# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 03a81987-db23-5d6b-afbc-1016ca1c4a86
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.05.2015 100 2014 133
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2014-133_2015-05-22.pdf

## Full Text

100.2014.133U
ARB/ROC/WIM

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 22. Mai 2015

Verwaltungsrichterin Arn De Rosa
Gerichtsschreiber Röthlisberger Brandenburg

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001  Bern
Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2007; Verzugszins (Entscheid der 
Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 10. April 2014; 100 13 169)

Sachverhalt:

A.

Am 10. Dezember 2007 stellte die Steuerverwaltung des Kantons Bern 
(Steuerverwaltung) A.________ die 3. Steuerrate betreffend die Kantons- und 
Gemeindesteuern 2007 von Fr. 6'157.55 in Rechnung. Davon brachte A.________ den 
mutmasslichen Rückerstattungsanspruch aus der Verrechnungssteuer von 
Fr. 2'722.55 in Abzug und bezahlte dementsprechend innert der 30-tägigen 
Zahlungsfrist lediglich Fr. 3'435.--. Für den in Abzug gebrachten Betrag berechnete die 
Steuerverwaltung in der Schlussabrechnung 2007 einen Verzugszins von Fr. 47.95 
bzw. Fr. 45.80 (unter Berücksichtigung eines geringfügigen Vergütungszinses). 
Dagegen erhob A.________ erfolglos Einsprache und gelangte an die 
Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK). Auf deren Anordnung hin 
(Entscheid vom 6.6.2012) erliess die Steuerverwaltung am 28. Dezember 2012 eine 
separate Bezugsverfügung. Die daraufhin erhobene Einsprache wies die 
Steuerverwaltung am 22. Februar 2013 ab.

B.

Gegen den zweiten Einspracheentscheid erhob A.________ am 20. März 2013 Rekurs 
bei der StRK, welche das Rechtsmittel mit Entscheid vom 10. April 2014 abwies, 
soweit sie darauf eintrat.

C.

Dagegen hat A.________ am 8. Mai 2014 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben 
mit folgenden Anträgen:

«Der im Zusammenhang mit der Verrechnungssteuer 2007 erhobene Verzugszins von 
Fr. 47.95 sei aufzuheben und der Saldo der Kantons- und Gemeindesteuern sei um 
den Betrag von Fr. 45.80 zu reduzieren.

Für die Steuerjahre 2014 und die folgenden Steuerjahre sei das mutmasslich 
entstehende Guthaben der Kantons- und Gemeindesteuern und das mutmasslich 
entstehende Guthaben der steuerpflichtigen Person bei der Verrechnungssteuer zu 
verrechnen. Der dabei entstehende Saldo sei auf die drei Steuerraten aufzuteilen.

Dem Steuerpflichtigen sei, wie in der Einsprache vom 23. Januar 2013 an die 
Steuerverwaltung …, Bereich Inkasso verlangt und in der Stellungnahme vom 
18. Juni 2013 zur Rekursvernehmlassung hingewiesen eine angemessene 
Entschädigung zu bezahlen.

Im Beschwerdeentscheid sei der Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- an die 
Steuerrekurskommission vom Verwaltungsgericht einzubeziehen.»

Die StRK und die Steuerverwaltung beantragen mit Eingaben vom 4. bzw. 27. Juni 
2014 die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 
Abs. 1 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11]). Der 
Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Rekursverfahren teilgenommen, ist durch 
den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse 
an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 
StG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist somit unter Vorbehalt 
der nachfolgenden Erwägungen einzutreten.

1.2 Gemäss Art. 32 Abs. 2 VRPG müssen Parteieingaben unter anderem eine 
Begründung enthalten. An die Begründung einer Beschwerde werden praxisgemäss 
(insbesondere bei Laieneingaben) keine hohen Anforderungen gestellt. Es reicht aus, 
wenn aus dem Rechtsmittel ersichtlich ist, inwiefern und weshalb der angefochtene 
Entscheid beanstandet wird. Die Begründung muss sich allerdings wenigstens in 
minimaler Form mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzen und sinngemäss 
darauf schliessen lassen, inwiefern dieser unrichtig sein soll. Blosse Verweise auf 
frühere Rechtsschriften stellen keine ausreichende Begründung dar (statt vieler 
BVR 2006 S. 470 E. 2.4; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen 
VRPG, 1997, Art. 32 N. 15). – Der Beschwerdeführer verweist wiederholt auf frühere 
Eingaben, was nach dem Gesagten nicht zulässig ist. Die Beschwerdebegründung 
genügt jedoch in den übrigen Teilen den gesetzlichen Anforderungen.

1.3 Der Entscheid in der Sache ist ebenso wie das Verfahren auf den 
Streitgegenstand begrenzt. Dieser bezeichnet im Beschwerdeverfahren den Umfang, 
in dem das mit dem angefochtenen Entscheid geregelte Rechtsverhältnis umstritten ist. 
Zur Bestimmung des Streitgegenstands ist somit vom angefochtenen Entscheid, dem 
sog. Anfechtungsobjekt, auszugehen. Dieses gibt den Rahmen des Streitgegenstands 
vor, der mithin nicht über das hinausgehen kann, was die Vorinstanz geregelt hat oder 
hätte regeln sollen. Innerhalb dieses Rahmens können die Parteien in ihren 
Rechtsmitteleingaben mit Beschwerdeanträgen und Beschwerdebegründung den 

Streitgegenstand bezeichnen (sog. Dispositionsmaxime). Soweit Begehren hingegen 
nicht das Anfechtungsobjekt betreffen, liegen sie ausserhalb des Streitgegenstands 
und fehlt es an einer Eintretens- bzw. Prozessvoraussetzung (BGE 136 II 457 E. 4.2, 
133 II 35 E. 2; BVR 2011 S. 391 E. 2.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 25 
N. 13, Art. 72 N. 6). – Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren bildet der 
Entscheid der StRK vom 10. April 2014, in welchem einzig der Bezug des für das 
Steuerjahr 2007 erhobenen Verzugszinses Streitgegenstand bildete (vgl. vorne 
Bst. A f.). Der Beschwerdeführer beantragt unter anderem, dass auch künftig (bzw. ab 
2014) das mutmassliche Verrechnungssteuerguthaben mit den Ratenrechnungen (des 
jeweiligen Steuerjahrs) zu verrechnen sei (vgl. vorne Bst. C). Ferner enthält die 
Beschwerdebegründung einen «Eventualantrag», wonach ihm zu ermöglichen sei, bei 
den Steuerbehörden um «vorzeitige Rückerstattung [der Verrechnungssteuer] mit 
amtlichem Formular» nachzusuchen (Beschwerde S. 7). Diese nicht das Steuerjahr 
2007 betreffenden Begehren liegen ausserhalb des Streitgegenstands; darauf ist nicht 
einzutreten (vgl. auch angefochtener Entscheid E. 2 sowie hinten E. 2.5).

1.4 Der Streitwert erreicht den Betrag von Fr. 20'000.-- nicht, weshalb der 
vorliegende Entscheid in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 des 
Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der 
Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

1.5 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2.

2.1 Die periodischen Kantons- und Gemeindesteuern werden während des 
Steuerjahres in drei Raten erhoben. Der Regierungsrat setzt die entsprechenden 
Fälligkeitstermine fest (Art. 231 Abs. 1 und 2 StG). Gemäss der hier noch 
anwendbaren Fassung von Art. 2 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den 
Bezug und die Verzinsung von Abgaben und anderen zum Inkasso übertragenen 
Forderungen, über Zahlungserleichterungen, Erlass sowie Abschreibungen infolge 
Uneinbringlichkeit (Bezugsverordnung, BEZV; BSG 661.733 bzw. BAG 00-101) sind 
dies der 10. Juni, der 10. September und der 10. Dezember des jeweiligen Steuerjahrs 
(vgl. auch Markus Langenegger, in Leuch/Kästli/Langenegger [Hrsg.], 
Praxiskommentar zum Berner Steuergesetz, Band 2, 2011, Art. 231 N. 5). Die in 
Rechnung gestellten Beträge sind innert 30 Tagen nach Fälligkeit zu bezahlen 
(Art. 231 Abs. 5 i.V.m. Art. 236 StG), wobei die Bestreitung des Steueranspruchs die 
Fälligkeiten nicht aufschiebt (Art. 231 Abs. 6 StG). Für nicht oder verspätet bezahlte 
Beträge wird vom 31. Tag ab Fälligkeit ein Verzugszins geschuldet. Die 

Verzugszinspflicht wird durch das Ergreifen eines Rechtsmittels oder die Gewährung 
von Zahlungserleichterungen nicht berührt (Art. 237 Abs. 1 StG; Art. 11 und 19 BEZV). 
Ein in Rechnung gestellter und bezahlter, aber gemäss rechtskräftiger Veranlagung 
nicht geschuldeter Betrag wird innert 30 Tagen mit Vergütungszins zurückerstattet 
(Art. 237 Abs. 2 StG; Art. 7 Abs. 1 und Art. 22 BEZV). Die Zinssätze werden vom 
Regierungsrat entsprechend dem bestehenden und zu erwartenden Zinsniveau jeweils 
für ein Steuerjahr festgesetzt. Sie sind im Anhang der BEZV aufgeführt (vgl. Art. 246 
Abs. 2 Bst. d StG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 BEZV).

2.2 Grundlage für die Berechnung der Raten der periodischen Steuern ist die 
Steuererklärung, die letzte Veranlagung oder der mutmasslich geschuldete Betrag 
(Art. 233 Abs. 1 StG; vgl. auch Art. 5 Abs. 1 BEZV). Provisorisch bezogene Steuern 
werden auf die gemäss definitiver Veranlagung geschuldeten Steuern angerechnet 
(provisorischer Steuerbezug; Art. 233 Abs. 2 StG). Auf der Grundlage der 
Veranlagungsverfügung und der bisher geleisteten Zahlungen wird in der 
Schlussabrechnung abgerechnet; zu wenig bezahlte Beträge werden (inkl. 
Verzugszinse) nachgefordert, zu viel bezahlte Beträge (inkl. Vergütungszinse) 
zurückerstattet, soweit keine Verrechnung erfolgt (definitiver Steuerbezug; Art. 235 
Abs. 1 und 2 StG; vgl. zum Ganzen Markus Langenegger, a.a.O., Art. 235 N. 1 f. und 
Art. 233 N. 6). Ein allfälliges Verrechnungssteuerguthaben wird auf Antrag in die 
Schlussabrechnung einbezogen und mit ausstehenden Steuerforderungen verrechnet 
oder ausbezahlt (Art. 3 Abs. 2 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über die 
Rückerstattung der Verrechnungssteuer [VRV: BSG 668.21] i.V.m. Art. 31 Abs. 2 und 3 
des Bundesgesetzes vom 13. Oktober 1965 über die Verrechnungssteuer 
[Verrechnungssteuergesetz, VStG; SR 642.21]; vgl. Markus Langenegger, a.a.O., 
Art. 235 N. 4). Eine Rückzahlung erfolgt nur bei fehlender Verrechnungsmöglichkeit 
(Art. 4 Abs. 2 VRV; vgl. auch Art. 7 Abs. 2 BEZV; Markus Langenegger, a.a.O., 
Art. 244 N. 18 bzw. Art. 237 N. 27). Die zu verrechnenden oder rückzuerstattenden 
Verrechnungssteuerguthaben werden nicht verzinst (Art. 31 Abs. 4 VStG; Art. 24 
BEZV; Markus Langenegger, a.a.O., Art. 237 N. 29).

2.3 Die Steuerverwaltung stellte in der Schlussabrechnung vom 11. Juli 2008 
(unpag. Vorakten Steuerverwaltung [act. 4A2]) einen Rückerstattungsanspruch aus 
Verrechnungssteuer von Fr. 2'747.85 fest und verrechnete diesen mit den bisher 
geleisteten Ratenzahlungen der Kantons- und Gemeindesteuern 2007. Für die nicht 
vollumfänglich bezahlte 3. Steuerrate stellte sie nach Abzug eines Vergütungszinses 
von Fr. 2.15 einen Verzugszins von Fr. 45.80 in Rechnung. Sie ging dabei von einem 
nicht rechtzeitig bezahlten Steuerbetrag im Umfang von Fr. 2'722.55 aus und erhob für 
den Zeitraum vom 31. Tag an nach Fälligkeit bis zur Eröffnung der 
Veranlagungsverfügung und Schlussabrechnung vom 11. Juli 2008 (181 Tage) einen 
Verzugszins von 3,5 % (vgl. zum Ganzen Zinsberechnung vom 11.7.2008 sowie 

Bezugsverfügung, Vorakten StRK [act. 4A], pag. 52 bzw. 8 f.; vgl. auch 
Einspracheentscheid vom 16.3.2009, Vorakten Steuerverwaltung [act. 4A1], pag. 48). 
Die StRK hat in Übereinstimmung mit der Steuerverwaltung eine 
Verrechnungsmöglichkeit des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Fälligkeit der 
3. Steuerrate verneint und die Pflicht zur Bezahlung eines Verzugszinses von Fr. 45.80 
bestätigt.

2.4 Der Beschwerdeführer stellt weder den Grundsatz der Fälligkeit der 
3. Steuerrate noch die Berechnungen der Steuerverwaltung in Frage (vgl. auch 
angefochtener Entscheid E. 5). Er ist aber der Auffassung, er sei befugt gewesen, den 
Steuerbetrag der 3. Steuerrate im Umfang seines (mutmasslichen) Anspruchs auf 
Rückerstattung der Verrechnungssteuer zu kürzen: Er sei «überzeugt davon, dass er 
die Voraussetzungen für eine Verrechnung erfüllt» habe, weshalb ihm hätte 
Gelegenheit gegeben werden müssen, mit dem entsprechenden amtlichen Formular 
um (vorzeitige) Rückerstattung der Verrechnungssteuer nachzusuchen. Da dies nicht 
geschehen sei, habe er sich gezwungen gesehen, zur Vermeidung «künftiger, relativ 
hoher Zinsverluste», selber zu verrechnen. Im Übrigen sei es mit der 
«Gegenwartsbesteuerung» ohnehin nicht zu vereinbaren, dass die Steuerverwaltung 
die verrechnungssteuerbelasteten Einkünfte zwar im Steuerjahr 2007 besteuere, das 
entsprechende Verrechnungssteuerguthaben aber erst 2008 mit der 
Schlussabrechnung gutschreibe. Jedenfalls rechtfertige es sich unter den gegebenen 
Umständen nicht, auf dem von der 3. Steuerrate in Abzug gebrachten Betrag einen 
Verzugszins zu erheben (vgl. zum Ganzen Beschwerde S. 4 f. und 7; vgl. auch Rekurs 
S. 2 und Stellungnahme vom 18.6.2013, Vorakten StRK [act. 4A], pag. 58 bzw. 70 f.).

2.5 Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden: Nach Zustellung der 
3. Ratenrechnung war der Beschwerdeführer verpflichtet, den (provisorischen) 
Steuerbetrag innert 30 Tagen seit der gesetzlich festgelegten Fälligkeit per 
10. Dezember 2007, das heisst bis zum 10. Januar 2008 zu bezahlen. Indem er dieser 
Pflicht nicht vollständig nachkam, fiel er vom 31. Tag nach Fälligkeit in Verzug und 
unterlag der Verzugszinspflicht (vgl. vorne E. 2.1). Daran ändert nichts, dass er eine 
Gegenforderung geltend machte. Den Privaten ist es allgemein verwehrt, öffentlich-
rechtliche Verpflichtungen gegenüber dem Gemeinwesen durch Verrechnung zu tilgen 
(Art. 125 Ziff. 3 des Schweizerischen Obligationenrechts [OR; SR 220]; BVR 1982 
S. 348 E. 3b; VGE 2014/256 vom 24.2.2015, E. 3.2 f. mit Hinweisen). Im Steuerrecht 
ergibt sich dieser Grundsatz aus der gesetzlichen Regelung, wonach eine Verrechnung 
der sich gegenüberstehenden Ansprüche in der provisorischen oder definitiven 
Schlussabrechnung und mithin durch die Steuerverwaltung zu erfolgen hat. Dies gilt 
namentlich auch für ein allfälliges Verrechnungssteuerguthaben (vgl. zum Ganzen 
vorne E. 2.2). Ein solches wird mithin – wichtige Gründe für eine vorzeitige 
Rückerstattung vorbehalten (Art. 29 Abs. 2 und 3 VStG i.V.m. Art. 9 f. VRV) – erst in 

der Schlussabrechnung berücksichtigt. Der Beschwerdeführer scheint zwar davon 
auszugehen, dass eine vorzeitige Rückerstattung hätte erfolgen sollen, jedoch ohne 
dies zu begründen und zu belegen. Insbesondere macht er nicht geltend, es habe ein 
Härtefall vorgelegen. Bereits deshalb kann offenbleiben, ob ihm die Steuerverwaltung 
das entsprechende Formular hätte zustellen müssen. Es bleibt ihm im Übrigen 
unbenommen, in Zukunft um vorzeitige Rückerstattung zu ersuchen, sollte er die 
(restriktiven) Voraussetzungen als gegeben erachten. Im Wesentlichen verkennt er 
aber, dass die Verzugszinspflicht unabhängig von einem allfälligen 
Rückerstattungsanspruch aus Verrechnungssteuer besteht. Dass ihm ein solcher 
zustand, ist deshalb nicht von Belang und das Vorgehen der Steuerverwaltung nicht zu 
beanstanden. Auch die StRK hat ihm die geltenden Grundsätze ausführlich dargelegt, 
worauf hier verwiesen werden kann (vgl. angefochtener Entscheid E. 7 ff.; 
Bezugsverfügung S. 2, Vorakten StRK [act. 4A], pag. 8).

2.6 Soweit sich der Beschwerdeführer daran stösst, dass das 
Verrechnungssteuerguthaben bis zur Schlussabrechnung nicht verzinst wird, haben die 
Vorinstanzen ebenfalls zutreffend festgehalten, dass eine Verzinsung von Gesetzes 
wegen ausdrücklich ausgeschlossen ist (vgl. auch E. 2.2 vorne). Dabei handelt es sich 
um eine bewusste Entscheidung der eidgenössischen Räte gestützt auf 
Praktikabilitätsüberlegungen. Weder der Umstand, dass die rückforderungsberechtige 
Person dadurch womöglich Zinsverluste erleidet, noch die Kritik, es sei unbillig, keine 
Zinsen auf dem Verrechnungssteuerguthaben zu gewähren, während auf verspätet 
bezahlten Steuern Verzugszinse erhoben würden, haben den Gesetzgeber dazu 
bewegen können, eine Verzinsung einzuführen (vgl. zum Ganzen Botschaft des 
Bundesrats zum VStG, in BBl 1963 II 953 ff., S. 966 f.). Die Steuerbehörden sind nicht 
befugt, sich über diesen klaren Entscheid des Gesetzgebers hinwegzusetzen. Die 
Zinsverluste auf Verrechnungssteuerguthaben sind daher (auch vom 
Beschwerdeführer) hinzunehmen. Seine Ausführungen unter dem Stichwort 
«Gegenwartsbesteuerung» zielen am Thema vorbei und vermögen am Ausgeführten 
nichts zu ändern.

2.7 Somit hat die Vorinstanz die Verzugszinsforderung von Fr. 45.80 zu Recht 
bestätigt; sie ist auch nicht verjährt (Art. 162 und 163 StG).

3.

Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen, 
soweit darauf eingetreten wird.

3.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig 
(Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG). Allerdings bringt er vor, er habe weder die 

durch die Fehler der Steuerverwaltung verursachte Verfahrensverzögerung zu 
verantworten noch eine separate Bezugsverfügung verlangt. Es wäre «nicht korrekt», 
wenn er «für die daraus entstandenen Verfahrens- und Verwaltungskosten aufkommen 
müsste» (Beschwerde S. 6). – Soweit der Beschwerdeführer damit besondere 
Umstände geltend macht, um eine vom Unterliegerprinzip abweichende 
Kostenverlegung im Verfahren vor Verwaltungsgericht zu erlangen, dringt er nicht 
durch. Solche Umstände wären allenfalls zu bejahen bei einer (sich auf das 
vorliegende Verfahren auswirkenden) gewichtigen behördlichen Fehlleistung, die zu 
einem erheblichen Mehraufwand der betroffenen Partei geführt hat. Nicht jeder 
geringfügige Fehler rechtfertigt jedoch einen (teilweisen) Verzicht auf 
Verfahrenskosten. Zu berücksichtigen sind nur Normverstösse von einem gewissen 
Gewicht (BVR 2004 S. 133 E. 3.1). Ein solcher liegt nicht vor. Zwar trifft zu, dass die 
StRK die Steuerverwaltung angewiesen hat, eine separate Bezugsverfügung zu 
erlassen (Bst. A vorne). Soweit das ursprüngliche Vorgehen der Steuerverwaltung 
überhaupt als fehlerhaft bezeichnet werden kann, kann darin jedenfalls kein 
Normverstoss von einem gewissen Gewicht erblickt werden. Im Übrigen ist der 
Beschwerdeführer für das im Entscheid der StRK vom 6. Juni 2012 mündende 
Verfahren mit keinen Verfahrenskosten belegt worden und es ist ihm mit der 
Notwendigkeit der Anfechtung der Bezugsverfügung kein erheblicher Mehraufwand 
entstanden. Als unterliegende Partei hat er die gesamten Kosten des 
verwaltungsgerichtlichen Verfahrens zu tragen.

3.2 Weiter sind keine Parteikosten zu sprechen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 
und Art. 104 Abs. 3 VRPG). Wie gesehen liegen keine besonderen Umstände vor, 
womit sich auch hinsichtlich der Parteikosten eine vom Unterliegerprinzip abweichende 
Kostenverlegung nicht rechtfertigt (vgl. BVR 2004 S. 133 E. 3.2). Auch eine sog. 
Billigkeitsentschädigung für angeblich umfangreiche Arbeiten des Beschwerdeführers 
kommt angesichts seines Unterliegens von vornherein nicht in Frage (Art. 104 Abs. 2 
VRPG; vgl. BVR 2012 S. 1 E. 6, 2010 S. 147, nicht publ. E. 8.2 [VGE 2009/108 vom 
23.12.2009]; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 104 N. 12 mit Hinweisen). 

3.3 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich beantragt, der im vorinstanzlichen 
Verfahren geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- (act. 4) sei «vom 
Verwaltungsgericht einzubeziehen» (vgl. Bst. C vorne), ergibt sich von selbst, dass die 
StRK die Differenz zu den auferlegten Verfahrenskosten von Fr. 500.-- dem 
Beschwerdeführer zurückerstatteten wird; eine diesbezügliche Anordnung ist 
überflüssig.

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 1'000.--, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.