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**Case Identifier:** 32ecc448-347e-5766-97b3-3021562e0ac2
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-03
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 03.05.2021 S 2020 114
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-114_2021-05-03.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 3. Mai 2021 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Assistenzbeitrag)

S 2020 114

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Urteil S 2020 114

A. Die 1986 geborene Versicherte, A.________, erhält aufgrund einer schweren 
Sehbehinderung eine Hilflosenentschädigung leichten Grades (IV-act. 59) und eine ganze 
Rente der Invalidenversicherung (IV-act. 83). Mit Verfügung vom 10. September 2019 
sprach die IV-Stelle Zug der Versicherten, die zum damaligen Zeitpunkt Mutter einer 
Tochter war, sodann einen Assistenzbeitrag an tatsächlich erbrachte Assistenzstunden 
von durchschnittlich Fr. 679.55 pro Monat bzw. jährlich maximal Fr. 8'154.85 mit Wirkung 
ab 15. Januar 2019 zu (IV-act. 116). Nach der Geburt ihres zweiten Kindes ersuchte die 
Versicherte am 4. Oktober 2019 um Erhöhung des Assistenzbeitrages (IV-act. 117). 
Gestützt auf die am 10. März 2020 von der IV-Stelle Luzern durchgeführte Abklärung (IV-
act. 132) erhöhte die IV-Stelle Zug den Assistenzbeitrag mit Verfügung vom 7. August 
2020, sodass die Versicherte ab 1. Oktober 2019 jährlich Anspruch auf einen 
Assistenzbeitrag von maximal Fr. 23'285.35 bzw. durchschnittlich Fr. 2'116.85 pro Monat 
hat (IV-act. 145). 

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 14. September 2020 beantragte 
A.________ die Aufhebung der Verfügung vom 7. August 2020 und die Ausrichtung eines 
höheren Assistenzbeitrages. Eventualiter sei die Angelegenheit an die IV-Stelle 
zurückzuweisen, damit diese nach umfassenden Abklärungen über die Höhe des 
Assistenzbeitrages neu entscheide; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 
zulasten der Beschwerdegegnerin. In prozessualer Hinsicht ersuchte die 
Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. Materiell 
beanstandet die Beschwerdeführerin im Wesentlichen die Einstufung durch die 
Beschwerdegegnerin im Bereich der Kleinkinderpflege und beim An- und Auskleiden. 

C. Mit Verfügung vom 1. Oktober 2020 bewilligte der Vorsitzende der 
sozialversicherungsrechtlichen Kammer des Verwaltungsgerichts das Gesuch der 
Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege.

D. Mit Vernehmlassung vom 28. Oktober 2020 beantragte die IV-Stelle Zug die 
Abweisung der Beschwerde. Begründend führte sie im Wesentlichen aus, die von der 
Abklärungsperson vorgenommene Einstufung sei nicht offensichtlich falsch bzw. den 
Verhältnissen unangemessen, weshalb es sich verbiete, die Einschätzung zu korrigieren. 

E. Die mit Schreiben vom 2. November 2020 angesetzte Replikfrist liess die 
Beschwerdeführerin unbenutzt verstreichen, weshalb der Schriftenwechsel per Ende 
November 2020 als abgeschlossen gilt.

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Urteil S 2020 114

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (in casu: 
7. August 2020) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei 
sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung 
des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 V 445 
E. 1.2.1).

Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten Bestimmungen 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) in Kraft getreten. Dementsprechend sieht Art. 83 ATSG vor, dass für im 
Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim erstinstanzlichen 
Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die hier zu beurteilende 
Beschwerde wurde am 14. September 2020 auf der Kanzlei des Verwaltungsgerichts 
abgegeben, weshalb die bis 31. Dezember 2020 gültigen Normen des ATSG auf den 
vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden. 

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG in Verbindung mit § 77 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 des Einführungsgesetzes 
zu den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die 
Invalidenversicherung [BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts 
des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über 
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) – Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – fraglos 
gegeben. Die IV-Stelle erliess die strittige Verfügung am 7. August 2020. In Anwendung 
von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen direkt Beschwerde beim zuständigen 
Versicherungsgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift wurde am 14. September 2020 
auf der Kanzlei des Verwaltungsgerichts abgegeben. Die gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG 
vorgesehene 30-tägige Beschwerdefrist wurde somit unter Berücksichtigung von Art. 38 
Abs. 4 lit. b – Fristenstillstand vom 15. Juli bis und mit dem 15. August – gewahrt. Die 
Beschwerdeführerin ist von der angefochtenen Verfügung direkt betroffen und zur 

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Urteil S 2020 114

Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält sodann Antrag und Begründung. 
Damit ist den formellen Anforderungen Genüge getan, weshalb auf die Beschwerde 
einzutreten ist. Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der 
Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11). 

3.
3.1 Gemäss Art. 42quater Abs. 1 IVG haben Versicherte, denen eine 
Hilflosenentschädigung der Invalidenversicherung ausgerichtet wird (lit. a), die zu Hause 
leben (lit. b) und die volljährig sind (lit. c), Anspruch auf einen Assistenzbeitrag. Ein 
Assistenzbeitrag wird für Hilfeleistungen gewährt, die von der versicherten Person benötigt 
werden und nicht schon von anderen Leistungen gedeckt sind. Die Hilfeleistungen müssen 
regelmässig und für eine bestimmte Dauer von einer natürlichen Person (Assistenzperson) 
erbracht werden, die nicht zu den Familienangehörigen gehören darf und die von der 
versicherten Person oder ihrer gesetzlichen Vertretung im Rahmen eines Arbeitsvertrages 
angestellt ist (Art. 42quinquies IVG). Grundlage für die Berechnung des Assistenzbeitrags ist 
die für die Hilfeleistungen benötigte Zeit. Davon abgezogen wird die Zeit, die folgenden 
Leistungen entspricht: (a) der Hilflosenentschädigung nach den Artikeln 42–42ter IVG; (b) 
den Beiträgen für Dienstleistungen Dritter anstelle eines Hilfsmittels nach Art. 21ter Absatz 
2 IVG; (c) dem für die Grundpflege ausgerichteten Beitrag der obligatorischen 
Krankenpflegeversicherung an Pflegeleistungen nach Art. 25a KVG (Art. 42sexies Abs. 1 
IVG). Der Bundesrat legt unter anderem die Bereiche und die minimale und maximale 
Anzahl Stunden, für die ein Assistenzbeitrag ausgerichtet wird, sowie die Pauschalen für 
Hilfeleistungen pro Zeiteinheit im Rahmen des Assistenzbeitrages fest (Art. 42sexies Abs. 4 
lit. a und b IVG).

3.2 Hilfebedarf kann in den folgenden Bereichen anerkannt werden (Art. 39c der 
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]):
a. alltägliche Lebensverrichtungen;
b. Haushaltsführung;
c. gesellschaftliche Teilhabe und Freizeitgestaltung;
d. Erziehung und Kinderbetreuung;
e. Ausübung einer gemeinnützigen oder ehrenamtlichen Tätigkeit;
f. berufliche Aus- und Weiterbildung;
g. Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem regulären Arbeitsmarkt;
h. Überwachung während des Tages;
i. Nachtdienst.

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Urteil S 2020 114

3.3 Nach dem Wortlaut von Art. 42sexies Abs. 1 IVG ist der Ausgangspunkt für die 
Berechnung des Assistenzbeitrages die gesamthaft für Hilfeleistungen benötigte Zeit. 
Dazu ist in der Regel eine Abklärung an Ort und Stelle (Art. 57 Abs. 1 lit. f IVG i.V.m. 
Art. 69 IVV) erforderlich. Ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9 
ATSG) oder des Pflegebedarfs hat folgenden Anforderungen zu genügen: Als 
Berichterstatterin wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und 
räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen 
sich ergebenden Beeinträchtigungen und Hilfsbedürftigkeiten hat. Bei Unklarheiten über 
physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche 
Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur 
zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu 
berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen 
sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der 
einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie den tatbestandsmässigen 
Erfordernissen der dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung (Art. 37 IVV) 
und der lebenspraktischen Begleitung (Art. 38 IVV) gemäss sein. Schliesslich hat er in 
Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht 
greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben 
umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur 
ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der 
Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten 
Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 133 V 450 E. 11.1.1; 
130 V 61 E. 6.2; 128 V 93; BGer 8C_756/2011 vom 12. Juli 2012 E. 3.2). Diese 
Rechtsprechung ist auch massgeblich beim Eruieren des gesamten Hilfebedarfs mit Blick 
auf den Assistenzbeitrag (BGE 140 V 543 E. 3.2.1).

3.4 Die IV-Stellen benutzen zur Berechnung des Assistenzbeitrags das vom 
Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) entwickelte standardisierte 
Abklärungsinstrument FAKT2. Dessen Funktionsweise in Bezug auf den gesamten 
Hilfebedarf wird im Kreisschreiben des BSV über den Assistenzbeitrag (KSAB) erläutert. 
Zur Bestimmung der notwendigen Einstufung pro Hilfeleistungen müssen die IV-Stellen 
Aussagen der versicherten Person, Anmerkungen der Abklärungsperson sowie 
Erfahrungswerte berücksichtigen. Als Unterstützung sind im FAKT Fallbeispiele hinterlegt, 
die eine möglichst standardisierte Erfassung erlauben (Rz 4101 KSAB).

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3.5 Der Hilfebedarf jedes (Teil-)Bereichs ist in fünf Stufen eingeteilt. Jede Stufe 
umfasst Zeitwerte entsprechend des Hilfebedarfs (von Stufe 0 = kein Bedarf, volle 
Selbstständigkeit bis Stufe 4 = umfassender Bedarf, keinerlei Selbstständigkeit). Die 
Stufen mit den dazugehörenden Bandbreiten sind pro Bereich erfasst und befinden sich im 
Anhang 3 (Rz 4009 KSAB).

3.5.1 Stufe 0 ist anwendbar, wenn die versicherte Person selbständig ist (allenfalls mit 
Hilfe von Hilfsmitteln) und keine Hilfe braucht (Rz 4010 KSAB).

3.5.2 Stufe 1 gelangt zur Anwendung, wenn es sich nur um eine geringe oder 
sporadische – aber im Sinne des Assistenzbeitrages regelmässige – Hilfe handelt. Unter 
dieser Stufe ist somit direkte oder indirekte Hilfe zu berücksichtigen, deren Ausmass 
bescheiden ist bzw. nur ab und zu anfällt. In dieser Stufe kann die versicherte Person fast 
alles selber erledigen, benötigt punktuell direkte oder indirekte Hilfe (Rz 4011 KSAB).

3.5.3 Wenn bei mehreren (einigen, ein paar, verschiedenen) Teilhandlungen Hilfe 
geleistet werden muss, aber noch eine wesentliche Eigenleistung möglich ist, ist Stufe 2 
anwendbar. In der Stufe 2 kann die versicherte Person einen Teil der Verrichtungen 
selbständig übernehmen, andernteils ist eine direkte Hilfe oder stete Anleitung und 
Kontrolle (dazwischen erledigt die versicherte Person Teilhandlungen selbständig) nötig 
(Rz 4012 KSAB).

3.5.4 Stufe 3 ist anwendbar, wenn der versicherten Person nur eine kleine Mithilfe bei 
der Teilhandlung oder eine bescheidene Eigenleistung, die die Ausführung erleichtert, 
möglich ist. In der Stufe 3 braucht die versicherte Person demnach Hilfe bei den meisten 
Verrichtungen, sie kann nur geringe Eigenleistung vollbringen, benötigt in grossem 
Umfang direkte Hilfe oder häufig Überwachung (Assistenzperson muss anleiten und 
meistens die Teilhandlung unmittelbar begleiten, Rz 4013 KSAB).

3.5.5 Schliesslich kommt Stufe 4 zur Anwendung, wenn keine bescheidene Mithilfe bei 
einer Teilhandlung oder Erleichterung bei der Ausführung der Tätigkeit möglich ist. In der 
Stufe 4 ist die versicherte Person auf umfassende und ständige Hilfe bei allem 
angewiesen, sie kann gar nichts selbständig tun, braucht umfassende direkte Hilfe oder 
ständige Anleitung und Überwachung bei allen Verrichtungen (Rz 4014 KSAB).

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4. Gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG wird – nebst der Rente – auch jede andere formell 
rechtskräftig zugesprochene Dauerleistung von Amtes wegen oder auf Gesuch hin erhöht, 
herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der ihr zugrunde liegende Sachverhalt 
nachträglich erheblich verändert hat. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn sie 
sich auf den Leistungsanspruch auswirkt (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 
2020, Art. 17 N 51). Die bei der Revision von Renten entwickelten Grundsätze gelten bei 
der Anpassung von Dauerleistungen im Sinne von Art. 17 Abs. 2 ATSG analog (vgl. 
Kieser, a.a.O., Art. 17 N 87). Liegt demnach eine erhebliche Änderung des Sachverhalts 
vor, ist der Anspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggebenden 
Tatsachenspektrums neu zu prüfen (betreffend Rente, vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3). Als 
zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der ursprünglichen 
Leistungsverfügung und anderseits derjenige zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu 
berücksichtigen (betreffend Rente, vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5.2).

5. Der Revisionsgrund ist durch die Geburt der zweiten Tochter der 
Beschwerdeführerin unbestrittenermassen gegeben. Das Vorliegen eines 
Revisionsgrundes bzw. die Änderung des Sachverhalts erlaubt eine umfassende 
Neuprüfung des Anspruchs auf Assistenzbeiträge. 

5.1 Im vorliegenden Fall hat B.________ von WAS Luzern am 10. März 2020 (IV-
act. 132) eine Abklärung des Anspruchs auf Assistenzbeiträge vorgenommen und den 
Hilfsbedarf der Beschwerdeführerin gestützt auf das standardisierte Abklärungsinstrument 
FAKT2 (nachfolgend: FAKT) ermittelt. Das FAKT, in welchem der Hilfsbedarf jedes (Teil-
)Bereichs in fünf Stufen eingeteilt wird (von Stufe 0 = kein Bedarf, volle Selbständigkeit bis 
Stufe 4 = umfassender Bedarf, keinerlei Selbständigkeit; vgl. Rz 4009 KSAB), ist 
grundsätzlich ein geeignetes Mittel, um den gesamten Hilfsbedarf einer versicherten 
Person zu ermitteln (BGE 140 V 543 E. 3.2.2.4). Dies wird von der Beschwerdeführerin 
denn auch nicht in Frage gestellt. Sie stellt sich jedoch auf den Standpunkt, eine rein 
telefonische Abklärung könne nicht als umfassend und detailliert bezeichnet werden. Es 
trifft zwar zu, dass grundsätzlich immer eine Abklärung an Ort und Stelle durchzuführen 
ist, wobei die versicherte Person zwingend dabei sein muss. Die Beschwerdeführerin 
übersieht jedoch, dass es sich im vorliegenden Fall nicht um eine erstmalige 
Anspruchsprüfung, sondern vielmehr um die Beurteilung des am 4. Oktober 2019 
gestellten Erhöhungsgesuchs infolge Geburt ihrer zweiten Tochter handelt. Nachdem im 
Rahmen der erstmaligen Anspruchsprüfung am 14. Mai 2019 eine Abklärung an Ort und 

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Stelle durchgeführt wurde (vgl. IV-act. 110), B.________ mithin mit den örtlichen und 
räumlichen Verhältnissen vertraut war, und es im Rahmen des gestellten 
Erhöhungsgesuchs darum ging, die Auswirkungen der Geburt der zweiten Tochter 
abzuklären, durfte auf eine erneute Abklärung vor Ort verzichtet werden. Dies gilt umso 
mehr, als eine Abklärung an Ort und Stelle im März 2020 aufgrund der Corona-Pandemie 
und des damit verbundenen Lockdowns objektiv überhaupt nicht möglich war und die 
Abklärung per Telefon im Einverständnis mit der Beschwerdeführerin erfolgte (vgl. IV-
act. 134). Der Einwand der Beschwerdeführerin kann somit nicht gehört werden. Auch 
rechtfertigen sich keine Zweifel an der fachlichen Qualifikation der Abklärungsperson. Des 
Weiteren befassen sich der Abklärungsbericht und der Assistenzbogen FAKT mit den 
einzelnen Bereichen und deren Teilbereichen und umschreiben die zu verrichtenden 
Handlungen sowie die festgestellten Einschränkungen und benötigten Hilfestellungen in 
den einzelnen Bereichen. Der Berichtstext erweist sich schliesslich als plausibel begründet 
und hinsichtlich des festgestellten Hilfsbedarfs als grundsätzlich schlüssig und 
nachvollziehbar. Vorliegend sind demnach keine besonderen Umstände gegeben, welche 
den Abklärungsbericht für die Festsetzung der Assistenzbeiträge als mangelhaft oder 
ungeeignet erscheinen liessen; vielmehr entspricht er den an ihn gestellten Anforderungen 
(vgl. E. 3.3 vorstehend). Im Folgenden bleibt zu prüfen, ob die von der 
Beschwerdeführerin vorgebrachten Rügen und Einwendungen gegen den 
Abklärungsbericht stichhaltig sind und an dessen Beweiskraft etwas zu ändern vermögen. 
Insbesondere stellt sich die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die von der 
Beschwerdeführerin konkret beanstandeten Positionen 1.1.1 Zusammenstellen der 
Kleider/Wäschewechsel und 4.1 Kleinkinderpflege (bis 6 Jahre) richtig bewertet hat. 

5.2
5.2.1 Die Beschwerdegegnerin geht bei der Position Zusammenstellen der Kleider/Wä-
schewechsel (Ziff. 1.1.1) von einem Assistenzbedarf der Stufe 1 aus. Dabei anerkennt sie, 
dass die Beschwerdeführerin auf Flecken aufmerksam gemacht werden muss und sie 
Hilfe bei der Farbzusammenstellung braucht. Soweit die Beschwerdeführerin die 
Einreihung in die Stufe 2 beantragt und dies damit begründet, dass sie angeleitet werden 
müsse, welche Kleidung farblich zusammenpasse und auf Flecken hingewiesen werden 
müsse, kann ihr nicht gefolgt werden. Damit Stufe 2 angewendet werden kann, muss bei 
mehreren (einigen, ein paar, verschiedenen) Teilhandlungen Hilfe nötig sein, auch wenn 
noch eine wesentliche Eigenleistung möglich ist. Konkret kann die versicherte Person 
einen Teil der Verrichtungen selbständig übernehmen, andernteils ist eine direkte Hilfe 
oder stete Anleitung und Kontrolle nötig (vgl. E. 3.5.3 vorstehend). Bei Stufe 1 ist hingegen 

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nur eine geringe oder sporadische – aber doch im Sinne des Assistenzbeitrages 
regelmässige – Hilfe notwendig (vgl. E. 3.5.2 vorstehend). Vorliegend übersieht die 
Beschwerdeführerin, dass die Abklärungsperson den Hilfsbedarf bei den von ihr geltend 
gemachten Verrichtungen (Kontrolle von Kleidungsstücken hinsichtlich Flecken und 
farblicher Zusammenstellung) eben gerade anerkannt hat, was mit der Einreihung unter 
Stufe 1 angemessene Berücksichtigung findet (vgl. IV-act. 132 S. 10). Hilfeleistungen, wie 
sie die Beschwerdeführerin beschreibt, die sich auf die optische Kontrolle beschränken, 
sind typischerweise von der Stufe 1 erfasst (vgl. dazu auch SVGer ZH IV.2016.00996 vom 
27. Februar 2019 E. 4.2, wonach für die Kontrolle von Kleidungsstücken hinsichtlich 
Flecken, Verschmutzung und farblicher Zusammenstellung ebenfalls die Stufe 1 
eingesetzt wurde [bestätigt durch BGer 9C_250/2019 vom 13. August 2019]). Abgesehen 
von der Kontrolle der Kleidungsstücke hinsichtlich Flecken und farblicher 
Zusammenstellung ist die Beschwerdeführerin in diesem Bereich selbständig. So gibt es 
keine Anhaltspunkte, dass sie die Kleider nicht selbst nehmen und der Kleiderwechsel 
nicht auch selbständig möglich wäre. Solches wird von der Beschwerdeführerin denn auch 
nicht geltend gemacht. Es wird somit nur geringe sporadische Hilfe benötigt, sodass die 
angenommene Stufe 1 nicht zu beanstanden ist, zumal diese Einreihung im Einklang mit 
der Selbstdeklaration der Beschwerdeführerin vom 23. Oktober 2019 steht (vgl. IV-
act. 122 S. 5). Bei der Beurteilung der Abklärungsperson hinsichtlich Position 1.1.1 handelt 
es sich jedenfalls um keine klar feststellbare Fehleinschätzung, welche vom Gericht zu 
korrigieren wäre.

5.2.2 Im Bereich Kleinkinderpflege bis 6 Jahre (Ziff. 4.1) anerkennt die 
Beschwerdegegnerin betreffend die jüngere Tochter der Beschwerdeführerin einen 
Assistenzbedarf der Stufe 2. Dabei geht sie unter Hinweis auf den Abklärungsbericht 
davon aus, dass die Beschwerdeführerin noch in der Lage sei, ihre Tochter elementar zu 
versorgen, sie aber optische Kontrolle und Hilfsbedarf beim Vorlesen und Beaufsichtigen 
des Kindes auf dem Spielplatz benötige. Es trifft zwar zu, dass im Abklärungsbericht das 
soeben Ausgeführte festgehalten wurde (vgl. IV-act. 132 S. 44 und 65). Entgegen der 
Auffassung der Abklärungsperson erschliesst sich dem Gericht indes nicht, inwiefern der 
in ihrem Sehvermögen stark beeinträchtigten Beschwerdeführerin eine elementare 
Selbstversorgung ihrer jüngeren Tochter noch möglich sein sollte. Aktenkundig ist, dass 
die Sehbehinderung der Beschwerdeführerin stark ausgeprägt ist, so dass es ihr z.B. nur 
noch möglich ist, Handbewegungen in einem halben Meter Abstand zu erkennen (vgl. IV-
act. 102 S. 1). Angesichts dessen erscheint es nachvollziehbar, wenn die 
Beschwerdeführerin geltend macht, dass das Baden, die Hautkontrolle, die Hautpflege 

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sowie weitere pflegerische Massnahmen sowie das Verabreichen des Breis von einer 
Drittperson (in casu der Mutter der Beschwerdeführerin) übernommen werden müsse und 
sie ebenso Unterstützung bzw. Anleitung und Kontrolle beim Wickeln sowie beim 
Anziehen von C.________ (Kontrolle von Kleidungsstücken hinsichtlich Flecken und 
farblicher Zusammenstellung) brauche sowie eine permanente Begleit- und 
Aufsichtsperson notwendig sei, wenn sie mit ihrer Tochter spazieren oder auf den 
Spielplatz gehe. Die diesbezüglich jedenfalls glaubwürdigen Ausführungen der 
Beschwerdeführerin werden zudem durch die Mütterberaterin, D.________, die die 
Familie seit Oktober 2019 alle zwei bis vier Wochen besuchte, sie daher offensichtlich 
sehr gut kennt und dementsprechend auch in der Lage war, den Hilfsbedarf richtig 
einzuschätzen, bestätigt (vgl. IV-act. 143 S. 3 f.). Damit aber ist die Annahme der 
Beschwerdegegnerin, es sei ihr möglich, ihre jüngere Tochter elementar zu versorgen, 
widerlegt. Die nicht weiter begründeten Ausführungen der Abklärungsperson erscheinen 
nach dem soeben Dargelegten jedenfalls nicht nachvollziehbar. Angesichts der 
glaubwürdigen Ausführungen der Beschwerdeführerin und den bestätigenden Angaben 
der Mütterberaterin ist vielmehr davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei der 
Versorgung ihrer jüngeren Tochter bei den meisten Verrichtungen auf erhebliche 
Unterstützung angewiesen und eine erhebliche Eigenleistung – wie dies zur Anerkennung 
der Stufe 2 vorausgesetzt wäre – eben gerade nicht möglich ist. Entsprechend rechtfertigt 
sich bei Ziff. 4.1 die Anerkennung des Hilfsbedarfs der Stufe 3. Der von der 
Beschwerdegegnerin angenommene Assistenzbedarf der Stufe 2 erweist sich nach dem 
soeben Dargelegten jedenfalls nicht als angemessen. Hierfür spricht im Übrigen auch die 
Tatsache, dass sich die Situation zwischen März 2020 (Zeitpunkt, indem die Abklärung 
des Anspruchs auf Assistenzbeiträge durchgeführt wurde) und August 2020 (Zeitpunkt der 
angefochtenen Verfügung) erheblich verändert haben dürfte. Während die jüngere Tochter 
der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der durchgeführten Abklärung erst 6 1/2 Monate alt 
war, war sie Anfangs August 2020 bereits gut 11 Monate alt. Gerade in diesem Alter 
machen Kinder innert kürzester Zeit grosse Entwicklungsschritte, insbesondere auch im 
Bereich der Fortbewegung. Es darf mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 
ausgegangen werden, dass C.________ im Unterschied zum Abklärungszeitpunkt zum 
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung bereits begann, sich auf irgendeine Art 
fortzubewegen, womit sich für die Beschwerdeführerin neue Herausforderungen und 
Schwierigkeiten bzw. weitere Situationen, in denen sie auf Hilfe angewiesen ist, ergaben. 
Nachdem vorliegend der Sachverhalt im Zeitpunkt des Verfügungserlasses massgebend 
ist, darf das soeben Dargelegte nicht ausser Acht gelassen werden. Auch dieser Umstand 
rechtfertigt vorliegend, von der Einschätzung der Abklärungsperson, die lediglich eine 

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Urteil S 2020 114

Momentaufnahme des dazumal 6 Monate alten Kindes darstellte, abzuweichen und im 
Bereich der Kleinkinderpflege bis 6 Jahre den grösseren Hilfsbedarf anzunehmen. 

5.3 Nach dem soeben Ausgeführten ist somit festzuhalten, dass die 
Beschwerdegegnerin zwar im Bereich des An- und Auskleidens zu Recht von einem 
Assistenzbedarf der Stufe 1 ausgegangen ist, im Bereich der Kleinkinderpflege bis 6 Jahre 
hingegen ein Assistenzbedarf der Stufe 3 anstatt der angenommenen Stufe 2 
ausgewiesen ist. 

6. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde in dem Sinne teilweise 
gutzuheissen ist, als die angefochtene Verfügung vom 7. August 2020 insofern 
abzuändern ist, dass im Bereich der Kleinkinderpflege bis 6 Jahre die Stufe 3 (anstatt 2) 
einzusetzen ist. Im Übrigen sind die Einstufungen im FAKT nicht zu beanstanden. Die 
Sache ist demzufolge zur neuerlichen Berechnung der Assistenzbeiträge an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

7. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 
Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1bis IVG) und ermessensweise auf Fr. 800.– 
anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie zur Hälfte der 
Beschwerdeführerin und zur Hälfte der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Da der 
Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1. Oktober 2020 die unentgeltliche 
Prozessführung bewilligt wurde, ist sie von der auf sie fallenden Spruchgebühr von 
Fr. 400.– zu befreien. Eine Parteientschädigung ist der nicht anwaltlich vertretenen 
Beschwerdeführerin praxisgemäss nicht zuzusprechen. 

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, als die Verfügung vom 
7. August 2020 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin 
zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Neuberechnung des 
Assistenzbeitrags im Sinne der Erwägungen, neu über denselben verfüge. 

2. Die Gerichtskosten von Fr. 800.– werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Die 
Beschwerdeführerin wird vom auf sie fallenden Anteil der Spruchgebühr von 
Fr. 400.– in Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung befreit.  

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Beschwerdeführerin (mit ausführlicher Rechtsmittelbelehrung), 
an die IV-Stelle Zug (Rechnung folgt nach Rechtskraft des Urteils), an das 
Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und zum Vollzug von Ziffer 2 im 
Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 3. Mai 2021

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am