# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 076afe08-5507-54fb-961a-d1363e76eb38
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-29
**Language:** de
**Title:** Frage der Eröffnung einer neuen Rahmenfrist für den Leistungsbezug bei einer versicherten Person, die in der Rahmenfrist für die Beitragszeit verschiedene Einsätze verrichtete, die ihr von Personalverleihunternehmungen vermittelt wurden. Massgeblichkeit der Dauer der einzelnen Einsatzverträge und nicht der Dauer der Rahmenarbeitsverträge. Dauer des Bezugs von Unfalltaggeldern nur soweit als Beitragszeit massgebend, als der Einsatzvertrag andauerte. Verlängerung des Einsatzvertrags gestützt auf O
**Docket/Reference:** AL.2019.00092
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AL.2019.00092.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AL.2019.00092
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Kobel
Urteil
vom
2
9.
Mai 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
Einkaufszentrum Neuwiesen
Zürcherstrasse
8, Postfach 474, 8405 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1972, arbeitete seit längerer Zeit im
Gipsergewerbe
in
Einsätzen, die ihm von verschiedenen
Temporärunternehmungen
vermittelt wurden.
Daneben bezog er Arbeitslosenen
t
schädigung
über die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
und deklarierte seine Einkünfte jeweils als Zwischenverdienst (vgl. die Einsatzverträge
, Lohnabrechnungen,
Lohnkonti
und Arbeitgeberbescheinigungen
in
Urk.
8/
197
-257
).
1.2
Am 3
0.
November 2016 stellte
X.___
den Antrag auf die Eröffnung einer Folgerahmenfrist für den Leistungsbezug
ab dem 2
0.
Dezember
2016 (Urk.
8/235). Diese wurde ihm gewährt
und in die Zeit vom 2
0.
Dezember
2016 bis zum 1
9.
Dezember
2018 gelegt
(vgl. die Berechnungen
der Arbeitslosenkasse zum versicher
ten Verdienst in
Urk.
8/19
6 und als Beispiel die Taggeldabrechnung für den Monat Januar 2018,
Urk.
8/142).
X.___
versah auch in dieser neuen Bezugsrahmenfrist immer wieder Arbeitseinsätze über
Temporärunternehmungen
, deren Einkünfte ihm als Zwischenverdienst angerechnet wurden (vgl. die Einsatzverträge, Lohnabrechnungen,
Lohnkonti
und Arbeitgeberbescheinigungen
,
die Formulare «Angaben der
versicherten Person» und «Bescheinigung über Zwischenverdienst» und die Taggeldabrech
nungen in
Urk.
7/14-48 und Urk.
8/1-195).
1.3
Mit Antrag vom 1
7.
Dezember 2018 e
rhob
X.___
Anspruch auf
A
beitslosenentschädigung
innert einer weiteren, ab dem 2
0.
Dezember 2018 laufenden Rahmenfrist (
Urk.
7/13). Die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich ve
r
neinte diesen Anspruch mit Verfügung vom 1
7.
Januar 2019, da der Versicherte die zwölfmonatige Beitragszeit nicht erfüllt habe und kein Grund für die Befreiung von dieser Erfüllung bestehe (
Urk.
7/12). Mit Eingabe vom 1
8.
Januar 2019 erhob der Versicherte Einsprache und machte geltend, als Beitragszeit sei zusätzlich der Zeitraum vom 2
0.
Juli bis zum 2
2.
Oktober 2017 zu berücksichtigen, in dem er
Taggelder der Unfallversicherung bezogen habe (
Urk.
7/10/1 mit der beigelegten Taggeldübersicht der Suva in
Urk.
7/10/2).
Die Arbeitslosenkasse wies die Einsprache m
it Entscheid vom
6.
März 2019 ab (
Urk.
2 =
Urk.
7/2).
2.
Mit Schreiben an die Arbeitslosenkasse mit Datum des 1
8.
Januar 201
9
und Poststempel des
6.
April 201
9
(vgl. den Briefumschlag in
Urk.
1A)
erklärte sich
X.___
als nicht einverstanden mit dem
Einspracheentscheid
vom
6.
März 2019 (
Urk.
1) und legte
einen
Brief der
Temporärunternehmung
Y.___
AG vom 1
3.
Juli 2017 bei (
Urk.
3).
Die Arbeitslosenkasse überwies
das Schreiben des Versicherten
samt Beilage
am
8.
April 2019 dem Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
zur Behandlung als Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom
6.
März 2019 (
Urk.
4).
Auf die Aufforderung zur Beantwortung der Beschwerde hin (Verfügung vom 1
2.
April 2019
,
Urk.
5
) schloss die Arbeitslosenkasse mit Eingabe vom 1
6.
Mai 2019 auf deren Abweisung (
Urk.
6 und die damit eingereichten Unterlagen,
Urk.
7/1-48 und
Urk.
8/1-257). Mit Verfügung vom 2
1.
Mai 2019 wurde die Beschwerdeantwort dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht (
Urk.
10).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Eine der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung besteht nach
Art.
8
Abs.
1
lit
. e
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
darin, dass die versicherte Person die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist.
Nach
Art.
9
AVIG
gelten für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit
zweijährige Rahmenfristen (
Abs.
1). Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvor
aussetzungen erfüllt sind (
Abs.
2). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt
zwei Jahre vor diesem Tag (
Abs.
3). Ist die Rahmenfrist für den Leistungsbezug abgelaufen und beansprucht die versicherte Person wieder Arbeitslosenentschädigung, so gelten erneut zweijährige Rahmenfristen für den Leistungsbezug und die Beitr
agszeit (vgl.
Abs.
4).
1
.2
1.2
.1
Nach Art. 13 Abs. 1 AVIG hat die Beitragszeit erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist nach Art. 9 Abs. 3 AVIG während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat. In Art. 13 Abs. 2 AVIG sind ausserdem diejenigen Zeiten aufgelistet, die den Zeiten einer beitragspflichtigen Beschäftigung gleichgestellt sind, obwohl eine solche nicht ausgeübt wird. Dazu gehören
unter anderem
nach
Art.
13
Abs.
2
lit
. c AVIG
die Zeiten, in denen die versicherte Person zwar in einem Arbeitsverhältnis steht, aber wegen Krankheit (
Art.
3
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]) oder Unfalls (
Art.
4 ATSG) keinen Lohn erhält und daher keine Beiträge bezahlt.
1.2
.2
Die Ermittlung der Beitragszeit wird in
Art.
11 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) näher geregelt. Nach
Abs.
1 dieser Bestimmung zählt als Beitragsmonat jeder volle Kalendermonat, in dem die versicherte Person beitragspflichtig ist. Gemäss
Abs.
2 werden Beitragszeiten, die nicht einen vollen Kalendermonat umfassen, zusammengezählt (Satz 1), wobei je 30 Kalendertage als
ein Beitragsmonat gelten (Satz
2).
Da
somit
für
die Ermittlung der Beitragszeit im Falle eines angebrochenen Kalendermonats
die Kalendertage massgebend
sind, müssen die Beitragstage, also
die Tage, an welchen die versicherte Person tatsächlich einer beitragspflichtigen
Beschäftigun
g nachgegangen ist,
in Kalendertage umgerechnet werden, wozu praxisgemäss ein Umrechnungsfaktor von 1,4 verwendet wird (
Urteil des Bundesgerichts 8C_335/2016 vom 2
3.
August
2016 E. 3.1 mit Hinweis auf
BGE
122 V 256
E. 2a).
1.2
.3
Des Weiteren ist na
ch der Rechtsprechung für die Bestimmung der Beitragsmonate die formale Dauer des Arbeitsverhältnisses entscheidend. Erbringt die versicherte Person im Rahmen eines sich über mehrere Monate erstreckenden Arbeitsverhältnisses regelmässig oder unregelmässig eine Arbeitsleistung, so gilt jeder
volle Kalendermonat, in dem Ar
beit geleistet wird, als Beitragsmonat, während jene
vollen
Kalendermonate innerhalb dieses Arbeitsverhältnisses ausser Betracht fallen, in denen die versicherte Person an gar keinem Tag gearbeitet hat (
Urteil des Bundesgerichts 8C_335/2016 vom 2
3.
August 2016 E. 3.2 mit Hinweis auf
BGE 121 V 16
5 E. 2c/
bb
).
1.2
.4
Was die Tätigkeit im Rahmen von Arbeitseinsätzen betrifft, die durch
Temporärunternehmungen
vermittelt werde, so ist für die Beitragszeit nicht die Dauer des Rahmenvertrags zwischen der
Temporärunternehmung
und dem Arbeitnehmer
massgebend. Entscheidend ist vielmehr die Dauer
der Einsatzverträge, mit denen die
Temporärunternehmung
den Arbeitnehmer an die einzelnen Betriebe vermittelt. Im Falle von unregelmässigen, in verschiedenen zeitlichen Abständen
vollbrachten
Arbeitstagen ist somit danach zu fragen, ob diese Arbeitstage
im Rahmen eines einzigen
Einsatzvertrags
o
der
im Rahmen
von Einzeleinsätzen mit je neu
em
Einsatz
vertrag geleistet wurden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_335/2016 vom 2
3.
August 2016 E. 3.2 und E. 4.2 mit Hinweisen, unter anderem auf das Urteil des Bundesgerichts
8C_787/2010 vom 1
2.
Januar 2011 E. 2.2
).
1.
3
Art.14 AVIG zählt die Tatbestände auf, die zu einer Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit führen. Nach
Art.
14
Abs.
1 AVIG sind Personen befreit, die innerhalb der Rahmenfrist nach
Art.
9
Abs.
3 AVIG während insgesamt mehr als zwölf Monaten aus bestimmten Gründen (Aus- oder Weiterbildung, Krankheit,
Unfall oder Mutterschaft sowie Haft) nicht in einem Arbeitsverhältnis standen und deshalb die Beitragszeit nicht erfüllen konnten. Ferner sind nach
Art.
14 Abs.
2 AVIG Personen von der
Erfüllung der Beitragszeit befreit
,
die wegen Trennung oder Scheidung der Ehe,
wegen Invalidität
oder Todes des Ehegatten oder aus ähnlichen Gründen oder wegen Wegfalls einer Invalidenrente gezwungen sind, eine unselbstständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen oder zu erweitern.
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer ab dem 2
0.
Dezember
2018 erneut Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat. Der Anspruch hängt unter anderem davon ab, dass der Beschwerdeführer im Sinne von
Art.
13 AVIG die zwölfmonatige Beitragszeit erfüllt hat
oder im Sinne von
Art.
14 AVIG von der Erfüllung der Beitragszeit befreit werden kann.
Massgebend ist
die Beitragsrahmenfrist (
Art.
9
Abs.
3 AVIG) vom 2
0.
Dezember 2016 bis z
um 1
9.
Dezember 2018.
2.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte in der Verfügung vom 1
7.
Januar 2019
eine Beitragszeit
nach
Art.
13
Abs.
1 AVIG
von 9,853 Monat
en
(
Urk.
7/12 S. 2). Auf den Hinweis des Beschwerdeführers auf
die unfallbedingte
Arbeitsunfähigkeit im Zeitraum vom 2
0.
Juli bis zum 2
2.
Oktober 2017 hin, der zusätzlich
- gestützt auf
Art.
13
Abs.
2
lit
. c AVIG -
als Beitragszeit zu berücksichtigen sei (
Urk.
7/10/1), billigte ihm die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid
eine Beitragszeit von neu 10,899 Monaten zu
(
Urk.
2 S. 4
),
also rund einen zusätzlichen Monat, hielt es jedoch für die
darüber hinausgehende
Zeit nach dem Unfall nicht für nachgewiesen, dass der Beschwerdeführer weiterhin in einem
Arbeitsverhältnis gestanden hatte
.
Nach dieser Vorgehensweise war
die erforderliche mindestens zwölfmonatige Beitragsdauer
immer noch nicht erreicht
.
3
.
3.1
Vorab ist von Amtes wegen zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin die Zeiten, in denen der Beschwerdeführer
während der massgebenden Beitragsrahmenfrist
vom 2
0.
Dezember 2016 bis zum 1
9.
Dezember 2018
unbestritten
ermassen
in Arbeitsverhältnissen gestanden hatte
, korrekt und vollständig berücksichtigt hat.
Nach den vorstehenden rechtlichen Darlegungen kommt es dabei auf die Dauer der einzelnen
V
erträge an, mit denen die verschiedenen
Temporärunternehmungen
den Beschwerdeführer in den einzelnen Betrieben eingesetzt hatten.
3.2
3.2.1
In den Monaten J
anuar bis März 2017 vermerkte
der Beschwerdeführer in den Kontrollformularen
(«Angaben der versicherten Person»)
keine
Arbeitstätigkeit (
Urk.
8/193,
Urk.
8/192 und
Urk.
8/190)
.
A
ls
frühester Einsatzvertrag im
relevanten Zeitraum findet sich in den Akten der Einsatzvertrag zwischen der
Y.___
GmbH
(später
Y.___
AG; nachfolgend
Y.___
)
und dem Beschwerdeführer
vom 3
0.
März 2017 über einen
vollzeitlichen und
unbefristeten Einsatz bei der
Z.___
AG
ab
de
m
3.
April 2017 (
Urk.
7/3
5).
Diesem Vertrag folgte ein weiterer Einsatz
vertrag zwischen der
Y.___
und dem Beschwerdeführer vom 1
8.
April 2017 über einen
wiederum vollzeitlichen und
unbefristeten Einsatz bei der
A.___
AG ab dem 1
3.
April 2017 (
Urk.
7/21).
Ge
mäss der Arbeitgeberbescheinigung
vom
7.
Dezember 2017
und dem Arbeitszeugnis der
Y.___
gleichen Datums (richtig aber wohl:
7.
Dezember 201
8
)
dauerte der erste Einsatz vom
3.
bis zum 1
2.
April 2017 und der nachfolgende Einsatz
begann am 1
3.
April
2017 (
Urk.
7/
48 S. 2 und
Urk.
8/28)
.
Der erste Einsatz ab dem
3.
April 2017 ging somit nahtlos in denjen
i
gen ab dem 1
3.
April 2017 über.
3.2.2
Zwischen
verdienstbescheinigungen sind
zwar
erst für die Zeit ab
November 2017 in den Akten (vgl. dazu auch die Sachverhalt
e
in den Verfügungen der Beschwerdegegnerin vom 1
2.
Dezember 2017 und vom 1
5.
Januar 2018 betreffend Anspruchsverwirkung
für die Monate April bis September 2017
,
Urk.
8/154 und Urk.
8/145)
.
Angesichts dessen, dass es sich beim
ersten
Einsatz
bei der
Z.___
vom
3.
bis zum 1
2.
April 2017
um eine
vollzeitliche
Beschäftigung
handelte, ist es jedoch korrekt, dass die Beschwerdegegnerin sämtliche 8 Tage, die auf die Wochentage Montag bis Freitag fielen, als Arbeitstage einstufte und durch Multiplikation mit dem Faktor 1,4 zu 11,2 Arbei
tstagen gelangte, was gestützt auf
Art.
11
Abs.
2 Satz 2 AVIV (30 Kalendertage gelten als ein Beitragsmonat) zur er
mittelten Beitragszeit von 0,373
Monaten führte (
Urk.
2 S. 4
,
Urk.
7/12 S. 2
).
3.2.3
Der nachfolgende Einsatz des Beschwerdeführers bei der
A.___
AG begann am 1
3.
April 2017 und dauerte gemäss der Arbeitgeberbescheinigung und dem Arbeitszeugnis der
Y.___
bis zum 1
9.
Juli 2017
(
Urk.
7/48 S. 2 und
Urk.
8/28).
An diesem 1
9.
Juli 2017 ereignete sich der Unfall, der zur Zahlung von Taggeldern der Suva an den Beschwerdeführer für die Zeit vom 2
2.
Juli bis zum 2
2.
Oktober 2017
bei
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit führte (Unfallschein in
Urk.
7/3;
Taggeldzusprache
vom
2.
August 2017,
Urk.
7/7; Ta
ggeldübersicht in
Urk.
7/10/2).
Für die Zeit vom 1
3.
April bis zum 1
9.
Juli 2017 ist die Einsatzdauer unumstritten, und in den Lohnblättern der
Y.___
des Jahres 2017 (
Urk.
8/37-39) sind in allen diesen vier Monaten Lohnzahlungen und somit auch Beitragszahlungen eingetragen.
Die beiden vollen Monate
Mai und Juni 2017 sind da
mit
gestützt auf Art. 11
Abs.
1 AVIV
als 2 Beitragsmonate zu berücksichtigen. Was die angebrochenen Monate April und Juli 2017 betrifft, so ist es angesichts dessen, dass der Einsatz des Beschwerdeführers bei der
A.___
AG wiederum als Vollzeitbeschäftigung definiert war, erneut gerechtfertigt, die Wochentage von Montag bis Freitag als effektive Arbeitstage zu qualifizieren.
Damit ist im April 2017 von 12 Arbeitstagen
(zu Gunsten des Beschwerdeführers einschliesslich Karfreitag und Ostermontag)
und im Juli 2017 von 13 Arbeitstagen auszugehen. Die Multiplikation dieser insgesamt 25 Arbeitstage mit dem Faktor 1,4 führt zu 35 Arbeitstagen beziehungsweise zu 1,167 Beitragsmonaten. Der Gesamtwert von 3,167 Beitragsmonaten entspricht dem Wert, den die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 1
7.
Januar 2019 eingesetzt hat (
Urk.
7/12 S. 2).
Über die Fra
ge einer
darüber hinausgehenden
als Beitragszeit zu berücksichtigenden Zeitdauer während der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit ist später einzugehen.
3.3
Nachdem die Hausärztin dem Beschwerdeführer ab dem 2
3.
Oktober 2017 wieder eine Arbeitsfähigkeit zu 100
%
attestiert hatte (Zwischenbericht an die Suva vom 1
5.
Oktober 2017,
Urk.
7/5; Zeugnis vom 1
2.
Dezember 2017,
Urk.
7/4), trat
dieser
aufgrund des Einsatzvertrages mit der
B.___
AG vom 1
2.
Oktober 2017 (Urk.
7/24) am 2
3.
Oktober 2017 eine auf maximal drei Monate befristete Stelle bei der
C.___
AG an. Die Stelle wurde ihm gemäss den Angaben der
B.___
AG
in der Arbeitgeberbescheinigung
vom
4.
Dezember 2017
auf den 1
5.
November 2017 gekündigt (
Urk.
7/16 S. 1
; vgl. auch
das Kündigungsschreiben vom 13.
November 2017,
Urk.
8/61
). Eine Zwischenverdienstbescheinigung der
B.___
AG
für diesen Einsatz fehlt; da der Beschwerdeführer jedoch wiederum vollzeitlich beschäftigt war (vgl.
Urk.
7/16 S. 1), ist auch hier zu seinen Gunsten davon auszugehen, dass er an jedem Wochentag von Montag bis Freitag
gearbeitet hat. Aus dieser Annahme resultieren
7 Arb
eitstage im Oktober 2017 und 11
Arbeitstage im November 201
7.
Diese total 18 Arbeitstage ergeben 25,2 Beitragstage (18 x 1,4) beziehungsweise in Übereinstimmung mit der Berechnung der Beschwerdegegnerin 0,840 Beitragsmonate (
vgl.
Urk.
2 S. 4,
Urk.
7/12 S. 2).
3.4
Es folgte der Einsatzvertrag vom 2
2.
November 2017, mit dem die
Y.___
den
Beschwerdeführer ab dem 2
3.
November 2011 der
D.___
AG im Umfang von 15 vereinbarten Wochenstunden zur Verfügung stellte (
Urk.
7/20).
Er war wiederum au
f maximal drei Monate befristet
und dauerte gemäss den Angaben der
Y.___
in der Arbeitgeberbescheinigung
vom
7.
Dezember 2017 bis zum 2.
Dezember 2017 (
Urk.
7/48 S. 2). In den
Zwischenverdienstbescheinigungen der Monate November und Dezember 2017 sind
6 Arbeitstage im November und 2
Arbeitstage im Dezember eingetragen (
Urk.
7/46
und
Urk.
7/45), woraus 11,2
Beitragstage (8 x 1,4) beziehungsweise 0,373 Beitragsmonate resultieren.
Diese Zahl liegt über derjenigen
von 0,327 Beitragsmonaten, welche die Beschwerdegegnerin eruiert
hat
(vgl.
Urk.
2 S. 4,
Urk.
7/12 S. 2).
3.5
Bis Ende Dezember 2017 sowie in den Monaten Januar und Februar 2018 tätigte der Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben in den Kontrollformularen keine weiteren Arbeitseinsätze (
Urk.
8/158,
Urk.
8/143 und
Urk.
8/
141).
Der nächste
Einsatz wurde mit Vertrag zwischen der
E.___
AG und dem Beschwerdeführer vom
2.
März 2018 vereinbart,
begann
am
5.
März
2018
bei der
F.___
AG, war auf maximal drei Monate befristet und umfasste ein mindestens 20%iges Pen
sum einer Vollzeitstelle (
Urk.
7/31
).
Gemäss den Angaben der
E.___
AG in den
Arbeitgeberbescheinigung
en vom 2
3.
März 20
18 und
vom 1
1.
Dezember 2018
erstreckte sich der Einsatz in der Folge nur bis zum
9.
März 2018 (
Urk.
7/44 S. 2 und
Urk.
8/64 S. 2), und dementsprechend sind in der Zwischenverdienstbescheinigung des Monats März
2018
in
der Woche vom
5.
bis zum
9.
März 2018
an 5 Tagen Arbeitsstunden eingetragen (
Urk.
8/65). Diese Arbeitstage wurden von der Beschwerdegegnerin richtigerweise
mit 7 Beitragstagen (5 x 1,4) bez
iehungsweise 0,233
Beitragsmonaten berücksichtigt
(
vgl.
Urk.
2 S. 4,
Urk.
7/12 S. 2)
.
3.6
Am 2
7.
März 2018 vereinbarte die
E.___
AG sodann mit dem Beschwerdeführer einen Einsatz im
Gipsergeschäft
G.___
, der ebenfalls auf maximal drei Monate befristet ein mindestens 20%iges Pensum einer Vollzeitstelle umfasste und dessen Beginn auf das Vertragsdatum des 2
7.
März 2018 angesetzt war (
Urk.
7/33).
Gemäss den Angaben der
E.___
AG in der Arbeitgeberbescheinigung
vom 1
1.
Dezember
2018
dauerte der Einsatz durchgehend bis zum
9.
M
ai
2018 (Urk.
8/64 S. 2)
. Es fällt allerdings
auf, dass die
E.___
AG dem Beschwerdeführer am
4.
Mai 2018 einen neuen Einsatzvertrag für die Tätigkeit im
Gipsergeschäft
G.___
ausstellte, wiederum
auf maximal drei Monate
befristet und mit mindestens 20%igem Pensum, und darin rückwirkend den 3
0.
April 2018 als Einsatzbeginn aufführte (
Urk.
7/30).
Diesen
beiden Einsatzverträgen vom 27.
März 2018 und vom 3
0.
April 2018 entsprechend, stellte die
E.___
AG dem Beschwerdeführer für den Monat April 2018 zwei Zwischenverdienstbescheinigungen
aus
, nämlich die eine, in der
i
nsgesamt 17 Einsatztage in der Zeit vom
3.
bis zum 2
6.
April 2018 vermerkt sind (
Urk.
8/110) und die andere, in der ein zusätzlicher Einsatztag am 3
0.
April 2018 eingetragen ist (
Urk.
8/109).
Daraus lässt sich indessen nicht
schliessen, dass am 2
6.
April 2018 ein erster Arbeitseinsatz bei
G.___
beendet worden wäre und am 3
0.
April 2018 ein weiterer Arbeitseinsatz bei diesem Arbeitgeber begonnen hätte. Denn die beiden Einsatzverträge unterscheiden sich allein dadurch, dass im früheren Vertrag ein Brutto-Stundenlohn von
Fr.
38.-- vereinbart war (
Urk.
7/33), im
späteren Vertrag hingegen ein
solcher von
Fr.
39.-- (
Urk.
7/30
). Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Ausstellung des neuen Vertrags nur dieser Lohnerhöhung diente und nicht einen
neuen Einsatz begründen sollte.
Unter diese
n
Umständen
ist der Monat April 2018 gestützt auf
Art.
11
Abs.
1 AVIV als voller Beitragsmonat zu werten. Der angebrochene Monat März 2018 umfasste gemäss der Zwischenverdienstbescheinigung die
2
Arbeitstage vom 2
8.
und
vom 2
9.
März 2018 (
Urk.
8/65), und für den angebrochene
n
Monat Mai 2018 sin
d
in der Zwischenverdienstbescheinigung bis am
9.
Mai 5 Arbeitstage vermerkt
(
Urk.
7/39 =
Urk.
8/108)
. Diese insgesamt
7 Tage ergeben 9,8 Beitragstage beziehungsweise 0,327 Beitragsmonate.
Damit resultieren aus dem
Ar
beitseinsatz bei
G.___
1,327
Beitragsmonate
und entgegen der
Beschwerdegegnerin, die offenbar die Arbeitstage von Ende März 2018 übersehen hat (vgl.
Urk.
2 S. 4,
Urk.
7/12 S. 2), nicht nur 1,260 Beitragsmonate.
3.7
Der nachfolgende Einsatzvertrag wurde am
9.
Mai 2018 zwischen der
Y.___
und dem Beschwerdeführer abgeschlossen und betraf einen Einsatz ab dem 14
.
Mai 2018 bei der
H.___
AG im zeitlichen Umfang von 15 Wochenstunden und befristet für maximal drei Monate (
Urk.
7/18).
Die Angaben der
Y.___
in der Arbeitgeberbescheinigung
vom
7.
Dezember 2018
sowie auch im Arbeitszeugnis vom
7.
Dezember 2017 (richtig wohl ebenfalls
7.
Dezember
201
8
)
deuten auf einen ununterbrochenen Einsatz bis zum
1
0.
August 2018 hin (
Urk.
7/15
und
Urk.
8
/28
)
. Davon kann indessen
angesichts der weiteren drei
Einsatzverträge in diesem Zeitraum nicht ausgegangen werden.
Der erste dieser drei
Verträge datiert vom 3
0.
Mai 2018 und sah
mit Beginn des 4. Juni 2018
einen Einsatz in einem neuen Betrieb vor, nämlich bei der
A.___
AG, im Übrigen wiederum im zeitlichen Umfang von 15 Wochenstunden und befristet für maximal drei Monate (
Urk.
7/23).
Der zweite Vertrag mit Datum des 1
2.
Juni 2018 sodann legte unter den gleichen zeitlichen
Konditionen ab
dem 1
3.
Juni 2018 einen Einsatz in
nochmals
einem anderen Betrieb fest,
nämlich
bei
der
I.___
AG (
Urk.
8
/44). Der dritte Vertrag vom
1
4.
Juni 2018
sah -
erneut
bei
gleichen zeitlichen Konditionen
- bereits
ab dem 1
8.
Juni 2018,
einen
neuen
Einsatz
bei der
J.___
AG
vor, also abermals in einem anderen Betrieb
(Urk.
7/22).
Am
7.
August 2018 sprach die
Y.___
schliesslich die Kündigung per 1
0.
August
2018 aus, da momentan kein weiterer Einsatz in Aussicht stehe (
Urk.
8/30).
Aufgr
und dieser Aktenlage sind
anhand der Zwischenverdienstbescheinigungen der
Y.___
der Monate Mai bis August 2018 die folgenden Beitragszeiten zu ermitteln:
Einsatz bei der
H.___
AG vom 1
4.
Mai bis zum
1.
Juni 2018: 12
Arbeitstage, nämlich 11 Arbeitstage im Mai 2018 und 1 Arbeitstag im Juni 2018 (Zwischenverdienstbescheinigungen für Mai und Juni
2018,
Urk.
7/40 und
Urk.
7/41), woraus sich eine Beitragszeit von 16,8 Tagen ergibt (12 x 1,4)
;
Einsatz bei der
A.___
AG
vom
4.
bis zum 1
1.
Juni 2018: 6
Arbeitstage (Zwischenverdienstbescheinigung für Juni 2018,
Urk.
7/41) entsprechend einer Beitragszeit
von 8,4 Tagen (6 x 1,4);
Einsatz bei der
I.___
AG ab dem
1
3.
Juni 2018: kein
Arbeitstag
gemäss der Zwischenverdienstbeschein
igung für Juni 2018 (
Urk.
7/41);
Einsatz bei der
J.___
AG vom 1
8.
Juni bis zum 1
0.
August 2018:
7 Arbeit
stage im angebrochenen Monat Juni 2018 und 7
Arbeits
tage im angebrochenen Monat August 2018 (Zwischenverdienstbescheinigungen für Juni und August 2018,
Urk.
7/41 und
Urk.
7/36), woraus
sich
eine Beitragszeit von insgesamt
19,
6 Tagen ergibt (14 x 1,4), und ein voller Beitragsmonat im Juli 2018 (Zwischenverdienstbescheinigung für diesen Monat in
Urk.
7/37).
Insgesamt beläuft sich damit die Beitragszeit
aus den
Einsätze
n
, welche die
Y.___
dem Beschwerdeführer in den Monaten Mai bis August 2018 vermittelte, auf 1 Monat und 44,8 Tage (16,8 + 8,4 + 19,6) beziehungsweise auf 2 Monate und 14,8 Tage, entsprechend einer Beitragszeit von 2,493 Monaten. Die Beitragszeit von 3,026 Monaten, welche die Beschwerdegegnerin für diesen Zeitraum einsetzte (vgl.
Urk.
2 S. 4,
Urk.
7/12 S. 2), ist somit nach unten zu korrigieren.
3.8
In der Zeit vom 1
4.
August bis zum 1
1.
November 2018 weilte der Beschwerdeführer sodann zur Stellensuche im Ausland, wie aus der Rückkehr-Bestätigung des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV)
vom 12.
November 2018 hervorgeht (
Urk.
8/79). Gemäss
den Angaben in den Kontrollformularen der Monate August bis November 2018 erzielte er in diesem Zeitraum jedoch keine Einkünfte (
Urk.
8/89,
Urk.
8/85,
Urk.
8/82 und
Urk.
8/78) und verzeichnete somit keine Beitragszeit.
3.9
Am 1
9.
November 2018 schloss der Beschwerdeführer mit der
K.___
AG einen Vertrag über einen
unbefri
s
teten, vollzeitlichen Einsatz bei der
L.___
AG ab dem 2
0.
November 2018
(
Urk.
7/27), und am 2
8.
November 2018 folgte der Vertrag mit der
K.___
AG über einen wiederum unbefristeten
,
voll
zeitlichen Einsatz ab dem 2
9.
November
2018 bei der
M.___
AG (Urk.
7/28).
Der erste Einsatz erstreckte sich gemäss der ersten Zwischenverdienstbescheinigung der
K.___
AG für den Monat November
2018 auf 4 Arbeitstage vom 20.
bis zum 2
3.
November 2018 (
Urk.
8/76), worau
s 5,6 Beitragstage resultieren
(4 x 1,4)
.
Der zweite Einsatz umfasste, wie der zweiten Zwischenverdienstbeschein
i
gung der
K.___
AG für den Monat November 2018 zu entnehmen ist, in diesem Monat die 2 Arbeitstage vom 2
9.
und vom 3
0.
November 2018 (
Urk.
8/77). Eine Zwischenverdienstbescheinigung für den Dezember 2018 fehlt in den eingereichten Unterlagen; gemäss der
Arbeitgeberbescheinigung der
K.___
AG vom
1
7.
De
zember 2018
endete der Einsatz jedoch am
1
4.
Dezember 2018 (
Urk.
7/14; vgl. auch das Arbeitszeugnis der
K.___
AG vom 1
4.
Dezember 20
18,
Urk.
8/23)
, und angesichts des Vollzeitcharakters des Einsatzes können
bis dahin
wiederum die Wochentage von Montag
bis Freitag als effektive Arbeitstage eingesetzt werden. Daraus resultieren im Dezember 2018 10 Arbeitstage. Die insgesamt 12 Arbeitstage in diesem Einsatz ergeben 16,8 Beitragstage (12 x 1,4).
Den insgesamt 22,4 Beitragstagen aus den beiden Einsätzen
über die
K.___
AG
(5,6 + 16,8)
e
ntsprechen 0,747 Beitragsmonate. Dies liegt
über der Beitragszeit von 0,560 Monaten, welche die Beschwerdegegnerin ermittelte
, was damit zusammenhängt, dass die
Beschwerdegegnerin die 4 Arbeitstage im Einsatz bei der
L.___
AG vom 2
0.
bis zum 2
3.
November 2018 ausser Acht liess und erst die Arbeitstage ab dem 2
9.
Nove
m
ber 2018 berücksichtigte (vgl.
Urk.
2 S. 4,
Urk.
7/12 S. 2).
3.10
Ein weiterer Arbeitseinsatz bis zum Ende der Beitragsrahmenfrist am 1
9.
Dezember 2018 ist nicht dokumentiert und wurde auch nicht geltend gemacht.
Zusammengefasst steht
damit
gemäss der Prüfung von Amtes wegen in der
massgebenden Beitragsrahmenfrist vom
2
0.
Dezember 2016 bis zum 1
9.
Dezember 2018
vorab die folgende Beitragszeit fest:
0,373 Beitragsm
onate
(E.
3.2.2)
3,167 Beitragsm
onate
(E.
3.2.3)
0,840 Beitragsm
onate
(E.
3.3)
0,373 Beitragsm
onate
(E.
3.4)
0,233 Beitragsmonate
(E.
3.5)
1,327 Beitragsmonate
(E.
3.6)
2,493 Beitragsmonate
(E.
3.7)
0,747 Beitragsmonate
(E.
3.9)
__________________
Total
9,5
5
3 Beitragsmonate
Dieses Total liegt etwas unter demjenigen von 9,853 Beitragsmonaten, von dem die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vo
m 1
7.
Januar
2019 ausging (Urk.
7/12 S. 2).
4
.
4.1
Zu prüfen ist weiter, ob der Beschwerdeführer mit seinem Einsatz
bei der
A.___
AG ab dem 1
3.
April 2017, dess
en Dauer bis zum Unfall vom 19.
Juli 2017 unbestritten
und nachgewiesen ist (vgl. E.
3.2.3), zusätzliche Beitragszeit im Zeitraum
des Bezugs von Unfalltaggeldern
bis zum 2
2.
Oktober 2017 erworben hat
.
Der Anspruch auf Unfalltaggelder für sich allein genügt dabei noch nicht für die Qualifizierung der Zeit ab dem Unfall vom 1
9.
Juli 2017 als Beitragszeit. Vielmehr ist gestützt auf
Art.
13
Abs.
2
lit
. c AVIG erforderlich, dass der Beschwerdeführer während der Zeit des Taggeldbezugs immer noch in einem Arbeitsverhältnis stand, dass also der Einsatzvertrag
zwischen ihm und der
Y.___
vom 1
8.
April 2017 betreffend die Tätigkeit bei der
A.___
AG ab dem 1
3.
April 2017
(
Urk.
7/21)
fortbestand.
4.2
4.2.1
Ein
Kündigungsschreiben, mit dem die
Y.___
den Einsatzvertrag vom 1
8.
April 2017 als beendet erklärt hätte,
lag der Beschwerdegegnerin gemäss ihren Ausführungen im ang
e
fochtenen
Einspracheentscheid
nicht vor (
vgl.
Urk.
2 S.
4).
Es fällt allerdings auf, dass der Beschwerdeführer am 2
3.
Oktober 2017,
dem Tag, ab dem ihn seine
Hausärztin wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestierte und sein Taggeldanspruch
endete
(vgl. E.
3.3), nicht die Tätigkeit bei der
A.___
AG
wieder aufnahm
, sondern eine Tätigkeit in einem neuen Betrieb, der
C.___
AG
, antrat, über die er bereits am 1
2.
Oktober 2017 mit der
B.___
AG den Einsatzvertrag abgeschlossen hatte (
Urk.
7/24).
Der Vertrag über den Einsatz bei der
A.___
AG muss daher ungeachtet eines fehlenden Kündigungsschreibens spätestens per 2
2.
Oktober 2017 aufgelöst worden sein, wie die Beschwerdegegnerin zutreffend festhielt
(
Urk.
2
S. 4)
.
4.2.2
Eine Auflösung durch die Arbeitgeberin unmittelbar vor oder während
einer
unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit untersteht
nach Ablauf der Probezeit
den gesetzlichen Schranken nach
Art.
336c
Abs.
1
lit
. b
des Schweizerischen Obligationen
rechts (OR) und allfälligen weitergehenden gesamtarbeitsvertraglichen Schranken,
währenddem
eine Kündigung durch den Arbeitnehmer
oder eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses im gege
nseitigen Einvernehmen von Art.
336c OR grundsätzlich nicht erfasst ist (vgl.
Streiff
/von
Kaenel
/Rudolph,
Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu
Art
.
319-362 OR,
7. Auflage, Zürich 2012, Art.
336c
OR N
2 S. 1069).
4.2.3
Der Beschwerdeführer reichte erstmals zusammen mit d
er Beschwerdeschrift
einen Brief der
Y.___
ein (
Urk.
3), der das Datum des 1
3.
Juli 2017 trägt, mit «Kündigung» überschrieben ist und
folgendermassen
formuliert ist:
«Hiermit kündigen wir Ihren Arbeitsvertrag per 1
9.
Juli 201
7.
An seinem letzten Arbeitstag, hatte Herr
X.___
einen Unfall auf der Baustelle.
Für Ihren geleisteten Einsatz bedanken wir uns
bestens.»
Dieser Brief kann nicht als Kündigungsschreiben gew
ertet werden, das
tatsächlich am 1
3.
Juli 2017 verfasst word
en ist, denn
diesfalls
könnte er
nicht den Hinweis auf den Unfall enthalten, der sich erst am 1
9.
Juli 2017 ereignete.
Er muss jedoch, da er vom Beschwerdeführer eingereicht wurde und dieser sich auf dessen Inhalt berief, immerhin als dessen durch die
Y.___
bekräftigte Parteierklärung verstanden werden, dass ihm der zur D
iskussion stehende Vertrag über den Einsatz bei der
A.___
AG auf den 1
9.
Juli 2017 gekündigt worden war. Es ist deshalb dieser Sachverhalt, der als der Wahrscheinlichste erscheint und von dem auszugehen ist.
Dafür spricht im Übrigen auch der Umstand, dass die Taggelder
der Suva
von
Anfang an dem Beschwerdeführer
persönlich ausgerichtet und
ihm nicht mittels Lohnabrechnungen der
Y.___
überwiesen wurden (vgl. die Taggeldabrechnungen in
Urk.
8/12/1-4), wie dies im fortbestehenden Arbeitsverhältnis gestützt auf
Art.
49
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
un
d
Art.
19
Abs.
2 ATSG üblich wäre.
4.2.4
Der Vertrag über den Einsatz bei der
A.___
AG datiert vom 18.
April 2017, der Einsatz begann aber bereits am 1
3.
April 2017 und war unbefristet (
Urk.
7/21). Am 1
3.
Juli 2017 war somit die dreimonatige Probezeit
abgelaufen
, die gemäss dem Rahmenarbeitsvertrag mit der
Y.___
vom 3
0.
März 2017 für unbefristete Einsätze galt (
Urk.
7/19 Ziffer IV
Abs.
1
) und
zudem gesamtarbeitsvertraglich festgelegt ist
(
Art.
10
Abs.
1
des
GAV Personalverleih 2016-2018).
Dementsprechend war für den Beschwerdeführer
ab dem 1
3.
Juli 2017, dem Beginn seines vierten Arbeitsmonats,
nicht mehr die z
weitägige Kündigungsfrist
massgebend
(Ziffer IV
Abs.
3
lit
. a des Rahmenarbeitsvertrags,
Art.
11
Abs.
1 und
Abs.
2
des
GAV Personalverleih),
sondern es galt vielmehr - bis und mit dem sechsten Arbeitsmonat -
eine Kündigungsfrist von 7 Kalenderta
gen (Ziffer IV Abs.
3
lit
. b des Rahmenarbeitsvertrags,
Art.
11
Abs.
2
des
GAV Personalverleih), wobei im Rahmenarbeitsvertrag zusätzlich ein Kündigungstermin auf Freitag vorgesehen war.
Des Weiteren stand das Arbeitsverhältnis ab dem 1
3.
Juli 2017 unter dem Schutz
der Regelungen in
Art.
336c OR
, die auch im Personalverleih anwendbar sind (vgl.
Streiff
/von
Kaenel
/Rudolph, a.a.O.,
Art.
336c OR N2 S. 1070).
Es durfte somit
nach
Art.
336c
Abs.
1
lit
. b OR vom Arbeitgeber beziehungsweise von der
Temporärunternehmung
im laufenden ersten Dienstjahr
bei krankheits- oder unfallbedingter
Arbeitsunfähigkeit während einer Sperrfrist von
30
Tagen
(beziehungsweise bei kürzer
dauernder Arbeitsunfähigkeit während einer en
tsprechend kürzeren Sperrfrist;
vgl.
Streiff
/von
Kaenel
/Rudolph, a.a.O.,
Art.
336c OR N8
S. 1079)
nicht gekündigt werden, und
eine
Arbeitsunfähigkeit
während der Kündigungsfrist des gekündigten Arbeitsverhältnisses bewirkte
gestützt auf Art.
336c
Abs.
2 OR dessen Verlängerung
um die Dauer der Sperrfrist.
4.2.5
Die Kündigung vom 1
3.
Juli 2017 auf den 1
9.
Juli 2017
, einen Mittwoch,
erfolgt
e unter Einhaltung der siebentäg
igen Frist, hätte allerdings gemäss Rahmenarbeitsvertrag erst auf Freitag, den 2
1.
Juli 2017, hin ausgesprochen werden dürfen. Entscheidend ist jedoch, dass der Unfall vom 1
9.
Juli 2017
und damit auch die daraus
resultierende Arbeitsunfähigkeit
unabhängig von der Einhaltung des Kündigungstermins
in
die
sperrfristrelevante
Kündigungsfrist fiel
, die nach der Rechtsprechung ab dem Vertragsende durch Rückwärtsrechnung zu bestimmen ist (vgl.
Streiff
/von
Kaenel
/Rudolph, a.a.O.,
Art.
336c OR N2 S. 1071 f.
und N3
S. 1072 f.
).
Mit der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers ab dem 19
.
Juli 2017
konnte die Kündigungsfrist somit weder an diesem Tag noch am 2
1.
Juli 2017 ablaufen, sondern
stand
ab dem 1
9.
Juli 2017 während 30 Tagen still, also bis und mit dem 1
7.
August 2017, einem Donnerstag. Bei Kündigung
auf den
1
9.
Juli 2017 endigte das Einsatzverhältnis somit a
m Freitag, dem 18.
August 2017
,
und nicht bereits am
4.
August 2017, wie die
Y.___
mit
der Eintragung einer unfallbedingten Absenz vom 2
0.
Juli bis zum
4.
August 2017 in der Arbe
itgeberbescheinigung andeutete
(vgl.
Urk.
7/15 S. 2). Bei
Kündigung auf den 2
1.
Juli 2017 wären ab dem 1
8.
Juli 2017 noch zwei weitere Kündigungstage gelaufen, womit das Arbeitsverhältnis gestützt auf
Art.
336c
Abs.
3 OR erst am
darauffolgenden Freitag, dem 2
8.
August 2017, beendet worden wäre (vgl. hierzu auch das Berechnungsbeispiel in
Streiff
/von
Kaenel
/Rudolph, a.a.O.,
Art.
336c OR N10 S. 1089).
Aus dieser Berechnung resultiert eine zusätzliche Beitragszeit von
rund eineinhalb Monaten
,
die
zu den feststehenden 9,5
5
3 B
eitragsmonate hinzukommt
, womit die zwölfmonatige Beitragszeit immer noch nicht erreicht ist.
4.3
Darüber hinausgehende Be
itragszeiten lassen sich
auch nicht aus dem Umstand ableiten, dass die
A.___
AG
gemäss Einsatzvertrag dem Gesamtarbeitsvertrag für
das
Gipsergewerbe
der Stadt Zürich
(GAV
Gipsergewerbe
Zürich)
unterstellt ist (
Urk.
7/21 S. 1).
Denn
Art.
20 des Bundesgesetzes über die Arbeitsvermittlung und den Personalverleih (Arbeitsvermittlungsgesetz, AVG) schreibt dem Personalverleiher nur vor, die Lohn- und
Arbeitszeitbestimmungen
eines allgemeinverbindlichen Gesamtarbeitsvertrages einzuhalten, dem der Einsatzbetrieb untersteht
. Allfällige Bestimmungen des Kündigungsschutzes, die
weiter gehen
als die Regelung in
Art.
336c OR, sind hingegen von dieser Übernahmevorschrift nicht umfasst.
Des Weiteren kann auch die Erwähnung des GAV
Gipsergewerbe
Zürich im Einsatzvertrag nicht als individuelle Übernahme sämtlicher GAV-Regelungen verstanden werden
.
Art.
5.4
des
GAV
Gipsergewerbe
Zürich, wonach die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber ausgeschlossen ist, solange dem Arbeitnehmer Taggeldleistungen einer Krankentagg
eldversicherung oder der Unfall
versicherung zustehen, ist somit
vorliegendenfalls
nicht anwendbar. Im Übrigen ist in dieser Vorschrift nur der Tatbestand der Kündigung während des Taggeldbezugs speziell geregelt,
währenddem
der Tatbestand des Beginnes des Taggeldbezugs im gekündigten Arbeitsverhältnis nicht erwähnt
ist und keine entsprechende Verlängerung um die Dauer des Taggeldbezugs statuiert ist (dies etwa im Gegensatz zu
Art.
21
Abs.
4 des Landesmantelvertrages für das schweizerische Bauhauptgewerbe LMV 2016-2018).
4.4
Schliesslich vermag auch der Umstand, dass der Ferienanspruch des Beschwerdeführers in den verschiedenen Einsatzverhältnissen jeweils in Form eines Zuschlags zum Stundenlohn abgegolten wurde, nicht zu zusätzlicher Beitragszeit zu führen, wie dies das Bundesgericht in Änderung seiner früheren Rechtsprechung festgelegt hat (vgl. BGE 130 V 492).
5
.
Nach dem
Gesagten
hat der Beschwerdeführer in der massgebenden zwölfmonatigen Beitragsrahmenfrist vom 2
0.
Dezember 2016 bis zum 1
9.
Dezember 2018 die zwölfmonatige Beitragszeit im Sinne von
Art.
13 AVIG nicht erfüllt. Des Weiteren sind auch keine Gründe im Sinne von
Art.
14 AVIG ersichtlich, die ihn von der Erfüllung der Beitragszeit zu befreien vermöchten. Namentlich war er wegen des Unfalls vom 1
9.
Juli 2017 nicht während eines ganzen Jahres arbeitsunfähig und stellenlos, wie es der Befreiungsgrund nach
Art.
14
Abs.
1
lit
.
b AVIG erfordern würde.
Diese Erwägungen führen zu Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
-
seco
- Direktion für Arbeit
-
Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
FehrKobel