# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c6c50325-fd2a-51d2-85e2-d4ead4d69e34
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.07.2010 B-6871/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-6871-2009_2010-07-16.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-6871/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Stephan Breitenmoser (Vorsitz), Frank Seethaler 
und Maria Amgwerd, 
Gerichtsschreiberin Kinga Jonas;

A._______,
Beschwerdeführer;

gegen

Eidgenössische Kommission für Ingenieur-
Geometerinnen und -Geometer,
c/o Bundesamt für Landestopografie, SWISSTOPO,
Vorinstanz;

Eidgenössisches Staatsexamen 2009 für Ingenieur-
Geometerinnen und -Geometer.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-6871/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der  Beschwerdeführer  in  den Monaten  August  und  September 
2009 die Wiederholungsprüfung des eidgenössischen Staatsexamens 
für  Ingenieur-Geometerinnen  und  -Geometer  in  dem  von  ihm  nicht 
bestandenen Themenkreis D, Unternehmensführung, abgelegt hat; 

dass ihm die Vorinstanz am 1. September 2009 mitteilte, dass er die 
Prüfung erneut nicht bestanden habe, und sie ihren Entscheid mit an-
fechtbarer  Verfügung  vom 5.  Oktober  2009  mit  dem ungenügenden 
Notendurchschnitt  der schriftlichen (4,4; recte: 4,14) und mündlichen 
(3,0) Prüfungen begründete; 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom  3.  November  2009 
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhob und beantragt, die 
Prüfung sei als bestanden zu werten, eventuell sei er gestützt auf ein 
rechtsgenügliches  Prüfungsreglement  erneut  und  kostenlos  zur 
Prüfung im Themenkreis D zuzulassen; 

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  verschiedene  formelle 
und materielle Rügen anbringt und insbesondere geltend macht, dass 
für  das Prüfungsverfahren keine hinreichende gesetzliche Grundlage 
bestehe,  was  zu  willkürlichen  und  rechtsungleichen  Entscheidungen 
bei der Prüfungsbenotung geführt habe;

dass die Vorinstanz mit  Vernehmlassung vom 9. Dezember 2009 die 
Abweisung der Beschwerde beantragt und insbesondere festhält, dass 
die  Themenkreisleiter  allen  Kandidaten  vor  den  Prüfungen  die  Ge-
wichtung  der  einzelnen  Aufgaben  mitzuteilen  hätten,  sich  alle 
Examinatoren an die gleiche Notenskala gehalten hätten und folglich 
keine  weitergehende  Reglementierung  des  Prüfungsverfahrens  not-
wendig sei; 

dass der Beschwerdeführer mit Replik vom 7. Januar 2010 an seinen 
Rechtsbegehren  festhält  und  erklärt,  dass  die  Vorinstanz  den 
Kandidaten  entgegen  dem  internen  Merkblatt  die  Gewichtung  der 
einzelnen Prüfungen nicht mitgeteilt habe; 

dass  die  Vorinstanz  mit  Duplik  vom 29. Januar  2010  an  ihrem Ent -
scheid festhält und auf eine erneute Stellungnahme verzichtet; 

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dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Instruktionsverfügung  vom 
6. Mai 2010 die Parteien ersucht hat mitzuteilen, ob, wann und wie die 
Kandidaten  über  die  Gewichtung  der  einzelnen  Prüfungen  im 
Themenkreis D informiert worden sind;

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom 10.  Mai  2010  betont, 
dass er über die Gewichtung der Prüfungen im Themenkreis D vor den 
Prüfungen nicht informiert worden sei; 

dass die Vorinstanz mit ihrer Eingabe vom 17. Mai 2010 bestätigt, dass 
die Kandidaten im Vorfeld der Prüfungen nicht über deren Gewichtung 
informiert  worden seien, ohne spezielle, anders lautende Information 
aber angenommen werden dürfe, dass im Themenkreis D die einzel-
nen Aufgaben bzw. Prüfungsteile gleich gewichtet würden und sich alle 
Themenkreisleiter  und  Experten  an  die  gleiche  Notenskala  halten 
würden; 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  einem  zusätzlichen  Schreiben  vom 
31. Mai 2010 dazu insbesondere festhält, dass mit Blick auf die unter-
schiedliche  Dauer  von  mündlicher  und  schriftlicher  Prüfung  und  die 
Tatsache,  dass  der  mündlichen Prüfung offensichtlich  de facto mehr 
Gewicht  beigemessen  worden  sei  als  der  schriftlichen,  nicht  davon 
ausgegangen werden könne, dass ohne anders lautende Information 
alle Prüfungen gleich gewichtet würden, 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht  gestützt  auf  Art. 31 und Art. 33 
Bst. f des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 
173.32) für die Beurteilung der Beschwerde zuständig ist; 

dass sich das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  richtet, 
soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 
37 VGG); 

dass der  Beschwerdeführer nach Art. 48 Abs. 1 VwVG beschwerde-
berechtigt  ist,  die  Beschwerde  die  Frist-  und  Formerfordernisse  von 
Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG erfüllt und damit auf die Be-
schwerde einzutreten ist; 

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dass der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 49 VwVG die Verletzung 
von Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  des  an-
gefochtenen Entscheids rügen kann; 

dass sich in Praxis und Lehre die Auffassung durchgesetzt hat, dass 
die Bewertung von Examensleistungen nicht umfassend, sondern nur 
mit Zurückhaltung zu überprüfen ist;

dass sich das Bundesverwaltungsgericht  Zurückhaltung auferlegt,  in-
dem  es  bei  Fragen,  die  durch  gerichtliche  Behörden  naturgemäss 
schwer  überprüfbar  sind,  nicht  ohne Not  von den Beurteilungen der 
erstinstanzlichen Prüfungsorgane abweicht (vgl. BGE 131 I 467 E. 3.1, 
BGE 121 I 225 E. 4b, m.w.H);

dass der Grund für diese Zurückhaltung darin liegt, dass der Rechts-
mittelbehörde  zumeist  nicht  alle  massgebenden  Faktoren  der  Be-
wertung bekannt sind und es ihr somit nicht möglich ist, sich ein zu-
verlässiges  Bild  über  die  Leistungen  eines  Beschwerdeführers  – 
namentlich im Vergleich zu den übrigen Kandidaten – zu machen, und 
hinzu  kommt,  dass  Prüfungen  in  der  Regel  Spezialgebiete  zum 
Gegenstand  haben,  in  denen  das  Bundesverwaltungsgericht  über 
keine Fachkenntnisse verfügt;

dass  das  Bundesveraltungsgericht  hingegen  Einwände  gegen  die 
Auslegung  und  Anwendung  von  Rechtsnormen  oder  gerügte  Ver-
fahrensmängel im Prüfungsablauf mit umfassender Kognition frei prüft, 
andernfalls es eine formelle Rechtsverweigerung beginge (vgl. BVGE 
2008/14 E. 3.3 und BVGE 2007/6 E. 3, m.w.H.); 

dass der Beschwerdeführer in materieller Hinsicht die Unterbewertung 
seiner  Prüfungsleistungen  rügt  und  beantragt,  die  Prüfung  im 
Themenkreis D sei als bestanden zu bewerten;

dass ein materieller Entscheid durch das Bundesverwaltungsgericht in 
der Sache selbst oder die Rückweisung der Angelegenheit an die Vor-
instanz  zur  erneuten  materiellen  Bewertung  der  Prüfungsleistungen 
offenkundige  und  eindeutige  Anhaltspunkte  einer  Unterbewertung 
voraussetzen  (vgl.  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-
6261/2008 vom 4. Februar 2010 E. 4.1);

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dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Antrags  für  alle 
Prüfungsaufgaben  darlegt,  wie  die  Vorinstanz  die  Bewertung  seiner 
Prüfung vorzunehmen habe und die Punkte richtig zu verteilen seien;

dass  sich  die  Vorinstanz  mit  diesen  Rügen  im  Rahmen  des 
Instruktionsverfahrens eingehend befasst  hat  und  ausführt,  dass  die 
Vorbringen des Beschwerdeführers nicht  geeignet  seien,  die der an-
gefochtenen  Verfügung  zugrundeliegende  Bewertung  in  Frage  zu 
stellen; 

dass  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  der  aufgezeigten 
notwendigen Zurückhaltung bei der Überprüfung von Prüfungsergeb-
nissen,  in  diesen  materiellen  Fragen  der  schlüssigen  und  nach-
vollziehbaren  Bewertung  der  Prüfungsexperten  anschliesst  und  ins-
besondere auf  die Ausführungen der Vorinstanz im Schriftenwechsel 
verweist;

dass deshalb der Antrag, die Prüfung im Themenkreis D sei als be-
standen zu werten, abzuweisen ist;

dass der Beschwerdeführer eventualiter beantragt, er sei gestützt auf 
ein  rechtsgenügliches  Prüfungsreglement  erneut  zur  Prüfung  im 
Themenkreis D zuzulassen;

dass  er  zur  Begründung  vorbringt,  mangels  Prüfungsreglement  sei 
keine willkürfreie und rechtsgleiche Prüfungsabnahme gewährleistet;

dass die Durchführung des Staatsexamens zum Ingenieur-Geometer 
in  der  Verordnung über  die Ingenieur-Geometerinnen und Ingenieur-
Geometer vom 21. Mai 2008 (GeomV, SR 211.432.261) geregelt  ist, 
welche der Bundesrat gestützt auf Art. 29 Abs. 3 Bst. a und c sowie 
Art.  41  Abs.  3  des  Geoinformationsgesetzes  vom  5.  Oktober  2007 
(GeoIG, SR 510.62) erlassen hat;

dass gemäss Art. 13 Abs. 2 GeomV das Staatsexamen als bestanden 
gilt,  wenn die Prüfungen in jedem der vier Themenkreise bestanden 
sind;

dass  der  Beschwerdeführer  die  Wiederholungsprüfung  im  Themen-
kreis D und folglich das ganze Staatsexamen nicht bestanden hat;

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dass die Prüfung im Themenkreis D gemäss Art. 9 Abs. 1 Bst. d der 
GeomV  insbesondere  Betriebswirtschaft,  Projektmanagement, 
öffentliches  Beschaffungswesen,  Ausbildungswesen,  Berufsverbände 
einschliesslich  der  Standesregeln,  öffentliches  und  privates  Arbeits-
recht,  Vertrags- und Gesellschaftsrecht beinhaltet und die Vorinstanz 
gemäss  Art.  9  Abs.  2  der  GeomV  den  Prüfungsstoff  im  Einzelnen 
festzulegen hat;

dass  sich  die  Prüfung  im  Themenkreis  D  gemäss  dem  Formular 
"Staatsexamen  2009:  Informationen  zu  den  Prüfungen  2009  je 
Themenkreis" (im Folgenden: Formular) aus einer schriftlichen Prüfung 
(½ Tag) mit  den Schwerpunktthemen Sozialversicherung,  Lohn-  und 
Rechnungswesen, Erstellung einer Offerte und Preisberechnung sowie 
einer  mündlichen  Prüfung  mit  einem Gespräch  von 50 Minuten  und 
einem konkreten Thema aus dem Themenkreis D zusammensetzt;

dass  dem Beschwerdeführer  zwar  beigepflichtet  werden  kann,  dass 
vorliegend  eine  Notenskala  nirgends  generell-abstrakt  normiert 
worden ist;

dass sich die Bewertungskriterien für die eigentliche Beurteilung von 
Prüfungsleistungen und die  Vergabe von Noten naturgemäss jedoch 
einer  exakten  Regelung  entziehen,  da  sie  in  ihrem  Kern  auf  einer 
subjektiven Einschätzung und Wertung der prüfenden Person beruhen, 
welche durch eine strikte Normierung der  Notenskala nur wenig be-
einflusst werden kann;

dass  Leistungsbeurteilungen  im  Gegenteil  oftmals  einer  gewissen 
Flexibilität  bedürfen,  um  dem  üblicherweise  im  Rahmen  einer 
Gesamtbeurteilung  des  Prüfungskollegiums  getroffenen  Entscheid 
unter Berücksichtigung der Einzelfallgerechtigkeit genügend Rechnung 
tragen zu können;

dass den Examinatoren bei der Festlegung des Bewertungsschemas 
folglich ein erheblicher Ermessensspielraum einzuräumen ist, weshalb 
es in der Regel auch zulässig sein muss, die Punkte- und Notenskala 
erst  nachträglich  festzulegen  oder  sogar  zu  korrigieren,  sofern  die 
Prüfungsleistungen  jeweils  rechtsgleich  nach  einem  einheitlichen 
Punktesystem bewertet werden;

dass die Vorinstanz vorliegend ausführt, dass sich alle Themenkreis-
leiter  und Experten  an die  Notenskala  1  bis  6  mit  der  gleichen Be-

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deutung der ganzen Noten (6 die beste Note, 1 die schlechteste Note;  
5 gut,  4  genügend,  3  ungenügend,  2 schlecht,  1  sehr  schlecht)  ge-
halten hätten;

dass sich  eine rechtsungleiche Handhabung dieser  Benotungspraxis 
weder  aus den Akten erschliesst  noch vom Beschwerdeführer nach-
gewiesen wird;

dass  die  Examinatoren  vorliegend  allen  Kandidaten  vor  den  schrift-
lichen  Prüfungen  ausserdem  eine  Punkteskala  und  einen  Noten-
schlüssel mitgeteilt haben;

dass  der  Beschwerdeführer,  wenn  er  ausführt,  dass  vor  der  münd-
lichen Prüfung keine Festlegung der Lösungen und des Bewertungs-
schemas erfolgt  sei,  verkennt,  dass bei  einer mündlichen Prüfung in 
erster  Linie  das Verständnis  der  Zusammenhänge und die  Fähigkeit 
zur  Problemlösung geprüft  wird,  was sich  im Gegensatz  zur  schrift -
lichen Prüfung unmöglich nach einem starren Beurteilungsraster be-
werten lässt;

dass die Abnahme anwendungsorientierter Examen primär von fach-
wissenschaftlichem Sachverstand getragen wird und gute Prüfungen 
und  zuverlässige  Prüfungsergebnisse  demnach  letztlich  von  den 
Fähigkeiten  der  Prüfer  abhängen,  weshalb  der  Gesetz-  oder  Ver-
ordnungsgeber  im  Wesentlichen  Grundentscheidungen  über  die  Zu-
ständigkeit der jeweiligen Prüfung zu treffen und die Frage der für die 
Person des Prüfers vorauszusetzenden Mindestqualifikationen festzu-
legen hat;

dass  die  verbindlichen  Weisungen,  mit  denen  das  Bundesver-
waltungsgericht eine Beschwerde gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG an die 
Vorinstanz zurückweist, sich auf den Einzelfall zu beschränken haben 
und  keine  allgemeinen  Anordnungen  enthalten  dürfen  (vgl.  ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 3.196);

dass  der  Beschwerdeführer  folglich  aus  dem  Fehlen  einer 
reglementarisch  festgehaltenen  Notenskala  – soweit  auf  das  damit 
zusammenhängende Begehren überhaupt einzutreten ist  – im Ergeb-
nis keine weitergehenden Rechte beanspruchen kann;

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dass dem Beschwerdeführer  jedoch insofern  zuzustimmen ist,  dass, 
wenn das Bestehen oder Nichtbestehen einer Prüfung von einem be-
stimmten  Notendurchschnitt  abhängig  ist,  die  Prüfungsordnungen 
üblicherweise  eine  Notenskala  und  -gewichtung  enthalten,  was  die 
Rechtssicherheit  im Sinne einer  einheitlichen und transparenten Be-
notung von Prüfungsleistungen begünstigt;

dass der  Beschwerdeführer des Weiteren moniert,  dass ihm vor der 
Abnahme der Wiederholungsprüfung die Gewichtung der schriftlichen 
und mündlichen Prüfungen nicht mitgeteilt worden sei;

dass  gemäss  "Merkblatt  2:  Durchführung  des  Staatsexamens: 
Kommissionsbeschlüsse"  des  Geschäftsreglements  der  Eid-
genössischen  Kommission  für  Ingenieur-Geometerinnen  und  -Geo-
meter vom 7. April 2009 (im Folgenden: Merkblatt) den Kandidaten vor 
Prüfungsbeginn die Gewichtung der einzelnen Prüfungen bekannt zu 
geben ist;

dass bei der Abnahme von Prüfungen Prüfungsverfahrensregelungen 
die  faktisch  eingeschränkte  Möglichkeit  der  Überprüfung  von 
Leistungsbeurteilungen  gewissermassen  kompensieren  und  folglich 
besonderer  Wert  auf  die  Einhaltung  und  Überprüfung  von 
Verfahrensvorschriften  zu  legen  ist  (vgl.  hierzu  MARTIN AUBERT, 
Bildungsrechtliche  Leistungsbeurteilungen  im  Verwaltungsprozess, 
Diss. Bern/Stuttgart/Wien 1997, S. 142 ff.); 

dass die Pflicht  der Prüfungskommission,  den Kandidaten im Vorfeld 
der  Prüfungen  die  Notengewichtung  mitzuteilen,  eine  Verfahrensvor-
schrift darstellt; 

dass aus den Akten des Instruktionsverfahrens hervorgeht,  dass die 
Vorinstanz entgegen den Weisungen im Merkblatt den Kandidaten die 
Gewichtung der Prüfungen im Themenkreis D nicht mitgeteilt hat; 

dass  das  Merkblatt  formell  eine  Verwaltungsverordnung  darstellt, 
welche sich als verwaltungsinterne Dienstanweisung grundsätzlich an 
die rechtsanwendenden Behörden richtet und für diese verbindlich ist 
(vgl.  ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Ver-
waltungsrecht, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 123 ff.);

dass  die  Prüfungsbehörde  mangels  Mitteilung  der  Notengewichtung 
folglich eine verbindliche Verfahrensbestimmung verletzt hat; 

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dass Mängel im Prüfungsablauf und Reglementsverletzungen aber nur 
dann einen rechtserheblichen Verfahrensmangel darstellen, wenn sie 
in  kausaler  Weise  das  Prüfungsergebnis  eines  Kandidaten  ent-
scheidend beeinflussen können oder beeinflusst haben (vgl. das Urteil 
des  Bundesgerichts  1P.420/2000  vom 3. Oktober  2000  E. 4  b;  VPB 
45.43 E. 3; 50.45 E. 4.1; 56.16 E. 4, sowie das Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts B-2213/2006 vom 2. Juli 2007 E. 5);

dass  ein  Prüfling  zur  Prüfungsvorbereitung  aus  der  Gewichtung  der 
Notengebung Rückschlüsse ziehen, namentlich Schwerpunkte setzen 
kann, insbesondere dann, wenn  – wie vorliegend  – der Prüfungsstoff 
der schriftlichen und mündlichen Prüfung nicht identisch ist; 

dass  der  Vorinstanz  nicht  gefolgt  werden  kann,  wenn  sie  einerseits 
ausführt, dass ohne spezielle Information davon auszugehen sei, dass 
die mündliche und schriftliche Prüfung im Themenkreis  D gleich ge-
wichtet würden, sie andererseits im Formular bezüglich des Themen-
kreises B die Kandidaten über die hälftige Gewichtung der schriftlichen 
und mündlichen Prüfung ausdrücklich informiert hat;

dass dem Beschwerdeführer zuzustimmen ist,  dass mangels anders 
lautender  Information  die  gleiche  Gewichtung  der  mündlichen  und 
schriftlichen  Prüfung  auch  angesichts  der  unterschiedlichen  Dauer 
nicht ohne Weiteres angenommen werden kann; 

dass der gerügte Verfahrensfehler daher als rechtserheblich erscheint;

dass  für  die  Erteilung eines  Diploms in  jedem Fall  ein  gültiges  und 
genügendes  Prüfungsresultat  Voraussetzung  ist,  und  dass  ein  ge-
wichtiges  öffentliches  Interesse  daran  besteht,  dass  nur  Kandidaten 
den entsprechenden Ausweis erhalten, welche den damit verbundenen 
hohen Erwartungen auch nachgewiesenermassen entsprechen;

dass nach ständiger Praxis deshalb ein gültiges und nachweislich ge-
nügendes  Prüfungsresultat  grundsätzliche  Voraussetzung  für  die  Er-
teilung  eines  Prüfungsausweises  ist  (vgl.  das  Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts B-4484/2009 vom 23. März 2010 E. 8.1);

dass Mängel im Prüfungsablauf, selbst wenn sie unzweifelhaft  nach-
gewiesen  sind,  grundsätzlich  nur  dazu führen können,  dass  ein  Be-
schwerdeführer den betroffenen Prüfungsteil gebührenfrei wiederholen 
darf, nicht aber die Erteilung des Prüfungsausweises bewirkt;

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dass  der  festgestellte  Mangel  deshalb  zur  Folge  hat,  dass  die  Vor-
instanz  anzuweisen  ist,  den  Beschwerdeführer  die  Prüfung  im 
Themenkreis D nochmals wiederholen zu lassen;

dass  sich  unter  diesen  Umständen  die  Prüfung  der  weiteren  ver-
fahrensrechtlichen Rügen des Beschwerdeführers erübrigt;

dass  sich  die  Beschwerde  somit  insgesamt  als  teilweise  begründet 
erweist, der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache an die 
Prüfungskommission zurückzuweisen ist, damit sie dem Beschwerde-
führer  Gelegenheit  gibt,  die  Prüfungen  für  Ingenieur-Geometerinnen 
und -Geometer im Themenkreis D, Unternehmensführung, unter vor-
gängiger Mitteilung der Gewichtung der schriftlichen und mündlichen 
Prüfungen kostenlos  zu wiederholen und  anschliessend erneut  über 
das Bestehen oder Nichtbestehen zu entscheiden;

dass  bei  diesem  Verfahrensausgang  der  Beschwerdeführer  nur  als 
teilweise obsiegend gilt, weshalb ihm die Verfahrenskosten zur Hälfte 
aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG);

dass  sich  die  Gerichtsgebühr  nach  Umfang  und  Schwierigkeit  der 
Streitsache, Art der Prozessführung und finanzielle Lage der Parteien 
bemisst  (Art. 2  Abs. 1  Satz 1  des Reglements  über  die Kosten und 
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 
2008 [VGKE, SR 173.320.2]);

dass das Bundesverwaltungsgericht eine reduzierte Gerichtsgebühr in 
der Höhe von Fr. 300.– als angemessen erachtet, welche mit dem am 
30. November 2009 geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen ist;

dass die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen 
Entscheide über  das Ergebnis von Prüfungen gemäss Art. 83  Bst. t 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 171.110) 
unzulässig ist und dieser Entscheid damit nicht mit einem ordentlichen 
Rechtsmittel angefochten werden kann.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen.

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2.
Die Verfügung der Vorinstanz vom 5. Oktober 2009 wird aufgehoben.

3.
Die Sache wird  an die  Vorinstanz zurückgewiesen mit  der  Weisung, 
dem  Beschwerdeführer  Gelegenheit  zu  geben,  die  Prüfungen  des 
Eidgenössischen  Staatsexamens  für  Ingenieur-Geometerinnen  und 
-Geometer  im  Themenkreis  D,  Unternehmensführung,  kostenlos  zu 
wiederholen. 

4.
Dem  Beschwerdeführer  ist  vor  der  Prüfung  die  Gewichtung  der 
schriftlichen und mündlichen Prüfung bekannt zu geben.

5.
Die  reduzierten  Verfahrenskosten  von  300.– werden  dem  Be-
schwerdeführer  auferlegt  und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss 
von Fr. 800.-- verrechnet. Der Restbetrag von Fr. 500.– wird dem Be-
schwerdeführer aus der Gerichtskasse zurückerstattet.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  (Einschreiben;  Beilagen:  Beschwerdebei-
lagen, Rückerstattungsformular);

- die Vorinstanz (Einschreiben; Beilage: Vorakten).

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Stephan Breitenmoser Kinga Jonas

Versand: 22. Juli 2010

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