# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23ce36c8-73ba-5a41-a7c4-0fc9075d4dec
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 05.06.2019 S 2017 152
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2017-152_2019-06-05.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 152

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis
Richter Meisser, Audétat

Aktuar Paganini

URTEIL

vom 5. Juni 2019

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Christian Thöny,

Beschwerdeführerin

gegen 

B._____ AG,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Lorenz Fivian,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

- 2 -

1. A._____ war seit 7. April 2016 beim Hotel C._____ im Service angestellt 

und bei der B._____ AG obligatorisch unfallversichert.

2. Mit Unfallmeldung vom 1. September 2016 informierte die Arbeitgeberin die 

B._____, dass A._____ am 29. August 2016 beim Schlafwandeln die 

Treppe hinuntergestürzt sei und sich dabei am Rücken Verletzungen zuge-

zogen habe. 

3. Die Fachchiropraktorin, Dr. D._____, die A._____ bereits seit 17. Juni 2016 

behandelt, berichtete anlässlich der Erstkonsultation am 6. September 

2016, dass durch den Sturz wieder starke Schmerzen im Bereich der Hals-

wirbelsäule (HWS) sowie Schmerzen und Kontusionen an Knien, Schulter 

rechts, Lendenwirbelsäule (LWS) und Becken aufgetreten seien. Hinweise 

auf frische Frakturen konnte sie anhand der Röntgenbilder keine ausma-

chen. Ihrem Bericht legte sie einen MRI-Bericht vom 24. Februar 2014 bei, 

dem zu entnehmen ist, dass A._____ an einer akuten rezidivierenden Zer-

vikobrachialgie rechts bei fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen 

der HWS leide.

4. Die von Dr. med. E._____ am 28. September 2016 durchgeführte MRI-Un-

tersuchung ergab unter anderem eine stattgehabte Stauchungsfraktur des 

Brustwirbelkörpers (BWK) 1 mit minimaler Keilform im Vergleich zur Vor-

untersuchung vom 24. Februar 2007 (recte: 2014) und auch noch nach-

weisbarer Frakturlinie unterhalb der Deckplatte ventral und Knochenmarkö-

dem. Die ödematösen Veränderungen der Wirbelkörper BWK 4 und BWK 

5 lägen wahrscheinlich im Rahmen der Bandscheibendegenerationen, wo-

bei letztendlich auch hier kleine Stauchungen nicht sicher auszuschliessen 

seien. Allerdings gebe es keine Formveränderung der Wirbelkörper. 

5. Im Arztzeugnis vom 25. Oktober 2016 diagnostizierte der Hausarzt, Dr. 

med. F._____, eine Kompressionsfraktur des BWK 1, eine Brustwir-

belsäule- (BWS) bzw. LWS-Distorsion und eine Knie-Distorsion nach 

- 3 -

Sturz-Trauma. Im Verlaufsbericht vom 29. Oktober 2016 bestätigte der 

Hausarzt eine Kompressionsfraktur des BWK 1 infolge des Sturzes vom 

29. August 2016. Er wies zudem auf ein vorbestehendes zervikovertebra-

les Syndrom bei degenerativen HWS-Veränderungen hin. Der Hausarzt 

vermerkte eine zunehmende Besserung der Schmerzen. Allerdings 

bestünden noch Belastungsschmerzen am zervikothorakalen Übergang, 

welche die Einnahme von Analgetika notwendig machten. Er verordnete 

die Weiterführung der Physiotherapie und attestierte eine 50%ige Arbeits-

fähigkeit ab 17. November 2016. 

6. Anlässlich einer telefonischen Nachfrage der B._____ vom 13. Dezember 

2016 gab A._____ an, das Arbeitsverhältnis mit dem Hotel C._____ sei per 

2. Dezember 2016 aufgelöst worden. Weiter gab sie an, dass sie 2007 eine 

Diskushernie erlitten hatte und im Jahre 2014 und im Juni 2016 erneut Be-

schwerden im Bereich der HWS verspürte. 

7. Im Verlaufsbericht vom 22. Dezember 2016 erachtete Dr. med. F._____ die 

Fortsetzung der Physiotherapie bei noch leichtem Bewegungsschmerz am 

zervikothorakalen Übergang für angezeigt. Er hielt ferner fest, dass 

A._____ die Arbeit seit 3. Dezember 2016 zu 100 % wiederaufgenommen 

habe. Dr. med. F._____ schloss die Behandlung am 2. Dezember 2016 ab, 

wobei diese, wie von ihm vermerkt, bei der Chiropraktorin weitergeführt 

wurde. Er erwähnte wiederum noch den Vorzustand, der den Heilungsver-

lauf ungünstig beeinflussen könnte. 

8. Am 12. Januar 2017 hielt der Vertrauensarzt der B._____, Dr. med. 

G._____, fest, dass der Status quo sine aufgrund des Vorzustandes bereits 

am 2. Dezember 2016 eingetreten sei.

9. Am 4. April 2017 kam die B._____ gestützt auf die Folgerungen des Ver-

trauensarztes zum Schluss, dass A._____ bereits vor dem Ereignis vom 

29. August 2016 an Beschwerden an der HWS gelitten habe und sich des-

- 4 -

wegen in chiropraktischer Behandlung befunden habe. Deshalb könne da-

von ausgegangen werden, dass der Unfall vom 29. August 2016 zu einer 

vorübergehenden Verschlimmerung des krankhaften Vorzustandes geführt 

habe und der Status quo sine (schicksalsmässiger Verlauf eines Vorzu-

standes/Krankheit) spätestens beim Behandlungsabschluss beim Haus-

arzt am 2. Dezember 2016 erreicht worden sei. Folglich lehne die B._____ 

ihre Leistungspflicht für die nach dem 2. Dezember 2016 erfolgten Behand-

lungen vollständig ab, da es sich hierbei nicht mehr um Folgen des gemel-

deten Ereignisses handle.

10. Dagegen opponierte A._____ mit Schreiben vom 28. April 2017, worin sie 

insbesondere bemängelte, dass die B._____ eine Fraktur-Verletzung vom 

BWK 1 und möglicherweise auch vom HWK 1, wie aus dem radiologischen 

Befund vom 28. September 2016 erkennbar, ausser Acht gelassen habe. 

11. Dazu schrieb der Vertrauensarzt am 29. Juni 2017, selbst wenn eine kleine 

Fraktur des BWK 1 angenommen werde, so stelle letztere eine kleine Zu-

sammenpressung der vorderen Wand dar ohne nachfolgende Beeinträch-

tigungen und ohne nennenswerten Höhenverlust. Die Beschwerdeführerin 

sei innerhalb von maximal zwei Monaten geheilt gewesen, da sich ein 

spongiöser Knochen rasch repariere. Diese Fraktur habe sich somit bis 

spätestens zum 2. Dezember 2016 stabilisiert. Dann sei der Vorzustand in 

den Vordergrund getreten.

12. Mit Verfügung vom 13. Juli 2017 hielt die B._____ gestützt auf die Stellung-

nahme des Vertrauensarztes an der Leistungseinstellung per 2. Dezember 

2016 fest.

13. Während der obligatorische Krankenpflegeversicherer diese Verfügung ak-

zeptierte, erhob A._____ am 1. September 2017 dagegen Einsprache und 

ersuchte um Weiterausrichtung der UVG-Leistungen, eventualiter um An-

ordnung einer unabhängigen orthopädischen Begutachtung. Sie rügte, die 

- 5 -

B._____ habe ihren Entscheid, die Leistungen weniger als drei Monate seit 

dem Unfall einzustellen, lediglich auf die Beurteilung ihres Vertrauensarz-

tes gestützt. Dieser habe bloss anhand der Akten entschieden, ohne ei-

gene Untersuchung. Im aktuellen Bericht vom 28. August 2017 widerspre-

che die behandelnde Chiropraktorin der Einschätzung des Vertrauensarz-

tes. Ihr zufolge habe A._____ auf die Behandlung des zervikovertebralen 

Syndroms in der Vergangenheit rasch und schnell reagiert, trotz begleiten-

den neurologischen Komponenten. Die Distorsion der BWS mit Fraktur Th1 

(= BWK 1) sei nicht im gleichen Masse reaktiv und spreche besonders we-

gen den massiven paraspinalen thorakalen reaktiven Myogelosen langsa-

mer an. Eine Verschlechterung des Zustands für länger als drei Monate sei 

aus chiropraktischer Sicht gut im Korrelat mit den bei der Distorsion erlitte-

nen Verletzungen. A._____ stehe immer noch in Behandlung im Intervall 

von ein- bis zweimal pro Monat.

14. Gestützt auf die Beurteilungen des Vertrauensarztes vom 12. Januar 2017 

und 29. Juni 2017 bestätigte die B._____ mit Einspracheentscheid vom 25. 

Oktober 2017 ihre Verfügung vom 13. Juli 2017 und wies die Einsprache 

ab. Sie erwog, der Vertrauensarzt habe auf den Vorzustand hingewiesen, 

der mit radiologischen Berichten belegt sei. Aus den nach dem Ereignis 

vom 29. August 2016 erstellten klinischen und radiologischen Untersu-

chungen ergäben sich keine neuen Läsionen. Eine Kompressionsfraktur 

BWK 1 habe nicht bestätigt werden können. Kontusionsbedingte Läsionen 

würden üblicherweise innerhalb von zwei Monaten abheilen. Nachdem der 

Hausarzt die Behandlung per 2. Dezember 2016 abschloss, könne der Sta-

tus quo sine auf dieses Datum festgelegt werden. Der Bericht der Chiro-

praktorin vom 28. August 2017 vermöge daran nichts zu ändern, zumal 

diese nicht ausführe, was an dieser Schlussfolgerung falsch wäre. Es sei 

demnach überwiegend wahrscheinlich, dass die unmittelbaren Beschwer-

den aus dem Ereignis vom 29. August 2016 am 2. Dezember 2016 abge-

heilt gewesen seien. Ab diesem Zeitpunkt stünden die unfallfremden HWS-

Beschwerden im Vordergrund. Die ab diesem Zeitpunkt geklagten Be-

- 6 -

schwerden stünden somit nicht in einem natürlichen Zusammenhang mit 

dem genannten Ereignis vom 29. August 2016, weshalb die entsprechen-

den Behandlungen nicht mehr von der B._____ zu übernehmen seien.

15. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 3. Novem-

ber 2017 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den. Im Hauptantrag verlangt sie in Aufhebung des Einspracheentscheids 

die Weiterausrichtung der UVG-Leistungen ab dem 3. Dezember 2016. 

Eventualiter beantragte sie die Rückweisung im Sinne der Erwägungen zur 

nochmaligen Abklärung des Sachverhalts und zur Fällung eines neuen Ent-

scheids. Mit der Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin zwei E-Mails 

des von der Rechtsschutzversicherung beratend beigezogenen Dr. 

H._____ vom 25. April 2017 und 18. Juli 2017 ein. Zunächst rügte die Be-

schwerdeführerin, irrelevant sei, dass der Hausarzt ab 2. Dezember 2016 

eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestätigte und die Behandlung abschloss. 

Denn die Behandlung sei nur deswegen abgeschlossen worden, weil der 

Hausarzt Ende 2016 seine Tätigkeit beendet und die Praxis einer Nachfol-

gerin übergeben hat. Sie machte darauf aufmerksam, dass der Hausarzt 

selbst die Weiterbehandlung durch die Chiropraktorin erwähnt hat und der 

2. Dezember 2016 mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses zusam-

menfällt, so dass die Beschwerdeführerin gegenüber der Arbeitgeberin 

keine weiteren Arbeitszeugnisse mehr benötigt habe. Ebenso wenig Ge-

wicht habe das reine Aktengutachten des Vertrauensarztes Dr. med. 

G._____, der seine Einschätzung auf einer sehr dürftigen Aktengrundlage 

gefällt habe und diese nicht weiter begründen könne. Die Aktenberichte 

des Vertrauensarztes seien nicht beweiswertig, zumal sich dieser nur auf 

die HWS-Problematik beziehe und die Frakturen im Bereiche der BWS aus-

ser Betrachtung lasse. Wesentlich gewichtiger sei die gegenteilige Beurtei-

lung der erfahrenen Chiropraktorin, Dr. D._____, die die Beschwerdeführe-

rin seit längerem behandelt und die im aktenkundigen Schreiben vom 28. 

August 2017 nachvollziehbar begründet habe, weshalb die Annahme eines 

Staus quo sine nur rund drei Monate nach dem Unfall falsch sei. Zum glei-

- 7 -

chen Ergebnis komme Dr. H._____. Gemäss seiner E-Mail vom 25. April 

2017 habe der Radiologe eindeutige Zeichen einer frischen Fraktur im Be-

reiche BWK 1 (mit Frakturlinie, minimaler Stauchung und leichtem Kno-

chenmarksödem) und weitere Hinweise auf Prellungen durch ein Knochen-

marksödem im HWK 5 beschrieben. Die Fraktur-Verletzung vom BWK 1 

und möglicherweise auch vom HWK 1 sei aufgrund der Befunde überwie-

gend wahrscheinlich auf das Sturzereignis vom 29. August 2016 zurückzu-

führen. Unklar sei, ob die Frakturabheilung von der Unfallversicherung 

nachgewiesen werden könne durch eine radiologische Kontrolle und unklar 

bleibe auch, ob es zu einer fortgesetzten Fehlstellung im Bereiche vom 

BWK 1 als Unfallfolge gekommen sei. In einem weiteren E-Mail vom 18. 

Juli 2017 kann Dr. H._____ die Auffassung der Beschwerdegegnerin nach 

wie vor nicht nachvollziehen: Es liege eine Fraktur vor mit einer anatomi-

schen Veränderung des Wirbelkörpers; das Ausmass der "Zusammenpres-

sung" am Ende der Abheilung der Wirbelfraktur sei von der Versicherung 

nicht abgeklärt worden. Es liege eine Fraktur-Verletzung vor und die Aus-

sage, es sei nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines krank-

haften Vorzustandes gekommen, überzeuge nicht. Die Versicherung hätte 

bei korrekter Abklärung den Zustand bei der Abheilung prüfen müssen. Nur 

wenn sie festgestellt hätte, dass die Fraktur ohne jegliche anatomische Ver-

änderung des Wirbels abgeheilt sei, hätte sie den Status quo sine begrün-

det feststellen können.

16. Am 8. Dezember 2017 nahm der Vertrauensarzt erneut zur Sache Stellung. 

Durch einen Vergleich der radiologischen Aufnahmen von 2011 und 2014 

mit dem MRI vom 28. September 2016 stellte er fest, dass es keine Ver-

schlechterung der Verletzung der oberen Deckplatte vom BWK 1 gebe. Es 

bestehe zwar eine knapp erkennbare Frakturlinie, die jedoch identisch mit 

derjenigen im MRI vom 24. Februar 2014 sei. Das mässige Ödem in die-

sem Bereich im Jahre 2016 könne nicht mit dem MRI vom 2014 verglichen 

werden, da u.a. die verwendeten Geräte unterschiedlich seien. Es könne 

somit nicht festgestellt werden, dass das Ödem vom BWK 1 traumatisch 

- 8 -

und frisch sei angesichts der degenerativen Folgen des älteren Traumas 

von 2007. Selbst wenn dieses Ödem als traumatisch betrachtet werde, 

sollte es nach zwei bis maximal drei Monaten ausgeheilt gewesen sein, 

denn ohne Beeinträchtigung der Knochenstruktur und auf einem spongiö-

sen Knochen erfolge normalerweise eine rasche Genesung. Er kam des-

halb zum Schluss, dass im Jahre 2016 keine traumatische Verletzung statt-

gefunden haben könne, die zu einer ausschlaggebenden oder dauerhaften 

Verschlechterung geführt habe. Letztere sei nur vorübergehend gewesen, 

weshalb die ältere traumatische sowie insbesondere vorbestehende dege-

nerative Problematik einzige Ursache der Beschwerden sei. Er definierte 

den Status quo sine erneut per 2. Dezember 2016. 

17. In der Vernehmlassung vom 12. Januar 2018 beantragte die B._____ 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sie 

verwies auf die Stellungnahmen des Vertrauensarztes, insbesondere auf 

diejenige vom 8. Dezember 2017. An der Sichtweise des Vertrauensarztes 

vermöchten weder der Bericht der Chiropraktorin Dr. D._____ noch die E-

Mails von Dr. H._____ etwas zu ändern, zumal diese nicht näher ausführ-

ten, was an der Schlussfolgerung des Vertrauensarztes falsch wäre. Die 

Chiropraktorin verfügte zudem nicht über eine komplette klinische ärztliche 

Ausbildung, weshalb auf ihre Ausführungen nicht abgestellt werden könne. 

18. In der Replik vom 2. März 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihren An-

trägen der Beschwerde fest. Sie bemängelte die Behauptung der Be-

schwerdegegnerin gestützt auf die vertrauensärztliche Stellungnahme, wo-

nach anlässlich der am 28. September 2016 durchgeführten MRI-Untersu-

chung durch Dr. med. E._____ keine frischen Läsionen hätten festgestellt 

werden können. Vielmehr habe Dr. med. E._____ in seiner Beurteilung zur 

MRI vom 28. September 2016 sinngemäss geschrieben, dass die Stau-

chungsfraktur vom BWK 1 frisch sei, während die ödematösen Verände-

rungen vom BWK 4 und 5 wahrscheinlich nicht Unfallfolgen, sondern de-

generativen Ursprungs seien, wenngleich Stauchungen auch hier nicht si-

- 9 -

cher ausgeschlossen werden könnten. Die behandelnde Chiropraktorin Dr. 

D._____ nahm in dem der Replik beigelegten Schreiben vom 20. Februar 

2018 erneut Stellung. Darin führte sie aus, die von Dr. med. F._____ ver-

anlasste MRI-Untersuchung durch Dr. med. E._____ habe einen mit den 

Symptomen der Patientin korrelierenden Befund gezeigt. Aus den ihr vor-

liegenden Unterlagen, den Berichten und den Bildern der MRI- und Rönt-

genuntersuchungen sei auf eine frische Fraktur von Th1 auf den MRI-Bil-

dern von 2016 zu schliessen. Die auf ausschliesslich Th1 beschränkte 

Ödemdarstellung, die Bruchlinie und sogenannte "Zone of Impaction" mit 

Impression der Deckplatte auf den MRI-Bildern sei kein chronischer Befund 

und würde auf ein zeitnahes Ereignis der Untersuchung schliessen lassen. 

Dies ganz im Gegensatz zu einer behaupteten, vorangegangenen Fraktur 

von Th1 von 2007. 

19. Dem hielt die Beschwerdegegnerin duplicando am 16. April 2018 unter 

Festhalten an ihren Rechtsbegehren in der Vernehmlassung insbesondere 

entgegen, der Chiropraktorin Dr. D._____ fehle das spezifische Facharzt-

wissen eines Orthopäden, um Radiologie- oder MRI-Berichte zu analysie-

ren. Zudem habe Dr. med. E._____ – im Gegensatz zum Vertrauensarzt – 

die früheren Radiologie- und MRI-Berichte nicht mit dem von ihm angefer-

tigten Bericht verglichen. Ferner stelle die Begründung der Chiropraktorin 

über die seit dem Unfall bestehenden Schmerzen eine unzulässige "post 

hoc ergo propter hoc"-Argumentation dar.

20. Den Ausführungen in der Duplik entgegnete die Beschwerdeführerin in der 

Triplik vom 24. Mai 2018, gemäss dem Bundesgesetz über die univer-

sitären Medizinalberufe (MedBG) sei die Chiropraktorin eine selbstständige 

Medizinalperson und somit ein direkter Erstkontakt für Patienten mit Be-

schwerden des Bewegungsapparates. Deren Leistungen würden ohne 

Überweisung durch einen Arzt gemäss KVG übernommen. Die Chiroprak-

torin sei befugt, den Patienten für bildgebende Verfahren im Sinne von MRI, 

CT oder Szintigraphie anzumelden oder in der eigenen Praxis Röntgenbil-

- 10 -

der zu veranlassen. Dafür werde die Chiropraktorin bereits während des 

Studiums intensiv in der Röntgendiagnostik geschult und erlange während 

der Weiterbildung das Strahlenschutzdiplom. Auch die Interpretation dieser 

diagnostischen Verfahren werde während der Weiterbildung vertieft und sei 

Bestandteil sowohl der eidgenössischen wie auch der abschliessenden 

Fach-Chiropraktorenprüfung. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin 

vom 25. Oktober 2017. Ein solcher Entscheid kann gemäss Art. 1 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) beim Versicherungsge-

richt desjenigen Kantons angefochten werden, in dem die versicherte Per-

son zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Die versicherte Be-

schwerdeführerin wohnte im massgeblichen Zeitpunkt in X._____, weshalb 

die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubün-

den für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde gegeben ist. Dessen 

sachliche und funktionelle Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. 

Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100). Damit ist das angerufene Gericht für die Beurteilung der vor-

liegenden Streitsache zuständig. Als formelle und materielle Adressatin 

des angefochtenen Einspracheentscheides ist die Beschwerdeführerin von 

diesem berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Über-

prüfung auf (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht ein-

gereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 1  UVG i.V.m. Art. 60 und 

Art. 61 lit. a ATSG).

2. Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob zwischen dem Unfall vom 29. Au-

gust 2016 und den geklagten Beschwerden ein Kausalzusammenhang 

- 11 -

überwiegend wahrscheinlich (weiter) besteht oder nicht bzw. ob davon aus-

gegangen werden kann, dass der Status quo sine per 2. Dezember 2016 

mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

erreicht war, und die Beschwerdegegnerin daher die im Anschluss an das 

genannte Unfallereignis ausgerichteten Versicherungsleistungen zu Recht 

ab dem 3. Dezember 2016 eingestellt hat. 

3. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden Versicherungsleistungen des Unfallver-

sicherers bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 

gewährt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsich-

tigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf 

den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geis-

tigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Die Leis-

tungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem Unfal-

lereignis und der gesundheitlichen Schädigung ein natürlicher und adäqua-

ter Kausalzusammenhang besteht (Urteil des Bundesgerichts 

8C_269/2017 vom 13. September 2017 E.4.1; BGE 129 V 177 E.3). Für 
die Bejahung der natürlichen Unfallkausalität eines Beschwerdebilds 

genügt eine Teilursächlichkeit, wobei sich die Leistungspflicht des obliga-

torischen Unfallversicherers auch auf mittelbare bzw. indirekte Unfallfolgen 

erstreckt (Urteil des Bundesgerichts 8C_715/2016 vom 6. März 2017 E.4.1 

m.H.). 

4.1. Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin anfänglich ihre Leistungs-

pflicht nach UVG und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Diese Aner-

kennung der Leistungspflicht durch den Unfallversicherer ist in rechtlicher 

Hinsicht von Belang. Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leis-

tungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche 

und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also 

Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. 

Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, 

- 12 -

wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder 

aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf 

eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später ein-

gestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbe-

gründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder 

kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits-

schadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweis-

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die 

blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen 

des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende 

Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast – anders als bei der 

Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang 

gegeben ist – nicht bei der Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. 

Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfäl-

len und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (vgl. 

zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_715/2016 vom 6. März 2017 

E.4.2 m.H.). 

4.2. Im Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien in der Regel eine Be-

weislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Un-

gunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sach-

verhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift erst Platz, wenn es 

sich als unmöglich erweist, im Rahmen des im Verwaltungsverfahren wie 

auch im kantonalen Sozialversicherungsprozess geltenden Untersu-

chungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu 

ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit 

zu entsprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_17/2017 vom 4. April 2017 

E.2.2 m.H.). 

4.3. Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale Sozialversiche-

rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 

Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialver-

- 13 -

sicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen 

festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für 

die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei-

chende Klarheit besteht. Bleiben erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit 

und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellungen, ist 

weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch 

neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundesge-

richts 8C_616/2013 vom 28. Januar 2014 E.2.1 m.H.). 

4.4. Zur Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs sind Sozialversi-

cherungsträger und Sozialversicherungsrichter auf Unterlagen angewie-

sen, die ihnen vorab von Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Hinsichtlich 

des Beweiswertes eines Arztberichtes ist dabei entscheidend, ob der Be-

richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun-

gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet, und schliesslich ob die Schlussfolgerungen des Ex-

perten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1; BGE 125 V 351 E.3a). Aus-

schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-

kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder  Gutachten (BGE 125 

V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c m.H.). Dennoch hat es die Rechtsprechung 

mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in 

Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-

linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 

286 E.1b, 112 V 30 E.1a m.H.). Den Berichten und Gutachten versiche-

rungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei-

nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und 

keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, 

dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungs-

träger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befan-

http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351
http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351
http://links.weblaw.ch/de/BGE-122-V-157
http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351
http://links.weblaw.ch/de/BGE-118-V-286
http://links.weblaw.ch/de/BGE-118-V-286
http://links.weblaw.ch/de/BGE-112-V-30

- 14 -

genheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das 

Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-

scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 

Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-

lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen. Soll 

ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschie-

den werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu 

stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_515/2018 vom 22. Februar 2019 E.2; BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 

E.4.4, 125 V 351 E.3b/ee, 122 V 157 E.1c).

5. Die Beschwerdegegnerin hat ihren Einspracheentscheid im Wesentlichen 

damit begründet, laut ihrem Vertrauensarzt sei es üblich, dass kontusions-

bedingte Läsionen innerhalb von zwei Monaten abheilen. Im Zeitpunkt des 

Behandlungsabschlusses beim Hausarzt am 2. Dezember 2016 seien die 

unmittelbaren Beschwerden aus dem Ereignis vom 29. August 2016 mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit abgeheilt gewesen. Ab diesem Zeit-

punkt seien die vorbestehenden unfallfremden HWS-Beschwerden im Vor-

dergrund gestanden. Der Status quo sine sei somit zu Recht auf den 2. 

Dezember 2016 festgelegt worden.  

5.1. Die Beschwerdeführerin wendet zusammengefasst ein, dass sie am 29. 

August 2016 eine Fraktur des BWK 1 erlitten habe, deren Ausheilung per 

2. Dezember 2016 nicht nachgewiesen sei. Zu klären ist somit hauptsäch-

lich, ob die Beschwerdeführerin am 29. August 2016 eine Frakturverletzung 

erlitt. Konkret geht es vorerst um die Frage, ob die (minimale) Stauchungs-

fraktur des BWK 1 frisch ist und bejahendenfalls ob diese bzw. die am 29. 

August 2016 erlittene Verletzung bis am 2. Dezember 2016 ausgeheilt ist. 

Massgebend ist die Interpretation des nach dem betreffenden Ereignis er-

stellten MRI-Berichtes von Dr. med. E._____ vom 28. September 2016 im 

http://links.weblaw.ch/de/BGE-139-V-225
http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-465
http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351
http://links.weblaw.ch/de/BGE-122-V-157

- 15 -

Vergleich zu den früheren bildgebenden Abklärungen. Die Beschwerdefüh-

rerin interpretiert diesen so, dass sie eine frische Stauchungsfraktur des 

BWK 1 erlitten habe. Dagegen verneint die Beschwerdegegnerin gestützt 

auf die Beurteilungen ihres Vertrauensarztes eine frische Fraktur im Zu-

sammenhang mit dem Ereignis vom 29. August 2016 bzw. geht von einer 

Ausheilung per spätestens 2. Dezember 2016 aus. 

5.2. Vorauszuschicken ist hinsichtlich der Beweistauglichkeit der Aktenberichte 

des Vertrauensarztes, dass nach der Rechtsprechung ein ärztlicher Be-

richt, der ausschliesslich auf Akten basiert, Beweismittelqualität hat, wenn 

die Unterlagen, auf welchen dieser beruht, ausreichende medizinische Be-

urteilungen enthalten, die aufgrund einer persönlichen Untersuchung der 

versicherten Person zu Stande gekommen sind (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 8C_515/2018 vom 22. Februar 2019 E.3.3.2). Da hier hauptsächlich 

die Interpretation der radiologischen Befunde im Vordergrund steht, ist – 

entgegen dem Einwand der Beschwerdeführerin – nicht zu beanstanden, 

dass der Vertrauensarzt ohne Untersuchung der Beschwerdeführerin reine 

Aktenberichte erstellte. 

5.3. Gemäss MRI-Bericht vom 28. September 2016 (Akten der Beschwerde-

gegnerin [Bg-act.] B4.II/5) von Dr. med. E._____, Radiologe FMH, liegt eine 

stattgehabte Stauchungsfraktur von BWK 1 mit minimaler Keilform im Ver-

gleich zur Voruntersuchung vom 24. Februar 2007 (recte: 2014) und auch 

noch nachweisbarer Frakturlinie unterhalb der Deckplatte ventral und Kno-

chenmarködem vor. Der Vertrauensarzt Dr. med. G._____, orthopädischer 

Chirurg FMH, medizinischer Gutachter SIM, hat sich mit diesem MRI-Be-

richt und den Vorakten (zur Verfügung standen ihm neben dem MRI von 

2014 Radiographien von 2011 und 2014, dagegen keine Abbildungen von 

2007) auseinandergesetzt und kommt zum Schluss, dass die knapp er-

kennbare Frakturlinie mit derjenigen im MRI vom 24. Februar 2014 iden-

tisch sei; er geht also von einer älteren Stauchungsfraktur aus. Eine Ver-

schlechterung der Verletzung der oberen Deckplatte vom BWK 1 konnte er 

- 16 -

nicht feststellen. Zudem könne das Ödem vom BWK 1 im 2016 ihm zufolge 

angesichts der degenerativen Folgen des älteren Traumas von 2007 nicht 

auf ein frisches Trauma zurückgeführt werden. Selbst wenn dieses Ödem 

als traumatisch betrachtet werde, sollte es nach zwei bis maximal drei Mo-

naten ausgeheilt gewesen sein, denn ohne Beeinträchtigung der Knochen-

struktur und auf einem spongiösen Knochen erfolge normalerweise eine 

rasche Genesung (vgl. Bericht vom 8. Dezember 2017 [Bg-act. B17], Aus-

zug aus dem französischen Text: 

"Aucune image de 2007 n’a pu être retrouvée. Par contre des radiographies de 2011 et 

2014, ainsi que l'IRM de 2014 ont pu être obtenues. 

En comparant ces clichés avec I'IRM du 28.09.2016 force est de constater qu'il n'y a pas 

d’aggravation de l’atteinte du plateau supérieure de D1. Il existe bien une ligne fracturaire 

légèrement visible, mais identique à celle de l'IRM du 24.02.2014. Pour l'œdème modéré 

dans cette zone en 2016, il n'est pas possible de le comparer avec l'lRM de 2014, car les 

machines ne sont pas les mêmes et les fenêtres utilisées différentes. 

Dans ce contexte, il est impossible médicalement d'affirmer que cet œdème de D1 est 

vraiment traumatique frais versus des séquelles dégénératives de l'ancien traumatisme 

de 2007. 

Même si l'on accepte cet œdème comme traumatique, sans désorganisation de la 

structure osseuse, de plus sur un os spongieux, la guérison est normalement rapide. Après 

2 à 3 mois maximum les dégâts minimes auraient dû être guéris. 

En conséquence il ne peut y avoir eu d’atteinte traumatique en 2016, ayant entraîné une 

aggravation déterminante ou durable. Cette dernière n’est que passagère, les problèmes 

traumatiques anciens et surtout dégénératifs préexistants redevenant la cause unique des 

plaintes. C’est pourquoi un statu quo sine peut être défini. 

Si l'on en croit le dernier rapport du médecin-traitant daté du 22.12.2016, la RT est totale 

depuis le 02.12.2016 et le traitement pour lui est terminé à la même date. Il est donc 

logique médicalement de fixer ce statu quo sine au 02.12.2016."

Diese Einschätzung des Vertrauensarztes steht jedoch im Widerspruch zu 

den Akten: Aus dem MRI-Bericht vom 24. Februar 2014 von Dr. med. 

I._____, Facharzt Radiologie/Neuroradiologie FMH, geht hervor, dass de-

generative HWS-Veränderungen vorbestanden hätten (das Bestehen ei-

nes Vorzustandes ist hier auch unbestritten). Im genannten MRI-Bericht 

- 17 -

vom 24. Februar 2014 wurden aber keine Frakturen festgestellt (vgl. Bg-

act. B1). Dagegen ist dem MRI-Bericht vom 28. September 2016 von Dr. 

med. E._____ eine "stattgehabte Stauchungsfraktur von BWK 1 mit mini-

maler Keilform im Vergleich zur Voruntersuchung vom 24. Februar 2007 

(recte: 2014) und auch noch nachweisbarer Frakturlinie unterhalb der 

Deckplatte ventral und Knochenmarködem" zu entnehmen (Bg-act. B4.II). 

Im Jahr 2007 erlitt die Beschwerdeführerin offenbar einen Bandscheiben-

vorfall (vgl. Bg-act. A8 und B14), aber – soweit aus den Akten ersichtlich – 

keine Frakturverletzung. In den Akten sind soweit ersichtlich keine Bilder 

aus dem Jahre 2007 vorhanden. Möglich ist zwar, dass der Fachradiologe 

Dr. med. I._____ im Jahr 2014 eine stattgefundene Fraktur übersehen hat, 

die der Vertrauensarzt beim Vergleich mit dem MRI vom 28. September 

2016 entdeckt hat; gemäss Aktenlage wurde die Beschwerdeführerin 2014 

allerdings nicht infolge eines Traumas von der Fachchiropraktorin zur ra-

diologischen Untersuchung zugewiesen. Dass vor 2016 eine Frakturverlet-

zung stattgefunden hat, ist durch die vorliegenden Akten nicht belegt. Fer-

ner ist selbst unter Annahme einer Frakturverletzung vor 2016 theoretisch 

nicht ausgeschlossen, dass die Beschwerdeführerin beim betreffenden Er-

eignis am 29. August 2016 an der gleichen Stelle eine Fraktur erlitt. Hinzu 

kommt, dass sowohl die behandelnde Chiropraktorin als auch Dr. H._____ 

eine auf das Sturzereignis vom 29. August 2016 zurückzuführende Frak-

turverletzung vom BWK 1 aufgrund der Befunde für überwiegend wahr-

scheinlich halten. Es bestehen deshalb begründete Zweifel daran, dass die 

Fraktur des BWK 1 nicht in Zusammenhang mit dem betreffenden Unfaller-

eignis steht. 

5.4. Die Beschwerdeführerin hat die Behandlung bei ihrem Hausarzt per 2. De-

zember 2016 zwar abgeschlossen, dies jedoch – wie sie glaubwürdig dar-

legt – nur deshalb, weil dieser seine Praxis seiner Nachfolgerin übergab. 

Jedenfalls führt die Beschwerdeführerin seitdem die Behandlung bei ihrer 

Chiropraktorin fort. Diese hat darauf hingewiesen, wie die Beschwerdefüh-

rerin auf die Behandlung des zervikovertebralen Syndroms in der Vergan-

- 18 -

genheit rasch und schnell reagiert habe, trotz begleitenden neurologischen 

Komponenten. Die Distorsion der BWS mit Fraktur des BWK 1 sei nicht im 

gleichen Masse reaktiv und spreche besonders wegen den massiven pa-

raspinalen thorakalen reaktiven Myogelosen langsamer an. Eine Ver-

schlechterung des Zustands für länger als drei Monate sei aus chiroprakti-

scher Sicht gut im Korrelat mit den bei der Distorsion erlittenen Verletzun-

gen (vgl. Bericht vom 28. August 2017; Akten der Beschwerdeführerin [Bf-

act.] 3). Damit bestehen zumindest geringe Zweifel, dass sich die Folgen 

des Unfalls vom 29. August 2016 nur vorübergehend auswirkten bzw. dass 

die Verletzung per 2. Dezember 2016 ausgeheilt gewesen sein soll. 

5.5. Zusammenfassend erscheint nicht überwiegend wahrscheinlich nachge-

wiesen, dass der Status quo sine per 2. Dezember 2016 erreicht war. Die 

Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungen demnach zu Unrecht eingestellt. 

Es bleibt namentlich von einer externen radiologischen bzw. orthopädi-

schen Fachperson zu überprüfen, ob die Fraktur des BWK 1 und das Ödem 

eine ältere oder eben doch eine auf das Unfallereignis vom 29. August 

2016 zurückzuführende Verletzung ist und gegebenenfalls ob diese daue-

rhafte Beeinträchtigungen hinterlassen hat. Die Angelegenheit ist daher an 

die Beschwerdegegnerin zur weiteren medizinischen Abklärung des Sach-

verhaltes und zur anschliessenden Fällung eines neuen Entscheides über 

die gesetzlichen Versicherungsleistungen zurückzuweisen.

6. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten gutzuheissen, der angefochtene 

Einspracheentscheid aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegeg-

nerin im Sinne der Erwägungen zurückzuweisen.  

7.1. Für das vorliegende Verfahren werden keine Gerichtskosten erhoben, da 

das kantonale Beschwerdeverfahren in unfallversicherungsrechtlichen 

Streitigkeiten grundsätzlich kostenlos ist (Art. 61 lit. a ATSG). 

- 19 -

7.2. Die Rückweisung zur weiteren Abklärung und zu neuem Entscheid gilt als 

vollständiges Obsiegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_192/2017 vom 

25. August 2017 E.8.1). Die anwaltlich vertretene, obsiegende Beschwer-

deführerin hat somit Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61 lit. g 

ATSG). Diese wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rück-

sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Der Rechts-

vertreter der Beschwerdeführerin hat eine Honorarnote vom 30. Mai 2018 

über Fr. 3'569.15 (inkl. Spesen und MWST) für einen Aufwand von 12.85 

Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 250.-- eingereicht. Das geltend 

gemachte Honorar erscheint angemessen, weshalb die Beschwerdegeg-

nerin die Beschwerdeführerin aussergerichtlich mit Fr. 3'569.15 zu ent-

schädigen hat.

Demnach erkennt das Gericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid der B._____ 

AG vom 25. Oktober 2017 aufgehoben und die Sache an die B._____ AG 

im Sinne der Erwägungen zurückgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die B._____ AG hat A._____ mit Fr. 3'569.15 (inkl. MWST) aussergericht-

lich zu entschädigen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]