# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cdb14563-c17b-56af-846e-c45c9f4373f8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.03.2014 200 2013 569
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-569_2014-03-17.pdf

## Full Text

200 13 569 IV
MAW/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. März 2014

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. Mai 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, IV/13/569, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1957 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
arbeitet seit August 1995 für das ... (Dossier der IV-Stelle Bern [IVB], 
Antwortbeilage [AB] 11). Sie meldete sich im Oktober 2011 zum Bezug von 
Leistungen der Invalidenversicherung an (AB 2). Nach Einholung 
verschiedener Unterlagen, u.a. einem Fragebogen Arbeitgeber (AB 11), 
veranlasste die IVB eine interdisziplinäre Begutachtung durch die MEDAS 
(MEDAS-Gutachten vom 14. Februar 2013 [AB 31.1]) und der 
Abklärungsdienst der IVB erstellte den Abklärungsbericht Haushalt vom 
12. April 2013 (AB 33). Mit Verfügung vom 28. Mai 2013 lehnte die IVB – 
wie mit Vorbescheid vom 17. April 2013 in Aussicht gestellt (AB 34) – einen 
Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 32 % ab (AB 35).

B.

Am 26. Juni 2013 erhebt die Versicherte, vertreten durch ihre Tochter 
B.________, Beschwerde und beantragt die Ausrichtung einer Rente. Zur 
Begründung lässt sie ausführen, das Invalideneinkommen sei zu hoch und 
das Valideneinkommen zu tief angesetzt worden. Zudem sollte nicht die 
gemischte Methode angewendet, sondern ein reiner Einkommensvergleich 
durchgeführt werden.

Mit Beschwerdeantwort vom 16. September 2013 beantragt die IVB die 
Abweisung der Beschwerde. Dazu legt sie eine Stellungnahme des 
Abklärungsdienstes vom 11. September 2013 bei. 

Auf Anfrage des Instruktionsrichters reicht der Arbeitgeber am 30. Oktober 
2013 Angaben hinsichtlich der normalen Arbeitszeit, des Pensums der 
Versicherten und des Jahreseinkommens ein.

In den Stellungnahmen vom 17. und 20. November 2013 halten die 
Parteien an ihren Anträgen fest.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, IV/13/569, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der 
Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden 
gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen 
Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch den 
angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). 
Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 28. Mai 2013 (AB 35). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, IV/13/569, Seite 4

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im 
Unterschied zur Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im 
bisherigen Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und 
Eingliederung verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die 
betroffene Person auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage 
kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen 
Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 
346).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a) und die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen 
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 
gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid 
(Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der 
Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 
70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % 
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht 
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, IV/13/569, Seite 5

geworden wäre (Art. 16 ATSG). Nach Art. 28a Abs. 3 IVG (bis 
31. Dezember 2007 aArt. 28 Abs. 2ter IVG) wird bei Versicherten, die nur 
zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten 
oder der Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 
ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so 
wird die Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen 
Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 28a Abs. 2 IVG; bis 31. Dezember 2007 
aArt. 28 Abs. 2bis IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
beziehungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten 
oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich 
festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen 
(sog. gemischte Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 
Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 
231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, IV/13/569, Seite 6

3.

3.1 Die IVB stellte hinsichtlich der gesundheitlichen Situation und der 
verbleibenden Arbeitsfähigkeit auf das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten 
vom 14. Februar 2013 (AB 31.1) ab: Die Gutachter diagnostizierten mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine entzündliche Darmerkrankung 
(Ileocolitis Crohn) mit akzeptabler Regression unter medikamentöser 
Behandlung. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
erwähnten die Experten einen Morbus Bechterew (seit 1981) ohne 
wesentliche Entzündungsaktivität und Bewegungseinschränkung, eine 
transitorisch-ischämische Attacke 2008 mit fraglichem mikrovaskulärem 
Infarkt im Bereich des Okulomotoriuskerns und Fasciculus longitudinalis 
medialis links sowie eine Sacroileitis beidseits ohne gesteigerte 
Entzündungsaktivität (AB 31.1 S. 15). Die abdominale Symptomatik 
aufgrund der bestehenden entzündlichen Darmerkrankung des Dünndarms 
und des Dickdarmes mit rezidivierenden Durchfallattacken sowie 
periodischen Inkontinenzen und Problemen mit der Nahrungsaufnahme 
seien eindeutig führend in der Beurteilung des Gesundheitszustandes. Die 
im 2008 erlittene transitorisch-ischämische Attacke sei laut neurologischer 
Beurteilung vollständig abgeheilt. Auch neuropsychologisch seien in der 
ausgiebigen Testung bis auf eine leichte Müdigkeit keine 
grobpathologischen Befunde erkannt worden. Die erwähnten depressiven 
Symptome dürften das Ausmass einer leichten depressiven Episode nicht 
übersteigen. Aus orthopädischer Sicht sei die Beweglichkeit nicht dauerhaft 
eingeschränkt (AB 31.1 S. 15 f.). Die Beschwerdeführerin sei in der Lage, 
körperlich leichte Arbeiten, möglichst wechselbelastend und ohne 
Zwangshaltung für die Wirbelsäule und das Becken auszuüben. Zu meiden 
seien Arbeiten in Zwangshaltung wie vornüber gebeugt stehen. 
Langfristiges Stehen und Sitzen sollte auf maximal 60 Minuten limitiert 
bleiben. Zu meiden seien insbesondere Arbeiten mit repetitiven 
Rotationsbewegungsanforderungen an den Rumpf sowie Tätigkeiten in 
dauernd kniender, hockender oder kauernder Stellung. Das repetitive 
Anheben, Tragen und Bewegen von Lasten sei mit maximal 10 kg limitiert 
(AB 31.1 S. 16). Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, IV/13/569, Seite 7

60 %, d.h. in einem zeitlichen Rahmen von 5 Stunden pro Tag, 
idealerweise 3 Stunden morgens und nach der Mittagspause zwei Stunden, 
zumutbar. Diese Arbeitsfähigkeit gelte auch für eine optimal angepasste 
Verweistätigkeit (AB 31.1 S. 17 f.). Seit Mitte 2009 sei keine Änderung der 
Arbeitsfähigkeit eingetreten (AB 31.1 S. 19).

3.2 Das MEDAS-Gutachten beruht auf allseitigen Untersuchungen und 
Beurteilungen in den Fachgebieten der Neurologie, Innere Medizin-
Gastroenterologie, Innere Medizin, Neuropsychologie und Orthopädie 
(AB 31.1 S. 10 ff.; vgl. auch AB 31.2-31.5). Das Gutachten ist in Kenntnis 
der Vorakten abgegeben worden (AB 31.1 S. 3 ff.). Die entsprechenden 
Arztberichte werden in den Teilgutachten gewürdigt (AB 31.1 S. 16). Das 
interdisziplinäre Gutachten ist für die streitigen Belange umfassend; die 
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge in der 
zusammenfassenden Beurteilung leuchtet ein (AB 31.1 S. 15 f.) und die 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (AB 31.1 S. 18 f.) ist überzeugend und 
schlüssig. Das Gutachten erfüllt damit die Voraussetzungen der 
Rechtsprechung (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352) und erbringt vollen Beweis (BGE 125 V 351 
E. 3b/bb S. 353), weshalb darauf abgestellt werden kann. Es ist deshalb 
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin die bisherige Arbeit als 
… bzw. Assistentin im … oder eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 
fünf Stunden pro Tag zumutbar ist und dass diese Arbeitsunfähigkeit von 
40 % seit Sommer 2009 besteht (AB 31.1 S. 17, 18 f. Ziff. 4 und 6).

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu 
erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der 
Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind 
(BGE 129 V 222).

Die von den Gutachtern attestierte Arbeitsunfähigkeit besteht seit Sommer 
2009, damit ist das einjährige Wartejahr bereits im Sommer 2010 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, IV/13/569, Seite 8

abgelaufen. Da die Anmeldung jedoch im Oktober 2011 erfolgt ist (AB 2; 
die geltend gemachte bereits ein Jahr früher erfolgte Anmeldung ist nicht 
nachgewiesen [AB 2 S. 7]), ist der frühestmögliche Rentenbeginn im April 
2012 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG). Auf diesen Zeitpunkt hin ist die Berechnung 
des Invaliditätsgrades vorzunehmen.

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 
angepassten Verdienst angeknüpft (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325, 129 V 
222 E. 4.3.1 S. 224).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Entscheidend ist, was die Beschwerdeführerin bei 
vollständiger Nutzung der verbleibenden Arbeitskraft tatsächlich verdienen 
könnte.

4.2.3 Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 
E. 5.2 S. 301; SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

4.2.4 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte 
Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren 
Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit 
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand 
ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 
322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in 
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, IV/13/569, Seite 9

sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 
Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss 
sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.3 Vorab bestritten ist die Höhe des Valideneinkommens: 
Diesbezüglich liegen verschiedene sich – zumindest teilweise – 
widersprechende Angaben vor. Im Fragebogen Arbeitgeber vom November 
2011 wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe bis Juli 2009 
Fr. 5‘245.-- und ab August 2009 Fr. 4‘778.-- pro Monat, im Jahr Fr. 62‘114.-
- (Fr. 4‘778.-- x 13) erzielt (AB 11 S. 3 Ziff. 2.12) und sie würde im Jahr 
2011 bei guter Gesundheit Fr. 71‘000.-- (AB 11 S. 3 Ziff. 2.11) verdienen. 
Im Abklärungsbericht Haushalt vom 12. April 2013 wurde das 
Valideneinkommen auf Fr. 70‘409.-- berechnet (effektiv erzieltes 
Einkommen bis Ende Juli 2009 von Fr. 5‘245.-- x 13 = Fr. 68‘185.-- und 
aufindexiert auf das Jahr 2012), da die telefonische Anfrage beim 
Arbeitgeber ergeben habe, dass die Angabe in Ziff. 2.11 (Fr. 71‘000.--) 
nicht den Tatsachen entspreche (AB 33 S. 5 Ziff. 3.8). Abweichend davon 
hielt der Arbeitgeber im Schreiben vom 12. Juni 2013 fest, der Lohn habe 
vor den gesundheitlichen Beeinträchtigungen Fr. 5‘416.-- pro Monat bzw. 
Fr. 70‘409.-- pro Jahr betragen. Deshalb würde der heutige Lohn pro Monat 
Fr. 5‘916.-- bzw. pro Jahr Fr. 76‘908.-- betragen; die Lohnerhöhung sei mit 
der Übernahme von zusätzlicher Verantwortung begründet (AB 36 S. 22).

Die Angaben des Arbeitgebers, die Beschwerdeführerin habe bereits vor 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung einen Jahreslohn von Fr. 70‘409.-- 
erzielt, treffen offensichtlich nicht zu, handelt es sich doch um den von der 
IVB errechneten indexierten Verdienst. Der Arbeitgeber brachte im 
Schreiben vom 12. Juni 2013 vor, die Beschwerdeführerin habe vor 5 
Jahren eine … Ausbildung absolviert (AB 36 S. 22). Im Fragebogen 
Arbeitgeber wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin bis Oktober 
2010 als … gearbeitet habe (AB 11 S. 2 Ziff. 2.7, AB 33 S. 3 Ziff. 3.2) und 
danach als Assistentin im … (AB 11 S. 2 Ziff. 2.8). Die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, IV/13/569, Seite 10

Beschwerdegegnerin hat denn auch festgehalten, dass bereits im Jahr 
2008 eine Erhöhung des Lohnes (von Fr. 53‘695.-- auf Fr. 60‘730.--) erfolgt 
sei (Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 11. September 2013 S. 4 
[in den Gerichtsakten]; vgl. auch AB 9 S. 3). Es ist deshalb davon 
auszugehen, dass bereits vor Eintritt des Gesundheitsschadens die 
zusätzliche Ausbildung lohnmässig berücksichtigt worden war. Entgegen 
der Meinung der Beschwerdeführerin kann deshalb auch ein allfälliges 
Mehreinkommen wegen voraussichtlicher Übernahme zusätzlicher 
Verantwortung und somit die Angabe des Arbeitgebers im Schreiben vom 
12. Juni 2013, die Beschwerdeführerin würde als Gesunde nunmehr 
Fr. 5‘916.-- verdienen, nicht berücksichtigt werden. Vielmehr ist auf das als 
Gesunde erzielte Einkommen, indexiert auf das Jahr 2012, abzustellen. Als 
Valideneinkommen sind somit die von der Beschwerdegegnerin ermittelten 
Fr. 70‘409.-- einzusetzen (vgl. AB 33 S. 5 Ziff. 3.8).

4.4

4.4.1 Gemäss den Angaben des Arbeitgebers vom 30. Oktober 2013 
(Gerichtsakten) beträgt die Arbeitszeit auf das ganze Jahr verteilt 42 
Stunden pro Woche bei 4 Wochen Ferien. Da das ... jedoch mit 37 ...-, 2 
…- und 13 Ferienwochen betrieben werde, bedeute dies, dass während 
den ...- und ...wochen ein Vollpensum von 51 Stunden pro Woche geleistet 
werden müsse. Das effektiv von der Beschwerdeführerin geleistete 
Pensum von 25 Stunden pro Woche (5 Stunden pro Tag) entspreche 
deshalb einer 50% Stelle. Der Jahresverdienst betrage dabei Fr. 37‘895.--.

Damit ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin nunmehr 5 Stunden pro Tag 
arbeitet und damit die im Gutachten attestierte täglich zumutbare 
Arbeitszeit vollumfänglich leistet (AB 31.1 S. 18 Ziff. 4). Auch wenn dies 
lediglich während der ...- und ...wochen erfolgt, ist ihr – entgegen der 
Meinung der Beschwerdegegnerin – ein höheres Pensum an der heutigen 
Stelle (d.h. ein höheres Pensum während der ...- und ...wochen) nicht 
zumutbar. Es ist deshalb als Invalideneinkommen das im Jahr 2012 erzielte 
Einkommen von Fr. 37‘895.-- zu berücksichtigen (Beschwerdebeilage [BB] 
5).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, IV/13/569, Seite 11

4.4.2 Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin die zumutbare 
Restarbeitsfähigkeit in einer anderen angepassten Tätigkeit besser 
verwerten könnte.

Zur Berechnung des fiktiven Einkommens ist auf die LSE 2010, Tabelle 
TA1, Dienstleistungen, Anforderungsniveau 3, Frauen, von Fr. 5‘143.-- 
abzustellen. Indexiert auf das Jahr 2012 (Tabelle T39 Entwicklung der 
Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2012; 
Index Frauen von 2010 [2579] und 2012 [2630]) ergibt dies Fr. 5‘244.70. 
Angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit (Die 
Volkswirtschaft, Heft 12, 2013, Tabelle B9.2, Sektor 3, 41,7 Stunden pro 
Woche) und aufgerechnet auf ein Jahr resultieren Fr. 65‘611.-- 
(Fr. 5‘244.70 ./. 40 x 41,7 x 12). Bei einem Pensum von 60 % ergibt dies 
Fr. 39‘366.70. Davon ist ein Abzug vom Tabellenlohn von 5 bis 10 % zu 
berücksichtigen, was einen maximalen Lohn von Fr. 37‘398.40 ergibt. Der 
ermittelte Lohn übersteigt somit den tatsächlich erzielten Verdienst von 
Fr. 37‘895.-- nicht.

4.5 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 70‘409.-- und einem 
Invalideneinkommen von Fr. 37‘895.-- ergibt sich eine Einbusse von 
Fr. 32‘514.-- und damit ein Invaliditätsgrad von gerundet 46 % (Fr. 32‘514.-- 
./. Fr. 70‘409.-- x 100), was bei einem reinen Einkommensvergleich einen 
Anspruch auf eine Viertelsrente ergibt.

4.6 An diesem Ergebnis ändert auch nichts, wenn von einem – 
bestrittenen – Status als Gesunde von 90 % Erwerbstätigkeit und 10 % 
Haushalt ausgegangen wird:

Im Erwerbsbereich ist auf die obgenannten Validen- und 
Invalideneinkommen abzustellen, da diese auf den von der 
Beschwerdeführerin effektiv erzielten Einkommen basieren. Die 
Einschränkung von 46,1 % ist jedoch zu gewichten, was einen 
Invaliditätsgrad von 41,4 % (46,1 x 0,9) ergibt.

Im Haushaltsbereich ist auf den Abklärungsbericht Haushalt vom 12. April 
2013 (AB 33) abzustellen, worin die Beschwerdegegnerin von einer 
Einschränkung im Haushalt von 13,5 % ausgeht (AB 33 S. 8). Die von der 
Invalidenversicherung eingeholten Abklärungsberichte im Haushalt stellen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, IV/13/569, Seite 12

eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage für die 
Invaliditätsbemessung dar. Das Gericht greift in das Ermessen der die 
Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare 
Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, 
dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten 
Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 130 V 
61 E. 6.2 S. 63; SVR 2012 IV Nr. 54 S. 196 E. 3.2). Es liegen hier keine 
Anhaltspunkte für eine Fehleinschätzung vor. Von der Beschwerdeführerin 
wird denn auch nichts gegen das Ergebnis der Haushaltsabklärung 
vorgebracht.

Bei einem Status von 10 % und einer Einschränkung im Haushalt von 
13,5 % resultiert ein gewichteter Invaliditätsgrad von 1,35 % (AB 33 S. 8 
Ziff. 7).

Somit ergibt sich im Fall der Anwendung der gemischten Methode ein 
Invaliditätsgrad von insgesamt 42,7 % (41,4 + 1,3), gerundet von 43 %. Es 
kann somit die Frage des Status bzw. der Bemessungsmethode offen 
bleiben. Denn so oder anders hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf 
eine Viertelsrente ab dem 1. April 2012 (vgl. E. 4.1 hiervor).

4.7 Die Beschwerde ist dahingehend gutzuheissen, als die 
angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 28. Mai 2013 aufzuheben 
und der Beschwerdeführerin eine Viertelsrente ab 1. April 2012 
zuzusprechen ist.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, IV/13/569, Seite 13

(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der 
Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten. 

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht 
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der 
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 
lit. g ATSG). 

Es ist bei der obsiegenden Beschwerdeführerin, die von ihrer Tochter 
vertreten wird, eine unentgeltliche Vertretung anzunehmen. Eine 
Parteientschädigung wird deshalb nicht zugesprochen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 28. Mai 2013 aufgehoben und der 
Beschwerdeführerin eine Viertelsrente ab 1. April 2012 zugesprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
-  B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. März 2014, IV/13/569, Seite 14

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.