# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af9c4d5d-8caa-5a66-b9de-383a6160bc9b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-01-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.01.2019 D-6676/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6676-2018_2019-01-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6676/2018 

law/bah 

 

 

  U r t e i l  v o m  9 .  J a n u a r  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Richterin Mia Fuchs,    

Gerichtsschreiber Christoph Basler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

beide vertreten durch MLaw Angela Stettler,  

Advokatur Kanonengasse,  

(…) 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 23. Oktober 2018 / N (…). 

 

 

 

D-6676/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin, eine eritreische Staatsangehörige mit letztem 

Wohnsitz in C._______, verliess ihr Heimatland eigenen Angaben gemäss 

am 23. Dezember 2014 und hielt sich anschliessend zirka sechs Monate 

im Sudan auf. Sie gelangte am 29. August 2015 nach Italien und reiste am 

7. September 2015 in die Schweiz ein, wo sie gleichentags um Asyl nach-

suchte. 

A.b Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 15. September 2015 

erklärte die Beschwerdeführerin dem SEM gegenüber, sie sei Mitglied der 

Pfingstgemeinde und sie sei im Oktober 2014 während des Gebets von der 

Polizei festgenommen und gefoltert worden. Zwei Monate später sei sie 

aufgrund einer geleisteten Bürgschaft freigelassen worden. Man habe ihr 

gesagt, falls sie an ihrem Glauben festhalte, werde sie erneut inhaftiert 

werden. Zu ihrer familiären Situation sagte die Beschwerdeführerin, sie sei 

im (…) Monat schwanger. Ihre im Jahr (…) geborene Tochter D._______ 

lebe bei ihrem Bruder in C._______. 

A.c Am 19. Juni 2017 hörte das SEM die Beschwerdeführerin einlässlich 

zu ihren Asylgründen an. Sie machte dabei im Wesentlichen geltend, sie 

sei in E._______ aufgewachsen und erst nach der Geburt ihrer Tochter von 

dort weggegangen. Sie habe sechs Jahre bei ihren „Schwiegereltern“ ge-

lebt und sei danach wieder nach E._______ zurückgekehrt. Nachdem ihre 

Mutter gestorben sei, sei sie 2010 nach C._______ gezogen, wo sie (…) 

gearbeitet habe. 2013 sei sie zur Pfingstbewegung konvertiert und habe 

begonnen, an Gebeten teilzunehmen. Da sie nur am Sonntag nicht zur Ar-

beit habe gehen müssen, habe sie lediglich sonntags in einer Wohnung an 

den Gebeten teilnehmen können. Als sie eines Tages (im Oktober 2014) 

mit zwölf anderen Personen am Beten gewesen sei, seien sie verhaftet 

worden. Zwei Polizisten seien in das Zimmer getreten und hätten den Män-

nern Handschellen angelegt. Danach seien sie nach draussen gebracht 

worden und man habe sie aufgefordert, auf ein Fahrzeug zu steigen, mit 

dem sie ins Gefängnis (…) gebracht worden seien. Man habe von ihr wis-

sen wollen, weshalb sie dieser Religion angehöre, die verboten sei. Sie 

habe gesagt, sie werde ihre Religion nicht aufgeben und sei geohrfeigt 

worden. Dies habe sich mehrfach wiederholt. Nachdem sich die Frau ihres 

Onkels eingeschaltet und sich um ihre Freilassung bemüht habe, sei sie 

nicht mehr so oft befragt und geschlagen worden. Ihre Tante habe für sie 

gebürgt und gesagt, sie werde die Religion nicht weiter praktizieren. Nach 

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ihrer Freilassung habe die Tante sie aufgefordert, ihren Glauben aufzuge-

ben. Da sie nicht einverstanden gewesen sei, habe sie sich zur Ausreise 

entschieden. Sie habe Busschauffeure, die sie gekannt habe, um Hilfe ge-

beten. Die Beschwerdeführerin gab ihre Identitätskarte und einen Tauf-

schein ihrer Tochter D._______ ab.  

A.d Am (…) brachte die Beschwerdeführerin ihren Sohn F._______ zur 

Welt.  

A.e Das SEM forderte die Beschwerdeführerin am 10. August 2018 auf, 

Angaben zur Identität und zum Aufenthaltsort der Väter ihrer beiden Kinder 

zu machen. 

A.f Am 20. August 2018 teilte die Beschwerdeführerin mit, der leibliche Va-

ter ihrer Tochter befinde sich in Eritrea im Gefängnis und der leibliche Vater 

ihres Sohnes lebe im Südsudan.  

B.  

Mit Verfügung vom 23. Oktober 2018 stellte das SEM fest, die Beschwer-

deführerin und ihr Kind würden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen, 

und lehnte die Asylgesuche ab. Zugleich verfügte es ihre Wegweisung aus 

der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. 

C.  

Mit Eingabe ihre Rechtsvertreterin vom 23. November 2018 erhob die Be-

schwerdeführerin gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsge-

richt Beschwerde. In dieser wurde beantragt, die Verfügung der Vorinstanz 

sei aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin 

festzustellen und ihr Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die vorläufige Auf-

nahme anzuordnen. Es sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilli-

gen, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und der Be-

schwerdeführerin in der Person der Unterzeichnenden eine unentgeltliche 

Rechtsbeiständin zu bestellen. Der Eingabe lagen mehrere Fotografien, 

eine Bestätigung der (…), eine Bestätigung der (…) aus Eritrea vom 9. No-

vember 2018 und eine Bestätigung der Fürsorgeabhängigkeit der Be-

schwerdeführerin vom 19. November 2018 bei. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 4. Dezember 2018 hiess der Instruktionsrich-

ter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gut und 

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verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Er gab den Be-

schwerdeführenden MLaw Angela Stettler als amtliche Rechtsbeiständin 

bei. Die Akten übermittelte er zur Vernehmlassung an das SEM. 

E.  

Das SEM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 6. Dezember 2018 

die Abweisung der Beschwerde. Die Vernehmlassung wurde den Be-

schwerdeführenden vom Instruktionsrichter am 10. Dezember 2018 zur 

Kenntnis gebracht. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor. 

1.2 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG 

i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

 

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3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Keine Flüchtlinge sind Personen, die Gründe geltend machen, die we-

gen ihres Verhaltens nach der Ausreise entstanden sind und weder Aus-

druck noch Fortsetzung einer bereits im Heimat- oder Herkunftsstaat be-

stehenden Überzeugung oder Ausrichtung sind, wobei die Einhaltung des 

Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 

(FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 4 AsylG). 

3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM führt zur Begründung seiner Verfügung aus, die Beschwer-

deführerin habe bezüglich ihres Glaubenswechsels unsubstanziierte Anga-

ben gemacht. Darauf angesprochen, was sie am Pfingstglauben im Ver-

gleich zum orthodoxen Glauben überzeugt habe, sei sie nicht auf die Frage 

eingegangen, sondern habe eine ausweichende Antwort gegeben, indem 

sie gesagt habe, durch den neuen Glauben Frieden, Liebe, Gemeinschaft 

und Brüderlichkeit gefunden zu haben. Es sei davon auszugehen, dass 

eine Person, die den Glauben wechsle, stichhaltige Argumente für einen 

solchen Schritt habe. Zudem habe sie sich auch nicht an das ungefähre 

Datum der Konversion erinnern können. Die Kenntnisse der Beschwerde-

führerin von der Pfingstreligion seien wenig fundiert. Sie habe keines der 

gesungenen Lieder nennen können und habe sich bei den Liedtexten sehr 

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allgemein gehalten. Die Beschreibungen bezüglich der Gebete und der Ri-

tuale hätten sich in Allgemeinplätzen erschöpft. Sie habe keine der Regeln 

genannt, die die Gemeinschaft habe beachten müssen. Ihre Schilderungen 

der Gebete und Rituale, an denen sie sonntags teilgenommen habe, seien 

oberflächlich und detailarm und erweckten nicht den Eindruck, dass sie 

über eigene Erlebnisse oder Erfahrungen berichte.  

Die Beschwerdeführerin habe gesagt, Mitglieder der Pfingstgemeinde 

müssten in Eritrea mit einer Festnahme rechnen; auch ihre Freundinnen 

hätten wegen ihres Glaubens Probleme gehabt. Sie habe aber erklärt, nicht 

genau zu wissen, welcher Art diese Probleme gewesen seien. Es sei nicht 

nachvollziehbar, dass sie sich nicht vorgängig über die Probleme anderer 

Glaubensgenossen informiert habe. Ihre Angabe, sie habe während der 

Haft an Gott gedacht und geglaubt, er werde sie eines Tages aus dem Ge-

fängnis holen, könnten angesichts der rigorosen Vorgehensweise der Si-

cherheitskräfte nicht überzeugen. Die Schilderungen der Haft und der Frei-

lassung schienen nicht plausibel. Angesichts ihres Verhaltens sei nicht an-

zunehmen, dass die Polizei sie lediglich mit einer Warnung vor einer er-

neuten Festnahme aus der Haft entlassen habe, nur weil ihre Tante gebürgt 

und den Behörden gesagt habe, die Tochter der Beschwerdeführerin sei 

auf deren Hilfe angewiesen. Vor dem Hintergrund, dass sie wegen ihres 

Glaubens zwei Monate lang in Haft gewesen sei, erscheine es übertrieben, 

dass sie sich wegen der Aufforderung durch ihre Tante, den Glauben zu 

wechseln, zur sofortigen Ausreise entschlossen habe. Auf die Aufforde-

rung, den Aufenthalt im Gefängnis zu schildern, sei sie nicht eingegangen. 

Sie habe lediglich gesagt, sie habe den ganzen Tag gebetet. Ihre Beschrei-

bung des Gefängnisses erschöpfe sich in stereotypen Aussagen. Sie habe 

erklärt, es habe einen Flur gegeben, dann sei die Zelle gekommen, die 

schmutzig gewesen sei.   

4.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, der Beschwerdeführerin 

seien nicht die richtigen Fragen zum Glaubenswechsel gestellt worden. 

Das SEM habe nicht beachtet, dass sie eine wenig gebildete, zurückhal-

tende Frau sei, die vor dem Glaubenswechsel nicht sehr religiös gewesen 

sei und sich von der Pfingstgemeinde vor allem wegen des sozialen Zu-

sammenhalts angezogen gefühlt habe. Bei der Pfingstgemeinde und der 

eritreisch-orthodoxen Kirche handle es sich nicht um komplett unterschied-

liche Religionen. Sie habe einige Unterschiede genannt und habe weitere 

angedeutet. Sie hätte angeben können, was sie am orthodoxen Glauben 

gestört habe, sei aber nicht danach gefragt worden. Man habe sie auch 

nicht gefragt, was ihr an der Pfingstgemeinde gefallen und wie sie sich vor 

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und nach dem Glaubenswechsel gefühlt habe. Die Beschwerdeführerin sei 

nach dem Tod ihrer Mutter als alleinerziehende Mutter in einer Notlage ge-

wesen und sei durch die Erzählungen einer Freundin über den engen Zu-

sammenhalt der Glaubensgemeinschaft informiert worden. Sie habe im 

Glauben ein neues familiäres beziehungsweise soziales Netz gefunden – 

ihre Glaubensgenossen hätten für sie zudem die Miete bezahlt. Die abs-

trakte Nachfrage, was sie am Ursprung motiviert habe, den Glauben zu 

wechseln, habe sie nicht verstanden. Sie sei überzeugt, gesagt zu haben, 

dass sie im August 2013 getauft worden sei. Zuvor habe sie schon etliche 

Gottesdienste besucht. Die Pfingstgemeinde stelle keine Taufurkunden 

aus, weshalb verständlich sei, dass sie sich nicht an das genaue Datum 

erinnern könne. Entgegen der Behauptung des SEM wisse sie einiges über 

die Pfingstgemeinde. Es falle ihr aber schwer, theoretisches theologisches 

Wissen zu erlernen und wiederzugeben. Sie habe mehrmals erwähnt, dass 

dem Bibelstudium sowie Jesus Christus eine eminente Rolle zukämen. 

Beim Singen der Lieder sei sie nicht immer dabei gewesen, da sie als 

neues Mitglied in der Kreuzlehre unterrichtet worden sei. Sie hätte einige 

der Lieder vorsingen können, sei aber nicht dazu aufgefordert worden. Sie 

habe Regeln erwähnt, die es zu beachten gelte, und habe von der Taufe 

gesprochen. Zu den Regeln seien keine Fragen gestellt worden, wohl aber 

zur Taufe. Deshalb gehe es nicht an, ihr vorzuwerfen, sie habe keine Regel 

genannt. Auch zu ihrer Taufe hätte sie weitere Angaben machen können. 

Ihre Taufe und die Mitgliedschaft bei der (…) würden durch die eingereich-

ten Beweismittel belegt. Sie habe bei der Anhörung gesagt, dass nicht ihre 

Freundinnen, sondern andere Glaubensbrüder Probleme mit den Behör-

den gehabt hätten. Ihr sei bewusst gewesen, dass es sich um eine verbo-

tene Religion handle, sie sei jedoch sicher gewesen, dass es für sie der 

richtige Weg sei. Es scheine logisch, dass sie während der Haftzeit auf 

Gott vertraut und im Glauben eine Stütze gefunden habe. Das SEM ver-

kenne, dass sich die Behörden in Eritrea nicht rational verhielten. Es gehe 

nicht an, dass man ihr das angelblich nicht logische Verhalten der Behör-

den vorwerfe. In etlichen Länderberichten werde bestätigt, dass Angehö-

rige der Pfingstgemeinde in Haft aufgefordert würden, ihren Glauben auf-

zugeben. Einem Bericht der SFH vom Februar 2011 sei zu entnehmen, 

dass einige Gefangene nach kurzer Zeit wieder freigelassen würden. Es 

sei notorisch, dass in Eritrea Gefangene nach Leistung einer Bürgschaft 

freigelassen würden. Es könnte sein, dass die Polizisten beabsichtigt hät-

ten, sie kurz später wieder festzunehmen, falls sie ihrem Glauben treu ge-

blieben wäre. Sie sei nicht einzig deshalb ausgereist, weil ihre Tante sie 

zur Aufgabe ihres Glaubens aufgefordert habe. Ausgereist sei sie, weil sie 

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zwei Monate inhaftiert gewesen sei. Ihr sei klar geworden, dass sie in Erit-

rea nie in Sicherheit und Ruhe werde leben können, so lange sie ihren 

Glauben nicht aufgebe. Die Beschwerdeführerin sei aufgefordert worden, 

etwas über ihren Aufenthalt im Gefängnis zu erzählen und sie habe gesagt, 

sie habe den ganzen Tag gebetet, was angesichts der Fragestellung nicht 

erstaune. Das SEM habe an dieser Stelle keine Nachfragen gestellt. Spä-

ter sei sie nach dem Tagesablauf gefragt worden und sie habe gesagt, sie 

habe nichts getan. Sie habe gebetet und geschlafen, da es keine Arbeit 

gegeben habe. Auf Nachfrage habe sie gesagt, es habe dort eine Köchin 

gegeben, der man habe helfen müssen. Ferner habe sie dargelegt, sie 

habe sich schlecht gefühlt, da ihr niemand regelmässig von zu Hause zu 

essen gebracht habe.  

Das SEM habe den herabgesetzten Beweisanforderungen gemäss Art. 7 

AsyG nicht genügend Rechnung getragen. Die überwiegende Mehrheit der 

aufgeführten Ungereimtheiten habe entkräftet werden können. Es sei aus-

ser Acht gelassen worden, dass die Beschwerdeführerin detaillierte und mit 

Realkennzeichen versehene Aussagen zu Verhaftung und Haft gemacht 

habe. Sie könne beweisen, dass sie den Glauben gewechselt habe.  

Ihre Aussagen zur Verfolgung stimmten mit Berichten verschiedener Be-

obachter der Situation überein. In Eritrea seien vier Kirchgemeinden zuge-

lassen, die Ausübung anderer Religionen sei illegal. Es komme regelmäs-

sig zu Festnahmen, wobei die Haftdauer unterschiedlich sei. Die Be-

schwerdeführerin habe solche Nachteile erlitten und sei unmittelbar nach 

der Haft ausgereist. Sie habe im Zeitpunkt der Ausreise die Flüchtlingsei-

genschaft erfüllt. Ihre Furcht, bei einer Rückkehr erneut Nachteilen ausge-

setzt zu werden, sei begründet, zumal sie ihren Glauben weiterhin prakti-

ziere. 

5.  

5.1 Die Flüchtlingseigenschaft muss nachgewiesen oder zumindest glaub-

haft gemacht werden (Art. 7 Abs. 1 und 2 AsylG). Sie ist glaubhaft gemacht, 

wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlich-

keit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in 

wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich 

sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 

oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bun-

desverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen 

der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden weiter konkretisiert. Darauf 

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kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 

2010/57 E. 2.3.). 

5.2 Die Beschwerdeführerin hat bei der BzP und der Anhörung überein-

stimmend angegeben, sie sei im Oktober 2014 während eines Gebets der 

Pfingstgemeinde, das in einer Wohnung im Quartier von G._______ statt-

gefunden habe, von Polizisten festgenommen und zwei Monate lang inhaf-

tiert worden. Ihre Aussage, sie sei aufgrund einer Bürgschaft freigelassen 

worden, die von der Ehefrau ihres verstorbenen Onkels geleistet worden 

sei, ist ebenso widerspruchsfrei wie diejenige, sie sei von den Polizisten 

auf das (…) Polizeirevier H._______ gebracht worden (vgl. act. A3/10 S. 6, 

A23/22 S. 8 und S. 12 f.). 

5.3 Das SEM führt in der angefochtenen Verfügung aus, die Beschwerde-

führerin habe nicht überzeugend darlegen können, weshalb sie zur Pfingst-

gemeinde konvertiert sei. Sie hat bei der Anhörung angegeben, sie sei über 

Freundinnen, die ihr davon erzählt hätten, dazu gestossen. Das in der Be-

schwerde gezeichnete Bild, sie habe sich dieser Glaubensgemeinschaft 

auch deshalb angeschlossen, weil sie auf der Suche nach einem sozialen 

Umfeld gewesen sei, lässt sich mit ihren Schilderungen in Einklang brin-

gen. Sie war zwar in der Lage, die Gebräuche der Pfingstgemeinde zu be-

nennen, bekundete indessen in der Tat Mühe damit, die Glaubensinhalte 

in der erwarteten Tiefe darzulegen. Die Erklärung in der Beschwerde, es 

handle sich bei ihr um eine wenig gebildete und zurückhaltende Frau, lässt 

es als durchaus nachvollziehbar erscheinen, dass für sie die Wiedergabe 

von theoretischem Wissen über ihre Religion nur in einem begrenzten Rah-

men möglich ist. Den Moment, an dem die Beschwerdeführerin zusammen 

mit zwölf anderen Mitgliedern ihrer Pfingstgemeinde von der Polizei in ei-

ner Privatwohnung festgenommen wurde, schilderte sie nachvollziehbar. 

Sie gab an, die Polizisten hätten den anwesenden Männern Handschellen 

angelegt (wobei eine Handschelle für je zwei Männer verwendet worden 

sei) und den Frauen gesagt, sie sollten nicht nach hinten schauen. Danach 

seien sie zu einem Fahrzeug gebracht worden und zum Polizeirevier ge-

fahren worden, wo die Männer von den Frauen getrennt worden seien. Sie 

sei zusammen mit anderen Frauen in eine Zelle gesteckt und jeweils allein 

zu Befragungen gebracht worden, bei denen man versucht habe, sie dazu 

zu bringen, von ihrem Glauben abzulassen. Die Schilderungen des Ge-

fängnisses durch die Beschwerdeführerin sind, wie das SEM zu Recht fest-

gestellt hat, eher oberflächlich, indessen legte sie dar, dass sie sich haupt-

sächlich in ihrer Zelle aufhalten musste, aus der sie in das daneben lie-

gende „Verhörzimmer“ gebracht wurde, weshalb sie weite Bereiche des 

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Gefängnisses nicht gesehen haben kann. Die Aussagen der Beschwerde-

führerin enthalten ferner keine offensichtlichen Übertreibungen und sie ver-

suchte bei der Anhörung nicht, ihr persönliches Engagement in ihrer Glau-

bensgemeinschaft gewichtiger darzustellen, als es war. Ihre Antworten wir-

ken spontan und waren in der Regel eher kurz gehalten. Sie gestand ein, 

gewisse Fragen mangels entsprechenden Wissens nicht beantworten zu 

können und wies darauf hin, dass sie einige Fragen nur schätzungsweise 

beantworten könne. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Aussagen der 

Beschwerdeführerin zwar mit gewissen Zweifeln behaftet sind, insgesamt 

aber doch als überwiegend wahrscheinlich erscheinen. 

5.4 Das SEM äusserte sich in seiner Vernehmlassung nicht zu den auf Be-

schwerdeebene eingereichten Beweismitteln. Der Kopie eines undatierten 

Schreibens der (…) of Eritrea ist zu entnehmen, dass die Beschwerdefüh-

rerin dieser Kirche seit 2013 angehöre und im selben Jahr getauft worden 

sei. Auf fünf Fotografien ist sie im Kreis von anderen Personen abgebildet, 

bei denen es sich um Angehörige einer Glaubensgemeinschaft handeln 

dürfte – auf zwei Fotografien steht sie in einer mit Wasser gefüllten 

„Wanne“, wobei es sich um ein Taufritual handeln dürfte. Schliesslich wird 

in einem Schreiben der Evangelischen Gemeinde aus Eritrea ([…] in 

I._______ vom 9. November 2018 bestätigt, dass sie aktives Mitglied in der 

Gemeinde sei und als Diakonin eingesetzt werde. Dem Schreiben aus Erit-

rea kann nur begrenzter Beweiswert zuerkannt werden, da es lediglich in 

Form einer Kopie vorliegt und nicht unterzeichnet ist. Die Fotografien stüt-

zen das Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie sei Mitglied einer religiö-

sen Gemeinschaft und in einem Ritual getauft worden. Mit dem Schreiben 

der Evangelischen Gemeinde in I._______ wird bestätigt, dass sich die Be-

schwerdeführerin in der Schweiz in einer Freikirche engagiert. Insgesamt 

gesehen untermauern die Beweismittel das Vorbringen der Beschwerde-

führerin, sie sei bereits in ihrem Heimatland Mitglied der Pfingstgemeinde 

gewesen. 

5.5 Zusammenfassend ist aufgrund der Aktenlage davon auszugehen, 

dass die Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit be-

reits in Eritrea ihren Glauben wechselte und während ihres Aufenthalts in 

C._______ zur Pfingstgemeinde übertrat. Trotz gewisser Zweifel erweist 

sich auch ihre Darstellung, sie sei während eines der sonntäglichen Treffen 

der Glaubensgemeinschaft festgenommen, anschliessend inhaftiert und 

schliesslich auf Kaution freigelassen worden, als glaubhaft. 

 

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Seite 11 

6.  

6.1 Begründete Furcht vor Verfolgung liegt vor, wenn konkreter Anlass zur 

Annahme besteht, eine Verfolgung hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt 

der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit 

verwirklicht beziehungsweise werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit 

ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Eine 

bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht; es müssen 

konkrete Indizien vorliegen, welche den Eintritt der erwarteten – und aus 

einem der vom Gesetz aufgezählten Motive erfolgenden – Benachteiligung 

als wahrscheinlich und dementsprechend die Furcht davor als realistisch 

und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1). 

6.2 Eine mögliche Verfolgung durch die eritreischen Behörden aufgrund 

der Zugehörigkeit zu einer religiösen Gruppierung (wie vorliegend der 

Pfingstgemeinde) wird gemäss verschiedener Quellen bestätigt (vgl. u.a. 

United States Commission on International Religious Freedom, Annual Re-

port 2018, Countries of particular concern: Eritrea, April 2018; United Sta-

tes Department of State, International Religious Freedom Report for 2017: 

Eritrea; European Asylum Support Office [EASO], EASO-Bericht über Her-

kunftsländer-Informationen, Länderfokus Eritrea, Mai 2015; Amnesty Inter-

national, Eritrea: 20 years of independence, but still no freedom, 9. Mai 

2013). Diesen Berichten zufolge sind in Eritrea lediglich vier Kirchgemein-

den offiziell zugelassen. Die Ausübung anderer Religionen ist illegal und 

wird verfolgt. Betroffen sind vor allem Angehörige christlicher Kirchen (u.a. 

auch der Pfingstbewegung). Es kommt regelmässig zu willkürlichen Fest-

nahmen, wobei die Haftdauer jeweils sehr unterschiedlich sein kann. Folter 

wird angewandt, wenn Häftlinge ihren Glauben praktizieren oder um sie zu 

zwingen, ihren Glauben aufzugeben (vgl. Urteile des BVGer D-2311/2016 

vom 17. August 2017 E. 16.6 [als Referenzurteil publiziert]; E-6636/2017 

vom 21. Juni 2018 E. 7.2; E-7452/2008 vom 3. August 2011 E. 5.3.2). Es 

ist jedoch auch zu berücksichtigen, dass nicht generell jedes Mitglied einer 

dieser nicht zugelassenen Religionsgemeinschaften mit ernsthaften Nach-

teilen im Sinne von Art. 3 AsylG zu rechnen hat. Eine grosse Zahl dieser 

Mitglieder bleibt unbehelligt (vgl. Urteil des BVGer D-711/2011 vom 3. April 

2012 E. 6.1.). Folglich muss neben der Religionszugehörigkeit auch eine 

begründete Furcht vor Verfolgung aufgrund dessen glaubhaft gemacht 

werden. 

6.3 Die Beschwerdeführerin wurde in Eritrea aufgrund ihrer Zugehörigkeit 

zur Glaubensgemeinschaft der Pfingstgemeinde bereits festgenommen 

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Seite 12 

und während zweier Monate inhaftiert. Sie wurde von den Sicherheitsbe-

hörden bedrängt, ihrem Glauben abzuschwören und zur staatlich aner-

kannten orthodoxen Kirche zurückzukehren. Sie wurde zwar gegen Hinter-

legung einer Kaution auf freien Fuss gesetzt, musste aber damit rechnen, 

erneut inhaftiert zu werden, sollte sie ihren Glauben beibehalten und wei-

terhin an religiösen Zeremonien der Pfingstgemeinde teilnehmen. Es ist 

davon auszugehen, dass sie im Falle einer Rückkehr nach Eritrea wieder 

in Kontakt mit ihrer Glaubensgemeinschaft treten und im vorherigen Rah-

men am Gemeindeleben teilhaben würde. Dass sie deshalb in absehbarer 

Zeit erneut Schwierigkeiten mit den Sicherheitsbehörden haben würde, er-

scheint angesichts dessen, dass sie bei diesen bereits verzeichnet ist, 

durchaus realistisch. Angesichts der notorischen Vorgehensweise des erit-

reischen Regimes gegen Personen, die sich in den Reihen einer nicht er-

laubten Religionsgemeinschaft engagieren, erscheint die von ihr geäus-

serte subjektive Furcht vor Nachstellungen durch den Sicherheitsapparat 

beziehungsweise vor einer menschenrechtswidrigen Behandlung im Rah-

men einer erneuten Inhaftierung als objektiv nachvollziehbar. Diesbezüg-

lich ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass die Schwelle zur Annahme be-

gründeter Furcht bei Personen, die bereits Opfer von Verfolgung geworden 

waren, herabgesetzt ist (vgl. BVGE 2010/9 E. 5.2). 

6.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin auf-

grund ihrer religiösen Überzeugung und ihrem damit einhergehenden En-

gagement in einer in Eritrea verbotenen Glaubensgemeinschaft Gefahr 

läuft, von den staatlichen Sicherheitskräften verfolgt zu werden. Eine inner-

staatliche Schutzalternative steht ihr offensichtlich nicht offen. Es ist ihr da-

her für den Fall einer Rückkehr nach Eritrea zum heutigen Zeitpunkt eine 

objektiv nachvollziehbare subjektiv begründete Furcht vor ernsthaften 

Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG zu attestieren. Sie erfüllt demnach 

originär die Flüchtlingseigenschaft. Aus den Akten ergeben sich überdies 

keine Anhaltspunkte für eine Asylunwürdigkeit im Sinne von Art. 53 AsylG. 

Der Beschwerdeführerin ist somit Asyl zu gewähren 

6.5 Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten von Flüchtlingen und 

ihre minderjährigen Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl, 

wenn keine besonderen Umstände dagegen sprechen. Vorliegend sind 

keine besonderen Umstände auszumachen, die gegen eine Anerkennung 

des Sohnes der Beschwerdeführerin als Flüchtling sprechen. Er ist daher 

in die Flüchtlingseigenschaft und das Asyl seiner Mutter einzubeziehen.   

D-6676/2018 

Seite 13 

7.  

Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen, die angefochtene Verfügung 

vom 23. Oktober 2018 aufzuheben, die Beschwerdeführenden sind als 

Flüchtlinge anzuerkennen und das SEM ist anzuweisen, ihnen Asyl zu ge-

währen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

9.  

Den vertretenen Beschwerdeführenden ist angesichts des Obsiegens in 

Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 

21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]) eine Entschädigung für die ihnen 

erwachsenen notwendigen Kosten zuzusprechen. Vorliegend wurde keine 

Kostennote eingereicht, weshalb die notwendigen Kosten aufgrund der Ak-

ten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Unter Berücksichti-

gung der massgebenden Berechnungsfaktoren (Art. 8 – 11 VGKE) ist die 

Parteientschädigung auf Fr. 1500.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzu-

schlag) festzusetzen. Die Vorinstanz ist anzuweisen, den Beschwerdefüh-

renden diesen Betrag als Parteientschädigung zu entrichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite)   

D-6676/2018 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung vom 23. Oktober 2018 wird aufgehoben, die Beschwerde-

führenden werden als Flüchtlinge anerkannt und das SEM wird angewie-

sen, ihnen Asyl zu gewähren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

4.  

Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden für das Verfahren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von 

Fr. 1500.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Christoph Basler 

 

 

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