# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 56340b82-8913-535c-958f-b19881e5083a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-01
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 01.12.2017 IV 2015/250
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-250_2017-12-01.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/250

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.05.2020

Entscheiddatum: 01.12.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 01.12.2017
Art. 17 Abs. 1 ATSG. Rentenrevision. Gutachten beweiskräftig. Seit der 
ursprünglichen Rentenzusprache ist von einem erheblich verbesserten 
Gesundheitszustand bzw. einer gesteigerten Arbeitsfähigkeit auszugehen. 
Kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Abweisung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. 
Dezember 2017, IV 2015/250). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 
9C_86/2018.

Entscheid vom 1. Dezember 2017

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),

Versicherungsrichter Joachim Huber und a.o. Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle 

Frei; Gerichtsschreiber Peter Wohnlich

Geschäftsnr.  

IV 2015/250

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Denise Dornier-Zingg,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schützengasse 6, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rentenrevision (Einstellung)

Sachverhalt

A. 

A.a  Seit dem 1. Januar 1998 war A.___ (nachfolgend Versicherte) als Raumpflegerin 

bei der B.___ AG angestellt (IV-act. 21). Am 23. Juli 2009 wurde sie aufgrund eines 

Bandscheibenvorfalles am Kantonsspital St. Gallen im Halswirbelsäulenbereich operiert 

(IV-act. 17). Am 17. August 2009 wurde sie von der Krankentaggeldversicherung zum 

Bezug von IV-Leistungen angemeldet, wobei als gesundheitliche Beeinträchtigung ein 

seit dem Jahr 2004 bestehender Bandscheibenvorfall angegeben wurde (IV-act. 1f.).

A.b  Im Zeitraum vom 13. Dezember 2009 bis 19. Oktober 2010 befand sich die 

Versicherte in ambulanter Behandlung bei Dr. med. C.___, Facharzt FMH für 

Neurochirurgie, Klinik D.___. Dieser führte in seinem Bericht vom 27. Oktober 2010 aus, 

dass die Versicherte nach der Operation vom 23. Juli 2009 bei nachgewiesener 

Osteochondrose und Stenose der Halswirbelkörper 4/5 nie beschwerdefrei gewesen 

sei. Neu sei eine Lumboischialgie links bei lumbaler Diskushernie L4/L5 links 

hinzugekommen. Am 1. September 2010 seien operativ eine Mikrodiskektomie L4/L5 

links sowie eine ventrale Diskektomie und Cage-Stabilisation der Halswirbelkörper 4/5 

durchgeführt worden. Er stellte von Seiten des Rückens eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit vom 31. August bis 31. Dezember 2010 fest (IV-act. 41).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.c  Mit Schreiben vom 19. Mai 2011 teilte Dr. C.___ der IV Stelle mit, dass die 

Versicherte aufgrund ihrer Rückenschmerzen mit Operationen an der Hals- und 

Lendenwirbelsäule und nochmals bevorstehender Operation mit Spondylodese L4/L5 

an der Lendenwirbelsäule am 30. Mai 2011 seit zwei Jahren 100% arbeitsunfähig sei 

und sehr wahrscheinlich bis mindestens Ende 2011 100% arbeitsunfähig bleibe (IV-act. 

50). Die Operation an der Lendenwirbelsäule wurde wie geplant am 30. Mai 2011 

durchgeführt (IV-act. 52-2).

A.d  Die Hausärztin der Versicherten, Dr. med. E.___, Fachärztin Innere Medizin, 

Zentrum F.___ AG, teilte der IV-Stelle am 13. Juni 2011 mit, dass sie eine schwere 

körperliche Tätigkeit wie diejenige einer Reinigungskraft aufgrund des bisherigen 

Verlaufs für nicht mehr zumutbar halte. Eine Eingliederung der Versicherten sei 

zukünftig nur in eine körperlich leichte Tätigkeit realistisch (IV-act. 52/13).

A.e  Mit Schreiben vom 28. Oktober 2011 nahm Dr. C.___ gegenüber der IV-Stelle noch 

einmal zur gesundheitlichen Situation der Versicherten Stellung und führte aus, es 

handle sich um eine chronische Schmerzpatientin mit persistierenden, 

therapieresistenten Beschwerden, sowohl im Nacken- wie im 

Lendenwirbelsäulenbereich, bei Status nach Spondylodese C4/C5 und C5/C6, aber 

auch L4/L5 und dynamischer Stabilisation L3/L4 und L5/S1. Hinweise auf radikuläre 

Beschwerden würden sich keine ergeben. Dr. C.___ bescheinigte der Versicherten 

gestützt darauf eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 54). Dieser Auffassung folgte 

G.___ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) in seiner Beurteilung vom 24. November 

2011 (IV-act. 55).

A.f  Mit Verfügung vom 13. April 2012 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine ganze 

Invalidenrente rückwirkend ab dem 1. März 2010 zu (IV-act. 62).

B. 

B.a  Im Februar 2014 leitete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren betreffend die der 

Versicherten ausgerichtete ganze Invalidenrente ein. Im Verlaufsbericht vom 15. April 

2014 für die Zeit ab Mai 2011 teilte Dr. C.___ gegenüber der IV-Stelle mit, dass der 

Gesundheitszustand der Versicherten stationär sei. Die letzte ärztliche Kontrolle habe 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

am 14. März 2013 stattgefunden. Dr. C.___ attestierte der Versicherten eine 40%-ige 

Arbeitsfähigkeit in einer rückenadaptierten, körperlich leichten Tätigkeit (IV-act. 70). Im 

Verlaufsbericht vom 20. Juni 2014 führte med. pract. H.___, Fachärztin Allgemeine 

Innere Medizin, Zentrum F.___ AG, aus, sie habe die Versicherte aufgrund von 

progredienten Rückenschmerzen zweimal gesehen. Aktuell sei die Versicherte bei Dr. 

E.___ in Behandlung. In Bezug auf den Gesundheitszustand hielt sie fest, dieser sei 

stabil; es sei keine Tätigkeit möglich (IV-act. 75). Dr. E.___ führte im Verlaufsbericht 

vom 27. August 2014 einen stationären Gesundheitszustand an und verneinte eine 

Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. Theoretisch sei eine leichte körperliche 

Tätigkeit zumutbar (IV-act. 78/1-4).

B.b  Am 12. Februar 2015 fand eine bidisziplinäre Begutachtung durch Dr. med. I.___, 

Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und 

Dr. med. J.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, MEDAS Ostschweiz, statt. 

Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine Discushernie C5/6 mit 

Discektomie und Stabilisation (ICD-10: M50.2), eine Stabilisation bei Osteochondrose 

C4/5 (ICD-10: M42.1) sowie eine zweimalige Discektomie und Spondylodese L4/5 

(ICD-10: M51.2) gestellt. Aus psychiatrischer Sicht wurde keine Diagnose mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Gestützt auf die durchgeführten 

Untersuchungen attestierten Dr. I.___ und Dr. J.___ der Versicherten in ihrer 

angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

von 20%, mit Beginn ab Mai 2012. Die Einschränkung von 20% bestünde darin, dass 

davon ausgegangen werde, dass gelegentlich Wasserbehälter oder Geräte mit einem 

Gewicht von über 10 kg gehoben werden müssten. Eine entsprechend adaptierte 

Tätigkeit könne vollschichtig ausgeübt werden. Die einzige Anpassung der 

Arbeitstätigkeit sei aufgrund der Situation in Bezug auf die Lendenwirbelsäule 

notwendig, indem nicht wiederholt Lasten über 10 kg gehoben und keine 

Zwangshaltungen des Oberkörpers über eine halbe Stunde eingenommen werden 

dürften. Der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich vermutlich ab Mitte 2012 

wesentlich zum Guten verändert und dürfte aufgrund der erhobenen Befunde 

anhaltend sein. Seit Mai 2012 habe die Arbeitsfähigkeit um 80% zugenommen (IV-act. 

88).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.c  Mit Vorbescheid vom 21. April 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Aufhebung der Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 92). In einer Stellungnahme 

gegenüber der IV-Stelle vom 22. Mai 2015 führte Dr. C.___ aus, dass die der 

Versicherten attestierte 80%-ige Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht nicht 

nachvollziehbar sei. Die Versicherte leide weiterhin an einem chronischen 

cervikospondylogenen und lumbospondylogenen Schmerzsyndrom. Die Beschwerden 

hätten sich nicht gebessert und seien stationär geblieben. Die Versicherte sei von 

Seiten des Rückens aus medizinischer Sicht mit chronischen Beschwerden, welche 

sich bei geringen Belastungen verstärkten, höchstens zu 50% für leichte Arbeiten 

arbeitsfähig (IV-act. 96). Mit Schreiben vom 27. Mai 2015 erhob die Versicherte unter 

Verweis auf den Bericht von Dr. C.___ vom 22. Mai 2015 einen Einwand gegen den 

erlassenen Vorbescheid (IV-act. 97). Mit Verfügung vom 18. Juni 2015 hob die IV-Stelle 

die Invalidenrente auf den 31. Juli 2015 auf (IV-act. 99). 

C.  

C.a Gegen die Verfügung vom 18. Juni 2015 erhob die Versicherte (nachfolgend 

Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwältin Denise Dornier-Zingg, St. Gallen, 

mit Eingabe vom 20. August 2015 Beschwerde und beantragte, (1.) die Verfügung der 

Vorinstanz sei aufzuheben, (2.) der Beschwerdeführerin sei eine Invalidenrente ab 

August 2015 von mindestens 50% zuzusprechen, (3.) eventualiter sei ein Gutachten 

durch eine neutrale Fachperson und/oder neutrale Fachgruppe zu erstellen und seien 

die nach Vorliegen des Gutachtens unterbreiteten Anträge der Beschwerdeführerin 

gutzuheissen, (4.) eventualiter sei das Verfahren zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen und diese anzuweisen, ein neues Gutachten durch eine neutrale 

Fachperson bzw. Fachgruppe erstellen zu lassen, (5.) unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (act. G 1). Mit Eingabe vom 18. Januar 2016 reichte die 

Beschwerdeführerin eine eingehende Beschwerdebegründung nach. Sie brachte darin 

im Wesentlichen vor, dass eine erhebliche Diskrepanz zwischen der medizinischen 

Diagnose von Dr. C.___, bei dem die Beschwerdeführerin seit Jahren in Behandlung 

sei, und der MEDAS Ostschweiz bestehe. Dr. C.___ kenne die Patientin aufgrund der 

langjährigen Behandlung, der durchgeführten Operationen und der diversen 

Untersuchungen sehr gut. Er habe auch nach Vorliegen des Berichts der MEDAS 

Ostschweiz keine medizinische Grundlage für eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführerin gesehen. Die MEDAS Ostschweiz habe sich maximal ca. 

eineinhalb Stunden mit der Beschwerdeführerin persönlich auseinandergesetzt. Die 

gestellten Diagnosen würden in keinem Verhältnis zu der kurzen, einmaligen 

Untersuchung stehen. Für einen objektiven Befund der vorliegenden gesundheitlichen 

Einschränkungen würde ein einmaliger Untersuch nicht ausreichen. Vielmehr seien 

längerfristige und spezifischere Untersuchungen unumgänglich. Die gesundheitliche 

Situation der Beschwerdeführerin verschlechtere sich zunehmend. Seit Sommer 2015 

sei sie im Schmerzzentrum des Kantonsspitals St. Gallen in Behandlung. Es sei ihr ein 

TENS Gerät verschrieben worden, welches sie mehrmals täglich nutzen und das auch 

nachts laufen würde. Die Beschwerdeführerin sei sodann in ständiger 

physiotherapeutischer Behandlung in der Klinik D.___ (act. G 10).

C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 10. März 2016 

die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, es 

sei eine Verbesserung des Gesundheitszustandes aktenmässig belegt. Zugunsten der 

Beschwerdeführerin sei auf eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit adaptiert abgestellt worden. 

Dr. C.___ würde als behandelnder Arzt in einem Vertrauensverhältnis stehen und sei 

daher per se als weniger unabhängig als ein Gutachter anzusehen (act. G 11).

C.c Mit Replik vom 14. Juni 2016 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen und 

deren Begründung fest (act. G 18).

C.d Mit Schreiben vom 21. Juni 2016 nahm die Beschwerdegegnerin im Sinne einer 

Duplik Stellung. Darin hielt sie an den in der Beschwerdeantwort gemachten 

Ausführungen und Anträgen vollumfänglich fest (act. G 20).

Erwägungen

1. 

1.1  Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob sich der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin seit der ursprünglichen Zusprache einer ganzen Rente ab 1. März 

2010 rentenrelevant verbessert hat.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.2  Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers 

erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ([ATSG; SR 

830.1]; vgl. auch Art. 87 Abs. 2, Art. 88a und Art. 88bis der Verordnung über die 

Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Anlass zur Revision von Invalidenrenten gibt 

jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad 

und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist daher nicht nur 

bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern etwa auch 

dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich 

gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben oder eine andere Art der 

Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt. Als Vergleichsbasis für die 

Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine 

anspruchserhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte 

rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs 

mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 

Einkommensvergleichs beruht. Ist eine anspruchserhebliche Änderung des 

Sachverhalts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach dem 

Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010 E. 3.1 mit Hinweisen).

1.3  Um den Gesundheitszustand einer Person beurteilen zu können, ist die Verwaltung 

und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der 

Ärztin oder des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen).

1.4  In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass ein den 

Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten (BGE 125 V 

351 f. E. 3a und b) nicht in Frage gestellt werden kann und nicht Anlass zu weiteren 

Abklärungen besteht, wenn und sobald die behandelnden Ärztinnen oder Ärzte zu einer 

unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden 

Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn objektiv feststellbare 

Gesichtspunkte vorgebracht werden, welche im Rahmen der Begutachtung unerkannt 

geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (Urteil 

des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/2007, E. 4.3 mit Hinweisen).

2. 

2.1  Die Beschwerdegegnerin hat sich in der rentenaufhebenden Verfügung auf die 

gutachterliche Beurteilung durch die MEDAS Ostschweiz vom 20. März 2015 gestützt. 

In dieser hatten die Dres. med. I.___ und J.___ festgehalten, dass sich der 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin vermutlich ab Mitte 2012 wesentlich zum 

Guten verändert habe und aufgrund der jetzt erhobenen Befunde die Verbesserung 

anhaltend sein dürfte (IV-act. 88). Die Beschwerdeführerin beruft sich demgegenüber 

auf die Beurteilungen des behandelnden Arztes Dr. C.___. Dieser hat zuletzt mit 

Schreiben vom 22. Mai 2015 einen stationären, nicht verbesserten Gesundheitszustand 

festgehalten (IV-act. 96). Wie voranstehend ausgeführt, stellt die alleinige Tatsache, 

dass der behandelnde Arzt Dr. C.___ eine von der gutachterlichen Beurteilung 

abweichende Auffassung vertritt noch keinen Grund dar, um der gutachterlichen 

Einschätzung durch die Dres. I.___ und J.___ den Beweiswert abzusprechen. Vielmehr 

gilt es nachfolgend zu prüfen, ob das Gutachten der MEDAS Ostschweiz den 

bundesgerichtlichen Beweisanforderungen genügt. 

2.2  Die Beurteilung der MEDAS Ostschweiz erfolgte unter Berücksichtigung sämtlicher 

Vorakten und basiert auf eigenen Untersuchungen der beiden Teilgutachter. Als 

fachspezifische Zusatzuntersuchungen liessen sie am 12. Februar 2015 eine 

Laboruntersuchung sowie eine Röntgenuntersuchung der Halswirbelsäule anterior-

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

posterior/seitlich und des Dens des zweiten Halswirbels sowie der Lendenwirbelsäule 

anterior-posterior/seitlich durchführen. Bei diesen Röntgenuntersuchungen wurden ein 

normaler postoperativer Status nach den durchgeführten Operationen an der Hals- und 

Lendenwirbelsäule, keine Dislokation der Bandscheibeninterponate und Cages sowie 

der dorsalen Platte in der unteren Lendenwirbelsäule, eine Spondylarthrose in der 

mittleren unteren Lendenwirbelsäule, eine beginnende Diskopathie der 

Halswirbelkörper 6/7 sowie eine Sklerosierung/Ossifikation hinterkantennah hinter dem 

Bandscheibeninterponat bei den Halswirbelkörpern 4/5 festgestellt (IV-act. 88-23). 

Weiter hat Dr. I.___ in der bidisziplinären Beurteilung in Ziff. 6.2 ausgeführt, dass im 

April 2014 offenbar keine ausgeprägte Schmerzsituation mehr vorgelegen habe und 

der Verlauf als stationär beurteilt worden sei (IV-act. 88-19). Es ist davon auszugehen, 

dass er sich dabei auf den Verlaufsbericht von Dr. C.___ vom 15. April 2014 gestützt 

hat, in welchem die 2011 noch diagnostizierte Schmerzproblematik nicht mehr erwähnt 

worden war (IV-act. 70). Die Beurteilung durch Dr. I.___, dass im Beurteilungszeitpunkt 

kein chronisches Schmerzsyndrom vorlag, erscheint insbesondere auch vor dem 

Hintergrund der gegenüber den Gutachtern angegebenen Schmerzmedikation als 

nachvollziehbar und überzeugend. So haben die Gutachter festgehalten, dass keine 

Dauermedikation, sondern lediglich eine Bedarfsmedikation von 4x1g Paracetamol 

stattfinde, wobei die Beschwerdeführerin nicht habe angeben können, wie viele Tage 

pro Woche sie ohne Schmerzmitteleinnahme sein könne (IV-act. 88/11). Ebenfalls 

konnte die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Schmerzen nicht angeben, ob 

Spazieren gegenüber Sitzen und Stehen besser sei (IV-act. 88/19). Die Beurteilung 

durch die Dres. I.___ und J.___ erscheint insbesondere auch vor dem Hintergrund der 

Tatsache, dass Dr. C.___ in seinem Bericht vom 22. Mai 2015 (IV-act. 98/23) 

festgestellt hat, dass radiologisch keine Hinweise für eine neue Pathologie vorliegen 

würden, als nachvollziehbar. In Bezug auf die angestammte Tätigkeit als Putzfrau 

attestierten die beiden Teilgutachter der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 

80%. Die Einschränkung von 20% begründeten sie damit, dass davon ausgegangen 

werde, dass gelegentlich Wasserbehälter oder Geräte mit einem Gewicht von über 

10kg gehoben werden müssten. In einer leidensangepassten Tätigkeit, in der nicht 

wiederholt Lasten über 10kg gehoben werden müssten und keine Zwangshaltungen 

des Oberkörpers über eine halbe Stunde nötig seien, beurteilten sie die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführerin ab dem 1. Mai 2012 als zu 100% arbeitsfähig. Auch Dr. E.___ hielt 

eine körperlich leichte Tätigkeit für 100% möglich.

2.3  Zusammenfassend ist festzustellen, dass das Gutachten der MEDAS Ostschweiz 

nachvollziehbar begründet und schlüssig ist. Damit genügt es den Anforderungen der 

Rechtsprechung (BGE 125 V 351 f. E. 3a und b) und es kann auf die darin gemachten 

Feststellungen abgestellt werden. Mit dem MEDAS-Gutachten ist mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass seit der ursprünglichen 

Rentenzusprache von einem erheblich verbesserten Gesundheitszustand bzw. einer 

gesteigerten Arbeitsfähigkeit und damit einer relevanten Sachverhaltsänderung im 

Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG auszugehen ist.

3. 

3.1  Ist ein Revisionsgrund gegeben, ist der Invaliditätsgrad neu und ohne Bindung an 

frühere Invaliditätsschätzungen zu ermitteln (Urteil des Bundesgerichts vom 21. 

Oktober 2014, 9C_378/2014, E. 4.2).

3.2  Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; [Art. 16 ATSG]).

3.3  Grundlage der Bemessung des Valideneinkommens bildet die Validenkarriere der 

versicherten Person, d.h. die erwerbliche Situation, in der sich die versicherte Person 

bei einer vollen Ausnützung ihrer beruflichen Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen 

befinden würde, wenn sie gesund geblieben wäre. Die reale erwerbliche Situation bei 

Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und damit der Arbeitsunfähigkeit ist dann als 

Validenkarriere heranzuziehen, wenn die versicherte Person dabei alle ihre beruflichen 

Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen in vollem Ausmass hat einsetzen können. Die 

Beschwerdegegnerin stellte beim Valideneinkommen auf das durch die Beschwerde-

führerin zuletzt bei der B.___ AG erzielte Einkommen gemäss den Auskünften des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitgebers vom 29. September 2009 (IV-act. 21), angepasst an die 

Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2012, ab. Die Beschwerdeführerin kam im Jahr 

1986 in die Schweiz und arbeitete seit dem Jahr 1998 als Reinigungskraft bei der B.___ 

AG. Es kann davon ausgegangen werden, dass sie ohne gesundheitliche 

Einschränkung weiterhin dort tätig geblieben wäre und das erzielte Einkommen den 

beruflichen Kenntnissen, Fähigkeiten und Erfahrungen der Beschwerdeführerin 

entspricht. Das durch die Beschwerdegegnerin für die Invaliditätsbemessung zugrunde 

gelegte Valideneinkommen von Fr. 54‘893.-- ist damit nicht zu beanstanden.

3.4  In Bezug auf das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin bei der 

Feststellung des Invaliditätsgrades nicht auf das Einkommen in der konkreten Tätigkeit 

als Putzfrau abgestellt, sondern auf den Tabellenlohn gemäss der 

Lohnstrukturerhebung des Bundes 2012 (TA1, privater Sektor, Total, Frauen mit 

Kompetenzniveau 1). Dabei hat sie zugunsten der Beschwerdeführerin und entgegen 

der MEDAS-Einschätzung auch in der angepassten Tätigkeit nur eine 80%-ige 

Arbeitsfähigkeit berücksichtigt. Dies ist nicht zu beanstanden und es kann für den 

Einkommensvergleich das von ihr gemäss LSE 2012 (aufgerechnet auf die 

betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden) errechnete 

Invalideneinkommen von CHF 41‘155.00 angenommen werden.

3.5  Der mittels Einkommensvergleich durch die Beschwerdegegnerin ermittelte 

Invaliditätsgrad von 25% ist gestützt auf die voranstehenden Ausführungen nicht zu 

beanstanden. Bei einem Invaliditätsgrad von 25% besteht kein Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung (vgl. Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR831.20]). Die revisionsweise Aufhebung der 

Invalidenrente mit Verfügung vom 18. Juni 2015 ist damit rechtmässig erfolgt.

4. 

4.1  Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der unterliegenden 

Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- unter Anrechnung des 

von ihr geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 01.12.2017
	Art. 17 Abs. 1 ATSG. Rentenrevision. Gutachten beweiskräftig. Seit der ursprünglichen Rentenzusprache ist von einem erheblich verbesserten Gesundheitszustand bzw. einer gesteigerten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. Dezember 2017, IV 2015/250). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 9C_86/2018.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T06:43:42+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen