# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 33fd388d-8310-579f-91a9-8e51c9e2462a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 12.03.2013 B 2012/122
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2012-122_2013-03-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2012/122

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 12.03.2013

Entscheiddatum: 12.03.2013

Urteil Verwaltungsgericht, 12.03.2013
Ausländerrecht, Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG (SR 142.20) und Art. 80 Abs. 2 VZAE 
(SR 142.201).Rechtmässigkeit des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung 
eines seit 13 Jahren in der Schweiz niedergelassenen Kosovaren 
(Verwaltungsgericht, B 2012/122).

Urteil vom 12. März 2013

Anwesend:  Präsident lic. iur. B. Eugster; Verwaltungsrichter lic. iur. A. Linder, 

Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener, Dr. S. Bietenharder-Künzle; Gerichtsschreiber lic. iur. S. 

Schärer

_______________

In Sachen

X.Y.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. A.B.,

gegen

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

betreffend

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Widerruf der Niederlassungsbewilligung

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ X.Y., Staatsangehöriger von Kosovo, ist am 8. Dezember 1970 in Gjakove in der 

Nähe der albanischen Grenze geboren und dort aufgewachsen. Im Jahr 1992 heiratete 

er eine in der Schweiz niedergelassene Landsfrau und zog drei Jahre später im 

Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz. Seit 19. Juni 2000 verfügt er über eine 

Niederlassungsbewilligung. Die Ehe wurde im Jahr 2007 geschieden. In der Folge 

heiratete er erneut eine Landsfrau. Diese lebt nach wie vor in ihrem gemeinsamen 

Heimatland. Er ist Vater von drei Kindern (geboren am 15. Januar 1989, 5. März 1991 

und 24. Februar 1997). Die beiden älteren Töchter sind mittlerweile erwachsen und 

selbstständig, der Sohn lebt bei seiner Mutter, welche die elterliche Sorge inne hat.

B./ a) Im Oktober 1996 verwarnte ihn die Fremdenpolizei des Kantons Thurgau (heute 

das Migrationsamt) erstmals wegen einer Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe und 

einer Busse. Im Juli 2004 drohte sie ihm ein zweites Mal den Widerruf seines 

Aufenthaltsrechts in der Schweiz an, weil er erneut straffällig geworden war, über ihn 

der Konkurs eröffnet werden musste und er Schulden von über Fr. 180'000.-- 

angehäuft hatte. Die Ermahnung sprach sie ausdrücklich als letzte Chance aus und 

verband damit die Forderung, dass er sich fortan in jeder Hinsicht klaglos zu verhalten 

und seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen habe.

b) X.Y. liess sich aber auch von der zweiten Verwarnung nicht beeindrucken, 

delinquierte weiter und machte zusätzliche Schulden. Das zwischenzeitlich zuständige 

Migrationsamt des Kantons St. Gallen stellte ihm deshalb seine Wegweisung in 

Aussicht und widerrief mit Verfügung vom 6. Juni 2011 seine 

Niederlassungsbewilligung. Gleichzeitig forderte es ihn auf, die Schweiz bis spätestens 

15. August 2011 zu verlassen.

C./ Gegen diese Wegweisungsverfügung liess der Betroffene am 20. Juni 2011 beim 

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen Rekurs erheben. Dieses 

bestätigte mit Entscheid vom 22. Mai 2012 den Widerruf bzw. die Wegweisung. Es kam 

ebenfalls zum Schluss, dass der Rekurrent mit seiner regelmässigen Delinquenz und 

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seiner massiven und mutwilligen Verschuldung schwerwiegend gegen die öffentliche 

Sicherheit und Ordnung verstossen habe. Konkret befand es die Wegweisung des 

Rekurrenten auch als zumutbar, obgleich dieser nunmehr seit 17 Jahren in der Schweiz 

lebte.

D./ Dagegen lässt der Betroffene am 4. Juni 2012 beim Verwaltungsgericht des 

Kantons St. Gallen mit dem Antrag Beschwerde erheben, der Rekursentscheid sei 

kostenpflichtig aufzuheben, und vom Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei 

abzusehen. Mit Beschwerdeergänzung vom 6. August 2012 macht er geltend, dass er 

wegen seines (geringen) Ausbildungsniveaus und seiner (schlechten) 

Deutschkenntnisse keine Möglichkeit habe, als Angestellter ein Einkommen zu erzielen, 

das ihm erlauben würde, für seinen eigenen Lebensunterhalt und für seine Kinder 

aufzukommen. Leider sei auch sein zweiter Versuch, sich selbstständig zu machen, 

gescheitert, weshalb er wieder als Angestellter arbeiten müsse. Auf Grund seiner 

bescheidenen beruflichen Qualifikationen könne er bloss einen Nettolohn von knapp 

Fr. 4'000.-- verdienen. Lohnpfändungen und Schuldzinsen würden seine Schulden 

zudem eher noch vergrössern statt vermindern. Sein strafrechtlich relevantes Verhalten 

seit der letzten Verwarnung sei für das vorliegende Verfahren nicht relevant.

E./ Mit Vernehmlassung vom 10. August 2012 beantragt die Vorinstanz, die 

Beschwerde kostenpflichtig abzuweisen und verzichtet ansonsten auf eine 

Stellungnahme.

F./ Am 20. November 2012 reicht der Beschwerdeführer vier Lohnabrechnungen nach, 

woraus seiner Meinung nach hervorgehe, dass er monatlich in erheblichem Umfang 

Schulden abzahlen könne. Gemäss diesen Abrechnungen verdient er einen 

monatlichen Bruttolohn von Fr. 4'600.-- bzw. netto Fr. 3'821.75. Davon werden direkt 

Fr. 1'177.75 abgezogen (Lohnpfändung Fr. 359.75 und Alimente Fr. 818.--). Auf die 

weiteren von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird, soweit 

erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. (…).

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2. Die Niederlassungsbewilligung wird unbefristet und ohne Bedingungen erteilt (Art. 34 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ausländerinnen und Ausländer, SR 142.20, abgekürzt 

AuG). Sie kann widerrufen werden, wenn der Ausländer unter anderem in 

schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz 

oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG). Eine 

Gefährdung liegt vor, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der 

Aufenthalt der betroffenen Person in der Schweiz mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zu 

einem Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung führt (Art. 80 Abs. 2 der 

Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [SR 142.201, abgekürzt 

VZAE]).

2.1. Ein Verstoss gegen die öffentliche Ordnung liegt etwa bei der Missachtung von 

gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Verfügungen vor (Art. 80 Abs. 1 lit. a VZAE). 

Nicht erforderlich ist, dass der Ausländer strafrechtlich verurteilt worden ist, sofern 

keine Zweifel bestehen, dass der betroffenen Person ein strafbares Verhalten zur Last 

zu legen ist (S. Hunziker in: Caroni/Gächter/Thurnheer, Handkommentar zum AuG, 

Bern 2010, N 35 zu Art. 62 AuG mit Hinweisen). Dabei kann der Widerruf auch dann 

geboten sein, wenn ihn die einzelnen Handlungen für sich allein noch nicht 

rechtfertigen, deren wiederholte Begehung aber darauf hinweist, dass die betreffende 

Person nicht gewillt ist, sich an die geltende Ordnung zu halten (BGE 137 II 304 E. 3.3). 

Eine Störung oder Gefährdung der öffentlichen Ordnung besteht zudem bei mutwilliger 

Nichterfüllung öffentlich-rechtlicher oder privatrechtlicher Verpflichtungen (Art. 80 Abs. 

1 lit. b VZAE). Zu den ersteren zählen Steuern, Alimente, Sozialabgaben und 

Krankenkassenprämien. Zu den privatrechtlichen etwa Mietzinse oder Prämien privater 

Versicherungen. Betragsmässig besteht keine Mindestgrenze. Die öffentlichen 

Interessen an einem Widerruf einer Bewilligung sind aber umso gewichtiger, je mehr 

sich eine ausländische Person verschuldet hat und sich trotz Verwarnungen nicht um 

Schuldentilgung bemüht. Die Verschuldung muss mutwillig bzw. zumindest leichtfertig 

erfolgt sein (Hunziker, a.a.O., N 36 f. zu Art. 62 AuG).

2.2. Ein in schwerwiegender Weise erfolgter Verstoss liegt in erster Linie dann vor, 

wenn der Ausländer besonders hochwertige Rechtsgüter wie namentlich die 

körperliche, psychische und sexuelle Integrität eines Menschen verletzt oder gefährdet 

hat. Der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung ist aber auch dann zulässig, wenn 

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der Ausländer sich von strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken lässt und 

damit zeigt, dass er auch künftig weder gewillt noch fähig ist, sich an die 

Rechtsordnung zu halten, was jeweils im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu prüfen 

ist (BGer 2C_839/2011 vom 28. Februar 2012 E. 2.1 mit Hinweisen).

2.3. Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer seit seiner Einreise immer 

wieder straffällig wurde. Unabhängig davon, welcher strafrechtlichen Deliktskategorie 

die begangenen Straftaten zuzuordnen sind, handelt es sich dabei keinesfalls nur um 

Bagatellverstösse, wie der Beschwerdeführer sinngemäss vorbringen lässt. Von den 

zehn Verurteilungen datieren sechs nach der zweiten ausländerrechtlichen Verwarnung 

im Jahr 2004. Dieser lag die Verurteilung wegen versuchter Nötigung, mehrfacher 

Drohung, mehrfachen Missbrauchs einer Fernmeldeanlage, Tätlichkeiten und 

Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung zu Grunde. Die Verurteilung erfolgte, weil 

er seiner Ex-Frau mehrmals mit einem Ledergut über die Hände geschlagen, sie am 

Oberkörper mit Fäusten und Füssen traktiert, vor die Wohnungstüre gezerrt und 

ausgeschlossen und weil er sie und ihre Verwandten mit dem Tod bedroht hatte. Die 

letzte Verurteilung datiert vom 4. Oktober 2010, wofür er wegen eines Vergehens 

gegen das Waffengesetz eine unbedingte Geldstrafe erhalten hat. Auch seine 

Strassenverkehrsdelikte stellen keine blosse Geringfügigkeiten, sondern ernsthafte 

Gefährdungen Dritter dar. So fuhr er etwa auf der Autobahn bei einer signalisierten 

Geschwindigkeit von 100 km/h rund 50 km/h zu schnell, wobei er bis auf einen 

Abstand von höchstens 10 m auffuhr, sodann rechts überholte, um wieder derart 

knapp links einzubiegen, dass die beiden überholten Fahrzeuge stark abbremsen 

mussten, um nicht aufzufahren. Im Jahr 2006 musste er gleich zwei Mal angehalten 

werden, weil er die Stützlast mit Anhänger mit 191 Prozent überschritten und die 

Ladung ungenügend gesichert hatte. Ebenfalls um keine Bagatelle handelt es sich bei 

den nicht bezahlten Unterhaltsbeiträgen, weshalb seine Ex-Frau und seine Kinder 

gezwungen waren, sich ans Sozialamt bzw. die Stelle für Alimentenbevorschussung zu 

wenden, womit die Allgemeinheit gezwungen war, an seiner Stelle für seine Familie 

aufkommen. Auch dafür musste er mit einer unbedingten Geldstrafe belangt werden.

2.4. Nebstdem, dass sich die Strafbehörden fast ein Dutzend Mal mit dem 

Beschwerdeführer beschäftigen mussten, hat er einen erheblichen Schuldenberg 

angehäuft. Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid in Ziff. 3 lit. b (act. 2) 

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detailliert aufgezeigt hat, hat der Beschwerdeführer diese Schulden über die 

Verwarnungen in den Jahren 1996 und 2004 hinaus mutwillig angehäuft. Im Jahr 2002 

gab er seine Anstellung freiwillig auf und war hernach für ein Jahr Besitzer der 

Diskothek "Q." in St. Gallen. Ein Jahr später ging er damit Konkurs. Dieser musste per 

3. Februar 2003 mangels Aktiven wieder eingestellt werden. In der Folge war er 

arbeitslos bzw. bezog Sozialhilfe. Nach einer kurzen Anstellung als Gerüstbauer 

(Vorakten Migrationsamt act. 92) war er bei einem Bauunternehmen angestellt, wo ihm 

aber nach gut zwei Jahren am 12. Juli 2007 mangels Arbeitsinteresse und -einsatz 

wieder gekündigt werden musste (Akten Migrationsamt act. 82). Im Anschluss daran 

bezog er wiederum Arbeitslosentaggelder und ohne ersichtlichen Grund, nicht arbeiten 

zu können, Sozialhilfe. Obwohl er in der Unterhaltungsbranche bereits einmal 

gescheitert war, beteiligte er sich im Jahr 2009 wieder an einem Club in St. Gallen. 

Aber auch dieses Engagement endete bereits nach kurzer Zeit wieder mit erheblichen 

Schulden. Bis anfangs 2012 kamen so weitere 37 Verlustscheine in einer Höhe von gut 

Fr. 140'000.-- dazu (Vorakten Migrationsamt act. 142 und Vorakten Sicherheits- und 

Justizdepartements act. 18). Zudem waren per 19. Januar 2012 Betreibungen im 

Betrag von knapp Fr. 25'000.-- offen (Vorakten Sicherheits- und Justizdepartement 

act. 23). Insgesamt häufte er damit einen Schuldenberg von rund Fr. 240'000.-- an, 

womit er nicht bloss bei zahlreichen Privaten, sondern insbesondere auch bei der 

öffentlichen Hand, beim Fiskus, bei der Krankenkasse und der 

Sozialversicherungsanstalt, beim Kantonsspital St. Gallen, bei den Sozialämtern bzw. 

der Alimentenhilfe und bei der Billag AG einen massiven Schaden verursacht hat.

2.5. Der Beschwerdeführer lässt mit seiner letzten Eingabe vorbringen, er verdiene 

mittlerweile als Angestellter netto gut Fr. 3'800.-- und sei damit in der Lage, Schulden 

in erheblichen Umfang abzuzahlen. Nebst einer bescheidenen pfändbaren Quote von 

monatlich Fr. 360.-- und den direkt vom Lohn abgezogenen Unterhaltszahlungen von 

Fr. 818.-- verbleiben ihm aber bloss knapp Fr. 2'800.-- zum Leben, womit von einem 

substanziellen Schuldenabbau augenscheinlich keine Rede sein kann. So geht der 

Beschwerdeführer in seiner Beschwerdebegründung realistischerweise selber davon 

aus, dass er seine Schulden tatsächlich nicht abbauen könne, sondern dass diese im 

Gegenteil noch weiter ansteigen würden (act. 11, S. 4). Sein mehr als leichtsinniges 

Verhalten hat demnach dazu geführt, dass er mittlerweile nicht mehr in der Lage ist, 

sich aus seiner finanziellen Misere zu befreien, selbst wenn er noch wollte. Bei den 

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wenigen geltend gemachten Abzahlungen ist keine Konstanz ersichtlich. Zudem fallen 

diese mit Blick auf die vorhandenen Schulden ohnehin nicht ins Gewicht.

2.6. Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer regelmässig und unbelehrbar 

delinquiert sowie mutwillig und in erheblichem Umfang seine öffentlich-rechtlichen und 

privatrechtlichen Verpflichtungen verletzt und damit erheblich und wiederholt gegen die 

öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen bzw. diese gefährdet hat. Seinem 

Einwand, er habe (zwei Mal) das Risiko als selbstständiger Unternehmer auf sich 

nehmen müssen, ansonsten es ihm unmöglich gewesen wäre, für sich und den 

Unterhalt seiner fünfköpfigen Familie aufzukommen, ist entgegenzuhalten, dass genau 

dies sehr vielen (auch ungelernten) Ausländern durchaus gelingt bzw. von ihnen 

erwartet wird. Dies gilt im besonderen Masse auch für den mittlerweile 43-jährigen 

Beschwerdeführer, der über eine zweijährige Lehre als Tischler und eine Weiterbildung 

für Elektromotoren (Vorakten Migrationsamt act. 92) verfügt. Während der ersten 

sieben Jahre in der Schweiz hat er denn auch in seinem angestammten Berufsumfeld 

in einer Holzbaufirma gearbeitet, bevor er sich ohne Not selbstständig gemacht und 

sich dabei - wiederholt - massiv verschuldet hat. Weder bringt er vor, noch ist sonst 

ersichtlich, dass er aus gesundheitlichen Gründen oder wegen arbeitsmarktlichen 

Umständen nicht in der Lage gewesen wäre, eine Anstellung anzunehmen. Aus den 

Akten geht im Gegenteil hervor, dass er eine seiner Stellen verloren hat, weil sein 

Arbeitswille und seine Arbeitsleistung auf ein nicht mehr akzeptables Mass gesunken 

waren (Vorakten Migrationsamt act. 82). Damit ist der Widerrufsgrund gemäss Art. 63 

Abs. 1 lit. b AuG erfüllt.

3. Nach Art. 96 Abs. 1 AuG berücksichtigen die zuständigen Behörden bei ihrer 

Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse 

sowie den Grad der Integration des Ausländers. Mithin beachten sie, dass sich der 

Widerruf bzw. die Nichtverlängerung der Bewilligung nur dann rechtfertigt, wenn die 

jeweils im Einzelfall vorzunehmende Interessenabwägung die entsprechende 

Massnahme als verhältnismässig erscheinen lässt, wobei namentlich die Schwere des 

Verschuldens, die Dauer der Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner 

Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen sind (BGer 2C_954/2011 vom 11. Juni 

2012 E. 2. mit Hinweisen). Der Massstab gerichtlicher Nachprüfung bestimmt sich 

grundsätzlich nach den Vorschriften des kantonalen und eidgenössischen 

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Verfahrensrechts (B. Schindler in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Handkommentar 

zum AuG, Bern 2010, N 9 zu Art. 96 AuG). Während die verwaltungsinterne 

Rekursbehörde dabei über volle Kognition verfügt (Art. 46 Abs. 1 VRP), ist diejenige 

des Verwaltungsgerichts auf eine Überprüfung von Rechts- und Sachverhaltsfragen 

sowie qualifizierten Ermessensfehlern beschränkt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Die 

Kontrolle der Verhältnismässigkeit (nicht der Angemessenheit) eines Entscheids gehört 

jedoch zur Rechtskontrolle (P. Uebersax in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], 

Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, N 7.319) und erfolgt somit umfassend.

3.1. Als öffentliches Interesse gilt nebst der Verfolgung einer restriktiven 

Einwanderungspolitik unter anderem die Verhinderung der Gefährdung der öffentlichen 

Sicherheit und Ordnung (B. Schindler in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], 

Handkommentar zum AuG, Bern 2010, N 12 zu Art. 96 AuG). Mit Blick auf das 

aufgezeigte Fehlverhalten des Beschwerdeführers liegt seine Wegweisung 

offensichtlich im öffentlichen Interesse. Sodann darf bei ausländischen Personen, die 

sich wie der Beschwerdeführer nicht auf das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 

1999 (SR 0.142.112.681) berufen können, im Rahmen der Interessenabwägung neben 

der aktuellen Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, die vom fehlbaren 

Ausländer ausgeht, auch generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen 

werden (BGer 2C_954/2011 vom 11. Juni 2012 E. 3.3.1). Somit kommt es ausserhalb 

des Anwendungsbereichs dieses Abkommens nicht in entscheidender Weise darauf 

an, dass vermutungsweise keine Rückfallgefahr besteht bzw. sich der Ausländer 

künftig wohlverhalten werde (BGer 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5).

3.2. Der Beschwerdeführer lebt seit längerer Zeit in der Schweiz, verkehrt aber in erster 

Linie unter Landsleuten. Demzufolge spricht er selbst nach 18 Jahren bloss gebrochen 

Deutsch, wie er selber geltend macht (act. 11 S. 3 Ziff. 3 sowie Akten Migrationsamt 

act. 52). In seinem zweiten Club verkehrten vornehmlich balkanstämmige Personen 

(Akten Migrationsamt act.  119). Auch sonst stimmt der Grad seiner Integration in die 

schweizerische Gesellschaft nicht ansatzweise mit seiner langen Aufenthaltsdauer 

überein. So machte er sich unberührt von den angedrohten Konsequenzen immer 

wieder strafbar und fuhr trotz Verwarnungen fort, sich zu verschulden. Seinen zwei 

missglückten Versuchen, sich selbstständig zu machen, folgten beide Male ohne 

erkennbaren Grund längere Phasen ohne Anstellung. Seine Beurteilungen als 

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Angestellter sind stark durchzogen. Zudem übt er mit seiner derzeitigen Tätigkeit keine 

qualifizierte Berufstätigkeit aus, die ein überwiegendes Interesse an seinem Verbleib in 

der Schweiz begründen könnte. Seine bedenkliche Gleichgültigkeit der hiesigen 

Rechtsordnung gegenüber zeigt sich beispielhaft daran, dass er wegen des gleichen 

Verstosses gegen das Gesundheitsgesetz innert zwei Wochen drei Mal verzeigt (Akten 

Migrationsamt act. 113) und wegen häuslicher Gewalt festgenommen werden musste 

(Akten Migrationsamt act. 65), dass er seinen gerichtlich festgesetzten 

Unterhaltspflichten seiner Familie gegenüber nicht nachgekommen ist und dass er 

einem unbekannten Gast seines Clubs illegal eine Handfeuerwaffe verkaufen wollte 

(vgl. Akten Migrationsamt act. 130). Insgesamt kann somit noch nicht einmal von einer 

durchschnittlichen Integration gesprochen werden, weshalb der geltend gemachten 

langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz kein grosses Gewicht beigemessen werden 

kann.

3.3. Demgegenüber ist der Beschwerdeführer erst mit 25 Jahren in die Schweiz 

gezogen, womit er die meiste Zeit und seine prägenden Lebensjahre in seinem 

Heimatland verbracht hat. Gemäss den glaubhaften Aussagen seiner Ex-Frau hat er 

sich während seines Aufenthaltes in der Schweiz häufig im Kosovo aufgehalten (Akten 

Migrationsamt act. 67), wo seine vier Geschwister und seine Eltern wohnen, zu denen 

er ein gutes Verhältnis unterhält (Akten Migrationsamt act. 92). Zudem hat er sich dort 

zwischenzeitlich mit einer Landsfrau verheiratet, die er nicht nachgezogen hat, sondern 

die weiterhin im Kosovo lebt. Dank seiner neuen Ehefrau in seinem Heimatland, seiner 

dort lebenden Ursprungsfamilie und seiner sonstigen aufrechterhaltenen Kontakte im 

Kosovo wird es ihm ohne weiteres möglich sein, sich dort wieder zu etablieren und Tritt 

zu fassen.

3.4. Seine familiäre Beziehung zu seinen erwachsenen und selbstständigen Töchtern 

kann er von seinem Heimatland aus pflegen. Zur Ausübung des Besuchsrechts 

gegenüber seinem 16-jährigen Sohn ist es ebenfalls nicht zwingend erforderlich, dass 

er sich dauerhaft in der Schweiz aufhält. So wird weder behauptet noch ist sonst 

ersichtlich, dass in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge Vater-

Sohn-Beziehung vorliege. Davon abgesehen, hat sich der Beschwerdeführer in der 

Schweiz auch nicht tadellos verhalten, was in dieser Konstellation ebenfalls eine 

unabdingbare Voraussetzung dafür wäre, auf den Widerruf des Aufenthaltsrechts zu 

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verzichten (BGer 2C_406/2012 vom 22. Oktober 2012 E. 4.2 mit Hinweisen). Den 

verfassungs- und konventionsmässigen Anforderungen ist damit im vorliegenden Fall 

Genüge getan, dass der Beschwerdeführer das Besuchsrecht - unter sachgerechter 

Anpassung der Modalitäten - vom Ausland her ausüben kann. Allein der Umstand, 

dass es ihm voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, die Kinderunterhaltsbeiträge 

in der gerichtlich festgelegten Höhe zu begleichen, ist dabei in Kauf zu nehmen. Dies 

umso mehr, als er die Beiträge auch schon in der Vergangenheit nicht bezahlt hat, 

weshalb die öffentliche Hand diese in erheblicher Höhe bevorschussen musste und der 

Beschwerdeführer die Vorschüsse noch nicht zurückbezahlt hat.

4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz den Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung zu Recht bestätigt und als zumutbar erachtet hat. Nachdem 

die angesetzte Ausreisefrist zwischenzeitlich abgelaufen ist, wird das Migrationsamt 

dem Beschwerdeführer wie von der Vorinstanz angeordnet eine neue angemessene 

Ausreisefrist ansetzen (Art. 66 Abs. 2 AuG). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.

5. (…).

Demnach hat das Verwaltungsgericht zu Recht erkannt:

1./  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./  Der Beschwerdeführer bezahlt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens 

von Fr. 2'000.-- unter Verrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher 

Höhe.

3./  Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V.          R.           W.

Der Präsident:                          Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. Beda Eugster                lic. iur. Stephan Schärer

Versand dieses Entscheides an:

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-   den Beschwerdeführer (durch Rechtsanwalt lic. iur. A.B.)

-   die Vorinstanz

am:

Rechtsmittelbelehrung:

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG innert 30 Tagen nach Eröffnung beim 

Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde erhoben werden.

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