# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3f066b75-ff7b-5609-bc18-f9fd6b8de321
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-07
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 07.12.2022 BZ 2022 75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BZ-2022-75_2022-12-07.pdf

## Full Text

20221103_162835_ANOM.docx

II. Beschwerdeabteilung BZ 2022 75

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter Dr.iur. A. Staub
Oberrichter Dr.iur. A. Sidler
Gerichtsschreiber lic.iur. J. Lötscher

Urteil vom 7. Dezember 2022 [rechtskräftig]

in Sachen

MLaw A.________,
vertreten durch RA Dr.iur. B.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Anwaltsprüfungskommission, c/o Obergerichtskanzlei, Kirchenstrasse 6, 6301 Zug,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Anwaltsprüfung
(Beschwerde gegen den Beschluss der Anwaltsprüfungskommission des Kantons Zug vom 9. Juni 
2022)

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Sachverhalt

1. Nach Absolvierung des Anwaltspraktikums vom 1. Dezember 2016 bis zum 30. November 
2017 bei der Anwaltskanzlei C.________ wurde A.________ (nachfolgend: 
Beschwerdeführer) mit Verfügung des Präsidenten der Anwaltsprüfungskommission vom 29. 
Mai 2018 zur zugerischen Anwaltsprüfung zugelassen. Die vom Beschwerdeführer am 19., 
21. und 23. November 2018 abgelegten schriftlichen Arbeiten in den Fächern Zivilrecht, 
Verwaltungsrecht und Beurkundungsrecht wurden als ungenügend beurteilt. Die 
Anwaltsprüfungskommission beurteilte sodann die vom Beschwerdeführer am 20., 22. und 
24. Mai 2019 abgelegten schriftlichen Wiederholungsarbeiten in den Fächern Zivilrecht, 
Strafrecht (Referent: D.________) und Beurkundungsrecht (Referent: E.________) als 
ungenügend. Der Präsident der Anwaltsprüfungskommission teilte dem Beschwerdeführer 
daher am 14. Juni 2019 mit, gemäss § 4 Abs. 4 der Anwaltsprüfungsverordnung werde er 
abgewiesen und ein erneutes Gesuch um Zulassung zur Anwaltsprüfung sei erst nach zwei 
Jahren zulässig. Am 21. Dezember 2021 liess der Präsident der Anwaltsprüfungskommission 
den Beschwerdeführer erneut zur Anwaltsprüfung zu. Am 19. April 2022 wurde der 
Beschwerdeführer zur schriftlichen Anwaltsprüfung eingeladen unter Bekanntgabe der 
Prüfungsdaten und der Referenten. Mit Beschluss vom 9. Juni 2022 beurteilte die 
Anwaltsprüfungskommission die vom Beschwerdeführer am 16. Mai 2022 verfasste Arbeit im 
Zivilrecht als genügend, diejenigen im Strafrecht vom 18. Mai 2022 und im 
Beurkundungsrecht vom 20. Mai 2022 hingegen als ungenügend. Referenten in den Fächern 
Strafrecht und Beurkundungsrecht waren D.________ und E.________. Aufgrund der beiden 
ungenügenden Klausurarbeiten wurde der Beschwerdeführer gestützt auf § 4 Abs. 4 der 
Anwaltsprüfungsverordnung endgültig abgewiesen.

2. Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 4. Juli 2022 Beschwerde bei der 
Beschwerdeabteilung des Obergerichts mit folgenden Anträgen:

1. Dem Beschwerdeführer sei die Prüfungswiederholung zu gewähren.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.

3. Die Anwaltsprüfungskommission beantragte mit Eingabe vom 25. August 2022 innert 
erstreckter Frist die Abweisung der Beschwerde, unter Kostenfolge zulasten des 
Beschwerdeführers. Der Beschwerdeführer, der am 26. August 2022 zur Replik eingeladen 
worden war, hielt mit Eingabe vom 16. September 2022 an seinen Anträgen fest. Dazu liess 
sich die Anwaltsprüfungskommission am 27. September 2022 unaufgefordert vernehmen.

Erwägungen

1. Für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ist die II. Beschwerdeabteilung des 
Obergerichts zuständig (§ 19 Abs. 1 und § 8 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 EG BGFA und § 7 Abs. 
2 der Geschäftsordnung des Obergerichts). Die Kognition der Beschwerdeabteilung ist 
insofern beschränkt, als Entscheide über Prüfungsergebnisse nur auf Ermessensmissbrauch 
und die Verletzung wesentlicher Form- und Verfahrensvorschriften überprüft werden (§ 19 
Abs. 2 EG BGFA). Ermessensmissbrauch ist gegeben, wenn die Behörde zwar im Rahmen 
des ihr eingeräumten Ermessens bleibt, sich aber von unsachlichen, dem Zweck der 

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massgebenden Vorschriften fremden Erwägungen leiten lässt oder allgemeine 
Rechtsprinzipien, wie das Verbot der Willkür und von rechtsungleicher Behandlung, das 
Gebot von Treu und Glauben sowie den Grundsatz der Verhältnismässigkeit verletzt (BGE 
143 V 369 E. 5.4.1 mit Hinweisen). 

2. Mit E-Mail vom 23. Juni 2022 ersuchte der Beschwerdeführer die 
Anwaltsprüfungskommission um Herausgabe seiner Prüfungen im Straf- und 
Beurkundungsrecht mit Korrekturhinweisen und Punktebewertung. Die Sekretärin der 
Anwaltsprüfungskommission teilte dem Beschwerdeführer am gleichen Tag per E-Mail mit, 
dass nach der Praxis der Anwaltsprüfungskommission ungenügende schriftliche Prüfungen 
mit den jeweiligen Referenten besprochen werden könnten. Korrekturhinweise und 
Punktebewertungen seien kommissionsinterne Dokumente und würden nicht herausgegeben 
(PK 2021 36 act. 13a f.). 

2.1 Der Beschwerdeführer rügt in diesem Zusammenhang eine Verletzung des rechtlichen 
Gehörs. Er macht zusammengefasst geltend, indem die oben aufgeführten Unterlagen nicht 
ausgehändigt würden, sei es ihm nicht möglich, sein Prüfungsresultat nachzuvollziehen. 
Damit werde es ihm verunmöglicht, seine Beschwerde zu begründen.

2.2 Der Beschwerdeführer stellte in der Beschwerde den Antrag, ihm sei die 
Prüfungswiederholung zu gewähren. Damit räumt er implizit ein, dass seine Arbeiten im Straf- 
und Beurkundungsrecht zu Recht als ungenügend bewertet wurden. Der Beschwerdeführer 
macht im Beschwerdeverfahren denn auch nicht geltend, die Anwaltsprüfungskommission 
hätte seine Arbeiten im Straf- und Beurkundungsrecht als genügend bewerten müssen. 
Vielmehr bemängelt er lediglich die Art und Weise der Durchführung dieser Prüfungen und 
rügt eine Verletzung der Ausstandsvorschriften durch den Referenten E.________. Unter 
diesen Umständen fehlt es dem Beschwerdeführer an einem Rechtsschutzinteresse zur 
Feststellung der Verletzung des rechtlichen Gehörs. Doch selbst wenn das 
Rechtsschutzinteresse gegeben wäre, erwiese sich seine Rüge als unbegründet, wie 
nachfolgend ausgeführt wird. 

2.3 Das Akteneinsichtsrecht ist Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 
Abs. 2 BV und bezieht sich auf sämtliche verfahrensbezogenen Akten, die geeignet sind, 
Grundlage des Entscheids zu bilden. Im Bereich der Prüfungen unterliegen nach konstanter 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung persönliche Aufzeichnungen der Examinatoren im 
Hinblick auf die anschliessende Beratung als rein interne Notizen, die nicht zu den 
Verfahrensakten gehören, nicht der Akteneinsicht. Diesen Handnotizen kommt bloss die 
Bedeutung einer Gedankenstütze zur Vorbereitung des Prüfungsentscheides zu, welcher der 
Beweischarakter abgeht. Die verfassungsrechtlichen Anforderungen an ein rechtsstaatliches 
Verfahren sind demnach erfüllt, wenn anhand von genügend präzisen internen Notizen oder 
mündlichen Angaben der Ablauf der Prüfung vor einer Rechtsmittelinstanz rekonstruiert 
werden kann und dieser ermöglicht wird, die Bewertung zu beurteilen. Erst wenn sich eine 
Überprüfung des Examens als undurchführbar erweist, ist Art. 29 Abs. 2 BV verletzt (Urteil 
des Bundesgerichts 2D_13/2021 vom 11. März 2022 E. 3.1.1 f. mit Hinweisen).

2.4 Mit der Bekanntgabe der ungenügenden Bewertung seiner Arbeiten im Straf- und 
Beurkundungsrecht am 10. Juni 2022 wurde dem Beschwerdeführer angeboten, die 

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Prüfungsergebnisse mit den Referenten zu besprechen (PK 2021 36 act. 13). Davon hat der 
Beschwerdeführer gemäss der unbestrittenen Darstellung der Anwaltsprüfungskommission 
Gebrauch gemacht (act. 6 Ziff. 7.2). Ferner reichte die Anwaltsprüfungskommission mit der 
Beschwerdeantwort vom 25. August 2022 die Prüfungsaufgaben im Straf- und 
Beurkundungsrecht sowie die Lösungsskizzen samt den Beurteilungen der Arbeiten des 
Beschwerdeführers durch die Referenten ein (act. 6/1-6/4). Dem Beschwerdeführer wurde 
daraufhin am 26. August 2022 Gelegenheit gegeben, dazu Stellung zu nehmen (act. 7). 
Davon hat er mit Eingabe vom 16. September 2022 Gebrauch gemacht (act. 8). Angesichts 
dessen wurde der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör gewahrt. 

3. Der Beschwerdeführer macht geltend, E.________ (Referent im Fach Beurkundungsrecht) 
hätte in den Ausstand treten müssen und hätte die Prüfung vom 20. Mai 2022 im 
Beurkundungsrecht nicht abnehmen dürfen. Zur Begründung hält er zusammengefasst fest, 
er habe bei einem guten Freund von E.________ ein Praktikum absolviert und Letzterem 
jeweils Unterlagen gebracht. Dabei habe ihn E.________ stets herablassend behandelt. 
Aufgrund der despektierlichen Behandlung könne darauf geschlossen werden, dass sich 
E.________ eine Meinung über ihn gebildet habe. Es sei nicht auszuschliessen, dass 
E.________ bei der Bewertung der Prüfung aufgrund der Bekanntschaft befangen gewesen 
sei. Darüber hinaus sei E.________ bereits in vorherigen Versuchen als Strafrechtsprüfer 
(recte: Referent im Beurkundungsrecht) eingesetzt worden und habe seine Leistung bewertet. 
E.________ könnte daher bereits eine negative Einstellung ihm gegenüber haben.

3.1 Die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangt gestützt auf den auch für Private geltenden 
Grundsatz von Treu und Glauben und das Verbot des Rechtsmissbrauchs (Art. 5 Abs. 3 BV), 
dass verfahrensrechtliche Einwendungen so früh wie möglich, das heisst nach 
Kenntnisnahme eines Mangels bei erster Gelegenheit, vorzubringen sind. Es verstösst gegen 
Treu und Glauben, Mängel dieser Art erst in einem späteren Verfahrensstadium oder sogar 
erst in einem nachfolgenden Verfahren geltend zu machen, wenn der Einwand schon vorher 
hätte festgestellt und gerügt werden können. Wer sich auf das Verfahren einlässt, ohne einen 
Verfahrensmangel bei erster Gelegenheit vorzubringen, verwirkt in der Regel den Anspruch 
auf spätere Anrufung der vermeintlich verletzten Verfahrensvorschrift. So sind etwa verspätet 
vorgebrachte Ausstandsgründe nicht zu berücksichtigen resp. verwirkt (BGE 143 V 66 E. 4.3 
mit Hinweisen). Dies gilt zum Schutz der Chancengleichheit aller Prüflinge auch im Prüfungs-
verfahren. Der Anspruch eines Prüfungskandidaten auf Beseitigung des Mangels und dessen 
Folgen erlischt demzufolge, wenn er trotz Kenntnis des Verfahrensmangels die ihm 
zumutbare Rüge unterlässt und sich auf das fehlerhafte Prüfungsverfahren einlässt. Durch die 
Pflicht zur baldestmöglichen Rüge eines Verfahrensmangels soll einerseits verhindert 
werden, dass sich der betroffene Prüfling im Verhältnis zu den anderen Kandidatinnen und 
Kandidaten eine ihm nicht zustehende weitere Prüfungschance verschafft, indem er in 
Kenntnis des Verfahrensmangels die Prüfung zunächst fortsetzt und das Prüfungsergebnis 
abwartet. Anderseits soll der Prüfungsbehörde eine möglichst zeitnahe Überprüfung des 
gerügten Mangels ermöglicht werden mit dem Ziel, den Mangel schnellstmöglich aufzuklären 
und – wenn möglich – noch vor bzw. während der Durchführung der Prüfung zu beheben 
(Urteil des Bundesgerichts 2C_769/2019 vom 27. Juli 2020 E. 7.2 mit Hinweisen; vgl. ferner 
Urteil des Bundesgerichts 2D_29/2009 vom 12. April 2011 E. 3.3 a.E.).

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3.2 Dem Beschwerdeführer wurde vor Antritt seiner Wiederholungsprüfung im 
Beurkundungsrecht am 23. April 2019 schriftlich mitgeteilt, das Fach Beurkundungsrecht 
werde am 24. Mai 2019 geprüft und Referent in diesem Fach sei E.________. Der 
Beschwerdeführer, der sein Praktikum vor der Zulassung zur Anwaltsprüfung absolviert hatte 
und E.________ gemäss seiner Darstellung von dieser Tätigkeit her kennt, stellte weder vor 
dieser Prüfung noch nach der Mitteilung der ungenügenden Bewertung am 14. Juni 2019 ein 
Ausstandsgesuch (vgl. dazu das nicht akturierte Dossier PK 2018 26). Nach der zweijährigen 
Sperrfrist liess der Präsident der Anwaltsprüfungskommission den Beschwerdeführer am 21. 
Dezember 2021 erneut zur Anwaltsprüfung zu (PK 2021 36 act. 6). Am 19. April 2022 wurde 
der Beschwerdeführer zur schriftlichen Anwaltsprüfung eingeladen. Dabei wurde ihm 
mitgeteilt, dass E.________ Referent im Fach Beurkundungsrecht sei und diese Prüfung am 
20. Mai 2022 durchgeführt werde (PK 2021 36 act. 8). Der Beschwerdeführer stellte weder 
vor dieser Prüfung ein Ausstandsgesuch gegen E.________ noch unmittelbar danach, 
sondern erstmals in der Beschwerde vom 4. Juli 2022 nach erfolgter Bekanntgabe des 
ungenügenden Prüfungsresultats. Das Ausstandsgesuch, in welchem der Beschwerdeführer 
E.________ vorwirft, ihn während des Praktikums herablassend behandelt zu haben, ist 
damit klar verspätet. Dies gilt auch, soweit der Beschwerdeführer sein Ausstandgesuch damit 
begründet, E.________ sei befangen, weil dieser zuvor bereits seine Beurkundungsprüfung 
vom 24. Mai 2019 bewertet habe. Auch hier wäre der Beschwerdeführer gehalten gewesen, 
unmittelbar nach der Mitteilung der Anwaltsprüfungskommission vom 19. April 2022, wonach 
E.________ Referent der Beurkundungsprüfung vom 20. Mai 2022 sei, ein 
Ausstandsbegehren zu stellen. Deshalb ist sein Anspruch auf Prüfung der geltend gemachten 
Ausstandsgründe verwirkt. 

3.3 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, eine frühere Geltendmachung des Ausstandsgrunds 
sei nicht zumutbar gewesen, und dabei auf Erwägung 3.5 des Urteils des Bundesgerichts 
2P.26/2003 vom 1. September 2003 hinweist, vermag dies nicht zu überzeugen. Im zitierten 
Entscheid erachtete es das Bundesgericht als für einen Kandidaten unzumutbar, angesichts 
der Prüfungssituation zu Beginn einer mündlichen Prüfung die vorschriftswidrige 
Zusammensetzung der Prüfungskommission zu rügen. Dies lässt sich jedoch nicht mit dem 
vorliegenden Fall vergleichen, in welchem dem Beschwerdeführer jeweils mehrere Wochen 
vor dem jeweiligen Prüfungstermin schriftlich angekündigt worden war, dass im Fach 
Beurkundungsrecht E.________ Referent sei. Das Bundesgericht teilte denn auch in einem 
analogen Fall die Ansicht der Vorinstanz, dass nach der Bekanntgabe der Zusammensetzung 
der Prüfungskommission eine sofortige Rüge zumutbar gewesen wäre und der Anspruch auf 
Ablehnung aufgrund der verspäteten Geltendmachung dieser Rüge verwirkt ist (Urteil des 
Bundesgericht 2C_374/2017 vom 25. April 2017 E. 2.2). 

4. Der Beschwerdeführer bemängelt sodann, ein Prüfling sei zu spät zur Prüfung im Strafrecht 
erschienen und dennoch zu dieser zugelassen worden. Aufgrund des zu späten Erscheinens 
dieser Person sei Lärm und Ablenkung entstanden. Dies habe den Beschwerdeführer in 
seiner Konzentration gestört. Er sei somit gegenüber anderen Jahrgängen, bei denen 
sämtliche Kandidaten rechtzeitig erschienen seien, schlechter gestellt.

4.1 Die Anwaltsprüfungskommission hielt dazu in der Vernehmlassung vom 25. August 2022 fest, 
gemäss der von der Aufsichtsperson erstellten handschriftlichen Aktennotiz habe eine 
Kandidatin um 13:19 Uhr telefonisch mitgeteilt, dass sie im Stau stehe. Diese Kandidatin 

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habe die Prüfung jedoch um 13:30 Uhr beginnen können und habe im Gegensatz zu den 
übrigen Kandidaten, die schon um 13:25 Uhr hätten beginnen können, eine Zeitgutschrift von 
fünf Minuten bis 18:30 Uhr erhalten, während für die übrigen Kandidaten die Prüfung um 
18:25 Uhr geendet habe. 

4.2 Gemäss der unbestrittenen Darstellung der Anwaltsprüfungskommission traf eine Kandidatin 
fünf Minuten nach dem Beginn der Prüfung für die übrigen Kandidaten ein. Dies hat zwar 
zweifellos zu einer Ruhestörung geführt, indem der Kandidatin – wohl auf ihr Klopfen hin – die 
Türe zum Prüfungslokal geöffnet und sie an ihren Platz geführt werden musste. Indes war 
diese Störung sowohl in zeitlicher Hinsicht als auch vom Ausmass des verursachten Lärms 
her fraglos absolut geringfügig und vergleichbar mit Ruhestörungen, wenn Kandidaten 
während der Prüfung die Toilette aufzusuchen und zu diesem Zweck den Prüfungssaal für 
kurze Zeit verlassen und wieder zurückkehren. Angesichts dessen kann keine Rede davon 
sein, dass der Beschwerdeführer während der Prüfung nennenswert gestört wurde und damit 
das Gleichbehandlungsgebot bzw. der für das Prüfungsrecht geltende Grundsatz der 
Chancengleichheit verletzt wurde. Der Beschwerdeführer macht denn auch nicht geltend und 
es ist aus dem Protokoll der Aufsichtsperson über den Ablauf der Strafrechtsprüfung (act. 
6/5.4) auch nicht ersichtlich, dass er sich bei dieser über diese Ruhestörung beklagt und als 
Kompensation eine Zeitgutschrift gefordert hätte. Angesichts dessen geht es nicht an, die 
Ruhestörung erst nach Erhalt des negativen Prüfungsresultats im Beschwerdeverfahren zu 
rügen.

5. Der Beschwerdeführer bringt im Weiteren vor, aufgrund einer Fehlermeldung des Computers, 
die ihn rund 15 Minuten gekosten habe, sei er nicht in der Lage gewesen, seine schriftliche 
Arbeit im Fach Beurkundungsrecht zu drucken. Indem ihm die Prüfungszeit nur um fünf 
Minuten, statt um die ganzen von der Fehlermeldung behafteten 15 Minuten verlängert 
worden sei, sei der Beschwerdeführer gegenüber denjenigen Prüflingen, bei denen der 
Drucker einwandfrei funktioniert habe, benachteiligt worden.

5.1 Die Anwaltsprüfungskommission bestreitet die Schilderung des Beschwerdeführers, wonach 
er während der am Nachmittag des 20. Mai 2022 durchgeführten Beurkundungsprüfung 
gerügt habe, er habe seine Arbeit während 15 Minuten nicht drucken können, und dass ihm 
deswegen bloss eine Zeitgutschrift von fünf Minuten gewährt worden sei. Sie führte in der 
Vernehmlassung vom 25. August 2022 aus, der Beschwerdeführer lege nicht dar, wann der 
Drucker nicht funktioniert habe, und seiner schriftlichen Arbeit vom 20. Mai 2022 lasse sich 
entnehmen, dass diese um 18:30 Uhr ausgedruckt worden sei, weshalb nicht ersichtlich sei, 
inwiefern ihm überhaupt ein Nachteil entstanden sein solle (act. 6 Ziff. 8.2.3). 

5.2 Hätte der Beschwerdeführer seine Arbeit während 15 Minuten nicht drucken können und 
hätte ihm das Aufsichtspersonal auf seine Reklamation hin eine Zeitgutschrift von fünf 
Minuten gewährt, wäre dies vom Aufsichtspersonal zweifelsohne im Protokoll über den Ablauf 
der Prüfung vermerkt worden. Solche Notizen entsprechen gängiger Praxis, wie ein Vermerk 
im Protokoll des Aufsichtspersonals über den Ablauf der am Morgen des 20. Mai 2022 
durchgeführten Beurkundungsprüfung zeigt (act. 6/5.5). Aus dem vom Aufsichtspersonal 
geführten Protokoll über den Ablauf der am Nachmittag des 20. Mai 2022 durchgeführten 
Beurkundungsprüfung geht indes nicht hervor, dass der Beschwerdeführer während dieser 
Prüfung gerügt hat, er habe seine Arbeit während 15 Minuten nicht drucken können, und dass 

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ihm deswegen eine Zeitgutschrift von fünf Minuten gewährt wurde (act. 6/5.6). Überdies 
druckte der Beschwerdeführer seine Arbeit pünktlich am Ende der Beurkundungsprüfung um 
18:30 Uhr aus und nicht erst um 18:35 Uhr (PK 2021 36 act. 11). Für die Darstellung des 
Beschwerdeführers, dass er seine Arbeit während 15 Minuten nicht habe drucken können und 
ihm – nach entsprechender Meldung – vom Aufsichtspersonal bloss eine Zeitgutschrift von 
fünf Minuten gewährt worden sei, liegen somit keine objektiven Anhaltspunkte vor, weshalb 
nicht darauf abgestellt werden kann. Vielmehr ist mit der Anwaltsprüfungskommission davon 
auszugehen, dass kein IT-Problem bestand, das den Beschwerdeführer daran gehindert 
hätte, seine Arbeit auszudrucken. Demgemäss erweist sich seine diesbezügliche Rüge als 
unbegründet.

6. Der Beschwerdeführer rügt weiter, an den schriftlichen Prüfungen seien die Gesetzestexte 
lediglich online verfügbar gewesen, während in der Phase der Prüfungsvorbereitung die 
Gesetzestexte analog verfügbar gewesen seien. Er erblickt in diesem Umstand einen 
erheblichen Nachteil.

In Ziffer V.4 Abs. 1 des Merkblatts zur Anwaltsprüfung in der Fassung von Anfang Januar 
2022 wird ausgeführt, dass die für die schriftliche Prüfung erforderlichen Gesetze in 
elektronischer Form zur Verfügung gestellt werden (act 10). Dieses Merkblatt, das Anfang 
Januar 2022 im Internet publiziert worden war, war dem Beschwerdeführer spätestens seit 
dem 21. Januar 2022 bekannt, wie aus dem E-Mail-Verkehr zwischen ihm und dem 
Präsidenten der Anwaltsprüfungskommission betreffend die Anmeldung zur schriftlichen 
Anwaltsprüfung hervorgeht (PK 2021 36 act. 7 S. 1 f.). Zudem erhielt der Beschwerdeführer 
dieses Merkblatt mit der Einladung vom 19. April 2022 zur schriftlichen Anwaltsprüfung (PK 
2021 36 act. 8). Dem Beschwerdeführer musste aufgrund der gehörigen Ankündigung im 
Merkblatt in der Fassung von Anfang Januar 2022 mithin bekannt sein, dass die für die 
schriftliche Prüfung erforderlichen Gesetze einzig in elektronischer Form zur Verfügung 
gestellt werden. Angesichts dessen geht seine Rüge ins Leere. Insbesondere liegt 
offenkundig keine Verletzung wesentlicher Form- und Verfahrensvorschriften vor.

7. Der Beschwerdeführer macht ferner geltend, während der Prüfung im Straf- und 
Beurkundungsrecht sei es im Prüfungsraum sehr heiss gewesen. Die aussergewöhnlich 
warme Raumtemperatur sei auf die sehr heissen Aussentemperaturen zurückzuführen 
gewesen. Zu warme Temperaturen führten zu Müdigkeit. Der Beschwerdeführer sei folglich 
nicht gleich leistungsfähig gewesen wie Prüflinge vergangener Jahre, bei denen die 
Temperatur angenehmer gewesen sei. Es sei nicht ersichtlich, weshalb keine Massnahmen 
ergriffen worden seien und somit eine Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes in Kauf 
genommen worden sei.

7.1 Die Anwaltsprüfungskommission führte dazu in der Vernehmlassung vom 25. August 2022 
aus, am 18. und am 20. Mai 2022 hätten die Höchsttemperaturen im Mittelland zwischen 
27 und 30 Grad gelegen. Der Vorwurf, dass keine geeigneten Massnahmen zur Kühlung des 
Prüfungsraums getroffen worden seien, sei aber falsch. Der Prüfungsraum sei am 18. und am 
20. Mai 2022 mithilfe der Belüftung auf ca. 25 Grad abgekühlt worden, was als durchaus 
erträglich betrachtet werden könne. An diesen Tagen hätten sich denn auch weder der 
Beschwerdeführer noch die übrigen Kandidaten wegen einer zu hohen Temperatur im 
Prüfungsraum beschwert. Lediglich der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die 

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Raumtemperatur am 16. Mai 2022 über 26 Grad gelegen habe, was den Beschwerdeführer 
nicht daran gehindert habe, im Zivilrecht eine genügende Prüfung abzulegen. 

7.2 Im Gerichtssaal des Obergerichts, wo die Anwaltsprüfungen durchgeführt wurden, ist ein 
Belüftungssystem installiert und die Raumtemperatur wird überwacht. Der Beschwerdeführer 
absolvierte die Prüfung im Strafrecht am Nachmittag des 18. Mai 2022 zwischen 13:25 Uhr 
und 18:25 Uhr. In dieser Zeit betrug die Temperatur im Prüfungsraum zwischen knapp 24 °C 
und knapp 25 °C (act. 6/6 S. 2). Am Nachmittag des 20. Mai 2022 zwischen 13:30 Uhr und 
18:30 Uhr, als der Beschwerdeführer die Beurkundungsprüfung ablegte, war es im 
Prüfungsraum zwischen 24,1 °C und 25,3 °C warm (act. 6/6 S. 3). Es bedarf keiner 
Erläuterung, dass bei diesen Raumtemperaturen eine Prüfungsarbeit verfasst werden kann, 
ohne dass körperliche Beeinträchtigungen, namentlich eine aussergewöhnliche Müdigkeit, 
auftreten. Der Anwaltsprüfungskommission kann daher nicht vorgeworfen werden, sie habe 
wesentliche Verfahrensvorschriften verletzt, indem sie die Prüfungen im Straf- und 
Beurkundungsrecht bei diesen Raumtemperaturen durchgeführt hat. Das Argument des 
Beschwerdeführers, bei den Prüfungen im Straf- und Beurkundungsrecht hätten zu hohe 
Raumtemperaturen geherrscht, ist denn auch bloss vorgeschoben. So lag die 
Raumtemperatur im Prüfungsraum am Nachmittag des 16. Mai 2022, als der 
Beschwerdeführer die Prüfung im Zivilrecht ablegte, die mit dem Prädikat "genügend" 
bewertet wurde (PK 2021 36 act. 8 und 12), zwischen 25,8 °C und 26,5 °C (act. 6/6 S. 1). Der 
Beschwerdeführer war damit offenkundig in der Lage, sich bei diesen höheren 
Raumtemperaturen in ausreichendem Masse zu konzentrieren und die Prüfungsarbeit ohne 
körperliche Beeinträchtigungen zu verfassen. Es ist daher nicht schlüssig, weshalb dies bei 
niedrigeren Temperaturen nicht möglich gewesen sein soll.

8. Soweit der Beschwerdeführer schliesslich gestützt auf § 13 Abs. 1 DSG ZG verlangt, es sei 
ihm Zugang zu sämtlichen Personendaten zu gewähren, die im Zusammenhang mit seiner 
Anwaltsprüfung erhoben worden seien, ist die Beschwerdeabteilung dafür sachlich nicht 
zuständig. Es ist daher nicht darauf einzutreten. 

9. Zusammengefasst ergibt sich, dass, selbst wenn das Rechtsschutzinteresse gegeben wäre, 
der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör im vorliegenden Verfahren 
gewahrt wurde, dass der Beschwerdeführer das Recht, den Ausstand von E.________ zu 
verlangen, verwirkt hat und dass die weiteren vom Beschwerdeführer gerügten 
Verfahrensmängel nicht bestanden haben. Weiter ist festzuhalten, dass der 
Beschwerdeführer die Beurteilung seiner Arbeit im Beurkundungsrecht nicht bemängelt. 
Demzufolge anerkennt er, dass diese Arbeit ungenügend ist. Infolgedessen steht fest, dass 
der Entscheid der Anwaltsprüfungskommission vom 9. Juni 2022, den Beschwerdeführer 
gestützt auf § 4 Abs. 4 der Anwaltsprüfungsverordnung endgültig abzuweisen, nicht zu 
beanstanden ist. 

10. Bei dieser Ausgangslage würde es sich erübrigen, auf die Rügen des Beschwerdeführers im 
Zusammenhang mit der Prüfung im Strafrecht einzugehen. Lediglich der Vollständigkeit ist 
dazu aber Folgendes festzuhalten: 

10.1 Der Beschwerdeführer bezeichnet in der Replik vom 16. September 2022 die Beurteilung 
seiner Arbeit im Strafrecht als nicht nachvollziehbar. Dabei zeigt er aber nicht auf, inwiefern 

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die Anwaltsprüfungskommission ihr Ermessen missbraucht hat oder in Willkür verfallen ist. 
Angesicht der eingeschränkten Kognition der Beschwerdeabteilung ist daher auf die Rüge 
nicht einzugehen. Im Übrigen legt der Beschwerdeführer ohnehin nicht dar, weshalb seine 
Arbeit im Strafrecht als genügend hätte bewertet werden müssen. Wie bereits in Erwägung 
Ziff. 2.2 erwähnt, stellte er in seiner Beschwerde nicht einmal einen entsprechenden Antrag. 
Es ist daher nicht ersichtlich, welchen Zweck er mit der Rüge, die Beurteilung seiner Arbeit im 
Strafrecht sei nicht nachvollziehbar, verfolgt. 

10.2 Ferner macht der Beschwerdeführer in der Replik vom 16. September 2022 geltend, in der 
Prüfungsaufgabe im Fach Strafrecht sei der Name einer Bar mehrmals falsch in der Aufgabe 
wiedergegeben worden. Nach rund 90 Minuten Prüfungszeit sei dies richtiggestellt worden 
und es seien diesbezüglich weitere Ausführungen erfolgt. Die nun bis zu dieser Zeit 
niedergeschriebenen Antworten hätten möglicherweise durch die falsche Verwendung des 
Namens der Bar nicht mehr richtig verwendet werden können.

In der Prüfungsaufgabe im Fach Strafrecht ist im 2. Absatz anstatt von der "Bar D" von der 
"Bar B" die Rede (act. 6/1 S. 1). Dabei handelt es sich um die einzige fehlerhafte 
Bezeichnung der "Bar D". Dieser Fehler führt jedoch nicht dazu, dass der in der 
Prüfungsaufgabe geschilderte Sachverhalt sinnentstellt oder nicht nachvollziehbar wäre. 
Vielmehr ist ohne Weiteres erkennbar, dass es sich bei der Bezeichnung "Bar B" im 2. Absatz 
der Prüfung um einen offensichtlichen Verschrieb handelt und auch dort die "Bar D" gemeint 
ist. So ist offenkundig, dass die beim Barbetrieb angestellte B in diesem Lokal, das während 
der Corona-Pandemie geschlossen war, einen "Kontrollgang" durchführen wollte, und nicht in 
irgendeiner anderen Bar. Der Beschwerdeführer macht im Übrigen auch nicht geltend, er sei 
durch diesen Verschrieb in die Irre geführt worden. Vielmehr hielt er lediglich fest, die nun bis 
zu dieser Zeit niedergeschriebenen Antworten hätten "möglicherweise" durch die falsche 
Verwendung des Namens der Bar nicht mehr richtig verwendet werden können. Angesichts 
dessen legt der Beschwerdeführer nicht ansatzweise dar, dass eine Verletzung wesentlicher 
Form- oder Verfahrensvorschriften vorliegt, durch die er einen Rechtsnachteil erlitt.

11. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei 
diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer 
aufzuerlegen. 

Urteilsspruch

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Entscheidgebühr für das vorliegende Verfahren von CHF 800.00 wird dem 
Beschwerdeführer auferlegt und mit dem Kostenvorschuss verrechnet.

3. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe 
richten sich nach Art. 95 ff. BGG. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des 
Entscheids schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des 

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Entscheides und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen.

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4. Mitteilung an:
- Beschwerdeführer
- Anwaltsprüfungskommission des Kantons Zug
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
II. Beschwerdeabteilung

lic.iur. St. Scherer lic.iur. J. Lötscher
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

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