# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cf494129-e70e-5b8f-a449-964a0046c384
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-01-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.01.2021 C-6/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6-2021_2021-01-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-6/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  J a n u a r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Viktoria Helfenstein, 

Gerichtsschreiberin Rahel Schöb. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Italien),   

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch, Neuanmeldung;  

(Verfügung der IVSTA vom 23. Juni 2020). 

 

 

 

C-6/2021 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, 

dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vo-

rinstanz) mit Verfügung vom 23. Juni 2020 das Gesuch von A._______ 

(nachfolgend: Versicherte) um Neuanmeldung zum Bezug einer Invaliden-

rente abgewiesen hat mit der Begründung, eine neue Anmeldung nach ei-

ner Verweigerung wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades werde nur 

dann geprüft, wenn glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invali-

dität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat, was hier 

nicht der Fall sei (Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer act.] 2), 

dass die Versicherte der IVSTA mit Schreiben vom 28. August 2020 medi-

zinische Unterlagen einreichte (vgl. BVGer act. 1, Beilage),  

dass die IVSTA der Versicherten mit Schreiben vom 16. September 2020 

mitteilte, sie werde um schriftliche Nachricht bis zum 16. Oktober 2020 ge-

beten, falls sie eine erneute Anmeldung wünsche (BVGer act. 1, Beilage),   

dass die Versicherte mit Eingabe vom 28. Dezember 2020 an das Bundes-

verwaltungsgericht gelangte und im Wesentlichen erklärte, sie sei leider 

nicht in der Lage alles so zu erledigen, wie es die IV-Stelle verlange; sie 

nehme starke Medikamente und brauche Zeit, das Nötigste zu tun; die IV-

Stelle habe alle ihre Unterlagen, welche Dr. B._______ in seinem Bericht 

erwähnt habe; sie sende hiermit mehr ʺBeweismaterialʺ; ihr sei nicht mit-

geteilt worden, wie sie vorzugehen habe; sie habe der IV-Stelle geschrie-

ben, dass sie in der Schweiz einen Schadenanwalt engagieren möchte, 

aber auf deren Spesen; sie möchte nur ihre Rechte und in Ruhe gelassen 

werden und bitte um Verständnis (BVGer act. 1), 

dass die Versicherte mit Eingabe vom 28. Dezember 2020 dem Bundes-

verwaltungsgericht zudem medizinische Unterlagen einreichte (BVGer 

act. 1, Beilagen), 

dass gemäss Art. 31 VGG das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG beurteilt, sofern keine Ausnahme 

nach Art. 32 VGG vorliegt, 

dass als Vorinstanzen die in Art. 33 VGG genannten Behörden gelten, 

dass Verfügungen der Vorinstanz im Bereich von IV-Rentenansprüchen vor 

Bundesverwaltungsgericht anfechtbar sind (Art. 69 Abs. 1 Bst. b IVG [SR 

831.20]), 

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Seite 3 

dass das Bundesverwaltungsgericht ohne Ansetzung einer Nachfrist ge-

mäss Art. 52 Abs. 2 VwVG auf eine Beschwerde nicht eintritt, wenn die 

Versicherte es unterlässt, ihren Anfechtungswillen unmissverständlich zu 

äussern (RENÉ RHINOW/HEINRICH KOLLER/CHRISTINA KISS/DANIELA TURN-

HERR/DENISE BRÜHL-MOSER, Öffentliches Prozessrecht, Grundlagen der 

Bundesrechtspflege, 3. Aufl., Basel 2014, S. 458 Rz. 1619), 

dass sich aus dem an das Bundesverwaltungsgericht gerichteten Schrei-

ben der Versicherten vom 28. Dezember 2020 kein Anfechtungswille ergibt 

und daraus nicht hervorgeht, dass sie die Verfügung vom 6. Juni 2020 vor 

Bundesverwaltungsgericht anzufechten beabsichtige, 

dass es sich beim Schreiben vom 28. Dezember 2020 nicht um eine Be-

schwerde gegen die Verfügung vom 26. Juni 2020 handelt, sondern viel-

mehr um eine Antwort auf das Schreiben der IVSTA vom 16. September 

2020,  

dass somit mangels Beschwerdequalität der Eingabe vom 28. Dezember 

2020 und mithin mangels Beschwerdewille auf diese Eingabe im einzel-

richterlichen Verfahren nicht einzutreten ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. b VGG), 

dass überdies eine Beschwerde innerhalb von 30 Tagen seit der Eröffnung 

einzureichen wäre (Art. 50 VwVG), 

dass schriftliche Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist der Behörde 

einzureichen oder zu deren Handen der Schweizerischen Post oder einer 

schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung zu über-

geben sind (Art. 21 Abs. 1 VwVG), 

dass vorliegend feststeht, dass die Verfügung vom 23. Juni 2020 als ein-

geschriebener Brief der Schweizerischen Post übergeben wurde (BVGer 

act. 2),  

dass nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge davon auszugehen ist, dass 

die Verfügung vom 23. Juni 2020 am gleichen oder nächsten Werktag (Mitt-

woch, 24. Juni 2020) der Post übergeben wurde,  

dass die Verfügung der Versicherten unbestrittenermassen zugestellt 

wurde (vgl. BVGer act. 1),  

dass die Eingabe vom 28. Dezember 2020 somit offensichtlich nicht inner-

halb der vom Gesetz vorgeschriebenen 30-tägigen Frist eingereicht wurde, 

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Seite 4 

weshalb die Verfügung der IVSTA vom 23. Juni 2020 in formelle Rechts-

kraft erwachsen ist,  

dass kein Grund für eine Wiederherstellung der Frist nach Art. 24 Abs. 1 

VwVG vorliegen würde, 

dass dies insbesondere in Anbetracht dessen gilt, dass die Versicherte der 

Vorinstanz am 28. August 2020 medizinische Unterlagen eingereicht hat 

(vgl. BVGer act. 1, Beilage),  

dass damit auch für den Fall, dass es sich bei der Eingabe vom 28. De-

zember 2020 um eine Beschwerde gegen die Verfügung der IVSTA vom 

22. Juni 2020 handeln sollte, diese offensichtlich verspätet und auf diese 

ebenfalls im einzelrichterlichen Verfahren nicht einzutreten wäre (Art. 23 

Abs. 1 Bst. b VGG), 

dass die Sache zuständigkeitshalber an die Vorinstanz zur Behandlung der 

Eingabe vom 28. Dezember 2020 und den entsprechenden medizinischen 

Unterlagen zu überweisen ist (Art. 8 VwVG; Art. 27 ATSG [SR 830.1]), 

dass bei einer Erledigung in frühem Verfahrensstadium mangels erhebli-

chen Aufwandes des Bundesverwaltungsgerichts von einer Erhebung von 

Verfahrenskosten abgesehen werden kann (Art. 6 Bst. a des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), 

dass keine Parteientschädigung auszurichten ist (Art. 7 Abs. 3 VGKE).  

(Für das Urteilsdispositiv wird auf die nachfolgende Seite verwiesen). 

  

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Seite 5 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Auf die Eingabe vom 28. Dezember 2020 wird nicht eingetreten.  

2.  

Die Sache wird zur Behandlung der Eingabe vom 28. Dezember 2020 samt 

Beilagen zuständigkeitshalber an die Vorinstanz überwiesen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben; Beilage: Eingabe vom 

28.12.2020 samt Beilagen) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Viktoria Helfenstein Rahel Schöb 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

  

C-6/2021 

Seite 6 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

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