# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b9cf0e63-053f-51eb-9466-cb76af38b90c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-03-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 19.03.2007 S 2007 21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2007-21_2007-03-19.pdf

## Full Text

S 07 21

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 19. März 2007

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG (Umschulung)

1. a) Der heute 46-jährige … (geb. …) ist verheiratet, Vater zweier Kinder (Jrg. 

1990/92) und gelernter Verkäufer. Im Laufe seines Lebens erlitt er mehrere 

Unfälle (Autounfall 1985 mit Rippensehnenfraktur, Lungenriss und Milzruptur; 

Skiunfall 1991 mit Knieverletzung und Schulterluxation rechts; 

Diskushernienoperation 1982 mit chronisch wiederkehrenden 

Rückenschmerzen 1994/1997 und Knieoperation [Arthroskopie] an 

Gelenksmaus/Chondromalazie 1998). In den letzten 20 Jahren war er jeweils 

saisonal auf dem Bau (Hilfsarbeiter/Maschinist), als Skilehrer mit 

Ausbildnerfunktion und als Alphirt und Senn erwerbstätig. Aufgrund der 

vermehrt aufgetretenen Rücken-, Knie- und Schulterschmerzen stellte der 

Versicherte am 1. Mai 2006 bei der IV-Stelle Graubünden ein Gesuch um 

berufliche Umschulung und Berufsberatung.

b) Nach weiteren Abklärungen über den Gesundheitszustand bzw. die 

medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit (vgl. Bericht Hausarzt Dr. … vom 

15.05.2006; Bericht von Dr. … vom Kantonsspital vom 04.10.2006) sowie der 

wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit des Versicherten (vgl. 

Anstellungs-/Lohnauskünfte der Arbeitgeber vom 26.05.2006, 01.06.2006 

und 30.06.2006 bzw. der Arbeitslosenkasse GR vom 29.05.2006), erwog die 

IV-Stelle in zwei separaten Vorbescheiden vom 08./09.11.2006, dass sie eine 

Kostengutsprache für eine berufliche Umschulung ablehne und kein Anspruch 

auf eine IV-Rente bestehe, da der dafür erforderliche Invaliditätsgrad (IV-

Grad) von mindestens 20% (Umschulung) bzw. 40% (Rente) beim 

Gesuchsteller nicht erreicht worden sei. Zur Ermittlung des IV-Grads stellte 

die Vorinstanz dabei auf ein mutmassliches Valideneinkommen 

(Jahreseinkommen als Gesunder) von Fr. 55'968.-- sowie ein 

Invalideneinkommen (anrechenbare Verdienstmöglichkeit trotz 

Behinderungen) von Fr. 58'117.-- ab, woraus keine Erwerbseinbusse und 

damit eben auch kein IV-Grad für eine Umschulung oder eine Rente resultiert 

hätten. Damit konnte sich der Versicherte am 15.11.2006 nicht einverstanden 

erklären.

c) Mit Verfügungen vom 12./13.12.2006 bestätigte die IV-Stelle ihre beiden 

Vorbescheide mit der Begründung, dass sie bei der Ermittlung des 

mutmasslichen Einkommens ohne Behinderung zu Recht auf den tatsächlich 

erzielten Jahresverdienst der letzten fünf Jahre laut IK-Auszug 2001-2005 von 

im Schnitt Fr. 56'903.-- pro Jahr bzw. Fr. 4'664.-- im Monat (Auskunft ALK GR) 

abgestellt habe, was teuerungsbedingt für 2006 das Valideneinkommen von 

Fr. 58'734.-- ergeben habe. Beim Invalideneinkommen habe sie indes auf die 

statistischen Lohnstrukturerhebungen (LSE 2004; Anforderungsniveau 4) für 

leidensangepasste Referenztätigkeiten abgestellt, was bei einer (ärztlich 

bescheinigten) vollen Arbeitsfähigkeit in einer solch adaptierten Tätigkeit samt 

Teuerungsausgleich bis 2006 immer noch eine Verdienstmöglichkeit von Fr. 

58'117.-- ergeben hätte, weshalb von Gesetzes wegen (fehlender IV-Grad) 

weder Anspruch auf eine berufliche Umschulung (Kostenübernahme) noch 

auf eine IV-Rente bestanden habe.

2. Der Versicherte erhob am 25.01.2007 frist- und formgerecht Beschwerde 

beim kantonalen Verwaltungsgericht (als Versicherungsgericht) mit dem 

Begehren um kostenfällige Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

betreffend Ablehnung der Kostengutsprache für berufliche 

Umschulungsmassnahmen; die andere Verfügung bezüglich IV-Rente blieb 

unangefochten. Zur Begründung führte er hauptsächlich an, dass die Höhe 

des mutmasslichen Valideneinkommens um rund Fr. 6'000.-- zu niedrig bzw. 

das Invalideneinkommen laut Lohnabrechnung 2006 um Fr. 14'000.-- zu hoch 

ausgefallen sei. Unter Berücksichtigung seiner langjährigen Berufserfahrung 

als Bauarbeiter, Skilehrer/Skischulleiter-Stv. sowie Alphirt/Senn auf mehreren 

Alpen wäre realistischerweise auf ein Jahreseinkommen als Gesunder von Fr. 

64'269.-- (nach LSE 2004; Tabelle Baugewerbe, Anforderungsprofil 3) und 

beim Verdienst trotz Behinderungen auf Fr. 48'494.-- (LSE 2004; 

Meridianwert/Anforderungsprofil 4) abzustellen gewesen, was einen 

Minderverdienst von Fr. 15'775.-- bzw. umgerechnet einen IV-Grad von 24% 

und somit einen Anspruch auf berufliche Umschulung ergeben hätte. Im 

Übrigen hätten auch noch entsprechende Reisekosten für zusätzliche 42 km 

pro Tag bei einer allfälligen Ersatztätigkeit ausserhalb seines Wohnorts 

berücksichtigt werden müssen, weil er wegen der schulpflichtigen Kinder und 

des subventionierten Eigenheims (Wohnbauförderung im Berggebiet) nicht 

einfach von daheim (4-köpfige Familie) wegziehen könnte und daher eben 

noch Zusatzkosten entstanden wären. Selbst bei Anerkennung eines 

Einkommens als Gesunder von bloss Fr. 56'903.-- hätte indes ein Anspruch 

auf Umschulung bestanden, falls alternativ beim Invalideneinkommen noch 

ein Leidensabzug von 25% zugelassen würde.

3. In der Vernehmlassung beantragte die Vorinstanz die Abweisung der 

Beschwerde. Den Einwänden und Vorbringen des Beschwerdeführers hielt 

sie darin entgegen, dass sie zu Recht auf das tatsächlich erzielte, 

durchschnittliche Einkommen der letzten fünf Jahre (2001-2005) in den drei 

seit 1985 (Bauarbeiter/Alphirt) bzw. 1986 (Skilehrer) saisonal ausgeübten 

Erwerbstätigkeiten von Fr. 56'903.-- (aufindexiert bis 2006 Fr. 58'734.--) und 

nicht auf einen fiktiven Jahresverdienst als vollzeitlich tätiger Bauarbeiter (LSE 

2004; Tabelle Baugewerbe, Anforderungsprofil 3; Fr. 64'269.--) abgestellt 

habe. Aufgrund des IK-Auszugs vom Mai 2006 sowie den starken 

Einkommensschwankungen als Gesunder habe sie mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausgehen dürfen, dass der 

Versicherte auch in Zukunft kein höheres Valideneinkommen erzielt hätte. Für 

die Ermittlung des Invalideneinkommens habe sie vorab auf den Arztbericht 

von Dr. … vom Okt. 2006 (in behinderungsgeeigneter Tätigkeit sei der 

Versicherte zu 100% arbeitsfähig) abstellen dürfen und gestützt darauf ein 

Einkommen trotz erstellter Bewegungseinschränkungen von Fr. 58'582.-- 

(LSE 2004 Schweiz; TA1, Anforderungsprofil 4) ermittelt. Weil der Versicherte 

eine adaptierte Ersatztätigkeit aber ohne zusätzliche Einschränkungen für 

sich oder den künftigen Arbeitgeber erfüllen könnte, sei auch kein gesonderter 

Leidensabzug gerechtfertigt gewesen. Was die zusätzlich geltend gemachten 

Reisekosten angehe, so könnte wegen der auswärtigen Ersatztätigkeit aber 

nur die Preisdifferenz zwischen dem Jahresstreckenabonnement für die 

Verwendung der öffentlichen Verkehrsmittel als Erwachsener vom Wohnort 

[…] bis zum nächsten Hauptort […] und den sonst auch als Gesunder 

anfallenden Reisekosten noch in Abzug gebracht werden, was 

Zusatzauslagen von jährlich Fr. 494.-- (Fr. 1'431.-- minus Fr. 937.-- bei 

zumutbarer Fahrzeit von 50 Minuten) beim Invalideneinkommen bedeutet und 

jenes letztlich Fr. 58'088.-- (Fr. 58'582.-- minus Fr. 494.--) betragen hätte; 

woraus ein IV-Grad von 1% resultiert hätte.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) kann die Invalidität (Art. 8 ATSG; SR 830.1) Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Abs. 1). Die Invalidität gilt als 

eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige 

Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (Abs. 2). Gemäss Art. 28 

Abs. 1 IVG hat Anspruch auf eine Viertelsrente, wer mindestens einen IV-

Grad von 40%, auf eine halbe Rente (IV-Grad mind. 50%), auf eine Dreiviertel-

Rente (IV-Grad mind. 60%) sowie auf eine ganze Rente, wer mindestens 

einen IV-Grad von 70% aufweist. Für die Bemessung der Invalidität von 

erwerbstätigen Versicherten ist in der Regel die Methode des 

Einkommensvergleichs nach Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

Bei dieser Methode wird das gegenwärtig trotz Behinderung noch zumutbare 

Erwerbseinkommen mit jenem ohne Behinderung verglichen, wobei die 

daraus resultierende Differenz in Prozenten den IV-Grad ergibt. Für die 

Ermittlung des IV-Grades kommt es also primär auf die wirtschaftliche 

Erwerbsunfähigkeit und nicht etwa auf die medizinische Arbeitsunfähigkeit an 

(PVG 2005 Nr. 11, 1982 Nr. 80; BGE 132 V 395 E. 2.1).

2. Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG hat der Versicherte Anspruch auf berufliche 

Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, falls die Umschulung infolge 

Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich 

erhalten oder wesentlich verbessert werden kann. Laut ständiger 

Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe aller 

Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die 

erforderlich und geeignet sind, dem vor Eintritt der Invalidität bereits 

erwerbstätig gewesenen Versicherten eine seiner früheren annähernd 

gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (BGE 122 V 79 E. 3b/bb, 99 V 

35 E. 2; ZAK 1988 S. 468 E. 2a). Der Begriff der annähernden Gleichwertigkeit 

bezieht sich dabei nicht primär auf das Ausbildungsniveau als solches, 

sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende 

Verdienstmöglichkeit. Der Umschulungsanspruch setzt mit anderen Worten 

eine Invalidität oder die unmittelbare Bedrohung durch eine solche voraus. Als 

„invalid“ gilt dabei, wer nicht hinreichend eingegliedert ist, weil der 

Gesundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht hat, welcher die 

Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise unzumutbar 

macht. Der IV-Grad muss darum ein bestimmtes erhebliches Mass erreicht 

haben; laut gefestigter Rechtsprechung ist dies der Fall, wenn der Versicherte 

in den ohne zusätzliche Berufsausbildung immer noch zumutbaren 

Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde 

Erwerbseinbusse von „etwa 20%“ erleidet (BGE 130 V 488, 124 V 108, 118 V 

7, 111 V 235; AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984 S. 91, 1966 S. 439 E. 3). 

Vorliegend ermittelte die Vorinstanz letztlich einen IV-Grad von 1%, woraus 

sie schloss, dass die verlangte Erheblichkeitsschwelle für einen Anspruch auf 

berufliche Stütz- und Integrationsmassnahmen eben bei weitem noch nicht 

erreicht worden sei. Strittig sind hierzu vor allem die Berechnungsbasis für die 

Ermittlung des Valideneinkommens (mutmassliches Jahreseinkommen 2006 

als Gesunder) sowie des Invalideneinkommens (Verdienstmöglichkeit 2006 

trotz Behinderungen; mit/ohne Leidensabzug; abzgl. Reisespesen) geblieben.

3. a) Was die wirtschaftlich verwertbare Arbeitsfähigkeit und damit letztlich den als 

zu tief bezeichneten IV-Grad von 1% (statt 24%) betrifft, gilt es vorweg 

klarzustellen, dass das festgesetzte Valideneinkommen mit Fr. 58'734.--

(mutmassliches Gesamtjahreseinkommen als gesunder Skilehrer, 

Bauarbeiter und Alphirt für 2006) ohne Zweifel korrekt ermittelt wurde. Jene 

Annahme deckt sich sowohl mit dem ordentlichen IK-Auszug (tatsächlich auf 

den AHV-Beiträgen abgerechnetes Gehalt) vom 16.05.2006 für die 

repräsentativen Einkommensperioden 2001-2005 (von im Schnitt Fr. 56'903.--

, zzgl. Teuerung) als auch mit den eingeholten Auskünften bei der 

Arbeitslosenkasse Graubünden vom 29.05.2006 (12 x Fr. 4'664.--; Fr. 

55'968.--). Die Tatsache, dass der Versicherte dieses Einkommen saisonal 

bedingt auf drei verschiedenen Tätigkeitsgebieten erzielte und es daher 

gewissen Schwankungen unterlag, spricht ferner dafür, dass auf eine 

angemessen lange Zeitspanne von fünf Jahren abzustellen war. Entgegen der 

Darstellung des Versicherten wäre es bei diesem zuverlässigen 

Zahlenmaterial aber nicht vernünftig oder vertretbar gewesen, stattdessen auf 

statistische Erfahrungswerte beim mutmasslichen Einkommen in den drei 

erwähnten Berufssparten abzustellen (LSE 2004; Anforderungsniveau 1-2; 

Verrichtung höchst anspruchsvoller/schwieriger Arbeiten bzw. selbständiger 

und qualifizierter Arbeiten; oder Anforderungsprofil 3 als vollzeitlich 

beschäftigter Bauarbeiter) und so fiktiv von einem nie erzielten 

Jahresverdienst als Gesunder von ca. Fr. 65'000.-- auszugehen. Sinn und 

Zweck dieses Einkommens ist es nämlich, den mutmasslichen Verdienst zu 

bestimmen, den der Versicherte überwiegend wahrscheinlich tatsächlich 

erzielt hätte. Vom zuletzt tatsächlich verdienten Jahressalär ist nur dann 

abzuweichen, wenn konkrete Anhaltspunkte vorliegen, dass sich die 

Einkommenssituation künftig verändert hätte (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 

E. 3b; BGE 129 V 224 E. 4.3.1, 128 V 30 E. 1). Jede gegenteilige Ansicht 

würde in letzter Konsequenz dazu führen, einen von den 

Erwerbsverhältnissen losgelösten und damit realitätsfremden IV-Grad zu 

bestimmen, was der Konzeption der Invalidenversicherung (Erwerbsverluste 

auszugleichen) diametral zuwiderlaufen würde. Indizien, dass der Versicherte 

die bereits seit zwei Jahrzehnten inne gehabten Saisonstellen ausgerechnet 

bei Eintritt der Knie-, Rücken- und Schulterschmerzen hätte wechseln wollen, 

finden sich aber keine, weshalb die Vorinstanz bei der Bemessungsbasis 

korrekt vorging, als sie auf ein Valideneinkommen von Fr. 58'734.-- abstellte.

b) Zu prüfen bleibt damit noch die Höhe des strittigen Invalideneinkommens. 

Ausgangspunkt hierfür ist der überzeugende, schlüssige und umfassende 

Arztbericht von Dr. … vom 04.10.2006, worin dem Beschwerdeführer in einer 

leidenangepassten Tätigkeit stets noch eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit 

attestiert wurde; umgekehrt hielt er ihn für körperlich anstrengende Arbeiten 

auf dem Bau als auch für die mit stundenlangem Bergauf- und Bergabsteigen 

verbundene Arbeit als Hirt infolge der Knie-, Rücken- und Schulterprobleme 

indes nur mehr beschränkt als arbeits- und einsatzfähig. In diesem 

Zusammenhang gilt es aber nicht zu vergessen, dass der Versicherte die 

Berufslehre eines Verkäufers genoss und für ihn somit die Möglichkeit 

bestanden hätte, seine volle Arbeitsfähigkeit in einer durchaus auf seine 

Bewegungsdefizite Rücksicht nehmenden Ersatztätigkeit einzusetzen. Lehre 

und Praxis stellen bei derartigen Konstellationen primär auf die erwerbliche 

Gesamtsituation im Berufsleben ab, in der der Versicherte steht. Übt dieser 

nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der besonders stabile 

Arbeitsverhältnisse herrschen und ist anzunehmen, dass er die ihm 

verbliebene Arbeitsfähigkeit so noch in zumutbarer Weise voll ausschöpft, gilt 

grundsätzlich der effektiv erzielte Verdienst auch als Invalidenlohn. Liegt 

jedoch – wie im konkreten Fall – kein tatsächlich noch erzielbares Einkommen 

auf den früheren Tätigkeitsfeldern vor, namentlich weil der Versicherte nach 

Eintritt der Gesundheitsleiden keine oder keine ihm an sich noch zumutbare 

neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können eben gerade wahlweise 

entweder Tabellenlöhne [LSE] oder Referenztätigkeiten [DAP] herangezogen 

werden (BGE 129 V 475). Wie dargetan, ist hier davon auszugehen, dass der 

Versicherte bezüglich einer behinderungsadäquaten Büro-/Verkaufstätigkeit 

immer noch zu 100% arbeitsfähig ist. Die Verwertbarkeit einer in diesem 

vollen Umfang zumutbaren Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt ist ebenfalls zu bejahen, da es dem Versicherten zumutbar und 

dank der öffentlichen Verkehrsmittel im betreffenden Seitental des Bündner 

Oberlandes durchaus möglich ist, allenfalls auch ausserhalb seiner 

Wohnortsgemeinde (fester Familiensitz) eine neue und langfristig besser 

geeignete Stelle (im Sitzen mit Möglichkeit von Positionswechseln: z.B. 

einfache Aufsichts- und Kontrollfunktionen; leichte Sortier-, Prüf- und 

Verpackungsaufgaben oder dgl.) zu suchen. Unter diesen Vorzeichen war die 

Vorinstanz aber nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, wahlweise 

entweder auf die abstrakten LSE oder sonst auf konkrete Referenztätigkeiten 

abzustellen. Wie aus der angefochtenen Verfügung hervorgeht, entschied 

sich die Vorinstanz für den Beizug der LSE-Werte. Ausgehend von der 

Tabelle TA 1 der LSE 2004 des Bundesamts für Statistik belief sich der 

Monatsbruttolohn (Zentralwert 40 Std.-Woche) für Männer mit 

einfachen/repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsprofil 4) auf dem Privatsektor 

auf Fr. 4'588.--. Angepasst an die übliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.6 

Std. samt Teuerung bis 2006 ergibt sich ein erzielbares Monatssalär von Fr. 

4'882.-- resp. ein Jahressalär von Fr. 58'582.--; abzüglich der akzeptierten 

Mehrkosten infolge Reisespesen von Fr. 494.-- (invaliditätsbedingte 

Gestehungskosten) macht schliesslich noch Fr. 58'088.--. Wieso hiervon noch 

ein gesonderter Leidensabzug (bis max. 25%) zulässig gewesen sein sollte, 

ist jedoch im Dunkeln geblieben, zumal die Voraussetzungen für einen 

derartigen Sonderabzug – mangels zu duldender Leistungseinbussen in einer 

behinderungsgerechten Ersatztätigkeit für ihn selbst als auch einen künftigen 

Arbeitgeber – ohne Zweifel nicht erfüllt sind (vgl. BGE 126 V 78 E. 5; VGU S 

01 120 E. 3f).

c) Werden das so ermittelte Valideneinkommen (Fr. 58'734.--) und das 

Invalideneinkommen (Fr. 58'088.--) einander gegenübergestellt, resultiert 

daraus aber ein Minderverdienst von Fr. 646.--, was einem IV-Grad von 1% 

(also klar weit unter 20%) entspricht. Gestützt auf Art. 17 IVG verweigerte die 

Vorinstanz demnach einen Anspruch auf Umschulung zu Recht.

4. a) Die angefochtene Verfügung ist folglich in jeder Beziehung rechtmässig, was 

zu ihrer Bestätigung und zur Abweisung der Beschwerde führt.

b) Laut Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren seit 01.07.2006 – in 

Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung 

oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kant. Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden hierbei nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- 

festgelegt. In Anbetracht des einfachen Schriftenwechsels rechtfertigt es sich 

hier, dem Beschwerdeführer Kosten von Fr. 500.-- aufzuerlegen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 500.-- gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.