# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7bddc74e-e08a-5e79-8b4c-e1c6d4591c67
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.02.2014 200 2013 420
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-420_2014-02-04.pdf

## Full Text

200 13 420 IV und
200 13 421 IV (2)
GRD/COC/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. Februar 2014

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend zwei Verfügungen vom 17. und 24. April 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2014, IV/13/420, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1957 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 1. Mai 2001 unter Hinweis auf ein Rückenleiden bei der 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV [act. II] 1). 
Daraufhin führte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) medi-
zinische und erwerbliche Erhebungen durch. Dabei fand insbesondere eine 
interdisziplinäre (psychiatrische/neurochirurgische) Begutachtung statt 
(act. II 16 und 18). Im weiteren Verlauf wies die IVB das Rentenbegehren 
mit Verfügung vom 29. Juli 2002 (act. II 32) bei einem Invaliditätsgrad (IV-
Grad) von 31% ab. Eine hiergegen erhobene Beschwerde hiess das Ver-
waltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 30. Juni 2003, IV 62529 
(act. II 35), insofern gut, als es die angefochtene Verfügung aufhob und die 
Akten an die IVB zurückwies, damit diese nach ergänzenden medizini-
schen (psychiatrischen) Abklärungen neu verfüge. 

Daraufhin liess die IVB den Versicherten durch die MEDAS erneut interdis-
ziplinär begutachten (act. II 49). Gestützt darauf sprach sie mit Verfügun-
gen vom 17. November 2005 (act. II 55) bei einem IV-Grad von 42% rück-
wirkend ab dem 1. November 2000 eine Viertelsrente zu (vgl. auch Be-
schluss vom 16. Februar 2005; act. II 53). Eine hiergegen erhobene Ein-
sprache wies die IVB mit Entscheid vom 2. Juni 2006 (act. II 66) ab. Dabei 
wurde für das Einspracheverfahren die unentgeltliche Verbeiständung ge-
währt. Eine Ausdehnung der unentgeltlichen Rechtspflege auf das gesamte 
IV-Verfahren wurde dagegen verneint. Die hiergegen erhobene Beschwer-
de wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 2. No-
vember 2007, IV 66962 (act. II 74), ab. 

B.

Anlässlich einer Revision von Amtes wegen im Jahre 2008, in welcher der 
Versicherte eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geltend 
gemachte hatte (act. II 79), fand eine Verlaufsbegutachtung in der MEDAS 

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statt (Gutachten vom 28. April 2009; Akten der IV [act. IIA] 98). Gestützt 
darauf wies die IVB das Rentenerhöhungsgesuch mit Verfügung vom 3. Ju-
li 2009 (act. IIA 102) ab und bestätigte die Weiterausrichtung der laufenden 
Viertelsrente.

C.

Im Rahmen einer Revision von Amtes wegen im Jahre 2011 machte der 
Versicherte wiederum eine Verschlechterung seines Gesundheitszustan-
des geltend (act. IIA 107). Daraufhin veranlasste die IVB insbesondere eine 
interdisziplinäre Begutachtung in der MEDAS (Gutachten vom 23. Januar 
2012; act. IIA 115.1) und holte anschliessend Stellungnahmen des Regio-
nalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn 
(act. IIA 116 und 117) ein. Gestützt darauf stellte sie mit Vorbescheid vom 
9. November 2012 (act. IIA 118) bei einem neu ermittelten IV-Grad von 
17% die Einstellung der Rentenleistungen nach Zustellung der Verfügung 
auf Ende des folgenden Monats in Aussicht. Mit diesem Vorbescheid zeigte 
sich der Versicherte nicht einverstanden und liess am 14. Dezember 2012 
Einwand erheben. Gleichzeitig wurde ein Gesuch um unentgeltliche Ver-
beiständung gestellt (act. IIA 122).  

In der Folge stellte die IVB nach Einholung einer weiteren Stellungnahme 
des RAD (act. IIA 124) mit Vorbescheid vom 27. Februar 2013 (act. IIA 
125) die Abweisung des Rentenerhöhungsgesuchs und die Weiterausrich-
tung der laufenden Viertelsrente in Aussicht. Mit diesem Vorbescheid zeig-
te sich der Versicherte abermals nicht einverstanden und liess am 26. März 
2013 Einwand erheben und ein Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung 
stellen (act. IIA 127).

Mit Verfügung vom 17. April 2013 (act. IIA 129) wies die IVB das Gesuch 
um Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung im Verwaltungsverfah-
ren vom 14. Dezember 2012 mangels Erforderlichkeit ab. Ferner wies sie 
mit Verfügung vom 24. April 2013 (act. IIA 130) das Rentenerhöhungsge-
such ab und bestätigte die Weiterausrichtung der laufenden Viertelsrente.

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D.

Gegen diese beiden Verfügungen liess der Versicherte am 21. Mai 2013 
Beschwerde erheben und folgende Anträge stellen:

1. Die Verfügungen vom 17. und 24. April 2013 seien aufzuhe-
ben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, dem Beschwer-
deführer für das Anhörungsverfahren betreffend den Vorbe-
scheid vom 9. November 2012 die Rechtswohltat der unent-
geltlichen Rechtspflege zu gewähren.

3. Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, dem Beschwer-
deführer ab dem 1. Mai 2012 eine Dreiviertelsrente, zuzüg-
lich Verzugszins seit wann rechtens zu gewähren.

4. Dem Beschwerdeführer sei für das vorliegende Verfahren 
hinsichtlich der beiden angefochtenen Verfügungen die 
Rechtswohltat der unentgeltlichen Rechtspflege zu ge-
währen.

unter Kosten- und Entschädigungsfolge

Mit Beschwerdeantwort vom 12. Juni 2013 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde. 

Aufforderungsgemäss gingen am 21. Juni 2013 weitere Unterlagen zum 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege beim Gericht ein.

Mit Verfügung vom 9. Oktober 2013 hiess der Instruktionsrichter das Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Fürsprecher 
B.________ als amtlicher Anwalt gut.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 

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den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekte bilden die Verfügungen vom 17. und 24. April 
2013 (act. IIA 129 und 130). Streitig und zu prüfen sind einerseits der Ren-
tenanspruch des Beschwerdeführers und dabei insbesondere, ob die Vor-
aussetzungen zur revisionsweisen Änderung des laufenden Rentenan-
spruchs erfüllt sind, und andererseits der Anspruch auf unentgeltliche Ver-
beiständung im Verwaltungsverfahren.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-

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werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

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2.5 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad 
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist 
deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszu-
standes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Aus-
wirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufga-
benbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheb-
lich verändert haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch 
dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur 
Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetre-
ten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; Entscheid 
des Bundesgerichts vom 25. Juli 2013, 8C_441/2012, E. 3.1.1). 

Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der 
ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur Zeit der 
streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 
S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369, SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

3.

3.1 Vorab ist zu prüfen, ob zwischen der Verfügung vom 3. Juli 2009 
(act. IIA 102), in welcher die Weiterausrichtung der Viertelsrente – nach 
materieller Prüfung (BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114) – bestätigt worden war, 
und der hier angefochtenen Verfügung vom 24. April 2013 (act. IIA 130) 
eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten 
ist, die geeignet ist, den IV-Grad und damit den Rentenanspruch zu beein-
flussen (vgl. E. 2.5 hiervor). 

3.2 Die Verfügung vom 3. Juli 2009 (act. IIA 102) stützte sich mass-
geblich auf das interdisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 28. April 2009 
(act. IIA 98). In diesem wurde ein chronisches lumbovertebrales Schmerz-
syndrom mit rechtsbetonten Beinbeschwerden (ICD-10 M54.5), ein leicht-
gradiges subakromiales Impingement der Schulter rechts (ICD-10 M75.4) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2014, IV/13/420, Seite 8

sowie eine koronare 2-Gefässerkrankung (ICD-10 I25.9) diagnostiziert (S. 
24 Ziff. 6). Die geklagten Rückenschmerzen liessen sich durch die degene-
rativen Wirbelsäulenveränderungen der LWS zumindest teilweise erklären, 
weshalb schwere körperliche Tätigkeiten mit mittelschwerem bis schwerem 
und vor allem repetitivem Heben und Tragen weiterhin nicht mehr zumutbar 
seien. Der klinische Verdacht auf beginnende degenerative Veränderungen 
der rechten Schulter führe zu einer verminderten Belastbarkeit der Schul-
ter, was repetitive Tätigkeiten des rechten Arms über Kopf betreffe. Aus 
psychiatrischer Sicht bestehe keine Leistungseinschränkung (S. 22). Ins-
besondere hätten sich keine Hinweise für abgrenzbare depressive Episo-
den oder für eine schwere narzisstische Persönlichkeitsstörung ergeben 
(S. 21 unten). Schliesslich kamen die Fachärzte aus interdisziplinärer Sicht 
zum Schluss, die angestammte Tätigkeit als … sei aufgrund der bestehen-
den Rückenbeschwerden weiterhin nicht zumutbar. Körperlich leichte bis 
mittelschwere Tätigkeiten in wechselnder Position, bei denen eine Hebe- 
und Tragelimite von 10kg nur ausnahmsweise überschritten werde und 
keine regelmässige Bewegungen der Arme im Überkopfbereich vorkämen, 
seien weiterhin zumutbar. Dabei sei die zu leistende Tagesarbeitszeit um 
etwa ein Drittel zu reduzieren (S. 23 oben). 

3.3 Der nunmehr angefochtenen Verfügung vom 24. April 2013 (act. IIA 
130) liegen insbesondere folgende Berichte zugrunde: 

3.3.1 Dr. med. C.________, Facharzt für Neurochirurgie FMH, gab im 
Bericht vom 4. November 2009 (act. IIA 106 S. 9 f.) an, auf der Wirbelsäule 
bestünden mehrere degenerative Veränderungen. Zudem habe der Be-
schwerdeführer vor 3 Monaten wegen einer koronaren Herzkrankheit zwei 
Stents bekommen (S. 9). Schliesslich attestierte er eine 100%-ige Arbeits-
unfähigkeit (S. 10). 

Am 21. Februar 2011 (act. IIA 106 S. 3) führte der Facharzt aus, der Be-
schwerdeführer habe trotz Schmerzmitteleinnahme starke Schmerzen, 
vorwiegend zunehmende Lumbagos mit rechtsseitigen Ischialgien. Eine 
operative Sanierung sei wegen der schwere Diabetes nicht zu empfehlen, 
solange man den Zustand mit Infiltrationen behandeln könne. Die Frage 
der Arbeitsfähigkeit bleibe offen. Zurzeit sage der Beschwerdeführer, dass 
er im reduzierten Ausmass wegen den Schmerzen nicht arbeitsfähig sei. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2014, IV/13/420, Seite 9

3.3.2 Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, attestierte im ärztlichen Zeugnis vom 23. März 2011 (act. IIA 106 
S. 1) eine krankheitsbedingte, aus multifaktoriellen Gründen bestehende 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit.

3.3.3 Die Fachärzte der MEDAS diagnostizierten im interdisziplinären 
Gutachten vom 23. Januar 2012 (act. IIA 115.1) mit Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit ein subakutes lumbospondylogenes bis lumboradikuläres 
Schmerzsyndrom L3/4 links (ICD-10 M54.4, 54.5), ein chronisches lumbo-
spondylogenes bis lumboradikuläres Schmerzsyndrom L5/S1 rechts (ICD-
10 M54.4, 54.5), ein chronisches zervikozephales sowie zervikospondylo-
genes Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0), ein chronisches Schulterim-
pingement rechts (ICD-10 M75.4) sowie eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0). Aus psychiatrischer 
Sicht leide der Beschwerdeführer an einer leichten depressiven Episode 
mit depressiven Verstimmungen, Ängsten, erhöhter Ermüdbarkeit, 
Schlafstörungen und etwas vermindertem Selbstwert bei erhaltender 
Selbstwertregulation. Zudem bestünden psychosoziale und emotionale 
Belastungsfaktoren (Migrationshintergrund, gescheiterte Ehe, Kontaktver-
lust zu den Kindern, angespannte finanzielle Situation). Im Rahmen der 
depressiven Störung sei eine Somatisierung mit subjektiv verstärkten 
Schmerzen möglich. Eine zusätzliche Schmerzverarbeitungsstörung oder 
eine somatoforme Störung bestehe nicht. Aufgrund der durch die Depres-
sion bedingten erhöhten Ermüdbarkeit, die einen erhöhten Pausenbedarf 
bedinge, bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% (S. 23 
Ziff. 4.1.4 f.). Aus rheumatologischer Sicht stünden die Anfangs Oktober 
2011 aufgetretenen Schmerzen lumbogluteal links im Vordergrund. Unter 
Behandlungsmassnahmen habe sich diese Beschwerdesymptomatik ge-
bessert (S. 31 Ziff. 4.2.4). Die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwer-
den am Bewegungsapparat könnten im Wesentlichen aufgrund der frühe-
ren sowie aktuellen klinisch-rheumatologischen Befunde sowie der gesam-
ten bildgebenden Abklärungen weitgehend nachvollzogen werden (S. 32). 
Die angestammte Tätigkeit als … sowie jede andere mittel- bis schwerbe-
lastende Tätigkeit sei aus rheumatologischer Sicht nicht mehr zumutbar. 
Eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit (tendenziell sitzend, 
ohne Heben und Tragen von Lasten über 10kg, ohne Arbeiten über der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2014, IV/13/420, Seite 10

Schulterhorizontalen mit dem rechten Arm, ohne stereotype Rotationsbe-
wegungen der LWS und HWS) sei zu 50% zumutbar (S. 32 f. Ziff. 4.2.5). 
Die Verschlechterung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit wurde aus rheu-
matologischer Sicht durch die progrediente Zunahme der relevanten 
Diskopathie im Segment L3/4 mit einer subakuten Lumboischialgie links 
und unter Berücksichtigung des chronischen lumbospondylogenen bis lum-
boradikulären Schmerzsyndroms L5/S1 rechts begründet. Zudem bestehe 
ein klares zervikozephales bis zervikospondylogenes Schmerzsyndrom bei 
deutlicher Osteochondrose und Unkarthrose C5/6. Diese Diagnose sei im 
Gutachten der MEDAS vom 28. April 2009 nicht weiter diskutiert worden. 
Erschwerend für manuelle Tätigkeiten bestehe eine klare Schulterim-
pingement-Problematik rechts (S. 33 Ziff. 4.2.7). Aus interdisziplinärer Sicht 
kamen die Gutachter zum Schluss, die angestammte Tätigkeit sowie alle 
anderen mittelschwer bis schwer belastenden Tätigkeiten seien nicht mehr 
zumutbar. In einer körperlich leichten, angepassten Tätigkeit bestehe da-
gegen eine 50%-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit (S. 36 Ziff. 6.2).  

3.3.4 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, für Tropen- und Reisemedizin sowie für Physikalische Medizin und 
Rehabilitation FMH, nahm am 29. Februar 2012 zum MEDAS-Gutachten 
und zu einer möglichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes Stel-
lung (act. IIA 116). Die cervikalen Probleme seien akzentuierter als früher. 
Dazu komme eine interkurrent im Oktober 2011 aufgetretene Blockade der 
LWS, die aber gut auf die Behandlung angesprochen habe, was für eine 
funktionelle Ursache der Schmerzexazerbation spreche. Da klinisch keine 
sichere radikuläre Beteiligung habe nachgewiesen werden können, könne 
das Argument des MRI-Befundes, dass die Diskushernie L3/4 seit 2009 
grösser geworden sei, nicht dazu dienen, eine Verschlechterung zu bele-
gen. Wenn man die objektiven klinischen Untersuchungsbefunde verglei-
che, könne man keinen relevanten Unterschied ausmachen. Die cervikalen 
Beschwerden hätten im Vergleich zu 2009 möglicherweise zugenommen, 
aber es sei kein gesichertes radikuläres Syndrom nachweisbar. Die radio-
logisch nachweisbare Osteochondrose sei bei einem 54-jährigen Mann 
eher ein Normalbefund. Zusammenfassend kam der RAD-Arzt zum 
Schluss, eine wesentliche und objektive Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes seit 2009 könne aus somatischen Gründen nicht überzeu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2014, IV/13/420, Seite 11

gend begründet werden. Dass neu nur noch leichte Tätigkeiten zugemutet 
werden sollten, sei angesichts der Chronizität der Beschwerden und der 
Dekonditionierung sowie dem fortschreitenden Alter richtig. Das Pensum 
könne aber bei 2/3 beibehalten werden. 

3.3.5 Der RAD-Psychiater Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH, führte in seiner Stellungnahme vom 8. Novem-
ber 2012 (act. IIA 117) aus, aus psychiatrischer Sicht könne keine Ver-
schlechterung des Gesundheitszustandes festgestellt werden.

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.5 Vorliegend erfüllt das MEDAS-Gutachten vom 23. Januar 2012 
(act. IIA 115.1) die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den 
Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen 
(E. 3.4 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 
351 E. 3b/bb S. 353). Die Gutachter haben ihre Einschätzung in Kenntnis 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2014, IV/13/420, Seite 12

der medizinischen Vorakten gewonnen und dabei die subjektiven Angaben 
des Beschwerdeführers sowie die objektiven Befunde ausführlich wieder-
gegeben. Zudem haben sie sich insbesondere mit dem Gutachten der 
MEDAS vom 28. April 2009 (act. IIA 102) auseinandergesetzt. Auf dieses 
Gutachten ist abzustellen.

3.5.1 Vorab ist zu prüfen, ob ein Revisionsgrund gegeben ist. Diesbezüg-
lich haben die Gutachter gestützt auf ihre eigenen und die vorhandenen 
bildgebenden Untersuchungen nachvollziehbar dargelegt, dass sich der 
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers (aus somatischer Sicht) seit 
der Begutachtung in der MEDAS im Jahr 2009 verschlechtert hat. Dabei 
wurde insbesondere auf die progrediente Zunahme der Diskopathie im 
Segment L3/4 und auf das bestehende zervikozephale bis zervikospondy-
logene Schmerzsyndrom bei deutlicher Osteochondrose und Unkarthrose 
C5/6 hingewiesen (act. IIA 115.1 S. 33 Ziff. 4.2.7). 

An dieser schlüssigen Beurteilung ändert die Stellungnahme des RAD-
Arztes Dr. med. E.________ vom 29. Februar 2012 (act. IIA 116) nichts, in 
welcher eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus somati-
scher Sicht verneint wurde. Denn eine nachvollziehbare Begründung für die 
Abweichung von der schlüssigen Einschätzung der MEDAS-Gutachter fehlt 
in der entsprechenden Stellungnahme. Was umso schwerer liegt, als der 
RAD-Arzt, anders als die Gutachter, nicht über eine entsprechende Fach-
arztausbildung verfügt. Darüber hinaus ist die Beurteilung des RAD-Arztes 
auch in sich widersprüchlich. Trotz der Verneinung einer Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes erachtete der RAD-Arzt nur noch eine leichte 
Tätigkeit als zumutbar. Dies obwohl im Gutachten der MEDAS vom 
28. April 2009 (act. IIA 102) noch eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit 
als zumutbar befunden worden war. Insofern müsste folglich auch der 
RAD-Arzt von einer Verschlechterung resp. zumindest von Veränderung 
des Zumutbarkeitsprofils ausgehen. 

Demzufolge ist vorliegend eine Verschlechterung des Gesundheitszustan-
des bereits aus somatischer Sicht erstellt. Der Rentenanspruch ist deshalb 
frei zu prüfen (vgl. E. 2.5 hiervor). Ob auch in psychischer Hinsicht eine 
Veränderung eingetreten ist, braucht damit unter dem Titel des Revisions-
grundes nicht näher geprüft zu werden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2014, IV/13/420, Seite 13

3.5.2 Bezüglich des Gesundheitszustandes und der Beurteilung der Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit ist – wie zuvor dargelegt wurde (vgl. E. 3.5 
hiervor) – auf das schlüssige MEDAS-Gutachten vom 23. Januar 2012 
(act. IIA 115.1) abzustellen. Die Gutachter zeigen dabei klar auf, dass der 
Beschwerdeführer an einem lumbospondylogenen bis lumboradikulären 
Schmerzsyndrom L3/4 links sowie L5/S1 rechts, an einem chronischen 
zervikozephalen sowie zervikospondylogenen Schmerzsyndrom, an einem 
chronischen Schulterimpingement rechts sowie an einer rezidivierenden 
depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode, leidet. Ferner führen die 
Gutachter schlüssig und nachvollziehbar aus, dass dem Beschwerdeführer 
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als … sowie jede andere mittelschwer bis 
schwer belastende Tätigkeit nicht mehr zumutbar ist. Dagegen besteht in 
einer körperlich leichten, angepassten Tätigkeit eine 50%-ige Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit. Es ist zwar darauf hinzuweisen, dass die im MEDAS-
Gutachten aufgrund der diagnostizierten rezidivierenden depressiven 
Störung, gegenwärtig leichte Episode, attestierte 20%-ige Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit (S. 23 Ziff. 4.1.5) vorliegend nicht zu berücksichtigen 
ist, da es bei dieser definitionsgemäss um ein vorübergehendes Leiden 
ohne dauerhaften Krankheitswert handelt (Entscheid des Bundesgerichts 
vom 29. Juni 2011, 9C_176/2011, E. 4.3). Dies ist vorliegend jedoch nicht 
massgelblich, denn die aus interdisziplinärer Sicht attestierte 50%-ige Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit wird vollum-
fänglich durch die somatischen Einschränkungen gedeckt (act. IIA 115.1 
S. 32 f. 4.2.5).

An der schlüssigen Einschätzung der MEDAS-Gutachter ändert der Bericht 
des Dr. med. C.________ vom 21. Februar 2011 (act. IIA 106 S. 3) nichts, 
in welchem eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit postuliert wurde. Denn der 
Facharzt hat dabei einzig die Einschätzung des Beschwerdeführers wie-
dergegeben. Er selbst liess die Frage der Arbeitsunfähigkeit offen. Und 
auch das ärztliche Zeugnis des behandelnden Psychiaters vom 23. März 
2011 (act. IIA 106 S. 1) ändert vorliegend nichts. Denn eine Begründung, 
weshalb eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wird, fehlt darin 
vollständig. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2014, IV/13/420, Seite 14

3.6 Demnach ist vorliegend gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 
23. Januar 2012 von einer 50%-igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit in ei-
ner angepassten Tätigkeit auszugehen.

Nachfolgend ist der IV-Grad mittels Einkommensvergleich zu ermitteln. 

4.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325, 129 V 222 
E. 4.3.1 S. 224).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 
SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1). Es gilt zu berücksichtigen, dass ge-
sundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeiter-
tätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2014, IV/13/420, Seite 15

tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.2 Für den Einkommensvergleich ist grundsätzlich auf den Zeitpunkt 
der Rentenrevision abzustellen (Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 12. Februar 2004, I 607/03, 
E. 7.2.1). Das Bestehen von Revisionsgründen – und damit auch der Revi-
sionszeitpunkt – ist vorliegend gemäss Angaben im MEDAS-Gutachten ab 
dem Gutachtensdatum (23. Januar 2012) erstellt (act. IIA 115.1 S. 36 
Ziff. 6.3), so dass die Vergleichseinkommen auf das Jahr 2012 hin zu be-
stimmen sind.

4.2.1 Es ist unbestritten und aufgrund der Akten anzunehmen, dass der 
Beschwerdeführer bei guter Gesundheit weiterhin in seinem angestammten 
Arbeitsplatz als … in unverändertem Umfang tätig wäre, weshalb das Vali-
deneinkommen grundsätzlich aufgrund des zuletzt – ohne Invalidität – er-
zielten Lohnes festzusetzen ist.

Gemäss Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers 
hätte dieser im Jahr 2001 Fr. 58'500.-- (Fr. 4'500.-- x 13) erzielt (act. II 10 
S. 2 Ziff. 16). Dies ergibt auf das massgebliche Jahr 2012 aufgerechnet ein 
jährliches Valideneinkommen von Fr. 67'293.75 (Fr. 58'500.-- : 109.1 x 
125.5 ; Bundesamt für Statistik [BFS], Nominallohnindex 1993 – 2012, Ta-
belle T1.93, Total Männer).  

4.2.2 Da der Beschwerdeführer keine Verweisungstätigkeit im zumutba-
ren Rahmen aufgenommen hat, ist das Invalideneinkommen gestützt auf 
die LSE 2010 zu ermitteln (vgl. E. 4.1.2 hiervor).

Dem Beschwerdeführer ist eine körperlich leichte, wechselbelastende 
Tätigkeit zu 50% zumutbar (vgl. E. 3.6 hiervor). Deshalb ist es nicht zu be-
anstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen ge-
stützt auf das Total des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetitive 
Tätigkeiten) der Tabelle TA1 festgelegt hat. Der massgebliche monatliche 
Bruttolohn für Männer beträgt dabei Fr. 4'901.--. Auf die betriebsübliche 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2014, IV/13/420, Seite 16

Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS, Betriebsübliche Wochenar-
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total) und auf das massgebende 
Jahr 2012 aufgerechnet, resultiert daraus ein jährliches Einkommen von 
Fr. 62'353.80 (Fr. 4'901.-- : 40 x 41.7 x 12 : 100 x 101.7; vgl. BFS, Nomi-
nallöhne 2010 – 2012, Tabelle T1.1.10, Total Männer). Unter Berücksichti-
gung der 
50%-igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit, ergibt dies ein Einkommen von 
Fr. 31'176.90 (Fr. 62'353.80 x 0.5) im Jahr.

Der von der Beschwerdegegnerin zugestandene Abzug von 10% (AB 59 
S. 2) trägt – entgegen Auffassung in der Beschwerde (S. 10 Ziff. 8) – allen 
einkommensbeeinflussenden gesundheitsbedingten Aspekten genügend 
Rechnung. Ein anderweitiger persönlicher oder beruflicher Umstand, der 
einen höheren Abzug rechtfertigte, ist nicht ersichtlich. Damit ergibt sich ein 
Invalideneinkommen von Fr. 28'059.20 (Fr. 31'176.90 x 0.9) im Jahr.

4.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 67'293.75 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 28'059.20 resultiert eine Einkommenseinbusse von 
Fr. 39'234.55, was einem IV-Grad von gerundet 58% (zur Rundung: 
BGE 130 V 121 S. 123 E. 3.2 und 3.3) entspricht. Es besteht folglich ein 
Anspruch auf eine halbe IV-Rente (vgl. E. 2.2 hiervor).

Da die Veränderung ab dem 23. Januar 2012 erstellt ist (E. 4.2 hiervor) ist 
die bisherige Viertelsrente folglich in Anwendung von Art. 88a Abs. 2 der 
Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV; 
SR 831.201) ab April 2012 auf eine halbe Rente zu erhöhen.

4.4 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde gegen die Verfügung 
vom 24. April 2013 teilweise gutzuheissen, die angefochtene Verfügung 
aufzuheben und dem Beschwerdeführer ab April 2012 eine halbe IV-Rente 
auszurichten. Soweit weitergehend ist die Beschwerde abzuweisen. Insbe-
sondere besteht kein Anspruch auf Verzugszinsen, da Sozialversicherun-
gen für ihre Leistungen erst nach Ablauf von 24 Monaten nach der Entste-
hung des Anspruchs, frühestens aber 12 Monate nach dessen Geltendma-
chung, verzugszinspflichtig werden (Art. 26 Abs. 2 ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2014, IV/13/420, Seite 17

5.

Zu prüfen bleibt der Anspruch des Beschwerdeführers auf unentgeltliche 
Verbeiständung im Verwaltungsverfahren.

5.1 Im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren wird der 
gesuchstellenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo 
die Verhältnisse es erfordern (Art. 37 Abs. 4 ATSG). Es besteht ein An-
spruch auf unentgeltliche Vertretung, wenn die entsprechenden, für das 
gerichtliche Verfahren massgebenden Voraussetzungen (finanzielle Be-
dürftigkeit, fehlende Aussichtslosigkeit, Notwendigkeit der Vertretung; BGE 
125 V 32 E. 2 S. 34; AHI 2000 S. 164 E. 2b) kumulativ erfüllt sind. Das Kri-
terium der Notwendigkeit der Vertretung ist dabei strenger und eingehender 
zu prüfen als im Gerichtsverfahren. Während im gerichtlichen Verfahren die 
unentgeltliche Verbeiständung zu gewähren ist, wo die Verhältnisse es 
"rechtfertigen" (Art. 61 lit. f ATSG), wird in Art. 37 Abs. 4 ATSG der Begriff 
des "Erforderns" verwendet. Demzufolge wird hier eine strengere Prüfung 
verlangt (BGE 132 V 200 E. 5.1.3. S. 204; SVR 2009 IV Nr. 48 S. 147 
E. 4.2 und 4.4.1); dies auch mit Blick auf die Offizialmaxime oder den Un-
tersuchungsgrundsatz, wonach die Behörde gehalten ist, an der Ermittlung 
des rechtserheblichen Sachverhalts mitzuwirken. Die sachliche Notwendig-
keit der Verbeiständung wird aber nicht allein dadurch ausgeschlossen, 
dass das in Frage stehende Verfahren vom Untersuchungsgrundsatz be-
herrscht wird (BGE 132 V 200 E. 5.1.3 S. 204; Entscheid des EVG vom 
29. November 2004, I 557/04, E. 2.2). 

Hinsichtlich der sachlichen Gebotenheit der unentgeltlichen anwaltlichen 
Verbeiständung im Einspracheverfahren sind die Umstände des Einzelfalls, 
die Eigenheiten der anwendbaren Verfahrensvorschriften sowie die Beson-
derheiten des jeweiligen Verfahrens zu berücksichtigen. Dabei fallen neben 
der Komplexität der Rechtsfragen und der Unübersichtlichkeit des Sach-
verhalts auch in der Person des Betroffenen liegende Gründe in Betracht, 
wie etwa seine Fähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden. Falls ein be-
sonders starker Eingriff in die Rechtsstellung der betroffenen Person droht, 
ist die Verbeiständung grundsätzlich geboten, andernfalls bloss, wenn zur 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2014, IV/13/420, Seite 18

relativen Schwere des Falls besondere tatsächliche oder rechtliche Schwie-
rigkeiten hinzukommen, denen die betroffene Person auf sich alleine ge-
stellt nicht gewachsen ist, und wenn auch eine Verbeiständung durch Ver-
bandsvertreter, Fürsorger oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer 
Institutionen nicht in Betracht fällt (Entscheid des EVG vom 7. September 
2004, I 75/04, E. 2.2; SVR 2009 IV Nr. 5 S. 9 E. 1).

5.2 Die Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch des Beschwerdefüh-
rers auf unentgeltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren mit der 
Begründung verneint, es fehle vorliegend an der Voraussetzung der Erfor-
derlichkeit einer Vertretung (act. IIA 129). Dieser Auffassung kann nicht 
gefolgt werden.

Der Beschwerdeführer liess sich anwaltlich vertreten und beantragte im 
Verwaltungsverfahren die unentgeltliche Verbeiständung, nachdem ihm die 
Beschwerdegegnerin mit Vorbescheid vom 9. November 2012 (act. IIA 
118) die Aufhebung seiner seit Jahren laufenden Invalidenrente in Aussicht 
gestellt hatte. Die Aufhebung einer seit Jahren laufenden Invalidenrente 
stellt einen starken Eingriff in die Rechtsstellung einer Person dar. Ferner 
besteht beim Beschwerdeführer ein als komplex zu bezeichnendes Be-
schwerdebild mit einer Kombination von somatischen und psychischen 
Beeinträchtigungen, wobei die ärztlichen Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit 
und dabei insbesondere die Frage einer allfälligen Verschlechterung der 
selbigen unterschiedlich ausfielen. Dies machte eine fundierte Auseinan-
dersetzung mit den medizinischen Akten erforderlich. Es galt ein MEDAS-
Gutachten und davon abweichende Stellungnahmen der RAD-Ärzte im 
Vergleich zu einer vorangegangenen Begutachtung zu würdigen und im 
Vorbescheidverfahren zu begründen, weshalb die Einschätzung der RAD-
Ärzte – auf welche sich die Beschwerdegegnerin im Vorbescheid vom 
9. November 2012 (act. IIA 118) stützte – nicht schlüssig ist. Dies wäre 
dem Beschwerdeführer ohne fachkundige Vertretung nicht möglich gewe-
sen. Soweit die Beschwerdegegnerin argumentiert, der Beschwerdeführer 
hätte sich ohne weiteres durch den zuständigen Sozialdienst vertreten las-
sen können (act. IIA 129 S. 2), erweist sich dies als unzutreffend. Dass das 
Sozialamt dem Beschwerdeführer die Vertretung im Verwaltungsverfahren 
angeboten hätte, ist nämlich nicht aktenkundig; unter diesen Umständen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2014, IV/13/420, Seite 19

kann dem Beschwerdeführer nicht vorgehalten werden, er hätte sich ent-
sprechend vertreten lassen können (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 
vom 18. Mai 2009, 9C_991/2008, E. 4.4.2). Die sachliche Gebotenheit der 
unentgeltlichen Verbeiständung im Vorbescheidverfahren ist unter diesen 
Umständen – ausnahmsweise – zu bejahen.

Da auch die finanzielle Bedürftigkeit offensichtlich gegeben ist, ist dem Be-
schwerdeführer im Vorbescheidverfahren Fürsprecher B.________ als amt-
licher Anwalt beizuordnen und die Beschwerde in diesem Punkt gutzuheis-
sen. Die Akten sind an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen zur Fest-
legung des amtlichen Honorars. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Das Verfahren betreffend die unent-
geltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren ist kostenlos.

Gemäss Beschluss der erweiterten Abteilungskonferenz vom 13. Oktober 
2009 wird beim Verzicht auf eine Kürzung der Parteientschädigung gemäss 
BGE 117 V 401 E. 2c 407 (vgl. dazu E. 6.2 hiernach) auch auf eine Auftei-
lung der Verfahrenskosten nach Massgabe des – an den Parteianträgen 
gemessenen – bloss teilweisen Obsiegens verzichtet. Die Verfahrenskos-
ten bezüglich die Leistungsstreitigkeit, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, 
hat somit bei diesem Ausgang des Verfahrens die Beschwerdegegnerin zu 
tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

6.2 Der teilweise obsiegende und durch Fürsprecher B.________ ver-
tretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese 
werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (vgl. Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). Ist das Quantitative einer Leistung 
streitig, rechtfertigt eine "Überklagung" eine Reduktion der Parteientschädi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2014, IV/13/420, Seite 20

gung nur, wenn das Rechtsbegehren den Prozessaufwand beeinflusst hat. 
Bei Streitigkeiten um die Höhe einer Invalidenrente darf die Parteientschä-
digung daher nicht allein deswegen reduziert werden, weil der Beschwerde 
führenden Person nicht die beantragte ganze oder höhere Rente, sondern 
eine geringere Teilrente zugesprochen wird (BGE 117 V 401 E. 2c S. 407). 

Da die Rechtsbegehren des Beschwerdeführers den Prozessaufwand nicht 
beeinflusst haben, ist keine Reduktion der Parteientschädigung vorzuneh-
men. Entsprechend der angemessenen Kostennote von Fürsprecher 
B.________ vom 14. Oktober 2013 wird die Parteientschädigung festge-
setzt auf Fr. 3'303.40 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer).

6.3 Da die Verfahrens- und die Parteikosten durch die Beklagte zu 
übernehmen sind, kommt die mit prozessleitender Verfügung vom 9. Okto-
ber 2013 gewährte unentgeltliche Rechtspflege nicht zum Tragen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 24. April 2013 aufgehoben und dem 
Beschwerdeführer ab April 2012 eine halbe IV-Rente zugesprochen. 
Im Übrigen wird die Beschwerde gegen die Verfügung vom 24. April 
2013 abgewiesen.

2. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 17. April 2013 aufgehoben und dem Beschwerde-
führer für das Verwaltungsverfahren das Recht auf unentgeltliche Ver-
beiständung gewährt unter Beiordnung von Fürsprecher B.________ 
als amtlicher Anwalt. Die Akten werden an die Beschwerdegegnerin 
zurückgewiesen, damit sie die Entschädigung des amtlichen Anwalts 
festsetze.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2014, IV/13/420, Seite 21

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

4. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3'303.40, zu ersetzen.

5. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Feb. 2014, IV/13/420, Seite 22