# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 111e1773-96bd-537e-9d8f-bbbc4e99fe0c
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-01
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 01.12.2022 WBE.2022.306
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2022-306_2022-12-01.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

3. Kammer 

 

 

WBE.2022.306 / ae / jb 
(BE.2022.081)  

Art. 133 

 

Urteil vom 1. Dezember 2022 
 

 

Besetzung  Verwaltungsrichter Michel, Vorsitz  

Verwaltungsrichter Brandner 

Verwaltungsrichter Dommann 

Gerichtsschreiberin i.V. Erny    

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 A._____ 

 

gegen 

 

 

  Gemeinderat X._____ 

 

  Departement Gesundheit und Soziales, Kantonaler Sozialdienst, 

Beschwerdestelle SPG, Obere Vorstadt 3, 5001 Aarau    

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Sozialhilfe 

 

Entscheid des Departements Gesundheit und Soziales vom 5. Juli 2022 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

1. 

A. bezieht zusammen mit ihrer minderjährigen Tochter materielle Hilfe von 

der Gemeinde X.. Am 4. April 2022 ersuchte der Hausarzt von A. die 

Gemeinde X. um Übernahme der von der Krankenversicherung nicht 

übernommenen Hotelleriekosten für eine Mutter-Kind-Kur im Kurhaus der 

Stiftung B.. 

 

2. 

Mit Protokollauszug vom 16. Mai 2022 beschloss der Gemeinderat X.: 

 

1. Der Antrag für die Kostengutsprache der Mutter-Kind-Kur im B. Mutter-
Kind-Haus in Y. wird abgelehnt. 
 

2. Frau Dr. med. C. ist, nach Rechtskraft des vorliegenden Entscheides, 
zu ersuchen, die Verordnungen für die Haushaltshilfe und die 
Physiotherapie zu erlassen und die Anmeldung beim Ambulatorium der 
PDAG Aarau vorzunehmen. 
 

3. Die subsidiäre Kostengutsprache für die Haushaltshilfe, den Fahrdienst 
und den Selbstbehalt der Psycho- und Physiotherapie werden in Aus-
sicht gestellt. 

 
(…) 

 

3. 

Gegen diesen Beschluss des Gemeinderats erhob A. mit Eingabe vom 

30. Mai 2022 Verwaltungsbeschwerde an das Departement Gesundheit 

und Soziales, Kantonaler Sozialdienst, Beschwerdestelle SPG, und 

beantragte eine erneute Prüfung der Kostengutsprache für die Mutter-Kind-

Kur bzw. deren Bewilligung. 

 

B. 

Am 5. Juli 2022 entschied die Beschwerdestelle SPG: 

 

Verfügung 
 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird bewilligt. 
 
Entscheid 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 
2. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Staatsgebühr von 

Fr. 800.00, Kanzleigebühren von Fr. 80.00 und Auslagen von Fr. 11.00, 
gesamthaft Fr. 891.00, hat die Beschwerdeführerin zu bezahlen. Zu-
folge bewilligter unentgeltlicher Rechtspflege wird der Beschwerdefüh-
rerin die Bezahlung jedoch einstweilen erlassen und unter dem Vorbe-
halt der späteren Rückforderung vorgemerkt. 

 - 3 - 

 

 

 

 

C. 

1. 

Mit undatierter Eingabe, welche am 29. Juli 2022 beim Verwaltungsgericht 

einging, erhob A. gegen den Entscheid der Beschwerdestelle SPG 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit folgendem Antrag: 

 

"Es seien alle Akten sorgfältig geprüft, sowie der Antrag, Kostengutspra-
che für eine Mutter-Kind-Kur bewilligt werden." 

 

2. 

Mit Eingabe vom 8. August 2022 reichte A. einen Bericht aus dem 

Kantonsspital Aarau (KSA) und ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 

ein. 

 

3. 

Die Beschwerdestelle SPG verzichtete mit Eingabe vom 15. August 2022 

auf eine Beschwerdeantwort und beantragte die Abweisung der Beschwer-

de unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdefüh-

rerin. 

 

4. 

Der Gemeinderat X. verzichtete mit Protokollauszug vom 22. August 2022 

ebenfalls auf eine Beschwerdeantwort und beantragte die Abweisung der 

Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

5. 

Die Beschwerdeführerin replizierte mit Eingabe vom 13. Oktober 2022. 

 

6. 

Mit Eingabe vom 19. Oktober 2022 reichte die Beschwerdeführerin einen 

Nachtrag zur Replik ein. 

 

7. 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall am 1. Dezember 2022 beraten und 

entschieden. 

 

  

 - 4 - 

 

 

 

   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Nach § 58 Abs. 1 des Gesetzes über die öffentliche Sozialhilfe und die so-

ziale Prävention vom 6. März 2001 (Sozialhilfe- und Präventionsgesetz, 

SPG; SAR 851.200) können Verfügungen und Entscheide der Sozialbehör-

den mit Beschwerde beim Departement Gesundheit und Soziales (DGS) 

angefochten werden (§ 39a der Sozialhilfe- und Präventionsverordnung 

vom 28. August 2002 [SPV; SAR 851.211]). Die Entscheide des DGS kön-

nen an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (§ 58 Abs. 2 SPG). 

Dieses ist somit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 

 

2. 

Gemäss § 42 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtsrechtspflege 

vom 4. Dezember 2007 (Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRPG; 

SAR 271.200) ist zur Beschwerde befugt, wer ein schutzwürdiges eigenes 

Interesse an der Aufhebung oder der Änderung des Entscheids hat. 

 

Die Vorinstanz hat bestätigt, dass die Hotelleriekosten für die Mutter-Kind-

Kur nicht von der Sozialhilfe zu übernehmen sind. Dadurch ist die Be-

schwerdeführerin beschwert und somit zur Beschwerde legitimiert. 

 

3. 

Die übrigen Beschwerdevoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen 

Anlass. Auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde ist einzutreten. 

 

4. 

Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können die unrichtige oder unvoll-

ständige Feststellung des Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen gerügt 

werden (§ 58 Abs. 4 SPG i.V.m. § 55 Abs. 1 VRPG). Die Rüge der Unan-

gemessenheit ist demgegenüber ausgeschlossen (Umkehrschluss aus 

§ 55 Abs. 3 VRPG). 

 

II. 

1. 

1.1. 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie befände sich in einer Notlage, 

aus welcher sie sich mit einer Kostengutsprache für eine Mutter-Kind-Kur 

befreien könnte. Sie habe gesundheitlich einen Punkt erreicht, an welchem 

alternative Therapieformen nicht ausreichen würden. Vom Sozialdienst X. 

seien ihr alternative Therapieoptionen und Entlastungsdienste in Aussicht 

gestellt worden. Dies bringe ihr lediglich wenig, da ihre körperlichen Leiden 

stark seien. Sie habe gegenüber dem Sozialdienst und der Ärztin klar 

erläutert, weshalb sie zwingend eine Mutter-Kind-Kur benötigen würde; es 

handle sich nicht bloss um einen Wunsch von ihr. 

 - 5 - 

 

 

 

1.2. 

Die Vorinstanz erwog, der Bericht der Vertrauensärztin komme zum 

Schluss, dass anstelle des Kuraufenthalts auch eine adäquate alternative 

Behandlungs- und Unterstützungslösung im ambulanten Bereich zur Ver-

fügung stehe. Dem Bericht des Hausarztes, nach welchem die Beschwer-

deführerin eine Mutter-Kind-Kur zur Ausheilung und Genesung nach Krank-

heit benötige und alternative Therapieoptionen nicht angemessen seien, 

komme weniger Gewicht zu als demjenigen der Vertrauensärztin. Einer-

seits handle es sich dabei um ein Parteigutachten, andererseits lasse der 

Bericht diverse Fragen offen. Der Grossteil der Kosten, welche für die von 

der Vertrauensärztin als angemessen erachteten alternativen Therapie-

möglichkeiten anfallen würden, könnten zudem über die Krankenversiche-

rung abgewickelt werden, womit eine mildere und kostengünstigere Mass-

nahme vorliege. 

 

2. 

2.1. 

Nach § 5 Abs. 1 SPG hat, wer für seinen Lebensunterhalt nicht hinreichend 

oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann, Anspruch auf 

Sozialhilfe. Diese umfasst die persönliche und die materielle Hilfe und be-

zweckt die Existenzsicherung, fördert die wirtschaftliche und persönliche 

Selbständigkeit und unterstützt die gesellschaftliche Integration (§ 4 SPG). 

Die materielle Hilfe ist eine Leistung, die in Form von Geld, durch Erteilung 

einer Kostengutsprache oder bei Vorliegen besonderer Umstände auf an-

dere Weise erbracht werden kann (§ 9 SPG). Grundlage für die Bemes-

sung der materiellen Hilfe bilden die gemäss § 10 Abs. 1 SPG i.V.m. § 10 

Abs. 1 SPV verbindlichen Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für 

Sozialhilfe vom April 2005 (4. überarbeitete Ausgabe) für die Ausgestal-

tung und Bemessung der Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien) mit den bis zum 

1. Januar 2017 ergangenen Änderungen, wobei Abweichungen im Einzel-

fall vorbehalten bleiben. 

 

2.2. 

Der Lebensunterhalt wird unterteilt in eine materielle Grundsicherung und 

in situationsbedingte Leistungen (CLAUDIA HÄNZI, Leistungen der Sozial-

hilfe in den Kantonen, in: CHRISTOPH HÄFELI [Hrsg.], Das Schweizerische 

Sozialhilferecht, Luzern 2008, S. 114). Die situationsbedingten Leistungen 

berücksichtigen die besondere gesundheitliche, wirtschaftliche, persön-

liche und familiäre Lage von unterstützten Personen und sind Ausdruck  

des Individualisierungsgrundsatzes sowie des Bedarfsdeckungsprinzips 

(SKOS-Richtlinien, C.1; CLAUDIA HÄNZI, Die Richtlinien der schweizeri-

schen Konferenz für Sozialhilfe, Basel 2011, S. 183).  

 

Die Sozialbehörde hat zu beurteilen, ob die Spezialauslagen für Leistun-

gen, die nicht im Rahmen der medizinischen Grundversorgung liegen, in 

einem sinnvollen Verhältnis zum erzielten Nutzen stehen (vgl. CLAUDIA 

 - 6 - 

 

 

 

HÄNZI, Die Richtlinien der schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe, Basel 

2011, S. 183). Dieser Entscheid liegt weitgehend in ihrem Ermessen (vgl. 

SKOS-Richtlinien, C.1). Ermessen ist eine Entscheidungsbefugnis der Ver-

waltungsbehörden, welche das Verwaltungsgericht im Grundsatz nicht 

überprüft (vgl. vorne Erw. I/4; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX 

UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Auflage, Zürich/St. Gallen 

2020, Rz. 396 f.). Bei der Ermessensbetätigung ist die Sozialbehörde aber 

an die Verfassung gebunden und hat daher insbesondere das Rechts-

gleichheitsgebot, das Willkürverbot und das Verhältnismässigkeitsprinzip 

zu beachten (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 409). 

 

3. 

3.1. 

Die Beschwerdeführerin reichte der Gemeinde X. zwei Berichte ihres 

Hausarztes, Dr. med. D., vom 4.  und 25. April 2022 ein. Während der 

Bericht vom 4. April 2022 davon spricht, dass eine Mutter-Kind-Kur "zur 

Ausheilung und Genesung nach Krankheit" indiziert sei, beschränkt sich 

der Bericht vom 25. April 2022 auf die Angabe, dass die Kur "aus 

medizinischen Gründen" notwendig sei. Der zweite Bericht enthält sodann 

den Zusatz, alternative Therapieoptionen seien evaluiert worden, im Fall 

der Beschwerdeführer aber nicht angemessen. Im Auftrag der Gemeinde 

X. wurde daraufhin eine vertrauensärztliche Begutachtung der 

Beschwerdeführerin angeordnet. Der Bericht der Vertrauensärztin, 

Dr. med. C., vom 11. Mai 2022 spricht davon, dass die Beschwerdeführerin 

den Wunsch nach einer Auszeit zur körperlichen Erholung nach zwei 

Operationen und weiterhin bestehenden gesundheitlichen Problemen 

habe. Die Vertrauensärztin bestätigte, dass die Beschwerdeführerin zwei-

felsohne Unterstützung und Behandlung benötige. Sie bezweifle aber, dass 

für den vorliegenden Fall eine Mutter-Kind-Kur im (auf postpartale Depres-

sionen spezialisierten) Ita-Wegman-Haus die bestmögliche Behandlung 

sei. Vielmehr empfehle sie eine Unterstützung mittels Haushalthilfe zur Ent-

lastung der körperlich eingeschränkt leistungsfähigen Patientin sowie eine 

intensive ambulante Behandlung am Ambulatorium der PDAG. Eventuell 

könne die Beschwerdeführerin dort auch von den Angeboten der Tageskli-

nik profitieren. Schliesslich seien physiotherapeutische Massnahmen zur 

Verbesserung der körperlichen Beschwerden angezeigt, was ambulant am 

Wohnort möglich sei.  

 

Vor Verwaltungsgericht reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht der 

Hausarztpraxis Dr. med. E./F./G. vom 29. September 2022 ein. Diesem 

lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin psychisch stark 

niedergeschlagen, ständig müde, erschöpft, perspektivlos und weinerlich 

sei und depressiv wirke. Die Beschwerdeführerin habe sich im Jahr 2018 

von ihrem Ehemann getrennt und unter dem neuen Partner physische 

Gewalt erfahren. Es bestehe der hochgradige Verdacht auf eine 

posttraumatische Belastungsstörung mit Verarbeitungsstörung und 

 - 7 - 

 

 

 

psychosomatischen Störungen sowie der Verdacht auf eine larvierte 

Depression. Im Bericht wird deshalb zwingend die Durchführung einer 

Mutter-Kind-Kur und der Beginn einer Psychotherapie, insbesondere zur 

psychischen Stabilisierung, zur Strategieerarbeitung bei der Bewältigung 

von Alltagsproblemen und zur Vermeidung von psychischen 

Langzeitfolgen, empfohlen. 

 

Im Weiteren reichte die Beschwerdeführerin vor Verwaltungsgericht Be-

richte des KSA ein. Dem Bericht vom 21. Juli 2022 ist zu entnehmen, dass 

die Beschwerdeführerin aufgrund des Verdachts auf einen viralen Infekt der 

oberen Atemwege und eine psychosoziale Dekompensation ambulant be-

handelt wurde. Eine stationäre Therapie aufgrund des seit längerem beste-

hendem psychischen Erschöpfungszustands sei für die Beschwerdeführe-

rin aufgrund der Betreuung ihrer minderjährigen Tochter nicht möglich. Es 

wurde ihr seitens des KSA jedoch nahegelegt, nach Verbesserung der grip-

palen Symptomatik eine psychiatrische Behandlung anzufangen. Dem 

zweiten Bericht vom 26. August 2022 ist zu entnehmen, dass die Be-

schwerdeführerin aufgrund des Verdachts auf eine Gastroenteritis im KSA 

vorstellig wurde. Eine weitere sehr prominente Problematik sei die psycho-

soziale Belastungssituation, welche sich nicht verbessert, sondern sogar 

eher verschlimmert habe. Im Weiteren ist in diesem Bericht zu lesen: "Eine 

psychologische Vorstellung habe letzte Woche einmalig stattgefunden, dort 

könne man ihr jedoch nicht wirklich helfen, da es die Problematik mit dem 

gemäss Patientin dringend benötigten Kur-Aufenthalt nicht lösen kann." 

 

3.2. 

Die ärztlichen Berichte stimmen dahingehend überein, dass der Beschwer-

deführerin dringend eine psychologische/psychiatrische Therapie empfoh-

len wird. Die beiden Berichte von Dr. med. D. sowie der Bericht von Dr. 

med. G. führen zwar jeweils aus, dass eine Mutter-Kind-Kur vorliegend 

notwendig sei, verzichten jedoch auf jegliche Ausführungen darüber, 

weshalb sie dies als die bestmögliche Therapie ansehen bzw. wieso ihres 

Erachtens die von der Vertrauensärztin vorgeschlagenen Massnahmen 

weniger erfolgsversprechend sind. Tatsächlich ist davon auszugehen, dass 

primär die Beschwerdeführerin selbst um jeden Preis den Kuraufenthalt 

wünscht. Wie die Vertrauensärztin in ihrem Bericht vom 11. Mai 2022 zu 

Recht ausführte, ist höchst fraglich, ob eine Kur in einer auf postpartale 

psychische Depressionen spezialisierten Einrichtung die bestmögliche 

Therapie ist, zumal es sich vorliegend unbestrittenermassen nicht um eine 

postpartale psychische Erkrankung handelt. Dem Bericht des KSA vom 

26. August 2022 ist vielmehr zu entnehmen, dass die aktuelle 

Arbeitslosigkeit, die Abhängigkeit vom Sozialamt sowie die gesundheitliche 

Situation die Beschwerdeführerin stark belasten würden. In diesem Zusam-

menhang erscheinen die von der Vertrauensärztin vorgeschlagenen Mass-

 - 8 - 

 

 

 

nahmen zielführend. Insbesondere ist nicht ersichtlich, wie eine dreiwö-

chige Kur mittel- bis längerfristig etwas an der aktuellen Alltagssituation der 

Beschwerdeführerin zu ändern vermöchte. 

 

4. 

Wie gesehen (vgl. vorne Erw. 3.1) liegt es primär im Ermessen der Sozial-

behörde zu entscheiden, ob Leistungen, die über die medizinische Grund-

versorgung hinausgehen, in einem sinnvollen Verhältnis zum beabsichtig-

ten Nutzen stehen und entsprechend von der Sozialhilfe zu übernehmen 

sind; dieser Ermessensentscheid ist vom Verwaltungsgericht grundsätzlich 

nicht überprüfbar. Trotz der Empfehlungen von Dr. med. D. und Dr. med. 

G. präsentiert sich vorliegend die Ausgangslage keineswegs so, dass allein 

die gewünschte Mutter-Kind-Kur zur angestrebten Verbesserung des 

Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin führen könnte. Zumindest 

ist die entsprechende Beurteilung der Vorinstanzen, die namentlich auch 

auf den Bericht der Vertrauensärztin abstellen, nicht verfassungswidrig und 

verletzt namentlich nicht das Rechtsgleichheitsgebot, das Willkürverbot 

sowie das Verhältnismässigkeitsprinzip. Demzufolge besteht für das 

Verwaltungsgericht kein Anlass und keine Rechtsgrundlage, um 

korrigierend einzugreifen.  

 

5. 

Eine Verletzung der Untersuchungspflicht durch die Vorinstanz ist entge-

gen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht ersichtlich. Die Vorinstanz 

hatte mehrere ärztliche Berichte vorliegen, die gegensätzliche Meinungen 

zum Therapieansatz enthielten. Die erforderliche Abwägung hat sie unter 

objektiven Kriterien vorgenommen. Es ist nicht erkennbar, welche zusätzli-

chen Abklärungen hätten getätigt werden müssen.   

 

Ebenso kann keine Verletzung der Begründungspflicht durch die Vorin-

stanz festgestellt werden. Die Vorinstanz hat alle relevanten Unterlagen 

eingehend behandelt und ausführlich begründet, weshalb sie der Meinung 

der Vertrauensärztin folgt. Inwiefern die Begründung aus Sicht der Be-

schwerdeführerin "nicht aussagekräftig" ist, ist nicht ersichtlich und wird von 

dieser nicht weiter ausgeführt. 

 

6. 

Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist 

abzuweisen. 

 

  

 - 9 - 

 

 

 

III. 

1. 

1.1. 

Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrenskosten in der Regel nach 

Massgabe des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt (vgl. 

§ 31 Abs. 2 VRPG). Entsprechend dem Verfahrensausgang hat die Be-

schwerdeführerin die verwaltungsgerichtlichen Kosten zu tragen. 

 

1.2. 

Die Staatsgebühr wird unter Berücksichtigung des Zeitaufwands und der 

Bedeutung der Sache auf Fr. 1'200.00 festgelegt (vgl. § 3 Abs. 1 i.V.m. § 22 

Abs. 1 lit. c des Dekrets über die Verfahrenskosten vom 24. November 

1987 [Verfahrenskostendekret, VKD; SAR 221.150]). Für die Kanzleige-

bühr und die Auslagen wird auf §§ 25 ff. VKD verwiesen. 

 

2. 

2.1. 

Die Beschwerdeführerin ersucht um unentgeltliche Rechtspflege. Auf Ge-

such hin befreit die zuständige Behörde natürliche Personen von der Kos-

ten- und Vorschusspflicht, wenn die Partei ihre Bedürftigkeit nachweist und 

das Begehren nicht aussichtslos erscheint (§ 34 Abs. 1 VRPG). 

 

2.2. 

Die Mittellosigkeit der Beschwerdeführerin ist ausgewiesen. 

 

2.3. 

Als aussichtslos sind nach der Rechtsprechung Begehren zu bezeichnen, 

bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlust-

gefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. 

Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich die Gewinn-

aussichten und die Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene 

nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über 

die notwendigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überle-

gung zu einem Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll einen Pro-

zess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht 

deshalb anstrengen können, weil er sie nicht kostet (BGE 139 III 396, 

Erw. 1.2; 129 I 129, Erw. 2.3.1; 128 I 255, Erw. 2.5.3). Ob im Einzelfall ge-

nügende Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich aufgrund einer vorläu-

figen und summarischen Prüfung der Prozessaussichten, wobei die Ver-

hältnisse im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs massgebend sind 

(BGE 138 III 217, Erw. 2.2.4; 133 III 614, Erw. 5). 

 

Die Beschwerdeführerin wehrt sich gegen die Ablehnung der Übernahme 

von Hotelleriekosten für eine Mutter-Kind-Kur. Dieses Begehren kann ins-

besondere aufgrund der Aussagen in den Berichten von Dr. med. D. sowie 

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von Dr. med. G. nicht geradezu als aussichtslos bezeichnet werden. Die 

unentgeltliche Rechtspflege ist ihr daher zu gewähren. 

 

3. 

Parteikosten sind nicht zu ersetzen (vgl. § 29 i.V.m. § 32 Abs. 2 VRPG). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Der Beschwerdeführerin wird für das Verfahren vor Verwaltungsgericht die 

unentgeltliche Rechtspflege gewährt. 

 

3. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von Fr. 1'200.00 sowie der Kanzleigebühr und Auslagen von 

Fr. 189.00, gesamthaft Fr. 1'389.00, gehen zu Lasten des Kantons. Die 

unentgeltlich prozessierende Beschwerdeführerin ist zur Nachzahlung an 

den Kanton Aargau verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 34 Abs. 3 

VRPG i.V.m. Art. 123 ZPO). 

 

4. 

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Beschwerdeführerin 

den Gemeinderat X. 

das Departement Gesundheit und Soziales, Kantonaler Sozialdienst, 

Beschwerdestelle SPG 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-rechtli-

chen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, Schwei-

zerhofquai, 6004 Luzern, angefochten werden. Die Frist steht still vom 

7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 

15. August und vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Die 

unterzeichnete Beschwerde muss das Begehren, wie der Entscheid zu 

 - 11 - 

 

 

 

ändern sei, sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern der 

angefochtene Akt Recht verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden 

sind beizulegen (Art. 82 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht 

[Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 1. Dezember 2022 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Vorsitz:     Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Michel     Erny