# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa15b9e2-5836-5179-a049-ac3647950549
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-12
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008
**Docket/Reference:** DB.2012.142
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2012_142_hx.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2012.142 
1 ST.2012.162 

Entscheid 

 12. Dezember 2012 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Anton Tobler, Steuerrichter  
Michael Ochsner und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

A ,    
Steuergemeinde B,   

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 2008 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 2008 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  Der  1932  geborene  Rentner  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  engagiert  sich 

seit  Jahrzehnten  im  Pferderennsport,  wobei  er  als  Rennpferdebesitzer  auch  eigene 

Rennpferde züchtet. Steuerlich ging er bei diesem Engagement stets von einem Hobby 

aus,  indem  er  nie  diesbezügliche  Verluste  oder  Gewinne  deklarierte;  in  den  Vermö-

gensdeklarationen führte er seine Pferde nie auf.  

Im  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsverfahren  2008  wies  ihn  der  Steuer-

kommissär mit Auflage und Mahnung vom 29. November 2010 bzw. 31. Oktober 2011 

darauf hin, dass gemäss seinen Informationen Ertrag aus der Zucht und dem Handel 

mit  Rennpferden  sowie aus  Pferderennen erzielt  worden sei.  Vor  diesem  Hintergrund 

sei eine Auflistung dieser Erträge sowie der damit verbundenen Aufwendungen vorzu-

legen,  wobei  die  Letzteren  belegmässig  nachzuweisen  seien.  Einzureichen  seien  zu-

dem sämtliche Bankkonti. Nachdem der Pflichtige nur unvollständige Unterlagen einge-

reicht  hatte,  kam  es  am  18.  Oktober  2011  zu  einer  Besprechung  zwischen  den 

Parteien. Dabei wies der Pflichtige unter Beibringung von zusätzlichen Unterlagen dar-

auf hin, dass es hier um ein langjähriges Hobby gehe, in welches er bedeutend mehr 

Geld  hineingesteckt  als  gewonnen  habe.  Mit  dem  Pferd  C,  welches  in  Land  Z  in  die 

Preisgelder gelaufen sei, habe er zum ersten Mal ein erfolgreiches Pferd; das sei ein 

Zufallstreffer.  Verkauft  habe  er  sodann  bisher  lediglich  ein  einziges  Pferd,  dies  für 

Fr. 40'000.-.  Der  Steuerkommissär  vertrat  demgegenüber  die  Ansicht,  es  liege  eine 

selbstständige Erwerbstätigkeit vor, wobei aufgrund der sog. Einkommensgeneralklau-

sel ein Einnahmeüberschuss aber auch bei Vorliegen eines Hobbys steuerbar wäre. 

Mit Veranlagungsverfügung und Einschätzungsentscheid vom 4. Januar 2012 

setzte der Steuerkommissär die Steuerfaktoren für die Steuerperiode 2008 alsdann wie 

folgt fest: 

Staats- und Gemeindesteuern 

Direkte Bundessteuer 

           Fr. 

           Fr. 

Steuerbares Einkommen 

Satzbestimmendes Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

Satzbestimmendes Vermögen 

.- 

.- 

.- 

.- 

.- 

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Gegenüber der Selbstdeklaration rechnete er dabei Einkünfte aus selbststän-

diger  Erwerbstätigkeit,  basierend  auf  Gewinnen  aus  Pferdezucht  und  Pferderennen, 

von  Fr.  525'000.-  auf;  vermögensseitig  ging  er  von  diesbezüglich  nicht  deklarierten 

Geschäftsaktiven  von  Fr. 1'000'000.-  aus.  Beide  Beträge  basierten  auf  Schätzungen 

nach pflichtgemässem Ermessen.  

B. Hiergegen liess der Pflichtige am 31. Januar 2012 Einsprache erheben mit 

dem  Antrag,  das  geschätzte  Einkommen  aus  selbstständiger  Erwerbstätigkeit  auf 

Fr. 0.- herabzusetzen. Dabei wurde eine Auflistung sämtlicher rennpferdebezogen Ein-

nahmen und Ausgaben per 2008 samt Belegen eingereicht. In der Begründung wurde 

das  Vorliegen  einer  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  in  Abrede gestellt.  Der  Pflichtige 

habe  während  Jahrzehnten  Pferde  gehalten  und  sich  gelegentlich  auch  als  Züchter 

versucht;  er  habe  eine  Affektion  für  diese  Tiere.  Seine  Aufwände  hätten  die  seltenen 

Erträge  bei  weitem  überstiegen  und  nie  habe  er  Verluste  steuerlich  zum  Abzug  ge-

bracht.  Ein  gewinnstrebiger  Selbstständigerwerbender  hätte  eine  solche  Tätigkeit 

längst  eingestellt,  derweil  ein  Liebhaber  sein  verlustträchtiges  Hobby  unabhängig  von 

ökonomischen  Motiven  eben  aufrecht  erhalte.  Zu  beachten  sei  bei  alledem,  dass 

Preisgelder aus Pferderennen ausschliesslich auf Glück und Zufall beruhten, was nie-

mals Grundlage einer selbstständigen Erwerbstätigkeit sein könne. Der Pflichtige habe 

im  Jahr  2008  erst-  und  letztmals  seit  fast  40  Jahren  das  Glück  gehabt,  dass  seine 

Pferde  nennenswerte  Preisgelder  eingelaufen  hätten;  bereits  im  Folgejahr  hätten  die 

Ausgaben  wieder  deutlich  über  den  Einnahmen  gelegen.  Ein  zwischenzeitlicher  Ein-

nahmeüberschuss  könne  die  Qualifikation  als  Liebhaberei  nicht  in  Frage  stellen. 

Schliesslich  wurde  noch  geltend  gemacht,  bei  Annahme  einer  selbstständigen  Er-

werbstätigkeit  müssten  Abschreibungen  von  €  500'000.-  zugelassen  werden,  weil  im 

Jahr 2008 zwei Pferde verunglückt seien; diesfalls resultierte damit ein Verlust.  

Nach  Durchführung  einer  Zusatzuntersuchung  im  Einspracheverfahren,  wel-

che  sich auf  die geltend  gemachten  Abschreibungen  von  verunglückten  Rennpferden 

bezog,  wies  das  kantonale  Steueramt  die  Einsprachen  mit  Entscheiden  vom 

24. Mai 2012 ab. 

C. Hiergegen erhob der Pflichtige am 18. Juni 2012 Beschwerde und Rekurs 

mit  dem  Antrag,  die  Aufrechnungen  im  Zusammenhang  mit  einer  selbstständigen  Er-

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werbstätigkeit  zurückzunehmen,  denn  eine  solche  liege  nicht  vor.  Nachdem  er  jahr-

zehntelang  seiner  Passion  mit  Rennpferden  nachgelebt  habe  und  es  ihm  dabei  ver-

wehrt  gewesen  sei,  Kosten  geltend  zu  machen,  werde  ihm  nun  im  Alter  von  über 

80 Jahren  völlig  zu  Unrecht  unterstellt,  ein  gewerbsmässiger  Pferdehändler  und  –

züchter zu sein. Falls das Gericht gleichwohl auf Gewerbsmässigkeit schliessen würde, 

müssten auch sämtliche im Zusammenhang mit der Aufzucht seiner Pferde stehenden 

Kosten aufwandseitig berücksichtigt werden. Verkauft habe er in all den Jahren im Üb-

rigen  lediglich  zwei  Pferde;  dies  wegen  Liquiditätsengpässen,  während  er  im  Spital 

geweilt  habe.  Sein  erfolgreiches  Pferd  C  sei  eine  Ausnahmeerscheinung;  eine  Nadel 

im  Heuhaufen  im  Leben  eines  Pferdebesitzers.  Dessen  Wert  sei  sodann  ein  reiner 

Liebhaberwert;  eine  kleine  Verletzung  genüge,  um  den  Wert  auf  den  Schlachtpreis 

zusammenbrechen zu lassen und mit dem Alter sinke der Wert ohnehin bis auf Fr. 0.-. 

Das Pferd sei im Übrigen unverkäuflich und verdiene bei ihm das Gnadenbrot. 

Das  kantonale  Steueramt  schloss  in  seiner  Beschwerde-  und  Rekursantwort 

vom 12. Juli 2012 auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwal-

tung (ESTV) liess sich nicht vernehmen.  

Am  11.  September  2012  unterbreitete  der  Referent  des  Rekursgerichts  den 

Parteien  einen  Veranlagungs-  und  Einschätzungsvorschlag,  welchem  die  Vorinstanz 

mit Schreiben vom 21. September 2012 zustimmte. Der Pflichtige lehnte diesen telefo-

nisch ab.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Nach Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer 

vom  14.  Dezember  1990  (DBG)  bzw.  §  18  Abs.  1  des  Steuergesetzes  vom  8.  Ju-

ni 1997 (StG) sind alle Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und 

Forstwirtschaftsbetrieb, aus  einem freien  Beruf sowie aus  jeder  anderen selbstständi-

gen Erwerbstätigkeit steuerbar. Von diesen Einkünften werden gemäss Art. 27 Abs. 1 

DBG bzw. § 27 Abs. 1 StG die geschäfts- oder berufsmässig begründeten Kosten ab-

gezogen. Verluste aus einer solchen Tätigkeit können mit übrigen Einkünften verrech-

net werden (vgl. zum sog. Nettoprinzip: Markus Reich, in: Kommentar zum Schweizeri-

schen Steuerrecht, Band I/2a, 2. A., 2008, Art. 25 N 5 DBG). 

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b)  Der  steuerrechtliche  Begriff  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  ist  auf-

grund der vielfältigen Sachverhalte, die damit abgedeckt werden, nicht scharf definiert. 

Allgemein  wird darunter  jede  Tätigkeit  verstanden,  bei  der  ein Unternehmer  auf  eige-

nes  Risiko,  unter  Einsatz  von  Arbeit  und Kapital,  in einer  frei gewählten  Organisation 

und mit der Absicht der Gewinnerzielung am Wirtschaftsverkehr teilnimmt (BGE 125 II 

113, E. 5b, mit weiteren Hinweisen).  

Eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  kann  haupt-  oder  nebenberuflich,  dau-

ernd oder temporär ausgeübt werden. Ob eine solche Tätigkeit vorliegt, ist stets nach 

den  gesamten  Umständen  des  Einzelfalls  zu  beurteilen;  die  einzelnen  Merkmale  des 

Begriffs der selbstständigen Erwerbstätigkeit dürfen nicht isoliert betrachtet werden und 

können  auch  in  unterschiedlicher  Intensität  auftreten.  Auch  wenn  der  Begriff  im  Nor-

malfall die oben genannten Elemente umfasst, so bedeutet dies nicht, dass eine Tätig-

keit,  bei  der  einzelne  dieser  Elemente  fehlen,  automatisch  nicht  mehr  selbstständig 

wäre (BGE 125 II 113, E. 5b, mit weiteren Hinweisen). Umgekehrt kann eine Tätigkeit 

unter Umständen selbst bei Vorliegen mehrerer dieser Faktoren nicht als Erwerbstätig-

keit gelten. Dies ist etwa dann der Fall, wenn eine Tätigkeit im Sinn einer Liebhaberei 

bzw.  eines  Hobbys  ausgeübt  wird  (BGr,  11.  Juli  2001,  2A.68/2001,  NStP  2001,  76 

E. 4 h/cc, auch zum Folgenden).  

Die steuerrechtliche Qualifikation einer Tätigkeit als selbstständiger Erwerb im 

erwähnten Sinn oder als Liebhaberei hängt grundsätzlich davon ab, ob sie ausschliess-

lich  oder  vorwiegend im  Hinblick  auf  die Erzielung  eines  Erwerbseinkommens  ausge-

übt wird (BGr, 2. Oktober 1992, NStP 1993, 7 E. 2b; Raoul Oberson, Les pertes com-

merciales  fiscalement  déductibles,  ASA  48,  113 f.).  Unterscheidungskriterium  ist  also 

der Beweggrund für die Ausübung der Tätigkeit. Es handelt sich dabei um eine subjek-

tive Voraussetzung, auf deren Vorhandensein nur durch Indizien (nämlich erkennbare 

Umstände)  geschlossen  werden  kann.  Eine  zusätzliche  Erschwernis  liegt  darin,  dass 

es  Grenzfälle  gibt,  bei  denen  sich  Liebhaberei  und  Erwerbstätigkeit  verbinden,  wobei 

das  Schwergewicht  auf  der  einen  oder  andern  Seite  liegen  kann  (BGr, 11. Juli  2001, 

2A.68/2001, NStP 2001, 76 E. 4 h/cc, auch zum Folgenden). 

Zur Erwerbs- oder Geschäftstätigkeit gehört, dass tatsächlich ein Einkommen 

erzielt wird: Wer eine Tätigkeit ausübt, welche auf die Dauer nichts einbringt oder dau-

ernd einen finanziellen Aufwandüberschuss erfordert, betreibt diese nicht als Erwerbs-

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tätigkeit, sondern als Liebhaberei oder aus einem andern nicht kommerziellen Grund. 

Denn wer eine unrentable Aktivität wirklich als Erwerbstätigkeit ausübt, wird sich in der 

Regel durch das andauernde Fehlen eines finanziellen Erfolgs von der Zwecklosigkeit 

seines  Unterfangens  überzeugen  lassen  und  die  betreffende  Tätigkeit  aufgeben  (Ro-

man Blöchliger, Steuerliche Probleme des Abzuges geschäftlicher Verluste, StR 1981, 

236).  Allerdings  muss  nicht  jedes  einzelne  mit  einem  Verlust  abgeschlossene  Jahr 

oder selbst die Tatsache, dass während mehrerer Jahre Verluste erzielt werden, zum 

Schluss zwingen, es handle sich um eine Liebhaberei (Höhn/Waldburger, Steuerrecht, 

Band I,  9. A.,  2001,  S. 310 f.).  Ob  sich nämlich eine  Tätigkeit  lohnt,  lässt  sich  metho-

disch  richtig  nur  nach  Betrachtung  des  Gewinns  aus  der  gesamten  Betriebstätigkeit 

von deren Aufnahme bis zu ihrer Beendigung beurteilen (sog. Totalgewinn, vgl. Thei-

sen, Die Liebhaberei – ein Problem des Steuerrechts und der betriebswirtschaftlichen 

Steuerlehre,  Steuer  und  Wirtschaft  [StuW],  1999,  259;  StRK  II,  17.  Februar  2000, 

2 ST.1999.419, E. 6a). Der Entscheid über den steuerlichen Charakter einer Tätigkeit 

hängt deshalb von einer Prognose über den zu erwartenden Totalgewinn ab. Ergibt die 

Prognose  ein  positives  Gesamtergebnis,  ist  dies  ein  gewichtiges  Indiz  für  die  Ge-

winnstrebigkeit.  Anderseits  liegt  bei  negativer  Prognose  die  Schlussfolgerung  nahe, 

dass ein Steuerpflichtiger, dem es tatsächlich um die Erzielung eines Erwerbseinkom-

mens gegangen wäre, sich wegen des in Aussicht stehenden finanziellen Misserfolgs 

von der Weiterführung des Betriebs abbringen lassen würde. Die steuerrechtliche Qua-

lifikation  der  Tätigkeit  ist  eine  Frage,  die  grundsätzlich  für  jede  Veranlagungsperiode 

neu überprüft werden kann, wobei unter Umständen die Verhältnisse in den Vorjahren 

bzw. in den auf das Steuerjahr folgenden Jahren gewisse Anhaltspunkte liefern können 

(BGr,  31.  August  2005,  2A.46/2005,  E. 2.2.2,  www.bger.ch,  mit  weiteren  Hinweisen; 

VGr, 25. Mai 2011, SB.2011.00011, www.vgrzh.ch). 

Qualifiziert die Aktivität des Steuerpflichtigen in der unter den erwähnten Krite-

rien  vorzunehmenden  Prüfung  als  Liebhaberei  oder  produziert  sie  reine  Lebens-

haltungskosten (vgl. Art. 34 lit. a DBG, § 33 lit. a StG), können die entstandenen Ver-

luste nicht mit übrigen Einkünften verrechnet werden. 

c) Wie lange die wirtschaftliche Betätigung verlustreich sein darf, bis eine na-

türliche Vermutung dafür spricht, dass der finanzielle Erfolg auf Dauer ausbleiben wird, 

kann nicht allgemein gesagt werden. Im Sinn einer Faustregel wird in der Literatur die 

Auffassung vertreten, der Umstand, dass innerhalb von fünf bis zehn Jahren kein nen-

nenswerter  Gewinn  erzielt  werde,  bilde  ein  gewichtiges  Indiz  für  das  Fehlen  der  Ge-

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winnstrebigkeit. Dem Steuerpflichtigen steht aber der Gegenbeweis offen, dass auch in 

diesem  Fall  eine  Gewinnstrebigkeit  vorliegt  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Hand-

kommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art.  18 N 48 DBG, und Kommentar zum harmoni-

sierten Zürcher Steuergesetz, 2. A., 2006, § 18 N 38 StG). Im Einzelfall kommt es na-

mentlich auf die Art der Tätigkeit und die konkreten Verhältnisse an (RB 2000 Nr. 118; 

VGr BE, 5. November 2008, StE 2009 B 23.1 Nr. 63; VGr BS, 26. März 1999, StE 2001 

B 23.1 Nr. 47). Ein weiteres Indiz für das Fehlen der Gewinnstrebigkeit stellt der Um-

stand dar, dass ein Steuerpflichtiger wegen generell guten Einkommens- oder Vermö-

gensverhältnissen  nicht  auf  Einkünfte  aus  der  fraglichen  Tätigkeit  angewiesen  ist 

(VGr ZH, 31. Mai 2005, StE 2006 B 23.1 Nr. 61). 

2.  a)  Der  vom  Pflichtigen  vorab  mit  selbst  gezüchteten  Pferden  betriebene 

Pferderennsport  erfüllt  durchaus  gewisse  Begriffsmerkmale  der  selbstständigen  Er-

werbstätigkeit im steuerrechtlichen Sinn. So beruht er auf dem Einsatz von Arbeit und 

Kapital und wird in einer frei gewählten Organisation und auf eigenes Risiko des Pflich-

tigen betrieben. Sodann nimmt der Pflichtige als Rennpferdezüchter und Rennpferde-

halter/-besitzer  nach  aussen  erkennbar  am  entsprechenden  Markt  teil.  Gleichwohl  ist 

der  Pferderennsport  ganz  allgemein  der  Kategorie  Liebhaberei/Hobby  zuzuordnen, 

denn der Beweggrund für die Ausübung dieser Tätigkeit ist regelmässig nicht das Er-

zielen  eines  Erwerbseinkommens.  Im  Vordergrund  steht  zunächst  eine  Leidenschaft 

für  Pferde  einerseits  und  eine  solche  zur  speziellen  Atmosphäre  auf  den  Pferderenn-

bahnen andrerseits. In letzterem Zusammenhang geht es wohl auch darum, die eige-

nen  Pferde  an  den  Rennwochenenden  in  die  Gewinnränge  laufen  zu  sehen;  wichtig 

dabei  sind  aber  nicht  nur  die  Preisgelder,  sondern  auch  das  mit  den  Rangierungen 

verbundene  Prestige  als  Züchter  und  Besitzer  und  letztlich  auch  das  Freizeitvergnü-

gen.  Die  Preisgelder,  welche  auch  gute  Rennpferde  bei  normalen  hiesigen  Rennen 

einlaufen  (z.B.  erhalten  die  fünf  Erstplatzierten  in  einem  Rennen  mit  einem  Preisgeld 

von Fr. 10'000.- Anteile von Fr. 4'800.-, Fr. 1'920.-, Fr. 1'440.-, Fr. 960.- und Fr. 480.-; 

vgl. Programm zum Rennen Nr. 2 in Frauenfeld vom 13. Mai 2012, www.pferderennen-

frauenfeld.ch/pdf/programm/RennprogrammRT1.pdf), decken die mit der Tätigkeit ver-

bundenen hohen Kosten in aller Regel nicht. Zu diesen Kosten gehören insbesondere 

die laufenden Unterhaltskosten, also etwa die Kosten für die Unterbringung und Pflege 

in  einem  Stall  inklusive  Futter  (= Pension),  den  Tierarzt,  den  Hufschmied  sowie  den 

Trainer;  hinzu  kommen  während  der  Rennsaison  Kosten  für  den  Transport  zu  den 

Rennen,  Einschreibegebühren  etc.  Wie  Internetrecherchen  bestätigen,  kommen  der-

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gestalt  pro  Jahr  und  Pferd  schnell  einmal  bis  Fr. 30'000.-  zusammen  (vgl.  etwa  der 

Hinweis aus Fachkreisen auf die Unterhaltskosten im Zusammenhang mit dem Verkauf 

eines Rennstalls, www.turf.ch/archiv/news.phtml?id=1110).  

Das  für  Gewerbsmässigkeit  sprechende  Merkmal  der  Gewinnabsicht  liegt 

zwar  insoweit  vor,  als  die  Rennpferdebesitzer  – wie  erwähnt  –  durchaus das  Ziel  ha-

ben,  dass  ihre  Pferde  in  Lauf  der  Rennsaison  regelmässig  in  die  preisberechtigten 

Ränge hiesiger Rennen laufen oder gar einmal ein hochdotiertes internationales Ren-

nen gewinnen. Im ersteren Fall ist dieses Ziel aber eher ein willkommener Nebeneffekt 

–  im  Sinne  eines  Beitrags  an  die  anfallenden  Kosten  –  zum  eigentlichen  Vergnügen, 

die Pferde  laufen  zu  sehen,  während der  zweite  Fall  allein aufgrund der Wahrschein-

lichkeit  (Verhältnis  zwischen  der  Anzahl  solcher  Rennen  und  der  Anzahl  aller  Renn-

pferde) so selten eintritt, dass davon vorab geträumt werden kann. Zur Erzielung eines 

Erwerbseinkommens eignen sich beide Varianten nicht. Dies realisieren auch Neuein-

steiger  spätestens  nach  der  zweiten  Rennsaison,  ohne  dass  dies  freilich  ein  Grund 

wäre, die Passion wieder aufzugeben. Die grundsätzliche Zuordnung des Pferderenn-

sports  zur  Liebhaberei  ist  damit  offensichtlich  (so  auch  VGr  AG,  6.  August  1991, 

StE 1992, B 23.1 Nr. 26; StRK II, 28. April 2006, 2 DB.2005.200).  

Wenn  Rennpferdebesitzer  wohl  nichts  dagegen  hätten,  den  jährlichen  Netto-

aufwand aus dem Pferderennsport unter dem Titel eines  Verlusts aus selbstständiger 

Erwerbstätigkeit  mit  übrigem  Einkommen  zu  verrechnen,  scheiterte  dieses  Ansinnen 

daran, dass die dargelegten Zusammenhänge auch den Steuerbehörden bekannt sind 

(vgl. zur gleichgelagerten Problematik in Deutschland: Hans-Heinrich Jörgensen; Vor-

bereitung  auf  die  Besitzertrainerprüfung,  Teil  Steuer-,  Versicherungs-,  Rechts-  und 

Sozialwesen, Fassung vom 1. Juli 2008, Ziff. 1.1, S. 2; abrufbar auf www.nam.de). 

b) Bei dieser Lage der Dinge ist es ohne weiteres glaubhaft und nachvollzieh-

bar,  wenn der  Pflichtige geltend macht,  er  habe  im  Rahmen  seines  jahrzehntelangen 

Engagements  im  Pferderennsport  (sinngemäss  =  in  der  Zeit  vor  den  Erfolgen  seines 

Spitzenpferds  C)  nur  Aufwand  gehabt  und diesen Aufwand auch  nie  bei  der  Einkom-

menssteuer  in  Abzug  bringen  können.  Auch  in  seinem  Fall  ist  damit  von  Liebhabe-

rei/Hobby auszugehen, denn bei jahrzehntelangem Aufwandüberschuss kann die Moti-

vation für die Ausübung der Tätigkeit nicht in der Erzielung eines Erwerbseinkommens 

gelegen haben.  

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aa) Daran ändert nichts, dass der Pflichtige auch Pferde gezüchtet hat, denn 

die Züchtung erfolgte nicht mit Blick auf den Verkauf der Tiere, sondern für deren Ein-

satz im eigenen Rennstall; aktenkundig ist per 2008 nämlich lediglich der Verkauf eines 

einzigen Pferds (Zahlungseingang per 6. Juni 2008 über Fr. 40'512.50; einbezahlt von 

D für das Pferd E, einen Vollbruder des Pferdes C ; vgl. Bankauszug [Juni 2008] sowie 

Besitzerangaben zu Pferd E). Nach jahrzehntelanger Tätigkeit genügt ein solcher Ein-

zelverkauf nicht, um von gewerbsmässigem Pferdehandel zu sprechen. Ob ein Besit-

zer  seine  Rennpferde  selbst  gezüchtet  oder  gekauft  hat,  ist  im  vorliegenden  Zusam-

menhang einerlei; in beiden Fälle entstehen zunächst Anschaffungskosten (Kosten für 

Mutterstute/Deckhengst  und  Aufzucht  des  Fohlens  bzw.  Kaufpreis  für  ein  fremdge-

züchtetes und einsatzbereites Rennpferd) und danach für den Unterhalt. Der Erfolg ist 

letztlich – ohne Garantie – in beiden Fällen insbesondere vom Stammbaum des Pfer-

des abhängig, wobei gute Gene ihren Preis haben.  

bb) Ein im nachfolgend beschriebenen Ausmass wohl kaum erwarteter Erfolg 

lässt  eine  ein  halbes  Leben  lang  ausgeübte  Liebhaberei  ebenfalls  nicht  plötzlich  zur 

selbstständigen Erwerbstätigkeit werden:  

Den Pflichtigen ereilte nach seinem jahrzehntelangen Engagement das Glück, 

dass ihm mit dem selbstgezüchteten Pferd C plötzlich ein absolutes Top-Pferd heran-

wuchs,  welches  höheren  Aufgaben  gewachsen  war  und  nicht  nur  in  hochdotieren  in-

ternationalen  Rennen  eingesetzt  werden  konnte,  sondern  solche  sogar  gewann.  So 

z.B.  2008  in  Land  Z  bei  einem  über  €  500'000.-  dotierten  Jagdrennen  der  Gruppe  I. 

Einen ersten Grosserfolg  auf  dieser  höchsten  europäischer  Ebene  hatte  dieses Pferd 

schon  2007  gefeiert,  ein noch grösserer folgte  2009,  als  es  ein  mit  über    € 800'000.- 

dotiertes  Jagdrennen  gewann.  Wenn  dergestalt  beim  Pflichtigen  der  (von  tausenden 

Rennpferdebesitzern  geträumte)  Traum,  einmal  Besitzer  eines  solchen  Pferdes  zu 

sein, im Alter von damals 76 Jahren noch in Erfüllung ging, macht ihn dies ungeachtet 

der  erzielten  Preisgelder  nicht  plötzlich  zum  Selbstständigerwerbenden.  Denn  die  er-

zielten Erfolge waren nicht planbar; sie entsprangen wohl auch Fachkenntnissen (z.B. 

einer geschickten Auswahl von Stute und Deckhengst bei der Zucht), waren aber ins-

besondere  auch  von  Glück  und  Zufall  bestimmt.  Ein  Glück  und  Zufall  entspringender 

Erfolg kann aber kein Merkmal der selbstständigen Erwerbstätigkeit sein. Desgleichen 

kann denn auch ein Lottospieler, der jahrzehntelang unter hohen Einsätzen mit System 

Lotto spielt, nicht als selbstständig Erwerbender qualifiziert werden, wenn irgendwann 

einmal der ersehnte hohe Gewinn resultiert.  

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c)  Nach  alledem  ist  als  erstes  Zwischenergebnis  festzuhalten,  dass  sich  die 

angefochtene  Veranlagung  und  Einschätzung  insoweit  nicht  halten  lassen,  als  sie  im 

Zusammenhang  mit  den  vom  Pflichtigen  im  Pferderennsport  per  2008  erzielten  Ein-

nahmen von Einkünften aus selbstständiger Erwerbstätigkeit ausgehen.  

3.  a)  Zu  prüfen  bleibt,  ob  ein  in  einer  Steuerperiode  erzielter  Einnahmeüber-

schuss aus dem Pferderennsport aus anderem Grund steuerbar ist. Die Steuerbehörde 

hält dafür, dass dem so ist,  verwies sie doch schon im Veranlagungs- bzw. Einschät-

zungsverfahren  darauf,  dass  bei  einer  allfälligen  Qualifikation  als  Liebhaberei/Hobby 

die  sog.  Einkommensgeneralklausel  zur  Anwendung  gelange  (vgl.  Notiz  zur  Bespre-

chung der Parteien vom 18. Oktober 2011, Schlusssatz).  

b)  Sowohl  im  DBG  wie  auch  im  StG  wird  der  Grundsatz  der  Gesamtreinein-

kommenssteuer mit der Einkommensgeneralklausel und einem beispielhaften Einkünf-

tekatalog verwirklicht. So unterliegen gemäss Art. 16 Abs. 1 DBG bzw. § 16 Abs. 1 StG 

alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte der Einkommenssteuer. Unter Einkünf-

ten  sind  dabei  alle  von  aussen  zufliessenden  Vermögensrechte  zu  verstehen  (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, VB zu Art. 16-39 N 12 DBG und § 16 StG N 15 StG).  

c)  Zu  den  Einkünften,  welche  im  Gesetz  nicht  exemplifikatorisch  aufgezählt 

werden und damit  aufgrund der  Einkommensgeneralklausel  zu besteuern sind,  gehö-

ren insbesondere auch Einkünfte aus einer Liebhaberei (BGr, 15. Januar 1990, NStP 

1990, 133; Reich, Art. 16 N 27; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art 16 N 36 DBG und 

§ 16  N  51  StG).  Erfasst  werden  sodann  auch  die  Einkünfte  aus  Spiel  und  Wette 

(z.B. das Preisgeld aus einem Fernsehquiz; vgl. VGr, 28. April 1986, StE 1987 B 26.27 

Nr. 2), soweit diese nicht als solche aus Lotterien und lotterieähnlichen Veranstaltung 

qualifizieren und damit nach Massgabe der Spezialbestimmung von Art. 23 lit. e DBG 

bzw. § 23 lit. e StG steuerbar sind.  

d) Die im Streit liegenden hohen Preisgelder, welche das Pferd C dem Pflich-

tigen  per  2008  eingelaufen  hat,  qualifizieren  nach  dem  Gesagten  als  Einkünfte  aus 

Liebhaberei,  wobei  auch  eine  gewisse  Nähe  zu  Einkünften  aus  Spiel  und  Wette  be-

steht;  so oder  anders  sind  sie  damit  nach  Art.  16  Abs.  1 DBG  bzw.  § 16 Abs.  1  StG 

steuerbar.  

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e)  Bei  Rennpferdebesitzern  kommt  es  nach  dem  bereits  Gesagten  deshalb 

regelmässig  nicht  zur  Besteuerung  der  im  Rahmen  ihrer  Liebhaberei  eingelaufenen 

Preisgelder,  weil  diese  in  den  allermeisten  Fällen  betragsmässig  unter  den  Aufwen-

dungen zur Erzielung dieser Einkünfte zurückbleiben. Diese Aufwendungen qualifizie-

ren  nämlich  als  abzugsfähige  Gewinnungskosten  im  Sinn  von  Art.  25  DBG  bzw. 

§ 25 StG. Die letzteren Bestimmungen bilden in Bezug auf die abzugsfähigen Gewin-

nungskosten (als Korrelat zu Art. 16 Abs. 1 DBG und § 16 Abs. 1 StG) nämlich in dem 

Sinn  eine  Generalklausel,  als  nach  dem  objektiven  Nettoprinzip  alle  mit  der  Einkom-

menserzielung  zusammenhängenden  Aufwendungen  abzugsfähig  sind  (vgl.  Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 25 N 4 DBG und § 25 N 4 StG). 

Abzugsfähig  sind  Gewinnungskosten  dabei  grundsätzlich  nur,  wenn  ihnen  in 

derselben Steuerperiode ein damit zusammenhängendes Einkommen der steuerpflich-

tigen Person gegenüber steht. Wenn die entsprechenden Einkünfte erst in einer späte-

ren  Steuerperiode  zufliessen,  werden  die  Gewinnungskosten  nicht  berücksichtigt 

(BGr, 20. Dezember 1985, ASA 56, 132 = StE 1987 B 23.45 Nr. 1 = StR 1987, 360 = 

NStP  1986,  155;  kritisch  dazu  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  25  N  8  DBG  und 

§ 25  N  8  StG).  Gewinnungskostenüberschüsse,  die  bei  der  Ermittlung  des  Reinein-

kommens  einer  Steuerperiode  infolge  zu  tiefer  Bruttoeinkünfte  nicht  berücksichtigt 

werden können, sind nur dort mit Einkünften späterer Steuerperioden verrechenbar, wo 

das – wie im hier nicht betroffenen Bereich der selbstständigen Erwerbstätigkeit – aus-

drücklich vorgesehen ist (Reich, Art. 25 N 16).  

Den privaten Lebenshaltungskosten zugehörige Aufwendungen für ein Hobby 

oder  für  Liebhaberei  sind  demnach  als  Gewinnungskosten  abziehbar,  wenn  sie  zur 

Erzielung  von  in  derselben  Bemessungsperiode  anfallenden  Einkünften  getätigt  wer-

den. Gleich verhält es sich sodann in Bezug auf die Aufwendungen bzw. die Einsätze 

im Zusammenhang mit Gewinnen aus Spiel- und Wette (Reich, Art. 25 N 11 ff.; Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 25 N 13 f. DBG und § 25 N 15 f. StG).  

f) Als zweites Zwischenergebnis ist damit festzuhalten, dass die vom Pflichti-

gen per 2008 mit seinen Rennpferden erzielten Einnahmen, abzüglich der zugehörigen 

Aufwendungen per 2008, als steuerbare Einkünfte aus Liebhaberei qualifizieren.  

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4. a) Obwohl der Steuerkommissär nach dem Gesagten fälschlicherweise von 

einer  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  ausging,  hat  er  im  Rahmen  der  Veranlagung 

bzw.  Einschätzung  den  steuerbaren  Nettogewinn  aus  Liebhaberei  letztlich  korrekt  er-

mittelt  (Einnahmen  2008  ./.  Aufwendungen  2008),  weil  er  bei  der  Gewinnermittlung 

weder  Vorjahresverlusten noch Abschreibungen Rechnung getragen  hat.  Solche kön-

nen bei Liebhaberei bzw. bei Privatvermögen von vornherein kein Thema sein.  

Zu  Recht  schätzte  er  dabei  den  Nettogewinn  gemäss  Art.  130  Abs.  2  DBG 

bzw. § 139 Abs. 2 StG nach pflichtgemässem Ermessen, weil der Pflichtige trotzt Auf-

lage und Mahnung die verlangte Aufstellung über die erzielten Einnahmen und getätig-

ten  Ausgaben  nicht  eingereicht  und  damit  einen  Untersuchungsnotstand  verursachte 

hatte. 

b) Eine zu Recht ergangene Ermessenseinschätzung kann der Steuerpflichti-

ge laut Art. 132 Abs. 3 DBG bzw. § 140 Abs. 2 StG einzig wegen offensichtlicher Un-

richtigkeit  anfechten.  Diese  Norm  beinhaltet  eine  Kognitionsbeschränkung  der  Prü-

fungsinstanzen. Letztere können eine zu Recht getroffene Ermessenseinschätzung nur 

aufheben, wenn sie sich als offensichtlich falsch erweist (so im Ergebnis Martin Zwei-

fel,  in:  Kommentar  zum Schweizerischen  Steuerrecht,  Band I/2b,  2.A.,  2008,  Art.  130 

N 33  DBG).  Den  entsprechenden  Nachweis  kann  der  Steuerpflichtige  auf  zwei  Arten 

erbringen (Martin Zweifel, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, 

2. A., 2002, Art. 48 N 46 ff. StHG, auch zum Folgenden): Vorab kann er den tatsächli-

chen  Sachverhalt  dartun  und  den  entsprechenden  Nachweis  leisten,  mit  der  Folge, 

dass die im Streit stehende Ermessenseinschätzung durch eine ordentliche Einschät-

zung ersetzt wird und die Steuerfaktoren nach den für "gewöhnliche" Einschätzungen 

geltenden  Regeln  ermittelt  werden.  Ist  die  Ermessenseinschätzung  Folge  einer  ver-

säumten Mitwirkungspflicht, so muss der Steuerpflichtige dabei insbesondere die ver-

säumten Handlungen innerhalb der Rechtsmittelfrist nachholen (RB 1999 Nr. 150). 

Ist  dieser  Nachweis  nicht  möglich  oder  misslingt  er,  kann  der  Steuerpflichtige 

sodann  noch  darlegen  und  nachweisen,  dass  die  angefochtene  Einschätzung  offen-

sichtlich unrichtig (namentlich zu hoch) ist. Als offensichtlich unrichtig erweist sich eine 

Schätzung dann, wenn sie sachlich nicht begründbar (z.B. erkennbar pönal oder fiska-

lisch  begründet)  ist,  sich  auf  sachwidrige  Schätzungsgrundlagen,  -methoden  oder  

-hilfsmittel  stützt  oder  sonst  wie  mit  den  konkreten  aktenkundigen  Verhältnissen  auf-

grund der Lebenserfahrung vernünftigerweise nicht vereinbar ist (Zweifel, Art. 48 N 59 

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StHG  mit  Hinweisen).  Ist  dieser  Nachweis  geleistet,  bleibt  es  zwar  bei  einer  Ermes-

senseinschätzung,  doch  wird  die  angefochtene  durch  eine  neue  (tiefere)  Schätzung 

der Rechtsmittelinstanz ersetzt. 

c)  Die  Steuerbehörde  schätzte  den  Nettogewinn  aus  dem  Pferderennsport 

per 2008 auf Fr. 525'000.-, wobei sich dieser gemäss den Erwägungen in den Einspra-

cheentscheiden wie folgt zusammensetzt: 

Preisgelder  

Nachgewiesene Auslagen 

Total 

Umgerechnet zum Jahresmittelkurs 1.586665 

Nicht nachgewiesene Kosten geschätzt 

Erträge aus anderen Rennen und Pferdeverkäufen geschätzt 

Total 

€ 

€  

€ 

Fr. 

Fr. 

Fr. 

478'442.- 

- 179'607.- 

298'835.- 

474'151.- 

 - 50'000.- 

100'000.- 

Fr.  

524'151.- 

d) Im Einspracheverfahren reichte der Pflichtige erstmals eine Aufstellung zu 

seinen  pferderennsportbezogenen  Einnahmen  und  Ausgaben  per  2008  ein.  Danach 

beliefen sich die Einnahmen auf € 478'442.- und die Ausgaben auf € 699'233.-. 

aa)  Soweit  aus  den  Akten  ersichtlich,  hat  der  Pflichtige  seine  Rennpferde 

2008  ausschliesslich  in  Land  Z  eingesetzt.  Der  dortige  Rennveranstalter  erstellt  den 

teilnehmenden Besitzern monatliche Kontoauszüge, auf welchen die Einnahmen (insb. 

Preisgelder) sowie die rennbezogenen Ausgaben (z.B. Provisionen zugunsten Trainer 

und Jockey), aber auch die Land Z bezogenen Unterhaltskosten (Pension und Training 

der Pferde, Tierarzt etc.) aufgelistet sind (vgl. Monatsauszüge für das Jahr 2008).  

bb) Was zunächst die Einnahmen anbelangt, stimmt der vom Pflichtigen in der 

Übersicht  angegebene  Totalbetrag  von  € 478'442.-  mit  den  Monatsauszügen  des 

Rennveranstalters überein, so dass mit der Steuerbehörde davon auszugehen ist.  

Anders  verhält  es  sich  auf  der  Seite  der  Ausgaben:  Der  geltend  gemachte 

Jahresaufwand  von  € 699'233.-  enthält  Abschreibungen  im  geschätzten  Betrag  von 

€ 500'000.- für zwei angeblich per 2008 verunglückte Rennpferde. Abgesehen davon, 

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dass die behaupteten Unfälle bzw. Wertverluste per 2008 trotz Zusatzuntersuchung im 

Einspracheverfahren  in  keiner  Weise  belegt  worden  sind,  setzte  die  Vornahme  von 

(begründeten)  Abschreibungen  Geschäftsvermögen  voraus.  An  solchem  fehlt  es  hier 

indes, nachdem die Rennpferde im Rahmen der betriebenen Liebhaberei dem Privat-

vermögen des Pflichtigen zuzuordnen sind.  

Die  demnach  verbleibenden  Auslagen  von  €  199'233.-  sind  im  Umfang  von 

€ 184'860.- durch die Angaben auf den Kontoauszügen des Rennveranstalters belegt. 

Die  weiter  aufgelisteten  Auslagen  ausserhalb  der  Abrechnungen  des  Rennveranstal-

ters  im  Umfang  von  € 14'373.-  können  aufgrund  der  im  Veranlagungs-  und  Einschät-

zungsverfahren eingereichten Rechnungen schätzungsweise ebenfalls anerkannt wer-

den, wovon auch die Vorinstanz ausgeht (vgl. Vergleichsvorschlag des Rekursgerichts 

vom  11. September  2012  und  Zustimmung  des  Steuerkommissärs  vom  21.  Septem-

ber 2012).  Damit  errechnet  sich  gestützt  auf  die  um  die  Abschreibungen  korrigierte 

Übersicht  des  Pflichtigen  per  2008  ein  Einnahmeüberschuss  von  € 279'209.- 

(€ 478'442.- ./. € 199'233.-). 

cc) Dieser Nettogewinn per 2008 ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, 

dass das Pferd C 2008 das bereits erwähnte Rennen auf der Gruppe I Ebene gewann 

und  dergestalt  in  einem  einzigen  Rennen  ein  Preisgeld  von  €  234'000.-  einlief  (vgl. 

Kontoauszug des Rennveranstalters vom 1. Dezember 2008). Hätte sich das Pferd bei 

diesem Rennen (sowie in einem Folgerennen im gleichen Monat) nicht in den Gewinn-

rängen  klassiert,  hätte  der  Pflichtige  also  auch  per  2008  keinen  steuerbaren  Einnah-

meüberschuss erzielt, was erneut vor Augen führt, wie sehr hier Glück und Zufall mit-

spielte.  Weil  der  Einnahmeüberschuss  von  € 279'209.-  weitgehend  auf  dieses  eine 

Rennen zurückzuführen ist, rechtfertigt es sich, bei der Gewinnumrechnung in Schwei-

zer  Franken  vom  €/Fr.-Wechselkurs  per  Monat  des  Sieges  an  diesem  Rennen  von 

1.51  auszugehen,  was  demnach  zu  steuerbaren  Einkünften  aus  Liebhaberei/Hobby 

von Fr. 421'606.- führt. 

dd)  Hinweise  dafür,  dass  dem  Pflichtigen  per  2008  weitere  Preisgelder  aus 

Rennen ausserhalb des Landes Z zugekommen sind, finden sich weder in den Steuer-

akten  noch  im  Rahmen  von  Internetrecherchen.  Wenn  sich  sodann  die  Pferde  des 

Pflichtigen  nach  dem  Gesagten  in  dessen  Privatbesitz  befinden,  konnte  er  mit  dem 

Verkauf  eines  Pferds  von  vornherein  kein  weiteres  Einkommen  erzielen;  hätte  er  mit 

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dem  erwähnten  Verkauf  des  Pferds  E  überhaupt  einen  Gewinn  erzielt,  wäre  dieser 

nach Art. 16 Abs. 3 DBG bzw. § 16 Abs. 3 StG nämlich steuerfrei.  

Auch zugunsten des Pflichtigen lassen die Akten nicht auf einen weiteren Kor-

rekturbedarf schliessen. Vorjahresverluste können nach dem Gesagten im Bereich von 

Einkommen  aus  Liebhaberei/Hobby  nicht  geltend  gemacht  werden.  Soweit  sich  die 

diesbezügliche  Rechtsprechung  mit  Blick  auf  die  Schnittstelle  zur  selbstständigen  Er-

werbstätigkeit  durchaus  kritisch  hinterfragen  lässt  (vgl.  vorstehend  E.  3e),  entschärft 

sich diese Problematik im vorliegenden Fall insoweit, als der Pflichtige solche Verluste 

in keiner Weise quantifiziert bzw. überhaupt substanziiert hat und solche im vorliegen-

den  Ausnahmefall  auch  nicht  naheliegend  sind.  So  hatte  das  heranwachsende  Spit-

zenpferd C nämlich schon in den Vorjahren bzw. in seinen ersten Rennen grosse Er-

folge.  Nach  dem  ersten  Sieg  im  Jahr  2007  auf  Gruppe  I  Ebene  belief  sich  das  dem 

Pflichtigen  insgesamt  eingelaufene  Preisgeld  bereits  auf  rund  Fr. 500'000.-,  was  den 

vom Pflichtigen in den Vorjahren betriebenen Hobbyaufwand übertroffen haben dürfte. 

ee)  Damit  bleibt  es  beim  vorstehend  ermittelten  Einnahmeüberschuss  von 

Fr. 421'606.-. Mit den bereits im Einspracheverfahren eingereichten Unterlagen hat der 

Pflichtige damit immerhin den Nachweis erbracht, dass sich die vorinstanzliche Schät-

zung von Fr. 525'000.- im Umfang von Fr. 103'394.- als zu hoch erweist.  

ff)  Unerklärlich  ist,  wieso  die  Steuerbehörde  dem  Pflichtigen  (naheliegender-

weise wohl im Zusammenhang mit der falschen Annahme des Vorliegens einer selbst-

ständigen  Erwerbstätigkeit)  abzugsseitig  einen  Betrag  von  Fr.  7'000.-  für  Beiträge  in 

die  Säule  3a  zugestanden  hat  (vgl.  Veranlagungsverfügung  und  Einschätzungsent-

scheid  vom  4.  Januar  2012).  Im  Alter  von  damals  76  Jahren  konnte  dieser  gar  nicht 

mehr in die Säule 3a einzahlen und hat er denn auch keine solchen Beiträge deklariert 

(vgl. Steuererklärung 2008). Damit reduziert sich die zugunsten des Pflichtigen vorzu-

nehmende Einkommenskorrektur auf Fr. 96'394.- (Fr. 103'394.- ./. Fr. 7'000.-; vgl. dazu 

bereits der Vergleichsvorschlag).  

e)  Ausgehend von  den  angefochten  Faktoren  ist  das  steuerbare  Einkommen 

im Bereich der direkten Bundessteuer damit neu auf Fr. .- festzusetzen; im Bereich der 

Staats- und Gemeindesteuern ergibt sich neu ein steuerbares und gleichzeitig satzbe-

stimmende Einkommen von Fr. .- .  

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f)  Bei  den  Staats-  und  Gemeindesteuern  rechnete  der  Steuerkommissär  mit 

Blick  auf  die  nicht  deklarierten  Rennpferde  des  Pflichtigen  einen  wiederum  nach 

pflichtgemässem Ermessen geschätzten Betrag von Fr. 1 Mio. auf. Zu deklarieren wa-

ren diese Pferde auch bei deren Zuordnung zum Privatvermögen.  Der Betrag erweist 

sich  sodann  allein  schon  aufgrund  des  Werts  des  Spitzenpferds  C  nicht  als  unange-

messen  hoch.  Insbesondere  nach  dem  Grosserfolg  im  Herbst  2008  war  diesem  per 

Ende  2008  (=  massgeblicher  Zeitpunkt  für  die  Vermögensbewertung)  ohne  weiteres 

das Potential zuzusprechen, im Verlauf der noch kommenden Rennjahre auf höchster 

Ebene  Preisgelder  in  Millionenhöhe  einzulaufen.  Im  Übrigen  besass  der  Pflichtige  – 

wie u.a. die Belege zu den Pferdepensionskosten aufzeigen – noch zahlreiche weitere 

Pferde und hat er es unterlassen, ein Inventar seines Besitzes mit selbst geschätzten 

Wertangaben vorzulegen. Der erwähnte aktenkundige Verkauf eines Vollbruders von C  

im Betrag von Fr. 40'512.50 zeigt sodann, dass die Rennpferde aus seiner Zucht kei-

neswegs  mit  Blick  auf  immer  mögliche  Verletzungen  gewissermassen  wertlos  waren, 

wie das im Rahmen der einzigen vermögensbezogenen Einwendung in der Beschwer-

de-  und  Rekursschrift  geltend  gemacht  wird.  Gleiches  ergibt  sich  aus  dem  Umstand, 

dass der Pflichtige im Zusammenhang mit zwei verunfallten Pferden, welche bei Wei-

tem nicht die Klasse des Pferdes C hatten, € 500'000.- abschreiben wollte. Die Unrich-

tigkeit der vermögensseitigen Schätzung (Wert aller Rennpferde) wurde damit in keiner 

Weise  nachgewiesen,  so  dass  die  entsprechenden  Aufrechnungen  bzw.  die  vermö-

gensseitigen Steuerfaktoren als solche zu bestätigen sind.  

5.  a)  Gestützt  auf  diese  Erwägungen  sind  die  Beschwerde  und  der  Rekurs 

teilweise gutzuheissen.  

b)  Ausgangsgemäss  sind  die  Verfahrenskosten  den  Parteien  anteilsmässig 

aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG, § 151 Abs. 1 StG).  

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