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**Case Identifier:** b8a56720-6852-5001-b0a2-48461bd25450
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.10.2023 200 2022 760
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-760_2023-10-13.pdf

## Full Text

200 22 760 IV
JAP/SCC/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Oktober 2023

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichterin Mauerhofer 
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

C.________
Beigeladene

betreffend Verfügung vom 9. November 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2023, IV/22/760, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1988 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war seit 11. Mai 2018 als Mitarbeiterin für D.________ AG, …, in einem 
Pensum von 100 % tätig (Akten der Invalidenversicherung [act. II] 5.3/2, 
12). Im März 2020 meldete sie sich bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Bezug von Leistungen an (act. II 1; vgl. auch act. II 
9). Mit Schreiben vom 29. Juli 2020 kündigte die Versicherte das Arbeits-
verhältnis mit der D.________ AG (act. II 28). Die IVB holte die Unterlagen 
der Taggeldversicherung (act. II 5.2-5.6, 46.1-46.4), medizinische Berichte 
(act. II 24, 34, 36, 52) und Unterlagen der Regionalen Arbeitsvermittlung 
(RAV) … (act. II 44) ein. Nach einer Aktenbeurteilung durch Prof. Dr. med. 
E.________, Facharzt für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), 
vom 12. November 2021 (act. II 63/6 ff.) veranlasste die IVB eine Begut-
achtung durch PD Dr. med. F.________, Facharzt für Physikalische Medi-
zin und Rehabilitation sowie Rheumatologie (Gutachten vom 25. August 
2022 [act. II 78]). Gegen den Vorbescheid vom 30. August 2022, mit wel-
chem die IVB die Ablehnung einer Rente in Aussicht stellte (act. II 80), er-
hob die Versicherte Einwände (act. II 81). Mit Verfügung vom 9. November 
2022 lehnte die IVB den Anspruch der Versicherten auf eine Rente ab (act. 
II 83).

B.

Am 12. Dezember 2022 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsan-
wältin B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwer-
de und beantragte das Folgende:

1. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Bern vom 9. November 2022 
betreffend Abweisung des Leistungsbegehrens sei aufzuheben.

2. Es sei bezüglich Abklärung der Arbeitsfähigkeit ein weiteres Gutachten 
von einem Rückenspezialisten (mit Schwerpunkt Diskushernie), resp. 
Neurochirurgen zu erstellen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2023, IV/22/760, Seite 3

3. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin 
die gesetzlichen Leistungen zu gewähren und ihr insbesondere ange-
messene berufliche Massnahmen zu gewähren, ev. eine IV-Rente 
auszurichten.

4. Der Beschwerdeführerin sei für die Durchführung des Beschwerdever-
fahrens das Recht der unentgeltlichen Rechtspflege zu gewähren unter 
Beiordnung der unterzeichnenden Rechtsanwältin als amtliche Vertre-
terin.

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Februar 2023 beantragte die Beschwer-
degegnerin das Folgende:

1. Die Beschwerde der Versicherten sei – unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge – insofern gutzuheissen, als dass vom 1. November 2020 
bis 31. November 2022 Anspruch auf eine ganze Rente der Invaliden-
versicherung und ab 1. Dezember 2022 bis 28. Februar 2023 (neues 
Rentensystem) Anspruch auf 53 % einer ganzen Rente der Invaliden-
versicherung bestehe.

2. Weitergehend sei die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutre-
ten sei.

In der Replik vom 15. Mai 2023 beantragte die Beschwerdeführerin ergän-
zend das Folgende:

1. Zusätzlich zu einem weiteren Gutachten von einem Rückenspezialisten 
(mit Schwerpunkt Diskushernie), resp. Neurochirurgie sei für die Ab-
klärung der Arbeitsfähigkeit ein weiteres Gutachten von einem 
Schmerzspezialisten resp. einem Psychosomatiker (ev. Psychiater) zu 
erstellen.

2. Mit der Verpflichtung für die Beschwerdegegnerin die gesetzlichen 
Leistungen zu gewähren und eine IV-Rente auszurichten seien ev. die 
abgebrochenen Abklärungen für die Ermittlung der Arbeitsmarktfähig-
keit wieder aufzunehmen und eine mögliche Umschulung zwecks Inte-
gration abzuklären. 

Mit Verfügung vom 1. März 2023 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege gut unter Beiordnung von Rechtsanwältin 
B.________ als amtliche Anwältin.

In der Duplik vom 13. Juni 2023 hielt die Beschwerdegegnerin am bisher 
formulierten Rechtsbegehren fest.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2023, IV/22/760, Seite 4

Die beigeladene C.________ (vgl. prozessleitende Verfügung vom 15. Juni 
2023) verzichtete mit Schreiben vom 3. Juli 2023 auf eine Stellungnahme.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde grundsätzlich (vgl. aber E. 1.2 hiernach) einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 9. November 2022 
(act. II 83). Streitig und zu prüfen ist ein Rentenanspruch. Soweit in der 
Beschwerde (S. 2 Ziff. I Ziff. 2; vgl. auch S. 7 Ziff. III lit. B Ziff. 4) bzw. in der 
Replik (S. 2 Ziff. I Ziff. 2, S. 4 Ziff. III Ziff. 8) nebst einer Rente auch berufli-
che Massnahmen und weitere unspezifische gesetzliche Leistungen bean-
tragt werden, bewegen sich diese Ansprüche ausserhalb des Anfechtungs-
gegenstandes, weshalb insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist 
(vgl. auch Beschwerdeantwort S. 2 lit. C Ziff. 6).

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV [WEIV]) und weiterer Erlasse (insbesondere des 
ATSG) in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vor-
behältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich 
diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu 
ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Die angefoch-
tene Verfügung vom 9. November 2022 betrifft den umstrittenen Rentenan-
spruch, wobei ein Rentenbeginn frühestens sechs Monate (Art. 29 Abs. 1 
IVG) nach der Anmeldung im März 2020 eintreten könnte. Intertemporal-
rechtlich ist der Rentenanspruch anhand der bis damals gültig gewesenen 
Bestimmungen zu beurteilen (Rz. 9101 Kreisschreiben über Invalidität und 
Rente in der Invalidenversicherung, gültig ab 1. Januar 2022 [KSIR]; vgl. 
zum anwendbaren Recht in Bezug auf die verwaltungsexterne rheumatolo-
gische Abklärung E. 3.3 hiernach). 

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2023, IV/22/760, Seite 6

reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

2.3.1 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2021 gültig 
gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn 
die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsren-
te, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3.2 Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2022 gültigen 
Fassung) wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an 
einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 bis 69 % 
entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), 
bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente 
(Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invaliditätsgrad zwischen 40 und 49 % 
gelten die prozentualen Anteile nach Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG. 

2.4

2.4.1 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-

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natsfrist von Art. 88a der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung (IVV; SR 831.201) festzusetzende Zeitpunkt der An-
spruchsänderung die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 
263 E. 6.1 S. 263; SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

2.4.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesent-
liche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den 
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invali-
denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli-
chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behin-
derung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gege-
ben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung 
gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist 
(BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 
S. 110 E. 3.1).

2.4.3 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, ist die anspruchsbe-
einflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung 
von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden 
kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem 
Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei 
Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird 
(Art. 88a Abs. 1 IVV). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder 
der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbe-
einflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche 
Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). Dabei ist 
im Unterschied zu dem in Art. 88a Abs. 1 IVV geregelten Tatbestand der 
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit nicht verlangt, dass die Änderung, 
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat, 

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voraussichtlich weiterhin andauern muss. Das gesetzliche Erfordernis einer 
auf Dauer gerichteten Änderung ist mit Ablauf der dreimonatigen Wartezeit 
grundsätzlich erfüllt (SVR 2017 IV Nr. 71 S. 220 E. 2.3.1).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 

3.

3.1 Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Fol-
gende zu entnehmen:

3.1.1 Im Bericht vom 22. November 2020 führte Dr. med. G.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, aus, die Beschwerdeführerin habe 
Schmerzen im Rücken, welche sich schon beim Heben leichter Lasten ver-
stärkten. Sie habe auch beim Gehen Schmerzen (act. II 36/7 Ziff. 4.4). Die 
Arbeit in der … in der ... sei ihr nicht mehr zumutbar (act. II 36/7 Ziff. 4.1). 
Eine angepasste Tätigkeit könne sie wahrscheinlich mittelfristig zu 100 % 
ausüben (act. II 36/7 Ziff. 4.2). Im Bericht vom 24. November 2020 attes-
tierte der Hausarzt eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 4. November 
2019 bis 15. März 2020, von 50 % vom 16. März bis 20. Mai 2020, von 
100 % vom 19. August bis 30. September 2020, von 25 % vom 1. Novem-
ber 2020 bis 31. Dezember 2020 (act. II 46.2/47).

3.1.2 In der Beurteilung vom 26. April 2021 hielt PD Dr. med. 
H.________, Facharzt für Neurochirurgie, Spital I.________, fest, die Pati-
entin leide an rezidivierenden Lumboischialgien linksseitig mit protrahiertem 
Verlauf trotz intensiver konservativer Therapien. Bei der letzten Vorstellung 

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habe er anamnestisch an einen diskogenen Schmerz gedacht, jedoch fehle 
es in der aktuellen MRI an einem radiologischen Korrelat. Nach kurzer 
Rücksprache mit Dr. med. J.________, Facharzt für Anästhesiologie, 
Schmerzmedizin, gehe er von einer muskuloskelettalen Schmerzgenese 
und einer Sensitisierung aus und nicht von einem neuropathischen 
Schmerz. Die diskrete Protrusion L4/5 habe höchstwahrscheinlich keinen 
Bezug zum Schmerzsyndrom. Somit bestehe keine Indikation für eine Ope-
ration an der LWS (act. II 46.2/25).

3.1.3 Im Bericht vom 5. September 2021 führte der Hausarzt Dr. med. 
G.________ an, eine vorwiegend sitzende Tätigkeit ohne Heben und Tra-
gen von Lasten und ohne Arbeit mit den Armen über der Horizontalen sollte 
die Patientin mittelfristig wieder ausführen können (act. II 52/4 Ziff. 14). 

3.1.4 Prof. Dr. med. E.________ hielt im ärztlichen Bericht vom 12. No-
vember 2021 fest, die Beschwerdeführerin leide an dauerhaften, belas-
tungsabhängigen lumbalen Beschwerden und einer leichten muskulären 
Einschränkung der rechten Schulter, weshalb folgendes Zumutbarkeitspro-
fil erstellt werden könne: Zumutbar seien körperlich leichte bis gelegentlich 
mittelschwere Tätigkeiten ganztags über 8.5 Stunden ohne zusätzliche 
Leistungsminderung. Zu vermeiden seien anhaltende Zwangshaltungen 
des Oberkörpers (z.B. längeres Verharren in vornüber geneigter Haltung, 
ob stehend oder sitzend), Arbeiten mit repetitiven Rotationsbewegungen 
des Oberkörpers, Rotation des Oberkörpers im Sitzen/Stehen unter Ge-
wichtsbelastung, das Heben von Lasten körperfern, repetitives Heben von 
Lasten über Brusthöhe, Überkopfarbeiten, das Besteigen von Leitern, repe-
titives Kauern, Bücken oder Tätigkeiten in nach vorne geneigter Haltung, 
repetitive, stereotype Bewegungsabläufe im Bereich der LWS sowie uner-
wartete, asymmetrische Lasteinwirkungen. In Ausnahmefällen und in nicht 
repetitiver Weise könnten Gewichte von 5 kg gehoben und getragen wer-
den. Die aktuelle Tätigkeit im … (…) sei nicht mehr zumutbar. Wenn das 
oben beschriebene Zumutbarkeitsprofil strikt eingehalten werden könne, 
sei eine angepasste Tätigkeit uneingeschränkt zumutbar (act. II 63/7).

3.1.5 Im Gutachten vom 25. August 2022 diagnostizierte PD Dr. med. 
F.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit das Folgende:

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Chronisches lumbospondylogenes Syndrom links 
- Verdacht auf Fazettengelenks Reizung/segmentale Instabilität bei un-

genügender Stabilisierungsfähigkeit 
- Zustand nach zweimaliger Diskusoperation auf Höhe von L5/S1, mäs-

sig ausgeprägte degenerative Veränderungen im Segment L4/5 
- Radiologisch Narbenbildungen postoperativ mit möglicher neuropathi-

scher Komponente 
Vorderer Knieschmerz links mit Patellaspitzensyndrom 
- Verdacht auf Quadricepsinsuffizienz 
- Aktenanamnestisch Trochleadysplasie

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte der Gutachter das 
Folgende:

Dekonditionierung 
Zunehmende Adipositas, BMI 34 kg/m2 
Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeit 
Aktenanamnestisch Status nach frozen shoulder links, aktuell klinisch un-
auffällig 

In der Beurteilung hielt er u.a. fest, zusammengefasst bestünden dauerhaf-
te lumbale Beschwerden mit Ausstrahlungen zum linken Bein im Sinne 
eines chronischen lumbospondylogenen Syndroms links ohne Hinweise auf 
ein noch persistierendes radikuläres Reiz- oder Ausfallssyndrom oder auch 
eine Meralgie. Einerseits würden die Ausstrahlungen im Bereiche des vor-
deren linken Oberschenkels beschrieben, andererseits bestünden Kribbel-
parästhesien im Ganzen linken Bein ohne Dermatombezug. Die klinischen 
Befunde wiesen aktuell am ehesten auf eine Fazettengelenksproblematik 
und/oder reduzierte segmentale Stabilisierungsfähigkeit bei muskulärer 
Insuffizienz hin. Ein Postdiskektomiesyndrom im Sinne von narbigen Ver-
änderungen sei initial zwar vermutet worden aufgrund des typischen zeitli-
chen Verlaufes und dem Nachweis von narbigen Veränderungen im MRI im 
Februar 2020, jedoch fehlten aktuell die Zeichen neuropathischer Schmer-
zen und insbesondere bestehe keinerlei Verkürzung neuromeningealer 
Strukturen. Auch werde auf eine entsprechende Medikation verzichtet. Da-
neben bestehe ein eindeutig provozierbarer vorderer Knieschmerz mit posi-
tivem lateralen Apprehension-Test und Patellaspitzensyndrom, welches 
vermutlich bereits präoperativ zumindest einen Teil der Beschwerden er-
klären würde. Auffällig sei eine gewisse Diskrepanz zwischen den Angaben 
der Schmerzintensitäten auf der VAS-Skala und der weitgehend fehlenden 
Einnahme von Schmerzmedikamenten, was allerdings bei chronischen 

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Verläufen nicht ungewöhnlich sei. Hier dürften psychosoziale Faktoren mit 
hineinspielen, wobei aufgrund der vorhandenen Befunde, des unauffälligen 
Krankheitsverhaltens und auch negativer Waddellzeichen der bisherige 
Verlauf aus seiner Sicht nicht ausschliesslich auf psychosoziale Faktoren 
zurückgeführt werden könne (act. II 78/3 Ziff. 2). Zur Arbeitsfähigkeit hielt 
PD Dr. med. F.________ fest, bei der angestammten Tätigkeit (Mitarbeite-
rin in der …/…) handle es sich über eine ausschliesslich stehende, mindes-
tens mittelschwere Tätigkeit mit repetitivem Heben von mittelschweren 
Gewichten von 15 kg und teilweise längerem Arbeiten in vorgeneigter Stel-
lung. Das aktuelle Zumutbarkeitsprofil entspreche nicht diesen Vorausset-
zungen, weshalb die angestammte Tätigkeit in der … nicht zumutbar sei. 
Unter Berücksichtigung des zweimaligen operativen Eingriffes und einer 
anzunehmenden Zunahme der degenerativen Veränderungen im Bereiche 
der unteren Lendenwirbelsäule dürfte diese Tätigkeit auch in Zukunft nicht 
zumutbar sein; es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %, retrospektiv 
wahrscheinlich seit initial Krankschreibung im Dezember 2019 (act. II 78/4 
Ziff. 4.1). Es seien wechselpositionierte Tätigkeiten im Sinne des Wechsels 
zwischen Gehen-Stehen und Sitzen, Gewichtsbelastungen selten bis 15 kg 
horizontal, 10 kg ab Boden und über Brusthöhe, manchmal 7.5 kg unab-
hängig von der Höhe, zumutbar. Vermieden werden sollten wiederholte 
Kniebeugen oder Arbeiten in kniender oder kauernder Position sowie län-
gerdauerndes Arbeiten in nicht ergonomischen Positionen überstreckt, vor-
geneigt oder rotiert (act. II 78/4 Ziff. 3). Eine optimal angepasste Tätigkeit 
entsprechend dem Zumutbarkeitsprofil wäre der Beschwerdeführerin 
grundsätzlich ganztags zumutbar. Ein abgestufter Einstieg beginnend halb-
tags mit Steigerung auf eine Ganztagestätigkeit in einem zeitlichen Rah-
men von drei Monaten wäre aus rehabilitativer Sicht allerdings sinnvoll zur 
Anpassung an die Arbeit (act. II 78/4 Ziff. 4.2). 

3.1.6 In der Stellungnahme vom 25. Januar 2023 führte RAD-Arzt Dr. 
med. K.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo-
gie des Bewegungsapparates, aus, das vom Gutachter definierte Zumut-
barkeitsprofil gelte durchgehend spätestens seit dem Datum des Gutach-
tens (25. August 2022). Ein Wiedereinstieg ins Arbeitsleben sollte stufen-
weise erfolgen (act. II 90/3).

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3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.3 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV 
Nr. 3 S. 8 E. 3.2). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den 
Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxis-
gemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Ver-
fahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutach-
ten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einho-
lung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Be-
weiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur ge-
ringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsin-
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2023, IV/22/760, Seite 13

nehmen. Insbesondere sind die von der versicherten Person aufgelegten 
Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird 
die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fachperso-
nen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in 
Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftrags-
rechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zwei-
fel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutach-
ten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuwei-
sen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutach-
tung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 
V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; SVR 2021 UV Nr. 34 S. 155 E. 2.3). 

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 9. November 2022 (act. II 83) 
stützt sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das externe 
rheumatologische Konsilium des PD Dr. med. F.________ vom 25. August 
2022 (act. II 78). Dieses wurde im Dezember 2021 in Auftrag gegeben 
(act. II 69) und im April 2022 durchgeführt (act. II 78/1). Nach dem allge-
meinen intertemporalrechtlichen Grundsatz (vgl. E. 2.1 hiervor) ist in Bezug 
auf die verfahrensrechtlichen Kautelen zur Auswahl einer sachverständigen 
Person sowie die Partizipationsrechte der versicherten Personen das bis 
Ende 2021 gültige Recht anwendbar. Die klinische Exploration als solche 
erfolgte indes unter Herrschaft des neuen Rechts, weshalb hierfür die 
WEIV-Bestimmungen massgebend sind. Beim externen Konsilium handelt 
es sich nicht um ein Administrativgutachten im Sinne von Art. 44 Abs. 1 
lit. a ATSG. Zwar erfüllt der beauftragte Experte – der nicht auf der von der 
Beschwerdegegnerin geführten Liste der Sachverständigen für monodiszi-
plinäre Gutachten figuriert (vgl. <www.ivbe.ch>, Rubrik: Prozesse & Leis-
tungen/Abklärungen & Gutachten) – sämtliche Anforderungen nach Art. 7m 
Abs. 1 f. der Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrecht (ATSV; SR 830.11) und der Beschwer-
deführerin wurden insoweit Mitwirkungsrechte gemäss Art. 44 ATSG (in der 
bis Ende 2021 gültigen Fassung) gewährt, als sie innert Frist triftige Ein-
wendungen gegen ihn und allfällige Gegenvorschläge vorbringen konnte 
(act. Il 66). Es wurden dem Sachverständigen indes nicht ein eigentlicher 
Fragekatalog, sondern lediglich drei kurze Fragen unterbreitet (act. Il 69), 
ohne dass sich die Beschwerdeführerin hierzu hätte äussern und Zusatz-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2023, IV/22/760, Seite 14

fragen einreichen können (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9 S. 258 bzw. seit 
1. Januar 2022 Art. 44 Abs. 3 ATSG). Schliesslich wurde das klinische 
Explorationsgespräch – soweit ersichtlich – auch nicht mittels Tonaufnah-
me dokumentiert (Art. 44 Abs. 6 ATSG; Art. 7k ATSV). Die rheumatologi-
sche Beurteilung ist folglich im Rahmen der Beweiswürdigung mit einem 
internen Abklärungsbericht gleichzusetzen (vgl. E. 3.2.3 hiervor). 

3.3.1 Es bestehen keine auch nur geringen Zweifel an den überzeugen-
den Schlussfolgerungen des Sachverständigen PD Dr. med. F.________. 
Vorab ist angesichts des Facharzttitels für Rheumatologie nicht einzuse-
hen, weshalb ihm die Eignung zur Beurteilung der Rückenbeschwerden 
abgehen soll, ist hierfür doch weder ein Facharzttitel für Neurochirurgie 
erforderlich noch das Prädikat als "Rückenspezialist" (Beschwerde S. 4 f. 
Ziff. Ill lit. A Ziff. 3, lit. B Ziff. 2 sowie S. 7 Ziff. III lit. B Ziff. 3 in fine). Es ging 
um die Beurteilung eines im Wesentlichen feststehenden Gesundheits-
schadens, womit unproblematisch ist, dass dem Sachverständigen die 
Röntgenbilder bzw. Tomogramme nicht zur Verfügung standen, lagen ihm 
doch die schriftlichen Befundberichte vor und ergab sich aufgrund der klini-
schen Befunde keine Indikation für eine Auffrischung der Bildgebung (act. 
II 78/5, 78/8 in fine). Sodann ist das differenziert formulierte Zumutbar-
keitsprofil (act. II 78/4 Ziff. 3) mit Blick auf die gestellten Diagnosen und die 
erhobenen Befunde (act. II 78/6, 78/8) nachvollziehbar und einleuchtend, 
auch wenn es bezüglich der qualitativen Einschränkungen punktuell von 
jenem des RAD-Arztes Prof. Dr. med. E.________ (act. II 63/7) abweicht 
(Beschwerde S. 5 Ziff. Ill lit. B Ziff. 2). Im Übrigen hielt denn auch der be-
handelnde Dr. med. G.________ in seinen Berichten vom November 2020 
bzw. September 2021 eine angepasste Tätigkeit mittelfristig für zumutbar 
(act. lI 36/7 Ziff. 4.2, 52/4 Ziff. 14). Dass das von PD Dr. med. F.________ 
formulierte Zumutbarkeitsprofil für eine vollschichtige Verweisungstätigkeit 
spätestens seit der "Gutachtenvorlage" gilt, wie dies der RAD-Arzt Dr. med. 
Löwe in der im Beschwerdeverfahren aufgelegten Stellungnahme vom 25. 
Januar 2023 (act. Il 90) ausführte, versteht sich von selbst, handelte es sich 
doch nicht um eine prognostische Einschätzung, sondern um eine Schluss-
folgerung gestützt auf die Erkenntnisse aus der erfolgten Exploration. Eine 
danach eingetretene objektive Gesundheitsverschlechterung (act. II 81/1; 
Replik S. 3 Ziff. Ill Ziff. 4) ist bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2023, IV/22/760, Seite 15

vom 9. November 2022 (act. II 83), welche den gerichtlichen Überprü-
fungshorizont markiert (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 
S. 140), nicht ausgewiesen. Insbesondere ergeben sich auch keine An-
haltspunkte für den angeblich telefonisch vom behandelnden Anästhesiolo-
gen Dr. med. J.________ geäusserten Verdacht einer psychischen Erkran-
kung (Replik S. 3 Ziff. Ill Ziff. 6), zumal die Beschwerdeführerin in keiner 
psychiatrischen/psychotherapeutischen Behandlung steht, keine Psycho-
pharmakotherapie in Anspruch nimmt und PD Dr. med. F.________ im 
Rahmen der Erhebung des Allgemeinstatus keine Hinweise auf eine rele-
vante Angststörung oder Depression feststellte (act. II 78/8; vgl. auch Du-
plik S. 2 lit. B Ziff. 7). Die medizinische Situation nach der angefochtenen 
Verfügung hat hier ausser Acht zu bleiben (Replik S. 3 Ziff. Ill Ziff. 2). Aus-
zugehen ist somit von einer medizinisch-theoretisch 100%igen Arbeits-
fähigkeit spätestens seit 25. August 2022. Bei dem "aus rehabilitativer Sicht 
[...] zur Anpassung an die Arbeit" als sinnvoll erachteten Einstieg mit 50 % 
und einer Steigerung auf ein Vollpensum nach drei Monaten (act. II 78/4 
Ziff. 4.2) handelt es sich offensichtlich um eine blosse Empfehlung zur 
schrittweisen Arbeitsgewöhnung und nicht um eine medizinisch begründete 
zwingende Vorbedingung, welche der sofortigen Verwertung des funktio-
nellen Leistungsvermögens entgegenstünde. 

3.3.2 Während somit für die Zeit ab 25. August 2022 eine uneinge-
schränkte Arbeitsfähigkeit beweismässig erstellt ist, bleibt vorderhand frag-
lich, wie sich der retrospektive Verlauf der Arbeitsfähigkeit in Bezug auf 
eine leidensadaptierte Tätigkeit in der Zeit vor dem rheumatologischen 
Konsilium (act. II 78) gestaltete. Die Beschwerdegegnerin hat in der Be-
schwerdeantwort (S. 3 lit. C Ziff. 8, S. 5 lit. C Ziff. 14) darauf hingewiesen, 
dass sich PD Dr. med. F.________ hierzu nicht explizit äusserte und sich 
dies im Rahmen weiterer Abklärungen rückblickend kaum mehr schlüssig 
erstellen lasse. Sie geht gestützt auf die Aktenlage davon aus, dass vor 
25. August 2022 in jeglicher Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit be-
stand (S. 3 f. lit. C Ziff. 10). Indes lässt sich der Verlauf der Arbeitsunfähig-
keit gestützt auf die echtzeitlichen Berichte der behandelnden Ärzte mit 
dem hier massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429) nachzeichnen: Nach den linksseitigen 
Kniegelenksinfiltrationen im September und November 2019 (act. II 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2023, IV/22/760, Seite 16

5.2/15 f., 36/41 f.) sowie der Rückenoperation im Januar 2020 (act. II 
5.2/5 f., 36/30 f.) war die Beschwerdeführerin zusätzlich wegen rechtsseiti-
gen Schulter- bzw. (zufolge eines Treppensturzes) Sprunggelenksbe-
schwerden vorübergehend beeinträchtigt (act. II 36/16-19, 44/3). Die ver-
suchte schrittweise Arbeitswiederaufnahme nach einer initialen postopera-
tiven Rekonvaleszenz (act. II 17, 24/3, 24/5) mündete im Juli 2020 in der 
krankheitsbedingten Kündigung der Arbeitsstelle durch die Beschwerdefüh-
rerin (act. II 19, 44/3). In Bezug auf die Rückenbeschwerden erachtete der 
Operateur PD Dr. med. H.________ im Bericht vom 18. November 2020 
(act. II 36/14 f.) eine leichte Arbeit in wechselnden Positionen für lediglich 
zwei Stunden täglich für zumutbar und attestierte folglich seit 1. November 
bis vorerst 31. Dezember 2020 eine teilweise Arbeitsunfähigkeit (recte 
wohl: Arbeitsfähigkeit) von 25 % (act. II 36/15; vgl. auch act. II 37/1). Dr. 
med. G.________ bescheinigte im Arztbericht vom 22. November 2020 
(act. II 36/1-8) demgegenüber wegen starken Schmerzen noch eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit, prognostizierte jedoch mittelfristig eine 
100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit (act. II 36/7 
Ziff. 4.2 f.). Nach einer Steroid-Infiltration der glutealen Muskulatur links im 
Dezember 2020 (act. II 59/11) war die Beschwerdeführerin vorübergehend 
praktisch schmerzfrei und noch im Januar 2021 zufrieden mit ihrer 
Schmerzsituation (act. II 46.6/8, 59/3 f., 59/14-16). Aufgrund der bildgeben-
den Befunde vom 26. April 2021 (act. II 46.2/28) bestand gemäss PD Dr. 
med. H.________ keine Indikation für eine LWS-Operation oder eine an-
derweitige Behandlung seitens der spinalen Chirurgie des Spitals 
I.________ (act. II 46.2/26-27 = 52/9 f.). Die danach gemäss Verlaufsproto-
koll im Juli 2021 wiederum beklagten Schmerzen (act. II 59/3) wurden fort-
an – aus subjektiver Sicht – ohne Besserung behandelt (vgl. act. II 59/1 f.), 
so dass davon ausgegangen werden kann, dass es sich um einen 
Schmerzzustand handelte, wie er sich auch dem Sachverständigen PD Dr. 
med. F.________ im Rahmen des rheumatologischen Konsiliums präsen-
tierte. Mithin gilt dessen Einschätzung der medizinisch-theoretischen Ar-
beitsfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch retrospektiv be-
reits ab April 2021. Damit verhält es sich anders als in jenen Fällen, in wel-
chen eine revisionsrechtlich relevante Gesundheitsverbesserung erwiesen, 
sich jedoch deren Zeitpunkt nicht annährend genau bestimmen lässt (vgl. 
etwa Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 21. August 2023, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2023, IV/22/760, Seite 17

9C_23/2023, E. 5.1; ferner MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bun-
desgerichts zum IVG, 4. Aufl. 2022, Rz. 104 zu Art. 30 IVG). Mit anderen 
Worten hat hier spätestens im Zeitpunkt der besagten bildgebenden Ver-
laufskontrolle mit Behandlungsabschluss im April 2021 eine revisionsrecht-
lich massgebende Verbesserung des Gesundheitszustandes im Sinne von 
Art. 17 ATSG als erstellt zu gelten. 

3.4 Nach dem Dargelegten ist im Rahmen einer antizipierten Beweis-
würdigung auf eine weitere Begutachtung (Beschwerde S. 5 Ziff. III lit. B 
Ziff. 2; Replik S. 4 Ziff. III Ziff. 7) zu verzichten (BGE 144 V 361 E. 6.5 
S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 
S. 163 E. 4). Gestützt auf das Gutachten von PD Dr. med. F.________ 
sowie die echtzeitlichen Berichte der behandelnden Ärzte ist erstellt, dass 
der Beschwerdeführerin die angestammte Arbeit nicht mehr zumutbar ist 
bzw. war, wohingegen sie spätestens ab April 2021 eine angepasste Arbeit 
zu 100 % ausüben kann. 

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu 
erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG Nr. 16 
S. 64 E. 4.4.2). Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2023, IV/22/760, Seite 18

Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massge-
bend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundla-
ge zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichs-
einkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 
295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222; vgl. auch Art. 25 Abs. 2 IVV).

4.2 Für die Ermittlung des Validen- und Invalideneinkommens gilt was 
folgt: 

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2). 

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom BFS herausgegebenen LSE herangezogen werden. Da-
bei wird in der Regel der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim 
anhand der LSE vorgenommenen Einkommensvergleich sodann von der 
Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei übli-
cherweise auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt 
wird. Bei der Verwendung der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss 
Rechtsprechung jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszuge-
hen (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). 

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2023, IV/22/760, Seite 19

schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 148 V 
174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; 
SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3).

4.3 In der Beschwerdeantwort (S. 5 lit. C Ziff. 13) setzte die 
Beschwerdegegnerin den Ablauf der Wartezeit per 1. November 2020 fest. 
Zwar ist die wegen der fehlenden Unterschrift mangelhafte und 
offensichtlich bereits im März 2020 der Schweizerischen Post übergebene 
(Expeditionsprinzip) Anmeldung (act. II 1) und nicht die Verbesserung vom 
April 2020 (act. II 9) massgebend (Art. 29 Abs. 3 ATSG; UELI KIESER, 
Kommentar zum ATSG, 4. Aufl. 2020, Art. 29 N. 50), womit der 
frühestmögliche Rentenanspruch allein mit Blick auf die Karenzfrist im 
Sinne von Art. 29 Abs. 1 IVG eigentlich bereits auf Oktober statt November 
2020 fiele (Beschwerdeantwort S. 3 lit. C Ziff. 9). Mit Blick auf die einjährige 
Wartezeit gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG, welche anfangs November 2020 
endet (initiale Krankschreibung im Dezember 2019 [act. II 78/4 Ziff. 4.1], 
letzter Arbeitstag vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit am 5. November 2019 
[act. II 5.5/1 Ziff. 6], zu 100 % arbeitsunfähig seit 4. November 2019 [act. II 
36/3 Ziff. 1.3]; Beschwerdeantwort S. 3 lit. C Ziff. 9), beginnt der Rentenan-
spruch dennoch am 1. November 2020.

4.4 Nicht zu beanstanden ist auch, dass die Beschwerdegegnerin (vgl. 
Beschwerdeantwort S. 5 lit. C Ziff. 13) den Anspruch der Beschwerdeführe-
rin ab 1. November 2020 (vgl. E. 4.4 hiervor) auf eine Rente nach den Be-
stimmungen des IVG geltend bis 31. Dezember 2021 prüfte und bei einer 
Arbeitsunfähigkeit von 100 % in der angestammten und einer angepassten 
Tätigkeit auf die Ermittlung des Validen- und Invalideneinkommens verzich-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2023, IV/22/760, Seite 20

tete. Die Beschwerdeführerin hat somit ab 1. November 2020 Anspruch auf 
eine ganze Rente.

4.5 Spätestens ab April 2021 ist medizinisch-theoretisch von einer 
100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen (vgl. 
E. 3.4 hiervor). Damit liegt ein Revisionsgrund vor und es ist ein Einkom-
mensvergleich vorzunehmen.

4.5.1 Der Kritik der Beschwerdeführerin, es sei beim Valideneinkommen 
ihre Ausbildung als … (in …) zu berücksichtigen (Beschwerde S. 8 lit. C), 
kann nicht gefolgt werden. Die Beschwerdegegnerin wirft zu Recht ein, 
dass die Beschwerdeführerin in der Schweiz nicht auf dem gelernten Beruf 
arbeitete, sondern diverse Hilfstätigkeiten ausübte (act. II 8, 10). Es steht 
fest, dass sie zuletzt in der … tätig war (… und …; act. II 10/1, 12/6) und 
diese Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann (ste-
hende Arbeit; act. II 12/7, 78/4), sie jedoch die Anstellung ohne gesundheit-
lichen Beschwerden weiterhin hätte (vgl. Beschwerdeantwort S. 5 lit. C Ziff. 
12). Die Beschwerdegegnerin ermittelte das Valideneinkommen deshalb zu 
Recht gestützt auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin D.________ 
AG. Danach erzielte die Beschwerdeführerin in einem Pensum von 100 % 
zuletzt im Jahr 2020 einen Grundlohn von Fr. 4'000.-- (act. II 5.3/1 f., 12, 
25/2 Ziff. 17, 26/1). Aufgerechnet auf ein Jahr ergibt dies ein Bruttojahres-
einkommen von Fr. 52'000.-- (Fr. 4'000.-- x 13). Die Nominallohnentwick-
lung in den betreffenden NOGA-Wirtschaftszweigen war im Jahr 2021 rück-
läufig (BFS, Tabelle T1.2.20, Nominallohnindex, Frauen, 2021-2022, lit. C 
Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren, Indexbasis 2020: 100.0 
bzw. Index 2021: 99.9) und es ist nicht überwiegend wahrscheinlich, dass 
die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall eine Lohnsenkung hätte hin-
nehmen müssen, weshalb für das Valideneinkommen pro 2021 ein unver-
änderter Betrag von Fr. 52'000.-- zu veranschlagen ist.

4.5.2 Da die Beschwerdeführerin keine angepasste Tätigkeit ausübt, ist 
bei der Ermittlung des Invalideneinkommens auf die LSE 2020, Monatlicher 
Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau 1, 
Privater Sektor, Total, Frauen, von Fr. 4'276.-- abzustellen. Angepasst an 
die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit (nach Wirtschaftsabteilungen, 
Total, 2022, 41.7 Stunden), aufgerechnet auf ein Jahr und indexiert auf das 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2023, IV/22/760, Seite 21

Jahr 2021 (BFS, Tabelle T1.2.20, Nominallohnindex, Frauen, 2021-2022, 
Total, Indexbasis 2020: 100.0 bzw. Index 2021: 100.6), ergibt dies ein hy-
pothetisches Invalideneinkommen von Fr. 53'814.-- (Fr. 4'276.-- / 40 x 41.7 
x 12 / 100.0 x 100.6). Was einen allfälligen leidensbedingten Abzug anbe-
langt (vgl. E. 4.2.2 hiervor) ergibt sich das Folgende: Der Beschwerdeführe-
rin ist medizinisch-theoretisch eine volle Präsenzzeit mit uneingeschränk-
tem Rendement zumutbar, wobei das Anforderungsprofil an eine leidensa-
daptierte Tätigkeit (act. II 78/4 Ziff. 3) einen breiten Fächer an möglichen 
Tätigkeiten zulässt und sich demzufolge auf dem ausgeglichenen Arbeits-
markt nicht lohnsenkend niederschlägt. Der Beschwerdeführerin verbleibt 
mit Jahrgang 1988 noch eine beträchtliche Aktivitätsdauer, womit unter 
dem Titel des Lebensalters keine Lohneinbusse zu erwarten ist. Sie ist … 
Staatsangehörige mit Aufenthaltsbewilligung (Ausweis B; act. II 3), wobei 
sich diese Aufenthaltskategorie gemäss den (aktuellsten verfügbaren) sta-
tistischen Daten lohnsenkend auswirkt (BFS, Tabelle T12_b, ohne Kader-
funktion, Frauen, 2020). Allenfalls fehlende Sprachkenntnisse würden bei 
einer Tätigkeit im untersten Kompetenzniveau 1 hingegen keinen Abzug 
vom Tabellenlohn begründen (vgl. etwa Entscheid des BGer vom 3. März 
2022, 8C_799/2021, E. 4.3.3 m.w.H.). Somit wäre lediglich unter dem Titel 
der Nationalität/Aufenthaltskategorie ein Abzug zuzulassen, wobei selbst 
ein (hier nicht gerechtfertigter) Maximalabzug im Ergebnis nichts änderte 
(vgl. E. 4.7 hiernach). Diesfalls läge das Invalideneinkommen bei 
Fr. 40'361.-- (Fr. 53'814.-- ./. 25 %).

4.6 Bei der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert ein 
rentenausschliessender Invaliditätsgrad von höchstens 22 % ([Fr. 52'000.-- 
./. Fr. 40'361.--] / Fr. 52'000.-- x 100). Somit ist die ab 1. November 2020 
auszurichtende ganze Rente per Ende Juli 2021 (Art. 88a Abs. 1 IVV) auf-
zuheben.

4.7 Soweit darauf einzutreten ist, ist in teilweiser Gutheissung der Be-
schwerde die angefochtene Verfügung vom 9. November 2022 (act. II 83) 
aufzuheben und der Beschwerdeführerin ist befristet vom 1. November 
2020 bis 31. Juli 2021 eine ganze Rente zuzusprechen. Im Übrigen ist die 
Beschwerde abzuweisen.

5.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2023, IV/22/760, Seite 22

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten werden gerichtlich auf Fr. 800.-- bestimmt. Entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens sind der teilweise unterliegenden Be-
schwerdeführerin die Verfahrenskosten zur Hälfte, d.h. Fr. 400.--, aufzuer-
legen. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. Verfü-
gung vom 1. März 2023) ist die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der 
Nachzahlungsfrist gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessord-
nung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – von der Bezahlung der 
Verfahrenskosten zu befreien.

Die teilweise unterliegende Beschwerdegegnerin hat die Verfahrenskosten 
zur Hälfte, d.h. Fr. 400.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 
S. 186 E. 4). 

Die Beigeladene hat keine Anträge gestellt und deshalb von vornherein 
keine Verfahrenskosten zu leisten (vgl. UELI KIESER, a.a.O., 4. Aufl. 2020, 
Art. 61 N. 220).

5.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1). 
Mit Kostennote vom 28. Juli 2023 macht Rechtsanwältin B.________ eine 
Parteientschädigung von Fr. 4'454.90 (Honorar von Fr. 4'016.17 [15 Stun-
den und 23 Minuten à Fr. 260.--] zuzüglich Auslagen von Fr. 120.20 und 
MWST von Fr. 318.50 [7.7 % auf Fr. 4'136.37]) geltend, was nicht zu bean-
standen ist. Davon hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin 
die Hälfte, d.h. Fr. 2'227.45 (inkl. Auslagen und MWST), zu ersetzen.

5.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2023, IV/22/760, Seite 23

des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Okto¬ber 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Der tarifmässige Parteikostenersatz der amtlichen Anwältin (für das hälftige 
Unterliegen) wird in diesem Verfahren auf Fr. 2'227.45 (1/2 von 
Fr. 4'454.90) festgesetzt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege (vgl. Verfügung vom 1. März 2023) ist das amtliche Honorar von 
Rechtsanwältin B.________ auf Fr. 1'540.-- ([1/2 vom Aufwand von 15 
Stunden und 23 Minuten =] 7 Stunden 42 Minuten à Fr. 200.--) zuzüglich 
Auslagen von Fr. 60.10 (1/2 von Fr. 120.20) sowie MWST von Fr. 123.20 
(7.7 % auf Fr. 1'600.10), Total Fr. 1'723.30, festzusetzen und nach Eintritt 
der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse zu vergüten. Vorbe-
halten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Soweit darauf einzutreten ist, wird in teilweiser Gutheissung der Be-
schwerde die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 9. No-
vember 2022 aufgehoben und der Beschwerdeführerin wird ab 1. No-
vember 2020 eine bis 31. Juli 2021 befristete ganze Rente zugespro-
chen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten, festgelegt auf Fr. 800.--, werden der Beschwer-
deführerin zu Fr. 400.-- auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltli-
chen Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2023, IV/22/760, Seite 24

Nachzahlungsfrist gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungs-
pflicht befreit. Die übrigen Verfahrenskosten von Fr. 400.-- werden der 
Beschwerdegegnerin zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die reduzierten 
Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'227.45 (inkl. Auslagen und 
MWST), zu ersetzen.

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz der amtlichen Anwältin wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2'227.45 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwältin B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1'723.30 
(inkl. Auslagen und MWST) festgesetzte Entschädigung vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2023, IV/22/760, Seite 25

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- C.________
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.