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**Case Identifier:** be04af9c-8e86-55e5-bb55-4023a4e6ece6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-02-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.02.2024 BVGE 2024 VII/3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2024-VII-3_2024-02-21.pdf

## Full Text

2024 VII/3 Nationales humanitäres Visumverfahren. Beweislast und 
Beweismass. 

 

 

14 VII BVGE / ATAF / DTAF  

 

2024 VII/3 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung VI 
i. S. A. et al. gegen Staatssekretariat für Migration 

F-1077/2022 vom 21. Februar 2024 

Nationales humanitäres Visumverfahren. Beweislast und Beweismass. 

Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG. Art. 5 Abs. 3, Art. 90, Art. 90 Bst. a AIG. 

Art. 4 Abs. 2 VEV. 

1. Im nationalen humanitären Visumverfahren muss die gesuchstel-
lende Person ihre Gefährdungssituation nachweisen (E. 5.2.4–

5.2.5). 

2. Es bestehen erhöhte Anforderungen an das Beweismass (Vollbe-
weis). Der Nachweis einer Gefährdungssituation gilt als erbracht, 

wenn die Behörde nach objektiven Gesichtspunkten davon über-

zeugt ist und keine ernsthaften Zweifel mehr daran bestehen. Ist 

dies nicht möglich oder nicht zumutbar, reicht das Beweismass der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit aus (E. 5.4, 5.4.1–5.4.3). 

Procédure d'octroi du visa humanitaire national. Fardeau et degré de 

la preuve. 

Art. 13 al. 1 let. a PA. Art. 5 al. 3, art. 90, art. 90 let. a LEI. Art. 4 al. 2 

OEV. 

1. Dans la procédure tendant à l'octroi d'un visa humanitaire natio-
nal, il incombe au requérant de démontrer le danger auquel il est 

exposé (consid. 5.2.4–5.2.5). 

2. Les exigences en matière de degré de preuve sont accrues (preuve 
pleine). La mise en danger est considérée comme prouvée lorsque 

l'autorité en est convaincue sur la base de critères objectifs et 

qu'aucun doute sérieux ne subsiste. Si cela n'est pas possible ou ne 

peut pas être raisonnablement exigé, la vraisemblance prépondé-

rante est suffisante (consid. 5.4, 5.4.1–5.4.3). 

Procedura di rilascio di un visto umanitario nazionale. Onere e grado 

della prova.  

Nationales humanitäres Visumverfahren. Beweislast und 
Beweismass. 

2024 VII/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF VII 15 

 

Art. 13 cpv. 1 lett. a PA. Art. 5 cpv. 3, art. 90, art. 90 lett. a LStrI. 

Art. 4 cpv. 2 OEV. 

1. Nella procedura tendente al rilascio di un visto nazionale umani-
tario, incombe alla persona richiedente dimostrare la situazione di 

pericolo in cui versa (consid. 5.2.4-5.2.5). 

2. Sussistono esigenze accresciute in merito al grado della prova 
(prova piena). Una situazione di pericolo è considerata comprova-

ta quando l'autorità ne è convinta sulla base di criteri oggettivi e 

non sussistono più seri dubbi in merito. Se ciò è impossibile o non 

può essere ragionevolmente richiesto, è sufficiente la prova della 

verosimiglianza preponderante (consid. 5.4, 5.4.1-5.4.3). 

 

Am 28. Oktober 2021 beantragten die afghanischen Staatsangehörigen A. 

und seine Ehefrau für sich und ihre fünf minderjährigen Kinder bei der 

Schweizerischen Botschaft in Teheran die Ausstellung humanitärer Visa. 

Mit Entscheid vom 13. Dezember 2021 lehnte die Schweizerische Bot-

schaft im Namen des Staatssekretariats für Migration (SEM) ihre Gesuche 

ab. 

Am 2. Februar 2022 wies das SEM die dagegen erhobene Einsprache ab.  

Gegen diese Verfügung erhoben die gesuchstellenden Personen am 

7. März 2022 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. 

Das Bundesverwaltungsgericht weist die Beschwerde ab. 

Aus den Erwägungen: 

5.2  
5.2.1 Im nationalen humanitären Visumverfahren ist der rechtserheb-
liche Sachverhalt von Amtes wegen sowie unter Zugrundelegen eines ver-

hältnismässigen Aufwands richtig und vollständig abzuklären (vgl. Art. 12 

VwVG; BGE 143 II 425 E. 5.1; 140 I 285 E. 6.3.1; BVGE 2022 VII/2 

E. 9.6; 2019 I/6 E. 5.1). Relativiert wird der Untersuchungsgrundsatz 

durch die Mitwirkungspflicht der gesuchstellenden Person (Art. 13 Abs. 1 

Bst. a VwVG; Art. 90 AIG). Diese erstreckt sich insbesondere auf Tat-

sachen, welche die gesuchstellende Person besser kennt als die Visabe-

2024 VII/3 Nationales humanitäres Visumverfahren. Beweislast und 
Beweismass. 

 

 

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hörden und welche diese ohne Mitwirkung gar nicht oder nicht mit ver-

nünftigem Aufwand erheben können (BGE 143 II 425 E. 5.1; 138 II 465 

E. 8.6.4; 132 II 113 E. 3.2).  

5.2.2 Die gesuchstellende Person trifft im nationalen humanitären Vi-
sumverfahren somit die Last, sämtliche ihr zur Verfügung stehenden be-

günstigenden oder belastenden Beweismittel beizubringen und offenzu-

legen. Zudem hat sie günstige Tatsachen zu behaupten. Die Visabehörden 

sind insoweit nicht verpflichtet, den Sachverhalt in jede erdenkliche Rich-

tung abzuklären (vgl. Art. 90 Bst. a AIG; BGE 140 I 285 E. 6.3.1; 128 III 

411 E. 3.2.1; BVGE 2022 VII/2 E. 9.6; WIEDERKEHR/MEYER/BÖHME, 

VwVG Kommentar, 2022, Art. 13 N. 3 ff.).  

5.2.3 Dies gilt umso mehr, als die Verfahrensabläufe im nationalen hu-
manitären Visumverfahren im Vergleich zum seit 2012 aufgehobenen 

Asylverfahren bei Gesuchen aus dem Ausland (sog. « Botschaftsasyl ») 

einfacher sind (vgl. Urteil des BVGer E-1750/2015 vom 28. Oktober 2015 

E. 4.1 m.H.). Eine asylrechtliche Befragung hat im Rahmen des auslän-

derrechtlichen Visumverfahrens nicht zu erfolgen (vgl. BVGE 2015/5 

E. 4.1.2; Urteil des BVGer D-68/2015 vom 24. März 2015 E. 5.1; Bot-

schaft vom 26. Mai 2010 zur Änderung des Asylgesetzes, BBl 2010 4455, 

4490 [nachfolgend: Botschaft Asylgesetz]). Daher kann allein aus der Er-

teilung eines humanitären Visums an sich nicht schon auf das Vorliegen 

relevanter Asylgründe geschlossen werden (vgl. Urteile des BVGer 

D-295/2021 vom 16. März 2022 E. 6.1; F-851/2019 vom 20. April 2020 

E. 5.8). Gleichwohl bleibt das persönliche Erscheinen – vorbehalten bleibt 

eine Dispensation aufgrund ausserordentlicher Umstände – bei der zustän-

digen Auslandsvertretung aber zwingend (vgl. Art. 23 Abs. 3 der Verord-

nung vom 15. August 2018 über die Einreise und die Visumerteilung 

[VEV, SR 142.204]).  

5.2.4 Entsprechend der visarechtlichen Beleg- und Begründungspflicht 
(zur Beweisführungslast im Schengener Visumverfahren allgemein: 

BVGE 2014/1 E. 4.3 f.; Art. 12 Abs. 1 VEV i.V.m. Art. 14 Abs. 1 und 

Art. 32 Abs. 1 Bst. a/ii der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex 

der Gemeinschaft [Visakodex], ABl. L 243/1 vom 15.09.2009; Urteil des 

EuGH vom 19. Dezember 2013 C-84/12 Rahmanian Koushkaki gegen 

Bundesrepublik Deutschland, Rn. 71; Urteil des BVGer F-5542/2022 vom 

17. März 2023 E. 6.1) obliegt es auch im nationalen humanitären Visum-

Nationales humanitäres Visumverfahren. Beweislast und 
Beweismass. 

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verfahren der gesuchstellenden Person, ihre Gefährdungssituation nachzu-

weisen (vgl. Urteile des BVGer F-2107/2022 vom 3. Juli 2023 E. 3.3; 

F-3837/2021 vom 21. Juli 2022 E. 3.3; Weisung des SEM betreffend 

Humanitäres Visum gemäss Art. 4 Abs. 2 VEV vom 6. September 2018 

[Stand 16. Januar 2023], S. 3, < www.sem.admin.ch/sem/de/home/ 

publiservice/weisungen-kreisschreiben/auslaenderbereich/einreise_in_die 

_schweiz.html > [nachfolgend: Weisung SEM]). Die vormals unter dem 

Instrument der räumlich beschränkten Schengen-Visa bestehende Praxis 

ist demnach weiterzuführen (vgl. BVGE 2018 VII/5 E. 3.6.1). 

5.2.5 Eine unterbliebene Mitwirkung kann nach angemessener Aufklä-
rung über deren Inhalt und Tragweite der gesuchstellenden Person im 

Rahmen der (freien) Beweiswürdigung zum Nachteil gereichen. Bloss be-

hauptete Tatsachen können als nicht bewiesen betrachtet werden. Wo es 

vordringlich oder ausschliesslich an der gesuchstellenden Person liegt, die 

ihr zumutbaren Unterlagen und Informationen zu liefern, darf die zustän-

dige Visabehörde ohne weitere Sachverhaltsermittlungen auf die beste-

hende Aktenlage abstellen (vgl. Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 BZP [SR 

273]; BGE 140 I 285 E. 6.3.1; 132 II 113 E. 3.2; BVGE 2015/1 E. 4.2; 

KRAUSKOPF/WYSSLING, in: Praxiskommentar VwVG, 3. Aufl. 2023, 

Art. 13 N. 92 f.; ROMAN LEHNER, Gemeinsame Visapolitik, in: Euro-

päischer Freizügigkeitsraum – Unionsbürgerschaft und Migrationsrecht, 

2021, Par. 28 Rz. 22; CHRISTIAN MEYER, Die Mitwirkungsmaxime im 

Verwaltungsverfahren des Bundes, 2019, Rz. 759 ff.; WIEDERKEHR/ 

MEYER/BÖHME, a.a.O., Art. 13 N. 39 und N. 43 f.). 

5.3 Unbesehen der Pflicht der gesuchstellenden Person, an der Sach-
verhaltsfeststellung mitzuwirken, liegen Substanziierung und Nachweis 

der Risikosituation schon deshalb in ihrem Interesse, weil sie andernfalls 

aufgrund der allgemeinen Beweislastregel die Folgen der Beweislosigkeit 

zu tragen hat (vgl. Art. 8 ZGB; BVGE 2022 VII/2 E 9.6; AUER/BINDER, 

in: Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 

2. Aufl. 2019, Art. 13 N. 19; KRAUSKOPF/WYSSLING, a.a.O., Art. 13 

N. 10).  

5.4 Des Weiteren bestehen im nationalen humanitären Visumverfah-
ren nach Art. 4 Abs. 2 VEV i.V.m. Art. 5 Abs. 3 AIG im Vergleich zum 

Asylverfahren erhöhte Anforderungen an das Beweismass (vgl. statt 

vieler: Urteile des BVGer F-4480/2019 vom 17. April 2021 E. 3.4; 

E-5105/2014 vom 13. Oktober 2014 E. 3.4; D-367/2013 vom 12. Mai 

2014 E. 4.4). 

2024 VII/3 Nationales humanitäres Visumverfahren. Beweislast und 
Beweismass. 

 

 

18 VII BVGE / ATAF / DTAF  

 

5.4.1 Eine Glaubhaftmachung reicht – im Gegensatz zum Asylverfah-
ren (vgl. Art. 7 AsylG [SR 142.31]) – nicht aus. Beweismässig genügt es 

also nicht, wenn die gesuchstellende Person ihre Gefährdung substanziiert, 

in sich schlüssig und plausibel vorträgt, sodass sie mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit gegeben scheint (vgl. Art. 7 Abs. 2 AsylG; BVGE 

2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1). Vielmehr ist der volle Beweis zu erbrin-

gen. Nicht von der Hand zu weisen ist zwar, dass sich gesuchstellende 

Personen in ihren Heimat- oder Herkunftsstaaten mit denselben Schwie-

rigkeiten bei der Beweisbeschaffung (d.h. nicht leicht beweisbare Gefähr-

dungssituation im Ausland; vgl. dazu FANNY MATTHEY, Code annoté de 

droit des migrations, Volume IV: Loi sur l'asile [LAsi], 2015, Art. 7 N. 2) 

konfrontiert sehen können wie Personen im Asylverfahren. Trotz Berüh-

rungspunkten mit asylrechtlichen Fragestellungen hat sich das humanitäre 

Visumverfahren jedoch an den prozessualen und beweisrechtlichen Vor-

gaben des Ausländerrechts auszurichten (vgl. BVGE 2015/5 E. 2; Urteil 

D-295/2021 E. 6.1). Dies ist nicht zuletzt der gesetzgeberischen Intention 

geschuldet, per 29. September 2012 die Möglichkeit der Stellung eines 

Asylgesuches im Ausland (sog. « Botschaftsasyl ») sowie die damit ver-

bundene Einreisebewilligung abzuschaffen und zum Schutze ernsthaft und 

unmittelbar gefährdeter Personen stattdessen auf das ersatzweise geschaf-

fene Instrument des humanitären Visums zurückzugreifen (vgl. Botschaft 

Asylgesetz, BBl 2010 4455, 4468 und 4490 f.; ausführlich dazu LEA 

FRITSCHE, Das Humanitäre Visum, Eine gleichwertige Alternative zum 

Botschaftsasylverfahren?, Jusletter 17. April 2023 S. 2 ff.).  

5.4.2 Praxisgemäss muss die Gefährdung der betroffenen Person an 
Leib und Leben im Sinne von Art. 4 Abs. 2 VEV offensichtlich sein (vgl. 

[statt vieler] Urteile des BVGer F-3410/2022 vom 3. November 2023 

E. 3.3; F-415/2022 vom 18. Oktober 2023 E. 3.4; F-2503/2022 vom 

26. Juni 2023 E. 4.3; Botschaft Asylgesetz, BBl 2010 4455, 4490; Wei-

sung SEM, S. 2). In Berücksichtigung des durch die Mitwirkungspflicht 

relativierten Untersuchungsgrundsatzes (vgl. E. 5.2 hiervor) hat bezüglich 

der Gefährdungssituation respektive der Voraussetzungen für ein humani-

täres Visum eine klare Sachlage vorzuliegen (siehe dazu etwa Urteil 

D-68/2015 E. 5.1 oder die Urteile des BVGer E-1654/2009 vom 23. März 

2009; E-2891/2008 vom 8. Mai 2008 zum Vorliegen einer offensichtlichen 

Flüchtlingseigenschaft i.S.v. Art. 34 Abs. 3 Bst. b aAsylG [in der bis 

31. Januar 2014 gültigen Fassung; AS 2013 4379]). Der Nachweis einer 

unmittelbaren, ernsthaften und konkreten Gefährdung gilt als erbracht, 

wenn die Behörde nach objektiven Gesichtspunkten davon überzeugt ist. 

Nationales humanitäres Visumverfahren. Beweislast und 
Beweismass. 

2024 VII/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF VII 19 

 

Dabei genügt es, wenn am Vorliegen einer solchen ausnahmsweisen Notsi-

tuation keine ernsthaften Zweifel mehr bestehen oder allenfalls verblei-

bende Zweifel als leicht erscheinen (vgl. BGE 148 III 134 E. 3.4.1; 140 III 

610 E. 4.1; 130 III 321 E. 3.2; FÉLIX/SIEBER/CHATTON, Le « nouveau » 

visa humanitaire national: précision de cette notion à la lumière de la 

jurisprudence du Tribunal administratif fédéral, ASYL 3/2019 S. 12; 

KRAUSKOPF/WYSSLING, a.a.O., Art. 12 N. 197; ISABELLE BERGER-

STEINER, Beweismass: Lehren des Privatrechts für das öffentliche Recht, 

Jahrbuch für Migrationsrecht 2008/2009, 2009, S. 112 ff.). Das Regelbe-

weismass für nationale humanitäre Visa korreliert damit grundsätzlich mit 

demjenigen für Schengen-Visa, wonach keine begründeten Zweifel an der 

Echtheit der vorgelegten Belege oder am Wahrheitsgehalt ihres Inhalts und 

den Aussagen der gesuchstellenden Person bestehen dürfen (vgl. Art. 32 

Abs. 1 Bst. b Visakodex; Art. 5 Abs. 2 AIG; BVGE 2014/1 E. 4.4; Urteil 

Rahmanian Koushkaki gegen Bundesrepublik Deutschland, Rn. 73, sowie 

die Schlussanträge in dieser Rechtssache, Rn. 33; ROLF STAHMANN, in: 

NomosKommentar, Ausländerrecht, 3. Aufl. 2023, § 6 Rz. 36).  

5.4.3 Wo im Sinne einer Beweisnot ein strikter Beweis nach der Natur 
der Sache nicht möglich oder nicht zumutbar ist, insbesondere wenn die 

behauptete Tatsache oder der Gefährdungsgrund nur mittelbar durch Indi-

zien bewiesen werden können, reicht das Beweismass der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit aus (vgl. BGE 149 III 218 E. 2.2.3; 148 III 105 

E. 3.3.1; 141 III 569 E. 2.2.1; 130 III 321 E. 3.2). Die Zweifel an der Rich-

tigkeit des behaupteten Sachverhalts dürfen diesfalls nicht derart sein, dass 

andere Möglichkeiten vernünftigerweise massgeblich in Betracht fallen. 

Mit anderen Worten muss es sich um die wahrscheinlichste der in Betracht 

fallenden Sachverhaltsvarianten handeln (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2; 139 

V 176 E. 5.3; 135 V 39 E. 6.1; WIEDERKEHR/MEYER/BÖHME, a.a.O., 

Art. 12 N. 24). Denkbar ist eine derartige Beweiserleichterung infolge Be-

weisnot beispielsweise für die Behauptung eines illegalen Aufenthalts in 

einem Drittstaat oder einer unmittelbar bevorstehenden Rückschaffung in 

das Heimatland, was aber jeweils im konkret zu beurteilenden Einzelfall 

zu prüfen ist (vgl. Urteile des BVGer F-5064/2021 vom 23. Januar 2023 

E. 6.2; F-985/2022 vom 1. Dezember 2022 E. 6.4.2).