# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c8820a54-ccf2-58b0-9b39-5b04f91daeb2
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-10
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 10.07.2020 I 2020 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2020-30_2020-07-10.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2020 30

Entscheid vom 10. Juli 2020 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

B.________ AG,
Vorinstanz,

Gegenstand Unfallversicherung (Unfall Art. 4 ATSG; Listendiagnose Art. 6 Abs. 2 
UVG)

2

Sachverhalt:

A. Mit Meldung vom 26. Oktober 2018 wurde die B.________ AG (nachfol-
gend B.________) über einen Bagatellunfall vom 23. August 2018 von 
A.________ (Jg. 1967) informiert. Sie war zu diesem Zeitpunkt bei C.________ 
angestellt und dadurch bei B.________ obligatorisch unfallversichert. Gemäss 
Bagatellunfall-Meldung verletzte sie sich an der rechten Schulter und beklagte 
Schmerzen in der Schulter. Zu einer Arbeitsunfähigkeit führte dies nicht (Vi-act. 
2).

Am 12. November 2018 bestätigte B.________ den Eingang der Bagatellunfall-
meldung. Man werde die gesetzlichen Leistungen ohne weitere Deckungsprü-
fung erbringen, behalte sich indes bei Komplikationen oder einer längerdauern-
den Arbeitsunfähigkeit eine Überprüfung des Entscheides vor (Vi-act. 4).

B. A.________ informierte B.________ am 20. Dezember 2018 über persistie-
rende Schmerzen und ersuchte daher um Kostengutsprache für eine Zweitmei-
nung bei einem Facharzt für orthopädische Chirurgie (Vi-act. 13). Am 16. Januar 
2019 reichte die Arbeitgeberin der B.________ eine Schadenmeldung bezogen 
auf dasselbe Ereignis ein. Seit dem 10. Januar 2019 bestehe eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit (Vi-act. 20). In der Folge leitete B.________ vertiefte Ab-
klärungen ein (Vi-act. 23). Mit Verfügung vom 8. März 2019 stellte B.________ 
die Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung per 5. Oktober 2018 
ein; auf die Rückforderung zu viel erbrachter Heilungskosten wurde verzichtet 
(Vi-act. 48). Hiergegen liess A.________ am 18. März 2019 Einsprache erheben; 
am 25. März 2019 erhob ebenso ihre Krankenversicherung Einsprache. 
A.________ ergänzte ihre Einsprache am 8. April 2019; die Krankenversicherung 
zog ihre am 9. April 2019 zurück (Vi-act. 59, 61, 68 und 70). 

C. Nach weiteren Abklärungen erkannte B.________ mit Einspracheentscheid 
vom 3. März 2020 (Bf-act. 1):

1. Für das Ereignis vom 23.8.2018 werden aus dem UVG keine Leistungen er-
bracht.

2. Auf die Rückforderung bereits erbrachter Leistungen wird verzichtet.

3. Sofern der Beschwerde nach kantonalem Verfahrensrecht aufschiebende Wir-
kung zukommt, wird diese entzogen.

4. - 6. Kosten- und Entschädigungsfolgen sowie Zustellung.

D. Gegen den Einspracheentscheid vom 3. März 2020 erhebt A.________ am 
14. April 2020 beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz (unter Berücksich-
tigung des Fristenstillstandes) fristgerecht Beschwerde mit den Anträgen:

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1. Es sei die Verfügung vom 08. März 2019 aufzuheben.

2. Es seien der Beschwerdeführerin die vollen Leistungen aus der Unfallversi-
cherung auszurichten.

3. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme von weiteren Abklärungen und an-
schliessender Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

4. Subeventualiter sei ein Gerichtsgutachten zu veranlassen.

5. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegeg-
nerin.

E. Mit Vernehmlassung vom 4. Mai 2020 beantragt die Vorinstanz die Abwei-
sung der Beschwerde. Am 26. Mai 2020 repliziert die Beschwerdeführerin. Die 
Vorinstanz informiert das Gericht am 10. Juni 2020 über ihren Verzicht, eine Du-
plik einzureichen.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Nach Eingang der Meldung vom 26. Oktober 2018 betreffend Bagatellunfall 
vom 23. August 2018 erbrachte die Vorinstanz Versicherungsleistungen ohne 
weitere Prüfung ihrer Leistungspflicht (Vi-act. 10). Abklärungen tätigte sie erst 
nach Eingang der Schadenmeldung UVG vom 16. Januar 2019 mit Meldung ei-
ner vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab 10. Januar 2019 (Vi-act. 20). 

Mit Verfügung vom 8. März 2019 anerkannte die Vorinstanz ihre Leistungspflicht 
(das beschuldigte Unfallereignis sei geeignet gewesen, im Rahmen einer mögli-
cherweise erlittenen Zerrung des Schultergelenkes eine vorübergehende Ein-
schränkung/Erkrankung von 6 Wochen zu begründen), stellte die Leistungen je-
doch per 5. Oktober 2018 ein (die Beschwerden seien seit dem 5.10.2018 nicht 
mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das gemeldete Ereignis zurück-
zuführen) (Vi-act. 48). 

Aufgrund der im Rahmen des Einspracheverfahrens getätigten ergänzenden Ab-
klärungen erkannte die Vorinstanz mit Einspracheentscheid vom 3. März 2020, 
es habe gar nie eine Leistungspflicht bestanden. Weder liege ein Unfall noch ei-
ne Leistungspflicht aus unfallähnlicher Körperschädigung, einer Listendiagnose 
gemäss Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 
832.20) vom 20. März 1981 vor. Auf die Rückforderung bereits erbrachter Leis-
tungen wurde verzichtet (Bf-act. 1).

Nachdem die Beschwerdeführerin sowohl einen Unfall geltend macht als auch 
rügt, es liege ein Sehnenriss und damit eine Listendiagnose vor, gilt es nachfol-
gend zu prüfen, ob die Vorinstanz ihre Leistungspflicht zu Recht verneint hat.

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2. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das 
Gesetz nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgeset-
zes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) 
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen 
äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der 
körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. 

2.1.1 Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Unge-
wöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen 
selbst. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er - nach einem objektiven 
Massstab - nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebens-
bereich alltäglich und üblich ist (BGE 142 V 219 Erw. 4.3.1). Der äussere Faktor 
ist zentrales Begriffscharakteristikum eines jeden Unfallereignisses; er ist Ge-
genstück zur - den Krankheitsbegriff konstituierenden - inneren Ursache. Das 
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit wurde entwickelt, um die "tausendfältigen 
kleinen und kleinsten Insulte des täglichen Lebens, die als solche gänzlich un-
kontrollierbar sind und deshalb nur beim Hinzutreten von etwas Besonderem 
Berücksichtigung finden sollen", aus dem Unfallbegriff auszuscheiden (BGE 134 
V 72 Erw. 4.1.1). Das Merkmal des Ungewöhnlichen macht den alltäglichen Vor-
gang zum einmaligen Vorfall. Nach der Rechtsprechung kann das Merkmal des 
ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 
1999 S. 199 Erw. 3c/aa und S. 422 Erw. 2b) oder in einer (im Hinblick auf die 
Konstitution und berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden 
Person) ausserordentlichen Überanstrengung (vgl. BGE 116 V 139 Erw. 3b; 
RKUV 1994, S. 38 Erw. 2) bestehen. Bei Körperbewegungen ist das Merkmal der 
Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand wie 
Ausgleiten, Stolpern oder Abwehren eines Sturzes den natürlichen Ablauf einer 
Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat (Urteil BGer 
8C_282/2017 vom 22.8.2017 Erw. 3.1.2; vgl. Rumo-Jungo, Rechtsprechung des 
Bundesgerichts zum UVG, 3. Aufl., S. 27). Hingegen taugen Einwirkungen, die 
aus alltäglichen Vorgängen resultieren, in aller Regel nicht als Ursache einer Ge-
sundheitsschädigung (Urteil BGer 8C_842/2018 vom 6.5.2019 Erw. 3.3.1). Unfall 
setzt vielmehr begrifflich voraus, dass das exogene Element so ungewöhnlich ist, 
dass eine endogene Verursachung ausser Betracht fällt (vgl. zum Ganzen Urteil 
BGer 8C_842/2018 vom 6.5.2019 Erw. 3.3.1 m.w.H. u.a. auf BGE 134 V 72 Erw. 
4.1).

2.1.2 Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der den Anspruch 
erhebenden Person zu beweisen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem 

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sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Be-
stehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, 
besteht keine Leistungspflicht der Unfallversicherung. Im Streitfall obliegt es dem 
Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt 
sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die 
notwendigen Beweise zu erheben. Wird auf Grund dieser Massnahmen das Vor-
liegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt 
(die blosse Möglichkeit genügt nicht), so hat dieses als unbewiesen zu gelten, 
was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (vgl. Urteil 
BGer 8C_696/2013 vom 14.11.2013 Erw. 2 mit Hinweisen auf BGE 116 V 140). 

2.1.3 Bei sich widersprechenden Angaben des Versicherten über den Unfallher-
gang ist auf die Beweismaxime hinzuweisen, wonach die sogenannten sponta-
nen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger 
sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen 
Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können. 
Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Laufe der Zeit wechselt, kommt 
den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, daher meistens grösse-
res Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versi-
cherers (BGE 121 V 45 Erw. 2a; Urteil BGer 8C_139/2019 vom 18.6.2019 Erw. 
3.2.2). Der Grundsatz, wonach die ersten Aussagen nach einem schädigenden 
Ereignis in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstel-
lungen, stellt eine im Rahmen freier Beweiswürdigung zu berücksichtigende Ent-
scheidungshilfe dar. Sie kann nur zur Anwendung gelangen, wenn von zusätzli-
chen Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteile BGer 
8C_225/2019 vom 20.8.2019 Erw. 3.3; 8C_622/2017 vom 16.4.2018 Erw. 2.1; 
BGE 121 V 45 Erw. 2a mit Hinweisen).

2.2 Betreffend Ereignis vom 23. August 2018 ergibt sich aus den Akten:

2.2.1 Am 29. Oktober 2018 reicht die Beschwerdeführerin eine von ihr selbst am 
26. Oktober 2018 ausgestellte Bagatellunfall-Meldung UVG ein (Vi-act. 2). Darin 
schildert sie den Sachverhalt vom 23. August 2018, 18.00 Uhr, wie folgt:

Nach dem Baden im See zog ich mich beim Ausstieg mit einer Hand/Arm an einem 
Seil hoch. Völlig unerwartet und genau in dem Moment verspürte ich einen ste-
chenden Schmerz in der Schulter. 

2.2.2 In der Schadenmeldung vom 16. Januar 2019 wurde derselbe Sachverhalt 
wiedergegeben mit einer einzigen Konkretisierung (kursiv, nicht im Original; Vi-
act. 20):

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Nach dem Baden im See zog ich mich beim Ausstieg mit einer Hand/Arm an einem 
Seil hoch. Völlig unerwartet und genau in dem Moment beim Hochziehen verspürte 
ich einen stechenden Schmerz in der Schulter. 

2.2.3 In dem am 29. Januar 2019 ausgefüllten Fragebogen beschrieb die Be-
schwerdeführerin den Sachverhalt zuhanden der Vorinstanz wie folgt (Vi-act. 34):

Nach dem Baden im See zog ich mich beim Ausstieg mit dem rechten Arm/Hand 
an einem Seil hoch, rutschte auf der untersten Stufe aus, hielt mich aber mit dem 
ausgestreckten Arm weiterhin am Seil fest und zog mich dann ruckartig mit dem 
rechten Arm hoch. Genau in dem Moment beim abrupten Hochziehen verspürte 
ich einen stechenden Schmerz in der rechten Schulter.

2.2.4 Der die Beschwerdeführerin am 25. Oktober 2018 erstbehandelnde Arzt 
Dr.med. D.________ (Facharzt für Innere Medizin) meldete der Vorinstanz den 
ihm von der Beschwerdeführerin geschilderten Sachverhalt am 4. Februar 2019 
wie folgt (Vi-act. 32, 38):

Die Patientin war im August im See schwimmen und hatte versucht, sich von einer 
Schwimmplattform aus mit dem rechten Arm auf ein Boot hochzuziehen. Dabei 
habe sie einen plötzlichen Schmerz im Bereich der rechten Schulter verspürt. 
Zunächst Schmerzen beim Schürzengriff, Abduktion und Elevation, im Verlauf 
dann Ausbildung einer Frozen Shoulder.

2.2.5 Dr.med. E.________ (FMH Orthopädische Chirurgie), welche die Be-
schwerdeführerin am 10. Dezember 2018 einmalig beurteilt hat, berichtete der 
Vorinstanz zum Sachverhalt folgendes (Vi-act. 73):

Soweit mir bekannt, hat sie beim sich selbst aus dem Wasser in ein Segelboot zie-
hen am rechten Arm einen starken Schmerz verspürt.

2.2.6 Ab Januar 2019 war die Beschwerdeführerin in der J.________ (Klinik) in 
Behandlung. Weiterführende Ausführungen zum genannten Ereignis finden sich 
in den Sprechstundenberichten nicht. Im Bericht zur Konsultation vom 15. Januar 
2019 wird anamnestisch eine erlittene Schulterkontusion letzten Jahres 
(23.8.2018) festgehalten (Vi-act. 40). Auch in einem Schreiben vom 13. Juni 
2019 an die Beschwerdeführerin wurde eine Schulterkontusion rechts am 23. 
August 2018 als Beschwerdeursache erwähnt (Bf-act. 7) und in einem weiteren 
an sie gerichteten Schreiben vom 13. März 2020 (Bf-act. 4) führte Prof.em. 
Dr.med. F.________ (Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates) aus, die Beschwerdeführerin habe sich im Januar 2019 
erstmalig in seiner Sprechstunde vorgestellt "nach einem Schultertrauma (Distor-
sion - Kontusion) im August 2018".

2.3.1 In der Verfügung vom 8. März 2019 gab die Vorinstanz sachverhaltsmässig 
sowohl den Beschrieb in der Bagatellunfallmeldung (vgl. oben Erw. 2.2.1) als 

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auch jenen des Fragebogens (vgl. oben Erw. 2.2.3) wieder ohne weiter darauf 
einzugehen. Sie anerkannte ihre Leistungspflicht u.a. mit der Begründung, das 
Unfallereignis sei geeignet gewesen, im Rahmen einer möglicherweise erlittenen 
Zerrung des Schultergelenkes eine vorübergehende Einschränkung/Erkrankung 
für 6 Wochen zu begründen (Vi-act. 48). Mithin ging die Vorinstanz von einem 
Ereignis aus, welches die Voraussetzungen eines Unfalles gemäss Art. 4 ATSG 
erfüllte. 

Dem entsprechend ist nachvollziehbar, dass sich die Beschwerdeführerin in ihrer 
Einsprache vom 8. April 2019 nicht zum Unfallereignis äusserte, bestand doch 
für sie hierzu keine Veranlassung.

2.3.2 Mit Einspracheentscheid vom 3. März 2020 stellte die Vorinstanz dann aber 
fest, dass kein Sachverhalt vorliege, der den Unfallbegriff erfüllen würde (Bf-act. 
2). Das im ausgefüllten Fragebogen vom 29. Januar 2019 erwähnte "Ausrut-
schen auf der untersten Stufe" sei nicht erstellt. Es werde dies von ihr selbst in 
der von ihr ausgefüllten Bagatell-Unfallmeldung nicht erwähnt. Da auf die Aussa-
ge der ersten Stunde abzustellen sei, sei vom Sachverhalt gemäss Bagatellun-
fallmeldung auszugehen.

2.3.3 In der Beschwerde vom 14. April 2020 macht die Beschwerdeführerin unter 
Verweis auf die schriftliche Meldung vom 26. Oktober 2018 weiterhin einen Unfall 
geltend. Allerdings geht sie nicht weiter auf die von der Vorinstanz zu Recht fest-
gestellte Unstimmigkeit ein. Weder umschreibt sie den Unfallhergang, noch be-
gründet sie die unterschiedlichen Darstellungen. Und obwohl die Vorinstanz in 
der Vernehmlassung noch einmal explizit betont, es liege aufgrund des Sachver-
haltsbeschriebs in der Bagatellunfallmeldung kein Unfallereignis gemäss Art. 4 
ATSG vor, beschränkt sich die Beschwerdeführerin replizierend darauf festzustel-
len, "hätte kein Unfall im gesetzlichen Sinn vorgelegen, so hätte die Beschwer-
degegnerin bereits nach Eingang der Schadensmeldung eine Einstandspflicht 
ablehnen können". Soweit sie dann auch noch ausführt, selbst im Einspra-
cheentscheid habe die Vorinstanz das Vorliegen eines Unfalls nach Art. 4 UVG 
[recte ATSG] nie in Zweifel gezogen, trifft dies indes nicht zu (vgl. oben Erw. 
2.3.2). 

2.4.1 Aus der Tatsache, dass die Vorinstanz nach Eingang der Bagatellunfall-
meldung vom 26. Oktober 2018 vorerst Leistungen erbrachte, kann die Be-
schwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Zum einen ist es nicht unüb-
lich, aufgrund von Bagatellunfallmeldungen Leistungen in Form von Heilkosten 
formlos und ohne weitere Abklärungen zu erbringen. Und zum andern erbrachte 
die Vorinstanz die Leistungen explizit unter dem Vorbehalt einer vertieften Prü-

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fung, sollten sich Weiterungen wie längerdauernde Arbeitsunfähigkeit oder Kom-
plikationen einstellen (vgl. Vi-act. 10). Zu ergänzen ist, dass ein Unfallversicherer 
ohnehin einmal gewährte Leistungen in Form von Taggeldern und/oder Heilbe-
handlung ex nunc et pro futuro ohne Rückkommenstitel der prozessualen Revisi-
on oder der Wiedererwägung einstellen kann, wenn sich herausstellt, dass die 
gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen gar nicht erfüllt sind (BGE 130 V 380 
Erw. 2.3.1; Urteil BGer 8C_548/2019 vom 10.1.2020 Erw. 4.2.2).

2.4.2 Was den von der Vorinstanz der Leistungsprüfung zu Grunde gelegten 
Sachverhalt anbelangt, ist nicht zu beanstanden, dass sie vom Ereignishergang 
gemäss Bagatellunfallmeldung vom 26. Oktober 2018 ausging. Demgemäss zog 
sich die Beschwerdeführerin nach dem Baden im See beim Ausstieg mit einer 
Hand/Arm an einem Seil hoch, wobei sie völlig unerwartet und genau in dem 
Moment einen stechenden Schmerz in der Schulter verspürte (vgl. oben Erw. 
2.2.1). Diesen Sachverhalt wiederholte auch der erstbehandelnde Arzt und 
ebenso Dr.med. E.________ sowie sie selbst am 16. Januar 2019. Einzig in der 
Beantwortung des Fragebogens spricht die Beschwerdeführerin am 29. Januar 
2019 plötzlich (und einmalig) von einem Ausrutschen, sich trotzdem mit dem 
ausgestreckten Arm weiterhin am Seil Festhalten, dann mit dem rechten Arm 
ruckartigen Hochziehen, wobei sie genau in dem Moment beim abrupten Hoch-
ziehen einen Schmerz verspürt habe (vgl. oben Erw. 2.2.3). Dieser Beschrieb 
wirkt indes reichlich konstruiert. Er findet in keinem der weiteren Meldungen oder 
Berichte eine Stütze. Zudem ist nicht nachvollziehbar, weshalb genau das be-
merkenswerte Ausrutschen als eigentlicher Auslöser nicht bereits in der ersten 
Meldung Erwähnung fand, handelt es sich dabei doch um etwas Aussergewöhn-
liches, Unplanmässiges und vor allem Eindrückliches, wenn man anschliessend 
nur noch an einem Arm am Seil hängt und sich mit diesem hochzuziehen ver-
sucht/vermag. Zu Recht verwies die Vorinstanz daher auf den Grundsatz der 
Aussage der ersten Stunde (vgl. oben 2.1.3; vgl. auch Urteil BGer 8C_482/2015 
vom 19.8.2015 Erw. 3).

Betreffend das Ereignis vom 23. August 2018 sind auch die Berichte von 
Prof.em. Dr.med. F.________ nicht weiter erhellend. Er spricht uneinheitlich von 
Distorsion und Kontusion der Schulter, ohne indes je ein Unfallereignis zu be-
schreiben. In den Akten findet sich aber weder für eine Distorsion noch eine Kon-
tusion ein Hinweis; auch nicht im ergänzten Unfallbeschrieb vom 29. Januar 
2019.

2.4.3 Beim relevanten Ereignishergang fehlt es offensichtlich an jeglicher schädi-
genden Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors (vgl. oben Erw. 
2.1.1). Weder liegt eine unkoordinierte Bewegung vor, noch gründet das Ereignis 

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auf einem Umstand wie Ausgleiten, Stolpern oder Abwehren eines Sturzes, so 
dass der natürliche Ablauf einer Körperbewegung "programmwidrig" beeinflusst 
worden wäre. Vielmehr verspürte die Beschwerdeführerin beim Hochziehen - 
was als übliche Bewegung zu bezeichnen ist - plötzlich einen Schmerz in der 
Schulter. Dies hat sie in der Unfallmeldung vom 16. Januar 2019 noch zusätzlich 
betont, indem sie hervorhob, den stechenden Schmerz in der Schulter genau in 
dem Moment beim Hochziehen verspürt zu haben. Damit aber fehlt es bei dem 
für einen Unfall gemäss Art. 4 ATSG notwendigen Tatbestandselement der Un-
gewöhnlichkeit eines auf den Körper einwirkenden äusseren Faktors.

Mithin hat die Vorinstanz eine Leistungspflicht aus Unfall zu Recht abgelehnt.

3.1.1 Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht zudem bei Knochen-
brüchen, Verrenkungen von Gelenken, Meniskusrissen, Muskelrissen, Muskel-
zerrungen, Sehnenrissen, Bandläsionen sowie Trommelfellverletzungen, sofern 
diese nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Art. 
6 Abs. 2 UVG).

3.1.2 Liegt eine Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG vor, so besteht die 
Rechtsvermutung, dass eine leistungspflichtige unfallähnliche Körperschädigung 
gegeben ist, auch wenn die Definitionsmerkmale eines Unfalls nicht erfüllt sind. 
Es müssen weder die Ungewöhnlichkeit, noch das äussere Ereignis, noch die 
Plötzlichkeit gegeben sein, sondern lediglich das Vorliegen einer Listendiagnose 
(vgl. Motta et al., Das revidierte Unfallversicherungsgesetz ist in Kraft, in: Soziale 
Sicherheit 1/2017, S. 39; vgl. aber auch Hüsler, Erste UVG-Revision: wichtigste 
Änderungen und mögliche Probleme bei der Umsetzung, in: SZS 2017 S. 33 f.). 
Der Unfallversicherer kann sich von seiner Leistungspflicht befreien, wenn er 
nachweist, dass die eingetretene Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Er-
krankung zurückzuführen ist (Heinrich, 1. UVG-Revision - Entwicklung der Ge-
setzgebung, JaSo 2017, S. 21 f.). 

3.1.3 In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, was der Gesetzgeber unter 
dem Begriff "vorwiegend" versteht. Der Begriff "vorwiegend" wird auch im Zu-
sammenhang mit dem Nachweis von Berufskrankheiten (Art. 9 Abs. 1 UVG) ver-
wendet. Nach der hierzu ergangenen Rechtsprechung ist eine "vorwiegende" 
Verursachung von Krankheiten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbei-
ten nur dann gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle andern mitbeteiligten 
Ursachen, mithin im gesamten Ursachenspektrum mehr als 50% ausmachen 
(BGE 119 V 200 Erw. 2a S. 200 f. mit Hinweis). Es besteht kein Anlass, diesen 
Begriff im Anwendungsbereich von Art. 6 Abs. 2 UVG anders auszulegen. Dem-
nach ist der Gegenbeweis des Unfallversicherers erbracht, wenn die Listendia-

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gnose zu mehr als 50% auf "Abnützung oder Erkrankung" beruht (BGE 146 V 51 
Erw. 8.2.2.1 mit weiteren Hinweisen, u.a. auf Gehring, in: Kie-
ser/Gehring/Bollinger [Hrsg.], KVG UVG Kommentar, Zürich 2018, UVG Art. 6 N 
11). Die blosse Möglichkeit einer degenerativen oder krankhaften Schädigung 
genügt somit den Beweisanforderungen nicht. 

3.1.4 Aus der Logik der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Ent-
lastungsbeweises für den Unfallversicherer folgt, dass es sich bei dem Begriffs-
paar Abnützung und Erkrankung um das ergänzende Gegenstück ("Pendant") zu 
einem spezifischen Ereignis handeln muss (BGE 146 V 51 Erw. 8.2.3). Für die 
Anwendung von Art. 6 Abs. 2 UVG ist zwar kein äusserer Faktor und damit kein 
unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine allgemein gesteigerte Gefahrenla-
ge im Sinne der Rechtsprechung zu aArt. 9 Abs. 2 UVV (vgl. BGE 146 V 51 Erw. 
7.5) mehr vorausgesetzt. Insoweit führt grundsätzlich bereits die Tatsache, dass 
eine in Art. 6 Abs. 2 lit. a-h UVG genannte Körperschädigung vorliegt, zur Vermu-
tung, es handle sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung, die vom 
Unfallversicherer übernommen werden muss. Indessen ergibt sich aus der in Art. 
6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Not-
wendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden un-
fallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten 
Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Kran-
kenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen erinnerlichen und 
benennbaren Ereignis - nicht zuletzt auch aufgrund der Bedeutung eines zeitli-
chen Anknüpfungspunktes (Versicherungsdeckung; Zuständigkeit des Unfallver-
sicherers; Berechnung des versicherten Verdienstes; intertemporalrechtliche 
Fragestellungen) - auch nach der UVG-Revision relevant (Urteil BGer 
8C_819/2019 vom 26.2.2020 Erw. 5.1). Der Versicherer hat im Rahmen seiner 
Abklärungspflicht (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG) nach Eingang der Meldung einer 
Listenverletzung die Begleitumstände der Verletzung genau abzuklären. Lässt 
sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz unter-
geordneter resp. harmloser Art, so vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel 
den Entlastungsbeweis des Unfallversicherers (Urteil BGer 8C_671/2019 vom 
11.3.2020 Erw. 2.4). Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachperso-
nen zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum (vgl. 
vorstehend Erw. 3.1.3) der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksich-
tigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auf-
tretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die 
für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer 
Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallver-
sicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschätzungen - mit dem Beweis-

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grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit - nachzuweisen, dass die fragliche 
Listenverletzung vorwiegend, d.h. im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 
50%, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Besteht das Ursachen-
spektrum einzig aus Elementen, die für Abnützung oder Erkrankung sprechen, so 
folgt daraus unweigerlich, dass der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers er-
bracht ist und sich weitere Abklärungen erübrigen (vgl. BGE 146 V 51 Erw. 8.6). 

3.1.5 Liegt eine Meldung einer Listenverletzung vor, so hat der Unfallversicherer 
die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Listenverletzung auf ein Unfal-
lereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzuführen, so ist der Unfallversicherer 
solange leistungspflichtig, bis der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate 
Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und ausschliesslich auf 
unfallfremden Ursachen beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Un-
fallbegriffs nach Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listen-
verletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht 
den Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vorwiegend auf Abnützung 
oder Erkrankung zurückzuführen ist (BGE 146 V 51 Erw. 9.1). 

3.2.1 Gemäss dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG normierten Untersuchungsgrundsatz 
hat der Versicherungsträger die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen 
vorzunehmen. Diese Untersuchungspflicht gilt grundsätzlich auch im Gerichtsver-
fahren (Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Art. 43 Rz. 28). Was notwendig ist, 
ergibt sich zum einen daraus, in welchem Umfang Abklärungen vorzunehmen 
sind, und zum anderen daraus, in welcher Tiefe dies der Fall ist. Zunächst sind 
die für die zu entscheidende Frage massgebenden Bereiche abzustecken und in 
der Folge ist der Sachverhalt abzuklären. Die Verwaltung als verfügende Instanz 
und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 
annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversiche-
rungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Ab-
weichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 
Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener 
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensab-
läufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 138 V 218 Erw. 6; BGE 126 V 
353 Erw. 5b; BGE 125 V 193 Erw. 2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die 
Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache 
des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für 
die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversiche-
rungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur inso-
fern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

12

ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten woll-
te. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich er-
weist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdi-
gung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für 
sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 Erw. 3b; Urteil 
8C_663/2009 vom 27.4.2010 Erw. 2.2). Auf ein beantragtes Beweismittel kann 
ohne Verletzung des Gehörsanspruches des Versicherten verzichtet werden, 
wenn die Verwaltung oder der Richter bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 
Überzeugung gelangt, der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, sei nicht 
rechtserheblich oder der angebotene Beweis vermöge keine Abklärungen her-
beizuführen. In der damit verbundenen antizipierten Beweiswürdigung kann kein 
Verstoss gegen das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV erblickt werden 
(BGE 122 V 157 Erw. 1.d mit Hinweis auf BGE 104 V 209 Erw. a und BGE 119 V 
335 Erw. 3c je mit Hinweisen).

3.2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 43 und 61 ATSG). Danach haben 
die beurteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Be-
weismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da-
nach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei-
lung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

3.2.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet 
und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 134 V 231 
Erw. 5.1). Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist 
grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut-
achten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; BGE 122 V 157 f. Erw. 1c mit Hinweisen). 

3.2.4 Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die Suva und durch 
UVG-Privatversicherer eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, wel-
che auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 
Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 
schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweis-
kraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 

13

der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 Erw. 1.3.4; BGE 125 V 351 Erw. 3b/bb). 
Zu beachten ist, dass der Unfallversicherer bei der Einholung von solchen Gut-
achten nach Art. 44 ATSG sowie sinngemäss nach den Bestimmungen des Bun-
deszivilprozesses zu verfahren und insbesondere die in Art. 57 ff. BZP genann-
ten Mitwirkungsrechte der Verfahrensbeteiligten zu beachten hat (RKUV 1993 
Nr. U 167 S. 96 Erw. 5b; BGE 137 V 210 Erw. 3.4; Marco Weiss, Die Mitwir-
kungsrechte der Bundeszivilprozessordnung im Sozialversicherungsrecht, AJP 
9/2016, S. 1212), was sinngemäss auch für die nach Art. 68 Abs. 1 UVG zuge-
lassenen Privatversicherer gilt (BGE 120 V 361 f. Erw. 1c).

3.2.5 Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungs-
gemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, 
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311). Ein Anstel-
lungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon 
auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr be-
sonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurtei-
lung objektiv als begründet erscheinen lassen. Soll ein Versicherungsfall jedoch 
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe 
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztli-
chen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 
V 225 Erw. 5.2; BGE 135 V 465 Erw. 4.4 mit Hinweisen). 

3.2.6 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll der Richter 
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass die Ärzte mitunter im Hinblick auf 
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer 
Patienten aussagen, weshalb den (unabhängigen) Fachärzten mehr Gewicht zu-
kommt (vgl. Urteil des BGer 8C_871/2008 vom 24.3.2009 Erw. 3.2 mit Hinwei-
sen; BGE 135 V 465 Erw. 4.5; BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc). Dies gilt grundsätz-
lich nicht nur für Hausärzte (BGE 135 V 465 Erw. 4.5), sondern auch für spezia-
lärztlich behandelnde Medizinalpersonen (Urteile BGer 8C_609/2017 vom 
27.3.2018 Erw. 4.3.3; 8C_180/2017 vom 21.6.2017 Erw. 4.4.2). Mit Blick auf die 
Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag kann daher im 
Streitfall regelmässig nicht auf die Sicht des behandelnden (Fach-)Arztes abge-
stellt werden (vgl. statt vieler: Urteil des BGer I 701/05 vom 5.1.2007 Erw. 2 mit 
Hinweisen). 

3.2.7 Eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten ist nicht an sich unzuverläs-
sig. Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von 

14

persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371 Erw. 5b). 
Dem reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lü-
ckenloser Befund vorliegt, und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurtei-
lung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht. Aktengut-
achten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehr-
fach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die 
Zuordnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammenhang und das Ausmass 
der Behinderung verschieden bewertet werden. In diesen Fällen kann in einem 
Aktengutachten das Für und Wider der verschiedenen Meinungen erwogen und 
die überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Beurteilung deutlich 
gemacht werden (BGE 125 V 352 Erw. 3b/ee; Urteile BGer 8C_646/2019 vom 
6.3.2020 Erw. 4.3; 8C_523/2018 vom 5.11.2018 Erw. 5.2 mit Hinweisen).

3.3 Vorliegend stützt sich die Vorinstanz wesentlich auf das orthopädische Ak-
tengutachten von Dr.med. G.________ (Facharzt Chirurgie, Manualmedizin 
SAMM) vom 12. Februar 2020 ab (Vi-act. 109). Auch wenn es sich dabei um eine 
als 'Aktengutachten' bezeichnete Beurteilung eines Gutachters der K.________ 
handelt und Dr.med. G.________ kein versicherungsinterner Arzt ist, so stellt die 
Beurteilung infolge Missachtung der gesetzlichen Vorgaben (vgl. oben Erw. 
3.2.4) dennoch kein Gutachten im Sinne von Art. 44 ATSG dar. Vielmehr kommt 
hierzu die Rechtsprechung zur Anwendung, wonach auf die Beurteilung nur ab-
gestellt werden kann, sofern sie als schlüssig erscheint, nachvollziehbar begrün-
det sowie in sich widerspruchsfrei ist und keine auch nur geringe Zweifel an der 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen. 

3.4 In verfahrensmässiger Hinsicht fällt auf, dass die Vorinstanz im Rahmen 
der Leistungsprüfung zuerst zwei Beurteilungen bei der Versicherungsmedizin 
der L.________ einholte, indem Dr.med. H.________ (Facharzt für Orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates) vor Verfügungser-
lass und ebenso nach Eingang der Einsprache Fragen zur Beantwortung unter-
breitet wurden (Vi-act. 46, 76 und 77). Am 6. Juni 2019 erging dann ein 'Gutach-
ten-Auftrag' an die M.________ (Vi-act. 78). Das M.________-Aktengutachten 
vom 4. Juli 2019 (Vi-act. 86) führte zu zweimaligen Ergänzungsfragen durch die 
Vorinstanz (Vi-act. 88, 90, 91 und 93). Und am 31. Oktober 2019 unterbreitete 
die Vorinstanz die nämlichen Fragen dann auch Dr.med. G.________ (Vi-act. 
95). Im Wesentlichen stützte sie sich dann auf seine Beurteilung vom 12. Februar 
2020 (Vi-act. 109).

Wie bereits ausgeführt, stellt keine dieser Beurteilungen ein Gutachten in Sinne 
von Art. 44 ATSG dar. Zudem ist das mehrfache Einholen von fachärztlichen Be-
urteilungen zu derselben Fragestellung nicht unproblematisch. Es besteht die 

15

Gefahr einer unzulässigen Verfahrensverzögerung, was dem Beschleunigungs-
gebot widerspricht, und ein Versicherungsträger hat kein Recht, ein weiteres 
Gutachten einzuholen, wenn ihm die Erstbeurteilung nicht gefällt. Die Rechtspre-
chung kennt daher ein Verbot unzulässiger second opinions (vgl. zur Problematik 
der 'second opinion' BGE 137 V 210 Erw. 3.3.1; BGE 136 V 156 Erw. 3.3; 141 V 
330 Erw. 5.2). 

In casu ist das Vorgehen der Vorinstanz indes nicht zu beanstanden. Die Beurtei-
lung durch Dr.med. H.________ war nicht schlüssig. Er sprach von Prellung bzw. 
Zerrung der rechten Schulter und einer Muskelzerrung als Listendiagnose 
gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. e UVG und hielt gleichzeitig fest, es würden in der er-
folgten Bildgebung dokumentierte frische Verletzungszeichen der rechten Schul-
terregion fehlen. Die Frage, ob die Listenverletzung überwiegend wahrscheinlich 
vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist, liess er unbe-
antwortet (Vi-act. 76). Das Gutachten der M.________ vom 4. Juli 2019 wieder-
um war derart abgefasst und formuliert, dass die von der Vorinstanz gestellten 
Ergänzungsfragen notwendig waren und nachvollziehbar sind. Trotz zweimali-
gem Nachfragen blieb eine Unklarheit bestehen (vgl. offene Zusatzantworten in 
Vi-act. 90 und 93). Mithin ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz bei 
Dr.med. G.________ ein weiteres 'Aktengutachten' einholte.

3.5 Die Beschwerdeführerin hält mit Verweis auf die Berichte von Prof.em. 
Dr.med. F.________ fest, dieser spreche eindeutig von einer posttraumatischen 
frozen shoulder rechts, mithin von unfallbedingten Beschwerden, weshalb die 
Vorinstanz leistungspflichtig sei. 

Allein aus der Diagnosestellung "posttraumatische frozen shoulder mit/bei St.n. 
Schulterkontusion rechts am 23. August 2018" (Verlaufsbericht Prof.em. Dr.med. 
F.________ vom 17.1.2019; vgl. Bf-act. 6) ist eine Unfallkausalität nicht genü-
gend begründet. Der Begriff "posttraumatisch" wird im medizinischen Sprachge-
brauch zwar häufig gleichbedeutend mit "unfallkausal" verwendet. Nach übli-
chem, allgemein geläufigem Sprachverständnis wird der Ausdruck "post" oft aber 
doch auch mit der zeitlichen Abfolge - unter Ausschluss des Verhältnisses von 
Ursache und Wirkung - in Verbindung gebracht. Vor diesem Hintergrund ist in je-
dem Einzelfall zu prüfen, welche Bedeutung den Begriffen "post" beziehungswei-
se "posttraumatisch" beizumessen ist (Urteil BGer 8C_856/2017 vom 2.5.2018 
Erw. 5.3). Für Prof.em. Dr.med. F.________ ist "die Schulterfunktionsstörung 
(frozen shoulder) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch das Distorsions-
trauma im August 2019 ausgelöst" (Bf-act. 4). Vorliegend erübrigen sich aller-
dings Weiterungen hierzu. Wie zuvor ausgeführt (oben Erw. 2) liegt kein Unfall 
vor, weshalb eine Leistungspflicht aus Unfall so oder anders ausgeschlossen ist. 

16

Aber auch eine Leistungspflicht aus unfallähnlicher Körperschädigung ist bei ei-
ner frozen shoulder ausgeschlossen, weil diese Diagnose keine Listendiagnose 
gemäss abschliessendem Katalog nach Art. 6 Abs. 2 UVG darstellt (vgl. oben 
Erw. 3.1). 

3.6 Schliesslich macht die Beschwerdeführerin geltend, bereits am 16. Novem-
ber 2018 sei der Befund einer "articularseitigen Partialruptur der Sehne des Mus-
culus supraspinatus" erhoben worden. Das MRI vom 16. November 2018 habe 
eine Partialruptur gezeigt, mithin liege ein Sehnenriss vor. Auch Dr.med. 
H.________ spreche von einer Partialruptur der Supraspinatussehne. Da durch 
alle vorliegenden Arztberichte eine Sehnenruptur festgestellt worden sei, sei der 
Unfallbegriff (recte wohl die unfallähnliche Körperschädigung) nach Art. 6 Abs. 2 
UVG zweifelsfrei erfüllt. Der Sehnenriss sei traumatisch. Es bestehe eine Leis-
tungspflicht der Vorinstanz, da ihr der Nachweis, dass dieser vorwiegend durch 
Abnützung oder Erkrankung verursacht sei, nicht gelungen sei. 

Mithin gilt es nachfolgend zu prüfen, ob eine Listendiagnose in Form eines Seh-
nenrisses gegeben ist.

3.7 Zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin lässt sich den Akten fol-
gendes entnehmen:

3.7.1 Mit Bagatellunfallmeldung informierte die Beschwerdeführerin die Vor-
instanz, durch das Ereignis vom 23. August 2018 sei die rechte Schulter verletzt 
worden, die Verletzung bestehe in 'Schmerzen in der Schulter' (Vi-act. 2).

3.7.2 Die Meldung erfolgte nach der Erstbehandlung durch Dr.med. D.________ 
vom 25. Oktober 2018. Dieser nannte in dem am 4. Februar 2019 ausgestellten 
Arztzeugnis UVG als Befund eine frozen shoulder mit massiver Einschränkung 
der Innen- und Aussenrotation und glenohumeralen Abduktion. Der Röntgenbe-
fund zeige unauffällige Verhältnisse (der Rechnungsstellung zur Erstkonsultation 
kann entnommen werden, dass am 25.10.2018 ein Röntgenbefund erhoben wur-
de; Vi-act. 37). Zudem verwies er auf den MRI-Befund vom 16. November 2018. 
Als vorläufige Diagnose dokumentierte er eine posttraumatische frozen shoulder 
(Vi-act. 38/32). Nach der Erstkonsultation verordnete Dr.med. D.________ Phy-
siotherapie, wobei er als Diagnose eine PHS rechts nannte, was "eine kollektive 
unspezifische Bezeichnung für Erkrankungen der Schulter" ist (vgl. Würgler-
Hauri/ Sheikh/ Jost / Gerber, Periarthropathia humeroscapularis …? Diagnostik 
und Therapie, in Schweiz. Med. Forum 2007;7:81–86) sowie Tendinopathie 
Subscapularis/Bicepssehne (und auf der 1. Verordnung handschriftlich auch 
Hüftschmerz rechts) (Vi-act. 22; Bf-act. 8).

17

3.7.3 Das von Dr.med. D.________ veranlasste MR Schulter nativ und i.V. Kon-
trastmittel rechts vom 16. November 2018 erfolgte bei klinischer Angabe "Seit 
August Schmerzen rechte Schulter mit subakromialem Impingement und klinisch 
Supraspinatus bzw. Subscapularispathologie. Läsion Rotatorenmanschette, Bur-
sitis?" Dr.med. I.________ (Facharzt Radiologie) dokumentierte als Befund und 
Beurteilung (Vi-act. 36):

Befund
Bemerkung: Aufgrund von anamnestisch bestehender Jodallergie wird auf eine di-
rekte Arthrographie verzichtet.
Rotatorenmanschettensehnen: Kein Riss der Supraspinatus-, Infraspinatus- und 
Subscapularissehne. PD (geringer auch T2) fs hyperintense, zum Teil rundlich 
konfigurierte, articularseitige Signalalterationen, ansatznah.
Bizepssehne: Regelrechter Verlauf der Bizepssehne im Sulcus intertubercularis.
Bizepsanker: Intakt.
Labrum: Kein Riss. Sublabraler Recessus als anatomische Variante.
Knorpel/Knochen: Knorpel intakt. Kein Knochenmarksödem. Breitbasige subakro-
miale Osteophyten mit Vorwölbung der Bursa subacromialis. 
AC-Gelenk: Gelenksspaltverschmälerung und -kapselhypertrophie. Geringgradiger 
AC Gelenkserguss. Akromion median Typ I.
Bursa subacromialis: Wenig Flüssigkeit in der Bursa subacromialis.
Weichteile: Keine Muskelatrophie der Rotatorenmanschette. Geringe Kontrastmit-
telaufnahme Muskelbauches der Sehne des Musculus supraspinatus auf Höhe des 
Bizepsankers.

Beurteilung
• Articularseitige Partialruptur der Sehne des Musculus supraspinatus; keine 

transmurale Ruptur.
• Allenfalls geringgradige Bursitis subacromialis, sowie breitbasige, subakromiale 

Osteophyten.
• Unspezifischerweise etwas vermehrte Kontrastmittelaufnahme des Muskelbau-

ches der Supraspinatussehne.
• Kein Anhalt auf eine M.·subscapularis Pathologie.

3.7.4 Am 10. Dezember 2018 suchte die Beschwerdeführerin Dr.med. 
E.________ auf, welche sie einmalig beurteilte. Gegenüber der Vorinstanz be-
richtete Dr.med. E.________ am 17. April 2019, seit dem Ereignis vom 23. Au-
gust 2018 persistiere der Schulterschmerz, den sie als subacromiales Impinge-
ment mit Schleimbeutelentzündung beurteilt habe. Mit einer Tendinitis der Sehne 
und einem grossen Acromionsporn. Ihres Wissens liege weder eine unfallähnli-
che Körperschädigung noch eine Listenverletzung vor. Zumindest habe sie die 
Beschwerdeführerin nicht wegen einer unfallbedingten Läsion behandelt. Eine 
weitere Konsultation bei ihr sei nicht erfolgt (Vi-act. 73).

18

3.7.5 Am 15. Januar 2019 erfolgte auf Selbstzuweisung hin ein Untersuch durch 
Prof.em. Dr.med. F.________ (Vi-act. 40). Er stellte die Diagnosen:

1. Posttraumatische Frozen Shoulder rechts mit/bei
- St.n. Schulterkontusion rechts am 23.08.2018

2. St.n. Thyroidektomie bei Schilddrüsenkarzinom mit/bei
- unter Substitutionstherapie

3. V.a. Kontrastmittel-Allergie

Unter Befund Schulter rechts notierte er eine unauffällige Inspektion. Druckdo-
lenz über dem ventralen Glenohumeralgelenk. Passive glenohumerale Abduktion 
40°/90°, Innen-/ Aussenrotation 20°/0°/10°. Aussen- und Innenrotation gegen 
Widerstand kräftig. PDMS intakt. Zudem vermerkte er, ein Röntgen Schulter 
ap/lateral vom 25. Oktober 2018 zeige keine ossären Läsionen und ein zentrier-
tes Glenohumeralgelenk. Mit Bezug auf das Arthro-MRI Schulter rechts vom 16. 
November 2018 dokumentierte er einen nahezu aufgehobenen Rezessus axilla-
ris; Verdacht auf Supraspinatustendinopathie und slapiode Konfiguration des Bi-
zepsankers; ansonsten unauffällige Befunde. Insgesamt zeige sich bei der Be-
schwerdeführerin das Vollbild einer posttraumatischen frozen shoulder. Er ver-
ordnete eine medikamentöse Therapie; auf Physiotherapie solle im akut 
schmerzhaften Stadium verzichtet werden.

Am 13. Juni 2019 bestätigte Prof.em. Dr.med. F.________ gegenüber der Be-
schwerdeführerin die Diagnose einer posttraumatischen frozen shoulder rechts 
mit/bei St.n. Schulterkontusion rechts am 23. August 2018 (Bf-act. 7). Dem 
Schreiben ist sodann zu entnehmen, dass am 26. Februar 2019 eine weitere 
Konsultation stattfand, anlässlich welcher die Beschwerdeführerin von einer 
leichten Beschwerdelinderung berichtete. Die medikamentöse Behandlung wurde 
fortgesetzt, ein operatives Vorgehen mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlos-
sen, bei Ausbleiben einer Schmerzlinderung die Diskussion einer intraartikulären 
Infiltration in Aussicht gestellt. Eine glenohumerale Infiltration wurde dann im No-
vember 2019 auch tatsächlich und mit anhaltend gutem Ansprechen durchge-
führt (Bf-act. 8).

In einem weiteren Schreiben vom 13. März 2020 bestätigte Prof.em. Dr.med. 
F.________ die Diagnose einer frozen shoulder, welche überwiegend wahr-
scheinlich durch 'das Distorsionstrauma im August 2019' [sic] ausgelöst worden 
sei. Ob bereits im Zeitpunkt des Untersuchs durch Dr.med. E.________ eine mil-
de frozen shoulder bestanden habe, könne retrospektiv nicht evaluiert werden. 
Eine beginnende Capsulitis bzw. frozen shoulder werde häufig nicht als solche 
erkannt, sondern als "Impingement" angesehen (Bf-act. 4).

19

3.7.6 Ab Juli 2019 wurde sodann wieder Physiotherapie verordnet (vorerst durch 
Dr.med. D.________, ab 2020 durch die J.________(Klinik); vgl. Bf-act. 8). Dies 
neu bei Diagnose frozen shoulder re und begleitende muskuläre Verspannung 
Schulterblattbereich / Nacken (Vi-act. 97,101,105; Bf-act. 8). Aus den Verord-
nungen der J.________(Klinik) ergibt sich hierzu, dass die Physiotherapie in 
Form von Massage erfolgte und sie die glenohumerale Beweglichkeit insbeson-
dere hinsichtlich Abduktion verbessern sollte mit dem Ziel der Analgesie/ Ent-
zündungshemmung und Verbesserung der Gelenkfunktion (Bf-act. 8).  

3.8.1 Aus diesem aktenmässigen Verlauf erhellt, dass ein Sehnenriss nie Ge-
genstand einer Behandlung war. Das am 25. Oktober 2018 angefertigte Röntgen 
war unauffällig, zeigte keine ossären Läsionen. In Kenntnis des Arthro-MRI-
Befundes vom 16. November 2018 nannte Dr.med. D.________ als Diagnose ei-
ne frozen shoulder; einen Sehnenriss erwähnte er nicht. Der vom Radiologen 
Dr.med. I.________ am 16. November 2018 erhobene Befund verneinte explizit 
einen Riss der Supraspinatus-, Infraspinatus- und Subscapularissehne. Er ge-
langte zur Beurteilung einer articularseitigen Partialruptur der Sehne des M. Su-
praspinatus, keine transmurale Ruptur. Dr.med. E.________, welche die Be-
schwerdeführerin am 10. Dezember 2018 untersuchte, erwähnte keine Ruptur / 
keinen Riss, sondern sprach von einer Tendinitis der Sehne. Prof.em. Dr.med. 
F.________ erwähnt als Diagnose durchwegs eine frozen shoulder. Die Diagno-
se eines Sehnenrisses stellte er nie. Zum Arthro-MRI vom 16. November 2018 
dokumentierte er, es liege der Verdacht auf eine Supraspinatustendinopathie und 
slapoide Konfiguration des Bizepsankers vor, ansonsten ein unauffälliger Befund.

3.8.2 Selbst wenn keiner der behandelnden Ärzte näher auf die vom Radiologen 
in seiner Beurteilung dokumentierte articularseitige Partialruptur der Sehne des 
M. Supraspinatus eingeht und in keinem Bericht (abgesehen von der Beurteilung 
des Radiologen) ausdrücklich die Diagnose eines Sehnenrisses gestellt wird, so 
ist dennoch nicht ausgeschlossen, dass eine Partialruptur vorlag. So stellt denn 
auch Dr.med. G.________ eine ansatznahe artikularseitige Partialruptur der 
Sehne des M. supraspinatus nicht in Abrede (vgl. Vi-act. 109 S. 7 f. /10). Auch 
eine Sehnen-Partialruptur stellt grundsätzlich eine Listendiagnose gemäss Art. 6 
Abs. 2 UVG dar (vgl. Urteil BGer 8C_618/2019 vom 18.2.2020 Erw. 6.2.4). Ob 
vorliegend tatsächlich eine Sehnen-Partialruptur vorliegt, auch wenn die entspre-
chende Diagnose in keinem Bericht (abgesehen von der Beurteilung des Radio-
logen) dokumentiert ist, kann letztlich offen bleiben. Denn wie nachfolgend auf-
zuzeigen ist, hat Dr.med. G.________ nachvollziehbar und schlüssig dargelegt, 
dass sie vorwiegend auf Abnützung und/oder Erkrankung zurückzuführen wäre. 

20

3.9.1 Zur Prüfung, ob eine Listendiagnose traumatisch bedingt ist oder vorwie-
gend auf Abnützung / Erkrankung zurückgeführt werden muss, ist das gesamte 
Ursachenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichti-
gen. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung / Erkrankung 
sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Besteht das Ursa-
chenspektrum einzig aus Elementen, die für Abnützung oder Erkrankung spre-
chen, so folgt daraus unweigerlich, dass der Entlastungsbeweis des Unfallversi-
cherers erbracht ist und sich weitere Abklärungen erübrigen (vgl. oben Erw. 
3.1.4). 

3.9.2 Dr.med. G.________ geht betreffend Ereignis vom 23. August 2018 zu 
Recht vom Sachverhalt aus, wie ihn die Beschwerdeführerin in der Bagatellun-
fallmeldung beschrieb (vgl. oben Erw. 2). Auch hat er zu Recht darauf hingewie-
sen, dass weder für eine Kontusion noch für eine Distorsion der rechten Schulter 
Anhaltspunkte bestehen. Ein reiner Anprall vermöchte ohnehin nicht zu einer 
(auch nur partiellen) Ruptur der Supraspinatussehne zu führen (vgl. Urteile BGer 
8C_167/2018 vom 28.2.2019 Erw. 6.3; 8C_446/2019 vom 22.10.2019 Erw. 5.2.2 
f.). Somit ist gemäss Bagatellunfallmeldung davon auszugehen, dass der 
Schmerz beim am Seil Hochziehen unvermittelt eingesetzt hat. Von diesem 
Sachverhalt ausgehend mass Dr.med. G.________ diesem (Bagatell-)Ereignis 
für die Schulterbeschwerden und insbesondere für eine (Partial-)Ruptur der Su-
praspinatussehne nachvollziehbar eine untergeordnete Bedeutung bei. Eine 
Schädigung der Rotatorenmanschette setzt voraus, dass das Schultergelenk un-
ter Einsatz der Rotatorenmanschette unmittelbar vor der Einwirkung muskulär fi-
xiert war und eine plötzliche passive Bewegung hinzukommen muss, die über-
fallartig eine Zugbelastung der Sehnen der Rotatorenmanschette bewirkt (Urteil 
BGer 8C_446/2019 vom 22.10.2019 Erw. 5.2.3), was vorliegend nicht der Fall 
war. Auch hielt Dr.med. G.________ begründet fest, dass es für eine frische, er-
eignisnahe Partialruptur der Supraspinatussehne an einer entsprechenden Klinik 
fehle. Soweit er dabei darauf hinweist, dass es an den bei einer frischen Ruptur 
typischen sofortigen starken Schmerzen fehlte, so wären solche zwar zu erwar-
ten (vgl. Urteile BGer 8C_144/2020 vom 26.5.2020 Erw. 5.3; 8C_59/2020 vom 
14.4.2020 Erw. 5.1), sind aber nicht zwingend (vgl. Urteil BGer 8C_656/2008 
vom 13.2.2009 Erw. 4.4). Auch fehlte es - wie Dr.med. G.________ ebenfalls zu 
Recht festhält - an unmittelbaren Funktionseinschränkungen (vgl. Lädermann et 
al., Degenerative oder traumatische Läsionen der Rotatorenmanschette; in Swiss 
Medical Forum 2019, S. 263). Solche sind nicht aktenkundig; im Gegenteil konn-
te sich die Beschwerdeführerin noch auf das Boot hochziehen und auch in der 
Arbeitsfähigkeit war sie ereignisnah nicht eingeschränkt. So spricht denn auch 
das Aufsuchen eines Arztes erst zwei Monate nach dem Ereignis gegen eine fri-

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sche Ruptur der Supraspinatussehne. Kommt hinzu, dass kein Arzt die Diagnose 
eines frischen traumatischen Sehnenrisses gestellt hat.

Weiter hält Dr.med. G.________ fest, das Alter der Beschwerdeführerin spreche 
zusammen mit den extrinischen Faktoren für eine degenerative Entwicklung der 
Supraspinatussehne. Es bestünden breitbasige subakromiale Osteophyten, eine 
Kapselhypertrophie des hypertrophierten AC-Gelenkes sowie ein abgeflachtes 
Akromion. Diese strukturellen Veränderungen würden zur Einengung des sub-
akromialen Raumes führen, was auch im Arthro-MRI festgehalten worden sei. 
Die Supraspinatussehne laufe durch diesen verengten Raum direkt an den Os-
teophyten vorbei, wobei es zwangsläufig zur chronischen Reizung und zu Ver-
schleisserscheinungen komme. Die im Arthro-MRI beschriebenen Veränderun-
gen bestünden ereignisunabhängig. Dem widersprechende fachärztliche Beurtei-
lungen liegen keine vor. Vielmehr deckt es sich mit dem Befund des Arthro-MRI 
vom 16. November 2018. Auch Dr.med. E.________ spricht von (u.a.) einer 
Tendinitis der Sehne und Prof.em. Dr.med. F.________ interpretiert den Befund 
als Verdacht auf eine Supraspinatustendinopathie, was alles die Beurteilung von 
Dr.med. G.________ bestärkt.

Dr.med. G.________ stützt sich in seiner Beurteilung auf die vollständigen Akten 
und er setzt sich mit den verschiedenen Berichten und ebenso der Argumentati-
on in der Einsprache auseinander. Seine Schlussfolgerung, wonach der vom Ra-
diologen erhobene Befund einer Partialruptur der Sehne des M. supraspinatus 
rechts vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung und nicht das Ereignis vom 
23. August 2018 zurück zu führen ist, ist nachvollziehbar und schlüssig, sprechen 
doch überwiegend mehr Indizien für eine degenerative Verursachung. Zutreffend 
ist ebenso seine Feststellung, bei der diagnostizierten frozen shoulder handle es 
sich nicht um eine Listendiagnose. 

4. Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuwei-
sen ist. Die Vorinstanz stellte zu Recht fest, dass das Ereignis vom 23. August 
2018 keinen Unfall gemäss Art. 4 ATSG darstellt, mithin keine Leistungspflicht 
aus Unfall besteht. Die Diagnose einer frozen shoulder stellt keine Listendiagno-
se nach Art. 6 Abs. 2 UVG dar. Und soweit mit einer artikulärseitigen Partialruptur 
der Sehne des M. supraspinatus ein Sehnenriss im Sinne von Art. 6 Abs. 2 lit. f 
UVG vorliegen sollte, wäre dieser überwiegend wahrscheinlich vorwiegend auf 
Abnützung oder Erkrankung zurück zu führen, weshalb die Vorinstanz dafür kei-
ne Leistungspflicht trifft. 

5. Es werden keine Kosten erhoben; die Vorinstanz hat keinen Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. a und g ATSG).

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

4. Zustellung an:
- die Beschwerdeführerin (R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Gesundheit, BAG, 3003 Bern (A). 

Schwyz, 10. Juli 2020

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 28. Juli 2020