# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c719825f-3307-5f3d-b891-1e10c1c9bc8f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.03.2025 D-5301/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5301-2023_2025-03-31.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5301/2023 

law/bah 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 1 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richterin Constance Leisinger, 

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger, 

Gerichtsschreiber Christoph Basler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka, 

vertreten durch MLaw Shirin Fallahpour, 

HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylrecht Ostschweiz, 

(…), 

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 29. August 2023 / N (…). 

 

 

 

D-5301/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.   

Der Beschwerdeführer, ein Tamile mit letztem Wohnsitz in B._______ (Dis-

trikt C._______/Nordprovinz), stellte am 6. September 2011 beziehungs-

weise am 31. Mai 2012 bei der schweizerischen Botschaft in Colombo 

(nachfolgend Botschaft) schriftlich ein Asylgesuch. Auf Aufforderung hin 

legte er mit Schreiben vom 21. Juni 2012 seine Asylgründe dar. Die Bot-

schaft hörte ihn am 30. August 2012 zu seinen Asylgründen an. Das SEM 

bewilligte dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz mit Verfügung 

vom 16. Juni 2015 nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Dieser Entscheid 

erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

B.  

B.a Der Beschwerdeführer verliess Sri Lanka eigenen Angaben gemäss im 

Jahr 2015 und gelangte am 1. April 2022 in die Schweiz, wo er am gleichen 

Tag um Asyl nachsuchte. 

B.b Dem SEM wurden am 13. und am 26. April 2022 den Beschwerdefüh-

rer betreffende ärztliche Kurzberichte von «(…)» zugestellt. Am 3. Mai, 

20. Juni und 4. Juli 2022 wurde er in den «(…)» ärztlich untersucht. 

B.c Am 26. Juli 2022 hörte das SEM den Beschwerdeführer in Anwesen-

heit der ihm zugewiesenen Rechtsvertretung zu seinen Asylgründen an. 

Auf seine gesundheitliche Verfassung angesprochen sagte er, er sei auf-

grund erlittener schwerer Misshandlungen physisch und psychisch ange-

schlagen. Er befinde sich derzeit in medizinischer Behandlung. Er wies da-

rauf hin, dass er aufgrund von Todesdrohungen nicht mehr in Sri Lanka 

habe leben können und im Jahr 2013 nach D._______ ausgereist sei, wo 

er sofort inhaftiert und nach Sri Lanka zurückgeschafft worden sei. Von den 

Migrationsbehörden sei er der «Terrorist Investigation Division» (TID) über-

geben worden, welche die Polizei von B._______ und das «Criminal Inves-

tigation Department» (CID) kontaktiert habe. Im Rahmen der Befragungen 

sei er misshandelt und gefoltert worden. Er denke, man habe ihn damals 

eine Woche lang festgehalten. Die Behörden hätten seine Dokumente be-

schlagnahmt. Bevor er nach D._______ gegangen sei, habe er sich für 

Befragungen zur Botschaft begeben, wo er sich aus Angst nicht habe frei 

äussern können. Bei der Befragung durch die Botschaft habe er nicht von 

der Folter und den Drohungen, die er erlitten und erhalten habe, sprechen 

können. Er habe über die Post Benachrichtigungen erhalten, die manchmal 

Nachbarn zugestellt worden seien. Diese hätten Kenntnis davon erhalten 

können, dass er von der Botschaft Post erhalten habe. Bei der Botschaft 

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Seite 3 

habe er die vom Internationalen Roten Kreuz (IKRK) erhaltene Karte und 

seinen Ausweis für Festgenommene abgegeben. 

Der Beschwerdeführer machte im Weiteren geltend, er sei Mitglied der 

«Liberation Tigers of Tamil Eelam» (LTTE) gewesen. Im Jahr 2006 habe er 

ein Basistraining absolvieren müssen, am 13. Februar 2007 sei er von den 

LTTE zwangsrekrutiert worden. Drei Monate später sei er der Truppe von 

E._______ zugeteilt worden, die für die (…) verantwortlich gewesen sei. Er 

habe im (…) gearbeitet, (…) erledigt und Berichte (…) verfasst, der überall 

bekannt gewesen sei. Dadurch sei auch er bekannt geworden. Als die Lage 

kritisch geworden sei, sei er an die Front geschickt worden. Er habe sich 

durch Schrapnell (mit Metallkugeln gefüllte Artilleriegranaten; Anmerkung 

des Gerichts) mehrere Verletzungen zugezogen. Er sei geflohen, von den 

LTTE gestellt und an die Front zurückgeschickt worden. Am 16. Mai 2009 

habe er sich der Armee ergeben. Er habe an Krücken gehen müssen und 

sei von seinem Vater begleitet worden. Nachdem er von jemandem denun-

ziert worden sei, sei er von seinem Vater getrennt worden. Er sei festge-

nommen und ins Gefängnis von F._______ gebracht worden. Bereits an 

diesem Tag sei er mit einer Flasche auf seine Wunden geschlagen worden, 

die geeitert hätten. Zwei Tage später sei er vom IKRK registriert worden. 

Danach sei er nach G._______ gebracht worden, wo er täglich verhört und 

gefoltert worden sei. Man habe ihn mitgenommen, damit er zeige, wo die 

LTTE «Sachen» versteckt hätten. Er habe versucht, sich das Leben zu 

nehmen. Danach sei er zur Überwachung nach H._______ gebracht wor-

den, wo er von einem ehemaligen Gefängnisinsassen denunziert worden 

sei. Dieser habe gesagt, er sei mit E._______ zusammen gewesen. Er sei 

auch dort gefoltert und dann nach I._______ verlegt worden, von wo aus 

man ihn nach K._______ gebracht habe. Auch dort sei er denunziert wor-

den. Man habe ihm Substanzen injiziert, um ihn zu töten. Danach sei er ins 

Camp von «(…)» transferiert worden, wo er mit Hilfe einer Drittperson über 

seine Mutter schriftlich an die Botschaft habe gelangen können. Man habe 

ihm im Camp gesagt, man werde ihn nicht am Leben lassen. Im Jahr 2011 

sei er freigelassen worden; er habe unterschreiben müssen, dass er sich 

den Behörden zur Verfügung halten werde. Es sei ihm eine Meldepflicht 

auferlegt und er sei oft vom CID und von der TID aufgesucht worden. Wenn 

in seiner Region ein Fest für frühere LTTE-Kämpfer stattgefunden habe, 

seien die Behörden zu ihm gekommen und hätten ihn für eine Befragung 

vorgeladen. Das CID habe ihn abgeholt und an verschiedene Orte ge-

bracht, weil Leute, die mit ihm gearbeitet hätten, gesagt hätten, er kenne 

Verstecke. In dieser Zeit sei er für eine Befragung zur Botschaft gegangen. 

Er habe an einem Ort in Sicherheit leben wollen und habe sich deshalb an 

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die Botschaft gewandt. Als er einmal aus einem Fluss habe Sand holen 

wollen, sei sein Kollege L._______ mitgenommen worden. Man habe 

nichts mehr von ihm gehört. Aus all diesen Gründen sei er ängstlich gewor-

den, weshalb er 2013 nach D._______ gereist sei. Nachdem er nach Sri 

Lanka zurückgeschafft worden sei, habe er mit seiner Mutter zusammen-

gelebt. Aufgrund des Verhaltens des CID und der Polizei, die jeden Tag 

gekommen seien, sei sie krank geworden. Er habe Probleme mit dem CID, 

der TID und mit Personen gehabt, mit denen er zusammengearbeitet habe. 

Deshalb sei er nach M._______ gegangen, wo er mit einem Schlepper 

Kontakt aufgenommen habe. Im Jahr 2015 habe er Sri Lanka verlassen 

und sei nach N._______ gereist; ungefähr ein Jahr später habe er sich 

nach O._______ begeben, wo er zirka viereinhalb Jahre geblieben sei. 

Nach seiner Ausreise aus der Heimat sei sein Vater von den Behörden mit-

genommen worden, die gedroht hätten, sie würden seinen Bruder an sei-

ner Stelle mitnehmen. Seine Mutter erzähle ihm, dass die Behörden immer 

noch kämen und nach ihm suchten. 

B.d Die zugewiesene Rechtsvertretung des Beschwerdeführers wandte 

sich mit Schreiben vom 26. Juli und 5. August 2022 an das SEM. Sie er-

achte weitere Abklärungen zu den vom Beschwerdeführer nach seiner 

Freilassung im Jahr 2011 erlittenen Nachteilen als notwendig. Auch sein 

Gesundheitszustand sei von Amtes wegen abzuklären. 

B.e Mit Verfügung vom 28. Juli 2022 wies das SEM den Beschwerdeführer 

für den Aufenthalt während des weiteren Verfahrens dem Kanton 

P._______ zu. Das SEM teilte ihm am 3. August 2022 mit, sein Asylgesuch 

bedürfe weiterer Abklärungen und werde fortan gemäss Art. 26d AsylG 

(SR 142.31) im erweiterten Verfahren behandelt. 

B.f Die zugewiesene Rechtsvertretung teilte dem SEM am 8. August 2022 

mit, ihr Mandat sei erloschen. 

B.g Am 7. September 2022 teilte die heutige Rechtsvertreterin ihre Man-

datsübernahme mit und ersuchte darum, ihr seien die Akten spätestens mit 

der Entscheideröffnung zuzustellen. Ihrem Schreiben lag ein ärztlicher Be-

richt vom 19. Juli 2022 (Formular F2) bei, gemäss dem beim Beschwerde-

führer eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) diagnostiziert 

worden sei. 

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B.h Dr. med. Q._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 

FMH, bestätigte in einem ärztlichen Bericht vom 24. März 2023, dass der 

Beschwerdeführer bei ihm in psychiatrischer Behandlung sei. 

C.  

Mit Verfügung vom 29. August 2023 – eröffnet am folgenden Tag – stellte 

das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz. Es stellte fest, er sei verpflichtet, das Staatsgebiet der Schweiz 

sowie den Schengen-Raum bis am Tag nach Eintritt der Rechtskraft dieser 

Verfügung zu verlassen, dies zur Rückreise in seinen Heimatstaat bezie-

hungsweise seinen Herkunftsstaat oder zur Weiterreise in ein Land, das 

sich ausserhalb des Schengen- Raumes befindet und in dem er aufgenom-

men werde, mit dem Hinweis, wenn er seiner Verpflichtung nicht innert Frist 

nachkomme, könne die Wegweisung unter Zwang vollzogen werden. 

Gleichzeitig beauftragte es den Kanton P._______ mit dem Vollzug der 

Wegweisung. 

D.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 29. September 2023 erhob der 

Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht gegen diese Verfü-

gung Beschwerde. Darin wurde beantragt, die angefochtene Verfügung sei 

vollständig aufzuheben, es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer 

die Flüchtlingseigenschaft erfülle und es sei ihm Asyl zu gewähren. Even-

tualiter sei er als Flüchtling vorläufig in der Schweiz aufzunehmen. Sube-

ventualiter sei er als Ausländer vorläufig aufzunehmen. Subsubeventualiter 

sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Es 

sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von 

Art. 102m Abs. 1 Bst. a und Abs. 3 AsylG zu bewilligen. Die unterzeich-

nende Rechtsvertreterin sei als amtliche Verbeiständung zu bestellen und 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten. 

Der Beschwerde lagen ein Organigramm (…), ein Schreiben des zugewie-

senen Rechtsvertreters an das SEM vom 26. Juli 2022, ein Arztbericht von 

Dr. med. Q._______ vom 22. September 2023, Fotografien der Narben des 

Beschwerdeführers, eine Fürsorgebestätigung und eine provisorische Kos-

tennote der Rechtsvertretung, beide vom 29. September 2023, bei. 

E.  

Der Instruktionsrichter hiess die Gesuche um Gewährung der unentgelt-

lichen Rechtspflege und amtliche Verbeiständung mit Instruktionsver-

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fügung vom 8. November 2023 gut, und verzichtete auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses. Er ordnete dem Beschwerdeführer MLaw Shirin Fal-

lahpour als amtliche Rechtsbeiständin bei. Die Akten übermittelte er zur 

Vernehmlassung an das SEM. 

F.  

In seiner Vernehmlassung vom 16. November 2023 äusserte sich das SEM 

zur Beschwerde, hielt an seinem Standpunkt fest und beantragte deren 

Abweisung. 

G.  

Der Beschwerdeführer nahm in der Replik seiner Rechtsvertreterin vom 

5. Dezember 2023, der eine provisorische Kostennote vom selben Tag bei-

lag, zur Vernehmlassung des SEM Stellung. 

H.  

Mit Eingabe vom 19. Dezember 2023 liess der Beschwerdeführer mehrere 

Beweismittel nachreichen (Fotografien von ihm von seiner Teilnahme am 

«(…)», Screenshots aus Facebook, Screenshots von verpassten Anrufen). 

I.  

Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe vom 29. Oktober 2024 eine be-

glaubigte Kopie der Haft- und Freilassungsbestätigung des IKRK vom 

4. September 2024 einreichen. Das Original des Dokuments datiert ge-

mäss IKRK vom 1. Februar 2012. 

J.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 5. Dezember 2024 reichte der 

Beschwerdeführer einen ärztlichen Bericht von Dr. med. Q._______ vom 

20. November 2024 und Berichte der (…) vom 23. und 22. Oktober 2024 

sowie vom 12. September 2024 ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-

verwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

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zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme liegt nicht vor. 

1.2 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 2 AsylG; 

Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Keine Flüchtlinge sind Personen, die Gründe geltend machen, die we-

gen ihres Verhaltens nach der Ausreise entstanden sind und weder Aus-

druck noch Fortsetzung einer bereits im Heimat- oder Herkunftsstaat be-

stehenden Überzeugung oder Ausrichtung sind, wobei die Einhaltung des 

Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 

(FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 4 AsylG). 

3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

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Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM führt zur Begründung seines Entscheides aus, der Beschwer-

deführer habe bei der Anhörung vom 26. Juli 2022 gesagt, er habe sich im 

Jahr 2013 nach D._______ begeben und sei nach seiner Rückkehr von 

den sri-lankischen Behörden eine Woche lang festgehalten worden. Bei 

der Befragung durch die Botschaft vom 30. August 2012 habe er gesagt, 

er sei bereits (früher) in D._______ gewesen und nach seiner Freilassung 

(aus der Rehabilitationshaft) im Jahr 2011 nicht mehr festgehalten worden. 

Die sri-lankischen Behörden hätten ihm eine Meldepflicht auferlegt und ihm 

gesagt, er solle allfällige «Reisen» ankündigen. Auch die Aktivitäten, die er 

für die LTTE gehabt habe, habe er voneinander abweichend geschildert. 

Bei der Anhörung habe er gesagt, er sei beauftragt worden, die (…) und 

(…). Zudem habe er ein (…) für die Truppe von E._______ führen müssen. 

Zusammen mit seinem Vorgesetzten habe er (…) worden seien, (…) hät-

ten. Bei der Botschaft habe er weder angegeben, ein (…), noch die (…) zu 

haben. Er habe geltend gemacht, er sei mit der (…) beauftragt worden, die 

von (…) erstattet worden seien. Er habe (…) erstellt, die bei den (…) ge-

zeigt worden seien. 

Das SEM stelle fest, dass die Angaben des Beschwerdeführers zu seinen 

Vorgesetzten voneinander abwichen. Bei der Botschaft habe er erklärt, 

R._______ und S._______ seien seine Vorgesetzten gewesen und sein 

direkter Vorgesetzter habe T._______ geheissen, der für den (…) verant-

wortlich gewesen sei. T._______ sei der (…) namens U._______ gewesen. 

In der Anhörung habe er gesagt, er sei der Truppe von E._______ zugeteilt 

worden, der für die (…) zuständig gewesen sei. 

Der Beschwerdeführer habe geltend gemacht, er sei aus dem Rehabilitati-

onscamp freigelassen und danach von den sri-lankischen Behörden stän-

dig befragt worden. Wenn die Behörden es aufgrund seines Wissens auf 

ihn abgesehen gehabt hätten, erscheine es nicht nachvollziehbar, dass sie 

ihn nicht erneut verhaftet hätten. Ausserdem habe er bei der Anhörung ge-

sagt, alle hätten seinen Vorgesetzten E._______ gekannt. Es erstaune, 

dass er dies bei der Botschaft ebenso wenig erwähnt habe wie die Miss-

handlungen, die er bei seiner Rückkehr aus D._______ erlitten habe. 

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Der Beschwerdeführer habe angeführt, er sei nicht in der Lage gewesen, 

bei der Befragung durch die Botschaft alles offenzulegen, weil er sich nicht 

in Sicherheit gefühlt habe. Dort habe er gesagt, er habe Schwierigkeiten 

mit den Sicherheitskräften und ängstige sich, weil zwei seiner Freunde ver-

schwunden seien. Er sei auch in der Lage gewesen, die Misshandlungen, 

die er in F._______ erlitten habe, zu schildern. Es erscheine nicht nachvoll-

ziehbar, dass er diese Aussagen gemacht hätte, wenn er sich nicht sicher 

gefühlt hätte. 

Das SEM bezweifle nicht, dass der Beschwerdeführer von den LTTE 

zwangsrekrutiert, im Bürgerkrieg verletzt und während der Rehabilitation 

misshandelt worden sei. Es sei ihm aber nicht gelungen, glaubhaft zu ma-

chen, dass er nach seiner Rehabilitation asylrechtlich relevante Verfol-

gungsmassnahmen erlitten habe, weshalb die in der Vergangenheit erlitte-

nen Benachteiligungen nicht geeignet seien, eine subjektive Furcht vor 

künftiger Verfolgung zu begründen. 

Der Beschwerdeführer habe in Sri Lanka ein Rehabilitationsprogramm 

durchlaufen, das zur Deradikalisierung der Personen, die den LTTE nahe-

gestanden hätten, und ihrer Vorbereitung für die Reintegration in die Zivil-

gesellschaft gedient habe. Aus Sicht der sri-lankischen Behörden seien die 

Freigelassenen bereit für die Integration in die Gesellschaft gewesen. Üb-

licherweise würden sie in ihrer Bewegungsfreiheit zwar nicht einge-

schränkt, aber von den Sicherheitsbehörden auf verschiedene Weise (Mel-

depflicht, Unterschriftsleistung, Befragungen) überwacht. Die Überwa-

chungsmassnahmen und die Einschränkungen, welche diese mit sich 

brächten, erreichten in der Regel keine asylrechtliche Relevanz. Der Be-

schwerdeführer habe nicht glaubhaft gemacht, dass er nach seiner Frei-

lassung im Jahr 2011 relevante Verfolgungsmassnahmen erlitten habe. 

Seine Furcht vor künftiger Verfolgung sei aufgrund dessen, dass er nach 

seiner Freilassung noch vier Jahre in Sri Lanka gelebt habe, objektiv gese-

hen nicht begründet. Es sei nicht auszuschliessen, dass er unter Beob-

achtung der Behörden gestanden habe und diskriminiert worden sei, und 

es sei möglich, dass er regelmässig Unterschrift habe leisten müssen. 

Diese Massnahmen erreichten mangels der geforderten Intensität der Ein-

griffe die Schwelle zur asylrechtlichen Relevanz nicht. Wären die sri-lanki-

schen Behörden überzeugt gewesen, dass er noch Verbindungen zu den 

LTTE gehabt hätte oder eine Gefahr für die Sicherheit des Landes gewe-

sen wäre, hätten sie ihn zweifellos erneut festgenommen. Zudem sei da-

rauf hinzuweisen, dass keines seiner Familienmitglieder politisch aktiv ge-

wesen sei oder einer Bewegung nahegestanden habe. Der Beschwerde-

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führer sei zwangsrekrutiert worden und kein glühender Verfechter der Be-

wegung gewesen. Er habe nach der Rehabilitation einen am (…) 2012 aus-

gestellt Reisepass erhalten. Wäre ein Ausreiseverbot verhängt worden, 

hätte man ihm keinen Pass ausgehändigt. Alles weise darauf hin, dass er 

die Behörden nur über seine Reisen habe informieren müssen. Allfällige 

zum Ausreisezeitpunkt vorhandene Risikofaktoren hätten nicht zu seiner 

Verfolgung durch die sri-lankischen Behörden geführt. Konkrete Hinweise 

für eine Veränderung seiner persönlichen Situation lägen keine vor. Weder 

eine mögliche Befragung des Beschwerdeführers nach seiner Rückkehr 

nach Sri Lanka noch die Eröffnung eines Strafverfahrens wegen illegaler 

Ausreise wären flüchtlingsrechtlich relevant. Rückkehrer würden oft auch 

in ihrer Herkunftsregion befragt und ihre Aktivitäten würden überwacht. 

Diese Massnahmen seien flüchtlingsrechtlich grundsätzlich nicht relevant. 

Den LTTE nahestehende Personen, die keine Rehabilitation durchlaufen 

hätten, riskierten immer noch, inhaftiert zu werden. Gemäss Angaben sei-

ner Mutter suchten die Behörden zu Hause immer noch nach ihm. Mittei-

lungen von Drittpersonen genügten nicht, um eine begründete Furcht vor 

Verfolgung zu rechtfertigen. Die aktuelle politische Situation in Sri Lanka 

ändere an dieser Einschätzung nichts. Den Akten seien keine Hinweise 

dafür zu entnehmen, dass sich die Situation des Beschwerdeführers ver-

schlechtert habe. 

4.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, es müsse auf die Umstände 

der Anhörung des Beschwerdeführers bei der Botschaft im Jahr 2012 ein-

gegangen werden, da diese eine grosse Auswirkung auf sein Aussagever-

halten gehabt hätten. Nach der Zwangsrekrutierung durch die LTTE sei er 

von 2009 bis 2011 in verschiedenen Rehabilitationslagern festgehalten 

worden, in denen er regelmässig gefoltert und verhört worden sei. Als er 

erstmals Kontakt mit der Botschaft aufgenommen habe, sei er im Rehabi-

litationslager «(…)» gewesen. Es habe sich dabei um eine heikle Angele-

genheit gehandelt, da auch seine Mutter, die ihn im Lager besucht habe, 

von den Behörden beobachtet worden sei. In der Nach-barschaft hätten 

sich regelmässig Personen über ihr Tun informiert. Im Jahr 2011 sei er zwar 

freigelassen worden, er sei aber weiterhin unter strenger Beobachtung des 

CID und der TID gestanden, die ihn zuhause aufgesucht hätten. Seinen 

Ausführungen sei zu entnehmen, dass er im Zeitpunkt der Anhörung bei 

der Botschaft ängstlich und misstrauisch gewesen sei, da er viele trauma-

tische Ereignisse hinter sich gehabt habe. Zudem habe er sich unter stän-

diger Beobachtung gewähnt. Er habe befürchtet, dass die sri-lankischen 

Behörden von seinem Kontakt zur Botschaft Kenntnis erhielten. Er habe 

das Vertrauen in Behörden verloren, weshalb er sich nicht sicher genug 

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Seite 11 

gefühlt habe, um frei zu berichten. Er habe befürchtet, vom sri-lankischen 

Personal der Botschaft oder dem Dolmetscher an das CID oder die TID 

verraten zu werden. Um in das Anhörungszimmer zu gelangen, habe er 

durch mehrere Türen gehen müssen, die hinter ihm geschlossen worden 

seien. Für jemanden, der jahrelang in Gefangenschaft gelebt habe und ge-

foltert worden sei, könne dies retraumatisierend wirken. 

Bei der Lektüre des Protokolls falle auf, dass es der befragenden Person 

der Botschaft durch ihre Fragetechnik nicht gelungen sei, eine angenehme 

Atmosphäre und ein Klima des Vertrauens zu schaffen. Es sei nachvoll-

ziehbar, dass der Beschwerdeführer sich bei der Anhörung im Jahr 2022 

sicher gefühlt habe. Bestimmte Abweichungen in seinen Aussagen seien 

nachvollziehbar und könnten ihm nicht zum Nachteil gereichen. Bedenklich 

sei, dass das SEM bei der Prüfung der Glaubhaftigkeit nicht berücksichtigt 

habe, dass zwischen den Anhörungen rund zehn Jahre vergangen seien. 

Die für den jetzigen Asylentscheid verantwortliche Person sei bei der An-

hörung im Jahr 2012 nicht anwesend gewesen und habe keinen persönli-

chen Eindruck vom Beschwerdeführer und der Befragungssituation gewin-

nen können. Für die korrekte Fällung eines Asylentscheides sei indessen 

auch das non-verbale Verhalten des Befragten wesentlich. 

Der Beschwerdeführer sei nur einmal in D._______ gewesen. Aus dem 

Protokoll der Anhörung gehe nicht hervor, dass er nach der Befragung bei 

der Botschaft versucht habe, dorthin zu fliehen. Er habe gesagt, er sei vor 

seiner Ausreise aus Sri Lanka im Jahr 2015 bereits einmal im Ausland ge-

wesen. Bei beiden Befragungen habe er gesagt, er habe nur einen Tag in 

D._______ verbracht und die sri-lankischen Behörden hätten ihm seine 

Identitätsdokumente abgenommen, als er zurückgeführt worden sei. Le-

diglich bezüglich des angegebenen Jahres gebe es Unstimmigkeiten. Die 

vom SEM genannten verschiedenen Tätigkeiten bei den LTTE stellten Teil-

bereiche seiner Aufgaben bei der (…) dar. Den für sein Asylgesuch wichti-

gen Kontakt zu «Kriminellen» habe er bei beiden Befra-gungen erwähnt. 

Dass er zum Teil unterschiedliche Aufgaben bei den LTTE beschrieben 

habe, sei auch auf die Modalitäten der Befragungen zurückzuführen. Die-

jenige vom 30. August 2012 scheine von kurzer Dauer gewesen zu sein. 

Es seien ihm zwar zahlreiche Fragen, aber kaum Rückfragen gestellt wor-

den. Die Anhörung vom 26. Juli 2022 sei ausführlicher gewesen, er habe 

die Möglichkeit gehabt, frei zu berichten, und es seien ihm zahlreiche Fol-

gefragen zu seiner Tätigkeit gestellt worden. Die Aussagen zu seinen Vor-

gesetzten seien nicht widersprüchlich gewesen. Die (…) sei hierarchisch 

strukturiert gewesen, er könne dazu eine Graphik einreichen. Er habe für 

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alle genannten Personen gearbeitet. Bei der Anhörung habe er erklärt, 

dass er der Einheit gegen die (…) unter der Leitung von T._______ zuge-

teilt worden sei. Nach drei Monaten sei er der Truppe für die (…) unter 

E._______ zugeteilt worden. Er habe auch für R._______ und S._______ 

gearbeitet. 

Dass der Beschwerdeführer nach seiner Entlassung aus den Rehabilitati-

onslagern (2011) nicht mehr festgenommen worden sei, sei nicht unlo-

gisch. Die Behörden hätten seine Identitätsdokumente beschlagnahmt und 

gewusst, dass er keine wirklichen Alternativen für eine Flucht gehabt habe. 

Er habe ausgesagt, er sei nach seinem Fluchtversuch nach D._______ 

während zirka einer Woche festgehalten und gefoltert worden. Die Aussa-

gen des Beschwerdeführers seien insgesamt glaubhaft gewesen. 

Hinsichtlich der Frage der Flüchtlingseigenschaft habe es das SEM unter-

lassen, eine genaue Prüfung der Risikofaktoren vorzunehmen. Der Be-

schwerdeführer erfülle mehrere Risikofaktoren, die im Urteil des Bundes-

verwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 aufgeführt seien. So 

sei bei ihm eine «tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergan-

gene Verbindung zu den LTTE» gegeben. Dass er kein «entschiedener 

Befürworter» der LTTE sei, sei unerheblich. Er sei ehemaligen LTTE-Mit-

gliedern und ehemaligen Gefangenen bekannt, die ihn immer wieder an 

die sri-lankischen Behörden verraten hätten. Da diese von seiner Verbin-

dung zu den LTTE wüssten, sei mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus-

zugehen, dass er in einer «watch list» oder «stop list» eingetragen sei. 

Nach seinem gescheiterten Fluchtversuch nach D._______ sei er von den 

sri-lankischen Behörden festgehalten und gefoltert worden, was einen wei-

teren Risikofaktor darstelle. Er besitze keine für eine Einreise nach Sri 

Lanka gültigen Identitätspapiere und habe am ganzen Körper verschie-

dene Narben. Aufgrund der behördlichen Übergriffe könne er sein Hand-

gelenk nicht mehr richtig bewegen und von den Zigarettenstummeln, die 

auf seinem Körper ausgedrückt worden seien, weise er Narben an den 

Händen auf. Die innere Seite seines rechten Armes sei grossflächig ver-

narbt. Insbesondere die Narben an Händen und Armen seien gut sichtbar 

und liessen sich nur schwer verdecken. Hinzu komme, dass er Sri Lanka 

nicht habe verlassen dürfen. Auch unter der derzeitigen Regierung Sri Lan-

kas geriete er wegen seiner Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka mit hoher Wahrscheinlichkeit ins Visier der Be-

hörden. 

D-5301/2023 

Seite 13 

Der ehemalige Rechtsvertreter des Beschwerdeführers habe das SEM 

nach der Anhörung vom 26. Juli 2022 darauf aufmerksam gemacht, dass 

die Auswirkungen des behördlichen Drucks und der Befragungen auf seine 

Psyche zu untersuchen seien. Dies wäre zur Beurteilung der rechtlichen 

Relevanz derselben notwendig gewesen. Die Behörden seien teilweise 

täglich zu seiner Familie gekommen. Seine Eltern seien aufgefordert wor-

den, das Haus zu verlassen, danach sei er geschlagen und misshandelt 

worden. Dies habe ihn stark unter Druck gesetzt. Seine Eltern würden sei-

netwegen heute noch von den Behörden aufgesucht. Im Laufe des Asyl-

verfahrens seien mehrere ärztliche Berichte eingereicht worden, in denen 

beim Beschwerdeführer eine PTBS diagnostiziert worden sei. Seine Trau-

matisierung sei neben der glaubhaften Schilderung durch fachärztliche Be-

richte belegt. Eine erlittene Verfolgung sei auch nach dem Wegfall einer 

zukünftigen Verfolgungsgefahr weiterhin relevant, wenn die Rückkehr in 

den früheren Verfolgerstaat aufgrund von traumatisierenden Erlebnissen, 

die es dem Betroffenen psychologisch verunmöglichten, ins Heimatland 

zurückzukehren, nicht möglich sei. 

4.3 Das SEM führt in seiner Vernehmlassung aus, hinsichtlich der Glaub-

haftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers liege eine unterschiedli-

che Würdigung des Falls vor. Er sei rehabilitiert worden und beim Vorbrin-

gen, er stehe auf einer «stop list», handle es sich um eine blosse Vermu-

tung. Frühere Verbindungen zu den LTTE seien nur dann relevant, wenn 

die Behörden vermuteten, der Verdächtige wolle den ethnischen Konflikt in 

Sri Lanka wiederbeleben. Die beim Beschwerdeführer vorhandenen Nar-

ben und das Nichtvorhandensein von Identitätspapieren seien gemäss 

Rechtsprechung schwach risikobegründende Faktoren. Die vom Be-

schwerdeführer gemäss Arztbericht vom 22. September 2023 benötigten 

Medikamente seien in seinem Heimatland erhältlich. 

4.4 In der Replik wird entgegnet, auch in der Vernehmlassung habe das 

SEM keine Gesamtwürdigung aller Risikofaktoren vorgenommen, die im 

Falle des Beschwerdeführers vorlägen. Die durchlaufene Rehabilitation sei 

unerheblich (vgl. Urteil des BVGer D-98/2019 vom 27. Oktober 2022 

E. 1.1.3). Durch die Festnahme nach seinem gescheiterten Fluchtversuch 

nach D._______ sei er ins Visier der heimatlichen Behörden geraten. Es 

sei davon auszugehen, dass er auf einer «stop oder watch list» eingetra-

gen sei. Bei dieser Annahme handle es sich nicht nur um eine Vermutung, 

denn sie stütze sich auf die Ergebnisse mehrerer Länderberichte, gemäss 

denen die sri-lankischen Behörden nachrichtendienstliche Informationen 

sammelten und die Datenbanken weiterhin «aktiv seien». Beide Daten-

D-5301/2023 

Seite 14 

banken enthielten tausende von Namen, die am Flughafen abgerufen wer-

den könnten. In Anbetracht der Rechtsprechung sei unter Berücksichtigung 

der Risikofaktoren mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszuge-

hen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka an-

lässlich der Überprüfung seiner Personendaten ins Visier der sri-lanki-

schen Behörden geraten und ihm eine oppositionelle Haltung vorgeworfen 

würde. Damit wäre er einem erhöhten Verfolgungsrisiko ausgesetzt. 

Das SEM verkenne, dass zur erfolgreichen Therapie von psychischen Er-

krankungen nicht nur die Einnahme von Medikamenten, sondern auch re-

gelmässige Gespräche zwischen Patienten und Fachpersonen notwendig 

seien. Berichte zur psychiatrischen Versorgung in Sri Lanka und im Bezirk 

C._______ zeigten ein desaströses Bild auf. Die vom Beschwerdeführer 

benötigte psychiatrische Versorgung werde von mehreren Faktoren er-

schwert, wenn nicht gar verunmöglicht. Diesbezüglich sei auf den Bericht 

des SEM («Focus Sri Lanka Gesundheitswesen: Psychiatrische Versor-

gung», 14. Februar 2023) zu verweisen. Aus medizinischer Sicht sei unbe-

stritten, dass er auf eine regelmässige Betreuung und Begleitung durch 

psychiatrisch-psychologische Fachpersonen angewiesen sei, um die erlit-

tenen Traumata zu verarbeiten. Die Traumatherapie erweise sich schon in 

der Schweiz als schwierig, in Sri Lanka sei sie aufgrund der genannten 

prekären Lage unmöglich. Insbesondere für Folteropfer bestehe in Sri 

Lanka keine umfassende medizinische, psychologische sowie sozioökono-

mische Rehabilitationsunterstützung. Auf die Gefahr der Denunzierung von 

Folterüberlebenden durch Gesundheitsfachkräfte habe das SEM in der an-

gefochtenen Verfügung aufmerksam gemacht. 

4.5 In der Eingabe vom 19. Dezember 2023 wird darauf hingewiesen, der 

Beschwerdeführer habe am (…) 2023 in V._______ am jährlich stattfinden-

den «(…)» teilgenommen. Er habe Fotographien und Videoaufnahmen sei-

ner Teilnahme an der Veranstaltung auf sein Facebook-Konto hochgela-

den, die von 650 Personen angeschaut worden seien. Seine in Sri Lanka 

lebenden Eltern seien darauf angesprochen worden. Ihnen sei gesagt wor-

den, dass er sich in der Schweiz befinde und sich an einer regierungskriti-

schen Veranstaltung beteiligt habe. Diese Informationen seien mit grosser 

Wahrscheinlichkeit an die Behörden weitergegeben worden. Sein exilpoli-

tisches Engagement stelle einen weiteren starken Risikofaktor dar. 

5.  

5.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG in verschiedenen Ent-

D-5301/2023 

Seite 15 

scheiden dargelegt und präzisiert. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1; Urteil des BVGer D-5779/2013 vom 23. Februar 

2015 E. 5.6.1 [als Referenzurteil publiziert] m.w.H.). 

5.2  

5.2.1 Das SEM stellt in der angefochtenen Verfügung zu Recht fest, dass 

der Beschwerdeführer bei der Befragung in der Botschaft vom 30. August 

2012 zu verschiedenen Sachverhaltselementen andere Angaben machte, 

als bei der Anhörung durch das SEM vom 26. Juli 2022. 

5.2.2 Bei der Befragung in der Botschaft wurde er darauf angesprochen, 

dass in seinem Reisepass ein Visum für D._______ angebracht war. Er 

führte dazu aus, dass er für einige Zeit ausserhalb von Sri Lanka habe 

leben wollen. Ein enger Freund der Familie sei von W._______ nach 

D._______ gekommen. Er habe diesen dort getroffen und um Hilfe gebe-

ten. Der Freund habe abgelehnt und er sei am folgenden Tag nach Sri 

Lanka zurückgekehrt. Die Behörden seien deshalb zu seinen Eltern gegan-

gen und hätten ihnen Ärger bereitet. Als er zurückgekehrt sei, habe er den 

Behörden seinen Reisepass bringen und erklären müssen, weshalb er 

ausgereist sei. Der diensthabende Beamte habe so getan, als ob er ihn 

schlagen wolle (vgl. SEM-act. […]-32/15 Ziff. 1.1.2. und 5.1.). 

Während der Anhörung wurde er gefragt, ob er vor seiner definitiven Aus-

reise aus Sri Lanka schon einmal im Ausland gewesen sei. Er antwortete, 

dass er im Jahr 2013 einmal in D._______ gewesen sei. Er habe nicht 

mehr in seiner Heimat leben können, sei von der Botschaft zu Befragungen 

vorgeladen worden, sei vom Tod bedroht gewesen und habe in die Schweiz 

reisen wollen. Die (…) Immigrationsbehörden hätten ihn unverzüglich fest-

genommen, in Handschellen gelegt und den sri-lankischen Behörden über-

geben; er sei am folgenden Tag zurückgeschickt worden. Die sri-lanki-

schen Immigrationsbehörden hätten ihn der TID – diese habe seinen Rei-

sepass beschlagnahmt – übergeben, welche die Polizei von B._______ 

und das CID kontaktiert habe. Während des Verhörs sei er gefoltert wor-

den. Er denke, er sei eine Woche lang festgehalten worden (vgl. SEM-act. 

[…]-30/22 F15–21, F52 und F75). 

Im Sinne der Ausführungen in der Beschwerde erachtet es das Bundesver-

waltungsgericht nicht als gewichtigen Widerspruch, dass der Beschwerde-

führer bei der Anhörung, die rund zehn Jahre nach der Befragung in der 

Botschaft stattfand, angab, er sei im Jahre 2013 nach D._______ geflogen. 

Bei der Anhörung sagte er nicht, er sei nach der Befragung durch die 

D-5301/2023 

Seite 16 

Botschaft nach D._______ gereist, weshalb er sich angesichts des Zeitab-

laufs bezüglich der Jahreszahl ohne Weiteres geirrt haben kann. Indessen 

sind seine Aussagen zum kurzen Aufenthalt in D._______ widersprüchlich, 

da er bei der Befragung vorbrachte, er habe dort mit einem Familienfreund 

gesprochen, ein anderes Mal aber behauptete, er sei von den Behörden 

unverzüglich festgenommen und in Handschellen gelegt worden. Bei der 

Anhörung erwähnte er mit keinem Wort, dass er während der Zeit, die er 

im Gewahrsam der (…) Behörden war, mit einer Drittperson habe sprechen 

können. Zudem erklärte er während der Befragung unmissverständlich, 

dass er nach seiner Freilassung aus der Rehabilitation nie verhaftet wor-

den sei, während er bei der Anhörung vorbrachte, er sei nach seiner Rück-

kehr aus D._______ eine Woche lang festgehalten und misshandelt wor-

den. 

5.2.3 Im Rahmen der Befragung machte er geltend, dass er von den LTTE 

am 13. Februar 2007 zwangsrekrutiert worden sei. Drei Mitglieder des po-

litischen Flügels der LTTE hätten ihn in einem weissen Van mitgenommen 

und zu einem (…) gebracht. Am folgenden Tag sei er zum (…) geführt und 

(…) übergeben worden, bei der er ein 15-tägiges Training absolviert habe. 

Man habe ihm das Benutzen von Schusswaffen beigebracht und ihn über 

die Grundzüge der LTTE-Gesetze informiert. Anschliessend habe er sei-

nen Dienst während 15 Monaten auf der (…) geleistet, wo er die (…) habe, 

die (…) hätten. Er habe auch (…) müssen, die von anderen (…) übermittelt 

worden seien. (…) habe er Empfehlungen über das weitere Vorgehen ge-

macht. Zudem habe er (…) erstellt. Der Chef (…) und sein direkter Vorge-

setzter sei T._______, seine «Betreuer» seien R._______ und X._______ 

gewesen (vgl. SEM-act. […]-32/15 Ziff. 3. und 4.2. [S. 4 f.]). 

Bei der Anhörung bestätigte er die bei der Befragung angegeben Daten 

seiner Dienstzeit bei den LTTE und führte aus, er sei im ersten Monat sei-

nes Dienstes im Umgang mit (…) geschult worden und habe das Training 

in Y._______ absolviert. Aufgrund seiner schulischen Bildung sei er 

T._______ (Dienst […]) zugeteilt worden. Drei Monate später sei er einem 

Kadermitglied namens E._______ (Dienst […]), den alle gekannt hätten, 

als «(…)» zugeteilt worden. Er habe (…) und sich um die (…) gekümmert. 

Zusammen mit E._______ habe er auch (…). Als der Krieg sich intensiviert 

habe, seien alle an die Front geschickt worden. Dort sei er an (…) verletzt 

worden. Er sei geflüchtet, erwischt und wieder an die Front geschickt wor-

den. Seine Mutter und sein Bruder seien zur Armee gegangen, sein Vater 

habe ihn begleitet, da er an Krücken gegangen sei. Am 16. Mai 2009 hätten 

D-5301/2023 

Seite 17 

sie sich der Armee ergeben (vgl. SEM-act. […]-30/22 F29, F33 f., F79 und 

F135 f.). 

Der Beschwerdeführer nannte somit zwar übereinstimmend die (…), der er 

zugeteilt wurde, machte aber unterschiedliche Angaben zu seinen Aufga-

ben bei derselben. Des Weiteren erwähnte er den gemäss seinen Angaben 

bei der Anhörung ihm direkt vorgesetzten E._______ bei der Befragung mit 

keinem Wort. Im Gegensatz zu den Angaben auf dem der Beschwerde bei-

gelegten Organigramm der (…) figuriert E._______ auf dem von ihm bei 

der Befragung durch die Botschaft erstellten Organigramm nicht. Im Rah-

men der Befragung gab er an, er sei direkt dem (…), T._______, unterstellt 

gewesen. 

5.2.4 Bei der Befragung gab er an, er sei nach dem Fall von Y._______ 

nach Z._______, von dort über Aa._______ und Bb._______ nach 

Cc._______ verlegt worden. Während des Kriegs sei er von den LTTE ge-

flohen und nach Hause gegangen. Sie hätten ihn dort gesucht, aber er 

habe sich versteckt, weshalb sie seinen Bruder mitgenommen hätten. 

Seine Mutter sei zuerst zu einem Armee-Camp gegangen, sein Vater und 

er seien von den LTTE erwischt und an die Front geschickt worden. Er sei 

bei einem Angriff mit Granaten verletzt worden. Sein Vater habe ihn vom 

Schlachtfeld nach Hause bringen können. Am 16. Mai 2009 hätten sie sich 

in Dd._______ der Armee ergeben, am folgenden Tag seien sie nach 

Ee._______ gebracht worden, wo die Zivilisten von den LTTE-Mitgliedern 

getrennt worden seien. Ihn habe man am 18. Mai 2009 zum «(…)» ge-

bracht, wo er 25 Tage lang geblieben sei. Als er dort angekommen sei, sei 

er mit Schlagstöcken und Flaschen (auch auf seine Wunden) geschlagen 

worden. Danach sei er ins «(…)» von G._______ verlegt worden, wo er 

mehrmals ausführlich befragt und geschlagen worden sei. Nach einem Mo-

nat sei er ins «(…)» transferiert worden, wo er sich auf die (…)-Level-Prü-

fung vorbereitet und diese absolviert habe. Am 1. Dezember 2009 habe er 

dort auch die (…)-Level-Prüfung abgelegt. Am 22. Januar 2011 sei er ins 

«(…)» und später in drei weitere Rehabilitationszentren gebracht worden. 

Seine Eltern habe er nur an den Wochenenden sehen können. Die Luft-

waffe sei mit seiner Ausbildung zum (…) beauftragt gewesen. Auch wäh-

rend der Ausbildungszeit sei er misshandelt und schikaniert worden (vgl. 

SEM-act. […]-32/15 Ziff. 4.2. [S. 5 ff.]). 

Während der Anhörung gab er zu Protokoll, er sei am 16. Mai 2009 in 

Ee._______ verhaftet worden. Jemand, der bei den LTTE gewesen sei, 

habe ihn bei der Armee denunziert. Er sei von seinem Vater getrennt und 

D-5301/2023 

Seite 18 

ins Gefängnis von F._______ gebracht worden, wo er bei der Ankunft miss-

handelt worden sei. Zwei Tage nach seiner Ankunft sei er vom IKRK regis-

triert worden und habe von diesem eine Karte erhalten. Danach sei er nach 

G._______ gebracht worden, wo er verhört und gefoltert worden sei. Ehe-

malige LTTE-Mitglieder hätte ihn denunziert und er sei von der Armee mit-

genommen worden, um zu zeigen, wo die LTTE «Sachen» versteckt habe. 

Da er die Folter nicht mehr habe ertragen können, habe er versucht, sich 

das Leben zu nehmen. Nach dem Suizidversuch sei er ins Camp «(…)» 

verlegt worden. Nach seiner Ankunft sei er von einem ehemaligen Häftling 

beim CID denunziert worden. Dieser habe gesagt, er sei mit E._______ 

zusammen gewesen. Auch dort sei er verhört und gefoltert worden. An-

schliessend sei er in die Camps in Ff._______ und K._______ gebracht 

worden, wo er verhört und unvorstellbarer Folter unterzogen worden sei. 

Menschen, die bei den LTTE mit ihm gearbeitet hätten, hätten ihn denun-

ziert. Die Behörden hätten ihn mitgenommen, damit er ihnen versteckte 

«Sachen» zeige. Ziel der Behörden sei es gewesen, ihn zu töten. Man 

habe ihm dazu Substanzen injiziert. Nachdem er ins Camp «(…)» verlegt 

worden sei, habe er mit Hilfe einer Drittperson und seiner Mutter die Bot-

schaft kontaktieren können. Als seine Mutter ihn im Camp besucht habe, 

hätten die Behörden Leute in ihre Nachbarschaft geschickt, die sich über 

ihre Aktivitäten erkundigt hätten (vgl. SEM-act. […]-30/22 F35, F82 f. und 

F104 ff.). 

Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen übereinstimmende Anga-

ben zu den Verletzungen, die er sich kurz vor dem Ende des Krieges zwi-

schen den sri-lankischen Streitkräften und den LTTE zugezogen hatte. 

Seine Angaben zum Zeitpunkt, zu dem sein Vater und er sich den sri-lan-

kischen Behörden ergeben hätten, sind gleichbleibend. Bei Befragung und 

Anhörung legte er dar, dass sein Vater und er voneinander getrennt worden 

seien und er in Rehabilitationshaft genommen worden sei. Während er bei 

der Befragung davon berichtete, mehrmals geschlagen worden zu sein, 

schilderte er bei der Anhörung, er sei mehrfach schwer gefoltert worden. 

5.2.5 Während der Befragung machte er geltend, er sei am 30. September 

2011 aus der Rehabilitationshaft entlassen worden und habe nach Hause 

gehen können. Gefragt, wann er nach seiner Freilassung erstmals Prob-

leme gehabt habe, antwortete er, er habe mit den Sicherheitskräften täglich 

Probleme gehabt. Er sei zu Befragungen vorgeladen worden und habe wö-

chentlich Unterschrift leisten müssen. Der erste Zwischenfall habe sich am 

Tag nach seiner Freilassung ereignet. Als einen Monat nach seiner Freilas-

sung zwei seiner Freunde mit einem Van entführt worden seien, habe er 

D-5301/2023 

Seite 19 

sich bedroht gefühlt. Beide seien bei den LTTE gewesen, sie seien nicht 

zurückgekommen. Das Interesse der Behörden an seiner Person führe er 

darauf zurück, dass er für die (…) tätig gewesen sei. Sie hätten geglaubt, 

dass er ihnen weitere Informationen geben könne. Nachbarn hätten ihn 

denunziert und den Sicherheitskräften angegeben, dass er ihnen weitere 

Informationen geben könne. Er sei nach seiner Freilassung zwar nicht fest-

gehalten worden, habe aber zu den Büros der Sicherheitskräfte gehen 

müssen. Man habe ihm gesagt, er müsse melden, falls er die Gegend ver-

lasse. Auf Nachfrage bestätigte er, dass er nach der Entlassung aus der 

Haft nie festgehalten, verhaftet oder angegriffen worden sei (vgl. SEM-act. 

[…]-32/15 Ziff. 4.2. [S. 8 f.]). 

Bei der Anhörung gab er an, er sei nach der Freilassung weiterhin belästigt 

worden. Man habe ihm gesagt, er müsse sich den Behörden jederzeit zur 

Verfügung halten und zur Leistung seiner Unterschrift erscheinen. CID und 

TID hätten ihn öfters aufgesucht. Menschen, die mit ihm zusammen bei 

den LTTE Dienst geleistet hätten, hätten ihn bei den Behörden denunziert. 

Sie hätten behauptet, dass er Kenntnis von Verstecken habe. Das CID 

habe ihn deshalb zu verschiedenen Orten mitgenommen. Wenn in seiner 

Gegend ehemalige LTTE-Kämpfer eine Feier abgehalten hätten, seien die 

Behörden zu ihm gekommen und hätten ihn zu einem Verhör vorgeladen. 

Nachdem er von D._______ nach Sri Lanka zurückgebracht worden sei, 

habe die TID alle seine Dokumente beschlagnahmt und ihm ein Ausreise-

verbot auferlegt. Danach seien täglich CID-Leute und Polizisten bei ihm 

zuhause vorbeigekommen, weshalb seine Mutter erkrankt sei. Aufgrund all 

dieser Probleme habe er nicht mehr in Sri Lanka leben können. Er sei nach 

M._______ gegangen und habe mit einem Schlepper Kontakt aufgenom-

men, der seine Ausreise organisiert habe (vgl. SEM-act. […]-30/22 F36, 

F55, F83). 

Die Aussagen des Beschwerdeführers zu den Vorkommnissen nach der 

Entlassung aus der Rehabilitationshaft können nur verglichen werden, so-

weit sich diese bis zur Befragung durch die Botschaft vom 30. August 2012 

zugetragen hatten. Ereignisse, die sich nach der Befragung bis zu seiner 

Ausreise im Jahr 2015 zutrugen, konnte er ausschliesslich bei der Anhö-

rung durch das SEM am 26. Juli 2022 schildern. Er gab übereinstimmend 

an, dass ihm von den sri-lankischen Sicherheitsbehörden für die Zeit nach 

der Rehabilitationshaft eine Meldepflicht auferlegt und er mehrmals zu Be-

fragungen einbestellt worden sei. 

  

D-5301/2023 

Seite 20 

5.3  

5.3.1 Der Beschwerdeführer erklärte im Rahmen der Anhörung mehrfach, 

er habe sich bei der Befragung durch die Botschaft nicht frei äussern kön-

nen. Er habe nicht gewusst, wer dort anwesend gewesen sei und habe sich 

nicht sicher gefühlt (vgl. SEM-act. […]-30/22 F24, F83 f. und F132). Ge-

fragt, über was er bei der Botschaft nicht habe sprechen können, antwor-

tete er, er habe nicht über die erlittene Folter und die Drohungen ihm ge-

genüber reden können. Er habe sich sehr geängstigt. Er habe Mitteilungen 

von der Post erhalten, es gebe keine Briefkästen, und Briefe seien manch-

mal bei Nachbarn angekommen, die von deren Inhalt hätten Kenntnis neh-

men können (vgl. SEM-act. […]-30/22 F85). In der Beschwerde wird die 

vom ihm gehegte Furcht, sich bei der Botschaft zu öffnen und über alle für 

sein Asylgesuch relevanten Gründe zu sprechen, bestätigt. 

5.3.2 Aufgrund der Aktenlage ergibt sich, dass der Beschwerdeführer sich 

noch in Rehabilitationshaft befand, als er sich mit Hilfe seiner Mutter an die 

Botschaft wandte. In seinem Schreiben an die Botschaft vom 21. Juni 2011 

führte er aus, er sei am 13. Februar 2007 von den LTTE rekrutiert worden 

und von dieser (…) zugewiesen worden. Nach zweieinhalb Jahren Haft sei 

er seinen Eltern übergeben und ermahnt worden, sich bei den Behörden 

zu melden, falls er vorgeladen werde, und jegliche Aktivitäten zugunsten 

der LTTE zu unterlassen. Er sei mehrmals von Sicherheitskräften «be-

sucht» und zu mehrstündigen Verhören mitgenommen worden. Einige sei-

ner Kollegen seien mit weissen Vans entführt worden und es komme in 

seiner Region immer wieder zu Entführungen (vgl. SEM-act. […]-33/- ID-

Nr. 008). Auch im Rahmen der Befragung durch die Botschaft und der An-

hörung durch das SEM gab der Beschwerdeführer an, er sei aufgrund sei-

ner schulischen Bildung einer (…) zugewiesen worden. Hinsichtlich seiner 

Aufgaben auf derselben und der Frage, wem er direkt unterstellt worden 

sei, machte er unterschiedliche Angaben. Es ist nicht nachvollziehbar, wes-

halb er sich zwecks Schutzersuchens an die Botschaft wandte und bei der 

Befragung nicht alle Tätigkeiten für die (…) nannte, die zu einer Gefähr-

dung seiner Person führen könnten. Ebenso wenig erschliesst sich, wes-

halb er bei der Befragung angab, direkt dem (…) unterstellt gewesen zu 

sein, während er bei der Anhörung vorbrachte, er sei während der Zeit, in 

der er (…) gearbeitet habe, hauptsächlich einer anderen Kaderperson un-

terstellt worden, deren Namen sich auf dem Organigramm des (…), das er 

bei der Botschaft zeichnete, nicht findet (vgl. SEM-act. […]-32/15 S. 13). 

5.3.3 Der Beschwerdeführer wurde bei der Befragung durch die Botschaft 

darauf angesprochen, dass sich in seinem am (…) 2012 ausgestellten 

D-5301/2023 

Seite 21 

Reisepass ein Visum für D._______ befinde. Er gab an, er habe versucht 

nach D._______ zu reisen, sei aber am (…) Flughafen zurückgewiesen 

worden und am folgenden Tag nach Sri Lanka zurückgekehrt. Nach seiner 

Rückkehr habe er sich bei den Sicherheitskräften melden und ihnen seinen 

Reisepass vorlegen müssen. Während der Anhörung durch das SEM sagte 

er, er sei nach seiner Rückkehr aus D._______ den sri-lankischen Behör-

den übergeben worden, die ihn eine Woche lang festgehalten und gefoltert 

hätten. Die TID habe seinen Reisepass beschlagnahmt. Bei der Befragung 

erwähnte er nicht, dass sein Reisepass konfisziert worden sei und bestä-

tigte ausdrücklich, dass er nach der Rehabilitationshaft nie verhaftet, fest-

gehalten oder angegriffen worden sei. Zudem bestätigte er, dass er alle 

Asylgründe habe nennen können und nichts anzufügen habe. Auch dies-

bezüglich ist nicht nachvollziehbar, weshalb er bei der Befragung nicht da-

rauf hätte hinweisen können, dass er nach einer versuchten Einreise nach 

D._______ von den sri-lankischen Behörden eine Woche lang festgehalten 

und sein Reisepass beschlagnahmt worden sei. Das SEM weist in der an-

gefochtenen Verfügung zudem zu Recht darauf hin, dass ihm von den sri-

lankischen Behörden nach der Rehabilitationshaft kein Reisepass ausge-

stellt worden wäre, falls er sein Heimatland nicht hätte verlassen dürfen. 

5.3.4 Der Beschwerdeführer gab bei der Befragung durch die Botschaft an, 

dass er während der Rehabilitationshaft mehrmals schwer geschlagen 

worden sei. Im Rahmen der Anhörung durch das SEM führte er aus, er sei 

mehrmals schwer gefoltert worden, und wies darauf hin, dass er zum ers-

ten Mal über die erlittene Folter habe sprechen können. Angesichts der bei 

der Anhörung gemachten Ausführungen über die erlittenen Folterungen 

und der von ihm vorgezeigten Narben bezweifelt das Bundesverwaltungs-

gericht ebenso wenig wie das SEM, dass er während der Zeit seiner Inhaf-

tierung vom 16. Mai 2009 bis zum 30. September 2011 mehrmals verhört 

und gefoltert wurde. 

5.4 Das Bundesverwaltungsgericht erachtet es aufgrund der gesamten Ak-

tenlage (Befragungsprotokolle, eingereichte Beweismittel, ärztliche Be-

richte, Narben auf seinem Körper) als glaubhaft, dass der Beschwerdefüh-

rer im Februar 2007 von den LTTE zwangsrekrutiert wurde und seinen 

Dienst auf einer (…) leistete, wo er in der (…) eingesetzt wurde. Gegen 

Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den sri-lanki-

schen Streitkräften und den LTTE wurde er bei einem Artillerieangriff der 

Armee an Armen, Beinen und Rücken erheblich verletzt. Mitte Mai 2009 

ergab er sich den sri-lankischen Behörden, wurde festgenommen und ver-

brachte Haft sowie Rehabilitationshaft in verschiedenen von den sri-

D-5301/2023 

Seite 22 

lankischen Behörden geführten Camps. Während der Haftzeit wurde er 

mehrfach einvernommen und gefoltert. Zahlreiche Narben zeugen von den 

Verletzungen, die ihm beim Artillerieangriff und bei den Folterungen zuge-

fügt wurden. Am 30. September 2011 wurde der Beschwerdeführer aus der 

Rehabilitationshaft entlassen. Er stand unter Beobachtung der sri-lanki-

schen Sicherheitskräfte, wurde von diesen mehrmals vorgeladen und be-

fragt. Zudem unterlag er einer Meldepflicht. Aufgrund der allgemeinen Lage 

in Sri Lanka und dem «Verschwinden» von Kollegen und Drittpersonen be-

fürchtete er, erneut inhaftiert und gefoltert oder «zum Verschwinden ge-

bracht» zu werden. In der Schweiz nahm der Beschwerdeführer im 

(…) 2023 an einer Feier zum «(…)» teil. Anschliessend lud er Fotographien 

und Videoaufnahmen, die ihn bei der Teilnahme an der Feier zeigten, auf 

sein Facebook-Profil hoch. 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Urteil E-1866/2015 vom 15. Juli 

2016 eine aktuelle Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri 

Lanka vorgenommen (vgl. a.a.O., E. 8) und festgestellt, dass aus Europa 

respektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht ge-

nerell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausge-

setzt seien (vgl. a.a.O., E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der Beurtei-

lung des Risikos von Rückkehrern, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von 

Verhaftung und Folter zu werden, an verschiedenen Risikofaktoren. Dabei 

handelt es sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen oder vermeint-

lichen, aktuellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, Teilnahme 

an exilpolitischen regimekritischen Handlungen, und Vorliegen früherer 

Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden, üblicherweise im Zusam-

menhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE 

(sog. stark risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.1 - 8.4.3). Einem 

gesteigerten Risiko, genau befragt und überprüft zu werden, unterliegen 

ausserdem Personen, die ohne die erforderlichen Identitätspapiere nach 

Sri Lanka einreisen wollen, die zwangsweise nach Sri Lanka zurückgeführt 

werden oder die über die Internationale Organisation für Migration (IOM) 

nach Sri Lanka zurückkehren, sowie Personen mit gut sichtbaren Narben 

(sog. schwach risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.4 und 

8.4.5). Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die konkret glaubhaft gemach-

ten Risikofaktoren eine asylrechtlich relevante Gefährdung der betreffen-

den Person ergeben. Dabei zieht es in Betracht, dass insbesondere jene 

Rückkehrer eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinn von 

Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-lankischen Behörden zuge-

D-5301/2023 

Seite 23 

schrieben wird, dass sie bestrebt sind, den tamilischen Separatismus wie-

deraufleben zu lassen (vgl. a.a.O., E. 8.5.1). 

6.2 Es ist davon auszugehen, dass die sri-lankischen Behörden Kenntnis 

davon erlangt haben, dass der Beschwerdeführer Mitglied der LTTE war 

und seinen Dienst auf einer (…) leistete, wo er in Kontakt mit Kadermitglie-

dern der LTTE stand und für diese (…). Er wurde deshalb im Mai 2009 

festgenommen, mehrfach verhört und gefoltert sowie einer Rehabilitation 

unterzogen. Der Bestätigung des IKRK vom 1. Februar 2012 ist zu entneh-

men, dass der Beschwerdeführer vom IKRK erstmals am 27. Mai 2009 be-

sucht und gemäss den Behörden am 30. September 2011 aus der Reha-

bilitationshaft entlassen wurde. Sowohl das SEM, als auch das Bundesver-

waltungsgericht gehen davon aus, dass er nach seiner Freilassung aus der 

Rehabilitationshaft am 30. September 2011 unter Beobachtung der sri-lan-

kischen Sicherheitsbehörden stand und einer Meldepflicht unterlag. Des 

Weiteren wurde er bei gegebenem Anlass von den Sicherheitsbehörden 

befragt. Das Bundesverwaltungsgericht geht indessen davon aus, dass die 

in der Anhörung zusätzlich genannten Aufgaben in der (…) und seine Nähe 

zum LTTE-Kader E._______ nachgeschoben und nicht glaubhaft sind. Der 

Beschwerdeführer konnte kein massgebliches Profil innerhalb der LTTE 

darlegen. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass sein 

Auslandsgesuch mit Verfügung SEM vom 16. Juni 2015 abgelehnt wurde. 

Seine in Sri Lanka lebenden Familienangehörigen weisen kein LTTE-Profil 

auf und scheinen von den Behörden nicht ernsthaft behelligt zu werden. 

Der Beschwerdeführer dürfte bei einer Rückkehr nach Sri Lanka zwar auch 

heute noch genau überprüft und befragt werden, aufgrund der vorstehen-

den Erwägungen ist aber nicht davon auszugehen, dass er aufgrund seiner 

LTTE-Vergangenheit von den heimatlichen Behörden verfolgt werden wird. 

6.3 Der Umstand, dass der Beschwerdeführer offenbar nicht im Besitz ei-

nes sri-lankischen Reisepasses ist – der gemäss seinen Angaben be-

schlagnahmte Reisepass, den er bei der Botschaft vorzeigte, wäre am (…) 

2022 abgelaufen – und von der Schweiz aus nach Sri Lanka zurückkehren 

müsste, ist praxisgemäss als schwach risikobegründender Faktor zu wer-

ten. Ebenso verhält es sich mit den an mehreren Körperstellen vorhande-

nen Narben. Vorliegend liegen diese beiden schwach risikobegründenden 

Faktoren zwar vor, indessen geht das Bundesverwaltungsgericht nicht da-

von aus, dass gegen den Beschwerdeführer ein Ausreiseverbot verhängt 

wurde, weil ihm die sri-lankischen Behörden dann im Februar 2012 keinen 

Reisepass ausgestellt hätten. In Einklang mit der Auffassung des SEM 

hätte er die sri-lankischen Behörden «nur» über seine Reisen informieren 

D-5301/2023 

Seite 24 

müssen. Demnach ist nicht davon auszugehen, dass die vorliegenden 

schwachen Risikofaktoren zu einer asylrechtlich relevanten Verfolgung des 

Beschwerdeführers führen werden. 

6.4 Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts begründen 

exilpolitische Aktivitäten sri-lankischer Asylsuchender eine Furcht vor 

ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn der betreffenden 

Person seitens der sri-lankischen Behörden ein überzeugter Aktivismus mit 

dem Ziel der Wiederbelebung des tamilischen Separatismus zugeschrie-

ben wird. Angesichts des gut aufgestellten Nachrichtendienstes Sri Lankas 

ist davon auszugehen, dass die sri-lankischen Behörden blosse «Mitläu-

fer» von Massenveranstaltungen als solche identifizieren können und 

diese in Sri Lanka mithin nicht als Gefahr wahrgenommen werden. Neben 

der Teilnahme an regimekritischen Demonstrationen und Versammlungen 

und der Mitwirkung bei regimekritischen Publikationen ist bei den exilpoli-

tischen Aktivitäten auch an die Verbindung zu einer von der sri-lankischen 

Regierung verbotenen exilpolitischen Organisation zu denken (vgl. Urteil 

des BVGer D-4328/2020 vom 2. November 2023 E. 9.2). In Anbetracht der 

Eingabe vom 19. Dezember 2023 ist nicht davon auszugehen, dass die 

Rolle des Beschwerdeführers beim «(…)» über diejenige eines einfachen 

Teilnehmers hinausging. Die Teilnahme des Beschwerdeführers am (…) 

führt nicht dazu, dass von einem Risikoprofil auszugehen ist, aufgrund des-

sen er bei einer Rückkehr in sein Heimatland von den Behörden in flücht-

lingsrechtlich relevanter Weise verfolgt werden wird. 

6.5  

6.5.1 In der Beschwerde wird angeführt, dass eine erlittene Verfolgung 

auch nach dem Wegfall einer zukünftigen Verfolgungsgefahr weiterhin re-

levant sei, wenn die Rückkehr in den früheren Verfolgerstaat aufgrund von 

traumatisierenden Erlebnissen, die es dem Betroffenen psychologisch ver-

unmöglichten, ins Heimatland zurückzukehren, nicht möglich sei. 

6.5.2 Eine erlittene Vorverfolgung kann ausnahmsweise auch nach Wegfall 

einer zukünftigen Verfolgungsgefahr im Sinne von Art. 3 AsylG asylrecht-

lich relevant sein, wenn dem Verfolgten eine Rückkehr in den früheren Ver-

folgerstaat aus zwingenden, auf diese Verfolgung zurückgehenden Grün-

den nicht zuzumuten ist. 

6.5.3 Bei dieser Auslegung von Art. 3 AsylG stützt sich das Bundesverwal-

tungsgericht auf die entsprechende Formulierung der Ausnahmebestim-

mung von Art. 1C Ziff. 5 Abs. 2 FK. Als «zwingende Gründe» in diesem 

D-5301/2023 

Seite 25 

Zusammenhang sind vorab schwer traumatisierende Erlebnisse zu be-

trachten, die es der betroffenen Person angesichts erlebter schwerwiegen-

der Verfolgungen, insbesondere Folterungen, im Sinne einer Langzeittrau-

matisierung psychologisch verunmöglichen, ins Heimatland zurückzukeh-

ren (vgl. Urteil des BVGer E-3842/2006 vom 20. Dezember 2010 E. 5.2.2. 

unter Hinweis auf BVGE 2007/31 E. 5.4). 

6.5.4 Bezüglich einer allfälligen Anwendbarkeit von Art. 1C Ziff. 5 Abs. 2 FK 

ist auf die Ausführungen in Entscheidungen und Mitteilungen der vormali-

gen Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1999 Nr. 7 

E. 4.d.aa, bestätigt in BVGE 2009/51 E. 4.2.7) zu verweisen. Danach kann 

sich auf «zwingende Gründe» nur berufen, wer im Zeitpunkt der Einreise 

in die Schweiz sämtliche Voraussetzungen für die Anerkennung der Flücht-

lingseigenschaft erfüllt hatte. Da dies unter Hinweis auf die vorstehenden 

Erwägungen vorliegend nicht der Fall ist, erübrigen sich weitere Ausfüh-

rungen zum Vorliegen «zwingender Gründe». 

6.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass die wesentlichen Vorbringen des 

Beschwerdeführers, soweit sie sich auf seine LTTE-Mitgliedschaft und die 

Rehabilitationshaft beziehen, im Sinne von Art. 7 AsylG nur teilweise glaub-

haft sind. Hinsichtlich der geltend gemachten Behelligungen in der Zeit-

spanne nach seiner Entlassung aus der Rehabilitationshaft bis zur Aus-

reise aus Sri Lanka geht das Bundesverwaltungsgericht übereinstimmend 

mit dem SEM nicht davon aus, dass er Verfolgungshandlungen ausgesetzt 

war. Die Teilnahme des Beschwerdeführers am (…) im November (…) be-

gründet keinen subjektiven Nachfluchtgrund, der zur Anerkennung der 

Flüchtlingseigenschaft führt. Die von ihm geltend gemachte Furcht bei ei-

ner Rückkehr nach Sri Lanka asylrelevanten Verfolgungshandlungen aus-

gesetzt zu sein, erweist sich – objektiv gesehen – insgesamt gesehen als 

unbegründet. Das SEM hat demnach zu Recht und mit zutreffender Be-

gründung festgestellt, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen-

schaft nicht erfüllt, und sein Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab, so verfügt es in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 

2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

D-5301/2023 

Seite 26 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]. 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.2 Das SEM weist in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

8.2.3 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat sich 

mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK-widrige Behand-

lung namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri 

D-5301/2023 

Seite 27 

Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. EGMR, R.J. gegen 

Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Beschwerde Nr. 10466/11; 

E.G. gegen Grossbritannien, Urteil vom 31. Mai 2011, Beschwerde 

Nr. 41178/08; T.N. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Be-

schwerde Nr. 20594/08; P.K. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 

2011, Beschwerde Nr. 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien, Urteil vom 

17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07; Rechtsprechung bestätigt in J.G. 

gegen Polen, Entscheidung vom 11. Juli 2017, Beschwerde Nr. 44114/14). 

Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller Weise davon 

auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Be-

handlung. Vielmehr müssten im Rahmen der Beurteilung, ob der oder die 

Betroffene ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hät-

ten an der Festnahme und Befragung ein Interesse, verschiedene Aspekte 

– welche im Wesentlichen durch die in Erwägung 6.1 identifizierten Risiko-

faktoren abgedeckt sind (vgl. EGMR, T.N. gegen Dänemark, a.a.O., § 94) 

– in Betracht gezogen werden, wobei dem Umstand gebührend Beachtung 

zu schenken sei, dass diese einzelnen Aspekte, auch wenn sie für sich 

alleine betrachtet möglicherweise kein «real risk» darstellen, diese 

Schwelle bei einer kumulativen Würdigung erreichen könnten. 

8.2.4 Der Beschwerdeführer konnte nicht darlegen, dass er befürchten 

müsse, bei einer Rückkehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit der sri-lan-

kischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf 

sich zu ziehen; es bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, ihm würde 

aus denselben oder anderen, nicht flüchtlingsrechtlich relevanten Gründen 

eine menschenrechtswidrige Behandlung in Sri Lanka drohen. Das Bun-

desverwaltungsgericht gelangt zur Einschätzung, dass sich die jüngsten 

politischen Entwicklungen in Sri Lanka nicht in relevanter Weise auf den 

Beschwerdeführer auswirken dürften. Die allgemeine Menschenrechtslage 

in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt weiter-

hin nicht als unzulässig erscheinen. Hinsichtlich einer allfälligen Gefahr der 

Suizidalität (vgl. E. 8.3.3) – die gemäss dem ärztlichen Bericht vom 20. No-

vember 2024 nicht akut ist – ist darauf hinzuweisen, dass von einem 

zwangsweisen Wegweisungsvollzug gemäss konstanter Rechtsprechung 

nicht Abstand zu nehmen ist, solange Massnahmen zur Verhütung der Um-

setzung einer Suiziddrohung getroffen werden können (vgl. hierzu bspw. 

Urteil des BVGer E-2426/2020 vom 5. Juni 2024 E. 13.2.2, vgl. auch aus 

der Rechtsprechung des Bundesgerichts: BGE 139 II 393 E. 5.2.2, Urteil 

des BGer 2C_856/2015 vom 10. Oktober 2015 E. 3 m.w.H.). 

D-5301/2023 

Seite 28 

8.2.5 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich sowohl im Sinn der asyl- 

als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen als zulässig. 

8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Zurzeit herrscht in Sri Lanka 

weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. In den beiden Refe-

renzurteilen E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 und D-3619/2016 vom 16. Ok-

tober 2017 hat das Bundesverwaltungsgericht eine Einschätzung der Lage 

in Sri Lanka vorgenommen und dabei festgestellt, der Wegweisungsvollzug 

sei sowohl in die Nordprovinz als auch in die Ostprovinz unter Einschluss 

des Vanni-Gebiets zumutbar, wenn das Vorliegen von bestimmten individu-

ellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen fa-

miliären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussicht auf eine gesi-

cherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden könne. Diese Ein-

schätzung gilt auch angesichts der jüngeren Entwicklungen in Sri Lanka. 

8.3.2 In Bezug auf das Vorliegen individueller Zumutbarkeitskriterien kann 

mit Verweis auf die Akten festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer 

aus der Nordprovinz stammt und bis zu seiner Ausreise in B._______ (Dis-

trikt C._______) lebte. Seine Eltern leben seinen Angaben gemäss immer 

noch dort (vgl. SEM-act. […]-30/22 Q9 ff.), besitzen (…) und leben in guten 

Verhältnissen (vgl. SEM-act, […]-30/22 Q39–Q41 und Q54). Sodann hat 

der Beschwerdeführer in schulischer Hinsicht die (…)- und (…)-Level Prü-

fungen erfolgreich absolviert und Ausbildungen zum (…) sowie im Bereich 

des (…) erhalten (vgl. SEM-act. […]-32/15 S. 7). Insofern gibt es keine Hin-

weise darauf, dass er bei einer Rückkehr in eine existenzielle Notlage ge-

raten könnte. 

8.3.3 In der Beschwerde wird auf den schlechten psychischen Zustand des 

Beschwerdeführers hingewiesen. Der ihn behandelnde Psychiater rate von 

einer Wegweisung nach Sri Lanka dringendst ab, da es zu einer lebensge-

fährlichen Retraumatisierung kommen werde. 

D-5301/2023 

Seite 29 

In einem ärztlichen Kurzbericht von «(…)» vom 26. April 2022 (vgl. SEM-

act. […]-18/1) wurde eine beim Beschwerdeführer vorliegende PTBS diag-

nostiziert und festgehalten, dass mit einer antidepressiven medikamentö-

sen Behandlung begonnen werde. Die «(…)» ([…]) führen in einem ärztli-

chen Bericht vom 3. Mai 2022 (vgl. SEM-act. […]-19/4) aus, der Beschwer-

deführer leide unter Schlaflosigkeit, Schlafstörungen (Differentialdiagnose 

PTBS) und Schmerzen aufgrund von subkutanen Fremdkörpern. In einem 

ärztlichen Bericht vom 20. Juni 2022 stellen die (…) fest, der Beschwerde-

führer leide unter chronischen posttraumatischen Schmerzen und Schlaf-

störungen und möglicherweise einer PTBS. In einem ärztlichen Kurzbericht 

(Formular F2) des «(…)» ([…]) vom 19. Juli 2022 (vgl. SEM-act. […]-24/2) 

wird diagnostiziert, dass der Beschwerdeführer unter einer PTBS leide. Dr. 

med. Q._______ führt in seinem ärztlichen Kurzbericht vom 24. März 2023 

(vgl. SEM-act. […]-42/3) aus, dem Beschwerdeführer gehe es psychisch 

sehr schlecht, er zeige das Bild einer schweren PTBS nach jahrelangem 

Gefängnisaufenthalt in Sri Lanka und erlebter Folter. Er träume von erleb-

ter Folter, sei sehr schreckhaft und habe oft Schlaf- und Konzentrations-

störungen. Sein Körper zeige etliche Narben, die mit den Schilderungen 

von körperlicher Folter übereinstimmten. Seine Panikattacken und Angst-

störungen seien mit der Angst verbunden, wieder in sein Heimatland zu-

rückkehren zu müssen. Aus psychiatrischer Sicht sei es wichtig, dass er in 

der Schweiz bleiben dürfe, um eine Grundsicherheit zu bekommen. Erst 

danach könnten die Angststörung und die PTBS psychiatrisch erfolgreich 

behandelt werden. 

Im ärztlichen Bericht vom 22. September 2023 stellt Dr. med. Q._______ 

fest, der Beschwerdeführer leide an einer PTBS nach jahrelangem Gefäng-

nisaufenthalt und Folter in Sri Lanka (ICD-10 F43.1), schweren rezidivie-

renden depressiven Phasen (ICD-10 F33.2), einer andauernden Persön-

lichkeitsänderung nach jahrelanger Folter (ICD-10 F62.0) sowie Angst- und 

Panikattacken. Auf seiner Haut befänden sich mehrere Narben von Folter, 

seine Konzentration und Aufmerksamkeit liessen nach zirka 30 Minuten 

nach und er habe massive Angst, wieder nach Sri Lanka gehen zu müssen. 

Er sei misstrauisch und ängstlich und klage über Schlafstörungen und Alp-

träume. Medikamentös werde er mit «(…)» behandelt. Die Traumatherapie 

sei begonnen worden, wobei der Beschwerdeführer so stark traumatisiert 

sei, dass sich nur kleine Erfolge ableiten liessen. Das grösste Problem sei 

die Angst, abgeschoben und erneut traumatisiert und gefoltert zu werden. 

Er sei psychiatrisch auffällig, zeige massive traumatische Symptome und 

dürfe auf keinen Fall ins Heimatland zurückgeschickt werden, da es zu ei-

ner Retraumatisierung käme, die lebensgefährlich sein werde. Nur eine 

D-5301/2023 

Seite 30 

gesicherte Umgebung könne Ruhe in sein Leben bringen und eine erfolg-

reiche Therapie ermöglichen. Dr. med. Q._______ bestätigt im ärztlichen 

Bericht vom 20. November 2024 sowohl die gestellten Diagnosen, als auch 

seine bisherigen Ausführungen. Trotz antidepressiver Medikation sei es zu 

keiner wesentlichen Besserung des depressiven Zustandsbild gekommen. 

Der Beschwerdeführer leide zudem an starken körperlichen Schmerzen, 

die von der Folter herrührten.  

In den eingereichten Berichten der (…) (verfasst von Dr. med. […]) wurden 

chronische Thorakalgien (Schmerzen in der Brust) linksbetont bei Metall-

splitter links ventral pektoral, chronische Cervikalgie (Schmerzen im hinte-

ren Teil des Halses) bei Status nach körperlicher Gewalt, der Beginn einer 

Facettengelenksarthrose (Hüft- und Gesässschmerzen) HWK (Halswirbel-

körper) 3/4 links, eine beginnende Osteochondrose (degenerative Verän-

derung in Knorpel und Knochen) HWK 4–6, chronische Ellbogenschmer-

zen rechts und der Verdacht auf eine chronische PTBS mit Schmerzen im 

Bereich multipler Narben am ganzen Körper und wechselnde Hyposensi-

bilitäten (Unterempfindlichkeit der Wahrnehmungsverarbeitung) am gan-

zen Körper diagnostiziert. Wegen anhaltender Schmerzen habe der Me-

tallsplitter am 2. Oktober 2024 entfernt werden müssen. Viel schwerwie-

gender und deutlich aufwändiger zu therapieren seien die PTBS mit 

Schmerzen und Dysäthesien (Sensibilitätsstörungen) im Bereich der mul-

tiplen Narben am ganzen Körper, verstärkt durch die Angst, bei einer Rück-

kehr nach Sri Lanka erneut körperlicher Gewalt ausgesetzt zu sein. Die 

zwei Wochen nach dem Eingriff erfolgte Verlaufskontrolle sei zufriedenstel-

lend gewesen. Mitte November 2024 sei eine weitere klinische Verlaufs-

kontrolle geplant. 

Aus medizinischen Gründen kann nur dann auf Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs geschlossen werden, wenn eine notwendige Behand-

lung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die fehlende Möglichkeit 

der (Weiter)Behandlung bei einer Rückkehr zu einer raschen und lebens-

gefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffe-

nen Person führt. Dabei wird diejenige allgemeine und dringende medizi-

nische Behandlung als relevant erachtet, die zur Gewährleistung einer 

menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt 

nicht alleine deshalb vor, weil im Heimat- oder Herkunftsstaat eine nicht 

dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung 

möglich ist (vgl. BVGE 2017 VI/7 E. 6, 2011/50 E. 8.3, je m.w.H.). 

D-5301/2023 

Seite 31 

In seinem Referenzurteil E-737/2020 vom 27. Februar 2023 setzte sich das 

Bundesverwaltungsgericht umfassend mit der Gesundheitsversorgung in 

Sri Lanka in Zusammenhang mit der herrschenden Wirtschafts- und Ver-

sorgungskrise auseinander. Trotz einer Verschlechterung der Versor-

gungslage ging es davon aus, dass eine Grundversorgung gewährleistet 

sei. Es sei im Einzelfall abzuklären, welcher Behandlung, Betreuung und 

Medikation eine zurückzuführende Person bedürfe (vgl. a.a.O. E. 10.2.6). 

Im Urteil D-3805/2022 vom 15. Juni 2023 gelangte das Bundesverwal-

tungsgericht unter Berücksichtigung des Referenzurteils E-737/2020 zum 

Schluss, dass der Vollzug der Wegweisung auch im Falle eines unter einer 

komplexen PTBS leidenden Beschwerdeführers zumutbar sei (vgl. a.a.O. 

E. 6.2.2). Im Urteil E-2426/2020 vom 5. Juni 2024 wurde festgestellt, dass 

die medizinische Versorgungslage in Sri Lanka eine Entspannung erfahren 

habe. Gängige psychiatrisch-psychologische Behandlungen seien verfüg-

bar (vgl. a.a.O. E. 13.3.4.2 S. 30). 

Hinsichtlich der dem Beschwerdeführer verschriebenen Medikamente ist 

festzustellen, dass «(…)» in Sri Lanka als in Indien hergestelltes Generi-

kum «(…)» zugelassen, in der Online-Apotheke «Mycare» erhältlich und 

aktuell verfügbar ist ([…]; abgerufen am 27. Februar 2025). Auch das ihm 

verordnete «[…]» ist in Sri Lanka unter dem Namen «[…]» und «[…]» zu-

gelassen und über «Mycare» ([…]>; abgerufen am 5. Februar 2025) erhält-

lich. 

Wie bereits vorstehend erwähnt, sind gängige psychiatrisch-psychologi-

sche Behandlungen in Sri Lanka trotz der aktuellen wirtschaftlichen Lage 

verfügbar. In Bezug auf die indizierte therapeutische Behandlung seiner 

psychischen Beschwerden ist der Beschwerdeführer gehalten, sich an ei-

nes der existierenden Spitäler mit psychiatrischen Abteilungen zur statio-

nären Betreuung oder an eine der existierenden Einrichtungen für die am-

bulante Behandlung von psychisch erkrankten Personen zu wenden. Im 

Bezirk C._______ sind (…) psychiatrische Ambulatorien vorhanden. Das 

nächstgelegene Krankenhaus mit einer psychiatrischen Akutabteilung ist 

das «(…)» und in Gg._______ wurde (…) eröffnet (vgl. SEM, Focus Sri 

Lanka, Gesundheitswesen: Psychiatrische Versorgung, 14. April 2023, 

S. […]; abgerufen am 27. Februar 2025). Der Umstand, dass die Behand-

lungsmöglichkeiten in Sri Lanka deutlich schwerer zugänglich sind als in 

der Schweiz, ändert nichts an der Einschätzung, dass es dem Beschwer-

deführer möglich ist, die benötigte therapeutische und medikamentöse 

Hilfe in der Heimat in Anspruch nehmen zu können. Den Akten ist nicht zu 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit Beschwerdeeinreichung aus 

D-5301/2023 

Seite 32 

psychischen Gründen hospitalisiert wurde, was darauf hindeutet, dass 

keine medizinische Notlage vorliegt. Für den Fall, dass von ihm benötigte 

Medikamente im Zeitpunkt der Ausreise in Sri Lanka kurzfristig nicht ver-

fügbar sein sollten, hätte der Beschwerdeführer die Möglichkeit, sich vor 

seiner Ausreise aus der Schweiz einen Medikamentenvorrat anzulegen 

und bei Bedarf im Rahmen der individuellen Rückkehrhilfe finanzielle Un-

terstützung zur Erleichterung seiner Eingliederung oder zur befristeten me-

dizinischen Betreuung in seiner Heimat zu beantragen (vgl. Urteile des 

BVGer E-2426/2020 vom 5. Juni 2024 E. 13.3.4.2 und D-5861/2022 vom 

1. März 2023 E. 10.3.4; Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG i.V.m. Art. 75 der Asyl-

verordnung 2 über Finanzierungfragen vom 11. August 1999 [AsylV 2, 

SR 142.312]). Auch eine allfällige akut auftretende Suizidalität könnte ei-

nen Vollzug der Wegweisung nicht als unzu-mutbar erscheinen zu lassen. 

Einer solchen wäre bei einem zwangsweisen Wegweisungsvollzug im Rah-

men der Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen. Die vorgebrachten ge-

sundheitlichen Beschwerden führen demnach nicht zur Unzumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs, da die von der Rechtsprechung dafür gefor-

derte hohe Schwelle der gesundheitlichen Beeinträchtigung aufgrund der 

Aktenlage nicht erreicht ist und von der adäquaten Behandelbarkeit im Hei-

matstaat auszugehen ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 7, m.H. auf die Praxis des 

EGMR). 

8.3.4 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich mithin nicht als unzumut-

bar. 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Wegwei-

sungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat. 

Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht 

(Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

9.1 In der Beschwerde wird geltend gemacht, das SEM habe den Anspruch 

auf rechtliches Gehör des Beschwerdeführers verletzt. Es habe keine ge-

naue Prüfung der Risikofaktoren vorgenommen, obwohl diese von erheb-

licher Bedeutung seien. Auch habe es die aktuelle Situation in Sri Lanka 

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ungenügend dargelegt. Zudem habe es seiner psychischen Gesundheit 

nicht genügend Rechnung getragen. Die Umstände der Befragung vom 

30. August 2012 seien nicht genügend gewürdigt worden und das SEM sei 

davon ausgegangen, dass sein Bruder noch in Sri Lanka lebe, was falsch 

sei, denn dieser befinde sich in der Schweiz. 

9.2 Das SEM stellte sich in der Vernehmlassung auf den Standpunkt, dass 

auch die vorhandenen schwach risikobegründenden Faktoren zu keiner 

anderen Einschätzung der Gefährdung des Beschwerdeführers führen, 

eine Einschätzung, die vom Bundesverwaltungsgericht geteilt wird. Des 

Weiteren hat sich das sowohl bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft, 

als auch bei derjenigen der Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

zur aktuellen Situation in Sri Lanka geäussert. Es prüfte auch die geltend 

gemachte psychische Erkrankung des Beschwerdeführers und würdigte 

die von ihm bei der Anhörung vom 30. August 2012 gemachten Aussagen. 

Hinsichtlich des Aufenthaltsorts des Bruders des Beschwerdeführers ging 

es zu Unrecht davon, dass dieser sich noch in Sri Lanka befindet. Der 

Sachverhalt wurde in dieser Hinsicht nicht richtig festgestellt, was indessen 

keine Rückweisung der Sache an das SEM rechtfertigt, da dieser Umstand 

hinsichtlich der Beurteilung des Asylgesuchs des Beschwerdeführers nicht 

wesentlich ist. Der Antrag auf Rückweisung der Sache an das SEM zur 

Neubeurteilung ist abzuweisen. 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im 

Lichte von Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden 

ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm mit Instruktionsverfü-

gung vom 8. November 2023 die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von 

Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde und sich an den Voraussetzungen 

dazu nichts geändert hat, sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 

12.  

12.1 Nachdem dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtsverbei-

ständung gewährt und MLaw Shirin Fallahpour als amtliche Rechtsbeistän-

din eingesetzt wurde, ist jener ein amtliches Honorar auszurichten. 

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Seite 34 

12.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht bei amtlicher Vertretung in der 

Regel von einem Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nicht-an-

waltliche Vertreterinnen und Vertreter aus (vgl. Art. 12 i.V.m Art. 10 Abs. 2 

VGKE). Es wird nur der notwendige Aufwand entschädigt. 

12.3 Die Rechtsvertreterin reichte am 5. Dezember 2023 eine aktualisierte 

Kostennote ein, in welcher ein zeitlicher Aufwand von 17 Stunden und 

15 Minuten (à Fr. 200.–), Kosten für den Dolmetscher von Fr. 48.20 und 

Spesen (Telefonate, Telefax, Erstellen von Kopien) von Fr. 64.10 ausge-

wiesen werden. Der veranschlagte zeitliche Aufwand ist angesichts des 

Aktenumfangs und der sich stellenden Rechtsfragen angemessen. Das 

Gericht geht von einem zeitlichen Aufwand von 45 Minuten für das Einrei-

chen der Eingaben vom 19. Dezember 2023, 29. Oktober 2024 und 5. De-

zember 2024 aus. Der angeführte Stundenansatz von Fr. 200.– ist entspre-

chend der vorstehenden Erwägung 12.2 auf Fr. 150.– zu kürzen. Der 

Rechtsbeiständin ist unter Berücksichtigung des nach dem Datum der Kos-

tennote entstandenen Aufwands durch das Bundesverwaltungsgericht ge-

stützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 

VGKE) ein amtliches Honorar in der Höhe von gerundet Fr. 3024.– auszu-

richten (Fr. 2700.– Bemühungen der Rechtsvertreterin [18 Stunden à 

Fr. 150.–], Fr. 48.20 Dolmetscherkosten [1,25 Stunden à Fr. 38.55], 

Fr. 211.60 Mehrwertsteuerzuschlag [7.7% auf Honorar der Rechtsvertrete-

rin und Dolmetscherkosten] und Fr. 64.10 für die Auslagen). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 35 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

MLaw Shirin Fallahpour wird zulasten des Gerichts ein amtliches Honorar 

von Fr. 3024.– ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Christoph Basler