# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aa4a0936-c65f-5bb7-9747-df793a723709
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-04-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.04.2017 A-882/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-882-2016_2017-04-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Verfahren vor dem BGer mit Urteil  

vom 13.11.2018 abgeschrieben 

(2C_454/2017) 

 
 
    
 

  

  

 

 Abteilung I 

A-882/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  A p r i l  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Salome Zimmermann (Vorsitz), 

Richter Jürg Steiger, Richter Daniel Riedo,    

Gerichtsschreiberin Kathrin Abegglen Zogg. 
 

 
 

Parteien 
 X._______ GmbH, …, 

vertreten durch lic. iur. Joachim Lerf, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Zollkreisdirektion Schaffhausen,  

Bahnhofstrasse 62, 8201 Schaffhausen,   

handelnd durch die Oberzolldirektion (OZD),  

Hauptabteilung Verfahren und Betrieb,  

Monbijoustrasse 40, 3003 Bern,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Tabaksteuer, Änderung der TStV vom 29. April 2015. 

 

 

 

A-882/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die X._______ GmbH (nachfolgend: Zollpflichtige) bezweckt u.a. den Im-

port und Export von Tabakwaren. Am 6. August 2015 meldete die Zollagen-

tur A._______ der Zollstelle B._______ im EDV-Verfahren «e-dec» eine 

aus dem Zollfreilager entnommene, für die Zollpflichtige bestimmte Sen-

dung zur definitiven Veranlagung an. Gegenstand dieser Einfuhrzollanmel-

dung bildeten 960 kg Wasserpfeifentabak der Herstellerin "Al Fakher".  

B.  

Mit Veranlagungsverfügung Nr. (…) vom 12. August 2015 erhob die Zoll-

stelle für die Einfuhr der 960 kg Wasserpfeifentabak (neben der Zollab-

gabe) Tabaksteuern in der Höhe von Fr. 76‘800.--, SOTA-Gebühren von 

Fr. 1‘660.80 und eine Abgabe für den Tabakpräventionsfonds von 

Fr. 1‘660.80 sowie – mit separater Verfügung – Einfuhrsteuern (MWST) in 

der Höhe von Fr. 7‘543.75. 

C.  

Eine gegen die Veranlagungsverfügungen erhobene Beschwerde vom 

7. Oktober 2015, mit welcher die Zollpflichtige im Wesentlichen die Veran-

lagung auf Basis des bis zum 30. April 2015 gültig gewesenen Tabaksteu-

ertarifs von 12% des Kleinhandelspreises sowie die entsprechende Anpas-

sung der Mehrwertsteuerveranlagung verlangte, wies die Zollkreisdirektion 

Schaffhausen am 12. Januar 2016 vollumfänglich ab, soweit sie auf die 

Beschwerde eintrat.  

D.  

Dagegen gelangte die Zollpflichtige (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit 

Beschwerde vom 11. Februar 2016 an das Bundesverwaltungsgericht. Sie 

stellt die folgenden materiellen Anträge: 

1. Die Beschwerde sei gutzuheissen. 

2. Der Beschwerdeentscheid der Zollkreisdirektion vom 12. Januar 2016 

sei aufzuheben; 

3. Es sei für die Verzollung der 960 kg Wasserpfeifentabak als Bemes-

sungsgrundlage der bis Ende April 2015 geltende Tarif, d.h. 12 % des 

Kleinhandelspreises, festzusetzen und es sei die Angelegenheit an die 

Vorinstanz zwecks Erlass einer neuen Veranlagungsverfügung auf der 

Basis dieses Satzes zurückzuweisen; 

A-882/2016 

Seite 3 

4. Es sei festzustellen, dass die Änderung der Tabaksteuerverordnung, 

publiziert im Zirkular Nr. 421.1-1/15.001 am 29. April 2015, mit Inkraft-

treten am 1. Mai 2015 (AS 2015 1249) gesetzeswidrig und mithin un-

rechtmässig ist. Es sei festzustellen, dass die Änderung der Tabaksteu-

erverordnung nicht als Bemessungsgrundlage für die Verzollung der 

960 kg Wasserpfeifentabak Anwendung findet. Die Veranlagungsverfü-

gung Zoll vom 12. August 2015 (Bordereau Nr. […]) ist entsprechend 

aufzuheben; 

5. Die Änderung der Tabaksteuerverordnung, publiziert im Zirkular 

Nr. 421.1-1/15.001 (AS 2015 1249) mit Inkrafttreten am 1. Mai 2015, 

sei aufzuheben; 

6. Eventualiter sei die Änderung der Tabaksteuerverordnung, publiziert im 

Zirkular Nr. 421.1-1/15.001 vom 29. April 2015, mit Inkrafttreten am 

1. Mai 2015 (AS 2015 1249), nach einer Ankündigungsfrist von min-

destens 12 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids in 

Kraft zu setzen; 

7. Es sei der Beschwerdeführerin zu erlauben, das gesamte am 30. April 

2015 im Freilager (…), gelagerte Warenlager im Umfang von (…) kg 

Wasserpfeifentabak zum Tabaksteuersatz, welcher bis Ende April 2015 

in Kraft war, d.h. zu 12% des Kleinhandelspreises, zu importieren; 

8. Subeventualiter sei die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen zur 

Sachverhaltsabklärung betreffend der am 30. April 2015 auf den Na-

men der Beschwerdeführerin lautenden Warenlager sowie die zu die-

sem Zeitpunkt bestellten und sich auf dem Transport in die Schweiz 

befindlichen Waren sowie zwecks Änderung der Tabaksteuerverord-

nung, publiziert im Zirkular Nr. 421.1-1/15.001 vom 29. April 2015  

(AS 2015 1249) zurückzuweisen; 

9. Es sei die Mehrwertsteuerabrechnung im Sinne der Erwägungen anzu-

passen;  

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich Mehrwert-

steuer, zu Lasten der Vorinstanz. 

Weiter stellte die Beschwerdeführerin ein Gesuch um Erlass vorsorglicher 

Massnahmen und beantragte, ihr sei Einsicht in die Akten der Eidgenössi-

schen Zollverwaltung, die im Rahmen der Vorbereitung der Änderung der 

Tabaksteuerverordnung erstellt worden seien, zu gewähren. 

A-882/2016 

Seite 4 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 22. März 2016 wies die Instruktionsrichterin 

das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen ab, soweit sie darauf 

eintrat. 

F.  

Am 21. April 2016 hiess die Instruktionsrichterin das Akteneinsichtsgesuch 

der Beschwerdeführerin teilweise gut und gewährte Akteneinsicht in die 

von der Vorinstanz eingereichten Materialien betreffend die Änderung der 

Tabaksteuerverordnung vom 29. April 2015, mit Ausnahme der Akten des 

Mitberichtsverfahrens. 

In ihrer Stellungnahme vom 13. Juli 2016 äusserte sich die Beschwerde-

führerin zu den beigezogenen Akten und vervollständigte entsprechend 

ihre Beschwerdebegründung. Dabei hielt sie ausdrücklich auch an ihren 

Beschwerdeanträgen fest.  

G.  

Mit Vernehmlassung vom 6. September 2016 beantragt die OZD die voll-

umfängliche Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. 

H.  

Innert erstreckter Frist reichte die Beschwerdeführerin am 14. November 

2016 eine Replik ein, mit der sie vollumfänglich an ihren bisherigen Anträ-

gen und Ausführungen festhält. 

I.  

Mit Duplik vom 11. Januar 2017 schliesst die OZD erneut auf Abweisung 

der Beschwerde unter Kostenfolge. 

J.  

Auf die detaillierten Vorbringen der Parteien wird – soweit sie für den Ent-

scheid wesentlich sind – in den Erwägungen näher eingegangen. 

 

  

A-882/2016 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Beschwerdeentscheide der Zollkreisdirektionen sind gemäss Art. 31 in 

Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG grundsätzlich beim Bundesverwaltungs-

gericht anfechtbar (statt vieler: Urteil des BVGer A-5689/2015 vom 15. Ja-

nuar 2016 E. 1.1). Im Verfahren vor dieser Instanz wird die Zollverwaltung 

durch die OZD vertreten (Art. 116 Abs. 2 des Zollgesetzes vom 18. März 

2005 [ZG; SR 631.0]). Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, ist 

nicht gegeben (Art. 32 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht ist somit für 

die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Soweit das VGG 

nichts anderes bestimmt, richtet sich das Verfahren nach dem VwVG 

(Art. 37 VGG). Die Beschwerdeführerin ist zur Beschwerdeführung berech-

tigt (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht (Art. 50 und 52 VwVG) 

eingereichte Beschwerde ist – unter Vorbehalt der Einschränkungen ge-

mäss E. 1.2 – einzutreten. 

1.2  

1.2.1 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 

bildet einzig der vorinstanzliche Entscheid; dieser ersetzt allfällige voran-

gegangene Verfügungen (sog. Devolutiveffekt; BGE 134 II 142 E. 1.4; statt 

vieler: Urteil des BVGer A-2893/2016 vom 19. Oktober 2016 E. 1.2;  

MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-

gericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.7). Soweit die Beschwerdeführerin neben der 

Aufhebung des vorinstanzlichen Beschwerdeentscheids zudem die Aufhe-

bung der Veranlagungsverfügung vom 12. August 2015 verlangt (vgl. An-

trag Ziff. 4), ist auf die Beschwerde somit formell nicht einzutreten.  

1.2.2 Streitgegenstand eines Beschwerdeverfahrens kann nur sein, was 

Gegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens war oder richtigerweise hätte 

sein sollen. Fragen, über welche die Vorinstanz im angefochtenen Ent-

scheid nicht entschieden hat, darf das Bundesverwaltungsgericht im Be-

schwerdeverfahren nicht beurteilen, da sonst in die funktionelle Zuständig-

keit der Vorinstanz eingegriffen würde. Auf einen Antrag, der über das hin-

ausgeht, was von der Vorinstanz entschieden wurde, oder der mit dem Ge-

genstand des angefochtenen Entscheids nichts zu tun hat, ist demnach 

nicht einzutreten (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.208).  

Die Beschwerdeführerin stellt vorliegend auch einen Antrag betreffend den 

Gesamtbestand von (…) kg Wasserpfeifentabak, der sich per 30. April 

2015 im Zollfreilager der Beschwerdeführerin befand (Antrag Ziff. 7). Sie 

A-882/2016 

Seite 6 

will damit eine Frage zum Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens ma-

chen, die nicht Regelungsgegenstand des angefochtenen Entscheids war. 

Zwar hat die Beschwerdeführerin bereits im vorinstanzlichen Verfahren  

einen gleich lautenden Antrag gestellt. Die Vorinstanz ist jedoch zu Recht 

nicht darauf eingetreten, zumal der Veranlagungsverfügung vom 12. Au-

gust 2015 lediglich eine Einfuhr von 960 kg Wasserpfeifentabak zugrunde 

lag. Mit dem Antrag Ziff. 7 versucht die Beschwerdeführerin den Streitge-

genstand in unzulässiger Weise auszudehnen. Darauf ist nicht einzutreten.  

1.2.3 Das Bundesverwaltungsgericht kann eine Verordnungsbestimmung 

des Bundesrates auf Beschwerde hin vorfrageweise auf ihre Gesetz- und 

Verfassungsmässigkeit prüfen (sog. konkrete Normenkontrolle). Die vor-

frageweise Feststellung einer Gesetz- oder Verfassungswidrigkeit führt 

nicht zur Aufhebung der Verordnung, sondern zur Nichtanwendung der ent-

sprechenden Bestimmung und zur Aufhebung der darauf gestützten Verfü-

gung (statt vieler: BGE 107 Ib 243 E. 4b in fine, Urteil des BGer 

2C_423/2014 vom 30. Juli 2015 E. 2.3.2; Urteil des BVGer A-5971/2012 

vom 9. Juli 2013 E. 1.4.2).  

Nach dem Dargelegten ist auf den Antrag Ziff. 5, worin die Aufhebung der 

per 1. Mai 2015 in Kraft gesetzten Änderung der Tabaksteuerverordnung 

verlangt wird, nicht einzutreten. In diesem Zusammenhang kommt auch 

dem Antrag Ziff. 4, wonach festzustellen sei, dass die am 1. Mai 2015 in 

Kraft getretene Änderung der Tabaksteuerverordnung gesetzeswidrig und 

nicht als Bemessungsgrundlage für die hier strittige Einfuhr anwendbar sei, 

keine eigenständige, d.h. über die konkrete Normenkontrolle hinausge-

hende, Bedeutung zu.  

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid 

grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Neben der Verletzung von 

Bundesrecht und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts kann auch die Rüge der Unangemessen-

heit erhoben werden (Art. 49 VwVG). 

2.  

2.1 Nach dem in Art. 5 Abs. 1 BV statuierten Grundsatz der Gesetzmässig-

keit bedarf jedes staatliche Handeln einer gesetzlichen Grundlage (sog. 

Legalitätsprinzip).  

2.1.1 Inhaltlich umfasst das Legalitätsprinzip einerseits das «Erfordernis 

des Rechtssatzes» und andererseits das «Erfordernis der Gesetzesform». 

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Seite 7 

Nach dem «Erfordernis des Rechtssatzes» hat staatliches Handeln auf ei-

nem Rechtssatz (generell-abstrakter Struktur) von genügender Normstufe 

und genügender Bestimmtheit zu beruhen (TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, 

Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 19 Rz. 2; HÄFELIN/MÜL-

LER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, Rz. 338 ff.). 

Das «Erfordernis der Gesetzesform» bedeutet, dass alle wichtigen recht-

setzenden Bestimmungen in einem Bundesgesetz («Gesetz im formellen 

Sinn», das als solches vom Parlament im Verfahren der Gesetzgebung er-

lassen worden ist und dem fakultativen Referendum untersteht) enthalten 

sein müssen (Art. 164 Abs. 1 BV; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., 

Rz. 350 ff.; zum Ganzen: BVGE 2014/8 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen).  

2.1.2 Im Steuerrecht wird das Legalitätsprinzip besonders streng gehand-

habt und es kommt ihm in diesem Bereich allgemein eine herausragende 

Bedeutung zu (vgl. 139 II 460 E. 2.1, BGE 131 II 562 E. 3.1, 3.4, mit Hin-

weisen). Bereits auf Verfassungsebene ist festgehalten, dass die Ausge-

staltung der Steuern, namentlich der Kreis der Steuerpflichtigen, der Ge-

genstand der Steuer und deren Bemessung in den Grundzügen im Gesetz 

selbst zu regeln ist (Art. 127 Abs. 1 BV), wobei mit dem Begriff «Gesetz» 

ein Gesetz im formellen Sinn gemeint ist (vgl. BGE 136 I 142 E. 3.1). Dem-

zufolge ist insbesondere auch für die Bestimmung der Steuersubjekte und 

Steuerobjekte auf deren im jeweiligen massgebenden Gesetz festgehal-

tene Definition abzustellen (zum Ganzen: BVGE 2014/8 E. 2.1.3, 

BVGE 2007/41 E. 4.1, je mit Hinweisen; MICHAEL BEUSCH, Der Untergang 

der Steuerforderung, 2012, S. 19 ff.). 

2.2 Eine Gesetzesdelegation liegt vor, wenn der Gesetzgeber eigene 

Rechtsetzungskompetenzen auf den Verordnungsgeber überträgt. Der Ge-

setzgeber ermächtigt damit im formellen Gesetz die Exekutive zum Erlass 

von gesetzesvertretenden Verordnungen. Die Gesetzesdelegation gilt als 

zulässig, wenn sie (1) nicht durch die Verfassung ausgeschlossen ist, (2) in 

einem Gesetz im formellen Sinn enthalten ist, (3) sich auf ein bestimmtes, 

genau umschriebenes Sachgebiet beschränkt und (4) die Grundzüge der 

delegierten Materie, das heisst die wichtigen Regelungen, im delegieren-

den Gesetz selbst enthalten sind (Art. 164 Abs. 1 und 2 BV; BGE 137 II 

409 E. 6.4, 130 I 26 E. 5.1, 128 I 113 E. 3c; Urteil des BVGer A-3874/2014 

vom 21. Oktober 2015 E. 2.3 mit weiteren Hinweisen [zur Publikation vor-

gesehen]).  

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Seite 8 

2.3 Im Rahmen der konkreten Normenkontrolle prüft das Bundesverwal-

tungsgericht auf Beschwerde hin vorfrageweise Verordnungen des Bun-

desrates auf ihre Rechtmässigkeit. Bei unselbständigen Verordnungen, die 

sich auf eine gesetzliche Delegation stützen, prüft das Bundesverwaltungs-

gericht vorab deren Gesetzmässigkeit. Dabei ist zu untersuchen, ob sich 

der Bundesrat an die Grenzen der ihm im Gesetz eingeräumten Befugnisse 

gehalten hat. Soweit das Gesetz den Bundesrat nicht ermächtigt, von der 

Verfassung abzuweichen bzw. seine Regelung nicht lediglich eine bereits 

im Gesetzesrecht angelegte Verfassungswidrigkeit übernimmt, ist auch die 

Verfassungsmässigkeit zu prüfen (statt vieler: BGE 141 II 169 E. 3.4, 139 

II 460 E. 2.3; Urteil des BVGer A-3874/2014 vom 21. Oktober 2015 E. 2.3). 

Wird dem Bundesrat durch die gesetzliche Delegation ein weiter Ermes-

sensspielraum für die Regelung auf Verordnungsebene eingeräumt, ist die-

ser Spielraum nach Art. 190 BV für das Bundesverwaltungsgericht verbind-

lich. Es darf in diesem Fall nicht sein Ermessen an die Stelle desjenigen 

des Bundesrates setzen. Die Kontrolle hat sich darauf zu beschränken, ob 

die vom Bundesrat getroffene Regelung den Rahmen der im Gesetz dele-

gierten Kompetenzen offensichtlich sprengt oder aus anderen Gründen ge-

setz- oder verfassungswidrig ist. Dabei kann es namentlich prüfen, ob sich 

eine Verordnungsbestimmung auf ernsthafte Gründe stützt oder Art. 9 BV 

widerspricht, weil sie sinn- oder zwecklos ist, rechtliche Unterscheidungen 

trifft, für die ein vernünftiger Grund in den tatsächlichen Verhältnissen fehlt, 

oder Unterscheidungen unterlässt, die richtigerweise hätten getroffen wer-

den sollen. Für die Zweckmässigkeit der angeordneten Massnahme trägt 

der Bundesrat die Verantwortung; es ist nicht Aufgabe des Gerichts, sich 

zu deren wirtschaftlicher oder politischer Sachgerechtigkeit zu äussern 

(BGE 140 II 194 E. 5.8, 136 II 337 E. 5.1; BVGE 2014/8 E. 2.4).  

2.4 Die Konkretisierung einer Norm erfolgt durch Auslegung. Die Ausle-

gung dient dazu, den wahren Sinngehalt eines im Gesetz selbst enthalte-

nen Begriffs zu ergründen oder zu überprüfen, ob eine (auszulegende bzw. 

ausgelegte) Verordnungsbestimmung durch die ausgelegte Gesetzesbe-

stimmung (noch) abgedeckt ist (MICHAEL BEUSCH, in: Kommentar zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, 

2015, Auslegung Rz. 6; [vgl. zur Auslegung im Rahmen einer konkreten 

Normenkontrolle]: Urteil des BGer 2C_422/2014 vom 18. Juli 2015 E. 4).  

Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der Bestimmung. Ist 

der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Interpretationen möglich, so 

muss nach der wahren Tragweite der Bestimmung gesucht werden, und 

A-882/2016 

Seite 9 

zwar unter Hinzuziehung aller Auslegungselemente («Methodenpluralis-

mus»; BGE 140 IV 118 E. 3.3, 138 II 217 E. 4.1, 138 II 440 E. 13; statt 

vieler: BVGE 2014/3 E. 2.4.1). Zu berücksichtigen sind namentlich die Ent-

stehungsgeschichte der Norm, der Zusammenhang, in dem sie mit ande-

ren Gesetzesbestimmungen steht, sowie ihr Sinn und Zweck. Die Geset-

zesmaterialien sind zwar nicht unmittelbar entscheidend, dienen aber im 

Rahmen der historischen Auslegung als Hilfsmittel, den Sinn der Norm zu 

erkennen. Namentlich bei neueren Texten kommt den Materialien eine be-

sondere Stellung zu, weil noch keine veränderten Umstände oder ein ge-

wandeltes Rechtsverständnis bestehen, die eine andere Lösung nahele-

gen würden (BGE 136 II 149 E. 3, 128 I 288 E. 2.4; BVGE 2014/8 E. 3.3, 

Urteil des BVGer A-6175/2013 vom 12. Februar 2015 E. 3.3.1).  

3.  

3.1 Der Bund erhebt eine Steuer auf Tabakfabrikaten sowie auf Erzeugnis-

sen, die wie Tabak verwendet werden (Art. 1 Abs. 1 Tabaksteuergesetz 

vom 21. März 1969 [TStG, SR 641.31]). Der Steuer unterliegen neben den 

im Inland gewerbsmässig hergestellten, verbrauchsfertigen Tabakfabrika-

ten u.a. auch die eingeführten Tabakfabrikate (Art. 4 Abs. 1 Bst. a TStG). 

Steuerpflichtig für die eingeführten Fabrikate sind die Zollschuldner (Art. 6 

Bst. b TStG).  

3.2 Gemäss Art. 1 Abs. 2 TStG hat der Bundesrat, die im Gesetz verwen-

deten Begriffe Tabakfabrikate und Ersatzprodukte in der Tabaksteuerver-

ordnung näher festzulegen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in 

Art. 2 der Tabaksteuerverordnung vom 14. Oktober 2009 (TStV, 

SR 641.311) Gebrauch gemacht. Art. 2 TStV hat – soweit hier von Rele-

vanz – folgenden Wortlaut: 

1° Als Tabakfabrikate gelten die Erzeugnisse, die unter den Zolltarifnummern 

2402.1000/9000, 2403.1100/1900, 2403.9910 und 2403.9990 aufgeführt sind. 

2° Als Zigarren gelten (…) 

3° Als Zigaretten gelten: 

a. Zigaretten im handelsüblichen Sinne, die ganz oder teilweise aus Ta-

bakeinlage bestehen und mit einer Hülle versehen sind, welche nicht 

aus natürlichen Tabakblättern hergestellt ist; 

b. zigarettenähnliche Erzeugnisse, die: 

1. in der Längsrichtung geradlinig zusammengefügt sind und ganz oder 

teilweise aus Tabakeinlage bestehen; sie weisen eine einfache oder 

A-882/2016 

Seite 10 

doppelte Hülle auf, wobei die Aussenhülle nicht aus natürlichen Tabak-

blättern hergestellt ist, oder  

2. aus Tabaksträngen oder ähnlich vorgeformten Produkten bestehen 

und durch einen einfachen nicht industriellen Vorgang in eine Zigaret-

tenhülse geschoben oder mit einem Zigarettenblättchen umhüllt wer-

den. 

4° Als Rauchtabak gelten: 

a. geschnittener oder anders zerkleinerter, gesponnener oder in Platten ge-

presster Tabak, der sich ohne weitere industrielle Bearbeitung zum Rauchen 

eignet; 

b. Zigarrenabschnitte sowie zum Einzelverkauf aufgemachte und zum Rauchen 

geeignete Tabakabfälle, die nicht unter Absatz 2 oder 3 fallen. 

5° Als Feinschnitttabak gilt Rauchtabak, wenn bei diesem: 

a. mehr als 25 Gewichtsprozent der Tabakteile eine Schnittbreite von weniger 

als 1,2 mm aufweisen; oder 

b. höchstens 25 Gewichtsprozent der Tabakteile eine Schnittbreite von weniger 

als 1,2 mm aufweisen und er als Tabak für selbstgedrehte Zigaretten verkauft 

wird oder für diesen Zweck bestimmt ist. 

Mit der Änderung der TStV vom 29. April 2015 (AS 2015 1249), in Kraft seit 

1. Mai 2015, hat der Bundesrat neu den hier beanstandeten und im Rah-

men der konkreten Normenkontrolle zu überprüfenden Absatz 6 eingefügt: 

6° Als Feinschnitttabak gilt auch Wasserpfeifentabak der Zolltarifnummer 

2403.1100. 

3.3  

3.3.1 Was die Bemessung der Tabaksteuer betrifft, hält Art. 10 Abs. 1 TStG 

folgendes fest: 

„Die Steuer wird bemessen: 

a. für Zigaretten, Zigarren und Zigarillos je Stück und in Prozenten des Kleinhan-

delspreises; 

b. für Feinschnitttabak je Kilogramm und in Prozenten des Kleinhandelspreises; 

c. für anderen Rauchtabak als Feinschnitttabak und übrige Tabakfabrikate so-

wie für Kau- und Schnupftabak in Prozenten des Kleinhandelspreises.“ 

 

A-882/2016 

Seite 11 

3.3.2 Gemäss Art. 11 Abs. 1 TStG wird die Steuer auf Tabakfabrikaten nach 

den Tarifen in den Anhängen I-IV berechnet (Art. 11 Abs. 1 TStG). Anhänge 

I und II befassen sich mit den Zigaretten, Zigarren und Zigarillos.  

Für Feinschnitttabak beträgt der Steuertarif gemäss Anhang III Fr. 38.-- je 

kg und 25 Prozent des Kleinhandelspreises, mindestens Fr. 80.-- je kg. Der 

Bundesrat ist befugt, die Steuersätze für Feinschnitttabak um 80 Prozent 

zu erhöhen (Art. 11 Abs. 2 Bst. c TStG).  

Für anderen Rauchtabak als Feinschnitttabak und übrige Tabakfabrikate  

– sowie Kau- und Schnupftabak – ist die Steuer gemäss Anhang IV in Pro-

zenten des Kleinhandelspreises zu bemessen. Der Steuertarif beträgt 12% 

des Kleinhandelspreises (Art. 11 Abs. 1 i.V.m. Anhang IV TStG [in der seit 

1. Dezember 2012 gültigen Fassung]). 

4.  

Im vorliegenden Fall ist strittig, ob der am 1. Mai 2015 in Kraft getretene 

Absatz 6 von Art. 2 TStV, der zu einer höheren Besteuerung von Wasser-

pfeifentabak führt, auf die am 12. August 2015 veranlagten 960 kg Was-

serpfeifentabak Anwendung findet. Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, 

die fragliche Bestimmung verstosse gegen übergeordnetes Recht und sei 

deshalb nicht anwendbar. Die Gesetz- und Verfassungsmässigkeit dieser 

Verordnungsbestimmung ist vorfrageweise zu prüfen. 

4.1 Art. 2 TStV, mit dem der Bundesrat die Begriffe Tabakfabrikate und Er-

satzprodukte näher definiert, stützt sich auf eine Delegationsnorm in einem 

formellen Gesetz, nämlich auf Art. 1 Abs. 2 TStG. Es handelt sich damit bei 

Art. 2 Abs. 6 TStV um eine unselbständige Verordnungsbestimmung. Folg-

lich ist zu prüfen, ob sich der Bundesrat mit dem Erlass dieses Absatzes 

an die Grenzen der ihm im Gesetz eingeräumten Befugnisse gehalten hat, 

ob die Bestimmung mit der Verfassung vereinbar ist bzw. ob eine gesetzli-

che Regelung besteht, die es dem Bundesrat erlaubt, von der Verfassung 

abzuweichen (E. 2.3). In einem ersten Schritt wird der Frage nachgegan-

gen, welches der Umfang der dem Bundesrat eingeräumten Befugnisse ist 

(E. 4.2). Dann wird dargelegt, was unter Feinschnitttabak zu verstehen ist 

(E. 4.3). Weiter wird geprüft, ob Wasserpfeifentabak unter den so bestimm-

ten Begriff des Feinschnitttabaks subsumiert werden kann (E. 4.4). 

  

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Seite 12 

4.2  

4.2.1 In Art. 1 Abs. 2 TStG räumt der Gesetzgeber dem Bundesrat die Kom-

petenz ein, die Begriffe Tabakfabrikate und Ersatzprodukte näher zu defi-

nieren, womit dem Bundesrat auf den ersten Blick ein erhebliches Ermes-

sen bei der Begriffsdefinition übertragen wird. Bei näherer Betrachtung 

ergibt sich jedoch, dass diesem Ermessen durch das Gesetz selber bereits 

Grenzen gesetzt sind: In Art. 10 TStG, der die Bemessungsgrundlagen ent-

hält, nimmt das Gesetz nämlich eine Unterteilung der Tabakprodukte in 

verschiedene Produktekategorien vor. Damit legt es selber fest, was in den 

„Tabakfabrikaten“ enthalten ist. Es unterscheidet neben Zigaretten, Zigar-

ren, Zigarillos (Art. 10 Abs. 1 Bst. a TStG) soweit hier interessierend na-

mentlich zwischen Feinschnitttabak (Art. 10 Abs. 1 Bst. b TStG), anderem 

Rauchtabak als Feinschnitttabak und übrigen Tabakfabrikaten, sowie Kau- 

und Schnupftabak (Art. 10 Abs. 1 Bst. c TStG). Diese Unterteilung über-

nehmen auch die Anhänge I bis IV, auf die Art. 11 Abs. 2 TStG für die Steu-

ertarife verweist. Damit sind die Begriffe Feinschnitttabak, anderer Rauch-

tabak als Feinschnitttabak und übrige Tabakfabrikate vom Gesetzgeber 

vorgegeben. 

4.2.2 Um eine vom Gesetz abweichende Regelung zu erlassen, müsste es 

die Delegationsnorm dem Bundesrat ausdrücklich erlauben, von der ge-

setzlichen Ordnung abzuweichen. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Dem 

Bundesrat ist es deshalb „nur“ gestattet, die Tabakfabrikate und Ersatzpro-

dukte im Einklang mit der gesetzlichen Ordnung, also auch unter Berück-

sichtigung der erwähnten im Gesetz vorgegebenen Produktekategorien, 

näher zu definieren. Ein Abweichen von der gesetzlichen Kategorisierung 

verletzt das im Steuerrecht besonders streng gehandhabte Legalitätsprin-

zip, wonach für die Bestimmung der Steuersubjekte und Steuerobjekte auf 

deren im jeweiligen massgebenden Gesetz festgehaltene Definition abzu-

stellen ist (E. 2.1.2). 

4.3 Mit dem per 1. Mai 2015 neu in Kraft getretenen Absatz 6 von Art. 2 

TStV hat der Bundesrat Wasserpfeifentabak der Zolltarifnummer 

2403.1100 dem Feinschnitttabak mittels einer Fiktion gleichgestellt: „Als 

Feinschnitttabak gilt auch Wasserpfeifentabak“. Vor der hier strittigen Ver-

ordnungsänderung vom 29. April 2015 galt gemäss Art. 2 Abs. 5 TStV als 

Feinschnitttabak ausschliesslich Rauchtabak mit einer Schnittbreite von 

weniger als 1,2 mm, sofern zusätzlich weitere Kriterien erfüllt waren 

(E. 3.2). Die Rechtmässigkeit der Fiktion hängt davon ab, was mit dem im 

Gesetz verwendeten Begriff Feinschnitttabak gemeint ist und namentlich 

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Seite 13 

ob Wasserpfeifentabak darunter verstanden werden kann. Der Sinngehalt 

des Begriffs Feinschnitttabak ist durch Auslegung zu ermitteln (E. 2.4). 

4.3.1 Die Interpretation des Wortlauts führt neben dem Erfordernis, dass 

es sich um zerkleinerten – geschnittenen – Tabak handeln muss, für die 

vorliegende Fragestellung zu keinem nennenswerten Erkenntnisgewinn.  

4.3.2 Es sind weiter die gesetzgeberischen Absichten näher zu ergründen 

(teleologisches Auslegungselement). Der Begriff Feinschnitttabak und da-

mit auch die Unterteilung der Tabakfabrikate in die übrigen vorgenannten 

Produktekategorien wurde mit der Änderung des Tabaksteuergesetzes 

vom 19. Dezember 2008 (in Kraft seit 1. Januar 2010) ins Gesetz aufge-

nommen (AS 2009 5561). Zu den Hauptzielen jener Gesetzesrevision ge-

hörte u.a. die Vereinfachung der Steuerstrukturen für alle anderen Tabak-

fabrikate als Zigaretten und nebenbei eine Angleichung an das europäi-

sche Recht, also die Herbeiführung von EU-Kompatibilität. Aus gesund-

heitspolitischen Gründen sollte die Steuer auf Zigaretten und Zigarillos 

leicht und auf Feinschnitttabak markant erhöht werden. Mit der markanten 

Steuererhöhung auf Feinschnitttabak war beabsichtigt, das zunehmende 

Selberdrehen von Zigaretten einzudämmen (vgl. Botschaft vom 21. De-

zember 2007 zur Änderung des Tabaksteuergesetzes [BBl 2008 533, 

538]). Ziel war es, die Besteuerung von Feinschnitttabak, weil dieser zum 

Selberdrehen, d.h. zur Herstellung von Zigaretten verwendet wird, der Be-

steuerungsstruktur von (Fabrik)-Zigaretten anzupassen. Dabei sollte die 

Steuer auf Feinschnitttabak zunächst auf das Mindestniveau der „Europä-

ischen Gemeinschaft“ (oder EU) angehoben und anschliessend jeweils 

proportional zu den Steuererhöhungen auf Zigaretten erhöht werden (BBl 

2008 533, 547). Mit Blick auf die gesetzgeberischen Absichten handelt es 

sich bei Feinschnitttabak also primär um Tabak, der zum Selberdrehen von 

Zigaretten verwendet wird. 

4.3.3 Aus dem systematischen Auslegungselement ergibt sich zunächst, 

dass es sich bei Feinschnitttabak um eine besondere Form von Rauchta-

bak handelt (vgl. Art. 10 Abs. 1 Bst. c TStG, der die Formulierung enthält 

«anderer Rauchtabak als Feinschnitttabak»). Was die zollrechtliche Be-

handlung von Feinschnitttabak betrifft, ist vorab festzuhalten, dass dieser 

Begriff im Schweizerischen Gebrauchstarif (www.tares.ch) nicht ausdrück-

lich verwendet wird. Zolltariftechnisch handelt es sich bei Feinschnitttabak 

aber um „Rauchtabak, auch mit beliebigem Gehalt an Tabakersatzstoffen, 

z.B. geschnittener Tabak zur Verwendung in Pfeifen oder zur Herstellung 

von Zigaretten“ (vgl. Erläuterungen zum Schweizerischen Gebrauchstarif), 

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Seite 14 

der zur Zolltarifnummer 2403 (Übertitel: Anderer Tabak und andere Taba-

kersatzstoffe, verarbeitet; homogenisierter oder rekonstituierter Tabak; Ta-

bakextrakte und Tabaklaugen) gehört. Zwar ist Wasserpfeifentabak eben-

falls der Tarif-Nr. 2403 zugeordnet; ihm ist aber eine eigene Unternummer 

zugewiesen (2403.1100). Dem Schweizerischen Gebrauchstarif lässt sich 

folgende Definition von Wasserpfeifentabak entnehmen: „Als «Wasserpfei-

fentabak» im Sinne der Nr. 2403.11 gilt Tabak, der dazu bestimmt ist, in 

einer Wasserpfeife geraucht zu werden und der aus einer Mischung von 

Tabak und Glyzerin besteht. Er kann auch aromatische Öle und Auszüge 

sowie Melassen oder Zucker enthalten. Er kann auch mit Früchten aroma-

tisiert sein. Erzeugnisse für Wasserpfeifen, die keinen Tabak enthalten, 

sind jedoch von dieser Nummer ausgeschlossen“. Zolltariftechnisch han-

delt es sich demnach bei Feinschnitttabak und Wasserpfeifentabak um un-

terschiedliche Produkte. 

4.3.4 Unter Berücksichtigung des vom Gesetzgeber mit der Einführung der 

Produktkategorie Feinschnitttabak angestrebten Sinn und Zwecks sowie 

der weiteren Auslegungselemente umfasst der Begriff Feinschnitttabak so-

mit zerkleinerten Rauchtabak, der zur Herstellung von Zigaretten geeignet 

ist oder primär dem Selberdrehen von Zigaretten dient. Im Rahmen seiner 

Kompetenz, den Begriff Feinschnitttabak näher zu definieren, kann der 

Bundesrat nun festlegen, wie ein Tabak beschaffen sein muss, um diesen 

vom Gesetzgeber vorgegebenen Sinngehalt zu erfüllen. Bei der näheren 

Definition von Feinschnitttabak und dessen Abgrenzung zu den übrigen 

Produktekategorien von Tabakfabrikaten hat der Bundesrat sodann der in 

E. 4.3.2 erwähnten, vom Gesetzgeber angestrebten Angleichung an das 

europäische Recht angemessen Rechnung zu tragen.  

4.4 Damit ist zu prüfen, ob die bundesrätliche Definition von Feinschnittta-

bak („Als Feinschnitttabak gilt auch Wasserpfeifentabak“) durch den so er-

mittelten Sinngehalt abgedeckt ist.  

4.4.1 Die in Art. 2 Abs. 5 TStV enthaltene Begriffsdefinition von Feinschnitt-

tabak als Rauchtabak mit einer Schnittbreite von max. 1,2 mm steht mit 

dem Gesetzeswortlaut und den gesetzgeberischen Absichten ohne weite-

res im Einklang. Eine vergleichbare Regelung findet sich sodann in der Eu-

ropäischen Union (BBl 2008 533, 540; vgl. Richtlinie 95/59/EG des Rates 

vom 27. November 1995 über die anderen Verbrauchsteuern auf Tabak-

waren als die Umsatzsteuer [ABl. L 291 vom 6.12.1995, S. 42]). 

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Seite 15 

4.4.2 Wasserpfeifentabak und Feinschnitttabak unterscheiden sich in Be-

schaffenheit und Verwendungsart grundlegend: Wasserpfeifentabak hat 

die Konsistenz einer feuchten, klebrigen Masse. Er besteht aus einer Mi-

schung aus Tabak, Melasse, Glycerin und Aromastoffen. Diese feuchte Ta-

bakmischung wird in eine perforierte Aluminiumfolie gewickelt, auf welche 

dann eine glühende Kohle gelegt wird. Der Tabak wird weder angezündet 

noch verbrannt, sondern durch die Wärme der Kohle gedünstet, so dass 

sich aus der vorhandenen Feuchtigkeit Tabakdampf bildet. Dieser wird 

dann vom Konsumenten bzw. der Konsumentin mithilfe der Wasserpfeife 

inhaliert (vgl. Urteil BVGer A-3123/2011 vom 9. Juli 2013 E. 6.2.1). Im Ge-

gensatz zum Wasserpfeifentabak ist Feinschnitttabak, der primär zum Sel-

berdrehen von Zigaretten verwendet wird, trocken und kann in eine Hülle 

eingewickelt oder eingebracht werden. Der Tabak wird dann angezündet 

und verbrennt; Es entsteht Tabakrauch, der inhaliert wird. Der Konsum von 

selber gedrehten Zigaretten unterscheidet sich nicht vom Konsum indust-

riell gefertigter Zigaretten. 

Ausser der Tatsache also, dass Wasserpfeifentabak geschnittenen Tabak 

enthält (was ihn erst als Tabakfabrikat qualifiziert) und dass dessen Kon-

sum gesundheitsgefährdend ist (was generell für alle Tabakfabrikate gilt), 

hat der Wasserpfeifentabak somit mit Feinschnitttabak unter den hier we-

sentlichen Gesichtspunkten nichts gemeinsam. Aufgrund seiner völlig un-

terschiedlichen Beschaffenheit und Verwendungsart kann Wasserpfeifen-

tabak somit nicht unter die Produktkategorie Feinschnitttabak subsumiert 

werden. Mit der Gleichsetzung von Wasserpfeifentabak und Feinschnittta-

bak in der per 1. Mai 2015 neu eingeführten Bestimmung von Art. 2 Abs. 6 

TStV missachtet der Bundesrat den im TStG durch die Produktekategorien 

vorgegebenen Rahmen klar.  

4.4.3 Damit hat der Bundesrat mit dem Erlass von Art. 2 Abs. 6 TStV sein 

Ermessen zur näheren Definition von Tabakfabrikaten überschritten und 

gegen das abgaberechtliche Legalitätsprinzip verstossen, weshalb sich 

Art. 2 Abs. 6 TStV im vorliegenden Anwendungsakt als gesetzes- und ver-

fassungswidrig erweist. 

4.5  

4.5.1 Nicht gefolgt werden kann in diesem Zusammenhang der von der 

OZD in der Vernehmlassung vertretenen Ansicht, wonach die Unterschei-

dung zwischen Ermessen und unbestimmtem Rechtsbegriff, beides 

sog. offene Normen, entscheidend sei. Vorliegend geht es nicht um die 

Frage, ob die Zollkreisdirektion den Wasserpfeifentabak im Einklang mit 

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Seite 16 

dem geltenden Recht veranlagt hat, also die Konkretisierung einer offenen 

Norm in einem Einzelfall. Im Rahmen der konkreten Normenkontrolle, die 

hier zur Diskussion steht, ist die Gesetzes- und Verfassungsmässigkeit ei-

ner Verordnungsbestimmung zu prüfen. Dabei stellt sich einzig die Frage, 

nach der Zulässigkeit der Gesetzesdelegation und ob der Bundesrat sich 

an die Grenzen, der ihm übertragenen Rechtssetzungskompetenzen ge-

halten hat (vgl. E. 2; zur Abgrenzung von offenen Normen und Gesetzes-

delegation: HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 394 f.).  

4.5.2 Nicht mehr eingegangen werden muss bei dieser Rechtslage auf die 

weiteren Rügen der Beschwerdeführerin, so insbesondere bezüglich einer 

allfälligen Verletzung der Eigentumsgarantie und Wirtschaftsfreiheit oder 

eines allfälligen Verstosses gegen das Willkürverbot. Auch erübrigt es sich 

zu prüfen, ob die ausserordentliche Veröffentlichung und das sofortige In-

krafttreten der strittigen Verordnungsbestimmung rechtmässig waren und 

ob gegebenenfalls eine Übergangsregelung hätte eingeführt werden müs-

sen.  

5.  

5.1 Nach dem Gesagten findet Art. 2 Abs. 6 TStV auf die strittige Einfuhr 

von 960 kg Wasserpfeifentabak keine Anwendung. Die Bemessung der Ta-

baksteuer und damit zusammenhängender Abgaben (SOTA-Gebühr und 

Präventionsfonds) hat auf der Basis der bis 30. April 2015 für Wasserpfei-

fentabak anwendbaren Regelung, nämlich Art. 11 Abs. 1 i.V.m. Anhang IV 

TStG, d.h. zu 12% des Kleinhandelspreises, zu erfolgen. Vorliegend er-

schliesst sich dem Gericht der für die Steuerberechnung beizuziehende 

Kleinhandelspreis aus den Akten nicht zweifelsfrei, weshalb die Sache an 

die Vorinstanz zur Neufestsetzung der Tabaksteuern zurückzuweisen ist.  

5.2 Was die mitangefochtene Veranlagung der Einfuhrsteuern betrifft, ist 

festzuhalten, dass die Tabaksteuer in die Bemessungsgrundlage für die 

Einfuhrsteuer einzubeziehen ist (vgl. Art. 54 Abs. 3 MWSTG [SR 641.20]). 

Insofern zieht eine Herabsetzung der Tabaksteuern auch eine Reduktion 

der Einfuhrsteuern nach sich, wobei grundsätzlich ein Anspruch auf Rück-

erstattung von zu viel erhobenen oder nicht geschuldeten Einfuhrsteuern 

besteht (Art. 59 Abs. 1 MWSTG). Allerdings weist die Vorinstanz im ange-

fochtenen Beschwerdeentscheid (Ziff. 3.7) zu Recht darauf hin, dass zu 

viel erhobene oder nicht geschuldete Einfuhrsteuern nicht zurückzuerstat-

ten sind, wenn die Importeurin im Inland als steuerpflichtige Person einge-

tragen ist und die der EZV zu entrichtende oder entrichtete Steuer als Vor-

steuer nach Artikel 28 MWSTG abziehen kann (vgl. Art. 59 Abs. 2 

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Seite 17 

MWSTG). Zwar ist die Beschwerdeführerin im Register der Mehrwertsteu-

erpflichtigen eingetragen. Ob sie aber zur Vornahme des vollen Vorsteuer-

abzugs berechtigt ist, ist nicht ersichtlich. Im Rahmen der Rückweisung der 

vorliegenden Streitsache hat die Vorinstanz entsprechende Abklärungen 

zu treffen und mit Blick auf Art. 59 Abs. 2 MWSTG auf eine Neuveranlagung 

der Einfuhrsteuern gegebenenfalls zu verzichten oder die Einfuhrsteuern 

neu zu bemessen. 

5.3 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit darauf 

einzutreten ist. Die Sache ist zum Erlass einer neuen Verfügung im Sinne 

der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

6.  

Abschliessend bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Partei-

entschädigung zu befinden. 

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der 

Regel der unterliegenden Partei (Art. 63 Abs. 1 VwVG), wobei sie bei nur 

teilweisem Unterliegen zu ermässigen sind. Entsprechend sind einer teil-

weise obsiegenden Partei Verfahrenskosten nach Massgabe ihres Unter-

liegens aufzuerlegen. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens belaufen 

sich unter Berücksichtigung der im Rahmen der Instruktion erlassenen Zwi-

schenverfügungen auf Fr. 4'500.--. Zur Hauptsache hat die Beschwerde-

führerin obsiegt. Soweit jedoch das Bundesverwaltungsgericht auf die Be-

schwerde nicht eintreten konnte bzw. das Nichteintreten der Vorinstanz be-

stätigte (vgl. E. 1.2) und in Bezug auf das abgewiesene Gesuch um Erlass 

vorsorglicher Massnahmen (Sachverhalt Bst. E), gilt die Beschwerdeführe-

rin als unterliegend. Ihr sind damit Verfahrenskosten in der Höhe von 

Fr. 500.-- aufzuerlegen. Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Deckung 

der auferlegten Verfahrenskosten zu verwenden. Der darüber hinaus ge-

leistete Kostenvorschuss von Fr. 4‘000.-- ist der Beschwerdeführerin nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückzuerstatten. Der Vorinstanz 

sind, soweit sie als unterliegend gilt, keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 

Abs. 2 VwVG).  

6.2 Im Rahmen ihres Obsiegens hat die anwaltlich vertretene Beschwer-

deführerin gemäss Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE; SR 173.320.2) Anspruch 

auf eine Parteientschädigung zulasten der Vorinstanz. Der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote eingereicht, weshalb die 

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Seite 18 

Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen ist (Art. 14 VGKE). Unter 

diesen Umständen ist die Parteientschädigung ermessensweise sowie un-

ter Berücksichtigung des teilweisen Unterliegens auf Fr. 6‘000.-- (inkl. Aus-

lagen und Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE) 

festzusetzen. 

 

Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite. 

  

A-882/2016 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Der 

angefochtene Beschwerdeentscheid vom 12. Januar 2016 wird aufgeho-

ben und die Sache zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen an die 

Vorinstanz zurückgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 4‘500.-- werden der Beschwer-

deführerin im Umfang von Fr. 500.-- auferlegt. Der von ihr geleistete Kos-

tenvorschuss wird zur Bezahlung der auferlegten Verfahrenskosten ver-

wendet und der Mehrbetrag von Fr. 4‘000.-- nach Eintritt der Rechtskraft 

des vorliegenden Urteils zurückerstattet.  

3.  

Die Vorinstanz wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Parteient-

schädigung von insgesamt Fr. 6‘000.-- zu bezahlen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz ([…]; Gerichtsurkunde) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Salome Zimmermann Kathrin Abegglen Zogg 

 

 

  

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Seite 20 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be-

schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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