# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a21ee2a6-80ec-540b-b111-dd165fb2a3f1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.10.2025 B-2229/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2229-2025_2025-10-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-2229/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Christian Winiger (Vorsitz), 

Richterin Kathrin Dietrich, Richter Pascal Richard,    

Gerichtsschreiber Reto Finger. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch die Rechtsanwälte  

Alexandre Kirschmann und Dr. Domenico Di Cicco, 

Kellerhals Carrard Lausanne/Sion SA,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
Gegen 

 
 

Bundesamt für Bauten und Logistik BBL,  

vertreten durch die Rechtsanwälte  

Prof. Dr. iur. Hans Rudolf Trüeb und/oder Lena Götzinger, 

Walder Wyss AG,  

Vergabestelle,  

 

B._______ AG,  

Beschwerdegegnerin.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Öffentliches Beschaffungswesen; Zuschlag betr. Projekt 

"Ersatz des vom Bundesamt für Polizei verwendeten 

automatisierten Fingerabdruck-Identifikationssystems (AFIS) 

sowie über die fakultative Beschaffung eines 

Gesichtsbildvergleichssystems", (SIMAP-Projekt-ID #242; 

Meldungsnummer #242-02). 

 

 

 

B-2229/2025 

Seite 3 

Sachverhalt: 

A.  

Am 1. Juli 2024 schrieb das Bundesamt für Bauten und Logistik BBL (nach-

folgend: Vergabestelle) einen Dienstleistungsauftrag mit dem Projekttitel 

"Ersatz des vom Bundesamt für Polizei verwendeten automatisierten Fin-

gerabdruck-Identifikationssystems (AFIS) sowie über die fakultative Be-

schaffung eines Gesichtsbildvergleichssystems" im offenen Verfahren aus 

(SIMAP-Meldungsnummer #242-01). 

Gegenstand des Projekts ist die Ablösung des sich aktuell bei der Verga-

bestelle im Einsatz befindenden automatisierten Fingerabdruck-Identifika-

tionssystems (AFIS). Dieses erlaubt es, bekannte und unbekannte Perso-

nen anhand von Finger- und Handflächenabdrücken mit erkennungs-

dienstlichen Daten und offenen Tatortspuren abzugleichen. Optional soll 

ein Modul für den Gesichtsbildvergleich (GES) beschafft werden, mit dem 

Gesichtsbilder von verdächtigen bekannten und unbekannten Personen 

abgeglichen werden können. Die neu zu beschaffende Software (ABIS) 

muss in der Lage sein, sowohl den daktyloskopischen Abgleich als auch 

den Gesichtsbildabgleich durchzuführen. 

B.  

In der Folge gingen fristgerecht zwei Angebote ein. Am 10. März 2025 er-

teilte die Vergabestelle den Zuschlag an die B._______ AG (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin). 

C.  

Gegen diese Zuschlagsverfügung erhob die A._______ (nachfolgend: Be-

schwerdeführerin) am 31. März 2025 Beschwerde an das Bundesverwal-

tungsgericht mit folgenden Rechtsbegehren: 

Rechtsbegehren 

1. Die Zuschlagsverfügung des Bundesamtes für Bauten und Logistik 

vom 10. März 2025 (SIMAP Nr. 242-02 [24019] 403 AFIS2026) sei 

aufzuheben und dahingehend abzuändern, dass der Zuschlag an  

A._______ erteilt wird.  

2. Eventualiter zu Ziffer 1: Die Sache sei zur Neubeurteilung des Zu-

schlags betreffend das Beschaffungsverfahren "Ersatz des vom Bun-

desamt für Polizei verwendeten automatisierten Fingerabdruck-Iden-

tifikationssystems (AFIS) und fakultative Beschaffung eines Gesichts-

bildvergleichssystems" an die Vergabestelle zurückzuweisen. 

B-2229/2025 

Seite 4 

3. Verfahrensanträge 

a) Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.  

b) Der Vorinstanz sei es superprovisorisch zu verbieten, den Vertrag 

mit der Zuschlagsempfängerin B._______ AG bis zum Entscheid ab-

zuschliessen.  

4. Kostenverlegung 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. MWST) zu Lasten 

der Vergabestelle. 

Zur Begründung führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, die 

Standardsoftware der Beschwerdegegnerin erfülle mutmasslich nicht 

sämtliche fachtechnischen Anforderungen gemäss TS01 und müsse des-

halb ausgeschlossen werden. Zudem sei die mit TS01 verknüpfte Bewer-

tung von ZK02 zu hoch ausgefallen. Hinzu komme, dass es unmöglich ge-

wesen sei, für das Zuschlagskriterium ZK04 (Algorithmus GES) die maxi-

male Punktzahl zu erreichen, weshalb dieses Kriterium in vergaberechts-

widriger Weise weniger Gewicht erhalten habe, als in den Ausschreibungs-

unterlagen angekündigt worden sei. Weiter sei das Kriterium ZK04 auch 

falsch definiert worden. Die Vergabestelle habe mit der Benchmark "FNMR 

overall" auf den falschen Indikator gesetzt. Richtig wäre der Benchmark 

"FMR Vary Gini" gewesen. In jedem Fall handle es sich beim Angebot der 

Beschwerdegegnerin um ein ungewöhnlich niedriges Angebot, bei dem die 

Vergabestelle zu weiteren Abklärungen und allenfalls zum Ausschluss des 

Angebotes verpflichtet gewesen wäre. Für den Fall, dass es sich trotz aller 

Einwände um ein zulässiges Angebot handeln sollte, müsse das Preisbe-

wertungsmodell nachträglich korrigiert werden. Es könne nicht sein, dass 

beim Zuschlagskriterium Preis das eine Angebot die Maximalnote und das 

andere Angebot keine Punkte erhalte. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 2. April 2025 erteilte das Bundesverwaltungs-

gericht der Beschwerde vorerst superprovisorisch die aufschiebende Wir-

kung. Gleichzeitig erhielt die Beschwerdegegnerin Gelegenheit, mitzutei-

len, ob sie im vorliegenden Verfahren aktiv Parteirechte ausüben wolle. Die 

Beschwerdegegnerin liess sich innert Frist nicht vernehmen.  

E.  

Am 5. Mai 2025 reichte die Vergabestelle nach einmaliger Fristerstreckung 

ihre Vernehmlassung mit folgenden Rechtsbegehren ein: 

B-2229/2025 

Seite 5 

Rechtsbegehren: 

Die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

Prozessuale Anträge: 

1. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung der aufschieben-

den Wirkung sei abzuweisen, und der Beschwerde sei die superpro-

visorisch erteilte aufschiebende Wirkung zu entziehen.  

2. Der Beschwerdeführerin sei nur insoweit Einsicht in die Verfahrensak-

ten zu gewähren, als die Verfahrensakten mit Blick auf deren Rechts-

begehren und Rügen relevant sind und überwiegende öffentliche oder 

private Interessen nicht entgegenstehen, während Geschäftsgeheim-

nisse oder andere schützenswerte Daten Dritter von der Einsicht aus-

zunehmen seien.  

3. Vor dem Zwischenentscheid über die aufschiebende Wirkung sei kein 

weiterer Schriftenwechsel durchzuführen.  

4. Für den Fall, dass das Bundesverwaltungsgericht ohne Zwischenent-

scheid über die aufschiebende Wirkung direkt durch Endentscheid 

entscheiden sollte, sei ebenfalls kein weiterer Schriftenwechsel durch-

zuführen.  

5. Eine Beschwerdeergänzung sei nicht zuzulassen.  

6. Für den Fall, dass der Beschwerdeführerin wider Erwarten Gelegen-

heit gegeben wird, ihre Beschwerde zu ergänzen und anzupassen 

oder anderweitig Stellung zu nehmen, ist der Vergabestelle eine an-

gemessene Frist zur Ergänzung dieser Stellungnahme einzuräumen.  

Alles unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin.  

Die Vergabestelle begründete ihre Anträge im Wesentlichen damit, die 

fachtechnischen Anforderungen gemäss TS01 seien erfüllt. Die Vergabe-

stelle habe jede einzelne Anforderung überprüft und dabei auch die Refe-

renzen der jeweiligen Dokumentation nachvollzogen. Durch die Verknüp-

fung von TS01 mit ZK02 sei folglich auch der Einwand nicht zu hören, wo-

nach die Bewertung von ZK02 zu hoch ausgefallen sei. Unzutreffend sei 

auch die Rüge, wonach für das ZK04 die maximale Punktzahl nicht habe 

erreicht werden können. Anders als die Beschwerdeführerin behaupte, sei 

sie nicht diejenige Anbieterin mit dem besten Algorithmus für Gesichtser-

kennung. Der Beschwerdeführerin stehe es im Übrigen nicht zu, der Verga-

bestelle vorzuschreiben, welchen Index sie zu beschaffen habe. Aus der 

Ausschreibung sei klar hervorgegangen, dass auf den "FNMR overall" 

B-2229/2025 

Seite 6 

abgestellt werde. Weiter liege weder ein ungewöhnlich niedriges Angebot 

vor noch hätten sich auf Nachfrage Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die 

Beschwerdegegnerin die Ausschreibungsbedingungen nicht einhalten 

würde. Abschliessend erweise sich auch die Rüge gegen das Preisbewer-

tungsmodell als unbegründet. Zum einen sei sie zu spät erfolgt. Zum an-

deren wäre eine nachträgliche Anpassung der Preisbewertung bzw. der 

Preisspanne im vorliegenden Fall vergaberechtswidrig gewesen. 

F.  

Mit Instruktionsverfügung vom 6. Mai 2025 stellte das Bundesverwaltungs-

gericht die Vernehmlassung der Beschwerdeführerin zu. Weiter wies es die 

Vergabestelle darauf hin, dass es praxisgemäss unzulässig sei, den Eva-

luationsbericht pauschal als internes Aktenstück zu qualifizieren, stattdes-

sen seien von der Akteneinsicht einzig diejenigen Angaben des Evaluati-

onsberichts auszunehmen, welche Geschäftsgeheimnisse oder andere 

schützenswerte Angaben über die Konkurrenten beinhalten. Das Bundes-

verwaltungsgericht forderte die Vergabestelle deshalb auf, eine der Be-

schwerdeführerin zustellbare Version des Evaluationsberichts einzu-

reichen, wobei die Vergabestelle allfällige Abdeckungen einzeln zu begrün-

den hatte.  

G.  

Am 14. Mai 2025 stellte das Bundesverwaltungsgericht der Beschwerde-

führerin den teilweise abgedeckten Evaluationsbericht zu und wies die pro-

zessualen Anträge der Vergabestelle, wonach keine weiteren Schriften-

wechsel zuzulassen seien, ab.   

H.  

Die Beschwerdeführerin reichte am 13. Juni 2025 ihre Replik ein, wobei sie 

zusätzlich beantragte, dass die prozessualen Anträge Ziff. 1 und 2 der 

Vergabestelle abzuweisen seien, soweit darauf einzutreten sei. Dabei 

machte sie weitere Ausführungen dazu, warum das Angebot der Be-

schwerdegegnerin TS01 offensichtlich nicht erfülle und ausgeschlossen 

werden müsse. In diesem Zusammenhang verwies sie insbesondere auf 

die unterschiedlichen Definitionen von "Standardsoftware" und "Swiss Fi-

nish". Angesichts der strengen Definitionen sei es praktisch unmöglich, 

dass die Beschwerdegegnerin mehr Standardfunktionen anbieten könne, 

als die Beschwerdeführerin selbst als bisherige Dienstleisterin des ausge-

schriebenen Auftrages habe erreichen können. Das falsche Verständnis 

der Ausschreibung führe dazu, dass die Beschwerdegegnerin die 

B-2229/2025 

Seite 7 

Implementierung der technischen Funktionalitäten in das System der 

Vergabestelle stark unterschätze.  

I.  

Mit Duplik vom 28. Juli 2025 hielt auch die Vergabestelle an ihren bisheri-

gen Anträgen fest. Der Beschwerdeführerin dürfe in Bezug auf die viel zu 

strikte Auslegung der Definitionen von "Standardsoftware" und "Swiss Fi-

nish" nicht gefolgt werden. Anpassungen von Funktionen der Standardsoft-

ware in der Arbeitsumgebung der Vergabestelle seien eindeutig zulässig 

gewesen. Aus dem Angebot der Beschwerdegegnerin werde im Übrigen 

auch deutlich, dass diese den Aufwand der Implementierung in die Ar-

beitsumgebung der Vergabestelle nicht unterschätzt habe. Der deutliche 

Preisunterschied lasse sich hauptsächlich mit der flexibleren Software-Ar-

chitektur der Beschwerdegegnerin erklären. 

J.  

Am 29. August 2025 reichte die Beschwerdeführerin ihre Schlussbemer-

kungen ein und stellte neue Anträge, subsidiär zu den bisherigen:   

Die Zuschlagsverfügung des Bundesamtes für Bauten und Logistik BBL vom 

10. März 2025 sei aufzuheben.  

Das Vergabeverfahren betreffend den "Ersatz des vom Bundesamt für Polizei 

verwendeten automatischen Fingerabdruck-Identifikationssystems (AFIS) und 

fakultative Beschaffung eines Gesichtsbildvergleichssystems" sei aufzuheben 

und die Vergabestelle anzuweisen, eine neue Ausschreibung im Sinne der Er-

wägungen durchzuführen. 

Zur Begründung der eventualiter gestellten Anträge machte sie geltend, die 

Vergabestelle sei mit Bezug auf die Begriffe Standardsoftware und "Swiss 

Finish" während der Evaluation wesentlich von ihren eigenen Vorgaben der 

Ausschreibung abgewichen. Im Übrigen verwies sie erneut auf die unge-

nügende Akteneinsicht sowie auf die unzureichende Prüfung des unge-

wöhnlich niedrigen Angebotes.   

K.   

Mit unaufgeforderter Eingabe vom 10. September 2025 stellte die Verga-

bestelle die prozessualen Anträge, die Schlussbemerkungen der Be-

schwerdeführerin vom 29. August 2025 seien aus dem Recht zu weisen, 

eventualiter sei der Vergabestelle eine angemessene Frist für die Erstat-

tung einer Stellungnahme zu den neuen Vorbringen anzusetzen. 

B-2229/2025 

Seite 8 

L.  

Am 24. September 2025 reichte auch die Beschwerdeführerin eine unauf-

geforderte Stellungnahme ein. Ihre Ausführungen in den Schlussbemer-

kungen seien nicht aus dem Recht zu weisen. Der Vergabestelle stehe es 

frei, sich ebenfalls innerhalb einer angemessenen Frist erneut zu äussern.  

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die einge-

reichten Akten wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen Be-

zug genommen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

  

1.1 Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und entsprechend auf die 

Beschwerde einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Am-

tes wegen und mit freier Kognition (vgl. BVGE 2007/6 E. 1 m.w.H.). 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von 

Beschwerden gegen die Erteilung eines Zuschlags, der in den Anwen-

dungsbereich des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswe-

sen vom 21. Juni 2019 (BöB, SR 172.056.1) fällt (vgl. Art. 52 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 53 Abs. 1 Bst. e BöB). 

1.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bestimmt sich nach 

dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, 

SR 172.021), soweit das BöB und das Verwaltungsgerichtsgesetz vom 

17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimmen (vgl. Art. 55 

BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 56 Abs. 3 BöB kann die Unangemes-

senheit vor dem Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt werden. 

  

2.1 Das BöB erfasst die Vergabe öffentlicher Aufträge durch unterstellte 

Auftraggeberinnen innerhalb und ausserhalb des Staatsvertragsbereichs 

(Art. 1 BöB). Es ist anwendbar, wenn die Auftraggeberin dem Gesetz un-

tersteht (Art. 4 BöB), wenn der Beschaffungsgegenstand sachlich erfasst 

ist (Art. 8 BöB), der geschätzte Wert des zu vergebenden öffentlichen Auf-

trages den entsprechenden Schwellenwert von Art. 8 Abs. 4 BöB i.V.m. 

B-2229/2025 

Seite 9 

Art. 16 BöB i.V.m. Anhang 4 zum BöB erreicht und keiner der Ausnahme-

tatbestände von Art. 10 BöB gegeben ist.  

2.2 Die Vergabestelle ist als Bundesamt Teil der allgemeinen Bundesver-

waltung und untersteht damit dem BöB (Art. 4 Abs. 1 Bst. a BöB).  

2.3 Die Vergabestelle geht in der SIMAP-Ausschreibung vom 1. Juli 2024 

von einem "Dienstleistungsauftrag" aus. Art. 8 Abs. 4 BöB sieht vor, dass 

im Staatsvertragsbereich die Leistungen nach Massgabe der Anhänge 1-3 

zum BöB dem BöB unterstehen, soweit sie den Schwellenwert nach An-

hang 4 Ziff. 1 zum BöB erreichen. Anders als für Bauleistungen und Liefe-

rungen, die in sachlicher Hinsicht grundsätzlich allesamt dem staatsver-

traglichen Vergaberecht und damit auch dem BöB unterstellt sind, gilt für 

Dienstleistungen sowohl nach GPA (vgl. Anhang 1, Annex 4) als auch nach 

BAöB (vgl. Anhang VI) eine sogenannte Positivliste (Anhang 3 zum BöB). 

Die für die Geltung der Staatsverträge in sachlicher Hinsicht massgebliche 

Dienstleistungs-Positivliste verweist auf einzelne Ziffern der prov. CPC-

Klassifikation (Provisional Central Product Classification; vgl. zum Ganzen 

BVGE 2011/17 E. 5.2.1 ff. "Personalverleih"; Urteile des BVGer 

B-3580/2021 vom 9. Mai 2022 E. 1.2.4 "Identity and Access Management"; 

B-4958/2013 vom 30. April 2014 E. 1.5.2 "Projektcontrollingsystem Alp-

Transit"). In der Ausschreibung wies die Vergabestelle die vorliegende Be-

schaffung der CPV (Common Procurement Vocabulary)-Kategorie 

"72000000 – IT-Dienste: Beratung, Software-Entwicklung, Internet und Hil-

festellung" sowie "72260000 Dienstleistungen in Verbindung mit Software" 

zu. Die Einstufung in die erwähnten Kategorien erscheint zutreffend und 

wird im Übrigen von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten. Bei der 

vorliegenden Beschaffung handelt es sich demnach um einen Dienstleis-

tungsauftrag im Sinne von Art. 8 Abs. 2 Bst. c und Abs. 4 BöB i.V.m. Ziff. 13 

von Anhang 3 zum BöB. 

2.4 Angesichts des Zuschlages in der Höhe von insgesamt 

Fr. 18'909'933.– für den Grundauftrag und die Optionen (mit 8.1 % MWST) 

ist der für Dienstleistungen geltende Schwellenwert von Fr. 640'000.– er-

reicht (Art. 8 Abs. 4 BöB i.V.m. Anhang 4 Ziff. 1.2 zum BöB). 

2.5 Da auch kein Ausnahmetatbestand im Sinne von Art. 10 BöB vorliegt, 

fällt die vorliegend angefochtene Beschaffung in den Anwendungsbereich 

des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen. 

B-2229/2025 

Seite 10 

2.6 Die Voraussetzung von Art. 52 Abs. 1 Bst. a BöB ist ebenfalls erfüllt, so 

dass das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden 

Streitsache zuständig ist.  

  

3.1 Das BöB enthält keine spezielle submissionsrechtliche Regelung zur 

Beschwerdelegitimation, weshalb diese grundsätzlich nach dem allgemei-

nen Verfahrensrecht des Bundes zu beurteilen ist (vgl. Urteil des BVGer 

B-5266/2020 vom 25. August 2021 E. 4.1 "2TG Bauabwasserbehand-

lungsanlage Nord"). Danach ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor der 

Vergabestelle am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur 

Teilnahme erhalten hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG), durch die angefoch-

tene Verfügung besonders berührt ist (Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG) und ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 48 

Abs. 1 Bst. c VwVG). 

3.2 Die Beschwerdeführerin hat als Anbieterin am Verfahren vor der Verga-

bestelle teilgenommen. Ihr Angebot wurde im zweiten Platz von insgesamt 

zwei Anbieterinnen rangiert. Die Beschwerdeführerin ist damit besonders 

berührt und formell beschwert. 

3.3 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung genügt der Umstand, 

dass jemand am Offertverfahren teilgenommen hat und nicht berücksich-

tigt worden ist, nicht, um die Legitimation zu bejahen. Die unterlegene An-

bieterin ist zur Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht nur legiti-

miert, wenn sie eine reelle Chance besitzt, den Zuschlag selber zu erhalten 

(vgl. BGE 141 II 14 E. 4 ff. "Monte Ceneri"). Diese Frage ist aufgrund der 

von der Beschwerdeführerin gestellten Anträge und vorgebrachten Rügen 

zu beantworten. Ob die entsprechenden Rügen begründet sind, ist insofern 

sowohl Gegenstand der materiellen Beurteilung als auch bereits vorfrage-

weise von Bedeutung für das Vorliegen der Prozessvoraussetzungen 

(vgl. BGE 141 II 14 E. 5.1 "Monte Ceneri"). Für derartige doppelrelevante 

Sachverhalte gilt, dass es im Stadium der Prüfung der Eintretensvoraus-

setzungen genügt, wenn die Beschwerdeführerin glaubhaft macht, dass 

ihre Aussichten, nach einer Aufhebung der angefochtenen Verfügung den 

Zuschlag zu erhalten, intakt sind (vgl. BGE 141 II 14 E. 5.1 "Monte Ceneri" 

m.w.H.; Zwischenentscheide des BVGer B-3374/2019 vom 2. September 

2019 E. 4.6 "Produkte zur Innenreinigung III" und B-3196/2016 vom 

31. August 2016 E. 5.5 "Unterhaltsreinigung Zollverwaltung"). 

B-2229/2025 

Seite 11 

3.4 Die Beschwerdeführerin beantragt unter anderem, das Angebot sei 

aufgrund fehlender Eignung und aufgrund eines unzulässigen Unterange-

bots auszuschliessen und der Zuschlag sei in der Folge an die Beschwer-

deführerin zu erteilen. Würde das Gericht dieser Argumentation folgen, so 

hätte die Beschwerdeführerin, als zweitplatzierte und einzig verbliebene 

Anbieterin eine reelle Chance, den Zuschlag zu erhalten. Die Beschwerde-

führerin hat daher ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung, weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist (vgl. 

BGE 141 II 14 E. 4.4 und 4.6 "Monte Ceneri" m.w.H.; Urteil des BVGer 

B-4637/2016 vom 17. März 2017 E. 1.2 "Tunnelreinigung Gotthard-Basis-

tunnel").  

3.5 Bei der angefochtenen Verfügung handelt es sich um die Erteilung des 

Zuschlages und damit grundsätzlich um ein zulässiges Anfechtungsobjekt 

gemäss Art. 53 Abs. 1 Bst. d BöB. 

3.6 Die Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin haben sich ausserdem 

rechtsgenüglich durch schriftliche Vollmacht ausgewiesen (Art. 11 VwVG). 

Eingabefrist sowie Anforderungen an Form und Inhalt der Beschwerde-

schrift sind gewahrt (Art. 30 BöB und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Kosten-

vorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die übri-

gen Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt (Art. 44 ff. VwVG).  

3.7 Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 

  

4.1 Die Beschwerdeführerin rügt, die Vergabestelle habe das Zuschlags-

kriterium ZK04 falsch definiert, weil sie einen anderen Indikator verwende, 

als vom "National Institute of Standards and Technology" (nachfolgend: 

NIST) empfohlen. Für die faire Berücksichtigung demographischer Effekte 

wie Geschlecht, Alter, Ethnie usw., müsse der Indikator "FMR Vary Gini" 

oder "FMR Max/GeoMean" verwendet werden, nicht aber der Indikator 

"FNMR overall". Wäre der richtige Indikator verwendet worden, hätte die 

Beschwerdeführerin für ZK04 auch die volle Punktzahl erhalten (Be-

schwerde Rz. 77 ff.). 

4.2 Die Vergabestelle hält dem entgegen, aus den Ausschreibungsunterla-

gen gehe eindeutig hervor, dass die "demographic effects" mit dem Indika-

tor "FNMR overall" berücksichtigt würden. Der Fairness ein noch stärkeres 

Gewicht beizumessen, etwa durch den Index "Max/GeoMean", sei sachlich 

weder geboten noch sinnvoll, da es bei der Suche mit ABIS primär um erste 

B-2229/2025 

Seite 12 

Ermittlungshinweise gehe und die Fairness durch die weiteren prozessua-

len Garantien im Rahmen eines allfälligen Strafprozesses ausreichend be-

achtet würden. Auf die Verwendung von "FNMR overall" sei im Übrigen in 

den Antworten 50 und 98 des SIMAP-Fragekataloges hingewiesen worden 

(Vernehmlassung 32 ff.). Die Rüge sei jedoch ohnehin verspätet erfolgt, da 

die Beschwerdeführerin bei erster Durchsicht des Anforderungskataloges 

hätte erkennen müssen, welcher Index zur Bewertung von ZK04 verwen-

det werde (Vernehmlassung Rz. 112 und 145). 

4.3 Anordnungen in den Ausschreibungsunterlagen, deren Bedeutung er-

kennbar ist, müssen gemäss Art. 53 Abs. 2 BöB zusammen mit der Aus-

schreibung angefochten werden. Einer Anbieterin kann zwar nicht zuge-

mutet werden, die Unterlagen bereits zu einem frühen Zeitpunkt einer um-

fassenden Rechtsprüfung zu unterziehen. Sind Anordnungen und ihre 

Tragweite indessen bei pflichtgemässer Sorgfalt erkennbar, so sind dies-

bezügliche Rügen gegen den Zuschlagsentscheid auch dann verwirkt, 

wenn die Anordnungen in den Ausschreibungsunterlagen und nicht in der 

Ausschreibung enthalten waren (Botschaft zur Totalrevision des BöB vom 

15. Februar 2017, BBl 2017 1851, 1980). Ist eine Rüge in diesem Sinne 

verwirkt, tritt das Bundesverwaltungsgericht darauf nicht ein (Urteil des 

BVGer B-3534/2021 vom 17. Mai 2022 E. 4.2; MARTIN ZOBL, Handkom-

mentar BöB, Art. 53 N 21). 

4.4 In Übereinstimmung mit den Ausführungen der Vergabestelle war be-

reits bei der ersten Durchsicht der Ausschreibungsunterlagen deutlich, 

nach welchen Massstäben die Zuschlagskriterien bewertet werden. Für 

das Kriterium ZK04 wird im Anforderungskatalog klar vermerkt, dass sich 

die Bewertung im Bereich "demographic effects" auf den Index "FRTE 1:1 

(FNMR overall)" stützt. Die Beschwerdeführerin, welche für eine bessere 

Bewertung ihrer Standardsoftware auf die Verwendung von "FMR Vary 

Gini" oder "FMR Max/GeoMean" angewiesen gewesen wäre, war sich der 

Tragweite der unterschiedlichen Indizes bewusst (Beschwerde Rz. 77 ff.). 

Sie wies denn auch mehrfach in der SIMAP-Fragerunde darauf hin, dass 

der angeblich falsche Index "FNMR overall" zur Anwendung gelangt (vgl. 

Frage 50 und 98 des Fragekataloges).   

4.5 Damit ist erstellt, dass die Anordnung und die Tragweite der 

Verwendung des Index "FNMR overall" für die Beschwerdeführerin bei 

erster Durchsicht der Ausschreibungsunterlagen erkennbar war, weshalb 

sie die Rüge bereits im Rahmen einer Beschwerde gegen die 

Ausschreibung hätte vorbringen müssen. Da sie dies unterlassen hat, ist 

B-2229/2025 

Seite 13 

ihre Rüge in der Beschwerde gegen die Zuschlagsverfügung verspätet. Die 

Beschwerdeführerin hat ihr diesbezügliches Beschwerderecht verwirkt, 

weshalb auf diese Rüge nicht einzutreten ist. 

  

5.1 Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, dass das Preisbewer-

tungsmodell nachträglich hätte korrigiert werden müssen. In der vorliegen-

den Ausschreibung seien nur zwei Angebote eingegangen, wobei das eine 

Angebot das Punktmaximum und das andere Angebot keine Punkte erhal-

ten habe. Dadurch sei die Preisbewertung in willkürlicher Weise erfolgt. 

Eine nachträgliche Anpassung wäre zulässig gewesen, weil sie sich auf 

objektive, nichtdiskriminierende Gründe hätte stützen können (Be-

schwerde Rz. 135 ff.).  

5.2  Die Vergabestelle widerspricht dieser Darstellung. Eine nachträgliche 

Anpassung der Preisspanne wäre vergaberechtswidrig und würde die Ge-

wichtung des Preises in unzulässiger Weise verwässern (Vernehmlassung 

Rz. 120 ff.).  

5.3  

5.3.1 Der Formulierung und Festlegung der Zuschlagskriterien kommt eine 

grosse Bedeutung zu. Sie definieren im Voraus verbindlich die Spielregeln 

des Vergabeverfahrens. Es ist grundsätzlich unzulässig, während der 

Dauer eines Verfahrens Zuschlagskriterien im Rahmen der Bewertung 

nicht oder anders zu berücksichtigen als ursprünglich publiziert (LO-

CHER/OECHSLIN, a.a.O., Art. 29 Rz. 12). Die strikte Durchsetzung dieses 

Grundsatzes kann allerdings in gewissen Fällen im Widerspruch zum öf-

fentlichen Interesse stehen. Aus diesem Grund muss es der Vergabestelle 

unter gewissen Voraussetzungen möglich sein, neue Erkenntnisse im Ver-

fahren einzuflechten und gegebenenfalls Änderungen an den vorgängig 

festgelegten Spielregeln nachträglich vorzunehmen (GALLI/MO-

SER/LANG/STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl. 

2013, Rz. 855; LOCHER/OECHSLIN, a.a.O., Art. 29 Rz. 12).  

5.3.2 Ziel eines Preisbewertungsmodells muss es sein, die Bewertung der 

Angebotspreise so zu bewerkstelligen, dass das im Voraus bekannt 

gegebene Gewicht des Kriteriums bei der Evaluation auch tatsächlich zum 

Tragen kommt (vgl. zum Ganzen CLAUDIA SCHNEIDER-HEUSI, Die 

Bewertung des Preises, in: Aktuelles Vergaberecht 2018, Zürich 2018, 

S. 344 ff.). Dabei geht das Bundesgericht davon aus, dass auch bei 

B-2229/2025 

Seite 14 

komplexen Beschaffungen der Preis ein Mindestgewicht von 20 % haben 

muss, ansonsten der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit zu wenig Beachtung 

fände (BGE 143 II 553 E. 6.4; 129 I 313 E. 9.2). Weiter zu beachten bleibt 

der Zusammenhang von Gewichtung und Bandbreite. Eine flache 

Preiskurve ist nicht per se unzulässig, kann aber insbesondere in 

Kumulation mit einer schwachen Gewichtung des Preises dazu führen, 

dass das Kriterium Preis in unzulässiger Weise verwässert würde (BGE 

143 II 553 E. 6.4; 129 313 E. 9.2, CLAUDIA SCHNEIDER-HEUSI, a.a.O., S. 

345). Mit anderen Worten ist es bei einer niedrigen Gewichtung des 

Preises umso wichtiger, eine Preisspanne zu wählen, welche die 

eingegangenen Angebote differenziert beurteilt.  

5.3.3 Die Vergabestelle hat sich im vorliegenden Verfahren für eine Ge-

wichtung des Preises von 20 % und eine Bandbreite von 50 % gewählt, 

was für eine Dienstleistung mittlerer Komplexität nicht unüblich ist (vgl. 

auch CLAUDIA SCHNEIDER-HEUSI, a.a.O., S. 345). Gründe, welche trotz 

niedriger Gewichtung eine nachträgliche Anpassung der Bandbreite auf 

250 % oder gar 300 % erforderlich machen würde (Beschwerde Rz. 139), 

sind nicht ersichtlich. Der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin das 

Punktemaximum und die Beschwerdeführerin 0 Punkte erhalten hat, ist für 

sich alleine noch kein ausreichend sachlicher Grund für eine nachträgliche 

Anpassung der Preisspanne. Zumal bei nur zwei Angeboten die Wahr-

scheinlichkeit gross ist, dass die Preisdifferenz zufällig und nicht Ausdruck 

der zu erwartenden Bandbreite ist (vgl. Verwaltungsgericht des Kantons 

Zürich im Urteil VB 2019.00109 vom 23. Mai 2019 E. 4.1.2 für Preisspan-

nen, welche erst nach Eingang der Angebote festgesetzt werden). Soweit 

die Beschwerdeführerin mit der vorgetragenen Rüge gleichzeitig geltend 

macht, der Preis der Beschwerdegegnerin sei Teil eines ungewöhnlich 

niedrigen Angebotes, ist darauf unter E. 7 nachfolgend einzugehen. 

5.4 Die Rüge, das gewählte Preisbewertungsmodell mit einer Gewichtung 

von 20 % und einer Preisspanne von 50 % müsse nachträglich angepasst 

werden, erweist sich damit ebenfalls als unbegründet.  

  

6.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich zusätzlich auf den Standpunkt, die 

Beschwerdegegnerin hätte wegen Nichterfüllung von TS01 ausgeschlos-

sen werden müssen. Mutmasslich seien in ihrem Angebot viele der 88 fach-

technischen Anforderungen unter TS01 berücksichtigt worden, ohne dass 

diese Funktionen durch die Standardsoftware abgedeckt worden seien. 

B-2229/2025 

Seite 15 

Aufgrund dieser Unterlassung sei es in der Folge zu einer zu hohen Be-

wertung von ZK02 gekommen (Beschwerde Rz. 106 ff., Replik Rz. 26 ff.). 

In diesem Zusammenhang sei insbesondere unklar geblieben, in welchem 

Umfang und zu welchem Zeitpunkt die Prüfung der fachtechnischen Anfor-

derungen TS01 stattgefunden habe. Sollte die Prüfung erst Monate nach 

Einreichung der Angebote durchgeführt worden sein, wäre sie unwirksam, 

weil in der Zwischenzeit die Möglichkeit bestanden hätte, die Standardsoft-

ware unzulässigerweise weiterzuentwickeln (Beschwerde Rz. 106, 165 ff.). 

Dabei sei insbesondere auf die von der Vergabestelle getroffene strikte Un-

terscheidung zwischen "Standardsoftware" und "Swiss Finish" hinzuwei-

sen, welche im SIMAP-Fragekatalog mit den Antworten Nr. 63 und 85 be-

stätigt worden sei: Für Funktionen in der Standardsoftware sei eine Konfi-

guration/"Customization" oder eine individuelle Anpassung an das IT-Sys-

tem der Vergabestelle ausgeschlossen (Replik Rz. 26 ff.). Angesichts die-

ser strengen Definition sei es praktisch unmöglich, dass die Beschwerde-

gegnerin mehr konforme Funktionen als die Beschwerdeführerin habe an-

bieten können (Replik Rz. 37). Durch den Umstand, dass Standardfunktio-

nen angegeben würden, welche erst später in die Arbeitsumgebung der 

Vergabestelle integriert würden, sei die Bewertung der Kriterien ZK01 und 

ZK02 verfälscht worden: Dieser Aufwand für die spätere Anpassungen 

werde in der Preisliste nicht abgebildet (Schlussbemerkungen Rz. 112). 

Faktisch habe die Vergabestelle während der Evaluation die Spielregeln 

geändert, indem sie Konfigurationen ohne Änderungen des Quellcodes für 

Standardfunktionen zulasse, obwohl sie sich in den Antworten 63 und 85 

der SIMAP-Fragerunde noch gegenteilig dazu geäussert habe (Schlussbe-

merkungen Rz. 116 ff.). Wäre die Beschwerdeführerin eindeutig darüber 

informiert worden, hätte sie natürlich eine weitaus grössere Anzahl von 

Standardfunktionen anbieten können (Beschwerde Rz. 133). 

6.2 Die Vergabestelle führt dazu aus, die Prüfung der fachtechnischen An-

forderungen unter TS01 sei rechtmässig erfolgt. Sie habe jede einzelne 

Referenz der angegebenen Funktionen in der jeweiligen Dokumentation 

nachvollzogen. Unklarheiten seien in der Bereinigung geklärt worden. Eine 

Möglichkeit, nach Einreichung des statischen Angebotes Weiterentwicklun-

gen vorzunehmen, habe es nicht gegeben (Vernehmlassung Rz. 134 ff.). 

Entsprechend sei auch die Bewertung von ZK02 rechtmässig erfolgt. Der 

grosse Unterschied zwischen den beiden Angeboten liege darin, dass die 

Standardsoftware der Beschwerdegegnerin bereits viele der technischen 

Anforderungen erfüllt habe, welche nur noch konfiguriert werden müssten 

und keinen "Swiss Finish" erfordern würden (Vernehmlassung Rz. 140). 

Die Interpretationen der Begriffe "Standardfunktion" und "Swiss Finish" 

B-2229/2025 

Seite 16 

durch die Beschwerdeführerin stünden im Widerspruch zum klaren Wort-

laut der Ausschreibung. Hätte man die Prüfung von TS01 so vorgenommen 

wie von der Beschwerdeführerin verlangt, müssten beide Angebote ausge-

schlossen werden (Duplik Rz. 22 ff.). Anpassungen der Funktionen an die 

Bedürfnisse der Vergabestelle seien grundsätzlich zulässig. Sie könnten 

gemäss den Ausschreibungsunterlagen auf zwei verschiedene Arten erfol-

gen: Einerseits durch die Konfiguration oder Parametrisierung (wobei diese 

Anpassungen jeweils ohne Programmierung oder Änderung des Quell-

codes erfolgen würden) und andererseits durch "Customization", wobei 

letztere durch die Veränderung des Quellcodes im Sinne eines "Swiss Fi-

nish" erfolgen würden (Duplik Rz. 26 ff., 36 ff.). Ein anderes Verständnis 

lasse sich auch nicht aus den Antworten 63 und 85 des SIMAP-Fragekata-

loges herauslesen (Duplik Rz. 31, 39 ff.). Die Vergabestelle habe die Nach-

weise für die Anforderungen in der Standardsoftware belastbar überprüft. 

Eine technische Überprüfung, wie das die Beschwerdeführerin verlange, 

hätten die Ausschreibungsunterlagen nicht vorgesehen, weshalb die 

Vergabestelle dazu auch nicht verpflichtet gewesen sei (Duplik Rz. 80). 

6.3  

6.3.1 Das Pflichtenheft der vorliegenden Beschaffung verlangt, dass die im 

Anforderungskatalog aufgeführten Teilnahmebedingungen, Eignungskrite-

rien und technischen Spezifikationen zum Zeitpunkt der Angebotsabgabe 

vollständig und ohne Einschränkung oder Modifikation erfüllt und nachge-

wiesen werden, ansonsten auf das Angebot nicht eingegangen wird (Ver-

nehmlassungsbeilage 3, Ziff. 7.2).  

6.3.2 Im Anforderungskatalog werden unter anderem auch die hier stritti-

gen fachtechnischen Anforderungen TS01 wie folgt definiert (Vernehmlas-

sungsbeilage 5):  

Anforderung:  

Die Anbieterin bestätigt, dass alle [88] Anforderungen in Ergänzung 03.01 

(Anforderungskatalog TS_01) und der dazugehörigen Ergänzung 03.01.01 

(Spezifikation) im Standard enthalten oder bis spätestens zur angegebe-

nen Frist in Spalte E gemäss Ergänzung 03.01 (Anforderungsliste TS_01) 

umgesetzt sind. 

Geforderter Nachweis:  

In Ergänzung 03.01 (Anforderungsliste TS_01) ist in Spalte F für jede Anfor-

derung schriftlich zu bestätigen, dass sie erfüllt ist und ohne Einschränkung 

eingehalten werden kann.  

B-2229/2025 

Seite 17 

In Spalte G in Ergänzung 03.01 (Anforderungsliste TS_01) sind die Verweise 

zu den Fundstellen in der Produktedokumentation für die Nachweise anzuge-

ben, sofern in der Spalte F "im Standardprodukt enthalten" ausgewählt 

wurde.  

6.3.3 Mit ZK02 sollten bereits in der Standardsoftware vorhandene Funkti-

onen belohnt werden. Entsprechend sah die Bewertung von ZK02 im 

Pflichtenheft folgende Punkteverteilung vor (Vernehmlassungsbeilage 3, 

Ziff. 8.2.3; Vernehmlassungsbeilage 5):  

150 Punkte werden vergeben, wenn zum Zeitpunkt der Einreichung des An-

gebotes 64 – 88 von max. 88 Anforderungen im Standardprodukt enthalten 

sind; wobei die Anforderungen gezählt werden, welche in Ergänzung 03.01 

(Anforderungsliste TS_01) zu diesem Anforderungskatalog in Spalte F mit "im 

Standardprodukt enthalten" bewertet sind.  

100 Punkte werden vergeben, wenn zum Zeitpunkt der Einreichung des An-

gebotes 60 – 63 von max. 88 Anforderungen im Standardprodukt enthalten 

sind; wobei die Anforderungen gezählt werden, welche in Ergänzung 03.01 

(Anforderungsliste TS_01) zu diesem Anforderungskatalog in Spalte F mit "im 

Standardprodukt enthalten" bewertet sind. 

50 Punkte werden vergeben, wenn zum Zeitpunkt der Einreichung des Ange-

botes 46 – 59 von max. 88 Anforderungen im Standardprodukt enthalten sind; 

wobei die Anforderungen gezählt werden, welche in Ergänzung 03.01 (Anfor-

derungsliste TS_01) zu diesem Anforderungskatalog in Spalte F mit "im Stan-

dardprodukt enthalten" bewertet sind. 

0 Punkte werden vergeben, wenn zum Zeitpunkt der Einreichung des Ange-

botes 0 – 45 von max. 88 Anforderungen im Standardprodukt enthalten sind; 

wobei die Anforderungen gezählt werden, welche in Ergänzung 03.01 (Anfor-

derungsliste TS_01) zu diesem Anforderungskatalog in Spalte F mit "im Stan-

dardprodukt enthalten" bewertet sind. 

6.3.4 Die Prüfung der fachtechnischen Anforderungen TS01, welche im 

Standardprodukt enthalten waren, hingen somit mit der Bewertung des Zu-

schlagkriteriums ZK02 zusammen: Je mehr Anforderungen die Standard-

software bereits abdeckt und nicht durch ein "Swiss Finish" neu program-

miert werden müssen, desto höher fiel die Bewertung von ZK02 aus.  

6.4 Zwischen den Verfahrensbeteiligten ist nun insbesondere die Abgren-

zung zwischen "Standardsoftware" und "Swiss Finish" umstritten. Im Zu-

sammenhang mit diesen Begriffen ist vorab auf die Definitionen und weite-

ren Umschreibungen in den Ausschreibungsunterlagen zu verweisen:  

B-2229/2025 

Seite 18 

6.4.1 Der Begriff "Standardsoftware" ist im Anhang 1 "Definitionen und In-

terpretationen" umschrieben (Vernehmlassungsbeilage 22, S. 9):  

"Standardsoftware" meint eine Softwareanwendung, die (i) so konzipiert 

ist, dass sie eine breite Palette von Anforderungen erfüllen kann, ohne 

speziell auf die individuellen Bedürfnisse eines einzigen Kunden ange-

passt zu sein, und (ii) in der Regel von mehreren Kunden genutzt oder 

mehreren potentiellen Kunden zur Nutzung angeboten wird.  

Soweit das Vertragswerk auf die Standardsoftware der Leistungserbringe-

rin ausdrücklich oder implizit Bezug nimmt,  

• ist die Standardsoftware gemeint, welche die Leistungserbringerin 

offeriert hat/im Einzelvertrag Nr. 1 und 2 näher beschrieben ist; 

und 

• schliesst dies (i) allfällige Bestandteile der Standardsoftware, die 

von Dritten lizenziert werden sowie (ii) die einschlägige Dokumen-

tation gemäss Art. 25.1 des Rahmenvertrages mit ein. 

6.4.2 Auch der Begriff "Swiss Finish" ist im gleichen Anhang 1 definiert 

(Vernehmlassungsbeilage 22, S. 10): 

"Swiss Finish" meint ein Arbeitsresultat der Leistungserbringerin im Sin-

ne von Art. 16.4 des Rahmenvertrages in Form einer individuellen Anpas-

sung (z.B. durch die Umsetzung der Anforderungen gemäss den techni-

schen Spezifikationen in Anhang 3) (Anforderungskatalog) oder Weiter-

entwicklung der Standardsoftware der Leistungserbringerin nach den Be-

dürfnissen der Auftraggeberin durch Veränderung des Quellcodes 

(Customization) der Standardsoftware der Leistungserbringerin. Der Be-

griff des "Swiss Finish" schliesst die einschlägige Dokumentation gemäss 

Art. 25.1 des Rahmenvertrages mit ein." 

6.4.3 Im Management Summary des Pflichtenheftes wird weiter erwähnt, 

dass die Umsetzung der Anforderungen in Form von Standardsoftware 

oder in Form des "Swiss Finish" erfolgen kann (Vernehmlassungsbei-

lage 3, Ziff. 2, Bulletpoint 2):  

Die Umsetzung der schweizerischen Anforderungen (durch in der Stan-

dardsoftware enthaltenen Konfigurationsmöglichkeiten oder – soweit 

diese nicht in der Standardsoftware enthalten sind – zusätzliche, fedpol 

individuelle Anpassungen = Swiss Finish). 

In Ziff. 25.1 des Rahmenvertrages wird sodann für die Unterscheidung zwi-

schen Standardsoftware und "Swiss Finish" Folgendes festgehalten (Ver-

nehmlassungsbeilage 32, Ziff. 25.1):  

B-2229/2025 

Seite 19 

Die Leistungserbringerin stellt der Auftraggeberin für jedes Lieferobjekt, 

bei dem es sich um Software (einschliesslich der Standardsoftware der 

Leistungserbringerin und im Falle eines Swiss Finish) handelt, eine aktu-

elle Dokumentation […] zur Verfügung. […] Soweit es sich um den für die 

Auftraggeberin entwickelten Swiss Finish handelt, stellt die Leistungser-

bringerin der Auftraggeberin zudem eine Dokumentation des Source-

Codes zur Verfügung. 

Zusätzlich erwähnt die Vergabestelle unter dem Titel "Vertragsgegenstand" 

in Ziff. 2 Bst. d des Rahmenvertrages ebenfalls die Unterscheidung zwi-

schen Standardsoftware und "Swiss Finish" (Vernehmlassungsbeilage 32, 

Ziff. 2): 

Der vorliegende Rahmenvertrag regelt insbesondere […] gegebenenfalls 

die individuelle Anpassung der Standardsoftware der Leistungserbringerin 

nach den Bedürfnissen der Auftraggeberin durch Parametrisierung oder 

die individuelle Anpassung oder Weiterentwicklung mittels Swiss Finish 

[…]. 

6.5 In Übereinstimmung mit der Vergabestelle ist damit die Unterscheidung 

zwischen Standardsoftware und "Swiss Finish" im vorliegenden Verfahren 

ausreichend dargestellt: Eine in der Standardsoftware enthaltene Funktion 

entspricht einer Funktion, welche, ohne speziell auf individuelle Bedürf-

nisse der Kunden angepasst zu werden, in der Regel einer Vielzahl von 

Kunden angeboten wird (Vernehmlassungsbeilage 22, S. 9). Sie kann da-

bei ohne Veränderung des Quellcodes auf die Bedürfnisse der Auftragge-

berin durch Konfiguration/Parametrisierung angepasst werden (Vernehm-

lassungsbeilage 3, Ziff. 2). Demgegenüber sprechen die Ausschreibungs-

unterlagen von einem "Swiss Finish", wenn für die Anpassungen oder Wei-

terentwicklungen der Software nach den Bedürfnissen der Vergabestelle 

die Veränderung des Quellcodes nötig ist. In diesem Zusammenhang wer-

den auch die Begriffe "Customization", "Modifikation" oder "Weiterentwick-

lung mittels Swiss Finish" verwendet. Der veränderte Source-Code im 

Sinne von "Swiss Finish" wird sodann der Vergabestelle in einer separaten 

Dokumentation zur Verfügung gestellt (Vernehmlassungsbeilage 32, S. 8).  

6.6 Ein Ausschluss jeglicher Anpassung einer Funktion der Standardsoft-

ware in die Betriebsumgebung der Vergabestelle, so wie das die Be-

schwerdeführerin fordert (Beschwerde Rz. 40, Replik Rz. 30, Schlussbe-

merkungen Rz. 112), ist den Ausschreibungsunterlagen nicht zu entneh-

men. Diese Sichtweise würde im Ergebnis dazu führen, dass praktisch nie-

mand ausser der Beschwerdeführerin selbst als bisherige Dienstleistungs-

erbringerin in der Lage wäre, fachtechnische Anforderungen als 

B-2229/2025 

Seite 20 

Standardsoftware überhaupt anbieten zu können. So konnte und durfte die 

Ausschreibung aber nicht verstanden werden.  

6.7 An der Nachvollziehbarkeit der Unterscheidung von Standardsoftware 

und "Swiss Finish" vermögen auch die nicht ganz eindeutigen Antworten 

63 und 85 im SIMAP-Fragekatalog nichts zu ändern.   

6.7.1 In Frage Nr. 63 erkundigte sich die Beschwerdeführerin nach Konfi-

gurationsmöglichkeiten von Standardfunktionen (vgl. Replik Rz. 31):  

Regarding standard product features that shall be available at submission: 

specific features from Authority's requirements cannot be available in the 

standard product. In the case where a figuration would enable a specific 

feature, can we consider the specific feature as available in the standard 

product? For instance, PUNT interface, customer-process workflow crea-

tion, etc.  

Darauf antwortet die Vergabestelle:  

No, as the feature is not yet implemented in the standard product as de-

fined. All bidders have to respect that interpretation to be comparable. 

Die Vergabestelle erklärte ihre Antwort im Beschwerdeverfahren damit, 

dass sich die Antwort auf die Implementierung von Funktionen in die Stan-

dardsoftware der jeweiligen Anbieterinnen und nicht auf die Arbeitsumge-

bung der Vergabestelle bezogen habe. Für den Fall, dass eine Anbieterin 

eine technische Anforderung zum möglichen Zeitpunkt der Einreichung des 

Angebots bereits auf ihrer allgemeinen Produkteentwicklungs-Roadmap 

vorgesehen, die Konfigurationsmöglichkeit aber nicht rechtzeitig, d.h. nicht 

spätestens bis zum Zeitpunkt der Angebotsabgabe, umgesetzt habe, dürfe 

die Konfiguration nicht als "im Standardprodukt enthalten" angegeben wer-

den (vgl. Duplik Rz. 32).   

6.7.2 In Frage 85 bat die Beschwerdeführerin um eine Abgrenzung zwi-

schen Standardsoftware und "Swiss Finish" im Zusammenhang mit der In-

tegration in die Kommunikationsplattform "PUNT" der Vergabestelle (vgl. 

Replik Rz. 31):   

In the […] list, some requirements […] are specific to the Authority and can 

only be adressed by "Swiss Finish" as opposed to standard Product. In 

order to ensure fair and equal treatment of all bidders, can the Authority 

confirm that these requirements involving some elements that are ex-

pected to be covered by "Swiss Finish" will be considered as '’included in 

the standard product" if the bidder provides a product documentation that 

B-2229/2025 

Seite 21 

would meet the requirement except its part that can reasonably considered 

as ’'Swiss Finish?" 

Die Vergabestelle schreibt Folgendes zurück:  

Every modification that has to be done to fit the requirements is considered 

as "not in the standard product”.  

Zur Erläuterung ihrer Antwort führte die Vergabestelle im Beschwerdever-

fahren aus, damit habe sie darauf hinweisen wollen, dass Anpassungen 

des Quellcodes – mithin "Customizations" – nicht als Standardsoftware ak-

zeptiert werden können. Die "Modification" einer Software schliesse bereits 

begrifflich eine Programmänderung mit ein (Duplik Rz. 40).    

6.7.3 Die beiden Antworten sind im Kontext der gesamten Ausschreibung 

zu lesen. Dabei ist die Verknüpfung von TS01 und ZK02 von zentraler Be-

deutung. Die Vergabestelle sucht nach einer Software mit einem hohen 

Anteil an Standardfunktionen, um dadurch das Risiko des Projektes zu 

senken (vgl. Vernehmlassungsbeilage 3, Ziff. 8.2.3). Antwort 63 bezieht 

sich auf die Standardsoftware der Anbieterinnen und nicht auf die Aus-

schreibung. Die Formulierung "as the feature is not yet implemented in the 

standard product" macht das auch ausreichend deutlich. In Antwort 85 

wählt die Vergabestelle die Formulierung "Modification", was grundsätzlich 

auf eine Veränderung des Quellcodes hinweisen könnte. Allerdings ist der 

Beschwerdeführerin insofern zuzustimmen, dass Begriffe wie "anpassen", 

"implementieren", "konfigurieren", "parametrisieren", "modification" und 

"customization" in den Ausschreibungsunterlagen nicht trennscharf ver-

wendet werden und im Anhang 1 unter "Definitionen und Interpretationen" 

auch nicht definiert sind (vgl. Vernehmlassungsbeilage 22). Allerdings trifft 

es auch nicht zu, dass die Vergabestelle die Begriffe "Konfiguration" und 

"Customization" quasi synonym verwendet hat, wie das die Beschwerde-

führerin mehrfach suggeriert (vgl. Beschwerde Rz. 30, Replik Rz. 38). Um 

eine unrichtige Auskunft der Vergabestelle handelt es sich jedenfalls nicht, 

da sich aus den Ausschreibungsunterlagen an mehreren Stellen klar ergibt, 

dass für die Anerkennung einer Standardfunktion keine Anpassungen des 

Quellcodes zulässig sind. 

6.7.4 Soweit die Beschwerdeführerin mit ihren Ausführungen darüber hin-

aus geltend macht, der Zuschlag sei auch deswegen rechtswidrig erfolgt, 

weil das falsche Verständnis von Standardsoftware zu mehr Aufwand bei 

der Integration führen werde, der im Preisgebot der Beschwerdegegnerin 

B-2229/2025 

Seite 22 

noch nicht enthalten sei, ist darauf in Zusammenhang mit der Rüge betref-

fend den ungewöhnlich niedrigen Preis einzugehen (vgl. E. 7 hiernach). 

6.8 Die Beschwerdeführerin vermutet weiter, dass die Beschwerdegegne-

rin die Möglichkeit gehabt habe, Funktionen, welche sie als Standardsoft-

ware offeriert habe, nach der Angebotsabgabe weiter zu entwickeln. Im 

Übrigen wäre eine technische Prüfung zwingend notwendig gewesen 

(Beschwerde Rz. 89, 106, 167; Replik Rz. 47, Schlussbemerkungen 

Rz. 171). Die Überprüfung anhand der geforderten Fundstellen in den 

Produktedokumentationen sei unzureichend (Rz. 146, 158 ff.). Dabei 

scheint die Beschwerdeführerin allerdings nicht zu bestreiten, dass die 

einzelnen Evaluationsschritte, wie sie in den Ausschreibungsunterlagen 

beschrieben werden, auch stattgefunden haben und entsprechend 

dokumentiert sind. Am 12. September 2024 gingen die beiden Angebote 

ein und wurden in der Folge ein erstes Mal geprüft. Eine nachträgliche 

Abänderung oder Ergänzung der geforderten Nachweise oder Referenzen 

war nicht mehr möglich. Mit Schreiben vom 17. Oktober 2024 erhielten 

beide Anbieterinnen Gelegenheit, zu Unklarheiten hinsichtlich der Eignung 

und der technischen Spezifikationen Stellung zu nehmen und bei allfälligen 

Missverständnissen beziehungsweise den daraus allenfalls resultierenden 

Leistungsänderungen den Preis im Rahmen von Art. 39 Abs. 2 BöB 

anzupassen (Vernehmlassungsbeilagen 12 und 13). Von dieser Möglich-

keit haben weder die Beschwerdeführerin noch die Beschwerdegegnerin 

Gebrauch gemacht. Unter Berücksichtigung der durch die Anbieterinnen 

eingereichten Antworten führte die Vergabestelle sodann eine zweite 

Evaluationsrunde durch, wobei einige Standardfunktionen der Beschwer-

degegnerin nicht akzeptiert wurden (Vernehmlassungsbeilage 15 [ge-

schwärzt]) und bei beiden Anbieterinnen erneut Rückfragen notwendig 

waren (Vernehmlassungsbeilage 19 [geschwärzt], Vernehmlassungsbei-

lage 20). Der Ablauf weist keine Hinweise auf Unregelmässigkeiten auf und 

lässt sich anhand der Vorakten auch Punkt für Punkt nachvollziehen. Eine 

andere, weitergehende technische Prüfung, wie das die Beschwerdefüh-

rerin verlangt, war in den Ausschreibungsunterlagen nicht vorgesehen und 

für die Nichtanerkennung von Funktionen als Standardsoftware offensicht-

lich auch nicht nötig (vgl. Vernehmlassung Rz. 51 ff.). 

6.9 Insgesamt erweisen sich deshalb die Rügen der Beschwerdeführerin, 

wonach die Beschwerdegegnerin wegen Nichterfüllung von TS01 ausge-

schlossen werden müsse bzw. wonach die Bewertung von ZK02 zu hoch 

ausgefallen sei, als unbegründet.  

B-2229/2025 

Seite 23 

  

7.1 Die Beschwerdeführerin macht zudem geltend, es handle sich im vor-

liegenden Fall um ein ungewöhnlich tiefes Angebot. Dazu habe mutmass-

lich das falsche Verständnis von Standardfunktionen bzw. "Swiss Finish" 

geführt, wodurch der erforderliche Aufwand für die Implementierung von 

Standardsoftware in die Arbeitsumgebung der Vergabestelle unterschätzt 

worden sei (Replik Rz. 62, 83). So würden sich 26 der 88 Funktionen auf 

die Benutzeroberfläche ("customer interface") "PUNT" beziehen (Replik 

Rz. 40). Auch andere Funktionen müssten auf Besonderheiten der Ar-

beitsumgebung der Vergabestelle Rücksicht nehmen. Diese seien mit Be-

griffen wie beispielsweise "workflow", "CE-Flags", "D-Flags", "F-Flags", 

"specific fields" oder "specific redirections" referenziert. Bei insgesamt 51 

von 88 Funktionen müsse deshalb davon ausgegangen werden, dass für 

die Implementierung tausende von zusätzlichen Stunden für Vollzeit-Inge-

nieure und Informatiker nötig seien. Weil aber diese Position nicht in die 

Preisliste mitaufgenommen worden sei, habe das zu einem ungewöhnlich 

niedrigen Angebot bzw. zu einer vergaberechtswidrigen Verfälschung des 

Preises geführt (Replik Rz. 44, Schlussbemerkungen Rz. 112, 161). Die 

Vergabestelle wäre deshalb verpflichtet gewesen, von der Beschwerde-

gegnerin weitere Auskünfte zu verlangen und sich zu vergewissern, dass 

die Ausschreibung richtig verstanden worden sei (Beschwerde Rz. 109 ff., 

Replik Rz. 16 ff.). Nur weil nicht mehr als zwei Angebote eingegangen 

seien, falle diese Pflicht zur Abklärung nicht einfach weg (Replik Rz. 18).  

7.2 Die Vergabestelle hält dem entgegen, das Angebot sei weder unge-

wöhnlich tief gewesen noch habe die Beschwerdegegnerin auf entspre-

chende Nachfrage nicht nachweisen können, dass sie die Teilnahmebedin-

gungen erfülle (Vernehmlassung, Rz. 81 ff.). Kein von der Beschwerdefüh-

rerin herangezogener Referenzpunkt sei geeignet, ein Unterangebot 

kenntlich zu machen (Vernehmlassung Rz. 84 ff.). Auch nach diversen 

Rückfragen bestehe keinerlei Anlass, an der Fähigkeit der Beschwerde-

gegnerin zu zweifeln, die ausgeschriebene Leistung lauter und vertrags-

konform zu erbringen (Vernehmlassung Rz. 103 ff.). In der Bereinigung sei 

insbesondere sichergestellt worden, dass die Beschwerdegegnerin die 

Ausschreibung vollständig verstanden habe (Vernehmlassung Rz. 105). 

Die Preisunterschiede zwischen den beiden Angeboten seien aufgrund der 

unterschiedlichen Software-Architektur nachvollziehbar (Vernehmlassung 

Rz. 107 ff.). Die Beschwerdeführerin gehe zu Unrecht davon aus, dass 

"PUNT"-bezogene Anforderungen nur durch aufwändige Anpassungen der 

Standardsoftware integriert werden könnten (Duplik Rz. 62 ff.). Auch sei es 

B-2229/2025 

Seite 24 

unzutreffend, dass Referenzen wie "workflow", "CE-Flags", "D-Flags" etc. 

nur durch einzelne "Customization" bzw. durch einen "Swiss Finish" erfüllt 

würden (Duplik Rz. 71). 

7.3  

7.3.1 Art. 38 BöB mit der Überschrift "Prüfung der Angebote" hält in Abs. 3 

Folgendes fest: 

 

Geht ein Angebot ein, dessen Gesamtpreis im Vergleich zu den anderen An-

geboten ungewöhnlich niedrig erscheint, so muss die Auftraggeberin bei der 

Anbieterin zweckdienliche Erkundigungen darüber einholen, ob die Teilnah-

mebedingungen eingehalten sind und die weiteren Anforderungen der Aus-

schreibung verstanden wurden. 

7.3.2 Das BöB definiert den Begriff des ungewöhnlich niedrigen Angebots 

bzw. des ungewöhnlich niedrigen Preises nicht. Es handelt sich um einen 

unbestimmten Rechtsbegriff, dessen Auslegung und Anwendung als 

Rechtsfrage grundsätzlich ohne Beschränkung der richterlichen Kompe-

tenz zu überprüfen ist (Urteile des BVGer B-2117/2024 vom 19. Dezember 

2024 E. 4.3.1; B-4117/2023 vom 3. April 2023 E. 6.2 “LSVA III – Erfas-

sungssystem Strasse (ESTR)”, B-2686/2022 vom 16. Januar 2023 E. 3.2 

"NEB Contournement Le Locle"; DOMENICO DI CECCO, Le prix en droit des 

marchés publics, 2022, Rz. 1297), wobei der Vergabestelle bezüglich der 

Frage des ungewöhnlich tiefen Angebotspreises ein gewisser fachtechni-

scher Beurteilungsspielraum einzuräumen ist (Urteile des BVGer 

B-4117/2023 vom 3. April 2024 E. 6.2 “LSVA III – Erfassungssystem 

Strasse (ESTR)”; B-2686/2022 vom 16. Januar 2023 E. 3.2 "NEB Contour-

nement Le Locle"). 

7.3.3 Die Vergabestelle kann eine Anbieterin mit ungewöhnlich niedrigem 

Angebot ausschliessen, wenn diese nicht in der Lage ist, nachzuweisen, 

dass die Teilnahmebedingungen eingehalten werden sowie keine Gewähr 

bietet, die ausgeschriebenen Leistungen vertragskonform erbringen zu 

können (Art. 44 Abs. 2 Bst. c BöB). Dabei stellt der niedrige Preis einen 

Indikator für Ausschlussgründe dar, bildet für sich selbst jedoch keinen 

Ausschlussgrund (DOMENICO DI CECCO, a.a.O., Rz. 1322 ff.). Auch in der 

Botschaft wird erklärt, dass ein Angebot, dessen Preis ungewöhnlich nied-

rig ist, an sich kein vergaberechtliches Problem darstellt, es sei denn, es 

handle sich um unlautere Angebote im Sinne des Bundesgesetzes vom 

19. Dezember 1986 gegen den unlauteren Wettbewerb (Botschaft Totalre-

vision BöB, BBl 2017 1851,1953). Unlauter ist ein Angebot, wenn ein 

B-2229/2025 

Seite 25 

Unternehmen die Differenz zu kostendeckenden Preisen mit illegalen Mit-

teln deckt, etwa durch Verletzung von Gesamtarbeitsverträgen oder durch 

die Verwendung von Einsparungen, die aus Steuer- und Abgabehinterzie-

hungen resultieren (Urteil des BVGer B-2117/2024 vom 19. Dezember 

2024 E. 4.3.4; ROMAN FRIEDLI, in: Handkommentar BöB, Art. 38 N. 13). 

7.3.4 Liegt ein ungewöhnlich niedriges Angebot vor, ist die Vergabestelle 

verpflichtet, die Zulässigkeit des Angebotes zu prüfen. Von den betreffen-

den Anbietern sind die Nachweise einzuholen, dass die Teilnahmebedin-

gungen eingehalten sind und dass die Leistungen vertragsgemäss er-

bracht werden. Ist nach den Überprüfungen durch die Vergabestelle ver-

nünftigerweise davon auszugehen, dass der Auftrag korrekt ausgeführt 

wird, verbietet das öffentliche Beschaffungsrecht die Vergabe eines Auf-

trags zu einem Preis unterhalb der Entstehungskosten der Leistung nicht 

(Urteil des BVGer B-6973/2023 vom 14. Mai 2024 E. 5.1.3 «KFMS 2.0 - 

KundenFrequenzMessSystem»). Nur wenn die Überprüfungen nicht aus-

reichen, um den Verdacht der Unregelmässigkeit des betreffenden Ange-

bots zu zerstreuen, d.h. wenn es der Anbieterin nicht gelingt, die von Art. 44 

Abs. 2 Bst. c BöB verlangten Nachweise zu erbringen, ist ein Ausschluss 

des Angebotes vom Verfahren gerechtfertigt (Urteil des BVGer 

B-2117/2024 vom 19. Dezember 2014 E. 4.3.6 und 4.3.7; LAURA LOCHER, 

Handkommentar BöB, Art. 44 N. 39).  

7.3.5 Für die Bestimmung, ob ein ungewöhnlich tiefer Preis vorliegt, ist die 

Vornahme eines Vergleiches mit den anderen Angeboten vorgesehen. Da-

bei legt das Gesetz allerdings weder fest, wie dieser Vergleich durchzufüh-

ren ist, noch wie gross die mögliche Differenz zwischen den verglichenen 

Preisen sein darf. Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts kann 

ein "ungewöhnlich niedriges Angebot" als eine Offerte aufgefasst werden, 

die das Vorliegen eines Unterangebots vermuten lässt (vgl. BVGE 2017 

IV/4 E. 3.2 "Publicom", Urteil des BVGer B-2117/2024 vom 19. Dezember 

2024 E. 4.4.2). In der kantonalen Rechtsprechung wird regelmässig an-

hand einer prozentual festgelegten Schwelle bestimmt, ob ein ungewöhn-

lich niedriges Angebot zu vermuten ist. So wird teilweise ab einer Abwei-

chung von 30% des konkreten Angebots vom Durchschnitt der Angebote 

angenommen, dass Überprüfungen vorzunehmen sind (Urteil des Kan-

tonsgerichts Genf ATA/1389/2019 vom 17. September 2019 E. 7, Urteile 

des Kantonsgerichts Waadt MPU.2020.0002 vom 31. Juli 2020 E. 5, 

MPU.2020.0019 vom 11. Dezember 2020 E. 3 und MPU.2019.0003 vom 

19. Juni 2019 E. 2). Von einem ungewöhnlich niedrigen Angebot wird auch 

dann gesprochen, wenn die zunächst nur vermutete Ungewöhnlichkeit sich 

B-2229/2025 

Seite 26 

dadurch bestätigt, dass die Anbieterin den fraglichen Preis nicht durch 

technische Originalität oder durch außergewöhnlich günstige Bedingun-

gen, rechtfertigen kann (LAURA MAURICE-ANDRÉ FLAMME et al., Commen-

taire pratique de la réglementation des marchés publics, 6. Auflage, 1996-

1997, Brüssel, S. 999; vgl. Urteil des BVGer B-2686/2023 vom 3. April 2023 

E. 3.2 "NEB Contournement Le Locle"). Die Rechtsprechung des Europäi-

schen Gerichtshofs verlangt, dass die Vergabestelle die Seriosität des 

zweifelhaften Angebots unter Prüfung aller Gesichtspunkte, die sich auf die 

betreffende Ausschreibung und die Angebotsbedingungen beziehen, fest-

zustellen hat, ohne dass auf ein arithmetisches Kriterium abgestellt wird 

(vgl. Urteile des EuGH vom 15. September 2022 C-669/20 Veridos, Rn. 34 

ff. m.w.H. sowie vom 27. November 2001 C-285/99 und C-286/99 Lombar-

dini und Mantovani, Rn. 67 ff.; vgl. zum Ganzen: Urteile des BVGer 

B-2117/2024 vom 19. Dezember 2024 E. 4.4.2; B-6973/2023 vom 14. Mai 

2024 E. 5.1.5 "KFMS 2.0 – KundenFrequenzMessSystem"; B-4117/2023 

vom 3. April 2024 E. 6.5). 

7.3.6 Im vorliegenden Verfahren ist die besondere Konstellation zu berück-

sichtigen, dass nur zwei Angebote eingereicht worden sind. Somit beste-

hen nicht mehrere preisliche Referenzpunkte, die gegenseitig und verglei-

chend abzuwägen wären oder helfen würden, ein ungewöhnlich niedriges 

Angebot zu identifizieren, das unter einem Durchschnittspreis läge. Der 

Wortlaut von Art. 38 Abs. 3 BöB geht in allen drei Landessprachen davon 

aus, dass zum Vergleich mehr als nur ein Konkurrenzangebot zur Verfü-

gung steht. Es scheint deshalb fraglich, ob die Bestimmung bei der vorlie-

genden Konstellation, mit nur einem Mitbewerber, überhaupt anwendbar 

wäre. Die Frage kann offengelassen werden. Denn selbst wenn von der – 

allenfalls auch nur analogen Anwendbarkeit – von Art. 38 Abs. 3 BöB aus-

zugehen wäre, müsste die Rechtslage berücksichtigt werden, dass Unter-

angebote nicht per se gestützt auf Art. 38 Abs. 3 i.V.m. Art. 44 Abs. 2 Bst. c 

BöB zum Ausschluss führen, sofern die Prüfung durch die Vergabestelle 

ergibt, dass die Anbieterin in der Lage ist, den Auftrag entsprechend den 

gestellten Bedingungen und Anforderungen zu erfüllen und sie unter Be-

achtung des ihr zustehenden Beurteilungsspielraumes zum Ergebnis ge-

langt, dass nicht von einem Unterangebot auszugehen ist (Urteil des 

BVGer B-4117/2023 vom 3. April 2024 E. 6.5 “LSVA III – Erfassungssystem 

Strasse [ESTR]”).  

7.4 Der von der Beschwerdegegnerin offerierte und zugeschlagene Preis 

betrug Fr. 18'909'993.− mit 8.1 % Mehrwertsteuer. Damit lag er knapp 30 

Prozent unter dem Verpflichtungskredit von Fr. 25 Mio. Gleichzeitig lag das 

B-2229/2025 

Seite 27 

Angebot der Beschwerdeführerin mit Fr. […] deutlich über dem Verpflich-

tungskredit (vgl. Vernehmlassung Rz. 90, Schlussbemerkungen Rz. 47). 

Nachfolgend sind deshalb die Abklärungen der Vergabestelle bezüglich 

Preises einer näheren Betrachtung zu unterziehen.  

7.4.1 Die Vergabestelle hat von der Beschwerdegegnerin sämtliche Nach-

weise betreffend Teilnahmebedingungen eingefordert und erhalten. Der 

Nachweis über die Einhaltung der Lohngleichheit wurde im Verlauf der 

Evaluation nachgereicht (Vernehmlassung Rz. 44, Vernehmlassungsbei-

lage 11). 

7.4.2 Die Vergabestelle erklärt sich die grosse Preisdifferenz in der Haupt-

sache mit der unterschiedlichen Architektur der Software. Die Beschwer-

degegnerin arbeitet unter anderem mit funktionsübergreifenden Modulen 

bei der Bearbeitung von Anfragen, bei der Datenverwaltung und in der 

Kommunikation mit Drittsystemen (vgl. Vernehmlassung Rz. 16 ff. [ge-

schwärzt]), wodurch sie über eine Vielzahl von Konfigurationsmöglichkei-

ten verfügt.  

7.4.3 Hinzu kommt, dass die Standardsoftware der Beschwerdegegnerin 

deutlich mehr Anforderungen von TS01 erfüllte, als im Angebot der Be-

schwerdeführerin ersichtlich sind (Vernehmlassungsbeilagen 13, 15, 16 

und 19, je [geschwärzt]). Das führt bei der Beschwerdeführerin zu einem 

deutlich grösseren Aufwand für die Erarbeitung der insgesamt 88 Funktio-

nen, weil eine Vielzahl der Funktionen von Grund auf neu programmiert 

werden muss und nicht als Standardfunktion bereits vorliegt.  

7.4.4 Dieser Umstand wiederum führt einerseits zu deutlich höheren Kos-

ten bei den Detail- und Schulungskonzepten, weil auch diese neu zu erar-

beiten sind. Andererseits wird auch der Aufwand für Wartung und Support 

höher, wenn es sich um eine kundenspezifische Spezialanfertigung im 

Sinne von "Swiss Finish" und nicht um eine Standardfunktion handelt, wie 

den beiden Preisblättern entnommen werden kann (Vernehmlassung 

Rz. 67 ff., Vernehmlassungsbeilagen 23 und 28, Preisblätter der Angebote 

[geschwärzt]). 

7.4.5 Im Übrigen weist die Vergabestelle zu Recht auf den Umstand hin, 

dass sich der von der Beschwerdeführerin angegebene durchschnittliche 

Stundensatz auf einem schweizerischen Lohnniveau befinde, obwohl auch 

die Beschwerdeführerin die Möglichkeit gehabt hätte, internationale Teams 

B-2229/2025 

Seite 28 

einzusetzen (vgl. Vernehmlassung Rz. 69, Vernehmlassungsbeilagen 23 

und 28, Preisblätter der Angebote [geschwärzt]).   

7.4.6 Weiter hat sich die Beschwerdegegnerin explizit mit dem möglichen 

Integrationsaufwand in die Arbeitsumgebung der Vergabestelle befasst. 

Dabei soll der Datentransfer zwischen ABIS und "PUNT" so gelöst werden, 

dass ein einzelnes Modul für die Übersetzung der ABIS- in "PUNT"-Spra-

che zuständig ist, welches alle mit der "PUNT"-Kommunikation in Zusam-

menhang stehenden Daten ohne weitere Anpassungen verarbeiten kön-

nen soll (vgl. Duplik Rz. 67, Vernehmlassungsbeilage 34 S. 60 [ge-

schwärzt]). Die Beschwerdegegnerin war sich somit – anders als die Be-

schwerdeführerin vermutet – der Problematik der Integration von Standard-

software in der Arbeitsumgebung der Vergabestelle bewusst und suchte in 

diesem Zusammenhang nach strukturellen Lösungen, weg vom Einzelfall, 

was sich ebenfalls im Angebotspreis zugunsten der Beschwerdegegnerin 

niedergeschlagen hat.   

7.4.7 Schlussendlich hat sich die Vergabestelle nach dem mehrstufigen 

Evaluationsprozess, der auch zur Nichtanerkennung von mehreren Stan-

dardfunktionen im Angebot der Beschwerdegegnerin geführt hat, die ver-

tragskonforme Erfüllung der Dienstleistung zum angebotenen Preis erneut 

bestätigen lassen (Vernehmlassungsbeilage 21 [teilweise geschwärzt]).  

7.5 Unter diesen Umständen durfte die Vergabestelle im Rahmen ihres 

fachtechnischen Beurteilungsspielraums vernünftigerweise davon ausge-

hen, dass der Auftrag korrekt ausgeführt wird. Ob es sich beim angebote-

nen Preis der Beschwerdegegnerin um ein ungewöhnlich tiefes Angebot 

handelt oder ob die grosse Differenz der Angebote nicht auch mit dem An-

gebot der Beschwerdeführerin zu tun hat, muss mangels weiterer Refe-

renzpunkte offengelassen werden (vgl. E. 5.3.3 und E. 7.3.6 hiervor, Urteil 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB 2019.00109 vom 23. Mai 

2019 E. 4.1.2). Die Rüge, wonach das Angebot der Beschwerdegegnerin 

aufgrund eines ungewöhnlich tiefen Preises hätte ausgeschlossen werden 

müssen, erweist sich jedenfalls als unbegründet.  

  

8.1 Schliesslich ist die Rüge der Beschwerdeführerin zu prüfen, das Zu-

schlagskriterium ZK04 sei vergaberechtswidrig ausgestaltet gewesen. Aus 

der öffentlich zugänglichen Liste des NIST ergebe sich, dass die Be-

schwerdeführerin diejenige Anbieterin mit den weltbesten Algorithmen für 

B-2229/2025 

Seite 29 

Gesichtserkennung sei. Trotzdem habe sie für die Bewertung ihres Algo-

rithmus nur 100 von 200 Punkten erhalten. Das Zuschlagskriterium ZK04 

sei offensichtlich so konfiguriert worden, dass nur die Hälfte der in Aussicht 

gestellten Punkte zu erreichen waren, weshalb das Zuschlagskriterium 

ZK04 in unzulässiger Weise verwässert worden sei (Beschwerde Rz. 70, 

74, 76). 

8.2 Die Vergabestelle hält dem entgegen, die Beschwerdeführerin habe 

nicht einmal im Ansatz zu erläutern versucht, warum es unmöglich gewe-

sen sein soll, für ZK04 die volle Punktzahl zu erreichen. Die Bewertung der 

Angebote im Rahmen von ZK04 mache deutlich, dass die Beschwerdefüh-

rerin, anders als sie behaupte, nicht über den besten Algorithmus zum Ge-

sichtsbildabgleich verfüge (Vernehmlassung Rz. 142 f.). 

8.3 In Übereinstimmung mit den Ausführungen der Beschwerdeführerin 

kann es bei der Bewertung von Zuschlagskriterien zu einer rechtswidrigen 

Diskrepanz zwischen der bekannt gegebenen Gewichtung und der "effek-

tiven" Gewichtung durch die gewählte Bewertungsmethode kommen. Trägt 

die gewählte Bewertungsmethode der publizierten Gewichtung nicht genü-

gend Rechnung, weil beispielsweise nicht die gesamte Bandbreite der 

möglichen Punkte erreichbar sind, kann ein rechtswidriger Verstoss gegen 

das Transparenzgebot vorliegen (vgl. BVGE 2018 IV/2 E. 7.3).  

8.4 Das Zuschlagskriterium ZK04 bewertet die Genauigkeit und die Fair-

ness des Gesichtserkennungs-Algorithmus. Für deren Dokumentation wa-

ren die offiziell zugänglichen Resultate des FRTE (Verifikations- und Iden-

tifikation) und FATE (weitere Bildanalysen) auf der Homepage von NIST zu 

einem bestimmten Stichtag einzureichen (vgl. Vernehmlassungsbeilage 5). 

Dabei steht FNMR ("false non-match rate") für die Fälle, bei denen zwei 

Bilder derselben Person fälschlicherweise als „nicht übereinstimmend“ zu-

rückgewiesen werden (Verifikation 1:1). Der FNIR ("false negative identifi-

cation rate") hingegen listet die Fälle auf, bei denen eine gesuchte Person 

nicht in einer Datenbank gefunden wird, obwohl sie dort vorhanden ist 

(Identifikation 1:n). Beide Werte beziehen sich somit auf "übersehene Mat-

ches". Für die Bewertung von ZK04 sieht der Anforderungskatalog vor, was 

folgt (Vernehmlassungsbeilage 5): 

200 Punkte werden vergeben, wenn die FNIR für die Genauigkeit zwi-

schen 0 und 0.0050 und die FNMR für die demographic effects zwischen 

0 und 0.0010 liegen.  

B-2229/2025 

Seite 30 

100 Punkte werden vergeben, wenn die FNIR für die Genauigkeit zwi-

schen 0.0051 und 0.0100 und die FNMR für die demographic effects zwi-

schen 0.0011 und 0.0020 liegen oder einer der beiden Werte (FNIR oder 

FNMR) besser als hier angegeben ist und der andere in einem der hier 

beschriebenen Bereiche liegt.   

50 Punkte werden vergeben, wenn die FNIR für die Genauigkeit zwischen 

0.0101 und 0.0150 und die FNMR für die demographic effects zwischen 

0.0021 und 0.0030 liegen oder einer der beiden Werte (FNIR oder FNMR) 

besser als hier angegeben ist und der andere in einem der hier beschrie-

benen Bereiche liegt.   

Ansonsten werden 0 Punkte vergeben. 

8.5 Die Beschwerdeführerin hat für ihre Behauptung, sie verfüge über die 

weltweit besten Algorithmen für Gesichtserkennung keine Belege einge-

reicht, stattdessen pauschal auf die Homepage der NIST verwiesen. Bei 

dem von der Vergabestelle eingereichten Dokument handelt es sich um 

Angaben zum "FNMR 1:1" (Vernehmlassungsbeilage 31), die nicht iden-

tisch mit dem "FNMR overall" zu sein scheint. Soweit für das Bundesver-

waltungsgericht ersichtlich, verfügen die besten bei NIST gelisteten Algo-

rithmen über einen "FNMR overall" von 0.0013 (<https://pa-

ges.nist.gov/frvt/html/frvt_demographics.html>, zuletzt abgerufen am 

2. Oktober 2025). In Übereinstimmung mit den Ausführungen der Be-

schwerdeführerin stünden damit nach dem aktuellen Stand der Technik nur 

Algorithmen zur Verfügung, welche die Hälfte der ursprünglich bekannt ge-

gebenen Punkte für ZK04 erreichen würden.  

8.6 Hinzu kommt, dass die Vergabestelle nicht ansatzweise begründet hat, 

warum die Punktevergabe im qualitativ niedrigeren Bereich differenzierter 

möglich ist als im qualitativ höheren Bereich. Zwischen 0 und 100 Punkten 

wurden drei Abstufungen vorgenommen (0, 50, 100), zwischen 100 und 

200 jedoch nur zwei (100, 200). Eine mögliche Punktevergabe für eine 

Qualität von 150 Punkten fehlt, ohne dass hierfür in den Ausschreibungs-

unterlagen eine sachliche Begründung erkennbar wäre.  

8.7 Die Rüge, wonach das Zuschlagskriterium ZK04 falsch konfiguriert 

worden sei, erweist sich damit im Ergebnis als begründet. Allerdings ver-

mag dies nichts am Ausgang des Verfahrens zu ändern. Selbst wenn man 

hypothetisch davon ausgeht, dass die Beschwerdeführerin für ZK04 

200 Punkte und die Beschwerdegegnerin 0 Punkte erreicht, bleibt das An-

gebot der Beschwerdegegnerin das vorteilhafteste.  

 

B-2229/2025 

Seite 31 

  

9.1 Unter dem Titel Akteneinsicht beantragt die Beschwerdeführerin, dass 

ihr Einsicht in die Bewertung des Angebotes der Beschwerdegegnerin und 

in die entscheidrelevanten Verfahrensakten zu gewähren sei, soweit nicht 

überwiegende öffentliche oder private Interessen dagegenstehen (Be-

schwerde Rz. 170). Sie brauche Einsicht in Unterlagen, die es erlaubten, 

den Angebotspreis der Beschwerdegegnerin sowie die Übereinstimmung 

der angebotenen Leistungen mit den technischen Spezifikationen von 

TS01 im Zusammenhang mit dem Zuschlagskriterium ZK02 zu überprüfen. 

Weiter beantragt sie Zugang zum Evaluationsbericht des Angebotes der 

Beschwerdegegnerin, um die Bewertung mit der Bewertung des eigenen 

Angebotes vergleichen zu können (Beschwerde Rz. 172 f.).  

9.2 Dem Akteneinsichtsbegehren der Beschwerdeführerin wurde im Ver-

lauf des Beschwerdeverfahrens teilweise entsprochen. Nach dem Eingang 

der Vernehmlassung und der Vorakten wies das Bundesverwaltungsge-

richt die Vergabestelle mit Instruktionsverfügung vom 6. Mai 2025 darauf 

hin, dass es praxisgemäss unzulässig sei, den Evaluationsbericht als in-

ternes Aktenstück zu qualifizieren. Stattdessen seien von der Akteneinsicht 

einzig diejenigen Angaben des Evaluationsberichts auszunehmen, welche 

Geschäftsgeheimnisse oder andere schützenswerte Angaben über die 

Konkurrentinnen enthalten. Zusätzlich forderte das Bundesverwaltungsge-

richt die Vergabestelle auf, die Abdeckungen jeweils einzeln zu begründen. 

Mit Eingabe vom 14. Mai 2025 reichte die Vergabestelle den Evaluations-

bericht in einer der Beschwerdeführerin zustellbaren Version nach. Dabei 

legte sie unter anderem die Gesamtbewertung der Zuschlagskriterien of-

fen.   

9.3 Mit Replik vom 13. Juni 2025 stellte sich die Beschwerdeführerin auf 

den Standpunkt, im Evaluationsbericht seien weiterhin unzulässige Abde-

ckungen vorgenommen worden (Replik Rz. 64). Die von der Vergabestelle 

im Rahmen der Angebotsbewertung erteilten Noten könnten offenkundig 

nicht als Geschäftsgeheimnisse qualifiziert werden (Replik Rz. 66). Die Be-

schwerdeführerin verlange weiterhin Einsicht in die Unterlagen, die es er-

lauben würden, den Angebotspreis, die technischen Spezifikation TS01 so-

wie die Rechtmässigkeit der Bewertung von ZK02 zu prüfen (Replik 

Rz. 72). Auch suche sie weiterhin Zugang zu allfälligen Briefen, die zwi-

schen der Vergabestelle und der Beschwerdegegnerin nach der Ausschrei-

bungsfrist der Angebote im September 2024 ausgetauscht worden seien, 

um zu prüfen, ob nach der Angebotseinreichung der Preis geändert worden 

B-2229/2025 

Seite 32 

sei (Replik Rz. 73). Die Vergabestelle sei anzuweisen, einen Bewertungs-

bericht vorzulegen, der mindestens die erzielten Ergebnisse der Beschwer-

deführerin offenlege (Schlussbemerkungen Rz. 36, 38). Darüber hinaus sei 

der Beschwerdeführerin Zugang zum "Proofs of Compliance" des Angebo-

tes der Beschwerdegegnerin zu gewähren (Schlussbemerkungen Rz. 39).  

9.4 Für das Vergabeverfahren gilt hinsichtlich der Angaben der Anbieterin-

nen der Grundsatz der Vertraulichkeit (Art. 11 Bst. e BöB; Zwischenent-

scheid B-2675/2012 vom 23. Juli 2012 E. 3, GALLI/MOSER/LANG/STEINER, 

a.a.O., Rz. 1182; MICHA BÜHLER, Handkommentar BöB, N 16 zu Art. a.a.O., 

Rz. 118). Der Beschwerdeführerin ist auf Gesuch hin jedoch Einsicht in die 

Bewertung ihres Angebots und in weitere entscheidrelevante Verfahrens-

akten zu gewähren, soweit nicht überwiegende öffentliche oder private In-

teressen entgegenstehen (Art. 57 Abs. 2 BöB). Das in anderen Bereichen 

des Verwaltungsrechts allgemein übliche Akteneinsichtsrecht muss bei 

Submissionsverfahren gegenüber dem Interesse der Anbieterinnen an der 

vertraulichen Behandlung ihrer Geschäftsgeheimnisse sowie des in den 

Offertunterlagen zum Ausdruck kommenden unternehmerischen Know-

hows zurücktreten. Insbesondere besteht kein allgemeiner Anspruch auf 

Einsichtnahme in Konkurrenzofferten und die Vergabestelle hat den ver-

traulichen Charakter der Angaben der Anbieterinnen zu wahren (vgl. Art. 51 

Abs. 4 Bst. b und Art. 11 Bst. e BöB; Urteile des BVGer B-2117/2024 

E. 7.5; B-1929/2022 vom 19. Dezember 2022 E. 12.1.2 "Sanierung Waf-

fenplatz Wangen a.A." und B-4704/2021 vom 18. Mai 2022 E. 7.1 "Einstö-

ckige S-Bahn-Triebzüge" je m.w.H.). Wo einer Partei indessen keine Ak-

teneinsicht erteilt wird, hat das Gericht sich von Amtes wegen zu vergewis-

sern, dass die abgedeckten oder nicht herausgegebenen Dokumente 

keine Hinweise auf rechtsungleiche oder andere rechtsfehlerhafte Bewer-

tungen durch die Vergabestelle verbergen (Urteil des BVGer B-5393/2024 

vom 12. Februar 2025, E. 8.2; Zwischenentscheid des BVGer B-3302/2019 

vom 24. September 2019 E. 11.2 "Stahlwasserbauten Ritomsee").  

9.5 Die Vergabestelle hat die Punktzahl der Gesamtbewertung des Ange-

botes der Beschwerdegegnerin offengelegt, jedoch nicht die Punktzahl für 

die einzelnen Zuschlagskriterien. In Übereinstimmung mit den Ausführun-

gen der Vergabestelle lassen sich aus den exakten Punktzahlen für ZK02, 

ZK04 und ZK03 gewisse, allerdings nur sehr allgemeine Rückschlüsse 

über die ungefähre Anzahl der anerkannten Standardfunktionen sowie 

über die Genauigkeit und Fairness der angebotenen Algorithmen ziehen. 

Ob es sich bei diesen Angaben mit grosser Bandbreite tatsächlich um Ge-

schäftsgeheimnisse handelt, ist fraglich.  

B-2229/2025 

Seite 33 

9.6 Die Frage kann hier allerdings offengelassen werden. Der Beschwer-

deführerin waren die Punktzahl für ZK01 sowie die Gesamtpunktzahl der 

Beschwerdegegnerin bekannt. Im schriftlichen Debriefing wurde ihr zusätz-

lich mitgeteilt, dass die Beschwerdegegnerin neben ZK01 auch für ZK02 

und ZK06 die besten Bewertungen erhielt (Vernehmlassungsbeilage 29 

S. 6). Die Beschwerdeführerin ging deshalb aus nummerischen Überle-

gungen zu Recht davon aus, dass die Beschwerdegegnerin in ihrem Stan-

dardprodukt deutlich mehr Funktionen anbieten konnte, als sie selbst (vgl. 

Beschwerde Rz. 87, 106). Unter dieser zutreffenden Annahme machte sie 

in der Folge mehrfach Ausführungen zu ihrem zentralen Einwand, wonach 

das Angebot der Beschwerdegegnerin TS01 nicht erfülle bzw. ZK02 zu 

hoch ausgefallen sei und als ungewöhnlich tiefes Angebot ausgeschlossen 

werden müsse (vgl. E. 7 und 8 hiervor). Inwiefern das Abdecken der ein-

zelnen Benotungen von ZK02 bis ZK06 unter diesen Umständen für die 

Beschwerdeführerin besonders einschneidend gewesen sein soll, ist nicht 

ersichtlich. 

9.7 Soweit die Beschwerdeführerin darüber hinaus weitergehende Akten-

einsicht verlangt, insbesondere in den "Proofs of Compliance" (Vernehm-

lassungsbeilage 34 [geschwärzt]), in dem in sehr detaillierter Form die 

Standardsoftware der Beschwerdegegnerin beschrieben wird, kann dem 

mit Verweis auf die Vertraulichkeit von Anbieterinnenangaben nicht gefolgt 

werden. Die Beschwerdegegnerin hat nach Angebotsabgabe auch ihren 

Preis nicht mehr angepasst, weshalb auch kein entsprechender Briefwech-

sel zwischen ihr und der Vergabestelle vorliegt.  

9.8 Das Akteneinsichtsbegehren der Beschwerdeführerin ist deshalb, so-

weit es durch die bis anhin gewährte Akteneinsicht nicht ohnehin gegen-

standslos geworden ist, abzuweisen. 

  

Der prozessuale Antrag der Vergabestelle, die Schlussbemerkungen seien 

aus dem Recht zu weisen, wird mit Verweis auf die neuen Vorbringen in 

der Duplik abgewiesen. Aufgrund des spruchreifen Sachverhaltes sowie 

der fehlenden Noven in den Schlussbemerkungen verzichtete das Bundes-

verwaltungsgericht auf die Ansetzung einer weiteren Frist zur Stellung-

nahme zu den Schlussbemerkungen (BGE 133 I 98 E. 2.2, Urteil des BGer 

8C_8/2019 vom 23. April 2019 E. 4.2.2). Ohnehin wäre es der Vergabe-

stelle ebenfalls zugestanden, eine unaufgeforderte Stellungnahme einzu-

reichen. 

B-2229/2025 

Seite 34 

  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Rüge der Beschwerdeführe-

rin, ZK04 sei falsch konfiguriert worden, begründet ist. Die übrigen Rügen 

sind jedoch unbegründet oder verwirkt. Eine Veränderung der Bewertung 

von ZK04 führt jedoch in keinem Fall zu einer anderen Reihenfolge der 

eingereichten Angebote (vgl. E. 8.7 hiervor). Die Beschwerde ist daher ins-

gesamt abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Mit Erlass des vorlie-

genden Urteils wird das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung gegenstandslos.  

  

12.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin als 

unterliegende Partei die Verfahrenskosten zu tragen (vgl. Art. 63 Abs. 1 

VwVG; Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

12.2 Die Gerichtsgebühr bestimmt sich nach Umfang und Schwierigkeit 

der Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien 

(Art. 63 Abs. 4bis VwVG; Art. 2 Abs. 1 VGKE). Für Streitigkeiten mit Vermö-

gensinteresse legt Art. 4 VGKE den Gebührenrahmen aufgrund des Streit-

wertes fest. Die Verfahrenskosten werden daher im vorliegenden Fall auf 

Fr. 15’000.– festgesetzt und der Beschwerdeführerin auferlegt. Der einbe-

zahlte Kostenvorschuss wird nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden 

Urteils zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

12.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf 

eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1 VGKE). Die 

Vergabestelle ist als verfügende Bundesbehörde im Sinne von Art. 7 Abs. 3 

VGKE nicht entschädigungsberechtigt und die Beschwerdegegnerin hat 

keine Parteirechte ausgeübt. Entsprechend ist auch der Vergabestelle und 

der Beschwerdegegnerin keine Parteientschädigung zuzusprechen. 

 

 

  

B-2229/2025 

Seite 35 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

  

Die Verfahrenskosten von Fr. 15'000.− werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Dieser Betrag wird dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 

Höhe entnommen.  

  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vergabestelle und die 

Beschwerdegegnerin. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Christian Winiger Reto Finger 

 

 

  

B-2229/2025 

Seite 36 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss 

Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, wenn 

die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht 

eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer 

schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung überge-

ben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer 

Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit An-

gabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene 

Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 

Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

 

Versand: 21. Oktober 2025 

 

  

B-2229/2025 

Seite 37 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID #242; Gerichtsurkunde) 

– die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde; teilweise geschwärzt 

[Angebotspreis der Beschwerdeführerin in Ziff. 7.4])