# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4c60c6d4-65f3-5c0d-9fb0-ae54d4bfe8d3
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-28
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 28.04.2025 VBE.2023.522
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-522_2025-04-28.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

3. Kammer 

 

VBE.2023.522 / mg / bs 
Art. 53 

 

Urteil vom 28. April 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Gössi, Präsidentin  

Oberrichterin Peterhans  

Oberrichterin Fischer         

Gerichtsschreiber Güntert 

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____ 

vertreten durch lic. iur. Daniel Altermatt, Rechtsanwalt,  

Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach, 4143 Dornach    

 

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 Vivao Sympany AG, Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel   

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend KVG 

(Einspracheentscheid vom 9. November 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1967 geborene Beschwerdeführer war als Elektro-Sicherheitsberater 

bei C._____ angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Moove Sympany 

AG kollektivkrankentaggeldversichert. Am 28. März 2023 meldete der Ar-

beitgeber des Beschwerdeführers der Moove Sympany AG eine seit dem 

13. März 2023 bestehende Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers. Die 

Moove Sympany AG richtete in der Folge entsprechende Krankentaggelder 

aus und liess den Beschwerdeführer durch Dr. med. E._____, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, untersuchen. Gestützt auf dessen am 

8. Mai 2023 erstattete Beurteilung sprach die Moove Sympany AG dem 

Beschwerdeführer mit Verfügung vom 11. Mai 2023 bis 31. Mai 2023 Tag-

gelder auf Basis einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit sowie vom 1. bis 

30. Juni 2023 Taggelder auf Basis einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit zu und 

stellte die Taggeldleistungen per 30. Juni 2023 ein. Der Beschwerdeführer 

erhob dagegen Einsprache. Am 13. Juli 2023 wurde beim Beschwerdefüh-

rer eine Kniegelenkstotalprothese implantiert (Austrittsbericht vom 19. Juli 

2023). Die Moove Sympany AG eröffnete einen neuen Fall und richtete 

nach Ablauf der Wartefrist von 30 Tagen ab dem 12. August 2023 Taggel-

der auf Basis einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus. Mit Einspracheent-

scheid vom 9. November 2023 hiess die Moove Sympany AG nach Rück-

sprache mit ihrer beratenden Ärztin die gegen die Verfügung vom 11. Mai 

2023 gerichtete Einsprache dahingehend teilweise gut, dass dem Be-

schwerdeführer für die Zeit vom 1. Juni bis 13. Juli 2023 auf Basis einer 

100%igen Arbeitsunfähigkeit Taggelder zugesprochen wurden; im Übrigen 

wies sie die Einsprache ab.  

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 9. November 2023 erhob der Be-

schwerdeführer mit Eingabe vom 11. Dezember 2023 fristgerecht Be-

schwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

" 1. Es sei der Einspracheentscheid vom 09.11.2023 teilweise aufzuheben, 
indem die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, dem Beschwerde-
führer aufgrund seiner psychischen Erkrankung (Arbeitsunfähigkeit ab 
13.03.2023) über den 13.07.2023 hinaus Krankentaggelder basierend 
auf einer Arbeitsunfähigkeit von 100% auszurichten. 

 
 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge." 

 

2.2. 

Gemäss Mitteilung der Moove Sympany AG vom 31. Januar 2024 gingen 

alle Rechte und Pflichten aus dem Versicherungsvertrag mit dem Be-

schwerdeführer infolge Fusion der Moove Sympany AG mit der Beschwer-

degegnerin auf diese über. 

 - 3 - 

 

 

 

2.3. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassung vom 24. Mai 

2024 die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.4. 

Mit Replik vom 5. September 2024 und Duplik vom 13. November 2024 

hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Moove Sympany AG einen Anspruch des 

Beschwerdeführers auf Krankentaggeld aufgrund seiner psychischen Be-

schwerden mit Einspracheentscheid vom 9. November 2023 (Vernehmlas-

sungsbeilage [VB] 59) ab dem 14. Juli 2023 zu Recht verneint hat. 

 

Soweit die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 24. Mai 

2024 (Vernehmlassung S. 4) Ausführungen zur Einstellung der Kranken-

taggeldleistungen infolge der Implantation einer Kniegelenkstotalprothese 

per 26. November 2023 macht, ist darauf hinzuweisen, dass dies nicht Ge-

genstand des Einspracheentscheids vom 9. November 2023 war (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_281/2022 vom 24. Oktober 2022 E. 4.1), weshalb sich 

weitergehende Ausführungen hierzu erübrigen. 

 

2. 

2.1. 

Der Arbeitgeber des Beschwerdeführers hat am 10. August 2023 bei der 

Moove Sympany AG für sein Personal eine Lohnausfallversicherung nach 

KVG abgeschlossen (Vertragsnummer AL100751; VB 1). Vertragliche 

Grundlage des vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 gültig gewesenen 

Versicherungsvertrags bilden die Allgemeinen Versicherungsbedingungen 

(AVB), Ausgabe 2011 (VB 3). 

 

2.2. 

Als Krankheit gilt gemäss Ziff. 8.1.1 AVB eine Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Un-

falles ist, die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert 

und Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat. Eine Arbeitsunfähigkeit liegt vor, 

wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Unfall oder Geburt ganz 

oder teilweise ausserstande ist, ihren bisherigen Beruf oder im bisherigen 

Aufgabengebiet eine zumutbare Erwerbstätigkeit auszuüben. Bei einer Ar-

beitsunfähigkeit von mehr als sechs Monaten Dauer wird auch die zumut-

bare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksich-

 - 4 - 

 

 

tigt. Eine teilweise Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn eine Arbeitsunfähigkeit 

von mindestens 25 % besteht (Ziff. 8.1.4 AVB). 

 

3. 

Die Moove Sympany AG stützte sich in ihrem Einspracheentscheid vom 

9. November 2023 in medizinischer Hinsicht auf die von ihr in Auftrag ge-

gebene psychiatrische Beurteilung von Dr. med. E._____ vom 8. Mai 2023 

(VB 17) sowie die Stellungnahme von Dr. med. F._____, Fachärztin für 

Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1. November 2023 (VB 52). 

 

Dr. med. E._____ untersuchte den Beschwerdeführer am 2. Mai 2023 per-

sönlich. In seinem Bericht vom 8. Mai 2023 stellte er die Diagnose (mit Aus-

wirkung auf die Arbeitsfähigkeit) einer Anpassungsstörung mit längerer de-

pressiver Reaktion (ICD-10 F43.2) (VB 17 S. 5). Er führte aus, die beklag-

ten subjektiven Beschwerden des Beschwerdeführers stünden in engem 

Zusammenhang mit der Arbeitssituation und einem Konflikt mit dessen Vor-

gesetzten. Aufgrund der ungeklärten und für den Beschwerdeführer als blo-

ckierend erlebten Arbeitsplatzsituation sei bei sofortiger Rückkehr an den 

Arbeitsplatz mit einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu 

rechnen. Die Arbeitsunfähigkeit sei deswegen für den angestammten Ar-

beitsplatz noch ausgewiesen, wobei nun umgehend Gespräche mit dem 

Arbeitgeber bezüglich möglicher Anpassungen des Anforderungsprofils er-

folgen müssten, sodass baldmöglich eine Rückkehr an den Arbeitsplatz er-

folgen könne. Unter besagten Bedingungen sei im Juni 2023 wieder eine 

50%ige Arbeitsfähigkeit gegeben und spätestens ab Juli 2023 bestehe wie-

der eine volle Arbeitsfähigkeit. Für eine andere Arbeitsstelle könne bereits 

jetzt eine Teilarbeitsfähigkeit von 50 % und ab Juni eine volle Arbeitsfähig-

keit attestiert werden (VB 17 S. 6).  

 

Dr. med. F._____ hielt in ihrer Aktenbeurteilung vom 1. November 2023 

fest, die gesundheitliche und persönliche Situation des Versicherten sei im 

Kurzgutachten von Dr. med. E._____ umfassend beleuchtet. Die Einschät-

zung von Dr. med. E._____ sei nachvollziehbar, sowohl hinsichtlich Diag-

nosestellung als auch hinsichtlich Bemessung der Arbeitsfähigkeit sowie 

der Vorschläge zum Procedere. Komplizierend im Heilverlauf sei die gleich-

zeitig vorhandene somatische Erkrankung (orthopädisch). Bezüglich psy-

chiatrisch bedingter Arbeitsunfähigkeit empfehle sie im Grundsatz, sich auf 

die Einschätzung von Dr. med. E._____ abzustützen. Es sei allerdings nicht 

klar, inwieweit die vom Gutachter vorgeschlagenen Massnahmen (Inter-

vention beim Arbeitgeber mithilfe eines Case Managers) bis zum 1. Juni 

2023 bereits zur Umsetzung gelangt seien und es dem Beschwerdeführer 

nach einer Klärung und gegebenenfalls Neuorganisation seiner Arbeitsbe-

lastung am 1. Juni 2023 wieder möglich gewesen sei, an den angestamm-

ten Arbeitsplatz zurückzukehren, ohne dass ein gesundheitlicher Rückfall 

zu erwarten gewesen wäre. Weiter führte Dr. med. F._____ aus, sie er-

achte es als möglich, aber nicht als belegt, dass die arbeitsplatzbezogene 

 - 5 - 

 

 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % nach dem 30. Juni 2023 weiterbestanden 

habe und medizinisch begründet gewesen sei. Zur definitiven Klärung die-

ser Frage sei die Information erforderlich, was denn unternommen worden 

sei, um dem Beschwerdeführer die Rückkehr an den Arbeitsplatz zu er-

möglichen. Die prognostische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bzw. Ar-

beitsunfähigkeit könne sich als richtig, teilweise richtig oder als falsch er-

weisen. Gerade wenn zusätzliche Massnahmen (sei es therapeutischer 

oder anderer Art) umgesetzt werden müssten, um die Arbeitsfähigkeit zu 

steigern, so hänge der Zeitpunkt davon ab, wann diese Massnahmen um-

gesetzt und greifen oder wirken würden. Damit sei die gutachterliche Prog-

nose zur Arbeitsfähigkeit von Dr. E._____ grundsätzlich richtig, ev. verzö-

gere sich aber der Zeitpunkt des Wiedererlangens einer Teil-Arbeitsfähig-

keit oder einer vollen Arbeitsfähigkeit etwas. Es würden die Angaben zu 

den Rahmenbedingungen des Beschwerdeführers Anfang Juni bzw. An-

fang Juli 2023 fehlen (VB 52 S. 1 f.). Bezüglich allgemeiner Arbeitsfähigkeit 

aus (rein) psychiatrischer Sicht sei der Einschätzung von Dr. med. E._____ 

vollumfänglich zu folgen: 50 % arbeitsunfähig ab dem 8. Mai 2023 und 0 % 

arbeitsunfähig ab dem 1. Juni 2023. Diese Einschätzung sei durch die 

milde Symptomatik und das hohe Funktionsniveau im Alltag bestens abge-

stützt, was auch die Psychologin im Bericht vom 10. Juli 2023 bestätige. 

Zeitweise habe eine Arbeitsunfähigkeit sowohl aus somatischen als auch 

aus psychischen Gründen bestanden. Ab dem 13. Juli 2023 habe der Or-

thopäde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 10. September 2023 at-

testiert. Den hausärztlichen Arbeitsunfähigkeitszeugnissen sei nicht zu ent-

nehmen, aus welchem Grund oder welchen Gründen die Arbeitsunfähigkeit 

attestiert werde (VB 52 S. 2). 

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

4.1.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebe-

nen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

 - 6 - 

 

 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f. 

und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

4.1.3. 

Beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es im 

Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen. Dies ist ins-

besondere der Fall, wenn genügend Unterlagen aufgrund anderer persön-

licher Untersuchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anam-

nese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische Sach-

verständige muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterlagen 

ein lückenloses Bild machen können (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 22. Dezember 

2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

 

4.2. 

Die Beurteilung von Dr. med. E._____ wurde ausweislich der Akten nicht 

im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt. Ihr kommt daher nicht derselbe 

Beweiswert wie einem externen Gutachten zu, sondern jener einer versi-

cherungsinternen Stellungnahme (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_580/2018 vom 14. November 2018 E. 4.1 mit Hinweisen; HÄBERLI/HUS-

MANN, Krankentaggeld, versicherungs- und arbeitsrechtliche Aspekte, 

2015, S. 60 f., Rz. 198). Dr. med. F._____ ist beratende Ärztin der Be-

schwerdegegnerin. Auch ihr Bericht ist in beweismässiger Hinsicht demje-

nigen eines versicherungsinternen Arztes gleichzusetzen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_281/2018 vom 25. Juni 2018 E. 3.2.2).  

 

4.3. 

Der Beschwerdeführer macht zusammengefasst im Wesentlichen geltend, 

es könne nicht auf die Beurteilung von Dr. med. E._____ abgestellt werden. 

Dieser habe sich nicht mit den seither eingegangenen Berichten der be-

handelnden Ärzte auseinandergesetzt. Der Bericht von Dr. med. G._____, 

Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 23. Mai 2023 (VB 21) und 

derjenige der Psychotherapeutin H._____ vom 10. Juli 2023 (VB 33) seien 

unberücksichtigt geblieben (Beschwerde S. 3 f.; Replik S. 3). 

 

Der Beschwerdeführer wurde zur Erstellung der Beurteilung von Dr. med. 

E._____ vom 8. Mai 2023 fachärztlich umfassend untersucht (VB 17). Da-

bei beurteilte dieser die medizinischen Zusammenhänge sowie die medizi-

nische Situation unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden ein-

leuchtend und gelangte zu einer nachvollziehbar begründeten Schlussfol-

gerung. Dessen Beurteilung kommt damit grundsätzlich Beweiswert im 

Sinne vorstehender Kriterien zu (vgl. E. 4.1.). Sodann nahm Dr. med. 

F._____ in ihrer Aktenbeurteilung vom 1. November 2023 zum Bericht der 

Psychologin H._____ vom 10. Juli 2023 Stellung und legte nachvollziehbar 

und schlüssig dar, weshalb den dort gestellten Diagnosen nicht gefolgt 

 - 7 - 

 

 

werden könne, der Beurteilung von Dr. med. E._____ hingegen schon 

(VB 52). In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass es sich 

bei der Einschätzung der behandelnden Psychologin H._____ nicht um die 

Beurteilung eines Arztes handelt. Nach der Rechtsprechung sind der Ge-

sundheitszustand und insbesondere die Arbeitsfähigkeit gestützt auf medi-

zinische Stellungnahmen von Ärzten, die über einen Fachtitel im entspre-

chenden Bereich verfügen, zu beurteilen (BGE 130 V 99 E. 3.2 mit Hinwei-

sen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_752/2018 vom 12. April 2019 

E. 5.3). Die Einschätzung der Psychologin H._____ ist bereits aus diesem 

Grund nicht geeignet, die fachärztlich-psychiatrischen Beurteilungen der 

Dres. med. E._____ und F._____ in Frage zu stellen.  

 

Auch die abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde-

führers durch dessen Hausarzt Dr. med. G._____ vermag aufgrund der Er-

fahrungstatsache, dass Hausärzte sowie auch behandelnde Therapiekräfte 

– wie die Psychologin H._____ – im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer Patien-

ten aussagen (Urteile des Bundesgerichts 8C_515/2020 vom 14. Oktober 

2020 E. 4.2.3), keine auch nur geringen Zweifel an den Beurteilungen der 

Dres. med. E._____ und F._____ zu wecken. 

 

Hinzu kommt, dass das letzte Arztzeugnis von Dr. med. G._____ betreffend 

die psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers vom 28. Juni 2023 

datiert (VB 31) und eine Arbeitsunfähigkeit vom 1. bis 13. Juli 2023 attes-

tiert. Ab dem 13. Juli 2023 bestand eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund der 

Implantation einer Knietotalprothese. Das frühere Arztzeugnis von Dr. med. 

G._____ vom 23. Mai 2023 (VB 21), mit welchem er eine Arbeitsunfähigkeit 

ab dem 20. März 2023 bis auf Weiteres attestierte, ist älter als dasjenige 

vom 28. Juni 2023, weshalb es als überholt zu gelten hat und nicht darauf 

abgestellt werden kann. Es liegt somit kein Arztzeugnis von Dr. med. 

G._____ vor, das dem Beschwerdeführer eine über den 13. Juli 2023 hin-

ausgehende Arbeitsunfähigkeit aufgrund psychischer Beschwerden be-

scheinigt. Das Arztzeugnis von Dr. med. I._____ vom 13. Juni 2023 

(VB 29), welches dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit vom 

13. Juli bis 10. September 2023 attestiert, betrifft ausschliesslich die soma-

tischen Beschwerden im Zusammenhang mit der Knieoperation; Dr. med. 

I._____ ist Facharzt für Orthopädie. Auch seine Folgezeugnisse beziehen 

sich ausschliesslich auf die Kniebeschwerden und stehen in keinem Zu-

sammenhang mit den psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers. 

 

Aus diesen Gründen sind keine auch nur geringe Zweifel an den fachärzt-

lich-psychiatrischen Beurteilungen von Dres. med. E._____ und F._____ 

gegeben, weshalb auf diese Beurteilungen abzustellen ist. 

 

 - 8 - 

 

 

4.4. 

Gestützt auf die Beurteilungen von Dres. med. E._____ vom 8. Mai 2023 

und F._____ vom 1. November 2023 ist davon auszugehen, dass beim Be-

schwerdeführer eine arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit vorlag und 

eine Rückkehr an den bisherigen Arbeitsplatz nur unter der Voraussetzung 

eines klärenden Gesprächs und gegebenenfalls einer Neuorganisation der 

Arbeitsbelastung ab dem 1. Juni 2023 in einem 50%-Pensum wieder mög-

lich war, während an einem anderen Arbeitsplatz ab dem 8. Mai 2023 eine 

Arbeitsfähigkeit von 50 % und ab dem 1. Juni 2023 eine Arbeitsfähigkeit 

von 100 % bestand (VB 17 S. 6; 52 S. 2). Aus den Akten geht nicht hervor, 

ob die von Dr. med. E._____ in seiner Beurteilung vom 8. Mai 2023 emp-

fohlenen Massnahmen – ein klärendes Gespräch sowie gegebenenfalls 

eine Neuorganisation der Arbeitsbelastung – tatsächlich umgesetzt wur-

den. Zwar ist unbestritten, dass ein Case Management nicht durchgeführt 

wurde. Hinsichtlich der Durchführung eines klärenden Gesprächs sowie ei-

ner Neuorganisation der Arbeitsbelastung bleibt die Situation hingegen un-

geklärt. Diese Massnahmen stellten gemäss Dr. med. E._____ jedoch "Be-

dingungen" für eine Rückkehr des Beschwerdeführers an seinen bisheri-

gen Arbeitsplatz dar (VB 17 S. 6). Auch Dr. med. F._____ hielt in ihrem Be-

richt vom 1. November 2023 fest, dass die Angaben zu den Rahmenbedin-

gungen des Versicherten Anfang Juni bzw. Anfang Juli 2023 fehlen würden 

(VB 52 S. 2) und dass sie es als möglich, aber nicht belegt erachte, dass 

die arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit von 100 % nach dem 30. Juni 

2023 weiterbestanden habe und medizinisch begründet gewesen sei. Zur 

definitiven Klärung dieser Frage sei die Information erforderlich, was denn 

unternommen worden sei, um dem Beschwerdeführer die Rückkehr an den 

Arbeitsplatz zu ermöglichen (VB 52 S. 1). 

 

Ohne die Information, ob die von Dr. med. E._____ erwähnten Massnah-

men tatsächlich umgesetzt wurden, ob diese zu einer Verbesserung der 

Arbeitsfähigkeit führten und gegebenenfalls in welchem Ausmass, kann 

vorliegend nicht beurteilt werden, ob ab dem 14. Juli 2023 eine arbeitsplatz-

bezogene Arbeitsunfähigkeit weiter vorlag. 

 

4.5. 

Zusammenfassend ist der zur Beurteilung des weiteren Taggeldanspruchs 

des Beschwerdeführers relevante Sachverhalt im Lichte der Untersu-

chungsmaxime damit nicht rechtsgenüglich erstellt (Art. 43 Abs. 1 und 

Art. 61 lit. c ATSG; BGE 133 V 196 E. 1.4 S. 200; 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105; 

125 V 193 E. 2 S. 195; RENÉ WIEDERKEHR, in: Kieser/Kradolfer/Lendfers 

[Hrsg.], ATSG-Kommentar, 5. Aufl. 2024, N. 14 ff. zu Art. 43 ATSG). Es 

rechtfertigt sich damit in Anbetracht des unvollständigen Sachverhalts, die 

Sache an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung zurückzuwei-

sen. Dabei ist abzuklären, ob die von Dr. med. E._____ in seiner Beurtei-

lung vom 8. Mai 2023 erwähnten Massnahmen umgesetzt wurden, und es 

ist die arbeitsplatzbezogene Arbeitsfähigkeit im retrospektiven Verlauf zu 

 - 9 - 

 

 

bestimmen. Anschliessend hat die Beschwerdegegnerin neu über den An-

spruch des Beschwerdeführers auf Taggeldleistungen ab dem 14. Juli 

2023 zu verfügen. 

 

5. 

5.1. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

5.2. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der rich-

terlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). 
 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid 

vom 9. November 2023 aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Ab-

klärung im Sinne der Erwägungen und zur Neuverfügung an die Beschwer-

degegnerin zurückgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer die Par-

teikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 3'500.00 zu bezahlen. 
 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 - 10 - 

 

 

 
   

Aarau, 28. April 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Die Präsidentin:    Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Gössi     Güntert