# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6b60cda3-ccee-577f-8bc8-b0e161b7b461
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-01-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.01.2014 D-5930/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5930-2013_2014-01-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-5930/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  6 .  J a n u a r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichterin Contessina Theis, 

mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas;   

Gerichtsschreiberin Anne Kneer. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

B._______, geboren (…),  

und deren Kinder 

C._______, geboren (…), 

D._______, geboren (…),  

E._______, geboren (…),  

F._______, geboren (…),  

G._______, geboren (…), 

Sri Lanka,   

Beschwerdeführerende,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des BFM vom 21. August 2013 / N (…). 

D-5930/2013 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,  

dass B._______ mit einem an die Schweizerische Vertretung in Colombo 

(im Folgenden: die Botschaft) gerichteten Schreiben vom 15. September 

2010 (Eingang Botschaft) um Asylgewährung für sich und ihre fünf Kinder 

und sinngemäss um Bewilligung der Einreise in die Schweiz ersuchte, 

dass die Botschaft mit einem an B._______ adressierten Schreiben vom 

16. September 2010 A._______ mit der Anrede "Dear Sir" aufforderte, 

seine Asylgründe konkreter auszuführen und seine bisherigen Bemühun-

gen betreffend Schutzersuchen sowie mögliche innerstaatliche Schutzal-

ternativen mitzuteilen, 

dass A._______ mit Schreiben vom 28. Oktober 2010 (Eingang Bot-

schaft) unter Beilage diverser Beweismittel (darunter auch ein Schreiben, 

welches bestätigt, dass die ganze Familie umgesiedelt wurde) antwortete 

und auch er um Asyl und sinngemäss um Bewilligung der Einreise in die 

Schweiz ersuchte,  

dass A._______ mit Schreiben der Botschaft vom 2. November 2010 auf-

gefordert wurde, genauer zu seinen Antworten im Schreiben vom 

28. Oktober 2010 Stellung zu nehmen,  

dass A._______ die Fragen der Botschaft mit Schreiben vom 

23. November 2010 (Eingang Botschaft) beantwortete und wiederum di-

verse Beweismittel (darunter eine Kopie des Ausweises seiner Frau) zu 

den Akten reichte,  

dass A._______ mit Schreiben vom 19. Januar 2011 seine Ausführungen 

ergänzte,  

dass A._______ am 20. Januar 2011 von der Botschaft in Colombo ange-

hört wurde,  

dass die Botschaft dem BFM das Dossier zur abschliessenden Beurtei-

lung am 28. Januar 2011 überwies,  

dass das BFM mit Verfügung vom 21. August 2013 mit ausschliesslichem 

Bezug auf A._______ – eröffnet am 16. September 2013 – die Einreise in 

die Schweiz nicht bewilligte und dessen Asylgesuch ablehnte,  

D-5930/2013 

Seite 3 

dass die Schweizerische Botschaft in Colombo dem Bundesverwaltungs-

gericht das Beschwerdeschreiben vom 7. Oktober 2013 (Eingang Bot-

schaft) der Beschwerdeführenden übermittelte,  

dass das BFM mit Schreiben vom 15. Oktober 2013 den Beschwerdefüh-

renden – nach Eingang des identischen Beschwerdeschreibens – mitteil-

te, dass Verfahren sei rechtskräftig abgeschlossen,  

dass aufgrund der Asylgesetzrevision vom 29. September 2012 es nicht 

mehr möglich sei, ein Asylgesuch aus dem Ausland zu stellen, da die ent-

sprechenden Regelungen ausser Kraft gesetzt worden seien und dies 

auch eine Wiedereröffnung des Verfahrens im Rahmen einer Wiederer-

wägung ausschliesse,  

dass hinsichtlich der Asylvorbringen der Beschwerdeführenden sowie der 

Begründung der Verfügung auf die Akten verwiesen wird,  

 

und zieht in Erwägung, 

dass gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen 

Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) beurteilt, 

dass das BFM zu den Behörden nach Art. 33 VGG gehört und daher eine 

Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts ist und eine das Sachgebiet 

betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 3 VGG nicht vorliegt, 

dass das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde daher zuständig ist und es auf dem Gebiet des Asyls endgül-

tig entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, 

SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG rich-

tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG, 

dass das Schreiben vom 7. Oktober 2013 aufgrund dessen Inhalt sinn-

gemäss als Beschwerde zu erkennen ist, auch wenn in der Laienbegrün-

dung ausgeführt wird, dass die Eingabe keine Beschwerde sei,  

D-5930/2013 

Seite 4 

dass die Beschwerde auch frist- und formgerecht eingereicht wurde 

(Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG) und das Verfahren entgegen dem Schreiben des BFM vom 

15. Oktober 2103 noch nicht rechtskräftig entschieden wurde,  

dass die Beschwerdeführenden durch die angefochtene Verfügung be-

sonders berührt sind und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-

bung beziehungsweise Änderung haben, 

dass sie daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG) sind und auf die Be-

schwerde einzutreten ist, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die 

Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG) kann, 

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), 

dass angesichts der offensichtlichen Begründetheit der Beschwerde der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG) und auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichtet wird 

(Art. 111a Abs. 1 AsylG), 

dass B._______ mit Schreiben vom 15. September 2010 für sich und ihre 

Kinder um Asyl und sinngemäss um Einreise in die Schweiz ersucht hat 

und durch dieses Schreiben das Asylverfahren überhaupt ausgelöst hat,  

dass A._______ seine Asylvorbringen erst später, nämlich mit Schreiben 

vom 28. Oktober 2010, vorbrachte,  

dass B._______ und ihre Kinder daher auch als Parteien gemäss Art. 6 

VwVG anzusehen sind, deren Rechte und Pflichten die Verfügung berüh-

ren soll,  

dass der Grundsatz des rechtlichen Gehörs von der verfügenden Behör-

de verlangt, die Vorbringen der Betroffenen tatsächlich zu hören, sorgfäl-

tig und ernsthaft zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichti-

gen, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen 

muss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG),  

D-5930/2013 

Seite 5 

dass jedoch das BFM in der angefochtenen Verfügung in keinster Weise 

– weder im Sachverhalt noch in der Begründung – auf die Vorbringen von 

B._______ und den Kindern eingeht,  

dass sich die angefochtene Verfügung denn auch lediglich auf A._______ 

bezieht,  

dass mit diesem Vorgehen der Anspruch von B._______ und deren Kin-

dern auf rechtliches Gehör in massgebender Weise verletzt wurde 

(Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101], Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 

VwVG),  

dass der Anspruch auf rechtliches Gehör formeller Natur ist und eine Ver-

letzung desselben grundsätzlich zur Aufhebung des daraufhin ergange-

nen Entscheides führt (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4. m. w. H.), 

dass eine Heilung einer Gehörsverletzung nur ausnahmsweise und unter 

bestimmten Voraussetzung stattfinden kann, mithin nur dann, wenn die 

Gehörsverletzung nicht schwerwiegender Natur ist (vgl. BVGE 2008/47 

a.a.O.),  

dass es sich vorliegend jedoch offensichtlich um einen groben Verstoss 

gegen die Verfahrensvorschriften handelt, weshalb eine Heilung nicht in 

Frage kommt, 

dass nach dem Gesagten die Verfügung des BFM vom 21. August 2013 – 

in Gutheissung der Beschwerde – aufzuheben und die Sache zur Wie-

deraufnahme und ordnungsgemässen Fortsetzung des erstinstanzlichen 

Verfahrens an das BFM zurückzuweisen ist,  

dass bei vorliegendem Ausgang des Verfahrens keine Kosten aufzuerle-

gen sind (Art. 63 Abs. 1 - 2 VwVG),  

dass die Beschwerdeführenden nicht vertreten sind und ihnen daher kei-

ne Parteientschädigung zugesprochen wird.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5930/2013 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des BFM vom 21. August 2013 wird aufgehoben und die 

Sache zur Wiederaufnahme und ordnungsgemässen Fortsetzung des 

erstinstanzlichen Verfahrens an das BFM zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.  

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden und das BFM. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Anne Kneer 

 

 

Versand: