# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2cea138-f04c-5550-b302-05526d48cd02
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-03
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 03.03.2022 SK 2021 276
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-276_2022-03-03.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 21 276

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 3. März 2022 

Besetzung Oberrichter Zbinden (Präsident i.V.), Obergerichtssuppleantin 
Eggli, Oberrichter Josi
Gerichtsschreiberin Ragonesi

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Anschlussberufungsführerin

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, Sachbe-
schädigung, Widerhandlung gegen das Gesetz über das kantona-
le Strafrecht, etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 5. August 2020 (PEN 2019 625)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 5. August 2020 erkannte das Regionalgericht Bern-Mittelland (nach-
folgend: Vorinstanz) was folgt (pag. 383 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand, mehrfach und qualifiziert 
begangen 

1.1. am 20.06.2018 in C.________ (1,37 g/kg, Promille),

1.2. am 06.05.2019 in C.________ (2,1 g/kg, Promille),

2. der Sachbeschädigung, begangen am 08.04.2018 in Bern, z.N. von D.________,

3. des Führens eines Motorfahrzeuges trotz entzogenem Führerausweis, mehrfach begangen

3.1. am 08.04.2018 in Bern,

3.2. am 20.06.2018 in C.________,

3.3. am 09.01.2019 in E.________,

3.4. am 06.05.2019 in C.________,

4. der Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch, festgestellt am 06.05.2019 in 
C.________,

5. des Parkierens ausserhalb eines Parkfeldes, begangen am 20.06.2018 in C.________,

6. der unrichtigen Namensangabe, begangen am 06.05.2019 in C.________,

7. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen bzw. festge-
stellt am 21.06.2018, 09.01.2019, 06.05.2019 in Bern durch Konsum einer unbestimmten Menge 
Marihuana

und in Anwendung der 
 Art. 30, 40, 47, 49 Abs. 1, 103, 106, 144 Abs. 1 StGB
 Art. 10 Abs. 2, 27 Abs. 1, 31 Abs. 2, 55 Abs. 6, 90 Abs. 1, 91 Abs. 2 lit. a, 94 Abs. 1 lit. a, 95 

Abs. 1 lit. b SVG
 Art. 19a Abs. 1 BetmG
 Art. 2 Abs. 1 VRV
 Art. 79 Abs. 1, 1bis und 1ter SSV
 Art. 15 KstrG
 Art. 1 und 2 der Verordnung über Alkoholgrenzwerte im Strassenverkehr
 Art. 422 ff., 426 ff. StPO

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verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 14,5 Monaten.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 250.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 3 Tage festgesetzt.

3. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 6'930.00 und Aus-
lagen von CHF 2'988.20, insgesamt bestimmt auf CHF 9'918.20.

Kosten der Untersuchung CHF 3’830.00
Auftritt STA CHF 1’000.00
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 2’100.00
Total CHF 6’930.00

Entschädigung für Zeugen CHF 80.00
Kosten Übersetzer für Zeuge CHF 155.40
Kosten der Staatsanwaltschaft CHF 2’752.80
Total CHF 2’988.20

Total Verfahrenskosten CHF 9’918.20

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 600.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 9'318.20.

II.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Fürsprecher B.________ werden wie folgt bestimmt:

Leistungen ab 10.10.2019
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 26.00 200.00 CHF 5’200.00
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 157.60
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 5’357.60 CHF 412.55

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 5’770.15

volles Honorar CHF 6’500.00
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 157.60
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 6’657.60 CHF 512.65

CHF 0.00
Total CHF 7’170.25

nachforderbarer Betrag CHF 1’400.10

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecher B.________ für die amtliche Verteidigung von A.________ 
mit CHF 5'770.15. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Fürsprecher B.________ die Differenz von CHF 1'400.10 zwischen der amtlichen Entschädigung und 
dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 
4 StPO).

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III.

Im Zivilpunkt wird weiter verfügt:

1. Es wird festgestellt, dass der Privatkläger D.________ seine Zivilklage vor Abschluss der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung zurückgezogen hat und diese auf dem Zivilweg erneut geltend 
machen kann (Art. 122 Abs. 4 StPO).

2. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden.

IV.  

Weiter wird verfügt:

1. Die folgenden beschlagnahmten Drogen und Medikamente werden zur Vernichtung eingezogen 
(Art. 69 StGB):

- 1 Minigrip mit 6,6 Gramm brutto Marihuana

- 1 Blister mit einer halben Viagra Tablette

- 1 Beutel Kamagra oral

2. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 360.00 wird in der Höhe von CHF 250.00 zur De-
ckung der Busse und in der Höhe von CHF 110.00 als Anteil an die Verfahrenskosten verwen-
det. 

3. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt 
(Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

4. [Eröffnungsformel]

5. [Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen das erwähnte Urteil meldete Fürsprecher B.________ namens und auftrags 
des Beschuldigten am 10. August 2020 form- und fristgerecht Berufung an (pag. 
392). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 23. Juni 2021 (pag. 399 ff.) und 
wurde den Parteien mit Verfügung vom gleichen Tag zugestellt (pag. 463 f.).

Mit form- und fristgerechter Berufungserklärung vom 16. Juli 2021 wurde die Beru-
fung auf die Schuldsprüche gemäss den Ziff. I.1.1. (Führen eines Motorfahrzeugs 
in angetrunkenem Zustand am 20. Juni 2018 in C.________), Ziff. I.2. (Sachbe-
schädigung vom 8. April 2018 in Bern), Ziff. I.3.1.-3.2. (Führen eines Motorfahr-
zeugs trotz entzogenem Führerausweis am 8. April 2018 in Bern und am 20. Juni 
2018 in C.________) und Ziff. I.5. (Parkieren ausserhalb eines Parkfeldes am 20. 
Juni 2018 in C.________) des erstinstanzlichen Urteils sowie auf die Strafzumes-
sung beschränkt (pag. 470 f.). Mit Eingabe vom 27. Juli 2021 erklärte die General-
staatsanwaltschaft Anschlussberufung (beschränkt auf die Strafzumessung) und 
stellte die Anträge, der Beschuldigte sei wie in erster Instanz schuldig zu erklären 
und zu einer Freiheitsstrafe von 17 Monaten, einer Übertretungsbusse von CHF 

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250.00 und zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten zu 
verurteilen. Ferner seien die nötigen Verfügungen zu treffen (pag. 477 f.). 

Mit Verfügung vom 20. August 2021 wurde D.________ die Gelegenheit geboten, 
zu einer allfälligen Entlassung aus dem Verfahren Stellung zu nehmen (pag. 479 
f.). Mit Verfügung vom 20. September 2021 wurde festgehalten, dass sich 
D.________ nicht habe vernehmen lassen. Gleichzeitig wurden die Parteien aufge-
fordert, zur Konstituierung von D.________ bzw. zur Frage des Umfangs der Pri-
vatklägerschaft Stellung zu nehmen (pag. 484 ff.). Die Generalstaatsanwaltschaft 
(Eingabe vom 23. September 2021, pag. 496) sowie die Verteidigung (Eingabe 
vom 11. Oktober 2021, pag. 501) waren der Ansicht, dass sich D.________ ledig-
lich als Zivilkläger konstituiert habe. Von Seiten D.________ ist innert Frist nichts 
eingelangt. Mit Beschluss vom 27. Oktober 2021 wurde D.________ aus dem Ver-
fahren entlassen (pag. 504 ff.).

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons 
Bern fand am 3. März 2022 statt. 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im oberinstanzlichen Verfahren wurden von Amtes wegen ein aktueller Strafregis-
terauszug vom 16. Februar 2022 (pag. 525 ff.), ein aktueller IVZ-Auszug vom 
16. Februar 2022 (pag. 528 ff.) sowie ein Leumundsbericht vom 16. Februar 2022 
(pag. 537 ff.) über den Beschuldigten eingeholt. Ferner wurden die Strafakten BM 
19 16083, BM 19 40023 und BM 20 25941 ediert und es wurde der Beschuldigte 
ergänzend einvernommen (pag. 551 ff.). Die von der Verteidigung im Rahmen der 
Berufungsverhandlung eingereichten Unterlagen (Kopien Mietvertrag, Nebenkos-
ten-Abrechnung, Zahlungsbeleg Miete Januar 2022) sowie die handschriftliche No-
tiz aus der Einvernahme des Beschuldigten wurden zu den Akten erkannt (pag. 
567).

4. Oberinstanzliche Anträge der Parteien

4.1 Verteidigung

Die Verteidigung stellte im Rahmen der Berufungsverhandlung folgende Anträge 
(pag. 583):

I.
Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil bezüglich Ziffer I.1.2, I.3.3, I.3.4, 1.6 und 1.7 
rechtskräftig ist.

II.
A.________ sei frei zu sprechen von folgenden Beschuldigungen:

- wegen Führens eines Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zustand, angeblich begangen am 
20.6.2018 in C.________ (Ziffer I.1.1 des Urteils vom 5. August 2020),

- wegen Sachbeschädigung, angeblich begangen am 8.4.2018 in Bern (Ziff. I.2 des Urteils vom 
5. August 2020),

- wegen Führens eines Motorfahrzeuges trotz entzogenem Führerausweis, angeblich begangen 
am 8.4.2018 in Bern (Ziffer I.3.1 des Urteils vom 5. August 2020),

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- wegen Führens eines Motorfahrzeuges trotz entzogenem Führerausweis, angeblich begangen 
am 20.06.2018 in C.________ (Ziffer I.3.2 des Urteils vom 5. August 2020),

- wegen Parkierens ausserhalb eines Parkfeldes, angeblich begangen am 20.6.2018 in 
C.________ (Ziffer I.5 des Urteils vom 5. August 2020)

unter Ausrichtung einer Entschädigung für die Verteidigungskosten und unter Uebernahme der an-
teilsmässigen Verfahrenskosten durch den Staat.

III.
A.________ sei zu verurteilen

1. Zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu CHF 60, ausmachend CHF 7200.
2. Zu einer Busse von CHF 250.
3. Zu seinem Anteil der Verfahrenskosten.

IV.

Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gemäss Kostennote gerichtlich festzusetzen.

4.2 Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte anlässlich der Berufungsverhandlung folgen-
de Anträge (Hervorhebungen im Original, pag. 584 f.):

I.
Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Einzelge-
richt) vom 5. August 2020 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Schuldsprüche wegen Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand, began-
gen am 6.5.19, des Führens eines Motorfahrzeuges trotz entzogenem Führerausweis, mehrfach 
begangen am 09.01.2019 und 06.05.2019, der Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Ge-
brauch, festgestellt am 06.05.2019, der unrichtigen Namensangabe, begangen am 20.06.2019 
und der Konsum-Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz;

2. der Verurteilung zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten;

3. der Einziehung der beschlagnahmten Drogen und Medikamente zur Vernichtung sowie der Ein-
ziehung des beschlagnahmten Geldbetrags von CHF 360.00 zur Deckung der Busse bzw. als 
Anteil an die Verfahrenskosten.

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. des Führens eines Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zustand, begangen am 20.06.2018 in 
C.________ (1,37 g/kg Promille);

2. der Sachbeschädigung, begangen am 08.04.2018 in Bern z.N. von D.________;

3. des Führens eines Motorfahrzeugs trotz entzogenem Führerausweis, mehrfach begangen 
am 08.04.2018 in Bern und am 20.06.2018 in C.________;

4. des Parkierens ausserhalb eines Parkfeldes, begangen am 20.06.2018 in C.________.

III.

A.________ sei gestützt hierauf sowie gestützt auf die rechtskräftigen Schuldsprüche in Anwendung 
von

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zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 17 Monaten;

2. zu einer Busse von CHF 250.00 (Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen);

3. zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Gebühr 
gemäss Art. 21 VKD)

IV.
Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

2. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu ertei-
len (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 
312.0]). Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil nur in Teilen angefochten 
(Schuldsprüche gemäss den Ziff. I.1.1., 2., 3.1.-3.2., 5. sowie Strafzumessung). Es 
kann mithin festgestellt werden, dass die Schuldsprüche gemäss den Ziff. I.1.2. 
(Führen eines Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zustand am 6. Mai 2019 in 
C.________), Ziff. I.3.3.-3.4. (Führen eines Motorfahrzeugs trotz entzogenem Füh-
rerausweis am 9. Januar 2019 in E.________ und am 6. Mai 2019 in C.________), 
Ziff. I.4. (Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch), Ziff. I.6. (unrichtige 
Namensangabe), Ziff. 7. (Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz), 
der Zivilpunkt gemäss den Ziff. III.1.-2. sowie die Verfügungen gemäss den Ziff. 
IV.1.-2. (Einzug und Vernichtung von Drogen und Medikamenten sowie Verrech-
nung des beschlagnahmten Geldbetrags) nicht mehr Gegenstand des oberinstanz-
lichen Verfahrens und damit rechtskräftig geworden sind. Über die Verfahrenskos-
ten, die amtliche Entschädigung und die erhobenen biometrischen Daten ist pra-
xisgemäss neu zu verfügen.

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen – und/oder der 
Rechtskraft nicht zugänglichen – Punkte über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 
StPO). Aufgrund der Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft darf der 
Sanktionenpunkt auch zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden. Die 
Kammer ist dabei nicht an die Anträge der Parteien gebunden (Art. 391 Abs. 1 
Bst. b StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung

Bezüglich der allgemeinen Grundlagen zur Beweiswürdigung und zur Aussagen-
analyse im Besonderen kann vorab auf die zutreffenden Erwägungen der 
Vorinstanz verwiesen werden (S. 7 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 405 ff.). 

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7. Vorbemerkungen
Die bestrittenen Vorwürfe werden der besseren Übersicht halber in zwei Sachver-
haltskomplexe (Vorfälle vom 8. April 2018 in Bern und Vorfälle vom 20. Juni 2018 
in C.________) unterteilt. 

Die Urteilsbegründung der Vorinstanz ist ausführlich und detailliert ausgefallen. Es 
kann vorweggenommen werden, dass sich die Kammer in vielen Punkten den Ar-
gumenten der Vorinstanz anschliesst und auf die sorgfältig zitierten Aussagen und 
deren Würdigung verwiesen werden kann. 

8. Geschehnisse vom 8. April 2018

8.1 Vorwürfe gemäss Anklageschrift
Dem Beschuldigten wird gemäss den Ziff. I.1. und 3.1. der Anklageschrift vom 
23. Juli 2019 vorgeworfen, am 8. April 2018 in der Einstellhalle an der F.________ 
(Strasse) .________ in Bern den Lack des Fahrzeugs von D.________ zerkratzt zu 
haben, wobei ein Schaden von ca. CHF 4'000.00 entstanden sei. Der Beschuldigte 
sei dabei mit einem Personenwagen zur Einstellhalle und von dieser wieder weg-
gefahren, obschon ihm der Führerausweis entzogen worden sei (pag. 236 f.).

8.2 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Seitens der Verteidigung wurde im Rahmen der Berufungsverhandlung zusam-
mengefasst vorgebracht, dass Kratzer am Auto von D.________ vorhanden seien 
und der Beschuldigte von Ersterem und der Ex-Partnerin belastet werde. Bei der 
angeblichen Tat ertappt oder gesehen habe ihn allerdings niemand. Eifersucht als 
Motiv sei weit hergeholt, da der Beschuldigte zu diesem Zeitpunkt eine neue Part-
nerin gehabt habe. Der Beschuldigte würde nie ein Auto beschädigen, da er wisse, 
wie viel eine Reparatur koste. Einen direkten Beweis gebe es vorliegend nicht. Das 
Auto könne auch durch eine Drittperson zerkratzt worden sein. Unglaubwürdig sei 
auch, dass die Ex-Freundin erst anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
von einem Schlüssel gesprochen habe. Es gebe zu wenig klare Beweise und zu 
viele offene Fragen. Der Beschuldigte bestreite, dass er das Auto am 8. April 2018 
gefahren sei. Da auch hier Zweifel vorhanden seien, habe ein Freispruch zu erfol-
gen.

Von Seiten der Generalstaatsanwaltschaft wurde zusammengefasst vorgebracht, 
dass vorliegend die Fahrt mit dem Auto und die Sachbeschädigung bestritten sei-
en. Der erste Widerspruch finde sich schon in den Schilderungen des Beschuldig-
ten, weshalb er in die Tiefgarage gegangen sei. Zunächst habe er ausgesagt, dass 
seine Ex-Partnerin das Auto habe verkaufen wollen. Dann habe er erklärt, dass sie 
das Telefon nicht abgenommen habe. Er habe zunächst auch noch ausgesagt, 
dass er nur kurz in die Tiefgarage geschaut habe und alles in Ordnung gewesen 
sei. Alle weiteren Beteiligten hätten indes ausgesagt, dass er in der Garage und in 
der Nähe des Fahrzeugs gewesen sei. Sogar sein Kollege habe zu Protokoll gege-
ben, dass der Beschuldigte um das Auto herumgegangen sei. Der Beschuldigte 
habe auch behauptet, dass der G.________ in der Garage gestanden sei. Gestützt 
auf die Aussagen von D.________ und H.________ sei dies aber klarerweise nicht 
der Fall gewesen. Der Beschuldigte habe im Gegensatz zu allen anderen Personen 

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ausgesagt, dass D.________ nicht in der Tiefgarage gewesen sei. Er habe ausser-
dem als Einziger davon gesprochen, dass er zunächst geklingelt habe. Seine Aus-
sagen seien in sich und in Bezug auf die Aussagen der übrigen Personen wider-
sprüchlich. Demgegenüber hätten H.________ und D.________ schlüssige und 
nachvollziehbare Aussagen gemacht. Diese seien stringent und frei von Wider-
sprüchen. Auch würden sich keine Aggravierungstendenzen erkennen lassen. 
D.________ habe klar ausgesagt, dass er die eigentliche Beschädigung nicht habe 
beobachten können. Er habe Erinnerungslücken eingestanden und habe kein Mo-
tiv, den Beschuldigten falsch zu belasten. Seine Aussagen würden auch mit denje-
nigen des Kollegen I.________ übereinstimmen. Auch Letzterer habe ausgesagt, 
dass sie ohne zu klingeln in die Garage gegangen seien und der Beschuldigte um 
das Auto herumgegangen sei. Auch wenn niemand die Beschädigung unmittelbar 
gesehen habe, spreche einiges dafür, dass der Beschuldigte die Tat begangen ha-
be. Rein theoretisch sei eine Beschädigung durch eine Drittperson nicht auszusch-
liessen. Aber es würden keine erheblichen Zweifel an der Schuld des Beschuldig-
ten bestehen. Der Beschuldigte habe schon mal ein Auto zerkratzt und er habe ein 
Motiv gehabt, nämlich Eifersucht. Entgegen der Auffassung der Verteidigung sei 
der Beschuldigte von seiner neuen Partnerin dazumal schon getrennt gewesen. Er 
sei also nicht in einer glücklichen Partnerschaft gewesen. Der Sachverhalt habe 
sich wie in der Anklageschrift umschrieben zugetragen. Der Beschuldigte habe 
zunächst ausgesagt, er sei mit dem öffentlichen Verkehr (öV) unterwegs gewesen. 
Später habe er erklärt, er sei glaublich mit dem öV unterwegs gewesen. Heute ha-
be er sich wieder genau erinnern können, dass er mit dem öV gefahren sei. Dies 
widerspreche allerdings den Aussagen aller übrigen Personen, wonach der Be-
schuldigte selber mit dem Auto gefahren sei. Es sei auf die spontane Erstaussage 
des Kollegen hinzuweisen, wonach die beiden anschliessend ins Auto gestiegen 
und weggefahren seien. 

8.3 Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt

Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschuldigte am 8. April 2018, zusammen mit 
I.________, in der fraglichen Einstellhalle an der F.________ (Strasse) gewesen ist 
und es dort zu einer Begegnung mit H.________ gekommen ist. Unklar bzw. be-
stritten sind der Hintergrund des Aufsuchens der Einstellhalle durch den Beschul-
digten; ob das Fahrzeug von D.________ sich zu diesem Zeitpunkt überhaupt in 
der Einstellhalle befunden hat; wo der Beschuldigte was wie lange in der Einstell-
halle gemacht hat; die Frage, ob er dort nicht sowohl D.________ wie auch 
H.________ begegnet ist; die Beschädigung des Fahrzeugs durch den Beschuldig-
ten sowie die Frage, wie genau der Beschuldigte zur fraglichen Einstellhalle und 
wieder von dort weggekommen ist.

8.4 Beweismittel

Als objektive und subjektive Beweismittel liegen der Kammer der Anzeigerapport 
vom 28. Mai 2018 (pag. 24 ff.), eine Fotodokumentation bezüglich der geltend ge-
machten Sachbeschädigung am Fahrzeug von D.________ vom 13. Juli 2018 
(pag. 29 ff.) sowie die Aussagen des Beschuldigten (pag. 8 ff., pag. 20 ff., pag. 62 
ff., pag. 362 ff., pag. 551 ff.), von D.________ (pag. 53 ff., pag. 56 ff., pag. 347 ff.), 

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von H.________ (pag. 41 ff., pag. 351 ff.) sowie von I.________ (pag. 48 ff., pag. 
356 ff.) vor.

Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel, die bereits dem 
erstinstanzlichen Verfahren zugrunde lagen, zutreffend wiedergegeben und zu-
sammengefasst; darauf kann vorab verwiesen werden (S. 10 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung, pag. 408 ff.). Gemäss Anzeigerapport vom 28. Mai 2018 
erschien D.________ zusammen mit seiner Freundin H.________ am 
10. April 2018 auf der Polizeiwache J.________, um Anzeige gegen den Beschul-
digten wegen Sachbeschädigung zu erstatten. Der Beschuldigte habe sich am 
Sonntag, 8. April 2018, 18:00 - 18:30 Uhr, in die Einstellhalle an der F.________ 
(Strasse) .________ in Bern begeben, wo er das Fahrzeug von D.________ mit ei-
nem unbekannten Gegenstand auf beiden Seiten und auf der Motorhaube beschä-
digt habe. Der Gesamtschaden wurde im Anzeigerapport mit ca. CHF 7'000.00 be-
ziffert. Die Beschädigungen seien, so der Rapport, festgehalten worden. Ein Datum 
der Fotografien ist nicht festgehalten, doch wurde die Fotodokumentation auf pag. 
29 ff. erst auf Anfrage der Staatsanwaltschaft am 13. Juli 2018 erstellt. Den Akten 
ist jedoch zu entnehmen, dass dem Beschuldigten anlässlich seiner Einvernahme 
bei der Polizei vom 2. Mai 2019 bereits ein Foto des beschädigten Personenwa-
gens vorgehalten wurde (pag. 63, Z. 57 ff.). 

Im Übrigen und soweit notwendig, wird im Rahmen der nachfolgenden Beweiswür-
digung näher auf die vorliegenden Beweismittel eingegangen. Dies gilt auch für die 
oberinstanzlichen Beweisergänzungen.

8.5 Beweiswürdigung der Kammer
Die vorliegenden objektiven Beweismittel lassen keine endgültigen Schlüsse über 
den Tathergang betreffend die Sachbeschädigung zu. Gestützt auf die Akten darf 
davon ausgegangen werden, dass das Fahrzeug von D.________ mit visuell frisch 
wirkenden Kratzspuren zeitnah, höchstwahrscheinlich am Tag der Anzeigeerstat-
tung am 10. April 2018, der Polizei gezeigt wurde. Dies ist nicht bloss aus dem An-
zeigerapport selbst zu schliessen, sondern auch aus der Fotodokumentation (dar-
unter pag. 34 mit Spiegelung des «Police»-Schildes in der Frontscheibe des foto-
grafierten Fahrzeuges; Ortschaft: Polizeiwache J.________). Die feinen Kratzer auf 
der linken und rechten Fahrzeugseite wie auch auf der Vorderseite lassen keinen 
anderen Schluss zu, als dass diese Beschädigungen vorsätzlich erfolgt sind. Wann 
genau, durch wen und wo genau diese Beschädigungen angebracht worden sind, 
lässt sich den Fotos jedoch nicht entnehmen. Zur Klärung des vorgeworfenen 
Sachverhalts betreffend die Sachbeschädigung und den Vorwurf des Führens ei-
nes Motorfahrzeugs trotz entzogenem Führerausweis sind die subjektiven Be-
weismittel von wesentlicher Bedeutung (vgl. nachfolgend).

Bei den Aussagen der befragten Personen ist vorab zweierlei zu beachten: Zum 
einen handelt es sich allesamt um Personen, bei welchen gewisse Eigeninteressen 
bei der Interpretation von deren Aussagen einzuberechnen sind. Der Beschuldigte 
stand und steht in einer persönlichen Beziehung zu H.________, handelt es sich 
doch um seine ehemalige Partnerin, mit welcher er zwei gemeinsame Kinder hat, 
wobei jedenfalls nach Ansicht von H.________ die Beziehung in der Vergangenheit 
nicht unproblematisch verlief (vgl. etwa pag. 42, Z. 51 ff.). D.________ steht als 

11

Geschädigter und aktueller Partner von H.________ ebenfalls nicht völlig distan-
ziert ausserhalb des Geschehens. Der Kollege des Beschuldigten, I.________, war 
in der Einstellhalle dabei und könnte von daher ein Motiv haben oder gehabt ha-
ben, seine Beteiligung und Beobachtungen entsprechend anzupassen. Der Be-
schuldigte hat im Falle einer Täterschaft zudem allen Grund, sich nicht selber zu 
belasten. Zum anderen liegen (einigermassen) tatnahe Aussagen lediglich von 
D.________ (10. April 2018) und dem Beschuldigten (2. Mai 2018) vor, während-
dem H.________ und I.________ erst ein Jahr später befragt wurden (26. April 
2019). Bei diesen und den weiteren, erst später erfolgten Aussagen ist mithin auch 
der Zeitablauf zu berücksichtigen.

Dennoch ergibt sich für die Kammer bei näherer Betrachtung und Würdigung aller 
Beweismittel ein klares Gesamtbild: 

Im Rahmen seiner Einvernahme bei der Polizei schilderte D.________, wie er mit 
seiner Freundin zunächst von der Wohnung aus die Aktivitäten des Beschuldigten 
und von dessen Kollegen beobachtet habe, die immer wieder Zugang zur Einstell-
halle gesucht hätten. Als ihnen dies gelungen sei, hätten er und H.________ sich 
auch in die Einstellhalle begeben, wo man dem Beschuldigten und dessen alkoho-
lisiertem Kollegen begegnet sei, die sich bei seinem Auto befunden und dann Rich-
tung Garagentor entfernt hätten, wobei es noch einen Wortwechsel zwischen dem 
Beschuldigten und seiner Freundin gegeben habe. Anschliessend habe er die Be-
schädigung des Fahrzeugs konstatiert (pag. 54, Z. 17 ff.). Er wiederholte in der 
späteren, detaillierteren Befragung durch die Staatsanwaltschaft, dass der Be-
schuldigte und sein Kollege einen Zugang zur fraglichen Einstellhalle gesucht hät-
ten. Als ihnen der Zugang gelungen sei, seien er und seine Freundin ebenfalls in 
die Einstellhalle, wo sie den Beschuldigten und seinen «Komplizen» bei seinem 
Auto stehend gesehen hätten (pag. 58, Z. 59 ff.). Geklingelt hätten die beiden vor-
her nicht (pag. 58, Z. 58). Er habe die Szene mit den direkt bei seinem Auto in der 
Lücke stehenden und sich dann entfernenden beiden Männern in der Einstellhalle 
auf vielleicht 60 m in der nur schlechten Beleuchtung gesehen. Es habe danach 
ausgesehen, dass die beiden gewusst hätten, um welches Auto es sich gehandelt 
habe. Aber er habe nicht selbst gesehen, dass oder wie der Beschuldigte das Auto 
beschädigt habe. Es habe sich im Übrigen tatsächlich um sein Fahrzeug gehandelt, 
welches dort auf dem nummerierten Parkplatz der Freundin abgestellt worden sei, 
währenddem deren Auto draussen in der blauen Zone abgestellt gewesen sei (pag. 
58, Z. 68 ff. und Z. 78 ff., pag. 59, Z. 97 ff.). D.________ räumte ein, dass zwischen 
seiner letzten Sichtung des unbeschädigten Autos und der Entdeckung der Kratzer 
rund vier Stunden vergangen seien (pag. 59, Z. 127 f., pag. 60, Z. 129 f.). Er gab 
ferner zu Protokoll, dass nach dem Vorgang in der Einstellhalle der Beschuldigte 
am Steuer eines K.________ Minivans gesessen sei, was er selber als reine Pro-
vokation empfunden habe (pag. 60, Z. 141 ff.). Im Rahmen der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung bestätigte D.________ seine bisherigen Angaben. Er wiederhol-
te, dass sich der Beschuldigte und sein alkoholisierter Kollege Zugang zur Einstell-
halle hätte verschaffen wollen. Als die beiden reingegangen seien, seien er und 
seine Freundin auch nach unten. Der Beschuldigte und sein Begleiter seien bei den 
Autos gestanden, es sei dunkel gewesen und er habe nicht sehen können, wie der 
Beschuldigte das Auto zerkratzt habe. Es habe noch ein Wortgefecht mit der 

12

Freundin gegeben und der Beschuldigte und sein Kollege seien dann im Auto ge-
wesen, hätten provokativ gewartet und seien dann zusammen im Auto weggefah-
ren (pag. 347, Z. 23 ff., pag. 348, Z. 2 f.). Er ergänzte, dass seine Freundin sein 
Auto vorher schon benutzt habe und man also gewusst habe, dass es sein Auto sei 
(pag. 348, Z. 17 ff.). Die unterschiedliche Dichte der Aussagen von D.________ er-
gibt sich unschwer auf Grund der gestellten Fragen und Vorhalte. Im Kern blieben 
seine Aussagen konstant, stimmig, nicht übertrieben oder den Beschuldigten über 
Gebühr belastend. D.________ legte offen, wenn er etwas nicht wusste und stellte 
klar, dass er die eigentliche Beschädigung durch den Beschuldigten nicht selber 
beobachtet habe, er in einiger Entfernung vom Beschuldigten und seinem Kollegen 
gestanden und es in der Einstellhalle eher dunkel gewesen sei. Würde D.________ 
den Beschuldigten zu Unrecht belasten wollen, wäre er wohl kaum um diese Präzi-
sierungen bemüht gewesen und er hätte weitaus konkretere Beschuldigungen er-
heben können. 

Die Aussagen von H.________ bei der Staatsanwaltschaft entsprechen grundsätz-
lich den Aussagen von D.________, ohne dessen Darlegungen punktgenau zu 
wiederholen, was klar gegen eine Absprache spricht. So gab sie etwa zu Protokoll, 
dass sie am besagten Tag ihr Auto in der blauen Zone parkiert habe, damit 
D.________ in der Tiefgarage parkieren könne (pag. 44, Z. 91 ff.). Der Beschuldig-
te habe vorher nicht geklingelt (pag. 45, Z. 130). Vom Fenster aus hätten sie und 
D.________ beobachtet, wie der Beschuldigte Zugang zur Einstellhalle gesucht 
und auch gefunden habe. Sie sei dann mit D.________ ebenfalls in die Einstellhal-
le. Als sie nach unten gekommen seien, sei der Beschuldigte gerade am Hinaus-
gehen gewesen (pag. 44, Z. 96 ff.). Er sei etwa 10 Meter vom Auto entfernt gewe-
sen (pag. 45, Z. 149). Der Beschuldigte habe ihr bei einem nachträglichen Tele-
fonat die Beschädigung bestätigt (pag. 45, Z. 152 ff.). Er habe vorher schon einmal 
ihr Auto zerkratzt (pag. 44, Z. 100). Sie differenzierte indes, dass sie nicht gesehen 
habe, wie der Beschuldigte die Beschädigung gemacht habe, sondern nur den 
Schaden (pag. 45, Z. 156 ff.). Als sie nach oben gekommen seien, hätten sie gese-
hen, wie der Beschuldigte mit seinem Auto und einem Kollegen vorbeigefahren sei 
(pag. 44, Z. 96 ff.). Im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung wiederholte 
H.________ ihre bisherigen Aussagen weitgehend. So etwa, dass D.________ und 
sie in die Einstellhalle gegangen seien und der Beschuldigte sich vom Auto entfernt 
habe, als er sie gesehen habe (pag. 351, Z. 29 ff.). H.________ gab an, wenn sie 
etwas nicht mehr wusste oder nicht selber beobachtet hatte, so etwa in Bezug auf 
die konkrete Sachbeschädigung. Sie machte grundsätzlich konstante und wider-
spruchsfreie Aussagen. Im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
sprach sie indes erstmalig davon, dass sie in den Händen des Beschuldigten einen 
Schlüssel gesehen habe. Diese Aussage ist klar aggravierend. Hätte H.________ 
tatsächlich einen Schlüssel in den Händen des Beschuldigten gesehen, so hätte 
sie dieses nicht unwesentliche Detail sicher schon bei der Staatsanwaltschaft er-
wähnt. Einen Schlüssel in den Händen des Beschuldigten konnte denn auch 
D.________ nicht beobachten. Auf ihre diesbezügliche Aussage ist demnach nicht 
abzustellen. Selbst unter Ausblendung der Schilderungen zu der selbst erlittenen 
Sachbeschädigung, zum telefonischen Teilgeständnis des Beschuldigten und zu 
der nachträglich vorgebrachten und zweifelhaft erscheinenden Beobachtung mit 

13

dem Schlüssel, stützen die Aussagen von H.________ in Bezug auf den Ablauf der 
Geschehnisse die glaubhaften Aussagen von D.________ und damit an sich auch 
den angeklagten Sachverhalt.

Die Aussagen des Beschuldigten fielen demgegenüber in sich und in Bezug auf die 
Aussagen der übrigen Personen widersprüchlich und nur wenig überzeugend aus. 
In seinen tatnächsten Aussagen bei der Polizei erklärte der Beschuldigte noch, er 
sei am fraglichen Sonntag mit seinem Kollegen an der F.________ (Strasse) 
.________ gewesen, um Ausschau nach dem Auto G.________ .________ seiner 
Ex-Freundin zu halten, das eigentlich ihm gehöre und das sie habe verkaufen wol-
len (pag. 63, Z. 30 ff.). Das Auto sei in der Einstellhalle gewesen, in welche er ein-
fach bei einer Toröffnung hineingeschaut habe (pag. 63, Z. 66 f.). Am Sonntag-
abend habe ihn seine Ex-Freundin gar nicht gesehen und deren Begleitperson ha-
be er damals zum ersten Mal gesehen (pag. 64, Z. 71 und Z. 79 ff.). Bei der 
Staatsanwaltschaft, ein Dreivierteljahr später, meinte der Beschuldigte demge-
genüber, er habe D.________ noch nie gesehen (pag. 65, Z. 267 f.) und in der Ein-
stellhalle sei nur H.________ gewesen, es habe «nicht gross» einen Wortwechsel 
gegeben (pag. 66, Z. 306 ff.). Er schilderte erstmalig, dass er vorab geklingelt und 
H.________ die Türe nicht geöffnet habe (pag. 66, Z. 280 f.), was indes von keiner 
der anderen Personen bestätigt wird. Als Grund für den Besuch an der F.________ 
(Strasse) gab der Beschuldigte sodann nicht mehr an, dass H.________ das Auto 
habe verkaufen wollen. Vielmehr führte er aus, dass er sie an diesem Tag aufge-
sucht habe, weil sie das Telefon nicht abgenommen habe. Sie hätten «irgendet-
was» zu besprechen gehabt (pag. 66, Z. 296 ff.). Dies scheint selbst unter Berück-
sichtigung des Zeitablaufs wenig überzeugend. Die Aussagen bei der Polizei mö-
gen auch fragebedingt etwas widersprüchlich daherkommen. Die Polizei fragte zu-
dem nicht so detailliert wie später die Staatsanwaltschaft nach. Dies erklärt aber 
insbesondere den Bruch in der Argumentationslinie des Beschuldigten nicht, wo-
nach es ihm beim Besuch zunächst um das (zu verkaufende) Auto von 
H.________ gegangen sei und später offenbar lediglich um die Kontrolle, ob sie 
ihm trotz Anwesenheit nicht geöffnet habe. Später gab der Beschuldigte schliess-
lich sogar zu Protokoll, dass er dazumal seine Kinder habe sehen wollen (pag. 560, 
Z. 43). Er sprach sodann nicht mehr von einem «nicht grossen» Wortwechsel mit 
H.________, sondern davon, dass sie beide «ein bisschen herumgeschrien» hät-
ten (pag. 561, Z. 21 ff.). Dies nachdem er zunächst noch angab, dass sie ihn am 
fraglichen Sonntag gar nicht gesehen habe. Der Beschuldigte sprach – entgegen 
den glaubhaften Ausführungen von D.________ und H.________ – davon, dass 
das Auto von H.________ am besagten Tag in der Einstellhalle gestanden sei. Er 
erklärte abweichend von seinen früheren Aussagen, wonach er nur durch eine 
Türöffnung geschaut habe, nunmehr auch, dass er selber in der Einstellhalle «nach 
vorne und wieder zurück gegangen» sei (pag. 363, Z. 38). Auf Frage, weshalb er 
der Sachbeschädigung bezichtigt werde, lieferte der Beschuldigte schliesslich eine 
merkwürdige Erklärung. So führte er sinngemäss aus, dass D.________ gar nicht 
in der Einstellhalle parkieren könne, da nicht er, sondern H.________ dort einen 
Parkplatz gemietet habe (pag. 561, Z. 33 ff.). Nur wenig überzeugend fielen auch 
seine Aussagen betreffend Fahrt an die F.________ (Strasse) und Rückfahrt aus. 
Während er zunächst noch angab, er sei glaublich mit dem öV angereist (pag. 68, 

14

Z. 83), konnte er sich auf Vorhalt, wonach man ihn am Steuer eines Autos gesehen 
habe, auf einmal nicht mehr erinnern (pag. 68, Z. 85 ff.). Im Rahmen der Beru-
fungsverhandlung war er sich nunmehr aber wiederum sicher, dass er mit dem öV 
angereist sei (pag. 562 Z. 12 f. und Z. 18 ff.). Die diesbezüglich abweichende 
Erstaussage von I.________ erklärte er sich damit, dass Letzterer nicht geistig ge-
sund sei (pag. 562, Z. 22 ff.), was er erstmalig vorbrachte und nachträglich konstru-
iert wirkt. Mit der Vorinstanz ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass die Aussa-
gen des Beschuldigten klare Lügensignale aufweisen, voneinander abweichen und 
oft widersprüchlich ausfielen. Hinzu kommt, dass seine Aussagen nicht nur den 
weitgehend übereinstimmenden Angaben von D.________ und H.________ wider-
sprechen, was grundsätzlich nicht einmal überraschend wäre, sondern sich auch 
wesentliche Widersprüche zu den Aussagen seines Kollegen, I.________, ergeben 
(vgl. nachfolgend).

I.________ gab anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Einvernahme zu Proto-
koll, dass der Beschuldigte davon gesprochen habe, er erreiche H.________ nicht, 
er (I.________) solle ihn dorthin (F.________ (Strasse)) begleiten, damit der Be-
schuldigte nach deren Auto Ausschau halten könne (pag. 49, Z. 37 ff.). Der Be-
schuldigte habe ihm gesagt, dass das Auto von H.________ dort in der Einstellhal-
le gewesen sei (pag. 50, Z. 68), was insofern den Aussagen des Beschuldigten 
entspricht. Er gab zu Protokoll, dass der Beschuldigte in der Einstellhalle um das 
Auto herumgegangen sei. Er habe aber nicht gesehen, wie der Beschuldigte an 
diesem Auto etwas gemacht habe (pag. 50, Z. 62 und Z. 70 f.). I.________ wich in 
wesentlichen Punkten von den Angaben des Beschuldigten ab: So führte er etwa 
aus, dass sie beide beim Verlassen der Einstellhalle auf D.________ und 
H.________ getroffen seien und es zwischen diesen Personen eine Diskussion 
gegeben habe (pag. 48, Z. 44 ff.). Es habe ausgesehen, als würden sich die beiden 
Männer schlagen (pag. 49, Z. 46). Dies entgegen den widersprüchlichen Aussagen 
des Beschuldigten, wonach er nur auf D.________ und/oder D.________ sowie 
H.________ getroffen sei respektive es mit Letzterer einen «nicht grossen» Wort-
wechsel gegeben habe bzw. sie beide (er und H.________) «ein bisschen herum-
geschrien» hätten. Ohne explizit auf die Frage des benutzten Verkehrsmittels an-
gesprochen worden zu sein, räumte I.________ in freiem Bericht ein, dass sie 
dann ins Auto gestiegen und weggefahren seien (pag. 49 f., Z. 47 f.). Auf Nachfra-
ge erklärte I.________ auch, dass der Beschuldigte das Auto gefahren habe (pag. 
50, Z. 56 f., pag. 52, Z. 121), was mit den glaubhaften Aussagen von H.________ 
und D.________ übereinstimmt. Letzterer sprach sogar von einem K.________ 
Van, was dem damaligen Fahrzeug des Beschuldigten entspricht. Anlässlich seiner 
Einvernahme bei der Vorinstanz bestätigte I.________ seine Erstaussagen dahin-
gehend, dass er mit dem Beschuldigten in der besagten Einstellhalle gewesen sei 
und die beiden dort auf D.________ und H.________ getroffen seien. D.________ 
(«der Freund der Frau») und der Beschuldigte hätten länger zusammen diskutiert 
(pag. 356, Z. 35 ff.). Der Beschuldigte sei einfach um das Auto herumgelaufen 
(pag. 357, Z. 4 ff.). Einzig in Bezug auf das benutzte Verkehrsmittel war sich 
I.________ nunmehr nicht mehr sicher («Wir sind entweder mit dem Auto oder dem 
Tram gekommen. Ich erinnere mich nicht mehr», pag. 357, Z. 29 ff.). Es ist jedoch 
notorisch, dass die tatnächsten Aussagen regelmässig zuverlässiger sind als jene, 

15

welche in späteren Einvernahmen gemacht werden. So auch im konkreten Fall. 
Abgesehen vom bewussten oder alkoholbedingten «blinden Fleck» in den Aussa-
gen von I.________ zu dem, was der Beschuldigte in der Einstellhalle getan oder 
nicht getan hat, wirken dessen Schilderungen stimmig, nicht zuletzt auch mit Blick 
auf seine Einschätzung, es handle sich beim Vorgang um ein schon länger beste-
hendes Problem (pag. 51, Z. 104 f.). Seine Aussagen stimmen schliesslich weitge-
hend mit den Aussagen von D.________ und damit auch den Aussagen von 
H.________ überein. 

Wie bereits erwähnt, sind im vorliegenden Fall insbesondere die gemachten Aus-
sagen der beteiligten Personen massgebend. Die Aussagen von D.________ und 
die weitgehend übereinstimmenden Aussagen von H.________ wirken auch für die 
Kammer authentisch und plausibel. Sie blieben in ihren Aussagen konstant und 
gaben zu Protokoll, wenn sie etwas nicht mehr wussten. Wenn sie den Beschuldig-
ten zu Unrecht hätten belasten wollen, hätten sie weitaus konkretere Anschuldi-
gungen erheben können. So etwa, dass sie die eigentliche Sachbeschädigung 
durch den Beschuldigten selber beobachtet hätten. Solches war indes nicht der 
Fall. Sie schilderten schliesslich auch übereinstimmend, dass der Beschuldigte mit 
dem Auto unterwegs gewesen sei und dieses selber gelenkt habe. Letzteres 
stimmt auch mit den glaubhaften Erstaussagen von I.________ überein, welcher 
überdies angab, mit dem Beschuldigten in der fraglichen Einstellhalle gewesen zu 
sein, wobei Letzterer um ein Auto herumgegangen sei. Auch wenn das Auto von 
D.________ in der besagten Einstellhalle auch für Drittpersonen zugänglich gewe-
sen ist, so vermag diese Tatsache unter den gegebenen Umständen höchstens 
abstrakte bzw. theoretische Zweifel an der fraglichen Sachbeschädigung durch den 
Beschuldigten zu begründen. Abgesehen vom Beschuldigten ist nämlich niemand 
bekannt, der damals auf D.________ schlecht zu sprechen gewesen wäre. Ein un-
spezifischer Vandalenakt hätte vermutungsweise nicht bloss das Fahrzeug 
D.________ betroffen. Insgesamt muss aus den vorliegenden Beweismitteln ge-
schlossen werden, dass der Beschuldigte am 8. April 2018 den Lack des Fahr-
zeugs von D.________ zerkratzt hat und er am besagten Tag mit einem Auto un-
terwegs war, welches er selber, trotz Führerausweisentzug, lenkte.

8.6 Beweisergebnis und erstellter Sachverhalt

Die Kammer erachtet nach einer Würdigung der vorliegenden Beweismittel den 
angeklagten Sachverhalt – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – wie folgt als 
erstellt: 

Der Beschuldigte und sein Kollege, I.________, begaben sich am 8. April 2018 
gemeinsam an die F.________ (Strasse) .________ in Bern. Als sich das Garagen-
tor öffnete, begaben sich die beiden in die Einstellhalle, wo auf dem Parkplatz von 
H.________ das Auto von D.________ parkiert war. Der Beschuldigte lief in der 
Folge um das besagte Auto herum und zerkratzte den Lack. Als D.________ und 
H.________ in die Einstellhalle kamen, sahen sie den Beschuldigten in der Nähe 
des Autos von D.________. Der Beschuldigte und sein Kollege gingen in Richtung 
Ausgang, worauf es zu einem Wortgefecht zwischen dem Beschuldigten und 
H.________ kam. Zur besagten Einstellhalle und davon weg gelangten der Be-
schuldigte und sein Kollege mit einem Auto, welches der Beschuldigte lenkte.

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9. Geschehnisse vom 20. Juni 2018

9.1 Vorwürfe gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird gemäss den Ziff. 2.1., 3.2. und 5. der Anklageschrift vom 
23. Juli 2019 vorgeworfen, am 20. Juni 2018 in C.________ einen Personenwagen 
in angetrunkenem Zustand (minimale Blutalkoholkonzentration von 1,37 g/kg) ge-
lenkt zu haben, dies trotz entzogenem Führerausweis. Dann habe er das Fahrzeug 
G.________ .________, .________, ausserhalb eines Parkfeldes parkiert (pag. 
236 f.).

9.2 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Von Seiten der Verteidigung wurde diesbezüglich zusammengefasst vorgebracht, 
die beiden Polizisten hätten das Auto des Beschuldigten in C.________ gesehen 
und später sei es wieder vor dem Domizil gestanden. Polizist L.________ habe 
nicht feststellen können, ob der Beschuldigte am Lenkrad des fraglichen Fahrzeugs 
gesessen sei. Polizistin M.________ habe ihn aufgrund des karierten Hemdes wie-
dererkannt. Es sei allerdings unklar, ob man in der Nacht ein blauweiss-kariertes 
Hemd überhaupt erkennen könne. Der Beschuldigte habe ausgesagt, dass er am 
besagten Abend mit dem öV gefahren sei. Dies habe er heute bestätigt. Auch sei 
bei ihm kein Autoschlüssel gefunden worden. In der Urteilsbegründung habe die 
Vorinstanz spitzfindig Widersprüche in Bezug auf den Kollegen «N.________» er-
kannt. Dem Beschuldigten sei aber immer klar gewesen, um wen es dabei gehe. 
Fraglicher sei vielmehr die Erkennbarkeit des karierten Hemdes, auch mit Blick auf 
die damalige Position. Es wirke so, als ob sich die beiden Polizisten etwas zusam-
mengereimt hätten. Die vorliegenden Zweifel könne man nicht einfach wegstecken. 
Schliesslich habe der Beschuldigte ausgesagt, dass sein Kollege das Auto am 20. 
Juni 2018 gefahren sei und parkiert habe. Dem Beschuldigten müsse nachgewie-
sen werden, dass er an diesem Abend mit dem Auto unterwegs gewesen sei. 
Wenn dies nicht gelinge, habe er es auch nicht parkiert.

Von Seiten der Generalstaatsanwaltschaft wurde zusammengefasst vorgebracht, 
dass der Beschuldigte unterschiedliche Angaben dazu gemacht habe, wo er am 
besagten Abend die Kinder hingebracht (Kollegin/Eltern) und wer das fragliche 
Fahrzeug gelenkt habe. Die genannten Namen des angeblichen Fahrzeuglenkers 
würden sodann nicht übereinstimmen. Heute habe er ausgesagt, dass es sich da-
bei um die gleiche Person handle. Es sei fraglich, weshalb er dies nicht schon an 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung ausgesagt habe. Interessanterweise habe 
O.________ am besagten Abend gegenüber der Polizei ausgesagt, dass der Be-
schuldigte mit dem Auto weggefahren sei. Diese Spontanaussage sei klar verwert-
bar und decke sich auch mit den Wahrnehmungsberichten der Polizisten, wonach 
ihnen ein G.________ mit «U-Kennzeichen» entgegengekommen und ein dunkel-
häutiger Mann mit kariertem Hemd am Steuer gesessen sei. Die vom Beschuldig-
ten gelieferte Beschreibung von «N.________» (50-jährig/Glatze) passe ferner 
nicht auf den Beschuldigten. Es gebe keinen Grund, an den Spontanaussagen der 
Ex-Frau und an den Aussagen der beiden Polizisten zu zweifeln. Letztere hätten 
kein Interesse an falscher oder übermässiger Belastung. Wie der Beschuldigte fer-
ner mit einem kaputten Knie und zwei Kindern (ein Kind auf dem Arm) in der fragli-

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chen Zeitspanne per öV nach J.________ und zurück (ohne Kinder) habe gelangen 
wollen, erschliesse sich nicht. Es hätte nie gereicht, dass der Beschuldigte um 
22:00 Uhr wieder vor dem Domizil in C.________ gewesen wäre. Es stelle sich 
auch die Frage, weshalb der Kollege das Auto vor diesem Domizil hätte abstellen 
sollen, habe der Beschuldigte doch nicht mehr dort gewohnt und auch keinen 
Schlüssel gehabt. Zufälligerweise hätte der Kollege genau in dem Moment das Au-
to abstellen müssen, als die Polizei weggefahren sei. Dann stelle sich auch die 
Frage, weshalb das Auto nicht ordentlich in ein Parkfeld parkiert worden sei. Der 
Beschuldigte sei eigenen Angaben zufolge zuhause gewesen. Es sei deshalb auch 
unklar, weshalb der Kollege einfach gegangen sei. Der Beschuldigte erzähle jedes 
Mal eine andere Geschichte. 

9.3 Bestrittener Sachverhalt
Der Beschuldigte bestreitet, am 20. Juni 2018 trotz entzogenem Führerausweis in 
alkoholisiertem Zustand ein Fahrzeug gefahren und dieses anschliessend ausser-
halb eines Parkfelds parkiert zu haben. 

9.4 Beweismittel

Als objektive und subjektive Beweismittel liegen der Kammer der Anzeigerapport 
vom 16. August 2018 (pag. 69 ff.) inkl. Wahrnehmungsberichte der involvierten Po-
lizisten vom 8. August 2018 (pag. 74 f.) und vom 16. August 2018 (pag. 76 f.) sowie 
das Polizeiprotokoll bei Verdacht auf Fahrunfähigkeit (pag. 80 f.), die Berichte des 
Instituts für Rechtsmedizin (IRM) vom 27. Juni 2018 (pag. 84 f.), vom 9. Juli 2018 
(pag. 86 ff.) und das Protokoll bei Verdacht auf Alkoholkonsum und/oder Betäu-
bungs-, Arzneimittekonsum (pag. 90), die Aussagen des Beschuldigten (pag. 8 ff., 
pag. 110 ff., pag. 117 ff., pag. 362 ff., pag. 551 ff.), die Aussagen von O.________ 
(pag. 91 ff.) sowie die Aussagen von M.________ (pag. 359 f.) vor. Der guten Ord-
nung halber ist an dieser Stelle auch das sichergestellte Videomaterial des Bahn-
hofs Bern aufzuführen, welches indes einen hier nicht interessierenden Zeitab-
schnitt dokumentiert (vgl. hierzu im Detail: S. 14 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung, pag. 412; pag. 171 ff.).

Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel, die bereits dem 
erstinstanzlichen Verfahren zugrunde lagen, zutreffend wiedergegeben und zu-
sammengefasst; darauf kann vorab verwiesen werden (S. 10 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung, pag. 408 ff.). An dieser Stelle sind nochmals folgende 
Beweismittel kurz aufzugreifen und zusammenzufassen:

Dem Anzeigerapport von Polizistin M.________ und Polizist L.________ sowie de-
ren Wahrnehmungsberichten lässt sich zusammengefasst Folgendes entnehmen: 
Ausgelöst wurde die Anzeige durch eine Drittmeldung aus dem Restaurant 
P.________ in C.________ am 20. Juni 2018, 20:38 Uhr. Danach sei die Ehefrau 
des Beschuldigten ins Restaurant gekommen; diese sei angeblich von ihrem Ehe-
mann geschlagen worden. O.________ habe spontan angegeben, dass ihr Ehe-
mann nach einem Streit vor ein paar Minuten mit einem K.________ G.________ 
mit einem Q.________ U-Kontrollschild vom Domizil in C.________ mit den beiden 
Kindern davongefahren sei. Gemäss Abklärungen habe es sich um den 
G.________ .________ des Beschuldigten bzw. der Firma des Beschuldigten ge-

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handelt. Für weitere Abklärungen betreffend die häusliche Gewalt habe man mit 
O.________ nach der Polizeiwache Waisenhaus Bern verschieben wollen. Beim 
Verschieben sei man ungefähr auf der Höhe der F.________ (Strasse) .________ 
von einem K.________ G.________ .________ (so Polizist L.________; Polizistin 
M.________ sprach von K.________ Van) mit einem Q.________ U-Kennzeichen 
(so Polizist L.________) gekreuzt worden, was auf die Beschreibung des Fahrzeu-
ges gepasst habe. Am Steuer sei ein (eher) dunkelhäutiger Mann gesessen (so 
beide Polizisten), der ein kariertes Hemd getragen habe (so Polizistin 
M.________). Man habe auf der Höhe der Polizeiwache C.________ gewendet, 
um wiederum Richtung R.________ zu fahren. Nach dem Wenden hätten sie das 
Fahrzeug auf der Höhe des Bahnhofs C.________ kurz aus den Augen verloren. 
Sie seien zurück zum Domizil der Ehefrau an die S.________ (Strasse) .________ 
in C.________ gefahren, wo exakt das selbe Fahrzeug (so Polizist L.________) 
bzw. ein K.________ G.________ .________ mit Kontrollschild .________ mit 
noch warmer Motorhaube, verschlossen, ausserhalb der markierten Parkfelder, ge-
standen sei. Man habe beobachten können, wie der Beschuldigte vom Trottoir 
humpelnd die Treppe zum Haus hochgegangen sei und sie hätten ihn ausserhalb 
des Gebäudes anhalten können (Zeit 22:05 Uhr), bekleidet u.a. mit einem blau ka-
rierten Hemd. Angeblich wolle der Beschuldigte von einem ungenannten Freund 
gefahren worden sein, wobei der Beschuldigte «frech und vorwitzig» reagiert habe. 
Weder in der Umgebung des Fahrzeuges noch in den Effekten des Beschuldigten 
habe man einen passenden Fahrzeugschlüssel finden können (pag. 69 ff., pag. 74 
f., pag. 76 f.). Bei einer zweiten Nachschau durch eine weitere Patrouille sei ein Au-
toschlüssel im Fahrzeug gesichtet worden, wobei man nicht habe eruieren können, 
ob es sich dabei um den gesuchten Schlüssel gehandelt habe (pag. 71). Der Rap-
port hielt weiter fest, dass der Beschuldigte die Kinder seinerzeit mit dem Zug zur 
Kollegin T.________ nach J.________ gebracht haben wolle; diese habe telefo-
nisch bestätigt, dass die Kinder zu ihr gekommen seien, wolle sich aber nicht zum 
Transportmittel äussern können (pag. 72). Insgesamt habe sich ergeben, dass der 
Beschuldigte über keinen gültigen Führerausweis verfüge (pag. 71).

Auf Grund der angeordneten Blutprobe ermittelte das IRM eine rückgerechnete 
Blutalkoholkonzentration per Ereigniszeit 20:38 Uhr von mindestens 1,37 g/kg (pag. 
84 f.). Immunologische Vortests waren im Bereich der Cannabinoide positiv (pag. 
87).

Im Übrigen und soweit notwendig, wird im Rahmen der nachfolgenden Beweiswür-
digung näher auf die weiteren Beweismittel eingegangen. Dies gilt auch für die 
oberinstanzlichen Beweisergänzungen.

9.5 Beweiswürdigung der Kammer
Die Polizei rückte am Abend des 20. Juni 2018 auf eine Drittmeldung nach 
C.________ aus, wo sie im Restaurant P.________ unbestrittenermassen auf 
O.________ traf. Dies führte rund anderthalb Stunden später zur Anhaltung des 
Beschuldigten am (ehemaligen) Domizil der Eheleute an der S.________(Strasse) 
.________ in C.________. Zur Klärung der hier relevanten Geschehnisse vom 20. 
Juni 2018 sind wiederum die Aussagen bzw. Ausführungen der beteiligten Perso-

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nen (Beschuldigter, O.________, Polizist L.________ und Polizistin M.________) 
von wesentlicher Bedeutung.

Die schriftlichen Ausführungen der Polizisten wurden bereits unter Ziff. 9.4 darge-
stellt, worauf vorab verwiesen wird. Festzuhalten ist an dieser Stelle, dass die bei-
den Berichte von Polizist L.________ und Polizistin M.________ in den wesentli-
chen Punkten weitgehend übereinstimmen. Beide schilderten, dass ihnen auf dem 
Weg zur Polizeiwache ein K.________ Van (Polizist L.________ nannte gar das 
Fahrzeugmodell und konnte sich an das Merkmal des U-Kennzeichens erinnern) 
entgegengekommen sei, an dessen Steuer ein (eher) dunkelhäutiger Mann geses-
sen sei. Polizistin M.________ konnte sich daran erinnern, dass diese Person ein 
kariertes Hemd getragen habe. Dass in einem entgegenkommenden Fahrzeug ei-
ne Person in einem karierten Hemd erkannt werden kann, scheint der Kammer – 
insbesondere mit Blick auf die durch Schweinwerfer eines Autos geschaffenen 
Lichtverhältnisse – nicht ungewöhnlich. Sie seien dann an das Domizil von 
O.________ zurückgekehrt, wo sie auf den Beschuldigten – in einem blau karierten 
Hemd – und auf einen K.________ Van mit warmer Motorhaube getroffen seien. 
Erst an dieser Stelle wurde konkretisiert, dass das Hemd des Beschuldigten blau 
kariert gewesen sei. Es besteht kein Anlass, an diesen beiden Berichten zu zwei-
feln. Sie wurden sorgfältig verfasst und enthalten differenzierte Beobachtungen. 
Polizistin M.________ wurde aufgrund des von ihr verfassten Berichtsrapports vom 
16. August 2018 (pag. 76 f.) von der Vorinstanz als Zeugin vorgeladen. Sie 
bestätigte in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 5. August 2020 sinn-
gemäss den Berichtsrapport und ihren Wahrnehmungsbericht, räumte aber ein, 
dass sie sich anhand der Berichte habe orientieren müssen und sich zuerst nicht 
mehr an den Fall erinnert habe (pag. 359, Z. 13 ff.). Sie habe das Polizeifahrzeug 
auf dem Weg zur Wache gelenkt. Ihr Kollege sei es eigentlich gewesen, der erklärt 
habe, dass sie das fragliche Auto, einen grossen K.________ Van, gerade ge-
kreuzt hätten, was sie im Nachhinein dann auch realisiert habe (pag. 359, Z. 25 ff.). 
Sie hätten auch noch die Ehefrau hinten im Auto gefragt, ob dies der Beschuldigte 
gewesen sei, doch vermutlich habe diese (sie sei in einem «Züg» gewesen) nicht 
konkret geantwortet, sonst wüsste sie, Polizistin M.________, dies noch (pag. 359, 
Z. 36 ff.). Im anderen Fahrzeug sei eine Person, eher ein Mann, dunklerer Hautfar-
be am Steuer gewesen, bekleidet mit einem karierten Hemd, an dessen Farbe sie 
sich aber nicht erinnere (pag. 359, Z. 28 f.). Sie würde eher sagen, es seien nicht 
noch andere Personen im Fahrzeug gewesen, dafür lege sie aber nicht die Hand 
ins Feuer (pag. 360, Z. 5). Man habe dann gewendet, das Fahrzeug aus den Au-
gen verloren und vor dem Domizil einen K.________ Van vorgefunden, der dort 
vorher nicht gewesen sei. Das Auto sei noch warm gewesen (pag. 359, Z. 39 ff., 
pag. 360, Z. 1). Der Beschuldigte sei von der Strasse zum Hauseingang gelaufen, 
wobei er schlecht gelaufen sei (pag 360, Z. 1 f.). Diese Aussagen entsprechen 
dem, was auf Grund des Zeitablaufs zu erwarten war, fand die erstinstanzliche 
Hauptverhandlung doch erst gut zwei Jahre nach dem eigentlichen Vorfall statt. Die 
Polizistin räumte offen ihre Erinnerungslücken, gerade auch hinsichtlich des unter-
wegs gekreuzten Fahrzeugs, ein. Sie schilderte in nachvollziehbarer Weise, dass 
sie unterwegs mit Lenken und Gedanken zur Frage der häuslichen Gewalt be-
schäftigt gewesen sei. Dennoch konnte sie das zuvor rapportierte Kerngeschehen 

20

weitgehend bestätigen. Auf die glaubhaften Aussagen und schriftlichen Ausführun-
gen der beiden Polizisten kann nach dem Gesagten abgestellt werden. Dies gilt 
insbesondere auch in Bezug auf die rapportierte Aussage von O.________ vor Ort, 
wonach der Beschuldigte nach dem Streit vom 20. Juni 2018 mit dem Auto davon-
gefahren sei und die gemeinsamen Kinder mitgenommen habe (pag. 71).

Bereits am Folgetag des polizeilichen Einsatzes, d.h. am 21. Juni 2018, wollte 
O.________ die zuletzt angeführte Aussage nicht mehr oder jedenfalls nicht mehr 
so bestätigen (pag. 107, Z, 774 ff.). Sie führte aus, dass sie am besagten Tag 
Angst gehabt und nach draussen zum Restaurant gegangen sei und um Hilfe ge-
beten habe (pag. 95, Z. 196 ff.). Später in dieser Einvernahme erklärte sie indes 
auch, dass sie Angst um ihn (den Beschuldigten) habe, was mit ihm geschehen 
werde (pag. 99, Z. 376). Nicht unmittelbar danach, sondern auf die Frage, ob sie 
noch etwas zu ergänzen habe, schob sie nach: «Ich habe das bisher noch nicht 
erwähnt. Gestern hat ein Freund meine Kinder mit dem Auto weggefahren. Und 
dann hätte er sie wieder zurückbringen können, denn er fährt kein Auto» (pag. 107, 
Z. 773 ff.). Den Freund kenne sie nicht, ihr Mann sei lediglich auf dem Beifahrersitz 
gesessen. Ihr Mann habe damals weisse Hosen und ein blaues Hemd getragen 
(pag. 107, Z. 780 ff.). Glaubhaft sind die Zeilen der damals in Trennung vom Be-
schuldigten lebenden O.________, soweit sie ihre Bedrängnis und Angst dokumen-
tieren. Dafür spricht auch, dass sie unbestrittenermassen Hilfe im nahegelegenen 
Restaurant gesucht hat. Die (neuen) Angaben zum Wegtransport der Kinder sind 
hingegen wenig überzeugend und sollen offenbar den Beschuldigten entlasten, 
stehen aber nach wie vor mit dessen Aussagen in Widerspruch. Dieser gab an, 
dass er die Kinder mit dem öV zu T.________ oder zu den Eltern gebracht hätte 
(vgl. nachfolgend). Auf ihre Aussagen kann im Zusammenhang mit den hier zu in-
teressierenden Geschehnissen nur abgestellt werden, soweit sie auch den glaub-
haften Ausführungen der beiden Polizisten entsprechen.

Der Beschuldigte verstrickte sich bei der Frage, wer am besagten 20. Juni 2018 mit 
dem Auto gefahren ist, in zahlreiche Widersprüche. Er erklärte anfänglich, es sei 
am Abend des 20. Juni 2018 zu Streitigkeiten wegen einer Cousine der Ehefrau 
gekommen. Er habe ca. drei Gläser Red Label getrunken (pag. 114, Z. 162 ff.). 
O.________ habe ein Glas Whisky getrunken. Sie sei aggressiv geworden, habe 
herumgeschrien und sei schliesslich aus dem Haus gerannt (pag. 114, Z. 153 f.). 
Anschliessend habe er die Kinder per Zug zur Kollegin T.________ gebracht (pag. 
114, Z. 169 ff.; Strecke C.________ - «J.________ Endstation», pag. 115, Z. 185). 
Mit dem Auto sei er nicht gefahren, sondern glaublich der Kollege «N.________», 
den Namen wisse er nicht (pag. 115). Der habe glaublich einen Schlüssel (pag. 
115, Z. 228). Später revidierte er seine Aussagen dahingehend, dass er bei der 
Anhaltung von seinen Eltern in J.________ her gekommen sei, dies per öV (pag. 
117, Z. 135 ff.). Er konnte sich auf einmal sowohl an den Namen des Kollegen als 
auch daran erinnern, dass dieser das fragliche Auto bei der Garage U.________ 
abgeholt habe und später mit dem Roller nach Hause gefahren sei (pag. 117, Z. 
145, Z. 152, pag. 118, Z. 161 ff.). Sein Kollege «V.________» sei zu Fuss zu 
U.________, das sei nebenan (pag. 364, Z. 37 f.). Die Garage U.________ liegt in-
des in der entgegengesetzten Richtung zu der damaligen Fahrtrichtung der Polizis-
ten, als sie den Van kreuzten. Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 

21

ergänzte der Beschuldigte, dass er nicht gefahren sei. Die Polizei könne ihm dies 
nicht beweisen (pag. 364, Z. 21 ff.). Gerade letztere Aussage zeigt, dass der Be-
schuldigte dazu tendiert, nur diejenigen Dinge einzugestehen, bei denen keine Al-
ternative mehr besteht. Die Brüche in den Aussagen des Beschuldigten (Kinder zur 
Kollegin oder zu den Eltern; Kollege «N.________» bzw. «V.________» oder dann 
Kollege W.________ holt/bringt Auto, Grund für die Autobenützung durch eine 
Drittperson) sind alles andere als nachvollziehbar. An der Berufungsverhandlung 
wiederholte der Beschuldigte, dass er mit den beiden Kindern auf den Zug zu den 
Eltern sei (pag. 563, Z. 11 f.). Entgegen seiner früheren Aussage erklärte er, dass 
sein Kollege «N.________» den Roller dort (wohl am Domizil S.________(Strasse) 
.________) parkiert habe und mit dem Auto weggefahren sei. Als Grund gab der 
Beschuldigte nunmehr an, dass er («N.________») das Auto gebraucht habe (pag. 
562, Z. 33 ff.). Er beschrieb seinen Kollegen als dunkelhäutig, glatzköpfig und ca. 
51- oder 52-jährig. Diese Beschreibung passt indes nicht auf den deutlich jüngeren 
Beschuldigten. Im Rahmen der Replik an der Berufungsverhandlung wurde in die-
sem Zusammenhang ausgeführt, dass der Beschuldigte der Verteidigung gerade 
eben eine SMS gezeigt habe, wonach sein Kollege eine Haartransplantation ge-
habt habe. Dies ist jedoch als nachgeschobene Schutzbehauptung abzutun, wurde 
der Beschuldigte im Rahmen seiner Einvernahme doch explizit nach dem (damali-
gen) Aussehen seines Kollegen gefragt. Doch selbst wenn dies mit der Haartrans-
plantation stimmt, so vermag dies nichts an der Tatsache zu ändern, dass die vom 
Beschuldigten geschilderte Geschichte unter den gegebenen Umständen (insbe-
sondere mit Blick auf die Beobachtungen der beiden Polizisten sowie die eigenen 
Widersprüche in seinen Aussagen) geradezu absurd erscheint. So liess sich im 
Verlauf des Verfahrens nicht klären, weshalb der Kollege das Auto vor dem Domizil 
S.________(Strasse) .________ hätte abstellen sollen, wenn der Beschuldigte 
doch eigentlich nicht mehr dort gewohnt hat (pag. 93, Z. 101). Zufälligerweise hätte 
der Kollege sodann genau in dem Moment das Auto abstellen müssen, als die Po-
lizei erstmals weggefahren ist. Gemäss deren Beobachtungen befand sich das Au-
to zunächst nämlich nicht vor dem Domizil, anschliessend allerdings schon. Der 
Beschuldigte bejahte die in diesem Zusammenhang von der Staatsanwaltschaft 
aufgeworfene Frage, ob der Kollege das Auto gebracht habe, als die Polizei ihn 
schon mitgenommen habe (pag. 566, Z. 29 f.), was indes aktenwidrig ist. Wie be-
reits erwähnt schilderten die beiden Polizisten übereinstimmend, dass sie vor dem 
Domizil den Beschuldigten und das fragliche Fahrzeug, mit noch warmer Motor-
haube, angetroffen hätten. Der Kollege des Beschuldigten hätte – der Geschichte 
des Beschuldigten folgend – demnach in relativ kurzer Zeit das Auto abstellen und 
die Örtlichkeit sofort verlassen müssen, bleibt eine Motorhaube doch notorisch 
nicht allzu lang warm. Nicht nachvollziehbar wäre aber dann, weshalb die Polizei 
den Beschuldigten vor dem Domizil angetroffen hat. Fraglich ist mit Blick auf diese 
Version des Beschuldigten ferner auch, weshalb der Kollege ihm nicht gleich den 
Autoschlüssel zurückgegeben hat, wenn der Beschuldigte – eigenen Angaben zu-
folge – zuhause gewesen sein solle. Letztlich spricht auch die Endposition des 
Fahrzeugs – ausserhalb eines Parkfelds – gegen die vom Beschuldigten geschil-
derte Rückgabe durch einen Kollegen, sondern vielmehr für ein rasches Abstellen.

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Für sich alleine genommen könnte es möglich sein, innerhalb von anderthalb Stun-
den die Kinder mittels öV von C.________ nach J.________ zu bringen und in der-
selben Zeitspanne wieder mittels öV in C.________ zurück zu sein. Unter den ge-
gebenen Umständen (Knieverletzung/Begleitung von zwei kleinen Kindern) scheint 
dies aber eher unwahrscheinlich. Für sich alleine genommen könnte es auch denk-
bar sein, dass ein Kollege ein Auto von einer in Fussdistanz gelegenen Garage 
nach Feierabend abholt und an die Adresse S.________(Strasse) .________ in 
C.________ stellt und sofort von der Bildfläche verschwindet. Im Gesamtbild gibt 
es allerdings keine andere Auflösung der verschiedenen Aussagen und Feststel-
lungen als die Erkenntnis, dass der Beschuldigte am 20. Juni 2018 das fragliche 
Fahrzeug selber gefahren ist und vor dem Domizil an der S.________(Strasse) 
.________ ausserhalb des Parkfelds abgestellt hat. Dies insbesondere mit Blick auf 
die rapportierte Aussage von O.________ vor Ort (der Beschuldigte sei nach dem 
Streit mit dem Auto davongefahren und habe die gemeinsamen Kinder mitgenom-
men) und die ausführlichen und nachvollziehbaren Beobachtungen durch die Poli-
zei (Fahrzeug bei Wegfahrt nicht vor Domizil S.________(Strasse), K.________ 
Van gekreuzt, dunkelhäutiger Mann mit kariertem Hemd am Steuer, Beschuldigter 
mit kariertem Hemd bei Rückkehr ausserhalb des Domizils angetroffen, keine übri-
gen Personen anwesend, warme Motorhaube des abgestellten Fahrzeugs). Dass 
die Polizei den Autoschlüssel nicht sicherstellen konnte, ändert an dieser Einschät-
zung nichts: Bei dem von der Polizei im verschlossenen Auto nachträglich gesehe-
nen Schlüssel kann es sich rein logisch nicht um den massgeblichen oder jeden-
falls nicht den einzigen passenden Fahrzeugschlüssel gehandelt haben. Dass man 
auf dem Beschuldigten keinen Autoschlüssel gefunden hat, schliesst auch nicht 
aus, dass er irgendwie die Möglichkeit gefunden hat, sich des Schlüssels zu entle-
digen oder diesen zu verstecken.

Beim Beschuldigten wurde rückgerechnet auf den Ereigniszeitpunkt (20:38 Uhr) ei-
ne minimale Blutalkoholkonzentration von 1,37 g/kg festgestellt. Unter Berücksich-
tigung der vorangehenden Ausführungen schliesst die Kammer, dass der Beschul-
digte das fragliche Fahrzeug am 20. Juni 2018 alkoholisiert gelenkt und ausserhalb 
des Parkfeldes abgestellt hat. Im fraglichen Zeitpunkt verfügte er unbestrittener-
massen über keinen Führerausweis.

9.6 Beweisergebnis und erstellter Sachverhalt

Die Kammer erachtet nach einer Würdigung der vorliegenden Beweismittel den 
angeklagten Sachverhalt – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – wie folgt als 
erstellt: 

Nach einem Streit mit O.________ an der S.________(Strasse) .________ in 
C.________ fuhr der Beschuldigte seine Kinder mit dem Auto – trotz entzogenem 
Führerausweis und mit einer Blutalkoholkonzentration von rückgerechnet mindes-
tens 1,37 g/kg – nach J.________. Er kehrte anschliessend an die 
S.________(Strasse) .________ zurück, wo er sein Fahrzeug ausserhalb des 
Parkfeldes abstellte und sogleich von der Polizei angehalten werden konnte.

III. Rechtliche Würdigung

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10. Sachbeschädigung

10.1 Gesetzliche und theoretische Ausführungen

Vorab wird auf die ausführlichen und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu 
Art. 144 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; 311.0) verwiesen. 
Der guten Ordnung halber sind folgende Ergänzungen bzw. Wiederholungen ange-
zeigt: Nach Art. 144 Abs. 1 StGB wird auf Antrag bestraft, wer eine Sache, an der 
ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs- oder Nutzniessungsrecht besteht, beschädigt, 
zerstört oder unbrauchbar macht. Tatobjekt ist aus objektiver Sicht eine bewegliche 
oder unbewegliche Sache. Beschädigen ist jeder Eingriff in die Substanz, welcher 
die Funktion oder Ansehnlichkeit der Sache beeinträchtigt (vgl. TRECHSEL, in: Pra-
xiskommentar Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2021, N 1 ff. zu Art. 144 StGB m.w.H.). 

Strafbar ist nur die vorsätzliche Sachbeschädigung. Der Täter muss auch wissen, 
dass es sich um eine fremde Sache handelt oder an ihr das Gebrauchs- oder 
Nutzniessungsrecht eines Dritten besteht (vgl. TRECHSEL, a.a.O., N 6 zu Art. 144 
StGB). 

10.2 Subsumtion

Indem der Beschuldigte am 8. April 2018 den Lack des Fahrzeugs von D.________ 
zerkratzt hat, hat er offensichtlich eine fremde Sache beschädigt. Dabei hat er di-
rektvorsätzlich gehandelt. Der objektive und subjektive Tatbestand von Art. 144 
Abs. 1 StGB ist damit erfüllt. Ein gültiger Strafantrag von D.________ liegt vor (pag. 
39 f.). Da keine Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschliessungsgründe vorlie-
gen, hat sich der Beschuldigte der Sachbeschädigung nach Art. 144 Abs. 1 StGB 
schuldig gemacht. 

11. Führen eines Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zustand

11.1 Gesetzliche und theoretische Ausführungen zum Strassenverkehrsrecht

Gemäss Art. 91 Abs. 2 Bst. a des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) 
macht sich strafbar, wer in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter Atemalkohol- 
oder Blutalkoholkonzentration ein Motorfahrzeug führt. Wer wegen Alkohol-, 
Betäubungsmittel- oder Arzneimitteleinfluss oder aus anderen Gründen nicht über 
die erforderliche körperliche und geistige Leistungsfähigkeit verfügt, gilt nach Art. 
31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 1 Verkehrsregelverordnung (VRV; SR 741.11) 
während dieser Zeit als fahrunfähig und darf kein Fahrzeug führen. Bei Art. 91 SVG 
handelt es sich um ein abstraktes Gefährdungsdelikt. Für eine abstrakte Gefähr-
dung reicht es nach allgemeinen Grundsätzen aus, wenn durch ein Verhalten i.d.R. 
die Möglichkeit einer Rechtsgutverletzung herbeigeführt wird (vgl. FAHR-
NI/HEIMGARTNER, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, N 6 zu Art. 91 
SVG). In der Verordnung der Bundesversammlung über Alkoholgrenzwerte im 
Strassenverkehr (SR 741.13) werden die massgebenden Grenzwerte festgelegt. 
Gemäss Art. 2 der fraglichen Verordnung gilt eine Blutalkoholkonzentration von 0.8 
Gewichtspromille oder mehr bzw. eine Atemalkoholkonzentration von 0.4 mg Alko-
hol oder mehr pro Liter Atemluft als qualifiziert.

24

Strafbar sind sowohl die vorsätzliche als auch die fahrlässige Tatbegehung (Art. 91 
Abs. 2 Bst. a i.V.m. Art. 100 Ziff. 1 SVG). In Bezug auf ein qualifiziertes Fahren in 
fahrunfähigem Zustand gilt ein wissentliches und willentliches Handeln in der Regel 
als erwiesen, wenn ein Lenker mit einer Blutalkoholkonzentration, die klar über 
dem Grenzwert von 0.8 Gewichtspromille liegt, ein Fahrzeug führt (vgl. FAHR-
NI/HEIMGARTNER, a.a.O., N 36 zu Art. 91 SVG).

11.2 Gesetzliche und theoretische Grundlagen zu Art. 19 StGB

War der Täter zur Zeit der Tat nicht fähig, das Unrecht seiner Tat eizusehen oder 
gemäss dieser Einsicht zu handeln, so ist er nicht strafbar (Art. 19 Abs. 1 StGB). 
Handelte der Täter im Zustand einer verminderten Schuldfähigkeit, so mildert das 
Gericht die Strafe (Art. 19 Abs. 2 StGB). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung liegt bei einer Blutalkoholkonzentration über 3 Promille in der Regel Schul-
dunfähigkeit und ab 2 Promille grundsätzlich verminderte Schuldfähigkeit vor. Da-
bei handelt es sich allerdings um eine Faustregel. Der Blutalkoholkonzentration 
kommt bei der Beurteilung der Schuldfähigkeit keine ausschlaggebende Bedeutung 
zu. Sie bietet lediglich eine ungefähre Orientierungshilfe (vgl. BGE 117 IV 292 E. 
2d; BGE 119 IV 120 E. 2b; BGE 122 IV 49 E. 1b). Vorrang haben stets konkrete 
Feststellungen über Alkoholisierung oder Nüchternheit. Allein aus den Werten der 
Blutalkoholkonzentration lässt sich somit das Ausmass einer alkoholtoxischen Be-
einträchtigung nicht ableiten. Ausschlaggebend für die Beeinträchtigung von Ein-
sichts- oder Steuerungsfähigkeit ist mithin der psycho-pathologische Zustand (der 
Rausch), und nicht dessen Ursache, die Alkoholisierung, die sich in der Blutalko-
holkonzentration widerspiegelt. Es besteht eine erhebliche Variabilität, die von der 
konkreten Situation, der Alkoholgewöhnung und weiteren Umständen abhängt (vgl. 
Urteile des BGer 6B_957/2016 bzw. 6B_1022/2016 vom 22. März 2017 E. 3.3; 
BGE 122 IV 49 E. 1b; 6B_648/2014 vom 28. Januar 2015 E. 2.2, nicht publ. in BGE 
141 IV 34; je mit Hinweisen). Folgt aus dem täterschaftlichen Verhalten vor, 
während und nach der Tat, dass ein Realitätsbezug vorhanden ist, sodass sich der 
Täter an wechselnde Anforderungen der Situation anpassen kann, ist nicht von ei-
ner derart schweren Beeinträchtigung auszugehen (vgl. BGE 133 IV 147 f., Urteil 
des BGer 6B_254/2014 vom 18. August 2014 E.5.2).

11.3 Subsumtion

Gemäss erstelltem Sachverhalt hat der Beschuldigte am 20. Juni 2018 abends sei-
nen Personenwagen in angetrunkenem Zustand bei einer Blutalkoholkonzentration 
von mindestens1,37 g/kg (Rückrechnung gemäss IRM) gelenkt. Der objektive und 
subjektive Tatbestand ist vorliegend erfüllt. Was die Schuldausschliessungsgründe 
betrifft, so ist gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. Ziff. 11.2 
hiervor) und auf den dokumentierten damaligen Zustand des Beschuldigten (pag. 
80 f., pag. 90) weder von aufgehobener noch von verminderter Schuldfähigkeit 
auszugehen. Rechtfertigungsgründe liegen sodann keine vor. Der Beschuldigte ist 
nach dem Gesagten wegen Führens eines Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zu-
stand (qualifiziert) am 20. Juni 2018 schuldig zu sprechen. 

12. Führen eines Motorfahrzeugs trotz entzogenem Führerausweis

25

12.1 Gesetzliche und theoretische Ausführungen

Nach Art. 95 Abs. 1 Bst. b SVG macht sich schuldig, wer ein Motorfahrzeug führt, 
obwohl ihm der Lernfahr- oder Führerausweis verweigert, entzogen oder aberkannt 
wurde. Die vorinstanzlichen Ausführungen zum objektiven und subjektiven Tatbe-
stand von Art. 95 Abs. 1 Bst. b SVG sind korrekt, darauf kann verwiesen werden 
(S. 51 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 449).

In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz dann anzunehmen, wenn der Täter willentlich ein 
Fahrzeug führt, obwohl er weiss, dass er den dafür erforderlichen Führerausweis 
nicht besitzt. Fahrlässigkeit ist ebenfalls strafbar (vgl. BUSSMANN, in: Basler Kom-
mentar Strassenverkehrsgesetz, N 29 f. zu Art. 95 SVG). 

12.2 Subsumtion Vorfall vom 8. April 2018 
Dem Beschuldigten wurde bereits im Jahr 2014 der Führerausweis entzogen. Zur 
Einstellhalle an der F.________ (Strasse) .________ in Bern und davon weg ge-
langte er am 8. April 2018 nach dem Ergebnis der Beweiswürdigung per Auto, wel-
ches er selber lenkte. Der objektive und subjektive (Vorsatz) Tatbestand sind vor-
liegend ohne Weiteres erfüllt. Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschliessungs-
gründe liegen keine vor. Der Beschuldigte ist wegen Führens eines Motorfahrzeu-
ges trotz entzogenem Führerausweis am 8. April 2018 schuldig zu sprechen. 

12.3 Subsumtion Vorfall vom 20. Juni 2018
Dem Beschuldigten wurde bereits im Jahr 2014 der Führerausweis entzogen. 
Gemäss erstelltem Sachverhalt hat der Beschuldigte am 20. Juni 2018 abends ei-
nen Personenwagen gelenkt. Der objektive und subjektive (Vorsatz) Tatbestand 
sind vorliegend ohne Weiteres erfüllt. Was die Schuldausschliessungsgründe be-
trifft, so ist gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. Ziff. 11.2 hier-
vor) und auf den dokumentierten damaligen Zustand des Beschuldigten (pag. 80 f., 
pag. 90) weder von aufgehobener noch von verminderter Schuldfähigkeit auszuge-
hen. Rechtfertigungsgründe liegen sodann keine vor. Der Beschuldigte ist wegen 
Führens eines Motorfahrzeuges trotz entzogenem Führerausweis am 20. Juni 2018 
schuldig zu sprechen. 

13. Parkieren ausserhalb eines Parkfeldes

13.1 Gesetzliche und theoretische Ausführungen

Gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG wird bestraft, wer Verkehrsregeln des Strassenver-
kehrsgesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrats verletzt. Zu den 
Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 SVG gehören grundsätzlich die unter Titel III 
des SVG erfassten Art. 26 bis Art. 57 SVG. Darüber hinaus finden sich aber weite-
re Verkehrsregeln im Verordnungsrecht. Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale 
und Markierungen sowie die Weisungen der Polizei zu befolgen. Nach Art. 79 Abs. 
1 der Signalisationsverordnung (SSV; SR 741.21) werden Parkfelder entweder 
ausschliesslich durch Markierungen gekennzeichnet oder in Ergänzung zu Signa-
len markiert. Die Markierung erfolgt durch ununterbrochene Linien (Art. 79 Abs. 2 
SSV). Wo Parkfelder gekennzeichnet sind, darf nur innerhalb dieser Felder parkiert 
werden (Art. 79 Abs. 6 SSV). 

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Art. 90 Abs. 1 SVG erfasst sowohl vorsätzliche wie auch fahrlässige Handlungen 
(vgl. auch Art. 100 Ziff. 1 SVG; FIOLKA, in: Basler Kommentar Strassenverkehrsge-
setz, N 30 zu Art. 90 SVG). 

13.2 Subsumtion
Wie vorangehend erörtert, hat der Beschuldigte am 20. Juni 2018 um ca. 22:05 Uhr 
sein Fahrzeug ausserhalb der gekennzeichneten Parkfelder abgestellt. Das Abstel-
len des Motorfahrzeugs diente nicht bloss dem Ein- und Aussteigenlassen von 
Personen oder dem Güterumschlag. Mit diesem Verhalten hat der Beschuldigte die 
Verkehrsregeln von Art. 27 Abs. 1 SVG sowie Art. 79 Abs. 1, Abs. 2 und Abs. 6 
SSV verletzt, womit der Tatbestand gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG in objektiver und 
subjektiver Weise erfüllt ist. Was die Schuldausschliessungsgründe betrifft, so ist 
gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. Ziff. 11.2 hiervor) und auf 
den dokumentierten damaligen Zustand des Beschuldigten (pag. 80 f., pag. 90) 
weder von aufgehobener noch von verminderter Schuldfähigkeit auszugehen. 
Rechtfertigungsgründe liegen sodann keine vor. Der Beschuldigte ist wegen Par-
kierens ausserhalb eines Parkfeldes am 20. Juni 2018 schuldig zu sprechen.

IV. Strafzumessung

14. Vorbemerkungen

Gegenstand der nachfolgenden Strafzumessung bilden nebst den hiervor ausge-
fällten Schuldsprüchen auch die rechtskräftigen Schuldsprüche des Führens eines 
Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zustand am 6. Mai 2019 in C.________ (Blutal-
koholkonzentration 2,1 g/kg), des Führens eines Motorfahrzeugs trotz entzogenem 
Führerausweis am 9. Januar 2019 in E.________ und am 6. Mai 2019 in 
C.________, der Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch (festgestellt 
am 6. Mai 2019 in C.________), der unrichtigen Namensangabe am 6. Mai 2019 in 
C.________ sowie der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz durch 
Konsum einer unbestimmten Menge Marihuana (begangen bzw. festgestellt am 21. 
Juni 2018, 9. Januar 2019, 6. Mai 2019 in Bern).

15. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung

Die allgemeinen Ausführungen der Vorinstanz zur Strafzumessung und Gesamts-
trafenbildung sind zutreffend. Darauf kann verwiesen werden (S. 54 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 452 f.). Die Strafkammern des Obergerichts 
verfügen als Berufungsgericht über umfassende Kognition in tatsächlicher und 
rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO). Dies gilt auch für die Strafzumes-
sung.

16. Strafrahmen, Strafart und Methodik

Der Beschuldigte hat sich vorliegend des Führens eines Motorfahrzeugs in ange-
trunkenem Zustand (mehrfach und qualifiziert), der Sachbeschädigung, des 
Führens eines Motorfahrzeugs trotz entzogenem Führerausweis (mehrfach), der 
Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch, des Parkierens ausserhalb ei-
nes Parkfeldes, der unrichtigen Namensangabe sowie der Widerhandlungen gegen 

27

das Betäubungsmittelgesetz (mehrfach) schuldig gemacht. Die Vorinstanz hat die 
konkreten Strafrahmen bzw. möglichen Strafarten zutreffend wiedergegeben. Dar-
auf wird verwiesen (S. 56 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 454).

Es kann an dieser Stelle bereits vorweggenommen werden, dass die Kammer – in 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz – für das Führen eines Motorfahrzeugs in an-
getrunkenem Zustand (mehrfach und qualifiziert), die Sachbeschädigung, das 
Führen eines Motorfahrzeugs trotz entzogenem Führerausweis (mehrfach) sowie 
die Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch eine Freiheitsstrafe für an-
gezeigt hält. Zwar wären für diese Delikte theoretisch auch Geldstrafen möglich. 
Spezialpräventive Argumente sprechen vorliegend jedoch gegen das Aussprechen 
einer Geldstrafe: Der Beschuldigte delinquierte trotz – u.a. auch einschlägiger – 
Vorstrafen wiederholt und während laufendem Strafverfahren. Auch wurden schon 
zahleiche Administrativmassnahmen gegen ihn verhängt (pag. 525 ff., pag. 528 ff.). 
Auch wenn es sich dabei teilweise um geringfügige Delikte handelt, so zeigen doch 
insbesondere die Vorstrafen exemplarisch auf, dass sich der Beschuldigte von den 
gegen ihn geführten zahlreichen Strafverfahren und darin ausgefällten (mehrheit-
lich unbedingten) Geldstrafen kaum beeindrucken liess. Hinzu kommt, dass mit 
Blick auf die finanzielle Situation des Beschuldigten eine Vollstreckungsprognose 
unsicher bzw. tendenziell negativ ausfällt (unregelmässiges Einkommen, hohe mo-
natliche Fixkosten, Schulden und Betreibungen, ausstehende Alimente und Rech-
nungen). Unter diesen Umständen scheint einzig eine Freiheitsstrafe geeignet, um 
den Beschuldigten vor weiteren Straftaten abzuhalten. 

In einem ersten Schritt ist für den Schuldspruch wegen Führens eines Motorfahr-
zeugs in angetrunkenem Zustand vom 6. Mai 2019, welcher vorliegend die 
schwerste Straftat darstellt, eine Strafzumessung vorzunehmen und eine Einsatz-
strafe zu bilden. Anschliessend wird – unter Berücksichtigung der weiteren zu as-
perierenden Delikte – in einem zweiten Schritt eine Gesamtfreiheitsstrafe zu bilden 
sein (Art. 49 Abs. 1 StGB). 

Die drei Übertretungen (Parkieren ausserhalb eines Parkfeldes, unrichtige Namen-
sangabe und Konsumwiderhandlungen) werden sodann mit einer Busse geahndet, 
wobei ebenfalls das Asperationsprinzip gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB zur Anwen-
dung gelangt.

17. Einsatzstrafe (Führen eines Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zustand am 
6. Mai 2019)

Die von der Vorinstanz erwähnten Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands 
Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (nach-
folgend: VBRS-Richtlinien) dienen als Orientierungshilfe für die Strafzumessung. 

Die besagten VBRS-Richtlinien sehen für den Normsachverhalt «gutbeleumdeter 
Beschuldigter besucht mit dem Auto eine Wirtschaft und fährt nach Wirtschafts-
schluss über eine Strecke von 4-8 km nach Hause. Vorstrafen: 2-3 Verkehrsüber-
tretungen (ohne FiaZ)» bei einer qualifizierten Blutalkoholkonzentration ab 2,0 g/kg 
125 Strafeinheiten vor (VBRS-Richtlinien, S. 16). Im Weiteren wird in den VBRS-
Richtlinien unter Vorbemerkungen festgehalten, dass Verurteilungen wegen 
Fahrunfähigkeit (FiaZ [Fahren in angetrunkenem Zustand], FuD [Fahren unter Dro-

28

geneinfluss], FuM [Fahren unter Medikamenteneinfluss]) sowie Vereitelung wech-
selseitig als einschlägige Vorstrafen zu betrachten seien und ein Wiederholungsfall 
innert fünf Jahren i.d.R. zu einer Verdoppelung der nach den Richtlinien auszu-
sprechenden Strafe führe (VBRS-Richtlinien, S. 16). Die Vorstrafen sind indes erst 
im Rahmen der Täterkomponenten zu berücksichtigen. 

Auszugehen ist nach dem Gesagten vom Normsachverhalt und den empfohlenen 
125 Strafeinheiten aufgrund der qualifizierten Blutalkoholkonzentration von 2,0 
g/kg. Erschwerend ist im konkreten Fall zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 
eine erhöhte Blutalkoholkonzentration von 2,1 g/kg aufwies und er dazumal mit ei-
ner Beifahrerin unterwegs war. Die zurückgelegte Strecke (E.________-
C.________) entspricht demgegenüber in etwa dem Referenzsachverhalt. Anzufü-
gen ist, dass vorliegend keine Anhaltspunkte für eine Schuldminderung auszuma-
chen sind (vgl. Ziff. 11.2 hiervor, pag. 142 f. und pag. 147).

Für den Schuldspruch wegen Führens eines Motorfahrzeugs in angetrunkenem 
Zustand vom 6. Mai 2019 mit einer Blutalkoholkonzentration von 2,1 g/kg erscheint 
unter den gegebenen Umständen eine Strafe von 160 Strafeinheiten als angemes-
sen.

18. Asperation

18.1 Führen eines Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zustand am 20. Juni 2018
Der Referenzsachverhalt in den VBRS-Richtlinien führt bei einer Blutalkoholkon-
zentration ab 1.2 g/kg zu einer Normstrafe von 50 Strafeinheiten und bei einer 
Blutalkoholkonzentration von 1,4 g/kg zu einer Normstrafe von 60 Strafeinheiten. In 
Bezug auf die Tatschwere kann auch hier angefügt werden, dass erschwerend zu 
den Richtlinien die anzunehmende Fahrstrecke in den Abendstunden (überbautes 
Gebiet, mind. 20 km: C.________-J.________-C.________) sowie die teilweise 
mitgeführten Passagiere (Kinder) zu berücksichtigen sind. Anzufügen ist sodann, 
dass hier schon von der ermittelten Blutalkoholkonzentration her nicht weiter über 
die Frage einer Schuldminderung nachgedacht werden muss. Ohnehin bestehen 
aber keine Anhaltspunkte für eine solche (vgl. auch Ziff. 11.2 f. hiervor, pag. 80 f. 
und pag. 90). Die bestehenden Vorstrafen sind wiederum im Rahmen der Täter-
komponenten zu berücksichtigen. 

Für den Schuldspruch wegen Führens eines Motorfahrzeugs in angetrunkenem 
Zustand vom 20. Juni 2018 mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,37 g/kg er-
scheint unter den gegebenen Umständen eine Strafe von 120 Strafeinheiten als 
angemessen. Davon sind 2/3, ausmachend 80 Strafeinheiten, asperierend zu 
berücksichtigen. 

18.2 Sachbeschädigung
Die VBRS-Richtlinien sehen für den Normsachverhalt «Der Täter zerkratzt den 
Lack eines fremden Personenwagens. Schaden: knapp über CHF 300.00» 15 Stra-
feinheiten vor, wobei die Referenzstrafe nach Massgabe der Schadenshöhe zu er-
höhen sei (VBRS-Richtlinien, S. 47).

Der Beschuldigte zerkratzte vorliegend den Lack des Fahrzeugs von D.________ 
und verursachte hierbei einen Sachschaden von ca. CHF 3'000.00 bis 

29

CHF 4'000.00 (vgl. auch S. 58 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 456). 
Das Ausmass des verschuldeten Erfolgs ist damit erheblich schwerer als im obge-
nannten Referenzsachverhalt. Selbst wenn die Sachbeschädigung nicht von An-
fang an geplant und der Tatentschluss möglicherweise erst in der Einstellhalle im 
Angesicht des Fahrzeugs von D.________ auf dem Parkplatz der Ex-Freundin des 
Beschuldigten gefasst wurde, ist das direktvorsätzliche Verhalten des Beschuldig-
ten nur als egoistisch und enthemmt anzusehen. Dies ist jedoch neutral zu werten. 
Die Tat wäre für den Beschuldigten sodann zweifellos vermeidbar gewesen. Unter 
Berücksichtigung der gegebenen Umstände (erheblich höherer Sachschaden), er-
achtet die Kammer eine Strafe in der Höhe von 60 Strafeinheiten als angemessen. 
Davon sind 2/3, ausmachend 40 Strafeinheiten, asperierend zu berücksichtigen. 

18.3 Führen eines Motorfahrzeugs trotz entzogenem Führerausweis (mehrfach)

Der Beschuldigte ist vier Mal trotz entzogenem Führerausweis Auto gefahren. Die 
VBRS-Richtlinien sehen für das Führen eines Motorfahrzeugs trotz entzogenem 
Führerausweis Strafen ab 18 Strafeinheiten vor (VBRS-Richtlinien, S. 10). Anzufü-
gen ist, dass vorliegend keine Anhaltspunkte für eine Schuldminderung auszuma-
chen sind bzw. eine solche nicht in Frage kommt (vgl. Ziff. 11.2 und 12.3 hiervor, 
pag. 80 f. und pag. 90 sowie pag. 142 und pag. 147). Eine Abweichung von den 
Empfehlungen der VBRS-Richtlinien ist nicht angezeigt. Die Kammer erachtet in 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz eine hypothetische Strafe von je 18 Strafein-
heiten pro Vorfall als angemessen. Davon sind je 2/3 (12 Strafeinheiten), ausma-
chend insgesamt 48 Strafeinheiten, asperierend zu berücksichtigen. 

18.4 Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch

Die angemessene Strafe für die Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch 
liegt gemäss VBRS-Richtlinien für den Fahrzeugführer bei einer Strafe von 12 Stra-
feinheiten (VBRS-Richtlinien, S. 19). Anzufügen ist, dass vorliegend keine Anhalts-
punkte für eine Schuldminderung auszumachen sind (vgl. Ziff. 11.2 hiervor, pag. 
142 f. und pag. 147). Eine Abweichung von den Empfehlungen der VBRS-
Richtlinien ist nicht angezeigt. Die Kammer erachtet – in Übereinstimmung mit der 
Vorinstanz – eine Strafe in der Höhe von 12 Strafeinheiten als angemessen. Davon 
sind 2/3, ausmachend 8 Strafeinheiten, asperierend zu berücksichtigen. 

19. Fazit Asperation

Die Einsatzstrafe von 160 Strafeinheiten für das Führen eines Motorfahrzeugs in 
angetrunkenem Zustand am 6. Mai 2019 ist somit aufgrund der weiteren Schuld-
sprüche wegen Führens eines Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zustand am 20. 
Juni 2018, Sachbeschädigung, Führens eines Motorfahrzeugs trotz entzogenem 
Führerausweis (mehrfach) sowie der Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Ge-
brauch um insgesamt 176 Strafeinheiten auf 336 Strafeinheiten zu erhöhen. 

20. Täterkomponenten

Der Beschuldigte ist in Bern aufgewachsen und hat hier die Primar- und Sekundar-
schule besucht. Er hat eine X.________ absolviert (pag. 17, Z. 331 ff.). Er ist nun 
selbstständig erwerbstätig («Y.________») und erzielt damit ein unregelmässiges 

30

Einkommen. Er ist Vater von vier Kindern und leistet eigenen Angaben zufolge Un-
terhaltsbeiträge für die Kinder in Höhe von monatlich CHF 2'400.00 (an den Sozial-
dienst, pag. 554, Z. 19 ff.). Zwei seiner Kinder sieht er regelmässig alle zwei Wo-
chen (pag. 554, Z. 33 und pag. 559, Z. 1 ff.). Er verfügt über Schulden in Höhe von 
CHF 50'000.00 (pag. 554, Z. 10 f.) und lebt zurzeit alleine (pag. 554, Z. 28 f.). Ins-
gesamt erscheinen die Lebensgeschichte und die persönlichen Verhältnisse nicht 
als derart aussergewöhnlich, als dass dies dem Beschuldigten zugute zu halten 
wäre. Straferhöhend zu berücksichtigen sind die zahlreichen, teilweise einschlägi-
gen, Vorstrafen. So fällt auf, dass der Beschuldigte insbesondere mit Strassenver-
kehrsdelikten mehrfach im Strafregister verzeichnet ist. Der Beschuldigte wurde 
ferner auch während hängigem Verfahren wieder straffällig. Ihm fällt es offensicht-
lich schwer, sich an bestehende Regeln zu halten. Die zahlreichen Vorstrafen sind 
im Umfang von rund 30% straferhöhend zu berücksichtigen.

Während des Verfahrens hat sich der Beschuldigte grundsätzlich anständig und 
korrekt verhalten, was jedoch erwartet werden darf. Von einem Geständnis kann 
vorliegend nicht gesprochen werden. Der Beschuldigte gab jeweils nur das zu, was 
ihm ohnehin nachgewiesen werden konnte. Einsicht und Reue sind nicht 
vorhanden, was im Ergebnis neutral zu werten ist.

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine erhöhte Strafempfind-
lichkeit nur bei aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen, da die Verbüssung ei-
ner Freiheitsstrafe für jede arbeitstätige und in ein familiäres Umfeld eingebettete 
Person mit einer gewissen Härte verbunden ist (vgl. Urteile des BGer 6B_216/2017 
vom 11. Juli 2017 E. 2.3; 6B_748/2015 vom 29. Oktober 2015 E. 1.3; 
6B_1159/2014 vom 1. Juni 2015 E. 4.4; je mit Hinweisen). Solche (besonderen) 
Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich. Die Strafempfindlichkeit des Beschul-
digten ist deshalb als neutral zu beurteilen.

21. Konkrete Freiheitsstrafe

Zusammenfassend ist die asperierte Strafe von 336 Strafeinheiten aufgrund der 
Täterkomponenten (Vorstrafen) um rund 30% zu erhöhen. Entsprechend den Aus-
führungen zur Strafart (vgl. Ziff. 16. hiervor) ist der Beschuldigte somit zu einer 
Freiheitsstrafe von 14,5 Monaten zu verurteilen.

22. Vollzug der Strafe

Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe oder 
einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbe-
dingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 
Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Wurde der Täter innerhalb der letzten fünf 
Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mehr als 
sechs Monaten verurteilt, so ist der Aufschub nur zulässig, wenn besonders günsti-
ge Umstände vorliegen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts bildet der 
Strafaufschub die Regel, von der grundsätzlich nur bei ungünstiger Prognose ab-
gewichen werden darf (vgl. Urteil des BGer 6B_254/2018 vom 6. September 2018 
E. 1.; BGE 134 IV 1 E. 4.2.2). Das Gericht kann den Vollzug einer Freiheitsstrafe 
von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren teilweise aufschieben, 

31

wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu 
tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB). Auch wenn Art. 43 Abs. 1 StGB nur die auslegungs-
bedürftige Formulierung «um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu 
tragen» enthält, müssen die materiellen Voraussetzungen für die Gewährung des 
bedingten Strafvollzuges gemäss Art. 42 StGB erfüllt sein. Die Prüfung der Be-
währungsaussichten des Täters ist anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentli-
chen Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den 
Tatumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsa-
chen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner 
Bewährung zulassen. Für die Einschätzung des Rückfallrisikos ist ein Gesamtbild 
der Täterpersönlichkeit unerlässlich. Relevante Faktoren sind etwa strafrechtliche 
Vorbelastung, Sozialisationsbiografie und Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer 
Bindungen, Hinweise auf Suchtgefährdungen usw. (vgl. SCHNEIDER/GARRÉ, in: 
Basler Kommentar Strafgesetzbuch/Jugendstrafgesetzbuch, 4. Aufl. 2019, N 38 ff. 
zu Art. 42 StGB m.w.H.).

Dem Beschuldigten muss angesichts der Gesamtumstände eine Schlechtprognose 
gestellt werden. Er hat zahlreiche (teils einschlägige) Vorstrafen, wobei die in der 
Vergangenheit ausgesprochenen Strafen (mehrheitlich unbedingte Geldstrafen) of-
fenbar nicht ausreichten, um ihn von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten. 
Er delinquierte in regelmässigem Rhythmus weiter. Seine finanziellen Verhältnisse 
können aufgrund der gegebenen Umstände (unregelmässiges Einkommen, hohe 
Fixkosten, Schulden bzw. Betreibungen und Verlustscheine, Alimente, offene 
Rechnungen) als unsicher bzw. tendenziell schlecht bezeichnet werden und es gibt 
keine aktenkundigen Hinweise auf derzeitige stabilisierende persönliche Verhält-
nisse. Bei einer Gesamtwürdigung all dieser Faktoren muss dem Beschuldigten ei-
ne Schlechtprognose gestellt werden, womit der (teil-)bedingte Strafvollzug ausser 
Betracht fällt. 

23. Übertretungen

23.1 Unrichtige Namensangabe

Mit Blick auf die VBRS-Richtlinien erachtet die Kammer – in Übereinstimmung mit 
der Vorinstanz – für die Verweigerung der Namensangabe gemäss Art. 15 KStrG 
im vorliegenden Fall eine Busse von CHF 150.00 als angemessen (VBRS-
Richtlinien, S. 58). 

23.2 Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

Angesichts des dreimaligen Konsums von Marihuana («weiche Droge») erachtet 
die Kammer mit Blick auf die VBRS-Richtlinien und in Übereinstimmung mit der  
Vorinstanz eine Busse von insgesamt CHF 115.00 als angemessen. Hiervon sind 
2/3, ausmachend rund 75 Strafeinheiten, asperierend zu berücksichtigen.

23.3 Parkieren ausserhalb eines Parkfeldes

Für das Parkieren ausserhalb eines Parkfeldes erachtet die Kammer in Überein-
stimmung mit der Vorinstanz eine Busse von CHF 40.00, asperiert rund 
CHF 25.00, als angemessen.

32

23.4 Fazit Gesamtbusse

Damit wird eine Gesamtbusse von insgesamt CHF 250.00 ausgesprochen. Im Falle 
des schuldhaften Nichtbezahlens beträgt die Ersatzfreiheitsstrafe 3 Tage (Art. 106 
Abs. 2 StGB).

V. Kosten und Entschädigungen

24. Verfahrenskosten

24.1 Erste Instanz

Fällt die Rechtmittelinstanz einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch über 
die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). 

Die erstinstanzlichen Schuldsprüche wurden vor oberer Instanz bestätigt. Der Be-
schuldigte hat daher in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die erstinstanzlichen 
Verfahrenskosten von insgesamt CHF 9'918.20 zu tragen.

24.2 Obere Instanz

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens und/oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Der Beschuldigte unterliegt mit seinen Anträgen im oberinstanzlichen Verfahren 
vollumfänglich, wogegen die Generalstaatsanwaltschaft mit ihrer Anschlussberu-
fung obsiegt. Demzufolge hat der Beschuldigte die oberinstanzlichen Verfahrens-
kosten, bestimmt auf einen Pauschalbetrag von CHF 2'500.00 (Art. 24 Bst. a des 
Verfahrenskostendekrets [VKD; BSG 161.12]), zu tragen. 

25. Amtliche Entschädigungen

25.1 Allgemeine Ausführungen

Zu den Verfahrenskosten gehören grundsätzlich auch die Kosten der amtlichen 
Verteidigung (Art. 422 Abs. 2 Bst. a StPO). Diese werden von der Kammer jedoch 
praxisgemäss separat ausgewiesen.

25.2 Erste Instanz

Für ein Rückkommen auf die unangefochten gebliebene Höhe der amtlichen Ent-
schädigung von Fürsprecher B.________ für die amtliche Verteidigung des Be-
schuldigten im erstinstanzlichen Verfahren besteht kein Anlass. Die in der Hono-
rarnote vom 4. August 2020 (pag. 381 f.) ausgewiesenen Aufwände und Auslagen 
erscheinen in Anbetracht der Umstände angemessen. Fürsprecher B.________ ist 
eine amtliche Entschädigung von CHF 5'770.15 (inkl. Auslagen und MwSt.) auszu-
richten. Aufgrund seiner Verurteilung wird der Beschuldigte – unter den Vorausset-
zungen von Art. 135 Abs. 4 StPO – voll rück- und nachzahlungspflichtig. 

25.3 Obere Instanz

Die amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten im 
oberinstanzlichen Verfahren durch Fürsprecher B.________ wird gestützt auf die 
als angemessen erachtete Kostennote vom 3. März 2022 festgesetzt (pag. 586 f.). 

33

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecher B.________ für die amtliche Verteidi-
gung des Beschuldigten im oberinstanzlichen Verfahren mit CHF 3’316.95.

Der Beschuldigte hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfahren aus-
gerichtete Entschädigung zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Ver-
hältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). Es wird festgestellt, dass Fürsprecher 
B.________ auf die Geltendmachung des vollen Honorars verzichtet hat.

VI. Verfügungen

26. Für die weiteren Verfügungen wird auf das nachfolgende Dispositiv verwiesen.

34

VII. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Einzelgericht) 
vom 5. August 2020 insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als:

A.

A.________ schuldig erklärt wurde:

1. des Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand, qualifiziert be-
gangen am 6. Mai 2019 in C.________ (2,1 g/kg),

2. des Führens eines Motorfahrzeuges trotz entzogenem Führerausweis, mehrfach 
begangen

- am 9. Januar 2019 in E.________,

- am 6. Mai 2019 in C.________,

3. der Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch, festgestellt am 6. Mai 
2019 in C.________,

4. der unrichtigen Namensangabe, begangen am 6. Mai 2019 in C.________,

5. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen 
bzw. festgestellt am 21. Juni 2018, 9. Januar 2019, 6. Mai 2019 in Bern durch Konsum 
einer unbestimmten Menge Marihuana.

B.

Im Zivilpunkt weiter verfügt wurde:

1. Es wird festgestellt, dass der Privatkläger D.________ seine Zivilklage vor Abschluss 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zurückgezogen hat und diese auf dem Zivil-
weg erneut geltend machen kann (Art. 122 Abs. 4 StPO).

2. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden.

C.

Weiter verfügt wurde: 

1. Die folgenden beschlagnahmten Drogen und Medikamente werden zur Vernichtung 
eingezogen (Art. 69 StGB):

35

- 1 Minigrip mit 6,6 Gramm brutto Marihuana

- 1 Blister mit einer halben Viagra Tablette

- 1 Beutel Kamagra oral

2. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 360.00 wird in der Höhe von CHF 250.00 
zur Deckung der Busse und in der Höhe von CHF 110.00 als Anteil an die Verfah-
renskosten verwendet.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand, qualifiziert be-
gangen am 20. Juni 2018 in C.________ (1,37 g/kg),

2. der Sachbeschädigung, begangen am 8. April 2018 in Bern, zum Nachteil von 
D.________,

3. des Führens eines Motorfahrzeuges trotz entzogenem Führerausweis, mehrfach 
begangen

3.1. am 8. April 2018 in Bern,

3.2. am 20. Juni 2018 in C.________,

4. des Parkierens ausserhalb eines Parkfeldes, begangen am 20. Juni 2018 in 
C.________.

und gestützt darauf sowie auf die rechtskräftigen Schuldsprüche gemäss Ziff. I.A.1.-5.
hiervor sowie in Anwendung der

Art. 30 Abs. 1, 40, 47, 49 Abs. 1, 106, 144 Abs. 1 StGB;
Art. 10 Abs. 2, 27 Abs. 1, 31 Abs. 2, 90 Abs. 1, 91 Abs. 2 Bst. a, 94 Abs. 1 Bst. a, 95 Abs. 
1 Bst. b SVG;
Art. 19a Ziff. 1 BetmG;
Art. 2 Abs. 1 VRV;
Art. 79 Abs. 1, Abs. 2 und Absatz 6 SSV;
Art. 15 KStrG;
Art. 1 und 2 der Verordnung über Alkoholgrenzwerte im Strassenverkehr;
Art. 426 Abs. 1, 428 Abs. 1 und 3 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 14,5 Monaten.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 250.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuld-
hafter Nichtbezahlung wird auf 3 Tage festgesetzt.

36

3. Zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten von insgesamt 
CHF 9'918.20.

4. Zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf eine Pau-
schalgebühr von CHF 2'500.00.

III.

1. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers der beschuldigten Person, Fürspre-
cher B