# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 945b3756-0a84-5f80-bc68-af7c55b641bb
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2026-01-19
**Language:** de
**Title:** 9C_96/2024 19.01.2026
**Docket/Reference:** 9C_96/2024
**URL:** https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F19-01-2026-9C_96-2024&print=yes&zoom=

## Full Text

Bundesgericht
Tribunal fdral
Tribunale federale
Tribunal federal
9C_96/2024
Urteil vom 19. Januar 2026
III. ffentlich-rechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichterin Moser-Szeless, Prsidentin,
Bundesrichter Stadelmann, Parrino, Beusch, Bundesrichterin Bollinger,
Gerichtsschreiber Traub.
Verfahrensbeteiligte
A.A.________ und B.A.________, vertreten durch Rechtsanwltin Regina Schlup Guignard,
Beschwerdefhrer,
gegen
Steuerverwaltung des Kantons Bern, Brnnenstrasse 66, 3018 Bern,
Beschwerdegegnerin.
Gegenstand
Staats- und Gemeindesteuern des Kantons Bern und direkte Bundessteuern, Steuerperiode 2017,
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, vom 3. Januar 2024 (100.2023.107/108U).
Sachverhalt:
A.
A.a. Der 1953 geborene B.A.________ war in Kaderposition fr ein Bundesamt ttig. Nach entsprechenden Vorkommnissen erliess der ffentlich-rechtliche Arbeitgeber im April und Mai 2015 ihm gegenber Weisungen betreffend die Meldung von Nebenbeschftigungen, die Anrechnung von Arbeitszeit bei Dienstreisen sowie die Annahme von Einladungen durch Dritte. Das Bundesamt, das fr den Fall der Nichtbeachtung dieser Weisungen am 22. Mai 2015 "weitere personalrechtliche Massnahmen" angedroht hatte, erffnete B.A.________ am 19. Februar 2016, dass es das Arbeitsverhltnis fristlos aufzulsen beabsichtige, gewhrte ihm das rechtliche Gehr und vollzog mit Verfgung vom 31. Mrz 2016 den angekndigten Schritt.
B.A.________ erhob Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte Lohnfortzahlung bis Ende November 2017 im Betrag von Fr. 291'520.80, wegen ungerechtfertigter fristloser und missbruchlicher Kndigung eine Entschdigung von je einem Bruttojahreslohn im Betrag von insgesamt Fr. 368'236.70 sowie unter dem Titel von Art. 19 Abs. 2 und 3 des Bundespersonalgesetzes (BPG, SR 172.220.1; Massnahmen bei Auflsung des Arbeitsverhltnisses) eine Entschdigung in der Hhe eines Bruttojahreslohnes im Betrag von Fr. 184'118.35. Das Bundesverwaltungsgericht hiess das Rechtsmittel teilweise gut und verpflichtete das Bundesamt, dem Beschwerdefhrer rckwirkend fr die Zeit bis zum Ablauf der hypothetischen ordentlichen Kndigungsfrist von sechs Monaten den Lohn zu bezahlen, unter Anrechnung namentlich der in diesem Zeitraum bezogenen Arbeitslosenentschdigung (Art. 34b Abs. 1 lit. b BPG). Weiter wurde das Bundesamt verpflichtet, dem Beschwerdefhrer unter dem Titel der unrechtmssigen fristlosen Entlassung eine Entschdigung (Art. 34b Abs. 1 lit. a BPG) in der Hhe von acht Bruttomonatslhnen (ohne Abzug der Sozialversicherungsbeitrge) auszurichten (rechtskrftiges Urteil A-2718/2016 vom 16. Mrz 2017).
A.b. Aufgrund des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts bezahlte das Bundesamt B.A.________ eine Entschdigungssumme von insgesamt Fr. 133'102.30. Die Eheleute A.________ deklarierten diesen Betrag in ihrer Steuererklrung 2017 unter "nicht steuerbare Einknfte". In den definitiven Veranlagungen vom 3. Dezember 2019 qualifizierte die Steuerverwaltung des Kantons Bern die ausbezahlte Entschdigung als steuerbares Einkommen. Die gegen die Veranlagung der kantonalen Steuern und der direkten Bundessteuer erhobenen Einsprachen wies die Steuerverwaltung ab (Entscheide vom 2. Dezember 2021).
B.
Nachdem die Steuerrekurskommission des Kantons Bern die jeweiligen Rechtsmittel abgewiesen hatte (Entscheide vom 7. Mrz 2023), erhoben die Eheleute A.________ Beschwerden beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit den Rechtsbegehren, das steuerbare Einkommen sei bei den Kantons- und Gemeindesteuern resp. bei der direkten Bundessteuer 2017 um jeweils Fr. 133'102.- zu reduzieren. Das Verwaltungsgericht wies die Beschwerden ab (Urteil vom 3. Januar 2024).
C.
Die Eheleute A.________ fhren Beschwerde in ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten. Sie beantragen, das angefochtene Urteil sei aufzuheben und das steuerbare Einkommen fr die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer 2017 ohne die fragliche Entschdigungssumme festzusetzen.
Die Steuerverwaltung des Kantons Bern, die Eidgenssische Steuerverwaltung und das kantonale Gericht schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdefhrer nehmen ihrerseits Stellung.
Erwgungen:
I. Prozessuales
1.
1.1. Die Beschwerde richtet sich gegen den Endentscheid einer letzten, oberen kantonalen Instanz in einer ffentlich-rechtlichen Angelegenheit (Art. 82 lit. a BGG, Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 BGG). Die Beschwerdefhrer sind gemss Art. 89 Abs. 1 BGG und Art. 73 Abs. 2 StHG (SR 642.14) zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerde wurde form- und fristgerecht eingereicht ( Art. 42 und 100 BGG ).
1.2. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Eine Berichtigung oder Ergnzung der vorinstanzlichen Feststellungen ist von Amtes wegen (Art. 105 Abs. 2 BGG) oder auf Rge hin (Art. 97 Abs. 1 BGG) mglich. Von den tatschlichen Grundlagen des vorinstanzlichen Urteils weicht das Bundesgericht jedoch nur ab, wenn ihre Feststellung offensichtlich unrichtig (d.h. willkrlich; BGE 140 III 115 E. 2) erfolgte oder auf einer Rechtsverletzung im Sinn von Art. 95 BGG beruht und die Behebung des Mangels fr den Verfahrensausgang entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 142 I 135 E. 1.6). Eine entsprechende Rge ist hinreichend zu substantiieren (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 147 I 73 E. 2.2).
Mit der Beschwerde in ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann unter anderem eine Rechtsverletzung nach Art. 95 f. BGG gergt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Die Anwendung des harmonisierten kantonalen Steuerrechts prft es - gleich wie Bundesrecht - mit freier Kognition (BGE 150 II 346 E. 1.5.2).
2.
Vorab zu behandeln ist eine Rge betreffend Verletzung des rechtlichen Gehrs. In der Beschwerde wird geltend gemacht, man habe im kantonalen Rechtsmittelverfahren belegt, dass der Beschwerdefhrer wegen Mobbings am Arbeitsplatz vor der Kndigung an einer Depression gelitten habe. Die Vorinstanz sei darauf nicht eingegangen und habe diesen Umstand im Zusammenhang der Feststellung der Persnlichkeitsverletzung nicht gewrdigt.
Gegenstand des vorliegenden steuerrechtlichen Rechtsmittelverfahrens bildet die Frage, ob die Entschdigung, so wie sie im personalrechtlichen Verfahren zugesprochen wurde, als Genugtuungsleistung im Sinn von Art. 24 lit. g DBG (SR 642.11) zu qualifizieren ist. Die fr die Entschdigung massgebenden tatschlichen Gesichtspunkte wurden bei der Zusprechung und Bemessung der betreffenden Leistung durch das Bundesverwaltungsgericht abschliessend beurteilt. Im vorinstanzlichen Verfahren bestand daher kein Raum, entschdigungsrelevante Tatsachen neu zu wrdigen. Die Rge der Gehrsverletzung entbehrt daher der Grundlage.
II. Direkte Bundessteuer
3.
3.1. Der Einkommenssteuer natrlicher Personen (Art. 1 lit. a DBG) unterliegen grundstzlich alle wiederkehrenden und einmaligen Einknfte (Einkommensgeneralklausel; Art. 16 Abs. 1 DBG). Steuerbar sind smtliche Einknfte aus privatrechtlichem oder ffentlich-rechtlichem Arbeitsverhltnis mit Einschluss von Nebeneinknften und anderen geldwerten Vorteilen (Art. 17 Abs. 1 DBG). Ebenso steuerbar sind Ersatzeinknfte, die an die Stelle des Einkommens aus Erwerbsttigkeit treten (Art. 23 lit. a DBG). Steuer
frei sind Einknfte unter anderem dann, wenn sie als Genugtuungssummen bezahlt werden (Art. 24 lit. g DBG), typischerweise bei Persnlichkeitsverletzungen (Art. 49 OR). Es handelt sich dabei - mangels materiellen Schadens - um Reinvermgenszugnge, die nur aufgrund der gesetzlichen Ausnahmeregelung von Art. 24 lit. g DBG steuerfrei sind (PETER LOCHER, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2. Aufl. 2019, N. 53 zu Art. 24 DBG).
3.2. Der Beschwerdefhrer erhielt mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 16. Mrz 2017 unter anderem eine Entschdigung wegen ungerechtfertigter fristloser Kndigung im Umfang von acht Bruttomonatslhnen zugesprochen (Art. 34b Abs. 1 lit. a und Abs. 2 BPG). Strittig und anhand der zugrundeliegenden konkreten Umstnde zu prfen ist, ob es sich bei dieser Entschdigung um eine steuerfrei bleibende Genugtuungssumme im Sinn von Art. 24 lit. g DBG handelt.
3.3.
3.3.1. Nach dem ffentlichen Personalrecht des Bundes kann eine Vertragspartei das Arbeitsverhltnis fristlos kndigen, wenn wichtige Grnde vorliegen (Art. 10 Abs. 4 BPG). Das Bundespersonalgesetz umschreibt die Voraussetzungen fr die fristlose Auflsung des Arbeitsverhltnisses gleich wie Art. 337 Abs. 2 OR (vgl. Art. 6 Abs. 2 BPG). Die Frage, ob der kndigenden Partei die Fortfhrung des Arbeitsverhltnisses (nicht mehr) zugemutet werden darf, ist denn auch unter angemessener Bercksichtigung der zivilrechtlichen Praxis zu beurteilen. Allerdings muss den Besonderheiten des ffentlichen Dienstes Rechnung getragen werden. Nur ein besonders schwerwiegendes Fehlverhalten rechtfertigt die fristlose Kndigung. Es muss objektiv geeignet sein, die Vertrauensgrundlage des Arbeitsverhltnisses zu zerstren oder jedenfalls so tiefgreifend zu erschttern, dass der Gegenpartei die Fortsetzung des Vertrags nicht mehr zumutbar ist. Auch wird vorausgesetzt, dass das Fehlverhalten das gegenseitige Vertrauen tatschlich beschdigt hat. Wiegen die Verfehlungen weniger schwer, ist die fristlose Auflsung wie im privaten Arbeitsrecht nur gerechtfertigt, wenn sie sich trotz Verwarnung wiederholt haben (Urteil 8C_501/2013 vom 18. November 2013 E. 3.1 mit Hinweisen; zur Zeitspanne, innerhalb welcher im Bereich des ffentlichen Personalrechts eine fristlose Entlassung ausgesprochen werden muss und zu den Grnden, die im Vergleich mit privatrechtlichen Arbeitsverhltnissen ein lngeres Zuwarten rechtfertigen, vgl. BGE 138 I 113 E. 6.2 bis 6.5 mit zahlreichen Hinweisen; zu Art. 337 OR: BGE 130 III 28 E. 4.4).
3.3.2. Heisst die Beschwerdeinstanz das Rechtsmittel gegen eine Verfgung ber die Kndigung des Arbeitsverhltnisses durch den Arbeitgeber gut und weist sie die Sache nicht ausnahmsweise an die Vorinstanz zurck, so muss sie dem Beschwerdefhrer eine Entschdigung zusprechen, wenn sachlich hinreichende Grnde fr die ordentliche Kndigung oder wichtige Grnde fr die fristlose Kndigung fehlen oder Verfahrensvorschriften verletzt worden sind (Art. 34b Abs. 1 lit. a BPG); ausserdem muss sie die Fortzahlung des Lohns bis zum Ablauf der ordentlichen Kndigungsfrist anordnen, wenn im Fall einer fristlosen Kndigung wichtige Grnde fehlen (lit. b). Die Entschdigung nach Abs. 1 lit. a wird unter Wrdigung aller Umstnde festgelegt. Sie betrgt in der Regel mindestens sechs Monatslhne und hchstens einen Jahreslohn (Art. 34b Abs. 2 BPG; dazu WYLER/BRIGUET, La fin des rapports de travail dans la fonction publique, 2017, S. 100 f.).
3.3.3. Dieser Entschdigungsrahmen ist auf ordentliche Kndigungen ohne sachlich hinreichende Grnde und auf fristlose Kndigungen ohne wichtige Grnde anwendbar (betreffend die missbruchliche Kndigung vgl. Art. 34c Abs. 1 lit. b und Abs. 2 BPG). Die Entschdigungspflicht bei ungerechtfertigter fristloser Entlassung nach dem Bundespersonalgesetz ist der privatrechtlichen Regelung von Art. 337c Abs. 3 OR nachgebildet. Fr die Bemessung der Entschdigung ist die Praxis zu dieser Bestimmung heranzuziehen (vgl. in BGE 144 III 235 nicht publizierte E. 4.3 des Urteils 4A_7/2018 vom 18. April 2018; BGE 135 III 405 E. 3.1; 123 III 246 E. 6a, 391 E. b/bb). Danach gilt es die Schwere der Persnlichkeitsverletzung zu bercksichtigen, weiter Art und Ausmass des Fehlverhaltens des Arbeitgebers und ein allflliges Mitverschulden des Arbeitnehmers, das Ausmass der Widerrechtlichkeit der fristlosen Entlassung, die finanzielle Situation der Parteien, die Dauer des Arbeitsverhltnisses, das Alter der gekndigten Person, deren soziale Situation und Stellung im Unternehmen resp. in der Verwaltungseinheit sowie die konomischen Auswirkungen der Kndigung. Weiter wird fr die Entschdigung bei ungerechtfertigter fristloser Entlassung im ffentlichen Dienstrecht auf die zivilrechtliche Praxis (zu Art. 337c Abs. 3 OR) abgestellt, wonach solche Leistungen sowohl eine der Genugtuung nahestehende Leistung sind, mit der seelische Unbill angemessen abgegolten werden soll, wie auch gegenber dem Arbeitgeber eine Strafzahlung
sui generis fr das zugefgte Unrecht, hnlich einer Konventionalstrafe (BGE 148 II 551 E. 6.3 bis 6.5; 135 III 405 E. 3.1; 123 V 5 E. 2a). Der Gesetzgeber dachte der "Kompensation fr die mngelbehaftete Kndigung" eine auch prohibitive Wirkung zu; es drfe sich fr den Arbeitgeber nicht "lohnen", einer angestellten Person ohne rechtlich gengenden Grund oder mittels eines fehlerhaften Verfahrens zu kndigen (Botschaft vom 31. August 2011 zu einer nderung des Bundespersonalgesetzes, BBl 2011 6724; vgl. JEAN-PHILIPPE DUNAND, in: Commentaire du contrat de travail, 2. Aufl. 2022, N. 7 zu Art. 336a OR).
3.4. In BGE 148 II 551 (Entscheid 2C_546/2021 vom 31. Oktober 2022 E. 5 und 6) befasste sich das Bundesgericht mit der Frage, ob Entschdigungen bei
missbruchlicher Kndigungeines privatrechtlichen Arbeitsverhltnisses (Art. 336a OR) im Sinn von Art. 24 lit. g DBG vollstndig steuerfrei sind oder aber - mit Blick auf weitere verfolgte Zwecke (pnale Zahlung, Entgelt fr materiellen Schaden) - bloss anteilig. Die Frage war bis anhin umstritten (vgl. die Hinweise auf kantonale Rechtsprechungen und Literaturmeinungen in BGE 148 II 551 E. 6.2 und 6.3). Das Bundesgericht besttigte eine doppelte - die Persnlichkeitsverletzung ausgleichende wie auch gegenber der missbruchlich entlassenden Partei punitive - Funktion der Entschdigung. Ihr Hauptzweck aber bestehe im Ausgleich eines immateriellen Schadens. Der Umstand, dass auch ein Fehlverhalten des Arbeitgebers sanktioniert werde, ndere nichts daran, dass in erster Linie die Behebung einer persnlich-seelischen Unbill ("tort moral") bezweckt werde. Ausserdem sei es praktisch unmglich, den auf die Persnlichkeitsverletzung entfallenden Anteil der Entschdigung abzugrenzen. Somit qualifizierte das Bundesgericht die Entschdigung fr missbruchliche Kndigung als
vollumfnglich steuerfreie Genugtuungsleistung.
Im brigen erwog das Bundesgericht, Entschdigungen bei missbruchlicher Entlassung unterstnden auch der sozialversicherungsrechtlichen Beitragspflicht nicht (BGE 148 II 551 E. 6.1 und 6.5). Nach BGE 123 V 5 E. 5 dienen Entschdigungen nach Art. 336a und 337c Abs. 3 OR der "Strafe und Prvention" sowie "allenfalls der Genugtuung". Deshalb sind sie nicht massgebender Lohn im Sinn von Art. 5 Abs. 2 AHVG, dies im Gegensatz zum Lohnersatz gemss Art. 337c Abs. 1 OR und zu anderen Entgelten des Arbeitgebers bei Beendigung des Arbeitsverhltnisses, die wenigstens mittelbar einen Lohn- oder lohnhnlichen Charakter aufweisen oder entsprechende (Ersatz-) Forderungen abgelten sollen.
4.
4.1. Der mit Verfgung des Bundesamts vom 31. Mrz 2016 ausgesprochenen fristlosen Kndigung lagen im Wesentlichen folgende Vorwrfe an den Beschwerdefhrer zugrunde: Er habe seinem Arbeitgeber wiederholt und ber Jahre hinweg nicht entstandene Auslagen in Rechnung gestellt. Bei Dienstreisen habe er sich zu viel Arbeitszeit anrechnen lassen. Zudem habe er gegen Compliance-Leitlinien verstossen, indem er im Zusammenhang mit der Sonderprfung eines externen Unternehmens trotz (verschwiegener) freundschaftlicher Beziehungen zu diesem nicht in den Ausstand getreten sei. In einem internen Auditbericht habe er gravierende Fehler und Mngel dieses Unternehmens nicht erwhnt. Schliesslich habe er es versumt, dem Arbeitgeber eine Nebenbeschftigung (Verwaltungsratsprsidium eines Familienunternehmens), die einen Interessenkonflikt mit seiner hauptberuflichen Ttigkeit bewirkt habe, zu melden und sie bewilligen zu lassen.
4.2. Das gegen die fristlose Auflsung des Arbeitsverhltnisses angerufene Bundesverwaltungsgericht (vgl. Art. 36 Abs. 1 BPG) erkannte mit Urteil vom 16. Mrz 2017, die jahrelang praktizierte falsche Abrechnung von Spesen und die falsche Arbeitszeiterfassung im Zusammenhang mit Dienstreisen stellten schwere resp. erhebliche Treuepflichtverletzungen dar. Demgegenber komme weiteren Vorkommnissen nur untergeordnete Bedeutung zu. Mit Blick auf die leitende Position des Beschwerdefhrers seien die Verfehlungen insgesamt als schwerwiegende Verletzung der Treuepflicht zu betrachten, aufgrund derer eine Fortsetzung des Arbeitsverhltnisses objektiv nicht mehr zumutbar sei. Allerdings seien die fr die Massnahme massgeblichen wichtigen Grnde (Art. 10 Abs. 4 BPG) dem Arbeitgeber sptestens im Oktober 2015 bekannt gewesen. Es sei nicht ersichtlich, dass dieser in der Zeit bis zum 19. Februar 2016, als er seine Kndigungsabsicht kundtat, noch begrndete Abklrungen zu den erhobenen Vorwrfen vorgenommen habe. Die um mehrere Monate verzgerte Auflsung des Arbeitsverhltnisses zeige, dass in subjektiver Hinsicht keine wichtigen Grnde fr eine fristlose Kndigung vorgelegen htten. Die - objektiv begrndete - Massnahme sei versptet ausgesprochen worden und das Kndigungsrecht bereits verwirkt gewesen.
Zu den Folgen der aus diesem Grund ungerechtfertigten fristlosen Kndigung erwog das Bundesverwaltungsgericht, den Umstnden nach liege eine bloss leichte Persnlichkeitsverletzung vor; als solche rechtfertige sie an sich nur eine Entschdigung in Hhe des (regelhaften) Mindestbetrags von sechs Monatslhnen (Art. 34b Abs. 2 BPG). Angesichts der relativ langen Anstellungsdauer und des fortgeschrittenen Alters des Beschwerdefhrers, das einen beruflichen Wiedereinstieg deutlich erschweren drfte, sei die Entschdigung jedoch auf acht Bruttomonatslhne zu erhhen.
Schliesslich verwarf das Bundesverwaltungsgericht die Rechtsauffassung des Beschwerdefhrers, die Kndigung sei missbruchlich erfolgt und msse auch unter diesem Titel entschdigt werden. Eine missbruchliche Kndigung sei gegeben, wenn sie z.B. wegen einer das Arbeitsverhltnis nicht tangierenden persnlichen Eigenschaft ausgesprochen werde oder weil die andere Partei nach Treu und Glauben Ansprche aus dem Arbeitsverhltnis geltend mache (vgl. Art. 6 Abs. 2 BPG in Verbindung mit Art. 336 OR). Auch die Art und Weise der Ausbung einer Kndigung knne missbruchlich sein. Im Fall des Beschwerdefhrers gebe es aber keine konkreten Hinweise, dass das Arbeitsverhltnis nicht wegen der Treuepflichtverletzungen, sondern aus anderen Grnden (wie sein fortgeschrittenes Alter oder ein Konflikt am Arbeitsplatz) aufgelst worden sei. Ebensowenig erscheine die Art und Weise der Kndigung missbruchlich.
5.
5.1. Im angefochtenen Urteil verweist das bernische Verwaltungsgericht auf seine Rechtsprechung und diejenige verschiedener anderer Kantone, wonach bei der Qualifizierung der Entschdigung im Hinblick auf Art. 24 lit. g DBG anhand der tatschlichen Verhltnisse zu differenzieren sei. Von der Steuerpflicht ausgenommen sei der jeweils als Genugtuung zu qualifizierende Anteil der zugeflossenen Entschdigung, nicht aber die pnale Komponente (vgl. E. 3.4 des angefochtenen Urteils mit Hinweisen). Zudem kompensiere die Entschdigung Privilegien, die mit der Revision des BPG (Flexibilisierung der ffentlich-rechtlichen Arbeitsverhltnisse) weggefallen seien. Die Nhe des Entschdigungsanspruchs zum frheren Anspruch auf Weiterbeschftigung (vgl. aArt. 14 Abs. 3 BPG in der bis Ende Juni 2013 geltenden Fassung; Art. 34c BPG) lasse darauf schliessen, dass die Entschdigungszahlungen die Weiterbeschftigung ersetzten und damit einem (steuerbaren) Ersatzeinkommen entsprchen, zumal eine Entschdigung auch bei ordentlicher Kndigung ohne hinreichende Grnde infrage komme, obwohl dort jedenfalls keine besonders schwere Persnlichkeitsverletzung bestehe. Das BPG stelle den Arbeitnehmer im Vergleich zum OR (maximal sechs Monatslhne) bewusst besser (mindestens sechs Monatslhne und hchstens ein Jahreslohn). Der bisherigen bernischen Praxis zur steuerlichen Beurteilung von Entschdigungen nach Art. 336a und 337c OR folgend bleibe es weiterhin angezeigt, gesttzt auf die tatschlichen Verhltnisse im Einzelfall zu ermitteln, ob und in welchem Umfang eine Entschdigung wegen ungerechtfertigter fristloser Entlassung eine steuerfreie Genugtuungsleistung darstelle.
Damit bleibe unter Wrdigung aller Umstnde (Art. 34b Abs. 2 BPG und Art. 337c Abs. 3 OR) zu prfen, ob angesichts der vom Bundesverwaltungsgericht angenommenen leichten Persnlichkeitsverletzung ein Genugtuungsanteil ausgeschieden und von der Besteuerung ausgenommen werden msse. Das Bundesverwaltungsgericht habe die fristlose Kndigung fr unrechtmssig erachtet, weil sie versptet ausgesprochen worden sei. Dies verletze die Persnlichkeit des Beschwerdefhrers - der sich schwerwiegende Treuepflichtverletzungen habe zuschulden kommen lassen - nicht dergestalt, dass ihm eine Genugtuung zustehe. Auch aus Grnden der Praktikabilitt erscheine es jedenfalls nicht rechtsfehlerhaft anzunehmen, bei der dem Beschwerdefhrer ausbezahlten Entschdigung nach Art. 34b Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Abs. 2 BPG handle es sich insgesamt um keine steuerfreie Einkunft gemss Art. 24 lit. g DBG.
5.2. Die Beschwerdefhrer betonen, die Grundstze zu Art. 336a OR (missbruchliche Kndigung) betreffend die massgebenden Bemessungsfaktoren und die Zielsetzung der Entschdigung glten auch im Anwendungsbereich von Art. 337c Abs. 3 OR (ungerechtfertigte fristlose Kndigung). Zu Recht habe die Vorinstanz auch die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Funktion entsprechender Entschdigungen aus privatrechtlichen Arbeitsverhltnissen auf die diejenigen aus ffentlichem Personalrecht (Art. 34b Abs. 1 lit. a BPG) bertragen. Nach BGE 148 II 551 seien Entschdigungen wegen missbruchlicher Kndigung vollstndig als steuerfreie Genugtuungszahlungen zu qualifizieren. Damit werde auch sichergestellt, dass die Leistung im Sozialversicherungs- und Steuerrecht gleichmssig verabgabt werde. Wenn die Grundstze zu Art. 336a OR im Anwendungsbereich von Art. 337c Abs. 3 OR einschlgig seien, mssten sie auch im Geltungsbereich von Art. 34b Abs. 1 lit. a BPG zum Tragen kommen. Die Vorinstanz widerspreche sich selbst, wenn sie einerseits (entgegen BGE 148 II 551 E. 6.5) fordere, den Genugtuungsanteil einer Entschdigung im Einzelfall zu ermitteln, und anderseits unter Hinweis auf die Praktikabilitt hinnehme, dass dieser Genugtuungsanteil nur deswegen nicht ausgeschieden werde, weil er gering sei. Eine Qualifizierung als steuerfreie Genugtuungszahlung sei auch deswegen indiziert, weil die lange Anstellungsdauer und das fortgeschrittene Alter den beruflichen Wiedereinstieg erschwerten; die streitgegenstndliche Entschdigung sei deswegen auf acht Bruttolhne erhht worden.
6.
6.1. Nach der steuerrechtlichen Rechtsprechung ist die wegen missbruchlicher Kndigung gemss Art. 336 OR fllige Entschdigung (Art. 336a OR) als "Genugtuungssumme" im Sinn von Art. 24 lit. g DBG zu werten und deswegen steuerfrei. Die Entschdigung dient in erster Linie dem Ausgleich der mit der missbruchlichen Kndigung einhergehenden Persnlichkeitsverletzung. Daneben gibt es weitere Entschdigungsmotive, namentlich die Sanktionierung eines Fehlverhaltens des Arbeitgebers (pnale resp. prohibitive Komponente). Diese fhren aber nicht zur Aufteilung der Entschdigung in einen nicht zu versteuernden Genugtuungsteil und einen weiteren Teil, der als im Sinn von Art. 16 Abs. 1 DBG steuerbares Einkommen zu qualifizieren wre. Die Entschdigungsleistung gilt vielmehr in vollem Umfang als Genugtuungssumme, einerseits weil der Ausgleich des "tort moral" - aus der hier massgebenden Sicht des entlassenen Arbeitnehmers - ihr klarer Hauptzweck ist, anderseits aus praktischen Grnden (fehlender Massstab fr eine objektive Bemessung von Anteilen, analoge Behandlung wie bei sozialversicherungsrechtlicher Beitragserhebung; BGE 148 II 551 E. 5 und 6; oben E. 3.4).
Bezglich der hier strittigen Qualifizierung einer Entschdigung wegen unrechtmssiger fristloser Kndigung (vgl. Art. 34b Abs. 1 lit. a und Abs. 2 BPG; oben E. 3.3) gilt es zu prfen, inwieweit die im Zusammenhang mit der missbruchlichen Kndigung ergangene Rechtsprechung zu bernehmen ist. Dies zunchst hinsichtlich der Frage, ob (wie bei der Entschdigung wegen missbruchlicher Entlassung) gegebenenfalls stets die gesamte Entschdigung einkommenssteuerrechtlich als Genugtuungssumme behandelt werden soll (E. 6.2). Auf dieser Grundlage ist sodann der Frage nachzugehen, ob die Entschdigung wegen unrechtmssiger fristloser Kndigung auch dann noch als Genugtuungsleistung qualifiziert werden kann, wenn die fristlose Entlassung zwar in objektiver Hinsicht gerechtfertigt war, sie aber versptet ausgesprochen wurde und bloss insofern Unrechtmssigkeit gegeben ist (E. 6.3).
6.2.
6.2.1. Gleich wie bei der missbruchlichen Kndigung hat die Entschdigung wegen unrechtmssiger fristloser Entlassung gemss Rechtsprechung neben der Genugtuungs- auch eine pnale Funktion, die Letztere mit repressiver (sanktionierender) und prohibitiver (vorbeugender) Komponente (vgl. oben E. 3.3.3). Dies rechtfertigt indessen keine Differenzierung in einen steuerfreien und einen steuerbaren Anteil: Aus der (hier sinngemss anwendbaren) Praxis zu Art. 337c Abs. 3 OR, wonach fr die Hhe der Entschdigung (neben der Schwere der Persnlichkeitsverletzung) unter anderem Art und Ausmass des Fehlverhaltens des Arbeitgebers sowie das Mass der Widerrechtlichkeit massgebend sind (oben E. 3.3.3), kann nicht auf einen selbstndigen Sanktionsanteil der Entschdigung geschlossen werden, der sich von der Genugtuung abgrenzen liesse. Ist eine erhebliche Persnlichkeitsverletzung eingetreten, verdrngt der konkurrierende pnale Zweck den Genugtuungscharakter der Entschdigung wiederum nicht (vgl. BGE 148 II 551 E. 6.5). Insoweit ist eine Aufteilung in einen Genugtuungs- und einen Sanktionsteil (auch hier) nicht einsichtig.
6.2.2. Als Entschdigungsgrund ohne Genugtuungscharakter fllt bei der Auflsung eines ffentlich-rechtlichen Arbeitsvertrags zustzlich der von der Vorinstanz hervorgehobene Aspekt in Betracht, dass der Bemessungsrahmen nach Art. 34b Abs. 2 BPG (in der Regel mindestens sechs Monatslhne und hchstens ein Jahreslohn) den Arbeitnehmer im Vergleich zu Art. 337c Abs. 3 OR (maximal sechs Monatslhne) "als Gegenleistung fr die Flexibilisierung der Auflsung der Arbeitsverhltnisse und den Verzicht auf die Weiterbeschftigung bei ungltiger Kndigung" besser stellt (Botschaft a.a.O., BBl 2011 6724; vgl. oben E. 5.1). In diesem Zusammenhang hat das Bundesverwaltungsgericht die Entschdigung mit Hinweis auf die relativ lange Anstellungsdauer und das fortgeschrittene Alter des Beschwerdefhrers, das einen beruflichen Wiedereinstieg deutlich erschweren drfte, vom (Regel-) Mindestmass von sechs auf acht Monatslhne erhht (oben E. 4.2). Dabei handelt es sich zwar um einen wirtschaftlichen Gesichtspunkt, dessen Abgeltung nicht als Genugtuungsleistung qualifiziert werden kann. Dennoch kommt auch hier die in BGE 148 II 551 (dort in Bezug auf das Verhltnis zwischen Genugtuungs- und pnalem Element) massgebende berlegung zum Tragen, wonach sich die Qualifizierung nach dem im Vordergrund stehenden Charakter der Entschdigung richtet. Nicht zu verkennen ist auch, dass fr eine Festlegung der Summe, die allein als Abgeltung erlittener Unbill zu werten wre, kein reproduzierbarer Massstab zur Verfgung steht (vgl. BGE 132 II 117 E. 2.2.2; THIERRY OBRIST, in: RDAF 2023 II S. 216).
6.2.3. Nach dem Gesagten ist eine Entschdigung wegen unrechtmssiger fristloser Kndigung nach Art. 34b Abs. 1 lit. a und Abs. 2 BPG immer einheitlich, das heisst hinsichtlich ihres gesamten Umfangs zu qualifizieren. Dient die Entschdigung in erster Linie ("premire finalit"; BGE 148 II 551 E. 6.5) dem Ausgleich einer Persnlichkeitsverletzung (und nicht von arbeitsmarktlichen Nachteilen), so handelt es sich insgesamt um eine Genugtuungssumme im Sinn dieser Bestimmung; andernfalls fehlt ihr diese Eigenschaft zur Gnze.
6.3. Zu prfen bleibt, ob die Vorinstanz den Genugtuungscharakter der Entschdigung im konkreten Fall zu Recht verneint hat.
6.3.1. Eine Entschdigungsleistung hat Genugtuungscharakter, wenn und soweit damit ein ideeller Schaden, eine immaterielle Unbill - allenfalls symbolisch - abgegolten, ein Ausgleich fr seelisches Leiden geboten werden soll. Der Begriff der Genugtuung wird vom Zivilrecht, insbesondere Haftpflichtrecht, geprgt (HUNZIKER/MAYER-KNOBEL, in: Bundesgesetz ber die direkte Bundessteuer, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 4. Aufl. 2022, N. 25 zu Art. 24 DBG). Die Genugtuung (Art. 49 OR) setzt einen objektiv und subjektiv "aussergewhnlich schwer[en]" Eingriff in die Persnlichkeit voraus; eine leichte Persnlichkeitsverletzung gengt nicht (Urteile 6B_6/2021 vom 26. Oktober 2022 E. 1.3.3 und 7B_123/2024 vom 25. September 2025 E. 1.3.2; vgl. BGE 129 III 715 E. 4.4). Diese Anforderung ist - getreu dem Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung (BGE 150 II 519 E. 4.5; 147 II 248 E. 3.5.1; Urteil 9C_113/2025 vom 27. September 2025 E. 2.3.2, zur amtl. Publ. vorgesehen) - im vorliegenden steuerrechtlichen Zusammenhang massgebend. Die dem Art. 337c Abs. 3 OR nachgebildete Entschdigung nach Art. 34b Abs. 1 lit. a BPG ist demnach nur von der Steuerpflicht ausgenommen (Art. 24 lit. g DBG), soweit sie im zivilrechtlichen Sinn Genugtuungsqualitt hat.
Mit Bezug auf missbruchliche Entlassungen hat das Bundesgericht bereits entschieden, dass es sich bei der entsprechenden Entschdigung um eine Genugtuungszahlung im Sinn von Art. 24 lit. g DBG handelt (BGE 148 II 551; oben E. 3.4). Die mit einer missbruchlichen Entlassung einhergehende Persnlichkeitsverletzung liegt ohne Weiteres auf der Hand, wenn man die entsprechenden Tatbestnde in Art. 336 Abs. 1 und 2 OR betrachtet, so etwa wenn die Kndigung (jeweils ohne sachliche Rechtfertigung) wegen einer zur Persnlichkeit gehrenden Eigenschaft, wegen der Ausbung eines verfassungsmssigen Rechts oder wegen der Beanspruchung von verbrieften Arbeitnehmerrechten ausgesprochen wird. Erfolgt eine fristlose Entlassung, obwohl kein wichtiger Grund gegeben ist, so verletzt dies, zumal mit Blick auf ihre stigmatisierende Wirkung, die Persnlichkeit des entlassenen Arbeitnehmers regelmssig ebenfalls in einem Mass, das eine Genugtuung rechtfertigt. Whrend die Missbruchlichkeit jedoch
per se die Persnlichkeit erheblich tangiert, kommen als unrechtmssige fristlose Entlassung auch Konstellationen infrage, bei denen dies nicht zutrifft; so kann die Unrechtmssigkeit auch in einer blossen Versptung begrndet sein. Insoweit wird die grundstzliche Gleichartigkeit der Entschdigungen nach Art. 336a und 337c Abs. 3 OR (vgl. BGE 135 III 405 E. 3.1) durchbrochen, weil der bei Anwendung von Art. 24 lit. g DBG ausschlaggebende berwiegende Genugtuungscharakter in den Fllen von Art. 336a OR den dortigen Kndigungsgrnden immanent ist, dies aber nicht in allen Fllen nach Art. 337c Abs. 3 OR zutrifft.
Fr den vorliegenden Fall hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass wichtige Grnde fr eine fristlose Auflsung des ffentlich-rechtlichen Arbeitsverhltnisses zwar gegeben waren, die Massnahme aber ausgesprochen wurde, nachdem die grundstzlich bestehende Befugnis zur fristlosen Kndigung bereits verwirkt war. In dieser Konstellation beschrnkt sich das Unrechtselement auf den Umstand, dass der Beschwerdefhrer einer unntigen Belastung ausgesetzt wurde, weil ihn der ffentlich-rechtliche Arbeitgeber zu lange ber sein weiteres Vorgehen im Ungewissen liess, ohne dass dies noch durch verfahrensrechtliche Grnde gedeckt gewesen wre, die im ffentlichen Sektor durchaus einen (im Vergleich zum Zivilrecht) hheren Zeitbedarf vor dem Aussprechen der fristlosen Kndigung bedingen (dazu BGE 138 I 113 E. 6.2 ff.). Folgerichtig ist das Bundesverwaltungsgericht davon ausgegangen, aus Sicht des Entlassenen sei eine nur leichte Persnlichkeitsverletzung gegeben (oben E. 4.2).
6.3.2. Erfolgt die Zusprechung einer Entschdigung nach Art. 34b Abs. 1 lit. a BPG aufgrund einer Kndigung, die objektiv begrndet gewesen wre, aber wegen (durch Zeitablauf eingetretene) Verwirkung des Kndigungsrechts letztlich unrechtmssig ist, wiegt die Persnlichkeitsverletzung nicht so schwer, dass die Entschdigung als Genugtuungssumme im Sinn von Art. 24 lit. g DBG gelten knnte. Art. 24 lit. g DBG ist - als Ausnahme von der Einkommensgeneralklausel (oben E. 3.1) - restriktiv auszulegen (BGE 148 II 551 E. 5.1; 146 II 6 E. 4.1). Es besteht keine gesetzliche Grundlage, um arbeitsrechtliche Entschdigungen, denen keine Genugtuungsqualitt zukommt, von der Steuerpflicht auszunehmen.
Unter dem Gesichtspunkt einer praktikablen Rechtsanwendung bleibt anzumerken, dass die Zusprechung einer Entschdigung nach Art. 34b Abs. 1 lit. a BPG allein wegen Verfahrensfehlern oder dem verspteten (verwirkten) Aussprechen einer objektiv begrndeten fristlosen Entlassung ohne bermssigen Aufwand vom Regelfall abgegrenzt werden kann, in dem die zur Annahme einer Genugtuung im Sinn von Art. 24 lit. g DBG erforderliche Schwere der Persnlichkeitsverletzung zu bejahen ist.
6.4. In BGE 148 II 551 (E. 6.1 und 6.5) hat das Bundesgericht auf die sozialversicherungsrechtliche Betrachtungsweise hingewiesen, wonach Entschdigungen gemss Art. 336a und 337c Abs. 3 OR nicht zum massgebenden (AHV-beitragspflichtigen) Lohn im Sinn von Art. 5 Abs. 2 AHVG gehren (BGE 123 V 5 E. 5; oben E. 3.4; vgl. auch die Wegleitung des Bundesamts fr Sozialversicherungen ber den massgebenden Lohn in der AHV, IV und EO [WML; hier massgebender Stand vom Januar 2017] Ziff. 2083). Arbeitsrechtliche Entschdigungen sind unabhngig von ihrer Qualifizierung als Genugtuungsleistung AHV-rechtlich beitragsfrei, solange es sich nicht um massgebenden Lohn (Lohn, lohnhnliches Arbeitsentgelt oder Lohnersatz) handelt. Demgegenber besteht die steuerrechtliche Befreiung einzig fr "die Zahlung von Genugtuungssummen" (Art. 24 lit. g DBG). Die steuerrechtliche Beurteilung entspricht zwar hufig der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation, bleibt aber eigenstndig und kann folglich auch anders ausfallen (vgl. BGE 111 V 81 E. 6; Urteil 2A.344/1991 vom 22. Dezember 1992 E. 2c). Die sozialversicherungsrechtliche Beitragsfreiheit ist dem Umstand geschuldet, dass die Entschdigungen nach Art. 336a und 337c Abs. 3 OR , die "ausschliesslich der Strafe und Prvention sowie allenfalls der Genugtuung" dienen, keinen - auch keinen mittelbaren - rechtlichen oder wirtschaftlichen Bezug zur Entlhnung oder ihrer ersatzweisen Abgeltung haben (BGE 123 V 5 E. 5). Sie prjudiziert die steuerrechtliche Beurteilung daher nicht.
III. Kantons- und Gemeindesteuern
7.
Die einschlgigen Bestimmungen des kantonalen Steuerrechts (Einkommenssteuer: Art. 1 Abs. 1 lit. a des bernischen Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG/BE; BSG 661.11]; Einkommensgeneralklausel: Art. 19 Abs. 1 und Art. 20 Abs. 1 StG /BE; steuerbare Ersatzeinkommen: Art. 28 lit. a StG/BE; steuerfreie Genugtuungssummen: Art. 29 lit. h StG/BE) stimmen im Wesentlichen mit den Vorschriften des DBG (oben E. 3.1) berein und sind berdies harmonisiert (Art. 7 Abs. 1 und Abs. 4 lit. i StHG). Es kann folglich auf die Erwgungen zur direkten Bundessteuer verwiesen werden. Auch fr die Kantons- und Gemeindesteuern ergibt sich demnach, dass die streitgegenstndliche Entschdigung nicht unter die Ausnahmeklausel von Art. 29 lit. h StG/BE fllt und somit zum steuerbaren Einkommen gehrt.
IV. Verfahrensausgang, Kosten und Entschdigung
8.
Die Beschwerde erweist sich sowohl betreffend die direkte Bundessteuer als auch betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern als unbegrndet. Die Gerichtskosten sind ausgangsgemss den Beschwerdefhrern aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Die kantonale Steuerverwaltung hat keinen Anspruch auf eine Parteientschdigung (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Demnach erkennt das Bundesgericht:
1.
Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer wird abgewiesen.
2.
Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern wird abgewiesen.
3.
Die Gerichtskosten von Fr. 4'000.- werden den Beschwerdefhrern auferlegt.
4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, und der Eidgenssischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 19. Januar 2026
Im Namen der III. ffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Prsidentin: Moser-Szeless
Der Gerichtsschreiber: Traub