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**Case Identifier:** 652351c3-bd37-5be2-b4aa-b988c4ac781b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.05.2025 IV 2023/95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2023-95_2025-05-06.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/95

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 16.06.2025

Entscheiddatum: 06.05.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 06.05.2025
Art. 7 f. ATSG. Art. 28 IVG. Dem Gerichtsgutachten ist voller Beweiswert 
beizumessen. Gutheissung der Beschwerde und Anspruch auf eine ganze 
Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. 
Mai 2025, IV 2023/95).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/12 

 

   
 
Versicherungsgericht 
Abteilung III 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 6. Mai 2025 

Besetzung  Versicherungsrichterin Mirjam Angehrn (Vorsitz), Versicherungsrichter 
Michael Rutz und Versicherungsrichterin Corinne Schambeck;  
Gerichtsschreiber Markus Lorenzi  

   

Geschäftsnr.   IV 2023/95 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführer,  

 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2023/95 
 

 

2/12 

Sachverhalt 
A.   

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich im Mai 2006 unter Hinweis auf eine depressive 

Symptomatik, Selbstwertstörungen, Spielsucht und Drogenmissbrauch zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (IV) bei der IV-Stelle des Kantons Thurgau an (IV-act. 1). Ab dem 1. Juni 2007 

war der Versicherte wieder in einem Vollpensum tätig und erzielte dabei ein rentenausschliessendes 

Einkommen (IV-act. 26). Mit Verfügung vom 8. April 2008 wurde das Leistungsbegehren abgewiesen 

(IV-act. 28). 

B.  

B.a Im Dezember 2019 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf psychische Probleme und 
Schmerzen zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) an 

(IV-act. 31). 

B.b Die IV-Stelle zog die Akten des Kantons Thurgau bei (IV-act. 36) und ersuchte die behandelnde 
Ärztin, med. pract. B.___, Oberärztin der Psychiatrie C.___, um einen Arztbericht (IV-act. 45 ff.). Diese 

führte in ihrem Bericht vom 1. März 2020 als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung 

(gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome), psychische und Verhaltensstörungen 

durch Kokain (schädlicher Gebrauch, gegenwärtig abstinent), pathologisches Spielen (aktuell 

abstinent), und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und emotional instabilen 

Zügen auf. Seit dem 1. Januar 2020 und bis auf weiteres bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % für 

alle Tätigkeiten (IV-act. 48). 

B.c Am 30. April 2020 notierte der Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle, der Versicherte sei 
bis vor zwei Monaten zu 70 %, seither zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden. Zur Diskussion 
stehe gemäss der Behandlerin med. pract. B.___ ein erneuter stationärer Aufenthalt in der Klinik D.___. 

Der Versicherte traue sich aktuell keine Tätigkeit zu. Auch eine niederschwellige Massnahme im 

geschützten Bereich sei für ihn aufgrund des Gesundheitszustands nicht vorstellbar. Es liege ein 

instabiler Gesundheitszustand vor und es bestehe zurzeit kein Eingliederungspotential (IV-act. 57-5). 

B.d Mit Arztbericht vom 5. November 2020 hielt med. pract. B.___ an den Diagnosen fest und 
attestierte dem Versicherten in ideal adaptierter Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 30 % (IV-act. 67). 

Am 23. November 2020 führte Dr. med. E.___ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), Facharzt 

Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, aus, es müsse derzeit von einem instabilen 

Gesundheitszustand ausgegangen werden. Aus versicherungsmedizinischer Sicht könne aktuell die 

Prüfung beruflicher Massnahmen weiterhin nicht empfohlen werden (IV-act. 68). Mit Mitteilung vom 23. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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November 2020 wurde das Leistungsbegehren betreffend berufliche Massnahmen abgewiesen (IV-act. 

71). 

B.e In der Folge aktualisierte die IV-Stelle die medizinische Aktenlage (IV-act. 72 ff.). Med. pract. 
B.___ hielt im Verlaufsbericht vom 16. März 2021 an den bereits gestellten Diagnosen fest. Aktuell 

bestehe keine Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit. Aufgrund der Einschränkungen, 
besonders im zwischenmenschlichen Kontakt, sei der Patient für einen Arbeitgeber nicht zumutbar. 

Eine angepasste Tätigkeit ohne Kundenkontakt in einem geschützten Rahmen wäre stundenweise 

möglich. Aus prognostischer Sicht sei wegen der Chronifizierung des Leidens keine wesentliche 

Veränderung des psychischen Zustands des Versicherten zu erwarten (IV-act. 79). 

B.f Vom 9. Februar bis 10. März 2022 wurde der Versicherte in der Psychiatrie C.___, Klinik D.___, 
stationär behandelt. Im Austrittsbericht vom 3. Mai 2022 werden als Diagnosen eine rezidivierende 

depressive Störung (gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome), kombinierte und 

andere Persönlichkeitsstörungen, psychische und Verhaltensstörungen durch Kokain (schädlicher 

Gebrauch) sowie anamnestisch pathologisches Spielen aufgeführt. Es handle sich beim Versicherten 

um einen Patienten mit einer ausgeprägten Persönlichkeitsstörung. Mit der aktuellen Symptomatik 

bestehe derzeit keine Arbeitsfähigkeit (IV-act. 120). 

B.g Mit Verlaufsbericht vom 21. Juni 2022 attestierte med. pract. B.___ dem Versicherten bei gleicher 
Diagnosestellung eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten. Von einer stationären 
oder teilstationären Behandlung sei keine wesentliche Zustandsveränderung zu erwarten (IV-act. 131). 

B.h Am 11. Oktober 2022 veranlasste die IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten bei Prof. Dr. med. 
F.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie, SIM zertifiziert (IV-act. 138, 141). 

Die Exploration wurde am 15. Dezember 2022 durchgeführt; das Gutachten datiert vom 21. Dezember 

2022 (IV-act. 157). Prof. F.___ diagnostizierte aktenanamnestisch eine narzisstische 

Persönlichkeitsstörung, eine Dysthymia, eine rezidivierende depressive Störung (gegenwärtig 

remittiert), psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (schädlicher Gebrauch 

von Kokain; gegenwärtig abstinent), Kontaktanlässe mit Bezug zur wirtschaftlichen Lage (hohe 

Schulden), Kontaktanlässe mit Bezug auf das Berufsleben (berufliche Perspektivlosigkeit), 

Kontaktanlässe mit Bezug zur sozialen Umgebung (weitgehende soziale Isolierung) sowie protrahierte 

Eheprobleme. Der Versicherte leide auf psychiatrischem Fachgebiet überwiegend an Störungen ohne 

Krankheitswert im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne. Es sei mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die affektiven Probleme des Versicherten ohne die 

psychosozialen Belastungen nicht vorliegen würden. Diese würden die Psychopathologie überwiegend 
dominieren. Seit Antragstellung könne unter Berücksichtigung der invaliditätsfremden Faktoren keine 

anhaltende Arbeitsunfähigkeit ausgesprochen werden (IV-act. 157-26 ff.). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4/12 

B.i Am 17. Januar 2023 beurteilte RAD-Ärztin Dr. med. G.___, Fachärztin Psychiatrie und 
Psychotherapie, das Gutachten als verwertbar. Die Diagnostik, die resultierenden Einschränkungen 

und die daraus abgeleitete Arbeitsfähigkeit seien versicherungsmedizinisch plausibel (IV-act. 159).  

B.j Mit Vorbescheid vom 18. Januar 2023 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Ablehnung seines 
Rentengesuchs bei einem Invaliditätsgrad von 0 % in Aussicht (IV-act. 162). Dagegen erhob der 
Versicherte am 24. Februar 2023 Einwand (IV-act. 167). Am 20. März 2023 reichte med. pract. B.___ 

eine Stellungnahme zum Gutachten von Prof. F.___ ein (IV-act. 173). 

B.k Nach der Einholung einer weiteren RAD-Beurteilung von Dr. G.___ vom 18. April 2023 (IV-act. 
174) wies die IV-Stelle das Rentengesuch des Versicherten mit Verfügung vom 18. April 2023 im Sinne 

des Vorbescheids ab (IV-act. 175). 

C.  

C.a Gegen diese Verfügung vom 18. April 2023 erhob der Versicherte (nachfolgend: 
Beschwerdeführer) am 16. Mai 2023 Beschwerde. Er beantragte, dass ihm eine Rente gewährt werde. 

Es könne nicht auf das Gutachten von Prof. F.___ abgestellt werden. Es bestehe bei ihm eine relevante 

psychische Erkrankung und es könne nicht davon ausgegangen werden, dass nur psychosoziale 

Faktoren diese Erkrankung unterhalten würden. Dies bestätige auch die behandelnde Psychiaterin 

med. pract. B.___ in ihrem Schreiben vom 20. März 2023. Für das Verfahren sei ihm die unentgeltliche 

Prozessführung zu gewähren (act. G 1). 

C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 18. Juli 2023 beantragte die IV-Stelle (nachfolgend: 
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G 7). 

C.c Mit Schreiben vom 7. August 2023 wurde dem Gesuch des Beschwerdeführers um Bewilligung 
der unentgeltlichen Rechtspflege, umfassend die Befreiung von den Gerichtskosten, entsprochen (act. 

G 8). 

C.d Der Beschwerdeführer hat auf die Einreichung einer Replik verzichtet (act. G 10). 

C.e Mit Schreiben vom 25. Juni 2024 orientierte das Versicherungsgericht die Parteien über seinen 
Beschluss, den medizinischen Sachverhalt mit einem psychiatrischen Gerichtsgutachten abklären zu 

lassen. Es sei vorgesehen, Dr. med. H.___ von der asim Begutachtung (nachfolgend: asim), 

Universitätsspital Basel, mit der Begutachtung zu beauftragen (act. G 15). 

C.f Die Parteien liessen sich zur vorgesehenen Begutachtung nicht vernehmen. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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C.g Am 31. Juli 2024 beauftragte das Versicherungsgericht die asim mit der Erstellung eines 
psychiatrischen Gerichtsgutachtens (act. G 16). Im Gutachten vom 31. Dezember 2024, welchem eine 

Untersuchung vom 25. September 2024 zugrunde liegt, stellte Dr. med. H.___, Fachärztin für 

Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie, zertifizierte medizinische Gutachterin SIM, als 

Diagnosen 1. eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen/impulsiven und 
narzisstischen Zügen (ICD-10: F61.0), 2. anamnestisch eine rezidivierend depressive Störung mit 

gegenwärtig chronifizierter, anhaltender schwergradiger Symptomatik (ICD-10 F33.2), 3. psychische 

Verhaltensstörungen durch Kokain, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F14.1) sowie 4. psychische 

Verhaltensstörungen durch Alkohol (ICD-10 F10.1). Insgesamt seien die Ressourcen bei dem 

Exploranden stark vermindert, sodass nur im Rahmen eines geschützten integrativen Arbeitsplatzes 

ein Arbeitsversuch realistisch erscheine. Aktuell arbeite er zu 20 % bei einem Bekannten, in einer laut 

der Behandlerin sehr einfachen Tätigkeit mit flexiblem Einsatz. Ein niedriges Pensum an einem 

integrativen Arbeitsplatz von z.B. 20 % mit gegebenenfalls sukzessiver Aufstockung zum Aufbau einer 

Tagesstruktur sei zu empfehlen, wobei unter Berücksichtigung des bisherigen Verlaufs die Prognose 

ungünstig erscheine. Als einzige Ressource könne die Tochter angesehen werden. Als Belastungen 

seien die seit Jahren bestehenden Ehekonflikte und die Scheidung, finanzielle Sorgen, juristische 

Auseinandersetzungen und die Erwerbslosigkeit zu nennen. Die dysfunktionalen Verhaltensmuster 

seien vor dem Hintergrund der Persönlichkeitsstörung zu sehen. Eine wirtschaftliche verwertbare 
Arbeitsfähigkeit sei nicht gegeben. In der Zusammenschau sei davon auszugehen, dass seit Jahren, 

mindestens seit 2000, die Arbeitsfähigkeit in dem von den Behandlern ausgewiesenen Ausmass 

reduziert und seit ca. 2020 eine Arbeitsfähigkeit nicht mehr gegeben gewesen sei. Seit ca. 2020 sei 

eine kontinuierliche psychische Dekompensation zu verzeichnen, die sich im Verlauf zugespitzt habe. 

Unter Berücksichtigung der Berichte könne gemutmasst werden, dass nach den letzten stationären 

Aufenthalten 2019/2020 keine Arbeitsfähigkeit mehr bestanden habe (act. G 19 S. 15 ff.). 

C.h Den Verfahrensparteien wurde am 16. Januar 2025 das Gerichtsgutachten zur Kenntnis gebracht 
und eine Frist zur Stellungnahme eingeräumt (act. G 20). 

C.i Mit Eingabe vom 17. Februar 2025 reichte die Beschwerdegegnerin eine Stellungnahme des 
RAD-Arztes Dr. med. I.___, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, vom 11. Februar 2025 ein. 

Zusammengefasst führte dieser aus, dass die Feststellungen und Schlussfolgerungen des Gutachtens 

insbesondere hinsichtlich der funktionellen Einschränkungen und der Arbeitsfähigkeit aus 

versicherungsmedizinischer Sicht plausibel seien und auf das vorliegende Gutachten abgestellt werden 

könne (act. G 23, 23.1). 

C.j Am 8. April 2025 wurde den Parteien die Rechnung des Universitätsspitals Basel vom 4. April 
2025 über Fr. 7'964.10 zur Kenntnis gebracht (act. G 25 f.). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Erwägungen 
1.   

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein Rentenanspruch des 

Beschwerdeführers. 

2.  

Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der Invalidenversicherung 

verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und 

der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getreten. In zeitlicher Hinsicht 
sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu 

ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 144 V 213 E. 4.3.1). Die 

Anmeldung erfolgte vorliegend im Dezember 2019 (IV-act. 31). Der früheste Rentenbeginn fällt gemäss 

Art. 29 Abs. 1 IVG somit auf den 1. Juni 2020. Soweit die angefochtene Verfügung einen noch unter 

Geltung des alten Rechts entstandenen Rentenanspruch zum Gegenstand hat, sind die Bestimmungen 

in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung anwendbar (vgl. auch Kreisschreiben über Invalidität 

und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], Rz 9101), und werden nachfolgend in dieser Fassung 

zitiert. 

3.  

3.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche 

Beeinträchtigung verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die 

Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 

nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Einen Anspruch auf 

eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, 

sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch 

auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 % invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50 

% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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auf eine Viertelsrente. Der Invaliditätsgrad ist grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu 

ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann (sogenanntes 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). 

3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das 
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf 

allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten resp. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). 

3.3 Für das Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. 
c ATSG). Das Versicherungsgericht hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, 
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem 

sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine 

zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es als mit 

dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So weicht das 

Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der 

medizinischen Fachpersonen ab. Weiter darf es den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 

44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung genügenden Gutachten externer 

Spezialärzte vollen Beweiswert zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 

der Expertise sprechen. Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen kann sodann 

nicht abgestellt werden und es sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen, wenn auch nur geringe 

Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen. Was schliesslich die Berichte von 

behandelnden Ärzten anbelangt, so sind diese zwar nicht von vornherein ohne Beweiswert, doch ist bei 

ihnen der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte wegen ihrer 
auftragsrechtlichen Stellung mitunter im Zweifelsfall eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 

135 V 469 ff. E. 4.4 ff., 125 V 351; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2023, 

8C_385/2023, E. 4.2.2). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4.   

Um den Invaliditätsgrad festlegen zu können, muss der medizinische Sachverhalt hinlänglich abgeklärt 

sein resp. die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit (zum Beweismass siehe BGE 138 V 221 E. 6) feststehen. Zu prüfen ist, ob der 

Sachverhalt diesbezüglich mit dem Gerichtsgutachten vom 31. Dezember 2024 nunmehr spruchreif 
abgeklärt ist (zu den festgestellten Mängeln resp. konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit des 

psychiatrischen Administrativgutachtens siehe act. G 15; bestätigt durch die RAD-Stellungnahme vom 

11. Februar 2025 in act. G 23.1). 

4.1 Die Beurteilung der Gerichtsgutachterin Dr. H.___ beruht auf einer vertiefenden persönlichen 
Befragung (aktuelle Beschwerden; psychiatrische Anamnese; persönliche Anamnese/Biographie; 

Familienanamnese; Noxen; Besonderheiten bei der Geburt, frühkindliche Entwicklung etc.; schulischer 

und beruflicher Werdegang; berufliche Entwicklung, arbeitsbezogenes Beschwerdebild; soziale 

Anamnese; einschneidende Erlebnisse; Tagesablauf; bisherige Behandlungen inklusive Medikamente; 

Zukunftsvorstellungen; Besprechung von sich ergebenden Inkonsistenzen [act. G 19 S. 5 ff.]) sowie auf 

ausführlicher Befunderhebung (Verhaltensbeobachtungen und äussere Erscheinung; psycho-

pathologische Befunderhebung; Beck Depressions-Inventar; laborchemische Untersuchungen [act. G 

19 S. 9 ff.]). Sie würdigte die Krankengeschichte/medizinischen Vorakten des Beschwerdeführers (act. 

G 19 S. 25 ff.), nahm telefonische Rücksprache mit der behandelnden Fachärztin Dr. J.___ (act. G 19 
S. 11), bezog Stellung zu den teils divergierenden Einschätzungen früherer Gutachten (act. G 19 S. 14 

ff., 22) und leitete schlüssig die Diagnosen (vgl. dazu im Sachverhalt lit. C.g) her (act. G 19 S. 11 ff., 15 

f.). Dr. H.___ erörterte die massgeblichen Indikatoren nach BGE 141 V 281 und 143 V 418, stellte die 

Ressourcen des Beschwerdeführers seinen gesundheitsbedingten Belastungen gegenüber und legte 

die funktionellen Auswirkungen der Befunde und Diagnosen auch unter Zuhilfenahme des Mini-ICF dar 

(act. G 19 S. 16 ff.). 

4.2 Dr. H.___ führte aus, dass sich während der aktuellen Untersuchung ein depressives Syndrom 
mit Chronifizierungstendenzen mit den für eine depressive Störung erforderlichen Kriterien einer 

traurigen, herabgeminderten Stimmung, Antriebsminderung, verminderter Schwingungsfähigkeit, 

Rückzugstendenz, Vermeidungsverhalten, Schlafstörungen, dysphorischem Verhalten, 

Verbitterungstendenz, Externalisierung, Freudlosigkeit und intermittierend suizidalen Gedanken gezeigt 

hätten. Insgesamt sei eine deutliche Verbitterungstendenz aufgefallen, die man bei chronischen 

depressiven Syndromen nicht selten sehe, was die Prognose als ungünstig einordnen lasse. Des 

Weiteren könne neben der Spielsucht ein schädlicher Gebrauch von Alkohol (seit Jahren regelmässiger 
Alkoholkonsum, auch in grösseren Mengen, unter Inkaufnahme gesundheitlicher Schäden), 

diagnostiziert werden. Der Beschwerdeführer habe zwar angegeben, dass er nicht mehr täglich trinke, 

aber weiterhin regelmässig unter der Woche. Darüber hinaus zeige sich ein weiteres Suchtverhalten 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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hinsichtlich Kokains und Spielsucht. Bezüglich der anamnestisch diagnostizierten kombinierten 

Persönlichkeitsstörung hätten sich bei der aktuellen ausführlichen Exploration klar Symptome für eine 

solche Störung gezeigt, sodass die Diagnose von der Referentin bestätigt werden könne. Wenngleich 

keine objektivierbaren Verhaltensauffälligkeiten während der Kindheit/Jugend vorliegen würden 

(fehlende Berichte, auch sei keine Fremdanamnese durch die bereits verstorbenen Eltern möglich) und 
die Angaben des Exploranden hinsichtlich der Biographie eher lückenhaft gewesen seien, könne 

angesichts des weiteren Verlaufs aufgrund der Verhaltensmerkmale und den Berichten der Behandler 

(dysphorisches, impulsives Verhalten, interaktionelle Konflikte mit Arbeitgebern, mit Partnerinnen; er 

habe angegeben, in einer Situation die Partnerin gewürgt zu haben), der juristischen 

Auseinandersetzungen, des Externalisierens, des dysfunktionalen Verhaltens bei Kränkungen 

(Verbitterung, Misstrauen, Rückzug vom eigenen Sohn bzw. dessen Akzeptanz) und des 

Suchtverhaltens von einer kombinierten Persönlichkeitsstörung ausgegangen werden. Insbesondere 

sei die Drogenanamnese als typisches Zeichen für die fehlenden Ressourcen und Resilienz bei 

Persönlichkeitsstörungen, insbesondere mit vorwiegend narzisstischen Zügen, einzustufen, sodass 

diese Diagnose passend sei. Auch sei die Neigung zur affektiven Störung und Chronifizierung mit 

Verbitterung als dysfunktionales Verhaltensmuster bei Kränkungen und Belastungen bei diesem 

Krankheitsbild häufig zu finden. Bei der aktuellen Untersuchung habe sich ein nihilistischer, 

hoffnungsloser, verbitterter Explorand gezeigt, bei dem aufgrund der schweren psychiatrischen 
Krankheitsbilder und den eher einfach strukturierten kognitiven Ressourcen ausreichende 

Resilienzfaktoren und Ressourcen fehlen würden. Die Situation werde durch die zusätzlichen 

psychosozialen Faktoren wie Scheidungswunsch der zweiten Ehefrau, hohe Verschuldung, desolate 

finanzielle Situation verschärft; diese psychosozialen Faktoren seien aber durch das Krankheitsbild 

bedingt und nicht als Ursprung des dysfunktionalen Zustandsbilds zu werten. Des Weiteren habe die 

Situation des Beschwerdeführers zur Bestellung einer Beiständin geführt, was als weiteres Indiz 

gewertet werden könne, dass er mit seinem Leben überfordert sei. Zur Erklärung der Psychodynamik 

sei auf die multiplen Traumatisierungen in der Herkunftsfamilie durch den Vater und späteren sexuellen 

Missbrauch durch einen älteren Jugendlichen hinzuweisen, die eine schwere Bindungsstörung mit 

fragilem Selbstwert hervorgerufen hätten, im weiteren Verlauf aber vorerst teilweise hätten kompensiert 

werden können. Durch neue Traumatisierungen wie die Behinderung des Kinds und die 

Beziehungskonflikte sei dann eine Dysbalance entstanden, die nicht mehr habe kompensiert werden 

können und schlussendlich in dysfunktionale Verhaltensmuster (Drogenkonsum etc.) und in eine 

weitere Eskalationskaskade geführt habe (act. G 19 S. 12 f.). Unter Berücksichtigung aller Akten, der 
aktuellen Anamnese sowie der Untersuchungsbefunde würden sich keine Inkonsistenzen ergeben. Die 

Funktionseinschränkungen würden sich in allen Lebenssituationen vergleichbar darstellen und seien 

aufgrund der medizinischen Befunde plausibel nachvollziehbar (act. G 19 S. 15). Wegen des 

verminderten Funktionsniveaus vor dem Hintergrund der Krankheitsbilder sei keine wirtschaftlich 

verwertbare Arbeitsfähigkeit, weder in der angestammten noch in adaptierter Tätigkeit gegeben (act. G 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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19 S. 18). Es sei davon auszugehen, dass schon seit Jahren, wahrscheinlich schon seit Beginn der 

Therapie im Jahr 2000, die Arbeitsfähigkeit in dem von den Behandlern ausgewiesenen Ausmass 

reduziert gewesen sei und sich seit den letzten Jahren die psychische Situation weiter verschlechtert 

habe. Seit ca. 2020 sei überwiegend wahrscheinlich die Arbeitsfähigkeit nicht mehr gegeben (act. G 19 

S. 19 ff.). 

4.3 Das Gerichtsgutachten von Dr. H.___ erfüllt vollends die praxisgemässen Voraussetzungen und 
bildet eine beweistaugliche Grundlage für die Beurteilung der streitigen Belange. Es leuchtet in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein 

und die Schlussfolgerungen wurden verständlich dargelegt. Der medizinische Sachverhalt ist damit 

hinlänglich abgeklärt und die vollständige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers wurde bei stark 

reduziertem Funktionsniveau und geringen Ressourcen medizinisch schlüssig hergeleitet und 

begründet. Demnach ist darauf abzustellen. Dem stellt sich auch die Beschwerdegegnerin nicht 

entgegen. Der RAD-Arzt Dr. I.___ hält mit Bericht vom 11. Februar 2025 fest, dass gesamthaft die 

Feststellungen und Schlussfolgerungen des Gutachtens von Dr. H.___ insbesondere hinsichtlich der 

funktionellen Einschränkungen und der Arbeitsfähigkeit aus versicherungsmedizinischer Sicht plausibel 

seien und darauf abgestellt werden könne. Das Gutachten sei umfassend, schlüssig, nachvollziehbar 

und in sich widerspruchsfrei (act. G 23.1). Entsprechend ist auf der Grundlage der 

gerichtsgutachterlichen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 
auszugehen, dass beim Beschwerdeführer seit dem Jahr 2020 (vgl. oben E. 4.2) die Arbeitsfähigkeit in 

der angestammten und in adaptierter Tätigkeit vollständig aufgehoben ist (act. G 19 S. 21). Damit ist 

von einem Invalideneinkommen von Fr. 0.-- auszugehen. Beim Fehlen eines Invalideneinkommens 

resp. jeglicher Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen (ersten) Arbeitsmarkt resultiert 

zwangsläufig unabhängig von der Höhe des Valideneinkommens ein 100%-iger Invaliditätsgrad und 

folglich ein Anspruch auf eine ganze Rente. 

4.4 Zu prüfen bleibt, ab wann dieser Anspruch besteht. Die Anmeldung erfolgte im Dezember 2019 
(vgl. im Sachverhalt lit. B.a; IV-act. 31), womit als frühestmöglicher Rentenbeginn der 1. Juni 2020 in 

Betracht fällt (vgl. vorstehende E. 2; Art. 29 Abs. 1 IVG). Damit ein Anspruch zu diesem Zeitpunkt 

bestehen kann, bedarf es als weitere Voraussetzung dem Ablauf des sogenannten Wartejahrs nach 

Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG, wonach der Beschwerdeführer per 1. Juni 2020 während eines Jahres, also 

seit Juni 2019, ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 

gewesen sein muss. Schliesslich ist nach Ablauf des Wartejahrs, frühestens ab Juni 2020, eine 

Invalidität von mindestens 40 % erforderlich (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG; vgl. vorstehende E. 3.1). Art. 28 
Abs. 1 lit. c IVG ist ohne weiteres erfüllt, nachdem die Gerichtsgutachterin dem Beschwerdeführer 

spätestens seit dem Jahr 2020 jegliche Resterwerbsfähigkeit abspricht und damit eine Invalidität von 

100 % resultiert. Davor sei die Arbeitsfähigkeit in dem von den Behandlern ausgewiesenen Ausmass 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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reduziert gewesen (act. G 19 S. 19). Die behandelnde Fachärztin, med. pract. B.___, attestierte dem 

Beschwerdeführer auf die Frage der Beschwerdegegnerin, wie der Verlauf der bisher attestierten 

Arbeitsunfähigkeit aussehe, dass diese seit 1. Januar 2020 bis auf weiteres auf 70 % festzulegen sei 

(vgl. Bericht vom 1. März 2020 in IV-act. 48). Diese Einschätzung bestätigte sie mit Bericht vom 5. 

November 2020 (IV-act. 67). Davor, im relevanten Zeitraum ab Juni 2019, liegen 
Arbeitsunfähigkeitsatteste von med. pract. B.___ für die Monate Juli 2019 (70%-ige Arbeitsunfähigkeit; 

IV-act. 32-13) und August 2019 (70%-ige Arbeitsunfähigkeit; IV-act. 32-14) im Recht. Vom 21. August 

bis 14. November 2019 befand sich der Beschwerdeführer in stationärer Behandlung in der Klinik D.___ 

(IV-act. 48-3). Während dieser Zeit und darüber hinaus ist ohne weiteres von einer 100%-igen 

Arbeitsunfähigkeit auszugehen, zumal eine solche auch ab dem Jahr 2020 von der Gerichtsgutachterin 

attestiert wird. Damit kann als hinlänglich erstellt gelten, dass das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b 

IVG bei durchgehend relevanter Arbeitsunfähigkeit spätestens im Juni 2019 zu laufen begann und im 

Juni 2020 endete. Der Anspruch auf eine ganze Rente besteht somit ab 1. Juni 2020. 

5.  

5.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde in Aufhebung der Verfügung vom 
18. April 2023 gutzuheissen und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Juni 2020 eine ganze Rente 

zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis 

IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit 

als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

5.3 Die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 7'964.10 (act. G 25) erscheinen nach Prüfung 
angemessen und hat die Beschwerdegegnerin zu tragen (BGE 143 V 269). 

  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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12/12 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 18. April 2023 aufgehoben und 

dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Juni 2020 eine ganze Rente zugesprochen. Zur Festsetzung 

und Ausrichtung der Rentenleistung wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

2.  
Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- zu bezahlen. 

3.  
Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 7'964.10 zu bezahlen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 06.05.2025
	Art. 7 f. ATSG. Art. 28 IVG. Dem Gerichtsgutachten ist voller Beweiswert beizumessen. Gutheissung der Beschwerde und Anspruch auf eine ganze Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Mai 2025, IV 2023/95).

		2026-01-28T04:28:16+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen