# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d56c0a77-4877-52e6-9601-a76353ad880f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2000-11-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 22.11.2000 SB 2000 76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2000-76_2000-11-22.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 22. November 2000 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 00 76 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vizepräsident Schlenker, Kantonsrichter Schäfer und Vital, Aktuarin Mosca.

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In der strafrechtlichen Berufung

des M. D., C., geboren am 28. März 19, des J. und der E. geb. G., geschieden, 
Serigraph, P., L., Berufungskläger, vertreten durch lic. iur. Stefan Melchior, Gäug-
gelistrasse 16, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Kreisgerichtsausschusses B. vom 5. September 2000, mitgeteilt am 
3. Oktober 2000, in Sachen gegen den Berufungskläger,

betreffend Jagdkontravention,

hat sich ergeben:

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A. M. D. wuchs zusammen mit drei Geschwistern in geordneten Familienver-
hältnissen in T. auf. Nach dem Besuch der Primarschule absolvierte er die Sekun-
darschule in Z.. In der Folge liess er sich bei der Firma S. H. in C. zum Serigraphen 
ausbilden. Diesen Beruf übt M. D. noch heute aus. Nachdem er sechs Jahre 
selbständig tätig war, ist er seit dem 1. Januar 1999 bei der Firma S. AG angestellt. 
Er bezieht einen monatlichen Bruttolohn von Fr. 4'800.--. Im weiteren wird ihm ein 
jährlicher Bonus in der Höhe von Fr. 3‘000.-- bis Fr. 5'000.-- ausbezahlt. M. D. ist 
Eigentümer eines Hauses, welches mit einer Hypothek von Fr. 450'000.-- belastet 
ist.

Im Jahre 1979 heiratete M. D. R. D.. Dieser Ehe entsprossen drei Kinder, 
nämlich M., geboren 19, J., geboren 19 und M., geboren 19. Seit dem 1. Januar 
1999 leben die Ehegatten getrennt. M. D. lebt seit der Trennung mit seiner neuen 
Lebenspartnerin B. V. zusammen.

M. D. geniesst einen guten Leumund und ist im schweizerischen Zentral-
strafregister nicht verzeichnet. Hingegen ist er im Vorstrafenregister des kantonalen 
Jagd- und Firschereiinspektorates mit vier Fehlabschüssen verzeichnet, letztmals 
am 11. September 1998.

B. Dem vorliegenden Strafverfahren liegt gemäss Urteil des Kreisgerichts-
ausschusses B. vom 5. September 2000 sinngemäss folgernder Sachverhalt zu-
grunde:

„Am Samstag, 11. September 1999, erlegte M. D. um 17.45 Uhr bei 
der Örtlichkeit „F.“ auf dem Gebiet der Gemeinde B. ein Mumeltierkätz-
chen. Der Schuss wurde aus einer Distanz von ca. 60 - 70 m mit einem 
Teilmantelgeschoss abgegeben. Nach Abgabe des Schusses forderte 
M. D. seinen Mitläufer R. H. auf, zum Murmeltier hinzugehen. Als die-
ser beim Bau ankam, hob er das Murmeltier auf und rief M. D. zu, dass 
vom Murmeltierkätzchen lediglich einige „Fetzen“ übriggeblieben 
seien. R. H. legte das Tier beim Eingang des Baus wieder nieder und 
kehrte daraufhin zum Jäger M. D. zurück. In der Folge hat M. D. den 
Abschuss des Murmeltierkätzchens nicht in die Abschussliste einge-
tragen. Um 18.02 Uhr schoss M. D. erneut auf ein Murmeltier, ohne 
es jedoch zu treffen.

Wildhüter A. E. hat M. D. während der ganzen Zeit mit dem Fernrohr 
beobachtet. Er hat den Tathergang mitverfolgt und auch gesehen, 
dass der Jäger - bis er sich von der besagten Örtlichkeit entfernt hat - 
keinen Eintrag in die Abschussliste vorgenommen hat.

Am 13. September 1999 begegnete der Wildhüter A. E. M. D. und kon-
trollierte dessen Abschussliste. Diese war noch leer, d.h. es war noch 

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kein Abschuss eingetragen. Auf den Abschuss des Murmeltierkätz-
chens aufmerksam gemacht, gestand M. D. den Vorfall.“

C. Mit Strafmandat vom 17. Dezember 1999, mitgeteilt am 17. Dezember 
1999, erkannte der Kreispräsident B.:

„-  M. D., 19, wohnhaft in L., ist schuldig der  vorsätzlichen Widerhand-
lung gegen Art. 15 Abs. 4 KJG, Art. 23 AB z. KJG, Art. 33 AB z. 
KJG.

- In Anwendung von Art. 47 Abs. 1 KJG wird er mit einer Busse von 
Fr. 450.-- bestraft.

- In Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 lit. b wird dem Jäger die Jagdbe-
rechtigung für die Dauer von 2 Jahren entzogen.

- Er hat ausserdem den Wertersatz von Fr. 10.-- und die Spesen der 
Wildhut von Fr. 40.-- zu bezahlen.

- Der Angeschuldigte bezahlt die Kosten des Verfahrens, bestehend 
aus
Barauslagen inklusive polizeiliche Tatbestandesaufnahme Fr. 00.00

Gebühren Fr. 160.00
zusammen mit Busse Fr. 450.00
und allfälligem Wertersatz plus Spesen Jagdaufsicht Fr. 50.00
Total Fr. 660.00

bis spätestens am 17. Januar 2000

- (Rechtsmittelbelehrung)

- (Mitteilung)“

D. Dagegen erhob M. D. am 23. Dezember 1999 Einsprache beim Kreisprä-
sidenten B., worauf das ordentliche Untersuchungs- und Gerichtsverfahren durch-
geführt werden musste (vgl. Art. 175 Abs. 1 StPO). Nach Ergänzung der Untersu-
chung erliess der Kreispräsident B. am 26. Mai 2000 die Schlussverfügung.

E.  Mit Verfügung des Kreispräsidenten B. vom 11. Juli 2000 wurde M. D. 
wegen Verletzung von Art. 15 Abs. 4 KJG, Art 23 ABzKJG, Art. 33 ABzKJG, Art. 47 
Abs. 1 KJG und Art. 48 Abs. 1 lit. b KJG in Anklagezustand versetzt.

F. Mit Urteil vom 5. September 2000, mitgeteilt am 3. Oktober 2000, erkannte 
der Kreisgerichtsausschuss B.:

„1. D. M., geb. 28.03.19, ist schuldig der fahrlässigen Verletzung von 
Jagdvorschriften, nämlich der Jagdbetriebsvorschriften 1999, Art. 
15 Abs. 1 KJG sowie Art. 23 AB zu KJG.

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Dafür wird er in Verbindung mit Art. 47 Abs. 2 KJG mit einer Busse 
von Fr. 450.-- bestraft.

2. Gestützt auf Art. 48 Abs. 1 lit. b wird D. M. die Jagdberechtigung 
für die Dauer von 1 Jahr entzogen.

3. Er hat den Wertersatz von Fr. 10.-- (Murmeltier unter 3 kg) sowie 
die Spesen der Wildhut in der Höhe von Fr. 40.-- zu bezahlen.

4. Die Kosten des Verfahrens bestehend aus:
- Gebühren Fr. 210.00
- Untersuchungs- und Gerichtskosten Fr. 520.00
- Busse Fr. 450.00
- Wertersatz Fr. 10.00
- Spesen und Gebühren Jagdaufsicht Fr. 50.00
Total Fr. 1'240.00

Sie sind innert 30 Tagen mit beiliegendem Einzahlungsschein an 
die Kreiskasse B., PC-Konto 70-5031-8, zu überweisen.

5. Das Urteil wurde dem Angeschuldigten anlässlich der Hauptver-
handlung vom 05. September 2000 mündlich eröffnet.

6. (Rechtsmittelbelehrung)

7. (Mitteilung)“

G. Gegen dieses Urteil erhob M. D. am 23. Oktober 2000 Berufung an den 
Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden. Er beantragt:

„1. Das angefochtene Urteil vom 5. September/3. Oktober 2000 sei 
vollumfänglich aufzuheben.

M. D. sei der Verletzung von Art. 15 Abs. 1 KJG sowie Art. 23 
ABzKJG freizusprechen.

2. Der Entzug der Jagdberechtigung sei aufzuheben.

3. Er sei davon zu befreien, den Wertersatz von Fr. 10.-- zu leisten. 
Die Kosten der Wildhut seien von der Staatskasse zu tragen.

4. Sämtliche Verfahrenskosten seien von der Staatskasse zu über-
nehmen.

Für das Verfahren vor Kantonsgerichtsausschuss sei M. D. für 
dessen anwaltliche Vertretung eine angemessene ausseramtli-
che Entschädigung zu zahlen.“

Mit Schreiben vom 26. Oktober 2000 verzichtete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden auf eine Stellungnahme. Die Vorinstanz  liess sich am 27. Oktober 
2000 dazu vernehmen.

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Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie in den Rechts-
schriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile der Kreisgerichtsausschüsse können der Verurteilte und der 
Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsausschuss Berufung erheben (Art. 141 Abs. 1 
StPO). Diese ist innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des angefoch-
tenen Entscheides einzureichen. Sie ist zu begründen, und es ist darzutun, welche 
Mängel des erstinstanzlichen Urteils gerügt werden und ob das ganze Urteil oder 
lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforde-
rungen vermag die vorliegende Berufung zu genügen. Auf die frist- und formgerecht 
eingereichte Berufung ist deshalb einzutreten.

2. Der Berufungskläger rügt in formeller Hinsicht, es seien handschriftliche 
Änderungen in den Akten vorgenommen worden, weshalb das angefochtene Urteil 
allein schon deswegen aufzuheben sei. So habe man dem Erkenntnis des Straf-
mandates ursprünglich entnehmen können, dass sich M. D. der vorsätzlichen Wi-
derhandlung gegen Art. 33 der Ausführungsbestimmungen zum kantonalen Jagd-
gesetz (ABzKJG) schuldig gemacht habe. In der Folge sei „AB“ handschriftlich ge-
strichen worden, so dass anzunehmen war, M. D. habe einen Verstoss gegen Art. 
33 KJG begangen. Eine analoge Änderung sei auch in der Anklageverfügung vor-
zufinden. Dort sei dieselbe Buchstabenfolge wie beim Strafmandat gestrichen wor-
den, jedoch beim Art. 23. Zudem fehle die Abkürzung „AB“ beim Art. 33, so dass 
wiederum der falsche Eindruck entstehe, es handle sich um Art. 33 KJG und nicht 
um Art. 33 ABzKJG. Aufgrund dieser Änderungen sei es dem Berufungskläger nicht 
möglich gewesen, sich darüber ins Bild zu setzen, welche Vorwürfe gegen ihn er-
hoben worden seien.

Diese Rüge erweist sich als unbegründet. Zwar trifft es zu, dass die im vor-
stehenden Abschnitt dargestellten Änderungen vorgenommen worden sind. Hinge-
gen kann nicht behauptet werden, der Berufungskläger sei nicht im klaren gewesen, 
gegen welche Bestimmungen er verstossen haben soll. Dies beweist die Stellung-
nahme des Berufungsklägers vom 18. Februar 2000 zum Strafmandat (act. 9), wo 
ersichtlich wird, dass sich M. D. zu den richtigen Bestimmungen - nämlich Art. 23 
ABzKJG und Art. 33 ABzKJG - geäussert hat. Kommt hinzu, dass ein Blick auf Art. 

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23 KJG und Art. 33 KJG genügt, um erkennen zu können, dass die vorgenannten 
Bestimmungen auf den vorliegenden Fall nicht angewendet werden können, da sie 
keinen Bezug dazu aufweisen. Art. 23 KJG betrifft nämlich Hegemassnahmen und 
Art. 33 KJG verweist auf die Vollziehungsverordnung über die Beitrags- und Ent-
schädigungspflicht bei der Verhütung und Vergütung von Wildschaden. Ferner hat 
die Vorinstanz einen Verstoss gegen Art. 33 ABzKJG verneint. Da die Staatsanwalt-
schaft keine Berufung erhoben hat und der Grundsatz der reformatio in peius zu 
beachten ist, steht die Anwendung dieser Bestimmung im vorliegenden Verfahren 
nicht mehr zur Diskussion. Es erübrigt sich deshalb, weitere Ausführungen dazu zu 
machen.

3. a)  Der Kreisgerichtsausschuss B. hat M. D. der Verletzung von Art. 15 
Abs. 1 KJG für schuldig befunden. Nach dieser Bestimmung hat sich der Jäger bei 
der Ausübung der Jagd weidgerecht zu verhalten. Gemäss Ausführungen der Vor-
instanz hätte sich M. D. nach der Schussabgabe persönlich zum erlegten Tier be-
geben und es angemessen entsorgen müssen. Indem M. D. das Murmeltierkätz-
chen in unmittelbarer Nähe des Baues liegen gelassen habe, habe er keine Achtung 
gegenüber dem erlegten Tier gezeigt. Sein Verhalten sei deshalb als unweidmän-
nisch im Sinne von Art. 15 Abs. 1 KJG zu qualifizieren. Der Berufungskläger macht 
in diesem Zusammenhang geltend, es entspreche der gängigen Übung im Kanton 
Graubünden, den Aufbruch eines Tieres sowie allfällige Fleischstücke, welche zum 
Beispiel infolge eines schlechtsitzenden Schusses nicht verwertet werden könnten, 
an Ort und Stelle liegen zu lassen. Es könne davon ausgegangen werden, dass die 
Verhaltensweisen, welche seit altersher auf der Jagd praktiziert würden, als weid-
gerecht bezeichnet werden müssten. Die Aasfresser würden im übrigen sehr schnell 
die herumliegenden Aufbrüche aufräumen. 

Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Gemäss Leitfaden für 
Bündner Jäger (Jagd- und Fischereiinspektorat, Dr. Peider Ratti, Disentis 1986; III, 
S. 1) bedeutet weidgerecht jagen, die Jagd nach bestem Wissen und Gewissen, 
nach Gesetz und Vorschriften sowie nach überliefertem Brauchtum auszuüben. Der 
Ausdruck „weidmännisch“ und „weidgerecht“ bedeute immer, dass der Jäger bei der 
Jagdausübung die Achtung gegenüber dem Wilde zu wahren habe. Der Kantons-
gerichtsausschuss geht in Übereinstimmung mit dem Berufungskläger davon aus, 
dass das Liegenlassen von Aufbruch für sich allein nicht als unweidmännisches Ver-
halten bezeichnet werden kann. Tatsächlich entspricht es überliefertem Brauchtum 
auf der Bündner Hochjagd, den Aufbruch zurückzulassen, damit Füchse und Aas-
fresser diese Reste verzehren können. Als unweidmännisch im Sinne des Gesetzes 

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muss hingegen die Tatsache qualifiziert werden, dass M. D. das Murmeltierkätz-
chen vor dem Bau liegen gelassen hat. Solches Verhalten zeugt von einer geringen 
Achtung gegenüber dem erlegten Tier. Im weiteren gilt es zu berücksichtigen, dass 
die Murmeltiere familienweise in streng abgegrenzten Wohngebieten leben. Wenn 
nun ein totes Familienmitglied vor dem Bau liegengelassen wird, stört dies die Ko-
lonie und die soziale Struktur wird durcheinander gebracht. Es wäre mit wenig Auf-
wand verbunden gewesen, das erlegte Tier aufzuheben und an einem anderen Ort 
zugedeckt liegen zu lassen, so dass auch Unbeteiligte daran keinen Anstoss neh-
men können. Die Vorinstanz hat demnach zu Recht M. D. der Verletzung von Art. 
15 Abs. 1 KJG für schuldig befunden. 

b) Gemäss Art. 23 ABzKJG ist jeder Abschuss sofort in die amtliche Ab-
schussliste einzutragen. Es ist im vorliegenden Fall unbestritten, dass der Beru-
fungskläger den Abschuss des Murmeltierkätzchens nicht sofort in die Abschuss-
liste eingetragen hat, weshalb er gegen die Bestimmung von Art. 23 ABzKJG ver-
stossen hat.

c) Der Kreisgerichtsausschuss B. hat M. D. der fahrlässigen Verletzung von 
Art. 15 Abs. 1 KJG sowie Art. 23 ABzKJG jeweils in Verbindung mit Art. 47 Abs. 2 
KJG für schuldig befunden und ihn mit einer Busse von Fr. 450.-- bestraft. Da die 
Staatsanwaltschaft Graubünden keine Berufung erhoben hat und der Grundsatz der 
reformatio in peius zu beachten ist, ist es dem Kantonsgerichtsausschuss verwehrt 
zu überprüfen, ob das Verhalten von M. D. als vorsätzlich zu qualifizieren ist. Dass 
zumindest Fahrlässigkeit zu bejahen ist, steht ausser Zweifel. Entgegen der Ansicht 
des Berufungsklägers kann er aber nicht von der Straflosigkeit bei fahrlässiger Er-
legung im Sinne von Art. 49 KJG profitieren. Gemäss dieser Bestimmung geht der 
Jäger straffrei aus, wenn er jagdbares Wild, das vom Kanton von der Bejagung aus-
geschlossen wird, fahrlässig erlegt, wenn er die widerrechtliche Erlegung selbst an-
gezeigt hat, das widerrechtlich erlegte Wild samt Trophäe ordnungsgemäss abge-
liefert hat und in den letzten fünf Jahren nicht bereits einmal aufgrund dieses Artikels 
straffrei ausgegangen ist. Vorliegend war das Tier nicht vom Kanton von der Beja-
gung ausgeschlossen (vgl. Jagdbetriebsvorschriften 1999, I/D, S.12), weshalb die 
besagte Bestimmung schon aus diesem Grund keine Anwendung findet. Kommt 
hinzu, dass M. D. erst zwei Tage nach dem Vorfall - als er vom Wildhüter auf das 
Geschehen angesprochen wurde - zugab, den Abschuss des Murmeltierkätzchens 
nicht eingetragen zu haben. Sein Verhalten kann deshalb nicht als Selbstanzeige 
gewertet werden.

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d) Im Resultat kann somit festgehalten werden, dass die Vorinstanz zu Recht 
M. D. der Verletzung von Art. 15 Abs. 1 KJG sowie Art. 23 ABzKJG jeweils in Ver-
bindung mit Art. 47 Abs. 2 KJG für schuldig befunden hat. Die Berufung muss somit 
in diesem Punkt abgewiesen werden.

4. Die Strafzumessung ist vom Schuldprinzip beherrscht, hat doch der Rich-
ter nach Art. 63 StGB die Strafe innerhalb des für den betreffenden Tatbestand gel-
tenden Strafrahmens nach dem Verschulden des Täters zu bemessen. Grundlage 
für die Bemessung der Schuld bildet die Schwere der Tat. Bei den Strafzumes-
sungsgründen kann im weiteren zwischen der Tat- und der Täterkomponente un-
terschieden werden. Bei der Tatkomponente sind insbesondere das Ausmass des 
verschuldeten Erfolges, die Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolges, die 
Willensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt hat, und die Beweggründe zu be-
achten (BGE 117 IV 113 f.). Die Täterkomponente umfasst demgegenüber das Vor-
leben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat und im Straf-
verfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit (BGE 117 IV 
113 ff.; Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil II: Strafen und 
Massnahmen, Bern 1989, S. 220 ff.). Wird eine Busse ausgesprochen, so bestimmt 
der Richter die Höhe der Busse je nach den Verhältnissen des Täters so, dass die-
ser durch die Einbusse die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist 
(Art. 48 Ziff. 2 Abs. 1 StGB). Für die Verhältnisse des Täters sind namentlich von 
Bedeutung sein Einkommen und sein Vermögen, sein Familienstand und seine Fa-
milienpflichten, sein Beruf und Erwerb, sein Alter und seine Gesundheit (Art. 48 Ziff. 
2 Abs. 2 StGB). Damit wird nicht von der allgemeinen Strafzumessungsregel von 
Art. 63 StGB abgewichen, sondern diese im Hinblick auf die Besonderheiten der 
Busse verdeutlicht. 

Die den Täter belastenden oder entlastenden Umstände sind jeweils als 
Straferhöhungsgründe- bzw. Strafminderungsgründe innerhalb des ordentlichen 
Strafrahmens zu berücksichtigen. Im weiteren sieht das Gesetz eine Strafrahmen-
erweiterung vor, wenn einer oder mehrere der besonders aufgeführten Strafschär-
fungs- oder Strafmilderungsgründe erfüllt sind (vgl. Art. 64 bis Art. 68 StGB).

b) Grundlage für die Strafzumessung bildet im vorliegenden Fall der in Art. 
47 Abs. 2 KJG vorgesehene Strafrahmen Busse. Mit Bezug auf die Höhe der aus-
gefällten Busse hat die Vorinstanz nach Auffassung des Kantonsgerichtsausschus-
ses im Rahmen ihres Ermessens gehandelt. Es gilt nämlich zu beachten, dass die 
Murmeltierjagd kontigentiert ist. Der Nichteintrag in die Abschussliste kann deshalb 

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nicht bagatellisiert werden. Zudem hat sich M. D. einen Verstoss gegen das Gebot 
der weidgerechten Jagdausübung zuschulden kommen lassen. Strafmindernd kann 
dem Berufungskläger seine Vorstrafenlosigkeit auf anderen Gebieten, sein guter 
Leumund sowie sein Geständnis angerechnet werden. Strafschärfend fällt das Zu-
sammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen ins Gewicht (Art. 68 Abs. 1 StGB). 
Straferhöhungs- und Strafmilderungsgründe liegen keine vor. Berücksichtigt man 
im weiteren, dass der Berufungskläger über ein monatliches Bruttoeinkommen von 
Fr. 4'800.-- verfügt, so erscheint eine Busse von Fr. 450.-- dem Verschulden von M. 
D. angemessen.

5. Die Vorinstanz hat ferner in Anwendung von Art. 48 Abs. 1 lit. b KJG M. D. 
die Jagdberechtigung für die Dauer von einem Jahr entzogen. Diese Bestimmung 
sieht vor, dass die Jagdberechtigung vom Richter für die Dauer von mindestens 
einem und höchstens 10 Jahren zu entziehen ist, wenn der Täter oder Gehilfe er-
legtes Wild liegen lässt oder zum Zwecke der Täuschung verändert. Wie der Beru-
fungskläger zu Recht rügt, hat die Vorinstanz den Sinn und Zweck dieser Vorschrift 
verkannt. Art. 48 Abs. 1 lit. b KJG bezieht sich nämlich auf widerrechtlich erlegtes 
Wild, das liegen gelassen oder zum Zwecke der Täuschung verändert wird. Vorlie-
gend war aber der Abschuss des Murmeltierkätzchens erlaubt, kann doch den Jagd-
betriebsvorschriften 1999 (I/D, S. 12 ) entnommen werden, dass jeder Jäger ohne 
Einschränkungen hinsichtlich Alter und Geschlecht 8 Murmeltiere erlegen darf. Die 
Jagdberechtigung kann vorliegend auch nicht gestützt auf Art. 48 Abs. 1 lit. d KJG 
entzogen werden, da eine vorsätzliche Jagdrechtsübertretung Voraussetzung dafür 
bildet. Somit hat die Vorinstanz zu Unrecht M. D. die Jagdberechtigung entzogen, 
weshalb die Berufung in diesem Punkt gutzuheissen ist.

6. Ebenfalls zu Unrecht hat der Kreisgerichtsausschuss B. M. D. dazu ver-
pflichtet, einen Wertersatz in der Höhe von Fr. 10.-- zu leisten. Wertersatz ist nach 
Art. 52 Abs. 1 KJG nur dann zu leisten, wenn der Jäger widerrechtlich erlegtes Wild 
nicht ordnungsgemäss abliefert. Wie in Erw. 3.c ausgeführt, ist das Murmeltierkätz-
chen nicht widerrechtlich erlegt worden, weshalb M. D. auch nicht dazu verpflichtet 
werden kann, einen Wertersatz zu bezahlen.

7. a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die vorinstanzlichen Kosten 
neu zu verteilen. Der Schuldspruch der Vorinstanz wurde bestätigt, weshalb M. D. 
die Untersuchungskosten vollumfänglich zu tragen hat. Hingegen gilt es zu berück-
sichtigen, dass er sowohl bezüglich des Patententzuges als auch hinsichtlich des 
Wertersatzes obsiegt hat. Unter diesen Umständen erscheint es gerechtfertigt, die 

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im vorinstanzlichen Dispositiv in Ziffer 4 aufgeführten „Gebühren, Untersuchungs- 
und Gerichtsgebühren“ von gesamthaft Fr. 730.-- zu 2/3 dem Berufungskläger und 
zu 1/3 dem Kreis B. aufzuerlegen. Für das vorinstanzliche Verfahren wird M. D. 
keine ausseramtliche Entschädigung zugesprochen, da er keine verlangt hat und 
ihm auch kein nennenswerter Aufwand erwachsen ist. Ausserdem ist eine kleine 
Korrektur in Bezug auf die Spesen der Wildhut vorzunehmen. Diese belaufen sich 
auf Fr. 41. 40 (vgl. act. 17 und 18) und nicht auf Fr. 50.--, wie von der Vorinstanz 
fälschlicherweise in Rechnung gestellt.

b)  Weil die Berufung teilweise gutgeheissen wird, rechtfertigt es sich im vor-
liegenden Fall, die Kosten des Berufungsverfahrens je zur Hälfte zu Lasten des Be-
rufungsklägers und zu Lasten des Kantons Graubünden aufzuerlegen (Art. 160 Abs. 
3 StPO). Dies in Berücksichtigung, dass der Aufhebung der Nebenstrafe grosses 
Gewicht zukommt. Überdies hat der Kanton Graubünden dem Berufungskläger in 
Anwendung von Art. 160 Abs. 4 StPO eine angemessene ausseramtliche Entschä-
digung zu entrichten.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und die Ziffern 2, 3 und 4 des an-
gefochtenen Urteils werden aufgehoben.

2. Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens, bestehend aus:
- Gebühren Fr. 210.00
- Untersuchungs- und Gerichtskosten Fr. 520.00
total Fr. 730.00

gehen zu 2/3 zu Lasten von M. D. und zu 1/3 zu Lasten des Kreises B.. Die 
Spesen der Wildhut von Fr. 41.40 trägt M. D..

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 800.-- gehen je zur Hälfte zu 
Lasten des Berufungsklägers und zu Lasten des Kantons Graubünden, wel-
cher den Berufungskläger für das Berufungsverfahrens ausseramtlich mit Fr. 
300.-- zu entschädigen hat.

4. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, beim Kassationshof des schweizerischen Bundes-
gerichts Nichtigkeitsbeschwerde eingelegt werden. Sie ist innert zehn Tagen 
seit Zugang der schriftlichen Urteilsausfertigung gegenüber dem Kantonsge-
richtspräsidium schriftlich zu erklären und innert weiteren zehn Tagen durch 
eine schriftliche, ebenfalls beim Kantonsgerichtspräsidium einzureichende 
Begründung zu ergänzen.

5. Mitteilung an:

– lic. iur. Stefan Melchior, Postfach 545, Gäuggelistrasse 16, 7002 Chur, 
auch zu Handen seines Mandanten  (im Doppel),

– Kreisamt B., 7477 Filisur,
– Kantonales Jagd- und Fischereiinspektorat, Loëstrasse 14, 7000 Chur,
– A. E., Wildhüter, F.,
– Finanzverwaltung Graubünden (Dispositiv).

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Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin: