# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3061f4eb-5c10-56e9-9b8b-cbc9623e9676
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-20
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 20.03.2025 720 2024 114 (720 24 114)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2024-114_2025-03-20.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht 

 

 
vom 20. März 2025 (720 24 114) 
 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Fähigkeit zur Selbsteingliederung verneint; der Beschwerdeführer hat weiterhin An-

spruch auf die bisherige ganze Rente  

 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Jan Herrmann, Rechts-
anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 

A.1 Der 1961 geborene A.____ war vom 1. September 1993 bis 31. Dezember 2014 bei der 
B.____AG als Bahnarbeiter angestellt. Am 20. Juli 1995 verletzte er sich bei einem Sturz am 
rechten Knie. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) anerkannte ihre Leistungs-
pflicht. Mit Verfügung vom 10. Juli 2023 sprach sie ihm eine Invalidenrente auf der Basis einer 

 

 
 
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Erwerbsunfähigkeit von 34 % sowie eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Ein-
schränkung von 35 % zu. Die hiergegen erhobene Einsprache wies sie ab (Einspracheent-
scheid vom 27. März 2024). 

 

A.2 Am 20. Januar 2014 meldete sich A.____ bei der Eidgenössischen Invalidenversiche-
rung (IV) zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV-Stelle) klärte 
in der Folge die erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse ab und sprach dem Versicher-
ten nach durchgeführtem Vorbescheidsverfahren für den Zeitraum vom 1. Oktober 2014 bis 
31. Januar 2016 sowie ab 1. April 2017 eine ganze Invalidenrente zu. Einen Anspruch auf eine 
Kinderrente für Tochter C.____ bejahte sie für den Zeitraum vom 1. August 2019 bis 31. De-
zember 2020 (Verfügung vom 20. März 2024). 

 

B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Jan Herrmann, am 25. April 
2024 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). 
Er beantragte: (1) In Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung vom 20. März 2024 auf-
zuheben, und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm vom 1. Oktober 2014 bis 
31. Januar 2024 durchgehend eine Vollrente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 100 % 
zuzusprechen und auszuzahlen. Es sei ihm insbesondere für den Zeitraum von 1. Februar 2016 
bis 31. März 2017 eine Vollrente auf Basis eines Invaliditätsgrads von 100 %, eventualiter eine 
Viertelsrente auf Basis eines Invaliditätsgrads von mindestens 42 %, zuzusprechen und auszu-
richten. Eventualiter sei die Verfügung vom 20. März 2024 aufzuheben, und es sei die Streitsa-
che an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, mit der Auflage, zur Klärung der Frage seiner 
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit im Zeitraum 1. Februar 2016 bis 31. März 2017 ein medizinisches 
Gutachten gemäss Art. 44 ATSG einzuholen und anschliessend neu über seinen Leistungsan-
spruch in diesem Zeitraum zu entscheiden. (2) Es sei die Verfügung vom 20. März 2024 aufzu-
heben, und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm vom 1. Oktober 2014 bis 
31. Juli 2019 eine Kinderrente für Tochter C.____ zuzusprechen und auszurichten; (3) unter 
o/e-Kostenfolge. 

 

C. In ihrer Vernehmlassung vom 9. Juli 2024 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be-
schwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen eine Beurteilung des RAD-Arztes 
Dr. med. D.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsap-
parates, vom 11. Juni 2024 sowie eine Stellungnahme der Ausgleichskasse E.____ (Aus-
gleichskasse) vom 5. Juli 2024 bei. 

 

D. Am 11. Juli 2024 zog das Kantonsgericht bei der Suva die Akten des Versicherten bei. 

 

E. Zu den weiteren Eingaben des Beschwerdeführers vom 25. Juli 2024 und 12. August 
2024 äusserte sich die IV-Stelle am 7. August 2024 und am 23. September 2024, wobei sie 

 

 
 
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eine weitere Stellungnahme der Ausgleichskasse vom 19. September 2024 beifügte. Hierzu 
nahm der Beschwerdeführer am 27. September 2024 Stellung. 

 

F. Am 2. Oktober 2024 zog das Kantonsgericht bei der Ausgleichskasse die Akten des 
Versicherten bei. 

 

 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 

 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 25. April 2024 ist demnach einzutreten. 

 

1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 
1. Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und der Verordnung 
über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie diejenigen des Bundesgeset-
zes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in 
der ab 1. Januar 2022 gültigen Fassung Anwendung (Kreisschreiben über Invalidität und Rente 
in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100). Vorliegend erging die 
angefochtene Verfügung nach dem 1. Januar 2022, zur Diskussion stehen jedoch der Renten-
anspruch im Zeitraum vom 1. Februar 2016 bis 31. März 2017 sowie ein Anspruch auf eine 
Kinderrente ab 1. Oktober 2014. Folglich beurteilt sich die Streitigkeit nach den bis zum 31. De-
zember 2021 gültig gewesenen Fassungen des IVG, der IVV und des ATSG (Urteil des Bun-
desgerichts vom 13. November 2023, 8C_309/2023, E. 2.1 mit Hinweis). Die betreffenden Best-
immungen werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewen-
det. 

 

2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. b). 

 

 
 
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2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf 
eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu min-
destens 40 % invalid ist. 

 

2.3 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperli-
chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 

 

2.4 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unter-
lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zu-
gemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 

 

2.5 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-
lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

 

 
 
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berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 

 

2.6 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Demgegenüber kommt 
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu 
wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs-
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen 
(BGE 135 V 465 E. 4.4, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 
8C_879/2014, E. 5.3).  

 

3. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom 
Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach 
haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ent-
schieden werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 

 

4.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejeni-
gen Berichte wiedergegeben werden, welche für den Entscheid zentral sind. 

 

4.2 Am 16. Oktober 2015 diagnostizierte Dr. med. F.____, FMH Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparats, G.____AG, einen Status nach Wechsel des Tibia-
plateaus im rechten Knie am 24. August 2015 infolge einer Lockerung der Prothese und persis-
tierender Beschwerden. Die schmerzhafte Knie-Totalprothese rechts sei am 7. Juli 2014 bei 

 

 
 
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posttraumatischer Retropatellararthrose und Kondylenchondropathie Grad III medial implantiert 
worden, nachdem bereits multiple arthroskopische Eingriffe aufgrund eines Kniedistorsions-
traumas im Jahr 1995 durchgeführt worden seien. Der Versicherte berichte, nach wie vor unter 
starken Schmerzen im Bereich des Unterschenkels zu leiden. Diese bestünden vor allem bei 
Belastung, aber auch in Ruhe. Die Beschwerden über der proximalen medialen Tibia hätten 
sich im Vergleich zum präoperativen Befund deutlich gebessert. Die Physiotherapie werde kon-
sequent durchgeführt, wobei der Versicherte eine ausgeprägte Schwäche der Muskulatur an-
gebe. Insgesamt zeige sich ein zeitgerechter Verlauf nach Revisionsoperation. Die Beschwer-
den über der Tibia seien vermutlich durch die vermehrte mechanische Belastung des Knochens 
aufgrund der Kraftüberleitung über den Stern zu beurteilen. Daher sei von einer deutlichen Bes-
serung im Verlauf der nächsten Wochen auszugehen. Das Kniegelenk präsentiere sich insge-
samt noch deutlich schmerzhaft, mit jedoch nur geringer Schwellung und ohne nennenswerten 
Erguss. Die fehlende Muskelkraft sei auf die lange Entlastungsphase prä- und postoperativ zu-
rückzuführen und müsse weiter mit der Physiotherapie intensiv angegangen werden. Der Versi-
cherte sei sich der Tatsache bewusst, dass die Regenerationszeit nach einem Revisionseingriff 
sowie aufgrund der langen Vorgeschichte mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen 
deutlich verlängert sei. 

 

4.3 Am 30. November 2015 berichtete Dr. med. H.____, FMH Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparats, G.____AG, der Versicherte sei von der Physiothera-
peutin zugewiesen worden, da er wieder vermehrt Schmerzen im Unterschenkel verspüre und 
zudem eine Schwellung aufweise. Insgesamt sei die Situation zwar besser als vor der Revisi-
onsoperation, der Versicherte leide jedoch weiterhin unter starken Schmerzen und könne nicht 
ohne Stöcke gehen. 

 

4.4 Am 27. Januar 2016 diagnostizierte Dr. med. I.____, FMH Anästhesiologie, Kantonsspi-
tal J.____, persistierende Knieschmerzen nach mehrfachen operativen Eingriffen am rechten 
Knie. Schmerzen träten im Bereich der lateralen sowie der medialen Narbe auf, teilweise spon-
tan und verstärkt bei Belastung oder Palpation, wobei die Schmerzqualität als elektrisierend und 
dumpf beschrieben werde. Suprapatellar zeigten sich bei unbelasteter, geführter Flexion ab 
etwa 60° ziehende Schmerzen. Im Stand führe bereits eine geringe Beugung des Knies zu 
deutlich verstärkten Schmerzen im infrapatellaren Bereich, die sich diffus über den Tibiakopf 
und die Patellarsehne erstrecken würden. Die bisher eingesetzten Analgetika – Paracetamol, 
Tramadol und Novalgin – würden als unwirksam beurteilt, während Irfen lediglich eine geringfü-
gige Linderung bewirke. Akupunktur bringe keine schmerzlindernde Wirkung, und Physiothera-
pie sei aufgrund der starken Schmerzen kaum durchführbar. Die Infiltration der schmerzhaften 
Narbenbereiche mit Lokalanästhetikum führe zwar lokal zu einer vorübergehenden Besserung, 
ohne jedoch das Gesamtbild wesentlich zu ändern. Der Therapieversuch mit Lyrica sei bei aus-
geprägten Nebenwirkungen (Schwindel) ohne analgetische Wirkung abgebrochen worden. Mit 
Palexia lasse sich immerhin eine spürbare Verbesserung erreichen, bei geringen Nebenwirkun-
gen in Form von intermittierender Benommenheit. 

 

 

 
 
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4.5 Am 4. Februar 2016 berichtete Dr. F.____, dass die Befunde des rechten Kniegelenkes 
nahezu unverändert zur letzten Untersuchung seien. Sehr auffallend sei nach wie vor das mas-
sive muskuläre Defizit, das sich vor allem beim Gehen bemerkbar mache, wobei der Versicher-
te das rechte Kniegelenk muskulär kaum kontrollieren könne. Linksseitig zeige sich ein zuneh-
mender Erguss sowie eine deutliche Druckdolenz über dem medialen Gelenkspalt. Medialseitig 
bestünden positive Meniskuszeichen. Die schmerztherapeutische Behandlung habe bisher nur 
eine leichte Besserung gebracht. Die Physiotherapie und die Kräftigung liessen sich nicht we-
sentlich besser durchführen. Das Hauptproblem sei derzeit sicherlich die muskuläre Schwäche, 
die zu einer Überlastung der Prothese und der passiven Bandstrukturen führe. Entsprechend 
würden sich die Beschwerden vorwiegend im Tibiaschaft auf Höhe der Sternspitze sowie über 
den medialen und lateralen Bändern manifestierten. 

 

4.6 Am 12. Februar 2016 und am 29. März 2016 bestätigte Dr. F.____, dass es zu keiner 
relevanten Besserung gekommen sei. Der Versicherte habe immer noch grosse Schwierigkei-
ten, das Kniegelenk aktiv zu kontrollieren. Durch die Belastung des linken Kniegelenks hätten 
die Beschwerden dort weiter zugenommen. Der Befund des rechten Kniegelenkes sei im We-
sentlichen unverändert gegenüber dem von Anfang Februar 2016. 

 

In einem weiteren Schreiben vom 29. März 2016 hielt Dr. F.____ gegenüber der Suva fest, 
dass es in den letzten Monaten zu keinen nennenswerten Fortschritten unter der ambulanten 
Physiotherapie gekommen sei. Der Versicherte habe extreme Schwierigkeiten, das rechte 
Kniegelenk muskulär zu stabilisieren bzw. Muskulatur aufzubauen. Entsprechend habe er sich 
einen passiven Gangstil angewöhnt, der die Prothese, das Prothesen-Knochen-Interface sowie 
die ligamentären Strukturen sehr belaste. Entsprechend bestünden nun starke Beschwerden im 
Bereich der Bänder, der Sehnen und auf Höhe der Spitze des tiblalen Sterns. Eine erneute sta-
tionäre Rehabilitation sei sinnvoll. 

 

4.7 Der Versicherte befand sich vom 20. April 2016 bis 25. Mai 2016 in der Klinik K.____ in 
stationärer Behandlung. Im Austrittsbericht vom 24. Mai 2016 wurden infolge des Unfalls vom 
19. Juli 1995 mit Kniedistorsion rechts eine komplexe mediale Meniskusrissbildung am rechten 
Knie mit im Verlauf fortgeschrittener Gonarthrose rechts, Gonalgien links, ein Verdacht auf eine 
dysfunktionale Schmerzverarbeitung und eine arterielle Hypertonie diagnostiziert. Bei Austritt 
bestünden belastungsabhängige Beschwerden im rechten Kniegelenk, ein Instabilitätsgefühl 
des rechten Kniegelenks, ein defizitäres Gangbild mit zwei Unterarmgehstöcken, eine rezidivie-
rende, belastungsabhängige Schwellung des rechten Kniegelenks und belastungsprogrediente 
Schmerzen im linken Kniegelenk. Eine wesentliche Verbesserung der Schmerzproblematik sei 
nicht erreicht worden. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse 
sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bild-
gebenden Abklärungen sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur ungenügend erklären. 
Das beklagte Schmerzniveau (toleriere z. T. kaum eine Berührung des rechten Knies und des-
sen Umgebung) und die ganztägige Abhängigkeit von zwei Unterarmgehstützen seien bei kon-
ventionell-radiologisch korrekt sitzender Knie-Totalendoprothese unzureichend erklärbar. Der 

 

 
 
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Versicherte zeige ein ausgeprägtes Schmerz- und Schonverhalten. Es sei zumindest von einer 
Mitbeteiligung dysfunktionaler Überzeugungen am Schmerzgeschehen auszugehen. Eine psy-
chische Störung, die eine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründen könnte, liege nicht 
vor. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Bahnarbeiter sei dem Versicherten nicht mehr zumut-
bar. Eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangshaltungen für das rechte Kniege-
lenk, ohne häufiges Treppensteigen, Leiternstehen oder Gehen auf unebenem Grund sei ihm 
aber ganztags möglich. Die Prognose für eine erfolgreiche berufliche Wiedereingliederung sei 
eher ungünstig. 

 

4.8 Am 16. Dezember 2016 fand eine kreisärztliche Untersuchung bei Dr. med. L.____, 
FMH Chirurgie, statt. Gleichentags berichtete er, beim Versicherten bestehe ein Zustand nach 
Implantation einer Knietotalprothese rechts bei fortgeschrittener retropatellär betonter Pangon-
arthrose nach multiplen Knieeingriffen und Status nach Wechsel der tibialen Komponente. Die 
Unfallkausalität sei weiterhin gegeben. Die sich langsam verselbstständigende Schmerzsituati-
on würde den Versicherten massiv in seiner Mobilität und Lebensqualität einschränken. Aus 
diesem Grund sei eine stationäre Schmerzbehandlung zu empfehlen. Es bestehe vorerst wei-
terhin eine volle Arbeitsunfähigkeit. 

 

4.9 Der Versicherte war vom 27. Februar 2017 bis 18. März 2017 in der Klinik für 
Schmerztherapie des Kantonsspitals J.____ hospitalisiert. Im Bericht vom 10. März 2017 wur-
den eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41) und Kontaktanlässe mit Bezug zum Berufsleben (ICD-10 Z56) diagnostiziert. Es handle 
sich um ein chronifiziertes Schmerzgeschehen im Bereich des rechten Beins, am ehesten auf 
der Grundlage muskulärer Dysbalancen mit einhergehender Fehlfunktion im proximalen Tibio-
fibulargelenk. Dabei bestehe ein ausgeprägtes Schmerzvermeidungsverhalten mit bereits deut-
lichen muskulären Dysbalancen bei massiv angespanntem Tractus iliotibialis. 

 

4.10 Am 11. April 2017 berichtete Dr. L.____, dass die durchgeführte stationäre Behandlung 
in der Schmerzklinik des Kantonsspitals J.____ keinen Erfolg gebracht habe. Der Zustand am 
rechten Kniegelenk bzw. am rechten Bein sei unverändert. Anlässlich der aktuellen kreisärztli-
chen Untersuchung hätten sich keine grundlegenden Befundänderungen gegenüber der letzten 
Untersuchung im Dezember 2016 ergeben. Der aktuelle Zustand müsse als Endzustand ange-
sehen werden. Aufgrund der Unfallrestfolgen am rechten Kniegelenk seien dem Versicherten 
rein sitzende Tätigkeiten während 2 × 3 Stunden pro Tag zumutbar. Nicht zumutbar seien ste-
hend-gehende Tätigkeiten sowie das Treppengehen bzw. das Besteigen von Leitern. Auch Tä-
tigkeiten in Zwangshaltungen wie kauernder oder kniender Arbeitsposition seien nicht mehr 
möglich. 

 

4.11 Am 24. April 2017 hielt Dr. D.____ fest, dass eine massgebliche und dauerhaft einge-
schränkte Funktion (Belastbarkeit/Beweglichkeit) der unteren Extremitäten ausgewiesen sei, 
weshalb dem Versicherten die bisher ausgeübte Tätigkeit mit naturgemäss stehendem und ge-

 

 
 
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hendem Belastungsprofil nicht mehr zumutbar sei. Eine angepasste, schwerpunktmässig sit-
zende Tätigkeit sei jedoch unlimitiert zumutbar, dies abweichend zur Beurteilung des Suva-
Kreisarztes Dr. L.____, der trotz diverser Inkonsistenzen und einer auffälligen, somatisch nicht 
hinlänglich erklärbaren Schmerzstörung offensichtlich auf die subjektiven Beschwerden des 
Versicherten abgestützt und eine eingeschränkte Restarbeitsfähigkeit von 80 % eingeräumt 
habe. Dabei habe er jedoch keine konkreten oder auch massgeblichen Funktionseinschränkun-
gen benennt, welche den Versicherten qualitativ und/oder auch quantitativ ausgerechnet zu 
20 % limitieren sollen. Daher sei aus RAD-Sicht eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in ange-
passter Tätigkeit nicht nachvollziehbar. Eine psychiatrische Diagnose mit Krankheitswert und 
massgeblicher Limitierung der Arbeitsfähigkeit sei nicht ausgewiesen. 

 

4.12 Am 21. Juni 2023 hielt Dr. D.____ fest, dass mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine 
beginnende medial betonte Gonarthrose links, eine Tendinopathie der langen Bizepssehne so-
wie ein Verdacht auf eine beginnende Arthrose im Carpoulnargelenk rechts bestünden. Ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien ein obstruktives Schlafapnoesyndrom und eine rezidi-
vierende, gegenwärtig leicht- bis mittelgradige depressive Störung (ICD-10 F33.0/1). Die bishe-
rige Tätigkeit als Bahnarbeiter sei dem Versicherten seit dem 22. Oktober 2013 nicht mehr 
möglich; eine körperlich angepasste leichte Arbeit sei ihm hingegen zumutbar. Im Verlauf habe 
vom 23. Oktober 2013 bis 30. November 2013 (mediale Teilmeniskektomie rechts) eine voll-
ständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Vom 1. Dezember 2013 bis 16. Februar 2014 sei der 
Versicherte voll arbeitsfähig, vom 17. Februar 2014 bis 25. März 2014 jedoch erneut vollständig 
arbeitsunfähig gewesen. Vom 26. März 2014 bis 6. Juli 2014 habe wiederum volle Arbeitsfähig-
keit, ab dem 7. Juli 2014 (Implantation einer Knie-Totalprothese) bis 10. Oktober 2014 (posto-
perative Rehabilitation) erneut volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Vom 11. November 2014 bis 
20. Januar 2015 sei der Versicherte wieder voll arbeitsfähig gewesen, ab dem 21. Januar 2015 
(Gelenkspiegelung rechtes Knie: Infekt und Prothesenlockerung ausgeschlossen, postoperativ 
anhaltende Beschwerden, Wechsel des Tibiaplateaus) bis 13. Oktober 2015 jedoch vollständig 
arbeitsunfähig. Vom 14. Oktober 2015 (Kontrolle bei Dr. F.____ mit zeitgerechtem Verlauf nach 
Revisions-Operation) bis 19. April 2016 habe eine volle Arbeitsfähigkeit, vom 20. April 2016 bis 
25. Mai 2016 (Rehaklinik) jedoch erneut Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab dem 26. Mai 2016 
(Austritt Rehaklinik, nachfolgend diverse Abklärungen wegen anhaltender Schmerzen ohne 
wegweisende Befunde, Verdacht auf chronische Schmerzstörung) bis 10. April 2017 sei der 
Versicherte wieder voll arbeitsfähig gewesen. Vom 11. April 2017 (Begutachtung durch Kreis-
arzt Dr. L.____) bis 29. Mai 2018 habe die Arbeitsfähigkeit 30 % betragen, seit 30. Mai 2018 
(erneute Prothesenlockerung) liege sie bei 37,5 %. 

 

5.1 Die IV-Stelle stützte sich in ihrer Verfügung vom 20. März 2024 bei der Beurteilung des 
Gesundheitszustands und der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers vollumfänglich auf die 
RAD Stellungnahme von Dr. D.____ vom 21. Juni 2023. Sie ging davon aus, dass der Versi-
cherte nach Ablauf der Wartefrist vom 22. Oktober 2014 bis 10. November 2014 zu 0 %, vom 
11. November 2014 bis 20. Januar 2015 zu 100 %, vom 21. Januar 2015 bis 13. Oktober 2015 

 

 
 
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zu 0 %, vom 14. Oktober 2015 bis 19. April 2016 zu 100 %, vom 20. April 2016 bis 25. Mai 2016 
zu 0 %, vom 26. Mai 2016 bis 10. April 2017 zu 100 %, vom 11. April 2017 bis 29. Mai 2018 zu 
30 % und ab 30. Mai 2018 zu 37,5 % arbeitsfähig war. Gestützt darauf ermittelte sie vom 
22. Oktober 2014 bis 13. Oktober 2015 einen Invaliditätsgrad von 100 %, vom 14. Oktober 2015 
bis 10. April 2017 einen solchen von 18 %, vom 11. April 2017 bis 29. Mai 2018 einen solchen 
von 78 % und ab dem 30. Mai 2018 einen solchen von 73 %. In der Folge sprach sie dem Ver-
sicherten vom 1. Oktober 2014 bis 31. Januar 2016 sowie ab 1. April 2017 eine ganze Rente 
zu. 

 

5.2 Unbestritten ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente für die 
Zeiträume vom 1. Oktober 2014 bis 31. Januar 2016 sowie ab dem 1. April 2017. Streitig ist 
hingegen der Rentenanspruch für den Zeitraum vom 1. Februar 2016 bis 31. März 2017. Die IV-
Stelle stützte die Aufhebung der Invalidenrente per 1. Februar 2016 auf die – nicht weiter sub-
stantiierte – Beurteilung des RAD-Arztes Dr. D.____ vom 21. Juni 2023, wonach der Versicher-
te bereits anlässlich der orthopädischen Kontrolle bei Dr. F.____ vom 14. Oktober 2015 in einer 
angepassten Verweistätigkeit vollständig arbeitsfähig gewesen sei. Hierzu ist vorab festzuhal-
ten, dass Dr. F.____ in seinem Bericht vom 14. Oktober 2015 keine konkrete Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vornahm. Die Schlussfolgerung des RAD-Arztes 
Dr. D.____ zur vollständigen Arbeitsfähigkeit beruht somit ausschliesslich auf seiner eigenen 
Interpretation der im Bericht vom 14. Oktober 2015 dokumentierten Befunde. Dies steht jedoch 
im Widerspruch zu den im Bericht selbst festgehaltenen Umständen: Dr. F.____ konstatierte 
zwar sechs Wochen postoperativ einen zeitgerechten Heilungsverlauf nach Revisionsoperation, 
hielt gleichzeitig jedoch erhebliche Beschwerden (deutlich schmerzhaftes Kniegelenk, fehlende 
Muskelkraft) fest und prognostizierte eine deutliche Besserung des somatischen Gesundheits-
zustands erst im weiteren Verlauf. Vor diesem Hintergrund findet die Annahme des RAD, wo-
nach ab dem 14. Oktober 2015 eine vollständige Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten bestan-
den habe, im Bericht von Dr. F.____ keine Stütze. Vielmehr bestehen begründete Zweifel, ob 
Dr. D.____ den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sowie dessen funktionelle Leis-
tungsfähigkeit im damaligen Zeitpunkt korrekt erfasste. Hinzu kommt, dass der RAD-Arzt 
Dr. D.____ den Beschwerdeführer nicht persönlich untersuchte und sich auch nicht substantiiert 
mit den zeitnahen Berichten der behandelnden Ärzte Dr. H.____ vom 30. November 2015 
(vgl. E. 4.3 hiervor), Dr. I.____ vom 27. Januar 2016 (vgl. E. 4.4 hiervor) sowie Dr. F.____ vom 
4. und 12. Februar 2016 sowie 29. März 2016 (vgl. E. 4.5 und E. 4.6) auseinandersetzte. Diese 
Berichte enthalten keine konkreten Hinweise auf eine klinisch relevante Besserung der 
Schmerzsymptomatik oder der muskuloskelettalen Funktion. Bei dieser medizinischen Sachla-
ge ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass bereits vor dem 
29. März 2023 eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands und damit der Arbeits-
fähigkeit eingetreten waren. Zwar attestierte der Austrittsbericht der Klinik K.____ vom 24. Mai 
2016 eine vollständige Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten. Ob diesem Bericht jedoch ange-
sichts fehlender transparenter Indikatorenprüfung bei bestehendem Verdacht auf die psychi-
sche Diagnose einer dysfunktionalen Schmerzverarbeitung Beweiswert zukommt, bedarf hier 
keiner abschliessenden Klärung. Selbst wenn davon ausgegangen würde, dass dem Be-
schwerdeführer nach dem Klinikaustritt am 25. Mai 2016 trotz psychischer Begleiterkrankung 

 

 
 
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eine angepasste Tätigkeit in vollem Umfang zumutbar gewesen wäre, ist Folgendes zu beach-
ten: 

 

5.3.1 Rechtsprechungsgemäss ist eine verbesserte oder neu festgestellte Arbeitsfähigkeit 
grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten (vgl. statt vieler: Urteil des 
Bundesgerichts vom 25. Februar 2020, 9C_473/2019, E. 5.2.1 mit Hinweis). Bei Personen, de-
ren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, sind nach mindestens 15 
Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss in der 
Regel vorgängig Massnahmen zur Eingliederung durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das 
medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung 
auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1 mit zahlreichen Hinweisen). 
Ausnahmen von der diesfalls grundsätzlich ("vermutungsweise") anzunehmenden Unzumutbar-
keit einer Selbsteingliederung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom 
Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versicherte Person 
besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist oder wenn sie über be-
sonders breite Ausbildungen und Berufserfahrungen verfügt (dazu und zum Folgenden: 
BGE 145 V 209 E. 5.1. mit Hinweisen). Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den 
Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters 
und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne 
Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, 
dass entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch 
(wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu 
verwerten. Die Rechtsprechung, wonach bei der revisionsweisen Herabsetzung oder Aufhe-
bung der Invalidenrente bei zurückgelegtem 55. Altersjahr grundsätzlich Eingliederungsmass-
nahmen durchzuführen sind, findet auch dann Anwendung, wenn – wie hier – zeitgleich mit der 
Rentenzusprache rückwirkend über deren Befristung befunden wird (BGE 145 V 209 E. 5.2-
5.4). 

 

5.3.2 Der Beschwerdeführer, geboren am 22. Januar 1961, erreichte sein 55. Lebensjahr am 
22. Januar 2016. Da die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit frühestens ab 26. Mai 2016 in 
Betracht kam (vgl. E. 5.2 hiervor) gilt die Selbsteingliederung gemäss der ständigen Rechtspre-
chung des Bundesgerichts grundsätzlich als unzumutbar, weshalb die IV-Stelle vor einer Ren-
tenaufhebung zwingend die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen hätte prüfen müs-
sen. Dies gilt vorliegend umso mehr, als die Aktenlage weder auf eine besonders breite Ausbil-
dung noch auf eine aussergewöhnliche Agilität, Gewandtheit oder gesellschaftliche Integration 
des Beschwerdeführers hinweist. Eine Rentenaufhebung ohne vorherige berufliche Massnah-
men wäre nur zulässig, wenn die Eingliederung mangels Mitwirkungsbereitschaft des Versicher-
ten von vornherein aussichtslos erschiene. Hierfür fehlen jedoch jegliche Anhaltspunkte, insbe-
sondere deshalb, weil der Beschwerdeführer im relevanten Zeitraum keine diesbezügliche Ver-
weigerungshaltung erkennen liess. Ebenso wenig ergibt sich aus den Akten, dass Eingliede-
rungsmassnahmen objektiv unmöglich oder unzumutbar gewesen wären. Daraus folgt, dass die 
Renteneinstellung so lange nicht gerechtfertigt ist, als die Wiedereingliederung seitens der IV-

 

 
 
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Stelle nicht aktiv gefördert wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19. Mai 2020, 
8C_80/2020, E. 2.3.3 und E. 4). Selbst unter der hypothetischen Annahme, der Austrittsbericht 
der Klinik K.____ vom 24. Mai 2016 weise eine medizinisch-theoretische 100%ige Arbeitsfähig-
keit in Verweistätigkeiten nach, ist angesichts der mangelnden Fähigkeit zur Selbsteingliede-
rung des Beschwerdeführers auch ab dem 26. Mai 2016 weiterhin von einer Erwerbsunfähigkeit 
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auszugehen. Folglich hat er über den 31. Januar 2016 hin-
aus auch für den Zeitraum vom 1. Februar 2014 bis 31. März 2017 Anspruch auf eine ganze 
Rente. 

 

5.4.1 Zu prüfen bleibt der streitige Anspruch auf die Kinderrente für die Tochter C.____.  

 

5.4.2 Gemäss Art. 35 Abs. 1 IVG i. V. m. Art. 25 des Bundesgesetzes über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 haben Männer und Frauen, de-
nen eine Invalidenrente zusteht, für jedes Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente der 
Alters- und Hinterlassenenversicherung beanspruchen könnte, Anspruch auf eine Kinderrente. 
Nach Art. 25 Abs. 4 AHVG erlischt der Anspruch auf eine Waisenrente (und damit auf die Kin-
derrente) mit der Vollendung des 18. Altersjahrs. Über das 18. Altersjahr hinaus besteht der 
Anspruch auf eine Kinderrente nur für Kinder, die noch in der Ausbildung sind, bis zu deren Ab-
schluss, längstens aber bis zum vollendeten 25. Altersjahr (Art. 25 Abs. 5 AHVG). Unter An-
wendung von Art. 25 Abs. 5 Satz 2 AHVG hat der Bundesrat Art. 49bis der Verordnung über die 
Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV) vom 31. Oktober 1947 erlassen. Gemäss 
Art. 49bis Abs. 1 AHVV ist ein Kind in Ausbildung, wenn es sich auf der Grundlage eines ord-
nungsgemässen, rechtlich oder zumindest faktisch anerkannten Bildungsganges systematisch 
und zeitlich überwiegend auf einen Berufsabschluss vorbereitet. 

 

5.4.3 Nach dem vorstehend Gesagten hat der Beschwerdeführer ab 1. Oktober 2014 durch-
gehend Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Hinsichtlich der Kinderrente für die Tochter 
C.____ (geboren am 23. Dezember 1995) ist festzustellen, dass der Anspruch für die Dauer 
vom 1. Oktober 2014 bis 31. Dezember 2014 bestand, da sie die Maturität am 17. Dezember 
2014 erworben hatte. Für den Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis 31. Juli 2015 entfällt ein An-
spruch, da sich C.____ während dieser Zeitspanne nicht in einer Ausbildung befand. Am 1. Au-
gust 2015 nahm sie an der Universität M.____ das Studium der Psychologie auf, womit ein An-
spruch auf eine Kinderrente vom 1. August 2015 bis 31. Dezember 2020 (Vollendung des 
25. Altersjahrs am 23. Dezember 2020) zu bejahen ist. Die Argumentation der Ausgleichskasse 
in ihrer Stellungnahme vom 19. September 2024, wonach die Verjährungsfrist gemäss Art. 25 
Abs. 2 Satz 1 ATSG eine Leistungspflicht für die Jahre 2015 bis Juli 2019 ausschliesse, kann 
rechtlich nicht nachvollzogen werden, regelt doch Art. 25 ATSG ausschliesslich die Rückerstat-
tung unrechtmässig bezogener Leistungen. 

 

6. Nach dem Gesagten ist in Gutheissung der Beschwerde die angefochtene Verfügung 
vom 20. März 2024 insofern abzuändern, als der Beschwerdeführer ab dem 1. Oktober 2014 

 

 
 
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durchgehend Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. Zudem steht ihm für die Tochter 
C.____ vom 1. Oktober 2014 bis 31. Dezember 2014 sowie vom 1. August 2015 bis 
31. Dezember 2020 eine Kinderrente zu. 

 

7.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Nach Art. 69 Abs. 1bis 
IVG ist das Beschwerdeverfahren über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden diese in der Regel der unterliegenden Partei in angemes-
senem Ausmass auferlegt. Vorliegend hat die IV-Stelle als unterliegende Partei die Verfahrens-
kosten in der Höhe von Fr. 800.-- zu tragen. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kosten-
vorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 

7.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz 
ihrer Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert 
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. 
Nachdem der Beschwerdeführer obsiegt hat, hat er Anspruch auf Ersatz seiner Parteikosten. 
Die entsprechenden Bemühungen seines Rechtsvertreters sind zu dem in Sozialversicherungs-
prozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenan-
satz von Fr. 250.-- zu entschädigen (§ 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und Anwälte 
vom 17. November 2003). Der Rechtsvertreter hat in seiner Honorarnote vom 25. Juli 2024 für 
das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 17 Stunden und 35 Minuten geltend ge-
macht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen umfangmäs-
sig als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die geltend gemachten Ausla-
gen in der Höhe von Fr. 115.80. Damit ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Ho-
norar in der Höhe von Fr. 4'877.05 (17,583 Stunden à Fr. 250.-- sowie Auslagen von Fr. 115.80 
zuzüglich 8,1 % Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 

 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfü-
gung vom 20. März 2024 insofern abgeändert, als dem Be-
schwerdeführer ab 1. Oktober 2014 durchgehend eine ganze 
Invalidenrente und für die C.____ vom 1. Oktober 2014 bis 
31. Dezember 2014 sowie vom 1. August 2015 bis 31. Dezember 
2020 eine Kinderrente zugesprochen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der 
Beschwerdegegnerin auferlegt. 

 

 
 
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Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 4'877.05 (inklusive Auslagen 
und 8,1% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.