# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b11bb367-9850-5fda-bd9a-9d86925b5a0c
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-27
**Language:** de
**Title:** Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 27.04.2017 S 2016 160
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/XX_Upload/ZG_UPL_001_S-2016-160_2017-04-27.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG 
 

 
 

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER 

 

 

Mitwirkende Richter: lic. iur. Felix Gysi, Vorsitz 

lic. iur. Oskar Müller und Rosemarie Rossi Andenmatten 

Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler 

 

 

U R T E I L  vom 27. April 2017 

 

 

 in Sachen 

 

A, B Strasse, C Gemeinde 

Beschwerdeführerin 

vertreten durch RA D 

 

 gegen 

 

AXA Winterthur, General-Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur  

Beschwerdegegnerin  

 

 betreffend 

 

Unfallversicherung  

 (Leistungen) 

 

 

 

S 2016 160 

2 

Urteil i.S. A c. AXA Winterthur  S 2016 160 
 

A. Die Versicherte, A, vormals E, schweizerische Staatsangehörige mit Jahrgang 

1980, arbeitete als Leiterin Buchhaltung bei der F AG und war zufolge dessen bei der AXA 

Winterthur gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als sie sich 

am 20. November 2015, 17.30 Uhr, während einer Kosmetikbehandlung in einem Wärme-

anzug am linken Bein Verbrennungen zuzog. Die Unfallmeldung datiert vom 24. Novem-

ber 2015. Bereits am 4. Dezember 2015 teilte die Abteilung Schaden in Zürich der Versi-

cherten in Briefform die Leistungsverweigerung mit, da es vorliegend jedenfalls an einem 

Unfallkriterium, dem Kriterium der Plötzlichkeit mangle. Am 14. Januar 2016 kündigte RA 

Dr. D, Zug, die Interessenvertretung der Versicherten an und Anfang Februar 2016 wur-

den diesem die Akten zur Kenntnisnahme zugestellt, derweil die Versicherte angeschrie-

ben wurde, sie solle den Geschehensablauf präzisieren. Dies tat letztere mit Schreiben 

vom 18. Februar 2016. Im März 2016 erklärte der Rechtsvertreter der Versicherten das 

genannte Schreiben vom 18. Februar 2016 als nicht bindend, da er als bevollmächtigter 

Anwalt bei der fraglichen Anfrage übergangen worden sei. Am 11. März 2016 verfügte der 

Unfallversicherer die Ablehnung der Leistungspflicht für das Ereignis formell und am 7. Ap-

ril 2016 liess die Versicherte, wiederum vertreten durch RA Dr. D, dagegen Einsprache er-

heben.  

 

Mit Entscheid vom 17. November 2016 wies die AXA-Winterthur die Einsprache ab. Be-

gründend wurde sinngemäss bemerkt, das Unfallkriterium der Plötzlichkeit verlange eine 

Einwirkung während eines kurzen, abgrenzbaren Zeitraums. Dabei gehe es in aller Regel 

um Sekundenbruchteile. Nach Lehre und Rechtsprechung fehle das Kriterium, wenn je-

mand während 15 bis 20 Minuten Gongschlägen ausgesetzt sei. Es mangle am Kriterium 

auch, wenn jemand wiederholten oder kontinuierlichen Einwirkungen ausgesetzt sei. So 

sei bei einer Gehörsschädigung einer Souffleuse der Oper durch die gesamte Lärmbelas-

tung die Plötzlichkeit höchstrichterlich verneint worden. Handle es sich trotzdem um einen 

Vorgang von gewisser Dauer, müsse eine gewisse Einmaligkeit gegeben sein. Dies fehle 

bei Blasen an den Füssen nach einem langen Fussmarsch. Im Regelfalle werde die Plötz-

lichkeit auch bei so genannten thermischen Schädigungen (Sonnenstich/Sonnenbrand/ 

Hitzschlag und Erfrierungen) verneint. Die Rechtsprechung schaffe oft einen Zusammen-

hang zwischen den Kriterien der Plötzlichkeit und der Aussergewöhnlichkeit. Zur Unge-

wöhnlichkeit wurde sinngemäss bemerkt, bei starken Sonnen- bzw. Kälteeinwirkungen mit 

Sonnenstich, Sonnenbrand und Hitzschlag oder Erfrierungen mangle es sodann auch an 

der Ungewöhnlichkeit der äusseren Einwirkung. Anders sei es beispielsweise, wenn die 

verletzte Person zufolge eines Beinbruchs sich nicht der Sonnenbestrahlung habe entzie-

hen können. Das deutsche Recht spreche im Zusammenhang mit den Kriterien der Plötz-

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Urteil i.S. A c. AXA Winterthur  S 2016 160 
 

lichkeit bzw. Ungewöhnlichkeit vom Überraschungsmoment. Würdigend wurde sodann 

ausgeführt, da die Versicherte eine längere Behandlung über sich habe ergehen lassen, 

sich danach noch gut gefühlt habe, sich denn auch noch mit Anti-Cellulitis-Schaum habe 

einreiben lassen und schliesslich ein Abo für 10 solche Wärmepackungen gekauft habe, 

erst später die Blasenbildung entdeckt habe, mangle es vorliegend an den Kriterien der 

Plötzlichkeit und der Ungewöhnlichkeit, zumal eine Temperatur von 80 ° klar zu hoch sei, 

habe Frau G doch erklärt, dass sie den Anzug jeweils nur auf 50 ° einstelle. 

 

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 23. Dezember 2016 liess A, vertreten 

durch RA Dr. D, Zug, die Anträge deponieren, der Einspracheentscheid vom 17. Novem-

ber 2016 und die Verfügung vom 11. März 2016 seien aufzuheben, alles unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% MWSt) zulasten der Beschwerdegegnerin. Be-

gründend wurde im Wesentlichen dargelegt, am 20. November 2015 habe sie, die Be-

schwerdeführerin, im Schönheitssalon H von G, Zug, eine Behandlung der Cellulite-

Problemzonen im Beinbereich gewünscht. Man habe ihr eine Behandlung mit Wärmean-

zug empfohlen. Frau G habe für die Erstbehandlung eine halbe Stunde bei 80 °C vorge-

schlagen. Bereits während der Behandlung habe sie Schmerzen verspürt, allerdings sei 

ihr mitgeteilt worden, dass dies normal sei. Dass sie mit Verbrennungen rechnen müsse, 

habe sie nicht realisiert. Zuhause, nachdem sich der Körper abgekühlt habe, habe sie ent-

deckt, dass sie Verbrennungen habe. Sie habe zunächst an Verbrennungen zweiten Gra-

des gedacht. Nach mehrmaligen Arztbesuchen sei ihr dann klar gewesen, dass es sich um 

Verbrennungen dritten Grades handle und dass sie bleibende Schäden, Narben davontra-

gen würde. Aus dem WhatsApp-Verkehr mit der Salonbetreiberin ergebe sich alsdann 

klar, dass diese sich für die Schädigung verantwortlich fühle bzw. dass die Verbrennungen 

von der Behandlung stammten. Frau G habe denn auch Tipps zur Behandlung gegeben. 

Werde nun vom Unfallversicherer und von Frau G behauptet, die Behandlung habe nicht 

zu den Verbrennungen geführt, erstaune dies, zumal Frau G die Fr. 770.– anstandslos zu-

rückerstattet habe. Zu erwähnen sei, dass sie, die Beschwerdeführerin, bis dato keine Er-

fahrung mit Wärmeanzügen gemacht habe. So habe sie sich auf Empfehlung von Frau G 

einer halbstündigen Behandlung im Wärmeanzug unterzogen, was zu den Verbrennungen 

geführt habe. Sie selbst trage keinerlei Mitverantwortung an der Sache. Zum Einsprache-

entscheid liess die Beschwerdeführerin bemerken, dass die Behandlung bei 80 ° erfolgen 

solle, habe ebenfalls Frau G empfohlen. Dass der Anzug überhaupt bis zu dieser Tempe-

ratur geheizt werden könne, könne sie nur von Frau G wissen. Habe Frau G in der 

WhatsApp-Korrespondenz eingeräumt, dass sie die Behandlung beim nächsten Mal weni-

ger heiss durchführen würde, erstaune dies. Offenbar sei der Effekt der Behandlung umso 

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Urteil i.S. A c. AXA Winterthur  S 2016 160 
 

grösser, je höher die Temperatur sei. Wie sie Dr. I gegenüber bemerkt habe, habe sie 

während der Behandlung ein starkes Hitzegefühl und Schmerzen verspürt und man habe 

ihr erklärt, dass dies normal sei. Zu den Ereignispräzisierungen, die die Beschwerdegeg-

nerin von ihr erwirkt habe, wurde noch einmal festgehalten, dass diese jedenfalls dann 

nicht verwertet werden dürften, wenn sie gegen sie ausgelegt würden, zumal sie illegal 

eingeholt worden seien. In rechtlicher Hinsicht wurde sodann bemerkt, die thermischen 

Schädigungen würden immerhin dann als Unfall anerkannt, wenn aussergewöhnliche Um-

stände vorgebracht werden könnten. Beim fraglichen Wärmeanzug handle es sich um ei-

nen aussergewöhnlichen, einmaligen, ungewöhnlichen und vor allem auch äusseren Fak-

tor, zumal sie sich zum ersten Male dieser Behandlung unterzogen habe. Es sei mithin 

auch ein Einzelfall ohne Erfahrungswert gewesen. Zudem sei die Verbrennung innert Se-

kunden erfolgt. Da das Ganze aber 30 Minuten gedauert habe, sei eine Verbrennung drit-

ten Grades entstanden. Damit habe sie nicht rechnen müssen. Auch die Reaktion der 

Verbrennung sei ungewöhnlich, programmwidrig und nicht dem gewöhnlichen Ablauf ent-

sprechend gewesen, da mit solchen Behandlungen normalerweise keine Verbrennungen 

einhergehen würden. Zudem liege der Vergleich mit dem Unfallopfer mit Beinbruch, das 

der Sonnenbestrahlung nicht entfliehen könne, sehr nahe, sei sie doch den Empfehlungen 

der Salonbetreiberin ausgesetzt gewesen und habe, eingezwängt im Anzug, deren Beteu-

erungen nichts entgegenhalten können. Auch beim Zahnarzt stehe ja niemand auf und 

gehe, nur weil es wehtue. Von Selbst- oder Eigenverschulden könne folglich nicht gespro-

chen werden. Dass die Verbrennung vom Anzug, nicht aber vom Anti-Cellulite-Schaum 

herrühre, sei unstreitig. Wenn es nun aber stimmen sollte, dass der Wärmeanzug gar nicht 

falsch angelegt werden könne, wie von Frau G behauptet, so sei die Schädigung schon 

deshalb aussergewöhnlich. Fakt sei, dass die Verbrennungen von der Behandlung stamm-

ten. Frau Gs Ausführungen seien denn auch vor dem Hintergrund ihrer Haftpflicht zu ver-

stehen. Soweit der Unfallversicherer vermelde, dass Falze im Alltag nichts Aussergewöhn-

liches seien, müsse ihm entgegengehalten werden, dass sie in ihrer Unerfahrenheit die 

Gefährlichkeit von Falzen nicht habe erkennen können. Zu den Verbrennungen sei es 

wohl auch gekommen, weil der Klettverschluss am rechten Bein enger geklebt worden sei 

als am übrigen Körper. Auch dies indiziere die Aussergewöhnlichkeit. Dass sie zum 

Schluss der Behandlung ein Abo gelöst habe, sei nicht ungewöhnlich. Sie sei von der Be-

handlung benommen gewesen, was bei einer Hitze von 80 ° über eine halbe Stunde hin-

weg wohl notorisch sei. Sie habe schliesslich keine Bedienungsanleitung zum Wärmean-

zug bekommen und habe auf die Empfehlungen der Fachfrau gehört. Welche Temperatur 

schliesslich eingestellt worden sei, sei an sich unerheblich, sei doch klar, dass die Be-

handlung zu den Verbrennungen geführt habe. In der Schweiz seien offenbar schon 40 

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Urteil i.S. A c. AXA Winterthur  S 2016 160 
 

solche Geräte verkauft worden und der Importeur habe bislang keine Kenntnis von Ver-

brennungsopfern gehabt. Da die Kommunikation mit dem Importeur nicht nachvollziehbar 

sei, dürften dessen Ausführungen jedenfalls nicht zu ihren Lasten gewertet werden. Zum 

Schluss liess die Beschwerdeführerin auf eine Beilage, eine Telefonnotiz, verweisen und 

resümierend festhalten, dass die in casu erfolgten thermischen Schädigungen die Voraus-

setzungen der Plötzlichkeit und Ungewöhnlichkeit klar erfüllten. Zu guter Letzt wurde zum 

Kriterium der Plötzlichkeit unter anderem auf BGE 140 V 220 bzw. 221 verwiesen.  

 

C. Mit Vernehmlassung vom 3. März 2017 beantragte die AXA-Winterthur die Abwei-

sung der Beschwerde. Zur Begründung wurde im Wesentlichen angemerkt, die Beschwer-

deführerin habe sich während der fraglichen Kosmetikbehandlung im Wärmeanzug am 

rechten Bein Verbrennungen an drei Stellen zugezogen. Tags darauf, am 21. November 

2015, habe Dr. I von der Notfallpraxis der Zuger Ärzte Verbrennungen 1. und 2. Grades 

am distalen Unterschenkel rechts und der rechten Kniekehle mit mehreren Blasen festge-

stellt. Die Blasen seien manuell geöffnet und abgetragen worden; weiter sei ein Verband 

mit lalugen Gel angelegt und eine Therapie mit nicht steroidalen Antirheumatika oral ein-

geleitet worden. Bei der zweiten Konsultation am 27. November 2015 seien dann Ver-

brennungen 3. Grades mit Fibrin-Belägen festgehalten worden. Es sei dann ein entspre-

chendes Debridement und eine Behandlung mit Octanisept, Novalgin und Lido lokal er-

folgt. Zwei Tage später sei noch einmal ein partielles Debridement durchgeführt worden. In 

der Klinik für plastische Chirurgie und Handchirurgie des N habe man die Verbrennungen 

als Grad IIb und Grad IIa bezeichnet. Im Bereich der Narben am rechten Knie sei eine Be-

handlung mit Silikonfolie erfolgt. Prätibial sei eine Wundbehandlung mit Aquacel empfoh-

len worden. Sodann sei die Patientin gemahnt worden, auf konsequenten Sonnenschutz 

zu achten. Der einlässlichen Beschreibung des Ereignisablaufs, datiert vom 18. Februar 

2016, so die Beschwerdegegnerin weiter, könne entnommen werden, dass diese sich am 

fraglichen Tage mit Leggings, einem engen Oberteil und Socken in den Wärmeanzug ge-

legt habe. Der verschlossene Anzug sei auf 80 ° erhitzt worden und sie habe 30 Minuten 

warten müssen. Am rechten Bein sei der Anzug entweder zu fest oder falsch zugeklebt 

worden, was zu Druckstellen am Unterschenkel, am Knie präpatellar rechts und in der 

Kniekehle rechts geführt habe. Es hätten sich Rötungen gebildet und es habe geschmerzt. 

Im Laufe des Abends seien Blasen aufgetreten. Im Weiteren verwies die AXA-Winterthur 

auf die erlassene Verfügung, auf die Abklärungen während des Einspracheverfahrens bei 

der Betreiberin des Kosmetikstudios, beim Verteiler der Wärmeanzüge, schliesslich auf 

den Einspracheentscheid. In rechtlicher Hinsicht wurde dargelegt, mit der Diagnose von 

Verbrennungen zweiten Grades liege keine Listenverletzung nach Art. 9 Abs. 2 UVV vor. 

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Urteil i.S. A c. AXA Winterthur  S 2016 160 
 

Mithin sei eine unfallähnliche Körperschädigung zu verneinen. Zum Unfallbegriff wurde in 

teilweiser Wiederholungen der entsprechenden Ausführungen im Einspracheentscheid 

noch einmal auf die Kriterien der Plötzlichkeit und der Ungewöhnlichkeit bzw. auf die ein-

schlägige Lehre und Praxis hierzu verwiesen und unter anderem bemerkt, dass es für das 

Kriterium der Ungewöhnlichkeit nicht von Belang sei, ob der äussere Faktor zu unerwarte-

ten schwerwiegenden Folgen geführt habe. Weiter wurde ausgeführt, es bestehe eine 

Analogie zwischen dem aktuellen Fall und dem Fall der thermischen Schädigung bei Son-

nenbrand oder Sonnenstich infolge von Sonneneinstrahlung. Die vorliegend zu beurteilen-

de Schönheitsbehandlung beinhalte die kontinuierliche Zufuhr von Wärme und Luftdruck 

auf die zu behandelnden Stellen und wie bei der Sonnenbestrahlung trete eine Schädi-

gung erst nach einer gewissen Zeit auf, was gegen das Kriterium der Plötzlichkeit spreche. 

Soweit die Beschwerdeführerin im Übrigen in erster Linie über eine angeblich fehlerhafte 

Behandlung einen Unfall zu begründen versuche, übersehe sie, dass aus einer angebli-

chen fehlerhaften Behandlung gar nicht auf einen Unfall geschlossen werden könne. Zu 

den angeführten Vergleichsfällen habe sie bemerkt, die gehörgeschädigte Souffleuse in 

der Oper oder der fussblasengeschädigte Wanderer wüssten, was sie täten und seien den 

immer gleichen Umständen ausgesetzt gewesen. Sodann wird bemerkt, zwar stimme es, 

dass die bundesgerichtliche Praxis im Hinblick auf das Kriterium der Plötzlichkeit nicht ver-

lange, dass die Einwirkung auf einen blossen Augenblick beschränkt sei bzw. keine zeitli-

che Maximaldauer statuiere, gleichwohl müsse der Zeitraum kurz und abgrenzbar sein. 

Auch müsse die Einwirkung plötzlich eingesetzt haben und eine gewisse Einmaligkeit auf-

weisen. Zum Ereignishergang wurde bemerkt, die Beschwerdeführerin habe sich freiwillig 

einer Behandlung unterzogen, bei welcher sie während 30 Minuten Wärme auf sich habe 

einwirken lassen. Es sei davon auszugehen, dass die Einwirkung über diese lange Zeit zu 

den Verbrennungen geführt habe. Dass die Beschwerdeführerin mit dem Ablauf der Be-

handlung nicht vertraut gewesen sei, spiele insofern keine Rolle, habe sie sich der Be-

handlung doch nicht gezwungenermassen unterzogen. Ob sie bereits während der Be-

handlung Schmerzen verspürt habe, sei, so die Beschwerdegegnerin weiter, nicht klar, da 

entsprechende Ausführungen erst im Nachhinein gemacht worden seien. Jedenfalls könne 

nicht davon gesprochen werden, dass sie analog dem Fall mit dem Beinbruch bewe-

gungsunfähig und der Hitze hilflos ausgesetzt gewesen sei. Zum Behandlungsfehler wur-

de ausgeführt, ein solcher erfülle den Unfallbegriff dann, wenn von groben und ausseror-

dentlichen Verwechslungen und Ungeschicklichkeiten oder absichtlichen Schädigungen 

gesprochen werden müsse. Das Kriterium sei, ob dem behandelnden Arzt ein Kunstfehler 

anzulasten sei, der eine zivil- oder öffentlich-rechtliche Haftung begründe. Ein Behand-

lungsfehler habe sich in casu nicht belegen lassen. Sodann seien auch ihre, der AXA-

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Winterthur, Abklärungen nicht zu beanstanden. Sodann sei es auch nicht ihre Aufgabe, die 

Frage der möglichen Dritthaftung zu prüfen. Soweit die Betreiberin des Kosmetik-Salons 

erklärt habe, dass der Wärmeanzug gar nicht falsch geschlossen werden könne, sei daran 

nicht zu zweifeln. So es überhaupt zu einer Abweichung vom Normalablauf gekommen 

sei, dann vielleicht weil sich Falze gebildet hätten, was nicht auf grobe oder ausserordent-

liche Abweichungen schliessen lasse. Aus der Verbrennung allein könne jedenfalls nicht 

gefolgert werden, dass etwas schief gelaufen sei. Die Betreiberin des Salons habe sich 

alsdann und entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht für die Verbren-

nungen verantwortlich gefühlt bzw. anerkannt, dass diese von der Behandlung herrührten. 

Die Rückerstattung der Abo-Kosten sei wohl vielmehr aus Kulanzgründen erfolgt. Die Be-

schwerdeführerin habe die Kosten auch nicht aufgrund der Fehlerhaftigkeit der Behand-

lung zurückgefordert, sondern mit dem Hinweis, dass nun Arztkosten auf sie zukämen und 

dass sie finanziell in einem Engpass sei. Sie werde indes ein neues Abo lösen, wenn alles 

verheilt sei. Dies deute nicht auf Unzufriedenheit oder auf eine Schuldzuweisung an die 

Betreiberin hin. Resümierend wurde noch einmal erwähnt, dass der Unfallbegriff in casu 

nicht erfüllt sei.  

 

 

 

 Das Verwaltungsgericht erwägt: 

 

1. 

1.1 Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 

dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des am 1. Januar 2003 in Kraft getretenen 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Okto-

ber 2000 [ATSG, SR 830.1] i.V.m. § 77 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 

1. April 1976 [VRG, BGS 162.1]). Örtlich zuständig ist das Versicherungsgericht desjeni-

gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren 

Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 1 ATSG). Die Beschwerdeführerin hat ihren Wohnsitz in der 

Gemeinde C. Mithin ist das Verwaltungsgericht des Kantons Zug in Anwendung von § 4 

Abs. 1 lit. b der kantonalen Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über die Unfall-

versicherung vom 12. Dezember 1983 (BGS 842.5) örtlich und sachlich zuständig.  

 

1.2 Die AXA-Winterthur als in casu zuständiger Unfallversicherer erliess den vorlie-

gend angefochtenen Einspracheentscheid am 17. November 2016 und dieser ging dem 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin nach dessen unbestrittenen Angaben am 21. No-

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vember 2016 zu. Die Beschwerde datiert vom 23. Dezember 2016 und wurde gleichentags 

der Post übergeben (vgl. Datum des Poststempels). In Beachtung der Weihnachtsge-

richtsferien gemäss Art. 38 Abs. 4 lit. c ATSG – vom 18. Dezember bis zum 2. Januar – 

gilt die 30-tägige Beschwerdefrist nach Art. 60 Abs. 1 ATSG als eindeutig gewahrt. Als im 

Sinne von Art. 52 Abs. 1 ATSG ebenfalls fristgerecht gilt die am 7. April 2016 gegen die 

Verfügung vom 11. März 2016 erhobene Einsprache. Die Beschwerdeschrift entspricht 

sodann den formellen Anforderungen und die Beschwerdeführerin ist als von der Verfü-

gung des Unfallversicherers direkt Betroffene eindeutig zur Beschwerde legitimiert. Somit 

ist diese vom Gericht zu prüfen. 

 

2. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätz-

lich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung resp. des streitigen 

Einspracheentscheids (in casu 17. November 2016) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 

121 V 362 Erw. 1b). In zeitlicher Hinsicht sind diejenigen Rechtssätze massgebend, die 

bei der Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhaltes in Geltung standen 

(BGE 130 V 329 Erw. 2.2 f. und 130 V 445 Erw. 1.2, mit Verweis auf BGE 129 V 1 

Erw. 1.2, 167 Erw. 1, 354 Erw. 1, je mit weiteren Hinweisen). Vorliegend geht es darum, 

ob der Unfallversicherer den Leistungsanspruch zu Recht verneint hat. 

 

3. Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG, 

SR 832.20) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer 

Unfallfolgen. Ist der/die Versicherte infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig 

(Art. 6 ATSG), so hat er/sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Wird er/sie in-

folge des "Unfalles" zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 ATSG), so erwächst ihm/ihr 

ein Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, 

wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Ge-

sundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der 

Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehand-

lung und die Taggeldleistungen im Regelfalle dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG; vgl. aber auch: 

Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG). Artikel 24 UVG regelt überdies den Anspruch auf eine angemes-

sene Integritätsentschädigung als Ausgleich für eine dauernde erhebliche Schädigung der 

körperlichen oder geistigen Integrität. 

 

3.1 Erste Voraussetzung für die Leistungspflicht eines Unfallversicherers ist das Vor-

liegen eines Unfalls resp. einer unfallähnlichen Körperschädigung. Als Unfall gilt die plötz-

liche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Fak-

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tors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).  

 

3.2 

3.2.1 Damit von einem Unfall ausgegangen werden kann, müssen sämtliche in der Le-

galdefinition nach Art. 4 ATSG enthaltenen Kriterien erfüllt sein. Mit dem ersten Kriterium 

der Plötzlichkeit wird ein zeitlicher Rahmen gesteckt und es wird eine Einwirkung während 

eines kurzen, abgrenzbaren Zeitraums verlangt. Dabei handelt es sich in der Regel um ei-

ne Zeitspanne weniger Sekunden (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/ 

Basel/Genf 2015, Art. 4 Rz. 17). Das Kriterium der Unfreiwilligkeit verlangt, dass die Folge 

des Ereignisses, die Körperschädigung, unbeabsichtigt eintritt (Kieser, a.a.O., Rz. 21). Mit 

dem Kriterium der Ungewöhnlichkeit sollen Unfälle von Ereignissen abgegrenzt werden, 

die im Rahmen des Alltäglichen eintreten. Auszuscheiden sind mithin die tausendfältigen 

kleinen und kleinsten Insulte des täglichen Lebens, die als solche gänzlich unkontrollierbar 

sind und deshalb nur beim Hinzutreten von etwas Besonderem Berücksichtigung finden 

können (Werner Lauber, zitiert in: Alfred Bühler, Der Unfallbegriff, Haftpflicht- und Versi-

cherungsrechtstagung 1995, St. Gallen 1995, S. 195 ff., insbesondere S. 234). Massge-

bend ist, dass das Ereignis das im jeweiligen Lebensbereich Alltägliche oder Übliche 

überschreitet. Dabei kann die Ungewöhnlichkeit auch in einer Programmwidrigkeit beste-

hen oder sich aus einem das Übliche überschreitenden Ausmass (z.B. ausserordentliche 

Kraftanstrengung) ergeben. Ungewöhnlich ist dabei nicht die Wirkung des betreffenden 

Faktors, sondern dieser selbst. Die Praxis stellt neben objektiven Elementen auch auf sub-

jektive Umstände wie Gewöhnung, Häufigkeit der Verrichtung etc. ab. Das Kriterium des 

äusseren Faktors gilt im Regelfalle schliesslich als erfüllt, wenn äussere, vom menschli-

chen Körper unabhängige Kräfte – praxisgemäss können aber auch körpereigene Bewe-

gungen wie das Aufstehen aus der Hocke die schädigende äussere Einwirkung darstellen 

(BGE 129 V 466) – auf diesen einwirken. In aller Regel wird es sich um eine mechanische 

Einwirkung handeln (Kieser, a.a.O., Rz. 34 ff.). Zwingende Folge dieses Zusammenspiels 

verschiedener Faktoren ist die Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-

schen Gesundheit. 

 

3.2.2 Zum Begriff der Plötzlichkeit ergibt sich aus Lehre und Rechtsprechung, dass der 

äussere Faktor nicht in überraschender Bewegung sein muss. Plötzlichkeit wird auch be-

jaht, wenn eine eigene Körperbewegung von einem feststehenden Hindernis plötzlich und 

ungewöhnlich unterbrochen wird. Sodann muss sich die schädigende Einwirkung nicht auf 

einen blossen Augenblick beschränken, indes muss sie plötzlich eingesetzt und eine ein-

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malige gewesen sein. Bejaht wurde die Plötzlichkeit bei einer Bluttransfusion mit gruppen-

ungleichem Blut, das sofort hämolysiert und zu einer schockartigen Abwehrreaktion führt; 

bei einem Hyperextensionstrauma durch einen Tritt ins Leere beim Fussball; bei Zecken-

bissen; bei einem Meniskusriss aufgrund eines plötzlichen Verdrehens des Knies; bei  

einem Riss des Kletterhandschuhs, der zufolge eines hypothermischen Prozesses zum 

schnellen Erfrieren der Finger führt. Wird eine Person einem Giftstoff oder schädigender 

Strahlung ausgesetzt, liegt ein Unfall nur dann vor, wenn die Einwirkungszeit relativ kurz 

ist und von einem einzigen Ereignis auszugehen ist. Verneint wurde die Plötzlichkeit bei 

wiederholten Anstrengungen bei der Arbeit mit Hammer und Bohrer, was zu Gelenksver-

letzungen führte; im Grundsatz sodann auch bei der Caisson- oder Druckluftkrankheit; bei 

Übelkeit, Schwindel und Brechreiz als Folge des Schweissen von Rohrbogen an zwei auf-

einander folgenden Tagen; schliesslich bei der Souffleuse, deren Gehörprobleme nicht auf 

einen isolierten Paukenschlag, sondern auf die gesamte Lärmbelästigung im Orchester-

graben zurückzuführen war (Rumo-Jungo/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts 

zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. überarbeite-

te Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 51 ff.).  

 

3.2.3 Zur Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors halten Lehre und Rechtsprechung 

sodann fest, die Ungewöhnlichkeit beziehe sich auf den Faktor selbst und nicht auf dessen 

Wirkungen auf den menschlichen Körper. Ob der äussere Faktor schwerwiegende, uner-

wartete Folgen nach sich ziehe, sei folglich ohne Belang. Vielmehr ist der äussere Faktor 

ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereichs Alltäglichen oder 

Üblichen überschreitet bzw. wenn eine Programmwidrigkeit vorliegt. Für die Beurteilung ist 

ein objektiver Massstab anzulegen. Zu den Sonnen-, Kälte- und Wärmeeinwirkungen wird 

ausgeführt, das Erfrieren von Fingern stelle dann ein ungewöhnliches Ereignis dar, wenn 

es auf unvorhersehbare Umstände zurückzuführen sei, so beim Reissen speziell konzi-

pierter Kletterhandschuhe. Die Ungewöhnlichkeit wird hingegen verneint bei starken Son-

nen- bzw. Kälteeinwirkungen mit Sonnenstich, Sonnenbrand, Hitzschlag oder aber Erfrie-

rungen, es sei denn, jemand könne sich der Sonnenexposition, zum Beispiel zufolge 

Beinbruchs, nicht entziehen. Die grosse Kälte bei einer Hochtour im März auf einer Höhe 

von über 3500 m gilt indes nicht als ungewöhnlich. Auch das Betrachten einer Sonnenfins-

ternis stellt keinen ungewöhnlichen äusseren Faktor dar. Selbiges gilt für Lärmeinwirkun-

gen bei einem Schiessstand, wo man das Tragen von Gehörschutzmitteln voraussetzen 

kann (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 31 und 49).  

 

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3.2.4 Der von der Beschwerdeführerin angeführte BGE 140 V 220 hält im Wesentlichen 

fest, auch bei einer im Zustand der gänzlichen Urteilsunfähigkeit begangenen Selbsttötung 

oder Selbstschädigung – durch Polytoxikation – bestehe ein Anspruch auf Leistungen der 

obligatorischen Unfallversicherung nur dann, wenn die Kriterien des Unfallbegriffs erfüllt 

seien. In Erwägung 5.4.2 wird alsdann ausgeführt, soweit Kieser ausführe, dass die 

Rechtsprechung engere Bezüge zwischen den Kriterien der Plötzlichkeit und der Unge-

wöhnlichkeit mache, so dass es unerheblich sei, ob in einem bestimmten Falle etwas Be-

sonderes eingetreten sei, sei dies mindestens missverständlich. Für die Bejahung eines 

Unfallereignisses müsse nämlich jedes der vier Kriterien einzeln erfüllt sein. Während die 

Häufigkeit eines bestimmten Vorgangs unter bestimmten Umständen das Kriterium der 

Ungewöhnlichkeit nicht à priori verunmögliche, brauche es für das Kriterium der Plötzlich-

keit namentlich eine einmalige Einwirkung innerhalb eines relativ kurzen abgrenzbaren 

Zeitraums. 

 

3.3 

3.3.1 In der Würdigung der einzelnen Beweismittel ist der Richter frei resp. nicht an be-

sondere Beweisregeln gebunden. Er hat alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem 

sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterla-

gen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Ausschlag-

gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 

Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 122 V 157 Erw. 1c). Bei einander wi-

dersprechenden medizinischen Berichten darf der Sozialversicherungsrichter jedoch den 

Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist somit entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die ge-

klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben 

worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge resp. der medizini-

schen Situation einleuchtet bzw. ob die Schlussfolgerungen des Arztes begründet sind 

(BGE 125 V 351 Erw. 3 mit zahlreichen Hinweisen). In diesem Zusammenhang soll nicht 

unerwähnt bleiben, dass das Bundesgericht auch für den Bereich der Unfallversicherung 

festhielt, dass es einer Erfahrungstatsache entspreche, dass Hausärzte mitunter im Hin-

blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer 

Patienten aussagen würden. Entsprechend seien hausärztliche Berichte mit Vorbehalt zu 

würdigen. Es komme ihnen entsprechend denn auch nicht derselbe Beweiswert zu wie 

12 

Urteil i.S. A c. AXA Winterthur  S 2016 160 
 

den Berichten von Ärzten, die von der Verwaltung mit der Erstattung einer neutralen Ex-

pertise beauftragt worden seien. Die Divergenz vom medizinischen Behandlungsauftrag 

des therapeutisch tätigen Arztes und vom medizinischen Begutachtungsauftrag lasse es 

nicht zu, ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets dann in Frage zu 

stellen, wenn sich die behandelnden und die beurteilenden Ärzte nicht einig seien (Urteil 

des EVG vom 2. August 2006 [U 58/06] Erw. 2.2, mit einigen weiteren Hinweisen). Dem-

gegenüber kommt Berichten von verwaltungs- bzw. versicherungsinternen Ärzten Be-

weiswert zu, jedenfalls solange keine Zweifel an ihrer Schlüssigkeit aufkommen. 

 

3.3.2 In beweisrechtlicher Hinsicht ist überdies zu beachten, dass es Sache des Leis-

tungsansprechers ist, die genauen Umstände des Unfalls resp. des zu beurteilenden Er-

eignisses glaubhaft zu machen. Der Nachweis eines Gesundheitsschadens allein genügt 

hierzu nicht. Das Gericht stellt sodann auf jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es von al-

len möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste ansieht. Dabei ist der Be-

weismaxime, wonach die so genannten "spontanen Aussagen der ersten Stunde" in der 

Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder 

unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art 

beeinflusst sein können, entsprechend Rechnung zu tragen. Wechselt die versicherte Per-

son ihre Darstellung im Laufe der Zeit, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall 

gemacht hat, meistens grösseres Gewicht zu als jenen, die sie beispielsweise nach einer 

– einlässlich begründeten und mit Beispielen aus der Praxis versehenen – Ablehnungsver-

fügung bzw. nach einem ablehnenden Einspracheentscheid des Versicherers tätigte 

(RKUV 1988 Nr. U 55 S. 363 Erw. 3b/aa). Hat der Unfallversicherer den Sachverhalt ver-

mittels Frageblättern detailliert erhoben und damit seine Verpflichtung zur richtigen und 

vollständigen Sachverhaltsfeststellung erfüllt, überzeugt es rechtssprechungsgemäss 

nicht, wenn die versicherte Person den Sachverhalt erst im Einsprache- oder im Be-

schwerdeverfahren ergänzt und erst dann wichtige Aspekte erstmals erwähnt (Urteil des 

EVG vom 27. Juni 2002 [U 148/01]). Die genannte Beweismaxime ist nach der bundesge-

richtlichen Praxis Bestandteil der freien Beweiswürdigung. Entscheidend ist indes, dass 

das Untersuchungsprinzip grundsätzlich verlangt, dass ein Sachverhalt solange abzuklä-

ren ist, bis er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der Wirklichkeit entspricht. Bei Wider-

sprüchen sind diese, soweit möglich, vorerst aus dem Wege zu räumen. Erst wenn es kei-

ne weiteren Möglichkeiten gibt, den Sachverhalt abzuklären, kommen die Beweisregeln – 

wie die zitierte Beweismaxime – überhaupt zur Anwendung (vgl. BGE 121 V 45 sowie Ur-

teil des Bundesgerichts vom 19. Dezember 2006 [I 492/05] Erw. 3.2.2). Soweit ein Versi-

cherter damit argumentiert, vor dem fraglichen Ereignis sei er völlig beschwerdefrei gewe-

13 

Urteil i.S. A c. AXA Winterthur  S 2016 160 
 

sen, weshalb die Beschwerden auf jeden Fall auf das Ereignis zurückzuführen seien, liegt 

eine so genannte "post hoc ergo propter hoc"- Beurteilung vor. Bei einem Vorgehen nach 

dieser Maxime aber begnügt man sich mit dem blossen Anschein eines Beweises, somit 

mit der blossen Möglichkeit, was dem im Sozialversicherungsrecht herrschenden Beweis-

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht zu genügen vermag (vgl. Karl Oftinger, 

Schweizerisches Haftpflichtrecht, Band 1, Zürich 1975, S. 81; Alfred Maurer, Schweizeri-

sches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 460; BGE 119 V 335 Erw. 2b/bb; Urteil des 

EVG vom 29. März 2005 [U 413/04] und viele weitere).  

 

4. Fakt ist, dass die Beschwerdeführerin im Nachgang an eine 30 Minuten dauernde 

Behandlung in einem Wärmeanzug, der auf 50 ° bis 80 ° aufgeheizt worden war, am rech-

ten Bein an drei Stellen Verbrennungen aufwies. Streitig ist, ob dies als Unfall gilt, ob alle 

Unfallkriterien nach Art. 4 ATSG erfüllt sind und die AXA-Winterthur leistungspflichtig ist.  

 

4.1 Die Akten der Beschwerdegegnerin sind unterteilt in medizinische sowie übrige 

Akten: 

 

4.1.1 Die medizinischen Akten enthalten zunächst diverse Medikamentenverschreibun-

gen von Dr. J, FMH für Allgemeinmedizin, sowie die dazugehörenden Abrechnungsbelege 

der Apotheke K (act. M1 der Bg-Akten). Dem Bericht der Notfallpraxis der Zuger Ärzte, für 

diese Dr. I, FMH für Allgemeinmedizin, datiert vom 21. November 2015, ist eine subjektive 

Schilderung des Ereignisses – 30 Minuten im Wärme-Druck-Anzug, dabei Schmerzen 

bzw. starkes Hitzegefühl im Unterschenkel verspürt –, der Hinweis auf eine Verbrennung 

1. bis 2. Grades am distalen Unterschenkel, am rechten Knie und in der rechten Kniekehle 

mit mehreren Blasen, die abgetragen würden, schliesslich ein Hinweis auf die Behandlung 

resp. Medikation entnommen werden. Ein nächster Bericht von Dr. L von der Notfallpraxis, 

datiert vom 27. November 2015, spricht nun von Verbrennungen 3. Grades mit Fibrin-

Belegen und von aufwendigem Debridements des Fibrins. Sodann werden die Laborwerte 

detailliert wiedergegeben (act. M2 der Bg-Akten). Dem Bericht vom 29. November 2015, 

nun von Dr. M firmiert, ist der Hinweis auf ein weiteres Debridement sowie auf die weitere 

Medikation, schliesslich auf die aktuellen Laborwerte zu entnehmen (act. M4 der Bg-

Akten). Weiter liegen ein halbes Dutzend Fotos der Blasen bei den Akten (act. M5 der Bg-

Akten). Am 20. Oktober 2016 berichtet Dr. J zuhanden des Unfallversicherers, es hätten 

am rechten Unterschenkel und am rechten Knie tief zweitgradige Verbrennungen vorgele-

gen. Mehrere Verbrennungsstellen hätten starke Blasenbildung gezeigt, was zu offenen 

Wundbehandlungen mit aufwändigem Debridement geführt habe. Es habe sich ganz klar 

14 

Urteil i.S. A c. AXA Winterthur  S 2016 160 
 

um Verbrennungswunden gehandelt und frühere Behandlungen wegen allergischer oder 

toxischer Reaktion seien nicht bekannt. Mittlerweile sei die Sache abschlossen. Übrig ge-

blieben seien Pigmentverschiebungen und Narbenbildungen (act. M6 der Bg-Akten). Die 

Berichte des Spitals N, Klinik für plastische Chirurgie und Handchirurgie, datieren vom 14. 

Januar 2016, vom 10. Februar 2016 und vom 22. April 2016. Im ersten Bericht, gezeichnet 

von Oberärztin O und Assistenzärztin P, werden eine Kontaktverbrennung Grad IIb (drei 

Areale der Grösse 2x2 cm) und Grad IIa (präpatellar sowie in der Kniekehle, reizlos abge-

heilt) diagnostiziert. Befundend werden am rechten prätibialen Unterschenkel 3 x ca. 2x2 

cm grosse sezernierende Hautdefekte, mit perifokal zunehmender Granulation festgehal-

ten, allerdings keine Rötung, keine Erwärmung. Im Bereich der präpatellaren Region finde 

sich eine 2 cm längs verlaufende, abgeheilte Narbe. Auch in der Kniekehle am rechten 

Bein finde sich eine ca. 2.5 cm lange abgeheilte Narbe. Beurteilend wird eine Behandlung 

mit Silikonfolie, dann eine Wundbehandlung mit Aquacel empfohlen. Der Patientin werde 

konsequenter Sonnenschutz angeraten. Eine operative Narbenkorrektur sei derzeit nicht 

erforderlich. In den beiden weiteren Kontrollen wird der Verlauf, die Granulation beurteilt 

(act. M7 der Bg-Akten).  

 

4.1.2 Die nichtmedizinischen Akten der Beschwerdegegnerin enthalten zunächst die im 

Sachverhalt unter A bereits summarisch wiedergegebene Unfallmeldung vom 24. Novem-

ber 2015 (act. A1 der Bg-Akten), ein Schreiben vom 4. Dezember 2015, mit welchem der 

Unfallversicherer auf nicht erfüllte Unfallkriterien bzw. die Leistungspflicht des Krankenver-

sicherers verweist (act. A3 der Bg-Akten), die Vollmacht von RA Dr. D sowie ein Schrei-

ben, mit welchem der Genannte die Interessenvertretung ankündet (act. A5 und A6 der 

Bg-Akten), das Begleitschreiben der AXA-Winterthur zur Gewährung der Akteneinsicht, 

datiert vom 1. Februar 2016 (act. A7 der Bg-Akten), schliesslich die Aufforderung an die 

Versicherte, datiert vom 10. Februar 2016, den Hergang detailliert zu schildern (act. A8.1 

der Bg-Akten). Mit dreiseitigem Mail vom 18. Februar 2016 berichtet die Versicherte aus-

führlich über die Abläufe vom 19. bis zum 30. November 2015. Auffällig ist, dass sie für die 

Zeit während der Behandlung Hitze, allerdings keine Schmerzen erwähnt. Sodann spricht 

sie konsequent von Verbrennungen dritten Grades (act. A8 der Bg-Akten). Am 2. März 

2016 rügt RA Dr. D, dass seine Klientin hinsichtlich Präzisierung des Ereignisablaufs direkt 

angeschrieben worden sei und plädiert auf Unverwertbarkeit von deren Angaben (act. A11 

der Bg-Akten). Sodann liegen die Verfügung vom 11. März 2016 und die Einsprache vom 

7. April 2016 bei den Akten (act. A12 und A13 der Bg-Akten). Einer Telefonnotiz von Q 

von der AXA-Winterthur, datiert vom 19. Juli 2016, über ein Gespräch mit der Kosmetik-

studio-Betreiberin G, Kosmetikstudio H, kann entnommen werden, dass bei der fraglichen 

15 

Urteil i.S. A c. AXA Winterthur  S 2016 160 
 

Behandlung alles normal verlaufen sei, weshalb die Kundin im Nachgang ja auch ein 

Abonnement gekauft habe. Die Kundin habe sich wohl gefühlt. Sie, die Betreiberin, habe 

den Wärmeanzug auf 50 ° eingestellt, möglich sei bis 80 °. Auf Vorhalt, die Kundin spre-

che von 80 ° während 30 Minuten, soll die Betreiberin entgegengehalten haben, das sei 

ausgeschlossen, bei Erstbehandlungen mache sie dies nicht. Weiter wird ausgeführt, nach 

Frau G könne der Anzug nicht falsch zugemacht werden. Es habe gemäss Vertreiber noch 

nie einen Fall von Verbrennungen gegeben. Nach der Behandlung sei denn auch nichts 

dergleichen festzustellen gewesen und sie habe noch einen Anti-Cellulite-Schaum aufge-

tragen. Es sei somit zweifelhaft, ob die Verbrennung durch diese Behandlung verursacht 

worden sei. Weiter äussert Frau G den Verdacht, dass die Kundin in psychiatrischer Be-

handlung stehe und bemerkt, dass sie das gekaufte Abonnement gänzlich rückerstattet 

habe, schliesslich, dass sie noch nie so etwas erlebt habe (act. A15 der Bg-Akten). Einem 

Mailausdruck vom 19. Juli 2016 ist ein per 1. November 2016 datierter handschriftlicher 

Vermerk, visiert von Frau Q von der AXA-Winterthur, zu entnehmen, demzufolge Frau R, 

Vertreterin für die fraglichen Wärmeanzüge, telefonisch erklärt habe, dass sie sich nicht 

vorstellen könne, was passiert sei und dass sie noch ein E-Mail senden werde (act. A15 

der Bg-Akten). Dem E-Mail der S AG, für diese R, vom 2. November 2016, kann entnom-

men werden, dass die Gesellschaft seit 2013 schon 40 Geräte verkauft habe und dass es 

in dieser Zeit keinen solchen Fall gegeben habe, dass man den Anzug auch nicht falsch 

anlegen könne. Leggings müsse man tragen, damit der Anzug keinesfalls mit der Haut in 

Kontakt komme (act. A21 der Bg-Akten).  

 

4.2 Die Akten der Beschwerdeführerin enthalten die Anwaltsvollmacht (act. 1 der Bf-

Akten), den Einspracheentscheid (act. 2 der Bf-Akten), die Verfügung (act. 3 der Bf-

Akten), die Berichte der Notfallpraxis vom 21. November und vom 27. November 2015 

(act. 4 und 5 der Bf-Akten) sowie einen "mehrseitigen WhatsApp-Verkehr" zwischen der 

Versicherten und der Kosmetikstudio-Betreiberin. Thematisiert wurden die Verbrennun-

gen, die Frage der Haftpflicht, ein allfälliges neues Abonnement nach Ausheilen der Ver-

brennungen etc. Der "Dialog" ist in freundschaftlichem Ton gehalten (act. 6 der Bf-Akten).  

 

5. Diese Akten und Fakten sind nun nach dem im Sozialversicherungsrecht generell 

herrschenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu würdigen.  

 

6. Vorab ist der Vorwurf der Beschwerdeführerin bzw. ihres Rechtsvertreters, die 

Präzisierungen zum Ereignisablauf, von ihr mit E-Mail vom 18. Februar 2016 geliefert, 

dürften nicht verwertet werden, da sie nicht rechtskonform erhoben worden seien, zu prü-

16 

Urteil i.S. A c. AXA Winterthur  S 2016 160 
 

fen. Diesbezüglich ist vorweg festzustellen, dass das in Art. 29 BV garantierte und für das 

sozialversicherungsrechtliche Verfahren in Art. 42 ATSG konkretisierte rechtliche Gehör in 

casu nicht tangiert ist, wurden die Mitwirkungsrechte der Beschwerdeführerin dadurch 

doch in keiner Weise beschnitten. Im Gegenteil wurde ihr die Möglichkeit eingeräumt, das 

ganze Ereignis in eigenen Worten und in der von ihr selbst gewünschten bzw. selbst be-

stimmten Ausführlichkeit zu schildern.  

 

Die Pflicht, anwaltlich vertretene Personen nie direkt, sondern immer nur vermittels des 

genannten Anwalts zu kontaktieren, ist nur aber immerhin ein Ausfluss der anwaltlichen 

Standesregeln, eine Art Drittwirkung, die den Standesregeln indes gar nicht zukommen 

kann. Jedenfalls kann dieser Pflicht nicht dieselbe Bedeutung zuerkannt werden wie den 

Verfahrensregeln einer Zivil- und/oder Strafprozessordnung bzw. den im Zivil- oder Straf-

prozessrecht statuierten Verwertungsverboten, die immerhin auf formellen Gesetzen ba-

sieren. Wie obig angesprochen stellt sich nämlich ohnehin die Frage, ob sich ein Anwalt 

Nichtanwälten gegenüber überhaupt auf die genannte Pflicht berufen kann. Jedenfalls 

kann eine wohl versehentliche Missachtung dieses standesrechtlichen Gebots nicht zur 

Folge haben, dass von der Verwaltung so erlangte Auskünfte nicht verwertet werden dür-

fen. Schliesslich ist die Verwaltung im Sozialversicherungsrecht de lege zur Abklärung 

verpflichtet, die versicherte Person aber trifft eine entsprechende Mitwirkungspflicht 

(Art. 43 Abs. 1 und Abs. 3 ATSG). Nach dem Gesagten stösst der Ruf des Rechtsvertre-

ters nach einem Verwertungsverbot ins Leere. 

 

7.  

7.1 Zunächst ist festzustellen, dass die Kosmetikstudio-Betreiberin, Frau G, einen 

Kausalzusammenhang zwischen den nachweislich aufgetretenen Verbrennungen am 

rechten Bein und der stattgehabten Cellulite-Behandlung im Wärmeanzug zumindest in 

Zweifel zieht und sich dabei auf die Lieferantin des Anzugs beruft, gemäss welcher bis da-

to keine Verbrennungen als Folgen solcher Behandlungen bekannt seien bzw. wonach 

man beim Verschliessen des Wärmeanzugs gar nichts falsch machen könnte. Die Akten 

belegen allerdings auch, dass die Beschwerdegegnerin aufgrund der zeitlichen Abfolge in 

casu und angesichts der mit erstem Arztbericht vom Folgetag erstellten Verbrennungen 

einen direkten Zusammenhang zwischen der fraglichen Behandlung einerseits und der 

Gesundheitsschädigung bejaht und entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin nicht 

etwa die Behandlung mit dem Anti-Cellulite-Schaum als Grund für die Beeinträchtigungen 

sieht. Erstellt ist alsdann, dass die Behandlung 30 Minuten dauerte, dass nach der Entfer-

nung des Anzugs Rötungen, indes keine Blasen erkennbar waren, dass die Versicherte 

17 

Urteil i.S. A c. AXA Winterthur  S 2016 160 
 

zudem den Anti-Cellulite-Schaum appliziert erhielt und dass sie sich schliesslich sogar für 

ein Abonnement für insgesamt zehn solche Behandlungen entschied. Die genannten Bla-

sen traten erst nach einigen Stunden auf. Nicht streitig ist im Weiteren, dass die Behand-

lung sicherlich mit grosser Hitze verbunden war und dass dies auch thematisiert worden 

sein dürfte. Als nicht eindeutig geklärt gilt hingegen, ob die Behandlung bei 50 °, wie von 

der Betreiberin des Studios behauptet, oder bei 80 ° durchgeführt wurde. Die Schwere der 

Verletzungen spricht indes eher für eine Behandlung bei wirklich hoher Temperatur, d.h. 

eher bei ca. 80 °. Aus den Akten ebenfalls nicht klar ersichtlich ist, ob die Beschwerdefüh-

rerin während der Behandlung Schmerzen beklagte, wie in einigen Berichten rapportiert, 

oder ob sie lediglich die Hitze beklagte und eigentliche Schmerzen erst später thematisier-

te, enthält doch selbst der von ihr selbst angefertigte Bericht vom 18. Februar 2016 keinen 

Hinweis auf Schmerzklagen während der Behandlung oder unmittelbar im Anschluss da-

ran. Wann erstmals Schmerzen thematisiert wurden, erweist sich für die hier zu beurtei-

lende Rechtsfrage, ob der Unfallbegriff erfüllt sei, allerdings als ebenso unerheblich wie 

die Frage, ob schliesslich Verbrennungen 2. oder 3. Grades vorlagen. Diesbezüglich ist 

nach Ansicht des Gerichts wohl am ehesten auf die Fachärzte der N abzustellen, welche 

von Verbrennungen Grad IIa und Grad IIb sprachen.  

 

7.2 Würdigend ist unter Verweis auf Erwägung 3.2, insbesondere Erwägung 3.2.1 ff. 

zu bedenken, dass die Legaldefinition eines Unfalls nach Art. 4 ATSG verlangt, dass alle 

Kriterien – Plötzlichkeit, Unfreiwilligkeit, äusserer Faktor und dessen Ungewöhnlichkeit – je 

einzeln erfüllt sein müssen.  

 

7.2.1 Während das Kriterium des äusseren Faktors bei einer Verbrennung, eingepackt 

in einem Wärmeanzug, in casu fraglos erfüllt ist, stellt sich bereits beim nächsten Kriteri-

um, jenem der Unfreiwilligkeit, die Frage, ob dieses bejaht werden könne, begab sich die 

Beschwerdeführerin doch freiwillig in die genannte Behandlung und der Umstand, dass sie 

deren Wirkung nicht einschätzen konnte und diesbezüglich auf die Beteuerungen der Stu-

dio-Betreiberin vertraute, vermag daran nichts zu ändern. Mit Sicherheit erfüllt ist das Kri-

terium der Unfreiwilligkeit einzig im Hinblick auf die Folgen der Behandlung, welche weder 

beabsichtigt noch auch nur in Kauf genommen worden sein dürften.  

 

7.2.2 Zum Kriterium der Plötzlichkeit ist unter Verweis auf Erwägung 3.2.2 und 3.2.4 

nochmals zu bedenken, dass hier namentlich eine einmalige Einwirkung innerhalb eines 

relativ kurzen, abgrenzbaren Zeitraums gefordert ist. Selbst wenn der bundesgerichtlichen 

Praxis in diesem Zusammenhang kein Hinweis auf eine Längstdauer entnommen werden 

18 

Urteil i.S. A c. AXA Winterthur  S 2016 160 
 

kann, ist doch festzustellen, dass eine Hitzeexposition während 30 Minuten den von Lehre 

und Praxis nicht exakt umrissenen Zeitrahmen eindeutig sprengt, wie beispielsweise auch 

ein zu langer Aufenthalt in einer Sauna, das zu lange Sonnenbad bzw. die zu lange Expo-

sition der Sonneneinstrahlung dem Kriterium der Plötzlichkeit nicht zu genügen vermögen. 

Dass die Beschwerdeführerin keine Erfahrung mit Wärmeanzügen hatte, kann im Hinblick 

auf das Kriterium der Plötzlichkeit keine Rolle spielen, ansonsten die Rechtsprechung bei 

sämtlichen thermischen Schädigungen unterscheiden müsste, ob die betroffene Person 

Erfahrung mit der fraglichen Hitze- oder Kältequelle hatte oder nicht. In Beurteilung der 

Einwendungen der Beschwerdeführerin ist überdies zu bemerken, dass das Präjudiz des 

Beinbruch-Opfers, das der Sonnenexposition nicht entfliehen konnte, vorliegend nicht 

zieht, hätte die Beschwerdeführerin doch um Abbruch der Behandlung ersuchen bzw. ei-

nen solchen verlangen können, insbesondere wenn sie, wie in späteren Dokumenten aus-

geführt, schon während der Behandlung Schmerzen verspürt hatte. Der Vergleich mit der 

Behandlung beim Zahnarzt hinkt, zumal Zahnbehandlungen heutzutage im Regelfalle oh-

nehin unter lokaler Betäubung erfolgen. Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich darle-

gen lässt, die Verbrennung sei in Sekunden erfolgt, kann sie auch daraus nichts zu ihren 

Gunsten ableiten, denn der letzte Tropfen, der das sprichwörtliche, übervolle Fass zum 

Überlaufen bringt, fällt, wie alle Tropfen zuvor, innert Sekunden. Nach dem Gesagten 

mangelt es in casu eindeutig am Kriterium der Plötzlichkeit.  

 

7.2.3 Zum Kriterium der Ungewöhnlichkeit ist noch einmal daran zu erinnern, dass die 

Ungewöhnlichkeit den äusseren Faktor betreffen muss, nicht aber die unerwarteten ge-

sundheitlichen Folgen. Weder gelten Wärmeanzüge per se als ungewöhnlich, noch lässt 

der Umstand, dass Verbrennungen nach den Angaben der Studiobetreiberin wie der An-

zuglieferantin nicht bekannt sind, darauf schliessen, dass die Behandlung im Wärmeanzug 

als ungewöhnlicher äusserer Faktor qualifiziert werden müsse. Dass es zu Verbrennungen 

kam, obschon vorliegend offenbar nichts falsch gemacht wurde und über Falze höchstens 

gemutmasst werden kann, spricht sodann ebenfalls nicht für den Wärmeanzug als unge-

wöhnlichen äusseren Faktor. Vielmehr verdeutlicht es, dass die extrem lange Hitzeexposi-

tion zu den festgestellten Schädigungen führte. In diesem Zusammenhang ist denn auch 

noch einmal auf die in Erwägung 3.2.3 zitierte Praxis zu den thermischen Schädigungen 

zu verweisen und festzustellen, dass es auch vorliegend um eine entsprechende thermi-

sche Schädigung geht, um eine Schädigung als Folge überlanger Einwirkung grosser  

Hitze auf den Körper. Wie Schädigungen als Folge überlangen Saunabesuchs nicht als 

ungewöhnlich qualifiziert werden können, können auch Verbrennungen als Folge einer  

30-minütigen Anti-Cellulite Behandlung in einem auf 80 ° aufgeheizten Anzug nicht als un-

19 

Urteil i.S. A c. AXA Winterthur  S 2016 160 
 

gewöhnlich eingestuft werden, auch nicht für jemanden, der sich erstmalig dieser Behand-

lung unterzieht. Dass die Beschwerdeführerin gegen die Studiobetreiberin faktisch macht-

los war, ist eine reine Schutzbehauptung und auch die Argumentation, sie habe eine Ver-

brennung nicht erwartet bzw. es treffe sie kein Verschulden, stösst im Lichte der zitierten 

Judikatur völlig ins Leere. Nach dem Gesagten gilt auch das Kriterium der Ungewöhnlich-

keit vorliegend nicht als erfüllt. 

 

7.3 Damit verneinte die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines Unfalls im Sinne 

von Art. 4 ATSG mangels Plötzlichkeit und Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors zu 

Recht. Demzufolge erweist sich die Beschwerde als unbegründet und sie ist vollumfäng-

lich abzuweisen. 

 

8. Erscheint dem Gericht die Beweislage aufgrund der Akten als ausreichend, kann 

es auf die Abnahme weiterer Beweise verzichten. Beweisanträge, die nach Erachten des 

Gerichts hinsichtlich der für den Entscheid relevanten Sachfragen ohne Belang sind, müs-

sen ebenfalls nicht beachtet werden (BGE 122 V 157 Erw. 1d, BGE 124 V 90 Erw. 4b; 

SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b und Urteil des EVG I 769/04 vom 27. April 2005 Erw. 3). 

 

Über die eingereichten Belege resp. Aktenbeweise hinaus beantragte die Beschwerdefüh-

rerin keine weiteren Beweisabnahmen und solche erscheinen dem Gericht denn auch 

nicht angezeigt. Sodann kann der Beschwerdegegnerin auch keine Verletzung der Abklä-

rungsplicht im Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG vorgehalten werden. 

 

9. Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenlos und eine 

Parteientschädigung ist – bei vollständigem Unterliegen – nicht zuzusprechen (vgl. Art. 61 

lit. a und lit. g ATSG). Dem obsiegenden Sozialversicherer ist in Übereinstimmung mit 

Art. 61 lit. g ATSG – welcher nur für die obsiegende Beschwerde führende Partei eine 

Entschädigung vorsieht – keine Parteientschädigung zuzusprechen. 

 

 

20 

Urteil i.S. A c. AXA Winterthur  S 2016 160 
 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 

__________________________________ 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Es werden keine Kosten erhoben und eine Parteientschädigung wird nicht zuge-

sprochen. 

 

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 

beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-

lichen Angelegenheiten eingereicht werden. 

 

4. Mitteilung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die 

AXA-Winterthur in 8401 Winterthur sowie an das Bundesamt für Gesundheit, 

Bern. 

 

 

Zug, 27. April 2017 

 

 

 Im Namen der 

 SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER 

 Der Vorsitzende 

 

 

 

 Die Gerichtsschreiberin 

 

 

 

 

 

versandt am