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**Case Identifier:** e8ffeddd-16fc-5b8e-a32f-2751ccad6091
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.06.2008 B-2143/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2143-2006_2008-06-02.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-2143/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  J u n i  2 0 0 8  

Richterin Maria Amgwerd (Vorsitz), Richter Hans Urech, 
Richter Claude Morvant, 
Gerichtsschreiberin Beatrice Brügger.

R._______, 
vertreten durch Fürsprecher Andreas Wasserfallen, 
c/o Luginbühl Wernli & Partner, 
Länggassstrasse 7, Postfach 7161, 3001 Bern,
Beschwerdeführer,

gegen

H._______, 
vertreten durch Rechtsanwalt Pius Koller, 
Studer Anwälte und Notare,
Bahnhofstrasse 77,
4313 Möhlin, 
Beschwerdegegner,

Regionale Rekurskommission Nr. 1 für die 
Milchkontingentierung, Herrn Peter Leiser-Moser, 
Niederriedstrasse 51, 3282 Bargen BE,
Vorinstanz.

Parteientschädigung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-2143/2006

Sachverhalt:

A.

A.a Die  Administrationsstelle  Milchkontingentierung  der  Lobag  Ma-
nagement AG (Administrationsstelle) hatte mit Verfügung vom 16. No-
vember 1999 "gemäss eingereichtem Vertrag über die nicht endgültige 
Übertragung  von  Milchkontingenten  (Miete)"  das  Milchkontigent  von 
R._______  von 64'328 kg auf  H._______ übertragen. Mit  Verfügung 
vom 17. Februar 2006 wies die Administrationsstelle das Gesuch von 
R._______ um Rückübertragung des Kontingents per 1. Mai 2006 ab. 

Nachdem R._______ die Administrationsstelle informiert hatte, er wol-
le die Milchproduktion wieder aufnehmen, stellte diese mit Verfügung 
vom 6. März 2006 fest,  er  sei  nicht  aktiver  Milchproduzent,  so dass 
sich die Frage nach einem Verbleib in der Milchkontingentierung oder 
einem vorzeitigen Ausstieg aus der Milchkontingentierung erübrige. Im 
Weiteren verwies sie auf ihre Verfügung vom 17. Februar 2006.

A.b Gegen diese Verfügungen erhob R._______, vertreten durch Für-
sprecher  Andreas  Wasserfallen,  am 20. März  2006  Beschwerde  bei 
der regionalen Rekurskommission Nr. 1 in Sachen Milchkontingentie-
rung (regionale Rekurskommission Nr. 1). Am 22. Mai 2006 (Versand 
am 19. Juni 2006) hiess die regionale Rekurskommission Nr. 1 die Be-
schwerde von R._______ gut. Hinsichtlich der Parteientschädigung hat 
sie nichts geregelt. 

B.
Gegen diesen Entscheid reichten H._______, vertreten durch Fürspre-
cher  Lorenz Strebel,  und das  Bundesamt für  Landwirtschaft  am 18. 
Juli 2006 bzw. am 15. August 2006 Beschwerden bei der Rekurskom-
mission EVD ein. Am 21. August 2006 erhob ebenfalls R._______ bei 
der  Rekurskommission EVD Beschwerde  mit  dem Antrag,  "dem Be-
schwerdeführer sei  für das Beschwerdeverfahren vor der Regionalen 
Rekurskommission Nr. 1 für die Milchkontingentierung eine angemes-
sene, richterlich zu bestimmende Parteientschädigung auszurichten – 
unter Kosten- und Entschädigungsfolge". Im vorinstanzlichen Verfahren 
habe R._______ obsiegt, weshalb er einen Rechtsanspruch auf Aus-
richtung  einer  Parteientschädigung  habe.  Die  regionale  Rekurskom-
mission Nr. 1 sei auf seinen Antrag auf Parteientschädigung nicht ein-
gegangen und das Dispositiv enthalte lediglich eine Regelung der Ver-
fahrenskosten (Rückerstattung des Kostenvorschusses). 

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C.

C.a Mit  Beschwerdeantwort  vom  25.  Oktober  2006  beantragt 
H._______,  vertreten  durch  Fürsprecher  Lorenz  Strebel,  die  Be-
schwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Eventualiter 
sei  die  R._______  zuzusprechende  angemessene  Parteientschädi-
gung vollumfänglich der Administrationsstelle und/oder auf die Staats-
kasse zu nehmen d.h. der regionalen Rekurskommission Nr. 1 aufzu-
erlegen. Im weitern stellt er den verfahrensrechtlichen Antrag, das vor-
liegende Verfahren zu sistieren,  bis  die beiden hängigen Parallelver-
fahren  rechtskräftig  entschieden  seien. In  der  Begründung macht  er 
geltend,  es sei  im vorinstanzlichen Verfahren nicht  notwendig  gewe-
sen, einen Rechtsanwalt beizuziehen. Die regionale Rekurskommissi-
on Nr. 1 sei ein Gremium, in dem keine Juristen Einsitz hätten, so dass 
von einem gleichrangigen Fachwissen des Beschwerdeführers ausge-
gangen werden könne. Falls R._______ jedoch eine Parteientschädi-
gung zugesprochen werden sollte,  wäre diese nicht  ihm aufzulegen, 
da ihm im Verfahren vor der regionalen Rekurskommission Nr. 1 das 
rechtliche Gehör nicht gewährt worden sei. Er sei nicht in das Verfah-
ren  einbezogen  worden  und  habe  seine  Parteirechte  nicht  ausüben 
können. Eine allfällige Parteientschädigung wäre der Erstinstanz oder 
der Vorinstanz aufzuerlegen.

C.b Die Vorinstanz reichte keine Stellungnahme ein.

D.
Am 22. Januar 2007 teilte das Bundesverwaltungsgericht den Parteien 
die Übernahme des hängigen Beschwerdeverfahrens mit. 

E.
Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  mit  Urteil  vom 1.  April  2008  die 
Beschwerde des Bundesamtes für Landwirtschaft und die Beschwerde 
von H._______ abgewiesen und somit den Entscheid der Vorinstanz 
bestätigt.

F.
Am 25. April 2008 teilte der Rechtsvertreter von H._______ mit, dieser 
werde neu durch Rechtsanwalt Pius Koller vertreten.

G.
Mit  Stellungnahme vom 28. April  2008 beantragt das Bundesamt für 
Landwirtschaft die Rückweisung der Beschwerde zum Entscheid über 

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die Regelung der Parteikosten und verweist  insbesondere auf  die in 
der Doktrin und Rechtsprechung wenig strengen Anforderungen an die 
Notwendigkeit der Parteivertretung. 

Die Lobag reichte keine Stellungnahme ein.

H.
Mit  Eingabe  vom  22.  Mai  2008  reicht  der  Rechtsvertreter  von 
H._______ eine Kostennote ein und macht geltend, da der Beschwer-
degegner über das Verfahren nicht orientiert worden sei, sei eine all-
fällige Parteientschädigung der Körperschaft, in deren Namen die Vor-
instanz  verfügt  hat,  aufzuerlegen.  Unter  Hinweis  auf  ein  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
B-6203/2007 vom 31. Januar  2008)  erklärt  er,  aus  Billigkeitsgründen 
sei  auch  der  unterliegenden  Partei  eine  Parteientschädigung  zuzu-
sprechen. 

I.
Auf die dargelegten und weitere Vorbringen der Parteien wird, soweit 
sie rechtserheblich sind, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Die  entscheidende  Instanz  hat  von Amtes  wegen  und  mit  freier 
Kognition zu prüfen,  ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt  sind und 
ob  auf  eine  Beschwerde  einzutreten  ist  (vgl.  BGE  130  I  312  E.  1; 
ALFRED KÖLZ /  ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungs-
rechtspflege des Bundes, Zürich 1998, Rz. 410).

Der  Beschwerdeentscheid  der  regionalen  Rekurskommission  Nr.  1 
vom 22. Mai 2006 (Versand am 19. Juni 2006) stellt eine Verfügung im 
Sinne von Art. 5 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren dar (VwVG, SR 172.021).

Diese Verfügung wurde am 21. August 2006 bei der Rekurskommissi-
on EVD angefochten. Diese war bis zum Inkrafttreten des Bundesge-
setzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (Verwal-
tungsgerichtsgesetz,  VGG,  SR 173.32)  am 1.  Januar  2007  (vgl.  AS 
2006  1069)  zur  Beurteilung  vorliegender  Streitsache  sachlich  und 

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funktionell zuständig (vgl. Art. 167 Abs. 1 LwG œ[zitiert in E. 5.1] in der 
bis zum 31. Dezember 2006 gültigen Fassung, AS 1998 3075; aufge-
hoben gemäss Anhang Ziff. 125 zum VGG, AS 2006 2283). Mit Inkraft-
treten des VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Entscheide  der  regionalen  Rekurskommissionen  in  Sachen 
Milchkontingentierung, und zwar auch dann, wenn sie vor dem 1. Ja-
nuar  2007  bei  der  Rekurskommission  EVD eingereicht  wurden  (vgl. 
Art. 31 VGG i.V.m. Art. 53 Abs. 2 VGG und Art. 167 Abs. 1 LwG in der 
ab 1. Januar 2007 gültigen Fassung, SR 910.1). Die Beurteilung erfolgt 
somit nach neuem Verfahrensrecht.

1.2 Zur Beschwerde ist berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfah-
ren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit  zur Teilnahme erhalten 
hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 
48  Abs. 1 VwVG). R._______ ist  durch die  Nichtgewährung der  von 
ihm geforderten Parteientschädigung in seinen rechtlich geschützten 
Interessen betroffen. Er  ist  daher zur Beschwerdeführung legitimiert. 
Die Eingabefrist sowie die Anforderungen an Form und Inhalt der Be-
schwerdeschrift sind gewahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG), der Ver-
treter hat sich rechtsgenüglich ausgewiesen (Art. 11 VwVG), der Kos-
tenvorschuss wurde fristgemäss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die 
übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 46 ff. VwVG).

1.3 Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

2.
Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung 
auf  Verletzung von Bundesrecht  -  einschliesslich der  Überschreitung 
oder des Missbrauchs des Ermessens und der unrichtigen oder unvoll-
ständigen  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  -  sowie 
auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG).

3.
Streitgegenstand im vorliegenden Verfahren bildet einzig die Frage, ob 
und in welchem Ausmass R._______ für das Verfahren vor der regio-
nalen Rekurskommission Nr. 1 eine Parteientschädigung auszurichten 
ist.

4.

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4.1 Die  regionale  Rekurskommission  Nr. 1  hiess  mit  Entscheid  vom 
22.  Mai  2006  die  Beschwerde  von  R._______  gut.  Mit  Urteil  vom 
1. April  2008  bestätigte  das  Bundesverwaltungsgericht  diesen 
Entscheid  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
B-2141/2006/B-2142/2006/  B-1697/2007  vom  1.  April  2008). 
R._______ hat somit im vorinstanzlichen Verfahren obsiegt.

4.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden 
Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr 
erwachsene  notwendige  und  verhältnismässig  hohe  Kosten  zuspre-
chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die Rechtsprechung hat  diese Bestim-
mung seit  jeher  in  dem Sinne verstanden,  dass  der  Rechtsuchende 
unter den genannten Voraussetzungen einen Rechtsanspruch auf eine 
Parteientschädigung  hat  und  es  nicht  im  freien  Ermessen  der  Be-
schwerdeinstanz liegt, ob sie eine Entschädigung zusprechen will oder 
nicht (BGE 120 V 214 E. 4b mit Verweis auf BGE 98 Ib 506 E. 1).

4.3 Parteikosten  gelten  als  notwendig,  wenn  sie  zur  sachgerechten 
und  wirksamen  Rechtsverfolgung  oder  Rechtsverteidigung  unerläss-
lich erscheinen (BGE 131 II 200 E. 7.2; KÖLZ / HÄNER, a.a.O., Rz. 706). 
Unnötige Kosten begründen hingegen keinen Anspruch auf Parteient-
schädigung (Art. 8 Abs. 5 der Verordnung über Kosten und Entschädi-
gungen im Verwaltungsverfahren vom 10. September 1969, Kostenver-
ordnung, SR 172.041.0).

Im  vorinstanzlichen  Verfahren  hat  R._______  einen  rechtskundigen 
Vertreter beigezogen. Dies rechtfertigt sich bereits aufgrund der Kom-
plexität der umstrittenen Fragen und der Bedeutung des Ausgangs des 
Verfahrens für den Beschwerdeführer. Hinzu kommt das Fehlen juristi-
scher Kenntnisse auf Seiten des Beschwerdeführers wie auch die Tat-
sache, dass es sich um ein Verfahren vor einer im Bereich der Milch-
kontingentierung  spezialisierten  Rekurskommission,  die  bereits  auf-
grund ihrer Tätigkeit über eine grosse Erfahrung in diesem Gebiet ver-
fügt, handelt. Es kann daher R._______ nicht vorgeworfen werden, er 
habe unnötigerweise einen rechtskundigen Vertreter mit der Wahrung 
seiner Interessen betraut. Die durch die Vertretung verursachten Kos-
ten können somit als notwendig betrachtet werden.

4.4 Da R._______ im vorinstanzlichen Verfahren einen rechtskundigen 
Vertreter beigezogen hat, kann von verhältnismässig hohen (vgl. dazu 
KÖLZ / HÄNER, a.a.O., Rz. 706) Kosten ausgegangen werden.

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4.5 R._______ sind demnach für das Verfahren vor der regionalen Re-
kurskommision Nr. 1  grundsätzlich notwendige hohe Kosten erwach-
sen, für welche eine Parteientschädigung zu entrichten ist.

4.6 Grundlage für die Parteientschädigung bildet im Verfahren vor der 
Vorinstanz Art. 64 VwVG i.V.m. Art. 8 Kostenverordnung. Nach Art. 8 
Abs. 1 Kostenverordnung hat  die Partei,  die Anspruch auf  Parteient-
schädigung erhebt,  der Beschwerdeinstanz vor dem Beschwerdeent-
scheid eine detaillierte Kostennote einzureichen; reicht sie die Kosten-
note nicht rechtzeitig ein, so setzt die Beschwerdeinstanz die Partei-
entschädigung von Amtes wegen und nach Ermessen fest. Art. 8 Abs. 
2 der Kostenverordnung verweist  auf  Art. 8-13 des Reglements vom 
11. Dezember  2006  über  die  Kosten und Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht (VGKE, 173.320.2), die sinngemäss auf die 
Parteientschädigung anwendbar sind.

Bei  der  Festsetzung der  Parteikosten verfügt  die  rechtsanwendende 
Behörde sowohl über einen Beurteilungs- wie auch über einen Ermes-
sensspielraum  (vgl.  MARTIN BERNET,  Die  Parteientschädigung  in  der 
schweizerischen  Verwaltungsrechtspflege,  Zürich  1986, N. 271,  277; 
THOMAS MERKLI / ARTHUR AESCHLIMANN / RUTH HERZOG, Kommentar zum Ge-
setz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, Rz. 
7 zu Art. 104 VRPG, S. 730). Ein Beurteilungsraum besteht insofern, 
als es sich beim Begriff der notwendigen Kosten um einen unbestimm-
ten Rechtsbegriff  handelt  (vgl. BGE 98 Ib 506 E. 2;  RENÉ A. RHINOW / 
BEAT KRÄHENMANN, Schweizerische  Verwaltungsrechtsprechung,  Ergän-
zungsband, Nr. 66). Dass der rechtsanwendenden Behörde ein Ermes-
sen zusteht, geht unmittelbar aus dem Wortlaut von Art. 8 Abs. 1 Kos-
tenverordnung und Art. 8 ff. VKGE hervor. Die VKGE schreibt dabei le-
diglich  Minimal-  und Maximalansätze für  die  Entschädigung der  An-
waltskosten  vor;  innerhalb  dieser  besteht  ein  weiter  Ermessenspiel-
raum (BERNET,  a. a. O., N. 271, 277). Der Gesetzgeber gibt somit be-
züglich  der  zu  ergreifenden Rechtsfolge einen Rahmen vor,  der  von 
der Verwaltungsbehörde ausgefüllt werden kann.

Da im vorinstanzlichen Verfahren keine Kostennote eingereicht wurde, 
hätte die Vorinstanz die Parteientschädigung somit von Amtes wegen 
festsetzen  müssen,  wobei  sie  über  einen  Beurteilungs-  und  Ermes-
sensspielraum verfügt hätte.

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4.7 Die Vorinstanz hat keine Parteientschädigung festgesetzt und den 
Antrag von R._______ auf Ausrichtung einer solchen nicht behandelt. 
Damit hat sie das rechtliche Gehör verletzt. Der Anspruch auf rechtli-
ches  Gehör  ist  nämlich  namentlich  verletzt,  wenn  Parteivorbringen 
übersehen oder Anträge nicht behandelt werden (Urteil des Bundesge-
richts 4P 248/2002 vom 21. Februar 2003 E. 3.1, BGE 127 III 576 E. 
2e). 

Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des 
rechtlichen  Gehörs  führt  ungeachtet  der  Erfolgsaussichten  der  Be-
schwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfü-
gung (BGE 127 V 431 E. 3d/aa). Nach der Rechtsprechung kann zwar 
eine - nicht besonders schwer wiegende - Verletzung des rechtlichen 
Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person 
die Möglichkeit erhält,  sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, 
die sowohl den Sachverhalt  wie die Rechtslage frei  überprüfen kann 
(vgl. BGE 127 V 431 E. 3d/aa, BGE 133 I 201 E. 2.2, jeweils mit Hin-
weisen). Im vorliegenden Fall  ist  die Sache jedoch an die Vorinstanz 
zurückzuweisen, da diese, wie oben dargelegt, bei der Festlegung der 
Parteientschädigung  über  einen  Beurteilungs-  und  Ermessensspiel-
raum verfügt. Aus den Akten lassen sich keinerlei  Hinweise entneh-
men, nach welchen Kriterien sie sich dabei hätte leiten lassen: Sie hat 
sich weder in ihrem Entscheid vom 22. Mai 2006 noch im Beschwerde-
verfahren,  als  sie  Gelegenheit  zur  Stellungnahme gehabt  hätte  (vgl. 
oben E. C.b), zur Bemessung dieser Entschädigung geäussert. 

5.

5.1 Die  Beschwerde  ist  deshalb  gutzuheissen  und  die  Sache  zum 
Entscheid  über  die  Parteikosten  im  Sinne  der  Erwägungen  an  die 
Vorinstanz zurückzuweisen.

5.2  Bei  diesem  Verfahrensausgang  gilt  R._______  als  obsiegende 
Partei.  Deshalb  sind  ihm  keine  Verfahrenskosten  aufzuerlegen.  Die 
Beschwerdeinstanz  auferlegt  die  Verfahrenskosten  in  der  Regel  der 
unterliegenden  Partei.  Vorinstanzen  oder  Bundesbehörden  haben 
keine Verfahrenskosten zu tragen, auch wenn sie unterliegen (Art. 63 
Abs. 1 und 2 VwVG). Gemäss Art. 6 Bst. b VKGE können einer Partei 
die  Verfahrenskosten  ganz  oder  teilweise  erlassen  werden,  wenn 
Gründe  in  der  Sache  oder  in  der  Person  der  Partei  es  als 
unverhältnismässig  erscheinen  lassen,  sie  ihr  aufzuerlegen.  Da 

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H._______  im vorinstanzlichen Verfahren  das  rechtliche Gehör  nicht 
gewährt worden ist, sind ihm die Verfahrenskosten für das vorliegende 
Verfahren zu erlassen.

Die obsiegende Partei hat Anspruch auf eine Parteientschädigung für 
die  ihr  erwachsenen  notwendigen  Kosten  (Art.  64  Abs.  1  VwVG 
i.V.m.Art. 7 Abs. 1 VGKE). Die Parteientschädigung umfasst die Kosten 
der Vertretung sowie allfällige weitere notwendige Auslagen der Partei 
(Art.  8  VGKE).  Das  Anwaltshonorar  ist  nach  dem  notwendigen 
Zeitaufwand des Vertreters zu bemessen. Der Stundenansatz beträgt 
für Anwälte mindestens 200 und höchstens 400 Franken (Art. 10 Abs. 
1 und 2 VGKE). Das Gericht setzt die Parteientschädigung auf Grund 
der von der Partei eingereichten detaillierten Kostennote fest (Art. 14 
Abs. 2  VGKE).  Der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  hat  eine 
Kostennote  in  der  Höhe  von  Fr.  6'935.95  (inkl.  Mehrwertsteuer) 
eingereicht.  Diese  umfasst  neben  den  Kosten  für  das  vorliegende 
Verfahren  auch  diejenigen  für  die  Beschwerdeverfahren  B-2141/2006 
und B-2142/2006. Im Urteil vom 1. April 2007 wurde die Kostennote als 
angemessen  beurteilt  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
B-2141/2006/B-2142/2006/B-1697/2007 vom 1. April  2008,  E 11)  und 
R._______  eine  Parteientschädigung  von  Fr. 6'187.75  (inkl. 
Mehrwertsteuer)  zugesprochen.  Ausgehend  von  der  eingereichten 
Kostennote  sind  R._______  für  dieses  Verfahren  somit  noch 
Parteikosten  im  Betrag  von  Fr.  748.20   (inkl.  Mehrwertsteuer) 
auszurichten. 

Da  die  Vorinstanz  Verfahrensfehler  begangen  sowie  in 
Berücksichtigung der gesamten Umstände dieses Falles erscheint es 
dem  Bundesverwaltungsgericht  angebracht,  die  Parteientschädigung 
wie  im  Urteil  vom  1.  April  2008  zu  Lasten  des  Bundesamts  für 
Landwirtschaft  – als für  die Vorinstanz zuständige Bundesbehörde  – 
zuzusprechen  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-2141/2006/ 
B-2142/2006/B-1697/2007 vom 1. April 2008, E. 11).

5.3 Im Weiteren beantragt der Beschwerdegegner mit Verweis auf das 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-6203/2007, es sei im vorliegen-
den  Verfahren  aus  Billigkeitsgründen  auch  der  unterliegenden  Partei 
eine Parteientschädigung gemäss der eingereichten Kostennote zuzu-
sprechen. Nach Art. 64 VwVG kann nur eine Partei Anspruch auf Ent-
schädigung erheben, die mit ihren Beschwerdeanträgen ganz oder zum 
Teil durchzudringen vermochte. Bei der Pflicht zur Errichtung einer Par-

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teientschädigung handelt es sich nicht um einen allgemeinen prozessu-
alen Grundsatz; sie bedarf einer gesetzlichen Grundlage (BGE 132 II 47 
E. 5). Das Verwaltungsverfahrensgesetz  enthält  –  im Gegensatz  zum 
Verfahren vor dem Bundesgericht (vgl. Art. 68 Abs. 2 und 4 i.V. mit Art. 
66 Abs. 3 des Bundesgesetzes  vom 17. Juni 2005 über das Bundesge-
richt  [Bundesgerichtsgesetz,  BBG; SR 173.110]  und dem bis  31. De-
zember. 2006 geltenden Bundesgesetz vom 16. Dezember 1943 über 
die Organisation der Bundesrechtspflege, OG [vgl. Art. 131 Abs. 1 BGG, 
mit Verweisen auf BS und AS], vgl. Art. 159 Abs. 2 und 5 i.V. mit Art. 156 
Abs. 6 OG) –  keine Grundlage für  die Zusprechung einer Parteient-
schädigung an die unterliegende Partei. Der Beschwerdegegner kann 
ebenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten aus dem von ihm zitierten 
Entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichtes  vom  31.  Januar  2008 
(B-6203/2007), da der den beiden Verfahren zugrunde liegende Sach-
verhalt  nicht  vergleichbar  ist.  Damals  hatte  sich  das  Bundesverwal-
tungsgericht nur mit dem Antrag auf Ausrichtung einer höheren Partei-
entschädigung, als von der Vorinstanz zugesprochen, zu befassen und 
dies verneint. Es hatte nicht - wie im konkreten Verfahren - die Grund-
satzfrage  zu  prüfen,  ob  Art.  64  VwVG eine  hinreichende  gesetzliche 
Grundlage für die Zusprechung einer Parteientschädigung darstellt.

6.
Dieser Entscheid kann nicht an das Schweizerische Bundesgericht wei-
tergezogen werden; er ist somit endgültig (Art. 83 Bst. s Ziff. 1 BGG). 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

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1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Streitsache zum Entscheid 
über  die  Parteikosten  im  Sinne  der  Erwägungen  an  die  Vorinstanz 
zurückgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Kostenvorschuss von 
Fr. 600.-- ist R._______ zurückzuerstatten.

3.
R._______ wird für dieses Verfahren zu Lasten des Bundesamtes für 
Landwirtschaft  eine  Parteientschädigung  von  Fr.  748.20  (inkl.  Mehr-
wertsteuer) zugesprochen.

4.
H._______ wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (eingeschrieben; Akten zurück)
- den Beschwerdegegner (eingeschrieben; Akten zurück)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. 44/06; eingeschrieben)
- das Bundesamt für Landwirtschaft (eingeschrieben)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Maria Amgwerd Beatrice Brügger

Versand: 4. Juni 2008

Seite 11