# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8db7d6ef-a68d-5e07-96fd-fa9da05a5a3b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-04-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.04.2022 D-402/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-402-2020_2022-04-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
   
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-402/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  A p r i l  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Susanne Bolz (Vorsitz), 

Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Walter Lang,   

Gerichtsschreiber Jonas Perrin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,  

vertreten durch Rajeevan Linganathan, Rechtsanwalt,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 19. Dezember 2019 / N (…). 

 

 

 

D-402/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (Beschwerdeführer) – ein sri-lankischer Staatsangehöriger ta-

milischer Ethnie mit letztem Wohnsitz in B._______ im Distrikt Jaffna 

(Nordprovinz) – verliess gemäss eigenen Angaben am 12. Oktober 2015 

auf dem Luftweg sein Heimatland nach Iran und gelangte über die Türkei 

nach Griechenland. Von dort reiste er über ihm unbekannte Länder am 

10. Dezember 2015 in die Schweiz ein und stellte am 11. Dezember 2015 

ein Asylgesuch. 

B.  

Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 30. Dezember 2015 und 

der Anhörung vom 3. Juli 2017 machte der Beschwerdeführer im Wesent-

lichen geltend, er sei in C._______ im Distrikt Jaffna geboren und aufge-

wachsen, er habe die Schule bis zur elften Klasse besucht und sei nach 

dem Schulabschluss in der Landwirtschaft tätig gewesen. Zwischen 1996 

und 1998 sowie zwischen 2000 und 2002 habe er sich zusammen mit sei-

ner Familie im Vanni-Gebiet aufgehalten. Seit 2006 sei er mit seiner Ehe-

frau und den gemeinsamen Kindern in B._______ wohnhaft gewesen. 

Mit Blick auf seine geltend gemachten Asylgründe brachte der Beschwer-

deführer vor, seine Schwester sei eine Soldatin der Liberation Tigers of Ta-

mil Eelam (LTTE) gewesen; sie sei im Jahr 2000 in einem Gefecht als Mär-

tyrerin gefallen. Er selbst sei im Jahr 2002 im Anschluss an eine Demonst-

ration in D._______, als er sein landwirtschaftliches Fahrzeug in Reparatur 

bringen wollte, zusammen mit etwa 16 Personen festgenommen und vor 

Gericht gebracht worden. Dabei sei er misshandelt und verletzt worden. 

Da ein Parlamentarier und Minister sich für ihn eingesetzt habe, sei er am 

nächsten Tag freigekommen. 

Im Jahr 2007 sei es zu bewaffneten Konflikten zwischen der sri-lankischen 

Armee (Sri Lanka Artillery, SLA) und den LTTE gekommen, bei welchen 

Bekannte von ihm, unter anderem E._______, der Bruder seines Freundes 

F._______, getötet und weitere Personen verletzt worden seien. Das 

ganze Dorf habe damals die LTTE unterstützt. So habe auch er den LTTE 

geholfen, in dem er Essen zur Verfügung gestellt und Geld gespendet 

habe; sein Freund habe Geld für die LTTE aufbewahrt. 15 Tage nach der 

Tötung des Bruders seines Freundes seien er und sein Freund von der 

SLA inhaftiert und zwei Tage festgehalten worden. Dabei sei er gefoltert 

und über seine Verbindung zu den LTTE befragt worden. Im Anschluss an 

seine Freilassung sei er von der SLA aufgefordert worden, sich zwei bis 

D-402/2020 

Seite 3 

drei Mal in der Woche bei der Geheimdienstabteilung des Armeecamps zu 

melden, um Informationen über die LTTE zu liefern. Wenn er nichts habe 

mitteilen können, sei er geschlagen worden. Dieser Meldepflicht sei er bis 

im April 2009 nachgekommen.  

Am 7. Juli 2014 sei er mit seinem Motorrad von C._______ nach 

B._______ gefahren. Dabei sei er von vier Männern auf zwei Motorrädern 

– gemäss seinen Aussagen entweder Armeeangehörige oder Paramilitärs 

– angehalten worden. Die Armeeangehörigen respektive Paramilitärs hät-

ten wissen wollen, wo das Geld sei, das er zusammen mit seinem Freund 

für die LTTE aufbewahrt habe. Darauf habe er geantwortet, er habe kein 

Geld; sein Freund habe dieses aufbewahrt und nach einigen Tagen den 

LTTE übergeben. Anschliessend hätten ihn zwei dieser vier Personen mit 

einem Holzknüppel tätlich angegriffen, woraufhin er für fünf Tage in einem 

Spital behandelt worden sei. Nach einiger Zeit habe er erfahren, dass sein 

Freund F._______ von Unbekannten entführt und getötet worden sei. 

Da er um sein Leben gefürchtet habe, sei er zu seinem Schwager nach 

G._______ geflüchtet, wo er bis zu seiner Ausreise am 12. Oktober 2015 

gewohnt habe. Während dieser Zeit sei er drei respektive vier oder fünf Mal 

von unbekannte Männern im Haus seiner Familie gesucht worden. Nach 

seiner Ausreise sei er nicht mehr Zuhause gesucht worden. 

C.  

Mit Verfügung vom 19. Dezember 2019 lehnte das SEM das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers ab, wies ihn aus der Schweiz weg und beauftragte 

den zuständigen Kanton mit dem Wegweisungsvollzug. 

Zur Begründung wurde im Wesentlichen angeführt, die Inhaftierungen und 

Misshandlungen durch die sri-lankischen Behörden im Jahr 2002 und 2007 

stünden in keinem sachlichen und zeitlichen Zusammenhang mit seiner 

Ausreise im Jahr 2015. Zudem knüpfe die nichtstaatliche Verfolgung im 

Jahr 2014 nicht an ein flüchtlingsrechtlich relevantes Motiv an. Schliesslich 

bestehe auch keine begründete Furcht vor künftiger Verfolgung, da er über 

keine hinreichenden Risikofaktoren verfüge.  

D.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters mit Poststempel vom 20. Januar 2020 

erhob der Beschwerdeführer Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht 

und beantragte, die Verfügung des SEM vom 19. Dezember 2019 sei auf-

zuheben, die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers festzustellen 

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Seite 4 

und ihm Asyl zu gewähren; eventualiter sei die Unzulässigkeit und/oder 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren; subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

In formeller Hinsicht wurde im Wesentlichen gerügt, die Vorinstanz habe 

den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig, unrichtig und willkürlich 

festgestellt. 

In materieller Hinsicht wurde im Wesentlichen vorgebracht, der Beschwer-

deführer sei aufgrund der neuen Situation in Sri Lanka als Flüchtling anzu-

erkennen und er weise die vom Bundesverwaltungsgericht dargelegten Ri-

sikofaktoren auf. Eventualiter sei der Wegweisungsvollzug vorliegend un-

zulässig und unzumutbar. 

Der Beschwerdeführer stützte sich in seiner Argumentation auf die Länder-

analyse der Schweizerischen Flüchtlingshilfe vom 14. Oktober 2016, auf 

zwei Berichte der UN-Generalversammlung vom August 2017 respektive 

vom September 2018 sowie auf ein Dokument des UN-Antifolterausschus-

ses vom Januar 2017 und legte verschiedene Medienartikel betreffend Sri 

Lanka als Beweismittel bei. 

Auf die weitere Begründung wird in den Erwägungen eingegangen. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 23. Januar 2020 wurde der Beschwerdeführer 

aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 750.– bis zum 7. Februar 

2020 zu leisten. 

F.  

Der eingeforderte Kostenvorschuss wurde am 3. Februar 2020 geleistet. 

G.  

Mit Instruktionsverfügung vom 7. Februar 2020 wurde das SEM eingela-

den, eine Vernehmlassung einzureichen. 

H.  

Am 13. Februar reichte das SEM eine Vernehmlassung ein, in welcher es 

an seinen Erwägungen der Verfügung vom 19. Dezember 2019 festhielt. 

Das SEM erklärte, es habe sich zur aktuellen Lage in Sri Lanka in der an-

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Seite 5 

gefochtenen Verfügung bereits geäussert. An seiner Einschätzung ver-

möchten die Ausführungen in der Beschwerde nichts zu ändern, zumal sich 

daraus kein persönlicher Bezug zum Beschwerdeführer ergebe. 

I.  

Mit Instruktionsverfügung vom 18. Februar 2020 räumte das Bundesver-

waltungsgericht dem Beschwerdeführer Gelegenheit ein, bis zum 4. März 

2020 eine Replik und entsprechende Beweismittel einzureichen. 

J.  

Mit Eingabe vom 4. März 2020 unterbreitete der Rechtsvertreter des Be-

schwerdeführers eine Replik, in welcher an den Anträgen und der Begrün-

dung der Beschwerdeschrift vom 20. Januar 2020 vollumfänglich festge-

halten wurde. Er führte aus, dass die Beschwerde umfassend darlege, in-

wiefern ein persönlicher Bezug zwischen dem Beschwerdeführer und der 

aktuellen Situation in Sri Lanka bestehe. Zudem reichte er ein Schreiben 

eines Mitglieds des Parlaments des Distriktes Jaffna zu den Akten. 

K.  

Der Vorsitz des vorliegenden Verfahrens ist aus organisatorischen Grün-

den auf Richterin Susanne Bolz übergegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit das 

AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

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Seite 6 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt.  108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, wel-

che vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet sind, eine Kassation 

der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 

3.2 Der Beschwerdeführer bemängelt an verschiedenen Stellen in der Be-

schwerdeschrift eine unvollständige, unrichtige und/oder willkürliche Fest-

stellung des Sachverhalts. 

3.3 Hierzu muss Folgendes festgestellt werden: Die Rügen im Zusammen-

hang mit den Ausführungen zur Glaubhaftigkeitsprüfung (Art. 7 AsylG) und 

zum Flüchtlingsbegriff (Art. 3 AsylG) richten sich nicht gegen die Sachver-

haltsdarstellung der Vorinstanz, sondern gegen die ihr zugrundliegende 

Beweiswürdigung und die rechtliche Würdigung der Vorbringen. Der Um-

stand, dass der Beschwerdeführer mit der materiellen Würdigung des 

Sachverhalts und den Schlussfolgerungen des SEM nicht einverstanden 

ist, stellt keine formelle, sondern eine materielle Rüge dar. Infolgedessen 

werden diese Vorbringen entsprechend unter den materiellen Erwägungen 

geprüft. 

3.4  

3.4.1 Die Rüge des Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe die Beurtei-

lung der Zulässigkeit der Wegweisung ohne eine konkrete Beurteilung des 

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Seite 7 

Falles vorgenommen, ist demgegenüber – wie vom Beschwerdeführer be-

zeichnet – als Rüge formeller Natur zu qualifizieren. Dasselbe gilt für die 

Rüge, das SEM habe sich bei der Prüfung der Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs auf eine pauschale Einschätzung gestützt. 

3.4.2 Mit Blick auf die formelle Rüge im Zusammenhang mit der Zulässig-

keit des Wegweisungsvollzugs bringt der Beschwerdeführer vor, das SEM 

habe die diesbezügliche Beurteilung nicht vollständig vorgenommen. Aus 

der Begründung gehe nicht hervor, inwiefern im konkreten Fall der Weg-

weisungsvollzug zulässig sei. Es werde lediglich festgehalten, dass diese 

zulässig sei, aber eine konkrete Beurteilung anhand der durch das Bun-

desverwaltungsgericht vorgegebenen Risikofaktoren unter Einbezug der 

aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklung fehle vollständig. Mithin liege 

diesbezüglich eine Verletzung des rechtlichen Gehörs beziehungsweise 

eine Verletzung der Begründungspflicht vor. Vorliegend wird somit die Be-

gründungspflicht als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs gerügt. 

3.4.3 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien eines Verfahrens An-

spruch auf rechtliches Gehör. Dieser Grundsatz wird in den Art. 29 ff. 

VwVG für das Verwaltungsverfahren konkretisiert. Er dient einerseits der 

Aufklärung des Sachverhalts, andererseits stellt er ein persönlichkeitsbe-

zogenes Mitwirkungsrecht der Partei dar. Der Anspruch auf rechtliches Ge-

hör verlangt, dass die verfügende Behörde die Vorbringen des Betroffenen 

tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung 

berücksichtigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung nieder-

schlagen muss (vgl. BGE 129 I 232 E. 3.2; BVGE 2011/37 E. 5.4.1; Ent-

scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 2006 Nr. 24 E. 5.1). Die Begründungsdichte richtet sich dabei 

nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfahrensumständen und den In-

teressen des Betroffenen. Je grösser der Spielraum, welcher der Behörde 

infolge Ermessen und unbestimmter Rechtsbegriffe eingeräumt ist, und je 

stärker ein Entscheid in die individuellen Rechte des Betroffenen eingreift, 

desto höhere Anforderungen sind an die Begründung einer Verfügung zu 

stellen. Auch wenn sich die verfügende Behörde nicht ausdrücklich mit je-

der tatbestandlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand ausei-

nandersetzen muss, sondern sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte be-

schränken darf (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b), hat sie wenigstens kurz die Über-

legungen zu nennen, von welchen sie sich leiten liess und auf welche sich 

ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 112 Ia 107 E. 2b; LORENZ KNEUBÜHLER, Die 

Begründungspflicht. Eine Untersuchung über die Pflicht der Behörden zur 

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Begründung ihrer Entscheide, Bern u. a. 1998, S. 29 ff. und 194 f.; JÖRG 

PAUL MÜLLER, Grundrechte in der Schweiz, 3. Aufl., Bern 1999, S. 539 f.). 

3.4.4 Im Rahmen der Prüfung der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs 

hielt das SEM, unter Verweis auf die einschlägige Rechtsprechung des Eu-

ropäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR), fest, weder aus den 

Aussagen noch aus den Akten des Beschwerdeführers würden Anhalts-

punkte hervorgehen, dass ihm im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 Konvention vom 

4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 

(EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe oder Behandlung drohe, weshalb sich 

die Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka als zulässig erweise. 

Tatsächlich fällt diese Begründung kurz aus. Infolgedessen ist nachfolgend 

zu prüfen, ob die Begründung des SEM den Anforderungen an die Begrün-

dungspflicht standhält. 

3.4.5  Im Zusammenhang mit der Zulässigkeitsprüfung des Wegweisungs-

vollzugs nach Sri Lanka hat das Bundesverwaltungsgericht in seinem Re-

ferenzurteil (vgl. Urteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 12.2), 

unter Bezugnahme auf die Rechtsprechung des EGMR, festgehalten, dass 

die für die Prüfung der Flüchtlingseigenschaft relevanten Risikofaktoren im 

Wesentlichen – unter Vorbehalt weiterer individueller Faktoren – auch der 

Prüfung der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs im Rahmen von Art. 3 

EMRK zu Grunde liegen. Mit Blick auf die Erfordernisse der Begründungs-

pflicht der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs bedeutet dies, dass 

diese dann genügend begründet ist, wenn das (fehlende) Vorliegen der Ri-

sikofaktoren hinsichtlich der Flüchtlingseigenschaft genügend begründet 

ist. Insofern ist zu entscheiden, ob das SEM allfällige Risikofaktoren, wel-

che im Sinne von Nachfluchtgründen die Flüchtlingseigenschaft des Be-

schwerdeführers begründen könnten, hinreichend geprüft und begründet 

hat. 

3.4.6 Hierzu führt das SEM aus, dass der Beschwerdeführer nie Mitglied 

der LTTE gewesen sei, seine Familie aktuell keine Verbindung zu den LTTE 

aufweise, er selbst keine exilpolitische Tätigkeit geltend mache und er – 

abgesehen von den Vorfällen im Jahr 2002 – nie in ein Strafverfahren ver-

wickelt gewesen sei. Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass der 

Beschwerdeführer mit seinem eigenen Reisepass ausgereist sei, sei es 

unwahrscheinlich, dass er in einer «Stop-List» aufgeführt sei. Zudem wür-

den seine tamilische Ethnie und die im Zeitpunkt des Erlasses der Verfü-

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Seite 9 

gung des SEM vierjährige Landesabwesenheit keine Gefährdung begrün-

den. So seien keine massgeblichen Hinweise ersichtlich, dass der Be-

schwerdeführer seitens der sri-lankischen Regierung als Regimegegner 

respektive als Person eingestuft würde, die bestrebt sei, den tamilischen 

Separatismus wiederaufleben zu lassen.  

3.4.7 Das SEM hat die Überlegungen genannt, von welchen es sich leiten 

liess und auf welche sich sein Entscheid in Bezug auf die Zulässigkeit des 

Wegweisungsvollzugs stützt. Es hat sich dabei auf die massgebende 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und des EGMR gestützt, 

diese im konkreten Fall angewendet und begründet. Ob die rechtliche Ein-

schätzung des SEM mit diesen Vorgaben übereinstimmt oder nicht, ist Teil 

der materiellen Prüfung (vgl. E. 6.3). Die formelle Rüge im Zusammenhang 

mit der Beurteilung der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs erweist sich 

daher als unbegründet. 

3.4.8 Mit Blick auf die formelle Rüge im Zusammenhang mit der Beurtei-

lung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs bringt der Beschwerde-

führer vor, das SEM habe eine Pauschalisierung vorgenommen, weshalb 

es seine Begründungspflicht verletzt habe. Zu den allgemeinen Anforde-

rungen an die Begründungspflicht kann auf die in E. 3.4.3 angestellten 

Überlegungen verwiesen werden. 

3.4.9 Zur Begründung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs des 

Beschwerdeführers führt das SEM, unter Verweis auf die vom Bundesver-

waltungsgericht herausgearbeiteten individuellen Zumutbarkeitskriterien 

(vgl. Urteil E-1866/2015 E. 13.3.3 f.) an, der Beschwerdeführer habe die 

Schule bis zur elften Klasse besucht und in der Landwirtschaft gearbeitet. 

Zuletzt habe er im Haus seines Schwiegervaters gewohnt. Seine Ehefrau 

und seine Kinder seien weiterhin dort wohnhaft. Das Land, welches er be-

wirtschaftet habe, befinde sich in Familienbesitz. Das Einkommen, welches 

er als Landwirt erzielt habe, sei gemäss den Aussagen des Beschwerde-

führers ausreichend für den Lebensunterhalt der Familie gewesen. Sein 

Bruder sei ebenfalls Landwirt und bewirtschafte das besagte Land. Die 

Mutter und der Vater des Beschwerdeführers lebten ebenfalls auf der Halb-

insel Jaffna. Er habe Schulden bei seinem Onkel, welcher ebenfalls auf der 

Halbinsel Jaffna wohne. Es sei dem Beschwerdeführer zumutbar, nach sei-

ner Rückkehr wieder in der Landwirtschaft zu arbeiten und die Schulden 

bei seinem Onkel zurückzuzahlen. Damit sei eine Grundlage zur wirtschaft-

lichen Reintegration gegeben, welcher weder das Alter noch der Gesund-

heitszustand des Beschwerdeführers entgegenstehen würden.  

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Seite 10 

3.4.10 Damit hat das SEM die Überlegungen genannt, von welchen es sich 

leiten liess und auf welche sich sein Entscheid in Bezug auf die Zumutbar-

keit des Wegweisungsvollzugs stützt und sich dazu nicht nur pauschal, wie 

vom Beschwerdeführer gerügt, geäussert. Ob die rechtliche Einschätzung 

des SEM in Übereinstimmung mit den Anforderungen an die nationale und 

internationale Rechtsprechung erfolgt ist, ist wiederum Gegenstand der 

materiellen Prüfung. Die formelle Rüge im Zusammenhang mit der Beur-

teilung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs erweist sich daher als 

unbegründet. 

3.4.11 Insofern besteht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung 

aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das dies-

bezügliche Rechtsbegehren ist somit abzuweisen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die 

Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von 

bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise solche mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, sofern ihr 

die Nachteile gezielt und aufgrund bestimmter, in Art. 3 Abs. 1 AsylG auf-

gezählter Verfolgungsmotive zugefügt worden sind, respektive zugefügt zu 

werden drohen. Die erlittene Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich 

kausal für die Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat und grund-

sätzlich auch im Zeitpunkt des Asylentscheides noch aktuell sein. 

4.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

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Seite 11 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Zunächst ist festzustellen, dass die Vorinstanz keine Zweifel an der 

Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers äussert. 

5.2  

5.2.1 Zur Begründung des ablehnenden Entscheids hält die Vorinstanz 

Folgendes fest: Die durch den Beschwerdeführer geltend gemachten In-

haftierungen und Misshandlungen in den Jahren 2003 und 2007 bis 2009 

durch die sri-lankischen Behörden seien zwar bedauerlich; das Schweizer 

Asylrecht diene jedoch nicht dem Ausgleich bereits erfolgter Verfolgung, 

sondern dem Schutz vor künftiger Verfolgung. Der Beschwerdeführer ma-

che zwar geltend, dass er einen Zusammenhang zwischen diesen Vorfäl-

len und dem Ereignis im Jahr 2014 vermuten würde, er wisse jedoch nicht 

mit Sicherheit, wer die Personen gewesen seien, die ihn angehalten, nach 

dem versteckten Geld befragt und tätlich angegriffen hätten. Ausschlagge-

bend für seine Ausreise seien der Vorfall im Jahr 2014 und die darauffol-

gende Suche nach ihm gewesen, weshalb weder ein sachlicher noch ein 

zeitlicher Kausalzusammenhang zwischen den Problemen mit den sri-lan-

kischen Behörden bis April 2009 und seiner Ausreise im Oktober 2015 er-

sichtlich sei. Diese Vorbringen seien daher asylrechtlich nicht relevant. 

5.2.2 Bezüglich der Anhaltung, der Befragung nach dem versteckten Geld 

und dem tätlichen Angriff im Juli 2014 führt das SEM an, es liesse sich den 

Aussagen des Beschwerdeführers nicht entnehmen, dass die (befürchtete) 

Verfolgung an ein flüchtlingsrechtlich relevantes Motiv anknüpfe. So würde 

der Beschwerdeführer lediglich vermuten, dass es sich bei den unbekann-

ten Personen, die Geld von ihm verlangt hätten, um Behördenmitglieder 

oder Angehörige einer paramilitärischen Gruppierung gehandelt habe. 

Diese Personen seien Tamilen gewesen. Nach seiner Ausreise hätte sich 

niemand mehr nach ihm erkundigt. Somit sei er aus finanziellen respektive 

kriminellen Gründen angegriffen worden. 

5.2.3 Betreffend die unbekannten Personen, die sich im Nachgang an 

diese Ereignisse bis zur Ausreise des Beschwerdeführers bei seiner Frau 

über ihn erkundigt hätten, habe er ebenfalls nicht viel sagen können, aus-

ser dass diese sich nach seinem Aufenthaltsort erkundigt und gebrochen 

Tamilisch gesprochen hätten. Hinsichtlich des Verfolgungsmotivs führte die 

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Seite 12 

Vorinstanz an, es stehe nicht fest, welche Personen aus welchen Gründen 

den Beschwerdeführer Zuhause gesucht hätten.  

5.2.4 Bezüglich einer allfälligen staatlichen Schutzverweigerung stellte die 

Vorinstanz fest, weder der Beschwerdeführer noch seine Ehefrau hätten 

sich an die Behörden gewandt und um Schutz ersucht. Somit könne er sich 

nicht drauf berufen, dass die Behörden ihm keinen Schutz gewahrt hätten. 

5.2.5 Mit Blick auf die Frage, ob der Beschwerdeführer das Bestehen einer 

begründeten Furcht vor Verfolgung durch staatliche oder durch nichtstaat-

liche Akteure im Zeitpunkt seiner Ausreise auch in objektiver Hinsicht gel-

tend machen könne, führte die Vorinstanz aus, der Beschwerdeführer habe 

keine konkreten Anhaltspunkte darlegen können, wonach er ernsthaft be-

fürchten müsse, bei einer Rückkehr nach Sri Lanka Verfolgungsmassnah-

men ausgesetzt zu sein. Nach dem Vorfall im Jahr 2014 und der Ermor-

dung seines besten Freundes hätten er und seine Familie sich um sein 

Leben gefürchtet. Er habe erklärt, in diesem Zusammenhang gesucht wor-

den zu sein. Dabei handle es sich aber um eine reine Hypothese, die er an 

nichts festmachen könne. So wüsste der Beschwerdeführer weder, wer die 

Personen seien, die ihn spitalreif geschlagen hätten, noch unter welchen 

Umständen sein bester Freund umgebracht worden sei, oder wer ihn in 

seiner Abwesenheit gesucht habe und was diese Personen von ihm gewollt 

hätten. Weiter sei seine Frau nach seiner Ausreise nicht mehr nach ihm 

gefragt worden. Insofern sei zumindest in objektiver Hinsicht seine Furcht 

vor asylrelevanten Nachteilen im Falle einer Rückkehr nicht begründet. 

5.2.6 Mit Bezug auf die Frage, ob dem Beschwerdeführer bei einer Rück-

kehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile wegen Nachfluchtgründen droh-

ten, führte die Vorinstanz an, die geltend gemachten Vorbringen des Be-

schwerdeführers stellten keine asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen 

im Sinne des Asylgesetzes dar; vielmehr habe der Beschwerdeführer nach 

dem Kriegsende noch sechs Jahre bis Oktober 2015 in Sri Lanka gelebt. 

Er sei selber nie Mitglied der LTTE gewesen und seine Familie in Sri Lanka 

weise aktuell keine Verbindung zu den LTTE auf. Er mache keine exilpoli-

tische Tätigkeit geltend, er sei – abgesehen vom Vorfall im Jahr 2002 – nie 

in ein Gerichtsverfahren verwickelt gewesen und sei mit eigenem Reise-

pass über den Flughafen Colombo ausgereist. Insofern erscheine es un-

wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer auf einer «Stop-List» aufge-

führt werde. Alleine wegen seiner tamilischen Ethnie und der im Zeitpunkt 

des Erlasses der Verfügung vierjährigen Landesabwesenheit könne keine 

D-402/2020 

Seite 13 

Gefährdung abgeleitet werden. Es sei daher nicht ersichtlich, dass der Be-

schwerdeführer seitens der sri-lankischen Regierung als Regimegegner 

respektive als Person eingestuft würde, die bestrebt sei, den tamilischen 

Separatismus wiederaufleben zu lassen. Daran vermöchten die einge-

reichten Beweismittel nichts zu ändern, da diese die Schilderungen des 

Beschwerdeführers bestätigten und nicht ihn persönlich beträfen. Infolge-

dessen bestehe kein Grund zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr asyl-

relevanten Verfolgungshandlungen ausgesetzt sei. 

5.3  

5.3.1 In der Beschwerde wird demgegenüber geltend gemacht, die Län-

deranalyse der Vorinstanz sei aufgrund der sich überschlagenden Ereig-

nisse in Sri Lanka überholt, weshalb die geltend gemachten Vorbringen 

des Beschwerdeführers asylrelevant seien. Der Beschwerdeführer gehöre 

zur sozialen Gruppe der abgewiesenen tamilischen Asylsuchenden, wel-

che bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit überwiegender Wahrscheinlich-

keit systematisch aufgrund eines Generalverdachts der Unterstützung der 

LTTE durch die sri-lankischen Behörden verhaftet und unter Anwendung 

von Folter auf unbestimmte Zeit inhaftiert würden. 

5.3.2 Zudem verkenne die Vorinstanz, dass der Fokus der Befragung nach 

dem versteckten Geld im Juli 2014 primär auf den ihm bekannten Personen 

gelegen habe. Ziel der Befragung sei gewesen, an Informationen über die 

mit dem Beschwerdeführer befreundeten ehemaligen LTTE-Mitglieder, 

welche von den versteckten Vermögen der LTTE gewusst hätten, zu ge-

langen. Der Beschwerdeführer selbst sei dabei nur ein Mittel gewesen, um 

an die «grossen Fische» zu gelangen. Infolgedessen handle es sich nicht 

um eine private Angelegenheit, sondern um eine staatlich koordinierte Ver-

folgung, höchstwahrscheinlich zusammen mit paramilitärischen Gruppen. 

Es sei notorisch bekannt, dass in vergleichbaren Fällen der Staatsapparat 

zusammen mit paramilitärischen Gruppen Personen tamilischer Ethnie, 

welche den LTTE nahestanden, diese unterstützt haben oder selbst LTTE-

Mitglied gewesen sind, systematisch behellige, willkürlich verhafte, ver-

schwinden lasse und Lösegelder erpresse. Der Beschwerdeführer habe 

insbesondere keine Probleme mit Verwandten oder Bekannten, welche auf 

eine «Fehde unter Privaten» schliessen lassen würden. 

5.3.3  Weiter führte der Beschwerdeführer aus, aus Sicht des sri-lanki-

schen Staats sei er ein potenzielles Risiko für den Einheitsstaat. Exponierte 

Personen würden als «Freiwild» für Militär- und Polizeiangehörige gelten 

D-402/2020 

Seite 14 

und im Rahmen von «Säuberungsaktionen» beseitigt oder nach willkürli-

chen Verhaftungen um Lösegeld erpresst. Die Vorinstanz verkenne, dass 

er bei einer Rückkehr zur Zielscheibe des Geheimdienstes werde. Er sei 

mehrere Male verhört worden, habe einer Meldepflicht der Armee nachge-

hen müssen, entstamme einer Märtyrerfamilie, verfüge über enge Konnexe 

zu ehemaligen LTTE-Mitgliedern und kenne die Gegebenheiten bezie-

hungsweise die versteckten Vermögen der LTTE. Zudem hätten nicht nur 

ehemalige LTTE-Mitglieder als exponierte Personen zu gelten, sondern 

auch Personen mit einer geringen Verbindung zu den LTTE. Die Tatsache, 

dass er von den Behörden gesucht, verhört und gefoltert worden sei, lasse 

ihn als besonders exponierte respektive stark gefährdete Person erschei-

nen. Seine Daten seien registriert und jederzeit von der Sicherheitsbe-

hörde einsehbar. Die Methode des Verschwindenlassens erwirke eine ste-

tige Unsicherheit und schüre Angst unter der tamilischen Bevölkerung. Die-

ses Vorgehen habe der sri-lankische Staat beim Beschwerdeführer ange-

wendet und ihn vorerst wieder auf freien Fuss gesetzt, um ihn in einer nach-

folgenden geheimen Aktion zu eliminieren. All diese Faktoren habe das 

SEM nicht berücksichtigt. Insgesamt weise der Beschwerdeführer somit 

ein Risikoprofil auf, welches unter die Definition des Bundesverwaltungs-

gerichts der gefährdeten Personen falle.  

5.3.4 Schliesslich befürchte der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr 

nach Sri Lanka von den Sicherheitsbehörden verfolgt zu werden. Diese 

Situation ständiger Angst verursache einen unerträglichen psychischen 

Druck. 

5.4 In der Vernehmlassung hielt die Vorinstanz an ihren Erwägungen fest. 

Ergänzend führte sie an, dass sie sich bereits zur aktuellen Lage in Sri 

Lanka geäussert habe. An dieser Einschätzung vermöchten auch die Aus-

führungen in der Beschwerde nichts zu ändern, zumal sich daraus kein 

persönlicher Bezug zum Beschwerdeführer ergebe. 

5.5  In der Replik wurde an den Vorbringen der Beschwerde festgehalten 

und entgegnet, in der Beschwerde werde umfassend dargelegt, inwiefern 

ein persönlicher Bezug zwischen dem Beschwerdeführer und der aktuellen 

Situation in Sri Lanka bestehe. Zusätzlich wurde ein Schreiben eines Mit-

glieds des Parlaments des Distriktes Jaffna zu den Akten gereicht, in wel-

chem der vom Beschwerdeführer dargestellte Sachverhalt grundsätzlich 

bestätigt wird. 

  

D-402/2020 

Seite 15 

6.  

6.1  

6.1.1 Zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Ausreise zu 

Recht das Bestehen einer begründeten Furcht vor asylbeachtlicher Verfol-

gung geltend machen konnte. 

6.1.2 Die Vorinstanz hat das Vorliegen eines zeitlichen und sachlichen 

Kausalzusammenhangs zwischen den möglicherweise flüchtlingsrechtlich 

relevanten Verfolgungshandlungen bis zum April 2009 und der Ausreise im 

Oktober 2015 verneint. Der Beschwerdeführer selbst hat angegeben, dass 

er nicht wisse, ob die früheren Vorfälle in einem Zusammenhang mit den 

Vorkommnissen ab dem Jahr 2014 stünden (vgl. A13/21 F60). Die von ihm 

geäusserte Vermutung eines Zusammenhangs (A13/21 F62: «Das ist nur 

eine Vermutung, ich kann es nicht mit Sicherheit sagen») ist zwar grund-

sätzlich nicht unmöglich, erscheint aber vor dem Hintergrund der Vor-

kommnisse unwahrscheinlich. Der Tod seiner Schwester im Jahr 2000, 

seine Verhaftung im Anschluss an die Demonstration im Jahr 2002, seine 

Inhaftierung im Nachgang an die bewaffneten Konflikte im Jahr 2007 

mitsamt der Meldepflicht bis April 2009 und die Ereignisse im Jahr 2014 

erscheinen insgesamt als isolierte, voneinander unabhängige Vorkomm-

nisse. Nicht nur die eigenen Äusserungen des Beschwerdeführers, son-

dern auch eine objektive Betrachtung der Ereignisse sprechen gegen das 

Vorliegen eines in der Beschwerde behaupteten Kausalzusammenhangs. 

Das Bestehen eines zeitlichen und sachlichen Kausalzusammenhangs 

zwischen den Ereignissen bis im April 2009 und der Ausreise des Be-

schwerdeführers ist daher mit der Vorinstanz zu verneinen. 

6.1.3 Massgebend für die Ausreise des Beschwerdeführers waren die Vor-

kommnisse ab Juli 2014. Diesbezüglich geht die Vorinstanz davon aus, 

dass die Anhaltung, die Befragung und der tätliche Angriff sowie die nach-

folgende Suche nach dem Beschwerdeführer auf nichtstaatliche Akteure 

zurückzuführen sei und besagten Vorkommnissen keine flüchtlingsrecht-

lich relevanten Motive, sondern finanzielle respektive kriminelle Motive – 

mitunter solche, welche nicht von Art. 3 Abs. 1 AsylG erfasst werden – zu-

grunde lägen.  

Der Beschwerdeführer sei von vier Personen, vermutlich Armeesoldaten 

oder Paramilitärs, angehalten, angegriffen und nach dem versteckten Geld 

gefragt worden. Er habe angegeben, kein Geld zu haben; dieses habe sein 

Freund aufbewahrt und der LTTE übergeben. Im Anschluss an die Befra-

D-402/2020 

Seite 16 

gung sei der Beschwerdeführer mit Stockschlägen angegriffen und be-

wusstlos geschlagen worden (vgl. A13/21 F56). An anderer Stelle habe der 

Beschwerdeführer zu Protokoll gegeben, dass es sich dabei um unbe-

kannte Personen gehandelt habe; er sei nicht in der Lage, genauere Anga-

ben zu machen (vgl. A13/21 F88). Es seien aber Tamilen gewesen (vgl. 

A13/21 F90). 

6.1.4 Auch das Bundesverwaltungsgericht kommt angesichts der Tatsa-

chen, dass der Beschwerdeführer ausschliesslich nach dem mutmasslich 

versteckten Geld befragt wurde, er dabei auf seinen Freund verwies, wel-

cher nach einiger Zeit tot aufgefunden wurde und er nicht genauer Auskunft 

darüber geben konnte, wer diese vier Personen gewesen waren, diese je-

doch als Tamilen identifizieren konnte, zum Schluss, dass diesen Vor-

kommnissen kein flüchtlingsrechtlich relevantes Motiv zugrunde liegt. 

6.1.5 Daran ändert auch der Einwand des Beschwerdeführers – Ziel der 

Befragung sei gewesen, an Informationen über die mit dem Beschwerde-

führer befreundeten ehemaligen LTTE-Mitglieder, welche von den ver-

steckten Vermögen der LTTE wussten, zu gelangen, weshalb der Be-

schwerdeführer nur ein Mittel gewesen sei, um an die «grossen Fische» zu 

kommen – nichts. So hat der Beschwerdeführer in den Anhörungen gerade 

nicht dargelegt, er sei im Zusammenhang mit Informationen über ehema-

lige LTTE-Mitglieder ausgefragt worden, sondern nur im Zusammenhang 

mit dem versteckten Geld. Motiv der Behelligungen dürfte daher das Erlan-

gen des versteckten Geldes sein, weshalb diese – in Übereinstimmung mit 

den Erwägungen des SEM – als finanzieller respektive krimineller Natur zu 

qualifizieren sind. Insofern ist mit der Vorinstanz das Vorliegen eines flücht-

lingsrechtlich relevanten Motivs nach Art. 3 Abs. 1 AsylG zu verneinen. 

6.1.6 Dasselbe ist in Bezug auf das mehrmalige Aufsuchen des Beschwer-

deführers in seinem Zuhause festzustellen, als er bereits bei seinem 

Schwager untergetaucht war. Auch betreffend diese Vorfälle wusste er 

nicht zu sagen, um welche Personen es sich dabei gehandelt hat. Laut 

dem Beschwerdeführer seien es unbekannte Leute gewesen (vgl. A13/21 

F56), die ihn insgesamt drei Mal (vgl. A13/21 F107) respektive vier bis fünf 

Mal (vgl. A3/11 7.01) aufgesucht hatten, die gebrochenes Tamilisch gespro-

chen hätten (vgl. A13/2 F110) und jeweils nur seinen Aufenthaltsort in Er-

fahrung bringen wollten (vgl. A13/2 F111). Ebenso wenig gelang seiner 

Ehefrau, diese zu identifizieren respektive einer bestimmten – staatlichen 

oder nichtstaatlichen – Gruppierung zuzuordnen (vgl. A13/21 F109). Aus 

diesen Angaben lässt sich ebenfalls kein flüchtlingsrechtlich relevantes 

D-402/2020 

Seite 17 

Verfolgungsmotiv nach Art. 3 Abs. 1 AsylG ableiten. Ausserdem wäre frag-

lich, ob diese von den anderen isolierten Verfolgungshandlungen die not-

wenige Intensität aufweisen würden. 

6.1.7 Ob die unbekannten Personen, die den Beschwerdeführer angehal-

ten, befragt und tätlich angegriffen haben sowie diejenigen, die ihn Zu-

hause mehrmalig aufgesucht haben, als staatliche oder nichtstaatliche Ak-

teure zu qualifizieren sind, ist gemäss dem Sachverhalt nicht eindeutig er-

stellt. Diese Frage kann jedoch offenbleiben, da jeder Verfolgungshandlung 

– ob staatlicher oder nichtstaatlicher Natur – ein in Art. 3 Abs. 1 AsylG ab-

schliessend aufgezähltes Motiv zugrunde liegen muss, damit Verfolgungs-

handlungen flüchtlingsrechtlich relevant sind. Im Hinblick auf die Ereig-

nisse ab Juli 2014, welche für die Ausreise des Beschwerdeführers aus-

schlaggebend waren, muss seine Flüchtlingseigenschaft – in Ermangelung 

des Bestehens eines asylrelevanten Verfolgungsmotivs – verneint werden. 

Daran vermag auch das mit der Beschwerde eingereichte Schreiben eines 

Mitglieds des Parlaments des Distrikts Jaffna nichts zu ändern, zumal darin 

im Wesentlichen die als glaubhaft erachteten Vorbringen des Beschwerde-

führers bestätigt werden. 

6.2 Schliesslich wird in der Beschwerde vorgebracht, der Beschwerdefüh-

rer befürchte bei einer Rückkehr noch immer von den Sicherheitsbehörden 

verfolgt zu werden. Zudem erzeuge der Gedanke einer Rückkehr und seine 

ständige Angst, erneut mitgenommen zu werden, eine Situation unerträgli-

chen psychischen Drucks. 

6.2.1 Um das Vorhandensein eines unerträglichen psychischen Drucks be-

jahen zu können, müssen konkrete staatliche Eingriffe vorliegen, welche 

effektiv stattgefunden haben oder künftig drohen. Die staatlichen Verfol-

gungsmassnahmen müssen in einer objektivierten Betrachtung zudem als 

derart intensiv erscheinen, dass dem Betroffenen ein weiterer Verbleib in 

seinem Heimatstaat objektiv nicht mehr zugemutet werden kann. Mit an-

deren Worten ist nicht ausschlaggebend, wie der Betroffene die Situation 

subjektiv erlebt hat, sondern ob aufgrund der tatsächlichen Situation ein 

Aussenstehender nachvollziehen kann, dass der psychische Druck uner-

träglich geworden ist (vgl. EMARK 1996 Nr. 30 E. 4d; Referenzurteil des 

BVGer D-4952/2014 vom 23. August 2017 E. 7.6). 

6.2.2 Die vom Beschwerdeführer angeführte Angst vor einer Rückkehr und 

Verfolgung gründet auf seinen subjektiven Erlebnissen. Aus objektiver 

Sicht hingegen erscheinen die bisherigen staatlichen Behelligungen nicht 

D-402/2020 

Seite 18 

als derart intensiv, dass ihm ein Verbleib in Sri Lanka objektiv nicht hätte 

zugemutet werden können. Die subjektive Angst, erneut mitgenommen 

werden zu können, ist objektiv nicht begründet, weshalb auch darin kein 

unerträglicher psychischer Druck zu erkennen ist. 

6.2.3 Das SEM hat zu Recht festgestellt, dass der Beschwerdeführer zum 

Zeitpunkt seiner Ausreise keine auch objektiv begründete Furcht vor zu-

künftiger, asylbeachtlicher Verfolgung hatte und kein unerträglicher psychi-

scher Druck besteht. 

6.3  

6.3.1 Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer wegen seiner Zugehörig-

keit zur tamilischen Ethnie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte 

Nachteile drohen würden. 

6.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich nach Beendigung des Bür-

gerkrieges im Mai 2009 wiederholt und eingehend mit der (nach wie vor 

prekären) Menschenrechtslage in Sri Lanka im Allgemeinen und mit der 

Situation von Rückkehrenden tamilischer Ethnie im Besonderen befasst 

(sog. Returnee-Problematik; vgl. insb. BVGE 2011/24 E. 8 und Urteil 

E-1866/2015 E. 8 je mit umfassender Quellenanalyse). Nach wie vor be-

steht seitens der sri-lankischen Behörden gegenüber Personen tamilischer 

Ethnie, die aus dem Ausland zurückkehren, eine erhöhte Wachsamkeit. In-

dessen kann nicht generell angenommen werden, jeder aus Europa oder 

der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende sei alleine aufgrund 

seines Auslandaufenthaltes der ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung 

und Folter ausgesetzt (vgl. Urteil E-1866/2015 E. 8.3).  

6.3.3 Die Rechtsprechung geht davon aus, dass jene Rückkehrer eine be-

gründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ha-

ben, denen seitens der sri-lankischen Behörden Bestrebungen zugeschrie-

ben werden, den nach wie vor als Bedrohung wahrgenommenen tamili-

schen Separatismus wiederaufleben zu lassen respektive den sri-lanki-

schen Einheitsstaat zu gefährden. Die in diesem Zusammenhang geltend 

und glaubhaft gemachten Risikofaktoren sind in einer Gesamtschau, inklu-

sive ihrer allfälligen Wechselwirkung und unter Berücksichtigung der kon-

kreten Umstände, in einer Einzelfallprüfung dahingehend zu prüfen, ob sie 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit für eine flüchtlingsrelevante Verfolgung 

sprechen (vgl. Urteil E-1866/2015 E. 8.5.5). Als stark risikobegründende 

Faktoren, welche bereits für sich allein genommen zur Bejahung einer be-

gründeten Furcht vor asylrelevanter Verfolgung bei der Rückkehr nach Sri 

D-402/2020 

Seite 19 

Lanka führen können, hat die Rechtsprechung dabei namentlich einen Ein-

trag in die sogenannte «Stop-List» (d.h. das Vorhandensein eines Eintrags 

mit Hinweis auf ein Strafurteil, eine gerichtliche Anordnung oder einen Haft-

befehl im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbin-

dung zu den LTTE; vgl. Urteil E-1866/2015 E. 8.2, 8.4.1, 8.4.3 und 8.5.2), 

Verbindungen zu den LTTE (vgl. Urteil E-1866/2015 E. 8.4.1 und 8.5.3) und 

die regimekritische Betätigung im Ausland (vgl. Urteil E-1866/2015 E. 8.4.2 

und 8.5.4) identifiziert. Demgegenüber stellen schwach risikobegründende 

Faktoren (namentlich) dar: Das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente 

bei der Einreise in Sri Lanka, eine zwangsweise respektive durch die IOM 

begleitete Rückführung oder Narben (vgl. Urteil E-1866/2015 E. 8.4.4, 

8.4.5 und 8.5.5); der Dauer eines Aufenthaltes im Ausland kommt keine 

direkte Risikorelevanz zu (vgl. Urteil E-1866/2015 E. 8.4.6, 9.2.4). Diese 

Risikofaktoren verstehen sich nicht als abschliessend (vgl. Urteil 

E-1866/2015 E. 9.1). 

6.3.4 Die Vorinstanz hat bezüglich allfälliger Nachfluchtgründe darauf hin-

gewiesen, dass der Beschwerdeführer nie Mitglied der LTTE gewesen sei, 

seine Familie aktuell keine Verbindung zur LTTE aufweise, er keine exilpo-

litische Tätigkeit geltend mache und – abgesehen vom Vorfall im Jahr 2002 

– nie in ein Strafverfahren verwickelt gewesen und mit eigenem Reisepass 

über den Flughafen Colombo ausgereist sei. Somit seien keine massgebli-

chen Hinweise ersichtlich, dass der Beschwerdeführer seitens der sri-lan-

kischen Behörden als Regimegegner respektive als Person eingestuft wer-

den würde, die bestrebt sei, den tamilischen Separatismus wiederaufleben 

zu lassen. 

6.3.5 Demgegenüber wird in der Beschwerde geltend gemacht, der sri-lan-

kische Staat sehe in der Person des Beschwerdeführers ein potenzielles 

Risiko für den Einheitsstaat. Als exponierte Person sei er «Freiwild» für 

Militär- und Polizeiangehörige und müsse seine Beseitigung im Rahmen 

von «Säuberungsaktionen» befürchten. Zumal falle der Beschwerdeführer 

unter die Definition des Bundesverwaltungsgerichts der gefährdeten Per-

sonen, da er mehrere Male verhört worden sei, einer Meldepflicht der Ar-

mee habe nachgehen müssen, einer Märtyrerfamilie entstamme, über 

enge Konnexe zu ehemaligen LTTE-Mitgliedern verfüge und die versteck-

ten Vermögen der LTTE kenne. 

6.3.6 Zunächst ist dem Beschwerdeführer zuzustimmen, dass nicht nur 

ehemalige Mitglieder der LTTE als exponierte Personen gelten, sondern – 

wie in E. 6.3.2 dargelegt – auch Rückkehrer, die über die im Urteil 

D-402/2020 

Seite 20 

E-1866/2015 E. 8.8.8 erwähnten Risikofaktoren verfügen und bei denen 

anhand einer Gesamtwürdigung der konkreten Umstände im Einzelfall 

festgestellt wird, dass für die betroffene Person eine begründete Furcht vor 

ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG besteht. 

6.3.7 Weiter ist dem Beschwerdeführer beizupflichten, dass die Vorinstanz 

es versäumt hat, einige nicht unwesentliche potenzielle Risikofaktoren zu 

erwägen. So stellte das SEM etwa fest, dass die Familie des Beschwerde-

führers aktuell keine Verbindung zu den LTTE aufweise. Der Auffassung, 

dass aufgrund des Todes der Schwester des Beschwerdeführers davon 

auszugehen ist, dass seine Familie keine Verbindung (mehr) zu den LTTE 

aufweise, ist nicht zu folgen. Die Tatsache, dass diese bereits vor geraumer 

Zeit – nämlich am 27. September 2000, also vor über 21 Jahren – verstor-

ben ist, dürfte allerdings nur eine sehr geringe Verbindung zu den LTTE zu 

begründen vermögen. Ausserdem scheint die Darstellung des Beschwer-

deführers, wegen des Todes seiner Schwester aus einer Märtyrerfamilie zu 

entstammen, überhöht, zumal gemäss den Aussagen des Beschwerdefüh-

rers seine anderen Geschwister nicht für die LTTE tätig waren (vgl. A13/21 

F73). Eine weitergehende familiäre Verbindung geht weder aus den Aus-

sagen noch den Akten hervor. 

6.3.8 Ebenfalls nicht berücksichtigt hat das SEM die Tatsache, dass der 

Beschwerdeführer mehrfach gesucht, inhaftiert, gefoltert und unter eine 

fast zweijährige Meldepflicht gestellt wurde. Dass diese Ereignisse nicht 

kausal für seine Ausreise waren, bedeutet indes nicht zwingend, dass 

diese für die Prüfung der Risikofaktoren unerheblich sind. Infolgedessen 

sind diese Ereignisse in die Würdigung der Risikofaktoren einzubeziehen. 

6.3.9 Andererseits vermochte der Beschwerdeführer seine weiteren Vor-

bringen, wonach er über enge Verbindungen zu ehemaligen LTTE-Mitglie-

dern verfüge und die versteckten Vermögen der LTTE kenne, nicht glaub-

haft zu machen. In den Anhörungen brachte er nicht vor, Verbindungen zu 

Mitgliedern der LTTE zu haben. Mit Bezug auf die Kenntnis der versteckten 

Vermögen ist festzustellen, dass er nur davon wusste, dass sein Freund 

offenbar Geld für die LTTE versteckte. Angesichts der Ereignisse im Juli 

2014 – der Beschwerdeführer verwies hinsichtlich der versteckten Vermö-

gen auf seinen Freund, welcher im Nachgang getötet wurde – ist davon 

auszugehen, dass das versteckte Geld bereits entwendet wurde und er 

über keine Kenntnis weiterer versteckter Gelder verfügt. 

D-402/2020 

Seite 21 

6.3.10 Schliesslich vermag das Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei 

nach dem tätlichen Angriff nur deshalb auf freien Fuss gesetzt worden, da-

mit er bei einer späteren Aktion eliminiert werden könnte (vgl. Beschwer-

deeingabe BS 5, Bst. e, S. 12), nicht zu überzeugen. Diese Vermutung ist 

rein hypothetisch und lässt sich auf nichts abstützen. 

6.3.11 Nach dem Dargelegten ist festzuhalten, dass aufgrund des Sach-

verhalts nicht davon ausgegangen werden kann, dass der Beschwerdefüh-

rer über einen Eintrag in der «Stop-List» verfügt (d.h. das Vorhandensein 

eines Eintrags mit Hinweis auf ein Strafurteil, eine gerichtliche Anordnung 

oder einen Haftbefehl im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder ver-

muteten Verbindung zu den LTTE; vgl. Urteil E-1866/2015 E. 8.2, 8.4.1, 

8.4.3 und 8.5.2). Die in den Jahren 2002 und 2007 bis 2009 glaubhaft ge-

machten Inhaftierungen, Folterungen, das einmalige Gerichtsverfahren im 

Jahr 2002, das abgeschlossen wurde, und die fast zweijährige Meldepflicht 

erscheinen ebenfalls nicht geeignet, zu einem Eintrag in die «Stop-List» 

geführt zu haben. Auch dem eingereichten Schreiben eines Mitglieds des 

Parlaments des Distrikts Jaffna sind diesbezüglich keine Hinweise zu ent-

nehmen. Das Gerichtsverfahren aus dem Jahr 2002 betraf eine Demonst-

ration im selben Jahr, die heute nicht mehr von Interesse sein dürfte, zumal 

der Beschwerdeführer sich danach nicht mehr politisch aktiv betätigte. Zu-

dem macht der Beschwerdeführer keine exilpolitische regimekritische Tä-

tigkeit geltend; Hinweise darauf finden sich weder in seinen Aussagen noch 

in den Akten. Die einzige Verbindung des Beschwerdeführers zu den LTTE 

besteht darin, dass seine Schwester eine gefallene LTTE-Kämpferin war. 

Vor diesem Hintergrund ist erstens darauf hinzuweisen, dass – wie unter 

E. 6.3.7 bereits dargelegt – die geraume Zeit seit ihrem Tod nur eine Ver-

bindung geringen Ausmasses zu begründen vermag. Zweitens ist anzufüh-

ren, dass gemäss der einschlägigen Rechtsprechung des Bundesverwal-

tungsgerichts nicht jede irgendwie geartete tatsächliche oder vermeintliche 

aktuelle oder vergangene Verbindung zu den LTTE eine flüchtlingsrechtlich 

relevante Gefahr vor Verfolgung nach sich zieht, sondern nur jene, welche 

aus der Sicht der sri-lankischen Regierung darauf gerichtet sind, den eth-

nischen und politischen Konflikt im Land wieder aufflammen zu lassen (vgl. 

Urteil E-1866/2015 E. 8.5.3). Vorliegend sind keine Anhaltspunkte ersicht-

lich, inwiefern die LTTE-Mitgliedschaft der vor geraumer Zeit gefallenen 

Schwester des Beschwerdeführers ihn selbst als Gefahr in Bezug auf das 

Wiederaufflammen des Konflikts in Sri Lanka erscheinen lassen könnte, 

zumal er hierfür niemals behelligt wurde. Infolgedessen ist festzustellen, 

dass der Beschwerdeführer keine starken Risikofaktoren aufweist, die be-

reits für sich alleine genommen zur Bejahung einer begründeten Furcht vor 

D-402/2020 

Seite 22 

Verfolgung führen können. Des Weiteren ist erstellt, dass der Beschwerde-

führer mit eigenem Reisedokument über den Flughafen Colombo ausge-

reist ist und weder aus den Akten noch den Aussagen des Beschwerdefüh-

rers ersichtlich ist, dass er über Narben verfügen würde. Insofern weist der 

Beschwerdeführer auch keine schwachen Risikofaktoren auf. Weitere all-

fällige Risikofaktoren sind nicht aktenkundig. 

6.3.12 Hinsichtlich des Vorbringens in der Beschwerde, die geltend ge-

machten Vorbringen des Beschwerdeführers seien insbesondere auch auf-

grund der sich überschlagenden Ereignisse in Sri Lanka asylrelevant, ist 

festzuhalten, dass sich das Bundesverwaltungsgericht der Veränderungen 

in Sri Lanka bewusst ist, die Entwicklungen aufmerksam beobachtet und 

sie bei der Entscheidfindung berücksichtigt. Zwar ist beim derzeitigen 

Kenntnisstand durchaus von einer möglichen Akzentuierung der Gefähr-

dungslage für Personen, die bestimmte Risikofaktoren erfüllen, auszuge-

hen (vgl. Urteil E‑1866/2015 m.w.H.; vgl. auch das kürzlich ergangene Ur-

teil des BVGer D-4314/2019 vom 18. Januar 2022 E. 7.3). Dennoch gibt es 

zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass seit dem Macht-

wechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer Verfol-

gungsgefahr ausgesetzt wären. Unter diesen Umständen ist im Einzelfall 

zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Personen zur Prä-

sidentschaftswahl vom 16. November 2019 respektive deren Folgen be-

steht. Ein persönlicher Bezug des Beschwerdeführers zur Präsident-

schaftswahl und deren Folgen ist aus den Akten nicht ersichtlich und wurde 

vom Beschwerdeführer auch nicht dargetan. An dieser Einschätzung än-

dert auch das mit der Replik zu den Akten gereichte Schreiben eines Mit-

glieds des Parlaments des Distrikts Jaffna nichts, das im Wesentlichen die 

vom Beschwerdeführer geltend gemachte Sachverhaltsdarstellung bestä-

tigt, dieser jedoch nichts Neues hinzufügt. Die Präsidentschaftswahlen von 

November 2019 und daran anknüpfende Ereignisse vermögen im Hinblick 

auf den Beschwerdeführer keine objektiven Nachfluchtgründe zu begrün-

den (vgl. dazu BVGE 2010/44 E. 3.5; Urteil des BVGer E-1156/2020 vom 

20. März 2020 E. 6.2; Urteil des BVGer E-6426/2019 vom 8. November 

2021 E. 6.6). 

6.3.13  Im Sinne einer Gesamtwürdigung kommt das Bundesverwaltungs-

gericht zum Ergebnis, dass die subjektive Furcht des Beschwerdeführers, 

bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthaften Nachteilen ausgesetzt zu 

sein, objektiv nicht begründet ist; es sind keine objektiven Nachflucht-

gründe ersichtlich.  

D-402/2020 

Seite 23 

6.4 Nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts ist es dem Be-

schwerdeführer weder mit den von ihm geltend gemachten Vorfluchtgrün-

den (vgl. E. 6.1, 6.2), noch durch die vorgebrachten Nachfluchtgründe (vgl. 

E. 6.3) gelungen, eine auch objektiv begründete Furcht vor asylbeachtli-

cher Verfolgung darzulegen. 

7.  

Die Vorinstanz hat demnach die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde-

führers zu Recht verneint und dessen Asylgesuch zutreffend abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

9.2.1  So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

D-402/2020 

Seite 24 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Gemäss Praxis des EGMR sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–

127 m.w.H.). 

9.2.2 Der Beschwerdeführer hat angeführt, es sei mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass alle nach Sri Lanka zurück-

geschafften Asylsuchenden tamilischer Ethnie Opfer von Verhaftung und 

Verhören unter Anwendung von Folter – mit anderen Worten von durch 

Art. 3 EMRK respektive Art. 3 FoK verbotene Behandlung oder Bestrafung 

– werden könne. 

Zu dieser Einschätzung des Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass sich 

der EGMR mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK-wid-

rige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land 

nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst hat (vgl. Urteile 

des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11; 

T.N. gegen Dänemark vom 20. Januar 2011, 20594/08; P.K. gegen Däne-

mark vom 20. Januar 2011, 54705/08; J.G. gegen Polen vom 11. Juli 2017, 

44114/14). Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller 

D-402/2020 

Seite 25 

Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine un-

menschliche Behandlung. An dieser Einschätzung vermögen die politi-

schen Entwicklungen insbesondere im Umfeld der Kommunalwahlen vom 

Februar 2018 (vgl. Urteil des BVGer D-5880/2018 vom 12. Februar 2019 

E. 11.2.2), die Ende 2019 erfolgten Präsidentschaftswahlen sowie die Par-

lamentswahlen vom August 2020 nichts Grundlegendes zu ändern. 

9.2.3 Im Rahmen der Prüfung der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs 

hat das Bundesgericht in seinem Urteil E-1866/2015, unter Bezugnahme 

auf die Rechtsprechung des EGMR (Urteil T.N., a.a.O., § 94), zudem fest-

gestellt, dass der Prüfung für die Flüchtlingseigenschaft relevanten Risiko-

faktoren im Wesentlichen die Prüfung der Zulässigkeit des Wegweisungs-

vollzugs im Rahmen von Art. 3 EMRK zu Grunde gelegt werden könne. 

Diese Würdigung wurde bereits vorgenommen, weshalb an dieser Stelle 

auf die in E. 6.3.1 ff. dargestellte Begründung verwiesen werden kann. 

9.2.4 Somit bestehen keine konkreten Hinweise, dass der Beschwerdefüh-

rer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen so genannten «Back-

ground Check» (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im In- und 

Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet wäre. 

Das eingereichte Schreiben eines Mitglieds des Parlaments des Distrikts 

Jaffna vermag daran nichts zu ändern, zumal es im Wesentlichen den er-

stellten Sachverhalt bestätigt, diesem aber nichts Neues hinzuzufügen ver-

mag. 

9.2.5 Weder die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat noch 

individuelle Faktoren in Bezug auf die Situation des Beschwerdeführers 

lassen demnach den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als un-

zulässig erscheinen, unabhängig davon, ob die Behelligungen im Jahr 

2014 von privaten oder staatlichen Akteuren ausgingen. Nach dem Gesag-

ten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der 

völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

9.3  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

D-402/2020 

Seite 26 

9.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Frage der generellen 

Zumutbarkeit der Wegweisung nach Sri Lanka im schon erwähnten 

Referenzurteil E-1866/2015 (E. 13) geprüft und sich im Sinne einer 

Aufdatierung der davor letzten Lagebeurteilung (BVGE 2011/24) 

eingehend mit der aktuellen politischen und allgemeinen Lage in Sri Lanka 

auseinandergesetzt (E. 13.2 f.). Dabei kam es zum Schluss, der Vollzug 

der Wegweisung in die Nord- und Ostprovinz sei grundsätzlich zumutbar, 

sofern das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien bejaht 

werden könne, insbesondere die Existenz eines tragfähigen familiären 

oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte 

Einkommens- und Wohnsituation. Bezüglich der im Urteil E-1866/2015 

noch offen gelassenen Frage der Zumutbarkeit des Vollzugs von 

Wegweisungen ins sogenannte Vanni-Gebiet (siehe dazu BVGE 2011/24 

E. 13.2.2.1) stellte das Bundesverwaltungsgericht mit Referenzurteil 

D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 (E. 9.5) fest, dass dieser ebenfalls 

zumutbar ist. 

9.3.2 Diese Rechtsprechung hat, entgegen den Ausführungen in der Be-

schwerde, weiterhin Gültigkeit (vgl. Urteil E-6426/2019 E. 9.6 f. und Urteil 

D-4314/2019 E. 9.3.1). Das Vorbringen des Beschwerdeführers, die Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sei aufgrund der aktuellen sicher-

heitspolitischen Lage festzustellen, ist demnach abzuweisen. 

9.3.3 Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer aufgrund seines letzten 

Wohnsitzes in B._______(Nordprovinz) über ein tragfähiges familiäres 

oder soziales Beziehungsnetz sowie über Aussichten auf eine gesicherte 

Einkommens- und Wohnsituation verfügt. 

Es ist aktenkundig, dass der Beschwerdeführer die Schule bis zur elften 

Klasse besucht und in der Landwirtschaft gearbeitet hat; er hat zuletzt zu-

sammen mit seiner Ehefrau und den Kindern im Haus seines Schwieger-

vaters gewohnt. Zudem ist die Familie im Besitz von Land, welches sie 

bewirtschaften. Gemäss den Aussagen des Beschwerdeführers sei das 

Einkommen, welches er als Landwirt erzielt habe, ausreichend für den Le-

bensunterhalt der Familie gewesen. Ferner sei sein Bruder ebenfalls Land-

wirt und bewirtschafte das besagte Land. Schliesslich leben weitere Ver-

wandte, etwa die Mutter und der Vater des Beschwerdeführers, ebenfalls 

auf der Halbinsel Jaffna. Insofern bestehen ein tragbares familiäres Bezie-

hungsnetz sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohn-

situation. Da der Beschwerdeführer sich selbst als gesund bezeichnet 

D-402/2020 

Seite 27 

(A3/11 8.02) und keine gegenteiligen Hinweise ersichtlich sind, sind die An-

forderungen an die individuellen Zumutbarkeitskriterien erfüllt. Nach dem 

Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 

9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-402/2020 

Seite 28 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Verfahrens in Höhe von 

Fr. 750.– zu tragen. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe 

wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Susanne Bolz Jonas Perrin 

 

 

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