# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 709b2aac-5e33-5df7-b56b-aa1677c05ee2
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-27
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 27.05.2021 725 20 455/144
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-20-455-144_2021-05-27.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 27. Mai 2021 (725 20 455 / 144) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Unfallkausalität der Kniebeschwerden bejaht 

 

 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Beat Hersberger, 

Kantonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Nikolaus Tamm, Advo-
kat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Elips Versicherungen AG, Gewerbeweg 15, 9490 Vaduz, Be-
schwerdegegnerin, vertreten durch Reto Bachmann, Rechtsanwalt, 
LISCHER ZEMP & PARTNER, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A. Die 1963 geborene A.____ war vom 30. August 1993 bis 30. November 2019 im Alters-
zentrum B.____ in X.____ als Mitarbeiterin Hauswirtschaft mit einem 60 %-Pensum angestellt 
und bei der Elips Versicherungen AG (nachfolgend: Elips) für die Folgen von Berufs- und Nicht-
berufsunfällen versichert. Am 24. November 2019 machte sie beim Spazieren einen Fehltritt 
und verspürte sofort Schmerzen im Bereich des linken Knies. Die erstbehandelnden Ärztinnen 
des Kantonsspitals C.____ diagnostizierten einen Verdacht auf eine Kniebinnenläsion links bei 

 

 
 
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Fehltritt (Austrittsbericht vom 24. November 2019). Infolge andauernder Knieschmerzen wurde 
am 29. November 2019 ein MRI und am 12. Dezember 2019 eine diagnostisch-therapeutische 
Kniegelenksarthroskopie mit transossärer Auszugsnaht durchgeführt. Nach Rücksprache mit 
dem beratenden Arzt verneinte die Elips mit Verfügung vom 6. Februar 2020 ihre Leistungs-
pflicht, mit der Begründung, es liege überwiegend wahrscheinlich kein Kausalzusammenhang 
zwischen den Kniebeschwerden und dem Unfall vor. Der Gesundheitszustand werde nur durch 
degenerative Faktoren beeinflusst. Die hiergegen erhobene Einsprache hiess sie in dem Sinne 
teilweise gut, als sie A.____ bis 29. November 2019 (Datum MRI-Abklärung) Heilkosten- und 
Taggeldleistungen zusprach (Einspracheentscheid vom 23. Oktober 2020). 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Nikolaus Tamm, am 25. November 
2020 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). 
Sie beantragte, in Abänderung des angefochtenen Einspracheentscheids sei die Beschwerde-
gegnerin zu verurteilen, die Leistungen über den 29. November 2019 hinaus zu erbringen. 
Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten anzuordnen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung 
führte sie im Wesentlichen aus, dass der angefochtene Entscheid auf unzureichenden medizi-
nischen Unterlagen beruhe. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 6. Januar 2021 schloss die Elips, vertreten durch Rechtsan-
walt Reto Bachmann, auf Abweisung der Beschwerde. 
 
D. Am 26. Januar 2021 reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht von Prof. Dr. D.____, 
FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und Dr. med. 
E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Klinik für 
Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Kantonsspital C.____, vom 18. De-
zember 2020 zu den Akten.  
 
E. In ihrer Stellungnahme vom 4. März 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin, in teil-
weiser Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids sei sie zu verurteilen, über den 
29. November 2019 hinaus die Heilkosten bis zum Abschluss der postoperativen Rehabilitation 
zu übernehmen. Bei der Verlegung der Parteikosten sei das Verhalten der Parteien angemes-
sen zu berücksichtigen.  
 
F. Hierzu nahm die Beschwerdeführerin am 9. März 2021 Stellung, wobei sie festhielt, dass 
die Beschwerdegegnerin in Anbetracht der zugestandenen Sach- und Rechtslage verpflichtet 
sei, sämtliche vorübergehende Leistungen zu übernehmen. Der beschwerdegegnerische An-
trag hinsichtlich der Kostenverlegung sei abzuweisen. 
 
G. Mit Instruktionsverfügung vom 12. März 2021 wurde die Angelegenheit der Dreierkam-
mer zur Beurteilung überwiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 

 

 
 
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1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich dieser in Y.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts 
zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro-
zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsge-
richt als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide 
der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be-
schwerde vom 25. November 2020 ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitig ist der Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin. Massgebend ist der Sach-
verhalt, wie er sich bis zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids vom 23. Oktober 
2020 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der 
richterlichen Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2). 
 
3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs-
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt 
der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbe-
handlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so 
hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeits-
unfähigkeit 80 % des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent-
sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am 
dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig-
keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 
UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des 
Unfalls zu mindestens 10 % invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung 
der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicher-
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invali-
denversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und 
die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 
 
3.2 Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden nur insoweit, als dieser in 
einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht 
(vgl. BGE  129 V 177, E. 3). Dabei spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus 
dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich 
organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate 
mit der natürlichen Kausalität deckt (vgl. BGE 134 V 109, E. 2). 
 

 

 
 
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3.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst 
manifestiert bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach-
gewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr 
die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer 
nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn ent-
weder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 
(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Ver-
lauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Sta-
tus quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je 
mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss 
das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits-
schadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewiesen sein. 
Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles 
genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Be-
weislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusam-
menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer 
(SVR 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 
1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Beweis des Wegfalls des Kausalzusammenhangs muss nicht 
durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, 
vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden 
mehr vorliegt oder die versicherte Person nun bei voller Gesundheit ist. Entscheidend ist allein, 
ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, 
also dahingefallen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, 
E. 2 mit Hinweisen). 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall 
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach-
leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen 
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 
versicherten Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hin-
weisen).  
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-

 

 
 
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geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-
lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten ver-
sicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgut-
achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver-
sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 135 V 470 
E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, 
E. 5.3). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärztinnen und Ärzten darf und soll das Gericht 
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussa-
gen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des 
bzw. der therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes bzw. Ärztin einerseits und von Begutachtungsauf-
trag der amtlich bestellten fachmedizinischen Experten und Expertinnen anderseits 
(vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein 
Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklä-
rungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte bzw. Ärztinnen zu anderslautenden Ein-
schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung 
aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte bzw. Ärztinnen wichtige – und nicht rein subjektiver 
ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, 
I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). 
 
5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom 
Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach 
haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-

 

 
 
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tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ent-
schieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
6.1 Zur Beurteilung der vorliegenden Streitigkeit sind im Wesentlichen folgende ärztliche 
Unterlagen von Bedeutung: 
 
6.2 Im Bericht des Instituts für Radiologie und Nuklearmedizin, Kantonsspital C.____, vom 
29. November 2019 wurde festgehalten, dass das MRT des linken Knies einen radiären Menis-
kusriss nahe der dorsalen tibialen Anheftung des Innenmeniskus, randständige Verquellungen 
und mukoide Veränderungen zeige. Der laterale Meniskus sei intakt. Es bestünde eine retropa-
tellare Arthrose mit Chondropathie bis Grad III an der Trochlea, sonst bis Grad II. Eine post-
traumatische osteochondrale Läsion und ein Bone-Bruise seien nicht ersichtlich. Festzustellen 
sei aber ein schmaler suprapatellarer Gelenkerguss. Die Bänder seien intakt. 
 
6.3 Am 3. Dezember 2019 diagnostizierten Dr. E.____ und der Assistenzarzt 
Dr. med. F.____, Klinik für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Kan-
tonsspital C.____, eine Wurzelläsion am Meniskushinterhorn medial links nach einem Fehltritt 
am 24. November 2019. Die Beschwerdeführerin zeige entsprechende Beschwerden und einen 
signifikanten Leidensdruck. Bei der Wurzelläsion mit manifester Meniskusextrusion sei ein ope-
rativer Eingriff angezeigt. 
 
6.4 Im Operationsbericht vom 17. Dezember 2019 diagnostizierten die Dres. D.____ und 
E.____ eine Wurzelläsion am medialen Meniskushinterhorn links nach einem Fehltritt am 
24. November 2019. Intraoperativ habe sich ein intakter Aussenmeniskus ohne Rissbildung 
gezeigt. Tibial seien die Knorpelverhältnisse grossflächig erstgradig degenerativ verändert. 
Femoral bestünden keine höhergradigen Degenerationen. Im medialen Kompartiment würden 
sich im Vorderhorn und Korpusbereich des Meniskus keine Schäden zeigen. Im Bereich des 
Hinterhorns bestünde ein kompletter Riss wurzelnah radiär mit basisnaher teils frischer Kompo-
nente. Femoral und tibial bestünden grossflächig erst- bis zweitgradige Degenerationen. 
 
6.5 Am 3. Februar 2020 hielt der beratende Arzt Dr. med. Peter G.____, FMH Allgemeine 
Innere Medizin, fest, dass sich am Unfalltag nur ein leichter Erguss gezeigt und die konventio-
nelle Röntgenuntersuchung keine frischen akut-traumatischen Schädigungen bestätigt habe. 
Intraoperativ seien nur degenerative Befunde festgestellt worden. Der operative Eingriff habe 
auf die Behandlung des bereits kernspintomographisch gesicherten degenerativen Vorzustands 
abgezielt. So zeige die Bildgebung keine akut-traumatische Schädigungen. Eine traumatische 
osteochondrale Läsion und ein Knochenkontusionsödem (Bone-Bruise) sowie eine Schädigung 
der Bandstrukturen seien explizit ausgeschlossen worden. Die MRI-Untersuchung belege, dass 
lediglich abnützungsbedingte Befunde vorgelegen hätten. Das Ereignis habe nicht zu einer ge-
waltsamen Blockierung geführt und der Fehltritt sei nicht geeignet, eine Läsion des Menis-
kushinterhorns zu verursachen. Das Unfallereignis könne somit lediglich als Zufalls- oder Gele-
genheitsursache im Sinne einer zufälligen Manifestierung von Beschwerden betrachtet werden. 
Er empfahl, die Behandlungen und Untersuchungen im Rahmen der Abklärungspflicht bis zum 
29. November 2019 (Datum MRI) zu übernehmen. 

 

 
 
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6.6 Am 18. Dezember 2020 nahmen die Dres. D.____ und E.____ zur Beurteilung von 
Dr. G.____ vom 3. Februar 2020 Stellung. Sie hielten fest, dass bei der Versicherten zweifellos 
eine Degeneration der Knorpelbeläge femorotibial und patellofemoral vorliegen würde. Auch der 
mediale Meniskus zeige gewisse degenerative Veränderungen. Bei der Verletzung handle es 
sich nicht um eine typische degenerative Horizontalläsion des Meniskushinterhorns. Sie sei 
auch nicht begrenzt auf die weiss-weisse oder die rot-weisse Zone. Es bestünde vielmehr ein 
wurzelnaher Radiärriss, welcher funktionell einer totalen Meniskektomie gleichkomme. Das Un-
fallereignis sei durchaus geeignet, einen Meniskushinterhornriss zu verursachen. Eine gewalt-
same Blockierung sei nicht Voraussetzung für eine traumatische Meniskushinterhornläsion. In 
der Arthroskopie sei im Bereich der Risszone ein basisnahes Blutkoagel dokumentiert. Daher 
sei der Fehltritt durchaus als Ursache für den Meniskusriss zu sehen. Dieser könne auch ohne 
Bone-Bruise und ohne eine zusätzliche frischwirkende osteochondrale Läsion im MRI auftreten. 
Begünstigt worden sei das Akutereignis wahrscheinlich durch eine gewisse vorbestehende 
Schwächung des Meniskusgewebes, was aufgrund des Alters der Versicherten durchaus mög-
lich sei.  
 
7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 
23. Oktober 2020 bei der Beurteilung der medizinischen Sachlage vollumfänglich auf die Akten-
beurteilung des beratenden Arztes Dr. G.____ vom 3. Februar 2020. Sie ging demzufolge da-
von aus, dass die Befunde mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht unfallkausaler, sondern 
degenerativer Natur seien. Aufgrund der am 29. November 2019 erfolgten bildgebenden Befun-
de sei höchstens von einer vorübergehenden Verschlimmerung auszugehen, weshalb die Ver-
sicherungsleistungen per 29. November 2019 zu terminieren seien. Wie oben (vgl. E. 4.3 hier-
vor) ausgeführt, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver-
sicherungsfall – wie hier – ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs-
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Solche 
Zweifel an der Schlüssigkeit der Beurteilung des beratenden Arztes Dr. G.____ vom 3. Februar 
2020 ergeben sich bereits aus dem Sprechstundenbericht vom 3. Dezember 2019 (vgl. E. 6.3 
hiervor) und dem Operationsbericht vom 17. Dezember 2019 (vgl. E. 6.4 hiervor), in welchen 
von Seite der behandelnden Ärzte der Fehltritt am 24. November 2019 durchwegs als ursäch-
lich für die Schädigung am Meniskushinterhorn erachtet wurde. Demgegenüber stellte sich 
Dr. G.____ auf den Standpunkt, dass sich bildgebend und intraoperativ lediglich degenerative 
Befunde gezeigt hätten und der Fehltritt nicht geeignet gewesen sei, eine Läsion des Menis-
kushinterhorns zu verursachen. Damit steht seine Beurteilung im Widerspruch zu derjenigen 
der behandelnden Ärzte. Bei dieser sich widersprechenden medizinischen Aktenlage gelingt es 
der Beschwerdegegnerin nicht, zweifelsfrei nachzuweisen, dass die Kniebeschwerden überwie-
gend wahrscheinlich degenerativ bedingt sind. Vielmehr wecken die Feststellungen der behan-
delnden resp. operierenden Fachärzte vom 3. und 17. Dezember 2019 mehr als nur geringe 
Zweifel an der versicherungsinternen Aktenbeurteilung des Allgemeinmediziners Dr. G.____ 
vom 3. Februar 2020. Bei dieser Sachlage hätte die Beschwerdegegnerin im Rahmen der ihr 
obliegenden Untersuchungspflicht (Art. 43 ATSG) zur Klärung der medizinischen Sachlage er-
gänzende Abklärungen durchzuführen müssen, was sie aber unterliess. Der angefochtene Ein-

 

 
 
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spracheentscheid vom 23. Oktober 2020 beruht demnach auf unzureichenden medizinischen 
Abklärungen und ist aus diesem Grund aufzuheben. 
 
7.2 In ihrer Stellungnahme vom 4. März 2021 anerkannte die Beschwerdegegnerin gestützt 
auf die in diesem Verfahren eingereichte Stellungnahme der Dres. D.____ und E.____ vom 
18. Dezember 2020 die Unfallkausalität der Kniebeschwerden und bejahte über den 
29. November 2019 hinaus ihre Leistungspflicht für die Kosten der Heilbehandlung. Dem ist 
beizupflichten, zumal ein intraoperativ visuell sichtbarer, zweifelsfreier und schriftlich beurkun-
deter Operationsbefund als hochwertiger Beleg für eine ereignisbedingte Schädigung zu werten 
ist und überdies bereits eine Teilkausalität des Ereignisses vom 24. November 2019 die Leis-
tungspflicht der Beschwerdegegnerin begründet. Der neuste Bericht der behandelnden Ärzte 
steht mit ihren bei den Akten liegenden Berichten vom 29. November 2019, 3. und 17. Dezem-
ber 2019 im Einklang und ist unbestritten eine zuverlässige Entscheidgrundlage. In Anbetracht 
dieser Sach- und Rechtslage ist die Beschwerdegegnerin verpflichtet, über den 29. November 
2019 hinaus nicht nur die Heilbehandlung zu übernehmen, sondern sämtliche vorübergehenden 
Leistungen auszurichten. Sie wird daher auch über den Taggeldanspruch der Beschwerdefüh-
rerin neu zu befinden haben. 
 
8. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass bei der Würdigung des medizinischen 
Sachverhalts nicht auf die Beurteilung von Dr. G.____ vom 3. Februar 2020 abgestellt werden 
kann. Vielmehr ist aufgrund der Beurteilungen der behandelnden Ärzte vom 3. und 17. Dezem-
ber 2019 sowie vom 18. Dezember 2020 davon auszugehen, dass die Kniebeschwerden der 
Versicherten überwiegend wahrscheinlich auf das Unfallereignis vom 24. November 2019 zu-
rückzuführen sind, was die Beschwerdegegnerin zu Recht anerkannte. Demnach ist in Gutheis-
sung der Beschwerde vom 25. November 2020 der angefochtene Einspracheentscheid vom 
23. Oktober 2020 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerde-
führerin die gesetzlichen Leistungen über den 29. November 2019 hinaus auszurichten. 
 
9.1 Art. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 2020, hier massgebenden Fassung hält fest, 
dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind 
deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 
 
9.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rück-
sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 
Prozesses bemessen. Nachdem die Beschwerde gutzuheissen ist, steht der Beschwerdeführe-
rin eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zu. In ihrer Stellungnahme 
vom 4. März 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin, das Kantonsgericht habe bei der Verle-
gung der Parteientschädigung zu berücksichtigen, dass das vorliegende Verfahren hätte ver-
hindert werden können, hätte die Beschwerdeführerin die Stellungnahme der Dres. D.____ und 
E.____ zur versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 3. Februar 2020 bereits im Ein-
spracheverfahren beigebracht. Dem ist entgegenzuhalten, dass sich Dr. G.____ in seinem Be-
richt vom 3. Februar 2020 mit den abweichenden Beurteilungen der behandelnden Ärzte vom 
3. und 17. Dezember 2019 nur oberflächlich auseinandersetzte und die Widersprüche betref-

 

 
 
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fend die Unfallkausalität der Beschwerden nicht aufzulösen vermochte. Dies hätte die Be-
schwerdegegnerin aufgrund der ihr obliegenden Untersuchungspflicht verpflichtet, ergänzende 
Abklärungen durchzuführen. Indem sie davon absah, verletzte sie den Untersuchungsgrund-
satz. Vor diesem Hintergrund vermag die Beschwerdegegnerin aufgrund der Tatsache, dass die 
Beschwerdeführerin die behandelnden Ärzte erst am 25. November 2020 um eine Stellung-
nahme zur bereits am 3. Februar 2020 erstellten versicherungsmedizinischen Beurteilung er-
suchte, nichts zu ihren Gunsten ableiten. Ihrem Antrag, das Verhalten der Parteien sei im Rah-
men der Parteikostenverlegung angemessen zu berücksichtigen, kann daher nicht entsprochen 
werden. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 26. März 
2021 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von insgesamt 12 Stunden und 55 Minu-
ten geltend gemacht, was in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen 
gerade noch angemessen ist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen 
praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 
Fr. 250.-- zu entschädigen (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte 
[Tarifordnung] vom 17. November 2003). Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Hono-
rarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 45.--. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Par-
teientschädigung in der Höhe von Fr. 3'526.30 (12,91 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen 
von Fr. 45.-- + 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 
23. Oktober 2020 aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflich-
tet, der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen über den 
29. November 2019 hinaus auszurichten. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 3'526.30 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 

 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht