# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4fddb089-2bf7-5aae-8e10-8a85ecefa50c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 18.11.2021 SB210003
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210003_2021-11-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 
 

Geschäfts-Nr.: SB210003-O/U/ad 
 
Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterinnen lic. iur. Bert-

schi und lic. iur. Haus Stebler sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Baechler 

 

Urteil vom 18. November 2021 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter, Erstberufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

bis 22. Januar 2021 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, 

ab 22. Januar 2021 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____, 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
durch Staatsanwältin lic. iur. Baumgartner,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

sowie 

 

1. B._____,  
Privatkläger und Zweitberufungskläger 

2. C._____,  
3. D._____ AG,  
Privatkläger 

 

1 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____,  

 

- 2 - 

betreffend versuchte vorsätzliche Tötung etc. und Widerruf 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 
2. Juli 2020 (DG200029) 
 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 4. Februar 

2020 (Urk. 32) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:  

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 

StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 9 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 888 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden 

sind. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

4. Es wird eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 

StGB (Behandlung psychischer Störungen) während des Vollzugs angeord-

net. 

5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 15 Jahre des Landes 

verwiesen. 

6. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssys-

tem wird angeordnet. 

7. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

16. Februar 2018 beschlagnahmte Klappmesser mit schwarzem Griff, Marke 

"Tekut", Klinge mit einseitigem geraden Schliff, Klingenlänge ca. 8 cm  

(Asservat-Nr. A011'169'805) wird eingezogen und der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen. 

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8. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

vom 16. Februar 2018 beschlagnahmten Gegenstände werden den Berech-

tigten nach Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben: 

− Hemdartige Jacke, Marke "mil-TEC", Grösse 3XL (Asservat-

Nr. A011'168'799) an den Beschuldigten; 

− Jeanshose blau, Marke "Tommy Hilfiger", mit schwarzem Hosengurt 

(Asservat-Nr. A011'167'387) an den Privatkläger 1. 

Werden die Gegenstände vom jeweils Berechtigten oder einer durch diesen 

bevollmächtigten Person nicht innert drei Monaten nach Eintritt der Rechts-

kraft dieses Urteils herausverlangt, werden sie der Lagerbehörde zur Ver-

nichtung überlassen. 

9. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 

B._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadener-

satzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadener-

satzanspruches wird der Privatkläger B._____ auf den Weg des Zivilprozes-

ses verwiesen. 

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 50'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab tt. Januar 2018 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger C._____ Fr. 1'000.– zu-

züglich 5 % Zins ab tt. Januar 2018 als Genugtuung zu bezahlen.  

12. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin  

D._____ AG aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach scha-

denersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Scha-

denersatzanspruches wird die Privatklägerin D._____ AG auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

13. Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten mit Fr. 54'400.– (pauschal inkl. Barauslagen 

und MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

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14. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für seine Bemühungen als unentgeltlicher 

Rechtsbeistand des Privatklägers 1 mit Fr. 35'800.– (pauschal 

inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt, wovon 

Fr. 24'429.35 bereits ausbezahlt wurden. 

15. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf  

Fr. 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 21'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung; 

Fr. 560.–   Kosten Kantonspolizei Zürich; 

Fr. 19'629.55   Gutachten, Expertisen etc.; 

Fr. 60.–   Zeugenentschädigung; 

Fr. 54'400.–   Kosten amtliche Verteidigung; 

Fr. 35'800.–   Kosten unentgeltlicher Vertreter des Privatklägers  1. 

16. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen 

Rechtsbeistandschaft des Privatklägers 1, werden dem Beschuldigten aufer-

legt. 

17. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsbei-

standschaft des Privatklägers 1 werden unter Vorbehalt der Nachforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 1 StPO auf die Gerichtskas-

se genommen. 

Berufungsanträge: 

a) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:  

(Urk. 123 S. 1) 

1. Der Beschuldigte A._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 12 ½ Jah-
ren zu bestrafen. 

(Dass die bedingt ausgefällte Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu Fr. 110.-- 

gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 3 Sursee vom 10.01.2017 wegen 

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Nichtabgabe von Ausweisen und/oder Kontrollschildern am tt.01.2018 wider-

rufen wurde und in einer unbedingten Gesamtstrafe gemäss Strafmandat 

vom tt.01.2018 zum Strafbefehl vom 10.01.2017 als Gesamtstrafe mündete, 

ist aktenkundig und der Antrag Ziffer 2 gemäss Anschlussberufung vom 9. 

Februar 2021 hinfällig. Es handelt sich um ein Versehen.) 

b) Der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers 1: 

(Urk. 124 S. 1 f.) 

1. Der Beschuldigte sei gestützt auf die Anklage der vorsätzlichen ver-

suchten Tötung im Sinne von Art. 111 i.V. mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

schuldig zu sprechen. 

2. Dem Privatkläger B._____ sei eine Genugtuung von CHF 100'000 aus-

zurichten. Diese sei ab dem tt. Jan. 2018 mit 5% zu verzinsen. 

3. a) Privatkläger B._____ sei für Lohnausfall bei der E._____ GmbH und 

bei der F._____ GmbH eine Entschädigung in der Höhe von insgesamt 

CHF 236'894.05 zuzüglich Zins von 5% ab mittlerem Verfall zwischen 

dem tt. Jan. 2018 und dem 16. Nov. 2021 zuzusprechen. 

b) Die Forderung des Privatklägers B._____ auf Ersatz des zukünftigen 

Schadens sei gestützt auf Art. 126 Abs. 3 StPO dem Grundsatze nach 

gutzuheissen, im Übrigen aber auf den Weg des Zivilprozesses zu 

verweisen. 

4. Die Entscheide betreffend der Einziehung und Vernichtung der Tatwaf-

fe, der Rückgabe der als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände 

sowie der Sicherstellungen, Asservate, Spuren und Spurenträger wer-

den, soweit angefochten, dem Obergericht überlassen. 

5. Die Kosten des Verfahrens seien vollumfänglich dem Beschuldigten 

und Berufungskläger aufzuerlegen. 

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c) Der amtlichen Verteidigung: 

(Urk. 126 S. 2 f.) 

1. Unter Aufhebung der Dispositiv-Ziff. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 sowie 9, 10, 11 

und 12 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 2. Juli 2020 (Ge-

schäfts-Nr.: DG200029-L) und der zugehörigen Erwägungen sei 

A._____ von den Vorwürfen der versuchten vorsätzlichen Tötung im 

Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie 

der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 

StGB freizusprechen; 

eventualiter sei A._____ wegen qualifizierter einfacher Körperverlet-

zung begangen im Notwehrexzess gemäss Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 in 

Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 StGB zu einer bedingten Geldstrafe zu 

verurteilen; 

subeventualiter sei A._____ wegen versuchter schwerer Körperverlet-

zung begangen im Notwehrexzess gemäss Art. 122 in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 und Art. 16 Abs. 1 StGB zu einer bedingten Freiheitsstra-

fe zu verurteilen. 

2. Auf den Widerruf der bedingten Geldstrafe gemäss Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft 3 Sursee vom 10. Januar 2017 sei zu verzichten. 

3. A._____ sei für die bisher erstandene, nicht auf eine Strafe anrechen-

bare, Haft angemessen zu entschädigen. 

4. Die Privatklägerschaft sei mit ihren Zivilansprüchen auf den Zivilweg zu 

verweisen. 

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für die erste und zweite In-

stanz. 

 

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Erwägungen: 

 Verfahrensgang und Gegenstand der Berufung I.

1. Untersuchung und erstinstanzliches Verfahren 

1.1. Am tt. Januar 2018 kam es am frühen Morgen im Raucherraum des 

Club G._____ zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen, bei 

welcher der Privatkläger 1, B._____, und sein Bruder der Privatkläger 2, C._____, 

verletzt wurden. Der Privatkläger 1 erlitt zwei Verletzungen am Hinterkopf, eine 

Verletzung am linken Unterarm sowie eine kratzerartige Hautdurchtrennung/-

abtragung am Unterbauch rechts. Der Privatkläger 2, C._____, wies am rechten 

Unterarm eine kratzerartige Schnittverletzung auf. Auch beim Beschuldigten 

konnte anschliessend eine Verletzung am Hinterkopf festgestellt werden (Urk. 1/1, 

1/11+12). Der Beschuldigte wurde in der Folge verhaftet (Urk. 21/1). 

1.2. Nach durchgeführter Untersuchung erhob die Vorinstanz am 15. Au-

gust 2019 respektive am 4. Februar 2020 Anklage (Urk. 32). Über den Gang des 

Verfahrens nach der ersten Anklageerhebung bis zur erstinstanzlichen Hauptver-

handlung gibt das vorinstanzliche Urteil Auskunft (Urk. 96 S. 6 f.). 

1.3. Mit Eingabe vom 22. Juni 2020 stellte der Verteidiger im erstinstanzli-

chen Verfahren den Beweisantrag, H._____ sei anlässlich der Hauptverhandlung 

als Zeuge einzuvernehmen. Über den Beweisantrag wurde – im Einverständnis 

der amtlichen Verteidigung (Urk. 64) – zufolge Kurzfristigkeit an der Hauptver-

handlung entschieden. Dieser wurde abgewiesen (Urk. 96 S. 7 mit Verweis auf 

Prot. I S. 45 und 50 f.).  

1.4. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten schuldig der versuchten vor-

sätzlichen Tötung und der qualifizierten einfachen Körperverletzung (gefährlicher 

Gegenstand). Die Strafe wurde auf 9½ Jahre Freiheitsstrafe festgesetzt, und es 

wurde eine ambulante Massnahme (psychische Störungen) während des Straf-

vollzugs angeordnet. Ferner ordnete das erstinstanzliche Gericht eine Landes-

verweisung von 15 Jahren mit Ausschreibung im SIS an. Das Tatmesser wurde 

eingezogen und es wurde über die Herausgabe von Gegenständen entschieden. 

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Ferner erfolgte die grundsätzliche Feststellung der Schadenersatzpflicht gegen-

über dem Privatkläger 1 (B._____) und den D._____. Der Beschuldigte wurde zu 

Genugtuungszahlungen von Fr. 50'000.– an den Privatkläger 1 (B._____) und 

Fr. 1'000.– an den Privatkläger 2 (C._____) verpflichtet. Schliesslich wurden die 

Kosten des Verfahrens dem Beschuldigten auferlegt. 

2. Berufungsverfahren 

2.1. Die Verteidigung des Beschuldigten meldete mit Schreiben vom 

10. Juli 2020 Berufung an (Urk. 87). Der Vertreter des Privatklägers 1 erhob mit 

Schreiben vom 13. Juli 2020 ebenfalls Berufung (Urk. 88). Das begründete Urteil 

wurde den Parteien am 22. Dezember 2020 und dem Vertreter des Privatklägers 

1 am 30. Dezember 2020 zugestellt (Urk. 95/1-5). Die Berufungserklärung des 

Beschuldigten datiert vom 11. Januar 2021 (Urk. 99), diejenige des Privatklägers 

1 vom 19. Januar 2021 (Urk. 100). Mit Präsidialverfügung vom 22. Januar 2021 

wurde der bisherige amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. 

X1._____ entlassen und neu wurde Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ als amtlicher 

Verteidiger bestellt, beides mit Wirkung per respektive ab 22. Januar 2021 (Urk. 

22). Mit Beschluss vom 15. Januar 2021 wurde der bisherige amtliche Verteidiger 

für seine Bemühungen im Berufungsverfahren entschädigt (Urk. 104). Innert mit 

Präsidialverfügung vom 29. Januar 2021 angesetzter Frist erklärte die Staatsan-

waltschaft Anschlussberufung (Urk. 106 und 108). Die Parteien wurden anfangs 

April 2021 auf den 16. November 2021 zur Berufungsverhandlung vorgeladen 

(Urk. 113).  

2.2. Mit der Berufungserklärung vom 11. Januar 2021 erneuerte und be-

gründete die Verteidigung den Beweisantrag auf Einvernahme von H._____ im 

Rahmen des Berufungsverfahrens (Urk. 99). Mit Präsidialverfügung vom 16. Juli 

2021 wurde der Beweisantrag gutgeheissen und H._____ mit Schreiben vom 21. 

Juli 2021 zur Befragung als Zeuge vorgeladen (Urk 114, 115/3).  

2.3. Im Vorfeld der Berufungsverhandlung traf der jährliche Therapiebe-

richt/Abschlussbericht des Psychiatrisch Psychologischen Dienstes JuWe Kanton 

Zürich vom 18. Oktober 2021 ein (Urk. 117). Dieser wurde der Staatsanwaltschaft 

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und der Verteidigung zugestellt und später auf dessen ausdrückliches Ersuchen 

auch an den Vertreter des Privatklägers 1 (Urk. 120). Weiter gab es einen Aus-

tausch des Präsidenten mit den Parteien und deren Vertreter betreffend eine ver-

nünftige Wahl der Anzahl von Begleitpersonen. Der Beschuldigte verzichtete in 

der Folge auf die Begleitung durch Vertrauenspersonen, der Privatkläger be-

zeichnete zwei Personen (Urk. 121).  

2.4. Am 16. November 2021 sind die Parteien zur Berufungsverhandlung 

erschienen, der Beschuldigte und der Privatkläger 1 je in Begleitung ihrer Rechts-

vertreter, der Privatkläger 2 alleine (Prot. II S. 8). Im Rahmen der Berufungsver-

handlung wurde H._____ als Zeuge einvernommen. Nach Durchführung der Be-

rufungsverhandlung wurde das Urteil am 16. und 18. November 2021 beraten. 

Nachdem die Parteien auf eine mündliche Urteilseröffnung verzichtet haben (Prot. 

II S. 67 ff.), wurde ihnen das Urteil im Dispositiv schriftlich zugestellt.  

3. Umfang der Berufung 

3.1. Die Verteidigung beantragt einen vollumfänglichen Freispruch und hat ex-

plizit die Ziffern 1 bis 7 sowie 9 bis 12 unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für 

beide Instanzen angefochten. Weiter stellt sie den Antrag, auf die Zivilansprüche 

sei nicht einzutreten, eventualiter seien diese abzuweisen (Urk. 99 S. 2 und 

Urk. 126 S. 2 f.). Der Vertreter des Privatklägers B._____ beantragt eine höhere 

Genugtuung von Fr. 100'000.– und die Zusprechung von Fr. 107'694.10 Scha-

denersatz (Urk. 100 S. 1 f. und Urk. 124 S. 1 f.). Mit ihrer Anschlussberufung be-

antragte die Staatsanwaltschaft die Erhöhung des Strafmasses auf 12½ Jahre 

Freiheitsstrafe und den Widerruf des bedingten Vollzugs von 5 Tagessätzen zu 

Fr. 110.– Geldstrafe gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 3 Sursee vom 

10. Januar 2017 (Urk. 108 S. 1 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte 

die Staatsanwältin, der Antrag Ziffer 2 der Anschlussberufung vom 9. Februar 

2021 betreffend Widerruf sei hinfällig, es habe sich um ein Versehen gehandelt 

(Urk. 123 S. 1). 

3.2. Demzufolge sind lediglich die Ziffern 8 (Herausgabe beschlagnahmter 

Gegenstände respektive Kleider) und die Ziffern 13 und 14 (durch die Vorinstanz 

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festgesetzte Entschädigungen für die Verteidigung des Beschuldigten und die 

Vertretung des Privatklägers 1) sowie Ziffer 15 (Kostenfestsetzung) des erstin-

stanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen. Dies ist vorab mit Beschluss festzu-

stellen. 

 Sachverhalt II.

1. Anklagevorwürfe 

1.1. Die Vorinstanz hat den Anklagesachverhalt betreffend den Privatkläger 

1, B._____, zutreffend dargestellt (Urk. 96 S. 9 f.). Es kann darauf sowie auf die 

Anklageschrift vom 4. Februar 2020 (versuchte vorsätzliche Tötung) verwiesen 

werden (Urk. 32 S. 2 ff.).  

1.2. Ebenfalls kann auf die Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil zum 

Anklagesachverhalt betreffend den Privatkläger 2 sowie die Anklageschrift (einfa-

che Körperverletzung) verwiesen werden (Urk. 96 S. 13 und Urk. 32 S. 5). 

2. Unbestrittener Sachverhalt 

2.1. Der Beschuldigte anerkennt, dass es zwischen ihm und dem Privatklä-

ger 1 in den frühen Morgenstunden des tt. Januar 2018 in der Raucherlounge des 

Club G._____ zu einer verbalen Auseinandersetzung kam, als er B._____ kreuzte 

und dabei unbeabsichtigt berührte, woraufhin letzterer ihn mit dem Ellenbogen zu-

rückstiess. Weiter bestreitet er nicht, dannzumal dem Privatkläger 1 mit dem in 

der Anklageschrift beschriebenen Messer die im medizinischen Gutachten fest-

gehaltenen Verletzungen zugefügt zu haben. Er anerkennt, dass dieser deswe-

gen notfallmässig operiert und genäht werden musste und als professioneller 

Kampfsportler dauerhaft eingeschränkt ist (Urk. 3/4 S. 13 f. 19, Prot. I S. 20 ff.).  

2.2. Anlässlich der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht Zürich anerkannte 

der Beschuldigte sodann auch, die Verletzungen des Privatklägers 2 (kratzerarti-

ge, blutende Schnittverletzung von ca. 5-7 cm Länge am rechten Unterarm) ver-

ursacht zu haben.  

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2.3. Der Beschuldigte anerkannte somit zusammengefasst, die Begegnung 

mit den Privatklägern und deren Verletzungen sowie die Folgen der Verletzung 

des Privatklägers 1 verursacht zu haben (Prot. S. 25 f.). 

3. Bestrittener Sachverhalt: Notwehrsituation 

Der Beschuldigte bestritt von Anfang an und auch vor Vorinstanz, mit dem Messer 

ohne Vorwarnung aus stehender Position ausgeholt und mit einer Schwungbewe-

gung mehrmals auf den ihm frontal gegenüber und aufrecht stehenden Privatklä-

ger 1 eingestochen zu haben. Ferner stellte er in Abrede, dass er diesem tödliche 

Verletzungen habe beibringen wollen. Er machte demgegenüber stets geltend, er 

sei angegriffen und mit Gläsern oder Flaschen beworfen worden, so dass er sich 

in einer Notwehrsituation befunden habe. Nachfolgend ist anhand der im Rahmen 

der Untersuchung und im Gerichtsverfahren deponierten Aussagen zu prüfen, ob 

sich der Sachverhalt gemäss Anklageschrift (gestützt auf die Aussagen der Pri-

vatkläger 1 + 2) erstellen lässt und ob von einer Notwehrsituation gemäss der 

Darstellung des Beschuldigten auszugehen ist.  

3.1. Einvernahmen der Privatkläger 1 B._____ und 2 C._____ 

a) Polizeiliche Einvernahme C._____ vom tt. Januar 2018 

Unmittelbar im Anschluss an den zu beurteilenden Vorfall wurde der Privatkläger 

2 in den frühen Morgenstunden des tt. Januar 2018 von der Polizei zu den Ge-

schehnissen einvernommen (Urk. 4/2 S. 1 ff.). C._____ schilderte, es sei keine 

Schlägerei gewesen, dieser Typ habe auf seinen Bruder eingestochen. Sie seien 

in den Raucherraum im Club G._____ gegangen, er habe seine Frau dabei ge-

habt, sie hätten auch Kollegen getroffen. Sein Bruder sei voraus gegangen, er 

habe mit seiner Frau geredet, er habe dann ein Handgemenge gesehen und sei 

dazwischen gegangen. Sein Bruder habe auf einmal gesagt, dass der andere ein 

Messer habe und habe ihn nach hinten weg gezogen. Der Typ habe mit seiner 

rechten Hand umher gefuchtelt, als er genauer hingesehen habe, habe er ein 

Messer in seiner Hand gesehen. Er habe gedacht, dieser habe seinen Bruder ein-

fach geschlagen, aber dann habe er überall Blut gesehen. Er habe bemerkt, dass 

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dieser seinen Bruder am Kopf getroffen habe. Am Anfang habe er nicht gewusst, 

dass der Typ ein Messer in der Hand gehalten habe. Als sein Bruder gesagt ha-

be, dass ein Messer im Spiel sei, seien alle zur Seite gesprungen und in Richtung 

Ausgang des Raucherraums gelaufen, es habe ein wenig Panik gegeben und es 

sei herum geschrien worden. Er habe gesehen, dass sein Bruder am Kopf und 

am Arm geblutet habe. Er sei sauer geworden und habe den anderen Typen ge-

sucht, der sei auch vor den Club herausgekommen und habe gesagt, dass er ihn 

umbringe, wie I._____ den J._____ umgebracht habe. Darauf habe er zu seinem 

Bruder gesagt, dass sie ihre Sachen packen und in den Spital gehen würden, wo-

rauf er seinen Bruder ins Unispital gefahren habe. Danach gefragt, wie es zum 

Streit gekommen sei, gab der Privatkläger 2 an, sie hätten sich angerempelt, 

dann habe es ein Gerangel gegeben, sein Bruder und der Typ hätten ein Wortge-

fecht gehabt. Der Typ habe sich dann von seinem Bruder abgedreht und er habe 

sich wieder seiner Frau zugewendet. Per Zufall habe er sich wieder zum Bruder 

gedreht und gesehen, wie der andere auf diesen los gegangen sei. Er habe mit 

der rechten Hand auf den Bruder "eingeschlagen", wobei er zuerst nicht gewusst 

habe, dass dieser ein Messer in der Hand gehalten habe. Sie seien in einer guten 

Box-Distanz auseinander gestanden, ca. eine Armlänge. Das Licht sei von hinten 

auf das Messer gefallen, er habe ihn nur mit dem Messer dort stehen sehen, er 

schätze, dass das Messer mit Griff ca. 20 - 30 cm lang gewesen sei, Farbe und 

Klinge könne er nicht beschreiben, er sei zu weit entfernt gewesen. Er habe dies 

anfänglich aus einer Entfernung von ca. 2 - 3,5 Meter beobachten können, er sei 

dazwischen, weil er gedacht habe, dieser schlage den Bruder normal, habe auf 

diesen schauen wollen und an seine Frau gedacht. Dann sei er vom Bruder nach 

hinten weg gezogen worden. Der Bruder habe mit seinem Arm abgewehrt, als der 

andere mit dem Arm herumgefuchtelt habe und zwei bis drei Mal auf ihn losge-

gangen sei. Er selbst habe nicht einmal bemerkt, dass er auch leicht am Arm ver-

letzt worden sei, es sei eine feine Schnittverletzung am rechten Unterarm. 

C._____ verneinte die Frage, ob er den Typen angegriffen habe und erklärte, er 

wisse nicht, ob der andere verletzt sei. Es sei sehr dunkel gewesen und der Club 

sei voll gewesen. C._____ erklärte, dazu befragt, wer noch Aussagen über den 

Vorfall machen könne, sein Bruder, aber Leute, die den Vorfall gesehen hätten, 

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gebe es nicht, oder nicht solche, die er kenne. Der Zeuge fertigte eine Skizze vom 

Raucherraum (Urk. 4/2 Anhang). Anschliessend gab er an, er wisse nicht, ob 

noch andere Personen verletzt worden seien, er habe sich auf seinen Bruder 

konzentriert. Der ganze Vorfall habe nicht einmal eine Minute gedauert. Wenn der 

Beschuldigte den Bruder ein paar Zentimeter weiter unten getroffen hätte, hätte 

jener diesen vielleicht noch an der Halsschlagader getroffen.  

b) Einvernahme von C._____ als Auskunftsperson bei der Staatsanwaltschaft am 

7. Juni 2018 

In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme wiederholte der Privatkläger 

C._____, er sei mit seinem Bruder und seiner Frau in den Raucherraum gegan-

gen, wo sie noch eine Kollegin getroffen hätten; es habe ein Gedränge gegeben, 

jemand habe sich durchdrücken wollen, beide Seiten hätten etwas gedrückt, er, 

der Beschuldigte und sein Bruder. Dann hätten sie angefangen, ein Wortgefecht 

zu führen. Darauf sei irgendein Typ dazwischen gegangen, der gesagt habe: 

"Hört auf mit dem Scheiss." Sein Bruder habe einen Schritt zurück gemacht und 

sich abgedreht, sie beide hätten sich eigentlich weggedreht, damit es keine Dis-

kussionen mehr gebe. Er habe zu seiner Frau zurück gehen wollen, da sei ein 

Kollege von ihnen aufgetaucht und habe gefragt, was gewesen sei. Er habe nicht 

gross zugehört, was weiter gesprochen worden sei. Als er auf dem Weg zu seiner 

Frau gewesen sei, habe er als nächstes gesehen, wie der Beschuldigte auf sei-

nen Bruder eingeschlagen habe, aus dem Nichts eigentlich. Dann sei er schon 

gesprungen, um dazwischen zu gehen, sei dann aber nach hinten gezogen wor-

den und habe nur noch den Warnruf gehört, der andere habe ein Messer. Er sei 

nach hinten auf den Boden gefallen und wieder aufgestanden. Aus seiner Sicht 

nach vorne sei der Raum ziemlich leer gewesen, alle seien auf die Seiten ge-

drängt. Er habe dann den Beschuldigten dastehen sehen mit dem Messer in der 

Hand, dieser habe ihm auch noch eine Flasche angeworfen, welche er mit dem 

linken Unterarm abgewehrt habe. Darauf sei er rückwärts aus dem Raucherraum 

gelaufen, damit er den Beschuldigten immer im Blickfeld gehabt habe. Sein Bru-

der sei schon weit hinter ihm gewesen, als er aufgestanden sei, habe er sich mit 

dem Beschuldigten fast alleine an Ort und Stelle befunden: Die Leute seien nach 

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draus-sen gestürmt, seine Frau sei ziemlich erdrückt auf der Seite gewesen. Er 

sei raus gegangen und habe seinen Bruder voller Blut gesehen. Sie hätten dann 

den Club verlassen und dann habe er gesehen, dass das Blut nicht nur am 

Bauch, sondern auch die Schulter, den Nacken hinuntergelaufen sei. Sie seien 

beim Ausgang des Kinos gestanden. In diesem Moment sei der Beschuldigte an 

dieser Tür aufgetaucht und habe geschrien: "Ich bring en um, wie de I._____ dä 

J._____." (Urk. 4/3 S. 2 ff.). Darauf habe er seinen Bruder angesehen und es sei 

Adrenalin gewesen. Er habe dann die Wunden angeschaut und festgestellt, dass 

er eine Stichverletzung am Kopf, oberhalb des Halses gehabt habe, darauf habe 

er dem Bruder gesagt, dass sie nun sofort ins Spital gehen würden. Der Konflikt 

habe für ihn begonnen, als der Beschuldigte angefangen habe, wie wild um sich 

zu schlagen, er habe nicht recht gesehen, wann das gewesen sei, aber als ihr 

Kollege dazwischen gegangen sei, um zu fragen, sei es losgegangen. Der Kolle-

ge heisse glaublich K._____. Seines Wissens habe sein Bruder nicht provoziert, 

umgekehrt aber schon. Er habe verhindern wollen, dass es Probleme gebe, die 

Person sei gekommen und habe gesagt, sie alle sollten aufhören, auch sein Bru-

der habe sich abgewendet. Aus seiner Sicht habe der Beschuldigte seinen Bruder 

provoziert, indem er wie ein Rambo einfach primitiv gedrückt habe, um durchzu-

kommen, einfach beim Vorbeilaufen so eins auf die Seitedrücken und danach ein 

Seitenblick, quasi um zu zeigen, dass er der "Siebesiech" sei im Club. Er habe 

sich dann zu seinem Bruder gedreht und die Diskussion sei losgegangen. Dann 

sei diese Person dazwischen gekommen und habe gesagt, sie sollten aufhören. 

Sein Bruder und er hätten sich dann abgewendet. Danach gefragt, wie der Be-

schuldigte auf den Bruder losgegangen sei, erklärte C._____, er habe gesehen, 

wie der Beschuldigte auf seinen Bruder eingestochen habe. Aus seiner Perspekti-

ve habe er gedacht, er schlage ihn mit Fäusten, er sei dazwischen gegangen und 

da habe dieser ihn selbst auch noch am Arm erwischt. Eigentlich habe er nur da-

zwischen gehen wollen, weil er gedacht habe, es seien Schläge. Der Beschuldig-

te habe so rumgeschlagen, er habe mit dem Messer eingestochen, es sei aber so 

dunkel gewesen, dass er erst im Nachhinein gesehen habe, dass er ein Messer 

habe. Es seien viele schnelle und starke Stich-/Schnittbewegungen mit dem Mes-

ser gewesen und diese seien gegen seinen Bruder gerichtet gewesen. Als er auf 

- 16 - 

diesen eingestochen habe, seien sich die beiden gegenüber gestanden, vielleicht 

im Abstand von einem halben bis zu einem Meter. Die Klinge habe nach oben ge-

zeigt, gegen Ende habe er den Beschuldigten dann mit dem Messer in der Hand, 

mit dem Messer nach unten dastehen sehen. Er habe auf den Kopf gezielt mit 

dem Messer. Sein Bruder sei darauf rückwärts gegangen und habe sich beide 

Arme schützend vor den Kopf gehalten. Deshalb habe er die Verletzung am Arm 

erlitten. Es sei kein Küchenmesser gewesen, sondern ein Messer mit langer Klin-

ge dran, er habe nicht gesehen, woher der Beschuldigte dieses hervorgenommen 

und wie er es geöffnet habe (Urk. 4/3 S. 5 ff.). Die Auskunftsperson beschrieb, der 

Vorfall habe sich, wenn man rein komme links ereignet. Es habe dort Sofas, aber 

die stünden geradeaus hinten im Raum. Der Beschuldigte sei nicht auf ein Sofa 

gefallen oder darauf gesessen. Im Raucherraum hätten sie nichts zum Trinken 

dabei gehabt, die Getränke hätten sie unten stehen lassen. Es sei in der Lounge 

vom Beschuldigten gegen ihn eine Glasflasche geworfen worden, ausser dieser 

habe er keine Flasche in der Raucherlounge fliegen sehen. Er sei schon beim 

Ausgang gestanden und die Flasche sei aus einer Distanz von ca.   4-5 Metern 

geflogen gekommen. Diese habe ihn am linken Unterarm, mit dem er den Kopf zu 

schützen versucht habe, getroffen. Sie hätten keine Flaschen oder Gläser gewor-

fen. Der Vorfall sei nicht lange gegangen (Urk. 4/3 S. 10 ff.). Auf weitere Fragen, 

woraus die Verletzung des Beschuldigten resultiert habe, gab C._____ an, er wis-

se es nicht, vielleicht habe sich dieser selbst gestochen, er habe keine Verletzung 

oder Blut beim Beschuldigten gesehen vor Ort. Beim Wortgefecht sei er unmittel-

bar daneben und nachher vielleicht 1,5 - 2 Meter entfernt gestanden. Draussen 

vor dem Club respektive als er sich zwischen Tür und Angel befunden habe, habe 

der Beschuldigte seinen Bruder mit dem erwähnten Ausspruch "Ich bring en um, 

wie de I._____ dä J._____" bedroht, er habe dies geschrieen, auch die Türsteher 

müssten das gehört haben. J._____ habe I._____ in L._____ erschossen, des-

halb habe er diesem Ausspruch eine hohe Bedeutung beigemessen. Darauf hin-

gewiesen, sein Bruder habe sich nach dem Vorfall gegenüber der ausgerückten 

Polizei abweisend verhalten, erklärte die Auskunftsperson, sie hätten gerade ins 

Spital gehen wollen und die Polizei habe sie nicht gehen lassen wollen, sie seien 

jedoch der Meinung gewesen, dass sie sofort ins Spital fahren müssten; er habe 

- 17 - 

zu den Polizeibeamten gesagt, sie könnten gerne mitkommen, er fahre gleich rauf 

(Urk. 4/3 S. 15 ff.). Mit der Darstellung des Beschuldigten in den vorgängigen Ein-

vernahmen konfrontiert, erklärte C._____ diese zusammengefasst als unzutref-

fend (Urk. 4/3 S. 17 ff.).  

c) Aussagen des Privatklägers 1, B._____ 

aa) Der Privatkläger 1, B._____, wollte im Universitätsspital vor der anstehenden 

Operation zunächst keine Aussagen machen (Urk. 1/1 S. 3 f.). Am 27. Januar 

2018 konnte dieser dann im Spital mündlich befragt werden. Diese Aussagen 

wurden vom befragenden Polizeibeamten sinngemäss zusammengefasst und im 

Rapport vom 27. Januar 2018 festgehalten (Urk. 1/3 S. 2). Bei dieser Befragung 

konnten die Teilnahmerechte des Beschuldigten nicht gewahrt werden. Nachdem 

der Privatkläger B._____ jedoch später als Auskunftsperson im Beisein des Be-

schuldigten befragt wurde und angab, gegenüber der Polizei im Spital die Wahr-

heit gesagt zu haben sowie weitgehend gleichlautend aussagte, spricht nichts ge-

gen die Verwertbarkeit der vom Polizeibeamten festgehaltenen Aussagen von 

B._____, zumal diese auch Angaben zu dessen eigenem Verhalten enthalten, die 

zugunsten des Beschuldigten berücksichtigt werden können. B._____ räumte ein, 

er habe den Beschuldigten mit dem Ellbogen zur Seite gestossen, nachdem die-

ser aufgrund der engen Platzverhältnisse etwas gegen seinen Rücken gestossen 

sei. Der Beschuldigte habe ihn gefragt, ob er ein Problem habe, darauf habe er 

geantwortet, bei ihm sei alles in Ordnung, aber er habe ein Problem mit seinem 

(des Beschuldigten) Auftreten. Der Beschuldigte habe gesagt, dass sie die ganze 

Sache auch anders regeln könnten, er habe entgegnet, er solle einfach weiter ge-

hen. Sie hätten sich dann gegenseitig begonnen zu beleidigen, worauf ein Kollege 

des Beschuldigten dazwischen gegangen sei. Er habe trotzdem vom Täter wissen 

wollen, was mit ihm los sei und habe einen Schritt auf ihn zugemacht. Da habe 

dieser schon mit dem Messer nach ihm gestochen. Zuerst habe er nur etwas ge-

spürt und Blut gesehen und als jemand geschrien habe, der andere habe ein 

Messer, habe er realisiert, was soeben geschehen sei. Er glaube, der Täter habe 

das Messer in der rechten Hand gehalten, sei aber nicht zu 100 % sicher. Zum 

Messer könne er auch keine Angaben machen, da es zu dunkel gewesen sei, um 

- 18 - 

es klar erkennen zu können. Nachdem dieser ihn mit einem Seitwärtsstich am 

Kopf hinter dem linken Ohr erwischt gehabt habe, habe er zur Abwehr seine bei-

den Arme hoch genommen. Der Täter habe weiter auf ihn eingestochen und ge-

schnitten. Alles sei so wahnsinnig schnell gegangen, er könne nicht sagen, wie er 

mit dem Messer nach ihm gestochen habe oder wie er geschnitten habe. Aber er 

könne sagen, dass er ihn am Bauch nicht wirklich erwischt habe. Dort habe er nur 

einen kleinen, oberflächlichen Schnitt. Dann seien die Sicherheitsleute des Clubs 

gekommen und hätten sie getrennt. Der Täter sei glaublich durch den Notaus-

gang rausgebracht worden, er durch den Haupteingang. Anlässlich der Beru-

fungsverhandlung führte die Verteidigung aus, es sei auffällig, dass B._____ sei-

nen "Kollegen" (M._____) anlässlich der polilzeilichen Befragung nicht mit einem 

Wort erwähnt habe. Auch die Anwesenheit seines Bruders sowie dessen angebli-

che Intervention habe dieser in der polizeilichen Befragung nicht erwähnt (Urk. 

126 S. 13 Rz 49). Dazu ist zu bemerken, dass die Befragung am Folgetag des 

Ereignisses und nach erfolgter Operation im Spital stattfand. Der rapportierende 

Polizist hielt die Aussagen sinngemäss fest und hielt nicht einzelne Fragen und 

Antworten fest, sondern fasste die Angaben zusammen. Offenbar sprach aber 

B._____ davon, dass "wir" im Raucherraum gewesen seien, so dass er jedenfalls 

nicht verschwieg, in Begleitung gewesen zu sein.  

bb) Am 7. Juni 2018 führte B._____ zum Ablauf der Geschehnisse vom tt. Januar 

2018 als Auskunftsperson bei der Staatsanwaltschaft aus, er sei mit seinem Bru-

der hinauf in den Raucherraum gegangen, A._____ sei hinter seinem Rücken so 

durchgelaufen, als ob ihm der Club gehören würde; dieser habe ihn von hinten 

gecheckt, ob mit Absicht oder nicht, wisse er nicht. Er habe sich deshalb zu ihm 

umgekehrt und gesagt, er solle schauen, wie er durchlaufe. Der Beschuldigte ha-

be sich sofort vor sein Gesicht gedrückt und gefragt, ob er ein Problem habe, wo-

rauf er entgegnet habe, er solle schauen, wie er sich benehme. Dabei seien sie 

sich etwas näher gekommen, aber hätten sich nicht gegenseitig angefasst. Ein 

Kollege des Beschuldigten sei gekommen, habe sich dazwischen gestellt und ge-

sagt, sie sollten es locker nehmen, niemand wolle Stress. Dadurch hätten sie et-

was Abstand bekommen. Er (Privatkläger 1) habe ca. 2 Schritte rückwärts ge-

macht. Sie hätten einander angeschaut und der andere habe etwas "rumgeflucht". 

- 19 - 

Darauf sei ein Kollege von ihm gekommen und habe gefragt, was los sei, er habe 

ihm gesagt, er wisse nicht, was der andere für ein Problem habe. Aber A._____ 

sei so provokant dort gestanden, dass es klar gewesen sei, dass er ein Problem 

habe. Sein Kollege namens K._____, wie er im späteren Verlauf der Einvernahme 

angab, habe A._____ fragen wollen, was los sei und habe einen Schritt auf die-

sen zu gemacht. Er selbst habe auch hören wollen, was die beiden redeten, des-

halb sei er auch einen Schritt nach vorne gegangen. Dann sei es schon passiert, 

als er diesen Schritt gemacht habe, habe A._____ schon das Messer hervor ge-

nommen und ihm dieses gegen den Kopf gestossen. An dieser Stelle der Einver-

nahme blickte die Auskunftsperson zum Beschuldigten, welcher sagte, diese solle 

nicht lügen, worauf diese wiederum den Beschuldigten als "Fettsack" betitelte 

(Urk. 4/1 S. 4). Der Privatkläger 1 erklärte weiter, im ersten Moment habe er es 

gar nicht gecheckt, dass ihm der Beschuldigte ein Messer reingestochen habe. 

Das Ganze sei sehr schnell gegangen, er habe seine Hände hochgenommen, 

denn er sei davon ausgegangen, dass es dessen Fäuste gewesen seien, dann 

habe dieser noch einmal zugestochen und habe diesmal seine Hand getroffen, 

wobei die Auskunftsperson ihren linken Unterarm zeigte. Er habe dann ein taubes 

Gefühl im Arm gehabt, er habe aber nicht gemerkt, wie viele Stiche es gewesen 

seien. Am Kopf habe er zwei Stiche gehabt. Die Leute hätten angefangen "Mes-

ser, Messer" zu schreien und er sei schon voller Blut gewesen. Er sei gleich 2-3 

Schritte zurückgewichen, dann habe sein Bruder mitbekommen, dass sie eine 

Diskussion gehabt hätten, er habe schlichten und dazwischen gehen wollen. Er 

habe diesen dann an der Jacke oder am T-Shirt gepackt und habe ihn etwas zu-

rückgezogen und ihm gesagt, dass der Beschuldigte ein Messer habe. Dann sei 

es aber schon zu spät gewesen, der andere habe mit dem Messer herumgefuch-

telt und seinen Bruder auch bereits getroffen. Sie seien erschrocken und hätten 

nicht glauben können, dass dieser das mitten in einem Club aus dem nichts her-

aus mache. Sie hätten beide den Beschuldigten angesehen und er habe erstmals 

das Messer gesehen. Der Beschuldigte habe gesagt, sie sollten nochmals kom-

men, niemand sei hin gegangen, weil ein Messer im Spiel gewesen sei. Die 

Securities seien angerannt gekommen, er sei mit seinem Bruder zurück gegan-

gen und die Sicherheitsleute hätten den Beschuldigten mitgenommen zum Not-

- 20 - 

ausgang bei den Kinos N._____ raus. Ihn hätten sie durch den Haupteingang 

raus genommen. Er habe den anderen dann draussen wieder gesehen. Er sei in 

einigem Abstand gewesen und habe den Beschuldigten hinter dem Notausgang 

gesehen. Natürlich sei er dann in die Nähe gegangen und habe geschaut. Der 

andere sei weiterhin mit dem Messer dort neben den Securities gestanden und 

habe weiterhin mit dem Messer gedroht. Er habe gesagt: "Du Jugo chum da ane, 

ich schlitz dich uf". Wiederum wandte der Beschuldigte gegenüber der Auskunfts-

person ein, dass dies nicht stimme, worauf letztere entgegnete, er Fettsack solle 

ruhig sein (Urk. 4/1 S. 4 f.). Der Beschuldigte habe weiter herum geflucht und 

durch die Scheibe gedroht. Dann sei schon die Polizei gekommen, er sei zu ihm 

hin gegangen und einige Polizisten seien zu ihm gekommen. Er sei voller Blut 

gewesen und habe sich nicht gut gefühlt; die Polizei habe gefragt, ob sie einen 

Krankenwagen bestellen sollten, worauf sein Bruder entgegnet habe, er würde ihn 

sofort ins Spital fahren. Darauf angesprochen, weshalb er sich am Schluss noch 

zur Scheibe der Notfalltüre begeben habe, obwohl er doch gewusst habe, dass 

der Beschuldigte ein Messer mit sich geführt habe, erklärte B._____, es seien 

5 Meter Abstand gewesen und der Hauptausgang, aus welchem er selbst ge-

kommen sei, befinde sich in unmittelbarer Nähe des Notfallausgangs. Der Be-

schuldigte habe hinter der Tür gekräht. Die Securities seien dort gestanden, es 

seien Kollegen von diesem, er sei offenbar auch durch den Notausgang in den 

Club hereingekommen und dies mit dem Messer. Der Veranstalter O._____ habe 

ihm das bestätigt, dass dies möglich sei, als er diesen später angerufen habe 

(Urk. 4/1 S. 5 ff.). Danach gefragt, was der Beschuldigte für Bewegungen ausge-

führt habe, welche ihn verletzt haben müssten, erklärte B._____, die erste Bewe-

gung sei gegen seinen Kopf (gegen sein linkes Ohr) gewesen, seiner Erinnerung 

nach habe er zwei Mal gestochen. Den Bildern könne man entnehmen, dass es 

zwei verschiedene Schnitte gewesen seien, es seien zwei identische Bewegun-

gen des Beschuldigten gewesen - wobei die Auskunftsperson später eine seitliche 

Schwungbewegung zeigte - welche ihn hinter dem Ohr links verletzt hätten. Er 

habe weiterhin gegen seinen Kopf gestochen, weshalb er die Arme zur Abwehr 

hoch gehoben habe, dadurch habe ihn der Beschuldigte nicht mehr am Kopf, 

sondern seine linke Hand respektive seinen linken Unterarm getroffen. Dort habe 

- 21 - 

er eine längs und eine quer verlaufende Schnittverletzung, wobei er nicht wisse, 

ob es sich um eine oder um zwei Messerbewegungen des Beschuldigten gehan-

delt habe. Eine Verletzung habe er noch am Bauch und sein Bruder eine am Un-

terarm erlitten, insgesamt habe das Messer also sechs Mal getroffen. Er habe 

recht Schwung drauf gehabt, am Arm sei ihm das Messer 5-6 cm hinein gegan-

gen (Urk. 4/1 S. 8 ff.). Sie seien sich gerade gegenüber gestanden, ganz zu Be-

ginn Kopf an Kopf, darauf sei er etwas rückwärts gegangen, dann sei er wieder 

einen Schritt auf den Beschuldigten zu gegangen. Er habe nicht gesehen, wie der 

Beschuldigte das Messer behändigt und geöffnet habe. Der Vorfall sei ungefähr in 

der Mitte der Raucherlounge passiert, zuhinterst gebe es ein Sofa. Er habe den 

Beschuldigten nie auf das Sofa fallen oder darauf sitzend gesehen (Urk. 4/1 S. 10 

ff.). Auf entsprechende Frage gab der Privatkläger 1 an, er sei in der Raucher-

lounge am Rauchen gewesen, ob er ein Getränk dabei gehabt habe, wisse er 

nicht mehr. Von ihrer Seite her seien keine Flaschen oder Gegenstände geworfen 

worden, er habe überhaupt keine Flaschen fliegen sehen. Der Vorfall habe nicht 

lange gedauert, die Securities seien gekommen und hätten den Beschuldigten 

mitgenommen; es sei nämlich Panik entstanden, als klar geworden sei, dass ein 

Messer im Spiel gewesen sei, alle hätten gleichzeitig durch die Tür aus der Rau-

cherlounge gewollt. Der Privatkläger 1 machte sodann Angaben zu seinen Verlet-

zungen, den erfolgten Operationen und Behandlungen sowie zu den andauern-

den Beeinträchtigungen, deretwegen er seine Tätigkeiten als Kampfsporttrainer 

und Sicherheitsmann nicht ausüben könne; der Heilungsverlauf sei noch unge-

wiss, man habe ihm aber gesagt, dass es nie mehr so werde wie vorher (Urk. 4/1 

S. 12 ff.). B._____ erklärte auf Vorhalt der entsprechenden Fotos, er habe nichts 

mit der Verursachung der Verletzungen des Beschuldigten zu tun. Auf entspre-

chende Frage gab er an, im Raucherraum seien die Leute um sie herum gestan-

den, es sei eng gewesen. Alle, die dort drin gewesen seien, hätten den Vorfall 

mitbekommen, es sei aber Panik entstanden, die Leute hätten "Messer, Messer, 

Messer" gerufen. Draussen vor dem Club sei nachher nichts mehr passiert, sie 

hätten sich gesehen, aber einen Abstand zueinander gehabt, er sei draussen und 

der andere drinnen gewesen. Der Privatkläger 1 erklärte auf Nachfrage, er habe 

den Beschuldigten hinter der Notausgangtüre noch schreien gehört, dass er ihn 

- 22 - 

abstechen wolle, er solle näherkommen, "Du Jugo", er habe den Vorfall genannt, 

der mit J._____ passiert sei. Auf Vorhalt, er habe sich gegenüber der Polizei nach 

dem Vorfall und im Spital äusserst abweisend verhalten, gab B._____ zur Ant-

wort, er sei frisch abgestochen worden und darum wütend und voller Emotionen, 

im Spital habe er Schmerzen gehabt, und es wäre ihm lieber gewesen, man wäre 

gleich zur Operation geschritten statt Fotos zu nehmen und alles festzuhalten 

(Urk. 4/1 S. 16 ff.). Die vorgehaltenen Angaben des Beschuldigten zum Hergang 

des Geschehens, stellte der Privatkläger 1 in Abrede und erklärte, dies sei dessen 

Version (Urk. 4/1 S. 20 ff.). 

3.2. Aussagen des Beschuldigten 

a) Vorbemerkung 

Die Vorinstanz kam zum Schluss, die vor der am 29. Januar 2018 erfolgten Be-

stellung der amtlichen Verteidigung durchgeführte Einvernahme des Beschuldig-

ten vom tt. Januar 2018 bei der Polizei und die Hafteinvernahme vom 27. Januar 

2017 durch die Staatsanwaltschaft seien nicht verwertbar. Da bereits vor der ers-

ten polizeilichen Einvernahme des Beschuldigten konkrete Hinweise auf eine 

strafbare Handlung von einiger Schwere (mehrfacher Messereinsatz gegen Kopf 

und Oberkörper mit Verletzungen am Kopf und Unterarm) bestanden hätten, hätte 

dies eine Untersuchungseröffnung und die Bestellung einer notwendigen Vertei-

digung bedingt (vgl. Urk. 96 S 8 f. mit Verweis auf BSK StPO-Ruckstuhl, Art 131 

N 1 und 5). Die Verteidigung hatte vor Vorinstanz darauf hingewiesen, sie habe 

nie die Verwertbarkeit der Aussagen des Beschuldigten bestritten, sondern be-

mängelt, dass der Privatkläger 1 nur einmal verwertbar einvernommen worden sei 

(Prot. I S. 49 f.). Im Rahmen des Berufungsverfahrens machte der neue Verteidi-

ger des Beschuldigten dazu keine weiteren Ausführungen (Urk. 126).  

Im Verfahren SB180093 ging die II. Strafkammer des Obergerichtes gestützt auf 

den Praxiskommentar StPO Schmid / Jositsch Art. 131 N 2 f. im Fall eins qualifi-

zierten Betäubungsmitteldelikts von der Verwertbarkeit der Aussagen in der ers-

ten (ohne Verteidiger) durchgeführten polizeilichen Einvernahme aus, nachdem 

der Beschuldigte - wie auch im vorliegenden Fall - auf seine Rechte, insbesonde-

- 23 - 

re auf Bestellung eines Verteidigers auf eigene Kosten oder Beantragen eines 

amtlichen Verteidigers zu Beginn der Einvernahme hingewiesen worden war (vgl. 

dazu auch Zürcher Kommentar StPO-Lieber, 3.A. 2020, Art. 131 N 5a und 6). 

Dies könnte man auch anders beurteilen, wenn man den Erwägungen in den zwei 

nicht amtlich publizierten Bundesgerichtsentscheiden 6B_178/2017 und 

6B_191/2017 folgen will, wonach Unverwertbarkeit der Einvernahme anzuneh-

men ist, sobald ein hinreichender Tatverdacht im Sinne von Art. 309 Abs. 1 lit. a 

StPO bejaht werden musste und die Erforderlichkeit der notwendigen Verteidi-

gung erkennbar war, so dass die Untersuchungseröffnung unverzüglich und damit 

die Bestellung eines Verteidigers vor der polizeilichen Einvernahme hätte erfolgen 

müssen. Im Übrigen ist jedoch zu bedenken, dass das Verfahren gegen den Be-

schuldigten anfänglich wegen (einfacher) Körperverletzung eingeleitet worden war 

und die entsprechenden Strafanträge gestellt wurden (Urk. 1/1, 2/1-3); da auch 

der Privatkläger B._____ trotz der erlittenen Verletzungen weiterhin die Konfronta-

tion mit dem Beschuldigten suchte und sich beim Eintreffen der Polizei selbstän-

dig ins Universitätsspital begab, war am Morgen danach anlässlich der Einver-

nahme des Beschuldigten nicht geradezu offensichtlich, dass diesem eine ver-

suchte Tötung oder eine schwere Körperverletzung vorgeworfen werden müsste. 

Auf jeden Fall dürfen die Aussagen des Beschuldigten vor Bestellung eines Ver-

teidigers zu seinen Gunsten berücksichtigt werden, weshalb sie anschliessend 

zusammengefasst wiedergegeben werden: 

b) Polizeiliche EV vom tt. Januar 2018 (Urk. 3/1) 

In der ersten Einvernahme gab der Beschuldigte bereits auf Frage nach seiner 

Beteiligung am Vorfall an, er sei im G._____ gewesen, dann seien plötzlich Fla-

schen zu fliegen gekommen, er kenne keinen Namen, mehrere Flaschen seien 

quer durch den Raum gefolgt und er habe mehrere abwehren können. Eine Fla-

sche sei knapp an seinem Gesicht vorbei geflogen. Er habe sich abdrehen kön-

nen und das Teil sei auf seinen Hinterkopf gefallen. Er habe niemanden gekannt 

und keine Ahnung, wer diese Schlägerei dort angefangen habe. Er habe probiert 

sich zu schützen, es sei ein Riesendurcheinander gewesen. Als er gesehen habe, 

dass er geblutet habe, sei klar gewesen, dass er sich in Sicherheit begeben müs-

- 24 - 

se. Er sei hinunter gegangen und habe auf das Personal-WC gehen dürfen. Nach 

ca. ½ Stunde habe es immer noch weiter geblutet, er sei hinunter gegangen, die 

Polizei sei dort gewesen und habe gesagt, er müsse hier bleiben. Er habe der Po-

lizei gesagt, dass er angegriffen worden sei, kurze Zeit später sei er verhaftet 

worden. Der Vorfall sei im Club drinnen passiert, wo genau könne er nicht sagen. 

Auf Frage erklärte er, er sei einmal in einer Raucherlounge gewesen. Der Be-

schuldigte verneinte zunächst, ein Messer dabei gehabt zu haben, dann sagte er 

aus, er sei von den andern Leuten zuerst angegriffen worden; er habe nicht vor-

gehabt, jemanden zu verletzen, er habe sein Messer zur Abwehr vor sich gehal-

ten (S. 3). 

Der Beschuldigte gab in der Folge an, er habe sich im G._____ in der Raucher-

lounge aufgehalten; diese sei sehr voll gewesen. Eine Person habe ihn dann in 

den Rücken geschlagen. Er habe sich umgedreht und habe zu ihm gesagt, er 

könne nichts dafür, wenn er etwas bei ihm angekommen sei, er sei nicht der 

Kleinste, darauf sei er weiter gegangen. Dann seien vier Typen auf ihn zu gegan-

gen und hätten mit Flaschen nach ihm geschmissen und versucht, ihn zu attackie-

ren. Einige Flaschen habe er abwehren können, dann habe ihn eine Flasche auf 

den Kopf getroffen. Die Typen hätten auch versucht, ihn mit den Fäusten und 

Füssen zu schlagen und zu treten. Darauf habe er sein Messer hervorgenommen 

und dann vor sich in Abwehrstellung in der rechten Hand gehalten und zu den 

Typen gesagt, sie sollten aufhören, er wolle keinen Stress. Sie seien wieder zu 

ihm hin gekommen. Einer der Typen sei ihm dann näher gekommen, er habe ihn 

von sich weg gestossen, habe aber nicht die Absicht gehabt, ihn zu verletzen. Er 

sei dann rückwärts auf ein Sofa gefallen. Er habe sein Gesicht weiter mit den 

Händen geschützt und habe sein Messer weiter in der Hand gehalten, er habe hin 

und her Bewegungen mit dem Messer in der rechten Hand gemacht und sein Ge-

sicht mit der linken Hand geschützt, weil immer noch Flaschen und Gläser zu flie-

gen gekommen seien. Darauf seien die Typen weg gegangen. Die Security sei 

dann gekommen. Er habe sich in einer Toilette das Gesicht gewaschen, das vol-

ler Blut gewesen sei. Er habe nur ein Messer dabei, weil er im Jahr 2016 zusam-

men geschlagen worden sei. Hätte er das Messer nicht hervor genommen, wäre 

er aufs Übelste von den Typen zusammen geschlagen worden. Das Messer sei 

- 25 - 

ein Klappmesser, welches zweihändig bedienbar sei, die Klinge ca. 7-8 cm lang. 

Das Messer habe er auf der Toilette entsorgt, er habe es dort in den Abfall gewor-

fen. Er habe niemanden verletzen wollen und auch nicht gespürt, dass er jeman-

den verletzt habe. Es könne jedoch sein, dass die Verletzung durch seine Hin- 

und Her-Bewegung mit dem Messer (um sich zu schützen) auf dem Sofa stamme 

(S. 4). Darauf beschrieb der Beschuldigte die drei Männer, die drei Typen, die ihm 

nahe gekommen waren. Er sei durch eine Flasche oder ein Glas am Kopf getrof-

fen worden, wer diese/s konkret geworfen habe, könne er nicht sagen, die ganze 

Gruppe habe mit Flaschen und Gläsern nach ihm geworfen. Er habe Angst ge-

habt, dass er zusammengeschlagen würde von den Typen, deshalb habe er aus 

Notwehr sein Messer hervorgeholt und sich so geschützt. Er habe gehofft, dass 

die Security kommen würde, da dies nicht geschehen sei, sei er selbst geflüchtet 

(S. 4 f., 5). 

c) Hafteinvernahme vom 27. Januar 2021 

Bei der Hafteinvernahme vom 27. Januar 2021 war ebenfalls noch kein Verteidi-

ger anwesend. Der Beschuldigte gab an, er sei von B._____ und C._____ und de-

ren Kollegen übel mit Flaschen und Gläsern angegriffen worden, er habe am Hin-

terkopf eine ca. 3 cm lange Platzwunde. Er habe seinen linken Arm schützend vor 

sein Gesicht gehalten und in der rechten Hand das Messer, nachdem er von Fla-

schen und Gläsern am Kopf getroffen worden sei. Mindestens vier seien auf ihn 

zu gekommen, er habe gesagt, er wolle keinen Stress, sie sollten ihn in Ruhe las-

sen. Es habe auch ein Gerangel gegeben, er habe auch Schläge erhalten und sei 

nach hinten auf das Sofa gefallen. Er sei geschlagen worden, und es seien auch 

Gläser und Flaschen geflogen, weshalb er sich mit dem linken Arm vor dem Ge-

sicht geschützt habe. Er habe mit dem Messer in der Hand vorne seitlich hin und 

her gefuchtelt und gehofft, sie würden ihn in Ruhe lassen. Die Frage, ob er gezielt 

in eine Richtung gestochen habe, verneinte der Beschuldigte und gab an, er habe 

nicht einmal gesehen, wohin er gestochen habe (Urk. 3/2 S. 2 f.). 

d) Polizeiliche Einvernahme 26. Juni 2018 

- 26 - 

Der Beschuldigte gab am 26. Juni 2018 in Anwesenheit seines amtlichen und 

auch eines erbetenen Verteidigers an, er habe bei der Polizei und in der Haftein-

vernahme die Wahrheit gesagt bis auf das Abstreiten des Messereinsatzes ganz 

am Anfang (Urk. 3/3 S. 1 f.). Im weiteren kann - zur Vermeidung von Wiederho-

lungen - auf die vollständige und zutreffende Zusammenfassung der Aussagen 

des Beschuldigten anlässlich der Einvernahme vom 26. Juni 2018 im vorinstanzli-

chen Urteil verwiesen werden (Urk. 96 S. 17 ff. Ziff. 2.2.1).  

e) Schlusseinvernahme vom 4. Juli 2019 und Hauptverhandlung vom 7. Juli 2020 

Auch die Aussagen in der Schlusseinvernahme vom 4. Juli 2019 wurden im erst-

instanzlichen Entscheid korrekt und umfassend aufgeführt, so dass wiederum da-

rauf zu verweisen ist (Urk. 96 S. 19 f. Ziff. 2.2.2). Schliesslich fasste die Vorin-

stanz auch die Angaben des Beschuldigten im Rahmen der Hauptverhandlung 

richtig und vollständig zusammen (Urk. 96 S. 20 f. Ziff. 2.2.3). 

f) Aussagen des Beschuldigten im Rahmen der Berufungsverhandlung 

Der Beschuldigte gab in der Berufungsverhandlung am 16. November 2021 an, er 

habe schon mehr als genug zu diesem traurigen Vorfall gesagt. Er möge und 

könne nicht mehr aussagen. Auf die Frage, ob er erklären könne, weshalb er mit 

einem Messer in den Ausgang gehe, führte der Beschuldigte aus, das sei leider 

gesundheitsbedingt, psychisch sei alles etwas bedrohlicher gewesen, es sei kom-

pliziert. Danach gefragt, wo er das Messer getragen habe, bevor er es hervorge-

nommen habe, erklärte der Beschuldigte, sein Verteidiger müsse das machen, er 

komme allgemein nicht mehr draus, er möge psychisch nicht mehr. Auf Vorhalt, er 

sei beim Hereinkommen in die Raucherlounge irgendwie mit B._____ aneinander 

geraten, entgegnete der Beschuldigte, er sei mit dem Rücken an Herrn B._____ 

angekommen, er habe einen Stoss erhalten, darauf habe er sich umgedreht, er 

habe nicht gewusst, wer hinter ihm stehe und habe sich entschuldigt. Damals ha-

be er nicht gewusst, wer Herr B._____ sei, auch nicht, dass er ein Kampfsport-

meister sei. Er bestätigte, dass er weiter gegangen sei in die letzte Ecke zuhin-

terst. Dann seien sie gekommen, Vollgas und hätten ihn angegriffen. Auf Nach-

frage bezeichnete er Herrn B._____ und Herrn M._____ konkret und führte aus, 

- 27 - 

diese und zwei weitere Kollegen oder Freunde von ihnen hätten ihn aufs Brutalste 

angegriffen. Herr M._____ habe mit einem Glas oder einer Flasche geworfen und 

die zweite Flasche habe ihn am Hinterkopf getroffen. Auf entsprechende Frage 

konnte der Beschuldigte nur bestätigen, dass M._____ die erste Flasche gewor-

fen habe, er habe sich umgedreht und dann sei die zweite Flasche schon an sei-

nem Kopf gewesen (Prot. II S. 41 ff.). Die Verletzungen von Herrn B._____ seien 

durch seine Abwehrhandlungen mit dem Sackmesser entstanden. Er bestätigte, 

dass es sich um das Messer gehandelt habe, das später im G._____ gefunden 

und beschlagnahmt worden sei und dass er dieses als Sackmesser bezeichne. 

Gefragt, ob dieses als Waffe tauge, entgegnete der Beschuldigte, man könne al-

les als Waffe… es sei ein Klapp-Sackmesser. Für ihn sei es ein Sackmesser, weil 

er es im Sack gehabt habe. Er habe sich mit dem Messer verteidigt, mit Hin- und 

Her-Bewegungen, die er vor sich ausgeführt habe. Zur Präzisierung, ob er diese 

auf Kopfhöhe oder tiefer ausgeführt habe, erklärte der Beschuldigte: "Nein, gera-

de so vor mir." Es sei alles sehr schnell gegangen. Es sei alles sehr lange her. Al-

le hätten Angst gehabt, niemand sei mit dieser Ausnahmesituation zurecht ge-

kommen. Auf die Frage, wovor er nach dem Messereinsatz Angst gehabt habe, 

führte der Beschuldigte aus, er habe vor allem Angst gehabt, als er das Glas an 

den Hinterkopf bekommen habe, da sei er im Überlebensmodus gewesen. Er 

könne nicht mehr sagen, mit welcher Hand und wie er das Messer geöffnet habe. 

Es sei alles sehr schnell gegangen. Er habe sich in diesem Moment verteidigt, als 

ob es um alles gegangen wäre, nachdem ihn die zweite Flasche am Hinterkopf 

getroffen habe. Das sei alles sehr schnell gegangen. Das Messer habe er nach-

her O._____ gegeben. Weil Herr B._____ und Herr M._____ abgehauen seien, 

als die Polizei gekommen sei, habe man ihm geraten, die Angreifer nicht anzuzei-

gen, nichts dergleichen zu tun. Er habe nicht gewusst, wo Herr B._____ verletzt 

gewesen sei, weil eben alles sehr schnell gegangen sei, er habe keine Chance 

gehabt. Der Beschuldigte bestritt, nach dem Vorfall B._____ zugerufen zu haben, 

er bringe ihn um wie der I._____ den J._____; er habe diesen P._____ am 12. 

Februar 2020 das erste Mal in seinem Leben gesehen in der Pöschwies. Das sei 

frei erfunden, diese würden sich kennen (Prot. II S. 43 ff.). Er habe nicht gewusst, 

wo Herr B._____ verletzt sei, ab dem Moment, als er am Kopf getroffen worden 

- 28 - 

sei, sei es ein kompletter Ausnahmezustand gewesen. Er wisse es nicht, es sei 

ab dann als wäre er im Überlebensmodus, er habe dort keine Chance mehr ge-

habt, alles, was er gewollt habe, sei gewesen, dass sie ihn nicht kaputt machen 

würden an diesem Abend, mehr nicht, er sei weggelaufen im Sinne: Der Geschei-

tere gibt nach, er sei in die hinterste Ecke gegangen, dann seien sie Vollgas ge-

kommen. Danach gefragt, wieso er sich so bedroht gefühlt habe, nachdem sie mit 

dem Rücken aneinander gekommen seien und die Sache eigentlich geklärt ge-

wesen sei, nachdem er angebe, die Leute nicht gekannt zu haben, erklärte der 

Beschuldigte, er habe erst im Nachhinein erfahren, wer diese seien. Auf Vorhalt, 

dann habe es ja keinen Grund gegeben, so Angst zu haben, erwiderte der Be-

schuldigte, diese seien Vollgas gekommen, Herr M._____ habe sofort eine Fla-

sche, ein Glas geworfen. Er habe sich umdrehen können, dann habe ihn der 

zweite Gegenstand am Hinterkopf getroffen, dann sei ein riesen Chaos entstan-

den, die Leute hätten nur noch weg gewollt wegen der Splitter (Prot. II S. 47 ff.).  

3.3. Aussagen weiterer Personen  

a) Zeugen aus dem Umfeld des Privatklägers  

aa) Q._____  

Q._____, die Ehefrau des Privatklägers 2, wollte zunächst keine Aussagen ma-

chen. Anlässlich der polizeilichen Befragung vom 13. Juni 2018 gab sie an, sie 

habe noch drei Wochen nach dem Vorfall massive Schwierigkeiten beim Schlafen 

gehabt und ein schlechtes Gefühl; sie wolle aus Angst auf keinen Fall auf den Be-

schuldigten treffen und in Anwesenheit des Beschuldigten keinerlei Aussagen 

machen (Urk. 5/23). Zum Tatgeschehen gab sie an, sie sei mit ihrem Mann und 

B._____, in den Raucherraum gegangen. Dann sei alles ziemlich schnell gegan-

gen, sie habe gesehen, dass es eine Diskussion gegeben habe, danach eine 

Rammlerei, sie sei zurückgegangen und habe sich direkt beim Zigarettenautoma-

ten aufgehalten, der sich auf der linken Seite, wenn man hereinkomme, befinde. 

Sie habe gesehen, dass B._____ voller Blut gewesen und aus dem Raum geführt 

worden sei. Auch C._____ sei raus gegangen, der Täter sei fast alleine im Raum 

gestanden und sie selbst sei durch die Menschenmenge nach hinten in die Ecke 

- 29 - 

gedrückt worden, es habe Panik geherrscht, sie sei nicht aus dem Raum gekom-

men und ans Glas gedrückt worden. Irgendwie sei es ihr dann doch gelungen, 

aus dem Raum zu kommen. Irgendwann habe sie sich aus dem Raum drücken 

können, es sei ihr wie Stunden vorgekommen, in welchen sie eingeschlossen ge-

wesen sei, aber es seien vermutlich wenige Minuten gewesen. Sie sei dann im 

unteren Stock ihre Sachen holen gegangen und ein Freund ihres Mannes habe 

sie rausgebracht, sie sei völlig durch den Wind gewesen. B._____ sei ohne T-

Shirt im Freien gestanden, wohl damit man gesehen habe, wo er überall blute. 

Neben dem G._____, wo sich der ehemalige Kinoeingang befinde, habe sich 

dann hinter einer Glastüre der Täter befunden. Er sei nicht alleine gewesen, sie 

denke das Sicherheitspersonal habe ihn nicht rausgehen lassen. Er habe dort 

Sachen rausgebrüllt, unter anderem etwas, was ihr geblieben sei, er habe ge-

schrien, dass er B._____ umbringen werde, so wie I._____ den J._____ umge-

bracht habe (Urk. 5/23 S. 2 f.). Auf Nachfragen gab Q._____ an, sie sei eher so in 

der Mitte des Raumes gestanden, es sei alles sehr schnell gegangen, sie habe 

weder ein Messer gesehen, noch wie zugestochen worden sei. Die Frage, ob Fla-

schen und / oder Gläser durch den Raum geflogen seien, verneinte sie ebenso, 

wie die Frage, ob sie auf dem Boden Scherben habe feststellen können (S. 3 f.).  

Auf diese Aussagen verwies Q._____ anlässlich der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme vom 28. März 2019 als Zeugin. Sie beschrieb, dass sie mit ihrem 

Mann und ihrem Schwager in den Raucherraum des G._____ gegangen sei, wo 

sie eine Arbeitskollegin angetroffen und sich mit dieser unterhalten habe. Dann 

habe es plötzlich eine Unruhe gegeben, ein Hin und Her, Leute hätten rausge-

wollt. Tätlichkeiten oder Schläge oder ähnliches habe sie nicht gesehen. Sie 

konnte keine Angaben mehr machen zu den Positionen der Privatkläger und was 

diese genau gemacht hätten. Sie habe gesehen, dass B._____ blute und sie ihn 

raus gebracht hätten. Sie sei noch länger hinten beim Fenster und dem Zigiauto-

mat quasi eingeklemmt gewesen, auch Herr A._____ sei noch im Raum gewesen, 

die Unruhe sei von hinten nach vorne gekommen, demnach müsse dieser im hin-

teren Bereich, eher links vom Eingang her gesehen, gestanden haben (vgl. Skiz-

ze im Anhang zu Urk. 5/24). Sie habe nicht im Detail darauf geachtet, wer wo ge-

wesen sei und auch nicht gesehen, was genau vor sich gegangen sei. Insbeson-

- 30 - 

dere verneinte Q._____, den Beschuldigten auf einem Sofa oder auf dem Boden 

gesehen zu haben. Weder habe sie ein Messer, noch Schnitt- oder Stichbewe-

gungen gesehen, beim Beschuldigten habe sie kein Blut gesehen, sie habe echt 

nichts mitbekommen. Wenn sie sich recht erinnere, seien sie ohne Getränke in 

die Raucherlounge gegangen, sie wisse es aber nicht mehr sicher. Sie habe nicht 

gesehen, dass Gläser oder Flaschen geworfen worden seien. Sie habe so gut wie 

gar nichts vom Vorfall mitbekommen, erst als es fertig gewesen sei und B._____ 

hinausgebracht worden sei. Als sie auch aus der Raucherlounge raus gekommen 

sei, habe sie auf dem Weg nach unten einen Kollegen getroffen, der sie rausge-

bracht habe. Draussen habe sie B._____ wieder gesehen, der überall geblutet 

habe, und ihren Mann. Hinter der Glastür sei Herr A._____ gewesen, sie nehme 

an, es sei Sicherheitspersonal mit ihm gewesen. Er habe auf deutsch rausge-

brüllt, dass er ihn umbringe, so wie I._____ J._____ umgebracht habe. Sie nehme 

an, dass er B._____ damit gemeint habe (Urk. 5/24 S. 3 ff.). 

bb) M._____ 

Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 5. April 2019, mithin über ein Jahr 

nach dem Vorfall gab M._____ (genannt "K._____") an, der Privatkläger 1 sei ein 

Kollege von ihm. Er sei am tt. Januar 2018 mit einem (anderen) Kollegen in einer 

Lounge im G._____ gewesen. Sie seien dann nach oben zum Raucherraum ge-

gangen. Beim Betreten sei bereits B._____ blutverschmiert auf ihn zu gekommen 

und habe gesagt: "K._____ der hat ein Messer". Er habe nur an die Sicherheit 

von B._____ gedacht und habe in einem absoluten Blackout sein T-Shirt angeho-

ben und zum anderen gesagt, er solle zustechen, zum Glück habe dieser das 

nicht gemacht. Irgendwann sei ein Typ, er wisse nicht, ob es ein Kollege von 

A._____ gewesen sei, von hinten an ihn heran gekommen und habe ihn gepackt 

und ihn massiv zu Boden geschleudert. Irgendwann seien die Securities gekom-

men und hätten geschaut, dass B._____ raus gehe. Sie seien draussen gewesen 

und wenn B._____ drei Stiche erhalte und noch stehe, dann höre er nicht auf. Die 

Sicherheitsangestellten seien eventuell Kollegen von A._____ gewesen oder hät-

ten ihn zumindest gekannt. Zum Glück seien diese zwischen die Parteien gestan-

den und dann sei die Polizei gekommen. Den Beginn der Auseinandersetzung 

- 31 - 

habe er nicht mitbekommen, er sei noch nicht ganz im Raum gewesen, als 

B._____ gekommen sei. Er habe auch nicht in seinem Kopf, dass Flaschen oder 

Gläser in Richtung von A._____ geworfen worden seien. Es sei sehr schnell ge-

gangen. M._____ bestätigte auf Vorhalt, dass er auf den Videoaufnahmen zu se-

hen sei; nachdem B._____ den Club durch den Haupteingang verlassen habe, 

habe dieser sich unverzüglich nach rechts Richtung VIP Eingang begeben, er sei 

ihm gefolgt (Mann mit weissem T-Shirt und Umhängetasche). Der Typ sei da ge-

standen und etwa zehn Türsteher dazwischen. Er glaube, dieser habe noch im-

mer das Messer in der Hand gehabt, B._____ sei auch nur da gestanden. Er habe 

versucht, diesen zu beruhigen.  

Anlässlich der Befragung als Zeuge vor der Staatsanwaltschaft am 17. Mai 2019 

wurde M._____ eindringlich dazu angehalten, die Wahrheit zu sagen und darauf 

hingewiesen, es bestünden Hinweise auf Zeugenbeeinflussung. Dieser schilderte, 

er sei in den Raucherraum hinein gegangen, in diesem Augenblick sei B._____ 

auf ihn zu gekommen und habe gesagt, der andere habe ein Messer in der Hand. 

Die Auseinandersetzung selbst habe er nicht mitbekommen. B._____ sei schon 

oben ohne gewesen. Da sei er auf A._____ zugelaufen, habe das T-Shirt hoch-

gehoben und gesagt, er solle ihn stechen. Jemand sei von hinten gekommen, ha-

be ihn am Hals nach hinten zu Boden gezerrt. Am Boden habe es eine kleine 

Rangelei gegeben, bis er wieder habe aufstehen können. Sein Knie sei ausge-

hängt worden und so seien sie sich im Raucherraum gegenübergestanden. Der 

andere habe ein Messer in der Hand gehabt. Dann seien die Türsteher gekom-

men, hätten ihn, B._____ und C._____ nach draussen gebracht, wo sie A._____ 

wieder gesehen hätten. Zum Glück seien die Türsteher dazwischen gestanden 

(Urk. 5/38 S. 3 ff.). Er sei ungefähr in der Mitte zu Boden gerissen worden und am 

Schluss seien sie hinten links in der Ecke gewesen. Der Beschuldigte habe sich 

bei einem Sofa befunden, jedoch sei er am Stehen gewesen, nicht sitzend. Von 

hinten links sei jemand gekommen, habe ihn (Zeuge) am Hals gepackt und mit 

dem Arm zu Boden gezogen, sie hätten sich aber nicht geschlagen, sie seien 

Richtung Boden gegangen, er habe gedacht, dass er noch eins geschlagen krie-

ge, das sei aber nicht so gewesen. Sie seien dann beide einfach wieder aufge-

standen und er könne nicht sagen, wohin sich der andere begeben habe. B._____ 

- 32 - 

sei gerade neben ihm gewesen. Es habe schon ein kleines Hin und Her gegeben, 

aber man könne ja nicht jemanden angreifen, der ein Messer habe, man könne 

Flaschen werfen zum Beispiel. Gefragt, von welchem Hin und Her er berichte, 

gab M._____ an, nach/während dieser Rangelei. Er milderte dann auf nochmali-

ges Nachfragen ab, dass es noch ein verbales Hin und Her zwischen allen - nicht 

nur zwischen dem Beschuldigten und B._____ - gegeben habe. Wahrscheinlich 

sei dann noch übel geflucht worden (Urk. 5/38 S. 6 ff.). Die genauen Verletzungen 

von B._____ habe er nicht wahrgenommen, sondern vor allem Blut auf der Klei-

dung gesehen. Er habe auch das Messer in der Hand des Beschuldigten gese-

hen, gesehen habe er das Messer, die Details könne er nicht beschreiben. Dieses 

habe der Beschuldigte auch noch in der Hand gehabt, als er ihn unten wiederge-

sehen habe. In der Raucherlounge habe dieser es einfach in der Hand gehalten, 

als B._____ blutüberströmt auf ihn (Zeugen) zugegangen sei. Er könne sich nicht 

erinnern, Gläser oder Flaschen durch die Luft fliegen gesehen zu haben, obwohl 

das, das normalste gewesen wäre in solch einer Situation, er habe aber keine 

geworfen, er wisse aber nicht mehr, ob jemand Glas geworfen habe, es habe 

aber so viele Gläser und Flaschen in der Raucherlounge, dass es eigentlich zu 

Scherben gekommen sein müsse. Vielleicht habe derjenige, der ihn zu Boden ge-

bracht habe, gewollt, dass es nicht noch mehr Streit gebe. Er habe festgestellt, 

dass die Türsteher den Beschuldigten sehr geschützt hätten, nachdem dieser auf 

jemanden eingestochen gehabt habe. Sie seien draussen hässig gewesen beim 

Ausgang des G._____, dort sei der Beschuldigte gestanden mit dem Messer in 

der Hand und etwa zehn Türsteher; B._____ sei unten sauer gewesen und sie 

hätten rumgeflucht. Dann sei die Polizei gekommen und sie seien gegangen (Urk. 

5/38 S. 9 ff.). Auf Nachfrage, wonach C._____ gesagt habe, er sei dazwischen 

gegangen, als B._____ und der Beschuldigte die Auseinandersetzung gehabt hät-

ten, erklärte M._____, vielleicht meine dieser den Umstand, dass er auf den Be-

schuldigten zugegangen sei und das T-Shirt nach oben gehoben habe, sein Part 

sei gewesen, sich vor den Beschuldigten zu stellen, um B._____ zu schützen, er 

habe nicht nochmals einen Kollegen verlieren wollen, irgendwann sei er dann 

auch hautnah gewesen, das sei sicher nicht klug gewesen. Auf entsprechende 

- 33 - 

Frage konnte sich der Zeuge M._____ nicht daran erinnern, ob unten beim Aus-

gang Drohungen ausgesprochen worden seien (S. 13 ff.). 

cc) R._____ 

Anlässlich der polizeilichen Befragung vom 18. Februar 2018 gab R._____ an, er 

sei erst hinauf gekommen, als B._____ schon rückwärts aus der Tür des Rau-

cherraumes herausgekommen sei. Er habe gesagt: "Pass uf, er hätt es Messer." 

Eine Person mit einem Messer sei Richtung B._____ gekommen, sei jedoch von 

den herbeigeeilten Sicherheitsleuten durch die schwarze Hintertür weggeführt 

worden. Diese Person sei ca. 190-195 cm etwas dick gewesen und habe eine 

Baseball-Cap getragen und habe geschrieen: "Du bisch dä Nöchschti, ich fick Dir 

alles". B._____ sei verletzt gewesen, beim anderen habe er nichts gesehen. Es 

habe viele Leute dort gehabt (Urk. 5/25 S. 2 f.). 

In der staatsanwaltschaftlichen Zeugeneinvernahme vom 20. Dezember 2018 gab 

R._____ an, er habe damals bei der Polizei die Wahrheit gesagt. Als er oben 

beim Raucherraum angekommen sei, sei B._____ bereits blutverschmiert die 

Treppe des Raums am Zurücklaufen gewesen. Als nächstes habe er beobachtet, 

dass der Security den Beschuldigten auf die rechte Seite hinaus gezerrt habe. 

Den Vorfall habe er nicht selber miterlebt. Er habe das Messer gesehen. An den 

in der ersten Einvernahme erwähnten Ausspruch konnte er sich nicht mehr erin-

nern, gab aber an, bei der Polizei habe er das sicher noch besser gewusst, er ha-

be dort korrekt ausgesagt (Urk. 5/6 S. 3 ff.). B._____ habe einen Stich oben 

rechts am Hals gehabt, das werde er nie vergessen (Urk. 5/6 S. 6 ff.). B._____ sei 

vor dem Vorfall ganz cool drauf gewesen, als sie zusammen in einer Lounge ge-

wesen seien. Er habe keine Gegenstände durch die Luft fliegen sehen, er glaube 

auch keine Scherben gesehen zu haben (S. 9).  

dd) Die Verteidigung brachte im Rahmen der Berufungsverhandlung vor, auf den 

Videoaufzeichnungen sei ersichtlich, dass B._____ und M._____ von Security-

Mitarbeitern aus dem G._____ verbracht worden seien. Unmittelbar nach diesen 

beiden habe eine Frau alleine den Club verlassen. Diese beiden sowie C._____ 

und Q._____ gaben an, die Frau nicht zu kennen, was erstaunlich sei, weil es 

- 34 - 

dieser neben den Sicherheitsleuten gelungen sei, in der aufgeheizten Atmosphäre 

vor dem Club deeskalierend auf den Privatkläger 1 einzuwirken und diesen vom 

Hintereingang, wo sich A._____ aufgehalten habe, fernzuhalten. M._____ habe in 

der polizeilichen Befragung ausgesagt, er müsste die Frau eigentlich kennen, 

wenn sie sich so nahe bei B._____ aufgehalten habe. Dies sowie der Umstand, 

dass auch weitere Personen aus dem Umfeld des Privatklägers 1 von der unbe-

kannten Frau keine Notiz genommen hätten und sie in dessen unmittelbarer Nähe 

hätten gewähren lassen, belege, dass es sich nicht um eine Fremde gehandelt 

habe. Die Staatsanwältin habe aber keinerlei Anstrengungen unternommen, diese 

Person ausfindig zu machen und herauszufinden, warum B._____ und dessen 

Entourage deren Identität nicht offenlegen wollten und ob diese sachdienliche 

Aussagen hätte machen können (Urk. 126 S. 17 f. Rz 66 ff.). Es wurden zahlrei-

che Personen, die sich während des Vorfalls in der Raucherlounge aufhielten be-

fragt. Niemand berichtete, dass eine Frau bei der Auseinandersetzung in Erschei-

nung getreten sei. Es ist nicht abwegig, dass eine zunächst unbeteiligte Frau, 

schlichtend auf das Geschehen draussen vor dem G._____ einwirken wollte. 

Nachdem sie offensichtlich den Privatkläger 1 keineswegs angreifen, sondern zu 

beruhigen versuchte, bestand kein Grund für dessen Umfeld zu intervenieren. 

Nachdem in der Untersuchung bereits viele Personen - und anlässlich der Beru-

fungsverhandlung zusätzlich der Zeuge H._____ - befragt wurden, wären auch 

keine weiteren Erkenntnisse zu erwarten.  

c) Zeugen aus dem Umfeld des Beschuldigten  

aa) S._____ 

In der polizeilichen Befragung vom 2. Februar 2018 sagte S._____ aus, er sei 

schon seit über zehn Jahren mit dem Beschuldigten befreundet, sie seien ge-

meinsam in den Club G._____ gegangen und dann in der Raucherlounge gewe-

sen. Alles habe harmlos angefangen. A._____ und eine fremde Person hätten 

miteinander diskutiert. Zu diesem Zeitpunkt habe er nicht realisiert, was da noch 

geschehen könnte. Er habe mit A._____ und der anderen Person Augenkontakt 

gehalten. Er sei einen Meter daneben gestanden, habe versucht, das Ganze zu 

schlichten. Herr A._____ sei dann in der Raucherlounge nach hinten gegangen 

- 35 - 

und habe ca. 3-4 Meter Abstand gehabt. Es habe sich nochmals eine Person zur 

anderen Person dazugesellt, beide hätten Augenkontakt zu A._____ gesucht, er 

habe gemerkt, dass sie irgendwie scharf gewesen seien auf diesen. Er habe her-

um geschaut, ob nicht ein Security in der Nähe sei. Dann sei es schon losgegan-

gen. Es sei eine sehr schnelle Sache gewesen. Das Ganze habe nicht einmal ei-

ne Minute gedauert. Es seien Gläser und Flaschen herumgeflogen. Jeder, der in 

der Raucherlounge gewesen sei, habe versucht, sich irgendwie zu schützen oder 

in Deckung zu gehen. Die Raucherlounge sei sehr voll gewesen. Viele Leute sei-

en aus dem Raum gestürmt, auch er, er sei dann nach links ins Treppenhaus ge-

gangen, da er gesehen habe, dass A._____ und ein Security auch dort hinaus 

gegangen seien. Im Treppenhaus sei er verwirrt gewesen, sei hinauf und hinunter 

gegangen. Er sei total schockiert gewesen über den Vorfall. Vom Vorfall habe er 

eigentlich nichts mitbekommen, er habe nur gemerkt, dass Gläser und Flaschen 

herumgeflogen seien. Man habe das Geklirre von Glas gehört. Auch A._____ sei 

im Treppenhaus gewesen und habe sich hinauf und hinunter bewegt, er sei ihm 

hinunter gefolgt und habe sich über das Ganze aufgeregt, er sei nur noch am Flu-

chen gewesen. Eine Frau habe sich um die Wunde am Kopf von A._____ ge-

kümmert und diese erstversorgt. Die Polizei sei dann irgendwann gekommen. 

Seine Wunde am Kopf sei ihm aufgefallen und dass er ein Messer in der Hand 

gehabt habe (Urk. 5/29 S. 2 f.). 

Als Zeuge gab S._____ am 14. September 2018 bei der Staatsanwaltschaft an, er 

habe bei der Polizei die Wahrheit gesagt. Sie hätten sich im G._____ einen schö-

nen Abend gemacht und seien schon auf dem Sprung nach Hause gewesen, 

dann aber noch in den Raucherraum gegangen, um eine Zigarette zu rauchen. 

A._____ sei leicht vor ihm gegangen, er sei leicht nach links gegangen. Er habe 

dann bemerkt, dass A._____ mit einem Mann mit einer Glatze, er nehme an, es 

habe sich um B._____ gehandelt, im Gespräch gewesen sei, er habe jedoch ge-

merkt, dass etwas nicht stimme. Er habe bemerkt, dass der Mann ziemlich aufge-

bracht und aggressiv gewesen sei. Er habe versucht, zu signalisieren, dass alles 

in Ordnung sei. Er habe dabei niemanden berührt. A._____ habe sich einen kur-

zen Moment später entschieden, die Diskussion nicht weiter zu führen und sich 

friedlich von B._____ entfernt. Es habe so ausgesehen, als ob alles prima wäre. 

- 36 - 

A._____ habe sich in die linke Ecke entfernt, wo die Sofas seien. Er sei zwei 

Schritte retour gegangen, nicht zu A._____, sondern an die Wand, um eins zu 

rauchen. Er sei froh gewesen, dass er die Sache geklärt habe. Dann habe er be-

obachtet, wie eine weitere Person zum Mann mit der Glatze gegangen sei, sie 

hätten sich gegenseitig aufgeputscht und eine unfriedliche Haltung eingenommen. 

Es sei relativ schnell gegangen, der Mann mit der Glatze habe sich auf den Weg 

zu A._____ gemacht, der andere sei ihm gefolgt. Er sei nervös geworden und ha-

be nach Sicherheitspersonal Ausschau gehalten, habe versucht, andere Leute zu 

mobilisieren, einen Securitas aufzusuchen. Dann sei es links von ihm schon los 

gegangen. Es sei ein Riesenpuff gewesen und nichts Konkretes mehr zu erken-

nen. Gläser und oder Flaschen seien in die Brüche gegangen, man habe gut hö-

ren können, wie es geknallt habe. Links von ihm sei eine Person gewesen, diese 

könnte ein weiterer Zeuge sein. Jedenfalls habe es dann "geklöpft" und "ge-

tätscht", er habe aber selbst nichts wirklich erkennen können, Panik habe ihn er-

griffen. Es sei alles extrem schnell gegangen, eine ganze Welle von Leuten habe 

den Raum fluchtartig verlassen. Dann habe auch A._____ den Raum verlassen, 

links Richtung Bar. Der Raucherraum sei noch nicht ganz leer gewesen. Er sei 

ihm dann gefolgt. Sie seien ins Treppenhaus gegangen und er habe eine Wunde 

am Kopf von A._____ festgestellt, er sei in Panik gewesen und habe vor sich hin 

geflucht. Er sei im Treppenhaus rauf und runter gelaufen. Danach sei A._____ ins 

Büro rein gegangen, eine Frau sei dort gewesen, welche sich um die Wunde ge-

kümmert habe. Er habe vermutet, dass er durch ein Glas vom G._____ zu dieser 

Verletzung gekommen sei, es habe kleinste Glassplitter gehabt von Gläsern, die 

jeweils in 1000 Splitter gingen, wenn sie zerschlagen würden. Dann sei die Polizei 

gekommen und er sei nach Hause gegangen (Urk. 5/30 S. 4 ff.). Für ihn sei das 

eine Schlägerei gewesen, mehr nicht, mit Gläsern und Flaschen (Urk. 5/30 S. 7).  

Zum konkreten Ablauf befragt, gab der Zeuge S._____ an, vor dem Eingang sei 

es zur Unterhaltung gekommen, weil der Beschuldigte beim Durchlaufen zu wenig 

Platz gehabt hätte. Als A._____ sich entfernt habe, sei er in der hinteren linken 

Ecke angegriffen worden, die Person sei zügig auf ihn zu gegangen, als er das 

erkannt habe, habe er nach Sicherheitspersonal Ausschau gehalten und erst wie-

der gesehen, dass es schon in vollem Gange gewesen sei. Er habe wirklich nichts 

- 37 - 

Konkretes gesehen, es habe eine Riesenschlägerei gegeben, er habe einfach er-

kannt, dass da etwas am Laufen sei, aber nicht was konkret. Er habe Menschen 

vor sich gehabt und sei etwa in der dritten Reihe gewesen. Er wisse nicht, ob sich 

der Beschuldigte einmal auf dem Sofa aufgehalten oder auf dem Boden befunden 

habe. Konkret involviert seien ganz sicher B._____ gewesen, der auf A._____ 

losgegangen sei, und A._____. Von seinem Gefühl her müssten es noch mehrere 

Personen gewesen sein, da B._____ frontal auf diesen losgegangen sei, und die 

Wunde am Hinterkopf so nicht entstanden sein könne. Er habe eine Person, bei 

der er das Gefühl gehabt habe, sie sei ein Angreifer, versucht zurückzuhalten, um 

Zeit zu gewinnen bis die Polizei da wäre. Der einzige Verletzte, den er gesehen 

habe, sei der Beschuldigte gewesen, er wisse nicht, wie dieser konkret verletzt 

worden sei, man verbinde einfach mit dem anderen, Gläser, die zerbrochen seien. 

Es habe im Raucherraum gescherbelt, es sei zu hören gewesen, sei sehr laut 

gewesen, gesehen habe er es nicht, er könne auch nicht sagen, ob es Gläser o-

der Flaschen gewesen seien. Er habe keine Flaschen oder Gläser durch den 

Raum fliegen sehen, sondern lediglich gehört (S. 11 ff.). Der Beschuldigte sei 

nicht in guter Verfassung gewesen, als er auf ihn getroffen sei, er sei ihm genau-

so verwirrt vorgekommen, wie er selber. Sie hätten schon einmal etwas gesagt, 

aber er sei ein emotionaler Mensch, er fluche dann vor sich hin, er habe Panik 

geschoben in diesem Moment. A._____ habe über die Verletzung gesagt, es sei 

wahrscheinlich ein Glas gewesen, welches er an den Kopf erhalten habe. Danach 

gefragt, zu welchem Zeitpunkt der Auseinandersetzung er Glas habe brechen hö-

ren, erklärte der Zeuge S._____, er würde sagen, gerade direkt, als diese Person 

auf ihn zugelaufen sei, dann sei das Geschrei losgegangen, man habe auch 

Frauen schreien hören. Er habe dann den Vorfall aus den Medien vernommen, 

vor allem die Rollenverteilung sei verkehrt gewesen, da A._____ für ihn persön-

lich das Opfer gewesen sei, er habe erst aus den Medien vernommen, dass es 

mehrere Verletzte gegeben habe (S. 14 ff.). Auf Vorhalt, dass es eine Videoauf-

zeichnung gebe, die ihn zeige, wie er auf A._____ einrede im Treppenhaus und 

die flachen Hände gegen die Lift-Wand schlage, und das so ausgelegt werden 

könnte, dass er sich über A._____ aufgeregt habe, erklärte der Zeuge, er habe 

sich einfach aufgeregt und habe das dem Beschuldigten auch zu spüren gege-

- 38 - 

ben, dass er habe weggehen wollen. Er habe sich für seine Verhältnisse über-

haupt nicht mehr unter Kontrolle gehabt, er sei einfach so, er habe sich aufgeregt, 

das sei alles. Er habe gewusst, dass A._____ nichts dafür gekonnt habe. Auf 

Vorhalt räumte der Zeuge ein, dass er bei der Polizei gesagt habe, in der Hand 

des Beschuldigten ein Messer gesehen zu haben, er habe nicht darüber nachge-

dacht, weshalb dieser ein Messer in der Hand gehalten habe; dieser habe sich 

wohl unsicher gefühlt, er habe nicht geglaubt, dass dieser das Messer einsetzen 

würde. Er sei sehr überrascht gewesen, als er in der Zeitung darüber gelesen ha-

be. Der Zeuge S._____ bestätigte auch, dass es in der Regel nicht normal sei, in 

einem Club ein Messer mitzuführen. Er wisse aber nicht, warum er ein Messer mit 

sich geführt habe, er kümmere sich um seine eigenen Angelegenheiten. Darauf 

angesprochen, ob der Beschuldigte jeweils mit einem Messer in den Ausgang ge-

he, erklärte der Zeuge, das wisse er nicht. Auf die weitere Frage, ob der Beschul-

digte ihm einmal gesagt habe, dass er zum Eigenschutz jeweils mit einem Messer 

herumlaufe, erklärte er, das hätten sie auch nicht miteinander besprochen (S. 17 

f.). Auf Fragen des Rechtsbeistandes des Privatklägers 1, wie er den Fremden 

(zweiter Mann neben B._____) zurückgehalten habe oder daran gehindert habe, 

auch in Richtung des Beschuldigten zu gehen, sagte der Zeuge aus, er habe ei-

nen Klammergriff gemacht von der Seite, um diesen zu stoppen; er habe einen 

bevorstehenden Angriff erkannt und habe die Sache ausbremsen wollen (S. 23 

f.). 

bb) T._____  

In der polizeilichen Befragung vom 9. August 2018 erklärte T._____, er sei mit 

A._____ in der Nacht vom tt./tt. Januar 2018 ins Gespräch gekommen und es ha-

be sich herausgestellt, dass sie die gleichen Leute kennen würden. Er habe am 

Eingang der Raucherlounge stehend (er habe diese grade verlassen wollen) mit-

bekommen, dass drei oder vier Leute auf eine Person losgegangen seien mit Fla-

schen und so, also sie hätten sie geworfen. Es sei alles sehr schnell gegangen, 

innerhalb von Sekunden. Die Frage, ob er den Beginn der Auseinandersetzung 

mitbekommen habe, verneinte er und gab an, er wolle die Einvernahme eigentlich 

für nichtig erklären, er spreche von Alkohol und Vergesslichkeit, es sei schon so 

- 39 - 

lange her. Er könne nicht sagen, wieviele Gläser/Flaschen geworfen worden sei-

en. Schliesslich fügte T._____ an, aus seiner Sicht sei es Verteidigung gewesen: 

Wenn man jemanden anremple, sich entschuldige, dann weg gehe und sich ent-

ferne und dann von mehreren Personen deshalb angegangen werde mit Flaschen 

etc., sei es Notwehr (Urk 5/31 S. 2 f.).  

Als Zeuge gab T._____ am 25. Januar 2019 bei der Staatsanwaltschaft an, er sei 

oben im Raucherraum gewesen. A._____ habe B._____ etwas angerammt, sie 

hätten begonnen zu diskutieren. Danach sei A._____ oben Richtung Fenster ge-

gangen. B._____ und zwei, drei Kollegen seien auf ihn los gegangen, es seien 

Flaschen geflogen. Es sei alles sehr schnell gegangen, sie hätten sich zurück ge-

zogen und seien rausgegangen. Er habe gehört, dass eine Flasche kaputt ge-

gangen sei, das habe er sicherlich selbst wahrgenommen. Er habe gesehen, dass 

es zwei, drei Personen gewesen seien. B._____ sei A._____ nach der Diskussion 

hinterher gegangen, es sei "pumpsvoll" gewesen im G._____ um diese Zeit, was 

er gemacht habe, könne er nicht sagen. Er sei zwei, drei Meter entfernt gewesen, 

der Raum sei nicht gross (Urk. 5/33 S. 4 f.). Die zwei, drei anderen, die A._____ 

auch hinterher gegangen seien, seien von hinten, vom Eingang des Raucherrau-

mes her gekommen. Gefragt, woher die Flasche gekommen sei, die er habe ka-

putt gehen hören, erklärte der Zeuge, es hätten auch Gläser vom Tisch sein kön-

nen, die auf den Boden gefallen seien, man habe einfach Glas splittern hören. Er 

habe nicht gesehen, wo die Glassplitter zu liegen gekommen seien. Es sei mög-

lich, er könne sich aber nicht daran erinnern, dass er jemanden eine Flasche oder 

ein Glas habe werfen sehen. Er erklärte sodann auf Frage, ob der Beschuldigte 

sich jemals auf dem Sofa der Raucherlounge befunden habe, es sei alles dort 

beim Sofa passiert, er könne aber nicht sagen, in welcher Stellung sich der Be-

schuldigte oder ob dieser sich überhaupt auf dem Sofa befunden habe, er habe 

nur den Anfang gesehen, den Rest nicht. Er habe den Beschuldigten nicht beim 

Sofa gesehen, er sei aber in diese Richtung gegangen zum Sofa beim Fenster. 

Es sei alles in drei, vier Sekunden passiert, er sei dann rausgegangen. Er habe 

dann von der Polizei erfahren, dass gestochen worden sei und es um B._____ 

gegangen sei (S. 8 ff.).  

- 40 - 

cc) U._____ 

Am 11. Februar 2018 wurde U._____ polizeilich einvernommen und erklärte, er 

kenne A._____, da dieser öfters als Gast an die Events komme. Am fraglichen 

Abend seien zwei Personen im V._____ aufeinander gestossen und hätten sich 

nicht vertragen. Nach dem Zusammentreffen habe sich A._____ in den hinteren 

Teil des V._____s begeben und der andere sei mit seinen Kollegen stehen ge-

blieben. Dann sei der Andere aber auch in den hinteren Bereich gegangen, er ha-

be dann gesehen, dass dort etwas passiert sei und dass etwas nicht in Ordnung 

gewesen sei. Darauf sei er rausgerannt, um die Security zu orientieren und im 

Mitarbeiterbereich weitere Sicherheitsleute zu organisieren. Er sei wieder zurück 

bis vor den Raum, um die Leute zu orientieren. Die Kontrahenten seien beide 

nicht mehr im V._____ gewesen. Eine Putzequipe sei schon da gewesen, um den 

Boden aufzunehmen. Beide seien verletzt worden, das ganze wäre nicht passiert, 

wenn einer mal nachgegeben hätte. Darauf angesprochen, er habe erwähnt, dass 

Dinge beim Vorfall durch die Luft geflogen seien, gab er an, der Boden sei nass 

und er auch angespritzt gewesen, was genau durch die Luft geflogen sei, könne 

er nicht sagen und er habe auch kein Glas zerspringen hören. Auf entsprechende 

Frage gab U._____ an, er habe keine Waffen gesehen, Verletzungen habe er 

auch keine wahrgenommen (Urk. 5/21 S. 2 f.). 

Als Zeuge führte U._____ bei der Staatsanwaltschaft am 14. September 2018 

aus, das Ganze habe dort in der Raucherlounge angefangen, es sei gestossen 

voll gewesen, zwei Personen seien aneinandergeraten, es habe eine kleine Aus-

einandersetzung gegeben, daraufhin seien die Leute rausgerannt. In diesem Mo-

ment habe er die Sicherheitsleute geholt und diese hätten die Beteiligten nach 

draussen gebracht. Er sei in der Raucherlounge gewesen, habe nicht alles von 

Anfang an gesehen, habe aber gesehen, dass etwas nicht in Ordnung gewesen 

sei. Nachdem sie aneinandergeraten seien, sei es ruhig gewesen. Herr A._____ 

sei dann nach hinten weitergegangen zu zweit. Da habe sich die Situation kurz-

weilig beruhigt, dann seien Sachen geflogen, Gläser, Getränke etc., es sei dort 

oben nass geworden, Personen seien rausgerannt, dazu habe auch er gehört, sei 

aber dann mit Securities zurück gekommen (Urk. S. 5/22 S. 4 ff.). Nochmals zum 

- 41 - 

eigentlichen Vorfall befragt, erklärte U._____, es habe zunächst eine mündliche 

Auseinandersetzung gegeben, als die zweite Person in den Raucherraum herein-

gekommen sei, wo die erste Partei mit jemandem gestanden sei und sich den 

Weg habe schlängeln müssen. Diese sei tiefer in den Raucherraum nach hinten 

gegangen, wo es ein Tischlein habe. Da sei die erste Partei auch in Richtung 

nach hinten gegangen und sie hätten sich ca. in der Mitte getroffen. Die zweite 

Partei sei eher ruhiger gewesen. Es seien nur zwei Parteien gewesen, da sei er 

sich sicher. Der Zeuge bestätigte, dass die anwesenden Personen (Beschuldigter 

und Privatkläger 1, B._____) die beteiligten Personen gewesen seien. Dann sei 

die Auseinandersetzung ausgeartet, Sachen seien geflogen, Getränke, Becher, 

Gläser, die Leute seien dann nach draussen gerannt. Er wisse nicht, wer die Sa-

chen geworfen habe, die geflogen seien. Er habe sich zu dieser Zeit ca. in der 

Mitte des Raucherraumes aufgehalten, also zwischen beiden Parteien in Richtung 

Fenstersims (Fenster Richtung Dancefloor, nicht Richtung Strasse). Er könne 

nicht bestätigen, dass B._____ etwas geworfen habe, es sei auch gut möglich, 

dass Gäste, welche das hätten aufhalten wollen, auch geworfen hätten, unter die-

sen Einflüssen wie Musik, Gästen, Rauch, sei es schwierig zu beurteilen, woher 

etwas komme. Die Parteien hätten sich nochmals in der Mitte des Raucherraums 

getroffen, da sei er schon nicht mehr dort gewesen. Im Nachhinein habe er noch 

mitbekommen, dass eine Tatwaffe involviert gewesen sei. Den Beschuldigten ha-

be er nicht auf dem Boden gesehen und auch nicht auf dem Sofa (S. 6 ff.). Die ei-

gentliche Auseinandersetzung, die zu Verletzungen geführt habe, habe er nicht 

mitbekommen, dies müsse geschehen sein, als er die Securities gerufen habe. 

Die Angaben des Beschuldigten, wonach er nach dem ersten Aufeinandertreffen 

zu ihm in den hinteren Bereich an einen Stehtisch gekommen und während des 

Vorfalls anwesend gewesen sei, zu schlichten versucht habe und herumge-

schleudert worden sei, konnte der Zeuge nicht bestätigen und meinte, vielleicht 

sei das jemand anders gewesen (S. 11 ff.).  

d) Weitere Angaben zum Flaschenwerfen und der Verletzung des Beschuldigten 

aa) W._____ 

- 42 - 

W._____ erklärte anlässlich der polizeilichen Befragung vom 12. November 2018, 

er sei mit Bekannten im Raucherraum des Clubs gewesen am Zigaretten rauchen 

und trinken. Plötzlich habe vor ihnen eine Pöbelei begonnen, sie hätten sich da-

nach gegenseitig gestossen. Es habe wenig Platz gegeben um die Personen. 

Dann habe es schon mit Fäusten begonnen und sie seien aufeinander los. Zwei 

oder drei hätten sich in die Schlägerei eingeklinkt, der festere Herr, Herr A._____, 

sei in die Enge getrieben worden von den drei Personen. Er habe gesehen, wie er 

leicht auf das Sofa nieder gegangen sei, er sei leicht angelehnt gewesen, fast 

drauf gefallen. Und danach seien Flaschen und Gläser geflogen, man habe ge-

hört, dass es Scherben gegeben habe. Irgend etwas sei geworfen worden, sie 

seien näher gekommen, A._____ habe ein Messer gezogen, dann habe es wieder 

Platz zwischen den Personen gegeben. Dann sei es ziemlich schnell gegangen, 

bis die Sicherheitsangestellten vor Ort gewesen seien. Danach habe er nichts 

mehr mitbekommen. Darauf angesprochen, wann die ersten Flaschen oder Glä-

ser geflogen seien, gab W._____ an, es sei eine kurze Pöbelei gewesen, dann 

seien die Fäuste gefolgt und sobald es nach hinten gegangen sei, seien schon die 

ersten Flaschen geflogen. Die Flaschenwürfe habe er gesehen, habe aber nicht 

gesehen, wer dies geworfen habe, er habe sie nur im Flug gesehen und man ha-

be gehört, als sie zersprungen seien. Er habe auch nicht gesehen, ob A._____ 

von den Flaschen getroffen worden sei. Nach dem Zeitpunkt gefragt, in dem der 

Beschuldigte das Messer gezogen habe, erklärte W._____, sobald die Flaschen 

geworfen worden seien und die Leute näher gekommen seien, habe dieser das 

Messer gezogen und die Leute seien zurück gewichen. Er habe nicht gesehen, 

dass der Beschuldigte das Messer eingesetzt habe, er habe es gezogen und die 

Leute seien zurück gewichen. Er habe auch nicht wirklich mitbekommen, dass ei-

ne Person verletzt worden sei. Als die Sicherheitsangestellten den Raum betreten 

hätten, sei er schon auf dem Weg nach draussen gewesen und als die Flaschen 

geflogen seien, seien eigentlich alle Richtung Ausgang gegangen (Urk. 5/34 S. 2 

f.).  

In der staatsanwaltschaftlichen Zeugeneinvernahme vom 15. März 2019 erklärte 

W._____, er habe den Beschuldigten im Ausgang ab und zu gesehen, Kollegen 

von ihm seien mit ihm befreundet. Seine Kollegen seien O._____ und AA._____, 

- 43 - 

er selbst sei Member im Club G._____. Zum Vorfall gab er an, er sei im V._____ 

gewesen, es habe eine Pöbelei gegeben zwischen zwei Herrschaften. Die Leute 

seien auseinander gegangen. Dann seien zwei andere dazu gekommen und auf 

A._____ losgegangen. Sie hätten ihn Richtung Sofa in die Ecke getrieben. Dann 

seien schon Flaschen geflogen, irgendjemand habe ein Messer gezückt und die 

Leute seien dann schon Richtung Ausgang, es sei ein Chaos ausgebrochen und 

alle hätten sich von Herrn A._____ distanziert. Dann seien die Security reinge-

kommen und es habe sich aufgelöst. Alle seien aus dem V._____ raus, es sei re-

lativ schnell passiert. Nach den Kontrahenten gefragt, gab W._____ an, er habe 

A._____ gesehen, die anderen kenne er nicht, es seien halt so Geschleckte, mit 

geschleckten Haaren, aber keine Ahnung, er habe sie ja nicht beobachtet, sie 

seien dort am Trinken gewesen auf der anderen Seite. A._____ sei glaub schon 

in der Raucherlounge drin gewesen, er sei glaublich alleine gewesen, sonst wä-

ren ihm sicher noch Leute zu Hilfe geeilt, wenn drei auf einen los gingen. Es habe 

ein Rumstossen gegeben, dann werde es halt heftiger und es kämen dann Fäus-

te, es arte halt aus. Er könne leider nicht sagen, wer wen herumgestossen habe 

(Urk. 5/35 S. 4 f.). Dann sei es losgegangen nach dem Rumpöbeln und Schub-

sen, dass sie nachher angefangen hätten, sich die Faust zu geben. Dann seien 

zwei dazu gekommen und hätten A._____ nach hinten gedrängt. Zu den weiteren 

Fragen, wie und wer genau geschubst oder geschlagen habe, gab der Zeuge 

ausweichende Antworten und stellte Mutmassungen an. Das Gegenüber des Be-

schuldigten beschrieb W._____ auf Nachfragen erneut als Mann mit geschleckten 

Haaren und sonst ein strammer Typ. Er konnte jedoch keine Angaben zur Haar-

farbe machen, bestätigte aber, dass es ein Mann mit Haaren auf dem Kopf gewe-

sen sei. Die beiden Männer, die sich eingeklinkt hätten, konnte der Zeuge nicht 

näher beschreiben (S. 6 ff.). Der Zeuge konnte sich nicht erinnern, dass es Steh-

tische im V._____ gehabt habe. Er bestätigte auch, dass sich der Beschuldigte 

einmal auf dem Sofa befunden habe, er sei so quasi auf dem Sofa gelegen, als 

sie ihn in die Ecke gedrängt hätten. Dann seien Flaschen geflogen von hinten 

nach vorne auf das Sofa und man habe Scherben gehört. Dann sei das Chaos im 

V._____ ausgebrochen. Auf dem Boden habe er Herrn A._____ nicht gesehen. 

Die anderen Beteiligten seien auf der Seite des Ausgangs gewesen und nicht auf 

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der Seite des Sofas, sie hätten sich nie im hinteren Bereich des Sofas befunden, 

sondern immer vor dem Sofa, im Bereich Ausgang. Er habe gesehen, dass sie 

die Flaschen geworfen hätten und immer näher zu Herrn A._____ gekommen 

seien und dieser dann das Messer gezogen habe. Dann seien alle Richtung Aus-

gang gegangen. Er habe keine Ahnung, woher der Beschuldigte das Messer ge-

habt habe, es sei plötzlich aufgetaucht, wie rausgezupft. Das Messer konnte er 

nicht näher beschreiben. Der Beschuldigte habe das Messer gegen die anderen 

gehalten und diese hätten dann Abstand gehalten und es sei sehr schnell gegan-

gen, bis die Security gekommen sei. Dabei zeigte der Zeuge die Szene, in dem er 

den Arm nach vorne streckte und seine Faust langsam von links nach rechts 

schwenkte (S. 9 ff.). Schnitt- oder Stichbewegungen habe er nicht gesehen, er 

habe einfach so vor sich umher gefuchtelt, damit er sich wehren könne und die 

anderen Abstand halten würden. Dann beschrieb der Zeuge, dass alle drei auf 

den Beschuldigten losgegangen seien, was er damit begründete, dass viele Fla-

schen gekommen seien, sie hätten alles geworfen, was dort rumgelegen sei, er 

denke, diese hätten sie aus dem V._____ gehabt oder solche selbst getrunken. 

Ausser der Security habe glaub niemand zu schlichten versucht, es sei sehr 

schnell gegangen, die Leute seien grad raus gelaufen, als Gläser geflogen seien. 

Er habe auch keine Verletzten ausgemacht. Die Auseinandersetzung habe ihr 

Ende mit der Security gefunden. Diese seien auf die Leute los, hätten sie festge-

halten und gesagt, sie sollten aus dem V._____ rausgehen. Im Sofabereich habe 

es Scherben gehabt. Auf Nachfragen, weshalb er von den Verletzungen nichts 

mitbekommen habe, obschon er vor Ort gewesen sei, erklärte der Zeuge, man 

habe nicht gesehen, wie jemand gestochen worden sei, auch habe er kein Blut 

gesehen (S. 11 ff.). Damit konfrontiert, der Beschuldigte habe gesagt, die Leute 

seien wie Tiere auf ihn losgegangen, obschon er ein Messer in der Hand gehalten 

habe, erklärte der Zeuge, das stimme nicht, sie seien vorher auf ihn los gegan-

gen, nachher hätten sie Abstand genommen, sobald er ein Messer in der Hand 

gehalten habe. Es seien Flaschen geflogen nach ihm, sie seien auf ihn los ge-

gangen, hätten ihn mit Fäusten, Flaschen mit allem halt, "abgeschlagen", hätten 

ihn in die Ecke getrieben und da habe er das Messer hervorgenommen. Diese 

Gruppe, die in der Pöbelei gewesen sei, sei auf ihn losgegangen, wer konkret was 

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gemacht habe, könne er nicht sagen. Es könne gut sein, dass einmal jemand auf 

dem Beschuldigten drauf gewesen sei, als sich dieser auf dem Sofa befunden 

habe (S. 15 ff.). Der Zeuge verneinte, den Veranstalter U._____ zum Tatzeitpunkt 

in der Raucherlounge gesehen zu haben. Mit Widersprüchen zu seinen Aussagen 

bei der Polizei konfrontiert, suchte der Zeuge nach Erklärungen (S. 16 f.). Auf 

Nachfrage, ob er zwischen dem tt. Januar 2018 und der polizeilichen Einvernah-

me am 12. November 2018 mit jemandem über den Fall gesprochen habe, er-

wähnte der Zeuge, Herr O._____ habe ihn angesprochen, ob er bei der Polizei 

über den Fall sprechen könne (S. 19). 

bb) AB._____ 

In der polizeilichen Befragung vom 4. Juli 2018 erklärte AB._____, sie sei auf der 

Toilette gewesen und habe sich die Hände gewaschen. Sie sei auf einen festeren 

Mann und O._____ getroffen. Beim festeren Mann habe sie am Hinterkopf Blut 

und Scherben gesehen. Sie habe ihn gefragt, ob sie es weg putzen solle und ha-

be dann Desinfektionsmittel und Servietten genommen, um alles zu reinigen. Er 

sei wütend gewesen und habe herumgeflucht. Sie sei leicht schockiert gewesen, 

als O._____ zum festeren Mann gesagt habe, man werde ihn irgendwo im Club 

verstecken, damit man ihn nicht finde. Beim Reinigen des Hinterkopfs habe sie 

eine Scherbe bemerkt, welche komisch in der Kopfhaut gesteckt sei (Urk. 5/12 S. 

2).  

Am 20. September 2018 bestätigte AB._____ ihre Angaben als Zeugin bei der 

Staatsanwaltschaft, insbesondere, dass sie dem Beschuldigten eine Wunde am 

Hinterkopf gereinigt habe und eine Scherbe im Kopf drin festgestellt habe (Urk. 

5/13 S. 3 f.). Die Zeugin wiederholte ebenfalls, dass sie O._____ zum Beschuldig-

ten habe sagen hören, sie würden ihn im Club verstecken. Gefragt, weshalb der 

Beschuldigte wütend gewesen sei, wie sie es bei der Polizei gesagt habe, erklärte 

AB._____, sie habe gedacht, dass er Scheisse gebaut habe aufgrund dessen, 

was O._____ zu ihm gesagt habe (S. 6). Die Verletzung sei nicht so gross gewe-

sen, evtl. 1 cm. Es habe schlimmer ausgesehen als auf dem vorgehaltenen Bild 

wegen den ganzen Scherben und es habe mehr Blut gehabt. Es seien ganz viele 

kleine Scherben gewesen von einem "Caipi- oder Libi-Glas" (S. 7).  

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cc) Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde sodann auf Antrag des Beschul-

digten H._____ als Zeuge einvernommen (Prot. II S. 22 ff.). Er gab an, den Be-

schuldigten durch einen Arbeitskollegen vom G._____ schon vor dem Vorfall zu 

ke