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**Case Identifier:** 576f37a1-f3f0-516c-a451-6a368e8db571
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-10-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.10.2010 UV 2009/77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-77_2010-10-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/77

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 08.04.2020

Entscheiddatum: 22.10.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 22.10.2010
Art. 6 UVG; Art. 11 UVV: Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs 
zwischen den als Rückfall geklagten psychischen Beschwerden und einem 
Unfallereignis mit HWS-Distorsion (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 22. Oktober 2010, UV 2009/77). Bestätigt durch Urteil 
des Bundesgerichts 8C_1026/2010.

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Marcel Kuhn

Entscheid vom 22. Oktober 2010

in Sachen

G.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch I.___

gegen

AXA Versicherungen AG, General Guisan Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A.       

A.a    G.___, Jahrgang 1968, war seit dem 18. Juni 1990 beim A.___ als 

Krankenschwester tätig und dadurch bei der AXA Versicherungen AG (vormals: 

"Winterthur" Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft) gegen die Folgen von 

Unfällen versichert. Am 3. Dezember 1994 wurde sie als Lenkerin eines 

Personenwagens auf der Autobahn in eine Massenkollision verwickelt (act. A1-3).

A.b   Dr. med. B.___, Allgemeinmedizin FMH, diagnostizierte im Bericht vom 10. Januar 

1995 ein HWS-Schleudertrauma, eine sacrale Kontusion sowie multiple kleine 

Quetschungen und bescheinigte ab Unfalldatum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. 

M1). Am 13. Januar 1995 wurde eine Narbenplatte im Bereich der 

Unterlippenweichteilgewebe entfernt (act. M2). Dr. med. C.___, Allgemeinmedizin FMH, 

attestierte ab 10. April 1995 eine 40%ige, ab 1. Juli 1995 eine 60%ige und ab 1. 

September 1995 wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Die Behandlung wurde am 14. 

August 1995 abgeschlossen (act. M6-11).

A.c   Dr. med. D.___, Orthopädische Chirurgie FMH, hielt im Bericht vom 20. 

September 1999 deutliche Restbeschwerden bei Status nach HWS-

Beschleunigungsverletzung fest und veranlasste ein physiotherapeutisches 

Aufbautraining. Für die Aktivitäten als Mutter - die Versicherte hat nach dem 

Unfallereignis zwei Kinder bekommen - und Hausfrau sei sie nur wenig eingeschränkt 

(act. M12). Die medizinische Behandlung bei Dr. D.___ konnte am 18. Mai 2000 

abgeschlossen werden.Eine physiotherapeutische Betreuung wurde hingegen noch 

weitergeführt (act. M20). Am 15. April 2002 meldete sich die Versicherte erneut bei Dr. 

D.___ und klagte über Kopfschmerzen und Verspannungen im Schulter- und 

Nackenbereich (act. M24). Dr. med. E.___, Fachärztin FMH für Neurologie, stellte am 4. 

April 2006 die Diagnose Panikattacken (act. M36). Nach einer Untersuchung im 

Wirbelsäulenzentrum am Rosenberg, St. Gallen, wurde im Bericht vom 12. Oktober 

2006 eine chronische Cervicocephalgie nach HWS-Distorsion diagnostiziert. Die 

durchgeführte vertebrospinale Kernspintomografie der HWS ergab eine Diskushernie 

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C5/6 und C6/7 median gelegen ohne Kompression neuraler Strukturen (act. M29 und 

36).

A.d   Ab 8. Dezember 2006 war die Versicherte bei F.___, eidg. Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie, in Behandlung, welcher einen stationären Aufenthalt in der Klinik 

Aadorf, Klinische Psychotherapie, veranlasste. Nach der Hospitalisation vom 11. Juli 

bis 5. September 2007 wurde im Austrittsbericht vom 18. September 2007 die 

Diagnose einer Panikstörung (ICD-10 F41.0) "auf dem Hintergrund einer durch Härte 

und Leistungsorientierung geprägten Persönlichkeit" gestellt (act. M34 und 38).

A.e   Am 25. April 2008 meldete der neue Arbeitgeber der Versicherten einen Rückfall 

zum Unfallereignis vom 3. Dezember 1994. Aufgrund von Angstzuständen und 

Panikstörungen bestehe ab 22. Juni 2007 eine volle Arbeitsunfähigkeit (act. A12).

A.f    F.___ diagnostizierte im Arztzeugnis vom 28. April 2008 eine Panikstörung (ICD-10 

F41.0) bei

leistungsorientierter perfektionistischer Persönlichkeit. Spätestens ab Klinikeintritt (11. 

Juli 2007) bestehe bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Bereits vor 

diesem Zeitpunkt habe zum Teil eine Arbeitsunfähigkeit bestanden (act. M34). Dr. med. 

H.___, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Beratender Arzt der AXA 

Versicherungen AG, St. Gallen, hielt im Bericht vom 18. Juli 2008 fest, dass 

möglicherweise im Unfall vom 3. Dezember 1994 eine Teilursache für die heute 

ausgeprägte Panikstörung liege, es sei aber nicht überwiegend wahrscheinlich (act. 

M39).

A.g   Mit Verfügung vom 14. August 2008 eröffnete die AXA Versicherungen AG der 

Versicherten, dass die geäusserten Beschwerden nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 3. Dezember 1994 zurückzuführen seien und 

daher kein Kausalzusammenhang bestehe. Da somit kein Rückfall zum Unfall vom 3. 

Dezember 1994 vorliege, bestehe kein Leistungsanspruch aus der obligatorischen 

Unfallversicherung (act. A17).

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A.h   Die gegen diese Verfügung erhobenen Einsprachen der Versicherten vom 15. 

September 2008 und deren Krankenversicherung vom 19. August 2008 wies die AXA 

Versicherungen AG mit Einspracheentscheid vom 10. J

Juni 2009 ab (act. A20, 23, 24 und 27).

B.       

B.a   Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von I.___ eingereichte 

Beschwerde vom 14. Juli 2009 mit den Anträgen, es sei die Nichtigkeit der Verfügung 

festzustellen bzw. sie sei aufzuheben, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, 

Einsicht in die vollständigen, ordnungsgemäss geführten Akten zu gewähren und es sei 

ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen; unter Entschädigungsfolge zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin. Die Formulierung des Dispositivs in der Verfügung vom 14. 

August 2008 sei völlig unklar, weshalb dazu nicht gehörig Stellung genommen werden 

könne und somit das rechtliche Gehör nicht gewährt sei. Die Beschwerdegegnerin 

habe den Beweis zu erbringen, warum für die aktuellen Beschwerden nun plötzlich der 

natürliche und adäquate Kausalzusammenhang nicht mehr bestehe, da es sich um eine 

leistungsaufhebende Tatfrage handle. Dr. H.___ halte es gemäss Gutachten vom 18. 

Juli 2008 für möglich, dass das Unfallereignis vom 3. Dezember 1994 eine Teilursache 

für die ausgeprägte Panikstörung darstelle, weshalb die Beschwerdegegnerin den 

erforderlichen Beweis nicht erbringen könne, dass die Gesundheitsstörung 

ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruhe. Das Gutachten von Dr. H.___ sei 

widersprüchlich zu sämtlichen vorliegenden medizinischen Berichten, wesentliche 

Befunde seien nicht berücksichtigt worden und die statistischen Vergleiche seien 

untauglich, weshalb die medizinische Schlussfolgerung nicht einleuchte und die 

Begründung nicht nachvollziehbar sei. Beim Unfall vom 2. Dezember 1994 sei von 

einem schweren Unfall auszugehen, weshalb die Adäquanz ohnehin gegeben sei. 

Allerdings seien die Adäquanzkriterien auch bei der Annahme eines mittelschweren 

Unfalls erfüllt. Falls die Beschwerdegegnerin den natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang verneine, sei ein polydisziplinäres Gutachten zu veranlassen 

(act. G1).

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B.b   In der Beschwerdeantwort vom 12. November 2009 beantragt die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Sinn und Zweck der angefochtenen 

Verfügung sei es, die Leistungspflicht bezüglich der mit der Rückfallmeldung vom 25. 

April 2008 angemeldeten Panikstörung sowie der damit verbundenen 

Arbeitsunfähigkeit zu beurteilen. Die Beweislast für den natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen den zusätzlichen psychischen Beschwerden und dem 

Unfallereignis vom 3. Dezember 1994 trage die Beschwerdeführerin. Aufgrund der 

medizinischen Aktenlage sowie den strengeren Anforderungen an den 

Wahrscheinlichkeitsbeweis bei Rückfällen und Spätfolgen, sei ein natürlicher 

Kausalzusammenhang zwischen der im Jahr 2006 diagnostizierten Panikstörung und 

dem Unfall vom 3. Dezember 1994 nicht nachgewiesen. Selbst wenn ein natürlicher 

Kausalzusammenhang bestünde, wäre jedenfalls die Adäquanz abzusprechen. Die 

Adäquanzprüfung wäre nach den Kriterien gemäss BGE 115 V 136 f. durchzuführen, da 

es sich bei der Panikstörung nicht um ein Symptom des für eine HWS-Verletzung 

typischen bunten Beschwerdebildes handle, sondern vielmehr um eine von der 

erlittenen HWS-Verletzung sowie allfälligen noch bestehenden Restbeschwerden 

unabhängig aufgetretene, eigenständige psychische Erkrankung. Das Unfallereignis sei 

rechtsprechungsgemäss als mittelschweres Ereignis zu qualifizieren. Es sei keines der 

zu prüfenden Adäquanzkriterien erfüllt, weshalb auch ein adäquater 

Kausalzusammenhang zwischen der aufgetretenen Panikstörung und dem 

Unfallereignis zu verneinen sei (act. G9).

B.c   Mit Replik vom 8. Februar 2010 sowie Duplik vom 18. März 2010 hielten die 

Parteien vollumfänglich an den gestellten Anträgen fest (act. G15 und 19).

Erwägungen:

1.        

1.1    Der Vertreter der Beschwerdeführerin beanstandet vorweg eine mehrfache 

Verletzung des rechtlichen Gehörs. Die Beschwerdegegnerin habe trotz wiederholter 

Aufforderung keine vollständige Akteneinsicht gewährt und die völlige Unklarheit des 

Dispositivs in der Verfügung vom 14. August 2008 habe zur Folge, dass die 

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Beschwerdeführerin dazu nicht gehörig Stellung habe nehmen können, womit das 

rechtliche Gehör schon im Ansatz nicht gewährt sei.

1.2    Auf entsprechende Anfrage wurden der Beschwerdeführerin am 2. September 

2008 die Akten der Beschwerdegegnerin zugestellt (act. A22). Diesbezüglich bemängelt 

die Beschwerdeführerin, dass die eingegangenen Unterlagen weder akturiert, mit 

einem Aktenverzeichnis versehen, noch vollständig gewesen seien. Es hätten die 

Korrespondenzen mit der Versicherten und sämtliche Abrechnungsdaten über 

erbrachte Leistungen gefehlt. In der Einsprache vom 15. September 2008 wiederholte 

die Beschwerdeführerin das Akteneinsichtsgesuch. Gemäss Schreiben der 

Beschwerdegegnerin vom 26. September 2008 wurden der Beschwerdeführerin 

nochmals die vollständigen Akten, bestehend aus den allgemeinen Akten A1 bis A23, 

den medizinischen Akten M1 bis M39, einem Teil-Polizeirapport sowie den 

Abrechnungsübersichten (Heilungskosten und Taggeld) und der elektronischen 

Korrespondenz-Übersicht, zugestellt (act. A25). Damit war die Beschwerdeführerin 

spätestens ab diesem Zeitpunkt im Besitz von sämtlichen relevanten und 

ordnungsgemäss geführten Akten. Eine Pflichtverletzung bezüglich Akteneinsicht 

seitens der Beschwerdegegnerin ist nicht auszumachen. Im Übrigen wurden der 

Beschwerdeführerin zusammen mit der Beschwerdeantwort sämtliche vorhandenen 

Akten nochmals durch das Gericht zugestellt, weshalb sie sicher in diesem Zeitpunkt 

über die gesamten Akten verfügte und im Rahmen der Replik die Möglichkeit hatte, 

sich entsprechend zu äussern. Eine Gehörsverletzung bezüglich Gewährung der 

Akteneinsicht ist somit zu verneinen.

1.3    Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin, kann auch in der Formulierung 

des Dispositivs in der Verfügung vom 14. August 2008 keine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs erblickt werden. Zwar trifft zu, dass die Verfügung nicht explizit eine 

Leistungsverweigerung für die diagnostizierte Panikstörung verneinte, allerdings geht 

aus der Verfügung hervor, dass lediglich die als Rückfall geäusserten Beschwerden als 

nicht kausal zum Unfallereignis gewertet wurden. Im Einspracheentscheid vom 10. Juni 

2009 wurde dann aber explizit festgehalten, dass mit der Verfügung vom 14. August 

2008 ausschliesslich der Leistungsanspruch für die psychische Problematik abgelehnt 

wurde. Somit blieben der Beschwerdeführerin genügend Möglichkeiten, sich 

spätestens im Beschwerdeverfahren ausführlich zu der Argumentationsweise der 

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Beschwerdegegnerin zu äussern. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, 

dass selbst bei Annahme einer Gehörsverletzung, die - nicht besonders 

schwerwiegende - Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten könnte, da die 

Beschwerdeführerin die Möglichkeit hatte, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu 

äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 115 

V 305 E. 2h; RKUV 1992 Nr. U 152 S. 199 E. 2e).

2.        

2.1    Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinn des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 

eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht 

zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität 

der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht 

weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung 

entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die 

Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht 

üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die 

blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und 

dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der 

Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, 

wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen 

Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen 

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herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als 

begünstigt erscheint (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Aufgabe des Arztes ist es 

dabei, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es dem Gericht 

obliegt, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (PVG 

1984 Nr. 82, 174).

2.2    Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) 

werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, wobei 

Rückfälle und Spätfolgen besondere revisionsrechtliche Tatbestände darstellen (vgl. 

BGE 118 V 293; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326). Praxisgemäss handelt es sich bei einem 

Rückfall um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit bzw. 

vermeintlich geheilter Unfallfolgen, so dass es erneut zu ärztlicher Behandlung, 

möglicherweise zu einer weiteren Arbeitsunfähigkeit kommt, während von Spätfolgen 

dann gesprochen wird, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit 

organische oder psychische Folgen bewirkt, die zu einem andersgearteten 

Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen begrifflich an ein in 

der Vergangenheit bestandenes Unfallereignis an. Dementsprechend können sie eine 

Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur dann auslösen, wenn zwischen 

den erneut vorgebrachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall 

erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296 f. E. 2c). Hinsichtlich Rückfällen und 

Spätfolgen ist anzufügen, dass es sich bei der hier zu erfüllenden 

Anspruchsvoraussetzung eines erneuten natürlichen Kausalzusammenhangs um eine 

anspruchsbegründende Tatfrage handelt. Die diesbezügliche Beweislast liegt insofern 

bei der versicherten Person, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu ihren 

Lasten ausfällt (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b).

2.3    Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweis). Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist 

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grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 

(BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte 

kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311).

3.        

3.1    Streitig ist vorliegend, ob die als Rückfall zum Unfallereignis vom 3. Dezember 

1994 geltend gemachten psychischen Beschwerden (Angstzustände/Panikstörung) in 

einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang stehen und entsprechend 

eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin begründen.

3.2    Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, dass sie seit dem Unfallereignis nie völlig 

beschwerdefrei und daher nie voll leistungs- und arbeitsfähig gewesen sei und die 

Beschwerdegegnerin beinahe durchgehend Versicherungsleistungen erbracht habe, 

weshalb von einem andauernden Grundfall auszugehen sei und die Beweislast für die 

Leistungseinstellung daher bei der Beschwerdegegnerin liege. Die 

Beschwerdegegnerin geht hingegen bei den diagnostizierten Beschwerden 

(Angstzustände/Panikstörung) von einem Rückfall zum Unfallereignis vom 3. Dezember 

1994 aus, wodurch die Beweislast für den Leistungsanspruch bei der 

Beschwerdeführerin liegen würde. Wie es sich mit der Beweislastverteilung bzw. der 

Frage verhält, ob im vorliegenden Fall von einem Rückfall oder einem fortdauernden 

Grundfall auszugehen ist, kann indessen im Hinblick auf die nachfolgenden 

Erwägungen offen bleiben. Denn die Frage, wer die Folgen einer allfälligen 

Beweislosigkeit zu tragen hat, stellt sich erst, wenn es sich tatsächlich als unmöglich 

erweisen sollte, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer 

Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit 

für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen; 

RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b), was vorliegend - wie zu zeigen sein wird - nicht 

zutrifft.

4.        

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4.1     Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist ersichtlich, dass Dr. E.___ erstmals am 

4. April 2006 Panikattacken diagnostizierte. Am 8. Dezember 2006 begab sich die 

Beschwerdeführerin bei F.___ in psychiatrische Behandlung. Vor diesem Zeitpunkt sind 

den jeweiligen Arztberichten keine Hinweise auf psychische Beschwerden zu 

entnehmen. Insbesondere haben sich solche Beschwerden nicht im Rahmen des 

typischen bunten Beschwerdebilds nach erlittener HWS-Distorsion gezeigt. Allein 

aufgrund der Latenzzeit von 12 Jahren ist somit ein Zusammenhang zu der beim Unfall 

vom 3. Dezember 1994 erlittenen HWS-Verletzung mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit zu verneinen. Die geklagten psychischen Beschwerden können 

demnach nicht mehr zum Beschwerdebild nach HWS-Distorsion gezählt werden. Zu 

prüfen bleibt der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und 

einer möglicherweise daraus entstandenen eigenständigen psychischen Erkrankung.

4.2    Dr. E.___ äussert sich im Bericht vom 4. April 2006 nicht zur Kausalität zwischen 

den Panikattacken und dem Unfallereignis vom 3. Dezember 1994.

Nach dem stationären Aufenthalt in der Klinik Aadorf vom 11. Juli bis 5. September 

2007 wurde die Diagnose einer Panikstörung bei einer durch Härte und 

Leistungsorientierung geprägten Persönlichkeit gestellt. Im Austrittsbericht vom 18. 

September 2007 wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin durchgehend eine 

sehr strenge, kontrollierte Grundhaltung mit einem hohen tiefgreifenden 

Kontrollbedürfnis, Bedürfnis nach Sicherheit und Leistungsorientierung zeige. Auf 

diesem Hintergrund habe sich eine Panikstörung im Zusammenhang mit einem 

schweren Verkehrsunfall vor 13 Jahren entwickelt, der eine Schädigung der 

Halswirbelsäule (Schleudertrauma) zur Folge gehabt habe.

Im Bericht vom 28. April 2008 diagnostizierte F.___ ebenfalls eine Panikstörung bei 

leistungsorientierter perfektionistischer Persönlichkeit. Bezüglich Kausalität der 

Panikstörung führte er aus, dass nicht ausschliesslich Unfallfolgen vorliegen würden, 

sondern multikausale Ursachen für die Erkrankung verantwortlich seien.

Dr. H.___ hält im Bericht vom 18. Juli 2008 fest, dass es in den folgenden 10 Jahren 

nach dem Unfallereignis offenbar so selten zu Körperempfindungen gekommen sei, die 

man als Folge von Angst hätte verstehen können, dass diese nicht Aufnahme in die 

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Befunde der behandelnden Ärzte gefunden hätten. Erst ab 2006 hätten sich solche 

Körperempfindungen beginnend mit Druck im Nacken, Wärmegefühl, das sich über 

den Kopf mit dem Druck im ganzen Körper ausbreite, dem Gefühl, der Kopf sei nicht 

mehr richtig durchblutet, teilweise einhergehend mit beschleunigtem Herzschlag, 

Schmerzen im Brustbein und der Angst zu sterben, gezeigt. Die Beschwerdeführerin 

bezeichne diese Symptomatik als Anfälle und sei sich nicht sicher, ob vielleicht doch 

ein Zusammenhang zum Unfall und zum Schleudertrauma bestehe, d.h., ob die 

Ursache nicht körperlichen Ursprungs sei. Während der Hospitalisation in der Klinik 

Aadorf hätte beobachtet werden können, dass die Beschwerdeführerin emotionales 

Erleben stark abwehre. Angststörungen würden in der Bevölkerung häufig vorkommen, 

etwa 20% seien während ihres Lebens einmal davon betroffen. Somit sei es sehr 

schwierig, einen Zusammenhang zwischen solchen, häufig auftretenden Beschwerden 

und dem Unfall vom 3. Dezember 1994 herzustellen. Es sei möglich, dass im Unfall 

vom 3. Dezember 1994 eine Teilursache für die heute ausgeprägte Panikstörung liege, 

es sei aber nicht überwiegend wahrscheinlich. Die stark leistungsorientierte 

Persönlichkeit und die starke emotionale Abwehr seien erheblich am Zustandekommen 

der Störung beteiligt.

4.3    Die Schlussfolgerung von Dr. H.___ ist hinreichend begründet und 

nachvollziehbar. Die vorliegenden medizinischen Akten wurden berücksichtigt und 

ausserdem steht die Begründung im Einklang mit der Aussage von F.___, wonach 

verschiedene Ursachen für die psychischen Beschwerden in Frage kommen würden. 

Im Austrittsbericht der Klinik Aadorf wurde der Kausalzusammenhang zwischen der 

Panikstörung und dem Unfallereignis nicht weiter begründet. Insbesondere haben sich 

die Ärzte nicht zu möglichen anderen Ursachen und auch nicht zu anderen ärztlichen 

Meinungen geäussert. Aufgrund der gesamten medizinischen Aktenlage ist die 

Schlussfolgerung, dass das Unfallereignis als einzige Ursache für die psychischen 

Beschwerden in Frage komme, nicht nachvollziehbar, weshalb auf den Bericht der 

Klinik Aadorf nicht abgestellt werden kann. Unter Berücksichtigung sämtlicher 

medizinischer Akten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vielmehr davon 

auszugehen, dass unfallfremde Ursachen die psychischen Beschwerden ausgelöst 

haben. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass umso strengere 

Anforderungen an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen 

Kausalzusammenhangs zu stellen sind, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem 

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Unfall und dem Eintritt der gesundheitlichen Störungen ist (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 

191 Erw. 1c).

5.        

Zusammenfassend ist festzustellen, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang 

zwischen dem Unfall vom 3. Dezember 1994 und den geklagten psychischen 

Beschwerden (Angstzustände/Panikstörung) zwar möglich ist, mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit aber andere Gründe für die Beschwerden verantwortlich sind. Der 

natürliche Kausalzusammenhang mit dem versicherten Unfallereignis vom 3. Dezember 

1994 ist daher zu verneinen. Auf die Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs 

kann damit verzichtet werden, da für den Leistungsanspruch kumulativ der natürliche 

und adäquate Kausalzusammenhang gegeben sein müssen. Die Beschwerdegegnerin 

hat mithin zu Recht einen Leistungsanspruch für die als Rückfall gemeldeten 

psychischen Leiden (Angstzustände/Panikstörung) abgelehnt.  

6.         

Dem Antrag des Vertreters der Beschwerdeführerin, es sei ein polydisziplinäres 

Gutachten einzuholen, ist nicht stattzugeben. Der Sachverhalt erscheint als 

ausreichend abgeklärt. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine neuen 

Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf verzichtet werden kann (antizipierte 

Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157, E. 1d).

7.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 10. Juni 2009 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Ein Anspruch auf Parteientschädigung 

besteht für die unterliegende Beschwerdeführerin nicht.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

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entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 22.10.2010
	Art. 6 UVG; Art. 11 UVV: Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den als Rückfall geklagten psychischen Beschwerden und einem Unfallereignis mit HWS-Distorsion (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Oktober 2010, UV 2009/77). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_1026/2010.

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