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**Case Identifier:** f97151ba-d74f-5be7-90a4-f7506745d690
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-19
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 19.06.2024 VBE.2024.40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-40_2024-06-19.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2024.40 / ms / bs 
Art. 88 

 

Urteil vom 19. Juni 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Jacober  

Gerichtsschreiber Schweizer          

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____   

vertreten durch lic. iur. Michèle Wehrli Roth, Rechtsanwältin, 

Kirchplatz 14, 4800 Zofingen    

     

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

     

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 30. November 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die 1985 geborene, in einem Teilzeitpensum als Dentalassistentin tätige 

Beschwerdeführerin meldete sich am 10. Mai 2021 bei der Beschwerde-

gegnerin aufgrund einer moderaten aplastischen Anämie zum Bezug einer 

Rente der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. Die Beschwer-

degegnerin tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen, holte die Ak-

ten der Krankentaggeldversicherung ein und nahm Rücksprache mit dem 

Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD). Nach durchgeführtem Vorbescheid-

verfahren wies die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren der Be-

schwerdeführerin mit Verfügung vom 30. November 2023 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 30. November 2023 erhob die Beschwerde-

führerin mit Eingabe vom 15. Januar 2024 fristgerecht Beschwerde und 

stellte folgende Anträge: 

 

" 1. Die Verfügung vom 30. November 2023 sei aufzuheben. 

 2. Der Beschwerdeführerin seien die ihr gesetzlich zustehenden Leistun-
gen, insbesondere die ihr zustehende Invalidenrente, zuzusprechen. 

 3. Eventualiter: Die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-
sen zwecks Vornahme weiterer Abklärungen zum rechtserheblichen 
Sachverhalt, und die Beschwerdegegnerin habe der Beschwerdefüh-
rerin im Anschluss daran die ihr gesetzlich zustehenden Leistungen, 
insbesondere die ihr zustehende Invalidenrente, zuzusprechen. 

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde-
gegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 26. Februar 2024 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit Eingabe vom 7. März 2024 ersuchte die Beschwerdeführerin um Zu-

stellung der Aktennotiz des RAD vom 22. Februar 2024, woraufhin ihr diese 

mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 11. März 2024 zur Kenntnis- 

und allfälligen Stellungnahme zugestellt wurde. Mit Eingabe vom 25. März 

2024 nahm die Beschwerdeführerin Stellung und reichte weitere Unterla-

gen zu den Akten. 

 

 - 3 - 

 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 

30. November 2023 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 47) zu Recht einen 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint hat. 

 

2. 

In der angefochtenen Verfügung stützte sich die Beschwerdegegnerin in 

medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die Stellungnahme von RAD-

Ärztin Dr. med. B._____, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom 

27. März 2023 (VB 40). Diese führte gestützt auf die Akten aus, bei der 

Beschwerdeführerin sei im Dezember 2019 eine aplastische Anämie 

diagnostiziert worden. Im Mai 2021 habe sich eine partielle Remission 

gezeigt. Es habe zwar weiter eine Anämie bestanden, aber ohne 

Transfusionsbedürftigkeit. Auch bei weiteren Kontrollen sei der Zustand 

jeweils stabil gewesen. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch 

erhöhte Ermüdbarkeit sei bei dieser Erkrankung nachvollziehbar, allerdings 

nicht länderdauernd auf 40 %. Dass die Beschwerdeführerin zwei volle 

Tage arbeiten könne, spreche für eine höhere medizinisch-theoretische 

Arbeitsfähigkeit. Auch dass sie sich für eine Schwangerschaft in der Lage 

sehe, spreche für einen nicht so stark eingeschränkten Gesundheits-

zustand. Medizinisch-theoretisch bestehe in der angestammten Tätigkeit 

eine Arbeitsfähigkeit von 60-70 %. Vorübergehend seien höhergradige 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit möglich gewesen. In einer optimal 

angepassten Tätigkeit ohne Patienten-/Kundenkontakt, überwiegend 

sitzend mit flexibleren Arbeitszeiten bestehe medizinisch-theoretisch eine 

Arbeitsfähigkeit von 80 % (VB 40 S. 4). 

 

3. 

3.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen  

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begrün-

det sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

3.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebe-

nen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

 - 4 - 

 

 

S. 160 ff.). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gut-

achtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge An-

forderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver-

lässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-

lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 

E. 4.4 S. 469 f. und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

3.3. 

Beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es im 

Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen. Dies ist ins-

besondere der Fall, wenn genügend Unterlagen aufgrund anderer persön-

licher Untersuchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anam-

nese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische Sach-

verständige muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterlagen 

ein lückenloses Bild machen können (Urteile des Bundesgerichts 

8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 22. Dezember 

2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

 

4. 

4.1. 

Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen unter Hinweis auf die im 

Vorbescheid- respektive Beschwerdeverfahren eingereichten Stellungnah-

men ihres behandelnden Arztes Prof. Dr. med. C._____, Facharzt für All-

gemeine Innere Medizin sowie für Hämatologie, Spital D._____ (vgl. VB 46 

S. 2; 51 S. 23 f.), geltend, die Beurteilung von RAD-Ärztin 

Dr. med. B._____ sei nicht nachvollziehbar (vgl. Beschwerde S. 5 ff.). 

 

4.2. 

4.2.1. 

Mit Schreiben vom 7. August 2023 führte Prof. Dr. med. C._____ aus, die 

Beschwerdeführerin sei hochmotiviert und arbeite zwei Tage in der Woche, 

d.h. 40 %, und sei zu 60 % arbeitsunfähig. Das Ausmass der Arbeitsfähig-

keit habe sich über die Zeit nicht geändert und der Gesundheitszustand sei 

stabil, weder gebessert noch verschlechtert (VB 46 S. 2). 

 

Mit Beurteilung vom 8. Januar 2024 führte Prof. Dr. med. C._____ aus, auf-

grund der Anämie, aktueller Hämoglobinwert 71g/L, d.h. ca. 50 % so viel 

Blut wie eine normale Person, sei eine höhere Arbeitsfähigkeit aufgrund 

von Fatigue-Erschöpfung nicht möglich. Die tiefen Thrombozytenwerte 

würden die Blutungsgefahr erhöhen, was sich am Ehesten in gynäkologi-

schen Blutungen manifestiere. Er teile die Einschätzung von RAD-Ärztin 

Dr. med. B._____, wonach die Beschwerdeführerin in einer angepassten 

Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig sei, nicht, denn bei Blutarmut könne die Leis-

tungsfähigkeit nicht gleich gut sein, wie bei einem Gesunden. Es komme 

nicht nur auf das Sitzen an, sondern auf die Belastung, Konzentration und 

 - 5 - 

 

 

die flexible Arbeitszeit, welche ja bei einer 100%-Anstellung nicht gegeben 

sei. Die Belastung durch die aplastische Anämie werde unterschätzt und 

die Arbeitsfähigkeit bei der Beschwerdeführerin, die von selbst die Arbeits-

belastung reduziert habe und trotz fleissigem Wesen die Arbeitsfähigkeit 

nicht habe erhöhen können, werde überschätzt (VB 51 S. 23 f.). 

 

4.2.2. 

RAD-Ärztin Dr. med. B._____ nahm am 22. Februar 2024 zur 

Einschätzung von Prof. Dr. med. C._____ Stellung und führte aus, es sei 

davon auszugehen, dass insbesondere in der ersten Phase der Erkrankung 

mit intensiverer Therapie bis zur partiellen Remission eine höhergradige 

Teil-Arbeitsunfähigkeit notwendig gewesen wäre, wenn die 

Beschwerdeführerin noch im Vollpensum gearbeitet hätte. Sie habe es 

aber weiterhin geschafft, ihr 40%-Pensum und eine Weiterbildung zu 

absolvieren. Nach bestandener Prüfung sei die Weiterbildungstätigkeit 

weggefallen. Gesundheitlich hätten eine Teilremission und eine 

Reduzierung der Medikamente erreicht werden können. Dennoch habe die 

Beschwerdeführerin offenbar nie versucht, ihr Arbeitspensum zu steigern. 

Es sei aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht logisch, dass sie bei 

initial schwerer Ausprägung der Erkrankung und notwendiger intensiverer 

Behandlung ein letztlich höheres Pensum (40 % als Dentalassistentin plus 

Weiterbildung) habe leisten können als ab dem Zeitpunkt der partiellen 

Remissionen und der reduzierten Medikamenten-Notwendigkeit. Bei 

angegebenen Symptomen wie insbesondere erhöhter Ermüdbarkeit und 

verminderter Belastbarkeit sei zu erwarten, dass die Beschwerdeführerin 

nicht acht Stunden hintereinander arbeiten könne, sondern dass das 

Pensum auf mehrere Tage pro Woche aufgeteilt würde. Es sei aber 

offenbar sogar so, dass sie zwei ganze Tage hintereinander zu arbeiten in 

der Lage sei. Es stehe ausser Zweifel, dass die Beschwerdeführerin eine 

gesundheitliche Beeinträchtigung habe, die auch Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit habe. Dass die Arbeitsfähigkeit aber nur 40 % betragen 

solle, lasse sich anhand des medizinischen Verlaufes und der 

Begleitumstände nicht nachvollziehen (VB 52 S. 1 f.). 

 

4.3. 

Im Bericht des Spital D._____ vom 20. Dezember 2021 wurde ein Hämo-

globinwert von 108g/L festgehalten (VB 33 S. 8). Mit Stellungnahme vom 

8. Januar 2024 hielt Prof. Dr. med. C._____ fest, dass der Wert 71g/L be-

trage, was ca. 50 % so viel Blut wie bei einer normalen Person sei, weshalb 

eine höhere Arbeitsfähigkeit aufgrund von Fatigue Erschöpfung nicht mög-

lich sei. Zudem würden die tiefen Thrombozytenwerte die Blutungsgefahr 

erhöhen (VB 51 S. 23). Hierzu äusserte sich RAD-Ärztin Dr. med. B._____ 

nicht und es bleibt gestützt darauf unklar, ob der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin – wie von RAD-Ärztin Dr. med. B._____ festgestellt 

(vgl. VB 52 S. 1) – als "stabil" bezeichnet werden kann. 

 

 - 6 - 

 

 

Weiter unterscheiden sich die Beurteilungen von RAD-Ärztin Dr. med. 

B._____ und Prof. Dr. med. C._____ insbesondere hinsichtlich der 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. 

Diesbezüglich wurde die Tätigkeit der Beschwerdeführerin seitens ihrer 

Arbeitgeberin bereits zu einer mehrheitlich administrativen und damit 

überwiegend sitzenden Tätigkeit angepasst (vgl. VB 7 S. 1; 14.1 S. 4). So 

stellte Prof. Dr. med. C._____ denn auch sinngemäss in Frage, dass sich 

durch die von RAD-Ärztin Dr. med. B._____ vorgeschlagene Anpassung 

der Arbeitstätigkeit die Arbeitsfähigkeit überhaupt noch weiter erhöhen 

lasse (vgl. VB 51 S. 23 f.). Es erschliesst sich auch nicht ohne Weiteres, 

inwiefern bei einer erhöhten Ermüdbarkeit etwa das Wegfallen von 

Patienten-/Kundenkontakt und die flexiblere Gestaltung der Arbeitszeiten 

zu einer höhergradigen Arbeitsfähigkeit führen sollen. Zudem hielt RAD-

Ärztin Dr. med. B._____ fest, es sei möglich, dass "vorübergehend" 

höhergradige Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestanden hätten (vgl. 

VB 40 S. 4), ohne dies weiter zu begründen oder den konkreten Zeitraum 

zu benennen. Die retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist daher 

unvollständig. 

 

Schliesslich begründete RAD-Ärztin Dr. med. B._____ die höhergradige 

Arbeitsfähigkeit auch mit dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin nach 

ihrer Erkrankung neben dem 40%igen Pensum noch eine "Weiterbildung" 

absolviert habe (vgl. VB 52 S. 1). Gemäss den Aussagen der Beschwerde-

führerin handelte es sich hierbei aber im Wesentlichen um Deutschkurse, 

die im Hinblick auf eine Anerkennung ihrer bereits in Q._____ abgeschlos-

senen Ausbildung zur Dentalhygienikerin in der Schweiz erforderlich waren 

(vgl. S. 4 der Eingabe vom 25. März 2024). So gab sie auch anlässlich des 

telefonischen Erstgesprächs mit einem Eingliederungsberater der Be-

schwerdegegnerin am 19. Mai 2021 an, dass sie ihr Pensum aufgrund ei-

ner Sprachweiterbildung (Deutsch B2 & C1) reduziert habe (VB 7 S. 2); von 

einer beruflichen Weiterbildung berichtete sie nicht. In welchem Ausmass 

die Beschwerdeführerin nach ihrer Erkrankung neben ihrer 40%igen Tätig-

keit als Dentalassistentin noch Weiterbildungen absolvierte, geht aus den 

Akten daher nicht hervor. 

 

4.4. 

Zusammenfassend bestehen zumindest geringe Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Beurteilungen von RAD-Ärztin Dr. med. B._____. Die Sache ist demnach 

in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG; 

BGE 133 V 196 E. 1.4 S. 200; 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105; 130 V 64 E. 5.2.5 

S. 68 f.; 125 V 193 E. 2 S. 195; 122 V 157 E. 1a S. 158; vgl. auch UELI 

KIESER, Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2020, N. 13 ff. zu Art. 43 ATSG) zur 

Vornahme ergänzender Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurück-

zuweisen (BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100; 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264 f.). 

 - 7 - 

 

 

Anschliessend hat die Beschwerdegegnerin neu über das 

Leistungsbegehren zu verfügen.  

 

8. 

8.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, 

dass die angefochtene Verfügung vom 30. November 2023 aufzuheben 

und die Sache zur weiteren Abklärung und zur Neuverfügung an die Be-

schwerdegegnerin zurückzuweisen ist.  

 

8.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.  

 

8.3. 

Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der 

richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG), denn die 

Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks Vornahme ergänzen-

der Abklärungen gilt als anspruchsbegründendes Obsiegen (BGE 132 

V 215 E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 

30. November 2023 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung im 

Sinne der Erwägungen und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdegegnerin auf-

erlegt. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin die 

Parteikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 3'300.00 zu bezahlen. 

 

 - 8 - 

 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 19. Juni 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin:   Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Peterhans   Schweizer