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**Case Identifier:** f7d03257-cc75-54f0-a6b9-5903233ef020
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.04.2025 200 2024 170
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2024-170_2025-04-30.pdf

## Full Text

IV 200 2024 170 
FRC/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 30. April 2025

Verwaltungsrichterin Frey, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Advokat B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern  
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 23. Januar 2024

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2024 170

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Sachverhalt:

A.

Der 1964 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
reiste am TT.MM.1997 in die Schweiz ein; er ist seit dem TT.MM.1998 an-
erkannter Flüchtling und hat seit dem TT.MM.2002 die Niederlassungsbe-
willigung C (Akten der Invalidenversicherung [act. II] 1.11). Er meldete sich 
im Februar 2003 (act. II 1.43) bei der IV-Stelle des Kantons …. zum Bezug 
von Leistungen an und gab als Leiden chronische Schmerzen der linken 
Körperhälfte an. Die IV-Stelle veranlasste eine Begutachtung durch die 
C.________ (MEDAS; Gutachten vom 11. Februar 2005 [act. II 1.27], ein-
schliesslich eines psychiatrischen Konsiliargutachtens vom 12. Januar 
2005 [act. II 1.27/11 ff.]). Mit Verfügung vom 21. Februar 2005 (act. II 1.26) 
lehnte die IV-Stelle des Kantons …. den Anspruch auf Leistungen ab mit 
der Begründung, die gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien vor der 
Einreise in die Schweiz eingetreten, weshalb die versicherungsmässigen 
Voraussetzungen dafür nicht erfüllt seien. Die hiergegen erhobene Ein-
sprache (act. II 1.22) wies die IV-Stelle des Kantons …. mit Entscheid vom 
8. August 2006 (act. II 1.6) ab, welcher unangefochten blieb. 

Im September 2006 wurden die Akten infolge Wohnsitzwechsels des Versi-
cherten an die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) überwiesen 
(act. II 1.2). Im Rahmen der Prüfung des Anspruchs auf rentenlose Ergän-
zungsleistungen (EL) hielt die IVB zuhanden der Ausgleichskasse des Kan-
tons Bern (AKB) mit Mitteilung vom 5. Dezember 2006 (act. II 3) fest, dass 
seit 1994 ein Invaliditätsgrad von 65 % bestehe. 

Nach erneuter Anmeldung im April 2008 (act. II 1.6) trat die IVB mit (unan-
gefochten gebliebener) Verfügung vom 6. Juni 2008 (act. II 14) auf das 
Leistungsbegehren nicht ein. 

Die AKB initiierte mehrmalige Überprüfungen des Anspruchs auf rentenlose 
EL (act. II 18, 29, 43, 60). Im Revisionsfragebogen vom 22. Juni 2012 
(act. II 22) gab der Versicherte an, wegen der sehr schlechten finanziellen 
Situation der Familie habe sich sein Krankheitszustand verschlechtert; im 
Revisionsfragebogen vom 2. März 2015 (act. II 34) nannte er erneut einen 

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verschlechterten Gesundheitszustand, im Revisionsfragebogen vom 
13. Februar 2016 (act. II 46) erwähnte er, der Gesundheitszustand sei 
gleichgeblieben und im Revisionsfragebogen vom 7. Oktober 2020 
(act. II 68) gab er dann an, der Gesundheitszustand habe sich wegen zu-
nehmenden Rückenschmerzen, Schmerzen an Ellenbogen und Schulter 
sowie bei "neu Antikörpermangelsyndrom" verschlechtert. Nach medizini-
schen Abklärungen hielt die IVB in den Mitteilungen/Beschlüssen vom 
15. August 2012 (act. II 27), 22. Mai 2015 (act. II 42), 22. März 2016 
(act. II 48) und vom 2. März 2021 (act. II 78) – alle zuhanden der AKB – 
jeweils fest, es liege ein unveränderter Invaliditätsgrad von 65 % vor.

Am 7. August 2023 (act. II 90/10) meldete sich der Versicherte erneut bei 
der IVB zum Bezug von Leistungen an und nannte als Leiden psychische 
und physische Beschwerden (act. II 90/6). Mit Schreiben vom 29. August 
2023 teilte die IVB mit, es seien keine Eingliederungsmassnahmen möglich 
(act. II 103). Der Versicherte und die Hausärztin Dr. med. D.________, 
Praktische Ärztin und Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, reichten 
verschiedene medizinische Berichte ein (act. II 95 f., 106, 107). Im Be-
richtsformular vom 15. September 2023 (act. II 105) hielt die Sozialhilfe-
behörde E.________ fest, es seien ihr keine wesentlichen Veränderungen 
des Gesundheitszustandes bekannt und die Anmeldung sei durch den Ver-
sicherten ohne Rücksprache mit ihr erfolgt (act. II 109/5). Nach einer medi-
zinischen Fragestellung an die Hausärztin vom 16. November 2023 
(act. II 111) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 1. Dezember 2023 
(act. II 112) in Aussicht, der Versicherte habe bei einem Invaliditätsgrad 
von 37 % keinen Anspruch auf eine Rente. Hiergegen erhob der Versicher-
te am 29. Dezember 2023 (act. II 113) Einwand. Am 23. Januar 2024 
(act. II 115) verfügte die IVB wie mit Vorbescheid in Aussicht gestellt.

B.

Mit Eingabe vom 23. Februar 2024 erhob der Versicherte, vertreten durch 
Advokat B.________, substituiert durch Advokatin F.________, beim Ver-
waltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde. Er beantragt, die Verfü-
gung vom 23. Januar 2024 sei aufzuheben und die Sache sei zu ergän-

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zenden Abklärungen an die Verwaltung zurückzuweisen. Es sei ihm die 
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren unter Beiordnung von Advokat 
B.________ als amtlichen Anwalt.

Mit Beschwerdeantwort vom 8. April 2024 schliesst die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 23. Januar 2024 
(act. II 115). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 Abs. 1 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Eine Rente 
nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, solange die Möglichkeiten zur Ein-
gliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1bis und 1ter nicht ausgeschöpft sind 
(Art. 28 Abs. 1bis IVG). Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Ren-
tenanspruchs in prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. 
Bei einem Invaliditätsgrad von 50 bis 69 % entspricht der prozentuale Anteil 
dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), bei einem Invaliditätsgrad ab 
70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei 

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einem Invaliditätsgrad zwischen 40 und 49 % gelten die prozentualen An-
teile nach Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

2.2.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.2.2 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens 
nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-
spruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG.

2.3

2.3.1 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der 
Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert 
hat (vgl. Art. 87 Abs. 2 und 3 Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).

2.3.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117, I 822/06 E. 2.1).

2.3.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 

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den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 109, 8C_280/2020 E. 3.1). Unerheblich 
unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel ist nach ständiger Praxis die 
unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen 
Sachverhaltes (BGE 147 V 161 E. 4.2 S. 164, 144 I 103 E. 2.1 S. 105).

2.3.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 109, 8C_280/2020 E. 3.1).

2.3.5 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 7. August 
2023 (act. II 90) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell ge-
prüft. Folglich ist die Eintretensfrage durch das Gericht nicht zu beurteilen 
(BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Zu prüfen ist, ob zwischen dem Einspra-

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cheentscheid vom 8. August 2006 (act. II 1.6), mit welchem die Beschwer-
degegnerin die Verfügung vom 21. Februar 2005 (act. II 1.26) bestätigte 
und das Rentengesuch mangels Erfüllung der versicherungsmässigen Vor-
aussetzungen ablehnte, und der hier angefochtenen Verfügung vom 
23. Januar 2023 (act. II 115) eine wesentliche Änderung in medizinischer 
bzw. erwerblicher Hinsicht eingetreten ist, welche geeignet ist, den Invali-
ditätsgrad in anspruchsbegründender Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.3.3 
hiervor).

Nicht zu berücksichtigen ist die Verfügung vom 6. Juni 2008 (act. II 14), da 
auf die Neuanmeldung vom April 2008 (act. II 1.6) nicht eingetreten wurde 
(vgl. E. 2.3.5 hiervor).

3.2 Im MEDAS-Gutachten vom 11. Februar 2005 (act. II 1.27), einsch-
liesslich des psychiatrischen Konsiliargutachtens vom 12. Januar 2005 
(act. II 1.27/11 ff.), wurden mit Einschränkung der zumutbaren Arbeits-
fähigkeit eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) mit Angst und 
depressiven Reaktionen und ein diffuses chronisches Schmerzsyndrom der 
linken Körperseite seit 1993 (act. II 1.27/7 Ziff. 3.1) diagnostiziert. Ohne 
wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei der Status nach Sep-
tumkorrektur und Conchotomie im Juni 2000 und der Nikotinabusus 
(act. II 1.27/7 Ziff. 3.2). In der Beurteilung hielten die Gutachter fest, bei der 
somatischen Untersuchung finde sich eine normale Beweglichkeit der Wir-
belsäule und der peripheren Gelenke mit Angabe einer mässigen Druck-
empfindlichkeit der zervikothorakalen Dornfortsätze. An Verletzungszei-
chen fänden sich vier kleine streifige Narben neben dem linken Schulter-
blatt sowie hyperpigmentierte Stellen am linken Arm. Verschiedene bildge-
bende Untersuchungen würden altersgemässe Abnützungsveränderungen 
der mittleren Halswirbelsäule zeigen. Festzustellen seien verschiedene 
Zeichen für nichtorganisches Krankheitsverhalten, so nebst der diffusen 
Symptombeschreibung die hohe Schmerzbewertung, die weitgehende Er-
folglosigkeit bisheriger Behandlungen, das nicht plausible Ausmass der 
demonstrierten Behinderung im Vergleich zu den klinischen und bildgeben-
den Befunden sowie die tiefe Selbsteinschätzung der körperlichen Fähig-
keiten im PACT-Test. Die Arbeitsfähigkeit werde vordergründig durch ein 
körperlich wenig fassbares Schmerzsyndrom der linken Körperseite mit 

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vielen vegetativen Begleitbeschwerden eingeschränkt, dies seit vom Be-
schwerdeführer angegebenen Misshandlungen/Folterungen während einer 
Gefängnishaft 1990 und 1993 in …. In psychiatrischer Hinsicht führe die 
PTBS mit Angst und depressiven Reaktionen zu einer Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit von geschätzt 60-70 %. Die psychosomatischen Probleme 
mit entsprechender Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hätten schon vor 
der Einreise in die Schweiz begonnen (act. II 27/8 Ziff. 5.1).

3.3 Seit Erlass des Einspracheentscheids vom 8. August 2006 
(act. II 1.6) ist den Akten in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das 
Folgende zu entnehmen:

3.3.1 Im Verlaufsbericht vom 14. Juli 2012 (act. II 24) ging Dr. med. 
G.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, von einem statio-
nären Gesundheitszustand aus und diagnostizierte eine chronische 
Schmerzstörung mit somatischen und psychologischen Anteilen, eine 
PTSB, eine chronische Rhinosinusitis, eine chronische Bronchitis, Bron-
chiektasien und eine chronische Prostatitis (act. II 24/1 Ziff. 1 f.). Der Be-
schwerdeführer sei seit der Einreise in die Schweiz zu 100 % arbeitsun-
fähig (act. II 24/2 Ziff. 5). 

3.3.2 Im Bericht vom 29. Juli 2012 (act. II 25) gingen Dr. med. 
H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Praxisas-
sistent Dr. med. I.________ (im MedReg <www.healthreg-public.admin.ch> 
verzeichnet mit "überprüftes, nicht anerkennbares Diplom aus dem Aus-
land") von einem stationären Gesundheitszustand aus und diagnostizierten 
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwergradig depres-
sive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2) und eine an-
dauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung ausgelöst durch 
mehrfache schwere Traumatisierung (act. II 25/1 Ziff. 1 f.). Der Beschwer-
deführer sei momentan zu 100 % arbeitsunfähig (act. II 25/3 Ziff. 2).

3.3.3 Im Bericht vom 10. August 2012 (act. II 26/4) hielt 
Dr. med.  J.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Re-
gionaler Ärztlicher Dienst (RAD), fest, das Zumutbarkeitsprofil bzw. die Be-
urteilung der Arbeitsunfähigkeit von 60-70 % seien unverändert gültig.

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3.3.4 Im Bericht vom 20. Februar 2015 (act. II 36) hielt Dr. med. 
I.________ fest, der Gesundheitszustand habe sich verschlechtert; er 
nannte keine neuen Diagnosen und attestierte weiterhin eine Arbeitsun-
fähigkeit von 100 %.

3.3.5 Im Verlaufsbericht vom 22. April 2015 (act. II 41) ging Dr. med. 
K.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, von einem statio-
nären Gesundheitszustand aus und diagnostizierte eine PTBS, eine De-
pression und eine Persönlichkeitsstörung mit Integrationsschwierigkeit 
(act. II 41/1 Ziff. 1 f.). Das psychiatrische Leiden wirke sich stark auf die 
Arbeitsfähigkeit aus. Eventuell sei eine sitzende einfache Tätigkeit ohne 
körperliche Belastung möglich (act. II 41/3 Ziff. 1 f.).

3.3.6 Dr. med. I.________ gab im Bericht vom 20. Februar 2016 (act. II 
47) an, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei stationär. 

3.3.7 Im Bericht vom Dezember 2020 (act. II 70) ging die Hausärztin 
Dr. med. D.________ von einer Verschlechterung des Gesundheitszu-
stands des Beschwerdeführers aus. Sie diagnostizierte eine mässiggradige 
Schädigung des N. Ulnaris linker Arm, Schmerzen am linken Ellenbogen, 
eine chronische Rhinosinusitis sowie eine chronifizierte PTBS. Der Be-
schwerdeführer sage, er könne nicht arbeiten (act. II 70/2 Ziff. 3 und 5).

3.3.8 In der Aktenbeurteilung vom 12. Februar 2021 (act. II 77/3 f.) hielt 
der RAD-Arzt Dr. med. L.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medi-
zin, fest, nebst der bekannten chronischen Schmerzstörung und der be-
kannten komplex chronifizierten PTBS liege eine Epikondylopathia humeri 
radialis links vor, welche mittels Infiltrationen behandelt werde. Die geltend 
gemachte Verschlechterung sei nicht ausgewiesen.

3.3.9 Im Bericht vom 13. Oktober 2022 (act. II 95/12 f.) diagnostizierte 
Dr. med. M.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma-
tologie des Bewegungsapparates, Spital N.________, einen Status nach 
offener Tenotomie und Debridement der Insertion des ECRB's Ellenbogen 
links am 10. Mai 2022 bei Epicondylopathia humeri radialis links, ein Anti-
körpermangelsyndrom und chronisch rezidivierende Rhinosinusitiden. Ins-
gesamt zeige sich beim Ellenbogen links drei Monate postoperativ ein er-

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freulicher Verlauf mit noch residuellen leichten Schmerzen, die im Verlauf 
weiter regredient sein würden.

3.3.10 Im Bericht vom 22. Juni 2023 (act. II 95/6 f.) diagnostizierte PD 
Dr. med. O.________, Facharzt für Allergologie und klinische Immunologie 
sowie Allgemeine Innere Medizin, eine chronische rezidivierende Rhinosi-
nusitis, ein Antikörpermangelsyndrom, eine chronische Pharyngolaryngitis 
im Rahmen des Nikotinabusus und einen Tinnitus links. Trotz regelmässi-
ger Immunglobulinsubstitution mit jeweils 20 g Privigen alle vier Wochen 
sei die chronische Rhinosinusitis in den letzten Monaten eher stärker ge-
worden. Zu wesentlich gehäuften Infekten sei es jedoch nicht mehr ge-
kommen. Die Dosis Privigen sei auf 25 g allenfalls 30 g zu erhöhen und 
ergänzend eine HNO-ärztliche Kontrolle vorzunehmen. 

3.3.11 Ein Laborbefund vom 26. Juni 2023 (act. II 95/8) ergab einen IgG-
Wert von 6.8 (Referenzbereich 7.0-16.0).

3.3.12 Prof. Dr. med. P.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
hielt im Bericht vom 11. Juli 2023 (act. II 91) fest, der Beschwerdeführer 
leide an einem chronischen Immunglobulinmangel mit progressiver Ver-
schlechterung. Eine Wiederaufnahme von geregelter Arbeit erscheine bei 
anhaltenden rezidivierenden Infekten der Atemwege aus seiner Sicht nicht 
mehr möglich.

3.3.13 Im Bericht vom 6. August 2023 (act. II 95/4 f.) diagnostizierte 
Dr. med. Q.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates, eine aktivierte Spondylarthrose L3/L4 und 
ein Hämangiom LWK3 links. Die Symptome seien durch die Arthrose er-
klärbar. Es werde eine einwöchige Einnahme von NSAR empfohlen; zu-
sätzlich sei Physiotherapie durchzuführen. Anschliessend sollte sich die 
Situation stabilisieren. Ansonsten solle sich der Beschwerdeführer für eine 
Facetteninfiltration L3/L4 und auch L4/L5 melden.

3.3.14 Im Bericht vom September 2023 (act. II 106/2) ging die Hausärztin 
Dr. med. D.________ von einer aktivierten Spondylarthrose und einer Anal-
fissur aus und hielt bezüglich der Arbeitsfähigkeit fest, der Beschwerdefüh-
rer arbeite ohnehin nicht.

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3.3.15 Am 4. September 2023 erfolgte nach einem diagnostizierten in-
tersphinktären Abszess wahrscheinlich bei chronisch-rezidivierender Fissur 
mit kleiner Fistel ein operativer Eingriff. Im Bericht vom 7. November 2023 
(act. II 111/3) hielt Dr. med. R.________, Fachärztin für Chirurgie, fest, 
dem Beschwerdeführer gehe es acht Wochen postoperativ deutlich besser. 
Da sie intraoperativ die vermutete intersphinktäre Fistel "nicht richtig" habe 
finden können, seien sie so verblieben, dass sich der Beschwerdeführer bei 
analen Beschwerden melden werde, ansonsten sei eine Verlaufskontrolle 
in vier Monaten geplant.

3.3.16 Nach einer medizinischen Fragestellung durch die Beschwerdegeg-
nerin ging die Hausärztin Dr. med. D.________ im November 2023 (act. II 
111) wegen der aktivierten Spondylarthrose und der Analfissur von einer 
Arbeitsunfähigkeit von 30 % aus.

3.4

3.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.2 Solange keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich sind, welche die 
Glaubwürdigkeit der Atteste eines Hausarztes oder einer Hausärztin zu 
erschüttern vermöchten, ist es unzulässig, deren Angaben bei der Beweis-
würdigung unter Hinweis auf ihre Stellung und unter Berufung auf die fach-
liche Kompetenz der Ärzte und Ärztinnen einer Universitätsklinik ausser 
Acht zu lassen (Urteil des BGer 8C_278/2011 vom 26. Juli 2011 E. 5.3). In 
Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll jedoch das Gericht der Er-
fahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick 
auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2024 170

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gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; 
SVR 2015 IV Nr. 26 S. 78, 8C_616/2014 E. 5.3.3.3).

3.5 Im MEDAS-Gutachten vom 11. Februar 2005 (act. II 1.27) gingen 
die Experten von einer psychischen und psychosomatischen Problematik 
(PTBS mit Angst und depressiven Reaktionen sowie ein chronisches 
Schmerzsyndrom) aus, welche sich zwar auf die Arbeitsfähigkeit (65 % 
Arbeitsunfähigkeit) auswirke, jedoch bereits vor der Einreise des Be-
schwerdeführers in die Schweiz entstanden sei. Vorliegend sind diese wei-
terhin vom Beschwerdeführer geltend gemachten und von den behandeln-
den Ärzten erwähnten Beschwerden (act. II 24, 25, 36, 41, 47) nicht zu 
berücksichtigen. Denn die Beschwerden waren im Zeitpunkt des rechtskräf-
tigen Einspracheentscheids vom 8. August 2006 (act. II 1.6) bekannt und 
berücksichtigt worden, als die in diesem Zusammenhang beantragten Leis-
tungen wegen Nichterfüllung der versicherungsmässigen Voraussetzungen 
abgelehnt wurden (zur res iudicata vgl. BGE 149 V 169 E. 5.1 S. 171). Im 
MEDAS-Gutachten vom 11. Februar 2005 (act. II 1.27) wurde zudem ohne 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein Status nach Septumkorrektur und Con-
chotomie im Juni 2000 genannt (act. II 1.27/7 Ziff. 3.2). Mit Blick auf die 
erwähnten operativen Eingriffe ist davon auszugehen, dass bereits zu die-
sem Zeitpunkt Atemwegseinschränkungen vorlagen. Gemäss Aktenlage 
nach dem Einspracheentscheid vom 8. August 2006 (act. II 1.6) wurden 
nunmehr eine chronische Rhinosinusitis (act. II 24/1 Ziff. 1 f., 70/2 Ziff. 3, 
95/6) und ein Antikörpermangelsyndrom (act. II 95/6) bzw. ein chronischer 
Immunglobulinmangel (act. II 91) sowie eine chronische Pharyngolaryngitis 
im Rahmen des Nikotinabusus (act. II 95/6) diagnostiziert. Aufgrund des 
Antikörpermangels (act. II 91, 95/6, 95/8, 95/10) finden monatliche Privi-
gen-Infusionen statt, welche der Beschwerdeführer gut verträgt 
(act. II 95/10). Die im Bericht vom 22. Juni 2023 erwähnte verstärkte chro-
nische Rhinosinusitis kann zudem allenfalls mittels Steigerung der Dosie-
rung behandelt werden (act. II 95/6). Grundsätzlich würde sich denn auch 
nicht in einem Immunglobulinmangel Anlass für eine Arbeitsunfähigkeit 
finden, sondern in den daraus folgenden rezidivierenden Infekten der 
Atemwege. Gemäss Bericht von PD Dr. med. O.________ vom 22. Juni 
2023 (act. II 95/6) ist es jedoch nicht zu wesentlich gehäuften Infekten ge-
kommen. Es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2024 170

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dass es sei sich bei den chronisch rezidivierenden Rhinosinusitiden um 
einen im Zeitpunkt des Einspracheentscheids vom 8. August 2006 (act. II 
1.6) bereits bekannten Gesundheitsschaden handelt und dieser im Rah-
men der Abweisung wegen Nichterfüllung der versicherungsmässigen Vor-
aussetzungen berücksichtigt wurde. Auf die Einholung eines Berichts von 
Prof. Dr. med. P.________ (Beschwerde Ziff. II/3) ist deshalb zu verzichten.

3.6 Im massgebenden Zeitraum (vgl. E. 3.1 hiervor) wurden neu eine 
Spondylarthrose und eine Analfissur diagnostiziert, weshalb diesbezüglich 
ein Neuanmeldungsgrund gegeben ist bzw. eine erhebliche Änderung des 
Sachverhalts vorliegt; es erfolgt damit eine freie Prüfung (vgl. E. 2.3.4 hier-
vor). Die Spondylarthrose ist laut Bericht von Dr. med. Q.________ vom 
6. August 2023 (act. II 95/4 f.) mit NSAR und Physiotherapie, allenfalls mit 
einer Facetteninfiltration L3/L4 und L4/L5, zu behandeln, wobei letztere 
gemäss Aktenlage bisher nicht stattgefunden hat. Der behandelnde 
Dr. med. Q.________ attestierte diesbezüglich auch keine Arbeitsunfähig-
keit. Die Analfissur (act. II 106/4 f.) wurde am 4. September 2023 operiert, 
postoperativ ging es dem Beschwerdeführer danach deutlich besser 
(act. II 111/3). Die Hausärztin hat im November 2023 (act. II 111/1) im Zu-
sammenhang mit der Spondylarthrose und der Analfissur eine Arbeitsun-
fähigkeit von 30 % attestiert. Die Beschwerdegegnerin stellte darauf zu-
gunsten des Beschwerdeführers ab (vgl. E. 3.4.2 hiervor). Es ist zwar frag-
lich, ob die hier zu berücksichtigenden Gesundheitsschäden nach dem 
Dargelegten überhaupt langfristig einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
haben. Letztlich kann diese Frage jedoch offenbleiben, da sich so oder 
anders nichts am Ergebnis eines rentenausschliessenden Invaliditätsgra-
des ändert (vgl. E. 4 hiernach).

Soweit der Beschwerdeführer geltend macht (Beschwerde Ziff. II/3), 
Prof. Dr. med. P.________ habe (telefonisch) angegeben, die Einschrän-
kungen des chronischen Immunglobulinmangels mit progressiver Ver-
schlechterung, die anhaltenden rezidivierenden Infekte der Atemwege, die 
chronische Rhinosinusitis, die postoperativen Schmerzen im Ellenbogen 
und der Tinnitus würden sich mindestens mit 50 % auf die Arbeitsfähigkeit 
auswirken, ist zu bemerken, dass es sich – wie erwähnt – dabei mit Aus-
nahme der Beschwerden am Ellenbogen links und des Tinnitus um bereits 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2024 170

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bekannte Gesundheitsschäden handelt, die wegen Nichterfüllung der versi-
cherungsmässigen Voraussetzungen nicht berücksichtigt werden können 
(vgl. E. 3.5 hiervor). Was die angegebenen Beschwerden am Ellenbogen 
links betrifft, ist aktenmässig erstellt, dass im Oktober 2022 postoperativ ein 
erfreulicher Verlauf vorlag und der behandelnde Orthopäde 
Dr. med. M.________ den Fall abschloss (act. II 95/13). Es liegen keine 
Hinweise vor, dass diesbezüglich überhaupt ein Gesundheitsschaden mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliegt bzw. dass dadurch die nachfolgend 
berücksichtigte und grosszügig bemessene Arbeitsunfähigkeit von 30 % 
erhöht würde. Dies gilt auch für den von PD Dr. med. O.________ im Be-
richt vom 22. Juni 2023 (act. II 95/6) erwähnten Tinnitus links.

Nach dem Dargelegten ist nachfolgend auf der Basis einer Arbeitsunfähig-
keit von 30 % ein Einkommensvergleich vorzunehmen.

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 150 V 67 E. 4.1 
S. 69, 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222; vgl. auch Art. 25 Abs. 2 IVV).

Nach Neuanmeldung vom 7. August 2023 (act. II 90/10) hätte der Be-
schwerdeführer frühestens ab 1. Februar 2024 Anspruch auf eine Rente 
(E. 2.2.2 hiervor).

4.2 Für die Ermittlung des Einkommens ohne Invalidität (Validenein-
kommen; Art. 16 ATSG) ist entscheidend, was die versicherte Person im 
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte 
(BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325). Kann das tatsächlich erzielte Erwerbsein-
kommen nicht oder nicht hinreichend genau bestimmt werden, so wird das 
Einkommen ohne Invalidität nach statistischen Werten nach Art. 25 Abs. 3 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2024 170

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IVV für eine Person bei gleicher Ausbildung und entsprechenden berufli-
chen Verhältnissen festgelegt (Art. 26 Abs. 4 IVV).

4.3 Erzielt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität ein Er-
werbseinkommen, so wird ihr dieses als Einkommen mit Invalidität (Art. 16 
ATSG) angerechnet, sofern sie damit ihre verbliebene funktionelle Leis-
tungsfähigkeit in Bezug auf eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit bestmög-
lich verwertet (Art. 26bis Abs. 1 IVV). Liegt kein anrechenbares Erwerbsein-
kommen vor, so wird das Einkommen mit Invalidität nach statistischen Wer-
ten gemäss Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt. Bei versicherten Personen nach 
Art. 26 Abs. 6 IVV sind in Abweichung von Art. 25 Abs. 3 IVV geschlechts-
unabhängige Werte zu verwenden (Art. 26bis Abs. 2 IVV). Vom statistisch 
bestimmten Wert nach Abs. 2 werden 10 % abgezogen. Kann die versi-
cherte Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit einer funktionellen 
Leistungsfähigkeit nach Art. 49 Abs. 1bis IVV von 50 % oder weniger tätig 
sein, so werden 20 % abgezogen. Weitere Abzüge sind nicht zulässig 
(Art. 26bis Abs. 3 IVV).

4.4 Der Beschwerdeführer war nach seiner Einreise in die Schweiz in 
einem Beschäftigungsprogramm tätig; seither ist er nicht mehr erwerbstätig 
gewesen und wird – teilweise mit Unterbrüchen und seit 21. August 2020 
ohne Unterbruch – durch die Sozialhilfe unterstützt (act. II 109/4). Es ist 
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin sowohl beim Validen- 
wie beim Invalideneinkommen auf die Tabellenlöhne der LSE 2020, Tabelle 
TA1, Kompetenzniveau 1, Total, Männer, abstellte. Sind Validen- und Inva-
lideneinkommen – wie hier – ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu 
berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der 
Invaliditätsgrad (vorliegend als Zwischenergebnis) dem Grad der Arbeitsun-
fähigkeit, d.h. hier von 30 % (vgl. E. 3.6 hiervor), unter zusätzlicher Berück-
sichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (in BGE 148 V 321 
nicht publ. E. 6.2 des Urteils des BGer 8C_104/2021 vom 27. Juni 2022). 
Vorliegend ist gestützt auf Art. 26bis Abs. 3 IVV ein Abzug von 10 % vorzu-
nehmen, weshalb ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 37 % 
([70 / 100 x 10] + 30) resultiert.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2024 170

-17-

4.5 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 23. Ja-
nuar 2024 (act. II 115) nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzu-
weisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt.

5.2 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Auf 
Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von den Kos-
ten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, wenn die 
Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren 
nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzungen kann 
überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet werden, 
wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtfertigen 
(Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 
S. 61, 9C_432/2010 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 21, 8C_22/2010 E. 6.1).

Da die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers aufgrund des aktuellen Sozial-
hilfebudgets erstellt ist (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 4), dieser 
Prozess nicht zum vornherein als aussichtslos erscheint und die anwaltli-
che Verbeiständung geboten ist, sind die Voraussetzungen für die Erteilung 
des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege erfüllt. Das entsprechende Ge-
such des Beschwerdeführers ist somit gutzuheissen und es ist Advokat 
B.________ als amtlicher Anwalt beizuordnen.

5.3 Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege ist der Be-
schwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2024 170

-18-

der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; 
SR 272) – von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrenskosten von 
Fr. 800.-- befreit.

5.4 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

5.5 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 18. April 2024 macht Advokat B.________ bzw. die 
Substitutin Advokatin F.________ ein Honorar von Fr. 1'083.34 (5.42 Stun-
den à Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen für Kopien von Fr. 39.-- (26 Stück à 
Fr. 1.50) und für Porto von Fr. 12.80 sowie Mehrwertsteuer von Fr. 91.95 
(8.1 %), total Fr. 1'227.10 geltend, was grundsätzlich nicht zu beanstanden 
ist, weshalb der tarifmässige Parteikostenersatz auf Fr. 1'227.10 (inkl. Aus-
lagen und Mehrwertsteuer) festzulegen ist. 

Bei der Ermittlung des amtlichen Honorars und der Aufwendungen erwei-
sen sich die Kosten für die Kopien von Fr. 1.50 pro Stück allerdings als zu 
hoch; diese sind auf Fr. 0.40 pro Stück zu kürzen (vgl. Kreisschreiben 
Nr. 15 des Obergerichts, Ziff. 3.4 Bst. b; [<kreisschreiben-nr.15-amtlich-
bestellte-anwaelte.pdf>]), was Fr. 10.40 (26 x 0.40) ergibt. Damit ist das 
amtliche Honorar auf Fr. 1'083.35, Kopien von Fr. 10.40 und Porto von 
Fr. 12.80 sowie Mehrwertsteuer von Fr. 89.65 (8.1 % auf Fr. 1'106.55), total 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. April 2025, IV 200 2024 170

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Fr. 1'196.20 festzusetzen und nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils 
aus der Gerichtskasse zu vergüten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungs-
pflicht nach Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Ad-
vokat B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 1'227.10 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Advokat B.________ nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1'196.20 festgesetzte 
Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Advokat B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.