# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 79e9ca7f-2e97-5bc5-869d-80f05bce2f3c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.07.2010 C-3880/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3880-2008_2010-07-09.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3880/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  J u l i  2 0 1 0

Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), 
Richter Stefan Mesmer, Richter Johannes Frölicher, 
Gerichtsschreiberin Sabine Uhlmann.

X._______,
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. 
Elisabeth Sammer-Resch,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.

Invalidenrente, Verfügung vom 10. April 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

Sachverhalt:

A.
Die  am  _______  geborene  X._______  (nachfolgend: 
Beschwerdeführerin),  österreichische  Staatsangehörige,  gelernte 
Friseuse,  war  in  den  Jahren  1990  bis  1991  in  der  Schweiz  im 
Gastgewerbe  erwerbstätig.  Das  letzte  Arbeitsverhältnis  in  einem 
Altenwohnheim in K._______, wo sie seit  anfangs Februar  2006 als 
Seniorenbetreuerin tätig war, wurde in gegenseitigem Einverständnis 
auf Anfang April  2006 aufgelöst (act. 4, 20, 43). Am 7. Februar 2006 
erlitt sie eine frontale Autokollision, wobei sie sich insbesondere eine 
Fraktur des 2. und 3. Halswirbelkörpers zuzog (vgl. hiezu act. 28). Seit 
diesem  Unfallereignis  war  sie  nicht  mehr  erwerbstätig.  Mit 
Antragsformular  E  204  reichte  sie  am  12. März  2007  bei  der 
Pensionsversicherungsanstalt,  Landesstelle  T._______,  I._______, 
einen Antrag zum Bezug einer Invalidenrente ein, die das Gesuch der 
IV-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland  (IV-Stelle)  weiterleitete 
(eingegangen  am  12. April  2007)  (act.  4).  Die 
Pensionsversicherungsanstalt  lehnte  den  Antrag  auf  Zuerkennung 
einer  österreichischen  Invaliditätspension  mit  Bescheid  vom 31. Juli 
2007 ab (act. 2).

B.
Zur Prüfung des Leistungsgesuches nahm die IV-Stelle verschiedene 
Unterlagen zu den Akten, insbesondere:
- von  der  Beschwerdeführerin  ausgefülltes  Formular  Fragebogen  für  den 

Arbeitgeber, datiert vom 3. Januar 2008 (act. 18);

- Formular  Fragebogen  für  die  im  Haushalt  tätigen  Versicherten,  datiert  vom 

3. Januar 2008 (act. 19);

- Formular Fragebogen für den Versicherten, datiert vom 3. Januar 2008 (act. 20);

- undatiertes,  von  Dr.  W._______,  klinischer  Neuropsychologe,  klinischer-  und 

Gesundheitspsychologe,  Psychotherapeut,  allgemein  beeideter  und  gerichtlich 

zertifizierter  Sachverständiger,  ausgefülltes  Rentengutachten  der  Allgemeinen 

Unfallversicherungsanstalt, Landesstelle S._______, aufgrund einer Untersuchung 

vom 26. Mai 2006 (act. 23);

- Behandlungsbestätigung  und  Spitalbericht  des  Unfallkrankenhauses  S._______ 

vom 3. März 2006 (act. 25-28);

- neurologische Befundberichte  von Dr. H._______,  Facharzt  für  Neurologie,  vom 

4. April 2006 und 9. Oktober 2006 (act. 29/30);

- fachärztliche Bestätigungen vom 10. Oktober 2006, 15. Januar 2007 und 6. August 

2007 (act. 31, 33, 41), Medikamentenbestätigung vom 12. April 2007 (act. 37) und 

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psychiatrisches  Gutachten  vom  19. April  2007  (act.  38)  von  Dr.  J._______, 

Facharzt für Psychiatrie und Neurologie;

- ärztlicher  Entlassungsbericht,  Moorheilbad  A._______,  vom 14. Dezember  2006 

(act. 32);

- undatierter neuropsychologischer Befundbericht, Universitätsklinik für Neurologie, 

I._______, unterzeichnet von Prof. Dr. T._______ und Mag. E._______ betreffend 

Untersuchung vom 5. März 2007 (act. 34);

- ärztliches  Gesamtgutachten  von  Dr.  C._______,  Facharzt  für 

Psychiatrie/Neurologie, vom 18. Juli 2007 (act. 35);

- ärztliches Gutachten von Dr. R._______, Facharzt für Unfallchirurgie, vom 25.  April 

2007 (act. 36);

- psychologischer Untersuchungsbericht von Dr. W._______ vom 21. Mai 2007 (act. 

39);

- Befundbericht,  Bezirkskrankenhaus  St._______  in  T._______,  vom  3. Juli  2007 

(act. 40);

- Bestätigung von Dr. M._______,  Arzt  für  Allgemeinmedizin,  vom 18. September 

2007 (act. 42).

Der  zur  Stellungnahme  aufgeforderte  Dr.  L._______,  IV-Stellenarzt, 
führte am 5. Februar 2008 als Hauptdiagnose neurotische Störung mit 
Entwicklung  einer  generalisierten  Angsterkrankung  mit  deutlichen 
körperdysmorphen Zügen auf. Als Nebendiagnosen mit Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit nannte er minimale kognitive Störung, Status 
nach  Halswirbelkörperfraktur  und  Verplattung  sowie  chronische 
Kreuzschmerzen. Er bezifferte die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen 
Tätigkeit als Alterspflegerin sowie in einer Verweisungstätigkeit auf 0% 
(act. 44). 

Mit  Vorbescheid  vom  11. Februar  2008  teilte  die  IV-Stelle  der 
Beschwerdeführerin  mit,  dass  ihr  Leistungsbegehren  abgewiesen 
werden müsste (act. 45).

Mit Eingabe vom 5. März 2008 reichte die Beschwerdeführerin weitere 
ärztliche Unterlagen ein und erklärte, seit dem Unfall im Februar 2006 
zu 100% arbeitsunfähig zu sein (act. 46). 

Dr.  L._______,  IV-Stellenarzt,  wiederum  zur  Stellungnahme 
aufgefordert hielt am 7. April 2008 an seiner früheren Beurteilung vom 
5. Februar 2008 fest (act. 48).

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C.
Mit  Verfügung  vom  10. April  2008  wies  die  IV-Stelle  das 
Leistungsbegehren ab (act. 49). 

D.
Mit  Eingabe  vom  9. Juni  2008  reichte  die  Beschwerdeführerin 
Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  ein.  Sie  machte 
wiederum  geltend,  seit  dem  Unfall  im  Februar  2006  zu  100% 
arbeitsunfähig zu sein. Irrtümlicherweise sei nach einem Aufenthalt im 
Reha-Zentrum Bad  N._______  als  Ende  der  Arbeitsunfähigkeit  Juni 
2006 auf einem Formular eingetragen worden. Gleichzeitig reichte sie 
ein  Gesuch  um  Wiederherstellung  der  Beschwerdefrist  ein.  Zur 
Begründung  machte  sie  geltend,  in  den  letzten  sechs  Wochen  aus 
gesundheitlichen  Gründen  nicht  in  der  Lage  gewesen  zu  sein,  die 
Beschwerdefrist einzuhalten. Als Beweismittel reichte sie verschiedene 
medizinische Unterlagen ein (BVGer act. 1).

Mit undatierter Eigabe (eingegangen am 20. August 2008) reichte die 
Beschwerdeführerin  das  Urteil  des  Landesgerichts  I._______  als 
Arbeits-  und  Sozialgericht  vom  3. Juli  2008  ein,  worin  ihr  eine 
Invaliditätspension  vom  1. April  2007  bis  31. Juli  2009  zuerkannt 
wurde (BVGer act. 3).

E.
Die  zur  Vernehmlassung  zum  Gesuch  zur  Wiederherstellung  der 
Beschwerdefrist  aufgeforderte  Vorinstanz beantragte  mit  Verweis auf 
die Stellungnahme ihres ärztlichen Dienstes vom 3. Oktober 2008 (act. 
51) am 9. Oktober 2008 die Abweisung des Antrages und Bestätigung 
der formellen Rechtskraft der angefochtenen Verfügung (BVGer act. 7). 

F.
Mit  Zwischenverfügung  vom  15. Oktober  2008  wurde  die 
Beschwerdeführerin  aufgefordert,  einen  Kostenvorschuss  von 
Fr. 300.-- bis zum 17. November 2008 zu leisten (BVGer act. 8). Am 
3. November  2008  wurde  ein  Betrag  von  Fr. 292.--  dem Konto  des 
Bundesverwaltungsgerichts  gutgeschrieben  (BVGer  act.  10).  Mit 
Verfügung  vom 11. November  2008  forderte  die  Instruktionsrichterin 
den Differenzbetrag von Fr. 8.-- netto nach, worauf am 21. November 
2008 ein Betrag von Fr. 16.-- einging (BVGer act. 15).

G.
Mit  vorab  per  Fax  eingereichter  Replik  vom  13. November  2008 

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betreffend  das  Gesuch  um  Wiederherstellung  der  Beschwerdefrist 
liess die Beschwerdeführerin durch Rechtsanwältin Dr. iur. E. Sammer-
Resch  ausführen,  aufgrund  starker  Schmerzen  und  schwerer 
depressiven Exazerbationen unverschuldet nicht in der Lage gewesen 
zu  sein,  die  ursprüngliche  Beschwerdefrist  einzuhalten  bzw.  einen 
Dritten  damit  zu  beauftragen. Als  Beweis  reichte  sie  gleichzeitig  ein 
ärztliches  Attest  von  Dr.  J._______,  Facharzt  für  Psychiatrie  und 
Neurologie, vom 4. November 2008 ein (BVGer act. 13).

H.
Auf Aufforderung der Instruktionsrichterin liess die Beschwerdeführerin 
die  unterzeichnete  Vollmachtserklärung  vom  5. Dezember  2008 
einreichen (BVGer act. 19). 

I.
Mit  Zwischenverfügung  vom  19. Dezember  2008  hiess  das 
Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  um  Wiederherstellung  der 
Beschwerdefrist gut und lud die Vorinstanz gleichzeitig ein, zur Sache 
selbst Stellung zu nehmen (BVGer act. 20). 

J.
Mit  Verweis auf  den Bericht vom 25. Februar 2009 sowie die bereits 
aktenkundigen  Stellungnahmen  ihres  ärztlichen  Dienstes  vom 
5. Februar  2008  und  7. April  2008,  worin  der  beurteilende  IV-
Stellenarzt  wiederholt  zum  Schluss  gelangt  sei,  dass  weder  aus 
somatischen  noch  psychiatrischen  Gründen  ein  nachvollziehbarer 
Grad  einer  rentenbegründenden  Invalidität  vorliege,  beantragte  die 
Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 6. März 2009 die Abweisung der 
Beschwerde  und  Bestätigung  der  angefochtenen  Verfügung  (BVGer 
act. 24). 

K.
Mit  Replik  vom  28. April  2009  machte  die  Beschwerdeführerin  im 
Wesentlichen geltend, seit dem Unfall sowohl in körperlicher als auch 
in  geistiger  Hinsicht  schwer  eingeschränkt  zu  sein;  sie  leide  an 
Schmerzen und Belastungsstörungen und sei nicht mehr arbeitsfähig. 
Des Weiteren beantragte sie die Einholung eines orthopädischen und 
eines  psychiatrischen  Gutachtens.  Mit  der  Replik  reichte  sie 
verschiedene medizinische Unterlagen ein (BVGer act. 28). 

L.
Die Vorinstanz hielt in ihrer Duplik vom 20. Mai 2009 an ihrem Antrag 

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auf  Abweisung der  Beschwerde und Bestätigung der  angefochtenen 
Verfügung fest. Es ergäben sich keine neuen Sachverhaltselemente, 
sämtliche mit Replik eingereichten medizinischen Berichte und von der 
Beschwerdeführerin  geltend  gemachten  Leiden  seien  bereits 
aktenkundig und vom ärztlichen Dienst der IV-Stelle gewürdigt worden 
(BVGer act. 30). 

M.
Mit  Verfügung  vom  2. Juni  2009  wurde  der  Schriftenwechsel 
abgeschlossen (BVGer act. 31).

N.
Mit Eingabe vom 6. August 2009 übermittelte die Vorinstanz eine Kopie 
des  Bescheides  der  Pensionsversicherungsanstalt,  Landesstelle 
T._______,  I._______,  vom  23.  Juli  2009,  wonach  der 
Beschwerdeführerin  die  bis  am  31.  Juli  2009  befristet  zuerkannte 
Invaliditätspension  bis  am  31. August  2010  weitergewährt  wurde 
(BVGer act. 32). Am 9. März 2010 reichte die Vorinstanz das von der 
Pensionsversicherungsanstalt,  Landesstelle  T._______,  I._______, 
ausgefüllte Formular E 001 vom 18. Februar 2010 ein (BVGer act. 33).

Auf  die  weiteren  Vorbringen  der  Parteien  wird,  soweit  für  die 
Entscheidfindung  erforderlich,  im  Rahmen  der  Erwägungen 
eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Anfechtungsobjekt ist  die Verfügung vom 10. April  2008, mit  welcher 
die  Vorinstanz  das  Leistungsbegehren  der  Beschwerdeführerin 
abgewiesen hat.

1.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  für  die  Beurteilung  von 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021) zuständig, sofern kein Ausnahmetatbestand erfüllt ist (Art. 31 
und  Art.  32  des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das 
Bundesverwaltungsgericht  [Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG,  SR 
173.32]).  Letzteres  ist  vorliegend  nicht  der  Fall.  Zulässig  sind 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  von  Vorinstanzen  gemäss  Art.  33 
VGG. Die IV-Stelle für  Versicherte im Ausland ist  eine Vorinstanz im 
Sinn  von  Art.  33  Bst.  d  VGG (vgl.  auch  Art.  69  Abs.  1  Bst.  b  des 

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Bundesgesetzes  vom  19. Juni  1959  über  die  Invalidenversicherung 
[IVG,  SR  831.20]).  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  somit  für  die 
Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 

1.2 Die  Beschwerdeführerin  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders  berührt  und  hat  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  ein 
schutzwürdiges Interesse (Art. 48 Abs. 1 VwVG; vgl. auch Art.  59 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts  [ATSG,  SR 830.1]).  Sie  ist  daher  zur  Be-
schwerde legitimiert.

1.3 Die Beschwerde ist  innerhalb von 30 Tagen nach Eröffnung der 
Verfügung einzureichen (Art. 60 Abs. 1 ATSG). Unbestritten ist,  dass 
die Beschwerde vom 9. Juni 2008 gegen die Verfügung vom 10. April 
2008  verspätet  eingereicht  worden  ist.  Im Rahmen der  Beschwerde 
hat  die  Beschwerdeführerin  jedoch  um  Wiederherstellung  der  Be-
schwerdefrist ersucht. Mit Zwischenverfügung vom 19. Dezember 2008 
hat  das  Bundesverwaltungsgericht  gestützt  auf  das  replikweise  ein-
gereichte  ärztliche  Attest  von Dr. J._______ vom 4. November  2008 
das Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist gutgeheissen 
(BVGer act. 20). Die Beschwerde wurde im Übrigen formgerecht ein-
gereicht  (Art. 52 Abs. 1 VwVG). Da die Beschwerdeführerin den ein-
verlangten  Kostenvorschuss von Fr. 300.--  innert  der  gesetzten  Frist 
mit Fr. 292.-- beglichen und auf Aufforderung der Instruktionsrichterin 
dem  Konto  des  Bundesverwaltungsgerichts  fristgerecht  nochmals 
Fr. 16.--  gutgeschrieben  wurden  (vgl.  BVGer  act.  10/15),  ist  auf  die 
Beschwerde einzutreten.

2.
Streitig  und  damit  zu  prüfen  ist  vorliegend,  ob  die  Vorinstanz  das 
Gesuch um Zusprechung einer  Invalidenrente  zu  Recht  abgewiesen 
hat. 

2.1 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes 
bestimmt. Das VwVG findet aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG jedoch 
keine  Anwendung  in  Sozialversicherungssachen,  soweit  das  ATSG 
anwendbar  ist.  Nach  Art.  2  des  ATSG sind  die  Bestimmungen  des 
ATSG  anwendbar,  soweit  die  einzelnen  Sozialversicherungsgesetze 
des  Bundes  dies  vorsehen.  Nach  Art.  1  Abs.  1  IVG  sind  die  Be-
stimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a-26bis und 

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28-70) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung 
vom ATSG vorsieht.

2.2 Nach  den  allgemeinen  intertemporalrechtlichen  Regeln  sind  in 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht  diejenigen  Rechtssätze  massgebend, 
welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 
130 V 1 E. 3.2),  unter  Vorbehalt  der spezialgesetzlichen Übergangs-
bestimmungen.

2.3 Die Beschwerdeführerin ist österreichischer Nationalität und somit 
Staatsangehörige  eines  Mitgliedstaates  der  Europäischen  Union,  so 
dass vorliegend die folgenden Erlasse anwendbar sind: das am 1.  Juni 
2002  in  Kraft  getretene  Abkommen  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  einerseits  und  der  Europäischen  Gemeinschaft 
und  ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  über  die  Freizügigkeit  vom 
21. Juni  1999  (Freizügigkeitsabkommen,  nachfolgend  FZA,  SR 
0.142.112.681),  sein  Anhang  II,  die  Verordnung  (EWG)  Nr. 1408/71 
des  Rates  vom  14.  Juni  1971  zur  Anwendung  der  Systeme  der 
sozialen  Sicherheit  auf  Arbeitnehmer  und  Selbständige sowie  deren 
Familienangehörige,  die  innerhalb  der  Gemeinschaft  zu-  und  ab-
wandern (nachfolgend: VO Nr. 1408/71; SR 0.831.109.268.1) sowie die 
Verordnung (EWG) Nr. 574/72 des Rates vom 21. März 1972 über die 
Durchführung  der  Verordnung  (EWG)  Nr. 1408/71  (nachfolgend:  VO 
Nr. 574/72; SR 0.831.109.268.11) (vgl. Art. 80a IVG). Das Freizügig-
keitsabkommen  setzt  die  verschiedenen  bis  dahin  geltenden  bi-
lateralen  Abkommen  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft und den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union in-
soweit  aus,  als  darin  derselbe  Sachbereich  geregelt  wird  (Art.  20 
FZA).

Soweit  dieses  Abkommen,  insbesondere  dessen  Anhang  II,  der  die 
Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit regelt (Art. 8 FZA), 
und dessen Ausführungserlasse keine abweichenden Bestimmungen 
vorsehen,  ist  mangels  einer  einschlägigen  gemeinschaftsrechtlichen 
bzw.  abkommensrechtlichen  Regelung  die  Ausgestaltung  des  Ver-
fahrens  sowie  die  Prüfung  der  Anspruchsvoraussetzungen  einer 
schweizerischen  Invalidenrente  grundsätzlich  Sache  der  innerstaat-
lichen Rechtsordnung (BGE 130 V 253 E. 2.4). Daraus folgt, dass die 
Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht den Leistungsanspruch 
der  Beschwerdeführerin  gemäss  Art. 3  Abs. 1  der  VO  Nr. 1408/71 

Seite 8

grundsätzlich  nach  den  für  schweizerische  Staatsangehörige 
geltenden Regeln zu beurteilen haben.

Gemäss Art. 40  Abs. 4 der  VO Nr. 1408/71 ist  die  vom Träger eines 
Mitgliedstaates getroffene Entscheidung über die Invalidität eines An-
tragstellers – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin – für den 
Träger eines anderen betroffenen Staates nur dann verbindlich, wenn 
die  in  den  Rechtsvorschriften  dieser  Staaten  festgelegten  Tatbe-
standsmerkmale  der  Invalidität  in  Anhang V  dieser  Verordnung  als 
übereinstimmend  anerkannt  sind,  was  für  das  Verhältnis  zwischen 
Österreich und der Schweiz (ebenso wie das Verhältnis zwischen den 
übrigen  EU-Mitgliedstaaten  und  der  Schweiz)  nicht  der  Fall  ist.  Ge-
mäss Art. 40 der VO Nr. 574/72 hat  der Träger eines Mitgliedstaates 
aber bei  der  Bemessung des Invaliditätsgrades die von den Trägern 
der  anderen  Staaten  erhaltenen  ärztlichen  Unterlagen  und  Berichte 
sowie  Auskünfte  der  Verwaltung  zu  berücksichtigen  soweit  sie 
rechtsgenüglich ins Verfahren eingebracht werden (vgl. Art. 32 VwVG).

3.
Mit  der  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  gerügt 
werden,  die  angefochtene  Verfügung  verletze  Bundesrecht  (ein-
schliesslich  Über-  bzw.  Unterschreitung  oder  Missbrauch  des  Er-
messens),  beruhe  auf  einer  unrichtigen  oder  unvollständigen  Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder sei unangemessen 
(Art. 49 VwVG). 

3.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  dem  Grundsatz  der 
Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen  nicht  an  die  Begründung  der 
Begehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die 
Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 
gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit  einer 
Begründung  bestätigen,  die  von  jener  der  Vorinstanz  abweicht  (vgl. 
FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Auflage,  Bern  1983, 
S. 212, vgl. BGE 128 II 145 E. 1.2.2, BGE 127 II 264 E. 1b). 

3.2 In  materiellrechtlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen 
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen 
führenden Sachverhalts Geltung haben (BGE 134 V 315 E. 1.2, BGE 
130 V 329 E. 2.3). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor 
einem Rechtswechsel  aufgrund  der  bisherigen  und  ab  diesem Zeit -
punkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; BGE 130 
V 445). 

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Im vorliegenden Verfahren finden grundsätzlich jene Rechtsvorschrif-
ten  Anwendung,  die  bei  Erlass  der  angefochtenen  Verfügung  vom 
10. April  2008 in Kraft  gestanden sind; weiter  aber auch solche Vor-
schriften, die in jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft waren, aber für 
die Beurteilung eines allfälligen früher entstandenen Rentenanspruchs 
von Belang sind. 

Demnach  sind  im  vorliegenden  Verfahren  die  Bestimmungen  des 
ATSG in  der  Fassung  vom 6. Oktober  2006  sowie  der  zugehörigen 
Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSV, SR 830.11) in der Fassung vom 28. September 2007 (5. IVG-
Revision,  AS 2007 5129 bzw. AS 2007 5155, in Kraft  seit  1. Januar 
2008)  anwendbar. Für die Prüfung des Leistungsanspruchs vor dem 
31. Dezember  2007  sind das ATSG in  der  Fassung vom 6.  Oktober 
2000 sowie die Verordnung in der Fassung vom 11. September 2002 
anwendbar (vgl. auch UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 
Basel Genf 2009, Art. 82 Rz. 5).

Das IVG ist grundsätzlich in der Fassung vom 6. Oktober 2006, in Kraft 
seit  dem 1. Januar 2008 anwendbar (5. IV-Revision, AS 2007 5129), 
bzw. pro rata temporis vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 in 
der  Fassung  vom 21.  März  2003  (4. IVG-Revision,  AS  2003  3837); 
ferner  seit  dem  1.  Januar  2008  die  zugehörige  Verordnung  in  der 
Fassung vom 28. September 2007 (5. IV-Revision, AS 2007 5155) bzw. 
vom  1.  Januar  2004  bis  31.  Dezember  2007  in  der  Fassung  vom 
21. Mai 2003 (4. IV-Revision, AS 2003 3859).

Bezüglich der vorliegend auf Grund von Art. 2 ATSG in Verbindung mit 
Art. 1 Abs. 1 IVG zu berücksichtigenden ATSG-Normen zur Arbeitsun-
fähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7), Invalidität (Art. 8) und zur 
Bestimmung  des  Invaliditätsgrades  (Art.  16)  sowie  zur  Revision  der 
Invalidenrente  und  anderer  Dauerleistungen  (Art.17)  hat  das 
Schweizerische  Bundesgericht  (vormals:  Eidgenössisches  Ver-
sicherungsgericht)  erkannt,  dass  es  sich  bei  den in  Art.  3-13 ATSG 
enthaltenen Legaldefinitionen in aller Regel um eine formellgesetzliche 
Fassung  der  höchstrichterlichen  Rechtsprechung  zu  den  ent-
sprechenden  Begriffen  vor  Inkrafttreten  des  ATSG handelt  und  sich 
inhaltlich damit keine Änderung ergibt, weshalb die hierzu entwickelte 
Rechtsprechung  übernommen  und  weitergeführt  werden  kann  (vgl. 
BGE 130 V 343 E. 3). Auch die Normierung des Art. 16 ATSG führt  
nicht  zu einer Modifizierung der bisherigen Judikatur zur Invaliditäts-

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bemessung  bei  erwerbstätigen  Versicherten,  welche  weiterhin  nach 
der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs vorzunehmen ist 
(zu Art. 28 Abs. 2 IVG in der bis zum 31. Dezember 2002 in Kraft ge-
standenen Fassung vgl. BGE 128 V 29 E. 1, BGE 104 V 135 E. 2a und 
b).

4.
Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  sind  für  die  Be-
stimmungen  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  im  Beschwerde-
verfahren grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Er-
lasses der angefochtenen Verfügung massgebend (hier: 10. April 2008; 
vgl.  auch  BGE  132  V  368  E.  6.1  mit  Hinweisen,  vgl.  auch THOMAS 
LOCHER,  Grundriss  des  Sozialversicherungsrechts,  3. Auflage,  Bern 
2003, S. 489 Rz. 20).

Sachverhaltsänderungen,  die  nach  dem  massgebenden  Zeitpunkt 
des  Erlasses  des  angefochtenen  Entscheides  eingetreten  sind, 
können  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  daher  grundsätzlich 
nicht  berücksichtigt  werden.  Allerdings  können  Tatsachen,  die  den 
Sachverhalt  seither verändert  haben, unter Umständen Gegenstand 
einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 121 V 362 E. 1b mit 
weiteren Hinweisen). 

5.
Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung 
hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG) und bei Ein -
tritt  der  Invalidität  während  der  vom  Gesetz  vorgesehenen  Dauer 
Beiträge  an  die  Alters-,  Hinterlassenen-  und  Invalidenversicherung 
(AHV/IV) geleistet hat; d.h. während mindestens eines vollen Jahres 
gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG in der bis zum 31. Dezember 2007 gültig  
gewesenen  und  während  mindestens  drei  Jahren  gemäss  Art.  36 
Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung. Diese Be-
dingungen  müssen  kumulativ  gegeben  sein;  fehlt  eine,  so  entsteht 
kein Rentenanspruch. 

5.1 Massgebend  für  die  Prüfung,  ob  die  ein-  oder  dreijährige 
Mindestbeitragsdauer  zur  Anwendung  kommt,  ist  das  Datum  des 
Eintritts des Versicherungsfalls (Eintritt der Invalidität) und nicht etwa 
dasjenige des Beschlusses der  IV-Stelle  oder  der  Verfügung (Weg-
leitung  über  die  Renten  in  der  Eidgenössischen  Alters-,  Hinter-
lassenen- und Invalidenversicherung RWL Rz. 3004).

Seite 11

Falls  die  dreijährige  Mindestbeitragsdauer  mittels  schweizerischer 
Versicherungszeiten  nicht  erfüllt  ist,  müssen  für  Schweizer  Bürger 
und Staatsangehörige von EU-  und EFTA-Staaten  für  die  Erfüllung 
der  dreijährigen  Mindestbeitragsdauer  Beitragszeiten  mitberück-
sichtigt  werden,  die  in  einem  EU/EFTA-Staat  zurückgelegt  worden 
sind  (Art.  45  VO Nr. 1408/71;  vgl.  RWL Rz. 3004  Ziff.  2;  vgl.  auch 
Botschaft  zur Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenver-
sicherung [5. Revision] vom 22. Juni 2005 BBl 2005 4536).

Gemäss Exposé vom 18. Januar 2008 (act. 43) hat die Beschwerde-
führerin von 1990 bis 1991 während insgesamt 12 Monaten Beiträge 
an die schweizerische AHV/IV geleistet. Dem Formular E 205 ist zu 
entnehmen,  dass  die  Beschwerdeführerin  von  1984  bis  2007  (mit 
Unterbrüchen)  Versicherungszeiten  in  Österreich  zurückgelegt  hat 
(act. 5).

5.1.1 Die  Beschwerdeführerin  hat  somit  die  Mindestbeitragsdauer 
von einem, unter Anrechnung der ausländischen Versicherungszeiten 
auch diejenige von drei Jahren erfüllt. 

5.2 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der von 2004 bis Ende 2007 gültig 
gewesenen  Fassung)  besteht  der  Anspruch  auf  eine  ganze  Rente, 
wenn  die  versicherte  Person  mindestens  70%,  derjenige  auf  eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem In-
validitätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe 
Rente  und  bei  einem  Invaliditätsgrad  von  mindestens  40%  ein 
solcher  auf  eine  Viertelsrente. Hieran  hat  die  5.  IV-Revision  nichts 
geändert  (Art. 28  Abs.  2  IVG  in  der  ab  1.  Januar  2008  geltenden 
Fassung). 

Gemäss Art. 28 Abs. 1 ter IVG (in der von 2004 bis Ende 2007 gültig 
gewesenen  Fassung)  bzw. Art. 29  Abs. 4  IVG (in  der  ab 1. Januar 
2008 geltenden Fassung) werden jedoch Renten, die einem Invalidi-
tätsgrad von weniger als 50% entsprechen, nur an Versicherte aus-
gerichtet,  die  ihren  Wohnsitz  und  gewöhnlichen  Aufenthalt  (Art.  13 
ATSG)  in  der  Schweiz  haben.  Nach  der  Rechtsprechung  des 
Bundesgerichts stellt diese Regelung nicht eine blosse Auszahlungs-
vorschrift,  sondern  eine  besondere  Anspruchsvoraussetzung  dar 
(BGE 121 V 275 E. 6c). Eine Ausnahme von diesem Prinzip gilt  ab 
1. Juni  2002  für  Schweizer  Bürgerinnen  und  Bürger  sowie  An-
gehörige  von  Mitgliedstaaten  der  Europäischen  Union,  welche  An -

Seite 12

spruch auf Viertelsrenten haben, wenn sie in einem Mitgliedstaat der 
Europäischen Union Wohnsitz haben. 

5.3 Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG (in der von 2004 bis Ende 2007 gültig 
gewesenen  Fassung)  entsteht  der  Rentenanspruch  frühestens  in 
dem Zeitpunkt,  in  dem die  versicherte  Person  mindestens  zu  40% 
bleibend  erwerbsunfähig  (Art.  7  ATSG)  geworden  ist  (Bst.  a)  oder 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens zu 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (Bst. 
b). 

Eine  bleibende  Erwerbsunfähigkeit  besteht  vorliegend  nicht.  Es 
handelt  sich nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts  vielmehr 
um ein labiles Krankheitsgeschehen, welches frühestens nach Ablauf 
der gesamten gesetzlichen Wartezeit einen allfälligen Rentenanspruch 
begründen  kann  (Urteil  des  Bundesgerichts  [BGer]  I  163/2005  vom 
30. Mai 2005, BGE 119 V 98 E. 4a).

5.4 Nach dem ATSG in  Verbindung mit  dem IVG ist  der  Begriff  "In-
validität"  nicht  nach  medizinischen  Kriterien  definiert,  sondern  nach 
der Unfähigkeit, Erwerbseinkommen zu erzielen (BGE 132 V 93 E. 4,  
BGE 110 V 273 E. 4a, BGE 102 V 165) oder sich im bisherigen Auf-
gabenbereich zu betätigen. Dabei sind die Erwerbs- bzw. Arbeitsmög-
lichkeiten  nicht  nur  im  angestammten  Beruf  bzw.  in  der  bisherigen 
Tätigkeit,  sondern  auch  in  zumutbaren  Verweisungstätigkeiten  zu 
prüfen. 

Nach Art. 8 Abs. 1 ATSG (sowohl in der Fassung vom 6. Oktober 2000, 
in  Kraft  vom 1. Januar 2003 bis 31. Dezember 2007 als auch in  der 
Fassung vom 6. Oktober 2006, in Kraft seit 1. Januar 2008) ist die In-
validität  die  voraussichtlich  bleibende  oder  längere  Zeit  dauernde 
ganze oder  teilweise  Erwerbsunfähigkeit.  Art.  4  IVG führt  dazu  aus, 
dass die Invalidität Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall 
sein kann; nach Abs. 2 dieser Norm gilt die Invalidität als eingetreten, 
sobald  sie  die  für  die  Begründung  des  Anspruchs  auf  die  jeweilige 
Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat.

Erwerbsunfähigkeit  ist  der  durch  Beeinträchtigung  der  körperlichen 
oder  geistigen  Gesundheit  verursachte  und  nach  zumutbarer  Be-
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der  Erwerbsmöglichkeiten  auf  dem  in  Betracht  kommenden  aus-
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG, Fassung vom 6. Oktober 2000, 

Seite 13

in  Kraft  vom 1. Januar  2003 bis  31. Dezember  2007). Mit  der  5. IV-
Revision hält Art. 7 Abs. 2 ATSG neu fest, dass für die Beurteilung des 
Vorliegens  einer  Erwerbsunfähigkeit  ausschliesslich  die  Folgen  der 
gesundheitlichen  Beeinträchtigung  zu  berücksichtigen  sind.  Eine  Er-
werbsunfähigkeit  liegt  zudem nur  vor,  wenn sie  aus  objektiver  Sicht 
nicht  überwindbar  ist.  Mit  dieser  neuen  Regelung  beabsichtigte  der 
Gesetzgeber, dass eine Rente erst dann gesprochen wird, wenn die 
versicherte Person alle zumutbaren Schritte zur Vermeidung oder Ver-
ringerung der Invalidität vorgenommen hat (BBl 2005 4531).

Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen 
und geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 
bisherigen Beruf  oder  Aufgabenbereich  zumutbare  Arbeit  zu  leisten. 
Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen 
Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).

5.5 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen  auch  psychische  Gesundheitsschäden  eine  Invalidität  bewirken 
(Art.  8  i.V.m. Art.  7  ATSG). Nicht  als  Folgen eines psychischen Ge-
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als 
relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die ver-
sicherte Person bei  Aufbietung allen guten Willens,  die verbleibende 
Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des For-
derbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E.  
1.2 mit Hinweisen, 130 V 352 E. 2.2.1; SVR 2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 
2.4). Entscheidend ist,  ob  und inwiefern  es  der  versicherten Person 
trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähig-
keit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft trag-
bar  ist.  Dies  ist  nach  einem weitgehend  objektivierten  Massstab  zu 
prüfen (BGE 127 V 294 E. 4c in fine, 102 V 165; AHI 2001 S. 228 E. 
2b).

Grundlage für  die Bemessung der Invalidität  bildet  die trotz gesund-
heitlicher Beeinträchtigung noch bestehende Arbeitsfähigkeit im versi -
cherten  Tätigkeitsbereich. Die  Annahme eines psychischen  Gesund-
heitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und 
Art. 6 ATSG im Besonderen setzt grundsätzlich eine lege artis auf die 
Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psy-
chiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396). Eine solche Dia-
gnose  ist  eine  rechtlich  notwendige,  aber  nicht  hinreichende  Bedin-

Seite 14

gung für einen invalidisierenden Gesundheitsschaden (BGE 132 V 65 
E. 3.4). Entscheidend ist,  ob  und inwiefern,  allenfalls  bei  geeigneter 
therapeutischer  Behandlung,  von  der  versicherten  Person  trotz  des 
Leidens willensmässig erwartet werden kann zu arbeiten (BGE 127 V 
294 E. 5a). Diese Frage beurteilt sich nach einem weitgehend objekti -
vierten Massstab (BGE 127 V 294 E. 4b/cc). Dies gilt  insbesondere 
auch bei anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen im Sinne von 
ICD-10 F45.4 (BGE 130 V 352 E. 2.2.3 und 2.2.4). 

5.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung – 
und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen  haben.  Aufgabe  des  Arztes  oder  der  Ärztin  ist  es,  den  Ge-
sundheitszustand  zu  beurteilen  und  dazu  Stellung  zu  nehmen,  in 
welchem Umfang  und  bezüglich  welcher  Tätigkeiten  die  versicherte 
Person arbeitsunfähig  ist. Im Weiteren  sind  die  ärztlichen  Auskünfte 
eine  wichtige  Grundlage  für  die  Beurteilung  der  Frage,  welche 
Arbeitsleistungen  der  versicherten  Person  noch  zugemutet  werden 
können (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 
62 E. 4b.cc). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Be-
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen  beruht,  auch  die  geklagten  Beschwerden  berücksichtigt,  in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar-
legung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen be-
gründet  sind. Ausschlaggebend für  den Beweiswert  ist  grundsätzlich 
somit weder die Herkunft  eines Beweismittels noch die Bezeichnung 
der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be-
richt oder Gutachten, sondern dessen Inhalt  (BGE 125 V 351 E. 3a; 
AHI 2001 S. 113 f. E. 3a; RKUV 2003 U 487 S. 345 E. 5.1).

Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung als mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung 
in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 
aufzustellen (vgl. BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil 
des Bundesgerichts vom 24. Januar 2000, I 128/98, E. 3b). So ist den 
im  Rahmen  des  Verwaltungsverfahrens  eingeholten  Gutachten  ex-
terner Spezialärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 
Untersuchungen  sowie  nach  Einsicht  in  die  Akten  Bericht  erstat ten 

Seite 15

und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge-
langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, so-
lange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 
sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit  Hinweisen). Berichte  der  be-
handelnden  Ärzte  sind  wegen  deren  auftragsrechtlicher  Vertrauens-
stellung  zum  Patienten  mit  Vorbehalt  zu  würdigen  (BGE 125 V 353 
E. 3b/cc). Dies gilt  sowohl für allgemein praktizierende Hausärzte als 
auch  für  behandelnde  Spezialärzte  (Urteil  des  EVG  vom  20. März 
2006, I 655/05 E. 5.4 mit Hinweisen). 

6.
Im Folgenden ist  zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin an einer in -
validisierenden Gesundheitsschädigung leidet. 

Die  Beschwerdeführerin  macht  geltend,  seit  dem  Unfallereignis  im 
Februar  2006 täglich  an Schmerzen in  verschiedensten Intensitäts-
stufen zu leiden, die Beweglichkeit der Halswirbelsäule sei stark ein-
geschränkt. Deshalb könne sie ihre früheren Tätigkeiten als Friseurin, 
Barfrau, Bergwerksführerin oder Seniorenbetreuerin nicht mehr aus-
üben.

6.1 Die Vorinstanz hat ihre abweisende Verfügung insbesondere ge-
stützt auf folgende medizinischen Unterlagen erlassen:

Im  undatierten  Rentengutachten  der  allgemeinen  Unfallver-
sicherungsanstalt,  Landesstelle  S._______,  basierend auf  einer  am 
26. Mai  2006  stattfindenden  Untersuchung,  führt  Dr.  W._______, 
klinischer  Neuro-  und  Gesundheitspsychologe,  Psychotherapeut, 
allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger die 
Verletzungen Polytrauma mit Commotio Cerebri und Contusio Capitis 
als Gegenstand des neuropsychologischen Gutachtens auf. Im Zeit -
punkt  der  neuropsychologischen  bzw. klinisch-psychologischen  Un-
tersuchung  fänden  sich  weder  fassbare  Zeichen  für  das  Vorliegen 
eines organischen Psychosyndroms noch für  eine posttraumatische 
Belastungsstörung.  Jedoch  zeige  die  Explorandin  eine  neurotische 
Entwicklung  mit  beginnender  Angststörung  mit  deutlich  körperdys-
morphen Zügen (ICD 10: F 41.1, F 45.2), die eine psychiatrisch-me-
dikamentöse  und  psychologisch-psychotherapeutische  Behandlung 
notwendig mache. Aus psychologischer Sicht sei die Erwerbsfähigkeit 
aufgrund der Unfallfolgen nicht herabgesetzt (act. 23). Im psychologi -
schen Untersuchungsbericht vom 21. Mai 2007 führte Dr. W._______ 
wiederum  die  Diagnose  neurotische  Entwicklung  mit  beginnender 

Seite 16

generalisierter Angststörung mit deutlichen körperdysmorphen Zügen 
und minimale kognitive Störung mit herabgesetzter Grundaktivierung 
auf. Aufgrund des psychischen Leistungsprofils  seien mittelschwere 
geistige  Arbeiten unter  durchschnittlichem Zeitdruck  mit  nicht  mehr 
als  den gesetzlich vorgeschriebenen Pausen ganztätig  möglich und 
zumutbar (act. 39).

Im Spitalbericht  des  Unfallkrankenhauses,  S._______,  vom 3. März 
2006, wo die Beschwerdeführerin unfallbedingt vom 7. Februar 2006 
bis 3. März 2006 hospitalisiert  war, führte Dr. O._______ aus, dass 
die  Patientin  bei  Entlassung  von  Seiten  der  Halswirbelsäule  völlig 
beschwerdefrei  sei; am Unterkiefer  rechts fänden sich gewisse Ge-
fühlsstörungen; die HWS-Beweglichkeit sei fixationsbedingt – Tragen 
einer  Halskrause  –  eingeschränkt;  das  Bein  rechts  könne  von  der 
Unterlage  problemlos  abgehoben  werden;  die  Beschwerdesympto-
matik  betreffend Kniegelenk rechts sei  am Abklingen; peripher kein 
sensomotorisches  Defizit;  die  Grobkraft  und  Sensomotorik  an  den 
oberen Extremitäten seien völlig unauffällig (act. 28).

Im  neurologischen  Befundbericht  vom  4.  April  2006  hält  Dr. 
H._______,  Facharzt  für  Neurologie,  fest,  im  Vergleich  zu  den 
Vorbefunden von S._______ sei keine wesentliche Änderung zu ver-
zeichnen, der Reflexbund zeige eine Funktionsstörung für  C7 beid-
seits (abgeschwächter Trizepsreflex); rechts fände sich eine diskrete 
Dermatomstörung, ansonsten seien keine eindeutigen Querschnitts-
hinweise  objektivierbar  (act.  29).  Im  Befundbericht  vom 9. Oktober 
2006  stellt  Dr.  H._______  insbesondere  eine  Bewegungsein-
schränkung  der  HWS  nach  OP  fest;  am  Bein  seien  derzeit  keine 
Nervenwurzel- oder periphere Nervenschädigung objektivierbar (act. 
30). 

Dr.  J._______,  Facharzt  für  Psychiatrie  und  Neurologie,  als  be-
handelnder Arzt,  erklärte im fachärztlichen Bestätigungsbericht  vom 
10. Oktober  2006,  dass  die  Beschwerdeführerin  aufgrund  des 
schweren  Verkehrsunfalls  eine  akute  posttraumatische  Belastungs-
störung  entwickelt  habe,  die  trotz  intensiver  medikamentöser  und 
psychotherapeutischer  Behandlung  in  eine  chronische  posttrauma-
tische  Belastungsstörung  übergangen  sei,  weshalb  bis  mindestens 
Januar  2007  eine  Arbeitsunfähigkeit  vorliege  (act.  31).  Im  Bericht 
vom  15. Januar  2007  bestätigte  Dr.  J._______,  dass  bei  der  Be-
schwerdeführerin  nach  wie  vor  eine  posttraumatische  Belastungs-

Seite 17

störung  bestehe,  insbesondere  leide  sie  an  immer  wieder  auf-
tretenden flashbacks,  Angstzuständen und schweren Depressionen, 
Schmerzen  im  Nacken-,  Schulter-  und  Lendenwirbelsäulenbereich 
sowie  beiden  Knie-  und  Sprunggelenken. Ein  Verbleib  im  Kranken-
stand  sei  für  die  nächsten drei  Monaten dringend erforderlich  (act. 
33).  Im  auf  Veranlassung  der  Beschwerdeführerin  erstellten  Gut-
achten  vom 19. April  2007  führte  Dr. J._______  insbesondere  aus, 
aufgrund  des  erlittenen  Unfalltraumas  und  der  Auflösung  des 
Arbeitsverhältnisses herrsche nun ein komplexes Zusammenspiel der 
Diagnosen posttraumatische Belastungsstörung (ICD10: F43.1)  und 
rezidivierende  depressive  Störung.  Bezüglich  des  Schmerzkalküls 
erklärte Dr. J._______, die Beschwerdeführerin habe während sieben 
Tagen  (Zeitraum  des  Unfallereignisses  bis  zur  durchgeführten 
Stabilisierungsoperation)  an  qualvollen  Schmerzen  gelitten,  danach 
habe sie starke seelische Schmerzen bis Ende Juni 2006 gehabt. Ab 
Mitte  Juni  sei  allmählich  eine  Besserung  eingetreten,  so  dass  seit 
Ende Juni 2006 von mittelgradig seelischen Schmerzen gesprochen 
werden  könne.  Seither  sei  ihr  die  Ausübung  gewisser  Tätigkeiten 
wieder  möglich (act. 38). Im Bericht  vom 6. August  2007 stellte  Dr. 
J._______  fest,  dass  die  Beschwerdeführerin  an  flash-back  Erleb-
nissen,  sich  wiederholenden  Angstzuständen  und  depressiven 
Stimmungseinbrüchen  leide.  Im  Übrigen  trügen  die  somatischen 
Folgen  des  Unfalls  mit  immer  wiederkehrenden  Schmerzen  im 
Nacken-, Schulter-, Lendenwirbelsäulenbereich und beiden Knie- und 
Sprunggelenken zur psychischen Destabilisierung bei. Daher sei an 
eine  Arbeitstätigkeit  nicht  zu  denken,  weshalb  aus  fachärztlicher 
Sicht eine Pensionierung dringend angezeigt sei (act. 41). 

Im  ärztlichen  Entlassungsbericht  des  Moorheilbad  A._______  vom 
14. Dezember 2006 sind die Diagnosen Zustand nach Wegunfall vom 
7. Februar  2006 mit  Luxationsfraktur  II  und III,  HWK mit  operativer 
Verblockung, Contusio cerebri et gen. utriusque Spondylopathia def., 
Dorsalgie,  Polyarthrose  und  Zustand  nach  Melanom-OP  Ohr  links 
aufgeführt. Die Beschwerdeführerin leide seit dem Unfall verstärkt an 
Schmerzen  im  Nacken-Schultergürtelbereich,  die  einerseits  in  den 
Hinterkopf mit gelegentlichen Vertigoattacken, andererseits über den 
rechten  Arm  mit  Parästhesien  im  Bereich  der  rechten  Hand  aus-
strahlten (act. 32).

Im undatierten von Prof. Dr. T._______ und Mag. E._______ unter-
zeichneten  neuropsychologischen  Befundbericht  der  Universitäts-

Seite 18

klinik  für  Neurologie,  I._______,  der  aufgrund  einer  persönlichen 
Untersuchung vom 5. März 2007 erstellt wurde, wird die Situation der 
Beschwerdeführerin  folgendermassen  zusammengefasst:  In  der 
neuropsychologischen Untersuchung imponierten vor allem eine all -
gemeine  Reaktionsverlangsamung  und  Aufmerksamkeits-
schwankungen. Des Weiteren zeigten sich leichte Beeinträchtigungen 
in der Konsolidierung und im Wiedererkennen von verbalem Material.  
Die  visuo-konstruktiven  Leistungen  seien  aufgrund  von  ungenauer 
Arbeitsweise leicht beeinträchtigt gewesen. Intakt seien verbale Lern- 
und  Abrufleistung,  figurale  Gedächtnisleistungen,  frontal-exekutive 
Funktionen und die  Fähigkeit  zur selektiven und geteilten  Aufmerk-
samkeit. Die Angstwerte seien deutlich, die Depressionswerte leicht 
erhöht.  Aus  neuropsychologischer  Sicht  sei  ein  basales  Aufmerk-
samkeitstraining empfohlen. Im Befundbericht  finden sich keine An-
gaben zur Arbeitsfähigkeit (act. 34). 

Im  zu  Handen  der  Pensionsversicherungsanstalt,  Landesstelle 
T._______, I._______, erstellten Gutachten vom 25. April 2007 führte 
Dr.  R._______,  Facharzt  für  Unfallchirurgie,  die  Diagnosen  mit 
Hauptursache  der  Minderung  der  Erwerbsfähigkeit  Zustand  nach 
operativer Verblockung des 2. und 3. Halswirbelkörpers nach Fraktur 
des  2.  Halswirbelkörpers  und  Instabilität  im  Segment  C2/C3  mit 
Reizsymptomatik  der  Nervenwurzeln  C6  und  C7  rechts  und 
chronische  Kreuzschmerzen  bei  Zustand  nach  Bandscheibenvorfall  
im  Segment  L4/L5  ohne  sensomotorisches  Defizit  sowie 
Femoropatellarsyndrom rechts auf. Als weitere Leiden erwähnte der 
Gutachter  neurotische  Entwicklung  einer  beginnenden 
generalisierten  Angststörung  mit  deutlichen  körperdysmorphen 
Zügen,  minimale  kognitive  Störung,  posttraumatische  Belastungs-
störung  und  rezidivierende  depressive  Störung.  Der  Beschwerde-
führerin  seien  vollschichtig  leichte  körperliche  Belastungen  im 
Wechsel der Arbeitshaltungen unter Vermeidung von mittelschweren 
Hebe- und Trageleistungen bei ausreichendem Schutz vor Kälte und 
Nässe  zuzumuten.  Schreib-  und  Bildschirmarbeiten  seien  zu  ver-
meiden, Überkopfarbeiten nur fallweise zu fordern (act. 36).

Im  Befundbericht  des  Bezirkskrankenhauses  St._______  in 
T._______ vom 3. Juli  2007 wird  eine posttraumatische Verplattung 
der  Wirbelkörper  C2  und  C3  von  ventral  mittels  Metallplatte  sowie 
vier Schrauben, jeweils zwei pro Wirbelkörper erwähnt. Soweit nativ -
radiologisch beurteilbar, lägen die Schrauben korrekt ohne räumliche 

Seite 19

Beeinträchtigung  intraspinaler  Strukturen.  Die  Beweglichkeit  auf 
Niveau  C2-C3  sei  dementsprechend  weitgehend  aufgehoben.  Bei 
den restlichen HWS-Segmenten bestehe reguläre Beweglichkeit (act. 
40).

Dr.  C._______,  Facharzt  für  Psychiatrie/Neurologie,  beurteilt  die 
Leistungsfähigkeit  im  zu  Handen  der  Pensionsversicherungsanstalt 
Landesstelle T._______, I._______, erstellten Gesamtgutachten vom 
18. Juli  2007  wie  folgt:  Aus  unfallchirurgischer  Sicht  seien  voll -
schichtig leichte körperliche Belastungen im Wechsel der Arbeitshal-
tungen und unter Vermeidung von mittelschweren Hebe- und Trage-
leistungen  bei  ausreichendem  Schutz  vor  Kälte  und  Nässe  zuzu-
muten. Schreibe- und Bildschirmarbeiten seien zu vermeiden, Über-
kopfbelastungen nur fallweise auszuführen. Aus psychiatrischer Sicht 
seien der Beschwerdeführerin vollzeitig geregelte Tätigkeiten bis zu 
einem  durchschnittlichen  Zeitdruck  zumutbar.  Der  Gutachter  diag-
nostizierte  als  Hauptursache  der  Minderung  der  Erwerbsfähigkeit 
neurotische  Entwicklung  einer  beginnenden  generalisierten  Angst-
störung  mit  deutlichen  körperdysmorphen  Zügen,  Zustand  nach 
operativer Verblockung des 2. und 3. Halswirbelkörpers nach Fraktur 
des  2.  Halswirbelkörpers  und  Instabilität  im  Segment  C2/C3  mit 
Reizsymptomatik  der  Nervenwurzel  C6  und  C7  rechts  S12.9, 
chronische  Kreuzschmerzen  bei  Zustand  nach  Bandscheibenvorfall 
im  Segment  L4/L5  ohne  sensomotorisches  Defizit  M51.2, 
Femoropatellarsyndrom rechts (act. 35). 

Dr.  M._______,  Allgemeinmediziner,  bestätigte  am  18. September 
2007, dass sich die Beschwerdeführerin bei ihm zur Schmerztherapie 
in Behandlung befinde (act. 42). 

6.1.1 Der  zur  Beurteilung  aufgeforderte  Dr.  L._______  führte  in 
seiner  Stellungnahme  vom  5. Februar  2008  als  Hauptdiagnose 
neurotische  Störung  mit  Entwicklung  einer  generalisierten  Angst-
erkrankung  mit  deutlichen  körperdysmorphen  Zügen,  als  Neben-
diagnose  mit  Auswirkungen  auf  die  Arbeitsfähigkeit  minimale 
kognitive  Störung,  Status  nach  Halswirbelkörperfraktur  und  Ver-
plattung  sowie  chronische  Kreuzschmerzen  auf.  Der  IV-Stellenarzt 
erklärte, im Gesamtgutachten von Dr. R._______ vom 25. April 2007, 
das  sachlich  einwandfrei  sei  und dessen Schlussfolgerungen nach-
vollziehbar  seien,  sei  sowohl  von  psychiatrischer  wie  von  ortho-
pädischer  Sicht  keine funktionelle  Behinderung in rentenrelevantem 

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Ausmass  festgestellt  worden.  Die  Beschwerdeführerin  könne  ihren 
Beruf als Altenpflegerin als mittelschwere psychische und physische 
Arbeit  uneingeschränkt  ausüben.  Somit  bestehe  in  der  bisherigen 
Tätigkeit  und  in  Verweisungstätigkeiten  volle  Arbeitsfähigkeit  (act. 
44).

6.1.2 Im  Rahmen  des  Vorbescheidsverfahrens  reichte  die  Be-
schwerdeführerin weitere Arztberichte ein:

Dr. J._______ führte in seinem Bericht vom 25. Februar 2008 bereits 
in  früheren  Berichten  genannte  Diagnosen  auf  und  stellt  eine  seit 
Februar  2006  durchgehende  umfassende  Arbeitsunfähigkeit  fest 
(BVGer act. 1). 

Dr.  M._______  bestätigte  am  28. Februar  2008,  dass  die  Be-
schwerdeführerin  bei  ihm  zur  Schmerztherapie  in  Behandlung  sei 
(BVGer act. 1).

Dr.  L._______,  IV-Stellenarzt,  hielt  in  seiner  Stellungnahme  vom 
7. April  2008  an  seiner  Beurteilung  vom  5.  Februar  2008  fest.  Dr. 
J._______,  als  behandelnder  Arzt,  nenne  bereits  bekannte  Leiden 
und stelle im Gegensatz zum umfassenden Gesamtgutachten von Dr. 
C._______  und  Dr.  R.________  eine  durchgehende  umfassende 
Arbeitsunfähigkeit  fest,  ohne  jedoch  neue  Gesichtspunkte  aufzu-
führen. Aufgrund der  Tatsache,  dass das zu Handen der  Pensions-
versicherungsanstalt  Landesstelle  T._______,  I._______,  erstellte 
Gesamtgutachten  umfassend  und  sorgfältig  und  in  der  Schluss-
folgerung nachvollziehbar  und besser  begründet  sei,  sei  darauf  ab-
zustellen. Im Übrigen sei bekannt, dass die behandelnden Ärzte eher 
eine  höhere  Arbeitsunfähigkeit  als  ein  unabhängiges  Gremium 
attestierten (act. 48). 

6.1.3 Im  Rahmen  der  Beschwerde  reichte  die  Beschwerdeführerin 
die  zu  Handen  des  Landesgerichts  I._______  als  Arbeits-  und 
Sozialgericht erstellten Gutachten ein, insbesondere:

Dr.  B._______,  Fachärztin  für  Psychiatrie/Psychotherapeutin, 
diagnostizierte am 29. Dezember 2007, eine neurotische Entwicklung 
mit  beginnender  generalisierter  Angststörung  (ICD-10:F  41.1)  und 
ausgeprägte  hypochondrische  Störung.  Im  Zeitpunkt  der  Unter-
suchung  sei  die  Beschwerdeführerin  deutlich  depressiv.  Dr. 
B._______  empfiehlt  eine  weitere  regelmässige  psychiatrische  Be-

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handlung vorzugsweise im stationären Bereich, eine Modifikation der 
Psychopharmaka  und  eine  regelmässige  psychotherapeutische  Be-
handlung. Durch diese zumutbaren Therapien könne es wahrschein-
lich im Zeitraum von 12 Monaten zu einer deutlichen Verbesserung 
des psychopathologischen Zustandsbildes kommen. Die Gutachterin 
befindet, dass die Beschwerdeführerin nicht arbeitsfähig sei (BVGer 
act. 28). 

Im undatierten Teilgutachten (nicht vollständig eingereicht) nennt Dr. 
H._______, Facharzt für Innere Medizin, insbesondere die Diagnosen 
Übergewicht,  Hypotonie,  Mitralinsuffizienz,  Gastritisneigung,  leichte 
Fettleber,  Leukozytose  unklarer  Genese.  Aus  internistischer  Sicht 
könne die Beschwerdeführerin leichte und mittelschwere Arbeiten im 
Gehen,  Stehen  und  Sitzen  sowohl  in  geschlossenen  Räumen  als 
auch im Freien ausführen,  ein Wechsel  der Körperhaltung sei  nicht 
nötig.  Zu  vermeiden  seien  häufiges  Heben  von  Lasten  über  12  kg 
und  Tragen  von  Lasten  über  8  kg,  häufiges  oder  routinemässiges 
Bücken,  Überkopfarbeiten,  Arbeiten  auf  Leitern  und  Gerüsten, 
Nachtarbeit, Arbeiten an Maschinen, bei denen eine besondere Ver-
letzungsgefahr  bestehe,  Arbeiten  am  Fliessband,  im  Akkord  und 
unter besonderem Stress (BVGer act. 1).

Dr.  G._______,  Facharzt  für  Neurologie  und  Psychiatrie,  führt  in 
seinem Gutachten (unvollständig eingereicht)  in  diagnostischer Hin-
sicht  aus:  bei  Zustand  nach  Luxationsfraktur  C2/C3  und  Prellung 
beider Kniegelenke sowie Schädelprellung zeige sich klinisch-neuro-
logisch  eine  Sensibilitätsstörung  in  der  Höhe  der  Narbe  nach 
Operation im Bereich des M. sternocleidomastroideus, subjektiv liege 
eine Bewegungseinschränkung der  Halswirbelsäule  vor,  es  bestehe 
der Verdacht auf eine anhaltende, somatoforme Schmerzstörung. Als 
Nebendiagnosen nennt Dr. G._______ Übergewicht  (BMI 30),  leicht 
erhöhte Blutsenkungsrate, relativ deutliche Leukozytose sowie viele 
Neutrophile  toxisch  granuliert,  leichtgradige  Thrombozytose.  Aus 
neurologisch-psychiatrischer  Sicht  könne  die  Beschwerdeführerin 
ganztägig  leichte  bis  zu  einem  Drittel  mittelschwere  Arbeiten, 
Arbeiten im unregelmässigen Wechsel zwischen Gehen, Stehen und 
Sitzen  (ohne  fixe  zeitliche  Zuordnung  der  Gesamtarbeitszeit)  ver-
richten. Die Arbeiten könnten in geschlossenen Räumen und bis zu 
einem  Drittel  im  Freien  unter  nötigem  Kälte-,  Nässeschutz  sowie 
Schutz  vor  kalter  Zugluft  erfolgen.  Zu  vermeiden  seien  häufiges 
Heben von Lasten über 10 kg, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, in 

Seite 22

ständig  gebückter  vorgebeugter  oder  hockender  Körperhaltung, 
häufiges  Bücken  oder  Treppensteigen  und  Überkopfdrehungen 
(BVGer act 1).

Dr. Z._______, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie, 
führte  in  seinem  Gutachten  vom  29. Mai  2008  die  Diagnosen 
massives  cervicales  Schmerzsyndrom  nach  posttraumatischer 
Fusion  C2/3,  Dorso-Lumbalsyndrom  bei  leichter  Skoliose  und 
präsacraler Diskopathie, Chondropathia patellae bds. rechts mehr als 
links auf. Unter den üblichen Bedingungen eines Arbeitsverhältnisses 
seien vollzeitig leichte Arbeiten im Gehen, Sitzen und Stehen in ge-
schlossenen  Räumen  unter  Kälte-,  Nässe-  und  Zugluftexpositions-
prophylaxe  zumutbar.  Ein  Haltungswechsel  alle  30  Minuten  über 
einige Minuten sei ausreichend. Zu vermeiden seien das Heben und 
Tragen von Lasten über 8 kg, häufiges oder routinemässiges Bücken, 
sämtliche Überkopfarbeiten,  Arbeiten auf  Leitern  und Gerüsten und 
an  exponierten  Stellen,  Arbeiten  im  Knien  und  in  der  Hocke, 
Zwangshaltung  der  Wirbelsäule,  dauerndes  Treppensteigen,  Fliess-
bandarbeiten und Arbeiten die die volle Rotationsfähigkeit der Hals-
wirbelsäule  benötigten,  ebenfalls  sei  das  berufsbedingte  Lenken 
eines Kraftfahrzeuges zu vermeiden (BVGer act. 1).

Dr. L._______, zu den neuen medizinischen Dokumenten wiederum 
zur  Stellungnahme  aufgefordert,  führte  am  25. Februar  2009  aus, 
während  die  Arbeitsfähigkeit  in  internistischer  und  orthopädischer 
Hinsicht  unbestritten  sei,  seien  die  Aussagen  von  Dr.  J._______ 
kontrovers. Einerseits bleibe der Psychiater bei seiner Einschätzung 
einer  weitgehenden  Arbeitsunfähigkeit,  andererseits  müsse  er  sich 
die berechtigte Bemerkung seines Fachkollegen Dr. G._______ ge-
fallen  lassen,  der  sich  fragte,  ob  eine  objektive  Beurteilung  durch 
einen behandelnden Arzt tatsächlich möglich sei. Die Stellungnahme 
von  Dr.  B._______  werde  von  ihr  selber  relativiert,  indem  sie  bei 
fortgesetzter  Psychotherapie  eine  günstige  Prognose  gestellt  habe. 
Im  Gesamtgutachten  sei  Dr.  G._______  zum  Schluss  gekommen, 
dass die Beschwerdeführerin aus neurologisch-psychiatrischer Sicht 
arbeitsfähig sei. Somit weise die Beschwerdeführerin gesamthaft und 
insbesondere  auch  aus  psychiatrischer  Sicht  keine  glaubhafte 
rentenrelevante  Arbeitsunfähigkeit  auf,  weshalb  er  an  seiner  Be-
urteilung vom 5. Februar 2008 festhalte (BVGer act. 24).

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Dr.  P._______,  Allgemeinmediziner  und  Sprengelarzt,  bestätigt  in 
seinem Kurzbericht vom 5. Oktober 2007 insbesondere, dass sich die 
Beschwerdeführerin  von  1988  bis  2003  bei  ihm in  Behandlung  be-
funden  hat,  ohne  Angaben  zur  Arbeitsfähigkeit  zu  machen  (BVGer 
act. 28). 

6.2 Zusammenfassend  ist  in  Würdigung  der  medizinischen  Unter-
lagen festzustellen, dass die Fachärzte hinsichtlich der somatischen 
Diagnosen  nicht  wesentlich  voneinander  abweichen.  Insbesondere 
werden die entscheidrelevanten Diagnosen Polytrauma mit Commotio 
Cerebri,  Zustand  nach  operativer  Verblockung  des  2.  und  3.  Hals-
wirbelkörpers nach Fraktur des 2. Halswirbelkörpers und Instabilität 
im Segment C2/C3 mit Reizsymptomatik der Nervenwurzeln C6 und 
C7 rechts und chronische Kreuzschmerzen bei Zustand nach Band-
scheibenvorfall  im  Segment  L4/L5  ohne  sensomotorisches  Defizit 
sowie Femoropatellasyndrom rechts aufgeführt. Jedoch weichen die 
Gutachter hinsichtlich der Diagnosen aus psychiatrischer Sicht von-
einander ab. Während die Dres. W._______, C._______, R._______ 
und B._______ sowie der IV-Stellenarzt eine neurotische Entwicklung 
mit beginnender generalisierter Angststörung und minimale kognitive 
Störung  diagnostizieren,  stellen  Dr.  J._______  wie  auch  Dr. 
R._______  als  Diagnose  eine  posttraumatische  Belastungsstörung 
(ICD10:F43.1) und rezidivierende depressive Störung (ICD10:F33.8); 
Dr.  G._______  hegt  zudem  den  Verdacht,  dass  die  Beschwerde-
führerin  an  einer  somatoformen  Schmerzstörung  leiden  könnte. 
Zudem  spricht  Dr.  B._______  von  einer  ausgeprägten  hypo-
chondrischen Störung.

6.2.1 Vorab  ist  festzustellen,  dass  gemäss  bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit  in 
gleicher  Weise wie  körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität 
im Sinne von Art.  4  Abs. 1 IVG in Verbindung mit  Art. 8  ATSG be-
wirken  können.  Nicht  als  Folgen  eines  psychischen  Gesundheits-
schadens  und  damit  invalidenversicherungsrechtlich  nicht  als 
relevant  gelten  Einschränkungen  der  Erwerbsfähigkeit,  welche  die 
versicherte  Person  bei  Aufbietung  allen  guten  Willens,  die  ver-
bleibende  Leistungsfähigkeit  zu  verwerten,  abwenden  könnte;  das 
Mass  des  Forderbaren  wird  dabei  weitgehend  objektiv  bestimmt 
(BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 Seite 3 Erw. 2b mit Hinweisen; vgl.  
auch  BGE  127  V  298  Erw.  4c  in  fine).  Die  Annahme  eines 
psychischen  Gesundheitsschadens,  so  auch  einer  anhaltenden 

Seite 24

somatoformen  Schmerzstörung,  setzt  zunächst  eine  fachärztlich 
(psychiatrisch)  gestellte  Diagnose  nach  einem wissenschaftlich  an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 130 V 398 ff. Erw. 5.3 
und Erw. 6). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet 
indes  auch  eine  diagnostizierte  anhaltende  somatoforme  Schmerz-
störung als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Ver-
mutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit 
einer  zumutbaren  Willensanstrengung  überwindbar  sind.  Bestimmte 
Umstände,  welche  die  Schmerzbewältigung  intensiv  und  konstant 
behindern,  können  den  Wiedereinstieg  in  den  Arbeitsprozess  un-
zumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die 
für  den Umgang mit  den Schmerzen notwendigen  Ressourcen  ver-
fügt.  Ob  ein  solcher  Ausnahmefall  vorliegt,  entscheidet  sich  im 
Einzelfall  anhand  verschiedener  Kriterien. Im Vordergrund  steht  die 
Feststellung  einer  psychischen  Komorbidität  von  erheblicher 
Schwere,  Ausprägung  und  Dauer.  Massgebend  sein  können  auch 
weitere  Faktoren,  so:  chronische  körperliche  Begleiterkrankungen; 
ein  mehrjähriger,  chronifizierter  Krankheitsverlauf  mit  unveränderter 
oder progredienter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; 
ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, 
therapeutisch  nicht  mehr  beeinflussbarer  innerseelischer  Verlauf 
einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbe-
wältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das 
Scheitern  einer  konsequent  durchgeführten  ambulanten  oder 
stationären  Behandlung  (auch  mit  unterschiedlichem 
therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten 
Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich 
die  entsprechenden  Befunde  darstellen,  desto  eher  sind  -  aus-
nahmsweise  -  die  Voraussetzungen  für  eine  zumutbare  Willens-
anstrengung zu verneinen (BGE 132 V 65 E. 4; BGE 131 V 49 E. 1.2 
mit  Hinweisen; BGE 130 V 352). Diese Grundsätze gelten auch für 
gewisse  Somatisierungsstörungen,  die  zum  gleichem  Symptomen-
komplex  mit  pathogenetisch-ätiologisch  unklaren  syndromalen  Be-
schwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gehören 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer] I 70/07 vom 14. April 2008 E. 
5).

6.2.2 Aufgrund der Akten finden sich keine Anzeichen, dass die Be-
schwerdeführerin an einer schweren anhaltenden Depression im Sinne 
der  Rechtsprechung  leidet.  Dr.  J._______  erklärte  in  seinem  Gut-
achten  vom 19. April  2007,  der  Gesundheitszustand  habe  sich  ins-

Seite 25

besondere auch im Zusammenhang mit  der  erfolgten Auflösung des 
Arbeitsverhältnisses wieder verschlechtert. Diesfalls ist  anzunehmen, 
dass die psychischen Leiden durch die psychosozialen Probleme be-
günstigt worden sind. Betreffend den geklagten Schmerzen finden sich 
keine Hinweise auf eine somatoforme Schmerzstörung, die durch eine 
zumutbare  Willensanstrengung  nicht  überwindbar  wäre.  Im  Übrigen 
fällt  auf,  dass  Dr.  B._______  von  einer  ausgeprägten  hypo-
chondrischen Störung spricht.

6.2.3 Des Weiteren wird in Berücksichtigung der aufgeführten Leiden 
die  Arbeitsfähigkeit  von  den  Gutachtern  unterschiedlich  beurteilt. 
Dres. W._______, C._______, R._______, Z._______ und H._______ 
erachten  im  Wesentlichen  leichte  körperliche  Belastungen  im 
Wechsel der Arbeitshaltungen unter Vermeidung von mittelschweren 
Hebe- und Trageleistungen bei ausreichendem Schutz vor Kälte und 
Nässe  als  vollschichtig  zumutbar.  Schreib-  oder  Bildschirmarbeiten 
seien  zu vermeiden,  Überkopfbelastungen nur  fallweise zu fordern. 
Dr.  L._______,  IV-Stellenarzt,  erachtet  die  Beschwerdeführerin  in 
ihrem  Beruf  als  Altenpflegerin  als  mittelschwere  psychische  und 
physische  Arbeit  uneingeschränkt  arbeitsfähig.  Demgegenüber  er-
achten  sowohl  Dr.  J._______  als  behandelnder  Arzt  wie  auch  Dr. 
B._______ die Beschwerdeführerin als arbeitsunfähig. 

Wie  unter  E. 5.6  bereits  erwähnt,  ist  mit  Blick auf  die  Berichte  der 
behandelnden  Ärzte  darauf  hinzuweisen,  dass  nach  der  Recht-
sprechung aufgrund der Verschiedenheit gutachterlicher Tätigkeit und 
des besonderen Vertrauensverhältnisses von Arzt und Patient solche 
Berichte grundsätzlich unter Vorbehalt  zu würdigen sind (Urteil  des 
Bundesgerichts 9C_420/2008 vom 23. September 2008 E. 3). 

Es fällt auf, dass Dr. J._______ und Dr. B._______ in ihren Gutachten 
insbesondere  die  Anamnese  erstellen  und  die  ihnen  zur  Verfügung 
gestellten  medizinischen  Unterlagen  zusammengefasst  haben.  In 
ihrer  anschliessenden  Beurteilung  haben  sie  sich  jedoch  weder 
konkret  zur  Frage  der  willentlichen  Überwindbarkeit  der  von  ihnen 
diagnostizierten psychischen Leiden geäussert  noch begründen sie 
die festgestellte Arbeitsunfähigkeit  eingehender, weshalb ihren Gut-
achten  ein  geringerer  Beweiswert  zukommt  und  auf  sie  nicht  ab-
gestellt werden kann.

Demgegenüber  entsprechen  die  Gutachten  der  Dres.  W._______, 
R._______,  Z._______  und  G._______  den  allgemeinen  beweis-

Seite 26

rechtlichen Anforderungen  an objektiv  erstellte  ärztliche Gutachten. 
Sie  sind  in  Kenntnis  der  Vorakten  abgegeben  worden,  in  ihrer  Be-
schreibung  der  medizinischen  Situation  einleuchtend  und  ihre 
Schlussfolgerungen  schlüssig  (vgl. hiezu  auch  BGE 125 V 351). In 
Berücksichtigung  der  geklagten  Leiden  haben  sie  detailliert  die 
Leistungsfähigkeit  beurteilt,  weshalb  auf  ihre  Einschätzung  der 
Arbeitsfähigkeit  abzustellen  ist,  wonach  die  Beschwerdeführerin  in 
leichten körperlichen Tätigkeiten zu 100% arbeitsfähig ist. 

Unter  diesen  Umständen  sind  von  zusätzlichen  fachärztlichen  Ab-
klärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb im Sinne 
einer antizipierten Beweiswürdigung darauf verzichtet werden kann.

6.3  Die Beschwerdeführerin ist vor dem Unfallereignis nicht mehr als 
Altenpflegerin, sondern als Alltagsgestalterin tätig gewesen. Wenn die 
versicherte Person – wie vorliegend – nach Antritt einer neuen Tätig -
keit  verunfallt  und  der  Unfall  rentenbegründend  sein  könnte,  ist  zur 
Beurteilung der Invalidität  in  der Regel  davon auszugehen, dass die 
versicherte  Person  die  neue  Tätigkeit  voraussichtlich  weitergeführt 
hätte und diese bereits als „bisherige“ Tätigkeit zu qualifizieren ist (vgl.  
auch ULRICH MEYER-BLASER, St. Gallen 2003, in Schmerz und Arbeitsun-
fähigkeit,  S. 38). Auch die Beschwerdeführerin selbst  ist  davon aus-
gegangen,  dass  sie  ohne  Unfall  künftig  als  Alltagsgestalterin  bzw. 
Seniorenbetreuerin  tätig  gewesen  wäre  (vgl.  den  persönlichen  un-
datierten Bericht der Beschwerdeführerin, als Beilage zur Beschwerde 
vom 10. Juni 2008 eingereicht).

6.4 Zusammenfassend kommt das Gericht deshalb zum Schluss, dass 
die  Beschwerdeführerin  gemäss  dem  im  Sozialversicherungsrecht 
massgeblichen  Beweisgrad  der  überwiegenden  Wahrscheinlichkeit 
(BGE 126 V 360 E. 5b) im zu überprüfenden Zeitraum in ihrer zuletzt 
ausgeübten Tätigkeit  als Seniorenbetreuerin – als leichte körperliche 
Tätigkeit (vgl. Zertifikat, BVGer act. 28) – zu 100%, arbeitsfähig ist.

6.5 Die  Beschwerde  ist  deshalb  abzuweisen  und  die  angefochtene 
Verfügung vom 10. April 2008 zu bestätigen. 

7.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige 
Parteientschädigung.

Seite 27

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis i. V. m. Art. 69 Abs. 2 IVG ist das Be-
schwerdeverfahren  bei  Streitigkeiten  um  die  Bewilligung  oder  die 
Verweigerung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 
kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unter-
liegenden  Partei  auferlegt  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die  Verfahrens-
kosten sind gemäss dem Reglement vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
(VGKE, SR 173.320.2) zu bestimmen. Sie werden auf Fr. 300.-- fest -
gelegt  und  mit  dem  bereits  einbezahlten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 308.-- verrechnet. Der zu viel einbezahlte Betrag von Fr. 8.-- wird 
der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 

7.2 Der  unterliegenden  Beschwerdeführerin  ist  entsprechend  dem 
Verfahrensausgang keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 
Abs. 1  VwVG i. V. m. Art. 7  Abs. 1 VGKE e contrario),  und die  ob-
siegende  Vorinstanz  hat  keinen  Anspruch  auf  Parteientschädigung 
(Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde wird  abgewiesen, und  die  Verfügung vom 10. April 
2008 wird bestätigt.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 300.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 308.-- verrechnet. Der zu viel einbezahlte Betrag von Fr. 8.-- wird 
der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz (Ref-Nr._______; Einschreiben)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

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Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Franziska Schneider Sabine Uhlmann

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit  
Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 
angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die 
beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

Seite 29