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**Case Identifier:** 2f51f3d6-6617-5a6e-82b9-063997acfc39
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.09.2017 200 2017 385
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-385_2017-09-25.pdf

## Full Text

200 17 385 IV
MAW/PES/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. September 2017

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 22. März 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/17/385, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1975 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im Juni 2013 unter Hinweis auf eine Brustkrebser-
krankung bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Antwort-
beilage [AB] 1). Nach Vornahme der üblichen Abklärungen in medizinischer 
und erwerblicher Hinsicht (AB 11 – 14 und 16) unterbreitete die IV-Stelle 
das Dossier dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Beurteilung. Ge-
stützt auf den in der Folge erstellten Bericht der RAD-Ärztin Dr. med. 
C.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom 10. Januar 
2014 (AB 18) stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 
17. Januar 2014 (AB 19) die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aus-
sicht. Gegen den vorgesehenen Entscheid erhob die Versicherte am 
12. Februar mit Ergänzungen vom 27. Februar und 27. März 2014 Einwand 
(AB 22, 25, 27). Nach Einholung einer Stellungnahme der RAD-Ärztin vom 
9. April 2014 (AB 29) zu den erhobenen Einwänden verfügte die IV-Stelle 
am 14. April 2014 ihrem Vorbescheid entsprechend die Abweisung des 
Leistungsbegehrens (AB 30).

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Rechts-
anwalt B.________, am 14. Mai 2014 beim Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern Beschwerde (AB 33). Mit Urteil vom 30. Oktober 2015 (VGE 
IV/2014/457) hob das Verwaltungsgericht in Gutheissung der Beschwerde 
die angefochtene Verfügung auf und wies die Sache an die Beschwerde-
gegnerin zurück, damit diese nach Vornahme der Abklärungen im Sinne 
der Erwägungen neu verfüge (AB 46 S. 14). Die Beschwerdegegnerin habe 
den rechtserheblichen medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt. 
Sie habe eine onkologische Begutachtung anzuordnen, wobei es ihr über-
lassen bleibe, allenfalls weitere Fachdisziplinen (etwa Orthopädie) mitein-
zubeziehen. Insbesondere werde im Gutachten auch Stellung zu beziehen 
sein zur psychosozialen Belastungssituation der Beschwerdeführerin und 
deren Einfluss auf den Gesundheitszustand. Das Gutachten habe sich im 
Übrigen an den Leitlinien gemäss Anhang zum IV-Rundschreiben Nr. 339 
auszurichten (vgl. AB 46 S. 12).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/17/385, Seite 3

B.

Nach Rücksprache mit der RAD-Ärztin Dr. med. C.________ (AB 47) erteil-
te die IV-Stelle in der Folge über die Plattform SuisseMED@P den Auftrag 
für eine polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten in den Fachdiszi-
plinen Allgemeine Innere Medizin, Onkologie, Orthopädie, Angiologie, 
Psychiatrie und Neuropsychologie (vgl. AB 48, 54, 60); zugewiesen wurde 
die MEDAS D.________ (MEDAS; vgl. AB 69 ff.). Das entsprechende Gut-
achten datiert vom 10. Oktober 2016 (AB 85.1). Nach ergänzender Stel-
lungnahme der Gutachter vom 4. November 2016 (AB 88.1 S. 2 ff.) zu den 
unbeantwortet gebliebenen Zusatzfragen (vgl. AB 86) ermittelte der Ab-
klärungsdienst der IV-Stelle ausgehend von einem Status von 70% Er-
werbstätigkeit und 30% Haushalt einen Gesamtinvaliditätsgrad von 20% 
(AB 89). 

Am 22. Dezember 2016 erliess die IV-Stelle einen Verbescheid, in wel-
chem sie der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens hin-
sichtlich Invalidenrente in Aussicht stellte (AB 90). Hiergegen erhob die 
Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 24. Januar 
(AB 91) mit Ergänzungen vom 9. Februar (AB 93) und 28. Februar 2017 
(AB 95) Einwand. Nach Einholung einer Stellungnahme von Dr. med. 
C.________ vom RAD zu den erhobenen Einwänden (AB 97) verfügte die 
IV-Stelle am 22. März 2017 ihrem Vorbescheid entsprechend die Abwei-
sung des Leistungsbegehrens betreffend Invalidenrente (AB 99). 

C.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, wiederum vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, am 20. April 2017 Beschwerde mit den sinn-
gemässen Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben 
und es sei ihr ab dem 1. Februar 2014 eine im Ausmass noch zu bestim-
mende Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter seien 
ihr Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliede-
rung und/oder Massnahmen beruflicher Art zu gewähren. Zudem beantrage 
sie die unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/17/385, Seite 4

B.________ als unentgeltlicher Rechtsvertreter. Alles unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 29. Mai 2017 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin gestützt auf eine Stellungnahme des RAD vom 24. Mai 2017, die Be-
schwerde sei insofern teilweise gutzuheissen, als die Sache zur Vornahme 
weiterer Abklärungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an sie 
zurückzuweisen sei.

Mit Stellungnahme vom 1. Juni 2017 hält die Beschwerdeführerin an ihren 
Rechtsbegehren fest. Insbesondere lehnt sie eine erneute Rückweisung 
der Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen ab. Vielmehr habe die Be-
schwerdegegnerin nun gestützt auf die echtzeitlichen Berichte der behan-
delnden Ärzte die gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 

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i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde im Grundsatz einzutreten. 

1.2 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätz-
lich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die 
zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Ver-
fügung – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den 
beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt 
fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteils-
voraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 
V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1).

Anfechtungsgegenstand bildet vorliegend die Verfügung der IV-Stelle Bern 
vom 22. März 2017 (AB 99), mit der die Beschwerdegegnerin einen Ren-
tenanspruch der Beschwerdeführerin verneint hat. Soweit die Beschwerde-
führerin in der hiergegen erhobenen Beschwerde einen Anspruch auf Inte-
grationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung 
und/ oder Massnahmen beruflicher Art geltend macht, kann auf dieses Be-
gehren nicht eingetreten werden, da solche nicht Gegenstand der ange-
fochtenen Verfügung bilden und es diesbezüglich somit an einer Sachur-
teilsvoraussetzung – nämlich dem Anfechtungsgegenstand – fehlt. Zu 
überprüfen und zu beurteilen ist vorliegend nur, was Gegenstand der ange-
fochtenen Verfügung ist und damit, ob ein Rentenanspruch besteht.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/17/385, Seite 6

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und 
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind 
(lit. c). Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens 
nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-
spruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die 
Vollendung des 18. Altersjahres folgt. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht 
der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindes-
tens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% 
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht An-
spruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 
40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/17/385, Seite 7

Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass 
dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 
gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Gesund-
heitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, 
ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr zu-
mutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). 

2.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

2.5 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.6 Unabhängig davon, ob es sich um eine nachweisliche organische 
Pathologie oder um ein unklares Beschwerdebild handelt, setzt eine An-
spruchsberechtigung stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der 
Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbs-
fähigkeit voraus. Dabei können – insbesondere unklaren Beschwerdebil-
dern inhärente – Abklärungs- und Beweisschwierigkeiten die Berücksichti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/17/385, Seite 8

gung weiterer Lebens- und Aktivitätsbereiche wie etwa Freizeitverhalten 
oder familiäres Engagement erfordern, um das Ausmass der Einschrän-
kungen zu plausibilisieren, wobei auch fremdanamnestische Angaben zu 
berücksichtigen sind. Ohne Einbezug solcher Indizien, wie sie im Rahmen 
der festen Praxis zu den organisch nicht nachweisbaren unklaren Be-
schwerdebildern (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303, 130 V 352) regelmässig 
zu berücksichtigen sind, ist eine ärztliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht 
beweiskräftig (BGE 140 V 290 E. 3.3.2 S. 297).

3.

3.1 Mit Urteil vom 30. Oktober 2015 (VGE IV/2014/457) wies das Ver-
waltungsgericht die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Be-
schwerdegegnerin zurück. Diese habe den rechtserheblichen medizini-
schen Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Es bleibe unklar, ob die geklagte 
Erschöpfung als Cancer-related Fatigue (CrF) einzustufen sei – als solche 
sei sie soweit ersichtlich nie diagnostiziert worden – oder bloss als Ermü-
dung infolge der durchgemachten Krankheit bzw. der Therapie. Ebenfalls 
ungeklärt sei der Einfluss der unbestrittenermassen vorhandenen psycho-
sozialen Belastung. Auch hinsichtlich der attestierten Funktionseinschrän-
kung und Lymphödemneigung des linken Arms aufgrund der erfolgten 
axillären Lymphadenektomie erlaube die medizinische Aktenlage kein ab-
schliessendes Urteil, begnügten sich die behandelnden Ärzte doch mit der 
Wiedergabe dieser Beschwerden und dem Hinweis auf deren Einfluss auf 
die Arbeitsfähigkeit, ohne dies näher zu begründen bzw. auszuführen, in-
wiefern dadurch auch die Ausübung einer angepassten Tätigkeit einge-
schränkt sein solle. Es könne weder auf die Einschätzung der RAD-Ärztin 
noch auf die Beurteilung der behandelnden Ärzte abgestellt werden. Die 
Beschwerdegegnerin hatte in der Folge eine medizinische Begutachtung 
anzuordnen (siehe VGE IV/2014/457, E. 4; AB 46 S. 10 ff.). 

3.2 Im hierauf von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen 
polydisziplinären Gutachten der MEDAS vom 10. Oktober 2016 (AB 85.1) 
wird der Beschwerdeführerin vom onkologischen Gutachter eine Arbeitsun-
fähigkeit von 20% bis auf weiteres attestiert. Als relevante residuelle Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/17/385, Seite 9

schwerden liessen sich aktuell Schmerzen im Bereich des linken Oberarms 
und des linken Schultergürtels als im Rahmen der stattgehabten Tu-
morchirurgie höchstwahrscheinlich therapieassoziiert objektivieren. Auch 
die von der Beschwerdeführerin beklagten aktuellen Symptome von Polyar-
thralgien im Bereich der Hand- und Fingergelenke sowie regelmässige 
Wallungen liessen sich im Rahmen der adjuvanten antihormonellen Thera-
pie gut erklären und seien somit als therapieassoziiert zu interpretieren. Da 
die Beschwerdeführerin jedoch zu keinem Zeitpunkt der Behandlung eine 
intensivere adjuvante Systemtherapie mit zytostatischen Substanzen erhal-
ten habe, seien die beklagten Konzentrationsstörungen nicht im Rahmen 
eines möglichen sogenannten „Chemobrain-Syndrome“ und genauso die 
im Alltag einschränkenden Erschöpfungszustände nicht im Rahmen eines 
schweren „cancer-related fatigue syndrome“ zu interpretieren. Während der 
gesamten Dauer der kurativ intendierten Tumorchirurgie von der Diagnose-
stellung Anfang Februar bis Ende Februar 2013 könne der Beschwerdefüh-
rerin aus onkologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert 
werden. Ab diesem Zeitpunkt könne aufgrund der oben genannten persis-
tierenden Symptomatik (Schmerzen im Bereich des operierten linken 
Schultergürtels und therapieassoziierte Polyarthralgien) eine Arbeitsun-
fähigkeit von 20% bis auf weiteres attestiert werden (AB 85.1 S. 33). Der 
Angiologe hielt als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein 
diskretes leichtes Lymphödem linker Oberarm nach Ablatio und axillärer 
Lymphadenektomie am 27. Februar 2013 bei Mammakarzinom fest und 
beurteilte die Beschwerdeführerin gleichzeitig als von angiologischer Seite 
ohne Einschränkungen zu 100% arbeitsfähig (AB 85.1 S. 36). Der neuro-
psychologische Gutachter hielt als Diagnose mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit eine leichte neuropsychologische Funktionsschwäche im 
Sinne einer leicht erhöhten kognitiven Ermüdbarkeit und daraus resultie-
rend eine zeitlich leicht verminderte Arbeitsfähigkeit fest (AB 85.1 S. 46). Im 
Rahmen der psychiatrischen Begutachtung fanden sich keine psychopatho-
logischen Befunde (AB 85.1 S. 22) und auch der orthopädische Gutachter 
beurteilte die Beschwerdeführerin aus rein orthopädischer Sicht für voll 
arbeitsfähig (AB 85 S. 55). Die Gesamtmedizinische Beurteilung besteht 
sodann aus einer Auflistung der Einzelbeurteilungen in den Teilgutachten 
mit der Schlussfolgerung, gesamtmedizinisch sei somit festzuhalten, dass 
der Beschwerdeführerin für Februar 2013 eine vollschichtige Arbeitsun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/17/385, Seite 10

fähigkeit zu attestieren sei. Ab März 2013 bestehe in angestammter Tätig-
keit noch eine 20%ige Einschränkung bezogen auf ein vollschichtiges Ar-
beitspensum (AB 85.1 S. 61). Eine Begründung dieser möglichen Schluss-
folgerung aus den fachspezifischen Einzelbeurteilungen findet sich im Gut-
achten nicht. Ebenso wenig eine gemeinsame versicherungsmedizinische 
Konsensbildung der beteiligten Gutachter mit einer Diskussion der ver-
schiedenen fachspezifisch erhobenen Befunde und deren gesamthaft an-
zunehmenden Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. In Übereinstimmung mit 
dem RAD-Arzt Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medi-
zin, für Kardiologie sowie für Arbeitsmedizin, ist festzuhalten, dass die dem 
Gutachten der MEDAS zugrundeliegende Frage nach der medizinischen 
Zuordnung der von der Beschwerdeführerin subjektiv stark erlebten, von 
sämtlichen Gutachtern als konsistent beurteilten (vgl. AB 85.1 S. 58) fort-
bestehenden Einschränkungen des Allgemeinbefindens von den Gutach-
tern weder thematisiert noch beantwortet wurde. Der rechtserhebliche 
Sachverhalt ist damit nach wie vor ungenügend abgeklärt. Wie Dr. med. 
E.________ vom RAD in seiner Stellungnahme vom 24. Mai 2017 ausführt, 
könnten die von der Beschwerdeführerin geklagten Einschränkungen (die 
asthenischen Allgemeinsymptome, die Kollapsneigung, die kognitiven und 
visuellen Einschränkungen) Folge eines „Addison-Syndroms“ und damit 
einer medikamentös induzierten Störung der Stresshormone in der Hypo-
physe und der Nebenniere sein. Ob die Beschwerdeführerin an einem „Ad-
dison-Syndrom“ leidet, wurde bisher nicht abgeklärt. Deshalb empfiehlt der 
RAD die Durchführung einer endokrinologischen Abklärung mit anschlies-
sender Wiedervorlage zur abschliessenden Beurteilung (vgl. Stellungnah-
me des RAD vom 24. Mai 2017; in den Gerichtsakten). Dies erscheint der 
Sach- und Rechtslage angemessen. 

3.3 Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 1. Juni 
2017 eine erneute Rückweisung der Sache zur Vornahme weiterer Ab-
klärungen ablehnt und sinngemäss beantragt, ihr sei nun gestützt auf die 
echtzeitlichen Berichte der behandelnden Ärzte rückwirkend ab dem 1. Fe-
bruar 2014 eine Rente zuzusprechen, ist festzuhalten, dass bereits mit in 
Rechtskraft erwachsenem Urteil vom 30. Oktober 2015 (VGE IV/2014/ 457) 
festgestellt worden ist, dass die echtzeitlichen Berichte hierfür nicht genü-
gen, worauf verwiesen werden kann (siehe VGE IV/2014/457 E. 4.2 und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/17/385, Seite 11

4.3; AB 46 S. 11 f.). Bislang fehlt es am einwandfreien Nachweis einer Ge-
sundheitsbeeinträchtigung, welche die von der Beschwerdeführerin geklag-
ten Einschränkungen in ihrem Ausmass erklären würden. Ohne einwand-
freien Nachweis einer solchen Gesundheitsbeeinträchtigung kann die von 
der Beschwerdeführerin geklagte Einschränkung der Leistungsfähigkeit 
nicht anerkannt werden (vgl. E. 2.3 hiervor). Ein Rentenanspruch ist bislang 
nicht ausgewiesen. Die von der Beschwerdegegnerin beantragten ergän-
zenden Abklärungen sind unerlässlich. Da es sich dabei um die Erhebung 
einer bislang vollständig ungeklärten Frage handelt, ist es vorliegend nicht 
nur zulässig (vgl. BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100), sondern auch angezeigt, 
die Sache hierfür an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In Gutheis-
sung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung der Beschwerde-
gegnerin vom 22. März 2017 (AB 99) somit aufzuheben und Sache zur 
Durchführung einer endokrinologischen Untersuchung und allenfalls weite-
rer Abklärungen und Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerde-
gegnerin zurückzuweisen. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/17/385, Seite 12

Entgegen der Bitte in Ziffer 8 der Stellungnahme vom 1. Juni 2017 kann der 
Umstand, dass Rechtsanwalt B.________ im Verwaltungsverfahren nicht 
als amtlicher Anwalt beigeordnet worden ist, bei der vorliegenden Kosten-
festsetzung nicht berücksichtigt werden. Die entsprechende Verfügung 
wurde nicht angefochten und bildet nicht Gegenstand des vorliegenden 
Verfahrens. 

Die von Rechtsanwalt B.________ eingereichte Kostennote vom 1. Juni 
2017 ist nicht zu beanstanden. Gestützt auf diese Kostennote wird die Par-
teientschädigung der Beschwerdeführerin für das vorliegende Verfahren 
auf Fr. 4‘310.55 (Honorar Fr. 3‘875.--, Auslagen Fr. 116.25, MWSt. 
Fr. 319.30) festgesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin zu ersetzen. 

4.3 Damit ist das Gesuch der Beschwerdeführerin im vorliegenden 
Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsan-
walt B.________ als amtlicher Anwalt gegenstandslos geworden und als 
erledigt vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 22. März 2017 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4‘310.55 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/17/385, Seite 13

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt 
wird vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Sept. 2017, IV/17/385, Seite 14

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern (samt Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 

1. Juni 2017)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.