# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9837ec0d-d475-5d48-93b8-268140e26085
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2026-01-15
**Language:** de
**Title:** 2C_718/2025 15.01.2026
**Docket/Reference:** 2C_718/2025
**URL:** https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F15-01-2026-2C_718-2025&print=yes&zoom=

## Full Text

Bundesgericht
Tribunal fdral
Tribunale federale
Tribunal federal
2C_718/2025
Urteil vom 15. Januar 2026
II. ffentlich-rechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichterin Aubry Girardin, Prsidentin,
Gerichtsschreiberin Ivanov.
Verfahrensbeteiligte
A.A.________,
Beschwerdefhrerin,
gegen
Amt fr Migration und Integration Kanton Aargau, Rechtsdienst, Bahnhofplatz 3C, 5001 Aarau.
Gegenstand
Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung,
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau, 2. Kammer, vom 20. November 2025 (WBE.2025.389).
Erwgungen:
1.
1.1. Mit Eingabe vom 22. Oktober 2025 (Postaufgabe 23. Oktober 2025) reichte die kosovarische Staatsangehrige A.A.________ (geb. 1999) eine Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau ein. Diese richtete sich gegen einen Einspracheentscheid des Rechtsdienstes des Amts fr Migration und Integration Kanton Aargau vom 26. September 2025 betreffend den Widerruf ihrer Aufenthaltsbewilligung und ihre Wegweisung.
Da die Beschwerde nicht unterzeichnet worden war, wurde A.A.________ mit Verfgung vom 27. Oktober 2025 aufgefordert, innert einer nicht erstreckbaren Frist von zehn Tagen ab Zustellung der Verfgung die Beschwerde zu unterzeichnen und erneut einzureichen, unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall. Diese Verfgung wurde A.A.________ am 28. Oktober 2025 zur Abholung angezeigt und am 6. November 2025 infolge Nichtabholung an das Verwaltungsgericht zurckgesandt.
Mit Schreiben vom 12. November [2025] wurde A.A.________ mitgeteilt, dass ihr die besagte Verfgung per Einschreiben htte zugestellt werden sollen, sie diese Postsendung jedoch nicht abgeholt habe und die Verfgung als am letzten Tag der siebentgigen Abholfrist, d.h. am 4. November 2025, zugestellt gelte. Die Verfgung wurde dem Schreiben beigelegt.
1.2. Mit Urteil vom 20. November 2025 trat das Verwaltungsgericht, 2. Kammer, auf die Beschwerde androhungsgemss nicht ein, da A.A.________ innert der ihr angesetzten Frist keine Beschwerdeverbesserung in Form einer eigenhndig unterzeichneten Beschwerde eingereicht habe.
1.3. A.A.________ gelangt mit einer als "Einsprache" bezeichneten Eingabe vom 16. Dezember 2025 (Postaufgabe) an das Bundesgericht und beantragt, es sei das Urteil vom 20. November 2025 vollumfnglich aufzuheben und es sei ihr Anspruch auf Aufenthaltsbewilligung anzuerkennen.
Mit Schreiben vom 17. Dezember 2025 wurde A.A.________ darauf aufmerksam gemacht, dass ihre Eingabe den Begrndungsanforderungen an eine Beschwerde an das Bundesgericht nicht gengen drfte, sodass das Bundesgericht vermutlich nicht darauf eintreten werde. Es wurde ihr jedoch die Mglichkeit eingerumt, bis zum Ablauf der Beschwerdefrist die Eingabe zu verbessern.
In der Folge reichten A.A.________ und ihr Ehemann, B.A.________, eine vom 6. Januar 2026 datierte gemeinsame "Erklrung" (Postaufgabe am 9. Januar 2026) ein, in welcher sie angeben, dass sie sich entschieden htten, das gemeinsame Eheleben wieder aufzunehmen.
Es wurden keine weiteren Instruktionsmassnahmen angeordnet.
2.
2.1. Nach Art. 42 BGG haben Rechtsschriften an das Bundesgericht die Begehren, deren Begrndung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Die Begrndung hat sachbezogen zu sein; die beschwerdefhrende Partei hat in gezielter Auseinandersetzung mit den fr das Ergebnis des angefochtenen Entscheids massgeblichen Erwgungen plausibel aufzuzeigen, welche Rechte bzw. Rechtsnormen die Vorinstanz verletzt haben soll (BGE 148 IV 205 E. 2.6; 140 III 86 E. 2 mit Hinweisen). Ficht die beschwerdefhrende Partei - wie hier - einen Nichteintretensentscheid an, haben sich ihre Rechtsbegehren und deren Begrndung zwingend auf die vorinstanzlichen Erwgungen zu beziehen, die zum Nichteintreten gefhrt haben (Urteile 2C_171/2025 vom 1. April 2025 E. 2.3; 2C_204/2023 vom 26. April 2023 E. 2.2; 2C_130/2023 vom 22. Mrz 2023 E. 2.1). Die Anwendung kantonalen Rechts prft das Bundesgericht - von hier nicht zutreffenden Ausnahmen ( Art. 95 lit. c-e BGG ) abgesehen - nur auf Bundesrechtsverletzungen, namentlich auf Willkr hin (BGE 149 IV 183 E. 2.4; 143 I 321 E. 6.1; 141 I 105 E. 3.3.1). In Bezug auf die Verletzung von Grundrechten, einschliesslich des Willkrverbots, und von kantonalem Recht gilt eine qualifizierte Rge- und Begrndungspflicht (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 149 I 248 E. 3.1; 143 II 283 E. 1.2.2; 141 I 36 E. 1.3).
2.2. Streitgegenstand bildet vorliegend einzig die Frage, ob die Vorinstanz auf die bei ihr erhobene Beschwerde zu Recht nicht eingetreten ist. Nicht Streitgegenstand sind die materiellen Aspekte des Falles, so insbesondere der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdefhrerin. Auf das Begehren, es sei ihr ein Anspruch auf Aufenthaltsbewilligung anzuerkennen, ist bereits aus diesem Grund nicht einzutreten.
2.3. Das Verwaltungsgericht ist gesttzt auf das kantonale Verfahrensrecht auf die Beschwerde nicht eingetreten, weil die Beschwerdefhrerin innert der ihr bis zum 14. November 2025 angesetzten Frist keine Beschwerdeverbesserung in Form einer eigenhndig unterzeichneten Beschwerde eingereicht habe (vgl. 43 Abs. 3 des Gesetzes [des Kantons Aargau] ber die Verwaltungsrechtspflege [Verwaltungsrechtspflegegesetz; VRPG/AG; SAR 271.200]).
2.4. Die Eingabe der Beschwerdefhrerin vom 16. Dezember 2025 (Postaufgabe) lsst jegliche Auseinandersetzung mit den Erwgungen der Vorinstanz, die zum Nichteintreten auf ihre Beschwerde gefhrt haben, vermissen. Sie anerkennt einzig, dass sie ihre Beschwerde ohne Unterschrift eingereicht habe. Im brigen ussert sie sich ausfhrlich zur Beziehung zu ihrem Ehemann und zu ihren Integrationsbemhungen in der Schweiz. Diese Ausfhrungen, wie auch jene in der gemeinsamen Erklrung der Ehegatten vom 9. Januar 2026 (Postaufgabe) betreffend die Wiederaufnahme des Ehelebens, gehen indessen am Streitgegenstand vorbei (vgl. E. 2.2 hiervor). Folglich gelingt es der Beschwerdefhrerin nicht, substanziiert darzutun (Art. 106 Abs. 2 BGG), dass die Vorinstanz das kantonale Recht willkrlich angewendet oder sonstwie gegen Bundes (verfassungs) recht verstossen habe, indem sie auf ihre Beschwerde nicht eingetreten ist.
3.
3.1. Auf die offensichtlich nicht hinreichend begrndete Beschwerde ist mit Entscheid der Abteilungsprsidentin als Einzelrichterin im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 BGG (Abs. 1 lit. b) nicht einzutreten.
3.2. Die unterliegende Beschwerdefhrerin trgt die umstndehalber reduzierten Gerichtskosten (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG). Parteientschdigungen sind nicht geschuldet (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Demnach erkennt die Prsidentin:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdefhrerin auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Aargau, 2. Kammer, und dem Staatssekretariat fr Migration mitgeteilt.
Lausanne, 15. Januar 2026
Im Namen der II. ffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Prsidentin: F. Aubry Girardin
Die Gerichtsschreiberin: D. Ivanov