# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2d492846-181e-5fc8-8b07-5eda6d300f1b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-15
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 15.11.2022 SST.2022.79
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2022-79_2022-11-15.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

 

SST.2022.79 
(ST.2020.65; StA.2019.1969) 

 

 

Urteil vom 15. November 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier  

Oberrichter Cotti  

Gerichtsschreiberin M. Stierli 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach, 

Wildischachenstrasse 14, 5200 Brugg AG  

 

Privatklägerin   A._____, 

[…] 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt Patrick Bürgi,  

[…] 

 

 
    

Beschuldigter   C._____,  

geboren am tt.mm.1997, von Uznach, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Philipp Müller,  

[…] 

 

  

 
 

Gegenstand  Sexuelle Handlungen mit Kindern, sexuelle Nötigung, Pornografie usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach erhob am 27. November 2020 

Anklage gegen den Beschuldigten wegen Vergewaltigung, mehrfacher 

sexueller Nötigung, mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern, mehr-

facher Pornografie, mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 19bis BetmG, 

Fahrens in fahrunfähigem Zustand, Fahrens ohne Berechtigung, Entwen-

dung eines Fahrzeugs zum Gebrauch, mehrfacher Verletzung der Ver-

kehrsregeln, Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs sowie mehr-

facher Widerhandlung gegen Art. 19a BetmG. 

 

Der Sachverhalt gemäss Anklage lautet wie folgt: 

 

1. Vergewaltigung 
 

Der Beschuldigte hat vorsätzlich eine Person weiblichen Geschlechts zur Duldung 
des Beischlafs genötigt, namentlich indem er sie unter psychischen Druck setzte.  

 
Der Beschuldigte hat die Geschädigte A., geb. tt.mm.2003, […], am Abend des 
22. Dezember 2018 in seinem Schlafzimmer an der X-Strasse in Q. wissentlich und 
willentlich zur Duldung des Beischlafs genötigt. 
 
Er erklärte der mit dem Oberkörper nach vorne gebückt vor ihm knienden 
Geschädigten, nachdem er vorher bereits etliche Sex- bzw. Nacktfotos von ihr 
angefertigt hatte (vgl. hierzu im Detail Ziff. 3.3. hienach), dass er älter sei und 
deshalb sagen dürfe, was sie machen muss. Er lasse sie erst gehen, wenn sie noch 
weiter mitmache. Der Beschuldigte versuchte dann seinen Penis von hinten vaginal 
in sie einzuführen, wobei die Geschädigte ihm mitteilte, dass sie dies nicht wolle.  
 
Der der Geschädigten altersmässig und körperlich überlegene Beschuldigte liess 
sich dadurch allerdings nicht von seinem Vorhaben abbringen und führte seinen 
Penis nichtsdestotrotz wissentlich und willentlich in die Vagina der Geschädigten 
ein und praktizierte den Geschlechtsverkehr bis zum Samenerguss. Die Beschul-
digte liess dies trotz Schmerzen über sich ergehen. Einerseits in der Hoffnung, 
dass der Beschuldigte sie anschliessend gehen lassen würde. Zudem stand sie 
aufgrund der Tatsache und des Wissens, dass der Beschuldigte aufgrund der 
vorgängig angefertigten Aufnahmen im Besitz von Sex- und Nackfotos von ihr war, 
unter einem starken psychischen Druck. 
 
In Anbetracht der geschilderten Umstände, des jugendlichen Alters und der 
sexuellen Unerfahrenheit der Geschädigten, welche dem Beschuldigten bekannt 
war, nahm dieser durch seine Aussagen und sein Verhalten zumindest billigend in 
Kauf, dass die Geschädigte sich psychisch so stark unter Druck gesetzt fühlte und 
den Beischlaf auch entgegen ihrem Willen duldete. 

 
Die Geschädigte macht eine Zivilforderung dem Grundsatz nach geltend. 

 
2. Mehrfache sexuelle Nötigung  
 

Der Beschuldigte hat mehrfach vorsätzlich eine Person zur Duldung einer 
sexuellen Handlung genötigt, namentlich indem er sie unter psychischen Druck 
setzte.  

 

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2.1 Der Beschuldigte hat der Geschädigten A. am 10. Mai 2019 von seinem Wohnort 
an der X-Strasse in Q. aus via Whatsapp mitgeteilt, dass sie mit ihm auf Snapchat 
befreundet bleiben und seine dortigen Anweisungen befolgen soll. Ansonsten 
werde er sämtliche sich in seinem Besitz befindlichen Nacktfotos und intimen 
Videos, die er im vorigen Jahr von ihr angefertigt hatte, auf einem eigens dafür 
eingerichteten Instagram-Account veröffentlichen. Diese wäre sodann für alle ihre 
Freunde sichtbar.  

 
Am darauffolgenden Morgen forderte der Beschuldigte die Geschädigte via 
Snapchat auf, dass sie ihm bis 10:00 Uhr ein Nacktfoto, auf dem auch ihr Gesicht 
sichtbar sei, zusenden solle. Die Geschädigte kam dieser Aufforderung nach und 
sendete dem Beschuldigten gleichentags zwei oben-ohne-Fotos. Dies einzig 
deshalb, weil sie durch die Drohung des Beschuldigten vom Vorabend hinsichtlich 
der Veröffentlichung der Bilder psychisch unter Druck gesetzt wurde, was dieser 
durch seine Drohung zumindest billigend in Kauf nahm. 

 
2.2 Am Abend des 13. Mai 2019 forderte der Beschuldigte die Geschädigte von seinem 

Wohnort an der X-Strasse in Q. aus via Snapchat auf, mehrere Nacktfotos 
sexueller Natur von sich zu erstellen und ihm zukommen zu lassen. So verlangte 
er ein Foto, auf welchem sie sich einen Finger vaginal einführt sowie ein Foto, das 
sie komplett nackt zeigt. Weiter verlangte er ein Foto, auf welchem sie sich drei 
Finger anal einführt. Schliesslich verlangte er Fotos, auf welchen sie sich eine 
Zahnbürste vaginal und anal einführt. Der Beschuldigte bestand darauf, dass das 
Gesicht der Geschädigten auf sämtlichen dieser Fotos sichtbar war und abgesehen 
von dem Ganzkörperfoto sollte die Geschädigte für sämtliche Fotos einen 
Kamerawinkel wählen, der sie von hinten zeigt. Da der Beschuldigte der 
Geschädigten bereits am 10. Mai 2019 via Whatsapp mit der Veröffentlichung von 
intimen Fotos auf Instagram drohte, sollte sie seinen Anweisungen künftig nicht 
folgen, erstellte die Geschädigte sämtliche der verlangten Fotos und liess diese 
dem Beschuldigten gleichentags zukommen.  

 
Indem der Beschuldigte der Geschädigten mit der Veröffentlichung von intimen 
Fotos drohte, nahm er zumindest billigend in Kauf, dass sich die Geschädigte 
dadurch unter psychischen Druck gesetzt fühlen und die verlangten sexuellen 
Handlungen aus diesem Grund vornehmen würde.  

 
3. Mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern 
 

Der Beschuldigte hat mehrfach vorsätzlich mit einem Kind unter 16 Jahren sexuelle 
Handlungen vorgenommen, es zu einer solchen Handlung verleitet oder es in eine 
sexuelle Handlung einbezogen.  

 
Der Beschuldigte nahm von Herbst 2018 bis Mai 2019 folgende sexuelle 
Handlungen an der Geschädigten A., geb. tt.mm.2003, vor bzw. bezog diese in 
sexuelle Handlungen ein. Dies obwohl die Geschädigte zum damaligen Zeitpunkt 
erst 15 Jahre alt war. Der Beschuldigte wusste dabei, dass die Geschädigte zum 
damaligen Zeitpunkt erst 15 Jahre alt war, rechnete zumindest aber damit, und 
nahm folglich mindestens billigend in Kauf, dass er die entsprechenden sexuellen 
Handlungen an einer Person unter 16 Jahren vornimmt:  

 
3.1 Der Beschuldigte hat der Geschädigten A. an einem nicht näher bestimmbaren 

Abend im Oktober / November 2018 in Q. wissentlich und willentlich ans Gesäss 
gefasst und dieses geknetet, wobei er ihr mitteilte, dass sie einen geilen Arsch 
habe.  

 
Am selben Abend fasste der Beschuldigten der Geschädigten auf einer Sitzbank 
am Rhein in Q. zudem wissentlich und willentlich mit seiner Hand unter den 
Pullover und streichelte ihre nackte Haut, küsste sie und knetete ihr Gesäss.  

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3.2 An einem nicht näher bestimmbaren Abend im Winter 2018 hat der Beschuldigte 

der lediglich mit Unterwäsche bekleideten Geschädigten in seinem Schlafzimmer 
an der X-Strasse in Q. wissentlich und willentlich ans Gesäss gefasst sowie über 
den Büstenhalter an die Brüste gefasst.  

 
3.3 Der Beschuldigte hat die Geschädigten am Abend des 22. Dezember 2018 in 

seinem Schlafzimmer an der X-Strasse in Q. in Unterwäsche auf seinem Bett in 
einer klar sexuell geprägten Position (d.h. kniend, mit dem Oberkörper nach vorne 
gebückt) posieren lassen und davon Fotos angefertigt. Anschliessend hat er ihr die 
Unterhose nach unten gezogen und ihr einen seiner Finger anal und dann auch 
vaginal eingeführt und seinen Penis auf ihr Gesäss gelegt, wobei er weiterhin Fotos 
und Videos anfertigte.  

 
Schliesslich führte der Beschuldigte sodann gegen den Willen der Geschädigten 
seinen Penis vaginal bei ihr ein und praktizierte den Geschlechtsverkehr bis er 
schliesslich auf ihren Po ejakulierte (vgl. Ziff. 1 hiervor).  

 
3.4 Der Beschuldigte hat die Geschädigte am 13. Mai 2019 von seinem Wohnort an 

der X-Strasse in Q. aus via Snapchat aufgefordert, diverse sexuelle Handlungen 
an sich selbst vorzunehmen, Fotos davon zu erstellen und ihm zukommen zu 
lassen. So musste die Geschädigte sich einen Finger vaginal, drei Finger anal 
sowie eine Zahnbürste sowohl vaginal, als auch anal einführen. Indem der 
Beschuldigte diese Fotos verlangte, verleitete er sie wissentlich und willentlich zur 
Vornahme von sexuellen Handlungen.  

 
3.5 Der Beschuldigte liess der Geschädigten am 13. Mai 2019 von seinem Wohnort an 

der X-Strasse in Q. aus via Snapchat vier bis fünf Fotos seines Penis sowie ein 
Video, welches ihn bei der Selbstbefriedigung zeigte, zukommen. Durch den 
Versand dieser Fotos und des Videos an die Geschädigte bezog er diese 
wissentlich und willentlich in seine sexuelle Handlung ein.  

 
4. Mehrfache Pornografie 
 
4.1 Der Beschuldigte hat mehrfach vorsätzlich pornografische Ton- oder Bildaufnah-

men, Abbildungen oder andere Gegenstände solcher Art einer Person unter 16 
Jahren angeboten, gezeigt, überlassen und zugänglich gemacht.  

 
4.1.1 Der Beschuldigte hat der Geschädigten A., geb. tt.mm.2003, die zum damaligen 

Zeitpunkt 15 Jahre alt war, an einem nicht näher bestimmbaren Abend im Oktober 
/ November 2018 auf einer Sitzbank bei einer Holzhütte am Waldrand an der Y-
Strasse in Q. wissentlich und willentlich japanische Zeichentrickfilme mit 
pornografischem Inhalt auf seinem Mobiltelefon gezeigt. Der Beschuldigte wusste, 
dass die Geschädigte zum damaligen Zeitpunkt erst 15 Jahre alt war, rechnete 
zumindest aber damit, und nahm folglich mindestens billigend in Kauf, dass er die 
pornografischen Bildaufnahmen einer Person unter 16 Jahren zeigte.  

 
4.1.2 Der Beschuldigte liess der Geschädigten, die zum damaligen Zeitpunkt 15 Jahre 

alt war, am 13. Mai 2019 von seinem Wohnort an der X-Strasse in Q. aus via 
Snapchat vier bis fünf Fotos seines Penis sowie ein Video, welches ihn bei der 
Selbstbefriedigung zeigte, zukommen. Durch den Versand dieser Fotos und des 
Videos an die Geschädigte überliess er dieser wissentlich und willentlich 
pornografisches Material. Da er zudem wusste, dass die Geschädigte zum 
damaligen Zeitpunkt erst 15 Jahre alt war, zumindest aber damit rechnete, nahm 
er folglich mindestens billigend in Kauf, dass er die pornografischen Bildaufnahmen 
einer Person unter 16 Jahren zeigte.  

 

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4.2 Der Beschuldigte hat mehrfach vorsätzlich pornografische Ton- oder Bildaufnah-
men, Abbildungen oder andere Gegenstände solcher Art, die tatsächliche sexuelle 
Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben, konsumiert oder zum eigenen 
Konsum hergestellt, eingeführt, gelagert oder erworben.   

 
4.2.1 Der Beschuldigte hat am 22. Dezember 2018 in seinem Schlafzimmer an der an 

der X-Strasse in Q. ein Foto der Geschädigten, die zum damaligen Zeitpunkt 15 
Jahre alt war, gemacht, als diese in Unterwäsche auf seinem Bett posiert hat. 
Anschliessend wies er die Geschädigte an, den Büstenhalter nach oben zu ziehen, 
sodass ihre Brüste sichtbar waren und fertigte weitere Fotos an. Die Geschädigte 
musste sich zudem auf dem Bett kniend mit dem Oberkörper nach vorne gekippt 
positionieren, wobei der Beschuldigte sich hinter ihr befand und ihr schliesslich die 
Unterhose nach unten zog. Er führte ihr dann einen Finger anal ein und legte 
anschliessend seinen Penis auf ihr Gesäss. Von sämtlichen dieser Positionen 
fertigte der Beschuldigte ebenfalls Fotos sowie kurze Videos an, wobei sich diese 
auf den Genitalbereich konzentrierten. Sämtliche dieser Fotos und Videos stellte 
der Beschuldigte wissentlich und willentlich für sich selber her. Zudem wusste der 
Beschuldigte bzw. rechnete damit, dass die Geschädigte zum damaligen Zeitpunkt 
erst 15 Jahre alt und damit minderjährig war.  

 
4.2.2 Der Beschuldigte hat am 13. Mai 2019 wissentlich und willentlich via Snapchat 

Fotos konsumiert, die mit Fokus auf den Genitalbereich zeigten, wie sich die 
Geschädigte, die zum damaligen Zeitpunkt 15 Jahre alt war, einen Finger vaginal, 
drei Finger anal sowie eine Zahnbürste sowohl vaginal, als auch anal einführte. Der 
Beschuldigte wusste, dass die Geschädigte zum damaligen Zeitpunkt erst 15 Jahre 
alt und damit minderjährig war. 

 
4.2.3. Der Beschuldigte besass zudem seit einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt 

vor dem 29. Mai 2019 (Zeitpunkt der Hausdurchsuchung) wissentlich und willentlich 
auf einer externen Festplatte HGST gespeichert ein Foto (modifiziert am 
19.02.2013; 03:23:25 Uhr; 2019_064_04_01.E0), welches das Genitale eines 
Kindes oder zumindest eines klar minderjährigen Mädchens und einem Penis zeigt, 
sowie ein weiteres Foto (Beweisnummer 2019_064_04_01.E01), welches das 
Genitale eines Kindes oder zumindest eines klar minderjährigen Mädchens und 
zwei Finger zeigt. Die Fotos hatte er im Zeitpunkt der Hausdurchsuchung jedoch 
bereits gelöscht. Der Beschuldigte wusste bzw. rechnete damit, dass die auf den 
Bildern gezeigten Personen zumindest klar unter 18 Jahre alt und damit 
minderjährig waren und nahm den Besitz dieser Bilder dennoch in Kauf. 

 
5. Mehrfache Widerhandlung gegen Art. 19bis des Bundesgesetzes über die 

Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe 
 

Der Beschuldigte hat mehrfach vorsätzlich einer Person unter 18 Jahre ohne 
medizinische Indikation Betäubungsmittel angeboten, abgegeben oder auf andere 
Weise zugänglich gemacht.  

 
5.1 An einem nicht näher bestimmbaren Abend im Oktober / November 2018 gab der 

Beschuldigte der Geschädigten, die zum damaligen Zeitpunkt 15 Jahre alt war, in 
Q. ohne medizinische Indikation wissentlich und willentlich eine unbekannte Menge 
Marihuana ab. Der Beschuldigte wusste, dass die Geschädigte zum damaligen 
Zeitpunkt erst 15 Jahre alt und damit minderjährig war.  

 
5.2 Am Abend des 22. Dezember 2018 gab der Beschuldigte der Geschädigten, die 

zum damaligen Zeitpunkt 15 Jahre alt war, in Q. ohne medizinische Indikation 
wissentlich und willentlich eine unbekannte Menge Marihuana ab. Der Beschuldigte 
wusste, dass die Geschädigte zum damaligen Zeitpunkt erst 15 Jahre alt und damit 
minderjährig war. 

 

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6. Fahren in fahrunfähigem Zustand 
 

Der Beschuldigte hat vorsätzlich in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter 
Atemalkohol- oder Blutalkoholkonzentration ein Motorfahrzeug geführt.  

 
Der Beschuldigte führte am 9. Dezember 2018, um 02:14 Uhr, in R., den 
Personenwagen Toyota Yaris Verso, weiss / AG […]. Er lenkte das betreffende 
Fahrzeug, obwohl er vorgängig Alkohol konsumiert hatte und zum Fahrzeitpunkt 
noch eine minimale Atemalkoholkonzentration von 0.97 mg/l aufwies.  

 
Der Beschuldigte wusste aufgrund des Alkoholkonsums um die mangelnde 
Fahrfähigkeit. Dennoch lenkte er den Personenwagen und nahm damit das Fahren 
in fahrunfähigem Zustand (unter Alkoholeinfluss) zumindest billigend in Kauf.  

 
7. Fahren ohne Berechtigung 
 

Der Beschuldigte hat vorsätzlich ohne den erforderlichen Führerausweis ein 
Motorfahrzeug geführt.  

 
Der Beschuldigte führte am 9. Dezember 2018, um 02:14 Uhr, in R., den 
Personenwagen Toyota Yaris Verso, weiss / AG […]. Er lenkte das betreffende 
Fahrzeug, obwohl er nie im Besitz des dafür notwendigen Führerausweises der 
Kategorie B war.  

 
Der Beschuldigte wusste um seine fehlende Fahrberechtigung für Fahrzeuge der 
Kategorie B und nahm damit das Fahren ohne Berechtigung zumindest billigend in 
Kauf.  

 
8. Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch 

 
Der Beschuldigte hat vorsätzlich ein Motorfahrzeug zum Gebrauch entwendet. 

 
Der Beschuldigte, der nicht über den erforderlichen Führerausweis verfügte, 
behändigte am 9. Dezember 2018, um ca. 02:00 Uhr, in Q. den Personenwagen 
Toyota Yaris Verso, weiss / AG […] von seiner Mutter F.. Der Beschuldigte 
beabsichtigte, mit dem Personenwagen von Q. nach V. zu fahren, wobei er seine 
Fahrt aufgrund eines Defekts am Fahrzeug bereits in R. beenden musste. Der 
Beschuldigte wusste um die fehlende Einwilligung seiner Mutter zur Benutzung des 
betreffenden Fahrzeuges.  

 
9. Mehrfache Verletzung der Verkehrsregeln 
 

Der Beschuldigte hat mehrfach fahrlässig die Verkehrsregeln des SVG oder der 
Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt, indem er mehrfach eine 
Sicherheitslinie überfuhr und ein Trottoir befuhr.  

 
9.1 Der Beschuldigte überfuhr am 9. Dezember 2018, kurz nach 02:00 Uhr, im 

Umfahrungstunnel in Q. in Richtung T. mit dem Personenwagen Toyota Yaris 
Verso, weiss / AG […] mehrfach pflichtwidrig unvorsichtig die Sicherheitslinie.  

 
9.2 Der Beschuldigte fuhr am 9. Dezember 2018, kurz nach 02:00 Uhr, in Q. beim 

Kreisverkehr nach der Ausfahrt aus dem Umfahrungstunnel mit dem 
Personenwagen Toyota Yaris Verso, weiss / AG […] pflichtwidrig unvorsichtig 
ungebremst auf das Trottoir.  

 
10. Führen eines nicht betriebssicheren Fahrzeuges gemäss Art. 93 Abs. 2 lit. a 

SVG i.V.m. Art. 29 SVG i.V.m. Art. 57 Abs. 1 VRV 
 

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Der Beschuldigte hat ein Fahrzeug geführt, von dem er weiss oder bei 
pflichtgemässer Aufmerksamkeit wissen konnte, dass es den Vorschriften nicht 
entspricht.  

 
Der Beschuldigte führte am 9. Dezember 2018, ab kurz nach 02:00 Uhr den 
Personenwagen Toyota Yaris Verso, weiss / AG […] von Q. kommend. In R. 
musste er seine Fahrt aufgrund eines Defekts der Kupplung abbrechen. Die 
Kupplung des betreffenden Fahrzeuges war bereits vor dem 9. Dezember 2018 
kaputt, was dem Beschuldigten, der sich zu diesem Zeitpunkt in der Ausbildung 
zum Automobilfachmann befand, bekannt war, beziehungsweise bei 
pflichtgemässer Aufmerksamkeit aufgrund des charakteristischen Geruchs hätte 
bekannt sein müssen. Der Beschuldigte führte folglich ein Fahrzeug, dass nicht den 
Vorschriften entsprach, was er zumindest billigend in Kauf nahm.  

 
11. Mehrfache Widerhandlung gegen Art. 19a des Bundesgesetzes über die 

Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe 
 

Der Beschuldigte hat mehrfach vorsätzlich und unbefugt Betäubungsmittel für den 
Eigenkonsum besessen und konsumiert. 

 
11.1 Der Beschuldigte konsumierte an nicht näher bestimmbaren Zeitpunkten im 

Zeitraum vom 10. Dezember 2018 bis 13. August 2019 in Q. wissentlich und 
willentlich eine nicht näher bestimmbare Menge Marihuana. 

 
11.2 Der Beschuldigte konsumierte an nicht näher bestimmbaren Zeitpunkten im 

Zeitraum vom 10. Dezember 2018 bis 13. August 2019 in Q. wissentlich und 
willentlich eine nicht näher bestimmbare Menge halluzinogene Pilze mit dem 
Wirkstoff Psilocybin. 

 
11.3 Der Beschuldigte war am 9. Dezember 2018, um 02:14 Uhr, in R. wissentlich und 

willentlich in Besitz von 0.5 Gramm Marihuana, welches er selbst zu konsumieren 
beabsichtigte. 

 
11.4 Im Rahmen der Hausdurchsuchung im Zimmer des Beschuldigten am 29. Mai 

2019, um 06:25 Uhr, an der X-Strasse in Q. wurden 7 Gramm Marihuana 
sichergestellt. Das Marihuana befand sich wissentlich und willentlich im Besitz des 
Beschuldigten, welcher beabsichtigte, dieses selbst zu konsumieren. 

 
11.5 Im Rahmen der Hausdurchsuchung im Zimmer des Beschuldigten am 29. Mai 

2019, um 06:25 Uhr, an der X-Strasse in Q. wurden 12 Gramm halluzinogene Pilze 
mit dem Wirkstoff Psilocybin sichergestellt. Die halluzinogenen Pilze mit dem 
Wirkstoff Psilocybin befanden sich wissentlich und willentlich im Besitz des 
Beschuldigten, welcher beabsichtigte, diese selbst zu konsumieren. 

 

 

 

 

2. 

Mit Urteil vom 3. November 2021 erkannte das Bezirksgericht Zurzach: 

 

1. 
Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf 
- der Vergewaltigung i.S.v. Art. 190 Abs. 1 StGB gemäss Ziff. 1 der Anklageschrift, 
- der sexuellen Handlungen mit Kindern i.S.v. Art. 187 Ziff. 1 StGB gemäss Ziff. 3.2 der 

Anklageschrift, 
- der Pornografie i.S.v. Art. 197 Abs. 1 StGB gemäss Ziff. 4.1.1 der Anklageschrift, 

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- des Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeuges i.S.v. Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG 
i.V.m. Art. 29 SVG i.V.m. Art. 57 Abs. 1 VRV gemäss Ziff. 10 der Anklageschrift, 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Abs. 1 BetmG gemäss Ziff. 11.3 und 
11.4 der Anklageschrift. 

 
2. 
Der Beschuldigte ist schuldig 
- der mehrfachen sexuellen Nötigung i.S.v. Art. 189 Abs. 1 StGB gemäss Ziff. 1 sowie 

2.1 und 2.2 der Anklageschrift, 
- der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern i.S.v. Art. 187 Ziff. 1 StGB gemäss 

Ziff. 3.1/3.3/3.4 und 3.5 der Anklageschrift, 
- der mehrfachen Pornografie i.S.v. Art. 197 Abs. 1 und Abs. 5 StGB gemäss 

Ziff. 4.1.2/4.2.1/4.2.2 und 4.2.3 der Anklageschrift, 
- der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19bis BetmG gemäss Ziff. 5.1 und 5.2 der 

Anklageschrift, 
- des Fahrens in fahrunfähigem Zustand i.S.v. Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG gemäss Ziff. 6 

der Anklageschrift, 
- des Fahrens ohne Berechtigung i.S.v. Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG gemäss Ziff. 7 der 

Anklageschrift, 
- der Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch i.S.v. Art. 94 Abs. 1 lit. a SVG gemäss 

Ziff. 8 der Anklageschrift, 
- der mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 27 

Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 73 Abs. 6 SSV sowie i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 43 
Abs. 2 SVG gemäss Ziff. 9.1 und 9.2 der Anklageschrift, 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Abs. 1 BetmG gemäss Ziff. 11.1/11.2 
und 11.5. 

 
3. 
3.1. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 2 genannten Gesetzesbestimmungen 
sowie gestützt auf Art. 40 StGB, Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB zu einer Freiheitsstrafe 
von 3 Jahren verurteilt. 
 
3.2. 
Dem Beschuldigten wird für den Vollzug der ausgefällten Freiheitsstrafe gestützt auf Art. 42 
i.V.m. Art. 43 StGB der teilbedingte Vollzug gewährt. Die Freiheitsstrafe von 3 Jahren ist 
im Umfang von 18 Monaten zu vollziehen. Im Umfang von 18 Monaten wird sie 
aufgeschoben. Die Probezeit für den bedingten Teil der Strafe wird gestützt auf Art. 44 
Abs. 1 StGB auf 2 Jahre festgesetzt. 
 
3.3. 
Die ausgestandene Haft von 1 Tag (vorläufige Festnahme am 29. Mai 2019) wird dem 
Beschuldigten an die Freiheitsstrafe angerechnet (Art. 51 StGB). 
 
3.4. 
Der Beschuldigte wird weiter in Anwendung der in Ziff. 2 genannten Gesetzesbestimmun-
gen sowie gestützt auf Art. 106 StGB zu einer Busse von CHF 500.00 verurteilt. 
 

Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so wird eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen 
vollzogen (Art. 106 Abs. 2 StGB). 
 
4. 
4.1. 
Die folgenden Gegenstände werden gestützt auf Art. 69 Abs. 2 StGB eingezogen und 
vernichtet: 
- 7 Gramm Marihuana 
- 12 Gramm halluzinogene Pilze (Psilocybin) 
 

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4.2. 
Die folgenden Gegenstände werden dem Beschuldigten innert zwei Monaten nach 
Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen zurückgegeben: 
- Nokia Sirocco 8 
- externe Festplatte HGST Travelstar 7K 100 
 
5. 
5.1. 
Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Zivil- und Strafklägerin [A.] eine Genugtuung in Höhe 
von CHF 8'000.00 zuzüglich Zins zu 5 % seit 1. Februar 2019 zu bezahlen. 
 
5.2. 
Die übrigen Forderungen der Zivil- und Strafklägerin werden auf den Zivilweg verwiesen. 
 
5.3. 
Der Beschuldigte wird verpflichtet, der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Zivil- und 
Strafklägerin (MLaw Victoria Huber, Rechtsanwältin, Baden) eine Entschädigung für die 
notwendigen Aufwendungen im Straf- und Zivilpunkt in richterlich genehmigter Höhe von 
CHF 9'649.20 (Honorar inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen (Kosten nach Ziff. 6.1 lit. g 
nachfolgend). 
 
6. 
6.1. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a) der Gerichtsgebühr von  CHF 3'000.00 
b) der Anklagegebühr von CHF 2'250.00 
c) den Untersuchungskosten CHF 1'995.05 
d) den Spesen von CHF 150.00 
e) den Kosten für die amtliche Verteidigung bis 6. Mai 2021 von  CHF  1'994.45 
f) den Kosten für die amtliche Verteidigung ab 7. Mai 2021 von CHF 11'476.85 
g) den Kosten für die unentgeltliche Vertretung der Zivil- und 

Strafklägerin von CHF 9'649.20 

Total CHF 30'515.55 
 

6.2. 
Dem Beschuldigten werden die Kosten gemäss lit. a bis d, somit der Betrag von 
CHF 7'395.05, auferlegt. 
 
6.3. 
Die Gerichtskasse Zurzach wird angewiesen, dem - bis 6. Mai 2021 - amtlichen Verteidiger 
des Beschuldigten (lic. iur. Stephan Nüesch, Rechtsanwalt, Spreitenbach) dessen 
richterlich genehmigtes Resthonorar im Betrag von CHF 1'994.45 (inkl. Auslagen und 
MWST) zu entrichten (Kosten gemäss lit. e).  
 
Der Beschuldigte ist verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die amtliche 
Verteidigung zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 
(Art. 135 Abs. 4 lit. a i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO). 
 
Der Beschuldigte hat dem amtlichen Verteidiger die Differenz zwischen der amtlichen 
Entschädigung und dem vollen Honorar in Höhe von CHF 428.65 (inkl. MWST) zu 
erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. b i.V.m. 
Art. 426 Abs. 1 StPO). 
 
6.4. 
Die Gerichtskasse Zurzach wird angewiesen, dem – ab 7. Mai 2021 - amtlichen Verteidiger 
des Beschuldigten (lic. iur. Philipp Müller, Rechtsanwalt, Dietikon) dessen richterlich 
festgesetztes Honorar im Betrag von CHF 11'476.85 (inkl. Auslagen und MWST) zu 
entrichten (Kosten gemäss lit. f).  

 - 10 - 

 

 

 

 
Der Beschuldigte ist verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die amtliche 
Verteidigung zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 
(Art. 135 Abs. 4 lit. a i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO). 
 
Der Beschuldigte hat dem amtlichen Verteidiger die Differenz zwischen der amtlichen 
Entschädigung und dem vollen Honorar in Höhe von CHF 1'111.45 (inkl. MWST) zu 
erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. b i.V.m. 
Art. 426 Abs. 1 StPO). 
 
7. 
Über die Tragung der Vollzugskosten, unter Einschluss der Kosten der erstandenen und 
auf die Strafe angerechneten Haft, entscheidet die Vollzugsbehörde. 

 

3. 

3.1. 

Mit begründeter Berufungserklärung vom 1. April 2022 beantragte der 

Beschuldigte, die Dispositivziffern 5.1. und 5.3. seien aufzuheben und die 

Dispositivziffern 2, 3.1, 3.2, 6.1 und 6.2 wie folgt abzuändern: Der Beschul-

digte sei von den Tatvorwürfen der mehrfachen sexuellen Nötigung, der 

mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern, der mehrfachen Pornogra-

fie sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19bis BetmG freizu-

sprechen. Er sei zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 

Fr. 30.00, eventualiter zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten, 

subeventualiter zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten, 

wobei der Vollzug der Freiheitsstrafe im Umfang von 6 Monaten anzuord-

nen sei, zu verurteilen. Weiter seien dem Beschuldigten die Verfahrens-

kosten im Umfang von 10%, eventualiter im Umfang von 80%, aufzuerle-

gen und im Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

3.2. 

Die Berufungsverhandlung mit Einvernahme der Privatklägerin A. und des 

Beschuldigten fand am 2. November 2022 statt. Anlässlich der Berufungs-

verhandlung beantragten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die 

Privatklägerin die Abweisung der Berufung. 

 

  

 - 11 - 

 

 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen den Schuldspruch 

wegen mehrfacher sexueller Nötigung, mehrfacher sexueller Handlungen 

mit einem Kind, mehrfacher Pornografie sowie mehrfacher Widerhandlung 

gegen Art. 19bis BetmG, das Strafmass, die Zivilforderung der Privatklägerin 

A. sowie die Kostenfolgen. Im Übrigen ist das Urteil der Vorinstanz 

unangefochten geblieben. Eine Überprüfung dieser unbestrittenen Punkte 

findet somit nicht statt (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten hinsichtlich Anklageziffer 3.1 der 

sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB sowie 

hinsichtlich Anklageziffer 5.1 der Widerhandlung gegen Art. 19bis BetmG 

schuldig gesprochen. Sie erachtete den Sachverhalt, wonach der Beschul-

digte an einem nicht näher bestimmbaren Abend im Oktober / November 

2018 in Q. der damals 15-jährigen A. Marihuana abgegeben habe sowie 

ihr ans Gesäss gefasst und dieses geknetet, unter ihrem Pullover ihre 

nackte Haut angefasst und sie geküsst habe, gestützt auf die Aussagen 

von A. als erstellt (vorinstanzliches Urteil E. 3.8.4.1 und 3.10). 

 

2.2. 

Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte sich im Herbst 2018 mit A. 

getroffen hat und sie sich anlässlich dieses Treffens geküsst haben 

(Gerichtsakten [GA] act. 123 Rz. 52). Im Übrigen bestreitet der Beschul-

digte den angeklagten Sachverhalt (Berufungserklärung Rz. 5, 11 und 14). 

 

2.3. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzun-

gen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für den Beschuldigten 

günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO; «in dubio pro reo»). Bloss 

abstrakte und theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche 

immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. 

Nur das Übergehen offensichtlich erheblicher Zweifel kann eine Verletzung 

des Grundsatzes «in dubio pro reo» begründen (BGE 144 IV 345). 

 

2.4. 

A. wurde am 25. Mai 2019 (Untersuchungsakten [UA] act. 298 ff.) und 

am 26. Juni 2019 (UA act. 306 ff.) durch die Polizei sowie am 3. November 

2021 anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (GA act. 61 ff.) zur 

Sache einvernommen. 

 - 12 - 

 

 

 

 

Die Einvernahme von A. vom 26. Juni 2019 wurde auf Video aufgezeichnet 

(UA act. 331) und ermöglicht dem Gericht nicht nur eine inhaltliche 

Würdigung ihrer Aussagen, sondern zeigt auch optisch und im Originalton, 

wie sie die Aussagen gemacht hat. Im Rahmen der Berufungsverhandlung 

wurde A. erneut einlässlich einvernommen. Das Obergericht konnte 

dadurch zusätzlich einen persönlichen Eindruck ihrer Persönlichkeit und 

ihres Aussageverhaltens gewinnen und Unklarheiten klären. 

 

2.5. 

2.5.1. 

Mit der Vorinstanz ist für das Obergericht der Sachverhalt gemäss Anklage-

ziffern 3.1 und 5.1 aus den nachfolgenden Gründen erstellt: 

 

2.5.2. 

Die Aussagen von A. sind bezüglich des Kerngeschehens konstant, 

schlüssig und nachvollziehbar. A. sagte anlässlich der polizeilichen 

Einvernahme vom 25. Mai 2019 sowie vom 26. Juni 2019 übereinstimmend 

aus, sie habe sich mit dem Beschuldigten in Q. getroffen und er habe sie 

gefragt, ob sie «kiffen» wolle. Er habe das «Zeugs» dabeigehabt (UA 

act. 300, 307). Sie seien dann zu einer Sitzbank am Waldrand gegangen 

und sie habe dort «das Kiffen» ausprobiert (UA act. 300) bzw. sie hätten 

«das Zeugs geraucht» (UA act. 307). Danach habe sie Bier getrunken, das 

der Beschuldigte ihr angeboten habe, und sie hätten Wahrheit oder Pflicht 

gespielt. Sie habe ihm die Pflicht gestellt, dass er sie berühren solle, wo er 

möchte, worauf er ihr an den Po gefasst, diesen geknetet und ihr gesagt 

habe, sie habe einen «geilen Arsch» (UA act. 300 f., 307 f.). Sie seien zum 

Bahnhof gelaufen und sie habe den Zug verpasst und eine halbe Stunde 

warten müssen, weshalb sie in Richtung Rheinufer gelaufen und dort auf 

eine Sitzbank gesessen seien (UA act. 301, 308). Anlässlich der 

Einvernahme vom 25. Mai 2019 sagte sie aus, sie könne sich nicht mehr 

genau daran erinnern, wie es dazu gekommen sei, aber der Beschuldigte 

habe dann mit der Hand auf ihren Oberschenkel und unter ihren Pullover 

auf die nackte Haut gefasst (UA act. 301). Auch anlässlich der 

Einvernahme vom 26. Juni 2019 sagte A. aus, sie habe Erinnerungslücken 

und wisse nicht, wie es angefangen habe, als sie hingesessen seien. Sie 

glaube, nachher habe er angefangen, sie zu berühren. Zuerst an den 

Beinen, [wobei sie mit der flachen Hand vom Knie über ihren linken 

Oberschenkel oben und auf der Seite fuhr], nachher sei seine Hand unter 

ihren Pullover gegangen und er habe sie oberhalb des BH an den Brüsten 

angefasst (UA act. 308 f. bzw. Videobefragung [act. 331] CD 1, 28:11 ff.). 

Danach sei seine Hand auf ihrem Oberschenkel in Richtung ihres 

Intimbereichs gefahren, aber das habe sie nicht gewollt und ihn ein 

bisschen weggescheucht (UA act. 308) bzw. «Nein» gesagt (UA act. 301). 

Sie seien danach aufgestanden, hätten sich geküsst und der Beschuldigte 

 - 13 - 

 

 

 

habe sie am Po berührt bzw. wieder ihren Po geknetet (UA act. 301, 308 

bzw. Videobefragung CD 1, 30:00 ff.). 

 

Die Schilderungen unterscheiden sich im Kerngeschehen dahingehend, 

dass A. zum Anfassen unter dem Pullover in der Einvernahme vom 25. Mai 

2019 beschrieb, der Beschuldigte habe sie auf der nackten Haut angefasst 

(UA act. 301), wohingegen sie in der Einvernahme vom 26. Juni 2019 

aussagte, er habe sie oberhalb des BH berührt (UA act. 309). Aus der 

Beschreibung, wie der Beschuldigte mit seiner Hand zuerst über ihre 

Oberschenkel und danach unter ihren Pullover gefahren sei (UA act. 308 

bzw. Videobefragung CD 1, 28:11 ff.), ergibt sich jedoch, dass der 

Beschuldigte dabei ebenfalls – wie angeklagt – ihre nackte Haut berührt 

hat. 

 

Die Aussagen anlässlich der Einvernahmen vom 25. Mai 2019 und vom 

26. Juni 2019 stimmen auch mit den Aussagen von A. anlässlich der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung (GA act. 62 f.) sowie der Berufungs-

verhandlung (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 7 f.) überein. 

Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung erfolgten die Aussagen 

weniger detailliert, was jedoch darauf zurückzuführen ist, dass sie nicht 

aufgefordert wurde, den gesamten Vorfall zu schildern, sondern lediglich 

auf das Küssen und einzelne Aussagen anlässlich der früheren Einvernah-

men angesprochen wurde (vgl. GA act. 62 f.). 

 

A. schilderte den Vorfall insgesamt sehr detailliert und gab auch den Inhalt 

von Gesprächen mit dem Beschuldigten, ihre eigenen Gefühle und 

Gedankengänge bezüglich einzelner Handlungen sowie in Bezug auf das 

Kerngeschehen belanglose Nebensächlichkeiten wieder, was ihre 

Aussage als authentisch und erlebt erscheinen lässt. So schilderte sie 

beispielsweise, sie habe sich nach dem «Kiffen» ein bisschen «beduselt» 

gefühlt, sei aber nicht weg gewesen. Ihr Mund sei trocken geworden, 

weshalb sie etwas habe trinken wollen (UA act. 300; vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 8). Danach hätten sie Musik gehört, die ihr nicht 

gefallen habe, und der Beschuldigte habe ihr erzählt, dass er auch schon 

mit ihrem Bruder «gekifft» habe (UA act. 300). Sie führte aus, dass sie sich 

geschmeichelt gefühlt habe, als der Beschuldigte ihr gesagt habe, sie habe 

einen «geilen Arsch» und sie habe ihm dann erzählt, dass sie sich nicht 

körperlich attraktiv finde, weil sie nicht wirklich eine «krasse weibliche 

Figur» habe (UA act. 308; vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung S. 7). 

Als er mit seiner Hand in Richtung ihres Intimbereichs gefahren sei, habe 

sie das nicht gewollt, weil sie ihre Tage gehabt habe (UA act. 301; Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 7). Zum Küssen führte sie aus, sie habe es 

nicht gewollt und sich geschämt, weil sie ihre Zähne vorher nicht geputzt 

hatte. Sie habe sich schon vorgestellt, ihn zu küssen, aber sie sei nicht 

verliebt gewesen. Sie müsse zugeben, dass es sich doch noch irgendwie 

 - 14 - 

 

 

 

schön angefühlt habe (UA act. 308). Auf die Frage, ob sie dem Beschuldig-

ten mitgeteilt habe, dass sie das [Küssen] nicht wollte, verneinte sie dies 

und führte aus, dies sei ihr Fehler gewesen (UA act. 309), womit sie auf 

naheliegende Mehrbelastungen verzichtete. Weiter gestand A. konstant 

eine Erinnerungslücke in Bezug darauf ein, wie es begonnen hatte, als sie 

sich mit dem Beschuldigten auf die Sitzbank am Rhein setzte (vgl. oben) 

und korrigierte oder präzisierte spontan ihre Aussagen, was ebenfalls für 

die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen spricht. So korrigierte sie spontan, dass 

sie nicht ein T-Shirt, sondern einen Pullover getragen hatte (UA act. 309) 

und ergänzte, dass der Beschuldigte sie beim Küssen auch am Po berührt 

habe (act. 308 bzw. Videobefragung CD 1, 30:00 ff.). 

 

2.5.3. 

Entgegen der Ansicht des Beschuldigten sind auch keine Motive für eine 

Falschbelastung ersichtlich. Der Beschuldigte sagte aus, A. habe ihn 

geküsst, was er aber abgelehnt habe. Er habe ihr gesagt, dass er keinen 

Kontakt mehr wolle, weil er eine Freundin habe, worauf sie nichts mehr 

miteinander gemacht hätten (UA act. 251 f.) bzw. er habe ihr gesagt, dass 

er nichts in diese Richtung wolle, aber Nachhilfe für ihn weiterhin möglich 

sei, falls sie dies akzeptieren könne (UA act. 286). Er stellt die Vermutung 

auf, A. würde ihn zu Unrecht belasten, weil sie sich Hoffnungen auf mehr 

gemacht habe, die von ihm enttäuscht worden seien (UA act. 115, 287; vgl. 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 34). Dies erscheint in Anbetracht 

des Zeitpunkts, in welchem A. erstmals Anschuldigungen gegen den 

Beschuldigten erhob, sowie des Zustandekommens der Anzeige gegen 

den Beschuldigten jedoch nicht nachvollziehbar. A. erzählte am 16. Mai 

2019 einem Schulsozialarbeiter, sie würde mit Fotos und Videos erpresst, 

worauf dieser sie zu einem Termin bei der Opferhilfe begleitete (UA 

act. 303; vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung S. 16 f., 21). In der Folge 

erstattete die Beraterin der Opferhilfe Anzeige bei der Polizei (UA act. 212). 

Die Strafuntersuchung wurde somit erst rund ein halbes Jahr nach dem 

Vorfall in Gang gesetzt und nicht direkt durch A. initiiert. Hätte sie den 

Beschuldigten aus Enttäuschung über seine Ablehnung nach dem Kuss zu 

Unrecht belasten wollen, wäre zu erwarten, dass sie dies zeitnah und direkt 

bei der Polizei getan hätte. Zudem wäre es in diesem Fall naheliegend 

gewesen, wenn sie wesentlich schwerere Vorwürfe als die vorliegenden 

gegen den Beschuldigten erhoben hätte. Der Beschuldigte sagte 

ausserdem aus, er sei mit dem Bruder von A. schwer zerstritten, weshalb 

die beiden vielleicht etwas miteinander abgesprochen hätten (UA act. 288 

f.; vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung S. 34). Es erscheint allerdings 

lebensfern, dass der damals 23-jährige Bruder von A. (vgl. GA act. 64), der 

seit längerem keinen Kontakt zum Beschuldigten mehr hatte (GA act. 77; 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 30), seine Schwester zu Falsch-

aussagen anstiften würde, nur weil er sich in seiner Jugend mit dem 

Beschuldigten zerstritten hatte. Nicht nachvollziehbar ist auch die 

Hypothese des Beschuldigten, A. würde ihn zu Unrecht belasten, um vor 

 - 15 - 

 

 

 

ihrer Familie – insbesondere, weil die Eltern den Zeugen Jehovas 

angehören – das Gesicht zu wahren (GA act. 115 f.). Wäre dies der Fall, 

hätte sie ihrer Mutter nicht aus eigener Initiative von den Vorfällen erzählt 

(vgl. GA act. 66) und auch nicht von Handlungen berichtet, die sie selber 

initiiert, gewollt oder zugelassen hat. Zum Beispiel sie habe das «Kiffen» 

ausprobieren wollen (UA act. 307), sie habe ihm die Pflicht gestellt, sie zu 

berühren, wo er möchte (UA act. 300, 308) oder sie habe es zugelassen, 

als er sie unter dem Pullover und auf den Oberschenkeln angefasst habe 

(UA act. 308). 

 

2.5.4. 

Nach dem Gesagten bestehen für das Obergericht keine Zweifel an der 

Richtigkeit der Aussagen von A., weshalb vollumfänglich auf diese 

abzustellen ist. Damit ist erstellt, dass der Beschuldigte der damals 15-

jährigen A. Marihuana abgegeben hat (Anklageziffer 5.1) sowie ihr ans 

Gesäss gefasst und dieses geknetet, unter ihrem Pullover ihre nackte Haut 

angefasst und sie geküsst hat (Anklageziffer 3.1). 

 

2.6. 

2.6.1. 

Offenbleiben kann, ob der Beschuldigte A. ebenfalls über dem Büstenhalter 

an die Brüste gefasst hat (vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung S. 7), 

da dieser Sachverhalt in Anklageziffer 3.1 – im Gegensatz zu Anklageziffer 

3.2, wo ein Anfassen der Brüste über dem Büstenhalter ausdrücklich 

erwähnt ist – gerade nicht angeklagt wurde. Zu prüfen ist damit einzig, ob 

das Anfassen und Kneten des Gesässes, das Anfassen der nackten Haut 

unter dem Pullover sowie das Küssen den Tatbestand der sexuellen 

Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB erfüllt.  

 

2.6.2. 

Der sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB 

macht sich strafbar, wer mit einem Kind unter 16 Jahren eine sexuelle 

Handlung vornimmt, es zu einer solchen Handlung verleitet oder es in eine 

sexuelle Handlung einbezieht. Eine sexuelle Handlung im Sinne dieser 

Norm liegt bei einer körperlichen Betätigung an sich selber oder an 

anderen, welche eine sexuelle Erregung oder den sexuellen Genuss 

mindestens einer der beteiligten Personen zum Ziel hat, vor (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_881/2021 vom 27. Juni 2022 E. 2.2 mit weiteren 

Hinweisen). Als sexuelle Handlungen gelten nur Verhaltensweisen die für 

den Aussenstehenden nach ihrem äusseren Erscheinungsbild einen 

unmittelbaren sexuellen Bezug aufweisen und im Hinblick auf das 

geschützte Rechtsgut der ungestörten psychisch-emotionalen und 

sexuellen Entwicklung des Kindes erheblich sind. Bedeutsam für die 

Beurteilung der Erheblichkeit sind qualitativ die Art und quantitativ die 

Intensität und Dauer der Handlung, wobei die gesamten Begleitumstände 

zu berücksichtigen sind (Urteil des Bundesgerichts 6B_549/2021 vom 

 - 16 - 

 

 

 

18. Mai 2022 E. 1.4). In Zweifelsfällen wird nach den Umständen des 

Einzelfalls die Erheblichkeit relativ, etwa nach dem Alter des Opfers oder 

dem Altersunterschied zum Täter bestimmt (BGE 125 IV 58 E. 3b). 

 

Subjektiv muss der Täter mit dem Wissen handeln, mindestens möglicher-

weise ein Kind unter 16 Jahren vor sich zu haben, und er muss das 

Bewusstsein haben, dass der betreffenden Handlung mindestens 

möglicherweise eine sexuelle Bedeutung zukommt. Sodann muss er den 

Willen haben bzw. in Kauf nehmen, mit dem Kind eine sexuelle Handlung 

vorzunehmen oder es zur Vornahme einer solchen zu verleiten. Bei der 

Tatbestandsvariante des Einbezugs in eine sexuelle Handlung muss der 

Täter den Willen haben, dass das Kind die sexuelle Handlung mitansieht. 

 

2.6.3. 

In Bezug auf das Anfassen und Kneten des Gesässes, das blosse 

Anfassen der nackten Haut unter dem Pullover (und nicht etwa der Brust 

oder des Schambereichs) sowie das Küssen ist auch unter Berücksichti-

gung der Handlungen in ihrer Gesamtheit eine sexuelle Handlung im Sinne 

von Art. 187 Ziff. 1 StGB mangels Erheblichkeit zu verneinen. Es handelt 

sich zwar um objektiv sexualbezogene Handlungen, diese sind jedoch bei 

Jugendlichen im Alter von 15 Jahren nicht ungewöhnlich und erreichen 

damit in Bezug auf ihre Art und Intensität nicht eine Schwere, die geeignet 

ist, die sexuelle Entwicklung von A. zu beeinträchtigen. Gemäss dem 

angeklagten Sachverhalt berührte der Beschuldigte weder ihren 

Genitalbereich oder ihre Brüste, noch drang er beim Küssen mit seiner 

Zunge in ihren Mund ein. Die Handlungen geschahen zudem nicht gegen 

den Willen von A.. Sie forderte den Beschuldigten auf, sie dort zu berühren, 

wo er möchte, und fühlte sich vom Kommentar des Beschuldigten über ihr 

Gesäss geschmeichelt, nachdem dieser sie berührt hatte (UA act. 308; 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 7). Auch das Küssen empfand sie 

als schön (GA act. 62; UA act. 301). Sie sagte aus, sie habe gewusst, dass 

es nicht richtig sei, die Handlungen zuzulassen. Sie hätte sagen können, 

sie wolle es nicht, aber ihre «pubertierende gelüstige Art» habe es doch 

indirekt gewollt (Videobefragung CD 2, Teil 1, 08:55 ff.). Insgesamt ist 

daher der objektive Tatbestand von Art. 187 Ziff. 1 StGB nicht erfüllt. Da es 

sich nicht um unerwünschte sexuelle Annäherungen handelte, sich A. 

mithin durch die Handlungen nicht belästigt fühlte, fällt auch eine 

Verurteilung wegen sexueller Belästigung gemäss Art. 198 Abs. 2 StGB 

ausser Betracht. Der Beschuldigte ist damit hinsichtlich Anklageziffer 3.1. 

freizusprechen. 

 

 

2.7. 

Nach Art. 19bis BetmG macht sich strafbar, wer einer Person unter 18 

Jahren ohne medizinische Indikation Betäubungsmittel anbietet, abgibt 

oder auf andere Weise zugänglich macht. In subjektiver Hinsicht erfordert 

 - 17 - 

 

 

 

der Tatbestand mindestens Eventualvorsatz, wobei dieser auch das 

Wissen bzw. die Inkaufnahme umfassen muss, dass das Angebot an eine 

zumindest möglicherweise unter 18 Jahre alte Person erfolgt. 

 

Indem der Beschuldigte der damals 15-jährigen A. ohne medizinische 

Indikation Marihuana abgegeben hat, erfüllt er den objektiven Tatbestand 

von Art. 19bis BetmG. Der Beschuldigte sagte aus, er sei davon 

ausgegangen, A. sei schon über 16, wahrscheinlich 17 Jahre alt (UA 

act. 285). Er handelte damit im Wissen um die Minderjährigkeit von A., 

womit auch der subjektive Tatbestand erfüllt ist. Der Beschuldigte ist 

folglich hinsichtlich Anklageziffer 5.1 der Widerhandlung gegen Art. 19bis 

BetmG schuldig zu sprechen. 

 

2.8. 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte für den Vorfall am Abend im 

Oktober / November 2018 wegen Widerhandlung gegen Art. 19bis BetmG 

schuldig zu sprechen. Vom Vorwurf der sexuellen Handlungen mit einem 

Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB ist er freizusprechen. 

 

3. 

3.1. 

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift weiter vorgeworfen, A. am 

Abend des 22. Dezembers 2018 Marihuana abgegeben (Anklageziffer 5.2) 

und sie in seinem Schlafzimmer auf dem Bett in sexuell geprägten 

Positionen posieren lassen zu haben, wovon er Fotos angefertigt habe. 

Anschliessend habe er ihr die Unterhose nach unten gezogen und ihr einen 

Finger anal und dann auch vaginal eingeführt und seinen Penis auf ihr 

Gesäss gelegt, wobei er weiterhin Fotos und Videos angefertigt habe 

(Anklageziffer 3.3 und 4.2.1). Danach habe der Beschuldigte gegen ihren 

Willen seinen Penis vaginal bei ihr eingeführt und den Geschlechtsverkehr 

praktiziert, bis er schliesslich auf ihren Po ejakuliert habe. A. habe dies über 

sich ergehen lassen, weil sie unter einem starken psychischen Druck 

gestanden habe (Anklageziffer 1). 

 

3.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der sexuellen Nötigung gemäss 

Art. 189 Abs. 1 StGB, der sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss 

Art. 187 Ziff. 1 StGB, der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 StGB sowie 

der Widerhandlung gegen Art. 19bis BetmG schuldig gesprochen. Vom 

Vorwurf der Vergewaltigung hat sie ihn freigesprochen, weil nicht mit hin-

reichender Sicherheit davon ausgegangen werden könne, dass eine 

Vereinigung des männlichen und weiblichen Geschlechtsteils durch den 

Beschuldigten habe vollzogen werden können (vorinstanzliches Urteil 

E. 3.6.3.2). Im Hinblick auf die übrigen sexuellen Handlungen (Penetration 

mit den Fingern, Berühren des Gesässes mit dem Penis, sexuell geprägtes 

Posieren) erachtete sie den Sachverhalt als erstellt und bejahte das 

 - 18 - 

 

 

 

Vorliegen einer Nötigungshandlung durch Unter-Druck-Setzen (vorinstanz-

liches Urteil E. 3.6.3.1 und E. 3.6.4.2). 

 

3.3. 

3.3.1. 

Der Beschuldigte macht geltend, die Vorinstanz habe den Anklage-

grundsatz verletzt, indem sie ihn gemäss Anklageziffer 1 gestützt auf den 

Verweis auf Anklageziffer 3.3 wegen sexueller Nötigung verurteilt hat 

(Plädoyer Berufungsverhandlung Rz. 16). 

 

3.3.2. 

Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand 

des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; 

Art. 29 Abs. 2 sowie Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a sowie 

lit. b EMRK). Das Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen 

Sachverhalt gebunden (Immutabilitätsprinzip; Art. 350 StPO). Die Anklage 

hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem 

Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver 

und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Der Anklage-

grundsatz bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte der 

beschuldigten Person und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör 

(Informationsfunktion). Die beschuldigte Person muss unter dem Gesichts-

punkt der Informationsfunktion aus der Anklage ersehen können, wessen 

sie angeklagt ist (BGE 143 IV 63 E. 2.2 mit Hinweisen). 

  

3.3.3. 

Gestützt auf den in Anklageziffer 1 wiedergegebenen Sachverhalt, kann 

der Beschuldigte nicht wegen sexueller Nötigung verurteilt werden. Dem 

Beschuldigten wird in Anklageziffer 1 eine Vergewaltigung vorgeworfen. Er 

habe A., nachdem er davor gemäss Anklageziffer 3.3 etliche Sex- bzw. 

Nacktfotos von ihr angefertigt habe, erklärt, er sei älter und dürfe deshalb 

sagen, was sie machen müsse und er lasse sie erst gehen, wenn sie noch 

weiter mitmache. Er habe dann seinen Penis gegen ihren Willen in ihre 

Vagina eingeführt und den Geschlechtsverkehr bis zum Samenerguss 

praktiziert. A. habe dies trotz Schmerzen über sich ergehen lassen, weil sie 

gehofft habe, dass er sie anschliessend gehen lassen würde und weil sie 

aufgrund der Tatsache und des Wissens, dass er aufgrund der vorgängig 

angefertigten Aufnahmen im Besitz von Sex- und Nacktfotos von ihr 

gewesen sei, unter einem starken psychischen Druck gestanden habe. Der 

Anklagesachverhalt umschreibt damit einzig in Bezug auf den 

Geschlechtsverkehr eine Nötigung durch Unter-Druck-Setzen. An diesen 

Sachverhalt ist das Gericht gebunden (Art. 350 StPO). Im Zusammenhang 

mit den übrigen, in Anklageziffer 3.3 aufgeführten sexuellen Handlungen 

wurde keine Nötigung angeklagt. Entgegen der Vorinstanz lässt sich nichts 

Gegenteiliges aus dem Verweis in Anklageziffer 1 auf Anklageziffer 3.3 

 - 19 - 

 

 

 

ableiten. Es wird damit nur darauf verwiesen, dass das vorgängige Erstel-

len der Sex- bzw. Nacktfotos in einer anderen Anklageziffer beschrieben 

wird. Durch die Verurteilung wegen sexueller Nötigung gemäss Anklage-

ziffer 1 wurde folglich der Anklagegrundsatz verletzt und es hat diesbezüg-

lich ein Freispruch zu ergehen. 

 

3.4. 

Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte sich am Abend des 

22. Dezembers 2018 mit A. getroffen hat (GA act. 124 Rz. 55). Im Übrigen 

bestreitet der Beschuldigte den angeklagten Sachverhalt (Berufungserklä-

rung Rz. 9, 11, 12, 14). 

 

3.5. 

Nachdem die Vorinstanz den Beschuldigten vom Vorwurf der 

Vergewaltigung freigesprochen hat, fällt aufgrund des Verschlechterungs-

verbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) eine Verurteilung wegen (versuchter) 

Vergewaltigung ausser Betracht. In sachverhaltlicher Hinsicht ist damit nur 

noch zu prüfen, ob der Beschuldigte die übrigen sexuellen Handlungen mit 

A. vorgenommen und davon Fotos und Videos erstellt hat sowie ob er ihr 

Marihuana abgegeben hat. 

 

3.6. 

Der Beschuldigte rügt, die Vorinstanz habe Bundesrecht verletzt, indem sie 

die Aussagen von A. zu den anlässlich der Einvernahme vom 26. Juni 2019 

vorgelegten Fotos vollumfänglich zugelassen habe. Die Fotos würden von 

Datenträgern stammen, die zu diesem Zeitpunkt der Siegelung unterlegen 

hätten (Berufungserklärung Rz. 6; GA act. 120 f.). 

 

Diese Behauptung ist unzutreffend. Die Fotos, die A. anlässlich der 

Einvernahme vom 26. Juni 2019 vorgelegt wurden (UA act. 322 ff.), 

stammen von seinem Mobiltelefon Nokia Sirocco 8 (UA act. 148 ff.), das zu 

keinem Zeitpunkt der Siegelung unterlag. Der Beschuldigte verzichtete 

anlässlich der vorläufigen Sicherstellung des Mobiltelefons am 29. Mai 

2019 ausdrücklich auf eine Siegelung (UA act. 146 f.) und auf seine 

Beschwerde gegen den Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl vom 

3. Juni 2019, mit der er die Siegelung beantragt hatte, wurde nicht 

eingetreten und infolge der verspäteten Geltendmachung von einer 

Weiterleitung des Siegelungsgesuchs an die Staatsanwaltschaft abgese-

hen (Entscheid der Beschwerdekammer in Strafsachen SBK.2019.135 

vom 26. Juli 2019, UA act. 204 ff.). Die Aussagen von A. zu den anlässlich 

der Einvernahme vom 26. Juni 2019 vorgelegten Fotos sind damit ohne 

Weiteres verwertbar. Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, wird allerdings 

ohnehin nicht auf diese Fotos und ihre Aussagen dazu abgestellt. 

 

 - 20 - 

 

 

 

3.7. 

Mit der Vorinstanz erachtet es das Obergericht aus den nachfolgenden 

Gründen als erstellt, dass der Beschuldigte A. in Unterwäsche und mit 

hochgeschobenem Büstenhalter posieren lassen, mit seinem Penis ihr 

Gesäss berührt und seinen Finger anal und vaginal in sie eingeführt hat, 

wobei er von diesen Handlungen Fotos und Videos erstellt hat. Ebenfalls 

als erstellt erachtet wird, dass der Beschuldigte A. Marihuana abgegeben 

hat. 

 

Die Aussagen von A. sind bezüglich des Kerngeschehens konstant, 

schlüssig und nachvollziehbar und somit glaubhaft ausgefallen. A. 

schilderte, sie sei mit dem Beschuldigten zu ihm nach Hause gelaufen, er 

habe auf dem Weg gekifft und sie habe auch kurz mitgeraucht bzw. ein, 

zwei Züge genommen, obwohl sie das nicht wirklich gewollt habe (UA 

act. 301, 312). Bei ihm zu Hause hätten sie darüber gesprochen, dass er 

«am Arsch» wäre, wenn rauskommen würde, dass er sie berührt hatte und 

sie sich geküsst hatten. Der Beschuldigte habe gesagt, er brauche einen 

Beweis von ihr, dass sie es nicht weitererzählen würde und habe ein Bild 

vorgeschlagen (UA act. 301, 312 bzw. Videobefragung CD 2, Teil 1, 11:53 

ff.; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 10). Sie sei davon 

ausgegangen, dass er ein Oben-ohne-Bild von ihr wolle, habe ihren 

Pullover und ihre Hose ausgezogen, sich in Unterwäsche auf das Bett 

gelegt und für ein Bild posiert (UA act. 301, 312 f. ). Der Beschuldigte habe 

ihr jeweils gesagt, wie sie posieren solle (UA act. 302, 313; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 10). Sie habe dann den BH ein bisschen nach 

oben ziehen bzw. sich so hinlegen müssen, dass sich ihr BH nach oben 

geschoben hatte und ihre Brust sichtbar war. Weiter habe sie eine «Hund 

Katze Position», auf dem Bett kniend mit dem Oberkörper nach vorne und 

dem Po in Richtung des Beschuldigten, einnehmen müssen und er habe 

ihre Unterhose nach unten gezogen (UA act. 302, 313; vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 10 f.). In sämtlichen Einvernahmen schilderte A., 

der Beschuldigte habe seinen Penis auf ihren Po gelegt bzw. sie habe 

etwas Klebriges an ihren Po gespürt, was vermutlich sein Penis gewesen 

sei, und der Beschuldigte habe gesagt, es sei nur für das Bild (GA act. 65; 

UA act. 302, 313; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 10). In der ersten 

Einvernahme vom 25. Mai 2019 sagte sie aus, der Beschuldigte habe 

zudem seinen Finger anal bei ihr eingeführt, was ihr weh getan habe (UA 

act. 302). Dies wiederholte sie auch in der Einvernahme vom 26. Juni 2019, 

berichtete jedoch zusätzlich von einer vaginalen Penetration (UA act. 313). 

Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung wurde sie nur zur 

vaginalen Penetration befragt und bestätigte diese (GA act. 65). In der 

Berufungsverhandlung sagte sie aus, der Beschuldigte sei vaginal und anal 

in sie eingedrungen. Er habe nach der analen Penetration seinen Finger 

an der Trainerhose abgeputzt (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 11). 

Danach sei die Mutter des Beschuldigten zu seinem Zimmer gekommen 

und der Beschuldigte habe seine Hose angezogen und sei zu ihr 

 - 21 - 

 

 

 

gegangen. Sie habe sich dann auch angezogen und habe auf seinem 

Handy, welches er offen im Zimmer gelassen hatte, gesehen, dass er nicht 

nur Bilder, sondern auch Videos gemacht habe (UA act. 302, 314; vgl. 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 11). Auf den Videos seien sein 

Penis und ihr Gesäss sichtbar gewesen (UA act. 314).  

 

Für den Erlebnisbezug ihrer Aussagen spricht, dass A. das Kerngeschehen 

mit einem hohen Detailgrad, unter Wiedergabe von Gesprächen und 

eigenen mit dem Kerngeschehen zusammenhängenden Gedankengängen 

schildert. So beschrieb sie zum Beispiel die verschiedenen Posen genau 

und zeigte diese auf (UA act. 313 bzw. Videobefragung CD 2, Teil 1, 16:40 

ff.) oder erzählte von Gewissensbissen, weil sie nicht wirklich mit dem 

Beschuldigten habe Marihuana rauchen wollen, aber dies nicht ernst 

gesagt habe (UA act. 312). Sie erklärte nachvollziehbar, wie es ihr nach 

ihrem anfänglichen Einverständnis für ein Bild zu viel geworden sei, als der 

Beschuldigte weitere Bilder gemacht habe und sie sich, nachdem der 

Beschuldigte seinen Penis auf ihr Gesäss gelegt hatte, geschämt habe und 

nur noch gewollt habe, dass es vorbei sei (UA act. 313). Sie erwähnte 

nebensächliche Einzelheiten, wie zum Beispiel, dass sie an diesem Tag 

zufälligerweise die gleiche Hose wie beim letzten Mal und sehr peinliche 

Unterwäsche angehabt habe und dass der Beschuldigte auf seinem Bett 

für die Bilder extra die Kissen und die Bettdecke schön drapiert habe (UA 

act. 313). Erinnerungslücken gesteht sie spontan ein. Sie sagte aus, sie 

wisse nicht mehr, ob sie an diesem Abend Nachhilfe bekommen habe (UA 

act. 312), ob sie «Nein» gesagt habe, als der Beschuldigte sie aufgefordert 

habe, ihren BH auszuziehen (UA act. 301) und ob sie in der Hundestellung 

für das Bild auch nach hinten habe schauen müssen (UA act. 313). Sie 

verzichtete auf naheliegende Mehrbelastungen des Beschuldigten, indem 

sie beispielsweise aussagte, der Beschuldigte habe ihr nicht gesagt, was 

für ein Bild er von ihr wolle, sie sei einfach davon ausgegangen, dass er ein 

Oben-ohne-Bild wolle und habe ihren Pullover ohne Aufforderung 

ausgezogen (UA act. 301). 

 

Dass die Aussagen von A. im Hinblick auf die vaginale und anale 

Penetration mit dem Finger weniger genau ausfielen, lässt sich ohne 

Weiteres damit erklären, dass diese Handlungen für sie mit einem grossen 

Schamgefühl behaftet sind und es ihr unangenehm war, im Detail darüber 

zu sprechen, was sie selbst auch aussagte (UA act. 313). Anlässlich der 

Einvernahme vom 26. Juni 2019 zeigte sich dies auch darin, dass ihre 

Stimme am Ende des Satzes teilweise nach oben ging und sie zwischen-

durch verlegen auflachte, was auch der bei der Einvernahme anwesenden 

Psychologin aufgefallen ist (UA act. 329). Der Wahrheitsgehalt ihrer 

Aussage wird dadurch nicht geschmälert, vielmehr weist ihr Schamgefühl 

beim Beschreiben der Handlungen auf ein tatsächliches Erleben hin. 

 

 - 22 - 

 

 

 

Ein Motiv für eine bewusste Falschaussage von A. ist nicht erkennbar. Es 

kann dazu auf die obigen Erwägungen 2.5.3 verwiesen werden. Insgesamt 

bestehen für das Obergericht keine Zweifel an der Richtigkeit ihrer 

Aussagen, weshalb vollumfänglich auf diese abzustellen ist. 

 

3.8. 

Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz als Widerhandlung gegen 

Art. 19bis BetmG (durch Abgeben von Marihuana an A.) und Pornografie 

gemäss Art. 197 Abs. 5 StGB (durch Erstellen von Fotos und Videos von 

A. in sexuell aufreizenden Posen, mit seinem Penis auf ihrem Gesäss 

sowie bei der analen und vaginalen Penetration) ist zutreffend und wird 

vom Beschuldigten nicht bestritten. Die Schuldsprüche wegen 

Widerhandlung gegen Art. 19bis BetmG (Anklageziffer 5.2) und wegen 

Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 StGB (Anklageziffer 4.2.1) sind damit 

zu bestätigen und der Beschuldigte ist entsprechend zu verurteilen. 

 

3.9. 

3.9.1. 

In Bezug auf den Vorwurf der sexuellen Handlungen mit einem Kind 

gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB bestreitet der Beschuldigte, dass für ihn hätte 

erkennbar sein müssen, dass A. noch nicht 16 Jahre alt war 

(Berufungsbegründung Rz. 10). Er sei davon ausgegangen, dass sie 16 

oder bereits 17 Jahre alt sei. Sie habe ihm gesagt, sie sei in der Abschluss-

klasse [der Oberstufe] und er habe gewusst, dass sie die Abschlussklasse 

habe wiederholen müssen (GA act. 126). 

 

3.9.2. 

A. war zum Tatzeitpunkt 15 Jahre alt. Aus ihren anlässlich der 

Berufungsverhandlung eingereichten Zeugnissen ergibt sich, dass sie 

damals in der dritten Oberstufe, d.h. der Abschlussklasse, gewesen ist und 

während der Primar- und Oberstufe nie eine Klasse wiederholt hatte. 

Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung sagte sie auch aus, sie 

habe nie ein Schuljahr wiederholt (GA act. 67). Es ist nicht ersichtlich, 

weshalb sie den Beschuldigten diesbezüglich – insbesondere vor dem 

Hintergrund, dass er ihr Nachhilfe erteilt hat – hätte anlügen sollen, weshalb 

sein Vorbringen als Schutzbehauptung zu werten ist. Selbst wenn der 

Beschuldigte tatsächlich davon ausgegangen wäre, dass A. die 

Abschlussklasse der Oberstufe wiederholte, hätte er damit rechnen 

müssen, dass sie sich noch im Schutzalter befand, da Schülerinnen und 

Schüler bei einer regulären Einschulung zu diesem Zeitpunkt erst 15 bis 16 

Jahre alt sind. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte A. bereits länger 

gekannt hat. Er war mit ihrem Bruder L. in der Oberstufe (2008 bis 2012) 

befreundet und oft bei diesem zu Hause, wo er jeweils auch A. gesehen 

hatte (GA act. 77, UA act. 249, Protokoll der Berufungsverhandlung S. 30). 

Diese war damals ein fünf- bis neunjähriges Mädchen, womit dem 

Beschuldigten der grössere Altersunterschied zu ihr bewusst sein musste. 

 - 23 - 

 

 

 

Insgesamt ist damit erstellt, dass der Beschuldigte es zumindest für 

möglich gehalten und in Kauf genommen hat, dass A. im Tatzeitpunkt noch 

nicht 16 Jahre alt war, womit er eventual-vorsätzlich gehandelt hat. 

 

3.9.3. 

Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz als sexuelle Handlungen mit 

einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB ist zutreffend und wird vom 

Beschuldigten nicht bestritten. Der Schuldspruch wegen sexueller Hand-

lungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB (Anklageziffer 3.3) ist 

zu bestätigen und der Beschuldigte ist entsprechend zu verurteilen. 

 

3.10. 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte für den Vorfall vom 22. Dezember 

2018 wegen sexueller Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 

StGB, wegen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 StGB sowie wegen 

Widerhandlung gegen Art. 19bis BetmG schuldig zu sprechen. Vom Vorwurf 

der sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB ist er freizusprechen. 

 

4. 

4.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten hinsichtlich Anklageziffern 2.1, 2.2, 

3.4, 3.5, 4.1.2 sowie 4.2.2 der mehrfachen sexuellen Nötigung gemäss 

Art. 189 Abs. 1 StGB, der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem 

Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB sowie der mehrfachen Pornografie 

gemäss Art. 197 Abs. 1 und Abs. 5 StGB schuldig gesprochen. Sie 

erachtete den Sachverhalt, wonach der Beschuldigte A. mit der 

Veröffentlichung von intimen Fotos gedroht und sie damit dazu genötigt 

habe, ihm am 11. Mai 2019 zwei Oben-ohne-Fotos und am 13. Mai 2019 

mehrere Nacktfotos, auf welchen sie sich ihre Finger und eine Zahnbürste 

vaginal und anal einführte, zu senden, als erstellt. Weiter erachtete sie als 

erstellt, dass der Beschuldigte A. am 13. Mai 2019 vier bis fünf Fotos seines 

Penis sowie ein Video, das ihn bei der Selbstbefriedigung zeigte, zu-

geschickt habe (vorinstanzliches Urteil E. 3.7.3, 3.8.4.4 ff.). 

 

4.2. 

Der Beschuldigte bestreitet den angeklagten Sachverhalt vollumfänglich 

(Berufungserklärung Rz. 5, 9, 11, 12). 

 

4.3. 

Mit der Vorinstanz ist für das Obergericht der Anklagesachverhalt gemäss 

Ziff. 2.1, 2.2, 3.4, 3.5, 4.1.2 und 4.2.2 aufgrund der glaubhaften Aussagen 

von A. sowie der sichergestellten WhatsApp-Nachrichten zwischen dem 

Beschuldigten und A. erstellt. 

 

Die Aussagen von A. sind bezüglich des Kerngeschehens konstant, 

schlüssig und nachvollziehbar. Sie schilderte, sie habe dem Beschuldigten 

 - 24 - 

 

 

 

am 10. Mai 2019 mitgeteilt, dass sie keinen Kontakt mehr mit ihm möchte. 

Sie habe ihm geschrieben, dass es ihr Wunsch sei, dass so etwas nie 

wieder passiere. Er habe ihr dann eine längere Nachricht geschickt, in der 

er geschrieben habe, er habe auch einen einzigen Wunsch, den er sich 

erfüllen würde und worin sie eine Rolle spiele. Er habe auf Instagram 

nachgeschaut, wer ihre engsten Freunde seien und zum Glück könne man 

auf Instagram ein Konto erstellen und jeder könne hochladen, was er wolle. 

Mit diesem Konto würde er ihre Freunde anfragen, wenn sie nicht nach 

seiner Pfeife tanzen würde. Ihr sei danach schlecht geworden, weil sie 

Angst gehabt habe, dass ihre Bilder öffentlich würden. Sie habe dann das 

Handy zur Seite gelegt und am nächsten Morgen gesehen, dass er ihr 

mehrfach geschrieben hatte. Er habe dann verlangt, dass sie ihm bis 10:00 

Uhr ein Oben-ohne-Bild schicke, sonst würde ihr nichts Gutes passieren. 

Sie habe ihm dann ein Oben-ohne-Foto geschickt. Am Montag, 13. Mai 

2019, habe er ihr abends wieder auf Snapchat geschrieben und Bilder von 

ihr gefordert. Sie habe wieder ein Oben-ohne-Bild schicken müssen. Er 

habe jeweils gewollt, dass ihr Gesicht auch auf dem Bild sichtbar sei. 

Zudem habe sie sich eine Zahnbürste und mehrere Finger anal und vaginal 

einführen und davon Fotos machen und ihm schicken müssen. Er habe ihr 

dann auch mehrere Fotos von seinem Penis (insgesamt ca. 4 - 5, UA 

act. 303) und Videos, auf denen sie gesehen habe, wie er gekommen sei, 

geschickt, obwohl sie ihm gesagt habe, dass sie das nicht wolle (UA 

act. 303, 317 ff. bzw. Videobefragung CD 2, Teil 2, 00:10 ff.; vgl. Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 14 ff.).  

 

Die Aussagen von A. zum Kerngeschehen erscheinen aufgrund des 

grossen Detailreichtums, der Wiedergabe von wechselseitigen Interaktio-

nen und Gesprächen sowie eigenen Gefühlen und physiologischen 

Abläufen insgesamt als tatsächlich erlebt. A. beschrieb beispielsweise, sie 

sei mit Freunden aus ihrer Religion unterwegs gewesen und sei bleich 

geworden und habe gezittert, als sie die Nachricht des Beschuldigten 

gesehen habe. Ihre Freunde hätten dies bemerkt und sie habe ihnen dann 

gesagt, das Essen habe ihr nicht gut getan, worauf sie nach Hause 

gefahren worden sei (Videobefragung CD 2, Teil 2, 02:30 ff.). Sie erklärte, 

wie sie die Fotos gemacht habe (Handy an die Badewanne angelehnt, 

Timer) und dass sie dazu ins Badezimmer gegangen sei, weil sie sonst bei 

sich zu Hause nirgends habe abschliessen dürfen (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 15). Weiter schilderte sie spezielle Einzelheiten 

und Komplikationen, wie z.B. dass der Beschuldigte ein Foto mit Spucke 

auf ihrer Brustwarze gewollt habe, allerdings habe man das auf den Fotos 

nicht wirklich gesehen, weil Spucke durchsichtig ist (UA act. 303, 317 f.) 

oder dass der Beschuldigte gewollt habe, dass sie sich vier Finger einführe, 

was ihr jedoch nicht gelungen sei (UA act. 318). Ein Motiv für eine bewusste 

Falschaussage ist zudem nicht ersichtlich (vgl. E. 2.5.3). 

 

 - 25 - 

 

 

 

Dass der Beschuldigte A. gedroht hat, ihre intimen Bilder auf Instagram zu 

veröffentlichen, wird durch ihre gegenseitigen Nachrichten auf WhatsApp 

bestätigt. A. schrieb dem Beschuldigten am 10. Mai 2019, sie würde das 

Ganze hinter sich lassen wollen und verabschiedete sich von ihm. Sie 

schrieb, das einzige, was sie sich wünsche, sei, dass so etwas nie wieder 

vorkomme (UA act. 137 f.). Der Beschuldigte antwortete darauf, jeder solle 

seinen einzigen Wunsch bekommen, er wolle daher seinen auch erfüllen 

und sie sei ebenfalls Teil davon. Sie würden sicherlich im Guten 

auseinandergehen, doch zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Er schrieb weiter: 

«Du hast ja zum Glück Instagram und auf Instagram hast du viele Freunde 

einige davon stehen dir ja sehr nahe und ich habe Mal geschaut welche 

das sind… Zum Glück ist es einfach auf Instagram ein Profil zu erstellen 

und man kann ja dort auch ALLE Bilder hochladen die Man will… Ich denke 

du verstehst mich und ich denke es wäre das beste auf Snapchat 

befreundet zu bleiben… habe dich extra wieder angefragt... schau ich mag 

dich und ich will nicht auf Instagram schlecht über dich «reden» deshalb 

wäre es das Beste du würdest mich wieder annehmen und darauf hören 

was ich dir sage» (UA act. 139). A. schrieb ihm darauf, dass sie nicht 

verstehe, wie er denken könne, dass sie gut auseinandergehen könnten, 

wenn er ihr Profil «gestalkt» habe und ein Profil gemacht habe, auf dem er 

Bilder von ihr veröffentlicht habe oder veröffentlichen werde. Der 

Beschuldigte antwortete darauf: «du wirst schon sehen dass wir gut 

auseinander gehen werden jedoch momentan solltest du auf das hören 

was ich dir sage… Sonst könnte es sein dass ich deine Kollegen mit dem 

Profil anfragen könnte und das würde ja dann Recht schnell die Runde 

machen, aber das weisst du ja selber» (UA act. 140). Entgegen der Ansicht 

des Beschuldigten, können seine Nachrichten nur als Drohung verstanden 

werden, die intimen Bilder, die er von A. erstellt hatte (siehe oben E. 3.7), 

zu veröffentlichen. Er verlangte von A., wieder mit ihm auf Snapchat 

befreundet zu sein und dort seine Anweisungen zu befolgen. Im Gegensatz 

zu WhatsApp werden auf Snapchat Nachrichten und Fotos nach dem 

Betrachten sofort gelöscht, weshalb einleuchtet, dass der Beschuldigte 

seine konkreten Forderungen dort stellen und Fotos und Videos dort 

austauschen würde. Es erscheint in Anbetracht dieser Nachrichten 

naheliegend, dass der Beschuldigte danach – wie von A. ausgesagt – auf 

Snapchat verschiedene Fotos mit sexuellen Inhalten von ihr verlangte und 

ihr Fotos seines Penis und Videos, die ihn bei der Selbstbefriedigung 

zeigten, schickte. 

 

Nach dem Gesagten bestehen für das Obergericht keine Zweifel an der 

Richtigkeit der Aussagen von A., weshalb vollumfänglich auf diese 

abzustellen ist. Damit ist erstellt, dass der Beschuldigte A. mit der 

Veröffentlichung von intimen Fotos auf Instagram gedroht hat und sie damit 

dazu genötigt hat, ihm am 11. Mai 2019 zwei Oben-ohne-Fotos 

(Anklageziffer 2.1) und am 13. Mai 2019 mehrere Nacktfotos, auf welchen 

sie sich mehrere Finger und eine Zahnbürste vaginal und anal einführt 

 - 26 - 

 

 

 

(Anklageziffern 2.2, 3.4, 4.2.1), zu senden. Zudem ist erstellt, dass der 

Beschuldigte ihr vier bis fünf Fotos seines Penis sowie ein Video, das ihn 

bei der Selbstbefriedigung zeigte, zugeschickt hat (Anklageziffern 3.5 und 

4.1.2). 

 

4.4. 

Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz als mehrfache sexuelle Nötigung 

Art. 189 Abs. 1 StGB, sexuelle Handlungen mit einem Kind gemäss 

Art. 187 Ziff. 1 StGB (durch das Verleiten von A. zu sexuellen Handlungen 

gemäss Anklageziffer 3.4) sowie mehrfache Pornografie gemäss Art. 197 

Abs. 1 (durch Überlassen der Fotos und des Videos seines Penis) und 

Abs. 5 StGB (durch den Konsum der Fotos von A.) ist zutreffend und wird 

vom Beschuldigten nicht bestritten. Die Schuldsprüche wegen mehrfacher 

sexueller Nötigung (Anklageziffern 2.1 und 2.2), sexueller Handlungen mit 

einem Kind (Anklageziffer 3.4) sowie mehrfacher Pornografie 

(Anklageziffern 4.1.2 und 4.2.2.) sind damit zu bestätigen und der 

Beschuldigte ist entsprechend zu verurteilen. 

 

4.5. 

4.5.1. 

In Bezug auf den Vorwurf der sexuellen Handlungen mit einem Kind 

gemäss Anklageziffer 3.5 (Zusenden von vier bis fünf Fotos seines Penis 

und eines Videos seiner Selbstbefriedigung) bringt der Beschuldigte vor, 

es handle sich bei den beschriebenen Vorgängen nicht um sexuelle 

Handlungen i.S.v. Art. 187 StGB und das Vorführen von Bildern und Videos 

erfülle das notwendige Einbeziehen nicht (Plädoyer Berufungsverhandlung 

Rz. 27). 

 

4.5.2. 

Das Video, das der Beschuldigte A. auf Snapchat zugeschickt hat, zeigte 

ihn bei der Selbstbefriedigung. Dabei handelt es sich um eine eindeutig 

sexualbezogene körperliche Betätigung an sich selbst mit dem Ziel seiner 

sexuellen Erregung oder seines sexuellen Genusses und folglich um eine 

sexuelle Handlung i.S.v. Art. 187 Ziff. 1 StGB (vgl. E. 2.6.2). Bezüglich der 

Fotos, die der Beschuldigte A. zugeschickt hat, ist eine sexuelle Handlung 

hingegen zu verneinen. Auf den Fotos war lediglich sein Penis zu sehen. 

Eine körperliche Betätigung fehlt. 

 

Die Tatbestandsvariante des Einbeziehens eines Kindes in eine sexuelle 

Handlung setzt voraus, dass der Täter das Kind gezielt zum Zuschauer 

seiner sexuellen Handlungen und dadurch zum Sexualobjekt macht. Das 

Kind muss den äusseren Vorgang der sexuellen Handlung als Ganzes 

unmittelbar sinnlich wahrnehmen. Das ist etwa der Fall, wenn der Täter vor 

dem Kind mit allen Zeichen sexueller Erregung onaniert (BGE 129 IV 168 

E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_541/2021 vom 3. Oktober 2022 

 - 27 - 

 

 

 

E. 3.3). Genügend ist beispielsweise auch, wenn das Kind akustisch wahr-

nehmen kann, wie der Täter während eines Telefongesprächs onaniert 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_702/2009 vom 8. Januar 2010 E. 4.5). 

 

Der Beschuldigte hat A. das Video davon, wie er sich selbst befriedigt, im 

Rahmen eines wechselseitigen Kontakts über Snapchat geschickt, womit 

diese die sexuelle Handlung unmittelbar sinnlich wahrnahm. A. schilderte, 

er habe ihr, nachdem sie ihm die abgenötigten Bilder geschickt hatte, ein 

Bild seines Penis geschickt, worauf sie ihm mitgeteilt habe, dass sie dies 

nicht möchte und es ihr nicht gefalle. Er habe sie dann gefragt, ob sie sehen 

wolle, wie er komme. Sie habe ihm wiederum mitgeteilt, dass sie das nicht 

möchte, worauf der Beschuldigte ihr trotzdem ein Video davon, «wie er sich 

einen herunterholt» geschickt habe (UA act. 303). Damit hat der 

Beschuldigte A. gezielt zur Zuschauerin seiner Selbstbefriedigung gemacht 

und sie durch das Zusenden des Videos im wechselseitigen Austausch 

über Snapchat in die Selbstbefriedigung einbezogen, womit er den 

Tatbestand von Art. 187 Ziff. 1 Abs. 3 StGB erfüllt. Der Beschuldigte ist 

somit auch hinsichtlich Anklageziffer 3.5 wegen sexueller Handlungen mit 

einem Kind schuldig zu sprechen. 

 

5. 

5.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten betreffend Anklageziffer 4.2.3 wegen 

Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 StGB schuldig gesprochen. 

 

5.2. 

Der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 StGB macht sich unter anderem 

strafbar, wer pornografische Bildaufnahmen, die sexuelle Handlungen mit 

Minderjährigen zum Inhalt haben, besitzt. Handelt es sich um tatsächliche 

sexuelle Handlungen mit Minderjährigen, ist die Strafe Freiheitsstrafe bis 

zu drei Jahren oder Geldstrafe. 

 

5.3. 

Es ist unbestritten, dass es sich bei den Bildern 1 und 4 (UA act. 279 

und 281) um pornografische Bildaufnahmen handelt und der Beschuldigte 

diese auf seiner externen Festplatte gespeichert hatte. Der Beschuldigte 

bestreitet hingegen, dass die Fotos Minderjährige zeigen. Zudem bringt er 

vor, die Staatsanwaltschaft habe ihren Vorwurf nicht genügend spezifiziert 

(Berufungserklärung Rz. 13). Beim zweiten in der Anklageschrift erwähn-

ten Bild sei unklar, welches Bild die Staatsanwaltschaft meine, da die 

angegebene Beweisnummer bei allen sichergestellten Dateien die gleiche 

sei (GA act. 128). 

 

5.4. 

Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand 

des Gerichtsverfahrens (Art. 9 und Art. 325 StPO). Die Anklage hat die der 

 - 28 - 

 

 

 

beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so 

präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver 

Hinsicht genügend konkretisiert sind. Entscheidend ist, dass der Betroffene 

genau weiss, welcher konkreter Handlungen er beschuldigt und wie sein 

Verhalten rechtlich qualifiziert wird (BGE 143 IV 63 E. 2.2). 

 

In der Anklageschrift wurde beschrieben, dass ein Foto das Genital eines 

Kindes oder zumindest eines klar minderjährigen Mädchens und einen 

Penis und das andere Foto das Genital eines Kindes oder zumindest klar 

minderjährigen Mädchens und zwei Finger zeige (Anklageziffer 4.2.3). In 

der Schlusseinvernahme wurden dem Beschuldigten diese beiden Bilder 

(Bild 1 und Bild 4) zusammen mit drei weiteren Bildern vorgelegt, wobei nur 

Bild 1 und Bild 4 der Beschreibung gemäss Anklageschrift (Genital und 

zwei Finger bzw. Penis) entsprechen (UA act. 279 ff.). Auch wenn sich 

durch die in der Anklageschrift angegebene Beweisnummer die beiden 

Fotos nicht eindeutig identifizieren lassen, war für den Beschuldigten durch 

die Vorlage der Bilder anlässlich der Schlusseinvernahme und die 

Beschreibung in der Anklageschrift klar erkennbar, um welche Fotos es 

sich bei den in Ziff. 4.2.3 der Anklage erwähnten handelt. Der Anklage-

grundsatz ist somit nicht verletzt. 

 

5.5. 

Mit der Vorinstanz ist für das Obergericht erstellt, dass die Bilder 1 und 4 

Minderjährige zeigen. Aufgrund der noch nicht weit entwickelten äusseren 

weiblichen Geschlechtsorgane ist klar erkennbar, dass es sich um 

Mädchen vor dem Beginn der Pubertät handelt (UA act. 279 und 281). 

Dass es sich somit eindeutig nicht um volljährige Frauen handeln kann, 

musste für den Beschuldigten ohne Weiteres erkennbar sein, womit er die 

pornografischen Bilder im Wissen um die Minderjährigkeit der abgebildeten 

Personen besessen hat. Der Tatbestand ist damit erfüllt und der Beschul-

digte hinsichtlich Anklageziffer 4.2.3 der Pornografie gemäss Art. 197 

Abs. 5 StGB schuldig zu sprechen. 

 

6. 

Die Berufung des Beschuldigten erweist sich im Schuldpunkt hinsichtlich 

der sexuellen Nötigung gemäss Anklageziffer 1 sowie der sexuellen Hand-

lungen mit einem Kind gemäss Anklageziffer 3.1 als begründet und der 

Beschuldigte ist von diesen Vorwürfen freizusprechen. Im Übrigen ist die 

Berufung abzuweisen. Der Beschuldigte ist wegen mehrfacher sexueller 

Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 2.1 und 2.2), mehr-

facher sexueller Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB 

(Anklageziffer 3.3, 3.4 und 3.5), mehrfacher Pornografie gemäss Art. 197 

Abs. 1 und Abs. 5 StGB (Anklageziffer 4.1.2, 4.2.1, 4.2.2 und 4.2.3), mehr-

facher Widerhandlung gegen Art. 19bis BetmG und – was im Berufungs-

verfahren unangefochten geblieben ist – wegen Fahrens in fahrunfähigem 

Zustand mit qualifizierter Atemalkoholkonzentration gemäss Art. 91 Abs. 2 

 - 29 - 

 

 

 

lit. a SVG, Fahrens ohne Berechtigung gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG, 

Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch gemäss Art. 94 Abs. 1 lit. a 

SVG, mehrfacher Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 1 

i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 73 Abs. 6 SSV sowie gemäss Art. 90 

Abs. 1 i.V.m. Art. 43 Abs. 2 SVG und mehrfacher Widerhandlung gegen 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG (Anklageziffer 11.1, 11.2 und 11.5) schuldig zu 

sprechen. 

 

7. 

7.1. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.). Darauf kann 

verwiesen werden. 

 

7.2. 

7.2.1. 

Die Einsatzstrafe ist für die sexuelle Nötigung vom 13. Mai 2019 (Anklage-

ziffer 2.2) als – bei gleichem Strafrahmen qua Verschulden – konkret 

schwerste Straftat festzusetzen. 

 

Der Tatbestand der sexuellen Nötigung nach Art. 189 Abs. 1 StGB sieht 

eine Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder eine Geldstrafe vor. Das 

Gericht misst die Strafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens nach dem 

Verschulden zu (Art. 47 Abs. 1 StGB). Ausgangspunkt für die Bestimmung 

des Verschuldens ist die Schwere der Verletzung oder Gefährdung des 

betroffenen Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Der Tatbestand der sexuel-

len Nötigung schützt die sexuelle Freiheit und Integrität (BGE 146 IV 153 

E. 3.5.2). 

 

Der Beschuldigte hat A. dazu genötigt, sich mehrere Finger sowie eine 

Zahnbürste vaginal und anal einzuführen und ihm davon Fotos zu schicken. 

Beim vaginalen und analen Einführen mehrerer Finger und einer 

Zahnbürste handelt es sich im breiten Spektrum der bei einer sexuellen 

Nötigung möglichen und denkbaren sexuellen Handlungen um einen der 

schwereren Eingriffe in die sexuelle Integrität. Weil A. die Handlungen in 

Abwesenheit des Beschuldigten an sich selbst vornehmen musste, war sie 

dem Beschuldigten allerdings nicht im selben Masse ausgeliefert, wie wenn 

dieser die Handlungen an ihr getätigt hätte. Insbesondere dürften die dabei 

empfundene Ohnmacht und Demütigung sowie durch das Einführen 

verursachte Schmerzen geringer ausgefallen sein. Die 

Rechtsgutsverletzung wiegt damit leichter als bei einer Penetration durch 

den Täter. 

 

Der Beschuldigte hat A. damit gedroht, intime Fotos von ihr auf Instagram 

zu veröffentlichen und sie somit in erheblichem Masse öffentlich 

 - 30 - 

 

 

 

blosszustellen. Das Ausmass der Drohung ist jedoch nicht über die zur 

Erfüllung dieser Tatbestandsvariante erforderliche Androhung eines ernstli-

chen Nachteils hinausgegangen und damit neutral zu bewerten. 

 

Leicht verschuldenserhöhend wirkt sich das planhafte Vorgehen des 

Beschuldigten aus, das eine gewisse kriminelle Energie offenbart. Er stand 

mit A. über WhatsApp in Kontakt, verlangte jedoch von ihr, ihn wieder auf 

Snapchat hinzuzufügen und dort seine Anweisungen zu befolgen. Damit 

wechselte er bewusst auf eine Plattform, bei der die ausgetauschten 

Nachrichten, Bilder und Videos und folglich die Beweise für seine 

strafbaren Handlungen nach dem Betrachten wieder verschwinden.  

 

Der Beschuldigte hat in subjektiver Hinsicht primär aus egoistischen 

Motiven, nämlich der Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse gehandelt. 

Dieser Umstand ist jedoch jedem Sexualdelikt immanent und entsprechend 

nicht verschuldenserhöhend zu gewichten (Urteil des Bundesgerichts 

6P.194/2001 vom 3. Dezember 2002 E. 7.4.2). 

 

Verschuldenserhöhend ist hingegen das sehr grosse Mass an Entschei-

dungsfreiheit, über welches der Beschuldigte verfügte, zu berücksichtigen. 

Es sind keine inneren oder äusseren Umstände ersichtlich, welche die 

Entscheidungsfreiheit des Beschuldigten hätten einschränken können. Je 

leichter es aber für ihn gewesen wäre, die sexuelle Integrität und das 

sexuelle Selbstbestimmungsrecht von A. zu respektieren, desto schwerer 

wiegt die Entscheidung dagegen und damit einhergehend das Verschulden 

(BGE 117 IV 112 E. 1; BGE 127 IV 101 E. 2a). 

 

Insgesamt ist im breiten Spektrum der vom Tatbestand der sexuellen Nöti-

gung erfassten Sachverhalte von einem nicht mehr leichten bis mittel-

schweren Verschulden auszugehen und in Relation zum Strafrahmen von 

bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe von einer angemessenen Einsatzstrafe 

von 1 ½ Jahren Freiheitsstrafe auszugehen. 

 

7.2.2. 

Diese Einsatzstrafe ist für die sexuellen Handlungen mit einem Kind vom 

22. Dezember 2018 (Anklageziffer 3.3) in Anwendung des Asperations-

prinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen zu erhöhen. 

 

Der Tatbestand der sexuellen Handlungen mit einem Kind nach Art. 187 

Ziff. 1 StGB sieht eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geld-

strafe vor. Der Tatbestand schützt die ungestörte psychisch-emotionale 

und sexuelle Entwicklung des Kindes (BGE 146 IV 153 E. 3.5.2). Auch 

wenn es dabei um eine Gefährdung (siehe Marginalie zu Art. 187 f. StGB) 

und nicht um einen Angriff auf die sexuelle Freiheit und Ehre geht (siehe 

Marginale zu Art. 189 ff. StGB), spielen dabei die konkret vorgenommenen 

sexuellen Handlungen, deren Intensität und deren Häufigkeit eine wichtige 

 - 31 - 

 

 

 

Rolle. Es versteht sich von selbst, dass als besonders schwer zu qualifizie-

rende sexuelle Handlungen auch zu einer entsprechend höheren Gefähr-

dung der ungestörten psychisch-emotionalen und sexuellen Entwicklung 

des betroffenen Kindes führen. 

 

Der Beschuldigte hat die damals 15-jährige A. in Unterwäsche und mit 

hochgeschobenem Büstenhalter posieren lassen, mit seinem Penis ihr 

Gesäss berührt und seinen Finger anal und vaginal in sie eingeführt. Im 

breiten Spektrum denkbarer sexueller Handlungen mit einem Kind handelt 

es sich beim Eindringen mit dem Finger in die Vagina und den Anus um 

einen vergleichsweise schwerwiegenden Eingriff, zumal die anale Penetra-

tion A. physische Schmerzen bereitet hat. A. hat mit dem Beschuldigten vor 

dem Vorfall darüber gesprochen, dass sie noch nicht bereit für das erste 

Mal sei (UA act. 315). Er hat damit bewusst in ihre psychisch-emotionale 

und sexuelle Entwicklung eingegriffen, indem er die beischlafsähnlichen 

Handlungen an ihr vorgenommen hat. A. schilderte, es sei ihr nach dem 

Vorfall schlecht gegangen und sie habe sich beim Duschen vor ihrem 

nackten Körper geekelt (UA act. 65). Um das Geschehene zu verarbeiten, 

habe sie mehrere Beratungsgespräche bei einer Psychotherapeutin und 

zwei Sitzungen bei einer Heilpraktikerin wahrgenommen (GA act. 103). Die 

psychischen Auswirkungen des Vorfalls dauern bis heute an. So schilderte 

sie anlässlich der Berufungsverhandlung glaubhaft, sie habe im Sommer 

dieses Jahres wieder eine Therapie aufgenommen, weil die Vorfälle sie 

doch noch belasten würden. Sie sei sich mit der Zeit immer mehr bewusst 

geworden, dass die Vorfälle sie «unterbewusst beschädigt» hätten. Sie 

habe Albträume und sei «paranoid» gegenüber Männern, vor allem in der 

Nacht. Die Vorfälle hätten dazu beigetragen, dass ihr Selbstbild kaputt sei. 

Es sei ein Teil von ihr dazugekommen, der sich Vorwürfe mache und 

angewidert sei, wenn sie sich nackt sehe. Sie sei in ihrer Beziehung auch 

noch nicht sexuell aktiv. Sie besuche nun alle zwei Wochen die 

Sprechstunde bei einer Psychologin der M. (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 18 f.). 

 

Verschuldenserhöhend wirkt sich die Art und Weise bzw. die Verwerflich-

keit des Handelns des Beschuldigten aus, welche erheblich über die blosse 

Erfüllung des Tatbestandes hinausgegangen ist. Die Familie von A. kannte 

den Beschuldigten bereits seit längerem und er genoss als Nachhilfelehrer 

von A. bei ihnen ein hohes Vertrauen. Dies zeigte sich darin, dass A. sich 

jeweils mit ihm am Abend treffen und länger wegbleiben durfte, was ihr 

ansonsten nicht erlaubt gewesen wäre (UA act. 300). Er nützte das 

freundschaftliche Verhältnis, das er mit A. anlässlich des 

Nachhilfeunterrichts aufgebaut hatte, ihre Freude über seine 

Aufmerksamkeit sowie ihre Unerfahrenheit und kindliche Naivität aus, um 

sie zu überzeugen, ein Oben-ohne-Bild von ihr zu machen und um danach 

durch sein forderndes und dominantes Verhalten die weiteren sexuellen 

Handlungen mit ihr vornehmen zu können. 

 - 32 - 

 

 

 

 

Die egoistischen Beweggründe des Beschuldigten sind wiederum neutral 

und das sehr grosse Mass an Entscheidungsfreiheit verschuldenserhö-

hend zu gewichten (vgl. E. 7.2). 

 

Insgesamt ist im breiten Spektrum der vom Tatbestand der sexuellen 

Handlungen mit einem Kind erfassten Sachverhalte von einem mittel-

schweren Verschulden auszugehen und in Relation zum Strafrahmen von 

bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe von einer angemessenen Einzelstrafe von 

2 Jahren Freiheitsstrafe auszugehen. 

 

Im Rahmen der Asperation ist zu berücksichtigen, dass zwischen der 

sexuellen Nötigung vom 13. Mai 2019 und den sexuellen Handlungen vom 

22. Dezember 2018 einzig insofern ein Zusammenhang besteht, als der 

Beschuldigte die Fotos, die er während der sexuellen Handlungen von A. 

erstellte, einige Monate später durch die Androhung der Veröffentlichung 

als Nötigungsmittel gegenüber demselben Opfer verwendete. Der 

Zusammenhang erweist sich damit als lose und entsprechend ist von 

einem grossen Gesamtschuldbetrag auszugehen. Angemessen erscheint 

unter diesen Umständen eine Erhöhung der Einsatzstrafe von 1 ½ Jahren 

um 1 ½ Jahre auf insgesamt 3 Jahre. 

 

7.2.3. 

Diese Strafe wäre zusätzlich für die sexuellen Handlungen mit einem Kind 

gemäss Anklageziffer 3.4, die Pornografie gemäss Anklageziffer 4.2.1 

sowie das Fahren ohne Berechtigung, für die aufgrund der jeweiligen 

Tatschwere und dem damit einhergehenden Verschulden jeweils nur eine 

Freiheitsstrafe in Frage kommt, in Anwendung des Asperationsprinzips 

angemessen zu erhöhen. 

 

Aufgrund der Täterkomponente würde sich sodann keine Anpassung des 

Strafmasses ergeben, da sich diese vorliegend neutral auswirkt. Der 

Beschuldigte weist keine Vorstrafen auf (UA act. 1 f.), was neutral zu 

behandeln ist, da die Vorstrafenlosigkeit als Normalfall zu gelten hat (BGE 

136 IV 1). Auch aus seinem Verhalten nach der Tat ergeben sich keine 

strafmindernden Umstände. Die Staatsanwaltschaft Graubünden hat am 

12. September 2022 einen Strafbefehl gegen den Beschuldigten wegen 

Nichtabgabe von Ausweisen oder Kontrollschildern gemäss Art. 97 Abs. 1 

lit. b SVG erlassen und den Beschuldigten zu einer bedingten Geldstrafe 

von 10 Tagessätzen und einer Busse von Fr. 300.00 verurteilt. Weiter kann 

das Verhalten des Beschuldigten im Strafverfahren entgegen seiner 

Ansicht nicht als kooperativ angesehen werden. So teilte er den 

Strafverfolgungsbehörden zwar den PIN Code eines Mobiltelefons und 

iPads mit, verweigerte jedoch die Aussage oder berief sich auf Nichtwissen 

betreffend die übrigen sichergestellten Datenträger, wozu auch die externe 

Festplatte HGST gehörte, auf der sich die beiden kinderpornografischen 

 - 33 - 

 

 

 

Bilder befanden (UA act. 246 ff.). Er bestritt während des gesamten 

Verfahrens sämtliche Delikte zum Nachteil von A. und gestand hinsichtlich 

der Strassenverkehrsdelikte sowie des Konsums und Besitzes von Betäu-

bungsmitteln nur das ein, was ohnehin aufgrund der erdrückenden 

Beweislage auf der Hand lag. Der Beschuldigte hat damit nicht wesentlich 

zur Vereinfachung oder Verkürzung des Verfahrens beigetragen und auch 

keine Einsicht und Reue hinsichtlich aller von ihm begangenen Delikte 

gezeigt. Die übrigen persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten bieten 

zu keinen Bemerkungen Anlass. Der 25-jährige Beschuldigte ist in Q. und 

QR. aufgewachsen, hat eine Lehre als Automobilfachmann abgeschlossen 

und studiert aktuell Teilzeit […] an der Fachhochschule in QS. mit voraus-

sichtlichem Studienabschluss im Jahr 2024. Zur Finanzierung seines 

Studiums betreibt er eine Garage mit Occasionshandel in QT. als Einzel-

unternehmen ([…]). Er ist ledig und kinderlos, aber seit ca. fünf Jahren in 

einer festen Beziehung (UA act. 5 ff.; GA act. 69 ff.; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 24). Seine Strafempfindlichkeit erweist sich als 

durchschnittlich. 

 

Weiter ist auch keine Verletzung des Beschleunigungsgebots ersichtlich, 

für die eine Strafminderung angezeigt wäre. Der Beschuldigte wurde am 

9. Dezember 2018 im Zusammenhang mit den Strassenverkehrsdelikten 

angehalten und am 22. Dezember 2018 dazu befragt (UA act. 221 ff.). Am 

25. Mai 2019 wurde die Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten im 

Zusammenhang mit den Delikten zum Nachteil von A. eröffnet (UA 

act. 419). Die Zeitspanne zwischen den Einvernahmen des Beschuldigten 

am 13. August 2019 und am 19. Mai 2020 lässt sich durch die Dauer, 

welche die Auswertung und Durchsicht der verschiedenen anlässlich der 

Hausdurchsuchung sichergestellten Datenträger in Anspruch genommen 

hat (vgl. UA act. 89), begründen. Die Dauer des vorinstanzlichen Verfah-

rens bis zur Eröffnung des Urteilsdispositivs von rund einem Jahr ist in 

Anbetracht der Tatsache, dass der Termin der Hauptverhandlung zweimal 

aus Gründen, die in der Person des Beschuldigten lagen (Anwesenheits-

pflicht im Studium und kurzfristige Verhandlungsunfähigkeit; UA act. 15 

und 48), verschoben werden musste, nicht zu beanstanden. Für die 

schriftliche Urteilsbegründung benötigte die Vorinstanz rund vier Monate, 

womit sie die Ordnungsfristen von 60 und ausnahmsweise 90 Tagen 

gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO nicht eingehalten, jedoch auch nicht in einem 

Masse überschritten hat, dass dies eine besondere Belastung für den 

Beschuldigten dargestellt hätte. Längere Phasen des Stillstands sind im 

gesamten Verfahren nicht auszumachen. Auch die Gesamtdauer des 

Verfahrens bis zum obergerichtlichen Urteil von knapp vier Jahren erweist 

sich unter diesen Umständen nicht als unangemessen. 

 

Die Strafzumessung würde damit insgesamt zu einer höheren als der von 

der Vorinstanz ausgesprochenen Strafe von 3 Jahren Freiheitsstrafe 

führen. Da nur der Beschuldigte Berufung erhoben hat, ist es dem 

 - 34 - 

 

 

 

Obergericht aufgrund des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) 

jedoch verwehrt, eine höhere Strafe auszusprechen, weshalb es damit sein 

Bewenden hat. 

 

7.3. 

Aufgrund des Verschlechterungsverbots ist sodann auch ausgeschlossen, 

für jene Straftaten, für welche bei isolierter Betrachtung unter Berücksichti-

gung der Vorstrafenlosigkeit des Beschuldigten, des Verschuldens sowie 

unter Beachtung des Prinzips der Verhältnismässigkeit je auf eine Geld-

strafe zu erkennen wäre (sexuelle Nötigung gemäss Anklageziffer 2.1, 

sexuelle Handlungen mit einem Kind gemäss Anklageziffer 3.5, mehrfache 

Pornografie gemäss Anklageziffern 4.1.2, 4.2.2, 4.2.3, mehrfache Wider-

handlung gegen Art. 19bis BetmG, Fahren in fahrunfähigem Zustand mit 

qualifizierter Atemalkoholkonzentration sowie Entwendung eines Fahr-

zeugs zum Gebrauch), eine zusätzliche Geldstrafe auszufällen. 

 

7.4. 

7.4.1. 

Das Gericht kann den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens einem 

Jahr und höchstens drei Jahren teilweise aufschieben, wenn dies 

notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu 

tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB). Fällt bei Freiheitsstrafen zwischen zwei und 

drei Jahren die Legalprognose nicht negativ aus, tritt der teilbedingte 

Strafvollzug an die Stelle des in diesem Bereich nicht mehr möglichen 

vollbedingten Strafvollzugs. Besteht hingegen keinerlei Aussicht, dass sich 

der Täter durch den teilweise gewährten Strafaufschub im Hinblick auf sein 

zukünftiges Legalverhalten positiv beeinflussen lässt, ist die Strafe in voller 

Länge zu vollziehen (BGE 144 IV 277 E. 3.1.1). 

 

Insgesamt bestehen erhebliche Bedenken an der Legalbewährung des 

Beschuldigten. Er bestritt die ihm vorgeworfenen sexuellen Handlungen 

und Nötigungen, für welche er schuldig gesprochen wird, auch noch im 

Berufungsverfahren hartnäckig und zeigte diesbezüglich keinerlei Einsicht 

und Reue. Während des laufenden Verfahrens wurde er wegen Nicht-

abgabe von Ausweisen oder Kontrollschildern verurteilt und sah auch 

diesbezüglich keine Verantwortung bei sich (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 27). Trotz dieser Bedenken ist dem Beschuldigten jedoch 

knapp keine eigentliche Schlechtprognose zu stellen. Der Beschuldigte ist 

nicht vorbestraft und es ist zu erwarten, dass er bereits aus einem 

teilbedingten Vollzug der Freiheitsstrafe seine Lehren ziehen und sich in 

Zukunft wohlverhalten wird. Ein Zusammenhang zwischen den vom 

Beschuldigten begangenen Delikten und seinen damaligen Lebensumstän-

den ist nicht erkennbar. Er lebte bei seiner Mutter, machte eine Lehre als 

Automobilfachmann und war bereits im Zeitpunkt der zum Nachteil von A. 

begangenen Sexualdelikte in einer Beziehung (UA act. 4 ff.; GA act. 71). 

Dennoch ist es als positiv zu werten, dass der Beschuldigte sich durch 

 - 35 - 

 

 

 

seine selbständige Erwerbstätigkeit ohne finanzielle Unterstützung seiner 

Eltern ein Fachhochschulstudium finanziert. Insgesamt erweist sich damit 

ein teilbedingter Vollzug der Freiheitsstrafe als angezeigt. 

 

Beim teilbedingten Strafvollzug ist das Verhältnis der Strafteile so fest-

zusetzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung des 

Täters einerseits und dessen Einzeltatschuld anderseits hinreichend zum 

Ausdruck kommen. Je günstiger die Prognose und je kleiner die Vorwerf-

barkeit der Tat, desto grösser muss der auf Bewährung ausgesetzte 

Strafteil sein. Der unbedingte Strafteil darf dabei das unter Verschuldens-

gesichtspunkten (Art. 47 StGB) gebotene Mass nicht unterschreiten (BGE 

134 IV 1 E. 5.6). 

 

Infolge der erheblichen Bedenken an seiner Legalbewährung sowie des 

insgesamt als mittelschwer zu qualifizierenden Verschuldens ist der zu 

vollziehende Teil der Freiheitsstrafe auf 15 Monate und der aufgeschobene 

Teil auf 21 Monate festzusetzen. Aufgrund des Verschlechterungsverbots 

hat es bei der auf das gesetzliche Minimum von zwei Jahren festgesetzten 

Probezeit sein Bewenden (Art. 44 Abs. 1 StGB). 

 

7.5. 

Dem Beschuldigten ist die Dauer der vorläufigen Festnahme von einem 

Tag (29. Mai 2019, UA act. 26 f.) auf die Freiheitsstrafe anzurechnen 

(Art. 51 StGB). 

 

7.6. 

Die von der Vorinstanz für die Übertretungen (Verkehrsregelverletzungen 

gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG und Widerhandlungen gegen das Betäubungs-

mittelgesetz gemäss Art. 19a BetmG) ausgesprochene Gesamtbusse von 

Fr. 500.00, ersatzweise fünf Tage Freiheitsstrafe, wurde im Berufungs-

verfahren nicht angefochten, weshalb es damit sein Bewenden hat. 

 

8. 

Die Vorinstanz hat der Privatklägerin A. eine Genugtuung von Fr. 8'000.00 

zuzüglich Zins zu 5 % seit 1. Februar 2019 zugesprochen (vorinstanzliches 

Urteil E. 8.1). 

 

In der Berufung des Beschuldigten finden sich für den Fall der ganz oder 

teilweisen Abweisung der Berufung im Schuldpunkt keine Ausführungen zu 

der von der Vorinstanz zugesprochenen Genugtuung. Darauf ist somit nicht 

weiter einzugehen bzw. es kann auf die unbestritten gebliebenen 

Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO), 

zumal hinsichtlich der adhäsionsweise geltend gemachten Zivilforderungen 

die Dispositionsmaxime gilt. 

 

 - 36 - 

 

 

 

9. 

9.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).  

 

Der Beschuldigte erwirkt mit Berufung insofern einen für ihn günstigeren 

Entscheid, als er von den Vorwürfen der sexuellen Nötigung gemäss 

Anklageziffer 1 sowie der sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss 

Anklageziffer 3.1 freigesprochen wird und der zu vollziehende Teil der 

dreijährigen Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf 15 Monate reduziert wird. 

Im Übrigen ist seine Berufung abzuweisen. Bei diesem Ausgang des 

Verfahrens rechtfertigt es sich, dem Beschuldigten ¾ der obergerichtlichen 

Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 (§ 18 VKD), d.h. Fr. 3'750.00, aufzu-

erlegen und den Rest auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

9.2. 

Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten ist für das obergerichtliche 

Verfahren gestützt auf die anlässlich der Berufungsverhandlung einge-

reichte Kostennote, angepasst an die effektive Dauer der Berufungs-

verhandlung, mit gerundet Fr. 7'580.00 (inkl. Auslagen und Mehrwert-

steuer) aus der Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. 

§ 9 Abs. 1 und Abs. 3bis AnwT; § 13 AnwT). 

 

Die Entschädigung ist vom Beschuldigten im Umfang von ¾ zurückzufor-

dern, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 

Abs. 4 lit. a StPO). 

 

9.3. 

Der unentgeltliche Rechtsbeistand der Privatklägerin A. ist für das 

obergerichtliche Verfahren gestützt auf die anlässlich der Berufungs-

verhandlung eingereichte Kostennote mit gerundet Fr. 7'250.00 (inkl. 

Auslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen (Art. 138 Abs. 1 StPO 

i.V.m. Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und Abs. 3bis AnwT; § 13 

AnwT). 

 

Der Beschuldigte befindet sich nicht in günstigen wirtschaftlichen 

Verhältnissen im Sinne von Art. 426 Abs. 4 StPO. Die dem unentgeltlichen 

Rechtsbeistand auszurichtende Entschädigung ist vom Beschuldigten 

deshalb nicht zurückzufordern. 

 
10. 

10.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 42