# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 36f26bb8-7f07-5b27-899b-4d1d084ca8ab
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-03-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.03.2022 E-802/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-802-2020_2022-03-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-802/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  M ä r z  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Roswitha Petry (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler, 

Richter Markus König, 

Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  

Advokaturbüro, (…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 8. Januar 2020 / N (…). 

 

 

 

E-802/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a  

Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer 

Ethnie mit letztem Wohnsitz in B._______, (Ostprovinz) – verliess seinen 

Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 27. November 2015 auf dem 

Luftweg und reiste über Dubai nach Italien. Von dort gelangte er auf dem 

Landweg am 2. Dezember 2015 in die Schweiz und stellte gleichentags im 

Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel ein Asylgesuch, wo er am 

15. Dezember 2015 summarisch zu seinen Gesuchsgründen und zu seiner 

Person befragt wurde. Am 31. August 2017 fand die einlässliche Anhörung 

zu seinen Asylgründen statt. Bei diesen beiden Befragungen trug der Be-

schwerdeführer im Wesentlichen folgendes vor:  

A.b Zu seinen persönlichen Verhältnissen gab er an, die Schule 12 Jahre 

lang, bis zum A-Level (2005), besucht zu haben. Seine Mutter und drei Ge-

schwister (drei Brüder und eine Schwester) würden nach wie vor in 

B._______ leben; sein Vater sei verstorben; seine Brüder würden alle beim 

Staat arbeiten. 

Er habe – wie seine übrige Familie – nach 2007 die TNA (Tamil National 

Alliance) unterstützt, deren Wahlversammlungen mitorganisiert und Propa-

gandatätigkeiten ausgeführt. Im Weiteren sei ein Cousin bei den LTTE ge-

wesen. Er sei selbst nicht – wie sein Bruder – eingeschriebenes TNA-Mit-

glied gewesen. Wegen dieser Unterstützung habe er ab 2008 Probleme 

mit der bewaffneten militanten TMVP (Tamil Makkal Viduthalai Pulligal [Be-

freiungstiger des Tamilischen Volkes]), mit der Karuna-Gruppe und mit dem 

Sekretär der TMVP, C._______, bekommen. Diese Gruppierungen hätten 

sich von den LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) abgespalten und ins-

besondere Personen, die früher die LTTE unterstützt hätten, entführt. 

Heute arbeite die TMVP mit den staatlichen Polizeibehörden zusammen. 

Er und weitere Angehörige seines Sportvereins hätten für die Karuna-

Gruppe zwangsweise zivile Ungehorsamsakte und (…) ausgeführt. Der 

Karuna-Gruppe habe es nicht gepasst, dass er bei den Provinz Council 

Wahlen für die TNA gearbeitet habe. Sie seien dabei einmal von den STF 

(Special Task Force) gefasst, festgenommen und geschlagen worden. Er 

habe auch viele Drohanrufe erhalten. 

Angehörige der TMVP respektive der Karuna-Gruppe hätten ihn am 

14. Juni 2009 verhaftet, auf ihren Motorfahrrädern in ihr Camp entführt, 

E-802/2020 

Seite 3 

massiv geschlagen und gefesselt. Er sei von seinen Peinigern aufgefordert 

worden, bei ihnen mitzumachen. Es sei ihm gelungen, aus einem oberen 

Stockwerk des Camps zu fliehen, indem er einem der beiden Wächter am 

Kontrollpunkt eine Waffe entrissen habe. Anschliessend habe er sich im 

angrenzenden Wald versteckt und sei nach Hause gegangen. In Beglei-

tung seiner Mutter habe er zunächst bei der Polizei eine Anzeige erstattet 

und habe sich dann drei Tage lang in Spitalpflege begeben. Die Polizei 

habe aber die Karuna-Gruppe geschützt. In der Folge habe er sich bei Ver-

wandten aufgehalten, habe kaum mehr gearbeitet und sei nur manchmal 

nach Hause gegangen. Nach seiner Flucht aus ihrem Camp hätten die Ka-

runa-Leute ihn nicht mehr persönlich zu Hause gesucht; sie hätten aber 

telefonische Drohungen ausgestossen.  

Wegen dieser Schwierigkeiten habe er die folgenden vier Jahre, von Okto-

ber 2010 bis Dezember 2014, in Saudi Arabien verbracht und dort für eine 

(…) gearbeitet. Im Dezember 2014 sei er nach Sri Lanka zurückgekehrt, 

nachdem zwei Personen, die seine Probleme im Heimatstaat verursacht 

hätten, gestorben seien. Am 10. Januar 2015 sei er von mehreren Bewaff-

neten in Zivilkleidung zu Hause aufgesucht worden; er wisse nicht, wer 

diese Leute gewesen seien, aber er habe später erfahren, dass er im Zu-

sammenhang mit den Wahlen gesucht worden sei. Die Bewaffneten hätten 

mehrere Hausratsgegenstände zerstört. Er selbst habe durch die Hintertür 

fliehen können, sei zu nahen Verwandten gegangen und habe sich nicht 

mehr oft zu Hause aufgehalten. Am 17. Januar 2015 habe er eine Vorla-

dung erhalten, in welcher er aufgefordert worden sei, zur Karuna-, Pillayan- 

und C._______-Gruppe zu einer Einvernahme zu erscheinen. Er sei dieser 

Aufforderung nicht nachgekommen. Seine Peiniger hätten häufig zu Hause 

angerufen und sich nach ihm erkundigt. Zudem seien seine Freunde sowie 

sein Bruder D._______ öfters angehalten und nach seinem Verbleib ge-

fragt worden.  

Am 26. Mai 2015 sei ein Freund respektive befreundeter Sozialarbeiter von 

C._______ und seinen Anhängern erschossen worden. Danach sei der Be-

schwerdeführer gesucht und die ganze Familie terrorisiert worden. Seine 

Mutter habe diese Vorfälle bei der Polizei und bei einer Menschenrechts-

organisation angezeigt. In der Folge habe er sich in E._______ versteckt. 

Er werde nach wie vor von der Karuna-Gruppe respektive der TMVP ver-

folgt, weil er 2009 aus ihrer Haft geflohen sei und dabei eine ihrer Waffen 

entwendet habe. 

E-802/2020 

Seite 4 

Am 26. August 2017 sei sein Onkel entführt worden. Dabei habe man ihn 

ausgezogen und zusammengeschlagen. Am Folgetag sei er am Strand 

von B._______ gefunden worden. Sein Onkel wisse bis heute nicht, was 

ihm zugestossen sei. 

Sein Reisepass sei ihm vom Schlepper abgenommen worden. Seine Iden-

titätskarte habe er bereits vor Jahren verloren; er habe sich jedoch eine 

diesbezügliche beglaubigte Kopie beim Dorfvorsteher (Grama Seveka) be-

schafft und zu den Akten gereicht.   

A.c Zur Stützung seiner Vorbringen legte der Beschwerdeführer folgende 

Beweismittel ins Recht (Nummerierung gemäss Beweismittelverzeichnis 

des SEM; vgl. A15):  

- Beweismittel (BM) Nr. 1 und 10: Geburtsregisterauszug vom (…) (im 

Original) inklusive zwei Übersetzungen;  

- BM Nr. 2: Führerausweis des Beschwerdeführers (im Original), ausge-

stellt am (…); 

- BM Nr. 3: beglaubigte Kopie der Identitätskarte;  

- BM Nr. 4: fremdsprachiges Schreiben der «TMVP», datiert 13. Januar 

2015, inklusive Übersetzung (im Original);  

- BM Nr. 5: Schreiben der «(…)» vom 9. Dezember 2015 (Arbeitsbestä-

tigung; im Original); 

- BM Nr. 6: «Diagnosis Ticket», ausgestellt am 19. Juni 2009 (Arztbericht 

betreffend Spitalaufenthalt des Beschwerdeführers im «(…) Hospital in 

B._______»; im Original); 

- BM Nr. 7: Bestätigungskarte der “Human Rights Commission of Sri 

Lanka (HRCSL), Regional Office, F._______”, datiert 15, September 

2015, wonach die Mutter am 15. September 2015 dort eine Anzeige 

eingereicht habe (im Original); 

- BM Nr. 8 und 9: fremdsprachige Auszüge aus dem “First Information 

Book” der Polizeistation in G._______ vom 12. September 2015 res-

pektive der Polizeistation in B._______ vom 16. Juni 2009, inklusive 

Übersetzungen (im Original); 

- BM Nr. 11: fremdsprachige Todesanzeige (betreffend den Sozialarbei-

ter; in Kopie); 

- BM Nr. 12: sieben fremdsprachige Zeitungsartikel (in Kopie) zum 

Thema:  

o zur Tötung eines Sozialarbeiters in H._______ resp. F._______, 

sowie Aufruf zur diesbezüglichen Kundgebung;  

o zur Erschiessung zweier Jugendlichen;  

E-802/2020 

Seite 5 

o zur Demonstration wegen einer verschollenen Person; 

o  Bericht, wonach zurückkehrende Tamilen vorsichtig sein müss-

ten; 

- BM Nr. 13: mehrere fremdsprachige Dokumente betreffend Tätigkeit 

des Beschwerdeführers als Wahlbeobachter, insbesondere eine Karte 

mit Vordruck «2015.08.17» (im Original); 

- BM Nr. 14: fremdsprachige Unterlagen zu sri-lankischen Lokalwahlen 

im Jahr 2002 («Letter of Introduction») und Schreiben zur Kandidatur  

bei den Wahlen des «B._______ Municipal Council», ausgestellt am 

4. März 2002 (in Kopie respektive mit Originalstempel); 

- BM Nr. 15: fremdsprachiges Schreiben der TELO (Tamil Eelam Libera-

tion Organization), datiert 24. Juli 2016, mit Übersetzung, (Bestätigung, 

dass der Beschwerdeführer die TELO respektive die TNA unterstützt 

habe, von bewaffneten Unbekannten bedroht, entführt und bestraft 

worden sei und dass die Familienangehörigen des Beschwerdeführers 

von bewaffneten Unbekannten bedroht worden seien; im Original); 

- BM Nr. 16: fremdsprachiges Schreiben des «(…) Provincial Council» 

datiert 26. Juni 2017, mit Übersetzung (Bestätigung, dass der Be-

schwerdeführer die TNA unterstützt, deren Treffen organisiert, sich in 

der Propagandaarbeit betätigt habe und von einer bewaffneten Grup-

pierung gesucht worden sei; im Original); 

- BM Nr. 17: zwei weitere fremdsprachige Zeitungsartikel (gemäss Über-

setzung [vgl. Akte A17]: Berichte, wonach in B._______ fünf Jugendli-

che getötet worden seien und Armeeangehörige dahinterstehen wür-

den; es sei ein Verfahren eingeleitet worden; in Kopie); 

- BM Nr. 18: drei fremdsprachige Zeitungsauszüge mit Fotos (auf wel-

chen der Beschwerdeführer und seine Geschwister bei einer Feier mit 

[dem ehemaligen] Staatspräsidenten Maithripala Sirisena abgebildet 

werden respektive in welchen berichtet wird, dass am ersten Trauerjahr 

nach dem Tod des Vaters des Beschwerdeführers ein Wettkampf orga-

nisiert worden sei; in Kopie). 

Hierzu wurde ergänzend ausgeführt, in ihrem Schreiben halte die TMVP 

fest, dass es «Sachen» gebe, die sie mit dem Beschwerdeführer diskutie-

ren müssten, weshalb er zu ihrem Hauptbüro in I._______ bestellt werde. 

Dieses Schreiben sei dem Beschwerdeführer von C._______, der den 

Decknamen J._______ verwendet und als TMVP-Kandidat für das Provinz 

Council kandidiert habe, per Post zugestellt worden.  

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Seite 6 

B.  

Das SEM hielt in einer Aktennotiz den summarischen Inhalt der Beweismit-

tel Nr. 12 und 17 (Zeitungsartikel) fest (vgl. Akte A17).    

 

C.  

Mit Verfügung vom 8. Januar 2020 – eröffnet 10. Januar 2020 – lehnte das 

SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, weil seine Vorbringen 

den Anforderungen an die Asylrelevanz nicht genügen würden.  

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Vorbringen zur In-

haftierung und zu den Misshandlungen durch die sri-lankischen Behörden 

im Juni 2009 seien zwar bedauerlich, aber nicht asylrelevant, nachdem der 

Beschwerdeführer im Dezember 2014 freiwillig und ohne Furcht wieder von 

Saudi Arabien in sein Heimatland zurückgekehrt sei. Die vorgetragenen 

Ereignisse im Jahr 2015, insbesondere die Suche durch bewaffnete Unbe-

kannte, beruhten auf Mutmassungen und seien als Verfolgung durch Dritte 

einzustufen, gegen welche staatlicher Schutz in Anspruch genommen wer-

den könne. Es sei dem Beschwerdeführer daher nicht gelungen, ein nach-

vollziehbares, flüchtlingsrechtlich relevantes Verfolgungsinteresse an sei-

ner Person darzutun, woran die eingereichten Beweismittel nichts zu än-

dern vermöchten. Der Wegweisungsvollzug wurde als zulässig, zumutbar 

und möglich eingestuft. 

D.  

D.a Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 10. Februar 2020 liess der 

Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben 

und beantragen, die Verfügung der Vorinstanz sei wegen Verletzung des 

Anspruchs auf rechtliches Gehör (Rechtsbegehren 2), eventualiter wegen 

Verletzung der Begründungspflicht (Rechtsbegehren 3) respektive zwecks 

Feststellung des vollständigen und richtigen Sachverhalts (Rechtsbegeh-

ren 4) aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen; eventualiter sei er als Flüchtling anzuerkennen und ihm 

in der Schweiz Asyl zu erteilen (Rechtsbegehren 5) respektive die Disposi-

tivziffern 4 und 5 der vorinstanzlichen Verfügung seien aufzuheben und die 

Unzulässig oder zumindest die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzu-

ges sei festzustellen (Rechtsbegehren 6). 

In prozessualer Hinsicht wurde beantragt, es sei das Spruchgremium mit-

zuteilen und zu bestätigen, dass dieses tatsächlich zufällig ausgewählt 

worden sei; andernfalls seien die objektiven Kriterien für die Auswahl des 

Spruchgremiums bekannt zu geben (Rechtsbegehren 1). 

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Seite 7 

Im Weiteren wurden drei Beweisanträge gestellt: Der psychische Gesund-

heitszustand des Beschwerdeführers sei von Amtes wegen abzuklären 

(Beweisantrag 1); es sei eine erneute Anhörung durchzuführen (Beweisan-

trag 2) und das SEM sei anzuweisen abzuklären, ob unter den erpressten 

Daten beim Vorfall der Entführung einer Mitarbeiterin der Schweizer Bot-

schaft in Sri Lanka auch der Name des Beschwerdeführers zu finden sei 

(Beweisantrag 3). 

D.b Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, das SEM habe 

mehrere Verfahrensfehler begangen (falsche, nicht vollständige Feststel-

lung des rechtserheblichen Sachverhalts; Durchführung einer mangelhaf-

ten Anhörung; mangelhafte Beweisabnahme und fehlerhafte Beweiswürdi-

gung, Verletzung des rechtlichen Gehörsanspruchs und der Begründungs-

pflicht), welche zwingend zur Kassation der angefochtenen Verfügung füh-

ren müssten (vgl. Ziffer 4 der Beschwerde). 

Die vom Beschwerdeführer vorgetragenen Asylgründe würden Asylrele-

vanz entfalten. Unter Mitberücksichtigung der aktuellen politischen Lage in 

Sri Lanka seit dem Amtsantritt des neuen Staatspräsidenten Gotabaya 

Rajapaksa am 18. November 2019 erfülle er die Flüchtlingseigenschaft. 

Mehrere stark risikobegründende Faktoren im Sinne des Referenzurteils 

des Bundesverwaltungsgerichts zur Gefährdung von rückkehrenden tami-

lischen Asylsuchenden E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 würden vorliegen 

(Ziffer 9.3 der Beschwerde). Zudem gingen aus den Schilderungen Hin-

weise auf sexuelle Misshandlung hervor. Schliesslich sei der Wegwei-

sungsvollzug aufgrund des Risikoprofils des Beschwerdeführers unzuläs-

sig respektive unzumutbar. 

Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen 

eingegangen.  

D.c Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer folgende 

Beweismittel nach: 

- sechs Farbfotokopien (Abbildungen der Narben des Beschwerdefüh-

rers); 

- ein vom Advokaturbüro des Rechtsvertreters recherchierter und ver-

fasster 90-seitiger Bericht zur aktuellen Lage in Sri Lanka vom 23. Ja-

nuar 2020 (inkl. CD-ROM mit Quellen);   

- eine Kopie des bereits beim SEM eingereichten fremdsprachigen Be-

weismittels Nr. 13. 

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Seite 8 

 

E.  

Mit Zwischenverfügungen vom 12. Februar und 20. Februar 2020 hielt die 

zuständige Instruktionsrichterin des Bundesverwaltungsgerichts fest, der 

Beschwerdeführer könne den Ausgang des Asylverfahrens in der Schweiz 

abwarten. Gleichzeitig wurde ein Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– erho-

ben.  

Dieser Kostenvorschuss wurde fristgerecht am 5. März 2020 geleistet. 

F.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 5. März 2020 liess der Beschwer-

deführer eine CD-ROM mit einer Aktualisierung des von seinem Rechts-

vertreter verfassten Länderberichts «Update Ländersituation Sri Lanka 

vom 26. Februar 2020» inklusive Ausführungen dazu nachreichen.  

G.  

Mit Vernehmlassung vom 26. März 2020 hielt das SEM an seinen bisheri-

gen Erwägungen fest und nahm zu den Beschwerdevorbringen Stellung. 

H.  

Mit Replikeingabe vom 17. April 2020 nahm der Beschwerdeführer zur Ver-

nehmlassung des SEM Stellung. Gleichzeitig wurde eine Kostennote des 

Rechtsvertreters (Stand 17. April 2020) eingereicht.  

I.  

Mit Eingabe vom 21. September 2021 wurde ein weiterer, 84-seitiger vom 

Rechtsvertreter verfasster Bericht zur aktuellen Lage in Sri Lanka vom 

16. August 2021 nachgereicht.  

 

 

  

E-802/2020 

Seite 9 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das vorliegende Verfahren richtet sich nach altem Recht (Abs. 1 der 

Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG [SR 142.31] vom 

25. September 2015). 

1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 

2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und 

Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Ge-

setzesartikel (Art. 83) ist unverändert vom AuG ins AIG übernommen wor-

den. 

1.3 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.4 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).  

1.5 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

E-802/2020 

Seite 10 

3.  

3.1 Der Antrag auf Bekanntgabe des Spruchgremiums wird mit Erlass des 

vorliegenden Urteils gegenstandslos. Zudem wurde mit Instruktionsverfü-

gung vom 20. Februar 2020 das ursprünglich, durch das EDV-basierte Zu-

teilungssystem generierte Spruchgremium mitgeteilt. 

3.2 Nachdem die ursprünglich vom elektronischen Zuteilungssystem als 

Drittrichterin eingesetzte Richterin per Ende Dezember 2021 aus dem Bun-

desverwaltungsgericht ausgeschieden ist, wurde die Spruchkörperzusam-

mensetzung betreffend Drittrichter/in von der Abteilungspräsidentin der Ab-

teilung V wiederum mit Hilfe des elektronischen Zuteilungssystems neu ge-

neriert. Weitere Eingriffe in das Spruchkörpergenerierungssystem wurden 

nicht getätigt. Aus organisatorischen Gründen wurde das Verfahren Ge-

richtsschreiberin Sandra Bodenmann übertragen. 

4.  

4.1 Die Vorinstanz stellt sich in ihrem Asylentscheid auf den Standpunkt, 

die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Ereignisse würden keine 

Asylrelevanz entfalten. Die vorgetragene Inhaftierung und Misshandlungen 

durch die sri-lankischen Behörden seien zwar sehr bedauerlich, das 

Schweizer Asylrecht diene jedoch nicht dem Ausgleich bereits erfolgter 

Verfolgung, sondern schütze vor künftiger Verfolgung.  

Den Aussagen des Beschwerdeführers und den Akten seien keine konkre-

ten Anhaltspunkte zu entnehmen, die darauf hinweisen würden, dass er 

aufgrund des Vorfalls im Juni 2009 eine begründete Furcht im Sinne des 

Asylgesetzes gehabt habe. Er habe nach seiner Flucht aus dem Karuna-

Camp noch 16 Monate im Heimatland gelebt, bevor er nach Saudi Arabien 

ausgereist sei, und habe sich dabei teilweise zu Hause oder bei Verwand-

ten aufgehalten. Zudem habe er sich in der fraglichen Zeit eine Identitäts-

karte sowie einen Führerschein ausstellen lassen. Dieser Lebensstil deute 

nicht auf ein verstecktes Leben in Angst hin. Er habe zwar angegeben, 

vorsichtig gewesen zu sein; es sei bei Freunden nach ihm gefragt und zu 

Hause angerufen worden. Er sei nach dem geltend gemachten Vorfall im 

Juni 2009 jedoch nicht mehr zu Hause aufgesucht worden. Im Dezember 

2014 sei er freiwillig und ohne Furcht in seinen Heimatstaat zurückgekehrt.   

Er bringe zwar das Ereignis vom 10. Januar 2015, bei welchem bewaffnete 

Unbekannte bei ihm zu Hause vorgesprochen hätten, in einen Zusammen-

hang mit dem Ereignis im Jahr 2009. Er habe jedoch weder genau ge-

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Seite 11 

wusst, wer diese Personen gewesen seien, noch weshalb sie ihn aufge-

sucht hätten. Seine Annahme, es handle sich bei seinen Peinigern um An-

gehörige der TMVP, beruhe auf einer blossen Vermutung. Es sei deshalb 

von einer Verfolgung durch Dritte auszugehen. Eine solche sei nur bei Ver-

neinung eines adäquaten Schutzes durch die heimatlichen Behörden asyl-

relevant. Die sri-lankischen Behörden seien grundsätzlich schutzwillig und 

schutzfähig, auch der tamilischen Bevölkerung gegenüber. Den Akten sei 

zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer sowohl im Jahr 2009 als auch 

2015 bei der Polizei Anzeige erstattet habe. Es sei ihm daher zuzumuten, 

den Schutz des sri-lankischen Staates in Anspruch zu nehmen und sich 

bei allfälligen Übergriffen erneut an die heimatlichen Behörden zu wenden. 

Aus dem Schreiben der TMVP lasse sich keine asylrelevante Verfolgung 

ableiten. Die Gründe, weshalb er aufgefordert worden sei, sich beim Haupt-

büro der Organisation zu melden, seien nicht ersichtlich. Ausserdem habe 

sein Nichterscheinen vonseiten der TMVP keine erkennbaren Konsequen-

zen nach sich gezogen, obwohl er sich nach Erhalt des Briefes weiterhin 

fast ein Jahr lang im Heimatstaat aufgehalten habe. Zudem habe er eine 

innerstaatliche Aufenthaltsalternative, nachdem die TMVP gemäss seinen 

eigenen Ausführungen nicht in allen Ortschaften Sri Lankas präsent seien. 

Bereits im Jahr 2015 habe er sich bei Verwandten aufgehalten und somit 

gefährliche Gegenden meiden können, weshalb er sich bei Bedarf auch 

erneut zu Verwandten begeben könne.  

Alleine der Umstand, dass ein Cousin Mitglied der LTTE gewesen sei, ver-

möge das Interesse der heimatlichen Behörden an seiner eigenen Person 

nicht zu wecken. Es sei nicht ersichtlich, weshalb er bei einer Rückkehr 

nach Sri Lanka in den Fokus der Behörden geraten und im Sinne des Re-

ferenzurteils des Bundesverwaltungsgerichts zur Gefährdung von rückkeh-

renden tamilischen Asylsuchenden E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 eine 

begründete Furcht vor künftigen Verfolgungsmassnahmen haben sollte. Er 

weise zwar körperliche Narben auf, die ihm beim Vorfall vom Juni 2009 

durch TMVP-Mitglieder zugefügt worden seien. Diese Narben würden je-

doch als schwach risikobegründender Faktor und ohne weitere, stark risi-

kobegründenden Verdachtsmomente nicht zu einer Verhaftung oder gar zu 

Folter führen. Die im November 2019 erfolgte Präsidentschaftswahl ver-

möge diese Einschätzung nicht umzustossen. Es gebe keinen Anlass zur 

Annahme, dass ganze Volksgruppen, wie die tamilische Bevölkerung, un-

ter Präsident Gotabaya Rajapaksa kollektiv einer Verfolgungsgefahr aus-

gesetzt seien. 

E-802/2020 

Seite 12 

Der Wegweisungsvollzug sei unter Verweis auf das familiäre Beziehungs-

netz des Beschwerdeführers, dessen Berufserfahrung in der (…) und dem 

wirtschaftlichen Hintergrund seiner Familie als zulässig, zumutbar und 

möglich einzustufen.   

4.2 In der Beschwerde wird vorgetragen, das SEM habe den rechtlichen 

Gehörsanspruch des Beschwerdeführers verletzt, den rechtserheblichen 

Sachverhalt weder vollständig noch richtig abgeklärt und die Begründungs-

pflicht verletzt.   

Einige wichtige Sachverhaltselemente – namentlich die angedeutete sexu-

elle Misshandlung während der Folter im Jahr 2009, die Entführung des 

Onkels, der LTTE-Hintergrund des Cousins, die systematische Verfolgung 

von Personen aus dem Netzwerk des Beschwerdeführers durch die TMVP, 

der Tod des Sozialarbeiters im Mai 2017, der Gesundheitszustand, die er-

littene Folter und die exilpolitische Tätigkeit des Beschwerdeführers, die 

Identität der Peiniger beim Entführungsversuch im Januar 2015 sowie das 

pro-tamilische Engagement des Vaters – seien nicht erfragt worden. Das 

oppositionspolitische Engagement des Beschwerdeführers, insbesondere 

seine Aktivitäten zugunsten der TNA, sei zu wenig abgeklärt worden. Zu 

den beiden namentlich genannten Kandidaten, die der Beschwerdeführer 

unterstützt habe, hätten weitergehende Abklärungen durchgeführt werden 

müssen. Es hätte auch eine fachärztliche Begutachtung des Beschwerde-

führers vorgenommen werden müssen.   

Die Anhörung sei wegen Zeitmangel und Zeitdruck auf ungenügende 

Weise durchgeführt worden und habe zu lange gedauert. Die freie Bericht-

erstattung des Beschwerdeführers sei an mehreren Stellen unterbunden 

worden. Die Hilfswerksvertretung habe entsprechende Mängel festgehal-

ten. Die eingereichten Beweismittel seien in der Anhörung nicht genügend 

thematisiert und nicht beachtet worden. Die Aktenführung des SEM weise 

Mängel auf; die zahlreichen Beweismittel seien nicht chronologisch respek-

tive falsch erfasst worden. Die genannten Verletzungen von Verfahrensga-

rantien müssten zwingend zur Kassation des SEM-Entscheides führen.  

Der Umstand, dass der Beschwerdeführer an einer Langzeittraumatisie-

rung leide, müsse bei der Beurteilung seiner Flüchtlingseigenschaft mitbe-

rücksichtigt werden.  

Das SEM habe die Asylrelevanz der Vorbringen zu Unrecht verneint. Der 

Beschwerdeführer habe die im Januar 2015 vorsprechenden Personen 

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Seite 13 

zwar nicht persönlich gekannt, es seien aber mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit Karuna-Leute gewesen. Es sei deshalb von einer asylbe-

achtlichen Verfolgung auszugehen, gegen welche er keinen staatlichen 

Schutz in Anspruch nehmen könne.  

Im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka müsse der Beschwerdeführer auf-

grund der persönlich vorliegenden, stark risikobegründenden Faktoren im 

Sinne des Referenzurteils E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 (Ziffer 9.3 der 

Beschwerde) mit Verfolgung rechnen. Sein Name sei mit Sicherheit bei den 

Behörden registriert worden. Er habe die TNA unterstützt und weise fami-

liäre Verbindungen zu den LTTE auf; er sei wiederholt ins Visier der sri-

lankischen Behörden geraten; er sei in der Schweiz exilpolitisch aktiv und 

werde entsprechende Beweismittel beschaffen. Er verfüge über vom SEM 

nicht bestrittene und mit Fotoaufnahmen dokumentierte, sichtbare Folter-

narben; er halte sich bereits seit über vier Jahren in der Schweiz auf und 

verfüge über keine Einreisepapiere (vgl. Ziffer 9.3 der Beschwerde). Zu-

dem gingen aus seinen Schilderungen Hinweise auf sexuelle Misshand-

lung hervor. Das SEM habe seine länderspezifische Einschätzung auf eine 

dreieinhalb Jahre zurückliegende Länderanalyse abgestützt und die aktu-

elle politische Situation seit der Machtergreifung durch den neuen Staats-

präsidenten Gotabaya Rajapaksa nicht mitberücksichtigt. Die Menschen-

rechtssituation habe sich seit Antritt der neuen Regierung drastisch ver-

schlechtert, insbesondere für tamilische Asylgesuchstellende aus der 

Schweiz. 

Beim Wegweisungsvollzug sei die neue politische Ausgangslage in Sri 

Lanka seit Antritt des neuen Präsidenten mitzuberücksichtigen. Ausgehend 

von den Abklärungen zwecks Papierbeschaffung über das Konsulat in 

Genf würden die heimatlichen Behörden sofort in Kenntnis gesetzt über die 

politische Vergangenheit des Beschwerdeführers.   

4.3 In seiner Vernehmlassung vom 26. März 2020 führte das SEM ergän-

zend aus, aus dem Protokoll gingen keine Hinweise hervor, dass der Be-

schwerdeführer seine Fluchtgründe nicht ausreichend habe darlegen kön-

nen. Bei den in der Beschwerde referenzierten Textstellen handle es sich 

nicht um durch Zeitdruck verursachte Befragungsunterbrüche. Das SEM 

erachte den Sachverhalt als erstellt und es sei keine ergänzende Anhörung 

angezeigt. Auf Beschwerdestufe seien auch keine relevanten Sachver-

haltsergänzungen angeführt worden. Auch wenn die Anhörung 20 Minuten 

länger als gemäss SEM-Handbuch vorgesehen gedauert habe, könne 

nicht auf ein unbrauchbares Protokoll geschlossen werden.  

E-802/2020 

Seite 14 

Alle eingereichten Beweismittel seien vom SEM sowohl beschriftet als 

auch nummeriert worden. Das Beweismittel Nr. 13 – Unterlagen zur Tätig-

keit als Wahlbeobachter – sei tatsächlich nicht übersetzt worden. Die Über-

setzung von Beweismitteln falle in die Mitwirkungspflicht der asylsuchen-

den Person, ausser sie sei aufgrund von Mittellosigkeit nicht in der Lage, 

eine solche zu veranlassen. Die Akten würden keine entsprechenden An-

haltspunkte oder Eingaben enthalten. Der Beschwerdeführer habe das be-

treffende Dokument an der Anhörung persönlich eingereicht und entspre-

chend betitelt. Er habe bei der Anhörung auch vorgetragen, bei den Wahlen 

mitgeholfen zu haben. Die politischen Hilfstätigkeiten würden nicht in Ab-

rede gestellt. Die Beweismittel Nr. 12 und 17 seien vom internen Dolmet-

scher am 7. Januar 2020 gesichtet und der Inhalt der Zeitungsartikel sum-

marisch in einer Aktennotiz (Akte A17) festgehalten worden. Diese Akte sei 

dem Rechtsvertreter im Rahmen der Akteneinsicht zugestellt worden. In 

keinem der Zeitungsartikel gehe es um den Beschwerdeführer persönlich. 

Die Fotos (Beweismittel Nr. 18) seien von diesem selbst beschriftet wor-

den. In der Rechtsmitteleingabe seien keine Ausführungen zum letzten Bild 

zu entnehmen, weshalb davon ausgegangen werden müsse, dass der 

Sachverhalt korrekt erstellt worden sei.  

Die behaupteten Probleme im Jahr 2008 mit der TMVP hätten nicht Teil der 

vorinstanzlichen Verfügung gebildet, seien indessen auch für die Flucht 

des Beschwerdeführers nach Saudi Arabien nicht ausschlaggebend gewe-

sen. Die fluchtauslösende Entführung seitens der TMVP im Jahr 2009 sei 

im SEM-Entscheid abgehandelt worden.   

Zu den behaupteten exilpolitischen Tätigkeiten sei in den letzten vier Jah-

ren keine Eingabe eingegangen. Auch aus der Rechtsmitteleingabe gingen 

keine entsprechenden Hinweise hervor.  

Weder die politischen Tätigkeiten des Beschwerdeführers noch diejenigen 

seiner Familie hätten das Interesse der sri-lankischen Behörden zu wecken 

vermocht. Der Beschwerdeführer sei selbst nie Mitglied der TNA gewesen. 

Seine Brüder, auch derjenige, der TNA-Mitglied gewesen sei, würden beim 

Staat arbeiten. Im Weiteren habe der Onkel den auf ihn verübten Überfall 

bei der Polizei angezeigt und es seien Ermittlungen im Gang. Beim Tod des 

Freundes respektive Sozialarbeiters bestehe kein konkreter und enger 

Konnex zum Beschwerdeführer selbst. Weder die Narben noch die illegale 

Flucht oder das Fehlen von gültigen Einreisepapieren stellten stark risiko-

begründende Faktoren dar, welche sein Risikoprofil dermassen geschärft 

hätten, dass von einer flüchtlingsrelevanten Gefährdung auszugehen sei.  

E-802/2020 

Seite 15 

Der Beschwerdeführer habe zwar in der BzP erwähnt, dass es ihm auf-

grund der erlebten Folter nicht sonderlich gut gehe und das SEM habe in 

den beiden Interviews diesbezüglich keine weiteren Fragen gestellt. Er 

habe jedoch weder im vorinstanzlichen noch im Beschwerdeverfahren ak-

tuelle Dokumente zu allfälligen medizinischen Behandlungen oder zum 

Gesundheitszustand eingereicht. Die eingereichten Arztberichte zu einem 

dreitägigen Spitalaufenthalt im Jahr 2009 vermöchten nichts über den ak-

tuellen Gesundheitszustand auszusagen. Es seien auch keine konkreten 

Hinweise auf sexuelle Misshandlungen, die über das bereits Berichtete hin-

ausgingen, ersichtlich. Das SEM sehe keine Veranlassung für weitere dies-

bezügliche Abklärungen. Zudem seien ambulante und stationäre psychiat-

rische Behandlungen in der Herkunftsgegend des Beschwerdeführers 

durchführbar.  

Es gebe keinen Anlass zur Annahme einer kollektiven Verfolgungsgefahr 

für ganze Volks- oder Berufsgruppen unter Präsident Gotabaya Rajapaksa.  

4.4 In der Replikeingabe wurde ergänzend ausgeführt, die fehlerhafte An-

hörung beschlage die vollständige und korrekte Ermittlung des rechtser-

heblichen Sachverhalts. Der darauf fussende Entscheid des SEM sei nicht 

korrekt ergangen. Es wurden Ergänzungen zu den bereits in der Be-

schwerde vorgebrachten formellen Rügen angebracht, auf welche in der 

nachfolgenden Erwägung 5 näher eingegangen wird.   

5.  

In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, die 

vorab zu beurteilen sind, da sie im Falle ihrer Berechtigung geeignet wären, 

eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken.  

5.1 Der Beschwerdeführer moniert zunächst, die Vorinstanz habe seinen 

Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. 

5.1.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör. Dieser Anspruch umfasst als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse, die 

einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Stand-

punkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1 mit Hinweisen). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die 

Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prü-

fen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35

E-802/2020 

Seite 16 

erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten ein-

lässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wi-

derlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 

5.1.2 Konkret wurde in der Rechtsmitteleingabe diesbezüglich ausgeführt, 

die Anhörung des Beschwerdeführers sei erst mehr als zwei Jahre nach 

seiner Asylgesuchseinreichung und somit nicht zeitnah durchgeführt wor-

den. Das Interview selbst habe zu lange gedauert und sei unter Zeitdruck 

durchgeführt worden. Der Beschwerdeführer sei in seinem freien Bericht 

mehrmals unterbrochen worden. Die anwesende Hilfswerksvertretung 

habe selbst angemerkt, der Sachverhalt habe sich als komplexer erwiesen 

als vom SEM ursprünglich angenommen und dass der Dolmetscher ab 

16:00 Uhr Ermüdungserscheinungen aufgewiesen habe. Durch die man-

gelhafte Anhörung seien nicht alle Parteivorbringen vollständig erfasst und 

somit auch der rechtserhebliche Sachverhalt nicht korrekt erhoben worden. 

5.1.3 Vorliegend ist nicht ersichtlich und es wird auch nicht schlüssig dar-

gelegt, inwiefern dem Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass die ein-

lässliche Befragung 21 Monate nach der Asylgesuchseinreichung durch-

geführt wurde, konkret ein Nachteil entstanden sein soll. Er wurde am 

31. August 2017 einlässlich zu seinen Asylgründen befragt und konnte 

seine Asylvorbringen uneingeschränkt vortragen. Aus dem Anspruch auf 

rechtliches Gehör ergeben sich keine Vorgaben für das SEM, innert einer 

klar definierten Frist nach der Gesuchseinreichung zu entscheiden. Die 

entsprechende Rüge geht somit fehl. 

5.1.4 Der Beschwerdeführer rügt die zeitliche Abfolge seiner Anhörung 

vom 31. August 2017. 

Es ist aktenkundig, dass die einlässliche Anhörung zu den Asylgründen um 

11:15 Uhr begann und um 19:20 Uhr beendet wurde. Von 12:45 bis 13:30 

Uhr wurden eine Mittagspause und von 15:10 bis 15:30 Uhr sowie von 

16:30 bis 16:40 Uhr zwei weitere Kurzpausen gemacht (vgl. A14, S. 1, 7, 

12, 17 und 20). Selbst wenn im SEM-Handbuch vorgesehen ist, dass eine 

Anhörung grundsätzlich bis 18:00 Uhr durchzuführen ist und nur um eine 

Stunde verlängert werden soll, führt die Überschreitung dieses Zeitrah-

mens um 20 Minuten alleine nicht zur Einschränkung der Verwertbarkeit 

des Protokolls vom 31. August 2017. Auch der Beschwerdeführer stellt sich 

in seiner Eingabe vom 17. April 2020 auf den Standpunkt, die 20-minütige 

Überschreitung sei nicht «unbedingt wesentlich» (vgl. Ziffer 8). Ferner ist 

E-802/2020 

Seite 17 

der Beschwerdeführer mit seiner handschriftlichen Unterzeichnung des An-

hörungsprotokolls und der damit expliziten Bestätigung, dass das Protokoll 

seine Angaben korrekt und vollständig widergebe (vgl. A14, S. 20), zu be-

haften.   

5.1.5 Es finden sich im fraglichen Protokoll auch keine sonstigen Hinweise 

für den behaupteten ausserordentlichen Zeitdruck oder Anzeichen für Er-

müdungserscheinungen des Dolmetschers. Wenn der Dolmetscher – oder 

der anwesende Befrager – an Erschöpfung gelitten hätte, wäre dem Be-

schwerdeführer kaum im tatsächlich erfolgten Ausmass Gelegenheit ein-

geräumt werden, seine Asylvorbringen zu detaillieren. Die behaupteten 

kognitiven Einschränkungen des Dolmetschers finden weder im BzP- noch 

im Anhörungsprotokoll eine stützende Grundlage. Alleine der Umstand, 

dass die Hilfswerksvertretung auf angebliche Einschränkungen hindeutete, 

vermag ohne entsprechende untermauernde Grundlage im Protokoll selbst 

keine mangelhafte Befragung darzutun.  

5.1.6 Zu den in der Rechtsmitteleingabe und der Eingabe vom 17. April 

2020 (vgl. Ziffer 8) gerügten «Unterbrüchen» bei Frage 30, 45 und 59 der 

Anhörung nahm das SEM in seiner Vernehmlassung einlässlich Stellung 

und legte schlüssig dar, weshalb diese nicht als Hinweise dafür gewertet 

werden können, dass der Beschwerdeführer seine Asylvorbringen nicht 

ausreichend hätte darlegen können. Zur Vermeidung von Wiederholungen 

ist auf die Vernehmlassung (vgl. Sachverhalt oben, E. 4.3) zu verweisen. 

Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer selbst einräumt, dass er sich 

auch nach der «Intervention des Befragers» (d.h. dessen Aufforderung [bei 

Frage 46], sich auf das Wesentliche zu beschränken) weiterhin ausführlich 

hat äussern können (vgl. Eingabe vom 17. April 2020: Ziffer 8, mit Verweis 

auf Frage 61 der Anhörung).  

5.1.7 Auch der weitere in der Eingabe vom 17. April 2020 erhobene Vor-

halt, der Befrager habe nach seiner «Intervention» bei Frage 46 keine der 

in Aussicht gestellten «Nachfragen» gestellt (vgl. Ziffer 8), trifft nicht zu. 

Dem Beschwerdeführer wurde unter anderem in den Fragen 51, 58, 60 und 

66 Gelegenheit gegeben, auf konkrete Nachfragen zu antworten und aus-

führlich über Vorfälle, mit denen er sein Asylgesuch begründet, zu berich-

ten. Der Befrager kam bei Frage 55 auf eine bereits im früheren Verlauf der 

Anhörung gestellte Frage sogar explizit zurück, weil der Beschwerdeführer 

diese noch nicht konkret beantwortet hatte. Der Beschwerdeführer erhielt 

auch bei Frage 61 Gelegenheit, sich im Rahmen eines freien Berichts zu 

seinen nach 2008 entstandenen Problemen einlässlich zu äussern; seine 

E-802/2020 

Seite 18 

diesbezüglichen Schilderungen umfassen mehr als eine ganze A4-Seite, 

ohne dass er unterbrochen oder zur Kürze angehalten worden wäre. Er 

wurde immer wieder aufgefordert, seine kurzen Antworten näher zu kon-

kretisieren (vgl. A14, Antworten 51, 58, 60, 66, 71, 85 und 87).  

Die vom Befrager angewandte Befragungstechnik ist nicht zu beanstanden 

und spricht gegen den behaupteten Zeitdruck.  

5.2 Der Beschwerdeführer rügt weiter eine Verletzung der Begründungs-

pflicht als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs.  

 

5.2.1 Die behördliche Begründungspflicht soll dem von einem Entscheid 

Betroffenen ermöglichen, den Entscheid sachgerecht anzufechten, was 

nur der Fall ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmitte-

linstanz über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können (vgl. 

BVGE 2011/37 E. 5.4.1; BVGE 2008/47 E. 3.2).   

5.2.2 Die Vorinstanz hat nachvollziehbar und hinreichend differenziert auf-

gezeigt, von welchen Überlegungen sie sich leiten liess. Entgegen der in 

der Beschwerde vertretenen Auffassung hat sie sich mit sämtlichen we-

sentlichen Vorbringen in der gebotenen Tiefe, insbesondere auch mit der 

aktuellen Lage in Sri Lanka, auseinandergesetzt und ist zum Schluss ge-

kommen, dass weder die individuellen Vorbringen des Beschwerdeführers 

noch die aktuelle Lage in Sri Lanka eine Verfolgung nahelegen. 

5.2.3 Alleine der Umstand, dass die Vorinstanz in ihrer Länderpraxis zu Sri 

Lanka einer anderen Linie folgt, als vom Beschwerdeführer vertreten, und 

sie aus sachlichen Gründen auch zu einer anderen Würdigung der Vorbrin-

gen gelangt, als vom Beschwerdeführer verlangt, spricht nicht für eine un-

genügende Sachverhaltsfeststellung oder eine Verletzung der Begrün-

dungspflicht. Die entsprechenden Argumente sind Bestandteil der materi-

ell-rechtliche Prüfung des Asylgesuches. Auch das Vorbringen, sämtliche 

Sachverhaltselemente beziehungsweise Risikofaktoren und damit die indi-

viduelle Fluchtgeschichte des Beschwerdeführers hätten vor dem Hinter-

grund der aktuell verfügbaren Länderinformationen beurteilt werden müs-

sen, beschlägt die rechtliche Würdigung des Sachverhalts. Schliesslich 

zeigt die ausführliche Beschwerdeeingabe deutlich auf, dass eine sachge-

rechte Anfechtung des Entscheids der Vorinstanz ohne Weiteres möglich 

war. Eine Verletzung der Begründungspflicht liegt daher nicht vor. 

E-802/2020 

Seite 19 

5.2.4 Dem Beschwerdeführer ist es insgesamt nicht gelungen, eine recht-

liche Gehörsverletzung substanziiert darzutun. 

5.3 Im Beschwerdeverfahren wird weiter beanstandet, das SEM habe den 

rechtserheblichen Sachverhalt nicht hinreichend erstellt. 

 

5.3.1 Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet ei-

nen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die 

Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-

ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-

den sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswe-

sentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERT-

SCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 

3. Aufl., 2013, Rz. 1043). 

5.3.2 Konkret wird geltend gemacht, das SEM habe den Beschwerdeführer 

zu diversen Sachverhaltselementen nicht befragt und dadurch den Sach-

verhalt nicht korrekt ermittelt (vgl. Beschwerde Ziffer 4.1, S. 10ff.). Ferner 

habe das SEM in der Vernehmlassung die vollständige Erhebung des 

Sachverhalts bloss vermutet (vgl. Eingabe vom 17. April 2020, Ziffer 14). 

Die bei der Anhörung abgegebenen Beweismittel seien zwar aufgenom-

men und protokolliert worden; eine Prüfung dieser Unterlagen habe jedoch 

entgegen der amtseigenen Weisungen zur Durchführung einer Anhörung 

nicht stattgefunden. 

5.3.3 Es trifft nicht zu, dass dem Beschwerdeführer nicht Gelegenheit ein-

geräumt worden sei, sich einlässlich zum politischen Hintergrund seiner 

Familienangehörigen zu äussern. In der Anhörung trug er vor, sein ältester 

Bruder sei Mitglied der TNA, sein Vater Mitglied der TULF und sein Cousin 

sei bei den LTTE gewesen. In seinem fast drei Seiten umfassenden freien 

Bericht in Frage 41 schilderte er die Entführung seines Onkels und dessen 

Anzeige bei der Polizei einlässlich. Auf das Attentat auf den Sozialarbeiter 

kam er bei Frage 84 zu sprechen, ohne dass er einen Zusammenhang zu 

seiner eigenen Situation schlüssig dargelegt hätte. Die Rüge, man habe 

ihm keine hinreichende Gelegenheit gegeben, sich zu diesen Aspekten sei-

ner Asylvorbringen zu äussern, stösst deshalb ins Leere.  

In der Replikeingabe räumt der Beschwerdeführer selbst ein, dass er im 

bisherigen Verlauf des Rechtsmittelverfahrens keine Beweismittel zu exil-

politischen Tätigkeiten eingereicht hat. Entgegen den diesbezüglichen 

E-802/2020 

Seite 20 

Ausführungen ist das SEM jedoch nicht gehalten, nach etwaigen exilpoliti-

schen Aktivitäten eines Asylsuchenden zu forschen. Er wurde bereits ein-

gangs der BzP auf seine Mitwirkungspflicht hingewiesen und ausdrücklich 

aufgefordert, dem SEM allfällige Informationen über politische Tätigkeiten 

in der Schweiz weiterzuleiten (vgl. A3, Einleitung, Bst. h.). Wenn der Be-

schwerdeführer – wie in der Rechtsmittelschrift nachhaltig behauptet 

wurde – tatsächlich entsprechende Tätigkeiten in der Schweiz entfaltet 

hätte, wäre es an ihm gelegen, entsprechende Vorbringen zu substanziie-

ren und mit Beweismitteln zu untermauern. Von einer Verletzung von Ver-

fahrensrechten oder einer unvollständigen Feststellung des rechterhebli-

chen Sachverhalts kann vorliegend jedoch keine Rede sein. 

5.3.4 Zu den Rügen betreffend Beweismittel ist das Folgende festzuhalten:  

Der Beschwerdeführer wurde eingangs der Anhörung gefragt, ob er sich 

direkt zu den Beweismitteln äussern oder bei der Schilderung seiner Asyl-

gründe auf diese eingehen wolle, worauf er zu Protokoll gab, es sei ihm 

«egal» (vgl. A14, Antwort 5). Nachdem das SEM an den Tatsachen, die mit 

den eingereichten Beweismitteln belegt werden sollten, namentlich den Er-

halt eines Schreiben der TMVP, eines Spitalberichts und einer Bestätigung 

der Menschenrechtskommission in F._______ sowie den Umstand, dass 

er in den Jahren 2009 und 2015 eine Polizeianzeige eingereicht habe und 

im Rahmen von Wahlen tätig gewesen sei, keine Zweifel anzubringen hatte 

und die betreffenden Umstände als solche nicht bestritten wurden, waren 

auch keine weitergehenden Untersuchungen zu diesen Beweismitteln er-

forderlich. Das SEM hat sich in seinem Asylentscheid mit dem Inhalt des 

Schreibens der TMVP auseinandergesetzt (vgl. Ziffer II, S. 4, letzter Ab-

schnitt) und dazu festgehalten, dass die eingereichten Unterlagen entwe-

der das von ihm Geschilderte bestätigen oder ihn nicht persönlich betreffen 

würden. Die Beweismittel als solche wurden jedoch nicht in Zweifel gezo-

gen. Dem Beschwerdeführer ist im Rahmen der Akteneinsicht die von ei-

nem SEM-amtsinternen Dolmetscher vorgenommene summarische Über-

setzung der Beweismittel Nr. 12 und 17 (Zeitungsartikel) zur Kenntnis ge-

bracht worden. Er hat im Rahmen des Beschwerdeverfahrens nicht darge-

legt, inwieweit er konkret von diesen Berichten persönlich betroffen wäre. 

Von einem vom SEM unvollständig erstellten Sachverhalt kann auch hin-

sichtlich der Beweismittel nicht die Rede sein. 

5.3.5 In der Eingabe vom 17. April 2020 wird weiter die vom SEM vorge-

nommene Aktenführung beanstandet und daraus ein unvollständig festge-

stellter Sachverhalt abgeleitet. Es sei über die eingereichten Beweismittel 

E-802/2020 

Seite 21 

weder ein Aktenverzeichnis erstellt, noch seien diese Unterlagen einzeln 

erfasst worden. Bei Beweismittel Nr. 10, 12 und 18 sei der Inhalt pauschal 

mit «diverse Zeitungsartikel», «Internetartikel» und «Kopien Bilder/Fotos» 

zusammengefasst worden, obwohl diese unterschiedliche Sachverhalts-

elemente betreffen würden. Zudem sei das Beweismittel Nr. 13 mit dem 

Titel «Unterlagen Tätigkeiten als Wahlbeobachter» erfasst worden, obwohl 

der Beschwerdeführer während der Anhörung nie über eine solche Tätig-

keit gesprochen habe (vgl. Beschwerde, Ziffer 4.2.2). Das SEM habe ferner 

zu Unrecht auf die Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers verwiesen 

und die summarischen Übersetzungen der Zeitungsartikel erst am Tag vor 

dem SEM-Entscheid in einer Aktennotiz festgehalten (vgl. Ziffer 17-20). 

Auch diese Rügen sind unbegründet: In Akte A15 (Beweismittelcouvert) 

wurden sämtliche eingereichten Beweismittel einzeln aufgenommen, num-

meriert und betitelt. Bei Beweismittel 17 und 18 wurden die «Zeitungsarti-

kel» respektive «Bilder/Fotos» zusammengefasst. Auf den Fotos (Beweis-

mittel Nr. 18) wurde der Inhalt dieser Aufnahmen vom Beschwerdeführer 

selbst bestimmt und beschriftet. Wie das SEM in der Vernehmlassung zu-

treffend feststellt, beruhen die Inhaltszusammenfassungen auf den eige-

nen Angaben des Beschwerdeführers. Die Kritik, Beweismittel Nr. 13 sei 

falsch gekennzeichnet, ist ebenfalls zurückzuweisen. Der Beschwerdefüh-

rer trug in der Anhörung selbst vor, dass er «für die Wahlen tätig» gewesen 

sei (vgl. Antwort 47) respektive bei den Wahlen Aufgaben wahrgenommen 

und die Versammlungen mitorganisiert habe (vgl. Antworten 50 und 51). 

Bei dieser Sachlage war die Inhaltsangabe des SEM zu diesem Beweis-

mittel offensichtlich zutreffend. Auch der weitere Vorhalt in der Replikein-

gabe, wonach das SEM bezüglich der nicht übersetzten Beweismittel  

Nr. 12 und 17 zu Unrecht auf die Mitwirkungspflicht verwiesen habe, er-

weist sich als unbehelflich. Wenn der Beschwerdeführer aus den besagten 

Unterlagen – Zeitungsartikel – konkrete Tatsachen und Schlussfolgerun-

gen für sein Asylverfahren ableitet, wäre es an ihm gelegen, Entsprechen-

des darzutun und spezifisch zu begründen, weshalb er welche Umstände 

referenziert. In keinem der Zeitungsartikel geht es um den Beschwerdefüh-

rer persönlich, weshalb das SEM nicht gehalten war, weitere diesbezügli-

che Abklärungen zu tätigen. Schliesslich ist auch der gerügte Umstand, 

dass das SEM am Tag vor seiner Entscheidfällung die summarischen 

Übersetzungen der eingereichten Zeitungsartikel in einer Aktennotiz zu-

sammengefasst hat, nicht zu beanstanden. Von Relevanz ist vielmehr der 

Umstand, dass diese Aktennotiz (Akte A17) der Akteneinsicht unterstellt 

worden war und der Beschwerdeführer somit Gelegenheit hatte, im Rah-

men seiner Beschwerdeeingabe hierzu Stellung zu beziehen.    

E-802/2020 

Seite 22 

5.3.6 In der Beschwerde wird schliesslich geltend gemacht, das SEM habe 

es unterlassen, den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers fachärzt-

lich begutachten zu lassen (vgl. Ziffer 9.1.2).  

Der Beschwerdeführer gab zwar in der BzP an, es gehe ihm aufgrund der 

erlittenen Misshandlungen gesundheitlich nicht gut (vgl. A3, Ziffer 8.02). 

Wie das SEM in der Vernehmlassung aber zutreffend festhielt, reichte er 

weder im vorinstanzlichen Verfahren, noch im Verlauf des Rechtsmittelver-

fahrens Unterlagen zum aktuellen Gesundheitszustand ein. Unter diesen 

Umständen ist nicht zu beanstanden, dass sich das SEM zu keinen weite-

ren medizinischen Abklärungen veranlasst sah. Auch in diesem Zusam-

menhang kann nicht von einem mangelhaft festgestellten Sachverhalt aus-

gegangen werden.   

5.4 Die formellen Rügen erweisen sich nach dem Gesagten als unbegrün-

det. Das Bundesverwaltungsgericht stellt keine Verletzungen der Verfah-

rensvorschriften fest. Der Sachverhalt wurde nach dem Gesagten korrekt 

und vollständig erstellt. Es wurden keine stichhaltigen Gründe vorgetragen, 

die indizieren würden, dass das BzP- und/oder das Anhörungsprotokoll 

nicht oder nur unter Vorbehalt für die Beurteilung des vorliegenden Asyl-

verfahrens beizuziehen und mitzuberücksichtigen wären. 

Es besteht auch keine Veranlassung, von Amtes wegen den Gesundheits-

zustand des Beschwerdeführers weiter abzuklären, weitere Untersuchun-

gen im Zusammenhang mit dem Vorfall der Entführung einer Mitarbeiterin 

der Schweizerischen Botschaft durchzuführen oder den Beschwerdeführer 

erneut anzuhören. Die in der Beschwerde (vgl. Ziffer 6) gestellten Beweis-

anträge werden daher abgewiesen.  

Damit besteht kein Anlass, die Verfügung aus formellen Gründen aufzuhe-

ben. Die entsprechenden auf eine Kassation lautenden Rechtsbegehren 2-

4 sind deshalb abzuweisen. 

Auf die rechtliche Prüfung der Asylvorbringen ist in den nachstehenden Er-

wägungen weiter einzugehen.  

6.  

6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

E-802/2020 

Seite 23 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

7.  

Nach Durchsicht der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Be-

schwerdeführers verneint und folglich das Asylgesuch abgewiesen hat. 

 

7.1 Der Beschwerdeführer macht Verfolgungsmassnahmen geltend, die 

ihm im Jahr 2009 seitens der Karuna-Gruppe respektive der TMVP zuge-

fügt worden sein sollen.  

7.1.1 Hierzu ist festzuhalten, dass diesbezüglich nicht von einer anhalten-

den, gezielten Verfolgungssituation ausgegangen werden kann. 

Der Beschwerdeführer gab zwar zu Protokoll, er sei am 14. Juni 2009 von 

Angehörigen der Karuna-Gruppe respektive der TMVP entführt worden. Es 

sei ihm in der Folge dann aber gelungen, aus dem Camp dieser Gruppie-

rungen zu fliehen. Er gab weiter an, nach seiner Flucht aus diesem Camp 

seien seine Peiniger nicht mehr bei ihm zu Hause vorbeigekommen, sie 

seien hingegen häufig der Strasse seines Wohnhauses entlanggegangen 

(vgl. A14, Antworten 41, und 62-72). Bereits dieses Verhalten der Karuna-

Gruppe respektive der TMVP spricht gegen ein intensives Interesse dieser 

Gruppierungen am Beschwerdeführer. Wenn diese den Beschwerdeführer 

im behaupteten Ausmass zu verfolgen beabsichtigt hätten, wäre es ihnen 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gelungen, ihn zu fassen, nachdem 

er angab, sich nach seiner Flucht aus dem Camp zu Hause und bei nahen 

Verwandten aufgehalten zu haben (vgl. A14, Antworten 41, S. 9 und 67). 

E-802/2020 

Seite 24 

7.1.2 Gemäss eigenen Angaben hielt sich der Beschwerdeführer nach der 

Flucht aus dem Camp weitere 16 Monate in Sri Lanka auf, bis er im Okto-

ber 2010 das Land Richtung Saudi Arabien verliess. 

Bei dieser Sachlage muss der vom Asylgesetz geforderte sachliche und 

zeitliche Kausalzusammenhang zwischen den Vorfällen im Jahr 2009 – so-

wie den Problemen, die der Beschwerdeführer bereits im Jahr 2008 mit der 

Karuna-Gruppe gehabt haben soll (vgl. A14, Antwort 61) – und der ersten 

Ausreise aus Sri Lanka im Oktober 2010 verneint werden.  

7.1.3 Der Umstand, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben 

im Dezember 2014 freiwillig und auf Anraten seiner Familie (vgl. A14, Ant-

wort 30) von Saudi Arabien nach Sri Lanka zurückgekehrt ist, spricht eben-

falls gegen die behauptete Verfolgungssituation. Wenn er sich aufgrund der 

erlittenen Ereignisse im Jahr 2009 als verfolgt erachtet hätte, ist nicht nach-

vollziehbar, weshalb er sich im Dezember 2014 zur freiwilligen Rückkehr in 

den Heimatstaat entschlossen hat. 

7.1.4 Hinzu kommt, dass dem Beschwerdeführer im (…) 2010 seitens der 

sri-lankischen Behörden eine Identitätskarte und im (…) 2010 ein Führer-

schein ausgestellt wurden. Die entsprechenden behördlichen Kontakte 

sprechen ebenfalls gegen das Vorliegen einer Verfolgungssituation im frag-

lichen Zeitpunkt. 

7.1.5 Schliesslich spricht auch der Umstand, dass dem Beschwerdeführer 

im Dezember 2014 die Rückkehr ins Heimatland offenbar gelang, ohne 

dass ihm bei der Wiedereinreise an der Grenze Probleme entstanden sind, 

dagegen, dass er im damaligen Zeitpunkt im Visier der heimatlichen Be-

hörden stand.   

7.2 Der Beschwerdeführer machte weiter geltend, er sei am 10. Januar 

2015 zu Hause von bewaffneten Unbekannten aufgesucht worden. Er 

selbst habe aus dem Wohnhaus fliehen können. Nach der Tötung des So-

zialarbeiters unweit seines Wohnhauses am 26. Mai 2015 habe er sich bei 

Verwandten und Bekannten aufgehalten (vgl. A14, Antwort 85).   

7.2.1 Er gab zu diesem Vorfall zu Protokoll, nicht zu wissen, um wen es 

sich bei den Vorsprechenden gehandelt habe. Die Personen seien bewaff-

net und in Zivilkleidung erschienen (vgl. A14, Antwort 73). Er mutmasst, 

dass es sich dabei um Angehörige der TMVP gehandelt habe.  

E-802/2020 

Seite 25 

7.2.2 Das SEM hat hierzu erwogen, aufgrund der Angaben des Beschwer-

deführers sei von einer Verfolgung durch Dritte auszugehen, welche nur 

asylbeachtlich sei, wenn vom Fehlen der staatlichen Schutzfähigkeit und 

des Schutzwillens ausgegangen werden müsse, was vorliegend nicht der 

Fall sei.  

7.2.3 Das Gericht teilt diese Einschätzung der Vorinstanz. Der Beschwer-

deführer war nicht in der Lage, die vorsprechenden Peiniger mit hinreichen-

der Wahrscheinlichkeit einer staatlichen Behörde zuzuschreiben oder dar-

zulegen, weshalb er von diesen zu Hause gesucht worden sei. Alleine der 

Umstand, dass die Unbekannten in Zivilkleidung erschienen sein sollen 

und die Angehörigen der Karuna-Gruppe auch keine Uniformen zu tragen 

pflegen, wie der Beschwerdeführer angibt (A14, Antwort 73), genügt nicht, 

um die Einschätzung des SEM zu widerlegen. Die zu Protokoll gegebenen 

Angaben sind nicht hinreichend, um mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

von einer Verfolgung durch die sri-lankischen Behörden oder diesen nahe-

stehende Gruppierungen auszugehen.  

7.3 Der Beschwerdeführer trug weiter vor, er habe ein Schreiben der TMVP 

erhalten (vgl. A15, Beweismittel Nr. 4), in welcher er aufgefordert worden 

sei, in ihrem Hauptbüro zu erscheinen.  

7.3.1 Wie das SEM zutreffend ausgeführt hat, lässt der Inhalt dieses 

Schreibens nicht auf eine asylbeachtliche Verfolgungssituation schliessen. 

Die Einladung oder Vorladung zu einer Vorsprache im Hauptbüro vermag 

für sich alleine keinen flüchtlingsrechtlichen Konnex herzustellen.  

7.3.2 Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer auf die Frage, wie die 

TMVP reagiert habe, als er ihrer Forderung zum Erscheinen im Hauptbüro 

nicht gefolgt sei, angab, sie hätten «nicht offen reagiert» (vgl. A14, Antwort 

86). Er machte nicht geltend, dass ihm aus der Nichtbefolgung des TMVP-

Schreibens konkrete flüchtlingsrelevante Nachteile entstanden wären. Er 

führte diesbezüglich lediglich aus, sie hätten ihn gesucht; sie seien jedoch 

nicht zu seinem Haus gekommen und hätten ihn nicht zu Hause gesucht 

(vgl. A14, Antwort 89). Diese Angaben sprechen gegen eine konkrete, 

nachhaltige und gezielt gegen seine Person gerichtete Verfolgung.  

7.3.3 Nach dem Gesagten kommt auch das Bundesverwaltungsgericht 

zum Schluss, dass den sich im Jahr 2015 behauptungsgemäss zugetrage-

nen Ereignissen die Asylrelevanz abgesprochen werden muss. 

E-802/2020 

Seite 26 

7.4 Der Beschwerdeführer bringt schliesslich vor, er sei aufgrund seiner 

Unterstützung respektive Nähe zur TNA ins Visier der sri-lankischen Be-

hörden geraten. Dazu führte er aus, nie eingeschriebenes Mitglied der TNA 

gewesen zu sein (vgl. A14, Antwort 32). Er habe jedoch nach 2007 begon-

nen, die TNA zu unterstützen, und namentlich bei den Wahlen die Ver-

sammlungen mitorganisiert (vgl. A14, Antworten 32, 30 und 100). Sein Bru-

der sei TNA-Mitglied gewesen, seine übrige Familienangehörigen seien 

«für die TNA» gewesen (vgl. A14, Antworten 33 und 35). 

7.4.1 Der Beschwerdeführer hat nie geltend gemacht, konkret wegen sei-

ner seit 2007 (vgl. A14, Antwort A14, Antwort 54) ausgeübten TNA-Unter-

stützung das Augenmerk der sri-lankischen Behörden auf seine Person ge-

lenkt zu haben. Wenn er sich wegen seines vor seiner Ausreise nach Saudi 

Arabien bestehenden TNA-Engagements als verfolgt erachtet hätte, ist 

nicht plausibel, warum er im Dezember 2014 von Saudi Arabien nach Sri 

Lanka zurückgekehrt ist. Nachdem er im Weiteren angab, dass seine drei 

Brüder alle bei staatlichen Behörden angestellt seien, ist ebenso wenig 

nachvollziehbar, weshalb seine übrige Familie in Sri Lanka unbehelligt lebt, 

wenn alleine die TNA-Zugehörigkeit oder -Nähe behördliche Repressalien 

auslösen soll. 

7.4.2  Das geltend gemachte, verhältnismässig niederschwellige Engage-

ment in der TNA als Wahlhelfer erscheint nicht zuletzt vor dem Hintergrund 

der Tatsache, dass diese Allianz in den Parlamentswahlen der Vergangen-

heit eine grössere oppositionelle Kraft bildete (vgl. Urteil E-7267/2015 vom 

19. September 2017, E. 5.2), nicht geeignet, den Beschwerdeführer als 

missliebigen Oppositionellen ins Visier der heimatlichen Behörden zu rü-

cken. 

7.5 Auch der familiäre Hintergrund des Beschwerdeführers vermag nicht 

auf eine konkret ihn betreffende Verfolgungsgefahr zu schliessen. 

7.5.1 Der Umstand, dass ein Cousin bei den LTTE sein soll, vermag für 

sich alleine kein behördliches Interesse am Beschwerdeführer wegen 

staatfeindlicher Gesinnung auszulösen. Der Beschwerdeführer hat zudem 

im Rahmen seines Sachverhaltsvortrages nie geltend gemacht, dass er 

wegen der LTTE-Zugehörigkeit seines Cousins ins Visier der Behörden ge-

raten sei. 

7.5.2 Betreffend die Entführung seines Onkels wies das SEM in der Ver-

nehmlassung zutreffend darauf hin, dass der Onkel den auf ihn verübten 

E-802/2020 

Seite 27 

Überfall bei der Polizei angezeigt hat. Zudem gab der Beschwerdeführer 

zu diesem Vorfall an, sein Onkel habe nicht gewusst, was ihm zugestossen 

sei (vgl. A14, Antwort 41, S. 9 unten). Nachdem dieser Onkel offenbar in 

einem (…) arbeitet und der Beschwerdeführer aus der mutmasslichen Ent-

führung seines Onkels für sich keine persönlichen Konsequenzen schlüs-

sig dargelegt hat, wurde seitens des SEM zu Recht auf die fehlende Asyl-

relevanz dieses Ereignisses geschlossen.  

7.6 Der Beschwerdeführer verwies in seiner Anhörung schliesslich auf den 

Tod eines mit ihm befreundeten Sozialarbeiters (vgl. Antwort 84) und 

reichte dazu Unterlagen ein (vgl. A15, Beweismittel Nr. 11 sowie 12 [Zei-

tungsberichte]). Entgegen den Vorbringen in der Beschwerde vermögen 

weder seine eigenen Schilderungen noch die dazu eingereichten Beweis-

mittel darzulegen, dass der Tod dieser Person für den Beschwerdeführer 

flüchtlingsrechtlich relevante Nachteile nach sich gezogen hätte. Die ent-

sprechenden Vorbringen sind deshalb auch als nicht asylrelevant zu quali-

fizieren.  

7.7 Andere Vorfluchtgründe hat der Beschwerdeführer nicht geltend ge-

macht.   

7.8 Nach dem Gesagten ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, 

flüchtlingsrechtlich relevante Nachteile im Sinne von Vorfluchtgründen als 

überwiegend wahrscheinlich darzutun. Hieran vermögen die eingereichten 

Beweismittel nichts zu ändern, nachdem sie entweder Tatsachen unter-

mauern, die vom Gericht nicht in Zweifel gezogen werden, oder Aussagen 

zu Ereignissen enthalten, die nicht den Beschwerdeführer persönlich be-

treffen.  

8.  

Zu prüfen bleibt, ob aus heutiger Sicht eine begründete Furcht vor Verfol-

gung anzunehmen ist. 

8.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich nach Beendigung des Bürger-

krieges im Mai 2009 wiederholt und eingehend mit der (nach wie vor pre-

kären) Menschenrechtslage in Sri Lanka im Allgemeinen und mit der Situ-

ation von Rückkehrenden tamilischer Ethnie im Besonderen befasst (sog. 

Returnee-Problematik; vgl. insb. BVGE 2011/24 E. 8, und Urteil 

E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 [als Referenzurteil publiziert] E. 8 je mit 

umfassender Quellenanalyse). Nach wie vor besteht seitens der sri-lanki-

schen Behörden gegenüber Personen tamilischer Ethnie, die aus dem 

E-802/2020 

Seite 28 

Ausland zurückkehren, eine erhöhte Wachsamkeit. Indessen kann nicht 

generell angenommen werden, jeder aus Europa oder der Schweiz zurück-

kehrende tamilische Asylsuchende sei alleine aufgrund seines Ausland-

aufenthaltes der ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter 

ausgesetzt (vgl. Urteil E-1866/2015 E. 8.3).  

8.2 Im Kern geht die Rechtsprechung davon aus, dass jene Rückkehrer 

eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 

AsylG haben, denen seitens der sri-lankischen Behörden Bestrebungen 

zugeschrieben werden, den nach wie vor als Bedrohung wahrgenomme-

nen tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen respektive den 

sri-lankischen Einheitsstaat zu gefährden. Das Gericht orientiert sich bei 

der Beurteilung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nach-

teile in Form von Verhaftung und Folter zu werden, an verschiedenen Risi-

kofaktoren. Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene 

Verbindung zu den LTTE, ein Eintrag in der sogenannten „Stop-List“ und 

die Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen wurden da-

bei als stark risikobegründende Faktoren eingestuft. Demgegenüber stel-

len das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri 

Lanka, Narben und eine gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen 

Land schwach risikobegründende Faktoren dar. Das Gericht hat im Einzel-

fall die konkret glaubhaft gemachten Risikofaktoren in einer Gesamtschau 

sowie unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu prüfen und zu 

erwägen, ob mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich 

relevante Verfolgung droht (vgl. a.a.O. E. 8).  

8.3 Die Vorinstanz nahm in ihrem Asylentscheid vom 8. Januar 2020 (vgl. 

S. 5 und 6) eine Prüfung anhand dieser Risikofaktoren unter Berücksichti-

gung der Entwicklung seit den Präsidentschaftswahlen vom November 

2019 vor. Sie hielt fest, die Vorfluchtgründe des Beschwerdeführers wür-

den keine Asylrelevanz entfalten. Er sei bis Dezember 2015 im Heimatstaat 

wohnhaft gewesen und habe somit – seinen Aufenthalt in Saudi Arabien 

mitberücksichtigt – nach Kriegsende noch zwei Jahre in Sri Lanka gelebt. 

Alleine der Umstand, dass einer seiner Cousins Mitglied der LTTE gewe-

sen sei, vermöge das Interesse der sri-lankischen Behörden nicht zu we-

cken. Es sei anhand der Akten nicht ersichtlich, weshalb er bei einer Rück-

kehr nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Behörden geraten oder 

verfolgt werden sollte. Er weise zwar sichtbare Körpernarben auf, die ihm 

durch die TMVP zugefügt worden seien. Es gebe indessen keine Hinweise 

darauf, dass die schwach risikobegründenden Narben ohne weitere Ver-

dachtsmomente zu einer Verhaftung oder gar Folter führen würden. Ein 

E-802/2020 

Seite 29 

gefährdungsrelevanter Bezug des Beschwerdeführers zu den Präsident-

schaftswahlen Ende 2019 sei weder erkennbar noch geltend gemacht wor-

den.  

8.4 Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, er erfülle mehrere Risiko-

faktoren im Sinne des zitierten Referenzurteils: Er sei vorverfolgt worden; 

er habe die TNA unterstützt und verfüge über familiäre Verbindungen zu 

den LTTE. Zudem sei er exilpolitisch tätig, weise sichtbare Folternarben 

auf, sei seit vier Jahren in der Schweiz und verfüge über keine gültigen 

Reisepapiere (vgl. Ziffer 9.3 der Beschwerde). 

8.5  

8.5.1 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist das Vorliegen eines rele-

vanten Risikoprofils zu verneinen. Der Beschwerdeführer hat gemäss ei-

genen Angaben keine persönlichen Verbindungen zu den LTTE gehabt. 

Dasselbe gilt auch für seine Kernfamilie. Alleine der Umstand, dass ein 

Cousin bei den LTTE gewesen sein soll, vermag ihn nicht in das Licht eines 

Oppositionellen, welcher den tamilischen Separatismus schürt, zu rücken. 

Abgesehen von niederschwelligen Unterstützungen der TNA war er nicht 

exponiert politisch aktiv. Der Beschwerdeführer hat nicht schlüssig darge-

legt, sondern bloss behauptet, dass er wegen seines politischen Engage-

ments bei den Behörden registriert wurde (vgl. Beschwerde, Ziffer 9.1, S. 

40). Es bestehen insgesamt keine Anhaltspunkte, die auf ein politisches 

Profil hinweisen, welches das Augenmerk der heimatlichen Behörden auf 

ihn lenken würde.  

8.5.2 Der Beschwerdeführer hat keine im Nachgang zu den im November 

2019 erfolgten Präsidentschaftswahlen persönlich erlittenen Nachteile gel-

tend gemacht.  

8.5.3 Er dokumentiert zwar mit Farbfotokopien Körpernarben ([…]). Auf 

den Aufnahmen sind Narben am (…) sichtbar. Vom Gericht wird nicht be-

stritten, dass er im Juni 2009 in Sri Lanka im Zusammenhang mit erlittenen 

Verletzungen im Spital behandelt wurde (vgl. dazu: A15, Beweismittel Nr. 

6). Es gibt jedoch keine stichhaltigen Hinweise dafür, dass diese Verletzun-

gen in einen flüchtlingsrelevanten, ihn bei einer Rückkehr gefährdenden 

Konnex zu stellen wären. Die leicht abdeckbaren Narben am (…) sind für 

sich alleine nicht als stark risikobegründend im Sinne der Rechtsprechung 

einzustufen. Dasselbe gilt für die mehrjährige Landesabwesenheit des Be-

schwerdeführers. 

E-802/2020 

Seite 30 

8.5.4 Aus den Darlegungen des Beschwerdeführers lassen sich insgesamt 

keine Anhaltspunkte ersehen, die den Schluss nahelegen würden, der sri-

lankische Staat könnte in ihm jemanden vermuten, der dem tamilischen 

Separatismus zum Wiedererstarken verhelfen wollte. Es kann folglich nicht 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass 

er bei einer Rückkehr Ziel behördlicher Verfolgungsmassnahmen in flücht-

lingsrelevantem Ausmass werden könnte. An dieser Einschätzung vermö-

gen vorliegend auch die im Zuge des Regierungswechsels veränderte po-

litische Lage in Sri Lanka und die diesbezüglichen Beweismittel nichts zu 

ändern. In einer Gesamtwürdigung ist seine geltend gemachte subjektive 

Furcht, im Heimatland asylrelevanten Nachteilen ausgesetzt zu sein, ob-

jektiv nicht begründet.  

8.6 Das SEM hat zusammenfassend die Flüchtlingseigenschaft des Be-

schwerdeführers zu Recht verneint und dessen Asylgesuch zutreffend ab-

gelehnt.  

9.  

9.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

9.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

10.  

10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

10.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

E-802/2020 

Seite 31 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

10.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

10.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus seinen Aussagen noch aus den Akten An-

haltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimat-

staat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder 

Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss 

Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) so-

wie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer 

eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass 

ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung 

drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, 

Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch der EGMR hat sich 

mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK-widrige Behand-

lung namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri 

Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. EGMR, R.J. gegen 

Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Nr. 10466/11; T.N. gegen Dä-

nemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Nr. 20594/08; P.K. gegen Dänemark, 

Urteil vom 20. Januar 2011, Nr. 54705/08; J.G. gegen Polen, Entscheidung 

E-802/2020 

Seite 32 

vom 11. Juli 2017, Nr. 44114/14). Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass 

nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen 

drohe eine unmenschliche Behandlung. An dieser Einschätzung vermögen 

die politischen Entwicklungen insbesondere im Umfeld der Kommunalwah-

len vom Februar 2018 (vgl. Urteil des BVGer D-5880/2018 vom 12. Februar 

2019 E. 11.2.2) sowie die Ende 2019 erfolgten Präsidentschaftswahlen 

nichts Grundlegendes zu ändern. 

Es bestehen aufgrund der Akten keine konkreten Hinweise, dass der Be-

schwerdeführer bei einer erneuten Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtli-

cher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen 

so genannten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tä-

tigkeiten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich 

gefährdet wäre. Seine in der Beschwerdeschrift geäusserten Mutmassun-

gen über Massnahmen seitens der Strafverfolgungsbehörden gegen ihn 

sind rein spekulativer Art.  

Weder die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat noch indi-

viduelle Faktoren in Bezug auf die Situation des Beschwerdeführers lassen 

demnach den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als unzulässig 

erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl 

im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

10.3  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

10.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Frage der generellen Zumut-

barkeit der Wegweisung nach Sri Lanka im schon erwähnten Referenzur-

teil E-1866/2015 (E. 13) geprüft und sich im Sinne einer Aufdatierung der 

davor letzten Lagebeurteilung (BVGE 2011/24) eingehend mit der aktuel-

len politischen und allgemeinen Lage in Sri Lanka auseinandergesetzt 

(E. 13.2 f.). Dabei kam es zum Schluss, der Vollzug der Wegweisung in die 

Nord- und Ostprovinz sei grundsätzlich zumutbar, sofern das Vorliegen der 

individuellen Zumutbarkeitskriterien bejaht werden können, insbesondere 

die Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes 

sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation.  

E-802/2020 

Seite 33 

Die Vorinstanz stellte im angefochtenen Entscheid (Ziff. III/2) vorab die all-

gemeine Sicherheitslage in Sri Lanka vor dem Hintergrund der neueren 

Entwicklung dar und kam zum Schluss, es liege keine Situation allgemei-

ner Gewalt im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG vor. Ausgehend vom genannten 

Referenzurteil E-1866/2015 (E. 13.3.3), prüfte sie die individuellen Zumut-

barkeitskriterien und stufte den Wegweisungsvollzug als zulässig, zumut-

bar und möglich ein.  

10.3.2 Der Beschwerdeführer stammt aus B._______ (Ostprovinz).  Er 

wurde in Sri Lanka sozialisiert und besuchte die Schule bis zum A-Level 

(vgl. A3, Ziffer 1.17.04 respektive A14, Antwort 14). Er verfügt über eine 

mehrjährige Berufserfahrung im Ausland. Seine Familie (Mutter, drei Ge-

schwister) ist im B._______ wohnhaft. Seine drei älteren Brüder arbeiten 

alle beim sri-lankischen Staat (A14, Antworten 10 und 11), und die Familie 

ist verhältnismässig gut situiert (vgl. A14, Antworten 27 und 28). Er kann 

somit auf ein tragfähiges Beziehungsnetz und eine gesicherte Einkom-

mens- und Wohnsituation im Heimatland zurückgreifen. Nachdem, wie 

oben bereits festgestellt, keine fachärztlichen Unterlagen eingereicht wur-

den, die auf ein medizinisches Wegweisungshindernis hinweisen würden, 

ist der Vollzug der Wegweisung als zumutbar zu qualifizieren.   

10.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

10.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG), 

weshalb das Rechtsbegehren 6 abzuweisen ist.  

11.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

12.   

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten von 

Fr. 1'500.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

E-802/2020 

Seite 34 

Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrenskos-

ten verwendet.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

E-802/2020 

Seite 35 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Sandra Bodenmann 

 

 

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