# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a755f589-94a2-570f-b9e5-81c08963f423
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-23
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 23.05.2024 725 23 232 / 118 (725 2023 232/118)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-23-232---118_2024-05-23.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 23. Mai 2024 (725 23 232 / 118)  

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung  

 

 

Ein Revisionsgrund ist vorliegend nicht hinreichend dargetan. 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 
 
 

Parteien A.____, Gesuchsteller, vertreten durch Jan Herrmann, Rechtsanwalt, 
Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern,  
Gesuchsgegnerin 
 

  
  
Betreff Revisionsgesuch  

(Urteil vom 9.7.2020 i.S. 725 20 53) 
 
 
 
A.a Der 1981 geborene A.____ erlitt am 29. Juli 2016 einen Auffahrunfall, wobei er sich 
eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) zuzog. Die Schweizerische Unfallversicherungsan-
stalt (Suva), bei welcher A.____ obligatorisch gegen Unfälle versichert war, erbrachte in der 
Folge die gesetzlichen Leistungen. Am 7. Oktober 2017 kam es zu einem weiteren Unfall, wie-
derum in Form einer Heckkollision, in deren Rahmen der Versicherte erneut eine HWS-
Distorsion erlitt. Die Suva erbrachte auch für dieses Ereignis die gesetzlichen Leistungen. Mit 
Verfügung vom 27. September 2018 stellte die Suva die Leistungen per 31. Oktober 2018 für 

 

 
 
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beide Ereignisse ein und lehnte einen Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form einer Inva-
lidenrente und einer Integritätsentschädigung ab. Die dagegen geführte Beschwerde wies das 
Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit 
Urteil vom 9. Juli 2020 (Verfahren-Nr. 725 20 53 / 163) ab. Dieses Urteil erwuchs unangefoch-
ten in Rechtskraft.  
 
A.b Mit Schreiben vom 8. Oktober 2020 gelangte der Versicherte, vertreten durch Dr. Da-
niel Riner, Advokat, an die Suva. Darin ersuchte er namentlich unter Hinweis auf ein veranlass-
tes Upright-MRI bzw. einen hierzu ergangenen Bericht vom 15. September 2020 um Revision 
bzw. Wiedererwägung des Einspracheentscheids vom 31. Dezember 2019. Hierzu wurde im 
Wesentlichen geltend gemacht, als Novum habe nun ein organisches Substrat bildgebend fest-
gestellt werden können. Am 4. Februar 2021 trat die Suva auf das Gesuch um Revision / Wie-
dererwägung nicht ein.  
 
A.c Mit Eingabe vom 26. Mai 2023 wandte sich der Versicherte, vertreten durch Jan Herr-
mann, Advokat, erneut an die Suva und verwies auf einen aktuellen MRT-Bericht vom 10. Feb-
ruar 2023, wonach nunmehr unfallkausale strukturelle Verletzungen nachgewiesen seien. 
Gleichzeitig bat er die Suva, ihre Leistungspflicht erneut zu prüfen und einen entsprechenden 
Entscheid zu fällen. Am 7. Juni 2023 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie dem Ge-
such nicht entsprechen würde, da die Angelegenheit durch das Kantonsgericht mit Entscheid 
vom 9. Juli 2020 materiell beurteilt worden sei. 
 
B. Mit Eingabe vom 2. August 2023 reichte der Versicherte, vertreten durch Advokat 
Herrmann, ein Revisionsgesuch beim Kantonsgericht ein. Darin beantragte er, es sei das Urteil 
des Kantonsgerichts vom 9. Juli 2020 in Revision zu ziehen; es sei das Urteil des Kantonsge-
richts vom 9. Juli 2020 aufzuheben und die Gesuchsgegnerin zu verpflichten, ihm über das Ein-
stellungsdatum vom 31. Oktober 2018 hinaus die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen und 
auszurichten. Eventualiter sei ein gerichtliches medizinisches Gutachten zur Klärung der Leis-
tungspflicht der Gesuchsgegnerin einzuholen und anschliessend neu über den Leistungsan-
spruch zu entscheiden. Subeventualiter sei die Streitsache an die Gesuchsgegnerin zurückzu-
weisen und es sei diese zu verpflichten, ein medizinisches Gutachten nach Art. 44 ATSG ein-
zuholen und über den Leistungsanspruch des Gesuchstellers zu entscheiden; unter o/e-
Kostenfolge. Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, dass das Kantonsgericht im 
Urteil vom 9. Juli 2020 auf der Grundlage der damals vorliegenden medizinischen Akten keine 
organisch fassbaren und bildgebend objektivierbaren Befunde für die anhaltenden Beschwer-
den habe feststellen können. Mit der Bildgebung vom 9. Februar 2023 bzw. dem Befundbericht 
vom 10. Februar 2023 würde nun ein Beweis für strukturelle Unfallfolgen vorliegen, zumal sämt-
liche alternativen Krankheitsursachen hätten ausgeschlossen werden können.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Oktober 2023 schloss die Suva auf Abweisung der 
Beschwerde. 
 

 

 
 
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D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten sowohl der Gesuchsteller mit Rep-
lik vom 8. November 2023 als auch die Gesuchsgegnerin mit Duplik vom 28. November 2023 
an ihren Anträgen und Standpunkten fest. 
 
Auf die Vorbringen der Parteien ist − soweit notwendig − in den nachfolgenden Erwägungen 
einzugehen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Streitgegenstand bildet das Revisionsgesuch des Versicherten vom 2. August 2023. 
Dieses richtet sich gegen das Urteil des Kantonsgerichts vom 9. Juli 2020. Darin bestätigte das 
Kantonsgericht den Einsprachentscheid der Suva vom 31. Dezember 2019, mit welchem Letz-
tere die gesetzlichen Leistungen eingestellt sowie einen weiteren Anspruch auf Geldleistungen 
in Form einer Invalidenrente und einer Integritätsentschädigung abgelehnt hatte.   
 
1.2 Beim Revisionsgesuch handelt es sich um ein ausserordentliches Rechtsmittel, das 
sich in der Regel gegen einen rechtskräftigen Beschwerdeentscheid richtet (BSK-ATSG-
SUSANNE BOLLINGER, Art. 61 N 101). Als ausserordentliches Rechtsmittel ist die Revision ge-
genüber dem ordentlichen Rechtsmittel der Beschwerde grundsätzlich subsidiär. Dies bedeutet, 
dass eine Partei einen Revisionsgrund als Beschwerdegrund im ordentlichen Rechtsmittelver-
fahren geltend zu machen hat, wenn ihr dies möglich und zumutbar ist (BGE 138 II 386 E. 5.1 
mit Hinweisen). Wie eingangs dargelegt, erwuchs das Urteil des Kantonsgerichts vom 9. Juli 
2020 nach unbenutztem Ablauf der Beschwerdefrist in Rechtskraft. 
 
2.1 Gemäss Art. 61 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-
rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 bestimmt sich das Verfahren vor dem kantonalen 
Versicherungsgericht − unter dem hier nicht weiter interessierenden Vorbehalt von Art. 1 Abs. 3 
des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 − nach kantona-
lem Recht, wobei dieses verschiedenen, in Art. 61 ATSG festgehaltenen Anforderungen zu ge-
nügen hat. So muss nach dessen lit. i die Revision von Entscheiden wegen Entdeckung neuer 
Tatsachen oder Beweismittel oder wegen Einwirkung durch Verbrechen oder Vergehen ge-
währleistet sein. Über die Festlegung dieser Revisionsgründe hinaus überlässt Art. 61 ATSG 
die Ausgestaltung des Revisionsverfahrens dem kantonalen Recht. Dieses hat etwa festzule-
gen, innert welcher Fristen Revisionsbegehren einzureichen sind (UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 61 Rz. 250; vgl. auch BSK-ATSG-
SUSANNE BOLLINGER, a.a.O., Art. 61 N 101). 
 
2.2 Das kantonale Recht regelt in § 23 Satz 1 VPO, dass für die Revision der Urteile des 
Kantonsgerichts sinngemäss die Bestimmungen des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-
Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 gelten. Demnach kann das Revisionsverfahren vor 
dem Kantonsgericht nur auf Begehren einer Partei durchgeführt werden (§ 39 Abs. 2 VwVG 
BL). Tritt das Kantonsgericht auf das Revisionsgesuch ein und erachtet es dieses als begrün-
det, so hebt es den Entscheid ganz oder teilweise auf und entscheidet neu (§ 39 Abs. 3 VwVG 

 

 
 
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BL). Was die Voraussetzungen einer Revision betrifft, hält § 23 Satz 2 VPO fest, dass eine sol-
che nur aus den in § 40 Absatz 2 lit. a und c VwVG BL genannten Gründen verlangt werden 
kann. Nach diesen beiden Bestimmungen tritt das Kantonsgericht auf ein Revisionsbegehren 
ein, wenn ein Verbrechen oder Vergehen den Erlass des Entscheids beeinflusst hat (§ 40 
Abs. 2 lit. a VwVG BL) oder wenn erhebliche Tatsachen oder Beweismittel aufgetaucht sind, an 
deren Geltendmachung die Partei im früheren Verfahren ohne Verschulden verhindert gewesen 
ist (§ 40 Abs. 2 lit c VwVG BL). In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist zu beachten, dass ein Revi-
sionsbegehren innerhalb von 90 Tagen seit Entdeckung des Wiederaufnahmegrundes zu stel-
len ist (§ 40 Abs. 3 Satz 1 VwVG BL). Gemäss Satz 2 dieser Bestimmung können solche Be-
gehren nach Ablauf von zehn Jahren seit Eröffnung des Entscheids nur noch im Falle von § 40 
Abs. 2 lit. a VwVG BL gestellt werden. 
 
3.1 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der Begriff "neue Tatsachen oder 
Beweismittel" bei der Revision eines kantonalen Gerichtsentscheids gemäss Art. 61 lit. i ATSG 
gleich auszulegen wie bei der prozessualen Revision eines Verwaltungsentscheids nach Art. 53 
Abs. 1 ATSG oder bei der Revision eines Bundesgerichtsentscheids gemäss Art. 123 Abs. 2 
lit. a BGG (Urteile des Bundesgerichts vom 11. Oktober 2021, 9C_12/2021, E. 2.1 und vom 
16. April 2015, 9C_110/2015). Neu sind Tatsachen, die sich bis zum Zeitpunkt, da im Hauptver-
fahren noch tatsächliche Vorbringen prozessual zulässig waren, verwirklicht haben, jedoch trotz 
hinreichender Sorgfalt nicht bekannt waren. Die neuen Tatsachen müssen ferner erheblich sein, 
das heisst, sie müssen geeignet sein, die tatbeständliche Grundlage des zur Revision beantrag-
ten Entscheids zu verändern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einer anderen Ent-
scheidung zu führen. Neue Beweismittel haben entweder dem Beweis der die Revision begrün-
denden neuen erheblichen Tatsachen oder dem Beweis von Tatsachen zu dienen, die zwar im 
früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil des Gesuchstellers unbewiesen ge-
blieben sind (vgl. BGE 134 III 669 E. 2, 127 V 353 E. 5b; Urteil des Bundesgerichts vom 
8. Dezember 2011, 8C_434/2011, E. 7.1, in: SVR 2012 UV Nr. 17 S. 63). Erheblich ist ein Be-
weismittel, wenn anzunehmen ist, es hätte zu einem anderen Urteil geführt, falls das Gericht 
bzw. die Verwaltung im Hauptverfahren davon Kenntnis gehabt hätte. Ausschlaggebend ist, 
dass das Beweismittel nicht bloss der Sachverhaltswürdigung, sondern der Sachverhaltsfest-
stellung dient. Es bedarf dazu neuer Elemente tatsächlicher Natur, welche die Entscheidungs-
grundlagen als objektiv mangelhaft erscheinen lassen (BGE 143 V 105 E. 2.3; SVR 2012 UV 
Nr. 17 S. 63; Urteile des Bundesgerichts vom 10. April 2019, 9C_21/2019, E. 3 und vom 8. De-
zember 2011, 8C_434/2011, E. 7.1) 
 
3.2 Betrifft der Revisionsgrund eine materielle Anspruchsvoraussetzung, deren Beurteilung 
massgeblich auf Schätzung oder Beweiswürdigung beruht, auf Elementen also, die notwendi-
gerweise Ermessenszüge aufweisen, so ist eine vorgebrachte neue Tatsache als solche in der 
Regel nicht erheblich. Ein (prozessrechtlicher) Revisionsgrund fällt demnach überhaupt nur in 
Betracht, wenn bereits im ursprünglichen Verfahren der untersuchende Arzt und die entschei-
dende Behörde das Ermessen wegen eines neu erhobenen Befunds zwingend anders hätten 
ausüben und infolgedessen zu einem anderen Ergebnis hätten gelangen müssen. An diesem 
prozessualrevisionsrechtlich verlangten Erfordernis fehlt es, wenn sich das Neue im Wesentli-
chen in (differenzial-)diagnostischen Überlegungen erschöpft, also auf der Ebene der medizini-

 

 
 
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schen Beurteilung anzusiedeln ist (Urteile des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 
8C_170/2017, E. 7.2 und vom 27. September 2016, 8C_464/2016, E. 6.1 mit Hinweis).   
 
4.1 Dem in Rechtskraft erwachsenen Kantonsgerichtsurteil vom 9. Juli 2020 lag im We-
sentlichen folgender medizinischer Sachverhalt zugrunde (vgl. zum Ganzen auch soeben zitier-
tes Urteil E. 5):  
 
4.2 Im Dokumentationsfragebogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleu-
nigungstrauma vom 5. August 2016 im Anschluss an das erste Unfallereignis wurden Kopf- und 
Nackenbeschwerden sowie Parästhesien am ganzen rechten Arm diagnostiziert und eine voll-
ständige Arbeitsunfähigkeit bis zum 7. August 2016 ausgewiesen. Ein am 8. August 2016 ver-
anlasstes MRI ergab eine Streckhaltung der HWS sowie einen partiellen Blockwirbel HWK 2/3. 
Ansonsten wurden unauffällige Verhältnisse, ohne fassbare Degenerationen, knöcherne Läsio-
nen oder neurale Kompressionen, erhoben. 
 
4.3 In einem Bericht vom 22. September 2016 diagnostizierte Dr. med. B.____, FMH 
Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, einen Status nach HWS-Distorsion (Heckauf-
fahrkollision im Kosovo) am 29. Juli 2016. Unmittelbar nach dem Aufprall sei es zu heftigen 
Kopf- und Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den rechten Arm sowie zu einer vermehrten 
Übelkeit gekommen. Ferner habe auch initial eine Sensibilitätsstörung am rechten Arm bestan-
den, welche inzwischen wieder weitgehend regredient sei. Der Patient habe weiterhin eine stark 
eingeschränkte HWS-Beweglichkeit, v.a. nach rechts, sowie ausgeprägte okzipitale und rezidi-
vierende Schmerzen. Aktuell betrage die Schmerzintensität im Bereich der HWS auf der Stufe 
5-6 der VAS-Skala, je nach Belastung.  
 
4.4 Anlässlich einer ersten kreisärztlichen Kurzbeurteilung vom 8. Dezember 2016 wurde 
festgehalten, dass es gemäss vorliegenden Bildgebungen durch das HWS-Schleudertrauma 
nicht zu unfallkausalen strukturellen Läsionen gekommen sei und neurologisch keine Auffällig-
keiten bestünden.  
 
4.5 Im Rahmen einer Untersuchung vom 23. Dezember 2016 stellte Dr. med. C.____, FMH 
Neurologie, die Diagnose einer radikulären Reiz- und Ausfallsymptomatik, vermutlich die Wur-
zel C8 betreffend. Das MRI vom 8. August 2016 habe damals keine Hinweise auf neurale Kom-
pressionen ergeben. Bei konsistent geschilderten Beschwerden und dazu passendem Befund 
sowie fehlendem Ansprechen auf Physiotherapie und Chiropraktik sei eine lokale röntgenge-
steuerte Infiltration bei einem spezialisierten Anästhesisten zu empfehlen.  
 
4.6 Im Rahmen einer kreisärztlichen Aktenbeurteilung vom 4. Juli 2017 führten 
Dr. med. D.____, FMH Neurologie, und PD Dr. med. E.____, FMH Neurologie, aus, dass die 
ausgeprägte Beschwerdezunahme von anfangs noch leichten Schmerzen bis hin zu schweren 
Schmerzangaben (mit Angabe 6-8 auf einer Schmerzskala mit 10 Punkten), dies zusätzlich un-
ter multimodaler Schmerztherapie in einem intensiven ambulanten Rehabilitationssetting, auffäl-
lig sei. Ausser einem paravertebralen Muskelhartspann mit Myogelosen hätten keine sicheren 
neurologischen Ausfälle festgestellt werden können. Die neurologische Untersuchung bleibe 

 

 
 
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ohne sicheren Befund, bei dokumentierter differentialdiagnostischer Einschätzung pseudoradi-
kulärer Schmerzen versus sensibler Wurzelreizsymptomatik C8 ohne Hinweise auf eine Gang- 
oder Gleichgewichtsstörung. Hierzu korreliere die früh veranlasste zervikale Kernspintomogra-
phie, welche bis auf die sogenannte Blockwirbelbildung C2/C3 keine Auffälligkeiten gezeigt ha-
be, insbesondere keine posttraumatischen Verletzungszeichen, keine foraminalen Einengungen 
und auch keine Vorschädigung der HWS. Zusammengefasst handle es sich aus neurologischer 
Sicht um ein chronifiziertes und zunehmend als subjektiv verschlimmert angegebenes Be-
schwerdebild nach einer leichten HWS Distorsion WAD Grad II in Anlehnung an die Quebec 
Task Force (QTF)-Klassifikation durch einen leichten Auffahrunfall, ohne nachweisbare Verlet-
zungsfolgen und ohne nachvollziehbare organisch-neurologische Ursache. Bilddiagnostisch sei 
keine radikuläre Kompression, z.B. durch eine Bandscheibenprotrusion, nachgewiesen worden. 
Auch sei die Symptombeschreibung in der zunehmenden Schmerzintensität und in den inkon-
sistenten topographischen Ausbreitungsangaben klinisch nicht plausibel, ebenso wenig wie die 
erst viele Wochen später angegebenen Zusatzsymptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Kon-
zentrations- und Schlafstörungen. Hierzu gehöre auch die Beschwerdeausweitung mit Angaben 
wie Knacken beim Schlucken. Ebenso charakteristisch sei, dass alle Behandlungen letztlich 
erfolglos geblieben seien und bei häufigem Arzt- und Therapeutenwechsel kein positiver Ansatz 
gefunden worden sei. Offensichtliche neurologische Funktionseinschränkungen seien nicht er-
sichtlich. Bei mangelnder Leistungsbereitschaft müsse daher letztlich eine Symptomausweitung 
mit sekundärem Krankheitsgewinn bei einer nur für die ersten Wochen bis maximal drei Monate 
nach leichtem Auffahrunfall neurologisch nachvollziehbaren leichten HWS-
Beschleunigungssymptomatik überwiegend wahrscheinlich angenommen werden. 
 
4.7 Im unmittelbar im Anschluss an das zweite Unfallereignis erstellen Dokumentationsfra-
gebogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 7. Oktober 
2017 wurden ein WAD Grad II nach der Quebec Task Force (QTF)-Klassifikation sowie unmit-
telbar eintretender Schwindel diagnostiziert. Das Arztzeugnis UVG vom 26. Oktober 2017 ent-
hält zudem die Diagnosen von Nackenschmerzen, Übelkeit und leichten Kopfschmerzen. 
 
4.8 Anlässlich von Untersuchungen der Neurootolgie des Spitals F.____ am 15. November 
bzw. 6. Dezember 2017 wurden rezidivierende, sekundenanhaltende Schwankschwindelatta-
cken sowie Zephalgien ohne eindeutige Hinweise für eine peripher-vestibuläre Funktionsstö-
rung diagnostiziert. Beim Patienten würden Beschwerden vorliegen, die nicht zu einer peripher 
oder zentral vestibulären Funktionsstörung passen würden. Es handle sich am ehesten um zer-
vikogen ausgelöste Schwindelbeschwerden.  
 
4.9 Im Rahmen eines MRI vom 20. Dezember 2017 wurden im Vergleich zur Voruntersu-
chung vom 6. März 2017 unveränderte Verhältnisse erhoben. Neben der bekannten Streckhal-
tung der HWS und den bekannten Blockwirbeln C2/3 konnten keine Frakturen oder Luxationen 
und keine degenerativen oder entzündlichen Veränderungen der HWS und der oberen Brust-
wirbelsäule festgestellt werden. 
 
4.10 Am 28. Februar 2018 diagnostizierte Dr. med. G.____, FMH Neurologie, eine chroni-
sche Zervikalgie, somatoformen Schwindel, kognitive Störungen, eine Angsterkrankung und ein 

 

 
 
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neurogenes Thoracic-outlet-Syndrom. Die HWS-Beweglichkeit sei sowohl für die Rotation als 
auch für die Lateralflexion eingeschränkt. Zusätzlich seien die Provokationsmanöver für ein 
Thoracic-outlet-Syndrom rechts positiv. Im MRI der HWS vom 20. Dezember 2017 fände sich 
kein Hinweis für eine radikuläre Kompression. Elektroneurographisch könne ein Sulcusulnaris-
Syndrom ebenso wie ein Loge de Guyon-Syndrom ausgeschlossen werden. Die Sensibilitäts-
störungen im Bereich des rechten Armes seien am ehesten als Ausdruck eines neurogenen 
Thoracic-outlet-Syndroms bei Verspannungen der Muskulatur im Nacken-Schulter-Gürtel zu 
sehen. Ein MRI des Schädels vom August 2017 sei unauffällig gewesen. Eine ausführliche 
otoneurologische Untersuchung im November und Dezember 2017 habe keinen Nachweis ei-
ner peripher-vestibulären Störung ergeben. Elektroenzephalographisch fänden sich keine Hin-
weise für ein epileptisches Geschehen. Tagsüber würden begleitend teilweise Panikattacken 
auftreten, nachts seien diese regelmässig mit dem Schwindel assoziiert, der dann auch nicht 
schwankend sei, sondern einem Drehschwindel entspreche. Nach dem zweiten Ereignis habe 
sich noch zusätzlich eine Höhenangst eingestellt. Er habe den Patienten über die Art des 
Schwindels aufgeklärt und empfehle, in der laufenden psychologischen Behandlung diesen 
verhaltenstherapeutisch anzugehen. 
 
4.11 In einem Verlaufsbericht vom 24. August 2018 diagnostizierte Dr. B.____ ein chroni-
sches komplexes Post-HWS-Syndrom. Es bestehe weiterhin ein schweres chronisches Post-
HWS-Distorsionssyndrom mit verminderter Belastbarkeit. Dabei könnten geringste Belastungen 
oder bestimmte Kopfbewegungen (v.a. Inklination und Reklination) den Schwindel, die Übelkeit 
und ein Hitzegefühl im Nacken auslösen. Aufgrund der oben beschriebenen Einschränkungen 
sei der Patient seit dem 7. August 2017 zu 100% arbeitsunfähig. Die bei seinem Arbeitgeber 
durchgeführten Arbeitsversuche, zunächst mit einem Pensum von 20% und seit dem 12. Juni 
2018 zu 50%, hätten ihn jedoch stets an den Rand seiner physischen Belastbarkeit geführt. 
Mehrfach habe er nach einem halben Arbeitstag als Buschauffeur erbrechen müssen, da die 
Belastbarkeit für ihn zu gross gewesen sei. Prognostisch sei somit davon auszugehen, dass der 
Patient seine volle Arbeitsfähigkeit als Buschauffeur nicht mehr werde erreichen können. Auch 
scheine es derzeit unwahrscheinlich, dass er ein Arbeitspensum im Umfang von 50% in seinem 
angestammten Beruf längerfristig werde ausüben können. Ein Kausalzusammenhang mit den 
beiden Unfällen sei für ihn klar gegeben, insbesondere, da sich die Hauptbeschwerdesympto-
matik im Bereich der Kopfgelenke, v.a. C1/2, lokalisieren lasse, was typisch für HWS-
Distorsionen sei. Es bleibe zu diskutieren, ob die angeborenen Blockwirbel auf Höhe C2/3 einen 
Faktor darstellten, welcher zu dem chronifizierten Schmerzverlauf beigetragen habe, da hier 
möglicherweise beim Aufprallen während des Unfalls eine besonders ungünstige Kraftübertra-
gung erfolgt sei, wodurch die Symptomatik zusätzlich erschwert worden sei. 
 
4.12 In der Beurteilung vom 21. September 2018 führte PD Dr. E.____, versicherungsmedi-
zinisches Kompetenzzentrum der Suva, aus, dass sich nach einem gemäss unfallanalytischem 
Gutachten leichten Heckauffahrunfall mit einer kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung 
(delta-V) unter 10 km/h und der vorliegenden Dokumentation ohne objektivierbare unfallnahe 
neurologische Ausfälle gemäss Leitlinien nach der geltenden QTF-Klassifikation für HWS-
Beschleunigungsverletzungen und ebenso nach der klinisch morphologischen Klassifikation von 
HWS-Beschleunigungsverletzungen nur ein Grad I ergebe. Dies entspreche einer leichten 

 

 
 
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HWS-Distorsion. Zudem seien auch im weiteren Verlauf zu keinem Zeitpunkt objektivierbare 
neurologische oder Hals-Nasen-Ohren-Befunde erhoben worden. Alsdann würden sich in der 
Zusammenschau Inkonsistenzen bei der Entwicklung und Schilderung der Beschwerdeangaben 
des Versicherten ergeben mit häufigen, jedoch organisch nicht zuordenbaren Schwindelatta-
cken bis 25 Mal pro Tag und gleichzeitig möglichen Aktivitäten wie Joggen. Das Beschwerde-
bild sei zudem im Gegensatz zu dem erwarteten Verlauf mit einer regelhaften Rückbildung in-
nerhalb von wenigen Wochen bis maximal drei bis sechs Monaten über diesen Zeitpunkt hinaus 
noch als progredient angegeben worden. Der entsprechende Zeitabstand sei aus neurologi-
scher Sicht ebenfalls nicht erklärbar. Diese Symptomausweitung umfasse sowohl die Angaben 
von Kribbelparästhesien im rechten Arm als auch die Angabe von Angstattacken mit Herzrasen 
und Schwindel. Auf organischer Grundlage könnten ohne bilddiagnostische Nachweise keine 
unfallbedingt überdauernden Gesundheitsbeeinträchtigungen durch die Ereignisse festgestellt 
werden. Demzufolge sei auch eine anhaltende teilweise Arbeitsunfähigkeit nicht plausibel, zu-
mal zu keinem Zeitpunkt begründet worden sei, weshalb lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 50% 
und nicht eine solche von 100% bestehe.  
 
4.13 Auf Ersuchen des vormaligen Rechtsvertreters des Versicherten berichtete Dr. B.____ 
in einer E-Mail vom 19. Oktober 2018, dass ein aktuell veranlasster MRI-Befund neu ein ver-
dicktes Ligamentum transversum sowie ein verdicktes Ligamentum agikale ergeben habe, wel-
che gemäss dem Radiologen gut zu einem posttraumatischen Zustand passen würden und im 
Sinne eines verbleibenden Schadens nach Schleudertrauma zu beurteilen wären. Diese Verdi-
ckung könne auch darauf hindeuten, dass hier ein chronischer Reizzustand bestehe, was gut 
mit der klinischen Symptomatik vereinbar wäre, wonach der Patient schon bei leichten Kopfbe-
wegungen nach hinten (Reklination) sofortigen Schwindel, Übelkeit und ein Hitzegefühl verspü-
re.  
 
4.14 Mit Schreiben vom 8. Januar 2019 legte PD Dr. E.____ Prof. Dr. H.____, FMH Radio-
logie, die bisher ergangenen MRT vom 21. August 2017 und 20. Dezember 2017 sowie auch 
das aktuell veranlasste MRT vom 19. Oktober 2018 zur konsiliarischen Beurteilung vor. Ferner 
gelangte er mit folgender Frage an Prof. Dr. H.____: "Sind mit dem Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit bilddiagnostisch unfallkausale Verletzungsfolgen im HWS-Bereich 
nachweisbar nach einem HWS-Distorsionstrauma Grad I am 7. Oktober 2017 respektive vorhe-
rig Grad II am 29. Juli 2016, insbesondere in der kernspin- und computertomographischen Ver-
laufsuntersuchung vom 9. Oktober 2017 (recte: 2018)?". In der Folge nahm Prof. Dr. H.____ 
unter dem Prädikat "Neuroradiologisches Konsil" in einem undatierten Schreiben (Dokumenten-
datum: 15. Januar 2019/Eingangsdatum: 16. Januar 2019) zu dieser Frage Stellung, wobei er 
vorab auf eine interdisziplinäre Fallbesprechung mit PD Dr. E.____ vom 15. Januar 2019 ver-
weist. Im Bereich der HWS bestehe tatsächlich eine leichte Verdickung des Ligamentum trans-
versum (atlas) und des Ligamentum apikale. Diese seien jedoch nicht spezifisch für posttrau-
matische Veränderungen, sondern sehr häufig im Rahmen von degenerativen Veränderungen 
nachweisbar (ausserdem z.B. im Rahmen von rheumatoiden Erkrankungen etc.). Die vorlie-
gende kongenitale Fusion von HWK 2/3 erhöhe die mechanische Belastung auf den angren-
zenden Niveaus, so dass insgesamt beginnende degenerative Veränderungen deutlich wahr-
scheinlicher seien, als posttraumatische Veränderungen. Relevante und eindeutige posttrauma-

 

 
 
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tische Veränderungen der HWS seien im vorliegenden Bildmaterial nicht nachweisbar − abge-
sehen von einer Streckstellung der HWS, die Hinweis auf einen erhöhten Muskeltonus sein 
könne. Wobei auch hier die Ursache sowohl degenerativ als auch posttraumatisch sein könne. 
Im Bereich des Neurokraniums sei eine in Lage und Konfiguration typische hämorrhagische 
Diffuse axonale Verletzung (Diffuse axonal injury [DAI]) frontal rechts nachweisbar. Hier müsse 
jedoch einschränkend gesagt werden, dass diese Läsionen nicht datiert werden könnten und 
über Jahre bis Jahrzehnte mehr oder weniger befundkonstant zur Darstellung kommen würden. 
Somit könnte es sich auch um eine bereits vorbestehende Läsion handeln. 
 
4.15 Im Rahmen einer weiteren Beurteilung vom 11. März 2019 nahm PD Dr. E.____ zu 
den mit MRI vom 19. Oktober 2018 neu erhobenen Befunden Stellung, wobei er vorgängig 
ebenfalls auf die interdisziplinäre Fallbesprechung mit Prof. Dr. H.____ vom 15. Januar 2019 
verwies. Er bekräftigte, dass die festgestellten Veränderungen nicht spezifisch für posttraumati-
sche Veränderungen, sondern sehr häufig im Rahmen von degenerativen Veränderungen 
nachweisbar seien. Die vorliegende kongenitale Fusion von HWK 2/3 würde die mechanische 
Belastung auf die angrenzenden Niveaus verstärken, so dass insgesamt beginnende degenera-
tive Veränderungen deutlich wahrscheinlicher seien als posttraumatische Veränderungen. Zu-
dem seien relevante und eindeutige posttraumatische Veränderungen der HWS, wie insbeson-
dere zervikale Weichteilschwellungen oder Einblutungen, im vorliegenden Bildmaterial nicht 
nachweisbar. Im Bereich des Neurokraniums sei in der kranialen Kernspintomographie vom 
21. August 2017 eine isolierte diffuse axonale Scherverletzung auffindbar. Zu einer Kopfverlet-
zung sei es anlässlich des Unfallereignisses vom 7. Oktober 2017 jedoch gemäss unfallnaher 
Dokumentation nicht gekommen. Sowohl die Beschwerdeschilderung des Versicherten als auch 
die fehlende Prellmarke im Kopfbereich liessen auf keine solche Verletzung schliessen. Eine 
Kopfverletzung sei anhand des Unfallmechanismusses auch nicht nachvollziehbar. Demzufolge 
könne hier kein überwiegender Zusammenhang des ebenfalls in der Expertise vom 15. Januar 
2019 (gemeint ist das undatierte Schreiben von Prof. Dr. H.____ [E. 4.14 hiervor]) erstmals be-
schriebenen isolierten punktförmigen Hämosiderinnachweises frontal rechts festgestellt werden. 
Solche Hämosiderinreste könnten überdauernde bilddiagnostische Korrelate von Kopfverlet-
zungen sein. Im vorliegenden Fall seien sie bei fehlenden Kopfverletzungen nicht mit genügend 
hohem Beweisgrad einem der leichten Auffahrunfälle des Versicherten zuzuordnen.  
 
5.1 Im Zusammenhang mit dem Revisionsgesuch erweisen sich die folgenden Berichte als 
von Relevanz: 
 
5.2 Am 15. September 2020 wurden ein MRI des Kopfgelenks und der HWS (nativ, funkti-
onell) sowie eine Röntgenuntersuchung des Kopfgelenks (transoral, funktionell) veranlasst. Die 
hierzu ergangene Beurteilung ergab eindeutige Zeichen einer kraniozervikalen Instabilität, be-
dingt wohl durch eine Überdehnung des rechten Ligamentum alare. Ferner wurden eine mode-
rate Degeneration der atlantookzipitalen Gelenke und des medialen atlantoaxialen Gelenks, 
bedingt am ehesten durch eine Dysplasie der Kondylen C0/C11, Blockwirbel C2-3 sowie ein 
schmal angelegter Spinalkanal zervikal erhoben.  
 

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5.3 In einer E-Mail zuhanden des vormaligen Rechtsvertreters vom 2. Oktober 2020 führte 
Dr. B.____ hierzu aus, eine kraniozervikale Instabilität bedeute, dass der Kopf nicht stabil auf 
der HWS verankert sei, was ursächlich nur durch eine angeborene Fehlbildung wie z.B. eine 
Spondylolyse (welche der Patient nicht habe) zustande komme oder eben typischerweise durch 
ein Unfallereignis. Eine Peitschenhiebbewegung der HWS, wie sie typischerweise bei einem 
Schleudertrauma mit Heckauffahrkollision vorkomme, führe meist zu einer Lockerung der Bän-
der, welche den Dens axis (Fortsatz an der Vorderseite des zweiten Halswirbels [C2], dem Axis 
["Kopfdreher"]) des zweiten Halswirbels stabilisiere. Der Dens stehe normalerweise in der Mitte 
vom Atlasbogen und werde vom Ligamentum alare (den Flügelbändern) gehalten und zentriert. 
Durch ein Schleudertrauma werde das Ligamentum alare meist überdehnt mit der Folge, dass 
der Dens dann nicht mehr in der Mitte stehe und asymmetrisch sei. Dies sei ein Beweis dafür, 
dass hier ein Trauma stattgefunden habe müsse (auf früheren MRI-Aufnahmen sei dies nicht so 
beschrieben worden und sei nun erst im Upright-MRI zu Tage gekommen). Das überdehnte 
Ligamentum alare sei ein Beweis für ein stattgehabtes Schleudertrauma, da dieses die typische 
Folge eines Schleudertraumas darstelle.  
 
5.4 Die Suva veranlasste am 6. November 2020 ein neuroradiologisches Konsil. Im Zent-
rum stand hierbei die Klärung der Frage, ob sich durch die Bildgebung vom 15. September 
2020 neue Erkenntnisse im Hinblick auf die bereits erfolgte neurologisch-neuroradiologische 
Fallkonferenz vom 15. Januar 2019 (vgl. E. 4.13 hiervor) ergeben würden. Ferner stand auch 
die Frage zur Diskussion, ob nunmehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausale Ver-
letzungsfolgen ausgewiesen seien. Hierzu wurde im Wesentlichen festgehalten, dass neu eine 
Denszielaufnahme vom 15. September 2020 vorliege. Es ergebe sich eine leicht akzentuierte 
Beweglichkeit des Dens axis im Vergleich zu C1. Diese sei leicht seitenasymmetrisch, bei aller-
dings auch leicht seitenasymmetrisch lateralem Bending. Insgesamt sei die Beweglichkeit des 
Dens axis noch im physiologischen Bereich. Ausserdem bestehe neu eine funktionelle MRI-
Untersuchung vom 15. September 2020. Auch hier ergebe sich ein Nachweis einer etwas ak-
zentuierten, aber noch physiologischen Beweglichkeit am kraniozervikalen Übergang. In beiden 
Untersuchungen sei die bekannte kontinentale Fusion von C2-C3 erneut nachweisbar. Aus die-
sem Grund sei die normale physiologische Bewegung im Segment C2 bis C3 nicht möglich. 
Diese Bewegung müsse daher im angrenzenden Segment kompensiert werden. Im vorliegen-
den Bildmaterial sei kein eindeutiger Hinweis auf posttraumatische Veränderungen nachweis-
bar. Die Beweglichkeit im kraniozervikalen Übergang sei noch im physiologischen Bereich, 
möglicherweise etwas akzentuiert. Dies sei jedoch durchaus durch die bereits genannte Fusion 
C2 bis C3 erklärbar. Ergänzend wurde darauf hingewiesen, dass es um eine fragliche Läsion 
am kraniozervikalen Übergang und insbesondere des rechten Ligamentum alare gehe. Hierzu 
gebe es eine ausgeprägte Literatur, insbesondere im Bereich von Schleudertraumaverletzun-
gen. Die hier üblicherweise durchgeführten hochauflösenden Untersuchungen im Ligamentum 
alare und transversum seien ausgesprochen schwierig. Sie würden eine anatomische und 
technische Variabilität aufweisen und seien daher kontrovers diskutiert. Im vorliegenden Bild-
material sei möglicherweise eine leichte Überbeweglichkeit am kraniozervikalen Übergang 
nachweisbar. Diese sei jedoch durch die Fusion C2 und C3 zu erklären und es bestehe kein 
wahrscheinlicher Nachweis von posttraumatischen Veränderungen. 
 

 

 
 
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5.5 Am 13. Januar 2021 nahm PD Dr. E.____ zur Sache Stellung. Er kam zum Schluss, 
dass an den bisherigen versicherungsmedizinisch-neurologischen Beurteilungen festgehalten 
werden könne. Sowohl die MRI-Beurteilung vom 15. September 2020 als auch die Stellung-
nahme von Dr. B.____ vom 2. Oktober 2020 würden sich unter Berücksichtigung des neurora-
diologischen Konsils als wissenschaftlich unfundiert erweisen und würden bei Einzelfallbeurtei-
lung dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht standhalten. 
Bereits in der Beurteilung der unfallnahen Bilddiagnostik sei festgestellt worden, dass die leichte 
Verdickung des Ligamentum transversum am Atlas und des Ligamentum apikale sehr häufig im 
Rahmen von degenerativen Veränderungen nachweisbar sei, wie vorliegend bei einer Fusion 
C2 und C3. Dies sei erklärbar durch die mechanische Belastung auf die angrenzenden Ni-
veaus. Es könne daher weiterhin nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit ein unfallkausaler struktureller Schaden festgestellt werden, sondern nur eine anlagebe-
dingte Normvariante, die im Zusammenhang mit den genannten degenerativen Veränderungen 
nach Blockwirbelbildung einzuordnen sei.  
 
5.6 Ein MRI vom 9. Februar 2023 ergab erneut Zeichen einer gering ausgeprägten kranio-
zervikalen Instabilität bzw. vermehrten Mobilität im unteren Kopfgelenk. Im entsprechenden 
Bericht vom 10. Februar 2023 wurde dieser Befund verglichen mit der Voruntersuchung als we-
niger ausgeprägt bzw. rückläufig beurteilt. Ferner wurde darauf hingewiesen, dass eine Unfall-
kausalität erwiesen wäre, falls alle übrigen möglichen klinischen Ursachen ausgeschlossen 
werden könnten.  
 
5.7 In einer E-Mail vom 30. Juni 2023 berichtete Dr. B.____ hierzu, dass mittels des Up-
right-MRI eine entzündlich-rheumatische Erkrankung habe ausgeschlossen werden können. 
Der Versicherte zeige auch klinisch keinerlei Symptome eines Ehlers-Danlos-Syndroms. Es 
bestehe keine Hypermobilität oder Hyperlaxizität. Der gesamte Körper sei relativ steif, was für 
ein Ehlers-Danlos-Syndrom sehr untypisch wäre. Es erübrige sich deshalb eine aufwändige 
genetische Abklärung von zwei Untervarianten dieses Syndroms. Auch eine Borreliose könne 
ausgeschlossen werden. Gleiches gelte für eine rheumatoide Arthritis. Auch würden keine Hin-
weise auf das Vorliegen einer ankylosierenden Spondylitis bestehen. Insgesamt könne somit 
eine entzündlich-rheumatische Ätiologie der HWS-Instabilität ausgeschlossen werden, womit 
diese in direktem Zusammenhang mit den zwei durchgemachten HWS-Distorsionen stehe. 
 
5.8 Anlässlich des vorliegenden Beschwerdeverfahrens reichte die Gesuchsgegnerin einen 
Bericht betreffend ein neuroradiologisches Konsil von Prof. Dr. H.____ vom 5. September 2023 
ein. Dieser erhob einen leicht erhöhten Bewegungsumfang am kraniozervikalen Übergang. Im 
vorliegenden Bildmaterial bestehe weiterhin kein eindeutiger Nachweis von direkten posttrau-
matischen Veränderungen. Es bestünden nach wie vor diskrete Veränderungen am kraniozer-
vikalen Übergang. Wie bereits diskutiert bestehe jedoch eine bekannte kongenitale Fusion von 
C2 bis C3, womit keine Bewegung in diesem Bandscheibensegment erfolge. Dies führe dazu, 
dass die benachbarten Segmente diese eingeschränkte Bewegung kompensieren müssten und 
dementsprechend in der Regel etwas akzentuierte degenerative Veränderungen aufweisen 
("adjacent segment") würden. Somit seien die diskreten Veränderungen am kraniozervikalen 
Übergang durchaus durch diese kongenitale Variante erklärbar. Der einzige Unterschied sei 

 

 
 
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nun neu ein leicht erhöhter Rotationsumfang. Prof. Dr. H.____ hob hierbei auch die kontroverse 
Diskussion in Bezug auf die veranlasste Rotationsmessung im MRT (liegende Position) hervor. 
Einschränken müsse gesagt werden, dass dies ein unübliches Verfahren darstelle. Gerade bei 
einer Fusion von C2 und C3 sei die Interpretation der Befunde noch komplizierter. Üblicher-
weise werde die Funktion der HWS mit Röntgenaufnahmen in stehender Position durchgeführt. 
Das vorliegende MRT-Verfahren sei sicherlich interessant, die Bewegungsumfänge sollten je-
doch mit alters- und geschlechtsentsprechenden Normwerten verglichen werden. Gleichwohl 
möchte er nicht bestreiten, dass ein leicht progredienter Funktionsumfang im Bereich des krani-
ozervikalen Übergangs bestehe. Ein leicht eingeschränkter Bewegungsumfang der HWS sei 
beispielsweise bereits aufgrund eines erhöhten Muskeltonus nach dem Traumaereignis erklär-
bar. Es handle sich hier um einen typischen klinischen Befund. Im Verlauf sei der Bewegungs-
umfang leicht vergrössert, dies könnte beispielsweise durch eine Normalisierung des Muskelto-
nus erklärt werden. Dies erfülle jedoch nicht die Kriterien einer signifikanten posttraumatischen 
strukturellen Läsion. 
 
5.9 Mit Stellungnahme vom 16. Oktober 2023 hielt Prof. Dr. med. I.____, Fachärztin für 
Neurochirurgie, zur Frage nach dem Vorliegen von strukturellen Unfallfolgen fest, dass sich aus 
den neu vorgelegten Berichten keine neuen Erkenntnisse ergeben würden. 
 
6.1 Der Gesuchsteller begründet das Revisionsbegehren im Wesentlichen damit, dass das 
Kantonsgericht im Urteil vom 9. Juli 2020 auf der Basis der damals vorliegenden medizinischen 
Akten seine anhaltenden Beschwerden nicht auf ein bildgebend objektivierbares strukturelles 
Korrelat habe zurückführen können. Mit der MRT-Bildgebung vom 9. Februar 2023 würde nun 
doch noch ein Beweis vorliegen, dass bei ihm strukturelle Unfallfolgen bestünden, nachdem 
sämtliche alternativen Krankheitsursachen ausgeschlossen worden seien. Vor diesem Hinter-
grund erweise sich das besagte Urteil als revisionsbedürftig, mithin als nachträglich unrichtig 
bezogen auf die tatsächlichen Grundlagen des Entscheids. Demgegenüber stellt sich die Ge-
suchsgegnerin auf den Standpunkt, dass die eingereichten Beweismittel keinen Revisionsgrund 
bilden würden. 
 
6.2 In formeller Hinsicht stellt sich vorab die Frage nach der Rechtzeitigkeit des Revisions-
gesuchs. Die relative 90-tägige Revisionsfrist beginnt praxisgemäss zu laufen, sobald bei der 
Partei eine sichere Kenntnis über die neue erhebliche Tatsache oder das entscheidende Be-
weismittel vorhanden ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. März 2018, 9C_2/2018, E. 4; 
KIESER, a.a.O., Art. 61 Rz. 250). Wie aus dem medizinischen Sachverhalt erhellt, wurde die mit 
Bericht vom 10. Februar 2023 geltend gemachte leichte kraniozervikale Instabilität bereits im 
MRI des Kopfgelenks vom 15. September 2020 erhoben. Auch der Gesuchsteller weist in sei-
nem Gesuch auf den Umstand hin, dass diese Befunderhebung bereits zu diesem Zeitpunkt 
erfolgte und insofern nicht neu sei. Entgegen seinen weiteren Darlegungen nahm Dr. B.____ 
am 2. Oktober 2020 zu diesem Befund auch eine entsprechende Kausalitätsbeurteilung vor. 
Der Behandler gelangte im Wesentlichen zum Schluss, dass hiermit ein Beweis vorliege, dass 
ein Trauma stattgefunden habe müsse (auf früheren MRI-Aufnahmen sei dies nicht so be-
schrieben worden und sei nun erst im Upright-MRI zu Tage gekommen, vgl. E. 5.3 hiervor). 
Diese Beurteilung durch Dr. B.____ lieferte im damaligen Zeitpunkt somit grundsätzlich rechts-

 

 
 
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genügliche Kenntnis über den medizinischen Sachverhalt, sodass er Grundlage für die geltend 
gemachten neuen Tatsachen bzw. das diese Tatsachen belegende Beweismittel bilden konnte. 
Zwar reichte der Beschwerdeführer in der Folge durch seinen vormaligen Rechtsvertreter recht-
zeitig am 8. Oktober 2020 ein Revisionsgesuch ein, jedoch bei der hierfür unzuständigen Suva. 
Diese leitete das Gesuch nicht im Sinne von Art. 30 ATSG an das zuständige Kantonsgericht 
weiter. Die sich in diesem Kontext eröffnende Frage, ob bei einem anwaltlich vertretenen Versi-
cherten von einem versehentlichen Einreichen bei der unzuständigen Stelle die Rede sein 
kann, wie es Art. 30 ATSG für die Weiterleitungspflicht fordert, kann vorliegend offen bleiben. 
Zu berücksichtigen gilt, dass die Suva eine Weiterleitungspflicht implizit verneinte, indem sie auf 
das entsprechende Gesuch nicht eintrat und gleichzeitig explizit auf das in der Sache zuständi-
ge Kantonsgericht hinwies. In der Folge blieb der Beschwerdeführer jedoch untätig, womit die 
formlose Mitteilung in Rechtskraft erwuchs (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts vom 5. 
März 2018, 8C_536/2017, E. 3.4). Ausgehend von dieser Sachlage wäre das erst am 3. August 
2023 beim zuständigen Gericht eingereichte Revisionsgesuch zu spät erfolgt. Sollte man dieser 
Auffassung nicht folgen können, so ist ferner äusserst fraglich, ob die 90-tägige Frist nicht be-
reits im Februar 2023 zu laufen begann. Hierfür spricht, dass die Beurteilung vom 10. Februar 
2023 unmittelbar an den Versicherten adressiert war. Die Unfallkausalität des erhobenen Be-
funds wurde darin als erwiesen bezeichnet, sofern alle möglichen Ursachen ausgeschlossen 
werden könnten. Bestärkt wird diese Annahme ferner durch den Umstand, dass der Rechtsver-
treter des Versicherten in seinem Schreiben zuhanden der Suva vom 26. Mai 2023 auf dieser 
Befundgrundlage einen Revisionsgrund geltend machte. Abschliessende Erörterungen zur Fra-
ge, ob dem am 3. August 2023 eingereichten Revisionsgesuch bereits vor diesem Hintergrund 
kein Erfolg beschieden sein könnte, können vorliegend jedoch unterbleiben. Wie die nachfol-
genden Erwägungen zeigen werden, scheitert das Revisionsbegehren ohnehin (auch) an weite-
ren (Eintretens-)Voraussetzungen. 
 
6.3 Der Gesuchsteller stützt sein Revisionsgesuch insbesondere auf die mit MRI vom 
9. Februar 2023 erhobene, gering ausgeprägte kraniozervikale Instabilität der HWS bzw. die 
vermehrte Mobilität im unteren Kopfgelenk. Wie sich aus der vorstehenden Erwägung ergibt, ist 
dieser Befund nicht neu und auch die geltend gemachte Kausalität zu den Unfallereignissen 
bildete bereits Gegenstand einer medizinischen Beurteilung. Ein Vergleich der aktuellen Bildge-
bungen mit denjenigen zum Zeitpunkt des bei der unzuständigen Suva eingereichten Revisi-
onsgesuchs zeigt ferner, dass das gleiche bildgebende Verfahren zur Anwendung gelangte 
(MRI des Kopfgelenks [am 15. September 2020 nativ, funktionell, am 9. Februar 2023 aufrecht, 
funktionell] und der HWS sowie eine transorale, funktionelle Röntgenaufnahme). Es wurde be-
reits im damaligen Zeitpunkt ein Upright-MRI angeordnet. Hierbei wurden der gleiche Befund 
erhoben und daraus die gleichen Schlussfolgerungen in Bezug auf die Kausalitätsfrage gezo-
gen. Der erste MRT-Bericht datiert vom 15. September 2020 und die entsprechende Kausali-
tätsbeurteilung erfolgte am 2. Oktober 2020. Diese Berichte wurden somit grundsätzlich zwar im 
Nachgang an das Urteil des Kantonsgerichts vom 9. Juli 2020 erstellt. Der Gesuchsteller legt in 
diesem Zusammenhang jedoch in keiner Weise dar, weshalb diese Untersuchungsbefunde, wie 
sie auch im vorliegenden Beweismittel festgestellt wurden, nicht schon im früheren Verfahren 
hätten beigebracht werden können. Hierbei fällt ins Gewicht, dass der im damaligen Verfahren 
berücksichtigte Bericht von Dr. B.____ vom 20. April 2020 bereits den Hinweis enthielt, dass für 

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

eine weitere Objektivierung von organischen Unfallfolgen ein Upright-MRI veranlasst werden 
könne. Es ist in Erinnerung zu rufen, dass die Revision ein ausserordentliches Rechtsmittel ist 
und nicht einfach der Weiterführung des Verfahrens dient. Sie dient insbesondere nicht dazu, 
Fehler und Unterlassungen der Prozessparteien nachträglich korrigieren zu können. Es obliegt 
den Prozessparteien, rechtzeitig und prozesskonform zur Klärung des Sachverhalts entspre-
chend ihrer Beweispflicht beizutragen. Dass es ihnen unmöglich war, Tatsachen und Beweis-
mittel bereits im früheren Verfahren beizubringen, ist nur mit Zurückhaltung anzunehmen. Dies 
gilt ganz besonders, wenn im Revisionsverfahren mit angeblich neu entdeckten Beweismitteln 
bereits im Hauptverfahren aufgestellte Behauptungen belegt werden sollen, die vom Gericht 
resp. der Verwaltung als unzutreffend erachtet wurden. Entsprechend hat der Gesuchsteller im 
Revisionsgesuch darzutun, dass er die Beweismittel im früheren Verfahren trotz hinreichender 
Sorgfalt nicht beibringen konnte (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 11. Mai 2020, 
8C_197/2020, E. 3.4 und vom 16. Dezember 2016, 8C_714/2016, E. 4.2.2, je mit Hinweisen; 
ferner vgl. auch BGE 138 II 386 E. 51; SVR 2012 UV Nr. 17 S. 63). Vor diesem Hintergrund 
hätte der Gesuchsteller im vorliegenden Revisionsverfahren aufzuzeigen, weshalb er die Be-
weismittel nicht bereits im Hauptverfahren einbringen konnte. Es sind weder Gründe ersichtlich, 
welche der Einholung des von Dr. B.____ am 20. April 2020 postulierten Upright-MRI bzw. ei-
nem entsprechenden Beweisantrag schon vor dem Urteilsdatum vom 9. Juli 2020 entgegenge-
standen wären, noch werden solche geltend gemacht. Demzufolge spricht vieles dafür, dass es 
sich bei den neu aufgelegten Berichten weder um Beweismittel handelt, deren Beibringung im 
ordentlichen Verfahren nicht möglich gewesen wäre, noch um Erkenntnisse, mit welchen die 
gerichtlichen Feststellungen nicht bereits auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg hätten als un-
zutreffend gerügt werden können. Damit wäre ein Revisionsgrund nicht hinreichend dargetan 
und die Eintretensvoraussetzungen (auch) aus diesem Grund nicht erfüllt. Letztlich kann aber 
auch diese Frage offen bleiben. So oder anders fehlt es darüber hinaus an einem erkennbaren 
Revisionsbedarf. 
 
6.4 Die als Revisionsgrund zugelassenen neuen Beweismittel müssen dem Beweis von 
Tatsachen dienen, die bereits zur Zeit des Beschwerdeverfahrens bestand hatten (vgl. E. 3.1 
hiervor). Damit ein (neues) Beweismittel als Revisionsgrund anerkannt werden kann, muss es 
überdies den Fehler in der früheren Beweisgrundlage eindeutig ("indiscutable") oder mit "über-
legenen Gründen" aufzeigen (Urteile des Bundesgerichts vom 20. März 2017, 9F_9/2016, 
E. 2.4 und vom 6. November 2012, 8F_9/2012, E. 3 sowie E. 3.1 hiervor). Nur auf diesem Weg 
ist zu vermeiden, "dass immer wieder neue Beweismittel produziert werden, um eine Revision 
in Gang zu bringen", wie sich der Gesetzgeber bei den Beratungen zu Art. 53 Abs. 1 ATSG 
äusserte (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Oktober 2015, 8C_683/2015, E. 4 mit Hinweis auf 
den Bericht der nationalrätlichen Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit vom 
26. März 1999 [BBl] 1999 4523, 4614, zitiert in: SVR 2010 UV Nr. 22 S. 90). 
 
Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht erfüllt. Es ist zwar unbestritten, dass die geltend 
gemachte gering ausgeprägte karniozervikale Instabilität im Bereich der HWS erstmals nach 
dem ergangenen Urteil des Kantonsgerichts vom 9. Juli 2020 erhoben wurde (vgl. E. 6.3 hier-
vor). Das MRI vom 9. Februar 2023 wie auch bereits dasjenige vom 15. September 2020 er-
bringen für sich allein zunächst aber nur den Nachweis für das Vorliegen eines entsprechenden 

 

 
 
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organischen Befunds beim Versicherten. Entgegen den Darlegungen des Gesuchstellers in 
seiner Replik vom 8. November 2023, wonach der MRT-Bericht vom 10. Februar 2023 eine 
neue Tatsache bzw. ein neues Beweismittel darstelle, lässt sich daraus nicht ableiten, dass sich 
dieser Befund bereits zum Zeitpunkt des Beschwerdeverfahrens verwirklicht hatte, was unter 
anderem Voraussetzung für die Zulassung eines neuen Beweismittels ist. Dieser Umstand ist 
letztlich aber nicht (allein) entscheidend. Selbst wenn man dem MRT-Befund zusammen mit 
den Ausführungen von Dr. B.____ in der E-Mail vom 30. Juni 2023 bzw. den ins Recht gelegten 
Unterlagen die Qualifikation eines neuen Beweismittels zuerkennen möchte, so kann darin 
gleichwohl kein Revisionsgrund erblickt werden. Ins Gewicht fällt, dass sich die involvierten 
Fachärzte im damaligen Verfahren vor Kantonsgericht ausführlich mit der medizinischen Situa-
tion des Versicherten sowie namentlich der Kausalitätsfrage befassten. Neben der Tatsache, 
dass zeitnah an das Unfallereignis wiederholt keinerlei strukturelle Läsionen oder Auffälligkeiten 
hatten festgestellt werden können, wurden für die im Verlauf erhobenen objektiven Befunde 
(namentlich die verdickten Ligamenta) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit degenerative Ur-
sachen angeführt. Im Zentrum stand hierbei die beim Versicherten vorliegende angeborene 
Blockwirbelbildung HWK 2/3. In seinen beweiskräftigen Beurteilungen erläuterte PD Dr. E.____, 
dass es durch diese vorbestehende kongenitale Fusion zweier Wirbel zu einer mechanischen 
Belastung der angrenzenden Wirbel komme, weshalb er degenerative Veränderungen als 
überwiegend wahrscheinliche Ursache für die verdickten Ligamenta ansah, zumal posttraumati-
sche Veränderungen der HWS wie insbesondere zervikale Weichteilschwellungen oder -
einblutungen nicht hatten ausgemacht werden können. Zu keinen anderen Schlussfolgerungen 
kamen Prof. Dr. H.____ am 6. November 2020 sowie PD Dr. E.____ in seiner Stellungnahme 
vom 13. Januar 2021, welche im Rahmen des bei der Beschwerdegegnerin eingereichten Revi-
sionsgesuchs veranlasst wurden. Vielmehr bekräftigten die Fachärzte ihre bisherigen Ausfüh-
rungen unter Einbezug der bereits mit MRT vom 15. September 2020 erhobenen kraniozervika-
len Instabilität und führten erneut die kongenitale Fusion der Blockwirbel C2 und C3 als über-
wiegend wahrscheinliche Erklärung der leichten Überbeweglichkeit am kraniozervikalen Über-
gang an (vgl. E. 5.4 und 5.5 hiervor). Dr. B.____ gelangte nun in Abweichung zu PD Dr. E.____ 
im Wesentlichen zur Auffassung, dass der Befund auf die erlittenen HWS-Distorsionen zurück-
zuführen sei, nachdem eine entzündlich-rheumatische Ätiologie der HWS-Instabilität habe aus-
geschlossen werden können. Auf die angeborene Blockwirbelbildung (erneut sichtbar auch im 
MRI vom 9. Februar 2023) nahm er mit keinem Wort Bezug. Hierbei gilt es zu berücksichtigen, 
dass Dr. B.____ im Bericht vom 24. August 2018 selbst darauf hingewiesen hatte, dass der 
Blockwirbel C2 bis C3 einen Faktor darstellen könnte, der zu einem chronifizierten Beschwer-
deverlauf beigetragen habe (vgl. E. 4.11 hiervor). Auch zur wiederholt festgestellten Abwesen-
heit von Einblutungen und Weichteilverletzungen sowie deren Bedeutung im Kontext des erho-
benen Befunds äusserte er sich nicht. Insgesamt kann aus seinen Ausführungen nicht ge-
schlossen werden, dass PD Dr. E.____ zwingend zu einem anderen Ergebnis hätte gelangen 
müssen. Im Ergebnis liefern diese bloss eine neue Einschätzung, nicht aber eine Sachverhalts-
ergänzung. Damit fehlt es aber (auch) an der revisionsrechtlichen Erheblichkeit des angerufe-
nen Beweismittels. Es lassen sich aus den beigebrachten Unterlagen keine Schlussfolgerungen 
dergestalt ziehen, die den dem kantonsgerichtlichen Urteil vom 9. Juli 2020 zugrundeliegenden 
Sachverhalt als eindeutig falsch erscheinen lassen könnten. Folglich kann auch auf weitere Ab-
klärungen in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (vgl. zur Zulässigkeit einer antizi-

 

 
 
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pierten Beweiswürdigung: BGE 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 
1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen).   
 
7. Im Übrigen kann dem Gesuchsteller nicht gefolgt werden, sofern er im Zusammenhang 
mit den seitens der Gesuchsgegnerin im vorliegenden Verfahren eingeholten medizinischen 
Unterlagen (vgl. E. 5.8 und 5.9 hiervor) eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör 
nach Art. 29 Abs. 2 BV erblickt. Es ist daran zu erinnern, dass die Kompetenz zum Entscheid 
über das Revisionsgesuch nicht der Gesuchsgegnerin, sondern vielmehr dem Kantonsgericht 
obliegt. Ferner verkennt der Gesuchsteller bei seiner Argumentation, dass er mit dem vorlie-
genden Gesuch unter anderem selbst ein Rechtsbegehren auf Ausrichtung von Leistungen 
stellt und seine Ausführungen sich nicht auf die Darlegung eines Revisionsgrunds beschränken. 
Des Weiteren gilt es zu beachten, dass sich namentlich die Frage nach der Erheblichkeit der 
angerufenen Tatsache bzw. des diese Tatsachen belegenden Beweismittels kaum losgelöst 
von den medizinischen Unterlagen beantworten lässt. Bei dieser Sachlage ist nicht ersichtlich, 
worin im Vorgehen der Gesuchsgegnerin eine Gehörsverletzung bestehen soll. Ungeachtet 
dessen kam den durch die Gesuchsgegnerin ins Recht gelegten Unterlagen − zu denen sich 
der Gesuchsteller im vorliegenden Verfahren sodann unstreitig äussern konnte − bei der Beur-
teilung der massgebenden Voraussetzungen ohnehin keine ausschlaggebende Bedeutung zu 
(vgl. E. 6.4 hiervor).  
 
8. Nach dem Dargelegten erweist sich das Vorliegen eines Revisionsgrunds als nicht 
hinreichend dargetan. Soweit darauf eingetreten werden kann, ist das Revisionsgesuch dem-
nach abzuweisen.  
 
9. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei 
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen 
ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren 
keine Kosten zu erheben. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird keine Parteient-
schädigung ausgerichtet. 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten 
werden kann.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.  
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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