# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 54959e02-cf16-57b9-90fb-04d4bd9effcd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.02.2021 200 2020 215
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-215_2021-02-23.pdf

## Full Text

200 20 215 IV
WIS/BOC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. Februar 2021

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. Februar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Dem 1995 geborenen A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) wurden von der Eidgenössischen Invalidenversicherung 
aufgrund eines leichten globalen Entwicklungsrückstandes in der Kindheit 
und der Geburtsgebrechen Ziff. 387 (angeborene Epilepsie) und Ziff. 404 
(angeborenes POS [psychoorganisches Syndrom]) des Anhangs (in der bis 
29. Februar 2012 gültigen Fassung) der Verordnung vom 9. Dezember 
1985 über Geburtsgebrechen (GgV; SR 831.232.21) heilpädagogische 
Frühförderung und -erziehung, medizinische Massnahmen, Sonderschul-
massnahmen und Berufsberatung gewährt (Akten der IV-Stelle Bern [nach-
folgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin [act. II] 1.1/2 f. und 1.1/7 -10; act. II 
9, 11, 21, 28, 35, 42, 48, 51, 59, 103). Ein Gesuch um Ausrichtung einer 
Hilflosenentschädigung wies die IVB nach durchgeführtem Vorbescheidver-
fahren mit Verfügung vom 23. August 2012 ab (act. II 74, 86 f., 93). Im wei-
teren Verlauf gewährte die IVB eine IV-Anlehre in den Bereichen …, … und 
… (act. II 90, 111, 124), eine Attest-Ausbildung zum ... (act. II 132) und 
eine verkürzte zweijährige EFZ-Ausbildung zum ... (act. II 160, 174). So-
dann wurde vom 13. August bis 7. September 2018 in der Abklärungsstelle 
C.________ eine Arbeitsmarktlich-Medizinische-Abklärung (AMA) durchge-
führt (act. II 190, 201). Zur Klärung des Leistungsanspruches liess die IVB 
den Versicherten durch die D.________ (nachfolgend: MEDAS), psychia-
trisch-neuropsychologisch begutachten (Konsensbeurteilung bidisziplinäres 
Gutachten vom 31. Juli 2019 [act. II 230.1]; psychiatrisches Gutachten vom 
25. März 2019 [act. II 230.2]; neuropsychologisches Gutachten vom 
30. April 2019 [act. II 230.3]). Die im August 2018 gewährte Arbeitsvermitt-
lung (act. II 195) schloss die IVB nach durchgeführtem Vorbescheidverfah-
ren mit Verfügung vom 4. November 2019 ab (act. II 232, 235). Ebenfalls 
nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren verneinte die IVB mit Verfü-
gung vom 12. Februar 2020 bei einem Invaliditätsgrad von 27 % den An-
spruch auf eine Rente (act. II 236 f.). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 3

B.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch seine Beiständin 
E.________, am 11. März 2020 Beschwerde. Er beantragt, gestützt auf die 
beschwerdeweise gemachten Ausführungen sowie die medizinischen Gut-
achten seien eine Neuberechnung vorzunehmen und ihm eine Rente zuzu-
sprechen.

Mit Eingabe vom 26. März 2020 stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege.

Rechtsanwalt B.________ informierte das Gericht mit Eingabe vom 9. April 
2020 darüber, dass er vom Beschwerdeführer, vertreten durch dessen Bei-
ständin, mit der Wahrung der beschwerdeführerischen Interessen betraut 
worden sei. Gleichzeitig ergänzte er das eingereichte Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege mit dem Antrag, der Unterzeichnete sei dem Be-
schwerdeführer als amtlicher Anwalt beizuordnen, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 20. April 2020 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Der Beschwerdeführer beantragt mit Replik vom 1. Juli 2020, unter Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung sei ihm eine volle (recte: ganze) Invali-
denrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache unter Aufhebung der 
angefochtenen Verfügung zur rechtsgenüglichen Abklärung des Sachver-
halts, insbesondere zur Einholung einer ergänzenden ausführlichen Stel-
lungnahme betreffend die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwer-
deführers bei der MEDAS-Begutachtung und hiernach Neubeurteilung des 
Anspruchs auf Zusprechung einer Invalidenrente an die Vorinstanz zurück-
zuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Mit Duplik vom 14. Juli 2020 hält die Beschwerdegegnerin am Antrag auf 
Abweisung der Beschwerde fest.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. 
Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 12. Februar 2020 (act. II 237). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 5

werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor-
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.2 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 
E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht 
gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-
scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-
gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 
E. 4.4 S. 110).  

2.3 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295). Die Sachverständigen 
sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollzie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 6

hen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten 
sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer 
Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken ver-
mag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters 
(BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtli-
che psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der 
ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrava-
tion oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 und 
2.2.1 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicher-
te Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindi-
katoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) 
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat 
die Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte 
Person zu tragen (E. 6 S. 308).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 7

reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht nicht, so-
lange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen 
kann (Abs. 2).

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1 Im Bericht vom 28. Mai 2018 (act. II 184) gab Dr. med. F.________, 
Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sowie für 
Psychiatrie und Psychotherapie, an, der Gesundheitszustand des Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 8

schwerdeführers habe sich verbessert. Er führte die folgenden Diagnosen 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf:

1. Juveniles POS (GG 404) mit allgemeiner Entwicklungsverzögerung, Störung 
des Antriebs, der Konzentration und der Aufmerksamkeit, erhöhter Ablenkbar-
keit, Spracherwerbsstörung, Wahrnehmungsdefiziten, Stimmungsschwankun-
gen, Defiziten in der motorischen Entwicklung sowie Retardation im 
emotionalen und sozialen Bereich mit eingeschränkter sozialer Interaktions-
fähigkeit bei knapp durchschnittlicher Intelligenz.

2. Status nach kombinierter Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen mit: 
Lügen, aggressiv-impulsiven Verhaltensweisen bis hin zu Tätlichkeiten, Stim-
mungsschwankungen, früher im Sinne einer mehr oder weniger ausgeprägten 
Depressivität, im weiteren Verlauf im Sinne von dysphorischen Verstimmungs-
zuständen (ICD-10 F92). Diese Symptomatik liege heute nicht mehr oder nur 
leichtgradig vor.

3. Status nach Rolando-Epilepsie, seit 2011 ohne medikamentöse Behandlung 
anfallsfrei.

4. Organische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F07.0) mit Störung der Konzentra-
tion, der Aufmerksamkeit und des Antriebs, Impulskontrollstörung, Stimmungs-
labilität, erhöhter Reizbarkeit mit Missachtung sozialer Konventionen aufgrund 
einer teilweisen Realitätsverkennung, Störung der Exekutivfunktionen, Perse-
verationen und Haftenbleiben, Vermeidungsverhalten und Rückzug in kindliche 
Phantasiewelt bei sozial-emotionaler Retardierung und autistischen Zügen, als 
Folge des juvenilen psychoorganischen Syndroms. Auch hier könne festgehal-
ten werden, dass die organische Symptomatik im Rahmen der Behandlung 
habe begrenzt werden können, weswegen der Beschwerdeführer in der Lage 
gewesen sei, positive Entwicklungsschritte zu bewerkstelligen. Anmerkung: 
Diese Diagnose sei im Verlauf gestellt worden, da der Beschwerdeführer be-
reits volljährig sei und die Diagnosen "Juveniles POS" und "Störung des Sozia-
lverhaltens" nur bei unter 18-Jährigen gestellt werden könnten bzw. mit dem 
Erreichen der Volljährigkeit angepasst werden müssten.

Dr. med. F.________ hielt fest, die folgenden Angaben seien identisch mit 
denjenigen im Bericht vom 3. März 2017 (act. II 172), aktuelle Änderungen 
würden mit "Neu" gekennzeichnet:

Im Rahmen des POS könne der Beschwerdeführer aufgrund der Impuls-
kontrollstörung nicht immer auf eine unmittelbare Wunscherfüllung verzich-
ten, folge dabei vor allem dem Lustprinzip und müsse immer wieder mit 
dem Realitätsprinzip konfrontiert werden. Trotz der schon länger bestehen-
den Defizite im Bereich der Selbststeuerung und des zielgerichteten Han-
delns (hauptsächlich im Sinne einer Störung der Exekutivfunktionen und als 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 9

Folge des POS) gelinge es ihm heute deutlich besser, die an ihn als jungen 
Erwachsenen gestellten Anforderungen zu erfüllen, insbesondere in den 
Bereichen Verbindlichkeit, Verlässlichkeit, Pünktlichkeit. Aufgrund seiner 
POS-bedingten Impulskontrollstörung sei es in der Vergangenheit wieder-
holt vorgekommen, dass der Beschwerdeführer insbesondere in Versu-
chungssituationen dazu geneigt habe, nach unmittelbarer Erfüllung von 
Wünschen zu streben. Dies bringe ihn in Schwierigkeiten (z.B. im Umgang 
mit Geld). Neu: Aktuell zeigten sich hier Verbesserungen, der Beschwerde-
führer könne mit seinem Budget besser umgehen, dies auch dank der gu-
ten Beziehung zu seinem Beistand, der seine Finanzen verwalte.

Ebenso werde er sich angesichts der dieser Störung zugrundeliegenden 
Selbststeuerungsdefizite in gewissen Situationen, u. a. auch in der Schule 
und an der Arbeit, nicht genügend aus eigener Kraft strukturieren können, 
um Aufgaben adäquat erledigen zu können. Neu: Dies sei mit der Grund, 
weshalb in der Beurteilung der Abklärungsstelle G.________ (Zeitraum: 1. 
August 2017 bis 31. Januar 2018) erwähnt werde, dass er zum Teil 
Schwierigkeiten habe, von sich aus mit einer Arbeit zu beginnen bzw. die 
Initiative zu ergreifen.

Als besonderer Ablenkungsfaktor sei seine übermässige Beschäftigung mit 
elektronischen Medien (..., ...) zu erwähnen, obwohl er auch hier nach ent-
sprechender Konfrontation seinen Umgang mit diesen heute besser struk-
turieren könne. Infolge der Konzentrations- und Gedächtnisstörung bestehe 
ferner die Gefahr, dass er wichtige Inhalte nicht oder nur teilweise aufneh-
me, ungenügend im Gedächtnis speichere oder falsch interpretiere, was zu 
einem mangelhaften Überblick und Missverständnissen im Rahmen sozia-
ler Interaktionen sowie beim Umsetzen administrativer und arbeitstechni-
scher Aufgaben führen könne. Neu: Im Rahmen der verbesserten 
kognitiven Performance unter Methylphenidat 72 mg/die sei hier im Verlauf 
seit 1. März 2017 ein Rückgang der beschriebenen Defizite zu beobachten.

Vor dem Hintergrund der Intelligenzdefizite (v.a. in den Bereichen: wahr-
nehmungsgebundenes logisches Denken und Verarbeitungsgeschwindig-
keit) bei durchschnittlicher sprachlicher Intelligenz und leicht unterdurch-
schnittlichem Arbeitsgedächtnis (Messung 2012, HAWIK-IV), bestehe 
ferner die Gefahr, dass der Beschwerdeführer Informationen ungenügend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 10

oder falsch verarbeite und von anderen Menschen, die ihm intellektuell 
überlegen seien, beeinflusst oder sogar manipuliert werde. Wie beschrie-
ben, seien diese Störungen im Verlauf der letzten paar Jahre zurückge-
gangen. Neu: Im Rahmen der verbesserten kognitiven Performance unter 
Methylphenidat 72 mg/die seien hier im Verlauf seit 1. März 2017, wie oben 
festgehalten, auch verbesserte intellektuelle Leistungen im WAIS-IV vom 
30. Mai 2017, insbesondere in den Bereichen Arbeitsgedächtnis und Vera-
rbeitungsgeschwindigkeit objektiviert worden.

Zur Frage, inwieweit und unter welchen Bedingungen die bisherige Er-
werbstätigkeit noch zumutbar sei, gab Dr. med. F.________ an, der Verlauf 
der aktuellen Ausbildung (EFZ) zeige, dass der Beschwerdeführer die 
höheren Erwartungen (sowohl im Arbeitsbereich als auch im schulischen 
Bereich) im grossen Ganzen habe erfüllen können. Unter den besproche-
nen medizinischen Massnahmen (psychopharmakologische Behandlung 
mit Steigerung der MPH-Dosis) gelinge ihm die Erfassung und Verarbei-
tung von Information besser, ebenso zeige sich hier auch eine bis zu einem 
gewissen Grad verbesserte Strukturierung, Zeitorganisation und Planung 
beim Lernen, und er könne die erwarteten Leistungen erbringen, insbeson-
dere in den Bereichen Arbeitstempo, Ausdauer, Arbeitsquantität und Una-
blenkbarkeit. Als günstig könne die Tatsache gewertet werden, dass der 
Beschwerdeführer trotz organischer Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F07.0) 
im bisherigen Verlauf der Behandlung in der Lage gewesen sei, unter ent-
sprechender Führung und kooperativer Grundhaltung (nun auch gegenüber 
der medikamentösen Behandlung) seine Leistungen zu steigern und Ent-
wicklungsschritte zu vollziehen. 

3.2 Im Abklärungsbericht vom 4. Oktober 2018 (act. II 201) zur AMA 
vom 13. August bis 7. September 2018 wurden die folgenden Diagnosen 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (act. II 201/17):

 Organische Persönlichkeitsstörung F07.0
 Kombinierte Störung schulischer Fertigkeiten/Lernbehinderung mit IQ 83

In der Beurteilung wurde festgehalten (act. II 201/17), der Beschwerdefüh-
rer habe die aktuelle vierwöchige Abklärung in einem Vollzeitpensum ab-
solviert. Er sei stets pünktlich erschienen. Es habe keine Absenzen 
gegeben. Der Beschwerdeführer habe eine gute Leistungsbereitschaft ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 11

zeigt. Bei wenig komplexen Arbeiten mit Bezug zum erlernten Beruf des ... 
habe er qualitativ gute Arbeitsresultate bei jedoch merklich verlangsamtem 
Arbeitstempo gezeigt. Die durchschnittliche quantitative Leistungsfähigkeit 
werde auf 60 - 65 % geschätzt. Dabei sei das Arbeitstempo bei komplexe-
ren Arbeiten (...) oder bei Tätigkeiten mit höheren Anforderungen an die 
Feinmotorik (...) gesunken. Auch bei monotonen Arbeiten (..., ... bestücken) 
sei eine ausgeprägtere Verlangsamung festgestellt worden. Bei etwas 
komplexeren Tätigkeiten oder mehrschrittigen Aufgaben habe der Be-
schwerdeführer ein etwas erhöhtes Mass an Instruktionen benötigt. Im in-
teraktionellen Verhalten habe sich der Beschwerdeführer mitunter etwas 
inadäquat mit teils schroffen, gereizten Verhaltensweisen gezeigt. Daneben 
sei er im Gespräch oft etwas weitschweifig und haftend gewesen. Insge-
samt sei er jedoch gut führbar gewesen. Insgesamt sei festzuhalten, dass 
nach klarer Instruktion gute Arbeitsresultate bei wenig komplexen Tätigkei-
ten erreicht werden könnten, wobei die quantitative Leistungsfähigkeit deut-
lich eingeschränkt sei (55 - 65%). Bezüglich der teils etwas inadäquaten 
Verhaltensweisen (abweisend, weitschweifig) benötige der Beschwerdefüh-
rer ein tolerantes Umfeld. Zum medizinischen Zumutbarkeitsprofil wurde 
festgehalten (act. II 201/17), dem Beschwerdeführer sei ein Vollzeitpensum 
mit wenig komplexen manuellen Tätigkeiten zumutbar. Dabei benötige er 
ein etwas erhöhtes Mass an Instruktionen und pro Arbeitsgang etwas mehr 
Zeit. Komplexere Tätigkeiten oder Tätigkeiten mit höheren Anforderung an 
die Handlungsplanung seien nicht zumutbar. Zu monotone Arbeiten sollten 
eher vermieden werden (ausgeprägte Verlangsamung und Fehleranfällig-
keit). Zum bestangepassten Arbeitsplatz wurde angegeben (act. II 201/17 
f.), dieser beinhalte für den Beschwerdeführer abwechslungsreiche … Ar-
beiten, welche sich aber wiederholten, damit er die Abläufe verinnerlichen 
und sich eine Routine bilden könne. Die Arbeit sollte manuell-serielle Auf-
gaben beinhalten, diese sollte der Beschwerdeführer allerdings nicht für 
lange Zeit am Stück ausführen müssen, da hierunter seine Konzentration 
leide. Der Beschwerdeführer sollte in seinem Tempo arbeiten können und 
in sich geschlossene Aufträge erhalten. Er profitiere von klar strukturierten 
Rahmenbedingungen, beispielsweise sollte er sich die Zeit nicht selbstän-
dig einteilen müssen. Das Team, in welchem er arbeite, sollte eher klein 
sein, und er sollte eine klar definierte Ansprechperson zur Seite haben. 
Instruktionen sollten wann immer möglich mündlich erfolgen und mit Vor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 12

zeigen verbunden sein. Schriftliche Instruktionen kämen dem Beschwerde-
führer nicht entgegen. Kundenkontakt sollte er nur dosiert und lediglich 
persönlich / mündlich haben, schriftliche Korrespondenz sollte ihm keine 
übergeben werden. Ein 100 % Pensum könne der Beschwerdeführer pro-
blemlos prästieren. Hierbei handele es sich um einen Nischenarbeitslatz 
auf dem ersten Arbeitsmarkt. Zum Sozialverhalten wurde festgehalten (act. 
II 201/14), der Beschwerdeführer habe seine abwehrende und schroffe Art 
während der Abklärung damit begründet, dass er nur für kurze Zeit in der 
Abklärungsstelle C.________ sei und keinen Bedarf sehe, hier Kontakte zu 
knüpfen. Er wolle mit fremden Leuten nicht über sein Privatleben sprechen. 
Zudem sei er sehr wütend und betroffen gewesen ob der Nachricht, dass er 
eine AMA machen müsse. Diese habe bei ihm das Gefühl ausgelöst, seine 
Bemühungen während der Ausbildung seien umsonst gewesen. Dies habe 
das Sozialverhalten des Beschwerdeführers während der AMA zu einem 
gewissen Grad relativiert, unter diesen Umständen könne gar gesagt wer-
den, dass sich der Beschwerdeführer trotz seiner Bedenken gegenüber der 
Abklärung offen gezeigt habe. Zur Motivationsbeurteilung wurde angege-
ben (act. II 201/18), sie hätten den Beschwerdeführer mässig motiviert und 
eher passiv erlebt. Die Motivation für eine Festanstellung und seine berufli-
che Zukunft sei aber manifest spürbar gewesen. Für den Bereich der ... sei 
der Beschwerdeführer stark begeistert. Er habe immer wieder glaubhaft 
betont, dass er arbeiten wolle.

3.3 In der Konsensbeurteilung des psychiatrisch-neuropsychologischen 
MEDAS-Gutachtens vom 31. Juli 2019 (act. II 230.1) wurden die folgenden 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (act. II 
230.1/7 f.): 

1. Adultes ADHS (ICD-10 F90.0) bei
 vorbestehendem juvenilen POS (Geburtsgebrechen 404) mit allgemeiner 

Entwicklungsverzögerung, Störung des Antriebs, der Konzentration und 
der Aufmerksamkeit 

2. Organische Persönlichkeitsstörung mit Störung von Konzentration, Aufmerk-
samkeit und des Antriebs, Impulskontrollstörung, Stimmungslabilität, erhöhte 
Reizbarkeit mit Missachtung sozialer Konventionen aufgrund einer teilweisen 
Realitätsverkennung, Störung der Exekutivfunktionen, Perseverationen, Haf-
tenbleiben, Vermeidungsverhalten und Rückzug in kindliche Phantasiewelt bei 
sozialer emotionaler Retardierung und autistischen Zügen als Folge des juve-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 13

nilen psychoorganischen Syndroms POS mit gesamt-IQ 82 und neuropsycho-
logischer Einschränkung

Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit gaben die Gutachter an (act. 
II 230.1/9), für eine Tätigkeit auf dem regulären freien Arbeitsmarkt bestehe 
eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit. Diese Einschätzung gelte seit dem Ein-
tritt ins Berufsleben. Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 
hielten die Gutachter fest (act. II 230.1/9), in einer solchen sei der Be-
schwerdeführer als ... zu 100 % mit einer Leistungsfähigkeit von 80 % ar-
beitsfähig. Prognostisch sei er auf dem ersten Arbeitsmarkt nur an 
Nischenarbeitsplätzen einsetzbar. Es empfehle sich eine Integrationsbe-
gleitung durch die IV. Dieser Nischenarbeitsplatz entspreche eigentlich 
einem "geschützten Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt". Der Be-
schwerdeführer selbst wünsche sich sehr einen Arbeitsplatz auf dem ersten 
Arbeitsmarkt, um auch der Stigmatisierung zu entkommen. Allerdings wer-
de aufgrund der gesamten Situation eine Eingliederung im ersten Arbeits-
markt für nicht ohne weiteres möglich erachtet, insbesondere scheine hier 
eine enge Betreuung und Führung unabdingbar. Das Belastungsprofil be-
schreibe einen "Nischenarbeitsplatz" auf dem ersten Arbeitsmarkt. Wichtig 
sei ein wohlwollender Arbeitgeber, der die spezifischen Stärken des Be-
schwerdeführers würdigen und ihn punktgenau einsetzen könne. Dabei sei 
eine Supervision mit klar strukturierten Rahmenbedingungen und in sich 
geschlossenen Aufgabenstellungen wichtig mit einer klar definierten An-
sprechperson bei Fragen. Ein kleines Team wäre hilfreich, es sollte sich 
eine Routine bilden und der Beschwerdeführer die Abläufe verinnerlichen 
können. Dies sei am besten möglich, wenn manuelle serielle Aufgaben 
beinhaltet seien, allerdings nicht für längere Zeit am Stück auszuführen, da 
hierdurch die Konzentration leide. Er sollte die Tätigkeiten in seinem eige-
nen Tempo ausführen können und in sich geschlossene Aufträge erhalten. 
Es sollte sich um abwechslungsreiche, … Arbeiten, die sich wiederholen 
handeln, um Abläufe zu verinnerlichen und eine Routine bilden zu können. 
Es sollten keine komplexen Tätigkeiten, keine Tätigkeiten mit höherer An-
forderung an die Handlungsplanung und keine monotonen Tätigkeiten sein. 
Der Beschwerdeführer sollte sich die Zeit nicht selbstständig einteilen müs-
sen. Die Tätigkeit sollte keine schriftliche Korrespondenz beinhalten, Kun-
denkontakt nur sehr dosiert und lediglich persönlich und mündlich. Die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 14

Arbeitsgeschwindigkeit sei herabgesetzt, so dass eine Leistungsfähigkeit 
von 80 % erreicht werden könne bei möglicher voller zeitlicher Präsenz. Bei 
der Begründung der Gesamt-Arbeitsunfähigkeit und der Gesamt-
Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter nochmals fest (act. II 230.1/10), nur in 
einer sehr gut angepassten Tätigkeit, einem Nischenarbeitsplatz, quasi 
einem "geschützten Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt" sei der Be-
schwerdeführer auf dem ersten Arbeitsplatz (richtig: Arbeitsmarkt) zu 
100 % arbeitsfähig mit einer Leistungsfähigkeit von 80 %. Es müsse davon 
ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer trotz gegebener Wil-
lensanstrengung und Motivation die für den ersten Arbeitsmarkt notwendi-
gen Voraussetzungen nur bedingt erfüllen könne. Dies bedeute, dass er 
zur Entfaltung seines Leistungspotentials auf ein wohlwollendes superviso-
risches Arbeitsumfeld angewiesen sei, d.h. ein Arbeitsumfeld, welches kla-
re, auch zeitliche Vorgaben, in sich geschlossene Aufträge, eine 
engmaschige Supervision, möglichst repetitive Arbeitsschritte bei geringem 
Zeitdruck, jedoch ohne monoton zu sein bieten könne. Ein kleines Team 
wäre hilfreich. Nicht möglich seien komplexe Tätigkeiten mit höherer Anfor-
derung an die Handlungsplanung, oder monotone Tätigkeiten. Schriftliche 
Korrespondenz sollte ausgeschlossen sein, Kundenkontakt nur sehr dosiert 
und lediglich persönlich und mündlich. Diese Beurteilung sei seit dem Zeit-
punkt des Arbeitslebens gültig. 

3.4 In der Stellungnahme vom 25. Juni 2020 (Akten des Beschwerde-
führers [act. I] 10) hielten die MEDAS-Gutachter fest, wie in den beiden 
Fachgutachten und in der Konsensbeurteilung dargelegt, erachteten sie 
den Beschwerdeführer aufgrund seiner seit der Geburt bestehenden erheb-
lichen krankheitsbedingten Einschränkungen als nur an Nischenarbeits-
plätzten "arbeitsfähig" und eine Begleitung durch die IV für erforderlich. Das 
gutachterlich beschriebene Profil eines solchen Nischenarbeitsplatzes set-
ze in einem solchen Masse reduzierte Anforderungen und ein derart wohl-
wollendes Arbeitsumfeld voraus, dass es, wie im Konsens beschrieben, 
einem geschützten Arbeitsplatz entspreche, somit also lediglich eine Leis-
tungsfähigkeit für geschützte Tätigkeiten und keine eigentliche "Arbeits-
fähigkeit" vorliege. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 15

4.

4.1

4.1.1 Im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit macht der Beschwerde-
führer insbesondere geltend (Beschwerde S. 1 f.; Replik S. 2 ff.), bestritten 
werde die Leistungsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt. Sowohl im bidis-
ziplinären als auch im psychiatrischen Gutachten werde dem Beschwerde-
führer eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit für den ersten Arbeitsmarkt 
attestiert. Gemäss Gutachten weise das unstete Leistungsvermögen darauf 
hin, dass der Beschwerdeführer lediglich für einen Nischenarbeitsplatz ge-
eignet sei und dort auch nur 80 %. Der Gutachter präzisiere klar, dass der 
Nischenarbeitsplatz einem geschützten Arbeitsplatz entspreche. Gemäss 
dem neuropsychologischen Gutachter könne der Beschwerdeführer trotz 
gegebener Willensanstrengung und Motivation die für den ersten Arbeits-
markt notwendigen Voraussetzungen nur bedingt erfüllen. Es sei folglich 
ein geschützter Arbeitsplatz erforderlich. Im Schreiben vom 25. Juni 2020 
würden die Gutachter noch einmal bekräftigen, dass der Nischenarbeits-
platz einem geschützten Arbeitsplatz gleichkomme und sie hätten ausge-
führt, dass im ersten Arbeitsmarkt keine eigentliche Arbeitsfähigkeit 
vorliege. 

4.1.2 Demgegenüber bringt die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen vor 
(Beschwerdeantwort S. 2 f.), die Beurteilung, wonach der Beschwerdefüh-
rer prognostisch auf dem ersten Arbeitsmarkt nur an Nischenarbeitsplätzen 
einsetzbar sei und dieser Nischenarbeitsplatz eigentlich einem "geschütz-
ten Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt" entspreche, habe die Be-
schwerdegegnerin insoweit berücksichtigt, als beim Invalideneinkommen 
ein statistischer Abzug vom Tabellenlohn im Umfang von 15 % zugestan-
den worden sei. Die Frage, ob eine versicherte Person im ersten Arbeits-
markt oder lediglich im zweiten Arbeitsmarkt (geschützter Rahmen) 
einsetzbar sei, stelle eine Rechtsfrage dar und sei nicht von den Gutach-
tern zu beantworten. Die zum Teil geringe Leistungsfähigkeit in der AMA 
sei auf die fehlende Motivation zurückzuführen, die Arbeitsfähigkeit würde 
bei guter Motivation höher ausfallen. Der Beschwerdeführer habe die EFZ-
Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, gemäss AMA-Bericht bewegten sich 
die Leistungen zwischen EBA- und EFZ-Niveau, von einem tieferen Ausbil-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 16

dungsniveau sei keine Rede, weshalb die Verwertbarkeit der Restarbeits-
fähigkeit lediglich im geschützten Rahmen nicht nachvollziehbar wäre. 
Schliesslich liege der Gesamt-IQ mit 82 über der relevanten Schwelle von 
70, damit ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne einer Intelli-
genzminderung begründet werden könnte.

4.2

4.2.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

4.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 17

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.3

4.3.1 In medizinischer Hinsicht ist auf das psychiatrisch-neuro-
psychologische MEDAS-Gutachten vom 31. Juli 2019 (act. II 230.1; vgl. 
auch act. II 230.2 und 230.3) abzustellen. Dieses erfüllt die an den Be-
weiswert einer medizinischen Expertise gestellten Anforderungen (vgl. 
E. 4.2.2 hiervor). Es ist voll beweiskräftig, da es – beruhend auf allseitigen 
Untersuchungen und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden – 
die streitigen Punkte umfassend abhandelt und in Kenntnis der Vorakten 
abgegeben wurde. Weiter leuchtet es in der medizinischen Beurteilung ein 
und die darin gezogenen Schlussfolgerungen werden eingehend begrün-
det. Zudem steht es in Übereinstimmung mit der Beurteilung des behan-
delnden Psychiaters Dr. med. F.________, mit welchem Rücksprache 
genommen wurde. Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter gab Dr. 
med. F.________ an (act. II 230.2/8 f.), er sehe die organische Problematik 
bei der Diagnose POS im Vordergrund. Der Beschwerdeführer habe über 
viele Jahre Risperidon gebraucht, um seine Impulskontrolle in den Griff zu 
bekommen. Er habe einige Testungen bezüglich Intelligenz gehabt und er 
habe ein breites Spektrum: so habe er eine wahrnehmungsbezogene Vera-
rbeitung von IQ 69, was formal schon einer Minderbegabung nach ICD-10 
entspreche. Sprachlich sei er jedoch eher teilweise Richtung 90. Die Verar-
beitungsgeschwindigkeit sei bei der letzten Testung 2017 unter Methylphe-
nidat dann 73 gewesen. Die damalige Dosierung sei 72mg gewesen, 
worunter er optimale Leistungen erbringe. Aktuell sei er zu Hause, um sich 
zu bewerben und nehmen daher weniger, aktuell drei 36mg Methylpheni-
dat. Beide Ausbildungen seien bei der Abklärungsstelle G.________ mit 
sehr guter individueller Unterstützung gewesen. Er sei aber in der zweiten 
Ausbildungshälfte mit Abschluss EFZ immer wieder bei Einsätzen auf dem 
freien Arbeitsmarkt gewesen, die er gut absolviert habe. Er habe die letzte 
Abklärung bei der Abklärungsstelle C.________ nicht richtig eingesehen 
und wie immer, wenn er emotional aufgebracht wäre, habe er dort blockiert. 
Das sei bei hirnorganisch beeinträchtigten Menschen typisch, wobei er 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 18

schon gute Fortschritte gemacht habe. Das Blockieren sei ein zentrales 
Thema, an dem er immer wieder mit ihm arbeiten würde. Auf dem ersten 
Arbeitsmarkt sei er sicher nur an Nischenarbeitsplätzen einsetzbar. Er 
empfehle eine Berufsbegleitung durch die IV. Ein verständnisvoller Chef sei 
Voraussetzung.

4.3.2 Während seiner vom 1. August 2016 bis 31. Juli 2018 dauernden 
Ausbildung zum ... EFZ (vgl. act. II 179/2) absolvierte der Beschwerdefüh-
rer zwei Praktika. Im ersten Praktikum vom 2. August 2016 bis 31. Januar 
2017 bei der H.________ AG erfüllte der Beschwerdeführer die Anforde-
rungen für eine Anstellung im Betrieb noch nicht bzw. die Eingliederungs-
frage wurde verneint (act. II 171/5). Dies wurde mit Leistungs-
schwankungen, Ablenkbarkeit und wiederkehrenden Fehlern bei bereits 
bekannten Aufgaben begründet (act. II 171/5; 194/4). Es wurde jedoch 
auch festgehalten, dass in den Bereichen ... und ... eine konstante Arbeits-
leistung von 65 - 70 % erreicht worden sei; die Fehler seien sehr gering 
gewesen (act. II 171/4). Im zweiten Praktikum vom 8. Mai 2017 bis 9. Ja-
nuar 2018 bei der I.________ erbrachte der Beschwerdeführer bessere 
Leistungen, das Arbeitstempo und die Arbeitsqualität wurden mit 90 % an-
gegeben (act. II 179/18). Dieser Praktikumsbetrieb gab an, dass der Be-
schwerdeführer die Anforderungen für eine Anstellung bei ihm erfüllen 
würde (act. II 179/17), wobei auf Nachfrage darauf hingewiesen wurde, 
dass die Arbeits- und Leistungsfähigkeit sich sukzessive gesteigert habe 
und es einer längeren Einarbeitungszeit bedurft habe (act. II 194/4). Auf 
Nachfrage der Eingliederungsfachperson gab die I.________ zudem an, es 
sei tatsächlich so gewesen, dass von einer Leistung von 90 % im Vergleich 
zu anderen Lernenden ausgegangen werden könne, komplexe Abläufe gut 
möglich und die Erwartungen übertroffen worden seien; wahrscheinlich sei 
die längere Einarbeitungszeit in der Bewertung ausgeklammert worden 
(Protokoll der Beschwerdegegnerin per 20. April 2020 [im Gerichtsdossier], 
Eintrag vom 2. März 2018). Auch im Bericht des behandelnden Psychiaters 
Dr. med. F.________ vom 28. Mai 2018 (act. II 184) wurde von einer Ver-
besserung berichtet. Die kognitive Performance habe sich seit dem letzten 
Bericht vom 3. März 2017 (act. II 172) verbessert. Infolgedessen seien ein 
Rückgang der Ablenkung durch übermässige Beschäftigung mit elektroni-
schen Medien sowie der Konzentrations- und Gedächtnisstörungen zu be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 19

obachten gewesen und eine Verbesserung des Arbeitsgedächtnisses so-
wie der Verarbeitungsgeschwindigkeit objektiviert worden. Dem Beschwer-
deführer sei die Erfassung und Verarbeitung von Informationen besser ge-
lungen, er habe die erwarteten Leistungen insbesondere in den Bereichen 
Arbeitstempo, Ausdauer, Arbeitsqualität und Unablenkbarkeit besser er-
bracht. In den Akten finden sich keine Hinweise für eine zwischenzeitliche 
Veränderung des Gesundheitszustandes, welche den Beschwerdeführer 
daran hindern würde, nach wie vor Leistungen wie im zweiten Praktikum zu 
erbringen. Die ungenügende Medikation im Zeitpunkt der Begutachtung 
(vgl. act. II 230.2/5 i.V.m. act. II 184/3 - 6) ist nicht zu berücksichtigen. 

Im Rahmen der vom 13. August bis 7. September 2018 in der Abklärungs-
stelle C.________ durchgeführten AMA erbrachte der Beschwerdeführer 
nach klarer Instruktion gute Arbeitsresultate bei wenig komplexen Tätigkei-
ten, wobei die quantitative Leistungsfähigkeit deutlich eingeschränkt war 
(55 - 65 %; act. II 201/17). Diesbezüglich ist den MEDAS-Gutachtern zu 
folgen, wenn sie davon ausgehen, dass die anlässlich der AMA beobachte-
ten Leistungseinschränkungen auf die ungenügende Motivation des Be-
schwerdeführers zurückzuführen sind. Die Gutachter führten in diesem 
Zusammenhang überzeugend und schlüssig aus (act. II 230.1/11), die Dis-
krepanz in Bezug auf die unterschiedlichen Leistungsfähigkeiten lasse sich 
durch die dem ausbildungsbezogenen Praktikum zugrundeliegende, deut-
lich längere Beobachtungszeit sowie durch die höhere Motivation während 
der Ausbildungszeit auflösen, wogegen die hiergegen relativ beschränkte 
Abklärungsdauer der AMA (13. August bis 7. September 2018), die zudem 
eher unfreiwillig mit wenig Verständnis und damit wenig motiviert stattge-
funden habe, eher zu bescheidenen Leistungsergebnissen geführt habe. 
Zudem hat der psychiatrische Gutachter mit dem langjährigen behandeln-
den Psychiater Dr. med. F.________ Rücksprache genommen, welcher die 
Probleme während der AMA ebenfalls auf die Motivation zurückgeführt hat 
(act. II 230.2/9). 

Auch der Gesamt-IQ von 82 (act. II 230.1/8) spricht nicht für eine geringere 
Leistungsfähigkeit als 80 %. Intelligenzminderungen werden nach dem zur 
Anwendung gelangenden Klassifikationssystem ICD-10 in leichte (IQ 69 bis 
50), mittelgradige (IQ 49 bis 35), schwere (IQ 34 bis 20) und schwerste (IQ 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 20

weniger als 20) Fälle eingeteilt (ICD-10 F.70 bis F.73). Nach konstanter 
Rechtsprechung wird bei einem IQ von 70 und mehr ein invalidenversiche-
rungsrechtlich massgeblicher Gesundheitsschaden verneint (Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 24. Juni 2020, 8C_302/2020, E. 5.1).

4.4 Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob 
ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität 
zu bewirken vermag, anhand eines strukturierten normativen Prüfungsras-
ters (vgl. E. 2.3 hiervor). 

Hat sich die sachverständige Person bei der Einschätzung des Leistungs-
vermögens an den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 281 orientiert 
und genügt ihr Gutachten den allgemeinen Anforderungen an den Beweis-
wert ärztlicher Berichte (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232), sind die darin for-
mulierten Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit von den Organen der 
Rechtsanwendung grundsätzlich zu übernehmen. Eine davon losgelöste 
juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweis-
verfahrens (vgl. E. 2.3 hiervor) soll nicht stattfinden (BGE 145 V 361 
E. 3.2.2 S. 364; Entscheide des BGer vom 7. Februar 2020, 8C_423/2019, 
E. 3.2.3, und 22. Oktober 2019, 9C_520/2019, E. 7.1). Vorliegend erfüllt 
das MEDAS-Gutachten vom 31. Juli 2019 (act. II 230.1 - 230.3) – wie er-
wähnt – die an den Beweiswert eines medizinischen Berichtes gestellten 
Anforderungen (vgl. E. 4.2.2 und 4.3.1 hiervor) und die Gutachter haben 
sich an den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 281 orientiert (vgl. 
act. II 230.1/7 ff., 230.2/2 ff., 230.3/3 ff.). Vor allem haben sie die Anforde-
rungen der Rechtsprechung erfüllt, wonach die Sachverständigen substan-
ziiert darzulegen haben, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen 
die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und die psy-
chischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu 
schmälern vermögen. Insbesondere haben die medizinisch-psychiatrischen 
Sachverständigen darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von 
ihnen erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit einge-
schränkt ist, und zwar – zu Vergleichs-, Plausibilisierungs- und Kontroll-
zwecken – unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiären und 
sozialen Aktivitäten der rentenansprechenden Person (vgl. BGE 145 V 361 
E. 4.3 S. 368). Somit ist aufgrund des MEDAS-Gutachtens vom 31. Juli 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 21

2019 (act. II 230.1) davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer 
angepassten Tätigkeit als ... bei einem Pensum von 100 % mit einer Leis-
tungsfähigkeit von 80 % arbeitsfähig ist. 

4.5 Mit Blick auf die Vorbringen des Beschwerdeführers zur Arbeits-
fähigkeit (vgl. E. 4.1.1 hiervor) ist festzuhalten, dass die Frage, ob in Bezug 
auf ein bestimmtes Zumutbarkeitsprofil auf dem ersten Arbeitsmarkt Stellen 
vorhanden sind, nicht die Arbeitsfähigkeit, sondern die erwerbliche Ver-
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bezogen auf einen ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt betrifft. Diese stellt eine Rechtsfrage dar, welche nicht von 
den Medizinern zu beantworten ist (vgl. Entscheid des BGer vom 26. Juli 
2019, 9C_798/2018, E. 4.1.2). Zu klären ist diese Frage im Rahmen der 
Invaliditätsbemessung (vgl. E. 5 hiernach). 

5.

5.1 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG Nr. 16 
S. 64 E. 4.4.2).

5.2

5.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 22

5.2.2 Konnte die versicherte Person wegen der Invalidität keine zurei-
chenden beruflichen Kenntnisse erwerben, so entspricht das Erwerbsein-
kommen, das sie als Nichtinvalide erzielen könnte, den folgenden nach 
Alter abgestuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten Medianwertes 
gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik: 
Vor Vollendung des 21. Altersjahres 70 %, vor Vollendung des 25. Alters-
jahres 80 %, vor Vollendung des 30. Altersjahres 90 % und nach Vollen-
dung des 30. Altersjahres 100 % (Art. 26 Abs. 1 der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Ge-
burts- und Frühinvalide im Sinne von Art. 26 Abs. 1 IVV sind Versicherte, 
die seit ihrer Geburt oder Kindheit an einem Gesundheitsschaden leiden 
und deshalb keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben konnten. 
Darunter fallen all jene Personen, die wegen ihrer Invalidität überhaupt kei-
ne Berufsausbildung absolvieren können. Ebenso dazu gehören indes Ver-
sicherte, die zwar eine Berufsausbildung abschliessen, zu deren Beginn 
jedoch bereits invalid waren und die absolvierte Ausbildung wegen ihrer 
Invalidität auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht in gleicher Weise 
"ummünzen" können wie nichtbehinderte Personen mit derselben (ordentli-
chen) Ausbildung. Nach der Rechtsprechung ist der Abschluss einer Be-
rufsausbildung als Erwerb von zureichenden beruflichen Kenntnissen im 
Sinne von Art. 26 Abs. 1 IVV zu betrachten. Dazu gehören auch Anlehren, 
wenn sie auf einem besonderen, der Invalidität angepassten Bildungsweg 
ungefähr die gleichen Kenntnisse vermitteln wie eine eigentliche Lehre 
oder eine ordentliche Ausbildung und der versicherten Person in Bezug auf 
den späteren Verdienst praktisch die gleichen Möglichkeiten eröffnen. Kann 
die versicherte Person die in der Anlehre erworbenen zureichenden berufli-
chen Kenntnisse auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwerten, spricht 
dies grundsätzlich gegen eine Frühinvalidität (BGer 9C_798/2018, 
E. 5.1.1).

5.3

5.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 23

Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielba-
re Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu er-
mitteln. Dieser theoretische und abstrakte Begriff dient dazu, den Leis-
tungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversi-
cherung abzugrenzen. Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet 
durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach 
Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und 
zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 
Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Er um-
fasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsan-
gebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von 
Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Dabei ist nicht von realitätsfrem-
den Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt 
werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjekti-
ven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung 
von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtspre-
chungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 138 V 
457 E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2). Nach diesen Ge-
sichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Mög-
lichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein 
rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 
110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 320 E. 3b).

Daraus folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen 
ist, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen 
vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene 
Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Ar-
beitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (SVR 2016 
IV Nr. 2 S. 6 E. 4.4).

Von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von Art. 16 ATSG kann aber dort 
nicht mehr gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so ein-
geschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt 
praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegen-
kommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Fin-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 24

den einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen 
erscheint (SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2).

5.3.2 Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 
2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481).

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss 
sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemäs-
sem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt 
höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass 
allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit ent-
haltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemes-
sung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten 
Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 
S. 20).

5.4 Vorweg ist die Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf 
dem ersten Arbeitsmarkt zu klären. Das im MEDAS-Gutachten definierte 
Zumutbarkeitsprofil (act. II 230.1/9 f.) deckt sich im Wesentlichen mit 
demjenigen gemäss AMA-Abklärungsbericht vom 4. Oktober 2018 (act. II 
201/17 f.). Gemäss den darin an die Einarbeitung und an den Arbeitsplatz 
bzw. das Arbeitsumfeld gestellten Anforderungen ist der Beschwerdeführer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 25

zwar auf ein soziales Entgegenkommen des Arbeitgebers, also auf dessen 
Wohlwollen angewiesen, doch handelt es sich dabei nicht um realitäts-
fremde Einsatzmöglichkeiten. Mit Blick auf das für den Beschwerdeführer 
definierte Zumutbarkeitsprofil kann nicht gesagt werden, dass die zumutba-
re Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der aus-
geglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht 
realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers 
möglich wäre (vgl. E. 5.3.1 hiervor). Vielmehr ist von einer Verwertbarkeit 
der Restarbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt in einem Nischenar-
beitsplatz auszugehen. Diesbezüglich ist wie bereits erwähnt (vgl. E. 4.5 
hiervor) ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass es nicht Sache der Medizi-
ner ist zu beurteilen, ob solche Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt 
vorhanden sind, oder ob es sich um geschützte Arbeitsplätze handelt. Da-
her kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, wenn 
im MEDAS-Gutachten stellenweise von einem geschützten Arbeitsplatz 
gesprochen wird (act. II 230.1/9 f.) und die Gutachter in der Stellungnahme 
vom 25. Juni 2020 (act. I 10) festhalten, das gutachterlich beschriebene 
Profil eines solchen Nischenarbeitsplatzes setze in einem solchen Masse 
reduzierte Anforderungen und ein derart wohlwollendes Arbeitsumfeld vor-
aus, dass es einem geschützten Arbeitsplatz entspreche und somit ledig-
lich eine Leistungsfähigkeit für geschützte Tätigkeiten und keine eigentliche 
"Arbeitsfähigkeit" vorliege. Abgesehen davon wird im MEDAS-Gutachten 
auch teilweise von einem Nischenarbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt 
gesprochen (act. II 230.1/9 f.). Schliesslich steht die Feststellung der ME-
DAS-Gutachter, wonach der Beschwerdeführer trotz gegebener Willensan-
strengung und Motivation die für den ersten Arbeitsmarkt notwendigen 
Voraussetzungen nur bedingt erfüllen könne (act. II 230.1/10), nicht im Wi-
derspruch zur Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ersten Ar-
beitsmarkt in einem Nischenarbeitsplatz. Denn in einem solchen Rahmen 
wird eben gerade – wie bereits ausgeführt – auf die Besonderheiten des 
Beschwerdeführers Rücksicht genommen.

5.5

5.5.1 Der frühestmögliche Rentenbeginn fällt auf das Jahr 2018. Mit Blick 
auf die seit der Kindheit bestehenden gesundheitlichen Einschränkungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 26

ist das Wartejahr seit langem bestanden und der Beschwerdeführer ist seit 
seiner Kindheit bei der Invalidenversicherung angemeldet. Sodann hat der 
Beschwerdeführer während der von der Invalidenversicherung unterstütz-
ten Ausbildungen und den gewährten Eingliederungsmassnahmen vom 
1. August 2013 bis 7. August 2018 Taggelder bezogen (act. II 130, 134, 
136 - 138, 156, 191, 193), womit ein allfälliger Rentenanspruch während 
dieser Zeit nicht hätte entstehen können (vgl. E. 2.4 hiervor). Folglich ist auf 
das Jahr 2018 hin ein Einkommensvergleich vorzunehmen.

5.5.2 Nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin von einer 
Frühinvalidität ausgegangen ist und das Valideneinkommen gestützt auf 
Art. 26 Abs. 1 IVV (vgl. E. 5.2.2 hiervor) festgelegt hat. Gemäss dem (mitt-
lerweile aufgehobenen) IV-Rundschreiben Nr. 369 des Bundesamtes für 
Sozialversicherungen (BSV) beträgt das gestützt auf Art. 26 Abs. 1 IVV 
massgebende Valideneinkommen für den am 20. Juli 1995 geborenen Be-
schwerdeführer ab 1. Januar 2018 Fr. 65'600.--.

5.5.3 Das Invalideneinkommen ist ausgehend von den LSE 2016, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirt-
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Ziff. 49 
- 53, Verkehr und Lagerei, Männer, Kompetenzniveau 1, im Betrag von 
Fr. 5'456.-- monatlich bzw. Fr. 65'472.-- jährlich zu ermitteln. Die Indexie-
rung auf das Jahr 2018 führt zu einem Betrag von Fr. 65'664.-- (Tabelle 
T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 2011 - 2019, Ziff. 49 - 53, Verkehr und 
Lagerei, Index Jahr 2016: 102.3 Punkte, Index Jahr 2018: 102.6 Punkte). 
Angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Abschnitt Ziff. 
49 - 53, Verkehr und Lagerei, im Jahr 2018 von 42.4 Stunden resultiert ein 
Betrag von Fr. 69'603.85 (Fr. 65'664.-- : 40 h x 42.4 h). Die Berücksichti-
gung der gutachterlich attestierten Leistungseinschränkung von 20 % (act. 
II 230.1/9 f.) ergibt einen Betrag von Fr. 55'683.05 (Fr. 69'603.85 x 0.8). 
Der von der Beschwerdegegnerin zusätzlich gewährte leidensbedingte Ab-
zug (vgl. E. 5.3.2 hiervor) von 15 % ist nicht zu beanstanden, so dass ein 
Invalideneinkommen von Fr. 47'330.60 resultiert (Fr. 55'683.05 x 0.85).

5.5.4 Die Gegenüberstellung der beiden hypothetischen Vergleichsein-
kommen ergibt einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 28 % 
(100 / Fr. 65'600.-- x [Fr. 65'600.-- - Fr. 47'330.60] = 27.85 %; zu den Run-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 27

dungsregeln vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 
61 S. 198 E. 7.1).

5.6 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 12. Fe-
bruar 2020 (act. II 237) nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde 
abzuweisen ist.

6.

6.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer – vorbehältlich der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege – die 
Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 
Abs. 1 VRPG).

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

6.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

6.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 28

6.3.2 Da die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers aufgrund des nachge-
wiesenen Sozialhilfebezuges erstellt ist (Akten des Beschwerdeführers [act. 
Ia] 1 - 3), dieser Prozess nicht zum vornherein als aussichtslos erschien 
und die anwaltliche Verbeiständung geboten ist, sind die Voraussetzungen 
für die Erteilung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege erfüllt. Das 
entsprechende Gesuch des Beschwerdeführers ist somit gutzuheissen und 
es ist Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt beizuordnen. Festzu-
setzen bleibt dessen amtliches Honorar.

6.3.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. Art. 
1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der amtli-
chen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stunden-
ansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 5. August 2020 macht Rechtsanwalt B.________ ei-
nerseits ein auf Art. 42 KAG i.V.m. Art. 11 Abs. 1 der kantonalen Verord-
nung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes 
(PKV; BSG 168.811) basierendes Honorar von Fr. 2'775.-- zuzüglich Aus-
lagen von Fr. 154.30 und Mehrwertsteuer von Fr. 225.55 (7.7 % von 
Fr. 2'929.30), total 3'154.85 und andererseits ein auf dem effektiven zeitli-
chen Aufwand basierendes Honorar von Fr. 2'313.75 (9.17 h à Fr. 250.-- 
[Aufwand RA] + 0.17 h à Fr. 125.-- [Aufwand MLaw]) zuzüglich Auslagen 
von Fr. 154.30 und Mehrwertsteuer von Fr. 190.05 (7.7 % von 
Fr. 2'468.05), total Fr. 2'658.10 geltend. 

Die Höhe der Parteientschädigung für das Verfahren vor dem kantonalen 
Versicherungsgericht richtet sich in den Schranken des Bundesrechts nach 
kantonalem Recht. Als bundesrechtliche Vorgaben zu berücksichtigen sind 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 29

immerhin nebst dem Mass des Obsiegens die Bedeutung der Streitsache 
und die Schwierigkeit des Prozesses. Weil der zeitliche Aufwand der 
Rechtsvertretung regelmässig von der Schwierigkeit des Prozesses      
(mit-)bestimmt wird, ist er auch ohne ausdrückliche gesetzliche Erwähnung 
in vorrangiger Weise massgebend für die Höhe der Parteientschädigung. 
Das ergibt sich ebenfalls aus dem vom Gesetzgeber gewählten Begriff 
"Parteikosten", worunter die Entschädigung für den tatsächlichen und not-
wendigen Vertretungsaufwand zu verstehen ist (SUSANNE BOLLINGER, in: 
FRÉSARD-FELLAY/KLETT/LEUZINGER [Hrsg.], Basler Kommentar, Allgemeiner 
Teil des Sozialversicherungsrechts, 2019, Art. 61 N. 84; vgl. auch UELI KIE-
SER, Kommentar zum ATSG, 4. Aufl. 2020, Art. 61 N. 229 und 231). Folg-
lich ist vorliegend das auf dem effektiven zeitlichen Aufwand basierende 
Honorar, welches nicht zu beanstanden ist, massgebend. Zudem wäre der 
Einsatz von Rechtspraktikanten als Substituten, die unter Aufsicht und Ver-
antwortung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes tätig sind, nur mit Bewil-
ligung des Gerichts zulässig (ALFRED BÜHLER in HAUSHEER/WALTER [Hrsg], 
Berner Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2012, Art. 
118 N. 7; zur bürointernen Stellvertretung des amtlichen Anwalts durch 
eine Anwaltskollegin mit Substitutionsvollmacht: BGE 141 I 70). Der gel-
tend gemachte Aufwand von 17 Industrieminuten ist demnach auszuklam-
mern. Folglich wird der tarifmässige Parteikostenersatz für dieses 
Verfahren auf Fr. 2'635.20 ([9.17 h x Fr. 250.--] = Fr. 2'292.50 + Fr. 154.30 
Auslagen + Fr. 188.40 Mehrwertsteuer [7.7 % von Fr. 2'446.80]) festge-
setzt. Davon ist Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 1'834.-- 
(9.17 h à Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 154.30 und Mehrwertsteuer 
von Fr. 153.10 (7.7 % von Fr. 1'988.30), total somit eine Entschädigung von 
Fr. 2'141.40, auszurichten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des 
Beschwerdeführers gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Vor-
aussetzungen von Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272; vgl. Art. 113 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 30

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2'635.20 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2'141.40 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334,

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Feb. 2021, IV/20/215, Seite 31

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.