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**Case Identifier:** cb3d75c3-2a3f-5b02-82ab-442011bcf631
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-11
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 11.08.2020 I 2020 48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2020-48_2020-08-11.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2020 45
I 2020 46
I 2020 47
I 2020 48

Entscheid vom 11. August 2020 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
lic.iur. Josef Mathis, Gerichtsschreiber

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Rentenansprüche)

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Sachverhalt:

A. A.________ (geb. 1963) ist auf einem Bauernhof in C.________ aufge-
wachsen (damals unter dem Namen D.________). Mit 21 Jahren heiratete sie 
und wurde Mutter von 3 Söhnen (1991, 1993, 1997) sowie von 2 Töchtern (1999, 
2001). Seit 2010/11 lebte sie von ihrem Ehemann (Jg.1955, E.________) ge-
trennt. Seit Juli 2011 arbeitete sie als Pflegehelferin in einem Pensum von 70%. 
Im Herbst 2013 traten immer mehr Schmerzen im Bereich des Rückens und der 
Hüften auf (vgl. IV-act. 64-20f./104). Mit Urteil des Bezirksgerichts F.________ 
vom 27. September 2017 wurde die am 3. Mai 1985 geschlossene Ehe geschie-
den (Bf-act. 3).

B. Am 2. Juli 2014 ging bei der IV-Stelle eine Anmeldung zum Bezug von IV-
Leistungen ein; die gesundheitlichen Beeinträchtigungen wurden mit "Arthrose 
Hüfte u. Lendenwirbelsäule etc. Diskushernie" umschrieben (IV-act. 1-5/6).

Am 8. Oktober 2014 unterzeichneten A.________, die Arbeitgeberin 
(G.________) sowie die zuständige Eingliederungsfachperson der IV eine Ein-
gliederungsvereinbarung für einen therapeutischen Arbeitsversuch im Bereich 
Hauswirtschaft (IV-act. 8). Nachdem keine Fortschritte erreicht werden konnten 
wurde der Arbeitsversuch einvernehmlich beendet sowie das Anstellungsverhält-
nis per 31. Januar 2015 gekündigt (IV-act. 11-2/3). 

C. Am 22. April 2015 wurde A.________ am Spital H.________ von Ärzten 
der I.________ operiert (Hüfttotalprothese rechts, vgl. IV-act. 31). Am 3. Novem-
ber 2015 folgte eine weitere Operation (Hüfttotalprothese links, vgl. IV-act. 36-
2/7). Vom 9. November 2015 bis zum 8. Dezember 2015 hielt sich A.________ 
zur Rehabilitation in den Kliniken J.________ auf (IV-act. 39). Zur Klärung der 
massgebenden Arbeitsfähigkeit empfahl der RAD-Arzt Dr.med. K.________ die 
Einholung eines interdisziplinären Gutachtens hinsichtlich der Disziplinen Allg. 
Innere Medizin, Orthopädie und Psychiatrie (vgl. IV-act. 41-5/5). Nachdem der 
Psychiater L.________ auf einen Verkehrsunfall verwiesen hatte, welchen 
A.________ in der fünften Primarklasse erlitten hatte ("von einem Auto von hin-
ten angefahren"), sowie darauf, dass im Sekundarschulalter bis zum Alter von 24 
Jahren Epilepsieanfälle auftraten (IV-act. 44), empfahl der RAD-Arzt die Auswei-
tung der Begutachtung auf die Disziplinen Neurologie und Neuropsychologie (IV-
act. 46-6/6). Der Auftrag wurde der Gutachterstelle M.________ zugelost (vgl. IV-
act. 49). Das MEDAS-Gutachten wurde am 2. Mai 2017 der IV-Stelle zugestellt 
(Eingang am 4.5.2017, IV-act. 64). Der RAD-Arzt Dr.med. K.________ beurteilte 
das Gutachten am 8. Juni 2017 als nachvollziehbar (IV-act. 66-8/8).

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D. Mit Schreiben vom 19. Dezember 2017 teilte die IV-Stelle mit, dass ein An-
spruch auf Arbeitsvermittlung (Beratung/ Unterstützung bei der Stellensuche) 
durch die IV bestehe (IV-act. 79). 

Am 22. Dezember 2017 ging bei der IV-Stelle eine Anmeldung zum Bezug einer 
Hilflosenentschädigung der IV ein (IV-act. 82). 

Am 11. Mai 2018 folgte der Bericht zu einer Haushaltabklärung (IV-act. 94). 

Mit Vorbescheid vom 15. Juni 2018 kündigte die IV-Stelle an, ab 1. April 2015 ei-
ne ganze IV-Rente, ab 1. Januar 2016 eine halbe IV-Rente sowie ab 1. Februar 
2016 bis 29. Februar 2016 eine Viertelsrente zu gewähren (IV-act. 96). 

Am 20. Juni 2018 fand eine gemeinsame Besprechung statt, an welcher abgese-
hen von A.________ ihr behandelnder Psychiater und Therapeut L.________, 
eine Vertreterin der Pro Infirmis, der IV-Berater und eine Mitarbeiterin der Regio-
nalen Arbeitsvermittlung (RAV) teilnahmen (IV-act. 105).

Am 22. Juni 2018 wurde ein Abklärungsbericht zur Frage einer Hilflosenentschä-
digung erstattet (IV-act. 102).

Mit Vorbescheid vom 2. Juli 2018 teilte die IV-Stelle mit, es bestünde kein An-
spruch auf eine Hilflosenentschädigung (IV-act. 103). 

Mit Eingaben vom 25. Juli 2018 und vom 23. August 2018 erhob A.________ 
Einwände gegen die Vorbescheide der IV-Stelle (IV-act. 106 und 108/109); am 
25. September 2018 folgten Einwände des behandelnden Psychiaters (IV-act. 
110). 

E. Am 12. Oktober 2018 verfügte die IV-Stelle, dass kein Anspruch auf eine 
Hilflosenentschädigung bestehe (IV-act. 116). Diese Verfügung ist unangefoch-
ten in Rechtskraft erwachsen.

Am 16. Oktober 2018 prüfte der RAD-Arzt Dr.med. K.________ die zwischenzeit-
lich eingetretene Entwicklung und empfahl die Einholung eines Verlaufsgutach-
tens bei der gleichen Gutachterstelle (IV-act. 117-12/12). 

Am 26. Juni 2019 ging bei der IV-Stelle das per 25. Juni 2019 datierte 
M.________-Verlaufsgutachten ein (IV-act. 134). 

Am 22. Juli 2019 beantworteten die M.________-Gutachter die vom RAD-Arzt 
veranlasste Rückfrage (IV-act. 137 i.V.m. 135-15/15). 

Mit überarbeitetem Vorbescheid vom 12. September 2019 kündigte die IV-Stelle 
an, ab 1. Januar 2015 eine ganze IV-Rente, für den Dezember 2015 eine halbe 
IV-Rente sowie ab 1. Januar 2016 befristet bis zum 30. April 2016 eine Viertels-
rente zu gewähren (IV-act. 140). 

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Mit Eingaben vom 11. Oktober 2019 und vom 29. November 2019 folgten Ein-
wände zum neuen Vorbescheid (IV-act. 143 und 145). 

F. Mit Verfügungen vom 31. März 2020 ermittelte die IV-Stelle für A.________ 
nach der gemischten Methode (80% Erwerbsarbeit/ 20% Haushaltanteil) sinn-
gemäss folgende Rentenansprüche (IV-act. 151ff.):

Verfügung I (für den Zeitraum vom 1.01.2015 bis 30.11.2015)
Tätigkeit Anteil Einschränkung Teilinvalidität
Erwerbsbereich 80% 100% 80.00%
Haushaltbereich 20% 13% 02.60%
Invaliditätsgrad 83%
Ab 1. Januar 2015 bis 30. November 2015 haben Sie Anspruch auf eine ganze IV-
Rente (zuzüglich Kinderrenten für die beiden Töchter und den jüngsten Sohn)

Verfügung II (für den Zeitraum vom 1.12.2015 bis 31.12.2015)
Tätigkeit Anteil Einschränkung Teilinvalidität
Erwerbsbereich 80% 75.60% 60.48%
Haushaltbereich 20% 13.00% 02.60%
Invaliditätsgrad 63%
Ab 1. Dezember 2015 bis 31. Dezember 2015 haben Sie Anspruch auf eine Drei-
viertelsrente (zuzüglich Kinderrenten für die Töchter und den jüngsten Sohn)

Verfügung III (für den Zeitraum vom 1.01.2016 bis 31.01.2016)
Tätigkeit Anteil Einschränkung Teilinvalidität
Erwerbsbereich 80% 63.35% 50.68%
Haushaltbereich 20% 13.00% 02.60%
Invaliditätsgrad 53%
Ab 1. Januar 2016 bis 31. Januar 2016 haben Sie Anspruch auf eine halbe IV-
Rente (zuzüglich Kinderrenten für die beiden Töchter und den jüngsten Sohn)

Verfügung IV (für den Zeitraum vom 1.02.2016 bis 31.05.2016)
Tätigkeit Anteil Einschränkung Teilinvalidität
Erwerbsbereich 80% 51.15% 40.92%
Haushaltbereich 20% 13.00% 02.60%
Invaliditätsgrad 44%
Ab 1. Februar 2016 befristet bis 31.05.2016 haben Sie Anspruch auf eine Viertels-
rente (zuzüglich Kinderrenten für die beiden Töchter und den jüngsten Sohn)

Ab März 2016 waren Sie in einer angepassten Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig, wes-
halb (nach 3 Monaten) gemäss folgender Berechnung kein rentenbegründender 
IV-Grad resultiert:
Tätigkeit Anteil Einschränkung Teilinvalidität
Erwerbsbereich 80% 38.90% 31.12%
Haushaltbereich 20% 13.00% 02.60%
Invaliditätsgrad 34%

Weitere Berechnungen erfolgten für die Zeiträume ab Januar 2018 und ab Februar 
2019 mit nicht rentenbegründenden IV-Graden von 20% bzw. 28% (vgl. IV-act. 
151-6f./10).

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Gegen die Verfügung I liess A.________ (unter Berücksichtigung des Fristenstill-
standes der bundesrätlichen Verordnung über Massnahmen in der Justiz und im 
Verfahrensrecht im Zusammenhang mit dem Coronavirus vom 16. April 2020 
rechtzeitig am 18. Mai 2020 beim Verwaltungsgericht Beschwerde einreichen 
(Verfahren I 2020 45) mit den folgenden Rechtsbegehren:

1. Die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 31.03.2020 sei in-
sofern aufzuheben, als der Beschwerdeführerin eine ganze Invalidenrente nur 
bis zum 30.11.2015, ab dem 01.12.2015 bis 31.12.2015 eine Dreiviertels-IV-
Rente, ab dem 01.01.2016 bis zum 31.01.2016 eine halbe Invalidenrente und 
ab dem 01.02.2016 bis zum 31.05.2016 befristet eine Viertels-IV-Rente ausge-
richtet werden soll.

2. Der Beschwerdeführerin sei rückwirkend ab dem 01.01.2015 bis mindestens 
31.08.2017 eine ganze IV-Rente, ab dem 01.09.2017 mindestens eine Vier-
tels-IV-Rente unbefristet ausgerichtet werden [recte wohl: auszurichten].

3. Die mit heutigem Datum eingereichten 4 Beschwerden seien zu vereinigen.

4. Der Beschwerdeführerin sei für das vorliegende Beschwerdeverfahren die 
vollumfängliche unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und ihr sei der un-
terzeichnete Rechtsanwalt als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu ernennen.

5. Der Beschwerdeführerin sei die Möglichkeit einer Replik einzuräumen.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdeführerin.

Gegen die Verfügung II liess A.________ ebenfalls rechtzeitig eine Beschwerde 
einreichen (Verfahren I 2020 46) mit den gleichen Anträgen wie in der Be-
schwerde I 2020 45.

Gegen die Verfügung III reichte A.________ analog fristgerecht eine Beschwerde 
ein (Verfahren I 2020 47) mit den bereits erwähnten Rechtsbegehren gemäss 
Beschwerde I 2020 45.

Auch gegen die Verfügung IV erhob A.________ rechtzeitig am 8. Mai 2020 Be-
schwerde (Verfahren I 2020 48) mit den gleichlautenden Anträgen (gemäss den 
Beschwerden I 2020 45 bis 47).

G. Mit Vernehmlassung vom 7. Juli 2020 beantragte die IV-Stelle, die Verfah-
ren I 2020 45, I 2020 46, I 2020 47 und I 2020 48 seien zu vereinen und die ent-
sprechenden Beschwerden seien vollumfänglich abzuweisen, unter Kostenfolge 
zu Lasten der Beschwerdeführerin.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Dem Begehren, die vier zusammenhängenden Beschwerden gemeinsam 
zu behandeln und damit die vier Verfahren zu vereinigen, ist stattzugeben.

2.1 Nach Art. 4 Abs. 1 des Invalidenversicherungsgesetzes (IVG; SR 831.20) 
in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 ATSG gilt als Invalidität die durch einen körperli-

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chen oder geistigen Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende 
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Gemäss 
Art. 7 Abs. 2 ATSG sind für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsun-
fähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen; eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus ob-
jektiver Sicht nicht überwindbar ist.

Die versicherte Person hat nach Art. 28 Abs. 2 IVG
- Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, 
- Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, 
- Anspruch auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, 
- und Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent 

invalid ist. 

2.2 Um den Invaliditätsgrad im Einzelfall festzulegen, werden in der Invaliden-
versicherung unterschiedliche Bemessungsmethoden verwendet.

2.2.1  Die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs kommt grundsätzlich 
bei allen Vollerwerbstätigen zur Anwendung sowie bei Teilerwerbstätigen, welche 
daneben nicht auch noch in einem Aufgabenbereich tätig sind. Der Invaliditäts-
grad wird hier durch die Gegenüberstellung der zumutbaren Erwerbseinkommen 
ohne und mit Gesundheitsschaden ermittelt (Ralph Leuenberger/ Gisella Mauro, 
Invalidenversicherung, Änderungen bei der gemischten Methode, in: Soziale Si-
cherheit/ CHSS 1/2018, S. 40f.). Hier bestimmt sich der Invaliditätsgrad gemäss 
Art. 28a Abs.1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG, wonach zur Ermittlung des Invaliditäts-
grades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche-
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (= sog. hypothetisches Invalideneinkom-
men), zum Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt wird, das sie erzielen könn-
te, wenn sie nicht invalid geworden wäre (= sog. hypothetisches Valideneinkom-
men). Es ist für diese Invaliditätsbemessung nicht entscheidend, ob die versi-
cherte Person ihre (Rest-)Arbeitsfähigkeit erwerblich verwertet, d.h. von der ver-
bliebenen Erwerbsfähigkeit Gebrauch macht. Vielmehr ist hier die Invalidität auf 
der Grundlage desjenigen Erwerbseinkommens zu bemessen, das die versicher-
te Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit erzielen könnte (Meyer/ Reichmuth, 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. A., Art. 28a N 27).

Die Invalidität bemisst sich hier nicht nach medizinischen, sondern nach wirt-
schaftlichen, erwerblichen Kriterien, nach der Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsun-
fähigkeit ist das Unvermögen, auf dem gesamten für die versicherte Person in 

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Frage kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt die verbliebene Arbeitsfähigkeit 
in zumutbarer Weise wirtschaftlich zu verwerten (BGE 109 V 25 Erw. 3d). 

2.2.2  Die gemischte Methode betrifft Personen, die einem Teilerwerb nachge-
hen, d.h. nicht auf die im betreffenden Beruf übliche Arbeitszeit kommen, und zu-
sätzlich noch in einem Aufgabenbereich beschäftigt sind. Der Invaliditätsgrad 
wird für die Erwerbstätigkeit (wie bereits erwähnt) nach der allgemeinen Methode 
des Einkommensvergleichs ermittelt, der Invaliditätsgrad für die Tätigkeit im Auf-
gabenbereich nach der spezifischen Methode des Betätigungsvergleichs (vgl. 
Art. 28a Abs. 3 IVG). Die spezifische Methode des Betätigungsvergleichs betrifft 
nach Art. 28a Abs. 2 IVG Personen, die keine Erwerbstätigkeit ausüben und sich 
in einem Aufgabenbereich wie dem Haushalt betätigen. Der Invaliditätsgrad wird 
bei einer Abklärung vor Ort durch die Gegenüberstellung der ohne und mit Ge-
sundheitsschaden ausgeübten bzw. möglichen Tätigkeiten im Aufgabenbereich 
festgelegt (vgl. Leuenberger/ Mauro, a.a.O., S. 41). 

2.2.3  Für die Bemessung des Invaliditätsgrads werden bei der gemischten 
Methode der Erwerbsteil und der Aufgabenbereich zunächst separat betrachtet. 
Für den Erwerbsteil wird die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs 
angewendet (siehe vorne Erw. 2.2.1). Dabei wird zunächst die Einkommensein-
busse berechnet, d.h. es wird das Einkommen, welches die versicherte Person 
zumutbarerweise mit dem Gesundheitsschaden noch erzielen kann (Invaliden-
einkommen), vom Einkommen, welches die versicherte Person ohne Gesund-
heitsschaden erzielen konnte (Valideneinkommen), abgezogen. Danach wird die 
Einbusse als Anteil des Valideneinkommens in Prozenten ausgewiesen. Der so 
erhaltene Invaliditätsgrad aus dem Erwerbsteil wird mit dem Anteil der Erwerbs-
tätigkeit (Pensum, welche von der versicherten Person ohne gesundheitliche Be-
einträchtigung ausgeübt würde) multipliziert, um den gewichteten Invaliditätsgrad 
zu erhalten. 

Die Invalidität in Bezug auf den Aufgabenbereich wird durch einen Betätigungs-
vergleich bestimmt. Die ermittelte Invalidität wird sodann mit dem Anteil der 
Tätigkeit im Aufgabenbereich (also dem verbleibenden Pensum, wenn der Anteil 
der Erwerbstätigkeit von 100 abgezogen wird) multipliziert. Daraus ergibt sich der 
gewichtete Invaliditätsgrad im Aufgabenbereich.

Der gesamte Invaliditätsgrad ergibt sich letztlich durch Addition der in beiden Be-
reichen berechneten und gewichteten Teilinvaliditäten (vgl. Leuenberger/ Mauro, 
a.a.O., S. 41f.). 

2.3.1  Die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter sind bei der Bemes-
sung des IV-Grades auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls 

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auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist 
es, den Gesundheitszustand des Versicherten zu beurteilen. Der Arzt hat auch 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit 
der Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem 
Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 Erw. 4).

2.3.2  In der Würdigung der Beweise ist der Sozialversicherungsrichter frei 
(vgl. Art. 61 lit. c ATSG). Er hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Er hat alle Be-
weismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da-
nach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be-
urteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; 
122 V 157 Erw. 1c). Im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutach-
ten von externen Spezialisten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist regelmäs-
sig volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 Erw. 1.3.4 mit Hinweis).

2.4 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwal-
tung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, 
ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten 
und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis 
nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten 
(antizipierte Beweiswürdigung; Kölz/ Häner, Verwaltungsverfahren und Ver-
waltungsrechtspflege des Bundes, 3. A., Rz. 153; Urteil des Bundesgerichts 
8C_424/2010 vom 19.7.2010 Erw. 3.2.3; BGE 134 I 140 Erw. 5.3). 

3. Im vorliegenden Fall sind sich die Parteien einig, dass die Versicherte für 
den Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis zum 30. November 2015 Anspruch auf 
eine ganze IV-Rente hat. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, wie sich der 
Rentenanspruch für die Folgezeit ab 1. Dezember 2015 verhält. Während die IV-
Stelle für den Dezember 2015 eine Dreiviertelsrente, für den Januar 2016 eine 
halbe IV-Rente und für die folgenden vier Monate (Februar 2016 bis und mit Mai 
2016) eine Viertelsrente gewährt hat, vertritt die Beschwerdeführerin den 
Standpunkt, dass ihr auch für den Zeitraum von Dezember 2016 bis und mit 
August 2017 eine ganze IV-Rente und ab 1. September 2017 mindestens eine 
Viertelsrente unbefristet zustehe. Streitig ist namentlich auch, ob die 
Invaliditätsbemessung nach der allgemeinen Methode des 

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Einkommensvergleichs (bei Erwerbstätigen), oder nach der gemischten Methode 
zu ermitteln ist (siehe nachfolgend). 

4.1 Die Beurteilung der Statusfrage, ob und gegebenenfalls in welchem 
Umfange eine versicherte Person erwerbstätig oder nichterwerbstätig wäre, 
beurteilt sich danach, was diese Person bei im Übrigen unveränderten 
Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. 
Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der 
versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen 
Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 Invalidenversicherungsverordnung, IVV, 
SR 834.201) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen 
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben 
gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung 
sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. 
Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der 
Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme 
einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im 
Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit erforderlich ist. Dies erfordert zwangsläufig eine 
hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der 
versicherten Person zu berücksichtigen hat. Solche Aspekte sind einer direkten 
Beweisführung wesensgemäss nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus 
äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
8C_145/2018 vom 8.8.2018 Erw. 5.1).

4.2 Im Rahmen der von der IV-Stelle veranlassten Haushaltabklärung (mit 
Abklärungsgespräch vom 17.8.2017 sowie Bericht vom 11.5.2018) erklärte die 
Versicherte unmissverständlich, dass sie im Gesundheitsfall 100% erwerbstätig 
wäre. Bei der früheren Arbeitgeberin habe sie mit einem Arbeitspensum von 40% 
(in der Alterspflege) begonnen und dieses Pensum kontinuierlich auf zuletzt 70% 
aufgestockt; sie sei immer bereit gewesen, noch mehr zu arbeiten (IV-act. 94-
4/13 oben, Ziff. 3.2.1). 

4.3 Demgegenüber hielt die IV-Abklärungsperson im genannten Bericht der 
Versicherten entgegen, dass letztere keine Anstrengungen unternommen habe, 
um in einem 100%-Pensum zu arbeiten (IV-act. 94-413, Ziff. 3.2.2). Im weiteren 
Verlauf anerkannte der IV-Abklärungsdienst, dass die Versicherte bei der 
früheren Arbeitgeberin (unter Einbezug der Überstunden) effektiv ein Pensum 
von knapp 80% ausübte, weshalb von einem Anteil Erwerbstätigkeit von 80% 

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gegenüber einem Haushaltanteil von 20% ausgegangen (IV-act. 147) und dies in 
den angefochtenen Verfügungen übernommen wurde.

4.4 Eine nähere Prüfung der vorliegenden Unterlagen ergibt, dass die 
Versicherte gemäss dem Scheidungsurteil vom 27. September 2017 seit dem 31. 
Januar 2011 getrennt vom Ehemann (bzw. nun Ex-Mann) lebte. Auffallend ist, 
dass die Kinder beim Vater blieben (mit Besuchen bei der Mutter bzw. der 
Versicherten, siehe IV-act. 39-3/6, 64-21/104). Nach Beginn des Getrenntlebens 
arbeitete die Versicherte zunächst stundenweise bei der Spitex; nach einigen 
Monaten fand sie eine Beschäftigung als Pflegehilfe in einer Einrichtung in 
N.________ (ab 1.7.2011, Bruttoverdienst Fr. 2'940.-- pro Monat, IV-act. 7-
2f./13). Damals betrug die monatliche Miete ihrer 2-1/2-Zimmerwohnung in 
F.________ Fr. 1'650.-- (IV-act. 64-22/104). Hinzu kamen noch während der 
Dauer des Getrenntlebens Geldzahlungen des Ehemannes, welche gemäss 
Ziffer 4.2.3 der Scheidungskonvention als "Zahlungen an die Ehefrau akonto 
Güterrecht" zu qualifizieren sind (IV-act. 72-9/14 oben). Hinsichtlich des 
nachehelichen Ehegattenunterhalts enthält die vom Scheidungsrichter 
genehmigte Konvention die Regelung, wonach der Ehemann bzw. Ex-Mann 
lediglich von Januar 2017 bis Juli 2020 [= Übertritt des Ex-Mannes ins AHV-Alter] 
auf 43 Monate befristet grundsätzlich monatliche Unterhaltszahlungen von Fr. 
1'140.-- schuldete, wovon nach Abzug der bereits erbrachten Zahlungen ein 
Schlussbetrag von Fr. 32'079.-- resultierte, welcher innert 30 Tagen nach 
Vollstreckbarkeit des Scheidungsurteils zu bezahlen war (vgl. IV-act. 72-8/14 Ziff. 
3.2). Anzufügen ist, dass die Versicherte per Ende 2016 lediglich noch über ein 
Bankguthaben von Fr. 3'160.-- verfügte (IV-act. 72-8/14 unten), weshalb die 
kommunale Fürsorgebehörde seit dem 1. April 2017 die Versicherte mit 
wirtschaftlicher Hilfe zu unterstützen hatte (IV-act. 65-2/2).  

4.5 In Anbetracht dieser knappen finanziellen Verhältnisse (und mithin gemäss 
Scheidungsurteil - abgesehen von der erwähnten Schlusszahlung - keiner 
weiteren Alimente des Ex-Mannes) sprechen die gewichtigeren Argumente für 
die Argumentation in der Beschwerde (S. 5ff.), wonach die Versicherte im 
Gesundheitsfall effektiv eine Vollzeitbeschäftigung ausüben würde, zumal die 
gemeinsamen Kinder seit der Trennung der Gatten (Januar 2011) im Haushalt 
des Vaters verblieben. Dass die Steigerung der Erwerbstätigkeit der Versicherten 
seit dem Getrenntleben nicht über ein Pensum von 70% bzw. 80% hinausging, 
hängt nach der Aktenlage zum einen damit zusammen, dass im Rahmen der 
Beschäftigung in der Pflege von älteren Personen bei der Versicherten schon 
bald gesundheitliche Probleme auftraten, welche einer Fortführung der 
Beschäftigung in der Alterspflege ab 8. Dezember 2013 im Wege standen (IV-

11

act. 7-2/13 Ziff. 2.7 oben), wobei glaubhaft ist, dass solche gesundheitlichen 
Probleme sich schon viel früher bemerkbar machten (vgl. IV-act. 9-3/13 "die 
Schmerzen hat sie anfänglich einfach ausgehalten, bis es nicht mehr ging. Im 
November 2013 ging sie bereits 2 x wöchentlich zur Physiotherapie…").

Zum andern ist zu beachten, dass die Versicherte während der Dauer des 
Getrenntlebens noch vom Ehemann finanziell unterstützt wurde, diese 
Unterstützung lief aber mit dem Scheidungsurteil vom 27. September 2017 aus 
(siehe auch IV-act. 64-22/104: "Die finanzielle Situation sei sehr angespannt, sie 
sei deshalb immer noch auf die Hilfe ihres Ex-Mannes angewiesen, der sich aber 
geweigert habe, ihr weiterhin Geld zu geben"; siehe auch IV-act. 64-72/104 oben: 
"Für die nächsten 2 bis 3 Monate bekomme sie noch Alimente vom Ehemann 
und etwas vom RAV"). 

An diesem dargelegten Ergebnis vermögen die Ausführungen der Vorinstanz in 
ihrer Vernehmlassung (Ziff. 2) nichts zu ändern. Soweit sie massgeblich darauf 
abstellt, dass die Versicherte in der Zeitdauer von Juli 2011 bis Dezember 2013 
(zu diesem Zeitpunkt war sie 50-jährig) keine Vollzeitbeschäftigung 
aufgenommen hat, übersieht sie, dass es sich dabei um die erste Phase nach 
Beginn des Getrenntlebens handelt, als sie noch finanziell vom Ehemann 
unterstützt wurde und sie sich in ihrer neuen Lebenssituation ("weg von der 
Familie mit den Kindern" und Aufnahme einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit 
in der Alterspflege) zurecht finden musste, wobei wie erwähnt es glaubhaft ist, 
dass eine solche Beschäftigung in der Alterspflege nach und nach 
belastungsabhängige Beschwerden auslösen konnte. In diesem Sinne überzeugt 
die Argumentation in der Beschwerde, dass die im Zeitpunkt des 
Scheidungsurteils noch nicht 54-jährige Versicherte im Gesundheitsfall - 
spätestens nach Kenntnisnahme des Scheidungsurteils und der darin 
enthaltenen Beendigung der Unterstützung durch den Ex-Mann - ihr bisheriges 
Arbeitspensum auf ein Vollzeitpensum erhöht hätte, um ihren Lebensunterhalt 
aktuell und auch mit Blick auf die fehlende berufliche Altersvorsorge künftig im 
AHV-Alter sicherstellen zu können.

4.6 Nach dem Gesagten ist der Rentenanspruch der Versicherten nach der 
allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu ermitteln.

5.1 Was die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Versicherten anbelangt, 
sind dem interdisziplinären MEDAS-Gutachten vom 2. Mai 2017 folgende 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen, welche von 
Dr.med. O.________ (Orthopäd. Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates FMH, zertif. med. Gutachter SIM), Dr.med. P.________ 

12

(Neurologie FMH), Dr.phil. Q.________ (zertif. neuropsychologische Gutachterin 
SIM), med.pract. R.________ (Psychiatrie/ Psychotherapie FMH, zertif. med. 
Gutachterin SIM) und Dr.med. S.________ (Innere Medizin FMH/ zertif. med. 
Gutachter SIM) gestellt wurden (IV-act. 64-77f./104 i.V.m. 64-103/104; siehe 
auch IV-act. 64-96f./104):

1. Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit/bei:
- Diskushernie im Segment L4/5 rechts mit möglicher Kompression der 

Nervenwurzel L5 rechts
- Mässiger Spinalkanalstenose mit Osteochondrose und Wirbelgelenk-

sarthrose im Segment L3/4
- mediolateraler, breitbasiger Bandscheibenhernie im Segment L2/L3 

mit rezessaler L3-Tangierung rechts
- Aktuell ohne nachweisbare radikuläre Reiz- oder Ausfallsymptomatik

2. Multidirektionale Bewegungseinschränkung im Bereich des linken Hüftgelenks 
nach Implantation einer Hüfttotalendoprothese links am 03.11.2015 bei vorbe-
stehender Coxarthrose

3. Multidirektionale Bewegungseinschränkung im Bereich des rechten Hüftge-
lenks nach Implantation einer Hüfttotalendoprothese rechts am 22.04.2015 bei 
vorbestehender Coxarthrose

4. Initiale, altersentsprechende, medial betonte Gonarthrose beidseits mit einer 
Chondropathie Grad I bis II nach Kellgren

Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit listeten die Gutachter was 
folgt auf (IV-act. 64-78/104, Nummerierung im Vergleich zum Original korrigiert):

1. Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-
10: F45.41)

2. Metabolisches Syndrom mit/bei
- Adipositas Grad I nach WHO (BMI von 31.4 kg/m2)
- arterieller Hypertonie
- gemischter Hyperlipidämie

3. Massive Intertrigo subaxiliär, intermammär und inguinal beidseits

4. Varikosis der Vena saphena magna rechts

5. Status nach Schädel-Hirn-Trauma in der Kindheit mit sekundärer posttraumati-
scher Epilepsie bis 1987, ohne antiepileptische Medikation etwa ab Frühjahr 
2008

6. Knick-Senk-Spreizfuss beidseits

7. ISG-Blockade beidseits

8. Zervikobrachialgie beidseits

9. Kontaktanlässe mit Bezug auf die wirtschaftliche Lage (ICD-10: Z59), Status 
nach Kündigung der Arbeitsstelle, in Scheidung lebend

10. Kontaktanlässe mit Bezug auf die soziale Umgebung (ICD-10: Z60), allein le-
bend, Anpassungsprobleme an eine Übergangsphase im Lebenszyklus

13

11. Kontaktanlässe mit Bezug auf den engeren Familienkreis (ICD-10: Z63), Fami-
lienzerrüttung durch Trennung von Ehemann und Kindern (Scheidung anste-
hend)

5.2 In der Diskussion der Befunde durch die Gutachter fällt auf, dass bei der 
allgemein-internistischen Untersuchung "ein sehr selbstlimitierendes Verhalten" 
imponierte (IV-act. 64-82/104 Mitte). 

Bei der orthopädisch-chirurgischen Untersuchung fiel eine Diskrepanz zwischen 
den anamnestisch geschilderten Beschwerden, dem demonstrierten Bewe-
gungsmuster sowie den klinischen Untersuchungsbefunden auf (IV-act. 64-
83/104 oben). Beim Abholen vom Wartebereich demonstrierte die Versicherte ein 
freies und sicheres, wenn auch diskret rechtshinkendes Gangbild mit raumgrei-
fender, zügiger Schrittfolge, derweil bei der dezidierten Untersuchung des Gang-
bilds die Versicherte ein betont langsames, rechtsseitig hinkendes Gangbild mit 
vornübergebeugter Körperhaltung präsentierte, wobei sie für eine Wegstrecke 
von 5 m eine Minute und 18 Sekunden benötigte (bei auf 30 cm verkürzter 
Schrittlänge, IV-act. 64-83/104 oben). Unter ausgeprägter verbaler Schmerzbe-
kundung gab die Versicherte an, einen Zehen-/ Fersenstand schmerzbedingt 
nicht durchführen zu können, unter stabilisierender Hilfestellung war es ihr aber 
beidseits möglich, einen jeweiligen Zehen- sowie Fersenstand zu demonstrieren. 
Analoges galt auch für den Einbeinstand, welcher zuerst als unmöglich angege-
ben wurde, dann aber doch sicher demonstriert werden konnte (IV-act. 64-
83/104 Mitte). Im Rahmen der klinischen Untersuchung des Achsenorgans be-
klagte die Versicherte eine ausgeprägte paravertebrale Schmerzsymptomatik im 
HWS- und LWS-Bereich, indessen zeigte sich palpatorisch weder ein Hartspann 
der paravertebralen Muskulatur noch der Nackenstrecker (IV-act. 64-83/10 un-
terhalb Mitte). Hinsichtlich der Mobilität erwies sich die HWS zunächst in allen 
Freiheitsgraden hälftig eingeschränkt, aber beim Verabschieden demonstrierte 
die Versicherte eine freie Umwendbewegung ihrer HWS (IV-act. 64-83/104 un-
ten). Bei der Überprüfung der Mobilität der LWS präsentierte die Versicherte ste-
hend einen Finger-Boden-Abstand von 38 cm, hingegen im Langsitz war es ihr 
möglich, ihre Fingerspitzen den Zehenspitzen bis auf 15 cm anzunähern (Diffe-
renz 23 cm, vgl. IV-act. 64-83/104). Sodann zeigte sich bei der Untersuchung der 
Schultergelenke eine deutliche Diskrepanz zwischen der aktiven und der passi-
ven Bewegungsführung (IV-act. 64-83/104 unten).

Im Rahmen der neurologischen Untersuchung wurde u.a. festgehalten, dass der 
zu beobachtenden Antriebseinschränkung keine hirnorganische Ursache zu-
grunde liegt, sondern eher der psychiatrischen Problematik zuzuordnen sei. Das 
Schmerzsyndrom sei überwiegend muskuloskelettal, eine neuropathische oder 
neurokompressive Komponente lasse sich klinisch-neurologisch und anamnes-

14

tisch nicht sicher abgrenzen. Die degenerativen Wirbelsäulenveränderungen 
würden die Arbeitsfähigkeit auf eine leichte bis mittelschwere, wechselbelastende 
behinderungsangepasste Tätigkeit einschränken. Auf dem neurologischen Fach-
gebiet bestehe keine zusätzliche Einschränkung für eine behinderungsangepass-
te Tätigkeit (IV-act. 64-85/104). 

Bei der neuropsychologischen Untersuchung erbrachte die Versicherte reguläre 
Leistungen in den Wahrnehmungsfunktionen, in den einfachen konstruktiv-
praktischen Fähigkeiten, in den meisten Exekutivfunktionen, in den Sprachfunkti-
onen, im Rechnen, in den Handlungsfunktionen, in einigen Bereichen der Auf-
merksamkeits- und Konzentrationsleistungen (tonische Alertness, selektive Auf-
merksamkeitsleistung) wie auch in einigen Bereichen der Lern- und Gedächtnis-
funktionen (autobiographisches Gedächtnis, nonverbale Lernleistung, visuelle 
und verbale Merkspanne, IV-act. 64-85/104 unten). Leistungseinbussen wurden 
im Bereich der attentionalen und mnestischen Funktionen festgestellt: ungenü-
gende gerichtete Aufmerksamkeitsleistung, ungenügende geteilte Aufmerksam-
keitsleistung, weit unterdurchschnittliche verbale Lern- und Abrufleistung, unter-
durchschnittliche nonverbale Abrufleistung. Auch die intellektuelle kognitive Fle-
xibilität wurde als ungenügend beurteilt. Insgesamt wurde von einer leichten bis 
mittelgradigen [im Original unterstrichen] kognitiven Störung ausgegangen (IV-
act. 64-86/104 oben).

Im Rahmen des psychiatrischen Teilgutachtens wurde eine Symptomausweitung 
und ein hochgradig dysfunktionales Krankheitsverhalten (völlige Passivität und 
Dekonditionierung) mit sekundärem Krankheitsgewinn (Versorgung durch die 
Spitex) hervorgehoben. Für eine eigenständige affektive Erkrankung im Sinne ei-
ner depressiven Episode würden sich keine Anhaltspunkte ergeben. Eine gewis-
se leichte depressive Begleitreaktion mit Affektlabilität sei im Rahmen der chroni-
schen Schmerzstörung zu sehen. Eine weitere psychische Störung mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit könne nicht festgestellt werden. Bis auf eine kindli-
che Epilepsie nach einem Unfall seien aktenanamnestisch keine psychischen 
Störungen beschrieben worden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe bei nicht Vor-
handensein einer psychischen Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit, wenn auch der Versicherten verminderte 
Ressourcen zur Verfügung stünden (keine Ausbildung, einfach strukturiert). Ihr 
Krankheitsverhalten sei jedoch insgesamt dysfunktional mit erheblicher Sym-
ptomausweitung und absoluter körperlicher Dekonditionierung (IV-act. 64-
87/104).

5.3 Zusammenfassend führten die Gutachter zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit 
aus, dass aus somatischer Sicht aufgrund der verminderten Belastbarkeit der 

15

degenerativ veränderten LWS, der beiden operierten Hüftgelenke und der arthro-
tisch veränderten Kniegelenke die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Die zuletzt 
ausgeübte Beschäftigung in der Alterspflege sei nicht mehr zumutbar ("nicht 
mehr leidensgerecht"). Unter Wahrung qualitativer Schonkriterien sei die Versi-
cherte in einer optimal leidensadaptierten, wechselbelastenden, überwiegend sit-
zenden Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig. Die Einschränkung von 20% ergebe sich in 
der Folge der reduzierten Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit, der reduzierten 
Arbeitsschnelligkeit und dem Bedarf vermehrter Pausen zur Entlastung des Be-
wegungsapparates. Der zu beobachtenden Antriebseinschränkung liege keine 
hirnorganische Ursache zugrunde. Aus interdisziplinärer Sicht bestehe für eine 
den orthopädischen Leiden optimal angepasste Verweistätigkeit ohne zu hohe 
Anforderungen an die Kognition eine zumutbare Restarbeitsfähigkeit von 80% 
(vgl. IV-act. 64-87f./104 Ziff. 7.4).

5.4 Vom 27. August 2018 bis zum 7. September 2018 absolvierte die Versi-
cherte einen (ambulanten) Kuraufenthalt in den Kliniken J.________. Im Bericht 
vom 7. September 2018 wurden folgende Diagnosen gestellt (IV-act. 111-1/3):

1. Generalisierte Osteoarthrose
- lumbospondylogenes und zervicobrachiales Syndrom
- degenerative Veränderungen
- muskuläre Dysbalance
- St.n. Hüft TP rechts 04/2015 und links 11/2015 bei Coxarthrose bds.
- Gonarthrose beidseits

2. Sekundären Weichteilrheumatismus

3. Organisch bedingte Depression und kognitive Einschränkungen
- St.n. SHT 1968

4. Metabolisches Syndrom
- Arterielle Hypertonie
- Adipositas I
- Hyperlipidämie
- Hyperurikämie

5. Psoriasis inversa

6. St.n. Venektomie rechts bei Varikosis der Vena saphena magna rechts 
05/2017

Aus rein rheumatologischer Sicht wurde eine medizinisch theoretische Arbeits-
fähigkeit für eine leichte wechselhafte Tätigkeit von 20% veranschlagt (IV-act. 
111-3/3 oben).

5.5 Am 16. Oktober 2018 empfahl der RAD-Arzt die Durchführung eines Ver-
laufsgutachtens (IV-act. 117-12/12), welches in der Folge am 25. Juni 2019 er-
stattet wurde (IV-act. 134-1/127). Die entsprechenden Untersuchungen wurden 

16

von Dr.med. S.________ (Innere Medizin FMH/ zertif. med. Gutachter SIM), 
Dr.med. T.________ (Psychiatrie/ Psychotherapie FMH, zertif. med. Gutachter 
SIM), Dr.med. U.________ (Facharzt für Rheumatologie), Dr.med. O.________ 
(Orthopäd. Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, zertif. 
med. Gutachter SIM) und von Dr.med. V.________ (Facharzt für Neurologie) 
durchgeführt (IV-act. 134-2/127). Zusätzlich erfolgte eine neuropsychologische 
Testdiagnostik durch die Neuropsychologin Dr.phil. Q.________ (vgl. IV-act. 134-
3/127 oben i.V.m. IV-act. 134-118ff./127).

5.5.1  Im Verlaufsgutachten vom 25. Juni 2019 wurden folgende Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (IV-act. 134-7f./127):

1. Belastungsabhängiges zervikozephales bzw. zervikospondylogenes Schmerz-
syndrom (ICD-10: M35.0) mit/bei

- multi-etageren degenerativen Veränderungen der HWS bei Fehlhal-
tung mit multiforaminaler, diskogener Neuroforamenstenose betont bei 
C6 und C7 beidseits

- Spinalkanaleinengung betont bei C5 bis C7

2. Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.10) mit/bei:
- Diskushernie im Segment L4/5 rechts mit möglicher Kompression der 

Nervenwurzel L5 rechts
- mässiger Spinalkanalstenose mit Osteochondrose und Wirbelgelenk-

sarthrose im Segment L3/4
- mediolateraler, breitbasiger Bandscheibenhernie im Segment L2/L3 

mit rezessaler L3-Tangierung rechts

3. Beidseitige Arthrose der Ileosakralgelenke mit rechtsseitiger Betonung (ICD-
10: M19.2)

4. Belastungs- und Bewegungseinschränkung im Bereich beider Hüftgelenke bei 
vorbestehender Coxarthrose (ICD-10: M16.0) mit/bei

- Status nach Implantation einer Hüfttotelendoprothese links am 
03.11.2015

- Status nach Implantation einer Hüfttotalendoprothese rechts am 
22.04.2015

5. Medial betonte Gonarthrose rechts mit einer Chondropathie Grad Kellgren II 
(ICD-10: M17.2)

6. Medial betonte Gonarthrose links (ICD-10:M17.2)

7. Rhizarthrose (ICD-10: M18.0) beidseits

5.5.2  Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielten die 
Gutachter im Verlaufsgutachten was folgt fest (IV-act. 134-8/127):

1. Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, seit 
2014, derzeit weitgehend in Remission (ICD-10: F45.41)

2. Leichte kognitive Störung seit Hirnverletzung im 12. Altersjahr, seither stationär 
(ICD-10: F06.7)

17

3. Symptomatische Epilepsie nach Schädel-Hirn-Trauma in der Kindheit, letzter 
epileptischer Anfall 1987, ohne antiepileptische Medikation seit 2008

4. Metabolisches Syndrom mit/bei
- Adipositas Grad I nach WHO (BMI von 34.5 kg/m2)
- arterieller Hypertonie, schlecht eingestellt
- gemischter Hyperlipidämie

5. Periarthropathia humeroscapularis calcarea rechts

6. Erworbener Knick-Senk-Spreizfuss beidseits

7. Hallux valgus beidseits

8. Nichtorganische Hemihypästhesie rechts

9. Massive Intertrigo subaxillär, intermammär und inguinal beidseits

10. Status nach Venenstripping wegen Varikosis der Vena saphena magna rechts 
im April 2017

5.5.3  In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Pflegehelferin in einem Altersheim 
wurde die Versicherte weiterhin als vollständig arbeitsunfähig beurteilt. Für eine 
behinderungsangepasste, wechselbelastende, überwiegend sitzend 
auszuübende, leichte Tätigkeit wurde aus orthopädisch-
versicherungsmedizinischer Sicht bezogen auf ein volles Pensum eine 
Arbeitsfähigkeit von 70% veranschlagt. Die Einschränkung von 30% ergebe sich 
infolge der reduzierten Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit, vermehrten 
Pausen sowie reduzierter Arbeitsschnelligkeit. Die Tätigkeit dürfe die Versicherte 
auch nicht überfordern und keine Anforderungen beinhalten, welche das 
ausgewiesene intellektuelle und kognitive Leistungsniveau der Versicherten 
übersteigen würden (vgl. IV-act. 134-13/127 Ziff. 4.8).

Unter Ziffer 4.4 des Verlaufsgutachtens wurde aus rheumatologischer bzw. 
orthopädischer Sicht präzisiert, bei der Versicherten bestehe eine limitierte 
Arbeitsfähigkeit für überwiegend im Stehen und Gehen ausgeübte Tätigkeiten 
sowie Tätigkeiten, welche in kniender Körperposition oder im Hocksitz 
durchzuführen seien. Zu meiden seien (IV-act. 134-11f./127):

- Tätigkeiten mit einem beidhändigen, körperfernen Heben von mehr als 2,5 kg bis 
Brustniveau;

- beidhändiges, körpernahes Heben von mehr als 5 kg bis Brustniveau;
- Tätigkeiten in Zwangshaltungen;
- Tätigkeiten mit Rotationsbewegungen des Oberkörpers unter Last bzw. des Kopfes;
- Überkopftätigkeiten (Hyperlordosierung der HWS);
- Tätigkeiten unter Vibration des Achsenorgans;
- Tätigkeiten mit mehr als gelegentliches Treppensteigen;
- Tätigkeiten auf Leitern, Gerüsten oder schrägen Ebenen;
- Tätigkeiten mit einer Gehdauer von mehr als 15 Min. ohne Pause;
- Tätigkeiten im Freien ohne Schutz vor Kälte, Zugluft, Nässe;
- Tätigkeiten auf regennassen, eisglattem oder unebenem Untergrund;
- Tätigkeiten unter Zeitdruck und Akkordarbeiten.

18

Zur Beurteilung der (teilweisen) Arbeits(un)fähigkeit führten die Gutachter 
zusätzlich was folgt aus (IV-act. 134-13f./127 Ziff. 4.9):

Nach eingehendem Studium des IV-Dossiers, der vorliegenden Bildgebung sowie 
insbesondere anhand der heutigen klinischen Untersuchung ist anzumerken, dass 
es bei der Versicherten seit der im November 2016 erfolgten erstmaligen 
Begutachtung zu einer schicksalhaften Verschlechterung des Rheuma-
orthopädischen Gesundheitszustandes gekommen ist. So zeigt sich im Rahmen 
der heutigen Begutachtung, insbesondere im Hinblick auf die Halswirbelsäule, die 
Iliosakralgelenke sowie auf das rechte Kniegelenk eine klinisch und bildtechnisch 
nachweisbare Progredienz der osteoarthrotischen degenerativen Prozesse. Seit 
der letztmaligen versicherungsmedizinischen Einschätzung aus dem Jahre 2016 
ist es bei Frau … daher zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes auf 
rheuma-orthopädischem Fachgebiet gekommen. Aktuell bestehen bei Frau … 
sowohl klinisch als auch radiologisch objektivierbare Funktionseinschränkungen im 
Bereich mehrerer biomechanischer Funktionseinheiten (HWS, LWS, ISG-Gelenke, 
beide Hüftgelenke, rechtes Kniegelenkt), sodass die Versicherte sowohl in der 
Funktion ihrer beiden Beine als auch in der stabilisierenden Funktion des 
Achsenorgans eingeschränkt ist. Die aktenkundigen, im Vergleich zum 
Feststellungsblatt 2016, zusätzlichen Einschränkungen im Bereich der Wirbelsäule 
sowie des rechten Kniegelenkes bedingen daher eine Adaption der 
versicherungsmedizinischen Einschätzung der Versicherten auf rheuma-
orthopädischem Fachgebiet. Nach eingehendem Studium der Aktenlage, der 
Bildgebung sowie insbesondere anhand meiner heutigen klinischen Untersuchung 
gehen wir mit den von den kurativen Kollegen in J.________ erhobenen 
Untersuchungsbefunden, den hieraus abgeleiteten diagnostischen Feststellungen 
sowie der kurativen Versorgung uneingeschränkt einig. Die Einschätzung der 
medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit teilen wir 
indessen nur bedingt. Unter Adaption der schmerztherapeutischen Behandlung 
sehe ich die Versicherte durchaus in der Lage ihre verbliebene Leistungsfähigkeit 
in einer optimal adaptierten Tätigkeit mit einem Pensum von 70% zu verwerten. 
Eine zusätzliche, internistisch, neurologisch oder psychiatrisch bedingte 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist gutachterlich nicht ausgewiesen.

5.5.4  Nach Kenntnisnahme dieses Verlaufsgutachtens vom 25. Juni 2019 erach-
tete der RAD-Arzt Dr.med. K.________ am 15. Juli 2019 eine Rückfrage an die 
Gutachter zu u.a. folgender Thematik als angebracht (IV-act. 135-15/15):

Ab wann hat die Arbeitsfähigkeit von 70% in einer angepassten Tätigkeit Gültig-
keit? Kann weiterhin davon ausgegangen werden, dass ab 14.12.2015 eine 
20%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bestand mit 10%iger Stei-
gerung jeden Monat? Wie ist der genaue Verlauf der Arbeitsfähigkeit in angepass-
ter Tätigkeit seit Ende 2014 (Ablauf des Wartejahres) retrospektiv zu definieren?

5.5.5  In der Antwort vom 22. Juli 2019 führten die Gutachter was folgt aus (IV-
act. 137):

Retrospektiv kann angenommen werden, dass die Versicherte zwischen Dezem-
ber 2014 bis zum 14.12.2015 für jeglichen Tätigkeitsbereich zu 100% arbeitsun-
fähig war. Ab dann bestand für eine leichte, sitzende Tätigkeit wieder eine 20%ige 

19

Arbeitsfähigkeit, welche im weiteren Verlauf pro Monat um 10% hätte gesteigert 
werden können.

Zum Zeitpunkt unserer ersten Begutachtung der Versicherten im Mai 2017 bestand 
aus interdisziplinärer Sicht wieder eine zumutbare Restarbeitsfähigkeit von 80% in 
einer angepassten Verweistätigkeit. Diese wurde allerdings von der Versicherten 
nie realisiert.

Anlässlich unserer Verlaufsbegutachtung der Versicherten Ende Februar/ Anfang 
März 2019 stellten wir aus rheuma-orthopädischer Sicht bei vor allem subjektiv[er] 
Verschlechterung der Schmerzsymptomatik und der freien Gehstrecke eine Re-
duktion der zumutbaren Arbeitsfähigkeit auf 70% [fest]. Diese Zunahme der Ar-
beitsunfähigkeit von 20% auf 30% gilt ab dem Zeitpunkt der Begutachtung, d.h. ab 
März 2019. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit über diese 70% sehen wir in Zu-
kunft als nicht realistisch an.

5.5.6  Auf Veranlassung des behandelnden Psychiaters wurde die Versicherte 
am 18. November 2019 (Montag) und 20. November 2019 (Mittwoch) im Reha-
zentrum J.________ im Rahmen einer neuropsychologischen und rheumatologi-
schen Untersuchung zusätzlich abgeklärt. Die Oberärztin Dr.med. W.________ 
erläuterte in ihrem Bericht vom 25. November 2019 an den behandelnden Psych-
iater unter anderem (IV-act. 145-6/23 oben):

(..) Die neuropsychologische Untersuchung erfolgte in 2 Teilen, der 1. Teil wurde 
für den Vormittag von 10.00 - 11.30 und der 2. Teil für den Nachmittag von 14.00 - 
16.00 geplant. Dazwischen sollte meine rheumatologische Untersuchung stattfin-
den. Die Patientin zeigte sich bereits nach dem ersten Teil der neurophysiologi-
schen Untersuchung total erschöpft und verlangsamt sowie unkonzentriert und von 
Schmerzen nach längerem Sitzen geplagt, weswegen die rheumatologische Ver-
laufsbeurteilung auf den Mittwoch 20.11.2019 verschoben wurde. Die Patientin gab 
starke Schmerzen nach längerem Sitzen während der neuropsychologischen Un-
tersuchung an, ebenso war sie mit dem Verlauf überfordert und zeigte sich durch 
die verstärkten Schmerzen sehr vorsichtig in den Bewegungen, verlangsamt und 
teilweise im Gespräch abwesend. Bedauerlicherweise konnten die von Ihnen ge-
wünschten Untersuchungen nicht durchgeführt werden, bei klar angegebenen feh-
lender Bereitschaft seitens der Patientin.

In der rheumatologischen Verlaufsbeurteilung am 20.11.2019 berichtete die Pati-
entin über eine deutliche Verschlechterung der gesundheitlichen Situation seit dem 
Oktober 2019. Unter anderem ein Auslöser dafür sei das längere Sitzen im Auto 
bei Stau über 2 Stunden gewesen. Frau … gab ebenfalls an, dass sie seit längerer 
Zeit nur max. 30 Minuten am Stück sitzen könne, danach müsse sie aufstehen und 
sich bewegen. Das 2-stündige Sitzen im Auto ohne Positionswechsel führte zu 
massivster Verstärkung der Schmerzsymptomatik mit Verspannungsschmerzen im 
Steissbereich sowie im Nacken- und Schulterbereich mit Ausstrahlungen in beide 
Oberarme mit resultierender Einschränkung der aktiven Schultergelenksbeweg-
lichkeit. (…)

5.5.7 Der behandelnde Psychiater L.________ verwies in seinem für die Versi-
cherte formulierten Einwandschreiben vom 29. November 2019 u.a. auf die im 
Rehazentrum J.________ vorgenommene Arbeitsfähigkeitsbeurteilung (20%) 

20

und postulierte selber eine "Arbeitsfähigkeit von 45%" (vgl. IV-act. 145-2/23 Mit-
te). Unter Einbezug der neuropsychologischen Aspekte gelangte der behandeln-
de Psychiater auf eine "Gesamtarbeitsfähigkeit im Bereich von 35-40%" (vgl. IV-
act. 145-3/23 oben). Abschliessend vertrat dieser Psychiater den Standpunkt, 
dass er "als Kompromiss zwischen IV-Gutachten und den diesem Bericht beilie-
genden Beurteilungen aus dem Rehazentrum J.________" "eine maximale Ar-
beitsfähigkeit von 30% mit optimal an das Behinderungsmuster angepasster 
Tätigkeit als theoretisch vertretbar" erachte (IV-act. 145-4/23 oben).

6.1 Eine gerichtliche Würdigung der vorliegenden Unterlagen ergibt, dass die 
Versicherte medizinisch hinreichend abgeklärt worden ist. Die beiden MEDAS-
Gutachten erfüllen grundsätzlich die von der Rechtsprechung gestellten Anforde-
rungen. Sie beruhen auf eigenen umfangreichen Untersuchungen und eingehen-
der Anamneseerhebung. Namentlich haben sich die Gutachter auch mit den ab-
weichenden Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen der behandelnden Ärzte auseinan-
dergesetzt (IV-act. 134-4f./127; 134-7/127 oben; 134-14/127 oben, wobei eine 
ausführlichere Auseinandersetzung wünschbar gewesen wäre). Die Beurteilung 
der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation leuchtet 
ein. Sodann sind die Schlussfolgerungen der Sachverständigen an sich hinrei-
chend begründet, wenn auch ein Schwachpunkt des Verlaufsgutachtens nicht zu 
übersehen ist, wie in der Beschwerde (S. 16, Ziffer 17) nachvollziehbar ausge-
führt wurde. Denn bei der neuropsychologischen Untersuchung durch Dr.phil. 
Q.________ vom 28. Februar 2019 ergab sich eine leichte bis mittelgradige neu-
ropsychologische Störung (d.h. es fanden sich in 3 kognitiven Teilfunktionen 
deutliche Minderleistungen und weiteren kognitiven Teilleistungen leichte Minder-
leistungen) mit der Konsequenz, dass die Versicherten nur noch einfachere Ar-
beiten ausführen könne (vgl. IV-act. 134-126/127, mittelgradig durch Unterstrei-
chen hervorgehoben). Weiter führte die begutachtende Neuropsychologin aus:

Gemäss den Eigenangaben der Versicherten zu ihren Aktivitäten des täglichen 
Lebens (mitunter Lenken eines Personenkraftwagens) kann der Rückschluss ge-
zogen werden, dass die Versicherte aus rein neuropsychologischer Sicht durchaus 
in der Lage sein müsste, einer einfachen Arbeitstätigkeit nachkommen zu können. 
Aus rein neuropsychologischer Sicht dürfte die Arbeitsfähigkeit in einer Arbeit mit 
eher tieferen kognitiven Anforderungen (was dem Bildungsniveau der Versicherten 
entspricht) maximal 40% eingeschränkt sein.

Zudem führte sie aus, dass sich der aktuelle Schweregrad (leicht bis mittelgradig) 
der aktuellen neuropsychologischen Störung mit dem Befund der neuropsycho-
logischen Voruntersuchung von November 2016 decke (IV-act. 134-127/127). 
Anzufügen ist, dass die meisten Ergebnisse der Performanzvalidierungstests un-
auffällig waren und in einem einzigen Verfahren (Dot countin Test) sich ein auf-

21

fälliges Ergebnis zeigte (als Hinweis auf eine Aggravation von Beschwerden, vgl. 
IV-act. 134-125/127). 

6.2 Bei der Herleitung der massgebenden Diagnosen wurden im Verlaufsgut-
achten lediglich eine leichte kognitive Störung (unter Diagnosen ohne Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit) aufgenommen, indessen in der Konsensbespre-
chung nicht substantiiert diskutiert, weshalb die von der Neuropsychologin aner-
kannte (oben angeführte) Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht zu überneh-
men sei (vgl. IV-act. 134-9/127 Mitte; IV-act. 134-12/127 Mitte; siehe auch IV-act. 
134-50f./127; IV-act. 134-54/127 oben und IV-act. 134-55/127 Ziff. 8.2.1). 

Dieser Aspekt rechtfertigt es im vorliegenden Kontext, dass anstelle der im Ver-
laufsgutachten postulierten Arbeitsfähigkeit von 70% für leidensangepasste 
Tätigkeiten unter Anrechnung der von der Teilgutachterin geschätzten neuropsy-
chologischen Defizite ein etwas höherer Arbeitsunfähigkeitsgrad von 40% veran-
schlagt wird, ohne dass diesbezüglich noch ein weiteres Gutachten nötig wäre 
(wie in der Beschwerde, S. 16 unten, geltend gemacht wird). Ein noch höherer 
Arbeitsfähigkeitsgrad fällt indessen deshalb ausser Betracht, weil - ungeachtet 
der neuropsychologischen Untersuchung - doch mehrfach Anhaltspunkte für eine 
deutliche Selbstlimitierung der Versicherten aktenkundig sind (vgl. oben, Erw. 
5.2; IV-act. 134-13/127 Ziff. 4.6; IV-act. 134-41/127 Ziff. 7.3; IV-act. 134-53/127 
Ziff. 7.3; IV-act. 134-66/127 Ziff. 7.3).

6.3 Entgegen der Argumentation in der Beschwerde (S. 14) vermag auch die 
im Rahmen der Verlaufsbegutachtung durchgeführten bildgebenden (radiologi-
schen) Abklärungen einer gerichtlichen Überprüfung standzuhalten, nachdem am 
26. Februar 2019 in der Praxis Dr. X.________ eine nativradiologische Bildge-
bung hinsichtlich des Beckens, des linken Kniegelenks (in zwei Ebenen), der 
rechten Kniegelenks (in zwei Ebenen), der HWS (in zwei Ebenen) und der LWS 
(in zwei Ebenen) erfolgte. Dass im betreffenden Verlaufsgutachten die Ergebnis-
se dieser aktuellen, vor der Erstattung des Gutachtens durchgeführten Zusatzab-
klärungen in Worten beschrieben und kommentiert wurde (vgl. IV-act. 134-
92ff./127), gibt keinen Anlass zur Beanstandung.

6.4 Soweit in der Beschwerde (S. 9, Ziff. 10) kritisiert wird, die Gutachter hätten 
es unterlassen zu erklären, wie eine optimal leidensadaptierte, wechselbelasten-
de Tätigkeit in ergonomischer Hinsicht auszusehen hätte, ist der Versicherten 
entgegenzuhalten, dass diesbezüglich keine überspitzten Anforderungen gestellt 
werden dürfen, zumal wenn relevante Anhaltspunkte für ein selbstlimitierendes 
Verhalten vorliegen. Namentlich übersieht die Beschwerdeführerin, dass die 
Gutachter negativ umschrieben haben, welche Beanspruchungen des Körpers zu 

22

vermeiden seien bzw. nicht in Frage kommen (vgl. oben Erw. 5.5.3). Mit anderen 
Worten handelt es sich bei den nach dem Aktenstand grundsätzlich zumutbaren 
Arbeiten um leichte wechselbelastende, weitgehend sitzend auszuübende Tätig-
keiten (mit der Möglichkeit zwischendurch aufzustehen), mit den genannten Ge-
wichtslimiten, ohne Zwangshaltungen und Rotationsbewegungen des Oberkör-
pers unter Lasten, ohne Arbeiten auf Leitern, Gerüsten oder unebenem Boden 
(etc., siehe die Auflistung in IV-act. 134-11f./127 Ziff. 4.4 e contrario). Im Einklang 
damit steht auch, dass die Versicherte weiterhin in der Lage ist, einen Perso-
nenwagen zu lenken (ohne ununterbrochenes Sitzen von rund 2 Stunden, d.h. 
nach rund 30 Minuten eine Pause bzw. Positionswechsel benötigt, IV-act. 145-
6/23 oben), was das Vorhandensein von entsprechenden Ressourcen belegt.

6.5 Beizupflichten ist der Argumentation in der Beschwerde (S. 9 unten), dass 
eine retrospektive Beurteilung des zumutbaren Arbeits(un)fähigkeitsgrades 
Schwierigkeiten bereitet. Allerdings bestünden die gleichen Schwierigkeiten wei-
ter, wenn diesbezüglich ein zusätzliches Gutachten eingeholt würde. Bei dieser 
Sachlage gibt es keinen anderen Ansatz, als den Verlauf des massgebenden Ar-
beitsfähigkeitsgrades nach Massgabe der vorhandenen Unterlagen zu schätzen. 
Dabei kann den begutachtenden Sachverständigen keine Überschreitung des ih-
nen zuzugestehenden Beurteilungsspielraums vorgehalten werden, wenn sie seit 
der für Dezember 2015 attestierten Arbeitsfähigkeit von 20% für angepasste Ar-
beiten grundsätzlich von einer kontinuierlich ansteigenden Arbeitsfähigkeit in 
Schritten von +10% pro Folgemonat ausgegangen sind. Dass die Versicherte die 
erwähnte Steigerung nicht umgesetzt hat, ist grundsätzlich auf das aktenkundige, 
selbstlimitierende Verhalten der Versicherten zurückzuführen, daraus kann sie 
hier nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

Der im ersten MEDAS-Gutachten veranschlagte Arbeitsfähigkeitsgrad (von 80% 
für leidensangepasste Arbeiten) beschränkt sich nach der Aktenlage grundsätz-
lich auf eine Zeitdauer von Juni 2016 bis längstens Juli 2018, nachdem die im 
Verlaufsgutachten attestierte Verschlechterung (vgl. IV-act. 134-13/127 Ziff. 4.9) 
nicht erst ab dem Zeitpunkt der neuen Untersuchungen einsetzte, sondern be-
reits einige Zeit früher, weshalb nach Massgabe der Aktenlage ermessensweise 
an die ambulante Behandlung in J.________ (ab 27.8.2018, vgl. IV-act. 111) an-
zuknüpfen ist.

6.6 Demnach ist nach dem Gesagten (in Anlehnung an die Zusammenstellung 
in der vorinstanzlichen Vernehmlassung, S. 3) von folgenden, teilweise korrigier-
ten Arbeitsfähigkeitsgraden für leidensangepasste leichte Arbeiten auszugehen:

0 % AF Dezember 2013 bis November 2015
20 % AF im Dezember 2015

23

30 % AF im Januar 2016
40 % AF im Februar 2016
50 % AF im März 2016
60 % AF im April 2016
70 % AF im Mai 2016
80 % AF ab Juni 2016 bis Juli 2018
60 % AF ab August 2018

7. Die Festlegung der massgebenden Arbeitsfähigkeitsgrade für leidensange-
passte leichte Tätigkeiten führt im Rahmen des Einkommensvergleichs zu den 
nachfolgend hergeleiteten Invaliditätsgraden.

7.1 Das Valideneinkommen bei einer Erwerbstätigkeit von 100% im Gesund-
heitsfall ergibt nach Massgabe der von Vorinstanz herangezogenen Parametern 
(Jahreseinkommen 2013 von 38'200 bei 70%-Pensum, IV-act. 7-2/13 Ziffer 2.9f.) 
für Dezember 2015 einen hochgerechneten Betrag von aufgerundet Fr. 55'384.-- 
[38'220 : 70 x 100 = 54'600; indexiert per 2016: geteilt durch Indexzahl Nomi-
nallöhne Frauen 2013 von 2648 x Indexzahl für 2015 von 2686, ergibt 55'383.53, 
siehe auch Beschwerde S. 10, Ziff. 11 lit. a].

Ab Januar 2016 ist ein Valideneinkommen von aufgerundet Fr. 55'858.-- zu ver-
anschlagen [54'600 : 2648 x 2709 = 55'857.77, siehe auch Beschwerde, S.10f., 
Ziff. 11 lit. b, lit. c etc.].

7.2.1  Beim Invalideneinkommen sind sich die Parteien einig, dass grundsätzlich 
an die Tabellenlöhne anzuknüpfen ist, welche für Dezember 2015 von der Lohn-
strukturerhebung (LSE) 2014 herzuleiten sind (Tabelle TA1, Frauen Kompetenz-
niveau 1, indexiert auf 2015), was bei einem für Dezember 2015 geltenden Ar-
beitsfähigkeitsgrad von 20% einen Betrag von Fr. 10'811.-- ergibt [54'055 x 0.2] 
(vgl. auch IV-act. 151-5/10 oben i.V.m. mit der Beschwerde, S. 10 Ziff. 11 lit. a). 
Ab Januar 2016 resultiert ein etwas höherer Durchschnittsverdienst, welcher bei 
einem Pensum von 100% und indexiert per 2016 als Ausgangswert mit Fr. 
54'581.-- anzunehmen ist (und jedenfalls nach Massgabe des entsprechenden 
Arbeitsfähigkeitsgrades noch herabzusetzen ist).

7.2.2  Uneinig sind sich die Parteien hinsichtlich der Fragestellung, ob bei der 
Festlegung des massgebenden Invalideneinkommens ein leidensbedingter Ab-
zug in Frage kommt (oder nicht). Während die Vorinstanz auch noch in ihrer Ver-
nehmlassung (S. 4) einen solchen Abzug kategorisch ablehnt (u.a. mit der sinn-
gemässen Begründung, dass das selbstlimitierende Verhalten der Versicherten 
keinen Abzug zulasse), wird in der Beschwerde (Ziff. 12) ein Abzug von mindes-
tens 10% beantragt.

24

7.2.3  Auch wenn die beiden MEDAS-Gutachten eindeutige Anhaltspunkte für ein 
selbstlimitierendes Verhalten ergeben haben (siehe oben), erweist sich die Hal-
tung der Vorinstanz, überhaupt keinen leidensbedingten Abzug zu gewähren, als 
zu streng. Denn das fortgeschrittene Alter, die fehlende berufliche Ausbildung, 
die geringen erwerblichen Erfahrungen sowie die nach der Aktenlage doch er-
heblich eingeschränkte Einsetzbarkeit der Versicherten (vgl. die in Erwägung 
5.5.3 enthaltene Auflistung der zu meidenden Körperhaltungen/ Belastungen 
etc.) rechtfertigen es insgesamt, mindestens einen leidensbedingten Abzug von 
10% zu gewähren. 

7.3 Aus diesen dargelegten Gründen kommen zur Festlegung des massge-
benden IV-Grades folgende Berechnungen zur Anwendung (korrigierte Fassun-
gen in Anlehnung an IV-act. 151-5ff./10 und Beschwerde, S. 10f.): 

7.3.1 Arbeitsfähigkeitsgrad 20% im Dezember 2015
Valideneinkommen Fr. 55'384.--
Invalideneinkommen (10'811 x 0.90) Fr. 9'729.90
Erwerbseinbusse Fr. 45'654.10
IV-Grad 82.4%

7.3.2 Arbeitsfähigkeitsgrad 30% ab Januar 2016
Valideneinkommen Fr. 55'858.--
Invalideneinkommen (54'581 x 0.30 x 0.90) Fr. 14'736.85
Erwerbseinbusse Fr. 41'121.15
IV-Grad 73.6%

7.3.3 Arbeitsfähigkeitsgrad 40% ab Februar 2016
Valideneinkommen Fr. 55'858.--
Invalideneinkommen (54'581 x 0.40 x 0.90) Fr. 19'649.15
Erwerbseinbusse Fr. 36'208.85
IV-Grad 64.8%

7.3.4 Arbeitsfähigkeitsgrad 50% ab März 2016
Valideneinkommen Fr. 55'858.--
Invalideneinkommen (54'581 x 0.50 x 0.90) Fr. 24'561.45
Erwerbseinbusse Fr. 31'296.55
IV-Grad 56.0%

7.3.5 Arbeitsfähigkeitsgrad 60% ab April 2016
Valideneinkommen Fr. 55'858.--
Invalideneinkommen (54'581 x 0.60 x 0.90) Fr. 29'473.75
Erwerbseinbusse Fr. 26'384.25
IV-Grad 47.2%

7.3.6 Arbeitsfähigkeitsgrad 70% ab Mai 2016

25

Valideneinkommen Fr. 55'858.--
Invalideneinkommen (54'581 x 0.70 x 0.90) Fr. 34'386.--
Erwerbseinbusse Fr. 21'472.--
IV-Grad 38.4%

7.3.7 Arbeitsfähigkeitsgrad 80% ab Juni 2016 (bis Juli 2018) 
Valideneinkommen Fr. 55'858.--
Invalideneinkommen (54'581 x 0.80 x 0.90) Fr. 39'298.30
Erwerbseinbusse Fr. 16'559.70
IV-Grad 29.6%

7.3.8 Arbeitsfähigkeitsgrad 60% ab August 2018
Valideneinkommen Fr. 55'858.--
Invalideneinkommen (54'581 x 0.60 x 0.90) Fr. 29'473.75
Erwerbseinbusse Fr. 26'384.25
IV-Grad 47.2%

7.4 Nach diesen Ausführungen ist unter Berücksichtigung von Art. 88a IVV 
(wonach eine Verbesserung bzw. Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit 
grundsätzlich spätestens nach 3 Monaten zu berücksichtigen ist) der Rentenan-
spruch der Versicherten wie folgt anzupassen:

- Anspruch auf eine ganze Rente bis 30. April 2016 (statt bis 30.11.2015 gemäss 
den angefochtenen Verfügungen);

- Anspruch auf eine Dreiviertelsrente ab 1. Mai 2016 (statt ab 1.12.2015);

- Anspruch auf eine halbe IV-Rente ab 1. Juni 2016 (statt ab 1.01.2016);

- Anspruch auf eine IV-Viertelsrente ab 1. Juli 2016 bis 30. September 2016 sowie 
unbefristet ab 1. November 2018 (statt ab 1.02.2016 bis 31.05.2016).

Hervorzuheben ist, dass das vorliegende Gesamtergebnis grundsätzlich auch 
Elemente einer Vergleichslösung ex aequo et bono enthält. 

Im Übrigen ist es Sache der Verwaltung, die entsprechenden Rentennachzah-
lungen zu berechnen und auszurichten. 

8. Mit den vorstehend gewährten Rentenleistungen wird dem Leistungsan-
spruch der Beschwerdeführerin hinreichend Rechnung getragen. Soweit sie noch 
zusätzliche IV-Leistungen fordert, steht diesen Forderungen das gutachtlich fest-
gestellte selbstlimitierende Verhalten der Versicherten entgegen. Dies gilt na-
mentlich auch für das Begehren, wonach ihr Eingliederungsmassnahmen zu ge-
währen seien. Es ist aktenkundig, dass die Versicherte von der Vorinstanz bei 
der Eingliederung mehrfach unterstützt wurde (vgl. IV-act. 8; IV-act. 11-2/3 Mitte; 
IV-act. 79; IV-act. 81; IV-act. 104; IV-act. 105), allerdings fühlte sich die Versi-

26

cherte nach der Aktenlage grundsätzlich als nicht arbeitsfähig, weshalb die Ein-
gliederungsbemühungen von Seiten der IV-Stelle beendet wurden (vgl. IV-act- 
104-2/3 oben und namentlich IV-act. 104-3/3 in fine, Schlussbemerkung der zu-
ständigen Eingliederungsfachperson der Vorinstanz: "Von Seiten Eingliederung 
schliesse ich ab, da eine Integration in den 1. AM für die vP und Dr. L.________ 
nicht realistisch ist"). Sollte die Versicherte von ihrer Überzeugung, wonach sie 
keine Erwerbsarbeit mehr ausführen könne, abrücken und ihr selbstlimitierendes 
Verhalten ändern, steht es ihr grundsätzlich frei, sich erneut bei der IV-Stelle für 
Arbeitsvermittlung (etc.) zu melden.

9. Bei diesem dargelegten Ergebnis hat das Gericht auch keinen Anlass, ei-
nen weiteren Schriftenwechsel durchzuführen. Soweit die Beschwerdeführerin 
bzw. ihr Rechtsvertreter in den vorliegenden Beschwerden die Durchführung ei-
nes zweiten Schriftenwechsels beantragen, drängen sich folgende Bemerkungen 
auf. Nach ständiger Rechtsprechung bildet der einmalige Schriftenwechsel in der 
Verwaltungsrechtspflege die Regel. Nach § 41 Verwaltungsrechtspflegegesetz 
(VRP; SRSZ 234.110) i.V.m. Art. 61 Satz 1 sowie lit. a ATSG kann die Rechtsmit-
telinstanz auf Antrag der Vorinstanz oder der Parteien oder von Amtes wegen ei-
nen zweiten Schriftenwechsel anordnen. Es steht somit im Ermessen der Be-
schwerdeinstanz, ob sie einen zweiten Schriftenwechsel durchführt oder nicht. 
Dieser kann nach der Praxis zur Wahrung des rechtlichen Gehörs u.a. dann an-
geordnet werden, wenn die Beschwerdeinstanz im Entscheid auf erstmals in der 
Vernehmlassung vorgetragene Sachdarstellungen abstellen will, wenn die Be-
schwerdeinstanz neu eingetretene oder ausser acht gelassene Tatsachen ihrem 
Entscheid zugrunde legen will oder wenn die Beschwerdeinstanz einen Prozess 
gestützt auf einen von keiner Partei angerufenen Rechtsgrund, dessen Heran-
ziehung von den Beteiligten nicht vorausgesehen werden kann, entscheiden will 
(vgl. VGE I 2012 80 vom 16.10.2012 Erw. 7 mit Hinweisen). Diese Vorausset-
zungen für die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels sind vorliegend nicht 
gegeben.

Sodann wird von der Versicherten nicht substantiiert begründet, weshalb ein 
zweiter Schriftenwechsel nötig sein soll. Nach geltender Praxis ist es zudem nicht 
zulässig, den Antrag für einen zweiten Schriftenwechsel "auf Vorrat" (bzw. vor-
sorglich) zu stellen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist ein schon in 
der Verwaltungsgerichtsbeschwerde gestellter Antrag auf Anordnung eines zwei-
ten Schriftenwechsels verfrüht, da ein Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt 
noch gar nicht beurteilen kann, ob aus seiner Sicht eine Stellungnahme zu den 
Eingaben der Beschwerdegegner oder der Vorinstanz erforderlich sein wird (sie-
he Bundesgerichtsurteile 4A_59/2008 vom 20.6.2008 Erw. 1; 8C_549/2007 vom 

27

30.5.2008 Erw. 3; URP 2005 S. 563 = Bundesgerichtsurteil 1A.276/2004 vom 
12.7.2005 Erw. 2).

Schliesslich wird von einer Partei, welche eine Eingabe ohne Fristansetzung er-
hält und dazu Stellung nehmen will, nach höchstrichterlicher Rechtsprechung er-
wartet, dass sie ihre Stellungnahme umgehend einreicht bzw. zumindest umge-
hend eine entsprechende Fristansetzung beantragt. Ansonsten geht das Bun-
desgericht davon aus, dass die Partei auf eine weitere Eingabe verzichte (vgl. 
Bundesgerichtsurteil 93_757/2017 vom 5.10.2018 Erw. 1.2 mit Hinweis). Mit an-
deren Worten ist das Stillschweigen der Beschwerdeführerin nach Kenntnisnah-
me der vorinstanzlichen Vernehmlassung als konkludenter Verzicht auf eine wei-
tere Stellungnahme zu qualifizieren.

Aus diesen dargelegten Gründen ist kein weiterer Schriftenwechsel durchzu-
führen.

10.1 Dem vorliegenden Ergebnis entsprechend werden die Verfahrenskosten 
der Vorinstanz zu ¾ und der Beschwerdeführerin zu ¼ auferlegt. Von einem In-
kasso des Anteils der Beschwerdeführerin wird unter Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege derzeit abgesehen.

10.2 Analog wird der beanwalteten Beschwerdeführerin für ihr dargelegtes Ob-
siegen zulasten der Vorinstanz eine (etwas reduzierte) Parteientschädigung zu-
gesprochen. 

Das Anwaltshonorar wird in Beachtung des Gebührentarifs für Rechtsanwälte 
(GebTRA; SRSZ 280.411), welcher für Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in 
§ 14 GebTRA einen Honorarrahmen von Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-- vorsieht sowie 
unter Beachtung der in § 2 des Gebührentarifs enthaltenen Kriterien (Wichtigkeit 
der Streitsache, ihrer Schwierigkeit, dem Umfang und der Art der Arbeitsleistung 
sowie dem notwendigen Zeitaufwand) und in Ausübung des pflichtgemässen 
Ermessens auf Fr. 2'400.-- (inkl. Auslagen und MwSt) festgelegt. 
Soweit die Beschwerdeführerin vor Gericht nicht obsiegt, wird ihr die unentgeltli-
che Rechtsverbeiständung gewährt und das entsprechende Honorar nach den 
gleichen, vorerwähnten Grundsätzen auf Fr. 800.-- festgelegt.

28

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen. 
Die angefochtenen Verfügungen vom 31. März 2020 werden dahingehend 
abgeändert, dass der Anspruch der Versicherten auf IV-Rentenleistungen 
wie folgt festgelegt wird:

Für den Zeitraum vom 1.01.2015 bis 30.04.2016:
- Anspruch auf eine ganze IV-Rente (IV-Grad über 82%);

Für den Zeitraum vom 1.05.2016 bis 31.05.2016
- Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (IV-Grad 65%);

Für den Zeitraum vom 1.06.2016 bis 30.06.2016
- Anspruch auf eine halbe IV-Rente (IV-Grad 56%);

Für den Zeitraum vom 1.07.2016 bis 30.09.2016 sowie unbefristet ab 1.11.2018
- Anspruch auf eine Viertelsrente (IV-Grad 47%).

2. Die Ermittlung und Nachzahlung der Rentenbeträge (inkl. Kinderrenten) ist 
Sache der Verwaltung. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

3. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 500.-- festgelegt und der Vorinstanz 
zu ¾ (Fr. 375.--) sowie der Beschwerdeführerin zu ¼ (Fr. 125.--) auferlegt. 
Die Vorinstanz hat ihren Verfahrenskostenanteil von Fr. 375.-- innert 30 
Tagen seit Zustellung dieses Entscheids auf das PC-Konto 60-22238-6 des 
Verwaltungsgerichts zu bezahlen. Der andere (der Beschwerdeführerin 
auferlegte) Verfahrenskostenanteil von Fr. 125.-- wird infolge Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege und mit Vorbehalt der Rückerstattungs-
pflicht auf die Gerichtskasse genommen.

4. Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der IV-Stelle für das dargelegte 
Obsiegen im Verfahren vor Gericht eine reduzierte Parteientschädigung 
von Fr. 2'400.-- (inkl. Auslagen und MwSt) zugesprochen. 

Soweit sie unterliegt, wird ihr die unentgeltliche Rechtsverbeiständung ge-
währt und Rechtsanwalt lic.iur. B.________ als unentgeltlicher Rechtsbei-
stand bestellt. Das ihm zu Lasten des Verwaltungsgerichts zustehende Ho-
norar (inkl. Auslagen und MwSt) wird auf Fr. 800.-- festgelegt.

5. Die Beschwerdeführerin hat die Beträge von Fr. 125.-- (Verfahrenskosten-
anteil und Fr. 800.-- (unentgeltliche Rechtsverbeiständung) dem Gericht 
zurückzuerstatten, wenn sie dazu innert 10 Jahren seit Rechtskraft dieses 
Entscheides in der Lage ist (§ 75 Abs. 3 VRP).

29

6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungs-
beschwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rech-
ten gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

7. Zustellung an:
- den Vertreter der Beschwerdeführerin (2/R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen (A).

Schwyz, 11. August 2020

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Der Gerichtsschreiber:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 25. August 2020