# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1cd35ac2-8daf-5fcb-b872-18f640b98f4e
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-12
**Language:** de
**Title:** Zu prüfen ist der Leistungsanspruch bezüglich zweier im Abstand von rund 1 ½ Jahren erlittener Unfälle. Der frühere Vorfall hatte eine Schulterläsion und deswegen die Zusprechung einer Invalidenrente basierend auf einem IV-Grad von 12 % zur Folge, wobei der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung zu verneinen ist. Im Anschluss an den zweiten Vorfall in Form eines Auffahrunfalles trat eine psychische Fehlentwicklung auf, wobei aufgrund der Unfallschwere und der übrigen zu prüfenden Kriterien d
**Docket/Reference:** UV.2019.00116
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2019.00116.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2019.00116
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Gerichtsschreiber Wilhelm
Urteil
vom
1
2.
Januar 2021
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Tomas Kempf
Schlegel Kempf Rechtsanwälte
Webernstrasse 5, Postfach, 8610 Uster
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt Reto Bachmann
Lischer
Zemp
& Partner, Rechtsanwälte und Notare
Schwanenplatz 4, 6004 Luzern
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1964, war seit dem
1.
Oktober 2011 als
Magaziner
und
Chauffeur beim Entsorgungs- und Transportunternehmen
Y.___
GmbH angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 1
6.
Mai 2014 eine leere Transportpalette auf ein Fahrzeug heben wollte
,
dabei
ausrutschte und versuchte
,
das Herunterfallen der Transportpalette
zu verhindern
. Hierbei zog er sich
eine Zerrung an der rech
t
en Schulter
zu
. Die Arbeitgeberin meldete diesen Vorfall der Suva am 1
6.
Juni 2014 als Bagatellunfall (
Urk.
9/I/1
,
Urk.
9/I/25
). Bildgebende Abklärungen im Juli 2014
zeigten
eine
vollständige
Ruptur de
r
Supraspinatussehne
und zusätzlich eine mögliche Partialruptur der
Infraspinatussehne
. Ferner zeigte die Untersuchung das Vorliegen einer schweren Arthrose des AC-Gelenks (
Urk.
9/I/11). Zur Behand
lung der lädierten
Supraspinatussehne
wurde ein operatives Vorgehen vorge
schlagen, wozu sich der Versicherte
allerdings
nicht ents
chliessen konnte
(
Urk.
9/I/23), weswegen die konservative Behandlung fortgesetzt wurde (vgl.
Urk.
9/
I/39,
Urk.
9/I/44-46).
Die Suva kam für die Folgen der attestierten Arbeits
unfähigkeit und für die Heilbehandlung auf.
Am 1
8.
Dezember 2015 erreichte die Suva eine weitere Meldung über einen am 1
5.
Dezember 2015 erlittenen Verkehrsunfall, bei welchem der Versicherte mit seinem Fahrzeug auf einen vor ihm fahrenden und unvermittelt star
k abbrems
enden Lastwagen aufgefahren war
(
Urk.
9/II/1
; vgl. auch
Urk.
9/II/40
/12
). Nach dieser Kollision liess sich der Versicherte bis zum Folgetag im Kantonsspital
Z.___
behandeln. Die Ärzte der Klinik
für Orthopädie und Traumatologie
des Kantonsspitals
Z.___
hielten im Austrittsbericht vom 1
8.
Dezember 2015
fest, der Versicherte habe sich
bei
der Auffahrkollision eine Mehrfachverletzung mit leichter traumatischer Hirnverletzung,
Distorsion der Halswirbelsäule
Grad 1 und einer Kontusion der Lendenwirbelsäule zugezogen (
Urk.
9/II/10).
Die Suva richtete weiterhin Taggelder aus und kam für die Kosten der Heilbehandlung auf.
Ab dem
4.
Januar bis zum
9.
Februar 2016 absolvierte der Versicherte eine stationäre Rehabilitation in der Rehaklinik
A.___
(
Urk.
9/I/81
=
Urk.
9/II/39
).
Zwecks
Beurteilung der beruflichen Zumutbarkeit und eines Integritätsschadens fand am
2
9.
August 2016 eine Untersuchung des Versicherten durch den Kreisarzt
Dr.
med.
B.___
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Reha
bilitation
, statt (
Urk.
9/I/100
).
Am
9.
Januar und am 1
1.
Juli 2017 liess die Suva
den Versicherten
zusätzlich
durch ihren
Konsiliarpsychiater
,
Dr.
med.
C.___
, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, untersuchen (
Urk.
9/I/128
=
Urk.
9/II/96
,
Urk.
9/II/74).
Am 2
1.
November 2017 erfolgte eine weitere kreisärztliche Untersuchung durc
h
Dr.
B.___
(
Urk.
9/I/138) und a
m 2
2.
Februar 2018 verfasste
Dr.
B.___
einen Nachtrag zu seinem Bericht vom
2
1.
November 2017 (
Urk.
9/I/154
).
1.
2
Am 2
8.
Mai 2019 erliess die Suva die Verfügung
,
mit der sie dem
Versicherten für die verbliebenen Folgen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 1
6.
Mai 2014
mit Wirkung ab
1.
Mai 2018
eine Invalidenrente in der Höhe von monatlic
h
Fr.
574.50 basierend auf einem
Invaliditätsgrad von 12
%
zusprach, den An
sp
ruch auf eine Integritätsentschädigung aber verneinte. In Bezug auf den Unfall vom 1
4.
Dezember 2015 verneinte die Suva das Vorliegen eines adäquaten Kausalzu
sammenhanges zwischen diesem Ereignis und den noch geklagten Beschwerden und stell
t
e die Versicherungsleistungen per
1.
Mai 2018 ein (
Urk.
9/I/163 =
Urk.
9/II/120). Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am
8.
Juni 2018 Einsprache, mit der er die Zusprechung ei
ner den Invaliditätsgrad von 12
% über
steigenden Rente, eventualiter die Weiterausrichtung der Taggeldleistungen,
die weitere Kostenübernahme für die Heilbehandlung
und die Zusprechung einer Integritätsentschädigung
beantragte (
Urk.
9/I/174 =
Urk.
9/II/125).
Nachdem die Suva im
Einspracheverfahren
das im
parallel laufenden
Verfahren
der
Invaliden
versicherung eingeholte interd
isziplinäre Gutachten des
D.___
vom 2
6.
Oktober 2018 zu den Akten genommen hatte (
Urk.
9/I/188
f.
=
Urk.
9/II/
132
f.
)
,
erliess sie am 2
7.
März 2019 den
Einspracheentscheid
, mit dem sie die Einsprache abwies (
Urk.
2 =
Urk.
9/I/191 =
Urk.
9/II/135).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
7.
März 2019 erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
3.
Mai 2019 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung des angefochtenen Entscheides sei die Suva zu verpflichten
,
ihm eine
Invaliden
rente basierend auf einem
Invaliditätsgrad von
mehr als
12
%
und eine Integri
tätsentschädigung auszurichten. Ferner sei die Suva zu verpflichten, über den
3
0.
April 2018 hinaus die
weiteren
gesetzlichen Leistungen zu erbringen (Tag
geld
leistungen, Heilbehandlungskosten). Eventualiter sei die Sache
zur Neubeur
tei
lung
an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Die Suva be
an
tragte in der Beschwerdeantwort vom
9.
Juli 2019 die Abweisung der Beschwer
de (
Urk.
8 S. 2
), was dem Versicherten am 1
7.
J
uli 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
Mit Urteil heutigen Datums wird auch über die Beschwerde des Beschwerde
füh
rers
gegen die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
vom 1
9.
Juni 2020
im Verfahren IV.2020.00503 entschieden.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
brochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
D
ie
hier zu beurteilenden Unfälle haben sich am 1
6.
Mai 2014 und am 1
8.
Dezem
ber 201
5
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen
auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden
.
1.2
Die allgemeinen Voraussetzungen zur Leistungspflicht der Unfallversicherung bei Vorliegen eines Unfalles und die
massgeblichen Grundsätze in Bezug auf den natürlichen und den adäquaten Kausalzusammenhang bei organischen sowie bei psychischen Unfallfolgen und insbesondere bei V
orliegen eines Schleudertraumas
hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid
zutreffend dargelegt (
Urk.
2 S.
4 ff.
Ziff.
2
). Auf die
se Darlegungen ist zu verweisen.
Dasselbe gilt für die Darlegungen der Beschwerdegegnerin
zur
Invaliditätsbemessung, das heisst insbesondere
zur
Berechnung des Validen- und des Invalideneinkommens (
Urk.
2 S. 18 ff.
Ziff.
7)
und für die Darlegungen betreffend die Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (
Urk.
2 S. 21
Ziff.
9)
.
2.
2.1
2.1.1
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen
Einspracheentscheid
aus, aus den ärztlichen Darlegungen
ergebe sich der Schluss, dass der Vorfall vom 1
4.
Dezember 2015 zu keinen objektivierbaren Unfallfolgen struktureller Art geführt habe (
Urk.
2 S. 7 f.
Ziff.
3
lit
. a).
Aus den ärztlichen Darlegungen ergebe sich
ferner
,
dass ein Beschwerdebild bestehe
,
das
über das typische Beschwer
debild eines Schleudertraumas hinausgehe.
Der
Beschwerdeführer
habe
den Un
fall vom 1
4.
Dezember 2015 nicht in adäquater Weise ver
arbeiten können, we
s
wegen
es
zu einer psychischen Fehlverarbeitung des Ereignisses gekommen sei. Der adäquate Kausalzusammenhang sei daher gemäss den Kriterien zu prüfen, die
bei der Prüfung der Adäquanz
bei psychischen Störungen nach Unfällen zu beachten seien
(
Urk.
2 S. 11 f.
Ziff.
4
lit
. b)
. Der
Vorfall
vom 1
4.
Dezember 2015 sei in der Gesamtbetrachtung aller äusserer Faktoren als mittelschwer im Grenz
bereich
zu den leichten Unfällen einzuordnen. Besonders dramatische Begleit
um
stände lägen ni
cht vor und ebenso wenig sei
von einer besonderen Eindrück
lich
keit des Unfallgeschehens auszugehen.
Im Übrigen
wohne jedem Unfall
ge
schehen im mittelschweren Bereich
eine gewisse Eindrücklichkeit
inne, was aber noch nicht zur Bejahung dieses
Adäquanzkriteriums führe
.
Da die Adäquanz einer psy
chischen Fehlentwicklung nach einem Schleudertrauma allein nach dem erlitte
nen körperlichen Gesundheitsschaden und dessen objektiven Folgen zu beurteilen
sei
,
falle
das Adäquanzkriterium der besonderen Art der erlittenen Verletzung unter Anwendung der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen praxisge
mäss ausser Betracht
.
Von einer ungewöhnlich langen ärztl
ichen Behandlung,
von einem schwierigen Heilungsverlauf
der unmittelbaren Unfallfolgen oder gar
von einer ärztlichen Fehlbehandlung könne vorliegend nicht ausgegangen werden
.
Die als körperlich imponierenden, organisch jedoch nicht hinreichend erklärbaren Beschwerden
seien
bei einer Prüfung der Adäquanz nach BGE 115 V 133 nicht i
n die Beurteilung einzubeziehen. Relevant seien ausschliesslich körperliche Dauerschmerzen mit entsprechendem somatischem Korrelat. Solche lägen hier nicht vor. Von einer bezüglich
Grad und Dauer
erheblichen
physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
könne hier ebenfalls nicht ausgegangen werden. Da die massgeblichen Adäquanzkriterien weder bezüglich Anzahl noch Ausprägung hinreichend erfüllt seien, sei der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Vorfall vom 1
4.
Dezember 2015 und der danach aufgetretenen psychischen Fehl
entwicklung nicht gegeben (
Urk.
2 S. 12 ff.
Ziff.
5
lit
. a-j).
Was den Unfall v
om 1
6.
Mai 2014 betreffe, bestünden beim Beschwerdeführer unbestrittenermassen organisch-strukturelle Restfolgen
.
Die durchgeführten ärzt
lichen Abklärungen hätten ergeben, dass die rechtsseitige Schulter nur noch eingeschränkt belastbar sei. Diesbezüglich zumutbar seien ganztägig leichte bis mittelschwere Tätigkeiten bis auf Tischhöhe. Gänzlich nicht mehr zumutbar seien Arbeiten über Kopf und Tätigkeiten
,
die zu Schlägen und Vibrationen
im
Schul
terbereich führten.
In Bezug auf diese organischen Unfallfolgen sei zu
prüfen, inwieweit der Beschwerdeführer Anspru
c
h auf eine Rente und gegebenenfalls auf
eine
Integritätsentschädigung habe.
Die psychischen Beschwerden vermöchten k
eine Leistungspflicht zu begründen.
Die Prüfung der
zum Nachweis des adäqua
ten Kausalzusammenhanges
erforderlichen
Kriterien habe gezeigt, dass die Vor
aussetzungen nicht erfüllt seien
(
Urk.
2 S. 18
Ziff.
6
lit
. a-c)
.
Das
Validen
einkommen
betrage unbestrittenermassen
Fr.
70'018.--. Das Invalidenein
kommen
sei sodann gestützt auf die Lohnangaben der ausgewählten Arbeitsplatzprofile aus der Dokumentation über Arbeitsplätze
(DAP)
mit
Fr.
61'657.-- zu beziffern. Die Differenz zwischen den beiden Vergleichseinkommen
betrage
Fr.
8'361.-- respektive 11,94
%
. Damit bestehe gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 12
%
Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2 S. 20 f.
Ziff.
8).
Aus den Darlegungen des Kreisarztes
Dr.
B.___
sodann ergebe sich, dass nicht vom Vorliegen eines Integritätsschadens ausgegangen werden könne, weswegen kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bestehe (
Urk.
2 S. 22 f.
Ziff.
10). Insgesamt seien die vorhandenen Unterlagen vollständig und gäben über die
zu
prüfenden An
spruchsvoraussetzungen genügend Auskunft, so dass sich weitere Abkl
ärungen nicht aufdrängten (
Urk.
2 S. 24
Ziff.
11).
2.1.2
In der Beschwerdeantwort hielt die Beschwerdegegnerin an ihren Standpunkten fest und ergänzte,
den Darlegungen des Beschwerdeführers zur Einteilung des Unfalles und zu den Adäquanzkriterien könne nicht gefolgt werden. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem psychischen Leiden und dem Vorfall vom 1
4.
Dezember 2015 sei nicht gegeben, weswegen
aus diesem Grund eine Leis
tungspflic
ht zu verneinen sei. Somatische Folgen habe dieses Ereignis -
anders als der Vorfall vom 1
6.
Mai 2014
-
nicht gehabt. Bezüglich des Ereignisses vom Mai 2014 sei
en
gestützt auf die nachvollziehbare ärztliche Beurteilung eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 12
%
zugesprochen, der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung aber verneint worden. Das
von der Invaliden
versicherung eingeholte
D.___
-
Gu
tachten
sei nicht verwertbar, denn es
äussere sich zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers insgesamt,
wohingegen
vorliegend
allein Unfallfolgen zu beurt
eilen
seien
(
Urk.
8 S. 4 ff.)
.
2
.2
Der Beschwerdeführer macht
e
geltend, die Beschwerdegegnerin habe nach beiden Unfällen die Leistungspflicht anerkannt und habe zunächst die versicherten Leistungen erbracht. Sie habe bei den behandelnden Ärzten Verlaufsberichte eingeholt und kreisärztliche Untersuchungen veranlasst. Trotz der medizinisch komplexen Situation habe sie jedoch keine polydisziplinäre Begutachtung ver
anlasst. Sodann habe sie den
Einspracheentscheid
erlassen, ohne das von der Invalidenversicherung in Auftr
ag gegebene
D.___
-
Gutachten
vom 1
6.
Oktober 2018 abzuwarten, obschon sie von der Durchführung dieser Begutachtung Kennt
nis gehabt habe
(
Urk.
1 S. 3 f.
Ziff.
1)
.
Das psychische Leiden, das heisst die post
traumatische Belastungsstörung, sei erst im Anschluss an das zweite Unfaller
eignis vom 1
4.
Dezember 2015 aufgetreten. Der Kreisarzt
Dr.
B.___
habe fest
gehalten, dass dieses Ereignis eine katastrophale Bedeutung gehabt habe. Für den Kreisarzt sei dieses Ereignis
entscheidend
gewesen und es sei damit zu rechnen, dass während der kommenden Jahre eine volle Arbeitsunfähigkeit im ersten Arbeitsm
arkt vorliegen werde. Selbst eine
sta
tionäre psychiatrische Behandlung habe trotz motivierter Teilnahme zu keiner Besserung
geführt
oder
Anlass für
eine
günstigeren Prognose
gegeben
.
Es sei davon auszugehen, dass aus psychia
trischer Sicht ein Endzustand vorliege (
Urk.
1 S. 6
f
f.
Ziff.
3
lit
. a
).
Die Einschätzung, dass von einer substantiellen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei, werde sowohl von
den
behandelnden Ärzten al
s auch den
D.___
-
Gutachtern
geteilt.
Trotz dieser aus medizinischer Sicht klaren Ausgangslage habe die Be
schwerdegegnerin
na
ch Prüfung der Adäquanz
in Anwendung der Kriterien von BGE 134 V 109 einen Kausalzusammenhang verneint. Dabei sei verkannt worden, dass in Bezug auf das Unfallereignis von dramatischen Begleitumständen und
von
einer besonderen Eindrücklichkeit auszugehen sei. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin sei auch das Kriterium der langen Dauer der ärztlichen Behandlung als erfüllt zu betrachten. Hinzu komme, dass trotz ausgewiesener Eigenanstrengung eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit persistiere. Damit seien die Kriterien für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges
in ausreichen
dem Ausmass
erfüllt. Die weitere Leistungspflicht
im Zusammenhang mit dem
Ereignis vom 1
4.
Dezember 2015
habe die Beschwer
degegnerin zu Unrecht ver
n
eint. Aufgrund der aus psychiatrischer Sicht erheblichen Arbeitsunfähigkeit übersteige der Invaliditätsgrad 12
%
. Da ohne eine Behandlung des psychischen Leidens mit dessen Verschlechterung zu rechnen sei, habe die Beschwerde
gegnerin auch weiterhin für die Heilbehandlung aufzukommen. Sollte der End
zustand noch nicht erreicht sein, seien auch wieder Taggelder auszurichten
(
Urk.
1 S. 9 ff.
Ziff.
3
lit
. b-d
).
Im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 1
6.
Mai 2014 sei die Beschwerde
geg
nerin von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit bezüglich leichte
r
bis mittel
schwere
r
Tätigkeiten bis auf Tischhöhe ohne Schläge und Vibrationen ausge
gangen. Die
D.___
-
Gutachter
vom 2
6.
Oktober 2018 seien dagegen zum Schluss gelangt, dass auch für angepasste Tätigkeiten lediglich von einer Arbeitsfähigkeit von 60
%
auszugehen sei.
Die zugesprochene Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 12
%
sei somit zwangsläufig zu tief. Allerdings sei es denkbar, dass die Gutachter bei ihrer Beurteilung auch die Folgen von weiteren, vor Dezember 2015 erlittenen Unfällen berücksichtigt hätten, weswegen allenfalls weitergehende Abklärungen angezeigt seien. Ange
sichts des
D.___
-
Gutachtens
sei ausserdem vom Anspruch auf eine Integritätsentschädigung auszugehen (
Urk.
1 S. 11 f.
Ziff.
4).
3.
3.1
Beim
Auffahrunfall vom
1
4.
Dezember 2015 zog sich
der Beschwerdeführer gemäss Bericht der erstbehandelnden Ärzte des Kantonsspitals
Z.___
vom 1
8.
Dezember 2015
eine Mehrfachverletzung mit leichter traumatischer Hirnver
letzung und Distorsion der HWS Grad I
zu. Die Ärzte
hielten fest, nach kom
plikationsloser neurologischer Überwachung bis zum 1
5.
Dezember 2015 habe der Beschwerdeführer in ordentlichem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden können (
Urk.
9/II/10 S. 1). In zwei
weiteren
Berichten vom 1
4.
Dez
ember 2015
führten
die Ärzte des
Kantonsspitals
Z.___
aus, traumatische
Läsionen hätten nach einer Untersuchung des Kop
fe
s,
der HWS, des Thorax, des Abdomens und
des
linken
Knie
s
ausgeschlossen werden können (
Urk.
9/II/8 S. 1,
Urk.
9/II/9).
Auch die weiteren Berichte von
Dr.
med.
E.___
, Facharzt FMH für Neurologie, vom 1
2.
September 2016 und die beiden Berichte des Kreisarztes
Dr.
C.___
vom
9.
Januar und
2.
Juli 2017
zeigen, dass
nebst den Befunden dege
nerativer Art und den mit dem Unfallereignis vom 1
6.
Mai 2014 zusammen
hängenden
Befunden
(vgl. nachstehende E. 4)
keine
Unfallfolgen in Sinne von organisch fassbaren Läsionen festzustellen sind,
jedoch
ein
psychisch
es
Leiden in Form einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), einer depressiven Epi
sode und einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren
(
Urk.
9/II/60 S. 2,
Urk.
9/II/72 S. 1-4,
Urk.
9/II/75,
Urk.
9/II/87,
Urk.
9/II
/96 S. 18 ff.
,
Urk.
9/II/111
).
Somit steht nicht
mehr das für ein Schleuder
trauma typische bunte Beschwerdebild
im Vordergrund
(
diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüd
barkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensverände
rung
;
BGE
117 V 359 E. 4b
)
, sondern
in erster Linie
psychische
Komponenten
, was es
rechtfertigt, für die Prüfung der Adäquanz
auf die
Grundsätze gemäss BGE 115 V 133
und nicht auf die
jenigen gemäss BGE 117 V 359
(modifiziert mit
BGE
134 V 109) abzustellen
(BGE
123 V 98
E. 2a)
.
Die Vorgehensweise der Beschwer
degegnerin ist somit gerechtfertigt
(
Urk.
2 S. 11 ff.), was der
Beschwerdeführer
auch
nicht bemängelte (
Urk.
1 S. 5)
; dennoch nahm er
selber -
allerdings
wohl irrtümlich - die Adäquanzprüfung entsprechend den Grundsätzen gemäss BGE
134 V 109 und somit entsprechend der
Schleudertraumapraxis
vor (
Urk.
1 S. 10
f.
).
3.2
Den Unfall vom 1
4.
Dezember 2015 stufte die Beschwerdegegnerin als mittel
schwer im Grenzbereich zu leicht ein.
Sie hob hervor, Auffahrkollisionen auf ein haltendes Fahrzeug würden in aller Regel als mittelschwer im Grenzbereich zu leicht eingestuft. In einzelnen Fällen habe die Praxis auch einen leichten Unfal
l angen
ommen, so insbesondere bei einer niedrigen kollisionsbedingten Geschwin
dig
keitsveränderung und zusätzlich weitgehendem Fehlen von unmittelbar im Anschluss an den Unfall auftretenden Beschwerden (
Urk.
2 S. 13
).
Die Ein
schätzung
der Beschwerdegegnerin
basiert auf einer Gegenüberstellung zahlrei
cher Praxisbeispiele
im Gesamtbereich der mittelschweren Unfälle
(
Urk.
2 S. 12 f.)
und erfolgte unter Berücksichtigung der Ergebnisse der biomechanischen Kurz
beurteilung durch die Experten der
F.___
, gemäss deren Feststellungen
der Kollision vom 1
4.
Dezember 2015 eine
Geschwindigkeitsänderung (delta-v) in der Grössenordnung zwischen 20 bis 30 km/h
zu Grunde lag
(
Urk.
9/II/53 S. 4). Die Beurteilung vermag zu überzeugen
und wurde vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt.
Demgemäss ist d
ie Adä
quanz entsprechend den in BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
dargestellten Kriterien zu prüfen.
3.3
Der Beschwerdeführer
macht geltend, es lägen dramatische Begleitumstände res
pektive eine besondere Eindrücklichkeit des Unfallgeschehen
s
vor. Er sei mit dem von
ihm
gelenkten Fahrzeug in das Heck eines Lastwagens
vor ihm geprallt
und habe sich dabei die Schläfe angeschlagen und die Füsse eingeklemmt. Deswegen habe er aus dem Fahrzeug befreit werden müssen, was ihm bildhaft in Erinnerung
geblieben sei und Flashbacks
sowie
Albträumen
zur Folge
gehabt
habe
(
Urk.
2 S.
10).
Die Beschwerdegegnerin, die dieses Adäquanzkriterium als nicht erfüllt betrachtet,
weist
richtigerweise
darauf hin
(
Urk.
2 S. 13)
, jedes mittelschwere Unfallereignis weise eine gewisse Eindrücklichkeit auf
(vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 8C_39/2008 vom 2
0.
November 2008 E. 5.2)
und e
rfüllt sei das Kriterium nur bei Begleitumständen, die aus objektiver Sicht geeignet seien, bei der betroffenen Person eine psychische Fehlentwicklung auszulösen
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_568/2015 vom 1
5.
Januar 2016 E. 3.5)
. Zusätzlich hat die Beschwerdegegnerin verschiedene Praxisbeispiele mit Unfällen aufge
führt, bei denen das Vorliegen besonders dramatischer Begleitumstände oder eine
besondere Eindrücklichkeit bejaht wurde
(
Urk.
2 S. 14
)
.
Umstände dieser Art liegen hier klarerweise nicht vor. Die von der
F.___
evaluierte Geschwindig
keits
änderung (delta-v) im Bereich zwischen 20 und 30 km/h war entscheidend für
die
Qualifikation des Unfalles vom 1
4.
Dezember 2015 als mittelschweres Ereig
nis.
Zur Bejahung des Kriteriums der besonderen Eindrücklichkeit oder der beson
ders dramatischen Begleitumstände bedarf es darüber hinaus weiterer Faktoren.
Es
ereignete sich eine Auffahrkollision innerorts
ohne weitere
er
schwerende
Um
stände.
Zwar steckte
der Beschwerdeführer
nach der Kollision
für eine gewisse Zeit
in dem von ihm gelenkten Fahrzeug
fest
,
bis Rettungskräfte ihn aus
diesem bargen
. Allerdings
bestand zu keinem Zeitpunkt eine Lebensgefahr. Weder hatte sich der Beschwerdeführer
selber oder eine ihm nahestehende Person
lebens
be
drohlich verletzt
(vgl.
Urk.
9/II/8-10)
noch befand sich das Fahrzeug
nach der Kollision in einer gefährlichen Lage (vgl.
Urk.
9/II/16 S. 1,
Urk.
9/II/40
S. 3 ff.,
Urk.
9/II/44 S. 8 ff.).
Bei Autounfällen ist von b
esonders dramatische
n
Begleitum
stände
n
respektive eine
r
besondere
n Eindrücklichkeit
etwa bei einer Massenkara
m
bolage auf einer Autobahn
auszugehen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_623/2007 vom 2
2.
August 2008 E. 8.1), bei
einem Zusammenstoss zwischen einem Perso
nen
wagen und einem Lastwagen in einem Autobahntunnel mit mehreren sich anschliessenden Kollisionen mit der Tunnelwand (Urteil des Bundesgerichts 8C_257/2008 v
om
4.
September 2008 E. 3.3.3),
bei einem Zusammenprall zwi
schen einem Sattelschlepper und einem Personenwagen, wobei der Fahrer des Sattelschleppers die Kollision zunächst nicht bemerkte und den Personenwagen der versicherten Person über eine längere Distanz vor sich herschob und die Insassen dieses Fahrzeugs verzweifelt versuchten, den Unfallverursacher auf sich aufmerksam zu machen (Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_508/2008 vom 2
2.
Oktober 2008 E. 5.3)
,
oder wenn der im gleichen Fahrzeug mitfahrende nahe Verwandte beim Unfall verstirbt (Urteil des Bundesgerichts 8C_365/2010 vom 2
3.
August 2010 E.
3.1)
. Umstände dieser Art liegen hier nicht vor, weswegen es nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin besonders dramatische Begleitum
stände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalles vom 1
4.
Dezember 2015 verneint hat.
3.4
Da die Adäquanz einer psychischen Fehlentwicklung nach einem Schleuder
trauma allein nach dem erlittenen körperlichen Gesundheitsschaden und dessen objektiven Folgen zu beurteilen ist, fällt das Adäquanzkriterium der besonderen Art der erlittenen Verletzung
bei
Anwendung der Rechtsprechung zu den psychi
schen Unfallfolgen praxisgemäss ausser Betracht. Auf diesen Grundsatz hat die Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid
unter Angabe einschlägiger Fund
stellen richtigerweise hingewiesen (
Urk.
2 S. 14).
3.5
Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung ver
neinte die Beschwerdegegnerin unter Hinweis darauf, dass Abklärungsmass
nah
men und ärztliche Kontrollen allein und eine Behandlung, die nur der Erhaltung des bestehenden Gesundheitszustandes und nicht der Heilung diene
n
,
im Rahmen der Adäquanzprüfung nicht relevant seien (vgl.
Urk.
2 S. 15).
Der Beschwerde
führer bemängelte, es fehle bei dieser Begründung die Bezugnahme auf den konkreten Fall. Aus den
Akten und
insbesondere aus dem
D.___
-
Gutachten
ergebe sich, dass tatsächlich von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Be
hand
lung auszugehen sei (
Urk.
1 S. 10 f.).
Tatsächlich zogen die
unmittelbaren
Folgen des Ereignisses vom 1
4.
Dezember 2015
keine längere ärztliche Behand
lung nach sich. Bereits am 1
5.
Dezember 2015 konnte der Beschwerdeführer schmerzkompensiert und in ordentlichem Allgemeinzustand nach Hause ent
lassen werden. Eine weitere Heilbehandlung war nicht vorgesehen, abgesehen von einer allenfalls noch erforderlichen Analgesie und einer audiovisuellen Reiz
abschirmung für einige Tage. Vorbehalten blieb der Verlauf bezüglich der vorbe
stehenden Schulter- und Rückenbeschwerden (
Urk.
9/II/10 S. 1 f.).
A
nlässlich der Rehabilitation in der Rehaklinik
A.___
vom
4.
Januar bis
9.
Februar 2016 bestand noch eine eingeschränkte
Beweglichkeit der HWS
. Darüber
hinaus
beob
achteten die Ärzte der Klinik eine erhebliche
Symptomausweitung, die auf eine psychische
Störung zurückzuführen war und zu einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit führte (
Urk.
9/II/39 S. 2). Diese Störungen und damit die orga
nisch nicht begründbaren Beschwerden dauerten fort
bis zum Verfügungse
rlass
im Mai 2018
(vgl.
Urk.
9/II/96 S. 19 ff.).
Da hierfür die psychische Fehlent
wicklung nach dem Ereignis vom 1
4.
Dezember 2015 verantwortlich ist, fallen diese Beschwerden und die damit im Zusammenhang stehende ärztliche Behand
lung bei der Adäquanzbeurteilung ausser Betracht.
Die Erkenntnisse der
D.___
-
Experten im Gutachten
vom 2
6.
Oktober 2018
führen zu keiner anderen Betrach
tung. Auch sie hielten fest, dass bei fehlenden objektivierbaren Unfallfolgen die einsetzende psychische Fehlverarbeitung
mittels der Rehabilitationsbehandlung
nicht positiv habe beeinflusst werden können
und es in der Folge zu einer Symptomausweitung gekommen sei
(
Urk.
9/II/132 S. 45 ff.). Die mit dieser Symptomausweitung im Zusammenhang stehende Behandlung hat, wie bereits erwähnt, im Rahmen der Adäquanzbeurteilung unberücksichtigt zu bleiben.
3.6
Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass weder von einer ärztlichen Fehl
behandlung noch von einem schwierigen Heilungsverlauf a
uszugehen sei (
Urk.
2 S. 15). Mit Bezug auf die unmittelbaren Folgen des Ereignisses vom 1
4.
Dezember 2015 ist diese Schlussfolgerung korrekt. Die
nach dem Vorfall
erforderliche ärzt
liche Behandlung verlief komplikationslos und es kam auch zu keiner Fehl
behandlung. Bereits im Verlauf der Rehabilitation in de
r Rehaklinik
A.___
trat
en allerdings die Folgen einer psychischen Fehlverarbeitung des Ereigni
sses vom 1
4.
Dezember 2014 auf
(vgl.
Urk.
9/II/8-10,
Urk.
9/II/38).
Letzteres hat in
dessen bei der Adäquanzbeurteilung ausser Betracht zu bleiben. Die Beschwerde
gegnerin verneinte auch das
Adäquanzkriterium der
körperlichen Dauerschmer
zen. S
ie wies richtigerweise
und unter Nennung einschlägiger Fundstellen
darauf hin
, die
nach dem Unfall anhaltenden
,
körperlich
zwar
imponierenden, aber orga
nisch nicht hinreichend erklärbaren Beschwerden
(vgl.
Urk.
9/II/39
S.
2,
Urk.
9/II/96 S.
21)
könnten für die Adäquanzbeurteilung nicht berücksichtigt werden (
Urk.
2 S. 16).
3.7
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
erachtete die Be
schwerdegegnerin als nicht im dem Mass ausgewiesen, um das Kriterium als erfüllt betrachten zu können (
Urk.
2 S. 16). Der Beschwerdeführer stellt
sich auf den Standpunkt, trotz
ausgewiesener Anstrengungen bestehe selbst in einer ange
passten Tätigkeit nur eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
(
Urk.
1 S. 11). Eine Rest
arbeitsfähigkeit
in diesem Umfang
attestierten die
D.___
-
Gutacht
er (
Urk.
9/II/132 S. 56), wobei diese
Beurteilung in Würdigung aller gesundheitlicher Beeinträch
tigungen des Beschwerdeführers
erfolgte
, mithin auch solcher, die keinen Bezug zum Unfallereignis vom 1
4.
Dezember 2015 aufweisen. Hier massgebend ist allein die mit dem betreffenden Ereignis im Zusammenhang stehende physisch bedingte Arbeitsunfähigkeit.
In dieser Hinsicht
ergibt sich, dass die im Anschluss an die Rehabilitationsbehandlung in
A.___
attestierte Arbeitsunfähigkeit wesentlich auf die bereits damals zu beobachtende, psychisch bedingte Symptomausweitung zurückzuführen war (
Urk.
9/II/39 S. 2 f.). Eine langdauernde Arbeitsunfähigkeit aufgrund
der objektivierbaren
Befunde bestand somit nicht. Auch dieses Adä
quanzkriterium ist demnach zu verneine
n
.
Ohne Relevanz für die Beurteilung der Kausalität
ist
im Übrigen
auch
das Argument des Beschwerdeführers, psychische
Beschwerden
seien
erst
mals
nach dem Vorfall vom 1
4.
Dezember 2015
aufge
treten
. Die R
egel «
post
hoc ergo
propter
hoc
»
,
im Sinne einer natürlichen Ver
mutung,
ist keine
massgebliche
Beweiswürdigungsregel (BGE 119 V 335,
Urteil des Bundesgerichts
8C_6/2009 vom 3
0.
Juli
2009 E. 3;
Urk.
2 S. 4
Ziff.
2
lit
. c).
3.8
Zusammenfassend
ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin den adäquaten Kau
salzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 1
4.
Dezember 2015 und den im weiteren Verlauf nach dem Vorfall geklagten persistierenden Beschwerden, die Folge einer psychischen Fehlverarbeitung sind, richtigerweise verneint hat.
Sie hat die Leistungen mit ihrer Verfügung vom 2
8.
Mai 2018 per
1.
Mai 201
8
eingestellt, was nicht zu beanstanden ist.
Dagegen bringt der Beschwerdeführer
zwar
vor,
ohne eine
weitere
Behandlung des psychischen Leidens
sei
mit dessen Verschlechterung zu rechnen,
weswegen
der Endzustand noch nicht erreicht
sei
(
Urk.
1 S. 9 ff.
Ziff.
3
lit
. d
).
Für
den Fallabschluss
ist
indessen
die Behandlung der unfallkausalen gesundheitlichen Beeinträchtigungen massgebend. Dies trifft auf das psychische Leiden nicht zu,
woran
der Einwand des Beschwerdeführers
nichts ändert
.
4.
4.1
Bezüglich der Restfolgen des Unfallereignisses vom 1
6.
Mai 2014 stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die Darlegungen des Kreisarztes
Dr.
B.___
und kam zum Schluss, aufgrund des bildgebend dokumentierten Verlaufs
und des klini
schen Befundes sei von einer Minderbelastbarkeit der rechte
n oberen Extremität
auszugehen,
während
dem
linksseitig keine Einschränkung
en
bestünden. Für rechts
seitige und beidseitige Tätigkeiten seien ganztägig leichte bis mittelschwere Tätigkeiten bis
auf
Tischhöhe zumutbar. Zu vermeiden seien Überkopfarbeiten und Tätigkeiten mit Schlägen oder Vibrationen (
Urk.
2 S.
17 f.; vgl. auch
Urk.
9/I/154
).
Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, d
ie
D.___
-
Gutachter
seien in ihrer Expertise
vom 2
6.
Oktober 2018 zum Schluss gelangt, dass
aus rheumatologischer Sicht
auch für angepasste Tätigkeiten lediglich vo
n einer Arbeitsfähigkeit von 60
%
auszugehen sei. Die zugesprochene Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 12
%
sei somit zwangsläufig zu tief. Aller
dings sei es denkbar, dass die Gutachter bei ihrer Beurteilung auch die Folgen von weiteren, vor Dezember 2015 erlittenen Unfällen berücksichtigt hätten, wes
wegen allenfalls weitergehen
de Abklärungen angezeigt seien
(
Urk.
1 S. 11 f.
Ziff.
4).
4.2
Die
D.___
-
Experten
untersuchten d
en
Beschwerdeführer
auf internistischem, rheu
matologischem, kardiologischem, neurologischem und psychiatrischem Fachge
biet (vgl.
Urk.
9/I/188 S. 44 ff.). Als funktionell relevant stuften sie nebst dem unfall
bedingten
rechtsbetonte
n
Schulterleiden eine
mittelschwere
depressive
Epi
sode, eine
chronifizierte
somatoforme Schmerzstörung und eine
subsyn
dro
male
posttraumatische Be
lastungsstörung ein, ebenso ein
lumbospondylogenes
und
lum
bovertebrales
sowie ein chronisches
cervico
vertebrales
Syndrom. Hinzu kommt,
dass auch die Schulterproblematik unfallfremde Komponenten im Sinne
einer linksseitigen Ruptur der
Rotatorenmanschette
beinhaltet
(
Urk.
9/I/188 S.
51
f.).
Gesamthaft kamen die
D.___
-
Gutachter zum Schluss, die Arbeitsfähigkeit sei aus rheumatologischer und aus psychiatrischer Sicht beeinträchtigt. Aus rheumatologischer Sicht seien nur noch körperliche leichte
Tätigkeiten geeignet.
Zu vermeiden seien namentlich Gewichtbelastungen
über 15 kg
, Arbeiten in
unergonomischen
Positionen, repetitive Flexionen und Extensionen des Rumpfes, längere Arbeiten in Extensionshaltung der Halswirbelsäule, repetitive Armhal
tungen über der Horizontalen und Arbeiten mit länger erhobenen Armen. Eine angepasste Tätigkeit könne im Umfang von 60
%
ausgeübt werden
(
Urk.
9/I/188 S.
54)
.
Sodann hielten die Gutachter fest, aus psychiatrischer Sicht benötige der Beschwerdeführer bei der Ausübung einer angepassten Tätigkeit ein wohl
wollen
des Umfeld mit der Möglichkeit, Pausen einzulegen. Es gelte zu beachten, dass der Beschwerdeführer auf Anforderungen
dysphorisch
reagiere, unflexibel sei und rasch aufgebe
, was Auseinandersetzungen mit Vorgesetzten zu
r
Folge haben könne. Aus psychiatrischer Sicht sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszu
gehen
(
Urk.
9/I/188 S. 56).
A
us interdisziplinärer Sicht
kamen die Gutach
ter zu
m
Schluss, der
Beschwerdeführer sei ab dem Zeitpunkt der Entlassung aus der Reha
klinik
A.___
im Februar 2016 in einer adaptierten Tätigkeit zu 40
%
einsetzbar.
4.3
Es zeigt sich, dass die
D.___
-
Experten
, die ihr Gutachten im Auftrag der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verfassten (vgl.
Urk.
9/I/188 S. 1),
dem finalen Charakter der Invalidenversicherung
entsprechend
nicht
allein
die Folgen der rechtsseitigen
Schulterverletzung
beurteilten
, die sich der Be
schwerdeführer beim Unfall vom 1
6.
Mai 2014 zugezogen hatte, sondern
ebenso
alle
übrigen
gesundheitliche
n
Beeinträchtigungen
.
Unter diesem Blickwinkel
v
er
-
bietet
es sich
von
v
ornherein
,
die Feststellungen
der
D.___
-
Gutachter auf
die hier massgebende Frage der durch den Unfall vom 1
6.
Mai 2014 verursachten Beein
trächtigung der Erwerbsfähigkeit
anzuwenden
.
Eine Prüfung der Begründetheit der Erkenntnisse der
D.___
-Gutachter erübrigt sich
daher
. Im Übrigen erweisen sich d
ie Abklärungen von
Dr.
B.___
für die hier relevanten Belange
als um
fassend
und nachvollziehbar
(
Urk.
9/I/138,
Urk.
9/I/154
).
Der
Beschwerdeführer erhob
zudem keine
konkret
en
Einwände,
die
die Nachvollziehbarkeit und die Angemessenheit der kreisärztlichen Beurteilung in Zweifel zu ziehen vermöchten.
Es ist somit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer trotz der auf den Unfall vom 1
6.
Mai 2014 zurückzuführenden Funktionsbeeinträchtigung an der rechten Schulter in der Lage i
st, angepasste, körperlich
leichte bis mittelschwer
e Tätigkeiten bis auf Tischhöhe
,
ohne
Überkopfarbeiten und
ohne
Arbeiten
ver
bunden
mit Schlägen oder Vibrationen
ganztägig auszuüben.
4.4
Die
Beschwerdegegnerin verneinte
einen adäquaten Kausalzusammenhang
zwi
schen dem
Ereignis
vom 1
6.
Mai 2014
und allfälligen Folgen psychischer Art
(
Urk.
2 S. 18
Ziff.
6 c).
Eine psychische Fehlentwicklung nach dem Ereignis vom 1
6.
Mai 2014 ist nicht aktenkundig
und
auch
der
Beschwerdeführer
betont
, psy
chische Beschwerden seien erst nach dem Ereignis vom 1
4.
Dezember 2015 auf
getreten (
Urk.
1 S. 8). Da Hinweise auf eine psychische Fehlentwicklung nach dem Vorfall vom 1
6.
Mai 2014 fehlen,
ist
auf den Aspekt des diesbezüglichen adä
quaten Kausalzusammenhangs nicht weiter einzugehen.
4.5
Zur Invaliditätsbemessung, insbesondere zur Bemessung des Validen- und des Invalideneinkommens äusserte sich die Beschwerde
gegn
erin im angefochtenen
Einspracheentscheid
ausführlich (
Urk.
2 S. 20 f.). Die Bezifferung der beiden Vergleichseinkommen ist nicht zu beanstanden
(vgl.
Urk.
9/I/167 S. 3)
. Auch der
Beschwerdeführer bemängelte die Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin nicht.
Aus dem Vergleich der beiden Einkommen resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 12 %. Auf dieser Basis steht dem Beschwerdeführer ab dem Zeitpunkt des Fallabschlusses per
1.
Mai 2018 eine Invalidenrente
zu
. Es ist hierzu auf die korrekten Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 2
8.
Mai 2018 zu verweisen (vgl.
Urk.
9/I/163 S. 1-3).
Der diesbezügliche Entscheid der Beschwerde
gegn
erin ist nicht zu beanstanden.
5.
Den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung hat die Beschwerdegegnerin
gestützt auf die Darlegungen von Kreisarzt
Dr.
B.___
verneint (
Urk.
2 S. 21 ff
.,
Urk.
9/I/100 S. 11,
Urk.
9/I/154 S. 2,
Urk.
9/I/163 S. 3).
Der Beschwerdeführer macht
e
geltend,
die nach dem Unfall vom 1
4.
Dezember 2015 aufgetretenen psy
chischen Beschwerden rechtfertigten die Zusprechung einer
Integritätsentschä
digung (
Urk.
1 S. 12). Es wurde dargelegt, dass zwischen dem Unfallereignis vom 1
4.
Dezember 2015 und der im weiteren Verlauf aufgetretenen psyc
h
ischen Fehlentwicklung kein
adäquater Kausalzusammenhang
besteht (vgl. vorstehende E.
3
). Das psy
chische Leiden kann demnach
zu keinem Anspruch auf eine Inte
gritätsentschädigung führen. Aus diesem Grund kann der Argumentation des Beschwerdeführers nicht gefolgt werden.
6.
Zusammenfassend erweist sich der Entscheid der Beschwerde
gegn
erin als ge
recht
fertigt
. Betreffend das Ereignis vom 1
8.
Dezember 2015
hat sie mangels adä
quater Kausalität
bezüglich der
nach dem Vorfall aufgetretenen psychischen Be
schwerden und mangels weiterer Unfallfolgen die bis dahin ausgerichteten Leis
tungen
per
1.
Mai 2018
eingestellt, was nicht zu beanstanden ist. Nicht zu bean
standen
ist des Weiteren
die auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 12
%
ab dem
1.
Mai 2018
zugesprochene Invalidenrente betreffend die Folgen des
Un
falles vom 1
6.
Mai 201
4.
R
echtens ist
sodann
die Verneinung des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung. Die gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
7.
März 2019 erhobene Beschwerde erweist sich demgemäss als unbegründet, weswegen sie abzuweisen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Tomas Kempf
-
Rechtsanwalt Reto Bachmann
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
FehrWilhelm