# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fdcd7090-9137-557c-b23c-c1864f829251
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.11.2021 100 2020 12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-12_2021-11-22.pdf

## Full Text

100.2020.12U
HER/SPA/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. November 2021 

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichterin Steinmann
Gerichtsschreiber Spring 

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 
infolge Schuldenwirtschaft (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des 
Kantons Bern vom 11. Dezember 2019; 2017.POM.358)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.11.2021, Nr. 100.2020.12U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der pakistanische Staatsangehörige A.________ (Jg. 1976) reiste am 
24. November 2002 in die Schweiz ein und ersuchte erfolglos um Asyl. Am 
24. Mai 2005 heiratete er eine Schweizerin und erhielt gestützt auf die Ehe 
eine Aufenthaltsbewilligung, zuletzt gültig bis zum 23. Mai 2011. Das Ehe-
paar trennte sich im Juli 2007, am 13. März 2012 wurde die kinderlos geblie-
bene Ehe geschieden. Am 2. Juni 2010 verwarnte die Einwohnergemeinde 
Bern, Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei (EMF), A.________ 
wegen erheblicher Verschuldung. Aufgrund der anhaltenden Verschuldung 
verweigerte das Amt für Migration und Personenstand des Kantons Bern 
(MIP; heute: Amt für Bevölkerungsdienste [ABEV]), Migrationsdienst (MIDI), 
mit Verfügung vom 11. April 2017 die Verlängerung der Aufenthaltsbewilli-
gung von A.________ und wies ihn unter Ansetzung einer Ausreisefrist aus 
der Schweiz weg.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 15. Mai 2017 Beschwerde 
bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM; heute: Sicher-
heitsdirektion [SID]). Diese wies die Beschwerde am 11. Dezember 2019 ab 
und setzte ihm eine neue Ausreisefrist auf den 31. Januar 2020.

C.

Dagegen hat A.________ am 10. Januar 2020 Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde erhoben. Er beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuhe-
ben und das ABEV sei anzuweisen, seine Aufenthaltsbewilligung zu verlän-
gern. Gleichzeitig hat er um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung 
seines Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt ersucht.

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Die SID beantragt mit Vernehmlassung vom 4. Februar 2020 die Abweisung 
der Beschwerde; hinsichtlich des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege 
hat sie sich eines Antrags enthalten. 

Am 12. Februar bzw. 8. April 2020 hat der MIDI dem Verwaltungsgericht ein 
Rückreisevisum von A.________, eine Bestätigung betreffend das hängige 
Verfahren sowie ein Schreiben seines Rechtsvertreters zur Kenntnis ge-
bracht.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten 
(Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Auf den 1. Januar 2019 ist eine Teilrevision des Bundesgesetzes vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländerge-
setz, AuG; SR 142.20) in Kraft getreten, die auch den Gesetzestitel und die 
offizielle Abkürzung ändert. Der Erlass heisst neu Bundesgesetz über die 
Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und In-
tegrationsgesetz, AIG). Das vorliegende Verfahren wurde vor Inkrafttreten 

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dieser Gesetzesänderung eingeleitet, weswegen das alte Recht (AuG und 
Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbs-
tätigkeit [VZAE; SR 142.201], je in der bis zum 31.12.2018 gültigen Fassung 
[AS 2007 S. 5437 bzw. AS 2007 S. 5497]) anwendbar bleibt (Art. 126 Abs. 1 
AIG analog; BVR 2020 S. 231 E. 4 mit Hinweisen). 

3.

Aufgrund der Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen:

3.1 Der am … 1976 geborene Beschwerdeführer, Staatsangehöriger von 
Pakistan, reiste am 24. November 2002 in die Schweiz ein und ersuchte – 
unter Angabe eines falschen Namens – erfolglos um Asyl (Akten MIDI 
pag. 359 ff., 434 ff., 467 ff.). Der Wegweisung leistete er keine Folge, 
sondern tauchte unter (Akten MIDI pag. 479, 502 ff.). Am 24. Mai 2005 hei-
ratete er in Bern eine Schweizerin und erhielt gestützt auf die Ehe eine Auf-
enthaltsbewilligung, zuletzt gültig bis zum 23. Mai 2011 (Akten MIDI 
pag. 578, 668 ff.). Das Ehepaar trennte sich im Juli 2007 (Akten MIDI 
pag. 208, 571 ff.). Die kinderlos gebliebene Ehe wurde am 13. März 2012 
geschieden (Akten MIDI pag. 204 ff.).

3.2 Anlässlich der im Jahr 2008 anstehenden Bewilligungsverlängerung 
(Wohngemeinde Bern) hielten die EMF dem Beschwerdeführer dessen Be-
treibungen und Schulden vor und erkundigten sich, wie er die Schulden 
abzubauen gedenke. Mit Schreiben vom 1. September 2008 versprach der 
Beschwerdeführer, sich um Rückzahlung seiner Schulden zu bemühen (Ak-
ten MIDI pag. 93 ff.). Am 19. Mai 2010 beteuerte er im Zusammenhang mit 
einem später zurückgezogenen Gesuch um Erhalt der Niederlassungsbewil-
ligung erneut, seine Schuldensituation zu verbessern. Nachdem die EMF 
darauf hingewiesen hatten, dass seine finanzielle Situation sich Jahr für Jahr 
verschlechtere, und ihn um Mitteilung ersucht hatten, wie er seine Schulden-
situation tatsächlich verbessern wolle, stellte er am 30. Mai 2010 in Aussicht, 
seine gesamten Schulden bis Ende 2011 zu begleichen (vgl. Akten MIDI 
pag. 582-585). Am 2. Juni 2010 verwarnten die EMF den Beschwerdeführer 
förmlich wegen seiner beim Betreibungs- und Konkursamt registrierten Ver-

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schuldung (Betreibungen im Betrag von Fr. 19'860.75 und Verlustscheine im 
Betrag von Fr. 26'796.50) und wiesen ihn ausdrücklich auf mögliche Entfer-
nungsmassnahmen hin (Akten MIDI pag. 576 f.). In der Folge hielt sich der 
Beschwerdeführer längere Zeit ausserhalb des Kantons Bern oder im Aus-
land auf, ohne sich in jedem Fall um- oder abgemeldet zu haben. Nach sei-
ner erneuten Wohnsitznahme im Kanton Bern (ausserhalb der Stadt Bern), 
ging die ausländerrechtliche Zuständigkeit von den EMF auf die kantonale 
Ausländerbehörde (MIDI) über (vgl. Akten MIDI pag. 238 ff., 252, 261, 
264 ff., 549 ff.). Diese verweigerte mit Verfügung vom 11. April 2017 auf-
grund der anhaltenden Verschuldung die Verlängerung der Aufenthaltsbe-
willigung und wies den Beschwerdeführer unter Ansetzung einer Ausreise-
frist aus der Schweiz weg (Akten MIDI pag. 824 ff.).

3.3 Die betreibungsrechtliche Situation des Beschwerdeführers hat sich 
wie folgt entwickelt:

– Im Juni 2008 waren im Betreibungsregister des Betreibungsamts Bern-
Mittelland zehn Betreibungen im Betrag von Fr. 33'431.50 sowie vier Ver-
lustscheine im Betrag von Fr. 8'947.55 registriert (Akten MIDI 
pag. 622 ff.).

– Im April 2009 waren im Betreibungsregister des Betreibungsamts Bern-
Mittelland drei Betreibungen im Betrag von Fr. 2'287.15 sowie 15 Ver-
lustscheine im Betrag von Fr. 26'796.50 registriert (Akten MIDI 
pag. 600 ff.).

– Im April 2010 waren im Betreibungsregister des Betreibungsamts Bern-
Mittelland neun Betreibungen im Betrag von Fr. 17'214.20 sowie 15 Ver-
lustscheine im Betrag von Fr. 26'796.50 registriert (Akten MIDI 
pag. 593 f.).

– Im Oktober 2013 waren im Betreibungsregister des Betreibungsamts 
Oberland fünf Betreibungen im Betrag von Fr. 7'476.95 sowie vier Ver-
lustscheine im Betrag von Fr. 5'048.50 registriert (Akten MIDI pag. 213).

– Im Oktober 2014 waren im Betreibungsregister des Betreibungsamts 
Luzern acht Betreibungen im Betrag von Fr. 13'238.10 registriert (Akten 
MIDI pag. 294 f.).

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– Im März 2016 waren im Betreibungsregister des Betreibungsamts des 
Saanebezirks (FR) eine Betreibung im Betrag von Fr. 4'223.85 und sechs 
Verlustscheine im Betrag von Fr. 27'632.30 registriert (Akten MIDI 
pag. 733 f.). Gleichzeitig waren in anderen Registern folgende Schulden 
verzeichnet: Betreibungsamt Bern-Mittelland Betreibungen von 
Fr. 11'336.10 und Verlustscheine von Fr. 33'484.55 (Akten MIDI 
pag. 735 ff.); Betreibungsamt Oberland Betreibungen von Fr. 13'030.-- 
und Verlustscheine von Fr. 8'425.80 (Akten MIDI pag. 741 ff.); Betrei-
bungsamt Luzern Betreibungen von Fr. 1'036.10 und Verlustscheine von 
Fr. 19'554.10 (Akten MIDI pag. 738 ff.).

– Anfang 2019 waren im Betreibungsregister des Betreibungsamts Bern-
Mittelland zehn Betreibungen im Betrag von Fr. 17'514.86 sowie 30 Ver-
lustscheine von Fr. 68'347.85 registriert. Gleichzeitig führten das Betrei-
bungsamt des Saanebezirks (FR) Verlustscheine über Fr. 27'632.30 und 
das Betreibungsamt Luzern Betreibungen von Fr. 459.35 und Verlust-
scheine von Fr. 19'510.60 an (Akten POM 3A2 Beschwerdebeilage 
[BB] 9). 

– Im Oktober 2019 waren im Betreibungsregister des Betreibungsamts 
Bern-Mittelland zwei Betreibungen im Betrag von Fr. 1'933.50 sowie 34 
Verlustscheine von Fr. 78'215.01 registriert (Akten POM 3A3 BB 6). 
Gleichzeitig waren in anderen Registern folgende Schulden verzeichnet: 
Betreibungsamt Oberland Verlustscheine von Fr. 8'425.80 (Akten 
POM 3A3 BB 5); Betreibungsamt Luzern Betreibungen von Fr. 459.35 
und Verlustscheine von Fr. 19'510.60 (Akten POM 3A3 BB 7); Betrei-
bungsamt des Saanebezirks (FR) Verlustscheine von Fr. 27'632.30 
(Akten POM 3A3 BB 4).

3.4 Von 2006-2010 arbeitete der Beschwerdeführer gelegentlich in einer 
Fastfood-Kette in Bern bzw. Freiburg (BB 12; Akten MIDI pag. 587-590, 780-
782). Seit Juli 2011 hat der Beschwerdeführer – mit Unterbrüchen – als 
«Crew-Mitarbeiter» bei einer anderen Fastfood-Kette im Kanton Luzern eine 
Anstellung (BB 7, 12; Akten POM 3A3 BB 1). Sein zuletzt dokumentierter 
Bruttomonatslohn betrug dort Fr. 3'470.-- (BB 8). Zuvor hatte ihn sein Arbeit-
geber zumeist im Stundenlohn entlöhnt (Akten POM 3A3 BB 2; Akten MIDI 
pag. 749 ff., 758 ff.). Von 2012-2014 arbeitete er zudem teilweise in Reini-

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gungsunternehmen (Akten MIDI pag. 778 f.). In der Zeitspanne 2010-2018 
bezog er insgesamt sechs Mal über mehrere Monate Arbeitslosenentschä-
digung (BB 12). Ab Oktober 2014 bis Ende Januar 2015 unterstützte ihn die 
Gemeinde … zusätzlich mit Sozialhilfeleistungen im Umfang von 
Fr. 6'392.35 (Akten MIDI pag. 745). 2013 wurde gegen den Beschwerdefüh-
rer eine strafrechtliche Untersuchung wegen Wucher geführt, deren Aus-
gang nicht aktenkundig ist (Akten MIDI pag. 695 ff.).

3.5 Zur gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers ist Folgendes 
aktenkundig: Laut einer Bestätigung der behandelnden Rheumatologin vom 
19. November 2018 leidet der Beschwerdeführer unter einem «schweren 
Morbus Bechterew» (entzündliche Wirbelsäulenversteifung) und ist als 
«chronisch krank» einzustufen. Diese Erkrankung erfordere eine «Tumor-
nekrosefaktor-Therapie» sowie regelmässige medizinische Kontrollen 
(Akten POM 3A2 BB 11). Gemäss Arztbericht der Rheumatologin vom 
17. Juni 2019 äussert sich die Krankheit in «Rückenschmerzen, welche vor-
wiegend in der zweiten Nachthälfte auftreten und morgendlich betont als 
sehr schlimm beschrieben werden». Der Beschwerdeführer bedürfe daher 
einer fortlaufenden Therapie mit dem «TNF-alpha-Hemmer Simponi» (mo-
natlich), des Medikaments «Indocid», des Bechterew-Heimprogramms so-
wie der Physiotherapie. Durch die «TNF-alpha-Hemmer»-Therapie sei er 
«aktuell 100 %-ig arbeitsfähig» und es zeige sich eine «gute Prognose» 
(Akten POM pag. 52 ff.). Gemäss Medizinischem Consulting der Sektion 
Analysen des Staatssekretariats für Migration (SEM) vom 18. September 
2019 sind sowohl die Medikamente als auch die therapeutischen Möglich-
keiten zur Behandlung der Krankheit in Pakistan vorhanden (Akten POM 
pag. 33 ff.).

4.

Umstritten sind die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die 
Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz.

4.1 Wird in der Schweiz ein Aufenthalt mit Erwerbstätigkeit oder ein mehr 
als dreimonatiger Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit beabsichtigt, so ist dafür 

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eine Bewilligung erforderlich (Art. 10 und 11 AuG). Die Aufenthaltsbewilli-
gung wird für Aufenthalte mit einer Dauer von mehr als einem Jahr erteilt 
(Art. 33 Abs. 1 AuG). Sie ist befristet und kann verlängert werden, wenn 
keine Widerrufsgründe nach Art. 62 Abs. 1 AuG vorliegen (Art. 33 Abs. 3 
AuG). Demnach besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Erteilung bzw. Ver-
längerung einer Aufenthaltsbewilligung, es sei denn, die um eine Bewilligung 
ersuchende Person oder ihre in der Schweiz lebenden Angehörigen könnten 
sich auf eine besondere Norm des Bundesrechts (einschliesslich Bundes-
verfassungsrecht) oder eines Staatsvertrags berufen (BGE 135 II 1 E. 1.1, 
133 I 185 E. 2.3). Andernfalls entscheidet die zuständige Behörde nach 
pflichtgemässem Ermessen über die Bewilligungserteilung oder -verlänge-
rung (vgl. Art. 3, Art. 33 Abs. 3 sowie Art. 96 AuG). Das AuG unterscheidet 
demnach zwischen Bewilligungen, auf deren Erteilung ein Rechtsanspruch 
besteht (sog. Anspruchsbewilligung), und Bewilligungen, über welche die 
Behörde ermessensgeprägt entscheidet (sog. Ermessensbewilligung; 
BVR 2013 S. 73 E. 2.2, 2010 S. 481 E. 2.1).

4.2 Der Beschwerdeführer erhielt ursprünglich eine Aufenthaltsbewilli-
gung aufgrund der Ehe mit einer Schweizerin (vgl. vorne E. 3.1). Unbestritten 
ist, dass der Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung nach Art. 42 Abs. 1 
AuG längst nicht mehr besteht und auch kein verselbständigtes Anwesen-
heitsrecht nach Art. 50 AuG zur Diskussion steht. Weder bestand die Ehe-
gemeinschaft drei Jahre (Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG) noch sind wichtige per-
sönliche Gründe im Sinn eines nachehelichen Härtefalls ersichtlich oder 
geltend gemacht (Art. 50 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Abs. 2 AuG; vgl. Beschwerde 
S. 3 f.; angefochtener Entscheid E. 2b). Selbst wenn von einem verselbstän-
digten Anwesenheitsrecht auszugehen wäre, würde sich im Übrigen ange-
sichts der nachfolgenden Erwägung nichts am Ausgang des Verfahrens 
ändern. In Frage steht damit im Grundsatz einzig die ermessensweise Ver-
längerung der Aufenthaltsbewilligung. Vorbehalten ist ein allfälliges Anwe-
senheitsrecht gestützt auf Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonven-
tion (EMRK; SR 0.101) bzw. Art. 13 der Bundesverfassung (BV; SR 101).

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5.

5.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung seines Rechts auf Privat-
leben nach Art. 8 EMRK. Er halte sich seit 2005 rechtmässig in der Schweiz 
auf. Es wäre unverhältnismässig, wenn er sein hier aufgebautes soziales und 
berufliches Netz zurücklassen müsste (Beschwerde S. 5, 8 f.). Die Vor-
instanz ging mit Blick auf die erhebliche Verschuldung des Beschwerdefüh-
rers von einem öffentlichen Interesse an der Entfernungsmassnahme aus, 
das seine privaten Interessen überwiege. Der Beschwerdeführer halte sich 
zwar über zehn Jahre in der Schweiz auf, sei aber weder beruflich noch 
soziokulturell überdurchschnittlich integriert (angefochtener Entscheid E. 4c 
und d, E. 8). In seinem Heimatland seien bezahlbare Behandlungsmöglich-
keiten für seine Krankheit vorhanden (angefochtener Entscheid E. 5). Weiter 
sei er nach wie vor kulturell, sozial und familiär mit seinem Heimatland ver-
bunden und könne dort wirtschaftlich wieder Fuss fassen, weshalb eine 
Rückkehr nach Pakistan möglich und zumutbar sei (angefochtener Ent-
scheid E. 6).

5.2 Ausländerrechtliche Entfernungsmassnahmen können das Recht auf 
Privatleben gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV verletzen. 
Dies kommt aber nur unter besonderen Umständen in Betracht. Nach stän-
diger Rechtsprechung genügen eine lange Anwesenheit und die damit ver-
bundene normale Integration hierzu nicht; erforderlich sind besonders inten-
sive, über eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen 
beruflicher oder gesellschaftlicher Natur (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.4, 144 II 1 
E. 6.1; jüngst auch BGE 146 I 185 E. 5.2). Wird durch eine ausländerrecht-
liche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme der Schutzbereich von Art. 8 
Ziff. 1 EMRK beeinträchtigt, so ist diese Massnahme nach Art. 8 Ziff. 2 
EMRK rechtfertigungsbedürftig. Es ist im Rahmen einer Gesamtabwägung 
zu beurteilen, ob Art. 8 EMRK im Ergebnis verletzt ist (BGE 144 I 266 E. 3.8; 
BVR 2019 S. 314 E. 5.2.1). Gemäss dieser Rechtsprechung ist nach einer 
rechtmässigen Aufenthaltsdauer von rund zehn Jahren davon auszugehen, 
dass die sozialen Beziehungen in der Schweiz so eng geworden sind, dass 
es für eine Aufenthaltsbeendigung besonderer Gründe bedarf. Im Einzelfall 
kann es sich aber anders verhalten und die Integration auch bei einer über 
zehnjährigen Anwesenheit für die Aufrechterhaltung der Bewilligung nicht 

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genügen (BGE 144 I 266 E. 3.4-3.9; BGer 2C_358/2021 vom 9.8.2021 
E. 3.3.1; BVR 2019 S. 314 E. 5.2.2). Bei der Interessenabwägung nach 
Art. 8 EMRK steht den Behörden ein gewisser Beurteilungsspielraum zu. 
Massgebende Gesichtspunkte sind, ob die betroffene Person in wirtschaft-
licher und anderer Hinsicht gut integriert ist, wie lange sie sich hier aufgehal-
ten hat und welche Beziehungen zum Heimatland sie noch unterhält. Auf der 
anderen Seite sind die öffentlichen Interessen an der Entfernungsmass-
nahme zu berücksichtigen, u.a. das Interesse an einer Kontrolle und Steue-
rung der Zuwanderung (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.7 f.; BVR 2019 S. 314 
E. 5.2.1). 

5.3 Hinsichtlich des öffentlichen Interesses an der Entfernungsmass-
nahme ist Folgendes festzuhalten: Der Beschwerdeführer ist hoch verschul-
det. Gemäss den aktuellsten in den Akten verfügbaren Auszügen aus vier 
verschiedenen Betreibungsregistern Stand Oktober 2019 hat er offene Be-
treibungen von rund Fr. 2'400.-- und Verlustscheine von über Fr. 133'000.-- 
(vgl. vorne E. 3.3). Allein der Gesamtbetrag der Verlustscheine macht rund 
das Dreifache seines jährlichen Bruttolohns aus (vgl. vorne E. 3.4). Sein Ein-
wand, die Schulden seien zu relativieren, da er um eine Tilgung bemüht sei 
und ihm keine Mutwilligkeit vorgeworfen werden könne, geht ins Leere (Be-
schwerde S. 5, 7): Er häuft seit 2008 beachtliche Schulden an, wobei der 
Schuldenbetrag über die Jahre stetig gewachsen ist. Bereits vor der förmli-
chen ausländerrechtlichen Verwarnung im Jahr 2010 hat die Ausländerbe-
hörde ihn auf die Problematik seines finanziellen Gebarens aufmerksam 
gemacht, worauf er wiederholt versprach, den Schuldenabbau anzugehen 
(vgl. vorne E. 3.2). Die wenigen in den Akten ausgewiesenen Bemühungen 
um einen Schuldenabbau sind angesichts der Zeit, die seit der Verwarnung 
verflossen ist, und des Betrags im Verhältnis zu den Totalschulden nahezu 
vernachlässigbar. Belegt sind Zahlungen von Fr. 300.-- im Jahr 2017 und 
von Fr. 200.-- im Januar 2019 (Akten POM 3A1 BB 3 und 3A2 BB 10). Dazu 
kommt eine weitere Zahlung von Fr. 200.-- (Dezember 2019), wobei den 
Zahlungsdetails des Bankauszugs nicht entnommen werden kann, dass der 
Beschwerdeführer – wie er behauptet – auf diesen Zeitpunkt hin einen Dau-
erauftrag zwecks monatlicher Zahlungen eingerichtet hat (vgl. Beschwerde 
S. 7 und BB 6). Er hat denn auch keine Belege für (weitere) monatliche Zah-
lungen ab Januar 2020 beigebracht, wie dies angesichts seiner Mitwirkungs-

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pflicht zu erwarten wäre (Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 90 AuG). Tiefgrei-
fende Anstrengungen, an seiner Schuldensituation nachhaltig etwas zu 
ändern, sind damit nicht dargetan. Zudem kann in den häufigen Wohnsitz-
wechseln, die den Behörden nicht immer ordentlich gemeldet wurden (vgl. 
vorne E. 3.2), durchaus eine gewisse Verschleierungstaktik seiner tatsächli-
chen finanziellen Situation gesehen werden. Neben seiner Schuldenwirt-
schaft hat er, wenn auch nur für eine begrenzte Zeit, Sozialhilfeleistungen 
bezogen (vgl. vorne E. 3.4). Dabei lag es im Verantwortungsbereich des Be-
schwerdeführers, seine Fixkosten so tief wie möglich zu halten; dass ein 
Kantonswechsel ausgeschlossen war, war ihm bekannt (vgl. Beschwerde 
S. 6 f.). Der Beschwerdeführer hat die Verschuldung von über Fr. 133'000.-- 
selber verursacht und sein Handeln muss zumindest als qualifiziert leichtfer-
tig beurteilt werden. Unter diesen Umständen ist von einer mutwilligen Nicht-
erfüllung der finanziellen Verpflichtungen auszugehen, womit die Vorinstanz 
zulässigerweise geschlossen hat, der Beschwerdeführer habe die öffentliche 
Sicherheit und Ordnung nicht beachtet (vgl. dazu Art. 62 Abs. 1 Bst. c AuG 
i.V.m. aArt. 80 Abs. 1 Bst. b VZAE; BGer 2C_573/2019 vom 14.4.2020 
E. 2.2; VGE 2020/142 vom 18.3.2021 E. 4, 2020/64 vom 17.12.2020 E. 6; 
Marco Weiss, Widerruf der Niederlassungs- oder Aufenthaltsbewilligung auf-
grund von Schuldenwirtschaft, in AJP 2020 S. 356 ff., 357 ff.). Angesichts 
der Einkommensverhältnisse des Beschwerdeführers (vgl. vorne E. 3.4) ist 
auch für die Zukunft keine massgebliche Schuldenreduktion zu erwarten. Vor 
diesem Hintergrund besteht ein namhaftes öffentliches Interesse an der Ent-
fernungsmassnahme.

5.4 Zu den privaten Interessen ergibt sich was folgt: Die Aufenthaltsdauer 
einer ausländischen Person ist insofern zu relativieren, als die Jahre, welche 
Betroffene in der Illegalität, im Strafvollzug oder aufgrund einer vorläufigen 
Duldung hier verbracht haben, für die Interessenabwägung nicht ausschlag-
gebend sein können. Ebenfalls nicht in die Berechnung der Aufenthaltsdauer 
einzubeziehen ist die Dauer eines allfälligen Asylverfahrens, das in der 
Abweisung des Asylgesuchs endet sowie der Aufenthalt, der aufgrund der 
aufschiebenden Wirkung eines Rechtsmittels lediglich toleriert wird (vgl. 
BGE 137 II 10 E. 4.6, 137 II 1 E. 4.3; BVR 2013 S. 543 E. 5.1). – Der heute 
45-jährige Beschwerdeführer hielt sich im Zeitpunkt der Anordnung der Ent-
fernungsmassnahme durch den MIP seit zwölf Jahren gestützt auf eine Auf-

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enthaltsbewilligung in der Schweiz auf (vgl. vorne E. 3.1). Wollte man der 
überdurchschnittlich langen Dauer des Rechtsmittelverfahrens Rechnung 
tragen, könnte eine noch etwas längere Aufenthaltsdauer angenommen wer-
den. Sein Aufenthalt lässt sich damit zwar nicht mehr als kurz bezeichnen; 
er ist allerdings erst im Erwachsenenalter in die Schweiz eingereist und hat 
prägende Abschnitte seines Lebens in seiner Heimat verbracht. Der Um-
stand, dass der Beschwerdeführer seit 2007 mehrheitlich erwerbstätig war 
(vgl. vorne E. 3.4), ist grundsätzlich positiv zu würdigen. Angesichts seiner 
massiven Verschuldung kann jedoch von einer gelungenen beruflich-wirt-
schaftlichen Integration keine Rede sein, auch wenn er nur für kurze Zeit 
Sozialhilfeleistungen bezogen hat (vgl. für diese Würdigung 
BGer 2C_64/2019 vom 18.12.2019 E. 5.3.1, 2C_14/2016 vom 6.6.2016 
E. 2.3 mit zahlreichen Hinweisen; VGE 2020/142 vom 18.3.2021 E. 5.3.1, 
2020/64 vom 17.12.2020 E. 7.1). Des Weiteren kann nicht auf eine starke 
Verankerung des Beschwerdeführers in der hiesigen Gesellschaft und Kultur 
geschlossen werden. Die vor Verwaltungsgericht vorgebrachten, nicht weiter 
substanziierten Beziehungen zu «Freunden» vermögen daran nichts zu än-
dern. Sie scheinen sich mehrheitlich auf das berufliche Umfeld zu beschrän-
ken und es ist nicht dargetan, dass ihr Abbruch den Beschwerdeführer 
besonders hart treffen würde (vgl. Beschwerde S. 5 und BB 3-5). Familiäre 
Beziehungen in der Schweiz macht der Beschwerdeführer keine geltend. 
Dass er gemäss seinem Arbeitgeber die deutsche Sprache «sehr gut» be-
herrsche, zieht das Verwaltungsgericht nicht in Zweifel, stellt gemessen an 
seiner Aufenthaltsdauer jedoch keine besondere Integrationsleistung dar 
(Beschwerde S. 7; BB 7). Selbstverständlich erwartet werden kann schliess-
lich, dass er im Gastland nicht strafrechtlich auffällig geworden ist (vgl. Be-
schwerde S. 6; Akten MIDI pag. 744). Gesamthaft betrachtet hat sich der 
Beschwerdeführer nur ungenügend in die hiesigen Verhältnisse zu integrie-
ren vermocht.

5.5 Mit Blick auf die Rückkehr nach Pakistan ist mit der Vorinstanz davon 
auszugehen, dass diese dem Beschwerdeführer zumutbar ist (angefochte-
ner Entscheid E. 6). Er hat die ersten 26 Jahre seines Lebens im Heimatland 
verbracht; dort ist er aufgewachsen und wurde sozialisiert. Noch in jüngster 
Vergangenheit hielt er sich aus familiären Gründen regelmässig für längere 
Zeit in Pakistan auf (vgl. Akten POM pag. 20 f., 44 ff., 62, 93 ff., 103, 106 ff., 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.11.2021, Nr. 100.2020.12U, 
Seite 13

114 f., 136; act. 5A). Es ist damit davon auszugehen, dass die Bindung zu 
seiner Heimat weiterhin eng ist und er nicht nur mit der Sprache, sondern 
auch mit den kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten nach wie 
vor vertraut ist (vgl. auch Beschwerde S. 9). In Pakistan kann er zudem auf 
ein familiäres Netz zurückgreifen. Es bestehen gar konkrete Hinweise, dass 
er in seinem Heimatland eine (neue) Ehefrau sowie Kinder hat (vgl. Akten 
MIDI pag. 254 ff.). Schliesslich ist davon auszugehen, dass er auch in seiner 
Heimat in der Lage ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen; seine hier ge-
sammelten Erfahrungen dürften ihm die berufliche Reintegration erleichtern.

5.6 An der Zumutbarkeit der Rückkehr ändert auch die Krankheit des Be-
schwerdeführers nichts. Die vorinstanzliche Feststellung, dass in seinem 
Heimatland grundsätzlich die nötigen Behandlungsmöglichkeiten vorhanden 
sind, wird zu Recht nicht mehr bestritten (vgl. angefochtener Entscheid E. 5d 
gestützt auf das Medizinische Consulting des SEM vom 18.9.2019; vorne 
E. 3.5). Der Beschwerdeführer bringt jedoch vor, die notwendigen Medika-
mente seien für ihn aus wirtschaftlichen Gründen nicht erschwinglich. Eine 
Nichtbehandlung würde eine erhebliche Verschlechterung seines Gesund-
heitszustands mit sich bringen (Beschwerde S. 5 f., 9). – Dem ist entgegen-
zuhalten, dass sein Heimatland zwar keine nationale Krankenversicherung 
kennt, jedoch die Möglichkeit besteht, sich privat zu versichern (Schweizeri-
sche Flüchtlingshilfe, Pakistan: Medizinische Versorgung, 27.3.2014, S. 3; 
einsehbar unter: <fluechtlingshilfe.ch>, Rubriken «Publikationen/Herkunfts-
länderberichte/Pakistan»). Zudem bestreitet der Beschwerdeführer die vor-
instanzliche Feststellung nicht, dass die Möglichkeit einer Kostenübernahme 
oder -beteiligung durch seine Familie intakt ist. Diese (insb. der Bruder) 
kommt schliesslich regelmässig für seine (zum Teil jährlich mehrmals anfal-
lenden) Rückreisekosten auf (vgl. angefochtener Entscheid E. 5f; Akten 
POM pag. 93). Er ist zudem arbeitsfähig und kann selber ein Erwerbsein-
kommen erzielen. Wenn der Beschwerdeführer die benötigten Medikamente 
zur Behandlung seiner Erkrankungen in seiner Heimat nicht kostenlos bezie-
hen kann, ist darauf hinzuweisen, dass auch in der Schweiz die gesundheit-
liche Versorgung nicht kostenlos ist, sondern durch die kostenpflichtige 
Krankenversicherung – deren Prämien er oft nicht beglichen hat – bezahlt 
werden muss (vgl. auch BGer 2C_317/2015 vom 1.10.2015 E. 5.5; 
VGE 2016/273 vom 2.6.2017 E. 3.3.4). Im Rahmen der Vorbereitung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.11.2021, Nr. 100.2020.12U, 
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Rückkehr erscheint überdies nicht ausgeschlossen, den Beschwerdeführer 
mit einem gewissen Vorrat an benötigten Medikamenten zu versorgen (vgl. 
VGE 2016/273 vom 2.6.2017 E. 3.3.4; BVGer E-4343/2014 vom 1.10.2014 
E. 6.2.3). Aus den Arztberichten lässt sich darüber hinaus nicht schliessen, 
dass ein Unterbruch der Therapie zu einer raschen und lebensgefährdenden 
Beeinträchtigung des Gesundheitszustands führen könnte (vgl. vorne E. 3.5; 
Akten POM pag. 54). Allein der Umstand, dass das Gesundheits- oder So-
zialversicherungswesen im Heimatland nicht mit demjenigen in der Schweiz 
vergleichbar ist und die hiesige medizinische Versorgung einem höheren 
Standard entspricht, hat nicht die Unzumutbarkeit der Rückreise zur Folge 
(BGE 139 II 393 E. 6; BGer 2D_57/2019 vom 4.11.2019 E. 6.2; BVR 2013 
S. 543 E. 5.3.2).

5.7 Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interes-
sen führt zu folgendem Ergebnis: Das öffentliche Interesse ist als namhaft 
zu bewerten. Der Beschwerdeführer hat seine hohe und langjährige Ver-
schuldung mutwillig verursacht. Demgegenüber sind die privaten Interessen 
von geringerem Gewicht. Der Beschwerdeführer ist nach einem anrechen-
baren Aufenthalt von (gut) zwölf Jahren insgesamt ungenügend integriert. 
Eine Verbundenheit mit der Schweiz, wie sie für eine Anwesenheitsberech-
tigung gestützt auf Art. 8 EMRK (Recht auf Privatleben) erforderlich ist, ist 
nicht gegeben. Eine Rückkehr nach Pakistan erscheint – auch eingedenk 
seiner Krankheit – zudem zumutbar. Insgesamt überwiegen die öffentlichen 
Interessen an der strittigen Entfernungsmassnahme. Die Nichtverlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung ist mit Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV ver-
einbar.

6.

Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer schliesslich, soweit er die 
Verweigerung einer Ermessensbewilligung im Sinn von Art. 30 Abs. 1 Bst. b 
AuG kritisiert (vgl. Beschwerde S. 4 und 10). – Die Ausländerbehörden dür-
fen die Voraussetzungen zur Anerkennung eines schwerwiegenden persön-
lichen Härtefalls in Anbetracht des öffentlichen Interesses an einer restrikti-
ven Einwanderungspolitik streng handhaben (vgl. zu den einzelnen Kriterien 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.11.2021, Nr. 100.2020.12U, 
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aArt. 31 Abs. 1 VZAE; BVR 2016 S. 369 E. 3.3, 2013 S. 73 E. 3.4 mit Hin-
weis auf BGE 137 II 1 E. 4.1). Ist der Aufenthalt – wie hier – nicht nach Art. 8 
EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV (Recht auf Privatleben) aufgrund einer umfas-
senden Interessenabwägung zu bewilligen, ist es nicht rechtsfehlerhaft, aus 
den gleichen Gründen eine Ermessensbewilligung gemäss Art. 30 Abs. 1 
Bst. b AuG zu verweigern (vgl. BVR 2019 S. 314 E. 6.5). Mit dem Hinweis 
auf die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz vermag der Beschwerde-
führer keine Umstände aufzuzeigen, die einen schwerwiegenden persönli-
chen Härtefall begründen könnten (Beschwerde S. 5 f., 8). Angesichts der 
mutwillig verursachten Schulden kann nicht von einer erfolgreichen beruflich-
wirtschaftlichen Integration ausgegangen werden. Stark verwurzelt in der 
hiesigen Gesellschaft und Kultur ist er nicht, während er mit der Heimat nach 
wie vor soziokulturell und familiär eng verbunden ist. Auch der Gesundheits-
zustand des Beschwerdeführers erfordert seine Anwesenheit in der Schweiz 
nicht (vgl. vorne E. 5.4 ff.). Zudem schliesst das Vorliegen des Widerruf-
grunds nach Art. 62 Abs. 1 Bst. c AuG (vorne E. 5.3) eine ermessensweise 
Verlängerung des Aufenthalts aus (vgl. Art. 33 Abs. 3 AuG; BVR 2013 S. 73 
E. 3.2). Insgesamt hat die Vorinstanz alle massgebenden Umstände und In-
teressen berücksichtigt, diese zutreffend gewichtet und bei deren Würdigung 
gegen keine Rechtsprinzipien verstossen. Ihre Interessenabwägung hält der 
Rechtskontrolle stand.

7.

Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. Da 
die von der Vorinstanz angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist eine neue 
anzusetzen (vgl. BVR 2019 S. 314 E. 7). Sie beträgt nach der Praxis des 
Verwaltungsgerichts in der Regel sechs Wochen, wobei bei der Bemessung 
besondere Umstände zu berücksichtigen sind (vgl. Art. 64d Abs. 1 AuG). Die 
gegenwärtige besondere Lage aufgrund des Coronavirus rechtfertigt eine 
etwas längere Frist bis Ende Januar 2022. Sollte die Ausreise bis zu diesem 
Zeitpunkt aufgrund von Reisebeschränkungen nicht möglich sein, ist es Sa-
che der Migrationsbehörde, eine neue Frist anzusetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.11.2021, Nr. 100.2020.12U, 
Seite 16

8.

8.1 Bei diesem Verfahrensausgang wird der unterliegende Beschwerde-
führer an sich kostenpflichtig; Anspruch auf Parteikostenersatz hat er nicht 
(Art. 108 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VPRG). Er hat aber um unent-
geltliche Rechtspflege unter Beiordnung seines Rechtsvertreters als amtli-
cher Anwalt ersucht.

8.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Unter den glei-
chen Voraussetzungen kann einer Partei überdies eine Anwältin oder ein 
Anwalt beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhält-
nisse es rechtfertigen (Art. 111 Abs. 2 VRPG). Ein Prozess ist nicht aus-
sichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, das heisst, 
wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die Waage hal-
ten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos sind dem-
gegenüber Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten 
beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als 
ernsthaft bezeichnet werden können. Massgebend ist dabei, ob eine Partei, 
die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem 
Prozess entschliessen oder aber davon absehen würde; eine Partei soll 
einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, 
nicht deshalb austragen können, weil er sie nichts kostet (BGE 142 III 138 
E. 5.1; BVR 2019 S. 128 E. 4.1).

8.3 Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde muss in der Sache als von vorn-
herein aussichtslos bezeichnet werden. Die Vorinstanz hat im angefochte-
nen Entscheid die massgebliche Praxis zutreffend wiedergegeben und ein-
lässlich begründet, weshalb die aufenthaltsbeendende Massnahme auch im 
Licht von Art. 8 EMRK rechtmässig ist. Dies darf bei der Beurteilung der 
unentgeltlichen Rechtspflege im oberinstanzlichen Rechtsmittelverfahren 
berücksichtigt werden (vgl. BVR 2015 S. 487 E. 7.2 mit Hinweisen). Der Be-
schwerdeführer hat im Wesentlichen die Unverhältnismässigkeit der Mass-
nahme gerügt, insbesondere weil er die Schulden nicht mutwillig angehäuft, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.11.2021, Nr. 100.2020.12U, 
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er sich erfolgreich integriert habe und ihm die Rückkehr ins Heimatland ge-
sundheitlich nicht zumutbar sei. Die umfassende vorinstanzliche Würdigung, 
in der diese Aspekte berücksichtigt wurden, wird mit den Darlegungen in der 
Beschwerde nicht ernsthaft in Frage gestellt. Bei dieser Sachlage kann nicht 
gesagt werden, dass sich die Gewinn- und Verlustaussichten im Zeitpunkt 
der Gesuchseinreichung im verwaltungsgerichtlichen Verfahren ungefähr die 
Waage hielten bzw. jene nur geringfügig kleiner waren als diese. Das Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege ist daher abzuweisen, ohne dass die 
Prozessarmut zu prüfen wäre.

8.4 Da über das Gesuch erst im Endentscheid befunden wird und der 
Beschwerdeführer deshalb keine Gelegenheit hatte, sein Rechtsmittel nach 
Abweisung dieses Begehrens zurückzuziehen und damit Kosten zu sparen, 
sind diese praxisgemäss bloss im Rahmen der üblichen Abschreibungsge-
bühr zu erheben (BVR 2014 S. 437 E. 7.9). Für das Gesuchsverfahren be-
treffend unentgeltliche Rechtspflege sind keine Kosten zu erheben (Art. 112 
Abs. 1 VRPG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Dem Beschwerdeführer wird eine 
neue Ausreisefrist gesetzt auf den 31. Januar 2022.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine reduzierte Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden dem Beschwerde-
führer auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22.11.2021, Nr. 100.2020.12U, 
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- Staatssekretariat für Migration 

Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) oder, soweit es die Ermessensbewilligung betrifft, 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. geführt werden.