# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e6a6b86-e39a-5f05-a281-025948a3876a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-01-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.01.2015 E-4285/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4285-2013_2015-01-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-4285/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  6 .  J a n u a r  2 0 1 5    

Besetzung 

 
Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 

Richter Martin Zoller, Richter François Badoud,    

Gerichtsschreiberin Blanka Fankhauser. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), Anlaufstelle Baselland, 

Albanien,   

vertreten durch (…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für 

Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 18. Juli 

2013 / N (…). 

 

 

E-4285/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a  

Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer, ein Albaner ka-

tholischen Glaubens, seinen Heimatstaat am 12. Juni 2013 und gelangte 

mit einem PW von Tirana nach Pristina und am darauf folgenden Tag auf 

dem Luftweg legal in die Schweiz (B._______), wo er gleichentags um Asyl 

nachsuchte. Am 20. Juni 2013 wurde er im Empfangs- und Verfahrensze-

ntrum (EVZ) C._______ zu seinen Personalien und summarisch zu seinen 

Ausreisegründen sowie zu seinem Reiseweg befragt. Am 4. Juli 2013 hörte 

ihn das BFM einlässlich zu seinen Asylgründen an. 

A.b  

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen geltend, sein Bruder habe ihm am 18. März 2013 telefonisch 

mitgeteilt, dass er von sechs Personen bedroht werde, worauf er (der Be-

schwerdeführer) gegen 23 Uhr mit seinem PW zu ihm gefahren sei. Sein 

Bruder habe bereits die Polizei benachrichtigt. Er habe mit einer dieser 

Personen, D._______, der sein Nachbar gewesen sei, bereits eine Woche 

zuvor eine Auseinandersetzung gehabt, weil jener laut Musik gehört habe. 

Während die Brüder an diesem Abend auf die Polizei gewartet hätten, 

seien diese Leute (sechs Personen) auf sie zugekommen. Er (der Be-

schwerdeführer) habe versucht, mit ihnen zu sprechen, sie seien jedoch 

sofort auf ihn und seinen Bruder losgegangen. Er (der Beschwerdeführer) 

habe vier Personen gegen sich gehabt. Aus Angst habe er sein Messer 

geöffnet und einen der Angreifer verletzt, worauf alle weggerannt seien. Als 

die Polizei gekommen sei, habe sie beide auf den Posten mitgenommen 

und ihre Aussagen aufgenommen. Nach 72 Stunden Polizeigewahrsam sei 

er (der Beschwerdeführer) in Untersuchungshaft gekommen, während sein 

Bruder freigelassen worden sei. Weil er sich ungerecht behandelt gefühlt 

habe, habe er dagegen durch seinen Anwalt Beschwerde erhoben. Nach 

24 Tagen Untersuchungshaft sei er freigelassen worden. Das Strafverfah-

ren sei als leichte Körperverletzung eingestuft und eingestellt worden. Er 

habe sich jeweils montags bei der Polizei melden müssen. Die Polizei habe 

nichts gegen die Personen unternommen, die den Konflikt angezettelt hät-

ten. In der Folge seien er (der Beschwerdeführer) und sein Bruder von die-

sen Leuten, die aus dem Norden stammten, noch mehrmals bedroht wor-

den, da sich diese hätten rächen wollen. So hätten sie erneut die Polizei 

informiert, diese habe dagegen wieder nichts Ernsthaftes unternommen. In 

E-4285/2013 

Seite 3 

der Folge habe er (der Beschwerdeführer) einen Vermittler beauftragt, der 

jedoch nicht ehrlich vermittelt habe, sondern die gegnerische Familie mit 

Informationen über den Aufenthaltsort und die wirtschaftlichen Verhältnisse 

seines Bruders und seiner Familie versorgt habe. Am 24. April 2013 gegen 

23 Uhr sei der Bruder erschossen worden. Der Fall sei untersucht und er 

sei dazu befragt worden. Er sei die ganze Zeit in Kontakt zur Polizei ge-

standen. Dabei habe er den Vermittler E._______ erwähnt und später ge-

gen diesen Anzeige erstattet. Da dieser Fotos von seiner Familie gehabt 

habe, habe er (der Beschwerdeführer) auch Fotos von der gegnerischen 

Familie verlangt, sie jedoch erst später zur Ansicht bekommen. Dabei habe 

er feststellen müssen, dass er diese Leute kenne, weil sie in seinem Quar-

tier herumgeschlichen seien. In einer Nacht hätten sie ihm die Haupt-

stromsicherung ausgeschaltet, weil sie damit gerechnet hätten, dass er 

sich nach draussen zur Hauptsicherung begeben würde und sie ihn wür-

den erschiessen können. Danach habe er schriftlich um Polizeischutz er-

sucht. Die Polizei habe dies jedoch abgelehnt, weil eine solche Schutzan-

ordnung nur vom Staatsanwalt bewilligt werden könne und sehr selten sei. 

Die Polizei habe ihm geraten, vorübergehend das Land zu verlassen oder 

einen privaten Sicherheitsdienst zu engagieren. Vor seiner Ausreise habe 

er einen Rechtsanwalt beauftragt, der Sache nachzugehen und für ihn zu 

handeln. Die gegnerische Familie sei finanziell und politisch sehr mächtig. 

Es handle sich dabei um mehrere Stämme aus der Region F._______, die 

Drogen- und Menschenhandel, auch im Ausland, betreiben würden. Er 

habe sich die ganze Zeit bemüht, diesen Konflikt friedlich beizulegen, und 

mit der Polizei zusammengearbeitet. Sie sei aber nicht in der Lage gewe-

sen, ihn vor der Blutrache zu beschützen, obschon sie anerkannt habe, 

dass er es mit einer gefährlichen Familie zu tun habe. Er sei nie mit dem 

Gesetz in Konflikt gekommen, stamme aus der Mittelschicht und habe als 

(…) gearbeitet, seine Frau sei (…).   

A.c Bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten 

des rechtserheblichen Sachverhalts wird auf die Protokolle bei den Akten 

verwiesen (vgl. Vorakten A4 und A7). 

A.d Zur Untermauerung seiner Aussagen reichte der Beschwerdeführer 

verschiedene Zeitungsausschnitte sowie einen USB-Stick verschiedener 

Fernsehstationen, die den Tod des Bruders abgehandelt hätten, den To-

desschein des Bruders, einen Antrag auf Personenschutz, eine Strafan-

zeige gegen den Vermittler sowie gegen zwei Brüder der Familie 

D._______, zwei Gerichtsverfügungen den Beschwerdeführer betreffend, 

zwei Familienregisterauszüge, eine Bestätigung der Anwaltskanzlei über 

E-4285/2013 

Seite 4 

die Vertretung sowie eine Bestätigung der Staatsanwaltschaft Tirana, wel-

che bestätige, dass sie den Fall Nr. (…) übernommen habe, zu den Akten.   

B.  

Mit Verfügung vom 18. Juli 2013 – eröffnet am 19. Juli 2013 – stellte das 

BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 

sowie den Vollzug an. Zur Begründung führte es an, die Vorbringen hielten 

den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht stand, so dass ihre Asylre-

levanz nicht geprüft werden müsse. 

C.  

Mit Eingabe vom 26. Juli 2013 an das Bundesverwaltungsgericht  erhob 

der Beschwerdeführer Beschwerde. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 31. Juli 2013 forderte das Gericht den Be-

schwerdeführer auf, innert Frist eine Beschwerdeverbesserung (Rechtsbe-

gehren und Begründung) einzureichen 

E.  

Mit Beschwerdeverbesserung vom 9. August 2013 beantragte der Be-

schwerdeführer in materieller Hinsicht, die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben und es sei festzustellen, dass er die Flüchtlingseigenschaft er-

fülle, weshalb ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren sei; eventualiter sei 

festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung in sein Heimatland nicht 

zulässig und demnach die vorläufige Aufnahme anzuordnen sei. In pro-

zessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Zur Untermauerung der Vorbringen wurden verschiedene Beweismittel in 

albanischer Sprache eingereicht. 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 19. August 2013 wurde antragsgemäss auf 

den Kostenvorschuss verzichtet und der Entscheid über die Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege auf einen späteren Zeitpunkt verscho-

ben. Gleichzeitig wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, innert ange-

setzter Frist die fremdsprachigen Beweismittel in eine Amtssprache über-

setzen zu lassen, ansonsten das Verfahren aufgrund der vorhandenen Ak-

ten weitergeführt werde.  

E-4285/2013 

Seite 5 

G.  

Am 4. September 2013 wurden Übersetzungen der eingereichten albani-

schen Eingaben mit einer E-Mail der Ehefrau des Beschwerdeführers vom 

gleichen Tag der Anlaufstelle C._______ zugestellt.  

H.  

Mit Instruktionsverfügung vom 23. Januar 2014 wurden die Akten der Vor-

instanz zur Vernehmlassung überwiesen.  

I.  

Die Vernehmlassung vom 29. Januar 2014 wurde dem Beschwerdeführer 

am 5. Februar 2014 zur Stellungnahme übermittelt. 

J.  

Mit Schreiben vom 19. Februar 2014 wurde um Fristerstreckung für die 

Stellungnahme ersucht und gleichzeitig dem Gericht mitgeteilt, der Be-

schwerdeführer befinde sich in stationärer psychiatrischer Behandlung in 

der psychiatrischen Klinik (…), was mit Schreiben vom gleichen Tag vom 

zuständigen Arzt der Psychiatrieklinik bestätigt wurde. 

K.  

Nach erneuter Fristerstreckung wurde am 26. März 2014 eine Replik mit 

weiteren Gerichtsdokumenten aus Albanien eingereicht.    

L.  

Am 9. Mai 2014 traf beim Bundesverwaltungsgericht ein undatierter ärztli-

cher Bericht ein.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

E-4285/2013 

Seite 6 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 2 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken.  

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

 

4.  

E-4285/2013 

Seite 7 

4.1 Das BFM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit der Be-

gründung ab, seine Vorbringen hielten den Anforderungen an die Glaub-

haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand. Es führte aus, es sei nicht glaub-

haft, dass sich der Beschwerdeführer und sein Bruder gegen sechs Angrei-

fer, die sehr gefährlich und gefürchtet gewesen seien, da sie zur Mafia ge-

hört hätten, hätten erfolgreich wehren können, ohne dabei ernsthaft ver-

letzt worden zu sein. Der Beschwerdeführer habe dazu lediglich erklärt, 

dass sie sich hätten wehren können, weil es Notwehr gewesen sei. Weitere 

Erklärungen seien ausgeblieben. Eine derartige Antwort überzeuge jedoch 

nicht.  

Weiter habe der Beschwerdeführer geltend gemacht, bei der von ihm be-

gangenen Straftat habe es ich um eine einfache Körperverletzung gehan-

delt und das Verfahren sei eingestellt worden (A7/S. 3). Den behördlichen 

Strafakten könne jedoch entnommen werden, dass gegen ihn wegen 

schwerer Körperverletzung ermittelt werde und das Verfahren noch hängig 

sei. Eine schlüssige Antwort diesen Umstand sowie den Verfahrensstand 

betreffend – hängiges Verfahren versus Einstellung des Verfahrens – sei 

er schuldig geblieben. Es falle auf, dass er sehr wenige offizielle Akten ein-

gereicht habe, einige Akten seien auf seinen Wunsch ausgestellt worden. 

Die vollständigen Strafakten (Anklageschrift usw.) würden fehlen. Seine 

diesbezügliche Erklärung, er habe nur Akten erhalten, die bereits abgehan-

delt worden seien, überzeuge nicht, da er vielmehr Akten eingereicht habe, 

denen entnommen werden könne, dass das Verfahren noch hängig sei 

(A7/S. 8). Da es sich beim Beschwerdeführer um einen (…) handle, hätten 

von ihm in (…) Belangen korrekte, überzeugende uns übereinstimmende 

Aussagen erwartet werden können.  

Weiter habe der Beschwerdeführer einerseits erklärt, die Behörden hätten 

niemanden verhaftet und seien der Sache nicht nachgegangen (A7/S. 3). 

Andererseits habe er angegeben, die Gebrüder D._______ seien wegen 

Mordes an seinem Bruder international zur Verhaftung ausgeschrieben 

(A7/S. 5). Auch den vom Beschwerdeführer eingereichten Zeitungsaus-

schnitten könne entnommen werden, dass die Behörden intensive Ermitt-

lungen getätigt hätten. Auf diesen Widerspruch angesprochen, habe er le-

diglich festgehalten, dass zwei der Gebrüder D._______ für den Tod seines 

Bruders verantwortlich seien und sich vermutlich mit einem anderen inter-

national zur Verhaftung ausgeschriebenen Mann ins Ausland abgesetzt 

hätten.  

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Seite 8 

Somit seien die geltend gemachten Probleme aufgrund zahlreicher Wider-

sprüche nicht glaubhaft. Auf weitere Vorbringen des Beschwerdeführers 

werde daher nicht eingegangen, da sich auch an deren Wahrheitsgehalt 

erhebliche Zweifel ergeben würden. Die beiden Gerichtsverfügungen und 

die Bestätigung der Staatsanwaltschaft würden nicht bezweifelt. Sie wür-

den die Argumentation nicht tangieren. Auch der Tod des Bruders werde 

nicht bezweifelt. Es müsse jedoch davon ausgegangen werden, dass sich 

die Geschichte nicht so zugetragen habe, wie sie vom Beschwerdeführer 

geltend gemacht werde. 

4.2  Diesen Ausführungen hält der Beschwerdeführer entgegen, das BFM 

trage dem Umstand nicht Rechnung, dass er ein Messer gehabt habe, mit 

dem er sich habe wehren und einen der Angreifer verletzen können. Die 

Angreifer hätten keine Waffe gehabt, was sicher dazu beigetragen habe, 

dass sie geflüchtet seien.  

Weiter finde die Vorinstanz nicht überzeugend, dass es sich bei der von 

ihm begangenen Straftat nur um eine einfache Körperverletzung gehandelt 

habe, weshalb das Verfahren eingestellt worden sei, während aus den be-

hördliche Strafakten hervorgehe, dass gegen ihn wegen schwerer Körper-

verletzung ermittelt worden und das Verfahren noch hängig sei. Dieser Ein-

wand sei nicht stichhaltig, da das BFM Ermittlung und Urteil verwechsle. 

Es sei durchaus normal, dass Ermittlungen wegen eines bestimmten Ver-

dachts, ein Delikt begangen zu haben, vorgenommen würden und es sich 

dann im Verlaufe der Ermittlungen herausstellen könne, dass das Delikt 

weniger schwer sei, weshalb ein anderes Strafmass ausgesprochen oder 

das Verfahren eingestellt werden könne.  

4.3 Das BFM stellte in der Vernehmlassung nochmals fest, dass es weder 

den Tod des Bruders des Beschwerdeführers noch die Echtheit der einge-

reichten Beweismittel bezweifle, hingegen andere Schlüsse als der Be-

schwerdeführer ziehe. Bei den nachgereichten weiteren Beweismitteln 

handle es sich vorwiegend um Aussageprotokolle verschiedener Perso-

nen, um verschiedene Anträge, unter anderem des Beschwerdeführers, 

welche jedoch keine Belege für die geltend gemachte Blutrache darstellen 

würden. Auch die Bestätigung, dass von der Staatsanwaltschaft des Be-

zirksgerichts in G._______ ein Verfahren wegen Blutrache eingeleitet wor-

den sei, sei auf Ersuchen des Beschwerdeführers ausgestellt worden, er 

habe die Anzeige getätigt und die Aufnahme des Verfahrens iniziert. Akten-

kundig sei, dass es zu einem Streit gekommen und D._______ dabei ver-

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Seite 9 

letzt worden sei, dass diesbezüglich verschiedene Aussagen getätigt wor-

den seien, dass in der Folge der Bruder des Beschwerdeführers ermordet 

worden sei und dass D._______, der der Tat dringend verdächtigt werde, 

von den Behörden gesucht werde, jedoch unauffindbar sei. Weiter würden 

sich an den Schilderungen des Beschwerdeführers Zweifel ergeben, als er 

seinen Bruder als unbescholtenen Bürger darstelle, der nie in kriminelle 

Machenschaften verwickelt gewesen sei und vor diesem Streit nie etwas 

mit der Clique um D._______ gehabt habe. Vielmehr müsse aufgrund der 

eingereichten Beweismittel davon ausgegangen werden, dass der Bruder 

den Behörden aufgrund von Straftaten bereits bekannt gewesen sei, dass 

er sich im kriminellen Milieu bewegt habe und mit der Clique bereits vor 

dem Vorfall vom 18. März 2013 in Konflikt befunden habe. So stehe im 

Raum, dass es der Bruder gewesen sei, der D._______ verletzt habe und 

der Beschwerdeführer aufgrund der bereits bestehenden kriminellen Ver-

gangenheit des Bruders die Verantwortung für die Tat übernommen habe, 

um ihn zu schützen. Somit passe es denn auch, dass der Bruder umge-

bracht worden sei und nicht er, weshalb es sich beim Mord am Bruder nicht 

um einen Fall der Blutrache, sondern um einen Mord im kriminellen Milieu 

handle, der in jedem Land vorkommen könne. Aus den Akten sei schliess-

lich ersichtlich, dass die albanischen Behörden alles unternommen hätten, 

um diesen Mord aufzuklären. Sodann habe die Gegnerfamilie durch den 

Mord an seinem Bruder die Körperverletzung mehr als gerächt. Gemäss 

Kanun habe das Opfer die Möglichkeit, sich nach dem Prinzip "Auge um 

Auge Zahn um Zahn" zu rächen. Eine leichte Körperverletzung dürfe nicht 

mit einem Mord gerächt werden. Daher sei nicht nachvollziehbar, weshalb 

der Beschwerdeführer eine Bedrohung an Leib und Leben befürchte.        

4.4 In seiner Stellungnahme vom 26. März 2014 wies der Beschwerdefüh-

rer darauf hin, dass das BFM zu Unrecht auf eine fehlende Blutrache 

schliesse, nachdem die eingereichten Beweismittel keine Belege hierfür 

liefern würden. So verkenne die Vorinstanz, dass sich Blutrache schlecht 

durch Dokumente beweisen lasse. Die Behauptung, es habe sich nicht um 

Blutrache, sondern um einen Mord im kriminellen Milieu gehandelt, sei 

nicht überzeugend, da Blutrache als Begriff im albanischen Strafgesetz-

buch nicht vorkomme und deshalb von den Behörden üblicherweise auch 

nicht verwendet werde. Übrigens sei sie in der Bestätigung der Anzeige der 

Staatsanwaltschaft vom 25. Juni 2013 erwähnt worden. Der Beschwerde-

führer habe erfolglos versucht, mit allen Mitteln die staatlichen Behörden 

dazu zu bewegen, ihm den erforderlichen Schutz zu gewähren, was auch 

von seinem Anwalt H._______ in seinem Schreiben vom 19. März 2014 

E-4285/2013 

Seite 10 

bestätigt werde. Sodann stimme es vorliegend nicht, wie das BFM fest-

halte, dass nach dem Kanun eine leichte Körperverletzung nicht mit einem 

Mord gerächt werden könne. Das erwähnte Schreiben lasse die die ver-

worrenen Verhältnisse in einem neuen Licht erscheinen. Aus den bisheri-

gen Ermittlungen gehe nämlich hervor, dass I._______ mit der Verlobten 

von J._______, dem Bruder von D._______ ein Verhältnis gehabt habe 

und in flagranti ertappt worden sei. Da die Ehre von J._______ verletzt 

worden sei, habe die Clique noch am gleichen Abend vom 18. März 2013 

I._______ töten wollen. Der Beschwerdeführer habe seinem Bruder gehol-

fen und D._______ verletzt. Nach der Ermordung von I._______ sei ledig-

lich die Ehrverletzung von J._______ gesühnt worden, aber nicht die Kör-

perverletzung von D._______ durch den Beschwerdeführer. Diese sei 

nach wie vor ungerächt geblieben.      

5.               

5.1 Aus der Rechtsmitteleingabe ergibt sich als Rüge die Verletzung von 

Bundesrecht, indem die Vorinstanz zu Unrecht von der Unglaubhaftigkeit 

der Vorbringen ausgegangen sei. Die Begründung der erhobenen Rüge 

erweist sich indes als nicht überzeugend.  

So wird in der Beschwerde als Erklärung für das erfolgreiche Wehren ge-

gen die Übermacht von sechs Gegner angegeben, der Beschwerdeführer 

habe die Anderen überwältigen können, weil er als Einziger bewaffnet ge-

wesen sei (vgl. Beschwerde, S. 3 oben). Dies widerspricht indes den eige-

nen Aussagen anlässlich der Anhörung (vgl. A7/14, Frage und Antwort 4) 

wie auch denjenigen des Bruders des Beschwerdeführers (vgl. undatiertes 

Protokoll von I._______), die Angreifer seien mit Baseballschlägern und 

Metallstangen ausgerüstet gewesen. Zudem erachtet es das Gericht als 

unglaubhaft, dass der Beschwerdeführer über die erst auf Beschwerde-

ebne vorgebrachte Ursache des damaligen Streits, nämlich das angebliche 

Verhältnis seines Bruders zur Verlobten von J._______, nicht im Bild ge-

wesen sein will und vorgängig keine Ahnung gehabt habe, um welche 

Leute es sich bei der sie angreifenden Clique gehandelt habe. Gemäss 

seiner Aussage bei der Anhörung hätten die Leute nämlich im gleichen 

Haus wie sein Bruder gewohnt und es soll zum Streit mit tödlichem Aus-

gang gekommen sein, weil bei ihnen die Musik zu laut gewesen sei und 

der Bruder sie aufgefordert habe, diese leiser zu stellen. Im Übrigen äus-

serte der Beschwerdeführer auch noch den Verdacht, dass die Partnerin 

seines Bruders Schuld an seinem Tod gewesen sei, weil sie dessen Haus 

habe erwerben wollen, nachdem er ein gemeinsames Kind anerkannt 

habe. Zudem habe er immer eine Schutzweste getragen, nur an jenem 

E-4285/2013 

Seite 11 

Abend, an dem er erschossen wurde, habe er keine angehabt (vgl. A7/14 

Frage und Antwort 17). Das Gericht erachtet es aufgrund der eingereichten 

Dokumente zwar als erstellt, dass es im vorliegenden Fall zu einer Ausei-

nandersetzung zwischen zwei Familien beziehungsweise Gruppen gekom-

men ist und der Beschwerdeführer dabei eine Rolle gespielt hat sowie, 

dass sein Bruder getötet wurde. Aufgrund der widersprüchlichen Darlegun-

gen, welche die Ursache des Streits und die Konfrontation beziehungs-

weise Schlägerei selbst betreffen, muss die genaue Sachlage aber offen 

bleiben. In Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen Ausführungen ist je-

denfalls festzustellen, dass die im Verfahren eingereichten Dokumente 

nicht geeignet sind, eine asylrelevante Gefährdung des Beschwerdefüh-

rers auch nur glaubhaft zu machen. Unbestritten und durch die eingereich-

ten Dokumente belegt ist, wie vom BFM festgehalten, dass es zu einem 

Streit gekommen und D._______ dabei verletzt worden ist, dass – wie 

oben dargelegt – diesbezüglich verschiedene Aussagen gemacht wurden, 

dass danach der Bruder des Beschwerdeführers ermordet worden ist und 

der Tat verdächtige D._______ von den Behörden gesucht wird. Es beste-

hen jedoch keine konkreten und stichhaltigen Anhaltspunkte für die An-

nahme, dass die Familie D._______ sich nun in irgendeiner Art am Be-

schwerdeführer rächen will und er daraus abgeleitet begründete Furcht vor 

Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG haben müsste. 

Nach dem Gesagten erübrigt es sich, noch näher auf die Ausführungen auf 

Beschwerdeebene und die eingereichten Dokumente einzugehen, da sie 

an den zu Recht erfolgten ausführlichen Erwägungen des BFM, in der   Ver-

fügung und insbesondere auch der Vernehmlassung, auf die an dieser 

Stelle verwiesen werden kann, nichts zu ändern vermögen.  

5.2 Aus dem offenbar noch hängigen Gerichtsverfahren wegen Körperver-

letzung lässt sich schliesslich offensichtlich keine asylrelevante Verfol-

gungsgefahr ableiten. Solches wird auch nicht geltend gemacht. 

5.3 Die Vorinstanz hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers demnach 

zu Recht abgelehnt.  

6.  

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

E-4285/2013 

Seite 12 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur 

Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; 

vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

E-4285/2013 

Seite 13 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Al-

banien ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. So-

dann ergeben sich weder aus seinen Aussagen noch aus den Akten An-

haltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Albanien 

dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 

1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Pra-

xis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie 

jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine 

konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 

im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung dro-

hen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 

28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hin-

weisen). Im Zusammenhang mit der vom Beschwerdeführer geltend ge-

machten Blutrache respektive der Befürchtung, im Falle einer Ausschaf-

fung nach Albanien Opfer von Racheakten seitens des verfeindeten Clans 

zu werden, ist darauf hinzuweisen, dass die diesbezüglichen Asylvorbrin-

gen als unglaubhaft beurteilt wurden, weshalb eine konkrete Gefahr bei der 

Rückkehr in seinen Heimatstaat nicht ersichtlich ist. Ferner kann gemäss 

der Praxis des EGMR der Vollzug der Wegweisung eines abgewiesenen 

Asylsuchenden mit gesundheitlichen Problemen im Einzelfall einen 

Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen; hierfür sind jedoch ganz ausser-

gewöhnliche Umstände vorausgesetzt (vgl. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1. S. 

211 f., mit einer Zusammenfassung der Rechtsprechung des EGMR). Vor-

liegend sind solche ganz aussergewöhnlichen Umstände ("very exceptio-

nal circumstances") auszuschliessen (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.1.3.; EMARK 

2004 Nr. 6 E. 7b S. 41). Im undatierten Arztbericht wird zwar geltend ge-

macht, dass es bei einer Rückkehr des Beschwerdeführers in sein Heimat-

land voraussichtlich zu einer Verschlechterung seines Zustands kommen 

könnte und ein Suizid nicht ausgeschlossen werden könne. Im Falle einer 

drohenden Suizidalität ist nach dem EGMR der wegweisende Staat jedoch 

nicht verpflichtet, von einer zu vollziehenden Weg- oder Ausweisung Ab-

stand zu nehmen; solange er Massnahmen ergreift, um die Umsetzung der 

Suiziddrohung zu verhindern, vermag die Ausschaffung nicht gegen Art. 3 

EMRK zu verstossen (vgl. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1 S. 212, mit einem 

Hinweis auf den Entscheid des EGMR vom 7. Oktober 2004 i.S. Dragan 

u.a. gegen Deutschland [Entscheid Nr. 33743/03]). Der geltend gemachten 

möglichen Suizidalität des Beschwerdeführers ist deshalb durch Heranzie-

hen von medizinischem Fachpersonal bei der Rückführung Rechnung zu 

tragen.   

E-4285/2013 

Seite 14 

7.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne 

der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig (vgl. auch 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-7121/2013 vom 27. Januar 2014 

E. 7.4). 

7.5  

7.5.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.5.2 Angesichts der heutigen Lage in Albanien ist gemäss konstanter Pra-

xis nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt oder kriegerischer bezie-

hungsweise bürgerkriegsähnlicher Verhältnisse zu sprechen. Es bleibt zu 

prüfen, ob dem Beschwerdeführer aufgrund seiner individuellen Situation 

– insbesondere aufgrund allfälliger gesundheitlicher Probleme – eine 

Rückkehr in sein Heimatland zuzumuten ist.  

7.5.3 Der Beschwerdeführer verfügt über eine gute Schulbildung und hat 

als (…) weitaus bessere Möglichkeiten bei der Arbeitssuche als der Durch-

schnitt. Sodann geht aus den Akten hervor, dass er auf ein verwandtschaft-

liches Beziehungsnetz zurückgreifen kann, was ihm die Reintegration er-

leichtern wird.  

7.5.4 Im erwähnten undatierten ärztlichen Bericht der Klinik für Psychiatrie 

und Psychotherapie K._______ werden dem Beschwerdeführer schwere 

Schlafstörungen, psychotische Symptomatik mit einem paranoiden Verfol-

gungswahn sowie eine ängstlich depressive Stimmungslage diagnostiziert 

(vgl. Bericht, Ziffer 1.2.). Unter einer Behandlung mit (…),(…)und (…) sei 

eine deutliche Besserung der psychotischen und depressiven Symptome 

erzielt worden (vgl. 1.4). Nach dem negativen Zwischenbescheid (gemeint 

wohl die Vernehmlassung vom 29. Januar 2014 [Anmerkung BVGer]) habe 

sich der psychische Zustand dramatisch verschlechtert und es sei zu einer 

massiven Angstsymptomatik gekommen, die in eine akute Suizidialität ge-

mündet habe, so dass er vorübergehend in eine geschlossene Abteilung 

habe verlegt werden müssen, was auch mit der ärztlichen Bescheinigung 

vom 19. Februar 2014 bestätigt wird. Nach dem Austritt sei eine ambulante 

E-4285/2013 

Seite 15 

Behandlung in der Tagesklinik K._______ zum Erhalt der Stabilisierung an-

gesagt.  

7.5.5 Hinsichtlich des Hinweises, bei einer Rückkehr sei eine weitere Ver-

schlechterung seines Gesundheitszustandes bis hin zur Suizidalität zu be-

fürchten, ist Folgendes festzuhalten: Dass ein unausweichlich bevorste-

hender Wegweisungsvollzug bei den damit konfrontierten ausländischen 

Personen zu einer nicht unerheblichen psychischen Belastung führt, ist 

nachvollziehbar. Dieser Belastung kommt aber im asyl- und ausländer-

rechtlichen Kontext grundsätzlich keine Bedeutung zu, weil eine geltend 

gemachte Gefährdung konkrete Formen aufweisen muss, um zur Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Art. 83 Abs. 4 AuG führen zu 

können. Indessen kann im Einzelfall eine reaktiv auf einen bevorstehenden 

Wegweisungsvollzug auftretende und ernsthaft gesundheitsgefährdende 

psychische Störung lebensbedrohlichen Ausmasses für die Frage der Zu-

mutbarkeit relevant sein (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3 S. 1003 f., BVGE 

2009/2 E. 9.3.2 S. 21). Vorliegend geht der behandelnde Psychiater bei 

einer allfälligen Wegweisung von einer beachtlichen Verschlechterung sei-

nes Gesundheitszustandes aus. Für die Zeit vor und während der Rück-

reise in den Heimatstaat könnte jedoch einer allfälligen – und gemäss den 

medizinischen Unterlagen wohl zu erwartenden – zeitweiligen Verschlech-

terung des psychischen Zustands des Beschwerdeführers medikamentös 

und mit einer persönlichen Betreuung begegnet werden. Ohne die damit 

verbundene Beeinträchtigung der Lebensqualität zu verkennen, kann so-

mit von den beim Beschwerdeführer vorliegenden gesundheitlichen Be-

schwerden insgesamt nicht auf eine konkrete Gefährdung in Form einer 

medizinischen Notlage nach dem Verständnis von Art. 83 Abs. 4 AuG ge-

schlossen werden. In diesem Zusammenhang kann nochmals darauf hin-

gewiesen werden, dass der Beschwerdeführer in seiner Heimat auf ein 

stabiles familiäres Umfeld zählen kann, das ihn beim Genesungsprozess 

unterstützen dürfte. Ferner sind die mit dem Vollzug der angefochtenen 

Verfügung beauftragten schweizerischen Behörden gehalten, dem Ge-

sundheitszustand des Beschwerdeführers bei der Bestimmung der konkre-

ten Modalitäten seiner Überstellung Rechnung zu tragen. Sie werden, falls 

angezeigt, jegliche zweckdienlichen Massnahmen – wie die vorgängige In-

formation der albanischen Behörden beziehungsweise die Eröffnung des 

vorliegenden Urteils gegenüber dem Beschwerdeführer in geeigneter Form 

– zu ergreifen haben, um einer vom Beschwerdeführer ausgehenden 

Selbst- oder Fremdgefährdung bei der Überstellung nach Albanien entge-

genzuwirken. Zudem sei auf die Möglichkeit des Erhalts einer anfänglichen 

medizinischen Rückkehrhilfe aus der Schweiz (Art. 93 AsylG) hingewiesen.  

E-4285/2013 

Seite 16 

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

7.6 Schliesslich ist der Beschwerdeführer im Besitz eines bis am (…)  2022 

gültigen Reisepasses, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1–3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Das Bundes-

verwaltungsgericht verzichtete in seiner Zwischenverfügung vom 19. Au-

gust 2013 auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und schob die Ent-

scheidung über die unentgeltliche Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) 

auf einen späteren Zeitpunkt auf. Da die Beschwerde nicht als aussichtslos 

einzustufen ist und der Beschwerdeführer aufgrund der Aktenlage offenbar 

keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, womit von seiner Bedürftigkeit auszuge-

hen ist, sind daher ist in Gutheissung des Gesuchs um unentgeltliche Pro-

zessführung keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.   

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-4285/2013 

Seite 17 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

In Gutheissung des Gesuchs um die unentgeltliche Prozessführung wer-

den keine Kosten auferlegt. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Blanka Fankhauser 

 

 

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