# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85eecc98-2b08-532f-9a98-f1669a8dbcf3
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-16
**Language:** de
**Title:** Abklärungsbericht betreffend Hilflosenentschädigung basiert auf einer ungenügenden medizinischen Grundlage, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann; Rückweisung.
**Docket/Reference:** IV.2024.00538
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2024.00538.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2024.00538
II. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Käch
Sozialversicherungsrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Meierhans
Urteil
vom
16. Mai 2025
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Schweizerische Stiftung Pro
Mente
Sana
Rechtsanwalt Urs
Wüthrich
Hardturmstrasse 261, 8005 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1965,
meldete sich am
4.
November 2014 bei der Invalidenversicherung zur Früherfassung (
Urk.
12/2) und am 1
1.
November 2014 unter Hinweis auf die Folgen einer systemischen Sklerose zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/7 S. 6
Ziff.
6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische sowie erwerbliche Situation ab und veranlasste insbesondere eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über welche am 2
7.
April 2015 berichtet wurde (
Urk.
12/26)
. Mit Verfügung vom
1
0.
August 2015 (
Urk.
12/32;
Urk.
12/35) sprach sie der Versicherten eine
Dreiviertelsrente
mit Wirkung ab dem
1.
September 2015 zu.
Mit Mitteilung vom 2
6.
März 2018 (
Urk.
12/58) wurde der Anspruch auf die bisherige
Dreiviertelsrente
bestätigt.
1.2
Am
8.
November 2023 meldete sich die Versicherte sodann zum Bezug einer Hilflosenentschädigung an (
Urk.
12/71)
. Ausserdem beantragte sie am 2
4.
Januar 2024 unter Hinweis auf einen verschlechterten Gesundheitszustand eine Renten
revision (
Urk.
12/82). Die IV-Stelle klärte daraufhin die medizinische Situation ab und holte einen Abklärungsbericht für Hilflosenentschädigung ein, welcher am 2
9.
April 2024 erstattet wurde (
Urk.
12/93).
Mit Vorbescheid vom 1
9.
Juli 2024 (
Urk.
12/112) stellte die IV-Stelle der Versicherten eine Erhöhung der bisherigen
Dreiviertelsrente
auf eine ganze Invalidenrente ab dem
1.
Februar 2024 in Aussicht, wogegen die Versicherte Einwände (
Urk.
12/114) erhob.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
12/94;
Urk.
12/99;
Urk.
12/104
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
0.
August 2024 (
Urk.
12/119
=
Urk.
2) einen Anspruch
der Versicherten
auf eine Hilflosenent
schädigung.
2.
Die Versicherte erhob am 1
9.
September 2024 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
0.
August 2024 (
Urk.
2) und beantragte deren Aufhebung und die Zuspra
che einer Hilflosenentschädigung mittleren oder leichten Grades (
Urk.
1 S. 1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
November 2024 (
Urk.
11) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
3.
Dezember 2024 (
Urk.
13) zur Kenntnis gebracht und gleich
zeitig wurde antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 1) die unentgeltliche Prozessführung
bewilligt. Am 2
4.
Januar 2025 reichte die
nunmehr vertretene
Beschwerdeführe
rin die Replik (
Urk.
15) ein.
Die Duplik der Beschwerdegegnerin vom 1
0.
März 2025 (
Urk.
19) wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
8.
März 2025 (
Urk.
20) zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 42 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, Anspruch auf eine Hilflosenent
schädigung. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtun
gen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 42 Abs. 3 Satz 1 IVG; Art. 38
der Verordnung über die Invalidenversicherung
,
IVV
). Liegt ausschliess
lich eine Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit vor, so gilt die Person nur als hilflos, wenn sie Anspruch auf eine Rente hat (Art. 42 Abs. 3 Satz 2 IVG). Praxisgemäss sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 148 V 28 E. 2.5.1, 133 V 450 E. 7.2, 121 V 88 E. 3a, je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_241/2022 vom 5. August 2022 E. 2.3 mit Hinweisen):
-
Ankleiden, Auskleiden;
-
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
-
Essen;
-
Körperpflege;
-
Verrichtung der Notdurft;
-
Fortbewegung (im oder
ausser H
aus), Kontaktaufnahme.
1.2
Art. 37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss Abs. 3 dieser
Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erhebli
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
c.
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und beson
ders aufwendigen Pflege bedarf;
d.
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
e.
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist.
1.
3
Nach A
rt. 38 Abs.
1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktisch
er Begleitung im Sinne von Art. 42 Abs.
3 IVG vor, wenn eine volljährige versicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
a.
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
b.
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
c.
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Zu berücksichtigen ist nur diejenige lebenspraktische Begleitung, die regelmässig und im Zusammenhang mit den in Absatz 1 erwähnten Situationen erforderlich ist. Nicht darunter fallen insbesondere Vertretungs- und Verwaltungstätigkeiten im Rahmen von Massnahmen des Erwachsenenschutzes nach den Artikeln 390-398 des Zivilgesetzbuches (Art. 38 Abs. 3 IVV). Als regelmässig im Sinne dieser Bestimmung gilt die lebenspraktische Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt mindestens zwei Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 146 V 322 E. 6.2 mit Hinweisen).
Die lebenspraktische Begleitung umfasst weder die (direkte oder indirekte) Dritt
hilfe bei den alltäglichen Lebensverrichtungen noch die dauernde Pflege oder persönliche Überwachung im Sinne von Art. 37 IVV. Vielmehr stellt sie ein zusätzliches und eigenständiges Institut dar. Lebenspraktische Begleitung ist nicht auf Menschen mit psychischen oder geistigen Behinderungen beschränkt; auch körperlich Behinderte können grundsätzlich lebenspraktische Begleitung beanspruchen. Die Notwendigkeit einer Dritthilfe ist objektiv nach dem Gesund
heitszustand der versicherten Person zu beurteilen. Abgesehen vom Aufenthalt in einem Heim ist die Umgebung, in welcher sie sich aufhält, grundsätzlich unerheblich. Bei der lebenspraktischen Begleitung darf keine Rolle spielen, ob die versicherte Person allein lebt, zusammen mit dem Lebenspartner, mit Familien
mitgliedern oder in einer der heutzutage verbreiteten neuen Wohnformen. Massgebend ist einzig, ob die versicherte Person, wäre sie auf sich allein gestellt, erhebliche Dritthilfe in Form von Begleitung und Beratung benötigen würde. Von welcher Seite diese letztlich erbracht wird, ist ebenso bedeutungslos wie die Frage, ob sie kostenlos erfolgt oder nicht (BGE 146 V 322 E. 2.3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_444/2023 vom 28. Februar 2024 E. 2.3).
1.
4
Gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines Leistungsan
spruchs unter anderem Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen
(vgl. auch
Rz
.
8011
des Kreisschreibens
des Bundesamtes für Sozialversicherungen
über Hilflosigkeit
[KSH], Stand: 1. Januar 2025
).
Nach der Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) oder des Pflegebedarfs folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin oder Berichterstatter wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswir
kungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergie
rende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie der tatbestandsmässigen Erfordernisse der dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung und der lebensprakti
schen Begleitung sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststell
bare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (
BGE 140 V 543 E. 3.2.1, 133 V 450 E. 11.1.1, 130 V 61 E. 6.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2024 vom 13. Juni
2024 E. 4.1 mit Hinweisen
). Diese Grundsätze gelten entsprechend auch für die Abklärung der Hilflosigkeit unter dem Gesichtspunkt der lebenspraktischen Begleitung (BG
E
133 V 450 E. 11.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_464/2015 vom 14. September 2015 E. 4) sowie unter dem Aspekt des Intensivpflegezu
schlags (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_
573/2018 vom 8. Januar 2019 E. 3.2
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die
Ergebnisse
der vor Ort erfolgten Abklärung davon aus,
dass die Beschwer
deführerin in keiner der alltäglichen Lebensverrichtung
en
regelmässig und erheblich auf Dritthilfe angewiesen sei. Ausserdem bedürfe sie keiner medizinischen Hilfe oder persönlichen Überwachung. Die Beschwerdeführerin benötige zwar lebenspraktische Begleitung. Das anrechenbare Mindestmass abzüglich der Schadenminderungspflicht werde jedoch nicht erreicht. Damit bestehe kein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung.
Aufgrund der geltend gemachten Einwände könnten für die Alltagsbewältigung und für die Unterstüt
zung bei den administrativen Angelegenheiten je 10 Minuten pro Woche zusätzlich angerechnet werden,
was zusammen mit den
bereits berücksichtigten
45 Minuten für den Haushalt eine wöchentliche lebenspraktische Begleitung im Umfang von 65 Minuten ergebe. Das Mindestmass an lebenspraktischer Beglei
tung sei
damit
weiterhin nicht erreicht, weshalb am Abklärungsergebnis festgehalten werde (S. 2 ff.).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf den Standpunkt (
Urk.
1),
sie sei aufgrund der progressiv verlaufenden systemischen Sklerose
auf lebenspraktische Begleitung
zur Bewältigung
ihres
Alltages angewiesen. Durch das Fortschreiten der Erkrankung nehme diese Abhängigkeit stetig
zu
. Die Erkrankung
sei auch
psychisch stark
belastend. Dies führe dazu,
dass sie an den allermeisten Tagen nicht in der Lage sei, ihre Wohnung zu verlassen
und
wichtige Termine wahrzunehmen.
A
ufgrund der chronischen Fatigue vermöge sie das Notwendigste kaum noch allein zu bewältigen. Der Privatwagen sei notwendig, um die medizinischen Termine wahrzunehmen.
Das Infektionsrisiko sei durch die nun eingeleitete immunsuppressive Therapie massiv erhöht.
Auch bei der Grundversorgung würden ihr die Ressourcen für den Einkauf und die Zubereitung
der
Mahlzeiten fehlen. Das verordnete Fitnesstraining
finde
aufgrund ihrer schlechten Verfassung
regelmässig
nicht
statt
(S.
3 ff.
).
Sie sei
nicht in der Lage
,
ihren Haushalt ordnungsgemäss zu erledigen, weshalb die 90 Minuten Hauswirtschaftshilfe durch die
Y.___
anzurechnen seien (S. 6 f.). Auch sei die ambulante psychiatrische Pflege durch Frau
Z.___
im Umfang von mindestens 90 Minuten pro Woche anzurechnen (S. 7).
Mit dem Fortschreiten der Erkrankung habe sie sich immer mehr vom gesellschaftlichen Leben zurückgezo
gen.
Die nun eingeleitete medizinische Überwachung in Realzeit erfordere auch von ihr ein gewisses Engagement, welches wiederum Energien verbrauche.
Schliesslich sei festzuhalten, dass sie aufgrund ihres beruflichen Hintergrundes zwar in der Lage wäre, administrative Arbeiten zu erledigen.
Dabei
werde allerdings nicht berücksichtigt, dass es sich um ein starkes Energiedefizit handle.
Z
ur Bewältigung ihres Alltages
sei sie
auf lebenspraktische Begleitung angewiesen (S. 8 f.).
2.3
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
11) hielt die Beschwerdegegnerin ergänzend fest,
dass
die psychischen Einschränkungen
bei der Abklärung berücksichtigt worden
seien
. Frau
Z.___
sei
anlässlich
der Abklärung anwesend gewesen und ihre Aus
führungen
sei
en
im Abklärungsbericht detailliert festgehalten worden. Inwieweit der Zustand der Beschwerdeführerin schöngeredet
werde
, erschliesse sich nicht. Die Ausführungen von Frau
Z.___
, wonach eine manifestierte Isolation von der Aussenwelt vorliege, stünden in erheblicher Diskrepanz zu den anlässlich der Abklärung ge
tätigten
Aussagen.
V
on einer ernsthaften Gefährdung einer dauern
den Isolation von der Aussenwelt könne nicht ausgegangen werden. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin
anlässlich der erfolgten Abklärung
sprächen sodann gegen einen Unterstützungsbedarf bei der Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen. Es liege auch kein hoher Unterstützungsbedarf bei der Bewältigung von Alltagssituationen oder bei der Tagesstrukturierung vor.
Hinsichtlich
de
s
Unterstützungsbedarf
s
bei der Haushaltsführung sei darauf hinzuweisen, dass die erforderliche Hilfeleistung unter dem Gesichtspunkt einer Verwahrlosung zu evaluieren sei. Zuletzt sei hinsichtlich der widersprechenden Angaben der Beschwerdeführerin auf die Aussagen der ersten Stunde abzustellen (S. 1 ff.).
2.4
Die Beschwerdeführerin kam i
n der Replik (
Urk.
15)
zum Schluss
, dass die Beschwerdegegnerin
einzig
auf den Abklärungsbericht
ab
stelle
, an welchem jedoch Zweifel begründet seien. Die konkreten Auswirkungen der systemischen Sklerose würden weder im Abklärungsbericht noch in der Stellungnahme des Rechtsdienstes thematisiert
. Der notwendige Bedarf an Hilfe für die Alltagsbewäl
tigung werde verkannt und die psychi
sche
Erkrankung mit keinem Wort erwähnt (S. 2 f.). Es liege eine ernsthafte Gefährdung der Isolation von der Aussenwelt vor. D
ie
Kontakt
e
zur psychosozialen
Y.___
und zu den Hilfsdiensten sei
en
oft
der einzige Kontakt zur Aussenwelt. Der Umstand, dass sie selbständig Auto fahre, bedeute nicht, dass keine Gefährdung der Isolation bestehe. Die Autofahr
t
en würden sich auf das Erreichen von Therapie und Fitnessstudio beschränken und würden
einzig
daher
erfolgen, da sie die öffentlichen Verkehrsmittel aufgrund des geschwächten Immunsystems nicht benütze (S. 3). Die Einschätzung der Beschwerdegegnerin sei einseitig und nicht umfassend
, wobei sie
ausschliess
lich aus dem Abklärungsbericht
zitiere
und auf die
übrigen
Beweismittel nicht ein
gehe.
Es sei willkürlich, dass die Abklärungsperson insgesamt nur 65 Minuten an lebenspraktischer Begleitung anerkenne. Frau
Z.___
arbeite mindestens 90 Minuten
. Hinzu kämen
die wöchentliche Putzhilfe sowie die Sozialberatung
(S. 4).
2.5
In der Duplik (
Urk.
19) hielt die Beschwerdegegnerin fest,
dass
d
ie Aussage von
Dr.
A.___
,
wonach bereits geringe körperliche oder kognitive Anstrengung zu überproportionaler Müdigkeit und Erschöpfung führe, in erheblicher Diskrepanz zum Umstand
stehe
, dass die Beschwerdeführerin weiterhin in der Lage sei, ein Auto zu lenken und ein Fitnesstraining zu absolvieren. Die Zusprache einer Hilflosenentschädigung könne sicherlich die Lebensqualität verbessern. Das Ziel
einer Hilflosenentschädigung
sei
jedoch das Verhindern einer Verwahrlosung und/oder die Einweisung in ein Heim oder eine Klinik.
Unter diesen Vorgaben könne ein Dritthilfebedarf von 65 Minuten pro Woche anerkannt werden, womit die erforderlichen zwei Stunden Dritthilfe nicht erreicht würden (S. 1 f.).
2.
6
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung hat
.
3.
3.1
In Bezug auf die strittige Frage der Hilflosigkeit finden sich in den Akten die folgenden
, wesentlichen
Berichte:
3.2
Mit
Bericht vom 2
9.
Mai 2023 (
Urk.
12/81)
diagnostizierte
Dr.
med.
B.___
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, eine mittelschwere Depression mit zwischenzeitlich auftretenden suizidalen Krisen (ICD-10 F32.1) sowie eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) aufgrund schwere
r
Traumatisierungen in der Kindheit und Jugend (ICD-10 F43.1;
Differentialdiag
nose
[
DD
]
: F62.0). Aus somatischer Sicht seien eine Sklerodermie
,
ein Schlafapnoe-Syndrom sowie ein
Chronic
-Fatigue-Syndrom diagnostiziert worden (S. 1). Im Vordergrund stehe die depressive und Angst-Symptomatik.
D
ie
Beschwerdeführerin
gerate immer wieder in schwere depressive Krisen teilweise mit Suizidalität, weil
der
körperliche Zustand ihr die alleinige Bewältigung des
Alltages nicht mehr erlaube und sie zunehmend Hilfe annehmen müsse. Es bestünden ausgeprägte Vitalstörungen und deutliche vegetative Störungen sowie eine sehr leichte Erschöpfbarkeit selbst bei geringer körperlicher oder geistiger Anstrengung. Die psychophysische Erschöpfung sei mittlerweile so ausgeprägt, dass sie in der Bewältigung ihres Alltages stark eingeschränkt sei. Die Beschwer
deführerin sei mittlerweile in allen Lebensbereichen erheblich bis massiv eingeschränkt (S. 2 f.).
Allein schon aufgrund der psychischen Symptomatik bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und eine Erhöhung des Invaliditätsgrades sei dringend indiziert. Da sie ihren Haushalt unmöglich alleine führen könne und sie in Zukunft nicht so viel alleine bleiben sollte, b
enötige
sie mindestens
die Hilfe der
Y.___
.
A
ufgrund
der
Erschöpfung und der körperlichen Symptome
könne sie
zunehmend weniger aus dem Haus gehen,
weshalb
sie auch aufsuchende Hilfe bekommen
sollte
. Prognostisch sei von einem eher ungünsti
gen Verlauf auszugehen (S. 8).
3.
3
PD
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Rheumatologie,
Oberarzt,
C.___
(
C.___
)
, informierte mit Bericht vom 2
7.
November 2023 (
Urk.
12/75
=
Urk.
12/85
) über einen verschlechterten Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und nannte dabei die folgenden – hier gekürzt aufgeführten – Diagnosen (S. 1 f.):
-
symptomatische positionsabhängige obstruktive Schlafapnoe (POSA)
-
kutan limitierte systemische Sklerose,
Erstdiagnose (
ED
)
zirka Februar 2012
-
reaktive depressive Verstimmung
I
m längerfristigen Verlauf
zeige sich
ein
e
zunehmende Dyspnoe-Symptomatik bei lungenfunktionell leichter Verschlechterung der Lungenfibrose und insbesondere der Diffusionskapazität. Die Progredienz der Lungenfibrose lasse sich auch im CT objektivieren. Dies führe zu einer progredienten Einschränkung im Alltag
bezüglich der
Leistungsfähigkeit
sowie der
Mobilität
und habe sekundär auch
Auswirkungen auf die (reaktive) Depressionssymptomatik, da sich die Beschwerdeführerin zunehmend eingeschränkt fühle (S. 2
Ziff.
1.3). Die Frage, ob ein Bedarf auf Hilfe von Dritten zur Erledigung der alltäglichen Lebensverrichtungen
oder bei der Alltagsstrukturierung nötig ist, verneinte
PD
Dr.
A.___
(S. 2
Ziff.
1.4). Die Beschwerdeführerin sei bei der Verrichtung der alltäglichen Aufgaben im häuslichen Umfeld deutlich eingeschränkt bei verminderter Leistungsfähigkeit (nur noch 30-50
%
leistungsfähig
bezüglich der bereits eingeschränkten Leistungsfähigkeit
).
K
örperliche Arbeiten
könnten
bis maximal 10 kg verrichtet werden. Hinsichtlich des manuellen Geschicks und der Kraft der Hände bestehe eine mindestens mittlere Einschränkung. Die Gang- und
Standsicherheit sowie die Koordination seien leicht eingeschränkt
(S. 2 f.
Ziff.
2.1-2.
2
). Die Prognose der systemischen Sklerose sei abhängig von de
r
Organmanifestation
(S. 3
Ziff.
3.3).
Eine Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliederung im Umfang von mindestens zwei Stunden pro Tag sei aktuell nicht gegeben (S. 3 f.
Ziff.
4.2).
3.
4
Mit Bericht
vom 1
8.
April 2024 (
Urk.
12/97 =
Urk.
16
/
2
)
informierten die Ärzte des
C.___
, Klinik für Pneumologie,
über die Verlaufskontrolle im Rahmen des jährlichen Assessments bei diagnostizierter systemischer Sklerose
und nannten die folgenden – hier gekürzt aufgeführten – Diagnosen (S. 1 f
f
.):
-
kutan limitierte systemische Sklerose, ED zirka Februar 2012
-
symptomatische positionsabhängige obstruktive Schlafapnoe (POSA)
-
Osteopenie, ED 2008
-
r
eaktive depressive Verstimmung
-
p
artielles metabolisches Syndrom
bei arterieller Hypertonie, Prädiabetes und Hypercholesterinämie
-
z
wei kleine zystische Pankreasläsionen
(
DD: kleine Seitengang-IPMN
)
-
Nebendiagnosen:
-
rezidivierende, normochrome bis
mikrozytäre
milde Anämie (ED Mai 2015)
-
mehrere kleine pulmonale Noduli
-
Status nach entzündlichem Prozess
supraklavikulär
links
im
Dezember 2007
Die Beschwerdeführerin habe über eine zunehmende Anstrengungsdyspnoe NYHA II mit leichten Schwindelattacken bei Belastung berichtet. Im Rahmen der leichten Lungenfibrose bestehe ein chronischer Reizhusten ohne Auswurf oder neue respiratorische Infekte. In der Spiroergome
t
rie
hätten sich
eine mittel
schwere Leistungseinschränkung ohne Hinweis auf eine atemmechanische oder
pulmonalvaskuläre
Limitierung sowie eine leichte kardiale Limitierung
gezeigt. Diese sei
diffe
re
ntialdiagnostisch
als
Dekonditionierung
oder im Rahmen einer leichten
chronotropen Insuffizienz zu interpretieren. Die letzte
Rechtsherzkathe
teruntersuchung
zeige eine normale Hämodynamik, sodass die leicht progrediente Dyspnoe möglicherweise im Rahmen der im CT ebenfalls leicht progredienten Lungenfibrose zu interpretieren sei. Eine Fibrose
-T
herapie sei bereits etabliert. Insgesamt bestehe jedoch schon länger eine schwere Fatigue-Symptomatik, so
dass die Beschwerden auch hierzu passen und die
Dekonditionierung
in der Spiroergometrie erklären würden. Die Teilnahme an einer Physio- und Atemtherapie werde empfohlen (S. 5).
3.
5
Am 2
9.
April 2024 informierte die Abklärungsperson über die am Wohnort der Beschwerdeführerin erfolgte Abklärung für Hilflosenentschädigung (
Urk.
12/93).
Dabei gab die Abklärungsperson an, dass am Gespräch nebst der Beschwerdefüh
rerin auch Frau
Z.___
von der psychosozialen
Y.___
teilgenommen habe, und führte als bekannte Diagnosen eine systemische Sklerose, eine Depression (ICD-10 F32.2) sowie eine Osteopenie auf (S. 1). Die Beschwerdeführerin
habe angegeben, dass sie ständig müde sei und sich leicht
grippig
fühle,
weshalb sie
viel liegen müsse. Es gehe ihr d
eshalb
auch psychisch sehr schlecht. Sie sei alleine und habe ausser der Unterstützung durch die
Y.___
keine weitere Hilfe im Alltag.
Sie wirke
auf
Dritte stets souverän
,
und man sehe ihr die schlechte Befindlichkeit nicht an.
Sie könne ihre Bedürftigkeit nicht zeigen und entsprechend auch keine Hilfe holen
. Frau
Z.___
komme
in der Regel einmal pro Woche für
eineinhalb
Stunden. Falls noch etwas Zusätzliches zu erledigen sei, sei ein zweiter Besuch n
otwendig
. Ansonsten habe sie niemanden, den sie bei Problemen fragen könne.
Sie müsse viele Medikamente einnehmen und habe sehr viele Termine bei ihrem Arzt
, mindestens einmal pro Woche. Seit
eineinhalb
Jahren
werde sie im Haushalt durch die
Y.___
unterstützt, wobei diese zunächst einmal pro Woche gekommen sei
.
S
eit
acht
Monaten
komme sie
nur noch alle zwei Wochen für
eineinhalb
Stunden
(S. 1 f.).
Die Abklärungsperson hielt
nachfolgend
fest, dass die Beschwerdeführerin in allen sechs Bereichen der alltäglichen Lebensverrichtungen funktionell selbstän
dig sei. Sie könne sich selbständig an- und ausziehen, wobei sie langsamer sei als früher und Verschlüsse nur unter Schwierigkeiten bedienen könne. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht seien ihr der Behinderung angepasste Kleider sowie ein erhöhter Zeitaufwand
jedoch
zumutbar. Im Bereich «Aufstehen/Absitzen/Abliegen» sei die Beschwerdeführerin nicht eingeschränkt. Im Bereich «Essen» habe die Beschwerdeführerin Schwierigkeiten, mit Messer und Gabel umzugehen
,
und auch
das
Verschneiden von harten Esswaren
bereite
ihr Schwierigkeiten
. In diesem Bereich beziehe sie allerdings keine Hilfe
.
S
ie koche auch nicht täglich
,
und es sei ihr möglich, ein Brötchen zu schmieren. Im Bereich «Körperpflege» hielt die Abklärungsperson fest, dass die Beschwerdeführerin die tägliche Pflege durchzuführen vermöge. Sie habe sehr trockene Haut, welche eine besonders aufwendige Pflege benötige. Sie könne selbständig duschen und sich später abtrocknen. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Befindlichkeit dusche sie nur einmal wöchentlich und
benötige hierfür mehr Zeit
. Die Abklärungsperson erachtete einen erhöhten Zeitaufwand und die erschwerten Bedingungen als zumutbar. Im Bereich «Reinigung nach Verrichtung der Notdurft» sei die Beschwerdeführerin nicht eingeschränkt.
Im Bereich «Fortbewegung/Pflege
gesellschaftlicher Kontakte» hielt die Abklärungsperson schliesslich fest, dass die Beschwerdeführerin ein Auto für
die
Verrichtungen ausser Haus
be
nütze.
Es
liege
eine ärztliche Bescheinigung
vor
,
wonach
sie auf das Auto angewiesen sei. S
o
könne s
ie
die
Einkäufe einfacher
erledigen
und Termine wahrnehmen. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sei es schwieriger. Zu Fuss komme sie schnell an ihre Grenzen. Ebene Strecken seien einfacher
.
S
ie
habe jedoch
Schwierigkeiten
,
einen Hang hinaufzugehen.
Sie werde kurzatmig, s
obald sie sich belaste. Dies zeige sich auch im Haushalt und im Alltag. Rein motorisch gesehen sei sie nicht eingeschränkt
beim
Gehen
,
und auch Termine vermöge sie
selbständig
zu verein
baren. Die Abklärungsperson erachtete die erschwerten Bedingungen als zumutbar und hielt fest, dass die Beschwerdeführerin nicht auf eine Begleitperson angewiesen sei. Sie nehme die Termine eigenständig mit dem Auto wahr und beziehe auch sonst keine Dritthilfe in d
iesem
Bereich (S. 2 f.).
Sodann führte die Abklärungsperson
in Bezug auf die Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung für den Bereich
«Hilfeleistungen, die das selbständige Wohnen ermöglichen»
aus
, dass die
Y.___
die Reinigung der Nasszellen,
der
Böden und
der
Küche übernehme.
Diese komme zurzeit alle 14 Tage für
eineinhalb
Stunden, wobei
die Frequenz auf wöchentlich erhöh
t werde
. Leichte Reinigungsarbeiten
erledige
die Beschwerdeführerin
selbst
, komme jedoch schnell an ihre Grenzen und müsse sich dann hinlegen. Körperlich anstrengende Arbeiten vermöge sie keine mehr zu erledigen.
A
dministrative Aufgaben
erledige die Beschwerdeführerin selbst
, sei damit
aber
überfordert. Rechnungen zahle sie online. Schwierig sei
viel
mehr, dass sie die Aufgaben vor sich hinschiebe und sich schlussendlich zwingen müsse, die Pendenz zu erledigen. Da sie Gemüse
nicht gut
rüsten könne, koche sie selten, maximal zwei- bis dreimal die Woche. An den
übrigen
Tagen esse sie kalte Kost.
Nach dem Kochen
vermöge sie die Küche später nicht aufzuräumen und erledige dies erst am Folgetag. Die Abklärungsperson hielt fest, dass es der Beschwerdeführerin zugemutet werden könne, bisweilen auf fertig gerüstetes oder tiefgefrorenes Gemüse zurückzugreifen. Die Beschwerdeführerin habe eine kleine Waschmaschine in der Wohnung für die dringende Wäsche. Einmal pro Woche erledige sie die Wäsche in der Waschküche. Die Frotteewäsche gebe sie in den Tumbler und d
ie
r
est
liche Wäsche
hänge sie auf. Dies erschöpfe sie, sodass sie sich danach hinlegen müsse und nichts anderes erledigen könne. Die Abklärungs
person erkannte, dass die Beschwerdeführerin Hilfe im Haushalt und Alltag benötige, wobei jedoch das Mindestmass an anrechenbarer Unterstützung nicht erreicht werde. Die Wohnungspflege
könne
für 45 Minuten pro Woche angerech
net werden. Abgesehen davon verrichte die Beschwerdeführerin sämtliche Tätig
keiten selbst, wenn auch unter erschwerten Bedingungen. Abzüglich der Schadenminderungspflicht könne kein weiterer zeitlicher Bedarf angerechnet werden (S. 4 f.).
In Bezug auf den Bereich «Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen und Kontakten»
verwies die Abklärungsperson auf das zuvor
Gesagte
für den
Bereich «Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte». Die Beschwerdeführerin
habe angegeben
, dass sie
aus finanziellen Gründen keine Onlinekäufe
tätige.
Frau
Z.___
bringe ihr in regelmässigen Abständen Artikel
mit,
beispielsweise Medikamente. Die Abklärungsperson erachtete Onlinekäufe
jedoch als
einmal pro Monat zumutbar
unter Hinweis darauf,
dass es
oftmals
Aktionen
ohne Berech
nung von Lieferkosten
gebe (S. 5).
Hinsichtlich des Bereichs «Regelmässige Anwesenheit einer Drittperson zur Verhinderung einer dauernden Isolation von der Aussenwelt» sah die Abklä
rungsperson keine Isolationsgefahr.
Auch verneinte die Abklärungsperson eine dauernde medizinisch-pflegerische Hilfe. Die Beschwerdeführerin könne
ihre
Medikamente selbst richten und einnehmen. Zuletzt verneinte die Abklärungsperson auch die Notwendigkeit einer persönlichen Überwachung (S.
5).
Zusammenfassend hielt die Abklärungsperson fest, dass die Beschwerdeführerin in keine
r
der aufgeführten Lebensverrichtung
en
regelmässig und erheblich auf Dritthilfe angewiesen sei. Auch die lebenspraktische Begleitung erreiche das Mindestmass von wöchentlich zwei Stunden (abzüglich der zumutbaren Scha
denminderungspflicht) nicht. Es bestehe deshalb zum heutigen Zeitpunkt kein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung (S. 6).
3.
6
Im Rahmen des
Vorbescheid
verfahrens
nahm die Abklärungsperson am 2
0.
August 2024 erneut Stellung (
Urk.
12/118). Dabei hielt sie hinsichtlich der geltend gemachten lebenspraktischen Begleitung durch die Psychiatrie
-Y.___
fest, dass für diese Unterstützung
bei der
Alltagsbewältigung maximal 10 Minuten pro Woche angerechnet werden könnten
. D
ie Beschwerdeführerin
habe
trotz der Unterstützung gute Ressourcen,
um
d
en Alltag
teilweise selbst zu bewältigen. Soweit die Haushalts
-Y.___
nun wöchentlich benötigt werde, sei festzuhalten, dass es im Rahmen der lebenspraktischen Begleitung um Mindestanforderungen
zur Erledigung des Haushaltes
gehe. Die Beschwerdeführerin habe vor Ort angegeben, dass sie den täglichen Kehr und leichte Reinigungsarbeiten in Etappen ausführen
könne
. Die angerechneten wöchentlichen 45 Minuten für die Wohnungspflege seien angemessen.
D
ie neu eingeleitete wöchentliche Unterstützung
bei den administrativen Angelegenheiten
durch eine Sozialarbeiterin
sei
zum Zeitpunkt
der Abklärung
noch
nicht erfolgt. Die Beschwerdeführerin habe allerdings bereits damals angegeben, dass sie mit den administrativen Angelegenheiten überfordert sei. Für diese Unterstützung könnten maximal 10 Minuten pro Woche angerech
net werde
n.
D
ie Beschwerdeführerin
habe
gute Ressourcen und
könne
das Administrative teilweise
selbst
erledigen
.
Eine
manifestierte Isolation von der Aussenwelt
bestehe nicht
.
D
ie Beschwerdeführerin
nehme
Termine wahr,
gehe
regelmässig ins Fitness
studio
und
erledige
kleinere Besorgungen. Bei der
erwähn
ten
digitalen Überwachung durch die Ärzte des
C.___
handle es sich sodann nicht um eine Überwachungssituation im Sinne des Gesetzes.
Eine solche
sei weiterhin nicht gegeben, da die Beschwerdeführerin nicht akut selbst- oder fremdgefährdet sei. Es finde keine direkte 1:1 Betreuung statt. Zuletzt
gebe es
diverse Hilfsmittel
auf dem Markt
, welche für Alltagsverrichtungen eingesetzt werden könnten. Die geltend gemachte notwendige Hilfe (z.B. einen Knopf annähen) erfolge nicht i
n einem
regelmässigen und erheblichen Ausmass und könne deshalb nicht angerechnet werden. Zusammenfassend könnten für die Alltagsbewältig
ung
und
die
Unterstützung bei den administrativen Angelegenheiten je 10 Minuten pro Woche angerechnet werden, was zusammen mit den
bereits berücksichtigten
45 Minuten für den Haushalt eine wöchentliche lebenspraktische Begleitung im Umfang von 65 Minuten ergebe. Das Mindestmass an lebenspraktischer Beglei
tung sei weiterhin nicht erreicht, weshalb am Abklärungsergebnis festgehalten werde (S. 1 ff.).
3.
7
Am 1
8.
September 2024 nahm
Z.___
, Ambulante Psychiatrische Pflege, Stellung
zur
Verneinung des Anspruchs auf eine
Hilflosenentschädigung
(
Urk.
3/2
/1-3
). Dabei gab sie an, dass sie die Beschwerdeführerin seit dem 1
1.
September 2023 betreue
,
und d
er Betreuung
sumfang
in der Regel 90 Minuten pro Woche
betrage
, wovon mindestens eine Stunde bei der Beschwerdeführerin zu Hause erfolge. Der Rest finde telefonisch oder durch
Erledigung
von Besorgungen statt. Der Bedarf nach
einer
umfangreichere
n
Betreuung
sei
gegeben. Sie sei bei der vor Ort erfolgten Abklärung anwesend gewesen und komme zum Schluss, dass entweder Missverständnisse vorlägen oder der Zustand der Beschwerdeführerin schöngeredet werde. Sie habe mehrmals im Gespräch betont, dass die Beschwerdeführerin oft einen souveränen Eindruck
vermittle, wonach
alles in bester Ordnung sei, was aber absolut nicht der Fall sei.
Hinter dieser Fassade befinde sich eine Frau, welche kaum in der Lage sei, sich eine Stunde auf ein Gespräch zu konzentrieren, weil sie durch ihre chronische Müdig
keit in allen Lebensbelangen sehr stark eingeschränkt sei.
Zwar
verfüge
sie
über Ressourcen, könne
jedoch
nicht mehr
auf diese
zurückgreifen. Sie treffe meistens eine bleiche, übermüdete Frau an
. Oftmals sei sie
die erste Person, mit
welcher
die Beschwerdeführerin
in d
ieser
Woche überhaupt
Kontakt habe
. Sehr oft stehe Geschirr vom Vortag da, welche
s
die Beschwerdeführerin aufgrund fehlender Energie oder aufgrund der Ekzeme an den Händen nicht abgewaschen habe.
Sie habe eine Weile
für die Erkenntnis
gebraucht,
dass fehlendes Geschirr nicht unbedingt darauf hindeute, dass die Beschwerdeführerin Energie für den Abwasch gehabt habe. Vielmehr bedeute dies, dass sie
ausser Zwieback oder Beutelsuppe am Vortag nichts gegessen habe. Die beschriebene sehr gepfleg
t
e und aufgeräumte Wohnung könne sie nicht bestätigen. Die Wohnung würde
ohne die
durch die Haushalts
-Y.___
erfolgte
Reinigung
verwahrlosen. Die Administration sei im letzten Jahr ebenfalls
immer mehr
liegengeblieben.
Die Beschwerdeführerin
könnte ihre Angelegenheiten selbständig erledigen, wenn sie nicht unter chronischer Müdigkeit, einer mittelschweren Depression und den Ekzemen leiden würde. Es liege eine manifestierte Isolation von der Aussenwelt vor. Die psychi
sche
Erkrankung der Beschwerdeführerin werde mit keinem Wort erwähnt oder berücksichtigt. Es sei nicht nachvollziehbar, dass lediglich 10 Minuten pro Woche für ihre Unterstützung angerechnet würden. Ihre Unterstützung umfasse die Hilfe bei der Tagesstrukturierung, bei der Bewältigung von Alltagssituationen und die Vermeidung der Gefahr einer dauernden Isolation (S. 1 ff.).
3.
8
Dr.
med.
D.___
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt mit Schreiben vom 1
9.
September 2024 (
Urk.
3/2/8-11) fest, dass die Beschwerdefüh
rerin aufgrund der Schwere und Komplexität ihrer gesundheitlichen Beeinträch
tigungen auf regelmässige und umfangreiche Hilfe
zur Bewältigung ihres Alltages
angewiesen sei. Die Kombination von psychischen und somatischen Erkrankun
gen führe zu einer erheblichen Einschränkung ihrer Selbständigkeit und Belastbarkeit.
A
ls Diagnosen
nannte sie
eine mittelschwere Depression mit intermittierenden suizidalen Krisen (ICD-10 F32.1) sowie eine PTBS aufgrund schwere
r
Traumatisierungen in der Kindheit und Jugend (ICD-10 F43.1).
Dies äussere
sich in
einer
starke
n
Erschöpfbarkeit, einem verminderten Selbstwertge
fühl,
einem
Grübelzwang
,
einem
selbstdestruktive
n
Denken und wiederkehrenden Krisen.
Der
psychische Zustand führe dazu, dass
die Beschwerdeführerin
nicht mehr in der Lage sei, ihren Alltag alleine zu bewältigen.
Ausserdem
leide die Beschwerdeführerin an einer Sklerodermie.
Das
Schlafapnoe-Syndrom sowie
das
Chronic
-Fatigue-Syndrom würden ihre körperliche Erschöpfung und Müdigkeit weiter verstärken. Schon geringfügige körperliche oder geistige Anstrengungen würden zu
einer
massive
n
Erschöpfung, Schwindel und vegetativen Störungen führen. Diese Kombination mache es fast unmöglich, einfache alltägliche Aufgaben selbständig zu erledigen. Die
psychiatrisch-psychotherapeutische
Betreuung
finde regelmässig statt
.
Z
ur Stabilisierung
des
psychischen Zustandes
erfolge auch eine medikamentöse Behandlung
. Darüber hinaus werde
die Beschwerdeführerin
einmal pro Woche
durch die psychiatrische
Y.___
sowie
durch die
Haushalts
-Y.___
unterstützt.
Da sie in fast allen Bereichen des Lebens überfordert sei, werde sie auch durch den
E.___
(
E.___
)
begleitet.
Die vorhandene Unterstützung reiche
allerdings
nicht aus, um ihre Selbständigkeit zu sichern. Die dringend benötigte zusätzliche Unterstützung könn
t
e durch die Hilflosenentschädigung gewährleistet werden
(S. 1 ff.).
3.
9
Mit Schreiben vom 1
6.
Januar 2025 (
Urk.
16/3)
hielt
PD
Dr.
A.___
fest, dass
d
ie Beschwerdeführerin aufgrund der Schwere ihrer Erkrankungen und den damit verbundenen erheblichen Einschränkungen bei Aktivitäten des täglichen Lebens auf regelmässige Hilfe
zur Bewältigung des Alltages
angewiesen
sei
.
Die Beschwerdeführerin leide an einer systemischen Sklerose
mit Beteiligung der Haut im Sinne von schuppigen und rissigen, schmerzhaften Hautveränderungen an den Händen und
einer
Hautverdickung mit
einer
Einschränkung der Beweg
lichkeit.
Auch leide sie am
Raynaud-Phänomen, welches eine schmerzhafte Durchblutungsstörung vor allem
an
de
n
Hände
n
sei
.
D
ie
bestehende
progrediente Lungenfibrose
führe
insbesondere bei Belastung
zu
Atemnot. Dies werde verstärkt durch
das
Schlafapnoe-Syndrom
und
das
Chronic
-
F
atigue-Syndrom
sowie
Schwindel und vegetative Symptome, welche zusätzlich die körperliche Leistungsfähigkeit einschränken würden. Schon geringe körperliche oder kognitive Anstrengung führe zu
einer
überproportionale
n
Müdigkeit und Erschöpfung.
Ausserdem
leide die Beschwerdeführerin an einer mittelgradigen Depression mit intermittierenden suizidalen Krisen sowie an einer PTBS infolge schwere
r
Traumatisierungen in ihrer Kindheit und Jugend. Die somatischen Einschränkungen würden das negative psychische Erleben verstärken. Dieser Zustand führe dazu, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr
zur alleinigen Bewältigung ihres Alltages in der Lage sei. Sie
erhalte bereits regelmässig psychiatrisch-psychotherapeutische Betreuung sowie eine medikamentöse Behandlung zur Stabilisierung ihres psychischen Zustandes.
E
inmal pro Woche
werde sie durch die
psychiatrische
Y.___
sowie
durch die
Haushalts
-Y.___
unter
stützt.
Da sie in fast allen Bereichen des Lebens überfordert sei, werde sie auch durch den
E.___
begleitet.
Die sehr ausgeprägte, multifaktoriell bedingte Erschöpfung mit vermindertem Antrieb führe zu erheblichen Einschrän
kungen des täglichen Lebens. Die psychische und physische Belastung sei derart schwerwiegend, dass die Beschwerdeführerin dringend auf zusätzliche
Unterstützung angewiesen sei
. Diese könne
durch die Hilflosenentschädigung gewährleistet werden
(S. 1 f.).
4.
4.1
Aufgrund der vorliegenden Aktenlage erscheint klar und ist zwischen den Parteien
grundsätzlich
auch unbestritten, dass die Beschwerdeführerin in den sechs Bereichen der alltäglichen Lebensverrichtungen (vorstehend E. 1.1) nicht in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist. Hierfür ergeben sich sowohl aus den medizinischen Berichten als auch aus dem Abklärungsbericht keine Anhaltspunkte.
Dabei ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass eine blosse Erschwerung oder Verlangsamung bei der Vornahme von Lebensverrichtungen grundsätzlich keine Hilflosigkeit begründet (KSH
Rz
. 2007 und
Rz
. 2023 mit Verweis auf das Urteil des Bundesgerichts 9C_633/2012 vom
8.
Januar 2013), und dass das Erfordernis der Hilfe bei der Kontaktpflege zur Vorbeugung der Gefahr
einer dauernden Isolation nur unter dem Titel «lebenspraktische Beglei
tung» zu berücksichtigen ist (KSH
Rz
. 2056).
Auch bedarf die Beschwerdeführerin keiner durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege oder dauernden persönlichen Überwachung. Die alleinlebende Beschwerdeführerin kann
ihre
Medikamente
nach eigenen Angaben
selbst richten und einnehmen (vgl.
Urk.
12/93 S. 5).
Nach Lage der Akten wurde zwar
zwischenzeitlich
aufgrund der bestehenden Lungenerkrankung
ein
medizinisches
Telemonitoring
eingerichtet (vgl.
Urk.
1 S. 8 unten
).
Da allerdings keine Drittperson
bei der Beschwerdeführerin anwesend sein muss, handelt es sich nicht um eine
zu berücksic
h
tigende Überwachungsbedürftigkeit infolge einer Gefährdungssituation
(KSH
Rz
. 2076
f.
).
Schliesslich liegt offenkundig
auch
kein Sonderfall von leichter Hilflosigkeit vor, wonach eine versicherte Person wegen einer Sinnesschädigung oder eines körperlichen Gebrechens der Hilfe Dritter für die Pflege gesellschaftlicher Kontakte benötigt (vgl.
Urk.
12/93 S. 3 f.; KSH
Rz
. 3011).
4.2
Zwischen den Parteien umstritten ist denn auch hauptsächlich die Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung, wobei sich die Beschwerdegegnerin diesbe
züglich einzig
auf den Abklärungsbericht vom
2
9.
April 2024
(vorstehend E. 3.
5
)
stützte
. Bei der Abklärung der Hilflosigkeit
ist eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen Arzt und Verwaltung erforderlich. D
ie medizinischen Fachpersonen
haben
anzugeben, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen beziehungsweise geistigen Funktionen durch das Leiden
eingeschränkt ist (BGE 133 V 450 E. 11.1.1; vorstehend E. 1.
4
), mithin muss die Abklärung vor Ort auf einem ärztlich erhobenen Gesundheitszustand basieren.
Hinsichtlich der Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin fällt dabei ins Gewicht, dass d
ie ursprüngliche Zusprache einer
Dreiviertelsrente
ab September 2015 einzig gestützt auf das somatische Leiden der Beschwerdeführerin einer Sklerodermie erfolgte, wobei der ebenfalls bereits diagnostizierten mittelschweren depressiven Episode (ICD-10 F32.1) aufgrund psychosozialer Umstände keine Relevanz beigemessen wurde (vgl.
Urk.
12/28 S. 5).
Im Rahmen des im
Jahr 2018 durchgeführten Revisionsverfahrens wurde ein unveränderter Gesundheitszu
stand festgehalten (vgl.
Urk.
12/56 S. 3;
Urk.
12/58).
Die im November 2023 eingereichte Anmeldung für eine Hilflosenentschädigung erfolgte
indessen
nach eine
r
entsprechenden
Aufforderung
durch Frau
Z.___
von der Psychiatrie
-Y.___
(vgl.
Notiz vom 3
1.
Oktober 2023 in
Urk.
12/73 S. 1)
und unter Hinweis auf eine systemische Sklerose mit physischer und psychischer Beein
trächtigung (vgl.
Urk.
12/71 S. 2
Ziff.
3.1)
. Aus medizinischer Sicht lag bezüglich des psychischen Gesundheitszustandes
im Zeitpunkt der vor Ort erfolgten Abklärung
lediglich ein
durch
Dr.
B.___
im Mai 2023 erstellte
r
Bericht
vor, wonach eine mittelschwere Depression mit zwischenzeitlich auftretenden suizidalen Krisen (ICD-10 F32.1) sowie eine PTBS aufgrund schwerer Traumatisierungen in der Kindheit und Jugend (ICD-10 F43.1; DD: ICD-10 F62.0) vorlägen und die Beschwerdeführerin aufgrund dessen vollständig arbeitsunfähig sei (vgl.
Urk.
12/81 S.
1, S. 8). Obwohl der RAD diese Diagnosen mangels psychopathologische
r
Befund
erhebung
nicht nachvollziehen konnte und Rück
fragen
als
notwendig erachtete (vgl.
Urk.
12/116 S. 2 f.), wurde
hierauf
verzichtet
, da bereits aus somatischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit über 70
%
ausgewiesen sei und die bisherige
Dreiviertelsrente
daher ab dem
1.
Februar 2024 auf eine ganze Invalidenrente erhöht werde (vgl.
Urk.
12/112;
Urk.
12/116 S. 2 ff
.).
Folglich
ergibt sich, dass das
Ausmass des
psychische
n
Leiden
s
der Beschwerde
führerin
aus ärztlicher Sicht
nicht genügend abgeklärt
wurde
und der Abklärungsperson demnach im Rahmen der vor Ort erfolgten Abklärung auch nicht bekannt
gewesen sein konnte
. Obwohl bei den im Abklärungsbericht aufgelisteten Diagnosen eine Depression
– nicht aber eine PTBS -
erwähnt wird, ist es
einer
Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (
Urteile des Bundesgerichts 9C_185/2016 vom
8.
August 2016 E. 4.1 und 9C_408/2015 vom
1.
Dezember 2015 E. 3.3).
Bei Unklarheiten über physische und psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig (vorstehend
E. 1.
4
). Eine solche
Rückfrage
ist nach Lage der Akten jedoch unterblieben und
eine
Stellungnahme durch die
inzwischen
behandelnde Psychiaterin
Dr.
D.___
ging
erst
nach erfolgter Abklärung
ein. Daran ändert nichts, dass Frau
Z.___
an der vor Ort erfolgten Abklärung anwesend war.
Entsprechend basierte der Abklärungsbericht auf einer ungenügenden medizinischen Grundlage.
Im Übrigen bleiben auch d
ie
aus ärztlicher Sicht ebenfalls
diagnostizierte Schlafapnoe sowie das
Chronic
-Fatigue-Syndrom
im Abklärungsbericht unerwähnt
, wobei die Ärzte
in diesem Zusammenhang insbesondere
auch
auf eine Verstärkung der Symptome
infolge
der Polymorbidität hinwiesen (vgl.
Urk.
3/2/8-11 S.
2 f.
;
Urk.
16/3 S.
1 f.
).
4.3
Die im Rahmen der Abklärung geäusserten Feststellungen
divergieren schliesslich stark von den
nachträglich eingegangenen Berichte
n
aus ärztlicher Sicht.
So erkannte die Abklärungsperson
zwar
, dass die Beschwerdeführerin Hilfe im Haus
halt und Alltag benötige
, kam
allerdings
zum Schluss, dass sie
trotz der Unterstützung gute Ressourcen habe, um den Alltag teilweise selbst zu bewältigen (vgl.
Urk.
12/93 S. 5;
Urk.
12/118 S.
2
).
D
ie behandelnde Psychiaterin
Dr.
D.___
sowie
der
Rheumatologe
PD
Dr.
A.___
vertr
a
ten dagegen
die Auffassung, dass schon geringfügige körperliche oder geistige Anstrengungen zu massiver Erschöpfung mit Einschränkungen des täglichen Lebens führen würden und die Beschwerdeführerin ihren Alltag nicht mehr alleine bewältigen könne (vgl.
Urk.
3/2/8-11 S.
2 f.
;
Urk.
16/3 S.
1 f.
).
Z.___
erkannte zudem im Gegen
satz zu den Feststellungen der vor Ort erfolgten Abklärung
eine manifestierte Isolation von der Aussenwelt (vgl.
Urk.
3/2/1-3 S.
2
;
vgl.
Urk.
12/93 S. 5).
Eine Plausibilitätsprüfung durch den RAD erfolgte nicht.
Unter diesen Umständen
erweisen sich weitergehende Abklärungen als unerlässlich.
4.
4
Nach dem Gesagten
lässt sich der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Hilflosenentschädigung gestützt auf die vorhandenen Akten somit nicht abschliessend prüfen, weshalb die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese nach ergänzenden Abklärungen über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin erneut verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen
.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung sowohl für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57; vgl. auch BGE 141 V 281 E. 11.1 mit Hinweis), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Parteientschädigung hat.
Diese ist gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
– ohne Rücksicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien ist die Parteientschädigung vorliegend auf
Fr.
1'100.-- (inkl. Barauslagen und MWST) festzusetzen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird
in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 2
0.
August 2024 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen
,
neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Parteientschädigung von
Fr.
1’100
.-- (inkl. Barauslagen und MWST) zu bezahlen.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Schweizerische Stiftung Pro
Mente
Sana
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
Grieder-MartensMeierhans