# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a2070d9-a6fb-5c65-b984-bcae9a8a34d7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-11-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 11.11.2005 U 2004 35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_U-2004-35_2005-11-11.pdf

## Full Text

U 04 35A

2. Kammer 

URTEIL
vom 11. November 2005

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Submission

1. Die Gemeinden … und … haben im kantonalen Amtsblatt Nr. 38 vom 25. 

September 2003 die Ingenieurarbeiten Gesamtmelioration und Amtliche 

Vermessung in Kombination mit der Gesamtmelioration (Zweitvermessung) in 

den Gemeinden … und … ausgeschrieben. Die Ausschreibung erfolgte 

gemäss GATT/WTO-Übereinkommen. Als Verfahrensart wurde das selektive 

Verfahren (Präqualifikation) bestimmt. Im Rahmen der Präqualifikation 

wurden verschiedene Eignungskriterien geprüft und bewertet. Mit Entscheid 

vom 18. November 2003 wurden folgende drei Bewerber zur Einreichung 

einer Offerte eingeladen:

- ARGE …

- …

- … AG

Am 4. Februar 2004 wurden den eingeladenen Bewerbern die 

Offertunterlagen für die zweite Verfahrensstufe zugestellt. Darin wurden die 

Zuschlagskriterien wie folgt festgelegt und beschrieben:

„40 % Preis. Das günstigste Angebot entspricht 40 %. Die Prozentzahl der übrigen Bewerber 

errechnet sich wie folgt: günstigstes Angebot dividiert durch das Angebot des Bewerbers, 

multipliziert mit 40 %.

60 % Projektorganisation (die zur Anwendung gelangenden Unterkriterien und deren 
Gewichtung sind unter dem Titel “Projektorganisation“ ersichtlich). Die Berechnung erfolgt 

wie folgt: Die maximale Punktzahl von 24 entspricht 60 %. Die effektiv vom Bewerber erreichte 

Punktzahl dividiert durch die Maximalpunktzahl multipliziert mit 60 % ergibt die Prozentzahl 

des Bewerbers.“

Unter dem Titel “Projektorganisation“ wurden folgende Unterkriterien und 

Gewichtungen definiert:

“- Organigramm für die Projektorganisation, Gewicht 2

 - Erfahrung und Kommunikationsfähigkeit der Projektleiter und deren Stellvertreter, Gewicht 

3

 - Zum Einsatz gelangende Infrastruktur und technisches Vorgehen in der Amtlichen 

Vermessung, Gewicht 1

 - Terminprogramm, bisherige Termineinhaltung, freie Kapazitäten, Gewicht 2. Die maximal 

erreichbare Punktzahl ist 24.“

Am 23. März 2004 erfolgte die Offertöffnung. Alle Eingaben wurden für gültig 

erklärt. Aufgrund der bereinigten Angebote ergab sich folgendes Bild:

… AG 3'296'425.40 100.00 %

ARGE … 3'488.295.15   94.50 %

… 3'388.647.90   97.2785 %

Mit Entscheid vom 20. April 2004 erfolgte die Vergabe des Auftrages gemäss 

Beschluss der Gemeindevorstände … und … und der 

Meliorationskommission …/… an die ARGE … zum Betrag von Fr. 

3‘488‘295.15 inklusive Mehrwertsteuer. In der Begründung wird angeführt, die 

berücksichtigte Offerte erweise sich unter Anwendung der Zuschlagskriterien 

gemäss Offertunterlagen als das wirtschaftlich günstigste Angebot. Die 

bereinigten Submissionsresultate sowie die Bewertung der Zuschlagskriterien 

wurden in zwei dem Entscheid beiliegenden Tabellen aufgeführt.

2. Dagegen erhob die … AG am 30. April 2004 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht mit dem Antrag, den angefochtenen Vergabeentscheid 

aufzuheben und den Auftrag ihr zuzuschlagen; eventuell sei die Sache zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sie macht geltend, in 

einem selektiven Verfahren werde die Eignung der Anbieter bei der 

Präqualifikation geprüft. Eine erneute Prüfung der Eignung bei der 

Zuschlagserteilung sei eine unzulässige Doppelprüfung. Bei der Gewichtung 

der Zuschlagskriterien sei der Preis mit 40 % bei weitem zu tief bewertet 

worden. Angemessen sei eine Gewichtung von mindestens 60 %. Dem 

Unterkriterium „Erfahrung“ sei ein unverhältnismässig hohes Gewicht 

beigemessen worden. Ausserdem sei sie bei diesem Kriterium im Vergleich 

zur berücksichtigten Firma viel zu schlecht bewertet worden. Zudem laufe die 

Berücksichtigung der Ortskenntnisse auf eine Diskriminierung ortsfremder 

Anbieter hinaus.

3. Die Meliorationskommission …/… beantragte in ihrer Vernehmlassung die 

Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin 1 macht geltend, die 

gerügte Doppelprüfung bei der Eignung sei bereits im Voraus bekannt 

gewesen. Ausserdem sei es durchaus richtig, bei der Präqualifikation die 

Eignung auf der Grundlage der globalen Geschäftstätigkeit und bei der 

Vergabe auftragsbezogen zu beurteilen, auch wenn sich dabei gewisse 

Überschneidungen ergeben könnten. Bei der Bewertung der Eignung habe 

man zu Recht darauf abgestellt, dass die berücksichtigte Firma über die 

besseren Ortskenntnisse und die erfahreneren Schlüsselpersonen verfüge 

als die Beschwerdeführerin, deren Schlüsselpersonen doch recht jung seien. 

Schliesslich sei es angesichts der Komplexität des Auftrages durchaus 

gerechtfertigt gewesen, den Preis  nur mit 40 % zu gewichten. 

4. Die ARGE … beantragten in ihrer Vernehmlassung die Abweisung der 

Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Die 

Beschwerdegegnerin 2 bringt in formeller Hinsicht vor, die Kritik der 

Beschwerdeführerin an der Ausschreibung bzw. am Inhalt des Devis erfolge 

verspätet, weshalb darauf nicht eingetreten werden könne. Das Verhältnis 

zwischen Preis und Projektorganisation sei angesichts der Komplexität des 

Auftrages mit 40 : 60 durchaus angemessen. Nach der neueren 

Rechtsprechung dürfe die Eignung sowohl bei der Präqualifikation als auch 

beim Zuschlag berücksichtigt werden. Bei der Bewertung habe die Vorinstanz  

im Rahmen ihres Ermessens gehandelt.

5. In einem zweiten Schriftenwechsel erhielten die Parteien Gelegenheit, ihre 

Argumentation zu ergänzen und zu vertiefen. Alle Beteiligten hielten dabei an 

ihren Standpunkten fest.

6. Mit Urteil vom 9. Dezember 2004 hiess das Verwaltungsgericht die 

Beschwerde gut, hob den angefochtenen Entscheid auf und sprach den 

Auftrag der Beschwerdeführerin zu (VGU U 04 35).

Die dagegen von den Beschwerdegegnerinnen erhobenen staatsrechtlichen 

Beschwerden hiess das Bundesgericht mit Entscheid vom 16. September 

2005 gut und hob das angefochtene Urteil auf (BG-Urteil 2P.46/2005 und 

2P.47/2005).

Auf die Erwägungen des Bundesgerichtes sowie die weiteren Ausführungen 

der Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Heisst das Bundesgericht eine staatsrechtliche Beschwerde gut, und hebt es 

damit ein kantonales Urteil auf, wird die frühere prozessuale Lage wieder 

hergestellt (BGE 104 Ia 378). Die staatsrechtliche Beschwerde ist in der Regel 

rein kassatorischer Natur. Dies hat zur Folge, dass die Vorinstanz einen 

neuen Entscheid zu treffen hat, welcher dem bundesgerichtlichen Urteil 

Rechnung trägt. Die Erwägungen des Bundesgerichts sind dabei für die 

Vorinstanz verbindlich (BGE 95 I 516), soweit das Bundesgericht in der Sache 

selbst nicht schon entschieden hat (vgl. zum Ganzen: Walter Kälin, Das 

Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2.A., Bern 1994, S. 399; Hans 

Marti, Die staatsrechtliche Beschwerde, 4.A., Basel/Stuttgart 1979, S. 166/7; 

BGE 121 Ia 328 E. 1b, 120 Ia 222 E. b, 118 Ia 69 E. e).

2. Die Beschwerdegegner machen in formeller Hinsicht geltend, der Beizug des 

Kriteriums „Erfahrung“ sowohl bei der Präqualifikation als auch beim Zuschlag 

sei bereits im Präqualifikationsverfahren bekannt gewesen und hätte 

dannzumal angefochten werden müssen. Die Gewichtung der 

Zuschlagskriterien, insbesondere das Verhältnis zwischen Preis und 

Projektorganisation seien im Offertdevis aufgeführt gewesen. Behauptete 

Mängel hätten auch bei der Bekanntgabe des Devis angefochten werden 

müssen. Was den ersten Einwand betrifft, kann die Frage offen bleiben, da 

die Rüge, es habe eine unzulässige Doppelprüfung der Eignung 

stattgefunden, materiell ohnehin unbegründet ist, wie noch darzulegen ist. 

Demgegenüber teilt das Verwaltungsgericht die Auffassung der 

Beschwerdegegner nicht, dass die Ausschreibungsunterlagen selbständig 

angefochten werden müssten und könnten. Gemäss Art 42 der 

Ausführungsbestimmungen zur Vereinbarung über das öffentliche 

Beschaffungswesen (RABöB) gelten als selbständig anfechtbare 

Verfügungen die Ausschreibung des Auftrages, der Zuschlag oder der 

Abbruch des Vergabeverfahrens, der Entscheid über die Auswahl der 

Teilnehmer im selektiven Verfahren sowie der Ausschluss, der Widerruf und 

die Wiederholung gemäss Art. 27, 35 und 36. Anfechtbar im vorliegend 

interessierenden Zusammenhang ist also nur die Ausschreibung. Zwar könnte 

man sich auf den Standpunkt stellen, die Ausschreibung umfasse auch die 

Ausschreibungsunterlagen. Dem steht aber entgegen, dass die RABöB klar 

zwischen diesen beiden Begriffen unterscheidet. So werden in Art. 16 die 

Mindestanforderungen an die öffentliche Ausschreibung detailliert 

umschrieben. Eine ebenso eingehende Aufzählung enthält Art. 17 für den 

Mindeststandard der an die Anbieter abzugebenden Vergabeunterlagen. Es 

ist demnach davon auszugehen, dass der Gesetzgeber die möglichen 

Anfechtungsobjekte auf die in Art. 42 RABöB ausdrücklich als Verfügung 

bezeichneten Verfahrensschritte begrenzen wollte. Wie im Übrigen die 

Eidgenössische Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen in 

dem in VPB 66 (2002) Nr. 38 publizierten Entscheid hinsichtlich des 

Bundesrechtes überzeugend dargetan hat, stehen der Anfechtbarkeit der 

Vergabeunterlagen grosse praktische Schwierigkeiten entgegen. Als Beispiel 

für den Kanton Graubünden sei etwa Folgendes herausgegriffen. Die 

Vergabeunterlagen werden nie mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen. 

Dies hätte gemäss Art. 50 Abs. 2 VGG zur Folge, dass die Beschwerdefrist 

zwei Monate beträgt. Für das selektive Verfahren kommt hinzu, dass nach 

erfolgter Präqualifikation der Auftrag naturgemäss nicht mehr ausgeschrieben 

wird, weshalb es diesbezüglich überhaupt an einem im Gesetz genannten 

Anfechtungsobjekt fehlt. Hat der unterlegene Anbieter somit gar keine 

Möglichkeit, eine Beschwerde gegen die Vergabeunterlagen zu erheben, 

kann ihm auch nicht vorgeworfen werden, er habe die Offerte vorbehaltlos 

unterzeichnet. Unbehelflich ist auch der Einwand, bei einer Anfechtung des 

Zuschlages könnten Vergabekriterien nachträglich geändert werden, was 

gegen Treu und Glauben und das Transparenzgebot verstosse. Es liegt in der 

Natur eines Anfechtungsstreitverfahrens, dass der zu überprüfende Entscheid 

der Vorinstanz durch das Gericht geändert wird. Die gerichtliche Überprüfung 

von Vergabeentscheiden würde geradezu verunmöglicht, wenn es der 

Beschwerdeinstanz untersagt wäre, etwa eine falsche Gewichtung der 

Kriterien zu korrigieren oder rechtswidrige Kriterien überhaupt zu eliminieren. 

Je nach konkretem Einzelfall kann den berechtigten Anliegen der Anbieter 

dadurch Rechnung getragen werden, dass das Gericht den Zuschlag selber 

erteilt, die Sache zu neuer Zuschlagserteilung an die Vergabebehörde 

zurückweist oder die Wiederholung des Verfahrens anordnet. Dies gilt umso 

mehr, als alle Betroffenen ja im Beschwerdeverfahren Gelegenheit haben, 

ihren Standpunkt darzulegen. Auf die Rügen der Beschwerdeführerin 

hinsichtlich der Gewichtung und Zulässigkeit der Zuschlagskriterien ist 

demzufolge einzutreten.  

3. Die Beschwerdeführerin ist unter Berufung auf die Rechtsprechung des 

Verwaltungsgerichtes der Auffassung, es sei unzulässig, die Eignung der 

Anbieter nicht nur bei der Präqualifikation, sondern später erneut bei der 

Vergabe als Zuschlagskriterium zu bewerten. Darin liege eine unzulässige 

Doppelprüfung. Tatsächlich hat sich das Gericht in PVG 2000 Nr. 70 für eine 

Trennung von Zuschlags- und Eignungskriterien ausgesprochen. Bereits in 

PVG 2001 wurde diese Aussage relativiert und ausgeführt, eine gewisse 

Konnexität zwischen den Eignungs- und den Zuschlagskriterien sei 

offensichtlich systemimmanent, was zur Konsequenz habe, dass deren 

verschiedenartige Aufgabe und unterschiedliche Berücksichtigung je nach 

Verfahrensstand keine Doppelprüfung darstelle (vgl. zum Ganzen: PVG 2000 

Nr. 70 E. 3a und Nr. 72 E. 2b; ZBl 4/2001 E. 4a-d S. 219 ff.). Auch das 

aargauische Verwaltungsgericht lehnt eine strikte Trennung zwischen 

Eignungs- und Zuschlagskriterien als nicht realistisch ab. Zulässig ist es nach 

ihm auch, eine allfällige «Mehreignung» von Anbietern in die nachfolgende 

Bewertung der Zuschlagskriterien einfliessen zu lassen: «Dies erscheint 

insbesondere bei der Vergabe von Dienstleistungsaufträgen wie Planungen 

oder Vermessungen, wo die Fachkompetenz bzw. die Qualifikation des 

Anbieters eine grosse Rolle spielt und wo eine strenge Trennung zwischen 

anbieter- und angebotsbezogenen Kriterien nicht sinnvoll und wohl auch nicht 

realisierbar ist, sachlich richtig. Je komplexer der zu vergebende Auftrag ist, 

desto eher scheint es auch angemessen, die <Mehreignung> eines Anbieters 

zu berücksichtigen» (zitiert in: Galli, Moser, Lang, Praxis des öffentlichen 

Beschaffungsrechtes, S. 134 f.). Das Zürcher Verwaltungsgericht erachtet es 

als zulässig, die Berufserfahrung der Inhaber von Schlüsselpositionen sowie 

die Dauer der Zeit, während der ein Anbieter schon ISO-zertifiziert ist, sowohl 

als Eignungs- wie auch als Zuschlagskriterium anzuwenden, sofern dies in 

den Ausschreibungsunterlagen entsprechend publiziert wird (vgl. VB 

2000.00136). Im Übrigen sieht auch die RABöB selbst keine strikte Trennung 

vor. Nach Art. 23 ist die Eignung der Anbieter im Präqualifikationsverfahren 

nicht nur aufgrund ihrer globalen Geschäftstätigkeit, sondern auch aufgrund 

ihrer auftrags- oder objektspezifischen Leistungsfähigkeit zu prüfen. Trotzdem 

nennt Art. 32 RABöB Zuschlagskriterien, die auch als Eignungskriterien 

herangezogen werden können, wie etwa die Kreativität, die Termine oder den 

Kundendienst. Das Verwaltungsgericht schliesst sich aus den genannten 

Überlegungen der Praxis der erwähnten Kantone an. Es war daher 

grundsätzlich zulässig, dass die Vorinstanz die Erfahrung der Anbieter nicht 

nur bei der Präqualifikation, sondern auch beim Zuschlag in die Beurteilung 

miteinbezogen hat. 

4. Während das Bundesgericht die vorstehenden, schon im aufgehobenen Urteil 

enthaltenen Erwägungen nicht beanstandete, erachtete es den 

aufgehobenen Entscheid in drei Punkten als unzutreffend. Das Bundesgericht 

hat das der umstrittenen Vergabe zugrunde liegende Bewertungssystem der 

Vorinstanz als zutreffend qualifiziert und insbesondere die Gewichtung des 

Preises mit 40 % im Gegensatz zum Verwaltungsgericht geschützt. Sodann 

ist es zur Überzeugung gelangt, dass die Vorinstanz angesichts der 

Komplexität der zur Diskussion stehenden Melioration durchaus die 

Ortskenntnis der Anbieter in die Beurteilung miteinbeziehen durfte. 

Offengelassen hat es, ob die Vorinstanz den Kenntnisvorsprung der 

Beschwerdegegnerin 2 zutreffend gewichtet hat. Schliesslich hat es 

ausgeführt, das Verwaltungsgericht habe die Bewertung der Erfahrung der 

Schlüsselpersonen zu wenig geprüft. Aufgrund der Erwägungen des 

Bundesgerichtes steht fest, dass es beim Preis bei der Bewertung der 

Vorinstanz bleibt. Die Beschwerdeführerin erzielte dort 40 Punkte und die 

Beschwerdegegnerin 2 37.8 Punkte. Im Folgenden ist zunächst die 

Bewertung des Kriteriums Ortskenntnisse zu prüfen. Die Beschwerdeführerin 

hat daneben die erwähnte Minderbewertung bei den Schlüsselpersonen und 

den Abzug von einem halben Punkt beim Kriterium Termine beanstandet, was 

auch zu beurteilen ist. 

5. Die hier in der Fassung vom 25. November 1994 anwendbare IVöB (vgl. E. 

4.2 des Bundesgerichtsurteiles) enthält im vorliegend interessierenden 

Zusammenhang hinsichtlich der Beschwerdegründe und damit der der 

Beschwerdeinstanz zustehenden Kognition in Art. 16 eine eingehende 

Regelung, die sich wörtlich mit Art. 53 VGG deckt und zudem noch 

ausdrücklich festhält, dass Unangemessenheit nicht geltend gemacht werden 

kann. Die Überprüfung beschränkt sich somit auf Rechtsverletzungen 

einschliesslich Überschreitung oder Missbrauchs des Ermessens sowie auf 

unvollständige oder unrichtige Sachverhaltsfeststellung. Dagegen kann das 

Verwaltungsgericht nicht sein Ermessen an die Stelle jenes der Vorinstanz 

setzen, sondern hat Lösungen der Verwaltung zu akzeptieren, die mit 

sachlichen Gründen vertretbar sind, auch wenn eine andere Lösung als 

zweckmässiger erschiene. Bei Fragen technischer, technologischer, 

(bau)physikalischer und methodologischer Art oder bei 

Angebotsbewertungen ist die Kognition - wie bei Examina - praktisch auf 

Willkür begrenzt (VGU U 01 111 und 128). Im Folgenden ist daher zu prüfen, 

ob die Vorinstanz bei der materiellen Beurteilung der Angebote einen 

haltbaren Entscheid getroffen hat. Den Vergabebehörden kommt 

insbesondere bei der Bewertung der einzelnen Angebote aufgrund der 

ausgewählten Zuschlagskriterien ein weiter Ermessensspielraum zu (VGU U 

03 13). Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob die Vorinstanz bei der materiellen 

Beurteilung der Angebote einen haltbaren Entscheid getroffen hat.

6. a) Was die Beschwerdeführerin in materieller Hinsicht vorbringt, erschöpft sich 

im Wesentlichen in rein appellatorischer Kritik am angefochtenen 

Vergabeentscheid. Sie bringt nichts vor, was darauf schliessen lässt, dass die 

Vorinstanz ihr Ermessen missbraucht oder überschritten hat, sondern legt 

lediglich dar, weshalb aus ihrer Sicht die Erfüllung der einzelnen 

Zuschlagskriterien bei ihrem Angebot anders hätte bewertet werden sollen. 

Im Einzelnen ist dazu Folgendes festzuhalten:

b) Hinsichtlich der Ortskenntnisse bringt die Beschwerdeführerin überhaupt 

nichts dafür vor, weshalb sie diesbezüglich mit der Beschwerdegegnerin 2 

gleichzustellen sei. Insbesondere bestreitet sie nicht, dass der Projektleiter 

der Beschwerdegegnerin 2 hauptsächlich im … tätig ist, bei den betroffenen 

Gemeinden die amtliche Vermessung gemacht hat und in diesen Gemeinden 

weiterhin seit 1989 als Nachführungsgeometer tätig ist. Dass er aufgrund 

dieser Tätigkeiten die Eigentümer, die Eigentumsverhältnisse, die 

Topographie und die Topologie im Beizugsgebiet bestens kennt, stellt sie 

auch nicht in Abrede. Umgekehrt bringt sie nichts vor, was auf eigene 

gleichwertige Ortskenntnisse schliessen liesse. Es kann daher keine Rede 

davon sein, dass die Vorinstanz ihr Ermessen missbraucht oder überschritten 

hätte, wenn sie der Beschwerdegegnerin 2 beim Kriterium Ortskenntnisse 

einen halben Punkt mehr gegeben hat als der Beschwerdeführerin. 

c) Die Vorinstanz hat sowohl bei der Beschwerdeführerin als auch bei der 

Beschwerdegegnerin 2 einen halben Punkt beim Kriterium Termine, freie 

Kapazität abgezogen. Bei der dritten Anbieterin hat sie die maximale 

Punktezahl erteilt. Begründet wurde dies damit, dass letztere eine realistische 

Terminplanung eingereicht hat, während jene der beiden anderen Firmen zu 

optimistisch bzw. zu pessimistisch gewesen seien. Inwiefern diese 

Differenzierungen unhaltbar sein sollten, tut die Beschwerdeführerin nicht dar. 

So macht sie geltend, die Terminplanung hänge u.a. von den verfügbaren 

Mitteln der Subventionsbehörden ab. Diesen Umstand mussten alle Anbieter 

berücksichtigen. Weshalb sodann die unterschiedliche Auslastung der 

Offerenten nicht berücksichtigt werden durfte, ist auch nicht ersichtlich. Der 

geringfügige Abzug von einem halben Punkt bzw. gewichtet 2.5 Punkten 

erscheint allein schon unter diesen Gesichtspunkten als haltbar. 

d) Damit bleibt es bei den Kriterien Preis, Ortskenntnis und Termine bei der 

Bewertung und Benotung durch die Vorinstanz. Damit kann offen bleiben, ob 

der Beschwerdeführerin beim Kriterium Erfahrung der Schlüsselpersonen von 

der Vorinstanz  zu Unrecht ein halber Punkt abgezogen worden ist. Denn 

selbst wenn ihre Bewertung diesbezüglich besser ausfiele, würde sich 

dadurch am Gesamtresultat nichts ändern. Sie käme damit auf insgesamt 

93.75 Punkte und läge somit immer noch unter der Beschwerdegegnerin 2 mit 

94.05 Punkten. Die angefochtene Vergabe erweist sich demnach als 

rechtmässig, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

7. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten der 

Beschwerdeführerin, welche die anwaltlich vertretene Beschwerdegegnerin 2 

überdies angemessen aussergerichtlich zu entschädigen hat. Der 

Beschwerdegegnerin 1 ist dagegen keine Parteientschädigung 

zuzusprechen, da sie im Verfahren vor Verwaltungsgericht keinen Anwalt 

beigezogen hat.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 10'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 216.--

zusammen Fr. 10'216.--

gehen zulasten der … AG und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen. 

3. Die … AG entschädigt die ARGE … aussergerichtlich mit Fr. 3'000.-- (inkl. 

MWST).