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**Case Identifier:** b3130bb0-67f0-51dd-8d3d-030194fc5174
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 09.02.2023 720 22 189 / 32 (720 2022 189 / 32)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-22-189---32_2023-02-09.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 9. Februar 2023 (720 22 189 / 32) 

___________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Umschulung: Die Ausnahme, wonach sich der Leistungsanspruch nicht am Schwellenwert 
(Mindesterwerbseinbusse von ca. 20 %) zu orientieren hat, sondern einzig das Kriterium 

der prognostisch qualitativen Gleichwertigkeit des erlernten Berufs einerseits und der 

nach Eintritt des Gesundheitsschadens noch zumutbaren (Hilfs-)Tätigkeit andererseits 

über den Anspruch entscheidet, betrifft namentlich "junge Versicherte". 

 
 
 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, 

Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Christina 
Markiewicz 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts-
anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Berufliche Massnahmen / Kein Anspruch auf Umschulung und Ar-

beitsvermittlung 
 
 

 

 
 
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A. Der 1977 geborene A.____ ist gelernter Maurer. Bei einem Arbeitsunfall am 11. Novem-
ber 2014 zog er sich schwere Verletzungen zu. Seither ist eine Tätigkeit im angestammten Beruf 
nicht mehr möglich. Am 8. März 2015 meldete er sich bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-
Stelle) für berufliche Massnahmen an. Aufgrund der komplexen Gesundheitssituation und der 
langen Arbeitsunfähigkeit erachtete die IV-Stelle Wiedereingliederungsmassnahmen in einer ers-
ten Phase als nicht angezeigt. Ein Erstgespräch in Bezug auf berufliche Massnahmen fand 
schliesslich am 15. November 2017 statt. A.____ gab an, sich für die Berufe Sozialarbeiter, Ar-
beitsagoge und Mitarbeiter im technischen Dienst zu interessieren. Die vom 26. März 2018 bis 
31. Juli 2018 vorgesehene berufliche Abklärung im B.____ musste A.____ wegen Rücken-
schmerzen absagen. Im August 2018 ging es ihm soweit besser, dass er mit einer Integrations-
massnahme in der C.____ beginnen konnte. Es handelte sich dabei um ein Belastbarkeitstraining 
im kaufmännischen Bereich. Ende Oktober 2018 erreichte A.____ ein Pensum von 35 %. Vom 1. 
November 2018 bis 31. Januar 2019 folgte ein Aufbautraining in der C.____. Sein Pensum konnte 
er auf 50 % steigern, was ihn allerdings körperlich an seine Grenzen brachte. Im Standortge-
spräch vom 24. Januar 2019 wurde vereinbart, dass die Massnahme in der C.____ verlängert 
werde und die IV-Stelle Abklärungsplätze für den arbeitsagogischen Bereich und den Bereich 
Facility Management organisiere. Am 1. Februar 2019 folgte eine Vorbereitungsmassnahme in 
der C.____, welche bis Ende April 2019 dauerte. Schliesslich erhielt A.____ Kostengutsprache 
für eine Berufswahlabklärung im B.____ vom 29. April 2019 bis 31. Juli 2019 mit der Vorgabe, 
das Arbeitspensum auf 100 % zu steigern. A.____ begann sein Programm im B.____ mit einem 
Pensum von 4 Stunden an 5 Tagen, was einem 50 %-Pensum entsprach. Per 12. Mai 2019 
konnte er das Pensum auf 60 % erhöhen. Da er sich belastungsbedingt nicht in der Lage sah, 
das Pensum bis zum Abschluss der Abklärung weiter zu steigern, wurden die beruflichen Mass-
nahmen mit Verfügung vom 12. September 2019 seitens der IV-Stelle rückwirkend per 31. Juli 
2019 abgebrochen. Der Anspruch auf eine Umschulung werde bei einer Wiederanmeldung neu 
geprüft. 
 
Das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), hiess die dagegen er-
hobene Beschwerde mit Urteil vom 19. November 2020 (720 19 340) in dem Sinne gut, als es 
die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 12. September 2019 aufhob und die Angelegen-
heit zur weiteren Abklärung der objektiven Eingliederungsfähigkeit mittels eines verwaltungsex-
ternen medizinischen Gutachtens an die IV-Stelle zurückwies.  
 
Die IV-Stelle holte daraufhin ein polydisziplinäres Gutachten bei der Swiss Medical Assessment- 
and Business-Center AG (SMAB) ein. Nach dem Gutachten vom 24. Februar 2022 ist A.____ in 
einer angepassten leichten Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Mit Verfügung vom 7. Juni 
2022 lehnte die IV-Stelle einen Anspruch von A.____ auf Umschulung und Arbeitsvermittlung ab, 
da die Erheblichkeitsschwelle der Einkommenseinbusse von 20 % nach Einkommensvergleich 
mit ermitteltem Invaliditätsgrad von 4 % nicht erreicht sei. Da eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt 
nur mit Hilfe des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) schwierig sei, sei die IV-Stelle 
bereit, während drei Monaten bei der Suche nach einer neuen Stelle zu helfen. 
 

 

 
 
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B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, mit Eingabe vom 
8. Juli 2022 Beschwerde ans Kantonsgericht. Er beantragte, dass die angefochtene Verfügung 
aufzuheben und die IV-Stelle zu verpflichten sei, ihm berufliche Massnahmen in Form einer Um-
schulung zu gewähren. Ferner werde bestritten, dass er in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % 
arbeitsfähig sein soll. Es sei festzustellen, dass in den einzelnen Teilgutachten des polydiszipli-
nären Gutachtens der SMAB vom 24. Februar 2022 verschiedenste Einschränkungen der Ar-
beitsfähigkeit definiert worden seien. Eine Konsensbeurteilung, aus welcher sich ableiten lasse, 
welche angepassten Tätigkeiten genau ihm noch möglich sein sollten, fehle hingegen. Infolge-
dessen könne momentan kein konkretes Invalideneinkommen festgesetzt werden, da hierfür un-
abdingbar sei, dass die Arbeitsfähigkeit genau definiert sei. Überhaupt seien die von der IV-Stelle 
ermittelten Vergleichseinkommen falsch. Die IV-Stelle gehe von einem hochgerechneten Lohn 
der letzten Arbeitsstelle bei der D.____ aus und gelange damit zu einem Einkommen von 
Fr. 72'657.--. Dies sei indessen unzulässig. Er habe erst wenige Tage bei der D.____ gearbeitet, 
als er verunfallt sei. Der Lohn sei noch nicht definitiv vereinbart, sondern nach dem Unfallereignis 
gegenüber der Suva so deklariert worden. In jedem Fall hätte er bei längerem Arbeitsverhältnis 
eine Lohnerhöhung erhalten. Für das Valideneinkommen sei daher auf die Tabellenlöhne der 
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2018 abzustellen 
und zwar auf Tabelle TA1_tirage_skill_level, Sektor 2 Produktion, Baugewerbe, Kompetenzni-
veau 3, Spalte Männer, mit einem monatlichen Lohn von Fr. 7'390.--. Beim Invalideneinkommen 
dürfe, wenn die zumutbare Tätigkeit feststehe, maximal von Kompetenzniveau 1 der entspre-
chenden Tabelle ausgegangen werden. Von diesem Wert wäre angesichts der mannigfaltigen 
gesundheitlichen Beschwerden ein leidensbedingter Abzug von mindestens 20 % vorzunehmen. 
Schliesslich sei festzuhalten, dass die Frage, ob er Anspruch auf eine Umschulung habe, nicht 
ausschliesslich anhand des ermittelten Invaliditätsgrades beantwortet werden dürfe. Massge-
bend sei vor allem die noch verbleibende Aktivitätsdauer. Im Zeitpunkt des Unfalles vom 11. No-
vember 2014 sei er 37 Jahre alt gewesen und habe somit noch rund 30 Jahre Erwerbstätigkeit 
vor sich gehabt. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 2. September 2022 beantragte die IV-Stelle die Abweisung 
der Beschwerde. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers gehe klar aus dem SMAB-
Gutachten vom 24. Februar 2022 hervor, dass eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten 
Tätigkeit gegeben sei. Die Einschränkungen seien ferner genau umschrieben. Das Invalidenein-
kommen sei demnach gestützt auf Tabelle TA1_tirage_skill_level, Sektor Total, Kompetenzni-
veau 1, Spalte Männer, Fr. 5'417.-- monatlich, zu berechnen. Für die Ermittlung des Validenein-
kommens seien nicht die LSE-Tabellenlöhne 2018 heranzuziehen, sondern das Einkommen, wel-
ches der Versicherte an der letzten Stelle verdient habe, angepasst an die Teuerung. Gehe man 
vom ermittelten Einkommen für das Taggeld von insgesamt Fr. 69'537.60 aus, bestehend aus 
dem Lohn als Angestellter in einem 80 %-Pensum bei der D.____ und dem Verdienst aus einem 
40 %-Pensum als Selbständigerwerbender, resultiere ein an die Teuerung angepasstes Validen-
einkommen von Fr. 71'831.--. Die Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen er-
gebe dann einen Invaliditätsgrad von 4 %. Gehe man demgegenüber von einem Vollzeitpensum 
bei der D.____ aus und demnach von einem Einkommen von Fr. 75'054.-- (ebenfalls der Teue-
rung angepasst), resultiere ein Invaliditätsgrad von 8 %. Die geforderte Erwerbseinbusse von 
20 % sei folglich bei Weitem nicht erreicht. Zwar handle es sich bei der Marke 20 % nicht um eine 

 

 
 
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starre Schwelle. Davon abzusehen sei aber lediglich einzelfallbezogen und bei jungen Versicher-
ten in Branchen mit tiefen Anfangslöhnen, was hier nicht der Fall sei. Der Beschwerdeführer sei 
mittlerweile 44 Jahre alt. Es verbleibe noch eine Aktivitätsdauer von 21 Jahren, was gegen eine 
Umschulung spreche. 
 
D. Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 4. November 2022 an seinen Rechtsbegeh-
ren fest. Er sei nach wie vor der Ansicht, dass auf die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit nicht abgestellt werden könne. Es sei unverständlich, dass die Fachpersonen der SMAB 
trotz der unbestrittenen Beschwerden von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tä-
tigkeit ohne Pausenbedarf ausgehen würden. Entgegen der Auffassung der IV-Stelle habe er mit 
44 Jahren noch eine lange Aktivitätsdauer vor sich. Zudem habe die Beschwerdegegnerin durch 
den Abbruch der beruflichen Massnahmen im Jahre 2019 selbst dazu beigetragen, dass er bis 
heute keine Umschulung habe beginnen können. Das vom Kantonsgericht ermittelte Einkommen 
für den Taggeldanspruch sei vorliegend für den Einkommensvergleich nicht relevant. Sofern die 
IV-Stelle bezüglich des Valideneinkommens darauf abstelle, sei ihr nicht zu folgen. Namentlich 
werde die Behauptung, er würde weiterhin in einem 80 %-Pensum bei der D.____ arbeiten und 
daneben weiterhin zu 40 % eine selbständige Tätigkeit ausüben, bestritten. Er habe die Stelle bei 
der D.____ gerade deshalb angenommen, weil die selbständige Tätigkeit noch zu wenig rentabel 
gewesen sei. Es sei überwiegend wahrscheinlich, dass er seine selbständige Tätigkeit nur dann 
weitergeführt hätte, wenn er damit ein mindestens gleich hohes Einkommen eines Maurers mit 
langjähriger Berufserfahrung hätte erzielen können. Andernfalls hätte er seine selbständige Tä-
tigkeit aufgegeben und gänzlich als angestellter Maurer gearbeitet. 
 
E. Mit Eingabe vom 7. Dezember 2022 verzichtete die IV-Stelle auf eine Duplik.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die Beschwerde des Versicherten vom 8. Juli 2022 ist 
demnach einzutreten. 
 
2. Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging nach dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen 
Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts wären daher grundsätzlich die neuen Best-
immungen anwendbar (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen). In der Verfügung 

 

 
 
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vom 7. Juni 2022 wird indes der Anspruch auf berufliche Massnahmen im Anschluss an den am 
12. September 2019 verfügten Abbruch dieser per 31. Juli 2019 beurteilt. Da vorliegend auch 
Sachverhaltselemente vor dem 1. Januar 2022 von Bedeutung sind, stellt sich die Frage, ob ge-
gebenenfalls die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die Invalidenversi-
cherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. Dezember 2021 gültig ge-
wesenen Fassung anwendbar wären. Letztlich kann diese Frage offengelassen werden, da die 
hier massgebenden Grundlagen für die beruflichen Massnahmen keine grundlegenden Änderun-
gen erfahren haben und hinsichtlich eines leidensbedingten Abzuges die Anwendung des für den 
Beschwerdeführer günstigeren alten Rechts nicht zu einem anderen Ergebnis führt als bei der 
Anwendung des neuen Rechts. Folglich werden die Bestimmungen der Einfachheit halber in der 
Version bis zum 31. Dezember 2021 wiedergegeben und angewendet. Gegebenenfalls wird auf 
die neuen Bestimmungen hingewiesen. 
 

3.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar bedrohte 
Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet 
sind, die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die 
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die Ein-
gliederungsmassnahmen umfassen unter anderem Massnahmen beruflicher Art wie Berufsbera-
tung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung und Kapitalhilfe (Art. 8 
Abs. 3 lit. b IVG). Mit der Nennung der Notwendigkeit und Geeignetheit als Voraussetzung des 
Eingliederungsanspruchs hat der Verhältnismässigkeitsgrundsatz in Art. 8 Abs. 1 lit. a IVG seine 
positivrechtliche Verankerung gefunden. Danach muss jede Massnahme, falls darauf ein gesetz-
licher Anspruch bestehen soll, zur Erreichung des von ihr bezweckten Eingliederungszieles ge-
eignet sein. Für ungeeigneten Mitteleinsatz hat die IV nicht aufzukommen. Die Geeignetheit be-
zieht sich einerseits (objektiv) auf die Massnahme, anderseits (subjektiv) auf die Person des Ver-
sicherten. Der Verhältnismässigkeitsaspekt der Notwendigkeit verschafft dem Versicherten den 
Eingliederungsanspruch insoweit, als dies im Hinblick auf die erwerbliche Situation nötig ist 
(ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage, 
Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 8 N 20).  
 
3.2 Die versicherte Person hat Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, 
wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraus-
sichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1 IVG). Unter Umschulung ist dabei 
grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die 
notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen ver-
sicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertigen Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. 
Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleichwertigkeit" nicht in erster Linie auf das 
Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Ver-
dienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungs-
zweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Um-
ständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit si-
cherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist. 
 

 

 
 
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3.3 Gemäss Art. 6 IVV gelten als Umschulung Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte 
nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstä-
tigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbes-
serung der Erwerbsfähigkeit benötigen (Abs. 1). Als Umschulungsmassnahmen gelten auch Aus-
bildungsmassnahmen, die zu einer höherwertigen als die vorhandene Ausbildung führen, sofern 
sie zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit notwendig sind (Abs. 1bis). Arbeitsun-
fähige Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben nach Art. 18 Abs. 1 lit. a IVG schliess-
lich Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (lit. a; Ur-
teile des Bundesgerichts vom 4. Februar 2022, 9C_580/2021, E. 2.2.2 und vom 13. Oktober 2022, 
9C_278/2022, E. 3.2.2). 
 
3.4 Der Umschulungsanspruch setzt grundsätzlich eine Mindesterwerbseinbusse von rund 
20 % in den für die versicherte Person ohne zusätzliche Ausbildung offenstehenden, noch zu-
mutbaren Erwerbstätigkeiten voraus (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Januar 2018, 
8C_808/2017, E. 3). Hiervon kann namentlich bei jungen Versicherten mit entsprechend langer 
verbleibender Aktivitätsdauer abgewichen werden, wenn es sich bei den ohne Umschulung zu-
mutbaren angepassten Tätigkeiten um unqualifizierte Hilfsarbeiten handelt, die im Vergleich zur 
erlernten Tätigkeit qualitativ nicht als annähernd gleichwertig bezeichnet werden können (Urteile 
des Bundesgerichts vom 19. Dezember 2022, 9C_15/2022, E. 3.2 und vom 11. Januar 2018, 
8C_808/2017, E. 3; BGE 124 V 108 E. 3c). 
 
4.1 Es steht fest, dass der Beschwerdeführer seinem erlernten Beruf als Maurer nicht mehr 
nachgehen kann. Gemäss Gutachten der SMAB vom 24. Februar 2022 besteht hingegen eine 
100%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Verweistätigkeiten. Der Beschwerdeführer wendet da-
gegen ein, dass in den einzelnen Teilgutachten des polydisziplinären Gutachtens zwar ver-
schiedenste Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit definiert worden seien. Indessen gehe aus 
dem Gutachten keine Konsensbeurteilung beziehungsweise keine Zumutbarkeitsbeurteilung be-
züglich der ihm noch möglichen Tätigkeiten hervor. Dem kann nicht gefolgt werden. 
 
4.2 Das polydisziplinäre Gutachten der SMAB vom 24. Februar 2022 beinhaltet eine aus-
führliche und schlüssige Konsensbeurteilung mit Zumutbarkeitsprofil. Die begutachtenden Fach-
personen stellten in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung als Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit ein belastungsabhängiges pseudoradikuläres Lumbalsyndrom rechts bei 
Spondylarthrosen von LWK (Lendenwirbelkörper) 4 bis SWK (Sakralwirbelkörper) 1 sowie eine 
Spondylolisthesis LWK 5, Grad 1 nach Meyerding; ein belastungsabhängiges pseudoradikuläres 
Zervikalsyndrom beidseits sowie eine aufgehobene Handgelenksfunktion nach Arthrodese des 
linken Handgelenkes bei posttraumatischer Midkarpal-Arthrose. Aufgrund der angeborenen und 
degenerativen Veränderungen sei die Belastbarkeit für körperlich leichte bis mittelschwere Tätig-
keiten vermindert. Ferner seien Tätigkeiten mit Zwangshaltungen der Wirbelsäule und häufigen 
Überkopfarbeiten zu vermeiden. Infolge der in Neutralstellung erfolgten Arthrodese des linken 
dominanten Handgelenkes resultierten durch die aufgehobene Flexion, Extension sowie Radial-
/Ulnaradduktion Einschränkungen für Tätigkeiten, die eine freie Beweglichkeit des linken Hand-
gelenkes erforderten, wobei die Finger- und Daumenbeweglichkeit sowie die Supination und Pro-

 

 
 
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nation des linken Unterarmes erhalten geblieben seien. Vorbehalte seien auch für viele feinmo-
torischen Arbeiten anzubringen, vor allem für das Schreiben mit der linken (dominanten) Hand. 
Hier resultiere nach kurzer Zeit eine muskuläre Dysbalance mit krampfartigen Schmerzen. Durch 
den Wechsel auf das Schreiben mit einer entsprechend ergonomisch angepassten Tastatur 
könne dies hingegen kompensiert werden. Wegen bestehender Persönlichkeitsakzentuierung mit 
emotional-instabilen Zügen (ICD-10 Z73) sollten emotional belastende Tätigkeiten vermieden 
werden. Dem Versicherten seien demnach körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten 
ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule, ohne häufigen Überkopfarbeiten und ohne Anforderung 
an eine freie Beweglichkeit des linken Handgelenkes zu 100 % zumutbar. Das häufige repetitive 
Heben, Tragen und Hantieren von Gegenständen sei mit der linken Hand eingeschränkt möglich. 
Für feinmotorische Tätigkeiten des linksdominanten Versicherten müssten aufgrund der fixierten 
Neutralstellung im Handgelenk entsprechende ergonomische Anpassungen vorgenommen wer-
den. 
 
4.3 Das Gutachten entspricht den beweismässigen Anforderungen an eine verwaltungsex-
terne Expertise gemäss Art. 44 ATSG (BGE 135 V 465 E. 4.4). Ärztliche Berichte, die auf eine 
Fehlerhaftigkeit des Gutachtens schliessen lassen würden, liegen keine vor (Urteil des Bundes-
gerichts vom 25. Juni 2021, 9C_146/2021, E. 3.1). Auf die attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit 
für angepasste, leichte Verweistätigkeiten kann demzufolge abgestellt werden. 
 
5.1 Streitig und zu prüfen ist weiter, ob die Vorinstanz zurecht einen Anspruch auf Umschu-
lung verneint hat. Zur Bestimmung der Einkommenseinbusse ist ein Einkommensvergleich nach 
Art. 16 ATSG vorzunehmen. Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt 
und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditäts-
grad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1). 
 
5.2 Die IV-Stelle berechnete das Invalideneinkommen anhand der LSE-Tabellenlöhne 2018. 
Sie berücksichtigte dabei die Tabelle TA1_tirage_skill_level, Sektor Total, Kompetenzniveau 1, 
Spalte Männer, Fr. 5'417.-- monatlich, basierend auf 40 Wochenstunden. Umgerechnet auf die 
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden und angepasst an die Nominallohn-
entwicklung von 0,9 % (2019), 0,8 % (2020) und 0 % (2021) resultiert ein Jahreseinkommen von 
Fr. 68'923.--. Einen leidensbedingten Abzug nahm die IV-Stelle nicht vor.  
 
5.3.1 Beim Valideneinkommen stützte sich die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 7. Juni 2022 
auf das vom Kantonsgericht in seinem Urteil vom 18. Februar 2021 (720 19 225) ermittelte Ein-
kommen für das Jahr 2013 zur Berechnung des Taggeldes im Rahmen der beruflichen Massnah-
men. Das Gericht ging von einer unselbständigen Erwerbstätigkeit als Maurer in einem 80 %-
Pensum bei der D.____ mit einem jährlichen Verdienst von Fr. 57'657.60 und einem Verdienst 

 

 
 
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aus selbständiger Tätigkeit in einem 40 %-Pensum von Fr. 11'800.--, insgesamt somit von einem 
Verdienst von Fr. 69'537.60, aus. Die IV-Stelle erachtete diesen Verdienst als massgebend, da 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass der Versicherte ohne Eintritt 
des Gesundheitsschadens weiterhin in dieser Konstellation erwerbstätig gewesen wäre. Dieses 
Einkommen passte sie einer Teuerung von 3,3 % an und berechnete ein Valideneinkommen von 
Fr. 71'831.--. Die Gegenüberstellung von Invaliden- und Validenlohn ergab einen Invaliditätsgrad 
von 4 %. 
 
5.3.2 Die IV-Stelle fasste weiter zusammen, dass die LSE-Tabellenlöhne 2018 für die Berech-
nung des Valideneinkommens selbst dann nicht heranzuziehen wären, wenn davon auszugehen 
wäre, dass der Beschwerdeführer seine selbständige Tätigkeit aufgegeben und Vollzeit als an-
gestellter Maurer gearbeitet hätte. Der Beschwerdeführer habe seine angestammte Tätigkeit aus 
gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen, weshalb grundsätzlich auf den zuletzt erzielten 
Lohn abzustellen sei. Im gegebenen Fall wäre bei einer Vollzeitbeschäftigung als Maurer davon 
auszugehen, dass der Beschwerdeführer sein Pensum bei der D.____ auf ein 100 %-Pensum 
erhöht und so ein Einkommen von Fr. 72'657.-- respektive (nach Anpassung an die Teuerung 
von 3,3 %) von Fr. 75'054.-- verdient hätte. Aus der Gegenüberstellung von Invaliden- und Vali-
deneinkommen resultiere dann ein Invaliditätsgrad von 8 %. Die Erwerbseinbusse von 20 % 
werde auch bei dieser Lösung nicht annähernd erreicht. Im Übrigen käme Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Sektor 2 Produktion, Baugewerbe, Kompetenzniveau 3, Spalte Männer, 
Fr. 7'390.--, als Basis für die Ermittlung des Valideneinkommens ohnehin nicht in Frage, sondern 
allenfalls Kompetenzniveau 2 (Fr. 5'962.--). 
 
5.4.1 In Bezug auf das Valideneinkommen ist entscheidend, was die versicherte Person im 
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt 
erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Ver-
dienst angeknüpft, da es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesund-
heitsschaden fortgesetzt worden wäre. Fehlen aussagekräftige konkrete Anhaltspunkte für die 
Einkommensermittlung, so ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte zurückzugreifen, wie sie 
in der LSE enthalten sind (Urteil des Bundesgerichts vom 14. November 2018, 8C_220/2018, E. 
5.1). 
 
5.4.2 Das im Urteil des Kantonsgerichts vom 18. Februar 2021 (720 19 225) ermittelte Jah-
reseinkommen von Fr. 69'537.-- war Grundlage für die Ermittlung des Taggeldes während der 
beruflichen Massnahmen und orientierte sich am zuletzt vom Versicherten als gesunde Person 
erzielten Einkommen (vgl. E. 2.1 – 2.5 des Urteils des Kantonsgerichts vom 18. Februar 2021 
[720 19 225]). Eine Bindungswirkung für das vorliegend zu ermittelnde Valideneinkommen be-
steht, wie der Beschwerdeführer zurecht vorbrachte, nicht. Denn beim Valideneinkommen geht 
es darum festzustellen, was die versicherte Person als gesunde Person im Zeitpunkt des frühest-
möglichen Rentenbeginns mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erzielen würde. Der Beschwer-
deführer bringt diesbezüglich glaubhaft vor, dass er seine selbständige Tätigkeit aus Rentabili-
tätsgründen wohl ganz hätte aufgeben und Vollzeit als angestellter Maurer hätte arbeiten müs-
sen. Die Stelle bei der D.____ im Rahmen von 80 % habe er auch aus finanziellen Gründen 

 

 
 
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angetreten und seine selbständige Tätigkeit auf 40 % reduziert. Bereits zwei Wochen nach Eintritt 
in die Firma sei er verunfallt. Wäre er im Gesundheitsfall bei der D.____ geblieben und hätte er 
sein Pensum aufgestockt, hätte er sicher mit der Zeit eine Lohnerhöhung erhalten. 
 
5.4.3 In Bezug auf die vom Beschwerdeführer geschilderte berufliche Situation erscheint es 
naheliegend, dass er sein Pensum bei der D.____ auf 100 % aufgestockt und seine selbständige 
Tätigkeit ganz aufgegeben hätte. Als Basis ist folglich vom bei der D.____ erzielten Verdienst 
auszugehen. Für die Ermittlung des Valideneinkommens kann sodann das Urteil des Kantonsge-
richts vom 19. November 2020 (725 19 333), welches im unfallversicherungsrechtliche Verfahren 
ergangen ist, herangezogen werden. Die Suva ermittelte das Valideneinkommen gestützt auf die 
Angaben der D.____ vom 23. Mai 2018 in Bezug auf die mutmasslichen Jahreslöhne 2015 bis 
2018. Die ehemalige Arbeitgeberin gab an, dass der Versicherte im Jahr 2018 einen Lohn von 
13 x Fr. 5'635.-- (Fr. 73'255.--) für ein 100 %-Pensum erhalten hätte, wenn er im Gesundheitsfall 
weiterhin bei ihr gearbeitet hätte (vgl. E. 9.2 des Urteils des Kantonsgerichts vom 19. November 
2020 [725 19 333]). An die Nominallohnentwicklung für 2019 (1 %), 2020 (0,8 %) und 2021 (0 %) 
angepasst, resultiert folglich ein Valideneinkommen von Fr. 74'578.--, das leicht tiefer liegt, als 
das von der IV-Stelle ermittelte Einkommen in Höhe von Fr. Fr. 75'054.--, da diese mit einem 
höheren Teuerungsausgleich gerechnet hat (vgl. E. 5.3.2). 
 
5.4.4 Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, dass der deklarierte Lohn der D.____ nicht 
als Grundlage für das Valideneinkommen dienen könne, weil er erst zwei Wochen vor dem Unfall 
dort angefangen habe und der Lohn noch nicht genau definiert gewesen sei. Es habe sich dabei 
um einen Anfangslohn gehandelt. Wäre er länger dortgeblieben, hätte er mit Sicherheit eine zu 
berücksichtigende Lohnerhöhung erhalten. Aus diesen Gründen sei auf die LSE-Tabellenlöhne 
2018 abzustellen, namentlich auf den Wert nach Tabelle TA 1_tirage_skill_level, Sektor 2 Pro-
duktion, Baugewerbe, Kompetenzniveau 3, Spalte Männer, von monatlich Fr. 7'390.--. Dem kann 
nicht gefolgt werden. Einerseits hat die D.____ den mutmasslichen Lohn für das Jahr 2018 expli-
zit definiert, weshalb von diesem Wert auszugehen ist. Andererseits fehlen Anhaltspunkte dafür, 
dass der Beschwerdeführer einen Lohn erzielt hätte, welcher im Bereich von Kompetenzniveau 
3 liegen würde. Mit der IV-Stelle ist darin einig zu gehen, dass, wenn die Anwendung der LSE-
Tabellenlöhne 2018 für das Valideneinkommen in Frage käme, der Lohn gemäss Kompetenzni-
veau 2 zu berücksichtigen wäre, weil dieser viel näher an der Realität liegt. Gemäss Tabelle TA 
1_tirage_skill_level, Sektor 2 Produktion, Baugewerbe, Kompetenzniveau 2, Spalte Männer, be-
trägt der monatliche Verdienst Fr. 5'962.-- für 40 Wochenstunden. Umgerechnet auf die wöchent-
liche Arbeitszeit von 41,3 Stunden und nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung resultiert 
ein Valideneinkommen von Fr. 75'203.--, was in etwa dem Einkommen bei der D.____ entspricht. 
 
5.5 In Bezug auf das von der IV-Stelle berechnete Invalideneinkommen von Fr. 68'919.--
wendete der Beschwerdeführer ein, dass das Invalideneinkommen gar nicht berechnet werden 
könne, weil die Verweistätigkeit beziehungsweise das Zumutbarkeitsprofil nicht feststehe. Dies 
trifft nicht zu, wie in E. 4.2 ausgeführt wurde. Die Anwendung von Tabelle TA1_tirage_skill_level, 
Sektor Total, Kompetenzniveau 1, Spalte Männer, Fr. 5'417.-- monatlich, ist rechtens. Es stellt 

 

 
 
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sich jedoch die Frage, ob vom ermittelten Invalideneinkommen von Fr.  68'923.-- ein leidensbe-
dingter Abzug vorzunehmen ist. Der Beschwerdeführer beantragt einen solchen von 20 % infolge 
der mannigfaltigen gesundheitlichen Beschwerden. 
 
5.6 Nach der aktuellen Gesetzgebung von Art. 26bis Abs. 3 IVV (in Kraft seit 1. Januar 2022) 
werden vom statistisch bestimmten Invalideneinkommen 10 % für Teilzeitarbeit abgezogen, so-
fern nur noch eine Tätigkeit im Rahmen von 50 % oder weniger möglich ist. Das würde im vorlie-
genden Fall bedeuten, dass kein Abzug vom Invalideneinkommen vorzunehmen wäre. In Berück-
sichtigung der bis Ende 2021 geltenden Rechtslage ist das Invalideneinkommen allenfalls zu kür-
zen, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass persönliche und berufliche Merkmale wie Art 
und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie 
und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und die versicherte Per-
son je nach Ausprägung deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 
V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/bb-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbe-
sondere dann einen Abzug vom Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im 
Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. All-
fällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche 
Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs ein-
fliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen (BGE 148 V 
174 E. 6.3, 146 V 16 E. 4.1). 
 
5.7 Ein Abzug von 20 % vom Invalidenlohn rechtfertigt sich vorliegend nicht. Weder das 
Lebensalter, die Dienstjahre, die Nationalität oder die Aufenthaltskategorie noch der Beschäfti-
gungsgrad wirken sich auf den Lohn aus. Rechtfertigen würde sich ein Abzug von 5 %, da der 
Beschwerdeführer selbst bei der Ausübung von leichten Tätigkeiten eingeschränkt ist. Wie sich 
zeigen wird, ändert aber selbst ein Abzug von 10 % nichts am Ausgang des Verfahrens. 
 
6. Aus der Gegenüberstellung des hier massgebenden Valideneinkommens von 
Fr. 74'578.-- (D.____) und des Invalideneinkommens von Fr.  68'923.-- (ohne leidensbedingten 
Abzug) resultiert ein Invaliditätsgrad von 8 %. Bei einem leidensbedingten Abzug von 5 % liegt 
der Invaliditätsgrad bei 12 % und bei einem wohlwollenden von 10 % liegt er bei 17 %. Der 
Schwellenwert von 20 % wird damit nicht erreicht. 
 
7.1 Der Schwellenwert von "rund" 20 % ist als Richtschnur zu verstehen. Er rührt daher, 
dass die Leistungspflicht der Invalidenversicherung für Eingliederungsmassnahmen unter Be-
rücksichtigung der gesamten tatsächlichen und rechtlichen Umstände des Einzelfalles in einem 
angemessenen Verhältnis zum angestrebten Eingliederungsziel stehen muss. Vor allem mit Blick 
darauf, dass die Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit regelmässig erhebliche Kosten aus-
löst, rechtfertigt es sich, den entsprechenden Anspruch davon abhängig zu machen, dass ein 
erheblicher behinderungsbedingter Einkommensverlust gegeben ist. Die Festlegung dieses Wer-
tes auf ca. 20 % trägt dem Umstand Rechnung, dass bei wesentlich tieferen Invaliditätsgraden 

 

 
 
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die mit einer Umschulung verbundenen Kosten die auszugleichende Erwerbseinbusse regelmäs-
sig um ein Vielfaches übersteigen (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Dezember 2022, 
9C_15/2022, E. 6.1; BGE 130 V 488 E. 4.3.2). 
 
7.2 Demnach gilt bei der Umschulung nach Art. 17 IVG, anders als beim Anspruch auf eine 
Invalidenrente (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG), keine absolute Erheblichkeitsgrenze. Der in diesem Zu-
sammenhang verwendete Begriff "Richtwert" oder "Richtschnur" ist so zu verstehen, dass ein 
Leistungsanspruch grundsätzlich auch dann bejaht werden kann, wenn der Invaliditätsgrad ge-
ringfügig unter 20 % liegt. Mit anderen Worten ist in solchen Fällen nicht die reine Vermögens-
einbusse massgeblich. Vielmehr hat anhand des konkreten Einzelfalles eine prognostische Ab-
wägung zu erfolgen. Dabei ist zu beurteilen, ob ein Anspruch auf Umschulungsmassnahmen mit-
tel- und langfristig insgesamt als verhältnismässig angesehen werden kann oder nicht. Denn an-
gesichts eines nicht nennenswert unterschrittenen Schwellenwerts darf nicht zum Vornherein da-
von ausgegangen werden, es liege ein wirtschaftliches Ungleichgewicht zwischen den Eingliede-
rungskosten und der Eingliederungswirksamkeit vor, sodass eine Umschulung zu Lasten der In-
validenversicherung keiner genaueren Prüfung bedarf. Vorliegend wird der Richtwert bei jeder 
Berechnungsart unterschritten, bei einem Invaliditätsgrad von 8 % und 12 % deutlich und bei ei-
nem Invaliditätsgrad von 17 % geringfügig (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Dezember 2022, 
9C_15/2022, E.6.2): 
 
7.3 Das Alter der versicherten Person lässt eine Abweichung von der grundsätzlich voraus-
gesetzten Mindesterwerbseinbusse von ca. 20 % zu. Die Ausnahme, wonach sich der Leistungs-
anspruch nicht am Schwellenwert zu orientieren hat, sondern einzig das Kriterium der prognos-
tisch qualitativen Gleichwertigkeit des erlernten Berufs einerseits und der nach Eintritt des Ge-
sundheitsschadens noch zumutbaren (Hilfs-)Tätigkeit andererseits über den Anspruch entschei-
det, betrifft namentlich "junge Versicherte". Gemeint sind damit versicherte Personen, die eher 
am Anfang ihres Erwerbslebens stehen, ihren erlernten Beruf aufgrund eines Gesundheitsscha-
dens nicht mehr ausüben können und ohne Umschulungsmassnahmen nur noch für unqualifi-
zierte Hilfstätigkeiten einsetzbar sind. Demgegenüber war der Beschwerdeführer im relevanten 
Zeitpunkt der Einstellung der beruflichen Massnahmen per 31. Juli 2019 bereits 42 Jahre alt. 
Auch wenn ihm somit noch eine längere Aktivitätsdauer verbleibt, steht er im Unterschied zu den 
von der Rechtsprechung anerkannten Ausnahmefällen nicht am Anfang, sondern in der Mitte 
seines Erwerbslebens. Von einem Ausnahmefall ist deshalb vorliegend nicht auszugehen, selbst 
wenn die grosszügig bemessene Einbusse von 17 % nahe bei den geforderten 20 % liegt. Die 
Beschwerde ist demgemäss abzuweisen. 
 
8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwer-
deverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah-
renskosten in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer 
unterliegende Partei, weshalb ihm die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Da ihm mit verfah-
rensleitender Verfügung vom 16. August 2022 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden 
ist, gehen die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- vorläufig auf die Gerichtskasse. 
 

 

 
 
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8.2 Gemäss Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Art. 61 lit. g ATSG). Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung mit verfahrenslei-
tender Verfügung vom 16. August 2022 wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein 
Honorar aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Für das vorliegende Verfahren werden 7 Stunden 
und Auslagen von Fr. 69.-- in Rechnung gestellt, was nicht zu beanstanden ist. Dem Rechtsver-
treter ist folglich ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'582.10 (7 x Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von 
Fr. 69.-- und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 
 
8.3 Der Beschwerdeführer wird jedoch ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die 
Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2021 aufmerksam gemacht, wonach eine Par-
tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald 
sie dazu in der Lage ist. 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Beschwer-
deführer auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die Ver-
fahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 
1'582.10 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse 
ausgerichtet.