# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee6340e7-b34f-5c8f-b8d7-c1acf4d9dedf
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 29.03.2022 ZK1 2020 116
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2020-116_2022-03-29.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 29. März 2022

(Mit Urteil 5A_363/2022 vom 21. November 2023 hat das Bundesgericht die ge-
gen diesen Entscheid erhobene Beschwerde teilweise gutgeheissen und die Sa-
che im Sinne der Erwägungen zurückgewiesen.)

Referenz ZK1 20 11, ZK1 20 13, ZK1 20 113, ZK1 20 116

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Michael Dürst, Vorsitzende
Bergamin und Moses
Bernhard, Aktuarin

Parteien A._____
Beschwerdeführerin (ZK1 20 11/13/116) und Beschwerdegegnerin 
(ZK1 20 113)
vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Monica Frey
Oberer Graben 16, Postfach 622, 9001 St. Gallen 

und

B._____
Beschwerdeführer (ZK1 20 113) und Beschwerdegegner (ZK1 
ZK1 20 11/13/116)
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marc Breitenmoser
Fryberg Augustin Schmid Partner, Quaderstrasse 8, 7000 Chur 

in Sachen

C._____, geboren am _____2016
D._____, geboren am _____2017
beide vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Tanja Heller
Voa davos Lai 19, 7078 Lenzerheide/Lai 

2 / 66

Gegenstand Entzug Aufenthaltsbestimmungsrecht etc.

Anfechtungsobj. Entscheide der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nord-
bünden vom 26.11.2019 (mitgeteilt am 17.12.2019), vom 
17.12.2019 (mitgeteilt am 14.01.2020) und vom 07.07.2020 (mit-
geteilt am 14.07.2020)

Mitteilung 30. März 2022

3 / 66

Sachverhalt

A. Am _____ 2016 wurde C._____ als Tochter der nicht verheirateten Eltern 
A._____ (geb. _____ 1998) und B._____ (geb. _____ 1992) geboren. Da die Mut-
ter noch minderjährig war, teilte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
Nordbünden (KESB) mit Entscheid vom 28. Januar 2016 die elterliche Sorge dem 
Vater zu, mit der Erwägung, dass die Mutter mit Erreichen der Volljährigkeit die 
elterliche Sorge von Gesetzes wegen erhalte und dannzumal die gemeinsame 
elterliche Sorge bestehe (KESB act. 16). Die KESB genehmigte am 14. April 2016 
den Unterhaltsvertrag zwischen den Eltern und errichtete eine Erziehungsbei-
standschaft und eine Beistandschaft mit besonderen Befugnissen für C._____ mit 
E._____ von der Berufsbeistandschaft F._____ als Beiständin. Aus dem Entscheid 
geht hervor, dass die Mutter ab März 2013 bis zu ihrer Volljährigkeit durch 
E._____ verbeiständet gewesen war. Auch war sie u.a. wegen Drogenkonsums 
und eines Suizidversuchs behördlich untergebracht gewesen. Seit August 2015 
lebte A._____ mit Zustimmung ihrer Eltern bei B._____ in G._____. Ende März 
2016 kam es nach einer tätlichen Auseinandersetzung zu einer ersten Trennung, 
während der sich A._____ mit ihrer Tochter kurzzeitig im Frauenhaus Graubünden 
und danach bei ihren Eltern in H._____ aufhielt. Die Notwendigkeit einer Bei-
standschaft begründete die KESB im Wesentlichen mit der noch wenig gefestigten 
Persönlichkeit von A._____ und der unklaren längerfristigen Wohn- und Betreu-
ungssituation (KESB act. 42). In der Folge bezog A._____ mit C._____ nach einer 
kurzen Rückkehr zum Vater und einem Aufenthalt bei Bekannten in I._____ eine 
eigene Wohnung in J._____, bevor sie ab Mai 2017 wieder zu B._____ nach 
G._____ zog (KESB act. B18).

B. Am _____ 2017 kam die zweite gemeinsame Tochter, D._____, zur Welt. 
Nach einer Gefährdungsmeldung durch eine Nachbarin der Familie eröffnete die 
KESB im Juli 2018 ein Abklärungsverfahren. Am 3. August 2018 trat die Mutter 
wegen psychischer Beschwerden (Erschöpfung, Schlafmangel) mit ihren Kindern 
in die Klinik K._____, Mutter-Kind-Station L._____, ein. Der Aufenthalt dauerte bis 
Mitte Oktober. In der Zwischenzeit hatte sich die Mutter wieder vom Vater ge-
trennt. Die KESB errichtete am 20. November 2018 eine Erziehungsbeistand-
schaft mit besonderen Befugnissen für D._____, ebenfalls mit E._____ als Bei-
ständin. Die Aufgaben der Beiständin wurden in eine Erziehungs- und Besuchs-
rechtsbeistandschaft für beide Töchter erweitert. Zudem wurde den Eltern die 
Weisung erteilt, aktiv an einer sozialpädagogischen Familienbegleitung (SPF) 
durch die Fachstelle KJBE (J._____) mitzuwirken. In den Erwägungen führte die 
KESB aus, dass der Verdacht einer Bindungsstörung zwischen der Mutter und 
C._____ sowie einer emotionalen Vernachlässigung bestehe. Zudem ging die 

4 / 66

KESB von einer instabilen Persönlichkeit der Mutter aus und stellte einen anhal-
tenden Elternkonflikt fest (KESB act. A36 und act. 52).

C/a. Mit Eingabe vom 19. Februar 2019 beantragte Rechtsanwalt Q._____ als 
Vertreter der Mutter die Eröffnung eines Verfahrens zur Klärung der Obhutszutei-
lung und zur Festlegung von Unterhalt, worauf ihm die KESB mit Schreiben vom 
21. Februar 2019 die Eröffnung zweier getrennter Verfahren (Obhutsabklärung 
unter der Verfahrensleitung von M._____, Unterhaltsklärung unter dem Vorsitz 
eines anderen Behördenmitglieds) bestätigte und weitere Abklärungen zur Ob-
hutszuteilung nach Erhalt des per Ende März 2019 erwarteten Verlaufsberichts 
der Fachstelle KJBE in Aussicht stellte (KESB act. C2 und C3). Dem ebenfalls am 
19. Februar 2019 gestellten Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege entsprach die 
KESB mit verfahrensleitender Verfügung vom 2. April 2019 in dem Sinne, als sie 
Rechtsanwalt Q._____ rückwirkend per 24. Januar 2019 als unentgeltlichen 
Rechtsbeistand der Mutter ernannte (KESB act. C5). 

C/b. Am 27. Februar 2019 informierte der Präsident des Regionalgerichts Imbo-
den die KESB telefonisch über den Eingang eines Gesuches um vorsorgliche Re-
gelung der Obhut und des Unterhalts, welches Rechtsanwalt Q._____ namens 
von C._____ und D._____ zwischenzeitlich beim Gericht anhängig gemacht hatte 
(KESB act. 66). In der Folge hielt der Regionalgerichtspräsident die Gesuchsteller-
innen mit prozessleitender Verfügung vom 12. März 2019 an, dem Gericht und der 
KESB mitzuteilen, bei welcher Behörde das Verfahren weitergeführt werden solle 
(KESB act. 76). Anlässlich eines Telefonats vom 18. März 2019 mit M._____ er-
klärte Rechtsanwalt Q._____ daraufhin, das Verfahren bei der KESB fortführen zu 
wollen, und stellte einen Rückzug der Anträge vor Gericht in Aussicht (KESB act. 
83). Letzteres ist offenbar unterblieben, zumal das Regionalgericht das Verfahren 
erst am 20. November 2019 zufolge Gegenstandslosigkeit abschrieb, nachdem 
beide Parteien anlässlich der Hauptverhandlung säumig geblieben waren (Ent-
scheid mitgeteilt am 9. Dezember 2019).

C/c. Am 18. März 2019 ging bei der KESB ein Zwischenbericht der Beiständin 
über ihre Tätigkeit seit dem Rechenschaftsbericht vom 19. September 2018 ein. 
Darin informierte die Beiständin u.a. über die bloss teilweise Umsetzung der Mass-
nahmen, welche die behandelnde Ärztin anlässlich des Austritts der Mutter aus 
der Klinik K._____ empfohlen hatte (Organisation einer Tagesbetreuung und der 
SPF, unterbliebene psychiatrische Behandlung der Mutter), sowie die zunehmen-
den Elternkonflikte bei der Ausübung der Besuchskontakte. Sie empfahl zur 
Klärung der Obhutsfrage und im Hinblick auf eine verbindliche Regelung des per-
sönlichen Verkehrs zwischen dem Vater und seinen Töchtern die Einholung eines 

5 / 66

lösungsorientierten Gutachtens, bis zu dessen Vorliegen Besuchskontakte an je-
dem zweiten Wochenende in begleiteter Form vorzusehen seien (KESB act. 81). 
Am 19. März 2019 erhielt die KESB sodann den erwarteten Verlaufsbericht der 
KJBE, in welchem nebst der Weiterführung der SPF und therapeutischer Unter-
stützung für die Eltern und C._____ ebenfalls eine Erziehungsfähigkeitsabklärung 
empfohlen wurde (KESB act. 86).

C/d. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 1. April 2019 setzte die KESB 
Rechtsanwältin Tanja Heller als Kindesvertreterin ein. Die KESB erachtete es im 
Hinblick auf die Erstellung eines Gutachtens zur Erziehungsfähigkeit der Eltern 
und die künftigen Entscheidungen betreffend Betreuung und Obhut als notwendig, 
dass die Kinder im Verfahren betreffend Abklärung Kindesschutzmassnahmen 
eine Verfahrensbeiständin für die Vertretung ihrer Interessen erhielten (KESB act. 
99).

C/e. Mit Entscheid vom 11. April 2019 erliess die KESB im Einvernehmen mit 
den Eltern eine vorsorgliche Regelung des persönlichen Verkehrs zwischen Vater 
und Kindern (Wochenendbesuche vierzehntäglich von Freitag, 17.30 Uhr, bis 
Sonntag, 16.45 Uhr, mit Begleitung der Übergaben) und wies die Mutter an, sich 
regelmässig ambulant psychotherapeutisch behandeln zu lassen (KESB act. 125).

C/f. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 7. Mai 2019 wurde eine gutachterli-
che Untersuchung der Eltern in Bezug auf den gegenseitig vorgeworfenen regel- 
bzw. übermässigen Alkohol- und Drogenkonsum durch das Institut für Rechtsme-
dizin, Kantonsspital Graubünden, angeordnet (KESB act. 144). Laut dessen Be-
richten vom 31. Mai 2019 war die Urinprobe des Vaters THC-positiv, während 
dessen Haaranalyse für die Zeitspanne der letzten sechs Monate einen geringfü-
gigen Alkoholkonsum indizierte, anderweitige Betäubungsmittel aber nicht nach-
weisbar waren (KESB act. 168a); bei der Mutter sprachen die in den Haarproben 
gemessenen Werte für einen schwachen, vereinzelten Konsum von Kokain und 
Trinkalkohol (KESB act. 168b).

C/g. Am 14. Mai 2019 erteilte die KESB Dr. phil. N._____ den Auftrag, ein Gut-
achten zur Erziehungsfähigkeit der Eltern zu erstellen (KESB act. 149). Das 
rechtspsychologische Gutachten datiert vom 4. Oktober 2019 und wurde der 
KESB gleichentags übergeben (KESB act. 211). Darin stellt die Gutachterin der 
Mutter die Diagnose einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung, Borderline-
Typ (ICD-10: F60.31), während sie beim Vater akzentuierte Persönlichkeitszüge 
erkennt, welche auf eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung, impulsiver 
Typ (ICD-10: F60-30) hinweisen. Bei beiden Eltern bestehe keine Einsichtsfähig-

6 / 66

keit und -bereitschaft in ihre psychischen Beeinträchtigungen und dementspre-
chend auch keine Bereitschaft, eine Behandlung aufzunehmen. Nach Einschät-
zung der Gutachterin bestehen sodann bei beiden Kindern eindeutige Zeichen von 
struktureller und emotionaler Verwahrlosung und von Entwicklungsdefiziten im 
sozial-emotionalen und sprachlichen Bereich. Bei C._____ werden mehrere dia-
gnostischen Kriterien für eine reaktive Bindungsstörung des Kindesalters (ICD-10; 
F94.1) als erfüllt erachtet. Der Mutter attestiert die Gutachterin eine unzureichende 
Erziehungsfähigkeit mit derzeit kaum vorhandenen Entwicklungsmöglichkeiten, 
woraus sie auf eine aktuelle und künftige Gefährdung der Kinder in ihrer physi-
schen, psychischen und kognitiven Entwicklung schliesst. Die erzieherischen 
Kompetenzen des Vaters werden von der Gutachterin zwar positiver beurteilt. Wie 
die Mutter sei er aber nicht in der Lage, den Kindern eine positive Beziehung zum 
anderen Elternteil zu ermöglichen. Unter Hinweis auf seine ungeregelte Arbeits- 
und finanzielle Situation spricht sich die Gutachterin daher gegen eine Obhutszu-
teilung an den Vater aus und empfiehlt stattdessen eine Platzierung beider Kinder 
in einer stabilen, professionellen und fachlich begleiteten Pflegefamilie oder in ei-
nem Kinderheim. 

C/h. Bereits einige Tage vor Eingang des Gutachtens, nämlich mit Schreiben 
vom 25. September 2019, hatte Rechtsanwalt Q._____ der KESB mitgeteilt, dass 
ihm die Mutter das Mandat entzogen habe (KESB act. 208). Nach einer telefoni-
schen Nachfrage von Rechtsanwalt Q._____ bestätigte der Verfahrensleiter ihm 
und der Mutter mit Mail vom 9. Oktober 2019, dass dem Ersuchen um Entlassung 
aus dem Mandat als unentgeltlicher Rechtsvertreter entsprochen werde; dies wer-
de anlässlich der nächsten Behördensitzung erfolgen (KESB act. 227). 

C/i. Auf Anraten der Gutachterin lud der Verfahrensleiter die Eltern auf den 
30. Oktober 2019 zu einer mündlichen Eröffnung des Gutachtens ein (KESB act. 
230 und 231). In der Folge gingen bei der KESB Meldungen ein, die aufzeigten, 
dass sich die Kooperationsbereitschaft der Mutter zunehmend verschlechterte und 
sie die Zusammenarbeit mit der Tagesmutter und der Familienbegleiterin schliess-
lich komplett verweigerte (KESB act. 236, 238, 251). Nach einem Besuchswo-
chenende Ende Oktober beim Vater eskalierte die Situation zwischen den Eltern 
anlässlich der Rückgabe der Kinder (KESB act. 255). Als Folge dieser Ereignisse 
gelangte die KESB am 28. Oktober 2019 anlässlich eines Austausches im Team 
zum Schluss, dass ein unmittelbarer Handlungsbedarf gegeben sei und die Kinder 
direkt nach der Gutachtenseröffnung in einer SOS-Pflegefamilie unterzubringen 
seien (KESB act. 259). Gleichentags hatte die Mutter mitgeteilt, dass sie wegen 
der Erkrankung der Kinder am geplanten Termin für die Gutachtenseröffnung nicht 

7 / 66

teilnehmen könne (KESB act. 258). Mit Schreiben vom 30. Oktober 2019 wurde 
den Eltern daher die Verschiebung der Gutachtenseröffnung auf den 7. November 
2019 angezeigt (KESB act. 267). Mit verfahrensleitender Verfügung vom 5. No-
vember 2019 veranlasste die KESB zudem die polizeiliche Vorführung der Mutter, 
nachdem aufgrund ihrer (teils über eine Drittperson eingegangenen) Rückmeldun-
gen davon ausgegangen werden musste, dass sie den Termin nicht wahrnehmen 
würde (KESB act. 275 und 286).  

C/j. Am 6. November 2019 teilte Rechtsanwalt R._____ der KESB mit, dass die 
Mutter ihn mandatiert habe (KESB act. 282.1). Er beantragte die Verschiebung der 
mündlichen Gutachtenseröffnung, was von der KESB abgelehnt wurde (KESB act. 
280 und 281). 

C/k. Am 7. November 2019 wurde den Parteien getrennt und in Anwesenheit der 
Gutachterin (beim Vater war zusätzlich die Kindsvertreterin anwesend) den sie 
betreffenden Teil des Gutachtens eröffnet. Im Anschluss an die Gutachtenseröff-
nung teilte M._____ den Eltern jeweils separat mit, dass ihnen das Aufenthaltsbe-
stimmungsrecht über die Kinder superprovisorisch entzogen werde und dass die 
Kinder umgehend in der SOS-Pflegefamilie der Sozialpädagogischen Fachstelle 
O._____ (P._____) platziert würden (KESB act. 290 und 296). Der Entscheid wur-
de dem Rechtsvertreter der Mutter gleichentags mitgeteilt und vollstreckt. Nach-
dem die KESB Rechtsanwalt R._____ die Akten hatte zukommen lassen, legte 
dieser am 13. November 2019 sein Mandat nieder (KESB act. 343). 

C/l. Zwischenzeitlich hatte die KESB von verschiedenen Seiten her Informatio-
nen über Aktionen (Flyer, Facebook-Einträge) erhalten, die sich gegen die "Kin-
desentführung durch die KESB" richteten (KESB act. 306, 321-330, 333, 334). 
Nachdem sich eine als "Verteidigerin" der Mutter auftretende Privatperson auch 
persönlich bei der KESB gemeldet und dabei massive Drohungen und Beschimp-
fungen ausgesprochen hatte (KESB act. 346), sah sich der Verfahrensleiter veran-
lasst, nötigenfalls polizeiliche Unterstützung anzufordern (KESB act. 347). Zudem 
teilte er der Mutter mit, dass die betreffende Privatperson im Verfahren vor der 
KESB nicht als ihre Vertretungs- und Begleitperson akzeptiert werde, und empfahl 
ihr, baldmöglichst eine geeignete professionelle Unterstützung (Rechtsanwalt / 
medizinische und psychologische Beratung) zu suchen. Da die Mutter zuvor einen 
persönlichen bzw. telefonischen Kontakt mit ihm verweigert hatte, kündigte er 
gleichzeitig an, die Verfahrensleitung an S._____ zu übergeben (KESB act. 353). 

C/m. Am 21. November 2019 fanden Gespräche der KESB mit den Eltern sepa-
rat zum weiteren Vorgehen betreffend superprovisorische Aufhebung des Aufent-

8 / 66

haltsbestimmungsrecht und Platzierung statt. Tags zuvor hatte die Mutter die Ak-
ten der KESB im Büro von S._____ eingesehen (KESB act. 378). Im Gespräch mit 
der Mutter waren seitens der KESB nur T._____ und U._____ anwesend, da 
S._____ wegen Krankheit ausfiel. Die Mutter bestand auf den Vorsitz durch 
S._____. Die Mutter verlangte die psychologische Betreuung der Kinder, bean-
tragte einen Wechsel der Beistandsperson und telefonischen Kontakt alle zwei 
Tage während des Aufenthalts in der Pflegefamilie (KESB act. 380). Der Vater 
wurde begleitet durch Rechtsanwalt Marc Breitenmoser. Das Gespräch führte 
M._____ zusammen mit T._____ und U._____, in Anwesenheit der Kindesvertre-
terin. Der Vater äusserte die Intention, die Obhut über die Kinder zu erhalten. 
Während der Dauer der Unterbringung in der Pflegefamilie wünschte er, seine 
Kinder besuchen zu dürfen (KESB act. 381). 

C/n. Um eine Anhörung durch denselben Spruchkörper zu gewährleisten, wur-
den die Eltern zur Behördensitzung vom 26. November 2019 eingeladen mit dem 
Hinweis, dass die Verfahrensleitung durch M._____ erfolge, falls S._____ weiter-
hin krankheitsbedingt ausfallen sollte (KESB act. 383). An der genannten Behör-
densitzung wurden die Eltern zu geplanten (weiteren) Massnahmen durch die 
KESB sowie zum Antrag des Vaters auf die Übertragung der Obhut über die Kin-
der an ihn angehört. Das Verfahren leitete wieder M._____, da S._____ für vor-
aussichtlich mehrere Wochen krank war. Die Mutter wurde auf ihren Wunsch hin 
von M._____ alleine angehört, ohne Anwesenheit der Kindesvertreterin. Er emp-
fahl ihr erneut, eine Rechtsvertretung beizuziehen. Die Mutter beantragte nebst 
einem Wechsel der Beistandsperson die sofortige Rückgabe der Kinder unter ihre 
Obhut, alternativ deren Unterbringung in einem von ihr vorgeschlagenen Kinder-
heim oder bei ihrem Bruder und dessen Partnerin (Gotte einer Tochter); diese sei-
en in V._____ wohnhaft und Eltern von einjährigen Zwillingen (KESB act. 403). 
Der Vater kam in Begleitung von Rechtsanwalt Marc Breitenmoser und wurde in 
Anwesenheit der Kindsvertreterin durch den gesamten Spruchkörper der KESB 
angehört. Er beantragte, den superprovisorischen Entzug des Aufenthaltsbestim-
mungsrechts über die Kinder und deren behördliche Unterbringung mit sofortiger 
Wirkung aufzuheben und ihm die elterliche Sorge und Obhut über C._____ und 
D._____ zu übertragen; ferner sei der persönliche Verkehr zwischen Kindern und 
Mutter behördlich zu regeln, wobei die Kontakte bis auf weiteres im Rahmen der 
begleiteten Besuchstage (BBT) abzuhalten seien (KESB act. 404 und 405). Die 
Kindesvertreterin reichte anlässlich der Behördensitzung eine schriftliche Stel-
lungnahme mit Empfehlungen und Anträgen ein. Diesen zufolge soll den Eltern 
das Aufenthaltsbestimmungsrecht über die Kinder definitiv entzogen und die Kin-
der baldmöglichst in einer mit hochkonfliktösen Familiensystemen erfahrenen 

9 / 66

Pflegefamilie oder in einem Kinderheim mit familiären Strukturen untergebracht 
werden (KESB act. 406).

C/o. Im Anschluss an die Anhörungen fällte die KESB gleichentags ihren Ent-
scheid, welchen sie den Parteien mittels vorzeitiger Dispositiv-Mitteilung am 
28. November 2019 bekannt gab (KESB act. 434). Dabei wurde darauf hingewie-
sen, dass ein Rechtsmittel erst gegen die vollständige Ausfertigung des Entschei-
des gegeben sei (Dispositiv-Ziffer 8). In schriftlich begründeter Form wurde der 
Entscheid den Parteien am 17. Dezember 2019 eröffnet (KESB act. 507). Die 
KESB erkannte darin was folgt:

1. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht über C._____ und D._____ wird 
A._____ (Mutter) und B._____ (Vater) gestützt auf Art. 310 Abs. 1 ZGB 
entzogen und C._____ und D._____ werden bis auf Weiteres in der SOS-
Pflegefamilie der Sozialpädagogischen Fachstelle O._____ (P._____) 
behördlich untergebracht.

 2. [Regelung des Kontaktrechts der Eltern]

3. [Abweisung des Antrags auf Wechsel der Beistandsperson]

4. [Ernennung von Rechtsanwalt Breitenmoser als unentgeltlicher Rechtsbei-
stand von B._____]

5. [Entschädigung von Rechtsanwalt Q._____ für die Mandatsführung vom 
24. Januar 2019 bis 9. Oktober 2019]

6. [Dahinfallen der superprovisorisch angeordneten Massnahmen mit Voll-
streckbarkeit dieses Entscheids]

7. [Festsetzung der vorläufig beim Verfahren belassenen Verfahrenskosten]

8. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Mitteilung schriftlich und 
begründet Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden, Poststrasse 
14, 7001 Chur, erhoben werden (Art. 450 ff. ZGB, Art 60 Abs. 1 EGzZGB). 
Die Bestimmungen über den Fristenlauf finden keine Anwendung (Art. 60 
Abs. 3 EGzZGB). Die aufschiebende Wirkung einer Beschwerde ist gegen 
Ziff. 1 und 2 entzogen (Art. 450c ZGB).

9. [Mitteilung]

Die Eröffnung des Entscheides erfolgte anlässlich einer erneuten Anhörung der 
Parteien, wobei die Mutter die Annahme des Entscheides verweigerte und eine 
Zustellung per Post wünschte (KESB act. 530).

In ihren Erwägungen legte die KESB unter Bezugnahme auf das Gutachten von 
Dr. N._____, die Rückmeldungen der involvierten Fachpersonen und die im Laufe 
der Abklärungen eingegangenen Gefährdungsmeldungen dar, dass die Kinder in 
der Obhut der Mutter aktuell und auch in absehbarer Zeit gefährdet seien. Die 
Mutter könne aufgrund ihrer psychischen Erkrankung und fehlenden Krankheits-
einsicht den Kindern nicht die nötige Sicherheit, Stabilität, Betreuung und Förde-
rung für ein gesundes Aufwachsen bieten. Eine Betreuung durch die Gotte und 

10 / 66

den Onkel (mütterlicherseits) sei wegen der belasteten Familiengeschichte und 
deren eigenen Elternverpflichtungen wie auch wegen der anspruchsvollen Betreu-
ungsaufgabe von C._____ und D._____ nicht möglich. Auch die Grossmutter 
(mütterlicherseits) habe ein Angebot für ein Pflegeverhältnis abgelehnt. Eine Un-
terbringung von Kindern bei Dritten sei bei einer Erziehungsüberforderung der El-
tern erst als letzte Lösungsvariante anzuwenden. Gestützt auf das Subsidiariäts-
prinzip prioritär zu prüfen sei eine familieninterne Lösung, soweit dadurch das Kin-
deswohl gewährleistet bleibe. Der Vater habe den Kindern in der Vergangenheit 
ein stabileres, verlässlicheres und vorhersehbareres Alltagsleben und Betreu-
ungsumfeld gewährleisten können, als dies bei der Mutter der Fall gewesen sei. 
Zudem habe er in den vergangenen Monaten gezeigt, dass er über Entwicklungs-
potential in seiner Erziehungsfähigkeit und der Zusammenarbeit mit den involvier-
ten Fachpersonen verfüge. Sofern er gewisse, im Entscheid näher definierte Vor-
aussetzungen erfülle, sei ihm daher die Chance einzuräumen, die Betreuung sei-
ner Kinder zu übernehmen. Der Wechsel der Kinder zum Vater könne stattfinden, 
sobald er die erforderlichen Unterstützungsmassnahmen mit Hilfe der Beiständin 
organisiert habe. Bis dahin sei eine Weiterführung der verdeckten Unterbringung 
notwendig, da sich die Mutter bis anhin nicht von den destruktiven und kindes-
wohlgefährdenden Aktionen (Druckversuche auf Behörde und Pflegefamilien-Ver-
mittlungsstelle) distanziert habe. Den Eltern sei das Aufenthaltsbestimmungsrecht 
über ihre Töchter daher zu entziehen und die Kinder bei der SOS-Pflegefamilie 
(seit 7. November 2019 für max. drei Monate) unterzubringen.

D/a. Bereits am 27. November 2019 hatte der Verfahrensleiter die Eltern darüber 
orientiert, dass die KESB dem Vater bei Erfüllen einiger Voraussetzungen die 
Möglichkeit zur Übernahme der Obhut geben werde (KESB act. 422 und 427). In 
der Folge wurden die Eltern und die Kindesvertreterin am 10. Dezember 2019 zur 
Behördensitzung vom 17. Dezember 2019 und den geplanten Anhörungen zu den 
Themenbereichen Rückgabe des Aufenthaltsbestimmungsrechts an den Vater, 
Weisung zu Unterstützungsmassnahmen, Konsum von Suchtmitteln, Regelung 
des persönlichen Verkehrs und Anpassung der Anträge der Beiständin eingeladen 
(KESB act. 470). Die Mutter reichte daraufhin eine schriftliche Stellungnahme, da-
tierend vom 6. Dezember 2019, ein, worin sie erneut einen Wechsel der Beistand-
sperson beantragte und überdies bemängelte, dass sie keine vollständige Einsicht 
in das Erziehungsfähigkeitsgutachten erhalten habe. Zudem erklärte sie ihre Be-
reitschaft zu einem Aufenthalt in einem Mutter-Kind-Heim zwecks Überprüfung der 
gutachterlichen Feststellungen (KESB act. 505). Ausserdem gingen weitere Stel-
lungnahmen einer anonymen Person (angeblich Familienmitglied der Mutter), der 
Grossmutter (mütterlicherseits) sowie der Ex-Freundin des Vaters und ein, in de-

11 / 66

nen u.a. ein gewalttätiges Verhalten des Vaters gegenüber der Mutter geschildert 
wird (KESB act. 504, 506 und 521).

D/b. Anlässlich der Behördensitzung vom 17. Dezember 2019 wurden die Eltern 
separat zu den geplanten Änderungen der Massnahmen angehört. Die Mutter be-
stand auf eine alleinige Anhörung durch M._____, obwohl sie zuvor noch sinn-
gemäss dessen Ausstand verlangt hatte (KESB act. 530). Die Anhörung des Va-
ters erfolgte im Beisein seines Rechtsvertreters und der Kindesvertreterin vor dem 
gesamten Spruchkörper (KESB act. 529). Über den gleichentags gefällten Ent-
scheid wurden die Parteien am 19. Dezember 2019 wiederum in Form einer vor-
zeitigen Dispositiv-Mitteilung informiert (KESB act. 540), die Mutter auch per Mail 
(KESB act. 538).

D/c. Am 14. Januar 2020 eröffnete die KESB den Entscheid vom 17. Dezember 
2019 mit schriftlicher Begründung (KESB act. 583). Darin erkannte sie was folgt:

1. Der mit Entscheid vom 26. November 2019 angeordnete Entzug des Auf-
enthaltsbestimmungsrecht von B._____ über C._____ und D._____ und die 
behördliche Unterbringung von C._____ und D._____ werden per 15. Ja-
nuar 2020 aufgehoben. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht von A._____ 
(Mutter) über C._____ und D._____ bleibt entzogen.

2. Die KESB verfügt:

a. B._____ werden folgende Weisungen erteilt (Art. 307 Abs. 3 ZGB):
1. im Sinne der Erwägungen aktiv an einer sozialpädagogischen Fami-

lienbegleitung durch die Fachstelle W._____ mitzuwirken;
2. nach Vorgabe der behandelnden Therapeutin an einer ambulanten 

Psychotherapie teilzunehmen;
b. die Fachstelle W._____ ist gehalten, der KESB Nordbünden per Ende 

Mai 2020 einen Verlaufsbericht mit Empfehlungen einzureichen;
c. die Fachstelle W._____ und die behandelnde Therapeutin werden auf-

gefordert, die KESB unverzüglich über allfällige Kooperationsschwie-
rigkeiten mit dem Vater oder kindswohlgefährdenden Entwicklungen zu 
informieren.

3. In Anpassung der mit Entscheid vom 26. November 2019 getroffenen Re-
gelung wird betreffend persönlichen Verkehr verfügt:

a. A._____ wird gestützt auf Art. 273 ZGB für berechtigt erklärt, bei ko-
operativem Verhalten nach Vorgabe von X._____, Y._____ zweimal 
monatlich à drei Stunden begleitete Besuchskontakte mit C._____ und 
D._____ zu pflegen;

b. die Fachstelle Y._____ ist gehalten, der KESB Nordbünden per Ende 
April 2020 einen Verlaufsbericht mit Empfehlungen einzureichen;

c. die Fachstelle Y._____ wird aufgefordert, die KESB unverzüglich über 
allfällige kindswohlgefährdenden Entwicklungen zu informieren;

d. die Regelung über den persönlichen Verkehr zwischen B._____ und 
C._____ und D._____ wird aufgehoben. 

12 / 66

4. Die für C._____ und D._____ bestehenden Massnahmen gemäss Ziff. 3 
des Entscheids vom 14. April 2016 und 20. November 2018 werden per 
Vollstreckbarkeit dieses Entscheides wie folgt erweitert:

Die Beiständin erhält neu die Aufgaben und Kompetenzen im Rahmen ei-
ner Beistandschaft mit besonderen Befugnissen (Art. 308 Abs. 2 ZGB):

a. die sorgeberechtigten Eltern nötigenfalls in folgenden Bereichen zu 
vertreten:
1. Betreuung, inkl. Finanzierung der Fremdbetreuung;
2. Frühförderung, Vorschule, Schule;
3. medizinische Behandlung/Therapien; 

b. die Eltern bei der Ausübung des persönlichen Verkehrs zwischen 
C._____ und D._____ und der Mutter zu beraten und zu unterstützen;

c. der Mutter nötigenfalls auf Verlangen Auskunft über die Entwicklung 
von C._____ und D._____ zu erteilen.

5. Die Beistandsperson hat die Aufgaben und die Kompetenzen:

a. die Eltern und C._____ und D._____ im Rahmen der Erziehungsbei-
standschaft (Art. 308 Abs. 1 ZGB) angemessen zu beraten und zu un-
terstützen, insbesondere in den Bereichen Betreuung, Persönlichkeits-
entwicklung, angemessene Erziehungsmethoden, gesundheitliche 
Entwicklung, Schule und Ausbildung, Förderung von Begabungen und 
Interessen;

b. im Rahmen der Beistandschaft mit besonderen Befugnissen (Art. 308 
Abs. 2 ZGB):
1. die sorgeberechtigten Eltern von C._____ und D._____ in folgenden 

Bereichen nötigenfalls zu vertreten:
a. Betreuung, inkl. Finanzierung der Fremdbetreuung;
b. Frühförderung, Vorschule, Schule;
c. medizinische Behandlung/Therapien; 

2. die Eltern bei der Ausübung des persönlichen Verkehrs zwischen 
C._____ und D._____ und der Mutter zu beraten und zu unterstüt-
zen;

3. der Mutter nötigenfalls auf Verlangen Auskunft über die Entwicklung 
von C._____ und D._____ zu erteilen.

6. [Dahinfallen der Weisung vom 11. April 2019]

7. [Anweisung der Beiständin zur Rückgabe der Ernennungsurkunden vom 
14. April 2016 und 20. November 2018]

8. [Festsetzung der Entschädigung der Kindesvertreterin]

9. [Festsetzung der Entschädigung von Rechtsanwalt Breitenmoser]

10. Betreffend Verfahrenskosten wird verfügt:

a. Die Kosten im Verfahren Anpassung der Massnahmen werden auf Fr. 
28'506.50 (Entscheid Fr. 1'000.--, inkl. Drittkosten Fr. 19'702.20 für 
Gutachten, Haaranalysen und frühere Verfahrenskosten sowie Fr. 
7804.30 der Kindesvertretung) festgesetzt.

b. Auf die Erhebung der Verfahrenskosten wird aufgrund der wirtschaftli-
chen Verhältnisse verzichtet.

11. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Mitteilung schriftlich und 
begründet Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden, Poststrasse 
14, 7001 Chur, erhoben werden (Art. 450 ff. ZGB, Art 60 Abs. 1 EGzZGB). 
Die Bestimmungen über den Fristenlauf finden keine Anwendung (Art. 60 

13 / 66

Abs. 3 EGzZGB). Die aufschiebende Wirkung einer Beschwerde ist gegen 
Ziff. 1, 2, 3 und 4 entzogen (Art. 450c ZGB).

12. [Mitteilung]

Die Ziffern 5 und 7 waren in der vorzeitigen Dispositiv-Mitteilung noch nicht enthal-
ten, während die Ziffern 8 und 9 unter einem einzigen Stichwort (als Ziffer 6 der 
Dispositiv-Mitteilung) zusammengefasst waren.

In ihren Erwägungen verwies die KESB vorab auf ihren Entscheid vom 26. No-
vember 2019, in welchem bereits ausführlich begründet worden sei, weshalb dem 
Vater die Betreuung seiner Kinder ermöglicht werde und welche Voraussetzungen 
dazu vorhanden sein müssten. Zudem sei ausgeführt worden, weshalb der Mutter 
dies abgesprochen werde. Was Letzteres anbelangt, wurde nochmals festgestellt, 
dass C._____ und D._____ in der Obhut der Mutter aktuell und auch zukünftig 
gefährdet seien, da die Mutter aufgrund ihrer psychischen Erkrankung (emotional 
instabile Persönlichkeitsstörung, Suchtmittelkonsum) und fehlenden Krankheits-
einsicht den Kindern nicht die nötige Sicherheit, Stabilität, Betreuung und Förde-
rung für ein gesundes Aufwachsen biete könne. Weiter erwog die KESB, die Mut-
ter habe die umfangreichen Hilfestellungen nicht in Anspruch nehmen wol-
len/können oder in Frage gestellt bzw. die Zusammenarbeit abgebrochen. Beim 
vergangenen Aufenthalt in der Mutter-Kind-Station L._____ (PDGR Klinik 
K._____) habe sie sich wenig auf die Anleitungen zum Betreuungs- und Therapie-
angebot eingelassen und den Aufenthalt trotz gegenteiliger Empfehlung der Kli-
nikverantwortlichen vorzeitig abgebrochen. Gemäss Rückmeldungen von Angehö-
rigen habe sich auch wegen der aktuellen Situation das Verhältnis Grosseltern-
Mutter erneut massiv verschlechtert. Die von der Mutter vorgeschlagene Betreu-
ung durch Familienangehörige (mütterlicherseits) sei wegen der belasteten Fami-
liengeschichte daher weder möglich noch sinnvoll. Die KESB hielt daher daran 
fest, dass dem Vater das Aufenthaltsbestimmungsrecht über C._____ und 
D._____ zurückzugeben sei, während dasjenige der Mutter entzogen bleibe. Für 
den Fall, dass sich beim Vater künftig Gefährdungssituationen häufen sollten oder 
er die unterstützenden Massnahmen eigenmächtig abbrechen würde, stellte sie 
die umgehende Prüfung einer behördlichen Unterbringung der Kinder in eine ge-
eignete Pflegefamilie oder in ein Kinderheim in Aussicht.

Hinsichtlich der Voraussetzungen für die Betreuung der Kinder durch den Vater 
stellte die KESB sodann fest, dass er über eine stabile und kindsgerechte Wohnsi-
tuation verfüge, die Zusammenarbeit mit dem Regionalen Sozialdienst und die 
Sozialhilfeunterstützung gewährleistet und der Vater vorerst bis Juli 2020 von Ar-
beitsbemühungen befreit sei. Wegen seiner relativen Unerfahrenheit wie auch sei-

14 / 66

ner persönlichen Situation (psychische Belastungen) sei er bei der Betreuung und 
Pflege seiner Kinder auf fachliche Unterstützung angewiesen. Insbesondere zu 
Beginn sei daher ein engmaschiges Betreuungsnetz wichtig, um bei Schwierigkei-
ten oder negativen Entwicklungen zu unterstützen oder allenfalls zusätzliche/alter-
native Unterstützungsmassnahmen zu organisieren. Der Vater zeige sich mit den 
von der KESB vorgegebenen Unterstützungsmassnahmen (regelmässige Teil-
nahme an einer ambulanten Psychotherapie und evtl. Medikation, sozialpädagogi-
sche Familienbegleitung) einverstanden. Dennoch sei der Erlass einer entspre-
chenden Weisung unerlässlich, um eine verbindliche und kooperative Zusammen-
arbeit zu gewährleisten. Ergänzend zu den angeordneten Unterstützungsmass-
nahmen sei bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden (kjp) der Unter-
stützungsbedarf von C._____ und D._____ abzuklären bzw. aufzuarbeiten. Auf-
grund der gesundheitlichen Beschwerden der Kinder seien sodann regelmässige 
Kontrolltermine nach Vorgabe der zuständigen Kinderärztin wahrzunehmen. Der 
Vater sehe den Bedarf nach kinderpsychiatrischer bzw. kinderärztlicher Unterstüt-
zung wie auch jenen nach einer Fremdbetreuung der Kinder (zwei Tage in der 
Kinderkrippe) ein und werde diese Angebote in Anspruch nehmen, weshalb eine 
entsprechende Weisung nicht nötig sei. Ebenfalls vorerst abgesehen werde von 
einer Weisung an die Eltern zur Abgabe von Urinproben, während die Anweisung 
an die Mutter, sich regelmässig ambulant psychiatrisch behandeln zu lassen und 
gegebenenfalls die ärztlich verschriebenen Medikamente einzunehmen, bestehen 
bleibe.

D/d. In der Zwischenzeit hatte die Mutter Rechtsanwältin Monica Frey manda-
tiert. Auf deren telefonische Anfrage teilte ihr der Verfahrensleiter der KESB mit E-
Mail vom 7. Januar 2020 mit, dass noch keine Rechtsmittelfrist hängig sei, jedoch 
eine vorzeitige Dispositiv-Mitteilung an die Beteiligten verschickt worden sei. Am 
9. Januar 2020 stellte er ihr eine Kopie der Dispositiv-Mitteilung zu, worauf 
Rechtsanwältin Frey mit Schreiben vom 10. Januar 2020 die formelle Nichtigkeit 
des Entscheides geltend machte und eine unverzügliche Zustellung der vollstän-
digen Akten verlangte (KESB act. 571, 575). Diesem Begehren kam die KESB am 
14. Januar 2020, zusammen mit dem Versand des schriftlich begründeten Ent-
scheides vom 17. Dezember 2019, nach (KESB act. 581). 

D/e. Am 16. Januar 2020 wurden C._____ und D._____ durch die Pflegeeltern 
in die Obhut des Vaters übergeben (KESB act. 597). 

E/a. Gegen den Entscheid der KESB vom 17. Dezember 2019 meldete die Mut-
ter am 15. Januar 2020 beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde an, 
dies verbunden mit dem Begehren, der Beschwerde superprovisorisch, d.h. ohne 

15 / 66

Anhörung der Vorinstanz und weiterer Beteiligter, im Zusammenhang mit Ziff. 1 
und 4 des Dispositivs die aufschiebende Wirkung zu erteilen (ZK1 20 11, act. A.1). 
Mit prozessleitender Verfügung vom 16. Januar 2020 wies der damalige Vorsit-
zende der I. Zivilkammer das Gesuch um superprovisorische Wiedererteilung der 
aufschiebenden Wirkung ab und stellte die Eingabe der Mutter der KESB, dem 
Vater und der Kindsvertreterin zur Beschwerdeantwort und vorab zur Stellung-
nahme zum Gesuch um aufschiebende Wirkung zu (act. D.1). Die KESB bean-
tragte mit Stellungnahme vom 23. Januar 2020 die Abweisung des Gesuchs um 
aufschiebende Wirkung (act. A.2), ebenso der Vater mit Stellungnahme vom 
29. Januar 2020 (act. A.3). Die Kindsvertreterin liess sich zur Frage der aufschie-
benden Wirkung der Beschwerde nicht vernehmen. Das Gericht orientierte die 
Mutter mit Schreiben vom 18. Februar 2020 über die Stellungnahmen (act. D.5), 
worauf diese mit replizierender Eingabe vom 27. Februar 2020 ihr Begehren um 
umgehende Anordnung der aufschiebenden Wirkung erneuerte (act. A.6).

E/b. Am 16. Januar 2020 erhob die Mutter Beschwerde beim Kantonsgericht von 
Graubünden gegen den Entscheid vom 26. November 2019 (ZK1 20 13). Darin 
stellte sie die folgenden Rechtsbegehren (act. A.1):

1. Der Entscheid der Kollegialbehörde vom 26. November 2019, mitgeteilt am 
17. Dezember 2019, sei aufzuheben;

2. Es sei der Beschwerdeführerin die Frist zur ausführlichen Begründung der 
Beschwerde abzunehmen, ihr das rechtliche Gehör zu gewähren und eine 
neue Frist zur ausführlichen Begründung der Beschwerde anzusetzen bzw. 
das Verfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese nach 
vollständiger Gewährung des rechtlichen Gehörs einschliesslich Aktenein-
sicht in neuer Zusammensetzung entscheide;

3. [unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung]

4. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Vorinstanz. 

Die Beschwerde wurde dem Vater, der KESB und der Kindesvertreterin mit Verfü-
gung vom 20. Januar 2020 zur Vernehmlassung weitergeleitet (act. D.1). Über die 
beantragte Abnahme der Frist äusserte sich die Verfügung nicht.

E/c. Am 27. Januar 2020 reichte die Mutter eine ausführlich begründete Be-
schwerde gegen die Entscheide vom 26. November 2019 und vom 17. Dezember 
2019 nach, in Ergänzung der bereits eingereichten Eingaben vom 15. und 16. Ja-
nuar 2020. Die Eingabe wurde im Verfahren ZK1 20 13 registriert und enthält fol-
gende Rechtsbegehren (act. A.2):

1. Es seien die beiden Beschwerden gegen die Entscheide der Kindes- und 
Erwachsenenschutzbehörde vom 26. November 2019, mitgeteilt am 
17. Dezember 2019, Verfahrensnummer ZK1 20 13 und vom 17. Dezember 

16 / 66

2019, mitgeteilt am 14. Dezember (recte: Januar) 2020, Verfahrensnummer 
ZK1 20 11 zu vereinigen;

2. Es seien den Beschwerden im Hinblick auf beide Entscheide unverzüglich 
die aufschiebende Wirkung beizulegen;

3.1. Es sei der Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde vom 
17. Dezember 2019, mitgeteilt am 14. Januar 2020, aufzuheben;

3.2. Der Entscheid der Kollegialbehörde vom 26. November 2019, mitgeteilt am 
17. Dezember 2019, (sei) aufzuheben;

3.3. Es seien die/das Verfahren zur Durchführung eines ordnungsgemäss erst-
instanzlichen Verfahrens unter Gewährung der vollen Parteirechte auch 
zugunsten der Beschwerdeführerin an die Vorinstanz zurückzuweisen, da-
mit diese im Ausstand der bisher beteiligten Personen den Sachverhalt von 
Amtes wegen vollumfänglich feststellt und in der Folge neu entscheide;

5. Es sei Rechtsanwältin Tanja Heller als Kindesanwältin zu entlassen und ei-
ne neutrale, unbefangene Kindsvertretung zu bestellen;

6. Es sei eine mündliche (öffentliche) Beschwerdeverhandlung durchzuführen;

7. [unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung]

8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MwSt. zulasten der Vor-
instanz.

E/d. Zur Behandlung der von der Mutter in beiden Verfahren gestellten Anträge 
um unentgeltliche Prozessführung wurden praxisgemäss separate Verfahren 
eröffnet (ZK1 20 12 und ZK1 20 14). Dasselbe gilt für die entsprechenden Gesu-
che des Vaters, welche in der Folge zusammen mit dessen Rechtsschriften einge-
reicht wurden (ZK1 20 18 und ZK1 20 19).

E/e. Die KESB erstattete ihre erste Beschwerdeantwort zu den Beschwerden in 
Sachen ZK1 20 11 und ZK1 20 13 am 14. Februar 2020. Sie beantragt die Abwei-
sung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne (ZK1 20 13, act. 
A.4). Der Vater liess mit seiner ersten Beschwerdeantwort in Sachen ZK1 20 13 
vom 19. Februar 2020 ebenfalls die Abweisung der Beschwerde beantragen (act. 
A.5). Die Mutter stellte mit Schreiben vom 19. Februar 2020 fest, dass das Gericht 
ihre ausführliche Beschwerde vom 27. Januar 2020 den weiteren Verfahrensbetei-
ligten noch nicht weitergeleitet hatte (act. A.4). Dies erledigte das Gericht sodann 
mit Verfügung vom 20. Februar 2020 (act. D.4), worauf die Mutter mit Eingabe 
vom 27. Februar 2020 klarstellte, dass die Beschwerdeschrift vom 27. Januar 
2020 (ausführliche Beschwerdebegründung) sowohl für das Verfahren ZK1 20 11 
als auch für das Verfahren ZK1 20 13 zu berücksichtigen sei (act. A.6). Die KESB 
erstattete am 18. März 2020 eine zweite Beschwerdeantwort, in der sie zur Einga-
be vom 27. Januar 2020 Stellung nahm und die Abweisung der Beschwerde bean-
tragte (act. A.7). Die Kindsvertreterin antwortete am 21. März 2020 auf die Be-
schwerden der Mutter; auch sie beantragt deren Abweisung (act. A.8). Die Be-

17 / 66

schwerdeantwort des Vaters erfolgte am 25. März 2020 mit dem Antrag auf Ab-
weisung der Beschwerden (act. A.9). Das Gericht leitete die Eingaben mit Schrei-
ben vom 26. März 2020 an die weiteren Verfahrensbeteiligten weiter und hielt fest, 
dass ein weiterer Schriftenwechsel nicht vorgesehen sei (act. D.10).

E/f. In der Folge reichten beide Parteien jeweils unaufgefordert replizierende 
Eingaben ein, so die Mutter am 1. April 2020 (act. A.10) und 29. April 2020 (act. 
A.13) bzw. der Vater am 9. April 2020 (act. A.11), mit Ergänzung am 14. April 
2020 (act. A.12), und am 13. Mai 2020 (act. A.14).

E/g. Zwischenzeitlich hatte die Mutter bei der KESB ein Ausstandsbegehren ge-
gen M._____ eingereicht, welches die KESB mit Entscheid vom 31. März 2020 
(mitgeteilt am 17. April 2020) abgewiesen hatte (KESB act. H2). Dagegen erhob 
die Mutter am 15. Mai 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht, welche in einem 
separaten Verfahren behandelt wird (ZK1 20 68). 

E/f. Am 15. Juni 2020 forderte der damalige Vorsitzende der I. Zivilkammer die 
KESB auf, das Gericht mit dem Verlaufsbericht mit Empfehlungen der W._____ zu 
bedienen (act. D.17). Nach telefonischem Hinweis der KESB, dass sich dieser 
Bericht bei den dem Kantonsgericht im Verfahren ZK1 20 68 eingereichten Akten 
(KESB act. 626 – 786) befinde, teilte der Vorsitzende den Parteien mit, dass be-
sagte Akten – einschliesslich des zwischenzeitlich vom Vater eingereichten Re-
chenschaftsberichts der Beiständin vom 8. Juni 2020 (act. C.7) – für die Behand-
lung der vorliegenden Beschwerden beigezogen werden. Gleichzeitig wurde der 
Mutter Frist zur Stellungnahme zu den neusten Akten angesetzt (act. D.19). Diese 
ging nach dreimaliger Fristerstreckung am 21. August 2020 ein (KESB act. A.17). 

F/a. Parallel zum Beschwerdeverfahren beim Kantonsgericht führte die KESB 
das Verfahren betreffend die Kinder C._____ und D._____ weiter, wofür Rechts-
anwältin Frey mit Verfügung vom 6. Februar 2020 als unentgeltliche Rechtsvertre-
terin der Mutter bestellt worden war (KESB act. E3). 

F/b. Am 4. März 2020 teilte die Beiständin der KESB mit, dass der Vater 
C._____ anlässlich der Vierjahreskontrolle beim Kinderarzt habe impfen lassen. 
Mit dem Hinweis, dass eine direkte Kommunikation mit der Mutter in der aktuellen 
Situation unmöglich sei, ersuchte sie um einen Entscheid der KESB über die in 
zwei Monaten fällige Nachimpfung (KESB act. 637). Die Eltern, die Kindesvertrete-
rin und die involvierten Kinderärzte wurden daraufhin aufgefordert, sich bis am 
22. März 2020 zu einer generellen bzw. einer notwendigen Nachimpfung der Kin-
der zu äussern (KESB act. 639). Die entsprechenden Stellungnahmen gingen am 

18 / 66

18. März 2020 (Kindesvertreterin), am 23. März 2020 (Vater) und – nach gewähr-
ter Fristerstreckung – am 18. Mai 2020 (Mutter) ein (KESB act. 668, 669 und 753). 

F/c. Mit Datum vom 27. März 2020 reichte die Mutter eine Aufsichtsbeschwerde 
gegen die Beiständin ein und beantragte den Wechsel der Beistandsperson und 
der zuständigen Berufsbeistandschaft Imboden (KESB act. I1). Auch dazu wurden 
den Beteiligten Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt, welche am 22. April 
2020 (Beiständin) bzw. am 27. April 2020 (Vater) eingingen (KESB act. I4 und I5).

F/d. Am 22. April 2020 reichte die Beiständin der KESB einen Kurzbericht zur 
persönlichen und gesundheitlichen Situation von C._____ und D._____ ein (KESB 
act. 724). Die KESB forderte daraufhin Zwischenberichte der involvierten Fachstel-
len und Fachpersonen ein und lud die Eltern und die Kindesvertreterin am 20. Mai 
2020 zur Behördensitzung vom 9. Juni 2020 zu den Themen Begleitete Besuchs-
tage, Sozialpädagogische Familienbegleitung, Mandatsträgerwechsel und Impfun-
gen Kinder ein (KESB act. 756). Mit Schreiben vom 25. Mai 2020 beantragte 
Rechtsanwältin Frey eine Verschiebung der Sitzung. Weiter unterbreitete sie zahl-
reiche Zusatzfragen zum Bericht der Y._____ und beantragte, dass vorsorglich 
unbegleitete Besuche am Wohnort der Mutter zu verfügen seien. Zudem be-
schwerte sie sich über das Verhalten der Beiständin (KESB act. 762). Da eine 
Verschiebung der Behördensitzung auf den 7. Juli 2020 an der Ferienabwesenheit 
von Rechtsanwalt Breitenmoser scheiterte, wurden den Parteien am 4. Juni 2020 
Frist für eine schriftliche Stellungnahme zu den aufgelisteten Themen angesetzt 
(KESB act. 778, 781 und 782). Am selben Tag forderte Rechtsanwältin Frey die 
superprovisorische Anordnung von unbegleiteten Besuchen für die Mutter und 
stellte ein erneutes Ausstandsbegehren gegen M._____ (KESB act. 779). Mit 
Schreiben vom 15. Juni 2020 beantragte Rechtsanwältin Frey eine persönliche 
Anhörung der Mutter, an welcher auch die involvierten Fachpersonen einen per-
sönlichen Bericht abgeben sollten (KESB act. 801). Die Kindesvertreterin und der 
Vater reichten ihre Stellungnahmen am 27. Juni 2020 bzw. am 29. Juni 2020 ein 
(KESB act. 833 und 834). Rechtsanwältin Frey bestand mit Schreiben vom 
29. Juni 2020 auf der verlangten persönlichen Anhörung (KESB act. 835). Der 
Verfahrensleiter der KESB setzte ihr daraufhin am 2. Juli 2020 eine Nachfrist bis 
zum 6. Juli 2020 zur Einreichung ihrer Honorarnote an, lehnte eine persönliche 
Anhörung der Fachpersonen unter Verweis auf die eingegangenen Stellungnah-
men ab und stellte den Abschluss des Schriftenwechsels fest. In Bezug auf die 
beantragte vorsorgliche Änderung der Besuchskontakte hielt er fest, dass bis zum 
Entscheid über die Anpassung der Massnahmen die bisherigen begleiteten Be-
suchstage durchgeführt werden könnten (KESB act. 844). Mit Schreiben vom 

19 / 66

6. Juli 2020 protestierte Rechtsanwältin Frey gegen das Vorgehen der KESB und 
wiederholte ihre Forderung nach einer persönlichen Anhörung der Mutter (KESB 
act. 845). 

F/e. Am 10. Juni 2020 hatte die Beiständin der KESB ihren periodischen Re-
chenschaftsbericht für die Zeit vom 1. Mai 2018 bzw. am 30. April 2020 einge-
reicht (KESB act. 789). Darin beantragte sie, die Beistandschaften mit den Unter-
stützungsmassnahmen (Therapiegespräche Eltern, sozialpädagogische Familien-
begleitung, begleitete Besuchstage) unverändert weiterzuführen und die Mass-
nahmen wegen des veränderten Wohnsitzes der Kinder an die neu zuständige 
Berufsbeistandschaft Plessur zu übertragen.

F/f. Mit Entscheid vom 7. Juli 2020, mitgeteilt am 14. Juli 2020, erkannte die 
KESB was folgt:

1. In Anpassung der mit Entscheid vom 17. Dezember 2019 getroffenen Rege-
lung wird betreffend den persönlichen Verkehr verfügt:

a. A._____ wird gestützt auf Art. 273 ZGB für berechtigt erklärt, zweimal 
monatlich à sechs Stunden unbegleitete Besuchskontakte mit C._____ 
und D._____ zu pflegen; 

b. die jeweiligen Übergaben finden nach Vorgabe von X._____, Y._____ 
statt;

c. die Fachstelle Y._____ ist gehalten, der KESB Nordbünden per Ende 
Dezember 2020 einen Verlaufsbericht mit Empfehlungen einzureichen;

d. die Fachstelle Y._____ wird aufgefordert, die Beiständin und bei Be-
darf die KESB unverzüglich überallfällige kindswohlgefährdenden Ent-
wicklungen zu informieren.

2. Die KESB verfügt:

1. B._____ wird weiterhin angewiesen (Art. 307 Abs. 3 ZGB):
a. im Sinne der Erwägungen aktiv an einer sozialpädagogischen Fami-

lienbegleitung durch die Fachstelle W._____ mitzuwirken;
b. nach Vorgabe der behandelnden Therapeutin an einer ambulanten 

Psychotherapie teilzunehmen;
c. die Fachstelle W._____ ist gehalten, der KESB Nordbünden per 

Ende Dezember 2020 einen Verlaufsbericht mit Empfehlungen ein-
zureichen;

d. die Fachstelle W._____ und die behandelnde Therapeutin werden 
aufgefordert, die Beiständin und bei Bedarf die KESB unverzüglich 
über allfällige Kooperationsschwierigkeiten mit dem Vater oder 
kindswohlgefährdenden Entwicklungen zu informieren;

2. A._____ wird weiterhin angewiesen (Art. 307 Abs. 3 ZGB):
a. sich regelmässig ambulant psychiatrisch behandeln zu lassen und 

gegebenenfalls die ärztlich verschriebenen Medikamente einzu-
nehmen (Art. 307 Abs. 3 ZGB);

b. A._____ wird beauftragt, der KESB innert 30 Tagen den Namen des 
Psychotherapeuten/der Psychotherapeutin mitzuteilen;

c. der behandelnde Therapeut/die behandelnde Therapeutin wird auf-
gefordert, die Beiständin und bei Bedarf die KESB unverzüglich 

20 / 66

über allfällige Kooperationsschwierigkeiten mit der Mutter oder 
kindswohlgefährdenden Entwicklungen zu informieren.

3. Bezüglich einer Nachimpfung werden keine Kindesschutzmassnahmen an-
geordnet.

4. Der Rechenschaftsbericht vom 10. Juni 2020 für die Zeit vom 1. Mai 2018 
bis 30. April 2020 wird im Sinne der Erwägungen genehmigt und die geleis-
tete Arbeit verdankt.

5. E._____ wird die Weisung erteilt, mit den Eltern und der neuen Beistands-
person eine geordnete Übergabe inkl. eines Übergabegesprächs durchzu-
führen.

6. Die KESB verfügt:
a. E._____ (Berufsbeistandschaft Imboden) wird unter Verdankung ihrer 

Arbeit per 31. Juli 2020 aus ihrem Amt als Beiständin von C._____ und 
D._____ entlassen.

b. Z._____ (Berufsbeistandschaft Plessur) wird per 1. August 2020 zur 
Beiständin von C._____ und D._____ ernannt.

7. [Aufgaben und Kompetenzen der Beiständin]

8. Z._____ wird aufgefordert, unverzüglich nach Erhalt der Ernennungsurkun-
de sich die zur Erfüllung der Aufgaben nötigen Kenntnisse zu verschaffen 
und mit den Eltern sowie D._____ und C._____ persönlich Kontakt aufzu-
nehmen.

9. [Anweisungen an neue Beiständin]

10. E._____ wird aufgefordert, der KESB spätestens innert zwei Monaten nach 
Übertragung der Beistandschaft den Schlussbericht über die Mandats-
führung vom 1. Mai 2020 bis und mit 31. Juli 2020 einzureichen.

11. E._____ wird angewiesen, der KESB unverzüglich nach Vollstreckbarkeit 
dieses Entscheids das Original der Ernennungsurkunde vom 14. April 2016 
(C._____) sowie vom 20. November 2018 (D._____) und innert drei Mona-
ten sämtliche Akten geordnet zur Archivierung zu übergeben.

12. [Festsetzung der Entschädigung der Kindesvertreterin]

13. [Festsetzung der Entschädigung von Rechtsanwalt Breitenmoser]

14. Betreffend Verfahrenskosten wird verfügt:

a. Die Kosten im Verfahren Anpassung der Massnahmen werden auf Fr. 
8''566.85 (Verfahren Anpassung Fr. 5'000.--, inkl. Drittkosten Fr. 850.-- 
für Berichte sowie Fr. Fr. 2'716.85 der Kindesvertretung) festgesetzt.

b. Auf die Erhebung der Verfahrenskosten wird aufgrund der wirtschaftli-
chen Verhältnisse verzichtet.

15. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Mitteilung schriftlich und 
begründet Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden, Poststrasse 
14, 7001 Chur, erhoben werden (Art. 450 ff. ZGB, Art 60 Abs. 1 EGzZGB). 
Die Bestimmungen über den Fristenlauf finden keine Anwendung (Art. 60 
Abs. 3 EGzZGB). Die Beschwerde hat aufschiebende Wirkung (Art. 450c 
ZGB).

16. [Mitteilung]

21 / 66

G/a. Gegen diesen Entscheid erhoben beide Parteien Beschwerde beim Kan-
tonsgericht von Graubünden. Der Vater stellte mit Eingabe vom 17. August 2020 
folgende Rechtsbegehren (ZK1 20 113, act. A.1):

1. Es seien die Ziffern 1 lit. a und b sowie 3 des Dispositivs des angefochte-
nen Entscheids aufzuheben.

2. Es seien die (Nach-)Impfungen von C._____ und D._____ gemäss dem 
Schweizerischen Impfplan 2020 des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) 
anzuordnen.

3. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-
weisen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, diese zuzüglich 7.7 % Mehrwert-
steuer, zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

G/b. Die Beschwerde der Mutter datiert vom 21. August 2020 und enthält fol-
gende Rechtsbegehren (ZK1 20 116, act A.1):

1. Es sei der Beschwerde in Bezug auf Ziff. 1 der Verfügung vom 7. Juli 2020, 
mitgeteilt am 14. Juli 2020, die aufschiebende Wirkung zu entziehen;

2.1. Es sei der Entscheid der Kollegialbehörde vom 7. Juli 2020 ersatzlos auf-
zuheben;

2.2. Es sei(en) das Verfahren zur Durchführung eines ordnungsgemäss(en) 
erstinstanzlichen Verfahrens unter Gewährung der vollen Parteirechte auch 
zugunsten der Beschwerdeführerin an die Vorinstanz zurückzuweisen, da-
mit diese im Ausstand der bisher beteiligten Personen den Sachverhalt von 
Amtes wegen vollumfänglich feststellt und in der Folge neu entscheide;

3. Es sei eine mündlich(e) (öffentliche) Beschwerdeverhandlung durchzu-
führen;

4. [unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung]

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MwSt. zulasten der Vor-
instanz.

G/c. Zur Behandlung der von den Parteien in beiden Verfahren gestellten Anträ-
ge um unentgeltliche Prozessführung wurden wiederum je separate Verfahren 
eröffnet (ZK1 20 114 [Vater] und ZK1 20 117 [Mutter]).

G/d. Die Beschwerdeantworten der KESB erfolgten am 17. September 2020 
(ZK1 20 113, act. A.2) und am 23. September 2020 (ZK1 20 116, act. A.2), jeweils 
mit den Antrag auf Abweisung der Beschwerde, sofern darauf einzutreten sei. Mit 
Beschwerdeantworten vom 24. September 2020 (ZK1 20 116, act. A.3) bzw. vom 
28. September 2020 (ZK1 20 113, act. A.3) beantragten die Parteien jeweils eben-
falls die Abweisung der gegnerischen Beschwerde; die Mutter beantragte überdies 
die Vereinigung der beiden Verfahren. Die Kindesvertreterin liess sich zur Be-
schwerde des Vaters nicht vernehmen. In Bezug auf die Beschwerde der Mutter 
beantragte sie mit Eingabe vom 28. September 2020 deren Abweisung (ZK1 20 

22 / 66

116, act. A.4). Das Gericht leitete die Eingaben in beiden Verfahren am 5. Oktober 
2020 weiter und hielt fest, dass ein weiterer Schriftenwechsel nicht vorgesehen sei 
(ZK1 20 113, act. D.4; ZK1 20 116, act. D.2). Dennoch replizierte die Mutter am 
29. Oktober 2020 innert erstreckter Frist (ZK1 20 116, act. A.5). Die KESB und die 
Kinderanwältin antworteten je am 16. November 2020 (ZK1 20 116, act. A.6 und 
A.7), der Vater am 30. November 2020 innert erstreckter Frist (ZK1 20 116, act. 
A.8). 

H/a. Am 27. November 2020 erfolgte eine prozessleitende Verfügung, mit der 
der damalige Vorsitzende die Vereinigung der Verfahren ZK1 20 11, ZK1 20 13, 
ZK1 20 113 und ZK1 20 116 anordnete. Die Begehren der Mutter betreffend auf-
schiebende Wirkung für die Beschwerdeverfahren wurden abgewiesen, ebenso 
das Begehren der Mutter betreffend Durchführung einer mündlichen Verhandlung 
vor Kantonsgericht. Zudem wurde die neue Beiständin aufgefordert, einen Bericht 
über die derzeitige Betreuungssituation der Kinder durch den Vater sowie den Ver-
lauf der Ausübung des persönlichen Verkehrs durch die Mutter einzureichen (act. 
D.30 [ohne anderslautenden Hinweis beziehen sich die Verweise fortan auf die im 
Verfahren ZK1 20 13 erfassten Akten]). 

H/b. Z._____ teilte mit Schreiben vom 3. Dezember 2020 mit, dass die KESB sie 
aufgrund einer Aufsichtsbeschwerde der Mutter gegen ihre Person am 5. August 
2020 angewiesen habe, jegliche Tätigkeiten in besagtem Mandat sofort einzustel-
len; das Mandat werde bis zum Eintritt der Rechtskraft ihrer Einsetzung von 
E._____ weitergeführt (act. A.9). Am 7. Dezember 2020 erging daher eine Auffor-
derung zur Berichterstattung an die bisherige Beiständin (act. D.32), welche dem 
Kantonsgericht ihren Bericht am 9. Dezember 2020 einreichte (act. H.1). 

H/c. Mit Entscheid der KESB vom 14. Januar 2021, mitgeteilt am 18. Januar 
2021, wurde anstelle von E._____ (Berufsbeistandschaft Imboden) neu AA._____ 
(Berufsbeistandschaft Plessur) per 1. Februar 2021 als Beistand für C._____ und 
D._____ eingesetzt (ZK1 20 116, act. E.4). Dieser Entscheid blieb unangefochten.

H/d. Nachdem den Parteien und der Kindesvertretung am 10. Dezember 2020 
zunächst der Bericht der Beiständin und am 16. Dezember 2020 die replizieren-
den Rechtsschriften des Verfahrens ZK1 20 116 zur allfälligen Vernehmlassung 
zugestellt worden waren (act. D.33 und D.35), reichte die Mutter am 10. Februar 
2021 nach erfolgter Fristerstreckung eine Stellungnahme ein (act. A.19). Auf deren 
Begehren wurde die KESB am 15. Februar 2021 zur Einreichung der neu angefal-
lenen Akten (act. 928 – 987) aufgefordert (act. D.44). Die KESB äusserte sich zur 
Eingabe der Mutter am 25. Februar 2021 (act. A.20), die Kindsvertreterin am 

23 / 66

1. März 2021 (act. A.21) und der Vater am 22. März 2021 (act. A.22). Die Parteien 
wurden am 24. März 2021 mit den jeweils anderen Eingaben bedient, worauf die 
Mutter mit Eingabe vom 16. April 2021, wiederum innert erstreckter Frist, noch-
mals replizierte (act. A.23). 

H/e. In der Zwischenzeit, nämlich am 16. März 2021, hatte die KESB den 
Schlussbericht von E._____ vom 8. März 2021 für deren Mandatsführung vom 
1. Mai 2021 bis 31. Januar 2021 genehmigt. Der Beiständin war zudem eine Wei-
sung zur Akteneinsicht der Mutter erteilt worden, welche bei der ansonsten erteil-
ten Entlastung vorbehalten blieb. Gegen diesen Entscheid der KESB erhob die 
Mutter am 28. April 2021 abermals Beschwerde, die Gegenstand eines separaten 
Verfahrens bildet (ZK1 21 55).

H/f. Gestützt auf die mittlerweile erhaltenen Akten der Beiständin reichte die 
Mutter am 30. April 2021 eine Noveneingabe ein (act. A.24). Der Vater verzichtete 
mit Eingabe vom 17. Mai 2021 explizit auf eine weitere Stellungnahme zu den be-
strittenen Ausführungen der Mutter (act. A.25). Seitens der Kindesvertreterin und 
der KESB gingen keine Bemerkungen mehr ein.

H/g.  Nachdem sich die Mutter mit Schreiben vom 5. August 2021 über die Ver-
fahrensdauer beschwert hatte (act. D.58), wurde ihr mit Schreiben der Vorsitzen-
den vom 13. August 2021 u.a. mitgeteilt, dass die Vorbereitungen für die Urteils-
beratung im Sinne von Art. 23 ff. KGV im Gange seien (act. D.59). Trotzdem reich-
te die Mutter mit Eingabe vom 9. November 2021 nochmals neue Beweismittel ein 
und forderte, dass die sich daraus ergebenden neuen Erkenntnisse im Rahmen 
der in den vorliegenden Verfahren geltenden Offizialmaxime bei der Entscheidfin-
dung zu berücksichtigen seien (act. A.26). Mit dem Hinweis, dass der Akten-
schluss bereits eingetreten sei und die Eingabe beim Entscheid über die Be-
schwerden daher unberücksichtigt bleiben müsse, wurde letztere am 11. Novem-
ber 2021 zuständigkeitshalber an die KESB weitergeleitet (act. D.65). Dagegen 
protestierte die Mutter mit Schreiben vom 12. November 2021 (act. D.67), worauf 
ihr am 3. Dezember 2021 – unter Beilage einer Aktennotiz über den zwischenzeit-
lich erfolgten Austausch betreffend Zuständigkeit zur Behandlung neuer Anträge 
und Gefährdungsmeldungen (act. D.68) – mitgeteilt wurde, dass der abschlies-
sende Entscheid über die Zulassung der Noven der I. Zivilkammer überlassen 
bleibe (act. D.72). 

H/h. Am 20. Dezember 2021 ging beim Kantonsgericht eine Orientierungskopie 
des Entscheides der KESB vom 7. Dezember 2021 (mitgeteilt am 14. Dezember 
2021) ein (ZK1 20 113, act. D.69). Darin hat die KESB in Abänderung des Ent-

24 / 66

scheides vom 17. Dezember 2019 eine stufenweise Ausdehnung des persönli-
chen Verkehrs zwischen den Kindern und der Mutter angeordnet, welche bei posi-
tivem Verlauf zu unbegleiteten Besuchen zweimal monatlich, jeweils von Samstag, 
9.00 Uhr, bis Sonntag, 17.00 Uhr, inklusive Übernachtungen, führen soll. Gegen 
diesen Entscheid hat der Vater zwischenzeitlich Beschwerde erhoben, welcher mit 
Verfügung vom 19. Januar 2022 hinsichtlich der Phase mit Übernachtungen auf-
schiebende Wirkung zuerkannt wurde; im Übrigen wurde der von der KESB ange-
ordnete Entzug der aufschiebenden Wirkung bestätigt (ZK1 21 199, act. F.1). Be-
reits mit Eingabe vom 5. Januar 2022 hatte die Mutter beantragt, die neuesten 
Ereignisse und Akten aus dem Verfahren ZK1 21 199 auch in den vorliegenden 
Beschwerdeverfahren zu berücksichtigen (act. A.27). 

Erwägungen

I. Prozessuales

1.1. Alle angefochtenen Entscheide sind Entscheide der KESB, gegen welche 
Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden als einzige Beschwerdeinstanz 
erhoben werden kann (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 450 Abs. 1 ZGB und Art. 60 
Abs. 1 Einführungsgesetz zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch [EGzZGB; BR 
210.100]). Innerhalb des Kantonsgerichts ist die I. Zivilkammer zuständig 
(vgl. Art. 6 der Verordnung über die Organisation des Kantonsgerichts [KGV; 
BR 173.000]).

1.2. Zur Beschwerde ist legitimiert, wer unmittelbar am Verfahren der KESB be-
teiligt war und im konkreten Fall ein aktuelles, (zumindest) tatsächliches Interesse 
an der Änderung oder Aufhebung des daraus resultierenden Entscheids hat. Dies 
sind nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB die am Verfahren beteiligten Personen und 
damit in erster Linie die von der behördlichen Massnahme direkt betroffenen Per-
sonen (Lorenz Droese/Daniel Steck, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kom-
mentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1-456 ZGB, 6. Aufl., Basel 2018, N 29 zu Art. 450 
ZGB). Dazu zählen im Kindesschutzverfahren neben dem Kind selbst in aller Re-
gel auch die Eltern (Droese/Steck, a.a.O., N 29 zu Art. 450 ZGB mit Hinweis auf 
BGer 5A_979/2013 v. 28.3.2014 E. 6). Die Eltern können zudem als nahestehen-
de Personen der (direkt betroffenen) Kinder im Sinne von Art. 450 Abs. 2 Ziff. 2 
ZGB zur Beschwerde legitimiert sein. Die Legitimation der Eltern zur Beschwerde 
an das Kantonsgericht ist demnach grundsätzlich gegeben. Im Einzelnen ist aber 
auf die Beschwerdeberechtigung noch zurückzukommen. 

25 / 66

1.3. Mit der Beschwerde können gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB Rechtsverlet-
zungen (Ziff. 1), unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhalts (Ziff. 2) und Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Es handelt 
sich folglich um ein vollkommenes Rechtsmittel, das die Überprüfung des erstin-
stanzlichen Entscheides in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend er-
möglicht (Droese/Steck, a.a.O., N 4 zu Art. 450a ZGB, m.H.a. BGE 139 III 357 E. 
4.3). Erweisen sich die Rügen als begründet, fällt die Beschwerdeinstanz in aller 
Regel einen reformatorischen Entscheid. Eine Rückweisung an die KESB ist zwar 
nicht ausgeschlossen, soll aber die Ausnahme bleiben (Droese/Steck, a.a.O., N 
12 zu Art. 450 ZGB). Dank der vollen Kognition der Beschwerdeinstanz, welche 
nach den einschlägigen Verfahrensregeln (vgl. dazu sogleich) auch selber Bewei-
se abnehmen kann, können allfällige Mängel des vorinstanzlichen Verfahrens in 
zweiter Instanz grundsätzlich geheilt werden, so dass sich eine Rückweisung re-
gelmässig erübrigt (vgl. für die Berufung BGer 5A_983/2020 v. 25.11.2020 E. 2).

1.4.1. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich unter 
Vorbehalt der einschlägigen Bestimmungen des ZGB nach kantonalem Recht. 
Gemäss Art. 60 Abs. 3 EGzZGB (in der seit dem 1. Januar 2022 in Kraft stehen-
den und nach Art. 160 Abs. 1 EGzZGB auch auf hängige Verfahren anwendbaren 
Fassung) ist das Kantonsgericht an die Parteianträge nicht gebunden und er-
forscht den Sachverhalt von Amtes wegen (sog. Offizial- und Untersuchungsma-
xime); neue Tatsachen und Beweismittel sind zugelassen. Im Übrigen gelten die 
Regelungen für die zivilprozessuale Berufung sinngemäss, soweit das übergeord-
nete Recht nichts anderes vorsieht (Art. 60 Abs. 5 EGzZGB; vgl. zur bisherigen 
Rechtslage auch KGer GR ZK1 15 11/19 v. 10.12.2015 E. 3a). Demnach kann die 
Rechtsmittelinstanz aufgrund der Akten und ohne Durchführung einer mündlichen 
Hauptverhandlung entscheiden (Art. 316 Abs. 1 ZPO); sie kann einen zweiten 
Schriftenwechsel anordnen und Beweise abnehmen (Art. 316 Abs. 2 und 3). Die 
ZPO sowie die entsprechenden Ausführungsbestimmungen finden überdies von 
Bundesrechts wegen sinngemässe Anwendung, sofern weder das ZGB noch das 
EGzZGB etwas geregelt haben (Art. 450f ZGB). Dies gilt nicht nur im Beschwer-
deverfahren, sondern auch im Verfahren vor erster Instanz (vgl. Art. 56 Abs. 1 
EGzZGB sowohl in der bisherigen als auch in der aktuellen Fassung, wobei letzte-
re nebst den allgemeinen Bestimmungen nunmehr spezifisch die Regelungen be-
treffend das summarische Verfahren für anwendbar erklärt).

1.4.2. Dass das gerichtliche Beschwerdeverfahren der Offizial- und Untersu-
chungsmaxime unterliegt, gilt nicht erst seit der Teilrevision des EGzZGB, sondern 
ergibt sich bereits aus dem Bundesrecht. So schreibt Art. 446 ZGB die Geltung 

26 / 66

der genannten Verfahrensgrundsätze wie auch des Prinzips der Rechtsanwen-
dung von Amtes wegen für das erstinstanzliche Verfahren explizit vor. Nach dem 
Grundsatz der Einheit des Prozesses erstreckt sich der Anwendungsbereich die-
ser Bestimmung – wenn auch teilweise in abgeschwächter Form – auch auf das 
Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (vgl. Luca Maranta/Christoph 
Auer/Michèle Marti, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilge-
setzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 1 f. zu Art. 446 ZGB m.w.H.; Droese/Steck, 
a.a.O., N 13 zu Art. 450 ZGB). 

1.5.1.  Die Geltung der unbeschränkten Untersuchungsmaxime hat zur Folge, 
dass Noven im gerichtlichen Beschwerdeverfahren voraussetzungslos zuzulassen 
sind (vgl. dazu Droese/Steck, a.a.O., N 7 zu Art. 450a ZGB m.w.H.). Dies sah das 
kantonale Recht schon bisher ausdrücklich vor (vgl. aArt. 63 Abs. 3 EGzZGB) und 
hat das Bundesgericht in Bezug auf die subsidiär anwendbare Regelung für die 
Berufung (Art. 317 ZPO) in Verfahren mit uneingeschränkter Untersuchungsma-
xime mittlerweile klargestellt (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). Ebenfalls geklärt hat das 
Bundesgericht die Frage, bis zu welchem Zeitpunkt allfällige Noven im Berufungs-
verfahren spätestens vorgebracht werden können. Demzufolge ist es den Parteien 
verwehrt, sowohl echte wie unechte Noven vorzubringen, wenn der Berufungspro-
zess aufgrund der Spruchreife in die Phase der Urteilsberatung übergegangen ist. 
In dieser Phase soll es nicht mehr möglich sein, mit weiteren Noveneingaben eine 
Wiederaufnahme des Beweisverfahrens und damit den Unterbruch der Urteilsbe-
ratung zu erzwingen (BGE 142 III 413 E. 2.2). Dieser sog. Aktenschluss gilt nach 
der Praxis der erkennenden Kammer auch bei Verfahren, welche der unbe-
schränkten Untersuchungsmaxime unterstehen, muss doch auch in derartigen 
Fällen der Prozessstoff – d.h. der für die materielle Beurteilung relevante Sach-
verhalt – in der Phase der Urteilsberatung abschliessend fixiert sein (KGer GR 
ZK1 20 140 v.2.3.2021 E. 1.5; ZK1 18 144 v. 5.5.2020 E. 3.2). Dabei meint der 
Begriff der "Urteilsberatung" nicht den effektiven "Beratungsakt" des Gerichts 
(mündliche Beratung oder Zirkulation eines Entscheidantrags), sondern er ent-
spricht dem Verfahrensstadium, das auf den Schluss des Schriftenwechsels oder 
– im Berufungsverfahren – der Berufungsverhandlung folgt. Entsprechend knüpft 
auch das Bundesgericht in seinem soeben zitierten Leitentscheid an die "Spruch-
reife der Sache" an (BGE 142 III 413 E. 2.2.5). Eine andere Definition des Beginns 
der Beratungsphase würde Sinn und Zweck des Aktenschlusses widersprechen. 

1.5.2. Die von den Parteien neu vorgebrachten Tatsachen und Beweismittel sind 
nach dem Gesagten grundsätzlich zuzulassen und, sofern von Relevanz, zu be-
achten. Nichts Anderes gilt für neue Tatsachen, welche aus den – auch auf Antrag 

27 / 66

der Beschwerdeführerin – laufend aktualisierten Akten der KESB hervorgehen. 
Ebenfalls von Amtes wegen zu berücksichtigen sind sämtliche Entscheide, welche 
die KESB im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens gefällt und der Beschwerdein-
stanz zur Kenntnis gebracht hat. Soweit diese neuen Tatsachen nicht die Sache 
selber, sondern die Prozessvoraussetzungen betreffen (wie etwa Tatsachen, die 
einen Einfluss auf die Beschwerdelegitimation haben oder zur Gegenstandslosig-
keit des Rechtsmittels führen), können diese sogar noch beachtlich sein, wenn sie 
erst nach dem Beginn der Beratungsphase eintreten (vgl. BGer 5A_448/2020 v. 
18.2.2021 E. 2.4.4 f.; 5A_801/2017 v. 14.5.2018 E. 3.3.1). Nicht mehr zu berück-
sichtigen ist hingegen die Eingabe der Mutter vom 9. November 2021 (act. A.26). 
Zwar ist im vorliegenden Verfahren mit der Zustellung der letzten Rechtsschrift 
des Vaters (Eingabe vom 17. Mai 2021) keine förmliche Mitteilung ergangen, wo-
nach das Gericht die Sache für spruchreif halte und nunmehr zur Urteilsberatung 
übergehe (act. D.57). Die Mutter (und mittels Kopie auch die anderen Verfahrens-
beteiligten) wurde indessen mit Schreiben vom 13. August 2021 darauf hingewie-
sen, dass die zur Phase der Urteilsberatung gehörenden Arbeiten bereits im Gang 
seien (act. D.59). Damit war der Aktenschluss bei Eingang ihrer Noveneingabe 
bereits eingetreten, was zu deren Unbeachtlichkeit im vorliegenden Verfahren 
führt. Ob nach dem Aktenschluss eingetretene neue Tatsachen Anlass zu einer 
Änderung der angefochtenen Entscheide geben (Art. 313 ZGB), ist durch die erst-
instanzlich zuständige KESB zu beurteilen.

1.6.1. Gemäss Art. 450 Abs. 3 ZGB ist die Beschwerde beim Gericht schriftlich 
und begründet einzureichen. Das Gesetz statuiert damit für die Beschwerde – 
gleich wie für die Berufung (Art. 311 ZPO) – eine Begründungspflicht. Dadurch 
wird die nach Art. 446 ZGB geltende Untersuchungs- und Offizialmaxime insoweit 
eingeschränkt, als dass eine Überprüfung des erstinstanzlichen Entscheids eine 
förmliche Beschwerde voraussetzt und die Beschwerdeinstanz sich primär auf die  
geltend gemachten Rügen und Anträge konzentrieren darf (vgl.  Hermann Schmid, 
Kommentar Erwachsenenschutz, Zürich/St. Gallen 2010, N 1 zu Art. 450a ZGB; 
Droese/Steck, a.a.O., N 5 zu Art. 450a ZGB m.w.H.). Nach dem Willen des Ge-
setzgebers sollen – namentlich bei Laienbeschwerden – keine hohen Anforderun-
gen an die Begründung und die Form gestellt werden (vgl. Botschaft zur Änderung 
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und 
Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, S. 7085; BGer 5A_922/2015 
v. 4.2.2016 E. 5.1). Dennoch darf – jedenfalls von einer anwaltlich vertretenen 
Partei – erwartet werden, dass sie sich sachbezogen mit den Entscheidgründen 
der ersten Instanz auseinandersetzt und darlegt, inwiefern ein Beschwerdegrund 
im Sinne von Art. 450a ZGB gegeben sein soll. Mit der Begründung ist zudem ein 

28 / 66

Antrag darüber zu verbinden, wie das Gericht nach Auffassung der Beschwerde 
führenden Partei entscheiden soll. Das gilt selbst dann, wenn die Rechtsmittel-
instanz den Sachverhalt selber zu erforschen und ohne Bindung an Anträge zu 
entscheiden hat (vgl. für die Berufung BGE 137 III 617 E. 4 f.; BGer 5A_232/2020 
v. 7.12.2020 E. 3.3.2). Bei einem vollkommenen Rechtsmittel genügt es in aller 
Regel nicht, lediglich die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und dessen 
Rückweisung an die Vorinstanz zu verlangen. Ist eine Heilung allfälliger Verfah-
rensfehler vor zweiter Instanz möglich, muss vielmehr ein (reformatorischer) An-
trag in der Sache gestellt werden. Vorbehalten bleibt der Fall, in welchem die 
Rechtsmittelinstanz nicht reformatorisch entscheiden könnte, wenn sie die 
Rechtsauffassung des Rechtsmittelklägers teilen würde. Die Zulässigkeit des 
Rechtsbegehrens ist mithin nicht an diesem selber zu messen, sondern an den 
vorgetragenen Beanstandungen (vgl. wiederum für die Berufung BGer 5A_9/2020 
v. 6.5.2020 E. 2; 5A_929/2015 v. 17.6.2016 E. 3.1). Genügt eine Beschwerde den 
dargelegten Begründungsanforderungen nicht, ist darauf nicht einzutreten (KGer 
GR ZK1 21 19 v. 12.3.2021 E. 2 m.w.H.). 

1.6.2. Die Begründung der Beschwerde hat innert der gesetzlichen Beschwerde-
frist (Art. 450b Abs. 1 ZGB) zu erfolgen und kann nachträglich – abgesehen von 
behebbaren formalen Mängeln im Sinne von Art. 132 Abs. 1 ZPO – nicht mehr 
verbessert oder ergänzt werden. Auch in dieser Hinsicht müssen für die Be-
schwerde nach Art. 450 ff. ZGB dieselben Grundsätze gelten wie für die Rechts-
mittel der ZPO, deren Bestimmungen mangels anderslautender kantonaler Vor-
schriften sinngemäss anwendbar sind (vgl. vorstehend E. 1.4.1). Eine Nachrei-
chung der Begründung nach Ablauf der Beschwerdefrist ist folglich unzulässig. 
Auch im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels oder bei Ausübung des sog. 
Replikrechts ist es nicht mehr gestattet, die mit der Beschwerdeschrift vorgetrage-
ne Begründung inhaltlich nachzubessern oder zu erweitern. Ein (sich im Rahmen 
des Streitgegenstandes bewegendes) neues juristisches Argument kann gegebe-
nenfalls vorgetragen werden, wenn der Prozessgegner zulässigerweise neue Tat-
sachen oder Beweismittel in das Rechtsmittelverfahren eingebracht hat (vgl. BGer 
5A_7/2021 v. 2.9.2021 E. 2.2 m.w.H.). In diesem Sinne hat sich die erkennende 
Kammer nachfolgend in erster Linie mit den Argumenten, welche die Parteien in 
den fristgerecht eingereichten Beschwerdeschriften vorgebracht hat, zu befassen. 
Auf die späteren Eingaben ist nur einzugehen, soweit sie rechtserhebliche Noven 
beinhalten oder bisher nicht gerügte Mängel betreffen, die auch von Amtes wegen 
zu berücksichtigen wären. Anderweitige Rügen, die erstmals in den replizierenden 
Eingaben geltend gemacht werden und keinen erkennbaren Zusammenhang mit 

29 / 66

neuen Tatsachen und/oder Beweismitteln haben, müssen hingegen unbeachtet 
bleiben.

2.1. Die Mutter beantragt mit ihrer Eingabe vom 27. Januar 2020 die Bestellung 
einer neuen Kindesvertretung (Ziff. 4 des Rechtsbegehrens; act. A.2). Dieser An-
trag kann sich nur auf das Beschwerdeverfahren beziehen, ansonsten er bei der 
KESB zu stellen gewesen wäre, die als erste Instanz darüber zu entscheiden hät-
te, wer die Kinder im bei ihr weiterhin hängigen Verfahren betreffend Anpassung 
der Massnahmen vertritt. Begründet wird der (als Ausstandsgesuch bezeichnete) 
Antrag einzig damit, dass die Kinderanwältin in diversen Anhörungen die Möglich-
keit einer Entführung der Kinder durch die Mutter erwähnt habe, obwohl die Mutter 
Schweizerin sei und es ihrerseits keinerlei Anhaltspunkte für ein solches Verhalten 
gegeben habe; damit sei die Kinderanwältin als befangen zu erachten und könne 
ihr Mandat nicht mehr neutral ausüben (act. A.2, II.A.13). Die kritisierte Äusserung 
der Kindesvertreterin reicht bei objektiver Betrachtung allerdings nicht aus, um den 
Anschein einer Befangenheit zu begründen, zumal die Kindesvertreterin in ihrer 
Beschwerdeantwort nachvollziehbar darlegen konnte, weshalb sie sich zur The-
matisierung einer Entführungsgefahr veranlasst sah (act. A.8, II.B.4). Die entspre-
chenden Ausführungen der Kindesvertreterin stützen sich auf die vorinstanzlichen 
Akten, welche nicht nur das unkooperative Verhalten der Mutter im Vorfeld der 
superprovisorisch angeordneten Fremdplatzierung, sondern auch ihre wiederholt 
geäusserten Umzugspläne belegen (vgl. zu letzterem KESB act. 93 und 403). Der 
Antrag auf Bestellung einer neuen Kindesvertretung wird daher abgewiesen. Dar-
an vermögen auch die erst im späteren Verlauf des Beschwerdeverfahrens erho-
benen Vorwürfe der Mutter – die Kinderanwältin habe nur zur Beschwerde der 
Mutter, nicht aber zu jener des Vaters eine Beschwerdeantwort verfasst, was ihre 
Unparteilichkeit erneut in Frage stelle (act A.5 [ZK1 20 116], 3.1); die Kinderanwäl-
tin nehme ihre Aufgabe nicht wahr, habe sich gegen die ihren Empfehlungen wi-
dersprechenden Entscheide der KESB nicht zur Wehr gesetzt, könne sich man-
gels eigener Beobachtungen nicht zum Umgang von Mutter und Kindern äussern 
und habe keinerlei Handlungen zum Wohle der Kinder, wie etwa eine Unterstüt-
zung der Besuche bei der Mutter zuhause, unternommen (act. A.19, 3.1 und 3.3; 
act. A.23, 3.2) – nichts zu ändern. Auch zu diesen Vorwürfen hat die Kindesvertre-
terin Stellung genommen und die ihr zukommenden Aufgaben als Verfahrensbei-
ständin der (noch nicht urteilsfähigen) Kinder – im Einklang mit der bundesgericht-
lichen Rechtsprechung (BGE 142 III 153 E. 5.2; BGer 5A_400/2015 v. 25.2.2016 
E. 2.3) – klargestellt (act. A.7 [ZK1 20 116]; act. A.21). Allein der Umstand, dass 
sich das Rollenverständnis der Kindesvertreterin nicht mit demjenigen der Mutter 
deckt, gibt noch keinen Anlass zu deren Auswechslung. Inwiefern der Mutter dies-

30 / 66

bezüglich überhaupt ein Antragsrecht zukommt, kann somit offenbleiben (vgl. da-
zu BGer 5A_894/2015 v. 16.3.2016 E. 4.1). Es bleibt folglich dabei, dass die Kin-
der im Beschwerdeverfahren wirksam von Rechtsanwältin Heller vertreten wer-
den. 

2.2. Die Mutter beantragt weiter sowohl in ihrer Eingabe vom 27. Januar 2020 
als auch in der Beschwerde vom 21. August 2020 eine mündliche Verhandlung, 
ohne diesen Antrag näher zu begründen. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 
27. November 2020 wurde der Antrag abgewiesen. Da die Mutter in ihren späte-
ren Eingaben den Antrag nicht mehr erwähnte und weiterhin eine Begründung 
dafür schuldig blieb, kann von einem Verzicht auf eine mündliche Verhandlung 
ausgegangen werden und es kann aufgrund der Akten entschieden werden.

2.3. Die weiteren prozessualen Anträge betreffend Beweisabnahmen werden im 
Sachzusammenhang behandelt.

II. Beschwerde gegen den Entscheid vom 26. November 2019 / Entzug 
des Aufenthaltsbestimmungsrecht gegenüber der Mutter

3.1. Der Vater stellt sich in seiner Beschwerdeantwort vom 19. Februar 2020 auf 
den Standpunkt, dass es der Mutter hinsichtlich des Entscheides vom 26. Novem-
ber 2019 an einem aktuellen Rechtsschutzinteresse fehle, nachdem am 17. De-
zember 2019 wegen veränderter Verhältnisse im Sinne von Art. 313 Abs. 1 ZGB 
ein weiterer Entscheid ergangen sei, aufgrund dessen der Mutter selbst bei Gut-
heissung der gegenständlichen Beschwerde das Aufenthaltsbestimmungsrecht 
entzogen bleibe; auf ihre Beschwerde sei daher nicht einzutreten (act. A.5, II.A.3). 
Ähnlich argumentiert auch die Kindesvertreterin in ihrer Beschwerdeantwort vom 
21. März 2020 (act. A.8, II.A.3). Hierzu gilt es zunächst klarzustellen, dass der 
zweite Entscheid den früheren zwar insofern ersetzt, als der Entzug des Aufent-
haltsbestimmungsrechts des Vaters und damit auch die Fremdplatzierung der 
Kinder aufgehoben wurden. Der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts der 
Mutter wurde hingegen bestätigt, was bedeutet, dass der erste Entscheid in die-
sem Umfang bestehen blieb. Wie aus dessen Begründung hervorgeht, war der 
Grundsatzentscheid, die Kinder bei Erfüllen gewisser Voraussetzungen in die Ob-
hut des Vaters zu geben, bereits damals gefällt worden. Im nachfolgenden Ent-
scheid wurden dann lediglich noch die hiergegen erhobenen Einwände der Mutter 
überprüft und ob der Vater die von der KESB gemachten Vorgaben tatsächlich 
erfüllte. Eine erneute Prüfung der Voraussetzungen für den Entzug des Aufent-
haltsbestimmungsrechts der Mutter (Art. 310 ZGB) hat nicht mehr stattgefunden. 
Diesbezüglich wurde vielmehr ausdrücklich auf den vorangegangenen Entscheid 

31 / 66

verwiesen. Bei besagtem Entscheid stützte sich die KESB zudem explizit auf Art. 
313 Abs. 1 ZGB, was zeigt, dass sie sich einzig mit der Frage, ob sich die Verhält-
nisse seit dem ersten Entscheid geändert hatten, befasste. In Bezug auf den Ent-
zug des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Mutter eröffnete der Entscheid vom 
17. Dezember 2019 daher keine neue Rechtsmittelfrist respektive – genauer – 
höchstens insoweit, als die Voraussetzungen für eine Rückgabe der Kinder an sie 
(also für eine Aufhebung des Entzuges) verneint wurden. Unter diesem Aspekt hat 
die Mutter zu Recht auch den ersten Entscheid angefochten, an dessen Überprü-
fung bzw. Aufhebung sie nach wie vor ein Interesse hat.

3.2. Der Entscheid vom 26. November 2019 wurde am 28. November 2019 im 
Dispositiv eröffnet und am 17. Dezember 2019 begründet mitgeteilt. Seitens der 
Mutter wird nicht in Frage gestellt, dass die Beschwerdefrist von 30 Tagen trotz 
ihrer Weigerung, die Annahme des begründeten Entscheids anlässlich der An-
hörung vom 17. Dezember 2019 zu quittieren (KESB act. 509 und 530), am Folge-
tag zu laufen begann (Art. 138 Abs. 3 lit. b ZPO) und mangels Fristenstillstand 
über die Weihnachtstage (aArt. 60 Abs. 3 EGzZGB) am 16. Januar 2020 endete 
(Art. 142 Abs. 1 ZPO). Diese Frist wurde mit der gleichentags der Post übergebe-
nen Beschwerdeschrift vom 16. Januar 2020 (act. A.1) gewahrt. Letztere ent-
spricht insofern den Formvorschriften, als sie ein (allerdings rein kassatorisches) 
Rechtsbegehren sowie eine (als vorläufig bezeichnete) Begründung enthält. Darin 
begründet die Mutter zwar in erster Linie ihren (prozessualen) Antrag auf Anset-
zung einer Frist zur ausführlichen Begründung. Einzelne Rügen, die nach Auffas-
sung der Beschwerdeführerin zwingend zur Rückweisung der Sache an die Vorin-
stanz führen sollen, werden indessen wenigstens ansatzweise bereits in dieser 
Eingabe formuliert. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 

3.3. Die ausführliche Beschwerdebegründung datiert vom 27. Januar 2020 (act. 
A.2) und erfolgte, ohne dass das Gericht sich zur beantragten Fristansetzung 
geäussert hatte. Soweit die genannte Eingabe den Entscheid vom 26. November 
2019 betrifft, erweist sie sich als verspätet. Darauf wäre grundsätzlich nur einzu-
treten, wenn dem sinngemäss gestellten Begehren um Wiederherstellung der Be-
schwerdefrist (Art. 148 ZPO) entsprochen werden müsste. Zu dessen Begründung 
macht die Rechtsvertreterin der Mutter im Wesentlichen geltend, sie habe erst am 
Tage des Fristablaufs – nach einer ersten Durchsicht der gleichentags zugestell-
ten umfangreichen Vorakten – feststellen können, dass die ihr zuvor erteilte Aus-
kunft des Verfahrensleiters, es sei keine Rechtsmittelfrist hängig, offenkundig 
falsch gewesen sei (act. A.1, II.4.5 und II.5.1). Tatsächlich mag die Auskunft des 
Verfahrensleiters, welche sich – wie sein Verweis auf die vorzeitige Dispositivmit-

32 / 66

teilung zeigt (vgl. act. B.6) – nur auf den Entscheid vom 17. Dezember 2019 be-
zog, für die Rechtsvertreterin der Mutter missverständlich gewesen sein und sie 
davon abgehalten haben, die Möglichkeit einer Beschwerde gegen den Entscheid 
vom 26. November 2019 schon früher zu prüfen. Die Mutter persönlich musste 
allerdings wissen, dass ihr der begründete Entscheid erst anlässlich der Anhörung 
vom 17. Dezember 2019 übergeben wurde und die damit in Gang gesetzte Be-
schwerdefrist im Zeitpunkt der Mandatierung ihrer neuen Rechtsvertreterin noch 
am Laufen war. Insofern hat sie es selber zu verantworten, wenn sie ihre Rechts-
vertreterin unvollständig instruierte. Auf der anderen Seite hätte die KESB mit ei-
ner rascheren Zustellung der Verfahrensakten, welche die Rechtsvertreterin der 
Mutter notabene bereits mit Schreiben vom 8. Januar 2020 (act. B.8) und tags 
darauf nochmals telefonisch (act. B.8a) anforderte, ihrerseits dazu beitragen kön-
nen, das Missverständnis aufzuklären und die für eine vollständige Begründung 
der Beschwerde erforderliche Akteneinsicht noch rechtzeitig zu gewähren. Ob un-
ter diesen Umständen ein Wiederherstellungsgrund zu bejahen wäre, kann indes 
offenbleiben, da sich auch die ausführliche Beschwerde vom 27. Januar 2020 in 
Bezug auf den Entscheid vom 26. November 2019 als ungenügend begründet er-
weist, wie nachfolgend dargelegt wird.

4. Die Mutter rügt hauptsächlich die Verletzung ihres Rechts auf ein faires 
Verfahren, und dies unter mehreren Aspekten. Sie macht damit Ansprüche formel-
ler Natur geltend, die im Falle der Begründetheit der Rügen zur Aufhebung des 
Entscheids und zur Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz führen wür-
den. Die Rügen sind folglich vorab zu behandeln (vgl. statt vieler BGE 142 I 188 
E. 3; BGer 5A_339/2017 v. 8.8.2017 E. 2.1). 

4.1. Die Mutter führt eine Verletzung des Gebots der Waffengleichheit an, weil 
sie im Zeitpunkt des Entscheids nicht rechtlich vertreten gewesen sei, der Vater 
und die Kinder hingegen schon (act. A.1, II.5.3). Zutreffend ist, dass der Mutter 
von Ende Oktober 2019 bis anfangs Januar 2020 – abgesehen von der kurzzeiti-
gen Mandatierung von Rechtsanwalt R._____ – kein Rechtsbeistand zur Seite 
stand. Das Fehlen einer anwaltlichen Vertretung ist indessen auf das eigene Ver-
halten der Mutter zurückzuführen, hat sie doch selber die Beendigung des Manda-
tes von Rechtsanwalt Q._____ veranlasst. Auch die Mandatsniederlegung von 
Rechtsanwalt R._____ war offenkundig eine Folge davon, dass sich die Mutter 
zeitgleich von einer bekennenden KESB-Gegnerin beraten liess, deren Interventi-
onen sich als wenig sachdienlich erwiesen. Der Verfahrensleiter der KESB hat der 
Mutter denn auch bereits am 13. November 2019 eine professionelle Unterstüt-
zung durch einen Rechtanwalt empfohlen. Insofern erscheint es treuwidrig, wenn 

33 / 66

die Mutter nun nachträglich rügt, sie sei im Zeitpunkt des angefochtenen Ent-
scheids ohne anwaltliche Vertretung gewesen. Hinzu kommt, dass auch der Vater 
erst am 11. November 2019 einen Rechtsanwalt beizog. Von einer Verletzung des 
Gebots der Waffengleichheit kann unter diesen Umständen nicht die Rede sein. 
Gleichwohl ist die KESB darauf hinzuweisen, dass bei unentgeltlicher Rechtsver-
tretung der Entscheid über die Beendigung des Mandats bei der KESB und nicht 
bei der vertretenen Partei liegt (vgl. dazu KGer ZK1 17 117 v. 27.6.2018 E. 5 
m.w.H.). Die KESB hätte es folglich in der Hand gehabt, die Entlassung von 
Rechtsanwalt Q._____ abzulehnen, bzw. wenn objektive Gründe für einen Wech-
sel vorgelegen hätten, die Entlassung vom Beizug einer neuen geeigneten 
Rechtsvertretung abhängig zu machen. Beim Entzug des Aufenthaltsbestim-
mungsrecht handelt es sich um einen schweren Eingriff, der die Frage nach einer 
notwendigen Vertretung aufwirft (vgl. Art. 449a ZGB). Nach dem Vollzug des su-
perprovisorischen Entscheids und der erkennbar werdenden Überforderung der 
Mutter hätte es nahegelegen, ihr für den Beizug eines Rechtsvertreters im Sinne 
von Art. 69 Abs. 1 ZPO eine Frist anzusetzen. Die blosse Empfehlung des Verfah-
rensleiters, die Mutter möge sich einen Rechtsanwalt suchen, reicht in diesem Fall 
nicht aus. Insbesondere im Hinblick darauf, dass der Mutter nur beschränkte Ein-
sicht in das Gutachten gewährt wurde (vgl. dazu sogleich), wäre es angezeigt ge-
wesen, ihr spätestens für die Anhörung vom 26. November 2019 einen neuen 
Rechtsvertreter zu bestellen (vgl. dazu Maranta/Auer/Marti, a.a.O., N 19 zu Art. 
449b ZGB). Die Unterlassung der KESB, für die anwaltliche Vertretung der Mutter 
besorgt zu sein, wiegt aber nicht derart schwer, dass eine Aufhebung des Ent-
scheids deswegen gerechtfertigt wäre. Seit dem 8. Januar 2020 ist die Mutter 
(wieder) anwaltlich vertreten. Mit Hilfe ihrer Rechtsvertreterin konnte sie sämtliche 
Einwände gegen die Entscheide der KESB – ohne dabei einer Novenschranke zu 
unterliegen – in das Beschwerdeverfahren einbringen und die Beschwerdeinstanz 
kann diese mit voller Kognition prüfen. Die Voraussetzungen für eine Heilung des 
Verfahrensfehlers sind damit erfüllt.

4.2. Die Mutter begründet den Aufhebungs- und Rückweisungsantrag damit, 
dass ihr rechtliches Gehör, namentlich das Recht auf Akteneinsicht, durch die 
KESB verletzt worden sei. Die Gehörsverweigerung sei "derart krass, dass eine 
Heilung durch die Beschwerdeinstanz unter keinem Aspekt möglich" sei. Insbe-
sondere habe die Mutter keine Einsicht in das Gutachten erhalten (act. A.1, 
II.5.1 f.). Das Akteneinsichtsrecht ist in Art. 449 Abs. 1 ZGB verankert und bezieht 
sich auf sämtliche verfahrensbezogenen Akten, die geeignet sind, Grundlage des 
Entscheids zu bilden (KGer GR ZK1 15 19 v. 2.11.2015 E. 4.a m.w.H.). Dass die 
Mutter gar keine Akteneinsicht erhalten hat, stimmt nicht. Ihrem Rechtsvertreter, 

34 / 66

Rechtsanwalt R._____, wurden die gesamten Akten zugestellt (KESB act. 318). 
Die KESB wies ihn nach seiner Mandatsniederlegung jedoch explizit darauf hin, 
dass er der Mutter keine Kopie des Gutachtens aushändigen dürfe (KESB 
act. 344). Dies hatte die Gutachterin im Gutachten festgehalten (KESB act. 211 
S. 57) und wurde von der KESB auch mit Blick auf die angedrohte Veröffentli-
chung von Informationen als erforderlich erachtet (vgl. dazu act. A.3, II.1). Der 
Mutter selbst hat die KESB mehrmals die Akten zur Einsicht in den Räumlichkei-
ten der KESB zur Verfügung gestellt (zum Beispiel am 14. Oktober 2019, s. KESB 
act. 235), auch hat man ihr Aktenkopien ausgehändigt (z.B. KESB act. 379). Den 
sie betreffenden Teil des Gutachtens hat die KESB der Mutter mündlich eröffnet 
(KESB act. 296). Es trifft hingegen zu, dass die Mutter zunächst keine Einsicht in 
den Teil des Gutachtens erhalten hat, der den Vater betrifft; die entsprechenden 
Passagen blieben auch in der Kopie des Gutachtens, welche ihr die KESB am 13. 
Dezember 2019 zugestellt hat (KESB act. 497), abgedeckt (vgl. dazu act. B.5). 
Das Akteneinsichtsrecht i.S.v. Art. 449b ZGB gilt indes nicht absolut. Das Recht 
kann eingeschränkt werden, wenn private Geheimhaltungsinteressen überwiegen 
(Maranta/Auer/Marti, a.a.O., N 11 zu Art. 449b ZGB). In diesem Sinne ist die Be-
schränkung der Einsicht in das Gutachten, soweit es den Vater betrifft, nicht zu 
beanstanden. Dieser Teil war überdies auch nicht relevant für den Entscheid, der 
Mutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu entziehen. Der Vorwurf der Verlet-
zung des Rechts auf Akteneinsicht ist in diesem Zusammenhang unberechtigt. Im 
Zusammenhang mit der Beschwerde gegen den zweiten Entscheid vom 17. De-
zember 2019 wird darauf noch zurückzukommen sein.

4.3. In ihrer ausführlichen Beschwerde vom 27. Januar 2020 bringt die Mutter 
vor, die Vorinstanz sei voreingenommen (act. A.2, II.C.1). Diesen pauschalen 
Vorwurf substanziiert sie jedoch nicht näher, weshalb darauf nicht einzutreten ist. 
Ebenso macht die Mutter geltend, sie sei vom Verfahren ausgeschlossen worden 
und ihr rechtliches Gehör sei durch die Vorinstanz krass verletzt worden. Soweit 
dieser Vorwurf die ungenügende Akteneinsicht betrifft, kann auf obige Erwägung 
verwiesen werden. Darüber hinaus mangelt es an einer ausreichenden Substanzi-
ierung, weshalb auch auf diese Rüge nicht weiter einzugehen ist.

4.4. In der Eingabe vom 21. August 2020 (act. A.17) bringt die Mutter weitere 
formelle Rügen vor, die den Entscheid vom 26. November 2019 betreffen. Wie 
bereits in der Eingabe vom 27. Januar 2020 (act. A.2, II.A.9.1) beanstandet sie die 
Aktenführung der KESB, insbesondere das Fehlen der elektronischen Akten (z.B. 
der beigeschlossenen Tonaufnahmen zu den KESB act. 180 und 212); das Akten-
verzeichnis sei nicht korrekt, es seien Akten umgestellt worden, die Dossiers seien 

35 / 66

nachträglich neu bezeichnet worden und es gebe keine Erklärung für leere Akten-
plätze (act. A.17, 2.1 ff.). Die Mutter verlangt von der KESB eine Vollständigkeits-
erklärung, ohne jedoch explizit eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend zu 
machen und darzulegen, inwiefern die Aktenführung der KESB sich auf die ange-
fochtenen Entscheide ausgewirkt haben soll. Die Rüge erweist sich als unbegrün-
det. Ferner rügt die Mutter erstmals, dass die KESB es versäumt habe, die Straf-
akten zu den Anzeigen der Mutter gegen den Vater wegen häuslicher Gewalt bei-
zuziehen (act. A.17, 3.1 ff.). Die Strafakten würden das beim Vater bestehende 
Aggressionspotential belegen und seien relevant, um zu verstehen, was die Mutter 
und die Kinder haben durchmachen müssen. Gleichzeitig stellt die Mutter beim 
Gericht den Antrag auf Edition der Strafakten und weist darauf hin, dass sich darin 
Sprachnachrichten mit Drohungen (begangen am 6. Juli 2019 und am 7. Oktober 
2019) befänden, die bei den KESB-Akten sein müssten. Wie die Mutter selber an-
gibt, datieren die in Frage stehenden Strafanzeigen vom 13. August 2019, 15. Ok-
tober 2019 und 24. Januar 2020. Sie waren somit bereits bei Einreichung der Be-
schwerde bekannt, so dass der unterlassene Beizug der Strafakten (der sich in 
Zusammenhang mit dem Entscheid vom 26. November 2019 zum vornherein nur 
auf die vorangegangenen Anzeigen beziehen könnte) spätestens in der Eingabe 
vom 27. Januar 2020 hätte gerügt werden können. Auf die verspätet erhobene 
Rüge ist daher nicht mehr einzutreten. Im Übrigen trifft es zu, dass der Gegen-
stand der Strafanzeigen (Drohungen) wie auch das Thema der häuslichen Gewalt 
der KESB bekannt waren. Der Mutter gelingt es indessen nicht darzulegen, inwie-
fern ein Beizug der Strafverfahren für den angefochtenen Entscheid vom 26. No-
vember 2019 hätte relevant sein sollen. Überdies hat sie selbst mit der Eingabe 
vom 21. August 2020 die Einvernahmeprotokolle (act. B.25. B.34 und B.35), eine 
CD mit Tonaufnahmen (act. B.31) und den Kriminalrapport vom 30. Dezember 
2019 (act. B.33) dem Gericht eingereicht (act. B.25, B.31), weshalb eine weitere 
Beweisabnahme in diesem Zusammenhang nicht erforderlich ist.

4.5. Die Mutter rügt ebenfalls erstmals mit der Eingabe vom 21. August 2020, 
dass die KESB vom 20. Februar 2019 bis Dezember 2019 aufgrund der Rechts-
hängigkeit des Gerichtsverfahrens vor Regionalgericht Imboden nicht zuständig 
gewesen sei. Die in diesem Zeitraum erfolgten Anhörungen und Abklärungen sei-
en deshalb unverwertbar und die ergangenen Verfügungen seien nichtig. Die Mut-
ter beantragt die Edition der Gerichtsakten (act. A.17, 1.6 ff.). Auch diese Rüge 
erfolgt verspätet. Rechtsanwältin Frey macht geltend, dass sie vom Gerichtsver-
fahren erst anlässlich der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft am 12. August 
2020 erfahren habe. Allerdings geht die Rechtshängigkeit des Gerichtsverfahrens 
bereits aus den KESB-Akten hervor, die Rechtsanwältin Frey im Zeitpunkt der Be-

36 / 66

schwerdeerhebung vorlagen. Aus diesen Akten geht hervor, dass die Weiter-
führung des KESB-Verfahrens, einschliesslich die Erstellung des Gutachtens, in 
Absprache mit Rechtsanwalt Q._____ erfolgte (vgl. dazu auch die Stellungnahme 
der KESB vom 16. November 2020; act. A.6 [ZK1 20 116], S. 2). Die Berufung auf 
die Unverwertbarkeit der Abklärungen ist deshalb wider Treu und Glauben. Die 
Abschreibungsverfügung des Regionalgerichts Imboden datiert vom 20. Novem-
ber 2019 (act. B.28). Bei den anschliessenden Entscheiden, die mit Beschwerde 
angefochten wurden, war die Zuständigkeit der KESB auf jeden Fall gegeben. 
Ohnehin wären Entscheide der KESB, die in der Zeit der Zuständigkeit eines Ge-
richts getroffen werden, nicht nichtig, sondern allenfalls anfechtbar (dazu BGE 145 
III 436 E. 4).

4.6. Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass die von der Mutter vor-
gebrachten formellen Rügen nicht ausreichen, um eine Aufhebung des Entscheids 
der KESB vom 26. November 2019 und eine Rückweisung des Verfahrens an die 
Vorinstanz zu begründen. 

5. Ein reformatorisches Rechtsbegehren hat die Mutter weder in der fristge-
recht erhobenen Beschwerde vom 16. Januar 2020 noch in der ergänzenden Ein-
gabe vom 27. Januar 2020 gestellt. Selbst unter Einbezug der Begründung lässt 
sich der ersten Eingabe nicht entnehmen, welche Punkte des vorinstanzlichen 
Entscheides im Einzelnen beanstandet werden und wie stattdessen zu entschei-
den wäre. Erst in ihrer ergänzenden Eingabe vom 27. Januar 2020 rügt die Mutter 
die Unverhältnismässigkeit des Vorgehens der KESB. Auch rügt sie erst jetzt, 
dass die KESB es unterlassen habe, den von der Mutter vorgeschlagenen Eintritt 
in ein Mutter-Kind-Heim zu prüfen (act. A.2, II.C). Den erwähnten Vorschlag mach-
te die Mutter allerdings erst im Vorfeld der Anhörung vom 17. Dezember 2019, 
weshalb die diesbezügliche Rüge strenggenommen (nur) den zweiten Entscheid 
betrifft. Einen konkreten Antrag, wie die Beschwerdeinstanz den Entscheid vom 
26. November 2019 abändern sollte, lässt sich daraus nicht ableiten. Die Rügen 
der Mutter bleiben zudem gänzlich unsubstanziiert. Statt sich mit den Erwägungen 
des angefochtenen Entscheides auseinanderzusetzen und aufzuzeigen, welche 
Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz unzutreffend sein sollen, inwiefern es 
an den rechtlichen Voraussetzungen für einen Entzug des Aufenthaltsbestim-
mungsrechts fehlen sollte und weshalb der angefochtene Entscheid den konkreten 
Verhältnissen nicht angemessen wäre, hat sich die Rechtsvertreterin der Mutter 
darauf beschränkt, den Inhalt der vorinstanzlichen Akten wiederzugeben. Ausführ-
lich geschildert werden überdies die Vorgänge rund um den Vollzug der superpro-
visorischen Anordnung, welche indessen nicht Gegenstand des vorliegenden Be-

37 / 66

schwerdeverfahrens bilden. Die superprovisorische Anordnung als solche ist nicht 
anfechtbar. Gegen allfällige Unregelmässigkeiten beim Vollzug wären andere 
Rechtsmittel zu ergreifen gewesen. In der Sache selber erweist sich die Begrün-
dung der Beschwerde demnach als ungenügend, was zur Folge hat, dass auf die 
Beschwerde nicht einzutreten ist, soweit damit trotz Fehlen eines entsprechenden 
Begehrens eine materielle Überprüfung durch die Beschwerdeinstanz angestrebt 
worden wäre.

6.1. Selbst wenn der Entscheid vom 26. November 2019 aufgrund der Offizial-
maxime unabhängig von entsprechenden (substantiierten) Rügen einer materiel-
len Prüfung unterzogen werden müsste, wäre die Beschwerde abzuweisen und 
der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Mutter zu bestätigen. In die-
sem Zusammenhang kann vorab auf die Erwägungen der KESB verwiesen wer-
den, denen sich die erkennende Kammer nach Prüfung der vorinstanzlichen Akten 
vollumfänglich anschliesst. Die KESB stützte sich bei ihrem Entscheid zur Haupt-
sache auf das rechtspsychologische Gutachten von lic. phil. N._____ (KESB act. 
211). Gegen das Gutachten reichte die Mutter am 16. April 2021 eine Stellung-
nahme ihrer behandelnden Psychologin ein (act. B.68). Dabei handelt es sich um 
ein blosses Parteigutachten, dem nicht die Qualität eines Beweismittels zukommt 
(BGE 141 III 433 E. 2.6). Selbst wenn mit der Psychologin der Mutter davon aus-
zugehen wäre, dass das Gutachten gewisse formale und methodische Mängel 
aufwiese, so ist es in Bezug auf die (ungenügende) Erziehungsfähigkeit der Mutter 
schlüssig. Die in der Stellungnahme der Psychologin angesprochenen (angebli-
chen) Mängel betreffen mehrheitlich die Beurteilung des Vaters respektive die feh-
lende Vergleichbarkeit der Erhebungen. Die Beobachtungen der Gutachterin an-
lässlich ihres Hausbesuches (mit Interaktionsbeobachtung von Mutter und Kin-
dern) und die daraus (wie auch aus den Rückmeldungen der Tagesmutter und der 
Familienbegleiterin) gewonnenen Erkenntnisse werden dadurch nicht entkräftet. 
Dasselbe gilt für die deutlichen Zeichen von struktureller und emotionaler Ver-
wahrlosung sowie von Entwicklungsdefiziten im sozial-emotionalen und sprachli-
chen Bereich, welche die Gutachterin bei den Kindern festgestellt hat. Auch die 
Tatsache, dass die behandelnde Psychologin von einer anderen Diagnose aus-
geht als in den Akten bis dahin vermerkt, ändert nichts daran, dass die Mutter im 
massgeblichen Zeitraum, also vor der Fremdplatzierung, psychisch belastet war 
und mit ihrem Verhalten das Wohl der Kinder gefährdete. Welche Diagnose hinter 
dem kindeswohlgefährdenden Verhalten der Mutter steht, ist letztlich ebenso we-
nig relevant wie die Gründe, welche zur psychischen Krankheit der Mutter geführt 
oder diese verschlimmert haben. Wie die Kindesvertreterin schon in ihrer Be-
schwerdeantwort vom 21. März 2020 (act. A.8) hervorgehoben hat, geht nicht nur 

38 / 66

aus dem Gutachten, sondern auch aus den weiteren Verfahrensakten klar hervor, 
dass die Situation bei der Mutter nicht mehr kindgerecht war. So gingen im Vorfeld 
des angefochtenen Entscheides wiederholt Gefährdungsmeldungen von Drittper-
sonen ein und auch die involvierten Fachpersonen (Beiständin, Familienbegleite-
rin) beschrieben in ihren Verlaufs- bzw. Zwischenberichten Vorkommnisse, welche 
auf eine massive Überforderung der Mutter hinwiesen. Dokumentiert sind ferner 
die während längerer Zeit unternommenen Versuche der KESB, die Mutter bei der 
Betreuung der Kinder zu unterstützen (Erziehungsbeistandschaft, SPF, Entlastung 
durch Tagesmutter) und sie mittels Weisung zu einer Behandlung ihrer psychi-
schen Krankheit an