# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f4659d2-d622-520b-abf0-5414d40e85e0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 19.06.2018 S 2017 109
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2017-109_2018-06-19.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 109

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis
Richter Meisser, Audétat 

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 19. Juni 2018

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Schadenersatz nach AHVG

- 2 -

1. Die B._____ GmbH wurde am 3. Juni 2009 in C._____ GmbH umfirmiert. 

Per 19. Juni 2009 verlegte sie ihren Sitz von X._____ nach Y._____ und 

wurde gleichentags ins Handelsregister des Kantons Graubünden 

eingetragen. Gemäss Handelsregistereintrag war A._____ vom 19. Juni 

2009 bis 18. Juni 2012 Gesellschafterin der C._____ GmbH, wobei sie mit 

Einzelunterschrift zeichnete. Ebenfalls als Gesellschafter mit 

Einzelunterschrift und als Geschäftsführer eingetragen war D._____. Seit 

der Sitzverlegung per 19. Juni 2009 war die C._____ GmbH der AHV-

Ausgleichs-kasse des Kantons Graubünden (nachfolgend AHV-

Ausgleichskasse) angeschlossen.

2. Am 21. August 2013 wurde über die C._____ GmbH der Konkurs eröffnet. 

Mit Konkursentscheid des Bezirksgerichtes H._____ vom 18. September 

2013 wurde das Konkursverfahren mangels Aktiven eingestellt.

3. Weil die Forderungen der AHV-Ausgleichskasse gegenüber der C._____ 

GmbH aufgrund des Konkurses derselben nicht mehr (vollständig) 

beglichen werden konnten, erliess die AHV-Ausgleichskasse am 24. Juni 

bzw. am 13. Juli 2015 gegenüber A._____ sowie gegenüber D._____ und 

E._____ gestützt auf Art. 52 AHVG Schadenersatzverfügungen in der 

Höhe von je Fr. 56'046.90 für entgangene Sozialversicherungsbeiträge 

der Jahre 2011 und 2012 samt Mahngebühren, Verzugszinsen, Bussen 

und Verwaltungskosten.

4. Die von A._____ am 12. August 2015 gegen die Schadenersatzverfügung 

erhobene Einsprache mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung wurde mit Einspracheentscheid der AHV-

Ausgleichskasse vom 11. Juli 2017 insoweit teilweise gutgeheissen, als 

die Höhe des zu leistenden Schadenersatzes von Fr. 56'046.90 auf 

Fr. 41'314.65 reduziert wurde. Im Übrigen wurde die Einsprache 

abgewiesen. Begründet wurde die teilweise Gutheissung mit der 

- 3 -

Tatsache, dass A._____ lediglich für den bis am 18. Juni 2012 

angefallenen Ausstand haftbar sei, welcher sich dannzumal auf 

Fr. 41'314.65 belaufen habe.

5. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 

11. August 2017 (Poststempel) Beschwerde an das Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden mit folgenden Anträgen:

"Es sei das Urteil des Rechtsdienstes der SVA Chur vom 11.08.2017 [recte: 
11.07.2017] in Sachen Schadenersatzforderung der SVA Chur wie folgt zu ändern.

 Die Schadenforderung der SVA Chur an die neuen Gesellschafter und 
Geschäftsführer der C._____ GmbH zu je 50 % aufzuteilen.

 50 % Übernahme von Herrn E._____
 50 % Übernahme von Herrn F._____

6. Die AHV-Ausgleichskasse des Kantons Graubünden (nachfolgend 

Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer Vernehmlassung vom 

4. September 2017 auf Abweisung der Beschwerde.

Auf die Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und im 

angefochtenen Einspracheentscheid vom 11. Juli 2017 sowie auf die 

eingereichten und beim Grundbuchinspektorat und Handelsregister des 

Kantons Graubünden edierten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in 

den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die zu beurteilende Beschwerde richtet sich gegen den in Anwendung 

von Art. 52 des Bundesgesetzes über die Alters- und 

Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) ergangenen 

Einspracheentscheid vom 11. Juli 2017, mit welchem die 

Beschwerdegegnerin die Einsprache der heutigen Beschwerdeführerin 

- 4 -

vom 12. August 2015 lediglich insoweit teilweise gutgeheissen hat, als die 

Höhe des zu leistenden Schadenersatzes von Fr. 56'046.90 auf 

Fr. 41'314.65 reduziert wurde. Gegen solche 

sozialversicherungsrechtlichen Entscheide kann Beschwerde beim 

kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden (Art. 56 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. Art. 57 ATSG). Für 

die Beurteilung dieser Beschwerde ist in Abweichung zu Art. 58 Abs. 1 

ATSG das kantonale Versicherungsgericht örtlich zuständig, in welchem 

die Arbeitgeberin ihren Wohnsitz hat bzw. bis zum Konkurs hatte (Art. 52 

Abs. 5 AHVG; BGE 110 V 358 E.4b; KIESER, in: MURER/STAUFFER [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Alters- und Hinterlassenenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, 

Art. 52 Rz. 124). Nachdem die C._____ GmbH vor ihrem Konkurs in 

Y._____ und damit im Kanton Graubünden domiziliert war (vgl. Akten der 

Beschwerdegegnerin [Bg-act.] I.3), ist für die Beurteilung der vorliegenden 

Streitigkeit demnach das Versicherungsgericht des Kantons Graubünden 

zuständig. Hierbei handelt es sich um das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden (Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Das angerufene Gericht ist 

für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde folglich örtlich und 

sachlich zuständig. Als formelle und materielle Verfügungsadressatin ist 

die Beschwerdeführerin vom angefochtenen Einspracheentscheid 

überdies unmittelbar berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 

dessen gerichtlicher Überprüfung (vgl. Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

2.1. Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdeführerin für den 

sich aus den Beitragsausständen der C._____ GmbH ergebenden 

Schaden von Fr. 41'314.65 haftbar gemacht werden kann. Die 

Beschwerdeführerin stellt dies mit der Begründung in Abrede, dass die 

- 5 -

Übernahme der Gesellschaft schon vor dem entsprechenden 

Handelsregistereintrag beschlossen worden sei und sie keinerlei 

Funktionen mehr in der Gesellschaft und keinerlei Einfluss auf die 

Geschäftstätigkeit mehr gehabt habe. Leider sei die Änderung nicht bzw. 

erst nach etlichem Begehren ihrerseits im Handelsregister eingetragen 

worden. Sie habe für die beiden heutigen Gesellschafter einen 

Abzahlungsvorschlag vorbereitet und bemühe sich, der 

Beschwerdegegnerin keinen Beitragsschaden zu verursachen. Gemäss 

diesem Abzahlungsvorschlag würden die heutigen Gesellschafter die 

ausstehenden Beiträge zu je 50 % übernehmen.

2.2. Dieser Argumentation hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass sich 

aus den Akten ergebe, dass die Übernahme der C._____ GmbH durch 

E._____ und F._____ erst am 18. Juni 2012 erfolgt sei. Die 

Beschwerdeführerin habe den Geschäftsgang der C._____ GmbH bis am 

18. Juni 2012 beeinflussen können, weshalb sie für den am 18. Juni 2012 

bestehenden Ausstand von Fr. 41'314.65 haftbar sei. Bei einer 

Solidarhaftung könne die Beschwerdegegnerin gegen alle Schuldner, 

gegen mehrere oder bloss gegen einen von ihnen vorgehen. Es stehe in 

ihrem Belieben, welchen der verschiedenen Solidarschuldner sie in 

Anspruch nehmen wolle. Daher vermöge die Tatsache, dass die heutigen 

Gesellschafter allenfalls bereit seien, den der Beschwerdegegnerin 

entstandenen Schaden je zu 50 % zu ersetzen, nichts an der 

Rechtmässigkeit des angefochtenen Einspracheentscheids vom 11. Juli 

2017 zu ändern.

3. Fügt ein Arbeitgeber durch absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung 

von Vorschriften der Versicherung einen Schaden zu, so hat er diesen zu 

ersetzen (Art. 52 Abs. 1 AHVG). Handelt es sich beim Arbeitgeber um 

eine juristische Person, so haften subsidiär die Mitglieder der Verwaltung 

und alle mit der Geschäftsführung oder Liquidation befassten Personen. 

- 6 -

Sind mehrere Personen für den gleichen Schaden verantwortlich, so 

haften sie für den ganzen Schaden solidarisch (Art. 52 Abs. 2 AHVG). Die 

Arbeitgeber sind verpflichtet, von dem von ihnen ausgerichteten 

Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit die 

Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen, mit der Ausgleichskasse 

abzurechnen sowie die erforderlichen Angaben zu machen, und die 

Beiträge zusammen mit dem Arbeitgeberbeitrag periodisch der 

Ausgleichskasse zu entrichten (Art. 14 Abs. 1 und Art. 51 AHVG, Art. 34 

und 36 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung 

[AHVV; SR 831.101]). Die Missachtung dieser Pflichten verletzt 

Vorschriften der Versicherung im Sinne von Art. 52 AHVG. Art. 52 Abs. 1 

AHVG sieht eine Verschuldenshaftung nach öffentlichem Recht vor. 

Damit eine Schadenersatzpflicht entstehen kann, müssen alle 

Haftungsvoraussetzungen gegeben sein, d.h. es muss ein Schaden 

eingetreten sein, der auf ein widerrechtliches und schuldhaftes Verhalten 

des verantwortlichen Organs zurückzuführen ist. Zudem muss zwischen 

dem Verhalten der belangten Person und dem eingetretenen Schaden ein 

adäquater Kausalzusammenhang gegeben sein.

4.1. Nachstehend sind somit die spezifischen Haftungsvoraussetzungen zu 

prüfen. Die Beschwerdegegnerin macht einen Schaden von gesamthaft 

Fr. 41'314.65 geltend. Der Schaden im Sinne von Art. 52 AHVG umfasst 

in erster Linie die geschuldeten paritätischen AHV/IV/EO- und ALV-

Beiträge sowie die von der Arbeitgeberin und gegebenenfalls auch den 

Arbeitnehmern geschuldeten FAK-Beiträgen. Hinzu kommen unbezahlt 

gebliebene Verwaltungskostenbeiträge sowie Mahn-, Veranlagungs- und 

Betreibungsgebühren. Bestandteil des Schadens bilden schliesslich auch 

die bis zum Eintritt des Schadens aufgelaufenen Verzugszinsen auf 

rückständigen Beiträgen (KIESER, a.a.O., Art. 52 Rz. 13 ff.; NUSSBAUMER, 

Das Schadenersatzverfahren nach Art. 52 AHVG, in: 

SCHAFFHAUSER/KIESER [Hrsg.], Aktuelle Fragen aus dem Beitragsrecht der 

- 7 -

AHV, St. Gallen 1998, S. 97 ff. S. 100; REICHMUTH, Die Haftung des 

Arbeitgebers und seiner Organe nach Art. 52 AHVG, Zürich/Basel/Genf 

2008, Rz. 329 ff.; FORSTER, in: STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], 

Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014, Rz.11.5). Auf der 

Schadenersatzforderung selbst ist hingegen kein Verzugszins geschuldet, 

es sei denn, der Haftpflichtige trage nach der Konkurseröffnung bzw. der 

Ausstellung des Pfandscheins durch trölerischen Machenschaften zur 

Verzögerung bei (Urteil des Bundesgerichtes 9C_901/2007 vom 

8. Oktober 2008 E.7; FORSTER, a.a.O., Rz. 11.6). Der Schaden gilt als 

eingetreten, sobald anzunehmen ist, dass die geschuldeten Beiträge aus 

rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht mehr erhoben werden 

können. Bei Zahlungsunfähigkeit gilt der Schaden als eingetreten, sobald 

die Beiträge nicht mehr im ordentlichen Verfahren erhoben werden 

können, also wenn der Konkurs eröffnet oder ein definitiver Verlustschein 

ausgestellt wurde (BGE 136 V 268 E.2.6, 129 V 193 E.2.2, 123 V 12 

E.5b).

4.2. Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin im Rahmen des 

Einspracheverfahrens die Schadenersatzforderung von ursprünglich 

Fr. 56'046.90 auf Fr. 41'314.65 reduziert, weil die Beschwerdeführerin 

entgegen der Schadenersatzverfügungen vom 24. Juni 2015 bzw. 13. Juli 

2015 lediglich für den bis 18. Juni 2012 angefallenen Ausstand haftbar 

sei, welcher sich dannzumal auf Fr. 41'314.65 belaufen habe (vgl. Bg-

act. II.66/10). Der streitige Schaden von gesamthaft Fr. 41'314.65 setzt 

sich aus den in der Zeit vom 19. Juni 2009 bis 18. Juni 2012 

entstandenen und unbezahlt gebliebenen AHV/IV/EO/ALV/FAK-Beiträgen 

sowie ungedeckten Verwaltungs-, Mahnungs- und Veranlagungs- und 

Betreibungskosten sowie Verzugszinsen zusammen. Die fraglichen 

Schadenspositionen sind ausgewiesen durch die eingereichten 

Unterlagen belegt (vgl. Bg-act. II.67). Die Beschwerdeführerin 

beanstandet die Höhe des von der Beschwerdegegnerin geltend 

- 8 -

gemachten Schadenersatzes von Fr. 41'314.65 grundsätzlich nicht. Sie 

nimmt lediglich indirekt mittels Einreichung eines Vorschlags zur 

Schuldanerkennung und Ratenzahlungsvereinbarung zum 

Forderungsbetrag Stellung. Im Rechtsbegehren selber nennt sie keinen 

Betrag, sondern begehrt lediglich die hälftige Teilung der 

Schadenersatzforderung zwischen den heutigen Gesellschaftern E._____ 

und F._____. Die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachte 

Schadenssumme von Fr. 41'314.65 gemäss angefochtenem 

Einspracheentscheid vom 11. Juli 2017 blieb damit unbestritten. Weil 

auch aus den Akten keinerlei Anhaltspunkte ersichtlich sind, die für die 

Unrichtigkeit der geltend gemachten Schadenssumme sprechen, ist die 

Haftungsvoraussetzung des Schadens erfüllt. Fest steht ferner, dass über 

die C._____ GmbH am 21. August 2013 der Konkurs eröffnet wurde und 

das Konkursverfahren durch den Konkursentscheid des Bezirksgerichtes 

H._____ vom 18. September 2013 mangels Aktiven eingestellt wurde. Die 

infrage stehenden Sozialversicherungsbeiträge können somit im 

ordentlichen Bezugsverfahren aus tatsächlichen Gründen nicht mehr 

erhoben werden. Infolge Zahlungsunfähigkeit der C._____ GmbH hat die 

Beschwerdegegnerin folglich einen Schaden von Fr. 41'314.65 erlitten.

5. Weitere Haftungsvoraussetzung für die Schadenersatzforderung ist die 

Widerrechtlichkeit. Vorliegend kam die C._____ GmbH der 

Beitragsablieferungspflicht nach Art. 14 Abs. 1 und Art. 51 Abs. 1 AHVG 

in Verbindung mit Art. 34 ff. AHVV nicht vollumfänglich nach, was zum 

Schaden der Beschwerdegegnerin geführt hat. Die Gesellschaft bzw. 

deren Organe haben damit die Beitragszahlungspflicht betreffend die von 

der Beschwerdegegnerin geltend gemachten Ausstände missachtet, 

womit die Widerrechtlichkeit als Haftungsvoraussetzung gegeben ist. Ein 

Rechtfertigungsgrund ist nicht ersichtlich und wird von der 

Beschwerdeführerin auch nicht vorgebracht.

- 9 -

6. Zwischen dem bei der Kasse eingetretenen Schaden und dem 

pflichtwidrigen Verhalten des Arbeitgebers muss sodann ein adäquater 

Kausalzusammenhang bestehen (BGE 119 V 406 E.4a). Ein Ergebnis hat 

dann als adäquate Ursache eines Schadens zu gelten, wenn es nach 

dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach allgemeiner 

Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg in der Art des 

eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt des Erfolgs durch das Ereignis 

also allgemein als begünstigt erscheint (BGE 128 V 124 E.4f, 125 V 456 

E.5a). Vorliegend ist offensichtlich, dass die Nichterfüllung der der 

C._____ GmbH als Arbeitgeberin obliegenden Pflicht zur vollständigen 

Begleichung der paritätischen Sozialversicherungsbeiträge für den bei der 

Kasse entstandenen Schaden kausal ist und dass ein derartiges 

Verhalten nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen 

Lebenserfahrung geeignet ist, den eingetretenen Erfolg zu bewirken. Der 

adäquate Kausalzusammenhang ist somit ebenfalls zu bejahen.

7.1. Art. 52 Abs. 1 AHVG setzt für die Haftbarkeit des Arbeitgebers voraus, 

dass die Missachtung von Vorschriften in absichtlicher oder 

grobfahrlässiger Weise erfolgt ist. Art. 52 Abs. 1 AHVG statuiert demnach 

eine Verschuldenshaftung aus öffentlichem Recht. Sowohl den 

Arbeitgeber wie auch das allfällige Arbeitgeberorgan muss ein 

Verschulden treffen; verlangt wird somit ein doppeltes oder zweistufiges 

Verschulden (vgl. REICHMUTH, a.a.O., Rz. 535). Das Bundesgericht geht in 

seiner Praxis allerdings davon aus, dass bei Verletzung der 

Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht ein Verschulden des 

Arbeitgebers grundsätzlich gegeben ist. Lediglich wenn besondere 

Umstände die Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als erlaubt 

oder nicht schuldhaft erscheinen lassen, entfällt eine Haftung (vgl. 

NUSSBAUMER, Die Haftung des Verwaltungsrates nach Art. 52 AHVG 

[Haftung des Verwaltungsrates], in: AJP 1996, S. 1071 ff., 1077 f. mit 

Hinweisen auf BGE 108 V 186 E.1b). In diesem Zusammenhang ist zu 

- 10 -

betonen, dass fehlende finanzielle Mittel der Gesellschaft für sich allein 

keinen Rechtfertigungs- oder Entschuldigungsgrund darstellen, da 

ansonsten die Haftungsvorschrift von Art. 52 Abs. 1 AHVG weitgehend 

ihres Gehaltes entleert würde.

7.2. Die Beschwerdeführerin macht nichts geltend, was für die Entlastung der 

C._____ GmbH als juristische Person von Belang wäre. Unter diesen 

Umständen muss davon ausgegangen werden, dass die C._____ GmbH 

hinsichtlich ihrer Abrechnungs- und Beitragszahlungspflicht ein 

Verschulden zumindest im Umfang grober Fahrlässigkeit trifft, und dass 

keine Anhaltspunkte ersichtlich sind, die das fehlerhafte Verhalten als 

gerechtfertigt erscheinen lassen. Die Haftbarkeit der C._____ GmbH als 

Arbeitgeberin ist daher grundsätzlich zu bejahen.

7.3. Ist der Arbeitgeber eine juristische Person, die im Zeitpunkt der 

Geltendmachung der Haftung nicht mehr besteht oder infolge 

Konkurseröffnung nicht mehr belangbar ist, darf die Ausgleichskasse den 

fraglichen Schaden gestützt auf Art. 52 Abs. 2 AHVG von den Mitgliedern 

der Verwaltung der konkursiten Arbeitgeberin und allen mit deren 

Geschäftsführung oder Liquidation beauftragten Personen einfordern. Im 

vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin von dieser Möglichkeit 

Gebrauch gemacht und unter anderem die Beschwerdeführerin in ihrer 

Eigenschaft als vormalige einzelzeichnungsberechtigte Gesellschafterin 

der C._____ GmbH haftbar gemacht.

7.4. Bei der Prüfung der Organhaftung bei der Gesellschaft mit beschränkter 

Haftung (GmbH) ist zu beachten, dass die GmbH grundsätzlich eine 

dreiteilige Organisation aufweist: Von Gesetzes wegen sind als Organe 

die Gesellschafterversammlung (Art. 804 ff. des Bundesgesetzes 

betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 

[Obligationenrecht, OR; SR 220]), die Geschäftsführung und Vertretung 

- 11 -

(durch alle Gesellschafter [sog. Selbstorganschaft] bzw. durch einzelne 

Gesellschafter oder durch Dritte [sog. Drittorganschaft], Art. 809 ff. OR) 

sowie die Revisionsstelle (Art. 818 OR) vorgesehen. Grundsätzlich sieht 

das Gesetz in Art. 809 Abs. 1 OR die Selbstorganschaft vor, d.h. die 

Geschäftsführung und Vertretung erfolgt durch alle Gesellschafter. 

Allerdings begründet die Stellung als blosser Gesellschafter 

rechtsprechungsgemäss für sich allein noch keine Kontroll- und 

Überwachungspflichten. Abweichende statuarische Regelungen 

vorbehalten, besteht für einen blossen Gesellschafter einer GmbH keine 

Pflicht zur Kontrolle und Überwachung der Geschäftsführung 

(BGE 126 V 237 E.4; Urteil des Bundesgerichtes 9C_536/2007 vom 

26. Mai 2008 E.3). Folgerichtig sieht Art. 827 OR bezüglich der auf 

Pflichtverletzungen beruhenden Verantwortlichkeit nur für bei der 

Gesellschaftsgründung beteiligte und mit der Geschäftsführung und der 

Kontrolle betraute Personen sowie die Liquidatoren eine Normierung vor. 

Wenn daher ein nicht geschäftsführender Gesellschafter die Einhaltung 

der sozialversicherungsrechtlichen Abrechnungs- und 

Beitragszahlungspflichten (Art. 14 Abs. 1 AHVG; Art. 34 ff. AHVV) durch 

die Firma nicht überprüft, kann er für den von der Kasse wegen der 

Beitragsausfälle erlittenen Schaden grundsätzlich nicht haftbar gemacht 

werden. Ist er indessen statutarisch zur Kontrolle oder Überwachung der 

Geschäftsführertätigkeit verpflichtet, kann er wegen unterlassener oder 

unzureichender Kontrolle in die Pflicht genommen werden (BGE 

126 V 237 E.4). Formell eingesetzte Geschäftsführer der GmbH haften für 

den zufolge nicht bezahlter Sozialversicherungsbeiträge entstandenen 

Schaden nach den gleichen Grundsätzen wie Organe einer 

Aktiengesellschaft (vgl. BGE 126 V 237 E.4; Urteil des Bundesgerichtes 

9C_461/2009 vom 31. Dezember 2010 E.5.3; NUSSBAUMER, a.a.O., 

S. 104). Dieser Praxis zufolge ist aufgrund der obligationenrechtlichen 

Sorgfalts- und Überwachungspflichten zu entscheiden, ob ein Verhalten 

eines Organs als widerrechtlich und schuldhaft im Sinne von Art. 52 

- 12 -

AHVG anzusehen ist. Ist dies zu bejahen, so haften formell eingesetzte 

Geschäftsführer einer GmbH der Ausgleichskasse für den durch dieses 

Verhalten verursachten Schaden (vgl. BGE132 III 523 E.4.6; Urteile des 

Bundesgerichtes 9C_646/2012 vom 27. August 2013 E.5.1, 9C_330/2010 

vom 18. Januar 2011 E.3.3; NUSSBAUMER, Haftung des Verwaltungsrates, 

a.a.O., S. 1077). Dabei gilt es zu beachten, dass nicht nur Personen als 

mit der Geschäftsführung befasst gelten, die ausdrücklich als 

Geschäftsführer ernannt worden sind (sog. formelle Organe); dazu 

gehören auch Personen, die faktisch die Funktion eines Geschäftsführers 

ausüben, indem sie etwa diesem vorbehaltene Entscheide treffen oder 

die eigentliche Geschäftsführung besorgen und so die Willensbildung der 

Gesellschaft massgebend beeinflussen (materielle bzw. faktische Organe; 

vgl. BGE 117 II 432 E.2, 114 V 213 E.4 f.).

7.5. Im vorliegenden Fall bestand die Geschäftsführung der C._____ GmbH 

gemäss Art. 22 Abs. 1 der beim Grundbuchinspektorat und 

Handelsregister des Kantons Graubünden edierten Statuten vom 3. Juni 

2009 aus einem oder mehreren Mitgliedern (Geschäftsführern). Die 

Geschäftsführer waren gemäss Art. 24 Abs. 1 zuständig in allen 

Angelegenheiten, die nicht nach Gesetz oder Statuten der 

Gesellschafterversammlung zugewiesen waren. Insbesondere hatten sie 

die unübertragbare und unentziehbare Aufgabe der Ausgestaltung des 

Rechnungswesens und der Finanzkontrolle (Art. 24 Abs. 2 Ziff. 3). Wie 

sich den bei den Akten liegenden Unterlagen entnehmen lässt, war die 

Beschwerdeführerin in der Zeit vom 19. Juni 2009 bis 18. Juni 2012 als 

einzelzeichnungsberechtigte Gesellschafterin der C._____ GmbH im 

Handelsregister eingetragen. Ebenfalls als Gesellschafter mit 

Einzelunterschrift und als Geschäftsführer eingetragen war D._____ (vgl. 

Bg-act. I.106). Ob der Beschwerdeführerin durch den Eintrag im 

Handelsregister als Gesellschafterin mit Einzelunterschrift der C._____ 

GmbH bereits formelle Organstellung zukommt, kann an dieser Stelle 

- 13 -

offen bleiben, weil sie im hier fraglichen Zeitraum vom 19. Juni 2009 bis 

18. Juni 2012 − wie nachstehend dargestellt − offenkundig als faktische 

Geschäftsführerin der C._____ GmbH − und damit als materielles Organ 

− fungierte. Einerseits führt die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe ans 

streitberufene Gericht vom 11. August 2017 (Poststempel) nämlich selber 

aus, dass sie nach dem Beschluss, die C._____ GmbH zu übertragen, 

"gar keinen Einfluss mehr (sic!) auf die Geschäftstätigkeit der 

Unternehmung" hatte. Daraus lässt sich e contrario schliessen, dass die 

Beschwerdeführerin vor dem Beschluss, die Gesellschaft zu übertragen, 

die Geschäftsleitung der C._____ GmbH zumindest beeinflusste. 

Anderseits gab die Beschwerdeführerin am 21. Juli 2009 unterschriftlich 

ihre Privatadresse als Zustelladresse für sämtliche Post der 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden (SVA) an die 

C._____ GmbH an (vgl. Bg-act. I.4). Damit ist erstellt, dass die 

Beschwerdeführerin zwischen Juli 2009 und Mai 2012 sämtliche 

Korrespondenz mit der SVA führte. Sie war im Bereich Beitragswesen 

umfassend informiert und nahm die umfassende Kontrolle und 

Überwachung der Geschäftsführung war. Dies wird denn auch von 

diversen bei den Akten liegenden Unterlagen bestätigt (vgl. Bg-act. I.7, 

13, 16, 19, 29, 31, 32, 36, 37, 39, 50, 53, 61, 69, 75, 86, 88, 94). Die 

Beschwerdeführerin führte aber auch in anderen Bereichen die 

Korrespondenz für die C._____ GmbH, so beispielsweise im Jahr 2009 

mit der G._____-Pensionskasse (vgl. Bg-act. I./12). Schliesslich führte die 

Beschwerdeführerin im hier fraglichen Zeitraum (bzw. sogar bis 

September 2012) auch die Lohnbuchhaltung der C._____ GmbH (vgl. Bg-

act. I.201/1 und 8) und rechnete gegenüber der Beschwerdegegnerin ab. 

Damit ist die faktische Geschäftsführerstellung der Beschwerdeführerin im 

Sinne von Art. 24 der Statuten der C._____ GmbH hinreichend erstellt. 

Die gegenteilige Argumentation der Beschwerdeführerin, wonach die 

Übernahme der Gesellschaft durch E._____ und F._____ beschlossen 

worden sei und sie keinerlei Funktion mehr in der Gesellschaft und gar 

- 14 -

keinen Einfluss mehr auf die Geschäftstätigkeit der Unternehmung 

besessen habe, was erst nach etlichen Begehren ihrerseits seinen 

handelsregistermässigen Niederschlag gefunden habe, greift nach dem 

vorstehend Gesagten nicht. Einerseits wird die entsprechende 

Behauptung von der Beschwerdeführerin nicht substantiiert und 

anderseits sprechen der Handelsregistereintrag der Beschwerdeführerin 

als einzelzeichnungsberechtigte Gesellschafterin bis 18. Juni 2012 (vgl. 

Bg-act. I.106), die Unterzeichnung einer Anmeldung für einen 

Versicherungsausweis noch im Mai 2012 (vgl. Bg-act. I.94) sowie die 

Fortführung der Lohnbuchzahlungen bis im September 2012 (vgl. Bg-

act. I.201/1, 201/8) gegen die beschwerdeführerische Argumentation. Die 

Beschwerdeführerin unterstand damit im hier fraglichen Zeitraum vom 

19. Juni 2009 bis 18. Juni 2012 als faktische Geschäftsführerin 

offenkundig zumindest der materiellen Organhaftung. Ihre Haftung 

erstreckt sich dabei auf unbezahlte Sozialversicherungsbeiträge, die im 

Zeitraum der Funktionsausübung der Beschwerdeführerin als faktische 

Geschäftsführerin, d.h. während der Dauer ihrer tatsächlichen 

Einflussnahme auf die Geschäftsführung, fällig wurden und hätten 

entrichtet werden müssen.

7.6. Zu beachten ist, dass nicht jedes der Gesellschaft anzulastende 

Verschulden auch ein solches ihrer Organe ist. Vielmehr ist abzuwägen, 

ob und inwieweit eine Handlung der Firma einem bestimmten Organ im 

Hinblick auf dessen rechtliche und faktische Stellung innerhalb der Firma 

zuzurechnen ist. Das damalige Eidgenössische Versicherungsgericht (seit 

1. Januar 2007: Bundesgericht, Sozialrechtliche Abteilungen) betonte in 

seiner − zur Organhaftung bei der Aktiengesellschaft entwickelten − 

Rechtsprechung regelmässig, dass an die Sorgfaltspflicht der Organe 

grundsätzlich strenge Anforderungen zu stellen sind (ZAK 1985 S. 620). 

Im Übrigen ist vom Leitsatz auszugehen, wonach grobe Fahrlässigkeit 

vorliegt, wenn ein Arbeitgeber das ausser Acht lässt, was jedem 

- 15 -

verständigen Menschen in gleicher Lage und unter gleichen Umständen 

als beachtlich hätte einleuchten müssen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 

9C_330/2010 vom 18. Januar 2011 E.3.2). Für das Organ einer 

Gesellschaft ist das Mass der zu verlangenden Sorgfalt abzustufen, 

entsprechend der Sorgfaltspflicht, die in den kaufmännischen Belangen 

derjenigen Arbeitgeberkategorie, welcher der Betreffende angehört, 

üblicherweise erwartet werden kann und muss (BGE 103 V 120 E.6). Ob 

ein Organ schuldhaft gehandelt hat, hängt demnach entscheidend von 

der Verantwortung und den Kompetenzen ab, die ihm übertragen wurden 

(BGE 108 V 199 E.3a). Dabei kann vereinfachend gesagt werden, dass je 

kleiner und überschaubarer die Tätigkeit einer Firma ist, desto eher davon 

ausgegangen werden kann, dass die Organe über sämtliche Geschäfte 

Bescheid wissen und daher auch Kenntnis davon haben, wenn in 

Einzelfällen die Abrechnung über Lohnbeiträge nicht erfolgt ist oder 

ausstehende Beitragszahlungen nicht geleistet werden (BGE 108 V 202 

E.3a; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes H 308/95 vom 

19. Juli 1996 E.5a). In diesem Fall wird die Grobfahrlässigkeit 

regelmässig gegeben sein (BGE 103 V 125; NUSSBAUMER, Haftung des 

Verwaltungsrates, a.a.O., S. 1078).

7.7. Bei der C._____ GmbH handelte es sich um eine kleine und 

überschaubar organisierte Gesellschaft mit einer ausserordentlich 

einfachen Verwaltungsstruktur und entsprechend grosser Sorgfaltspflicht 

der Organe. Es ist daher davon auszugehen, dass die Organe über 

sämtliche Geschäfte Bescheid wussten und dementsprechend auch 

Kenntnis davon hatten, wenn in Einzelfällen Abrechnungen über 

Lohnbeiträge nicht erfolgten 

oder ausstehende Beitragszahlungen nicht geleistet wurden. Vor diesem 

Hintergrund sowie unter Berücksichtigung der nachstehenden 

Ausführungen ist das Verschulden der Beschwerdeführerin als faktische 

Geschäftsführerin der C._____ GmbH zu bejahen. Die 

- 16 -

Beschwerdeführerin bearbeitete seit ihrem Eintritt in die Gesellschaft per 

19. Juni 2009 die Lohnabrechnungen der C._____ GmbH gegenüber der 

Beschwerdegegnerin und führte überdies − wie gesehen (vgl. vorstehend 

E.7.5) − deren Korrespondenz. Sie kannte zudem die finanzielle Situation 

und die seit dem Jahr 2011 zunehmend angespannte Liquidität der 

C._____ GmbH und hatte überdies als Zustellempfängerin sämtlicher 

Post der C._____ GmbH auch Kenntnis von den Mahnungen der 

Beschwerdegegnerin, die bereits ab dem Jahr 2009 eingingen (vgl. Bg-

act. I.9, 21, 23, 89, 92, 93, 95 - 97). In Anbetracht dieser Tatsache musste 

von der Beschwerdeführerin die Übersicht über alle Belange sowie über 

sämtliche Geschäfte der Gesellschaft verlangt werden, wozu 

insbesondere auch die Kontrolle und Überwachung bezüglich der 

Einhaltung der Abrechnungs- und Beitragszahlungspflicht gegenüber der 

Beschwerdegegnerin gehört. Insbesondere wäre die Beschwerdeführerin 

als faktische Geschäftsführerin mit Einzelunterschrift verpflichtet 

gewesen, die finanziellen Verhältnisse der C._____ GmbH besonders zu 

beachten, die Fortentwicklung der Liquidität prioritär zu behandeln, sich 

für die Begleichung der Schulden der C._____ GmbH gegenüber der 

Beschwerdegegnerin einzusetzen und die erforderlichen 

Sanierungsmassnahmen in die Wege zu leiten, zumal das Beitragswesen 

ein zentraler Bereich jedes Unternehmens ist. Den Akten sind indes 

keinerlei Hinweise auf entsprechende Bemühungen der 

Beschwerdeführerin zu entnehmen und auch im vorliegenden 

verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren hat die 

Beschwerdeführerin nicht dargelegt, was sie zur Verbesserung der 

finanziellen Situation der C._____ GmbH getan hat. Vor diesem 

Hintergrund und angesichts der bereits ab dem Jahr 2009 bei der 

C._____ GmbH eingegangenen Mahnungen der Beschwerdegegnerin 

muss davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin als 

faktische Geschäftsführerin dem Thema Beitragswesen nicht die 

notwendige Aufmerksamkeit gewidmet hat. Der von der 

- 17 -

Beschwerdeführerin angerufene Exkulpationsgrund des nicht mehr 

vorhandenen massgeblichen Einflusses auf die Geschäftstätigkeit greift 

nicht. Massgebend dafür, ob noch ein massgeblicher Einfluss auf den 

Geschäftsgang genommen wird, ist nämlich der Zeitpunkt des 

tatsächlichen Austritts aus der Gesellschaft bzw. in concreto der 

Löschung der Beschwerdeführerin als einzelzeichnungsberechtigte 

Gesellschafterin der C._____ GmbH aus dem Handelsregister per 

18. Juni 2012. Abzustellen ist mithin auf den Zeitpunkt, in welchem eine 

Gesellschafterin tatsächlich keinen massgeblichen Einfluss auf den 

Geschäftsgang mehr hat. Vorstehend wurde dargelegt, dass die 

Beschwerdeführerin zumindest bis Juni 2012 massgeblichen Einfluss auf 

die Geschäftstätigkeit der C._____ GmbH hatte. Dementsprechend wäre 

sie verpflichtet gewesen, sich bis zu ihrem Ausscheiden aus der 

Gesellschaft per 18. Juni 2012 um die Einhaltung der Abrechnungs- und 

Beitragszahlungspflicht gegenüber der Beschwerdegegnerin zu kümmern, 

was sie − wie gesehen − nicht hinreichend getan hat. Weitere 

Entlastungsgründe werden von der Beschwerdeführerin weder geltend 

gemacht noch sind solche ersichtlich, weshalb davon auszugehen ist, 

dass die Beschwerdeführerin ihre Pflichten ungenügend wahrgenommen 

hat. Ob sie diese nicht kannte oder trotz Kenntnis nicht eingehalten hat, 

kann dahingestellt bleiben, weil das Verhalten der Beschwerdeführerin in 

beiden Fällen als zumindest grobfahrlässig bezeichnet werden muss. Da 

Organe überdies gehalten sind, dafür zu sorgen, dass sie bei der 

Übernahme eines Mandats über die für dessen Ausübung notwendigen 

Kenntnisse verfügen, käme für den Fall des Fehlens der entsprechenden 

Kenntnisse ein Fehlverhalten im Sinne eines Übernahmeverschuldens in 

Frage. Zusammenfassend lässt sich nach dem Gesagten festhalten, dass 

im vorliegenden Fall keinerlei Gründe ersichtlich sind, die geeignet wären, 

die Missachtung der Abrechnungs- und Beitragszahlungspflicht als 

gerechtfertigt oder zumindest als entschuldbar erscheinen zu lassen. Weil 

die Akten zudem keinerlei Anhaltspunkte enthalten, die gegen eine 

- 18 -

Schadenersatzpflicht der Beschwerdeführerin sprechen würden, ist mit 

der Beschwerdegegnerin auch die Haftungsvoraussetzung des 

Verschuldens zu bejahen.

8. Gemäss Art. 52 Abs. 3 AHVG verjährt der Schadenersatzanspruch zwei 

Jahre, nachdem die zuständige Ausgleichskasse vom Schaden Kenntnis 

erhalten hat, spätestens aber fünf Jahre nach Eintritt des Schadens. 

Vorliegend wurde das Konkursverfahren der C._____ GmbH mit 

Verfügung des Bezirksgerichtes H._____ am 18. September 2013 

mangels Aktiven eingestellt. Dementsprechend erfolgte die 

Schadenersatzverfügung der Beschwerdegegnerin am 24. Juni bzw. 

13. Juli 2015 rechtzeitig und die Verjährung ist nicht eingetreten.

9. Gemäss Art. 52 Abs. 2 Satz 2 AHVG haften mehrere 

Schadenersatzpflichtige solidarisch. Die solidarische Haftung im Sinne 

von Art. 143 ff. OR erlaubt der Ausgleichskasse, gegen alle oder lediglich 

einige von ihnen, allenfalls nur einen Einzelnen, vorzugehen (BGE 

134 V 306 E.3.1). Als Solidarschuldner hat jedes einzelne Organ für den 

ganzen Schaden einzustehen, und die Ausgleichskasse braucht sich um 

die internen Beziehungen zwischen ihnen nicht zu kümmern (BGE 

119 V 86 E.5a). Das Verhalten eines von mehreren haftpflichtigen 

Organen vermag daher ein anderes Organ gegenüber der 

Ausgleichskasse nur in ausgesprochenen Ausnahmefällen zu entlasten; 

so etwa, wenn das Verschulden des in Anspruch genommenen 

Haftpflichtigen als so leicht erscheint und in einem derartigen 

Missverhältnis zum Verschulden des Dritten steht, dass es offensichtlich 

ungerecht wäre, wenn jener den ganzen Schaden tragen müsste (SVR 

2008 AHV Nr. 5 S. 13, H 207/06 E.4.2.2 mit Hinweisen). Eine solche 

Sachlage ist im vorliegenden Fall indes nicht gegeben, weshalb es nicht 

zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin gegenüber der 

- 19 -

Beschwerdeführerin den gesamten Schadensbetrag von Fr. 41'314.65 

geltend macht.

10.1. Zusammenfassend lässt sich nach dem vorstehend Gesagten festhalten, 

dass die Voraussetzungen für die Leistung von Schadenersatz im Sinne 

von Art. 52 AHVG erfüllt sind. Exkulpations- oder Rechtfertigungsgründe 

liegen keine vor, weshalb die Beschwerdegegnerin die 

Beschwerdeführerin zu Recht verpflichtet hat, Schadenersatz für 

entgangene Sozialversicherungsbeiträge in der Höhe von Fr. 41'314.65 

zu leisten. Weil die Forderung der Beschwerdegegnerin überdies nicht 

verjährt ist und die Beschwerdeführerin als Solidarschuldnerin ohne 

Weiteres für die gesamte Schadenssumme in Anspruch genommen 

werden kann, erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 

11. Juli 2017 als rechtens, was zu dessen Bestätigung und zur 

Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.

10.2. Das vorliegende Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. a ATSG) und der 

obsiegenden Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu 

(Art. 61 lit. g e contrario ATSG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]