# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b423e005-4197-50a3-abae-db0c8e671972
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-08-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.08.2017 A-4352/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4352-2016_2017-08-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-4352/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  A u g u s t  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Salome Zimmermann (Vorsitz), 

Richter Daniel Riedo, Richterin Marianne Ryter,    

Gerichtsschreiberin Monique Schnell Luchsinger. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch MLaw Petra Schuler, Rechtsanwältin,  

Studer Anwälte und Notare AG,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Oberzolldirektion (OZD),  

Hauptabteilung Verfahren und Betrieb,  

Monbijoustrasse 40, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Landwirtschaftlicher Bewirtschaftungsverkehr. 

 

 

 

A-4352/2016 

 

Seite 2 

 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Verfügung über die Leistungspflicht vom 4. November 2013 erhob die 

Zollkreisdirektion Basel (nachfolgend ZKD BS) von A._______ (nachfol-

gend Bauer) Einfuhrabgaben in der Höhe von Fr. 48‘684.70. Der Betrag 

setzt sich zusammen aus Fr. 43‘000.- Zoll, Fr. 1‘890.25 Mehrwertsteuer 

und Fr. 3‘794.45 Verzugszins. 

Die Einfuhrabgaben wurden für eine Lieferung von 430'000 kg Silomais 

nacherhoben. Der Silomais wurde am 5. Oktober 2011 auf den im 

französischen Grenzgebiet gelegenen Feldern von B._______ 

(nachfolgend Bäuerin), wohnhaft in der Schweiz, geerntet und im Rahmen 

des landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsverkehrs (nachfolgend LBV) im 

Namen der Bäuerin über die Grenze in die Schweiz eingeführt. Die ZKD 

BS verneinte später die Voraussetzungen für die abgabenfreie Einfuhr im 

LBV, weil der Silomais vor der Einfuhr in die Schweiz an den Bauer verkauft 

worden und alsdann von einer Drittperson auf Rechnung des Bauern in die 

Schweiz verbracht worden sei. In der Folge erhob sie vom Bauer die 

Einfuhrabgabe. Hierbei erklärte sie die Bäuerin als solidarisch haftbar. 

B.  

Mit Eingabe vom 9. Dezember 2013 liess der Bauer bei der Oberzolldirek-

tion (nachfolgend OZD) Beschwerde erheben und im Wesentlichen die Auf-

hebung der Verfügung vom 4. November 2013 beantragen; unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. 

C.  

Mit Beschwerdeentscheid vom 14. Juni 2016 wies die OZD (nachfolgend 

auch Vorinstanz) die Beschwerde unter Kostenfolgen zulasten des Bauers 

ab. 

D.  

Mit Beschwerde vom 11. Juli 2016 beantragt der Bauer (nachfolgend auch 

Beschwerdeführer) beim Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung des 

Beschwerdeentscheids vom 14. Juni 2016 sowie der Verfügung über die 

Leistungspflicht vom 4. November 2013. Eventualiter sei die Sache mit ver-

A-4352/2016 

 

Seite 3 

 

bindlichen Weisungen zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzügl. MWST) zulasten 

der Beschwerdegegnerin (hier: Vorinstanz; eingefügt durch das Bundes-

verwaltungsgericht). 

Zusammengefasst macht der Beschwerdeführer geltend, dass die Vo-

rinstanz den Sachverhalt unrichtig ermittelt habe. Die Einfuhr sei durch die 

Bäuerin und zu Recht im LBV erfolgt. Er, der Beschwerdeführer, habe le-

diglich als Vertreter der Bäuerin ein französisches Landwirtschaftsunter-

nehmen mit der Ernte und Einfuhr des Silomaises betraut. Erst nachdem 

der Silomais in die Schweiz eingeführt worden sei, habe er diesen gekauft. 

Hierbei habe er mit separater Abmachung die Ernte- und Transportkosten 

übernommen. Er selber sei nicht Zollschuldner. Des Weiteren habe sich 

sein Sohn bei einem Beamten der Zollstelle Boncourt nach der Rechtslage 

erkundigt und erfahren, dass die Einfuhr im Rahmen des LBV erfolgen 

könne, wenn die Ernte erst in der Schweiz verkauft werde. Schliesslich sei 

die Nachforderung unangemessen, da er, der Beschwerdeführer, der be-

tagten und verwittweten Bäuerin nur einen Freundschaftsdienst erwiesen 

habe. 

E.  

Mit Vernehmlassung vom 25. August 2016 beantragt die OZD die Abwei-

sung der Beschwerde. 

Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Akten wird nach-

folgend unter den Erwägungen eingegangen, soweit dies für den vorlie-

genden Entscheid wesentlich ist. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-

gungen nach Art. 5 VwVG (Art. 31 VGG). Soweit das VGG nichts anderes 

bestimmt, richtet sich das Verfahren nach den Vorschriften des VwVG 

(Art.  37 VGG). 

A-4352/2016 

 

Seite 4 

 

Der Beschwerdeführer ficht einen Beschwerdeentscheid der OZD betref-

fend Nachforderung von Zollabgaben und Einfuhrsteuern an. Das Bundes-

verwaltungsgericht ist zur Beurteilung dieser Beschwerde sachlich und 

funktionell zuständig (Art. 116 Abs. 4 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 

[ZG, SR 631.0]; Art. 50 des Bundesgesetzes vom 12. Juni 2009 über die 

Mehrwertsteuer [Mehrwertsteuergesetz, MWSTG, SR 641.20]; Art. 32 

VGG e contrario sowie Art. 31 in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG).  

1.2 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 

bildet einzig der vorinstanzliche Entscheid; dieser ersetzt allfällige Ent-

scheide unterer Instanzen (sog. Devolutiveffekt; vgl. BGE 134 II 142 E. 1.4; 

Urteil des BVGer A-2771/2015 vom 17. Oktober 2015 E. 1.2, A-235/2014 

vom 26. Mai 2014 E. 1.2; ANDRÉ MOSER et al., Prozessieren vor dem Bun-

desverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, N. 2.7). Soweit der Beschwerdefüh-

rer verlangt, es sei die Leistungsverfügung vom 4. November 2013 aufzu-

heben, ist auf die Beschwerde demzufolge nicht einzutreten.  

1.3 Der Beschwerdeführer ist Adressat des angefochtenen Entscheides 

und hat ein Interesse an dessen Änderung. Er ist somit zur Beschwerdeer-

hebung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerde wurde im Übri-

gen form- und fristgerecht eingereicht (vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 

VwVG). Auf die Beschwerde ist somit unter Vorbehalt von E. 1.2 einzutre-

ten.  

  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid 

grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerdeführer kann 

neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der un-

richtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge der Unangemessenheit er-

heben (Art. 49 Bst. c VwVG).  

2.2 Unangemessen handelt die rechtsanwendende Behörde, wenn sie 

zwar innerhalb des ihr eingeräumten Entscheidungsspielraums bleibt, ihr 

Ermessen aber in einer Weise ausübt, die den Umständen des Einzelfalls 

nicht gerecht wird und deshalb unzweckmässig ist (vgl. MOSER et al., 

a.a.O., N. 2.192). Bei der schlichten Unangemessenheit wird einzig ein Er-

A-4352/2016 

 

Seite 5 

 

messensfehler begangen, ohne dass es darüber hinaus zu einer Rechts-

verletzung kommt. Die Verwaltungsbehörde verletzt demnach weder ver-

fassungsmässige Rechte noch Verfassungs- oder allgemeine Rechts-

grundsätze, noch die in der angewendeten Norm vorgesehenen Kriterien 

(OLIVER ZIBUNG/ELLIAS HOFSTETTER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], 

Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Art. 49 

N. 42). 

2.3 Im Beschwerdeverfahren vor Bundesverwaltungsgericht gilt der Grund-

satz der Rechtsanwendung von Amtes wegen. Das Bundesverwaltungs-

gericht ist verpflichtet, auf den unter Mitwirkung der Verfahrensbeteiligen 

festgestellten Sachverhalt die richtigen Rechtsnormen und damit jenen 

Rechtssatz anzuwenden, den es als den zutreffenden erachtet, und ihm 

jene Auslegung zu geben, von der es überzeugt ist (MOSER et al., a.a.O., 

N. 1.54 unter Verweis auf BGE 119 V 347 E. 1a). Völkerrechtliche Verträge 

sind nach den Auslegungsregeln des für die Schweiz am 6. Juni 1990 in 

Kraft getretenen Wiener Übereinkommens vom 23. Mai 1969 über das 

Recht der Verträge (Wiener Übereinkommen, Vertragsrechtskonvention, 

VRK; SR 0.111) auszulegen. Die Auslegung von nationalem Recht erfolgt 

nach den vom Bundesgericht entwickelten Grundsätzen, wobei sich das 

Bundesgericht stets von einem Methodenpluralismus hat leiten lassen 

(statt vieler: BGE 131 II 13 E. 7.1, mit Hinweisen; vgl. auch [allgemein] 

THOMAS GÄCHTER, Rechtsmissbrauch im öffentlichen Recht, 2005, 

S. 69 ff., S. 254 ff.; [steuerrechtsspezifisch] PETER LOCHER, Rechtsmiss-

brauchsüberlegungen im Recht der direkten Steuern der Schweiz, in: ASA 

75 682). 

Aus der Rechtsanwendung von Amtes wegen folgt des Weiteren, dass das 

Bundesverwaltungsgericht als Beschwerdeinstanz nicht an die rechtliche 

Begründung der Begehren gebunden ist (Art. 62 Abs. 4 VwVG) und eine 

Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen (teil-

weise) gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit ei-

ner von der Vorinstanz abweichenden Begründung bestätigen kann (sog. 

Motivsubstitution; vgl. Urteile des BVGer A-4158/2016 vom 4. April 2017 

E. 2.2, A-7049/2015 vom 6. April 2016 E. 2.2, A-5962/2014 vom 14. Januar 

2016 E. 2.2).  

A-4352/2016 

 

Seite 6 

 

2.4 Die Entscheidfindung (Rechtsanwendung) setzt voraus, dass die Sach-

lage korrekt und vollständig ermittelt wurde. Das Bundesverwaltungsge-

richt als entscheidende Behörde hat den rechtlich relevanten Sachverhalt 

grundsätzlich von sich aus abzuklären und darüber ordnungsgemäss Be-

weis zu führen (sog. Untersuchungsgrundsatz; Urteile des BVGer 

A-7049/2015 vom 6. April 2016 E. 2.3, A-5216/2014 vom 13. April 2015 

E. 1.4; MOSER et al.; a.a.O., N. 1.49 ff.). Dies hat vorerst keinen Einfluss 

auf die objektive Beweislast, wonach grundsätzlich diejenige Partei die Fol-

gen der Beweislosigkeit eines Sachumstands zu tragen hat, die daraus 

Vorteile ableitet (zur Anwendbarkeit von Art. 8 ZGB auf öffentlich-rechtliche 

Verfahren vgl. BGE 142 II 433 E. 3.2.6). Wer eine Zoll- oder Steuerfreiheit 

geltend macht, ist für die entsprechenden zoll- oder steueraufhebenden 

Tatsachen beweisbelastet (vgl. Urteile des BVGer A-2080/2016 vom 

26. Januar 2017 E. 2.4, A-5216/2014 vom 13. April 2015 E. 1.5.2).  

2.5 Sowohl im zollrechtlichen Beschwerdeverfahren vor der OZD wie auch 

vor dem Bundesverwaltungsgericht wird grundsätzlich ein strenges Be-

weismass verlangt (vgl. Urteil des BVGer A-6660/2011 vom 29. Mai 2012 

E. 4.2.3). Die eingereichten Beweismittel müssen die behauptete Tatsache 

mit hinreichender Sicherheit belegen. Eine nur überwiegende Wahrschein-

lichkeit genügt nicht (BGE 109 Ib 190 E. 1d; Urteile des BVGer A-581/2016 

vom 21. März 2017 E. 1.4.2, A-5216/2014 vom 23. April 2015 E. 1.5.3).  

  

3.1 Waren, die ins Zollgebiet oder aus dem Zollgebiet verbracht werden, 

sind zollpflichtig und müssen nach dem ZG sowie nach dem Zolltarifgesetz 

vom 9. Oktober 1986 (ZTG, SR 632.10) veranlagt werden (Grundsatz der 

allgemeinen Zollpflicht, vgl. Art. 7 ZG). Der Zollbetrag bemisst sich nach 

Art, Menge und Beschaffenheit der Ware im Zeitpunkt, in dem sie der Zoll-

stelle angemeldet wird (Art. 19 Abs. 1 Bst. a ZG), und nach den Zollansät-

zen und Bemessungsgrundlagen, die im Zeitpunkt der Entstehung der Zoll-

schuld gelten (Art. 19 Abs. 1 Bst. b ZG). Ein- und Ausfuhrzölle werden nach 

dem Generaltarif festgesetzt (Art. 1 Abs. 1 in Verbindung mit den Anhängen 

1 und 2 des ZTG). Ausnahmen vom Grundsatz der allgemeinen Zollpflicht 

müssen sich ergeben aus Staatsverträgen, besonderen Gesetzesbestim-

mungen sowie Verordnungen des Bundesrates, die sich auf das ZTG ab-

stützen (Art. 1 Abs. 2 ZTG; vgl. Urteile des BVGerA-7049/2015 vom 6. April 

2016 E. 3.1, A-3875/2014 vom 1. Dezember 2014 E. 3.1).  

A-4352/2016 

 

Seite 7 

 

3.2 Zollschuldner sind die Personen, welche die Waren über die Zollgrenze 

bringen oder bringen lassen (Art. 70 Abs. 2 Bst. a ZG). Dies sind die ei-

gentlichen Warenführenden, aber auch diejenigen, welche rechtlich oder 

tatsächlich den Warentransport veranlassen, so insbesondere der Auftrag-

geber. Der Begriff des Auftraggebers ist dabei in Fortführung der entspre-

chenden, unter dem alten Zollgesetz geltenden Praxis über das Zivilrecht 

hinaus in einem weiten Sinn zu verstehen (vgl. Urteil des BGer 

2C_414/2013 vom 2. Februar 2014 E. 3.4, mit Hinweisen). Als Auftragge-

ber gilt demnach nicht nur derjenige, der im zivilrechtlichen Sinne mit dem 

Transporteur einen Frachtvertrag abschliesst, sondern jede Person, wel-

che die Wareneinfuhr tatsächlich veranlasst (BGE 107 Ib 198 E. 6b; Urteile 

des BGer 2C_747/2009 vom 8. April 2010 E. 4.2, 2A.580/2003 vom 10. Mai 

2004 E. 3.3.2). Nach Art. 70 Abs. 2 ZG sind Zollschuldner ferner die Per-

sonen, die zur Zollanmeldung verpflichtet oder damit beauftragt sind 

(Bst.  b) sowie diejenigen, auf deren Rechnung die Waren ein- oder aus-

geführt werden (Bst. c). Der Gesetzgeber hat damit – sowohl nach dem 

alten als auch nach dem neuen Zollgesetz – den Kreis der Zollzahlungs-

pflichtigen bzw. Zollschuldner weit gezogen, um die Einbringlichkeit der 

Zollforderung sicherzustellen (BGE 107 Ib 198 E. 6a; BGE 89 I 542 E. 4; 

Urteile des BGer 2C_414/2013 vom 2. Februar 2014 E. 3.4, 2C_747/2009 

vom 8. April 2010 E. 4.2; Urteil des BVGer A-5158/2016 vom 4. April 2017 

E. 3.3.1). 

3.3 Die Zollschuld wird mit ihrer Entstehung fällig (Art. 72 Abs. 1 ZG). Wird 

die Zollschuld nicht fristgerecht bezahlt, so ist ab ihrer Fälligkeit ein Ver-

zugszins geschuldet (Art. 74 Abs. 1 ZG; vgl. auch Art. 186 Abs. 1 Bst. d der 

Zollverordnung vom 1.  November 2006, [ZV, SR 631.01]), vorbehältlich 

der Ausschlussgründe gemäss Art. 74 Abs. 2 ZG. Die Höhe des Verzugs-

zinses beträgt vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2011 4,5 % und seit 

1. Januar 2012 4% (Art. 1 Abs. 2 Bst. b der Verordnung vom 11. Dezember 

2009 des EFD über die Verzugs- und die Vergütungszinssätze, [VO-Zins, 

SR 641.207.1]).  

3.4 Die Übereinkunft vom 31. Januar 1938 zwischen der Schweiz und 

Frankreich betreffend die grenznachbarlichen Verhältnisse und die Beauf-

sichtigung der Grenzwaldungen (nachfolgend LBV-Abkommen mit Frank-

reich, SR 0.631.256.934.99) enthält in Art. 2 eine Regelung zum LBV. 

Diese Regelung betrifft den Anbau auf Grundstücken, die in einer der 

A-4352/2016 

 

Seite 8 

 

Grenzzonen liegen und von in der anderen Zone wohnenden Eigentümern, 

Nutzniessern oder Pächter bebaut werden. Ziff. 3 der Bestimmung be-

schäftigt sich mit rohen Bodenerzeugnissen (mit Ausnahme der Produkte 

des Rebbaus). Deren Einfuhr ist steuerfrei, wenn sie vom Bewirtschafter 

selbst oder auf seine Rechnung eingeführt werden und keine weitere als 

die zu ihrer Gewinnung und Abtransport notwendige Bearbeitung erfahren 

haben. 

Diese auf einer internationalen Vereinbarung beruhende Regelung erach-

tet es gemäss ihrem Wortlaut als zulässig, dass die bewirtschaftende Per-

son die Einfuhr nicht persönlich abwickeln muss, sondern dass der Bewirt-

schafter auch weitere Personen mit der Einfuhr betrauen darf (was insbe-

sondere durch die Umschreibung „oder auf seine Rechnung eingeführt 

werden“ ausgedrückt wird). Diese Bestimmung geht nicht näher auf die 

rechtliche Qualifikation des Verhältnisses zwischen der bewirtschaftenden 

Person und den beigezogenen Hilfspersonen ein. Vorausgesetzt wird ein-

zig, dass die Einfuhr „auf Rechnung des Bewirtschafters“ erfolgt. Auf Rech-

nung des Bewirtschafters erfolgt die Einfuhr insbesondere dann, wenn die-

ser eine andere Person oder auch ein Unternehmen mit der Einfuhr beauf-

tragt, mithin einen Frachtvertrag (Art. 440 ff. OR) eingeht. 

3.5 Im nationalen Recht erteilt Art. 8 Abs. 2 Bst. j in Verbindung mit Art. 43 

ZG dem Bundesrat (unter anderem) die Kompetenz, Waren des Grenzzo-

nenverkehrs für zollfrei zu erklären, was dieser mit Erlass von Art. 23 ZV 

auch getan hat. 

3.5.1 Damit eine Tätigkeit als LBV qualifiziert wird und folglich die entspre-

chenden Einfuhren zollbefreit sind, müssen kumulativ grundsätzlich fol-

gende Voraussetzungen erfüllt sein (vgl. zum Ganzen: Art. 8 Abs. 2 Bst. j 

und Art. 43 ZG in Verbindung mit Art. 23 ZV, Art. 118 ZV; Art. 24a der Zoll-

verordnung vom 4. April 2007 der EZV [ZV-EZV; SR 631.013]; Urteil des 

BGer 2C_53/2011 vom 2. Mai 2011 E. 2.3; Urteile des BVGer A-4158/2016 

vom 4. April 2017 E. 3.1.3, A-3875/2014 vom 1. Dezember 2014 E. 3.3; 

ROLF WÜTHRICH, in: Martin Kocher/Diego Clavadetscher, Zollgesetz [ZG], 

2009 [nachfolgend Zollkommentar], Art. 43 N. 8 ff.):  

- diejenige Person, die Anspruch auf Zollbefreiung erhebt, muss ihren 

Wohnsitz in der schweizerischen Grenzzone haben,  

A-4352/2016 

 

Seite 9 

 

- sie muss Eigentümerin, Nutzniesserin oder Pächterin des betreffenden 

Grundstücks sein,  

- sie muss dieses Grundstück selber bewirtschaften,  

- sie muss die Ernteerträge selber einführen oder sie durch Angestellte ein-

führen lassen,  

- bei den einzuführenden Ernteerträgen muss es sich um rohe Bodener-

zeugnisse handeln,  

- das Grundstück, von welchem die einzuführenden Bodenerzeugnisse 

stammen, muss in der ausländischen Grenzzone liegen; die Grenzzone 

erstreckt sich auf beiden Seiten der Zollgrenze auf einen Gebietsstreifen 

von 10 Kilometern,  

- bis am 30. April jedes Jahres muss die bewirtschaftende Person der Zoll-

stelle eine Bescheinigung über das Eigentum am betreffenden Grundstück, 

dessen Nutzniessung oder Pacht und einen Ertragsausweis über die mut-

masslichen Erträge und Kulturen vorlegen,  

- jede Einfuhr muss bei der Zollstelle korrekt angemeldet werden.  

3.5.2 Aus der Entstehungsgeschichte der Befreiungsvorschrift für den LBV 

ergibt sich, dass der Gesetzgeber damit die Benachteiligung von Landwir-

ten vermeiden wollte, die beidseitig der oft zufällig verlaufenden Zollgrenze 

Land bewirtschaften. Um Missbräuche zu verhindern, wurde die Privilegie-

rung schon mit der Gesetzesrevision von 1924/25 erneut davon abhängig 

gemacht, dass die im Ausland gelegenen Grundstücke tatsächlich durch 

den schweizerischen Eigentümer, Nutzniesser oder Pächter bewirtschaftet 

werden. Die Zollfreiheit im Rahmen des landwirtschaftlichen Bewirtschaf-

tungsverkehrs ist daher nach der konstanten Rechtsprechung einschrän-

kend zu verstehen und nur denjenigen Eigentümern, Nutzniessern und 

Pächtern vorbehalten, die diese Grundstücke selber bewirtschaften (Ur-

teile des BVGer A-4158/2016 vom 4. April 2017 E. 3.1.4, A-7049/2015 vom 

6. April 2016 E. 3.4 mit weiteren Hinweisen). 

A-4352/2016 

 

Seite 10 

 

3.5.3 Bewirtschafter ist, wer einen landwirtschaftlichen Betrieb auf eigene 

Rechnung und Gefahr führt, das heisst, die zur Bewirtschaftung nötigen 

Anordnungen trifft, die Kosten trägt und einen allfälligen Gewinn oder Ver-

lust realisiert. Für die Qualifikation als Bewirtschafter nicht schädlich ist, 

wenn Angestellte die Grundstücke für den Bewirtschafter besorgen, oder 

wenn der Bewirtschafter Fachleuten detaillierte Anweisungen über die Be-

bauung, Pflege und dergleichen gibt. Es genügt, wenn diese in seinem Auf-

trag und auf seine Rechnung arbeiten (vgl. Urteil des BVGer A-2925/2010 

vom 25. November 2010 E. 2.3.1; WÜTHRICH, Zollkommentar, Art. 43 

N. 11). 

3.5.4 Der Bewirtschafter hat die Grundstücke indessen nicht nur selber zu 

bewirtschaften, sondern die Ware auch selber oder durch seine Angestell-

ten einzuführen (Art. 23 Abs. 6 Bst. c ZV; vgl. auch Art. 24a Abs. 6 ZV-EZV; 

WÜTHRICH, Zollkommentar, Art. 43 N. 10). Nach der Praxis der Zollverwal-

tung ist die Einfuhr auch dann durch die bewirtschaftende Person erfolgt, 

wenn sie durch einen Mitarbeitenden oder Beauftragten vorgenommen 

wurde (vgl. Richtlinie 16-07 vom 1. März 2017, Grenzzonenverkehr). 

Aus zollrechtlicher Sicht ist der Begriff des Bewirtschafters einheitlich zu 

verstehen. Ist es – wie in E. 3.5.3 ausgeführt – nicht erforderlich, dass die 

bewirtschaftende Person die Parzelle selber bearbeitet, sondern kann sie 

damit Angestellte oder Fachleute betrauen, so muss dies auch für die Ernte 

und den Transport über die Grenze zulässig sein. Dies ist auch sachlich 

gerechtfertigt, denn nicht jeder Landwirtschaftsbetrieb verfügt über die für 

die Ernte und den Transport notwendigen Maschinen und das entspre-

chende Personal. Damit steht die nationale Regelung bzw. deren Ausle-

gung durch die Zollverwaltung auch im Einklang mit der im LBV-Abkommen 

mit Frankreich enthaltenen Bestimmung (E. 3.4). 

3.6 Ein Frachtvertrag (vgl. E. 3.4) zwischen dem Bewirtschafter und dem 

Beauftragten darf jedoch nicht leichthin angenommen werden, wenn ein 

Zusammenhang mit einem Kaufvertrag bzw. dessen Vollzug besteht, mit-

hin wenn die Parteien des Frachtvertrages identisch wären mit den Par-

teien eines späteren Kaufvertrages über die eingeführte Ware. Hier gilt es, 

die konkreten Umstände des Transports und des Kaufs zu berücksichtigen. 

A-4352/2016 

 

Seite 11 

 

3.7 Das Bundesgericht hat noch unter dem vorrevidierten Zollrecht er-

kannt, dass Art. 28 Abs. 5 der Verordnung vom 10. Juli 1926 zum Zollge-

setz (aZV; BS 6 514), welcher sich mit der Einfuhr roher Bodenerzeugnisse 

im landwirtschaftlichen Grenzverkehr befasste, keine Ordnungsvorschrift 

darstellt; Anspruch auf Zollbefreiung hat nur, wer eine ordnungsgemässe 

Deklaration einreicht (Urteil des BGer 2A.403/2001 vom 14. Januar 2002 

E. 1b). 

  

4.1 Das Zollveranlagungsverfahren ist in Art. 21 ff. ZG geregelt. Gemäss 

Art. 21 Abs. 1 ZG hat derjenige, der Waren ins Zollgebiet verbringt, verbrin-

gen lässt oder sie danach übernimmt, die Waren unverzüglich und unver-

ändert der nächstgelegenen Zollstelle zuzuführen oder zuführen zu lassen. 

Die anmeldepflichtige Person muss die der Zollstelle zugeführten, gestell-

ten und summarisch angemeldeten Waren innerhalb der von der Zollver-

waltung bestimmten Frist zur Veranlagung anmelden und die Begleitdoku-

mente einreichen (Art. 25 Abs. 1 ZG). Die von der Zollstelle angenommene 

Zollanmeldung ist für die anmeldepflichtige Person verbindlich (Art. 33 

Abs. 1 ZG).  

4.2 Diese allgemeinen Bestimmungen gelten im LBV nur insoweit, als die 

besonderen Bestimmungen des ZG oder dieses ergänzendes Verord-

nungsrecht keine eigenständigen Regelungen enthalten (REMO ARPAGAUS, 

Zollrecht, 2. Aufl. 2009, N. 741). Der Bundesrat hat im Bereich des Grenz-

zonenverkehrs, insbesondere für den LBV, eigene Verfahrensregeln auf-

gestellt (Art. 43 Abs. 4 ZG in Verbindung mit Art. 118 ZV). Für die Einfuhr 

auf Nichtzollstrassen sind sodann weitere Vorschriften erlassen worden 

(Art. 118 Abs. 4 ZV in Verbindung mit Art. 24a ZV-EZV).  

Art. 10 Abs. 2 LBV-Abkommen mit Frankreich sieht vor, dass die Zollbehör-

den die erforderlichen Kontroll-, Überwachungs- und Sicherungsmassnah-

men anordnen, um jeden Missbrauch der im Abkommen vorgesehenen Er-

leichterungen zu verhindern. Diesem Zwecke dienen denn auch die beson-

deren Verfahrensbestimmungen im LBV, die im nationalen Recht statuiert 

worden sind (vgl. dazu E. 4.4). Diese erweisen sich damit auch als völker-

rechtlich abgestützt. 

A-4352/2016 

 

Seite 12 

 

4.3 Im LBV hat der Bewirtschafter die abgabenfreie Einfuhr vorab zu bean-

tragen (Art. 118 Abs. 1 ZV). Er hat hierfür das Formular 13.15 (Ertragsaus-

weis; piece justificative pour l’importation avec facilités douanières de pro-

duits bruts du sol provenant de la zone frontière) auszufüllen und von der 

zuständigen ausländischen Ortsbehörde bescheinigen zu lassen. In die-

sem Formular hat er unter anderem die von ihm bewirtschafteten Grund-

stücke, die kultivierte Fläche, die Kulturart sowie das anzubauende Erzeug-

nis anzugeben und mit einer Erklärung über den mutmasslichen Bruttoer-

trag zu versehen. Das Formular ist bis zum 30. April des Jahres bei der 

Zollstelle einzureichen, über die die Einfuhr erfolgt. Diese unterbreitet es 

der zuständigen Kreisdirektion zur Genehmigung. Die tatsächliche Einfuhr 

ist grundsätzlich wiederum auf dem Formular 13.15 (vor)anzumelden 

(Art. 118 ZV; vgl. WÜTHRICH, Zollkommentar, Art. 43 N. 45 ff.).  

Für die Einfuhr auf Nichtzollstrassen besteht die Besonderheit, dass neben 

dem jährlichen Ertragsausweis jede Einfuhr jeweils mittels Formular 13.17 

(Annonce préalable d’importation) bei der zuständigen Zollstelle voranzu-

melden ist (Art. 24a Abs. 1 ZV-EZV; WÜTHRICH, Zollkommentar, Art. 43 

N. 43). Hierbei hat die einführende Person die Art und Menge der Waren 

und die Zeit sowie den Ort des Grenzübertritts voranzukündigen (vgl. 

Art. 24a Abs. 1 Bst. a und b ZV-EZV). Die Voranmeldung kann per Fax oder 

elektronisch erfolgen oder direkt der Zollstelle übergeben werden. Sie gilt 

als Zollanmeldung (Art. 24a Abs. 2 ZV-EZV). Die Zollanmeldung gilt im 

Sinne von Art. 33 Abs. 2 ZG als angenommen, sobald sie vollständig bei 

der Zollstelle eingetroffen ist (vgl. Art. 24a Abs. 3 ZV-EZV).  

4.4 Die bewirtschaftende Person muss ihre Angestellten sowie ihre Mitar-

beiterinnen und Mitarbeiter auf dem dafür vorgesehenen Formular identifi-

zieren; dabei ist für jede einzelne dieser Personen anzugeben, ob sie er-

mächtigt ist, die in diesem Artikel vorgesehene Voranmeldung vorzuneh-

men (Art. 24a Abs. 6 ZV-EZV). Die Angabe erfolgt grundsätzlich auf dem 

Ertragsausweis. Die Zollverwaltung ermöglicht diese Meldung aber auch 

mit einem speziellen Formular (Annonce d’un employé / collaborateur; For-

mular 13.16). 

Der Begriff des Bewirtschafters ist in materieller Hinsicht bei der Einfuhr im 

Rahmen des LBV – im Einklang mit dem LBV-Abkommen mit Frankreich – 

weit auszulegen und umfasst auch die Angestellten sowie Personen, die 

A-4352/2016 

 

Seite 13 

 

die Einfuhr auf „Rechnung des Bewirtschafters“ vornehmen (vgl. oben 

E. 3.4 und 3.5.4). Entsprechend sind auch die Deklarationsvorschriften, 

mithin Art. 118 Abs. 4 ZV in Verbindung mit Art. 24a Abs. 6 ZV-EZV auszu-

legen. Die bedeutet, dass die Angestellten des Bewirtschafters sowie an-

dere Personen, die den Bewirtschafter unterstützen bzw. auf seine Rech-

nung tätig sind, gegenüber der Zollbehörde im hierfür vorgesehenen For-

mular offengelegt werden müssen. 

4.5 Das Zollverfahren wird vom Selbstdeklarationsprinzip bestimmt 

(Art. 21, Art. 25 und Art. 26 ZG). Von den Zollmeldepflichtigen wird die voll-

ständige und richtige Deklaration der Ware gefordert. Hinsichtlich ihrer 

Sorgfaltspflichten werden hohe Anforderungen gestellt (BGE 135 IV 217 

E. 2.1.1 und 2.1.3; Urteil des BVGer A-5962/2014 vom 14. Januar 2016 

E. 3.3.3; BARBARA SCHMID, Zollkommentar, Art. 18 N. 2 ff.). Von den Zoll-

pflichtigen wird verlangt, dass sie sich vorweg über die Zollpflicht sowie die 

jeweiligen Abfertigungsverfahren informieren. Unterlassen sie dies, haben 

sie dafür prinzipiell selber die Verantwortung zu tragen (vgl. Urteile des 

BVGer A-657/2016 vom 21. Dezember 2012 E. 2.2, A-7049/2015 vom 

6. April 2016 E. 4.4, A-675/2015 vom 1. September 2015 E. 2.3.2).  

  

5.1 Gegenstände, die gemäss Art. 7 ZG zollpflichtig sind, unterliegen 

grundsätzlich auch der Einfuhrsteuer (Art. 50 ff. MWSTG).  

5.2 Das Objekt der Einfuhrsteuer ist dasselbe wie beim Zoll. Für das Aus-

lösen der Steuer genügt es, dass der Gegenstand über die Zollgrenze ver-

bracht wird. Ein (entgeltliches) Umsatzgeschäft ist nicht erforderlich (Ur-

teile des BVGer A-1612/2006 vom 9. Juli 2009 E. 3.2, A-1751/2006 vom 

25. März 2009 E. 3.3.2 mit weiteren Hinweisen). Vorbehalten bleiben Steu-

erbefreiungen gemäss Art. 53 MWSTG, insbesondere für zollfreie Waren 

gemäss dessen Abs. 1 Bst. d. Waren des LBVs sind im Rahmen von Art. 23 

ZV zollfrei und damit auch einfuhrsteuerbefreit. 

5.3 Steuerpflichtig sind bei der Einfuhrsteuer die zollzahlungspflichtigen 

Personen bzw. die Zollschuldner (Art. 51 Abs. 1 MWSTG). Die Solidarhaf-

tung gemäss Art. 70 Abs. 3 ZG gilt grundsätzlich auch für die Einfuhrsteuer-

schuld (vgl. Art. 51 Abs. 2 MWSTG e contrario).  

A-4352/2016 

 

Seite 14 

 

  

6.1 Gemäss Art. 12 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 über 

das Verwaltungsstrafrecht (VStrR, SR 313.0) sind Abgaben, die infolge ei-

ner Widerhandlung gegen die Verwaltungsgesetzgebung des Bundes zu 

Unrecht nicht erhoben worden sind, ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit 

einer Person nachzuentrichten.  

6.2 Wer sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Zoll- oder Steu-

ervorteil verschafft, insbesondere indem er vorsätzlich oder fahrlässig Wa-

ren bei der Einfuhr nicht oder falsch anmeldet, begeht eine Widerhandlung 

gegen die Zoll- bzw. Mehrwertsteuergesetzgebung (vgl. Art. 118 ZG, 

Art. 96 MWSTG). Sowohl die Zoll- als auch die Mehrwertsteuergesetzge-

bung gehören zur Verwaltungsgesetzgebung des Bundes (Urteil des 

BVGer A-667/2015 vom 1. September 2015 E. 4.3).  

6.3 Leistungspflichtig für die zu Unrecht nicht erhobene Abgabe ist, "wer in 

den Genuss des unrechtmässigen Vorteils gelangt ist, insbesondere der 

zur Zahlung der Abgabe Verpflichtete" (Art. 12 Abs. 2 VStrR).  

Wurde eine geschuldete Abgabe zu Unrecht nicht bezahlt, so gelten insbe-

sondere jene Personen, welche dem Kreis der Zollschuldnerinnen und Zoll-

schuldner gemäss Art. 70 ZG zuzurechnen sind – sowohl bezüglich des 

Zolls als auch der Einfuhrsteuer – ipso facto als bevorteilt (vgl. Urteile des 

BGer 2C_132/2009 vom 7. Januar 2010 E. 4.1; Urteile des BVGer 

A-2326/2012 vom 5. Februar 2013 E. 4.2.2; MICHAEL BEUSCH, in: Zollkom-

mentar, Art. 70 N. 12). Die Zollschuldner sind damit ohne Weiteres nach 

Art. 12 Abs. 2 VStrR leistungspflichtig (statt vieler: Urteil des BGer 

2C_132/2009 vom A-3875/2014 7. Januar 2010 E. 4.1; Urteil des BVGer 

A-825/2016 vom 10. November 2016 E. 8.4). 

6.4 Die Leistungspflicht hängt weder von einer strafrechtlichen Verantwort-

lichkeit noch von einem Verschulden oder gar der Einleitung eines Straf-

verfahrens ab (BGE 106 Ib 218 E. 2c; Urteil des BGer 2A.242/2006 vom 

2.  Februar 2007 E. 2.1 mit Hinweisen). Vielmehr genügt es, dass der durch 

die Nichterhebung der entsprechenden Abgabe entstandene unrechtmäs-

sige Vorteil in einer objektiven Widerhandlung gegen die Verwaltungsge-

setzgebung des Bundes gründet (vgl. Urteile des BVGer A-825/2016 vom 

10. November 2016 E. 8.3, A-667/2015 vom 1. September 2015 E. 4.3).  

A-4352/2016 

 

Seite 15 

 

6.5 Die Zollschuldner, für welche die gesetzliche Vermutung eines unrecht-

mässigen Vermögensvorteils gilt, haften solidarisch für den gesamten nicht 

erhobenen Abgabebetrag. Sie bleiben deshalb selbst dann leistungspflich-

tig, wenn sie selber aus der Widerhandlung keinen persönlichen Nutzen 

gezogen haben (Urteile des BGer 2A.199/2004 vom 15. November 2004 

E. 2.1.1, 2A.242/2004 vom 15. November 2004 E. 3.1.1; Urteil des BVGer 

A-3875/2014vom 1. Dezember 2014 E. 5.2). 

  

7.1 Nach dem Grundsatz des Vertrauensschutzes haben die Privaten An-

spruch darauf, in ihrem berechtigten Vertrauen in behördliche Zusicherun-

gen oder in anderes, bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der 

Behörden, geschützt zu werden (ULRICH HÄFELIN et al., Allgemeines Ver-

waltungsrecht, 7. Aufl. 2016, N. 627). Als Folge der Bedeutung des Legali-

tätsprinzips im Abgaberecht ist der Vertrauensschutz in diesem Bereich 

praxisgemäss nur mit Zurückhaltung zu gewähren (BGE 131 II 627 E. 6.1). 

Eine vom Gesetz abweichende Behandlung eines Abgabepflichtigen kann 

nur dann in Betracht kommen, wenn die Voraussetzungen des Vertrauens-

schutzes klar und eindeutig erfüllt sind (so schon BGE 118 Ib 312 E. 3b; 

Urteil des BGer 2C_123/210 vom 5. Mai 2010 E. 4; Urteile des BVGer 

A-5962/2014 vom 14. Januar 2016 E. 7.1, A-5214/2014 vom 2. Juli 2015 

E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).  

7.2 Für die erfolgreiche Geltendmachung des Vertrauensschutzprinzips 

bedarf es zunächst einer Vertrauensgrundlage, d.h. es muss ein behördli-

ches Verhalten vorliegen, das bei den betroffenen Privaten bestimmte Er-

wartungen auslöst. Auf den Vertrauensschutz berufen kann sich indessen 

nur, wer berechtigterweise auf die Vertrauensgrundlage vertrauen durfte, 

insbesondere ihre Fehlerhaftigkeit nicht erkannte und auch bei gehöriger 

Sorgfalt nicht hätte erkennen müssen. Dabei ist auf die individuellen Fä-

higkeiten und Kenntnisse der sich auf den Vertrauensschutz berufenden 

Person abzustellen (vgl. Urteil des BVGer A-4837/2015 vom 25. Januar 

2016 E. 5.2).  

A-4352/2016 

 

Seite 16 

 

  

8.1 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass am 5. November 2011 

430‘000 kg Silomais im Rahmen des LBV der Bäuerin abgabenfrei in die 

Schweiz eingeführt worden sind.  

Die Vorinstanz geht im Beschwerdeentscheid vom 14. Juni 2016 indessen 

davon aus, dass die Voraussetzungen für die Einfuhr im LBV nicht erfüllt 

gewesen seien, denn die Bäuerin könne nicht als Bewirtschafterin der 

Grundstücke gelten. Sie schliesst dies daraus, dass die Kosten für die 

Ernte und den Transport in die Schweiz dem Beschwerdeführer in Rech-

nung (Vernehmlassungsbeilage 5.B.2) gestellt worden sind. 

Wie in E. 3.5.1 ausgeführt, ist für die abgabenfreie Einfuhr im LBV unter 

anderem erforderlich, dass sie vom Bewirtschafter beantragt wird (E. 8.2) 

und durch ihn oder seine Angestellten erfolgt (E. 8.3). 

8.2 Bewirtschafter ist, wer den landwirtschaftlichen Betrieb auf eigene 

Rechnung und Gefahr führt (E. 3.5.3). Es kann vorliegend offenbleiben, ob 

die Bäuerin ihre Grundstücke im Grenzgebiet in diesem Sinn selber 

bewirtschaftet hat, was die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung bestreitet. 

Denn es muss unter anderem auch die Einfuhr in die Schweiz durch die 

bewirtschaftende Person erfolgen (E. 3.5.4). Auch Letzteres erachtet die 

Vorinstanz als nicht gegeben. 

In diesem Zusammenhang ist vorab strittig, ob die Bäuerin den Silomais 

bereits vor der Einfuhr in die Schweiz an den Beschwerdeführer verkauft 

hat. Wäre dies der Fall, wäre nicht mehr die Bäuerin Importeurin, sondern 

der Beschwerdeführer. Die Einfuhr stünde dann nicht mehr im Zusammen-

hang mit der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung der ausländischen Fel-

der durch die Bäuerin, sondern mit einem „gewöhnlichen“ Kaufgeschäft 

des Beschwerdeführers. Damit entfielen die Voraussetzungen für den LBV 

(vgl. E. 3.5.4).  

Aufgrund des Umstandes, dass die Bäuerin mangels eines eigenen Vieh-

bestandes im Herbst 2011 keine Verwendung für den Silomais gehabt 

hatte, erscheint es durchaus naheliegend, dass sie den Silomais zu ver-

kaufen trachtete. Auch ist sie nicht gehalten, auf den Feldern im Ausland 

A-4352/2016 

 

Seite 17 

 

nur das zu produzieren, was sie selber benötigte. Die Aussagen der Ern-

temitarbeiter (vgl. Vernehmlassungsbeilage 8.B.1 S. 4), wonach schon auf 

dem Acker ein Verkauf an den Beschwerdeführer erfolgt sein soll, sind nicht 

durch entsprechende Einvernahmeprotokolle belegt. Im Rapport d’enquête 

vom 11. September 2012 (Vernehmlassungsbeilage 6.B.1) rapportiert die 

Untersuchungsbeamtin, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 2010 

und 2011 von der Bäuerin „sur champs“ und „sur pieds en France“ 

(Silo)mais gekauft habe. Die Bäuerin hat anlässlich ihrer Einvernahme am 

17. September 2012 ausgesagt (Vernehmlassungsbeilage 6.B.8), dass 

während des Jahres die Käufer „vont sur place et regardent l’état du maïs“ 

und weiter „je leur vend le maïs un peu meilleur marché qu’ailleurs semble-

t-il, mais tant pis“. Ferner heisst es im Einvernahmeprotokoll vom 17. Sep-

tember 2012, „je précise que les paysans en question ne me paient jamais 

avant d’avoir le maïs chez eux. Ils me paient plus tard, mais il arrive qu’ils 

me versent des acomptes juste après avoir importé le mäis. Pour ce prix, 

il est convenu que ce soient eux qui ensile et transporte la marchandise. 

Je pourrais très bien organiser et payer l’ensilage et le transport, mais c’est 

ridicule car je devrais leur faire repayer juste après“. Ferner … „C’est les 

acheteurs qui décidaient du moment de la récolte, suivant l’état du maïs et 

les besoins de l’acheteur …“.  

Der Beschwerdeführer selber sagte hierzu am 20. September 2012 aus 

(Vernehmlassungseilage 8.B.1), dass die Einfuhr im Jahre 2011 gleich ab-

gewickelt worden sei wie im Jahr zuvor. Zusammengefasst führte er aus, 

dass er den (Silo)mais erst nach der Einfuhr gekauft habe. Bei der Zahlung 

sei vereinbart worden, dass er auch die Rechnung des französischen Un-

ternehmers übernehmen werde. Es könne auch sein, dass er die Details 

der Ernte und des Transports mit dem französischen Unternehmer verein-

bart habe. Der eigentliche Auftrag sei jedoch durch die Bäuerin erfolgt. Sie 

müsse in der Folge wohl auch den französischen Unternehmer angewie-

sen haben, die Rechnung direkt auf ihn auszustellen. Aktenkundig ist so-

dann eine Quittung vom 21. Oktober 2011 für den Erwerb von Silomais, 

welche auf den Beschwerdeführer lautet. Die von der Vorinstanz erwähnte 

Anzahlung von Fr. 15‘000.- betrifft die Ernte im Jahre 2010 und ist damit im 

vorliegenden Zusammenhang ohne Belang (vgl. Quittung vom 27. Oktober 

2010). 

A-4352/2016 

 

Seite 18 

 

Entsprechend dem in E. 3.6 Ausgeführten müssten alle diese Umstände 

konkret bewertet werden. 

Die Frage, ob die Bäuerin den Silomais dem Beschwerdeführer vor oder 

nach der Einfuhr verkauft hat, kann jedoch offenbleiben, wenn die Einfuhr 

ohnehin weder durch die Bäuerin noch durch ihre Angestellten noch durch 

ihre Beauftragten erfolgt ist (vgl. E. 8.3). Insoweit würden sich auch Aus-

führungen erübrigen zur Entstehung des Kaufvertrages und zum Zeitpunkt 

des Eigentumserwerbs an der Ware bzw. zur Unterscheidung zwischen 

Verpflichtungs- und Verfügungsgeschäft. 

8.3 Es bleibt demnach zu prüfen, ob die Einfuhr durch die Bäuerin oder ihre 

Angestellten bzw. Beauftragten erfolgt ist (vgl. E. 3.5.4).  

8.3.1 Unbestritten ist hierbei, dass die Zollanmeldung (Formular 13.17) von 

der Ehefrau des Beschwerdeführers ausgestellt und der Zollstelle gefaxt 

wurde, über welche die Einfuhr erfolgen sollte. Die Ehefrau ist gemäss den 

unbestrittenen Angaben seitens des Beschwerdeführers im Ertragsaus-

weis als Angestellte mit der Berechtigung zur Vornahme der Einfuhranmel-

dungen aufgeführt. Insoweit wären die vorliegend interessierenden formel-

len Voraussetzungen für den LBV grundsätzlich erfüllt (E. 3.5.4 und 4.4). 

8.3.2 Nach der Auffassung der Vorinstanz sollen die in den Formularen 

ausgewiesenen Verhältnisse jedoch nicht mit der Realität übereinstimmen, 

insbesondere sei die Ernte bzw. der Transport durch den Beschwerdefüh-

rer veranlasst und auf seine Rechnung ausgeführt worden. 

Der Beschwerdeführer stellt in der Beschwerdeschrift inzwischen zu Recht 

nicht mehr in Abrede, dem französischen Unternehmen in tatsächlicher 

Hinsicht den Auftrag für die Ernte und den Transport auf seinen Hof erteilt 

zu haben. Er will jedoch diesen Auftrag im Namen und auf Rechnung der 

Bäuerin erteilt haben und stützt sich hierfür auf die von der Bäuerin erteilte 

Generalvollmacht vom 19. Mai 2010, die er zu den Akten gereicht hat. Erst 

zu einem späteren Zeitpunkt sei vereinbart worden, dass die Kosten durch 

ihn übernommen würden, weshalb die Rechnung dann auf ihn ausgestellt 

worden sei. 

A-4352/2016 

 

Seite 19 

 

Aus der Generalvollmacht ergibt sich dies keineswegs. Der Vollmachtstext 

äussert sich nicht dazu, in welcher Funktion bzw. aus welchem Rechts-

grund der Beschwerdeführer für die Bäuerin tätig wurde. Er ist ganz gene-

rell gehalten und lautet „… Je, soussingée (Name), donne procurat à Mon-

sieur (Name) pour l’organisation et les travaux de la ferme de (Name) si-

tuée à (Ort), (weitere Ortsangabe), (weitere Ortsangabe). …“ Ein Bezug 

zur vorliegend strittigen Einfuhr ist nicht ersichtlich. Dieser Text belegt nicht 

mit der erforderlichen hinreichenden Sicherheit (E. 2.5), dass der Be-

schwerdeführer von der Bäuerin mit der Organisation der strittigen Einfuh-

ren beauftragt worden war.  

8.3.3 Die Argumentation, wonach die Kosten erst in einem späteren Zeit-

punkt durch den Beschwerdeführer übernommen worden seien, wider-

spricht zudem der Sachdarstellung der Bäuerin. Sie führte nämlich – wie in 

E. 8.2 dargestellt – anlässlich der Einvernahme vom 17. September 2012 

sinngemäss aus, der Transport und die Einlagerung sei jeweils durch die 

Familie des Beschwerdeführers erfolgt. Die hier zur Diskussion stehende 

Vollmacht erwähnt sie in diesen Aussagen mit keinem Wort.  

Nichts anderes ergibt sich aus den aktenkundigen, auf den Beschwerde-

führer lautenden Rechnungen des Ernteunternehmens vom 7. Dezember 

2011: Aufgrund dieser ist erstellt, dass die Kosten für die Einfuhr direkt dem 

Beschwerdeführer in Rechnung gestellt und von ihm getragen wurden. 

Dies ist kongruent mit der Aussage der Bäuerin, der Transport sei durch 

den Beschwerdeführer organisiert worden. Mit den – allenfalls neuen – 

Rechnungen wäre eine vorgehende anderweitige Abmachung – nämlich 

dass die Kosten der Bäuerin als der Auftraggeberin belastet würden – als 

überholt zu betrachten und durch die neue Abmachung ersetzt worden. 

Dies hat zur Folge, dass die Ernte in zollrechtlich er Hinsicht weder vom 

Bewirtschafter noch von dessen Angestellten eingeführt wurde (E. 3.5.1), 

weshalb die Voraussetzungen für die Einfuhr im LBV weder nach dem LBV-

Abkommen mit Frankreich noch nach Art. 23 Abs. 6 ZV erfüllt sind (E. 3.4). 

Damit spielt es keine Rolle mehr, ob die einzelnen Warenführer – laut den 

Aussagen des Beschwerdeführers waren dies seine Söhne und die Ange-

stellten des Ernteunternehmens – auf dem Ertragsausweis der Bäuerin als 

deren Angestellte bzw. Beauftragte aufgeführt worden waren oder nicht, 

und ob sie hätten aufgeführt werden müssen (vgl. E. 4.4). Ebenso wenig 

A-4352/2016 

 

Seite 20 

 

ist erheblich, ob es sich beim Silomais noch um ein „rohes Bodenerzeug-

nis“ handelte; die Frage kann offen gelassen werden. 

8.3.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Silomais aus zollrechtlicher 

Sicht nicht durch die Bäuerin oder ihre Angestellten eingeführt worden ist, 

weshalb die Voraussetzungen für die abgabenfreie Einfuhr im LBV nicht 

erfüllt sind. 

8.4 Da die Voraussetzungen für die abgabenfreie Einfuhr im LBV nicht er-

füllt sind, hat eine Einfuhr in den freien Verkehr, mithin eine ordentliche 

Verzollung zu erfolgen (E. 3.1). Vorliegend ist dies bei der Einfuhr unter-

blieben, weshalb die entsprechenden Abgaben nachzuerheben sind (E. 6). 

8.5 Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer für die Einfuhr am 5. Okto-

ber 2011 als Zollschuldner im Sinne von Art. 70 Abs. 2 ZG zu betrachten 

ist (E. 3.2 und 6.4). In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass 

aus zollrechtlicher Sicht mehrere Personen bzw. Unternehmungen gleich-

zeitig als Zollschuldner ins Recht gefasst werden können (E. 6).  

Im Zollrecht gilt auch derjenige als Auftraggeber und damit als Zollschuld-

ner, der die Einfuhr tatsächlich veranlasst hat (E. 3.2). Dies ist vorliegend 

selbst nach der Sachdarstellung des Beschwerdeführers gegeben, inso-

weit er einräumt, die Details der Ernte und des Transports mit dem franzö-

sischen Unternehmer abgesprochen zu haben. Der Beschwerdeführer gilt 

damit schon aus diesem Grund als Auftraggeber im zollrechtlichen Sinne 

(Art. 70 Abs. 2 Bst. a ZG). Daneben ist der Beschwerdeführer aber auch 

unter Berücksichtigung der auf ihn ausgestellten Rechnungen in Anwen-

dung von Art. 70 Abs. 2 Bst. c ZG als Zollschuldner zu betrachten. 

8.6 Im Quantitativ ist die Nachforderung bezüglich Zoll, Mehrwertsteuer 

und Verzugszins unbestritten. Der Vollständigkeit halber sei lediglich er-

wähnt, dass im angefochtenen Entscheid vom 14. Juni 2016 in Ziff. 7 der 

rechtlichen Erwägungen ein offensichtlicher Verschrieb enthalten ist und 

die Nachforderung korrekterweise Fr. 48‘684.70 beträgt. 

8.7 Mangels rechtlicher Relevanz ist auch nicht mehr auf die Behauptung 

des Beschwerdeführers einzugehen, wonach sich sein Sohn bei einem 

Zollbeamten der Zollstelle Boncourt nach den Formalitäten für die Einfuhr 

A-4352/2016 

 

Seite 21 

 

erkundigt und erfahren habe, dass die Ernte erst in der Schweiz verkauft 

werden dürfe (vgl. E. 7). 

8.8 Der Beschwerdeführer rügt schliesslich, die Nachforderung der Zollab-

gaben ihm gegenüber sei unangemessen. Die Frage der Unangemessen-

heit kann sich jedoch nur dann stellen, wenn der Behörde überhaupt ein 

Ermessenspielraum zukommt (E. 2.2). 

Der Beschwerdeführer verkennt hierbei, dass sich die Nachforderung der 

Zollabgaben auf Art. 12 VStrR stützt, das heisst, die Abgaben sind in der 

Höhe nachzuleisten, in der sie zu Unrecht nicht erhoben wurden. Diese 

Bestimmung ist nicht nur für die Vorinstanz, sondern auch für das Bundes-

verwaltungsgericht verbindlich (vgl. BGE 140 II 194 E. 5.8.3). Im Rahmen 

von Art. 12 VStrR ist der Zollschuldner im Sinne von Art. 70 ZG ohne Wei-

teres zur Abgabenleistung verpflichtet (E. 6.3). Vorausgesetzt wird einzig, 

dass die Abgabe zu Unrecht nicht erhoben wurde (E. 6.4). Dies ist vorlie-

gend der Fall. Damit fehlt es am Ermessenspielraum. Die Rüge der Unan-

gemessenheit ist somit nicht zu hören. 

8.9 Gestützt auf die vorliegenden Erwägungen erweist sich die Nachforde-

rung als berechtigt, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf 

einzutreten ist. Eine Rückweisung an die Vorinstanz ist angesichts der 

Sachlage nicht erforderlich. Damit ist auch der Eventualantrag des Be-

schwerdeführers abzuweisen. 

  

9.1 Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten, die auf Fr. 3'000.- festzu-

setzen sind, dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG in 

Verbindung mit Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; 

SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss in derselben Höhe ist 

zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.  

9.2 Eine Parteientschädigung an den Beschwerdeführer ist nicht zuzu-

sprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG bzw. Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario).  

(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.) 

A-4352/2016 

 

Seite 22 

 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

  

Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 3‘000.- werden dem Beschwer-

deführer auferlegt. Der Kostenvorschuss wird für die Bezahlung der Ver-

fahrenskosten verwendet. 

  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde) 

 

(Die Rechtsmittelbelehrung befindet sich auf der nächsten Seite). 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Salome Zimmermann Monique Schnell Luchsinger 

 

 

 

 

A-4352/2016 

 

Seite 23 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-

schrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel 

und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Be-

weismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizule-

gen (Art. 42 BGG). 

Versand: