# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 82d9a94c-2eae-5183-9035-36c2702716de
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2003-04-08
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 08.04.2003 JAAC 67.126
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_015_JAAC-67-126--_2003-04-08.pdf

## Full Text

JAAC 67.126

Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission
vom 8. April 2003 in Sachen X. SA [SRK 2001-193]

Taxe sur la valeur ajoutée. Principe de l’auto-taxation. Intérêt
moratoire. Imposition de groupe. Compensation des dettes fiscales de
la taxe sur la valeur ajoutée et des excédents d’impôt préalable entre
des sociétés d’un groupe de sociétés.

- Un des corollaires du principe de l’auto-taxation aux termes des
art. 37 s. OTVA est l’obligation pour l’assujetti à l’impôt de remettre à
l’administration le montant de l’impôt dû, sans requête préalable de
l’Administration fédérale des contributions (consid. 2a).

- L’obligation de payer des intérêts en cas de remise tardive de la taxe
sur la valeur ajoutée ne dépend ni d’une sommation ni d’une faute de
l’assujetti à l’impôt. L’intérêt moratoire correspond à l’avantage illicite,
que l’assujetti, qui verse ses impôts avec retard, obtient pendant ce
retard, dans la mesure où il peut disposer de l’argent qui ne lui revient
pas, ainsi que de ses rendements (consid. 2b).

- Hormis l’imposition de groupe, il n’existe en principe dans l’ordre
juridique suisse aucun droit spécifique sur les groupes de sociétés;
les sociétés intégrées dans un groupe sont traitées indépendamment
les unes des autres (consid. 2d). Le droit de déduire l’impôt préalable
n’appartient qu’à l’assujetti à l’impôt. En l’espèce, la recourante n’a
pas demandé d’imposition de groupe, raison pour laquelle elle ne peut
compenser ses dettes d’impôt avec l’ensemble des créances résultant des
déductions d’impôt de soi-disant sociétés appartenant au même groupe
(consid. 3a).

- En l’espèce, la recourante n’a de manière incontestable pas réglé sa
dette d’impôt dans les délais et a disposé de la sorte de ressources
financières revenant à la Confédération plus longtemps que ne
l’autorise la loi (consid. 3b).

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Mehrwertsteuer. Prinzip der Selbstveranlagung. Verzugszins.
Gruppenbesteuerung. Verrechnung von Mehrwertsteuerschulden und
Vorsteuerguthaben in Konzernverhältnissen.

- Ein Ausfluss des Prinzips der Selbstveranlagung nach den Art. 37 f.
MWSTV ist die Verpflichtung des Steuerpflichtigen, ohne vorheriges
Tätigwerden der Eidgenössischen Steuerverwaltung, den geschuldeten
Steuerbetrag an die Verwaltung abzuliefern (E. 2a).

- Die Verzinsungspflicht für verspätet geleistete Mehrwertsteuerzahlung
hängt weder von einer Mahnung, noch von einem Verschulden seitens
des Steuerpflichtigen ab. Der Verzugszins gleicht den unrechtmässigen
Vorteil aus, den der Steuerpflichtige, der seine Steuern zu spät bezahlt,
während dieser Verspätung besitzt, indem er über Geld, das ihm nicht
zusteht, sowie über dessen Erträge verfügen kann (E. 2b).

- Abgesehen von der Gruppenbesteuerung, gibt es in der schweizerischen
Rechtsordnung grundsätzlich kein spezielles Konzernrecht;
Konzerngesellschaften werden unabhängig von einander behandelt
(E. 2d). Das Recht zum Vorsteuerabzug steht somit allein dem
Steuerpflichtigen zu. Die Beschwerdeführerin im vorliegenden Fall hat
keine Gruppenbesteuerung verlangt, weshalb sie ihre Steuerschuld nicht
mit allfälligen Vorsteuerguthaben möglicher Schwestergesellschaften
verrechnen kann (E. 3a).

- Die Beschwerdeführerin hat im vorliegenden Fall
unbestrittenermassen ihre Steuerschuld nicht fristgerecht beglichen
und somit länger als rechtlich zulässig über dem Bund zustehende
Geldmittel verfügt (E. 3b).

Imposta sul valore aggiunto. Principio dell’autotassazione. Interesse
di mora. Imposizione di gruppo. Compensazione dei debiti fiscali
dell’imposta sul valore aggiunto e delle eccedenze dell’imposta
precedente fra società appartenenti ad un consorzio.

- Una delle conseguenze del principio dell’autotassazione ai sensi
dell’art. 37 seg. OIVA è l’obbligo per il contribuente di versare
all’amministrazione l’importo dell’imposta dovuta, senza che sia
necessaria una richiesta preventiva da parte dell’Amministrazione
federale delle contribuzioni (consid. 2a).

- L’obbligo di pagare interessi in caso di pagamento tardivo dell’imposta
sul valore aggiunto non dipende né da un richiamo né da un errore
del contribuente. L’interesse di mora corrisponde al vantaggio illecito
ottenuto dal contribuente che versa l’imposta con ritardo, nella misura
in cui egli, durante questo periodo di ritardo, può disporre dei soldi che
non gli appartengono, come pure dei relativi redditi (consid. 2b).

- Esclusa l’imposizione del consorzio, in linea di principio
nell’ordinamento giuridico svizzero non esiste alcun diritto specifico
inerente i consorzi; le società integrate in un consorzio sono trattate in
modo indipendente le une dalle altre (consid. 2d). Il diritto di dedurre

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l’imposta precedente appartiene esclusivamente a chi è assoggettato
all’imposta. Nella fattispecie, la ricorrente non ha chiesto l’imposizione
di gruppo, per cui essa non può compensare i suoi debiti d’imposta
con l’insieme dei crediti risultanti dalle deduzioni d’imposta di società
presunte appartenenti allo stesso gruppo (consid. 3a).

- Nella fattispecie, è incontestato che la ricorrente non ha regolato il
suo debito d’imposta entro i termini e che essa ha così potuto disporre
di risorse finanziarie spettanti alla Confederazione per un periodo più
lungo rispetto a quanto autorizzato dalla legge (consid. 3b).

Zusammenfassung des Sachverhalts:

A. Die X. SA ist seit dem 1. Januar 1995 gemäss Art. 17 der Verordnung
über die Mehrwertsteuer vom 22. Juni 1994 (MWSTV, AS 1994 1464) in dem
von der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) geführten Register der
Steuerpflichtigen eingetragen.

B. Eine Kontrolle bei der Steuerpflichtigen gemäss Art. 50 MWSTV im Jahre
1998 über die Steuerperioden vom 1. Quartal 1995 bis 2. Quartal 1998
(Zeitraum vom 1. Januar 1995 bis zum 30. Juni 1998) führte zur Ausstellung
zweier Ergänzungsabrechnungen (EA). Erstens wurde am 16. Oktober 1998
die EA Nr. 23838 über einen geschuldeten Steuerbetrag von Fr. 12’348.- und
zweitens am 20. November 1998 die EA Nr. 23846 über einen geschuldeten
Steuerbetrag von Fr. 98’061.65 ausgestellt. Die sich daraus ergebende
Gesamtschuld von Fr. 110’409.- hat die Steuerpflichtige mit verschiedenen
Ratenzahlungen zwischen März 1999 und Februar 2000 vollständig getilgt.

C. Am 24. Februar 2000 stellte die ESTV der Steuerpflichtigen die in den beiden
EA angekündigte Rechnung über den Verzugszins in Höhe von Fr. 12’509.- zu.
Dagegen machte die Steuerpflichtige in ihren Schreiben vom 2. und 27. März
sowie 12. April 2000 geltend, sie könne den Verzugszins nicht bezahlen
und sei überzeugt, nur auf einer Mehrwertsteuerschuld von Fr. 21’216.-
Verzugszins zu schulden. Diese Summe sei die Differenz zwischen dem von
ihr geschuldeten Mehrwertsteuerbetrag und den Vorsteuerguthaben der
Y. SA und der Z. AG, die dieselbe Eigentümerschaft hätten. Die ESTV hielt
in ihren Schreiben vom 15. März und 7. April 2000 unter Hinweis auf das
Selbstveranlagungsprinzip und die Regelung des Verzugszinses in Art. 38
MWSTV an der Verzugszins-Rechnung fest.

D.Mit Entscheid vom 30. Juli 2001 gemäss Art. 51 MWSTV eröffnete die ESTV
der X. SA, dass sie für die Steuerperioden vom 1. Quartal 1995 bis 2. Quartal
1998 (1. Januar 1995 bis 30. Juni 1998) einen Verzugszins von Fr. 12’509.- zu
bezahlen habe. Begründet wurde der Entscheid imWesentlichen mit Art. 38
Abs. 2 MWSTV, wonach bei verspäteter Zahlung der Mehrwertsteuer ohne
Mahnung ein Verzugszins geschuldet ist. Gegen diesen Entscheid der ESTV
erhob die X. SA mit Eingabe vom 15. August 2001 Einsprache und führte im
Wesentlichen aus, sie habe die Erhebung der Mehrwertsteuer gemäss den

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beiden EA nie in Frage gestellt. Die Ausstände hätten aber nur theoretisch
bestanden und sie habe daher das Geld gar nie geschuldet, weshalb ihres
Erachtens ein Verzugszins nicht gerechtfertigt sei.

E.Mit Einspracheentscheid vom 5. November 2001 wies die ESTV die
Einsprache ab. Zur Begründung führte sie hauptsächlich an, bei nicht
fristgerechter Bezahlung der Mehrwertsteuer trete gemäss Art. 38 MWSTV
ab dem 61. Tag nach Ablauf der Abrechnungsperiode Verzug ein. Die
Einsprecherin habe die Mehrwertsteuer weder fristgerecht abgerechnet noch
fristgerecht bezahlt. Die Verzugszinsforderung bestehe daher zu Recht.

F.Mit Eingabe vom 13. November 2001 führt die X. SA (im Folgenden:
Beschwerdeführerin) bei der Eidgenössischen Steuerrekurskommission (SRK)
Beschwerde. Die Beschwerdeführerin beantragt sinngemäss die Aufhebung
des Einspracheentscheides der ESTV vom 5. November 2001.

Zur Begründung macht die Beschwerdeführerin geltend, der fakturierte
Schuldzins sei nicht korrekt, weil sie das Geld der ESTV effektiv nicht
geschuldet habe. Der Zins ergebe sich gemäss MWSTV, die besage, dass
auf zu spät deklarierte und bezahlte Steuern ein Zins zu bezahlen sei, dass
aber auf zu spät geforderter Vorsteuer kein Zins erhoben werden könne.
Dies führe in ihrem Fall zu einer Bestrafung wegen Nichtwissens von über
Fr. 12’000.-, entgegen der Aussage der Mehrwertsteuerinspektorin, die ihr
zugesichert habe, dass die Deklaration der internen Gegenverrechnungen ein
Nullsummenspiel darstelle. Es stimme nicht, dass sie länger über dem Bund
zustehende Geldmittel verfügt habe, da sie ja auch keine Vorsteuer deklariert
und abgezogen habe.

Mit Schreiben vom 10. Januar 2002 verzichtet die ESTV auf eine
Vernehmlassung.

Aus den Erwägungen:

1. (Zuständigkeit, Eintreten)

2.a. (Selbstveranlagungsprinzip; vgl. dazu unter vielen: VPB 66.97 E. 3a)

Ein weiterer Ausfluss des Selbstveranlagungsprinzips ist die Verpflichtung
des Steuerpflichtigen zur Ablieferung der geschuldeten Steuerbeträge an die
Verwaltung. Der Steuerpflichtige ist auch in diesem Fall verpflichtet, ohne ein
vorheriges Tätigwerden bzw. eine Mitwirkung der ESTV (durch Zusendung
von Formularen, Aufforderung zur Zahlung, usw.) die geschuldete Steuer zu
bezahlen, wobei die Pflicht zur Entrichtung dieser Beträge unabhängig von
der Vornahme der Abrechnung der Mehrwertsteuer im Sinne von Art. 37
MWSTV besteht (vgl. Entscheid der SRK vom 24. Juni 1998, mit Hinweisen,
veröffentlicht in: Der Schweizer Treuhänder [ST] 12/1998, S. 1473 f. E. 3c.).

b. Die Verzinsungspflicht für verspätet geleistete Mehrwertsteuerzahlungen
hängt nach der Vorschrift von Art. 38 Abs. 2 MWSTV weder von einer
Mahnung noch von einem Verschulden seitens des Steuerpflichtigen ab.
Die Verzugszinssätze werden gemäss Art. 81 Bst. i MWSTV durch das
Eidgenössische Finanzdepartement festgelegt (vgl. Stephan Kuhn/Peter
Spinnler, Mehrwertsteuer, Muri/Bern 1994, S. 111). Der Steuerpflichtige gerät
ohne vorangehende Mahnung durch die ESTV in Verzug; ein Verzugszins
ist immer verschuldensunabhängig (Kommentar des Eidgenössischen
Finanzdepartements zur Verordnung vom 22. Juni 1994 über die

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005750.pdf?ID=150005750

Mehrwertsteuer [Kommentar EFD[246]], S. 38). Wenn die Zahlung des
Steuerpflichtigen zu spät erfolgt, tritt allein aufgrund dieser Verspätung
die vorgesehene Rechtsfolge (Verzugszinspflicht) ein. Dieser Verzugszins
ist selbst dann geschuldet, wenn der Schuldner gar nicht im Stande gewesen
wäre, früher zu zahlen oder die Steuerforderung noch nicht rechtskräftig
festgesetzt ist (vgl. Entscheid der SRK vom 24. Juni 1998, a.a.O. E. 3d und
4b, mit Hinweisen; Blumenstein/Locher, a.a.O., S. 278). Der Steuerpflichtige,
der seine Steuern zu spät bezahlt, verfügt während dieser Verspätung über
Geld, das ihm nicht zusteht, sowie über dessen Erträge. Der Verzugszins
gleicht diesen unrechtmässigen Vorteil wieder aus (Entscheid der SRK i.S.
U. vom 5. Juli 2000 [SRK 1999-131], E. 2b; Entscheide des Bundesgerichts
i.S. O. vom 15. Oktober 1993 [2A.271/1991], E. 8 und i.S. O. AG vom 2. Juni
1989 [2A.133/1988], E. 7). Gestützt auf Art. 81 Bst. i MWSTV erliess das
Eidgenössische Finanzdepartement die Verordnung vom 14. Dezember
1994 über die Verzinsung (AS 1994 3170), deren Art. 1 vorsieht, dass der
bei verspäteter Zahlung der Mehrwertsteuer nach Art. 38 Abs. 2 MWSTV
geschuldete Zins ab 1. Januar 1995 5% pro Jahr beträgt.

c. Gemäss Art. 17 Abs. 3 MWSTV können juristische Personen mit Sitz oder
Betriebsstätte in der Schweiz, welche eng miteinander verbunden sind,
beantragen, gemeinsam als ein einziger Steuerpflichtiger (Gruppe) behandelt
zu werden. Die Umsätze der Gruppenmitglieder werden sodann dem
Gruppenträger zugerechnet. Die Leistungen innerhalb des Gruppenkreises,
so genannte Innenumsätze, gelten dann nicht als steuerbare Umsätze (vgl.
Camenzind/Honauer, a.a.O., S. 190 f. Rz. 671; BGE 125 II 326 ff.).

Davon abgesehen gibt es aber in der schweizerischen Rechtsordnung
grundsätzlich kein spezielles Konzernrecht. Das schweizerische
Gesellschaftsrecht kennt mit Ausnahme der Bestimmungen zum Erwerb
eigener Aktien durch Tochtergesellschaften, zur Konzernrechnung, zu
Wohnsitz und Nationalität der Verwaltungsräte von Holdinggesellschaften, zur
Reservenbildungspflicht der Holdinggesellschaften und zur Unabhängigkeit
der Revisionsstelle (Art. 659b, 663e ff., 671, 708 und 727c des Bundesgesetzes
betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Fünfter
Teil: Obligationenrecht] vom 30. März 1911 [OR, SR 220]) keine besonderen
Bestimmungen zum Zusammenschluss einer oder mehrerer Gesellschaften
unter einheitlicher Leitung, dem so genannten Konzern (Roland von Büren,
Schweizerisches Privatrecht - Kommentar, Band VIII/6: Der Konzern, Basel
1997, S. 5 f.). Dieser Grundsatz findet auch im Steuerrecht Beachtung, d. h.
die Konzerngesellschaften werden unabhängig voneinander behandelt (BGE
110 Ib 226 E. 3a; Entscheid des Bundesgerichts vom 5. April 1984 i.S. X. SA,
E. 3b/bb, veröffentlicht in: Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA],
1984/53 S. 286 f.; Heinz Keller, Die warenumsatzsteuerliche Belastung von
Leistungen zwischen wirtschaftlich eng verbundenen Unternehmen, in: ASA
1982/51 S. 225 ff., insbesondere S. 267 f.).

d. Der Vorsteuerabzug nach Art. 29 ff. MWSTV ist ein wesentliches Element
der schweizerischen Mehrwertsteuer, welche von ihrem System her als
Nettoallphasensteuer ausgestaltet ist. Er stützt sich direkt auf Art. 8 Abs. 2
Bst. h der Übergangsbestimmungen (UeB) der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 29. Mai 1874 (aBV[247]) bzw.
auf Art. 196 Ziff. 14 Bst. h der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) und ermöglicht es, dass

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_125_II_326&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_110_Ib_226&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_110_Ib_226&resolve=1

der Unternehmer nur seinen effektiven «Mehrwert» zu versteuern hat.
Praktisch funktioniert der Vorsteuerabzug so, dass der Steuerpflichtige -
bei gegebenen (insbesondere formellen) Voraussetzungen - von der Steuer
auf seinem Ausgangsumsatz (= Ausgangsumsatzsteuer) diejenigen Steuern
abziehen darf, welche ihm von seinen Lieferanten und Auftragnehmern
überwälzt wurden. Damit reduziert die Vorsteuer seine Zahllast gegenüber der
Eidgenössischen Steuerverwaltung. Der Vorsteuerabzug ist das Gegenstück zur
Ausgangsumsatzsteuer. Beide Bereiche sind deshalb auseinander zu halten
und es ist die Steuer auf dem Ausgangsumsatz von der Vorsteuer getrennt zu
ermitteln (vgl. Camenzind/Honauer, a.a.O., S. 237 ff. Rz. 866 ff.).

Das Recht zum Vorsteuerabzug steht somit nur dem Steuerpflichtigen zu. Er
kann nur die ihm durch einen andern Steuerpflichtigen in Rechnung gestellte
Mehrwertsteuer in Abzug bringen. Kein Steuerpflichtiger kann jedoch einen
Vorsteuerabzug geltend machen, der einem Dritten zusteht (Art. 29 MWSTV e
contrario; Entscheid der SRK vom 15. Oktober 1999 i.S. M. [SRK 1998-071], E. 4,
veröffentlicht in VPB 64.47, unveröffentlichter Entscheid der SRK vom 17. Juni
2002 i.S. G. AG [SRK 2001-050], E. 2b).

3. Im vorliegenden Fall bestreitet die Beschwerdeführerin sinngemäss die
Rechtmässigkeit der Höhe der von ihr geschuldeten und bereits bezahlten
Mehrwertsteuer für die betreffenden Quartale. Bestritten ist ferner die
Rechtmässigkeit der Erhebung eines Verzugszinses für die verspäteten
Ratenzahlungen.

a. Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin eine von der Y. SA und
der Z. AG unabhängige juristische Person ist. Für die Rechte und Pflichten der
Beschwerdeführerin ist es grundsätzlich unerheblich, ob ihr Hauptaktionär
noch Aktien anderer Unternehmen hält oder nicht. Ebenfalls ist festzuhalten,
dass die Beschwerdeführerin für sich und die beiden andern Gesellschaften
keine Gruppenbesteuerung nach Art. 17 Abs. 3 MWSTV beantragt hat (hiervor
E. 2c). Für die Mehrwertsteuerschuld der Beschwerdeführerin heisst das,
dass die Beschwerdeführerin sich nicht gegen die Höhe der ihr in Rechnung
gestellten und von ihr bereits bezahlten Mehrwertsteuer wehren kann,
indem sie auf eventuell bestehende Vorsteuerguthaben anderer juristischer
Personen verweist. Selbst wenn die behaupteten Vorsteuerguthaben der Y. SA
und der Z. AG im vorliegenden Verfahren ausgewiesen wären, könnte die
Beschwerdeführerin ihre Steuerschuld nicht mit allfälligen Vorsteuerguthaben
dieser anderen juristischen Personen verrechnen (hiervor E. 2d). Die
Rechtslage wäre sogar dann dieselbe, wenn die genannten Gesellschaften
zum gleichen Konzern gehören würden.

Die ursprüngliche Steuerschuld von Fr. 110’409.- bestand somit nicht
nur theoretisch, sondern ganz real, und zwar als einzig gegen die
Beschwerdeführerin gerichtete Forderung. Sie hat diese denn auch zu Recht
bezahlt. Es besteht mithin kein Anlass, an der betragsmässigen Festlegung der
bereits beglichenen Mehrwertsteuerschuld der Beschwerdeführerin durch die
ESTV etwas zu ändern.

b. Was den von der ESTV festgesetzten Verzugszins betrifft (vgl. E. 2b),
ist vom Selbstveranlagungsprinzip (hiervor E. 2a) auszugehen. Jeder
Steuerpflichtige ist verpflichtet, innerhalb von 60 Tagen seit Ablauf der
Abrechnungsperiode den geschuldeten Steuerbetrag (Steuer vom Umsatz
abzüglich der eigenen Vorsteuern, nicht zu verwechseln mit den Vorsteuern

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004757.pdf?ID=150004757

Dritter) der Verwaltung einzubezahlen. Auch in diesem Fall muss der
Steuerpflichtige von sich aus tätig werden, ohne dass die ESTV dabei
mitwirken müsste (z. B. durch Zusendung von Formularen, Aufforderungen,
usw.). Daraus wird ersichtlich, dass zu Recht für zu spät geforderte, d. h.
vom Steuerbetrag in Abzug gebrachte Vorsteuern kein Zins zu bezahlen ist,
obliegt doch die Rückforderung dem Steuerpflichtigen. Hingegen wird ein zu
spät ausbezahlter Vorsteuerüberschuss sehr wohl verzinst, und zwar unter
gleichen Voraussetzungen und in gleicher Höhe wie der Verzugszins (Art. 39
Abs. 4 MWSTV).

Die Beschwerdeführerin hat ihre Steuerschuld unbestrittenermassen nicht
fristgerecht beglichen. Entgegen ihrer Auffassung hat sie somit länger als
rechtlich zulässig über dem Bund zustehende Geldmittel verfügt (hiervor
E. 2b). Die geltend gemachten Vorsteuerguthaben der anderen Gesellschaften
hätte sie ohnehin nicht von der eigenen Steuerschuld in Abzug bringen
können (hiervor E. 3a). Mithin erweist sich der durch die ESTV geforderte
Verzugszins von Fr. 12’509.- als rechtens.

Die Höhe der Mehrwertsteuerforderung und des Verzugszinses von 5% auf
der jeweils verbleibenden Steuerforderung (insgesamt Fr. 12’509.-) sind von
der ESTV für die hier fraglichen Steuerperioden vom 1. Quartal 1995 bis
zum 2. Quartal 1998 gegenüber der Beschwerdeführerin nach dem Gesagten
zutreffend festgesetzt worden und geben zu keinen Beanstandungen durch die
SRK Anlass.

4. Dem Gesagten zufolge ist die Beschwerde abzuweisen.

[246] Zu beziehen bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV), Abteilung
Mehrwertsteuer, Schwarztor. 50, 3003 Bern
[247] Zu lesen auf der Internetseite des Bundesamtes für Justiz unter
http://www.ofj.admin.ch/etc/medialib/data/staat_buerger/gesetzgebung/
bundesverfassung.Par.0006.File.tmp/bv-alt-d.pdf

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http://www.ofj.admin.ch/etc/medialib/data/staat_buerger/gesetzgebung/bundesverfassung.Par.0006.File.tmp/bv-alt-d.pdf
http://www.ofj.admin.ch/etc/medialib/data/staat_buerger/gesetzgebung/bundesverfassung.Par.0006.File.tmp/bv-alt-d.pdf

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 67.126 - Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 8. April 2003

in Sachen X. SA [SRK 2001-193]

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 2003
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Band 67
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	Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 8. April 2003 in Sachen X. SA [SRK 2001-193]