# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bc5dbd4c-58d2-5854-aa45-08712834b186
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-17
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 17.04.2025 WPR.2025.38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2025-38_2025-04-17.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2025.38 / sp / Bu 
ZEMIS [...]; N [...] 

 

 

Urteil vom 17. April 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Busslinger 

Gerichtsschreiberin Peter    

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau   

vertreten durch lic. iur. Silvio Siegrist, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau    

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, von Simbabwe 

z.Zt. im Bezirksgefängnis, 5000 Aarau   

amtlich vertreten durch Dr. iur. Stefan Meichssner, Rechtsanwalt, 

Hauptstrasse 53, Postfach, 5070 Frick    

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftüberprüfung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reiste eigenen Angaben zufolge am 3. März 2022 

illegal in die Schweiz ein und stellte gleichentags ein Asylgesuch (Akten 

des Amtes für Migration und Integration [MI-act.] 5). 

 

Mit Entscheid vom 31. März 2023 lehnte das Staatssekretariat für Migration 

(SEM) das Asylgesuch des Gesuchsgegners ab und wies ihn aus der 

Schweiz weg, verbunden mit der Verpflichtung, auch den Schengen-Raum 

zu verlassen (MI-act. 14 ff.). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das 

Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 19. Juni 2023 ab, soweit darauf 

eingetreten wurde (MI-act. 36 ff.). Das SEM setzte dem Gesuchsgegner in 

der Folge eine neue Ausreisefrist bis zum 25. Juli 2023 an (MI-act. 53).  

 

Am 19. Juli 2023 meldete sich der Gesuchsgegner beim Schalter des Amts 

für Migration und Integration Kanton Aargau (MIKA) und äusserte sich 

dahingehend, umgehend zurück nach Simbabwe ausreisen zu wollen, er 

benötige hierfür allerdings Ersatzreisedokumente (MI-act. 62). Danach 

nahm der Gesuchsgegner mehrere Termine beim MIKA wahr und 

bekundete seine grundsätzliche Bereitschaft, zurück nach Simbabwe zu 

reisen. Dies könne aber erst nach den anstehenden Wahlen in seinem 

Heimatland erfolgen und zudem benötige er für die Organisation seiner 

Rückkehr Zeit (MI-act. 64 ff., 85, 88, 98 ff., 125 ff.). Am 17. Januar 2024 

ordnete das MIKA gegen den Gesuchsgegner eine Eingrenzung auf das 

Gebiet des Kantons Aargau an (MI-act. 104 ff.).  

 

Der Gesuchsgegner wurde bei der Botschaft Simbabwes vorstellig, welche 

ihn am 12. Juli 2024 als simbabwischer Staatsangehöriger identifizierte 

(MI-act. 152) und am 7. Oktober 2024 ein Ersatzreisedokument für ihn 

ausstellte (MI-act. 179 f.). Anlässlich einer weiteren Vorsprache weigerte 

sich der Gesuchsgegner am 24. Oktober 2024 gegenüber dem MIKA das 

Ersatzreisedokument zu unterzeichnen (MI-act. 182 ff.). Ab dem 

28. Oktober 2024 galt der Gesuchsgegner als unbekannten Aufenthalts 

(MI-act. 190). Am 15. April 2025 wurde der Gesuchsgegner von den 

französischen Behörden im Rahmen des Dublin-Verfahrens in die Schweiz 

überstellt. Das MIKA ordnete in der Folge gestützt auf § 12 des 

Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 25. November 2008 

(EGAR; SAR 122.600) die Festnahme des Gesuchsgegners per 15. April 

2025, 12.00 Uhr, und seine Inhaftierung im Bezirksgefängnis Aarau an (MI-

act. 193).  

 

B. 

Im Rahmen der Befragung durch das MIKA wurde dem Gesuchsgegner am 

16. April 2025 zunächst das rechtliche Gehör betreffend Wegweisung aus 

der Schweiz gewährt und ihm anschliessend die gleichentags verfügte 

 - 3 - 

 

 

Wegweisung eröffnet (MI-act. 208, 213 ff.). Im Anschluss daran wurde dem 

Gesuchsgegner betreffend die Anordnung einer Ausschaffungshaft das 

rechtliche Gehör gewährt (MI-act. 208 ff.) und danach die Anordnung der 

Ausschaffungshaft wie folgt eröffnet (act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Ausschaffungshaft angeordnet. 
 
2. 
Die Haft begann am 15. April 2025, 12.00 Uhr. Sie wird in Anwendung von 
Art. 76 AIG für drei Monate bis zum 14. Juli 2025, 12.00 Uhr, angeordnet. 
 
3. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) oder im Gefängnis Bässlergut Basel vollzogen. Soweit für die 
Befragung oder die Durchführung einer Haftverhandlung zwingend, erfolgt 
die Inhaftierung für die notwendige Dauer im Bezirksgefängnis Aarau.  

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Einzelrichter des Verwal-

tungsgerichts wurden der Gesuchsteller und der Gesuchsgegner befragt. 

 

D. 

Der Gesuchsteller beantragte die Bestätigung der Haftanordnung 

(Protokoll S. 4, act. 30). 

 

Der Gesuchsgegner liess folgende Anträge stellen (Protokoll S. 4, act. 30): 

 

1. 
Die mit Verfügung vom 16. April 2025 angeordnete Ausschaffungshaft des 
MIKA sei nicht zu bestätigen. 
 
2. 
Der Gesuchsgegner sei unverzüglich aus der Haft zu entlassen. 
 
3. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I.  

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und Angemes-

senheit einer durch das MIKA angeordneten Ausschaffungshaft aufgrund 

einer mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden (Art. 80 Abs. 2 

des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die 

Integration vom 16. Dezember 2005 [Ausländer- und Integrationsgesetz, 

AIG; SR 142.20], § 6 EGAR). Die Haftüberprüfungsfrist beginnt mit der 

 - 4 - 

 

 

ausländerrechtlich motivierten Anhaltung der betroffenen Person zu laufen 

(vgl. BGE 127 II 174, Erw. 2. b/aa). 

 

2. 

Im vorliegenden Fall ordnete das MIKA gestützt auf § 12 EGAR per 

15. April 2025, 12.00 Uhr, die Festnahme des Gesuchsgegners an, womit 

sowohl die Haftüberprüfungsfrist als auch die Ausschaffungshaft am 

15. April 2025, 12.00 Uhr zu laufen begonnen haben. 

 

Die mündliche Verhandlung begann am 17. April 2025, 10.00 Uhr; das 

Urteil wurde um 10.33 Uhr eröffnet. Die richterliche Haftüberprüfung 

erfolgte somit innerhalb der Frist von 96 Stunden. 

 

II.  

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer erstinstanzlichen 

Landesverweisung belegt, kann die zuständige kantonale Behörde die 

betroffene Person zur Sicherstellung des Vollzugs in Haft nehmen (Art. 76 

AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG ist bei 

migrationsamtlichen Wegweisungen gemäss § 13 Abs. 1 EGAR und bei 

Landesverweisungen gemäss § 89 der Verordnung über den Vollzug von 

Strafen und Massnahmen vom 23. September 2020 (Strafvollzugs-

verordnung, SMV; SAR 253.112) das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die 

Haftanordnung durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde 

erlassen (act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass es den Gesuchs-

gegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug sicher-

stellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstinstanzliche 

Landesverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG).  

 

Mit Entscheid vom 31. März 2023 lehnte das SEM das Asylgesuch des 

Gesuchsgegners ab und wies ihn aus der Schweiz weg (MI-act. 14 ff.). Die 

dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit 

Urteil vom 19. Juni 2023 ab (MI-act. 36 ff.), womit der Wegweisungs-

entscheid des SEM in Rechtskraft erwachsen ist (MI-act. 53 f.). Da der 

 - 5 - 

 

 

Wegweisungsentscheid mit der Ausreise des Gesuchsgegners nach 

Frankreich konsumiert wurde, eröffnete das MIKA dem Gesuchsgegner am 

16. April 2025, nach Gewährung des rechtlichen Gehörs, eine neue 

Wegweisung (MI-act. 208, 213 ff.). Der Gesuchsgegner macht geltend, der 

Wegweisungsentscheid des MIKA erweise sich als mangelhaft, da dieser 

weder eine Begründung noch die Ansetzung einer Ausreisefrist enthalte 

(Protokoll S. 4, act. 30). Der Gesuchsgegner scheint zu verkennen, dass 

Wegweisungsverfügungen im Rahmen des Haftüberprüfungsverfahrens 

nicht anfechtbar sind und diese nur dann nicht als Grundlage für eine 

Ausschaffungshaft dienen können, wenn sie sich als nichtig erweisen (vgl. 

BGE 130 II 56, Erw. 2; 128 II 193, Erw. 2.2.2; Urteile des Bundesgerichts 

2C_724/2016 vom 21. Dezember 2016, Erw. 3.2; 2C_281/2013 vom 

26. März 2013, Erw. 3.2.2). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Der 

Gesuchsgegner macht sodann auch nicht geltend, die Wegweisungs-

verfügung vom 16. April 2025 sei nichtig. Damit steht fest, dass ein 

rechtsgenüglicher Wegweisungsentscheid vorliegt. 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen 

Gründen undurchführbar ist. 

 

Es sind keine Anzeichen vorhanden, die an der Ausschaffungsmöglichkeit 

in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Zweifel aufkommen lassen 

würden. 

 

3. 

3.1. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG, 

wonach ein Haftgrund dann vorliegt, wenn konkrete Anzeichen befürchten 

lassen, dass sich die betroffene Person der Ausschaffung entziehen will, 

insbesondere, weil sie der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG und Art. 8 

Abs. 1 lit. a oder Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 

SR 142.31) nicht nachkommt. Ob im Sinne dieser Gesetzesbestimmung 

konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich eine Person der 

Ausschaffung entziehen will, ist aufgrund des ganzen bisherigen 

Verhaltens, insbesondere auch gegenüber den Behörden, sowie ihrer 

eigenen Aussagen zu beurteilen. Auch wenn einzelne Fakten für sich eine 

Ausschaffungshaft nicht rechtfertigen, kann dies aufgrund der Gesamtheit 

der Vorkommnisse der Fall sein. Erforderlich sind gewichtige 

Anhaltspunkte dafür, dass die betroffene Person sich der Ausschaffung 

entziehen und untertauchen will. Die blosse Vermutung, dass sie sich der 

Wegweisung entziehen könnte, genügt nicht; deren Vollzug muss erheblich 

gefährdet erscheinen (vgl. BGE 129 I 139, Erw. 4.2.1).  

 

 - 6 - 

 

 

Von einer Untertauchensgefahr und damit von einem Haftgrund ist zudem 

auch dann auszugehen, wenn das bisherige Verhalten der betroffenen 

Person darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen 

widersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG).  

 

Eine klare Trennung der beiden genannten Haftgründe ist in der Praxis 

kaum möglich. Vielmehr ist Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG wohl als 

Präzisierung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG zu verstehen, womit die 

beiden Bestimmungen als einheitlicher Haftgrund zu betrachten sind (vgl. 

ANDREAS ZÜND, in: MARC SPESCHA/ANDREAS ZÜND/PETER 

BOLZLI/CONSTANTIN HRUSCHKA/FANNY DE WECK [Hrsg.], Kommentar 

Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, N. 7 zu Art. 76 AIG; JANINE SERT, in: 

MARTINA CARONI/DANIELA THURNHERR [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar 

zum Ausländer- und Integrationsgesetz [AIG], 2. Aufl., Bern 2024, N. 17 zu 

Art. 76). 

 

Der Gesuchsgegner war bereits aufgrund der Wegweisungsverfügung des 

SEM vom 27. Juni 2023 verpflichtet, die Schweiz zu verlassen (MI-

act. 53 f.). Danach sprach der Gesuchsgegner zwar immer wieder beim 

MIKA vor, sei es aus eigener Motivation oder auf entsprechende Vorladung 

hin (siehe vorne lit. A). Dabei bekundete er seinen angeblichen Willen, 

freiwillig nach Simbabwe ausreisen zu wollen, er benötige vor der Ausreise 

jedoch mehr Zeit. In diesem Zusammenhang gab der Gesuchsgegner 

zunächst an, er könne erst nach den anstehenden Wahlen in Simbabwe in 

sein Heimatland zurückkehren (MI-act. 66, 85). Später machte der 

Gesuchsgegner geltend, er benötige für die Organisation seiner Ankunft im 

Heimatland mehr Zeit (MI-act. 85, 87, 88, 99, 125 f.). Anlässlich der 

Gewährung des rechtlichen Gehörs durch das MIKA gab der 

Gesuchsgegner zu Protokoll, er sei nicht bereit, einen Flug nach Simbabwe 

anzutreten (MI-act. 209). Die anlässlich der heutigen Verhandlung 

wiederum geäusserte Bereitschaft zur Rückkehr nach Simbabwe, erscheint 

indessen als unglaubhaft. So bringt der Gesuchsgegner einmal mehr vor, 

er benötige vor der Ausreise Zeit, um zuerst seinen Bruder bzw. einen 

Freund seines Bruders zu kontaktieren, damit ihm bei der Organisation für 

einen neuen Wohnort in einer anderen Provinz geholfen würde (Protokoll 

S. 3 und 5, act. 29 und 31). Dies hätte der Gesuchsgegner bereits seit 

Längerem in Angriff nehmen können. Auffällig ist, dass der Gesuchsgegner 

seine geäusserte Bereitschaft zur freiwilligen Ausreise jeweils von 

verschiedenen sich wechselnden Umständen abhängig machte, ohne die 

hierfür von ihm erwähnten notwendigen Schritte, wie die Kontaktaufnahme 

zu seinem Bruder etc., selbst voranzutreiben. Damit erscheint seine 

anlässlich der heutigen Verhandlung getätigten Äusserung, freiwillig 

ausreisen zu wollen, als blosse Schutzbehauptung, um die drohende 

Ausschaffungshaft abzuwenden. Diese Annahme steht im Einklang mit 

dem bisherigen Verhalten des Gesuchsgegners, welcher zwar bei der 

Beschaffung von Ersatzreisedokumente mitwirkte und bei der Botschaft 

 - 7 - 

 

 

Simbabwes in Genf vorstellig wurde, danach aber die Unterzeichnung des 

Ersatzreisepapiers verweigerte (MI-act. 184), sich ab dem 28. Oktober 

2024 nicht mehr in der ihm zugewiesenen Unterkunft aufhielt und als 

unbekannten Aufenthalts galt (MI-act. 190). Bei einem bereits zuvor 

erfolgten Untertauchen ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

regelmässig von einer weiter bestehenden Untertauchensgefahr 

auszugehen (BGE 140 II 1, Erw. 5.3). In dieser insgesamt konsequenten 

Weigerung, seiner Ausreisepflicht nachzukommen, ist ein klares Anzeichen 

dafür zu erkennen, dass sich der Gesuchsgegner der Ausschaffung 

entziehen will (vgl. BGE 130 II 377, Erw. 3.2.2).  

 

Damit ist der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 und 4 AIG erfüllt. 

 

3.2. 

Nachdem bereits ein Haftgrund vorliegt, kann offenbleiben, ob auch der 

Haftgrund gemäss Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 AIG i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. b 

AIG erfüllt ist. Anzumerken ist einzig, dass die Ausreise aus der Schweiz 

kaum als Verstoss gegen eine Rayonauflage qualifiziert werden kann. 

 

3.3. 

Zusammenfassend steht fest, dass der Haftgrund gemäss Art. 76 Abs. 1 

lit. b Ziff. 3 und Ziff. 4 AIG (Untertauchensgefahr) erfüllt ist.  

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor 

(Protokoll S. 5, act. 31). 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem 

Beschleunigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung 

geschenkt hätte.  

 

6. 

Das MIKA ordnete die Ausschaffungshaft für drei Monate an. Nachdem der 

Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchsgegners 

abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen kann, ist die 

beantragte Haftdauer nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass das MIKA bisher stets bemüht war, Ausschaffungen so rasch wie 

möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen seiner bisherigen 

Gewohnheit das Beschleunigungsgebot verletzen, besteht die Möglichkeit, 

ein Haftentlassungsgesuch zu stellen.  

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der 

Verhältnismässigkeit verstossen würde. Eine mildere Massnahme zur 

 - 8 - 

 

 

Sicherstellung des Vollzugs der Wegweisung ist nicht ersichtlich. Bezüglich 

der familiären Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche 

gegen eine Haftanordnung sprechen würden. Der Gesuchsgegner macht 

auch nicht geltend, er sei nicht hafterstehungsfähig und führt auch sonst 

nicht substanziiert aus, inwiefern die Haft unverhältnismässig wäre. 

Insgesamt sind keinerlei Gründe ersichtlich, welche die angeordnete Haft 

als unverhältnismässig erscheinen liessen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend ein amtlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen, da der Gesuchsteller eine Haft für eine Dauer 

von mehr als 30 Tagen anordnete. Der Vertreter des Gesuchsgegners wird 

aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchsgegners seine Kostennote 

einzureichen. 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein Haftentlassungs-

gesuch frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung gestellt werden 

kann (Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist (§ 15 Abs. 1 

EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine 

Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (Aargauische Gerichts- 

und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359 Erw. I/4.3 ff.). Im 

Rahmen der Befragung zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs hat 

das MIKA dem Gesuchsgegner daher die Frage zu unterbreiten, ob er die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung wünscht und ob er in diesem 

Fall eine Präsenzverhandlung verlangt oder mit einer Verhandlung via 

Videotelefonie einverstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2021 

vom 19. November 2021). Die Anordnung einer allfälligen 

Haftverlängerung ist dem Verwaltungsgericht spätestens acht Arbeitstage 

vor Ablauf der bewilligten Haft einzureichen. 

 

3. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet. Das 

Dispositiv wurde den Parteien ausgehändigt. 

 

 
   

 - 9 - 

 

 

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 16. April 2025 angeordnete Ausschaffungshaft wird bis zum 14. Juli 

2025, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 

oder im Gefängnis Bässlergut Basel zu vollziehen. Für die Dauer der 

Befragung oder die Durchführung einer Haftverhandlung kann die Inhaftie-

rung, soweit zwingend notwendig, im Bezirksgefängnis Aarau erfolgen. 

 

3. 

Der Gesuchsgegner ist spätestens am 18. April 2025 ins Zentrum für 

ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich oder in eine andere Haft-

anstalt, welche den Anforderungen an eine Haftanstalt für Ausschaffungs-

haft entspricht, zu überführen. Erfolgt keine Überführung, ist der Gesuchs-

gegner aus der Haft zu entlassen. 

 

4. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

5. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird Dr. iur. Stefan Meichssner, Rechts-

anwalt, Frick, bestätigt. Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach Haft-

entlassung des Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote einzu-

reichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

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Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz; BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 17. April 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Busslinger Peter