# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1c1b2ecb-efd6-5e75-8b27-b641f14915a5
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-08-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 16.08.2011 U 2011 58
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2011-58_2011-08-16.pdf

## Full Text

U 11 58

1. Kammer 

URTEIL
vom 16. August 2011

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Führerausweisentzug

1. …, geb. am … 1950, geriet am 21. Dezember 2010 um 15.49 Uhr als Lenker 

des Personenwagens GR … bei … in eine Geschwindigkeitskontrolle. Dabei 

ergab sich, dass er die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h nach 

Abzug der Sicherheitsmarge um 31 km/h überschritten hatte. Mit Verfügung 

vom 26. Januar 2011 ordnete das Strassenverkehrsamt Graubünden wegen 

dieser Geschwindigkeitsübertretung gestützt auf Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG und 

16b Abs. 2 lit. a SVG den Entzug des Führerausweises für die Dauer vom 18. 

Januar bis zum 17. Februar 2011 (ein Monat) an, nachdem … den 

Führerausweis bereits am 18. Januar 2011 unter Verzicht auf eine 

Stellungnahme im Verwaltungsverfahren beim Strassenverkehrsamt 

deponiert hatte.

2. Am 28. Januar 2011 wurde … um 02.50 Uhr beim … von der Grenzwacht 

kontrolliert, nachdem er beim Grenzübergang … von Österreich her in die 

Schweiz eingereist war. Dabei wurde festgestellt, dass er sein Fahrzeug trotz 

Ausweisentzug führte. Daraufhin erliess das Strassenverkehrsamt 

Graubünden am 18. Februar 2011 eine weitere Verfügung, wonach … 

gestützt auf Art. 16c Abs. 1 lit. f und Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG der 

Führerausweis für die Dauer von sechs Monaten entzogen werde. Die Zeit 

vom 18. Januar bis und mit dem 27. Januar 2011 werde an die Entzugsdauer 

angerechnet. Die restliche Entzugsdauer betrage demnach noch fünf Monate 

und 20 Tage und dauere vom 28. Januar bis zum 16. Juni 2011. Nach einer 

schweren Widerhandlung müsse der Führerausweis für mindestens sechs 

Monate entzogen werden, wenn in den vorangegangenen fünf Jahren der 

Ausweis einmal wegen einer mittelschweren Widerhandlung entzogen 

gewesen sei. Gemäss Art. 16c Abs. 3 SVG trete die Dauer des 

Ausweisentzuges wegen einer Widerhandlung nach Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG 

an die Stelle der noch verbleibenden Dauer des laufenden Entzuges.

3. a) Gegen diese Verfügung des Strassenverkehrsamtes Graubünden erhob … 

am 28. Februar 2011 beim Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit 

Graubünden (DJSG) Beschwerde mit dem Begehren, es sei die angefochtene 

Verfügung aufzuheben und es sei ihm der Führerausweis lediglich für drei 

Monate zu entziehen. Sinngemäss machte er geltend, dass in den 

vergangenen fünf Jahren kein Führerausweisentzug vollstreckt worden sei. 

Bezüglich der Geschwindigkeitsübertretung vom Dezember 2010 in … sei die 

Verfügung über den Führerausweisentzug erst am 26. Februar 2011 in 

Rechtskraft erwachsen, so dass dieser nicht berücksichtigt werden könne. 

Daher sei der Ausweis bloss für drei Monate zu entziehen. Am 4. April 2011 

reichte … noch eine auf den 25. März 2011 datierte Ergänzung zu seiner 

Beschwerde nach, in der er im Wesentlichen bekräftigte, als Ersttäter sei ihm 

der Führerausweis nur für drei Monate zu entziehen.

b) Verfahrensleitend entschied das DJSG am 11. April 2011 der Beschwerde 

insofern aufschiebende Wirkung zu gewähren, als … der Führerausweis nach 

Ablauf einer dreimonatigen Entzugsdauer am 17. April 2011 provisorisch zu 

erstatten sei, so dass er ab dem 18. April 2011 wieder fahrberechtigt sei. Mit 

Departementsverfügung vom 31. Mai 2011 wies das DJSG seine Beschwerde 

indessen schliesslich ab:

• Dem Beschwerdeführer sei am 26. Januar 2011 der Führerausweis wegen 
einer mittelschweren Widerhandlung gestützt auf Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG 
i.V.m. Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG für die Dauer eines Monats entzogen 
worden. Der Beschwerdeführer habe seinen Führerausweis bereits vor 
Erlass der Verfügung am 18. Januar 2011 beim Strassenverkehrsamt 
deponiert. Auf dem von ihm unterzeichneten Formular sei er damals in 
Kenntnis gesetzt worden, dass der Führerausweisentzug ab sofort 
Gültigkeit habe. Zudem sei er auf die Folgen eines Fahrens trotz Entzug 
aufmerksam gemacht worden. Trotzdem habe er am 28. Januar 2011 ein 
Motorfahrzeug gelenkt, wofür er in der Folge wegen Fahrens trotz 
Führerausweisentzug verurteilt worden sei (Strafbefehl der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 28. März 2011). Es sei damit erstellt, 
dass der Beschwerdeführer eine schwere Widerhandlung gemäss Art. 16c 

Abs. 1 lit. f SVG begangen habe; denn eine schwere Widerhandlung 
begehe, wer ein Motorfahrzeug trotz Ausweisentzug führe. Der 
beschwerdeführerische Einwand, die Verfügung vom 26. Januar 2011 sei 
zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Rechtskraft erwachsen, spiele unter 
diesen Umständen ebenso wenig eine Rolle wie der Umstand, dass die 
verfügte Massnahme bereits ins Administrativmassnahmen-Register 
eingetragen worden sei. 

• Streitig und zu prüfen bleibe die Frage, ob das Strassenverkehrsamt zu 
Recht einen Entzug des Führerausweises für die Dauer von sechs 
Monaten verfügt habe. Die gesetzliche Mindestentzugsdauer nach einer 
schweren Widerhandlung gegen das SVG betrage nach revidiertem SVG 
sechs Monate, wenn der Führerausweis in den vergangenen fünf Jahren 
bereits einmal wegen einer mittelschweren Widerhandlung entzogen 
worden sei (Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG; BG-Urteil 6A.113/ 2006 vom 30. 
April 2007). Eine schwere Widerhandlung gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG 
setze die Missachtung eines früheren (im Tatzeitpunkt noch andauernden 
Ausweisentzuges) tatbestandsmässig voraus. Nach dem klaren Wortlaut 
und der Systematik des Gesetzes sei die tiefere Mindestentzugsdauer von 
drei Monaten (i.S.v. Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG) daher ausgeschlossen, 
sofern eine schwere Widerhandlung nach Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG 
vorliege, und zusätzlich der vom Täter missachtete Ausweisentzug 
innerhalb der letzten fünf Jahre wegen einer mittelschweren oder 
schweren Widerhandlung angeordnet worden sei (vgl. Art. 16c Abs. 2 lit. 
b und c SVG). Bei schweren Widerhandlungen gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. 
f SVG komme eine Mindestentzugsdauer von drei Monaten somit nur in 
Frage, wenn der frühere Ausweisentzug wegen einer leichten 
Widerhandlung erfolgt sei oder mehr als fünf Jahre zurückliege (vgl. BG-
Urteil 1C_275/2007 vom 16. Mai 2008 E. 4.3.2 f.).

• Vorliegend sei dem Beschwerdeführer wegen der 
Geschwindigkeitsüberschreitung vom Dezember 2010 (mittelschwere 
Widerhandlung) der Führerausweis mit Verfügung vom 26. Januar 2011 
rechtskräftig für einen Monat entzogen worden. Damit betrage die 
gesetzliche Mindestentzugsdauer des neu anzuordnenden Entzugs sechs 
Monate. Es spiele keine Rolle, dass der erste Führerausweisentzug im 
Tatzeitpunkt noch nicht abgelaufen gewesen sei. Auch wenn ein Fahren 
trotz Entzug nicht nach Ablauf der Entzugsdauer, sondern zwangsläufig 
während des Laufes des Entzugs begangen werden müsse, sei der 
Beschwerdeführer auch beim erstmaligen Fahren trotz Entzug des 
Führerausweises gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wie ein 
Rückfälliger zu behandeln, womit vorliegend das „Kaskadensystem“ des 
Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG zur Anwendung gelange (vgl. BBl 1999 S. 4491, 
wo beispielhaft festgehalten werde, dass die Mindestentzugsdauer für das 
Fahren trotz eines Entzugs zwölf Monate betrage, wenn einer Person der 
Führerausweis wegen einer schweren Widerhandlung für drei Monate 
entzogen worden sei).

4. Dagegen erhob … am 29. Juni 2011 Beschwerde ans Verwaltungsgericht 

Graubünden mit den Anträgen auf Aufhebung der angefochtenen 

Departementsverfügungen vom 31. Mai 2011 und vom 11. April 2011 sowie 

der Verfügungen des Strassenverkehrsamtes des Kantons Graubünden vom 

26. Januar 2011 und vom 18. Februar 2011 und Neubeurteilung der Sache 

gestützt auf Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG. Es seien die unwahren Einträge im 

Massnahmeregister (ADMAS) zu verurteilen und seine Einwände betreffend 

die Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung seien zu berücksichtigen. 

Zudem sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren:

• In dem von ihm am 18. Januar 2011 unterzeichneten Formular (bei der 
freiwilligen Abgabe des Führerausweises) sei für den Fall des Fahrens 
trotz Entzugs nur auf die Verlängerung des Entzugs, nicht aber auf die 
massgebenden Bestimmungen hingewiesen worden. Er sei sich über die 
gravierenden Konsequenzen daher nicht im Klaren gewesen. Er frage sich 
zudem, ob eine solche Abgabe gesetzlich zulässig sei, da die Abgabe 
eigentlich erst nach Inkrafttreten der Verfügung hätte erfolgen dürfen. Die 
Tatsache, dass der erste Entzug bereits im ADMAS-Register eingetragen 
gewesen sei, spiele insofern eine Rolle, als die Grenzwacht bei der 
Kontrolle ohne diesen Eintrag den Ausweisentzug gar nicht hätte 
feststellen können. Auf die Rechtswidrigkeit des vorzeitigen 
Registereintrags sei das Departement gar nicht eingegangen.

• Bei der mittelschweren Widerhandlung gegen die 
Strassenverkehrsvorschriften und Fahren trotz Entzugs des 
Führerausweises müsse er als Ersttäter behandelt werden; denn er sei ja 
das erste Mal ohne Ausweis gefahren. Er habe als Ersttäter die Strafe 
(recte: Massnahme) akzeptiert und verbüsst. Im Zeitpunkt der zweiten Tat 
(28. Januar 2011) sei die erste Verfügung vom 26. Januar 2011 noch nicht 
rechtskräftig gewesen. Seine Einwände gegen die ermittelte Höhe der 
Geschwindigkeitsüberschreitung müssten daher geprüft werden. Es sei 
klar, dass es den ersten Ausweisentzug nicht mehr gebe, da er von der 
Widerhandlung nach Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG überschrieben worden sei 
(Kaskade). Somit könne dieser erste Entzug auch nicht mehr geltend 
gemacht werden.

• Es sei die Datensicherheit grobfahrlässig missachtet worden. Der Eintrag 
im ADMAS-Register vom 17. Dezember 2011 (recte: 2010) sei nicht 
tragbar, gesetzeswidrig und müsse verurteilt werden. Die dafür erhobenen 
Kosten seien zu streichen. In der Verfügung vom 26. Januar 2011 heisse 
es, dass die angeordnete Massnahme nach Eintritt der Rechtskraft in das 
automatisierte Administrativregister eingetragen werde. Vor Eintritt der 
Rechtskraft könne diese Massnahme daher nicht vollzogen werden. Dafür 
fehle die gesetzliche Grundlage. 

• Zu Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG habe das Bundesgericht festgehalten, dass 
ein mittelschwerer Fall im Falle einer überhöhten Geschwindigkeit auf 
einer Autobahn „ab“ 31 bis 34 km/h gegeben sei. Entsprechend sei dafür 
mindestens eine überhöhte Geschwindigkeit von 31.01 km/h erforderlich; 
ansonsten hätte es „von“ 31 bis 34 km/h heissen müssen.

• Er habe sich am 28. Januar 2011 in einer Notstandssituation befunden, 
ein eventualvorsätzliches oder grobfahrlässiges Verhalten sei daher 
auszuschliessen und die Widerhandlung sei insgesamt relativ geringfügig. 
Das Verschulden sei bei der Festsetzung der Entzugsdauer zu 
berücksichtigen. Es widerspreche zudem Menschenrecht, wenn er wegen 
einem Vergehen zweimal bestraft werde (einmal Staatsanwaltschaft, 
einmal Strassenverkehrsamt). Die bisher vollzogene Entzugsdauer von 
drei Monaten habe sodann die erzieherische Wirkung erfüllt. Aus Gründen 
der Vorsicht reiche er ein Gesuch nach Art. 17 SVG zur Wiedererteilung 
des Führerausweises ein.

5. Mit Vernehmlassung vom 7. Juli 2011 beantragte das DJSG die Abweisung 

der Beschwerde, indem es im Wesentlichen auf die angefochtene Verfügung 

verwies. Das Strassenverkehrsamt habe dem Beschwerdeführer den 

Führerausweis zu Recht für das gesetzliche Minimum von sechs Monaten 

entzogen, weshalb die beschwerdeführerischen Ausführungen im 

Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit unbeachtlich seien. Die vom 

Beschwerdeführer nachgesuchte aufschiebende Wirkung könne hingegen 

erteilt werden.

6. Daraufhin erkannte der Instruktionsrichter der Beschwerde mit Verfügung vom 

8. Juli 2011 die aufschiebende Wirkung zu (VGU U 11 58a).

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit 

erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren ist die Verfügung des 

Departements für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden (DJSG) vom 

31. Mai 2011 bzw. die dieser zugrunde liegende Verfügung des 

Strassenverkehrsamts Graubünden vom 18. Februar 2011. Streitig und zu 

prüfen ist, ob die Vorinstanz den erstinstanzlich gestützt auf Art. 16c Abs. 1 

lit. f und Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG verfügten Entzug des 

beschwerdeführerischen Führerausweises für die Dauer von sechs Monaten 

zu Recht geschützt hat.

2. a) Der Beschwerdeführer ersucht mit Beschwerde vom 29. Juni 2011 nicht nur 

um die Aufhebung der von ihm fristgerecht angefochtenen 

Departementsverfügung vom 31. Mai 2011 sowie der dieser zugrunde 

liegenden erstinstanzlichen Verfügung, sondern stellt noch weitere 

Rechtsbegehren hinsichtlich der früheren Verfügung des 

Strassenverkehrsamts Graubünden vom 26. Januar 2011 sowie hinsichtlich 

der behaupteten unwahren Eintragungen im Massnahmeregister (ADMAS). 

Entsprechend rechtfertigen sich vorab einige kurze Erwägungen zum 

Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.

b) Soweit der Beschwerdeführer verlangt, die unwahren Einträge im ADMAS-

Register seien „zu verurteilen“ kann auf die Beschwerde nicht eingetreten 

werden. Diese Einträge sind nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung 

und können aus diesem Grund auch nicht Anfechtungsobjekt im 

Beschwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgericht sein. Zudem sind die 

Einträge im ADMAS-Register für den Ausgang des vorliegenden Verfahrens 

auch völlig irrelevant. Im Übrigen wäre indessen ohnehin festzuhalten, dass 

die beschwerdeführerische Auffassung - der Eintrag des einmonatigen 

Ausweisentzugs im ADMAS-Register hätte erst nach Eintritt der Rechtskraft 

der Verfügung vom 26. Januar 2011 erfolgen dürfen - falsch ist. Denn der 

Beschwerdeführer selbst hat seinen Führerausweis aus eigenem Antrieb 

unter Verzicht auf eine Stellungnahme im Verwaltungsverfahren bereits am 

18. Januar 2011 vorzeitig beim Strassenverkehrsamt deponiert. Damit hat er 

den Ausweisentzug akzeptiert, was er auf dem ihm ausgehändigten Formular 

auch unterschriftlich bestätigt hat. Nachdem er selbst den vorzeitigen Vollzug 

des Ausweisentzugs gewünscht hatte, war der sofortige Eintrag der 

entsprechenden Massnahme im erwähnten Register nicht nur zulässig, 

sondern sogar zwingend erforderlich. Es widerspricht zudem in höchstem 

Masse Treu und Glauben, wenn der Beschwerdeführer, der den vorzeitigen 

Vollzug des Führerausweisentzugs im Hinblick auf den Antritt einer neuen 

Stelle veranlasst hat, sich heute auf den Standpunkt stellt, ein solcher 

vorzeitiger Vollzug sei nicht zulässig und gesetzeswidrig gewesen. 

c) Nicht eingetreten werden kann im Weiteren auch auf die 

beschwerdeführerische Argumentation, bei der ersten Widerhandlung vom 

21. Dezember 2010 habe es sich nicht um eine mittelschwere Widerhandlung 

gehandelt, da ein mittelschwerer Fall „ab“ 31 bis 34 km/h und nicht „von“ 31 

bis 34 km/h vorliege. Somit hätte er nicht nur 31 km/h, sondern 31.01 km/h zu 

schnell fahren müssen, damit ein mittelschwerer Fall vorgelegen hätte. Die 

betreffende Verfügung des Strassenverkehrsamts Graubünden vom 26. 

Januar 2011 über den einmonatigen Entzug des Führerausweises infolge 

Überschreitens der Höchstgeschwindigkeit ist unangefochten geblieben und 

somit in der Zwischenzeit in Rechtskraft erwachsen, so dass sie im 

vorliegenden Verfahren nicht mehr Anfechtungsobjekt bilden kann. 

Abgesehen davon wäre aber ohnehin festzuhalten, dass der 

beschwerdeführerischen Argumentation in der Sache nicht zu folgen wäre, da 

sich eine derartige Auslegung der massgebenden Rechtsprechung des 

Bundesgerichts als unsinnig erweisen würde.

3. a) Gegenstand des Verfahrens bleibt damit die Frage der Rechtmässigkeit des 

von der Erstinstanz verfügten und der Vorinstanz geschützten Entzugs des 

beschwerdeführerischen Führerausweises für die Dauer von sechs Monaten. 

Materiell zu prüfen ist, ob die Entzugsdauer von sechs Monaten den 

geltenden Vorschriften entspricht und, soweit das Strassenverkehrsamt 

überhaupt einen Spielraum besitzt, angemessen ist. Ausgangspunkt für diese 

Beurteilung ist dabei Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG, wonach eine schwere 

Widerhandlung begeht, wer ein Motorfahrzeug trotz Ausweisentzug führt. Im 

Prinzip anerkennt der Beschwerdeführer, dass er diesen Tatbestand erfüllt 

hat. Er akzeptiert die in Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG für schwere 

Widerhandlungen vorgesehene Mindestentzugsdauer von drei Monaten. 

Dieses Mindestmass an Führerausweisentzug ist zudem auch, wie der 

angefochtenen Verfügung entnommen werden kann, bereits vollzogen 

(provisorische Erstattung des beschwerdeführerischen Führerausweises 

gemäss verfahrensleitender Verfügung des DJSG vom 11. April 2011). 

Umstritten und weiter zu prüfen ist vorliegend somit einzig, ob Art. 16c Abs. 2 

lit. a SVG mit einem Mindestmass von drei Monaten Führerausweisentzug zur 

Anwendung gelangt, wie der Beschwerdeführer argumentiert, oder ob 

gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG ein Führerausweisentzug von mindestens 

sechs Monaten auszusprechen ist, wovon die Erst- und die Vorinstanz 

ausgehen.

b) Nach Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG wird der Führerausweis nach einer schweren 

Widerhandlung für mindestens sechs Monate entzogen, wenn in den 

vorangegangenen fünf Jahren der Ausweis einmal wegen einer 

mittelschweren Widerhandlung entzogen worden ist. Nachdem der 

Beschwerdeführer am 28. Januar 2011 unbestritten ein Motorfahrzeug trotz 

Ausweisentzug geführt hat (Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG) und somit eine schwere 

Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften begangen hat, stellt 

sich lediglich die Frage, ob ihm in den letzten fünf Jahren der Ausweis einmal 

wegen einer mittelschweren Widerhandlung entzogen war. Diese Frage ist 

zweifelsohne zu bejahen. Mit Verfügung vom 26. Januar 2011 war dem 

Beschwerdeführer der Führerausweis gestützt auf Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG 

und 16b Abs. 2 lit. a SVG (mittelschwere Widerhandlung) für einen Monat 

entzogen worden, wobei der Entzug auf Veranlassung des 

Beschwerdeführers selbst bereits ab dem 18. Januar 2011 vollzogen wurde 

und damit rechtsgültig war. Bei einer Verkehrskontrolle vom 28. Januar 2011 

wurde der Beschwerdeführer dann beim Fahren ohne Führerausweis 

erwischt, so dass er die Voraussetzungen von Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG 

erfüllte. Mit der Vorinstanz ist daher von einem minimalen 

Führerausweisentzug von sechs Monaten nach Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG 

auszugehen (vgl. BG-Urteil 1C_275/2007 vom 16. Mai 2008 E. 4.3.1 ff.).

c) Der nunmehr vorgebrachte Einwand des Beschwerdeführers, die erste 

Massnahme sei im Zeitpunkt der Verkehrskontrolle vom 28. Januar 2011 noch 

gar nicht rechtskräftig gewesen, spielt rechtlich keine Rolle, da dieser erste 

Ausweisentzug durch die vorzeitige Abgabe des Führerscheins bereits 

rechtsgültig war und im Einverständnis mit dem Beschwerdeführer vollstreckt 

wurde. Bei der Abgabe des Ausweises war der Beschwerdeführer denn ja 

auch ausdrücklich über die Rechtslage aufgeklärt worden. Der 

beschwerdeführerische Hinweis, er müsse als Ersttäter behandelt werden, da 

er zum ersten Mal trotz Ausweisentzug ein Motorfahrzeug geführt habe, ist im 

Weiteren unbehelflich. Für die Mindestentzugsdauer von sechs Monaten 

genügt es gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG, dass der schweren 

Widerhandlung in den vergangenen fünf Jahren eine mittelschwere 

Widerhandlung vorausgegangen ist, was vorliegend der Fall ist. Anlässlich der 

Kontrolle der Grenzwacht vom 28. Januar 2011 hatte der Beschwerdeführer 

ja ausdrücklich eingeräumt, dass ihm bewusst gewesen sei, dass er nicht 

fahren dürfte.

d) Unter Würdigung der gesamten Umstände erscheint der vom 

Strassenverkehrsamt Graubünden verfügte Entzug des Führerausweises für 

die Dauer von sechs Monaten, der genau dem gesetzlichen Minimum gemäss 

Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG entspricht, als vertretbar. Festzuhalten bleibt jedoch, 

dass das Verhalten des Beschwerdeführers, der nur gerade ein paar Tage 

nach der vorzeitigen Deponierung seines Führerausweises für einen Monat 

unerlaubterweise trotzdem wieder ein Motorfahrzeug geführt und sich damit 

einer schweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften 

schuldig gemacht hat, auch einen über die gesetzliche Mindestdauer 

hinausgehenden Führerausweisentzug gerechtfertigt hätte. Insofern ist der 

Beschwerdeführer mit dem verfügten 6-monatigen Entzug des 

Führerausweises noch gut bedient.

4. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Vorinstanz den 

erstinstanzlichen Entscheid, wonach dem Beschwerdeführer der 

Führerausweis für die gesetzlich vorgesehene Mindestdauer von sechs 

Monaten nach Art. 16c Abs. 2 lit. b SVG entzogen wurde, zu Recht geschützt 

hat. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. Bei diesem Ausgang gehen die 

Verfahrenskosten zulasten des Beschwerdeführers. Dem obsiegenden 

Beschwerdegegner ist keine aussergerichtliche Entschädigung 

zuzusprechen, nachdem Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-

rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG 

in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen wird, wenn sie in ihrem 

amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen, besteht vorliegend 

kein Anlass.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1‘500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 295.--

zusammen Fr. 1'795.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.