# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 660e9755-51cd-58cf-8080-72e955dde4c7
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-30
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2006 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2006
**Docket/Reference:** DB.2011.238
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2011_238_kc.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2011.238 
1 ST.2011.318 

Entscheid 

 30. März 2012 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiberin Nadja Obreschkow 

In Sachen 

A,    

vertreten durch Roger Geiger Unternehmensberatung,  
Bodenacherstrasse 10, 8604 Volketswil,  

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

gegen 

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2006 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2006 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend die Pflichtige) handelt seit vielen Jahren mit Produkten der 

B  Ltd.  aus  den  Bereichen  Ernährung  und  Kosmetik.  Sie  ist  hierbei  selbstständig  er-

werbstätig und wickelt ihre Geschäftstätigkeit über die Einzelfirma C ab. In der Steuer-

erklärung  2006  wies  sie  einen  damit  erzielten  Reingewinn  von  Fr.  54'905.-  aus.  Das 

steuerbare  Vermögen  bezifferte  sie  auf  Fr. 427'348.-,  was  gegenüber  der  Vorperiode 

einer  Vermögenszunahme  von  Fr. 435'836.-  entsprach.  Auf  entsprechende  Auflage 

des Steuerkommissärs hin erklärte sie, diese Zunahme sei auf die  Veräusserung von 

Aktien  der  B  Ltd.  zurückzuführen,  welche  sie  im  Jahr  2003  erworben,  ab  2004  aber 

nicht mehr deklariert habe. Nach einer weiteren Untersuchung über die Umstände des 

Aktienkaufs schätzte sie der Steuerkommissär am 25. Januar 2011 für die Steuerperi-

ode  2006  hinsichtlich  der  Staats-  und  Gemeindesteuern  mit  einem  steuerbaren  Ein-

kommen von Fr. 426'900.- ein. Dabei erfasste er den Kapitalgewinn aus der Veräusse-

rung  der  Aktien  der  B  Ltd.  von  netto  Fr.  401'362.-  als  Einkunft  aus  selbstständiger 

Erwerbstätigkeit der Pflichtigen. Das steuerbare Vermögen setzte er auf Fr. 435'000.- 

fest.  Mit  Hinweis  vom  gleichen  Tag  stellte  er  für  die  direkte  Bundessteuer  2006  die 

analoge Veranlagung mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 424'500.- in Aussicht. 

Die  diesbezügliche  Veranlagung  wurde  mit  Steuerrechnung  vom  11.  Februar  2011 

formell eröffnet. In beiden Entscheiden wurde als Tarif derjenige für Verheiratete ange-

geben. 

B.  Hiergegen  liess  die  Pflichtige  am  21.  Februar  2011  Einsprache  erheben 

und beantragen, von der Besteuerung des Kapitalgewinns aus der Aktienveräusserung 

abzusehen, da es sich bei den Aktien der B Ltd. um Privatvermögen handle. Das kan-

tonale  Steueramt  wies  die  Einsprachen  am  30.  September  2011  ab  und  brachte 

gleichzeitig den Tarif für Alleinstehende bzw. den Grundtarif zur Anwendung. 

C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 1. November 2011 liess die Pflichtige die 

Einspracheanträge  wiederholen.  Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  22.  Febru-

ar 2012  auf  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  liess 

sich nicht vernehmen. 

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  Nicht streitig ist, dass der Pflichtigen im Zusammenhang mit der Veräusse-

rung  einer  Vielzahl  von  Aktien  der  B  Ltd.  an  der  Börse  am  19. Mai  und  17.  Novem-

ber 2006 ein Erlös von insgesamt USD 341'426.- zugeflossen ist (T-act. 35).  

Der Steuerkommissär hat diesen Erlös von umgerechnet Fr. 426'182.- um den 

Ankaufspreis  der  Aktien  von  umgerechnet  Fr. 24'820.-  gekürzt  und  das  Ergebnis  von 

Fr. 401'362.- als Einkunft aus selbstständiger Erwerbstätigkeit besteuert (T-act. 61). Er 

erwog, es bestehe ein enger Zusammenhang zwischen der Erwerbstätigkeit der Pflich-

tigen als Vertriebspartnerin von Produkten der B Ltd. und der Zuteilung bzw. dem Ver-

kauf der Aktien der B Ltd., auch wenn die Aktien nie in der Bilanz der Einzelfirma bilan-

ziert  worden  seien.  Demgegenüber  bestreitet  die  Pflichtige  das  Vorliegen  von 

steuerbarem  Einkommen,  indem  sie  eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  im  Rahmen 

ihrer  Einzelfirma  und  die  Zugehörigkeit  der  veräusserten  Aktien  zu  deren  Geschäfts-

vermögen  in  Abrede  stellt.  Letzteres  deshalb,  weil  diese  Aktien  der  Einzelfirma  man-

gels irgendeiner Einflussnahmemöglichkeit bei der B Ltd. weder mittelbar noch unmit-

telbar dienlich gewesen seien. 

2. a)  Nach  der  Generalklausel  von  Art. 16  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über 

die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) und § 16 Abs. 1 des Steuer-

gesetzes  vom  8. Juni  1997  (StG)  unterliegen  der  Einkommenssteuer  alle  wiederkeh-

renden und einmaligen Einkünfte. Gemäss Art. 18 DBG und § 18 StG sind insbesonde-

re  alle  Einkünfte  aus  einem  Handels-,  Industrie-,  Gewerbe-,  Land-  und  Forst-

wirtschaftsbetrieb,  aus  einem  freien  Beruf  sowie  aus  jeder  anderen  selbstständigen 

Erwerbstätigkeit steuerbar (Abs. 1); zu den Einkünften aus selbstständiger Erwerbstä-

tigkeit  zählen  sodann  auch  alle  Kapitalgewinne  aus  Veräusserung,  Verwertung  oder 

buchmässiger  Aufwertung  von  Geschäftsvermögen  (Abs. 2).  Steuerfrei  sind  nach 

Art. 16 Abs. 3 DBG  und § 16 Abs. 3 StG – bei der Staats- und Gemeindesteuer vorbe-

hältlich der Grundstückgewinnsteuer – demgegenüber Kapitalgewinne aus der Veräus-

serung von Privatvermögen. 

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Es stellt sich mithin die Frage, was als selbstständige Erwerbstätigkeit zu gel-

ten  hat  bzw.  welche  Gewinnrealisationen  als  steuerfreie  Kapitalgewinne  einzustufen 

sind. Steuerbar sind Gewinne aus der Veräusserung von Geschäftsvermögen. 

b)  Bei  Wertschriften  bzw.  Aktien  handelt  es  sich  um  Alternativgüter,  die  so-

wohl dem Geschäft wie auch privaten Zwecken dienen können. Nach ständiger Recht-

sprechung ist die Zuteilung eines alternativen Wirtschaftguts nach objektiven Gesichts-

punkten  unter  Würdigung  der  Gesamtheit  der  Umstände  und  der  tatsächlichen 

Verhältnisse des Einzellfalls vorzunehmen. Dabei kommt der Mittelherkunft für die An-

schaffung  und  der  buchmässigen  Behandlung  des  betreffenden  Aktivums  geringeres 

Gewicht zu als seiner Zweckbestimmung im Betrieb, d.h. der technisch-wirtschaftlichen 

Funktion  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  2.  A.,  2009, 

Art. 18  N  95  DBG  und  Kommentar  zum  harmonisierten  Zürcher  Steuergesetz,  2.  A., 

2006,  § 18  N 80  StG).  Gemäss  Bundesgericht  gehören  Aktien  dann  zum  Geschäfts-

vermögen  des  Steuerpflichtigen,  wenn  eine  enge  wirtschaftliche  Beziehung  zwischen 

der Beteiligung an der Aktiengesellschaft und dem Geschäft des Steuerpflichtigen be-

steht. Letzteres ist dann anzunehmen, wenn der Geschäftsinhaber eine massgebliche 

Beteiligung an der Aktiengesellschaft besitzt, die dem gleichen Erwerbszweig angehört 

wie  sein  eigenes  Unternehmen  und  auch  die  Gesellschaft  unter  seiner  persönlichen 

Führung  betrieben  wird.  Insbesondere  massgebend  ist  auch,  ob  die  Personenunter-

nehmung  als  Hauptbetrieb  zu  qualifizieren  ist  und  die  Kapitalgesellschaft  somit  von 

dieser wirtschaftlich abhängt. Führt hingegen die Kapitalgesellschaft den Hauptbetrieb, 

während  der  Personenunternehmung  lediglich  eine  untergeordnete  Bedeutung  zu-

kommt,  gelten  die  Anteile  der  Kapitalgesellschaft  als  Privatvermögen  (vgl.  Fabi-

an Amschwand, Geschäftsvermögen oder Privatvermögen? Eine Übersicht, StR 2000, 

S. 487,  mit  Verweisen  auf  BGr,  3. September  1999  =  NStP    1999,  145  und  BGr, 

24. November 1978 = ASA 49, 72). In diesem Sinn hat auch das Verwaltungsgericht in 

einem  Fall  auf  Geschäftsvermögen  geschlossen,  in  welchem  ein  hauptberuflich  im 

Biervertrieb tätiger Einzelkaufmann die Mehrheitsbeteiligung an der von ihm gegründe-

ten  und  seiner  Einzelfirma  dienlichen  Biervertriebs  AG  mit  Gewinn  verkauft  hatte 

(VGr, 19. Dezember  1996  =  ZStP  1997,  193  ff.);  umgekehrt  hat  das  gleiche  Gericht 

konsequenterweise  die  Mehrheitsbeteiligung  an  einem  Bau-  und Immobilienunterneh-

men  nicht  als  Geschäftsvermögen  eines  selbstständig  erwerbenden  Architekten  be-

trachtet,  weil  die  wirtschaftlich-technische  Verknüpfung  der  beiden Geschäftsbereiche 

nicht hinreichend erstellt war (VGr, 14. Juli 1999 = StE 1999 B 23.45.2 Nr. 1). Mit Urteil 

vom  22. April  2005  ist  das  Bundesgericht  sodann  aber  noch  einen  Schritt  weiter  ge-

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gangen und hat das Vorliegen einer Mehrheitsbeteiligung für die Zurechnung zum Ge-

schäftsvermögen nicht mehr als erforderlich, sondern auch eine Minderheitsbeteiligung 

als massgebend erachtet (BGr, 22. April 2005, 2A.547/2004 = StE 2006 B 23.2 Nr. 31; 

vgl.  auch  VGr,  19. November  2008,  SB.2007.00089,  www.vgrzh.ch).  Darüber  hinaus 

hat  das  oberste  Gericht  in  diesem  Entscheid  die  für  die  Annahme  von  Geschäftsver-

mögen  erforderliche  enge  wirtschaftliche  Beziehung  zwischen  der  Beteiligung  an  der 

Kapitalgesellschaft und dem Steuerpflichtigen in der Weise verallgemeinernd definiert, 

dass  eine  solche  Beziehung  letztlich  schon  als  gegeben  erscheint,  wenn  der  Steuer-

pflichtige  die  Beteiligung  konkret  dazu  einsetzt,  um  das  Geschäftsergebnis  seines  ei-

genen Unternehmens bzw. dessen Gewinnchancen zu verbessern. 

c) Nach Art. 123 Abs. 1 DBG bzw. § 132 Abs. 1 StG haben die Steuerbehör-

den  zusammen  mit  dem  Steuerpflichtigen  die  für  die  vollständige  und  gerechte  Be-

steuerung  massgeblichen  tatsächlichen  und  rechtlichen  Verhältnisse  festzustellen. 

Dabei gilt als allgemeine Regel der (objektiven) Beweislastverteilung, dass die Steuer-

behörde  die  steuerbegründenden  Tatsachen  nachzuweisen  hat,  der  Steuerpflichtige 

dagegen  diejenigen  Umstände,  welche  die  Steuerschuld  mindern  oder  aufheben 

(RB 1990 Nr. 36 = StE 1990 B 92.51 Nr. 3). 

Geht  es  um  die  Frage,  ob  der  bei  einer  Veräusserung  eines  Gegenstands 

bzw.  Rechts  erzielte Kapitalgewinn  steuerfrei  sei,  ist  hierfür grundsätzlich der  Steuer-

pflichtige beweisbelastet. Denn nach der Generalklausel von Art. 16 Abs. 1 DBG bzw. 

§ 16 Abs. 1 StG sind alle Einkünfte steuerbar und stellt die Steuerfreiheit von Kapital-

gewinnen  auf  beweglichem  Privatvermögen  gemäss  Art. 16  Abs. 3  DBG  bzw.  § 16 

Abs. 3  StG  eine  Ausnahme  davon  dar,  welche  die  Steuerschuld  mindert.  Behauptet 

jedoch die Steuerbehörde in diesem Zusammenhang, ein Kapitalgewinn sei nicht steu-

erfrei,  weil  der  Steuerpflichtige  eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  ausübe  und  der 

Kapitalgewinn  auf  einem  zu  dessen  Geschäftsvermögen  gehörenden  Aktivum  erzielt 

worden sei, so ist für das Vorliegen der selbstständigen Erwerbstätigkeit und die Zuge-

hörigkeit des fraglichen Aktivums zum Geschäftsvermögen die Steuerbehörde beweis-

belastet. Denn dem Steuerpflichtigen kann für die negative Tatsache, dass keine sol-

che  Tätigkeit  vorliegt  und  das  Aktivum,  mit  dem  der  Kapitalgewinn  erzielt  worden  ist, 

nicht  dem  Geschäftsvermögen  angehört,  nicht  der  (Haupt-)Beweis  auferlegt  werden. 

Indessen obliegt dem Steuerpflichtigen der Gegenbeweis dafür, dass er (ausschliess-

lich)  unselbstständig  bzw.  überhaupt  nicht  erwerbstätig  und  das  Aktivum  somit  dem 

Privatvermögen zuzuordnen ist.  

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Von  der  (objektiven)  Beweislastverteilung  zu  unterscheiden  ist  der  Untersu-

chungs-  und  Mitwirkungsgrundsatz.  Danach  ist  es  die  Pflicht  (und  das  Recht)  der 

Steuerbehörde,  den  für  den  Einschätzungsentscheid  rechtserheblichen  Sachverhalt 

von  Amts  wegen  abzuklären  und  ihm  nur  solche  Tatsachen  zugrunde  zu  legen,  von 

deren Vorhandensein sie sich selber überzeugt hat (RB 1987 Nr. 35, BGE 92 I 253 und 

Martin  Zweifel,  Die  Sachverhaltsermittlung  im  Steuerveranlagungsverfahren,  1989, 

S. 11). Damit die Steuerbehörde ihrer Untersuchungspflicht nachkommen kann, ist der 

Steuerpflichtige kraft der ihm obliegenden Verfahrenspflichten allerdings gehalten (und 

berechtigt),  an  der  Untersuchung  mitzuwirken  (BGr,  20. Dezember  1991  =  StE 1993 

B 93.3 Nr. 4). 

3.  a)  Die  Pflichtige  hat  die  veräusserte  Vielzahl  von  (Vorzugs-  bzw.  "Prefer-

red"-) Aktien der B Ltd. am 12. Mai 2003 als Teil einer ursprünglich insgesamt rund 2.5 

Mal  grösseren  Anzahl  dieser  Titel  erworben  (T-act.  44  -  46).  Selbst  letztere  Gesamt-

zahl  stellt  unstreitig  eine  Minderheitsbeteiligung  an  der  B  Ltd.  dar  (vgl. Prospekt  über 

die Durchführung einer öffentlichen Kapitalerhöhung der B Ltd. im Jahr 2004 mit rund 

50 Mio. Aktien vor und rund 66 Mio. Titeln nach der Erhöhung, T-act. 55 S. 5). Gemäss 

der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichts hindert dieser Umstand jedoch nicht 

daran,  Geschäftsvermögen  anzunehmen.  Zusätzliche  Voraussetzung  bildet  indessen, 

dass die Pflichtige diese Beteiligung u.a. für ihre Tätigkeit als selbstständig Erwerben-

de  erworben und sie  ihr  in  der  Folge  in  diesem  Zusammenhang  auch tatsächlich ge-

dient hat. 

b)  Zwischen  den  Parteien  ist  nicht  streitig,  dass  der  Aktienbesitz  der  Pflichti-

gen für ihre selbstständige Erwerbstätigkeit als Vertreiberin der einschlägigen Produkte 

insofern keine Vorteile gebracht hat, als sie ihre Geschäftstätigkeit dank dieser Beteili-

gung  nicht  hatte  ausweiten  und  z.B.  nicht  mehr  Produkte  hatte  absetzen  können.  In 

Beschwerde und  Rekurs  bringt  sie  damit  übereinstimmend und unwidersprochen  vor, 

sowohl ihre Stellung als Vertriebspartnerin dieser Produkten als auch ihre Konditionen 

für den Ankauf der Produkte habe der Stellung aller übrigen Vertriebspartner entspro-

chen, welche keine Aktien erworben hätten (R-act. 2 und 5 je S. 3). Mithin scheint es 

am  erforderlichen,  engen  wirtschaftlichen  Zusammenhang  zwischen  der  Beteiligung 

und  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  der  Pflichtigen  zu  fehlen.  Im  Einspracheent-

scheid  wird  vom  kantonalen  Steueramt  zudem  eingeräumt,  dass  sämtliche  übrigen 

Kriterien – äussere Beschaffenheit, Herkunft der Mittel für den Aktienerwerb, Erwerbs-

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motiv,  buchhalterische  und  steuerliche  Behandlung  der  Aktien,  Verwendung  des  Ver-

kaufserlöses und der Wille sowie die Sachdarstellung der Pflichtigen  – mit Ausnahme 

des Erwerbsmotivs für das Vorliegen von Privatvermögen sprächen (T-act. 75 und 76 

je  S.  6).  Demnach fehlen bei  erster  Betrachtung  Anhaltspunkte für  das Vorliegen  von 

Geschäftsvermögen. 

c) Indessen ist gleichwohl von einem erheblichen wirtschaftlichen Zusammen-

hang zwischen dem Aktienkauf und der selbstständigen Erwerbstätigkeit auszugehen:  

aa)  Die  Pflichtige  erwarb  am  12./16.  Mai  2003  ursprünglich  rund  2.5  Mal  die 

Anzahl  der  vorliegend  veräusserten  Aktientitel  für  USD  50'000.-  (T-act.  44  -  46).  Am 

24./25. März 2004 wurde letzterer Betrag, d.h. USD 48'189.12 (= USD 50'000.- ./. Spe-

sen)  zurückbezahlt  (T-act.  33  und  36).  Im  Einschätzungsverfahren  liess  die  Pflichtige 

am 29. August 2008 als Grund für diese Rückzahlung ausführen, es seien nach ihrem 

Investment  angeblich  noch  andere  Investoren  gefunden  worden.  Als  "Geste"  für  die 

Bereitschaft zur Mithilfe der Finanzierung habe sie die Hälfte der Aktien trotz Rückzah-

lung des Investments behalten können (Antwort der Auflage zur Begründung der Ver-

mögensvermehrung  T-act.  36).  Dementsprechend  lautet  das  spätere  Aktienzertifikat 

der B Ltd. vom 7. Juni 2005 nur noch auf die Hälfte der ursprünglich erworbenen Pa-

piere (T-act. 34).  

bb) Sofern diese Sachverhaltsdarstellung zutrifft (vgl. hierzu aber E. 3.d), ver-

hält es sich wie folgt: Indem die Pflichtige ihre Investition (bis auf die Spesen) vollstän-

dig zurückerhalten hat und trotzdem die Hälfte der zugeteilten Aktien behalten konnte, 

hat  sie  im  Ergebnis  diese  Hälfte  des  Aktienbestands  von  der  B  Ltd.  ohne  Gegenleis-

tung  erhalten.  Bei  der  letzteren  Firma  handelt  es  sich  um  ihre  Handelspartnerin  bzw. 

die  Lieferantin,  von  der  sie  die  zum  Endverkauf  bestimmten  einschlägigen  Produkte 

exklusiv bezieht. Fragt man nach dem Grund dieser Zuwendung, drängt sich zwangs-

läufig  die  Vermutung  auf,  er  sei  im  Verhältnis  der  Pflichtigen  als  selbstständiger  Ver-

triebspartnerin der B Ltd. zu suchen. Dies umso mehr, als sie diese Tätigkeit nach ih-

ren  eigenen  Angaben  seit  vielen  Jahren  ausübt  (T-act.  38  und  42)  und  die  fragliche 

"Geste"  der  Aktienüberlassung  durch  die  Lieferantenfirma  von  daher  als  geschäftlich 

durchaus nachvollziehbar erscheint. Die Pflichtige macht nicht geltend, andern Investo-

ren, insbesondere solchen ausserhalb der Vertriebsstruktur der B Ltd., d.h. unabhängi-

gen  Dritten,  sei  eine  gleiche  oder  ähnliche  Vorzugsbehandlung  zuteil  geworden.  Ins 

Bild  der  Bevorzugung  passt  zudem,  dass  die  Pflichtige  ihre  Aktien  im  Rahmen  einer 

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nicht öffentlichen Kapitalerhöhung bzw. vor dem Ende 2004 erfolgten Börsengang der 

B  Ltd.  erwarb  und  Letztere  dabei  insbesondere  auch  die  eigene  Vertriebsstruktur  um 

Aktienzeichnung anging (T-act. 42 S. 2 f.).  

cc) Die Pflichtige hat auf weitere Auflage des Steuerkommissärs im Einschät-

zungsverfahren  am  27.  September  2009  zwar  entgegen  dieser  Sachverhaltsschilde-

rung vorbringen lassen, sie habe relativ schnell  nach dem Börsengang der B Ltd. die 

Hälfte ihrer Aktien zum Preis von USD 48'189.12 wieder verkauft, womit sie ihr Invest-

ment praktisch vollumfänglich wieder abgesichert gehabt und daraufhin wiederholt er-

klärt  habe,  dass  sie  die  restlichen  Aktien  als  "Geschenk"  empfinde (T-act.  42).  Diese 

Sachverhaltsdarstellung  wiederholte  sie  jedoch  weder  in  der  Einsprache  noch  in  der 

Beschwerde bzw. im Rekurs. Zudem liegen keinerlei Umstände vor, welche hinsichtlich 

des Weiterverkaufs für deren Richtigkeit sprechen, fehlt es doch schon an den die be-

hauptete Teilveräusserung nachweisenden Unterlagen.  

In  der  Auflageantwort  vom  27.  September  2009  nahm  die  Pflichtige  zu  ihrer 

ursprünglichen Sachverhaltsschilderung vom 29. August 2008 Stellung und führte aus, 

diese Schilderung sei verwirrend, da die "Geschichte" in einem professionellen Umfeld 

völlig utopisch klinge. Zudem sei sie darauf zurückzuführen, dass sie, die Pflichtige, im 

Zeitpunkt  der  ersten  Auflage  zur  Vermögensvermehrung  unter  grossem  seelischem 

Stress gestanden sei, weil ihr damaliger Lebenspartner kurz zuvor einen Suizidversuch 

unternommen habe und sie dadurch für längere Zeit völlig aus der Fassung gewesen 

sei. Als sie dann ihre frühere Vertreterin wegen der Vermögensvermehrung angefragt 

habe, sei ihr nächster Gedanke darin gelegen, dass es sich bei den verbleibenden Ak-

tien um ein Geschenk handle (T-act. 42 S. 4).  

Von  einer  utopischen  Sachverhaltsschilderung  kann  keine  Rede  sein,  ent-

spricht es doch durchaus der Lebenserfahrung, dass ein Lieferant einem langjährigen 

Abnehmer seiner Produkte bei der Suche nach neuem Eigenkapital Sonderkonditionen 

gewährt, auch wenn diese Konditionen in casu möglicherweise als grosszügig erschei-

nen  mögen.  Im  weitern  liegen  für  die geltend  gemachten  negativen  Lebensumstände 

der Pflichtigen keinerlei Anhaltspunkte vor, da sich die frühere Vertreterin in der Einga-

be  vom  29.  August  2008  in  keiner  Form  diesbezüglich  äusserte.  Sodann  erfolgte  die 

Rückzahlung der Summe von USD 48'189.12 mit Check vom 24. März 2004, d.h. der 

behauptete hälftige Verkauf hat an diesem Datum stattgefunden. Dies kollidiert jedoch 

mit der weiteren Angabe in der abgeänderten Sachdarstellung zeitlich insofern, als die 

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Pflichtige den Weiterverkauf erst – wenn auch "relativ schnell" – nach dem Ende 2004 

erfolgten Börsengang der B Ltd. und damit offenkundig erst im Jahr 2005 getätigt ha-

ben  will.  Schliesslich  weist  die  eingereichte  "Book-Entry  History"  –  ausgehend  vom 

Aktienbestand per 14. März 2006 mit … Stück – nur nach diesem Datum abgewickelte 

Verkäufe  der  Pflichtigen  und  damit  nicht  die  behauptete  hälftige  Veräusserung  des 

Aktienbestands im Jahr 2005 aus (T-act. 35 bzw. 52).  

dd) Bliebe es demnach dabei, dass die der Pflichtigen nach Rückzahlung der 

Investmentsumme belassene Hälfte der Aktientitel von der B Ltd. ohne Gegenleistung 

zugewendet  wurde  und  dies  seinen  Grund  im  Umstand  hat,  dass  die  Pflichtige  seit 

vielen Jahren als selbstständige Vertriebspartnerin der B Ltd. agiert, stellte die Zuwen-

dung  Einkommen  aus  ihrer  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  dar.  Damit  hätte  ihr  aber 

die Beteiligung in der Einzelfirma gedient und wäre der erforderliche wirtschaftlich enge 

Zusammenhang  zwischen  der  Beteiligung  sowie  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit 

gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts  ohne weiteres gegeben, auch wenn die 

Pflichtige  nach  dem  Aktienerwerb  sonst  nicht  mehr  von  ihr  profitiert  haben  sollte.  Bei 

den veräusserten Vielzahl an Aktientiteln handelte es sich daher um Geschäftsvermö-

gen. 

d)  Die  vorhandenen,  von  der  Pflichtigen  im  Einschätzungsverfahren  einge-

reichten Unterlagen sprechen jedoch eher für die Verwirklichung eines andern, von den 

Parteien nicht in Erwägung gezogenen Sachverhalts: Die Pflichtige erwarb am 12./16. 

Mai 2003 ein rund 2.5 mal die Anzahl der veräusserten Titel umfassendes Aktienpaket 

bestehend  aus  "Cumulative  Convertible  Preferred  Shares"  der  D  Ltd.  (=  "the  indirect 

parent of B Ltd.") zum Preis von USD 50'000.- (Aktienzertifikat der D Ltd vom 23. Mai 

2003, T-act. 34, Beilage; T-act. 44, 45 und 54). Diese Titel wurden dann am 24. März 

2004 gemäss dem Vermerk "Conversion of PFD Shares" auf dem Rückzahlungscheck 

über  USD  48'189.12  (T-act.  47)  und  gemäss  dem  am  gleichen  Datum  ausgestellten 

Aktienzertifikat  der  D  Ltd.  (T-act.  46)  in  gewöhnliche  Aktien,  so  genannte  "Common 

Shares"  umgewandelt.  Am  1.  Dezember  2004  fand  eine  Versammlung  der  Aktionäre 

der D Ltd. statt, anlässlich derer ein "reverse stock split", d.h. eine Aktienzusammenle-

gung,  der  ausstehenden  "common  shares"  im  Verhältnis  1  :  2  und  gleichzeitig  eine 

Namensänderung der Gesellschaft von D Ltd. in B Ltd. vorgeschlagen wurden (Einla-

dung  an  die  Aktionäre  der  D  Ltd.  zu  einer  ausserordentlichen  Versammlung  vom  24. 

November 2004, T-act. 54). Diesem Vorschlag entsprechend stellte dann die B Ltd. der 

Pflichtigen am 7. Juni 2005 ein Zertifikat über die Hälfte der ursprünglichen Anzahl Ak-

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tien, lautend auf die B Ltd., aus (T-act. 48). Dies lässt darauf schliessen, dass der Vor-

schlag über die Aktienzusammenlegung auf die Hälfte der Titel samt Namensänderung 

an der Aktionärsversammlung vom 1. Dezember 2004 angenommen worden war. Da-

mit  verfügte  die  Pflichtige  aufgrund  dieser  Aktienzusammenlegung  ab  2005  nurmehr 

über die hälftige Anzahl Aktien der B Ltd. Der Grund für die hälftige Aktienauszahlung 

ist dabei nicht darin zu suchen, dass sie die Hälfte der Papiere verkauft oder an die B 

Ltd.  zurückgegeben  hätte.  Im  Ergebnis  verfügte  sie  somit  nach  wie  vor  über  das  ge-

samte im Mai 2003 erworbene Aktienpaket. Dabei kam ihr aber ein gewichtiger Vorteil 

zu,  wurden  ihr  doch  anlässlich  der  Umwandlung  der  "Preferred  Shares"  in  "Common 

Shares"  am  24.  März  2004  von  der  D  Ltd.  USD  48'189.12  bezahlt  (Check  vom  24. 

März 2004 mit dem Vermerk "Cash Payment upon Conversion of PFD Shares", T-act. 

47). 

Ein in der Aktienumwandlung selber liegender Grund für diese, den ursprüng-

lich investierten Betrag von USD 50'000.- (abzüglich Spesen) umfassende Zahlung ist 

nicht  ersichtlich  und  damit  auch  nicht  nachvollziehbar.  Daher  drängt  sich  wiederum 

zwangsweise die Vermutung auf, der Grund sei im Verhältnis der Pflichtigen als lang-

jährige selbstständige Vertriebspartnerin der B Ltd., ihrer (Exklusiv-)Lieferantin, zu su-

chen. Nur dies erscheint angesichts der erwähnten Umstände – Aktienerwerb im Rah-

men  einer  nicht  öffentlichen  Kapitalerhöhung  und  Kaufofferte  u.a.  an  die  eigene 

Vertriebsstruktur  –  sowie  der  fehlenden  Vorbringen  der  Pflichtigen  über  die  Vorteils-

einräumung  auch  gegenüber  unabhängigen  Dritten  als  geschäftlich  nachvollziehbar 

(vgl. vorstehend E. 3. c) bb). Hat die Beteiligung der Pflichtigen in der Einzelfirma aber 

derart gedient, stellt die fragliche Zahlung wiederum Einkommen aus ihrer selbststän-

digen  Erwerbstätigkeit  dar.  Der  erforderliche  wirtschaftlich  enge  Zusammenhang  zwi-

schen  der  Beteiligung  und  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  gemäss  Rechtspre-

chung des Bundesgerichts ist gegeben, sodass es sich bei den veräusserten Aktientitel 

um Geschäftsvermögen handelt. 

e)  Zusammenfassend  lässt  sich  festhalten,  dass  die  Beteiligung  der  Pflichti-

gen an der B Ltd. ihrem Geschäftsvermögen zuzuordnen ist und mithin im Rahmen des 

diesbezüglichen gewinnbringenden Verkaufs Einkommen aus selbstständiger Erwerbs-

tätigkeit, d.h. kein steuerfreier Kapitalgewinn angefallen ist. 

f)  Der  zu  besteuernde  Kapitalgewinn  ist  im  Quantitativen  nicht  streitig  und 

setzt  sich  aus  dem  erzielten  Veräusserungserlös  für  die  Aktien  von  USD 341'426.42, 

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entsprechend  Fr.  426'182.-,  abzüglich  der  anteiligen  Gestehungskosten  von  (umge-

rechnet) Fr. 24'820.- zusammen (T-act. 35, Beilagen). Anzumerken ist aber immerhin, 

dass bei dem im vorliegenden Entscheid als richtig erkannten Sachverhalt an sich von 

einer Rückzahlung der Investitionssumme auszugehen ist und der Pflichtigen daher bis 

auf  die  bei  der  Rückzahlung  abgezogenen  Spesen  gar  keine  Gestehungskosten  ent-

standen  sind.  Die  Pflichtige  ist  daher  mit  der  Anerkennung  von  solchen  Kosten  noch 

gut gefahren. 

4.  Diese  Erwägungen  führen  zur  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Ausgangsge-

mäss sind die Kosten der Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG, § 151 Abs. 1 

StG).  Die  Zusprechung  einer  Parteientschädigung  entfällt,  bei  der  direkten  Bundes-

steuer zufolge Unterliegens und bei den Staats- und Gemeindesteuern mangels eines 

entsprechenden Begehrens (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesge-

setzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968, § 152 StG i.V.m. § 17 

Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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