# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49e6c2cc-3bd5-5863-b653-587796a6b9b8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.01.2012 D-6/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6-2012_2012-01-10.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6/2012

U r t e i l   v om   1 0 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi,
mit Zustimmung von Richter Walter Lang; 
Gerichtsschreiberin Regula Frey.

Parteien A._______, geboren B._______,
und dessen Ehegattin
C._______, geboren D._______,
Nigeria, 
E._______,  
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 
(Dublin­Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 27. Dezember 2011 / N_______.

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführenden,  ein  religiös  getrautes  Ehepaar  aus 
Nigeria,  eigenen  Angaben  zufolge  ihren  letzten  Wohnort  F._______ 
(G._______)  im  März  2011  auf  dem  Seeweg  verliessen  und  am  13. 
November 2011 von Italien herkommend auf dem Landweg illegal  in die 
Schweiz  gelangten,  wo  sie  gleichentags  beim  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum (EVZ) in H._______ um Asyl nachsuchten,

dass  ein  Abgleich  mit  der  Zentraleinheit  Eurodac  ergab,  dass  die 
Beschwerdeführerin  am  1.  April  2011  im  Hoheitsgebiet  der  Dublin­
Staaten  (I._______/Italien)  angehalten  worden  war  und  sie  am  5.  Mai 
2011  in  I._______  und  ihr  Ehegatte  am  1.  April  2011  in  J._______ 
(Italien) um Asyl ersucht hatten,

dass  das  BFM  am  22.  November  2011  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  H._______  anlässlich  der  Kurzbefragung  die 
Personalien  der  Beschwerdeführenden  erhob  und  sie  summarisch  zum 
Reiseweg  sowie  zu  den  Gründen  für  das  Verlassen  des  Heimatlandes 
befragte, wobei der Beschwerdeführer einleitend im Wesentlichen geltend 
machte, bereits im Jahre 2001 aus Nigeria geflüchtet zu sein, er auf dem 
Landweg nach K._______ (L._______) gelangt sei, wo er sich zwei Jahre 
aufgehalten  habe,  und  er  schliesslich  über M._______  nach F._______ 
(G._______) gereist sei, wo er ca. acht Jahre geweilt habe,

dass in N._______ (Nigeria) 1999 ein Stammeskonflikt zwischen den Ijaw 
und Shakiri  ausgebrochen  sei,  welcher  viele Opfer  gefordert  habe,  und 
dabei auch das Haus seiner Tante, bei welcher er gelebt habe, zerstört 
worden sei, worauf sie in die Stadt gebracht worden seien,

dass im Jahr 2001 erneut ein Konflikt ausgebrochen sei, in einer Nacht im 
Februar  oder März  2001  ein Guerilla­Kämpfer mit  Gewalt  in  das  Haus, 
das  er  mit  seiner  Tante  bewohnt  habe,  eingedrungen  sei  (Schilderung 
des Vorfalls), weshalb er nicht nach Nigeria zurückkehren könne,

dass  er  bezüglich  des  in  Italien  eingereichten  Asylgesuches  ausführte, 
die gleichen Asylgründe geltend gemacht zu haben wie vor dem BFM und 
er nicht über den Stand des dort eingereichten Asylgesuchs orientiert sei, 
er jedoch im Oktober 2011 in J._______ ein "foglio di via" erhalten habe,

dass  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  22. 
November  2011  in  H._______  zu  ihren  Asylmotiven  unter  anderem 

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geltend machte, ihr Vater habe im Jahre 2006 beabsichtigt, sie mit einem 
seiner  Freunde  zu  verheiraten,  dieser  ihr  indes  zu  alt  gewesen  sei,  sie 
folglich abgelehnt habe und dabei von ihrer Mutter unterstützt worden sei, 
was  in  der  Folge  zur  Trennung  ihrer  Eltern  geführt  und  sie  darauf 
beschlossen habe, das gemeinsame Zuhause zu verlassen,

dass sie auf die Tatsache angesprochen, weshalb sie bis zu ihrer Flucht 
drei Jahre zugewartet habe, entgegnete, dazumal in O._______ (Nigeria) 
und  später  im  L._______  aufgrund  eines  geschwollenen  Beines  in 
medizinischer Behandlung gewesen zu sein,

dass auch sie  in  Italien dieselben Asylgründe vorgebracht habe wie vor 
dem  BFM,  die  zuständige  italienische  Behörde  indes  ihr  Asylgesuch 
abgewiesen habe, sie gegen den negativen Entscheid rekurriert habe und 
nun auf eine Antwort warte, 

dass den Beschwerdeführenden anlässlich der summarischen Befragung 
im Hinblick auf eine allfällige Zuständigkeit  Italiens  für die Durchführung 
des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  das  rechtliche  Gehör  gewährt 
wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  in  Bezug  auf  eine  allfällige  Zuständigkeit 
Italiens  ausführte,  er  habe  von  den  italienischen  Behörden  weder  eine 
Arbeit noch eine Unterkunft erhalten und er eine Arbeit benötige, um sich 
um seine Familie kümmern zu können,

dass  die  Beschwerdeführerin  diesbezüglich  ebenfalls  vorbrachte,  in 
Italien  weder  einer  Arbeit  nachgehen  zu  können  noch  über  eine 
Unterkunft  zu  verfügen  und  sie  unter  diesen  Umständen  riskiere,  im 
Rotlichtmilieu zu enden,

dass  die  Beschwerdeführenden  keine  weiteren  Einwände  zu  einer 
allfälligen Rückkehr nach Italien geltend machten, 

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Entscheid  des  BFM  vom  22. 
November  2011  für  den  weiteren  Aufenthalt  während  des  Verfahrens 
dem Kanton P._______ zugewiesen wurden,

dass  das  BFM  am  7.  Dezember  2011  die  italienischen  Behörden 
gestützt  auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  e  der  Verordnung  (EG)  Nr. 343/2003 
des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und 
Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

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von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten 
Asylantrags  zuständig  ist  (Dublin­II­VO),  um  Wiederaufnahme  der 
Beschwerdeführenden ersuchte, 

dass Italien das Übernahmeersuchen des BFM innerhalb der festgelegten 
Frist – Ablauf am 22. Dezember 2011 – unbeantwortet liess,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  27.  Dezember  2011  –  eröffnet  am 
28. Dezember  2011  –  in  Anwendung  von  Art  34  Abs.  2  Bst.  d  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche 
nicht  eintrat,  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  nach  Italien  anordnete, 
festlegte,  die  Beschwerdeführer  hätten  die  Schweiz  –  unter  Androhung 
von  Zwangsmitteln  im Unterlassungsfall  –  bis  spätestens  am  Tag  nach 
Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  P._______ 
verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  den 
Beschwerdeführern  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss 
Aktenverzeichnis  aushändigte  und  gleichzeitig  festhielt,  einer  allfälligen 
Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu,

dass es zur Begründung anführte, ein Abgleich der Fingerabdrücke habe 
ergeben, dass die Beschwerdeführerin am 1. April 2011 in Italien illegal in 
das Hoheitsgebiet der Dublin­Staaten eingereist sei und am 5. Mai 2011 
in  Italien um Asyl ersucht habe, der Beschwerdeführer am 1. April 2011 
ein Asylgesuche gestellt habe und beide daktyloskopisch erfasst worden 
seien,

dass  gestützt  auf  die  einschlägigen  staatsvertraglichen  Bestimmungen 
Italien  für  die  Durchführung  der  Asylverfahren  zuständig  sei  und  Italien 
das  Ersuchen  des  BFM  um  Übernahme  der  Beschwerdeführenden 
unbeantwortet gelassen habe, weshalb in Anwendung von Art. 20 Abs. 1 
Bst.  c  Dublin­II­VO  die  Zuständigkeit,  die  Asyl­  und 
Wegweisungsverfahren durchzuführen, am 22. Dezember 2011 an Italien 
übergegangen sei, 

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung – bis spätestens am 22. Juni 2012 zu erfolgen habe,

dass  es  den  Beschwerdeführenden  zumutbar  sei,  bei  den  italienischen 
Behörden Unterstützung zu beantragen,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  zumutbar,  technisch  möglich,  und 
praktisch durchführbar sei, 

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dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  29.  Dezember  2011 
(Poststempel: 30. Dezember 2011) gegen die Verfügung der Vorinstanz 
beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben  und  in materieller 
Hinsicht beantragten, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei 
ihnen  die  Flüchtlingseigenschaft  zuzuerkennen  und  Asyl  zu  gewähren, 
und  es  sei  die  vorläufige  Aufnahme  infolge  Unzulässigkeit, 
Unzumutbarkeit  und  Unmöglichkeit  des  Wegweisungsvollzuges 
anzuordnen,

dass sie weiter im Sinne einer vorsorglichen Massnahme beantragten, es 
sei  jegliche  Datenweitergabe  an  die  Behörden  ihres  Heimatstaates  zu 
unterlassen,  eventualiter  seien  sie  in  einer  separaten  Verfügung  über 
eine  allenfalls  bereits  erfolgte  Weitergabe  von  Daten  in  Kenntnis  zu 
setzen,

dass  sie  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021),  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und 
eventualiter  um Erteilung  der  aufschiebenden Wirkung  der  Beschwerde 
ersuchten,

dass  sie  zusammen  mit  der  Rechtsmitteleingabe  eine 
Fürsorgebestätigung  der  "ORS  Service  AG  ­  Betreuung  von 
Asylsuchenden und Flüchtlingen" einreichten,

dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit  für den Entscheid 
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  3.  Januar  2012  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden gegen 
Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des  BFM  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 ­ 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 

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17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme  im Sinne von Art.  83 Bst.  d Ziff.  1 BGG  in 
casu nicht vorliegt und das Bundesverwaltungsgericht demnach endgültig 
entscheidet,

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass die Beschwerde nicht  in einer Amtssprache des Bundes abgefasst 
ist,  jedoch  aus  prozessökonomischen Gründen  auf  die Ansetzung einer 
Frist  zur Beschwerdeverbesserung  verzichtet werden  kann,  da  sich aus 
der  in  englischer  Sprache  verfassten  Eingabe  genügend  klare 
Rechtsbegehren mit entsprechender Begründung entnehmen lassen,

dass  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  –  unter 
Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – einzutreten ist (Art. 108 Abs. 
2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 52 Abs. 1 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich 
Missbrauch  und  Überschreitung  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder 
unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die 
Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer 
selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), 

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dass deshalb auf den Antrag auf Feststellung der Flüchtlingseigenschaft 
und auf Gewährung von Asyl nicht einzutreten ist,

dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches 
zuständigen  Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für 
Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 
1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen 
und Ausländer (AuG, SR 142.20),

dass  eine  entsprechende Prüfung  soweit  notwendig  vielmehr  bereits  im 
Rahmen  des  Nichteintretensentscheides  stattfinden  muss  (vgl.  BVGE 
2010/45 E. 10.2 S. 645),

dass  dementsprechend  die  Anordnung  von  Ersatzmassnahmen 
respektive  die  Feststellung  von  diesen  zugrundeliegenden 
Vollzugshindernissen  auch  nicht  Gegenstand  des  vorliegenden 
Beschwerdeverfahrens sein kann,

dass  deshalb  auf  die  Beschwerde  nicht  einzutreten  ist,  soweit  darin 
beantragt wird, es sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art.  111  Bst.  e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass gestützt auf die einleitenden Bestimmungen sowie Art. 1 Abs. 1 des 
Abkommens  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die 
Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten 
Asylantrags  (DAA,  SR  0.142.392.68)  i.V.m.  Art. 29a  Abs.  1  der 

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Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen  (AsylV 1, 
SR  142.311)  die  Prüfung  der  staatsvertraglichen  Zuständigkeit  zur 
(materiellen)  Behandlung  eines  Asylgesuches  nach  den  Kriterien  der 
Dublin­II­VO zu erfolgen hat,

dass  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  im  Weiteren  voraussetzt,  dass  der 
staatsvertraglich  zuständige  Staat  einer  Übernahme  der  asylsuchenden 
Person zugestimmt hat (vgl. Art. 29a Abs. 2 AsylV 1),

dass sich aufgrund der Akten ergibt, dass die Beschwerdeführenden am 
1.  April  2011  beziehungsweise  am  5.  Mai  2011  in  Italien  Asylgesuche 
stellten und dabei daktyloskopisch erfasst wurden,

dass angesichts dieses Umstands und der einschlägigen Staatsverträge 
(Dublin­II­VO,  Verordnung  [EG]  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom 
2. September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Verordnung 
[EG]  Nr.  343/2003  des  Rates  [Dublin­DVO])  Italien  als  für  die 
Durchführung des Asylverfahrens zuständig zu erachten ist,

dass  die  italienischen  Behörden  das  Wiederaufnahmeersuchen  innert 
Frist  nicht  beantworteten, weshalb das BFM gestützt  auf Art.  20 Abs.  1 
Bst.  c  Dublin­II­VO  zu  Recht  annehmen  durfte,  Italien  stimme 
stillschweigend der Wiederaufnahme der Beschwerdeführenden zu,

dass  die  von  den  Beschwerdeführenden  vorgebrachten  schwierigen 
Lebensumstände in Italien keinen Hinderungsgrund für eine Überstellung 
in dieses Land darstellen,

dass,  auch  wenn  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  in  Italien 
bereits  rechtskräftig  abgewiesen  sein  sollten  und  sie  deshalb  eventuell 
kein Anrecht mehr auf Unterbringung oder weitergehende staatliche oder 
nichtstaatliche Unterstützung haben sollten, Italien gemäss Art. 16 Abs. 2 
Bst. e Dublin­II­VO weiterhin für die Verfahren der Beschwerdeführenden 
bis zu einem allfälligen Wegweisungsvollzug (Art. 16 Abs. 4 Dublin­II­VO 
sowie  CHRISTIAN  FILZWIESER/ANDREA  SPRUNG,  Dublin  II­Verordnung, 
3. Aufl., Wien/Graz 2010, K25 zu Art. 16 Abs. 4) zuständig ist,

dass  der  Beschwerdeführer  in  der  zusammen  mit  seiner  Ehegattin 
eingereichten  Rechtsmitteleingabe  geltend  macht,  weder  nach  Italien 
noch nach Nigeria zurückkehren zu wollen, da er in Italien während sechs 
Monaten  in  einem  Camp  geweilt  habe  und  er  plötzlich  auf  die  Strasse 
gesetzt worden sei,

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dass  sie  in  existenzielle  Nöte  geraten  seien,  zumal  sie  weder  eine 
Unterkunft  noch Arbeit  noch Geld  zur Verfügung gehabt hätten und der 
Beschwerdeführer  während  mehrerer  Wochen   auf  der  Strasse  habe 
ausharren,  betteln  und  unter  anderem  im  Bahnhof  habe  übernachten 
müssen,

dass  die  Beschwerdeführenden  weder  im  Rahmen  des 
vorinstanzlichen  Verfahrens  noch  in  ihrer  Rechtsmittelschrift  die 
grundsätzliche Zuständigkeit Italiens explizit bestreiten,

dass  Italien  Signatarstaat  sowohl  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951 
über  die Rechtsstellung der Flüchtlinge  (FK, SR 0.142.30)  als  auch der 
Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ist und keine konkreten Hinweise 
dafür  bestehen,  Italien  würde  sich  nicht  an  die  daraus  resultierenden 
Verpflichtungen halten,

dass  auf  die  vorgebrachten  Gründe,  die  einer  Rückkehr  nach  Nigeria 
entgegenstünden,  nicht  einzugehen  ist,  da  vorliegend  lediglich  die 
Voraussetzungen einer Wegweisung  im Rahmen des Dublin­Verfahrens 
nach  Italien  beziehungsweise  der  Zuständigkeit  dieses  Staates  zur 
Prüfung der Asylgesuche zu beurteilen ist,

dass  Italien  die  Mindestnormen  der  EU  für  die  Aufnahme  von 
Asylsuchenden  anwendet  und  demzufolge  Aufnahmestrukturen  zur 
Verfügung stellt,

dass  die  medizinische  Grundversorgung  in  Italien  grundsätzlich 
gewährleistet ist,

dass  hierzu  festzuhalten  ist,  dass  Asylsuchende  in  Italien  bei  der 
Unterkunft,  der  Arbeit  und  dem  Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur 
zwar gewissen Schwierigkeiten ausgesetzt sein können,

dass  die  italienischen  Behörden  seit  geraumer  Zeit  mit  einer  grossen 
Anzahl  von  Einwanderern  aus  nordafrikanischen  Staaten  konfrontiert 
sind,  was  immer  wieder  zu  Kapazitätsengpässen  bei  den 
Aufnahmezentren führt,

dass  indessen  das  Gericht  auch  in  Berücksichtigung  der  mit  den 
Kapazitätsengpässen  im  Zusammenhang  stehenden  schwierigen 
Aufenthalts­  und Lebensbedingungen nicht  zum Schluss  gelangt,  Italien 

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verletze  nachgewiesenermassen  in  systematischer  Weise  die  Richtlinie 
Nr. 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003 (Aufnahmerichtlinie),

dass zwar das italienische Fürsorgesystem für Asylsuchende in der Kritik 
steht,  in  den  Aufenthalts­  und  Verfahrensbedingungen  für  Personen, 
welche  sich  im  Rahmen  eines  Asylverfahrens  in  Italien  aufhalten,  aber 
insgesamt kein Vollzugshindernis zu erkennen ist,

dass  nach  Kenntnis  des  Bundesverwaltungsgerichts  Dublin­
Rückkehrende  und  verletzliche  Personen,  bezüglich  Unterbringung  von 
den italienischen Behörden bevorzugt behandelt werden,

dass Italien die Aufnahmerichtlinie ohne Beanstandungen von Seiten der 
Europäischen Kommission umsetzt und nebst den staatlichen Strukturen 
zahlreiche  private  Hilfsorganisationen,  welche  Asylsuchende  betreuten, 
existieren,

dass  vor  diesem  Hintergrund  die  allgemeine  Kritik  am  italienischen 
Asylverfahren  sowie  das  Vorbringen,  es  fehle  an  staatlicher 
Unterstützung, nicht zu überzeugen vermögen,

dass  in Übereinstimmung mit  der  Vorinstanz  festzuhalten  ist,  dass  kein 
Anspruch auf Erteilung einer Aufenthalts­ oder Arbeitsbewilligung besteht 
und  es  den  zuständigen  italienischen  Behörden  obliegt,  den  Aufenthalt 
oder eine Wegweisung in den Heimatstaat der Beschwerdeführenden zu 
regeln,

dass  die Beschwerdeführenden  auch  keine  anderen Gründe  vorbringen 
können,  die  die  Zuständigkeit  der  Schweiz  zur  Durchführung  des  Asyl­ 
und Wegweisungsverfahrens nach sich ziehen würden beziehungsweise 
die der Ausreise in den Drittstaat entgegen stünden,

dass  für  das  Bundesverwaltungsgericht  weder  angesichts  der 
Verhältnisse  in  Italien  noch  zufolge  der  individuellen  Situation  der 
Beschwerdeführenden Anlass zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts  im 
Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO besteht,

dass die Beschwerdeführenden weder  im Rahmen des  ihnen gewährten 
rechtlichen Gehörs  noch  auf  Beschwerdeebene  hinreichend  berechtigte 
Vorbehalte gegen eine Rückkehr nach  Italien geltend machten, weshalb 
keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  ersichtlich  sind,  dass  sie  im  Falle 
einer Rückkehr nach Italien in eine existenzielle Notlage geraten würden,

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dass  das  BFM  aufgrund  dieser  Sachlage  –  entgegen  der  in  der 
Beschwerdeschrift geäusserten Ansicht – richtig folgerte, Italien habe die 
Beschwerdeführenden zurück zu übernehmen,

dass  im Rahmen einer Gesamtabwägung aller  relevanten Umstände  im 
konkreten Einzelfall keine Gründe ersichtlich sind, die eine Wegweisung 
aus  humanitärer  Sicht  im  Sinne  von  Art.  29a  Abs.  3  AsylV 1  als 
unangemessen  erscheinen  lassen  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  E­7221/2009  vom  10.  Mai  2011  E.  8.2  und 
8.3, mit weiteren Hinweisen),

dass  zusammenfassend  festzustellen  ist,  dass  einer  Überstellung  der 
Beschwerdeführenden  nach  Italien  weder  völkerrechtliche 
Verpflichtungen  der  Schweiz  noch  humanitäre Gründe  entgegenstehen, 
weshalb  die  Souveränitätsklausel  (Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO)  nicht  zur 
Anwendung  gelangt  und  folglich  das BFM  zu Recht  in  Anwendung  von 
Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf die Asylgesuche nicht eingetreten ist,

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art.  44  Abs.1  AsylG), 
vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und 
zudem kein Anspruch auf Erteilung einer  solchen besteht  (vgl. BVGE 
2008/34  E.  9.2  S.  510,  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733,  EMARK  2001 
Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den 
gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt  zu 
Recht angeordnet wurde,

dass  – wie  bereits  erwähnt  –  im Rahmen  des Dublin­Verfahrens,  bei 
dem es sich um ein Überstellungsverfahren in den für die Prüfung des 
Asylgesuches  zuständigen  Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum 
bleibt für Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. 
Art. 83 Abs. 1 AuG,

dass  eine  entsprechende  Prüfung  –  soweit  notwendig  –  vielmehr 
bereits  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  stattfinden  muss  (vgl. 
vorstehende Erwägungen, BVGE 2010/45 E. 10.2 S. 645),

dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den  Vollzug  der  Wegweisung 
nach Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtete,

dass  die  Beschwerdeführenden  demnach  nicht  darzutun  vermögen, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 

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rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen  im Zusammenhang mit 
einer Datenweitergabe an den Heimatstaat durch den direkten Entscheid 
in der Hauptsache gegenstandslos geworden ist,

dass  aus  den  Akten  nicht  hervorgeht,  es  seien  bereits  Daten  an  den 
Heimatstaat  übermittelt  worden,  weshalb  auf  das  Begehren  um 
entsprechende Offenlegung nicht einzugehen ist,

dass mit vorliegendem Direktentscheid ohne vorgängige Instruktion auch 
das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und 
der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde 
mit vorliegendem Urteil gegenstandslos geworden sind,

dass  die  Beschwerde  angesichts  der  vorstehenden  Erwägungen  als 
aussichtslos zu bezeichnen war, weshalb das Gesuch um Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  und  2 
VwVG  –  unabhängig  von  der  Frage  der  Bedürftigkeit  der 
Beschwerdeführenden – abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.– 
(Art.  16 Abs.  1 Bst.  a VGG  i.V.m. Art.  2  und  3  des Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  den 
Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 
Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Regula Frey

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