# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1dd77ab-ef62-55e6-9b81-bbd6de270fef
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-05-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.05.2021 E-2194/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2194-2021_2021-05-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2194/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  M a i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Constance Leisinger, 

mit Zustimmung von Richter Markus König; 

Gerichtsschreiberin Kinza Brunner. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Marokko, 

vertreten durch MLaw Nathalie Kux, (…) 

(…),  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 9. April 2021 / N (…). 

 

 

 

E-2194/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin – marokkanische Staatsangehörige – reiste 

am 8. Januar 2021 in die Schweiz ein und stellte am 4. Februar 2021 ein 

Asylgesuch. Am 10. Februar 2021 wurde sie zu ihren Personalien befragt 

(Personalienaufnahme; PA). Im Beisein der zugewiesenen Rechtsvertre-

tung fand am 29. März 2021 sodann eine Anhörung zu den Asylgründen 

nach Art. 29 AsylG (SR 142.31) statt.  

A.b Zur Begründung ihres Asylgesuches machte die Beschwerdeführerin 

im Wesentlichen geltend, sie sei in B._______ im Quartier (…) in der (…) 

geboren und aufgewachsen. Dort habe sie gemeinsam mit ihren Eltern und 

Geschwistern zusammengelebt. Im Jahr 2017 habe sie das Abitur ge-

macht. Anschliessend habe sie sich an der Universität (…) in C._______ 

immatrikuliert, wo sie Jura studiert habe. Die Immatrikulation sei ohne Wis-

sen des Vaters erfolgt. Während des ersten Jahres habe sie die Vorlesun-

gen jeweils nur während der Abwesenheit des Vaters besucht. Am (…) 

2019 habe sie auf dem französischen Konsulat in D._______ einen Vi-

sumsantrag gestellt. Dieser sei am (…) 2019 abgelehnt worden. Aufgrund 

der Probleme mit dem Vater habe sie ihr Studium frühzeitig abbrechen 

müssen und folglich keinen Abschluss erlangt. Der Vater habe es nie für 

gut befunden, dass sie zur Universität gegangen sei. Zum einen hätten die 

Kosten für das Lehrmaterial eine Rolle gespielt, zum anderen habe er den 

Besuch der Vorlesungen für nicht akzeptabel befunden, da auch männliche 

Kommilitonen anwesend gewesen seien. Nach dem Abbruch des Studiums 

sei sie untätig zu Hause geblieben, mit einer Ausnahme: Sie habe im Jahre 

2020 während 20 Tagen als (…) gearbeitet, bis sie von ihrem Vater daran 

gehindert worden sei, die Tätigkeit weiter auszuüben. Im Sommer 2020 

habe ihr Vater ihr mitgeteilt, dass er beabsichtige, sie mit seinem Freund 

beziehungsweise seinem Arbeitskollegen / Arbeitgeber zu verheiraten. Die-

ser sei Besitzer eines Transportunternehmens und sehr vermögend; er sei 

bereits zweifach verheiratet gewesen. Sie habe diese Heirat abgelehnt und 

ihrem Vater mitgeteilt, dass sie einen Mann namens E._______ heiraten 

wolle, den sie via Instagram kennengelernt habe. Er sei (…) Staatsbürger 

und lebe in der Schweiz in F._______. Zu Beginn habe sie lediglich mit ihm 

telefoniert, später habe er sie einmal in Marokko besucht. Eine Heirat mit 

E._______, welcher kein Muslim sei, sei für den Vater nicht in Frage ge-

kommen. Er habe keinen Widerspruch geduldet, sie beschimpft und kör-

perlich misshandelt. In die Auseinandersetzung sei auch die Mutter invol-

viert gewesen, die auf ihrer Seite gewesen sei. Der Vater habe der Mutter 

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Seite 3 

fortan kein Geld mehr zum Kauf der benötigten Lebensmittel gegeben. 

Deshalb hätten sie die Grossmutter mütterlicherseits nach Lebensmitteln 

fragen müssen. 

Ihr Vater habe sie in der Folge im Haus eingesperrt. Bevor er zur Arbeit 

gegangen sei, habe er ihr jeweils etwas zu Essen gebracht. Er habe immer 

wieder versucht, sie zur Heirat zu überreden. Sie habe fast einen Nerven-

zusammenbruch erlitten. Später habe sich die Lage zugespitzt. Ihr Vater 

sei ihr gegenüber gewalttätig geworden. Mit Hilfe ihrer Schwester habe sie 

einmal telefonisch mit ihrem Freund in der Schweiz Kontakt aufnehmen 

können. Dieser habe vorgeschlagen, bei einem muslimischen Notar einen 

Heiratsvertrag abzuschliessen. Da dazu aber die Anwesenheit und das 

Einverständnis der Eltern notwendig sei, sei die Heirat nicht möglich gewe-

sen.  

Am (…) 2021 habe ihr Vater vergessen, ihre Türe abzuschliessen, nach-

dem er das Frühstück gebracht und das Haus verlassen habe. Diese Ge-

legenheit habe sie zur Flucht genutzt. Ihre Mutter habe ihr den Reisepass 

sowie etwas Bargeld und Schmuck für die Finanzierung der Ausreise ge-

geben. Sie sei sofort mit einem Taxi nach G._______ zu einer Freundin 

gefahren. Bei der Freundin habe sie nicht dauerhaft bleiben können. Sie 

sei deshalb nach einer Nacht in G._______ am (…) 2021 mit der Hilfe eines 

Schleppers ausgereist. Bei einer Rückkehr nach Marokko befürchte sie, 

dass ihr Vater sie umbringen werde. Ausserdem wisse sie nicht, wer sie bei 

einer Rückkehr nach Marokko aufnehmen würde.  

Die Beschwerdeführerin reichte keinerlei Identitätsdokumente oder Be-

weismittel ins Recht. 

B.  

Am 8. April 2021 nahm die Rechtsvertretung zum vorgelegten Entwurf der 

Verfügung Stellung.  

C.  

Mit Verfügung vom 9. April 2021 – gleichentags eröffnet – stellte das SEM 

fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und 

lehnte ihr Asylgesuch vom 4. Februar 2021 ab. Gleichzeitig verfügte es ihre 

Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an.  

D.  

Mit Eingabe vom 10. Mai 2021 erhob die Beschwerdeführerin durch ihre 

Rechtsvertreterin gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 

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Seite 4 

Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung des SEM vom 9. April 

2021 aufzuheben, sie sei als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihr in der 

Schweiz Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und 

sie sei in der Schweiz vorläufig aufzunehmen, subeventualiter sei die Sa-

che zwecks weiterer Abklärungen und zur Neubeurteilung an die Vor-

instanz zurückzuweisen. In formeller Hinsicht ersuchte sie um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und 

um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie 

ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 1 AsylG und Art 10 der Verordnung über Massnahmen im Asylbereich 

im Zusammenhang mit dem Coronavirus (Covid-19-Verordnung Asyl, SR 

142.318); Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde 

ist einzutreten.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

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Seite 5 

3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-

weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie 

nachstehend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).  

3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe den Untersuchungs-

grundsatz (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG) verletzt (vgl. Beschwerde, 

Ziff. 44 ff.). Sie begründet dies damit, dass der Sachverhalt bezüglich der 

von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Zwangsheirat nicht 

rechtsgenüglich abgeklärt worden sei.  

4.2 Diese formelle Rüge erweist sich als unbegründet. Der Beschwerde-

führerin wurde vielmehr in der Anhörung vom 29. März 2021 ausführlich 

Gelegenheit gegeben, ihre Fluchtvorbringen zu erläutern (vgl. act. 

1087525-31/17, F69 ff. [nachfolgend act. 31/17]). Auch wurde sie mehrfach 

aufgefordert, ihre Gründe zu konkretisieren (vgl. act. 31/17 F76, F77). Der 

Beschwerdeführerin war es somit möglich, ihr Asylgesuch hinreichend zu 

begründen. Aus der Beschwerde geht denn auch nicht konkret hervor, wel-

che zusätzlichen Fragen der Beschwerdeführerin hätten gestellt werden 

sollen, um dem Erfordernis der rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung 

Rechnung zu tragen. In diesem Zusammenhang ist auch auf die der Be-

schwerdeführerin obliegende Mitwirkungspflicht an der Erstellung des 

Sachverhalts mitzuwirken (Art. 8 AsylG), hinzuweisen.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG) Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

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Seite 6 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und 

folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden 

(vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 mit Verweisen). 

6.  

6.1 Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung im Asylpunkt im Wesentli-

chen damit, dass sie die Asylvorbringen der Beschwerdeführerin als un-

glaubhaft erachte.  

Schon an dem von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Besuch 

der Universität H._______ bestünden ernsthafte Zweifel, habe sie doch un-

terschiedliche Angaben dazu gemacht, ob sie das Studium direkt nach dem 

Abschluss des Abiturs im Jahr 2017 oder erst ein Jahr später angefangen 

habe. Hinzu komme in dieser Hinsicht, dass sie tatsachenwidrig angege-

ben habe, dass an der H._______ Universität Studiengebühren erhoben 

würden; ebenfalls unzutreffend sei ihre Beschreibung der Studienstruktur. 

Sodann seien die Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrer Biographie ab 

dem Jahr 2019 inhaltlich wie auch vom Umfang her äusserst knapp aus-

gefallen, und es sei kein klares Bild entstanden. Zudem habe sie divergie-

rende Angaben dazu gemacht, wann die Probleme mit ihrem Vater ange-

fangen hätten und bis wann sie an der Universität studiert habe. Auf Vorhalt 

hin habe sie diese Unklarheiten nicht beseitigen können. Widersprüchlich 

sei auch die Aussage, dass sie vor Beginn der Probleme mit ihrem Vater 

nie mit dem Gedanken gespielt habe, Marokko zu verlassen, zumal sie als 

Grund für den Visumsantrag angegeben habe, sie habe Marokko unbe-

dingt verlassen wollen. Auf Vorhalt hin habe sie sich diesbezüglich in wei-

tere Widersprüche verstrickt. Widersprüchlich seien weiter auch die Anga-

ben der Beschwerdeführerin zu dem Mann, mit dem ihr Vater sie angeblich 

habe verheiraten wollen. Einmal habe die Beschwerdeführerin davon ge-

sprochen, dass es sich um einen vermögenden Arbeitskollegen handle, 

den der Vater sehr gut kenne, beziehungsweise um einen langjährigen 

Freund. Danach gefragt, wie es komme, dass der Arbeitskollege reich, ihre 

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Seite 7 

eigene Familie jedoch ihren Angaben gemäss arm sei, habe die Beschwer-

deführerin sich korrigiert und ausgeführt, dass es sich bei dem Mann nicht 

um einen Arbeitskollegen ihres Vaters, sondern um dessen Arbeitgeber 

handle. Diese Erklärung wirke konstruiert. 

Auch die Angaben der Beschwerdeführerin zu der Zeit, in der sie einge-

sperrt gewesen sei, seien uneinheitlich. Einmal habe sie von circa 18 Ta-

gen gesprochen, nur wenig später hingegen angegeben, sie sei die ganze 

Zeit eingesperrt gewesen und sie habe kein Zeitgefühl gehabt, ob es Nacht 

oder Tag gewesen sei. Auf erneute Nachfrage hin habe sie erneut angege-

ben, es habe sich um circa 18 Tage gehandelt. Auf die unterschiedlichen 

Angaben angesprochen, sei sie zunächst ausgewichen, dann habe sie 

ausgeführt, es sei ihr ab Sommer 2020 nicht mehr erlaubt gewesen, das 

Haus zu verlassen oder mit jemandem Kontakt aufzunehmen; ins Zimmer 

eingesperrt habe sie ihr Vater nur für 18 Tage. Sie wisse jedoch nicht mehr, 

wann dies der Fall gewesen sei. Dass sie den Zeitpunkt des Einsperrens 

nicht habe angeben können überrasche und sei angesichts ihrer gesamten 

Vorbringen nicht nachvollziehbar. 

6.2 Die Beschwerdeführerin hält den vorinstanzlichen Erwägungen entge-

gen, ihre Vorbringen würden zahlreiche Realkennzeichen aufweisen, was 

für die Glaubwürdigkeit ihrer Aussage spreche. Sodann versucht sie die 

von der Vorinstanz festgestellten Unglaubhaftigkeitsmerkmale zu erklären 

beziehungsweise zu relativieren. Für ihre Ausführungen im Detail, wird so-

fern notwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

7.  

7.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Vorinstanz die Vorbringen der Beschwerdeführerin zu 

Recht als unglaubhaft qualifiziert hat. Die Ausführungen in der Beschwer-

deschrift vermögen den Erwägungen des SEM letztlich nichts Stichhaltiges 

entgegenzusetzen. Somit kann vorab auf die zutreffenden Erwägungen der 

angefochtenen Verfügung verwiesen werden.  

7.2 Selbst wenn die Beschwerdeführerin in Bezug auf einzelne von der Vo-

rinstanz festgestellte Unglaubhaftigkeitsmerkmale teilweise plausible Er-

klärungen vorbringt, vermag dies in einer Gesamtsicht aufgrund der zahl-

reichen Widersprüche in wesentlichen Aspekten nichts daran zu ändern, 

dass ihre Fluchtvorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht 

standhalten.  

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Seite 8 

7.3 Zunächst ist der Vorinstanz beizupflichten, dass die Beschwerdeführe-

rin zum Zeitpunkt der Aufnahme ihres Studiums nur unpräzise und vage 

Angaben gemacht hat (vgl. act. 31/17, F35 ff.). Zwar trifft zu, dass bei einer 

Berücksichtigung des weiteren Kontexts der Aussagen der Beschwerde-

führerin zu vermuten ist, dass sie zwischen 2017 und 2019 die Universität 

besucht haben könnte (vgl. Beschwerde, Ziff. 17). Dies vermag allerdings 

nicht zu erklären, warum die Beschwerdeführerin keine klaren Angaben 

dazu machen kann, wann sie ihr Studium aufgenommen beziehungsweise 

auch aufgegeben hat (vgl. act. 31/17, F40), zumal die betreffende Zeit noch 

nicht lange zurückliegt. Wie es sich damit genau verhält, muss vorliegend 

aber ohnehin nicht abschliessend geprüft werden, steht der Abbruch des 

Universitätsstudiums doch nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der 

Flucht der Beschwerdeführerin. Insofern erübrigt sich auch eine Würdigung 

der unpräzisen Aussagen der Beschwerdeführerin zum Studiensystem in 

Marokko, wobei insoweit aber immerhin darauf hinzuweisen ist, dass die 

Erklärung der Beschwerdeführerin, sich heimlich an der Universität immat-

rikuliert zu haben und keine Möglichkeit zum Austausch mit Kommilitonen 

und zur Teilnahme an Informationsveranstaltungen gehabt zu haben (vgl. 

Ziff. 18 der Beschwerde), nicht überzeugt. 

7.4 Zutreffend erscheint nach Durchsicht der Akten insbesondere auch die 

Würdigung der Vorinstanz, dass die Beschwerdeführerin eine drohende 

Zwangsverheiratung nicht glaubhaft machen konnte. Zu berücksichtigen 

sind in diesem Zusammenhang verschiedene Aspekte.  

Stark ins Gewicht fällt, dass die Beschwerdeführerin in wesentlichen As-

pekten ihres Vorbringens unklare, widersprüchliche und unsubstanziierte 

Angaben machte. Dies betrifft – wie die Vorinstanz richtig ausführt – zum 

einen die Person des Mannes, mit dem ihr Vater sie angeblich verheiraten 

wollte (Freund des Vaters, den der Vater seit langer Zeit kenne [vgl. act. 

31/17, F75], Freund und Arbeitskollege [vgl. act. 31/17, F88], Arbeitgeber 

[vgl. act. 31/17, F90]). Zum anderen betreffen sie die Frage, wie lange sie 

eingesperrt war (eine Nacht [vgl. act. 31/17, F75], 18 Tage [vgl. act. 31/17, 

F76] ohne dabei zu wissen, ob es Tag oder Nacht gewesen sei [vgl. act. 

31/17, F77], die ganze Zeit [vgl. act. 31/17, F77]). Hinzu kommt, dass sie 

den Zeitpunkt wann genau sie von ihrem Vater aufgrund ihrer Verweige-

rungshaltung eingesperrt worden sei, nicht genauer in die angeblich erleb-

ten Geschehnisse einordnen konnte. Zunächst verorte sie diesen in der 

Zeitphase unmittelbar vor ihrer Flucht (vgl. act. 31/17, F77ff.). Zu einem 

späteren Zeitpunkt der Anhörung vermochte die Beschwerdeführerin hin-

gegen das Eingesperrtsein zeitlich überhaupt nicht mehr einzugrenzen 

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(vgl. act. 31/17, F93). Entgegen den Beschwerdeausführungen lässt sich 

dieser Widerspruch nicht mit der Nervosität und Angespanntheit der Be-

schwerdeführerin erklären (vgl. Beschwerde, Ziff. 31). Dieses Aussage-

verhalten lässt darauf schliessen, dass die Beschwerdeführerin die angeb-

lich fluchtauslösenden Momente nicht selbst erlebt hat. Dieser Schluss 

drängt sich auch deshalb auf, weil die Beschwerdeführerin in der Anhörung 

zunächst vorbrachte, sie habe Marokko schon im Jahr 2019 unbedingt ver-

lassen wollen (vgl. act. 31/17, F67). Zu einem späteren Zeitpunkt führte sie 

hingegen aus, bis zu den Problemen mit ihrem Vater nie mit dem Gedan-

ken gespielt zu haben, Marokko zu verlassen (vgl. act. 31/17, F86). Auch 

diesbezüglich sind ihre Aussagen mithin in sich nicht schlüssig; dies ver-

mochte sie in der Anhörung auch nicht plausibel aufzulösen (vgl. act. 

31/17, F102).  

7.5 Insgesamt wirkt das Vorbringen der Beschwerdeführerin konstruiert. 

Dies auch mit Blick auf den bereits im Jahr 2019 gestellten Visumsantrag 

für I._______. Es scheint wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin 

schon längere Zeit nach einem Weg gesucht hat, in die Schweiz zu ihrem 

hier lebenden Freund zu kommen. Darauf deutet nicht zuletzt auch hin, 

dass die Beschwerdeführerin nach ihrer Ankunft in der Schweiz fast einen 

Monat zuwartete, bis sie ihr Asylgesuch stellte. 

7.6 Zusammenfassend ergibt sich nach dem Gesagten, dass die Vor-

instanz die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin zu Recht ver-

neint und ihr Asylgesuch abgewiesen hat. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG).  

8.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Eine andere Beurteilung ergibt sich auch nicht aus dem Umstand, 

dass die Beschwerdeführerin in der Schweiz einen Freund hat. Die Weg-

weisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 

2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.3 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

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Seite 10 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

8.4 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.5  

8.5.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

8.5.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Be-

schwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin nach 

Marokko ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

8.5.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdefüh-

rerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes 

für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

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Seite 11 

müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr («real risk») nach-

weisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Dies ist der Beschwerdeführerin vorliegend nicht ge-

lungen. Ebenso wenig lässt die allgemeine Menschenrechtssituation in 

Marokko den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als unzulässig 

erscheinen.  

8.5.4 Gründe, die einem Vollzug der Wegweisung nach Art. 8 EMRK (Recht 

auf Familienleben) entgegenstehen könnten, ergeben sich mit Blick auf die 

geltend gemachte Beziehung nicht.  

8.5.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.6  

8.6.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.6.2 In Marokko herrscht weder Krieg, Bürgerkrieg noch eine Situation all-

gemeiner Gewalt, aufgrund derer die Zivilbevölkerung als konkret gefähr-

det bezeichnet werden müsste. Der Wegweisungsvollzug ist daher grund-

sätzlich zumutbar (vgl. statt vieler Urteil des BVGer E-2647/2020 vom 

2. September 2020 E. 9.3.2). Vorliegend sprechen auch keine individuellen 

Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs.  

8.6.3 Die Beschwerdeführerin ist gesund, verfügt über eine gute Schulbil-

dung und ist im erwerbsfähigen Alter. Sie hat auch in anderen Teilen Ma-

rokkos sowie in Europa Verwandte. Zudem hat sie einen Freund in der 

Schweiz. Es ist mithin davon auszugehen, dass sie bei einer Rückkehr 

nicht in eine existentielle Not geraten wird.  

8.6.4 Allfällige wirtschaftliche Reintegrationsschwierigkeiten vermögen 

dem Vollzug nicht entgegenzustehen, da blosse soziale oder wirtschaftli-

che Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung betroffen ist, 

für sich gesehen keine existenzbedrohende Situation zu begründen ver-

mögen (vgl. BVGE 2010/41 E. 8.3.6).  

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Seite 12 

8.7 Sodann obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständigen 

Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reise-

dokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung als möglich zu be-

zeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). Auch die Corona-Pandemie steht dem 

Wegweisungsvollzug nicht entgegen. Ihr ist im Rahmen der Vollzugsmo-

dalitäten Rechnung zu tragen, indem etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der 

Situation im Heimatland angepasst wird.  

8.8 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 

Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt 

richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit dies-

bezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Beschwer-

debegehren der Beschwerdeführerin schon bei Einreichung des Rechts-

mittels als aussichtslos zu gelten hatten. Damit ist – ungeachtet der Frage 

der prozessualen Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin – eine der kumula-

tiv zu erfüllenden Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt. Das entsprechende 

Gesuch ist abzuweisen. Das Gesuch um Verzicht auf die Kostenvorschuss-

erhebung ist mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos geworden. 

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-2194/2021 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.- werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Kinza Brunner 

 

 

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