# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ce590d6-1a57-59fa-b0e1-0fb4af228341
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-16
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Fürsorgerechtliche Kammer 16.12.2021 F 2021 3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_003_F-2021-3_2021-12-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

FÜRSORGERECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Gisela Bedognetti-Roth, Vorsitz 
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und MLaw Ines Stocker
Gerichtsschreiberin: lic. iur. Claudia Meier

U R T E I L vom 16. Dezember 2021 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB), Bahnhofstrasse 12, 
Postfach 27, 6301 Zug
Beschwerdegegnerin 

weiter verfahrensbeteiligt:
B.________
C.________
D.________

betreffend
Kindesschutzrecht 

(Beistandschaft / Familienbegleitung)

F 2021 3

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Urteil F 2021 3 

A. E.________, geb. 2015, und F.________, geb. 2019, sind die gemeinsamen 
Kinder der nicht miteinander verheirateten und über die gemeinsame elterliche Sorge 
verfügenden A.________ und B.________.  

Mit Entscheiden Nr. 2020/1563 und 1564 vom 15. Dezember 2020 nahm die Kindes- und 
Erwachsenenschutzbehörde (KESB) des Kantons Zug in Ziff. 1 Vormerk davon, dass die 
prozessorientierte Abklärung im Rahmen einer Familienbegleitung (KOFA-Abklärung) und 
die Erteilung der Weisung durch Einreichung des Schlussberichts der Fachstelle 
G.________ datierend vom 7. April 2020, abgeschlossen sei. Sodann errichtete sie in 
Ziff. 2 der Entscheide für E.________ und F.________ eine Beistandschaft gemäss 
Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB. Als Beistandsperson ernannte sie C.________ (Ziff. 4) und 
übertrug ihr die folgenden Aufgaben (Ziff. 3):

a) die Eltern bei der Betreuung von E.________ bzw. F.________ mit Rat und Tat zu 
unterstützen,

b) die Eltern in ihrer Sorge und in der Erziehung von E.________ bzw. F.________ zu 
begleiten und diese zu beraten,

c) eine Familienbegleitung zur Unterstützung und Stärkung der Mutter insbesondere in 
Bezug auf die Bewältigung des Familienalltags und im Umgang mit ihren Kindern in 
familiären Belastungssituationen zu organisieren, zu begleiten und zu überwachen 
und zusammen mit den Eltern deren Finanzierung sicherzustellen,

d) den Austausch und die Zusammenarbeit der involvierten Personen im Sinne eines 
Case Managements zu fördern und zu koordinieren,

e) für alle Beteiligten eine neutrale Ansprechperson zu sein, 

f) in Zusammenarbeit mit den Eltern die schulergänzende Betreuung für E.________ 
bzw. die tageweise Betreuung von F.________ in einer Kindertagesstätte zur 
Entlastung der Mutter zu prüfen, sofern erforderlich, zu organisieren und deren Finan-
zierung sicherzustellen. 

Zur Begründung wurde ausgeführt, die am 17. Dezember 2019 mit Entscheid Nr. 2019/ 
1581 gestützt auf Art. 307 Abs. 1 und 3 ZGB, Art. 445 Abs. 1 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB 
angeordnete und von Januar bis März 2020 durchgeführte KOFA-Abklärung als vorsorgli-
che Kindesschutzmassnahme gemäss Schlussbericht habe ergeben, dass sich die Le-
benssituation der Familie mit der Inhaftierung des Vaters drastisch verändert habe und ihr 
Leben in eine anhaltende Krise gestürzt worden sei. Mitbedacht werden müsse die 
fortgeschrittene Schwangerschaft und der Stress der Mutter, als der Vater in den frühen 
Morgenstunden im Oktober 2019 verhaftet worden sei. Nur wenige Tage nach der 

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Urteil F 2021 3 

Verhaftung habe die Mutter ohne Beisein des Vaters F.________ geboren. Zudem habe 
sich die Mutter schon kurz nach der Geburt um die gesundheitlichen Probleme von 
F.________ kümmern müssen. F.________ leide seit seiner Geburt an Nierenproblemen 
und sei Anfang 2020 einer mehrstündigen Operation unterzogen worden, die er gut 
überstanden habe. Ferner habe die Mutter mit F.________ regelmässige Termine bei der 
Physiotherapie und Osteopathie aufgrund eines sogenannten Schiefhalses 
(Muskelverkürzung im Hals) bis zu ihrer Reise nach H.________ wahrgenommen. 
Gleichzeitig habe E.________ die Mutter gebraucht und ihre Trauer über die Abwesenheit 
des Vaters habe einen förderlichen Umgang der Mutter benötigt. So habe E.________ 
zeitweise mit regelmässigem Aufwachen und Weinen in der Nacht auf die Abwesenheit 
des Vaters reagiert. Im Umgang mit ihren Kindern werde die Mutter jedoch sehr liebevoll 
und klar erlebt. Sie erkenne ihre Bedürfnisse und verfüge über ein breites 
Handlungsrepertoire als auch ein sicheres Gefühl, um angemessen zu reagieren, aber 
auch Grenzen zu setzen. Ihre elterlichen Aufgaben und ihre Verantwortung gegenüber 
den Kindern nehme sie nach Auffassung der abklärenden Fachperson daher sehr gut 
wahr. Zudem hätten beide Kinder in den Begleitbesuchen orientiert und zufrieden gewirkt 
und gesamthaft ein normales alters- und entwicklungsgerechtes emotionales Verhalten 
gezeigt. 

Durch die vielen Belastungen und auch die Inhaftierung des Kindsvaters habe sich die Le-
benssituation der Familie erheblich verändert und A.________ habe sich neben der 
alleinigen Verantwortung für die Versorgung und Betreuung von zwei kleinen Kindern um 
die finanziellen Probleme der Familie als auch um die gesundheitlichen Probleme von 
F.________ kümmern müssen. Sie sei daher über einen langen Zeitraum einer sehr 
hohen Belastung ausgesetzt gewesen. Die vielfältigen Belastungen hätten Auswirkungen 
auf ihre psychische Gesundheit gezeigt. Aufgrund ihrer psychischen Erkrankung sei es ihr 
nicht gelungen, die Betreuung und Versorgung von E.________ und F.________ durchge-
hend zu gewährleisten. Da der weitere Verlauf der Familiensituation aufgrund der Inhaftie-
rung des Vaters und der psychischen Erkrankung der Mutter mit bisher zwei Klinikaufent-
halten im Frühjahr/Sommer 2020 ungewiss bleibe, müsse die Situation der Familie weiter-
hin als fragil beschrieben werden, zumal A.________ die Medikamente ohne ärztlichen 
Rat abgesetzt habe, bislang nicht in ambulanter therapeutischer Behandlung sei und auch 
weitgehend sozial isoliert mit den Kindern in der Schweiz lebe und nur wenige soziale 
Aussenkontakte pflege. Hinzu kämen die weiterhin bestehenden prekären finanziellen 
Probleme der Familie, die zu einem Armutsrisiko führten. Die Kumulation dieser Risikofak-
toren unter Berücksichtigung des Alters von E.________ und F.________ führe zur 

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Urteil F 2021 3 

Annahme einer Kindswohlgefährdung, der mit einer entsprechenden fachlichen 
Unterstützung und Entlastung der Mutter begegnet werden müsse.  

B. Gegen diese Entscheide reichte A.________ am 13. Januar 2021 beim Verwal-
tungsgericht (Teil-)Beschwerde ein und stellte den Antrag, dass der einzusetzenden 
Beiständin die Aufgabe gemäss Ziff. 3c nicht übertragen werde, dass also keine Familien-
begleitung eingerichtet werde. Sie wolle keine Familienbegleitung, da sie eine solche nicht 
benötige und diese ihr nicht Unterstützung, sondern mehr Belastung bringe. Es gehe ihr 
gut. Die Betreuung und die Erziehung der Kinder machten ihr keine Probleme. Sie sei in 
einer anderen Verfassung als im vergangenen Sommer, als sie eine Depression gehabt 
habe. E.________ gehe in den Kindergarten und jeden Tag anschliessend in die Kita bis 
im Verlauf des Nachmittags, wo sie sie dann um 15 oder 16 Uhr abhole. Sie gehe gerne in 
den Kindergarten und in die Kita. F.________ gehe zwei Tage pro Woche, am Montag und 
am Freitag, ganztags in die Kita, wo es ihm gut zu gefallen scheine. Ihre persönlichen 
Termine mache sie in den Zeiten, wenn beide Kinder in der Kita bzw. im Kindergarten 
seien, also montags und freitags. Sie habe ausserdem eine gute Nachbarin im gleichen 
Haus, die ihr wenn nötig in allen Bereichen sehr helfe. Und die Mutter einer 
Kindergartenfreundin von E.________ helfe ihr immer, wenn sie es brauche. Sie bitte 
deshalb darum, die Beiständin nicht mit der Sicherstellung einer Familienbegleitung zu 
beauftragen.

C. Mit Eingabe vom 29. Januar 2021 teilte RA I.________ dem Gericht im Auftrag 
des Kindsvaters B.________ mit, dass er mit der Teilbeschwerde seiner Partnerin 
einverstanden sei und auch keine Notwendigkeit für die Anordnung einer Familienbeglei-
tung sehe, da es der Beschwerdeführerin gesundheitlich wieder besser gehe. Er verzichte 
darauf, eine separate Beschwerde gegen die beiden Entscheide der KESB vom 15. De-
zember 2020 einzureichen. Wichtig sei für ihn noch, dass auf seine Aussagen im Schrei-
ben vom 27. September 2020 (an Herrn J.________ von der KESB) hingewiesen und 
betont werde, dass es aus seiner Sicht wichtig sei, dass der Sohn, F.________, möglichst 
von der Beschwerdeführerin betreut werden könne (und möglichst keine 
Fremdbetreuung). 

D. Mit Vernehmlassung vom 10. März 2021 beantragte die KESB die Abweisung der 
Beschwerde; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdeführerin. 
Zur Begründung werde vollumfänglich auf die Entscheide der KESB vom 15. Dezember 
2020 (Entscheide Nr. 2020/1563 und Nr. 2020/1564) und die Akten der KESB verwiesen. 

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Ergänzend führte sie aus, es werde nicht bestritten, dass sich die Beschwerdeführerin ge-
sundheitlich in einem besseren Zustand befinde als noch zum Zeitpunkt ihres stationären 
Aufenthalts im Spital K.________ und in der Klinik L.________ im Frühjahr/Sommer 
letzten Jahres. Gleichwohl müsse angesichts der Schwere der Erkrankung weiterhin vom 
Vorliegen einer psychischen Erkrankung ausgegangen werden, die eine Unterstützung 
und Entlastung der Beschwerdeführerin durch Installierung einer ambulanten 
Familienbegleitung erfordere. Zum gleichen Schluss kämen sowohl die behandelnde 
Chefärztin Psychiatrie des Spitals K.________, M.Sc. M.________, beim Telefonat mit der 
KESB vom 26. Mai 2020 als auch der behandelnde Oberarzt Dr. med. N.________ und 
die behandelnde Psychologin M.Sc. O.________ von der Klinik L.________ in ihrem 
Abschlussbericht vom 16. Juni 2020. Demnach leide die Beschwerdeführerin unter einer 
schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome (F32.2) sowie schweren 
psychischen und Verhaltensstörungen im Wochenbett (F53.1). So habe die 
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Einweisung in die Klinik L.________ von 
zunehmender Gefühllosigkeit und Schuldgefühlen wegen der als ungenügend 
wahrgenommenen emotionalen Beziehung zu ihren Kindern seit dem 2. April 2020 als 
auch von fehlender Lebensfreude und suizidalen Gedanken ohne konkrete Pläne 
berichtet. Die schwere depressive Episode sei hervorgerufen worden durch die starke psy-
chosoziale Belastungssituation. Zwar sei bereits während des Klinikaufenthalts eine 
Verbesserung der depressiven Symptomatik beobachtet und von der Beschwerdeführerin 
berichtet worden. Um jedoch eine langfristige Verbesserung zu gewährleisten, erscheine 
aus ärztlicher Sicht ein konstanter Kontakt zu den Kindern als auch eine psychiatrische 
Behandlung sinnvoll. Was das weitere Procedere angehe, so werde eine ambulante psy-
chiatrische Weiterbehandlung als auch eine ambulante Familienbegleitung organisiert.  

Entgegen dieser Empfehlung habe sich die Beschwerdeführerin jedoch nicht in regelmäs-
sige therapeutische Behandlung begeben und zum Zeitpunkt der Anhörung vom 24. Au-
gust 2020 auch ihre Medikamente ohne ärztlichen Rat abgesetzt gehabt. Da der weitere 
Verlauf der Familiensituation aufgrund der fortdauernden Inhaftierung des Vaters weiterhin 
ungewiss sei, sei auch die psychosoziale Belastungssituation, die zu der schweren Er-
krankung der Beschwerdeführerin geführt habe, als hoch einzustufen. Auch wenn sie 
glaubhaft angebe, dass es ihr inzwischen besser gehe, sei die Gefahr einer erneuten Ver-
schlechterung der gesundheitlichen Situation und eine erneute Zunahme der Erschöp-
fungssymptome weiterhin gegeben. Damit es nicht dazu komme, sei es nach Auffassung 
der KESB unerlässlich, dass sie neben der aufgegleisten Betreuung für E.________ und 
F.________ auch in Bezug auf die Bewältigung des Familienalltags und im Umgang mit 

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ihren Kindern in familiären Belastungssituationen unterstützt und entlastet werde. Damit 
habe sie sich sowohl beim Standortgespräch vom 10. Juni 2020 in der Klinik L.________ 
wie auch bei der Anhörung vom 24. August 2020 ausdrücklich einverstanden erklärt. 
Angesichts der Schwere der Erkrankung halte die KESB die Notwendigkeit der 
Installierung einer ambulanten Familienbegleitung daher weiterhin für notwendig und 
angezeigt.

Hieran könne auch der Umstand nichts ändern, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Be-
schwerdeschrift von einer guten Nachbarin im gleichen Haus und vom Kontakt zu einer 
Mutter einer Kindergartenfreundin von E.________ berichte, die sie falls nötig unterstützen 
würden. Noch an der Anhörung vom 24. August 2020 habe sie dies nicht vorgebracht. Es 
müsse daher davon ausgegangen werden, dass diese Kontakte noch nicht lange (ca. ein 
halbes Jahr) bestünden. Die Stabilität dieser Beziehungen und der von ihnen erbrachten 
Unterstützungsleistungen müsse zum jetzigen Zeitpunkt daher in Frage gestellt werden. 
Folglich könne nicht von einem ausreichenden Helfernetz ausgegangen werden, welches 
die Installierung einer ambulanten Familienbegleitung entbehrlich machen würde. 

E. Mit Replik vom 17. April 2021 beantragte die Beschwerdeführerin, es sei auf eine 
Familienbegleitung zu verzichten, und betonte, dass sie keine ambulante Familienbetreu-
ung brauche, die für sie nur eine zusätzliche Belastung bedeuten würde. Gerne sei sie be-
reit, einmal im Monat zur neuen Beiständin D.________ zu gehen, die demnächst durch 
die KESB an Stelle von C.________ eingesetzt werde. Zudem werde sie sich immer selbst 
bei der Beiständin melden und Unterstützung suchen, wenn es einen Anlass gebe. 
Tatsächlich gehe es ihr gesundheitlich eindeutig viel besser, es gehe ihr sehr gut und sie 
sei seit gut einem halben Jahr in einem stabilen Zustand. Sie habe auch Hilfe von ihrem 
früheren Mann, P.________, dem Vater von Q.________ [dem Sohn der 
Beschwerdeführerin aus erster Ehe] bekommen. 

Was die weiterhin bestehende Unsicherheit der familiären Situation im Zusammenhang 
mit der Inhaftierung des Vaters von E.________ und F.________ betreffe, so sei sie vom 
Anwalt von B.________ informiert worden, dass die Gerichtsverhandlung im Juni [2021] 
sein werde und Chancen auf eine Entlassung aus der Haft bestünden. 

Nach der Geburt von F.________ habe sie eine grosse Depression gehabt, weil sein Vater 
B.________ eine Woche zuvor ins Gefängnis gekommen sei und F.________ eine 
lebenswichtige sechsstündige Nierenoperation habe durchmachen müssen, als er drei 

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Monate alt gewesen sei. Ihre zu einem bestimmten Moment geäusserten Suizidgedanken 
seien auf diesen Schock zurückzuführen. Diese Zeit sei unbestrittenermassen sehr 
schwierig für sie gewesen, doch unterdessen habe sie sich wiedergefunden und sie 
vertraue in ihre Fähigkeiten als Mutter. Es sei nicht mit einer erneuten Verschlechterung 
ihres Zustands zu rechnen, denn dieser Tiefpunkt sei ganz klar eine Folge der einmaligen 
Konstellation der ausserordentlichen Ereignisse Inhaftierung, Geburt und lebenswichtige 
Operation gewesen. 

F. Am 12. April 2021 liess B.________ dem Gericht mitteilen, dass er die Abweisung 
der Anträge der KESB beantrage und an seinen Ausführungen gemäss der Eingabe vom 
29. Januar 2021 festhalte. Insbesondere sei er der Ansicht, dass die Mutter seiner Kinder 
und seine Lebenspartnerin durchaus in der Lage sei, auf die beiden Kinder zu schauen, 
und dass sie dabei von seiner Familie (Schwestern und Eltern) im Bedarfsfall unterstützt 
werde. 

G. Mit Eingabe vom 15. April 2021 verzichtete die KESB auf Einreichung einer 
Duplik.

H. Am 6. Juli 2021 teilte RA I.________ dem Gericht mit, dass sie das Mandat mit 
sofortiger Wirkung niedergelegt habe und B.________ nicht mehr länger vertrete. Sie 
gehe davon aus, dass er bzw. seine neue Rechtsvertretung sich in Kürze beim Gericht 
melden werde.

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Gemäss Art. 450 und 450b Abs. 1 ZGB i.V.m. § 58 des Gesetzes betreffend die 
Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches für den Kanton Zug (EG ZGB; 
BGS 211.1) kann gegen Entscheide der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde innert 
30 Tagen seit Mitteilung des Entscheids beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben 
werden. Örtlich zuständig ist im Verfahren betreffend Kindesschutzmassnahmen die Kin-
des- und Erwachsenenschutzbehörde bzw. im Beschwerdefall das Gericht am Wohnsitz 
des Kindes (Art. 315 Abs. 1 ZGB; § 58 Abs. 2 EG ZGB). Das Verwaltungsgericht verfügt 
über volle Kognition, also auch über die Ermessenskontrolle (vgl. Art. 450a ZGB). Für das 

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Verfahren vor Verwaltungsgericht gelten die Bestimmungen in den Art. 450 ff. ZGB. Im 
Übrigen sind gemäss Art. 450f ZGB die Bestimmungen der Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung (ZPO; SR 272) anwendbar, soweit die Kantone nichts anderes bestimmen. Nach 
§ 56 EG ZGB ist – unter Vorbehalt abweichender Bestimmungen des EG ZGB und des 
Bundesrechts – auf das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht das Gesetz über den 
Rechtsschutz in Verwaltungssachen (Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRG; BGS 162.1) 
anwendbar.

E.________ und F.________ als betroffene Kinder haben den gesetzlichen Wohnsitz bei 
der Mutter in R.________ (Gemeinde S.________). Angefochten sind die Entscheide 
Nr. 2020/ 1563 und 1564 der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Kantons Zug 
(KESB) vom 15. Dezember 2020 (Versand am 17. Dezember 2020), weshalb das Ver-
waltungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde örtlich und sachlich 
zuständig ist. Die Beschwerdeführerin ist durch den angefochtenen Entscheid berührt und 
demnach zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Die Beschwerde ist der Post am 13. Januar 
2021 und damit innert der 30-tägigen Beschwerdeschrift übergeben worden und entspricht 
auch sonst den übrigen formellen Anforderungen, weshalb sie zu prüfen ist. 

Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

2. Die Beschwerdeführerin lässt einzig Ziff. 3c der Entscheide der KESB beanstanden, 
weil sie diese als unnötig und eher belastend betrachtet. In Ziff. 3c ihrer Entscheide hat die 
KESB die Beiständin beauftragt, die Organisation einer Familienbegleitung zur Unterstüt-
zung und Stärkung der Beschwerdeführerin insbesondere in Bezug auf die Bewältigung 
des Familienalltags und im Umgang mit ihren Kindern in familiären Belastungssituationen 
zu organisieren, zu begleiten und zu überwachen und zusammen mit den Eltern deren Fi-
nanzierung sicherzustellen. Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob die Beiständin mit einer 
solchen Organisation einer Familienbegleitung betraut werden soll.

3. Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die Eltern nicht von sich aus für Ab-
hilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB die Kindes-
schutzbehörde die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes. Gemäss Art. 307 
Abs.  3 ZGB kann sie insbesondere die Eltern ermahnen, ihnen bestimmte Weisungen für 
die Pflege, Erziehung oder Ausbildung erteilen und eine geeignete Person oder Stelle be-
stimmen, der Einblick und Auskunft zu geben ist. Erfordern es die Verhältnisse, so ernennt 

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die Kindesschutzbehörde gemäss Art. 308 Abs. 1 ZGB dem Kind einen Beistand, der die 
Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt; sie kann dem Beistand auch 
besondere Befugnisse übertragen.

3.1 Beim Kindswohl handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, der im ZGB 
nicht definiert ist. Allgemein geht es um die Schaffung von günstigen Lebensumständen, 
damit sich ein Kind psychisch, physisch, gefühlsmässig, geistig, sozial und kulturell gut 
und gesund entwickeln kann. Dazu gehören elementare Dinge wie dem Kind genug Nah-
rung zu geben, es wettergerecht anzuziehen, ihm ein Dach über dem Kopf zu bieten, aber 
es auch vor körperlicher und seelischer Gewalt zu schützen, es liebevoll zu umsorgen, 
verbindliche Beziehungen und eine sichere Lebensorientierung zu bieten. Das Kindswohl 
lässt sich nicht abstrakt beurteilen. Sein Inhalt muss jeweils situationsbedingt bestimmt 
werden, entsprechend den Gesamtumständen im Lichte der Rechtsordnung in ihrer Ge-
samtheit. Der konkrete Inhalt richtet sich nach dem betroffenen Kind und seinen persönli-
chen, gesundheitlichen, familiären, schulischen und sozialen Verhältnissen und nach dem 
anstehenden Entscheid (KOKES-Praxisanleitung Kindesschutzrecht 2017, N 1.1.2 ff. und 
insbesondere N 1.19).

3.2 Eine Kindswohlgefährdung liegt vor, wenn Grundbedürfnisse und Grundrechte des 
Kindes nicht befriedigt bzw. erfüllt oder sogar verletzt werden und das Kind sich nicht ent-
sprechend seinen Möglichkeiten entfalten kann. Es kann sich um Kindswohlgefährdung 
handeln, wenn das körperliche, psychische, seelische oder soziale Wohl des Kindes be-
einträchtigt wird. Eine Gefährdung liegt vor, sobald nach den Umständen die ernstliche 
Möglichkeit einer Beeinträchtigung des Wohls des Kindes vorauszusehen ist. Nicht erfor-
derlich ist, dass diese Möglichkeit sich schon verwirklicht hat. Unerheblich sind die Ursa-
chen der Gefährdung: Sie können in den Anlagen oder in einem Fehlverhalten des Kindes, 
der Eltern oder der weiteren Umgebung liegen. Auch Uneinigkeit und Elternkonflikte kön-
nen das Kind gefährden (vgl. Hegnauer, Kindesschutzrecht, 5. überarbeitete Aufl. 1999, 
S. 206).

3.3 Die Massnahmen, welche die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde zum Schutz 
des Kindes gestützt auf Art. 307 Abs. 1 und 3 ZGB anordnet, können mit Ermahnungen 
oder Weisungen an die betroffenen Eltern oder das Kind verbunden werden mit dem In-
halt, etwas zu unterlassen oder zu tun z.B. durch Teilnahme an einer Therapie. Wo Bera-
tung, Mahnung oder Weisungen als mildeste Massnahmen nicht ausreichen (Peter Breit-
schmid, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl. 2018, Art. 307 N 2), kann darü-

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ber hinaus für das Kind ein Beistand eingesetzt werden, der die Eltern in ihrer Sorge um 
das Kind mit Rat und Tat unterstützt (Art. 308 ZGB). Dem Beistand kann namentlich die 
Überwachung des persönlichen Verkehrs übertragen werden (Art. 308 Abs. 2 ZGB) mit 
den Aufgaben, in Konflikten zu vermitteln, Spannungen abzubauen, negative Beeinflus-
sungen aufzufangen etc. Die Anordnung einer Massnahme setzt kein Verschulden der 
Eltern voraus und ist auch nicht Sanktion, sondern hat als einziges Ziel, trotz der Gefähr-
dungslage das Wohl des Kindes zu bewahren oder wiederherzustellen. Folgende Grund-
sätze des Kindesschutzes, welche letztlich alle das Verhältnismässigkeitsprinzip konkreti-
sieren, müssen beachtet werden: Alle Kindesschutzmassnahmen müssen vorausschau-
end erfolgen (Prävention) und nur dort angeordnet werden, wo die Eltern die ihnen oblie-
genden Pflichten nicht ausreichend wahrnehmen (Subsidiarität). Es ist zudem immer die 
mildeste Erfolg versprechende Massnahme anzuordnen (Proportionalität) und diese soll 
elterliche Bemühungen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Komplementarität; vgl. zum 
Ganzen: Breitschmid, a.a.O., Art. 307 N 4 ff.). Ein behördliches Eingreifen rechtfertigt sich 
nicht erst dann, wenn das Wohl des Kindes bereits schwer gefährdet ist, sondern im Sinne 
einer Prävention schon dann, wenn es zwar noch nicht stark beeinträchtigt, aber durch 
das absehbare Verhalten der verantwortlichen Eltern als gefährdet erscheint. Im Bereich 
der Kindesschutzmassnahmen im Besonderen bestimmt Art. 313 Abs. 1 ZGB, dass diese 
zum Schutz des Kindes der neuen Lage anzupassen sind, wenn sich die Verhältnisse ver-
ändern. Zuständig ist dafür die anordnende Behörde, welche im Rahmen laufender Über-
wachung der eigenen Tätigkeit bzw. der beigezogenen Hilfspersonen die (weitere) Eig-
nung der Massnahmen zu prüfen hat.

4. In den angefochtenen Entscheiden, mit denen die KESB eine Beiständin eingesetzt 
und ihr unter anderem – was vorliegend einziger Gegenstand der Beschwerde ist – die 
Organisation usw. der Familienbegleitung aufgetragen hat, sieht sie die Kindswohlgefähr-
dung gestützt auf mehrere Berichte im Wesentlichen in der schweren Belastung der Mutter 
wegen ihrer psychischen Erkrankung, der prekären finanziellen Situation und der seit Mo-
naten andauernden Inhaftierung des Kindsvaters. 

5.
5.1 Zunächst liegen mehrere Gefährdungsmeldungen bei den Akten:

5.1.1 Am 13. Mai 2019 wurde von der Leiterin der Kita T.________ eine Gefährdungs-
meldung bei der KESB eingereicht (BG-act. 1.37), worin über sehr schwierige und 
belastende Lebensumstände der Familie berichtet wurde. Die Mutter habe angegeben, 

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dass sie zuhause seitens des Mannes Gewalt erlebe, in der 10. Woche schwanger sei und 
ihren Mann, zusammen mit E.________, verlassen wolle und im Frauenhaus sei. Ihr Mann 
habe ihr gedroht, sie auf offener Strasse umzubringen. Einen Tag später habe sie erklärt, 
dass sie ihrem Mann nochmals eine Chance geben wolle und dass sie nach Hause 
zurückkehre. Die Mutter habe auch von blauen Flecken bei E.________ berichtet und 
dass E.________ der Mutter erzähle, dass sie vom Vater geschlagen werde. Die 
finanzielle Situation der Familie sei schwierig, da es Unstimmigkeiten betreffend den Lohn 
des Vaters gebe. Es solle auch etliche Ausstände geben, so auch die 
Krankenkassenprämien, die seit Januar 2019 nicht mehr bezahlt worden seien. 
A.________ habe bei einem Gespräch am 13. Dezember 2018 zudem erwähnt, dass 
B.________ ihr gegenüber des Öfteren gewalttätig werde, worüber auch ihre Hauswartin 
informiert sei. Polizeiliche Anzeige wolle sie nicht machen, da sie Angst habe, dass ihr 
Partner dann ausrasten könnte. Ins Frauenhaus wolle sie ebenfalls nicht aus Angst vor der 
Reaktion ihres Partners und weil sie in dieser Einrichtung schlechte Erfahrungen gemacht 
habe. Sie wolle sich eine eigene Wohnung suchen. Auch später habe es offenbar weitere 
gewalttätige Übergriffe von B.________ gegenüber A.________ gegeben, weshalb ein 
Eintritt in die Herberge für Frauen auf den 15. April 2019 geplant gewesen sei. Am 
14. April 2019 sei die Situation gemäss A.________ eskaliert und B.________ soll sie in 
Anwesenheit der Tochter mit dem Messer bedroht und gesagt haben, dass er sie 
umbringen werde. Laut Aussagen von A.________ sei es bereits des Öftern zu solchen 
Vorfällen in Anwesenheit der Tochter gekommen. Als A.________ gemeinsam mit Tochter 
E.________ am 15. April 2019 in die Herberge für Frauen eingetreten sei, sei sie mit 
Anrufen und SMS des Partners bedroht und belästigt worden; auch ihr eigener Bruder 
habe aus U.________ Druck auf sie ausgeübt. Schliesslich sei A.________ am 16. April 
2019 wieder zu ihrem Partner zurückgekehrt. Noch am selben Abend soll die Situation 
nach Angaben von A.________ erneut eskaliert sein. B.________ solle gesagt haben, 
dass sie froh sein könne zurückgekommen zu sein, da er sonst ihre Familie in U.________ 
hätte töten lassen. Des Weiteren soll er ihr mit einem Rasierer gedroht haben, die Haare 
abzuschneiden; alles wieder in Anwesenheit der gemeinsamen Tochter. Wegen 
Komplikationen in der Schwangerschaft müsse sich A.________ schonen und 
mehrheitlich liegen. Die Kinderbetreuung in diesen nächsten fünf Monaten mit einem Spi-
talaufenthalt von drei bis vier Tagen sei nicht geregelt und auch die Finanzierung der Kita 
sei nicht gewährleistet.

5.1.2 Eine dringende Gefährdungsmeldung wurde am 28. September 2019 von der 
Praxis V.________ erstattet (BG-act. 1.49). Darin wird von einer auffälligen Häufigkeit von 

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aktenkundigen Stürzen von E.________ berichtet und vom dringenden Verdacht, dass 
E.________ Opfer von Kindsmisshandlung seitens des Vaters – in alkoholisiertem Zu-
stand – sei. Diese Vermutung wurde vom Kinderspital W.________ allerdings nicht geteilt 
(BG-act. 1.64).

5.1.3  Eine weitere Gefährdungsmeldung wurde der KESB am 1. Juni 2020 von einer 
Privatperson aus dem Umfeld der Familie eingereicht (BG-act. 1.82). Darin wird angege-
ben, dass A.________ ihre Kinder alleine gelassen habe und über den ganzen Tag 
weggelaufen sei. Sie sei dann um Mitternacht von der Familie am Zugersee gefunden 
worden. Sie habe mehrmals angedeutet, dass sie am liebsten weit weg gehen und die 
Kinder alleine lassen würde. Trotz der von ihr angedeuteten Depressionen sei sie von der 
Klinik in K.________ geflohen. Von dort sei sie nun in der Klinik L.________ unter-
gebracht. Man sei bereit, die Kinder zu übernehmen, und möchte auf keinen Fall, dass sie 
in eine Pflegefamilie kämen; schliesslich hätten sie eine Familie. 

5.2 Im Zwischenbericht Kind vom 16. Oktober 2019 (BG-act. 5.7) vom Amt für Kindes- 
und Erwachsenenschutz, Unterstützende Dienste KESUD, führte X.________, Sozialar-
beiterin Abklärungen (KESUD), aus, dass es diverse Anhaltspunkte für eine Kindswohlge-
fährdung gebe, die sich nur schwer erhärten liessen, da sich sowohl die Aussagen der El-
tern als auch der Fachleute widersprächen. Die nebulöse Faktenlage öffne viel Raum für 
Spekulationen, weshalb eine vertiefte Überprüfung in enger Zusammenarbeit mit der Fa-
milie in dieser Situation unumgänglich scheine. Da die Kindseltern bisher jegliche Hilfsan-
gebote abgelehnt hätten, müsste dieser erweiterte Abklärungsauftrag auf dem Wege einer 
Weisung nach Art. 307 Abs. 1 ZGB verfügt werden. Es werde daher eine KOFA-Abklärung 
empfohlen. Weiter solle die [hochschwangere] Mutter angewiesen werden, regelmässig 
(mind. drei Mal pro Woche) mit einer Hebamme zusammenzuarbeiten. 

Im Vordergrund standen gemäss Berichterstatterin die sehr schwierigen und belastenden 
Lebensumstände der Kindseltern mit fraglicher Gewalttätigkeit und schwerwiegenden Dro-
hungen seitens des öfter betrunkenen und dann unberechenbaren Kindsvaters gegenüber 
der schwangeren Kindsmutter und deren Familie in U.________ mit zeitweiliger Flucht von 
Mutter und Tochter in die Herberge für Frauen. Dort sei sie offenbar vom Kindsvater mit 
Anrufen und SMS bedroht und belästigt worden. Nach ihrer Rückkehr zu ihm habe er sie 
wiederum mit dem Tod bedroht und auch Todesdrohungen gegen ihre Familie in 
U.________ geäussert. Auch die finanzielle Situation der Familie sei äusserst angespannt 
und auch undurchsichtig und es sei nicht klar, ob die Kita für E.________ weiter finanziert 

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Urteil F 2021 3 

werden könne. Die Deckung der Grundbedürfnisse von E.________ sei teilweise nicht 
sicher beurteilbar. Insbesondere gebe es auch Hinweise ärztlicherseits auf 
Kindsmisshandlung durch den Vater. 

5.3 In der prozessorientierten Kindswohlabklärung im Rahmen einer Familienbeglei-
tung wurde im Bericht vom 26. März 2020 über die Berichtsperiode vom 17. Dezember 
2019 bis 31. März 2020 (BG-act. 5.9) zusammenfassend festgehalten, dass sich die Le-
benssituation der Familie mit der Inhaftierung des Vaters im Oktober 2019 drastisch verän-
dert habe. Das Leben der ganzen Familie sei in eine anhaltende Krise gestürzt worden. 
Mitbedacht werden müsse die damalige fortgeschrittene Schwangerschaft und der Stress 
der Mutter, von E.________ und des damals ungeborenen Kindes, als der Vater im 
Oktober 2019 in den frühen Morgenstunden verhaftet worden sei. Nur wenige Tage später 
habe die Mutter ohne Beisein des Vaters ihr drittes Kind geboren. Kurz nach der Geburt 
habe sie sich um die gesundheitlichen Probleme des Kindes F.________ kümmern 
müssen. Gleichzeitig habe die Trauer von E.________ über die väterliche Situation einen 
förderlichen Umgang erfordert. Zudem habe sich die Mutter gezwungen gesehen, prekäre 
finanzielle Probleme zu lösen. Ebenso habe sie über Monate hinweg mit der Ungewissheit 
über den weiteren Verlauf der Familiensituation leben müssen. In der letzten Abklärungs-
/Begleitphase habe sie Erschöpfungssymptome gezeigt und auf ärztlichen Rat hin mit 
ihren beiden Kindern ihre Schwester in H.________ besucht. Die vielfältigen Belastungen 
zeigten Auswirkungen auf die Gesundheit und das psychische Wohl von Mutter und 
Kindern. Insgesamt müsse von einer ernsthaft kritischen Lebensphase der Familie 
gesprochen werden. Es sei der Mutter gelungen, die anstehenden Herausforderungen auf 
die bestmögliche Weise gelingend und proaktiv zu bewältigen. Sie habe ihre 
Verantwortung als Mutter und ihre elterlichen Aufgaben zuverlässig wahrgenommen und 
sich bereit gezeigt, Unterstützung durch die Familienbegleitung anzunehmen und Ideen 
umzusetzen. Unklar sei, wie sich die weitere Untersuchungshaft des Vaters bzw. seine 
spätere Rückkehr in die Familie auswirken werde und wie das Elternpaar die kritische 
Phase und eine mögliche Schuldfrage des Vaters bewältigen werde.

Als nächste Schritte wurden aufgrund der weiteren Inhaftierung des Kindsvaters mit Blick 
auf das weitere Wohl der Kinder und der dringenden Entlastung der Mutter eine Familien-
begleitung mit unter anderem den folgenden Begleitschwerpunkten empfohlen: Unterstüt-
zung der Mutter in der Bewältigung des Familienalltags, im Umgang mit ihren Kindern in 
familiären Belastungssituationen und Kommunikation zwischen Mutter und Kindern über 
die väterliche Situation. Empfohlen wurde auch eine schulergänzende Betreuung von 

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Urteil F 2021 3 

E.________ bei Eintritt in den Kindergarten und ein Kita-Platz für F.________ zur Entwick-
lungsförderung und Entlastung der Mutter. Bei Entlassung des Kindsvaters aus der 
Untersuchungshaft seien die offenen Fragen im Zusammenleben der Familie in 
Anwesenheit des Kindsvaters und die finanziellen Mittel der Familie abzuklären.  

5.4 Vom 4. bis 20. Mai 2020 hielt sich die Beschwerdeführerin mit F.________ im 
Spital K.________ auf der Mutter-Kind-Abteilung auf, wohin sie bei zunehmender 
psychischer Verschlechterung seit der Geburt notfallmässig zugewiesen worden war. Im 
Austrittsbericht vom 26. Mai 2020 (BG-act. 1.86) wird von M.Sc. M.________, Chefärztin 
Psychiatrie, und Y.________, Psychotherapie PsyAT, als Diagnose schwere psychische 
und Verhaltensstörungen im Wochenbett, anderenorts nicht klassifiziert (ICD-10 F53.1) 
aufgeführt. Die Patientin sei komplett erschöpft, deprimiert und überfordert zuhause. Eine 
Woche vor Geburt des Sohnes F.________ sei ihr Partner in U-Haft gekommen, nach 
ihren Angaben wegen einer gewalttätigen Streiterei. Sie selbst erfahre keine Gewalt zu-
hause. Nach Angaben der KESB sei die Haft wegen finanzieller Angelegenheiten ange-
ordnet worden. Die Tochter sei bei der Schwester des Kindsvaters, der 8-jährige Sohn 
beim Ex-Mann der Patientin untergebracht. Die Patientin gebe an, dass sie sich seit zehn 
Tagen nicht mehr spüre und erstmals das Gefühl gehabt habe, sich mit dem Messer 
schneiden zu müssen. Bisher habe sie dies noch nie getan; sie habe sich nur immer wie-
der gedrückt und gezwickt, da das Gefühl entsetzlich sei. Seit Februar könne sie nicht 
mehr schmecken, nichts mehr riechen, habe keinen Appetit, habe seit zehn Tagen wenig 
gegessen und getrunken und halte sich selbst nicht mehr aus. In der Nacht müsse sie we-
gen des Babys zwei- bis fünfmal aufstehen; sie könne nicht mehr. Sie habe keine Kraft 
mehr und würde die Kinder teilweise nicht mehr hören. Der Kopf sei blockiert. Die Patien-
tin sei in verschiedener Hinsicht abgeklärt (so auch betreffend Herzbeschwerden), medika-
mentös und psychotherapeutisch behandelt worden. Sie habe erklärt, dass ihr die Tren-
nung von ihren Kindern nicht guttue und sie immer trauriger werde, weshalb sie abrupt 
auszutreten gewünscht habe, ohne dass ein Abschlussgespräch hätte stattfinden können. 
Im Kontakt mit ihrem Sohn werde die Patientin als kompetent, fürsorglich und zuverlässig 
erlebt; sie selbst habe jedoch immer wieder über fehlende Gefühle ihm gegenüber geklagt. 
Unter Prozedere wurde festgehalten, dass die Patientin nach neusten Informationen bei 
abdominellen Beschwerden im Spital Z.________ auf dem Notfall gewesen und eine 
Verlegung nach AA.________ erfolgt sei. Man empfehle dringend eine psychiatrisch-
psychotherapeutische Weiterbehandlung, die jedoch aufgrund des spontanen Austritts der 
Patientin nicht habe aufgegleist werden können. 

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Urteil F 2021 3 

5.5 Gemäss Austrittsbericht von Oberarzt Dr. med. N.________ und M.Sc. 
O.________ vom 16. Juni 2020 (BG-act. 1.109) hielt sich die Beschwerdeführerin vom 
25. Mai bis 10. Juni 2020 zur ersten Hospitalisation in der Klinik L.________ auf. Als 
1. Hauptdiagnose wurde eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome 
(ICD-10 F32.2) und als 2. Nebendiagnose schwere psychische und Verhaltensstörungen 
im Wochenbett, anderenorts nicht klassifiziert (ICD-10 F53.1), aufgeführt. Die Patientin sei 
am 21. Mai 2020 vom Spital Z.________ aufgrund einer depressiven Entwicklung bei 
psychosozialer Belastungssituation zugewiesen worden. Eine Aufnahme habe sie abge-
lehnt, sei dann aber doch am 25. Mai 2020 eingetreten. Es werde von zunehmender Ge-
fühllosigkeit und Schuldgefühlen wegen der als ungenügend wahrgenommenen emotiona-
len Beziehung zu ihren Kindern seit dem 2. April 2020 berichtet. Sie habe keine Lebens-
freude mehr und suizidale Gedanken ohne konkrete Pläne. Sie habe keinen Appetit und 
Probleme mit dem Durchschlafen. In ihrem Kopf herrsche Leere und zugleich ein Lärm wie 
von Maschinen oder Stimmen. Auch fühle sie sich manchmal beobachtet, wenn sie alleine 
sei. Die Kinder würden gut von den Verwandten versorgt. Die Patientin habe im letzten 
halben Jahr schwere psychische Belastungen erfahren. Ihr Lebenspartner sei vor der 
Geburt ihres dritten Kindes vor sieben Monaten ins Gefängnis gekommen, was ihr einen 
Schock versetzt habe. Sie habe dann allein mit den Belastungen der Erziehung fertig 
werden müssen. Dazu kämen Streitigkeiten innerhalb der Familie.

Zur Vorgeschichte wird unter anderem ausgeführt, dass die Patientin verheiratet sei, drei 
Kinder habe, aktuell alleine wohne, da der Ehemann seit Oktober 2019 in Untersuchungs-
haft sei. Die Geburt des dritten Kindes sei ebenfalls im Oktober 2019 erfolgt, drei Monate 
später habe der Sohn wegen offener Niere operiert werden müssen und sei zwei Wochen 
im Spital gewesen. Aus den Akten und Gesprächen gehe hervor, dass schon mehrere Ge-
fährdungsmeldungen (z.B. Notfall vom Spital Z.________) wegen häuslicher Gewalt bei 
der KESB eingegangen seien, was aber immer von der Patientin verneint worden sei. 
Nach der Geburt des Sohnes 2019 sei eine KoFa (kompetenzorientierte Familienabklä-
rung) von der KESB durchgeführt worden, wobei herausgekommen sei, dass die Patientin 
über genügend Ressourcen verfüge, um auf ihre Kinder aufzupassen. 

Zum Verlauf wurde unter anderem ausgeführt, dass die Patientin initial auf den geschlos-
senen Bereich der Akutstation mit einem depressiven Syndrom aufgenommen worden sei, 
wobei die sprachliche Barriere – die Patientin spreche Albanisch – die Kommunikation 
deutlich erschwert habe. Zunächst habe sowohl Suizidalität als auch eine psychotische 
Symptomatik nicht ausgeschlossen werden können. Im Vordergrund hätten eine starke 

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Urteil F 2021 3 

Erschöpfungssymptomatik, Ängste, Gedankengrübeln, Appetitverminderung und dissozia-
tive Symptome – sie spüre sich seit April 2020 nicht mehr – gestanden. Von Suizidalität 
habe sich die Patientin distanziert, da sie dies ihren Kindern nicht antun könne. Auf 
Wunsch der Patientin sei für den 11. Juni 2020 ein Übertritt in die Klinik AB.________ or-
ganisiert worden, wobei sich die Patientin dann doch noch vorher für den Austritt aus dem 
stationären Setting entschieden habe. Sie habe sich nicht vorstellen können, noch länger 
von ihren Kindern getrennt zu sein. Diagnostisch sei man von einer schweren depressiven 
Episode ausgegangen, hervorgerufen durch eine starke psychosoziale Belastungssituati-
on. Die Patientin habe sich offen, freundlich und zugewandt, emotional aber sehr instabil 
gezeigt. Psychotherapeutisch hätten sich die Sitzungen einerseits wegen der Sprachbar-
riere, andererseits wegen dreifachen Stationswechsels und deutlichen Fokus auf ihre Kin-
der und deren Betreuung äusserst schwierig gestaltet. Da die Patientin Probleme gezeigt 
habe, ihren aktuellen Zustand und die Depression zu verstehen, sei vor allem psychoedu-
kativ gearbeitet worden. Sie habe aber weiterhin, trotz der gleichsprachlichen pflegeri-
schen Bezugsperson, Mühe gezeigt, die Diagnose zu verstehen. 

Zusammenfassend handle es sich bei der Patientin um eine ärztliche Zuweisung zur Erst-
hospitalisation aufgrund der Verschlechterung der depressiven Symptomatik auf dem Bo-
den von mehreren psychosozialen Belastungsfaktoren. Die Sprachbarriere, der kulturelle 
Unterschied, der Wechsel der Stationen und der Fokus auf ihre Kinder hätten den Klinik-
aufenthalt deutlich erschwert. Dennoch hätten Verbesserungen der depressiven Sympto-
matik beobachtet und von der Patientin berichtet werden können. Sinnvoll erscheine so-
wohl ein konstanter Kontakt mit ihren Kindern als auch eine psychiatrische Behandlung, 
um eine langfristige Verbesserung gewährleisten zu können. 

Als Procedere wurde festhalten, dass die Patientin in ihre angestammten Verhältnisse 
nach Hause austrete; die Schwester der Patientin werde nach Austritt bei ihr wohnen, um 
bei der Kinderbetreuung zu helfen. Die ambulante Weiterbehandlung sei bei AC.________ 
organisiert worden. Die KESB organisiere eine ambulante Familienbetreuung durch 
G.________. 

5.6 An der Anhörung seitens der KESB vom 24. August 2020 erklärte die Beschwer-
deführerin gemäss Protokoll (BG-act. 5.10), dass sie sich grosse Sorgen um ihren Sohn 
Q.________ mache, da er sich am Auge verletzt habe und operiert werden müsse. 
Ansonsten gehe es ihr gesundheitlich grundsätzlich gut; im Vergleich zu früher habe sich 
ihr psychischer Zustand verbessert. E.________ habe am 17. August 2020 im 

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Kindergarten gestartet. Bereits am nächsten Tag sei sie im Kindergarten bzw. der 
schulischen Betreuung (Kita/Hort) verschwunden und habe von der Polizei gesucht 
werden müssen. Zum Glück sei ihr nichts passiert; ihre Tochter sei danach ganz bleich 
gewesen und habe seither nicht in den Kindergarten gewollt. E.________ gehe am 
Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag in die Betreuung. Die schulische Betreuung sei 
ab 12.00 Uhr; sie könne sie jederzeit abholen. F.________ gehe noch nicht in die Kita; er 
sei noch zu klein und es falle ihr schwer, ihn abzugeben. Zudem könne er die Kita erst ab 
dem 18. Lebensmonat besuchen und es stelle sich die Frage, wie sie die Kita zahlen solle. 
Wenn die Kita bezahlt würde und die Kindesschutzbehörde sagen würde, dass sie dies 
machen solle, würde sie es schon machen. Das psychotherapeutische Angebot nach der 
Klinikentlassung nehme sie nicht wahr. Nächste Woche habe sie einen Termin bei 
AC.________, sie wisse jedoch nicht, weshalb sie dorthin gehen solle. Sie könne es schon 
probieren, aber der Termin bereite ihr nur Stress und sie wisse nicht, wohin mit 
F.________. Mit der Medikamenteneinnahme habe sie vor zwei bis drei Wochen 
aufgehört, ohne dass ihr Hausarzt Bescheid wisse. Sie habe die Medikamente abgesetzt, 
da diese sie nur müde gemacht hätten und nichts bringen würden. Vor drei Monaten sei es 
ihr sehr schlecht gegangen. Jetzt sei sie in einem viel besseren Zustand und hoffe nur, 
dass sie nicht mehr in diesen schlechten Zustand zurückkomme. Was ihren Partner 
betreffe, so warte man nun auf den Bericht der Psychologin; vorher werde er nicht 
entlassen. Seine Anwältin sage, dass er nur mit Bedingungen entlassen werde. Bezüglich 
der in Aussicht gestellten Familienbegleitung frage sie sich, was das genau bedeute und 
ob dann eine Beistandsperson mehrmals in der Woche zu ihr komme. Die vielen Termine 
betreffend die Familienbegleitung seien für sie sehr stressig gewesen; sie wolle daher 
lieber alles selber machen. Ein Besuch pro Woche reiche ihr jedenfalls, mehr wolle sie 
nicht.  

5.7 Der Kindsvater B.________ liess am 27./28. September 2020 über seine Anwältin 
mitteilen (BG-act.1.103), dass es nie häusliche Gewalt (weder in der Beziehung zu seiner 
Partnerin noch zu den beiden Kindern) gegeben habe und dass er wünsche, dass dieser 
Punkt berichtigt werde. Im Grundsatz stehe er den vorgeschlagenen KESB-Massnahmen 
ablehnend gegenüber. Er möchte nicht, dass eine Beistandschaft für die Kinder errichtet 
werde. Er wünsche ausdrücklich, dass die unterstützende Betreuung durch seine beiden 
Schwestern und seine Mutter vorgenommen und organisiert werde, da er dies selber we-
gen der Haft nicht könne. Er sei generell gegen eine Fremdbetreuung. Sobald er aus der 
Haft entlassen werde, werde er sich selber um seine Partnerin und die Kinder kümmern, 
sodass keine externe Unterstützung mehr nötig sein werde. 

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Urteil F 2021 3 

6. In Würdigung der Akten und der Aussagen ergibt sich Folgendes:

6.1 Zunächst ist einerseits festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin allseits ein 
liebevoller und behütender Umgang mit den Kindern attestiert wird. Andererseits ergibt 
sich auch, dass verschiedene Aspekte eine Kindswohlgefährdung nahelegen. Zunächst 
lebt die kleine Familie – seit Monaten ohne den Kindsvater – in äusserst bescheidenen 
und angespannten finanziellen Verhältnissen; so waren auch viele Rechnungen offen ge-
blieben. Selbst Kitabesuche und ergänzende Kinderbetreuung waren und sind nicht si-
chergestellt. E.________ und auch F.________ benötigen indessen eine gesicherte und 
strukturierte Betreuung, bei der sie auch Kontakte zu anderen Kindern knüpfen können. 
Nur so werden sie – nachdem die Beschwerdeführerin offenbar nur Albanisch spricht – 
spielerisch die für ihre Entwicklung und eine erfolgreiche Integration wichtige deutsche 
Sprache lernen. Nicht förderlich ist es auch, wenn sie – bei allfälligen Abwesenheiten der 
Beschwerdeführerin – mal hier und mal da bei Verwandten "parkiert" werden. Immerhin 
hat die Beschwerdeführerin ja schon Mühe, wichtige Termine wie die Vorsprache bei der 
AC.________ wahrzunehmen, da sie nach eigenem Bekunden nicht weiss, wer 
F.________ in dieser Zeit betreuen würde. 

Hinzu kommt die in psychischer Hinsicht beeinträchtigte gesundheitliche Situation der Be-
schwerdeführerin, die unter der Last der Umstände und der Ereignisse, die auf sie einbra-
chen, dekompensierte und eine depressive Episode entwickelte. Dies ist nachvollziehbar, 
nachdem sie eine komplizierte Schwangerschaft mit viel Schonen und Liegen durchmach-
te und ihr Partner B.________ kurz vor der Entbindung im Oktober 2019 plötzlich verhaftet 
und in Untersuchungshaft gesetzt wurde. Wenige Tage später gebar sie auf sich allein 
gestellt und ohne den Partner ihr drittes Kind F.________, das kurze Zeit später wegen 
schwerer Nierenkomplikationen operiert und zwei Wochen lang hospitalisiert werden 
musste. All diese Ereignisse und Belastungen führten schliesslich im Mai 2020 zu den 
Hospitalisationen im Spital K.________ und in der Klinik L.________. Nach dem 
Klinikaustritt nahm sie die in die Wege geleitete ambulante Psychotherapie bei 
AC.________ nicht in Anspruch und setzte auch die Medikamente ohne Rücksprache mit 
dem Hausarzt eigenmächtig ab. Sie verschliesst sich damit Hilfestellungen, die einen 
Rückfall verhindern könnten. Von einem stabilen psychischen Zustandsbild der 
Beschwerdeführerin kann demzufolge nicht ausgegangen werden und eine erneute 
psychische Dekompensation ist beim gehäuften Auftreten ähnlich gearteter Probleme 
jedenfalls denkbar und auch nicht ausgeschlossen. 

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Im Raum steht sodann – soweit bekannt – der Verdacht auf letztlich nicht abgeklärte Dro-
hungen und häusliche Gewalt seitens des Kindsvaters, die in alkoholisiertem Zustand und 
vor E.________ vorgekommen sein sollen; immerhin flüchtete die Beschwerdeführerin 
mindestens ein Mal ins Frauenhaus. Zudem befürchteten die Ärzte der Praxis V.________ 
Misshandlungen von E.________ durch den Kindsvater, was allerdings nicht verifiziert 
werden konnte und von den Ärzten des Kispi W.________ auch nicht bestätigt wurde. Zu 
all dem kommt die plötzliche und unerwartete Verhaftung von B.________ im Oktober 
2019 hinzu, der sich nach wie vor in Untersuchungshaft bzw. mittlerweile offenbar im 
vorzeitigen Strafvollzug befindet. Völlig offen ist auch die Frage, wie sich die Zukunft 
insbesondere dann gestalten wird, wenn der Kindsvater aus der Haft entlassen werden 
sollte. Über die Straftaten, die ihm zur Last gelegt werden, ist nichts Näheres bekannt. 
Nach der langen Dauer der Untersuchungshaft dürfte es sich aber sicher nicht um 
Bagatelldelikte gehandelt haben. Sollte es sich dabei auch um Drohungen und 
Körperverletzungen handeln, dürfte das Gleichgewicht der Familie aus den Fugen geraten 
und insbesondere die Gefährdung des Kindswohls von E.________ und F.________ 
dürfte erheblich zunehmen, wenn B.________ aus der Haft entlassen würde. Auch 
Streitigkeiten zwischen den Kindseltern sind nicht auszuschliessen und könnten vor den 
Kindern ausgetragen werden, die dadurch erheblich belastet würden und die deswegen 
das Gefühl von Sicherheit und Behütetsein verlieren dürften.

In Würdigung all dieser Aspekte besteht offensichtlich eine Gefährdung des Kindswohls, 
der mit geeigneten Massnahmen begegnet werden muss.  

6.2 Es stellt sich somit die Frage, welche Massnahme im vorliegenden Fall geeignet 
ist. Wie erwähnt ist die Einsetzung einer Beiständin an sich nicht bestritten worden; streitig 
ist einzig die eine Aufgabe der Organisation einer Familienbegleitung. Eine solche 
erscheint indessen – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin – als notwendig, ge-
eignet und auch adäquat für die bestehende Problematik und soll der Familie Hilfestellung 
bieten, um so bei weiteren Belastungssituationen rechtzeitig und wenn möglich schon im 
Vorfeld reagieren zu können. Mit dieser zusätzlichen Massnahme kann die Familie unter-
stützt werden; Schwierigkeiten können rasch erkannt und Probleme angesprochen und so-
weit möglich auch gelöst werden. Die Familienbegleitung ist auch eine sehr milde Mass-
nahme und es ist nicht ersichtlich, dass sie unverhältnismässig wäre. Nicht ernsthaft nach-
vollziehbar ist das Argument der Beschwerdeführerin, dass eine solche Familienbegleitung 
sie zusätzlich belasten würde. Mit der Begleitung können ihr Lösungswege zu Problemen 

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aufgezeigt werden, die sie selber allenfalls nicht finden würde. Wie oft diese Besuche tat-
sächlich stattfinden werden, lässt sich nicht zum vornherein eruieren; dies dürfte von den 
anstehenden und zu lösenden Problemen abhängen. Gerade wenn der Kindsvater wieder 
nach Hause zur Familie kommen sollte, wäre eine solche Begleitung von erheblichem 
Wert. Die der Beiständin übertragene Aufgabe der Organisation einer Familienbegleitung 
ist in Würdigung der gesamten Umstände eine notwendige, geeignete und milde Mass-
nahme und in jeder Hinsicht verhältnismässig.

6.3 Zusammenfassend lässt mithin festhalten, dass im vorliegenden Fall durch die be-
sonderen Lebensumstände der Familie eine Kindswohlgefährdung besteht bzw. zumindest 
unmittelbar droht, der mit geeigneten Massnahmen begegnet werden muss. Die in casu 
einzig angefochtene Aufgabe der Beiständin, eine Familienbegleitung zu organisieren, ist 
eine notwendige, geeignete und mildest mögliche und damit auch in jedem Fall verhältnis-
mässige Massnahme, um der Gefährdung des Kindswohls adäquat zu begegnen. Die Be-
schwerde erweist sich demzufolge als vollumfänglich unbegründet und muss abgewiesen 
werden.  

7. In Kindesschutzfällen sind gemäss § 57 Abs. 2 EG ZGB keine Kosten zu erheben. 
Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (§ 28 Abs. 2 VRG). Der in behördlicher Funktion amtenden KESB wie 
auch der Beiständin und dem Kindsvater, der die Beschwerde seiner Partnerin unterstütz-
te, steht keine Parteientschädigung zu. 

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Urteil F 2021 3 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Parteientschädigungen werden nicht zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde in Zivilsachen 
eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Beschwerdeführerin (mit ausführlicher Rechtsmittelbelehrung), 
an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Kantons Zug, an 
B.________, an D.________ und C.________.

Zug, 16. Dezember 2021 

Im Namen der
FÜRSORGERECHTLICHEN KAMMER
Die Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am