# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2d655f7-ebb8-53f6-9ef4-66a2cf0f148a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 22.08.2019 B 2019/95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_VGN_001_B-2019-95_2019-08-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2019/95

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 29.11.2019

Entscheiddatum: 22.08.2019

Entscheid Verwaltungsgericht, 22.08.2019
Wasserbaurecht, Gewässerschutzrecht, Art. 29 Abs. 1 KV, Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 
GNG, Art. 2 und Art. 4 lit. a und m GSchG. Beschwerdebefugnis der 
Gemeinde (E. 1). Beim zu beurteilenden Gewässer handelt es sich nicht mehr 
um eine blosse Meteorwasserleitung oder einen Werksteil einer 
Wasserkraftnutzungsanlage, sondern um ein öffentliches Gewässer im Sinn 
von Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 GNG (E. 3.1). Qualifikation als ober- oder 
unterirdisches Gewässer gemäss Art. 2 und Art. 4 lit. a und m GSchG 
verneint, da das zu beurteilende Gewässer kein ökologisch wertvolles 
künstliches Nebengewässer ist resp. keine Gewässerteilung vorliegt (E. 3.2), 
(Verwaltungsgericht, B 2019/95).

Entscheid vom 22. August 2019

Besetzung

Abteilungspräsident Eugster; Verwaltungsrichterin Zindel, Verwaltungsrichter Steiner; 

Gerichtsschreiber Bischofberger

Verfahrensbeteiligte

Politische Gemeinde X.__, Gemeinderat,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Benedikt Fässler, factum advokatur, 

Davidstrasse 1, Postfach 635, 9001 St. Gallen,

gegen

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Baudepartement des Kantons St. Gallen, Lämmlisbrunnenstrasse 54, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Gewässerfeststellung

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A. In X.__ Dorf verläuft zwischen dem Grundstück Nr. 00__, Grundbuch X.__, und der 

A.__ (kantonales Gewässer, Parzelle Nr. 01__) ein über weite Strecken überdeckter 

oder eingedolter, künstlich angelegter Wasserlauf (X.__er Dorfbäche oder Vorderer 

bzw. Hinterer sowie Vereinigter resp. Ganzer Dorfbach), welcher zu 

Wasserkraftnutzungs- und Spülzwecken von der B.__ (Gemeindegewässer) gespiesen 

wird. Am 13. Dezember 2018 beantragte die Politische Gemeinde X.__ beim 

Baudepartement, es sei festzustellen, dass es sich bei diesem Wasserlauf nicht um ein 

Gewässer im Sinn von Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 des Gesetzes über die Gewässernutzung 

(sGS 751.1, GNG) handle. Mit Verfügung vom 24. April 2019 stellte das 

Baudepartement fest, dieser Wasserlauf sei ein Gewässer im Sinn von Art. 2 Abs. 1 

Ziff. 1 GNG und der eidgenössischen Gewässerschutzgesetzgebung (act. 2, act. 8/2, 

www.geoportal.ch).

B. Gegen die Verfügung des Baudepartements (Vorinstanz) vom 24. April 2019 erhob 

die Politische Gemeinde X.__ (Beschwerdeführerin) durch ihren Rechtsvertreter am 

8. Mai 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht (act. 1). Am 24. Mai 2019 ergänzte 

sie die Beschwerde mit einer Begründung und dem Rechtsbegehren, es sei die 

angefochtene Verfügung aufzuheben. Es sei festzustellen, dass es sich bei den X.__er 

Dorfbächen weder um ein Gewässer im Sinn der eidgenössischen 

Gewässerschutzgesetzgebung noch gemäss Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 GNG handle (act. 5). 

Mit Vernehmlassung vom 14. Juni 2019 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der 

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Beschwerde (act. 7). Mit Replik vom 3. Juli 2019 bestätigte die Beschwerdeführerin ihre 

Anträge und Ausführungen (act. 10).

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die 

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (vgl. Art. 59

Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die 

Beschwerdeeingabe vom 8. Mai 2019 (act. 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt zusammen 

mit der Ergänzung vom 24. Mai 2019 (act. 5) die formellen und inhaltlichen 

Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). 

Zur Erhebung der Beschwerde ist berechtigt, wer an der Änderung oder Aufhebung der 

Verfügung ein eigenes schutzwürdiges Interesse dartut (vgl. Art. 64 in Verbindung mit 

Art. 45 Abs. 1 VRP). Eine Gemeinde ist gegen einen Rechtsakt beschwerdelegitimiert, 

wenn sie durch ihn in qualifizierter Weise in schutzwürdigen hoheitlichen Interessen 

berührt wird. Dies setzt eine erhebliche Betroffenheit in wichtigen öffentlichen 

Interessen voraus (vgl. BGer 1C_107/2018 vom 30. August 2018 E. 5.3 mit Hinweisen, 

allerdings in Bezug auf Art. 89 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, 

Bundesgerichtsgesetz; SR 173.110, BGG, siehe zum Grundsatz der Einheit des 

Verfahrens Art. 111 Abs. 1 BGG und VerwGE B 2018/80; B 2018/82 vom 23. Mai 2019 

E. 4.2 sowie VerwGE B 2014/203 vom 25. Mai 2016 E. 4.1 je mit Hinweisen, 

www.gerichte.sg.ch).

Wie die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeergänzung vom 24. Mai 2019 (act. 5, 

S. 2 f., Ziff. I/3) nachvollziehbar dargetan hat, wirkt sich die vorliegend strittige 

Qualifikation der X.__er Dorfbäche als Gewässer im Sinn von Art. 2 und Art. 4 lit. a, b 

und m des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz; 

SR 814.20, GSchG) – die Vorinstanz ging in dieser Hinsicht in Anwendung von Art. 21 

Abs. 2 VRP über den Antrag der Beschwerdeführerin vom 13. Dezember 2018 hinaus – 

auf deren Ortsplanung aus. Falls die angefochtene Verfügung zu bestätigen wäre, träfe 

die Beschwerdeführerin die Pflicht, im Rahmen der kommunalen Nutzungsplanung 

über die Ausscheidung des entsprechenden Gewässerraums zu befinden (vgl. dazu 

bis

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Art. 36a Abs. 1 und 3 Satz 1 GSchG, Art. 41a der Gewässerschutzverordnung; 

SR 814.201, GSchV, und Art. 90 Abs. 1 und 2 des Planungs- und Baugesetzes; sGS 

731.1, PBG). Überdies präjudiziert diese Qualifikation und diejenige als Gewässer im 

Sinn von Art. 2 Abs. 1 GNG die Zuordnung zu den fliessenden Oberflächengewässern 

nach Art. 1 Abs. 2 des Wasserbaugesetzes (sGS 734.1, WBG SG, vgl. zum 

Abstimmungserfordernis zwischen den Ausführungserlassen zu Art. 76 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft; SR 101, BV, A. Marti, in: 

Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], St. Galler Kommentar, Die 

Schweizerische Bundesverfassung, 3. Aufl. 2014, Art. 76 Rz. 6, und Art. 46 Abs. 1 

Satz 1 GSchV). Insoweit wird auch die wasserbauliche Hoheit der Beschwerdeführerin 

(Gemeindegewässer oder übrige Gewässer) und damit deren Gemeindeautonomie 

tangiert (vgl. dazu Art. 1 Abs. 2 Satz 1 und Art. 6 WBG SG sowie Art. 50 Abs. 1 BV, und 

Art. 89 der Verfassung des Kantons St. Gallen; SR 131.225, sGS 111.1, KV). Die 

Beschwerdeführerin wird somit in qualifizierter Weise in schutzwürdigen hoheitlichen 

Interessen berührt, weshalb sie beschwerdelegitimiert ist. Daran ändert nichts, dass 

der Gewässerbegriff nach Art. 2 Abs. 1 GNG bzw. Art. 2 sowie Art. 4 lit. a, b und 

m GSchG nicht deckungsgleich ist mit demjenigen nach Art. 1 Abs. 2 WBG SG (vgl. 

dazu W. Ritter, Kommentar zum Wasserbaugesetz des Kantons St. Gallen, 

Widnau 2012, S. 54, und Art. 1 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Wasserbau; 

SR 721.100, WBG, wonach Grundwasservorkommen generell ausgenommen sind, 

siehe dazu auch BVR 2016, S. 284 f. E. 3.5) und die Beantwortung der Frage, ob die 

X.__er Dorfbäche als fliessende Oberflächengewässer im Sinne von Art. 1 Abs. 2 

Satz 1 WBG SG einzustufen sind, nicht Verfahrensgegenstand bildet. Auf die 

Beschwerde ist einzutreten.

Bei diesem Ergebnis kann dahingestellt bleiben, ob der Beschwerdeführerin nach der 

bisherigen Praxis (vgl. hierzu VerwGE B 2017/184 vom 13. Dezember 2018 E. 1, 

VerwGE B 2016/224 vom 5. Dezember 2018 E. 1, VerwGE B 2018/40 vom 

23. Mai 2018 E. 1, VerwGE B 2014/166 vom 17. Dezember 2015 E. 1 je mit Hinweis[en], 

www.gerichte.sg.ch) eine Berufung auf Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 2 VRP 

versagt bliebe, da ihr hinsichtlich der Qualifikation der X.__er Dorfbäche als Gewässer 

im Sinn von Art. 2 Abs. 1 GNG und Art. 2 und Art. 4 lit. a und m GSchG keine 

Verfügungskompetenz zukommt (vgl. dazu Art. 4 Abs. 2 WBG SG, Art. 2 Abs. 2 GNG 

und Art. 47 Abs. 2 des Vollzugsgesetzes zur eidgenössischen 

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Gewässerschutzgesetzgebung; sGS 752.2, GSchVG, kritisch: Cavelti/Vögeli, 

Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 457).

2. Die Beschwerdeführerin stellt den Beweisantrag (act. 10), es sei "nötigenfalls" ein 

Augenschein durchzuführen (vgl. dazu VerwGE B 2018/52 vom 27. Februar 2019 E. 3 

mit Hinweis, www.gerichte.sg.ch). Dieser Antrag ist abzuweisen. Im vorliegenden Fall 

stellen sich primär Fragen der rechtlichen Würdigung von konkreten tatsächlichen 

Gegebenheiten. Letztere ergeben sich aus den Verfahrensakten sowie aus dem 

Geoportal (vgl. dazu BGer 1C_13/2018 vom 13. März 2019 E. 3 mit Hinweisen).

3. Die Beschwerdeführerin bringt vor (act. 5, S. 7-12, Ziff. II/B, act. 10), die X.__er 

Dorfbäche seien gleichzusetzen mit der Druckleitung eines Wasserkraftwerks, bei 

welcher es sich zweifellos nicht um ein öffentliches, oberirdisches Gewässer handle. 

Sie verfügten weder über ein Wasserbett mit Sohle und Böschung noch über eine 

tierische oder pflanzliche Besiedelung. Sie hätten keine natürlichen Funktionen. Sie 

seien nie natürliche oberirdische Fliessgewässer gewesen, welche irgendwann durch 

menschliche Eingriffe verbaut, korrigiert oder eingedolt worden seien. Zudem bestehe 

keine Hochwassergefahr, da die Wassermenge der X.__er Dorfbäche dotiert sei. Nur 

eine gewisse Entwässerungsfunktion (Meteorwasserleitung) könne ihnen nicht 

abgesprochen werden.

Demgegenüber stellt sich die Vorinstanz auf den Standpunkt (vgl. E. 3.4 f. und 4.2 des 

angefochtenen Entscheids, act. 2, S. 4 f., sowie act. 7), bei den X.__er Dorfbächen 

handle es sich um einen Teil des zu Wasserkraftnutzungs- und Spülzwecken 

abgeleiteten B.__-bachs. Es sei von einer Gewässerteilung auszugehen. 

Dementsprechend bezögen sich die im kantonalen Wasserrechtsverzeichnis 

dokumentierten und von der Regierung anerkannten Wasserkraftnutzungen auf die 

X.__er Dorfbäche und nicht auf den B.__-bach. Deshalb handle es sich dabei um 

öffentliche Gewässer. Darüber hinaus zählten verbaute, korrigierte, überdeckte oder 

eingedolte Wasserläufe auch zu den oberirdischen Gewässern.

3.1. Dem Kanton steht die Hoheit über die Gewässer zu (Art. 29 Abs. 1 KV, siehe auch 

Art. 76 Abs. 4 BV und R. Jagmetti, Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band VII, 

Energierecht, Basel 2005, Ziff. 4105 ff.). Ihm ist es überlassen, zu bestimmen, von 

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welcher Grösse an ein Gewässer als öffentlich gilt und daher im Gemeingebrauch steht 

(vgl. dazu Art. 664 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches; SR 210, ZGB, 

BGer 2C_900/2011 vom 2. Juni 2012 E. 2.1 und BGer 2C_622/2010 vom 

20. Dezember 2010 E. 3.2 je mit Hinweisen sowie Rey/Strebel, in: Geiser/Wolf [Hrsg.], 

Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch II, 6. Aufl. 2019, Art. 664 Rz. 28). Privateigentum 

schliesst die Öffentlichkeit des Gewässers nicht aus (vgl. GVP 1978 Nr. 62). Laut Art. 2 

Abs. 1 Ziff. 1 GNG sind unter anderem die Seen, Flüsse und Bäche öffentliche 

Gewässer (vgl. auch Art. 1 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Nutzbarmachung der 

Wasserkräfte, Wasserrechtsgesetzes; SR 721.80, WRG, wonach auch Kanäle als 

öffentliche Gewässer gelten, an denen nicht Privateigentum nachgewiesen ist). Was 

unter einem öffentlichen Bach – Seen und Flüsse fallen hier ausser Betracht – im Sinn 

von Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 GNG zu verstehen ist, ist durch Auslegung zu ermitteln. 

Massgebend sind Funktion, Bedeutung und Ausdehnung des Gewässers. Der 

Wasserlauf muss eine gewisse mittlere Ergiebigkeit aufweisen, damit er zu den 

öffentlichen Gewässern zählt (vgl. VerwGE B 2016/119 vom 16. August 2018 E. 8.1 und 

VerwGE B 2015/126 vom 30. Mai 2017 / 4. Juli 2017 E. 2.1.1 je mit Hinweisen, 

www.gerichte.sg.ch, sowie Jsabelle Blunschy Scheidegger, Kommentar zum 

bernischen Wassernutzungsgesetz, Bern 2003, S. 33 ff.).

Vorweg steht ausser Frage, dass die blosse Bezeichnung eines Wasserlaufs als "Bach" 

nicht entscheidet, ob es sich um ein öffentliches Gewässer handelt. Weiter wird von 

der Beschwerdeführerin in Bezug auf die Nutzbarmachung der Wasserkraft nicht in 

Abrede gestellt, dass die X.__er Dorfbäche die erforderliche mittlere Ergiebigkeit 

aufweisen, um zu den öffentlichen Gewässern zu zählen (vgl. dazu Sachverhalt lit. B 

der Bewilligung des Amtes für Umweltschutz vom 22. August 2002, act. 8/3, S. 2, 

wonach der mittlere, jährliche Abfluss Q im Vorderen Dorfbach 800 l/s beträgt). Des 

Weiteren erstrecken sich die X.__er Dorfbäche über eine grössere Anzahl von 

Grundstücken. Privates Eigentum an diesem Wasserlauf hat die Beschwerdeführerin 

nicht nachgewiesen (vgl. dazu E. Häuptli-Schwaller, in: Baumann/van den Bergh/

Gossweiler/Häuptli/dieselbe/Sommerhalder Forestier [Hrsg.], Kommentar zum 

Baugesetz des Kantons Aargau, Bern 2013, § 114 Rz. 4 und 7 ff.). Nach unbestrittener 

Darstellung der Vorinstanz (act. 7 Ziff. 3) stammt das Wasser der X.__er Dorfbäche aus 

dem Unterwasserkanal der Wasserkraftanlage K.__ der Q.__ AG (vgl. dazu Nr. IV/77 

des kantonalen Wasserrechtsverzeichnisses). Gemäss dem kantonalen 

m 

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Wasserrechtsverzeichnis (www.geoportal.ch) bestehen neben mehreren anerkannten 

ehehaften Rechten (Nrn. …, vgl. dazu auch BGE 145 II 140 E. 5 mit Hinweisen) zudem 

zwei Bewilligungen des Staates für die Kraftnutzung der X.__er Dorfbäche (Nrn. IV/28 

und IV/41, vgl. dazu die Bewilligung vom 22. August 2002, act. 8/3), mittels derer der 

Staat die Ausübung des Wasserregals an die jeweiligen Bewilligungsnehmer übertrug. 

Die Inhaber all dieser Wasserrechte sind indes nur zur Ausnutzung der Wasserkraft 

befugt, das Wasser selbst steht nicht in ihrem Eigentum, höchstens die Kanalanlage, 

was aber am Charakter als öffentliches Gewässer nichts ändert (vgl. E. Zimmerlin, 

Baugesetz des Kantons Aargau, 2. Aufl. 1985, § 76 Rz. 2a). Aus den Einträgen im 

Wasserrechtsverzeichnis erhellt überdies, dass die X.__er Dorfbäche bereits unter das 

Wasserregal des Kantons St. Gallen gestellt worden sind. Dafür spricht auch, dass sie 

schon in der Eschmannkarte von 1850, der Dufourkarte von 1854 und der 

Siegfriedkarte von 1888 (blaue Linie) als Gewässer resp. Bach oder Kanal dargestellt 

sind (vgl. dazu Erklärung der Zeichen der Eschmannkarte, Instruktion zur Dufourkarte 

von 1896, Randtitel "Darzustellende Objekte", lit. a, und "Gewässer" sowie Instruktion 

zur Siegfriedkarte vom 22. April 1872, Ziff. 3/B/1, www.sg.ch, 

www.swisstopo.admin.ch, www.geoportal.ch, map.geo.admin.ch). Unter diesen 

Umständen besteht für das Verwaltungsgericht kein Grund, an der Einschätzung der 

Vorinstanz, die X.__er Dorfbäche seien öffentliche Gewässer im Sinn von Art. 2 Abs. 1 

Ziff. 1 GNG, zu zweifeln, selbst wenn deren Betrieb bisher weitgehend privatrechtlich 

geregelt gewesen sein sollte (vgl. dazu, insbesondere zum Reglement der Vereinigung 

der Wassergewerbebesitzer am Dorfbach zu X.__, R. Gadient, Die Gewerbebetriebe an 

den X.__er Dorfbächen, Sissach 1998, S. 31-38, siehe zum Gewässerunterhalt auch 

Art. 9 ff. und Art. 38 ff. WBG SG). Mit Blick auf die Funktion, Bedeutung und 

Ausdehnung dieses Gewässers kann nicht (mehr) von einer blossen 

Meteorwasserleitung oder einem Werksteil einer Wasserkraftnutzungsanlage (vgl. dazu 

Vorprüfungsbericht des Amtes für Raumentwicklung und Geoinformation vom 

26. Februar 2018, act. 8/2.6, S. 5 f., siehe auch Aktennotiz von G. Germann vom 

18. Juni 1985 und Beschluss des Regierungsrats vom 12. Mai 1922 betreffend 

Stadtbach Rapperswil, act. 8/4 f.) gesprochen werden, wenngleich die X.__er 

Dorfbäche durch Umlegen des Schiebers auf Grundstück Nr. 00__ trockengelegt 

werden könnten, soweit sich in deren Bett kein Niederschlagswasser sammelt und 

abfliesst. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin führen weder die fehlende 

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Eintragung in der Karte Gewässernetz 1:10'000 (GN 10) noch die Bezeichnung als 

Meteorwasserleitung in der Grundlagenkarte Gewässerraum (www.geoportal.ch) zu 

einem anderslautenden Schluss. Diese Karten sind nicht rechtsverbindlich. Die 

Beschwerde ist in dieser Hinsicht unbegründet.

3.2. Das GSchG gilt für alle ober- und unterirdischen Gewässer (vgl. Art. 2 und Art. 4 

lit. a und m GSchG, siehe zur Gesetzgebungskompetenz des Bundes im Bereich des 

Gewässerschutzes auch Art. 76 Abs. 2 und 3 BV). Es erfasst Wasser nicht als solches, 

sondern als Teil des natürlichen Wasserkreislaufs (vgl. Art. 1 lit. h GSchG). Ob das 

Wasser auf oder unter der Erde, in einem natürlichen oder künstlichen Bett fliesst oder 

steht, ist solange belanglos, als es in jenem Kreislauf bleibt. Die Gewässereigenschaft 

ist dort zu verneinen, wo das Wasser aus diesem Zusammenhang austritt oder 

abgesondert wird, wie das bei Abwässern der Fall ist, die in Kanalisationen und 

Kläranlagen geleitet werden, um die natürlichen Verhältnisse des Wasserhaushalts vor 

Verunreinigungen zu schützen beziehungsweise jene Verhältnisse durch besondere 

Behandlung des abgesonderten Wassers wiederherzustellen (vgl. BGE 120 IV 300 

E. 3a, BGE 107 IV 63 E. 2 und GVP 1989 Nr. 27, in: SJZ 87/1991, S. 86, und BR 1990, 

S. 105, je mit Hinweisen sowie zur Abgrenzung zum Abwasserbegriff nach Art. 4 

lit. e GSchG H. Stutz, Schweizerisches Abwasserrecht, Zürich 2008, S. 69 ff.). 

Voraussetzung für eine Subsumtion unter den Gewässerbegriff bilden eine gewisse 

Bestandesdauer sowie eine minimale Ausdehnung (vgl. dazu D. Thurnherr, in: Hettich/

Jansen/Norer [Hrsg.], Kommentar zum Gewässerschutzgesetz und zum 

Wasserbaugesetz, Zürich 2016, Art. 2 GSchG Rz. 10, Art. 4 GSchG Rz. 5, und H. Jenni, 

in: Keller/Zufferey/Fahrländer [Hrsg.], Kommentar NHG, 2. Aufl. 2019, Art. 21 Rz. 5, 

siehe dazu auch BGer 1C_378/2009 vom 14. Januar 2010 E. 3.2). Art. 4 lit. a GSchG 

definiert oberirdische Gewässer als Wasserbett mit Sohle und Böschung sowie die 

tierische und pflanzliche Besiedlung (vgl. dazu auch Anhang 1 Ziff. 1 und Anhang 2 

Ziff. 11 f. GSchV). Die oberirdischen Gewässer werden in Fliessgewässer einerseits und 

stehende Gewässer andererseits unterteilt (vgl. BGer 1C_821/2013; 1C_825/2013 vom 

30. März 2015 E. 6.4.2 mit Hinweisen, in: URP 2015, S. 301 ff.). Oberirdische Gewässer 

im Sinn des GSchG sind auch Fliessgewässer, die eingedolt sind (VerwGE B 2015/308 

vom 26. Oktober 2017 E. 5.1 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).

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In gewässerschutzrechtlicher Hinsicht ist zunächst nicht umstritten, dass die X.__er 

Dorfbäche über kein natürliches Einzugsgebiet verfügen, künstlich (vgl. Karte 

Natürlichkeitsgrad 2013 Kt SG, act. 8/2.2, www.geoportal.ch) und in erster Linie zur 

Nutzung der Wasserkraft in verschiedenen Gewerbebetrieben von X.__ Dorf geschaffen 

wurden (vgl. dazu BGE 91 II 474 E. 2), über weite Strecken überdeckt oder eingedolt 

sind und ihnen in ökologischer Hinsicht keine nennenswerte Bedeutung zukommt (vgl. 

E. 3.3 des angefochtenen Entscheids, act. 2, S. 4, siehe auch R. Gadient, a.a.O., S. 63). 

Zudem steht fest, dass sie nicht natürlich als oberirdische Fliessgewässer 

vorbestanden. Demzufolge entsprechen sie nicht der in Art. 4 lit. a GSchG enthaltenen 

Definition oberirdischer Gewässer (Wasserbett mit Sohle und Böschung, tierische und 

pflanzliche Besiedlung), selbst wenn sie streckenweise (Parzellen Nrn. 02__ und 03__) 

als Kanal offen verlaufen (act. 8/2.1, R. Gadient, a.a.O., S. 33, www.geoportal.ch) und 

ihnen auch eine gewisse Entwässerungsfunktion zukommt. Die Einwände der 

Beschwerdeführerin sind insoweit berechtigt. Nach dem Gesagten sind aber auch 

künstlich angelegte oder eingedolte Fliessgewässer zu den oberirdischen Gewässern 

zu zählen (vgl. dazu auch die zutreffenden Ausführungen in E. 4.2 des angefochtenen 

Entscheids, act. 2, S. 5), solange sie Teil des natürlichen Wasserkreislaufs bleiben. 

Unter diesem Gesichtspunkt ist nicht umstritten, dass die X.__er Dorfbächen kein 

verschmutztes Abwasser (mehr) führen (vgl. dazu Art. 4 lit. f. und Art. 7 Abs. 1 GSchG 

und R. Gadient, a.a.O., S. 44). Hingegen wird das Wasser der X.__er Dorfbäche 

insofern abgesondert, als es bei der Wasserkraftanlage K.__ (vgl. dazu Nr. IV/77 des 

kantonalen Wasserrechtsverzeichnisses) von der B.__ abgezweigt und den 

darauffolgenden übrigen Anlagen zur Nutzung der Wasserkraft (vgl. dazu E. 3.1 hiervor) 

zugeführt wird sowie alsdann in die A.__ einmündet. Damit wird es dem natürlichen 

Wasserkreislauf entzogen. Die Vorinstanz macht, allerdings primär unter 

gewässernutzungsrechtlichen Aspekten, geltend, bei den X.__er Dorfbächen handle es 

sich nicht nur um eine verzweigte Fortsetzung der bestehenden Wasserkraftnutzungen 

an der B.__ (vgl. dazu Nrn. IV/75 und IV/76 des kantonalen 

Wasserrechtsverzeichnisses), zumal sie ein Gefälle von rund 26 m aufwiesen und deren 

Wasserkraft damit genutzt werden könne. Vielmehr sei von einer Gewässerteilung 

auszugehen.

Wenn ein künstliches Nebengewässer selbst die Qualität eines naturnahen Gewässers 

aufweist, gilt es als oberirdisches Gewässer nach Art. 4 lit. a GSchG. Dennoch handelt 

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es sich um eine von Menschen geschaffene Wasserentnahme (vgl. zu diesem Begriff 

Art. 29 lit. a GSchG und Art. 8 Abs. 1 und Abs. 3 lit. h des Bundesgesetzes über die 

Fischerei; SR 923.0, BGF, sowie V. Huber-Wälchli, in: Hettich/Jansen/Norer [Hrsg.], 

a.a.O., Art. 29 GSchG Rz. 26 ff.) und soll deshalb, dort wo dies möglich und 

zweckmässig ist, als solche betrachtet werden. In gewissen Fällen würde aber die 

Betrachtung als Wasserentnahme und die entsprechende Einhaltung der 

Restwasservorschriften des GSchG im Hauptgewässer die Erhaltung des ökologisch 

wertvollen künstlichen Nebengewässers verunmöglichen. Weiter ist bei stark 

verbautem Hauptgewässer unter Umständen aus ökologischer Sicht nicht sinnvoll, die 

Restwassermengen nach GSchG einzuhalten, weil dadurch dem ökologisch 

wertvolleren Nebengewässer Wasser entzogen würde. In solchen Fällen ist es nach 

dem Willen des Gesetzgebers angezeigt, das künstliche Nebengewässer und das 

Hauptgewässer zusammen als das korrigierte Gewässer zu betrachten und als 

Gewässerteilung zu bezeichnen (vgl. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft 

[BUWAL], Wegleitung, Angemessene Restwassermengen – Wie können sie bestimmt 

werden, Bern 2000, S. 16 f., www.bafu.admin.ch).

Die X.__er Dorfbäche bestehen zwar schon seit Jahrhunderten (vgl. R. Gadient, a.a.O., 

S. 12 ff., siehe dazu auch Urteil des Verwaltungsgerichts Bern vom 11. August 1997 

E. 5, in: BVR 1998, S. 111 ff., und URP 1998, S. 172 ff.). Wie bereits festgestellt, kann 

aber nicht von ökologisch wertvollen Nebengewässern gesprochen werden. Damit 

rechtfertigt sich im vorliegenden Fall nicht, die X.__er Dorfbäche zusammen mit der 

B.__ als ein geteiltes Gewässer (Neben- und Hauptgewässer) zu betrachten. Die von 

der Vorinstanz vorgenommene Zuordnung der X.__er Dorfbäche zu den oberirdischen 

Gewässern im Sinn von Art. 2 und Art. 4 lit. a und m GSchG lässt sich deshalb nicht 

halten. Dies umso mehr, als die Qualifikation als oberirdisches Gewässer für den 

Schutz der Gewässer vor Verunreinigung nicht zwingend nötig ist, da auch das 

mittelbare Einbringen von Stoffen, die Wasser verunreinigen können, verboten ist (vgl. 

Art. 6 Abs. 1 GSchG), unbestrittenermassen keine Hochwassergefahr besteht (vgl. 

dazu Art. 36a Abs. 1 lit. b GSchG) und auf die Ausscheidung des Gewässerraums 

voraussichtlich ohnehin verzichtet werden könnte (vgl. dazu Art. 41a Abs. 5 lit. b und 

c GSchV sowie E-Mail der zuständigen Kreisplanerin vom 13. September 2018, 

act. 8/2.8). Zu keinem anderen Ergebnis führt das Abstimmungserfordernis zwischen 

den Ausführungserlassen zu Art. 76 BV und Art. 29 Abs. 1 KV (vgl. dazu die Hinweise 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/12

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unter E. 1 hiervor): Die Begriffe "öffentliches Gewässer" nach Art. 1 Abs. 2 WRG und 

Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 GNG resp. "ober- und unterirdische Gewässer" nach Art. 2 und 

Art. 4 lit. a und m GSchG sind nicht deckungsgleich, verfolgen diese Gesetze doch 

unterschiedliche Regelungsziele (Nutzbarmachung der Wasserkräfte, Schutz der 

Gewässer vor nachteiligen Einwirkungen). Im vorliegenden Fall darf die jeweilige 

Qualifikation deshalb auch unter diesem Gesichtspunkt unterschiedlich ausfallen. 

Ferner ändert auch der Umstand, dass bei der Auslegung des unbestimmten 

Rechtsbegriffs der oberirdischen Gewässer ein Handlungsspielraum der Verwaltung zu 

wahren ist und sich das Verwaltungsgericht eine gewisse Zurückhaltung aufzuerlegen 

hat (vgl. dazu Art. 47 Abs. 2 GSchVG, BGE 145 I 52 E. 3.6 mit Hinweisen und Cavelti/

Vögeli, a.a.O., Rz. 724 ff.), nichts daran. Es liegt nicht mehr im Grenzbereich, ob hier 

noch von oberirdischen Gewässern gesprochen werden kann. Die Beschwerde ist in 

diesem Punkt teilweise gutzuheissen und Dispositiv-Ziffer 1 der angefochtenen 

Verfügung insoweit abzuändern, als die X.__er Dorfbäche keine Gewässer im Sinn der 

eidgenössischen Gewässerschutzgesetzgebung sind.

4. […]

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Dispositiv-Ziffer 1 der angefochtenen 

Verfügung wird aufgehoben und lautet neu:

"Die X.__er 'Dorfbäche', bestehend aus dem 'Vorderen Dorfbach', dem 'Hinteren 

Dorfbach' und dem 'Vereinigten oder Ganzen Dorfbach' in X.__ Dorf sind öffentliche 

Gewässer im Sinn von Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 GNG. Sie sind keine Gewässer im Sinn der 

eidgenössischen Gewässerschutzgesetzgebung."

2. Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 4'000 gehen je zur Hälfte 

zu Lasten der Beschwerdeführerin und des Staates; auf die Erhebung wird verzichtet.

 

Der Abteilungspräsident                                       Der Gerichtsschreiber

Eugster                                                                 Bischofberger

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 22.08.2019
	Wasserbaurecht, Gewässerschutzrecht, Art. 29 Abs. 1 KV, Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 GNG, Art. 2 und Art. 4 lit. a und m GSchG. Beschwerdebefugnis der Gemeinde (E. 1). Beim zu beurteilenden Gewässer handelt es sich nicht mehr um eine blosse Meteorwasserleitung oder einen Werksteil einer Wasserkraftnutzungsanlage, sondern um ein öffentliches Gewässer im Sinn von Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 GNG (E. 3.1). Qualifikation als ober- oder unterirdisches Gewässer gemäss Art. 2 und Art. 4 lit. a und m GSchG verneint, da das zu beurteilende Gewässer kein ökologisch wertvolles künstliches Nebengewässer ist resp. keine Gewässerteilung vorliegt (E. 3.2), (Verwaltungsgericht, B 2019/95).

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