# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6afb24aa-1fe5-5312-ad89-0722cba40cff
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-06-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.06.2018 D-6142/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6142-2017_2018-06-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6142/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  J u n i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richterin Mia Fuchs, 

Richter Hans Schürch, Richter Gérald Bovier,   

Gerichtsschreiberin Nira Schidlow. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Iran,  

vertreten durch lic. iur. Florian Wick,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 28. September 2017 / N (…). 

 

 

 

D-6142/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ist gemäss eigenen Angaben ein aus Teheran stam-

mender iranischer Staatsangehöriger persischer Ethnie. Er habe seinen 

Heimatstaat am (…) 2015 illegal verlassen und sei über die Türkei, Grie-

chenland, Mazedonien, den Kosovo, Serbien, Kroatien, Slowenien und Ös-

terreich in die Schweiz gelangt, wo er am 1. April 2016 ankam und noch 

am gleichen Tag im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ 

um Asyl nachsuchte. Am 7. April 2016 wurde er dort summarisch befragt 

(nachfolgend Befragung zur Person, BzP) und am 19. Mai 2016 eingehend 

zu seinen Asylgründen angehört.  

Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch im Wesentlichen da-

mit, dass er bereits im Jahre 1388 nach iranischer Zeitrechnung 

(2009/2010 nach europäischer Zeitrechnung, Anmerkung des Gerichts) mit 

den Behörden in Schwierigkeiten geraten sei, als ein enger Freund aus 

seinem Auto Filmaufnahmen über Protestkundgebungen und das Verhal-

ten der Ordnungskräfte hierbei gemacht habe. Dabei seien sie einer Pat-

rouille aufgefallen. Dieses Mal hätten sie fliehen können, ein anderes Mal 

sei sein Auto jedoch von einem gepanzerten Fahrzeug gerammt worden. 

Daraufhin sei er nur noch mit dem Motorrad unterwegs gewesen. Er und 

sein Freund hätten begonnen, Filmaufnahmen und Fotos vom Motorrad 

aus zu machen. Er sei überzeugter denn je gewesen, dass über die Unge-

rechtigkeiten informiert werden müsse. Während er eines Tages beobach-

tet habe, wie Regimeanhänger (Mitglieder der Basij [Basīj-e Mostażʿafīn; 

„Mobilisierte der Unterdrückten“; paramilitärische Miliz]) die Scheiben einer 

Bank eingeschlagen hätten, sei er von einem Patrouillenfahrzeug auf sei-

nem Motorrad gerammt worden. Dabei sei sein Bein erdrückt worden, 

wodurch er sich mehrere Brüche zugezogen habe. Sein Schwager habe 

ihn daraufhin überredet, sich für den Militärdienst zu melden, um nicht wei-

ter im Fokus der Behörden zu stehen. Im Jahre 1389 sei er in den Militär-

dienst eingezogen worden, welchen er nach 18 Monaten regulär beendet 

habe. Nach seiner Entlassung aus dem Dienst habe er wieder damit be-

gonnen, Ungerechtigkeiten zu dokumentieren. Als er noch im gleichen Jahr 

mit seinem Mobiltelefon Aufnahmen davon gemacht habe, wie Sittenwäch-

ter gegen nicht sittenkonform bekleidete Frauen vorgegangen seien, sei er 

von einer Patrouille festgenommen und in der Folge 21 Tage in Untersu-

chungshaft unter schwersten Misshandlungen verhört worden. Sie hätten 

anlässlich der Verhaftung einige Fotos auf seinem Mobiltelefon gefunden, 

worauf sie eine Hausdurchsuchung bei seinen Eltern gemacht hätten. Dort 

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hätten sie jedoch keine weiteren Beweismittel gefunden, da er zu der Zeit 

eine eigene Wohnung gehabt habe, an deren Adresse er jedoch nicht an-

gemeldet gewesen sei. Bevor sie ihn entlassen hätten, habe er eine Be-

stätigung unterschreiben müssen, sich in Zukunft von politischen Tätigkei-

ten fernzuhalten. Um das Verhör zu verarbeiten, habe er sich erneut ruhig 

verhalten. Einige Zeit später sei er durch zwei christliche Freunde in Kon-

takt mit dem Christentum gekommen. Dieses habe ihm sehr gefallen, da 

es im Gegensatz zum Islam keine aggressive, sondern eine positive, ver-

zeihende Religion sei, die Nächstenliebe propagiere. Am (…) 1394 (in eu-

ropäischer Zeitrechnung am (…) 2015) sei er während der Arbeit von sei-

ner Mutter angerufen worden. Diese habe ihm mitgeteilt, dass ihn Beamte 

in zivil gesucht, eine Durchsuchung des Elternhauses vorgenommen und 

seinen Vater mitgenommen hätten. Wahrscheinlich sei der Grund dafür ge-

wesen, dass er etwa ein Jahr zuvor den christlichen Glauben angenom-

men, seither Hauskirchen besucht und unter seinen Freunden missioniert 

habe. Er vermute dies, da vorgängig zur Durchsuchung seines Elternhau-

ses einige Personen, welche die gleichen christlichen Zusammenkünfte 

wie er besucht hätten, verhaftet worden seien. Anlässlich der Hausdurch-

suchung hätten die Beamten sowohl alle seine religiösen Bücher beschlag-

nahmt als auch seinen Laptop, auf welchem sich alle Fotografien befunden 

hätten, die er im Laufe der Jahre von den Ungerechtigkeiten durch die Be-

hörden und die Basij gemacht habe. Da die Polizei anlässlich seiner letzten 

Festnahme bereits ein Dossier von ihm erstellt habe, dürfte er es nicht 

mehr riskieren, erneut in ihre Hände zu geraten. Er habe sehr grosse Angst 

gehabt, weshalb er noch am selben Tag Teheran und etwa 10 Tage später 

das Land verlassen habe.  

B.  

Mit Verfügung vom 28. September 2017 wies das Staatssekretariat für Mig-

ration (SEM) das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz und ordnete deren Vollzug an. Zur Begründung führte das Staats-

sekretariat im Wesentlichen aus, dass die Konversion des Beschwerdefüh-

rers zum Christentum nicht glaubhaft sei. Dieser habe zwar die allgemei-

nen Fragen zum Christentum mehrheitlich korrekt zu beantworten ver-

mocht, allerdings sei auffallend, dass seine Antworten auf die Fragen zu 

den christlichen Zusammenkünften in den Hauskirchen (A9 F 111-117) 

nicht überzeugten. Seine Angaben zum konkreten Ablauf seien auswei-

chend und unsubstantiiert ausgefallen. Seine Beschreibung der 

Zusammenkünfte habe vielmehr das Bild eines lockeren Apéro-Anlasses 

(A9 F 118-124) als von einem feierlichen Ritus gezeichnet. Folglich sei 

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nicht glaubhaft, dass er an christlichen Feiern teilgenommen habe, wes-

halb auch nicht glaubhaft sei, dass er zum christlichen Glauben übergetre-

ten sei. Da seine Besuche der Hauskirchen nicht glaubhaft seien – was 

gemäss seinen Angaben der wahrscheinliche Grund gewesen sei, weshalb 

die Beamten zu ihm nach Hause gekommen seien – sei auch nicht glaub-

haft, dass er von Beamten gesucht worden sei. Deshalb erfülle er die 

Flüchtlingseigenschaft nicht und sein Asylgesuch sei abzuweisen. 

C.  

Mit Beschwerde vom 30. Oktober 2017 focht der Beschwerdeführer den 

vorinstanzlichen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht an und bean-

tragte, diesen aufzuheben und die Sache wegen Verweigerung der Akten-

einsicht an die Vorinstanz zurückzuweisen, eventualiter sei er als Flüchtling 

anzuerkennen und ihm sei Asyl zu gewähren, subeventualiter sei er vor-

läufig aufzunehmen.  

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung einhergehend mit dem Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses und um Beiordnung des unterzeichnenden Rechtsan-

waltes als unentgeltlichen Rechtsbeistand, unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen.  

D.  

Mit Verfügung vom 6. November 2017 stellte die damalige Instruktionsrich-

terin fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten, die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege und Rechtsverbeiständung würden gutgeheissen, Herr lic. 

iur. Florian Wick, Rechtsanwalt, werde als amtlicher Rechtsbeistand beige-

ordnet und es werde kein Kostenvorschuss erhoben. Gleichzeitig wurde 

das SEM zur Vernehmlassung eingeladen.  

E.  

In seiner Vernehmlassung vom 22. November 2017 hielt das SEM an sei-

nem Entscheid fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Es be-

gründete dies insbesondere damit, dass die Beschwerdeschrift keine 

neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel enthalte, die eine Ände-

rung seines Standpunktes rechtfertigen würden. Es sei festzuhalten, dass 

durch die nachträgliche Gewährung der Akteneinsicht die Verletzung des 

rechtlichen Gehörs geheilt worden sei. Dies insbesondere, da der Be-

schwerdeführer in seiner Beschwerde offenbar zu allen Punkten differen-

ziert und umfassend Stellung habe nehmen können.  

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Seite 5 

F.  

Mit Replik vom 20. Dezember 2017 nahm der Beschwerdeführer zur Ver-

nehmlassung der Vorinstanz Stellung. Zur Stützung seiner Vorbringen 

reichte er eine Kopie seines Taufscheins vom 19. November 2017 zu den 

Akten.  

G.  

Mit Eingabe vom 21. März 2018 reichte der Beschwerdeführer ein Schrei-

ben von Pater C._______ vom Januar 2018 zu den Akten. In diesem be-

stätigt der Pater, dass der Beschwerdeführer das Sakrament der Taufe in 

der römisch-katholischen Kirche ernst nehme und regelmässig zum Wall-

fahrtsort (…) D._______, zu Gottesdiensten und zum Gebet pilgere. Dies 

werde auch von seiner Mutter, E._______, und seiner Schwester, (…) 

F._______, bezeugt.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

somit einzutreten. 

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2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer erst durch die Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder 

wegen seines Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgungssituation be-

gründet hat (sog. subjektive Nachfluchtgründe), erfüllt grundsätzlich eben-

falls die Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft, verwehrt bleibt ihm 

jedoch die Asylgewährung (vgl. Art. 54 AsylG). Keine Flüchtlinge sind Per-

sonen, die Gründe geltend machen, die wegen ihres Verhaltens nach der 

Ausreise entstanden sind und weder Ausdruck noch Fortsetzung einer be-

reits im Heimat- oder Herkunftsstaat bestehenden Überzeugung oder Aus-

richtung sind, wobei die Einhaltung des Abkommens vom 28. Juli 1951 

über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) vorbehalten 

bleibt (Art. 3 Abs. 4 AsylG). 

3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, welche 

vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation 

der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der Beschwerdeführer rügt 

zur Hauptsache eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, einerseits durch 

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nicht Gewähren des Rechts auf Akteneinsicht und andererseits durch nicht 

Beachten von Vorbringen, welche für seine Asylanträge wesentlich seien. 

4.1  

4.1.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 VwVG, Art. 29 Abs. 2 

BV) enthält nebst weiteren Teilgehalten insbesondere auch das Recht auf 

Akteneinsicht. Gemäss Art. 26 VwVG hat die Partei oder ihr Vertreter 

grundsätzlich Anspruch darauf, in Eingaben von Parteien und Vernehmlas-

sungen von Behörden, in sämtliche Aktenstücke, welche geeignet sind, in 

einem konkreten Verfahren als Beweismittel zu dienen, und in Niederschrif-

ten eröffneter Verfügungen (Art. 26 Abs. 1 Bst. a-c VwVG) einzusehen. 

Denn, nur wenn den Betroffenen in einem Verfahren die Möglichkeit einge-

räumt wird, die Unterlagen einzusehen, auf welche sich die Behörde stützt, 

können sie sich wirksam zur Sache äussern und geeignet Beweis führen 

beziehungsweise Beweismittel bezeichnen. Ausgenommen vom Recht auf 

Akteneinsicht sind verwaltungsinterne Unterlagen. Der Anspruch auf recht-

liches Gehör beinhaltet auch, dass die Behörden alles in den Akten festzu-

halten haben, was zur Sache gehört und entscheidwesentlich sein kann. 

Die Aktenführung hat geordnet, übersichtlich und vollständig zu sein (vgl. 

BVGE 2011/37 E. 5.4.1; BGE 130 II 473 E. 4.). Die Akteneinsicht kann nach 

Art. 27 Abs. 1 VwVG nur verweigert werden, wenn wesentliche öffentliche 

Interessen des Bundes oder der Kantone, insbesondere die innere oder 

äussere Sicherheit der Eidgenossenschaft (Bst. a), wesentliche private In-

teressen, insbesondere von Gegenparteien (Bst. b) oder das Interesse ei-

ner noch nicht abgeschlossenen amtlichen Untersuchung die Geheimhal-

tung erfordern (Bst. c; vgl. zum Ganzen etwa HEINRICH KOLLER, Öffentli-

ches Prozessrecht, 3. Aufl. 2014, N 331 bis 341, m.w.N.; STEPHAN C. BRUN-

NER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum VwVG, 2008, 

Art. 26, N. 2; WALDMANN/OESCHGER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], 

Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 26, N. 4 ff., 32 f.). 

4.1.2 Das Akteneinsichtsgesuch des Beschwerdeführers vom 13. Oktober 

2017 wurde bereits mit Zwischenverfügung des SEM vom 1. November 

2017 beurteilt. Dem Beschwerdeführer wurde demzufolge Einsicht in das 

Aktenverzeichnis sowie in die gewünschten Akten gewährt, soweit nicht 

wesentliche öffentliche oder private Interessen deren Geheimhaltung ge-

mäss Art. 27 VwVG erforderten. Das SEM hat die Einsicht somit nachträg-

lich ermöglicht. In seiner Vernehmlassung äusserte es sich zudem zur Hei-

lung der Gehörsverletzung, was in der Replik des Beschwerdeführers un-

widersprochen blieb. Die Verletzung des Rechts auf Akteneinsicht konnte 

demnach geheilt werden.  

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4.2 Der Beschwerdeführer rügt weiter, das SEM habe einige Vorbringen, 

die wesentlich für seine Asylanträge seien, in der Verfügung zwar erwähnt, 

es aber unterlassen, diese auch zu würdigen. 

4.2.1 Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vor-

bringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfin-

dung angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form- und fristge-

rechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkre-

ten Streitfrage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss 

so abgefasst sein, dass der oder die Betroffene den Entscheid gegebenen-

falls sachgerecht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überle-

gungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die 

sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung 

mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes ein-

zelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 

4.2.2 Das Bundesverwaltungsgericht kann vorliegend keine Verletzung der 

Begründungspflicht feststellen. Die Verfügung beinhaltet eine ausführliche 

Darstellung des Sachverhalts und Würdigung der Glaubhaftigkeit der Vor-

bringen, woraus klar ersichtlich wird, von welchen Kriterien sich die Vor-

instanz leiten liess und warum sie zum Resultat der Verfügung gelangte. 

Zwar trifft es zu, dass das SEM gewisse Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers als nicht asylrelevant erachtet hat, allerdings ist dies eine Frage der 

rechtlichen Würdigung der Vorbringen und nicht des rechtlichen Gehörs. 

Darauf ist in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Die Verfügung 

konnte offenbar auch sachgerecht angefochten werden. Somit ist auch 

diesbezüglich keine Verletzung des rechtlichen Gehörs festzustellen. 

5.  

5.1 Das SEM begründete seinen ablehnenden Entscheid im Wesentlichen 

damit, dass die geltend gemachten Vorbringen entweder den Anforderun-

gen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG oder an die Flüchtlingsei-

genschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhielten. So seien die geltend ge-

machte Konversion im Jahr 2014 und die daraus folgenden Probleme des 

Beschwerdeführers nicht glaubhaft. Die weiteren Vorbringen bezüglich sei-

ner Verhaftung im Jahr 2012/2013 seien zwar glaubhaft, würden jedoch 

keinen genügenden zeitlichen und sachlichen Zusammenhang zwischen 

Verfolgung und Flucht aufweisen.  

5.1.1 Der Beschwerdeführer mache geltend, etwa ein Jahr vor der Aus-

reise im Dezember 2015 den christlichen Glauben angenommen zu haben. 

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In der Folge habe er wöchentlich an Zusammenkünften in Hauskirchen teil-

genommen. Wegen dieser Hauskirchenbesuche sei er kurz vor der Aus-

reise gesucht worden. Deshalb habe er den Iran verlassen.  

Bei der Anhörung seien dem Beschwerdeführer Fragen im Zusammen-

hang mit seinem Glaubenswechsel gestellt worden. Hierbei sei auffallend 

gewesen, dass er die allgemeinen Fragen zum Christentum zwar mehr-

heitlich korrekt zu beantworten vermocht habe, jedoch seine Antworten zu 

den christlichen Zusammenkünften (A9 F 111-117) nicht zu überzeugen 

vermocht hätten. Er habe keine Angaben zum konkreten Ablauf gemacht, 

sondern von seinen Gefühlen und den christlichen Weisheiten gesprochen, 

die er gesagt bekommen habe, und davon, dass gebetet worden sei und 

Krankenheilungen vorgenommen worden seien. Obwohl ihm mehrere 

Male Gelegenheit geboten worden sei, den konkreten Ablauf solch einer 

Feier zu beschreiben, seien seine Aussagen ausweichend und unsubstan-

tiiert ausgefallen. Deshalb sei nicht glaubhaft, dass er an christlichen 

Zusammenkünften teilgenommen habe. Weiter sei mit Blick auf eine christ-

liche Abendmahlfeier gefragt worden, ob bei den Zusammenkünften zu 

trinken und zu essen angeboten worden sei. Auch hierbei habe der Be-

schwerdeführer nicht zu überzeugen gewusst. Seine Angaben hätten viel-

mehr das Bild eines lockeren Apéro-Anlasses gezeichnet als das von ei-

nem feierlichen Ritus (A9 F 118-124). Es sei zwar möglich, dass dabei 

Wein ausgeschenkt worden sei, aber die Form, wie dies seinen Angaben 

gemäss geschehen sei, widerspreche dem üblichen Vorgehen bei christli-

chen Feiern, denn er habe gesagt, dass sich jeder Teilnehmer selber habe 

bedienen können. Zudem fehle in seinen Angaben der Hinweis auf die Be-

deutung des Weins bei christlichen Feiern. Es erscheine bezeichnend, 

dass der Beschwerdeführer nichts über die Bedeutung von Ostern zu sa-

gen vermocht habe. Aus diesen Gründen sei nicht glaubhaft, dass der Be-

schwerdeführer an christlichen Feiern teilgenommen habe. Folglich sei 

auch nicht glaubhaft, dass er zum christlichen Glauben übergetreten sei.  

Da die Besuche der Hauskirchen und seine Konversion zum Christentum 

somit nicht glaubhaft seien, sei auch nicht glaubhaft, dass der Beschwer-

deführer deshalb am Tag vor seiner Ausreise gesucht worden sei oder dass 

Beamte deshalb eine Hausdurchsuchung vorgenommen und religiöse Bü-

cher, christliche Symbole, seinen Laptop sowie weitere Dokumente be-

schlagnahmt und seinen Vater für zwei Tage mitgenommen hätten.  

Zudem habe er unterschiedliche Angaben in Bezug auf die Hausdurchsu-

chung gemacht. In der BzP habe er noch angegeben, er wüsste nichts über 

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den Verbleib der Identitätskarte (A4 Pkt. 4.03), wobei er bekräftigt habe, 

über eine Kopie seiner Identitätskarte zu verfügen, welche er bald einrei-

chen werde (A9 F 3). An der Anhörung habe er allerdings erklärt, dass all 

seine Dokumente beschlagnahmt worden seien (A9 F 4). Es beschlage die 

persönliche Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers, dass er bis heute 

keinen Nachweis seiner Identität eingereicht habe. 

Aus diesen Gründen seien gemäss Art. 7 AsylG die Vorkommnisse, die er 

als Anlass für seine Ausreise geltend gemacht habe, nicht glaubhaft.  

5.1.2 Der Beschwerdeführer mache zudem geltend, er sei nach Abschluss 

des Militärdienstes im Jahre 1391 (20. März 2012 bis 21. März 2013) von 

einer Patrouille festgenommen, schwer misshandelt und erst nach 21 Ta-

gen wieder freigelassen worden.  

Dieses Vorbringen sei zwar glaubhaft, aufgrund der bisherigen Erwägun-

gen sei jedoch nicht glaubhaft, dass der Beschwerdeführer nach 

2012/2013 noch Schwierigkeiten mit den Behörden gehabt habe. Er sei 

erst Ende Dezember 2015 ausgereist. Ein kausaler Zusammenhang zwi-

schen den damaligen Ereignissen und seiner Ausreise, die über zwei Jahre 

später erfolgt sei, sei nicht gegeben. Es sei davon auszugehen, dass das 

Interesse der Behörden an seiner Person erloschen sei. Gemäss konstan-

ter schweizerischer Asylpolitik setze der Begriff der Flüchtlingseigenschaft 

jedoch einen in zeitlicher und sachlicher Hinsicht genügend engen Kausal-

zusammenhang zwischen Verfolgung und Flucht voraus. Im Übrigen sei 

festzustellen, dass die Asylgewährung nicht dem Ausgleich erlittener Nach-

teile, sondern dem Schutz vor künftiger Verfolgung diene. Daher seien 

diese Vorbringen nicht asylrelevant.  

5.2 In der Beschwerde macht der Beschwerdeführer im Wesentlichen gel-

tend, die Vorinstanz habe seine Konversion zum Christentum zu Unrecht 

nicht geglaubt.  

5.2.1 Korrekt sei, dass er nach der Teilnahme an Filmaufnahmen zu den 

Protesten im Jahr 2009 von einem Patrouillenfahrzeug gerammt worden 

sei und sich dabei schwere Verletzungen zugezogen habe. Dieser Um-

stand werde zwar im Sachverhalt der angefochtenen Verfügung erwähnt, 

aber mit keinem Wort gewürdigt, obwohl eine solch schwere Verletzung 

wegen politischer Aktivitäten zweifelsohne asylwürdig sei. Ebenfalls ledig-

lich im Sachverhalt erwähnt werde der Umstand, dass er (im Jahr 

2012/2013, Anmerkung des Gerichts) schwer gefoltert worden sei. Obwohl 

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diese Vorbringen von der Vorinstanz unbestritten geblieben seien, seien 

sie im angefochtenen Entscheid nicht rechtsgenüglich gewürdigt worden.  

5.2.2 Entgegen der Argumentation der Vorinstanz sei er zum Christentum 

konvertiert. Diesbezüglich moniere die Vorinstanz zuerst, er habe allge-

meine Fragen zum Christentum mehrheitlich korrekt beantwortet. Dies 

weise bereits auf die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen hin. Danach verliere 

sich die Vorinstanz in Spitzfindigkeiten, die auch viele Christen hierzulande 

nicht wüssten, um damit die Glaubhaftigkeit seiner Konversion in Frage zu 

stellen. Der Rechtsvertreter bringt weiter vor, 2016 an einer Wallfahrt ins 

Heilige Land teilgenommen zu haben und zweifellos Christ zu sein. Den-

noch habe er bis heute Mühe mit der Unterscheidung zwischen Pfingsten 

und Ostern und müsse immer lange überlegen, ob an Ostern der Tod oder 

die Auferstehung Christi gefeiert werde. Der Beschwerdeführer sei jedoch 

noch nicht lange Christ. Er sei im Iran durch zwei christliche Freunde in 

Kontakt mit dem Christentum gekommen. Nachdem er 2009 anlässlich der 

Proteste Opfer von Gewalt durch das Regime geworden sei, habe ihm die 

Bibel, die nicht Gewalt und Totschlag, sondern Nächstenliebe propagiere, 

gefallen. Da die Apostasie im Iran jedoch mit dem Tode bestraft werde, 

liege es auf der Hand, dass er sich das Wissen über den christlichen Glau-

ben nicht an der dortigen Volkshochschule oder Ähnlichem habe erwerben 

können. Als Begründung für die Unglaubhaftigkeit der Vorbringen betone 

die Vorinstanz wiederholt, dass nicht glaubhaft sei, dass eine „christliche 

Zusammenkunft“ in einer Hauskirche eben keine Messe wie in einer Kirche 

sei, sondern eine informelle christliche Zusammenkunft und somit mehr 

Ähnlichkeiten mit einem informellen Apéro habe denn mit einem feierlichen 

Ritus. In Anbetracht der Komplexität der christlichen Liturgie, die Uneinge-

weihten ein verschlossenes Buch bleibe, sei es ohne weiteres glaubhaft, 

dass er an informellen „christlichen Zusammenkünften“, an welchen sich 

jeder selber habe bedienen können, und nicht an christlichen Messen, an 

denen Wein gereicht worden sei, teilgenommen habe. Die Tatsache, dass 

er zum Christentum konvertiert sei, werde dadurch untermauert, dass er 

von Pater C._______ (…) D._______ im römisch-katholischen Glauben 

unterrichtet und nach Abschluss der Unterweisung getauft werde. Die 

Schwester von Pater C._______ sei (…) in G._______ und bereit, seine 

Taufpatin zu sein. Somit sei seine Konversion glaubhaft.  

Gemäss islamischem Recht habe er sich durch seinen Abfall vom Islam 

und seine Konversion zum Christentum der Apostasie schuldig gemacht. 

Deshalb würden ihm bei einer Rückführung in den Iran lebenslange Haft 

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oder gar die Todesstrafe drohen. In Anbetracht der Verurteilungen zur To-

desstrafe von zum Christentum konvertierten Iranern während der letzten 

Jahre sei belegt, dass er wegen des Abfalls vom Islam mit der Todesstrafe 

zu rechnen hätte, wenn er in den Iran zurückkehren müsste. Deshalb sei 

er als Flüchtling anzuerkennen und ihm sei Asyl zu gewähren. 

5.2.3 Zumal seine Konversion glaubhaft sei, werde auch die weitere Be-

weisführung der Vorinstanz entkräftet. Diese argumentiere, da er nicht 

Christ geworden sei, stimme auch nicht, dass er wegen des Besuchs von 

Hauskirchen und des Besitzes religiöser Bücher und Symbole Opfer einer 

Hausdurchsuchung geworden und sein Vater verhaftet worden sei. Es sei 

jedoch dargelegt worden, dass die Vorinstanz mit ihren Vermutungen über 

den Ablauf solcher Hauskirchenbesuche fehl gehe, weshalb dieses Argu-

ment entkräftet sei. Die Vorinstanz habe kein weiteres taugliches Argument 

vorgebracht. Doch wolle sie zudem noch Widersprüche bezüglich der Iden-

titätspapiere ausmachen. Allerdings sei die Aussage, man wisse nichts 

über deren Verbleib, keinerlei Widerspruch zur späteren Aussage, die Pa-

piere seien beschlagnahmt worden. Dass man nach der Beschlagnahme 

erst nicht wisse, was mit der ID passiert sei, sei im Gegenteil folgerichtig 

und völlig logisch. So führe die Vorinstanz auch nicht aus, wo sie hier einen 

Widerspruch sehen wolle. Falsch sei zudem die Behauptung, er habe ge-

sagt, dass er eine Kopie seiner ID habe, welche er bald einreichen werde. 

Richtig sei, dass er gesagt habe, es könne sein, dass eine Kopie des Per-

sonalausweises bei seinem Bruder sei. Dies sei aber nicht der Fall gewe-

sen. Demzufolge habe er auch nichts Entsprechendes einreichen können.  

Die Argumentation des SEM, dass der zeitlich-kausale Zusammenhang zur 

Verhaftung 2012/2013 wegen der Aufnahmen vom Vorgehen der Sitten-

wächter gegen nicht sittenkonform gekleidete Frauen nicht mehr gegeben 

sei, sei zudem realitätsfremd. Wer Sittenwächter dabei fotografiere, wie sie 

gegen nicht sittenkonform gekleidete Frauen vorgehen, habe mit einem 

Eintrag in einem Register und dauernder Überwachung und Verfolgung zu 

rechnen. Das iranische Regime sei sehr erpicht darauf, seinen Ruf in der 

Welt zu normalisieren, weshalb alles, was diesem Ruf abträglich sein und 

zudem im Internet platziert werden könnte, als Verrat an der Nation ge-

brandmarkt werde. Es sei deshalb ohne weiteres möglich, dass er nach 

seiner Verhaftung wegen dieser Vorkommnisse im Iran weiterhin im Fokus 

der Behörden stehe. Die Vorinstanz verkenne die autoritäre Struktur des 

iranischen Systems.  

D-6142/2017 

Seite 13 

5.3 Die Vorinstanz hielt dem in ihrer Vernehmlassung im Wesentlichen ent-

gegen, dass den Vorbringen betreffend die geltend gemachten Ereignisse 

im Jahr 1388 (2009/2010 nach europäischer Zeitrechnung, Anmerkung des 

Gerichts) der sachliche und zeitliche Kausalzusammenhang fehle. So 

seien den Akten keinerlei Hinweise zu entnehmen, wonach der Beschwer-

deführer durch die Ereignisse im Jahre 1388 bis zu seiner Ausreise perma-

nent auf dem „Radar“ der iranischen Behörde gewesen sei. Wäre dies der 

Fall gewesen, wäre der Beschwerdeführer von staatlichen Sanktionen und 

Schikanen betroffen gewesen. Daran ändere auch der Umstand nichts, 

dass der Beschwerdeführer von einem Patrouillenfahrzeug auf seinem Mo-

torrad angefahren worden sei, weil alle Anwesenden von diesem Fahrzeug 

gerammt worden seien. Es fehle demgemäss an der Zielgerichtetheit die-

ses Ereignisses.  

Bezüglich der vom Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene bekräftigten 

Konversion, welche es (das SEM) als nicht glaubhaft beurteilt habe, gelte 

es, das Folgende auszuführen: Erstaunlicherweise habe der Beschwerde-

führer, wie es der Beschwerdeschrift nun entnehmen müsse, seit seiner 

angeblichen Abkehr vom islamischen Glauben bereits zwei Konversionen 

durchlaufen. So habe der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung auf 

die Frage nach den christlichen Glaubensrichtungen ausgeführt, dass er 

Protestant sei (A9 F 103). In seiner Beschwerdeschrift mache er nun gel-

tend, dass er von einem römisch katholischen Priester unterrichtet werde 

und auch eine mögliche Taufpatin gefunden habe. Dies sei ein weiteres 

Merkmal für die Unglaubhaftigkeit der geltend gemachten Konversion. Der 

Beschwerdeführer werfe ihm (dem SEM) zudem vor, dass es sich in Spitz-

findigkeiten hinsichtlich der Fragen des christlichen Glaubens verliere. Sich 

als naiven Neuling im christlichen Glauben darzustellen gehe jedoch fehl. 

Erfahrungsgemäss seien Konvertiten diejenigen Glaubensangehörigen ei-

ner Religion, die neben Religionsgelehrten über das grösste Wissen über 

den neu angenommenen Glauben verfügen würden. Deshalb hinke der 

Vergleich eines Konvertiten mit einem „08/15-Christen“. Des Weiteren 

führe das Herumreiten des Beschwerdeführers auf den Unterschieden zwi-

schen einer christlichen Messe und einem zwanglosen Beisammensein in 

die Irre. Gleich wie man diese christlichen Zusammenkünfte nennen wolle, 

an denen der Beschwerdeführer angeblich teilgenommen habe, müsse 

das Augenmerk auf das Wesentliche gerichtet werden. So habe er diese 

Zusammenkünfte nicht in einem Masse anschaulich beschreiben können, 

wie man es von jemandem hätte erwarten können, der tatsächlich an sol-

chen Zusammenkünften teilgenommen habe. Zu guter Letzt sei anzufü-

gen, dass selbst wenn der Beschwerdeführer tatsächlich im Iran konvertiert 

D-6142/2017 

Seite 14 

wäre, er nach Ansicht des SEM nicht mit der Todesstrafe zu rechnen hätte. 

Dies, weil er sich nicht in einem Masse öffentlich über den Islam geäussert 

habe wie ein Salman Rushdie oder andere Beispiele. Denn eine Konver-

sion zum Christentum löse für sich alleine keine asylrelevanten Massnah-

men des iranischen Staates aus.  

5.4 In seiner Replik führte der Beschwerdeführer insbesondere aus, dass 

die Behauptung, dass er zwei Konversionen durchlaufen habe, aktenwidrig 

sei. Dies stehe nirgends in den Akten, werde nirgends vorgebracht und sei 

willkürlich. Vom Christentum, geschweige denn von Religion überhaupt, 

habe die Vorinstanz nicht den blassesten Schimmer. So sei es ökumenisch 

völlig irrelevant, ob er sich im Iran zu einer protestantischen Kirche bege-

ben habe. Die Reformation sei exakt 500 Jahre her, diese Unterschiede 

seien nicht mehr von Interesse, weder religiös, politisch noch sozial. Er sei 

im Iran einfach zu der Kirche gegangen, die für ihn erreichbar gewesen sei. 

Dass seine Angaben vollumfänglich zuträfen, belege die am 19. November 

2017 von Pater C._______ durchgeführte katholische Taufe. Dies sei der 

schlagende Beweis dafür, dass er (der Beschwerdeführer) in den Augen 

eines jeden Muslims ein Renegat und Apostat sei. Da der Taufe auch eine 

Prüfung zum christlichen Glauben vorgehe, sei auch niet- und nagelfest 

der Beweis erbracht, dass er ein vollkommen von der Religionsgemein-

schaft anerkannter Christ sei, was auch durch das Schreiben von Pater 

C._______ bestätigt werde (vgl. oben, Bst. G.). Was die Vorinstanz zur To-

desstrafe bei Apostasie vorbringe, sei reine Phantasie. Im Iran könne man 

nach wie vor für Apostasie gehängt werden. Es sei viel zu unsicher, dass 

angeblich solches nicht passiere, als dass verlässlich darauf abgestellt 

werden könne. Es bestehe für ihn (den Beschwerdeführer) eine manifeste 

und reelle Gefahr, nicht nur von Folter, sondern auch von Ermordung durch 

den iranischen Staat. Es gehe bei der Frage nach der Konversion nicht 

darum, dass man sich öffentlich kritisch geäussert habe, wie das SEM 

meine, vielmehr sei die Konversion schon ein politisches und religiöses 

Statement (in der iranischen Theokratie sei das dasselbe), welches ge-

mäss Koran und dem Hadith des Propheten Mohammed mit dem Tod zu 

bestrafen sei. Die Vorinstanz ergehe sich danach noch in Überlegungen zu 

Spitzfindigkeiten in der Beschwerde. Abgesehen davon, dass sie es ver-

säume, dies zu substantiieren, bestätige sie dabei in ironischer Weise, 

dass sie selber, wie vorgeworfen, völlig spitzfindig und damit treuwidrig und 

willkürlich die Ablehnung begründet habe.  

 

D-6142/2017 

Seite 15 

6.  

6.1 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet ‒ im Ge-

gensatz zum strikten Beweis ‒ ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des 

Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der 

gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder 

nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Eine wesent-

liche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschick-

sals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substantiierte, im Wesent-

lichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten Vor-

kommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tatsächlich erlitte-

nen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinrei-

chende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine 

Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, widersprüch-

lichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der Beurtei-

lung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Ele-

mente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Sub-

stantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit 

usw.), die für oder gegen den Gesuchsteller sprechen. Glaubhaft ist eine 

Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die 

Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vor-

bringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte we-

sentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachver-

haltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 

2012/5 E. 2.2). 

6.2  

6.2.1 Mit Blick auf die Argumentation der Vorinstanz ist zunächst festzuhal-

ten, dass diese gewisse Vorbringen des Beschwerdeführers als glaubhaft 

befand, andere jedoch nicht. So hat das SEM das Asylgesuch in erster Li-

nie aufgrund der angeblichen Unglaubhaftigkeit der Konversion des Be-

schwerdeführers abgelehnt. Hingegen sei das politische Engagement des 

Beschwerdeführers anlässlich der Proteste nach der iranischen Präsident-

schaftswahl vom 12. Juni 2009 sowie in den Jahren 2012/2013 glaubhaft, 

allerdings sei nicht glaubhaft, dass er nach 2012/2013 noch Schwierigkei-

ten mit den Behörden gehabt habe. Vielmehr sei davon auszugehen, dass 

das Interesse der Behörden an seiner Person erloschen sei.  

6.2.2 Auch das Bundesverwaltungsgericht sieht keinen Anlass, an den 

substantiierten, ausführlichen und grundsätzlich schlüssigen Aussagen 

D-6142/2017 

Seite 16 

des Beschwerdeführers bezüglich seiner politischen Aktivitäten zu zwei-

feln. So beteiligten sich trotz massivem Eingreifen der regimetreuen Si-

cherheitskräfte viele Iraner und Iranerinnen nach der Präsidentschaftswahl 

vom 12. Juni 2009 an den öffentlichen Protesten gegen das amtlich be-

kannt gegebene Wahlergebnis (vgl. Urteil des BVGer D-4061/2015 vom 

15. Mai 2017 E. 6.3.1; focus online vom 13.06.2009, Wahlbetrug-Vorwürfe 

und Proteste nach Ahmadinedschads Erdrutschsieg, < https:// 

www.focus.de/ politik/weitere-meldungen/iran-wahlbetrug-vorwuerfe-und-

proteste-nach-ahmadinedschads-erdrutschsieg_aid_407913.html >, zu-

letzt abgerufen am: 04.04.2018; DIETRICH ALEXANDER & DANIEL-DYLAN 

BÖHMER, Welt N24 vom 23.06.2009, Die wütende Stimme der Bilder, 

< https://www.welt.de/politik/article3978126/Die-wuetende-Stimme-der-

Bilder.html >, zuletzt abgerufen am: 04.04.2018). Von den mehreren tau-

send Verhafteten wurden die meisten wieder freigelassen, einige wurden 

jedoch hingerichtet und von anderen wiederum fehlt jede Spur. Demzu-

folge fügt sich dieses Vorbringen des Beschwerdeführers in die damaligen 

politischen Geschehnisse ein und ist somit auch plausibel. 

6.2.3 In einem nächsten Schritt ist die Glaubhaftigkeit der geltend gemach-

ten Konversion des Beschwerdeführers zu prüfen. Der Beschwerdeführer 

hatte bereits anlässlich der Befragung zur Person angegeben, seit etwa 

einem Jahr Christ zu sein, allerdings sei er noch nicht getauft worden. Die 

Vorinstanz argumentierte, dass dies nicht glaubhaft sei, da der Beschwer-

deführer anlässlich der Anhörung ausgesagt habe, er sei Protestant und in 

der Beschwerde geschrieben habe, dass er sich von einem katholischen 

Pfarrer im Glauben unterweisen lasse. Dies würde gemäss Vorinstanz be-

deuten, dass der Beschwerdeführer mittlerweile bereits zum zweiten Mal 

konvertiere, erst zum Protestantismus und danach zum Katholizismus. Al-

lerdings hatte der Beschwerdeführer in der Anhörung betont, dass er den 

Unterschied zwischen Katholiken und Protestanten nicht kenne (A9 F 107). 

Danach hatte er zwar gemäss Protokoll gesagt, dass er Protestant sei, was 

allerdings vor dem Hintergrund zu betrachten ist, dass die im Iran aner-

kannten christlichen Gemeinschaften keine Muslime zu ihren Gottesdiens-

ten zulassen und gemäss allgemeiner Quellenlage am Christentum inte-

ressierten Muslimen im Iran einzig der Zugang zu evangelikalen  

(Haus-)Kirchen offensteht (U.S. DEPARTMENT OF STATE, International Reli-

gious Freedom Report for 2016 – Iran, 15.08.2017, < http://www.state. 

gov/j/drl/rls/irf/religiousfreedom/index.htm?year=2016&dlid=268890 >, zu-

letzt abgerufen am 04.04.2018). In Anbetracht dessen hatte der Beschwer-

deführer erst in der Schweiz die Möglichkeit, sich detailliert über das Chris-

tentum und dessen verschiedene Richtungen zu informieren, wobei – in 

D-6142/2017 

Seite 17 

Übereinstimmung mit dem Beschwerdeführer – festzustellen ist, dass die 

Unterschiede im Glauben zwischen Katholiken und Protestanten (heutzu-

tage in der Schweiz) nicht so zentral sind, als dass ein Übertritt von der 

einen zur anderen Konfession mit einer Konversion vom Islam zum Chris-

tentum vergleichbar wäre. Schliesslich passt auch die Tatsache, dass der 

Beschwerdeführer ausgesagt hat, im Iran noch nicht getauft worden zu 

sein, in den länderspezifischen Kontext der iranischen Hauskirchenbewe-

gung, wie nachfolgend unter E. 7 gezeigt wird. Die Konversion des Be-

schwerdeführers erweist sich somit – entgegen den Erwägungen des SEM 

– als glaubhaft.  

6.2.4 Die Vorinstanz fand weiter nicht glaubhaft, dass der Beschwerdefüh-

rer im Iran Christ geworden sei und Hauskirchen besucht habe, da er be-

züglich der Beschreibung der Hauskirchenbesuche insbesondere von sei-

nen Gefühlen und Erlebnissen gesprochen habe, aber den Ablauf solch 

einer Feier nicht anschaulich habe beschreiben können. Diesbezüglich ist 

zu betonen, dass es sich bei Gefühlen und Assoziationen gerade um Re-

alkennzeichen handelt, welche die Vorbringen regelmässig glaubhaft ma-

chen. Auch die Tatsache, dass die Besuche der Hauskirchen eher einem 

lockeren Apéro-Anlass denn einer feierlichen Zeremonie geglichen hätten, 

vermag dem keinen Abbruch zu tun. So ist gerade vor dem Hintergrund, 

dass es sich um heimliche Treffen handelte, unwahrscheinlich, dass dabei 

eine klassische Liturgie wie bei einem regulären Gottesdienst gehalten 

wurde. Es ist bekannt, dass die Zusammenkünfte in Hauskirchen im Iran 

oft nur sehr wenig mit einem regulären Gottesdienst zu tun haben, es in 

den geheimen Hauskirchen meist weder Pfarrer noch Bibel gibt und die 

Mitglieder wenig über biblische Inhalte wissen (Austrian Centre for Country 

of Origin and Asylum Research and Documentation (ACCORD), Query 

response on Iran: House churches; situation of practising Christians; trea-

tment by authorities of Christian converts’ family members [a-10094], 

14.06.2017, < www.refworld.org/pdfid/5943a44d4.pdf > zuletzt abgerufen 

am 04.04.2018).  

6.2.5 Der Vorinstanz ist bezüglich der Beschriebe der Hauskirchenbesuche 

allerdings dahingehend Recht zu geben, dass es – gerade vor dem Hinter-

grund, dass Hauskirchen und Apostasie im Iran scharf verfolgt und teil-

weise gar mit dem Tode bestraft werden – nicht glaubhaft ist, dass an die-

sen Zusammenkünften jeweils ein Teilnehmer dafür zuständig gewesen 

sei, alle Teilnehmer zu fotografieren (A9 F 50). Deshalb jedoch die Konver-

sion als Ganzes als nicht glaubhaft zu beurteilen, scheint zu kurz gegriffen 

D-6142/2017 

Seite 18 

und vermag aufgrund der Aktenlage nicht zu überzeugen. So passt der Be-

schrieb des Beschwerdeführers, wie er zur Hauskirchenbewegung und 

dem Christentum gekommen sei (act. A9 F 50, 58 bis 60 und 86 ff.), in den 

iranischen Kontext (vgl. zum Ganzen nachfolgend E. 7.3). Auch das Ver-

halten des Beschwerdeführers nach seiner Ankunft in der Schweiz bestärkt 

den Eindruck einer ernstgemeinten Konversion: Er bezeichnete sich be-

reits bei der Befragung als Christ und konnte bereits anlässlich der Anhö-

rung die Inhalte des christlichen Glaubens und die Gründe, wie und wieso 

er zum Christentum gefunden hatte, anschaulich, gut nachvollziehbar und 

widerspruchsfrei darlegen. Zudem hält er an seinem Glauben fest und 

wurde mittlerweile katholisch getauft. 

6.3 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach dem Gesagten zum 

Schluss, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers, in den wesentlichen 

Punkten als glaubhaft gemacht zu erkennen sind. So finden sich in seinen 

Aussagen über seine politische Betätigung und den neu gefundenen Glau-

ben Details, die darauf hindeuten, dass er das Geschilderte tatsächlich er-

lebte. Die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Verletzung nach den Wah-

len im Jahr 2009 fügt sich zudem in den damaligen politischen Kontext ein, 

gingen die iranischen Behörden doch konsequent und hart gegen opposi-

tionelle Anhänger vor. Auch die Verhaftung wegen der Aufnahmen passt in 

den iranischen Kontext. Insbesondere sein Beschrieb der Hauskirchenbe-

wegung, angefangen davon, dass er nicht getauft worden sei und sie sich 

jedes Mal an einem anderen Ort getroffen hätten, bis hin zu, dass alles 

sehr zwanglos gewesen sei, die Teilnehmer um den Kern gewechselt hät-

ten, es sich um eine evangelikale Kirche gehandelt habe und er trotz der 

Gefahr versucht habe, Freunde zum christlichen Glauben zu führen, passt 

in den iranischen Kontext (siehe zum Ganzen nachfolgend E. 7).  

7.  

Somit ist in einem nächsten Schritt zu prüfen, ob in casu ernsthafte Nach-

teile oder eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von 

Art. 3 AsylG vorliegen und somit die Vorbringen des Beschwerdeführers 

asylrechtlich relevant sind. 

7.1  

Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Praxis generell von einer 

schlechten Menschenrechtssituation im Iran aus. Trotz des Amtsantritts 

von Hassan Rohani am 3. August 2013 und seiner Wiederwahl 2017 sieht 

es – obwohl dieser einige Hoffnungen auf Verbesserungen weckte – im 

D-6142/2017 

Seite 19 

Bereich der Menschenrechte schlecht aus. Nur in wenigen Bereichen wer-

den die in den internationalen Menschenrechtskonventionen definierten 

Rechte der Bürgerinnen und Bürger respektiert. Desolat sieht es vor allem 

bei der Wahrung der politischen Rechte und insbesondere der Meinungs-

äusserungsfreiheit aus. Die Sicherheitsbehörden, Geheimdienste und Jus-

tiz halten ihre umfangreiche Macht bei. Jegliche Kritik am System der Isla-

mischen Republik und deren Würdenträgern ist tabu, ebenso die Bericht-

erstattung über politische Gefangene oder echte Oppositionsbewegungen. 

Die Versammlungsfreiheit wie auch die Religionsfreiheit unterliegen erheb-

lichen Einschränkungen. Die iranischen Behörden unterdrücken systema-

tisch die Meinungsäusserungsfreiheit und die Medien sind einer strengen 

Zensur respektive einem Zwang zur Eigenzensur unterworfen. Die Men-

schenrechtsverletzungen dauern auch in jüngster Zeit unvermindert an. 

Journalistinnen und Journalisten, Redakteurinnen und Redakteure, Blog-

gerinnen und Blogger sowie weitere politische Aktivistinnen und Aktivisten 

und Nutzerinnen und Nutzer sozialer Medien, die ihre abweichende Mei-

nung zum Ausdruck gebracht haben, sind festgenommen, vor Gericht ge-

stellt und zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Sicherheits-

dienste und die Justiz ziehen Bürgerinnen und Bürger zur Rechenschaft, 

die ihre Rechte ausüben wollen. Mehrere soziale Medien (u.a. Facebook, 

Twitter, Whatsapp) sind gesperrt worden und die Cyber Crime Unit der Re-

volutionsgarden blockiert Hunderte von Accounts auf Instagram. Das Re-

gime unterdrückt weiterhin friedliche Proteste und zieht Teilnehmende sol-

cher zur Rechenschaft, indem es sie zu Freiheits- und Körperstrafen ver-

urteilt. Folter und Misshandlung von Festgenommenen und Inhaftierten 

sind weiterhin an der Tagesordnung und bleiben ungeahndet, falls sie an-

gezeigt werden. Besorgniserregend ist zudem, dass die Zahl der Hinrich-

tungen im Jahr 2015 einen neuen Höchststand seit 25 Jahren erreichte, 

wobei nicht wenige aufgrund eines eher vage definierten Vergehens na-

mens „moharebeh“, was so viel wie Feindschaft zu Gott heisst, hingerichtet 

wurden. Obwohl die Regierung nach aussen verkündet, dass sie die Men-

schenrechte (sogar) mehr als alle anderen Staaten respektiere, ist im Iran 

der Gedanke der Menschenrechte nicht institutionell verankert. So hält sich 

die Regierung im Innenverhältnis sehr oft weder an die eigene Verfassung 

und Gesetze noch an internationale Konventionen, sondern setzt sich sys-

tematisch über die geltenden Bestimmungen hinweg. Die politische Betä-

tigung für staatsfeindliche Organisationen im Ausland ist seit der Neufas-

sung des iranischen Strafrechts vom 9. Juli 1996 unter Strafe gestellt (§ 

498-500 des iranischen Strafgesetzbuches). Die iranischen Behörden 

überwachen grundsätzlich jegliche politischen Aktivitäten ihrer Bürger so-

wohl im In- wie auch im Ausland. Es ist davon auszugehen, dass Aktivisten, 

D-6142/2017 

Seite 20 

die im Iran bereits einmal ins Visier der Behörden gerieten, bei einer Wie-

dereinreise grössere Gefahr laufen, verhaftet zu werden, als solche, die 

erst im Ausland begannen, sich politisch zu betätigen (vgl. zum Ganzen 

BVGE 2009/28, aus der jüngeren Rechtsprechung etwa Urteil des BVGer 

D-4061/2015 vom 15. Mai 2017 E. 6.3.2 und E. 7.3 ff. m.w.H.). 

7.2 Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) be-

fasste sich eingehend mit der Situation im Iran und im Speziellen mit der 

Situation (exil-)politisch aktiver Iranerinnen und Iraner (vgl. etwa Urteil des 

EGMR M.A. gegen Schweiz vom 18. November 2014, 52589/13, Ziff. 56). 

Er stellte fest, dass die Menschenrechtslage im Iran Anlass zu grossen 

Sorgen gebe. Die iranischen Behörden würden regelmässig Personen, die 

friedlich an oppositionellen oder menschenrechtlichen Aktivitäten teilnäh-

men, in Haft nehmen und misshandeln. Gefährdet seien alle Personen, die 

demonstrierten oder sich in irgendeiner Weise gegen das iranische Regime 

stellten. In einem vorangegangenen Urteil führte der EGMR aus, dass die 

iranischen Behörden auch Personen festnahmen oder misshandelten, wel-

che im eigenen Land friedlich an Demonstrationen teilgenommen oder an-

ders gegen das aktuelle Regime opponiert hatten und keine Führungsper-

sönlichkeiten von politischen Organisationen darstellten (vgl. Urteil des 

EGMR S.F. und andere gegen Schweden vom 15. Mai 2012, 52077/10, 

Ziff. 63 und 69). Zudem würden die Behörden das Internet wirksam über-

wachen und so regimekritische Äusserungen inner- und ausserhalb des 

Irans aufspüren können, insbesondere mit der „Cyber Unit“. Rückkehrende 

Iranerinnen und Iraner würden denn auch bei der Einreise vertieft über-

prüft. Allerdings führe gemäss Immigration and Asylum Chamber des Up-

per Tribunal des Vereinigten Königreichs nicht jeder kritische Kommentar 

zu einer Verfolgung (United Kingdom Upper Tribunal, AB and Others, In-

ternet activity – state of evidence, [2015] UKUT 257 [IAC], 30. April 2015, 

Ziff. 448 ff.). Dies hänge jedoch nicht mit der grossen Toleranz Irans ge-

genüber Kritikern zusammen. Die Cyber Army sei durchaus fähig, das In-

ternet zu durchsuchen, Nachrichten abzufangen und Accounts zu schlies-

sen. Es sei jedoch kein Schema ersichtlich, wann diese eingreife. Wenn 

eine oppositionelle Person die Aufmerksamkeit der Behörden geweckt 

habe, habe diese Person mit grossen Schwierigkeiten zu rechnen. Je akti-

ver eine Person sei, desto grösser sei die Chance, dass sich die Behörden 

für deren Tätigkeiten interessieren würden und die Person daher ernstzu-

nehmende Schwierigkeiten bekomme. Aber dennoch würden die Behörden 

nicht alle möglichen Oppositionellen verfolgen.  

 

http://intranet.bvger.admin.ch/dokumentation/laender/00552/09857/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCGdH56fGym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--
http://intranet.bvger.admin.ch/dokumentation/laender/00552/09857/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCGdH56fGym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--

D-6142/2017 

Seite 21 

7.3  

7.3.1 Zur allgemeinen Situation der Christen ist Folgendes auszuführen: 

Die rechtliche Stellung von muslimischen und nicht-muslimischen Perso-

nen ist in der iranischen Verfassung sowie in verschiedenen Bereichen der 

Gesetzgebung (Straf- und Zivilgesetzbuch) des Irans festgelegt worden. 

Artikel 12 der iranischen Verfassung bestimmt den Islam und spezifisch die 

schiitische Glaubensschule der Zwölferschia als Staatsreligion. Artikel 13 

benennt die vom Staat anerkannten religiösen Minderheiten; es sind dies 

Zoroastrier, Juden und Christen. Artikel 64 garantiert diesen Minderheiten 

insgesamt fünf Sitze im Parlament, wovon zwei Sitze der armenisch-ortho-

doxen und je ein Sitz der assyrisch-chaldäischen, der jüdischen und der 

zoroastrischen Glaubensgemeinschaft zustehen. Die erwähnten drei Glau-

bensrichtungen geniessen theoretisch innerhalb des gesetzlichen Rah-

mens das Recht auf freie Ausübung ihrer religiösen Riten sowie Zeremo-

nien und ihre Anhängerinnen und Anhänger dürfen sich in persönlichen 

und glaubensspezifischen Belangen gemäss ihren religiösen Vorschriften 

verhalten. Obwohl gebürtige Christen ihren Glauben innerhalb des gesetz-

lichen Rahmens praktizieren dürfen, werden sie indes in weiten Teilen ihres 

Lebens diskriminiert.  

Nach der Revolution im Jahre 1979 setzte die Verfolgung und Diskriminie-

rung religiöser Minderheiten ein. Dies hatte in den achtziger Jahren eine 

Abwanderung insbesondere armenischer Christen zur Folge. Diese sahen 

sich durch vielfältige Diskriminierungen und Eingriffe durch den iranischen 

Staat verfolgt. Hinzu kamen von muslimischer Seite Übergriffe durch pri-

vate Drittpersonen. Im Jahre 1990 begann eine neue, zum Teil bis heute 

andauernde Kampagne gegen die christliche Kirche. So zeigen sich die 

bestehenden Diskriminierungen der Christen (sowie der anderen religiösen 

Minderheiten) im Iran insbesondere in wirtschaftlicher, beruflicher und so-

zialer Hinsicht. Für Nicht-Muslime sind Ämter in der iranischen Exekutive, 

gewisse Posten in der Verwaltung, auf Richterebene und im Wächterrat 

sowie hohe Offiziersränge unzugänglich. Mit der Ausschliessung der religi-

ösen Minderheiten von den wichtigsten Staatsfunktionen soll gewährleistet 

bleiben, dass alle Gesetze und Regulative auf islamischen Kriterien beru-

hen. Zudem sind iranische Christen wegen ihrer Nähe zu westlichen Le-

bensvorstellungen in letzter Zeit offenbar auch bevorzugtes Ziel von Spio-

nagevorwürfen geworden, die nicht selten in gezielte Verfolgung der be-

treffenden Personen umschlugen. In genereller Hinsicht kann festgestellt 

werden, dass Christen als Bürger „zweiter Klasse“ betrachtet werden, was 

D-6142/2017 

Seite 22 

sich – wie oben bereits erwähnt – in diversen Gesetzen widerspiegelt res-

pektive deren Schlechterstellung in ehe-, erb- und strafrechtlichen Angele-

genheiten zur Folge hat.  

Obwohl das Christentum somit im Iran grundsätzlich eine anerkannte Re-

ligion ist, ist die Ausübung des Glaubens keinesfalls ungehindert möglich. 

Angehörige der christlichen Minderheit sind beispielsweise dem Verbot 

ausgesetzt, ihren Glauben über den Kreis ihrer Familie und ihrer Gemeinde 

hinaus zu propagieren. Der Versuch, Muslime zum Christentum zu bekeh-

ren, ist strengstens verboten. Jegliche missionarische Tätigkeit wird als 

Verstoss gegen die allgemein geltenden religiösen Grundprinzipien ange-

sehen und als solche verfolgt (vgl. zum Ganzen ausführlich BVGE 2009/28 

E. 7.3.2.1).  

7.3.2 Nicht nur jegliche missionarische Tätigkeit, sondern auch der Abfall 

vom Islam ist im Iran verboten. Dennoch wird in den letzten Jahren eine 

merkliche Zunahme an Konversionen im Iran festgestellt. Diese Zunahme 

der Konversionen beziehungsweise des Übertritts vom Islam zum Chris-

tentum wird einerseits mit der zunehmenden Ablehnung der stets restriktiv-

islamisch argumentierenden Regierungselite durch die zumeist jungen Ira-

nerinnen und Iraner begründet, die ihre Hinwendung zum Christentum als 

Protest gegen die islamische Regierung verstehen. Andererseits ist eine 

augenfällige Intensivierung der Missionierungsbestrebungen christlicher 

Gruppierungen im Iran feststellbar. Dieser Trend erstaunt umso mehr, als 

gemäss islamischem Recht für eine muslimische Person keine anerkannte 

Möglichkeit existiert, dem islamischen Glauben abzuschwören und zum 

Christentum überzutreten. Gemäss dem Koran kommt der Abfall vom 

Glauben dem Verrat an der islamischen Gemeinde gleich und soll mit dem 

Tod bestraft werden. Das kodifizierte iranische Strafrecht kennt jedoch die 

Apostasie als Tatbestand bisher nicht. Der Richter kann die Todesstrafe für 

einen Konvertiten also nicht aus dem kodifizierten Strafrecht begründen, 

sondern lediglich mit der Scharia (vgl. Urteile des EGMR A. gegen Schweiz 

vom 19. Dezember 2017, 60342/16, Ziff. 26-31; und zum Ganzen F.G. ge-

gen Schweden vom 23. März 2016, 43611/11).  

Allein der Übertritt führt grundsätzlich zu keiner (individuellen) staatlichen 

Verfolgung, sofern der Konvertit den absoluten Machtanspruch der Mus-

lime respektiert und nicht missionierend tätig wird. Eine Verfolgung durch 

den iranischen Staat kommt erst dann zum Tragen, wenn der Glaubens-

wechsel bekannt wird und zugleich Aktivitäten des Konvertiten vorliegen, 

die vom Regime als Angriff auf den Staat angesehen werden. Zusätzlich 

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Seite 23 

zu den genannten staatlichen Repressionen gegen gebürtige Christen 

kann für Konvertiten eine weitere Gefährdung dann entstehen, wenn sie 

ins Visier radikaler Muslime geraten, die den Abfall vom Islam als ein mit 

dem Tod zu bestrafendes Vergehen betrachten. Eine ähnliche Gefährdung 

für die physische Unversehrtheit von Konvertiten kann aus dem Kreis der 

Familie entstehen, wenn einer solchen radikale Muslime angehören, die 

einen Religionswechsel nicht tolerieren, zumal die iranischen Behörden 

aufgrund ihrer fehlenden Schutzbereitschaft mit erheblicher Wahrschein-

lichkeit keinen Einsatz zugunsten des betreffenden christlichen Konvertiten 

leisten respektive inoffiziell solche Übergriffe dulden würden (vgl. zum Gan-

zen BVGE 2009/28 E. 7.3.4). 

7.3.3 Obwohl offiziell die christlichen Kirchen im Iran geduldet werden, sind 

keine Hauskirchen erlaubt. Dies wird von offizieller Seite insbesondere da-

mit begründet, dass es genügend offizielle christliche Kirchen gebe und es 

weder neue Kirchen brauche noch Anträge auf weitere Kirchengründungen 

gestellt worden seien (vgl. UN HUMAN RIGHTS COUNCIL, Report of the Spe-

cial Rapporteur on the situation of human rights in the Islamic Republic of 

Iran [A/HRC/31/69], 26.05.2016, < http://www.ohchr.org/EN/HRBo-

dies/HRC/RegularSessions/Session31/Documents/A-HRC-31-

69_en.doc >, S. 19, zuletzt abgerufen am 04.04.2018). Wahrscheinlicher 

ist jedoch, dass die Hauskirchen verboten sind, da sie und ihre Besucher 

aufgrund ihrer Untergrundnatur weniger gut überwachbar sind, diese – im 

Gegensatz zu den christlichen Landeskirchen – die persische Sprache be-

nutzen und insbesondere auch Menschen mit muslimischem Hintergrund 

aufnehmen. Aufgrund des immer grösseren Drucks und der wachsenden 

Verfolgung von Hauskirchen im Iran gibt es je länger je mehr Christen, wel-

che keinen regulären Kontakt mit anderen Christen haben. In den meisten 

Fällen erhalten diese isolierten Christen ihre Ausbildung via christliche Pro-

gramme, welche sie per Satellit empfangen können, denn es sind nicht nur 

Hauskirchen verboten, sondern auch der Besitz von Bibeln. Oft gibt es in 

den Hauskirchen daher weder Pfarrer noch Bibel und die Mitglieder werden 

in der Regel nicht getauft. Zudem schleust die Polizei immer wieder Spitzel 

in die Gruppen ein und nimmt deren Mitglieder fest. Manche Mitglieder 

tauchen nach ihrer Verhaftung nie wieder auf (vgl. zum Ganzen: UK HOME 

OFFICE, Country policy and information note – Iran: Christians and Chris-

tian converts, March 2018, < https://assets.publishing.service.gov.uk/gov-

ernment/uploads/system/uploads/attachment_data/file/686067/iran-chris-

tians-cpin.pdf >, zuletzt abgerufen am 04.04.2018; Austrian Centre for 

Country of Origin and Asylum Research and Documentation (ACCORD), 

Query response on Iran: House churches; situation of practising Christians; 

D-6142/2017 

Seite 24 

treatment by authorities of Christian converts’ family members [a-10094], 

14.06.2017, < www.refworld.org/pdfid/5943a44d4.pdf > zuletzt abgerufen 

am 04.04.2018).  

7.4 Nach dem Gesagten hält das Bundesverwaltungsgericht die Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers aus folgenden Gründen für geeignet, eine be-

gründete Furcht vor Verfolgung glaubhaft zu machen:  

Auch eine Person mit einem wenig herausragenden Profil kann anlässlich 

ihrer Rückkehr in den Iran ins Visier der iranischen Behörden geraten, na-

mentlich wenn die Behörden bereits früher auf sie aufmerksam geworden 

sind. In diesem Fall besteht ein erhebliches Risiko, dass die betroffene Per-

son nach einer Befragung inhaftiert und strafrechtlich verfolgt wird, was im 

iranischen Kontext mit Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG 

verbunden sein kann. Im Falle des Beschwerdeführers ist davon auszuge-

hen. Aufgrund verschiedener oppositionspolitischer Tätigkeiten kam der 

Beschwerdeführer unbestrittenermassen schon früher in den Fokus der 

iranischen Behörden und war auch schon inhaftiert. Zudem konvertierte er 

bereits im Iran und besuchte dort Hauskirchen. Es ist durchaus nicht aus-

zuschliessen, dass die Behörden Kenntnis der Besucher erlangt haben 

und diese zu verhaften begannen. So schleust die Polizei immer wieder 

Spitzel in Gruppen ein und nimmt deren Mitglieder fest, wobei manche 

nach ihrer Verhaftung nicht mehr auftauchen. Ebenfalls nicht auszuschlies-

sen ist, dass der Beschwerdeführer von jemandem aus seinem Umfeld ver-

raten wurde. Er hatte in der freien Erzählung ausgesagt, dass er in seinem 

Freundeskreis zu missionieren versucht habe (act. A9 F 96). Insbesondere 

vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer am Tag vor seiner Aus-

reise gesucht wurde, wobei Beamte eine Hausdurchsuchung vornahmen 

und religiöse Bücher, christliche Symbole, seinen Laptop mit oppositionel-

len Bildern sowie weitere Dokumente beschlagnahmten, hatte der Be-

schwerdeführer begründete Furcht vor einer Verhaftung. Er war damit im 

Zeitpunkt seiner Ausreise ernsthaft von flüchtlingsrechtlich relevanten 

Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG bedroht und dürfte solche im Falle 

einer Rückkehr weiterhin zu gewärtigen haben.  

8.  

Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass der Beschwerdefüh-

rer die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt. Da den Ak-

ten keine Anhaltspunkte für ein Vorliegen von Ausschlussgründen im Sinne 

von Art. 53 AsylG zu entnehmen sind, ist ihm in der Schweiz Asyl zu ge-

währen (Art. 49 AsylG). 

D-6142/2017 

Seite 25 

Folglich ist die Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene Verfügung 

aufzuheben und das SEM anzuweisen, den Beschwerdeführer als Flücht-

ling anzuerkennen und ihm Asyl in der Schweiz zu gewähren.  

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu 

erheben (Art. 63 Abs. 1 und Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

9.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Der Rechts-

vertreter reichte am 19. Dezember 2017 eine Kostennote mit Leistungsliste 

ein, welche angemessen erscheint. Dem Beschwerdeführer ist somit zu-

lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 1‘846.15.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen. Der An-

spruch auf Entschädigung aufgrund eines allfälligen amtlichen Mandats 

wird damit gegenstandslos.  

(Dispositiv nächste Seite)   

D-6142/2017 

Seite 26 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 28. September 2017 wird aufgehoben.  

3.  

Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführer im Sinne der Erwägun-

gen als Flüchtling anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren. 

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

5.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 1‘846.15.– auszurichten. 

6.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Mia Fuchs Nira Schidlow 

 

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