# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 779beac4-85cd-568b-a28c-d421ce76ca1b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 20.01.2023 B 2022/140
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2022-140_2023-01-20.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/9

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2022/140

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 01.05.2023

Entscheiddatum: 20.01.2023

Entscheid Verwaltungsgericht, 20.01.2023
Bildungsrecht, Art. 9 BV, Art. 61 VRP. Der Beschwerdeführer hat die 
Wiederholungsprüfung Diplomarbeit Teil 2 des Lehrgangs HF Bauführung 
nicht bestanden. Im Rekursverfahren stellte das Bildungsdepartement fest, 
die Bewertung der Arbeit als ungenügend lasse sich anhand der Unterlagen 
und der Ausführungen der Schule nicht nachvollziehen. Es wies die Schule 
an, dem Beschwerdeführer eine gebührenfreie Wiederholung der 
Diplomarbeit zu ermöglichen. Das Verwaltungsgericht weist die mit dem 
Antrag, die Arbeit sei als genügend zu bewerten, erhobene Beschwerde ab. 
Anhaltspunkte für eine krasse Fehlbeurteilung einer an sich genügenden 
Leistung liegen nicht vor. Einen Anspruch auf eine thematische Ausrichtung 
der Diplomarbeit auch auf den Fachbereich Tiefbau hat der 
Beschwerdeführer nicht. Auf den erstmals im Beschwerdeverfahren 
gestellten Antrag, es sei bei der erneuten Prüfung nicht nur auf die Erhebung 
der Gebühren so verzichten, sondern es seien auch alle weiteren damit 
verbundenen Auslagen zu ersetzen, tritt das Verwaltungsgericht nicht ein 
(Verwaltungsgericht, B 2022/140).

Entscheid vom 20. Januar 2023

Besetzung

Abteilungspräsident Zürn; Verwaltungsrichterin Bietenharder, Verwaltungsrichter 

Engeler; Gerichtsschreiber Scherrer

Verfahrensbeteiligte

M.__,

Beschwerdeführer,

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St.Galler Gerichte

gegen

Bildungsdepartement des Kantons St. Gallen, Davidstrasse 31, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

und

Gewerbliches Berufs- und Weiterbildungszentrum St. Gallen, Demutstrasse 115, 

9012 St. Gallen,

Beschwerdegegner,

Gegenstand

Diplomarbeit Teil 2 HF Bauführung

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

M.__ absolvierte im Ausbildungsjahr 2017/18 an der Höheren Fachschule Bauführung 

am Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum St. Gallen (GBS), 

Baukaderschule St. Gallen, den Lehrgang "dipl. Techniker HF Bauführung". Er bestand 

die im März 2018 abgelegte Diplomprüfung nicht. Ein Jahr später wiederholte er sie im 

Rahmen der Abschlussprüfungen des Nachfolgelehrgangs erfolgreich und wurde zur 

Diplomarbeit Teil 2 zugelassen, den er allerdings im Juni 2019 mit der Note 3.6 nicht 

bestand (act. 3.3). Den dagegen erhobenen Rekurs wies die damals zuständige 

Berufsfachschulkommission des GBS am 13. November 2019 ab.

Im Mai 2021 wiederholte M.__ im Rahmen der regulären Prüfungssequenz des 

Lehrgangs HF Bauführung 2020/21 die Diplomarbeit Teil 2. Am 10. Juni 2021 stellte 

das GBS fest, M.__ habe die Wiederholungsprüfung mit der Note 3.4 nicht bestanden.

B.

Das Bildungsdepartement hiess den von M.__ gegen die Verfügung des GBS 

erhobenen Rekurs am 11. Juli 2022 gut. Es hob die angefochtene Verfügung auf und 

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wies das GBS an, M.__ ohne Anrechnung der erfolglosen Wiederholungsprüfung eine 

gebührenfreie Wiederholung der Diplomprüfung (richtig: Diplomarbeit) Teil 2 zu 

ermöglichen. Zur Begründung wird zusammenfassend ausgeführt, die Bewertung der 

Diplomprüfung (richtig: Diplomarbeit) Teil 2 lasse sich anhand der 

Bewertungsunterlagen und der Ausführungen des GBS nicht nachvollziehen. Dies 

verletze in willkürlicher Weise den Anspruch auf rechtliches Gehör.

C.

M.__ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 12. Juli 2022 versandten 

Rekursentscheid des Bildungsdepartements (Vorinstanz) mit Eingabe vom 26. Juli 2022 

(Postaufgabe: 27.07.22) Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sinngemäss beantragt 

er, es sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge der angefochtene Entscheid 

aufzuheben, die Diplomarbeit mit der Note 4 zu bewerten und ihm das Diplom als "dipl. 

Techniker HF Bauführung" auszustellen. Eventualiter sei für ihn eine Tiefbauprüfung zu 

erstellen und unter Ersatz der vollständigen Kosten von CHF 3'300 (Lohnausfall und 

Spesen) gebührenfrei abzunehmen.

Stillschweigend verzichteten Vorinstanz und GBS (Beschwerdegegner) auf eine 

Vernehmlassung und der Beschwerdeführer auf eine abschliessende Stellungnahme.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des 

Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit 

wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59  Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer, 

der Adressat des angefochtenen Entscheids ist und mit seinem Antrag, seine 

Diplomarbeit Teil 2 sei mit der Note 4 zu bewerten, nicht durchgedrungen ist, ist zur 

Erhebung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). 

Die Beschwerde gegen den am 12. Juli 2022 versandten Entscheid der Vorinstanz 

wurde mit Eingabe vom 26. Juli 2022 (Postaufgabe: 27.07.22) rechtzeitig erhoben und 

erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in 

Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist 

grundsätzlich einzutreten (vgl. allerdings nachfolgend Erwägung 5).

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2.

Streitig und zu prüfen ist im vorliegenden Verfahren die Nichterteilung des 

Abschlussdiploms als "dipl. Techniker HF Bauführung" durch das GBS infolge der 

ungenügenden Note des Beschwerdeführers im Fach Diplomarbeit Teil 2. Die 

Vorinstanz ist davon ausgegangen, sie könne bei Rekursen gegen Notenentscheide 

lediglich untersuchen, ob die Prüfungen vorschriftsgemäss sowie fair durchgeführt, 

korrigiert und bewertet worden seien. Solange Durchführung und Bewertung einer 

Prüfung oder die Festlegung von Zeugnisnoten nicht gesetzes- oder reglementwidrig 

oder offensichtlich unhaltbar und damit willkürlich seien, bestehe in einem 

Rechtsmittelverfahren kein Anlass, die entsprechenden Noten zu korrigieren. In der 

Begründung des Prüfungsentscheides beziehungsweise in der Vernehmlassung im 

Rechtsmittelverfahren müsse die Prüfungsbehörde darlegen, welche Lösungen 

erwartet worden seien und inwiefern die beurteilten Antworten den Anforderungen 

nicht zu genügen vermochten. Der Beschwerdegegner lege nicht dar, inwiefern die 

Leistung des Beschwerdeführers den Anforderungen konkret nicht zu genügen 

vermochte. Liege wegen Verfahrensfehlern kein gültiges Prüfungsergebnis vor, bleibe 

in der Regel keine andere Lösung, als den Betroffenen die Prüfung gebührenfrei 

wiederholen zu lassen. Aufgrund der fehlenden Begründung der angefochtenen 

Verfügung bleibe der Sachverhalt ungeklärt und die Rechtslage könne nicht geprüft 

werden. Deshalb könne die Verletzung der Begründungspflicht nicht geheilt werden.

3.

Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheides, mit 

dem sein Rechtsmittel – entgegen der Formulierung im Dispositiv des angefochtenen 

Entscheides – teilweise gutgeheissen wurde. Nicht durchgedrungen ist er mit dem – 

auch im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht gestellten – Begehren, seine 

Lösung der schriftlichen Diplomarbeit Teil 2 sei als genügend zu bewerten.

Die Vorinstanz hat die einschlägige Rechtsprechung zur Zurückhaltung bei der 

Überprüfung von Prüfungsbewertungen im Rechtsmittelverfahren zutreffend 

wiedergegeben (vgl. angefochtener Entscheid E. 2a). Das Verwaltungsgericht 

seinerseits kann angefochtene Verfügungen und Entscheide einzig auf 

Rechtsverletzungen und einen unrichtigen oder unvollständig festgestellten 

Sachverhalt hin überprüfen (vgl. Art. 61 VRP). Als Rechtsverletzungen gelten auch 

qualifizierte Fehler in der Ermessensausübung. Ermessensmissbrauch ist ein 

qualifizierter Ermessensfehler, der als Rechtsverletzung gilt (Cavelti/Vögeli, 

Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 741–743). Eine 

Kontrolle der Angemessenheit des angefochtenen Entscheids ist dem 

Verwaltungsgericht deshalb verwehrt. Eine zusätzliche Einschränkung der 

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Prüfungsdichte kann sich daraus ergeben, dass das Verwaltungsgericht nicht über 

besonderes Fachwissen verfügt, weshalb es die Bewertung von Prüfungsleistungen nur 

mit Zurückhaltung überprüft. Es kontrolliert praxisgemäss nur, ob die Bewertung einer 

Examensleistung nachvollziehbar ist, keine Mängel aufweist und nicht auf sachfremden 

Kriterien beruht (vgl. VerwGE B 2016/61 und 62 vom 14. Dezember 2017 E. 2; 

B 2016/172 vom 26. Oktober 2016 E. 2; B 2014/151 vom 4. Dezember 2014 E. 2.2; 

B 2014/108 vom 16. September 2014 E. 4.1). Diese Zurückhaltung ist jedoch lediglich 

bei der an sich freien Überprüfung von Bewertungsfragen zulässig. Rügen, die 

organisatorische oder verfahrensrechtliche Gesichtspunkte einer Prüfung betreffen, 

prüft es indessen ohne diese Zurückhaltung (VerwGE B 2021/98 vom 17. Januar 2021 

E. 2.1, B 2016/61 und 62 vom 14. Dezember 2017 E. 2 und 3.1; vgl. auch BGer 2P.

44/2007 vom 2. August 2007 E. 2.1; 2D_7/2011 vom 19. Mai 2011 E. 1.2). Es steht 

ausser Frage, dass die materielle Bewertung von Prüfungsleistungen (Benotung) 

zurückhaltend überprüft werden darf, soweit das Gesetz nichts Anderes bestimmt (vgl. 

BGE 136 I 229 E. 5.4.1; BGE 131 I 467 E. 3.1; VerwGE B 2014/108 vom 16. September 

2014 E. 4.1, B 2013/250 vom 8. Juli 2014 E. 2; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 632).

Anhaltspunkte für eine krasse Fehlbeurteilung einer an sich genügenden Leistung 

liegen nicht vor, zumal die Beurteilung durch ein Expertenteam aus drei Lehrpersonen 

des Bildungsgangs HF Bauführung und drei extern beigezogenen Fachexperten – zwei 

diplomierte Baumeister und ein diplomierter Bauführer HF mit langjähriger 

Berufserfahrung – erfolgte (vgl. angefochtener Entscheid, Sachverhalt, Seite 7/22), 

denen ein erheblicher Ermessensspielraum zusteht (vgl. dazu beispielsweise BGer 

2D_76/2009 vom 14. Mai 2010 E. 5.4.2). Weder die Vorinstanz noch das 

Verwaltungsgericht sind in der Lage, die Lösung des Beschwerdeführers zur 

Diplomarbeit Teil 2 zu beurteilen und allenfalls als genügend zu bewerten. Das 

Begehren des Beschwerdeführers, das Verwaltungsgericht habe die Diplomarbeit Teil 2 

als mit der Note 4 bestanden zu bewerten und ihm das Diplom als "dipl. Techniker HF 

Bauführung" auszustellen, ist deshalb abzuweisen.

Fraglich ist allerdings, ob die vorinstanzlichen Feststellungen, die Prüfungsleistung des 

Beschwerdeführers könne nicht mehr objektiv untersucht (angefochtener Entscheid 

Erwägung 3a) und die Verletzung des rechtlichen Gehörs mangels nachvollziehbarer 

Begründung der ungenügenden Note nicht mehr geheilt werden (angefochtener 

Entscheid Erwägung 3b), zutreffen. Zumal die Bewertung einer schriftlichen Arbeit in 

Frage steht, ist es grundsätzlich nicht ausgeschlossen, die Angelegenheit an die 

Prüfungsbehörde zurückzuweisen mit dem Auftrag, die ungenügende Bewertung der 

Arbeit nachvollziehbar zu begründen. Einen solchen Antrag stellen aber weder der 

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Beschwerdeführer noch die Vorinstanz, noch der Beschwerdegegner. Das 

Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 63 VRP an die Begehren des Beschwerdeführers 

gebunden und kann insbesondere den angefochtenen Entscheid nicht zu dessen 

Nachteil ändern. Zumal die Arbeit des Beschwerdeführers von den Experten mit der 

Note 3.4 als klar ungenügend eingestuft wurde, hätte eine Rückweisung zur erneuten 

Bewertung wohl zur Folge, dass die Diplomarbeit Teil 2 mit einer nachvollziehbaren 

Begründung als ungenügend benotet würde und der Beschwerdeführer damit gar des 

von der Vorinstanz festgestellten Anspruchs auf eine erneute – gebührenfreie – Prüfung 

verlustig ginge. Aus diesem Grund erscheint denn auch die Schlussfolgerung der 

Vorinstanz, zugunsten des Beschwerdeführers auf eine Rückweisung zu verzichten, als 

gerechtfertigt, zumal der Beschwerdegegner die ungenügende Beurteilung weder im 

Rahmen der ursprünglichen Bewertung der Arbeit noch in der Vernehmlassung im 

Rechtsmittelverfahren gegen den Prüfungsentscheid nachvollziehbar begründen 

konnte.

4.

Zu prüfen ist des Weiteren, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf einen 

bestimmten Inhalt der Wiederholungsprüfung hat. Er ist der Auffassung, wenn der 

Beschwerdegegner eine generalistische Ausbildung anbiete, müssten auch die 

Prüfungen generalistisch sein. Die "allerletzte Prüfung" sei aber merkwürdigerweise 

eine im Fachgebiet "Hochbau" gewesen und er sei Tiefbauer. Alle generalistischen 

Arbeiten, Zeugnisnoten und Prüfungen habe er bestanden. Die allerletzte Prüfung, die 

er zweimal nicht bestanden habe, prüfe die Baustellen- und Berufspraxis. Sie sei nur 

noch auf Hochbau ausgerichtet gewesen, sollte aber doch sein Wissen und Können 

aus seinem Berufsalltag widerspiegeln und testen. Die Lehrer des Beschwerdegegners 

hätten gewusst, dass er weder Berufspraxis noch Routine im Vertiefungsfach Hochbau 

habe. Im Übrigen hätte er davon ausgehen dürfen, dass Aufgaben aus dem Hoch- und 

dem Tiefbau gestellt würden, sonst hätte man ihn von Anfang an informieren müssen, 

dass er als Tiefbauer an der falschen Schule sei. Das sei nicht sein Fehler. Er sehe sich 

nicht in der Lage, diese Prüfung im Hochbau erfolgreich absolvieren zu können.

Der Beschwerdeführer legt weder substantiiert dar, auf welcher rechtlichen Grundlage 

für ihn für die Diplomarbeit Teil 2 eine Tiefbauprüfung erstellt und abgenommen werden 

soll, noch ist eine entsprechende Grundlage ersichtlich. Insbesondere ist gestützt auf 

die Verfügung des SBFI vom 18. April 2019 betreffend die Anerkennung des 

Bildungsgangs Technik HF Bauführung des Beschwerdegegners als Bildungsgang 

einer höheren Fachschule für Technik im Sinne der MiVo-HF, welche rückwirkend ab 

der Durchführung März 2015 erteilt worden ist, (act. 7.8a.2.12) nicht ersichtlich, 

inwiefern die Diplomarbeit Teil 2 den reglementarischen bzw. gesetzlichen Vorgaben 

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nicht zu genügen vermag und für den Beschwerdeführer eine auf Tiefbau ausgerichtete 

Diplomarbeit Teil 2 erstellt und abgenommen werden soll. Auch aus der 

Promotionsordnung HF BAUFÜHRUNG des Beschwerdegegners vom 25. November 

2014 (act. 7/8a/2) ergibt sich nichts Anderes. Sie legt vielmehr in Art. 26 Abs. 3 und in 

Art. 46 die Fächertafel für die Stufe 3 (Bauführung) fest. Aufgeführt werden: 

Kaderkompetenz, Baustatik/Festigkeitslehre, Bauführung, Kostenkalkulation/

Preisbildung, Baustelleneinrichtung, Bauadministration, Unternehmensführung, 

Geologie und Grundbau, Mathematik, Englisch, Bau & Energie sowie Bauleitung (vgl. 

auch das vom Beschwerdeführer eingereichte Zeugnis vom 28. März 2018; act. 3/2). 

Zur Diplomarbeit Teil 2 enthält die Promotionsordnung keine inhaltlichen Vorgaben. Der 

Beschwerdeführer legte zudem selbst im vorinstanzlichen Verfahren einen Auszug aus 

den auf https://www.berufsberatung.ch zugänglichen Informationen vor, aus welchen 

sich ergibt, dass der Beschwerdegegner – im Unterschied zu anderen Anbietern 

insbesondere auch im Kanton Aargau – in der Ausbildung zum "dipl. Techniker HF 

Bauführer" den Schwerpunkt im Hochbau setzt. Die vom Beschwerdeführer 

vergleichsweise herangezogenen Ausbildungen zum Fachanwalt und zum Facharzt 

unterscheiden sich von der von ihm gewählten generalisierten Ausbildung dadurch, 

dass es sich gerade nicht um generalisierte Ausbildungen handelt und bereits für die 

Zulassung eine überdurchschnittliche praktische Erfahrung im Fachgebiet 

vorausgesetzt wird (vgl. §10a des Reglements Fachanwalt/Fachanwältin SAV, https://

www.sav-fsa.ch, Weiterbildung/Fachanwältin SAV/Reglemente). Demgegenüber hat 

der Beschwerdeführer auch als im Tiefbau tätiger Interessent die 

Zulassungsbedingungen für die Stufe 3 gemäss Art. 5 Abs. 6 der Promotionsordnung 

erfüllt.

Sinngemäss will der Beschwerdeführer einen Anspruch aus dem Grundsatz von Treu 

und Glauben, wie er als verfassungsmässiges Recht in Art. 9 der Bundesverfassung 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) verankert ist, ableiten. Der 

Schutz berechtigten Vertrauens setzt insbesondere eine Vertrauensgrundlage voraus. 

Dabei kann grundsätzlich jede Form behördlichen Verhaltens den öffentlich-rechtlichen 

Vertrauensschutz auslösen (vgl. BGE 131 II 627 E. 6.1, 111 Ib 116 E. 4). Der 

Rahmenlehrplan für Bildungsgänge der höheren Fachschulen mit dem geschützten 

Titel "dipl. Techniker/in HF Bauführung" sieht in Ziffer 2 mit dem Hinweis auf den 

Rahmenlehrplan Technik vom 24. November 2010 (Stand 14. Oktober 2015) die 

Vertiefungen "Hochbau", "Tiefbau" und "Verkehrswegbau" vor (vgl. https://

www.sbfi.admin.ch Bildung / Berufs- und Weiterbildung / Höhere Berufsbildung / 

Höhere Fachschulen / Rahmenlehrpläne / Berufsverzeichnis, aufgesucht am 10. Januar 

2023). In der Beschwerde bringt der Beschwerdeführer nicht vor, der Lehrgang des 

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Beschwerdegegners habe im Ausbildungsjahr 2017/2018 das Vertiefungsgebiet 

Tiefbau beschlagen. Vielmehr geht er selbst davon aus, er habe "mit der Wahl der 

Schule unwissentlich aufs falsche Pferd (Hochbau statt Tiefbau) gesetzt" (act. 7/10).

Einen Anspruch darauf, im Teil 2 der Diplomprüfung – auch – im Hinblick auf 

Fragestellungen im Tiefbau geprüft zu werden, hat der Beschwerdeführer daher nicht. 

Dies gilt umso mehr, als der an der GBS erworbene Abschluss als "dipl. Techniker HF 

Bauführer" geeignet ist, bei Dritten die Erwartung zu wecken, der Absolvent kenne sich 

insbesondere im Hochbau aus.

5.

Der Beschwerdeführer beantragt erstmals im Beschwerdeverfahren, es sei ihm bei 

einer Wiederholung der Diplomarbeit Teil 2 nicht nur die Prüfungsgebühr zu erlassen, 

sondern es seien ihm auch sämtliche weiteren Kosten, insgesamt rund CHF 3'300 für 

Arbeitsausfall, Fahrt, Unterkunft und Verpflegung während der drei Prüfungstage zu 

ersetzen.

Im Beschwerdeverfahren sind neue Begehren unzulässig (Art. 61 Abs. 3 VRP). Die 

Unzulässigkeit neuer Rechtsbegehren bedeutet, dass keine neuen Anträge gestellt 

werden dürfen. Ein Begehren ist neu, wenn es im Vergleich zum Begehren vor der 

Rekursinstanz andere oder weitergehende Rechtsfolgebehauptungen enthält. Der 

Streitgegenstand kann somit nicht durch neue Anträge geändert werden, indem mehr 

oder etwas Anderes verlangt wird als im vorinstanzlichen Verfahren. Hingegen ist es 

auch im Beschwerdeverfahren zulässig, das Rechtsbegehren zu reduzieren oder 

einzuschränken oder die Anträge dem Entscheid der Vorinstanz anzupassen (Looser/

Looser-Herzog, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die 

Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, 2020, N 11–12 zu Art. 61 VRP).

Auf den Antrag zur Erstattung der Kosten von rund CHF 3'300 ist in der Folge nicht 

einzutreten. Zumal dem Beschwerdeführer zurzeit die geltend gemachten Kosten noch 

nicht angefallen sind, hat er ohnehin keinen Leistungsanspruch. Ob sein Antrag als 

Feststellungsbegehren behandelt werden könnte, kann offenbleiben. – Die Beschwerde 

ist daher abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann.

6.

Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens 

vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von 

CHF 1'500 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 

941.12). Der vom Beschwerdeführer in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss ist zu 

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verrechnen. Die Vorinstanz hat keinen Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung (A. 

Linder, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, 

Praxiskommentar, 2020, N 20 zu Art. 98  VRP). Sie hat auch keinen entsprechenden 

Antrag gestellt.

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.

Der Beschwerdeführer bezahlt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von 

CHF 1'500 unter Verrechnung des von ihm geleisteten Kostenvorschusses in gleicher 

Höhe.

3.

Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

 

 

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		2025-07-19T01:13:22+0200
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