# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31da99c4-9598-5e30-b885-f20deb9342ee
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.03.2015 200 2014 1123
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1123_2015-03-02.pdf

## Full Text

200 14 1123 IV
GRD/PRN/JAA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. März 2015

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. Oktober 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2015, IV/14/1123, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1968 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
wurde am 28. Januar 2010 durch die Krankenkasse C.________ unter 
Hinweis auf eine Rückenoperation im August (richtig: September) 2009 bei 
der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zur Früherfassung ge-
meldet (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). Am 1. März 2010 meldete 
sich die Versicherte bei der IVB zum Leistungsbezug an (AB 5). In der Fol-
ge holte die IVB diverse erwerbliche und medizinische Unterlagen - insbe-
sondere eine Begutachtung durch Dr. med. D.________, Fachärztin für 
Neurochirurgie, und Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie (AB 55.2; vgl. Gutachten vom 24. November 2011 [AB 50] 
und 19. Januar 2012 [AB 55.1]) - ein. Nach Besprechungen im Eingliede-
rungsmanagement (AB 56) und Aufforderung zur Mitwirkung (AB 60) ge-
währte die IVB am 17. Januar 2013 Kostengutsprache für ein Belastbar-
keitstraining (AB 66). Zufolge Arbeitsunfähigkeitsatteste der behandelnden 
Ärzte fand das Belastbarkeitstraining nicht statt und wurden die beruflichen 
Massnahmen mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 19. Februar 
2014 abgeschlossen (AB 80). Mit Vorbescheid vom 11. Februar 2014 stell-
te die IVB die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (AB 79). 

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
mit Eingabe vom 28. März 2014 Einwand (AB 84). Daraufhin holte die IVB 
einen Bericht von Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin FMH, vom 4. April 2014 (AB 86) sowie Berichte des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 29. April und 21. Mai 2014 ein (AB 88, S. 2; 
92, S. 2) und veranlasste ein Verlaufsgutachten von Dr. med. E.________ 
vom 12. September 2014 (AB 95.1, vgl. auch AB 93). Nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren (AB 97 f.) verfügte die IVB am 27. Oktober 2014 bei 
einem Invaliditätsgrad von 15% die Abweisung des Leistungsbegehrens 
(AB 100).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2015, IV/14/1123, Seite 3

B.

Dagegen erhob die Versicherte, weiterhin vertreten durch Fürsprecher 
B.________, mit Eingabe vom 24. November 2014 beim Verwaltungsge-
richt des Kantons Bern Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Bern des Kantons Bern vom 27. Okto-
ber 2014 sei aufzuheben.

2. Die IV-Stelle des Kantons Bern sei anzuweisen, weitere medizini-
sche Abklärungen durchführen zu lassen.

3. Der Beschwerdeführerin sei das Recht zur unentgeltlichen Rechts-
pflege zu erteilen und ihr der Unterzeichnende als amtlicher Anwalt 
beizuordnen.

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Zur Begründung liess sie im Wesentlichen vorbringen, sie sei während der 
Untersuchung durch Dr. med. D.________ beschimpft worden, weshalb 
nicht auf deren Beurteilung im neurochirurgischen Gutachten vom 24. No-
vember 2011 abgestellt werden könne. Zudem habe sich der gesundheitli-
che Zustand der Beschwerdeführerin verschlechtert, weshalb eine neue 
neurochirurgische, eventuell interdisziplinäre Begutachtung durchzuführen 
sei. Schliesslich wurde das dem Einkommensvergleich zugrundeliegende 
Zumutbarkeitsprofil gerügt. Mit Eingabe vom 3. Dezember 2014 reichte die 
Beschwerdeführerin weitere Unterlagen zu den Akten.

In der Beschwerdeantwort vom 19. Dezember 2014 beantragte die IVB die 
Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 23. Dezember 2014 wies der Instrukti-
onsrichter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Fürsprecher B.________ als amtlicher Anwalt ab.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2015, IV/14/1123, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 27. Oktober 2014 
(AB 100). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2015, IV/14/1123, Seite 5

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch einer an-
haltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine fachärztlich 
(psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkann-
ten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282). Wie 
jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes auch eine dia-
gnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche noch kei-
ne Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme 
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstren-
gung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewälti-
gung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den 
Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann 
nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressour-
cen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Ein-
zelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststel-
lung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung 
und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chroni-
sche körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2015, IV/14/1123, Seite 6

Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne 
länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des 
Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innersee-
lischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden 
Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); 
das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder statio-
nären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) 
trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser Kriteri-
en zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstel-
len, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraussetzungen für eine zu-
mutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67, 136 
V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354). 
Diese für alle Versicherten in gleicher Weise geltende Gerichtspraxis ist 
weder menschenrechtswidrig noch diskriminierend (SVR 2008 IV Nr. 62 
S. 204 E. 4.2) noch basiert sie – mit Blick auf die rechtliche Natur des Krite-
rienkataloges – auf medizinwissenschaftlich unhaltbaren Annahmen (SVR 
2012 IV Nr. 32 S. 128 E. 2.3 - 2.5; vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.1 ff. S. 550).

Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar vom 
medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche äus-
seren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne des 
Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff selber 
klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisierenden) 
Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsunfähigkeit 
unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, welche durch 
soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belastung wieder 
verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann einer fach-
gerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisierende Cha-
rakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psychosoziale 
Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psychosoziale 
und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und 
das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine 
fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden 
sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Nur 
wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren einen derart 
verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder seine – 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2015, IV/14/1123, Seite 7

unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen 
verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken 
(BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In die-
sem Sinn werden Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psy-
chisch manifestierenden Störungen und der sozialen Umwelt berücksich-
tigt, wenn auch bedeutend weniger stark als nach dem in der Medizin ver-
breiteten bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 
204 E. 4.2).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2015, IV/14/1123, Seite 8

(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
beziehungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten 
oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzu-
legen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. ge-
mischte Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand sowie zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

3.1.1 Dr. med. D.________ diagnostizierte im neurochirurgischen Gutach-
ten vom 24. November 2011 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein 
chronifiziertes thorakolumbales und lumboischialgiefor-
mes/lumbofemoralgieformes Schmerzsyndrom beidseits, aktuell linksbetont 
mit/bei BWS- und LWS-Fehlform/-haltung, degenerativen BWS- und LWS-
Veränderungen, Status nach mikrotechnischer Dekompression Nervenwur-
zel L5 links foraminal im November 2007 und Status nach ventraler De-
kompression L5/S1 und eine Anterior Lumbar Interbody Fusion (ALIF) 
L5/S1 mit Cobra-Cage im September 2009 (AB 50, S. 25).

Dr. med. E.________ stellte im versicherungspsychiatrischen Gutachten 
vom 19. Januar 2012 keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit. Es liege keine krankheitswertige psychische Störung vor (AB 
55.1, S. 18). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2015, IV/14/1123, Seite 9

In der interdisziplinären Beurteilung führten die Dres. med. D.________ 
und E.________ aus, körperlich leichte bis mittelschwere (der Anteil der 
mittelschweren Arbeit sei auf 50% begrenzt) konsequent wechselbelasten-
de Tätigkeiten seien in einem zeitlichen Rahmen von 8.5 Stunden pro Tag 
an fünf Tagen pro Woche zumutbar. Dabei bestehe eine 10% bis maximal 
20% verminderte Leistungsfähigkeit (AB 55.2, S. 2 f.). Aus psychiatrischer 
Sicht seien keine Anforderungen an ein spezifisches Arbeitsplatz-
/Belastungsprofil zu formulieren. Ausgeschlossen seien körperlich schwere 
und häufig/überwiegend sowie ständig körperlich mittelschwere Tätigkeiten, 
die Wirbelsäule statisch belastende Tätigkeiten, Tätigkeiten mit Haltungs- 
und Positionsmonotonien der Wirbelsäule, Tätigkeiten in Zwangshaltung 
der LWS, insbesondere vorn übergeneigte Tätigkeiten und Tätigkeiten mit 
repetitiven Rotationsbewegungen der LWS. Das Heben, Tragen und Be-
wegen von Lasten sei mit 10 kg limitiert. Die bisherige Tätigkeit als ... sei 
nicht mehr zumutbar (AB 55.2, S. 3).

3.1.2 Im Bericht vom 4. Februar 2014 diagnostizierten die Ärzte des Zen-
trums G.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein globalisiertes 
lumbosakrales Schmerzsyndrom mit/bei einem Status nach ALIF L5/S1 im 
September 2009 und einen Status nach mehrmaliger Infiltration sowie ei-
nen Status nach psychosomatischer Abklärung und Rehabilitationsaufent-
halt in der Klinik H.________ (vgl. AB 33, S. 8 ff.; AB 86, S. 4). In Anbe-
tracht der Gesamtsituation sei von einer ausgeprägten psychosomatischen 
Komponente auszugehen. Die Schmerzen hätten sich chronifiziert (AB 86, 
S. 5; vgl. auch AB 75 f.).

3.1.3 Dr. med. F.________ gab im Bericht vom 4. April 2014 an, der Ge-
sundheitszustand habe sich verschlechtert. Er diagnostizierte ein chronifi-
ziertes Schmerzsyndrom der LWS. Die Schmerzen seien progredient 
(AB 86, S. 1). Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Zumutbar 
wäre eine leichte Tätigkeit im Sitzen (AB 86, S. 3).

3.1.4 Im psychiatrischen Verlaufsgutachten vom 12. September 2014 
diagnostizierte Dr. med. E.________ (weiterhin) keine krankheitswertige 
psychische Störung (AB 95.1, S. 15) und bestätigte die von ihm attestierte 
100%-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit (AB 95.1, 
S. 18 f.). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2015, IV/14/1123, Seite 10

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3

3.3.1 Das neurochirurgische Gutachten von Dr. med. D.________ vom 
24. November 2011 erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung 
an den Beweiswert eines Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 
hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 
E. 3b/bb S. 353). Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eige-
nen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berück-
sichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführun-
gen in der Beurteilung der neurochirurgischen Zusammenhänge sind ein-
leuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand und zur Arbeitsfähigkeit werden nachvollziehbar begründet.

Das Vorbringen der Beschwerdeführerin betreffend den Beweiswert des 
Gutachtens (Beschwerde, S. 3) vermag daran nichts zu ändern. Zum Vor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2015, IV/14/1123, Seite 11

wurf, Dr. med. D.________ habe die Beschwerdeführerin anlässlich der 
Untersuchung vom 7. November 2011 mehrfach beschimpft („Du Schlam-
pe,…; hast dir wohl nicht die Füsse gewaschen…, …es gibt hier eh keine 
Invalidenrente, …etc.“, AB 51, S. 3), ist festzustellen, dass dem Gutachten 
diesbezüglich keinerlei Anhaltspunkte entnommen werden können. Im 
Schreiben vom 5. Dezember 2011 wies die Gutachterin die Behauptungen 
der Beschwerdeführerin als unwahr zurück. Sie habe lediglich nachgefragt, 
wann die Füsse das letzte Mal gewaschen worden seien. Eine allfällige 
Rentenproblematik werde, da nicht zulässig, grundsätzlich und so auch im 
vorliegenden Fall nicht thematisiert. Die Untersuchung sei korrekt durchge-
führt worden (AB 51, S. 2). Es bestehen keinerlei Anzeichen, dass die Gut-
achterin sich bei ihrer Beurteilung von unsachlichen Argumenten hätte lei-
ten lassen.

Dr. med. D.________ führt schlüssig und nachvollziehbar aus, dass die 
Beschwerdeführerin an einer bewegungs- und belastungsverstärkten chro-
nischen thorakolumbalen sowie lumboischialgieformen/lumbofemoralgie-
formen Schmerzsymptomatik beidseits, aktuell links betont, leidet. Die bis-
herige Tätigkeit als ... ist nicht mehr zumutbar (AB 50, S. 29). Angepasste 
Tätigkeiten sind 8.5 Stunden pro Tag an fünf Tagen der Woche zumutbar, 
wobei eine verminderte Leistungsfähigkeit von 10% bis maximal 20% be-
steht (AB 50, S. 31).

Diese Beurteilung stimmt denn auch mit der Einschätzung der Ärzte des 
Zentrums G.________ vom 4. Februar 2014 überein, welche ein globali-
siertes lumbosakrales Schmerzsyndrom diagnostizierten (AB 86, S. 4). 
Hinsichtlich der Schmerzen gehen sie von einer ausgeprägten psychoso-
matischen - und damit invaliditätsfremden (vgl. E. 2.3 hiervor) - Komponen-
te aus (AB 86, S. 5; vgl. auch E. 3.3.2 hiernach). Schliesslich ist auch 
gemäss dem Hausarzt Dr. med. F.________ eine angepasste, leichte 
Tätigkeit zumutbar (AB 86, S. 3).

3.3.2 Aus psychiatrischer Sicht führt Dr. med. E.________ im Gutachten 
vom 19. Januar 2012 wie auch im Verlaufsgutachten vom 12. September 
2014 überzeugend aus (vgl. E. 3.2 hiervor), dass keine eigenständige psy-
chische Störung diagnostiziert werden kann (AB 55.1, S. 18; 95.1, S. 15) 
und eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit besteht (AB 55.1, S. 27; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. März 2015, IV/14/1123, Seite 12

95.1, S. 15). Bereits anlässlich der Untersuchung im November 2011 führte 
der Gutachter schlüssig aus, dass die vordiagnostizierte mittelschwere de-
pressive Episode (vgl. AB 33, S. 8 und 14) nicht nachvollziehbar ist 
(AB 55.1, S. 18, 20 ff.). Auch im August 2014 wurden vom Gutachter - ne-
ben womöglich somatischen Faktoren - psychosoziale Ursachen (Migrati-
onshintergrund, familiäre Situation) erwähnt, welche zu Recht als über-
windbar angesehen werden (AB 95.1, S. 17, vgl. auch E. 2.3 hiervor).

3.4 Nach dem Gesagten ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin in 
einer angepassten, körperlich leichten bis mittelschweren, konsequent 
wechselbelastenden Tätigkeit in einem zeitlichen Rahmen von 8.5 Stunden 
pro Tag an fünf Tagen die Woche bei einer verminderten Leistungsfähigkeit 
von 10% bis maximal 20% arbeits- und leistungsfähig ist (vgl. AB 55.2).

Da der medizinische Sachverhalt hinreichend abgeklärt ist, kann im Rah-
men der antizipierten Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 E. 1d S. 162) auf 
weitere Beweismassnahmen verzichtet werden.

4.

4.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG). Ob 
eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder 
als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer ande-
ren Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betäti-
gungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prüfung, 
was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine ge-
sundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 
E. 3.3 S. 508). Bei einer im Haushalt tätigen versicherten Person im Be-
sonderen entscheidet sich die Frage, ob sie als ganztägig oder zeitweilig 
Erwerbstätige zu betrachten ist, nicht danach, ob sie vor ihrer Heirat er-

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werbstätig war oder nicht. Es ist vielmehr zu prüfen, ob sie im Gesundheits-
fall mit Rücksicht auf die gesamten Umstände vorwiegend erwerbstätig 
oder im Haushalt beschäftigt wäre. Nebst den finanziellen Verhältnissen 
sind sämtliche weiteren Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichti-
gen, wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kin-
dern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die 
persönlichen Neigungen und Begabungen der versicherten Person (BGE 
137 V 334 E. 3.2 S. 338, 125 V 146 E. 2c S. 150; AHI 1997 S. 289 E. 2b). 
Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten Per-
son nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen (BGE 
117 V 194 E. 3b S. 195).

Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 
27. Oktober 2014 (AB 100) davon aus, dass die Beschwerdeführerin im 
Gesundheitsfall zu 100% erwerbstätig wäre und berechnete den Invali-
ditätsgrad entsprechend der allgemeinen Methode des Einkommensver-
gleichs. Gestützt auf die Akten ist jedoch ersichtlich, dass sie nie und ins-
besondere auch nicht vor dem Eintritt ihrer gesundheitlichen Probleme im 
August 2009 einer 100%-igen Tätigkeit nachgegangen war (vgl. AB 12 f. 
sowie auch E. 4.3 hiernach). Insofern ist fraglich, ob die Invaliditätsbemes-
sung nicht anhand der gemischten Methode erfolgen müsste. Die Frage 
des Status muss jedoch nicht abschliessend geklärt werden, da selbst bei 
der für die Beschwerdeführerin günstigeren Variante der Invaliditätsbemes-
sung nach der allgemeinen Methode (vgl. E. 2.4 hiervor) kein Anspruch auf 
eine Invalidenrente besteht (vgl. E. 4.4 hiernach).

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

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Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn 
abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur 
unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenen-
falls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden 
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht {BGer}] vom 30. Oktober 2002, 
I 517/02, E. 1.2).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV 
Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beein-
trächtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert 
sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren 
Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit 
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand 
ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 
322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in wel-
chem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen 
persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab 
(leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufent-
haltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale 
auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamt-
haft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu be-
grenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 
2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

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4.3 Der frühest mögliche Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der 
attestierten Arbeitsunfähigkeit (von mindestens 40% ohne wesentlichen 
Unterbruch) seit dem 29. August 2009 (AB 2.1) sowie der Anmeldung zum 
Leistungsbezug vom 1. März 2010 (AB 5) der 1. September 2010 (Art. 29 
Abs. 1 IVG). Auf diesen Zeitpunkt hin ist der Einkommensvergleich vorzu-
nehmen.

4.4 Die Beschwerdeführerin arbeitete zuletzt seit März 2008 als ... in 
einem ... (AB 13). Diese Tätigkeit konnte die Beschwerdeführerin aus ge-
sundheitlichen Gründen ab September 2009 nicht mehr ausüben. Es ist 
somit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall 
immer noch dort arbeiten würde. Dem Fragebogen Arbeitgeber vom 
23. April 2010 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin in einem 
Pensum von ca. 15% angestellt war. Zusätzlich war sie in einem offensicht-
lich ebenfalls geringen Umfang für I.________ tätig (AB 12, S. 3). Weitere 
Abklärungen können auch hierzu unterbleiben, denn selbst wenn das Vali-
deneinkommen - zu Gunsten der Beschwerdeführerin - gestützt auf den 
Tabellenlohn ermittelt wird, resultiert kein Anspruch auf eine Rente. Dabei 
ist auf die LSE 2010, TA1, Niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten), 
Frauen, Total, abzustellen (vgl. E. 4.2.1 hiervor). Für das Invalideneinkom-
men ist ebenfalls dieser Wert heranzuziehen, da damit zumutbare Ver-
weistätigkeiten abgebildet werden (vgl. E. 3.4 hiervor). Sind Validen- und 
Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen, 
erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditäts-
grad im erwerblichen Bereich dem Grad der Arbeitsunfähigkeit - hier maxi-
mal 15%.

Da den medizinischen Einschränkungen bereits mit der reduzierten Leis-
tungsfähigkeit Rechnung getragen wird, ist ein behinderungsbedingter Ab-
zug nicht vorzunehmen (Entscheid des BGer vom 5. Juli 2011, 
8C_261/2011, E. 7.3). Weiter ist festzustellen, dass auch keine invaliditäts-
fremden Gründe für einen Abzug vom Tabellenlohn vorliegen (seit 1999 in 
der Schweiz, Ausweis Kategorie F, gut integriert, im hier massgebenden 
Zeitpunkt 42 Jahre alt).

Nach dem Gesagten resultiert ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad 
von 15% (vgl. E. 2.3 hiervor).

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Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens und die Be-
schwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Ein Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht nicht (Umkehr-
schluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.