# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a95a1678-5e53-5c86-ba30-35a461fdbfc2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-02-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 28.02.2006 SF 2005 39
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2005-39_2006-02-28.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 28. Februar 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 05 39 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Riesen-Bienz, Giger und Zinsli
Aktuar ad hoc Hitz

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In der Strafsache

des X., Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fry-
berg, Postfach 731, Vazerolgasse 2, 7002 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 7. Dezember 2005, 

wegen Raub, mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz etc.,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. X. wurde am 26. April 1984 als zweites Kind seiner Eltern in E. gebo-
ren. Als er zwei Jahre alt war, liessen sich seine Eltern scheiden. Dabei wurde er 
unter die Sorge seiner Mutter gestellt. Im Jahre 1990 verheiratete sich seine Mutter 
erneut. X. wuchs mit fünf Geschwistern in C., D. und in E. auf. In E. besuchte er 
sechs Klassen der Primar- und zwei Klassen der Realschule. Nach der Schulent-
lassung begann der Angeklagte bei der Firma H. in E. eine Lehre als Sanitärmon-
teur, welche er nach zwei Jahren – im Jahre 2002 – abbrach. In der Folge war er 
an verschiedenen Stellen als Hilfsarbeiter tätig, unter anderem während eines hal-
ben Jahres bei der I. Brauerei in E. in der Abfüllerei sowie temporär bei mehreren 
Baufirmen. Vom 27. September 2004 bis 26. Dezember 2004 verbüsste X. in der 
Strafanstalt F. in G. mehrere kurze Freiheitsstrafen. Danach war er arbeitslos. Von 
März 2005 bis Mai 2005 arbeitete er bei der J. AG in E., wo er mit der Revision von 
Lastwagen-Kupplungen beschäftigt war. Danach war der Angeklagte wegen einer 
bei einem Unfall erlittenen Knieverletzung bis Mitte Oktober 2005 arbeitsunfähig und 
bezog während dieser Zeit von der SUVA Taggelder. Zur Zeit der Anklageerhebung 
war X. arbeitslos und wurde von der E. finanziell unterstützt. Seit dem 1. Januar 
2006 ist X. bei der Sanitärfirma K. in der Lehre und absolviert dort sein zweites 
Lehrjahr. Der Angeklagte besitzt kein Vermögen. Er hat Schulden in unbekannter 
Höhe. Im Betreibungsregister des Betreibungsamtes des Kreises E. figuriert er mit 
30 Betreibungen im Gesamtbetrag von ca. Fr. 15'800.00 im Zeitraum von Januar 
2003 bis zum 10. November 2005. Die Summe der Verlustscheine beziffert sich auf 
Fr. 12'537.00.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit folgenden fünf Vorstrafen 
verzeichnet:

- 24. Juni 2002, Jugendanwaltschaft des Kantons Graubünden:
Einfache Körperverletzung, Gewalt und Drohung gegen Behörde und Be-
amte, 14 Tage Einschliessung, bedingt auf 2 Jahre (bedingter Strafvollzug 
widerrufen am 6. Mai 2003)

- 10. Februar 2003, Kreispräsidium E.:
Sachbeschädigung, Fr. 500.00 Busse, vorzeitig im Strafregister löschbar 
nach 2 Jahren

- 6. Mai 2003, Kreispräsidium E.:
Sachbeschädigung, 20 Tage Gefängnis, bedingt auf 3 Jahre (bedingter 
Strafvollzug widerrufen am 7. Mai 2004)

- 2. Juli 2003, Kreispräsidium E.:

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Einfache Körperverletzung, 30 Tage Gefängnis, bedingt auf 3 Jahre, als 
Zusatzstrafe zum Strafmandat des Kreispräsidiums E. vom 6. Mai 2003 
(bedingter Strafvollzug widerrufen am 7. Mai 2004)

- 7. Mai 2004, Kreispräsidium E.:
Einfache Körperverletzung (mehrfache Begehung) und Sachbeschädi-
gung (mehrfache Begehung), 45 Tage Gefängnis

Aufgrund der mehreren Vorstrafen und der mehreren Betreibungen ist der Leumund 
des Angeklagten als erheblich getrübt zu bezeichnen.

X. wurde mit Verfügung des Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartements des Kantons 
Graubünden vom 6. Dezember 2004 im Zusammenhang mit der vorzeitigen Entlas-
sung aus dem Strafvollzug die Weisung erteilt, sich während der Probezeit von zwei 
Jahren einer ambulanten psychiatrischen Behandlung zu unterziehen. Zur Überwa-
chung dieser Massnahme wurde er unter Schutzaufsicht gestellt. Aufgrund dieser 
Weisung begann X. am 6. Januar 2005 beim Psychiater Dr. med. G. L. in E. eine 
Psychotherapie.

Der Angeklagte wurde während der Strafuntersuchung durch den Forensischen 
Dienst der Psychiatrischen Dienste Graubünden einer psychiatrischen Begutach-
tung unterzogen. Gemäss dem Gutachten der Psychiater Dr. med. S. M., Chefärz-
tin, Dr. med. C. N., Oberarzt sowie Dr. med. H. O., Assistenzarzt, vom 30. Juni 2005 
habe zum Zeitpunkt des in Frage stehenden Raubes beim Angeklagten eine akute 
Alkoholintoxikation bestanden. Die Zurechnungsfähigkeit sei dadurch indessen 
nicht beeinträchtigt gewesen. Nach den Feststellungen der Gutachter seien die Vor-
aussetzungen für die Anordnung einer stationären oder ambulanten Massnahme im 
Sinne von Art. 43 und Art. 44 StGB nicht erfüllt. Für den Fall eines bedingten Straf-
vollzuges würden sie die Anordnung einer Weisung empfehlen, die ambulante 
psychiatrische Behandlung bei Dr. med. L. fortzusetzen sowie die Fortsetzung der 
angeordneten Schutzaufsicht.

X. wurde am 6. April 2004 von der Kantonspolizei Graubünden in Chur festgenom-
men und befand sich bis zum folgenden Tag in Chur in Polizeihaft. 

B. X. wurde mit Verfügung des Staatsanwaltes vom 7. Dezember 2005 
des Raubes gemäss Art. 140 Ziffer 1 Abs. 1 StGB, der Widerhandlung gegen Art. 
33 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über Waffen, Waffenzubehör und Munition 
(Waffengesetz) sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziffer 1 

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BetmG in Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der 
Staatsanwaltschaft Graubünden folgender Sachverhalt zu Grunde:

„X. wird angeklagt
1. des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB

Am Abend des 24. Februar 2004, zur Zeit der Fasnacht, suchte 
X. zusammen mit P. in E. mehrere Lokale auf und trank dabei 
eine unbestimmte Menge Bier und Wodka. Als die Beiden kein 
Geld mehr hatten, fassten sie zwischen 02.00 Uhr und 03.00 Uhr 
gemeinsam den Entschluss, jemanden „auszunehmen“, um sich 
Bargeld für den Konsum von Getränken zu beschaffen. In der 
Folge traten sie an der Q.-Strasse auf zwei kostümierte Jugend-
liche zu, die auf der Höhe des „Street Café’s“ nebeneinander auf 
einer Parkbank sassen. X. und P. forderten die beiden jungen 
Männer – S. und T. – auf, ihnen ihr Geld zu geben. Nachdem 
diese entgegnet hatten, dass sie alles Geld ausgegeben hätten, 
schlug X. mit Knien und Fäusten auf S. ein. Danach drückte er 
den Oberkörper von S. nach vorne und entwendete aus dessen 
Gesässtasche das Portmonee. X. entnahm daraus sämtliches 
Notengeld im Betrag von ca. Fr. 60.--und gab das Portmonee S. 
zurück. 
Danach rannten der Angeklagte und P. mit der Beute weg. Das 
erbeutete Bargeld verwendeten X. und P. in der Folge für den 
Konsum von Alkohol.
S. erlitt aufgrund des tätlichen Angriffs von X. nach seinen Anga-
ben Prellungen, jedoch erachtete er es nicht für notwendig, des-
wegen einen Arzt aufzusuchen.
Gegen P. wurde bei der Jugendanwaltschaft Graubünden ein se-
parates Strafverfahren geführt.

2. der Widerhandlung gegen Art. 33 Abs. 1 lit. a des Bundesgeset-
zes über Waffen, Waffenzubehör und Munition (Waffengesetz)
Im Zeitraum von Anfang Juli bis Ende September 2000 erwarb 
X. in Italien ein sogenanntes Schmetterlingsmesser mit einer Ge-
samtlänge von 23.8 cm und einer Klingenlänge von 9.6 cm. Die-
ses Messer, welches einen einhändig bedienbaren Schwenkme-
chanismus aufweist, führte er während des genannten Zeitrau-
mes in die Schweiz ein und bewahrte es hierauf ständig in sei-
nem Zimmer auf.
Das Schmetterlingsmesser wurde am 6. April 2004 durch die 
Kantonspolizei Graubünden beim Angeklagten sichergestellt und 
mit Verfügung des Untersuchungsrichteramtes Chur vom 14. Juli 
2005 beschlagnahmt. 

3. der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG

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Bis Anfang März 2004 konsumierte X. etwa alle zwei Monate ei-
nen Joint Marihuana. Dieses hatte er von verschiedenen Perso-
nen gratis für den Eigenkonsum erhalten.“

C. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 28. Februar 2006 vor der Straf-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden waren der Angeklagte, dessen amt-
licher Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg und Staatsanwalt Dr. 
iur. Alex Zindel anwesend. Gegen die Zuständigkeit und die Zusammensetzung des 
Gerichtes wurden keine Einwände erhoben, so dass sich dieses als in der Sache 
legitimiert erklärte. Im Rahmen des Beweisverfahrens zur Person präzisierte der 
Angeklagte auf richterliches Befragen die Angaben zu seinen persönlichen und be-
ruflichen Verhältnissen gemäss Anklageschrift. Der Angeklagte ist bezüglich des 
Raubes nur teilweise geständig und macht unterschiedliche Aussagen.

Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel stellte und begründete folgende Anträge:

 „1. Der Angeklagte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er – als Zusatzstrafe zum Strafmandat des Kreispräsi-

diums E. vom 7. Mai 2004 – mit 12 Monaten Gefängnis zu be-
strafen unter Anrechnung der erlittenen Polizeihaft.

3. Der Vollzug der Strafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer 
Probezeit von 4 Jahren.

4. Während der Probezeit sei eine Schutzaufsicht anzuordnen.
5. Dem Angeklagten sei gerichtlich die Weisung zu erteilen, die am-

bulante psychiatrische Behandlung fortzusetzen.
6. Das beschlagnahmte Schmetterlingsmesser sei richterlich einzu-

ziehen und es sei über dessen weitere Verwendung zu befinden.
7. Gesetzliche Kostenfolge.“

Zur Begründung führte der Staatsanwalt im Wesentlichen aus, dass der An-
geklagte nur partiell geständig sei. In Bezug auf den Raub würden betreffend der 
Frage, ob und in welchem Masse der Angeklagte Gewalt angewandt habe, unter-
schiedliche Aussagen vorliegen. Unbestritten sei aber, dass S. dem Angeklagten 
sein Portemonnaie nicht freiwillig übergeben habe. Des Weiteren seien die Aussa-
gen des Zeugen S. durchaus glaubhaft. Er habe nie übertrieben, sondern sich be-
züglich der vom Angeklagten ausgeübten Gewalt eher vorsichtig und zurückhaltend 
geäussert. Seine Aussagen, wonach er sicher sei, dass der Angeklagte ihm meh-
rere Schläge mit dem Knie evt. auch mit der Faust versetzt habe, bevor dieser ihm 
das Portemonnaie aus der Gesässtasche genommen habe, würden sich mit den 
Aussagen von T. decken, welcher auch im Konfront mit dem Angeklagten klar daran 
festgehalten habe, dass der Angeklagte massiv mit Fäusten und Füssen oder Knien 

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auf S. eingeschlagen, den Oberkörper von S. nach vorne gedrückt und ihm das 
Portemonnaie aus der Tasche gezogen habe. Gehe man vom Sachverhalt aus, wie 
er in der Anklageschrift dargelegt werde, bilde die rechtliche Subsumtion keine 
Schwierigkeiten. Die vom Angeklagten ausgeübte Gewalt mit massiven Faust- und 
Knieschlägen sei so intensiv gewesen, dass er den Widerstand des Opfers gebro-
chen habe und er den Tatbestand des Raubes gemäss Art. 140 Ziffer 1 Abs. 1 StGB 
erfüllt habe. Die übrigen Tatbestände seien nicht bestritten. 

Der amtliche Verteidiger führte in seinem Plädoyer aus, dass der Sachverhalt 
nicht ausgewiesen sei. Es liege keine Gewaltanwendung vor, weshalb Art. 140 Ziffer 
1 Abs. 1 StGB von vornhinein nicht zur Anwendung gelange. Unbestritten sei die 
Tatsache, dass der Angeklagte S. das Portemonnaie genommen habe. Aufgrund 
des daraus entnommenen, geringfügigen Geldbetrages liege höchstens ein gering-
fügiger Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziffer 1 in Verbindung mit Art. 172ter StGB 
vor. Allenfalls falle noch der Tatbestand der Nötigung gemäss Art. 181 StGB in Be-
tracht. Bezüglich der Widerhandlung gegen das Waffengesetz und das Betäubungs-
mittelgesetz sei der Sachverhalt ausgewiesen und die diesbezüglichen Tatbestände 
erfüllt. In Bezug auf die Strafzumessung führte der amtliche Verteidiger aus, dass 
im Falle einer Verurteilung wegen Diebstahls eine massive Reduktion der Strafe 
vorzunehmen sei. Auch seien die Voraussetzungen für die Anordnung des beding-
ten Strafvollzuges erfüllt. Eine gute Prognose sei möglich und X. sei gerichtlich die 
Weisung zu erteilen, die ambulante psychotherapeutische Behandlung fortzuset-
zen. Ebenso sei die Begleitung durch die Schutzaufsicht beizubehalten. 

In seinem Schlusswort führte der Angeklagte aus, dass man ihm eine Chance 
geben solle.

Auf die weiteren mündlichen Ausführungen des Staatsanwaltes und des amt-
lichen Verteidigers sowie auf die richterliche Befragung des Angeklagten anlässlich 
der Hauptverhandlung wird, sofern erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 
eingegangen. 

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. a) Der in der Anklageschrift relevierte Sachverhalt weicht bezüglich des 
Vorwurfs der Gewaltanwendung im Zusammenhang mit dem Raub von den Anga-
ben des Angeklagten im Ermittlungsverfahren und anlässlich der Hauptverhandlung 
ab. Bei der Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht nach Art. 125 Abs. 

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2 der Strafprozessordnung des Kantons Graubünden (StPO; BR 350.000) nach 
freier Überzeugung. Die Beweislast für die dem Angeklagten zur Last gelegten Tat 
liegt dabei grundsätzlich beim Staat (vgl. Willy Padrutt, Kommentar zur Strafpro-
zessordnung des Kantons Graubünden, 2. Aufl., Chur 1996, S. 306). An den Beweis 
der zur Last gelegten Tat sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr 
als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. 
Nach der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft (BV; SR 101) und Art. 6 Ziffer 2 der Konvention zum Schutze der Men-
schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) fliessenden Beweiswürdi-
gungsregel „in dubio pro reo“ darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz 
eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei 
objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verur-
teilendes Erkenntnis bestehen (vgl. BGE 124 IV 87 f.). Bloss theoretische und abs-
trakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und 
absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erheb-
liche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich 
nach der objektiven Rechtslage aufdrängen (vgl. BGE 120 Ia 37). Aufgabe des Rich-
ters ist es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu über-
winden und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entschei-
den, wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein 
muss. Die Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und 
Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen 
vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12). Es ist anhand sämtlicher sich aus den Akten 
ergebenden Umstände zu untersuchen, ob die Darstellung der Anklage oder jene 
des Angeklagten den Richter zu überzeugen vermag. Erst wenn eine solche Über-
zeugung weder in der einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss 
gemäss dem Grundsatz „in dubio pro reo“ der für den Angeklagten günstigere Sach-
verhalt angenommen werden (vgl. Willy Padrutt, a.a.O., S. 307).

b) Das bedeutet, dass im konkreten Fall in freier Würdigung der Beweise 
zu ermitteln ist, was sich am fraglichen Abend des 24. Februar 2004 zwischen 02.00 
Uhr und 03.00 Uhr in E. zugetragen hat und ob und allenfalls auf Grund welcher 
Strafbestimmungen der Angeklagte für sein Verhalten zur Verantwortung zu ziehen 
ist.

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2. a) Gemäss Art. 140 Ziffer 1 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbu-
ches (StGB; SR 311.0) macht sich des Raubes strafbar, wer mit Gewalt gegen eine 
Person oder unter Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben oder nach-
dem er den Betroffenen zum Widerstand unfähig gemacht hat, einen Diebstahl be-
geht. Die Strafe beträgt Zuchthaus bis zu zehn Jahren oder Gefängnis nicht unter 
sechs Monaten. Der objektive Tatbestand des Raubes ist dadurch gekennzeichnet, 
dass ein Diebstahl begangen wird, nachdem eine Nötigungshandlung ausgeführt 
wurde, welche gerade die Duldung dieses Diebstahls bezweckt. Die Nötigungs-
handlung muss sich gegen den Gewahrsamsinhaber oder jemanden richten, der 
den Gewahrsam eines anderen vorübergehend hütet beziehungsweise verteidigt. 
Das Gesetz nennt alternativ drei Nötigungshandlungen, nämlich Gewalt gegen eine 
Person, Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben sowie das Bewirken 
der Widerstandsunfähigkeit. Unter Gewalt wird die unmittelbare physische Einwir-
kung auf den Körper einer Person verstanden. Seit der Revision von 1995 ist nicht 
mehr vorausgesetzt, dass das Opfer durch die Gewaltanwendung widerstandsun-
fähig wird beziehungsweise diese nachgewiesen werden muss. Es reicht aus, dass 
das Opfer als Folge der Gewaltanwendung den Diebstahl duldet. Die Gewalt muss 
jedoch eine Intensität aufweisen, die grundsätzlich geeignet wäre, den Widerstand 
des Opfers zu brechen. Die Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben 
kann durch entsprechende Äusserungen sowie durch konkludente Handlungen er-
folgen und muss grundsätzlich geeignet sein, das Opfer widerstandsunfähig zu ma-
chen. Es muss dem Opfer sinngemäss ein so erheblicher Schaden an Körper oder 
Gesundheit in Aussicht gestellt werden, dass sich unter den gleichen Umständen 
normalerweise auch ein anderer dem Angreifer beugen würde. Allgemein ist aner-
kannt, dass der Täter seine Drohung nicht zu verwirklichen wollen braucht. Es 
genügt, wenn für das Opfer dieser Eindruck erweckt wird (vgl. BGE 121 IV 182 ff.; 
107 IV 33). Als dritte Nötigungshandlung wird das Bewirken der Widerstandsun-
fähigkeit genannt, wobei davon andere Tatmittel als Gewalt oder Drohung erfasst 
werden, durch welche der Täter das Opfer – wenn auch nur vorübergehend – wi-
derstandsunfähig macht. Im Anschluss und als Konsequenz der begangenen Nöti-
gungshandlung muss der Täter einen Diebstahl nach Art. 139 Ziffer 1 StGB bege-
hen, das heisst eine fremde, bewegliche Sache in Bereicherungsabsicht zur Aneig-
nung wegnehmen. Dieser Diebstahl muss ihm gerade durch die Nötigungshandlung 
ermöglicht oder zumindest erleichtert worden sein. Vollendet ist der Raub mit Voll-
endung des Diebstahls. Kommt es nicht so weit, liegt ein unvollendeter Versuch des 
Raubes vor (vgl. Marcel Alexander Niggli/Christof Riedo in: Marcel Alexander Nig-
gli/Hans Wiprächtiger (Hrsg.), Basler Kommentar, Strafgesetzbuch II, Art. 111-401 
StGB, Basel 2003, N. 10 ff. zu Art. 140 StGB mit Hinweisen; Stefan Trechsel, 

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Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Aufl., Zürich 1997, N. 1 ff. zu 
Art. 140 StGB). In subjektiver Hinsicht ist der Vorsatz des Täters erforderlich. Dieser 
bezieht sich insbesondere auf die Ausübung der Nötigungshandlung gegenüber 
dem Opfer zum Zwecke der Begehung eines Diebstahls, sowie auch auf alle objek-
tiven Tatbestandselemente des Diebstahls gemäss Art. 139 StGB selbst (vgl. Mar-
cel Alexander Niggli/Christof Riedo, a.a.O., N. 38 f. zu Art. 140 StGB). Im Weiteren 
werden einfache Körperverletzungen gemäss Lehre und Rechtsprechung von Art. 
140 StGB konsumiert (vgl. Marcel Alexander Niggli/Christof Riedo, a.a.O., N. 172 
zu Art. 140 StGB).

b) Der Angeklagte X. ist nur partiell geständig. In Bezug auf den Raub 
liegen betreffend der Frage, ob und in welchem Masse der Angeklagte Gewalt an-
gewandt habe, unterschiedliche Aussagen vor. Anlässlich der polizeilichen Einver-
nahme vom 27. Februar 2004 (vgl. act. 4/5) sagte S. aus, dass er vom grösseren 
der beiden Angreifer an den Schultern gepackt und nach vorne gedrückt worden 
sei. Bezüglich Faustschläge und Stösse mit den Knien machte S. keine Angaben. 
P. sagte anlässlich der polizeilichen Einvernahmen vom 9. März 2004 und vom 19. 
März 2004 aus (vgl. act. 4/6 und 4/8), dass er nicht gesehen habe, ob der Ange-
klagte gegenüber S. Gewalt angewandt habe. Seine Angaben bestätigte P. auch 
anlässlich der Einvernahme durch den Jugendanwalt vom 12. Juli 2004 (vgl. act. 
4/12). Hingegen führte T. in seiner polizeilichen Einvernahme vom 11. März 2004 
aus (vgl. act. 4/7), dass der Bursche, der vor S. gestanden habe, unvermittelt mit 
den Fäusten auf ihn eingeschlagen und ihn nach vorne gedrückt habe, so dass er 
S. das Portemonnaie aus der Hosentasche habe nehmen können. X. sagte in der 
polizeilichen Einvernahme vom 6. April 2004 vorerst aus (vgl. act. 4/10), er habe 
den vor ihm sitzenden Burschen gefragt, ob er ihm Fr. 5.00 geben würde. Als dieser 
das Portemonnaie hervorgeholt habe, habe er dieses an sich genommen und das 
darin enthaltene Notengeld von Fr. 60.-- entnommen. Anschliessend habe er das 
Portemonnaie dem Burschen wieder zurückgegeben. Auf Vorhalt des vernehmen-
den Polizeibeamten hin, dass Aussagen vorliegen würden, wonach der Angeklagte 
S. mehrere Faustschläge gegen den Kopf versetzt, ihn anschliessend an der Schul-
ter nach vorne gezogen und ihm dann das Portemonnaie aus der Gesässtasche 
genommen habe, antwortete der Angeklagte, wenn das die Beteiligten sagen wür-
den, werde das schon stimmen. Er akzeptiere diesen Sachverhalt. Anlässlich der 
untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 23. September 2004 führte der An-
geklagte aus (vgl. act. 1/3), dass er oder P. eine der beiden auf der Parkbank sit-
zenden Personen aufgefordert habe, ihnen Fr. 5.00 zu geben und eine dieser bei-
den Personen ihr Portemonnaie hervorgenommen habe. Bevor diese aber das Por-

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temonnaie habe öffnen können, habe der Angeklagte ihr dieses weggenommen und 
das darin enthaltene Notengeld von Fr. 60.00 herausgenommen. Anschliessend 
habe er das Portemonnaie der Person, welcher er es genommen habe, wieder 
zurückgegeben. Auf Vorhalt des Untersuchungsrichters, wonach der Angeklagte 
auf Grund der Akten auf S. eingeschlagen habe, bevor er ihm das Geld entnommen 
habe, antwortete der Angeklagte, dass er davon nichts wissen würde, er aber 
glaube sich erinnern zu können, S. eine Ohrfeige gegeben zu haben, mehr aber 
nicht. Als der Untersuchungsrichter dem Angeklagten die Aussagen von T. anläss-
lich dessen polizeilichen Einvernahmen vorhielt, entgegnete der Angeklagte, dass 
dies nicht so gewesen sein könne und er sicher sei, dass er einem der Betroffenen 
höchstens eine Ohrfeige gegeben habe. In der untersuchungsrichterlichen Einver-
nahme von S. als Zeuge im Konfront mit dem Angeklagten und seinem amtlichen 
Verteidiger vom 4. Februar 2005 (vgl. act. 4/13) sagte der Zeuge aus, X. habe ihn 
plötzlich aufgefordert, sein Geld herzugeben. Als er ihm entgegnet habe, kein Geld 
mehr zu haben, habe X. ihn mit einer Hand am Hals gepackt und ihn nach hinten 
gegen die Banklehne gedrückt. Nachdem der Angeklagte ihn kurz losgelassen 
habe, habe er S. mit einem Knie gegen die Schultern gestossen und ihm möglicher-
weise auch noch einen Schlag mit der Faust oder mit der Hand ins Gesicht versetzt. 
Weiter führte S. aus, dass ihm der Angeklagte mit Sicherheit mehrere Schläge mit 
dem Knie und eventuell auch mit der Faust gegeben habe, bevor er ihm das Porte-
monnaie hinten rechts aus der Hosentasche genommen habe. Auf die Frage des 
Untersuchungsrichters, was der Angeklagte zu den Zeugenaussagen von S. sage, 
antwortete dieser, dass er S. nicht geschlagen habe. 

Am 4. Februar 2005 wurde T. als Zeuge im Konfront mit dem Angeklagten 
und dessen amtlichen Verteidiger vom Untersuchungsrichter einvernommen (vgl. 
act. 4/14). Er führte aus, dass, währenddem sich P. gegenüber T. passiv verhalten 
habe, der Angeklagte begonnen habe auf S. einzuschlagen und zwar sowohl mit 
den Füssen oder den Knien und seines Wissens nach auch mittels Faustschlägen. 
Dabei sei S. vom Angeklagten am Oberkörper und an den Beinen getroffen worden. 
Es seien massive Schläge gewesen. Dabei habe der Angeklagte den Oberkörper 
von S. nach vorne gedrückt und ihm dessen Portemonnaie aus der Tasche gezo-
gen. T. sei absolut sicher, dass S. sein Portemonnaie dem Angeklagten nicht frei-
willig gegeben habe. Der Angeklagte sagte auf Vorhalt dieser Aussagen aus, dass 
er S. nicht tätlich angegriffen habe. Er habe ihm zwar das Portemonnaie wegge-
nommen und das Geld daraus entnommen, geschlagen habe er ihn aber nicht. 

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c) Somit ergibt sich, dass bezüglich der unmittelbar Betroffenen (X. und 
S.) Aussage gegen Aussage steht. Unbestritten ist einzig, dass S. dem Angeklagten 
sein Portemonnaie nicht freiwillig übergab. Der zur Tatzeit 17-jährige S. erhob am 
27. Februar 2004 bei der Kantonspolizei Graubünden Strafantrag wegen Dieb-
stahl/Tätlichkeiten, etc. (vgl. act. 4/4). S. erklärte als Zeuge und im Konfront mit dem 
Angeklagten, dass er sicher nicht Anzeige wegen Raubes machen würde, wenn er 
dem Angeklagten oder sonst jemandem Geld schenken würde (vgl. act. 4/13, S. 3). 
Sowohl S. als auch T. wurden als Zeugen einvernommen und auf die Straffolgen im 
Falle eines wissentlich und willentlich falschen Zeugnisses aufmerksam gemacht. 
Die Aussagen von S. sind durchaus glaubhaft. Er hat sich bezüglich der vom Ange-
klagten ausgeübten Gewalt eher vorsichtig und zurückhaltend geäussert. Seine 
Aussagen, wonach er sicher sei, dass der Angeklagte ihm mehrere Schläge mit 
dem Knie evt. auch mit der Faust versetzt habe, bevor dieser ihm das Portemonnaie 
aus der Gesässtasche genommen habe, stimmen mit den Zeugenaussagen von T. 
widerspruchsfrei überein, dies um so mehr als T., auch im Konfront mit dem Ange-
klagten, klar daran festhielt, dass der Angeklagte massiv mit Fäusten und Füssen 
oder Knien auf S. eingeschlagen, dann den Oberkörper von S. nach vorne gedrückt 
und ihm das Portemonnaie aus der Tasche gezogen habe. Auch hat der Angeklagte 
in der polizeilichen Einvernahme vom 6. April 2004 eingestanden, den von den Be-
teiligten geschilderten Sachverhalt zu akzeptieren. Sein späterer Widerruf anläss-
lich weiterer Einvernahmen und auch vor Schranken des Kantonsgerichts von 
Graubünden erscheint als reine Schutzbehauptung und ändert nichts daran, dass 
in Würdigung der gesamten Beweislage auf die Aussagen von S. und T. abzustellen 
ist, womit die Schläge von X. ausgewiesen sind. Die vom Angeklagten ausgeübte 
Gewalt mit massiven Faust- und Knieschlägen gegenüber S. war so intensiv, dass 
er den Widerstand des Opfers brach und als Folge davon S. den Diebstahl dulden 
musste, indem sich der Angeklagte in Bereicherungsabsicht das Geld aneignete. 
Dieser Diebstahl wurde ihm gerade durch diese Nötigungshandlung ermöglicht. 
Durch das Herausziehen des Portemonnaies aus der Gesässtasche und das an-
schliessende (wenn auch nur von kurzer Dauer) Ansichnehmen des Portemonnaies 
hat der Angeklagte den Gewahrsam von S. an seinem Portemonnaie gebrochen, 
indem er gegen seinen Willen die Herrschaftsmöglichkeit über die Sache entzogen 
hat. Mit der Vollendung des Diebstahls hat X. den objektiven Tatbestand des Rau-
bes gemäss Art. 140 Ziffer 1 Abs. 1 StGB vollendet. In subjektiver Hinsicht ist ohne 
Weiteres davon auszugehen, dass der Angeklagte mit Wissen und Willen gehandelt 
hat, indem er zum Zwecke der Begehung des Diebstahls vorsätzlich Gewalt ge-
genüber S. angewandt hat. Auch war dem Angeklagten bewusst, dass das Porte-
monnaie samt Inhalt nicht in seinem Eigentum stand und dennoch hat er S. dieses 

12

bewusst abgenommen, also den Gewahrsam des Opfers gebrochen und eigenen 
Gewahrsam begründet. Im Weiteren hat sich der Angeklagte die Gegenstände im 
Portemonnaie auch angeeignet, indem er das darin enthaltene Notengeld von Fr. 
60.00 unter anderem für seine Bedürfnisse verbraucht hat, da er und P. das Geld 
noch in derselben Nacht ausgegeben haben (vgl. act. 4/10, S. 3). Die Absicht, sich 
das Geld in geschilderter Form anzueignen, bestand zweifellos bereits im Zeitpunkt, 
als der Angeklagte das Portemonnaie behändigte, hat er doch genau aus diesem 
Grund das Portemonnaie von S. entrissen, damit er zu Geld kam. Ebenfalls zu be-
jahen ist die unrechtmässige Bereicherung, hat sich doch der Angeklagte durch das 
weggenommene Geld einen Vermögensvorteil verschafft (seine Aktiven haben sich 
vermehrt), was insbesondere in Bezug auf das Notengeld offensichtlich ist, jedoch 
auch bezüglich des Portemonnaies, wenn der Vermögensvorteil auch nur für kurze 
Zeit eintrat, bis der Angeklagte das Geld aus dem Portemonnaie entnahm und die-
ses anschliessend wieder S. übergab. Somit sind auch die Voraussetzungen des 
subjektiven Tatbestands erfüllt. 

d) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Angeklagte 
durch sein Vorgehen gegenüber S. den Tatbestand des Raubes erfüllt hat. Aufgrund 
der übereinstimmenden Zeugenaussagen von T. und S. ist der in der Anklageschrift 
der Staatsanwaltschaft Graubünden relevierte Sachverhalt ausgewiesen. Der An-
geklagte ist daher wegen Raubes gemäss Art. 140 Ziffer 1 Abs. 1 StGB schuldig zu 
sprechen. 

3. a) Gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über Waffen, Waffen-
zubehör und Munition (Waffengesetz, WG; SR 541.54) gelten unter anderem Dol-
che und Messer mit einhändig bedienbaren Schwenk-, Klapp-, Fall-, Spring- oder 
anderen Auslösemechanismen als Waffen. Nach Art. 5 Abs. 1 lit. b WG sind der 
Erwerb, das Tragen und das Vermitteln an Empfänger und Empfängerinnen im In-
land sowie unter anderem die Einfuhr von Waffen nach Art. 4 Abs. 1 lit. c WG ver-
boten. Gemäss Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über Waffen, Waffenzubehör und Mu-
nition (Waffenverordnung, WV; SR 514.541) gelten Messer als Waffen im Sinne von 
Art. 4 Abs. 1 lit. c WG, wenn sie geöffnet insgesamt mehr als 12 cm lang sind und 
eine Klinge haben, die mehr als 5 cm lang ist. Solche Messer dürfen gemäss Art. 7 
Abs. 1 lit. c WV weder erworben, getragen, vermittelt noch eingeführt werden. 
Gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG wird mit Gefängnis oder Busse bestraft, wer unter 
anderem vorsätzlich ohne Berechtigung Waffen, wesentliche oder besonders kon-
struierte Waffenbestandteile, Waffenzubehör, Munition oder Munitionsbestandteile 
überträgt, vermittelt, erwirbt, herstellt, abändert, trägt oder einführt. 

13

b) X. erwarb im Sommer 2000 in Italien ein sog. Schmetterlingsmesser 
mit einer Gesamtlänge von 23.8 cm und einer Klingenlänge von 9.6 cm. Dieses 
Messer, welches einen einhändig bedienbaren Schwenkmechanismus aufweist, 
führte er während des genannten Zeitraumes in die Schweiz ein und bewahrte es 
hierauf in seinem Zimmer auf. Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 6. April 2004 
wurde das Schmetterlingsmesser beim Angeklagten sichergestellt und mit Verfü-
gung des Untersuchungsrichteramtes Chur vom 14. Juli 2005 beschlagnahmt (vgl. 
act. 1/3, 1/7, 4/2 und 5). Dieses Schmetterlingsmesser fällt mit einer Gesamtlänge 
von 23.8 cm und einer Klingenlänge von 9.6 cm zweifelsohne als Waffe unter das 
Waffengesetz gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. c und Art. 6 Abs. 1 der Waffenverordnung. 
Durch den verbotenen Erwerb der unter das Waffengesetz fallenden Waffe hat sich 
der Angeklagte der Widerhandlung gegen Art. 33 Abs. 1 lit. a des Waffengesetzes 
schuldig gemacht. 

4. a) Gemäss Art. 19a Ziffer 1 des Bundesgesetzes über die Betäubungs-
mittel und die psychotropen Stoffe (Betäubungsmittelgesetz, BetmG; SR 812.121) 
wird mit Haft oder Busse bestraft, wer unbefugt Betäubungsmittel vorsätzlich kon-
sumiert oder wer zum eigenen Konsum eine Widerhandlung von Art. 19 BetmG be-
geht. Für die Anwendung von Art. 19a Ziffer 1 BetmG kommt es auf die Qualität des 
konsumierten Stoffes nicht an; selbst der einmalige Gebrauch einer geringfügigen 
Menge ist strafbar. Dieser privilegierte Tatbestand erfasst nur jene Beschaffungs-
handlungen, die ausschliesslich dem eigenen Drogenkonsum dienen und somit 
eine Gefährdung Dritter ausgeschlossen ist. Insbesondere schliessen Beschaf-
fungshandlungen, die zum Drogenkonsum Dritter führen oder führen könnten – so 
etwa Verkauf oder Vermittlung – die Anwendung von Art. 19a Ziffer 1 BetmG aus 
(vgl. Thomas Fingerhuth/Christof Tschurr, Kommentar zum Betäubungsmittelge-
setz, Zürich 2002, S. 156).

b) X. konsumierte nach seinen eigenen Angaben von April 2002 bis an-
fangs März 2004 ca. alle zwei Monate einen Joint Marihuana (vgl. act. 6/2). Damit 
steht fest, dass X. mehrfach gegen Art. 19a Ziffer 1 BetmG verstossen hat. Der 
regelmässige Drogenkonsum während den verschiedenen Zeitspannen macht auch 
deutlich, dass vorliegend nicht mehr von einem leichten Fall im Sinne von Ziffer 2 
der genannten Bestimmung gesprochen werden kann (vgl. dazu Thomas Finger-
huth/Christof Tschurr, a.a.O., S. 159 f.). Demgemäss ist X. der mehrfachen Wider-
handlung gegen Art. 19a Ziffer 1 BetmG schuldig zu sprechen, auch wenn berück-
sichtigt wird, dass die Verfolgung des vor dem 28. Februar 2003 erfolgten Konsums 

14

von Marihuana zwischenzeitlich verjährt ist und daher ausser Betracht fällt (vgl. 
dazu E. 5 d)).

5. a) Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom 
Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das Vor-
leben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Der Begriff des Ver-
schuldens umfasst den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straf-
tat. Der Bemessung der Schuld ist die Schwere der Tat zugrunde zu legen. Weiter 
unterscheidet man beim Verschulden Tat- und Täterkomponente. Bei der Tatkom-
ponente betrachtet man das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Willensrich-
tung, mit welcher der Täter handelte und seine Beweggründe. Die Täterkomponente 
hingegen umfasst Vorleben und persönliche Verhältnisse des Täters sowie das Ver-
halten nach der Tat oder im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder 
Strafempfindlichkeit (vgl. BGE 129 IV 20; 117 IV 122 ff. mit Hinweisen). Diese in die 
Waagschale gelegten Elemente wirken strafmindernd oder straferhöhend, wobei in 
der Begründung der Strafzumessung die Überlegungen des Richters nachvollzieh-
bar sein müssen (vgl. BGE 121 IV 56). Liegen keine Strafmilderungs- oder Straf-
schärfungsgründe vor, hat sich der Richter an den vom Gesetzgeber vorgesehenen 
Strafrahmen zu halten. 

b) Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen Freiheitsstrafen 
verwirkt hat, so verurteilt ihn der Richter nach dem Asperationsprinzip zu der Strafe 
der schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Er kann jedoch das 
höchste Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte überschreiten 
und ist dabei zudem an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (vgl. 
Art. 68 Ziffer 1 StGB). Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchs-
ten Strafe bedrohten Tatbestand fällt. Grundlage für die Strafzumessung ist daher 
im vorliegenden Fall der in Art. 140 Ziffer 1 Abs. 1 StGB vorgesehene Strafrahmen, 
der von einem halben Jahr Gefängnis bis zu Zuchthaus in der Höhe von zehn Jah-
ren reicht. Der Gesetzgeber hat mit dieser Strafdrohung zu erkennen gegeben, dass 
Gewaltdelikten wie dem vorliegenden Raub mit Schärfe zu begegnen ist. Die objek-
tive Schwere des Deliktes im konkreten Einzelfall zeigt sich daher insbesondere 
anhand des Ausmasses des Erfolges und der Art der Ausführung des Verbrechens. 
Dies erlaubt dem Richter eine Verfeinerung der Wertung, die der Gesetzgeber vor-
gezeichnet hat. 

c) Hat der Richter gemäss Art. 68 Ziffer 2 StGB eine mit Freiheitsstrafe 
bedrohte Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor er wegen einer an-

15

deren Tat zu Freiheitsstrafe verurteilt worden ist, so bestimmt der Richter die Strafe 
so, dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, als wenn die mehreren strafbaren 
Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wären. Der Täter soll durch die getrennte 
Beurteilung von Straftaten, welche zeitlich zusammen hätten beurteilt werden kön-
nen, primär nicht benachteiligt und soweit möglich auch nicht besser gestellt werden 
(vgl. BGE 124 II 43). Nach Art. 68 Ziffer 2 StGB ist nicht das frühere Urteil aufzuhe-
ben und eine Gesamtstrafe zu fällen, sondern eine Zusatzstrafe auszusprechen 
(vgl. BGE 102 IV 241). Damit für die nachträglich zu beurteilende Tat eine Zusatz-
strafe ausgefällt werden kann, muss die zu beurteilende Tat vor einer früheren Ver-
urteilung (wegen einer anderen Tat) begangen worden sein. Massgeblicher Zeit-
punkt der Verurteilung im Sinne von Art. 68 Ziffer 2 StGB ist jener der Fällung des 
Urteils betreffend Ersttat und nicht jener der Eröffnung oder des Eintritts der Rechts-
kraft dieses Urteils (vgl. BGE 127 IV 109; J.-B. Ackermann, in: Marcel Alexander 
Niggli/ Hans Wiprächtiger, a.a.O., N. 48 ff. zu Art. 68 StGB). Vorliegend delinquierte 
X. zu einem Zeitpunkt, bevor er mit Strafmandat des Kreispräsidiums E. vom 7. Mai 
2004 wegen einfacher Körperverletzung verurteilt wurde. Es ist somit eine Zusatz-
strafe auszusprechen.

d) Seit dem 1. Oktober 2002 gilt im Strafrecht ein neues Verjährungs-
recht. Gemäss Art. 337 StGB findet dieses auch für Taten, die vor dem Inkrafttreten 
des neuen Rechts begangen wurden Anwendung, sofern das neue Recht das mil-
dere ist. Bis anhin galt für die Strafverfolgung von Übertretungen eine relative Ver-
jährungsfrist von einem Jahr und eine absolute von zwei Jahren (vgl. Art. 109 
aStGB, Art. 72 Ziffer 2 Abs. 2 2. Satz aStGB). Nach der neuen Regelung verjährt 
gemäss Art. 109 StGB die Strafverfolgung bei Übertretungen innert drei Jahren. Die 
vorliegend in Frage stehenden Konsumhandlungen im Zusammenhang mit Marihu-
ana, die vor dem 28. Februar 2003 begangen wurden, sind daher verjährt. X. kann 
deswegen nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden.

e) Das Verschulden des Angeklagten wiegt nicht leicht. Wie die Staats-
anwaltschaft Graubünden zu Recht ausführt, zeugt der Entschluss des Angeklag-
ten, jugendliche Personen um ihr Taschengeld zu erleichtern, nicht von Heldenmut, 
sondern von schäbiger Gesinnung, indem der Angeklagte nur um ein paar Franken 
zu ergattern, nicht davor zurückschreckte, S. mittels Gewaltanwendung sein Geld 
zu rauben. Strafschärfend wirkt sich das Zusammentreffen mehrerer Straftat-
bestände gemäss Art. 68 StGB aus, wobei die Verstösse gegen das Waffengesetz 
und gegen das Betäubungsmittelgesetz vorliegend nicht erheblich ins Gewicht fal-
len. Strafmilderungsgründe liegen keine vor. Gemäss Gutachten der Psychiatri-

16

schen Dienste Graubünden bestand beim Angeklagten zum Tatzeitpunkt eine akute 
Alkoholintoxikation. X. habe den Diebstahl des Geldes aber trotz der Alkoholintoxi-
kation detailliert geschildert, so dass es sich bei dieser Tat trotz Betrunkenheit des 
Angeklagten um eine geplante Tat gehandelt habe. Die geschilderte Beeinträchti-
gung durch die Alkoholintoxikation erreiche die Schwere des Eingangsmerkmals 
der Beeinträchtigung des Bewusstseins im Sinne von Art. 11 StGB nicht (vgl. act. 
2/18, S. 28 f.). Somit war die Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten zum Tatzeit-
punkt nicht eingeschränkt. Auch besass er mit seinem Alter von fast zwanzig Jahren 
zum Tatzeitpunkt die volle Einsicht in das Unrecht seiner Tat. Straferhöhend wirken 
sich die Vorstrafen des Angeklagten aus; insbesondere auch das erneute Delinquie-
ren vom 24. Februar 2004, dies während einer Strafuntersuchung wegen einfacher 
Körperverletzung, welche mit Strafmandat des Kreispräsidiums E. am 7. Mai 2004 
abgeschlossen wurde. Weder die Strafverfahren, welche zu den jeweiligen Verur-
teilungen geführt haben, noch die Verurteilungen an sich vermochten den Ange-
klagten offensichtlich von weiterer Delinquenz abzuhalten. Die früheren Verurteilun-
gen hätten X. eine Warnung sein müssen. Er war aber augenscheinlich nicht in der 
Lage, die notwendigen Lehren aus den Verurteilungen zu ziehen. Ebenso strafer-
höhend ist der getrübte Leumund von X. zu werten. Strafmindernd wirken sich das 
teilweise Geständnis des Angeklagten, seine Therapiewilligkeit bezüglich des Alko-
hols und der Wille, seine Lehre abzuschliessen, aus. 

Unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungsgründe spricht die Straf-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden eine Zusatzstrafe gemäss Art. 68 
StGB zum Strafmandat des Kreispräsidiums E. vom 7. Mai 2004 in Form einer Ge-
fängnisstrafe von 12 Monaten aus. Die erstandene Polizeihaft von zwei Tagen wird 
gemäss Art. 69 StGB an die Strafe angerechnet. 

6. a) Bei diesem Strafmass ist zu prüfen, ob dem Verurteilten für die 12-
monatige Gefängnisstrafe der bedingte Strafvollzug gewährt werden kann. Gemäss 
Art. 41 Ziffer 1 Abs. 1 StGB ist dafür in objektiver Hinsicht zunächst erforderlich, 
dass die auferlegte Freiheitsstrafe 18 Monate nicht übersteigt. Gemäss Abs. 2 der 
genannten Bestimmung ist der Aufschub einer Freiheitsstrafe von Gesetzes wegen 
nicht zulässig, wenn der Verurteilte innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Bege-
hung der Tat wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens oder Vergehens 
eine Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten verbüsst hat. In 
subjektiver Hinsicht müssen Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten las-
sen, er werde durch die Anordnung der bedingten Strafe abgeschreckt und von der 
Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abgehalten. Bei der Prüfung, ob 

17

dem Verurteilten eine günstige Prognose für ein dauerndes Wohlverhalten gestellt 
werden kann, ist eine Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzuneh-
men. In die Beurteilung mit einzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das 
Vorleben, der Leumund, das Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindungen 
sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters 
und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Dabei darf es sich nicht nur um 
eine vage Hoffnung handeln. „Mit Bedenken“ darf der bedingte Strafvollzug nicht 
angeordnet werden (vgl. Stefan Trechsel, a.a.O., N. 12 zu Art. 41 StGB). Die per-
sönlichen Verhältnisse sind bis zum Zeitpunkt des Entscheides mit einzubeziehen 
(vgl. BGE 128 IV 198 f.).

b) Vorliegend wurde eine Strafe von nicht mehr als 18 Monaten Gefäng-
nis verhängt. Des Weiteren verbüsste X. 90 Tage von den insgesamt 109 Tagen 
widerrufener Vorstrafen erst nach dem Raub vom 24. Februar 2004 (vgl. act. 05). 
Somit sind die objektiven Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Straf-
vollzuges gegeben. In subjektiver Hinsicht kann einerseits festgehalten werden, 
dass die Vorstrafen und der dadurch erheblich getrübte Leumund grundsätzlich ge-
gen eine günstige Prognose sprechen würden. Andererseits verbüsste X. 90 Tage 
Gefängnis, was hoffentlich zu einer grösseren Besonnenheit in der Zukunft führen 
wird. Der Raub steht, wie die früheren Delikte, im Zusammenhang mit dem Alkohol-
missbrauch des Verurteilten. In seinem Gutachten vom 30. Juni 2005 kommt Dr. 
Hans O. zum Schluss, dass trotz der Tatsache, dass X. bereits mehrere Delikte in 
alkoholisiertem Zustand begangen habe und er weiterhin regelmässig grössere 
Mengen Alkohol trinke, die Legalprognose aufgrund der in den letzten Monaten ver-
besserten sozialen Integration durch das Finden einer Arbeitsstelle und durch die 
stattfindende ambulante Behandlung bei Dr. L. als eher günstig anzusehen sei. Die 
Rückfallgefahr könne mit der Weiterführung dieser ambulanten psychiatrischen Be-
handlung auch als eher gering angesehen werden. Eine Gefährlichkeit für Leib und 
Leben anderer lasse sich derzeit nicht feststellen. Zwar wäre der sofortige Vollzug 
der Strafe in einer Strafanstalt möglich, doch wäre ein solcher aufgrund des Unter-
bruchs der therapeutischen Beziehung zu Dr. med. L. eher ungünstig. Auch Dr. 
med. L. betrachtet einen Strafvollzug als ungünstig (vgl. act. 2/18, S. 17, 29). 
Gemäss Schreiben der Schutzaufsicht vom 16. Februar 2006 (vgl. act. 06.1) sei X. 
sehr motiviert und setze alles daran, die Lehre erfolgreich zu bestehen. Auch wolle 
er sein Leben selbständig meistern und er wisse, wo er Unterstützung brauche. So 
wolle er, dass die Schutzaufsicht seinen Lohn verwalte und ihm bei der Budgetein-
teilung behilflich sei. Zudem zeige sich X. in der Zusammenarbeit mit der Schutz-
aufsicht sehr kooperativ. Er nehme die Hilfsangebote an, halte Termine und Verein-

18

barungen ein und unterziehe sich anstandslos der ambulanten psychotherapeuti-
schen Behandlung bei Dr. med. L.. Anlässlich der Hauptverhandlung vor Kantons-
gericht vom 28. Februar 2006 sagte X. denn auch aus, dass er bestrebt sei, sein 
Alkoholproblem in den Griff zu bekommen und dass er unter Alkoholeinfluss ag-
gressiv werde. Zudem habe er ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter, d.h. er befinde 
sich in einem stabilen familiären Umfeld und er sei bestrebt, seine Lehre als Sa-
nitärmonteur zu beenden. Auf Grund seiner Aussagen vor Kantonsgericht vom 28. 
Februar 2006, der Ausführungen im Bericht der Schutzaufsicht vom 16. Februar 
2006 und denjenigen im Gutachten vom 30. Juni 2005 und der Tatsache, dass sich 
X. bis zum Urteilszeitpunkt, soweit dem Gericht bekannt, wohlverhalten hat, kann 
ihm somit eine günstige Prognose gestellt werden. Deshalb ist der bedingte Straf-
vollzug zu gewähren. Die Dauer der Probezeit ist dabei nach den Umständen des 
Einzelfalles, insbesondere nach der Persönlichkeit und dem Charakter des Verur-
teilten sowie der Gefahr seiner Rückfälligkeit zu bemessen (vgl. BGE 95 IV 122). 
Sie kann zwischen zwei und fünf Jahren festgesetzt werden (vgl. Art. 41 Ziffer 1 
Abs. 3 StGB). Vorliegend erscheint die Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren 
als angemessen und gerechtfertigt. 

7. a)  Da das strafbare Verhalten von X. mit dem Konsum von Alkohol in 
direktem Zusammenhang steht, stellt sich die Frage, ob eine ambulante psychiatri-
sche und medizinische Behandlung im Sinne von Art. 41 Ziffer 2 Abs. 1 StGB anzu-
ordnen ist. 

b) Gemäss Art. 41 Ziffer 2 Abs. 1 StGB kann der Richter dem Verurteilten 
bei Anordnung des bedingten Strafvollzuges für sein Verhalten während der Probe-
zeit unter anderem bestimmte Weisungen erteilen, insbesondere auch über ärztli-
che Betreuung. In seinem Gutachten vom 30. Juni 2005 stellt Dr. Hans O.  fest, 
dass bei X. keine Trunksucht oder Rauschgiftsucht vorliege. Die bei Dr. L. freiwillig 
begonnene psychotherapeutische Behandlung sei wichtig und die Fortsetzung die-
ser Therapie sei zu empfehlen (vgl. act. 2/18, S. 29). Aus der Suchtstoffanamnese 
ergibt sich, dass X. bereits im Alter von 13 bis 14 Jahren zum ersten Mal Alkohol 
getrunken habe. Am meisten Alkohol habe er im Sommer 2003 getrunken, als er 
arbeitslos gewesen sei und keinen vom RAV gestützten Arbeitsplatz gehabt habe. 
In dieser Zeit habe er jeden Tag ca. 20 Flaschen Bier à 3 dl und eine Flasche Wodka 
getrunken. Der Alkoholkonsum habe sich ab Herbst 2003 wieder langsam reduziert. 
Grund dafür sei sein Zusammenkommen mit seiner Freundin gewesen. In der Straf-
anstalt F. habe er keinen Alkohol getrunken und dies habe ihm keine Probleme be-
reitet. Nach seiner Entlassung habe er jeweils am Wochenende im Ausgang Alkohol 

19

getrunken. Wenn er Alkohol in grossen Mengen getrunken habe, würde er aggressiv 
und enthemmt werden. Er habe jetzt sein Alkoholproblem im Griff. Cannabis habe 
er zum ersten Mal im Alter von 16 bis 17 Jahren konsumiert. Das letzte Mal habe er 
in der Strafanstalt F. Cannabis geraucht. Andere Drogen habe er niemals konsu-
miert (vgl. act. 2/18, S. 12 f., 27). Die Gutachter empfehlen im Falle eines bedingten 
Strafvollzuges die Fortsetzung der Schutzaufsicht. Eine stationäre psychiatrische 
Behandlung würden sie als nicht notwendig und nicht als zweckmässig erachten 
(vgl. act. 2/18, S. 31). Der Verurteilte führte anlässlich der Hauptverhandlung vom 
28. Februar 2006 aus, dass er zwar das Alkoholproblem noch nicht im Griff habe, 
er aber bestrebt sei, mit dem übermässigen Alkoholkonsum aufzuhören und des-
halb bei Dr. L. in Behandlung stehe. Auch werde er bei übermässigem Alkoholkon-
sum aggressiv. 

Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist ein Abweichen von den in der 
Expertise getroffenen Schlussfolgerungen nur dann erlaubt, wenn zuverlässig be-
wiesene Tatsachen die Überzeugungskraft des Gutachtens erschüttern oder wenn 
triftige Gründe für ein Abweichen in Fachfragen sprechen (vgl. BGE 129 I 57 f). 
Solche Umstände sind mit Blick auf die erstellte Expertise nicht ersichtlich. Vorlie-
gend muss das ganzheitliche Problem im Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum 
angegangen werden. Die Themen während den Therapiestunden bei Dr. med. L. 
beträfen vor allem die sozialen Probleme (vgl. act. 2/18, S. 16). Gemäss Dr. med. 
L. gehe es in der Therapie in erster Linie darum, die Motivation zu einer Alkoholab-
stinenz zu unterstützen und X. zu einer besseren Impulskontrolle zu verhelfen (vgl. 
act. 2/13). Das Problem muss somit intensiv angegangen werden. Eine blosse Re-
duktion des Alkoholkonsums vermag daran nichts zu ändern. Ziel der Therapie 
muss eine Alkoholabstinenz sein. Dazu ist neben der psychiatrischen auch eine me-
dizinische Behandlung (welche eine Frage des Vollzuges der Behandlung darstellt) 
notwendig. In Gesamtwürdigung der Umstände erachtet es das Kantonsgericht als 
angezeigt, X. die Weisung im Sinne von Art. 41 Ziffer 2 Abs. 1 StGB zu erteilen, sich 
während der Dauer der Probezeit ambulant psychiatrisch und medizinisch behan-
deln zu lassen. Zur Überwachung dieser Weisung wird X. gestützt auf Art. 41 Ziffer 
2 StGB für die Dauer der Probezeit von vier Jahren unter Schutzaufsicht gestellt.

8. a) Gemäss Art. 31 Abs. 3 des Waffengesetzes werden beschlagnahmte 
Gegenstände definitiv eingezogen, wenn die Gefahr missbräuchlicher Verwendung 
besteht. Dies bedeutet, dass ein beschlagnahmter Gegenstand meist aus Sicher-
heitsgründen dem Eigentümer oder Besitzer dauernd entzogen und nicht mehr 
zurückgegeben wird (vgl. Hans Wüst, Schweizer Waffenrecht, Zürich 1999, S. 187). 

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Der Begriff der „missbräuchlichen Verwendung“ im Sinne von Art. 31 Abs. 3 WG 
umfasst nicht nur die Selbst- oder Drittgefährdung, sondern auch die Gefahr der 
unrechtmässigen Verwendung. Demnach kann der Einzug trotz Fehlens einer 
Selbst- oder Drittgefährdung, bloss aufgrund der Gefahr der rechtswidrigen Verwen-
dung, gerechtfertigt sein. Der Richter hat demzufolge unter Würdigung aller konkre-
ter Umstände (Tatgeschehen etc.) und in Ansehen der Person (Charakter, krimi-
nelle Energie, etc.) eine Prognose darüber anzustellen, ob die Waffe in der Hand 
ihres Besitzers künftig missbräuchlich verwendet wird (vgl. Hans Wüst, a.a.O., S. 
194). Eine Einziehung des Schmetterlingsmessers nach Art. 58 StGB fällt vorlie-
gend ausser Betracht, da das Messer nicht zur Begehung des Raubes benutzt 
wurde. 

b) Wie bereits ausgeführt, erwarb X. das als Waffe gemäss Waffenge-
setz zu qualifizierende Schmetterlingsmesser im Zeitraum von Anfang Juli bis Ende 
September 2000 in Italien und führte dieses in die Schweiz ein. Dieses Messer 
wurde am 6. April 2004 durch die Kantonspolizei Graubünden beim Verurteilten si-
chergestellt und mit Verfügung des Untersuchungsrichteramtes Chur vom 14. Juli 
2005 beschlagnahmt (vgl. act. 1/7, 4/2). Gemäss der Aussage von X. anlässlich der 
polizeilichen Einvernahme vom 6. April 2004 (vgl. act. 5/2) habe er das Messer ei-
gentlich immer bei sich zu Hause im Zimmer aufgestellt. Er habe dieses Messer nie 
auf sich getragen, ausser als er es aus den Ferien mitgebracht habe. Gemäss 
psychiatrischem Gutachten vom 30. Juni 2005 lasse sich bei X. eine Gefährlichkeit 
für Leib und Leben anderer derzeit nicht feststellen. Der Besitz des Schmetterlings-
messers habe keine medizinische Ursache und könne daher auch nicht medizinisch 
erklärt werden (vgl. act. 2/18, S. 29). Auch wenn X. das Messer nie auf sich trug 
und es auch nicht zum Raub vom 24. Februar 2004 verwendete, kann aufgrund 
seiner Vorstrafen, bei welchen er unter anderem auch Delikte gegen Leib und Leben 
verübte (dreimalige Verurteilung wegen einfacher Körperverletzung), eine künftige 
missbräuchliche Verwendung des Schmetterlingsmessers nicht gänzlich ausge-
schlossen werden; dies auch in Anbetracht des Umstandes der Aggressivität und 
des impulsiven Verhaltens von X. bei massivem Alkoholkonsum. Aufgrund dieser 
Ausführungen ist das mit Beschlagnahmeverfügung vom 14. Juli 2005 sicherge-
stellte Schmetterlingsmesser gestützt auf Art. 31 des Waffengesetzes definitiv ein-
zuziehen.

9. Die Kosten der Strafuntersuchung, des Gerichtsverfahrens sowie der 
amtlichen Verteidigung gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens zu Lasten des 
Verurteilten (vgl. Art. 158 Abs. 1 StPO). Überdies hat X. die Kosten der ambulanten 

21

Behandlung zu tragen (vgl. Art. 189 Abs. 1 StPO). Demgegenüber trägt der Kanton 
Graubünden die Kosten der angerechneten Polizeihaft sowie jene eines allfälligen 
Strafvollzuges (vgl. Art. 158 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 188 StPO).

22

Demnach erkennt die Strafkammer :

1. X. ist schuldig des Raubes gemäss Art. 140 Ziffer 1 Abs. 1 StGB, der Wider-
handlung gegen Art. 33 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über Waffen, Waf-
fenzubehör und Munition (Waffengesetz) sowie der mehrfachen Widerhand-
lung gegen Art. 19a Ziffer 1 BetmG.

2. Dafür wird er – als Zusatzstrafe zum Strafmandat des Kreispräsidiums E. 
vom 7. Mai 2004 – mit 12 Monaten Gefängnis, abzüglich der erstandenen 
Polizeihaft von zwei Tagen, bestraft.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer 
Probezeit von 4 Jahren.

4. X. wird während der Dauer der Probezeit unter Schutzaufsicht gestellt.

5. X. wird die Weisung erteilt, sich während der Probezeit ambulant psychia-
trisch und medizinisch behandeln zu lassen.

6. Das mit Beschlagnahmeverfügung vom 14. Juli 2005 sichergestellte Schmet-
terlingsmesser wird gestützt auf Art. 31 des Waffengesetzes definitiv einge-
zogen.

7. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft 

Graubünden von Fr.   4'473.00
- der Gerichtsgebühr von Fr.   4'000.00
- dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr.   2'644.30
Total somit Fr. 11'117.30
gehen zu Lasten von X., welcher auch die Kosten der ambulanten psychia-
trischen und medizinischen Behandlung zu tragen hat.

Die Kosten der angerechneten Polizeihaft sowie die Kosten eines allfälligen 
Strafvollzuges trägt der Kanton Graubünden.

8. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-

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gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

9. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: