# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba84a8ec-f3af-539a-8085-c60772cd5d77
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.06.2010 D-6486/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6486-2009_2010-06-03.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6486/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Robert Galliker (Vorsitz), 
Richterin Gabriela Freihofer, 
Richterin Claudia Cotting-Schalch; 
Gerichtsschreiberin Daniela Brüschweiler.

A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
c/o Schweizerisches Generalkonsulat in Mumbai,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 9. September 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6486/2009

Sachverhalt:

A.
Mit Schreiben vom 7. März 2009 wandte sich der Beschwerdeführer – 
ein  srilankischer  Staatsangehöriger  tamilischer  Ethnie  –  an  die 
Schweizer Botschaft in Colombo und suchte um Asyl in der Schweiz 
nach.  Die  Schweizerische  Vertretung  forderte  ihn  daraufhin  mit 
Schreiben  vom  25. März  2009  auf,  sein  Gesuch  mit  detaillierten 
Angaben zu den geltend gemachten Asylgründen zu ergänzen sowie 
Beweismittel und Identitätspapiere einzureichen.

Am  21. April  2009  ging  bei  der  Schweizerischen  Botschaft  das 
Antwortschreiben des Beschwerdeführers  ein,  in  welchem er  erneut 
seine  Asylgründe  darlegte.  Gleichzeitig  übermittelte  er  diverse 
Beweismittel,  insbesondere  Dokumente  zur  Bestätigung  seiner 
Identität,  seiner  Aus-  und  Weiterbildung  sowie  zur  beruflichen 
Situation. 

B.
Am  26. Juni  2009  wurde  der  Beschwerdeführer  durch  die 
Schweizerische Botschaft in Colombo zu seinen Asylgründen befragt. 
Aus seinen Aussagen sowie den Eingaben und Beweismitteln geht im 
Wesentlichen  Folgendes  hervor:  Der  Beschwerdeführer  erlangte  im 
Jahr (...) sein MBBS (Bachelor of Medicine and Bachelor of Surgery) 
an der Universität von Jaffna. Er arbeitete danach als Arzt zunächst im 
Spital  von  B._______,  dann  in  C._______.  Er  gab  an,  nach  dem 
Scheitern  der  Friedensverhandlungen  habe  sich  die  Situation 
verschlechtert. Am 14. August  2006  seien  51  Schülerinnen  während 
ihrer Erste-Hilfe-Übung in Vallipunam bei einem Luftangriff der Armee 
getötet  worden.  Er  sei  damals  als  diensthabender  Arzt  Zeuge  des 
Massakers  geworden.  Mit  Beginn  der  Vanni-Operation  sei  das 
Gesundheitssystem praktisch kollabiert. Die Spitäler Puthukudiyiruppu 
und Vallipunam seien Angriffen ausgesetzt gewesen, und schliesslich 
sei  er  mit  dem letzten  Patiententransport  am 30. Januar  2009  nach 
B._______ gelangt. Anschliessend sei es ihm verboten gewesen, ins 
Vanni-Gebiet  zurückzukehren.  Er  sei  beobachtet  und  mit  anonymen 
Telefonanrufen bedroht worden. Am 6. Februar 2009 sei er nur knapp 
einer  Entführung  entkommen.  Aufgrund  seines  familiären 
Hintergrundes,  seiner  Ausbildung  und  Herkunft  aus  C._______  mit 
Verwandten  –  insbesondere  einer  ([...]  bei  einem  Bombenanschlag 
getöteten) (...) bei der LTTE – müsse er um sein Leben fürchten. Seit  

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er  in  B._______  arbeite,  sei  er  zweimal  vom  militärischen 
Geheimdienst festgehalten und zu LTTE-Kadern, welche er behandelt 
habe,  befragt  worden.  Überdies  sei  eine  Untersuchung  zur 
Bombardierung vom 14. August 2006 eingeleitet worden, wo er gegen 
die  Regierung  aussagen  müsse.  Die  Regierung  habe  damals 
behauptet,  bei  den  getöteten  Personen  habe  es  sich  um  LTTE-
Kadermitglieder gehandelt. Allerdings habe man ihm auch den Posten 
als  ("...")  angeboten,  nachdem  der  frühere  Stelleninhaber  verhaftet 
worden sei. Aus diesem Grund habe er  sich in  B._______ mit  Basil  
Rajapakse, dem Bruder des Präsidenten, getroffen.

Für die weiteren Aussagen des Beschwerdeführers ist auf die Akten zu 
verweisen.

C.
Mit  Schreiben  vom  27. Juni  2009  überwies  die  Schweizerische 
Botschaft dem BFM das Befragungsprotokoll vom 26. Juni 2009 sowie 
die weiteren Akten.

D.
Das  BFM  verweigerte  dem  Beschwerdeführer  mit  Verfügung 
9. September  2009  die  Einreise  in  die  Schweiz  und  lehnte  das 
Asylgesuch ab.

E.
Mit  E-Mail  an  das  Bundesamt  vom  9. Oktober  2009  teilte  der 
Beschwerdeführer mit, er wolle Beschwerde erheben ("i would like to 
reappeal my request regarding asyllum seeking"). Das BFM leitete das 
Mail  als  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  weiter 
(Eingangsstempel: 15. Oktober 2009).

F.
Nachdem  die  vorinstanzlichen  Akten  nicht  sämtliche  im 
Aktenverzeichnis  aufgeführten  Dokumente  enthielt,  wurden  die 
fehlenden Unterlagen vom Gericht von der Schweizerischen Botschaft 
in Colombo beigezogen.

G.
Mit  Zwischenverfügung  vom  11. November  2009  forderte  der 
zuständige Instruktionsrichter den Beschwerdeführer auf, innert sieben 
Tagen  ab  Erhalt  der  Verfügung  eine  Beschwerdeverbesserung 

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(unterzeichnete  Beschwerdeschrift  mit  Begehren  und  Begründung) 
einzureichen.

H.
Der Beschwerdeführer kam der Aufforderung mit seiner Eingabe vom 
9. Februar  2010  (in  Englisch  mit  deutscher  Übersetzung)  nach. Das 
Schweizerische Generalkonsulat in Mumbai leitete am 26. April  2010 
die dort nochmals eingegangene Eingabe des Beschwerdeführers an 
die Vorinstanz beziehungsweise das Bundesverwaltungsgericht weiter.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem 
Gebiet  des Asyls  endgültig  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2  Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Der konkrete Zeitpunkt der Eröffnung der Zwischenverfügung vom 
11.  November  2009  steht  mangels  Vorliegens  einer 
Empfangsbestätigung nicht fest. Zugunsten des Beschwerdeführers ist 
von  der  Rechtzeitigkeit  der  eingereichten  Beschwerdeverbesserung 
auszugehen.  Damit  ist  die  Beschwerde  beziehungsweise  die 
Beschwerdeverbesserung als frist-  und formgerecht – da es sich um 
eine  Laienbeschwerde  handelt,  sind  keine  hohen  formellen 
Anforderungen  zu  stellen  –  eingereicht  zu  betrachten.  Der 
Beschwerdeführer  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 

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beziehungsweise  Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert  (Art. 108 Abs. 1  AsylG sowie  Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art. 48  Abs. 1  und  Art. 52  VwVG).  Auf  die 
Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn sie in ihrem Heimatstaat  oder im Land, in  dem sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität, 
Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder 
begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 
ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib, 
Leben  oder  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen 
psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ableh-
nen,  wenn  die  asylsuchenden  Personen  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemu-
tet werden kann. Glaubhaft machen heisst, wenn die Behörde ihr Vor-
handensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält. 
Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punk-
ten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder  ver-
fälschte Beweismittel abgestützt werden (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 
Abs. 2 AsylG).

3.3 Gemäss Art.  20 Abs.  2 AsylG bewilligt  das BFM Asylsuchenden 

die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zuge-

mutet  werden  kann,  im  Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben 

oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen.  Gestützt  auf  Art.  20  Abs.  3 

AsylG  kann  das  Eidgenössische  Justiz-  und  Polizeidepartement 

(EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die 

Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare 

Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach 

Art. 3 Abs. 1 AsylG besteht.

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3.4 Bei  diesem Entscheid  gelten restriktive Voraussetzungen für  die 

Erteilung einer Einreisebewilligung, wobei den Behörden ein weiter Er-

messensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 

Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur 

Schweiz,  die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen 

Staat,  die Beziehungsnähe zu anderen Staaten,  die praktische Mög-

lichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche so-

wie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglich-

keiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 

Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2e-g 

S. 131 ff.;  die dort  akzentuierte Praxis hat nach bloss redaktionellen 

Änderungen bei  der  letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie 

vor Gültigkeit).

4.  
4.1 Das  BFM  führte  in  der  angefochtenen  Verfügung  aus,  die  vom 
Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Behelligungen  als  tamilischer 
Arzt  und  Berufsperson  seien  im  srilankischen  Kontext  als  nicht 
besonders  intensiv  zu  werten.  Die  während  des  Bürgerkrieges 
gemachten  Erfahrungen  als  Arzt  stellten  zudem keine  zielgerichtete 
staatliche  Verfolgung  gegen  seine  Person  dar.  Die  Nachteile  seien 
primär  auf  die  allgemeine  damalige  Kriegssituation  zurückzuführen. 
Der  Beitritt  der  (...)  zur  LTTE sei  vor langer  Zeit  erfolgt  und ihr  Tod 
liege schon mehr als zehn Jahre zurück. Der Beschwerdeführer selber 
sei wegen der Vergangenheit seiner (...) nie ernsthaft verfolgt worden. 
Ein  genügender  zeitlicher  und  sachlicher  Zusammenhang  zwischen 
der  LTTE-Tätigkeit  der  (...)  und  dem  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers liege hier nicht vor. Auch aufgrund seiner Herkunft  
aus  dem Distrikt  C._______  habe  der  Beschwerdeführer  angesichts 
seiner  erfolgreichen  Karriere  und  mehrmaligen  Beförderungen  keine 
ernsthaften  Nachteile  erfahren.  Zudem  habe  er  Kontakt  zu  Basil 
Rajapakse, dem Bruder und Berater des Präsidenten Sri Lankas, und 
es  sei  anzunehmen,  dass  er  sich  bei  Problemen an diesen wenden 
könne.  Hinsichtlich  der  Untersuchung  im  Zusammenhang  mit  der 
Bombardierung  am  14. August  2006  hätten  die  Aussagen  des 
Beschwerdeführers primär medizinische Belange betroffen. Zudem sei 
der  Bericht  an die  Untersuchungskommission vom Vorgesetzten des 
Beschwerdeführers  unterschrieben  worden.  Es  seien  somit  keine 
Gründe  ersichtlich,  weshalb  er  wegen  dieser  Untersuchung  verfolgt 
werden  könnte.  Schliesslich  hielten  sich  nahe  Verwandte  des 

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Beschwerdeführers  in  Indien  auf.  Er  habe  deshalb  die  Möglichkeit,  
nach Indien zu reisen und dort um Schutz nachzusuchen.

4.2 In seiner Beschwerdebegründung vom 9. Februar 2010 legte der 
Beschwerdeführer  dar,  zum  einen  sei  er  von  nicht  identifizierten, 
bewaffneten  Personen  belästigt  worden,  anderseits  habe  die 
Kriminalpolizei  seine  Kollegen  und  die  Angestellten  über  seine 
Aktivitäten  befragt.  Er  habe  sodann  das  Gerücht  gehört,  dass  er 
wegen seiner Verbindung zu den Tamil Tigers verhaftet oder entführt 
werden sollte. Aus diesen Gründen sei er am 26. Juli 2009 nach Indien 
geflohen.  Nach  seiner  Flucht  sei  sein  Fahrer  heimlich  zur 
Kriminalpolizei  gebracht  und  in  Colombo  befragt  worden.  Seine 
Lohnzahlungen  seien  suspendiert,  seine  Stellung  freigegeben  und 
sein  Besitz  von  der  Kriminalpolizei  mitgenommen  worden.  Er  habe 
"inkognito" in einem Dorf gelebt, weil er befürchtet habe, man werde 
ihn  verfolgen.  Am  11. September  2009  sei  er  nach  Singapur 
gegangen, um eine Stelle zu finden. Dort  habe er vernommen, dass 
sein Freund, Dr. M.U. im Spital  von B._______ verhaftet worden sei. 
Durch  Verwandte  habe  Dr.  M.U.  dem  Beschwerdeführer  mitteilen 
lassen,  dass  dieser  über  den Aufenthaltsort  des  Beschwerdeführers 
befragt  worden  sei,  und  dass  er  (der  Beschwerdeführer)  zwecks 
Verhaftung  gesucht  werde.  Am  5. Oktober  2009  sei  er  nach  Indien 
zurückgekehrt.  Daraufhin  habe  er  eine  Stelle  als  "clinical  tutor"  in 
D._______, E._______, gefunden. Da er Indien für diese Stelle habe 
verlassen  müssen  und  sein  Visum am (...)  ablief,  habe  er  sich  am 
1. Februar 2010 zum Visumsbüro in F._______ begeben, wo er beim 
zuständigen Beamten angemeldet gewesen sei. Zuerst habe man ihn 
warten  lassen,  dann  sei  er  zu  einer  Befragung  aufgerufen  worden. 
Anlässlich  dieser  habe  man  ihm  sein  Mobiltelefon  sowie  alle 
Dokumente abgenommen. Er habe seine Familie nicht benachrichtigen 
dürfen  und  sei  während  fünf  Tagen  von  der  Kriminalpolizei  von 
F._______ an einem geheimen Ort  festgehalten und befragt worden. 
Man  habe  ihm  unterstellt,  Verbindungen  zur  LTTE  zu  haben, 
insbesondere  zu  einer  Person  namens  G._______  oder  H._______, 
welche  mit  verschiedenen  terroristischen  Aktivitäten  in  Colombo  in 
Verbindung  gebracht  werde.  Die  srilankische  Polizei  habe  die 
indischen  Behörden um seine Festnahme und Überstellung ersucht. 
Beim fraglichen LTTE-Kader  "G._______"  handle  es sich um seinen 
Cousin, dessen Vater ein Parlamentsmitglied in Sri Lanka sei und den 
er  mit  einer  Spezialerlaubnis  der  Polizei  jederzeit  habe  besuchen 
dürfen. Zudem habe er erfahren, dass die Mutter und die Schwester  

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eines  Schulfreundes,  dessen  Bruder  anlässlich  der  geplanten 
Verhaftung durch die  Polizei  absichtlich  Selbstmord begangen habe, 
von  der  Polizei  unter  Aufsicht  gehalten  würden  und  sie  ausgesagt 
hätten,  er  sei  die  einzige  Person,  welche  aus  dem  von  der  LTTE 
kontrollierten Gebiet stamme und regelmässig in ihrem Haus verkehrt 
sei. Schliesslich sei er am 5. Februar 2010 freigelassen worden, unter 
der Bedingung, Indien innert zwei Wochen zu verlassen, ansonsten er 
umgehend nach Sri Lanka deportiert werde.

Nebst den bereits früher eingereichten Kopien zur Untersuchung des 
Luftangriffes  vom  14. August  2006  lagen  dem  Schreiben  des 
Beschwerdeführers  folgende  Dokumente  (je  in  Kopie)  bei: 
"Householder's  list  emergency  Regulation"  betr.  I._______  in 
J._______,  Passkopie  des  Beschwerdeführers  mit  indischem Visum, 
Bestätigung  von  K._______,  Member  of  Parliament  for  Vanni,  vom 
10. Juni  2009,  "Diagnosis  Ticket"  betreffend  den  Beschwerdeführer 
vom  10. August  2008,  Schreiben  des  Präsidenten  der  ("...")  in 
D._______, E._______, vom 20. Januar 2010, Arbeitsbestätigung der 
District  Sekretary  and  Government  Agent  C._______  vom  10. Mai 
2009. 

5.  
5.1 Es ist nicht in Abrede zu stellen, dass die allgemeine Sicherheits-  
und Menschenrechtslage in Sri Lanka auch nach dem offiziellen Ende 
des mehr  als  25 Jahre dauernden Bürgerkrieges im Mai  2009 nach 
wie vor schlecht  ist  (vgl. hierzu beispielsweise  SCHWEIZERISCHE FLÜCHT-
LINGSHILFE/JUDITH MACCHI/RAINER MATTERN,  Sri  Lanka:  Aktuelle  Situation, 
Bern 2009, S. 4 ff.). Der mit einer vernichtenden Niederlage der LTTE 
endende  Bürgerkrieg  hatte  verheerende  Auswirkungen  auf  die  Zivil -
bevölkerung. Trotz der Beendigung der Kampfhandlungen wird von der 
Regierung  die  Meinungs-  und  Pressefreiheit  anhaltend  unterdrückt, 
weshalb eine objektive Berichterstattung aus Sri  Lanka zur aktuellen 
Lage  nur  unter  äusserst  erschwerten  Bedingungen  möglich  ist.  Die 
weitere Entwicklung der allgemeinen Lage in Sri Lanka muss als voll -
kommen  offen  bezeichnet  werden.  Insbesondere  ist  unklar,  wie  die 
Regierung mit den ehemaligen Angehörigen und Anhängern der LTTE 
umgeht beziehungsweise weiter umgehen wird. 

5.2 Für den vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt ist entscheidend, 
dass sich der Beschwerdeführer nicht mehr in Sri Lanka, sondern in 
Indien  aufhält.  Zu  seinen  auf  Beschwerdeebene  geäusserten 

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Befürchtungen, nach Sri Lanka ausgeliefert zu werden, ist Folgendes 
festzuhalten:  Zunächst  geht  aus  den  vom  Beschwerdeführer 
eingereichten Unterlagen zwar hervor, dass sein Visum für Indien am 
(...)  ablief,  dass  er  im  September  2009  nach  Singapur  und  am 
5. Oktober  2009 zurück nach Indien reiste,  dass im März 2009 eine 
Anfrage betreffend den Vorfall vom 14. August 2006 stattfand und dass 
dem  Beschwerdeführer  eine  Anstellung  an  der  (...)  in  D._______, 
E._______, angeboten worden ist. All diese Dokumente wie auch die 
weiteren  eingereichten  Unterlagen  vermögen  jedoch  die  vom 
Beschwerdeführer  behauptete,  in Indien erfolgte Festnahme nicht  zu 
belegen,  ebenso  wenig  die  Fristansetzung  zur  Ausreise  aus  Indien, 
andernfalls  der  Beschwerdeführer  nach Sri  Lanka  überstellt  werde. 
Zudem erscheint  fraglich,  ob  die  indische  Polizei,  nachdem sie  den 
Beschwerdeführer  in  einer  Art  "Geheimoperation"  fünf  Tage 
festgehalten habe, ihn nur mit  einer  Meldepflicht  versehen und dem 
Auftrag, Indien innert zwei Wochen zu verlassen, wieder freigelassen 
hätte, wenn ernsthaft eine Auslieferung an Sri Lanka geplant gewesen 
wäre.  Schliesslich  zeigt  auch  die  erneute  Kontaktnahme  des 
Beschwerdeführers  am  15.  Februar  2010  von  Indien  aus  mit  der 
Schweizerischen Botschaft in Colombo, dass keine Ausschaffung des 
Beschwerdeführers  nach  Sri  Lanka  erfolgte. Hinzuweisen  ist  zudem 
abschliessend  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  des  Bundesamtes 
hinsichtlich  einer  früheren  und  künftigen  Verfolgung  in  Sri  Lanka. 
Insbesondere  liegt  die  LTTE-Vergangenheit  der  (...)  sowie  diejenige 
(vom  Beschwerdeführer  nur  vage  angetönt)  des  Vaters  des 
Beschwerdeführers  schon  mehrere  Jahre  zurück  und  hatte  keine 
konkreten Benachteiligungen zur Folge. Mit  der  Vorinstanz ist  davon 
auszugehen,  dass  die  geschilderten  Behelligungen  des 
Beschwerdeführers  gemäss  den  geltenden  asylrechtlichen  Kriterien 
nicht  genügen,  um  dessen  Einreise  in  die  Schweiz  zu  bewilligen, 
wobei  die geltend gemachten Probleme nicht  über das hinausgehen 
dürften,  was  weite  Teile  der  tamilischen  Bevölkerung  in  den 
betroffenen  Regionen  erlebten.  Auch  die  verschiedenen  vom 
Beschwerdeführer  eingereichten  Beweismittel  sind  nicht  geeignet, 
einen anderen Schluss herbeizuführen.

6.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer keine 
Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft  machen konnte und 
nicht als Flüchtling anerkannt werden kann. Das BFM hat demnach zu 

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Recht die Einreise in die Schweiz nicht bewilligt und das Asylgesuch 
abgelehnt. 

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Aus 
verwaltungsökonomischen Gründen sowie in  Anwendung von Art. 63 
Abs. 1 in fine VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 
2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  vorliegend 
jedoch auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  durch  Vermittlung  des  Schweizerischen 
Generalkonsulates in Mumbai (per EDA-Kurier)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- das Schweizerische Generalkonsulat in Mumbai, mit dem Ersuchen, 
das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  dem Beschwerdeführer 
gegen Unterzeichnung der beigelegten Empfangsbestätigung oder 
gegen  postalischen  Rückschein  zu  eröffnen  und  den 
entsprechenden Beleg dem Bundesverwaltungsgericht  zuzustellen 
(per EDA-Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Robert Galliker Daniela Brüschweiler

Versand: 

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