# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 053f1c3b-5c06-5454-b687-ec5259294726
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.07.2009 C-5597/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5597-2007_2009-07-16.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5597/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  J u l i  2 0 0 9

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, Richter Andreas Trommer, 
Gerichtsschreiber Daniel Brand.

F._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
G._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5597/2007

Sachverhalt:

A.
Am  7.  Juni  2007  beantragte  die  aus  dem  Kosovo  stammende 
G._______ (geb. 1952, nachfolgend: Gesuchstellerin bzw. Eingelade-
ne) bei der Schweizerischen Vertretung in Pristina ein Visum für einen 
dreimonatigen Familienbesuch, wobei sie als Gastgeber ihren im Kan-
ton St. Gallen wohnhaften Neffen F._______ (nachfolgend: Gastgeber 
bzw.  Beschwerdeführer)  bezeichnete.  Nach  formloser  Verweigerung 
übermittelte die Auslandvertretung das Gesuch zur Prüfung und zum 
Entscheid an die Vorinstanz. 

B.  
Nachdem das Ausländeramt des Kantons St. Gallen beim Gastgeber 
ergänzende Auskünfte eingeholt und an das BFM weitergeleitet hatte, 
wies die Vorinstanz das Einreisegesuch mit Verfügung vom 2. August 
2007 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, die Gesuchstelle-
rin stamme aus einer Region, aus welcher der Zuwanderungsdruck als 
Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen und soziokulturellen Ver-
hältnisse  bekanntermassen  nach  wie  vor  stark  anhalte.  Viele  ihrer 
Landsleute  versuchten  –  einmal  in  der  Schweiz  –  ihren  Aufenthalt 
durch  Ausschöpfung  sämtlicher  rechtlicher  Mittel  zu  verlängern,  um 
sich so in Umgehung der bundesrätlichen Begrenzungsmassnahmen 
eine  vermeintlich  bessere  Zukunft  aufzubauen.  Der  Gesuchstellerin 
oblägen im Heimatland weder zwingende berufliche oder gesellschaft-
liche Verpflichtungen noch familiäre Verantwortlichkeiten, die gegebe-
nenfalls Gewähr für eine fristgerechte Rückkehr bieten könnten.

C.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  21.  August  2007  beantragt  der  Be-
schwerdeführer sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfü-
gung  und  die  Erteilung  des  gewünschten  Besuchervisums. Zur  Be-
gründung bringt  er im Wesentlichen vor, die Vorinstanz gehe zu Un-
recht  davon  aus,  die  Wiederausreise  der  Eingeladenen  nach  einem 
Besuchsaufenthalt wäre nicht gesichert, lebe seine (verwitwete) Tante 
doch in sehr guten finanziellen Verhältnissen sowie in einem intakten 
familiären Umfeld. Ihre drei Töchter seien verheiratet und führten ihren 
eigenen Haushalt im Kosovo. Mit ihren drei Söhnen, welche ihrer ge-
wohnten Arbeit  nachgingen, wohne sie zusammen im eigenen Haus. 
Als Gastgeber garantiere er, dass seine Tante die Schweiz nach ihrem 
Besuchsaufenthalt fristgerecht wieder verlassen werde.

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Der Rechtsmitteleingabe beigelegt war u.a. eine Kopie der Garantieer-
klärung.

D.  
In ihrer Vernehmlassung vom 4. Oktober 2007 spricht sich die Vorin-
stanz unter Erläuterung der bisher genannten Gründe für die Abwei-
sung der Beschwerde aus. Die Tatsache, dass sechs erwachsene Kin-
der der Gesuchstellerin im Kosovo lebten, lasse zwar auf familiäre Bin-
dungen,  jedoch  nicht  gezwungenermassen  auf  besondere  Verpflich-
tungen im Heimatland schliessen. Bezüglich der wirtschaftlichen Ver-
hältnisse gelte es festzuhalten, dass der Landbesitz der Familie ledig-
lich eineinhalb Hektaren betrage. Überdies sei der Gesuchstellerin be-
reits im Jahre 2003 eine Einreisebewilligung verweigert  worden; ihre 
persönlichen Verhältnisse hätten sich seither  nicht  wesentlich verän-
dert.

E.
Der Beschwerdeführer verzichtete in der Folge auf die Einreichung ei-
ner Replik. 

F.  
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht – un-
ter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen – Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021), 
welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wur-
den. Darunter  fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweige-
rung  der  Einreisebewilligung,  welche  vom Bundesverwaltungsgericht 
endgültig beurteilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

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1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Auslän-
dern  die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
Am 1. Januar 2008 sind das Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie die 
dazu gehörigen  Ausführungsverordnungen  (u.a. die  Verordnung  vom 
24.  Oktober  2007  über  das  Einreise-  und  Visumverfahren  [VEV, AS 
2007  5537])  in  Kraft  getreten.  In  der  Volksabstimmung  vom  5. Juni 
2005 wurde dem Bundesbeschluss vom 17. Dezember 2004 über die 
Genehmigung  und  die  Umsetzung  der  bilateralen  Abkommen  zwi-
schen der Schweiz und der EU über die Assoziierung an Schengen 
und  an  Dublin  (SR  362)  zugestimmt.  Die  entsprechenden  Assoziie-
rungsabkommen (darunter das Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Europäischen Uni-

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on und der Europäischen Gemeinschaft über die Assoziierung dieses 
Staates bei der Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schen-
gen-Besitzstands [SAA, SR 0.360.268.1]) sind sodann für die Schweiz 
am  12. Dezember  2008  definitiv  in  Kraft  getreten.  Seitdem  ist  die 
Schweiz verpflichtet, den übernommenen Schengen-Besitzstand anzu-
wenden und umzusetzen,  wie u.a. die Bestimmungen zur gemeinsa-
men Visapolitik, auf die verschiedentlich in EG-Rechtsakten verwiesen 
wird. Durch die Übernahme des Schengen-Besitzstandes wurden im 
AuG entsprechende  Anpassungen  notwendig  (vgl.  u.a.  Art. 2  Abs. 4 
AuG, wonach die Bestimmungen über  das Visumverfahren und über 
die Ein-  und Ausreise  nur  gelten,  sofern  das  Schengen-Recht  keine 
abweichenden Bestimmungen enthält). Im Weiteren ist  die VEV total 
revidiert worden (Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise 
und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204], in Kraft seit 12. Dezember 
2008). Art. 57 VEV sieht vor, dass hängige Verfahren nach dem neuen, 
übergeordneten (Schengen-)Recht  fortgeführt  werden. Das bedeutet, 
dass die  Schweiz  ungeachtet  der  übergangsrechtlichen Bestimmung 
von Art. 126 Abs. 1 AuG völkerrechtlich verpflichtet ist, auf Verfahren, 
die am 12. Dezember 2008 hängig sind, das neue Recht anzuwenden 
(zum Vorrang des internationalen Rechts: vgl. BGE 131 II 352 E. 1.3.1 
[mit Hinweis auf Rechtsprechung und zitierte Doktrin], 119 V 171 E. 4; 
RAINER J. SCHWEIZER,  Zur Einleitung: Das Bundesverwaltungsgericht im 
System der öffentlich-rechtlichen Rechtspflege des Bundes, in: Bern-
hard Ehrenzeller/Rainer J. Schweizer [Hrsg.], Das Bundesverwaltungs-
gericht: Stellung und Aufgaben, St. Gallen 2008, S. 24).

5.
5.1 Bezüglich  der  Einreisevoraussetzungen  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung 
(EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der  Grenzen  durch  Personen  (Schengener  Grenzkodex  [SGK,  ABl. 
L 105 vom 13.04.2006, S. 1–32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die Ein-
reisevoraussetzungen  für  Drittstaatsangehörige. Diese  benötigen  zur 
Einreise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern sie 
der Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie 
müssen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts 
belegen  und  hierfür  über  ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügen 
(Bst. c). Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener Informationssys-
tem  (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und  keine 
Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentli-

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che Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglied-
staats darstellen (Bst. d und e).

5.2 Die  Einreisevoraussetzungen  gemäss  Schengener  Grenzkodex 
entsprechen im Wesentlichen Art. 5 Abs. 1 Bst. a–d AuG. Das in Art. 5 
Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände des ge-
planten Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht explizit 
erwähnt. Demgegenüber verlangt Art. 5 Abs. 2 AuG, dass im Falle ei-
nes nur vorübergehenden Aufenthalts für die gesicherte Wiederausrei-
se Gewähr zu bieten ist. Dies stellt jedoch kein zusätzliches im natio-
nalen Recht verankertes Erfordernis dar und steht daher nicht im Wi-
derspruch zum Schengener Grenzkodex. Die Angabe des vorüberge-
henden Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtserklä-
rung dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. 
Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdige Angaben zum Aufent-
haltszweck, so kann daraus der Schluss gezogen werden, dass der je-
weilige Gesuchsteller nicht willens ist, nach Ablauf des geplanten Auf-
enthalts den Schengenraum fristgerecht zu verlassen. In diesem Sinne 
äussert  sich auch die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die 
diplomatischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die 
von  Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C 326  vom 
22.12.2005, S. 1–149), die eine analoge Auslegung vornimmt. Die GKI 
verlangt  hinsichtlich  des Entscheids über  den Visumsantrag die Ein-
schätzung des Migrationsrisikos; es muss geprüft werden, "ob der An-
tragsteller die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten mit 
Hilfe  eines  zu  Touristik-,  Studien-,  Geschäfts-  bzw.  zu  Familienbe-
suchszwecken ausgestellten Visums einzuwandern und sich dort nie-
derzulassen“ (vgl. ABl. C 326, S. 10).  Die laut Art. 5 Abs. 2 SGK zur 
Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommenden Bele-
ge werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzkodex auf-
gelistet. 

5.3 Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  somit  festzuhalten, 
dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des 
Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung 
des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten Wieder-
ausreise. Es kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich des letztgenannten Merkmals angeknüpft werden. 

6.
Das in Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erwähnte Einreiseerfordernis der aus-

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reichenden finanziellen Mittel wird in Absatz 3 präzisiert. Danach kann 
die Feststellung ausreichender finanzieller Mittel anhand von Bargeld, 
Reiseschecks und Kreditkarten erfolgen; ebenso können – sofern  in 
den nationalen Rechtsvorschriften  vorgesehen –  Verpflichtungserklä-
rungen und Bürgschaften von Gastgebern Nachweise für das Vorhan-
densein  ausreichender  Mittel  zur  Bestreitung  des  Lebensunterhalts 
darstellen. Das schweizerische Ausländerrecht sieht diese und andere 
Sicherheiten in Art. 2 Abs. 2 sowie in Art. 7–11 VEV vor. Unter Verweis 
auf die Rechtsgrundlage von Art. 5 SGK führt die GKI aus, welche Be-
lege sich zum Nachweis der Mittel zur Bestreitung des Lebensunter-
halts eignen (vgl. ABl. C 326, S. 11).

7.
Das Schengen-Recht nimmt eine Differenzierung in Bezug auf die Vi-
sumspflicht  von  Drittstaatsangehörigen  vor.  Die  Verordnung  (EG) 
Nr. 539/2001  des  Rates  vom  15. März  2001  (ABl.  L 81  vom 
21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I 
und  II,  welche  jeweils  eine  Liste  von  Drittländern  enthalten.  In  An-
hang I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige 
beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten 
im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt diejeni-
gen Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht be-
freit  sind.  Aufgrund  ihrer  Staatsangehörigkeit  unterliegt  die  Gesuch-
stellerin  damit  der  Visumspflicht.  Daran  hat  auch  die  durch  die 
Schweiz erfolgte Anerkennung des Kosovo als Staat nichts geändert. 

8.
8.1 Vorliegend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz unter Berücksichtigung 
der  Verhältnisse  im  Herkunftsland  und  der  persönlichen  Lebensum-
stände  einen  ermessensfehlerfreien  Entscheid  getroffen  hat.  Dabei 
rechtfertigt  es sich, Einreisegesuchen von Personen aus Staaten mit 
politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen 
mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen, da die persönliche In-
teressenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck ei-
ner zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. 

8.2 Die Gesuchstellerin lebt im inzwischen unabhängigen und von der 
Schweiz als Staat anerkannten Kosovo. Die Sicherheitslage in dieser 
Region konnte zwar im Verlaufe der letzten Jahre weitgehend stabili-
siert werden und der Wiederaufbau von Administration und Infrastruk-
tur ist unter Beteiligung internationaler Organisationen und Staatenge-

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meinschaften  in  Gang  gekommen.  Aus  wirtschaftlicher  Sicht  ist  es 
aber trotz grosser internationaler Unterstützung bisher nicht gelungen, 
eine Wachstumsdynamik im Kosovo einzuleiten; es herrscht wirtschaft-
liche  Stagnation  und  die  Arbeitslosigkeit  bleibt  hartnäckig  hoch.  So 
sind  mehr  als  die  Hälfte  der  Erwerbsfähigen  ohne  oder  zumindest 
ohne regelmässiges Einkommen. Der Armutsanteil der Bevölkerung im 
Kosovo lag im Jahr 2008 bei 45%; 15% der Kosovaren lebten sogar in 
extremer Armut (vgl. <http://www.worldbank.org>, Countries > Europe 
and Central Asia > Kosovo > Overview > Country Brief 2009 – April 
2009, besucht im Juni 2009). Der Zuwanderungsdruck aus dieser Re-
gion ist dementsprechend hoch, was sich auch in der schweizerischen 
Asylstatistik widerspiegelt. So stammten im Jahr 2008 7.8% der Asyl-
suchenden aus dem Gebiet von Serbien und dem Kosovo. Diese Regi-
on steht damit in der Statistik der Asylgesuche nach Nationen an vier-
ter Stelle (vgl. kommentierte BFM-Asylstatistik 2008, S. 9). 

8.3 In Anbetracht der schwierigen Lage im Kosovo und unter Berück-
sichtigung, dass die Bereitschaft, das Heimatland zu verlassen, erfah-
rungsgemäss dort begünstigt wird, wo bereits Verwandte oder Bekann-
te im Ausland leben, ist die Beurteilung der Vorinstanz, die das Risiko 
einer nicht fristgerechten Wiederausreise als relativ hoch einschätzte, 
nicht zu beanstanden. Es wäre jedoch zu schematisch und nicht halt-
bar, generell und ohne spezifische Anhaltspunkte ausschliesslich auf-
grund der allgemeinen Lage in der Herkunftsregion auf eine nicht hin-
reichend gesicherte Wiederausreise zu schliessen. Die eben genann-
ten Umstände entbinden die Vorinstanz daher nicht von einer einzel-
fallbezogenen  Beurteilung.  Namentlich  können  berufliche,  gesell-
schaftliche  oder  familiäre  Verpflichtungen  die  Prognose  einer  an-
standslosen Wiederausreise begünstigen.

9.
9.1 Bei der Eingeladenen handelt es sich um eine 57-jährige, verwit-
wete Hausfrau, welche gemäss den Visumsakten (vgl. UNMIK-Bestäti-
gung vom 25. Mai 2007) mit ihrem jüngsten Sohn (geb. 1975), welcher 
als Landwirt tätig ist, sowie ihren drei (ebenfalls erwachsenen und of-
fenbar verheirateten) Töchtern in Hausgemeinschaft lebt. Ausser den 
erwähnten  Personen  leben  auch  die  beiden  andern  Söhne  der  Ge-
suchstellerin  im Kosovo,  nach den Angaben des Beschwerdeführers 
ebenfalls  im gleichen Haus,  was allerdings nicht  aktenmässig belegt 
ist. So oder anders verfügt die Eingeladene damit fraglos und entge-
gen der Auffassung der Vorinstanz (in der angefochtenen Verfügung) 

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im Kosovo über genügenden familiären Rückhalt, welche sie von einer 
Emigration abhalten dürfte. 

9.2 Als Hausfrau und Rentnerin ist die Gesuchstellerin nicht in der Ar-
beitswelt integriert. Angesichts der im Kulturkreis der Gesuchstellerin 
üblichen traditionellen Familienstruktur ist  jedoch davon auszugehen, 
dass die Eingeladene – neben einer allfälligen Pension als verwitwete 
Person – auf  die finanzielle Unterstützung ihrer  im Kosovo lebenden 
(zahlreichen) Kinder und deren Familien zählen kann. In diesem Zu-
sammenhang verweist  der  Beschwerdeführer  denn auch auf  die  Er-
werbstätigkeit der drei Söhne im Heimatland. Nicht ausschlaggebend 
kann  dabei  die  Feststellung  der  Vorinstanz  in  der  Vernehmlassung 
sein, ein Landbesitz von bloss eineinhalb Hektaren decke knapp den 
Eigenbedarf einer einzigen Person, ist doch nicht davon auszugehen 
und wird auch nicht geltend gemacht, die Grossfamilie bestreite ihren 
Lebensunterhalt einzig und alleine mit dem Landwirtschaftsbetrieb.

9.3 Auch wenn ein gewisses Risiko für ein missbräuchliches Verhalten 
nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, ist in casu davon auszu-
gehen,  dass  die  Eingeladene  nach  ihrem Besuchsaufenthalt  fristge-
recht in ihr Heimatland zurückkehren wird; dies umso mehr, als sie in 
der Schweiz über keine engsten Familienangehörigen verfügt. An die-
ser Einschätzung vermag auch der Hinweis der Vorinstanz auf die im 
Jahre 2003 erfolgte Einreiseverweigerung nichts zu ändern (vgl. Verfü-
gung  vom  10.  Dezember  2003).  Zum  einen  ist  die  Gesuchstellerin 
schon rein altersmässig nicht mehr zum Kreis derjenigen zu zählen, 
bei denen ein besonders starker Druck zur Emigration festzustellen ist. 
Zum andern gelten der Kosovo sowie Serbien seit dem 1. April  2009 
als verfolgungssichere Staaten (so genannte "Safe Countries"; vgl. Be-
schluss des Bundesrates vom 6. März 2009). 

10.
Aufgrund  der  vorgängigen  Erwägungen  bieten  die  persönlichen  und 
wirtschaftlichen Verhältnisse der Gesuchstellerin durchaus hinreichen-
de Gewähr für eine gesicherte Wiederausreise. Demzufolge ist festzu-
stellen, dass die angefochtene Verfügung den rechtserheblichen Sach-
verhalt  unrichtig  resp. unvollständig  festhält  und  in  fehlerhafter  Aus-
übung des Ermessens ergangen ist (Art. 49 Bst. a und b VwVG). Die 
Beschwerde ist daher gutzuheissen, die angefochtene Verfügung auf-
zuheben und die Sache zur neuerlichen Beurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen. Dabei ist vom BFM abzuklären, ob die in Art. 2 Abs. 1 

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VEV genannten Einreisevoraussetzungen gemäss Schengener Grenz-
kodex erfüllt sind oder allenfalls gemäss Art. 2 Abs. 4 VEV aus huma-
nitären Gründen ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit zu er-
teilen ist. 

11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind weder dem Beschwerdefüh-
rer  noch  der  Vorinstanz  Kosten  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs. 1  und  2 
VwVG) und der geleistete Kostenvorschuss ist zurückzuerstatten. Eine 
Parteientschädigung ist  nicht  zuzusprechen,  da dem nicht  anwaltlich 
vertretenen  Beschwerdeführer  keine  notwendigen  und  verhältnis-
mässig  hohen  Kosten  erwachsen  sind  (Art. 64  Abs.  1  VwVG  i.V.m. 
Art. 7 Abs. 4,  Art. 8  sowie Art. 13 des Reglements vom 21. Februar 
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Dispositiv Seite 11

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird  gutgeheissen. Die angefochtene Verfügung vom 
2. August 2007 wird aufgehoben und die Sache zur neuerlichen Abklä-
rung und Beurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und der am 12. September 
2007 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- wird dem Beschwerde-
führer zurückerstattet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben, Beilage: Formular Zahladres-
se)

- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] zurück)
- das Ausländeramt des Kantons St. Gallen

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Daniel Brand

Versand: 

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