# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 95c8809f-e4c6-5b65-84fd-c72b3451d9c4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.10.2010 C-2268/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2268-2008_2010-10-07.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2268/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiberin Barbara Kradolfer.

A._______,
vertreten durch Advokat Hans Suter,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Zustimmung zur Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung sowie Wegweisung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2268/2008

Sachverhalt:

A.
A.a Die Beschwerdeführerin (Staatsangehörige der ehemaligen jugo-
slawischen Republik Mazedonien, geboren 1980) reiste am 19. Okto-
ber 2001 in die Schweiz ein und erhielt aufgrund ihrer Ehe mit einem 
hier niedergelassenen Landsmann eine Aufenthaltsbewilligung. Diese 
wurde letztmals bis zum 18. Oktober 2006 verlängert.

A.b Von 2000 bis  2003 hatte  der  Ehemann der  Beschwerdeführerin 
eine aussereheliche Beziehung, aus der ein am 30. November 2003 
geborener Sohn hervorging. Im Jahre 2005 anerkannte der Ehemann 
die Vaterschaft.

A.c Im  Februar  2006  wurde  der  Ehemann  der  Beschwerdeführerin 
wegen Drogendelikten in Untersuchungshaft genommen. Im Anschluss 
an  seine  Verurteilung  trat  er  den  Strafvollzug  an,  der  bis  Ende 
November 2007 dauerte.

A.d Am 14. März 2006 ersuchte die Migrationsbehörde des Kantons 
Basel-Stadt (im Folgenden: Migrationsamt) die Beschwerdeführerin um 
Auskunft  zu ihrer  Ehesituation. Da sie nicht  reagierte,  wurde sie mit 
Schreiben  vom 22.  September  2006  erneut  zur  Stellungnahme auf-
gefordert. Am 1. November 2006 nahm sie zu den ihr  unterbreiteten 
Fragen Stellung.

A.e Das Migrationsamt teilte der Beschwerdeführerin am 14. Mai 2007 
mit,  es  beabsichtige  die abgelaufene Aufenthaltsbewilligung nicht  zu 
verlängern. Die Voraussetzungen für einen weiteren Aufenthalt gemäss 
Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt 
und Niederlassung der Ausländer (ANAG, BS 1 121) seien nicht mehr 
gegeben,  da  die  Absicht  bestehe,  ihren  Ehemann  aufgrund  seiner 
Straffälligkeit  auszuweisen.  Zudem  liege  kein  Härtefall  vor.  Der  Be-
schwerdeführerin wurde Gelegenheit gegeben, sich dazu zu äussern. 
In ihrer Stellungnahme vom 31. August 2007 führte sie aus, es könne 
nicht ihr zur Last gelegt werden, dass sich ihr Ehemann strafbar ge-
macht  habe  und  drogenabhängig  sei.  Sie  sei  in  der  Schweiz  wirt-
schaftlich und sozial  gut  integriert. Eine Rückkehr  nach Mazedonien 
sei nicht zumutbar, da es an einem tragfähigen sozialen Netz fehle.

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A.f Am 1. November 2007 stellte das Migrationsamt beim BFM einen 
Antrag  auf  Zustimmung zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung 
gestützt auf Art. 13 Bst. f  der  Verordnung vom 6. Oktober 1986 über 
die Begrenzung der Zahl der Ausländer (BVO, AS 1986 1791). Zwar 
sei  der  Aufenthaltszweck  gemäss  Art.  17  Abs.  2  ANAG wegen  der 
Trennung vom Ehemann nicht länger gegeben, aufgrund der gesamten 
Situation sei jedoch von einem Härtefall auszugehen.

B.
Die  Vorinstanz  teilte  der  Beschwerdeführerin  mit  Schreiben  vom 
21. November bzw. 13. Dezember 2007 mit, sie beabsichtige die Zu-
stimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu verweigern, 
und gab ihr Gelegenheit, sich dazu zu äussern. Von dieser Möglichkeit  
machte sie am 17. Januar 2008 Gebrauch.

C.
Mit  Verfügung vom 4. März 2008 verweigerte die Vorinstanz die Zu-
stimmung zur  Verlängerung der  Aufenthaltsbewilligung,  wies  die  Be-
schwerdeführerin aus der Schweiz weg und setzte ihr eine Ausreise-
frist bis zum 30. Juni 2008. In ihrer Begründung führte sie im Wesent-
lichen  aus,  dass  weder  ein  Anspruch  auf  Verlängerung  der  Aufent-
haltsbewilligung bestehe noch eine besondere Härte entstehe, müsste 
die Beschwerdeführerin die Schweiz verlassen.

D.
Mit  Rechtsmitteleingabe vom 8. April  2008 beantragt  der  Rechtsver-
treter  namens  seiner  Mandantin  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen 
Verfügung sowie die [Zustimmung zur] Verlängerung der Aufenthalts-
bewilligung. 

Zunächst wird die Kompetenz der Vorinstanz zur Durchführung eines 
Zustimmungsverfahrens  bestritten.  Sodann  wird  in  Bezug  auf  den 
Sachverhalt geltend gemacht, die Vorinstanz habe bezüglich des Zeit-
punktes  der  Trennung  der  Ehegatten  einseitig  auf  die  Angaben des 
Ehemannes abgestellt. Es sei vielmehr mit den Angaben der Ehefrau 
davon  auszugehen,  dass  erst  die  Inhaftierung  des  Ehemannes  die 
Trennung erzwungen habe. Die Zeit der Inhaftierung dürfe jedoch nicht 
als massgebliches Getrenntleben angesehen werden. Es sei deshalb 
davon  auszugehen,  dass  die  Ehegatten  mehr  als  fünf  Jahre  zu-
sammengelebt  hätten.  Insofern  habe  die  Beschwerdeführerin  einen 
Anspruch  auf  Erteilung  der  Niederlassungsbewilligung.  Selbst  wenn 
jedoch von einer kürzeren Dauer des ehelichen Zusammenlebens aus-

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gegangen würde,  müsste der  Entscheid der Vorinstanz als  der  herr-
schenden  kantonalen  Praxis  widersprechend  angesehen  werden. 
Diese Praxis sehe eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung trotz 
Trennung der Ehegatten nach einem Zusammenleben von drei Jahren 
vor, sofern die betroffene Person ausreichend integriert  sei. Die Vor-
instanz habe keine Gründe dargelegt, weshalb von dieser Praxis abzu-
weichen sei.

E.
Die Vorinstanz beantragt mit  Vernehmlassung vom 10. Juni 2008 die 
Abweisung der Beschwerde.

F.
Mit Eingabe vom 18. August 2008 nahm die Beschwerdeführerin zur 
Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung.

G.
Am 11. Juni 2010 wurde der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör 
gewährt,  soweit  Akten des Kantons Basel-Stadt beigezogen wurden, 
die ihren Ehemann betreffen. Mit Eingabe vom 9. Juli  2010 äusserte 
sie sich dazu.

H.
Gemäss aktuellem Datenblatt der kantonalen Akten der Beschwerde-
führerin (datiert vom 15. Oktober 2009) ist sie seit dem 30. März 2004 
geschieden. Mit Verfügung vom 22. Juli 2010 wurde sie aufgefordert, 
dem Gericht  eine  Kopie  des  Scheidungsurteils  mit  Übersetzung  ins 
Deutsche einzureichen. Dieser Aufforderung leistete sie mit  Eingabe 
vom 30. August 2010 Folge. 

Das  Zentrale  Migrationsinformationssystem (Zemis)  weist  einen  Ein-
trag vom 6. September 2010 auf, wonach der Ex-Ehemann inzwischen 
erneut verheiratet ist.

I.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird,  soweit  entscheiderheblich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht, unter 
Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG genannten  Ausnahmen,  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), die von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen Verfügungen des BFM betreffend Zustimmung zur Erteilung bzw. 
Verlängerung  einer  Aufenthaltsbewilligung  und  betreffend  Wegwei-
sung.  Sofern  kein  Anspruch  auf  Erteilung  bzw.  Verlängerung  einer 
Aufenthaltsbewilligung  besteht  und  insoweit  als  die  Verfügung  die 
Wegweisung  anordnet,  entscheidet  das  Bundesverwaltungsgericht 
endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 2 und Ziff. 4 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit das Gesetz nichts ande-
res bestimmt.

1.3 Die  Beschwerdeführerin  ist  als  Verfügungsadressatin  zur  Be-
schwerde legitimiert  (Art.  48  Abs. 1  VwVG). Auf  die  frist-  und  form-
gerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  somit  einzutreten  (Art.  49  ff. 
VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Entscheides  (vgl. 
E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Urteils 2A.451/2002 
vom 28. März 2003).

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3.
3.1 Mit  Inkrafttreten  des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) am 1. Janu-
ar 2008 wurde das ANAG aufgehoben (vgl. Art. 125 AuG i.V.m. Ziffer I 
Anhang  2  AuG).  Da  das  der  angefochtenen  Verfügung  zugrunde 
liegende  Verfahren  vor  Inkrafttreten  des  AuG  eingeleitet  wurde,  ist 
gemäss Art.  126 AuG das bisherige Recht,  d.h. das  ANAG und die 
darauf abgestützten, per 1. Januar 2008 ebenfalls aufgehobenen Ver-
ordnungen, anwendbar (vgl. Art. 91 der Verordnung vom 24. Oktober 
2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit  [VZAE, 
SR 142.201]).

3.2 Die Beschwerdeführerin führt in Bezug auf das anwendbare Recht 
an, gemäss Art. 126 Abs. 2 AuG sei auf hängige Gesuche das neue 
Verfahrensrecht anwendbar. Die Durchführung eines Zustimmungsver-
fahrens sei eine Frage des Verfahrensrechts, weshalb das neue Recht 
anwendbar  sei.  Da  im  AuG kein  Zustimmungsverfahren  vorgesehen 
sei, habe die Vorinstanz zu Unrecht ein solches durchgeführt.

3.3 Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Zunächst ist festzu-
halten,  dass  das  neue  Recht  sehr  wohl  ein  Zustimmungsverfahren 
vorsieht (vgl. Art. 40 Abs. 1 AuG i.V.m. Art. 99 AuG). Selbst wenn das 
neue  Recht  keines vorsehen  würde,  blieben  altrechtliche  Zuständig-
keiten vom Inkrafttreten neuen Rechts unberührt, wenn sie unter der 
Geltung  des  alten  Rechts  begründet  wurden  (perpetuatio  fori)  oder 
wenn das neue Recht auf das alte materielle Recht verweist,  die für 
dessen Verwirklichung notwendigen Zuständigkeitsordnung aber nicht 
mehr  zur Verfügung stellt  (vgl. Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts 
C-4626/2008 vom 23. Februar 2010 E. 2 mit Hinweis).

4.
4.1 Die Kantone sind zuständig für die Erteilung und Verlängerung von 
Bewilligungen (vgl. Art. 15 Abs. 1 und 18 ANAG sowie Art. 51 BVO). 
Vorbehalten bleibt  jedoch  die  Zustimmung durch das BFM. Das  Zu-
stimmungserfordernis ergibt sich im vorliegenden Fall aus Art. 1 Abs. 1 
Bst. a der Verordnung über das Zustimmungsverfahren im Ausländer-
recht  (AS 1983 535) in  Verbindung mit  den Weisungen und Erläute-
rungen des BFM über Einreise, Aufenthalt  und Arbeitsmarkt  (ANAG-
Weisungen, 3. Auflage, Bern, Mai 2006). Letztere sehen in Ziffer 132.4 
Bst.  f  vor,  dass  die  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  eines 
Ausländers oder einer Ausländerin nach der Auflösung der ehelichen 

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Gemeinschaft  mit einem ausländischen Ehegatten oder nach dessen 
Tod dem BFM zur Zustimmung zu unterbreiten ist, falls der Ausländer 
oder die Ausländerin nicht aus einem Mitgliedstaat der EFTA oder der 
EG  stammt.  Ziffer  132.4  Bst.  b  der  genannten  Weisungen  sieht 
schliesslich die Unterbreitung zur Zustimmung vor, wenn das BFM es 
im Einzelfall verlangt. Gemäss Art. 19 Abs. 5 der Vollziehungsverordn-
ung vom 1. März 1949 zum Bundesgesetz über Aufenthalt und Nieder-
lassung der Ausländer (ANAV, AS 1949 228) darf eine entsprechende 
kantonale Bewilligung erst ausgestellt  werden, wenn die Zustimmung 
des BFM vorliegt; ansonsten ist sie ungültig. Die Kompetenz des BFM 
ist  im  vorliegenden  Fall  gegeben  (zum Ganzen  vgl.  BGE 130  II  49 
E. 2.1, BGE 127 II 49 E. 3, BGE 120 Ib 6 E. 3a; Verwaltungspraxis der  
Bundesbehörden [VPB] 69.78 E. 12, 70.23 E. 10).

4.2 Gemäss  Art.  4  ANAG  entscheidet  die  zuständige  Behörde,  im 
Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Aus-
land, nach freiem Ermessen über die Bewilligung von Aufenthalt  und 
Niederlassung. Auf die Erteilung bzw. Verlängerung einer Aufenthalts-
bewilligung besteht grundsätzlich kein Anspruch, es sei denn, der Aus-
länder oder seine in der Schweiz lebenden Angehörigen können sich 
auf  eine  Sondernorm des  Bundesrechts  oder  eines  Staatsvertrages 
berufen (vgl. BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen).

5.
Gemäss Art. 17 Abs. 2 ANAG hat der Ehegatte eines Ausländers mit 
Niederlassungsbewilligung  Anspruch auf  Erteilung und  Verlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung, solange die Ehegatten zusammen wohnen. 
Nach einem ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt von 
fünf  Jahren  hat  der  Ehegatte  ebenfalls  Anspruch  auf  eine  Nieder-
lassungsbewilligung.

5.1 Dem Datenblatt der kantonalen Akten ist zu entnehmen, dass die 
Beschwerdeführerin seit dem 30. März 2004 von ihrem Ehemann ge-
schieden ist. Aus dem von ihr am 30. August 2010 zu den Akten ge-
gebenen Scheidungsurteil des Amtsgerichts [...]/Mazedonien vom 12. 
März  2004  (Rechtskraft:  30. März  2004)  geht  überdies  hervor,  dass 
gemäss Aussagen ihres Bruders, der als Zeuge einvernommen wurde, 
die  eheliche Gemeinschaft  bereits  im Mai  2002 aufgegeben  worden 
war.

5.1.1 Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Eingabe vom 30. August 
2010 geltend, sie habe nichts von dem Scheidungsverfahren gewusst. 

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Erst als sie vor etwa einem Jahr ihrem Schwiegervater gegenüber den 
Wunsch nach einer Scheidung geäussert habe, habe er erwähnt, dass 
in Mazedonien bereits ein Scheidungsverfahren durchgeführt  worden 
sei. Anschliessend habe sie von ihrem Ehemann vergebens die ent-
sprechenden  Papiere  verlangt.  Erst  nach  der  Aufforderung  des  Ge-
richts, das Scheidungsurteil einzureichen, sei sie nochmals bei ihrem 
Ehemann vorstellig geworden und habe das Deckblatt des Urteils und 
eine Übersetzung erhalten. So habe sie erstmals Kenntnis vom Inhalt 
des Scheidungsurteils erhalten. Im Übrigen bestreite ihr Bruder, an der 
Scheidungsverhandlung als Zeuge einvernommen worden zu sein. Die 
Beschwerdeführerin hält fest, das Scheidungsurteil sei angesichts der 
Umstände als ungültig und nichtig zu erachten.

5.1.2 Wird  auf  das  Scheidungsurteil  abgestellt,  so  hat  das  eheliche 
Zusammenleben in der Schweiz nur rund sieben Monate gedauert: von 
der  Einreise  der  Beschwerdeführerin  am  19.  Oktober  2001  bis  Mai 
2002, längstens aber bis zur Rechtskraft des Urteils, das heisst rund 
zweieinhalb  Jahre.  Unter  diesen  Umständen  hatte  die  Beschwerde-
führerin seit spätestens 30. März 2004 (Rechtskraft des Scheidungs-
urteils)  keinen  Anspruch  mehr  auf  Verlängerung  ihrer  Aufenthalts-
bewilligung, von der Entstehung eines Anspruches auf eine Niederlas-
sungsbewilligung gemäss Art. 17 Abs. 2 ANAG ganz zu schweigen.

5.1.3 Es erscheint vorliegend allerdings problematisch, unbesehen auf 
das Scheidungsurteil  abzustellen, da die Umstände des Scheidungs-
verfahrens zu Fragen Anlass geben. So erfuhr die Beschwerdeführerin 
nach  eigenen  Angaben  erst  durch  eine  beiläufige  Bemerkung  ihres 
Schwiegervaters davon. Allerdings mutet es  merkwürdig an, dass der 
Ehemann zwar  das Scheidungsverfahren eingeleitet  hat  (er  wird  als 
Kläger  bezeichnet),  dessen  Abschluss  der  Beschwerdeführerin  aber 
nicht  mitgeteilt  haben soll. Zudem verneinte er  drei  Jahre später, im 
Jahr 2007, gegenüber den Behörden ausdrücklich,  bisher in  Sachen 
Scheidung  etwas  unternommen zu haben (vgl.  kantonale  Akten  Be-
schwerdeführerin Nr. 44).  Allerdings hat der Ex-Ehemann inzwischen 
wieder  geheiratet.  Daraus  kann  geschlossen  werden,  dass  das  zu-
ständige  Zivilstandsamt  von  der  Gültigkeit  des  Scheidungsurteils 
ausgegangen ist. Wie es sich damit genau verhält, kann jedoch ange-
sichts der folgenden Erwägungen offengelassen werden. 

5.2 Die  Beschwerdeführerin  reiste  am  19.  Oktober  2001  in  die 
Schweiz ein, um bei ihrem Ehemann zu wohnen, der über eine Nieder -

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lassungsbewilligung  verfügt.  Somit  hatte  sie  ursprünglich  einen  An-
spruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, der 
so lange galt, wie sie mit ihrem Ehemann zusammenwohnte. In dieser 
Hinsicht ist vorliegend strittig, ob das eheliche Zusammenleben mehr 
als  fünf  Jahre  gedauert  und  die  Beschwerdeführerin  dadurch  einen 
Anspruch auf eine Niederlassungsbewilligung erworben hat.

5.2.1 Die Angaben der Ehegatten zur Dauer des Zusammenwohnens 
sind widersprüchlich: Die Beschwerdeführerin machte am 1. November 
2006 im Rahmen des rechtlichen Gehörs gegenüber dem Migrations-
amt  geltend,  die Trennung datiere vom Februar  2006. Laut  Auskunft 
des  Ehemannes,  die  am  20.  September  2007  beim  Migrationsamt 
eingegangen  ist,  hat  er  sich  wegen  seiner  Drogenprobleme  Anfang 
2005 von seiner Ehefrau getrennt. 

5.2.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz hätte auf-
grund der Umstände – der Ehemann habe zum Zeitpunkt der Trennung 
im "Drogensumpf" gelebt – nicht auf dessen Aussage abstellen dürfen. 
Es sei notorisch, dass Menschen, die im Drogenelend lebten, ihre Er-
innerung an vergangene Ereignisse und Zeitabläufe schnell  verlören 
und nicht mehr in der Lage seien, zuverlässige Angaben über diese 
Geschehnisse zu Protokoll zu geben. Daher sei auf die Angaben der 
Beschwerdeführerin  abzustellen.  Ferner  sei  die  aufgrund  der  In-
haftierung des Ehemannes erzwungene Trennung der Ehegatten nicht 
als Getrenntleben im Sinne des Eherechtes anzusehen. Vielmehr dürfe 
eine Trennung erst  angenommen werden,  wenn die  Ehegatten nach 
der  Entlassung  des  Ehemannes  aus  dem  Strafvollzug  das  Zu-
sammenleben nicht  wieder  aufnehmen würden. Demnach hätten die 
Ehegatten mehr als fünf Jahre zusammengelebt (Oktober 2001 [Ein-
reise  der  Beschwerdeführerin]  bis  Dezember  2007  [Entlassung  des 
Ehemannes aus dem Strafvollzug]).

In der Eingabe vom 9. Juli 2010 bekräftigt die Beschwerdeführerin, sie 
habe bis zur Verhaftung ihres Ehemannes immer mit ihm zusammen 
gelebt,  bis Anfang 2005 an der X.-strasse 171, danach für vier oder 
fünf Monate an der X.-strasse 199. Beide Wohnungen hätten sie aus 
finanziellen  Gründen  verlassen  müssen.  Anschliessend  seien  sie 
beide zu ihren Schwiegereltern an die Y.-strasse [...]  gezogen. Nach 
der  Inhaftierung ihres  Ehemannes im Februar  2006 sei  sie aus den 
beengten Verhältnissen bei den Schwiegereltern an die Z.-strasse [...] 

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gezogen. Die Behörden seien über den Aufenthalt  der Ehegatten an 
der Y.-strasse [...] informiert gewesen. 

5.2.3 Aus den Akten geht hervor, dass die kantonalen Behörden von 
Mitte  2005 an zweimal  vergebens versuchten,  die Ehegatten an der 
gemeldeten  Adresse  zu  erreichen  (X.-strasse  171  in  Basel;  vgl. 
kantonale Akten Ehemann Nr. 30 und 33). Eine vom 7. November 2005 
datierende Verzeigung führt die Y.-strasse [...] in Basel als Adresse der 
Beschwerdeführerin auf, die Wohnadresse ihrer Schwiegereltern (vgl. 
kantonale Akten Beschwerdeführerin Nr. 10 und Nr. 16; siehe auch die 
Eingabe vom 17. Januar 2008 ans BFM). Noch im März 2006 ging das 
Migrationsamt davon aus,  die Beschwerdeführerin wohne an der X.-
strasse  171  (kantonale  Akten  Beschwerdeführerin  Nr. 14);  erst  am 
5. April 2006, zwei Monate nach der Verhaftung des Ehemannes, teilte 
die Beschwerdeführerin mit, sie sei von der X.-strasse 171 an die Z.-
strasse  [...]  umgezogen.  Gemäss  dem  Vollzugsauftrag  betreffend 
Strafvollzug vom 19. September 2006 lautete die letzte Wohnadresse 
des Ehemannes Q-Vorstadt [...] (kantonale Akten Ehemann Nr. 47).

5.3
5.3.1 Die Schwierigkeiten der Behörden, das Ehepaar via Post zu er-
reichen,  deutet  darauf  hin,  dass  das  eheliche  Domizil  an  der  X-
strasse171 im Sommer 2005 nicht mehr bestand. Dies stimmt mit den 
Ausführungen der Beschwerdeführerin vom 9. Juli 2010 überein. Dass 
die  Behörden  über  die  Wechsel  informiert  gewesen  seien,  wie  die 
Beschwerdeführerin  geltend  macht,  wird  durch  die  Akten  nicht 
bestätigt. Im Weiteren ist  die  Erklärung  der  Beschwerdeführerin,  sie 
und ihr Ehemann hätten aus finanziellen Gründen aus der Wohnung 
ausziehen müssen und seien, nach einem kurzen Abstecher an die X.-
strasse 199,  gemeinsam zu ihren Schwiegereltern  gezogen, mit  den 
Auskünften des Ehemannes vom September  2007 nicht  in  Überein-
stimmung zu bringen. Es gibt  darin keine Hinweise darauf,  dass sie 
gemeinsam bei  seinen Eltern  untergekommen wären. Zwar  wird  aus 
seinen Antworten nicht klar, wohin er gegangen ist, nachdem er sich 
von  seiner  Ehefrau  getrennt  hatte.  Die  Angaben  auf  dem Vollzugs-
auftrag  zum Strafvollzug  vom 19. September  2006 (kantonale  Akten 
Ehemann Nr. 47) lassen jedoch darauf schliessen, dass er zur Zeit der 
Verhaftung  an  der  Q.-Vorstadt  [...]  gewohnt  hat,  der  Adresse  der 
Mutter  seines Sohnes (vgl. Eingabe der  Beschwerdeführerin  vom 9. 
Juli 2010, Ziff. 3). Zudem ist, auch unter Berücksichtigung der von der 
Beschwerdeführerin  geforderten  Zurückhaltung  gegenüber  Aussagen 

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von Menschen mit Drogenproblemen nicht nachvollziehbar, dass sich 
der  Ehemann nicht  daran sollte  erinnern  können,  falls  die  Trennung 
tatsächlich  erst  durch  seine  Verhaftung  im  Februar  2006  zustande 
gekommen wäre. Die Angaben des Ehemannes, wonach die Trennung 
Anfang  2005  erfolgt  sei,  erscheinen  aufgrund  der  Akten  insgesamt 
plausibel.

5.3.2 Es ist daher davon auszugehen, dass das Getrenntleben lange 
vor der Inhaftierung des Ehemannes aufgenommen wurde. Für diese 
Annahme  spricht  auch,  dass  er  seine  Hafturlaube  regelmässig  bei 
seinen Eltern und Geschwistern verbracht hat; auch nach seiner Ent-
lassung aus dem Gefängnis bzw. Versetzung ins Electronic Monitoring 
kehrte  er  nicht  zu  seiner  Frau zurück,  sondern hielt  sich  bei  seinen 
Eltern  auf  (vgl.  kantonale  Akten  Beschwerdeführerin  Nr. 40  bis  45). 
Das  Scheidungsurteil  von  2004  stellt  ein  weiteres,  wenn  auch  auf -
grund der mit seinem Zustandekommen verbundenen Vorbehalte (vgl. 
E. 5.1.3) nur untergeordnetes Indiz dafür dar, dass die Ehe bereits vor 
der  Inhaftierung des Ehemannes im Februar  2006 nicht  mehr  intakt 
war.  Allein  der  Umstand,  dass  ein  Scheidungsverfahren  eingeleitet 
wurde, lässt darauf schliessen, dass die Ehe bereits vor 2006 schwer 
belastet,  wenn  nicht  gar  gescheitert  war.  Auch  hierdurch  wird  die 
Plausibilität der Annahme, dass die Trennung nicht erst 2006 aufgrund 
der Inhaftierung des Ehemannes erfolgte, bestätigt.

5.4 Der ursprüngliche Zulassungsgrund – die eheliche Gemeinschaft 
mit  einem in  der  Schweiz  niedergelassenen  Landsmann –  ist  somit 
spätestens  Anfang  2005  dahingefallen,  weshalb  die  Beschwerde-
führerin sich nicht mehr auf Art. 17 Abs. 2 Satz 1 ANAG berufen kann.  
Durch die Trennung der  Ehegatten nach höchstens drei  Jahren und 
etwa drei Monaten, und damit deutlich vor Ablauf der in Art. 17 Abs. 2  
Satz 2  ANAG  statuierten  fünfjährigen  Dauer  des  ehelichen  Zu-
sammenwohnens, hat die Beschwerdeführerin auch keinen Anspruch 
auf  Erteilung  einer  Niederlassungsbewilligung  erworben.  Dass  die 
Praxis gewisser Kantone vorsah, einen Fall bereits nach dreijährigem 
Zusammenleben  zur  Zustimmung  zu  unterbreiten,  wie  es  die  Be-
schwerdeführerin  vorbringt,  vermag  keinen  Anspruch  im  Sinne  von 
Art. 17 Abs. 2 ANAG zu begründen,  sondern ist  Teil  des kantonalen 
Ermessensentscheides,  der  jedoch  die  Vorinstanz  im  Zustimmungs-
verfahren nicht zu binden vermag (vgl. BGE 127 II 49 E. 3c).

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5.5 Als  Anspruchsnormen  kommen  daneben  Art.  8  der  Konvention 
vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grund-
freiheiten (EMRK, SR 0.101)  sowie der – soweit hier von Interesse – 
inhaltlich im Wesentlichen übereinstimmende Art. 13 Abs. 1  der Bun-
desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 (BV, SR 101)  in Betracht, die beide ein Recht auf Achtung des 
Privat-  und  Familienlebens  gewährleisten.  Aufgrund  der  familiären 
Situation stellt  sich vorliegend höchstens die Frage, ob die Garantie 
auf  Achtung des Privatlebens der  Beschwerdeführerin  einen Aufent-
haltsanspruch  verschaffen  könnte.  Nach  der  bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung  kommt  diesem  Anspruch  in  ausländerrechtlichen 
Fällen  zwar  grundsätzlich  eine  selbständige  Auffangfunktion  gegen-
über dem engeren, das Familienleben betreffenden Schutzbereich zu; 
allerdings bedarf  es hierfür  besonders intensiver,  über  eine normale 
Integration hinausgehender privater  Bindungen zum ausserfamiliären 
bzw. ausserhäuslichen Bereich (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.2.1 mit Hin-
weisen). Erforderlich ist "eine perfekte Integration, eine eigentliche Ver-
wurzelung  in  der  Schweiz  in  dem Sinn,  dass  die  Lebensgestaltung 
anderswo,  insbesondere  im  Heimatland,  praktisch  unmöglich  er-
scheint"  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_425/2007  vom  13. No-
vember 2007 E. 2.1.2). Eine derartige Integration und derart intensive 
Beziehungen  werden  von  der  Beschwerdeführerin  jedoch  weder  in 
konkreter Form geltend gemacht, noch sind sie aus dem Akteninhalt 
ersichtlich.

6.
Ist  ein  Aufenthaltsanspruch  der  Beschwerdeführerin  zu  verneinen, 
stellt  sich die Frage, ob im Rahmen des Ermessens die Zustimmung 
zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  zu  erteilen  ist  (Art.  4 
ANAG).  Die  Ermessensausübung  bedeutet  nicht,  dass  die  Bewilli-
gungsbehörde in ihrer Entscheidung völlig frei wäre. Insbesondere hat 
sie die geistigen und wirtschaftlichen Interessen sowie den Grad der 
Überfremdung des Landes zu berücksichtigen (Art. 16 Abs. 1 ANAG 
und  Art.  8  Abs.  1  ANAV).  Dementsprechend  ist  eine  Abwägung 
zwischen  den öffentlichen  Interessen der  Schweiz  und  den  privaten 
Interessen der betroffenen Person vorzunehmen, wobei ein strengerer 
Massstab  zur  Anwendung  gelangt  als  bei  jenen  Aufenthaltsbewilli -
gungen, auf die ein Rechtsanspruch besteht.

6.1 Was das öffentliche Interesse anbelangt, ist festzuhalten, dass die 
Schweiz  hinsichtlich  des  Aufenthaltes  von  Ausländerinnen  und  Aus-

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ländern  aus  dem  Nicht-EU/EFTA-Raum  (nachfolgend  Drittstaats-
angehörige) eine restriktive Politik betreibt (BGE 133 II 6 E. 6.3.1, BGE 
120  Ib  1  E. 3b;  vgl.  statt  vieler  die  Urteile  des  Bundesgerichts 
2C_266/2009 vom 2. Februar 2010 E. 5 und 2C_657/2007 vom 26. Mai 
2008 E. 2.2). Diese Politik findet ihren Ausdruck insbesondere in den 
strengen  regulatorischen  Zulassungsbeschränkungen  der  Begren-
zungsverordnung, denen erwerbstätige Drittstaatsangehörige, nament-
lich  in  Gestalt  hoher  Anforderungen  an  die  berufliche  Qualifikation 
(Art. 8  BVO) und der Höchstzahlen (Art. 12 BVO),  unterworfen sind. 
Das erhebliche Gewicht des öffentlichen Interesses an der Durchset-
zung der restriktiven Einwanderungspolitik gegenüber Drittstaatsange-
hörigen  zeigt  sich  daran,  dass  humanitäre  Gründe  in  diesem recht-
lichen Zusammenhang erst Bedeutung erlangen, wenn die Betroffen-
heit  des  Einzelnen  die  Grenze  zum  schwerwiegenden  persönlichen 
Härtefall im Sinne von Art. 13 Bst. f BVO erreicht. Nach Aufgabe des 
ehelichen Zusammenwohnens,  das sie von den restriktiven qualitati-
ven und quantitativen Zulassungsvoraussetzungen der Begrenzungs-
verordnung  ausnimmt,  muss die  ausländische  Person  dieses  öffent-
liche Interesse grundsätzlich  wieder  gegen sich  gelten  lassen,  auch 
wenn sie gemäss Art. 12 Abs. 2 letzter Satz BVO den Höchstzahlen 
nach  wie  vor  nicht  untersteht.  Es  ist  deshalb  ein  vergleichsweise 
strenger  Massstab  angebracht,  wenn  es  zu  beurteilen  gilt,  ob  nach 
Wegfall  des  Privilegierungsgrundes  private  Interessen  bestehen, 
denen gegenüber das öffentliche Interesse an der Durchsetzung der 
restriktiven  Migrationspolitik  zurückzustehen  hat  (vgl.  das  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts C-2524/2007 vom 13. August 2010 E. 4.1 
mit Hinweisen). 

6.2 Unter dem Aspekt der Verhältnismässigkeit  ist  demzufolge abzu-
klären,  ob  das  private  Interesse  der  Beschwerdeführerin  an  einem 
weiteren Verbleib in der Schweiz höher zu gewichten ist als das öffent-
liche  Interesse  an  der  dargelegten  restriktiven  Ausländerpolitik.  In 
Bezug  auf  die  privaten  Interessen  ist  zu  prüfen,  ob  es  der  aus-
ländischen  Person  in  persönlicher,  wirtschaftlicher  und  sozialer  Hin-
sicht  zugemutet  werden kann,  den Aufenthalt  in  der  Schweiz aufzu-
geben, in ihre Heimat zurückzukehren und dort zu leben. Zu diesem 
Zweck ist ihre zukünftige Situation im Ausland den persönlichen Ver-
hältnissen in der Schweiz gegenüber zu stellen. Dazu gehören einer-
seits allgemeine, von der Ehe unabhängige Elemente, wie die Dauer 
des  Aufenthalts  in  der  Schweiz,  der  Grad  der  sozialen  und 
wirtschaftlichen Integration in die hiesigen Verhältnisse, das Alter und 

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der  gesundheitliche Zustand. Sind Kinder  vorhanden,  ist  deren Alter 
und schulische Integration mit einzubeziehen. Zu berücksichtigen sind 
auch  die  Unterkunft  und  die  Reintegrationsmöglichkeiten  in  der 
Heimat.  Andererseits  sind  auch  ehespezifische  Elemente,  wie  die 
Dauer der Ehe und die Umstände, die zur Trennung geführt haben, zu 
beachten  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-5358/2007 
vom 29. Juli 2010 E. 4.2; ferner: Ziff. 654 ANAG-Weisungen).

6.3 Die  notwendige  Schwere  der  Betroffenheit  in  den  persönlichen 
Verhältnissen ist mit Blick auf die Regelung des Art. 17 Abs. 1 Satz 2 
ANAG zu beurteilen. Diese Bestimmung vermittelt ausländischen Ehe-
gatten  von  Ausländern  mit  Niederlassungsbewilligung  nach  fünf 
Jahren  ordnungsgemässen  und  ununterbrochenen  Zusammenlebens 
in der Schweiz einen vom weiteren Zusammenwohnen unabhängigen 
Anspruch auf Aufenthalt. Trennt sich das Ehepaar vor Ablauf von fünf  
Jahren, kommt es darauf an, welche Bedeutung den ehespezifischen 
Elementen im konkreten Einzelfall zukommt. Je mehr diese Elemente 
ins  Gewicht  fallen,  um  so  eher  wird  man  von  einer  hinreichend 
schweren Betroffenheit ausgehen können. Umgekehrt rechtfertigt sich 
ein umso strengerer Massstab, als sich die Härtesituation gerade nicht 
aus  den  oben  genannten  ehespezifischen  Elementen  ableiten  lässt 
(vgl. Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  C-5358/2007 vom 29. Juli 
2010 E. 4.3).

7.
7.1 Die  Beschwerdeführerin  reiste  vor  etwa  neun  Jahren  als 
21-Jährige  in  die  Schweiz  ein.  Sie  wohnte  längstens  während  drei 
Jahren und vier  Monaten mit  ihrem Ehemann zusammen (vgl. oben 
E. 5.3). Die Ehe blieb kinderlos. Die Beschwerdeführerin arbeitete von 
2004 bis April 2006 für ein Reinigungsinstitut. Danach war sie bis zum 
Stellenantritt  als  Lagermitarbeiterin  im  August  2007  arbeitslos.  Was 
ihre  Sprachkenntnisse  anbelangt,  findet  sich  in  den  Akten  eine  Be-
stätigung für einen Kurs "Deutsch in Alltag und Beruf", der von März 
bis Juni  2007 dauerte (kantonale Akten Beschwerdeführerin Nr. 37). 
Darin werden ihr  Kenntnisse auf  dem Niveau A1,  teilweise auch A2 
gemäss  dem  Europäischen  Referenzrahmen  bescheinigt.  Gemäss 
eigenen Angaben verfügt sie in der Schweiz über ein breites soziales 
Netz  –  Geschwister  und  Freunde  –,  wohingegen sie  in  Mazedonien 
niemanden kenne. Ihre Eltern würden seit zehn Jahren in Italien leben. 
Die bei der Vorinstanz eingereichten Referenzschreiben von Freunden 
und Verwandten bescheinigen ihr für den Alltag ausreichende Sprach-

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kenntnisse und ein liebenswürdiges Wesen (vgl. Beilagen zur Eingabe 
an die Vorinstanz vom 17. Januar 2008).

7.2 Die Beschwerdeführerin hat sich offenbar in der Schweiz gut ein-
gelebt und sich in beruflicher und sprachlicher Hinsicht so weit  inte-
griert, dass sie in der Lage ist, selbst für ihren Lebensunterhalt aufzu-
kommen  und  den  Alltag  zu  bewältigen.  Allerdings  geht  diese  Inte-
gration nicht über das hinaus, was nach beinahe neun Jahren erwartet 
werden  darf.  Insbesondere  die  sprachliche  Integration  erscheint  vor 
dem Hintergrund  der  Dauer  des  Aufenthalts  als  unzureichend,  führt 
man sich vor Augen, dass die Beschwerdeführerin sechs Jahre nach 
ihrer Ankunft  einen Sprachkurs auf  der untersten Stufe des Europäi-
schen Referenzrahmens abgeschlossen hat. Keinen anderen Schluss 
lassen die im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten vier Referenz-
schreiben  (wovon  zwei  von  Familienmitgliedern)  zu.  Bei  der  Be-
urteilung der Integration ist im Weiteren das Verhalten der betroffenen 
Person mit einzubeziehen. In dieser Hinsicht spricht die Verurteilung 
der Beschwerdeführerin wegen Hehlerei zu zwanzig Tagen Gefängnis 
bedingt, mit einer Probezeit von zwei Jahren, zu ihren Ungunsten (vgl.  
Strafbefehl vom 4. Januar 2006). Insgesamt kann der Integration der 
Beschwerdeführerin,  auch  unter  Berücksichtigung  der  Aufenthalts-
dauer und den in der Schweiz geknüpften Beziehungen, nicht als so 
weit  fortgeschritten angesehen werden, dass eine Ausreise zu einer 
eigentlichen Entwurzelung führen würde und die Rückkehr ins Heimat-
land allein deshalb als unzumutbar anzusehen wäre.

7.3 Was  die  Möglichkeit  zur  Reintegration  in  ihrem  Herkunftsland 
anbelangt,  so  macht  die  Beschwerdeführerin  geltend,  sie  habe  vor 
ihrer Einreise in die Schweiz bei ihren Grosseltern gelebt, wohingegen 
ihre Eltern und Geschwister bereits seit zehn Jahren im Ausland ge-
wesen seien. Heute  sei  ihr  eine Rückkehr  nicht  zuzumuten,  da ihre 
Grosseltern  betagt  seien  und  für  sie  kein  soziales  Netz  knüpfen 
könnten. Aus der Eingabe vom 9. Juli 2010 geht überdies hervor, dass 
die  Grossmutter  der  Beschwerdeführerin  im  Sommer  2008  tödlich 
verunfallt  ist. In dieser Hinsicht ist  der Beschwerdeführerin entgegen 
zu halten, dass sie bis zu ihrem 21. Lebensjahr in Mazedonien gelebt 
und dort die prägende Kindheit und Jugendzeit verbracht hat. Es mag 
sein, dass ihr Grossvater heute nicht mehr für sie sorgen könnte. Sie 
ist jedoch inzwischen dreissig Jahre alt und – im Gegensatz zur Zeit  
vor  ihrer  Einreise  in  die  Schweiz  –  nicht  mehr  darauf  angewiesen, 
dass ihre Familienmitglieder für  sie sorgen. Sie kann sich selber um 

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ihren Lebensunterhalt und die Wiederaufnahme sozialer Beziehungen, 
die über die engsten Familienangehörigen hinausgehen, kümmern. Da 
der  Grossvater  nach  wie  vor  in  Mazedonien  lebt,  ist  zudem  davon 
auszugehen,  dass  er  ihr  zumindest  in  der  ersten  Zeit  nach  der 
Rückkehr Unterkunft gewähren könnte. 

In wirtschaftlicher Hinsicht wird die Beschwerdeführerin in Mazedonien 
eine  schwierige  Situation  antreffen  (vgl.  beispielsweise:  Deutsches 
Auswärtiges  Amt,  im  Internet  unter  www.auswaertiges-amt.de  > 
Länder, Reisen und Sicherheit > Mazedonien > Wirtschaft, Stand April  
2010,  Webseite  besucht  im September  2010). Es  ist  deshalb  davon 
auszugehen, dass sie grosse Anstrengungen unternehmen muss, um 
ihren  Lebensunterhalt  zu  bestreiten  zu  können. Allerdings  wird  sich 
ihre Situation nicht wesentlich von derjenigen anderer in Mazedonien 
lebender Menschen unterscheiden. Daher kann sie daraus nicht ablei-
ten, dass die Rückkehr für sie eine besondere Härte bedeuten würde. 
Insgesamt ist somit davon auszugehen, dass die Wiedereingliederung 
nach  einer  verhältnismässig  kurzen  Zeit  im  Ausland  möglich  und 
zumutbar ist.

7.4 Aus diesen Erwägungen geht hervor, dass die Beschwerdeführerin 
zur Schweiz keine so starke Bindung aufgebaut hat, dass eine Rück-
kehr  in  ihr  Herkunftsland unzumutbar  erschiene. Dies  auch vor dem 
Hintergrund, dass die Ehe kinderlos blieb und der Gesundheitszustand 
der Beschwerdeführerin einer Rückkehr offenbar nicht entgegen steht.

8.
Eine wertende Gewichtung der sich gegenüber stehenden Interessen 
führt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass unter den ge-
gebenen Umständen das private Interesse der Beschwerdeführerin an 
der weiteren fremdenpolizeilichen Regelung ihres Aufenthaltes in der 
Schweiz gegenüber dem öffentlichen Interesse an der Durchsetzung 
der restriktiven Migrationspolitik zurückzustehen hat. Die Verweigerung 
der Zustimmung der Vorinstanz ist deshalb – entgegen der Vorbringen 
der  Beschwerdeführerin  –  als  verhältnismässige  und  angemessene 
Massnahme zu bestätigen.

9.
Aus  der  Rechtmässigkeit  der  Zustimmungsverweigerung  folgt  ohne 
Weiteres die Rechtmässigkeit der Wegweisung aus der Schweiz (vgl. 
Art.  12  Abs.  3  ANAG).  Es  bleibt  zu  prüfen,  ob  dem Wegweisungs-
vollzug  Hindernisse  im  Sinne  von  Art.  14a  ANAG  entgegenstehen. 

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Umstände, die den Vollzug der Wegweisung als unzulässig, unzumut-
bar  oder  unmöglich  erscheinen  liessen,  werden  weder  von  der 
Beschwerdeführerin geltend gemacht noch sind solche aus den Akten 
ersichtlich.  Auch  in  dieser  Hinsicht  ist  die  angefochtene  Verfügung 
somit zu Recht ergangen. 

10.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung 
im Ergebnis nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist demzufolge 
abzuweisen.

11.
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  der  Beschwerde-
führerin  die  Kosten  aufzuerlegen  (vgl.  Art.  63  Abs.  1  VwVG  i.V.m. 
Art. 1 ff.  des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

(Dispositiv S. 18)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 800.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Sie sind durch den geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilagen Nr. 1 bis 7 zur 
Eingabe vom 30. August 2010 zurück)

- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] zurück)
- das Migrationsamt des Kantons Basel-Stadt (Ref-Nr. [...] / [...])

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Kradolfer

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die  Be-
gehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis-
mittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat,  beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

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