# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c6d79e77-63f6-5cab-8d56-4a8539b0c802
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-30
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2013 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2013
**Docket/Reference:** DB.2016.188
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2016_188_qz.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2016.188 
2 ST.2016.224 

Entscheid 

 30. Januar 2018 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichterin Micheline Roth, Steuerrichter  
Alexander Widl und Gerichtsschreiberin Andrea Schmid 

A ,    

vertreten durch B Treuhand AG,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2013 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2013 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  und  die  C  SA  (nachfolgend  C)  waren  seit 

1999  je  zur  Hälfte  Eigentümer  der  C  L  AG.  Letztere  bezweckt  gemäss  Handelsregis-

terauszug  den Betrieb  eines  Geschäfts für Optiker-  und Hörgeräte und  damit  verbun-

denen  Accessoires,  insbesondere  der  Marke  C.  Am  29.  Dezember  2013  veräusserte 

der Pflichtige seinen Anteil für Fr. 1'700'000.- an die C und deklarierte den Erlös in der 

Steuererklärung  2013  als  Kapitalgewinn.  Demgegenüber  qualifizierte  der  Steuerkom-

missär diese Zahlung nur im Umfang von Fr. 1'200'000.- als Kapitalgewinn, die restli-

chen Fr. 500'000.- hingegen als steuerbares Einkommen. Dementsprechend setzte er 

mit Veranlagungsverfügung direkte Bundessteuer 2013 vom 7. Januar 2016 das steu-

erbare Einkommen auf Fr. 758'800.- und im gleichzeitig erlassenen Einschätzungsent-

scheid  Staats-  und Gemeindesteuern  2013  auf  Fr.  812'900.-  (davon  Fr.  137'500.-  Er-

trag  aus  qualifizierten  Beteiligungen)  fest.  Das  steuerbare  Vermögen  belief  sich  auf 

Fr. 3'121'000.-. 

B. Die vom Pflichtigen hiergegen erhobenen Einsprachen wies das kantonale 

Steueramt am 12. August 2016 ab. 

C.  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  vom  13.  September  2016  liess  der  Pflichtige 

dem  Steuerrekursgericht  beantragen,  dass  der  Verkaufserlös vollumfänglich als  Kapi-

talgewinn  zu  würdigen  sei.  Das  steuerbare  Einkommen  sei  daher  auf  (rund)  

Fr. 258'800.- (direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 312'900.- (Staats- und Gemeindesteuern) 

zu ermässigen. Ausserdem verlangte er eine Parteientschädigung. 

In  seiner  Beschwerde-/Rekursantwort  vom  18.  Oktober  2016  beantragte  das 

kantonale  Steueramt  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwal-

tung liess sich nicht vernehmen. 

Auf die Erwägungen der Einspracheentscheide und die Parteivorbringen wird, 

soweit wesentlich, in den nachfolgenden Urteilsgründen zurückgekommen. 

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. Die  C  hatte  1995  die  C  L  AG  mit  einem  Aktienkapital  von  

Fr.  100'000.-  (eingeteilt  in  1'000  Namenaktien  zu  je  Fr.  100.-  nominal)  gegründet.  Mit 

Kaufvertrag vom 19. März/4. April 1999 übernahm der Pflichtige 50% des Aktienkapi-

tals von der C. Zugleich schlossen die Parteien einen Aktionärbindungsvertrag (nach-

folgend  ABV)  sowie  einen  Arbeitsvertrag.  Danach  wirkte  der  Pflichtige  als  Geschäfts-

führer  und  Delegierter  des  Verwaltungsrats  der  C  L  AG  und  war  für  deren 

administrative  und  operative  Leitung  verantwortlich.  Nachdem  der  Pflichtige seit  März 

2013 krankheitsbedingt vollumfänglich arbeitsunfähig geworden war, gab er diese bei-

den Funktionen auf Ende 2013 auf und veräusserte am 29. Dezember 2013 sein Akti-

enpaket mit Wirkung per 31. Dezember 2013 für Fr. 1'700'000.- an die C (nachfolgend 

Aktienkaufvertrag  [AKV]).  Hinsichtlich  des  Kaufpreises  hielt  Ziffer  2  des  Vertrags  Fol-

gendes fest: 

"Der Kaufpreis für die Aktien beträgt Fr. 1'700'000.-. 
Sämtliche nach dem 31. Dezember 2013 auf den Aktien beschlossenen/fällig werden-
den Dividenden stehen C als Käuferin der Aktien zu. 
Der Kaufpreis für die Aktien wurde im gegenseitigen Einvernehmen und unter Berück-
sichtigung  der  Verdienste  des  Verkäufers  für  die  C  Gruppe  pauschal  festgelegt.  Ge-
genüber der im Aktionärbindungsvertrag vereinbarten Formel beinhaltet der vorliegen-
de  Kaufpreis  einen  substantiellen  Aufpreis.  Damit  sind  sämtliche  Forderungen 
zwischen dem Verkäufer und C per Saldo aller Ansprüche abgegolten." 

Sodann erklärte Ziffer 4 AKV den ABV mit Ausnahme des Konkurrenzverbots 

für aufgelöst. Im Weiteren hielt Ziffer 5 AKV fest, dass der Arbeitsvertrag gemäss sepa-

rater  Aufhebungsvereinbarung  per  31.  Dezember 2013  beendet  sei;  auf  den  gleichen 

Zeitpunkt trat der Pflichtige laut Ziffer 6 AKV aus dem Verwaltungsrat zurück. 

Der ABV hatte in Art. 14 den Aktionären ein gegenseitiges Vorkaufsrecht ein-

geräumt. Danach sollte der Verkaufspreis bei dessen Ausübung "dem letzten von den 

Parteien gemeinsam festgelegten Wert" entsprechen, falls darüber keine Einigung zu-

stande komme, dem von der Revisionsstelle gemäss Formel des ABV ermittelten Wert. 

Art. 21 ABV regelte die Höhe des Verkaufspreises der Aktien des Pflichtigen bei Been-

digung des Arbeitsverhältnisses, und zwar unabhängig von den Gründen. 

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2. a) Gemäss Art. 16 Abs. 1 und 3 des Bundesgesetzes über die direkte Bun-

dessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 16 Abs. 1 und 3 des Steuergesetzes 

vom  8. Juni  1997 (StG) unterliegen  der  Einkommenssteuer  alle  wiederkehrenden  und 

einmaligen  Einkünfte  mit  Ausnahme  der  Kapitalgewinne  aus  der  Veräusserung  von 

Privatvermögen. Steuerbar sind nach Art. 17 Abs. 1 DBG bzw. § 17 Abs. 1 StG insbe-

sondere  alle  Einkünfte  aus  privatrechtlichen  oder  öffentlich-rechtlichen  Arbeitsverhält-

nissen mit Einschluss der Nebeneinkünfte wie Entschädigungen für Sonderleistungen, 

Provisionen,  Zulagen,  Dienstalters-  und  Jubiläumsgeschenke,  Gratifikationen,  Trink-

gelder, Tantiemen und andere geldwerte Vorteile. Leistungen, welche der Steuerpflich-

tige nicht vom Arbeitgeber, sondern von Dritten erhält, sind ebenfalls dem Arbeitsein-

kommen  zuzurechnen,  wenn  sie  ihm  im  Zusammenhang  mit  dem  Arbeitsverhältnis 

ausgerichtet worden sind (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 

3. A., 2016, Art. 17 N 37 DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, 

§ 17 N 37 StG). Steuerbar sind nach Art. 23 lit. c DBG bzw. § 23 lit. c StG ferner Ent-

schädigungen 

für  Konkurrenzverbote 

(Hunziker/Mayer-Knobel,  Kommentar  zum 

Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundesgesetz  über  die  direkte  Bundessteuer,  3.  A., 

2017, Art. 23 N 15a DBG). 

Steuerfrei  sind  die  Kapitalgewinne  aus  der  Veräusserung  von  beweglichem 

Privatvermögen (Art. 16 Abs. 3 DBG; § 16 Abs. 3 StG). Solche ergeben sich dadurch, 

dass der Mehrwert eines obligatorischen oder dinglichen Vermögensrechts beim Aus-

scheiden aus dem Vermögen der bisher berechtigten Person durch Umwandlung in ein 

(auch  wirtschaftlich  betrachtet)  anderes  Vermögensrecht  realisiert  wird  (Richner/Frei/ 

Kaufmann/Meuter, Art. 16 N 152 DBG und § 16 N 113 StG). 

b)  Nach  der  allgemeinen  Beweislastregel  haben  die  Steuerbehörden  den 

Nachweis  zu  erbringen,  dass  ein  Steuerpflichtiger  bestimmte  Einkünfte  erzielt  hat,  da 

es  sich  hierbei  um  einen  steuerbegründenden  Umstand  handelt.  Der  Nachweis  eines 

Vermögenszuflusses begründet sodann die natürliche Vermutung, dass dieser steuer-

bares Einkommen darstellt. Die Vermutung kann vom Steuerpflichtigen entkräftet wer-

den,  indem  er  den  Gegenbeweis  erbringt,  dass  nämlich  die  zugeflossenen  Einkünfte 

kein steuerbares Einkommen darstellen (wie z.B. Vorliegen eines steuerfreien Kapital-

gewinns  aus  der  Veräusserung  beweglichen  Privatvermögens).  Liegt  allerdings  ein 

Kaufvertrag im Bereich des Privatvermögens vor, begründet dies zunächst die tatsäch-

liche Vermutung, dass der verurkundete Kaufpreis nur ein solcher und nicht etwa auch 

ein Entgelt für weitere Leistungen des Verkäufers darstellt. Diese tatsächliche Vermu-

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tung lässt in steuerrechtlicher Hinsicht den gesamten Veräusserungserlös als Kapital-

gewinn  erscheinen.  Der  allgemeinen  Beweislastregel  folgend,  obliegt  daraufhin  die 

Behauptung und der Nachweis dafür, dass der Gegenleistung ganz oder teilweise kei-

ne Kaufpreisqualität zukommt, den Steuerbehörden. 

3. a) Das kantonale Steueramt erwog in den Einspracheentscheiden, dass die 

Revisionsstelle D AG der C L AG diese per 31. Dezember 2012 bewertet habe. Dazu 

habe  sie  am  12.  Juli  2013 festgehalten,  dass  eine  Bewertung gemäss ABV  zu  einem 

überhöhten Wert führen würde. Eine den Marktverhältnissen besser Rechnung tragen-

de Methode ergebe einen Verkehrswert von Fr. 2'337'000.-. Daraufhin habe die C dem 

Pflichtigen angeboten, seine Anteile für Fr. 1'200'000.- zu erwerben. In der Folge habe 

dieser  die  E  AG  beauftragt,  die  Bewertung  der  D  AG  zu  überprüfen.  Diese  sei  am 

9. August  2013  zum  Schluss gekommen,  dass der  Kaufpreis  zwingend nach den Re-

geln  des  ABV  zu  ermitteln  sei,  was  zu  einem  Betrag  zwischen  Fr.  5'142'000.-  und 

Fr. 7'318'000.- führe. Wie die Parteien in Ziffer 2 AKV erklärt hätten, sei der Kaufpreis 

"im gegenseitigen Einvernehmen und unter Berücksichtigung der Verdienste des Ver-

käufers für die C Gruppe pauschal festgelegt" worden. Gegenüber der im ABV verein-

barten  Formel  enthalte der  Kaufpreis  einen  "substantiellen  Aufpreis".  Diese  Formulie-

rung  hätte  unterbleiben  können,  wenn  es  sich  beim  vereinbarten  Entgelt  von 

Fr. 1'700'000.- um den tatsächlichen Verkehrswert für den 50%-Aktienanteil gehandelt 

hätte.  Neben  dem  Vertragswortlaut  gelte  es  zu  berücksichtigen,  dass  zwischen  den 

Parteien  des  Kaufvertrags  ein  Arbeitsverhältnis bestanden  habe.  Der  Aufpreis  sei  da-

her  als  Abfindung  zu würdigen,  mit  der  allfällige finanzielle Ansprüche des  Arbeitneh-

mers durch eine pauschale Einmalzahlung bereinigt und das Arbeitsverhältnis im Sinn 

einer Saldoklausel endgültig abgeschlossen werden sollte. Der auf die Abfindung ent-

fallende Anteil entspreche der Differenz von Fr. 500'000.- zwischen dem Kaufpreis und 

dem  Verkehrswert  der  Aktien.  Entgegen  der  Auffassung  des  Pflichtigen  sei  das 

Rechtsgeschäft  nicht  auf  dem  freien  Markt  abgeschlossen,  sondern  unter  Anteilseig-

nern  und  Parteien  eines  Arbeitsvertrags  gehandelt  worden.  Im Weiteren  sei  der  ABV 

nach der Rechtsprechung für die Ermittlung des Verkehrswerts unbeachtlich.  Der von 

der  Revisionsstelle  per  31.  Dezember  2012  ermittelte  Verkehrswert  gelte  als  starkes 

Indiz für den objektiven Wert der C L AG. Dieser werde durch den Beizug von anderen 

anerkannten  Berechnungsmethoden  plausibilisiert.  Nach  Massgabe  der  Wegleitung 

zum Kreisschreiben Nr. 28 der Schweizerischen Steuerkonferenz vom 28. August 2008 

(nachfolgend  Kreisschreiben  Nr.  28)  belaufe  sich  der  Verkehrswert  der  C  L  AG  per 

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Ende  2012  auf  Fr. 2'432'000.-  und  per  Ende  2013  auf  Fr.  2'197'000.-.  Im  Sinn  einer 

weiteren  Kontrollrechnung  könne  der  Unternehmenswert  unter  Berücksichtigung  des 

Umsatzes  ermittelt  werden,  was  per  Verkaufsdatum  zu  einem  Betrag  von 

Fr. 2'266'000.- 

führe.  All  diese  Methoden  zeigten,  dass  der  Kaufpreis  von 

Fr. 1'700'000.- weit über dem tatsächlichen Verkehrswert liege. Schliesslich erscheine 

es  als  ungewiss,  ob  ein  unabhängiger  Dritter  für  das  Aktienpaket  auch  nur 

Fr. 1'200'000.-  bezahlt  hätte.  Denn  der  restriktive  ABV  habe  faktisch  nur  den  Verkauf 

an die C ermöglicht, was die Bewertung durch die Revisionsstelle ausblende. 

In  der  Beschwerde-/Rekursantwort  hält  die  Amtsstelle  an  ihrem  Standpunkt 

fest.  Das  Parteigutachten  der  E  AG  stütze  sich  nicht  auf  eine  nach  anerkannten 

Grundsätzen  vorgenommene  Unternehmensbewertung.  Auch  wenn  es  sich  bei  der 

Bewertung  durch die  D AG  ebenfalls  um  ein  Parteigutachten  handle,  sei  dieses  doch 

nach  anerkannten  Grundsätzen  der  Unternehmensbewertung  erstellt  und  dessen  Er-

gebnis vom Pflichtigen nicht entkräftet worden. Zwar enthalte die Aufhebungsvereinba-

rung  keinen  Hinweis  auf  eine  zusätzliche  Entschädigung  für  geleistete  Arbeit,  wohl 

aber Ziffer 2 AKV. 

b) Zur Begründung von Beschwerde und Rekurs bringt der Pflichtige vor, dass 

ihm  die  C  gestützt  auf  die  Bewertung  durch  die  D  AG  für  den  Erwerb  seiner  Anteile 

zunächst einen Kaufpreis von Fr. 1'200'000.- angeboten habe. Nachdem der Wert der 

C  L  AG  von  der  E  AG  zwischen Fr.  5'100'000.- und  Fr.  7'300'000.- geschätzt  worden 

sei,  habe  er  der  C  eine  Gegenofferte  über  Fr.  1'750'000.-  unterbreitet.  Dieser  Betrag 

ergebe sich aus dem abgerundeten Mittel zwischen der unteren Bandbreite der Schät-

zung der E AG und jener der D AG. Die anschliessenden Vertragsverhandlungen hät-

ten dann zum Kaufpreis von Fr. 1'700'000.- geführt. Entgegen der Auffassung des kan-

tonalen  Steueramts  lasse  sich  die  Aufrechnung  von  Fr.  500'000.-  weder  auf  Ziffer  2 

AKV  noch  auf  die  Bewertung  durch  die  D  AG  stützten.  Diese  sei  nicht  nach  Art.  14 

ABV vorgegangen; selbst wenn sie dies getan hätte, wäre der Aktionär nach den Best-

immungen des ABV befugt gewesen, eine Zweitmeinung einzuholen, was der Pflichtige 

denn auch getan habe. Wenn er daraufhin seinen Anteil zum Preis von Fr. 1'750'000.- 

angeboten  habe,  stehe  dies  im  Einklang  mit  Art. 14  ABV.  Weil  der  Pflichtige  im  Jahr 

2013  trotz  seiner  Erkrankung  keine  Lohneinbusse  habe  hinnehmen  müssen,  bestehe 

kein Anlass, im Kaufpreis einen Lohnanteil zu vermuten. Ebenso wenig könne auf eine 

Abfindung geschlossen werden. Denn in kleineren, personenbezogenen Verhältnissen 

sei  es  üblich,  dass  die  Aktionärseigenschaft  mit  dem  Arbeitsverhältnis  verknüpft  sei 

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und  der  Arbeitnehmer  seine  Aktien  bei  Beendigung  des  Arbeitsverhältnisses  wieder 

verkaufe, dies gemäss der im ABV festgelegten Berechnungsformel. Die von der Vor-

instanz  zur  Plausibilisierung der  Unternehmensbewertung herangezogenen  Methoden 

berücksichtigten die branchenspezifischen Verhältnisse zu wenig. Dass der ABV einen 

Verkauf  an  Dritte  erschwere,  schmälere  den  Verkehrswert  der  Aktien  nicht;  vielmehr 

trage  der  Preisfindungsmechanismus  diesem  Umstand  Rechnung.  Weil  der  Pflichtige 

per  Ende  2013  aus  der  C  Gruppe  ausgeschieden  sei,  gelte  der  Verkaufserlös  keine 

zukünftigen Leistungen ab. Als Geschäftsführer habe er ein marktübliches Grundsalär 

und  eine  Umsatzbeteiligung  erhalten,  weshalb  auch  keine  zusätzliche  Vergütung  für 

das beendete Arbeitsverhältnis geschuldet sei. Eine Bonuszahlung ohne entsprechen-

de  Grundlage  im  Arbeitsvertrag  sei  unter  solchen  Umständen  unüblich.  Schliesslich 

würden sich die aufgerechneten Fr. 500'000.- auf rund das zweieinhalbfache Jahressa-

lär belaufen. Im Übrigen enthalte die Aufhebungsvereinbarung zum Arbeitsvertrag kei-

nen  Hinweis  auf  eine  freiwillige  Bonuszahlung  oder  Abfindung.  Entgegen  der  Auffas-

sung  des  kantonalen  Steueramts  sei  die  Formulierung  in  Ziffer  2  AKV  als  blosse 

Floskel zu würdigen. Der Pflichtige habe dem genauen Vertragswortlaut keine Bedeu-

tung  zuerkannt;  vielmehr  sei  es  ihm  um  einen  raschen  Vertragsabschluss  und  einen 

gegenüber der ursprünglichen Offerte höheren Verkaufspreis gegangen. Wenn Ziffer 2 

AKV festhalte,  dass  die Vergütung gegenüber  der  im  ABV  vereinbarten Formel  einen 

"substantiellen Aufpreis" enthalte, treffe dies nachweislich nicht zu. Vielmehr habe der 

Pflichtige aufgrund seiner Krankheit darauf verzichtet, die Anwendung der im ABV vor-

gesehenen  Formel  gerichtlich  durchzusetzen  und  stattdessen  im  Sinn  eines  Kompro-

misses seinen Anteil zu einem Preis veräussert, der dem Mittelwert der beiden Gutach-

ten entspreche. 

4. a) Nach dem in E. 2b Gesagten kann sich der Pflichtige auf die Vermutung 

berufen, dass der in Ziffer 2 AKV vereinbarte Kaufpreis von Fr. 1'700'000.- für das am 

29. Dezember 2013 an die C veräusserte Aktienpaket tatsächlich als solcher zu qualif-

zieren  ist.  Zu  prüfen  ist  im  Folgenden,  ob  das  kantonale  Steueramt  diese  Vermutung 

zu entkräften vermag und das Entgelt nur im Umfang von Fr. 1'200'000.- einen steuer-

freien  Kapitalgewinn  darstellt,  während  es  sich  bei  den  aufgerechneten  

Fr. 500'000.- um steuerbares Einkommen handelt. 

b)  Die  Bewertung  der  Aktien  der  C  L  AG  durch  die  D  AG  per  31.  Dezember 

2012 vom 12. Juli 2013 stützt sich auf die Bilanzen und Erfolgsrechnungen der Gesell-

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schaft. Die einzelnen Faktoren werden in der kurzen Berechnung jedoch weder belegt 

noch  näher  begründet.  Dasselbe  gilt  für  die  Stellungnahme  der  E  AG  hierzu  vom  9. 

August 2013. Daher vermögen die beiden Berichte inhaltlich den formalen Anforderun-

gen, die an ein Gutachten zu stellen sind, offensichtlich nicht zu genügen. Sodann fällt 

ins Gewicht, dass sie im Auftragsverhältnis erstellt worden sind; die D AG wurde für die 

C,  die  E  AG  für  den  Pflichtigen  tätig.  Selbst  wenn  von  eigentlichen  Parteigutachten 

auszugehen wäre, käme diesen nur der Stellenwert einer blossen Parteibehauptung zu 

(VGr, 27. Januar 2016, SB.2015.00097, E. 5.1). 

c) In Art. 14 ABV räumten sich die C und der Pflichtige ein gegenseitiges Vor-

kaufsrecht an den Aktien der C L AG ein und stellten dabei in lit. a detaillierte Regeln 

für  den  Kaufpreis  der  Aktien  auf.  Dem  kantonalen  Steueramt  ist  zwar  beizupflichten, 

dass es in der Autonomie der Parteien lag, beim Verkauf von diesen Regeln abzuwei-

chen.  Indessen  hätte  sich  der  Pflichtige  in  einem  Rechtsstreit  auf  die  Verbindlichkeit 

der ABV berufen und einen höheren – den Marktwert möglicherweise übersteigenden – 

Kaufpreis verfechten können.  

d)  Aufgrund  der  anscheinend  dauerhaften  Arbeitsunfähigkeit  des  als  Ge-

schäftsführer  und  Verwaltungsrat  wirkenden  Pflichtigen  waren  beide  Parteien  daran 

interessiert,  ihre  Rechtsbeziehung  rasch  zu  beenden.  In  Anbetracht  der  wie  gesagt 

unsicheren  Rechtslage  bezüglich  des  Unternehmens-  bzw.  Aktienwerts  erscheint  es 

plausibel, dass sie einen Vergleich anstrebten, der auch bald zustande kam. 

e) Der für das Aktienpaket vereinbarte Kaufpreis von Fr. 1'700'000.- lässt sich 

gut  nachvollziehen,  denn  er  entspricht  annähernd  dem  Mittelwert  der  beiden  Bewer-

tungen durch die D AG von Fr. 2.34 Mio. und die E AG von mindestens Fr. 5.14 Mio. 

für die C L AG. Dass deren Schätzungen stark divergieren, hängt wohl nicht nur mit der 

unterschiedlichen  Bewertungsmethode  und  der  abweichenden  Auffassung  mit  Bezug 

auf die Geltung des ABV, sondern auch mit der Beziehungsnähe zum jeweiligen Auf-

traggeber  zusammen. Wenn sich  das kantonale  Steueramt  auf  den  Standpunkt  stellt, 

dass der von der D AG ermittelte Wert des Aktienpakets von rund Fr. 1'200'000.- auf-

grund  einer  Kontrollrechnung  nach  den  Vorgaben  des  Kreisschreibens  Nr.  28  sowie 

amtsintern  verwendeten  weiteren  Bewertungsmethoden  als  plausibel  erscheine,  so 

wird diese Behauptung weder näher ausgeführt noch belegt. 

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Wie der Pflichtige einleuchtend ausführt, bestand für die C nach Beendigung 

ihrer  Rechtsbeziehungen  zum  Pflichtigen  und  dessen  mutmasslich  fortdauernder  Ar-

beitsunfähigkeit  kein  Anlass,  irgendwelche  künftige  Leistungen  abzugelten.  Insbeson-

dere fiel  aufgrund  des  schlechten  Gesundheitszustands  des  Pflichtigen  wie  auch  von 

dessen Alter eine zusätzliche Entschädigung für das in Ziffer 4 AKV erneuerte Konkur-

renzverbot ausser Betracht. Ebenso wenig bestehen Anhaltspunkte dafür, dass bisher 

vom  Pflichtigen  erbrachte  Leistungen  ungenügend  abgegolten  worden  sind  und  dies 

anlässlich des Aktienverkaufs hätte korrigiert werden müssen. In der vorangegangenen 

Steuerperiode 2012 deklarierte der Pflichtige ein Einkommen aus seinem Haupterwerb 

von Fr. 177'596.-, in der streitbetroffenen Periode 2013 hingegen trotz überwiegender 

Arbeitsunfähigkeit ein solches von Fr. 190'100.-. Weshalb die C dem Pflichtigen auf die 

Beendigung  ihres  Vertragsverhältnisses  hin  einen  Bonus  hätte  gewähren  sollen,  und 

zwar gleich in der Höhe von Fr. 500'000.-, lässt sich nicht nachvollziehen. 

f) Entgegen der Auffassung des kantonalen Steueramts führt der Wortlaut des 

AKV zu keinem anderen Ergebnis. Wie gesagt waren beide Parteien daran interessiert, 

das Vertragsverhältnis rasch zu beenden. Bei den Verhandlungen ging es hauptsäch-

lich  um  den  Kaufpreis  verbunden  mit  der  Saldoklausel,  die  vor  allfälligen  nachträgli-

chen  Forderungen  der  Gegenseite  schützen  sollte.  So  gesehen  lässt  sich  aus  der 

Formulierung  von  Ziffer  2  AKV  nicht  ableiten,  dass  der  Kaufpreis  einen  zusätzlichen 

Einkommensbestandteil  umfasst  habe.  Der  dort  erwähnte  "substantielle  Aufpreis"  be-

zieht sich denn auch nicht auf den Verkehrswert, sondern auf die Formel im ABV. 

g) Aufgrund dieser Erwägungen vermag das kantonale Steueramt die Vermu-

tung  nicht  umzustossen,  dass  der  dem  Pflichtigen  zugeflossene  Kaufpreis  von  

Fr. 1'700'000.- allein die Vergütung für das Aktienpaket darstellt. Daher ist die Aufrech-

nung  von  Fr.  500'000.-  als  Einkommensbestandteil  zu  Unrecht  erfolgt,  was  zur  Gut-

heissung von Beschwerde und Rekurs führt. 

5.  Bei  diesem  Prozessausgang sind  die Gerichtskosten  der  Beschwerdegeg-

nerin/dem  Rekursgegner  aufzuerlegen  (Art. 144  Abs. 1  DBG  und  § 151  Abs. 1  StG). 

Ferner  ist  dem  Pflichtigen  für  das  Beschwerde-  und  Rekursverfahren  eine  Parteient-

schädigung  zuzusprechen  (Art. 144  Abs. 4  DBG  i.V.m.  Art.  64  Abs.  1–3  des  Bundes-

gesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezember  1968  und  § 152  StG 

i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959). 

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Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Der  Beschwerdeführer  wird  für  die  direkte 

Bundessteuer,  Steuerperiode  2013,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  

Fr. 258'800.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs. 1 DBG; Alleinstehendentarif). 

2.  Der Rekurs wird gutgeheissen. Der Rekurrent wird für die Staats- und Gemeinde-

steuern, Steuerperiode 2013, mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 312'900.- 

(davon Fr. 137'500.- Ertrag aus qualifizierten Beteiligungen) und einem steuerbaren 

Vermögen  von  Fr.  3'121'000.-  eingeschätzt  (Tarif  gemäss  §  35  Abs.  1  bzw.  §  47 

Abs. 1 StG; Grundtarif). 

[…] 

koll: 

Eine Minderheit des Gerichts  gab folgenden, abweichenden Antrag  zu Proto-

Das  Steuerverfahren  wird  von  der  Untersuchungsmaxime  beherrscht.  Nach 

diesem Verfahrensgrundsatz ist das Steuerrekursgericht verpflichtet, die rechtserhebli-

chen  Tatsachen  von  Amts  wegen  abzuklären  und  ihrem  Entscheid  nur  solche  Tatsa-

chen  zugrunde  zu  legen,  von  deren  Vorhandensein  es  sich  überzeugt  hat  (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 140 N 54 DBG und § 147 N 52 StG).  

Der von der C SA bezahlte Kaufpreis für die Aktien der C C L AG AG beinhal-

tete  zum Teil eine Leistung im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis des Pflichti-

gen bei der C C L AG AG: 

Der Pflichtige war Geschäftsführer und Delegierter des Verwaltungsrats der C 

C  L AG  AG  sowie  zur  Hälfte Aktionär;  als  weitere Verwaltungsräte amteten  F  und G. 

Die letzteren beiden waren bei der C SA ebenfalls Mitglieder des Verwaltungsrats. Die 

C  SA  war  vor  dem  Kauf  zur  Hälfte  Aktionärin  und  besass  aufgrund  des  Aktionärbin-

dungsvertrags vom 19. März 1999 ein Vorkaufsrecht an den Aktien des Pflichtigen. Der 

Verkauf der Aktien fand somit nicht zwischen unabhängigen Dritten statt.  

2 DB.2016.188 
2 ST.2016.224 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Der  zwischen  dem  Pflichtigen  und  der  C  SA  abgeschlossene  Aktienkaufver-

trag  statuiert  zudem,  dass  der  Kaufpreis  der  Aktien  eine  Komponente  enthält,  die  als 

Abgeltung  für  die  Leistung  des  Pflichtigen  im  Zusammenhang mit  seiner  Tätigkeit  als 

Geschäftsführer und Delegierter des Verwaltungsrats bei der C C L AG AG zu qualifi-

zieren  ist:  In  Ziff.  2  des  Kaufvertrages  wurde  vereinbart,  dass  "der  Kaufpreis  für  die 

Aktien im gegenseitigen Einvernehmen und unter Berücksichtigung der Verdienste des 

Verkäufers für die C Gruppe pauschal festgelegt wird. Gegenüber der im Aktionärbin-

dungsvertrag vereinbarten Formel beinhaltet der vorliegende Kaufpreis einen substan-

tiellen Aufpreis". 

Aufgrund dessen ist nur der Verkehrswert, den ein unabhängiger Dritter für die 

Aktien  bezahlt  hätte,  als  Kapitalgewinn  zu  werten  und  der  übersteigende  Anteil  als 

steuerbares Einkommen. 

Das kantonale Steueramt nahm die Bewertung der Aktien gemäss Wegleitung 

zur  Bewertung  von  Wertpapieren  ohne  Kurswert  für  die  Vermögenssteuer  (Kreis-

schreiben Nr. 28 der Schweizerischen Steuerkonferenz vom 28. August 2008) vor und 

stellte  einen  Verkehrswert  der  C  C  L  AG  AG  per  31.12.2013  von  Fr.  2.197  Mio.  fest. 

Die Wegleitung gilt nach ständiger Praxis des Bundesgerichts als zuverlässige Metho-

de zur Bestimmung des Verkehrswerts nicht kotierter Aktien und ist insbesondere auch 

dann anwendbar, wenn zu prüfen ist, welcher Preis vereinbart worden wäre, wenn ein 

unabhängiger Dritter die Aktien erworben hätte (vgl. BGr, 22. Mai 2003, 2A.590/2002, 

E. 2.2). 

Auch  errechnete  die  D AG  (Revisionsstelle der C  C  L AG  AG)  in ihrem  Gut-

achten per 31.12.2012 einen Wert von Fr. 2.337 Mio. Lediglich die vom Pflichtigen be-

auftragte E AG gelangte in ihrer per E-Mail ergangenen Stellungnahme zu einem Wert 

zwischen Fr. 5.1 und Fr. 7.3 Mio., wobei diese die Berechnung nach dem Aktionärbin-

dungsvertrag verfochten hat. Vorliegend ist jedoch der Verkehrswert massgebend, den 

ein unabhängiger Dritter für die Aktien zu zahlen bereit gewesen wäre. Die Bewertung 

des kantonalen Steueramts erscheint aufgrund der vorherigen Ausführungen als plau-

sibel. Um die Werte überprüfen zu können, hätte das Steuerrekursgericht zwingend die 

Jahresrechnungen 2011–2013 der C C L AG AG beiziehen müssen. Eine Überprüfung 

der Bewertungen ist mit den vorhandenen Akten nicht möglich, womit es von vornhe-

rein an einer wesentlichen Entscheidgrundlage fehlt. 

2 DB.2016.188 
2 ST.2016.224 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 12 - 

Da der Verkehrswert der Aktien umstritten ist, hätte zudem ein Gutachten an-

geordnet  werden  müssen,  wenn  von  der  Bewertung  des  kantonalen  Steueramts  ge-

mäss Kreisschreiben abgewichen wird.  

Die  Minderheit  des  Gerichts  beantragt  demgemäss,  das  Verfahren  zwecks 

Durchführung weiterer  Untersuchungshandlungen  an  den  Referenten  zurückzuweisen 

bzw. eventualiter die Abweisung der Rechtsmittel.  

Für den richtigen Protokollauszug: 

A. Schmid 

2 DB.2016.188 
2 ST.2016.224