# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0cda18e2-02c7-5b4b-9ca6-1756c1220711
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB250160-O1
**Docket/Reference:** SB250160-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB250160-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB250160-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, Oberrichterin 

lic. iur. M. Knüsel und Oberrichter lic. iur. R. Faga sowie 

Gerichtsschreiber MLaw W. Dharshing

Urteil vom 26. Juni 2025

in Sachen

A._____,

Beschuldigter und Berufungskläger

verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw X._____

gegen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

10. Abteilung - Einzelgericht, vom 10. Januar 2025 (GG240134)

-   2   -

Anklage

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 23. Mai 2024 

ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 30). 

Urteil der Vorinstanz
(Urk. 52 S. 33 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig







der  Widerhandlung  gegen  das  Betäubungsmittelgesetz  im  Sinne  von  Art. 19 

Abs. 1 lit. c BetmG betreffend das 7. Lemma des Anklagesachverhaltes,

der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG betreffend das 1., 5., 8. und 9. Lemma des An-

klagesachverhaltes sowie

der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG betreffend das 2., 4. und 6. Lemma des Ankla-

gesachverhaltes.

2.

Der Beschuldigte ist nicht schuldig und wird freigesprochen von den Vorwürfen







der  Widerhandlung  gegen  das  Betäubungsmittelgesetz  im  Sinne  von  Art. 19 

Abs. 1 lit. c BetmG betreffend das 13. Lemma des Anklagesachverhaltes,

der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG betreffend das 3. und 11. Lemma des Anklage-

sachverhaltes sowie

der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG betreffend das 10. und 12. Lemma des Ankla-

gesachverhaltes.

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 110.– 

als Zusatzstrafe zu der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 24. Ja-

nuar 2023 unbedingt ausgefällten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 110.–.

4.

Die Geldstrafe wird vollzogen.

-   3   -

5.

Von einem Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 

15. März 2021 bedingt ausgefällten Geldstrafe von 150 Tages-sätzen zu Fr. 30.– un-

ter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren wird abgesehen.

6.

Die mit Urteil der Untersuchungsrichter-/Auditorenregion 2 vom 12. Februar 2021 für 

die bedingt ausgefällte Geldstrafe von 18 Tagessätzen zu Fr. 140.– angesetzte Pro-

bezeit von 2 Jahren wird mit Wirkung ab heute um 1 Jahr verlängert. 

7.

Die mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 30. März 2021 für die bedingt ausge-

fällte Freiheitsstrafe von 7 Monaten angesetzte Probezeit von 2 Jahren wird mit Wir-

kung ab heute um 1 Jahr verlängert.

8.

Die  nachfolgenden,  polizeilich  sichergestellten  Gegenstände  (Polis-Geschäfts-

Nr. 83610600)  werden  dem  Beschuldigten  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  auf  erstes 

Verlangen herausgegeben:









Mobiltelefon (Asservat-Nr. A017'093'297)

Sim-Karte (Asservat-Nr. A017'452'652)

Mobiltelefon Samsung (Asservat-Nr. A017'093'333)

zwei Beutel Natron à 100 g (Asservat-Nr. A017'093'311).

Verlangt  der  Beschuldigte  nicht  innert  30 Tagen  ab  Rechtskraft  dieses  Entscheids 

die Herausgabe dieser Gegenstände, werden sie der Lagerbehörde zur gutscheinen-

den Verwendung bzw. Vernichtung überlassen.

9.

Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

1'500.00 ; die weiteren Auslagen betragen:

1'600.00   Gebühr für das Vorverfahren;

300.00   Auslagen des ZMG Zürich, Geschäfts-Nr. GT230032-L.

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

10. Die Kosten gemäss vorstehender Ziffer werden dem Beschuldigten auferlegt.

11.

(Mitteilungen)

12.

(Rechtsmittel)"

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Berufungsanträge

Des Beschuldigten (Urk. 54; Urk. 70 S. 2):

1. A._____ sei vollumfänglich freizusprechen.

2. Von der Verlängerung der Probezeiten sei abzusehen.

3. Die  Verfahrenskosten  seien  auf  die  Staatskasse  zu  nehmen  und 
A._____ sei für die Aufwände seiner Verteidigung gemäss einge-
reichter Honorarnote zu entschädigen.

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte, Berufungsumfang, Prozessuales:

1.

Prozessgeschichte

1.1. Das  vorstehend  wiedergegebene  Urteil  vom  10.  Januar  2025  wurde  dem 

Beschuldigten  gleichentags  mündlich  eröffnet  (Urk. 45;  Prot. I  S. 18  ff.).  Der 

Beschuldigte meldete mit Eingabe vom 20. Januar 2025 (Poststempel) innert Frist 

Berufung an (Urk. 47).

1.2. Nach  Zustellung  des  begründeten  Urteils  (Urk. 49;  Urk. 51)  reichte  der 

Beschuldigte mit Eingabe vom 3. April 2025 fristgerecht die Berufungserklärung ein 

(Urk. 54). Mit Präsidialverfügung vom 9. April 2025 wurde die Berufungserklärung 

in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 und Art. 401 StPO der Staatsanwaltschaft 

zugestellt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder Nichteintreten 

auf die Berufung zu beantragen. Gleichzeitig wurde dem Beschuldigten in Anwen-

dung von Art. 34 StGB Frist gesetzt, seine finanzielle Leistungsfähigkeit zu belegen 

(Urk. 55). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf Anschlussberufung (Urk. 57). Der 

Beschuldigte liess sich nicht vernehmen.

1.3. Am 15. April 2025 wurde auf den 26. Juni 2025 zur Berufungsverhandlung 

vorgeladen (Urk. 58).

1.4.

Im Vorfeld der Berufungsverhandlung wurde eine Ausdruck einer Meldung 

der  Plattform  "saferparty.ch"  des  Drogeninformationszentrums  Zürich  betreffend 

eine MDMA Pille mit der Aufschrift "Nintendo" sowie ein hochauflösender Ausdruck 

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der  Bilddatei  "IMG-20220107-WA0001"  (vgl.  Urk. 12/3/1  S. 11)  aus  dem  Chat 

zwischen dem Beschuldigten sowie "B'._____" [Spitzname] bzw. B._____ (Urk. 60) 

zu den Akten genommen (Urk. 65; Urk. 66). 

1.5. Am 4. Juni 2025 ersuchte Rechtsanwältin MLaw X._____ um Einsetzung als 

amtliche  Verteidigerin  (Urk. 61).  Das  Gesuch  wies  die  Verfahrensleitung 

gleichentags ab (Urk. 63).

1.6. Am  26. Juni  2025  fand  die  Berufungsverhandlung  statt.  Es  erschien  der 

Beschuldigte  in  Begleitung  seiner  Verteidigerin  Rechtsanwältin  MLaw  X._____ 

(Prot. II S. 5). Vorfragen waren keine zu entscheiden. Die ergänzten Beweismittel 

(Urk. 65;  Urk. 66)  wurden  der  Verteidigung  anlässlich  der  Berufungsverhandlung 

zur Kenntnis gebracht (vgl. Prot. II S. 6).

1.7. Das Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 7 

ff.).

2.

Umfang der Berufung

2.1. Der  Beschuldigte  stellt  im  Berufungsverfahren  folgende  Abänderungsan-

träge (Urk. 54; Urk. 70 S. 2): Er sei von Schuld und Strafe freizusprechen (Disposi-

tivziffern  1,  3,  4),  von  einer  Verlängerung  der  mit  Urteil  der  Untersuchungsrich-

ter/Auditorenregion 2 vom 12. Februar 2021 für die bedingt ausgefällte Geldstrafe 

von 18 Tagessätzen zu Fr. 140.– angesetzte Probezeit von 2 Jahren sei abzuse-

hen (Dispositivziffer 6), von einer Verlängerung der mit Urteil des Bezirksgerichts 

Dietikon vom 30. März 2021 für die bedingt ausgefällte Freiheitsstrafe von 7 Mona-

ten angesetzte Probezeit von 2 Jahren sei abzusehen (Dispositivziffer 7), von einer 

Kostenauflage sei abzusehen (Dispositivziffer 10). 

2.2. Unangefochten  blieben  die  Freisprüche  (Dispositivziffer  2),  das  Absehen 

vom  Widerruf  der  mit  Strafbefehl  der  Staatsanwaltschaft  Zürich-Limmat  vom 

15. März  2021  bedingt  ausgefällten  Geldstrafe  von  150 Tagessätzen  zu  Fr. 30.– 

(Dispositivziffer 5), der Entscheid über die Beschlagnahmungen (Dispositivziffer 8) 

und die Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 9). In diesem Umfang ist der vorinstanz-

liche  Entscheid  in  Rechtskraft  erwachsen,  was  vorab  vorzumerken  ist  (Art. 399 

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Abs. 3 in Verbindung mit Art. 437 StPO). Im Übrigen steht der angefochtene Ent-

scheid unter Berücksichtigung des Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 

Abs. 2 zur Disposition.

3.

Verwertbarkeit  der  Einvernahmen  von  C._____,  D._____,  E._____  und 
F._____

3.1. Die Vorinstanz erwägt, die durch die Staatsanwaltschaft durchgeführten Ein-

vernahmen von C._____, D._____ sowie E._____ (act. 13/1-3) seien mangels Kon-

frontation mit dem Beschuldigten bzw. Parteiöffentlichkeit der Einvernahmen nicht 

zu dessen Lasten verwertbar (Art. 147 Abs. 4 StPO). Gleiches gelte für den Mitbe-

schuldigten im separaten Verfahren, F._____. Seine Einvernahmen seien beigezo-

gen worden, mangels Konfrontation seien diese Aussagen aber nicht zu Lasten des 

Beschuldigten verwertbar (Urk. 52 E. II.2.2.).

3.2. Die Vorinstanz vermengt die sich – insbesondere betreffend die Modalitäten 

des Verzichts als auch die Folgen der Verletzung – massgeblich unterscheidenden 

Prozessrechte der Konfrontation und der Teilnahme (vgl. zum Ganzen BGE 150 

IV 345 E. 1.6.3 ff.):

3.3. Gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei Beweiser-

hebungen  durch  die  Staatsanwaltschaft  und  die  Gerichte  anwesend  zu  sein  und 

einvernommenen Personen Fragen zu stellen. Dieses spezifische Teilnahme- und 

Mitwirkungsrecht fliesst aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 107 Abs. 1 

lit.  b  StPO).  Es  darf  nur  in  den  gesetzlich  vorgesehenen  Fällen  eingeschränkt 

werden (Art. 108, Art. 146 Abs. 4 und Art. 149 Abs. 2 lit. b StPO; siehe auch Art. 101 

Abs.  1  StPO; BGE  143  IV  397 E.  3.3.1; 141  IV  220 E.  4.4; 139  IV  25 E.  4.2  mit 

Hinweis).  Nach Art.  147  Abs.  4  StPO dürfen  Beweise,  die  in  Verletzung  der 

Bestimmungen von Art. 147 StPO erhoben worden sind, nicht zulasten der Partei 

verwendet  werden,  die  nicht  anwesend  war  (BGE  143  IV  397 E.  3.3.1,  457 

E. 1.6.1; 139 IV 25 E. 4.2 und 5.4.1; Urteile 6B_224/2023 vom 26. Oktober 2023 

E. 3.4.2;  6B_172/2023  vom  24.  Mai  2023  E.  2.3;  je  mit  Hinweisen).  Soweit  die 

Polizei nach Eröffnung der Untersuchung Einvernahmen im Auftrag der Staatsan-

waltschaft  durchführt,  stehen  den  Verfahrensbeteiligten  die  Verfahrensrechte  zu, 

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die  ihnen  bei  Einvernahmen  durch  die  Staatsanwaltschaft  zukommen  (Art.  312 

Abs. 2 StPO). Daraus folgt, dass die Parteien das Recht haben, bei Einvernahmen, 

welche die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft während deren Untersuchung 

durchführt,  anwesend  zu  sein  und  Fragen  zu  stellen  (BGE  143  IV  397 E.  3.3.2; 

Urteile 6B_426/2023 vom 16. August 2023 E. 2.1.1; 6B_1092/2022 vom 9. Januar 

2023 E. 2.3.2; 6B_14/2021 vom 28. Juli 2021 E. 1.3.3; 6B_1080/2020 vom 10. Juni 

2021 E. 5.5; je mit Hinweisen).

3.4. Eine Einvernahme, an der das Teilnahmerecht der beschuldigten Person ge-

mäss Art. 147 Abs. 1 StPO unzulässigerweise nicht gewährleistet war und die da-

her  gemäss Art.  147  Abs.  4  StPO nicht  verwertet  werden  darf,  bleibt  auch  nach 

einer  Wiederholung  der  Einvernahme  unter  Wahrung  des  Teilnahmerechts  bzw. 

unter  hinreichender  Konfrontation  weiterhin  unverwertbar  im  Sinne  von Art.  147 

Abs. 4 StPO. Eine spätere Einräumung des Teilnahmerechts bzw. Gewährleistung 

der  Konfrontation  führt  nicht  zur  Verwertbarkeit  von  nach Art.  147  Abs.  4  StPO 

unverwertbaren Einvernahmen (vgl. BGE 150 IV 345 E. 1.6.7.4).

3.5.

In getrennt geführten Verfahren kommt den Beschuldigten im jeweils andern 

Verfahren keine Parteistellung zu. Ein gesetzlicher Anspruch auf Teilnahme an den 

Beweiserhebungen  im  eigenständigen  Untersuchungs-  und  Hauptverfahren  der 

andern beschuldigten Person besteht folglich nicht (Art. 147 Abs. 1 StPO e contra-

rio).  Die  Einschränkung  der  Teilnahmerechte  von  Beschuldigten  in  getrennten 

Verfahren im Vergleich zu Mitbeschuldigten im gleichen Verfahren ist vom Gesetz-

geber implizit vorgesehen und hinzunehmen (vgl. BGE 140 IV 172 E. 1.2.3.)

3.6. Der  in  Art. 6  Ziff. 3  lit. d  EMRK  garantierte  Anspruch  der  beschuldigten 

Person, den Belastungszeugen Fragen zu stellen, ist ein besonderer Aspekt des 

Rechts auf ein faires Verfahren. Er wird als Konkretisierung des rechtlichen Gehörs 

(Art. 29 Abs. 2 BV) auch durch Art. 32 Abs. 2 BV gewährleistet. Eine belastende 

Zeugenaussage ist grundsätzlich nur verwertbar, wenn der Beschuldigte wenigs-

tens einmal während des Verfahrens angemessene und hinreichend Gelegenheit 

hatte, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Belastungszeugen zu 

stellen (BGE 150 IV 345 E. 1.6.3.2; 148 I 295 E. 2; 133 I 33 E. 3.1; je mit Hinwei-

sen). Dies gilt auch betreffend die Einvernahme von Auskunftspersonen (BGE 150 

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IV 345 E. 1.6.3.2 mit Hinweis). Damit die Verteidigungsrechte gewahrt sind, muss 

der Beschuldigte namentlich in der Lage sein, die Glaubhaftigkeit einer Aussage 

prüfen und den Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe und infrage 

stellen zu können. Dies setzt in aller Regel voraus, dass sich der Einvernommene 

in Anwesenheit des Beschuldigten (nochmals) zur Sache äussert (BGE 150 IV 345 

E. 1.6.3.2  mit  Hinweisen).  Von  einer  Konfrontation  der  beschuldigten  Person  mit 

dem Belastungszeugen oder auf dessen ergänzende Befragung kann nur abgese-

hen werden, wenn besondere Umstände vorliegen, mithin wenn eine persönliche 

Konfrontation  nicht  (mehr)  möglich  oder  eine  Beschränkung  des  Konfrontations-

rechts dringend notwendig ist (Urteil 6B_920/2023 vom 22. August 2024 E. 2.1.2 

mit Hinweisen). In solchen Fällen ist gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. d EMRK 

erforderlich,  dass  der  Beschuldigte  zum  streitigen  Zeugnis  hinreichend  Stellung 

nehmen kann, die Aussagen sorgfältig geprüft werden und der Schuldspruch nicht 

alleine  darauf  abgestützt  wird,  das  heisst  der  belastenden  Aussage  nicht 

ausschlaggebende Bedeutung zukommt bzw. sie nicht den einzigen oder einen we-

sentlichen Beweis darstellt. Ausserdem darf der Umstand, dass die beschuldigte 

Person ihre Rechte nicht (rechtzeitig) wahrnehmen konnte, nicht in der Verantwor-

tung  der  Behörde  liegen.  Ausnahmsweise  kann  ein  streitiges  Zeugnis  von  aus-

schlaggebender Bedeutung ohne Konfrontation mit Belastungszeugen verwertbar 

sein  (BGE  150  IV  345  E. 1.6.3.2  mit  Hinweisen;  vgl.  Urteil  6B_1137/2020  vom 

17. April 2023 E. 1.4.2.1 ff.; zum Ganzen: BGE 148 I 295 E. 2 S. 298 ff. mit Hin-

weisen).

3.7. Die Rechtsprechung hat wiederholt betont, dass auf das Konfrontationsrecht 

vorgängig  oder  auch  im  Nachhinein  ausdrücklich  oder  stillschweigend  verzichtet 

werden kann, wobei der Verzicht des Beschuldigten auch von seinem Verteidiger 

ausgehen kann. Die beschuldigte Person kann den Behörden grundsätzlich nicht 

vorwerfen, gewisse Zeugen zwecks Konfrontation nicht vorgeladen zu haben, wenn 

sie  es  unterlässt,  rechtzeitig  (das  heisst  spätestens  im  Berufungsverfahren)  und 

formgerecht  entsprechende  Anträge  zu  stellen  (vgl.  anstatt  vieler  die  Urteile  des 

Bundesgerichts  6B_1110/2023  vom  23. Mai  2024  E.3.3.5;  7B_259/2022  vom 

8. April 2024 E. 2; 7B_253/2022 vom 8. Februar 2024 E. 2.3.5; je mit Hinweisen). 

Entscheidend ist, dass es sich beim Konfrontationsrecht um ein Mitwirkungsrecht 

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der  beschuldigten  Person  handelt.  Dessen  Ziel 

ist  die  Wahrung  der 

Waffengleichheit und die Gewährung eines fairen Verfahrens (BGE 131 I 476 E. 2.2 

mit  Hinweis).  Nicht  eigentlicher  Sinn  und  Zweck  des  Konfrontationsrechts  ist  es 

dagegen, der beschuldigten Person bei unterlassener Konfrontation die Entfernung 

eines womöglich belastenden Beweismittels aus den Akten zu ermöglichen. Ob die 

beschuldigte Person das Recht auf Konfrontation effektiv wahrnehmen will, steht 

ihr demnach frei (vgl. Urteil 7B_253/2022 vom 8. Februar 2024 E. 2.3.5 mit weiteren 

Hinweisen).

3.8. Am  24. Januar  2023  erliess  die  Staatsanwaltschaft  einen  Vorführ-,  Haus-

durchsuchungs-  und  Durchsuchungsbefehl  betreffend  den  Beschuldigten 

(Urk. 14/1;  Urk. 15/1).  Mit  Anordnung  der  Zwangsmassnahmen  war  die  Untersu-

chung materiell eröffnet (vgl. Art. 309 Abs. 1 lit. b StPO). Gleichentags erteilte die 

Staatsanwaltschaft  der  Polizei  einen  Ermittlungsauftrag,  wobei  sie  die  Polizei 

beauftragte, Einvernahmen durchzuführen zur Klärung, ob Personen sachrelevante 

Angaben  machen  können  (Urk. 16).  Dabei  wurden  die  "formellen  Beweisab-

nahmen" der Staatsanwaltschaft vorbehalten.

3.9. C._____, D._____ und E._____ wurden nach Eröffnung der Untersuchung 

durch die Polizei als Auskunftspersonen befragt. Es handelte sich nicht um dele-

gierte  Einvernahmen  unter  Einräumung  von  Teilnahmerechten  im  Sinne  von 

Art. 312 Abs. 2 StPO (vgl. Urk. 13/1-3). Ebenfalls sprengt der Inhalt der Einvernah-

men, in der diverse Chat-Protokolle vorgehalten wurden und eingehend betreffend 

die Interpretation konkreter Nachrichten befragt wurde, den Rahmen von informa-

torischen Befragungen zur Abklärung, ob eine Person überhaupt beweisrelevante 

Angaben  zum  Sachverhalt  machen  kann  (vgl.  BGE  143  IV  397  E. 3.4.2.).  Damit 

wurde  dem  Beschuldigten  das  Teilnahmerecht  anlässlich  der  Einvernahmen  der 

Auskunftspersonen  zu  Unrecht  nicht  gewährt.  Gemäss  den  vorstehenden 

Ausführungen (vgl. vorstehend E. I.3.4.) sind diese Aussagen nicht zu Lasten des 

Beschuldigten verwertbar. 

3.10. Bezüglich  der  Aussagen  von  F._____  (Urk. 12/4-6)  kann  bereits  deshalb 

nicht  "das  Gleiche"  (vgl.  vorstehend  E. I.3.1.)  gelten  wie  für  die  Aussagen  von 

C._____,  D._____  und  E._____,  da  dem  Beschuldigten  im  Verfahren  gegen 

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F._____  keine  Parteistellung  zukam  und  Art. 147  Abs. 1  StPO  deshalb  nicht  an-

wendbar ist (vgl. vorstehend E. I.3.5.). In Frage kommt mithin lediglich die Verlet-

zung des Konfrontationsrechts. Auf dieses Recht hat der Beschuldigte indes ver-

zichtet,  indem  er  nicht  rechtzeitig  einen  diesbezüglichen  Antrag  gestellt  hat.  Die 

Aussagen von F._____ sind demnach grundsätzlich auch zulasten des Beschuldig-

ten verwertbar. Eine Verletzung von Art. 29 StPO liegt nicht vor. Dem Beschuldig-

ten und F._____ wird keine Mittäterschaft oder Teilnahme vorgeworfen. Im Übrigen 

handelt es sich bei Betäubungsmitteldelikten um Delikte, die sich typischerweise 

durch Arbeitsteilung auszeichnen und von mehreren Personen in unterschiedlichen 

Rollen gemeinsam begangen werden. Deshalb ist Art. 29 Abs. 1 lit. b StPO nicht 

einschlägig (vgl. etwa Urteil 6B_1026/2017 vom 1. Juni 2018 E. 1.2.2). Soweit die 

Verteidigung im Rahmen ihres Plädoyers – und damit nach Abschluss des Beweis-

verfahrens – eine Konfrontation mit F._____ beantragte (Urk. 70 S. 6), ist dies ver-

spätet (Urteil 7B_259/2022 vom 8. April 2024 E. 2.3). 

3.11. Schliesslich  ist  auch  den  Einwendungen  der  Verteidigung  hinsichtlich  der 

Verwertbarkeit der Polizeirapporte und der Einvernahmen des Beschuldigten kein 

Erfolg  beschieden  (Urk. 70  S. 6  f.),  zumal  sie  diese  auf  der  unzutreffenden 

Annahme aufbaut, die Aussagen von F._____ seien unverwertbar.

II.  Sachverhalt:

1.

Die  Staatsanwaltschaft  wirft  dem  Beschuldigten  vor,  im  Zeitraum  zwischen 

dem  7. Januar  2022  und  26. Januar  2023  im  Rahmen  der  in  der  Anklageschrift 

erwähnten  Mobiltelefon-Chats  Kokain,  Ecstasy  und  Marihuana  konsumfertig  an 

diverse Abnehmer verkauft zu haben, bzw. Abnehmern mitgeteilt zu haben, dass 

sie diese Betäubungsmittel bei ihm kaufen könnten (vgl. Urk. 30 S. 2).

2.

Die  Vorinstanz  hat  die  relevanten  Beweismittel  grundsätzlich  zutreffend 

erwähnt. Zu ergänzen ist, dass sie bei der Staatsanwaltschaft eine CD der sicher-

gestellten Chatverläufe des Beschuldigten beizog, aus denen sich – gegenüber den 

ausgedruckten Chats, auf welche die Vorinstanz jeweils Bezug nahm – ein erwei-

terter  Nachrichtenverlauf  ergibt  (Urk. 33;  Urk. 35).  Entgegen  der  Ansicht  der 

Vorinstanz  (vgl.  Urk. 52  E. I.5.1.)  sind  sämtliche  Chatverläufe  (vgl.  Urk. 60) 

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– namentlich  auch  jene,  welche  nicht  Eingang  in  die  Anklageschrift  gefunden 

haben – als Beweismittel betreffend die in der Anklageschrift erwähnten Vorwürfe 

zu würdigen, zumal Beweismittel nicht vom Anklageprinzip erfasst sind.

Da die CD in zweiter Instanz nicht mehr lesbar war, wurden die Dateien erneut 

bei der Staatsanwaltschaft angefordert und als USB Stick zu den Akten genommen 

(Urk. 60). Die Verteidigung erhielt im Vorfeld der Berufungsverhandlung Gelegen-

heit zur Einsichtnahme (Urk. 61; Urk. 68).

3.

Der Beschuldigte verweigerte anlässlich der Einvernahmen die Aussage oder 

bestritt,  mit  Betäubungsmitteln  gehandelt  zu  haben  oder  solche  zu  konsumieren 

(Urk. 12/1 S. 6 F/A 57; Urk. 12/2 S. 11 F/A 94; Urk. 22; Prot. I S. 12 ff.). Er stellte 

nicht  in  Abrede,  die  sichergestellten  Nachrichten  verfasst  zu  haben,  verweigerte 

bezüglich  des  Inhalts  aber  die  Aussage  oder  behauptete  nicht  mehr  zu  wissen, 

worum  es  gegangen  sei  (Urk. 12/1  S. 3  ff.;  Urk. 12/2  S. 8  ff.;  Urk. 22;  Prot.  I 

S. 12 ff.). 

4.

Hinsichtlich  des  Standpunktes  des  Beschuldigten  ist  bezüglich  sämtlicher 

angeklagter  Chats  Folgendes  festzuhalten:  Die  Behauptung,  dass  er  sich  nicht 

mehr  an  die  Chats  erinnere,  erweist  sich  als  offensichtliche  Schutzbehauptung, 

zumal  es  sich  um  Nachrichten  jüngeren  Datums  (teilweise  wenige  Monate  alt) 

handelte. Wenn der Beschuldigte bezüglich des Inhalts der Nachrichten partiell die 

Aussage  verweigert,  belastet  ihn  dies,  weil  das  verwendete  Vokabular  und  die 

weitere  offensichtlich  konspirative  Ausdrucksweise  (insb.  Nennung  von  Zahlen 

oder  Mengenangaben  ohne  weitere  Erklärungen)  nach  einer  Erklärung  rufen 

(vgl. Urteile  6B_546/2023  vom  13. November  2023  E. 1.6.3;  6B_1018/2021  vom 

24. August 2022 E. 1.3.1; 6B_1202/2021 vom 11. Februar 2022 E. 1.8.2; je mit Hin-

weisen). Die in der Anklage erwähnten Nachrichten sind vor diesem Hintergrund 

zu würdigen.

5.

Soweit  die  Verteidigung  in  entlastender  Hinsicht  bezüglich  sämtlicher 

Vorwürfe berücksichtigt haben will, dass in der Wohnung des Beschuldigten keine 

Betäubungsmittel  oder  "drogenhandelstypische  Utensilien"  sichergestellt  worden 

seien, ist zunächst darauf hinzuweisen, dass Natron gefunden wurde (vgl. nachfol-

-   12   -

gen  E. II.9.).  Ausserdem  ist  bezüglich  des  Ablaufs  der  Untersuchung  zu  berück-

sichtigen,  dass  der  Beschuldigte  selbständig  am  17. Februar  2023  um  9.00  Uhr 

beim Polizeiposten des Hauptbahnhofs erschien, nachdem er erfahren hatte, dass 

die Polizei ihn am selben Morgen an seinem Wohnort aufgesucht hatte (vgl. Urk. 5 

S. 2; Urk. 12/1 S. 1). Nachdem der Beschuldigte auf dem Polizeiposten vorläufig 

festgenommen  wurde,  wurde  (ab  09.55  Uhr)  die  Hausdurchsuchung  an  seinem 

Wohnort durchgeführt (vgl. Urk. 15/2). Vor dem Hintergrund, dass die Polizei ihn 

am Morgen bereits an seinem Wohnort aufgesucht hatte, musste er jedenfalls mit 

einem erneuten Auftauchen der Polizei am Wohnort bzw. einer Hausdurchsuchung 

rechnen. Dem Umstand, dass am Wohnort keine Betäubungsmittel sichergestellt 

wurden, kann deshalb von vornherein kaum Beweiswert zukommen.

6.

1. Lemma

6.1. Aus dem sichergestellten Chat vom 7. Januar 2022 zwischen dem Beschul-

digten  und  "B'._____"  (bzw.  B._____)  ergibt  sich 

folgender  Sachverhalt 

(Urk. 12/3/1; Urk. 60): "B'._____" versucht erfolglos den Beschuldigten anzurufen, 

verlangt einen Rückruf und bezeichnet den Beschuldigten als "kleiner dreckigen", 

bzw. "Dreckiger". Der Beschuldigte antwortet ihm "Komm G._____ [Ort]", "Wenn 

du  mehr  brauchst",  "Hab  andere",  "Die  sind  besser",  "…  [Name]  heissen  die". 

"B'._____"  entgegnet  dem  Beschuldigten  "Du  hast  nur  Müll  gegeben",  "Normale 

tabletten".  Hernach  teilt  der  Beschuldigte  an  "B'._____"  erneut  mit,  er  soll  nach 

G._____ kommen. "B'._____" verlangt daraufhin ein Bild "von den anderen", wor-

aufhin der Beschuldigte ein Foto von ca. 40-50 grünen Tabletten sowie die Nach-

richt "Noch ein paar" an "B'._____" schickt. Schliesslich schreibt "B'._____" dem 

Beschuldigten "Kein Dreck", "Ich komme extra nochmal", "Also kein misst Alter ey".

6.2. Mit der Vorinstanz sind die Behauptungen des Beschuldigten, es handle sich 

bei  den  grünen  Tabletten  um  ein  Foto  von  "Google",  als  Schutzbehauptung  zu 

werten: "B'._____" war offensichtlich wütend, weil die Tabletten, die er zuvor vom 

Beschuldigten erhalten hatte, "Müll" waren, bzw. "Normale tabletten". Nachdem der 

Beschuldigte  ein  Treffen  mit  "B'._____"  vereinbarte,  um  diesen  mit  "mehr"  bzw. 

"besser[er]" Ware zu bedienen, verlangte "B'._____" zuerst Fotos der Ware. Dass 

der Beschuldigte unter diesen Umständen dem wütenden Abnehmer, mit dem er 

-   13   -

sich in Kürze treffen würde, Fotos "von Google" (vgl. Urk. 12/2 S. 51 F/A 51) über-

mittelte, kann ausgeschlossen werden. Hätte der Beschuldigte "B'._____" mit einer 

erfundenen  Geschichte  hingehalten,  wäre  zudem  eine  entsprechende  Reaktion 

wohl nicht ausgeblieben. Solches ergibt sich nicht aus der Datensicherung ab dem 

Mobiltelefon  des  Beschuldigten  (vgl.  Urk. 8;  Urk. 11;  Urk. 60).  Ergänzend  ist  in 

zweiter Instanz und entgegen der Ansicht der Vorinstanz und der Verteidigung (vgl. 

Urk. 52 S. 9; Urk. 70 S. 8) festzuhalten, dass sich die Aufschrift der Pillen aus den 

vergrösserten digitalen Dateien ergibt: Es handelt sich um grüne Pillen mit der vor-

derseitigen Aufschrift "Nintendo" (Urk. 60, "IMG-20220107-WA0001"; Urk. 66) und 

rückseitiger Bruchkerbe. Gemäss Informationen des Drogeninformationszentrums 

Zürich  handelt  es  sich  dabei  um  hochdosierte  MDMA-Pillen  ("Ecstasy") 

(vgl. Urk. 65 und https://www.saferparty.ch/warnungen/nintendo, grüne "Nintendo"-

Tablette mit rückseitiger Bruchkerbe, getestet am 5. März 2022 in Zürich). Dass ein 

Konsument offenbar am 5. März 2022 erstmals eine "Nintendo" Pille im Drogen-

informationszentrum  Zürich  testen  liess,  lässt  zwanglos  darauf  schliessen,  dass 

diese Pillen im Tatzeitraum (Chat mit Anbahnung des Handels vom 7. Januar 2022) 

in  Zürich  gehandelt  wurden.  Dieser  Umstand  ist  als  weiteres  Indiz  gegen  die 

Behauptung des Beschuldigten zu werten, dass er nicht im Besitz der Pillen gewe-

sen sei und dass es sich um ein Bild "aus Google" gehandelt habe.

6.3. Zusammengefasst ist der Anklagesachverhalt Lemma 1 erstellt.

7.

5. Lemma und 6. Lemma

Der  in  der  Anklage  erwähnte  Chataustausch  zwischen  dem  Beschuldigten  und 

"H'._____" [Spitzname] (bzw. H._____) und "I'._____" [Spitzname] (bzw. I._____) 

ist aktenkundig (vgl. Urk. 12/3/6 S. 2 ff.; Urk. 12/3/7 S. 1 ff.; Urk. 60). Auf die zutref-

fende vorinstanzliche Würdigung kann verwiesen werden. Bezüglich des Chats mit 

"H._____"  steht  aufgrund  des  für  den  Marihuana-Handel  typischen  Vokabulars 

"Jay", "fuff", "twenty" ausser Zweifel, dass der Beschuldigte im Besitz von 4.5 - 5 g 

Marihuana war, die er "H._____" zum Verkauf anbot und dass es sich bei "twenty" 

um den Preis handelt. In Präzisierung der vorinstanzlichen Sachverhaltswürdigung 

ist  festzuhalten,  dass  der  Beschuldigte  im  Chat  mit  "I'._____"  den  Verkauf  von 

4-5 g  Marihuana  durch  seinen  Bruder  vermittelte,  zumal  er  gemäss  seinen 

-   14   -

Angaben im Chat zum fraglichen Zeitpunkt in J._____ war. Der Beschuldigte koor-

dinierte Betäubungsmittelmenge, Übergabeort, Übergabezeit, und war gemäss sei-

nen Nachrichten gleichzeitig in Kontakt mit dem Bruder, der im Besitz der vermit-

telten Betäubungsmittel war. Gemäss der Chat-Nachricht von "I'._____" am 14. Au-

gust 2021 um 20:09:19 Uhr (UTC+0 = 22:09:19 Uhr Zürich Zeit) ist erstellt, dass 

sich der Bruder des Beschuldigten kurz vor 22.00 Uhr am vereinbarten Übergabeort 

mit  "I'._____"  traf,  um  die  vermittelte  Transaktion  durchzuführen  (vgl. Urk. 12/3/7 

S. 3 ff.). 

8.

2. Lemma

8.1. Aus  dem  Chat  (vgl.  Urk. 12/3/2)  mit  "E'._____"  [Spitzname]  (bzw.  E._____) 

ergibt sich zunächst, dass eine Transaktion von 1.5 und 250 noch "offen" sei. Ent-

gegen der Ansicht der Vorinstanz bestehen indes Zweifel an der angeklagten Rol-

lenverteilung: Der vollständige Chatverlauf (vgl. Urk. 60) legt zumindest nahe, dass 

"E'._____" der Verkäufer und der Beschuldigte Käufer war. Aus den vorinstanzlich 

zitierten Nachrichten betreffend die Menge 1.5 (die "offen" sei) und die Zahl 250 

lässt sich nichts betreffend die Rollenverteilung herleiten. Indes lässt zunächst die 

Äusserung des Beschuldigten gegenüber "E'._____", ob dieser "am expandiere[n]" 

sei, aufhorchen. Die nachfolgenden Nachrichten (Urk. 60) zeigen, dass "E'._____" 

offenbar den Beschuldigten mehrfach versucht zu erreichen und diesen fragt, ob er 

ihn "vergessen" habe, wieso er sich nicht mehr melde, und beschimpft ihn in diesem 

Zusammenhang als "Opfer" und "Wixxer". Anschliessend schreibt "E'._____" dem 

Beschuldigten, "Bro fritig isch gsi Hesch die 250" und "Alter jetzt ignoriersxh mich 

so sache laufed ned han der meh als gnueg viel ziit geh" und später "Chasch au 

twinte". Nicht nur der Wortlaut sondern auch der Gesamtzusammenhang weisen 

darauf hin, dass der Beschuldigte als Abnehmer der 1.5 fungierte und "E'._____" 

aus einer Betäubungsmitteltransaktion Fr. 250.– schuldete, woraufhin dieser den 

Beschuldigten mehrfach versucht zu kontaktieren, um die offenen Schulden einzu-

treiben. Auch im Hinblick auf die Interessanlage zwischen Abnehmer und Käufer 

scheint abwegig, dass "E'._____" als Abnehmer derart wütend auf den Beschuldig-

ten war, weil dieser ihn – seinem Empfinden nach – ignorierte. Der Vollständigkeit 

halber zu erwähnen ist, dass der Umstand, dass E._____ im Zusammenhang mit 

-   15   -

Betäubungsmitteln polizeibekannt ist, nichts zur Klärung der Frage beitragen kann, 

ob er gegenüber dem Beschuldigten am 1. Juli 2022 als Verkäufer oder Abnehmer 

auftrat. 

8.2. Wenn  die  Vorinstanz  erwägt,  das  Abstreiten  des  Kokainhandels  durch  den 

Beschuldigten  müsse  "unter  dem  Gesichtspunkt  der  Konsequenzen  für  den 

Beschuldigten" gewürdigt werden (Urk. 52 E. II.7.4.1.), überzeugt dies nicht. Das 

Abstreiten einer Tat kann nicht als belastender Umstand gewürdigt werden, zumal 

ein  Täter  und  ein  unschuldiger  Beschuldigter  grundsätzlich  beide  erhebliche 

Konsequenzen im Falle einer Verurteilung zu gewärtigen haben und ein gleichge-

richtetes  Interesse  am  Bestreiten  der  Vorwürfe  haben  (so  auch  sinngemäss  die 

Vorinstanz in Urk. 52 E. II.7.2.1.).

8.3. Ein Kauf von Kokain von "E'._____" durch den Beschuldigten wird in der An-

klage  nicht  umschrieben  (vgl.  Einleitung  Anklagesachverhalt  Tatvorgehen,  S. 2). 

Der  Anklagesachverhalt  ist  demnach  bezüglich  des  Verkaufs  von  Kokain  an 

"E'._____" nicht erstellt.

9.

4. Lemma

Aus dem Chat mit "K'._____" (bzw. K._____) ergibt sich, dass "K'._____" am frühen 

Morgen des 28. September 2022 an den Beschuldigten "Bruche 1" und "Ca 04:15 

binind" "Da*" schrieb, worauf der Beschuldigte mit "Ok", "Chum", "L._____-strasse 

1", "… ZH" antwortete. Am gleichen Tag fordert der Beschuldigte "K'._____" mehr-

fach  auf,  ihn  anzurufen.  Dieser  teilt  am  nächsten  Tag  zunächst  mit,  dass  er  am 

essen sei und er später zurückrufe. Der Beschuldigte fordert einen sofortigen Rück-

ruf und teilt mit, dass "K'._____" sich seit zwei Tagen nicht mehr melde und er "nicht 

so" von diesem gedacht hätte, sowie: "Ich bruch hüt die 100fr", und "Ich scgwör uf 

Gott",  "Wenn  du  dich  nöd  meldisch",  "Ich  fick  dich",  woraus  zwanglos  darauf 

geschlossen werden kann, dass es bei den Fr. 100.– um die Eintreibung der Schul-

den von "K'._____" geht. Soweit die Verteidigung auf die hohe Anzahl von Nach-

richten  hinweist  (vgl.  Urk. 70  S. 9),  entlastet  dies  den  Beschuldigten  in  keiner 

Weise, erklären sich die vielen Nachrichten innert kurzer Zeit doch zwanglos aus 

dem  intensiven  Nachrichtenaustausch  betreffend  die  Eintreibung  der  Schulden 

-   16   -

nach der Übergabe der Drogen. Wie die Vorinstanz zu Recht festhält, handelt es 

sich bei Fr. 100.– um den ungefähren Preis für konsumfertige Portionen für Endab-

nehmer  von  0.7 g  Kokain.  Aufgrund  des  Nachrichtenaustauschs  ist  erstellt,  dass 

der  Beschuldigte  an  "K'._____"  1  Konsumportion  Kokain  für  Fr. 100.–  auf  Kredit 

veräusserte. Die Behauptung des Beschuldigten, nichts mit Kokainhandel zu tun 

zu haben, wird bereits durch den Chat mit "M._____" widerlegt (vgl. Urk. 60, Chat 

vom 12.01.2023 ab 16:10 UTC+0). Gemäss diesem Chat erkundigt sich "M._____" 

beim Beschuldigten, ob dieser "halbe" "white" auf "Pump" organisieren könne. Der 

Beschuldigte  antwortet,  dass  "halbe"  schon  kritisch  sei,  und  auf  "Pump"  fast  un-

möglich. Damit scheint der Beschuldigte die Menge und den Verkauf auf Kredit als 

Hindernis zu sehen, nicht etwa den Umstand, dass er keinen Kokainhandel betrei-

ben würde. Als "M._____" mitteilt "Ganze?" und "Also zahle morhen", schreibt der 

Beschuldigte "Wrt", "Geb dir bescheid brl", "bro". Auch als "H'._____" den Beschul-

digten fragt (vgl. Urk. 60, Chat mit "H'._____"): "Lauft wiis?", "Bruch eine", antwortet 

dieser: "Ja", "wb". Schliesslich ist auch darauf hinzuweisen, dass beim Beschuldig-

ten zuhause zwei Beutel Natron (à 100 g) sichergestellt wurden. Wenn die Vertei-

digung  unter  Verweis  auf  Analysen  des  Drogeninformationszentrums  einwendet 

(vgl.  Urk. 70  S. 11),  dass  Natron  kein  geläufiges  "Streckmittel"  von  Kokain  (zum 

direkten Konsum) sei, mag dies zutreffen. Notorisch ist indes, dass Kokain mit Na-

tron  zu  "Crack"-Steinen  aufgekocht  wird.  Die  Behauptung  des  Beschuldigten,  er 

benutze  es  mit  Wasser  als  Abführmittel,  insbesondere  in  Berücksichtigung  des 

Fundortes im Zimmer (vgl. Urk. 15/2), nicht etwa mit Wasserzugang in der Küche 

oder im Bad, als Schutzbehauptung zu werten (vgl. Urk. 12/1 S. 6; Urk. 12/2 S. 4). 

In diesem Zusammenhang weiter zu erwähnen ist der Chat des Beschuldigten mit 

"N._____": In diesem verhandelt er über eine Transaktion von "10", wobei die Preis-

vorstellung der beiden Parteien zwischen 450 und 550 divergiert (vgl. Urk. 60, Chat 

mit "N._____"). Schliesslich vereinbaren die Parteien eine Übergabe am Bahnhof 

O._____, wobei "N._____" sowohl via Textnachricht als auch Audio mitteilt, er wolle 

"Steine"  erhalten  (vgl.  a.a.O.,  Nachricht  vom  06.06.2022  11:46:59  UTC+0  sowie 

PTT-20220606-WA0032), was mit einer Transaktion von Crack-Steinen in Einklang 

zu bringen ist. Diese Transaktion erweist sich ebenfalls als Indiz dafür, dass der 

Beschuldigte mit Kokain (u.a. in Form von Crack-Steinen) handelte. Soweit die Ver-

-   17   -

teidigung mit Hinweis auf angeblich inkonsistente Mengen bzw. Preise behauptet 

(vgl.  Urk. 70  S. 10),  dass  keine  (weiteren)  Hinweise  auf  Kokainhandel  bestehen 

würden, lässt sie die erwähnten Indizien gänzlich ausser Betracht.

10. 7. Lemma

"P'._____"  [Spitzname](bzw.  P._____)  äussert  in  einer  Audio-Nachricht  vom 

17. Juli  2022  (Urk. 60,  Audio  "PTT-20220717-WA005"):  "Yo  bro  ich  has  grad 

agluägt. Es isch en verficktä halbe Mann. Das isch niemals en Ganze. Kei null siebe 

nüt  bro  das  isch  null  vier".  Der  Beschuldigte  antwortet  mit  "Bro",  "Tuen  uf  waag 

wenn  nöd  denksch",  "Han  selber  gmacht"  und  "Isch  0.7".  Wie  die  Vorinstanz  zu 

Recht festhielt, besteht aufgrund der für Kokainhandel typischen Mengenangabe 

(ein Ganzer, 0.7 g) sowie der Aussage des Beschuldigten, er habe die Portion "sel-

ber gemacht", kein Zweifel daran, dass der Beschuldigte eine Konsumportion Ko-

kain an "P'._____" verkaufte. In Ergänzung zur Vorinstanz ergibt sich die Verknüp-

fung zum Kokain Handel ausserdem aus der Audio-Nachricht, mit der "P'._____" 

schliesslich antwortet und Bezug nimmt auf seine "Line" (gemeint: zur Linie geform-

tes  Kokain  zum  Schnupfen):  "Ja  bro  alles  guet.  Vorher  isch  eifach  so  en,  so  en 

Hurensohn cho bro [unverständlich] mini ganzi Line weg de Nuttesohn mann. Ich 

schwör  ich  bin  uf  180  Alte."  (Urk. 60,  Audio  "PTT-20220717-WA0008").  Auch 

bezüglich dieses Vorwurfs lässt die Verteidigung mit ihrem Vorbringen (vgl. Urk. 70 

S. 13), als belastendes Beweismittel liege einzig die Verknüpfung von P._____ mit 

dem Kokainhandel vor, die erwähnte Kommunikation des Beschuldigten völlig aus-

ser Acht.

11. 8. Lemma

Im Chat zwischen "F'._____" [Spitzname] (bzw. F._____) und dem Beschuldigten 

ist  mehrfach  die  Rede  von  "2",  die  "F'._____"  vom  Beschuldigten  benötige,  und 

"200",  die  "F'._____"  an  den  Beschuldigten  übergebe.  Aufgrund  der  notorischen 

Endabnehmerpreise für Konsumportionen muss es sich dabei, wie die Vorinstanz 

zu  Recht  festhielt,  um  den  Verkauf  von  Kokain  handeln.  In  der  Audio  Nachricht 

(Urk. 60,  "PTT-20220625-WA0014")  vom  25. Juni  2022  teilt  der  Beschuldigte 

schliesslich mit: "Bro ich seg dir ehrlich, ich han jetzt no 3 und eine het mir jetzt 

-   18   -

aglüte. Und meistens. Ich luege jetzt was er brucht. (Unverständlich). Ich schrib dir 

obs lauft oder nöd". Angesichts dieser Nachricht ist erstellt, dass der Beschuldigte 

am 25. Juni 2022 im Besitz von 3 konsumfertigen Portionen Kokain zum Verkauf 

war.

12. 9. Lemma

Soweit die Anklage Bezug nimmt auf die Nachricht von "F'._____"(bzw. F._____) 

vom 25. Juni 2022 "Broo phalt 2!!!", ist der Bezug zu den "5" nicht ersichtlich. Es 

handelt  sich  bei  der  Aufforderung  "2"  noch  zu  behalten,  um  die  Antwort  auf  die 

sinngemässe Audio Nachricht des Beschuldigten vom gleichen Tag, dass er derzeit 

über "3" verfüge, eine andere Person aber bereits bezüglich dieser "3" interessiert 

sei. Hingegen fragt "F'._____" mit Chat vom 6. Juli 2022 nach "5" vom Beschuldig-

ten und fragt wo er diese holen kann, woraufhin der Beschuldigte meint "Zahl zerst 

schulde" und "Han immer bi mir". Im Nachgang wendet "F'._____" ein, dass der 

Beschuldigte am Freitag nicht hier sei, woraufhin der Beschuldigte antwortet, dass 

"F'._____" per Twint zahlen könne und der Bruder des Beschuldigten da sei und 

"für ihn machen" könne. Aus diesem Nachrichtenaustausch geht zweifelsfrei her-

vor, dass der Beschuldigte die Veräusserung von 5 Portionen Kokain, die er jeder-

zeit auf sich habe, und die Delegation der Übergabe an seinen Bruder vereinbart. 

Dass es sich bei den "5" um Kokain handelt, indiziert schliesslich auch das – ent-

gegen der Ansicht der Verteidigung verwertbare (vgl. vorne E. I.3.10) – Aussage-

verhalten von F._____: Dieser gab an, er konsumiere primär Kokain, er kenne den 

Beschuldigten flüchtig und er habe diesen "mal" in Zürich getroffen, wobei er aber 

betreffend den Grund des Treffens die Aussage verweigerte (vgl  Urk. 12/4 S. 2 F/A 

15; Urk. 12/6 S. 2 F/A 12, S. 5 F/A 41 ff.). Diese teilweise Aussageverweigerung 

bezüglich des Grundes des Treffens wirft zumindest Fragen auf. Darüber hinaus 

fällt wie ausgeführt das Aussageverhalten des Beschuldigten belastend aus (vgl. 

etwa Urk. 12/2 S. 17 F/A 155; vgl. vorstehend E. II.4.). 

-   19   -

III.  Rechtliche Würdigung:

1.

Veräusserung von Betäubungsmitteln i.S.v. Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG

Der Beschuldigte veräusserte eine Portion Kokain an P._____ (7. Lemma des An-

klagesachverhalts). Er ist deswegen in Übereinstimmung mit den zutreffenden vor-

instanzlichen  Erwägungen  der  Widerhandlung  im  Sinne  von  Art. 19  Abs. 1  lit. c 

BetmG schuldig zu sprechen.

2.

Besitz von Betäubungsmitteln i.S.v. Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG

Gemäss den zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen war der Beschuldigte wie 

folgt  im  Besitz  von  Betäubungsmitteln  (1.,  5.,  8.  und  9.  Lemma  des  Anklage-

sachverhalts):  7. Januar  2022  Besitz  von  40-50  MDMA  ("Ecstasy")  Tabletten, 

13. September 2022 Besitz von 4.5-5 g Marihuana, 25. Juni 2022 und 6. Juli 2022 

Besitz von insgesamt 8 Portionen Kokain. Wie die Vorinstanz weiter zu Recht fest-

hielt, fällt eine Privilegierung im Sinne von Art. 19b BetmG mangels Eigenkonsums 

ausser Betracht. Der Beschuldigte ist damit ferner der mehrfachen Widerhandlung 

im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG schuldig zu sprechen.

3.

Anstaltentreffen zu einer Widerhandlung i.S.v. Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG

3.1. Die  Vorinstanz  kam  bezüglich  Lemma  4  des  Anklagesachverhalts  zum 

Schluss, dass dem Beschuldigten bezüglich des Vorgangs vom 28. - 29. Septem-

ber  2022  keine  Veräusserung  nachgewiesen  werden  könne.  Angesichts  des 

Umstands, dass am frühen Morgen des 28. September 2022 Übergabeort und Zeit 

für "1" vereinbart wurden und der Beschuldigte bei "K'._____" am 29. September 

2022 und 30. September 2022 eine Schuld von Fr. 100.– einzutreiben versuchte, 

die seit 2 Tagen bestand, scheint dies wohlwollend (vgl. vorstehend E. II.8.). Auf-

grund  des  Verbots  der  Verschlechterung  hat  es  mit  dem  Schuldspruch  wegen 

Anstaltentreffens jedoch sein Bewenden. Es bestehen wegen des Nachrichtenaus-

tauschs  zumindest  keine  Zweifel  daran,  dass  der  Beschuldigte  gezielt  mit  dem 

möglichen Käufer kommunizierte, ein konkretes Verkaufsangebot machte und die 

Übergabe organisierte, weshalb er wegen Anstaltentreffens im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. g BetmG schuldig zu sprechen ist. 

-   20   -

3.2. Bezüglich Lemma 6 ist erstellt, dass der Beschuldigte die Veräusserung von 

4-5 g  Marihuana  für  Fr. 50.–  vermittelte.  Die  vorliegend  engmaschige  Art  der 

Vermittlung von Betäubungsmitteln (Abklärung der Übergabedetails, Koordination 

zwischen Abnehmer und Besitzer) ist unter die Tatbestandsvariante des "Verschaf-

fens"  zu  subsumieren  (vgl.  BGE  142  IV  401  S. 408  E. 3.4).  Entgegen  den 

vorinstanzlichen  Erwägungen  ist  aufgrund  des  Nachrichtenaustauschs  erstellt, 

dass  der  Bruder  des  Beschuldigten  und  "I'._____"  (bzw. I._____) am 14. August 

kurz  vor  22.00  Uhr  die  vermittelte  Transaktion  vornahmen.  Nachdem  das  Ver-

schlechterungsverbot gilt, hat es jedoch bei der Tatbestandsvariante des Anstal-

tentreffens im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG sein Bewenden.

IV.  Strafe:

1. Grundsätze / Anträge

1.1. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Strafzumessung zutreffend dargelegt, 

worauf verwiesen werden kann (Urk. 52 E. IV.1.-4.). 

1.2. Die Verteidigung verzichtete anlässlich der Berufungsverhandlung ausdrück-

lich darauf, sich – unabhängig vom Antrag auf Freispruch – zur Strafe zu äussern 

(Urk. 70 S. 17 Prot. II S. 6).

2.

Tatkomponenten

2.1. Mit  Blick  auf  den  Besitz  von  5 Portionen  Kokain  (ca.  3.5 g)  betreffend 

9. Lemma  des  Anklagesachverhalts  erscheint  angesichts  der  geringen  Menge 

Kokain und fehlender Hinweise auf professionelle Vorgehensweise eine Geldstrafe 

von 40 Tagessätzen mit der Vorinstanz als angemessen.

2.2. Aus den gleichen Überlegungen erscheint betreffend 8. Lemma des Anklage-

sachverhalts  für  den  Besitz  von  3  Portionen  Kokain  (2.1 g)  eine  Geldstrafe  von 

30 Tagessätzen  angemessen.  In  Berücksichtigung  des  identischen  betroffenen 

Rechtsguts und des engen Sachzusammenhangs sämtlicher Betäubungsmittelde-

likte rechtfertigt es sich, die Einsatzstrafe jeweils um die Hälfte der Einzelstrafen zu 

-   21   -

asperieren. Mithin erweist sich vorliegend eine Asperation um 15 Tagessätze als 

angemessen.

2.3. Bezüglich der MDMA-Pillen ist zu berücksichtigen, dass das Gefahrenpoten-

zial von "Ecstasy" deutlich unter dem von Kokain oder Heroin liegt (vgl. BGE 125 

IV 90 S. 103 E. 3.d). Entsprechend relativiert sich die grössere Anzahl an Konsum-

portionen und erweist sich die von der Vorinstanz für den Besitz von 40 - 50 Pillen 

festgelegte  Einzelstrafe  von  30  Tagessätzen  Geldstrafe  und  eine  Asperation  um 

15 Tagessätze als angemessen.

2.4.

Im  Hinblick  auf  den  Besitz  von  4.5  bis  5  g  Marihuana  betreffend  5. Lemma 

des  Anklagesachverhalts  fällt  strafmindernd  ins  Gewicht,  dass  es  sich  um  eine 

geringe  Menge  einer  "weichen"  Droge  handelt.  Eine  Geldstrafe  von  10  Tages-

sätzen und eine Asperation um 5 Tagessätze ist deswegen angemessen.

2.5. Für die Veräusserung einer Portion Kokain (7. Lemma des Anklagesachver-

halts) erweist sich eine Einzelstrafe von 20 Strafeinheiten bzw. eine Asperation um 

10 Tagessätze als angemessen.

2.6. Bezüglich  des  Anstaltentreffens  zur  Veräusserung  einer  Portion  Kokain 

(4. Lemma des Anklagesachverhalts) ist die Strafe mit der Vorinstanz auf 8 Tages-

sätze  Geldstrafe  als  Einzelstrafe  festzusetzen.  Wiederum  erweist  sich  eine 

Asperation um die Hälfte der Einzelstrafe, mithin 4 Tagessätze Geldstrafe, als an-

gemessen.

2.7. Schliesslich  erweist  sich  mit  der  Vorinstanz  für  das  Anstaltentreffen  für  die 

Veräusserung von 4-5 g Marihuana eine Geldstrafe von 6 Tagessätzen als Einzel-

strafe und eine Asperation im Umfang von 3 Tagessätzen als angemessen.

3.

Täterkomponente

Hinsichtlich der Biografie des Beschuldigten kann auf die vorinstanzlichen Erwä-

gungen verwiesen werden (vgl. Urk. 52 S. 28). Im Berufungsverfahren ergab sich 

diesbezüglich  nichts  Neues  (vgl.  Urk. 69  S. 2  f.).  Wenn  die  Vorinstanz  den 

Umstand, dass der Beschuldigte drei Mal – wenn auch nicht einschlägig – vorbe-

-   22   -

straft  ist  und  er  während  mehrerer  laufender  Probezeiten  delinquierte,  nur  leicht 

straferhöhend  berücksichtigt,  erscheint  dies  sehr  wohlwollend.  Angesichts  des 

Verschlechterungsverbots muss dies aber im Ergebnis übernommen werden. Der 

Vollständigkeit halber festzuhalten ist, dass der Beschuldigte knapp nach den vor-

liegend  zu  beurteilenden  Taten  bereits  ein  viertes  Mal  verurteilt  wurde  (Urk. 67). 

Eine  Straferhöhung  von  92  Tagessätzen  um  knapp  10 %  auf  100  Tagessätze 

erscheint nach dem Gesagten vertretbar. 

4.

Zusatzstrafenbildung

Angesichts  der  zeitlichen  und  funktionalen  Eigenständigkeit  der  Hinderung  der 

Amtshandlung gegenüber den vorliegend zu beurteilenden Betäubungsmitteldelik-

ten  ist  eine  Asperation  der  Geldstrafe  von  30  Tagessätzen  um  20  Tagessätze 

angemessen. Damit ergibt sich – nach Abzug der Grundstrafe von 30 Tagessätzen 

von  der  hypothetischen  Gesamtstrafe  von  120  Tagessätzen  –  eine  Zusatzstrafe 

von 90 Tagessätzen.

5.

Tagessatzhöhe

Im  Hinblick  auf  die  finanziellen  Verhältnisse  des  Beschuldigten  ergaben  sich  im 

Berufungsverfahren  keine  relevanten  Änderungen  (vgl.  Urk. 69  S. 2).  Die 

vorinstanzlich  festgelegte  Höhe  des  Tagessatzes  von  Fr. 110.–  erweist  sich  in 

Berücksichtigung  der  finanziellen  Verhältnisse  des  Beschuldigten,  der  weiterhin 

über ein Einkommen von Fr. 6'000.– pro Monat (brutto, zzgl. 13. Monatslohn) ver-

fügt (vgl. Urk. 69 S. 2 i.V.m. Prot. I S. 10), als angemessen und ist in zweiter Instanz 

zu bestätigen.

6.

Fazit

Der  Beschuldigte  ist  mit  einer  Geldstrafe  von  90  Tagessätzen  zu  Fr. 110.–  als 

Zusatzstrafe  zu  der  mit  Strafbefehl  der  Staatsanwaltschaft  Zürich-Sihl  vom 

24. Januar 2023 unbedingt ausgefällten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu bestra-

fen.

-   23   -

V.  Vollzug

Nachdem die Vorinstanz die objektiven Voraussetzungen des bedingten Vollzugs 

im Sinne von Art. 42 Abs. 2 StGB als erfüllt erachtet hat, stellte sie bezüglich der 

subjektiven  Voraussetzung  fest,  dass  keine  besonders  günstigen  Umstände 

ersichtlich  seien.  Selbst  nachdem  der  Beschuldigte  am  30. März  2021  zu  einer 

bedingten Freiheitsstrafe verurteilt worden sei, sei er mehrfach straffällig geworden. 

Im vorliegenden Verfahren habe er sich weder kooperativ noch einsichtig gezeigt. 

Diesem  Befund  ist  in  zweiter  Instanz  vollumfänglich  beizupflichten.  Mit  seinem 

Verhalten im vorliegenden Verfahren (Nichterscheinen anlässlich der polizeilichen 

Einvernahmen vom 3. November 2023, 9. November 2023 und 10. November 2023 

[Urk. 12/2  S. 2],  unangekündigt  verspätetes  Erscheinen  anlässlich  der  staatsan-

waltschaftlichen Einvernahme vom 20. Februar 2024 [Urk. 22 S. 1], Nichterschei-

nen  anlässlich  der  erstmals  angesetzten  Hauptverhandlung  vom  16. Dezember 

2024 [Prot. I S. 4]; Witze reissen über umfassenderen als vorgeworfenen Drogen-

handel  anlässlich  der  polizeilichen  Einvernahme  vom  14. November  2023 

[Urk. 12/2 S. 15 F/A 136]) zeigt der Beschuldigte, dass er auch dieses Verfahren 

nicht  ernst  nimmt.  Prognostisch  ungünstig  ist  ferner,  dass  es  sich  bei  den  vor-

liegend zu beurteilenden Delikten um planmässig begangene Delikte handelte, was 

angesichts  der  Vorstrafen  auf  eine  besondere  Unbelehrbarkeit  schliessen  lässt, 

weil  sich  der  Beschuldigte  nicht  darauf  berufen  kann,  in  einem  unbedachten 

Moment rückfällig geworden zu sein. Ebenfalls ist zu berücksichtigen, dass sich der 

Beschuldigte  trotz  legalem  Erwerbseinkommen  im  Betäubungsmittelhandel  betä-

tigte. Vor diesem Hintergrund ist festzuhalten, dass eine geregelte Arbeitstätigkeit 

beim Beschuldigten offensichtlich keine protektive Wirkung zeitigte. Auch die übri-

gen Lebensumstände präsentieren sich nicht derart, dass von einer massgeblich 

(positiv) veränderten Ausgangslage gesprochen werden kann. Nach dem Gesag-

ten  können  dem  Beschuldigten  keine  besonders  günstigen  Umstände  attestiert 

werden und die Geldstrafe ist zu vollziehen.

VI.  Widerruf

Die Vorinstanz verlängerte die Probezeiten der mit Urteilen der Untersuchungsrich-

ter-/Auditorenregion  2  vom  12. Februar  2021  sowie  des  Bezirksgerichts  Dietikon 

-   24   -

vom  30. März  2021  ausgesprochenen  Geld-  bzw.  Freiheitsstrafe  um  ein  Jahr.  In 

Anbetracht  der  mehrfachen  Rückfälligkeit  des  Beschuldigten  in  kurzer  Frist 

erscheint  eine  Verlängerung  der  Probezeit  jedenfalls  als  gerechtfertigt.  Da  die 

Verlängerung erst nach Ablauf der Probezeit erfolgt (vgl. Art. 46 Abs. 2 StGB), die 

Probezeit  (allgemein)  mit  der  Eröffnung  des  vollstreckbaren  Urteils  zu  laufen 

beginnt und das Berufungsurteil das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO), 

sind die die Probezeiten der mit Urteilen der Untersuchungsrichter-/Auditorenregion 

2  vom  12. Februar  2021  sowie  des  Bezirksgerichts  Dietikon  vom  30. März  2021 

ausgesprochenen Geld- bzw. Freiheitsstrafen mit Wirkung ab heute um ein Jahr zu 

verlängern.

VII.  Kosten- und Entschädigungsfolgen:

1.

Das  Berufungsverfahren  brachte  nur  eine  unmassgebliche  Änderung  des 

Urteils der Vorinstanz. Der beschuldigten Person dürfen nach der Rechtsprechung 

trotz eines Teilfreispruchs dann die gesamten Verfahrenskosten auferlegt werden, 

wenn die ihr zur Last gelegten Handlungen in einem engen und direkten Zusam-

menhang  stehen  und  alle  Untersuchungshandlungen  hinsichtlich  jeden  Anklage-

punkts notwendig waren. Dabei sind nicht die rechtliche Würdigung und die Anzahl 

der angeklagten Tatbestände massgebend, sondern die zur Anklage gebrachten 

Lebenssachverhalte. Bei einem einheitlichen Sachverhaltskomplex ist vom Grund-

satz  der  vollständigen  Kostenauflage  nur  abzuweichen,  wenn  die  Strafuntersu-

chung im freisprechenden Punkt zu Mehrkosten geführt hat (Urteile 6B_794/2024 

vom  8.  Januar  2025  E.  2.4.2;  6B_1145/2022  vom  13.  Oktober  2023  E.  3.2.2; 

6B_491/2023  vom  7.  August  2023  E.  3.3  mit  weiteren  Hinweisen).  Wie  die 

Vorinstanz bereits bezüglich der erstinstanzlich in einem Freispruch resultierenden 

Vorwürfe  festhielt,  führte  auch  der  Anklagesachverhalt  Lemma 2  gegenüber  den 

anderen Vorwürfen nicht zu einem relevantem Mehraufwand, zumal insbesondere 

die Durchsuchung und Auswertung der Mobiltelefondaten im Hinblick auf sämtliche 

der eingeklagten Vorwürfe notwendig waren. Das erstinstanzliche Kostendispositiv 

(Ziffer 10) ist somit vorbehaltlos zu bestätigen (vgl. Art. 426 StPO).

-   25   -

2.

2.1. Die  Kosten  des  zweitinstanzlichen  Verfahrens  haben  die  Parteien  nach 

Massgabe  ihres  Obsiegens  und  Unterliegens  zu  tragen  (Art. 428  Abs. 1  StPO). 

Inwiefern  eine  Partei  im  Sinne  dieser  Bestimmung  obsiegt  oder  unterliegt,  hängt 

davon  ab,  in  welchem  Ausmass  ihre  im  Berufungsverfahren  gestellten  Anträge 

gutgeheissen werden (Urteil 6B_1025/2014 vom 9. Februar 2015, E. 2.4.1.). 

2.2. Die  Entscheidgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  auf  Fr. 3'600.–  zu 

veranschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 

lit. b GebV OG).

2.3. Der  Beschuldigte  vermag  sich  in  zweiter  Instanz  mit  seinem  Antrag  auf 

Freispruch  bezüglich  eines  von  acht  Sachverhalten  durchzusetzen,  während  er 

keine  Änderung  seiner  Strafe  zu  erwirken  vermag.  Es  handelt  sich  um  eine 

unwesentliche Änderung des angefochtenen Entscheids (vgl. Art. 428 Abs. 2 lit. b 

StPO),  weshalb  es  sich  rechtfertigt,  die  Kosten  des  Berufungsverfahrens 

vollumfänglich dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

-   26   -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung 

- Einzelgericht, vom 10. Januar 2025 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

"Es wird erkannt:

(…)

Der Beschuldigte ist nicht schuldig und wird freigesprochen von den Vorwürfen

der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. c BetmG betreffend das 13. Lemma des Anklagesachverhaltes,

der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG betreffend das 3. und 11. Lemma des Ankla-

gesachverhaltes sowie

der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG betreffend das 10. und 12. Lemma des Ankla-

gesachverhaltes.







(…)

(…)

Von einem Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 

15. März 2021 bedingt ausgefällten Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 30.– 

unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren wird abgesehen.

(…) 

(…)

Die nachfolgenden, polizeilich sichergestellten Gegenstände (Polis-Geschäfts-

Nr. 83610600) werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes 

Verlangen herausgegeben:









Mobiltelefon (Asservat-Nr. A017'093'297)

Sim-Karte (Asservat-Nr. A017'452'652)

Mobiltelefon Samsung (Asservat-Nr. A017'093'333)

zwei Beutel Natron à 100 g (Asservat-Nr. A017'093'311).

-   27   -

Verlangt der Beschuldigte nicht innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids 

die Herausgabe dieser Gegenstände, werden sie der Lagerbehörde zur gutschei-

nenden Verwendung bzw. Vernichtung überlassen.

9.

Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

1'500.00 ; die weiteren Auslagen betragen:

1'600.00   Gebühr für das Vorverfahren;

300.00   Auslagen des ZMG Zürich, Geschäfts-Nr. GT230032-L.

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

10.

(…)

11.

(Mitteilungen)

12.

(Rechtsmittel)"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig







der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG betreffend das 7. Lemma des Anklagesach-

verhaltes,

der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG betreffend das 1., 5., 8. und 

9. Lemma des Anklagesachverhaltes sowie

der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG betreffend das 4. und 6. Lemma 

des Anklagesachverhaltes.

2.

Der Beschuldigte wird zudem freigesprochen vom Vorwurf der Widerhand-

lung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g 

BetmG betreffend das 2. Lemma des Anklagesachverhaltes.

-   28   -

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 110.– als Zusatzstrafe zu der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Zürich-Sihl vom 24. Januar 2023 unbedingt ausgefällten Geldstrafe von 

4.

5.

30 Tagessätzen zu Fr. 110.–. 

Die Geldstrafe wird vollzogen.

Die mit Urteil der Untersuchungsrichter-/Auditorenregion 2 vom 12. Februar 

2021 für die bedingt ausgefällte Geldstrafe von 18 Tagessätzen zu Fr. 140.– 

angesetzte Probezeit von 2 Jahren wird mit Wirkung ab heute um 1 Jahr 

verlängert. 

6.

Die mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 30. März 2021 für die be-

dingt ausgefällte Freiheitsstrafe von 7 Monaten angesetzte Probezeit von 

2 Jahren wird mit Wirkung ab heute um 1 Jahr verlängert.

7.

8.

9.

Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 10) wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'600.–.

Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an





die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben)

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an





die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an







die Vorinstanz

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und Formular B

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, in die Untersuchungsakten 
Nr. …;

-   29   -





den Untersuchungsrichter/Auditorenregion 2 betr. Aktennummer …;

das Bezirksgericht Dietikon betr. Geschäfts-Nr. GG210006-M.

11. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 26. Juni 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. Ch. Prinz

MLaw W. Dharshing