# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a1cb473b-0e2c-597e-ac6d-aab03974fb2f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-07-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Verwaltungsgericht 09.07.2008  VB.2007.00470
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Verwaltungsgericht/ZH_VG_001_-VB-2007-00470_2008-07-09.html

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				Geschäftsnummer: 	VB.2007.00470	 
	Entscheidart und -datum: 	Endentscheid vom 09.07.2008
	Spruchkörper: 	4. Abteilung/4. Kammer
	Weiterzug: 	Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 15.06.2009 gutgeheissen, den Entscheid aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung an das Verwaltungsgericht zurückgewiesen.
	Rechtsgebiet: 	Übriges Verwaltungsrecht
	Betreff: 

	Aufforderung zur Sanierung des Laufhofs und der Abwasserverhältnisse

	
Die angeordnete Sanierung eines unbefestigten Laufhofs erweist sich als rechtmässig (Gewässerschutz)

Zuständigkeit; Nichteintreten auf aufsichtsrechtliche Anzeige (E. 1). Zu den gesetzlichen Grundlagen gemäss Gewässerschutzgesetz und dem diesbezüglichen kantonalen Einführungsgesetz; Massgeblichkeit von Richtlinien in technischen Belangen (E. 2). Ausführungen der Vorinstanz zur mangelhaften Dichtigkeit des Laufhofs; Versuchsanordnung (E. 3). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers beruht die angeordnete Massnahme auf einer genügenden gesetzlichen Grundlage, besteht eine Gefährdung der Verschmutzung von Gewässern und erweist sich die Massnahme als verhältnismässig (E. 4). Kostenfolgen (E. 5).
Abweisung soweit Eintreten

			 	
				Stichworte:
	
						AUFSICHTSBEHÖRDE
ENTWÄSSERUNG
GEWÄSSERSCHUTZ
LANDWIRTSCHAFTSBETRIEB
LAUFHOF (FÜR RINDER)
RICHTLINIEN
SANIERUNG
VERHÄLTNISMÄSSIGKEITSPRÜFUNG

					
	
	Rechtsnormen:
	
						Art. 3 GSchG
Art. 4 lit. d GSchG
Art. 6 GSchG

					
	
	Publikationen:
	
						- keine -
					
	Gewichtung:

					(1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)
	
						Gewichtung: 3
					

			 

	 	
			

			

	
  Verwaltungsgericht

  des Kantons Zürich

  4. Abteilung

  	
   

  	
  

  

 

VB.2007.00470

 

 

 

Entscheid

 

 

 

der 4. Kammer

 

 

 

vom 9. Juli 2008

 

 

 

 

Mitwirkend: Abteilungspräsident Jso Schumacher (Vorsitz), Verwaltungsrichter Lukas Widmer, Verwaltungsrichter
Rudolf Bodmer, Gerichtssekretärin
Rhea Schircks Denzler.   

 

 

 

 

In Sachen

 

 

A,  

Beschwerdeführer, 

 

 

gegen

 

 

AWEL, Amt
für Abfall, Wasser, Energie und Luft, 

Abt. Gewässerschutz,

Weinbergstrasse 17, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegner, 

 

 

 

betreffend Aufforderung
zur Sanierung des Laufhofs und der Abwasserverhältnisse,

hat sich ergeben: 

I.  

Anlässlich einer Kontrolle des Landwirtschaftsbetriebs von A
wurde festgestellt, dass die Nutzung des Laufhofs beim Stallgebäude nicht den
gesetzlichen Anforderungen entspreche (Laufhof = Fläche mit beschränktem
Platzangebot ausserhalb des Stalles, welche die Tiere permanent oder zeitweise
aufsuchen können). Bei permanenter Nutzung des Laufhofs werde ein
undurchlässiger Boden verlangt, dem die mit Verbundsteinen ohne Mörtel ausgeführte
Variante im Betrieb von A nicht genüge (unbefestigter Laufhof). Mit Verfügung
vom 5. Juni 2007 setzte das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) A
eine Frist bis spätestens 1. Mai 2008, um ein bewilligungsfähiges
Sanierungsprojekt einzureichen und die Sanierung bis 31. Oktober 2008 aus­zuführen,
das heisst, eine Laufhoffläche aus dichtem Ortsbeton oder Asphalt mit
Entwässerung in die Güllengrube zu erstellen. 

II.  

Dagegen legte A am 21. Juni 2007 Rekurs bei der
Baudirektion des Kantons Zürich ein und verlangte die vollumfängliche Aufhebung
der Verfügung vom 5. Juni 2007 sowie die Übernahme der Verfahrenskosten durch
die Staatskasse. Mit Verfügung vom 12. September 2007 wies die Baudirektion den
Rekurs ab.

III.  

Mit Eingabe vom 15. Oktober 2007 erhob A dagegen Beschwerde
am Verwaltungsgericht und verlangte die Aufhebung der Verfügung der
Baudirektion vom 12. September 2007 sowie derjenigen des AWEL vom 5. Juni
2007. Ferner sei die Bau­direktion anzuweisen, eine angemessene Praxis in Bezug
auf die gewässerschutztechnische Anforderung an Laufhöfe einzuführen.
Schliesslich sollten die Partei- und Verfahrens­kosten der Staatskasse belastet
werden. Gleichentags stellte er ein Wieder­erwägungsgesuch bei der Baudirektion
mit dem Hinweis, das Verfahren vor Verwaltungsgericht solle so lange sistiert
bleiben, bis der von ihm in Auftrag gegebene Bericht über die Sickerfestigkeit
des Laufhofs vorliege. Am 16. November 2007 wurde das Verfahren vor
Verwaltungsgericht bis zum Entscheid über das Wiedererwägungsgesuch sistiert. Mitte
Dezember 2007 reichte A den in Aussicht gestellten Bericht eines Geologen vom 27.
November 2007 ein. Am 21. Januar 2008 fand ein von der Baudirektion
angeordneter Augenschein auf dem Lokal statt. Mit Schreiben vom 25. April 2008
teilte der Vorsteher der Baudirektion A mit, dass er auf den
Wiedererwägungsantrag nicht eingehen könne. Nachdem das AWEL am 29. April 2008
die Beschwerdeantwort eingelegt und die Fortführung des Verfahrens verlangt hatte,
wurde das Verfahren mit Verfügung vom 30. April 2008 wieder aufgenommen und die
Beschwerdeantwort A am 2. Mai 2008 zu­gestellt. Dieser reichte am 6. Mai 2008
verschiedene Unterlagen über den Ablauf des Augenscheins ein. Die Baudirektion
verzichtete auf Vernehmlassung dazu. 

 

Die Kammer zieht in Erwägung:

 

1.  

1.1 Angefochten
ist vorliegend ein Rekursentscheid der Baudirektion. Das Verwaltungs­gericht
beurteilt Beschwerden gegen letztinstanzliche Anordnungen von Verwaltungs­behörden,
soweit das Verwaltungsrechtspflegegesetz vom 24. Mai 1959 (VRG) keine abweichende
Zuständigkeit vorsieht oder eine Anordnung als endgültig bezeichnet. Das ist
vorliegend nicht der Fall, weshalb sich das Verwaltungsgericht als zuständig erweist
(§ 41 in Verbindung mit § 19b Abs. 1 VRG). Mangels Streitwerts
ist gerichtsintern die Kammer zuständig (§ 38 VRG).

1.2 Der
Beschwerdeführer beantragt, die Baudirektion anzuweisen, eine
"angemessene" Praxis einzuführen. Soweit er damit ein
aufsichtsrechtliches Einschreiten verlangt, ist darauf nicht einzutreten, da
das Verwaltungsgericht nicht Aufsichtsinstanz über die Baudirektion ist. Als
solche kommen der Regierungs- und der Kantonsrat in Frage (vgl. Alfred
Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des
Kantons Zürich, 2. A., Zürich 1999, Vorbem. zu §§ 19–28 N. 34 f. und
43, § 41 N. 16; VGr, 21. März 2007, VB.2007.00076, E. 1.1, und 12.
Juli 2007, VB.2007.00165, E. 3.3, beides unter www.vgrzh.ch). Da nicht
bloss eine zuständige Behörde in Betracht kommt, ist dieser Beschwerdeantrag
nicht nach § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 2 Satz 1 VRG weiterzuleiten
(Kölz/Bosshart/Röhl, Vorbem. zu §§ 19–28 N. 37, ebenso zum Folgenden). Die
eventuelle Wahl ist dem Beschwerdeführer überlassen; ihm drohen wegen der – nur
unter dem Vorbehalt von Treu und Glauben stehenden – Fristlosigkeit der
Aufsichts­anzeige auch keine Nachteile (dazu Kölz/Bosshart/Röhl, § 22 N.
26; § 5 Abs. 2 Satz 2 VRG).

2.
 

2.1 Art. 3 des
Gewässerschutzgesetzes vom 24. Januar 1991 (GSchG, SR 814.2) verpflichtet
jedermann, alle nach den Umständen gebotene Sorgfalt anzuwenden, um nachteilige
Einwirkungen auf die Gewässer zu vermeiden. Nach Art. 6 GSchG ist es untersagt,
Stoffe, die Wasser verunreinigen können, mittelbar oder unmittelbar in ein
Gewässer einzubringen oder sie versickern zu lassen oder solche Stoffe
ausserhalb eines Gewässers abzulagern oder auszubringen, sofern dadurch die
konkrete Gefahr einer Verunreinigung des Wassers entsteht. Unter
Verunreinigungen sind nachteilige physikalische, chemische oder biologische
Veränderungen des Wassers zu verstehen (Art. 4 lit. d GSchG).

2.2 Das
Einführungsgesetz zum Gewässerschutzgesetz vom 8. Dezember 1974 (EG GSchG,
LS 711.1) bezweckt, in Ausführung und in Ergänzung der Bundesgesetz­gebung über
den Gewässerschutz die Reinheit des Wassers zu erhalten und zu verbessern (§ 1
Abs. 1 EG GSchG). Nach § 3 Abs. 1 und 2 EG GSchG trifft die
Baudirektion die zum Schutz der Gewässer erforderlichen Entscheide und
Anordnungen, soweit dazu nicht an­dere Organe zuständig sind (Abs. 1
Satz 1); sie erlässt die erforderlichen technischen und organisatorischen
Weisungen und Richtlinien zum Vollzug dieses Gesetzes (Abs. 2). Kantonale
Fachstelle für Gewässerschutz im Sinne der Bundesgesetzgebung ist das AWEL. Es
überwacht die Erfüllung der den Gemeinden und den Privaten gemäss den Gewässerschutzbestimmungen
des Bundes und des Kantons auferlegten Verpflichtungen und berät die Gemeinden
in Angelegenheiten des Gewässerschutzes. Es trifft bei Missständen und
drohender Gefahr die nötigen Massnahmen, soweit es selbst zuständig ist, und
stellt andernfalls entsprechende Anträge an die Baudirektion. Anordnungen zur
Behebung bestehender Missstände, die den Bestand und die Reinheit der Gewässer
beeinträchtigen oder gefährden, sowie Massnahmen zur Verhinderung neuer
schädlicher Vorkehren dürfen vom AWEL erlassen werden (§ 4 EG GSchG; dazu
auch §§ 2 lit. c und 3 lit. b der [kantonalen] Verordnung über den
Gewässerschutz vom 22. Januar 1975). 

2.3 Richtlinien
haben zwar keine Gesetzeskraft und sind daher für die Gerichte grundsätzlich
nicht verbindlich. Aufgrund des darin zum Ausdruck gelan­genden Fachwissens sind
sie jedoch geeignet, einen sachge­mässen und rechtsgleichen Vollzug sicherzu­stellen,
weshalb sie die gerichtliche Überprüfung dennoch erheblich beeinflussen können
(vgl. Kölz/Bosshart/Röhl, § 50 N. 64 f.). Besonders Richtlinien
technischer Natur wird eine präzisierende, die Auslegung beeinflussende Wirkung
zugestanden; sie sind in diesem Sinn vom Gericht mitzuberücksichtigen (VGr, 17. Juni
2005, VB.2005.00037, E. 4.3 Abs. 2, www.vgrzh.ch, mit Hinweisen; BGr,
12. April 2006, 1A.222/2005, E. 3.4.6, www.bger.ch).

Nach den Richtlinien des Bundesamtes für Umwelt, Wald und
Landschaft (heute Bundesamt für Umwelt) zum baulichen Gewässerschutz in der
Landwirtschaft müssen Laufhöfe mit befestigtem Boden (Beton, Asphalt usw.)
während der Benützungszeit und bis nach der Reinigung grundsätzlich in den
Güllenbehälter entwässert werden. Beim Entwässern von Laufhöfen mit nicht
befestigtem Boden durch Versickern darf keine unmittelbare Gefährdung naher
stehender oder fliessender Gewässer entstehen. Das AWEL erliess am 13. Dezember
2001 die Arbeitshilfe SE 25.0 zum Auslauf im Freien für Rindvieh (Vollzugsblatt
Nr. 14), welche diesbezüglich die Vollzugsgrundlage für den Kanton Zürich bildet.
Danach sind teilbefestigte und unbefestigte Laufhoftypen für die permanente
Nutzung "mangels Dichtheit und keinem Güllengruben-Anschluss" nicht
zulässig. Bei permanenter Auslauf-Nutzung von befestigten Laufhöfen ist die
Versickerung des Abwasseranfalls im umliegenden Wiesland ebenfalls unzulässig.
Anlässlich der Tagung der Amtsvorsteher der Umweltschutzämter der Ostschweiz
vom 20. Januar 2004 wurde das Vollzugsblatt Nr. 14 ("Auslauf
Rindvieh") verabschiedet und um Merkblätter der Landwirtschaftlichen Beratungszentrale
Lindau ergänzt (LBL). Diese Regelungen dienen dem (koordinierten) Vollzug des
bau­lichen Gewässerschutzes in den Kantonen Appenzell (beide), Thurgau, Schaffhausen,
Schwyz, Zürich, St. Gallen, Glarus und Graubünden sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Das Merkblatt der LBL über die richtige Planung von Laufhöfen bezeichnet eine
mit Verbundsteinen ausgelegte Fläche des Laufhofs als wasserdurchlässig und nur
für nicht permanente Nutzung zulässig.

3.  

3.1 Die
Vorinstanz führt aus, der Boden des Laufhofs des Beschwerdeführers bestehe aus
nicht vermörtelten, aneinanderstossenden Verbundsteinen. Da er permanent
genutzt werde, müsse die Laufhoffläche mit dichtem Ortsbeton oder Asphalt
versehen werden. Im Sinne der zur Sicherstellung eines einheitlichen Vollzugs
erlassenen Arbeitshilfe SE 25.0 bestehe ein Unterschied zwischen Laufhöfen, die
pro Tag nur bis maximal zwei Stunden benutzt würden, und solchen mit
permanenter Nutzung. Bei permanenter Nutzung sei zwingend eine befestigte
Fläche vorgeschrieben. Der Laufhof des Beschwerdeführers sei nicht dicht,
weshalb ein Teil der Abgänge der Tiere im Untergrund versickere und die Gefahr
einer Gewässerverschmutzung bestehe. Entsprechend sei die Laufhoffläche mit
einem dichten Belag zu versehen. 

3.2 Der vom
Beschwerdeführer eingeholte Bericht vom 27. November 2007 diente der Abklärung,
ob der Laufhofboden dicht sei oder nicht. Die Versuchsanordnung bestand darin,
dass an zwei Standorten je ein Zementrohr mit einem Durchmesser von 80 cm, entsprechend
einer Schachtgrundfläche von ca. 0,5 m2, auf den Verbundsteinbelag gesetzt
und die Fuge zwischen Rohr und Boden abgedichtet wurde. Die Zementrohre wurden
anschliessend 10 cm und 14 cm hoch mit Gülle gefüllt, um danach das Versickern
zu messen. Im ersten Versuch, der 24 Stunden dauerte, versickerten 1,5 Liter
Gülle, beim zweiten Versuch, der rund 41 Stunden dauerte, waren es zwei Liter.
Umgerechnet auf die Belagsfläche von einem Quadratmeter ergaben sich minimale
Sickerraten, die dennoch aufzeigten, dass der Verbundsteinbelag des Laufhofs nicht
absolut dicht ist.

4.  

4.1 Der
Beschwerdeführer stellt vorerst die rechtliche Grundlage in Frage, aufgrund
deren sein Laufhof als nicht den gesetzlichen Anforderungen bei permanenter
Nutzung beurteilt wurde. Zu Unrecht. Die gesetzliche Grundlage ist hier in
Art. 6 GSchG zu erblicken. Wie dargelegt, ist das AWEL zudem berechtigt,
Anordnungen zur Durchsetzung der Gewässerschutzvorschriften zu erlassen. Die
entsprechende Arbeitshilfe wird zudem in mehreren Kantonen anerkannt und
angewandt. Danach ist bei permanenter Nutzung eines Laufhofs eine Versickerung
der anfallenden Abwässer nicht zulässig (vorn 2.2, 2.3). 

4.2 Der
Beschwerdeführer macht sodann geltend, eine Sanierung, wie sie das AWEL fordere,
koste mindestens Fr. 10'000.-. Dabei bestehe eine potentielle Gefährdung für
eine Gewässerverschmutzung gar nicht, denn sein Hof befinde sich in Hanglage
ausserhalb einer Gewässerschutzzone. Zudem treffe es nicht zu, dass sein
Laufhof nicht sickerfest sei; der Kontrolleur habe sich in anderer Weise
geäussert. Schon in der Rekursantwort hatte der Beschwerdegegner dem
entgegengehalten, der Laufhof sei nicht dicht. Der Kontrolleur habe die
Aussage, der Laufhof sei sickerfest, nicht getätigt. Ausserdem habe er am 5.
Juni 2007 den Anwesenden mitgeteilt, dass ein Missstand vorliege. Zudem werden
die Ergebnisse aus dem Versickerungsversuch angezweifelt.

4.2.1 Es
unterliegt keinem Zweifel, dass der Boden des Laufhofs nicht sickerfest ist.
Dies ergibt sich schon aus dem vom Beschwerdeführer eingereichten Bericht vom
27. November 2007 (vorn 3.2). Zwar wird der Laufhof korrekterweise in die
Güllengrube entwässert. Das Problem liegt aber darin, dass ein Teil der
Abwässer vor dem Erreichen der Güllengrube versickert. Auch wenn die gemäss
Bericht ausgewiesene versickerte Flüssigkeitsmenge eher gering sein mag, kann
nicht von einer dichten Laufhoffläche gesprochen werden. Nach dem erwähnten
Vollzugsblatt haben aber Laufhöfe, die permanent genutzt werden, eine dichte
Oberfläche aufzuweisen, und solche, die nur maximal zwei Stunden täglich
genutzt werden, nicht. Der Verbundsteinboden im Betrieb des Beschwerdeführers erfüllt
damit die Anforderungen an die verlangte Dichtigkeit nicht. Entsprechend
braucht auch nicht geprüft zu werden, ob bei einem temporär genutzten
unbefestigten Laufhof während der Nutzungsdauer von maximal zwei Stunden mehr
Gülle versickert als auf einem permanent genutzten Verbundsteinplatz. 

4.2.2 Daran
ändert sich nichts, wenn der Kontrolleur anlässlich der Besichtigung des Laufhofs
erklärt haben soll, die Anforderungen des Gewässerschutzgesetzes an den Laufhof
des Beschwerdeführers seien "eigentlich" erfüllt. Schon die Formulierung
weist auf Einschränkungen hin. Ob der Kontrolleur die Aussage, wonach der
Laufhof sickerfest sei, überhaupt gemacht habe, ist sodann umstritten. Gegen
eine entsprechende Meinungsäusserung spricht jedenfalls, dass dem Beschwerdeführer
die Sanierung des Laufhofs auferlegt wurde. Dem Kontrollbericht vom 31. August
2006 ist denn auch zu entnehmen, dass die permanent genutzte Laufhoffläche
nicht aus Beton oder Asphalt bestehe und den Anforderungen nicht genüge.

4.2.3
Unzutreffend ist ferner das Vorbringen des Beschwerdeführers, dass eine
Gefährdung des Grundwassers nicht bestehe, da sich sein Hof im Bereich der
"übrigen Gewässerschutzbereiche" und in einer Hanglage befinde. Es
trifft zwar zu, dass sein Hof nicht in einer ausgewiesenen Gewässerschutzzone
liegt. Hingegen erwähnte der Beschwerdegegner bereits in der Rekursantwort vom
20. Juli 2007, dass nach Art. 3 GSchG alle nach den Umständen gebotene
Sorgfalt anzuwenden sei, um nachteilige Auswirkungen auf "die Gewässer"
zu verhindern (vorn 2.1). Darauf geht der Beschwerdeführer nicht ein. Wie der
Beschwerdegegner zu Recht festhält, unterscheiden sich die in der
Gewässerschutzkarte aufgeführten Bereiche Au und üB (übriger
Bereich) nur nach der Eignung des Grundwassers als Trinkwasser. Der
Gewässerschutzbereich Au umfasst die nutzbaren unterirdischen
Gewässer sowie die zu ihrem Schutz notwendigen Randgebiete. Nutzbar ist ein
unterirdisches Gewässer im Sinn dieser Bestimmung dann, wenn die Anforderungen
der Lebensmittelgesetzgebung an Trinkwasser, nötigenfalls nach Anwendung
einfacher Aufbereitungsverfahren, eingehalten werden (Art. 29 Abs. 1 lit.
a und Anhang 4 Ziffer 111 der [eidgenössischen] Gewässerschutzverordnung vom
28. Oktober 1998, SR 814.201). Das bedeutet indessen nicht, dass das
Grundwasser in den übrigen Bereichen (wie etwa Hangwasser), das sich primär
nicht als Trinkwasser eignet, durch die Gewässerschutzgesetze nicht geschützt wäre
(Art. 3 GSchG). 

4.3 Der
Beschwerdeführer beanstandet die ihm auferlegte Sanierung der Laufhoffläche als
unverhältnismässig. Die geforderte Sanierung sei nicht notwendig, da eine "potenzielle
Gefahr" einer Gewässerverschmutzung nicht gegeben sei. Die Unverhältnismässigkeit
der angefochtenen Verfügung ergebe sich schon aus den Kostenfolgen.
Schliesslich seien die zur Wahl stehenden Beläge schlecht geeignet: Asphalt
erwärme sich in der Sonnenhitze derart, dass er das Gewicht der Kuhherde nicht
zu tragen vermöge. Betonböden seien dagegen bei Dauerbelastung glatt und
verursachten Verletzungen der Tiere. 

4.3.1
Gemäss der Wegleitung der LBL von 1996 über die Erstellung von Laufhöfen werden
sowohl Betonböden als auch asphaltierte Böden für wasserundurchlässige Laufhof­böden
empfohlen. Dabei ist es möglich, einen Betonboden etwas aufzurauen (z.B. durch
Zugabe von Quarzsand) und einen Asphaltboden etwa durch die Kornzusammensetzung
tragfähig zu gestalten. Es ist jedenfalls davon auszugehen, dass die LBL als
landwirtschaftliche Fachstelle ihre Wegleitung längst geändert hätte, wenn sich
die vor­geschlagenen Böden als untauglich erwiesen hätten. Damit erscheinen die
empfohlenen wasserundurchlässigen Bodenbeläge als erforderlich und geeignet,
eine Gewässer­verschmutzung zu verhindern. 

4.3.2
Eine Verwaltungsmassnahme ist nur gerechtfertigt, wenn sie ein vernünftiges
Verhältnis wahrt zwischen dem angestrebten Ziel und dem Eingriff, den sie für
den betroffenen Privaten bewirkt (Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. A., Zürich etc. 2006, Rz. 614). Da der
Beschwerdeführer keine Gefahr für eine Gewässerverschmutzung erkennt, hält er
die Sanierung des Laufbodens für überflüssig. Dem kann wie dargetan nicht
gefolgt werden. Auch wenn der Betrag von ca. Fr. 10'000.-, der für eine
Sanierung des Laufhofbodens aufgewendet werden müsste, erheblich erscheint,
geht das öffentliche Interesse an der Unversehrtheit der Gewässer zweifellos
vor. Im Übrigen geht aus den vom Beschwerdeführer eingelegten Unterlagen
hervor, dass ihm die Baudirektion eine Frist von sechs Jahren gewährt hätte, um
einen den Vorschriften entsprechenden Laufhofboden einzurichten, was den
finanziellen Aufwand, der sich über diese Zeit verteilte, stark relativiert.

4.4 Demnach
ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vorn 1.2).

5.  

Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Verfahrens dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2
Satz 1 VRG). Eine Entschädigung steht ihm nicht zu (§ 17 Abs. 2
VRG).

Demgemäss entscheidet die
Kammer:

 

1.    Die
Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.    Die
Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 2'000.--;    die übrigen Kosten betragen:

Fr.    100.--     Zustellungskosten,

Fr. 2'100.--     Total der Kosten.

3.    Die
Gerichtskosten werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.    Eine
Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

5.    Gegen
diesen Entscheid kann Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach
Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert
30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14,
einzureichen.

6.    Mitteilung an…