# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d834fd38-c69a-5fd6-bdb7-18c32bc15e05
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-07-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 16.07.2015 LF150017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LF150017_2015-07-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    

 

 

Geschäfts-Nr.: LF150017-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, Ersatzrich-

ter lic. iur. H. Meister und Ersatzrichterin Prof. Dr. I. Jent-Sørensen 

sowie Gerichtsschreiber lic. iur. M. Isler 

Beschluss und Urteil vom 16. Juli 2015 

in Sachen 

 

A._____,  

Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____ AG,  

Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Ausweisung 

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes s.V. des Bezirksgerichtes Dielsdorf 

vom 5. Mai 2015 (ER150009) 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(act. 1) 

" 1. Es sei der Gesuchsgegnerin zu befehlen, die 4½-Zimmerwoh-
nung im 2. OG, rechts, inkl. Kellerabteil (mit "A._____" beschrif-
tet), an der C._____-Strasse ... in D._____ unverzüglich vollstän-
dig geräumt, gereinigt und in ordnungsgemässem Zustand zu ver-
lassen, unter Androhung der Zwangsvollstreckung im Weige-
rungsfalle. 

 2. Das Gemeindeammannamt Regensdorf sei anzuweisen, den zu 
erlassenden Ausweisungsbefehl nach Eintritt der Rechtskraft auf 
erstes Verlangen der Gesuchstellerin zu vollstrecken. 

 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Ge-
suchsgegnerin." 

Urteil und Verfügung des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren  
des Bezirksgerichtes Dielsdorf: 

(act. 16) 

Es wird verfügt: 

1. Das Begehren der Gesuchsgegnerin um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege wird abgewiesen. 

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

3.–5. … [Mitteilung, Rechtsmittelbelehrung, Fristenlauf in den Gerichtsferien] 

Es wird erkannt: 

1. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, die 4½-Zimmerwohnung im 2. OG, 

rechts, inkl. Kellerabteil (mit "A._____" beschriftet), an der C._____-Strasse 

... in D._____, unverzüglich vollständig geräumt, gereinigt und in ordnungs-

gemässem Zustand zu verlassen. 

2. Kommt die Gesuchsgegnerin dieser Verpflichtung nicht nach, kann die Ge-

suchstellerin die Zwangsvollstreckung verlangen. 

3. Das Gemeindeammannamt Regensdorf wird angewiesen, die Verpflichtung 

der Gesuchsgegnerin gemäss Ziffer 1 nach Eintritt der Rechtskraft des vor-

- 3 - 

liegenden Urteils und auf erstes Verlangen der Gesuchstellerin oder eines 

Bevollmächtigten zu vollstrecken, nötigenfalls unter Beizug der Polizei. 

Dieser Auftrag erlischt, wenn seine Ausführung nicht innert drei Monaten 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils verlangt wird. 

4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.–. Allfällige weitere Aus-

lagen bleiben vorbehalten. 

5. Die Gerichtskosten werden der Gesuchsgegnerin auferlegt, aber mit dem 

von der Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'400.– ver-

rechnet. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, der Gesuchstellerin den Be-

trag von Fr. 1'000.– zu ersetzen. 

6. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine Parteient-

schädigung von Fr. 1'200.– zu bezahlen. 

7.–9. … [Mitteilung, Rechtsmittelbelehrung, Fristenlauf in den Gerichtsferien] 

Berufungsanträge: 

der Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin (act. 17): 
 
"Es sei das Urteil und die Verfügung des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 5. Mai 
2015 […] aufzuheben und das Begehren der Berufungsbeklagten um Erlass eines 
Befehls zur Ausweisung der Berufungsklägerin aus der Wohnung an der 
C._____-Strasse ... in D._____ abzuweisen; 
 
Eventualiter sei das Urteil und die Verfügung des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 
5. Mai 2015 […] dahingehend abzuändern, dass das Gemeindeammannamt Re-
gensdorf anzuweisen sei, den erlassenen Ausweisungsbefehl frühestens ab dem 
1. August 2015 zu vollstrecken; 
 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Berufungsbeklagten." 

der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten: 
 
--- 

- 4 - 

Erwägungen: 

I. 

1.   

Am 6. August 2014 schlossen die B._____ AG als Vermieterin (im Folgenden: 

Gesuchstellerin) und A._____ als Mieterin (im Folgenden: Gesuchsgegnerin) vor 

der Schlichtungsbehörde des Bezirksgerichtes Dielsdorf folgenden Vergleich (act. 

3/6–7): 

1. Die Parteien halten fest, dass die Kündigung der 4.5-Zimmerwohnung, 
2. Stock rechts an der C._____-Strasse ... in D._____ vom 20. Mai 
2014 per 31. August 2014 gültig ist. 

2. Die Parteien vereinbaren eine einmalige Erstreckung des Mietverhält-
nisses bis 31. März 2015. 

3. Die Mieterin ist berechtigt, das Mietobjekt bereits früher unter Einhal-
tung einer zweiwöchigen Kündigungsfrist auf das Ende eines jeden 
Monats zu verlassen. 

2.   

Mit Eingabe vom 8. April 2015 wandte sich die Gesuchstellerin an das Einzelge-

richt im summarischen Verfahren des Bezirksgerichtes Dielsdorf. Sie ersuchte da-

rum, der Gesuchsgegnerin einen Räumungsbefehl zu erteilen und das Gemein-

deammannamt Regensdorf anzuweisen, den Befehl nach Eintritt der Rechtskraft 

auf erstes Verlangen zu vollstrecken (act. 1). 

In ihrer Stellungnahme vom 21. April 2015 ersuchte die Gesuchsgegnerin im We-

sentlichen, das Mietverhältnis infolge eines Härtefalles ausnahmsweise bis zum 

15. Juni (richtig wohl: 16. Juli) 2015 zu erstrecken. Sie machte geltend, bei Unter-

zeichnung des Vergleiches im Irrtum gewesen zu sein, dass die "Nicht-Unter-

zeichnung" die sofortige Kündigung zur Folge hätte. Die Schlichtungsbehörde ha-

be ihr (als Laiin) ihre Rechte nicht erläutert. Per 16. Juli 2015 könne sie mit ihren 

vier minderjährigen Kindern eine neue Wohnung beziehen. Der Tochter E._____ 

werde so ermöglicht, den Kindergarten abzuschliessen. Mindestens zehn Woh-

nungsbewerbungen seien wohl gescheitert, weil die Gesuchstellerin als Refe-

- 5 - 

renzperson bewusst wahrheitswidrige Auskünfte über sie erteilt habe (act. 10 und 

11; vgl. auch act. 5). 

Mit Urteil vom 5. Mai 2015 gab das Einzelgericht im summarischen Verfahren des 

Bezirksgerichtes Dielsdorf dem Ausweisungsgesuch statt und wies das Gemein-

deammannamt Regensdorf an, die Verpflichtung der Gesuchsgegnerin nach Ein-

tritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen der Gesuchstellerin zu voll-

strecken. Gleichzeitig wies es das Begehren der Gesuchsgegnerin um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtspflege ab (act. 16). 

3.   

Am 22. Mai 2015 erhob die Gesuchsgegnerin beim Obergericht rechtzeitig Beru-

fung (act. 17; vgl. Anhang zu act. 14). Sie beantragt, das Ausweisungsgesuch ab-

zuweisen, eventualiter das Gemeindeammannamt anzuweisen, den Auswei-

sungsbefehl frühestens ab dem 1. August 2015 zu vollstrecken.  

Die erstinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1–14). Eine Berufungsant-

wort wurde nicht eingeholt (vgl. Art. 312 Abs. 1 ZPO). 

II.  

1.  
Mit der Berufung kann unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Feststellung 

des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Neue Tatsachen und 

Beweismittel werden nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht 

werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht 

werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO). 

2.   

Die Vorinstanz erwog in ihrem Entscheid im Wesentlichen Folgendes (act. 16): 

Aufgrund des Vergleichs der Parteien vom 6. August 2014 habe deren Mietver-

hältnis am 31. März 2015 geendet. Seither halte sich die Gesuchsgegnerin ohne 

Rechtsgrund im Mietobjekt auf (Erw. III/3.2). Ihre Einrede, sich bei der Unter-

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zeichnung des Vergleichs in einem wesentlichen Irrtum befunden zu haben, sei 

nicht glaubhaft und vermöge nicht zu überzeugen. Der fast acht Monate nach Ab-

schluss des Vergleichs geltend gemachte Willensmangel sei als reine Schutzbe-

hauptung zu qualifizieren. Im Übrigen seien Willensmängel bei Vergleichen, die 

im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens geschlossen wurden, mit dem Rechts-

mittel der Revision geltend zu machen (Erw. III/3.3). Der Sachverhalt sei bewie-

sen und die Rechtslage klar. Das Ausweisungsbegehren der Gesuchstellerin sei 

deshalb gutzuheissen (Erw. III/4). Das Begehren der Gesuchsgegnerin um eine 

zweite Erstreckung wäre spätestens 60 Tage vor Ablauf der ersten Erstreckung 

bei der Schlichtungsbehörde zu stellen gewesen (Erw. III/6.1). 

Weiter zog die Vorinstanz in Betracht, dass das Gericht unter Umständen vorse-

hen könne, dass Vollstreckungsmassnahmen erst nach Ablauf einer gewissen 

Frist erfolgen dürften; es könne aber auch davon absehen. Die Gesuchsgegnerin 

mache einen "ausserordentlichen Härtefall" geltend, lasse es aber an konkreten 

Ausführungen fehlen. Es sei nicht einzusehen, weshalb ihr eine Schonfrist zu ge-

währen wäre, zumal ihr das Mietverhältnis schon am 20. Mai 2014 gekündigt 

worden sei und sie mit der Gesuchstellerin am 6. August 2014 eine einmalige Er-

streckung bis 31. März 2015 vereinbart habe (Erw. III/6.1). 

3.  

3.1. Die Gesuchsgegnerin begründet den Berufungshauptantrag auf Abweisung 
des Ausweisungsbegehrens im Wesentlichen damit, dass die Voraussetzungen, 

um im summarischen Verfahren Rechtsschutz zu gewähren, nicht erfüllt seien: 

Weder sei der Sachverhalt unbestritten noch die Rechtslage klar. Zu Unrecht lege 

die Vorinstanz den Vergleich vom 6. August 2014 in dem Sinn aus, dass der 

Mietvertrag damit bis 31. März 2015 befristet worden sei. Sie habe vor Vorinstanz 

klar gemacht, dass es nicht ihr Wille gewesen sei, das Mietverhältnis bis 31. März 

2015 zu "befristen", sondern es bis auf Weiteres zu "verlängern", mindestens bis 

31. März 2015. Die Gesuchstellerin habe objektiv gesehen davon ausgehen müs-

sen, dass es der Gesuchsgegnerin nicht darum gegangen sei, den Vertrag zu be-

fristen, sondern ihn zu verlängern. Da die Gesuchstellerin das verlängerte Miet-

verhältnis nicht mit amtlich genehmigtem Formular gekündigt habe, bestehe wei-

- 7 - 

terhin ein gültiger Mietvertrag und halte sich die Gesuchsgegnerin nicht ohne 

Rechtsgrund im Mietobjekt auf (act. 17 S. 3 ff.). 

3.2. Die Behauptung der Gesuchsgegnerin, sie habe den Vergleich im Sinne einer 
unbefristeten Verlängerung des Mietverhältnisses verstanden und die Gesuchstel-

lerin habe dies erkennen müssen, ist im heutigen Zeitpunkt unzulässig: Einerseits 

ist die Behauptung neu, anderseits tut die Gesuchsgegnerin nicht plausibel dar, 

weshalb sie die Behauptung nicht schon vor Vorinstanz vorbringen konnte 

(Art. 317 Abs. 1 ZPO; vgl. oben Erw. II/1). 

Die Sachdarstellung der Gesuchsgegnerin vor Vorinstanz ging dahin, sie habe 

den Vergleich in der irrigen Annahme unterzeichnet, die Nichtunterzeichnung hät-

te die sofortige "Kündigung" zur Folge (act. 11 S. 3). Ihr Antrag vor Vorinstanz lau-

tete, das Mietverhältnis sei ihr ausnahmsweise zu "erstrecken" (act. 11 S. 2). 

Dass der Wortlaut des Vergleichs und die ihm von ihr beigemessene und für die 

Gegenpartei erkennbare Bedeutung auseinanderfallen würden, hat die Gesuchs-

gegnerin nicht einmal angedeutet. Ihre heutige Behauptung, sie habe (wobei sie 

sich im Irrtum über die richtige Terminologie auf einen Willensmangel berufen ha-

be) schon vor Vorinstanz "klar gemacht", dass es beim Vergleichsabschluss vor 

der Schlichtungsbehörde nicht ihr Wille gewesen sei, das Mietverhältnis zu befris-

ten, sondern dieses bis auf Weiteres, mindestens bis 31. März 2015, zu verlän-

gern, ist haltlos (act. 17 S. 3).  

3.3. Der Inhalt des von der Gesuchstellerin dem Räumungsgesuch zugrunde ge-

legten Vergleichs blieb vor Vorinstanz unbestritten und ist klar. Das Mietverhältnis 

der Parteien ist demnach beendet und die Gesuchsgegnerin ist klarerweise zur 

Rückgabe der Mietsache verpflichtet (Art. 267 Abs. 1 OR). Damit sind die Voraus-

setzungen, um im summarischen Verfahren Rechtsschutz zu gewähren, erfüllt 

(Art. 257 ZPO). Der Berufungs-Hauptantrag ist unbegründet. 

4.  

4.1. Zur Begründung des Berufungs-Eventualantrages, der sich nicht gegen den 
Räumungsbefehl, sondern gegen die vorinstanzliche Vollstreckungsmassnahme 

richtet, macht die Gesuchsgegnerin neu geltend, am 1. August 2015 eine Ersatz-

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wohnung zu haben. Die vor Vorinstanz geäusserte Hoffnung, es werde ihr ab 

15. Juli 2015 eine neue Wohnung zur Verfügung stehen, habe sich zerschlagen. 

Der Umstand, dass sie die Zeit von August 2014 (Vergleichsabschluss) bis heute 

benötigt habe, um eine neue Bleibe zu finden, zeige, dass es für sie unmöglich 

sei, zur Überbrückung der Zeit bis 1. August 2015 eine Wohnung zu finden. Bei 

einer Ausweisung ständen sie und ihre Kinder auf der Strasse, was eine unzu-

mutbare Härte wäre. Es gelte, die Interessen der Gesuchsgegnerin gegen jene 

der Gesuchstellerin abzuwägen. Dieser sei es zumutbar, bis 1. August 2015 zu-

zuwarten, zumal sie mittlerweile allfällige Pläne für die Wohnung ohnehin habe 

ändern müssen. Zu Unrecht habe die Vorinstanz die Gewährung einer Schonfrist 

einzig unter dem Gesichtspunkt geprüft, wie lange die Gesuchsgegnerin bereits 

vom anstehenden Ende des Mietverhältnisses gewusst habe; sie hätte auch be-

rücksichtigen müssen, mit welchem Aufwand es für die Gesuchsgegnerin verbun-

den gewesen wäre, zur Überbrückung eine neue Bleibe zu finden. Das Ermessen 

des Gerichts habe sich nur auf die Dauer der Schonfrist beziehen dürfen, nicht 

auf die grundsätzliche Frage der Gewährung einer Schonfrist (act. 17 S. 5 ff.).  

4.2. Der die Zwangsvollstreckung anordnende Richter (Art. 236 Abs. 3, Art. 343 

Abs. 1 lit. d ZPO) kann unter Umständen vorsehen, dass diese erst nach Ablauf 

einer gewissen Frist erfolgen darf, und so der verurteilten Partei einen freiwilligen 

Vollzug ermöglichen; er kann aber auch davon absehen (BGer 4A_391/2013 vom 

17. Dezember 2013, Erw. 7 [übersetzt in mp 2014 S. 167], mit Hinweis auf BK 

ZPO-Kellerhals, Art. 343 N 59). Das Gericht muss bei der Vollstreckung eines 

Entscheides den Grundsatz der Verhältnismässigkeit beachten. Wenn die Räu-

mung einer Wohnung auf dem Spiel steht, gilt es zu verhindern, dass die be-

troffenen Personen unvermittelt jegliche Unterkunft verlieren. Die Räumung darf 

nicht schonungslos vorgenommen werden, namentlich wenn humanitäre Gründe 

einen Aufschub gebieten oder wenn ernsthafte und konkrete Anzeichen dafür be-

stehen, dass der Besitzer sich dem Entscheid zur Räumung innert vernünftiger 

Frist bereitwillig fügt. Auf jeden Fall kann der Aufschub aber nur relativ kurz sein 

und er darf faktisch nicht einer erneuten Erstreckung des Mietverhältnisses 

gleichkommen (BGer 4A_207/2014 vom 19. Mai 2014, Erw. 3.1 [übersetzt in MRA 

2015 S. 54 und mp 2014 S. 251]).  

- 9 - 

Im vorliegenden Fall ist dem einzelgerichtlichen Entscheid, dem Antrag der Ge-

suchsgegnerin auf Gewährung einer Schonfrist bis Mitte Juli 2015 nicht stattzu-

geben, beizupflichten. Es handelt sich nicht um eine kurze Frist. Ausserdem ist zu 

beachten, dass auch der Vollzugsbeamte (Gemeindeammann) bei der Vollstre-

ckung den Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beachten hat und den Betroffe-

nen nicht einfach auf die Strasse stellt. Gesundheit und Sicherheit der Gesuchs-

gegnerin und ihrer Kinder werden durch die vorinstanzliche Vollstreckungsmass-

nahme nicht gefährdet. In einer Notsituation würden Fürsorgemassnahmen zur 

Anwendung gelangen. Am Verzicht auf die Gewährung einer Schonfrist ist auch 

heute festzuhalten, nachdem die Gesuchsgegnerin neu behauptet hat, per 1. Au-

gust 2015 eine neue Wohnung gemietet zu haben (vgl. act. 20/2: erste Seite ei-

nes Mietvertrages).  

5.  
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Berufung abzuweisen und das angefoch-

tene Urteil zu bestätigen ist. 

III. 

Die Gesuchsgegnerin beantragt, es sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-

währen und ihr Rechtsvertreter als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen 

(act. 17 S. 2). Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege hat eine Person, wenn 

sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aus-

sichtslos erscheint (Art. 117 ZPO). Die Berufung der Gesuchsgegnerin ist als von 

Anfang an aussichtslos zu beurteilen, weshalb das Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen ist. 

Festgehalten sei an dieser Stelle, dass wegen Aussichtslosigkeit des Standpunk-

tes der Gesuchsgegnerin auch einer Beschwerde (Art. 121 ZPO) gegen die vor-

instanzliche Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege kein Erfolg beschie-

den wäre. Die Gesuchsgegnerin hat indessen keinen entsprechenden Beschwer-

deantrag gestellt. Sie hat es bei einem prozessualen Antrag auf Gewährung der 

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unentgeltlichen Rechtspflege für das Berufungsverfahren bewenden lassen 

(act. 17 S. 2). 

IV. 

1.   

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Gesuchsgegnerin auch für das Be-

rufungsverfahren kostenpflichtig. Eine Parteientschädigung ist der Gesuchstellerin 

mangels erheblicher Umtriebe nicht zuzusprechen. 

2.   

Die Zulässigkeit der ordentlichen Beschwerde an das Bundesgericht (Art. 72 ff. 

BGG) setzt in mietrechtlichen Fällen – Ausnahmen vorbehalten – einen Streitwert 

von mindestens Fr. 15'000.– voraus (Art. 74 BGG). Die Vorinstanz ging bei einem 

monatlichen Bruttomietzins von Fr. 1'887.– (act. 3/2) von einem Streitwert von 

Fr. 11'322.– aus, entsprechend dem Mietzins für eine praxisgemäss zu erwarten-

de Dauer von sechs Monaten bis zur effektiven Ausweisung (act. 16 Erw. IV/3). 

Das ist nicht zu beanstanden und gilt auch für das Berufungsverfahren. Im Beru-

fungsverfahren stellt sich die Gesuchsgegnerin allerdings neu auf den Stand-

punkt, dass ein unbefristetes, nicht wirksam gekündigtes Mietverhältnis bestehe 

(act. 17 S. 4/5). Ein solches wäre im heutigen Zeitpunkt – sofern die Kündigungs-

sperrfrist gemäss Art. 271a Abs. 1 lit. e OR nicht zur Anwendung kommt – nach 

dem ursprünglichen Mietvertrag erstmals per Ende März 2016 kündbar (act. 3/1). 

Damit ergäbe sich ein Fr. 15'000.– übersteigender Streitwert. Letztlich wird es Sa-

che des Bundesgerichtes sein, im Falle eines Weiterzuges des vorliegenden Ent-

scheides über den Streitwert zu befinden. 

- 11 - 

Es wird beschlossen: 

1. Das Gesuch der Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen 

Rechtsbeistandes wird abgewiesen. 

2. Mitteilung und Rechtsmittel gemäss nachstehendem Erkenntnis. 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen. Das angefochtene Urteil des Einzelgerichtes 

im summarischen Verfahren des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 5. Mai 2015 

wird bestätigt.  

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 600.– festgesetzt und der 

Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin auferlegt.  

3. Parteientschädigungen werden keine zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchstellerin und Beru-

fungsbeklagte im Doppel und unter Beilage des Doppels von act. 17, sowie 

an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

- 12 - 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine mietrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert erreicht 
Fr. 15'000.– nicht. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Der Gerichtsschreiber: 

 
 
 

lic. iur. M. Isler 
 
versandt am: 
 
 

	Beschluss und Urteil vom 16. Juli 2015
	Rechtsbegehren:
	Urteil und Verfügung des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren  des Bezirksgerichtes Dielsdorf: (act. 16)
	Es wird verfügt:
	1. Das Begehren der Gesuchsgegnerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.
	2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
	3.–5. … [Mitteilung, Rechtsmittelbelehrung, Fristenlauf in den Gerichtsferien]
	Es wird erkannt:
	1. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, die 4½-Zimmerwohnung im 2. OG, rechts, inkl. Kellerabteil (mit "A._____" beschriftet), an der C._____-Strasse ... in D._____, unverzüglich vollständig geräumt, gereinigt und in ordnungsgemässem Zustand zu verl...
	2. Kommt die Gesuchsgegnerin dieser Verpflichtung nicht nach, kann die Gesuchstellerin die Zwangsvollstreckung verlangen.
	3. Das Gemeindeammannamt Regensdorf wird angewiesen, die Verpflichtung der Gesuchsgegnerin gemäss Ziffer 1 nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils und auf erstes Verlangen der Gesuchstellerin oder eines Bevollmächtigten zu vollstrecken,...
	Dieser Auftrag erlischt, wenn seine Ausführung nicht innert drei Monaten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils verlangt wird.
	4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.–. Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	5. Die Gerichtskosten werden der Gesuchsgegnerin auferlegt, aber mit dem von der Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'400.– verrechnet. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, der Gesuchstellerin den Betrag von Fr. 1'000.– zu ersetzen.
	6. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine Parteientschädigung von Fr. 1'200.– zu bezahlen.
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.
	1.
	2.
	3.
	II.
	1.
	2.
	3.
	3.1. Die Gesuchsgegnerin begründet den Berufungshauptantrag auf Abweisung des Ausweisungsbegehrens im Wesentlichen damit, dass die Voraussetzungen, um im summarischen Verfahren Rechtsschutz zu gewähren, nicht erfüllt seien: Weder sei der Sachverhalt ...
	3.2. Die Behauptung der Gesuchsgegnerin, sie habe den Vergleich im Sinne einer unbefristeten Verlängerung des Mietverhältnisses verstanden und die Gesuchstellerin habe dies erkennen müssen, ist im heutigen Zeitpunkt unzulässig: Einerseits ist die Beha...
	3.3. Der Inhalt des von der Gesuchstellerin dem Räumungsgesuch zugrunde gelegten Vergleichs blieb vor Vorinstanz unbestritten und ist klar. Das Mietverhältnis der Parteien ist demnach beendet und die Gesuchsgegnerin ist klarerweise zur Rückgabe der Mi...
	4.
	4.1. Zur Begründung des Berufungs-Eventualantrages, der sich nicht gegen den Räumungsbefehl, sondern gegen die vorinstanzliche Vollstreckungsmassnahme richtet, macht die Gesuchsgegnerin neu geltend, am 1. August 2015 eine Ersatzwohnung zu haben. Die ...
	4.2. Der die Zwangsvollstreckung anordnende Richter (Art. 236 Abs. 3, Art. 343 Abs. 1 lit. d ZPO) kann unter Umständen vorsehen, dass diese erst nach Ablauf einer gewissen Frist erfolgen darf, und so der verurteilten Partei einen freiwilligen Vollzug ...
	5.
	III.
	IV.
	1.
	2.

	Es wird beschlossen:
	1. Das Gesuch der Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wird abgewiesen.
	2. Mitteilung und Rechtsmittel gemäss nachstehendem Erkenntnis.
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen. Das angefochtene Urteil des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 5. Mai 2015 wird bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 600.– festgesetzt und der Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin auferlegt.
	3. Parteientschädigungen werden keine zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte im Doppel und unter Beilage des Doppels von act. 17, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...