# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44fab0e1-7c48-5f73-a4e0-17e0a3d558ba
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-10
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 10.11.2023 SK 2021 243
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-243_2023-11-10.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 21 243

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 10. November 2023 

Besetzung Oberrichter Wuillemin (Präsident i.V.), Oberrichter Zbinden, Ober-
gerichtssuppleantin Marti-Schreier
Gerichtsschreiber Weibel

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter 1/Anschlussberufungsführer 

C.________
a.v.d. Rechtsanwalt D.________

Beschuldigter 2/Berufungsführer 1

E.________
v.d. Rechtsanwalt F.________

Beschuldigter 3/Straf- und Zivilkläger gegen Beschuldigte 1+2/Be-
rufungsführer 2

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin 3 gegen Beschuldigten 1

Gegenstand versuchte schwere Körperverletzung, evtl. einfache Körperverlet-
zung, Raufhandel

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 13. Januar 2021 (PEN 2019 970-972)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegialgericht in Dreierbesetzung; nachfol-
gend Vorinstanz) fällte betreffend A.________ (Beschuldigter 1/Anschlussberu-
fungsführer [nachfolgend Beschuldigter 1]), C.________ (Beschuldigter 2/Beru-
fungsführer 1 [nachfolgend Beschuldigter 2]) und E.________ (Beschuldigter 
3/Straf- und Zivilkläger gegen die Beschuldigten 1 und 2/Berufungsführer 2 [nach-
folgend Beschuldigter 3]) am 13. Januar 2021 das folgende Urteil (pag. 690 ff.; 
Hervorhebungen im Original):

A. A.________ 

I.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der versuchten schweren Körperverletzung, evtl. einfachen Körperverlet-
zung an einer wehrlosen Person, angeblich begangen am 30.6.2018 in Bern z.N. E.________.

Die anteilsmässigen Verfahrenskosten (1/2) von CHF 11'301.25 werden dem Kanton Bern aufer-
legt. 

Auf die Ausrichtung einer persönlichen Entschädigung wird verzichtet. Für die amtliche Verteidigung 
von A.________ wird Rechtsanwalt B.________ eine anteilsmässige Entschädigung von CHF 
6'209.30 (inkl. Anteil Auslagen und Mehrwertsteuer) ausgerichtet. 

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

des Raufhandels, begangen am 30.6.2018 in Bern, 

und in Anwendung der Art. 34, 42, 44, 47, 133 Abs. 1 StGB, Art. 418, 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 70.00, ausmachend total CHF 2'100.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 
festgesetzt.

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 350.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 5 Tage festgesetzt.

3. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 3'603.75 und Auslagen von CHF 163.35, insgesamt bestimmt auf CHF 3'767.05 (ohne 
Kosten für die amtliche Verteidigung).

[Kostentabelle]

3

III.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

[Honorartabelle]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 6'209.30. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 1'543.70 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 
Abs. 4 StPO).

IV.

1. A.________ wird in Anwendung von Art. 41, 44, 46, 47 und 50 OR sowie Art. 126 SPO verurteilt: 

a) zur Bezahlung von CHF 1'500.00 Genugtuung an den Privatkläger E.________, 
zuzüglich 5% Zins ab dem 30.6.2018, unter solidarischer Haftbarkeit mit C.________,  

b) zur Bezahlung von CHF 591.20 Schadenersatz an den Privatkläger E.________, 
zuzüglich 5% Zins ab dem 1.8.2019, unter Vorbehalt der Nachklage innerhalb von zwei 
Jahren, unter solidarischer Haftbarkeit mit C.________. 

c) zum Ersatz der anteilsmässigen Parteikosten des Privatklägers E.________, ausma-
chend CHF 1'500.00, unter solidarischer Haftbarkeit mit C.________. 

2. Soweit weitergehend wird die Zivilklage von E.________ abgewiesen. 

V.

Weiter wird verfügt:

1. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt 
(Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

2. Die beschlagnahmten Schuhe der Marke Timberland, Eurobrook 6322r, Gr. 9, schwarz (zurzeit 
beim KTD) werden A.________ nach Rechtskraft des Urteils herausgegeben. 

B. C.________

I.

C.________ wird schuldig erklärt:

des Raufhandels, begangen am 30.6.2018 in Bern, 

und in Anwendung der Art. 34, 42, 44, 47, 133 Abs. 1 StGB, Art. 418, 426 Abs. 1 StPO

4

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 110.00, ausmachend total CHF 3'300.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 550.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 5 Tage festgesetzt.

3. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 3'603.75 und Auslagen von CHF 163.35, insgesamt bestimmt auf CHF 3'767.05.

[Kostentabelle]

II.

1. C.________ wird in Anwendung von Art. 41, 44, 46, 47 und 50 OR sowie Art. 126 SPO verurteilt: 

a) zur Bezahlung von CHF 1'500.00 Genugtuung an den Privatkläger E.________, 
zuzüglich 5% Zins ab dem 30.6.2018, unter solidarischer Haftbarkeit  mit 
A.________,

b) zur Bezahlung von CHF 591.20 Schadenersatz an den Privatkläger E.________, 
zuzüglich 5% Zins ab dem 1.8.2019, unter Vorbehalt der Nachklage innerhalb von zwei 
Jahren, unter solidarischer Haftbarkeit mit A.________, 

c) zum Ersatz der anteilsmässigen Parteikosten des Privatklägers E.________, ausma-
chend CHF 1'500.00, unter solidarischer Haftbarkeit mit A.________. 

2. Soweit weitergehend wird die Zivilklage von E.________ abgewiesen. 

III.

Weiter wird verfügt:

Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erhobenen 
biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 
lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Da-
ten).

C. E.________ 

I.

E.________ wird schuldig erklärt:

des Raufhandels, begangen am 30.6.2018 in Bern, 

und in Anwendung der Art. 34, 42, 44, 47, 54, 133 Abs. 1 StGB, Art. 418, 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 80.00, ausmachend total CHF 1'600.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

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2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 400.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 5 Tage festgesetzt.

3. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 3'603.75 und Auslagen von CHF 163.35, insgesamt bestimmt auf CHF 3'767.05 (ohne 
Kosten für die amtliche Verteidigung).

[Verfahrenskosten]

II.

Weiter wird verfügt:

Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erhobenen 
biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 
lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Da-
ten).

D.

1. Wird keine schriftliche Urteilsbegründung verlangt oder notwendig, reduzieren sich die gesamten 
Verfahrenskosten um CHF1’500.00 (Gebühren Gericht statt CHF13’500.00 neu CHF12’000.00). 

2. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung und Gang des Verfahrens

Gegen dieses Urteil betreffend den Beschuldigten 1 meldete die Regionale Staats-
anwaltschaft Bern-Mittelland mit Eingabe vom 22. Januar 2021 die Berufung an 
(pag. 700). Sodann meldeten der Beschuldigte 3, privat verteidigt durch Rechtsan-
walt F.________, mit Eingabe vom 22. Januar 2021 (pag. 701) und der Beschuldig-
te 2, damals privat verteidigt durch Rechtsanwalt D.________, mit Eingabe vom 
25. Januar 2021 (pag. 706) die Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz an. Die 
schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 10. Juni 2021 (pag. 712 ff.). Sämtlichen 
Beschuldigten wurde die Urteilsbegründung am 15. Juni 2021 zugestellt (pag. 776 
f.).

Mit frist- und formgerechter Berufungserklärung vom 1. Juli 2021 focht die General-
staatsanwaltschaft den Freispruch des Beschuldigten 1 vom Vorwurf der versuch-
ten schweren Körperverletzung, evtl. Körperverletzung an einer wehrlosen Person 
und die Strafzumessung an (pag. 788 f.). Der Beschuldigte 3 erklärte frist- und 
formgerecht mit Eingabe vom 5. Juli 2021 die Berufung gegen das Urteil der Vorin-
stanz, wobei er diese auf den Freispruch des Beschuldigten 1 vom Vorwurf der 
versuchten schweren Körperverletzung, evtl. einfacher Körperverletzung an einer 
wehrlosen Person und den Schuldspruch gegen den Beschuldigten 3 wegen Rauf-
handels und den damit verbundenen Folgen (u. a. Strafe und Verpflichtung zur 
Tragung der anteilsmässigen Verfahrenskosten) beschränkte (pag. 791 ff.). So-
dann focht der Beschuldigte 2 mit frist- und formgerechter Berufungserklärung vom 
5. Juli 2021 den Schuldspruch wegen Raufhandels des Beschuldigten 2, die Sank-
tion, die Auferlegung der Verfahrenskosten, die Genugtuung, den Schadenersatz, 
den Ersatz der anteilsmässigen Parteikosten des Privatklägers, die angemessene 

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Entschädigung der Verteidigungskosten und die Löschung der erkennungsdienstli-
chen Erfassung an (Bst. B Ziff. I, II und III des erstinstanzlichen Urteildispositivs) an 
(pag. 799 ff.).

Mit Eingabe vom 27. Juli 2021 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, kein Nicht-
eintreten auf die Berufungen der Beschuldigten 2 und 3 zu beantragen und auf das 
Erklären einer Anschlussberufung zu verzichten (pag. 809). Der Beschuldigte 2 teil-
te mit Eingabe vom 11. August 2021 mit, es werde kein Nichteintreten auf die Beru-
fungen beantragt (pag. 810 f.). Mit Eingabe vom 11. August 2021 schloss sich der 
Beschuldigte 1 den Berufungen der Generalstaatsanwaltschaft und des Beschul-
digten 3 an, wobei er die Anschlussberufung auf den Schuldspruch des Beschul-
digten 1 wegen Raufhandels und die entsprechenden Folgen (insb. Strafe, Verfah-
renskosten, Entschädigung und Zivilansprüche des Beschuldigten 3) beschränkte. 
Weiter erklärte er, es sei von Amtes wegen zu prüfen, ob die Berufungserklärung 
des Beschuldigten 3 fristgerecht eingegangen sei (pag. 813 ff.). Die Generalstaats-
anwaltschaft teilte mit Eingabe vom 20. August 2021 mit, dass kein Grund für ein 
Nichteintreten auf die Anschlussberufung des Beschuldigten 1 bestehe (pag. 821 
ff.). Die Kammer stellte mit Beschluss vom 31. März 2022 fest, dass sich der Be-
schuldigte 3 sich nicht zur Frage des Nichteintretens auf die Anschlussberufung 
des Beschuldigten 1 vernehmen liess (pag. 823 f.).

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 8. November 2023 statt 
(pag. 1080 ff.).

3. Einsetzung einer amtlichen Verteidigung des Beschuldigten 2

Mit Berufungserklärung vom 5. Juli 2023 beantragte Rechtsanwalt D.________ die 
Anordnung einer amtlichen Verteidigung des Beschuldigten 2 unter gleichzeitiger 
Einsetzung des Unterzeichnenden als amtlichen Anwalt (pag. 801). Am 22. Juli 
2021 verfügte die Verfahrensleitung, über das Gesuch des Beschuldigten 2 um 
Einsetzung von Rechtsanwalt D.________ als amtlicher Verteidigung werde nach 
Eingang der in Aussicht gestellten Unterlagen zu den finanziellen Verhältnissen 
entschieden (pag. 804). Sodann wurde Rechtsanwalt D.________ mit Beschluss 
vom 31. März 2022 aufgefordert, innert Frist die in Aussicht gestellten Unterlagen 
zum Gesuch um amtliche Verteidigung einzureichen (pag. 824). Mit Eingabe vom 
26. April 2023 reichte Rechtsanwalt D.________ die eingeforderten Dokumente zur 
Ergänzung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege ein (pag. 836 ff.). Mit Ein-
gabe vom 25. Juli 2022 beantragte die Generalstaatsanwaltschaft die Abweisung 
des Gesuchs des Beschuldigten 2 um Beiordnung eines amtlichen Anwalts 
(pag. 865 f.). Der Beschuldigte 2 nahm innert erstreckter Frist mit Eingabe vom 
16. September 2022 Stellung zur Eingabe der Generalstaatsanwaltschaft und hielt 
am gestellten Gesuch um Beiordnung einer amtlichen Verteidigung fest (pag. 889). 
Mit Beschluss vom 23. März 2023 wurde das Gesuch des Beschuldigten 2 gutge-
heissen und diesem rückwirkend auf den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung 
Rechtsanwalt D.________ als amtlicher Verteidiger beigeordnet (pag. 1010 ff.).

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4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit Berufungserklärung vom 5. Juli 2021 stellte Rechtsanwalt F.________ namens 
des Beschuldigten 3 weitere Beweisanträge: Er beantragte, das Institut für 
Rechtsmedizin (IRM) sei unter Vorlage der vorinstanzlichen amtlichen Akten 
pag. 117 bis 139 (KTD-Bericht vom 18. Juli 2018) und 140 bis 143 (IRM-Gutachten 
vom 24. Juli 2018) zur Einreichung eines Zusatzgutachtens aufzufordern, worin zu 
beantworten sei, welche der Verletzungen, die durch das IRM am 30. Juni 2018 an-
lässlich der körperlichen Untersuchung des Beschuldigten 3 festgestellt wurden, 
eher auf ein Entstehen im Rahmen eines Sturzes, welche hingegen eher auf eine 
Entstehung durch direkte menschliche Gewalteinwirkung und welche Verletzungen 
insbesondere auf einen Sturz des Beschuldigten 3 auf eine Treppe/Treppenstufe 
hindeuten würden. Sodann wurde beantragt, G.________ als Zeuge vorzuladen 
(pag. 793 f.). Mit Eingabe vom 27. Juli 2021 verzichtete die Generalstaatsanwalt-
schaft auf eine Stellungnahme zu den Beweisanträgen des Beschuldigten 3 
(pag. 809). Rechtsanwalt D.________ erklärte namens und im Auftrag des Be-
schuldigten 2, auf eine ausführliche Stellungnahme zu den Beweisanträgen zu ver-
zichten; führte indes aus, dass sich das aktenkundige Gutachten des IRM bereits 
ausführlich mit den Verletzungen des Beschuldigten 3 auseinandersetze 
(pag. 810). Mit Eingabe vom 11. August 2023 beantragte Rechtsanwalt 
B.________ namens und im Auftrag des Beschuldigten 1 die Abweisung der Be-
weisanträge des Beschuldigten 3 (pag. 815). Mit Beschluss vom 31. März 2022 
wurden die Beweisanträge des Beschuldigten 3 gutgeheissen (pag. 823 f.). Mit 
Verfügung vom 19. September 2022 wurde das rechtsmedizinische Aktengutach-
ten des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) vom 15. September 2022 (pag. 923 ff.) zu 
den Akten erkannt (pag. 919 f.). 

Mit Eingabe vom 29. September 2022 erklärten die Generalstaatsanwaltschaft und 
mit Eingabe vom 4. November 2022 der Beschuldigte 1, keine Zusatzfragen zum 
Gutachten zu haben (pag. 935 resp. pag. 948). Der Beschuldigte 3 beantragte mit 
Eingabe vom 7. November 2022 die Zulassung von Zusatzfragen zum rechtsmedi-
zinischen Aktengutachten vom 15. September 2022 (pag. 952 ff.). Die Verfahrens-
leitung stellte mit Verfügung vom 14. November 2022 fest, dass der Beschuldigte 2 
sich betreffend allfälliger Zusatzfragen zum Gutachten nicht vernehmen liess 
(pag. 959). Die Generalstaatsanwaltschaft und der Beschuldigte 1 verzichteten mit 
Eingaben vom 17. November 2022 (pag. 963) resp. 6. Dezember 2022 (pag. 968) 
auf eine Stellungnahme zu den Zusatzfragen des Beschuldigten 3. Mit Beschluss 
vom 14. Dezember 2022 wurde festgestellt, dass der Beschuldigte 2 sich nicht ver-
nehmen liess und der vom Beschuldigten 3 gestellte Antrag um Zulassung von Zu-
satzfragen gutgeheissen (pag. 970 ff.). Mit Verfügung vom 19. Januar 2023 wurde 
das ergänzende rechtsmedizinische Aktengutachten des Instituts für Rechtsmedi-
zin (IRM) vom 10. Januar 2023 (pag. 982 ff.) zu den Akten erkannt (pag. 987). Mit 
Eingaben vom 30. Januar 2023 resp. 6. Februar 2023 verzichteten der Beschuldig-
te 1 und 3 auf die Einreichung allfälliger Bemerkungen zum rechtsmedizinischen 
Aktengutachten vom 10. Januar 2023 (pag. 1001 resp. pag. 1003). 

Von Amtes wegen wurden im Hinblick auf die oberinstanzliche Hauptverhandlung 
aktuelle Strafregisterauszüge, datierend vom 24. Oktober 2023 (pag. 1071 [Be-

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schuldigter 1], pag. 1072 [Beschuldigter 2] und pag. 1073 f. [Beschuldigter 3]) so-
wie aktuelle Leumundsberichte inkl. Berichte zu den wirtschaftlichen Verhältnissen 
(datierend vom 11. Oktober 2023 [Beschuldigter 1; pag. 1052 ff.], 10. Oktober 2023 
[Beschuldigter 2; pag. 1060 ff.] und 13. Oktober 2023 [Beschuldigter 3; pag. 1049 
ff.]) eingeholt. Sodann wurden die Akten im Strafverfahren BM 22 31903 gegen den 
Beschuldigten 1 bei der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland sowie die 
Akten im Strafverfahren BM 21 17789 im Strafverfahren gegen den Beschuldigten 
3 beim Regionalgericht Bern-Mittelland ediert, welche anlässlich der Berufungsver-
handlung vom 8. November 2023 den Parteien zur Einsicht aufgelegt wurden 
(pag. 1081 f.) Sodann wurden anlässlich der Berufungsverhandlung der Zeuge 
G.________ (pag. 1083 ff.) und die Beschuldigten 1, 2 und 3 einvernommen (pag. 
1102 ff., pag. 1093 ff. resp. pag. 1087 ff.).

5. Anträge der Parteien

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte in oberer Instanz die folgenden Anträge 
(pag. 1133 ff.; Hervorhebungen im Original):

A. A.________

I.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. der versuchten schweren Körperverletzung, begangen am 30. Juni 2018 in Bern z.N. von 
E.________;

2. des Raufhandels, begangen am 30. Juni 2018 in Bern.

II.

A.________ sei in Anwendung von Art. 22, 34, 40, 42, 43, 44, 47, 122, 133 Abs. 1 StGB, 
Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, davon 6 Monate unbedingt und 24 Monate bedingt 
mit einer Probezeit von 2 Jahren;

2. zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 100.00, ausmachend total CHF 3'000.00, wo-
bei der Vollzug der Geldstrafe mit einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben sei

3. zu einer Verbindungsbusse von CHF 500.00 (Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen);

4. zur Bezahlung der auf ihn entfallenden erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. 
eine angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

B. C.________

I.

C.________ sei schuldig zu erklären des Raufhandels, begangen am 30. Juni 2018 in Bern.

II.

C.________ sei in Anwendung von Art. 34, 42, 44, 47, 133 Abs. 1 StGB, Art. 426 ff. StPO

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1. zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 110.00, ausmachend total CHF 3'300.00, wo-
bei der Vollzug der Geldstrafe mit einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben sei;

2. zu einer Verbindungsbusse von CHF 550.00 (Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen);

3. zur Bezahlung der auf ihn entfallenden erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. 
eine angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

C. E.________

I.

E.________ sei schuldig zu erklären des Raufhandels, begangen am 30. Juni 2018 in Bern.

II.

E.________ sei in Anwendung von Art. 34, 42, 44, 47, 54, 133 Abs. 1, Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 140.00, ausmachend total CHF 2'800.00, wo-
bei der Vollzug der Geldstrafe mit einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben sei;

2. zu einer Verbindungsbusse von CHF 700.00 (Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen);

3. zur Bezahlung der auf ihn entfallenden erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. 
eine angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

D.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Die Honorare der amtlichen Verteidiger seien gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

2. Das Gericht habe über die Aufbewahrung bzw. Löschung der erhobenen erkennungsdienstli-
chen Daten zu verfügen.

Rechtsanwalt F.________ beantragte oberinstanzlich im Namen des Beschuldig-
ten 3 Folgendes (pag. 1136 f.; Hervorhebungen im Original):

1. E.________ sei freizusprechen vom Vorwurf des Raufhandels gemäss Anklageschrift vom 
27.11.2019 Ziffer I.C., angeblich begangen am 30.06.2018.

2. A.________ sei schuldig zu sprechen wegen versuchter schwerer Körperverletzung, began-
gen am 30.06.2018 in Bern, zum Nachteil von E.________ (Anklageschrift vom 27.11.2019 Zif-
fer I.A.1) und zu einer angemessenen Strafe zu verurteilen.

3. In Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils seien A.________ und C.________ unter solidari-
scher Haftbarkeit zu verurteilen, E.________ eine Genugtuung von CHF 1'500.00, zuzüglich 
5 % Zins ab 30.06.2018, und Schadenersatz von CHF 591.20, zuzüglich 5 % Zins ab 
01.08.2019 zu bezahlen.

4. Die erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien durch den Kanton Bern zu tragen, so-
weit sie nicht A.________ und C.________ aufzuerlegen sind.

5. A.________ und C.________ seien unter solidarischer Haftbarkeit zu verurteilen, E.________ 
dessen Parteikosten für das erst- sowie oberinstanzliche Verfahren im Umfang gemäss einge-
reichter Honorarnote zu ersetzen, soweit die Parteikosten von E.________ nicht durch den Kan-
ton Bern zu entschädigen sind.

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6. Die von E.________ erfassten erkennungsdienstlichen Daten seien nach Rechtskraft des Ur-
teils zu vernichten.

7. Weiter sei zu verfügen, was rechtens.

Rechtsanwalt D.________ beantragte oberinstanzlich im Namen des Beschuldig-
ten 2 Folgendes (pag. 1143 f.; Hervorhebungen im Original):

In Abänderung des Urteils des Regionalgerichts vom 13. Januar 2021 sei Folgendes zu entscheiden:

I.

C.________ sei freizusprechen:

- von der Anschuldigung des Raufhandels, angeblich begangen am 30. Juni 2018 in Bern mit 
A.________, G.________ und E.________;

unter Auferlegung der Verfahrenskosten an den Kanton Bern und Ausrichtung einer Entschädigung in 
der Höhe der von Rechtsanwalt D.________ eingereichten Honorarnoten für die angemessene Ausü-
bung seiner Verfahrensrechte und unter Ausrichtung einer Genugtuung in der Höhe von CHF 500.00.

II.

Die Zivilklage des E.________ sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen.

Eventualiter sei die Zivilklage des E.________ auf den Zivilweg zu verweisen, unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen.

Subeventualiter sei die in der Zivilklage von E.________ beantragte Genugtuung erheblich zu redu-
zieren.

III.

Weiter sei zu verfügen:

1. Es sei die unverzügliche Löschung der erkennungsdienstlichen Erfassung von C.________ 
(insb. daktyloskopische Daten, Fotografien und Signalement) aus sämtlichen Registern (auch 
der Kantonspolizei intern) gerichtlich anzuordnen;

2. Die Entschädigung der privaten Verteidigung für das erstinstanzliche Verfahren (CHF 11'617.60) 
und für das oberinstanzliche Verfahren (CHF 606.30; Berufung 1. Teil) sei gemäss den einge-
reichten Honorarnoten zu bestimmen (bis 4. Juli 2021);

3. Das Honorar der amtlichen Verteidigung für das oberinstanzliche Verfahren sei gemäss der ein-
gereichten Honorarnote (Berufung 2. Teil) gerichtlich zu bestimmen (ab dem 5. Juli 2021);

4. Die weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.

Rechtsanwalt B.________ beantragte oberinstanzlich im Namen des Beschuldig-
ten 1 Folgendes (pag. 1151 f.; Hervorhebungen im Original):

I.

Ziff. A. I. des Urteils PEN 19 970 / 971 / 721 vom 13. Januar 2021 sei zu bestätigen.

Hingegen sei Ziff. A.II. im Sinne der nachfolgenden Ziffern abzuändern:

11

1. A.________ sei freizusprechen vom Vorwurf des Raufhandels, angeblich begangen am 30. Juni 
2018 in Bern.

2. Die Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

3. A.________ sei eine Entschädigung in Höhe von CHF 7'753.00 (volles Honorar) gemäss der im 
erstinstanzlichen Verfahren eingereichte Honorarnote für die angemessene Ausübung seiner 
Verfahrensrechte auszurichten.

4. Die Zivilklage von E.________ sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge vollumfänglich abzu-
weisen.

II.

A.________ sei eine Entschädigung für die angemessene Wahrung der Verfahrensrechte im oberin-
stanzlichen Verfahren im Umfang der eingereichten Kostennote auszurichten und die Verfahrenskos-
ten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

III. Genugtuung

A.________ sei eine Entschädigung für seine durch das Strafverfahren erlittene immaterielle Unbill in 
gerichtlich zu bestimmender Höhe, mindestens aber von CHF 500.00, zu entrichten.

IV.

Die weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich nur in den 
angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

Die Generalstaatsanwaltschaft focht das Urteil der Vorinstanz betreffend den Be-
schuldigten 1 (Bst. A des erstinstanzlichen Urteils) insoweit an, als dieser vom 
Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung, evtl. einfachen Körperverlet-
zung freigesprochen und aufgrund des Schuldspruchs wegen Raufhandels einzig 
zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 70.00 unter Gewährung des be-
dingten Vollzugs mit Festsetzung der Probezeit auf zwei Jahre sowie einer Verbin-
dungsbusse von CHF 350.00 (und Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen bei schuldhaf-
ter Nichtbezahlung) verurteilt wurde (Bst. A Ziff. I. und II. des erstinstanzlichen Ur-
teils). Der Freispruch des Beschuldigten 1 vom Vorwurf der versuchten schweren 
Körperverletzung, evtl. einfacher Körperverletzung an einer wehrlosen Person, wird 
sodann vom Beschuldigten 3 angefochten. Der Beschuldigte 1 seinerseits focht 
das Urteil in Bezug auf Bst. A.II., III., und IV. an, wonach er des Raufhandels 
schuldig erklärt und mit den entsprechenden Folgen verurteilt wurde (insb. Strafe, 
Verfahrenskosten, Entschädigung und Zivilansprüche des Beschuldigten 3). Nicht 
rechtskräftig und von der Kammer zu überprüfen sind somit betreffend den Be-
schuldigten 1 der Freispruch vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverlet-
zung, evtl. einfachen Körperverletzung an einer wehrlosen Person unter Auferle-
gung der anteilsmässigen Verfahrenskosten an den Kanton Bern und Ausrichtung 
einer anteilsässigen Entschädigung für die amtliche Verteidigung des Beschuldig-
ten 1 (Bst. A Ziff. I.) und die Verurteilung wegen Raufhandels und deren Sanktion 
(Bst. A Ziff. II.). Ferner hat die Kammer über die Verfahrenskosten in erster und in 

12

oberer Instanz und die Honorare der amtlichen Verteidigung einschliesslich Rück- 
und Nachzahlungspflicht sowie über allfällige Entschädigungsansprüche des Be-
schuldigten 1 zu befinden. Nicht der Rechtskraft zugänglich und daher ebenfalls zu 
überprüfen sind die Verurteilungen des Beschuldigten 1 im Zivilpunkt (Bst. A Ziff. 
IV. des erstinstanzlichen Urteils) und die erstinstanzlichen Verfügungen betreffend 
die vom Beschuldigten 1 erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten 
sowie betreffend die Beschlagnahmungen (Bst. A Ziff. V.1. und 2. des erstinstanzli-
chen Urteils). Mit anderen Worten ist somit das erstinstanzliche Urteil betreffend 
den Beschuldigten 1 vollumfänglich zu überprüfen. 

Der Beschuldigte 2 richtete seine Berufung gegen den Schuldspruch wegen Rauf-
handels (Bst. B Ziff. I. des erstinstanzlichen Urteils), die Verurteilung zu einer be-
dingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 110.00 unter Ansetzung einer Pro-
bezeit von 2 Jahren und einer Verbindungsbusse von CHF 550.00 (Festlegung der 
Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung auf 5 Tage; Bst. B. Ziff. I.1. 
und 2.), die Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten (Bst. B. Ziff. I.3.), 
die Verurteilungen im Zivilpunkt (Bst. B Ziff. II.), die angemessene Entschädigung 
der Verteidigungskosten und die Verfügung zur Löschung der erkennungsdienstli-
chen Erfassung (Bst. B Ziff. III.). Auch das erstinstanzliche Urteil gegen den Be-
schuldigten 2 (Bst. B des Urteils) ist demnach umfassend zu überprüfen. 

Betreffend den Beschuldigten 3 wurde das erstinstanzliche Urteil (Bst. C des erst-
instanzlichen Urteils) vom Beschuldigten 3 insoweit angefochten, als dieser des 
Raufhandels schuldig erklärt und zu einer bedingten Geldstrafe unter Ansetzung 
einer Probezeit von zwei Jahren, einer Verbindungsbusse von CHF 400.00 (Fest-
legung der Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung auf 5 Tage) und 
zur Tragung der anteilsmässigen Verfahrenskosten verurteilt wurde (Bst. C Ziff. 
I.1., 2. und 3.). Nicht der Rechtskraft zugänglich und daher ebenfalls zu überprüfen 
ist die erstinstanzliche Verfügung betreffend die vom Beschuldigten 3 erhobenen 
biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (Bst. C Ziff. II. des erstinstanzlichen 
Urteils). Somit ist auch das erstinstanzliche Urteil gegen den Beschuldigten 3 um-
fassend zu überprüfen.

Bei Überprüfung der angefochtenen bzw. nicht der Rechtskraft zugänglichen Punk-
te verfügt die Kammer über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Aufgrund der Berufungen der General-
staatsanwaltschaft und des Beschuldigten 3 darf die Kammer das Urteil gegen den 
Beschuldigten 1 auch zu dessen Ungunsten abändern. Aufgrund der alleinigen Be-
rufungen durch die Beschuldigten 2 und 3 gilt das Verschlechterungsverbot; das 
erstinstanzliche Urteil darf – soweit die Beschuldigten 2 und 3 betreffend – nicht zu 
deren Nachteil abgeändert werden (Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Angeklagter Sachverhalt

7.1 Betreffend den Beschuldigten 1

Dem Beschuldigten 1 wurde mit Anklageschrift vom 27. November 2019 u.a. ver-

13

suchte schwere Körperverletzung, eventualiter einfache Körperverletzung an einer 
wehrlosen Person, begangen am 30. Juni 2018 in Bern, H.________ (Strasse) (vor 
Club I.________), zum Nachteil des Beschuldigten 3 vorgeworfen. Im Einzelnen 
lautete der angeklagte Sachverhalt wie folgt (pag. 378):

Versuchte schwere Körperverletzung (Art. 22 Abs. 1 i.V.m. Art. 122 StGB):

Nach den unter Ziffer 2 nachstehend umschriebenen Ereignissen im Club I.________ zwischen den 
drei Security-Mitarbeitern A.________, C.________ und G.________ sowie dem Club-Gast 
E.________ (gegenseitige tätliche Auseinandersetzung), trugen die drei Security-Mitarbeiter den Pri-
vatkläger E.________ via Notausgangs-Türe nach draussen, wobei G.________ und A.________ ihn 
je an einer Seite des Oberkörpers hielten, während C.________ die Beine von E.________ trug. Vor 
der Türe angekommen, liessen sie E.________ aus einer Höhe von ca. einem halben Meter auf den 
Asphalt-Boden fallen. Danach wandten sich alle drei – C.________, G.________ und A.________ – 
unverzüglich von E.________ ab. Während C.________ und G.________ davonliefen, drehte sich 
A.________ plötzlich noch einmal um und trat unvermittelt einmal sehr kräftig mit dem Fuss gegen 
den regungslos am Boden liegenden E.________, wobei er diesen mit dem Fuss seitlich in Höhe 
Schulter-, Nacken-, Kopfregion traf. Dabei erlitt E.________ diverse Hautrötungen, Hauteinblutungen 
und Hautabschürfungen im Bereich des Kopfes, unter anderem im Bereich der linken Schläfe und 
oberhalb des linken Ohres auf einer Fläche von ca. 8 x 6 cm mehrere fleck- und strichförmige, sich 
teilweise überlagernde Hautrötungen mit durchschmerzhafter Schwellung der ganzen behaarten, lin-
ken Kopfseite. Zudem hatte E.________ zwei ausgebrochene Zähne am Oberkiefer und Hauteinblu-
tungen am linken Oberarm. 

Mit diesem Vorgehen, namentlich einem kräftigen Tritt mit dem Fuss gegen die Schulter-, Hals-, 
Kopfregion von E.________ – wobei A.________ massive Schuhe der Marke Timberland trug – nahm 
A.________ offensichtlich eine schwere und irreparable Schädigung am Körper von E.________ zu-
mindest in Kauf. 

eventualiter:

Einfache Körperverletzung an einer wehrlosen Person (Art. 123 Ziff. 1 und 2 Abs. 2 StGB):

Mit dem unter Ziffer 1 vorstehend umschriebenen Verhalten, namentlich einem kräftigen Tritt mit dem 
Fuss gegen die Schulter-, Hals-, Kopfregion von E.________ – wobei A.________ massive Schuhe 
der Marke Timberland trug – verursachte A.________ an dem regungslos am Boden liegenden 
E.________, welcher damit offensichtlich wehrlos war, wissentlich und willentlich eine Schädigung an 
dessen Körper in oben umschriebener Art und Weise. 

7.2 Betreffend die Beschuldigten 1 – 3

Weiter wurde in der Anklageschrift vom 27. November 2019 den Beschuldigten 1 – 
3 Raufhandel gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB vorgeworfen, begangen einerseits ge-
meinsam durch die Beschuldigten 1 – 2 sowie G.________ gegenüber dem Be-
schuldigten 3 sowie andererseits durch den Beschuldigten 3 gegenüber den Be-
schuldigten 1 – 2 sowie G.________, am 30. Juni 2018 in Bern, 
H.________(Strasse) (Club I.________). 

Im Einzelnen lautete der angeklagte Sachverhalt wie folgt (pag. 379 ff.):

Nachdem E.________, welcher bereits sichtlich angetrunken war, gegen Mitternacht zum Club 
I.________ kam, zunächst der Zugang zum Club aufgrund seiner Angetrunkenheit verwehrt worden 

14

war, liess ihn ein Sicherheitsmitarbeiter des Clubs schliesslich doch rein. In der Folge trank 
E.________ noch weitere alkoholhaltige Getränke und benahm sich im Club sehr auffällig, indem er 
ausgelassen tanzte, dabei andere Gäste anrempelte und Frauen etwas distanzlos ansprach, so dass 
diese sich von ihm gestört fühlten. Aufgrund dieses Verhaltens wurde E.________ von den vor Ort 
anwesenden Security-Mitarbeitern, G.________, A.________ und C.________ etwas genauer beob-
achtet. Schliesslich sprachen sie E.________ an und baten diesen, den Club zu verlassen, was von 
E.________ aber nicht befolgt wurde. In der Folge führten die drei Security-Mitarbeiter E.________ an 
den Armen zum Notausgang, um ihn via Notausgang-Treppe nach draussen zu begleiten. Nachdem 
sie die Treppe beim Notausgang erreicht hatten, kam es dort zu einer gegenseitigen tätlichen Ausein-
andersetzung. Im Rahmen dieser Auseinandersetzung schubste E.________ den Security-Mitarbeiter 
C.________, so dass dieser zu Boden fiel. Danach stiess er G.________ gegen die Brust. Nachdem 
C.________ wieder aufgestanden war, stiess er E.________ so stark, dass auch dieser zu Boden 
ging, während A.________ den Pfefferspray gegen E.________ einsetzte. In der Folge kam es zwi-
schen den Beteiligten zu einer gegenseitigen Rangelei, wobei E.________ auf der Treppe immer 
wieder hinfiel. Schliesslich trugen die drei Security-Mitarbeiter den Privatkläger E.________ via 
Notausgang-Türe nach draussen, wobei G.________ und A.________ ihn je an einer Seite des 
Oberkörpers hielten, während C.________ die Beine von E.________ trug. Vor der Türe angekom-
men, liessen sie E.________ aus einer Höhe von ca. einem halben Meter auf den Asphalt-Boden fal-
len. 

Bei dieser gegenseitigen Auseinandersetzung erlitten sowohl E.________ als auch die Security-
Mitarbeiter C.________, G.________ und A.________ mehrere gut sichtbare Hautrötungen. Zudem 
verlor E.________ mutmasslich zwei Zähne vorne am Oberkiefer. 

Damit beteiligte[n] sich die Beschuldigten / Berufungsführer 1 – 3 [A.________, C.________, 
E.________] wissentlich und willentlich aktiv an einer wechselseitigen tätlichen Auseinandersetzung 
zwischen mindestens drei Personen, wobei diese (mitunter) eine erhebliche Verletzung eines Men-
schen (E.________) zur Folge hatte, und [sie] nicht nur schlichtend in das Geschehen eingriff[en].

8. Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt

Die Vorinstanz hat das den Vorwürfen zugrundeliegende Grundgeschehen zutref-
fend wie folgt dargestellt (S. 8 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 719 f.):

E.________ besuchte Abend des 29.6.2018 einen Firmenanlass, wo er viel Bier und Wein konsumier-
te. Weil seine Kollegen, u.a. J.________ und L.________, später noch den Club «I.________» am 
H.________(Strasse) in Bern aufsuchen wollten, begab sich auch E.________ mit dem Taxi zum 
Club. Als er dort ankam, war er gemäss eigenen Angaben sehr betrunken (z.B. pag. 40 Z. 91). Im 
Club «I.________» standen für die Security A.________ als Einsatzleiter sowie u.a. C.________, 
G.________ und ein namentlich nicht bekannter «K.________» im Einsatz. A.________ und 
«K.________» befanden sich beim Eintreffen von E.________ bei der Eingangskontrolle des Clubs 
und verweigerten E.________ den Einlass. Dies deshalb, weil er einerseits nicht auf der Gästeliste 
aufgeführt war und andererseits weil die beiden Securities der Meinung waren, E.________ sei zu al-
koholisiert. Als J.________ und L.________ ebenfalls beim Club eintrafen, liess «K.________» auch 
E.________ unter der Auflage, seine Kollegen sollten zu ihm schauen, in den Club hinein. Der Einlass 
erfolgte, ohne dass A.________ davon Kenntnis hatte. 

Im Club konsumierte E.________ weiter alkoholische Getränke und benahm sich sehr auffällig. Auch 
wenn im nachfolgenden Beweisverfahren noch aufgezeigt werden wird, wie sich E.________ im Club 

15

genau verhalten hatte, ist weitgehend unbestritten, dass er mit seinem Verhalten (der Zeuge 
J.________ sprach z.B. davon, dass E.________ eine Frau an der Hüfte hochhob, es «too much» 
gewesen sei; pag. 103 Z. 84 ff.) eine gewisse Unruhe verbreitete. Dass sein Verhalten auf andere 
Clubbesuchenden mehrheitlich störend und auch aggressiv wirkte, wird selbst von E.________ nicht 
direkt bestritten (pag. 33 Z. 62 f.). 

Dem im Club unten positionierten G.________ sowie dem auf der Treppe stehenden C.________ fiel 
das Verhalten von E.________ auf. Sie informierten den Einsatzleiter A.________ und E.________ 
wurde in der Folge logischerweise durch die Securities beobachtet. A.________, welcher beim Clu-
beingang arbeitete, wurde schliesslich aufgrund des Verhaltens von E.________ von G.________ in 
den Club geholt. Aus den Videoaufzeichnungen des Eingangsbereichs des Clubs geht hervor, dass 
A.________ um 01:11 Uhr am Eingang durch G.________ geholt wurde, worauf sich beide nach un-
ten in den Club begaben.

Als J.________ und L.________ zur Toilette gingen, kam es zu einer Diskussion zwischen den 
schliesslich drei Securities und E.________. Unbestritten ist, dass die Securities des Clubs bzw. der 
Verantwortliche A.________ dann entschied, dass E.________ den Club zu verlassen hat. Dies wur-
de E.________ auch mitgeteilt. Weil der Notausgang näher am Geschehen war als die Haupttreppe, 
entschieden die Securities, dass sie E.________ via Notausgang und dahinterliegendes Treppenhaus 
aus dem Club bringen. Es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung in dem Sinn, dass 
E.________ sich gegen das Hinausgehen via Notausgang zur Wehr setzte, die drei Securities in der 
Folge mit dem sich dagegen sträubenden E.________ mittels körperlichem Druck durch den Notaus-
gang ins dort gelegene Treppenhaus gingen. Wie genau sich die Auseinandersetzung im Club bis 
zum Notausgang abspielte, wurde von den Beteiligten unterschiedlich geschildert, sicher wurde 
E.________ jedoch gestossen und gezogen, man hatte seitens der Securities Hand an ihn gelegt. 

Unbestritten ist, dass A.________, C.________ und G.________ den E.________ anschliessend 
über das Treppenhaus nach oben vor den Club aufs Trottoir brachten. Wie dies genau erfolgte wird 
im nachfolgenden Beweisverfahren eingehend erläutert. Dabei blieb jedoch unbestritten, dass sowohl 
das Treppenhaus als auch die Aussentüre beim Ausgang ins Freie beleuchtet waren, dass die drei 
Securities E.________ in der letzten Phase des Geschehens über die Treppe bis zum Ausgang hin-
austrugen; G.________ und A.________ trugen ihn unter den Armen, C.________ trug ihn an den 
Beinen hoch. Wie sich die Örtlichkeiten im Treppenhaus und beim Ausgang präsentieren, blieb eben-
falls unbestritten (vgl. dazu Fotos pag. 477 ff.). 

Gemäss Videoaufzeichnungen trafen die vier Beteiligten oben bei der Ausgangstüre um 01:20:15 Uhr 
ein. Um 01:25 Uhr verständigte der vor dem Club anwesende N.________ die Kantonspolizei Bern, 
die gemäss den Videoaufzeichnungen bereits um 01:27:57 Uhr beim Club eintraf und sich um den im 
Bereich des Notausgangs am Boden liegenden E.________ kümmerte. Die Kantonspolizei veranlass-
te, dass E.________ zur medizinischen Erstversorgung mit der Sanitätspolizei ins X.________ Spital 
gebracht wurde. 

Die körperlichen Beeinträchtigungen von E.________ im Nachgang zum Vorfall vom 30.06.2018, wie 
sich diese aus den nachfolgend aufgeführten objektiven Beweismitteln ergeben, sind unbestritten. 

Auf diese Darstellung der Vorinstanz zum Grundgeschehen kann grundsätzlich 
verwiesen werden, wobei in teilweiser Abweichung davon zu präzisieren ist, dass 
betreffend die Lichtverhältnisse vor dem Clubausgang divergierende Aussagen vor-
liegen. Sodann bestritten und im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung zu 

16

klären ist, wie sich der Beschuldigte 3 nach seinem Einlass in den Club I.________ 
verhielt, wie er durch die Beschuldigten 1 – 2 und G.________ ausserhalb des 
Notausgangs resp. der entsprechenden Türe das Treppenhaus nach oben ver-
bracht und draussen auf dem Trottoir zu liegen kam, wie sich der Beschuldigte 3 
dabei verhielt, wie die Lichtverhältnisse ausserhalb des Clubs waren und schliess-
lich, ob der Beschuldigte 1 draussen auf dem Trottoir dem Beschuldigten 3 einen 
Fusstritt versetze und ihn dabei verletzte (vgl. auch S. 10 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung, pag. 721 f.).

9. Beweismittel

Folgende objektive Beweismittel befinden sich in den Akten: Anzeigerapport der 
Kantonspolizei Bern vom 17. Juli 2018 (pag. 4 ff.), Rapport des Kriminaltechni-
schen Dienstes der Kriminalabteilung der Kantonspolizei (nachfolgend: KTD) vom 
18. Juli 2018 (pag. 117 – 139), Fotodokumentation KTD vom 22. Mai 2020 (pag. 
474 – 487), Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bern (nach-
folgend: IRM) vom 24. Juli 2018 (pag. 140 ff.), Arztberichte des X.________ Spitals 
vom 30. Juni 2018 (pag. 145 ff.), von Dr. med. Q.________ vom 27. August 2019 
(pag. 156), der R.________(Zahnarztpraxis) vom 14. August 2019 (pag. 153 ff.) 
sowie vom 4. Juni 2020 (pag. 513) und vom 16. Dezember 2020 (pag. 617) und die 
Aufzeichnungen der Videoüberwachungskamera vom 30. Juni 2018, 01:01 Uhr bis 
01:45 Uhr (pag. 161). Ferner wurden im Berufungsverfahren zwei Aktengutachten 
des Instituts für Rechtsmedizin IRM vom 15. September 2022 (pag. 923 ff.) sowie 
10. Januar 2023 (pag. 982 ff.) eingeholt (vgl. Ziff. I.4. hiervor).

Als subjektive Beweismittel liegen zahlreiche Einvernahmen vor: Die Beschuldigten 
1 – 3 wurden mehrfach befragt (polizeilich, von der Staatsanwaltschaft sowie an 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung [pag. 11 – 58, 628 – 651] sowie vor Ober-
gericht [pag. 1087 ff., 1093 ff. und 1102 ff.]). Daneben wurden weitere Personen 
befragt: G.________ – einer der drei am Vorfall beteiligten Sicherheitsmitarbeiter – 
wurde als Beschuldigter ebenfalls sowohl von der Polizei als auch von der Staats-
anwaltschaft (pag. 59 – 73) befragt, ergänzend wurde er antragsgemäss vor Ober-
gericht als Zeuge einvernommen (pag. 1083 ff.). N.________ – ein unbeteiligter 
Passant – wurde zweimal von der Polizei als Auskunftsperson (pag. 74 – 81) sowie 
von der Staatsanwaltschaft als auch vor Vorinstanz als Zeuge (pag. 82 – 87, 
pag. 524 – 529) befragt. P.________ – ein weiterer unbeteiligter Passant – wurde 
erstmals von der Staatsanwaltschaft (pag. 109 – 116) und ebenfalls vor Vorinstanz 
(pag. 516 – 523) als Zeuge einvernommen. Sodann wurden L.________ und 
J.________ Savio – zwei Begleiter des Beschuldigten am Abend resp. in der Nacht 
auf den 30. Juni 2018 im Club I.________ – von der Staatsanwaltschaft als Zeugen 
befragt (pag. 88 –108). Schliesslich wurde O.________ – die am 30. Juni 2018 
ebenfalls anwesende Personalchefin des Club I.________ von der Vorinstanz als 
Zeugin einvernommen (pag. 530 – 535).

Auf eine Zusammenfassung der oberinstanzlich eingeholten Aktengutachten sowie 
der Einvernahmen von G.________ und der Beschuldigten 1 – 3 anlässlich der Be-
rufungsverhandlung wird verzichtet. Auf den Inhalt der Aktengutachten resp. die 
Aussagen wird soweit erforderlich im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdi-

17

gung eingegangen.

10. Würdigung durch die Kammer

10.1 Theoretische Grundlagen

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen zur Beweiswürdigung zutreffend 
wiedergegeben (S. 11 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 722 f.), 
weshalb darauf verwiesen werden kann.

10.2 Würdigung der einzelnen Beweismittel

Die Vorinstanz hat vorab die objektiven Beweismittel, anschliessend die Einver-
nahmen der verschiedenen mehr oder weniger unbeteiligten Zeugen und schliess-
lich diejenigen der beteiligten Akteure (Beschuldigte 1 – 3 sowie des Zeugen 
G.________) je einzeln und sodann gemeinsam gewürdigt. Die Kammer erachtete 
diese gewählte Reihenfolge als zweckmässig. Aus diesem Grund wird bei der 
nachfolgenden Beweiswürdigung daran festgehalten.

10.3 Objektive Beweismittel

Die Vorinstanz hat die ihr vorliegenden objektiven Beweismittel zutreffend zusam-
mengefasst, auf die entsprechenden Ausführungen kann vollumfänglich verwiesen 
werden (S. 12 – 18 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 723 ff.). Die Vor-
instanz würdigte die objektiven Beweismittel wie folgt (S. 18 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung, pag. 729 ff.):

Die objektiven Beweismittel sind schlüssig, nachvollziehbar und stimmen teilweise mit dem unbestrit-
tenen Sachverhalt überein. Es besteht für das Gericht kein Anlass, die objektiven Beweismittel in 
Zweifel zu ziehen. Auf diese kann und muss abgestellt werden. 

Aus den objektiven Beweismittel lässt sich als Zwischenfazit was folgt festhalten: 
• Der Stein-Boden bzw. Betonboden im Treppenhaus bis zum Notausgang ist hart, die Treppe 

kantig und mit einem Metallgeländer versehen. Ein ungebremster Sturz ohne Aufprallschutz 

kann massive Verletzungen zur Folge habe. Es ist zumindest nicht unmöglich bzw. unwahr-

scheinlich, dass sich E.________ die Verletzungen im Treppenhaus zugezogen hat. 

• Der rechte Schuh von A.________ kam an der Sohle, am Rist und an der Spitze mit E.________ 

bzw. dessen Blut (Sohle) in Kontakt. Es ist daher wahrscheinlich, dass sich A.________ noch in 

der Nähe von E.________ aufgehalten hatte, als dieser geblutet hat. Alleine aus der Kontaminie-

rung können jedoch keine Schlüsse gezogen werden, wie diese zustande kam. 

• E.________ wies Verletzungen an beiden Kopfseiten sowie vorne und hinten am Kopf auf. Es ist 

davon auszugehen, dass mehrfach durch stumpfe Gewalt auf den Kopf von E.________ einge-

wirkt wurde. Fusstritte, aber auch ein ungeschützter Aufprall auf die Steintreppe oder den Bo-

den, und Schläge gegen den Kopf von E.________ können als mögliche Ursache nicht ausge-

schlossen werden. Keine der genannten Varianten erscheint aufgrund des Verletzungsbildes 

wahrscheinlicher als die andere. 

• Aus der Videoaufzeichnung wird deutlich, dass rund neun Minuten ab dem Moment, als 

A.________ den Eingangsbereich verlässt und dann mit E.________ beim Notausgang er-

scheint, verstrichen. Anschliessend dauerte es ca. 9 Sekunden, bis sich die Securities vom am 

Boden liegenden E.________ entfernten bzw. wieder im Bild erschienen. 

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Damit dauerte das Herauskommen mit E.________ bzw. dessen Ablegen auf dem Boden vor 

dem Club durch A.________, C.________ und G.________ weniger als neun Sekunden. In die-

sen neun Sekunden ist A.________ während einigen Sekunden etwas abseits von E.________ 

und den übrigen Securities rechts der Säule stehend zu erkennen, bevor er sich zurück zum 

Eingangsbereich des Clubs begibt. Auf dem Video ist weiter zu sehen, dass sich A.________ als 

Erster vom Notausgang zurück in Richtung Eingangsbereich entfernt, gefolgt von G.________ 

und zwei bis drei Sekunden später von C.________. Aus den Videoaufzeichnungen geht nicht 

hervor, dass A.________ oder sonst jemand aus dem Club E.________ mit Wasser versorgt 

hätte. Es ist aber zu sehen, dass A.________ nach seiner Rückkehr in den Eingangsbereich 

aufgebracht wirkte und sich nicht unmittelbar wieder seinen Aufgaben als Security zuwandte. 

Zwischen dem Deponieren von E.________ nach Passieren des Notausgangs bis zum Wegge-

hen von A.________ verstrichen nur einige wenige Sekunden, die zwar für einen Fusstritt aus-

gereicht hätten. In Verbindung mit der Reihenfolge des Auftauchens auf dem Video erscheint je-

doch praktisch ausgeschlossen, dass sich A.________ nach dem Weggehen von C.________ 

und G.________ noch einmal umdreht und gegen den Kopf des am Boden liegenden 

E.________ getreten hat, dann aber trotzdem noch vor den beiden andern wieder im Bild er-

scheint. Dazu kommt, dass sich in diesem hell beleuchteten Bereich viele Leute aufgehalten ha-

ben und davon ausgegangen werden muss, dass es mehrere Zeugen gegeben hätte, wenn 

A.________ in diesem Bereich tatsächlich mit seinem Schuh gegen den Kopf des rücklings am 

Boden liegenden E.________ eingetreten hätte.

Aus den Videoaufzeichnungen geht nicht hervor, wie E.________ durch A.________, 

C.________ und G.________ nach dem Passieren des Notausgangs auf den Boden vor den 

Club gelegt wurde, ob sich E.________ noch wehrte und allenfalls A.________ am Bein ergriff, 

so dass A.________ dieses wegziehen musste. Aus dem Umstand, dass A.________ nach sei-

nem Eintreffen beim Eingangs wiederholt auf seine Schuhe schaute, kann nichts zu seinen Un-

gunsten abgeleitet werden. 

• Dass keine Videoaufnahmen aus dem Innern des Clubs erhältlich gemacht werden konnten, ist 

neutral zu werten. 

Auf diese Ausführungen der Vorinstanz kann grundsätzlich verwiesen werden. Er-
gänzend und zum Teil verdeutlichend weist die Kammer auf Folgendes hin:

Zu den Lokalitäten ist festzuhalten, dass gemäss Fotodokumentation in den KTD 
Akten (pag. 476 ff.) das Treppenhaus, welches die Notausgangstür des Clubs 
«I.________» mit dem Gebäudeausgang verbindet, kein isolierter Bereich ist; 
m.a.W. führt die Treppe nicht einzig zum Club resp. dem Gebäudeausgang, viel-
mehr handelt es sich um die eigentliche Treppe im Gebäudeinnern, welche auch zu 
den Räumlichkeiten in den oberen Stockwerken führt. Sodann ist erkennbar, dass 
die Notausgangstür zwischen dem Club und dem Treppenhaus von der Aussensei-
te her mit einem Türknauf ausgestattet ist (pag. 478). Gleiches gilt für die Aus-
sentür des Gebäudeausgangs (pag. 486). Befragt nach den Möglichkeiten, wie die-
se Türen geöffnet werden können, konnte der Beschuldigte 2 keine präzisen Anga-
ben mehr machen (pag. 1098 Z. 228 ff.). Der Beschuldigte 1 erklärte hingegen, 
dass die Notausgangstür beim Club eine Einwegtür sei. Bei der Aussentür oben sei 
es umgekehrt; man könne von innen nach aussen aber nicht von aussen rein 
(pag. 1109 Z. 323 ff. und Z. 327 f.). Damit kann nach Auffassung der Kammer da-

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von ausgegangen werden, dass es für den Beschuldigten 3 keine Möglichkeit mehr 
gab, durch die Notausgangstür zurück in den Club zu gelangen, nachdem er von 
den Beschuldigten 1 und 2 sowie G.________ durch die Notausgangstür ins Trep-
penhaus verbracht wurde. Sodann ist zu den Platzverhältnissen im Treppenhaus 
ergänzend festzuhalten, dass die Fotodokumentation im Nachgang an die Tatnacht 
erstellt wurde und die auf den Fotos ersichtliche Möblierung – Bartische, Metall-
pfosten mit Absperrkordel usw. – sich aufgrund des Clubbetriebs mit hoher Wahr-
scheinlichkeit nicht im Treppenhaus befand, zumal auch keiner der Beteiligten die-
se Objekte erwähnte. 

Sodann ist auf die Ursachen der Verletzungen des Beschuldigten 3 einzugehen. 
Die Vorinstanz hielt fest, es sei davon auszugehen, dass mehrfach durch stumpfe 
Gewalt auf den Kopf des Beschuldigten 3 eingewirkt worden sei, wobei Fusstritte 
aber auch ein ungeschützter Aufprall auf die Steintreppe oder den Boden und 
Schläge gegen den Kopf des Beschuldigten 3 als mögliche Ursachen nicht ausge-
schlossen werden könnten. Keine der genannten Varianten erscheine aufgrund des 
Verletzungsbildes wahrscheinlicher als die andere. 

In den im Rahmen des Berufungsverfahrens eingeholten Aktengutachten des IRM 
werden die Ursachen der diversen Verletzungen des Beschuldigten 3 näher be-
leuchtet. So wurde das IRM antragsgemäss in Ergänzung des rechtsmedizinischen 
Gutachtens zur körperlichen Untersuchung des Beschuldigten 3 vom 30. Juni 2018 
(pag. 140 ff.) mit der Abfassung eines Gutachtens betreffend Ursachen der doku-
mentierten Verletzungen des Beschuldigten 3 beauftragt. Im genannten Gutachten, 
datierend vom 15. September 2022 (pag. 923 ff.), wurde festgehalten, dass die 
streifigen, rötlichen, fraglich geformten Hautverfärbungen mit zentral gelegener 
Oberhautabschürfung im Bereich des Hinterkopfes rechts, die fraglich geformte 
Hautrötung im Bereich der linken Schläfe und oberhalb des linken Ohrs mit Schwel-
lung der ganzen behaarten linken Kopfseite, die Hautverfärbungen am Kieferwinkel 
linksseitig, der Schleimhautdefekt und die Schleimhauteinblutung an der Unterlip-
peninnenseite links, der Schleimhautdefekt an der Unterlippenseite leicht rechts der 
Mitte, die frisch ausgebrochenen Schneidezähne und die zwei streifigen Hau-
trötungen oberhalb der linken Gesässhälfte eher auf menschliche Gewalteinwir-
kung zurückzuführen seien. Die streifige Hautrötung am linken Oberarm führte das 
IRM eher auf einen Sturz zurück. Zu den streifigen Hautrötungen an der rechten 
Wange mit einzelnen Oberhautsabschürfungen, der strichförmigen Hautrötung mit 
verkrusteter, punktförmiger Hautdurchtrennung hinter dem linken Ohrläppchen, der 
Hautunterblutung über der Lendenwirbelsäule und der Hautrötung am oberen Ende 
der Gesässspalte befand das IRM, diese seien nicht unterscheidbar. Zur Frage, 
welche Verletzungen insbesondere auf einen Sturz des Beschuldigten 3 auf eine 
Treppe / Treppenstufe hindeuten würden, hielt das IRM fest, dass das Verlet-
zungsbild am linken Oberarm ohne Kenntnis des bekannten Sachverhalts als Ent-
stehungsursache vordergründig an einen Schlag mit einem länglichen Gegenstand 
denken lasse. Da dies jedoch nicht zur Diskussion stehe, käme als alternative Ent-
stehungsursache der Verletzung, im Kontext des geltend gemachten Sachverhal-
tes, am ehesten ein Sturz auf eine Treppe bzw. längliche, kantige Strukturen einer 
Treppenstufe in Betracht. Bei den übrigen Befunden sei eine sichere Unterschei-
dung diesbezüglich nicht möglich. Die Verletzung an der rechten Wange liesse auf 

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ein Fallenlassen auf den Teerboden hindeuten (pag. 925). 

Mit rechtsmedizinischem Aktengutachten vom 10. Januar 2023 wurden sodann Zu-
satzfragen der Parteien erläutert (pag. 982 ff.). Zur Frage, mit welcher Intensität auf 
die zwei linken Frontzähne des Kiefers des Beschuldigten 3 eingewirkt werden 
musste, um diese mittels menschlicher Gewalteinwirkung (bspw. Schläge, Tritte) 
komplett auszubrechen, wurde seitens IRM festgehalten, konkrete Angaben zur In-
tensität könnten rechtsmedizinisch nicht getroffen werden, da es keine wissen-
schaftlichen Untersuchungen bzw. Daten gebe, anhand derer diese Fragestellung 
konkret beantwortet werden könne. Erfahrungsgemäss könne ein komplettes Aus-
brechen von Frontzähnen jedoch zwangslos bei Gewalteinwirkungen der Art eines 
oder mehrerer gezielter Schläge/Tritte durch einen erwachsenen Mann im Rahmen 
einer körperlichen Auseinandersetzung auftreten. Vorgeschädigte und/oder zahn-
medizinisch behandelte Zähne könnten hierbei leichter ausbrechen als gesunde. 
Zur Frage, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eingeschätzt werde, dass die Verlet-
zungen durch eine direkt auf den Mundbereich des Beschuldigten 3 gerichtete 
menschliche Gewalteinwirkung (bspw. Schlag, Tritt) entstanden seien im Vergleich 
zur Wahrscheinlichkeit einer eher indirekten/unbeabsichtigten Entstehung im Rah-
men eines Gerangels zwischen den vier im Treppenhaus anwesenden Personen 
hielt das IRM fest, die bei der körperlichen Untersuchung am 30. Juni 2018 festge-
stellten Verletzungen im Mundbereich seien durch stumpfmechanische Einwirkun-
gen entstanden, könnten jedoch keinem konkreten Entstehungsmechanismus ein-
deutig zugeordnet werden. Ein Ausbrechen der Zähne durch einen Sturz auf eine 
Struktur, wie beispielsweise eine Treppenstufe, sei ebenso gut möglich wie eine 
Entstehung durch direkte menschliche (wie beispielsweise einen oder mehrere 
Schläge/Tritte). Eine Unterscheidung zwischen diesen Varianten (bzw. eine Anga-
be konkreter Wahrscheinlichkeiten) sei rechtsmedizinisch nicht möglich (pag. 983).

Das IRM befand folglich einzig betreffend die Verletzung am linken Oberarm des 
Beschuldigten 3 ein Sturz auf die Treppe resp. Treppenstufe als wahrscheinlichere 
Ursache; bei den Verletzungen am Kopf – mit Ausnahme der Hautrötung an der 
rechten Wange und der Hautdurchtrennung hinter dem linken Ohrläppchen – wur-
de eher menschliche Gewalteinwirkung als ursächlich erachtet. Betreffend die aus-
geschlagenen Zähne – resp. die festgestellten Verletzungen im Mundbereich – er-
achtete das IRM indes keine der genannten Entstehungsvarianten als wahrschein-
licher als eine andere.

Sodann sind die Videoaufzeichnungen eingehender zu prüfen (pag. 161): Auf den 
Videoaufzeichnungen ist der Eingangsbereich zum Treppenhaus auf der Strassen-
ebene oberhalb des Notausgans des Club I.________ auf den ersten Blick kaum 
erkennbar. Bei näherer Betrachtung der Sequenz ab dem Zeitstempel 01:20:15 Uhr 
wird jedoch deutlich, dass sich der erwähnte Bereich oben links im Bild befindet, 
wobei die Sicht auf diesen Bereich teilweise durch Personen verdeckt wird und – 
aufgrund der Zwischenwand aus Glas zwischen dem Eingangsbereich des Club 
I.________ und des Eingangsbereichs vor dem Gebäudeteil, in welches der 
Notausgang des Clubs führt (siehe dazu pag. 486 der Fotodokumentation des 
KTD) – durchwegs unscharf bleibt. Aus diesem Grund sind die einzelnen Vorgänge 
– obwohl im Aufnahmebereich der Kamera – nur eingeschränkt erkennbar. Im er-

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wähnten Bereich sind auf der Videoaufzeichnung ab 01:20:15 Uhr einzelne Bewe-
gungen zu erkennen, welche angesichts der einige Sekunden später in den Be-
reich vor der glasigen Zwischenwand tretenden Sicherheitsmitarbeiter als Heraus-
tragen des Beschuldigten 3 durch die Sicherheitsmitarbeiter (Beschuldigte 1 und 2 
sowie M.________) auszumachen sind. Insgesamt können die Bewegungen gut 
als Abladen einer Person erkannt werden.

Bereits an dieser Stelle lässt sich festhalten, dass sich der Bereich, wo der Be-
schuldigte 3 schlussendlich von den Sicherheitsmitarbeitern abgeladen und sich 
der zu beurteilende Fusstritt gegen seinen Kopf durch den Beschuldigten 1 stattge-
funden haben soll, nicht weiter hinten in Richtung Bahnhof und damit auf der Vi-
deoaufzeichnung nicht erkennbar, sondern gerade noch im Bild oben links befindet. 
Dies wird insbesondere dadurch deutlich, dass auf den Videoaufzeichnungen der 
dort zunächst mit angewinkelten Beinen am Boden liegende Beschuldigte 3 ab 
dem Zeitstempel 01:30:45 Uhr deutlich zu erkennen ist, während dieser Bereich bis 
dahin durch vor der Zwischenwand stehenden Personen verdeckt wird. 

Ab dem Zeitstempel 01:20:19 Uhr ist im Bereich rechts neben der dritten Sand-
steinsäule zunächst ein Bein, dann der Unterkörper einer Person erkennbar. Dabei 
handelt es sich – wie später ersichtlich wird – um den Beschuldigten 1. In jenem 
Zeitpunkt, in welchem das Bein des Beschuldigten 1 im Bild erscheint, ist sodann 
ein weiterer Sicherheitsmitarbeiter im Bereich der Stelle, wo der Beschuldigte 3 ab-
gelegt wurde, zu erkennen. Dabei dürfte es sich um den Beschuldigten 2 handeln, 
da dieser den Beschuldigten 3 an den Beinen getragen hat.

Angesichts des Abstandes zwischen der dritten Sandsteinsäule und der Glaswand 
(diesbezüglich pag. 487) erscheint es unmöglich, dass der Beschuldigte 1 den frag-
lichen Tritt währenddessen ausgeführt haben kann, als er auf dem Bild auf dieser 
Stelle zu erkennen ist. Dies führt dazu, dass – wie es die Vorinstanz zutreffend er-
kannte – die wenigen Sekunden (es sind 4 Sekunden) zwischen dem Heraustragen 
des Beschuldigten 3 und dem Moment, in dem der Beschuldigte 1 neben der 
Sandsteinsäule erscheint, zwar theoretisch für einen Fusstritt durch den Beschul-
digten 1 gegen den Beschuldigten 3 ausreichen würden. Indes kann es sich ange-
sichts des vom Zeugen N.________ konstant geschilderten Ablaufs, wonach sich 
ein Sicherheitsmitarbeiter nach dem gemeinsamen Weggehen mit den anderen 
zwei Mitarbeiter noch einmal umdrehte und gegen den Kopf des am Boden liegen-
den Beschuldigten 3 trat, bei der tretenden Person jedenfalls nicht um den Be-
schuldigten 1 gehandelt haben, da dieser Ablauf nicht mit der Reihenfolge des Er-
scheinens der Sicherheitsmitarbeiter auf der Videoaufzeichnung in Übereinstim-
mung gebracht werden kann. Zeitlich und vom Ablauf her wäre es kaum möglich, 
dass der Beschuldigte 1 nach dem Wegtreten der anderen Sicherheitsmitarbeiter 
nochmals zurück zum Beschuldigten 3 geht, diesen tritt und dann doch wieder als 
erster im Bild erscheint, während die anderen zwei Sicherheitsmitarbeiter erst eini-
ge Sekunden später (es sind 3 Sekunden) im Aufnahmebereich der Kamera er-
scheinen, wo sich der Beschuldigte 1 bereits seit 3 Sekunden befindet. 

Nicht anschliessend kann sich die Kammer der vorinstanzlichen Erwägung im Üb-
rigen einzig insofern, als dass aufgrund der Vielzahl sich in diesem hell beleuchte-
ten Bereich aufgehalten Personen davon auszugehen sei, es hätte mehrere Zeu-

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gen gegeben, wenn A.________ in diesem Bereich tatsächlich mit seinem Schuh 
gegen den Kopf des rücklings am Boden liegenden E.________ eingetreten hätte. 
Es erscheint nach Ansicht der Kammer zwar möglich, dass es diesfalls weitere 
Zeugen gegeben hätte, aber nicht gerade zwingend, da ein entsprechender Tritt 
etwas abseits des Haupteingangsbereichs des Clubs in sehr kurzer Zeit stattgefun-
den haben würde. Weiter ist auf den Videoaufnahmen zu erkennen, dass die Auf-
merksamkeit der sich vorwiegend in der Nähe des Haupteingangs vor der Trenn-
scheibe befindlichen Personen, wenn überhaupt nur beschränkt auf den Vorfall 
richtete. Mindestens auf den Videoaufnahmen erscheint der Gebäudeausgang, aus 
welchem die drei Sicherheitsdienstmitarbeiter den Beschuldigten 3 heraustrugen, 
nicht deutlich ausgeleuchtet, es war aber zweifelsohne hell genug, sodass der Vor-
gang durch unbeteiligte Drittpersonen grundsätzlich wahrgenommen werden konn-
te.

10.4 Subjektive Beweismittel

10.4.1 Aussagen der Zeugen L.________ und J.________

Die Aussagen des Zeugen L.________ wurden von der Vorinstanz wie folgt zu-
sammengefasst und gewürdigt (pag. 731 f.):

L.________, ein Arbeitskollege von E.________, wurde am 4.2.2019 durch die Staatsanwaltschaft 
parteiöffentlich als Zeuge befragt (pag. 88 ff.). 

Der Zeuge machte Angaben zur Vorgeschichte, zum Einlass von E.________ sowie zu dessen Ver-
halten im Innern des Clubs. Dagegen konnte er keine Angaben dazu machen, wie E.________ durch 
die Securities über das Treppenhaus nach draussen gebracht und vor dem Club auf den Boden abge-
legt wurde.

L.________ führte insbesondere aus, er arbeite selber auch in einem Club und habe schnell festge-
stellt, dass die Blicke der Securities stark auf E.________ gerichtet gewesen seien. Zwischen 
E.________ und den Securities habe eine gespannte Situation bestanden. E.________ habe einen 
hohen Alkoholpegel gehabt. Ihm sei er aber nicht aggressiv vorgekommen, aber ein bisschen auffäl-
lig. Er habe ziemlich getanzt und Party gemacht. Er sei zu ihnen gekommen und habe sie auf die 
Wange geküsst, er sei in einer guten Stimmung gewesen. Er und J.________ seien aber nicht per-
manent mit E.________ zusammen gewesen, denn sie hätten sich zwischendurch in einer anderen 
Ecke des Clubs aufgehalten. Dann seien die drei Securities gekommen und hätten E.________ an 
den Armen festgehalten, sie hätten an ihm gezerrt. E.________ habe sich erkundigt, was sie mit ihm 
machten, wo sie ihn hinbringen würden. Das sei kein gutes Zeichen gewesen. Die drei Securities sei-
en dann mit E.________ durch eine Tür hinausgegangen. Er sei davon ausgegangen, dass es sich 
dabei um den Notausgang handle (pag. 90 Z. 66-87). 

Als er dann mit J.________ nach draussen gegangen sei, seien sie von einem Türsteher beschimpft 
worden, weil sie nicht auf E.________ geschaut hätten. Draussen sei er auf E.________ getroffen, 
der am Boden gelegen sei. Dieser sei bei Bewusstsein gewesen, jedoch in einem schlechten Zu-
stand. 

Als sie im Club angekommen seien, habe sich E.________ in einer festlichen Stimmung befunden, er 
sei sehr wahrscheinlich angetrunken, aber nicht besoffen gewesen (pag. 91 Z. 106 ff.). Im Club habe 
E.________ Party gemacht, er habe getanzt und gesungen. Er sei halt gross und eine bullige Er-
scheinung. Auf den Vorhalt, dass E.________ im Club andere angerempelt und Frauen belästigt ha-

23

be, antwortete der Zeuge, das habe er auch von einem der Securities erfahren. Er habe dies nicht 
selber gesehen, doch seien er und J.________ auch nicht die ganze Zeit mit E.________ im Club zu-
sammen gewesen. Es falle aber sicher auf, wenn sich ein Typ wie E.________ so verhalte (pag. 92 Z. 
144-158). Ihm habe ein Zeuge draussen noch gesagt, E.________ sei mit dem Fuss gegen den Kopf 
getreten worden (pag. 94 Z. 209). Auf die Frage, ob sich E.________ gewehrt habe, als er von den 
Securities weggeführt worden sei, erklärte der Zeuge: «Nein, er hat so ein bisschen … nein.» (pag. 94 
Z. 219-221).  

Zur Würdigung der Aussagen von L.________: Die Aussagen von L.________ erscheine logisch, 
nachvollziehbar und originell. Sie stimmen zudem weitgehend mit dem unbestrittenen Sachverhalt 
bzw. den objektiven Beweismitteln überein. L.________ sagte zudem differenziert aus, was er sah 
und was er nicht sah, erklärt seine Gedanken zum Geschehen stimmig und gab sachlich Auskunft 
über das Verhalten seines Arbeitskollegen E.________. Auf die Aussagen von L.________ ist des-
halb abzustellen. 

Aus den Aussagen von L.________ wird insbesondere untermauert, dass E.________ im Club nicht 
nur positiv nach aussen aufgefallen ist und die Securities logischerweise sodann auf ihn aufmerksam 
geworden sind. Auch hat sich E.________, als er von den Securities durch den Notausgang gebracht 
wurde, doch eher gegen das Hinausgehen gesträubt. 

Die Aussagen des Zeugen J.________ wurden von der Vorinstanz wie folgt zu-
sammengefasst und gewürdigt (pag. 733 f.):

J.________, ein weiterer Arbeitskollege von E.________, wurde ebenfalls am 4.2.2019 durch die 
Staatsanwaltschaft parteiöffentlich als Zeuge befragt (pag. 101 ff.). 

J.________ machte Angaben zur Vorgeschichte, zum Einlass von E.________ sowie zu dessen Ver-
halten im Innern des Clubs. Dagegen konnte er keine Angaben dazu machen, wie E.________ durch 
die Securities über das Treppenhaus nach draussen gebracht und vor dem Club auf den Boden abge-
legt wurde.

J.________ sagte insbesondere aus, nachdem sie schliesslich mit E.________ in den Club eingelas-
sen worden seien, hätten sie zu tanzen angefangen. E.________ sei ab und zu an die Bar gekom-
men, auch mit Getränken. Sein Verhalten auf der Tanzfläche sei etwas zu wild gewesen. Er sei nicht 
aggressiv oder irgendwie auf der Suche nach Stress gewesen. Er sei mehr anhänglich gewesen und 
habe angefangen, ihn und L.________ zu küssen. E.________ habe einfach wild getanzt. Bezüglich 
seines Verhaltens gegenüber Frauen könne er sich noch erinnern, dass er mit einer Frau gesprochen 
und gewitzelt habe. Dabei habe er sie mit einem Arm um die Hüfte ergriffen und hochgehoben. Es 
habe so ausgesehen, als ob sie Spass gehabt hätten. Sie habe nicht reagiert und habe auch nicht 
geschrien (pag. 103 Z. 79 ff.). Nach einem Toilettenbesuch habe ihm L.________ gesagt, sie hätten 
E.________ in einen Raum gebracht. Beim Hinauslaufen hätten sie eine Person Richtung Coiffeur-
Geschäft am Boden liegen sehen. Er habe wirklich krass ausgesehen, Zähne hätten gefehlt und er 
habe geblutet. Er habe darauf die Ambulanz gerufen. Es habe «andere Zeugen» gegeben, die gesagt 
hätten, einer der Securities habe E.________ ins Gesicht getreten, als er am Boden gelegen sei (pag. 
104 Z. 90 ff.). 

Als E.________ zum Club gekommen sei, sei er sicher angetrunken und in einer guten Stimmung 
gewesen. Er sei humorvoll und in einem Happy-Status gewesen. Im Club habe E.________ Bier und 
Wodka Lemon getrunken (pag. 104 Z. 107-119). Es sei doof gelaufen. Er habe E.________ dreimal 
gesagt, er hätte nach Hause gehen sollen. Er hätte auf ihn schauen sollen, habe es aber nicht ge-

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schafft, ihn ausreichend zu kontrollieren. Er sei irgendwie unkontrollierbar gewesen (pag. 105 Z. 158-
160). 

Zur Würdigung der Aussagen von J.________: Die Aussagen von J.________ stimmen mit dem un-
bestrittenen Sachverhalt überein. Sie sind sachlich. Der Zeuge drückte auch sein ungutes Gefühl aus, 
als er aussagte, es sei doof gelaufen, es wäre besser gewesen, wenn E.________ nach Hause ge-
gangen wäre. Die Aussagen von J.________ sind nachvollziehbar, farblich originell und stimmen mit 
den objektiven Beweismitteln überein. Insgesamt erscheinen die Aussagen glaubhaft, auf diese ist 
abzustellen. 

Aus den Aussagen von J.________ wird insbesondere deutlich, dass E.________ im Club und schon 
vorher aufgefallen ist, auch gegenüber Frauen; E.________ irgendwie «unkontrollierbar» war. Er 
konnte dagegen keine Angaben machen, wie E.________ von den Securities nach draussen ge-
bracht wurde. 

Diese Ausführungen der Vorinstanz sind zutreffend, weshalb vollumfänglich darauf 
verwiesen werden kann. Zu berücksichtigen ist, dass die Aussagen der beiden 
Zeugen L.________ J.________ insoweit interessengefärbt sein könnten, als die 
beiden durchaus Gründe hatten, zurückhaltende Aussagen zum Verhalten des Be-
schuldigten 3 zu machen. So ist denkbar, dass die beiden vermeiden wollten, dass 
ihnen noch Mitverantwortung zugeschoben resp. in Anbetracht des Verhaltens des 
Beschuldigten 3 mangelnde Intervention zum Vorwurf gemacht wird. Sie verspra-
chen denn beim Clubeinlass auch, auf den Beschuldigten 3 Acht zu geben (pag. 90 
Z. 63 ff.). Gleichermassen ist aber zu berücksichtigen, dass das Näheverhältnis 
zwischen den Zeugen L.________ und J.________ primär von der Anstellung bei 
der selben Arbeitgeberin herrührt und darüber hinaus offenkundig keine intensiver-
en privaten Kontakte bestehen. Mit Blick auf die Aussagen beider Zeugen sind kei-
ne konkreten Anhaltspunkte auszumachen, wonach sie den Beschuldigten 3 
tatsächlich über Gebühr in Schutz nahmen und dessen Verhalten herunterspielten. 
Wenngleich sie das Verhalten des Beschuldigten 3 nicht als sehr aggressiv und 
sexuell übergriffig bezeichneten, liessen sie in ihren Aussagen doch klar durchbli-
cken, dass der Beschuldigte 3 zu wild war und mit seinem Verhalten im Club nega-
tive Aufmerksamkeit auf sich zog.

10.4.2 Aussagen der Zeugin O.________

Die Aussagen der Zeugin O.________ wurden von der Vorinstanz wie folgt zu-
sammengefasst und gewürdigt (pag. 734 f.):

O.________, Personalchefin im Club «I.________», und zuständig für die Bar, wurde in der Haupt-
verhandlung am 8.6.2020 als Zeugin befragt. 

Die Zeugin konnte ausschliesslich Angaben zum Verhalten von E.________ im Innern des Clubs ma-
chen. 

O.________ sagte zusammenfassend aus, E.________ habe sich auffällig verhalten, er habe sich 
nicht schön benommen. Sie habe viele Reklamationen von Gästen, von Frauen, erhalten. Sie habe 
den Eindruck gehabt, er sei sehr «besoffen» gewesen. Als sie sich umgewandt habe, habe er sie von 
hinten an ihren Po gegriffen. Sie habe dem Personal dann erklärt, er solle keine Getränke mehr erhal-
ten, weil er betrunken sei. Er sei wütend geworden. Die Securities seien einige Male bei ihm gewe-
sen, um ihn zu beruhigen. Er sei recht aggressiv gewesen, es habe sogar geheissen, er habe eine 

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Person zu Boden geschubst. Dann seien die Securities gekommen und hätten ihn gegen den 
Notausgang bringen wollen. Er habe sich aber gewehrt (pag. 531 Z. 5-15). Er habe sich mit Händen 
gewehrt. Die Securities hätten ihn gehalten und seien mit ihm nach draussen (pag. 531 Z. 38). 

Zur Würdigung der Aussagen von O.________: Die Aussagen der Zeugin stimmen mit dem unbestrit-
tenen Sachverhalt und den objektiven Beweismitteln überein. Sie sagte differenziert und neutral, lo-
gisch und nachvollziehbar aus. Auch ihre Reaktion nach dem Po-Griff, dass man E.________ keinen 
Alkohol mehr ausschenken solle, ist stimmig. Insgesamt erscheinen ihre Aussagen glaubhaft. Auf die 
Aussagen von O.________ stellt das Gericht ab. 

Aus den Aussagen der Zeugin wird deutlich, dass sich E.________ nicht nur gegenüber andern Frau-
en, sondern auch ihr gegenüber auffällig verhalten und sie an den Po gegriffen hat. Weiter sagte sie, 
E.________ habe sich mit Händen dagegen gewehrt, dass er durch die Securities nach draussen ge-
bracht worden sei. 

Diesen Ausführungen der Vorinstanz kann die Kammer ohne Weiteres zustimmen. 
Die Verteidigung des Beschuldigten 1 brachte vor oberer Instanz vor, die Aussagen 
der Zeugin O.________ würden nicht mit den Erkenntnissen aus anderen Beweis-
mitteln übereinstimmen. So habe sie ausgesagt, der Beschuldigte 3 sei mehrfach 
von den Security-Mitarbeitern aufgesucht worden, was zumindest am Anfang des 
Verfahrens noch nicht behauptet worden sei. Auch die vermeintliche Anweisung an 
das Bar-Personal, dem Beschuldigten 3 keine alkoholischen Getränke mehr aus-
zuschenken, sei zumindest mit Blick auf die Kreditkartenabrechnung des Beschul-
digten 3 und die Aussagen der Zeugen L.________ und J.________ nicht erfolgt. 
Bei der Würdigung der Aussagen der Zeugin O.________ ist zu berücksichtigen, 
dass sie ein Interesse hat, den Sachverhalt nicht zu Ungunsten der Beschuldigten 
1 und 2 darzustellen. Sodann ist nicht ausser Acht zu lassen, dass sie erst anläss-
lich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung einvernommen wurde, weshalb ihre 
Aussagen im Kontext des Zeitablaufs und des bisherigen Erkenntnisgewinns zu be-
trachten sind. Nach Auffassung der Kammer kommen den Aussagen der Zeugin 
zwar keine herausragende Beweiskraft zu, sie fügen sich insgesamt aber gut ins 
Gesamtbild ein, welches bei der Würdigung der Aussagen sämtlicher Beteiligter 
betreffend das Verhalten des Beschuldigten 3 im Club entsteht. 

10.4.3 Aussagen des Zeugen N.________

Die Aussagen des Zeugen N.________ wurden von der Vorinstanz wie folgt zu-
sammengefasst und gewürdigt (pag. 735 – 738):

N.________, ein unbeteiligter Dritter, wurde bereits am 30.6.2018, 02:23 Uhr, rund eine Stunde nach 
dem angeklagten Vorfall, ein erstes Mal durch die Polizei befragt (pag. 74 ff.). Am 9.7.2018 erfolgte 
eine erneute Befragung durch die Kantonspolizei Bern (pag. 78 ff.). Am 9.5.2019 wurde er parteiöf-
fentlich durch die Staatsanwaltschaft als Zeuge befragt (pag. 82 ff.). Schliesslich erfolgte seine Zeu-
genbefragung auch in der Hauptverhandlung (pag. 524 ff.). 

N.________ konnte keine Angaben machen, was sich im Innern des Clubs ereignet hatte. Er will ge-
sehen haben, wie die Securities E.________ vor dem Eingang wie einen Sack Wäsche aus einer 
Höhe von ca. 30 cm zu Boden hätten fallen lassen und wie A.________ den am Boden liegenden 
E.________ mit dem rechten Fuss gegen die linke Gesichtshälfte getreten habe. 

N.________ Roland sagte zusammenfassend, er habe sich draussen befunden, habe auf den Haus-

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eingang geschaut und mit zwei Kollegen eine Zigarette geraucht. Er habe freie Sicht auf den Haus-
eingang gehabt, dorthin wo die Person durch die Security Mitarbeiter herausgetragen worden sei. Er 
habe drei Personen die Treppe hochkommen gesehen. Diese hätten eine vierte Person getragen. 
Diese Person sei schlaff gewesen und habe sich nicht gewehrt. Anschliessend hätten sie die Person 
aus ca. 30 cm Höhe wie einen Sack Wäsche auf den Boden fallen lassen. Zwei der drei Security sei-
en hierauf zurück in Richtung Eingang des Clubs. Die dritte Person sei noch stehen geblieben und 
habe die am Boden liegende Person mit dem rechten Fuss an die linke Gesichtshälfte getreten. Er 
habe seiner Meinung nach sehr fest zugetreten. Danach sei auch dieser Security in Richtung Eingang 
des Clubs gegangen. Auf die Frage, wie die drei Security Mitarbeiter ausgesehen hätten, erklärte 
N.________, einer sei etwas älter gewesen und habe einen schwarzen Bart getragen. Der zweite sei 
ca. 190 cm gross und leicht übergewichtig gewesen, Bürstenschnitt auf der Seite und oben längere 
Haare, drei Tage Bart. Der dritte, welcher den Fusstritt ausgeteilt habe, sei etwas kleiner gewesen mit 
Glatze und Bart (pag. 75 Z. 21-39). Soweit er sich erinnern könne, habe nur er eine Glatze gehabt an 
diesem Abend. Diese Person habe ihm am Abend auch Einlass in den Club gewährt (pag. 75 Z. 47 
f.). Er sei der Meinung, der Tritt sei eher an die linke hintere Seite des Gesichts gegangen. Das Opfer 
habe sich die Hände vor dem Gesicht und habe sich an der Nase gehalten (pag. 76 Z. 84-86). Er ha-
be sich ungefähr drei bis vier Meter vom Vorfall entfernt aufgehalten (pag. 76 Z. 107). Der Tritt sei 
seiner Meinung nach nicht für die fehlenden Zähne verantwortlich, der Tritt sei eher Richtung linke 
Seite des Gesichts gegangen. 

Auf Vorhalt von Fotos bezeichnete der Zeuge am 9.7.2018 die Person auf der Foto Nr. 4, 
A.________, als die einzige Person, die in Frage komme, den Fusstritt ausgeführt zu haben. Die 
Merkmale stimmten überein, allerdings denke er, dass die Person, die den Tritt vor Ort ausgeführt ha-
be, älter sei als die Person auf dem Bild (pag. 79). 

Am 9.5.2019 hielt N.________ als Zeuge an seinen bisherigen Aussagen fest. Er führte ergänzend 
aus, nachdem die drei Personen die vierte Person beim Hauseingang auf den Boden gelegt hätten, 
hätten sie sich entfernt. Einer der drei habe sich dann umgedreht und habe die auf dem Boden lie-
gende Person getreten (pag. 83 Z. 50 ff.). Es sei dunkel und auch das Treppenhaus sei nicht beleuch-
tet gewesen. Sie hätten ihn auf den Boden gelegt und sich ca. 1 m von ihm entfernt. Die dritte Person 
habe sich dann noch einmal umgedreht und habe den am Boden Liegenden getreten. Beim Wegge-
hen hätten sie noch geflucht. Es sei ein kräftiger Tritt in die Schulter-, Nacken- und Kopfregion gewe-
sen, der mit dem Rist erfolgt sei (pag. 84 Z. 64 ff.). Zum Zeitpunkt des Tritts seien die beiden anderen 
bereits am Davonlaufen gewesen mit dem Rücken zum Opfer (pag. 85 Z. 93 f.). 

In der Hauptverhandlung bestätigte N.________ seine bisherigen Aussagen. Er hielt ergänzend fest, 
die drei hätten den vierten unsanft «häre» getragen (pag. 524 Z. 32). In der Folge verwies der Zeuge 
vor allem auf seine bisherigen Aussagen. Der Tatort habe sich in einem nicht beleuchteten Bereich 
befunden (pag. 527 Z. 26 f.). Auf Vorhalt, wonach ein Zeuge ausgesagt habe, die Person am Boden 
habe den Security mit der Glatze am Bein ergriffen, diese habe sich losgerissen und Frage, ob es 
möglich wäre, dass er das als Tritt wahrgenommen habe, antwortete der Zeuge, er habe einfach ge-
sagt, wie er es gesehen und wahrgenommen habe. Für ihn sei es ein Tritt gewesen. Wie dies andere 
wahrgenommen hätten, könne er nicht sagen (pag. 528 Z. 33 ff.). 

Zur Würdigung der Aussagen von N.________: Die Aussagen des Zeugen stimmen mit dem unbe-
strittenen Sachverhalt und teilweise auch den objektiven Beweismitteln überein. Der angebliche Tritt 
an die linke Gesichtshälfte lässt sich mit den Verletzungen von E.________ in Einklang bringen. Auch 
dass E.________ Zähne fehlten und er geblutet haben muss, ist mit den IRM- und Arztberichten be-
legt. Dass später zwei Kollegen des Opfers zu diesem kamen, entspricht dem Überwachungsvideo. 

27

Das Aussehen der drei Securities beschrieb er ebenfalls korrekt. 

N.________ schilderte das Vorgehen der Securities (Fallenlassen wie ein Sack) farbig und gab als lo-
gischer Aufhänger an, derjenige, der getreten habe, habe ihn vorher auch in den Club eingelassen. Er 
führte zudem seine Gedanken zu den Verletzungsfolgen durch den angeblichen Tritt nachvollziehbar 
aus. Dass sich der Zeuge in der Hauptverhandlung dann nicht mehr an alle Details erinnern konnte, 
ist aufgrund der dazwischen vergangenen Zeit nachvollziehbar. Auch dass N.________ selbst alkoho-
lisiert war, vermag seine Aussagequalität nicht zu beeinträchtigen, sind doch aus den Aussagen keine 
Hinweise dafür erkennbar, dass er dadurch in seinen Beobachtungen oder seiner Wiedergabe des 
Geschehens beeinträchtigt gewesen wäre. Dies trifft im Übrigen auch genauso auf den Zeugen 
P.________ zu. 

Insgesamt erscheinen die Zeugenaussagen von N.________ grundsätzlich glaubhaft. Es fällt auf, 
dass vor allem die erste, tatnächste Aussage, sehr detailliert ist und N.________ auch in der Lage 
war, eine sehr genaue Personenbeschreibung abzugeben. 

Die Aussagen von N.________ widersprechen jedoch in wesentlichen und zentralen Punkten der Vi-
deoaufzeichnung. So behauptete N.________ wiederholt, es sei am Tatort dunkel gewesen. Aus den 
Videoaufzeichnungen geht aber klar hervor, dass der Eingangs- und Notausgangsbereich hell er-
leuchtet waren. N.________ führte auf diesen Vorhalt hin an der Hauptverhandlung aus, der Tatort 
müsse deshalb weiter oben gewesen sein, der Tatort sei auf dem Video nicht sichtbar, was jedoch 
beides nicht zutrifft. Wenn es zudem, wie vom Zeugen behauptet, am Tatort dunkel gewesen wäre, 
dann ist nur schwer vorstellbar, dass er so genau verfolgen konnte, wohin der angebliche Tritt von 
A.________ traf, nämlich genau an die linke Gesichtshälfte. 

Weiter geht aus den Videoaufzeichnungen hervor, dass sich A.________ als erster der drei Securities 
von dem am Boden liegenden E.________ entfernte, nachdem er auch noch etwas bei der Säule und 
somit nicht mehr direkt neben E.________ stand, und dann zum Eingangsbereich zurückkehrte und 
nicht, wie N.________ dies gesehen haben will, sich erst als Letzter entfernte. Es ist kaum möglich, 
dass A.________ den Fusstritt, wie von N.________ festgehalten, ausführte, die beiden anderen Se-
curities dabei schon auf dem Weg in den Club waren und A.________ dann doch als erster auf dem 
Video erscheint und Richtung Haupteingang geht. 

Insgesamt kann zwar betreffend des grundsätzlichen Ablaufs des Geschehens auf die diesbezüglich 
glaubhaften Aussagen von N.________ abgestellt werden. N.________ widerspricht jedoch im sach-
verhaltsmässig entscheidenden Zeitpunkt eindeutig den objektiven Beweismitteln und es verbleiben 
deshalb nicht zu unterdrückende Unsicherheiten an der diesbezüglichen Glaubhaftigkeit der Aussa-
gen. Wohl mag N.________ in seiner Wahrnehmung subjektiv einen Tritt gesehen haben. Ob dies 
tatsächlich ein Tritt war und, wenn ja, ob sich dieser gemäss der Umschreibung in der Anklageschrift 
abspielte, kann aufgrund der Widersprüche zu den objektiven Beweismitteln nicht aus den Angaben 
von N.________ beantwortet werden (...). 

Die Kammer schliesst sich der zutreffenden vorinstanzlichen Würdigung der Aus-
sagen des Zeugen N.________ an. Die Aussagen des Zeugen N.________ stim-
men mit dem unbestrittenen Sachverhalt überein. Er schilderte nachvollziehbar, 
weshalb er sich in der Tatnacht in der Nähe des Eingangs oberhalb des Notaus-
gangs des Clubs befand und dass er sich – nach dem Weggehen der drei Sicher-
heitsmitarbeiter – zum am Boden liegenden und blutenden Beschuldigten 3 begab 
und aufgrund dessen Zustands die Ambulanz anrief. Namentlich die tatnahe erste 
polizeiliche Aussage des Zeugen N.________ erweist sich als klar und detailliert 

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und enthält genaue Personenbeschreibungen der involvierten Personen. Das Ar-
gument der Verteidigungen der Beschuldigten 1 und 2, wonach zu berücksichtigen 
sei, dass Zeuge N.________ als Clubgast eine nicht unbeachtliche Menge Alkohol 
konsumiert habe, ist zu verwerfen, da dieser rund eine Stunde nach dem Vorfall um 
02:23 Uhr polizeilich einvernommen wurde und seitens der Mitarbeitenden der 
Kantonspolizei offenkundig keine Zweifel an der Aussagetüchtigkeit des Zeugen 
bestanden. Aus den konkreten Aussagen des Zeugen resp. der Durchführung der 
Einvernahme gehen denn auch keinerlei Hinweise auf eine allfällige Alkoholisie-
rung hervor. Weiter stellt die Kammer fest, dass der Zeuge N.________ die mass-
geblichen Personen in der Tatnacht das erste Mal sah und auch seither mit nie-
mandem davon in Kontakt steht, weshalb kein Interesse für eine unzutreffende re-
sp. übertriebene Schilderung seiner Wahrnehmungen auszumachen ist. 

Demgegenüber fällt mit Blick auf die Videoaufzeichnungen auf, dass die vom Zeu-
gen N.________ geschilderten Wahrnehmungen insofern nicht den tatsächlichen 
Handlungen entsprechen können, als dass er namentlich in seiner Aussage in der 
Tatnacht angab, den Beschuldigten 1 sicher als die tätliche Person bezeichnen zu 
können, da an diesem Abend niemand anderes eine Glatze getragen habe. Der 
Zeuge N.________ sagte insbesondere anlässlich der ersten polizeilichen und der 
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme aus, nach dem Ablegen des Beschuldigten 
3 hätten sich die zwei Sicherheitsmitarbeiter entfernt, während die dritte Person 
noch beim Beschuldigten 3 stehen geblieben sei, diesen mit dem rechten Fuss an 
die linke Gesichtshälfte getreten habe und dann auch in Richtung Clubeingang ge-
gangen sei (Aussage bei der Polizei, pag. 75 Z. 27 ff.) resp. nach dem Ablegen hät-
ten sich alle drei Sicherheitsmitarbeiter entfernt, aber einer habe sich zum Be-
schuldigten 3 umgedreht und ihn getreten (Aussage bei der Staatsanwaltschaft, 
pag. 83 Z. 52 f.). Wie im Rahmen der Würdigung der objektiven Beweismittel be-
reits dargelegt, lässt sich dieser Handlungsablauf verbunden mit der Angabe des 
Zeugen N.________, es sei sicher der Beschuldigte 1 gewesen, welcher dem Be-
schuldigte 3 einen Fusstritt versetzt habe, nicht mit den Videoaufzeichnungen der 
Überwachungskamera in Übereinstimmung bringen (dazu vorne Ziff. 10.3). Da der 
Beschuldigten 1 als erster der drei Sicherheitsmitarbeiter auf der Höhe der dritten 
Sandsteinsäule ins Bild trat, dort einige Sekunden verweilte und dann als erster Si-
cherheitsmitarbeiter, dicht gefolgt von M.________, wieder zum Haupteingang des 
Clubs ging, während der Beschuldigte 2 einige Sekunden später folgte, kann es je-
denfalls nicht der Beschuldigte 1 gewesen sein, der dem Beschuldigte 3 einen 
Fusstritt verpasste. Daran vermögen auch die auf den Schuhen des Beschuldigten 
1 festgestellten Blutrückstände des Beschuldigten 3 nicht zu ändern, da diese ohne 
Weiteres auch im Rahmen der vorgängigen Auseinandersetzung im Treppenhaus 
resp. beim Heraustragen des Beschuldigten 3 durch die Sicherheitsmitarbeiter ent-
standen sein können. Nach dem Gesagten ist nach Auffassung der Kammer der 
Argumentation der Generalstaatsanwaltschaft, welche keine Widersprüche in den 
Kameraaufzeichnungen und Aussagen des Zeugen N.________ zu erkennen ver-
mag, nicht zu folgen. Dass zeitlich ein Fusstritt zwischen dem Ablegen des Be-
schuldigten 3 und dem Erscheinen des Beschuldigten 1 zumindest theoretisch 
möglich gewesen wäre, ändert nach Auffassung der Kammer nichts, zumal die 
Umstände betreffend den Tritt, wie Zeuge N.________ sie zu Protokoll gab, nicht 

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mit den Videomaterial in Einklang zu bringen sind.

Der Zeuge N.________ – wie auch die Staatsanwaltschaft – gingen an der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung sodann offenbar davon aus, der Fusstritt habe sich 
ausserhalb des von der Überwachungskamera aufgezeichneten Bereichs abge-
spielt, einige Meter weiter in Richtung Bahnhof Bern. Wie die Vorinstanz bereits 
ausführte, kann dies nicht zutreffen. Nach Ansicht der Kammer ist diesbezüglich 
neben den durch die Vorinstanz bereits erwähnten anderen Lichtverhältnissen im 
Wesentlichen auf den Umstand zurückzuführen, dass der Beschuldigte 3 zwar 
nicht unmittelbar beim Heraustragen durch die Sicherheitsmitarbeiter, aber eine 
kurze Zeit später auf den Aufzeichnungen der Überwachungskamera deutlich im 
oberen Bereich des Bildes zu erkennen ist (siehe vorne Ziff. 10.3). Angesichts des 
Zustands des Beschuldigten 3 kann nahezu ausgeschlossen werden, dass er sich, 
nachdem er durch die Sicherheitsmitarbeiter vor dem Treppenhausausgang abge-
legt wurde, einige Meter weiter in Richtung Clubeingang bewegte, zumal weder der 
Zeuge N.________ – welcher den Beschuldigten 3 vom Heraustragen bis zum Ein-
treffen der Ambulanz im Blick hatte – noch eine andere Person davon berichtete, 
dass sich der Beschuldigten 3 anschliessend noch verschoben hätte.

Im Ergebnis verbleiben angesichts der Aufzeichnungen der Überwachungskamera 
erhebliche Zweifel daran, dass der Beschuldigte 1 den Beschuldigten 3 nach des-
sen Ablegen ausserhalb des Treppenhauses oberhalb des Notausgang mit dem 
Fuss kräftig an dessen Kopf getreten hat, nachdem sich die beiden anderen Si-
cherheitsmitarbeiter bereits von dem am Boden liegenden Beschuldigten 3 in Rich-
tung des Clubs I.________ entfernt haben. Diesbezüglich stellt die Kammer aus 
den genannten Gründen nicht auf die diesbezüglichen Aussagen des Zeugen 
N.________ ab. Im Übrigen erweisen sich die Aussagen des Zeugen N.________ 
aber als detailliert und nachvollziehbar. 

10.4.4 Aussagen des Zeugen P.________

Die Aussagen des Zeugen P.________ wurden von der Vorinstanz wie folgt zu-
sammengefasst und gewürdigt (pag. 738 – 740):

P.________, ein unbeteiligter Dritter, wurde am 11.9.2019 durch die Staatsanwaltschaft parteiöffent-
lich als Zeuge befragt (pag. 109 ff.). Auch in der Hauptverhandlung erfolgte seine Befragung am 
8.6.2020 als Zeuge (pag. 516 ff.). 

P.________ konnte Angaben machen, wie die Securities E.________ vor dem Club auf den Boden 
gelegt hatten. Dagegen will er nicht gesehen haben, dass einer der Securities gegen den am Boden 
liegenden E.________ getreten hätte. Er will jedoch gesehen haben, dass A.________ von 
E.________ am Bein festgehalten wurde und sich A.________ losreissen musste. 

P.________ sagte zusammenfassend aus, er kenne A.________ vom Club. A.________ habe ihn ge-
fragt, ob er bereit wäre, eine Zeugenaussage zu machen (pag. 110 Z. 38 ff.). Er habe sich am fragli-
chen Abend nicht im Club befunden, sondern sei auf dem Heimweg von der Stadt am Club vorbeige-
laufen (pag. 111 Z. 83 f.). Die Securities seien zu zweit oder zu dritt gewesen und hätten eine Person 
nach draussen getragen, die nicht selber herausgewollt habe. Sie hätten ihn herausgebracht und 
dann vor die Tür «gheit». Die Person, die sie herausgebracht hätten, habe versucht, A.________ zu 
halten, indem die Person auf dem Boden nach den Beinen von A.________ gegriffen habe. Hierauf 
habe sich A.________ losgerissen, befreit, worauf die drei Securities wieder hineingegangen seien 

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(pag. 112 Z. 98-112). Die Securities hätten die Person aus einer Höhe von ca. 40 bis 60 cm fallen las-
sen (pag. 113 Z. 142). Er habe den Vorfall aus einer Distanz von ungefähr von fünf bis zehn Metern 
beobachtet (pag. 113 Z. 154). Auf die Frage, ob er irgendwelche Tätlichkeiten, Tritte oder Schläge 
gegen den am Boden liegenden Mann durch irgendjemanden beobachtet habe, antwortete der Zeu-
ge, das habe er nicht gesehen (pag. 114 Z. 172-174). Auf Vorhalt der Aussagen von Zeuge 
N.________ zum Tritt erklärte Zeuge P.________, das habe er nicht gesehen (pag. 114 Z. 176-178). 

In der Hauptverhandlung hielt P.________ als Zeuge weitgehend an seinen bisherigen Aussagen 
fest. Er hielt insbesondere daran fest, dass die am Boden liegende Person versucht habe, einen Se-
curity zu packen, als dieser habe gehen wollen. Der Security sei erschrocken und habe die Bei-
ne/Füsse reflexartig losgerissen (pag. 519 Z. 1 f.). Die Securities hätten die Person auf den Boden 
«gheit», auf Vorhalt bestätigte P.________, dass die Securities die Person auf den Boden geworfen 
hätten und die 40-60cm Höhe bestätigte er ebenfalls als richtig (pag. 518 Z. 26 ff.). 

Zur Würdigung der Aussagen von P.________: Dass der Zeuge den A.________ kennt und auch im 
Laufe des Verfahrens erst relativ spät einvernommen wurde, schmälert die Glaubhaftigkeit der Aus-
sagen nicht, legte der Zeuge doch offen dar, wie er auf das vorliegende Strafverfahren aufmerksam 
gemacht wurde. Die Angaben von P.________ sind insofern zu hinterfragen, als dass er gewisse 
Umstände in das Wahrgenommen interpretierte, die so nicht unbedingt stimmen müssen. So ist bei-
spielsweise der Umstand, dass E.________ herausgetragen wurde, nicht zwingend damit zusam-
menhängend, dass er sich vorher geweigert hätte, den Club zu verlassen. Auch dass ihm kein Blut 
bei E.________ aufgefallen war, ist doch nur sehr schwer mit den Verletzungen gemäss IRM in Über-
einstimmung zu bringen. Allerdings fiel das Blut z.B. dem Zeugen N.________ auch erst bei näherer 
Betrachtung auf. 

Die Zeugenaussagen entsprechen jedoch im Übrigen grösstenteils dem unbestrittenen Sachverhalt 
und den objektiven Beweismitteln. Er beschrieb die Personen korrekt. Der Zeuge schilderte die Ge-
schehnisse differenziert und logisch nachvollziehbar, neutral und ohne die Beteiligten, insbesondere 
die Securities, zu schonen. So führte er das Fallenlassen auf den Teerboden aus doch nicht geringer 
Höhe mehrfach aus und gab auch an, dass sich E.________ beim Heraustragen nicht wesentlich 
wehrte. Dies wurde auch durch den Zeugen N.________ so bestätigt. Dass P.________ an der 
Hauptverhandlung nicht mehr sehr detailliert aussagen konnte, ist mit dem Zeitablauf seit den Ge-
schehnissen erklärbar. 

Seine Aussage, wonach E.________ den Fuss bzw. das Bein von A.________ ergriffen und sich 
A.________ losgerissen habe, steht auch nicht im Widerspruch zu den Videoaufzeichnungen, aus 
denen hervorgeht, dass sich A.________ als erster vom Tatort entfernt hat. Die diesbezüglichen An-
gaben von P.________ können also durchaus so geschehen sein. Das Gericht stellt deshalb insge-
samt auch auf diese grundsätzlich glaubhaften Zeugenaussagen ab.

Die Kammer erachtet die vorinstanzliche Würdigung der Zeugenaussage 
P.________, insbesondere die Schilderung des Heraustragens des Beschuldigten 
3 durch die drei Sicherheitsmitarbeiter, als nachvollziehbar und schlüssig. 

Darüber hinaus blieben dies Ausführungen des Zeugen P.________ oft unklar und 
ungefähr; eindeutige Schilderungen finden sich kaum. 

Weiter muten auch die Umstände, wie es zur Zeugenaussage P.________ kam, 
sonderbar an. Der Zeuge P.________ wurde erst rund 15 Monate nach dem Vorfall 
von der Staatsanwaltschaft befragt, den entsprechenden Beweisantrag stellte die 
Verteidigung des Beschuldigten 1 erstmals mit Schreiben vom 31. Juli 2019 (pag. 

31

307 ff.). Demgegenüber unterhielten sich der Zeuge P.________ und der Beschul-
digte 1 gemäss übereinstimmenden Angaben bereits rund eine Woche nach dem 
Vorfall über diesen. Diese zeitliche Verzögerung alleine würde sich durch die vor-
erst nicht bekannten Personalien des Zeugen P.________ erklären lassen (so auch 
die Begründung des Beweisantrags, pag. 307 ff.). Bereits aufgrund dieses Zeitab-
laufs erachtet die Kammer die Aussagen des Zeugen P.________ zur Ermittlung 
des Kerngeschehens als weniger gewichtig als jene des Zeugen N.________. Auf-
fällig erscheint der Kammer weiter, dass der Beschuldigte 1 seinerseits das an-
sonsten auch nur vom Zeugen P.________ beobachtete und geschilderte Losreis-
sen seines Beines resp. Fusses aus der Umklammerung durch den am Boden lie-
genden Beschuldigte 3 ebenfalls erst nach rund einem Jahr gegenüber den Straf-
verfolgungsbehörden schilderte mit der Begründung, bei seiner Aussage gegenü-
ber der Polizei habe er die Frage verneint, ob jemand den Beschuldigten 3 gegen 
der Kopf getreten hätte und dabei nicht daran gedacht, dass damit das (also sein 
Wegreissen) gemeint gewesen sei (pag. 22 Z. 273 ff.). Ergänzend ist anzumerken, 
dass der Beschuldigte 2 am 30. Juni 2018 bei einer erstmaligen polizeilichen Be-
fragung berichtete, vom Fusstritt gehört zu haben und vorgängig seinerseits davon 
berichtete, wie er (beim Transport des Beschuldigten 3 kurz vor dem Ausgang) 
ruckartig sein Beim von der Umklammerung durch den Beschuldigte 3 habe los-
reissen müssen (pag. 46 Z. 47 ff.), während der Beschuldigten 2 diese Handlung in 
keiner späteren Einvernahme mehr von sich aus erwähnte. Diese Umstände deu-
ten insgesamt auf eine Absprache zwischen dem Beschuldigten 1 und dem Zeugen 
P.________ hin. Daher ist nach Ansicht der Kammer auf die Aussagen des Zeugen 
P.________ – soweit dieser schildert, der Beschuldigte 3 habe den Fuss des Be-
schuldigten 1 umklammert, worauf dieser sein Bein ruckartig losgerissen habe – 
nicht abzustellen.

10.4.5 Aussagen des Beschuldigten 3 

Die Aussagen des Beschuldigten 3 wurden von der Vorinstanz wie folgt zusam-
mengefasst und gewürdigt (pag. 740 – 742):

E.________, der durch die Securities nach draussen gebrachte Clubbesucher, wurde am 30.6.2018, 
03:42 Uhr, ein erstes Mal durch die Kantonspolizei Bern als Opfer befragt (pag. 28 ff.). Am 4.7.2018 
erfolgte seine Befragung durch die Kantonspolizei Bern als beschuldigte Person (pag. 32 ff.). Am 
28.11.2018 wurde er als beschuldigte Person bzw. Privatkläger durch die Staatsanwaltschaft parteiöf-
fentlich befragt (37 ff.). Schliesslich wurde er auch in der Hauptverhandlung am 11.1.2021 noch ein-
mal als Beschuldigter/Auskunftsperson (Privatkläger) befragt (pag. 628 f.). 

E.________ räumte ein, betrunken und in heiterer Stimmung gewesen zu sein. Er konnte sich nicht 
erinnern, ob er andere Clubbesucher angerempelt oder unsittlich angegangen hatte. Er machte gel-
tend, wenn ihn die Securities aufgefordert hätten, den Club zu verlassen, wäre er dieser Aufforderung 
nachgekommen. In diesem Moment sei Adrenalin vorhanden gewesen, er habe nicht mit den Securi-
ties mitgehen wollen. Schliesslich sagte er aus, nachdem ihn die Securities aus dem Club ins Trep-
penhinaus gebracht hätten, sei ihm schwarz vor Augen geworden, er erinnere sich dann erst wieder, 
als er draussen vor dem Club am Boden gelegen sei. Er könne nicht sagen, nichts von den behaupte-
ten Dingen getan zu haben, sein Gefühl sei jedoch ein anderes. 

E.________ sagte zusammenfassend aus, er sei erst in den Club eingelassen worden, nachdem sei-

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ne Arbeitskollegen gekommen seien. Er habe sich auf der Tanzfläche aufgehalten, als plötzlich zwei 
Türsteher gekommen seien. Einer habe ihn am Arm gepackt und ihm gesagt, er müsse den Club ver-
lassen. Danach sei der zweite Türsteher gekommen und habe ihm gesagt, er habe einen Fehler ge-
macht. Er habe sich erkundigt, was für einen Fehler er gemacht habe. Er habe keinen Widerstand ge-
leistet und sei mit den beiden Türstehern mit. Er habe sich überlegt, dass sie ihn nun aus dem Club 
schmeissen wollten. Er könne sich dann nur noch daran erinnern, dass es ihm schwarz vor Augen 
geworden sei. Als nächstes habe er in seiner Erinnerung, dass er die Augen nicht mehr habe öffnen 
können. Auf entsprechende Frage verneinte er, jemanden geschlagen zu haben (pag. 29 Z. 39 ff.). 
Auf die Frage, ob er mitbekommen habe, dass er gegen den Kopf getreten worden sei, antwortete 
E.________, er könne sich nicht erinnern, wie er zu seinen Verletzungen gekommen sei (pag. 30 Z. 
88). Er habe keine Personen belästigt, er habe keine Probleme gesucht. Er denke, dass seine Grösse 
und sein Körperbau gewisse Leute provoziere (pag. 30 Z. 102-104). 

Er sei nicht aggressiv gewesen, er habe die Türsteher gefragt, weshalb er den Club verlassen müsse, 
ob er etwas falsch gemacht habe (pag. 33 Z. 31-33). Er habe beim Tanzen einen Drink in der Hand 
gehabt und seinen Körper eingesetzt, er sei sehr aktiv, das könne so aussehen, als ob er zu viel ge-
trunken hätte. Er habe aber einfach tanzen wollen. Auf die Frage, ob es an diesem Abend zu Ausein-
andersetzungen mit andern Partygästen gekommen sei, antwortete er, er wisse es nicht, er könne 
sich an vieles nicht mehr erinnern. Er habe evtl. mit Frauen getanzt oder geredet, er wisse es jedoch 
nicht genau. Auf die Frage, was er dazu sage, dass er weibliche Partygäste sexuell belästigt haben 
solle, antwortete er, daran könne er sich nicht erinnern. Wenn er spreche, klinge seine Stimme ag-
gressiv (pag. 33 Z. 44 ff.). Als er aufgefordert worden sei, den Club zu verlassen, sei Adrenalin vor-
handen gewesen, er habe sich etwas unwohl gefühlt, habe aber auch nicht gut verstanden, was sie 
zu ihm gesagt hätten. Er habe nicht mit den Security Mitarbeitenden m