# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c8352860-7627-5619-bc01-5fc044c149aa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-05-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.05.2025 F-6058/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6058-2023_2025-05-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6058/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  M a i  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Susanne Genner (Vorsitz), 

Richterin Christa Preisig,  

Richter Daniele Cattaneo,    

Gerichtsschreiberin Selina Schmid. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, geboren am (…), Syrien,  

vertreten durch Claudio Ludwig, Rechtsschutz für  

Asylsuchende, Bundesasylzentrum Region Zürich,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver-

fahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG); Verfügung des SEM 

vom 27. Oktober 2023 / N (…). 

 

 

 

F-6058/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 9. Oktober 2023 in der Schweiz um 

Asyl. Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der europäischen Fingerab-

druck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am 23. September 2023 in Kro-

atien um Asyl ersucht hatte. 

B.  

Die Vorinstanz gewährte dem Beschwerdeführer am 24. Oktober 2023 das 

rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid und der 

Möglichkeit der Überstellung nach Kroatien, dessen Zuständigkeit für die 

Behandlung des Asylgesuchs grundsätzlich in Frage komme.  

C.  

Die kroatischen Behörden hiessen das Gesuch der Vorinstanz vom 11. Ok-

tober 2023 um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 

Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfol-

gend: Dublin-III-VO) am 25. Oktober 2023 gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dub-

lin-III-VO gut. 

D.  

Mit Verfügung vom 27. Oktober 2023 (gleichentags eröffnet) trat die Vor-

instanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete 

seine Überstellung nach Kroatien an und forderte ihn auf, die Schweiz am 

Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen.  

E.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 3. November 2023 gelangte der Beschwer-

deführer an das Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die angefoch-

tene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen, damit diese das Verfahren fortführe und neu über das Ein-

treten auf sein Asylgesuch entscheide. Eventualiter sei die Vorinstanz an-

zuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten. Es sei der vorliegenden Be-

schwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und ihm sei die unentgelt-

liche Rechtspflege zu gewähren. 

F-6058/2023 

Seite 3 

F.  

Am 6. November 2023 ordnete die Instruktionsrichterin gestützt auf Art. 56 

VwVG einen superprovisorischen Vollzugsstopp an. 

G.  

Mit Verfügung vom 10. November 2023 erteilte die Instruktionsrichterin der 

Beschwerde die aufschiebende Wirkung, hiess das Gesuch um unentgelt-

liche Prozessführung gut und setzte der Vorinstanz Frist an zur Einreichung 

einer Vernehmlassung. 

H.  

Mit Vernehmlassung vom 27. November 2023 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer replizierte mit 

Schreiben vom 18. Dezember 2023. 

I.  

Die Vorinstanz reichte am 29. Januar 2024 die Duplik ein, der Beschwer-

deführer am 19. Februar 2024 die Triplik. 

J.  

Am 22. Februar 2024 teilte das Bundesverwaltungsgericht den Parteien 

den Abschluss des Schriftenwechsels mit. 

K.  

Im Anschluss liess das Bundesverwaltungsgericht die Eheurkunde sowie 

das Video der religiösen Ehezeremonie übersetzen. 

L.  

Mit Zwischenverfügung vom 8. Mai 2024 sistierte das Bundesverwaltungs-

gericht das vorliegende Verfahren bis zum Zeitpunkt des rechtskräftigen 

Urteils im Verfahren A-1433/2024 in Sachen B._______ (Partnerin des Be-

schwerdeführers, N (…); fortan: B._______) betreffend Datenberichtigung 

im Zentralen Migrationsinformationssystem ZEMIS. 

M.  

Der Beschwerdeführer reichte am 19. Juli 2024 ein weiteres Beweismittel 

(Beschluss syrisches Scharia-Gericht vom 23. Mai 2024) ein. Im Anschluss 

liess das Bundesverwaltungsgericht den Beschluss des Scharia-Gerichts 

übersetzen.  

  

F-6058/2023 

Seite 4 

N.  

Mit Zwischenverfügung vom 7. November 2024 hob das Bundesverwal-

tungsgericht die Sistierung des Verfahrens auf und übermittelte die Ein-

gabe vom 19. Juli 2024 an die Vorinstanz.  

O.  

Die Vorinstanz reichte am 21. November 2024 eine Stellungnahme ein. Der 

Beschwerdeführer nahm diesbezüglich mit Eingabe vom 10. Dezember 

2024 Stellung und reichte weitere Beweismittel – insbesondere einen Arzt-

bericht betreffend die Schwangerschaft von B._______ – ein. Die Vo-

rinstanz liess sich am 6. Januar 2025 vernehmen.  

P.  

Mit Instruktionsverfügung vom 14. Januar 2025 setzte das Bundesverwal-

tungsgericht dem Beschwerdeführer Frist an, seine Vaterschaft zu bele-

gen. Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 13. Februar 2025 eine 

entsprechende Stellungnahme ein.  

Q.  

Am 20. Februar 2024 stellte das Bundesverwaltungsgericht der Vorinstanz 

die Eingabe vom 13. Februar 2025 zur Kenntnisnahme zu und teilte den 

Parteien erneut den Abschluss des Schriftenwechsels mit. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG 

[SR 142.31]). 

1.2 Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übri-

gen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist 

[Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) sind erfüllt. Auf die 

Beschwerde ist einzutreten.  

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

F-6058/2023 

Seite 5 

3.  

3.1 Im Verwaltungsverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz (Art. 12 ff. 

VwVG). Die Behörden sorgen – unter Vorbehalt der Mitwirkungspflichten 

der Parteien – für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts (BGE 140 I 285 E. 6.3.1). Die unrichtige oder unvoll-

ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts kann nach 

Art. 49 Bst. b VwVG gerügt werden. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststel-

lung beispielsweise dann, wenn der Verfügung ein aktenwidriger bezie-

hungsweise nicht weiter belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. 

Unvollständig ist die Sachverhaltsfeststellung dann, wenn die Behörde 

trotz der geltenden Untersuchungsmaxime den Sachverhalt nicht von Am-

tes wegen rechtsgenüglich abgeklärt oder nicht alle für den Entscheid we-

sentlichen Sachumstände berücksichtigt hat (vgl. BENJAMIN SCHINDLER, in: 

Kommentar zum VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 49 N. 29). Der Untersuchungs-

grundsatz gilt nicht absolut. Er findet seine Grenze in der Pflicht der Partei, 

an der Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts mitzuwirken 

(Art. 13 Abs. 1 VwVG). 

3.2  

3.2.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe die geltend ge-

machte Ehe zu seiner sich in der Schweiz aufhaltenden Ehefrau einzig un-

ter dem Blickwinkel geprüft, ob der Eheschluss bei staatlichen Stellen re-

gistriert worden sei. Sie hätte jedoch weiter abzuklären gehabt, ob und un-

ter welchen Voraussetzungen die geltend gemachte Eheschliessung ge-

mäss den Vorschriften der verschiedenen ausländischen Rechtsordnun-

gen – welche Bezugspunkte zum vorliegenden Fall aufweisen würden – 

ohne behördliche Mitwirkung gültig geschlossen worden und damit in der 

Schweiz anzuerkennen sei.  

3.2.2 Der Sachverhalt wurde von der Vorinstanz diesbezüglich vollständig 

festgestellt. Namentlich hielt sie sinngemäss fest, dass sich der Beschwer-

deführer und B._______ in der Türkei religiös vermählt hätten, jedoch keine 

Registrierung bei den staatlichen Stellen in Syrien erfolgt sei. Bei den Fra-

gen, ob und unter welchen Voraussetzungen die geltend gemachte Ehe-

schliessung gemäss den Vorschriften der verschiedenen ausländischen 

Rechtsordnungen ohne behördliche Mitwirkung gültig geschlossen worden 

und damit in der Schweiz anzuerkennen ist, handelt es sich entgegen der 

Ansicht des Beschwerdeführers um Rechts- und keine Tatfragen. Wie die 

nachfolgenden Erwägungen zeigen werden, hat das Bundesverwaltungs-

gericht die Gültigkeit der Ehe gestützt auf weitere Voraussetzungen 

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Seite 6 

überprüft und die Rechtsfrage, ob die Ehe in der Schweiz anerkennbar ist, 

entsprechend beantwortet.  

3.3  

3.3.1 Der Beschwerdeführer bringt des Weiteren vor, seine Ehefrau 

B._______ sei nicht zum Eheschluss angehört worden. Sollte das Bundes-

verwaltungsgericht zum Schluss kommen, es sei bisher nicht erstellt, dass 

die Eheschliessungszeremonie in der Türkei stattgefunden habe, so wäre 

die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese B._______ so-

wie ihn dazu anhöre und befrage. 

3.3.2 Wie sich nachfolgend (vgl. E. 9.1.1) zeigen wird, gilt als erstellt, dass 

die Eheschliessungszeremonie zwischen dem Beschwerdeführer und 

B._______ in der Türkei stattgefunden hat. Auch diesbezüglich wurde der 

Sachverhalt nicht unvollständig festgestellt. 

3.4  

3.4.1 Der Beschwerdeführer bringt zuletzt vor, die Vorinstanz hätte 

B._______ im Zusammenhang mit der Schutzwürdigkeit der Beziehung zu 

der Intensität ihrer Beziehung zum Beschwerdeführer befragen müssen.  

3.4.2 Der Vorinstanz ist zuzustimmen, wenn diese im Rahmen der Ver-

nehmlassung vorbringt, auf eine Befragung von B._______ habe aufgrund 

der klaren Umstände verzichtet werden dürfen. So bestand die Beziehung 

zwischen den Partnern zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen 

Verfügung erst seit rund einem halben Jahr und sie lebten zum damaligen 

Zeitpunkt nicht zusammen. Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass eine 

entsprechende Befragung im Rahmen der Anhörung von B._______ nach 

Art. 29 AsylG vom 4. Januar 2024 (fortan: Anhörung; vgl. insbesondere 

S. 12 ff.) erfolgt ist. Auch zum jetzigen Zeitpunkt erweist sich der Sachver-

halt als genügend erstellt. 

3.5 Entsprechend ist die Sache nicht zur weiteren Abklärung des Sachver-

halts an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer beantragt im Rahmen der Replik, es sei im Be-

darfsfall beim Schweizerischen Institut für Rechtsvergleichung ein Gutach-

ten über den Bestand der geltend gemachten Ehe nach syrischem Ehe-

recht sowie die daraus folgende Anerkennungsfähigkeit der Ehe nach 

schweizerischem internationalem Privatrecht einzuholen.  

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Seite 7 

4.2 Wie sich nachfolgend (vgl. E. 12) zeigen wird, ist die Einholung eines 

Rechtsgutachtens nicht notwendig, weshalb der entsprechende Antrag des 

Beschwerdeführers abzuweisen ist. 

5.  

5.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des zuständigen Staats prüft das 

SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO. Führt diese Prü-

fung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die Prüfung des 

Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betreffende Mit-

gliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung explizit oder implizit 

zugestimmt hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2). 

5.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaats wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen eines 

Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet grundsätzlich keine 

(erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III statt (vgl. zum Ganzen 

BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1). 

5.3 Der Mitgliedstaat, bei dem der erste Antrag auf internationalen Schutz 

gestellt wurde, ist gehalten, einen Antragsteller, der sich ohne Aufenthalts-

titel im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats aufhält oder dort einen 

Antrag auf internationalen Schutz gestellt hat, nachdem er seinen ersten 

Antrag noch während des Verfahrens zur Bestimmung des zuständigen 

Mitgliedstaats zurückgezogen hat, nach den Bestimmungen der Artikel 23, 

24, 25 und 29 wieder aufzunehmen, um das Verfahren zur Bestimmung 

des zuständigen Mitgliedstaats zum Abschluss zu bringen (Art. 20 Abs. 5 

Dublin-III-VO).  

5.4 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller an den zunächst als 

zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grundrechte-

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Seite 8 

charta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mitglied-

staat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um festzu-

stellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann. 

Kann keine Überstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund der 

Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten Mit-

gliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so wird 

der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat der zuständige Mitgliedstaat 

(Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).  

5.5 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht ist zwingend auszuüben, wenn die Überstellung 

der betroffenen Person in den an sich zuständigen Mitgliedstaat zu einer 

Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der Schweiz führen würde 

(BVGE 2015/9 E. 8.2.1).  

5.6 Gemäss Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311) kann zudem das SEM das Asylgesuch «aus huma-

nitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO 

ein anderer Staat zuständig wäre. Bei dieser Entscheidung kommt dem 

SEM Ermessen zu; das Bundesverwaltungsgericht darf sein eigenes Er-

messen nicht an dessen Stelle setzen (BVGE 2015/9 E. 7.6 und E. 8.1 in 

fine).  

6.  

Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers ergab, dass er 

am 23. September 2023 in Kroatien um Asyl ersucht hatte. Die kroatischen 

Behörden stimmten dem Wiederaufnahmeersuchen der Vorinstanz ge-

stützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO zu. Somit sind sowohl die Antrags-

stellung in Kroatien als auch der Umstand, dass das kroatische Verfahren 

zur Bestimmung des für das Asylgesuch des Beschwerdeführers zuständi-

gen Mitgliedstaats gemäss Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO noch nicht abge-

schlossen wurde, als erstellt zu betrachten mit der Folge, dass das Verfah-

ren nach einer Überstellung des Beschwerdeführers fortgesetzt wird. Zu-

sammenfassend ist die Zuständigkeit Kroatiens grundsätzlich gegeben. 

  

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Seite 9 

7.  

7.1 Der Beschwerdeführer beruft sich – gestützt auf seine Beziehung mit 

B._______, welche in der Schweiz am 17. August 2023 ein Asylgesuch ge-

stellt hat – auf eine Zuständigkeit der Schweiz basierend auf Art. 10 Dublin-

III-VO. 

7.2 Hat ein Antragsteller in einem Mitgliedstaat einen Familienangehöri-

gen, über dessen Antrag auf internationalen Schutz noch keine Erstent-

scheidung in der Sache ergangen ist, so ist dieser Mitgliedstaat für die Prü-

fung des Antrags auf internationalen Schutz zuständig, sofern die betref-

fenden Personen diesen Wunsch schriftlich kundtun (Art. 10 Dublin-III-

VO). Als «Familienangehörige» gilt unter anderem der Ehegatte des An-

tragstellers oder sein nicht verheirateter Partner, der mit ihm eine dauer-

hafte Beziehung führt, soweit nach dem Recht oder nach den Gepflogen-

heiten des betreffenden Mitgliedstaats nicht verheiratete Paare ausländer-

rechtlich vergleichbar behandelt werden wie verheiratete Paare (Art. 2 

Bst. g erstes Lemma Dublin-III-VO). 

7.3 Bei der Bestimmung des nach den Kriterien dieses Kapitels zuständi-

gen Mitgliedstaats wird von der Situation ausgegangen, die zu dem Zeit-

punkt gegeben ist, zu dem der Antragsteller seinen Antrag auf internatio-

nalen Schutz zum ersten Mal in einem Mitgliedstaat stellt (Art. 7 Abs. 2 

Dublin-III-VO). Im Hinblick auf die Anwendung der in den Artikeln 8, 10 und 

6 genannten Kriterien berücksichtigen die Mitgliedstaaten alle vorliegen-

den Indizien für den Aufenthalt von Familienangehörigen, Verwandten oder 

Personen jeder anderen verwandtschaftlichen Beziehung des Antragstel-

lers im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats, sofern diese Indizien vorgelegt 

werden, bevor ein anderer Mitgliedstaat dem Gesuch um Aufnahme- oder 

Wiederaufnahme der betreffenden Person gemäss den Artikeln 22 und 25 

stattgegeben hat, und sofern über frühere Anträge des Antragstellers auf 

internationalen Schutz noch keine Erstentscheidung in der Sache ergan-

gen ist (Art. 7 Abs. 3 Dublin-III-VO). 

7.4 Zum Zeitpunkt des ersten Asylgesuchs des Beschwerdeführers in Kro-

atien (23. September 2023) hatte B._______ bereits ihr Asylgesuch in der 

Schweiz gestellt (17. August 2023). In Anwendung von Art. 7 Abs. 2 Dub-

lin-III-VO sind somit – wie richtigerweise vom Beschwerdeführer vorge-

bracht – trotz der mittlerweile erfolgten Abweisung des Asylgesuchs von 

B._______ und deren vorläufigen Aufnahme in der Schweiz die Vorausset-

zungen von Art. 10 Dublin-III-VO («Familienangehörige, die internationalen 

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Seite 10 

Schutz beantragt haben») zu prüfen, und nicht von Art. 9 Dublin-III-VO 

(«Familienangehörige, die Begünstigte internationalen Schutzes sind»). 

7.5 Aufgrund der Ausnahmeregelung in Art. 7 Abs. 3 Dublin-III-VO findet 

Art. 10 Dublin-III-VO auch im vorliegenden Wiederaufnahmeverfahren An-

wendung. 

8.  

Es gilt in der Folge zu prüfen, ob sich die Zuständigkeit der Schweiz für die 

Prüfung des Antrags auf internationalen Schutz aus einer allfälligen Eigen-

schaft von B._______ als Ehegattin des Beschwerdeführers ergibt (vgl. 

E. 7.2).  

9.  

9.1 Der Beschwerdeführer bringt in der Beschwerdeschrift vor, am 3. Juli 

2023 in Gegenwart zweier Zeugen sowie unter der Leitung eines islami-

schen Geistlichen in der Türkei B._______ geheiratet zu haben.  

9.1.1 Als Beweismittel für die geltend gemachte religiöse Trauung reicht 

der Beschwerdeführer im Rahmen der Beschwerdeschrift einerseits Foto-

grafien und drei Videoaufnahmen des Verlobungsfests vom 22. April 2023 

sowie andererseits eine Videoaufnahme der Eheschliessungszeremonie 

vom 3. Juli 2023 und die Eheurkunde (Originaldokument) ein. Anhand der 

– durch das Bundesverwaltungsgericht übersetzten – Eheurkunde in Kom-

bination mit der Videoaufnahme der Eheschliessungszeremonie ist rechts-

genüglich nachgewiesen, dass die religiöse Trauung am 3. Juli 2023 zwi-

schen dem Beschwerdeführer und B._______ tatsächlich stattgefunden 

hat.  

9.1.2 Mit Eingabe vom 19. Juli 2024 reichte der Beschwerdeführer ein Ur-

teil des Scharia-Gerichts C._______ (Syrien) ein. Bei dem vom Beschwer-

deführer nachgereichten Beweismittel handelt es sich um die Feststellung 

der Ehe zwischen dem Beschwerdeführer und B._______ durch das Scha-

ria-Gericht in der Ortschaft C._______ vom 23. Mai 2024. Das Urteil des 

Scharia-Gerichts weist jedoch gewisse Widersprüche zum Ehevertrag so-

wie den bisherigen Ausführungen des Beschwerdeführers auf. So nennt 

das Urteil des Scharia-Gerichts die Ortschaft C._______ in Syrien als Ort 

der Eheschliessung. Der Beschwerdeführer sowie auch B._______ brach-

ten jedoch stets vor, sie hätten sich in der Türkei religiös vermählt. Dies 

stimmt wiederum auch mit den Aussagen von B._______ überein, wonach 

sie Syrien im Jahr 2018 letztmals verlassen habe (vgl. Anhörung, 

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Seite 11 

Frage 51). Sodann stimmen die in dem Urteil des Scharia-Gerichts aufge-

führten Zeugen (D._______ und E._______) nicht mit den auf dem Ehe-

vertrag festgehaltenen Zeugen (F._______ [fortan F._______] und 

G._______ [fortan G._______]) überein. Aufgrund der soeben dargelegten 

Widersprüche kann in der Folge nicht auf das Urteil des Scharia Gerichts 

abgestellt werden, in welchem dieses das Zustandekommen der Ehe-

schliessung festgestellt hat. 

9.2 Wie sich nachfolgend zeigen wird (vgl. E. 12), ist von Relevanz, ob 

B._______ zum Zeitpunkt der religiösen Trauung bereits das 18. Lebens-

jahr vollendet hatte. 

9.2.1 Im Asylverfahren von B._______ wurde als Geburtsdatum ursprüng-

lich der (…) erfasst. Im Rahmen der Anhörung führte B._______ – auf ihr 

Geburtsdatum angesprochen – aus, im Jahr (…) geboren worden zu sei 

(vgl. Anhörung, Frage 75). Die Vorinstanz führt im Rahmen der Duplik vom 

29. Januar 2024 – und nach Durchführung der Anhörung von B._______ – 

aus, es seien im Rahmen der Befragung Zweifel an der geltend gemachten 

Volljährigkeit aufgekommen. Mit Verfügung vom 5. Februar 2024 passte 

die Vorinstanz das Geburtsdatum im ZEMIS auf den (…) an. Die dagegen 

durch B._______ erhobene Beschwerde – mit dem Rechtsbegehren, das 

im ZEMIS geführte Geburtsdatum auf den (…) anzupassen – wies das 

Bundesverwaltungsgericht mit Urteil A-1433/2024 vom 24. September 

2024 rechtskräftig ab und bestätigte damit das im ZEMIS festgesetzte Ge-

burtsdatum vom (…) (mit Bestreitungsvermerk, vgl. Art. 41 Abs. 4 DSG 

[SR 235.1]). Zwar ist damit das genaue Geburtsdatum von B._______ wei-

terhin nicht geklärt, fest steht jedoch ihre Minderjährigkeit zum Zeitpunkt 

der religiösen Trauung (so war B._______ auch gemäss dem von ihr in der 

Beschwerde behaupteten Geburtsdatum vom (…) zum Zeitpunkt der reli-

giösen Trauung minderjährig).  

9.2.2 Damit ist davon auszugehen, dass B._______ zum Zeitpunkt der re-

ligiösen Trauung am 3. Juli 2023 minderjährig gewesen ist. 

10.  

Es ist in der Folge zu prüfen, ob die in der Türkei erfolgte religiöse Trauung 

in der Schweiz anerkennbar ist.  

10.1 Eine im Ausland gültig geschlossene Ehe wird in der Schweiz aner-

kannt (Art. 45 Abs. 1 IPRG [SR 291]). Eheschliessungen sind gemäss 

ständiger Rechtsprechung stets «in favor matrimonii» zu betrachten. Dies 

F-6058/2023 

Seite 12 

bedeutet, dass im Zweifelsfall die Gültigkeit der Ehe (beziehungsweise des 

Eheschlusses) anzunehmen ist. Diese Bestimmung ist Ausdruck des ge-

setzgeberischen Willens, das Zustandekommen und den Bestand der Ehe 

zu begünstigen und steht im Einklang mit dem verfassungs- und völker-

rechtlichen Schutz der Ehe (Art. 14 BV, Art. 9 Abs. 1 und Art. 12 EMRK). 

Nach herrschender Lehre ist Art. 45 IPRG so zu verstehen, dass die Ehe 

nach dem Recht am Ort der Eheschliessung oder des Wohnsitz- oder Hei-

matstaates wenigstens einer der Heiratswilligen gültig sein muss (vgl. zum 

Ganzen Urteile des BVGer E-670/2023 vom 16. Februar 2023 E. 6.3.1;  

E-1721/2019 vom 28. Juni 2019 E. 4.2.2; D-6924/2019 vom 28. Januar 

2020 E. 4.2.2).  

10.2 Ob diese weite Auslegung auch bei Vorliegen einer informellen Ehe-

schliessung anzuwenden ist, kann hier offenbleiben, da der Eheschluss – 

wie in E. 12 aufgezeigt wird – aufgrund der Beweislage ohnehin nicht als 

gültig zustande gekommen qualifiziert werden kann. 

11.  

Einerseits möglich wäre die Anerkennungsfähigkeit der religiösen Trauung 

in der Schweiz basierend auf dem Recht am Ort der Eheschliessung oder 

des damaligen Wohnsitzstaates von B._______ (vgl. E. 10.1 am Ende) – 

somit das Recht der Türkei.  

11.1 Dies wird vom Beschwerdeführer zu Recht nicht vorgebracht. Ge-

mäss Art. 141 und 143 des türkischen Zivilgesetzbuches führen religiöse 

Eheschliessungen in der Türkei nicht zu einer wirksamen Ehe (Gesetz 

Nr. 4721 vom 22. November 2001 [ZGB-Türkei], teilweise abgedruckt in 

HENRICH/DUTTA/EBERT [Hrsg.], Internationales Ehe- und Kindschaftsrecht, 

Türkei, 2024; vgl. auch RUMPF/ODENDAHL, in: Henrich/Dutta/Ebert [Hrsg.], 

Internationales Ehe- und Kindschaftsrecht, Türkei, 2024, S. 23). 

11.2 Da die religiös geschlossene Ehe in der Türkei nicht gültig ist, scheidet 

eine Anerkennung gestützt auf das Recht am Ort der Eheschliessung aus.  

12.  

Es ist andererseits zu prüfen, ob die religiös geschlossene Ehe am Ort des 

Heimatsstaates des Beschwerdeführers oder von B._______ beziehungs-

weise des damaligen Wohnsitzstaates des Beschwerdeführers – und somit 

in Syrien – gültig ist.  

 

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Seite 13 

12.1  

12.1.1 Der Beschwerdeführer führte bereits im Rahmen der Gewährung 

des rechtlichen Gehörs am 24. Oktober 2023 aus, religiös vermählt zu sein 

und die Ehe in Syrien nicht amtlich bestätigt zu haben. Sodann kann – wie 

bereits in E. 9.1.2 ausgeführt – die nachgereichte Feststellung der Ehe 

durch das Scharia-Gericht in der Ortschaft C._______ vom 23. Mai 2024 

aufgrund mehrerer Widersprüche nicht berücksichtigt werden. Es gelingt 

dem Beschwerdeführer nicht, die zivilrechtliche Ehe zu beweisen.  

12.1.2 Gemäss Art. 5 des syrischen Personalstatutsgesetzes wird die Ehe 

durch das Angebot des einen und die Annahme dieses Angebotes durch 

den anderen Verlobten geschlossen (Gesetz Nr. 59 vom 17. September 

1953 [nachfolgend: PSG-Syrien], teilweise abgedruckt in Henrich/Dut-

ta/Ebert [Hrsg.], Internationales Ehe- und Kindschaftsrecht, Syrien, 2024). 

Eine Mitwirkung des Staates durch seine Gerichte oder Behörden stellt 

keine Ehewirksamkeitsvoraussetzung dar; insbesondere ist auch die Re-

gistrierung der Ehe keine solche Voraussetzung, ebenso wenig die Mitwir-

kung eines islamischen Geistlichen (YASSARI/KRELL, in: Henrich/Dut-

ta/Ebert [Hrsg.], Internationales Ehe- und Kindschaftsrecht, Syrien, 2024, 

S. 26). Die eingeführten Registrierungspflichten wirken nur deklaratorisch 

(YASSARI/KRELL, a.a.O., S. 30). Für die Wirksamkeit der Eheschliessung 

bedarf es der Anwesenheit zweier männlicher Zeugen [...], welche sämtlich 

islamischen Glaubens sind, geistige und körperliche Reife aufweisen und 

das Angebot und die Annahme hören sowie begreifen, was damit beab-

sichtigt wird (Art. 12 Abs. 1 PSG-Syrien). 

Der Mann und die Frau sind mit Vollendung des 18. Lebensjahres ehemün-

dig (Art. 16 PSG-Syrien). Hat ein Jugendlicher oder eine Jugendliche das 

15. Lebensjahr vollendet und beantragt er oder sie die Eheschliessung mit 

der Behauptung, geschlechtsreif zu sein, genehmigt der Richter dies, so-

fern die vorgebrachten Angaben stimmen, die körperliche Reife nachge-

wiesen ist sowie ihnen die Wirkungen und Folgen der Ehe bekannt sind. 

Ist Ehevormund der Vater oder der Grossvater, bedarf es deren Zustim-

mung (Art. 18 PSG-Syrien). Schliessen Jugendliche unter 18 Jahren ohne 

vorherigen Antrag auf Dispens bei Gericht die Ehe (informelle Eheschlies-

sung), kommt die Ehe wirksam zustande, sofern der Ehevormund mitge-

wirkt hat (YASSARI/KRELL, a.a.O., S. 28; vgl. auch < https://www.familien-

recht-in-nahost.de > Familienrecht in Syrien > Kommentare zum Familien-

recht > Die Ehe > Materielle Voraussetzungen der Eheschliessung > Ehe-

fähigkeit, abgerufen am 20.02.2025). Der Vater und nach ihm der Gross-

vater väterlicherseits üben die Vormundschaft in persönlichen 

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Seite 14 

Angelegenheiten und die Vermögenssorge aus. [...]. Die Vormundschaft in 

persönlichen Angelegenheiten umfasst [...] die Zustimmung zur Ehe-

schliessung (Art. 170 Abs. 1 und 3 PSG-Syrien).  

12.2  

12.2.1 Dem Beschwerdeführer ist zuzustimmen, dass die Registrierung in 

Syrien – entgegen der Ansicht der Vorinstanz – für die Wirksamkeit der 

Eheschliessung nicht erforderlich ist. Mit dem eingereichten Ehevertrag 

wird sodann belegt, dass – wie erforderlich – zwei männliche Zeugen an 

der Trauung teilgenommen haben. Wie bereits in E. 9.2 dargelegt, ist da-

von auszugehen, dass B._______ zum Trauungszeitpunkt minderjährig 

gewesen ist. Für die Wirksamkeit der Eheschliessung in Syrien ist daher 

entscheidend, ob ihr Ehevormund an der Eheschliessung mitgewirkt res-

pektive der Ehe zugestimmt hat.  

12.2.2 Vorliegend ist der Vater von B._______ – H._______– ihr Ehevor-

mund, was auch vom Beschwerdeführer im Rahmen der Triplik bestätigt 

wird. Es ist folglich zu prüfen, ob rechtsgenüglich nachgewiesen wurde, 

dass der Vater von B._______ an der Trauung mitgewirkt hat. 

12.2.3 Der Beschwerdeführer bringt im Rahmen der Triplik vor, der Vater 

von B._______ (nachfolgend Ehevormund) sei bei der Eheschliessung zu-

gegen gewesen. Er verweist dabei auf die Aussagen von B._______ in der 

Anhörung vom 4. Januar 2024. B._______ führte im Rahmen dieser Anhö-

rung aus, neben ihr und dem Beschwerdeführer seien ihre Mutter, ihr Vater, 

ihr Onkel mütterlicherseits sowie dessen Ehefrau anwesend gewesen 

(Frage 110). Diese Aussage steht jedoch sowohl mit der Eheurkunde als 

auch mit der Videoaufzeichnung der Ehezeremonie im Widerspruch. Auf 

der Videoaufzeichnung wird ersichtlich, dass nebst dem Beschwerdeführer 

und dem islamischen Geistlichen drei weitere Männer an der Ehezeremo-

nie teilgenommen haben. B._______ erwähnte dagegen nur zwei Männer 

(ihren Vater sowie ihren Onkel). Sodann wird aus der Eheurkunde ersicht-

lich, dass der Vater von B._______ nicht zugleich auch als Zeuge aufge-

treten ist. So haben auf der Eheurkunde F._______ und G._______ als 

Zeugen unterzeichnet. Es wird aufgrund der Widersprüchlichkeit der Aus-

sage von B._______ nicht deutlich, wer nun tatsächlich an der Ehezere-

monie teilgenommen hat. Der Beschwerdeführer erwähnte sodann die An-

wesenheit des Ehevormunds erstmals explizit im Rahmen der Triplik (und 

auch dort nur mit Verweis auf die Aussage von B._______). So hatte er in 

der Beschwerdeschrift ausgeführt, B._______ und er hätten in Gegenwart 

der beiden Zeugen Herrn F._______ und G._______ sowie unter Leitung 

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Seite 15 

des islamischen Geistlichen die Ehe geschlossen. Weiter hatte er erwähnt, 

sie hätten mit der Zustimmung und im Beisein ihrer Familien geheiratet. 

Wer dabei genau anwesend gewesen sein soll, hatte er nicht ausgeführt.  

Zwar ist anhand der Videoaufzeichnung der Ehezeremonie ersichtlich, 

dass nebst dem Beschwerdeführer, dem islamischen Geistlichen und den 

beiden Zeugen ein weiterer Mann anwesend war. Dabei könnte es sich 

durchaus um den Vater von B._______ gehandelt haben. Gestützt auf den 

(übersetzten) Ehevertrag vom 3. Juli 2023 lässt sich jedoch nicht nachwei-

sen, ob der Ehevormund tatsächlich an der Ehezeremonie mitgewirkt hat. 

So wird seine Teilnahme nirgends explizit erwähnt. Im Ehevertrag wird 

schriftlich festgehalten, dass dieser «in der Anwesenheit der vorgenannten 

Zeugen sowie der vom Ehemann und von der Ehefrau Bevollmächtigten» 

abgeschlossen worden sei. Die Anwesenheit des Ehevormunds wird dabei 

nicht erwähnt. Sodann lassen auch die auf dem Ehevertrag vorhandenen 

Unterschriften nicht zweifelsfrei auf dessen Anwesenheit schliessen. Auf 

der Eheurkunde befinden sich eindeutig die Unterschriften der beiden Zeu-

gen und zwei Unterschriften des Beschwerdeführers. Sodann wird 

B._______ zweifach namentlich erwähnt. Darunter befinden sich zwei ver-

schiedene Unterschriften. Eine davon kann B._______ zugeordnet wer-

den. Da die namentliche Erwähnung des Ehevormunds sowohl im Fliess-

text als auch bei den Unterschriften fehlt, vermag die eingereichte Eheur-

kunde nicht zu belegen, dass der Ehevormund tatsächlich an der Ehe-

schliessung mitgewirkt hat. 

12.3 Dem Beschwerdeführer gelingt es nicht, rechtsgenüglich nachzuwei-

sen, dass der Ehevormund von B._______ an der Eheschliessung mitge-

wirkt hat.  

12.4 Da die Mitwirkung des Vaters von B._______ und somit des Ehevor-

munds an der Eheschliessung nicht rechtsgenüglich nachgewiesen wurde, 

gelingt dem Beschwerdeführer auch der Nachweis nicht, dass die Ehe in 

Syrien gültig zustande gekommen ist. Damit ist die Ehe in der Schweiz 

nicht anerkennbar (vgl. Art. 45 Abs. 1 IPRG). Die Zuständigkeit der 

Schweiz für die Prüfung des Antrags auf internationalen Schutz gemäss 

Art. 10 Dublin-III-VO ergibt sich nicht gestützt auf das Vorliegen einer Ehe.  

13.  

13.1 Es gilt sodann zu prüfen, ob sich die Zuständigkeit der Schweiz für 

die Prüfung des Antrags auf internationalen Schutz alternativ aus dem Be-

stehen einer dauerhaften Beziehung nicht verheirateter Partner ergibt 

F-6058/2023 

Seite 16 

(Art. 10 i.V.m. Art. 2 Bst. g erstes Lemma Dublin-III-VO; vgl. E. 7.2). Pra-

xisgemäss ist für die Beurteilung, ob jemand als Familienangehöriger im 

Sinne von Art. 9 Dublin-III-VO beziehungsweise Art. 10 Dublin-III-VO in 

Verbindung mit Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO gilt, auf die Rechtsprechung zu 

den von Art. 8 EMRK erfassten familiären Beziehungen zurückzugreifen 

(Urteile des BVGer E-1300/2022 vom 28. März 2022 E. 5.2.2; F-440/2019 

vom 12. Februar 2019 S. 6; D-4077/2018 vom 26. Juli 2018 E. 4.3). 

13.2 Wie bereits in E. 7.3 ausgeführt, ist dabei von der Situation auszuge-

hen, die zum Zeitpunkt des ersten Asylgesuchs des Beschwerdeführers in 

Kroatien – und somit am 23. September 2023 – gegeben war. Der Be-

schwerdeführer vermochte keine Informationen vorzulegen, die darauf 

schliessen liessen, dass es sich im Zeitpunkt der ersten Asylantragsstel-

lung in Kroatien bei der Beziehung zu B._______ um eine Familienbezie-

hung im Sinne von Art. 10 Dublin-III-VO handelte (vgl. nachfolgend E. 15). 

Die grundsätzliche Zuständigkeit Kroatiens bleibt folglich bestehen. 

14.  

Der Beschwerdeführer macht in seiner Rechtsmitteleingabe zu Recht 

keine systemischen Schwachstellen im Asylverfahren und in den Aufnah-

mebedingungen Kroatiens geltend (vgl. Referenzurteil E-1488/2020 vom 

22. März 2023), weshalb sich weitere Ausführungen zu Art. 3 Abs. 2 Dub-

lin-III-VO erübrigen. 

15.  

15.1 Unter dem Gesichtspunkt von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO stellt sich 

die Frage, ob die Überstellung des Beschwerdeführers nach Kroatien (zum 

jetzigen Zeitpunkt) zu einer Verletzung von Art. 8 EMRK führen würde und 

die Schweiz folglich verpflichtet wäre, von ihrem Selbsteintrittsrecht Ge-

brauch zu machen (vgl. E. 5.5).  

15.2 Es ist zu prüfen, ob die Beziehung des Beschwerdeführers zu 

B._______ in den Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK fällt. Neben recht-

lich begründeten familiären Verhältnissen beziehungsweise gültig ge-

schlossenen Ehen fallen auch faktische Beziehungen in den Schutzbereich 

von Art. 8 EMRK, sofern sie genügend nahe und stabil sind. Die partner-

schaftliche Beziehung muss diesfalls seit Längerem eheähnlich gelebt wer-

den und bezüglich Art und Stabilität in ihrer Substanz einer Ehe gleichkom-

men. Als wesentliche Faktoren für eine tatsächlich gelebte Beziehung sind 

– abgesehen von gemeinsamen Kindern – der gemeinsame Haushalt, die 

finanzielle Verflochtenheit, die Dauer und Stabilität der Beziehung sowie 

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Seite 17 

das Interesse und die Bindung der Partner aneinander zu berücksichtigen 

(vgl. BGE 144 II 1 E. 6 ff.; 135 I 143 E. 3.1; BVGE 2021 VI/1 E. 12.2; Urteil 

des BVGer F-2645/2018 vom 25. November 2019 E. 5.4.1). 

15.3 Der Beschwerdeführer bringt zusammengefasst vor, B._______ und 

er hätten ihre Ehe mit der Zustimmung und im Beisein ihrer Familien unter 

Leitung eines Geistlichen geschlossen. Vor ihrem kulturellen Hintergrund 

sei eine leichtfertige Trennung von seiner Ehefrau undenkbar, würde er da-

mit doch sein gesamtes familiäres und verwandtschaftliches Umfeld vor 

den Kopf stossen. Das im Familienkreis begangene Verlöbnis und die reli-

giöse Eheschliessung begründe die geforderte Intensität der Paarbezie-

hung. Ihre Beziehung weise die einer zivilrechtlichen Ehe zukommende 

Verbindlichkeit auf.  

Seit der Wiedervereinigung in der Schweiz würden sie ständigen und en-

gen Kontakt miteinander pflegen. Seit der Anpassung des Geburtsdatums 

von B._______ sei der alltägliche Umgang miteinander aufgrund ihrer 

neuen Unterbringungssituation schwieriger geworden. Sie träfen sich bei-

nahe täglich am Hauptbahnhof I._______, um nach Schulschluss von 

B._______ zusammen zu spazieren, einkaufen zu gehen oder zusammen 

das Abendessen einzunehmen. Jedes Wochenende würden sie zusam-

men nach J._______ fahren, da sie dort ein Zimmer in der Wohnung eines 

Bekannten nutzen könnten, um etwas Privatsphäre zu haben. B._______ 

sei schwanger; sie würden ihr erstes gemeinsames Kind erwarten. 

Mit Eingabe vom 13. Februar 2025 teilt der Beschwerdeführer mit, dass er 

nunmehr mit B._______ in einen gemeinsamen Haushalt gezogen sei.  

15.4 Der Beschwerdeführer reichte als Beleg für die Beziehung mit 

B._______ Fotos sowie Videos des Verlobungsfests in der Türkei, ein Vi-

deo der religiösen Ehezeremonie in der Türkei, einen Beleg der Schwan-

gerschaft von B._______ sowie verschiedene gemeinsame Fotos aus der 

Schweiz ein.  

15.5  

15.5.1 Durch den Arztbericht des K._______ vom 4. Dezember 2024 wird 

belegt, dass B._______ schwanger ist. Es gilt jedoch zu prüfen, ob es dem 

Beschwerdeführer gelingt, seine (zukünftige) Vaterschaft zu beweisen. 

15.5.2 Der Beschwerdeführer stützt sich darauf, dass er mit B._______ 

verheiratet sei, weshalb das Kind während der Ehe geboren werde, und er 

als Ehemann als Vater gelten werde (vgl. Art. 255 Abs. 1 ZGB). Da dem 

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Seite 18 

Beschwerdeführer der Nachweis nicht gelingt, dass die Ehe in Syrien gültig 

zustande gekommen ist (vgl. E. 12), lässt sich seine (zukünftige) Vater-

schaft nicht aus der Vaterschaftsvermutung des Ehemannes belegen. 

Auch wenn der Beschwerdeführer sich zurzeit vor dem Zivilstandsamt um 

die Eheanerkennung (vgl. Art. 45 Abs. 1 IPRG) respektive alternativ um die 

Vaterschaftsanerkennung (vgl. Art. 260 ZGB) bemüht, vermag dies seine 

Vaterschaft – zum jetzigen Zeitpunkt – nicht zu beweisen. Es handelt sich 

dabei lediglich um eine Parteibehauptung. Daran ändert auch die schriftli-

che Bestätigung seiner Vaterschaft durch B._______ nichts. Es gelingt 

dem Beschwerdeführer nicht, seine Vaterschaft rechtsgenüglich nachzu-

weisen.  

15.6 Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass die religiöse Trauung – anders 

als vom Beschwerdeführer vorgebracht – noch nicht ausreicht, um eine zu 

schützende Beziehung im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK zu begründen. So-

weit aus den Akten ersichtlich, lernten sich die Partner im April 2022 ken-

nen, feierten am 22. April 2023 ein Verlobungsfest und vermählten sich am 

3. Juli 2023 religiös. Die Beziehung dauert zwar bald zwei Jahre an; jedoch 

haben die Partner vor der Ausreise aus der Türkei nicht zusammengelebt. 

Gleiches gilt für einen Grossteil ihres Aufenthalts in der Schweiz, wenn 

auch unfreiwillig und situationsbedingt. Der Beschwerdeführer und 

B._______ leben – gemäss Auskunft des Beschwerdeführers vom 13. Feb-

ruar 2025 – erst seit Kurzem in einem gemeinsamen Haushalt. Die Vater-

schaft des ungeborenen Kindes konnte nicht bewiesen werden, weshalb 

auch diesbezüglich nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers abgeleitet 

werden kann. Zwar belegen die eingereichten Fotos, die Ausführungen des 

Beschwerdeführers in Bezug auf ihre Beziehung sowie der kürzliche Zu-

sammenzug, dass die Partner ihre Paarbeziehung seit ihrer Ankunft in der 

Schweiz durchaus pflegen und weiterführen. Aus heutiger Sicht zeichnet 

sich die Beziehung zwar durch eine gewisse Stabilität und die religiöse 

Trauung aus. In Anbetracht des fehlenden Beweises der Vaterschaft, der 

noch nicht allzu langen Dauer der Beziehung und des erst seit kurzem be-

stehenden Zusammenlebens fehlt es jedoch an Anhaltspunkten, aus de-

nen sich die rechtsprechungsgemäss erforderliche Konstanz und Intensität 

der Beziehung ergeben könnte.  

15.7 Es kann folglich nicht von einer tatsächlich gelebten, dauerhaften Be-

ziehung von eheähnlicher Intensität und Stabilität im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 

EMRK ausgegangen werden. Die Beziehung fällt nicht in den Schutzbe-

reich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK. Ein Selbsteintritt zum Schutz des 

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Seite 19 

Familienlebens fällt somit ausser Betracht. Andere Gründe für einen 

Selbsteintritt sind nicht ersichtlich und werden auch nicht vorgebracht.  

Da zum jetzigen Zeitpunkt keine geschützte Familienbeziehung im Sinne 

der Rechtsprechung vorliegt, muss dies folglich auch für den Zeitpunkt des 

ersten Asylantrags in Kroatien gelten, weshalb Art. 10 Dublin-III-VO nicht 

zur Anwendung kommt (vgl. vorne E. 13.2).  

16.  

16.1 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt die Vorin-

stanz bei der Anwendung der Kann-Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 

1 über einen Ermessensspielraum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die ange-

fochtene Verfügung ist unter diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden; ins-

besondere sind den Akten keine Hinweise auf einen Ermessensmiss-

brauch oder ein Über- respektive Unterschreiten des Ermessens zu ent-

nehmen.  

16.2 Es liegen somit keine völkerrechtlichen Gründe für einen zwingenden 

Selbsteintritt der Schweiz vor. Ebenso wenig sind Rechtsfehler bei der Er-

messensbetätigung festzustellen. Es besteht folglich kein Grund für einen 

Selbsteintritt der Schweiz gemäss Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 in Verbindung 

mit Art. 17 Dublin-III-VO. 

17.  

Die Vorinstanz ist zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 

nicht eingetreten und hat die Wegweisung nach Kroatien angeordnet. 

18.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Mit dem vorliegen-

den Urteil fällt die aufschiebende Wirkung der Beschwerde dahin. 

19.  

Angesichts des Verfahrensausgangs wären die Kosten grundsätzlich dem 

unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG 

i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). Da das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 10. No-

vember 2023 das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Pro-

zessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen hat, ist er von der 

Bezahlung der Verfahrenskosten befreit.  

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Seite 20 

20.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die kan-

tonale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Genner Selina Schmid 

 

 

 

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