patientin mit im Vordergrund stehenden Einschränkungen des Stütz- und 
Bewegungsapparates bei systemischem Lupus erythematodes. Seit der letzten Verfügung 
vom August 2016 sei es zu einer Zunahme der arthrotischen Veränderungen an Händen, 
linkem Knie, OSG und Füssen gekommen. Darüber hinaus sei ein Mammakarzinom im 
August 2018 aufgetreten mit operativer, Radio- und endokriner Therapie, aktuell ohne 
Anhalt für ein Rezidiv. Des Weiteren sei es im September 2018 zu einem ischämischen 
cerebralen Insult unklarer Genese mit passagerer Halbseitensymptomatik gekommen. Im 
April 2019 habe dann eine schwere Mitralklappenstenose operativ korrigiert werden 
müssen (mech. MKE) mit anschliessender lebenslanger Antikoagulation, zusätzlich 
Anuloplastie einer Trikuspidalklappeninsuffizienz. Es würde aktuell eine Dyspnoe NYHA II-
III persistieren. In der Zusammenschau sei eine komplette Arbeitsunfähigkeit seit 
mindestens April vergangenen Jahres auch aktenanamnestisch über den 1. September 
2019 hinaus nachvollziehbar. Die angestammte Tätigkeit als Sportartikelverkäuferin könne 
als nicht mehr optimal leidensangepasst angesehen werden, zumal mit einer weiteren 
Verschlechterung der Gelenkbeschwerden zu rechnen sei. In einer angepassten Tätigkeit 
könnte medizinisch-theoretisch noch eine Teilarbeitsfähigkeit erzielt werden, ggf. auch 
angestammt, was aber vom weiteren Verlauf abhängig sei. Hier wäre eine gesonderte 
Abklärung der realiter umsetzbaren beruflichen Möglichkeiten sinnvoll (IV-Eingliederung, 
Versicherte) (IV-act. 75/5).

Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. C.________ was folgt auf: 
Systemischer Lupus erythematodes mit ausgeprägter Jaccoud-Arthropathie beide Hände; 
Pangonarthrose links; Arthrose OSG/Fuss beidseitig. Die Arbeitsfähigkeit in der 
angestammten Tätigkeit bezifferte er auf +/- 0 % ab ca. Februar 2020; bzgl. vorherigem 
Verlauf verwies er auf die entsprechenden Behandler (IV-act. 75/5 in fine).

Die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit bzw. das zumutbare Pensum 
bezifferte er auf +/- 4 Stunden pro Tag ab ca. Februar 2020; die Tätigkeit habe folgenden 

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ergonomischen Vorgaben zu entsprechen: Leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit ohne 
anhaltendes Stehen/Gehen v.a. in unebenen Gelände, ohne häufiges Treppensteigen, 
ohne Besteigen von Leitern/Gerüsten, ohne Arbeiten in Zwangshaltung (Knien, Kauern), 
ohne erhöhte motorische Anforderungen an die Hände, ohne Akkord-/Wechsel-/Nacht-
arbeit, ohne Arbeiten mit gefährlichen Arbeitsmitteln/Maschinen, ohne Arbeiten in 
Nässe/Kälte/starken Temperaturschwankungen (IV-act. 75/6).

4.2 Die IV-Stelle führte in der Verfügung vom 16. April 2020 zur (Begründung der) 
Berechnung des Invaliditätsgrades aus, aus der Stellungnahme des RAD sei zu folgern, 
dass anlässlich der Mitralklappenoperation im April 2019 eine dauerhaft relevante 
Verschlechterung eingetreten sei. Gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärzte 
sowie die Beurteilung des RAD sei seither die angestammte Tätigkeit als Verkäuferin nicht 
mehr möglich. Ab Februar 2020 sei aber eine angepasste Tätigkeit im Rahmen des 
genannten ergonomischen Profils möglich. In einer angepassten Tätigkeit könnte die 
Versicherte ein jährliches Einkommen von Fr. 25'028.– erzielen. Die IV-Stelle habe sich 
dabei auf die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik gestützt und einen 
behinderungsbedingten Abzug von 10 % berücksichtigt (IV-act. 77/2).

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4.3.1 Die Beschwerdeführerin liess den medizinischen Sachverhalt betreffend zunächst 
geltend machen, es werde bestritten, dass medizinisch-theoretisch eine Teilarbeits- bzw. 
eine Teilerwerbsfähigkeit bestehe. Die äusserst schweren Einschränkungen seien bei 
ihrem multimorbiden Beschwerdebild auch mit einer angepassten Tätigkeit nicht zu 
vereinbaren. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz bezüglich Teilerwerbsfähigkeit sei nicht 
plausibel und könne sich nicht auf ausreichende medizinische Grundlagen stützen (act. 1 
Ziff. 9). Begründend liess die Beschwerdeführerin mit Verweis auf den 
Sprechstundenbericht von Dr. D.________ (IV-act. 73) einwenden, es sei davon 
auszugehen, dass mindestens die folgenden Diagnosen neben dem systemischen Lupus 
erythematodes für die Erwerbsfähigkeit relevant seien: Persistierende 
Rückfussbeschwerden beidseitig rechtsbetont; Pangonarthrose links; schwere 
Mitralstenose; cerebrovaskulärer ischämischer Insult im Medianstromgebiet rechts. 
Hervorzuheben sei auch, dass eine zunehmende Sensibilitätsminderung im Bereich der 
unteren Extremitäten bestehe, es seien neurologische Abklärungen bezüglich 
Polyneuropathie angezeigt. Auch auf die eingeschränkte Lungenfunktion sei an dieser 
Stelle gesondert hinzuweisen; diesbezüglich seien ebenfalls Abklärungen ausstehend. 
Eine Tätigkeit im angestammten Beruf (Verkauf) sei nicht mehr möglich. Unbestritten sei 

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auch, dass mit einer weiteren Verschlechterung der Beschwerden gerechnet werden 
müsse (act. 1 Ziff. 10).

Die IV-Stelle entgegnete dazu, der Bericht von Dr. D.________ vom 9. Januar 2020 sei in 
der Stellungnahme des RAD ausführlich zitiert. Obwohl bereits damals eine neurologische 
Abklärung vorgeschlagen worden sei, habe es offenbar nicht pressiert, so dass bis zum 
Verfügungserlass keine solche durchgeführt worden sei. Eine solche habe offenbar erst 
ein knappes halbes Jahr später am 8. und/oder 15. Juni 2020 stattgefunden, das Resultat 
liege noch nicht vor. Es könne deshalb nicht beurteilt werden, ob diese Abklärung noch 
zusätzliche Erkenntnisse hinsichtlich der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu 
Tage gebracht hätten. Stand Datum angefochtene Verfügung sei die Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin gemäss Beurteilung RAD einzuschätzen. Eine Entwicklung hin zu 
einer Verschlechterung werde nicht bestritten, wäre aber in einem Revisionsverfahren zu 
prüfen, wobei eine solche irrelevant wäre, wenn bereits zum Verfügungszeitpunkt von 
einer ganzen Rente ausgegangen werden müsste (act. 5 S. 2).

4.3.2 Weiter liess die Beschwerdeführerin ausführen, aus ihrer Sicht würden die 
Probleme an den Händen einerseits und an den Füssen/Beinen andererseits im 
Vordergrund stehen. Bereits diese würden zu einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit 
führen. Hinzutreten würden weitere gesundheitliche Probleme, die noch nicht 
abschliessend abgeklärt seien. Die Einschränkungen bei beiden Händen seien äusserst 
gravierend. Beispiele von Einschränkungen im Verkaufsbereich sowie im Alltag seien 
vereinzelt im Arztbericht vom 9. Januar 2020 erwähnt (Schuhe anziehen, Schuhe Binden, 
Schnallen schliessen, Ski-Schuhe, Blusenknöpfe, Gläser, Dosen, Gegenstände heben, 
BH-Verschluss, vgl. Verweis auf Ergo-Assessment vom 19. Dezember 2019, S. 3 des 
Arztberichtes). Diese knappe Aufzählung werde der Problematik aber nur teilweise 
gerecht. Ihre Finger seien regelrecht deformiert. Die Einsatzmöglichkeiten seien äusserst 
stark eingeschränkt. An Tastaturschreiben sei beispielsweise nicht zu denken. Es würden 
trotz Hilfsmittel und vor dem Hintergrund, dass sie über Ausbildung und Berufserfahrung 
nur im Verkaufsbereich verfüge, kaum relevante und beruflich verwertbare motorische 
Fähigkeiten an den Händen verbleiben, die sie sich zu Nutze machen könnte. Bei den 
Einschränkungen im Zusammenhang mit den Schmerzen an Füssen/Beinen hätten die 
nun aufgenommenen Bemühungen zur Beschaffung orthopädischer Schuhe gezeigt, dass 
wohl nur mit einer minimalen Verbesserung der Beschwerden gerechnet werden könne. 
Bereits mit diesen (unbestrittenen) Einschränkungen sehe sie keine realistische 
Möglichkeit einer beruflichen Tätigkeit. Solche Möglichkeiten ergäben sich auch nicht aus 

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den Akten und den bisherigen Abklärungen. Es sei bezüglich den neu geklagten 
Sensibilitätsminderungen an den unteren Extremitäten auch noch die weitere Entwicklung 
offen. Bei ungünstigem Verlauf würden diese zusätzlich neben den bisherigen 
Einschränkungen persistieren (act. 1 Ziff. 11).

Dagegen wendete die IV-Stelle ein, massgebend für die Beurteilung der Einschränkungen 
an Händen und Füssen seien die medizinischen Erhebungen, nicht die von der 
Beschwerdeführerin geschilderten Schwierigkeiten. Die vorgebrachten Einschränkungen 
würden sich auf den Beruf als Sportartikelverkäuferin beziehen, welcher grundsätzlich 
kaum mehr denkbar sein solle. Die konkrete Tätigkeit der Beschwerdeführerin sei 
Gegenstand der eingeleiteten Abklärungen im Rahmen von beruflicher Eingliederung. Dort 
sollten die beruflichen Möglichkeiten abgeklärt werden (act. 5 S. 2 f.).

4.3.3 Die Beschwerdeführerin liess zudem anführen, in rechtlicher Hinsicht sei das trotz 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen auf einem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von 
Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu 
stellen seien. Vorliegend sei allerdings überhaupt keine Konkretisierung von 
Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten vorgenommen worden. Im Laufe sämtlicher 
bisheriger Abklärungen habe ihr noch keine Fachperson aufzeigen können, was denn ein 
realistischer Tätigkeitsbereich mit ihren Einschränkungen wäre. So könne sich das vom 
RAD empfohlene ergonomische Profil höchstens teilweise auf Grundlagen und 
Empfehlungen der behandelnden Rheumatologin stützen. Es sei nicht nachvollziehbar, 
wie das Profil hergeleitet werde, es nehme nicht Bezug auf medizinische Akten. Zwar sei 
das genannte Profil bereits äusserst einschränkend. Im Bereich der Hände aber werde 
lediglich festgehalten "ohne erhöhte motorische Anforderungen an die Hände". Im Lichte 
der beschriebenen Einschränkungen der Funktionsfähigkeit der Hände sei diese Vorgabe 
nicht realistisch. Denn würde man dem Profil folgen, würde dies bedeuten, dass "normale" 
Anforderungen an die Hände bewältigbar wären. Vielmehr werde es aber so sein, dass sie 
auf eine Tätigkeit angewiesen wäre, bei der an die Hände praktisch gar keine 
Anforderungen gestellt würden. Dies – in Kombination mit allen anderen aufgezählten 
Einschränkungen – zeige deutlich auf, dass keine realistische Beschäftigungsmöglichkeit 
verbleibe. Es müsse leider davon ausgegangen werden, dass die Einschränkungen gar 
kein zumutbares Einkommen ermöglichen würden (act. 1 Ziff. 12). 

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Bezugnehmend darauf führte die IV-Stelle aus, die von der Beschwerdeführerin 
behaupteten Einschränkungen würden bestritten. Fakt sei, dass im Rahmen der 
Eingliederungsmassnahmen, welche grundsätzlich auf dem vom RAD formulierten 
Zumutbarkeitsprofil basierten, von guter Motivation und einem Pensum von 40 bis 60 % 
die Rede sei. Zudem habe die Sportfabrik am 4. Juni 2020 bestätigt, die 
Beschwerdeführerin hätte im Zeitraum vom 1. September bis 31. Dezember 2019 mit 
einem Pensum von 100 % gearbeitet und auch entsprechenden Lohn bezogen. Die 
Leistungsfähigkeit wäre nicht eingeschränkt gewesen. In diese Zeit falle gemäss 
angefochtener Verfügung das Wartejahr mit einer hohen Einschränkung gemäss den 
medizinischen Berichten. Dieser Widerspruch sei unerklärlich. Jedenfalls zeige diese 
Tatsache aber, dass die in der Beschwerde behauptete vollständige Einschränkung nicht 
zutreffen könne (act. 5 S. 3).

4.3.4 Schliesslich liess die Beschwerdeführerin den medizinischen Sachverhalt 
betreffend geltend machen, es würden mehrere ungeklärte Punkte bestehen, die im Sinne 
der geltenden Untersuchungsmaxime abzuklären wären, bevor überhaupt an eine 
Abweisung einer vollen Rente gedacht werden könne. So mache der letzte relevante 
Arztbericht in Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit Vorbehalte bezüglich 
gewichtiger Fragen und er verweise auf anstehende und noch nicht abgeschlossene 
Abklärungen. Der Bericht von Dr. D.________ vom 9. Januar 2020 gehe vorläufig zwar 
von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % aus (was ebenfalls bestritten werde). Dies sei den 
multiplen Einschränkungen im Alltag geschuldet, vor allem in Bezug auf die Belastung der 
Füsse und die Greiffähigkeit der Hände. Explizit werde aber darauf hingewiesen, dass "in 
Abhängigkeit der noch ausstehenden Befunde (Lungenfunktion und neurologische 
Beurteilung) zusätzliche Aspekte hinzukommen können". Diese Abklärungen seien weder 
zum Zeitpunkt der Verfügung der IV abgeschlossen gewesen noch seien sie heute 
abgeschlossen. Es würden folgende Termine anstehen: Neurologische Untersuchungen: 
8. Juni 2020, Zuger Kantonsspital, Dr. E.________; 15. Juni 2020, Zuger Kantonsspital, 
Dr. F.________; rheumatologische Sprechstunde: 29. Juni 2020, Zuger Kantonsspital, Dr. 
D.________. Weiter sei eine Kontrolle der Lungenfunktion geplant für den 29. August 
2020 (die früher angesetzten Termine seien infolge Corona-Krise verschoben worden). 
Für die Verweigerung einer ganzen IV-Rente sei damit der Sachverhalt offensichtlich nicht 
ausreichend erstellt, zumal die noch anstehenden und gemäss oben genannten Terminen 
zu erhebenden Befunde gemäss Bericht von Dr. D.________ vom 9. Januar 2020 
klarerweise einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben könnten. Schliesslich sei der 
Sachverhalt auch deswegen nicht rechtsgenüglich erstellt, weil die gemäss RAD 

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Urteil S 2020 63

erforderliche Abklärung der realiter bestehenden beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten 
erst an die Hand genommen werde und ebenfalls Erkenntnisse liefern werde, 
insbesondere dazu, wie allfällige Verdienstmöglichkeiten mindestens ansatzweise 
konkretisiert werden könnten. Das von der IV-Stelle angesetzte Erstgespräch sei 
mittlerweile auf den 27. Mai 2020 verschoben worden. Diese Abklärungen würden 
insbesondere von Bedeutung sein, falls das Gericht oder die Vorinstanz wider Erwarten an 
der aktuellen medizinischen Beurteilung durch die IV-Stelle gemäss der angefochtenen 
Verfügung festhalten würden (act. 1 Ziff. 14 ff.).

Die IV-Stelle warf diesbezüglich ein, angesichts der Erkenntnisse aus den durchgeführten 
beruflichen Massnahmen müsse sogar davon ausgegangen werden, dass auf die 
Dreiviertelsrente zurückgekommen werden müsse und die Leistung allenfalls tiefer 
ausfallen müsste. Die genannten Berichte dürften nun vorliegen, müssten aber angesichts 
der Erkenntnisse aus den beruflichen Massnahmen sogleich relativiert werden (act. 5 S. 
3).

4.4 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist es (im Beschwerdefall) dem 
Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, gestützt auf im Wesentlichen oder sogar 
ausschliesslich vom am Recht stehenden Versicherungsträger intern eingeholte 
medizinische Unterlagen zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung 
jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen 
Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGer 9C_341/2007 vom 16. November 2007 
E. 4.1). Vorliegend bestehen für das Gericht keine Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der Beurteilung von RAD-Arzt Dr. C.________. Die Angaben in seiner 
Stellungnahme vom 20. Februar 2020 sind umfassend, berücksichtigen die geklagten 
Beschwerden und sind in Kenntnis der Vorakten – insbesondere unter Berücksichtigung 
des "letzten relevanten Arztberichts" (act. 5 Ziff. 15) – abgegeben worden. Ferner leuchten 
die Angaben in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der 
medizinischen Situation ein. So ist zu konstatieren, dass sämtliche im 
Sprechstundenbericht von Dr. D.________ vom 9. Januar 2020 erwähnten Diagnosen – 
insbesondere auch die persistierenden Rückfussbeschwerden bds. rechtsbetont, die 
schwere Mitralstenose und der cerebrovaskuläre ischämische Insult im Medianstromgebiet 
rechts – in der Stellungnahme aufgeführt und mithin der Einschätzung zugrunde gelegt 
worden sind. Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. C.________ 
den systemischen Lupus erythematodes mit ausgeprägter Jaccoud-Arthropathie beide 

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Hände, die Pangonarthrose links und die Arthrose OSG/Fuss beidseitig auf. Ausgehend 
davon bezifferte er die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit – im Gegensatz zu 
Dr. D.________, die der Beschwerdeführerin ab 1. Januar bis 31. März 2020 eine 
Arbeitsunfähigkeit (als Sportartikelverkäuferin) zu 50 % halbtags attestierte (IV-act. 73/5) – 
auf +/- 0 %. Die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit bzw. das zumutbare 
Pensum bezifferte er auf +/- 4 Stunden pro Tag ab ca. Februar 2020. Das ergonomische 
Profil, das er einer derartigen Tätigkeit voranstellte, bezog sich auf die bestehenden 
Einschränkungen, insbesondere auch auf die eingeschränkte Handfunktion, weshalb eine 
Tätigkeit "ohne erhöhte motorische Anforderungen an die Hände" vorgegeben wurde.

Vor diesem Hintergrund geht der Einwand der Beschwerdeführerin, die Schlussfolgerung 
der Vorinstanz bezüglich Teilerwerbsfähigkeit sei nicht plausibel und könne sich nicht auf 
ausreichende medizinische Grundlagen stützen, fehl. Mit Bezug auf den Vorwurf der 
fehlenden bzw. ungenügenden Würdigung der aus Sicht der Beschwerdeführerin im 
Vordergrund stehenden Probleme an den Händen und an den Füssen/Beinen ist sodann 
mit der Beschwerdegegnerin festzustellen, dass für die (behördliche resp. richterliche) 
Beurteilung der Einschränkungen auf die medizinischen Erhebungen abzustellen ist: 
Doktor C.________ vermerkte in seiner Stellungnahme (ausgehend von der Beurteilung 
von Dr. D.________) wie dargelegt die eingeschränkte Belastbarkeit der Füsse sowie die 
eingeschränkte Handfunktion und führte den systemischen Lupus erythematodes mit 
ausgeprägter Jaccoud-Arthropathie beide Hände (als erstes) unter den Diagnosen mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf (IV-act. 75/5). Die Beschwerdeführerin hat denn auch 
keine Arztberichte vorgelegt, die die RAD-Stellungnahme entkräften bzw. ihren 
Standpunkt – gänzliche Unbrauchbarkeit der Hände – untermauen könnten. Angesichts 
dessen geht der Einwand ins Leere, das vom RAD empfohlene ergonomische Profil, das 
eine Tätigkeit "ohne erhöhte Anforderungen an die Hände" vorsah, sei nicht realistisch, 
und auch der Vorwurf, die Herleitung des Profils sei nicht nachvollziehbar und nehme nicht 
Bezug auf die medizinischen Akten, erfolgt unbegründet.

Schliesslich ist die Beschwerdeführerin auch mit der Kritik, der medizinische Sachverhalt 
sei ungenügend abgeklärt, nicht zu hören. Es ist zwar richtig, dass Dr. D.________ in ihrer 
Beurteilung die ausstehenden Befunde betr. Lungenfunktion respektive neurologischer 
Beurteilung, wodurch "zusätzliche Aspekte dazukommen können" (IV-act. 73/4 in fine), 
erwähnte. Anzumerken gilt jedoch, dass sie zu dem Zeitpunkt bei der Beschwerdeführerin 
von einer 50-prozentigen Arbeitsfähigkeit mit Halbtagstätigkeit als Sportartikelverkäuferin 
ausging. RAD-Arzt Dr. C.________ verneinte die Arbeitsfähigkeit in der angestammten 

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Urteil S 2020 63

Tätigkeit bei verschlechtertem Gesundheitszustand gänzlich, weshalb die Relevanz der 
ausstehenden Befunde bzw. des diesbezüglichen Hinweises von Dr. D.________, zumal 
hypothetisch formuliert, zu relativieren ist. Auf jeden Fall kann aufgrund der damals 
ausstehenden Befunde nicht darauf geschlossen werden, dass der medizinische 
Sachverhalt unzureichend erstellt gewesen wäre. 

Da der medizinische Sachverhalt genügend abgeklärt ist, bedarf es entgegen der 
Auffassung der Beschwerdeführerin keiner weiteren medizinischen Abklärungen, 
geschweige denn der gerichtlichen Einholung eines medizinischen Gutachtens 
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d).

4.5
4.5.1 Schliesslich moniert die Beschwerdeführerin die Berechnung des 
Invalideneinkommens. Einerseits sei die Berechnung bezüglich der zugrunde liegenden 
statistischen Zahlen nicht nachvollziehbar und mutmasslich unkorrekt. Zunächst wäre wohl 
der Tabellenlohn aus den Erhebungen bezüglich des Jahres 2018 (statt 2016) 
heranzuziehen, Fr. 4'371.– statt Fr. 4'363.–. Unklar bleibe zudem, aus welchen 
Datengrundlagen die Indexentwicklung bis in das Jahr 2020 abgeleitet werde. Eine 
entsprechende Recherche habe die angenommenen Indexzahlen nicht bestätigen können. 
Es sei deshalb als Tabellenlohn pro Monat Fr. 4'371.– einzusetzen und auf eine 
Aufrechnung der nicht nachvollziehbaren Indexveränderung bis 2020 zu verzichten. 
Andererseits werde bestritten, dass der von der Vorinstanz gewährte 
"behinderungsbedingte Abzug" von 10 % angemessen sei. Es seien die bereits heute 
bestehenden äusserst starken Einschränkungen zu beachten. Insbesondere die Hände als 
ein in fast sämtlichen denkbaren beruflichen Tätigkeiten unverzichtbares Arbeitsinstrument 
seien bei ihr nur noch ganz beschränkt einsetzbar. In Anlehnung an die Rechtsprechung 
zur sogenannten faktischen Einhändigkeit, die Abzüge vom Tabellenlohn von 20 % bis 25 
% rechtfertige, sei auch hier ein deutlich über 10 % hinausgehender Abzug gerechtfertigt. 
Zwar liege hier kein Fall von Einhändigkeit vor, von der in der Regel gesprochen werde, 
falls etwa die bisher dominante Hand nurmehr als Zudienerhand genutzt werden könne. 
Hier sei die Problematik hingegen "symmetrisch" und sie betreffe beide Hände. Da aber 
die Einschränkungen beide Hände betreffen würden und derart stark seien, dass gar keine 
vollfunktionsfähige Hand mehr vorhanden sei, sei die Einschränkung mindestens so 
gravierend, wie wenn eine Hand nur noch als Zudienerhand fungieren könne, während die 
andere unversehrt sei. Mit anderen Worten seien zwei Hände, die beide fast nur noch in 

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der Lage wären, Zudienerfunktion zu übernehmen, mindestens so einschränkend und 
einkommensmindernd, wie bei der faktischen Einhändigkeit. Deshalb sei vorliegend von 
einem Abzug vom Tabellenlohn von 25 % statt von 10 % auszugehen. Selbstredend sei 
dabei nicht nur die Einschränkung bei den Händen veranschlagt, sondern der Abzug sei 
auch deshalb sehr hoch anzusetzen, weil die neben den Händen bestehenden weiteren 
Einschränkungen sehr erheblich seien und bereits das oben diskutierte ergonomische 
Profil sehr wenig Spielraum bei der Suche nach einer möglichen Tätigkeit lasse. Weiter sei 
es ihr nur möglich, ein Teilzeitpensum anzunehmen, was notorischerweise ebenfalls zu 
vergleichsweise tieferen Einkommen führe (act. 1 Ziff. 16).

4.5.2 Die Beschwerdegegnerin entgegnete darauf, die Tabelle TA1 tirage_skill_level mit 
den Zahlen 2018 sei am 21. April 2020 veröffentlicht worden, mithin nach dem 
massgebenden Erlass der angefochtenen Verfügung. Hinsichtlich der Indexierung würden 
die aktuellsten Zahlen noch nicht zur Verfügung stehen, weshalb prognostische Werte 
aufgrund der letzten drei Jahre hätten eingesetzt werden müssen. Angesichts der 
Erkenntnisse aus dem Eingliederungsverfahren könne ein Leidensabzug von 10 % nicht 
überschritten werden (act. 5 S. 3).

4.5.3
4.5.3.1 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung 
Tabellenlöhne beigezogen werden; dies gilt insbesondere dann, wenn der Versicherte 
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihm an sich zumutbare 
neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat. Grundlage bildet die Schweizerische 
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BGE 124 V 321 E. 3b.aa).

Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Berechnung des Invalideneinkommens auf die 
Tabelle "Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und 
Geschlecht - Privater Sektor [TA1_skill-level]" (Kompetenzniveau 1, Total, Frauen). Wie 
sie zutreffend ausführte, ist die Zahlen für das Jahr 2018 enthaltende (letzte) Ausgabe der 
im Zweijahresrhythmus erscheinenden Tabelle am 21. April 2020 – mithin nach Erlass der 
streitgegenständlichen Verfügung – veröffentlicht worden, weshalb sich die IV-Stelle an 
der damals aktuellen, Zahlen für das Jahr 2016 enthaltenden Tabelle zu orientieren hatte. 
Somit ist nicht zu beanstanden, dass sie bei der Berechnung des Invalideneinkommens 
einen Tabellenlohn (pro Monat) von Fr. 4'363.– eingesetzt hat. Der angenommene Sektor 
und das angenommene Niveau werden denn auch nicht bestritten. Auch hinsichtlich 
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung kann der Beschwerdegegnerin kein Vorwurf 

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gemacht werden, weist die (zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses noch nicht 
veröffentlichte) Tabelle "Schweizerischer Lohnindex: Index und Veränderung auf der Basis 
2015 = 100 (NOGA08)" doch beim Index-Total für das Jahr 2016 100,8 Punkte, für das 
Jahr 2017 101,2 Punkte, für das Jahr 2018 101,7 Punkte und für das Jahr 2019 102,7 
Punkte, mithin eine Steigerung um 1,9 Punkte, auf. Der daraus resultierende bereinigte 
Tabellenlohn (100 %) von (abgerundet) Fr. 55'618.– ([Fr. 4'363.– x 12] : 40 x 41.7 = 
Fr. 54'581.13 + [Fr. 54'581.13 x 0.019]) bzw. Fr. 27'809.– (50 %) ist somit korrekt (IV-
act. 76). Es bleibt der Abzug vom Tabellenlohn zu prüfen.

4.5.3.2 Weil gesundheitlich beeinträchtigte Personen im Vergleich zu voll leistungsfähigen 
und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und daher in 
der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen, sind die 
statistischen Tabellenlöhne gegebenenfalls zu kürzen. Die Abzugspraxis bezweckt, 
ausgehend von statistischen Werten ein Invalideneinkommen zu ermitteln, welches der im 
Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der noch möglichen Verrichtungen im 
Rahmen der (Rest-)Arbeitsfähigkeit am besten entspricht. Unter diesem Gesichtspunkt 
sind alle Einschränkungen – soweit zusätzlich zur medizinischen attestierten 
Arbeitsunfähigkeit vorhanden – abzugsrechtlich erheblich, welche die versicherte Person 
bei Ausübung der Verweisungstätigkeiten zusätzlich behindern, und folglich der Abgeltung 
mit einem Abzug grundsätzlich zugänglich (Meyer/Reichmuth, in: Bundesgesetz über die 
Invalidenversicherung (IVG), 3. Aufl. 2014, Art. 28a Rz. 100 ff. insbesondere mit Verweis 
auf BGE 124 V 321 E. 3b.bb und BGer 9C_325/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 4.2). Damit 
soll insbesondere der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und 
berufliche Merkmale, wie beispielsweise Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, 
Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen 
auf die Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung die versicherte Person 
deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der Abzug soll aber 
nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen, 
sollte aber auch nicht unter 10 % zu liegen kommen. Die Frage, ob ein 
(behinderungsbedingt oder anderweitig begründeter) Abzug vom Tabellenlohn 
vorzunehmen ist, stellt eine Rechtsfrage dar. Dagegen ist die Höhe des (im konkreten Fall 
grundsätzlich angezeigten) Abzugs eine Ermessensfrage (BGer 9C_447/2019 vom 8. 
Oktober 2019 E. 3.1 f.; Meyer/Reichmuth, a.a.O., Art. 28a Rz. 104).

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Urteil S 2020 63

Soweit die Beschwerdeführerin Beschwerden insbesondere an den Händen bzw. gar eine 
(quasi) faktische Einhändigkeit geltend machen lässt, aufgrund derer ein Leidensabzug in 
Höhe von 25 % vorzunehmen sei, ist ihr entgegenzuhalten, dass die Leistungsminderung 
(insbesondere) aufgrund ihrer Einschränkungen an den Händen bereits bei der 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit – und damit beim Anforderungs- und Belastungsprofil 
– berücksichtigt worden sind (E. 4.4). So kann denn auch offenbleiben, ob die 
Beeinträchtigungen an den Händen mit einer faktischen Einhändigkeit gleichzusetzen 
resp. vergleichbar wären. Auch sonst sind für das Gericht keine Kriterien ersichtlich, die 
als Grund für den Tabellenlohnabzug geltend gemacht werden könnten; die IV-Stelle 
begründete den Abzug von 10 % denn auch nicht. Allerdings drängt es sich vorliegend 
auch nicht auf, in das Ermessen der IV-Stelle einzugreifen. Im Ergebnis erweist sich das 
Invalideneinkommen von Fr. 25'028.– (Fr. 27'809.– x 0.9) somit als korrekt.

4.5.3.3 Nach Gegenüberstellung des Invalideneinkommens mit dem (nicht 
beanstandeten) Valideneinkommen von Fr. 66'241.– ergibt sich ein IV-Grad von 
(abgerundet) 62 % und mithin Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, weshalb die 
Beschwerde abzuweisen ist. Im Übrigen ist anzumerken, dass sich selbst bei Gewährung 
eines Leidensabzugs von 25 % (und Nichtberücksichtigung der Nominallohnentwicklung) 
nichts am Rentenanspruch ändern würde.

5. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten gestützt auf Art. 69 
Abs. 1bis IVG der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, wobei eine Spruchgebühr von 
Fr. 800.– dem angefallenen Verfahrensaufwand angemessen erscheint. Eine 
Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG ist nicht zuzusprechen.

17

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführerin wird eine Spruchgebühr von Fr. 800.– auferlegt, die mit 
dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet wird.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die IV-
Stelle des Kantons Zug, an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und 
zum Vollzug von Ziffer 2 im Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 20. Dezember 2021

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

versandt am