# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 481116ac-ef8a-5f4d-a4d9-6f45c66df900
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.07.2008 B-2242/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2242-2007_2008-07-17.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-2242/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  J u l i  2 0 0 8

Richter Frank Seethaler (Vorsitz), Richter Hans-
Jacob Heitz, Richter Ronald Flury, 
Gerichtsschreiberin Marion Spori.

1. Alpkorporation X.________, z. H. des Präsidenten 
A._______, 
2. B._______, 
3. C._______,
4. D._______,
5. E._______, 
alle vertreten durch Fürsprecher Johann Schneider, 
Eglispor 56, 3506 Grosshöchstetten,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Landwirtschaft (BLW),
Mattenhofstrasse 5, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Abgrenzung des Berg- und Sömmerungsgebietes.

Sachverhalt:

A.
Die  Parzelle  X.  steht  im  Eigentum  der  Beschwerdeführerin  1.  Das 

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-2242/2007

Grundstück ist  gegenwärtig in vier  Bereiche unterteilt,  für  deren Be-
wirtschaftung die Beschwerdeführer 2 bis 5 Direktzahlungen beziehen. 

Seit Inkrafttreten der neuen Landwirtschaftsgesetzgebung am 1. Janu-
ar 1999 legt das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) die Grenzen des 
Sömmerungsgebietes fest. Die erstmalige Abgrenzung wurde kantons-
weise in der ganzen Schweiz vorgenommen. Am 10. Mai 2000 wurde 
die  Verfügung  betreffend  Abgrenzung  des  Sömmerungsgebietes  für 
den Kanton Bern im kantonalen Amtsblatt publiziert. Das Grundstück 
X.  wurde  dabei  nicht  dem  Sömmerungsgebiet  zugewiesen,  sondern 
gelangte in  die Bergzone IV. Diese Zuteilung wurde nach Ablauf  der 
Beschwerdefrist Mitte Juni 2000 rechtskräftig. 

Im Frühjahr 2006 stellte das BLW fest, dass die Weide X. seit jeher im 
Frühjahr und im Herbst von mehreren Tierhaltern gemeinsam genutzt 
und somit – entgegen der Voraussetzung für die Zuteilung zur Bergzo-
ne IV – nicht einem Talbetrieb als Dauerweide diene.

Am 26. Mai  2006 fand in  Y. eine  Besprechung mit  anschliessendem 
Augenschein auf dem Grundstück X. statt. Daran nahmen Vertreter der 
Alpkorporation X., der Gemeinde Y., des Amtes für Landwirtschaft und 
Natur des Kantons Bern (LANAT) und des BLW teil.

Im Hinblick auf eine allfällige Anpassung der landwirtschaftlichen Zo-
nengrenzen gelangte das BLW mit Schreiben vom 8. November 2006 
an  jene  Bestösser  von  X.,  welche  Teilflächen  des  Grundstücks  als 
landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) deklarieren (Beschwerdeführer 2 - 
5),  informierte  sie  über  das  inhaltliche  und  administrative  Vorgehen 
und räumte ihnen im Rahmen des rechtlichen Gehörs eine 30-tägige 
Frist zur Stellungnahme ein. Dem LANAT und der Gemeinde Y. wurden 
Kopien sämtlicher Anhörungsschreiben zugestellt. Alle vier betroffenen 
Landwirte erhoben inhaltlich identische Einsprachen beim BLW. Telefo-
nisch liess sich auch der Präsident der Alpkorporation gegen die Ein-
teilung von X. ins Sömmerungsgebiet vernehmen.

Mit Verfügung vom 20. Februar 2007 schloss das BLW die Parzelle X. 
von Amtes wegen aus der Bergzone IV aus und teilte sie dem Sömme-
rungsgebiet zu. Es wies darauf hin, dass der genaue Grenzverlauf auf 
der Karte mit den landwirtschaftlichen Zonengrenzen eingesehen wer-
den könne, welche die Gemeinde aufbewahre. Zur Begründung hielt 
es fest, die Parzelle X. gehöre nach den altrechtlichen Bestimmungen 
zu den Gemeinschaftsweiden,  für  deren Bewirtschaftung der  Kanton 

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bis 1997 korrekterweise keine Flächenbeiträge ausgerichtet habe. Seit 
1999  könnten  Sömmerungsbeiträge  auch  für  Gemeinschaftsweiden 
ausgerichtet  werden,  die der  Vor- und Nachweide dienten. Aus dem 
Umstand, dass kein diesbezügliches Gesuch gestellt worden sei, kön-
ne nicht einfach gefolgt werden, dass automatisch ein Anrecht auf all-
gemeine Direktzahlungen bestehe. Zur LN zähle die dem Betrieb zu-
geordnete,  pflanzenbaulich  genutzte  Fläche,  die  dem Bewirtschafter 
das ganze Jahr zur Verfügung stehe. Da die Weidefläche X. mehreren 
Bewirtschaftern  bzw. Auftriebsberechtigten  zur  Verfügung  gestanden 
habe, die Flächenbeiträge mit diesen geteilt werden mussten und der 
Weidebetrieb weiterhin durch das Weidereglement der Korporation ge-
regelt geblieben sei, könne nicht gesagt werden, sie stehe einem Be-
wirtschafter bzw. einem Talbetrieb ohne Einschränkung zur Verfügung. 
Damit fehle es an der Voraussetzung zur Zuweisung zur Bergzone IV. 
Bis 1997 habe der Kanton das Grundstück X. denn auch als Gemein-
schaftsweide behandelt. Die Umwandlung in LN sei 1998 nur deshalb 
erfolgt, weil der Kanton von der falschen Annahme ausgegangen sei, 
die abgezäunten Teilflächen habe die Alpkorporation vier Bewirtschaf-
tern vollumfänglich zur alleinigen Nutzung überlassen, was aber nicht 
der  Fall  sei. Laut  Alpkataster  sei  die  traditionelle  Form der  Nutzung 
von X. die Bewirtschaftung als Gemeinschaftsvorsass. Das Grundstück 
habe schon damals im Eigentum einer Alpkorporation gestanden und 
sei als Vor- und Nachweide von Vieh mehrerer Ansprecher oder Päch-
ter von Weiderechten genutzt worden und bloss im Frühsommer sowie 
im Herbst besetzt gewesen. Somit habe das Grundstück X. seit jeher 
der  gemeinschaftlichen  Weidehaltung  von  andernorts  überwintertem 
Vieh verschiedener Tierhalter gedient. Daher sei nach Massgabe der 
Abgrenzungskriterien die bestehende Zuteilung von X. zum Berggebiet 
nicht  gerechtfertigt  und  eine  nachträgliche  Zuweisung  zum Sömme-
rungsgebiet erweise sich als unumgänglich. Diese Korrektur rechtferti-
ge sich auch hinsichtlich dem Gebot der Gleichbehandlung von korpo-
rativen Vorweiden.

B.
Gegen diese Verfügung erhoben die Beschwerdeführer, alle vertreten 
durch Fürsprecher Johann Schneider, am 23. März 2007 Beschwerde 
beim Bundesverwaltungsgericht (BVGer), mit den Anträgen, die Verfü-
gung sei aufzuheben und die Parzelle X. sei in der Bergzone IV zu be-
lassen.  Sie  führten  aus,  ein  Gemeinschaftsweidebetrieb  müsse  von 
der Korporation bewirtschaftet  werden,  das heisst  das Unternehmen 
selbst führe die Weide auf eigene Rechnung und Gefahr und verteile 

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die Nutzungsrechte. Eine gemeinschaftliche Weidehaltung von Tieren 
bedeute, dass diese die ganze Zeit vom Unternehmen "Alpgenossen-
schaft" betreut würden. Diese Kriterien träfen hier indessen nicht zu: 
Die  Weidgenossenschaft  X.  sei  eine  Genossenschaft  im  Sinne  des 
bernischen Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch. Sie sei zwar im 
Grundbuch als Eigentümerin des Grundstücks X.  eingetragen, ihr Ei-
gentum sei aber mit Kuhrechten von Alleineigentümern belastet, somit 
total ausgehöhlt ("nacktes Eigentum"). Da die Weide noch nicht nach 
dem eidgenössischen Grundbuch vermessen sei, könne die Aufteilung 
der Fläche nur in Kuhrechten erfolgen (vorliegend 84 Kuhrechte). Das 
Kuhrecht sei ein selbstständiges und dauerndes Recht; solche würden 
grundsätzlich ins Grundbuch aufgenommen. Im Kanton Bern habe die 
Aufnahme der Kuhrechte im Grundbuch in der Form des Seybuches 
stattgefunden. Die Anteile an der Parzelle X. seien somit sachenrecht-
lich verselbstständigt und stünden im Alleineigentum oder im Miteigen-
tum des/der jeweiligen Eigentümer(s). Jeder Landwirt  nutze seine Ei-
gentums- und Pachtanteile auf eigene Rechnung und Gefahr und sei 
berechtigt bzw. verpflichtet, seinen Anteil an der Vorsass selbst zu be-
wirtschaften oder zu verpachten und die Unterhaltsarbeiten am Land 
und an den Hütten auszuführen. Somit handle es sich nicht um eine 
Gemeinschaftsweide. Dies ergebe sich auch daraus, dass der amtliche 
Wert eines jeden Kuhrechts beim jeweiligen Eigentümer aufgerechnet 
werde  und  die  Weidgenossenschaft  effektiv  über  keinen  amtlichen 
Wert verfüge. Im Unterschied zu einer Gemeinschaftsalp, bei welcher 
die Korporation als  Unternehmen selbst  für  Liegenschaftssteuer und 
Gemeindeabgaben belastet werde, müssten im vorliegenden Fall  die 
Eigentümer  der  Kuhrechte  ihren  Anteil  selbst  versteuern,  respektive 
die Tellen usw. selbst bezahlen. Auch die Einwohnergemeinde Y. habe 
als Eigentümerin von 31.75 Kuhrechten ihre Anteile an einzelne Land-
wirte verpachtet. Dies zeige ebenfalls, dass keine Gemeinschaftsweide 
vorliege,  da  bei  einer  Gemeinschaftsweide  die  Korporation  nicht 
Pachtverträge abschliessen,  sondern  nur  Auftriebsrechte  an die  Be-
rechtigten erteilen würde. Das Grundstück sei schon immer als Dauer-
weide/Vorweide  von  einzelnen  Eigentümern  oder  Pächtern  der  Kuh-
rechte  benutzt  worden. Bereits  bei  der  Auflage  des  Alpkatasters  im 
Jahre 1969 sei anerkannt worden, dass sich der grösste Flächenanteil 
im  privaten  Besitz  befinde  und  mehrheitlich  durch  die  Eigentümer 
selbst  bewirtschaftet  werde. Seit  Mitte  Juni  2000 sei  das Gundstück 
rechtskräftig  der  Bergzone IV zugewiesen. Der  Vertrauenssschutz  in 
die rechtskräftige Abgrenzungsverfügung sei hoch zu gewichten, ins-
besondere auch weil die Zuteilung gestützt auf die Verfügung des LA-

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NAT vom 17. April 1998 erfolgt sei. Es seien keine neuen Sachverhalt-
selemente seit Erlass der rechtskräftigen Verfügung eingetreten.

C.
Mit Vernehmlassung vom 22. Juni 2007 beantragte die Vorinstanz die 
Abweisung der Beschwerde. Sie hielt fest, die Bewirtschaftung von X. 
könne mit der Behandlung als Gemeinschaftsweidebetrieb vollständig 
abgebildet und die weidewirtschaftlich erbrachte Leistung zielgerichtet 
und  verordnungskonform  abgegolten  werden.  Die  auch  aus 
landschaftspflegerischer  Optik  unerwünschte  Unterteilung  der 
Gemeinschaftsweiden, welche eine blosse Konstruktion zur Auslösung 
von  Flächenbeiträgen  darstelle,  werde  damit  hinfällig.  Den  Tieren 
sämtlicher Auftriebsberechtigter sei grundsätzlich die gesamte Fläche 
der  Korporationsalp  zugänglich; die  genutzten Flächen würden nicht 
einzelnen Auftriebsberechtigten zugewiesen. Auch wenn die Bestösser 
ihre  Tiere  selber  in  den  jeweiligen  Ökonomiegebäuden  hielten,  von 
denen  sie  genauso  Eigentümer  seien  wie  von  den  Kuhrechten, 
anerkenne der Kanton einen Sömmerungsbetrieb, setze aufgrund der 
gemeinsamen Bewirtschaftung der Fläche einen Normalbesatz für die 
ganze  Korporationsalp  fest  und  richte  die  Sömmerungsbeiträge  der 
Alpkorporation aus. Weil Direktzahlungen als Bewirtschaftungsbeiträge 
und  nicht  als  Eigentumsrenten  konzipiert  seien,  seien  die 
Eigentumsverhältnisse  dabei  grundsätzlich  ohne  Bedeutung.  Die 
Voraussetzungen  für  eine  Behandlung  als  Dauerweide  seien  weder 
früher  noch  heute  erfüllt  gewesen,  da  keine  realen  Flächen  ins 
Eigentum  von  Bewirtschaftern  übergegangen  seien,  die  übrigen 
Eigentümer und Pächter von Kuhrechten ihr Nutzungsrecht weiterhin 
wahrnähmen  und  das  Weidereglement  mit  Bestimmungen  zur 
Bewirtschaftung in Kraft geblieben sei und angewandt werde. Die vier 
"Bewirtschafter"  könnten somit  über die fraglichen Flächen nicht  un-
eingeschränkt verfügen, was auch daraus hervorgehe, dass der ihnen 
ausbezahlte Flächenbeitrag unter  sämtliche Bestösser der jeweiligen 
Teilflächen  aufgeteilt  worden  sei.  Der  Entscheid  der  kantonalen  Be-
hörde im Jahr 1998 sei daher zu Unrecht erfolgt. In Widerspruch zur 
Darstellung in der Beschwerde gehe aus dem Alpkataster hervor, dass 
X.  im  Eigentum einer  Alpkorporation  stehe.  Insgesamt  bestehe  kein 
Zweifel  daran,  dass  X.  auch  traditionell  als  Gemeinschaftsweide 
genutzt  worden sei. Bei  der Zonenzugehörigkeit  von Flächen handle 
es  sich  um  ein  Dauerrechtsverhältnis.  Da  sich  eine  fehlerhafte 
Zuteilung  über  eine  längere  Zeitspanne  erstrecken  würde,  sei  der 

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richtigen Durchsetzung des objektiven Rechts gegenüber der Wahrung 
der Rechtssicherheit der Vorrang einzuräumen.

D.
In ihrer Replik vom 16. August 2007 hielten die Beschwerdeführer an 
ihren Rechtsbegehren fest. Sie machten geltend,  die Vorinstanz ver-
wechsle die altrechtliche Gemeinschaftsweide mit der heutigen Defini-
tion. In der heute geltenden und allein massgeblichen Begriffsverod-
nung werde für das Vorliegen einer Gemeinschaftsweide neu verlangt, 
dass die Korporation oder Gemeinschaft die Grundstücke selbst, d.h. 
auf  eigene Rechnung und Gefahr, bewirtschafte. Im Übrigen würden 
Vorsasse seit der Umsetzung der Agrarpolitik (AP) 2002 der LN zuge-
wiesen, was auch vorliegend so handzuhaben sei (wird näher ausge-
führt). 

Mit Duplik vom 12. September 2007 hielt das BLW an seinen Anträgen 
und seiner Begründung fest, welche es in einigen Punkten ergänzte. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Der Entscheid des BLW vom 20. Februar 2007 stellt  eine Verfügung 
nach Art. 5 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren dar (VwVG, SR 172.021). Diese Verfü-
gung kann nach Art. 166 Abs. 2 LwG (zitiert in E. 2.1) im Rahmen der 
allgemeinen  Bestimmungen  über  die  Bundesverwaltungsrechtspflege 
(Art. 44 ff. VwVG i. V. m. Art. 31 ff. und 37 ff. des Verwaltungsgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]) mit Beschwerde beim 
Bundesverwaltungsgericht angefochten werden.

Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Ver-
fahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhal-
ten hat, durch die angefochtene Verfügung berührt ist, und ein schutz-
würdiges  Interesse an deren Aufhebung oder  Änderung hat  (Art. 48 
Bst. a VwVG). Diese Beschwerdelegitimation ist hauptsächlich auf Pri-
vate zugeschnitten. Nach der Praxis des Bundesgerichts (BGer) ist je-
doch auch ein Gemeinwesen nach Artikel 48 Buchstabe a VwVG zur 
Verwaltungsbeschwerde legitimiert, soweit es gleich oder ähnlich wie 
ein Privater betroffen ist. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein Ge-
meinwesen in seinen vermögensrechtlichen Interessen berührt ist, und 

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wenn  es  als  Grundeigentümer  Beschwerde  führt  (BGE  123  II  371 
E. 2c;  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwal-
tungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 566 ff. je mit 
weiteren  Hinweisen).  Die  Beschwerdeführerin  1  ist  eine  öffentlich-
rechtliche Körperschaft  mit  eigener Rechtspersönlichkeit  nach kanto-
nalem Recht  (Art. 59 Abs. 3 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 
vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210] i. V. m. Art. 20 Abs. 1 des Ber-
nischen  Gesetzes  vom 28. Mai  1911  betreffend  die  Einführung  des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [EG ZGB, BSG 211.1]). Als Eigen-
tümerin der fraglichen Parzellen vertritt sie wie ein Privater ihre vermö-
gensrechtlichen Interessen. Sie ist durch die angefochtene Verfügung 
wie ein Privater berührt und hat daher ein als schutzwürdig anzuerken-
nendes Interesse an deren Aufhebung oder Änderung.

Die Beschwerdeführer 2, 3, 4 und 5 deklarieren Teilflächen der umstrit-
tenen Parzelle als landwirtschaftliche Nutzfläche. Durch die angefoch-
tene Verfügung sind sie daher ebenfalls in ihren vermögensrechtlichen 
Interessen berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren 
Änderung oder Aufhebung. Alle Beschwerdeführer sind daher zur Be-
schwerde legitimiert.

Der Präsident  und der Bergschreiber der Beschwerdeführerin  1 sind 
gemeinsam  zur  Unterschrift  berechtigt  (Art.  9  des  Weidereglements 
der Weidgenossenschaft  X. vom 21. Mai 1942). Die Eingabefrist  und 
-form sind gewahrt (Art. 50 und Art. 52 Abs. 1 VwVG), der Vertreter hat 
sich  rechtsgenüglich  ausgewiesen  (Art.  11  VwVG),  der  Kostenvor-
schuss wurde fristgemäss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG), und die übri-
gen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (vgl. Art. 46 ff. VwVG).

2.
Nachdem das BLW im Frühling 2006 festgestellt  hatte, dass die Par-
zelle X. seit jeher im Frühjahr und im Herbst von mehreren Tierhaltern 
gemeinsam als Weide genutzt wird, schloss es dieses Grundstück mit 
Verfügung vom 20. Februar 2007 von Amtes wegen aus der Bergzone 
IV aus und teilte es dem Sömmerungsgebiet zu.

Gegen  diese  Verfügung  erhoben  die  Beschwerdeführer  Beschwerde 
vor  dem  BVGer.  Sie  stellen  den  Antrag,  das  Grundstück  X.  in  der 
Bergzone zu belassen, und begründen dies im Wesentlichen damit, es 
handle  sich  bei  dieser  Fläche  nicht  um  eine  Gemeinschaftsweide, 
sondern X. diene den Landwirten als Maiensäss und werde von jedem 
einzelnen  selbstständig  bewirtschaftet.  Es  bestehe  kein 

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Gemeinschaftsweidebetrieb, da die Alpkorporation zwar Eigentümerin, 
nicht  aber  –  wie  in  der  gesetzlichen  Definition  verlangt  – 
Bewirtschafterin der Parzelle sei. 

Umstritten ist somit, ob das BLW zu Recht die Ansicht vertrat, bei der 
Parzelle X. handle es sich um eine Gemeinschaftsweide und demge-
mäss deren Ausschluss aus der Bergzone IV bzw. die Zuteilung der-
selben zum Sömmerungsgebiet verfügte. 

2.1 Nach  Art.  4  Abs.  2  und  3  des  Landwirtschaftsgesetzes  vom 
29. April 1998 (LwG, SR 910.1) unterteilt die Vorinstanz die landwirt-
schaftlich genutzte Fläche nach Massgabe der Erschwernisse in Zo-
nen und führt hierzu einen Produktionskataster. Der Bundesrat legt die 
Abgrenzungskriterien fest. 

Die  auf  Grund dieser  Bestimmung erlassene und auf  den 1. Januar 
1999 (AS 1999 404) in Kraft getretene Landwirtschaftliche Zonen-Ver-
ordnung vom 7. Dezember 1998 (SR 912.1) wurde bis anhin dreimal 
geändert; die letzte Änderung erfuhr sie im Jahr 2007 (vgl. AS 2007 
6185; in Kraft seit 1. Januar 2008).

Bei  einer  Rechtsänderung  finden  bezüglich  des  materiellen  Rechts 
grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze  Anwendung,  die  bei  der  Erfül-
lung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tat-
bestandes Geltung haben oder hatten (BGE 128 V 315 E. 1e/aa, BGE 
119  Ib  103  E.  5).  Der  Gesetzgeber  kann  eine  davon  abweichende 
übergangsrechtliche Regelung treffen (BGE 107 Ib 133 E. 2b), was er 
indessen hier nicht getan hat. 

Vorliegend begann das Verfahren zur Umzonung der betroffenen Par-
zelle im Frühling des Jahres 2006 und die angefochtene Verfügung er-
ging im Februar 2007. Insofern war der zu Rechtsfolgen führende Tat-
bestand erst im Jahr 2007 erfüllt. Anwendbar sind daher grundsätzlich 
die gesetzlichen Bestimmungen, die in jenem Jahr Geltung hatten, und 
die am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Fassung der landwirtschaftli-
chen Zonenverordnung kommt nicht zur Anwendung.

2.2 Nach Art. 1 Abs. 1 und 2 der Landwirtschaftlichen Zonen-Verord-
nung (in der Fassung vom 24. April 2002, AS 2002 1379) umfasst die 
landwirtschaftlich  genutzte  Fläche  das  Sömmerungsgebiet  und  die 
landwirtschaftliche  Nutzfläche.  Das  Sömmerungsgebiet  umfasst  die 
Sömmerungsfläche.

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Für  die  Abgrenzung  des  Sömmerungsgebietes  dienen  die  Sömme-
rungsweiden,  die  Heuwiesen,  deren  Ertrag  für  die  Zufütterung  wäh-
rend  der  Sömmerung  verwendet  wird,  sowie  die  Gemeinschaftswei-
den.  Die  Grenzen  des  Sömmerungsgebietes  werden  auf  Grund  der 
Bewirtschaftung vor 1999 und unter  Berücksichtigung der  herkömm-
lich-traditionellen  Bewirtschaftung  festgelegt  (Art.  3  Landwirtschaftli-
che Zonen-Verordnung). 

Das BLW setzt die Grenzen fest. Der Kanton, auf dessen Gebiet die 
fragliche Grenze verläuft, ist anzuhören. Das BLW stützt sich bei der 
Abgrenzung des Sömmerungsgebietes auf den Alpkataster und auf die 
durch die Kantone festgesetzte Abgrenzung und zieht die Grenzen so, 
dass die Anwendung der Gesetzgebung möglichst einfach ist  (Art. 4 
Landwirtschaftliche Zonen-Verordnung). 

Das BLW kann im Rahmen der Kriterien nach Artikel 3 und 4 von sich 
aus oder auf Gesuch des Bewirtschafters oder der Bewirtschafterin die 
Grenzen  des  Sömmerungsgebietes  ändern  (Art.  6  Abs.  2  Landwirt-
schaftliche Zonen-Verordnung).

2.3 Bei  der  Überprüfung der  Zonenzugehörigkeit  sind somit  gemäss 
Artikel 3 Absatz 2 der Landwirtschaftlichen Zonen-Verordnung insbe-
sondere die Kriterien der Bewirtschaftung vor 1999 und der herkömm-
lich-traditionellen Bewirtschaftung zu beurteilen. 

Weiter ist festzuhalten, dass der Beschwerdeinstanz bei der materiel-
len Überprüfung des vorinstanzlichen Entscheids volle  Kognition  zu-
kommt (vgl. Art. 49 VwVG). Andererseits legt sich das BVGer eine ge-
wisse Zurückhaltung auf, bevor es in den Entscheid der Vorinstanz ein-
greift, denn zu beurteilen sind örtliche Verhältnisse, mit denen die Vor-
instanz besser vertraut ist und wozu spezifische Fachkenntnisse not-
wendig sind.

Im Folgenden ist näher auf die historische Entwicklung des Zonensys-
tems und die einschlägigen rechtlichen Regelungen sowie die diesbe-
züglichen Materialien einzugehen (E. 3 und 4). Gestützt hierauf ist der 
rechtserhebliche Sachverhalt einer rechtlichen Würdigung zu unterzie-
hen (E. 5 und 6).

3.
Nach  Artikel  1  LWG sorgt  der  Bund  dafür,  dass  die  Landwirtschaft 
durch eine nachhaltige und auf den Markt ausgerichtete Produktion ei-

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nen wesentlichen Beitrag leistet zur sicheren Versorgung der Bevölke-
rung, Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, Pflege der Kultur-
landschaft sowie dezentralen Besiedelung des Landes. Diese Bestim-
mung drückt  im Einklang mit  Artikel  104 der Bundesverfassung vom 
18. April 1999 (BV, SR 101) die Multifunktionalität der Landwirtschaft 
aus. 

Während ursprünglich die Versorgungsfunktion der Landwirtschaft  im 
Zentrum stand, wurde mit der Einführung der ergänzenden Direktzah-
lungen und der Direktzahlungen für besondere ökologische Leistungen 
mit  der Änderung vom 9. Oktober 1992 des Landwirtschaftsgesetzes 
(AS 1993 1571, Art. 31a und 31b aLwG; heute Art. 70 - 77 LwG), eine 
grundsätzliche Richtungsänderung in der Agrarpolitik eingeleitet. Ins-
besondere  wurden  Preis-  und  Einkommenspolitik  getrennt  und  den 
ökologischen  Gesichtspunkten  der  Landwirtschaft  erhöhtes  Gewicht 
eingeräumt;  einer  weiteren  Intensivierung  der  Landwirtschaft  sollte 
Einhalt geboten werden (vgl. Botschaft vom 27. Januar 1992 zur Ände-
rung des Landwirtschaftsgesetzes, Teil I: Agrarpolitik mit ergänzenden 
Direktzahlungen, BBl 1992 II  1 ff.,  Ziff. 22 S. 11 ff.).  Angestrebt wird 
seither tendenziell eine weniger intensive Landwirtschaft und ein Ver-
zicht  auf  Ausweitung  der  Produktion  sowie  der  landwirtschaftlichen 
Nutzfläche. 

Das schweizerische  Zonensystem ist  historisch gewachsen. Die  Ab-
grenzung erfolgte ursprünglich immer im Hinblick auf eine bestimmte 
Massnahme, nach der sich die Abgrenzungskriterien richteten (Siebter 
Bericht vom 27. Januar 1992 über die Lage der schweizerischen Land-
wirtschaft und die Agrarpolitik des Bundes, Siebter Landwirtschaftsbe-
richt, BBl 1992 II 130 ff., Ziff. 241.2, S. 387). Das erklärt, weshalb sich 
das Zonengefüge heute nicht als völlig kohärentes System ohne Über-
schneidungen präsentiert. 

Die Sömmerungsbeiträge leisten einen wesentlichen Beitrag zur Erhal-
tung  einer  gepflegten  Kulturlandschaft,  insbesondere  im Berggebiet. 
Sie erweisen sich als unabdingbare Voraussetzung für die Bestossung 
der Sömmerungsweiden und damit für die Erhaltung dieser traditionel-
len  Kulturlandschaften  mit  ihrer  charakteristischen  Artenvielfalt.  Aus-
serdem ist die Sömmerung eine besonders tiergerechte Produktions-
form (vgl.  Botschaft  vom 26. Juni  1996  zur  Reform der  Agrarpolitik: 
Zweite  Etappe  [Agrarpolitik  2002]  BBl  1996  IV  1ff.,  Ziff.  232.32, 
S. 226 f.). In diesem Sinne geht es im Zusammenhang mit der Abgren-

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zung  der  Sömmerungszone  darum,  die  (intensiver  bewirtschaftbare) 
landwirtschaftliche Nutzfläche einzugrenzen und das Sömmerungsge-
biet als ökologisch wertvolle, traditionelle Kulturlandschaft zu erhalten. 
Die Abgrenzungskriterien nach der landwirtschaftlichen Zonen-Verord-
nung sind folglich im Sinne dieser Zweckbestimmung restriktiv anzu-
wenden, ohne dass aber der Status quo schematisch zementiert wer-
den dürfte.

4.
Die  Landwirtschaftliche  Begriffsverordnung  enthält  jene  wichtigsten 
Begriffsdefinitionen und Verfahrensbestimmungen, die in mehr als ei-
ner  massnahmenspezifischen  Verordnung  gebraucht  werden.  Sie  ist 
eine  bereichsübergreifende  Verordnung,  die  der  Durchführung  von 
Massnahmen dient, die sich u. a. aus dem Landwirtschaftsgesetz er-
geben. Sie entfaltet somit nur indirekte Wirkung und hat in diesem Sin-
ne keine Eigenständigkeit (vgl. Vernehmlassungsentwurf des EVD vom 
15. Juni 1998 zur LBV, Übersicht).

4.1 Bis  Ende 1998  stand  die  Landwirtschaftliche Begriffsverordnung 
vom 26. April  1993 (aLBV, AS 1993 1598) in Kraft. Diese wurde am 
1. Januar 1999 von der heute geltenden LBV vom 7. Dezember 1998 
(SR 910.91) abgelöst, welche ihrerseits mehrmals Änderungen erfuhr. 

Das BLW stützte sich bei der Behandlung der Frage, ob X. vor 1999 
als Gemeinschaftsweide bewirtschaftet wurde, zum Teil auf die aLBV 
(vgl. nachfolgende E. 4.3.1). Dies ist  entgegen der Meinung der Be-
schwerdeführer nicht unhaltbar, da die aLBV in dem für  die Abgren-
zung entscheidenden Zeitraum Geltung hatte. Bei  der Frage, welche 
Bewirtschaftungsform auf einer Parzelle vor dem Jahr 1999 praktiziert 
wurde, ist der rechtlich zu ordnende Tatbestand nämlich derjenige, wie 
er sich eben in den Jahren vor 1999 präsentierte. Wie in den folgenden 
Erwägungen zu zeigen ist, sind beide Verordnungen bezüglich der hier 
interessierenden Frage gleich auszulegen. 

4.2 Sowohl  die  alte  als  auch  die  neue  LBV definieren  die  Gemein-
schaftsweiden klar als zur Sömmerungszone zugehörig: Art. 15 Abs. 2 
aLBV  hält  folgendes  fest:  "Gemeinschaftsweiden  gehören  nicht  zur 
landwirtschaftlichen Nutzfläche". Nach Art. 24 Abs. 1 LBV gelten die 
Sömmerungs-  und  die  Gemeinschaftsweiden  sowie  die  Heuwiesen, 
deren Ertrag für die Zufütterung während der Sömmerung verwendet 
wird, als Sömmerungsfläche. Als LN gilt demgegenüber die einem Be-
trieb  zugeordnete,  für  den  Pflanzenbau  genutzte  Fläche  ohne  die 

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Sömmerungsfläche  (Art.  24),  die  dem Bewirtschafter  ganzjährig  zur 
Verfügung  steht  (Art.  14  LBV).  Die  Flächen  im  Sömmerungsgebiet 
gelten als Sömmerungsflächen, auch wenn sie anders genutzt werden 
(Art. 24 Abs. 2 LBV).

Mit andern Worten werden Gemeinschaftsweiden nach alter wie auch 
neuer Ordnung per se – und damit  unabhängig von ihrer  Nutzung – 
dem Sömmerungsgebiet zugeschlagen. Ein Gebiet,  das als Gemein-
schaftsweide bewirtschaftet wird, kann demnach nicht als Dauergrün-
fläche  anerkannt  werden  (vgl.  den  unveröffentlichten  Entscheid  der 
Rekurskommission  des  Eidgenössischen  Volkswirtschaftsdeparte-
ments [REKO/EVD] vom 1. November 2002 [00/7B-013] E. 6.2).

4.3 Unterschiede gibt es einzig in der Begriffsdefinition bezüglich der 
Gemeinschaftsweide nach dem Wortlaut der alten und neuen LBV (vgl. 
E. 4.3.1 und 4.3.2). Die Tragweite dieser Unterschiede ist nachfolgend 
zu untersuchen und in Relation zu der oben erwähnten klaren Zuwei-
sung  der  Gemeinschaftsweiden  zum  Sömmerungsgebiet  zu  setzen 
(E. 4.4).

4.3.1 Nach Art. 15 Abs. 1 aLBV galten als Gemeinschaftsweiden Flä-
chen mit ausschliesslicher Weidenutzung, welche im Eigentum von öf-
fentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Körperschaften sind und von 
verschiedenen Tierhaltern gemeinsam genutzt werden. 

Heimweiden gehörten nach Art. 11 Abs. 4 aLBV zur Dauergrünfläche, 
wenn sie vom Betrieb aus bewirtschaftet wurden, in dessen Nähe la-
gen, so dass die Tiere täglich in einen Stall des Betriebes zurückkeh-
ren  konnten,  vorwiegend  mit  eigenen  Tieren  bestossen  wurden  und 
ausserhalb des Sömmerungsgebietes lagen. 

4.3.2 Nach Art. 25 LBV sind Gemeinschaftsweiden Flächen im Eigen-
tum von öffentlich-rechtlichen oder  privat-rechtlichen Körperschaften, 
die traditionell von verschiedenen Tierhaltern oder Tierhalterinnen ge-
meinsam als Weide genutzt werden und die zu einem Gemeinschafts-
weidebetrieb (Art. 8) gehören.

Als Gemeinschaftsweidebetrieb gilt ein landwirtschaftliches Unterneh-
men, das: a) der gemeinschaftlichen Weidehaltung von Tieren dient; b) 
Gemeinschaftsweiden aufweist; c)  über Gebäude oder Einrichtungen 
für  die  Weidehaltung  verfügt;  und  d)  von  einer  öffentlich-rechtlichen 
Körperschaft oder Allmendkorporation bewirtschaftet wird (Art. 8 LBV).

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4.4 Gemäss ständiger Rechtsprechung des BGer ist  eine Gesetzes- 
oder Verordnungsbestimmung in erster Linie nach ihrem Wortlaut aus-
zulegen (vgl. nachfolgende E. 4.4.1). An einen klaren und unzweideuti-
gen Wortlaut ist die rechtsanwendende Behörde gebunden, sofern die-
ser den wirklichen Sinn der Norm wiedergibt (BGE 125 III  57 E. 2b, 
BGE 120 II 112 E. 3a). Abweichungen von einem klaren Wortlaut sind 
indessen zulässig oder sogar  geboten,  wenn triftige Gründe zur An-
nahme bestehen, dass dieser nicht dem wahren Sinn der Bestimmung 
entspricht. Solche Gründe können sich aus der Entstehungsgeschichte 
der  Bestimmung  (vgl.  nachfolgende  E.  4.4.2),  aus  ihrem  Sinn  und 
Zweck (vgl. nachfolgende E. 4.4.3) oder aus dem Zusammenhang mit 
anderen Vorschriften ergeben. Vom Wortlaut kann ferner abgewichen 
werden, wenn die wörtliche Auslegung zu einem Ergebnis führt,  das 
der  Gesetzgeber  nicht  gewollt  haben kann. Im Übrigen sind bei  der 
Auslegung  alle  herkömmlichen  Auslegungselemente  zu  berücksichti-
gen (grammatikalische, historische, systematische und teleologische), 
wobei  das  BGer  einen  pragmatischen  Methodenpluralismus  befolgt 
und es ablehnt, die einzelnen Auslegungselemente einer Prioritätsord-
nung zu unterstellen (vgl. BGE 127 III 318 E. 2b; 124 III 266 E. 4, mit 
Hinweisen).

4.4.1 Nach dem Wortlaut von Art. 25 LBV kam im Vergleich zu Art. 15 
Abs.  1  aLBV  ein  zusätzliches  Kriterium  zur  Definition  der  Gemein-
schaftsweide  hinzu. Demgemäss  muss  eine  Gemeinschaftsweide  zu 
einem Gemeinschaftsweidebetrieb gehören, was nach Art. 8 LBV wie-
derum  voraussetzt,  dass  ein  landwirtschaftliches  Unternehmen  vor-
liegt, das von der Korporation bewirtschaftet wird. 

4.4.2 Im historischen Zusammenhang ist  zu der in Frage stehenden 
Änderung folgendes festzuhalten: 

Vor dem Inkrafttreten der neuen LBV erhielten Gemeinschaftsweiden, 
die als Vor- und Nachweiden dienten und auf denen sich daher am da-
mals  geltenden Stichtag (25. Juli)  kein  Vieh befand,  weder  Sömme-
rungs- noch Flächenbeiträge. Dieser Nachteil wurde in einem Postulat 
vom 31. Januar 1995 von Nationalrat  Hari  gerügt. Er stellte sich auf 
den Standpunkt, die LBV müsste entsprechend geändert werden und 
dahin zielen, dass diese Gemeinschaftsweiden zur LN zählten. 

In  seiner  Antwort  vom 17. Mai  1995 führte  das EVD unter  anderem 
aus,  gemeinschaftlich  genutzte  Flächen  könnten  nicht  als  landwirt-
schaftliche Nutzfläche anerkannt  werden, da die realen Flächen den 

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einzelnen Gemeinschaftern nicht  zuteilbar  seien. Die im Postulat  er-
wähnten  Gemeinschaftsweiden  würden  in  der  Regel  als  Vor-  und 
Herbstweiden zur eigentlichen Alpsömmerung genutzt und bildeten so-
mit einen Teil der Sömmerung. Einzig jene Gemeinschaftsweiden, die 
nicht  während  des  ganzen  Sommers  bestossen  seien  und  nicht  als 
Vorweide Bestandteil  einer Sömmerung und auch nicht einem Ganz-
jahresbetrieb als LN zuteilbar seien, würden über das heutige Direkt-
zahlungssystem nicht direkt erfasst. Der direkte oder indirekte Einbe-
zug dieser Flächen in die Beitragsberechtigung sei zu prüfen. Das Pro-
blem könne aber nicht allein über eine Anpassung der LBV, d. h. über 
eine anderslautende Definition gelöst werden. Vielmehr sei in diesem 
Bereich auch die Konzeption der Direktzahlungen zu überprüfen. Die-
se Überprüfung werde im Rahmen der  zweiten  Etappe der  Agrarre-
form vorgenommen. 

Im Vernehmlassungsentwurf des EVD vom 15. Juni 1998 zur LBV wird 
sodann in  den Erläuterungen zu Art. 6  "Gemeinschaftsweidebetrieb" 
angemerkt, beim Gemeinschaftsweidebetrieb handle es sich in der Re-
gel um ein von einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft oder einer All-
mendkorporation  geführtes  Unternehmen,  das  Gemeinschaftsweiden 
bewirtschafte. Die Notwendigkeit einer Definition dieser speziellen Be-
triebsform im Sömmerungsgebiet habe sich ergeben, weil sie für die 
Beitragszahlungen separat erfasst und differenziert behandelt werden 
müsse. Während  die  Beiträge  für  Sömmerungsbetriebe  pro  Tier  be-
zahlt  würden,  sollten sie bei  Gemeinschaftsweidebetrieben über den 
Normalstoss abgegolten werden. 

Unter  Art. 22  "Gemeinschaftsweiden"  wird darauf  hingewiesen,  dass 
die  Umschreibung  der  bisherigen  Fassung  entspreche.  Gemein-
schaftsweiden gehörten zur  Sömmerungsfläche,  obschon sie  sich  in 
der  Regel  als  Inseln  ausserhalb  der  eigentlichen  Sömmerungszone 
befänden.

Im Vernehmlassungsentwurf vom 15. Juni 1998 zur Sömmerungsbei-
tragsverordnung  (SöBV  vom 29.  März  2000,  SR  910.133)  hielt  das 
EVD dementsprechend u.a. fest, die Sömmerungsbeiträge für Gemein-
schaftsweidebetriebe  von  öffentlich-rechtlichen  Körperschaften  und 
Allmendkorporationen sollten neu pro Normalstoss festgesetzt werden. 
Im Umsetzungskonzept wird unter Ziffer 111 ("Vorweiden und Maien-
sässe")  festgehalten,  "Vorweiden  und  Maiensässe  sowie  bestimmte 
Gemeinschaftsweiden,  die nicht  Bestandteil  eines während des gan-

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zen Sommers bestossenen Sömmerungsbetriebes sind, verfügen am 
Stichtag (25. Juli) über keinen Tierbesatz. Nach geltendem Recht kön-
nen dafür keine Sömmerungsbeiträge, und weil  es sich um Sömme-
rungsflächen  handelt,  auch  keine  Flächenbeiträge  geltend  gemacht 
werden. Soweit  es sich  um Flächen von privaten Betrieben handelt, 
sollen sie  neu der  LN zugeteilt  werden". Unter  Ziffer  113 ("Gemein-
schaftsweiden") wird erklärt, "die ausserhalb der eigentlichen Sömme-
rungszone von öffentlich-rechtlichen Körperschaften und Allmendkor-
porationen bewirtschafteten Flächen sollen als Weidebetriebe erhalten 
bleiben. Wo dies der traditionellen Nutzung entspricht, sollen sie nicht 
mehr  in  LN  umgewandelt  werden  können  (...).  Sie  werden  wie  die 
Sömmerungszone  aufgrund  der  Zonenordnung  als  Teil  des  Sömme-
rungsgebietes ausgeschieden. Da diese Weiden unabhängig von Söm-
merungsbetrieben teilweise nur im Frühjahr und im Herbst bestossen 
werden, soll der Beitrag pro Normalstoss festgesetzt werden." 

4.4.3 Diese Materialien  zeigen auf,  dass im Prinzip  keine Änderung 
vorgesehen war bezüglich der Definition der Gemeinschaftsweide und 
deren  grundsätzlichen  Zugehörigkeit  zur  Sömmerungszone.  Das  im 
Postulat  Hari  beschriebene  Problem  der  "beitragslosen  Gemein-
schaftsweiden"  wurde  insofern  gelöst,  als  der  Beitrag  für  Gemein-
schaftsweiden, welche unabhängig von Sömmerungsbetrieben nur im 
Frühjahr und im Herbst bestossen werden, neu über den Normalstoss 
(Sömmerung einer rauhfutterverzehrenden Grossvieheinheit  während 
100 Tagen) abgerechnet werden sollte. Daraus ergab sich auch über-
haupt erst die Notwendigkeit, den "Gemeinschaftsweidebetrieb" in der 
LBV zu definieren (vgl. Vernehmlassungsentwurf zu Art. 6 LBV).

Somit wurde nicht beabsichtigt, ein neues, einschränkendes Kriterium 
zur Definition einer Gemeinschaftweide einzuführen. Die Wortwahl des 
EVD im Vernehmlassungsentwurf  zur  LBV, es handle sich beim Ge-
meinschaftsweidebetrieb  in  der  Regel um  ein  von  einer  öffentlich-
rechtlichen Körperschaft oder einer Allmendkorporation geführtes Un-
ternehmen,  das Gemeinschaftsweiden bewirtschafte,  deutet  im Übri-
gen darauf hin, dass bei Gemeinschaftsweidebetrieben mehrere Kon-
stellationen und Bewirtschaftungsformen möglich sind. 

In eine ähnliche Richtung zeigen auch die Weisungen und Erläuterun-
gen der Vorinstanz zur Landwirtschaftlichen Begriffsverordnung (Fas-
sung vom 31. Januar 2007),  wo zu Art. 8 LBV ausgeführt  wird,  Ge-
meinschaftsweiden würden von Gemeinden, Gemeindekorporationen, 

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Allmendgemeinden usw.  bewirtschaftet. Die Landwirte der Gemeinde 
hätten in der Regel das Recht,  während einer bestimmten Zeit,  eine 
bestimmte Anzahl Tiere darauf zu weiden. Das BLW hielt hierzu fest, 
das Wort "usw." zeige an, dass aufgrund des Strukturwandels in vielen 
Fällen nicht mehr Genossenschaften oder Gemeinden als Bewirtschaf-
terinnen  aufträten,  sondern  lose  Zusammenschlüsse der  verbleiben-
den Bestösser der Gemeinschaftsweiden (Bewirtschaftergemeinschaf-
ten). Dies sei beispielsweise auch beim Grossen Vorsass so, ebenso 
bei einem beachtlichen Teil der Allmenden in Graubünden, wo längst 
nicht mehr die Gemeinde den Weidebetrieb organisiere.

4.4.4 Nach dem Zweck der Zonenabgrenzung (vgl. E. 3) soll das Söm-
merungsgebiet  als  ökologisch wertvolle,  traditionelle  Kulturlandschaft 
erhalten bleiben und auf eine Ausweitung der LN verzichtet werden. 

Auch eine teleologische  Auslegung  stützt  daher  die  Annahme,  dass 
das Vorliegen einer Gemeinschaftsweide und damit die Zugehörigkeit 
einer Weide zur Sömmerungszone mit  der neuen LBV nicht  von zu-
sätzlichen Kriterien abhängig gemacht werden sollte. Vielmehr ist da-
von  auszugehen,  dass  Gebiete,  die  traditionell  alpwirtschaftlich  ge-
nutzt  werden,  weiterhin  zur  Sömmerungszone  gehören  sollen  und 
eben gerade verhindert werden soll, dass sie durch Intensivierung der 
Bewirtschaftung zur LN werden.

4.4.5 Die  Auslegung  von Art.  8  und  Art.  25  LBV ergibt  somit,  dass 
zwar der Wortlaut das Vorliegen einer Gemeinschaftsweide von – im 
Vergleich zur aLBV – zusätzlichen Kriterien abhängig macht. Indessen 
stützen weder die historische noch die teleologische Auslegung dieses 
Ergebnis; im Gegenteil wird aus den Materialien und dem Gesamtzu-
sammenhang ersichtlich,  dass nie vorgesehen war, gemeinschaftlich 
genutzte Weiden der LN zuzuweisen, unter anderem darum, weil dabei 
den einzelnen Gemeinschaftern keine reale Fläche zuteilbar sei. Aus 
diesem Grund und da die grammatikalische Auslegung dem Zweck der 
Abgrenzung  der  Sömmerungszone  widersprechen  würde,  ist  dieser 
Auslegung nicht zu folgen. 

4.5 Nach dem Gesagten ist eine Fläche, die von mehreren Tierhaltern 
gemeinschaftlich als Weide genutzt wird und im Eigentum einer öffent-
lich-rechtlichen oder privat-rechtlichen Körperschaft steht, als Gemein-
schaftsweide zu definieren und als solche der Sömmerungszone zuzu-
ordnen.

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5.
In sachverhaltlicher Hinsicht ist folgendes festzustellen: 

5.1 Die im Eigentum der Alpkorporation X. stehende Parzelle X. um-
fasst  34.7  ha  landwirtschaftlich  genutzte  Fläche.  Seit  1998  besteht 
eine Unterteilung von X. in vier Bereiche (vorher waren bloss im obers-
ten  Bereich  des  Grundstücks  zwei  Weideareale  abgezäunt).  Diese 
werden indessen mit Tieren von nicht nur einem, sondern zwei bis vier 
verschiedenen Landwirten beweidet. Im Jahr 2006 liessen 10 Tierhal-
ter im Frühjahr und im Herbst ihr Vieh auf dem Grundstück weiden. Die 
ausgezahlten  Flächenbeiträge  werden  den  Weiderechten  entspre-
chend unter sämtlichen Bestössern aufgeteilt. Die Beladung erfolgt ge-
meinsam um den 25. Mai; die Frühjahrsweide dauert  3 Wochen. Um 
den 10. September kehren die Tiere von den Hochalpen auf X. zurück, 
die Herbstweide dauert rund 4 Wochen und die Entladung findet wie-
derum für alle Bestösser am gleichen Datum statt. 

Auf dem Grundstück stehen vier Alpställe. Zusätzlich werden Tiere aus 
zwei  Ställen,  welche sich auf  angrenzenden Grundstücken befinden, 
auf die Weide gelassen (Tiere von F. sowie Beschwerdeführer 3).

Im Sommer findet im Bereich der Ställe Heugewinnung statt, es sind 
jedoch keine Mähflächen aus der Weide ausgezäunt. Die Vorinstanz 
hielt  in  der  angefochtenen  Verfügung  fest,  anlässlich  des  Augen-
scheins vom 26. Mai 2006 sei dargelegt worden, der Grossteil des Er-
trags der Heunutzung werde vor Ort eingelagert und während der Wei-
dezeit zugefüttert und bloss ein geringer Teil werde zur Winterfütterung 
auf Betriebe abgeführt. In ihren schriftlichen Eingaben machen die Be-
schwerdeführer  demgegenüber geltend,  ein grosser Teil  des Futters, 
das auf dem Maiensäss produziert wird, werde auf die Talbetriebe ab-
geführt. Dies ergebe sich bereits aus der Tatsache, dass die Talbetrie-
be sehr nahe beim Vorsass lägen, ja mit diesem sogar teilweise Mar-
che an Marche gelegen seien.

Unterhalb  von  X.  befinden  sich  private  Vorweiden,  auf  welchen  der 
Schwerpunkt der Bewirtschaftung bei der Gewinnung von Winterfutter 
liegt und die im Frühjahr und Herbst ausschliesslich mit Tieren einzel-
ner Bewirtschafter beweidet werden, weshalb sie ganzjährig genutzte 
Produktionsstätten von Betrieben darstellen. 

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Im Nordwesten grenzt X. an den dem Sömmerungsgebiet zugeteilten 
W.berg,  bei  welchem  es  sich  um  eine  korporative  Frühjahrs-  und 
Herbstweide handelt. 

5.2 Die  Weidgenossenschaft  X.,  eine  Genossenschaft  im Sinne des 
bernischen EG ZGB, hat am 21. Mai 1942 betreffend die Verwaltung 
und Nutzung der Weide X. ein Weidreglement erlassen. 

Darin wird in Art. 10 festgehalten, dem Präsidenten unterstehe die Auf-
sicht  über  den ganzen Weidbetrieb. Er solle  im Frühling  und Herbst 
wenn  möglich  auf  der  Weide  wohnen  und  alle  Arbeiten,  namentlich 
auch den Besatz, überwachen. Jeder Weidanteilhaber dürfe nur soviel 
Vieh auf die Weide treiben, als er Rechte besitze (Art. 12 des Regle-
ments). Unter "III. Benutzung" steht, die Weide sei wie bisher zu benut-
zen und zwar im Frühling vom Weidauffahrtstag bis zum Tag, da die 
Alp S. bestossen werde. Im Herbst werde die Weide an dem Tag besto-
ssen, da die Alp W. abgetrieben werde. Alles auf der Weide gesammel-
te Heu müsse daselbst verfüttert  werden (Art. 17 und 18 des Regle-
ments). Unter "IV. Bewirtschaftung" wird im Weitern festgehalten, die 
Bewirtschaftung der Weide stehe unter der Aufsicht der Weidkommis-
sion. Die Besetzer hätten sich den Anordnungen derselben zu unter-
ziehen. Sämtliche  Sennhütten  stünden  unter  der  Aufsicht  der  Weid-
kommission. Diese habe dafür zu sorgen, dass dieselben von den Ei-
gentümern in gutem Zustand erhalten würden (Art. 19 und 20 des Re-
glements). Nach Art. 26 des Reglements hat die Weidgenossenschaft 
alljährlich an der ersten Versammlung über Waldnutzung, Holzverkauf 
oder Holzausteilung im betreffenden Jahr Beschluss zu fassen. 

5.3 Bis 1997 behandelte der Kanton die Weiden von X. als Sömme-
rungsflächen und richtete für deren Bewirtschaftung keine Flächenbei-
träge aus. 

Mit Entscheid vom 17. April 1998 anerkannte das LANAT die Parzelle 
X. als Dauergrünfläche (LN). In diesem Entscheid werden die Bewirt-
schafter wie folgt aufgeführt: 

- Nr. 1 E. (Beschwerdeführer 5) 330.00 Aren
- Nr. 2 C. (Beschwerdeführer 3) 1260.00 Aren
- Nr. 3 D. (Beschwerdeführer 4) 935.00 Aren
- Nr. 4 B. (Beschwerdeführer 2) 945.00 Aren

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Anlässlich der Ausscheidung des Sömmerungsgebietes im Jahr 2000 
gelangte X., da es vom Kanton als LN eingestuft war, in die Bergzone 
IV. In den Jahren 1998 bis 2005 wurden demnach allgemeine Direkt-
zahlungen ausgerichtet. 

Aus den Unterlagen ist indessen ersichtlich, dass einige der auftriebs-
berechtigten Mitbestösser die Weidezeit ihres Jungviehs auf X. bei der 
Tiererhebung  als  Sömmerungszeit  deklarierten.  So  bewirtschaftet 
etwa A. (Präsident  der  Beschwerdeführerin  1),  welcher  Mitbestösser 
des vom Beschwerdeführer 4 als LN deklarierten Teilbereichs von X. 
ist, nebst seinem Betrieb den Sömmerungsbetrieb V. In der Tiererhe-
bung 2005 deklarierte er für die Sömmerung bei Kühen und Kälbern 
eine  Sömmerungsdauer  von  82  Tagen,  bei  den  Rindern,  welche  im 
Frühjahr und Herbst auf X. gehalten wurden, hingegen eine Sömme-
rungsdauer  von  131  Tagen. Somit  betrachtet  er  das  dort  gehaltene 
Vieh  als  gesömmert.  Für  die  Auslösung  des  Sömmerungszuschlags 
wäre jedoch einzig die Deklaration der Sömmerungszeit auf der Söm-
merungsfläche, nicht aber auf der LN zulässig. Gleich hielten es zwei 
weitere Mitbestösser.

5.4 Gemäss der von den Beschwerdeführern eingereichten "Anzeige 
aller  Grundbuchdaten  Alp  X."  sowie  der  Zusammenstellung  in  Be-
schwerdebeilage  11  ist  die  Gemeinde  Y. Eigentümerin  der  grössten 
Zahl  an  Kuhrechten auf  der  Parzelle  (31.75 von insgesamt  84 Kuh-
rechten). Im Weiteren haben der Beschwerdeführer 2 Eigentum an 8 
Kuhrechten und der Beschwerdeführer 3 Eigentum an 12.75 Kuhrech-
ten. Daneben sind noch weitere acht Privatpersonen im Eigentum von 
Kuhrechten, wobei die Anzahl je Person zwischen 1 und 9 Kuhrechten 
variiert. 

Die Gemeinde Y. ihrerseits verpachtet ihre Kuhrechte an 8 Landwirte, 
darunter den Beschwerdeführer 5 (4.5 Kuhrechte sowie Anteil an Ge-
meindehütte). Die Pächter sind zum Teil dieselben Personen, die auch 
im Eigentum von Kuhrechten sind. Die Pachtverträge wurden teilweise 
im Jahr 1993 abgeschlossen, teilweise 1985. 

Die Beschwerdeführer reichten im Übrigen Aufstellungen ein, in wel-
chen die "Bewirtschaftungsform und Zuteilung LN gemäss Schreiben 
Lanat vom 17. April  1998" beschrieben wird (vgl. Beschwerdebeilage 
13). Danach ist  die  Parzelle  in  vier  Bereiche eingeteilt. In  Bereich 1 
werden Beschwerdeführer 5 und G. (beide Pächter  von Kuhrechten) 
als Bewirtschafter aufgeführt. Beschwerdeführer 5 besorge seine Tiere 

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und diejenigen von G. im Lohn. Beschwerdeführer 5 gebe G. den ihm 
zustehenden Betrag der Direktzahlungen weiter. In Bereich 2 sind Be-
schwerdeführer 3 sowie H., F. und I. als Bewirtschafter genannt, wel-
che ihre Tiere selber und je in eigener Hütte bzw. Stallung betreuen. 
Alle  vier  sind  Pächter  von  Kuhrechten,  der  erstgenannte  zusätzlich 
auch  Eigentümer. Beschwerdeführer  3  gebe  den  anderen  drei  ihren 
Anteil  an  den  ausgezahlten  Direktzahlungen  ab.  Im  dritten  Bereich 
werden Beschwerdeführer 4 und A., der Präsident der Beschwerdefüh-
rerin 1, aufgeführt. Auch hier betreuen beide Bewirtschafter ihre Tiere 
selber. Beschwerdeführer 4 gibt  A. den ihm zustehenden Betrag der 
Direktzahlungen weiter. In Bereich 4 lassen Beschwerdeführer 2 und J. 
ihre Tiere weiden; ersterer gibt die Direktzahlungen anteilsmässig an 
letzteren weiter. Beide betreuen ihre Tiere selber in einer eigenen Hüt-
te (alle diese Angaben stützen sich auf die Aussagen der Beschwerde-
führer). 

Es fällt auf, dass gemäss den Angaben der Beschwerdeführer ab dem 
Jahr  1998  zehn  Landwirte  ihre  Tiere  auf  X.  weiden  liessen.  In  den 
Grundbuchauszügen  und  Pachtverträgen  figurieren  aber  neben  der 
Einwohnergemeinde Y. insgesamt vierzehn Privatpersonen, die als Ei-
gentümer und/oder Pächter an Kuhrechten der Alp X. berechtigt sind. 
Dieser Unterschied ist indessen vorliegend nicht entscheidwesentlich, 
weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass eine Vielzahl von Land-
wirten Vieh auf der Parzelle X. weiden lässt. Die Landwirte betreuen 
ihre Tiere nach Angaben der Beschwerdeführer zu einem grossen Teil 
selber, führen Unterhaltsarbeiten aus, und tragen als Eigentümer wie 
auch Pächter von Kuhrechten Nutzen und Gefahr. Der amtliche Wert 
der Kuhrechte wird beim jeweiligen Eigentümer aufgerechnet. 

5.5 Im Alpkataster  der Gemeinde Y. aus dem Jahr 1969 wird betref-
fend die Parzelle "X. und Z." festgehalten, dieses sei "Eigentum von je 
einer  Alpkorporation  bzw. weitgehend  Privatansprache".  Es  umfasse 
insgesamt 60 ha Weideland und 22 ha zumeist ungenutztes Wildheu-
gebiet in den obersten Regionen. Es werde "intensive Heugewinnung 
auf Lägern in Stafelnähe" betrieben. Die Parzelle wurde im Weiteren 
folgendermassen  charakterisiert:  "Ausgesprochen  schöne,  trockene 
und  gutgräsige  Vorweiden,  vereinzelt  hartgräsige  und  mit  Grotzen 
durchsetzte Komplexe, speziell auf X., wo insgesamt 7 Gebäude über 

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die Fläche verteilt sind. Auf Z. nur 1 grosses Alpgebäude. Vorwiegende 
Privatwirtschaft."

Aus dem Alpkataster geht somit hervor, dass das Grundstück X. auch 
herkömmlich-traditionell  in  etwa  so  bewirtschaftet  wurde  wie  in  den 
Jahren vor 1999. Schon damals stand die Parzelle im Eigentum einer 
Alpkorporation  und wurde als  Vorweide  genutzt.  Der  Umstand,  dass 
sich sieben Gebäude auf  der Fläche befanden,  deutet  zudem einer-
seits darauf hin, dass auch damals mehrere Tierhalter ihr Vieh auf der 
Parzelle weiden liessen, andererseits, dass zumindest einige der be-
rechtigten Landwirte ihre Tiere während der Weidezeit von den Ställen 
aus betreuten. 

Dass X. herkömmlich-traditionell gemeinschaftlich und nach reglemen-
tarischen Vorschriften genutzt wurde, wird im Übrigen auch durch das 
Weidreglement vom 21. Mai 1942 belegt (vgl. E. 5.2). 

6.

6.1 Nach den in E. 4.2 f. wiedergegebenen landwirtschaftsrechtlichen 
Bestimmungen und deren Auslegung in E. 4.4 ist eine Parzelle, die von 
verschiedenen  Tierhaltern  gemeinschaftlich  als  Weide  genutzt  wird 
und  im  Eigentum  einer  öffentlich-rechtlichen  oder  privat-rechtlichen 
Körperschaft steht, als Gemeinschaftsweide der Sömmerungszone zu-
zuordnen. 

Massgebend ist demnach, dass die Weidenutzung von mehreren Tier-
haltern  in  gemeinschaftlicher  Weise erfolgt. Demgegenüber  ist  uner-
heblich,  wie  die Berechtigungen an der Fläche im Einzelnen ausge-
staltet  sind (Auftriebsrechte oder Eigentum bzw. Pacht  von Kuhrech-
ten) bzw. ob die Körperschaft  eigentliche Bewirtschafterin  ist  in dem 
Sinne, dass sie Nutzen und Gefahr trägt. 

Das gemeinschaftliche Element überwiegt,  wenn Tiere einer Vielzahl 
von Landwirten auf einer nicht durch Zäune unterteilten Fläche gewei-
det werden, der Weidebetrieb gemeinsam organisiert ist sowie Weide-
zeiten und Besatz durch ein Reglement oder durch Gemeinschaftsbe-
schluss festgelegt werden.

6.2 X. befindet  sich  im Eigentum der  Alpkorporation  X. Das  Grund-
stück wurde - wie dargelegt - herkömmlich-traditionell,  in den Jahren 

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vor 1999 wie auch bis heute von verschiedenen Tierhaltern gemein-
sam als Weide genutzt. 

Die gemeinschaftliche Nutzung zeigt  sich vor allem darin,  dass eine 
Vielzahl von Landwirten das Recht hat, Tiere auf der Parzelle weiden 
zu lassen (im Moment  vierzehn Landwirte,  von denen einige dieses 
Recht scheinbar gegenwärtig nicht nutzen),  und dass die Parzelle in 
dem für die Abgrenzung massgebenden Zeitraum bis auf zwei Weide-
areale im obersten Bereich des Grundstücks nicht unterteilt war. Auch 
die im Jahr 1998 vorgenommene Abzäunung unterteilt das Grundstück 
in bloss vier Bereiche, die je von Tieren von zwei bis vier Landwirten 
beweidet werden. Der Umstand, dass die Tiere, welche in den Heim-
betrieben ihrer jeweiligen Besitzer überwintern, gemeinsam zu einem 
von der Korporation festgesetzten Zeitpunkt auf X. ziehen und die Ent-
ladung auch wieder für das Vieh aller Landwirte zur gleichen Zeit er-
folgt, deutet ebenfalls auf eine gemeinschaftliche Nutzung der Parzelle 
hin. 

Dass die gemeinschaftliche Nutzung auf langer Tradition basiert, wird 
durch das Weidereglement, welches zu dem für die Abgrenzung mass-
gebenden Zeitpunkt immer noch in Kraft stand (es wurde erst am 30. 
November 2006 ausser Kraft gesetzt), und die Beschreibung im Alpka-
taster deutlich. 

Dem Umstand,  dass die Parzelle  in  Kuhrechte  aufgeteilt  ist  und die 
einzelnen Landwirte  Eigentümer oder  Pächter  dieser  Kuhrechte  und 
zum Teil Eigentümer der auf der Parzelle sich befindenden Ställe sind, 
kommt nach dem oben Gesagten hier  nicht  massgebendes Gewicht 
zu. Denn dieser Umstand ändert nichts an der dargestellten gemein-
schaftlichen Art der Bewirtschaftung. Das Eigentum oder die Pacht an 
einem oder mehreren Kuhrechten gibt dem Berechtigten nämlich vor-
liegend gerade nicht das Recht, die umstrittene Fläche nach eigenem 
Gutdünken,  auf  selbst  bestimmte Weise und zu eigenständig festge-
legten Zeiten zu nutzen,  sondern  Bewirtschaftungsart  und -zeitpunkt 
werden - wenn auch nicht durch die Korporation selber - so eben doch 
durch die Gemeinschaft der Bewirtschafter bestimmt. 

In Würdigung der gesamten Umstände ist demnach darauf zu schlies-
sen,  dass  vorliegend  das  gemeinschaftliche  Element  der  Nutzung 
überwiegt und insbesondere auch in der massgebenden Zeit vor 1999 
überwog. Daher ist die Parzelle X. als Gemeinschaftsweide zu charak-
terisieren  und  demgemäss  der  Sömmerungszone  zuzuordnen.  Inso-

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fern erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens und die da-
gegen gerichtete Beschwerde als unbegründet. 

7.
Die Beschwerdeführer machen im Sinn einer Eventualbegründung gel-
tend, ihr Vertrauen in die rechtskräftige Verfügung vom Mai 2000, mit 
welcher X. der Bergzone IV zugewiesen worden sei, sei hoch zu ge-
wichten und zu schützen. Seit dem Erlass dieser Verfügung seien kei-
ne neuen Sachverhaltselemente eingetreten. 

7.1 Verfügungen werden nach unbenutztem Ablauf  der Rechtsmittel-
frist  oder nach Abschluss des Rechtsmittelverfahrens formell  rechts-
kräftig  und  grundsätzlich  unabänderlich.  Gemäss  Lehre  und  Recht-
sprechung kann jedoch unter  bestimmten Voraussetzungen auch auf 
solche  Verfügungen  wieder  zurückgekommen  werden.  Insbesondere 
können Verfügungen über Dauerrechtsverhältnisse wegen unrichtiger 
Sachverhaltsfeststellung,  fehlerhafter  Rechtsanwendung  oder  nach-
träglicher Änderung der Sach- oder Rechtslage widerrufen bzw. ange-
passt werden, sofern wichtige öffentliche Interessen berührt sind. Feh-
len positivrechtliche Bestimmungen über die Möglichkeit der Änderung 
einer Verfügung, so ist über diese anhand einer Interessenabwägung 
zu befinden,  bei  welcher  das Interesse an der  richtigen Anwendung 
des  objektiven  Rechts  dem  Interesse  an  der  Rechtssicherheit  bzw. 
dem Vertrauensschutz gegenüberzustellen ist (BGE 127 II 306 E. 7a, 
mit  Hinweisen,  BGE  121  II  273  E.  1a/aa;  ULRICH HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5. Aufl., 
Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 997 ff.;  ANNETTE GUCKELBERGER, Der Wider-
ruf  von  Verfügungen  im  schweizerischen  Verwaltungsrecht,  ZBl 
6/2007, S. 296 ff.). Sind dagegen die Voraussetzungen über die Aufhe-
bung oder Änderung einer Verfügung in der massgeblichen Gesetzge-
bung geregelt,  so  bestimmt sich die Zulässigkeit  des nachträglichen 
Eingreifens der Behörde in erster Linie nach dieser (BGE 127 II 306 
E. 7a).

7.2  Das BLW kann nach Art. 6 Abs. 2 der Landwirtschaftlichen Zo-
nen-Verordnung grundsätzlich von sich aus oder auf Gesuch des Be-
wirtschafters oder der Bewirtschafterin die Zonen des Berg- und Talge-
biets ändern. 

Eine Abänderung der bestehenden Zoneneinteilung ist nach der Land-
wirtschaftsgesetzgebung somit möglich und zulässig. Über die Voraus-
setzungen für die Abänderbarkeit ist den gesetzlichen Grundlagen in-

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dessen nichts zu entnehmen. Im Sinne der oben zitierten Rechtspre-
chung des BGer kann eine bestehende, aber ursprünglich fehlerhafte 
Zoneneinteilung nur dann abgeändert werden, wenn von den sich wi-
derstreitenden  Interessen  der  Wahrung  der  richtigen  Durchsetzung 
des objektiven Rechts und der Rechtssicherheit bzw. des Vertrauens-
schutzes dem ersteren der Vorrang gebührt (vgl. hierzu auch die Ent-
scheide der REKO/EVD vom 1. Dezember 2004 [7B/2004-3] E. 5.1 so-
wie vom 10. Mai 1995, veröffentlicht in Verwaltungspraxis der Bundes-
behörden [VPB] 60.53 E. 4.5). 

7.3 Das LANAT anerkannte die Parzelle X. mit Entscheid vom 17. April 
1998 (vgl. E. 5.3) als Dauergrünfläche und ordnete sie der LN zu. Aus 
dem Wortlaut der Verfügung geht hervor, dass das LANAT sich auf die 
Sachverhaltsdarstellung  von  K.  anlässlich  dessen  persönlichen  Er-
scheinens beim Amtsvorsteher vom 11. März 1998 stützte und - ohne 
den Sachverhalt näher zu prüfen oder in der Verfügung zu umschrei-
ben -  sogleich  eine Anerkennung  der  gesamten Parzelle  als  Dauer-
grünfläche verfügte. Wie das Beweisverfahren vor dem BVGer ergab, 
stellt sich indessen der Sachverhalt anders dar, als von den Beschwer-
deführern vorgebracht.

Der Entscheid des LANAT stützte sich somit nicht auf ein Verfahren, in 
welchem die sich gegenüberstehenden Interessen allseitig geprüft und 
gegeneinander abgewägt wurden, was erhöhte Anforderungen an die 
Widerruflichkeit  zur  Folge hätte  (vgl. BGE 121 II  273 E. 1a/aa). Der 
kantonale  Entscheid  beruhte  vielmehr  auf  den Darlegungen der  Be-
troffenen und der darauf gestützten Annahme, die vier darin genann-
ten Bewirtschafter könnten über ihre jeweilige, abgezäunte Teilfläche 
uneingeschränkt und in alleiniger Nutzung verfügen. Dies entsprach in-
dessen  schon  damals  nicht  der  tatsächlichen  Nutzung,  die,  wie  er-
wähnt, darin bestand und besteht, dass eine Vielzahl von Landwirten 
ihr Vieh auf der Parzelle weiden lässt und die Flächenbeiträge unter al-
len Berechtigten aufgeteilt wird. 

Ebensowenig fand eine vertiefte Prüfung im Rahmen der erstmaligen 
Abgrenzung durch das BLW im Jahr 2000 statt, sondern es wurde le-
diglich  die  vom  Kanton  festgesetzte  Abgrenzung  übernommen.  Auf 
Grund dieser Umstände tritt der Vertrauensschutz in den Hintergrund. 

Hinzu kommt, dass dem Interesse der Beschwerdeführer am Beibehalt 
der  bestehenden  Zoneneinteilung  gewichtige  öffentliche  Interessen 
entgegenstehen. Die Belassung einer rechtswidrigen Zoneneinteilung 

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(Parzelle ist der LN zugeordnet statt der Sömmerungszone) steht na-
mentlich im Widerspruch zu den Zielen der Agrarpolitik, welche zu ei-
ner weniger intensiven Landwirtschaft tendiert und welche einen Ver-
zicht auf Ausweitung der Produktion und der landwirtschaftlichen Nutz-
fläche vorgibt (vgl. E. 3). Eine fehlerhafte Zonenzuteilung kann über-
dies dazu führen, das einheitliche Zonengefüge zu gefährden, indem 
benachbarte Bewirtschafter  oder Korporationen mit  ähnlicher Bewirt-
schaftungsstruktur ebenfalls eine entsprechende Umzonung anbegeh-
ren  (vgl.  den  Entscheid  der  REKO/EVD  vom  1.  Dezember  2004 
[7B/2004-3] E. 5.3.1).

Bei  dieser Sachlage kommt der richtigen Anwendung des objektiven 
Rechts  grösseres  Gewicht  zu  als  dem  Vertrauensschutz  und  der 
Rechtssicherheit. Es ist  somit  rechtens,  wenn die Vorinstanz auf  die 
Erstabgrenzung zurückgekommen ist und eine neue Einteilung von X. 
verfügt hat.

8.
Die  Beschwerdeführer  sehen  einen  Verstoss  gegen  das  Gebot  der 
Rechtsgleichheit darin, dass sämtliche privaten Vorsasse der LN zuge-
wiesen würden, nicht aber die geseyten Vorsasse, die von einzelnen 
Bewirtschaftern auf eigene Rechnung und Gefahr bewirtschaftet wer-
den.

Wie in BVGE 2008/10 E. 3.4 dargelegt, trifft es nicht zu, dass Vorwei-
den a priori der LN zuzuteilen sind. Vielmehr wurden sie im Rahmen 
der Zonenzuordnung je nach Art der Bewirtschaftung teils dem Söm-
merungsgebiet, teils dem Berggebiet zugeteilt. Inbesondere wenn ein 
Einbezug der Vorweide in einen Alpkomplex besteht und der Schwer-
punkt der Bewirtschaftung auf der Viehsömmerung liegt, gehören sie 
nicht zur landwirtschaftlichen Nutzfläche im engeren Sinn, sondern zur 
Sömmerungsfläche. 

Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass dem Grundsatz rechtsgleicher 
Behandlung bei der Zoneneinteilung eine eher abgeschwächte Bedeu-
tung zukommt. Denn das System der  Zoneneinteilung umfasst  stets 
eine  Bandbreite  von Erschwernissen und es  ist  unvermeidlich,  dass 
sich die landwirtschaftlichen Verhältnisse hinsichtlich einzelner, für die 
Zonenabgrenzung massgeblicher Kriterien im Grenzbereich zweier Zo-
nen relativ ähnlich sind oder sich sogar überschneiden. Es liegt im We-
sen der landwirtschaftlichen Zonenplanung, dass Zonen gebildet und 
gegeneinander abgegrenzt werden müssen und dass Betriebe, welche 

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in Bezug auf einzelne Kriterien Ähnlichkeit aufweisen, zonenrechtlich 
verschieden behandelt  werden können (vgl. zum Ganzen: Beschwer-
deentscheid der REKO/EVD vom 10. Mai 1995,  veröffentlicht  in VPB 
60.53 E. 5.2; vgl. BGE 121 I 245 E. 6e/bb und BGE 118 Ia 151 E. 6c, 
bezüglich  Raumplanungsrecht,  wo  dieser  Grundsatz  in  noch  ausge-
prägterem Masse gilt).

Die  Beschwerdeführer  vermögen  daher  auch  mit  dieser  Rüge  nicht 
durchzudringen.

9.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das BLW die Parzelle X. zu 
Recht aus der Bergzone IV ausgeschlossen und dem Sömmerungsge-
biet zugeteilt hat. 

Anzumerken bleibt, dass die gemähten Flächen von X. als Heuwiesen 
im Sömmerungsgebiet weiterhin zur LN gerechnet werden können, so-
fern sie jährlich gemäht werden, diese Nutzung auf ununterbrochener, 
langjähriger Tradition beruht und das geerntete Raufutter zur Winter-
fütterung auf dem Betrieb verwendet wird (Art. 19 Abs. 5 LBV). 

Die Beschwerde erweist sich demnach insgesamt als unbegründet und 
ist abzuweisen.

10.
Die Beschwerdeführer  beantragen die  Zusammenlegung dieses  Ver-
fahrens mit dem Verfahren B-2060/2007 betreffend 17 Beschwerdefüh-
rer  in  der  Gemeinde  M. Wegen  der  unterschiedlichen  tatsächlichen 
Ausgangslage sieht das BVGer keinen Anlass, diesem Begehren statt-
zugeben, und weist es ab. 

11.
Bei diesem Verfahrensausgang sind den unterliegenden Beschwerde-
führern  die  Verfahrenskosten aufzuerlegen. Diese werden  gerichtlich 
gesamthaft  auf  Fr. 1'000.-  bestimmt,  jedem  Beschwerdeführer  unter 
solidarischer Haftung zu  einem Fünftel auferlegt und mit den Kosten-
vorschüssen von je Fr. 200.- verrechnet (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 
1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]).

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Eine  Parteientschädigung  wird  nicht  zugesprochen  (Art.  64  Abs.  1 
VwVG).

12.
Dieser Entscheid kann nicht mit  Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das BGer weiter gezogen werden. Er ist endgültig 
(Art. 83 Bst. s Ziff. 2 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005, 
BGG, SR 173.110).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.-  werden den Beschwerdeführern 
je zu einem Fünftel und unter solidarischer Haftung auferlegt. Sie wer-
den mit  dem geleisteten Kostenvorschuss von gesamthaft  Fr. 1'000.- 
verrechnet. 

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer (Einschreiben; Akten zurück)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. 2007-02-05/49; Einschreiben; Akten zurück)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Frank Seethaler Marion Spori

Versand: 28. Juli 2008

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