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**Case Identifier:** 0a800c47-22bf-5e6e-99be-4b03a2bb69bc
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-26
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 26.04.2024 A1 23 161
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_A1-23-161_2024-04-26.pdf

## Full Text

A1 23 161 

 

URTEIL VOM 26. APRIL 2023 

 

Kantonsgericht Wallis 

Öffentlichrechtliche Abteilung 

 

Es wirken mit: Christophe Joris, Präsident, Jean-Bernard Fournier und Dr. Thierry 

Schnyder, Richter, sowie Vanessa Brigger, Gerichtsschreiberin, 

 

in Sachen 

 

IG S _________, bestehend aus der T _________ AG, der U _________ AG, und der 

V _________ AG, Beschwerdeführerinnen, alle vertreten durch Rechtsanwalt David 

Gruber, Gruber & Gattlen, Advokatur & Notariat,  

gegen 

 

STAATSRAT DES KANTONS WALLIS,  

IG W _________, bestehend aus X _________ AG, Y _________ AG, und  

Z _________ AG, Beschwerdegegnerinnen, alle vertreten durch Rechtsanwalt Marc 

Wyssen, WKLaw,  

 

(Arbeitsvergabe) 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid vom 30. August 2023.  

- 2 - 

Sachverhalt 

 

A.  Der Kanton Wallis schrieb am 10. März 2023 den Dienstleistungsauftrag Rhoneau-

tobahn A9, Abschnitt Siders - Gampel, Teilstrecke Siders Ost - Leuk/Susten Ost, Mandat 

M10078, SL Beweissicherung und Überwachung im offenen Verfahren aus. Die  

IG S _________ (bestehend aus der T _________ AG, der U _________ AG und der  

V _________ AG) sowie die IG W _________ (bestehend aus der X _________ AG, der 

Y _________ AG und der Z _________ AG) reichten Angebote ein. Der Staatsrat erteilte 

der IG W _________ (Zuschlagsempfängerin) am 30. August 2023 den Zuschlag.  

B.  Gegen diesen Entscheid des Staatsrates erhob die IG S _________ (Beschwerde-

führerin) am 15. September 2023 Verwaltungsgerichtsbeschwerde bei der Öffentlich-

rechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts und stellte folgende Rechtsbegehren: 

" 1. Die Beschwerdeführerin verlangt vollständige Akteneinsicht bei der Vergabebehörde, insbeson-
dere Einsicht in das Angebot der Zuschlagsempfängerin. 

  2. Das Kantonsgericht Wallis erteilt vorliegender Verwaltungsgerichtsbeschwerde die aufschie-
bende Wirkung und weist die Vergabebehörde umgehend darauf hin, dass sie jeglichen Ver-
tragsschluss bis zum rechtskräftigen Entscheid in vorliegender Angelegenheit zu unterlassen 
hat. 

  3. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Zuschlagsverfügung 
aufgehoben und das Kantonsgericht Wallis vergibt den angefochtenen Zuschlag des Mandats 
M10078, SL Beweissicherung und Überwachung, an die Beschwerdeführerin. 

  4. Die Kosten des Verfahrens und des Entscheids trägt die Vergabebehörde. 

  5. Der Kanton Wallis bezahlt der Beschwerdeführerin eine angemessene Parteientschädigung." 

Die Beschwerdeführerin legte dar, es seien nur zwei Angebote eingegangen. Dasjenige 

der Zuschlagsempfängerin sei mit total 423 Punkten und ihres mit total 400 Punkten 

bewertet worden. Sie habe das preislich günstigste Angebot eingereicht. Die Notenab-

züge, welche sie in vier von fünf Unterkriterien erhalten habe, seien ungerechtfertigt und 

willkürlich. Das Kriterium Auftragsanalyse sei ein Eignungskriterium und dürfe nicht 

gleichzeitig als Zuschlagskriterium beurteilt werden. Die Beschwerdeführerin erhalte bei 

korrekter Bewertung mehr Punkte als die Konkurrentin, weshalb ihr der Zuschlag zu er-

teilen sei. 

C.  Die Zuschlagsempfängerin beantragte am 13. Oktober 2023 die Abweisung der  

Beschwerde, die Auferlegung der Kosten an die Beschwerdeführerin und eine angemes-

sene Parteientschädigung. Sie beantragte zudem die Abweisung der Gesuche um Er-

teilung der aufschiebenden Wirkung sowie um Akteneinsicht betreffend ihre Offerte. Die 

Vergabebehörde habe ihr Ermessen rechtmässig ausgeübt und die Grundsätze der 

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Transparenz und der Gleichbehandlung respektiert. Es sei keine Anfechtung der Aus-

schreibungsunterlagen erfolgt, auf die Rügen betreffend die publizierten Eignungs- und 

Zuschlagskriterien sei nicht einzutreten.  

D.  Die Dienststelle für Nationalstrassenbau (DNSB) beantragte am 10. November 2023 

(Poststempel) die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

zu Lasten der Beschwerdeführerin und die Abweisung des Gesuchs um Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung. Zudem beantragte sie, der Beschwerdeführerin keine Einsicht 

in die vertraulichen Akten zu gewähren. Beide Angebote seien aufgrund derselben, in 

der Ausschreibung festgelegten Kriterien bewertet worden. Die Noten der Beschwerde-

führerin seien sachlich begründet. Die Zuschlagskriterien und die Subkriterien sowie de-

ren Gewichtung seien in den Ausschreibungsunterlagen festgelegt worden, welche die 

Beschwerdeführerin nicht angefochten habe.  

E.  Die Beschwerdeführerin replizierte am 29. November 2023 und hielt an ihren Rechts-

begehren und Rügen fest.  

F.  Das Kantonsgericht verfügte am 5. Dezember 2023, die Beschwerdeführerin erhalte 

keine Akteneinsicht in das Angebot der Zuschlagsempfängerin und weitere vertrauliche 

Dokumente.  

G.  Die DNSB duplizierte am 15. Dezember 2023 und hielt an ihren Rechtsbegehren 

fest.  

 

Erwägungen 

 

1. 

1.1  Am 1. Januar 2024 sind das überarbeitete Gesetz über den Beitritt des Kantons 

Wallis zur Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 

15. November 2019 vom 15. März 2023 (kGIVöB, SGS/VS 726.1) sowie die überarbei-

tete Interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom  

15. November 2019 (IVöB SGS/VS 726.1-1) in Kraft getreten. Nach Art. 64 Abs. 1 IVöB 

werden Vergabeverfahren, die vor Inkrafttreten ebenjener Vereinbarung eingeleitet wor-

den sind, nach dem bisherigen Recht zu Ende geführt. Vorliegende Rechtsstreitigkeit 

beruht auf dem Vergabeverfahren des Kantons betreffend Beweissicherung und Über-

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wachung, welches am 10. März 2023 eingeleitet wurde. Der Staatsrat erteilte den Zu-

schlag am 30. August 2023. Dementsprechend ist für das vorliegende Verfahren das 

bisherige Recht anwendbar. 

1.2  Ausschluss- und Zuschlagsverfügungen von Vergabestellen sind Verfügungen im 

Sinne von Art. 15 Abs. 1bis der interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Be-

schaffungswesen vom 25. November 1994 / 15. März 2001 (aIVöB). Der Entscheid des 

Staatsrats vom 30. August 2023 stellt eine Verfügung im Sinne von Art. 15 des Gesetzes 

betreffend den Beitritt des Kantons Wallis zur Interkantonalen Vereinbarung über das 

öffentliche Beschaffungswesen vom 8. Mai 2003 (akGIVöB) und damit auch gemäss Art. 

5 des Gesetzes über das Verwaltungsverfahren und die Verwaltungsrechtspflege vom 

6. Oktober 1976 (VVRG; SGS 172.6) dar, gegen welche innert zehn Tagen beim Kan-

tonsgericht Beschwerde erhoben werden kann (Art. 16 akGIVöB; Art. 15 Abs. 2 und Abs. 

2bis aIVöB). Die Vergabebehörde, vorliegend der Kanton vertreten durch den Staatsrat, 

ist eine Auftraggeberin im Sinne von Art. 6 Abs. 1 lit. a akGIVöB. Sie hat das offene 

Verfahren nach Art. 9 akGIVöB gewählt. 

1.3  Die in diesem Prozess anwendbaren Vorschriften des Submissionsrechts enthalten 

keine Regeln über die Legitimation zur Anfechtung von vergaberechtlichen Entscheiden. 

Gemäss Art. 15 f. akGIVöB sind die Bestimmungen des VVRG über die Legitimation 

ergänzend anzuwenden (vgl. GALLI / MOSER / LANG / STEINER, Praxis des öffentlichen 

Beschaffungsrechts, 3. A., 2013, N. 1296). Demzufolge ist nach Art. 80 Abs. 1 lit. a i.V.m. 

Art. 44 VVRG zur Beschwerde legitimiert, wer durch die angefochtene Verfügung be-

rührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Als 

Adressatin des angefochtenen Vergabeentscheids ist die Beschwerdeführerin durch die-

sen berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung, 

so dass sie gemäss Art. 80 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 44 Abs. 1 lit. a VVRG grundsätzlich 

zur Beschwerdeführung legitimiert ist. Die in einem Vergabeverfahren abgewiesene An-

bieterin ist zur Anfechtung des Zuschlags nur legitimiert, wenn sie bei Gutheissung ihrer 

Beschwerde eine realistische Chance hat, mit ihrem Angebot zum Zuge zu kommen oder 

wenn sie eine neue Ausschreibung der Submission herbeiführen kann, so dass sie die 

Möglichkeit erhält, ein neues Angebot einzureichen (BGE 141 II 14 E. 4.3 ff.; Urteil des 

Kantonsgerichts A1 19 83 vom 23. August 2019 E. 1.1; ZWR 2015 S. 72). Ist ihr Angebot 

hingegen bereits zum Voraus chancenlos und kommt auch keine neue Ausschreibung 

in Frage, kann ihr die Aufhebung des angefochtenen Entscheides keinen Vorteil ver-

schaffen – sie ist demzufolge nicht zu dessen Anfechtung legitimiert. Nicht beschwerde-

berechtigt ist der Viertplatzierte, der einen Ausschluss des Erstplatzierten verlangt, weil 

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er auch im Falle der Gutheissung seines Begehrens als Drittplatzierter den Zuschlag 

nicht erhalten würde (Urteil des Bundesgerichts 2D_74/2010 vom 31. Mai 2011 E. 1.3), 

ausser wenn der Unterschied zum Erstplatzierten relativ und absolut sehr klein war (Ur-

teil des Bundesgerichts 2D_49/2011 vom 25. September 2012 E. 1.3.2). Als zweifelhaft 

betrachtet wird die Legitimation des Drittplatzierten (Urteil des Bundesgerichts 

2C_549/2011 vom 27. März 2012 E. 1).  

1.4  Die Beschwerdeführerin ist in casu als Adressatin des Vergabeentscheids durch 

diesen berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Sie belegt 

nach der einzigen weiteren Mitbewerberin den zweiten Rang und hat das preisgünstigste 

Angebot eingereicht. Mit ihrer Beschwerde verfolgt die Beschwerdeführerin eine Besser-

bewertung ihres Angebots. Sie hat eine realistische Chance auf den Zuschlag, falls ihre 

Rügen begründet sind, weshalb ihre Legitimation zu bejahen ist (Art. 80 Abs. 1 lit. a und 

44 VVRG). 

1.5  Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist deshalb einzutreten (Art. 

80 Abs. 1 lit. b und c i.V.m. Art. 46 und Art. 48 VVRG). 

1.6  Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Beschwerde vom 15. September 2023 den An-

trag gestellt, ihrer Verwaltungsgerichtsbeschwerde die aufschiebende Wirkung zu ertei-

len. Das Kantonsgericht hat am 18. September 2023 angeordnet, alle Vollziehungsvor-

kehren, insbesondere der Vertragsabschluss betreffend die Arbeitsvergabe, zu unterlas-

sen. Mit dem vorliegenden materiellen Entscheid wird das Gesuch um aufschiebende 

Wirkung gegenstandslos. 

2. 

2.1  Das Gericht hat die Angelegenheit nicht unter allen Gesichtspunkten zu überprüfen, 

sondern kann sich im Wesentlichen auf die gerügten Punkte beschränken (Art. 48 Abs. 2 

i.V.m. Art. 80 Abs. 1 lit. c VVRG). Es können zudem nur Rechtsverletzungen, ein-

schliesslich Überschreitungen oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige  

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht 

werden (Art. 16 Abs. 1 aIVöB). Die Unangemessenheit der Verfügung kann jedoch nicht 

beanstandet werden (Art. 16 Abs. 2 aIVöB). 

2.2  Aus Art. 16 aIVöB resp. Art. 16 akGIVöB leitet das Kantonsgericht in ständiger 

Rechtsprechung ab, dass die Beschwerdeinstanz nicht von Amtes wegen eine ange-

fochtene Verfügung auf allfällige Sachverhaltsmängel oder Rechtswidrigkeiten überprüft, 

sondern dass vom Beschwerdeführer im Einzelnen darzulegen ist, inwiefern die Verfü-

gung mangelhaft sein soll (Urteil des Kantonsgerichts A1 11 155 vom 15. März 2012 

- 6 - 

E. 2). Zudem steht den Vergabebehörden bereits bei der Festlegung der für den Zu-

schlag massgeblichen Kriterien, dann aber auch bei deren Gewichtung und Bewertung, 

ein erheblicher Ermessensspielraum zu (ZBl 99/2000 S. 267; Urteil des Bundesgerichts 

2P.193/2006 vom 29. November 2006 E. 1.4; Urteil des Kantonsgerichts A1 02 168 vom 

26. März 2003). Solange ihre Überlegungen mit den zu beachtenden Vorschriften in Ein-

klang stehen und objektiv nachvollziehbar erscheinen, greift das Gericht nicht ein, da es 

lediglich eine Kontrolle von Rechtsverletzungen vornehmen kann, die sich beim Ermes-

sen auf die Überschreitung oder den Missbrauch beschränken muss und die Angemes-

senheit nicht einbeziehen kann (BGE 125 II 86 E. 6; Urteil des Bundesgerichts 

2P.85/2001 vom 6. Mai 2002 E. 3.2). Bei reinen Fragen der Bewertung der in einem 

Vergabeverfahren eingereichten Offerten nach den jeweils massgebenden Zuschlags-

kriterien tritt das Gericht aus diesem Grund nicht als Obernotengeber auf. Es kann nur 

dort eingreifen, wo eine Bewertung erwiesenermassen falsch und sachlich nicht haltbar 

ist. Rein appellatorische Kritik an der Notengebung kann das Gericht nicht zum Eingrei-

fen und zur Korrektur veranlassen. Voraussetzung für ein Eingreifen und eine Korrektur 

ist vielmehr der Nachweis einer willkürlichen, sachlich nicht zu rechtfertigenden Bewer-

tung eines Kriteriums (Urteil des Kantonsgerichts A1 19 107 vom 24. September 2019 

E. 2). 

3.  Die Beschwerdeführerin beantragt als Beweismittel die von ihr hinterlegten Urkunden 

sowie die Edition der Akten der Vorinstanz. Das Kantonsgericht hat die von ihr einge-

reichten Dokumente zu den Akten genommen. Am 10. November 2023 hat die DNSB 

die amtlichen Akten des Vergabeverfahrens deponiert. Die vorhandenen Akten enthalten 

mithin die entscheidrelevanten Sachverhaltselemente und genügen, wie die nachfolgen-

den Erwägungen zeigen, zur Beurteilung der rechtserheblichen Fragen. Deshalb wird 

auf zusätzliche Beweisabnahmen verzichtet. 

4.   

4.1  Die Beschwerdeführerin rügt, das Kriterium Auftragsanalyse sei ein Eignungskrite-

rium, welches nicht gleichzeitig als Zuschlagskriterium beurteilt werden dürfe. 

Die Zuschlagsempfängerin entgegnet, die Beschwerdeführerin habe die Ausschreibung 

und die Ausschreibungsunterlagen nicht angefochten. Das Kantonsgericht habe folglich 

auf ihre Rügen betreffend die publizierten Eignungs- und Zuschlagskriterien nicht mehr 

einzutreten. Die Kriterien und deren Gewichtung seien im Voraus bekannt gegeben wor-

den, das Transparenzgebot sei eingehalten. Das Kriterium Auftragsanalyse sei klarer-

weise als Zuschlagskriterium publiziert worden. Die DNSB führt ebenfalls aus, die Eig-

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nungs- und Zuschlagskriterien seien in den Ausschreibungsunterlagen publiziert wor-

den; die Beschwerdeführerin hätte die Ausschreibung anfechten müssen, wenn sie mit 

den Kriterien nicht einverstanden gewesen sei. 

4.2  Die Vergabebehörde hat in Ziffer 2.10 der Ausschreibung vom 10. März 2023 fol-

gende Zuschlagskriterien und Gewichtungen bekanntgegeben (Beilage Nr. 3.2): 

«Z1: Qualifikation der Schlüsselpersonen bezüglich der Anforderungen im Projekt 

Gewichtung 35 % 

- Z1.1. Projektleiter - Bauingenieur: 20 % 

- Z1.2. Stellvertreter - Vermesser 15 % 

Z2: Auftragsanalyse Gewichtung 25 % 

- Aufgabenanalyse, Erläuterung des Aufgabenverständnisses in Bezug auf den zu leistenden 

Auftrag: 12.5% 

- Vorgehensweise: 7.5 % 

- Analyse von Chancen und Risiken mit entsprechenden Massnahmenvorschlägen: 5 % 

 Z3: Preis Gewichtung 40 %» 

Ausserdem sind in der Ausschreibung folgende Erläuterungen zu den Zuschlagskriterien 

publiziert worden: 

«Die Bewertung der Schlüsselpersonen basiert auf: 

- Formular 4 (Teil B: Ausschreibungsunterlage Nr. 09-D) mit dem Anhang «Lebensläufe»  

Die Bewertung der Auftragsanalyse basiert auf: 

- Formular 5 (Teil B: Ausschreibungsunterlage Nr. 09-D) 

Die Bewertung des Preises basiert auf: 

- Formular 6 (Teil B: Ausschreibungsunterlage Nr. 09-D) gemäss Honorarrechnung (Ausschreibungs-

unterlage Nr. 13-H) 

Bewertung der Zuschlagskriterien Z1 und Z2: 

Jedes Kriterium wird mit einer Note (N) zwischen 0 und 5 in Schritten von ganzen Noten bewertet, 

2 entspricht einer genügenden Erfüllung. 

Anschliessend werden pro Kriterium die Wertungen mit den Gewichtungen (G) multipliziert. Das An-

gebot mit der höchsten Punktzahl (P) erhält den Zuschlag.  

0 =nicht beurteilbar oder sehr schlechte Erfüllung; keine Angaben oder ungenügende, unvollständige 

Angaben 

1 =ungenügende Erfüllung; Angaben ohne ausreichenden Bezug zum Projekt 

2 =genügende Erfüllung; ausreichende Qualität, den Anforderungen der Ausschreibung entsprechend 

3 =genügende bis gute Erfüllung; ausreichende bis gute Qualität, ein Beitrag zur Zielerreichung 

4 =gute Erfüllung; qualitativ gut, grosser Beitrag zur Zielerreichung  

5 =sehr gute Erfüllung; qualitativ ausgezeichnet, sehr grosser Beitrag zur Zielerreichung 

Preisbewertung Z.3: 

Die Bewertung des Preises erfolgt nachfolgender Bewertungsmethode: 

Das Angebot mit dem tiefsten Preis erhält die maximale Note 5. Angebote, die 100 % oder mehr vom 

tiefsten Preis abweichen, erhalten die Note 0. Dazwischen wird die Note (auf eine Kommastelle ge-

rundet) linear vergeben und mit der Gewichtung (in %) multipliziert.» 

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Die Eignungskriterien sind in Ziff. 3.7 der Ausschreibung wie folgt festgelegt: 

«E1: Referenzen des Anbieters 

  E2: Qualitätsmanagement 

  E3: Schlüsselpersonen des Anbieters  

  E4: Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit 

  E5: Subplaner» 

4.3  Die Ausschreibung eines Auftrags ist eine selbstständig anfechtbare Verfügung 

(Art. 15 Abs. 1bis lit. a aIVöB), gegen die innert 10 Tagen beim Kantonsgericht Be-

schwerde eingereicht werden kann (Art. 15 und 16 akGIVöB). Die Ausschreibungsunter-

lagen sind grundsätzlich als integrierender Bestandteil der Ausschreibung zu betrachten, 

weshalb allfällige Mängel der Ausschreibungsunterlagen mit einer Beschwerde gegen 

die Ausschreibung zu rügen sind (ZWR 2012 S. 59 E. 3.1; Urteil des Kantonsgerichts 

A1 20 196 vom 25. Februar 2021 E. 1). Sind die Mängel der Ausschreibung auf Anhieb 

und nicht erst im Zeitpunkt des Zuschlags erkennbar gewesen, so sind sie innert der 

Frist von 10 Tagen mit Beschwerde geltend zu machen (Urteil des Bundesgerichts 

2P.294/2005 vom 14. März 2006 E. 4.1; Urteile des Kantonsgerichts A1 20 122 vom  

6. Oktober 2020 E. 2.2 und A1 12 359 vom 21. Juni 2013 E. 5.1).  

4.4  Die Beschwerdeführerin hat die Ausschreibung des Auftrags vom 10. März 2023 

und die gleichzeitig publizierten dazugehörigen Ausschreibungsunterlagen unbestritten 

nicht beim Kantonsgericht angefochten. Sie erklärt nicht, weshalb sie die behauptete 

Unzulässigkeit des publizierten Zuschlagskriteriums Z2 Auftragsanalyse erst im Zeit-

punkt des Zuschlags erkannt haben will. Auch in den Akten sind keine Gründe ersicht-

lich, weshalb die Beschwerdeführerin die publizierten Zuschlagskriterien nicht unmittel-

bar nach der Ausschreibung bei der Vergabebehörde hätte beanstanden können, wenn 

sie damit nicht einverstanden gewesen ist. Soweit die vorgebrachten Rügen die in den 

Ausschreibungsunterlagen publizierten Eignungs- und Zuschlagskriterien sowie Ge-

wichtungen als solche betreffen, kann darauf nach dem Gesagten nicht eingetreten wer-

den. 

4.5  Eignungs- und Zuschlagskriterien sind auseinanderzuhalten: Die Vergabebehörde 

hat in einem ersten Schritt die Eignung zu prüfen und anschliessend in einem zweiten 

Schritt die zulässigen Offerten zu bewerten. Es ist aber nicht grundsätzlich unzulässig, 

eine gewisse Mindestanforderung als Eignungskriterium zu qualifizieren und eine 

darüberhinausgehende Erfüllung als Zuschlagskriterium zu gewichten. Die Berücksich-

tigung einer Mehreignung im Rahmen des Zuschlags ist zumindest dort erlaubt, wo es 

auf fachliche Eignung oder Erfahrung ankommt (BGE 139 II 489 E. 2.2.2 ff.; Urteil des 

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Bundesverwaltungsgerichts B-6082/2011 vom 8. Mai 2012 E 2.1.3; GALLI / MOSER / LANG 

/ STEINER, a.a.O., N. 584; vgl. Beispielhaft die unten angeführte Erwägung 5.4.7).  

4.6  Das Kriterium Auftragsanalyse ist in der Ausschreibung als zweites Zuschlagskrite-

rium Z2 publiziert worden, ebenso die drei Unterkriterien Z2.1 Aufgabenanalyse, Erläu-

terung des Aufgabenverständnisses in Bezug auf den zu leistenden Auftrag, Z2.2 Vor-

gehensweise und Z2.3 Analyse von Chancen und Risiken. Es ist in der Ausschreibung 

kein Eignungskriterium «Auftragsanalyse» festgelegt worden (siehe oben E. 4.2). Wie 

die Bewertungs- und Evaluationstabellen zeigen (Belege Nr. 3.4, 3.5 und 13), ist das 

Kriterium Z2, wie publiziert, bei der Beurteilung des Zuschlags bewertet worden. Es hat 

keine Doppelprüfung der Auftragsanalyse als Eignungs- und Zuschlagskriterium stattge-

funden. Ein solches Vorgehen wäre aber gemäss oben zitierter Rechtsprechung ohnehin 

nicht ausgeschlossen, weil die «Auftragsanalyse» auch dazu dienen könnte, die fachli-

che Eignung oder Erfahrung der Bewerber zu überprüfen. Die Rüge der Beschwerde-

führerin ist auf jeden Fall unbegründet.  

5.   

5.1  Die Beschwerdeführerin rügt eine willkürliche Bewertung mehrerer Zuschlags-krite-

rien.  

5.2  Der Zuschlag erfolgt gemäss Art. 31 Abs. 1 akVöB an das wirtschaftlich günstigste 

Angebot. Bei der Bewertung ist das Preis-/Leistungsverhältnis zu beachten. Dabei kön-

nen je nach Natur des Auftrags neben dem Preis differenzierte Kriterien berücksichtigt 

werden, namentlich: Qualität, Termine, Wirtschaftlichkeit, Fähigkeit, Erfahrung, Referen-

zen, Bildung, Betriebskosten, Kundendienst, Ökologie, Zweckmässigkeit der Leistung, 

technischer Wert, Ästhetik, Kreativität und Infrastruktur. Die Gewichtung des Preises 

sollte für anspruchsvolle Leistungen in der Regel sechzig Prozent nicht übersteigen (Art. 

31 Abs. 2 akVöB).  

5.3  Bei der Beurteilung von Offerten besteht ein grosser Ermessensspielraum der 

Vergabebehörde, den das selbst technisch nicht fachkompetente Gericht zu respektie-

ren hat, soweit nicht frei zu prüfende Rechtsfragen zur Diskussion stehen. Das gilt ins-

besondere auch in Bezug auf die Bewertung von Referenzen (BGE 141 II 14 E. 8.3). Im 

Rechtsmittelstadium ist die Angemessenheit der Bewertung nicht zu überprüfen (Urteil 

des Bundesgerichts 2P.111/2003 vom 21. Januar 2004 E. 3.3). Jedoch hat die Vergab-

ebehörde die Bewertung der qualitativen Zuschlagskriterien zu begründen, die blosse 

Angabe von Punkten oder Noten genügt nicht (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kan-

tons Zürich VB.2012.00001 vom 27. Juni 2012 E. 5). Weiter hat die Vergabebehörde 

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aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes bei der Überprüfung der Referenzobjekte 

und -auskünfte bei allen Anbietern den selben Massstab anzuwenden. Sie hat pro An-

bieter die gleiche Anzahl von Referenzobjekten und -auskünften nach denselben formel-

len und inhaltlichen Aspekten zu prüfen und zu dokumentieren (SCHNEIDER HEUSI, Re-

ferenzen, Labels, Zertifikate, Aktuelles Vergaberecht 2016, N. 37; vgl. das Urteil des 

Kantonsgerichts A1 18 238 vom 28. Mai 2019 E. 6.1).  

5.4  Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie habe beim Unterkriterium Z1.1 Projektleiter - 

Bauingenieur statt die Höchstnote 5.00 wie die Zuschlagsempfängerin nur die Note 3.00 

erhalten. Weshalb der Lebenslauf der Schlüsselperson zu kurz sein solle, sei nicht er-

sichtlich. Ein Lebenslauf enthalte immer nur summarisch zusammengefasst die wesent-

lichen Eckdaten. Betreffend die Referenzen der Schlüsselperson sei in der Ausschrei-

bung ein Ingenieur verlangt worden, jedoch keine Erfahrung im Tunnelbau. Diesbezüg-

liche Erfahrung sei nicht erforderlich, es handle sich beim Auftrag um Beweissicherungs-

arbeiten, welche an der Oberfläche unabhängig vom Tunnelbau durchgeführt würden. 

Die Kriterien und Gewichtungen dürften nicht nachträglich geändert werden. Es dürfe 

daher kein Punktabzug wegen fehlenden Referenzen ihres Bauingenieurs im Tunnel-

bauwesen erfolgen. Die Vergabebehörde habe für dieses Unterkriterium die Note 5.00, 

subsidiär die Note 4.00 zu vergeben. In ihrer Replik ergänzt die Beschwerdeführerin, 

eine Erfahrung im Tunnelbau sei nicht als Kriterium bekannt gegeben worden. Die 

Vergabebehörde hätte betreffend die Referenzobjekte des Projektleiters nachfragen 

können, wenn sie weitere Informationen benötigt hätte. Der Punktabzug sei willkürlich. 

Die Zuschlagsempfängerin entgegnet, von einer willkürlichen Benotung zu Lasten der 

Beschwerdeführerin könne nicht die Rede sein. Betreffend die Referenzen des Projekt-

leiters der Beschwerdeführerin bedeute die Note 3.00 «genügende bis gute Erfüllung» 

und stelle keinen Punktabzug dar. Der Projektleiter der Zuschlagsempfängerin habe die 

Note 5.00 erhalten, da dieser mit ca. 80 Projekten bessere Referenzen vorweisen könne. 

Die unterschiedliche Benotung sei sachlich gerechtfertigt. 

Die DNSB macht geltend, alle Zuschlagskriterien und die Notengebung seien am 

10. März 2023 publiziert worden. Bei der Bewertung der Schlüsselperson sei die Erfah-

rung und die Referenzprojekte gemäss Formular 4 sowie die im Lebenslauf ersichtlichen 

Besonderheiten der Erfahrung und der durchgeführten Projekte berücksichtigt worden. 

Im Lebenslauf des Projektleiters der Beschwerdeführerin sei - anders als im Lebenslauf 

des Projektleiters der Zuschlagsempfängerin - nicht ausgeführt worden, welche Funktion 

dieser bei genannten Projekten innehatte und welche Leistungen erbracht wurden. Der 

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Projektleiter der Beschwerdeführerin weise nur Referenzprojekte betreffend Beweissi-

cherung im Bauwesen/Hochbau vor, jedoch keine für die Beweissicherung bei Tunnel-

projekten oder Kunstbauten. Die DNSB ergänzt in ihrer Duplik, es gehe klar aus den 

Ausschreibungsunterlagen hervor, dass Erfahrung im Tunnelbau gewünscht sei. Es 

liege in der Verantwortung der Anbieter, eine vollständige und aussagekräftige Doku-

mentation von Referenzobjekten und Referenzauskünften gemäss den Ausschreibungs-

unterlagen zu erstellen. 

5.4.1  Die Beschwerdeführerin und die Zuschlagsempfängerin haben für ihre Projektlei-

ter jeweils zwei spezifische Referenzobjekte aufgeführt (Belege Nrn. 1 und 2, vgl. For-

mular 4 der jeweiligen Angebote). 

5.4.2  Die Beschwerdeführerin nennt als erste Referenz das Projekt Campus  

A _________, Neubau Laborgebäude, B _________. Bei der Rubrik «Ausgeführte Ar-

beiten/ Leistungen der Schlüsselperson und Funktion» gibt die Beschwerdeführerin an, 

die Schlüsselperson sei Leiter des Bauingenieurteams gewesen. Als Begründung, wes-

halb diese Referenz ein gutes Beispiel für die Erfahrung und fachliche Kompetenz der 

Schlüsselperson ist, hat die Beschwerdeführerin Folgendes festgehalten: «Leiter eines 

grossen Teams. Leistungen: Beweissicherung, Monitoring, Geotechnik, Tragwerkspan-

nung. Anspruchsvolle Beweissicherung und Monitoring aufgrund Nähe von Laborge-

bäude in Betrieb und der angrenzenden C _________-Linie». Als zweites Referenzob-

jekt nennt die Beschwerdeführerin den Neubau des D _________-Spitals E _________, 

bei welchem ihre Schlüsselperson ebenfalls als Leiter des Bauingenieurteams fungierte. 

Begründet wird die Referenz wie folgt: «Leiter eines grossen Teams. Leistungen: Be-

weissicherung, Monitoring, Geotechnik, Tragwerksplanung. Anspruchsvolle Beweissi-

cherung und Monitoring aufgrund der Bauten unter laufendem Spitalbetrieb.»  

5.4.3  Die Beschwerdeführerin hat für das Kriterium Z1.1 Projektleiter Bauingenieur die 

Note 3 (entspricht 60 Punkten) erhalten. In den Evaluationstabellen (Beleg Nr. 3.4) wird 

diese Bewertung wie folgt begründet:  

«1. Ausbildung: 5 Punkte 

Dipl. Bauingenieur ETH (1999), Fachgebiet Hochbau. 23 Jahre (Mehr als 7 Jahre) Berufserfahrung als 

Bauingenieur und insbesondere im Bereich Beweissicherung. 

2. Besonderheit der Erfahrung: 3 Punkte, da er in seinem Lebenslauf Erfahrung mit vergleichbarer 

Beweissicherung im Gebäuderenovierung und Hochbau zeigt. Erfahrungen im Tunnelbau oder bei der 

Erstellung von Kunstbauten bestehen nicht. 

  

- 12 - 

3. Spezifische Referenz: 2 Punkte 

Erfahrungen mit Beweissicherung von Gebäuden aber ohne Details von Techniken. Es werden nicht 

genügend Erklärungen gegeben, um die Ähnlichkeit zwischen dem Referenzprojekt und dem DNSB-

Projekt aufzuzeigen.» 

Im Bericht der DNSB vom 24. Juli 2023 (Beleg Nr. 3) wird ausgeführt, dass der Projekt-

leiter der Beschwerdeführerin eine solide Erfahrung im Bereich der Gebäude-Monito-

rings aufweise. Leider seien nicht genügend Details des Referenzprojekts präsentiert 

worden, was es schwierig mache, die vergleichbare Komplexität der verwendeten Über-

wachungstechniken zu bewerten. Ausserdem sei die Komplexität nicht vergleichbar, da 

der Überwachungskontext in Bezug auf den Bau eines Tunnels fehle. Der Projektleiter 

scheine generell keine Erfahrung mit dem Bau von Kunstbauten oder Tunnels zu haben, 

was das Verständnis für das vorliegende Projekt etwas erschweren würde.  

5.4.4  Die Zuschlagsempfängerin gibt für ihren Projektleiter als erste Referenz die Be-

weissicherung Gedeckter Einschnitt F _________ an. Ihre Schlüsselperson sei als Pro-

jektleiter verantwortlich gewesen für Zustandsaufnahmen und Beweissicherung vor Bau-

beginn, Zwischenaufnahmen auf Begehren der Anwohner, Vorabklärungen (Pfahlversu-

che, Beurteilung der bestehenden Erschütterungseinwirkung), die Langzeitmessung der 

Erschütterungseinwirkung, die Einbindung der Geophone in die Datenplattform und Da-

tenübermittlung, die Mitarbeit bei der Grenzwertfestlegung und das Alarmierungskon-

zept. Begründet wird diese Referenz damit, es handle sich um vergleichbare Leistungen 

für einen anderen Abschnitt der Autobahn A9 (Überwachungskonzept, Beweissicherung 

geodätische Aufnahmen, Erschütterungsmessungen). Weiter begründet die Zuschlags-

empfängerin, das Referenzprojekt betreffe eine Autobahn im Siedlungsbereich einer 

Dorfschaft, habe Verständnis für das lokale Umfeld und die Befindlichkeit der Bevölke-

rung erfordert, zudem sei die IG ähnlich zusammengestellt gewesen. Das Projekt sei ein 

Beleg für die die Erfahrung ihrer Schlüsselperson als Projektleiter bei einem ähnlich ge-

lagerten Auftrag. Als zweite Referenz nennt die Zuschlagsempfängerin die Zustandsauf-

nahme beim Spital G _________. Ihre Schlüsselperson sei als Projektleiter verantwort-

lich gewesen für die Zustandsaufnahmen und Beweissicherungen vor Baubeginn, die 

Prüfung und Freigabe der Aufnahmen durch die eidgenössische Schätzungskommission 

(Kreis 2), Zwischenaufnahmen auf Begehren der Anwohner sowie die Schlussabnah-

men mit den Eigentümern und die Schadenregulierung. Die Referenz wird mit den ver-

gleichbaren Leistungen (Beweissicherung) für ein Grossprojekt im Oberwallis im städti-

schen Gebiet begründet, mit dem Verständnis für das lokale Umfeld und die Befindlich-

keit der Bevölkerung sowie den Kontakt in Mundart begründet. Das Projekt sei ein Beleg 

für die Erfahrung der Schlüsselperson bei einem ähnlich gelagerten Auftrag.  

- 13 - 

5.4.5  Die Zuschlagsempfängerin hat für das Kriterium Z1.1 Projektleiter Bauingenieur 

die Note 5 (entspricht 100 Punkten) erhalten. In den Evaluationstabellen (Beleg Nr. 3.4) 

wird diese Bewertung wie folgt begründet:  

«1. Ausbildung: 5 Punkte 

Dipl. Bauingenieur ETH (1987), Fachgebiet Hochbau. 23 Jahre (Mehr als 7 Jahre) Berufserfahrung als 

Bauingenieur und insbesondere im Bereich Beweissicherung. 

 

2. Besonderheit der Erfahrung: 5 Punkte 

Bei Lebenslauf findet man: 

-5 Referenzen in der Bauwerkserhaltung/Gebäuderenovierung (Strassen und Bahnbau) 

-5 Referenzen im Tunnelbau, davon 2 mit teilweise geringer Überdeckung  

-3 Referenzen in Kunstbauten (SBB Unterführung in H _________, Totalumbau I _________Bahn  

J _________, K _________viadukt und L _________brücke) 

-umfangreiche Referenzen (>90 Einzelobjekte) für Zustandsaufnahmen von Gebäuden 

-Erschütterungsmessungen von mehr als 100 Objekten, wobei Überschneidungen mit den Zustands-

aufnahmen von Gebäuden logisch sind 

 

3. Spezifische Referenz: 5 Punkte 

Erfahrung mit Beweissicherung von Gebäuden mit Details von Techniken: 

-Erschütterungsmessungen und Setzungsanalyse bei erster Referenz 

Beweissicherung gedeckter Einschnitt F _________ 

-Schlussabnahmen mit den Eigentümern und Schadenregulierung bei zweiter Referenz Zustandsauf-

nahme Bahnhof G _________» 

Im Bericht der DNSB (Beleg Nr. 3) wird dargelegt, der Projektleiter der Zuschlagsemp-

fängerin entspreche genau dem gesuchten multidisziplinären Bauingenieur. In seinem 

Lebenslauf weise er mehrere bedeutende Erfahrungen in Bauwerkserhaltung /Gebäu-

derenovierung, Tunnelbau, Kunstbau, in den Zustandsaufnahmen von Gebäuden und in 

der Erschütterungsmessung auf. Da die Komplexität zwischen dem Monitoring in  

F _________ und dem geplanten Monitoring über dem Susten-Tunnel vergleichbar sei, 

werde diese Referenz besonders geschätzt.  

5.4.6  Die Beschwerdeführerin rügt eine Abänderung der Zuschlagskriterien, da in der 

Ausschreibung bloss ein Bauingenieur, jedoch kein Bauingenieur mit Erfahrung im Tun-

nelbau verlangt worden sei und zitiert aus Ziffer 3.8 der Ausschreibungsunterlagen be-

treffend die Referenzen der Schlüsselpersonen (S. 16). Sie wiederholt in ihrer Replik (S. 

136), das Kriterium «Erfahrung im Tunnelbau» sei nicht bekannt gegeben worden. Die 

Beschwerdeführerin verkennt dabei, dass sich Ziff. 3.8 der Ausschreibungsunterlagen 

auf die geforderten Nachweise für die Erfüllung der Eignungskriterien bezieht. Die Aus-

schreibungsunterlagen setzen beim Kriterium E 3: Schlüsselpersonen des Anbieters in 

- 14 - 

der Tat nicht voraus, dass der projektleitende Bauingenieur über Erfahrung im Tunnel-

bau verfügen muss. Das Angebot der Beschwerdeführerin ist folgerichtig auch nicht we-

gen fehlender Referenzen betreffend Projekte im Tunnelbau ausgeschlossen worden. 

Die Rüge der Beschwerdeführerin geht diesbezüglich fehl.  

Im Übrigen hat die Beschwerdeführerin, was die Bekanntgabe der Eignungs- und Zu-

schlagskriterien und deren Gewichtungen in der Ausschreibung angeht, keine Verlet-

zung des Grundsatzes der Transparenz gerügt (vgl. dazu ZWR 2016 S. 25 E. 3.1 f.; 

Urteil des Kantonsgerichts A1 21 103 vom 20. September 2021 E. 5.5).  

5.4.7  Die Qualifikation der Schlüsselpersonen ist - wie in der Ausschreibung publiziert - 

auch als Zuschlagskriterium Z1 bewertet worden. Es ist möglich, bei der Prüfung der 

Eignung des Angebots die gleichen Kriterien zu verwenden wie beim Zuschlag, wenn 

diese graduierbar sind (BGE 140 I 285 E. 5; vgl. dazu auch oben E. 4). Zumindest dort, 

wo es auf fachliche Eignung oder Erfahrung ankommt, ist die Berücksichtigung einer 

Mehreignung im Rahmen des Zuschlags zulässig (BGE 139 II 489 E. 2.2.4). Die Refe-

renzen oder die Ausbildung der Schlüsselpersonen dürfen im Sinne einer Mehreignung 

berücksichtigt werden. Mit der ersten Referenz wird ein Mindestwert erreicht, der für die 

Auftragserteilung unabdingbar ist. Als Zuschlagskriterium wird unter demselben Ge-

sichtspunkt geprüft, inwieweit sich grössere Erfahrung oder bessere Ausbildung hinsicht-

lich der Wirtschaftlichkeit auswirken könnte (GALLI / MOSER / LANG /STEINER, a.a.O., N. 

584). Referenzen zu Schlüsselpersonen oder zum Anbieter können dann bei der  

Zuschlagsprüfung bewertet werden, wenn der Qualität der Leistungserbringung ein ho-

hes Gewicht zukommt und die Referenzen einen Rückschluss auf die konkret zu erwar-

tende Qualitätserbringung zulassen. Es darf eine über eine fachliche Mindestanforde-

rung hinausgehende Mehreignung zu anbieterbezogenen Aspekten bei der Angebots-

bewertung berücksichtigt werden, soweit mit einer Beurteilung von Referenzen eine Aus-

sage zur Qualität des Angebots gemacht werden kann (SCHNEIDER HEUSI, a.a.O., N. 26 

ff.).  

5.4.8  In Ziffer 2.6 der Ausschreibung werden Gegenstand um Umfang des Auftrags wie 

folgt umschrieben:  

«Die Rhoneautobahn A9 zwischen Siders-Ost und Leuk/Susten-Ost ist eine Nationalstrasse 2. Klasse 

mit 2 x 2 Fahrspuren (Länge von ca. 8'510 m). Der Tunnel Susten und die gedeckten Einschnitte Pfyn 

stellen den unterirdischen Teil der Strecke dar. Das vorliegende Mandat umfasst die Aufnahme und 

Beobachtung bestehender Bauwerke und Werke, die von Setzungen oder Verformungen betroffen 

sein können. Die folgenden Leistungen werden erwartet:  

- Einrichtung der Instrumentierung und Zustandsaufnahmen zur Beweissicherung des Zustands der 

Bauwerke vor Beginn der Bauarbeiten 

- 15 - 

- Zustandsaufnahme während der Bautätigkeit 

- Einsätze im Falle von Ereignissen 

- Zustandsaufnahme nach den Bauarbeiten und Dokumentation der Aufnahmen 

- Sanierungsprojekt und Kostenvoranschlag 

Die Leistungen sind in den folgenden Phasen zu erbringen: 32 Detailprojekt; 41 Ausschreibung; 51 

Unterlagen für die Ausführung; 52 Ausführung; 53 Inbetriebnahme, Abschluss.» 

 

Aus dieser Beschreibung sowie den umfangreichen Ausschreibungsunterlagen geht her-

vor, dass es sich beim vorliegend zu beurteilenden Ausschreibungsgegenstand um ei-

nen Dienstleistungsauftrag handelt, bei dem die fachliche Eignung und die Erfahrung 

des projektleitenden Bauingenieurs und (in geringerem Masse) des stellvertretenden 

Vermessers eine grosse Rolle spielen. Die Berücksichtigung der Referenzen der Schlüs-

selpersonen im Sinne einer Mehreignung im Rahmen des Zuschlags ist daher zulässig.  

5.4.9  Nach Ziffer 3.2 (Zuschlagkriterien) der Bestimmungen zum Vergabeverfahren (Be-

leg Nr. 5.5), welche Teil der Ausschreibungsunterlagen sind, werden die Schlüsselper-

sonen gemäss dem Formular 4 mit dem Anhang «Lebensläufe» bewertet. Das Formular 

4 enthält bei Punkt 1 Angaben zur Schlüsselperson den Vermerk «Lebenslauf als Bei-

lage einzufügen: Die Funktionen und die Dauer der Leistungen sind zu präzisieren» (Be-

leg Nr. 5.6). Der Beschwerdeführerin hat folglich bewusst sein müssen, dass die Verga-

bebehörde im Lebenslauf eine detaillierte Umschreibung der von der Schlüsselperson 

erbrachten Leistungen erwartet, auch wenn dies bei einem Lebenslauf für potenzielle 

Arbeitgeber nicht üblich sein mag. Weiter sind gemäss dem Formular 4 für die beiden 

spezifischen Referenzobjekte die ausgeführten Arbeiten/Leistungen der Schlüsselper-

son und Funktion anzugeben. Die Beschwerdeführerin hat in ihrem Angebot jeweils nur 

die Funktion «Leiter des Bauingenieurteams» angegeben, es jedoch unterlassen, die 

ausgeführten Leistungen/Arbeiten zu nennen (Beleg Nr. 1, Formular 4 auf S. 11 f.). 

5.4.10  Unterlassene oder mangelhaft dokumentierte Referenzangaben können zu einer 

schlechteren Bewertung führen. Die Vergabebehörde ist weder berechtigt noch ver-

pflichtet, den Anbietern in jedem Fall Gelegenheit zur nachträglichen Ergänzung ihrer 

Angebote zu geben. Eine Pflicht zur Rückfrage besteht nur in Ausnahmefällen (SCHNEI-

DER HEUSI, a.a.O., N. 42 f.). Es sind vorliegend keine Gründe ersichtlich, weshalb die 

Vergabebehörde bei der Beschwerdeführerin hinsichtlich der mangelhaften Dokumenta-

tion ihrer Referenzobjekte im Formular 4 hätte nachfragen sollen oder ihr Gelegenheit 

hätte geben sollen, die Referenzen in ihrem Angebot zu ergänzen. Die Bewertung der 

spezifischen Referenz der Beschwerdeführerin mit 2 Punkten ist daher objektiv nach-

vollziehbar.  

- 16 - 

5.4.11  Es ist weiter nicht zu beanstanden, dass die Vergabebehörde beim Vergleich der 

Lebensläufe der beiden projektleitenden Bauingenieure die grössere berufliche Erfah-

rung des Bauingenieurs der Zuschlagsempfängerin, welche durch die zahlreicheren  

Referenzen des Letztgenannten belegt wird, mit einer höheren Punktzahl honoriert hat 

(vgl. Belege Nrn. 1 und 2). Da der umstrittene Dienstleistungsauftrag die Beweissiche-

rung und Überwachung eines Autobahnabschnitts betrifft, welcher als gedeckter Ein-

schnitt oder in einem Tunnel erstellt wird, ist es ferner sachlich begründet, die Erfahrung 

des projektleitenden Bauingenieurs der Zuschlagsempfängerin im Tunnelbau als Mehr-

wert zu berücksichtigen. Die Zuschlagsempfängerin hat zudem mit Recht drauf hinge-

wiesen, dass der projektleitende Bauingenieur der Beschwerdeführerin mit der Note 3.00 

keine schlechte Bewertung erhalten hat, sondern ebenfalls als Bauingenieur mit genü-

gender bis guter Erfahrung angesehen wird.  

5.4.12  Die Rüge der Beschwerdeführerin, sie sei für das Kriterium Z1.1 mit der Note 

5.00, subsidiär mit der Note 4.00 zu bewerten, geht fehl.  

5.5  Die Beschwerdeführerin rügt weiter, der Notenabzug beim Kriterium Z.2 Auf-

tragsanalyse, mit der anlässlich des Gesprächs vom 8. September 2023 abgegebenen 

Begründung des «billigen Preises» bzw. der «nicht plausibel» angegebenen Stunden, 

sei nicht zulässig. Die Beschwerdeführerin habe einen Fixpreis offeriert und könne einen 

allfälligen Mehraufwand nicht zusätzlich verlangen. Es sei nicht ersichtlich, weshalb die 

Vergabebehörde bei den Unterkriterien «Aufgabenanalyse» und «Analyse von Chancen 

und Risiken» zweimal einen Notenabzug wegen Plausibilität vorgenommen habe, je-

doch nicht beim Unterkriterium «Vorgehensweise». Die Bewertung sei objektiv nicht 

nachvollziehbar, die Vergabebehörde habe ihr Ermessen überschritten. Für die beiden 

genannten Unterkriterien sei statt der Note 2.00 die Note 4.00, subsidiär die Note 3.00 

zu vergeben. Die Beschwerdeführerin ergänzt in ihrer Replik, für die gesamte Auf-

tragsanalyse hätten nur 3 Seiten zur Verfügung gestanden, eine weitergehende Darle-

gung sei nicht möglich gewesen. 

Die Zuschlagsempfängerin hält dagegen, die Aufgabenanalyse der Beschwerdeführerin 

beschränke sich grösstenteils auf die Widergabe des Aufgabenbeschriebs, eine eigent-

liche eigenständige Aufgabenanalyse fehle. Die Note 2.00 (genügende Erfüllung) sei da-

her wohlwollend. Die Analyse der Chancen und Risiken der Zuschlagsempfängerin sei 

viel konkreter und detaillierter, die bessere Bewertung sei nicht willkürlich.   

- 17 - 

Die DNSB erläutert, im Rahmen des Kriteriums Aufgabenanalyse sei keine Bewertung 

der Plausibilität der Stunden vorgenommen worden. Dies sei anlässlich der Sitzung le-

diglich am Rande als Verbesserungsvorschlag für zukünftige Offerten erwähnt worden 

und habe keinen Einfluss auf die Bewertung gehabt. Die Aufgabenanalyse der Be-

schwerdeführerin stelle hauptsächlich eine Zusammenfassung der in der Aufgabenbe-

schreibung enthaltenen Informationen dar. Sie ziehe keine nicht bereits bekannten 

Schlussfolgerungen und liefere kein relevantes Analyseelement (erforderlich für die Note 

4) und keinen zusätzlichen Mehrwert (erforderlich für die Note 5). Die Analyse der Chan-

cen und Risiken der Beschwerdeführerin habe nur ein projektspezifisches Risiko darge-

stellt, alle anderen Chancen und Risiken würden auch auf jedes andere Bauprojekt zu-

treffen.  

5.5.1  Für das Kriterium Z2.1 Aufgabenanalyse, Erläuterung des Aufgabenverständnis-

ses in Bezug auf den zu leistenden Auftrag hat die Beschwerdeführerin die Note 2 (ent-

spricht 25 Punkten) erhalten. Die Evaluationstabelle enthält folgende Begründung: 

«Allgemeine und nicht detaillierte Aufgabenanalyse und Erläuterung des Aufgabenverständnis in Be-

zug auf den zu leistenden Auftrag. Ein Mehrwert oder ein Beitrag zu Zielerreichung ist nicht zu erken-

nen. (Mandat allgemein verstanden)» 

Im Bericht des DNSB wird wiederholt, die Beschwerdeführerin präsentiere eine allge-

meine und nicht detaillierte Aufgabenanalyse. Der Bericht führt zusätzlich aus, beim Kri-

terium Z2 sei die Aufgabenanalyse das Unterkriterium, bei dem am meisten Punkte zu 

hohlen seien, es sei schade, dass die Beschwerdeführerin dort am oberflächlichsten ge-

blieben sei.  

5.5.2  Ebenfalls die Note 2 (entspricht 10 Punkten) hat die Beschwerdeführerin für das 

Kriterium Z2.3 Analyse von Chancen und Risiken mit entsprechenden Massnahmenvor-

schlägen erhalten, mit folgender Begründung in der Evaluationstabelle (der Bericht der 

DNSB wiederholt dies): 

«Der Anbieter zeigt eine allgemeine nicht projektbezogene Analyse von Chancen und Risiken mit un-

vollständigen Massnahmenvorschlägen. Die Risiken sind sehr kurz und nicht spezifisch für das Thema 

beschrieben. Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungen von Risiken werden nicht bewertet. » 

  

- 18 - 

5.5.3  Die Vergabebehörde weist mit Recht darauf hin, dass bei der Bewertung des Kri-

teriums Z2 Auftragsanalyse die Plausibilität der Stunden nicht berücksichtigt worden ist 

(vgl. S. 111 ff.): Aus den Bewertungs- und Evaluationstabellen (Belege Nr. 3.4, 3.5 und 

13) und dem Bericht der DNSB (Beleg 3) geht die Berücksichtigung einer Stunden- oder 

Preisplausibilität nicht hervor, weder bei den Unterkriterien Z2.1 und Z2.3 noch bei einem 

der anderen Zuschlagskriterien.  

5.5.4  Die Beschwerdeführerin vermag aus dem Einwand, für die Auftragsanalyse seien 

nur 3 Seiten zur Verfügung gestellt worden, nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, zumal 

der Zuschlagsempfängerin dieselbe Seitenzahl für ihre Auftragsanalyse erhielt. Die 

Vergabebehörde hat objektiv nachvollziehbar dargelegt, dass die Aufgabenanalyse der 

Beschwerdeführerin (Beleg Nr. 1, Formular 5 S. 15 ff.) nicht detailliert, sondern allgemein 

gehalten ist und auch die Analyse von Chancen und Risiken allgemein, nicht projektbe-

zogen und unspezifisch ist (siehe oben E. 5.4.1 f.). Inwiefern diese Bewertung unhaltbar 

sein soll, vermag die Beschwerdeführerin nicht darzulegen. Die Rüge, die Vergabebe-

hörde habe ihr Ermessen überschritten und es sei für die Unterkriterien Z2.1 und Z2.3 

jeweils eine höhere Note zu erteilen, ist daher unbegründet.  

6  Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nach dem Gesagten vollumfänglich abge-

wiesen. Bei diesem Verfahrensausgang gilt die Beschwerdeführerin als unterliegende 

Partei mit den entsprechenden Folgen für die Tragung der Kosten und für die Zuspre-

chung einer Parteientschädigung. 

6.1  Im Beschwerdeverfahren hat in der Regel die unterliegende Partei die Kosten zu 

tragen (Art. 89 Abs. 1 VVRG). Ausnahmsweise können sie ganz oder teilweise erlassen 

werden (Art. 89 Abs. 2 VVRG). Vorliegend bestehen keine Gründe, von der Grundregel 

abzuweichen, weshalb die Beschwerdeführerin die Gerichtsgebühr bezahlen muss. Ge-

mäss Art. 3 des Gesetzes betreffend den Tarif der Kosten und Entschädigungen vor 

Gerichts- oder Verwaltungsbehörden vom 11. Februar 2009 (GTar; SGS/VS 173.8) set-

zen sich die Kosten aus den Auslagen der Entscheidbehörde sowie der Gerichtsgebühr 

zusammen. Die Gerichtsgebühr für Beschwerdeverfahren vor der Öffentlichrechtlichen 

Abteilung des Kantonsgerichts beträgt in der Regel zwischen Fr. 280.00 und 

Fr. 5 000.00 (Art. 25 GTar). Aufgrund der Bedeutung des Falles sowie seines Umfangs 

und Schwierigkeitsgrads wird die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 2 500.00 festge-

setzt. 

  

- 19 - 

6.2  Die Beschwerdeführerin hat als unterliegende Partei keinen Anspruch auf eine Par-

teientschädigung (Art. 91 Abs. 1 VVRG e contrario). Die Beschwerdeinstanz gewährt der 

ganz oder teilweise obsiegenden Partei auf Begehren die Rückerstattung der notwendi-

gen Kosten, die ihr entstanden sind (Art. 91 Abs. 1 VVRG). Die Entschädigung wird im 

Dispositiv beziffert und der Staats- oder Gemeindekasse auferlegt, soweit sie aus Billig-

keitsgründen nicht der unterliegenden Partei auferlegt werden kann (Art. 91 Abs. 2 

VVRG). Sie ist global festzusetzen und umfasst die Entschädigung an die berechtigte 

Partei sowie ihre Anwaltskosten (Art. 4 GTar), die in Anwendung der Art.27 ff. GTar fest-

zusetzen sind und im Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren zwischen Fr. 1 100.00 

und Fr. 11 000.00 betragen (Art. 39 GTar). Aufgrund des Umfangs, des geschätzten Auf-

wands, der Bedeutung und der Schwierigkeit des Falles wird der anwaltlich vertretenen 

obsiegenden Zuschlagsempfängerin eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 

2’000.00 zugesprochen, welche der Beschwerdeführerin auferlegt wird. 

 

Demnach erkennt das Kantonsgericht: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten von Fr. 2'500.00 werden unter solidarischer Haftbarkeit der  

IG S _________ auferlegt. 

3. Der IG W _________ wird eine Parteientschädigung von Fr. 2’000.00 zu Lasten der 

IG S _________ zugesprochen. 

4. Das Urteil wird der IG S _________, der IG W _________ und dem Staatsrat des 

Kantons Wallis schriftlich mitgeteilt. 

 

Sitten, 26. April 2024