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**Case Identifier:** 05382e1c-f3fb-50c8-ae86-fdb542a89c27
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 08.12.2011 I/1-2010/243
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2010-243_2011-12-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2010/243

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 08.12.2011

Entscheiddatum: 08.12.2011

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 08.12.2011
Art. 13 Abs. 1 StG (sGS 811.1). Ein unverheirateter Mann, Mehrheitsaktionär 
und Verwaltungsratspräsident einer Unternehmung im Kanton St. Gallen, 
macht einen Lebensmittelpunkt im Kanton Schwyz geltend, wo er eine 
Eigentumswohnung besitzt. Da an jenem Ort im Kanton Schwyz aber keine 
persönlichen Beziehungen nachgewiesen sind und der Betroffene in der 
Gemeinde, in der sich seine Unternehmung befindet, auch ein 
Einfamilienhaus besitzt, das er einer nahestehenden Person zu einem 
Vorzugspreis überlässt, hat die Steuerbehörde zu Recht einen 
Lebensmittelpunkt im Kanton St. Gallen angenommen 
(Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 8. Dezember 2011, I/
1-2010/243).

Präsident Thomas Vögeli, Mitglieder Fritz Buchschacher und Markus Frei; 

Gerichtsschreiber Thomas Scherrer

X, Rekurrent,

vertreten durch Primo Treuhand AG, Poststrasse 20, 9630 Wattwil,

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

Steuerpflicht

Sachverhalt:

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A.- X ist Mehrheitsaktionär, Verwaltungsratspräsident und technischer Direktor der Z 

AG mit Sitz und Firmenadresse in U/SG. Im Jahr 2001 meldete er sich von L/SG nach 

F/SZ ab, wo er zunächst in B für die feste Dauer vom 1. April 2001 bis 31. Mai 2002 

eine 1-Zimmerwohnung mietete. Am 26. April 2002 erwarb er in W (F/SZ) eine 5 ½-

Zimmer-Eigentumswohnung und am 11. April 2003 von der Z AG das Grundstück 

Nr. 001 in U, welches letztere am 13. März 2001 gekauft und im Jahr 2002 mit dem 

Wohnhaus Vers.-Nr. 002 überbaut hatte. Die Liegenschaft in U ist seit 15. April 2003 an 

Y, die Freundin von X, vermietet. Der Mietzins beträgt gemäss Mietvertrag netto 

monatlich Fr. 1'400.--. Die tatsächlichen Überweisungen von Y beliefen sich auf 

monatlich Fr. 600.--. Nebenkosten wurden ihr nicht belastet. X deklarierte 

Mieteinnahmen aus der Liegenschaft in U von Fr. 17'494.-- für 2003 und von 

Fr. 26'400.--, d.h. monatlich Fr. 2'200.-- ohne Nebenkosten, für die Jahre 2004 bis 

2009.

B.- Für die Steuerjahre 2004 bis 2006 nahm der Kanton St. Gallen eine beschränkte 

Steuerpflicht von X aufgrund seines Liegenschaftenbesitzes an. Gegen die 

Steuerausscheidung des Kantons Schwyz für das Steuerjahr 2007, der weiterhin von 

einer unbeschränkten Steuerpflicht von X in F/SZ ausging, erhoben die st. gallischen 

Steuerbehörden am 5. August 2009 Einsprache mit der Begründung, die Wohnsitzfrage 

zu prüfen. Anlässlich einer Vorsprache bei der st. gallischen Veranlagungsbehörde gab 

X am 13. Februar 2010 an, beruflich häufig im In- und Ausland unterwegs zu sein und 

wöchentlich an zwei bis drei Tagen in W und an ein bis zwei Tagen in U zu 

übernachten. Die Veranlagungsbehörde zog unter anderem Angaben zum Strom- und 

Wasserverbrauch in den Liegenschaften von X in W und in U bei. In W wurde ein 

"enorm tiefer" Strom- und Wasserverbrauch festgestellt. X nahm dazu am 28. Mai 2010 

Stellung. Die Veranlagungsbehörde stellte mit Verfügung vom 15. Juli 2010 fest, X gelte 

ab 1. Januar 2007 "bis heute" in U als unbeschränkt steuerpflichtig. Die dagegen 

erhobene Einsprache hiess das kantonale Steueramt nach Prüfung insbesondere von 

24 Restaurantrechnungen, welche die persönliche Verbindung zu und die 

Freizeitaktivitäten in W belegen sollten, am 1. Dezember 2010 insoweit gut, als sie die 

Feststellung des Wohnsitzes in U auf die Zeit vom 1. Januar 2007 bis 31. Dezember 

2009 beschränkte.

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C.- X erhob durch seine Vertreterin mit Eingabe vom 23. Dezember 2010 Rekurs bei 

der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei 

aufzuheben und das Hauptsteuerdomizil in W/SZ weiterhin anzuerkennen, eventualiter 

die Angelegenheit wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs zur Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen.

Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 15. Februar 2011 die Abweisung 

des Rekurses. Zur vorinstanzlichen Vernehmlassung nahm der Rekurrent mit Eingabe 

vom 28. Februar 2011 Stellung.

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 23. Dezember 2010 ist rechtzeitig 

eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 48 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den 

Rekurs ist einzutreten.

2.- Der Rekurrent rügt eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör, weil die 

Vorinstanz die von ihm angebotenen zwei Zeugen nicht befragt habe. Gemäss Art. 166 

StG werden die vom Steuerpflichtigen angebotenen Beweise abgenommen, soweit sie 

geeignet sind, die für die Veranlagung erheblichen Tatsachen festzustellen. Die 

Regelung entspricht den Vorgaben in Art. 41 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14, 

abgekürzt: StHG), wonach Beweise abgenommen werden müssen, soweit sie geeignet 

sind, die für die Veranlagung erheblichen Tatsachen festzustellen. Sie deckt sich 

zudem mit Art. 115 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (SR 642.11, 

abgekürzt: DBG). Das Steuerverfahrensrecht kennt keine Zeugnispflicht, ja nicht einmal 

die Möglichkeit der freiwilligen Zeugenaussage. An die Stelle der fehlenden 

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Zeugenaussagen treten die mündlichen oder schriftlichen Auskünfte von Drittpersonen 

und Behörden (vgl. M. Zweifel, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band 

I/2b, 2. Aufl. 2008, N 26/27 zu Art. 115 DBG). Nach der st. gallischen Rechtsprechung 

ist der Zeugenbeweis im Steuerverfahren nicht zulässig. Dessen Nichtabnahme stellt 

deshalb keine Gehörsverweigerung dar (vgl. GVP 1993 Nr. 19).

Dem Rekurrenten wäre es möglich gewesen, schriftliche Auskünfte der von ihm 

genannten Personen vorzulegen. Selbst wenn auch im Steuerverfahren grundsätzlich 

ein Anspruch auf die Abnahme eines Zeugenbeweises bestünde, hätte die Vorinstanz 

aufgrund der von ihr erhobenen Beweismittel und der feststehenden Tatsachen im Sinn 

einer antizipierten Beweiswürdigung annehmen dürfen, ihre Überzeugung werde durch 

die weitere Beweiserhebung nicht geändert (antizipierte Beweiswürdigung, 

vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 8 zu 

Art. 115 DBG; M. Zweifel, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, 

2. Aufl. 2002, N 14a zu Art. 41 StHG). Der Vorwurf der Verletzung des rechtlichen 

Gehörs erweist sich deshalb als unbegründet.

3.- Anfechtungsobjekt ist der Einsprache-Entscheid vom 1. Dezember 2010 über die 

Feststellung der subjektiven Steuerpflicht für die Jahre 2007 bis und mit 2009 im 

Kanton St. Gallen. Nach der Rechtsprechung zum interkantonalen 

Doppelbesteuerungsverbot ist die Frage, ob eine natürliche Person einer kantonalen 

Steuerhoheit unterworfen ist, in einem besonderen Vorverfahren zu entscheiden. Ein 

solcher Vorentscheid über eine streitige Steuerpflicht beziehungsweise eine 

Feststellungsverfügung betreffend steuerlichen Wohnsitz einer natürlichen Person ist 

gemäss konstanter Praxis selbständig anfechtbar (GVP 1982 Nr. 35).

4.- Streitig ist, ob der Rekurrent in den Steuerperioden 2007, 2008 und 2009 im Kanton 

St. Gallen beziehungsweise in der Gemeinde U unbeschränkt steuerpflichtig ist.

a) Die Vorinstanz führt in der Feststellungsverfügung und im Einsprache-Entscheid im 

Wesentlichen aus, der Rekurrent habe die von ihm am 31. März 2003 erworbene 

Liegenschaft in U am 1. Mai 2003 an seine Freundin vermietet. Er benutze die 

Liegenschaft auch selbst. Der Wasser- und Stromverbrauch in seiner Wohnung in W 

sei enorm tief (Wasser: 1. Juli 2006 bis 30. Juni 2007 7,5 m , 1. Juli 2007 bis 30. Juni 3

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2008 12,79 m , 1. Juli 2008 bis 30. Juni 2009 9,48 m , Strom: 1. Oktober 2006 bis 

31. März 2007 339 kWh, 1. April bis 30. September 2007 349 kWh, 1. Oktober 2007 bis 

31. März 2008 340 kWh, 1. April 2008 bis 30. September 2008 406 kWh, vgl. act. 8-D3, 

D4 und G1). Von den angeblich jährlich gefahrenen 32'300 Autokilometern sei der 

geschäftliche Anteil nicht nachgewiesen, so dass die Angabe bezüglich des Aufenthalts 

in W nicht aussagekräftig sei. Für die geltend gemachte Nutzung der Liegenschaft in U 

durch Mitarbeiter der Niederlassungen der Z AG und Kunden aus dem Ausland seien 

seit 1. Januar 2007 weder Rechnungen gestellt noch Zahlungen geleistet worden. 

Während vertraglich eine Miete von Fr. 1'400.-- vereinbart worden sei, seien tatsächlich 

lediglich Fr. 600.-- monatlich vereinnahmt worden. Die Differenz von monatlich 

Fr. 800.-- als Entgelt für die angeblichen Arbeiten der Mieterin für die Betreuung der 

Liegenschaft, insbesondere der Gastzimmer und des Gartens, sowie der 

Wäschebesorgung erscheine in keiner Steuererklärung der involvierten Personen. Der 

Rekurrent komme sodann für die gesamten Verbrauchskosten (Strom, Heizung, 

Wasser) auf. Dass bei einem Nutzungswert von Fr. 32'000.-- damit ein Anrecht auf eine 

Eigennutzung bestehe, scheine angebracht. Die eingereichten 42 Belege, die sich auf 

drei Jahre verteilten, beträfen vorwiegend Rapperswil und in keinem Fall W.

Im Rekurs wird geltend gemacht, die 5 ½-Zimmer-Eigentumswohnung in W sei 

vollständig eingerichtet. Der Rekurrent pendle regelmässig zwischen Wohn- und 

Arbeitsort. Sein Stromverbrauch in L unmittelbar vor dem Wegzug habe sich jährlich 

auf 532 bzw. 347 kWh belaufen. Vom 1. Mai 2002 bis 31. März 2003 habe der 

Stromverbrauch jährlich 610, 688 bzw. 746 kWh betragen. Der Rekurrent habe in den 

Jahren 2007 bis 2009 in W mehr Strom verbraucht als vor und nach seinem Wegzug 

von L. Die insgesamt relativ geringen Energiekosten in L und W erklärten sich dadurch, 

dass der Rekurrent überdurchschnittlich viel arbeite, insbesondere auch an Sonn- und 

Feiertagen. Er sei durchschnittlich jährlich während 163 Tagen (35 Tage Ferien, 10 

Tage Kurzreisen, 78 Übernachtungen in U, 40 Tage Geschäftsreisen) absent. Zweck 

der von der Z AG erstellten Wohnbaute in U sei die Vermietung und die Nutzung als 

Unterkunft für Mitarbeiter und Kunden der Z AG aus dem Ausland. Der Rekurrent habe 

die Liegenschaft aufgrund von Querelen im Aktionariat erworben. Diese seien auch 

verantwortlich dafür, dass der Z AG für die Nutzung keine Miet- und Verbrauchskosten 

verrechnet würden. Wegen der Fremdbenützung der Gästezimmer im Untergeschoss 

sei eine zuverlässige und vertrauenswürdige Mieterin wichtig. Deren Arbeiten seien mit 

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monatlich Fr. 800.-- honoriert. Dass die Empfängerin diese geldwerte Leistung nicht 

deklariert habe, könne dem Rekurrenten nicht angelastet werden. Die Abmachungen 

mit der Mieterin hätten mit den Lebensgewohnheiten des Rekurrenten nichts zu tun, 

auch wenn es sich dabei um seine Freundin handle. Deshalb davon auszugehen, der 

Rekurrent halte sich hauptsächlich in U auf, entbehre jeder Grundlage. Aus dem 

Wasser- und Stromverbrauch in der vermieteten Liegenschaft in U könne nicht auf die 

steuerrechtliche Zugehörigkeit geschlossen werden. Bei den eingereichten 42 Belegen 

handle es sich lediglich um die mit Kreditkarten privat bezahlten Beträge. Der 

wesentlich grössere Teil sei wie üblich bar bezahlt worden. Die aus dem Freundes- und 

Bekanntenkreis genannten Personen seien nicht angehört worden. Ebensowenig sei 

berücksichtigt worden, dass der Rekurrent nach dem Umzug zunächst in B eine 

Wohnung gemietet habe.

In der Vernehmlassung bringt die Vorinstanz vor, die Deklaration von Mieteinnahmen 

aus der Liegenschaft in U von Fr. 28'800.-- statt der tatsächlichen Fr. 7'200.-- habe die 

Tatsache vertuscht, dass der Rekurrent die Liegenschaft selbst auch nutze. Deshalb 

sei die Wohnsitzfrage in den Jahren 2003 bis 2006 ungenügend geprüft worden. Neben 

den durchschnittlichen Übernachtungen seien auch die Aufenthalte "untertags" in der 

Liegenschaft in U zu berücksichtigen. Auf die Befragung der angebotenen beiden 

Zeugen sei verzichtet worden, weil die Personen nicht als repräsentativ und die übrigen 

Erhebungen als genügend erachtet worden seien.

Der Rekurrent entgegnet, die Differenz zwischen den deklarierten und den 

tatsächlichen Mietzinsen gehe auf den Verzicht der Weiterverrechnung von Mietzinsen 

an die Z AG zurück. Nach st. gallischem Steuerrecht sei der Mietwert auch dann voll 

steuerbar, wenn das Grundstück zu einem tieferen Zins an eine nahestehende Person 

vermietet werde. Von Vertuschung könne deshalb keine Rede sein. Mietzinseinnahmen 

seien für die Bestimmung des tatsächlichen Wohnsitzes nicht massgebend. Das 

überdurchschnittliche Arbeitspensum erlaube dem Rekurrenten "untertags" nur 

gelegentliche Aufenthalte rein geschäftlicher Natur für repräsentative Zwecke. Bei den 

beiden Zeugen handle es sich um einen langjährigen Nachbarn und eine gute Bekannte 

mit Wohnorten in W und B. Sie seien durchaus repräsentativ.

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b) Nach Art. 13 Abs. 1 StG sind natürliche Personen im Kanton St. Gallen aufgrund 

persönlicher Zugehörigkeit unbeschränkt steuerpflichtig, wenn sie ihren 

steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton haben. Eine Person hat 

steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton, wenn sie sich hier mit der Absicht dauernden 

Verbleibens aufhält (Art. 23 Abs. 1 des Zivilgesetzbuches, SR 210) beziehungsweise wo 

der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen liegt (ASA 63 S. 839 E. 2a; BGE 125 I 54 E. 2). 

Das Hinterlegen der Schriften und Ausüben der politischen Rechte bilden – zusammen 

mit dem übrigen Verhalten der betreffenden Person – blosse Indizien für den 

steuerrechtlichen Wohnsitz (vgl. BGE 123 I 289 E. 2a). Der Lebensmittelpunkt bestimmt 

sich nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände, aus denen sich die 

ideellen (Angehörige, Freundes- und Bekanntenkreis) und materiellen Lebensinteressen 

erkennen lassen, nicht nach bloss erklärten Wünschen der steuerpflichtigen Person; 

der steuerliche Wohnsitz ist insofern nicht frei wählbar (BGE 125 I 54; vgl. zum Ganzen 

M. Arnold, Der steuerrechtliche Wohnsitz natürlicher Personen im interkantonalen 

Verhältnis nach der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung, in: ASA 68 S. 449 

ff.). Hält sich eine Person abwechslungsweise an zwei oder mehr Orten in der Schweiz 

auf, ist für die Ermittlung des Steuerwohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem sie 

stärkere Beziehungen unterhält. Steht eine Person zu mehreren Orten in näherer 

Beziehung, namentlich wenn ihr Arbeitsort und ihr sonstiger Aufenthaltsort 

auseinanderfallen, ist für die Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes darauf 

abzustellen, zu welchem Ort sie die stärkeren Beziehungen unterhält (Weidmann/

Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S. 

21; BGE 132 I 29 E. 4.2).

Das Steuerdomizil von Unselbständigerwerbenden liegt grundsätzlich an dem Ort, an 

dem sie für längere oder unbestimmte Zeit Aufenthalt nehmen, um von dort aus der 

täglichen Erwerbstätigkeit nachzugehen, ist doch der Zweck des Lebensunterhaltes 

dauernder Natur (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.159/2006 vom 14. November 2006 

E. 2.2; BGE 125 I 54 E. 2). Der Grundsatz, dass der Arbeitsort regelmässig mit dem 

Wohnsitz des Steuerpflichtigen zusammenfällt, gilt nicht ausnahmslos. Der Wohnsitz 

befindet sich dann nicht am Arbeitsort, wenn der Pflichtige zu einem andern als dem 

Arbeitsort stärkere Beziehungen besitzt (Locher/Locher, Das interkantonale 

Doppelbesteuerungsrecht, Loseblattsammlung, Therwil, § 3, I B, 1a Nr. 12 und 2b 

Nr. 22). Die Frage, zu welchem der Aufenthaltsorte die stärkeren Beziehungen 

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unterhalten werden, ist jeweils aufgrund der Gesamtheit der Umstände des Einzelfalls 

zu beurteilen. Bei Personen mit Beziehungen zu mehreren Orten werden die 

persönlichen und familiären Kontakte zum Ort, wo sich ihre Familie (Ehegatte, Kinder, 

Eltern und/oder Geschwister) aufhält, als stärker erachtet als diejenigen zum Arbeitsort, 

wenn sie in nicht leitender Stellung unselbständig erwerbstätig sind und täglich oder an 

den Wochenenden regelmässig an den Familienort zurückkehren. Bei Alleinstehenden 

werden die Kriterien, wann anstelle des Arbeitsortes der Aufenthaltsort der Familie als 

Hauptsteuerdomizil anerkannt werden, jedoch besonders streng gehandhabt. Selbst 

wenn alleinstehende Steuerpflichtige allwöchentlich zu den Eltern oder Geschwistern 

zurückkehren, können die Beziehungen zum Arbeitsort überwiegen. Dies kann 

namentlich dann zutreffen, wenn Unselbständigerwerbende sich am Arbeitsort eine 

Wohnung eingerichtet haben oder über einen besonderen Freundes- und 

Bekanntenkreis verfügen. Besonderes Gewicht haben in diesem Zusammenhang auch 

die Dauer des Arbeitsverhältnisses und das Alter des Steuerpflichtigen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 2C_397/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen; 

Höhn/Mäusli, Interkantonales Steuerrecht, 4. Aufl. 2000, § 7 N 78 f.).

Nach der allgemeinen Beweislastregel im Steuerrecht trägt die Veranlagungsbehörde 

gemäss konstanter Rechtsprechung die Beweislast für steuerbegründende oder 

steuererhöhende Tatsachen, während den Steuerpflichtigen die Beweislast für 

Tatsachen trifft, welche die Steuerschuld aufheben oder mindern (GVP 1980 Nr. 6). Die 

Voraussetzungen der Besteuerung, wie der steuerrechtliche Wohnsitz, der die 

persönliche steuerrechtliche Zugehörigkeit begründet, sind somit von der 

Veranlagungsbehörde nachzuweisen (Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 380). 

Dieser Hauptbeweis gilt dabei in der Regel als erbracht, wenn der von der 

Steuerbehörde angenommene Wohnsitz im Kanton als sehr wahrscheinlich erscheint. 

Diesfalls bleibt es Sache des Pflichtigen, den Gegenbeweis für den steuerlichen 

Wohnsitz ausserhalb des Kantons zu erbringen (StE 1992 B 11.1 Nr. 11; Arnold, a.a.O., 

S. 463 f.). Für die von ihm verfochtene, hinreichend substanziierte Sachdarstellung hat 

der Steuerpflichtige sodann von sich aus beweiskräftige Unterlagen einzureichen oder 

die Beweismittel wenigstens unter genauer Bezeichnung anzubieten (vgl. RB-ZH 2008 

Nr. 74, S. 152).

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c) Unbestritten ist, dass der Rekurrent Bezugspunkte zu W/SZ und U/SG hat. In W 

verfügt er über eine 5 ½-Zimmer-Eigentumswohnung, in U über ein Einfamilienhaus. In 

U befindet sich sodann sein Arbeitsplatz bei der von ihm beherrschten Arbeitgeberin. 

Seine Freundin ist Mieterin seines Einfamilienhauses in U. Nach seinen Angaben 

übernachtet er wöchentlich durchschnittlich an ein bis zwei Tagen in seinem 

Einfamilienhaus in U und an zwei bis drei Tagen in seiner Eigentumswohnung in W. 

Dass er auch in W persönliche Beziehungen familiärer Art pflegt, macht der Rekurrent 

nicht geltend. Zu den intensiven wirtschaftlichen Beziehungen in U – der Rekurrent 

bezeichnet sich als technischen Direktor seiner Arbeitgeberin mit Sitz und 

Firmenadresse in U und ist im Handelsregister als einzige Person mit Einzelunterschrift 

eingetragen – kommt in persönlicher Hinsicht die Beziehung zu seiner Freundin hinzu. 

Der Rekurrent legt zwar Wert darauf, dass es sich nicht um seine Lebenspartnerin 

handle. Die Bezeichnung der Mieterin als Freundin und die unbestrittene Tatsache, 

dass der Rekurrent zusammen mit ihr auch Ferien und gemeinsame Wochenenden 

verbringt, lassen zusammen mit den weiteren objektiven Umständen jedoch darauf 

schliessen, dass er zu keinen anderen Personen, insbesondere zu keinen Personen in 

W, Beziehungen vergleichbarer Intensität pflegt.

Der Rekurrent überlässt die Liegenschaft, die mit einem dem Marktwert 

entsprechenden Mietwert (vgl. Art. 34 Abs. 2 StG) von Fr. 28'800.--, monatlich 

Fr. 2'400.--, geschätzt wurde, seiner Freundin gemäss Mietvertrag vom 11. April 2003 

zu einem monatlichen Mietzins von Fr. 1'400.--, d.h. jährlich Fr. 16'800.-- oder knapp 

60% des Marktwertes. Er verzichtet zudem auf die Rechnungstellung für – allenfalls 

anteilige – Nebenkosten. Mit diesem – reduzierten – Mietzins werden zudem monatlich 

Fr. 800.-- als Entgelt für Arbeiten verrechnet, welche die Freundin im Zusammenhang 

mit dem Unterhalt der Liegenschaft erbringt. Diese Arbeiten bestehen nach Angaben 

des Rekurrenten darin, dass sie zwei Gästezimmer im Untergeschoss, die temporär 

von Mitarbeitern und Kunden der Arbeitgeberin des Rekurrenten genutzt werden, 

betreut und den Garten pflegt. Der Rekurrent hat den Umfang dieser Aufgaben nicht 

konkretisiert. Selbst wenn – wie er geltend macht – wegen Querelen im Aktionariat 

keine Weiterverrechnung dieser Aufwendungen an die Arbeitgeberin erfolgen sollte, 

hätte dies nicht ausgeschlossen, Angaben über die Zahl dieser Übernachtungen zu 

machen und sie durch die Freundin bestätigen zu lassen. Ebenfalls wäre es ohne 

Weiteres möglich gewesen, Angaben über die am Hauptsitz in U durchgeführten Kurse 

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und Sitzungen und den Empfang von Kunden zu machen, welche von der 

Übernachtungsmöglichkeit im Haus in U Gebrauch machten. Die Betreuung der 

Umgebung einer gemieteten Liegenschaft fällt zudem in der Regel ohnehin in den 

Aufgabenbereich des Mieters. Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass 

der von der Freundin des Rekurrenten bezahlte Mietzins von Fr. 600.-- zusammen mit 

dem Wert der von ihr geleisteten Arbeiten zur Bereithaltung der Gästezimmer weit 

unter dem marktgerechten Mietzins liegt. Insgesamt ergibt sich nicht das Bild einer 

eigentlichen Mietzinsleistung, sondern eines Beitrags der Freundin an die dem 

Rekurrenten für seine Liegenschaft in U entstehenden Kosten.

Selbst wenn – wie der Rekurrent geltend macht – angesichts der konkreten Umstände 

der Nutzung aus dem Strom- und Wasserverbrauch in der Liegenschaft in U kein 

direkter Schluss auf seinen Aufenthaltsort gezogen werden darf, kann aus den 

konkreten Verbrauchszahlen für seine Wohnung in W doch abgeleitet werden, dass er 

sich dort eher wenig aufhielt. Der Stromverbrauch liegt mit rund 700 kWh deutlich unter 

dem Durchschnitt eines Einpersonenhaushalts (vgl. www.tagesanzeiger.ch/zuerich/

unterland/Grosse-Unterschiede-beim-Stromverbrauch-im-Unterland vom 

10. Dezember 2009, wo von einem Durchschnitt von 1'850 kWh pro Jahr in einem 

Einpersonenhaushalt ausgegangen wird). Auch der Wasserverbrauch erscheint mit 

rund 10-12 m  jährlich als sehr tief. Der Umstand, dass sich der Rekurrent – nach 

seinen eigenen Angaben – mehr in W, nämlich während zwei bis drei Nächten 

wöchentlich, als in U, nämlich eine bis zwei Nächte, aufhält, schliesst zudem nicht aus, 

dass die persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen in U mehr Gewicht haben. 

Auch an einem Wochenaufenthaltsort verbringt ein Steuerpflichtiger regelmässig mehr 

Zeit als am Familienort, ohne dass damit der Wochenaufenthaltsort zum Mittelpunkt 

seiner Lebensinteressen würde.

Abgesehen davon, dass sich der Rekurrent auch in seiner Eigentumswohnung in W 

aufhält, bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Bindung zu W enger ist als jene 

zu U. Der Rekurrent macht keine besonderen persönlichen Beziehungen in W geltend, 

die jene zu seiner Freundin in U überwiegen würden. Er bestreitet auch nicht, dass aus 

den eingereichten Belegen keine solchen engen Beziehungen abgeleitet werden 

können. Hingegen bringt er vor, dass es sich dabei lediglich um jene Aufwendungen 

handelt, die er mit seiner persönlichen Kreditkarte beglichen hat. Auch wenn er in W 

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Barauslagen getätigt hat, die er nicht nachweisen kann, fällt doch auf, dass sich keine 

der belegten Ausgaben auf den behaupteten Wohnsitz bezieht. Ein erheblicher Teil der 

Ausgaben fiel in Rapperswil an. Die Aufenthalte in Rapperswil sprechen aufgrund der 

geografischen Lage nicht dagegen, U als Lebensmittelpunkt anzunehmen und sind 

auch nicht geeignet, eine besondere Nähe zu W zu belegen. Der Rekurrent macht auch 

nicht geltend, dass er in W seine – offenbar spärliche – Freizeit verbringen und 

beispielsweise in Vereinen persönliche Beziehungen pflegen würde. Wohneigentum 

allein stellt aber noch keine enge Beziehung in persönlicher Hinsicht zu einem Ort dar.

d) Zusammenfassend sprechen zahlreiche Anhaltspunkte wirtschaftlicher und 

persönlicher Natur dafür, dass sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen des 

Rekurrenten in U/SG und nicht in W/SZ befindet. Sein Arbeitsplatz und der Sitz seiner 

von ihm beherrschten Arbeitgeberin befinden sich in U. Seine Freundin, bei der es sich 

zwar nicht um eine Lebenspartnerin handeln soll, mit der er allerdings Ferien und 

Wochenenden verbringt, lebt in U. Der Rekurrent übernachtet wöchentlich ein- bis 

zweimal in seinem Einfamilienhaus in U, welches seine Freundin für einen weit unter 

dem Marktwert liegenden Zins gemietet hat. Die Bindung zu W besteht demgegenüber 

einzig im Umstand, dass der Rekurrent auch dort über Wohneigentum verfügt, das er – 

nach seinen Angaben während zwei bis drei Nächten pro Woche – nutzt. Hinweise 

dafür, dass er in W persönliche Beziehungen pflegt, welche die Intensität der 

Beziehung zu seiner Freundin in U erreichen oder gar übertreffen, bestehen keine. Bei 

objektiver Würdigung aller Umstände steht deshalb fest, dass sich der steuerrechtliche 

Wohnsitz des Rekurrenten in den Jahren 2007, 2008 und 2009 in U/SG befunden hat. 

Der Rekurs ist daher abzuweisen.

5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom Rekurrenten 

zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 800.-- ist angemessen 

(vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss 

von Fr. 800.-- ist zu verrechnen.

Entscheid:

1.    Der Rekurs wird abgewiesen.

2.    Der Rekurrent bezahlt die amtlichen Kosten von Fr. 800.-- unter

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

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       Verrechnung des Kostenvorschusses von Fr. 800.--.

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	Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 08.12.2011
	Art. 13 Abs. 1 StG (sGS 811.1). Ein unverheirateter Mann, Mehrheitsaktionär und Verwaltungsratspräsident einer Unternehmung im Kanton St. Gallen, macht einen Lebensmittelpunkt im Kanton Schwyz geltend, wo er eine Eigentumswohnung besitzt. Da an jenem Ort im Kanton Schwyz aber keine persönlichen Beziehungen nachgewiesen sind und der Betroffene in der Gemeinde, in der sich seine Unternehmung befindet, auch ein Einfamilienhaus besitzt, das er einer nahestehenden Person zu einem Vorzugspreis überlässt, hat die Steuerbehörde zu Recht einen Lebensmittelpunkt im Kanton St. Gallen angenommen (Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 8. Dezember 2011, I/1-2010/243).

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		2025-07-19T12:05:05+0200
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