# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eaa601b4-feb8-5565-9421-b51b51d4292f
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-10
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 3. Abteilung 10.06.2021 OG O3V-20-30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_003_OG-O3V-20-30_2021-06-10.pdf

## Full Text

Beschwerdeführerin A. 

 

vertreten durch: RA AA. 

 

 

 

Vorinstanz IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden, Neue Steig 15, Postfach, 

9102 Herisau 

 

 

 

Gegenstand Rente der Invalidenversicherung  

Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle Appenzell 

Ausserrhoden vom 22. Juni 2020 

 

  

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
3. Abteilung 

 

Die von der Beschwerdeführerin gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde an das 

Bundesgericht hat dieses mit Entscheiddatum vom 7. Februar 2022 abgewiesen 

(8C_540/2021). 

 

Zirkular-Urteil vom 10. Juni 2021 
 

Mitwirkende Obergerichtspräsident W. Kobler 

Oberrichter H.P. Fischer, F. Windisch, M. Schneider, E. Ganz 

Obergerichtsschreiberin M. Epprecht 

 

 

 

Verfahren Nr. O3V 20 30 

 

 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) der Beschwerdeführerin: 

 In der Beschwerde vom 24. August 2020: 

 1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 22. Juni 2020 sei vollumfänglich aufzu-

heben und der Beschwerdeführerin sei spätestens ab Oktober 2019 eine ganze Rente 

zuzusprechen. 

 2. Eventualiter ist die Sache zur erneuten Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurück-

zuweisen. 

  Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

 

 In der Eingabe vom 4. September 2020: 

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 22. Juni 2020 sei vollumfänglich aufzu-

heben und der Beschwerdeführerin sei spätestens ab April 2019 eine ganze Rente zu-

zusprechen. 

2. Eventualiter sei die Sache zur erneuten Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurück-

zuweisen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

 

 

b) der Vorinstanz: 

 Die Beschwerde sei abzuweisen. 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Die am XX.XX.1961 geborene A. meldete sich am 13. Oktober 2018 wegen Depressionen 

bei der IV-Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden zum Bezug von Invalidenleistungen 

an (IV-act. 1). Die IV-Stelle klärte in der Folge den erwerblichen und medizinischen Sach-

verhalt ab und führte unter anderem eine Haushaltsabklärung durch (IV-act. 29). Mit 

Schreiben vom 25. Januar 2019 wurde A. mitgeteilt, dass aufgrund ihrer Nichterwerbs-

tätigkeit keine Eingliederungsmassnahmen angezeigt seien (IV-act. 11). 

 

B. Mit Vorbescheid vom 11. Mai 2020 lehnte die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (IV-

act. 31). Mit Verfügung vom 22. Juni 2020 hielt die IV-Stelle an ihrem Entscheid fest 

(act. 2.2). 

 

Seite 3 

C. Gegen die Verfügung vom 22. Juni 2020 liess A. am 24. August 2020 mit den eingangs 

erwähnten Anträgen Beschwerde beim Obergericht des Kantons Appenzell Ausserrhoden 

erheben (act. 1). Mit Eingabe vom 4. September 2020 passte sie ihre Anträge an (act. 6). Die 

IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 17. September 2020 die Abweisung der 

Beschwerde (act. 8). Am 3. November 2020 liess A. die Replik einreichen (act. 12). Die IV-

Stelle verzichtete stillschweigend auf eine Duplik. 

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Formelles 

 1.1 

 Gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes 

vom 13. September 2010 (JG, bGS 145.31) beurteilt das Obergericht als kantonales 

Versicherungsgericht Beschwerden aus dem Bereich der Sozialversicherungen. Die örtliche 

Zuständigkeit ist nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 

Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) gegeben. 

 

Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen 

ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der 

Form- und Fristerfordernisse erfüllt sind (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und 

Art. 61 lit. b ATSG sowie Art. 54, Art. 56 und Art. 59 des Gesetzes vom 9. September 2002 

über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG, bGS 143.1]). 

 

 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

 

 1.2 

 Gestützt auf Art. 2 der Verordnung über COVID-19-Massnahmen: Gerichte (bGS 113.2) kann 

das Obergericht zur Bewältigung der aktuell ausserordentlichen Lage in allen Fällen auf dem 

Zirkularweg entscheiden, wenn das Gesetz keine Verhandlung vorschreibt. Entscheide, die 

auf dem Zirkularweg gefällt werden, bedürfen der Einstimmigkeit (Art. 52 Abs. 2 JG). Da 

vorliegend keine Durchführung einer Verhandlung vorgeschrieben ist und die Parteien auf 

die Durchführung einer solchen verzichteten, hat das Obergericht den vorliegenden 

Entscheid im Zirkularverfahren gefällt. 

  

Seite 4 

2. Materielles 

 2.1 

 2.1.1 

 Nach Art. 8 Abs. 1 ATSG ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein-

trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 

Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus-

schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 

Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist 

(Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

 

 Versicherte mit vollendetem 20. Altersjahr, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbs-

tätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten nach Art. 5 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 3 

ATSG als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu 

betätigen. Artikel 7 Absatz 2 ATSG ist sinngemäss anwendbar. 

 

 2.1.2 

 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-

fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a); 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und (lit. b) nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).  

 

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei einem Invalidi-tätsgrad 

von mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindes-

tens 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

 

2.1.3 

Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision 

ist die Methode der Invaliditätsbemessung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 

2.2). Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungs-

vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder 

zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was 

Seite 5 

diese bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein-

trächtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit 

der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem 

Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im 

Besonderen (vgl. Art. 27 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversi-

cherung [IVV, SR 831.201] sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen 

Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, 

das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen 

und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis 

zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische 

Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialver-

sicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist 

(BGE 144 I 28 E. 2.3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_42/2021 vom 5. März 

2021 E. 3.2). 

 

Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die 

auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. 

Derlei ist einer direkten Beweisführung wesensgemäss nicht zugänglich und muss in aller 

Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (BGE 144 I 28 E. 2.4). 

 

 2.1.4 

Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV; 

vgl. auch Rz. 3081 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invaliden-

versicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und 

genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar. 

Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie 

durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhält-

nisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und 

Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, 

wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 

schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen 

Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen 

Angaben stehen. Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der 

Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur 

in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die 

im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen. Zwar ist der Abklärungsbericht seiner 

Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter 

Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter 

Seite 6 

Umständen Einschränkungen erfahren kann, wenn die versicherte Person an psychischen 

Beschwerden leidet. Prinzipiell jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage 

dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst, wenn 

die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Widersprechen sich die 

Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit 

der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den 

ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die 

Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, 

das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu 

erkennen (Urteil des Bundesgerichts 8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1; vgl. auch Urteil 

8C_185/2020 vom 21. April 2020 E. 4.2.2). 

 

 2.2 

 Die IV-Stelle erklärte in der angefochtenen Verfügung, dass gemäss ihren Abklärungen die 

Beschwerdeführerin als Hausfrau zu qualifizieren sei und anlässlich der Abklärung vor Ort in 

der Haushaltstätigkeit eine Einschränkung von 19.5% ermittelt worden sei. Damit liege keine 

rentenbegründende Einschränkung vor (act. 2.2). Ergänzend führte die IV-Stelle in der 

Vernehmlassung aus, dass die Eingliederungsmassnahmen abgeschlossen worden seien, 

da die Beschwerdeführerin Hausfrau und somit nichterwerbstätig sei. Bei Nichterwerbs-

tätigkeit seien keine Eingliederungsmassnahmen angezeigt. Die Beschwerdeführerin habe 

über bestehende Depressionen seit 1989 berichtet, aber keine Arztberichte beibringen 

können aus der Zeit vor 2015. Dies sei nicht ausreichend, um von einer Arbeitsunfähigkeit 

aufgrund von Depressionen während des ganzen bisherigen Erwerbslebens auszugehen. 

Unter Berücksichtigung der gesamten Aktenlage sei es überwiegend wahrscheinlich, dass 

die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Aufgabe als Mutter und Hausfrau nie erwerbstätig 

gewesen sei, weshalb die Qualifikation als Hausfrau und somit als Nichterwerbstätige 

rechtlich korrekt sei. Hinweise auf eine beabsichtigte Aufnahme einer Erwerbstätigkeit lägen 

nicht vor. Die Aussage der Beschwerdeführerin, sie würde im Gesundheitsfall arbeiten, lasse 

sich nicht objektivieren, ebensowenig wie die Aussage, sie leide seit 1989 an Depressionen. 

Die von der Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) empfohlene Begutachtung sei 

hinfällig bei der Qualifikation als Hausfrau, ebenso ein Einkommensvergleich. Der 

Abklärungsbericht Haushalt sei in jeglicher Hinsicht korrekt (act. 8). 

 

 Die Beschwerdeführerin stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, die IV-Stelle habe 

die falsche Methode angewendet, um den Invaliditätsgrad zu bestimmen. Im Abklärungs-

bericht Haushalt werde festgehalten, dass sie als Hausfrau zu qualifizieren sei und sie dieser 

Einstufung zugestimmt habe. Sie sei aber nicht gefragt worden, was sie tun würde, wenn sie 

gesund wäre. Wäre sie gesund, würde sie aufgrund ihrer Ausbildung, ihrer familiären 

Seite 7 

Situation sowie aufgrund ihrer bisherigen Bemühungen heute einer vollzeitlichen Erwerbs-

tätigkeit nachgehen. Der Wunsch einer Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit sei – wenn 

auch bereits früher vorhanden – mit dem Auszug der Tochter konkret geworden und sie habe 

sich daher bemüht, die Krankheit in den Griff zu bekommen durch die Aufnahme 

verschiedener Behandlungen und mehrerer Klinikaufenthalte. Während dieser Zeit habe sie 

mit der Aufnahme einer Teilzeittätigkeit versucht, wieder im Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. 

Wenn sie dies schon mit ihrer Krankheit versucht habe, sei offenkundig, dass sie im 

Gesundheitsfall einer Erwerbstätigkeit (als Sportlehrerin) nachgehen würde. Somit sei ihr 

Invaliditätsgrad nach der Methode des Einkommensvergleichs – und nicht nach der Methode 

des Betätigungsvergleichs – festzulegen, weshalb die Verfügung bereits aus diesem Grund 

aufzuheben sei. Der Abklärungsbericht Haushalt gebe zudem nicht das wahre Ausmass ihrer 

Einschränkungen wieder und es sei nicht ersichtlich, inwiefern die Mitarbeit des Ehemannes 

zu berücksichtigen sei. Die IV-Stelle habe entgegen der Empfehlung des RAD kein 

psychiatrisches Gutachten eingeholt und habe damit ihre Pflicht, den Sachverhalt von Amtes 

wegen festzustellen, verletzt. Die Verfügung sei somit auch aus diesem Grund aufzuheben. 

Im Übrigen hätte selbst bei einer Tätigkeit im Haushalt abgeklärt werden müssen, welche 

Beeinträchtigungen und Behinderungen sich aus den medizinischen Diagnosen ergeben 

können. Zudem seien die Nebenwirkungen der von ihr einzunehmenden Medikamente 

erheblich, weshalb sich auch eine neuropsychologische Abklärung aufdränge. Der 

Einkommensvergleich ergebe in jedem Fall einen Invaliditätsgrad von mehr als 70%, 

weshalb Anspruch auf eine ganze Rente bestehe. Zudem wäre aufgrund der diversen 

Beeinträchtigungen und weiterer Faktoren ein Leidensabzug von 25% zu gewähren (act. 1 

und act. 12). Aufgrund der im Oktober 2018 erfolgten Anmeldung bestehe der 

Rentenanspruch ab April 2019 (act. 6). 

 

 2.3 

 Strittig und zu prüfen ist damit die Statusfrage und der Invaliditätsgrad der Beschwerde-

führerin. 

 

 In Bezug auf die medizinische Sachlage ist – auch von Seiten des RAD – unbestritten, dass 

die Beschwerdeführerin an Depressionen und einer Angststörung leidet (act. 1/3; act. 3.1/3 

und act. 8/2). Die gesundheitliche Situation wird durch die Berichte der psychiatrischen Klinik 

B. (IV-act. 12/2ff. und IV-act. 12/6ff.), der Klinik C. (IV-act. 12-10ff), des Psychiatrischen 

Zentrums D. (IV-act. 20) sowie der E. (IV-act. 24/1ff und IV-act. 24/ff) belegt, wobei die 

Berichte (erst) den Zeitraum ab 2015 abdecken.  

Seite 8 

 2.3.1 

 Im Bericht der psychiatrischen Klinik B. über den stationären Aufenthalt vom 6. Januar 2015 

bis 15. Mai 2015 wird zur Problematik bei Eintritt festgehalten, dass die Beschwerdeführerin 

von psychischer Überforderung durch „flash backs“ aus der eigenen Kindheit berichte. Sie 

leide seit ca. 20 Jahren an Depressionen, habe diese aber immer „selbst in den Griff“ 

bekommen. Seit ihre Tochter im Sommer 2014 von zu Hause ausgezogen sei und das 

Sportgymnasium F. besuche, seien ihre Kompensationsmechanismen erschöpft. Weiter wird 

in der Sozialanamnese berichtet, dass die Beschwerdeführerin das Turnlehrerinnenseminar 

absolviert habe, aber nur kurze Zeit als Turnlehrerin beschäftigt gewesen sei, da sie sich 

schnell überfordert gefühlt habe. Aktuell bestehe keine berufliche Anstellung (IV-act. 12/2f). 

Im Verlaufsbericht über die therapeutische Behandlung wurde unter anderem festgehalten, 

dass die Beschwerdeführerin in Gesprächen von hohen eigenen Zielen (z.B. Modelkarriere) 

berichte, welche ihr jedoch enormen inneren Druck bereiten würden und im inneren Konflikt 

zu ihren kindlichen Schemata stünden (IV-act. 12/3). Die Arbeitsfähigkeit bei Austritt wurde 

auf 0% eingeschätzt (IV-act. 12/5). Im Bericht über den stationären Aufenthalt vom 

16. Februar 2016 bis 4. Mai 2016 wurde zur Problematik bei Eintritt ergänzend zu den 

bisherigen Angaben neu ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin nebst der zunehmenden 

depressiven Symptomatik über mehrere psychosoziale Belastungsfaktoren berichte, die sie 

nicht mehr verkraften könne. Der Ehemann baue ein neues Haus, was die Familie sowohl 

finanziell als auch organisatorisch belaste. Sie sei mit dem Umzug überlastet, die Tochter 

habe anscheinend Probleme in der Schule und zwei nahe Verwandte hätten vor kurzer Zeit 

ins Pflegeheim ziehen müssen, was bei ihr grosse Angstgefühle ausgelöst hätten (IV-act. 

12/6f). Erneut wurde im Verlaufsbericht über die therapeutische Behandlung erwähnt, dass 

die Beschwerdeführerin in Gesprächen von hohen eigenen Zielen (z.B. Arbeit) berichte, 

welche ihr jedoch enormen inneren Druck bereiten würden (IV-act. 12/7). Die Arbeitsfähigkeit 

bei Austritt wurde wiederum auf 0% eingeschätzt (IV-act. 12/9). 

 

 Im Austrittsbericht der Klinik C. über den stationären Aufenthalt vom 12. Januar 2018 bis 

9. März 2018 wurde zur Eintrittsanamnese festgehalten, dass die Beschwerdeführerin seit 

dem Leiterkurs Mutter/Kind-Turnen im Oktober 2017 zunehmend depressive Symptome 

entwickelt habe. Der Mutter/Kind-Turnen-Leiterkurs sei so überfordernd gewesen, da sie ein 

sehr tiefes Selbstwertgefühl aufweise und sich häufig Vorwürfe mache, zu wenig zu leisten 

oder nicht zu genügen (IV-act. 12/10). Weiter wurde dargelegt, dass im Verlauf mit dem 

klinikinternen Sozialdienst das Thema Wochenstruktur besprochen worden sei und die 

Beschwerdeführerin Unterlagen über diverse Angebote (Bewegung, Kreativgruppe, Koch- 

und Backgruppe) erhalten habe. Die Beschwerdeführerin habe zudem selber einen 

Schnuppertermin im Altersturnen organisiert (IV-act. 12/13). 

 

Seite 9 

 Hinsichtlich der Medikation wird die Beschwerdeführerin seit 28. März 2018 durch Dr. med. 

G., Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, betreut. Im Arztbericht vom 14. November 

2018 erklärte er, dass die Beschwerdeführerin gegenwärtig als Hausfrau tätig sei und seit 

Jahren keiner ausserhäuslichen Tätigkeit nachgehe. Die Frage nach dem Ausmass der 

Einschränkungen im Haushalt könne er nicht beantworten (IV-act. 6).  

 

 Im Austrittsbericht des Psychiatrischen Zentrums D. über den stationären Aufenthalt vom 

15. Januar 2019 bis 27. Mai 2019 wird zur Vorgeschichte festgehalten, dass die 

Beschwerdeführerin berichtet habe, es habe ihr „die Persönlichkeit gefehlt“, um die Arbeit als 

Turnlehrerin weiter zu schaffen. Nach der Hochzeit – die Beschwerdeführerin ist seit 1989 

verheiratet – habe sie nicht mehr gearbeitet, eher sich um den Haushalt gekümmert (IV-act. 

20/2). In der Biografieanamnese wird berichtet, dass die Beschwerdeführerin nach der 

Ausbildung zur Turnlehrerin über zwei Jahre in diesem Beruf gearbeitet habe. Nach der 

Heirat habe sie die erste grosse Krise gehabt, sie habe Angst gehabt Kinder zu bekommen, 

habe sich erstmals mit dem Leben sehr stark überfordert gefühlt. Ab der Heirat habe sie dann 

nicht mehr gearbeitet. Da der Ehepartner immer gut finanziell gestellt gewesen sei, habe sie 

sich niederschwelligen Tätigkeiten wie z.B. Hausfrauenturnen, Seniorenturnen gewidmet (IV-

act. 20/3). Zur sozialen Situation wird ausgeführt, dass sie früher als Turnlehrerin 50% tätig 

gewesen sei, aktuell mache sie nur eine Lektion pro Woche (IV-act. 20/3). Zum Zeitpunkt der 

stationären Behandlung habe sich die Beschwerdeführerin eine Rückkehr an ihren 

Arbeitsplatz als Turnlehrerin mit Senioren nicht mehr vorstellen können. Im Rahmen eines 

Paargesprächs habe der Ehepartner angegeben, dass mit der Heirat und der damit 

verbundenen neuen Rollenzuteilung erstmals Krisen aufgetreten seien, welche jedoch immer 

wieder aus eigener Kraft bewältigt hätten werden können. Mit der Geburt der Tochter habe 

seine Ehefrau eine neue Aufgabe bekommen, die sie gleichzeitig über viele Jahre „stabil 

gehalten“ habe. Mit dem Auszug der Tochter 2014 sei eine massive Verschlechterung des 

psychischen Zustands einhergegangen (IV-act. 20/4). 

 

 Im Austrittsbericht der E. über die erste Hospitalisation vom 28. Juni 2019 bis 13. August 

2019 wurde zur Lebenssituation erwähnt, dass die Beschwerdeführerin zuletzt 2018 zwei 

Lektionen Mutter/Kind-Turnen und Seniorenturnen gegeben habe. Sie sei damit überfordert 

gewesen, traue sich dies nicht mehr zu. Finanziell sei die Situation geregelt (IV-act. 24-13). 

Die Arbeitsfähigkeit bei Austritt wurde vom 28. Juni 2019 bis 27. August 2019 auf 0% 

eingeschätzt (IV-act. 24/15). Im Austrittsbericht über die geplante zweite Hospitalisation vom 

2. September 2019 bis 14. Oktober 2019 wurde ergänzend erwähnt, im Behandlungsverlauf 

hätten sich Ängste/Überforderungsgefühle bezüglich Austritt und der zukünftigen Lebens-

gestaltung eingestellt. Vor Austritt sei die Nachsorgeplanung ausführlich besprochen worden 

(IV-act. 24/9). Neu werde die Beschwerdeführerin durch die H. unterstützt für stützende 

Seite 10 

Gespräche sowie Unterstützung im Haushalt. Die Arbeitsfähigkeit bei Austritt wurde vom 2. 

September 2019 bis und mit 17. Oktober 2019 erneut auf 0% eingeschätzt (IV-act. 24/11). 

 

 Anlässlich der Haushaltsabklärung vom 12. Februar 2020 führte die Beschwerdeführerin aus, 

sie habe schon 1989 unter chronischer Müdigkeit gelitten, ohne dass ein Auslöser bekannt 

sei. 1989 habe sie ihren Mann geheiratet und Kinder gewollt, sich selbst aber nicht als 

erwachsene Person gefühlt. Vor der Heirat habe sie sich an ihrer Ausbildung orientiert und 

danach an der Berufsausübung. Das Unterrichten sei schon damals ein enormer 

Kraftaufwand gewesen, aber sie habe das Gefühl gehabt jemand zu sein. Mit der Heirat 1989 

sei sie froh gewesen, nicht mehr arbeiten zu müssen. Richtig schlimm gehe es seit dem 

Auszug der Tochter im Sommer 2014. Der Stress habe stetig zugenommen, hinzu sei die 

Menopause gekommen und es habe sich eine Einsamkeit eingestellt, ihre Betätigung im 

Haushalt habe abgenommen. Sie habe sich nicht fähig gefühlt, draussen zu existieren, was 

sich auch in dem Versuch als Turnlehrerin für Senioren gezeigt habe (IV-act. 29/2). Zur 

Qualifikation hielt die Abklärungsperson fest, dass der RAD eine medizinische Begutachtung 

empfehle, vorgängig jedoch eine Abklärung vor Ort angezeigt sei zur Festsetzung der 

Qualifikation und zur Ermittlung allfälliger Einschränkungen im Haushalt (IV-act. 29/1). 

Gemäss den ihr vorliegenden Unterlagen sei die Beschwerdeführerin als Hausfrau zu 

qualifizieren, womit die Beschwerdeführerin einverstanden sei (IV-act. 29/3f). Die 

wirtschaftlichen Verhältnisse seien derzeit geregelt, jedoch sei der Ehemann der Ansicht, 

dass sie auf Dauer in finanzielle Nöte geraten. Einerseits bedingt durch die nicht durch die 

Krankenkasse gedeckten anfallenden Kosten zur Behandlung der Beschwerdeführerin und 

andererseits durch die Kosten bei allfälligem erneutem Studium der Tochter. Zudem sei das 

Haus beziehungsweise die Eigentumswohnung als Altersvorsorge gedacht, auf welcher eine 

Hypothek/Darlehen bestehe, welche abbezahlt werden müsse (IV-act. 29/4). Die Abklärungs-

person erachtete in den Bereichen „Ernährung“, „Einkauf und weitere Besorgungen“ sowie 

„Pflege und Betreuung von Kindern und/oder Angehörigen“ keine anrechenbare Einschrän-

kung als gegeben. Im Bereich „Wohnungs- und Hauspflege“ rechnete sie eine Einschrän-

kung von 10.5% an, im Bereich „Wäsche- und Kleiderpflege“ eine Einschränkung von 4% 

und unter „Verschiedenes“ eine Einschränkung von 5%. Insgesamt kam sie unter 

Berücksichtigung der Mitwirkungspflicht des Ehemannes auf eine Einschränkung von total 

19.5% (IV-act. 29/5ff).  

 

 2.3.2 

 Ob die Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung erkannte, welche Bedeutung 

ihrer Einstufung als Hausfrau zukommt, ist vorliegend nicht ausschlaggebend, da ohnehin 

aus den nachfolgend dargelegten Gründen von einer vollzeitlichen Tätigkeit im 

Aufgabenbereich auszugehen ist. 

Seite 11 

 

 Es steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin ihren Ausbildungsberuf Turn- 

und Sportlehrerin nie in einem Ausmass ausgeübt hat, der einer vollen Erwerbstätigkeit 

gleichkommt. Dies ergibt sich sowohl aus den Eigenangaben der Beschwerdeführerin in den 

Berichten über die Aufenthalte in den psychiatrischen Kliniken als auch aus dem Auszug aus 

dem individuellen Konto (IV-act. 7). Nach der Geburt der Tochter 1997 war die Beschwerde-

führerin – mit Ausnahme eines Einkommens im Dezember 2012, einer Hausabwartstätigkeit 

seit Juli 2016 sowie einer Tätigkeit im Senioren-Turnen seit 2018 – nicht mehr erwerbstätig 

(IV-act. 7 und IV-act. 1/6). Dass die Beschwerdeführerin nach der Heirat beziehungsweise 

nach der Geburt der Tochter je mit dem Gedanken spielte, wieder eine Erwerbstätigkeit 

aufzunehmen, ergibt sich nicht aus den Akten. Ebensowenig wird aus den Berichten der 

Psychiatrischen Klinik B. erkennbar, dass mit dem Auszug der Tochter im Sommer 2014 der 

ernsthafte Wunsch nach einer Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit konkret geworden 

wäre. Vielmehr wurde beschrieben, dass sich die Beschwerdeführerin zwar hohe eigene 

Ziele stecke (z.B. Modelkarriere oder z.B. Arbeit), sich damit aber einen enormen inneren 

Druck bereite (IV-act. 12-3 und IV-act. 12/7). In den Akten ist belegt, dass die psychischen 

Beschwerden der Beschwerdeführerin mit dem Auszug der Tochter zugenommen haben. 

Diese Verschlechterung ihres Zustands – und nicht der Wunsch, ihre Arbeitsfähigkeit zu 

steigern – veranlasste die Beschwerdeführerin, eine fachärztliche stationäre Behandlung 

aufzusuchen (IV-act. 12/2). In den Berichten der psychiatrischen Kliniken wird das Ziel der 

Aufnahme einer (Teilzeit)Erwerbstätigkeit nirgends erwähnt. Vielmehr ging es um das 

bessere Spüren der eigenen Bedürfnisse und das Erkennen neuer Ziele und Wünsche für 

ihre Zukunft (IV-act. 12/4), das Entwickeln von mehr Selbstvertrauen und das Stärken von 

Möglichkeiten zur Selbstwirksamkeit (IV-act. 12/8), das Besprechen des Themas Wochen-

struktur (IV-act. 12/13), um Ressourcenaktivierung, Stressmanagement und Gestaltung 

neuer Zukunftsperspektiven (IV-act. 20/4) sowie um Nachsorgeplanung zur Unterstützung 

zu Hause (IV-act. 24/14 und IV-act. 24/9). Eine Absicht der Beschwerdeführerin ins 

Erwerbsleben zurückzufinden beziehungsweise einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, ist den 

diversen ärztlichen Berichten nicht zu entnehmen. Verschiedentlich betont wurde jedoch die 

Wichtigkeit der Aufnahme sozialer Aktivitäten im Alltag, um der Einsamkeit zu entgehen (vgl. 

IV-act. 24/9; IV-act. 24/14; IV-act. 20/4). In diesem Zusammenhang ist auch die (versuchte) 

Aufnahme einer Tätigkeit als Mutter/Kind-Turnleiterin und als Leiterin im Seniorenturnen zu 

betrachten. Diese Tätigkeiten sind jedoch eher im ehrenamtlichen Bereich anzusiedeln mit 

entsprechender bescheidener Entlöhnung und nicht als ernsthafte Bemühungen zu betrach-

ten, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Zusammenfassend verzichtete die Beschwerde-

führerin aus eigenen Beweggründen auf jegliche Erwerbstätigkeit seit ihrer Heirat, was aus 

finanziellen Gründen – zumindest bis anhin – tragbar war. Damit besteht kein Anlass zur 

Annahme, dass sie heute ohne gesundheitliche Einschränkungen mit dem Beweisgrad der 

Seite 12 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine Erwerbstätigkeit ausüben würde. Im Übrigen ist die 

IV-Stelle in diesem Zusammenhang ihrer Abklärungspflicht vollumfänglich nachgekommen, 

zumal die Beschwerdeführerin auch keine Ausführungen dazu macht, welche Abklärungen 

die IV-Stelle noch hätte vornehmen müssen. 

 

Insgesamt ist mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit in Anbetracht der Erwerbsbiographie der Beschwerdeführerin sowie der 

gelebten familiären, sozialen und finanziellen Verhältnisse davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin auch ohne den Gesundheitsschaden nicht erwerbstätig wäre und damit 

als zu 100% im Haushalt tätig zu qualifizieren ist. Damit ist nicht zu beanstanden, dass ihr 

Invaliditätsgrad nach der Methode des Betätigungsvergleichs festgelegt wurde (Art. 28a Abs. 

2 IVG). 

 

 2.4 

 Im Rahmen der Abklärung vor Ort wurden die sich aus den medizinischen Diagnosen 

ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen im Hinblick auf die Tätigkeit im Haushalt 

vollumfänglich berücksichtigt, nahm doch auch die Fachärztin des RAD an der Abklärung 

teil. Die Abklärungsperson legte ferner nachvollziehbar dar, inwieweit die Mithilfe des 

Ehemannes in den einzelnen Bereichen zumutbar ist beziehungsweise in welchen die 

psychiatrische Spitex Unterstützungsleistungen erbringt (IV-act. 29). Die Kritik der 

Beschwerdeführerin, wonach der Abklärungsbericht nicht das wahre Ausmass ihrer 

Einschränkungen wiedergebe, kann nicht nachvollzogen werden, zumal nicht dargelegt wird, 

welche Aspekte nicht beachtet worden seien. Zudem entspricht es auch der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung, die Mithilfe von Familienangehörigen im Haushalt zu 

berücksichtigen (BGE 133 V 504 E. 4.2). Auf den Abklärungsbericht Haushalt kann 

demgemäss abgestellt werden und es ist von einer gesundheitlichen Einschränkung im 

Haushalt von 19.5% auszugehen. Damit liegt keine rentenbegründende Einschränkung vor. 

 

 2.5 

 Zusammenfassend ist die Beschwerde abzuweisen.  

 

  

Seite 13 

3. Kosten und Entschädigung 

 3.1 

 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Beschwerdeverfahren um die Bewilligung oder Verweigerung 

von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig. Der unterliegenden Beschwerde-

führerin sind daher ausgangsgemäss die Kosten des Verfahrens in Höhe von Fr. 800.-- 

aufzuerlegen. 

 

 3.2 

 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende 

Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. 

 

 Bei vorliegendem Ausgang des Verfahrens besteht weder für die unterliegende Beschwer-

deführerin noch für die obsiegende IV-Stelle ein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 

1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG e contrario; BGE 126 V 143 E. 4). 

 

  

Seite 14 

Das Obergericht erkennt: 
 
 
1. Die Beschwerde von A. wird abgewiesen. 
 
 
2. Der Beschwerdeführerin wird eine Entscheidgebühr von Fr. 800.-- auferlegt, unter Verrech-

nung mit dem von ihr in gleicher Höhe einbezahlten Kostenvorschuss.  
 
 
3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.  
 
 
4. Rechtsmittel: 
 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-recht-

lichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde richtet 
sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist beim 
Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich einzureichen. 
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel 
und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel 
angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). Die Beschwerde 
hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
 
5. Zustellung an die Beschwerdeführerin über ihren Anwalt, die Vorinstanz und an das 

Bundesamt für Sozialversicherungen. 
 
 
 
 
 

Im Namen der 3. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtspräsident: 

 

 

lic. iur. Walter Kobler 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. Monika Epprecht 

 
 
 
 
 
 
versandt am: