# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed265754-1add-52f5-8222-2b81e797b85c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.11.2017 100 2017 66
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2017-66_2017-11-20.pdf

## Full Text

100.2017.66U
KEP/GEU/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 20. November 2017

Verwaltungsrichter Keller
Gerichtsschreiberin Geiser Keller

A.________
Beschwerdeführer 

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin 

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern 2014 (Entscheid der 
Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 3. Februar 2017; 
100 16 375)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.11.2017, Nr. 100.2017.66U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ ersuchte am 8. Februar 2016 um Erlass der rechtskräftig 
veranlagten Kantons- und Gemeindesteuern des Jahres 2014 von 
insgesamt Fr. 4'130.25. Mit Verfügung vom 12. Juli 2016 – eröffnet durch 
die Steuerverwaltung des Kantons Bern – wies die Einwohnergemeinde 
(EG) B.________ das Erlassgesuch als Erlassbehörde ab. 

B.

Dagegen gelangte A.________ am 22. Juli 2016 an die Erlassbehörde, 
welche die Eingabe an die Steuerrekurskommission des Kantons Bern 
(StRK) weiterleitete. Am 29. Juli 2016 reichte A.________ ein weiteres 
Schreiben bei der StRK ein. Diese nahm die Eingaben als Rekurs 
entgegen und wies das Rechtsmittel mit Entscheid vom 3. Februar 2017 
ab.  

C.

Am 2. März 2017 hat A.________ Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
erhoben. Er beantragt sinngemäss, der Entscheid der StRK sei aufzuheben 
und es seien ihm die Kantons- und Gemeindesteuern 2014 zu erlassen. 
Am 15. März 2017 hat er ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
gestellt. 

Die StRK und die Steuerverwaltung beantragen mit Vernehmlassung vom 
22. März 2017 bzw. Beschwerdeantwort vom 24. April 2017 je die Abwei-
sung der Beschwerde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.11.2017, Nr. 100.2017.66U, 
Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 
21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11]). Der Beschwerdeführer hat am vor-
instanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Ent-
scheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen 
Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 
StG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu-
treten.

1.2 Für den Erlass von Kantonssteuern ist grundsätzlich die kantonale 
Steuerverwaltung zuständig (vgl. Art. 240 Abs. 3 StG). Die Finanzdirektion 
kann die entsprechende Entscheidbefugnis jedoch einer Gemeinde über-
tragen (Art. 240 Abs. 3 Bst. b StG). So wurde bezüglich der 
EG B.________ verfahren, welcher die Erlasskompetenz für auf ihrem 
Territorium erhobene Kantonssteuern zukommt und die deshalb für den 
erstinstanzlichen Erlassentscheid verantwortlich zeichnet (vgl. Bst. A 
vorne). Die einschlägige Vereinbarung sieht aber offenbar vor, dass in 
einem allfälligen Rechtsmittelverfahren die kantonale Steuerverwaltung ihre 
Rechte selber wahrt.

1.3 Neben dem Erlass der Kantonssteuer ist auch jener der Gemeinde-
steuer 2014 streitig. Für den diesbezüglichen Entscheid ist die Gemeinde 
zuständig, wobei sie ihre Erlasskompetenz der für den Erlass der Kantons-
steuer zuständigen kantonalen Behörde übertragen kann (vgl. Art. 240 
Abs. 4 StG). Die EG B.________ hat am 12. Juli 2016 den anbegehrten 
Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern 2014 abgelehnt und damit 
erstinstanzlich selber (auch) über den Erlass ihrer Steuerforderung 
befunden (Bst. A vorne). Am 28. Februar 2013 hat sie mit 
Generaldelegation ihre «Kompetenz zur Wahrung der Gemeindeinteressen 
in den Steuerjustizverfahren» an die Steuerverwaltung abgetreten bzw. 
delegiert. Aufgrund dieser steuergesetzlich ausdrücklich vorgesehenen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.11.2017, Nr. 100.2017.66U, 
Seite 4

«Kompetenzdelegation» (so Erläuterungen zum Steuergesetz 2001, 
S. 303) ist die Steuerverwaltung befugt, anstelle der materiell berechtigten 
EG B.________ das Rechtsmittelverfahren in eigenem Namen (auch) 
hinsichtlich des Erlasses der Gemeindesteuern zu führen (vgl. BVR 2014 
S. 197 [VGE 2013/184/185 vom 29.1.2014] nicht publ. E. 1.3 mit 
Hinweisen). Damit erübrigt es sich, die EG  B.________ als notwendige 
Partei in das Verfahren einzubeziehen.

1.4 Der vorliegende Entscheid fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit 
(Art. 57 Abs. 2 Bst. a des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Orga-
nisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1]).

1.5 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG). 

2.

2.1 Die jährliche Veranlagung des steuerbaren Einkommens stellt 
sicher, dass jede steuerpflichtige Person entsprechend ihrer aktuellen wirt-
schaftlichen Leistungsfähigkeit in Anspruch genommen wird (Art. 104 
Abs. 1 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; vgl. auch 
Art. 127 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Es ist deshalb grund-
sätzlich davon auszugehen, dass den Steuerpflichtigen die Bezahlung der 
veranlagten Steuern sowohl möglich als auch zumutbar ist. Dennoch 
können gemäss Art. 240 Abs. 1 StG rechtskräftig festgesetzte Kantons-, 
Gemeinde- und Kirchensteuern sowie Zinsen, Gebühren und allenfalls (ge-
wisse) Bussen ganz oder teilweise erlassen werden, wenn ihre Zahlung in 
Ausnahmefällen mit einer erheblichen Härte verbunden wäre. Bei solchen 
Gegebenheiten soll ein Steuererlass zur langfristigen Sanierung der wirt-
schaftlichen Lage der steuerpflichtigen Person beitragen (vgl. Art. 240a 
Abs. 1 StG; BVR 2014 S. 197 E. 2.1).

2.2 Sind die einschlägigen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, räumt 
das kantonale Steuergesetz der steuerpflichtigen Person einen Rechts-
anspruch auf Steuererlass ein; allerdings kann dessen Gewährung an Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.11.2017, Nr. 100.2017.66U, 
Seite 5

dingungen wie Abzahlungen oder die Leistung von Sicherheiten geknüpft 
werden (Art. 240 Abs. 5 StG). Vorbehältlich der gesetzlichen Ausschluss-
gründe gemäss Art. 240c StG kommt es dabei nicht darauf an, weshalb die 
steuerpflichtige Person in die geltend gemachte Notlage geraten ist (vgl. 
Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Bezug und 
die Verzinsung von Abgaben und anderen zum Inkasso übertragenen For-
derungen, über Zahlungserleichterungen, Erlass sowie Abschreibungen 
infolge Uneinbringlichkeit [Bezugsverordnung, BEZV; BSG 661.733]). Ob 
ein Härtefall im Sinn von Art. 240 Abs. 1 StG vorliegt, beurteilt sich mit Blick 
auf die gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse der steuerpflichtigen Per-
son, wie sie sich im Entscheidzeitpunkt präsentieren, wobei auch den Zu-
kunftsaussichten Rechnung zu tragen ist (Art. 240a Abs. 2 Satz 1 StG). 
Wäre der steuerpflichtigen Person im Zeitpunkt der Fälligkeit eine fristge-
rechte Zahlung möglich gewesen, so ist dies beim Erlassentscheid zu be-
rücksichtigen (Art. 240a Abs. 2 Satz 2 StG; BVR 2014 S. 197 E. 2.2).

2.3 Entscheidend für das Vorliegen eines Härtefalls im Sinn von 
Art. 240 Abs. 1 StG ist, ob Einschränkungen in der Lebenshaltung geboten 
und zumutbar sind, was grundsätzlich immer dann der Fall ist, wenn die 
verfügbaren Mittel der steuerpflichtigen Person deren betreibungsrecht-
liches Existenzminimum gemäss Art. 93 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 
11. April 1889 über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG; SR 281.1) 
übersteigen (Art. 240a Abs. 3 StG). Dementsprechend ist das Bestehen 
einer finanziellen Notlage gesetzlich umschrieben: Gemäss Art. 240b 
Abs. 1 Bst. b StG setzt eine Notlage voraus, dass die Steuerschuld in 
einem Missverhältnis zur finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichti-
gen Person steht, so dass diese den geschuldeten Betrag trotz Beschrän-
kung der Lebenshaltungskosten auf das betreibungsrechtliche Existenz-
minimum in absehbarer Zeit nicht vollständig begleichen kann (BVR 2014 
S. 197 E. 2.3).

2.4 Allerdings ist trotz Vorliegens eines Härtefalls ganz oder teilweise 
von einem Steuererlass abzusehen, wenn einer der in Art. 240c StG aufge-
zählten gesetzlichen Ausschlussgründe gegeben ist (BVR 2014 S. 197 
E. 2.4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.11.2017, Nr. 100.2017.66U, 
Seite 6

3.

3.1 Die StRK hat festgehalten, die aktuelle Einkommenssituation des 
Beschwerdeführers könne nicht überprüft werden, da er keine Unterlagen 
zu seinem Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit eingereicht 
habe. Sie hat offengelassen, ob er damit seine Mitwirkungspflichten verletzt 
hat und folglich der Ausschlussgrund gemäss Art. 240c Abs. 1 Bst. b StG 
zu bejahen wäre. Der Beschwerdeführer sei überschuldet, weshalb der 
Ausschlussgrund gemäss Art. 240c Abs. 1 Bst. c StG gegeben sei. – Der 
Beschwerdeführer beanstandet, dass ihm anders als im Jahr 2013 kein 
Steuererlass gewährt werde, obwohl sich seine Situation nicht verändert 
habe. Er bringt weiter vor, er sei zuckerkrank, weshalb er nicht voll arbeiten 
könne. Infolgedessen führe er auch keine Buchhaltung. Weiter macht er 
sinngemäss geltend, dass die Überschuldung Folge seiner Krankheit sei. 
Einen Arztbericht werde er nachreichen. Ausserdem habe die StRK nicht 
beachtet, dass seine Frau kein Einkommen erziele. Ohnehin habe er kein 
Geld, um die Steuern zu bezahlen.

3.2 Von einem Steuererlass ist dann ganz oder teilweise abzusehen, 
wenn die steuerpflichtige Person überschuldet ist und ein Steuererlass 
vorab ihren übrigen Gläubigerinnen und Gläubigern zugute kommen würde, 
es sei denn, die anderen Gläubigerinnen und Gläubiger verzichten im glei-
chen Ausmass wie das Gemeinwesen auf ihre Forderungen (Art. 240c 
Abs. 1 Bst. c StG). Eine Überschuldung liegt bei natürlichen Personen dann 
vor, wenn ihre Passiven, d.h. ihre Schulden, grösser sind als ihre Aktiven 
bzw. Vermögenswerte (vgl. BGer vom 19.3.1981, in ASA 52 S. 518 E. 3 
und 5; zuletzt VGE 2014/153/154 vom 12.7.2016 E. 5.1). Ist eine steuer-
pflichtige Person überschuldet, befindet sie sich zwar in besonders schwie-
rigen finanziellen Verhältnissen. Weil ihre Mittel aber nicht zur Deckung 
aller Forderungen ausreichen, würde von einem Verzicht der Steuerbehör-
den primär ihre übrige Gläubigerschaft profitieren, welche beim Zugriff auf 
das pfändbare Einkommen und Vermögen eine Konkurrentin verliert. Nur 
wenn die übrigen Gläubigerinnen und Gläubiger im gleichen Umfang wie 
die Steuerbehörden auf ihre Forderungen verzichten, profitiert niemand 
vom Verzicht der anderen und der Steuererlass trägt unmittelbar zur lang-
fristigen und dauernden Sanierung der Finanzen der steuerpflichtigen Per-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.11.2017, Nr. 100.2017.66U, 
Seite 7

son selbst bei (vgl. BGer 2P.307/2004 vom 9.12.2004 E. 3.2; BGer vom 
19.3.1981, in ASA 52 S. 518 E. 5; statt vieler VGE 2014/153/154 vom 
12.7.2016 E. 5.1; Markus Langenegger, in Leuch/Kästli/Langenegger 
[Hrsg.], Praxiskommentar zum Berner Steuergesetz, Band 2, 2011, 
Art. 240c N. 7; Zweifel/Casanova, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, 
Direkte Steuern, 2008, § 31 N. 16). Für die Beurteilung der Überschuldung 
werden nicht nur die aktuellen, fälligen Forderungen der übrigen Gläubige-
rinnen und Gläubiger berücksichtigt, sondern auch vorhandene Pfändungs-
verlustscheine (Markus Langenegger, a.a.O., Art. 240c N. 8; zur Ab-
grenzung zwischen Pfändungs- und Konkursverlustscheinen auch 
VGE 2009/229 vom 16.7.2010 E. 4.5-4.7).

3.3 Gemäss Betreibungsregisterauszug vom 15. März 2016 liegen 
offene Verlustscheine aus Pfändungen im Sinn von Art. 115 SchKG für 
Forderungen gegen den Beschwerdeführer von insgesamt Fr. 56'453.40 
vor. Es bestehen verschiedene Gläubigerinnen und Gläubiger, darunter 
zwei Banken und eine Autoleasingfirma (Vorakten StRK [act. 5A], 
pag. 48 f.). Der Betreibungsregisterauszug ist an sich nur ein Indiz und kein 
direkter Beweis für den Bestand dieser Schulden (VGE 2009/272 vom 
10.6.2010 E. 4.3). Der Beschwerdeführer hat ihn aber selber ins Recht ge-
legt und hat die Schulden weder im vorliegenden Verfahren noch vor der 
StRK bestritten. In seiner Eingabe vom 6. Juni 2017 hat er zudem angege-
ben, dass die Betreibungen seit Jahren bestehen. Da er über kein Ver-
mögen verfügt (Veranlagungsverfügung 2014 vom 12.1.2016 und Steuer-
erklärung 2015, Erlassdossier [act. 5B] pag. 18 und 25 f.), ist er über-
schuldet im vorgenannten Sinn. Es liegen keine Hinweise vor, dass die 
privaten Gläubigerinnen und Gläubiger des Beschwerdeführers bereit sind, 
auf einen Teil ihrer Forderungen zu verzichten, weshalb ein Steuererlass 
primär ihnen und nicht dem Beschwerdeführer selber zugute kommen 
würde. Nach der StRK ist der Ausschlussgrund der Überschuldung dann 
nicht gegeben, wenn diese ausschliesslich und direkt in den persönlichen 
Verhältnissen begründet ist, für die die steuerpflichtige Person nicht einzu-
stehen hat, wie z.B. bei Krankheitskosten (angefochtener Entscheid E. 5). 
Wie es sich damit verhält, kann offenbleiben (vgl. auch Markus Langen-
egger, a.a.O., Art. 240 N. 37, Art. 240b N. 37 und Art. 240c N. 9): Aus der 
Auflistung der Gläubigerinnen und Gläubiger im Betreibungsregisterauszug 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.11.2017, Nr. 100.2017.66U, 
Seite 8

geht nämlich hervor, dass die Schulden des Beschwerdeführers ohnehin 
nicht (nur) in Krankheitskosten und damit in seinen persönlichen Verhält-
nissen begründet sind. Die StRK hat den Ausschlussgrund gemäss 
Art. 240c Abs. 1 Bst. c StG zu Recht bejaht. Sie musste unter diesen Um-
ständen nicht prüfen, ob ein Härtefall im vorgenannten Sinn (E. 2.3 vorne) 
gegeben ist. Folglich durfte sie auch die Einkommensverhältnisse des Be-
schwerdeführers und seiner Frau sowie die Kosten im Zusammenhang mit 
der Zuckerkrankheit des Beschwerdeführers unberücksichtigt lassen bzw. 
insoweit auf weitere Abklärungen verzichten. 

3.4 Der Beschwerdeführer kann sodann nichts zu seinen Gunsten dar-
aus ableiten, dass ihm im Jahr 2013 ein Steuererlass gewährt worden sei. 
Mit Einreichen eines jeden Erlassgesuchs wird ein neues Verfahren einge-
leitet, das von allfälligen früheren Verfahren unabhängig ist. Ein einmal 
gewährter Steuererlass entfaltet damit für spätere Erlassverfahren grund-
sätzlich keine Bindungswirkung, zumal die Behörden sowohl die tatsäch-
liche als auch die rechtliche Ausgangslage jeweils vollumfänglich neu be-
urteilen müssen (BVR 2013 S. 506 E. 4.3 mit Hinweisen). 

3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der angefochtene Ent-
scheid der Rechtskontrolle standhält. Die Beschwerde erweist sich als 
unbegründet und ist abzuweisen. 

4.

4.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die 
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG). 
Ersatzfähige Parteikosten sind nicht entstanden (Art. 151 StG i.V.m. 
Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 VRPG). Der Beschwerdeführer hat jedoch ein 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt.

4.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt 
und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Ein Prozess ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.11.2017, Nr. 100.2017.66U, 
Seite 9

nicht aussichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, 
das heisst wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die 
Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos 
sind nach der bundesgerichtlichen Praxis demgegenüber Prozessbegehren 
anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als 
die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden 
können. Massgebend ist dabei, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel 
verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen 
oder aber davon absehen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie 
auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb aus-
tragen können, weil er sie nichts kostet (BVR 2016 S. 369 E. 3.1; 
BGE 142 III 138 E. 5.1).

4.3 Angesichts der klaren Verhältnisse, die schon im angefochtenen 
Entscheid deutlich zum Ausdruck gekommen sind, muss die vorliegende 
Beschwerde als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden. Die Aus-
führungen der Vorinstanz stimmen insgesamt mit den vorstehenden Er-
wägungen überein. Die Überschuldung des Beschwerdeführers ist ange-
sichts des im Wesentlichen unbestrittenen Sachverhalts offensichtlich. Das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist daher abzuweisen, ohne dass 
die Prozessarmut zu prüfen wäre. Da über das Gesuch erst im Rahmen 
des vorliegenden Sachentscheids befunden wird und der Beschwerde-
führer keine Gelegenheit hatte, die Beschwerde nach Abweisung des Ge-
suchs zurückzuziehen und damit Kosten zu sparen, sind diese praxisge-
mäss bloss in der Höhe der üblichen Abschreibungsgebühr zu erheben 
(BVR 2014 S. 437 E. 7.9). Für den Entscheid über das Gesuch sind keine 
Verfahrenskosten zu erheben (Art. 112 Abs. 1 VRPG). 

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.11.2017, Nr. 100.2017.66U, 
Seite 10

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden dem Beschwerdeführer auf-
erlegt. 

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

5. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, subsidiäre Verfassungsbeschwerde 
gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) oder, falls sich eine Rechtsfrage von grund-
sätzlicher Bedeutung stellt oder es sich aus anderen Gründen um einen besonders 
bedeutenden Fall handelt, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. BGG geführt werden. Gegebenenfalls ist in der 
Begründung auszuführen, warum sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be-
deutung stellt oder es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeuten-
den Fall handelt.