# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0feeabff-43ca-566a-836b-09046e2e574a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-11-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.11.2022 F-5074/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-5074-2022_2022-11-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-5074/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  N o v e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichter Andreas Trommer, 

mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;   

Gerichtsschreiber Julius Longauer. 

   

Parteien 

 
Z._______, geb. (…) 1999, Afghanistan,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 31. Oktober 2022 / (…). 

 

 

 

F-5074/2022 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 15. September 2022 in der Schweiz um 

Asyl nachsuchte (Akten des SEM […] / N […] [SEM-act.] 1), 

dass das SEM mit Verfügung vom 31. Oktober 2022 – eröffnet am 1. No-

vember 2022 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) 

auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach 

Österreich anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz 

spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-

deführer verfügte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 7. Oktober 2022 (recte: 7.No-

vember 2022) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde erhob, 

dass er in der Sache beantragte, es sei der angefochtene Entscheid auf-

zuheben und ein nationales Asylverfahren zu eröffnen, 

dass der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen sei und die 

Vollzugsbehörden anzuweisen seien, von einer Überstellung nach Öster-

reich bis zum Entscheid in der Sache abzusehen, 

dass auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und ihm die 

unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren sei, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 8. No-

vember in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG), 

dass gleichentags der Vollzug der Überstellung gestützt auf Art. 56 VwVG 

superprovisorisch ausgesetzt wurde (Rek-act. 2), 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 8. Oktober 2022 (recte: 

8. November 2022) unaufgefordert die Begründung seiner Beschwerde er-

gänzte (Rek-act. 3), 

F-5074/2022 

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und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass in der vorliegenden Streitsache als staatsvertragliche Grundlage für 

die Zuständigkeit eines anderen Staates die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 

des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Fest-

legung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in ei-

nem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig 

ist (Dublin-III-VO, ABl. L 180/31 vom 29.6.2013), zur Anwendung gelangt, 

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dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens nach Art. 21 und 22 

Dublin-III-VO (engl.: take charge) die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) 

genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierar-

chie der Zuständigkeitskriterien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwen-

den sind, und dabei von der Situation im Zeitpunkt auszugehen ist, in dem 

Asylsuchende erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt haben 

(Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO), 

dass dagegen im Rahmen eines sogenannten Wiederaufnahmeverfahrens 

nach Art. 23, 24 und 25 Dublin-III-VO (engl.: take back) grundsätzlich keine 

(erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III stattfindet, der zuständige 

Mitgliedstaat sich vielmehr unmittelbar aus Art. 18 Abs. 1 Bst. b bis d be-

ziehungsweise Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO ergibt (vgl. Urteil des EuGH 

[Grosse Kammer] vom 2. April 2019, H. und R., C-582/17 und C-583/17, 

EU:C:2019:280, Rn. 61, 67, 80, 84; BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 

8.2.1 m.H.), 

dass der Beschwerdeführer gemäss einem Abgleich mit der europäischen 

Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit Eurodac) vor seiner Einreise in 

die Schweiz am 9. September 2022 in Österreich ein Asylgesuch einge-

reicht hatte (SEM-act. 7),  

dass daher als Rechtsgrundlage für die Zuständigkeit Österreichs zur 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO in Betracht fällt, 

dass nach dieser Bestimmung der zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags in einem an-

deren Mitgliedstaat einen Antrag stellt, wieder aufzunehmen, 

dass die Vorinstanz am 21. Oktober 2022 gestützt auf den vorgenannten 

Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO mit einem Wiederaufnahmegesuch an 

die österreichischen Behörden gelangte (SEM-act. 16),  

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dass die österreichischen Behörden dem Gesuch am 28. Oktober 2022 

gestützt auf dieselbe Bestimmung zustimmten und damit die Zuständigkeit 

Österreichs anerkannten (SEM-act. 18), 

dass der Beschwerdeführer die sich daraus ergebende Zuständigkeit Ös-

terreichs bestreitet, 

dass er geltend macht, er habe in Österreich kein Asylgesuch gestellt und 

gegenüber den österreichischen Behörden auch ausdrücklich zum Aus-

druck gebracht, dass er dort nicht bleiben wolle, 

dass die österreichischen Behörden ihm gesagt hätten, er könne weiterrei-

sen, seine Fingerabdrücke würden nicht im Zusammenhang mit einem 

Asylgesuch, sondern lediglich zu Sicherheitszwecken abgenommen, 

dass jedoch mit der Vorinstanz nicht angenommen werden kann, die ös-

terreichischen Behörden würden ohne entsprechende Willenskundgebung 

einer Person oder gar gegen ihren erklärten Willen zu Lasten Österreichs 

ein Asylgesuch registrieren, 

dass daher die nur rudimentär begründete Darstellung des Beschwerde-

führers unglaubhaft ist, die österreichischen Behörden hätten entgegen 

seinem erklärten Willen ein Asylgesuch erfasst, 

dass somit die grundsätzliche Zuständigkeit Österreichs gegeben ist und 

nachfolgend zu prüfen bleibt, ob besondere Gründe für eine Übernahme 

dieser Zuständigkeit durch die Schweiz vorliegen, 

dass es keine Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Auf-

nahmebedingungen in Österreich wiesen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 

2 und 3 Dublin-III-VO systemische Schwachstellen auf, die eine Gefahr ei-

ner unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung nach Art. 4 der 

Charta der Grundrechte der Europäischen Union mit sich bringen würden 

(EU-Grundrechtecharta, ABl. C 364/1 vom 18.12.2000), 

dass daher eine Übernahme der Zuständigkeit gestützt auf die genannte 

Bestimmung nicht angezeigt ist,  

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm gestellten Antrag auf internationalen Schutz 

zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kri-

terien nicht für die Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-

VO; sog. Selbsteintrittsrecht), 

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dass Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, 

SR 142.311) das Selbsteintrittsrecht landesrechtlich konkretisiert und es 

ins pflichtgemässe Ermessen des SEM legt, ein Gesuch aus humanitären 

Gründen auch dann zu behandeln, wenn die Prüfung ergeben hat, dass 

ein anderer Staat dafür zuständig ist, 

dass indessen auf die Ausübung des Selbsteintrittsrechts ein einklagbarer 

Anspruch besteht, wenn die Überstellung des Antragstellers in den an sich 

zuständigen Mitgliedstaat übergeordnetes Recht, namentlich eine Norm 

des Völkerrechts verletzen würde (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.2; ferner Urteil 

des BVGer F-3457/2019 vom 11. Juli 2019 E. 4.4; je m.H.), 

dass der Beschwerdeführer im Rahmen des sogenannten Dublin-Ge-

sprächs vom 21. Oktober 2022 und in seiner Rechtsmitteleingabe gesund-

heitliche Beschwerden geltend machte (starke Schmerzen nach einer alten 

Kniefraktur, Schlafstörungen und Angstzustände aufgrund des Erlebten),  

dass er wegen dieser Beschwerden psychologische Betreuung und rasche 

medizinische Behandlung benötige – so habe er am 7. November 2022 

einen Arzttermin zwecks Durchführung einer MRI –, und diese Versorgung 

– wie er befürchte – in Österreich nicht sichergestellt wäre, 

dass nämlich Asylsuchende mit psychischen oder körperlichen Beeinträch-

tigungen ihrem Bedarf entsprechend untergebracht und betreut werden 

müssten, es in Österreich jedoch «keinen festgelegten Mechanismus (…) 

für vulnerable Asylsuchende» gebe (gemeint ist wohl die Erkennung vul-

nerabler Personen), weshalb es laut einem AIDA-Länderbericht zu Öster-

reich «häufig von den Asylsuchenden selbst ab(hänge), für angemessene 

Bedingungen zu sorgen», 

dass der Beschwerdeführer in seiner ergänzenden Eingabe an das Bun-

desverwaltungsgericht vom 8. November 2022 seine gesundheitlichen Be-

schwerden erstmals auf Folterung durch die Taliban im Jahr 2020 zurück-

führt und sein spätes Vorbringen damit erklärt, er sei nicht gefragt worden, 

ob er gefoltert worden sei und habe deshalb nichts dazu erzählen können, 

dass das Knie seit einer ersten Operation in Afghanistan nicht mehr behan-

delt worden sei, es – wie ihm gesagt worden sei – dringend operiert werden 

müsse und er derzeit wegen intensiver Schmerzen kaum laufen könne, 

dass sich im Falle einer Überstellung nach Österreich seine medizinische 

Behandlung weiter verzögern würde, was in seiner Situation nicht tragbar 

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sei, da er so schnell wie möglich eine medizinische Behandlung brauche 

und nicht warten könne,  

dass dem bei den Akten liegenden Arztbericht vom 20. Oktober 2022 ent-

nommen werden kann, dass der Beschwerdeführer vor zwei Jahren eine 

Kniefraktur erlitten hat und im Rahmen der operativen Versorgung der 

Fraktur Metallfixierungen verbaut worden sind, wobei eine gewisse Win-

kelfehlstellung zu sehen sind (SEM-act. 15), 

dass dem Arztbericht weiter zu entnehmen ist, dass zwar äusserlich keine 

Schwellung oder Rötung zu erkennen und der Gang des Patienten normal 

sei, der Betroffene jedoch über starke Schmerzen im gesamten Kniegelenk 

und vom Knie bis zur Hüfte klage, die ihn nicht schlafen liessen, 

dass dem Beschwerdeführer gemäss Arztbericht gegen seine Schmerzen 

das Medikament Tramadol verschrieben und als weiteres Prozedere die 

Überweisung ans «(…)» (wohl Kantonsspital […]) zwecks Vornahme einer 

MRI beziehungsweise einer CT ansteht, 

dass Österreich Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt, 

dass auch anzunehmen ist, dieser Staat anerkenne und schütze weiterhin 

die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des Europäi-

schen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu ge-

meinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des interna-

tionalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie, ABl. L 180/96 vom 29.6.2013) 

sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die 

Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Auf-

nahmerichtlinie, ABl. L 180/96 vom 29.6.2013) ergeben, 

dass zu diesen Rechten die erforderliche medizinische Versorgung gehört, 

die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforderliche Behand-

lung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen umfasst 

(Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie),  

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dass im Falle von Schutzsuchenden mit besonderen Bedürfnissen das 

Recht auf Zugang zur erforderlichen medizinischen oder sonstigen Hilfe 

einschliesslich erforderlichenfalls einer geeigneten psychologischen Be-

treuung hinzutritt (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie), 

dass Opfern von Folter, Vergewaltigung oder anderer schwerer Gewaltta-

ten schliesslich die Behandlung zu gewähren ist – insbesondere der Zu-

gang zu einer adäquaten medizinischen und psychologischen Behandlung 

oder Betreuung –, die für den Schaden, der ihnen durch derartige Hand-

lungen zugefügt wurde, erforderlich ist (Art. 25 Aufnahmerichtlinie), 

dass die Vermutung, Österreich halte seine völker- und gemeinschafts-

rechtlichen Verpflichtungen ein, zwar im Einzelfall widerlegt werden kann, 

es hierfür aber konkreter und ernsthafter Hinweise bedarf, die gegebenen-

falls vom Betroffenen glaubhaft darzutun sind (vgl. BVGE 2010/45 

E. 7.4 f.),  

dass Österreich über eine ausreichende, mit derjenigen der Schweiz ver-

gleichbare medizinische Infrastruktur verfügt, 

dass den Ausführungen des Beschwerdeführers keine belastbaren An-

haltspunkte dafür entnommen werden können, Österreich könnte ihm nach 

einer Überstellung dorthin in Verletzung seiner Verpflichtungen aus Art. 19 

Abs. 1 und 2 und Art. 25 Aufnahmerichtlinie den Zugang zur erforderlichen 

medizinischen und psychologischen Versorgung verwehren, 

dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochten 

Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der Bestim-

mung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerdeführen-

den Rechnung tragen und die österreichischen Behörden vorgängig in ge-

eigneter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände informieren 

werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO),  

dass bis zur Überstellung des Beschwerdeführers nach Österreich die Ver-

antwortung für seine medizinische und psychologische Versorgung bei der 

Schweiz verbleibt und in diesem Rahmen auch dringende, nicht bis nach 

der Überstellung aufschiebbare medizinische Interventionen vorgenom-

men werden können, 

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Seite 9 

dass im Übrigen eine Überstellung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen in den zuständigen Mitgliedstaat nur unter ganz ausserordentli-

chen Umständen einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen kann (vgl. 

dazu etwa Urteil des BVGer F-2431/2022 vom 14. Juni 2022 E. 11.3 m.H.), 

dass weitere Abklärungen keinen Erkenntnisgewinn versprechen, die Vor-

instanz daher den medizinischen Sachverhalt als hinreichend abgeklärt be-

trachten und zu Recht davon ausgehen durfte, dass die gesundheitliche 

Situation des Beschwerdeführers einer Überstellung nach Österreich nicht 

entgegensteht, 

dass andere Gründe, die der Schweiz Anlass geben würden, von ihrem 

Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO Gebrauch zu 

machen, weder geltend gemacht werden noch ersichtlich sind, wobei an 

dieser Stelle festzuhalten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchen-

den kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszu-

wählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass die Vorinstanz demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 

ist und in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Österreich 

angeordnet hat,  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das 

Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-

eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2015/18 E. 5.2 m.w.H.),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist und die Verfü-

gung der Vorinstanz zu bestätigen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als 

gegenstandslos erweist, 

dass das sinngemässe Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorste-

henden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren, wes-

halb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind, 

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dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr.  750.– 

(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Andreas Trommer Julius Longauer 

 

 

Versand: