# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9b7ecd69-9de1-5b2d-8382-31ffe8774fbd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-13
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 13.12.2018 SK 2018 78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2018-78_2018-12-13.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 18 78+81

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 13. Dezember 2018 

Besetzung Oberrichter Schmid (Präsident i.V.), Oberrichter Kiener, 
Oberrichter Aebi
Gerichtsschreiberin Bank

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter 1/Berufungsführer 1

C.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt D.________

Beschuldigter 4/Berufungsführer 3

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

E.________
vertreten durch Rechtsanwalt F.________

Straf- und Zivilkläger 1

und

G.________

Straf- und Zivilkläger 2

Gegenstand versuchte Nötigung, Gefährdung des Lebens, einfache Körperver-
letzung etc. (Beschuldiger 1)

2

versuchte Nötigung sowie Rückversetzung (Beschuldigter 4)

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 8.6.2017 (PEN 2016 1000-1003)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland (Kollegialgericht) erkannte mit Urteil vom 
8.6.2017 Folgendes (pag. 3105 ff.; auszugsweise betreffend A.________ und 
C.________):

A.
I.
A.________ wird schuldig erklärt:

1. der versuchten Nötigung, gemeinsam mit H.________ und I.________ begangen vom 27. bis 
30.04.2016 in L.________ z.N. von E.________

2. der Gefährdung des Lebens, gemeinsam mit H.________ begangen am 27.04.2016 in 
L.________ z.N. von E.________

3. der einfachen Körperverletzung, gemeinsam mit H.________ begangen am 27.04.2016 in 
L.________ z.N. von E.________

4. der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, begangen im April 2016 in der Nähe von 
Neuchâtel oder Lausanne durch Erwerb ohne Berechtigung einer Faustfeuerwaffe SIG Sauer 
P226

und in Anwendung der 
Art. 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 123 Ziff. 1, 129, 181 i.V.m. 22 Abs. 1 StGB,
Art. 33 Abs. 1 lit. a WG
Art. 422, 426 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren.

Die Untersuchungshaft von 137 Tagen wird im Umfang von 137 Tagen auf die Freiheitsstrafe 
angerechnet und es wird festgestellt, dass die Strafe am 27.09.2016 vorzeitig angetreten worden 
ist.

2. Zur Tragung der Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 10‘240.00 
und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 43‘248.60, insgesamt be-
stimmt auf CHF 53‘488.60 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung auf CHF 32‘530.90).

[…]

II. 

[amtliche Entschädigung]

B.

[…]

4

D.
I.
C.________ wird schuldig erklärt:

1. der versuchten Nötigung, gemeinsam begangen mit H.________ und unbekannter Täterschaft 
am 12.05.2016 in M.________ SO z.N. von G.________

2. der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz, mehrfach begangen zwischen Dezember 
2015 und 13.05.2016 in M.________ SO, Basel BS und evtl. anderswo in den Kantonen Bern 
und Solothurn durch zweifache Einreise und nachfolgenden Aufenthalt trotz gültiger Einreise-
sperre

II.

Bezüglich der bei C.________ mit Verfügung des Office d'application des peines et mesures des Kan-
tons Neuenburg vom 22.05.2014 aufgeschobenen Reststrafe von 2 Jahren und 2 Monaten wird die 
Rückversetzung in den Strafvollzug angeordnet.

III.

C.________ wird

in Anwendung der 
Art. 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 181 i.V.m. 22 Abs. 1 StGB,
Art. 115 Abs. 1 lit. a und b [recte: AuG],
Art. 422, 426 StPO

sowie unter Einbezug der seinerzeit aufgeschobenen und nunmehr zu vollziehenden Reststrafe im 
Sinne einer Gesamtstrafe gemäss Art. 89 Abs. 6 StGB

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren.

Die Ausschaffungs-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 392 Tagen wird im Umfang von 
392 Tagen auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

2. Zur Tragung der Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 12‘290.00 
und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 19‘548.55, insgesamt be-
stimmt auf CHF 31‘838.55 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung auf CHF 13‘409.95).

[…]

IV.

[amtliche Entschädigung] 

E.

Betreffend Zivilpunkt wird in Anwendung von Art. 41, 46 f. und 49 OR sowie Art. 126, 427 und 433 
StPO erkannt:

1. Die Zivilklage des Straf- und Zivilkläger E.________ gegen A.________, H.________ und 
I.________ wird dem Grundsatz nach gutgeheissen und für die vollständige Beurteilung der 
Forderung auf den Zivilweg verwiesen.

5

2. In Anbetracht der unzureichenden Begründung/Bezifferung wird die Zivilklage des Straf- und 
Zivilkläger G.________ auf den Zivilweg verwiesen.

3. Für die Beurteilung der Zivilklagen werden keine Kosten ausgeschieden. 

4. A.________, H.________ und I.________ haben dem Straf- und Zivilkläger E.________ unter 
solidarischer Haftbarkeit eine Entschädigung von CHF 25‘562.00 für dessen Aufwendungen im 
Verfahren zu bezahlen.

F.

Weiter wird verfügt:

1. A.________ geht in den vorzeitigen Strafvollzug zurück.

2. […]

3. C.________ wird in Sicherheitshaft belassen. Die Verlängerung der Sicherheitshaft wird für vor-
erst drei Monate, bis zum 07.09.2017 bewilligt (Art. 231 i.V.m. Art. 227 StPO).

Begründung: siehe separates Dokument.

4. Die Waffe SIG Sauer P226 wird beschlagnahmt (Art. 263 Abs. 1 lit. d StPO) und zur Vernichtung 
eingezogen (Art. 69 StGB).

5. Folgende beschlagnahmte Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB): 
[…]

6. Der beschlagnahmte mazedonische Reisepass, lautend auf AA.________ wird eingezogen und 
ist der Kantonspolizei Bern, Ausländer- und Bürgerrechtsdienst (ABD), zu übergeben.

7. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 217.30 wird in der Höhe von CHF 217.30 zur De-
ckung der A.________ betreffenden Verfahrenskosten verwendet.

8. Die Zustimmung zur Löschung des von A.________ erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. ________) 
ist nach Ablauf der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-
ProfilG).

9. Die Zustimmung zur Löschung der von A.________ erhobenen biometrischen erkennungs-
dienstlichen Daten ist nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen 
(Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungs-
dienstlicher Daten).

10. […]

14. Die Zustimmung zur Löschung des von C.________ erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. ________) 
ist nach Ablauf der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-
ProfilG).

15. Die Zustimmung zur Löschung der von C.________ erhobenen biometrischen erkennungs-
dienstlichen Daten ist nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen 
(Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungs-
dienstlicher Daten).

[…]

6

2. Berufung

Gegen das erstinstanzliche Urteil vom 8.6.2017 meldete am 14.6.2017 
H.________, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt J.________ (pag. 3139), am 
15.6.2017 E.________, vertreten durch Rechtsanwalt F.________ (pag. 3141), am 
16.6.2017 A.________, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________ 
(pag. 3144), sowie am 19.6.2017 C.________, amtlich verteidigt durch Rechtsan-
walt D.________ (pag. 3147), form- und fristgerecht Berufung an.

Mit Berufungserklärung vom 27.3.2018 bestätigte Rechtsanwalt F.________ für 
E.________ die vollumfängliche Berufung gegen das Urteil vom 8.6.2017. Er stellte 
den Antrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Durchführung einer 
neuen Hauptverhandlung. Die Vorinstanz sei anzuweisen, die Anklageschrift vom 
12.12.2016 zur Ergänzung an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen (Ergänzung 
des Sachverhalts mit den Tatbestandselementen der qualifizierten Entführung und 
der räuberischen Erpressung). Eventualiter beantragte er, A.________, 
H.________ sowie I.________ seien schuldig zu erklären, der gemeinsam began-
genen qualifizierten Entführung, der räuberischen Erpressung und der Gefährdung 
des Lebens. A.________ sei zudem der Widerhandlungen gegen das Waffenge-
setz (WG; SR 514.54) und H.________ der Widerhandlungen gegen das Auslän-
dergesetz (AuG; SR 142.20) zu verurteilen. Alle drei seien zu einer angemessenen, 
gerichtlich zu bestimmenden Strafe und zur Zahlung von Schadenersatz in gericht-
lich zu bestimmender Höhe, von CHF 10‘000.00 Genugtuung unter solidarischer 
Haftbarkeit, zur Zahlung eines Parteikostenersatzes gemäss Kostennoten für das 
erst- und oberinstanzliche Verfahren unter solidarischer Haftbarkeit sowie zu den 
auf sie entfallenden erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten zu verurteilen 
(pag. 3354 ff.).

Rechtsanwalt B.________ beschränkte die Anfechtung des Urteils vom 8.6.2017 
mit Berufungserklärung vom 27.3.2018 betreffend A.________ auf den Schuld-
spruch der einfachen Körperverletzung. Er beantragte, das Verfahren gegen 
A.________ wegen einfacher Körperverletzung sei mangels gültigen Strafantrags 
einzustellen. A.________ sei betreffend die rechtskräftigen Schuldsprüche (ver-
suchte Nötigung, Gefährdung des Lebens und Widerhandlungen gegen das WG) 
zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten sowie zu einer unbedingten 
Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu CHF 40.00, ausmachend CHF 400.00 (recte: 
CHF 1‘600.00), mit einer Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen von 
40 Tagen zu verurteilen. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien zu 9/10 
A.________ und zu 1/10 dem Kanton Bern aufzuerlegen. A.________ seien 1/10 
der Parteikosten zu ersetzen. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien voll-
umfänglich vom Kanton Bern zu tragen und A.________ sei eine Parteikostenent-
schädigung gemäss noch einzureichender Kostennote zu bezahlen. Für die ausge-
standene Überhaft sei A.________ eine Entschädigung in der Höhe von 
CHF 100.00 pro Tag zuzusprechen (pag. 3360 ff.).

Mit Berufungserklärung vom 27.3.2018 beschränkte Rechtsanwalt D.________ für 
C.________ die Anfechtung des erstinstanzlichen Urteils vom 8.6.2017 auf den 
Schuldspruch der versuchten Nötigung, der Rückversetzung sowie der Sanktion in-
kl. Kosten- und Entschädigungsfolgen. Er beantragte die Aufhebung des Schuld-

7

spruchs wegen versuchter Nötigung, die Aufhebung der Rückversetzung sowie die 
Aufhebung bzw. Abänderung der Sanktion und der Verlegung der Kosten. Rechts-
anwalt D.________ stellte ferner den Antrag, C.________ sei oberinstanzlich zur 
Sache zu befragen (pag. 3364 ff.).

Rechtsanwalt J.________ bestätigte für H.________ mit Berufungserklärung vom 
28.3.2018 die vollumfängliche Anfechtung des Urteils vom 8.6.2017. Er beantragte, 
H.________ sei von den Vorwürfen der versuchten Nötigung, der Gefährdung des 
Lebens, der einfachen Körperverletzung sowie der Widerhandlungen gegen das 
AuG unter Auferlegung der Verfahrenskosten an den Kanton Bern sowie unter Aus-
richtung einer Genugtuung von CHF 200.00 pro Hafttag freizusprechen. 
H.________ sei unverzüglich aus der Haft zu entlassen, die Zivilklagen seien voll-
umfänglich abzuweisen, das Honorar der amtlichen Verteidigung sei für das obe-
rinstanzliche Verfahren gemäss einzureichender Honorarnote gerichtlich zu be-
stimmen und es seien die notwendigen Verfügungen zu erlassen (pag. 3367 ff.).

Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 11.4.2018 auf die Er-
klärung einer Anschlussberufung und machte keine Gründe für das Nichteintreten 
auf die Berufungen geltend. Sie beantragte, der Antrag auf Rückweisung der An-
klage zwecks Änderung derselben sei abzuweisen. Der Beweisantrag auf Befra-
gung von C.________ sei demgegenüber gemäss neuster bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung gutzuheissen (pag. 3387 ff.).

Rechtsanwalt J.________ beantragte mit Schreiben vom 23.4.2018, der Antrag auf 
Rückweisung der Anklage sei abzuweisen. Ferner machte er keine Gründe für ein 
Nichteintreten auf die Berufungen geltend und äusserte sich nicht zum Beweisan-
trag auf Einvernahme von C.________ (pag. 3390 f.).

Am 23.4.2018 machte Rechtsanwalt B.________ keine Gründe für ein Nichteintre-
ten auf die Berufungen geltend. Er beantragte, der Antrag auf Rückweisung der 
Anklageschrift zwecks Ergänzung des Sachverhalts sei abzuweisen. Auf eine Stel-
lungnahme zum Beweisantrag auf Befragung von C.________ wurde verzichtet 
(pag. 3393).

Rechtsanwalt F.________ machte mit Schreiben vom 23.4.2018 keine Gründe für 
ein Nichteintreten auf die Berufungen geltend (pag. 3395).

Mit Eingabe vom 24.4.2018 verzichtete Rechtsanwalt K.________ für I.________ 
auf die Erklärung einer Anschlussberufung und machte keine Gründe für ein Nicht-
eintreten auf die Berufungen geltend. Er beantragte, der Rückweisungsantrag be-
treffend die Anklageschrift sei abzuweisen. Demgegenüber sei dem Beweisantrag 
auf Einvernahme von C.________ zu entsprechen (pag. 3397 ff.).

Mit begründetem Beschluss der Kammer vom 16.5.2018 wurde der Rückwei-
sungsantrag betreffend die Anklageschrift abgewiesen (Ziff. 3), hingegen der An-
trag auf Befragung von C.________ gutgeheissen (Ziff. 4). E.________ wurde zu-
dem aufgefordert, innert Frist eine Sicherheitsleistung von CHF 4‘000.00 zu ent-
richten (Ziff. 5; pag. 3400 ff.).

Nach zweimaliger Fristerstreckung für die Entrichtung der Sicherheitsleistung 
(pag. 3429 ff.; pag. 3434 ff.) reichte Rechtsanwalt F.________ am 21.6.2018 ein 

8

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für E.________ ein (pag. 3439 ff.). Mit Ver-
fügung vom 22.6.2018 wurde E.________ aufgefordert, Belege über seine Arbeits-
unfähigkeit, das allfällige Ersatzeinkommen durch Versicherungen, den Verkehrs-
wert, die hypothekarische Belastung oder den Mietertrag des Hauses in Mazedoni-
en sowie eine Bestätigung der N.________ AG (Bank), wonach die Hypothek für 
die Liegenschaft in L.________ nicht erhöht werden könne, einzureichen 
(pag. 3506 ff.). Daraufhin zog Rechtsanwalt F.________ namens und im Auftrag 
von E.________ nach einmaliger Fristerstreckung zur Einreichung der Belege 
(pag. 3510 ff.) die Berufung gegen das Urteil vom 8.6.2017 zurück (pag. 3516).

Mit Beschluss vom 7.8.2018 stellte die Kammer fest, dass das Urteil des Regional-
gerichts Berner Jura-Seeland vom 8.6.2017 betreffend I.________ infolge Rück-
zugs der Berufung von E.________ in Rechtskraft erwachsen ist und I.________ 
damit als Partei aus dem oberinstanzlichen Verfahren ausscheidet. Die oberin-
stanzlich auf I.________ entfallenden Verfahrenskosten von CHF 500.00 wurden 
E.________ zur Bezahlung auferlegt. Dieser wurde des Weiteren verpflichtet, 
I.________ eine angemessene Entschädigung für die Ausübung seiner Verfahrens-
rechte vor oberer Instanz auszurichten, wobei deren Höhe nach Eingang der Kos-
tennote von Rechtsanwalt K.________ bestimmt werde (pag. 3518 ff.).

Am 27.8.2018 zog Rechtsanwalt J.________ namens und im Auftrag von 
H.________ die Berufung gegen das Urteil vom 8.6.2017 zurück (pag. 3588).

Mit Beschluss vom 3.9.2018 stellte die Kammer die Rechtskraft des erstinstanzli-
chen Urteils vom 8.6.2017 hinsichtlich H.________ fest. Die Kosten für das oberin-
stanzliche Verfahren wurden auf eine Pauschalgebühr von CHF 300.00 festgelegt 
und H.________ zur Bezahlung auferlegt. Die Entschädigung von Rechtsanwalt 
J.________ wurde für das oberinstanzliche Verfahren bestimmt, unter Rück- und 
Nachzahlungspflicht von H.________ (pag. 3594 ff.).

Mit Beschluss vom 10.9.2018 wurde E.________ in Ergänzung zu Ziff. 4 des Be-
schlusses vom 7.8.2018 zur Bezahlung einer Entschädigung von CHF 2‘027.30 für 
die angemessene Ausübung der Verfahrensrecht von I.________ vor oberer In-
stanz verpflichtet (pag. 3628 ff.).

Mit Verfügung vom 23.11.2018 wurde die Vorladung für E.________ vom 9.8.2018 
für hinfällig erklärt (pag. 3677).

Rechtsanwältin O.________ teilte mit Schreiben vom 5.12.2018 mit, sie sei von 
G.________ beauftragt worden, im Hinblick auf die oberinstanzliche Hauptverhand-
lung vom 11.12. bis 19.12.2018 ein Gesuch um Vermeidung der Konfrontation mit 
den Beschuldigten sowie um Dispensation von der Verhandlung – mit Ausnahme 
seiner eigenen Einvernahme – zu stellen. Sie vertrete G.________ nicht weiter und 
werde insbesondere nicht an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung teilnehmen 
(pag. 3692 f.). Die Gesuche wurden mit Verfügung vom 7.12.2018 gutgeheissen 
(pag. 3696 f.).

Rechtsanwalt F.________ reichte mit Eingabe vom 10.12.2018 einen schriftlichen 
Antrag ein und teilte mit, E.________ werde nicht persönlich an der oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung teilnehmen (pag. 3703).

9

Die oberinstanzliche Hauptverhandlung fand vom 11.12. bis 13.12.2018 statt 
(pag. 3740 ff.). G.________ (pag. 3743 f.), C.________ (pag. 3746 ff.) sowie 
A.________ (pag. 3749 ff.) wurden zur Person und Sache befragt. 

Von Amtes wegen wurden ferner die aktuellen Strafregisterauszüge vom 
23.11.2018 (A.________, pag. 3679 ff.; C.________, pag. 3682) sowie die 
Führungsberichte über A.________ vom 27.11.2018 (pag. 3686 ff.) und über 
C.________ vom 26.11.2018 (pag. 3683 ff.) eingeholt.

3. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt F.________ stellte in der schriftlichen Eingabe vom 10.12.2018 den 
folgenden Antrag (pag. 3703):

Das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kollegialgericht) vom 8. Juni 2017 
(PEN 16 1000 -1003) sei zu bestätigen.

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 11.12.2019 stellte 
Rechtsanwalt D.________ folgende Anträge (pag. 3751):

1. C.________ sei vom Vorwurf der versuchten Nötigung freizusprechen. 

2. C.________ sei umgehend aus der Haft zu entlassen.

3. Ziff. D.II. des Urteils des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 8.6.2017 sei ersatzlos zu 
streichen.

4. C.________ sei wegen den Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz zu einer Freiheits-
strafe von 120 Tagen zu verurteilen.

5. Die seit dem 13.5.2016 ausgestandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft sei an die Freiheits-
strafe anzurechnen.

6. Für die übermässig ausgestandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 838 Tagen sei 
C.________ eine Entschädigung von CHF 49‘400.00 zuzusprechen. 

7. Die von der amtlichen Verteidigung eingereichten Kostennoten seien zu genehmigen und vom 
Staat zu bezahlen.

8. Auf die Rückforderung der Verfahrenskosten bei C.________ sei zu verzichten.

Rechtsanwalt B.________ beantragte Folgendes (pag. 3752 f. f.):

I.
1. Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil vom 8. Juni 2017 in Bezug auf die Schuld-

sprüche 
a. der versuchten Nötigung, gemeinsam begangen mit H.________ vom 27. bis zum 30. April 

2016 in L.________ z.N von E.________, 
b. der Gefährdung des Lebens, gemeinsam begangen mit H.________ am 27. April 2016 in 

L.________ z.N. von E.________ sowie 
c. der Widerhandlung gegen das Waffengesetz, begangen im April 2016 in der Nähe von 

Neuchâtel oder Lausanne durch Erwerb ohne Berechtigung einer Faustfeuerwaffe SIG 
Sauer P226 

in Rechtskraft erwachsen sind. 
2. Es sei festzustellen, dass die Festlegung der amtlichen Entschädigung und des vollen Honorars 

für die amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt B.________ in Rechtskraft 
erwachsen ist. 

3. Schliesslich sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil vom 8. Juni 2017 betreffend den 
Zivilpunkt (lit. E) in Rechtskraft erwachsen ist.

10

II.
Das Verfahren gegen den Beschuldigten A.________ wegen einfacher Körperverletzung angeblich 
gemeinsam begangen mit H.________ am 27. April 2016 in L.________ z.N. von E.________ sei 
mangels gültigen Strafantrags einzustellen. 

III.
Der Beschuldigte A.________ sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen zu verur-
teilen: 
1. Zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten. 

Die Untersuchungshaft sei im Umfang von 137 Tagen auf die Freiheitsstrafe anzurechnen und 
es sei festzustellen, dass die Strafe am 27. September 2016 vorzeitig angetreten worden ist.

2. Zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen à CHF 10.00, ausmachend total CHF 400.00. 
Die Freiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen sei auf 40 Tage festzusetzen. 

IV.
1. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien zu 9/10 dem Beschuldigten und zu 1/10 dem Kan-

ton Bern aufzuerlegen. 
2. A.________ seien 1/10 der Parteikosten gemäss rechtskräftiger Entschädigung resp. vollem 

Honorar für die amtliche Verteidigung vollumfänglich zu ersetzen. 
3. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien vollumfänglich dem Kanton Bern aufzuerlegen. 
4. A.________ sei für das oberinstanzliche Verfahren eine Parteikostenentschädigung gemäss 

eingereichter Kostennote zu bezahlen. 

V.
1. A.________ sei unverzüglich aus der Haft zu entlassen. 
2. Die Überhaft sei im Umfang von 40 Tagen an die Geldstrafe anzurechnen. 
3. A.________ sei für die erstandene Überhaft, nach Abzug der Geldstrafe, eine Entschädigung 

und Genugtuung in der Höhe von CHF 100.00 pro Tag zuzusprechen, total bestimmt auf CHF 
30'100.00.

Demgegenüber beantragte der stv. Generalstaatsanwalt P.________ Folgendes 
(pag. 3755 f.):

A. A.________ 
I.
Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 08.06.2017 inso-
weit in Rechtskraft erwachsen ist, als 
1. A.________ für schuldig erklärt wurde 

1.1 der versuchten Nötigung, gemeinsam begangen mit H.________ und I.________ vom 
27. bis 30.04.2016 in L.________ z.N. von E.________; 

1.2 der Gefährdung des Lebens, gemeinsam begangen mit H.________ am 27.04.2016 in 
L.________ z.N. von E.________; 

1.3 der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, begangen im April 2016 in der Nähe von 
Neuchâtel oder Lausanne durch Erwerb ohne Berechtigung einer Faustfeuerwaffe SIG 
Sauer P226. 

2. soweit in lit. F Ziff. 4, 5, 6 und 7 verfügt wurde. 

II.
A.________ sei schuldig zu sprechen 
der einfachen Körperverletzung, gemeinsam mit H.________ begangen am 27.04.2016 in 
L.________ z.N. von E.________ 
und er sei deswegen sowie gestützt auf die rechtskräftigen Schuldsprüche in Anwendung der ein-
schlägigen Bestimmungen 
zu verurteilen: 
1. zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 137 Tagen; 
2. zur Bezahlung der anteilsmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (zzgl. einer 

Gebühr von CHF 450.00 gemäss Art. 21 lit. a VKD). 

11

III.
Es seien die üblichen Verfügungen zu treffen (Honorar amtliche Verteidigung etc.). 

B. C.________ 
I.
Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 8. Juni 2017 in-
soweit in Rechtskraft erwachsen ist, als 
C.________ für schuldig erklärt wurde 
der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz, mehrfach begangen zwischen Dezember 2015 
und 13.05.2016 in M.________, Basel und evtl. anderswo in den Kantonen Bern und Solothurn durch 
zweifache Einreise und nachfolgenden Aufenthalt trotz gültiger Ein-reisesperre. 

II.
C.________ sei schuldig zu sprechen 
der versuchten Nötigung, gemeinsam begangen mit H.________ und unbekannter Täterschaft am 
12.05.2016 in M.________ z. N. G.________. 

III.
Bezüglich der bei C.________ mit Verfügung des Office d'application des peines et mesures des Kan-
tons Neuenburg vom 22.05.2014 aufgeschobenen Reststrafe von 2 Jahren und 2 Monaten sei die 
Rückversetzung in den Strafvollzug anzuordnen. 

IV. 
C.________ sei in Anwendung der einschlägigen Bestimmungen sowie unter Einbezug der seinerzeit 
aufgeschobenen und nunmehr zu vollziehenden Reststrafe im Sinne einer Gesamtstrafe zu verurtei-
len: 
1. zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren; 
2. zur Bezahlung der anteilsmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (zzgl. einer 

Gebühr von CHF 450.00 gemäss Art. 21 lit. a VKD). 

V. 
Es seien die üblichen Verfügungen zu treffen (Honorar amtliche Verteidigung etc.).

4. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 8.6.2017 ist hinsichtlich 
H.________ und I.________ (Ziff. B und Ziff. C des Urteilsdispositivs, pag. 3109 ff.) 
in Rechtskraft erwachsen und damit nicht mehr Verfahrensgegenstand. 

A.________ und C.________ fochten das Urteil jeweils nur teilweise an. Die Kam-
mer überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten 
(Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). 
Mangels entsprechender Berufung sind hinsichtlich A.________ die Schuldsprüche 
wegen versuchter Nötigung, Gefährdung des Lebens, Widerhandlungen gegen das 
WG (Ziff. A.I.1, A.I.2 und A.I.4 des Urteilsdispositivs, pag. 3107) sowie der Zivil-
punkt (Ziff. E. 1, E. 3 und E. 4 des Urteilsdispositivs, pag. 3115) in Rechtskraft er-
wachsen. Betreffend C.________ ist der Schuldspruch wegen Widerhandlungen 
gegen das AuG (Ziff. D.I.2 des Urteilsdispositivs, pag. 3113) sowie der Zivilpunkt 
(Ziff. E.2 und E. 3 des Urteilsdispositivs; pag. 3115) in Rechtskraft erwachsen. 
Ebenfalls rechtskräftig sind die Verfügungen gemäss Ziff. F.4 bis Ziff. F.7 des erst-
instanzlichen Dispositivs (pag. 3116 f.).

Durch die Kammer zu beurteilen, ist demnach der Schuldspruch von A.________ 
wegen einfacher Körperverletzung (Ziff. A.I.3) inkl. Sanktion sowie Kosten- und 
Entschädigungsfolgen sowie betreffend C.________ der Schuldspruch wegen ver-

12

suchter Nötigung (Ziff. D.I.1), die Rückversetzung (Ziff. D.II) inkl. Sanktion sowie 
die Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. D.III f.). Ebenfalls zu behandeln sind 
die A.________ und C.________ betreffenden, noch nicht rechtskräftigen Verfü-
gungen (Ziff. F.1, F.3, F.8, F.9, F.14 und F.15 des Urteilsdispositivs, pag. 3116 f.).

Laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung darf das Berufungsgericht seine Beurtei-
lung auf nicht angefochtene Punkte ausweiten, wenn sie in enger Verbindung mit 
den angefochtenen Punkten stehen. Bei auf die Strafzumessung beschränkten Be-
rufungen können erschwerende und mildernde Umstände berücksichtigt werden 
(Urteile des Bundesgerichts 6B_827/2017 vom 25.1.2018 E. 1.1, 6B_297/2014 vom 
24.11.2014 E. 1.3, 6B_40/2013 vom 2.5.2013 E. 2.1 mit Hinweisen auf die Urteile 
6B_548/2011 vom 14.5.2012 E. 3 und 6B_85/2013 vom 4.3.2013 E. 2.1). Soweit 
erforderlich nimmt die Kammer demzufolge bei der Strafzumessung auch auf die 
jeweiligen Tatumstände Bezug. Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der ange-
fochtenen Punkte über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Sie ist aufgrund der 
alleinigen Berufung durch die Beschuldigten A.________ und C.________ an das 
Verschlechterungsverbot (auch «Verbot der reformatio in peius» genannt) nach 
Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden.

II. Formelle Einwände

5. Zur Gültigkeit des Strafantrags vom 3.5.2016

Rechtsanwalt B.________ führte anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung vom 11.12.2018 aus, es liege betreffend den Vorwurf der einfachen Körper-
verletzung, begangen durch A.________ zum Nachteil von E.________ kein gülti-
ger Strafantrag vor. Zwar habe E.________ in seinen ersten Einvernahmen den 
Namen A.________ und «H.________» genannt. Es sei jedoch kein Strafantrag 
protokolliert worden und die Einvernahmen seien unter dem Titel der Erpressung 
erfolgt. Wenn dem Geschädigten die Täterschaft bekannt sei, er jedoch einen 
Strafantrag gegen unbekannte Täterschaft stelle, liege kein gültiger Strafantrag vor 
(BGE 97 IV 153). Es sei E.________ zumutbar gewesen, den Strafantrag vor der 
Unterzeichnung genau zu überprüfen, weil eine falsche Anschuldigung strafrechtli-
che Folgen nach sich ziehe. Die Überprüfung der Personalien sei auch durch einen 
Laien zu erwarten. Weil E.________ keine Korrektur der Personalien des Täters 
auf dem Strafantrag verlangt habe, liege kein gültiger Strafantrag vor. Deshalb sei 
das Verfahren wegen einfacher Körperverletzung einzustellen (pag. 3753).

Der stv. Generalstaatsanwalt P.________ brachte demgegenüber vor, die Argu-
mentation der Verteidigung sei überspitzt formalistisch. Ein Strafantrag gegen un-
bekannte Täterschaft sei zulässig und müsse nicht ergänzt werden, nachdem der 
Täter bekannt geworden sei. Ein Strafantrag müsse weder schriftlich noch zu Be-
ginn des Strafverfahrens gestellt worden sein. E.________ habe ferner bereits bei 
seiner ersten Einvernahme A.________ und «H.________» als Täter benannt und 
die beiden in der Folge mehrmals identifiziert. Es dürfe nicht zu seinem Nachteil 
sein, dass ihm die Polizei trotz seiner Angaben ein Strafantragsformular mit unbe-
kannter Täterschaft zur Unterschrift vorgelegt habe. Gemäss Anzeigerapport sei 
E.________ persönlich zur Polizei gegangen und habe vom Vorfall erzählt. Er habe 

13

damit unverkennbar seinen Wunsch nach Strafverfolgung geäussert. Vor diesem 
Hintergrund sei der Strafantrag gültig (pag. 3756).

Die Vorinstanz hielt zur Frage der Gültigkeit des Strafantrags vom 3.5.2016 Fol-
gendes fest (pag. 3171 f., S. 17 f. der Urteilsbegründung):

Gemäss Art. 30 Abs. 1 StGB kann jede Person, die durch eine nur auf Antrag strafbare Tat verletzt 
wurde, die Bestrafung des Täters verlangen. Ein gegen unbekannte Täterschaft gestellter Strafantrag 
ist gültig und muss auch nicht in einen namentlichen Strafantrag umgewandelt werden, wenn der 
Täter dem Geschädigten später bekannt wird. Ist dem Verletzten die Identität des Täters im Zeitpunkt 
der Antragstellung aber bekannt, ist diese anzugeben, widrigenfalls kein gültiger Strafantrag vorliegt 
(BSK StGB-Riedo, Art. 30 N 52; Derselbe, Der Strafantrag, Diss. FR, Basel 2004, S. 401, jeweils 
m.w.Hinw.).

Vorliegend hat der Straf- und Zivilkläger E.________ anlässlich seiner delegierten Einvernahme vom 
03.05.2016 bei der Polizei (pag. 789 ff.) das von der Polizei vorbereitete Formular „Strafantrag – Pri-
vatklage“ unterzeichnet und damit sowohl Strafantrag wegen Drohung und einfacher Körperverletzung 
gestellt, als sich auch als Straf- und Zivilkläger im Verfahren konstituiert (pag. 668 f.). Es trifft zu, dass 
auf diesem Formular das Feld „Beschuldigt“ mit dem Wort „Unbekannt“ bedruckt ist. Indes hat 
E.________ bereits anlässlich seiner ersten Einvernahme vom 30.04.2016 „A.________“ und 
„H.________“ als die Täter benannt (pag. 770 Z. 82 ff.) und dies in den folgenden Einvernahmen 
bestätigt. Insbesondere hat E.________ in der Einvernahme vom 01.05.2015 den der Polizei in die-
sem Zeitpunkt noch unter dem Falschnamen AA.________ bekannten A.________ als den Täter 
„A.________“ (pag. 780 f., Z. 209 ff. und pag. 783 f., Bild 6) und in der Einvernahme vom 03.05.2016 
auf Vorhalt eines von ihm selber beigebrachten Bildes von H.________ diesen als den Täter 
„H.________“ (pag. 790 f., Z. 47 ff. und pag. 795) identifiziert. E.________ hat somit von allem Anfang 
an, noch bevor er förmlich das Formular „Strafantrag – Privatklage“ unterzeichnet hat, die ihm be-
kannten Täter namentlich gegenüber der Polizei benannt. Dass die Polizei ihn dennoch (mutmasslich 
deshalb, weil die Beschuldigten seitens der Polizei noch nicht förmlich identifiziert waren) einen von 
ihr vorbereiteten Strafantrag gegen unbekannte Täterschaft unterzeichnen liess, darf dem 
E.________ als juristischem Laien nicht zum Nachteil gereichen, hat er doch die ihm zur Strafantrags-
tellung obliegenden Bekanntgaben gegenüber der Polizei wahrgenommen. Somit hat der Straf- und 
Zivilkläger E.________ einen gültigen Strafantrag gegen A.________ und H.________ gestellt.

Die Kammer kann sich diesen zutreffenden Ausführungen vollumfänglich ansch-
liessen. E.________ ging am 30.4.2016 persönlich zur Polizei, um den Vorfall vom 
27.4.2016 zu melden (pag. 647). Daraufhin wurde er am 30.4.2016, 1.5.2016 und 
am 3.5.2016 polizeilich befragt, bis er am 3.5.2016 das durch die Polizei ausgefüll-
te Formular «Strafantrag – Privatklage» unterzeichnete. In Übereinstimmung mit 
den Ausführungen der Vorinstanz nannte E.________ bereits bei seiner ersten 
Einvernahme vom 30.4.2016 den Namen von A.________ und benannte den zwei-
ten Täter als «H.________». Er beschrieb das Signalement der beiden Täter 
(pag. 771, Z. 137 ff.). In der darauffolgenden Befragung vom 1.5.2016 identifizierte 
er beide Täter anhand einer Fotodokumentation (pag. 780 f.). Daraufhin gab die 
Polizei E.________ bekannt, A.________ sei ihnen unter dem Namen 
«AA.________» bekannt (pag. 781, Z. 220 f.). In der Einvernahme vom 3.5.2016 
brachte E.________ ein Foto von «H.________» mit, das er im Internet gefunden 
hatte (pag. 790, Z. 48 ff.). Gleichentags unterschrieb E.________ den Strafantrag 
gegen unbekannte Täterschaft. Gestützt auf das Gesagte gab E.________ seinen 

14

Willen zur Strafverfolgung hinreichend bekannt, zumal er letztlich das von der Poli-
zei vorbereitete Strafantragsformular unterzeichnete, auf welchem sich E.________ 
auch als Straf- und Privatkläger konstituierte (pag. 669). Die vorliegende Konstella-
tion ist nicht mit BGE 97 IV 153 vergleichbar, zumal E.________ die ihm bekannten 
Namen der Täter explizit nannte und sein Wissen über die Täterschaft gegenüber 
den Strafverfolgungsbehörden nicht verschleierte. Es wäre überspitzt formalistisch, 
E.________ den Umstand nachteilig anzulasten, dass die Polizei das Strafantrags-
formular trotz seiner Angaben nicht mit den Personalien von A.________ und 
«H.________» ergänzte. Dies gilt umso mehr, als auch ein Strafantrag gegen Un-
bekannt gültig ist und dieser bei Bekanntwerden des Täters nicht abgeändert wer-
den muss. Von E.________ wäre als Laie auch nicht zu erwarten gewesen, die Po-
lizei auf die fehlenden Personalien aufmerksam zu machen. Vielmehr durfte er dar-
auf vertrauen, der Strafantrag sei korrekt ausgefüllt worden, nachdem er der Polizei 
wiederholt und detailliert die Täterschaft beschrieben hatte. Es kommt hinzu, dass 
der Polizei der Name A.________ nicht bekannt war (sie führte den Beschuldigten 
als «AA.________») und E.________ den zweiten Täter einzig mit dem Spitzna-
men «H.________» bezeichnen konnte. Auch unter diesen Umständen ist nicht zu 
beanstanden, dass der Strafantrag vom 3.5.2016 auf unbekannte Täterschaft laute-
te. Die beiden Täter waren zum damaligen Zeitpunkt noch nicht zweifelsfrei identifi-
ziert – bzw. die wahren Identitäten waren damals noch nicht abschliessend geklärt 
(vgl. entsprechende Ausführungen im Anzeigerapport vom 15.11.2016 Ziff. 2, 
pag. 647). Zusammenfassend ist in Übereinstimmung mit den Ausführungen der 
Vorinstanz festzuhalten, dass ein gültig gestellter Strafantrag von E.________ ge-
gen A.________ wegen einfacher Körperverletzung vorliegt.

6. Vorfall in L.________ (begangen u.a. durch A.________)

6.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

A.________ wird unter Ziff. I.A.1. der Anklageschrift vom 12.12.2016 vorgeworfen, 
sich wegen versuchter Nötigung, Gefährdung des Lebens und einfacher Körperver-
letzung, begangen gemeinsam mit H.________ und I.________ zwischen dem 
27. bis 30.4.2016 in L.________ zum Nachteil von E.________ schuldig gemacht 
zu haben. Als Sachverhalt wird A.________ Folgendes zur Last gelegt (pag. 2417):

[…] dadurch dass der Beschuldigte und H.________ mit dem Opfer E.________ zum Zweck der 
Schuldeintreibung mit einem Auto, welches ihnen I.________ besorgt hatte, in den Wald bei 
L.________ fuhren, wo der Beschuldigte und H.________ zunächst auf das Opfer einschlugen und es 
zu Boden drückten. Der Beschuldigte zog sich in der Folge Einweghandschuhe an und zückte eine 
Waffe SIG Sauer P226, wobei ihm H.________ das Magazin reichte. Darauf richtete der Beschuldigte 
die Waffe gegen das Opfer und bedrohte es mit dem Tod, wobei ev. H.________ das Opfer zusätzlich 
fragte, wo es den Schuss hin haben möchte. Dann steckte der Beschuldigte dem Opfer die Waffe in 
den Mund und bedrohte es erneut. Als der Beschuldigte die Waffe wieder aus dem Mund genommen 
hatte, schlug er das Opfer wieder und schoss schliesslich vier Mal in nächster Nähe zum Opfer ab-
wechselnd links und recht am Opfer vorbei in den Boden. Dadurch wurde das Opfer in skrupelloser 
Weise in eine unmittelbare Lebensgefahr gebracht. Es erlitt zudem diverse Hautunterblutungen, 
Schürfwunden und ein Pfeifen im rechten Ohr. Der Beschuldigte drohte dem Opfer letztlich damit, 
seine Kinder und seine Eltern umzubringen, wenn es nicht bis am 30.04.2016 um Mitternacht 

15

CHF 40'000.00 zahle. Der Beschuldigte und H.________ brachten das Opfer danach in die Nähe sei-
nes Domizils, wo es nach Hause zurückkehren konnte. Am 30.04.2016 liess der Beschuldigte dem 
Opfer via SMS die Nachricht zukommen, dass die Frist bald ablaufe. Am 30.04.2016, kurz vor Mitter-
nacht, fand sich I.________ am vereinbarten Treffpunkt zwecks Geldübergabe ein, wurde jedoch, be-
vor es dazu kommen konnte, durch die Polizei angehalten.

Ferner wurde A.________ unter Ziff. I.A.2. der Anklageschrift vorgeworfen, sich der 
Widerhandlungen gegen das WG, begangen zwischen April und Mai 2016 in der 
Nähe von Neuchâtel oder Lausanne schuldig gemacht zu haben, indem er ohne 
Berechtigung die Waffe SIG Sauer P226 erworben hatte (pag. 2417).

6.2 Rechtskräftige Schuldsprüche und erstellter Sachverhalt

Die A.________ betreffenden Schuldsprüche wegen versuchter Nötigung, Gefähr-
dung des Lebens und Widerhandlungen gegen das WG blieben unangefochten 
und sind damit in Rechtskraft erwachsen. Auch hinsichtlich der einfachen Körper-
verletzung wurde das vorinstanzliche Beweisergebnis nicht beanstandet. 
A.________ ist auch diesbezüglich geständig. Er rügt oberinstanzlich einzig das 
Fehlen einer zwingenden Prozessvoraussetzung hinsichtlich des Vorwurfs der ein-
fachen Körperverletzung. Er macht demgegenüber nicht geltend, die Feststellun-
gen des Sachverhalts seien unvollständig oder unrichtig. Die Kammer sieht ihrer-
seits keine Veranlassung, von den Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz 
(Sachverhalt gemäss Anklageschrift) abzuweichen. Dies gilt umso mehr, als auch 
H.________ und I.________ hinsichtlich des Vorfalls von L.________ rechtskräftig 
verurteilt wurden (H.________ wegen versuchter Nötigung, Gefährdung des Le-
bens und einfacher Körperverletzung; I.________ wegen versuchter Nötigung). Es 
kann damit oberinstanzlich von dem durch die Vorinstanz als erwiesen erachteten 
Sachverhalt ausgegangen werden. In Ergänzung zum Beweisergebnis der Vorin-
stanz (Sachverhalt gemäss Anklageschrift, vgl. pag. 3204, S. 50 der Urteilsbegrün-
dung) hält die Kammer ergänzend jedoch Folgendes fest:

Aus der Anklageschrift vom 12.12.2016 geht unter Ziff. I.A.1. nicht hervor, zu wel-
chem Zeitpunkt A.________ die Waffe SIG Sauer P226 geladen hatte. Die Vorin-
stanz beurteilte diese Frage nicht und erachtete den angeklagten Sachverhalt 
gemäss Anklageschrift als erstellt. In der Anklageschrift ist jedoch einzig umschrie-
ben: «Der Beschuldigte zog sich in der Folge Einweghandschuhe an und zückte 
eine Waffe SIG Sauer P226, wobei ihm H.________ das Magazin reichte. Darauf 
richtete der Beschuldigte die Waffe gegen das Opfer und bedrohte es mit dem Tod, 
wobei ev. H.________ das Opfer zusätzlich fragte, wo es den Schuss hin haben 
möchte. Dann steckte der Beschuldigte dem Opfer die Waffe in den Mund und be-
drohte es erneut. Als der Beschuldigte die Waffe wieder aus dem Mund genommen 
hatte, schlug er das Opfer wieder und schoss schliesslich vier Mal in nächster 
Nähe zum Opfer abwechselnd links und recht am Opfer vorbei in den Boden» 
(pag. 2417). Zu welchem Zeitpunkt A.________ die Ladebewegung machte –bevor 
er E.________ die Waffe in den Mund steckte oder erst vor der Schussabgabe – 
kann der Anklageschrift nicht entnommen werden. Aus der Umschreibung der An-
klageschrift geht einzig hervor, dass die Ladebewegung spätestens kurz vor 
Schussabgabe ausgeführt worden sein musste. Aus diesen Gründen darf nicht zu-
ungunsten des Beschuldigten angenommen werden, die Ladebewegung hätte be-

16

reits stattgefunden, bevor er E.________ die Waffe in den Mund steckte. Zuguns-
ten des Beschuldigten geht die Kammer demzufolge davon aus, dass A.________ 
die Ladebewegung erst kurz vor den Schüssen ausführte.

Demgegenüber erachtet die Kammer die Anklageschrift hinsichtlich der Position 
von E.________ während des Vorfalls im Wald ob L.________ als hinreichend um-
schrieben. Gemäss Anklageschrift seien A.________ und H.________ mit 
E.________ zwecks Schuldeintreibung mit dem Auto in den Wald gefahren: «[...] 
wo der Beschuldigte und H.________ zunächst auf das Opfer einschlugen und es 
zu Boden drückten» (pag. 2417). Ein Positionswechsel von E.________ wird in der 
Folge nicht umschrieben. Gestützt auf die Anklageschrift befand sich E.________ 
folglich während der beschriebenen Tat «am Boden». E.________ beschrieb bei 
seiner ersten (tatzeitnahen) Einvernahme vom 30.4.2016 diesbezüglich ausführlich, 
wie er von A.________ und H.________ zu Boden bzw. auf die Knie gedrückt wor-
den sei (pag. 770, Z. 85 f.). Nachdem ihm A.________ die Pistole in den Mund ge-
drückt habe, habe er wieder aufstehen wollen. A.________ habe jedoch seinen 
Fuss gegen seinen Oberkörper gedrückt und gesagt, er solle bleiben wo er sei 
(pag. 770, Z. 100 f.). Erst nach den vier Schüssen habe ihm A.________ befohlen, 
wieder aufzustehen, was er dann auch getan habe (pag. 770, Z. 103 f.). In der fol-
genden Einvernahme vom 1.5.2016 erklärte E.________, wie er zu Beginn auf die 
Knie gegangen sei (pag. 779, Z. 130 ff.) und ihm nach den Schlägen befohlen wor-
den sei, wieder aufzustehen (pag. 779, Z. 145 ff.). Zwar führte E.________ bei die-
ser Befragung aus, als A.________ die Pistole aus dem Mund genommen und ihn 
wieder geschlagen habe, sei er «wieder auf die rechte Seite gefallen», danach auf-
gestanden und von A.________ erneut aufgefordert worden, auf die Knie zu gehen 
(pag. 779, Z. 151 ff.). Nach den Schüssen sei er erneut aufgestanden (pag. 780, 
Z. 169). Er beschrieb folglich mehrere Positionswechsel. Allerdings blieb 
E.________ dabei, das er während den vier Schüssen am Boden gewesen sei. 
Dies bestätigte er auch in seiner Einvernahme anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung vom 6.6.2017, als er ausführte, A.________ habe ihm die Pisto-
le aus dem Mund genommen und neben dem Kopf durchgeschossen, wobei er auf 
den Knien gewesen sei. Erst danach sei er wieder aufgestanden (pag. 3028, Z. 21 
ff.). Den Aussagen von E.________ kann folglich konstant und stimmig entnommen 
werden, dass er während den Schussabgaben vom 27.4.2016 vor A.________ am 
Boden kniete. In Übereinstimmung mit den Ausführungen der Vorinstanz kann voll-
umfänglich auf die glaubhaften Aussagen von E.________ abgestellt werden (vgl. 
Aussagenanalyse pag. 3176 ff., S. 22 ff. der Urteilsbegründung). Das Beweiser-
gebnis ist folglich insofern zu erweitern, als E.________ von A.________ und 
H.________ zu Boden gedrückt wurde und daraufhin während den Schussabgaben 
am Boden kniete. Soweit weitergehend kann vollumfänglich auf die korrekten Aus-
führungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 3172 ff., S. 18 ff. der Urteilsbe-
gründung). Die entsprechenden Erwägungen zu den einzelnen Taten sind zutref-
fend und es wird lediglich im Rahmen der Strafzumessung nochmals kurz darauf 
eingegangen.

17

7. Vorfall in M.________ (begangen u.a. durch C.________)

7.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

C.________ wird gemäss Anklageschrift vom 12.12.2016 unter Ziff. D.1 vorgewor-
fen, sich der versuchten Nötigung, gemeinsam begangen am 12.5.2016 in 
M.________ mit H.________ und einem unbekannten Täter zum Nachteil von 
G.________ schuldig gemacht zu haben (pag. 2420):

[…] dadurch dass der Beschuldigte, H.________ sowie ein dritter, unbekannter Täter, das Opfer an 
seinem Wohnort aufsuchten, wobei der Beschuldigte das Opfer aufforderte, bis am kommenden 
Dienstag, 17. Mai 2016, die Schulden des Sohnes des Opfers, Q.________, in der Höhe von 
CHF 47000.00, aufzutreiben [recte: einzutreiben]. Darauf zeigte der unbekannte Täter dem Opfer eine 
Waffe, die dieser auf sich trug, und legte seine Hand an deren Griff. In der Folge wollte G.________ 
das Natel hervornehmen und die Täter fotografieren, um seinem Sohn mitteilen zu können, wem er 
Geld schulde. Daraufhin habe C.________, ev. der unbekannte Dritte, ihm das Natel aus der Hand 
geschlagen. 

Durch ihr Verhalten bedrohten die Beschuldigten das Opfer mit einer gegenwärtigen Gefahr für Leib 
oder Leben, sollte es ihnen den geforderten Geldbetrag nicht vor Ablauf des Ultimatums zahlen, und 
versetzten es ihn Angst und Schrecken.

7.2 Zum Anklagegrundsatz

Rechtsanwalt D.________ brachte anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung vom 11.12.2018 vor, die Anklageschrift sei betreffend die Nötigungsmittel nicht 
ausreichend umschrieben. In der Anklageschrift stehe einzig, ein Unbekannter ha-
be G.________ eine Waffe gezeigt. Er sei jedoch durch «das Verhalten» der Täter 
in Angst und Schrecken versetzt worden. Darunter sei das Vorzeigen der Waffe 
nicht zu subsumieren (pag. 3752).

Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 der Schweizerischen Bundesver-
fassung (BV; SR 101) sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 Bst. a und b der Konventi-
on zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) ab-
geleiteten Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Ge-
richtsverfahrens. Gegenstand des gerichtlichen Verfahrens können nur Sachverhal-
te sein, die dem Angeklagten in der Anklageschrift vorgeworfen werden (sog. 
«Umgrenzungsfunktion» / «Immutabilitätsprinzip»). Letztere muss die Person des 
Angeklagten sowie die ihm zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzi-
se umschreiben, dass die Vorwürfe im objektiven und subjektiven Bereich genü-
gend konkretisiert sind. Das Anklageprinzip bezweckt damit zugleich den Schutz 
der Verteidigungsrechte des Angeklagten und dient dem Anspruch auf rechtliches 
Gehör (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_28/2018 vom 7.8.2018 E. 6.3; BGE 143 
IV 63 E. 2.2; BGE 141 IV 132 E. 3.4.1; BGE 140 IV 188 E. 1.3; je mit Hinweisen). 
Der Beschuldigte muss unter dem Gesichtspunkt der Informationsfunktion aus der 
Anklage ersehen können, wessen er angeklagt ist. Das bedingt eine zureichende 
Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, dass der Betroffene genau weiss, welcher 
konkreten Handlung er beschuldigt und wie sein Verhalten rechtlich qualifiziert 
wird, damit er sich in seiner Verteidigung richtig vorbereiten kann. Er darf nicht Ge-
fahr laufen, erst an der Gerichtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen konfron-
tiert zu werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_720/2018 vom 3.10.2018 E. 1.2; 

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18

BGE 143 IV 63 E. 2.2). Ungenauigkeiten sind solange nicht von entscheidender 
Bedeutung, als für die beschuldigte Person keine Zweifel darüber bestehen kön-
nen, welches Verhalten ihr vorgeworfen wird (Urteil des Bundesgerichts 
6B_601/2018 vom 4.12.2018 E. 4.4.2). Allerdings ist zu bemerken, dass an die An-
klageschrift keine überspitzt formalistischen Anforderungen gestellt werden dürfen 
(Urteile des Bundesgerichts 6B_300/2016 vom 7.11.2016 E. 2.2; 6B_1079/2015 
vom 29.2.2016 E. 1.4).

Die Kammer vermag in der Umschreibung des Sachverhalts in der Anklageschrift 
keine Verletzung des Anklagegrundsatzes zu erblicken. Zwar steht in der Anklage-
schrift effektiv: «Durch ihr Verhalten bedrohten die Beschuldigten das Opfer mit ei-
ner gegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben, sollte es ihnen den geforderten 
Geldbetrag nicht vor Ablauf des Ultimatums zahlen, und versetzten es ihn Angst 
und Schrecken». Zuvor ist das «Verhalten der Täter» in der Anklageschrift jedoch 
genau umschrieben und sowohl das Auftauchen zu Dritt, das Auffordern zur Be-
zahlung von CHF 47‘000.00, das Wegschlagen des Handys als auch das Vorzei-
gen der Waffe erwähnt (pag. 2420). Der Verteidigung kann gestützt darauf nicht 
gefolgt werden, wonach unter «dem Verhalten» der Täter nicht auch das Vorzeigen 
der Waffe subsumiert werden könnte. Die Anklageschrift ist genügend umschrie-
ben. Es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern C.________ nicht in der Lage war, sich 
hinreichend zu verteidigen. Der Beschuldigte wusste, welcher konkreten Handlung 
er beschuldigt wird. Seine Verteidigung war damit nicht eingeschränkt und es ist 
keine Verletzung des Anklagegrundsatzes ersichtlich. 

7.3 Bestrittener/unbestrittener Sachverhalt

Der angeklagte Sachverhalt wird von C.________ grundsätzlich bestritten. 
Während er bisher – sofern er überhaupt Aussagen machte – bestritt, am Vorfall 
vom 12.5.2016 in irgendeiner Weise beteiligt gewesen zu sein, gab er oberinstanz-
lich zu, mit G.________ telefoniert und dessen Sohn, Q.________, Geld geliehen 
zu haben. Soweit weitergehend bestreitet C.________ jeglichen Tatbeitrag. 

7.4 Beweismittel

Der Kammer liegen zur Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts die Aussagen 
der beiden Beschuldigten C.________ (pag. 1321 ff.; pag. 1343 ff.; pag. 1350 ff.; 
pag. 1354 ff.; pag. 1359 ff.; pag. 1364 ff.; pag. 1375 ff.; pag. 3047; pag. 3746 ff.) 
und H.________ (pag. 1315 ff.; pag. 1328 ff.; pag. 1333 ff.; pag. 3041 f.) sowie jene 
von G.________ (pag. 1298 ff.; pag. 1305 ff.; pag. 1315 ff.; pag. 1321 ff.; pag. 3038 
f.; pag. 3743 f.) und Q.________ (pag. 1310 ff.) vor. Auf eine Zusammenfassung 
dieser Aussagen wird verzichtet. Der Vollständigkeit halber werden vorliegend ein-
zig die oberinstanzlich erfolgten Einvernahmen von C.________ und G.________ 
zusammengefasst wiedergegeben (vgl. Ausführungen unter Ziff. 7.4 ff. hiernach). 
Im Übrigen wird nur soweit notwendig im Rahmen der Beweiswürdigung auf die 
konkreten Aussagen eingegangen und soweit weitergehend vollumfänglich auf die 
amtlichen Akten und die korrekte Zusammenfassung durch die Vorinstanz verwie-
sen (pag. 3207 ff., S. 53 ff. der Urteilsbegründung).

Des Weiteren befinden sich insbesondere die folgenden Beweismittel in den Akten: 
der Anzeigerapport vom 14.5.2016 (pag. 1267 ff.), der Nachtragsrapport vom 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2018&to_date=20.12.2018&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Er+darf+nicht+Gefahr+laufen%2C+erst+an+der+Gerichtsverhandlung+mit+neuen+Anschuldigungen+konfrontiert+zu+werden&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-IV-63%3Ade&number_of_ranks=0#page63

19

30.6.2016 (pag. 1274 ff.), der Berichtsrapport vom 16.9.2016 (pag. 1288 ff.) und 
vom 15.11.2016 (pag. 1291 ff.). Auch hier wird vollumfänglich auf die amtlichen Ak-
ten verwiesen und nur soweit notwendig im Rahmen der Beweiswürdigung darauf 
eingegangen. 

7.5 Zu den oberinstanzlichen Einvernahmen vom 11.12.2018

7.5.1 Aussagen von G.________

G.________ bestätigte oberinstanzlich seine bisher gemachten Aussagen 
(pag. 3743, Z. 15 ff.). Zum konkreten Ablauf vom 12.5.2016 führte G.________ 
aus, er habe nicht gewusst, was er machen solle, als die drei Personen vor seiner 
Haustüre gestanden seien. Zum Glück habe er ein Telefon dabei gehabt. Aber als 
er dieses hervorgenommen habe, habe es C.________ weggeschlagen. Es sei 
schwierig, CHF 47‘000.00 in 24 Stunden aufzutreiben (pag. 3743, Z. 33 ff.). Sein 
Sohn habe Schulden bei C.________ gehabt, aber es seien nicht CHF 47‘000.00 
gewesen. Sein Sohn habe über Rechtsanwalt D.________ CHF 12‘000.00 oder 
CHF 13‘000.00 seiner Schulden an C.________ zurückbezahlt (pag. 3744, Z. 9 ff.). 
Er habe immer die Wahrheit gesagt. Er könne nicht mehr sagen, wer die dritte Per-
son vor der Türe gewesen sei. Aber bei den zwei Beschuldigten, die er identifiziert 
habe, sei er zu 100% sicher. Es habe nur «der Kleine» mit ihm gesprochen 
(pag. 3744, Z. 16 ff.).

G.________ erklärte, er habe keine Angst mehr, aber der Vorfall vom 12.5.2016 sei 
nicht einfach für ihn gewesen (pag. 3743, Z. 33 f.). Es habe ihn und seine Familie 
beschäftigt. Sie hätten noch nie erlebt, dass eine Person mit einer Waffe vor ihrer 
Haustüre gewesen sei (pag. 3743, Z. 40 f.). Nach dem Vorfall sei er bei seinem 
Hausarzt gewesen und dieser habe ihm Tabletten zur Beruhigung verschrieben. 
Diese nehme er jetzt aber nicht mehr (pag. 3744, Z. 2 ff.).

7.5.2 Aussagen von C.________

Nach der Rechtsbelehrung erklärte C.________ von sich aus, er bestätige, dass er 
am 12.5.2016 nicht dabei gewesen sei. Er kenne die Familie von G.________, aber 
er sei nicht dabei gewesen. Weil ihm Staatsanwalt R.________ nicht geglaubt ha-
be, habe er entschieden, keine Aussagen zu machen (pag. 3746 ff.). C.________ 
gab daraufhin zu, mit G.________ am 12.5.2016 telefoniert zu haben. Auch sein 
Vater habe einmal mit G.________ telefoniert – das sei alles gewesen. Am Telefon 
habe ihm G.________ bereits bestätigt, das Geld bis Dienstag aufzutreiben. Dann 
sei er jedoch zur Polizei gegangen. Er wisse nicht, was G.________ für eine Stra-
tegie verfolgt habe (pag. 3746, Z. 17 f.; pag. 3746, Z. 22 ff.).

C.________ bestätigte, dass der Sohn von G.________, Q.________, Schulden in 
der Höhe von CHF 47‘000.00 bei ihm gehabt habe (pag. 3747, Z. 21 ff.). 
Q.________ sei ein guter Kollege von ihm gewesen und habe ihn betrogen. 
Q.________ habe ihn um Hilfe gebeten, weil er (C.________) finanziell gut gestellt 
sei. Q.________ habe ihm erklärt, er werde einen Kredit aufnehmen und die 
Schulden damit zurückzahlen. Aus diesem Grund habe er ihm zwei bis drei Mal 
Geld geliehen (pag. 3747, Z. 27 ff.). Bis heute sei die Schuld nicht abbezahlt. Er 
habe erst ca. CHF 12‘000.00 erhalten. Q.________ habe ihm diesen Betrag über 
Rechtsanwalt D.________ zurückbezahlt (pag. 3747, Z. 31 ff.). Es seien aber noch 

20

Schulden in der Höhe von CHF 35‘000.00 offen (pag. 3748, Z. 2). Er habe keine 
Dokumente über die Schulden. Er habe Q.________ das Geld gegeben, weil er 
ihm vertraut habe. Er habe ihn schon lange gekannt. Aber Q.________ habe ihn 
betrogen (pag. 3748, Z. 6 ff.).

Auf Vorhalt, H.________ habe die Schuldsprüche akzeptiert und sei demnach am 
12.5.2016 bei G.________ dabei gewesen, erklärte C.________, H.________ habe 
Angst vor E.________ gehabt. Er sei aber nicht bei G.________ gewesen. 
H.________ habe auch Angst gehabt, dass er vor Obergericht eine noch höhere 
Strafe erhalte (pag. 3747, Z. 10 ff.).

7.6 Würdigung durch die Kammer

Betreffend die theoretischen Ausführungen zur Beweiswürdigung und zur Aussa-
genanalyse kann auf die korrekten Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 3173 ff., S. 19 ff. der Urteilsbegründung).

Am 12.5.2016, um 19.55 Uhr ging bei der Polizei des Kantons Solothurn die Mel-
dung von S.________ ein, wonach sein Vater von drei unbekannten Männern an 
dessen Wohnort mit einer Waffe bedroht worden sei, weil sie die Schulden von sei-
nem Bruder Q.________ hätten eintreiben wollen (pag. 1269). Daraufhin rückte die 
Polizei aus und befragte sowohl G.________ als auch Q.________ tatzeitnah 
(pag. 1270).

G.________ schilderte bei seiner ersten Einvernahme vom 12.5.2016, nur eine 
Stunde nach der Tat, das Geschehene ausführlich. Er erklärte, er habe um 
17.55 Uhr auf seinem Festnetzanschluss einen Telefonanruf von einer mazedoni-
schen Telefonnummer erhalten. Der Mann am Telefon habe sich als Vater «von ei-
nem C.________» ausgegeben und gefragt, ob er das Geld bereit machen könne, 
dass sein Sohn dessen Sohn schulde. Er habe dem Anrufer jedoch gesagt, er habe 
nichts mit den Schulden seines Sohnes zu tun, sie sollten sich an die Polizei wen-
den und ihn nie wieder aus diesen Gründen anrufen. Daraufhin habe er das Tele-
fongespräch beendet (pag. 1299, Frage 1). Er kenne weder einen C.________ 
noch einen Vater von einem C.________ (pag. 1300, Frage 4). Am Telefon habe 
der Mann nicht gesagt, um wie viel Geld es gehe oder bis wann er das Geld bereit 
machen solle (pag. 1300, Frage 11). Am Donnerstag, den 12.5.2016, um ca. 19.50 
Uhr habe es an seiner Haustüre geklingelt. Er habe die Türe geöffnet und es seien 
drei Männer dort gestanden, die von ihm CHF 47‘000.00 bis am Dienstag gefordert 
hätten. Er habe sein Handy aus dem Hosensack genommen und ein Foto der 
Männer machen wollen. Noch bevor er ein Foto habe machen können, habe ihm 
einer gesagt: «kein Foto machen». Gleichzeitig habe ihm ein Mann eine Pistole im 
Hosenbund gezeigt und einer habe ihm das Handy aus der Hand geschlagen. Be-
vor er das Handy wieder habe aufheben können, seien die drei Männer davon ge-
laufen (pag. 1300 f., Frage 14). Links habe ein blonder Mann gestanden, in der Mit-
te sei einer mit dunklen Haaren gewesen und derjenige rechts habe die Pistole ge-
habt. Es habe nur der blonde Mann links gesprochen. Der Mann mit der Pistole ha-
be ihm das Handy aus der Hand geschlagen und gesagt, er solle kein Foto ma-
chen. Sonst habe er aber nichts gesagt. Auch derjenige in der Mitte habe nichts zu 
ihm gesagt (pag. 1301, Frage 17). G.________ beschrieb daraufhin das Signale-

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ment der Täter (pag. 1301, Frage 19 ff.). Er erklärte, den Blonden und den Mann in 
der Mitte wiedererkennen zu können. Denjenigen rechts habe er erst wahrgenom-
men, als er die Pistole gezeigt habe, daher sei er sich nicht ganz sicher (pag. 1302, 
Frage 25). Der Blonde habe vor der Türe zu ihm gesagt: «Du hast Zeit bis am 
Dienstagabend und dann muss ich das Geld haben», daraufhin habe ihm der Mann 
rechts die Pistole gezeigt. Das habe ihm Angst gemacht (pag. 1302, Frage 31; vgl. 
auch pag. 1303, Frage 41). Er habe keine Ahnung, weshalb diese Männer 
CHF 47‘000.00 von ihm gefordert hätten. Er könne sich vorstellen, dass es um sei-
nen Sohn Q.________ gegangen sei. Dieser habe viele Schulden (pag. 1302, Fra-
ge 35).

In der darauffolgenden Einvernahme vom 14.5.2016 wurde G.________ ein Foto-
blatt vorgelegt, womit er C.________ als den Täter auf der linken Seite und 
H.________ als denjenigen in der Mitte identifizieren konnte. Beim Dritten sei er je-
doch nicht sicher, daher wolle er keinen Mann nennen (pag. pag. 1306 f.). Darauf-
hin identifizierte G.________ sowohl C.________ als auch H.________ wiederholt 
(pag. 1315 ff.; pag. 1321 ff.; pag. 3038, Z. 32 ff.). In den folgenden Befragungen 
schilderte G.________ den Tatablauf konstant, detailliert und nachvollziehbar. In 
den Aussagen von G.________ finden sich originelle Details, die nicht zu erwarten 
sind, wäre der Vorfall vom 12.5.2016 nicht effektiv so geschehen. Gerade die An-
gabe – G.________ habe sein Handy hervorgenommen, um ein Bild der Täter zu 
machen, damit er seinem Sohn zeigen könne, wer Geld von ihm fordere 
(pag. 1300, Frage 14; pag. 1306, Frage 5) – ist eine originelle, einzigartige Reakti-
on, die wirklich erlebt wirkt und für die Glaubhaftigkeit der Aussagen von 
G.________ spricht. Ferner sind die Aussagen von G.________ frei von relevanten 
Widersprüchen. Wiederholt, im Kerngeschehen gleichbleibend und stimmig erklärte 
G.________, zuerst sei er am 12.5.2016 von einem Unbekannten angerufen wor-
den, daraufhin seien drei Männer am Abend des 12.5.2016 vor seiner Haustüre 
gestanden. Sie hätten ihm gesagt, er müsse CHF 47‘000.00 auftreiben und der 
Mann rechts habe ihm die Pistole gezeigt. Daraufhin habe er das Handy hervorge-
nommen, um ein Foto zu machen und einer der Männer habe ihm gesagt, er solle 
kein Foto machen und habe ihm das Handy aus der Hand geschlagen (pag. 1306, 
Frage 5; pag. 3038, Z. 20 ff.). Die kleineren Ungenauigkeiten im Ablauf der Ge-
schehnisse ändern nichts an der Glaubhaftigkeit der Aussagen von G.________. 
So schilderte G.________ bei der Befragung vom 14.5.2016 zwar entgegen seiner 
ersten Aussage, es sei C.________ bzw. der Mann links gewesen, der ihm das 
Handy aus der Hand geschlagen habe (pag. 1306, Frage. 4). In den späteren Aus-
sagen blieb G.________ allerdings konstant dabei, C.________ habe ihm das 
Handy aus der Hand geschlagen und dieser sei auch der einzige gewesen, der mit 
ihm gesprochen habe. Die beiden anderen Männer hätten nichts gesagt 
(pag. 1317, Frage 2 ff.; pag. 1323, Frage 1; pag. 1324, Frage 4; pag. 3038, Z. 20 
ff.; pag. 3743, Z. 36 f.). Ferner gab G.________ bei seiner ersten Befragung an, 
man habe ihm gegenüber am Telefon nicht erwähnt, wie viel Geld er auftreiben 
müsse (pag. 1300, Frage 11). Bei den späteren Einvernahmen erklärte 
G.________ jedoch, beim Telefongespräch sei bereits von den Schulden in der 
Höhe von CHF 47‘000.00 gesprochen worden (pag. 1306, Frage 6; pag. 1323, 
Frage 3; pag. 3038, Z. 14 ff.). Zudem erklärte G.________ bei der Konfrontations-

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einvernahme vom 7.6.2016 effektiv, zuerst habe man ihm die Pistole gezeigt und 
das Handy aus der Hand geschlagen und erst danach habe man ihm gesagt, er 
solle CHF 47‘000.00 bis Dienstag auftreiben (pag. 1324, Frage 4 ff.). Bei der Ein-
vernahme anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 6.6.2017 ver-
wechselte G.________ sodann die Tage (pag. 3038, Z. 19) und oberinstanzlich 
sprach er von einer Frist von 24 Stunden, um das Geld aufzutreiben (pag. 3743, 
Z. 37). Bei diesen geringen Differenzen handelt es sich nicht um Widersprüche, die 
den beweisrelevanten Tatablauf betreffen. Sie sind auch nicht geeignet, die Glaub-
haftigkeit der Aussagen von G.________ in Zweifel zu ziehen. Es ist nachvollzieh-
bar und spricht eben gerade für die Glaubhaftigkeit der Aussagen, dass sich 
G.________ im Laufe der Zeit nicht mehr an jedes Detail und den exakten Ablauf 
erinnern konnte. Wesentlich ist einzig, dass er die fraglichen Handlungsabläufe 
konstant und stimmig schilderte, was er denn auch tat. Ob die Geldforderung vor 
oder nachdem man ihm das Handy aus der Hand geschlagen hatte geäussert und 
ob erstmals am Telefon vom genauen Betrag gesprochen wurde, ist nicht von ele-
mentarer Bedeutung. Dies gilt umso mehr, als es sich am 12.5.2016 um ein kurzes, 
dynamisches, überraschendes und für G.________ angsteinflössendes Ereignis 
handelte, als drei ihm unbekannten Männer bewaffnet vor seiner Haustüre standen 
und Schulden einforderte, die er selbst nicht hatte. In Anbetracht dieser Tatsachen 
erstaunt nicht, dass G.________ Kleinigkeiten durcheinander brachte bzw. seine 
Erinnerungen nicht bis ins letzte Detail übereinstimmten. Das Kerngeschehen 
schilderte G.________ jedoch nachvollziehbar, ohne wesentliche Widersprüche 
und konstant. Seine Aussagen sind nicht stereotyp und wirken nicht auswendig ge-
lernt. G.________ belastete die Täter denn auch nicht übermässig. So erklärte er, 
sie hätten anständig mit ihm gesprochen, ihm einfach nur mit der Pistole und der 
Geldforderung Druck gemacht (pag. 1303, Frage 44). Des Weiteren ist die Be-
schreibung von G.________, der Mann links (C.________) habe blonde Haare ge-
habt, entgegen den Behauptungen der Verteidigung nicht unglaubhaft. Gemäss 
den Angaben von G.________ trug C.________ am 12.5.2016 zwar effektiv eine 
Mütze (pag. 1301, Frage 19; pag. 1306, Frage 4). Allerdings erklärte er auch, 
C.________ habe einen Bart getragen, der seit ca. einer Woche nicht mehr rasiert 
worden sei (pag. 1301, Frage 19; pag. 1306, Frage 4). Es ist folglich durchaus 
nachvollziehbar, dass G.________ die Haarfarbe von C.________ erkennen konn-
te. Inwiefern die Aussagen von G.________ – am 12.5.2016 in St. Gallen oder im 
Thurgau sei bereits etwas anderes passiert, daher habe er ein Foto machen wollen 
(pag. 1324, Frage 4; pag. 1326, Frage 22) – gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aus-
sagen spricht, erschliesst sich der Kammer nicht. Dass es am 12.5.2016 geregnet 
hatte, erwähnte G.________ zudem nicht nur an der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung vom 6.6.2017 (pag. 3038, Z. 18), sondern bereits tatzeitnah bei der Kon-
frontationseinvernahme vom 7.6.2016 (pag. 1324, Frage 4). Ferner sind keine 
Gründe ersichtlich, weshalb G.________ C.________ zu Unrecht hätte belasten 
sollen. Dies gilt umso mehr, als es nicht G.________ war, der sich bei der Polizei 
meldete, sondern dessen Sohn S.________. Die Meldung ging nur wenige Minuten 
nach der Tat, um 19.55 Uhr (pag. 1269) bei der Polizei ein. Die Entstehungsge-
schichte der Aussagen spricht folglich auch für die Glaubhaftigkeit der Aussagen 
von G.________. Es ist nicht einzusehen, weswegen G.________ bei einem Erfin-

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den des Sachverhalts seinen Sohn S.________ überhaupt und erst noch in kurzer 
Zeit hätte beiziehen und instruieren sollen. Im Übrigen identifizierte G.________ 
den dritten Täter nie und H.________ akzeptierte den Schuldspruch wegen ver-
suchter Nötigung, gemeinsam begangen mit C.________ und einem unbekannten 
Dritten zum Nachteil von G.________. In Übereinstimmung mit den Ausführungen 
der Vorinstanz (pag. 3212 f., S. 58 f. der Urteilsbegründung) kann demnach auf die 
glaubhaften Aussagen von G.________, der C.________ und H.________ mehr-
fach zweifelsfrei als Täter identifizierte, abgestellt werden. 

Des Weiteren bestätigte Q.________ die Aussagen seines Vaters. Er erklärte bei 
seiner Einvernahme vom 12.5.2016, sein Vater habe ihn angerufen und gesagt, er 
sei «vom Vater eines C.________» angerufen worden. Dieser habe ihm gesagt, er 
habe Schulden bei C.________. Später habe ihn dann sein Bruder S.________ 
angerufen und gesagt, es habe jemand angerufen und später sei G.________ von 
drei Unbekannten zu Hause mit einer Waffe bedroht worden, weil er diesen 
CHF 47‘000.00 schulde (pag. 1311, Frage 1). Q.________ bestätigte in der Folge 
bei C.________ Schulden zu haben (pag. 1311, Frage 2). Er habe von C.________ 
vor ca. einem Jahr einmal CHF 6‘000.00 und einmal CHF 7‘000.00 erhalten. Er ha-
be es ihm aber nicht zurückzahlen können, weil C.________ abgeschoben worden 
sei. C.________ habe ihn aus Mazedonien angerufen und gesagt, er wolle das 
Geld zurück. Als er bemerkt habe, dass er das Geld nicht habe, habe C.________ 
gesagt, er müsse Zinsen bezahlen. Er habe gesagt, der geschuldete Betrag betra-
ge nun CHF 20‘000.00 und die Zinsen würden weiter steigen bzw. bei späteren Te-
lefonaten seien es bereits Schulden in der Höhe von CHF 40‘000.00 und 
CHF 47‘000.00 gewesen. Erstmals habe C.________ das Geld vor ca. sechs Mo-
naten zurückverlangt, als dieser in Burgdorf in Ausschaffungshaft gewesen sei 
(pag. 1311 f., Frage 3 ff.).

Die Angaben von Q.________ stimmen in zeitlicher Hinsicht mit dem Aufenthaltsort 
von C.________ überein. Gegenüber C.________ wurde am 13.7.2015 ein Einrei-
severbot vom 1.10.2015 bis zum 30.9.2025 verfügt (pag. 1932 f.). C.________ 
wurde folglich effektiv ungefähr zum besagten Zeitpunkt «abgeschoben» und zwar 
nur einige Monate nachdem er Q.________ Geld geliehen hatte. In der Folge hielt 
er sich mehrere Monate in Mazedonien auf, bevor er zurück in die Schweiz kam. 
Die Existenz der Schulden bestätigte C.________ zudem selbst (pag. 3747, Z. 21 
ff.). Q.________ machte objektivierte Schilderungen und belastete C.________ 
nicht übermässig. Er liess sich auch nicht zu Spekulationen über einen allfälligen 
Waffenbesitz (pag. 1312, Frage 12) oder die anderen Täter (pag. 1313, Frage 25) 
verleiten. Q.________ stellte sich selbst in ein schlechtes Licht, indem er offen zu-
gab, C.________ die Schulden noch nicht zurückbezahlt zu haben (pag. 1312, 
Frage 8). Er behauptete entgegen den Behauptungen der Verteidigung jedoch 
nicht, sein Vater habe C.________ bereits persönlich gekannt. Vielmehr erklärte 
Q.________, C.________ kenne den Wohnort seines Vaters von früher, als sie 
noch zusammen weggegangen seien. Er habe ihm gesagt, wo er wohne 
(pag. 1313, Frage 24). Zwar gab Q.________ auch zu Protokoll, sein Vater habe 
C.________ erkannt, weil er ihn von früher gekannt habe und er sich als 
C.________ vorgestellt habe (pag. 1313, Frage 26). Diese Aussage ist jedoch eine 
Mutmassung von Q.________ – er wusste einzig, dass sein Vater ihm gegenüber 

24

von einem C.________ gesprochen hatte. Dass sich sein Vater effektiv an dessen 
früheren Freund C.________ erinnern konnte oder er diesen vor dem 12.5.2016 
bereits getroffen hatte, behauptete Q.________ demgegenüber nicht. Auf Vorhalt 
der obgenannten Aussage von Q.________ bestätigte G.________ zudem erneut, 
er habe C.________ vor dem 12.5.2016 nicht gekannt (pag. 1326, Frage 19).

H.________ bestritt konsequent, mit dem Vorfall vom 12.5.2016 etwas zu tun ge-
habt zu haben. Er behauptete wiederholt, G.________ nicht zu kennen. Des Weite-
ren reagierte H.________ mit zahlreichen Gegenfragen. Er versuchte G.________ 
in ein schlechtes Licht zu stellen und behauptete wiederholt, G.________ leide an 
Schizophrenie (vgl. pag. 3210, S. 56 der Urteilsbegründung). Diese sich auf gene-
relles Bestreiten beschränkenden und mit Gegenangriffen gefüllten Ausführungen 
vermögen die Glaubhaftigkeit der Aussagen von G.________ nicht in Zweifel zu 
ziehen. Ferner akzeptierte H.________ den Schuldspruch wegen versuchter Nöti-
gung zum Nachteil von G.________ bzw. das erstinstanzliche Urteil, gemäss wel-
chem er zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren verurteilt wurde. Die Erklärung von 
C.________, H.________ habe den Schuldspruch nur akzeptiert, weil er Angst vor 
E.________ und vor einer höheren Strafe gehabt habe, überzeugt nicht. Einerseits 
ist nicht ersichtlich, warum H.________ Angst vor E.________ hätte haben sollen. 
Dies gilt umso mehr, als H.________ wegen versuchter Nötigung, Gefährdung des 
Lebens und einfacher Körperverletzung zum Nachteil von E.________ rechtskräftig 
verurteilt wurde. Andererseits hätte H.________ vor Obergericht keine höhere Stra-
fe gedroht. E.________ zog seine Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil am 
8.6.2017 zurück. Erst rund zwei Monate später, am 27.8.2018, zog auch 
H.________ seine Berufung zurück (vgl. Ausführungen unter Ziff. 2 hiervor). Zu 
diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass die Kammer an das Verbot der reformatio 
in peius gebunden ist, worüber sein Verteidiger ihn mit grosser Wahrscheinlichkeit 
aufgeklärt hatte. Aufgrund des rechtskräftigen Urteils von H.________ gilt mithin 
als erstellt, dass er am 12.5.2016 vor der Haustüre von G.________ der Täter in 
der Mitte war. Nach Ansicht der Kammer ist nicht vorstellbar, dass sich 
G.________ – der sowohl H.________ als auch C.________ wiederholt zweifelsfrei 
identifizieren konnte – einzig hinsichtlich C.________ geirrt haben könnte. Dies gilt 
umso mehr, als C.________ am 13.5.2016 – mithin nur einen Tag nach der Tat – 
mit H.________ unterwegs war, als die beiden gemeinsam verhaftet wurden 
(pag. 648). Mit anderen Worten bestand eine Verbindung zwischen H.________ 
und C.________, was die Aussagen von G.________ betreffend dem Vorfall vom 
12.5.2016 zusätzlich stärkt. 

Die Aussagen von C.________ sind ebenfalls nicht geeignet, Zweifel an der Tat-
schilderung von G.________ hervorzurufen. C.________ verweigerte mehrheitlich, 
Aussagen zum Tatvorwurf zu machen. Bis zur oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
beschränkte er sich einzig darauf, zu behaupten, die Vorwürfe seien «Film und 
Fernsehen», er habe nichts mit der Sache zu tun und es seien alles Lügen von 
G.________. Er gab einzig zu, die Familie von G.________ zu kennen und 
bestätigte, das sichergestellte Mobiltelefon gehöre ihm (vgl. pag. 3210 f., S. 56 f. 
der Urteilsbegründung). An der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 
11.12.2018 gab C.________ jedoch plötzlich zu, mit G.________ telefoniert zu ha-
ben. Auch sein Vater habe mit diesem telefoniert (pag. 3746, Z. 11 ff.). Ferner 

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bestätigte er, Q.________ Geld geliehen zu haben und dieser habe Schulden in 
der Höhe von CHF 47‘000.00 bei ihm gehabt. Einen Teil dieser Schulden 
(CHF 12‘000.00) habe Q.________ nunmehr über Rechtsanwalt D.________ 
zurückbezahlt (pag. 3747, Z. 21 ff.). Mit diesen Ausführungen bestätigte 
C.________ zumindest einen Teil der Aussagen von G.________ und 
Q.________.

Ferner sprechen auch die objektiven Beweismittel für die Täterschaft von 
C.________. Die Vorinstanz hielt diesbezüglich zutreffend fest (pag. 3211 f., S. 57 
f. der Urteilsbegründung):

Abklärungen bei Interpol Z.________ ergaben, dass die für den Anruf an G.________, bei welchem 
sich der Anrufer als Vater von C.________ ausgab, benutzte Nummer +38________ auf eine gewisse 
T.________ eingelöst ist, indes aber von deren polizeilich bekanntem Sohn U.________, wohnhaft in 
V.________ genutzt wird (pag. 1277 f.). Die Auswertung des von C.________ als das Seinige be-
zeichnete Mobiltelefon ergab sodann, dass von diesem Mobiltelefon aus in der Zeit zwischen dem 
05.05.2016 und dem 12.05.2016 insgesamt 16 Anrufe auf die Nummer +38________ getätigt wurden, 
bei welchen es zu Gesprächen kam, davon neun am 12.05.2016 (vgl. Extraktionsbericht pag. 1287). 
Unabhängig davon, ob auf diesem Mobiltelefon die koordinierte Weltzeit (UTC) der aktuellen Zeitzone 
(UTC+2) angepasst worden war oder nicht, kam es zeitlich um den Anruf bei G.________ um 
ca. 17:55 Uhr herum, als auch um das persönliche Vorsprechen der drei Personen am Domizil von 
G.________ um ca. 19:40 Uhr herum zu telefonischen Kontakten zwischen dem Telefon von 
C.________ und der Nummer +38________ (vgl. Berichtsrapport pag. 1292 f.).

Schliesslich wurden von der Rufnummer 07________, welche aufgrund der Adressbucheinträge in 
den Mobiltelefonen von I.________ („H.________“) und A.________ („H.________1“) möglicherweise 
von H.________ verwendet wurde, zwei Kontakte mit der Nummer +38________ registriert, wobei 
einmal, am 30.04.2016 um 17:48 Uhr über eine in L.________ stehende Antenne, ein Gespräch zu-
stande kam (vgl. Berichtsrapporte pag. 1293 f. und pag. 1591, Pos. 14).

C.________ hatte folglich am 12.5.2016 regen telefonischen Kontakt mit derjenigen 
mazedonischen Nummer, mit welcher G.________ gleichentags kontaktiert wurde, 
was zusätzlich für seine Täterschaft spricht. Die Kammer hat nach dem Gesagten 
keine Zweifel daran, dass C.________ am 12.5.2016 mit H.________ und einem 
unbekannten Dritten bei G.________ vor der Haustüre stand, CHF 47‘000.00 von 
diesem forderte, ihm das Handy aus der Hand schlug und der unbekannte Dritte 
G.________ seine Waffe zeigte.

Entgegen der Argumentation der Verteidigung ist gestützt auf die glaubhaften Aus-
sagen von G.________ ferner sehr wohl davon auszugehen, dass dieser durch den 
Vorfall vom 12.5.2016 in Angst und Schrecken versetzt wurde. Entsprechendes 
gab G.________ wiederholt zu Protokoll (pag. 1303, Frage 41; pag. 3038, Z. 26; 
pag. 3839, Z. 10 f.; pag. 3743, Z. 33 ff.). Die Kammer hat keinen Grund an diesen 
Angaben zu zweifeln, zumal das Ereignis – drei unbekannte Männer stehen 
abends vor der Haustüre und fordern einen Geldbetrag von CHF 47‘000.00, wobei 
einer der Täter eine Waffe auf sich trägt und ein anderer das Handy aus der Hand 
schlägt – auch objektiv betrachtet zweifellos angsteinflössend war. Insbesondere 
ist auch der Umstand, dass G.________ versuchte, mit seinem Handy ein Foto von 
den Tätern zu machen, nicht als Hinweis fehlender Angst zu werten.

26

Zusammenfassend resultiert nach Ansicht der Kammer kein Zweifel daran, dass 
sich der Sachverhalt vom 12.5.2016 so wie in der Anklageschrift umschrieben er-
eignete. Der Sachverhalt gemäss Anklageschrift ist erstellt. 

8. Illegale Einreise und illegaler Aufenthalt (begangen durch C.________)

Der Schuldspruch von C.________ wegen Widerhandlungen gegen das AuG blieb 
unangefochten. Es kann damit oberinstanzlich von dem durch die Vorinstanz als 
erwiesen erachteten Sachverhalt ausgegangen werden. Die entsprechenden Er-
wägungen sind zutreffend. Es wird vollumfänglich darauf verwiesen (pag. 3214 f., 
S. 60 f. der Urteilsbegründung) und lediglich im Rahmen der Strafzumessung 
nochmals kurz darauf eingegangen.

III. Rechtliche Würdigung

9. Rechtskräftige Delikte und Mittäterschaft

Die Schuldsprüche von A.________ wegen versuchter Nötigung, Gefährdung des 
Lebens und Widerhandlungen gegen das WG sowie von C.________ wegen Wi-
derhandlungen gegen das AuG blieben unangefochten. Daher kann integral auf die 
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (A.________: 
pag. 3216 ff., S. 62 ff., pag. 3220 f., S. 66 f. sowie pag. 3223, S. 69 der Urteilsbe-
gründung; C.________: pag. 3223 f., S. 69 f. der Urteilsbegründung).

Auch betreffend die theoretischen Ausführungen zur Mittäterschaft kann vollum-
fänglich auf die korrekten Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 3215, S. 61 der Urteilsbegründung).

10. Einfache Körperverletzung zum Nachteil von E.________, u.a. begangen 
durch A.________

10.1 Theoretische Ausführungen

Der einfachen Körperverletzung macht sich strafbar, wer vorsätzlich einen Men-
schen in anderer Weise (als i.S.v. Art. 122 des Schweizerischen Strafgesetzbuches 
[aStGB; SR 311.0], vgl. zum anwendbaren Recht Ziff. 12 hiernach) an Körper oder 
Gesundheit schädigt (Art. 123 Ziff. 1 aStGB). Nach Art. 126 Abs. 1 aStGB macht 
sich strafbar, wer gegen jemanden Tätlichkeiten verübt, die keine Schädigung des 
Körpers oder der Gesundheit zur Folge haben. Gegenüber der einfachen Körper-
verletzung i.S.v. Art. 123 aStGB ist die Tätlichkeit dadurch abgegrenzt, dass sie 
noch keine Schädigung des Körpers oder der Gesundheit zur Folge haben darf. 
Die Abgrenzungen sind fliessend und oft recht schwierig, wobei dem Richter ein re-
lativ grosses Ermessen zusteht (ROTH/KESHELAVA, in: Basler Kommentar zum 
StGB, 4. Aufl. 2018, N. 5 zu Art. 126). Es ist eine nicht mehr bloss harmlose Beein-
trächtigung der körperlichen Integrität oder des gesundheitlichen Wohlbefindens er-
forderlich. Die körperliche Integrität ist dann im Sinne einer einfachen Körperverlet-
zung beeinträchtigt, wenn innere oder äussere Verletzungen oder Schädigungen 
zugefügt werden, die mindestens eine gewisse Behandlung und Heilungszeit erfor-
dern, also etwa Knochenbrüche, auch wenn sie unkompliziert sind und verhältnis-

27

mässig rasch und problemlos ausheilen, aber auch Hirnerschütterungen, Quet-
schungen mit Blutergüssen und Schürfungen, sofern sie um einiges über blosse 
Kratzer hinausgehen. Dass die körperlichen Beeinträchtigungen den Beizug eines 
Arztes nötig machen, ist jedoch nicht gefordert (ROTH/BERKEMEIER, in: Basler 
Kommentar um StGB, 4. Aufl. 2018, N. 3 f. zu Art. 123). Erhebliche Eingriffe in die 
körperliche Integrität i.S.v. Art. 123 Ziff. 1 aStGB sind auch durch Schläge, Stösse 
und dergleichen hervorgerufene Quetschungen, Schürfungen, Kratzwunden, aus-
ser wenn sie keine weitere Folge haben als eine vorübergehende harmlose 
Störung des Wohlbefindens. Wo indessen die auch bloss vorübergehende Störung 
einem krankhaften Zustand gleichkommt (z.B. durch Zufügen von erheblichen 
Schmerzen) ist eine einfache Körperverletzung gegeben (BGE 103 IV 65 E. 2c; 
DONATSCH, StGB Kommentar, 20. Aufl. 2018, N. 2 zu Art. 123; vgl. zudem die zu-
treffenden Erwägungen der Vorinstanz, pag. 3222, S. 68 der Urteilsbegründung).

10.2 Subsumtion

A.________ schlug am 27.4.2016 mehrfach auf E.________ ein und schoss vier 
Mal in nächster Nähe von E.________ in den Boden. E.________ erlitt von diesem 
Vorfall verschiedene Hautunterblutungen, Schürfungen und – aufgrund der vier 
Schüsse in unmittelbarer Nähe zu seinem Kopf – ein Ohrenpfeifen, welches zu-
mindest anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 6.6.2017 nach wie 
vor bestand (pag. 735 ff.; pag. 3029, Z. 23 ff.). Zwar verletzte sich E.________ 
auch an seinem Fuss, allerdings ist diese Verletzung nicht angeklagt. Die Verlet-
zungen von E.________ klangen – abgesehen vom Ohrenpfeifen – folgenlos ab. 
Dennoch sind die Schläge von C.________, die zu Hämatomen und Schmerzen 
führten, gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung als einfache Körper-
verletzungen zu qualifizieren.

A.________ schlug E.________ mehrfach und schoss bewusst vier Mal neben die-
sen in den Boden. Er ging gemeinsam mit H.________ geplant vor – sie gingen 
zusammen mit E.________ in den Wald, wobei H.________ das Auto fuhr. 
A.________ war der Wortführer und Hauptakteur, wobei H.________ zur Verstär-
kung der Drohkulisse zugegen war und ebenfalls auf E.________ einschlug. Die 
beiden handelten damit in Mittäterschaft. A.________ hat sich folglich auch die 
Schläge von H.________ anzurechnen. A.________ handelte vorsätzlich. Es sind 
weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe ersichtlich, weshalb ein 
Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung, gemeinsam begangen mit 
H.________, zum Nachteil von E.________ zu erfolgen hat (vgl. zur Täterschaft 
von H.________ die korrekten Ausführungen der Vorinstanz, pag. 3222 f., S. 68 f. 
der Urteilsbegründung).

11. Versuchte Nötigung zum Nachteil von G.________, u.a. begangen durch 
C.________

11.1 Theoretische Ausführungen

Betreffend die theoretischen Ausführungen zu Art. 181 i.V.m. Art. 22 aStGB kann 
vollumfänglich auf die korrekten Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 3216 f., S. 62 f. der Urteilsbegründung).

28

11.2 Subsumtion

Die Vorinstanz hielt hinsichtlich des Vorwurfs der versuchten Nötigung zum Nach-
teil von G.________ Folgendes fest (pag. 3219 f., S. 65 f. der Urteilsbegründung):

Unbestrittenermassen ging es auch beim Vorkommnis in M.________ darum, eine bestehende 
Schuld einzutreiben, womit auch in diesem Fall von Vornhinein mangels bewiesener unrechtmässiger 
Bereicherungsabsicht nicht von einer Erpressung ausgegangen werden kann.

Nachdem G.________ am 12.05.2016 vom angeblichen Vater von C.________ telefonisch aufgefor-
dert worden war, das von seinem Sohn Q.________ geschuldete Geld für C.________ bereit zu stel-
len, erschienen C.________, H.________ und der unbekannte Dritte an der Haustüre von 
G.________ und forderten von diesem unmissverständlich bis zum 17.05.2016 CHF 47‘000.00 aufzu-
treiben. Hierzu leistete jede der drei Personen mit Vorsatz im Hinblick auf das Tatziel ihren eigenen, 
arbeitsteiligen und nicht wegzudenkenden Tatbeitrag, den sich alle drei wie ihre eigenen Handlungen 
anrechnen lassen müssen: 

- C.________, führte das Gespräch mit G.________ und stellte diesem das Ultimatum, das Geld 
bis zum kommenden Dienstag bereitzuhalten.

- Der unbekannte Dritte blieb stumm, zeigte indes zur Klarstellung der Ernsthaftigkeit der Forde-
rung die in seinen Hosenbund gesteckte Pistole in Richtung von G.________ und legte seine 
Hand auf den Pistolengriff.

- Der ebenfalls nicht ins Gespräch eingreifende H.________ schliesslich stand in der Mitte des 
sich vor G.________ aufgestellten Dreigespanns, also frontal zum Privatkläger, und sorgte dabei 
– gerade auch durch seine stattliche Statur – zur Verstärkung der Drohkulisse.

Durch diese Handlungen, insbesondere durch das Vorzeigen der Pistole durch die unbekannte Dritt-
person, wurde G.________ gegenüber zum Ausdruck gebracht, diese werde gegenüber ihm einge-
setzt, sollte er der Aufforderung zur Geldzahlung nicht nachkommen, womit er in Angst und Schre-
cken versetzt wurde, womit der Tatbestand der Nötigung i.S.v. Art. 181 StGB – aufgrund der aufge-
bauten Drohkulisse und insbesondere des Vorzeigens einer Pistole rechtswidrig – erfüllt ist.

Dadurch, dass G.________ dem von ihm unter rechtswidriger Androhung eines ernstlichen Nachteils 
geforderten Tuns nicht nachkam, sondern via seinen Sohn S.________ die Strafverfolgungsbehörden 
über den Vorfall in Kenntnis setzte, trat der von C.________, H.________ und dem dritten unbekann-
ten Täter angestrebte Erfolg, die Zahlung von CHF 47‘000.00, nicht ein, womit ein (vollendeter) Ver-
such gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB vorliegt.

Die Kammer kann sich diesen zutreffenden Ausführungen vollumfänglich ansch-
liessen. Des Weiteren bleibt darauf hinzuweisen, dass C.________ rechtswidrig 
handelte. Zwar hatte Q.________ effektiv Schulden bei C.________. Allerdings 
bediente sich C.________ eines unzulässigen Mittels zum Eintreiben der Schulden. 
Es sind weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe ersichtlich. 
C.________ hat sich der versuchten Nötigung, am 12.5.2016 gemeinsam began-
gen mit H.________ und einem unbekannten Dritten zum Nachteil von G.________ 
schuldig gemacht. 

29

IV. Strafzumessung

12. Vorbemerkungen zum anwendbaren Recht

Am 1.1.2018 traten die revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des StGB 
in Kraft. Beging der Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttreten des neu-
en Strafgesetzbuches, erfolgt die Beurteilung aber erst nachher, so ist gemäss 
Art. 2 Abs. 2 StGB das neue Gesetz anzuwenden, wenn dieses für ihn das mildere 
ist. Der Vergleich der Schwere verschiedener Strafnormen ist nach der sog. kon-
kreten Methode vorzunehmen, wonach sich umfassende Beurteilungen des Sach-
verhalts nach altem und nach neuem Recht gegenüberzustellen sind. Anzuwenden 
ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur entweder das alte oder das neue Recht. 
Eine kombinierte Anwendung der beiden Rechte ist ausgeschlossen (BGE 134 IV 
82, S. 88, E. 6.2.1 und 6.2.3). Ausschlaggebend ist, nach welchem der beiden 
Rechte der Täter für die gerade zu beurteilende Tat besser wegkommt (vgl. zum 
Ganzen TRECHSEL/VEST, in: TRECHSEL/PIETH [Hrsg.], Praxiskommentar StGB, 
3. Aufl. 2018, N. 11 zu Art. 2 StGB mit Hinweisen; DONATSCH, Schweizerisches 
Strafgesetzbuch, 19. Aufl. 2013, N.  10 sowie BGE 126 IV 5 S. 8 – je mit Hinwei-
sen). Der Gesetzesvergleich hat sich ausschliesslich nach objektiven Gesichts-
punkten zu richten (BGE 134 IV 82, E. 6.2.2). 

Vorliegend haben die Beschuldigten A.________ und C.________ sämtliche Delik-
te vor Inkrafttreten des Strafgesetzbuches in der Fassung vom 1.1.2018 begangen, 
die Beurteilung erfolgt aber erst nachher. Weil die Fassung vom 1.1.2018 für die 
Beschuldigten nicht die mildere ist, sind integral die alten Artikel des StGB (aStGB) 
anzuwenden (vgl. nachstehende Ausführungen zur Strafzumessung). 

13. Allgemeine Ausführungen

Es kann vorab auf die korrekten theoretischen Ausführungen der Vorinstanz zur 
Strafzumessung und zur Gesamtstrafenbildung (Art. 49 Abs. 1 aStGB) verwiesen 
werden (pag. 3224 f., S. 70 f. der Urteilsbegründung). 

Anders als die Vorinstanz (vgl. pag. 3226 f., S. 72 f. der Urteilsbegründung) erach-
tet die Kammer vorliegend die gemeinsame Beurteilung sämtlicher Delikte als nicht 
zulässig. Nach neuster (allerdings nicht durchgehend bestätigter, vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 6B_523/2018 vom 23.8.2018 E. 1.2.2 f.) Rechtsprechung des Bun-
desgerichts sind Ausnahmen von der «konkreten Methode» bzw. die Gesamtbe-
trachtung aller zu beurteilenden Delikte nicht zulässig (BGE 144 IV 217 E. 3.5, Ur-
teile des Bundesgerichts 6B_241/2018 vom 4.10.2018 E. 1.3.2 ff., 6B_559/2018 
vom 26.10.2018 E. 1.1.1 ff, 6B_436/2018 E. 1.2). Entsprechend fällt die Kammer 
nachfolgend für jeden einzelnen Normverstoss eine Strafe aus, bestimmt danach 
deren Strafart und wendet das Asperationsprinzip an, wenn gleichartige Strafen 
auszufällen sind.

Die Kammer ist an das Verbot der reformatio in peius gebunden. Die Strafen von 
A.________ und C.________ dürfen damit nicht höher als im angefochtenen Urteil 
ausfallen, weil nur die beiden Beschuldigten Berufung erhoben haben (Art. 391 
Abs. 2 StPO). Die Kammer kann mithin für A.________ eine Freiheitsstrafe von 
maximal 4 Jahren und für C.________ eine Freiheitsstrafe von höchstens 3 Jahren 

30

ausfällen. Demgegenüber können in der Berechnung die Strafanteile für die einzel-
nen Delikte auch mit höheren Werten eingesetzt werden, als sie von der Vorinstanz 
verwendet wurden, denn das Verschlechterungsverbot wirkt sich nur auf das Er-
gebnis, mithin das Dispositiv, des Urteils aus, nicht auf dessen Begründung (BGE 
139 IV 282 E. 2.6).

Die tat- und täterangemessene Strafe für eine einzelne Tat ist grundsätzlich inner-
halb des ordentlichen Strafrahmens festzusetzen. Dieser ist nur zu verlassen, wenn 
aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte 
Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (vgl. BGE 136 IV 55 
E. 5.8). Bereits an dieser Stelle kann festgehalten werden, dass weder bei 
A.________ noch bei C.________ Gründe vorliegen, den ordentlichen Strafrahmen 
zu verlassen.

14. Ad A.________

14.1 Strafrahmen und schwerstes Delikt

Der Strafrahmen der Gefährdung des Lebens (Art. 129 aStGB) beträgt Freiheits-
strafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Die versuchte Nötigung (Art. 181 i.V.m. 
Art. 22 aStGB), die einfache Körperverletzung (Art. 123 Ziff. 1 aStGB) und die Wi-
derhandlung gegen das WG (Art. 33 Abs. 1 Bst. a WG) sehen demgegenüber eine 
Strafe von bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe vor. 

Auszugehen ist vom – verschuldensmässig – abstrakt schwersten Delikt. Die Vor-
instanz ist dabei zu Recht von der Gefährdung des Lebens ausgegangen.

14.2 Gefährdung des Lebens

14.2.1 Objektive Tatschwere (objektives Tatverschulden)

A.________ gefährdete das Leben von E.________, indem er vier Mal in dessen 
nächster Nähe mit der Waffe SIG Sauer P226 vorbei schoss. Dabei schoss 
A.________ vier Mal abwechslungsweise links und rechts neben E.________ in 
den Boden. Aufgrund des steinigen Geländes bestand die Gefahr von Abprallern. 
Zudem zeugte auch die Schwenkbewegung zwischen den vier Schüssen von be-
sonderer Gefährlichkeit. Während E.________ am Boden kniete war A.________ 
darauf angewiesen, dass sich E.________ ruhig verhielt, damit er diesen durch die 
Schüsse nicht verletzte. Dies war für A.________ jedoch weder plan- noch bere-
chenbar. E.________ litt während den Schussabgaben Todesangst. Das Ausmass 
der Gefährdung des betroffenen Rechtsguts ist nach dem Gesagten als mittel zu 
bezeichnen. 

Hinsichtlich der Art und Weise der Herbeiführung ist darauf hinzuweisen, dass 
A.________ geplant vorging. Er organisierte sich ein Auto, kaufte sich eine Waffe 
eigens für diesen Vorfall und wurde von H.________ begleitet. A.________ hatte 
zudem Einweghandschuhe dabei, die er vor E.________ anzog. Das Verhalten von 
A.________ zeugte von grosser krimineller Energie. A.________ ging skrupellos 
vor, was jedoch – weil tatbestandsimmanent – nicht verschuldenserhöhend zu 
berücksichtigen ist.

Das objektive Tatverschulden liegt nach dem Gesagten im mittleren Bereich. 

31

14.2.2 Subjektive Tatschwere (subjektives Tatverschulden)

In subjektiver Hinsicht handelte A.________ vorsätzlich. Es ging ihm nach eigenen 
Angaben darum, E.________ Angst zu machen, um das Ausleben von Macht 
(pag. 3750, Z. 6 ff.) sowie um das Inkasso für eine andere Person. Er beging 
Selbstjustiz und fungierte als «Einschüchterer in fremden Diensten». Dieser Um-
stand bzw. die angebliche «familiäre Hilfe» kann entgegen der Argumentation der 
Verteidigung keineswegs verschuldensmindernd berücksichtigt werden. 
A.________ handelte aus rein egoistischen Motiven. Seine Beweggründe waren 
verwerflich. Die Tat wäre ferner zweifellos vermeidbar gewesen.

Insgesamt wirken sich die subjektiven Tatkomponenten verschuldenserhöhend 
aus. Das Tatverschulden liegt insgesamt im gut mittleren Bereich. Die Kammer er-
achtet – mit Blick auf den Strafrahmen von bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe – eine 
Strafe von insgesamt 30 Monaten als verschuldensangemessen.

14.3 Versuchte Nötigung

14.3.1 Objektive Tatschwere (objektives Tatverschulden)

Der Tatbestand der Nötigung schützt die Freiheit der Willensbildung, Willensent-
schliessung und Willensbetätigung des einzelnen Menschen (BGE 106 IV 128). 
A.________ schlug E.________ am 27.4.2016 im Wald ob L.________ mehrfach 
massiv ins Gesicht. Weiter wurde E.________ massiv verbal – A.________ drohte 
E.________, seine Kinder und seine Eltern umzubringen, wenn er nicht bis am 
30.4.2018 um Mitternacht CHF 40‘000.00 zahle – und mit der Pistole bedroht. 
A.________ steckte E.________ die Pistole in den Mund, nachdem ihm von 
H.________ das Magazin für die Waffe übergeben worden war und er E.________ 
fragte, wohin er den Schuss gerne möchte. Daraufhin schoss A.________ vier Mal 
mit der Waffe in den Boden. E.________ musste am 27.4.2016 Todesangst 
ausstehen und hatte in den Folgetagen grosse Angst um seine Familie, weshalb er 
kurz vor Ablauf des Ultimatums schliesslich zur Polizei ging. Gemäss seinen eige-
nen Angaben sei es ihm in den ersten zwei, drei Monaten psychisch nicht gut ge-
gangen (pag. 3029, Z. 33 f.), was objektiv betrachtet durchaus nachvollziehbar ist. 

Betreffend die Art und Weise der Herbeiführung bleibt festzuhalten, dass 
A.________ mit der Waffe insgesamt vier Mal schoss und sie zusätzlich 
E.________ in den Mund hielt. Zwar war die Pistole zum Zeitpunkt, als sie 
E.________ in den Mund gehalten wurde, nicht geladen. Nichts desto trotz zeugt 
dieses Verhalten von A.________ von Geringschätzung und grosser krimineller 
Energie. Es handelte sich um eine regelrechte Inszenierung mit der Waffe, indem 
sich A.________ von H.________ A.________ das Magazin reichen liess. Ferner 
war es eine eigentliche Machtdemonstration. A.________ wandte zusätzlich physi-
sche Gewalt an und drohte E.________ verbal mit dem Tod seiner Familie. 
A.________ ging skrupellos, brutal und geplant vor. Um die Drohkulisse zu verstär-
ken liess er sich ferner durch H.________ begleiten. 

14.3.2 Subjektive Tatschwere (subjektives Tatverschulden)

A.________ handelte auch in diesem Punkt vorsätzlich. Seine Beweggründe waren 
rein egoistischer Natur – es ging ihm um die Ausübung seiner Macht. Es sind keine 

32

Gründe ersichtlich, weshalb A.________ nicht in der Lage gewesen wäre, sich 
rechtskonform zu verhalten. 

Insgesamt ist das Tatverschulden als mittel bis schwer zu bezeichnen. Nach 
Berücksichtigung der objektiven und subjektiven Tatkomponenten erachtet die 
Kammer eine Strafe von 18 Monaten als verschuldensadäquat. 

14.3.3 Verschuldensunabhängige Tatkomponente (Versuch)

Die Tatbegehung blieb im Versuchsstadium. Es handelt sich jedoch um einen voll-
endeten Versuch. A.________ tat alles in seiner Macht stehende, um den Erfolg 
der Nötigung – die Übergabe der CHF 40‘000.00 – zu erwirken. Dass der Erfolg 
nicht eintrat, ist einzig dem Umstand zu verdanken, dass sich E.________ traute, 
vor Ablauf der Frist Kontakt mit der Polizei aufzunehmen. Unter Berücksichtigung 
dieser Tatsachen erachtet die Kammer lediglich eine leichte Reduktion der Strafe – 
ausmachend 4 Monate – für angemessen. Dies führt zu einer Strafe von insgesamt 
14 Monaten. 

14.4 Einfache Körperverletzung

14.4.1 Objektive Tatschwere (objektives Tatverschulden)

E.________ wurde mehrfach von A.________ ins Gesicht geschlagen. Zudem 
schoss A.________ vier Mal neben den am Boden knienden E.________ in den 
Boden. E.________ erlitt Hautschürfungen, Hämatome und Kopfschmerzen. Auf-
grund der Schussabgaben in der Nähe der Ohren litt E.________ zudem an einem 
Pfeifen in den Ohren, zu dessen Bekämpfung er Dafalgan und Beruhigungsmittel 
nahm (pag. 3029, Z. 23 ff.). Die Verletzungen klangen jedoch – mit Ausnahme des 
Ohrenpfeifens, das zumindest anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
vom 6.6.2017 nach wie vor bestand – folgenlos ab. Das Ausmass der Verletzung 
des betroffenen Rechtsguts ist damit als nicht unerheblich zu bezeichnen. 

Bei der Art und Weise der Herbeiführung ist zu berücksichtigen, dass A.________ 
gemeinsam mit H.________ mehrfach auf E.________ einschlug. Er ging geplant 
vor und führte E.________ in ein abgelegenes Waldstück. Mit diesem Vorgehen 
zeigte A.________ eine hohe kriminelle Energie.

Nach dem Gesagten ist von einem gerade noch leichten objektiven Tatverschulden 
auszugehen.

14.4.2 Subjektive Tatschwere (subjektives Tatverschulden)

A.________ handelte direktvorsätzlich und aus rein egoistischen Motiven. Er wollte 
Macht ausüben und E.________ einschüchtern. Er wäre zweifellos in der Lage ge-
wesen, sich rechtskonform zu verhalten.

Die Kammer erachtet nach Berücksichtigung der objektiven und subjektiven Tat-
komponenten eine Strafe von 4 Monaten als angemessen.

14.5 Widerhandlungen gegen das WG

Die Richtlinien des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältin-
nen und Staatsanwälte (VBRS-Richtlinien) sehen für den unerlaubten Erwerb einer 
Schusswaffe eine Strafe von 30 Strafeinheiten vor (S. 52 VBRS-Richtlinien). 

33

A.________ besorgte sich die Waffe SIG Sauer P226 und passende Munition – in 
offensichtlich kriminellem Milieu – jedoch mit der festen Absicht, sie kurz darauf 
gegen E.________ einzusetzen. Er hatte deren effektiven Einsatz mithin bereits 
verbindlich geplant, was sich verschuldenserhöhend auswirkt. A.________ handel-
te vorsätzlich und aus rein egoistischen Motiven. Die Tat wäre zudem vermeidbar 
gewesen.

Die Kammer erachtet nach dem Gesagten eine Strafe von insgesamt 80 Strafein-
heiten als verschuldensangemessen.

14.6 Zur Wahl der Sanktionsart und Anwendung des Asperationsprinzips

Das Prinzip der Verhältnismässigkeit gebietet, dass bei alternativ zur Verfügung 
stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Re-
gelfall jene gewählt werden soll, die weniger stark in die persönliche Freiheit des 
Betroffenen eingreift bzw. die ihn am wenigsten hart trifft (BGE 138 IV 120 E. 5.2). 
Bei der Geldstrafe handelt es sich gegenüber der Freiheitsstrafe grundsätzlich um 
die mildere Strafe. Bei der Wahl der Sanktion ist gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten 
Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre 
präventive Effizienz zu berücksichtigen. Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit 
soll bei alternativ zur Verfügung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs 
äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark 
in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift bzw. die ihn am wenigsten hart 
trifft (BGE 138 IV 120 E. 5.2; BGE 134 IV 97 E. 4.2.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1; vgl. 
zum Ganzen vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1246/2015 vom 9. März 2016, 
E. 1.2.2). 

A.________ ist dreifach vorbestraft. Er wurde am 1.10.2010 durch das tribunal can-
tonal du Jura Porrentruy u.a. wegen Raubes, Brandstiftung, Diebstahls und Sach-
beschädigung zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Zu-
dem wurde er u.a. wegen gewerbs- und bandenmässigen Einbruchsdiebstahls am 
12.3.2012 von der Staatsanwaltschaft des Kantons Appenzell Ausserrhoden zu ei-
ner Freiheitstrafe von 6 Monaten und am 21.6.2012 von der Staatsanwaltschaft 
Frauenfeld zu einer Freiheitsstrafe von 80 Tagen verurteilt (pag. 3679 ff.). 
A.________ wurde folglich bereits mehrfach zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. 
Selbst von diesen Freiheitsstrafen liess er sich jedoch nicht beeindrucken. Er delin-
quierte im vorliegenden Verfahren erneut schwer. Gestützt auf das Gesagte erach-
tet die Kammer für die vorliegenden Delikte einzig eine Freiheitsstrafe als ange-
brachte Sanktion. Eine Geldstrafe wäre unter diesen Umständen nicht zweckmäs-
sig. Hält das Gericht für einzelne Delikte im konkret zu beurteilenden Fall unter Be-
achtung des Verhältnismässigkeitsprinzips eine Geldstrafe nicht mehr für sch