# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 95a385dc-69e4-533f-92b0-7d4312c5f079
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-12-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.12.2014 E-3944/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3944-2014_2014-12-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-3944/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  8 .  D e z e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 

Richter Martin Zoller, Richter Walter Stöckli, 

Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (...), 

Afghanistan, 

(…), 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); Verfügung 

des BFM vom 12. Juni 2014 / N (…). 

 

 

E-3944/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer usbekischer Ethnie verliess eigenen Angaben ent-

sprechend im (…) 2009 sein Heimatland Afghanistan Richtung Iran, wo er 

früher schon einmal gelebt habe. Im (…) 2011 habe er schliesslich zu 

Fuss die türkische Grenze überquert; zwei Monate habe er sich in Istan-

bul in einem Flüchtlingslager aufgehalten, bis er nach Griechenland ge-

reist sei. Über den Balkan, Ungarn und Österreich sei er am (…) 2011 in 

die Schweiz gelangt, wo er einen Tag später ein Asylgesuch einreichte. 

Am 27. Januar 2012 wurde er im Empfangs- und Verfahrenszentrum 

(EVZ) B._______ summarisch zu seiner Person und seinem Reiseweg 

befragt; eine eingehende Anhörung fand am 17. Januar 2014 statt. 

B.  

Als Beweismittel seiner Vorbringen wurden u.a. Kopien von folgenden 

Dokumenten eingereicht (A18): ein Bericht von Dr. med. C._______ (In-

nere Medizin FMH, [D._______]) vom 22. August 2013; ein Austrittsbe-

richt vom 21. Juli 2013 (provisorisch) des E._______ (Klinik und Poliklinik 

für […]); ein ärztliches Zeugnis vom 1. Februar 2013 des E._______ (Kli-

nik für [...], [...]); ein provisorischer Austrittsbericht vom 22. August 2012 

des Spitals F._______ (Klinik [...]); verschiedene Fotos (von seinem Vater 

und seiner Ehefrau, A17 S. 3) sowie diverse Notizen (teilweise in einer 

Fremdsprache). Zudem fand sich ein mutmassliches Original eines Do-

kuments in einer Fremdsprache bei den Akten. 

C.  

Am 28. Januar 2014 ging beim BFM ein Schreiben des Beschwerdefüh-

rers ein, dass ein Interview mit ihm unter dem Link (...) sowie auf seiner 

Facebook-Seite einzusehen sei. 

D.  

Mit Verfügung vom 12. Juni 2014 – eröffnet am 13. Juni 2014 – stellte das 

BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

wies sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 

an. Es begründete diesen Entscheid im Wesentlichen damit, dass die 

Asylvorbringen nicht den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft 

gemäss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 

stand halten würden. Indes sei die Wegweisung wegen Unzumutbarkeit 

nicht zu vollziehen und zugunsten einer vorläufigen Aufnahme aufzu-

schieben. 

http://www.bbc.co.uk/

E-3944/2014 

Seite 3 

E.  

Am 9. Juli 2014 reichte der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid 

Beschwerde beim Bundesamt ein, welche von diesem am 11. Juli 2014 

an das zuständige Bundesverwaltungsgericht weitergeleitet wurde. Dabei 

machte er implizit geltend, er sei als Flüchtling anzuerkennen und es sei 

ihm Asyl zu gewähren. Zudem beantragte er implizit die Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung. Er begründete diese Rechtsmitteleinga-

be im Wesentlichen damit, dass ein Interview, welches er der G._______ 

in türkischer Sprache gegeben habe, zu verstehen gebe, weshalb er Af-

ghanistan verlassen habe. 

In der Beilage fanden sich ein Schreiben sowie Ausdrucke aus dem Inter-

net in einer Fremdsprache. 

F.  

Mit Verfügung vom 30. Juli 2014 verzichtete das Bundesverwaltungsge-

richt auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und entschied, dass 

über die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung zu einem späte-

ren Zeitpunkt zu befinden sei. Zudem wurde der Beschwerdeführer auf-

gefordert, eine schriftliche Übersetzung des relevanten Teils des erwähn-

ten Interviews einzureichen. Die dafür angesetzte Frist lief ohne Rück-

meldung des Beschwerdeführers ab. Eine erst am 25. August 2014 bean-

tragte Erstreckung der Frist wurde mit Verfügung vom 27. August 2014 

abgelehnt. Der Beschwerdeführer wurde indes darauf aufmerksam ge-

macht, dass verspätete Vorbringen nach Art. 32 Abs. 2 des Verwaltungs-

verfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) be-

rücksichtigt werden. 

G.  

Im vorinstanzlichen Dossier befindet sich ein ID-Ausweis (Nr. […], ausge-

stellt am […] 2008 vom Ministerium für Innere Angelegenheiten, Islami-

sche Republik Afghanistan) lautend auf den Namen H._______. 

  

E-3944/2014 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden 

nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungs-

gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Ausliefe-

rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus-

nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das 

Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgericht im Asylbereich und die zu-

lässigen Rügen richten sich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf einen Schrif-

tenwechsel verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

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Seite 5 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden 

(Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 

AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Der ursprünglich aus I._______ (Hauptstadt der Provinz J._______ im 

nordwestlichen Teil von Afghanistan) stammende Beschwerdeführer gab 

zu Protokoll, sein Vater K._______, welcher für die kommunistische Partei 

gearbeitet habe (A6 S. 3, A17 S. 4 f.), sei unter Mohammed Nadschibul-

lah (sowjetisch gestützter afghanischer Staatspräsident bis 1992) (…) 

gewesen und habe an der Seite von General L._______ (General 

L._______) gegen die Taliban gekämpft (A6 S. 4). Der Beschwerdeführer 

sei im Jahr 2000 (ohne Registrierung, A17 S. 5) rekrutiert worden und 

habe an der Front M._______ gegen die Taliban gekämpft (A6 S. 4). Er 

habe in dieser Zeit zwei der wichtigsten Taliban-Führer der Gegend – 

N._______ und O._______ – festgenommen und der damaligen 

"P._______" (staatlicher Sicherheitsdienst) übergeben. Da die Taliban 

dennoch als Sieger aus dem Kampf hervorgegangen seien, sei er im (…) 

2000 in den Iran geflohen (A6 S. 4, A17 S. 5). Seine Familie sei später 

nach Q._______ entwichen, da die Taliban sich bei ihnen nach dem Be-

schwerdeführer und dessen Vater erkundigt hätten (A6 S. 7). Die zwei 

von ihm gefangen genommenen Taliban-Führer seien in der Zwischenzeit 

in seiner Heimat sehr mächtig und hätten mindestens (…) bewaffnete 

Männer unter ihrem Kommando (A6 S. 7). 

In Teheran habe er illegal gelebt, sich mit Arbeiterjobs und gelegentlichen 

Auftritten als Musiker durchgeschlagen. Teilweise habe er die Behörden 

bestechen müssen (A6 S. 4, A17 S. 5 f.). 

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Seite 6 

Er sei im Jahr 2008 in seine Heimat zurückgekehrt, weil er Aufträge vom 

afghanischen Rundfunk erhalten habe (A6 S. 4, A17 S. 6). Nach seiner 

Rückkehr habe er einen Bus gekauft und einen Chauffeur angestellt; da-

mit habe er für ungefähr (…) Monate die Strecke M._______ bedient. Zu-

dem sei er als Musiker an privaten Anlässen und am Fernsehen aufgetre-

ten (A6 S. 4, A17 S. 5). Durch seinen drogensüchtigen Bruder R._______ 

beziehungsweise durch dessen Drogendealer namens S._______, der 

ein Onkel oder Cousin des afghanischen Ministers (...) T._______  sei, 

habe er jedoch Probleme erhalten, weil er diesen Drogendealer an die 

Polizei verraten habe (A6 S. 7, A17 S. 6 f.). Nachdem Letzterer wieder 

freigelassen worden sei, sei der Beschwerdeführer mit dem Tod bedroht 

worden, zumal dieser gewusst habe, dass der Beschwerdeführer ihn ver-

raten habe. Der (…)jährige S._______ habe seinem Bruder R._______ 

die Drogen gegeben, um sich an die Schwester des Beschwerdeführers 

heranzumachen, die er habe heiraten wollen (A17 S. 7). 

Der Beschwerdeführer berichtete an der Anhörung zudem, dass er ein In-

terview in einer Fernsehsendung namens "U._______" gegeben habe. 

Dabei hätten sie sich über Musik und die allgemeine Lage von Afghanis-

tan unterhalten, wobei er sich gegen die Taliban geäussert habe, nämlich 

dass diese schlimmer als "V._______" (Ungläubige) seien und dass die 

Ausländer aus dem Westen bessere Absichten mit Afghanistan hätten. 

Zudem habe er sich negativ zur Korruption im afghanischen Polit-System 

geäussert beziehungsweise dass die Politiker mit Drogenhändlern zu-

sammen arbeiten würden (A17 S. 7 f.) – ohne allerdings Namen zu nen-

nen. Nach diesem Interview sei sein Buschauffeur bedroht worden, so 

dass dieser nicht mehr für den Beschwerdeführer habe arbeiten wollen. 

Aber auch er selber sei von einem ihm unbekannten Mann unter Druck 

gesetzt worden, da er sich in Sachen eingemischt habe, die ihn nichts 

angehen würden. Später habe er herausgefunden, dass es sich bei die-

sem Mann um den Parlamentsabgeordneten W._______ gehandelt habe. 

Im Weiteren habe er folgende Behelligungen erlebt: Er sei in einer engen 

Gasse namens "X._______" mit einem Colt bedroht und überfallen wor-

den, doch die Polizei habe keine Untersuchungen angestellt (A17 S. 8 f.); 

er hätte für ein Fest am Fernsehen von Q._______ auftreten sollen – zu-

sammen mit anderen Musikern –, doch sei sein Name aus dem Pro-

gramm gestrichen worden; er sei auf der Strasse von "Y._______" von ei-

nem Motorrad fast umgefahren worden (A17 S. 9 f.); ein Mann habe ihn 

vor der Tür des Wohnhauses des Beschwerdeführers in der Sprache der 

Paschtunen beschimpft, doch die Polizei habe nur gesagt, dies sei ein 

Verrückter. Diese vielen Ereignisse hätten ihn schlaflos und krank ge-

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Seite 7 

macht (A17 S. 10). Damit er – um zur Ruhe zu kommen – in das Haus 

seiner Schwiegereltern habe einziehen können, habe er seine damalige 

Verlobte geheiratet; so habe niemand gewusst, wo er sich aufhalten wür-

de (A17 S. 12 f.). Später sei sein Bruder Z._______ an seiner Stelle mit-

genommen worden. Erst als er sein Versteck verlassen habe und in ein 

Strafuntersuchungsbüro mitgenommen worden sei, sei sein Bruder frei-

gelassen worden. Der Beschwerdeführer sei angeklagt worden, ein Ver-

hältnis mit einer verheirateten Frau zu haben. Man habe ihn erst gehen 

lassen, als er seine originale (…) und Akten (…) deponiert habe. Als er 

aus der Untersuchungshaft entlassen worden sei, habe sich der angeb-

lich betrogene Ehemann, der die Anzeige erstattet habe, bei ihm ent-

schuldigt und ihm gesagt, er solle einfach gehen (A17 S. 13 f.). 

Nachdem er die Streckenlizenz für seinen Bus in seiner Heimat verloren 

habe, sei er im (…) 2009 wieder in den Iran zurückgekehrt. In Teheran 

habe er keinen Aufenthaltsstatus gehabt, er sei dort folglich illegal wohn-

haft gewesen, habe aber ein gutes Einkommen gehabt (A6 S. 4 und 8). 

Aus Angst nach Afghanistan ausgeschafft zu werden, habe er den Iran 

verlassen (A6 S. 8). 

Später, als der Beschwerdeführer schon in der Türkei gewesen sei, habe 

sich seine junge Schwester mit einem Usbeken verheiratet. Die Mutter 

habe dies dem früheren Anwärter und Drogendealer S._______ berichtet, 

worauf dieser die Mutter derart gestossen habe, dass sie in ein Spital ha-

be gebracht werden müssen, wo sie verstorben sei (A17 S. 3 und 11 f.). 

Sein Bruder Z._______ habe S._______ angezeigt, doch dann sei sein 

Bruder (…) Tage im Gefängnis in Q._______ gewesen. Nach dessen Ent-

lassung habe er seine Stelle beim Fernsehen verloren und arbeite heute 

als Securitas (A17 S. 3 und 12). Der Vater sei Rentner und lebe heute in 

J._______ in einem ehemaligen Gasthaus des Sicherheitsdienstes (A6 

S. 5, A17 S. 3 und 12). 

Nach Aussagen des Beschwerdeführers gab er drei oder vier Tage vor 

der vorinstanzlichen Anhörung der G._______ ein Interview (A17 S. 14). 

5.2 Den diversen ärztlichen Berichten ist zu entnehmen, dass der Be-

schwerdeführer an einer Hyperthyreose (Überfunktion der Schilddrüse), 

an einer unklaren Leberverkalkung, an muskuloskelettalen Thorax-

schmerzen, an gastro-oesophagealen Refluxbeschwerden, an einer post-

traumatischen Belastungsstörung, an einer Anpassungsstörung mit län-

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Seite 8 

gerer depressiver Reaktion sowie an einer Autoimmunthyreoiditis leidet 

(A18). 

5.3 Das Bundesamt begründete seine Verfügung vom 12. Juni 2014 mit 

dem Umstand, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2008 nach Afghanis-

tan zurückgekehrt sei und dort von den Taliban unbehelligt habe leben 

können. Folglich sei die für das Jahr 2000 geltend gemachte Verfolgung 

seitens der Taliban zeitlich und sachlich nicht kausal für seine letzte Aus-

reise aus Afghanistan. Die Probleme mit dem Drogendealer S._______, 

welcher vom Beschwerdeführer an die Behörden verraten worden sei, 

würden sich schliesslich auf eine Warnung reduzieren und somit nicht die 

Intensität erreichen, welche nach Art. 3 AsylG asylrelevant sei. Die To-

desursache der Mutter des Beschwerdeführers sei aus den beigebrach-

ten Beweismitteln nicht ersichtlich, weshalb auch diesbezüglich keine ak-

tuelle Bedrohung durch S._______ substantiiert dargelegt worden sei.  

Mit den Vorfällen, welche sich nach der Fernsehsendung "U._______" 

zugetragen hätten, habe der Beschwerdeführer eine Gefährdungslage 

geltend gemacht, welche indes nicht auf die Zugehörigkeit zu einer in 

Art. 3 AsylG genannten Gruppe zurückzuführen sei. Teilweise sei die Tä-

terschaft unbekannt, teilweise sei diese nur angedeutet. Bei den vorgebli-

chen Fluchtgründen handle es sich daher um private Streitigkeiten oder 

um Ereignisse, deren Ursache oder Hintermänner vom Beschwerdeführer 

nicht hätten benannt werden können. 

5.4 Der Beschwerdeführer unterstrich in seiner Rechtsmitteleingabe, dass 

er ein echter Flüchtling sei. Er verwies auf eine Internetseite von 

G._______, wo ein Interview von ihm in türkischer Sprache zu finden sei, 

welches zu verstehen gebe, weshalb er Afghanistan verlassen habe.  

6.  

6.1 Im Folgenden wird geprüft, ob die Vorbringen des Beschwerdeführers 

den Anforderungen an Art. 3 AsylG entsprechen.  

6.2 Eine Verfolgungssituation muss in der Regel aktuell sein, um gemäss 

Art. 3 AsylG als asylrelevant zu gelten. Dies bedeutet, dass zwischen 

dem Ereignis und der Flucht ein zeitlicher Kausalzusammenhang beste-

hen muss. Dabei wird anerkannt, dass es plausible objektive und subjek-

tive Gründe gibt, die eine zeitlich verzögerte Ausreise erklärbar machen 

(vgl. BVGE 2011/50 E. 3.1.2.1 f.; BVGE 2009/51 E. 4.2.5 m.w.H.). 

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Nach den Angaben des Beschwerdeführers ist er im Jahr 2000 von der 

Allianz von General L._______ rekrutiert worden, welcher sich zwar zu 

diesem Zeitpunkt im (…) Exil befand, indes von den Taliban noch nicht 

besiegt worden war. Im (…) 2000 sei der Beschwerdeführer – nachdem 

er zwei hohe Taliban-Führer gefangen genommen habe (A6 S. 7) – vom 

Krieg in den Iran geflüchtet. Weil er Aufträge als Sänger vom afghani-

schen Rundfunk erhalten habe, sei er im (...) 2008 wieder zurückgekehrt 

(A6 S. 4). Zwar habe er sich während der Live-Fernsehsendung 

"U._______" negativ zu den Taliban geäussert, indes keine Personen be-

nannt (A17 S. 7 f.). Er nennt denn auch keine Verfolgungshandlungen, 

die ihm bis zu seiner erneuten Ausreise in den Iran im Jahr 2009 seitens 

der Taliban zugestossen wären. Folglich mangelt es an einem Kausalzu-

sammenhang zwischen einer möglichen Gefahr seitens der Taliban, die 

im Jahr 2000 gedroht habe, und der Ausreise in den Iran im Jahr 2009. 

6.3 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-

chende Person dann, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlit-

ten hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in ab-

sehbarer Zukunft begründeterweise befürchten muss, welche ihr gezielt 

und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt worden sind bezie-

hungsweise zugefügt zu werden drohen. 

Die Begründung des BFM hinsichtlich der Verneinung asylrelevanter Ver-

folgung, welche sich nach der Rückkehr des Beschwerdeführers nach Af-

ghanistan im (...) 2008 bis zu seiner erneuten Ausreise im Jahr 2009 er-

eignet haben sollen, ist nachvollziehbar. Die geschilderten Geschehnisse 

sind weder im Sinne von Art. 3 AsylG genügend intensiv, noch ist ein 

mögliches Verfolgungsmotiv (Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 

zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder aufgrund der politischen Ein-

stellung des Beschwerdeführers) erkennbar. 

Die Ausführungen in der Beschwerdeschrift sind nicht geeignet, die zu-

treffende Einschätzung des Bundesamtes zu entkräften, zumal keine 

konkreten Angaben hinsichtlich der Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft 

erkennbar sind. Auch ist weder das Interview, welches angeblich von der 

G._______ mit dem Beschwerdeführer geführt und im Internet aufge-

schaltet worden sei, dort auffindbar, noch hat der Beschwerdeführer bis 

anhin trotz gerichtlicher Aufforderung eine Abschrift des angeblich rele-

vanten Teils des Interviews in einer Amtssprache des Bundes eingereicht.  

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Seite 10 

6.4 Damit ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzustellen, dass 

der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 

AsylG nicht erfüllt. Das Asylgesuch wurde damit zu Recht abgelehnt.  

7.  

7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; BVGE 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen.  

9.  

9.1 Der Beschwerdeführer beantragte implizit die Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der 

vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren aussichtslos 

waren. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen zur 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung nicht gegeben, weshalb 

dem Gesuch nicht stattzugeben ist. 

9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.- 

festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe 

 

 

Versand: