# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d7cb5f5a-685b-5c93-9120-5d4a8e802659
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.03.2010 B-7481/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-7481-2009_2010-03-08.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-7481/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter Philippe Weissenberger (Vorsitz), 
Richter Marc Steiner, Richter Hans Urech, 
Gerichtsschreiberin Anita Kummer.

Bundesamt für Landwirtschaft BLW, 
Beschwerdeführendes Amt,

gegen

1. X._______,
2. Y._______,
Beschwerdegegner,

Dienststelle für Landwirtschaft, Amt für 
Viehwirtschaft,
Erstinstanz,

Rekurskommission des Kantons Wallis für den 
Bereich Landwirtschaft und Landumlegungen,
Vorinstanz.

Anerkennung einer Betriebsgemeinschaft.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-7481/2009

Sachverhalt:

A.
Seit  2004 bildeten Y._______ (nachfolgend: Beschwerdegegner)  und 
Z._______  eine  Betriebsgemeinschaft  in  K._______.  Der  vom  Be-
schwerdegegner eingebrachte Betrieb umfasste rund 56 ha, derjenige 
von Z._______ rund 7 ha. Auf beiden Betrieben wurde Rindvieh ge-
halten (31 Grossvieheinheiten [GVE] sowie 6 GVE).

A.a Am 31. August  2006 meldete sich Z._______ bei der Gemeinde 
K._______ ab und verliess die Schweiz. X._______ (nachfolgend: Be-
schwerdegegnerin)  vereinbarte  mit  Z._______  die  Übernahme  des 
Betriebs  per  1. Januar  2007.  Mit  Schreiben  vom  23. März  2007 
reichten die Beschwerdegegner den Vertrag über die Errichtung einer 
neuen  Betriebsgemeinschaft  vom 23. März  2007  bei  der  Erstinstanz 
ein.

A.b Mit Schreiben vom 24. Juli  2007 teilte die Dienststelle für Land-
wirtschaft  des Kantons Wallis, Abteilung Viehwirtschaft  (nachfolgend: 
Erstinstanz) den Beschwerdegegnern mit, dass eine Betriebsgemein-
schaft mit der Beschwerdegegnerin anstelle von Z._______  nicht an-
erkannt  werden könne. Der  Betrieb  werde ab 2007 als  Einzelbetrieb 
registriert,  geführt  durch  den  Beschwerdegegner.  Am  15. Oktober 
2007 erliess die Erstinstanz einen entsprechenden Entscheid. 

A.c Eine  von  den  Beschwerdegegnern  dagegen  erhobene  Be-
schwerde  hiess  die  Rekurskommission  des  Kantons  Wallis  für  den 
Bereich  Landwirtschaft  und Landumlegung (nachfolgend: Vorinstanz) 
am 2. Oktober 2008 gut und wies die Streitsache an die Erstinstanz 
zurück,  mit  der Weisung,  die Betriebsgemeinschaft  der Beschwerde-
gegner  für  das  Jahr 2007  zu bewilligen. Sie  begründeten  ihren Ent-
scheid  im Wesentlichen damit,  dass  eine Nichtanerkennung  der  Be-
triebsgemeinschaft  trotz  des  Unterbruchs  von  September  2006  bis 
April  2007  aufgrund  des  Bewirtschafterwechsels  nicht  gerechtfertigt 
sei,  da  die  Zeit  von  Oktober  bis  April  in  K._______  als  saisonalen 
Unterbruch  durch  Vegetationsruhe  anzusehen  sei  und  deshalb  eine 
Ausnahme von der ganzjährigen Bewirtschaftung gemäss Art. 6 Abs. 1 
Bst. e LBV (zitiert in E. 2) vorliege.

B.
Mit Beschwerde vom 11. November 2008 beantragte das Bundesamt 

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für  Landwirtschaft  (nachfolgend:  BLW,  beschwerdeführendes  Amt), 
den Entscheid  der  Vorinstanz vom 2. Oktober  2008 aufzuheben und 
festzustellen, dass es sich bei den von den Beschwerdegegnern be-
wirtschafteten Produktionsstätten um einen einzigen Betrieb handle. 

C.
Mit  Urteil  B-7161/2008  vom  9. März  2009  hiess  das  Bundesver-
waltungsgericht die Beschwerde teilweise gut. Die von der Vorinstanz 
als  entscheidend  eingestufte  Vegetationsruhe  sei  nicht  massgebend 
für  die  Anerkennung  der  Betriebsgemeinschaft  bzw.  für  die  Recht-
fertigung  des  Unterbruchs.  Das  Bundesverwaltungsgericht  wies  die 
Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück, verbunden mit der 
Weisung,  die  Rechtmässigkeit  des  Widerrufs  zu  prüfen,  gegebenen-
falls einen Zeitpunkt des Widerrufs zu bestimmen und anschliessend 
über  die  Anerkennung  einer  neuen  Betriebsgemeinschaft  der  Be-
schwerdegegner zu entscheiden.

D.
Mit  Entscheid  vom  29. Oktober  2009  hiess  die  Vorinstanz  die  Be-
schwerde vom 13. November 2007 gut. Zur Begründung führt  sie im 
Wesentlichen aus, die Betriebsgemeinschaft  Z._______/Beschwerde-
gegner  sei  übergangslos  in  die  Betriebsgemeinschaft  der  Be-
schwerdegegner  übertragen  worden.  Der  Widerruf  der  Betriebs-
gemeinschaft sei daher nicht gerechtfertigt.

E.
Mit Beschwerde vom 30. November 2009 beantragt das beschwerde-
führende  Amt,  den  Entscheid  der  Vorinstanz  vom 29. Oktober  2009 
aufzuheben.  Es  macht  geltend, die  Betriebsgemeinschaft 
Z._______/Beschwerdegegner sei auf den 31. August 2006 zu wider-
rufen  und  die  fraglichen  Produktionsstätten  als  Einzelbetrieb  zu 
registrieren.  Eine  neue  Betriebsgemeinschaft  mit  der  Beschwerde-
gegnerin sei nicht zu anerkennen. 

F.
Mit  Beschwerdeantwort  vom  7. Januar  2010  beantragen  die  Be-
schwerdegegner sinngemäss die Abweisung der Beschwerde und die 
Anerkennung  der  Betriebsgemeinschaft  A._______  mit  der  Be-
schwerdegegnerin als neue Bewirtschafterin. 

G.
Mit Vernehmlassung vom 28. Januar 2010 verweist die Vorinstanz auf 

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den Entscheid vom 29. Oktober 2009 und verzichtet auf eine weitere 
Stellungnahme. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Die vorliegende Beschwerde richtet  sich  gegen einen Entscheid  der 
Rekurskommission des Kantons Wallis  vom 29. Oktober 2009. Dabei 
handelt  es  sich  um  einen  letztinstanzlichen  kantonalen  Entscheid 
(Art. 104  Abs. 1  des  Landwirtschaftsgesetzes  vom  8. Februar  2007 
[GLER,  SGS 910.1]  i.V.m.  Art. 43  Abs. 1,  Art. 72  und  Art. 74  des 
Gesetzes über das Verwaltungsverfahren und die Verwaltungsrechts-
pflege vom 6. Oktober 1976  [VVRG, SGS 172.6]), der in Anwendung 
von öffentlichem Recht  des Bundes erging. Er  stellt  daher eine Ver-
fügung  im  Sinne  von  Art. 5  Abs. 2  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021)  dar.  Das  Bundesverwaltungsgericht,  welches  gemäss 
Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG, 
SR 173.32) als Beschwerdeinstanz Beschwerden gegen Verfügungen 
nach Art. 5 VwVG beurteilt, ist nach Art. 33 Bst. i VGG in Verbindung 
mit  Art. 166  Abs. 2  des  Landwirtschaftsgesetzes  vom 29. April  1998 
(LwG, SR 910.1) für die Behandlung der vorliegenden Streitsache zu-
ständig.

Das beschwerdeführende Amt ist  aufgrund von Art. 166 Abs. 3 LwG 
spezialgesetzlich zur Beschwerdeführung legitimiert. Die Eingabefrist 
sowie  die  Anforderungen an Form und Inhalt  der  Beschwerdeschrift 
sind gewahrt (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 50 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) und 
die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 47 ff. VwVG).

Die  Beschwerdegegner  haben  als  Adressaten  der  erst-  und  vor-
instanzlichen Verfügung Parteistellung im Sinne von Art. 6 VwVG. Sie 
sind  durch  die  angefochtene  Verfügung  direkt  betroffen  und  haben 
daher  ein  Interesse  daran,  dass  die  Beschwerde  des  beschwerde-
führenden  Amtes  abgewiesen  und  der  angefochtene  Entscheid  der 
Vorinstanz in der Sache bestätigt wird.

Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

2.
Die landwirtschaftliche  Begriffsverordnung  vom  7. Dezember  1998 
(LBV,  SR  910.91), auf  die  sich  der  angefochtene  Entscheid  stützt, 

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umschreibt  gestützt  auf  das LwG Begriffe  des  Landwirtschaftsrechts 
und  regelt  das  Verfahren  für  die  Anerkennung  von  Betrieben  und 
Formen  der  überbetrieblichen  Zusammenarbeit  sowie  für  die  Über-
prüfung und Abgrenzung von Flächen (Art. 1 LBV). Die LBV bezweckt, 
die  in  verschiedenen  Erlassen  des  Landwirtschaftsrechts  wieder-
kehrenden Begriffe materiellrechtlich einheitlich zu fassen. Damit soll 
vermieden  werden,  dass  im  Einzelfall  dieselbe  Rechtsfrage  bei  der 
Beurteilung  von  Leistungsansprüchen  aus  den  verschiedenen  Be-
reichen  des  Landwirtschaftsrechts  unterschiedlich  entschieden  wird. 
Die Kantone vollziehen die LBV, und das BLW beaufsichtigt den Voll-
zug (Art. 33 Abs. 1 und 2 LBV).

2.1 Grundsätzlich finden diejenigen Rechtssätze Anwendung, die bei 
Erfüllung  eines  rechtlich  zu  ordnenden  oder  zu  Rechtsfolgen 
führenden Tatbestands Geltung hatten (BGE 126 III  431 E. 2a). Der 
hier zu beurteilende Sachverhalt bezieht sich auf die Anerkennung der 
Betriebsgemeinschaft  im  Jahr 2007,  weshalb  grundsätzlich  die  in 
diesem Jahr geltenden Rechtssätze Anwendung finden. Da eine Be-
triebsgemeinschaft grundsätzlich rückwirkend auf das Datum der Ge-
suchseinreichung  anzuerkennen  ist,  sofern  ab  diesem Zeitpunkt  die 
sachlichen und rechtlichen Anerkennungsvoraussetzungen erfüllt sind 
(vgl.  Art. 30  Abs. 2  LBV),  ist  der  vorliegende  Fall – soweit  die 
materiellen Vorschriften der LBV betroffen sind – nach dem Recht zu 
beurteilen,  das  im  Zeitpunkt  der  Gesuchseinreichung  (d.h.  im 
März 2007)  galt.  Die  Bestimmungen  der  LBV  haben  im 
Übrigen – soweit  hier  interessierend – keine  Änderungen  erfahren. 
Auch  die  vom  BLW erlassenen  "Weisungen  und  Erläuterungen  zur 
Verordnung über landwirtschaftliche Begriffe und die Anerkennung von 
Betriebsformen" vom 31. Januar 2007 (nachfolgend: Weisungen LBV) 
und "Weisungen und Erläuterungen zur  Verordnung über  die Direkt-
zahlungen an die Landwirtschaft" vom 31. Januar 2007 (nachfolgend: 
Weisungen DZV)  stimmen bezüglich  der  vorliegend interessierenden 
Bestimmungen  mit  den  aktuellen  Versionen  vom  Februar  2010 
überein.

2.2 Bei diesen Weisungen handelt  es sich dem Inhalt  nach,  wie bei 
Merkblättern  oder  Kreisschreiben,  um  eine  Verwaltungsverordnung. 
Verwaltungsverordnungen sind für  die Durchführungsorgane verbind-
lich, begründen indessen im Gegensatz zu Rechtsverordnungen keine 
Rechte und Pflichten für Private. Ihre Hauptfunktion besteht vielmehr 
darin,  eine  einheitliche  und  rechtsgleiche  Verwaltungspraxis – vor 

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allem im Ermessensbereich – zu gewährleisten. Auch sind sie in der 
Regel Ausdruck des Wissens und der Erfahrung einer Fachstelle. Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  als  verwaltungsunabhängige  Gerichts-
instanz  (Art. 2  VGG)  nicht  an  Verwaltungsverordnungen  gebunden, 
sondern bei deren Überprüfung frei. In der Rechtspraxis werden Ver-
waltungsverordnungen  vom  Richter  bei  der  Entscheidfindung  mit-
berücksichtigt, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht 
werdende  Auslegung  der  anwendbaren  gesetzlichen  Bestimmungen 
zulassen (BGE 132 V 200 E. 5.1.2, BGE 130 V 163 E. 4.3.1). 

3.
Vorab  ist  zu  prüfen,  ob  die  Vorinstanz  die  Betriebsgemeinschaft 
Z._______/Beschwerdegegner  zu  Recht  nicht  nach  Art. 30a  LBV 
widerrufen hat. 

3.1 Das beschwerdeführende Amt macht geltend, Art. 10 Abs. 1 Bst. g 
LBV lege keinen Beobachtungsraum fest, sondern müsse grundsätz-
lich dauernd erfüllt sein. Temporäre Abwesenheiten wie Auslandreisen, 
landwirtschaftliche Ausbildungen, Sprachaufenthalte, Militärdienste bis 
zu  9 Monaten  seien  durchaus  möglich,  sofern  die  vollständige  Ab-
wesenheit  anschliessend  während  3 Monaten  mit  einer  100%igen 
Tätigkeit auf dem Betrieb kompensiert werde. Z._______ habe sich am 
31. August 2006 bei der Gemeinde K._______ abgemeldet. Ab diesem 
Zeitpunkt sei er nicht mehr in der Betriebsgemeinschaft tätig gewesen 
und  habe  keine  massgebende  Funktion  bei  der  Führung  und  Ent-
scheidfällung  mehr  eingenommen.  Es  handle  sich  dabei  nicht  um 
einen  Unterbruch  der  Bewirtschaftung,  sondern  um  eine  definitive 
Aufgabe der  Bewirtschaftung. Die  Anerkennung der  Betriebsgemein-
schaft  Z._______/Beschwerdegegner  sei  daher  auf  diesen Zeitpunkt 
zu widerrufen. Im Zeitraum vom 31. August 2006 bis zum 1. Mai 2007 
(während  8 Monaten)  sei  die  von  Z._______  nicht  mehr  bewirt-
schaftete  Produktionsstätte  unbestritten  vom  Beschwerdegegner 
alleine  bewirtschaftet  worden,  weshalb  die  beiden  fraglichen 
Produktionsstätten  seit  dem 31. August  2006  einen einzigen Betrieb 
bildeten. 

3.2 Die  Vorinstanz führt  in  ihrem  Entscheid  vom  29. Oktober  2009 
aus, mit  der Abmeldung von Z._______ am 31. August 2006 bei der 
Gemeinde,  sei  die  Betriebsgemeinschaft  unterbrochen  worden,  was 
aber  nicht  automatisch  zu  einer  Aberkennung  der  Betriebsgemein-
schaft führe. Vom 31. August 2006 bis zum 23. März 2007 sei die Be-

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triebsgemeinschaft  A._______  zwar  als  Einzelbetrieb  vom  Be-
schwerdegegner geführt worden, die Voraussetzung von Art. 10 Abs. 1 
Bst. g LBV, dass kein Mitglied der Betriebsgemeinschaft  zu mehr als 
75 % ausserhalb der Betriebsgemeinschaft arbeiten dürfe, sei jedoch 
nach wie vor erfüllt gewesen, auch wenn davon ausgegangen werde, 
dass  die  Beschwerdegegnerin  erst  ab  dem  1. Mai  2007  in  die  Be-
triebsgemeinschaft habe eintreten können. Der Widerruf der Betriebs-
gemeinschaft sei daher nicht gerechtfertigt gewesen.

3.3 Die  Erstinstanz  führt  in  ihrem  Entscheid  vom 15. Oktober  2007 
aus, mit der Abmeldung von Z._______ bei der Gemeinde K._______ 
am 31. August  2006  sei  der  Betrieb  vom Beschwerdegegner  alleine 
geführt  worden.  Die  Betriebsgemeinschaft  Z._______/Beschwerde-
gegner  sei  zu  widerrufen  und  die  fraglichen  Produktionsstätten  ab 
2007 als Einzelbetrieb zu registrieren.

3.4 Die Beschwerdegegner bringen vor, sie hätten die Übernahme des 
Betriebsteils  von Z._______ durch die Beschwerdegegnerin im März 
2007 gemeldet, als klar gewesen sei, dass die Beschwerdegegnerin in 
die Landwirtschaft einsteigen und Z._______ seinen Betrieb endgültig 
aufgeben  wollte.  Z._______  habe  in  England  versuchsweise  eine 
Tätigkeit  im  sozialen  Bereich  angenommen  und  habe  während  der 
Probezeit  den  Betrieb  noch  nicht  endgültig  aufgeben  wollen.  Dafür 
habe  er  sich  aber  bei  der  Gemeinde  abmelden  müssen.  Sofern 
Z._______ im Frühjahr 2007 zum Schluss gekommen wäre, wieder auf 
den  Betrieb  zurückzukehren,  wäre  die  Betriebsgemeinschaft  auch 
nicht aberkannt worden.

3.5 Nach  Art. 30a  LBV  ist  die  Anerkennung  einer  Betriebsgemein-
schaft zu überprüfen:

Die  Kantone  prüfen  periodisch,  ob  die  Betriebe  und  Gemeinschaften  die 
Voraussetzungen noch erfüllen. Ist dies nicht der Fall, so widerrufen sie die 
ausdrückliche oder  stillschweigende Anerkennung. Der Kanton entscheidet, 
ab welchem Datum der Widerruf gilt. 
Die Kantone überprüfen die Anerkennung der Gemeinschaften insbesondere 
beim Wechsel von beteiligten Bewirtschaftern und Bewirtschafterinnen sowie 
bei einer Änderung des bei der Anerkennung bestehenden Eigentums an den 
Produktionsstätten  oder  bei  einer  Änderung  der  bei  der  Anerkennung  be-
stehenden  Gewerbepachtverträge.  Die  Anerkennung  wird  insbesondere 
widerrufen wenn: 
a. einer  oder  mehrere  der  an  der  Gemeinschaft  beteiligten  Betriebe  die 
Voraussetzungen nach Art. 6 Abs. 1 Bst. b LBV nicht mehr erfüllt; oder 
b. die  Bewirtschafter  und  Bewirtschafterinnen  die  Produktionsstätten  im 
Wesentlichen:  1. in  gemeinsamen  Eigentum  (Miteigentum)  halten,  oder 
2. gemeinsam pachten. 

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Die Betriebsgemeinschaft basiert auf dem Vertrag, der zwischen den 
beteiligten Personen abgeschlossen worden ist. Wenn ein Mitglied aus 
der Gemeinschaft austritt oder durch eine andere Person ersetzt wird, 
ist die Betriebsgemeinschaft aufzuheben und gegebenenfalls mit den 
neuen  Mitgliedern  zu  anerkennen. Wenn sich  die  Eigentumsverhält-
nisse  an  einem  beteiligten  Gewerbe  oder  Betrieb  nach  der  An-
erkennung einer  Betriebsgemeinschaft  verändern,  ist  diese zu  über-
prüfen (Weisungen LBV zu Art. 30a Abs. 2). 

3.6 Art. 10  Abs. 1  Bst. g  LBV verlangt,  dass  die  Mitglieder  der  Ge-
meinschaft in der Betriebsgemeinschaft tätig sind und kein Mitglied zu 
mehr  als  75 % ausserhalb  der  Betriebsgemeinschaft  arbeitet.  Durch 
eine langandauernde oder gar dauernde Abwesenheit vom Betrieb ist 
ein  Mitglied  grundsätzlich  nicht  mehr  Bewirtschafter  seines  Betriebs 
und  daher  auch  nicht  mehr  Mitglied  der  Betriebsgemeinschaft.  Eine 
Abwesenheit  des  Bewirtschafters  von seinem Betrieb  beispielsweise 
für  Ferien,  Ausbildungen  oder  Sprachaufenthalte,  muss  aber  im 
Rahmen  der  gesetzlichen  Schranken  möglich  sein.  Demnach  führt 
nicht jeder Unterbruch zur Aberkennung der Betriebsgemeinschaft.

3.7 Seit  der  Abmeldung  am  31. August  2006  bei  der  Gemeinde 
K._______ und der Ausreise nach England war Z._______ nicht mehr 
in  der  Betriebsgemeinschaft  tätig. Während dessen Abwesenheit  hat 
der  Beschwerdegegner  als  Betriebsgemeinschaftspartner  die  not-
wendigen  Arbeiten  aushilfsweise  ausgeführt.  Da  nicht  jeder  Unter-
bruch  als  Wechsel  des  Bewirtschafters  anzusehen  ist,  d.h.  ein 
Wechsel  nicht  vorschnell  anzunehmen  ist,  und  sich  Z._______  im 
Zeitpunkt der Abmeldung am 31. August 2006 noch nicht sicher war, 
ob er wieder auf den Betrieb zurückkehren werde, kann nicht von einer 
Auflösung  der  Betriebsgemeinschaft  Z._______/Beschwerdegegner 
am 31. August 2006 ausgegangen werden. 

Mit  den Vertragsvorbereitungen für  den Verkauf  des  Betriebs  an die 
Beschwerdegegnerin  hat  Z._______  im  Dezember  2006  jedoch 
kundgetan,  dass  er  nicht  mehr  beabsichtigte,  auf  seinen  Betrieb 
zurückzukehren.  Die  Beschwerdegegnerin  unterzeichnete  den  Be-
triebsübernahmevertrag  sodann  auch  am  27. Dezember  2006.  Auch 
wenn  Z._______  den  Vertrag  erst  bei  seinem  Aufenthalt  in  der 
Schweiz  im  April  2007  (10.  oder  20.  April  2007  [Datum  unleserlich 
gemäss Kopie bei den Akten]) unterzeichnete, hat er doch schon Ende 
Jahr mit  der erforderlichen Klarheit  zum Ausdruck gebracht,  dass er 

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nicht mehr Bewirtschafter seines Betriebs und somit auch nicht mehr 
Mitglied  der  Betriebsgemeinschaft  A._______  sein  wollte. 
Infolgedessen  ist  Z._______  spätestens  am  31. Dezember 2006 
faktisch aus der Betriebsgemeinschaft ausgetreten, weshalb auch sein 
Weggang nach Ziff. IV Bst. d des Entscheids der Erstinstanz über die 
Betriebsanerkennung Z._______/Beschwerdegegner vom 2. Juli 2004 
der Erstinstanz hätte gemeldet werden müssen.  Die Betriebsgemein-
schaft  Z._______/Beschwerdegegner  existierte  somit  ab  dem 
31. Dezember 2006 nicht mehr und ist nach Art. 30a LBV auf diesen 
Zeitpunkt zu widerrufen. In der Sache widerrief die Erstinstanz die Be-
triebsgemeinschaft  Z._______/Beschwerdegegner  auch  auf  den 
31. Dezember 2006.

4.
Da  die  Betriebsgemeinschaft  Z._______/Beschwerdegegner  ab  dem 
31. Dezember 2006 nicht mehr existierte, ist nachfolgend zu prüfen, ob 
und  gegebenenfalls  ab  wann  eine  neue  Betriebsgemeinschaft  nach 
Art. 10  LBV mit  der  Beschwerdegegnerin  zu  anerkennen  ist.  Hierfür 
hat die Beschwerdegegnerin insbesondere die Anforderungen an die 
Bewirtschafterin  im Sinne von Art. 2 Abs. 1 LBV und Art. 2  der  Ver-
ordnung  über  die  Direktzahlungen  an  die  Landwirtschaft  (DZV, 
SR 910.13) zu erfüllen.

4.1 Das  beschwerdeführende  Bundesamt  macht  geltend,  eine  neue 
Betriebsgemeinschaft  mit  der  Beschwerdegegnerin  könne  nicht  an-
erkennt werden, da der Betriebsteil  von der Beschwerdegegnerin die 
Anforderung von Art. 10 Abs. 1 Bst. b LBV einer vorgängigen, während 
3 Jahren unabhängigen Bewirtschaftung nicht erfülle. Daran vermöge 
auch Art. 10  Abs. 3 LBV nicht  zu  ändern,  da  sich  dieser  Absatz  an 
Betriebe wende, die nach wie vor "im Hintergrund" einer bestehenden 
Betriebsgemeinschaft existierten und in eine andere Betriebsgemein-
schaft  eingebracht  würden.  Der  Betrieb  von  Z._______  sei  aber 
praktisch aufgelöst gewesen und vom Beschwerdegegner alleine be-
wirtschaftet  worden.  Aufgrund  des  Unterbruchs  bzw.  der  faktischen 
Auflösung seien die Anforderungen an die Betriebsgemeinschaft nicht 
unmittelbar bis zur Überführung in eine andere Betriebsgemeinschaft 
erfüllt  gewesen.  Abgesehen  davon  verfüge  die  Beschwerdegegnerin 
trotz  teilweisen Kaufs  des Inventars nicht  über  die fraglichen Pacht-
flächen. Die Beschwerdegegnerin habe den Pachtvertrag nicht einfach 
übernehmen  können.  Dieser  hätte  entweder  neu  erstellt  werden 
müssen oder zumindest hätte die ausdrückliche Zustimmung der Ver-

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pächter eingeholt werden müssen. Dieser Nachweis sei nach wie vor 
nicht  erbracht  bzw. es  sei  nicht  ersichtlich,  inwiefern  die  Vorinstanz 
diesbezügliche Abklärungen vorgenommen habe. Die Vorinstanz hätte 
zudem  abklären  müssen,  ob  die  Beschwerdegegnerin  die  Aus-
bildungsanforderungen nach Art. 2 DZV erfülle. Schliesslich sei darauf 
hinzuweisen,  dass  die  Bewilligung  B  der  Beschwerdegegnerin  am 
28. November 2008 auf  das Hotel  B._______ ausgestellt  worden sei 
und nicht wie vormals auf "Hauptgewerbe Landwirtschaft A._______".

4.2  Die  Erstinstanz führt  in  ihrem Entscheid vom 15. Oktober 2007 
aus, da die Betriebe ab 2007 als Einzelbetrieb geführt worden seien, 
sei  eine  Übernahme des ehemaligen Betriebs von Z._______ durch 
die  Beschwerdegegnerin  ausgeschlossen.  Zudem  könne  die  Be-
schwerdegegnerin  im Jahr 2007  nicht  Partnerin  der  Betriebsgemein-
schaft gewesen sein, da sie erst ab 1. Mai 2007 eine Kurzaufenthalts-
bewilligung L  erhalten  habe.  Im  Jahr  2007  liege  somit  keine  ganz-
jährige Bewirtschaftung nach Art. 6 Abs. 1 Bst. e LBV vor. Im Weiteren 
habe die Beschwerdegegnerin zwar die Maschinen und das Vieh von 
Z._______ gekauft, das Land sei aber immer noch an Z._______ ver-
pachtet  gewesen.  Es  fehle  an  einem  auf  den  Namen  der  Be-
schwerdegegnerin ausgestellten Pachtvertrag.

4.3 Die  Vorinstanz  führt  in  ihrem  Entscheid  vom  29. Oktober  2009 
aus, dass die Beschwerdegegnerin spätestens bei der Unterzeichnung 
des  Vertrages  am 23. März  2007  beabsichtigt  habe,  sich  zu  selbst-
ständigen Erwerbszwecken in der Schweiz niederzulassen, womit sie 
Wohnsitz  in  der  Schweiz  begründet  habe. Da die  Anforderungen an 
Art. 6  Abs. 1  Bst. e  und Art. 10  Abs. 1  Bst. g  LBV trotz  des  Bewirt-
schafterwechsels  erfüllt  seien,  rechtfertige sich ein Widerruf  der  An-
erkennung der Betriebsgemeinschaft  nicht. Die Betriebsgemeinschaft 
Z._______/Beschwerdegegner  sei  übergangslos  in  die  Betriebs-
gemeinschaft der Beschwerdegegner übertragen worden. 

4.4 Die Beschwerdegegner entgegnen, die Beschwerdegegnerin sei in 
die  Betriebsgemeinschaft  mit  einer  Kurzaufenthaltsbewilligung L  ein-
gestiegen  und  habe  danach  eine  Aufenthaltsbewilligung B  erhalten, 
mit  Aufenthaltszweck selbständige Erwerbstätigkeit. Im Übrigen liege 
eine  Bestätigung  vor,  dass  sie  ab  dem  1. Mai  2007  bei  der  Aus-
gleichskasse  als  Selbstständigerwerbende  angeschlossen  gewesen 
sei. Damit habe die Beschwerdegegnerin am Stichtag ihren zivilrecht-
lichen  Wohnsitz  in  der  Schweiz  und  eine  Aufenthaltsbewilligung  als 

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Selbstständigerwerbende gehabt. Sie sei zudem schon vor dem 1. Mai 
2007 in K._______ gewesen, um sich einzuleben und administrative 
Sachen  zu  erledigen.  Abgesehen  davon  hätte  sie  die  Aufenthalts-
bewilligung auch auf  den 1. Januar 2007 verlangen können, was sie 
jedoch nicht  getan habe,  weil  sie noch habe umziehen müssen. Die 
Pachtverhältnisse  seien  mit  den  am 12. Februar  2008  eingereichten 
Unterlagen belegt. Schliesslich sei die Beschwerdegegnerin aufgrund 
der  Nichtanerkennung  der  Betriebsgemeinschaft  gezwungen  worden 
den Betrieb aufzugeben und einer Tätigkeit im Gastgewerbe nachzu-
gehen.  Bezüglich  der  Ausbildung  machen sie  geltend,  dass  die  Be-
schwerdegegnerin  dipl.  Sozialpädagogin  sei  und  die  landwirtschaft-
liche Ausbildung in L._______ bis im Spätsommer 2008 besucht habe.

5.

5.1 Als  Bewirtschafter  oder  Bewirtschafterin  gilt  nach  Art. 2  Abs. 1 
LBV die natürliche oder  juristische Person oder  die Personengesell-
schaft, die einen Betrieb auf eigene Rechnung und Gefahr führt. Führt 
ein  Bewirtschafter  oder  eine  Bewirtschafterin  mehrere  Produktions-
stätten, so gelten diese zusammen als ein Betrieb (Art. 2 Abs. 2 LBV). 
Die LBV stellt selbst grundsätzlich keine Anforderungen an die Person 
des Bewirtschafters oder der Bewirtschafterin, ausser dass er oder sie 
handlungsfähig,  d.h.  urteilsfähig  und  mündig  (Art. 12 ff.  Schweizer-
isches  Zivilgesetzbuch  vom  10. Dezember  1907  [ZGB,  SR 210])  ist 
und den Betrieb auf eigene Rechnung und Gefahr bewirtschaftet. Die 
weiteren Anforderungen und Einschränkungen sind spezifisch für die 
einzelnen  Massnahmen  in  den  entsprechenden  Verordnungen  ent-
halten (vgl. Weisungen LBV zu Art. 2).

5.2 Direktzahlungen nach Art. 2 Abs. 1 und 1bis DZV erhalten Bewirt-
schafter oder Bewirtschafterinnen, welche: 

a. einen Betrieb führen; 
b. ihren zivilrechtlichen Wohnsitz in der Schweiz haben; und 
c. über eine berufliche Grundbildung mit einem Eidgenössischen Berufsattest 
nach  Artikel  37  oder  einem  Eidgenössischen  Fähigkeitszeugnis  nach 
Artikel 38  des  Berufsbildungsgesetzes  vom 13. Dezember  2002  (BBG,  SR 
412.10) als Landwirt/Landwirtin, als Bäuerin mit Fachausweis nach Artikel 42 
BBG  oder  eine  gleichwertige  Ausbildung  in  einem  landwirtschaftlichen 
Spezialberuf verfügen. 
Der  beruflichen  Grundbildung  nach  Abs. 1  Bst. c  gleichgestellt  ist  eine 
andere  berufliche  Grundbildung  mit  einem  Eidgenössischen  Berufsattest 
nach Artikel 37 oder einem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis nach Artikel 
38 BBG, ergänzt mit: 

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a. einer  von  den  Kantonen  in  Zusammenarbeit  mit  der  massgebenden 
Organisation  der  Arbeitswelt  einheitlich  geregelten  landwirtschaftlichen 
Weiterbildung,  sofern  diese  Weiterbildung  innerhalb  von zwei  Jahren  nach 
der Übernahme des Betriebes erfolgreich abgeschlossen wird; oder 
b. einer während mindestens drei Jahren ausgewiesenen praktischen Tätig-
keit  als  Bewirtschafter,  Bewirtschafterin,  Mitbewirtschafter,  Mitbewirt-
schafterin, Angestellter oder Angestellte auf einem Landwirtschaftsbetrieb. 

In den Weisungen DZV zu Art. 2 Abs. 1 DZV wird weiter ausgeführt, 
dass  wenn ein  Betrieb  von einer  Personengesellschaft  geführt  wird, 
alle Mitbewirtschafter die Kriterien für den Bezug der Direktzahlungen 
erfüllen  müssen.  Sonst  werden  keine  Direktzahlungen  ausgerichtet. 
Diese Anforderung gilt  auch bei Betriebsgemeinschaften. Als Bewirt-
schafter mit Wohnsitz in der Schweiz gilt, wer ständig in der Schweiz 
wohnt  und  in  der  Schweiz  steuerpflichtig  ist.  Kurzzeitige 
Wohnsitznahmen in der Schweiz (z. B. Einlage der Schriften über den 
Stichtag) werden nicht anerkannt. 

5.3 Der  zivilrechtliche  Wohnsitz  einer  Person  befindet  sich  gemäss 
Art. 23 Abs. 1 ZGB grundsätzlich an dem Ort, wo sie sich mit der Ab-
sicht  dauernden  Verbleibens  aufhält.  Für  die  Begründung  eines 
Wohnsitzes sind der objektiv physische Aufenthalt und die subjektive 
Absicht  des  dauernden  Verbleibens  ausschlaggebend.  Nicht  mass-
gebend für  den  zivilrechtlichen  Wohnsitz  ist  jedoch,  ob  eine  Person 
eine fremdenpolizeiliche Niederlassungs-  oder  Aufenthaltsbewilligung 
besitzt.  Dies  ist  lediglich  ein  Indiz  für  die  Absicht  des  Verbleibens 
(vgl. BGE 125 V 76, Die Praxis des Bundesgerichts [Pra] 2000/1 Nr. 7 
S. 31; DANIEL STAEHLIN, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 3. Aufl., 
Basel 2006, N. 5 und 23 zu Art. 23 ZGB;  HENRI DESCHENAUX/PAUL-HENRI 
STEINAUER,  Personne  physiques  et  tutelle,  3. Aufl.,  Bern  1995,  §14 
N. 376a).

5.4 Mit  der  Unterzeichnung  des  Vertrags  über  die  Errichtung  einer 
Betriebsgemeinschaft  am  23. März  2007  hatte  die  Beschwerde-
gegnerin  zwar  die  subjektive  Absicht  des  dauernden  Verbleibens  in 
K._______,  sie  hielt  sich  jedoch  zu  diesem  Zeitpunkt  noch  nicht 
physisch  dort  auf.  Ihr  Wohnsitz  und  der  Mittelpunkt  der  Lebensbe-
ziehungen waren nach wie vor in Deutschland. Erst mit der Einreise in 
die Schweiz und dem Umzug nach K._______ konnte sie Wohnsitz in 
der  Schweiz  begründen.  Für  die  Begründung  des  Wohnsitzes  in 
K._______ ab dem 1. Mai 2007 spricht zudem, dass die Beschwerde-
gegnerin erst ab dem 1. Mai 2007 eine Kurzaufenthaltsbewilligung L, 
gültig  bis  am  31. Oktober  2007,  Aufenthaltszweck:  Selbständige  Er-
werbstätigkeit/unselbständige Erwerbstätigkeit hatte und sie auch bei 

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der  Ausgleichskasse  des  Kantons  Wallis  ab  dem  1. Mai  2007  als 
Selbstständigerwerbende  angeschlossen  war  (vgl. Schreiben  der 
Ausgleichskasse  des  Kantons  Wallis  vom  8. Juni  2007).  Die  Be-
schwerdegegnerin  hatte  somit  erst  ab  dem  1. Mai  2007  ihren  zivil-
rechtlichen  Wohnsitz  in  K._______,  weshalb  sie  frühestens  ab  dem 
1. Mai 2007, sofern die anderen Voraussetzungen von Art. 2 DZV er-
füllt waren, Bewirtschafterin sein konnte.

6.

6.1 Als Betriebsgemeinschaft gemäss Art. 10 Abs. 1 LBV gilt der Zu-
sammenschluss  von zwei  oder  mehreren Betrieben,  wenn kumulativ 
folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

a. die  Betriebe  oder  Betriebszentren  innerhalb  einer  Fahrdistanz  von 
höchstens 15 km liegen;
b. die Betriebe unmittelbar vor dem Zusammenschluss während mindestens 
drei Jahren als selbständige Betriebe geführt wurden;
c. jeder  der  Betriebe  beim  Zusammenschluss  den  Mindest-Arbeitsbedarf 
nach Artikel 18 Direktzahlungsverordnung vom 7. Dezember 1998 erreicht;
d. der Betriebsgemeinschaft das Land (Art. 14) und die betriebsnotwendigen 
Ökonomiegebäude der Betriebe zur Nutzung überlassen werden;
e. der Betriebsgemeinschaft alle Nutztiere und die übrige Fahrhabe der Be-
triebe zu Eigentum übertragen werden;
f. ein schriftlicher Vertrag über die Betriebsgemeinschaft vorliegt;
g. die Mitglieder der Gemeinschaft in der Betriebsgemeinschaft tätig sind und 
kein Mitglied zu mehr als 75 Prozent ausserhalb der  Betriebsgemeinschaft 
arbeitet; und
h. die  Betriebsgemeinschaft  eine  Buchhaltung  führt,  aus  der  das  Betriebs-
ergebnis  sowie  dessen  Aufteilung  auf  die  Mitglieder  der  Gemeinschaft  er-
sichtlich sind.

Für  Betriebe,  die  vor dem Zusammenschluss bereits  einer  Betriebs-
gemeinschaft  angehörten,  gilt  die  Frist  von drei  Jahren nach Art. 10 
Abs. 1 Bst. b LBV nicht (Art. 10 Abs. 3 LBV). Die Betriebsgemeinschaft 
gilt als ein Betrieb (Art. 10 Abs. 4 LBV).

6.2 Der Wortlaut von Art. 10 Abs. 1 Bst. b LBV besagt eindeutig, dass 
für  die  Anerkennung einer  neuen  Betriebsgemeinschaft  die  Betriebe 
unmittelbar  vor  dem  Zusammenschluss  während  mindestens  drei 
Jahren als  selbständige Betriebe geführt  werden müssen. In  Art. 10 
Abs. 3  LBV  hat  der  Gesetzgeber  eine  Ausnahme  vorgesehen. 
Demnach gilt  diese Frist  von drei  Jahren nicht  für  Betriebe,  die  vor 
dem  Zusammenschluss  bereits  einer  Betriebsgemeinschaft  an-
gehörten.  Aus  den  erwähnten  Bestimmungen  ergibt  sich  nicht 
zwingend, dass die Anwendung der Ausnahmebestimmung von Art. 10 

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Abs. 3  LBV  auszuschliessen  wäre,  sofern  der  Wechsel  der  Bewirt-
schafter  nicht  nahtlos  erfolgt.  Dies  würde  nämlich  bedeuten,  dass 
selbst  bei  einem  sehr  kurzen  Unterbruch  die  Betriebe  wiederum 
während  drei  Jahren  als  selbständige  Betriebe  geführt  werden 
müssten,  bevor  eine  neue  Betriebsgemeinschaft  mit  denselben  Be-
trieben  aber  mit  einem  anderen  Bewirtschafter  anerkannt  werden 
könnte.  Um  Härtefälle  zu  verhindern,  erscheint  es  sowohl  mit  dem 
Wortlaut  als  auch mit  dem Sinn und Zweck von Art. 10  Abs. 3  LBV 
vereinbar,  die  Ausnahmeregelung  auch  in  Fällen  anzuwenden,  in 
denen der Wechsel eines Bewirtschafters einer Betriebsgemeinschaft 
nicht  nahtlos  erfolgt.  In  diesen  Fällen  können  aber  nur  sehr  kurze 
Übergangsfristen  gewährt  werden.  Die  noch  zulässige  Dauer  des 
Unterbruchs  zwischen  der  vormaligen  und  der  neuen  Betriebs-
gemeinschaft liegt im Ermessen der Behörde und ist im Einzelfall  zu 
bestimmen. 

6.3 Die fraglichen Betriebe bildeten seit dem 1. Januar 2004 eine Be-
triebsgemeinschaft,  welche  per  31. Dezember  2006  aufgrund  des 
Ausstiegs von Z._______ zu widerrufen war (vgl. oben E. 3.7). Da die 
Beschwerdegegnerin  erst  ab  dem  1. Mai  2007  Wohnsitz  in  der 
Schweiz hatte (vgl. oben E. 5.4), konnte sie, sofern auch die anderen 
Voraussetzungen  von  Art. 2  DZV  erfüllt  waren,  frühestens  ab  dem 
1. Mai  2007  in  die  Betriebsgemeinschaft  einsteigen.  Durch  den 
Unterbruch vom 1. Januar 2007 bis mindestens zum 1. Mai 2007 ge-
hörten die fraglichen Betriebe nicht  unmittelbar bis zum Zusammen-
schluss  der  neuen  Betriebsgemeinschaft  an.  Die  Betriebe  mussten 
während vier Monaten vom Beschwerdegegner alleine geführt werden, 
da die Beschwerdegegnerin nicht  Bewirtschafterin ihres Betriebsteils 
sein konnte. Auch wenn ein kurzer  Unterbruch der Zugehörigkeit  zu 
einer  Betriebsgemeinschaft  der  Anwendung  von  Art. 10  Abs. 3  LBV 
nicht  entgegensteht,  so  erscheint  vorliegend  der  Zeitraum  von  vier 
Monaten  zwischen  dem  Austritt  von  Z._______  aus  der  Betriebs-
gemeinschaft Ende Dezember 2006 und einem frühstmöglichen Eintritt 
der Beschwerdegegnerin am 1. Mai 2007 doch zu lang, um die Aus-
nahmebestimmung  von  Art. 10  Abs. 3  LBV  noch  anzuwenden.  Der 
Unterbruch wäre angesichts der konkreten Umstände (u.a. länger sich 
ankündigende  definitive  Aufgabe  eines  Bewirtschafters  und  be-
standene Möglichkeit eines nahtlosen Übergangs) selbst dann zu lang, 
wenn man die Auflösung der Betriebsgemeinschaft  erst am 23. März 
2007, im Zeitpunkt des Vertrags über eine neue Betriebsgemeinschaft, 
oder gar im Zeitpunkt der Unterschrift des Betriebsübernahmevertrags 

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von Z._______ im April 2007 (10. oder 20. April 2007 [Datum unleser-
lich gemäss Kopie bei den Akten]) bejahen wollte. Die Anforderungen 
von  Art. 10  LBV  für  die  Anerkennung  einer  neuen  Betriebsgemein-
schaft mit der Beschwerdegegnerin sind nicht erfüllt. Die Vorinstanz ist 
demnach zu Unrecht davon ausgegangen, dass die Betriebsgemein-
schaft  Z._______/Beschwerdegegner  übergangslos  in  die  Betriebs-
gemeinschaft  der  Beschwerdegegner  übertragen  wurde  und  für  das 
Jahr 2007 zu anerkennen ist. Die neue Betriebsgemeinschaft der Be-
schwerdegegner  ist  von  der  Erstinstanz  zu  Recht  nicht  anerkannt 
worden.

6.4 Da die Betriebsgemeinschaft  der Beschwerdegegner nicht  anzu-
erkennen ist,  erübrigen sich weitere Ausführungen zu den Pachtver-
hältnissen,  der  ganzjährigen  Bewirtschaftung  und  den  weiteren  An-
forderungen an die Bewirtschafterqualität der Beschwerdegegnerin. 

7.
Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Betriebsgemeinschaft 
Z._______/Beschwerdegegner per 31. Dezember 2006 zu widerrufen 
und  die  fraglichen  Produktionsstätten  ab  2007  als  Einzelbetrieb  ge-
führt  durch den Beschwerdegegner zu registrieren sind. Demnach ist 
die  Beschwerde  des beschwerdeführenden Amts  vom 30. November 
2009 gutzuheissen und der Entscheid der Vorinstanz vom 29. Oktober 
2009  aufzuheben.  Der  Entscheid  der  Erstinstanz  vom  15. Oktober 
2007 ist in der Sache zu bestätigen.

8.
Die  Beschwerdeinstanz  auferlegt  die  Verfahrenskosten  in  der  Regel 
der unterliegenden Partei  (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da es sich um das 
zweite  Verfahren  vor  Bundesverwaltungsgericht  in  dieser  Sache 
handelt,  konnte  das  Verfahren  ohne  erheblichen  Aufwand  erledigt 
werden. Aufgrund dessen und den gesamten Umständen rechtfertigt 
es sich deshalb im vorliegenden Fall  den Beschwerdegegnern keine 
Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 6 Bst. b des Reglements über die 
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 
21. Februar  2008  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Das  beschwerdeführende 
Amt hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 
VGKE).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

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1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, der Entscheid der Vorinstanz vom 
29. Oktober 2009 aufgehoben und der Entscheid der Erstinstanz vom 
15. Oktober  2007  im  Sinne  der  Erwägungen,  insbesondere  Er-
wägung 7, bestätigt.

2.
Es  werden  keine  Verfahrenskosten  auferlegt  und  keine  Parteient-
schädigung ausgesprochen. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- das beschwerdeführende Amt (Gerichtsurkunde)
- die Beschwerdegegner (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Gerichtsurkunde)
- die Erstinstanz (Gerichtsurkunde)
- das  Eidgenössische  Volkswirtschaftsdepartement  EVD  (Gerichts-

urkunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Philippe Weissenberger Anita Kummer

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-

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rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 11. März 2010

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