# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a075743-feb9-5e72-9ecb-3a40df3b1a30
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-08-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.08.2018 BVGE 2018 VI/3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2018-VI-3_2018-08-08.pdf

## Full Text

Asylgesuch. Personendaten 2018 VI/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF VI 19 

 

2018 VI/3 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung V 
i.S. A. gegen Staatssekretariat für Migration 

E–891/2017 vom 8. August 2018 

Berichtigung des Geburtsdatums im ZEMIS. Beweiskraft von medi-

zinischen Altersabklärungen für die Bestimmung der Minder- respek-

tive Volljährigkeit einer Person. Grundsatzurteil. 

Art. 5 Abs. 1, Art. 5 Abs. 2, Art. 25, Art. 25 Abs. 2, Art. 25 Abs. 3 Bst. a 

DSG. Art. 25 Abs. 2 VGG. Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verordnung. 

1. Die in der Schweiz angewendeten Methoden der medizinischen 
Altersabklärungen stellen je nach Ergebnis unterschiedlich zu ge-

wichtende Indizien für das Vorliegen der Volljährigkeit einer 

Person dar (E. 4.2.2). 

2. Im Übrigen sind die üblichen verfahrensrechtlichen Regeln der 
Beweiswürdigung zu beachten. Dabei kommt es umso weniger auf 

die Gesamtwürdigung der Beweise an, je stärker die medizini-

schen Abklärungen ein Indiz für das Vorliegen der Volljährigkeit 

darstellen (E. 4.2.2). 

3. Geht es um die Berichtigung des Geburtsdatums im ZEMIS, gel-
ten die Beweisregeln gemäss Datenschutzgesetz (E. 3). Im Asylver-

fahren, wo es um die Frage der Minder- respektive Volljährigkeit 

einer Person und nicht um deren genaues Geburtsdatum geht, gel-

ten nach wie vor die von der Schweizerischen Asylrekurskommis-

sion dargelegten Beweisregeln (E. 4.2.3). 

Rectification de la date de naissance dans le SYMIC. Force probante 

des méthodes médicales aux fins de déterminer la minorité, respecti-

vement la majorité d'une personne. Arrêt de principe. 

Art. 5 al. 1, art. 5 al. 2, art. 25, art. 25 al. 2, art. 25 al. 3 let. a LPD. 

Art. 25 al. 2 LTAF. Art. 19 al. 1 ordonnance SYMIC. 

1. Les méthodes d'évaluation médicale de l'âge appliquées en Suisse 
constituent des indices, à pondérer différemment selon leur résul-

tat, pour déterminer si une personne a atteint l'âge de la majorité 

(consid. 4.2.2). 

2018 VI/3 Asylgesuch. Personendaten 

 

 

20 VI BVGE / ATAF / DTAF  

 

2. Au surplus, il y a lieu d'observer les règles usuelles en matière 
d'appréciation des preuves. Ce faisant, il y sera d'autant moins 

nécessaire de procéder à une appréciation globale des preuves que 

les méthodes d'évaluation médicales utilisées constituent un indice 

fort que la personne est majeure (consid. 4.2.2). 

3. Lorsqu'il s'agit de rectifier la date de naissance dans le SYMIC, 
les règles de preuve prévues par la loi sur la protection des données 

s'appliquent (consid. 3). Dans la procédure d'asile, où la question 

est de savoir si une personne est mineure ou majeure, et non pas 

de connaître sa date de naissance exacte, les règles de preuve déve-

loppées par la Commission suisse de recours en matière d'asile 

restent valables (consid. 4.2.3). 

Rettifica della data di nascita nel SIMIC. Forza probante di accer-

tamenti medici volti a stabilire l'età ai fini della determinazione della 

minore o maggiore età. Sentenza di principio. 

Art. 5 cpv. 1, art. 5 cpv. 2, art. 25, art. 25 cpv. 2, art. 25 cpv. 3 lett. a 

LPD. Art. 25 cpv. 2 LTAF. Art. 19 cpv. 1 ordinanza SIMIC. 

1. I metodi applicati in Svizzera per l'accertamento medico dell'età 
forniscono, a seconda del risultato, indizi da ponderare in modo 

diverso per stabilire se una persona è maggiorenne (consid. 4.2.2). 

2. Per il resto si applicano le norme processuali usuali sull'apprez-
zamento delle prove. Quanto più gli accertamenti medici costi-

tuiscono un indizio a favore della maggiore età, tanto meno ne-

cessario procedere ad un'apprezzamento generale delle prove 

(consid. 4.2.2). 

3. Per la rettifica della data di nascita nel sistema SIMIC fanno stato 
le regole sull'apprezzamento delle prove previste dalla legge sulla 

protezione dei dati (consid. 3). Nella procedura d'asilo, in cui si 

tratta di stabilire la minore o maggiore età di una persona e non la 

sua data di nascita precisa, valgono ancora le regole sull'apprez-

zamento delle prove specificate dalla Commissione di ricorso in 

materia d'asilo (consid. 4.2.3). 

 

Der Beschwerdeführer suchte am 11. September 2016 in der Schweiz um 

Asyl nach. Anlässlich der Befragung zur Person und zum Reiseweg trug 

er vor, er sei am (1. Geburtsdatum, volljährig) in B., Kamerun, geboren 

Asylgesuch. Personendaten 2018 VI/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF VI 21 

 

worden. Beim beratenden Vorgespräch vom 20. September 2016 machte 

er geltend, er könne sich nicht daran erinnern, wie alt er sei. Die Formulare 

des Staatssekretariats für Migration (SEM) habe er mithilfe einer anderen 

Person ausgefüllt, die – ohne dass er wisse wieso – eigenmächtig den 

(1. Geburtsdatum, volljährig) als sein Geburtsdatum gewählt habe. Im 

Rahmen der Erstbefragung gemäss Art. 16 Abs. 3 der Testphasenverord-

nung vom 4. September 2013 (TestV, SR 142.318.1) vom 27. September 

2016 reichte der Beschwerdeführer ein Blatt ein, auf dem « Friday, [2. Ge-

burtsdatum, minderjährig] – […] year old » steht. Er trug dazu vor, diese 

Notiz betreffe sein Geburtsdatum und stamme von seinem Cousin in 

Kamerun, der bei seiner Geburt, die zu Hause – in C., im Südwesten 

Kameruns – und nicht in einem Spital erfolgt sei, anwesend gewesen sei. 

Er selbst habe davor nicht gewusst, wann er zur Welt gekommen sei. Die 

Tatsache, dass bisher der (3. Geburtsdatum, volljährig) respektive der 

(1. Geburtsdatum, volljährig) als seine Geburtsdaten erfasst worden seien, 

erklärte er erneut damit, dass ihm jemand beim Ausfüllen der relevanten 

Formulare geholfen habe. Darauf hingewiesen, dass er bereits in Italien 

den (3. Geburtsdatum, volljährig) als Geburtsdatum angegeben habe, trug 

er vor, der Freund, der ihm in der Schweiz beim Ausfüllen der Unterlagen 

geholfen habe, habe diese Aufgabe bereits in Italien für ihn übernommen. 

Zudem machte er geltend, nie einen Reisepass gehabt und seine Identitäts-

karte auf der Flucht verloren zu haben. Andere Dokumente besitze er auch 

nicht.  

Im Auftrag des SEM erstellte das Institut für Rechtsmedizin (IRM) der 

Universität Basel (nachfolgend: IRM Basel) am 7. Oktober 2016 – gestützt 

auf eine körperliche Untersuchung, eine Handknochenaltersanalyse, eine 

zahnärztliche Untersuchung sowie eine Schlüsselbein- respektive Skelett-

altersanalyse des Beschwerdeführers – ein Gutachten, in dem es zum 

Schluss gelangte, dieser habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit das 

18. Lebensjahr vollendet und die Volljährigkeit erreicht.  

Mit Schreiben vom 31. Oktober 2016 nahm der Beschwerdeführer dazu 

Stellung und führte aus, er sei mit der Änderung seines Geburtsdatums auf 

den (1. Geburtsdatum, volljährig) nicht einverstanden. Folglich müsse im 

Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) auch zwingend ein Be-

streitungsvermerk angebracht werden. 

Um seine Angaben zu stützen, liess der Beschwerdeführer unter anderem 

die Originale seiner Geburtsurkunde sowie eines weiteren Dokuments mit 

dem Titel « Certificat de nationalité camerounaise » beim SEM einreichen. 

2018 VI/3 Asylgesuch. Personendaten 

 

 

22 VI BVGE / ATAF / DTAF  

 

Am 28. Dezember 2016 liess er gestützt auf Art. 17 Abs. 2 Bst. f TestV 

eine Stellungnahme zum Entscheidentwurf des SEM ins Recht legen. 

Darin liess er mit Verweis auf zwei Fachartikel (ANDREAS OLZE et al., 

Forensic age estimation in living subjects: the ethnic factor in wisdom 

tooth mineralization, Int J Legal Med 118/2004 S. 170 ff., sowie ANDREAS 

SCHMELING et al., Der Einfluss der Ethnie auf die bei strafrechtlichen 

Altersschätzungen untersuchten Merkmale, Rechtsmedizin 11/2001 

S. 78 ff.) ergänzend ausführen, dass die ethnische Zugehörigkeit einer Per-

son Einfluss auf den Zeitpunkt der Mineralisation ihrer Weisheitszähne 

habe, wobei bei der afrikanischen Population festgestellt worden sei, dass 

diese Entwicklung schneller voranschreite als bei der europiden Popula-

tion. 

Mit Verfügung vom 30. Dezember 2016 trat das SEM in Anwendung von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers nicht ein, verfügte seine Wegweisung nach Italien und 

ordnete den Vollzug an. Ferner wies es das Gesuch um Berichtigung der 

Personendaten ab und hielt fest, dass das Geburtsdatum des Beschwerde-

führers im ZEMIS auf den (1. Geburtsdatum, volljährig) laute.  

Mit Eingabe vom 9. Januar 2017 liess der Beschwerdeführer gegen diesen 

Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und unter 

anderem beantragen, die Verfügung vom 30. Dezember 2016 sei aufzu-

heben und das SEM anzuweisen, sein Geburtsdatum im ZEMIS auf den 

(2. Geburtsdatum, minderjährig) zu berichtigen. Zur Begründung liess er 

ausführen, dass für die Beurteilung des Alters einer beschwerdeführenden 

Person in erster Linie für echt befundene Identitätspapiere – vorliegend 

seine Geburtsurkunde sowie sein « Certificat de nationalité camerou-

naise » – massgeblich seien. Der Vorwurf des SEM, er hätte diese Doku-

mente bereits bei seiner Befragung am 27. September 2016 erwähnen 

müssen, sei nicht gerechtfertigt. Er habe damals noch nicht gewusst, dass 

bei seiner Geburt eine Geburtsurkunde ausgestellt worden sei, und habe 

erst davon erfahren, nachdem der « Familien-Bruder » mit seiner Mutter 

in Kontakt getreten sei und sich herausgestellt habe, dass die Geburt des 

Beschwerdeführers aufgrund von Komplikationen im Spital von D. erfolgt 

und deshalb auch in dieser Stadt registriert worden sei. In analoger An-

wendung der Praxis des Bundesverwaltungs- und Bundesgerichts zum Be-

weiswert einer Taskira komme den eingereichten Beweismitteln zwar nur 

ein verminderter Beweiswert zu, ohne genauere Betrachtung von einer 

Fälschung auszugehen, sei aber nicht zulässig. Bezüglich der Altersabklä-

rung des IRM Basel wurde neben dem bereits Vorgebrachten ausgeführt, 

Asylgesuch. Personendaten 2018 VI/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF VI 23 

 

dass die darin enthaltenen Schlussfolgerungen nicht nur widersprüchlich, 

sondern auch rein spekulativer Natur seien. Die Diskrepanz zwischen dem 

Resultat der Untersuchung betreffend Schlüsselbeinverknöcherung und 

der Zahnentwicklung werde ohne jegliche faktische Grundlage mit dem 

tieferen ökonomischen und medizinischen Status in Kamerun erklärt. 

Dies, obwohl im Zusammenhang mit der körperlichen Untersuchung fest-

gehalten worden sei, dass aus medizinischer Sicht keine Hinweise auf das 

Vorliegen einer entwicklungsbeeinflussenden Erkrankung respektive einer 

manifesten Entwicklungsstörung gegeben seien. Die Gutachter hätten 

hingegen offengelassen, weshalb im vorliegenden Fall die Untersuchungs-

ergebnisse der Zähne massgeblicher seien als jene betreffend die Schlüs-

selbeinverknöcherung. Diese Frage sei jedoch – insbesondere weil die 

ethnischen Einflüsse bei der Zahnentwicklung kontrovers diskutiert wür-

den – von erheblicher Bedeutung. Solange die Würdigung der Zahnunter-

suchungsergebnisse nicht auf eine Studie abstelle, die mit einer kame-

runischen Referenzpopulation durchgeführt worden sei, komme dieses 

Vorgehen einer unethischen Altersschätzung gleich. Weiter sei festzustel-

len, dass die Methodik des IRM Basel nicht mit den « Empfehlungen für 

die Altersdiagnostik bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ausserhalb 

des Strafverfahrens » der Arbeitsgemeinschaft für Forensische Altersdia-

gnostik (AGFAD) der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin zu 

vereinbaren sei. Danach müssten die Variationsmöglichkeiten – wie die 

abweichende genetisch-geografische Herkunft – im Rahmen des Gut-

achtens diskutiert werden. Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen 

ergäben sich vorliegend erhebliche Zweifel daran, ob die inhaltlichen Vo-

raussetzungen an das Gutachten erfüllt seien. Des Weiteren seien die An-

gaben des Beschwerdeführers zu seinem korrekten Geburtsdatum nach-

vollziehbar und stimmten mit den eingereichten Beweismitteln überein. 

Auch sei der Vorwurf des SEM unbegründet, er habe angegeben, in einer 

französischsprachigen Region von Kamerun geboren worden zu sein, aber 

nur Englisch zu sprechen. Er habe bei der Erstbefragung vom 27. Septem-

ber 2016 eindeutig vorgetragen, in C. im Südwesten Kameruns – eine eng-

lischsprachige Region – geboren worden zu sein. In der Gesamtschau und 

Würdigung der Aussagen des Beschwerdeführers, der eingereichten Ge-

burtsurkunden sowie dem Resultat der Untersuchung betreffend die 

Schlüsselbeinverknöcherung sei es dem Beschwerdeführer gelungen, 

seine Minderjährigkeit glaubhaft zu machen. Demnach könne das vom 

SEM im ZEMIS erfasste Geburtsdatum nicht das wahrscheinlichere sein 

als das vom Beschwerdeführer angegebene. Es sei deshalb zu berichtigen, 

2018 VI/3 Asylgesuch. Personendaten 

 

 

24 VI BVGE / ATAF / DTAF  

 

wobei es dem SEM überlassen sei, seinerseits einen Bestreitungsvermerk 

anzubringen.  

Vor dem Hintergrund der in der Beschwerdeschrift – unter Verweis auf die 

Fachartikel OLZE et al., a.a.O., sowie SCHMELING et al., a.a.O. – gemach-

ten Ausführungen betreffend die ethnischen Einflüsse auf die Zahnent-

wicklung wandte sich die Instruktionsrichterin mit Schreiben vom 16. Ja-

nuar 2017 ans IRM Basel, um in Erfahrung zu bringen,  

- ob es sich bei der in den genannten Fachartikeln vertretenen Mei-

nung um die herrschende Lehre oder um eine wissenschaftliche 

Minderheitsmeinung handle,  

- inwiefern das IRM Basel im Rahmen seiner Arbeit die Feststellung 

habe machen können, dass die Mineralisation der Weisheitszähne 

bei der afrikanischen Population schneller voranschreite als bei der 

europiden Population und  

- inwiefern Schlüsse, wie diejenigen, die in den zitierten und beige-

legten Artikeln gezogen wurden, in den Gutachten des IRM – so 

auch im vorliegenden – berücksichtigt würden und, sofern sie im 

vorliegenden Gutachten nicht berücksichtigt worden seien, was der 

Grund dafür sei.  

Mit Eingabe vom 2. Februar 2017 nahm das IRM Basel zum Schreiben 

des Gerichts vom 16. Januar 2017 Stellung und führte darin aus, dass die 

vom IRM verwendete Literatur den Empfehlungen der AGFAD folge. Die 

im Schreiben vom 16. Januar 2017 erwähnte Literatur könne als Begut-

achtungsgrundlage herangezogen werden und entspreche damit dem Stand 

der wissenschaftlichen Forschung. Eigene Untersuchungen zur Minerali-

sation der Weisheitszähne seien im IRM Basel bisher nicht durchgeführt 

worden. Die aktuelle Literatur werde aber bei der Schätzung des Zahn-

alters durch die universitären Zahnkliniken jeweils kritisch diskutiert. In-

sofern finde sie auch Eingang in das Gutachten zur forensischen Lebens-

altersschätzung des IRM Basel, wie sich dem beigelegten Teilgutachten 

zur zahnärztlichen Altersschätzung der Universitätszahnkliniken Basel 

vom 7. Oktober 2016 entnehmen lasse. Nach dem Stand der aktuellen 

Literatur dazu erfolge der Abschluss der Mineralisation der Weisheits-

zähne bei der afrikanischen Population ein Jahr früher, was zu einer Alters-

unterschätzung führen könne. Bei vollständigem Abschluss der Wurzelmi-

neralisation, wie dies beim Beschwerdeführer der Fall sei, sei auch bei 

dieser ethnischen Gruppe das 18. Lebensjahr sicher vollendet.  

Asylgesuch. Personendaten 2018 VI/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF VI 25 

 

Mit Zwischenverfügung vom 6. Februar 2017 wurde dem Beschwerde-

führer Einsicht in die anonymisierten Schreiben des Bundesverwaltungs-

gerichts vom 16. Januar 2017 und des IRM Basel vom 2. Februar 2017 

sowie die Gelegenheit zur Stellungnahme dazu gewährt.  

Mit beschwerdefähiger Zwischenverfügung vom 10. Februar 2017, die 

unangefochten in Rechtskraft erwuchs, entschied die Instruktionsrichterin, 

dass das Beschwerdeverfahren zur Datenbereinigung im ZEMIS vom 

Dublin-Verfahren getrennt und unter der vorliegenden Verfahrensnummer 

E–891/2017 weitergeführt sowie bis zum Abschluss des Dublin-Verfah-

rens sistiert werde.  

Mit Eingabe vom 23. Februar 2017 liess der Beschwerdeführer eine Stel-

lungnahme zum Schreiben des IRM Basel vom 2. Februar 2017 einreichen 

und im Wesentlichen ausführen, dass gemäss Praxis im Zweifel von der 

Minderjährigkeit einer Person auszugehen sei, weshalb Altersüberschät-

zungen, insbesondere im Lichte einer möglichen Kindswohlgefährdung, 

unter keinen Umständen in Kauf genommen werden dürften. Folglich sei 

die Schlussfolgerung des IRM Basel in der Stellungnahme vom 2. Februar 

2017 abzulehnen, wonach bei vollständigem Abschluss der Wurzelminera-

lisation auch bei der afrikanischen Population das 18. Lebensjahr sicher 

vollendet sei. Mit Urteil E–130/2017 vom 21. März 2017 wies das Bun-

desverwaltungsgericht die Beschwerde vom 9. Januar 2017 im Dublin-

Verfahren ab und stützte den Nichteintretensentscheid des SEM sowie die 

Wegweisung des Beschwerdeführers nach Italien. In der Folge hob die 

Instruktionsrichterin die Sistierung des vorliegenden Verfahrens mit Zwi-

schenverfügung vom 22. März 2017 auf und nahm das Beschwerdeverfah-

ren zur Datenbereinigung im ZEMIS wieder auf.  

In seiner Vernehmlassung vom 24. April 2017 führte das SEM aus, dass 

sich das exakte Geburtsdatum des Beschwerdeführers vorliegend mangels 

rechtsgenüglicher Beweismittel nicht feststellen lasse. Das öffentliche 

Interesse an der Bearbeitung möglicherweise unzulänglicher Daten über-

wiege hier aber gegenüber dem Interesse an deren Richtigkeit. Praxis-

gemäss trage das SEM in diesen Fällen den 1. Januar des Jahres, das nach 

einer Gesamtwürdigung sämtlicher Anhaltspunkte als das wahrschein-

lichste Geburtsjahr erscheine, als Geburtstag im ZEMIS ein. Wenn das 

SEM zum Schluss komme, dass das von einer asylsuchenden Person gel-

tend gemachte Alter nicht glaubhaft sei, ändere es dieses im ZEMIS auf 

das wahrscheinlichste Geburtsjahr und versehe den Eintrag gestützt auf 

2018 VI/3 Asylgesuch. Personendaten 

 

 

26 VI BVGE / ATAF / DTAF  

 

Art. 25 Abs. 2 DSG (SR 235.1) mit einem Bestreitungsvermerk. Im vor-

liegenden Fall sei bei der ZEMIS-Mutationsmeldung vom 26. Oktober 

2016 versehentlich kein Bestreitungsvermerk für das neue Geburtsdatum 

verlangt worden. Dies sei am 13. April 2017 nachgeholt worden.  

Aus den Erwägungen: 

3.  
3.1 Das SEM führt zur Erfüllung seiner gesetzlichen Aufgaben das 
ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer- 

und dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes 

vom 20. Juni 2003 über das Informationssystem für den Ausländer- und 

den Asylbereich [BGIAA, SR 142.51]) und in der ZEMIS-Verordnung 

vom 12. April 2006 (SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 

ZEMIS-Verordnung richten sich die Rechte der Betroffenen, insbesondere 

deren Auskunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf 

Informationen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personen-

daten, nach den Bestimmungen des DSG und des VwVG. 

3.2 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu 
vergewissern (Art. 5 Abs. 1 DSG). Werden Personendaten von Bundesor-

ganen bearbeitet, kann jede betroffene Person verlangen, dass unrichtige 

Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 Abs. 3 Bst. a 

DSG). Auf die Berichtigung besteht in einem solchen Fall ein absoluter 

und uneingeschränkter Anspruch (vgl. statt vieler Urteil des BVGer  

A–7615/2016 vom 30. Januar 2018 E. 3.2 m.w.H.). Die Vergewisserungs-

pflicht bringt es mit sich, dass die Behörde auf ein substanziiertes Berichti-

gungsgesuch hin die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personendaten 

von Amtes wegen überprüfen muss (vgl. Urteil des BVGer A–1987/2016 

vom 6. September 2016 E. 8.7.1 m.w.H.).  

3.3 Grundsätzlich hat die Bundesbehörde die Richtigkeit der bear-
beiteten Daten zu beweisen, wenn diese von einer betroffenen Person be-

stritten wird. Demgegenüber obliegt der betroffenen Person, welche ein 

Gesuch um Berichtigung von Personendaten stellt, der Beweis der Rich-

tigkeit der verlangten Änderung (vgl. Urteil des BGer 1C_11/2013 vom 

21. Oktober 2013 E. 4.2; BVGE 2013/30 E. 4.1). Nach den massgeblichen 

Beweisregeln des VwVG gilt eine Tatsache als bewiesen, wenn sie in Wür-

digung sämtlicher Erkenntnisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünf-

tigen Zweifel bleiben; unumstössliche Gewissheit ist dagegen nicht erfor-

derlich. Die mit dem Berichtigungsbegehren konfrontierte Behörde hat 

Asylgesuch. Personendaten 2018 VI/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF VI 27 

 

zwar nach dem Untersuchungsgrundsatz den Sachverhalt grundsätzlich 

von Amtes wegen abzuklären (Art. 12 VwVG), die gesuchstellende Person 

ist jedoch gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, an der Fest-

stellung des Sachverhalts im erstinstanzlichen Verwaltungs- sowie im 

Beschwerdeverfahren mitzuwirken (vgl. zum Ganzen statt vieler Urteil  

A–7615/2016 E. 3.3).  

3.4 Kann bei einer verlangten respektive von Amtes wegen beabsich-
tigten Berichtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenige 

der neuen Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder 

die einen noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 5 Abs. 1 

DSG). Dies ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Per-

sonendaten zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendiger-

weise bearbeitet werden, was namentlich auch für im ZEMIS erfasste 

Daten gilt. In solchen Fällen überwiegt das öffentliche Interesse an der 

Bearbeitung möglicherweise unzutreffender Daten das Interesse an deren 

Richtigkeit. Unter diesen Umständen sieht Art. 25 Abs. 2 DSG deshalb die 

Anbringung eines Vermerks vor, in dem darauf hingewiesen wird, dass die 

Richtigkeit der bearbeiteten Personendaten bestritten ist. Spricht dabei 

mehr für die Richtigkeit der neuen Daten, sind die bisherigen Angaben 

zunächst zu berichtigen und die neuen Daten anschliessend mit einem 

derartigen Vermerk zu versehen. Ob die vormals eingetragenen Angaben 

weiterhin abrufbar bleiben sollen oder ganz zu löschen sind, bleibt grund-

sätzlich der Vorinstanz überlassen. Verhält es sich umgekehrt, erscheint al-

so die Richtigkeit der bisher eingetragenen Daten als wahrscheinlicher 

oder zumindest nicht als unwahrscheinlicher, sind diese zu belassen und 

mit einem Bestreitungsvermerk zu versehen. Über dessen Anbringung ist 

jeweils von Amtes wegen und unabhängig davon zu entscheiden, ob ein 

entsprechender Antrag gestellt worden ist (vgl. zum Ganzen statt vieler 

Urteil A–7615/2016 E. 3.5; vgl. ferner Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 

13. August 2012 E. 3.2). 

3.5 Vorliegend obliegt es nach dem Gesagten grundsätzlich dem 
SEM, zu beweisen, dass das aktuell im ZEMIS eingetragene Geburtsda-

tum des Beschwerdeführers (1. Geburtsdatum, volljährig) korrekt ist. Der 

Beschwerdeführer hat wiederum nachzuweisen, dass das von ihm geltend 

gemachte Geburtsdatum (2. Geburtsdatum, minderjährig) richtig respekti-

ve zumindest wahrscheinlicher ist als die derzeit im ZEMIS erfasste Anga-

be, ihm mithin eine höhere Glaubwürdigkeit zukommt als dem bisherigen 

Eintrag (vgl. Urteile des BVGer A–3080/2016 vom 26. Januar 2017 E. 6.5; 

A–1987/2016 E. 7.6; A–7588/2015 vom 26. Februar 2016 E. 4.1). Gelingt 

2018 VI/3 Asylgesuch. Personendaten 

 

 

28 VI BVGE / ATAF / DTAF  

 

keiner Partei der sichere Nachweis des Geburtsdatums, ist dasjenige im 

ZEMIS zu belassen oder einzutragen, dessen Richtigkeit wahrscheinlicher 

ist. 

4.  
4.1 Das SEM ordnete aufgrund von Zweifeln an der Altersangabe des 
Beschwerdeführers und auf Anregung der Rechtsvertretung beim IRM 

Basel eine medizinische Altersabklärung an.  

Dem Gutachten vom 7. Oktober 2016 und dem mit der Stellungnahme des 

IRM Basel vom 2. Februar 2017 ins Recht gelegten Teilgutachten zur 

zahnärztlichen Altersschätzung der Universitätszahnkliniken Basel vom 

7. Oktober 2016 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer gemäss der 

körperlichen Untersuchung mindestens 14,11 Jahre alt und gemäss der 

Handknochenaltersanalyse mindestens 16 Jahre alt sei.  

Bei der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse sei gestützt auf die 

Studie von KELLINGHAUS et al., Enhanced possibilities to make statements 

on the ossification status of the medial clavicular epiphysis using an 

amplified staging scheme in evaluating thin-slice CT scans, Int J Legal 

Med 124/2010 S. 321 ff., das Stadium 2c ermittelt worden. Dies entspre-

che einem mittleren Alter von 18,6 +/–1,4 Jahren. Das Mindestalter, bei 

dem das Stadium 2c erhoben worden sei, liege bei 17,1 Jahren, das maxi-

male Alter sei bei 20,2 Jahren zu verorten.  

Der zahnärztlichen Untersuchung sei zu entnehmen, dass die Weis-

heitszähne (3. Molaren) 18, 38 und 48 (der Zahn 28 fehlt) ein abge-

schlossenes Wurzelwachstum aufwiesen, womit gemäss der Studie von 

DEMIRJIAN/GOLDSTEIN/TANNER (A New System of Dental Age Assess-

ment, Human Biology, 45/1973 S. 211 ff.) das Mineralisationsstadium H 

erreicht sei. Dies entspreche für den Zahn 18 einem geschätzten Alter von 

22,5 +/– 1,9 Jahren respektive für die Zähne 38 und 48 einem geschätzten 

Alter von 22,7 +/– 1,9 Jahren. Bei der zahnärztlichen Untersuchung müss-

ten Abweichungen durch ethnische Unterschiede aufgrund der vom Be-

schwerdeführer angegebenen Herkunft aus Kamerun ebenfalls miteinbe-

zogen werden. Für Kamerun lägen zwar keine zuverlässigen Daten für 

eine männliche Population vor. In der Fachliteratur werde jedoch disku-

tiert, dass die Zahnmineralisation bei Individuen aus Afrika etwa ein Jahr 

früher erreicht werde. Für das Mineralisationsstadium H werde in der Stu-

die von OLZE et al., a.a.O., für eine südafrikanische männliche Bevöl-

kerungsgruppe im Mittel ein geschätztes Alter von 22,6 +/– 1,9 Jahren an-

gegeben. Ohne die Ethnizität zu berücksichtigen, ergebe sich aus der 

Asylgesuch. Personendaten 2018 VI/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF VI 29 

 

zahnärztlichen Untersuchung ein Alter von mindestens 20,6 Jahren. Das 

« älteste » geschätzte Alter liege bei 22,7 Jahren. Da die dentale Entwick-

lung beim Beschwerdeführer abgeschlossen sei, könne gemäss der zahn-

ärztlichen Untersuchung durchaus ein höheres Alter vorliegen.  

Die Diskrepanz zwischen dem Ergebnis der Schlüsselbein- respektive 

Skelettaltersanalyse (maximal 20,2 Jahre) und der zahnärztlichen Untersu-

chung (mindestens 20,6 Jahre) lasse sich dadurch erklären, dass sich der 

Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge einen Grossteil seines bis-

herigen Lebens in Kamerun aufgehalten und dort Hungerphasen erlitten 

habe. Ein tieferer medizinischer und sozioökonomischer Standard könne 

zu einer Verzögerung des Knochenalters führen. Dies habe bei den Skelett-

methoden (Handknochenaltersanalyse und Schlüsselbein- resp. Skelettal-

tersanalyse) eine Altersunterschätzung zur Folge. Die Zahnentwicklung 

sei hiervon weitgehend unabhängig, sodass der Zahnbefund für die Alters-

schätzung grundsätzlich massgeblicher sei.  

Zusammenfassend gelangt das Gutachten zum Fazit, die untersuchte Per-

son habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit das 18. Lebensjahr voll-

endet. 

4.2  
4.2.1 Um die Ergebnisse der Berichte medizinischer Altersabklärungen 
besser verstehen und ihre Aussagekraft richtig einschätzen zu können, 

wurden die Schweizer IRM im Mai 2017 um eine gutachterliche Stellung-

nahme angefragt. Die daraufhin am 20. Juli 2017 respektive am 26. Sep-

tember 2017 beim Gericht eingegangenen drei Gutachten des IRM Aarau, 

des IRM Basel und des Centre universitaire romand de médecine légale in 

Lausanne respektive der Hôpitaux Universitaires de Genève (CURML) 

sind inhaltlich identisch ausgefallen. Sie widerspiegeln gemäss den ange-

fragten IRM den Konsens der aktuell in der Schweiz tätigen und von der 

AGFAD für die Altersschätzung bei Lebenden zertifizierten Alters-

schätzer. Den Gutachten ist zu entnehmen, dass die IRM in der Schweiz 

vier Methoden der medizinischen Altersabklärung anwenden, von denen 

nur die Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse (scanner des clavi-

cules) und die zahnärztliche Untersuchung (examen du développement 

dentaire) zum Beweis der Minder- respektive Volljährigkeit einer Person 

geeignet sind. Gestützt auf die Handknochenaltersanalyse (radiographie 

de la main) und die ärztliche körperliche Untersuchung (examen clinique 

médicale) lassen sich demgegenüber keine zuverlässigen Angaben zur 

Frage machen, ob eine Person das 18. Altersjahr überschritten hat. Die 

2018 VI/3 Asylgesuch. Personendaten 

 

 

30 VI BVGE / ATAF / DTAF  

 

Handknochenaltersanalyse wird aber dennoch regelmässig durchgeführt, 

um zu ermitteln, ob eine Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse 

oder eine zahnärztliche Untersuchung überhaupt nötig sind; ergibt sich 

bereits aus der Handknochenaltersanalyse eine erhebliche Wahrschein-

lichkeit eines minderjährigen Alters, kann auf die mit einer weitaus höhe-

ren Strahlenbelastung verbundenen Untersuchungen der Zähne und des 

Schlüsselbeins verzichtet werden. Die körperliche Untersuchung kann zu-

sammen mit einer gezielten Anamnese ferner Hinweise für Anomalien in 

der körperlichen Entwicklung liefern, die zu erklärungsbedürftigen Unre-

gelmässigkeiten in der Altersschätzung führen können.  

4.2.2 Gestützt auf die Erläuterungen zu den verschiedenen Methoden 
im Rahmen der drei Gutachten kam das Bundesverwaltungsgericht zum 

nachfolgenden Schluss, der in Anwendung von Art. 25 Abs. 2 VGG von 

allen betroffenen Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts am 26. Juni 

2018 gutgeheissen wurde:  

Medizinische Altersabklärungen stellen – je nach Ergebnis – unter-

schiedlich zu gewichtende Indizien für das Vorliegen der Minder- res-

pektive Volljährigkeit einer Person dar:  

- sehr starkes Indiz für Volljährigkeit: das Mindestalter liegt bei der 

Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse und der zahnärzt-

lichen Untersuchung über 18 Jahren;  

- starkes Indiz für Volljährigkeit: das Mindestalter liegt bei der 

Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse oder der zahnärztli-

chen Untersuchung über 18 Jahren und die sich anhand der beiden 

Analysen ergebenden Altersspannen überlappen sich;  

- schwaches Indiz für Volljährigkeit: das Mindestalter liegt bei der 

Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse oder der zahnärztli-

chen Untersuchung über 18 Jahren und die sich anhand der beiden 

Analysen ergebenden Altersspannen überlappen sich nicht, wobei es 

dafür eine plausible medizinische Erklärung gibt;  

- sehr schwaches oder gar fragliches Indiz für Volljährigkeit: das 

Mindestalter bei der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse 

oder der zahnärztlichen Untersuchung liegt unter 18 Jahren und die 

sich anhand der beiden Analysen ergebenden Altersspannen über-

lappen sich nicht, ohne dass es dafür eine plausible medizinische 

Erklärung gibt.  

- Wenn das Mindestalter bei der Schlüsselbein- respektive Skelettal-

tersanalyse und der zahnärztlichen Untersuchung unter 18 Jahren 

liegt, lässt sich – ähnlich wie bei der Handknochenaltersanalyse – 

Asylgesuch. Personendaten 2018 VI/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF VI 31 

 

anhand der medizinischen Altersabklärung keine Aussage zur Min-

der- respektive Volljährigkeit einer Person machen (selbst wenn das 

Maximalalter bei beiden oder einer Methode darüber liegt). In einem 

solchen Fall sind sowohl eine Voll- als auch eine Minderjährigkeit 

möglich, ohne dass sich eine verlässliche Aussage darüber machen 

lässt, was wahrscheinlicher ist.  

Darüber hinaus sind die üblichen verfahrensrechtlichen Regeln der Be-

weiswürdigung zu beachten, wobei es umso weniger auf eine Gesamtwür-

digung der Beweise ankommt, je stärker die medizinischen Abklärungen 

ein Indiz für das Vorliegen der Minder- respektive Volljährigkeit einer Per-

son darstellen. 

4.2.3 Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass im vorlie-
genden Verfahren betreffend die Berichtigung des Geburtsdatums im 

ZEMIS die in E. 3 erörterten Beweisregeln gemäss DSG gelten. Im Asyl-

verfahren, wo es um die Frage der Minder- respektive Volljährigkeit einer 

gesuchstellenden Person und nicht um das genaue Geburtsdatum geht, 

gelten nach wie vor die von der Schweizerischen Asylrekurskommission 

(ARK) – die Vorgängerorganisation der Asylabteilungen des Bundesver-

waltungsgerichts – dargelegten Beweisregeln (vgl. Entscheidungen und 

Mitteilungen der ARK [EMARK] 2004 Nr. 31 E. 5, 6.2 und 7.3; 2004 

Nr. 30 E. 5–6; 2001 Nr. 23 E. 6c; 2000 Nr. 19 E. 8b).  

4.3 Der medizinischen Altersabklärung des IRM Basel zufolge liegt 
das Mindestalter des Beschwerdeführers gemäss der Schlüsselbein- res-

pektive Skelettaltersanalyse bei 17,1 Jahren und das maximale Alter bei 

20,2 Jahren. Die zahnärztliche Untersuchung ergab ein Mindestalter von 

20,6 Jahren und ein « ältestes » geschätztes Alter von 22,7 Jahren, wobei 

das Maximalalter angesichts der Tatsache, dass die dentale Entwicklung 

beim Beschwerdeführer abgeschlossen sei, auch höher liegen könne. Dass 

das Mindestalterkonzept – wie vom Beschwerdeführer moniert ([…]) – in 

der medizinischen Altersabklärung des IRM Basel vom 7. Oktober 2016 

nicht berücksichtigt worden sei, trifft somit nicht zu, da sowohl im Haupt-

gutachten als auch im nachgereichten zahnärztlichen Teilgutachten das im 

Rahmen der verschiedenen Analysen eruierte Mindestalter sowie auch das 

maximale Alter angegeben wurden. Wie sich dem nachgereichten zahn-

ärztlichen Teilgutachten entnehmen lässt, wurden auch die ethnischen Ein-

flüsse auf die Zahnentwicklung berücksichtigt. Allerdings ist dem Be-

schwerdeführer darin zuzustimmen, dass die sowohl im Teilgutachten als 

auch im Aufsatz von OLZE et al. (a.a.O., S. 171 f.) geäusserte Erkenntnis – 

2018 VI/3 Asylgesuch. Personendaten 

 

 

32 VI BVGE / ATAF / DTAF  

 

der Abschluss der Mineralisation der Weisheitszähne erfolge bei der afri-

kanischen Population etwa ein Jahr früher – bei einer Person, die eben-

dieser Population zuzuordnen ist, der allgemeinen Logik folgend zu einer 

Altersüber- und nicht wie im Schreiben des IRM Basel vom 2. Februar 

2017 festgehalten zu einer Altersunterschätzung führt. Folglich wären das 

im Rahmen der zahnärztlichen Untersuchung ermittelte Mindestalter von 

20,6 Jahren und das « älteste » geschätzte Alter von 22,7 Jahren um je ein 

Jahr zu reduzieren, womit das Mindestalter bei dieser Teiluntersuchung 

bei 19,6 Jahren und das « älteste » geschätzte Alter bei 21,7 Jahren liegen 

würde. Bei einem Mindestalter von 17,1 Jahren und einem maximalen Al-

ter von 20,2 Jahren gemäss der Schlüsselbein- respektive Skelettalters-

analyse ergibt sich somit bei Berücksichtigung der ethnischen Einflüsse 

bei der Zahnentwicklung keine Diskrepanz zwischen den Ergebnissen der 

beiden Teiluntersuchungen, da sich die damit eruierten Altersspannen 

überlappen. Es kann demnach offenbleiben, ob die Kritik an den Erklärun-

gen für die angenommene Diskrepanz gerechtfertigt ist. Bezüglich des 

Einwands, es sei das in der Tabelle 3 im Aufsatz von OLZE et al., a.a.O., 

S. 172, erwähnte Alter (« Age at initial incidence […] for stage H »: South 

African males 17) statt des sich aus der Tabelle 2 dieses Werkes ergeben-

den Mindestalters (Mean +/– Standard deviation [stage] H: South African 

males 22,6 – 1,9 [= 20,7]) zu berücksichtigen ([…]), ist darauf hinzu-

weisen, dass es – aufgrund fehlenden Sachverstands – nicht Sache des 

Gerichts sein kann, einen wissenschaftlichen Aufsatz zu diskutieren und 

zu analysieren.  

4.4 Nach dem Gesagten ergibt sich, dass das Mindestalter des Be-
schwerdeführers gemäss der medizinischen Altersschätzung vom 7. Okto-

ber 2016 bei der zahnärztlichen Untersuchung bei über 18 Jahren liegt und 

sich die aus den beiden Analysen ergebenden Altersspannen überlappen. 

Damit stellt die durchgeführte Altersschätzung gemäss Beschluss der be-

troffenen Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. Juni 2018 

(vgl. E. 4.2) ein starkes Indiz für die Volljährigkeit des Beschwerdeführers 

dar. Einen strikten Beweis vermag sie aber nicht zu liefern, da die Bestim-

mung eines genauen Alters auch mittels der Schlüsselbein- respektive Ske-

lettaltersanalyse und der zahnärztlichen Untersuchung nicht möglich ist; 

die Untersuchung bleibt in jedem Fall eine Altersschätzung.  

5.  
5.1 Der Beschwerdeführer machte zu seinem Alter die nachfolgenden 
Angaben:  

Asylgesuch. Personendaten 2018 VI/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF VI 33 

 

Bei seiner Einreise in die Schweiz sowie anlässlich der MIDES-Be-

fragung vom 15. September 2016 führte er aus, im Jahr (…) geboren 

worden und damit volljährig zu sein. Im Rahmen des beratenden Vor-

gesprächs vom 20. September 2016 trug er demgegenüber vor, er wisse 

nicht, wie alt er wirklich sei, um anlässlich der Erstbefragung vom 

27. September 2016 geltend zu machen, eine seiner Familie 

nahestehende Person in Kamerun habe ihm zwischenzeitlich Auskunft 

darüber erteilen können, dass er am (2. Geburtsdatum, minderjährig) 

geboren worden sei. Als Erklärung dafür, weshalb er zunächst angege-

ben habe, volljährig zu sein, gab er zu Protokoll, dass das Formular an 

der Schweizer Grenze von einer mit ihm reisenden Person ausgefüllt 

worden sei, die ohne Absprache mit ihm irgendwelche Angaben zu sei-

nem Alter gemacht habe. Dies überzeugt nicht. So wäre tatsächlich zu 

erwarten gewesen, dass eine mitreisende Person bei fehlender Kennt-

nis des Geburtsdatums des Beschwerdeführers zunächst bei diesem 

nachgefragt, die entsprechende Spalte aber jedenfalls eher offenge-

lassen hätte, als einfach irgendetwas einzutragen. Ferner vermag dies 

nicht zu erklären, weshalb der Beschwerdeführer bei der MIDES-Be-

fragung, bei der er mit der befragenden Person des SEM alleine war, 

erneut das Geburtsjahr (wonach er volljährig ist) angab respektive die-

ses bestätigte. Die im Laufe des vorinstanzlichen Verfahrens in Unge-

reimtheit mit den anfänglichen Ausführungen geltend gemachte Min-

derjährigkeit wirkt somit nachgeschoben.  

5.2 Des Weiteren reichte der Beschwerdeführer im Laufe des vorin-
stanzlichen Verfahrens die Originale seiner kamerunischen Geburtsurkun-

de sowie eines Dokuments mit dem Titel « Certificat de nationalité came-

rounaise » ein. Den beiden Dokumenten zufolge ist der Beschwerdeführer, 

wie von ihm anlässlich der Erstbefragung vom 27. September 2016 zu 

Protokoll gegeben, am (2. Geburtsdatum, minderjährig) zur Welt gekom-

men, wobei die Geburt nicht in seinem Dorf, sondern in D. erfolgt sei. 

Zwar könnte bezüglich des Heimatdorfes des Beschwerdeführers ange-

sichts der Ähnlichkeit der Namen der Orte B., im Nordosten Kameruns, 

und C., im Südwesten des Landes, ein Missverständnis vorliegen und der 

Beschwerdeführer, wie von ihm angeführt, tatsächlich aus C., einem Ort 

knapp (…) Kilometer von D. entfernt, stammen. Indessen steht D. als Ge-

burtsort des Beschwerdeführers im Widerspruch zu seiner Angabe anläss-

lich der Erstbefragung am 27. September 2017, wonach er zu Hause und 

nicht in einem Spital zur Welt gekommen sein soll ([…]). Ohnehin erstaunt 

es, dass der Beschwerdeführer bis zu seinem angeblichen Gespräch mit 

der seiner Familie nahestehenden Person nichts davon gewusst haben will, 

2018 VI/3 Asylgesuch. Personendaten 

 

 

34 VI BVGE / ATAF / DTAF  

 

dass er allenfalls Urkunden verfügbar machen kann, die seine Minderjäh-

rigkeit belegen. Stattdessen führte er anlässlich der MIDES-Befragung 

noch aus, dass dies nicht möglich sei ([…]). Vor diesem Hintergrund und 

angesichts der Tatsache, dass die vom Beschwerdeführer eingereichten 

Dokumente – Geburtsurkunde und « Certificat de nationalité camerou-

naise » – in Kamerun zwar existieren, Fälschungen solcher Urkunden 

gemäss gesicherten Erkenntnissen des Gerichts dort aber tatsächlich ver-

breitet und einfach zu beschaffen sind, kommt ihnen nur ein geringer Be-

weiswert zu.  

6.  
6.1 Eine Würdigung der vorstehend genannten Umstände ergibt, dass 
weder das SEM noch der Beschwerdeführer einen sicheren Nachweis des 

jeweils behaupteten Geburtsdatums erbringen konnten. Dies ist mit einer 

medizinischen Altersschätzung, die im besten Fall ein mehr oder weniger 

starkes Indiz für die Voll- respektive Minderjährigkeit einer Person sein 

kann, denn auch gar nicht möglich. Dem Beschwerdeführer ist es aber sei-

nerseits auch nicht gelungen, wenigstens glaubhaft zu machen, dass er 

noch minderjährig ist, während das Ergebnis der medizinischen Alters-

schätzung und seine widersprüchlichen Aussagen auf seine Volljährigkeit 

hindeuten. Das Resultat der medizinischen Altersschätzung liefert, wie in 

E. 4.4 erwähnt, ein starkes Indiz für die Volljährigkeit des Beschwerde-

führers. Sein bisher im ZEMIS eingetragenes Geburtsdatum – wonach er 

bei der Einreise in die Schweiz die Volljährigkeit bereits erreicht hat – er-

scheint gestützt darauf zumindest nicht als unwahrscheinlicher als das von 

ihm behauptete Geburtsdatum – gemäss dem er bei der Einreise noch min-

derjährig war (vgl. Urteil A–7588/2015 E. 5.4; ferner Urteil des BGer 

1C_224/2014 vom 25. September 2014 E. 3.3). 

6.2 Zusammenfassend ist weder die Richtigkeit des im ZEMIS einge-
tragenen noch diejenige des vom Beschwerdeführer angegebenen Ge-

burtsdatums bewiesen. In Gesamtwürdigung aller Beweismittel und Indi-

zien (Angaben des Beschwerdeführers, eingereichte Beweismittel sowie 

medizinische Altersschätzung) ist jedoch der (1. Geburtsdatum, volljäh-

rig) als klar wahrscheinlicheres Geburtsdatum anzusehen als der (2. Ge-

burtsdatum, minderjährig). Der seit dem 13. April 2017 in Übereinstim-

mung mit Art. 25 Abs. 2 DSG mit einem Bestreitungsvermerk versehene 

ZEMIS-Eintrag ist daher unverändert zu belassen und die Beschwerde ent-

sprechend abzuweisen.