# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7dd16058-b85b-53f3-81a4-755a1f484349
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.09.2010 E-2082/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2082-2007_2010-09-01.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2082/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Kurt Gysi (Vorsitz), 
Richterin Gabriela Freihofer,
Richterin Regula Schenker Senn; 
Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli.

A._______, 
Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Asylgesuch aus dem Ausland; 
Verfügung des BFM vom  26. Januar 2007 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

Sachverhalt:

A.

Der Beschwerdeführer suchte mit englischsprachigem Schreiben vom 
14. Februar 1999 an die Schweizerische Vertretung in Colombo sinn-
gemäss um Asyl in der Schweiz nach. Zur Begründung führte er an, er 
halte sich als politischer Häftling im Gefängnis von B._______ auf.

B.

Mit Schreiben vom 24. Februar 1999 forderte die Schweizerische Bot-
schaft  den Beschwerdeführer  auf,  sich bei  ihr  zu melden,  sobald  er 
das  Gefängnis  verlassen  habe  und  in  der  Lage  sei,  der  Botschaft 
weitere Angaben zu machen oder an einer Befragung teilzunehmen.

C.

Mit Eingabe vom 29. Juni 2006 gelangte der Beschwerdeführer erneut 
an  die  Schweizerische  Vertretung  in  Colombo  und  führte  aus,  er 
stamme aus  C._______  (Nordprovinz).  Nach  seiner  Freilassung  aus 
dem  Gefängnis  sei  er  zu  seiner  Familie  nach  C._______ 
zurückgekehrt. Die meisten Probleme seien damals gelöst  gewesen, 
und er habe in Sri Lanka bleiben wollen. Aus diesem Grund habe er 
sich  nicht  mehr  bei  der  Schweizerischen  Botschaft  gemeldet. 
Inzwischen  gebe  es  wieder  vermehrt  ethnisch  motivierte  Probleme, 
insbesondere in  seiner  Herkunftsgegend. Er  ersuche daher  um eine 
Einladung zu einer Befragung.

D.

Mit  Schreiben  vom  25.  Juli  2006  forderte  die  Botschaft  den  Be-
schwerdeführer  –  sofern  er  am  Gesuch  festhalte  –  auf,  seine  Vor-
bringen detailliert  auszuführen,  alle  Beweismittel  zu  bezeichnen und 
Kopien betreffend seine Identität einzureichen.

E.

Mit Schreiben vom 8. August 2006 präzisierte der Beschwerdeführer 
seine bisherigen Angaben. Am 2. März 2001 sei er aus dem Gefängnis 
entlassen worden und in seinen Heimatort C._______ zurückgekehrt. 
Er habe dort  in Ruhe leben können und keinen Anlass zur Ausreise 
mehr  gehabt.  Inzwischen  gebe  es  jedoch  wieder  Probleme  in  der 
Nordprovinz,  namentlich mehr Morde, deren Urheber unbekannt und 
deren Motive  nicht  erkennbar  seien. Sofern  möglich,  ersuche er  um 

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Ausstellung von Visen für seine ganze Familie, andernfalls lediglich für 
ihn. 

Als Beweismittel  reichte er – jeweils in Kopie – seine Identitätskarte 
und  Geburtsurkunde  und  dieselben  Papiere  seiner  Ehefrau  und 
Kinder,  eine  Bestätigung  des  Internationalen  Roten  Kreuzes  vom 
28. Dezember  2001,  den  IKRK-Ausweis  Nr.  (...),  eine  Entlassungs-
bescheinigung  des  High  Court  D._______  vom 2.  März  2001,  eine 
Wohnsitzbescheinigung  der  Gemeinde  C._______  vom  5.  August 
2006, eine Integritätsbestätigung, Justice of the Peace, vom 6. August 
2006, eine Anklageschrift und ein Urteil des High Court of Vavuniya zu 
den Akten.

F.

Mit  Schreiben vom 14. August  2006  gelangte  der  Beschwerdeführer 
erneut  an  die  Schweizerische  Botschaft  und  teilte  mit,  er  sei  am 
7. August  2006  nach  Colombo  gereist,  um  die  mit  dem  vorigen 
Schreiben  eingereichten  Dokumente  sicher  beschaffen  zu  können. 
Aufgrund  der  aktuellen  Situation  in  Jaffna  könne  er  nicht  dorthin 
zurückkehren, weshalb er sich bei Verwandten in Colombo aufhalte.

G.

Am 24. November  2006  überwies  die  Schweizerische Botschaft  das 
Dossier des Beschwerdeführers dem BFM zur Prüfung der Begehren.

H.

Mit  Verfügung vom 26. Januar  2007 verweigerte  das  BFM dem Be-
schwerdeführer die Einreise in die Schweiz und lehnte dessen Asyl -
gesuch ab.

I.

Mit an die Schweizerische Botschaft in Colombo (Eingang am 9. März 
2007) gerichteter und von dieser am 13. März 2007 an das Bundes-
verwaltungsgericht  weitergeleiteten  Eingabe  vom  25.  Februar  2006 
(recte:  2007)  beantragt  der  Beschwerdeführer  sinngemäss  die  Auf-
hebung der vorinstanzlichen Verfügung.

J.

Das BFM beantragt in der Vernehmlassung vom 4. April 2008 die Ab-
weisung der Beschwerde. 

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K.

Mit  Zwischenverfügung  vom  22.  Juni  2010  unterbreitete  der 
Instruktionsrichter  dem  Beschwerdeführer  die  Vernehmlassung  zur 
Stellungnahme.  Innert  der  angesetzten  Frist  liess  sich  der  Be-
schwerdeführer nicht vernehmen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf 
dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die Beschwerde ist  nicht  in  einer  Amtssprache des Bundes ab-
gefasst.  Aus  prozessökonomischen  Gründen  wurde  vorliegend  auf 
eine  Rückweisung  der  englischsprachigen  Beschwerde  zur  Über-
setzung in eine Amtssprache verzichtet, da das (sinngemäss) gestellte 
Rechtsbegehren verständlich sowie begründet ist. Sodann ergeht der 
Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts in deutscher Sprache (vgl. 
Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).

1.3 Der  Zeitpunkt  der  Eröffnung  der  angefochtenen  Verfügung  steht 
mangels Vorliegens einer Empfangsbestätigung nicht fest. Da die Be-
weislast für die Zustellung an die Partei der eröffnenden Behörde ob -
liegt (vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren 
vor dem Bundesverwaltungsgericht, Handbücher für die Anwaltspraxis, 
Band  X,  Basel  2008,  Rz.  3.150,  S.  166  f.),  ist  zugunsten  des  Be-
schwerdeführers davon auszugehen, dass die am 9. März 2007 bei der 
Botschaft  in  Colombo  und  am  20.  März  2007  beim  Bundesver-
waltungsgericht eingegangene Beschwerde rechtzeitig erfolgt ist.

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1.4 Der Beschwerdeführer  hat  am Verfahren vor der  Vorinstanz teil -
genommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-
miert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit 
einzutreten (Art. 105 AsylG i.V.m. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1, Art. 50 
und Art. 52 VwVG).

2.

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.

3.1

Gemäss  Art. 19  AsylG  kann  ein  Asylgesuch  im  Ausland  bei  einer 
schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem Be-
richt an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Die schwei-
zerische Vertretung führt  mit der asylsuchenden Person in der Regel 
eine  Befragung  durch  (Art.  10  Abs.  1  der  Asylverordnung 1  vom 
11. August  1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV 1,  SR  142.311]).  Ist 
dies  nicht  möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  von  der  Ver-
tretung  aufgefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art.  10 
Abs. 2 AsylV 1). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat in Auslegung dieser Bestimmungen 
in seinem Urteil  BVGE 2007/30 erkannt, dass sich die Unmöglichkeit 
einer  Befragung  aus  organisatorischen  oder  kapazitätsmässigen 
Gründen bei der jeweiligen Vertretung, aus faktischen Hindernissen im 
betreffenden Land oder aus bei der asylsuchenden Person liegenden 
persönlichen  Gründen  ergeben kann (vgl. BVGE,  a.a.O.,  E. 5.2  und 
5.3).  Da  die  Anhörung  der  Sachverhaltserstellung  sowie  der  Ge-
währung des rechtlichen Gehörs dient (vgl. BVGE, a.a.O., E. 5.5), ist 
die  asylsuchende  Person  bei  gegebener  Unmöglichkeit  einer  An-
hörung  unter  Hinweis  auf  ihre  Mitwirkungspflicht  in  einem 
individualisierten Schreiben mittels konkreter Fragen aufzufordern, ihre 
Asylgründe  schriftlich  festzuhalten;  wobei  ein  standardisiertes 
Schreiben diesen Anforderungen in der Regel nicht zu genügen ver-
mag (vgl. BVGE, a.a.O., E. 5.4). Allerdings kann sich eine Befragung 
beziehungsweise  eine  schriftliche  Sachverhaltsabklärung  erübrigen, 
wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs 

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als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber 
diesfalls immerhin im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu 
geben, sich zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumindest 
schriftlich zu äussern (vgl. BVGE, a.a.O., E. 5.7). Schliesslich ist das 
Bundesamt in jedem Fall gehalten, das Absehen von einer Befragung 
in  der  Verfügung  über  das  Asylgesuch  zu  begründen  (vgl.  BVGE, 
a.a.O., E. 5.6 sowie 5.7).

3.2 Den Akten ist zu entnehmen, dass die Schweizerische Botschaft 
in  Colombo den Beschwerdeführer  nicht  zu  seinen Asylgründen be-
fragt hat. Sie hat ihn einzig mittels eines standardisierten Schreibens 
vom 25. Juli 2006 aufgefordert, detaillierte Angaben zu seinen Flucht -
gründen  zu machen und entsprechende Beweismittel  zu bezeichnen 
beziehungsweise  einzureichen.  Diese  Unterlagen  des  Beschwerde-
führers hat die Botschaft an das BFM weitergeleitet, mit dem Hinweis, 
dass sich der Beschwerdeführer lediglich auf die Verschlechterung der 
allgemeinen Lage in Sri  Lanka berufe. Aufgrund der Eingaben sowie 
den eingereichten Beweismittel ist das BFM in der Folge davon aus-
gegangen,  dass  alle  entscheidrelevanten  Informationen  vorliegen 
würden,  um vorliegend  den  Sachverhalt  als  genügend  abgeklärt  zu 
erachten.  Demzufolge  hat  es  auf  eine  Befragung  beziehungsweise 
eine schriftliche Aufforderung zu weiteren Konkretisierungen der  An-
gaben verzichtet und die Verfügung erlassen. 

3.3 Nach  dem  vorstehend  angeführten  Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts BVGE 2007/30 hätte das BFM bei  dieser Sachlage 
einerseits dem Beschwerdeführer Gelegenheit gegeben müssen, sich 
zum abzusehenden negativen Entscheid zu äussern, und andererseits 
in der Verfügung vom 26. Januar 2007 den Verzicht auf eine Befragung 
begründen müssen. Dies hat es offensichtlich nicht getan. Die Nicht-
beachtung dieser Grundsätze stellt demnach in Beachtung von BVGE 
2007/30 eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. 

3.4 Die Verletzung des rechtlichen Gehörs kann im Allgemeinen auf 
Beschwerdeebene nicht geheilt werden. Dies namentlich deshalb, weil  
es nicht Sinn und Zweck des Rekursverfahrens vor dem Bundesver-
waltungsgericht  sein  kann,  von  der  Vorinstanz  unterlassene  Ver-
fahrenshandlungen  nachzuholen.  Gegen  eine  Heilung  von  fest-
gestellten Verfahrensmängel spricht insbesondere auch der Umstand, 
dass  dem Beschwerdeführer  eine  Instanz  verloren  ginge  (vgl.  dazu 
EMARK 1998 Nr. 34  E. 10d S. 292). Dies wiegt umso schwerer, wenn 

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es wie  vorliegend einerseits  um die  zentrale Frage der  Prüfung des 
Vorliegens  einreiserelevanter  Verfolgung  geht,  und  anderseits  dieser 
Entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  durch  ein  ordentliches 
Rechtsmittel  nicht  mehr  angefochten  werden  könnte,  was  für  den 
Beschwerdeführer einen erheblichen Nachteil darstellen würde.

3.5 Das  angeführte  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  BVGE 
2007/30 erging am 27. November 2007. Bis zu diesem Zeitpunkt war 
der Verzicht auf eine Anhörung beziehungsweise auf eine schriftliche 
Aufforderung  zur  Konkretisierung  der  Asylgründe  generell  zulässig. 
Ebensowenig musste vor Erlass der Verfügung das rechtliche Gehör 
gewährt  und der Verzicht auf  eine Befragung in der vorinstanzlichen 
Verfügung  begründet  werden. Vor diesen  Hintergrund  erscheint  eine 
Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  nicht  in  jedem  Fall  als 
zwingend. Vielmehr kann es unter besonderen Umständen angezeigt 
sein,  den  vor  Bekanntwerden  der  neuen  Praxis  begangenen  Ver-
fahrensmangel nur ausnahmsweise zu heilen. Dies namentlich dann, 
wenn  aufgrund  der  Akten  davon  auszugehen  ist,  dass  der  asyl-
suchenden Person in materieller Hinsicht kein Nachteil erwachsen ist. 
Eine solche Konstellation ist  insbesondere dann gegeben, wenn der 
entscheidwesentliche  Sachverhalt  aufgrund  der  schriftlichen  Be-
gründung  des  Asylgesuches  und  allfälliger  Beweismittel  als  hin-
reichend  erstellt  zu  erachten  ist  und  der  asylsuchenden  Person  zu-
mindest  auf  Beschwerdeebene  die  Möglichkeit  offengestanden  hat, 
sich  nochmals  zu  ihren  Asylgründen  zu  äussern  (vgl.  dazu  EMARK 
1999 Nr. 3 E. 3c S. 20 f.). 

3.6 Die angefochtene Verfügung datiert vom 26. Januar 2007. Sie er-
ging somit zehn Monate vor der durch den Entscheid BVGE 2007/30 
eingeleiteten  Praxisänderung. Hinzu kommt,  dass  aufgrund  der  vom 
Beschwerdeführer  eingereichten  Unterlagen  der  rechtserhebliche 
Sachverhalt  als  erstellt  zu  erachten  ist  (vgl.  vorstehend  E.  3.3). 
Überdies ist  dem Beschwerdeführer aus dem vorliegenden Vorgehen 
kein  materieller  Nachteil  entstanden,  auch  wenn  ihm  auf  Be-
schwerdestufe  seitens  des  Gerichts  keine  Möglichkeit  zur  Stellung-
nahme eingeräumt wurde. Im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht wäre 
es dem Beschwerdeführer jederzeit  möglich und zumutbar gewesen, 
von sich aus erneut durch eine schriftliche Eingabe bei der Botschaft  
an  das  Bundesverwaltungsgericht  zu  gelangen.  Aufgrund  der  be-
sonderen  Konstellation  ist  vorliegend  ausnahmsweise  von  einer 
Kassation der angefochtenen Verfügung abzusehen. Demnach ist  im 

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Folgenden  in  materieller  Hinsicht  zu  prüfen,  ob  das  BFM  dem  Be-
schwerdeführer  zu  Recht  die  Einreise  in  die  Schweiz  verwehrt  und 
sein Asylgesuch abgewiesen hat.

4.   
4.1 Das BFM kann ein  im Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt  das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Ab-
klärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, 
im  Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben  oder  in  ein  anderes 
Land auszureisen.

4.2 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung ei-
ner Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei 
den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum zukommt.  Neben  der 
erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich 
die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutz-
gewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu 
anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbar-
keit  zur  anderweitigen Schutzsuche sowie die  voraussichtlichen Ein-
gliederungs-  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen 
(vgl. die weiterhin zutreffende Praxis der ARK in EMARK 1997 Nr. 15, 
insbesondere  S.  131  ff.,  welcher  angesichts  bloss  redaktioneller 
Änderungen bei  der  letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie 
vor  Gültigkeit  hat).Ausschlaggebend  für  die  Erteilung  der  Einreise-
bewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen 
(vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 2c S. 130), mithin die Prüfung der Fragen, 
ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird 
und  ob  der  Verbleib  am  Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachver-
haltsabklärung zugemutet werden kann.

5.

5.1 Das BFM führte in der angefochtenen Verfügung aus, für die Be-
willigung  der  Einreise  in  die  Schweiz  sei  die  Gefährdung  der  asyl -
suchenden Person im Zeitpunkt der Erteilung der Einreisebewilligung 
massgebend. Vergangene  Verfolgung  sei  nur  dann  beachtlich,  wenn 
sie  noch  andauere oder  konkrete  Hinweise auf  eine  zukünftige  Ver-
folgung bestünden. Den Ausführungen des Beschwerdeführers seien 
keine Hinweise zu entnehmen, welche darauf schliessen liessen, dass 

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er nach der Haftentlassung von Problemen betroffen gewesen wäre. 
Vielmehr habe er ausgeführt, nach dem gerichtlichen Freispruch und 
der Rückkehr nach C._______ seien seine Probleme gelöst gewesen. 
Weiter  führte  die  Vorinstanz aus,  angesichts  der  aktuell  schwierigen 
Lage  in  Sri  Lanka  sei  verständlich,  dass  der  Beschwerdeführer 
befürchte,  Opfer  eines  Gewaltereignisses  zu  werden. Er  könne  sich 
den drohenden Verfolgungsmassnahmen indes durch eine Verlegung 
seines Wohnsitzes innerhalb Sri Lankas entziehen. Offenbar habe er 
von dieser  Alternative  bereits  Gebrauch gemacht,  lebe er  doch laut 
seinen  eigenen  Angaben bei  Verwandten in  E._______. Demzufolge 
könne  er  auf  dem  Gebiet  seines  Heimatstaates  Schutz  finden  und 
benötige denjenigen der Schweiz nicht. 

5.2 In der Rechtsmitteleingabe führt  der Beschwerdeführer aus,  die 
Situation  an  seinem Wohnort  C.________  sei  heute  so  kritisch  wie 
seinerzeit  im Jahre  1983. Es  komme zu  Entführungen,  Morden  und 
Tötungen. Für ihn und seine Familie würde keine Sicherheit bestehen. 
Er sei gesund und in der Lage, in der Schweiz zu arbeiten. Zusammen 
mit  der  Beschwerde  reichte  der  Beschwerdeführer  eine  Wohnsitz-
bescheinigung vom 21. Februar 2007 ein.

5.3 Der Beschwerdeführer beruft sich zur Begründung seiner Eingabe 
auf  die  allgemeine  Situation  in  seiner  Herkunftregion im  Norden Sri 
Lankas. 

Generell  ist nicht in Abrede zu stellen, dass die allgemeine Situation 
insbesondere im Norden Sri  Lankas auch nach dem offiziellen Ende 
des langjährigen Bürgerkrieges im Mai 2009 nach wie vor schwierig ist 
(vgl.  etwa  Schweizerische  Flüchtlingshilfe,  Asylsuchende  aus  Sri 
Lanka,  Position  der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  SFH, Bern 
8. Dezember 2009). Indes hat der Beschwerdeführer für die Zeit nach 
seiner  Haftentlassung  keine  persönlich  erlittenen  Benachteiligungen 
angeführt, die darauf schliessen liessen, er sei gezielten Nachteilen im 
Sinne  von  Art.  3  AsylG  ausgesetzt  gewesen  oder  hätte  solche  ins-
künftig  zu befürchten. Es ist  somit  davon auszugehen, dass der Be-
schwerdeführer  in  Sri  Lanka  und  insbesondere  in  seiner  Herkunfts-
region  nicht konkreter gefährdet ist, als jede andere sich in dort  auf-
haltende Person. 

Überdies ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer in seinem Ge-
such keine besonders nahen oder aktuellen Beziehungen zur Schweiz 
geltend  gemacht  hat.  Demnach  wäre  es  ihm  zuzumuten,  in  einem 

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anderen  Land  um  Asylgewährung  nachzusuchen  (Art.  52  Abs.  2 
AsylG). Es existieren zahlreiche Länder, die geografisch und kulturell 
näher liegen und die grundsätzlich zur Schutzgewährung in der Lage 
sind.  Aufgrund  der  Akten  bestehen  auch  keine  Anhaltspunkte,  die 
darauf  schliessen  liessen,  es  sei  dem  Beschwerdeführer  weder 
unzumutbar  noch  unmöglich,  sich  in  einen  anderen  Staat  in  der 
Region zu begeben. 

5.4 Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  es  dem  Beschwerde-
führer nicht  gelungen ist,  eine aktuelle  und unmittelbare Gefährdung 
im Sinne von Art.  3  AsylG beziehungsweise konkrete   Hinweise auf 
eine künftige, asylrelevante Verfolgung und eine damit einhergehende, 
begründete Verfolgungsfurcht darzutun. Sodann hat der Beschwerde-
führer keine Beziehungsnähe zur Schweiz dargetan. Insgesamt hat die 
Vorinstanz  dem Beschwerdeführer  somit  zu  Recht  die  Erteilung  der 
Einreisebewilligung verweigert und das Asylgesuch abgelehnt.

6.

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen.

7.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-
waltungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 
1  in  fine  VwVG und  Art. 6  Bst. b  des Reglements  vom 21. Februar 
2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesver-
waltungsgericht vom (VGKE, SR 173.320.2) ist auf die Erhebung von 
Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Verfahrenkosten erhoben.

3.

Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
Schweizerische Botschaft in Colombo.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Kurt Gysi Barbara Balmelli

Versand: 

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