# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 657b8ae5-801d-5bcb-8f5c-8eeedb8ea491
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-09-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.09.2016 E-5282/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5282-2016_2016-09-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-5282/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m   9 .  S e p t e m b e r  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 

mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;   

Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

Marokko,  

zz. im Transit Flughafen Zürich, 8058 Zürich,  

Beschwerdeführerinnen,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung);  

Verfügung des SEM vom 26. August 2016 / N (…). 

 

 

 

E-5282/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerinnen suchten am 9. August 2016, von der Türkei 

herkommend, im Transitbereich des Flughafens Zürich um Asyl nach.  

B.  

Gleichentags verweigerte ihnen das SEM vorläufig die Einreise in die 

Schweiz und wies ihnen als Aufenthaltsort für die Dauer von maximal 60 

Tagen den Transitbereich des Flughafens Zürich zu. 

C.  

Am 12. August 2016 wurde die Beschwerdeführerin summarisch zu ihrer 

Person (BzP) befragt. Am 23. August 2016 folgte eine eingehende Anhö-

rung zu ihren Asylgründen. Dabei machte sie im Wesentlichen geltend, sie 

sei in Casablanca aufgewachsen, wo sie bis zuletzt gewohnt habe. Ihre 

Eltern seien verstorben. Zu ihren vier Geschwistern habe sie seit drei Jah-

ren keinen Kontakt mehr. Im Dezember 2014 habe sie einen Staatsange-

hörigen von Guinea geheiratet, der jedoch keine Aufenthaltsbewilligung in 

Marokko habe, weshalb er alle drei Monate das Land habe verlassen müs-

sen. Sie würden zusammen mit [dem] gemeinsamen [Kind] in einer kleinen 

Wohnung in Casablanca, C._______, leben. Für die Heirat sei ihr Ehe-

mann offiziell zum Islam übergetreten. Kurz vor ihrer Ausreise habe er bei 

den marokkanischen Behörden einen Antrag für eine Aufenthaltsbewilli-

gung gestellt. Als sie im Jahre 2012 ihrem Bruder D._______ erklärt habe, 

dass sie einen Schwarzafrikaner heiraten wolle, habe sich dieser ableh-

nend geäussert und sie geschlagen. Im November 2014, als sie ihre Fami-

lie für die bevorstehende Heirat um die Aushändigung des Familienbüch-

leins gebeten habe, sei sie wiederum geschlagen worden und in der Folge 

vom Arzt für sieben Tage krankgeschrieben worden. Sie habe dies bei der 

Polizei gemeldet, welche ihr erklärt habe, es handle sich dabei um eine 

familiäre Angelegenheit. Sie solle ihr Arztzeugnis einreichen, was sie indes 

nicht gemacht habe. Sie habe auch keine Anzeige gegen ihren Bruder er-

stattet. Ihre Familie habe ihr schliesslich erklärt, sie könne erst wieder zu 

ihr zurückkehren, wenn sie sich von [ihr Kind] und ihrem Ehemann trenne. 

Aus diesen Gründen habe sie sich aus Angst um [ihr Kind] zur Ausreise 

entschieden. Ihr Ehemann habe eine Frau bezahlt, damit sich diese in der 

Türkei um die Beschwerdeführerinnen kümmern würde.  

Für den weiteren Inhalt der Aussagen wird auf die Akten verwiesen. 

E-5282/2016 

Seite 3 

D.  

Mit Verfügung vom 26. August 2016 – eröffnet am 1. September 2016 – 

lehnte das SEM die Asylgesuche ab, wies die Beschwerdeführerinnen aus 

dem Transitbereich des Flughafens weg, ordnete den Vollzug der Wegwei-

sung an und händigte ihnen die editionspflichtigen Akten aus. Auf die Be-

gründung wird in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

E.  

Mit vorab per Telefax eingereichter Eingabe vom 1. September 2016 erho-

ben die Beschwerdeführerinnen gegen diesen Entscheid beim Bundesver-

waltungsgericht Beschwerde und beantragten die Aufhebung der ange-

fochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl oder zumindest die 

Feststellung der Flüchtlingseigenschaft. Eventualiter sei die Unzulässig-

keit, allenfalls die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzu-

stellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In verfahrensrechtlicher 

Hinsicht beantragten sie um Übersetzung der Beschwerdebegründung von 

Amtes wegen in eine Amtssprache und um Verzicht auf Erhebung eines 

Kostenvorschusses sowie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung.  

F.  

Die vorinstanzlichen Akten wurden dem Bundesverwaltungsgericht am 

1. September 2016 elektronisch übermittelt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.  

E-5282/2016 

Seite 4 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde wurde in einer Amtssprache vor, weshalb von einer 

amtlichen Übersetzung abgesehen werden kann. Sie ist frist- und formge-

recht eingereicht. Die Beschwerdeführerinnen haben am Verfahren vor der 

Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung beson-

ders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 

beziehungsweise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Be-

schwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 so-

wie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

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Seite 5 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Das SEM begründeten ihren ablehnenden Entscheid damit, die von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachten Vorbringen würden den Anforde-

rungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht standhalten. So könne den von 

ihr kontaktierten Behörden nicht vorgeworfen werden, ihren Schutzwillen 

nicht gezeigt bzw. ihrer Schutzpflicht nicht nachgekommen zu sein. Die 

marokkanischen Behörden hätten offensichtlich im Rahmen ihrer Möglich-

keiten gehandelt und sie konkret aufgeklärt, welche weiteren Schritte sie 

unternehmen könne. Im Weiteren habe sie trotz mehrmaligem Nachfragen 

anlässlich der Bundesanhörung nicht konkretisieren können, warum sie 

ihre Heimat verlassen habe. Bei der von ihr angeführten Begründung, sie 

habe keine offizielle Arbeitsstelle annehmen wollen, damit ihre Familie sie 

nicht ausfindig machen könne, und sie habe gewünscht, dass ihr Ehemann 

und [ihr Kind] von ihren Geschwistern akzeptiert würden, handle es sich 

um ein persönliches und innerfamiliäres Problem, das keine Asylrelevanz 

begründe. Zudem habe sie ihren Angaben zufolge schon mehrmals aus-

serhalb von Casablanca bei Freunden oder Verwandten Wohnsitz genom-

men. Deshalb sei es ihr zuzumuten, sich ihrer aktuellen innerfamiliären Si-

tuation durch Wegzug in eine andere Stadt in Marokko zu entziehen, zumal 

sie und ihr Ehemann schon vorher bei ihrem Schwager gewohnt hätten. 

5.2 In der Rechtsmitteleingabe wird demgegenüber ausgeführt, die Be-

schwerdeführerin und [ihr Kind] seien wegen des familiären Konflikts zum 

Verlassen ihres Heimatlandes gezwungen gewesen. Die Beschwerdefüh-

rerin sei wegen ihrer Heirat mit einem dunkelhäutigen Christen und der 

Geburt [ihres Kindes] insbesondere seitens ihres Bruders in Gefahr gewe-

sen. Schliesslich habe ihr Ehemann damit begonnen, ihr mit der Weg-

nahme [des Kindes] zu drohen, was sie nicht hätte akzeptieren können. 

6.  

6.1 Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass das Staatssekretariat die Asylgesuche der Beschwerdefüh-

rerinnen zu Recht abgewiesen hat. Es hat in seinem Entscheid die Gründe 

angeführt, welche auf die fehlende Asylrelevanz der Vorbringen der Be-

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Seite 6 

schwerdeführerinnen schliessen lassen. Insbesondere ist den vorinstanz-

lichen Erwägungen zuzustimmen, wonach die marokkanischen Behörden 

als schutzwillig und schutzfähig zu bezeichnen sind. Zudem haben diese 

der Beschwerdeführerin (Mutter) aufgezeigt, wie sie sich gegen die famili-

ären Übergriffe insbesondere seitens ihres Bruders wehren könne. Die wei-

teren Aussagen der Beschwerdeführerin basieren auf reinen Vermutungen 

und Spekulationen, welche die bereits erwähnten familiären Probleme tan-

gieren und damit asylrechtlich nicht relevant sind. Insgesamt kann daher 

auf die zutreffenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung ver-

wiesen werden, welchen in der Beschwerde keine Einwände entgegenge-

halten werden. An dieser Stelle ist zudem festzustellen, dass auf Be-

schwerdeebene erstmals geltend gemacht wird, der Ehemann der Be-

schwerdeführerin habe damit gedroht, ihr das Kind wegzunehmen. Dies 

kann indessen mit ihrem Vorbringen im vorinstanzlichen Verfahren, wo sie 

auf entsprechende Fragen hin angab, weder sie noch ihr Ehemann möchte 

sich vom anderen Ehepartner trennen (vgl. Akte A15 S. 21), nicht verein-

bart werden. Zudem soll er für die Ausreise der Beschwerdeführerin und 

[des Kindes] eine Frau organisiert haben, die ihr bei der Ankunft in Istanbul 

behilflich sein werde (vgl. Akte A 13 S. 8). Selbst wenn er neu diese Dro-

hung ausgesprochen haben sollte, ist auch dies kein Asylgrund im Sinne 

von Art. 3 AsylG. 

6.2 Das SEM hat die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerinnen 

folglich zu Recht verneint und die Asylgesuche abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführerinnen verfügen weder über eine ausländerrecht-

liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

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Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den 

Beschwerdeführerinnen nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin-

nen in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG 

rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin-

nen noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wären. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtsho-

fes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschus-

ses müssten die Beschwerdeführerinnen eine konkrete Gefahr («real risk») 

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nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschie-

bung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssitu-

ation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeit-

punkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist 

der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völ-

kerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.4.1 In Marokko herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt, weshalb in 

konstanter Praxis von der generellen Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs dorthin ausgegangen wird.  

8.4.2 Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerinnen bei 

einer Rückkehr einer Gefährdungssituation ausgesetzt wären oder aus in-

dividuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur 

in eine existenzbedrohende Situation geraten würden, liegen keine vor. Die 

Beschwerdeführerin verfügt eigenen Angaben zufolge über einen Mittel-

schulabschluss (Matura), zwei Jahre Berufsschule ([…]) sowie verschie-

dene Berufserfahrungen ([…], […] und […]). Überdies hält sich ihr Ehe-

mann – er soll unmittelbar vor der Ausreise der Beschwerdeführerinnen 

einen Antrag um eine Aufenthaltsbewilligung gestellt haben – sowie Ver-

wandte (Cousins) und Bekannte in Casablanca auf (vgl. Akten A13 S. 7, 

A15 S. 7 und 9), so dass anzunehmen ist, dass sie über ein soziales Be-

ziehungsnetz sowie eine ausreichende Grundlage zur Existenzsicherung 

verfügen.  

8.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

8.6 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführerinnen, sich bei der zu-

ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendi-

gen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu 

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Seite 9 

auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

8.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Die gestellten Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das 

Gesuch um unentgeltliche Prozessführung ungeachtet einer allfälligen pro-

zessualen Bedürftigkeit abzuweisen ist (Art. 65 Abs. 1 VwVG und Art. 110a 

Abs. 1 Bst. a AsylG). Der Antrag auf Befreiung von der Kostenvorschuss-

pflicht ist mit dem vorliegenden Direktentscheid gegenstandslos geworden.  

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den 

Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf ins-

gesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von  Fr. 600.– werden den Beschwerdeführerinnen 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener 

 

 

Versand: