# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e9e74b1-3b35-5cc7-a9a2-aafd286396e7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.04.2016 100 2015 358
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2015-358_2016-04-12.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten hat das Bundesgericht am 7. Juni 2016 abgewiesen bzw. 
ist nicht darauf eingetreten (BGer 2C_470/2016 und 2C_471/2016).

100.2015.358/359U
HAT/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 12. April 2016

Verwaltungsrichter Häberli
Gerichtsschreiberin Büchi

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführende 

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin 

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 
2011; Verfahrenskosten (Entscheide der Steuerrekurskommission des 
Kantons Bern vom 12. November 2015; 100 14 14, 200 14 12)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2016, Nrn. 100.2015.358/
359U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ gelangten bezüglich ihrer Veranlagung für das Steuerjahr 
2011 an die Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK). Am 
12. November 2015 hiess diese den Rekurs bezüglich der Kantons- und 
Gemeindesteuern teilweise gut, trat aber auf die Beschwerde betreffend die 
direkte Bundessteuer nicht ein. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.-- 
auferlegte sie A.________ im Umfang von Fr. 800.--.

B.

In einer einzigen Rechtsschrift vom 15. Dezember 2015 haben A.________ 
sowohl bezüglich der Kantons- und Gemeindesteuern als auch der direkten 
Bundessteuer 2011 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Dabei 
führen sie einzig im Kostenpunkt Beschwerde und stellen sinngemäss den 
Antrag, die angefochtenen Entscheide seien aufzuheben, soweit ihnen im 
vorinstanzlichen Verfahren Kosten auferlegt worden seien.

Die StRK beantragt mit Vernehmlassung vom 11. Januar 2016 Abweisung 
der Beschwerden, während die Steuerverwaltung auf Stellungnahme ver-
zichtet hat (Eingabe vom 2.2.2016).

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 
21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 145 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2016, Nrn. 100.2015.358/
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vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] 
sowie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Voll-
zug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Beschwerdefüh-
renden haben am vorinstanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahren teil-
genommen, sind durch die angefochtenen Entscheide besonders berührt 
und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Ände-
rung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie Art. 145 
Abs. 2 i.V.m. Art. 140 Abs. 1 DBG). Auf die form- und fristgerecht einge-
reichten Beschwerden ist einzutreten.   

1.2 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und Gemeindesteu-
ern als auch der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das Ver-
waltungsgericht zwei Urteile fällen, zumal es sich um verschiedene Steuern 
handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen und in getrennten 
Verfahren veranlagt werden. Allerdings können die Entscheide in ein und 
derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 135 II 260 E. 1.3.1, 
130 II 509 E. 8.3). 

1.3 Da der Streitwert beider Verfahren unter Fr. 20'000.-- liegt, fällt die 
Behandlung der Beschwerden in die einzelrichterliche Zuständigkeit 
(Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2.

In Bezug auf die Kantons- und Gemeindesteuern 2011 machen die Be-
schwerdeführenden geltend, die StRK sei zu Unrecht davon ausgegangen, 
sie hätten mit ihrem Rekurs bloss teilweise obsiegt. Die StRK habe ihnen 
bezüglich des verweigerten Abzugs für die auswärtige Unterkunft des Be-
schwerdeführers Recht gegeben und dies sei der einzige Aspekt des Ein-
spracheentscheids der Steuerverwaltung gewesen, den sie angefochten 
hätten. Deshalb hätten ihnen im vorinstanzlichen Verfahren keine Kosten 
auferlegen werden dürfen.

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2.1 Die Steuerverwaltung hatte den Beschwerdeführenden im Zusam-
menhang mit dem hiesigen Wochenaufenthalt des in Lugano ansässigen 
Beschwerdeführers beim satzbestimmenden Einkommen keinen Abzug für 
auswärtige Unterkunft gewährt, insgesamt aber für Fahrten zum Arbeits-
platz und auswärtige Verpflegung Berufskosten in der Höhe von Fr. 7'900.-- 
anerkannt (Einspracheentscheid vom 11.12.2013; act. 3A pag. 7). Mit 
ihrem Rekurs haben die Beschwerdeführenden der StRK beantragt, «die 
ortsüblichen Mehrkosten für die auswärtige Unterkunft des Beschwerdefüh-
rers» zum Abzug zu bringen (act. 3A pag. 18). Das Rechtsbegehren selber 
war nicht beziffert, aber in der Begründung haben die Beschwerdeführen-
den argumentiert, die von ihnen in der Steuererklärung deklarierten 
Fr. 12'000.-- entsprächen den «ortsüblichen Auslagen», die gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung abzugsberechtigt seien (Rekurs, 
Ziff. III/15 ff. und III/19; act. 3A pag. 14-13). Die StRK hat alsdann aner-
kannt, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf Berücksichtigung von 
Kosten für die auswärtige Unterkunft hat, zumal er auch aus beruflichen 
und nicht nur aus privaten Gründen unter der Woche bei seiner Ehefrau in 
Bern wohne. Sie hat erwogen, als notwendige Mehrkosten seien die orts-
üblichen Auslagen für ein Zimmer zu berücksichtigen. Die Beschwerde-
führenden hätten jährliche Aufwendungen von Fr. 18'000.-- für eine 31/2-
Zimmer-Mietwohnung ausgewiesen, was einer Jahresmiete von Fr. 5'143.-- 
pro Zimmer entspreche; letzterer Betrag sei als Abzug für auswärtige 
Unterkunft zuzulassen (angefochtene Entscheide, E. 5 f.). Gleichzeitig hat 
die Vorinstanz allerdings erkannt, weil dem Beschwerdeführer in der 
Wohnung am Wochenaufenthaltsort eine Küche zur Verfügung stehe, sei 
der von der Steuerverwaltung für auswärtige Verpflegung gewährte Abzug 
um Fr. 3'225.-- zu reduzieren (angefochtene Entscheide, E. 7). 

2.2 Bei diesen Gegebenheiten gehen die Beschwerdeführenden zu 
Unrecht von einem gänzlichen Obsiegen im vorinstanzlichen Verfahren 
aus: Zwar haben sie nur bezüglich der Mehrkosten für die auswärtige Un-
terkunft des Beschwerdeführers Rekurs geführt und hat ihnen die StRK 
diesbezüglich im Grundsatz Recht gegeben, gemessen an ihren Anträgen 
sind sie indes mit ihrem Rechtsmittel nur teilweise durchgedrungen. Auch 
wenn ihr Rekursbegehren nicht explizit beziffert war, haben sie in der Be-
gründung doch klar zum Ausdruck gebracht, dass sie einen zusätzlichen 

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Abzug für Wohnkosten in der Höhe von Fr. 12'000.-- (Fr. 1'000.-- pro Mo-
nat) verlangen. Diesem Antrag entsprach die StRK nur teilweise im Umfang 
von Fr. 5'143.-- bzw. 43 % (knapp Fr. 429.-- pro Monat). Hinzu kommt, 
dass diese erfolgreich erstrittene Berücksichtigung auswärtiger Wohn-
kosten als Kehrseite eine Reduktion des im Einspracheverfahren gewähr-
ten Pauschalabzugs für die auswärtige Verpflegung um Fr. 3'225.-- mit sich 
brachte. Letztlich erreichten die Beschwerdeführenden mit ihrem Rekurs 
also bloss eine Herabsetzung des satzbestimmenden Einkommens um 
Fr. 1'918.--, was 16 % des von ihnen geforderten Betrags von Fr. 12'000.-- 
entspricht. 

2.3 Angesichts dieses mehrheitlichen Unterliegens der Beschwerde-
führenden erweist es sich als rechtmässig, dass die StRK ihnen die Ver-
fahrenskosten anteilmässig auferlegt hat (vgl. Art. 200 Abs. 1 StG). Uner-
heblich ist dabei, dass die Beschwerdeführenden die Abänderung des 
Einspracheentscheids allein bezüglich der auswärtigen Wohnkosten und 
nicht auch hinsichtlich der Aufwendungen für auswärtige Verpflegung be-
antragt haben; nach dem Gesagten bildete die Reduktion dieser die direkte 
Folge der Anerkennung jener. Mithin ist der Kostenspruch im Rekursverfah-
ren nicht zu beanstanden; die Verwaltungsgerichtsbeschwerde bezüglich 
der Kantons- und Gemeindesteuern 2011 erweist sich als unbegründet und 
ist abzuweisen.

3.

Die Beschwerdeführenden beanstanden auch die Kostenauflage im Be-
schwerdeverfahren betreffend die direkte Bundessteuer 2011. Sie machen 
geltend, nur Rekurs und nicht auch Beschwerde erhoben zu haben, wes-
halb ihnen zu Unrecht Verfahrenskosten für den Nichteintretensentscheid 
bezüglich der direkten Bundessteuer auferlegt worden seien.

3.1 Mit Rekurs werden bei der StRK Verfügungen und Entscheide be-
treffend die Kantons- und Gemeindesteuern angefochten (Art. 2 Bst. a des 
Gesetzes vom 23. November 1999 über die Steuerrekurskommission 
[StRKG; BSG 661.611]; vgl. auch Art. 195 ff. StG). Das Rechtsmittel der 

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Beschwerde ist demgegenüber zu Ergreifen, wenn eine Veranlagung der 
direkten Bundessteuer im Streit liegt (Art. 2 Bst. b StRKG i.V.m. Art. 9 
Abs. 1 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der direk-
ten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11] und Art. 140 Abs. 1 DBG). Mit dieser 
unterschiedlichen Bezeichnung der Rechtsmittel betreffend die Kantons- 
und Gemeindesteuern einerseits und die direkte Bundessteuer anderer-
seits sind beschwerdeführende Laien selten vertraut. Deshalb gehen bei 
der StRK häufig Eingaben ein, die einheitlich als Beschwerde, Rekurs oder 
auch «Einsprache» bezeichnet sind, sich aber sowohl gegen die Veran-
lagung der Kantons- und Gemeindesteuern als auch der direkten Bundes-
steuer richten. Dabei wird von den Beschwerdeführenden jeweils auch in 
der Begründung kaum zwischen den beiden Steuerarten unterschieden. 
Vor dem Hintergrund, dass die Veranlagung der direkten Steuern von 
Kanton und Bund durch das Bundesgesetz vom 14. Dezember 1990 über 
die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden 
(StHG; SR 642.14) weitgehend harmonisiert wurde, erscheint dieser Man-
gel aber unproblematisch, weshalb die StRK pragmatisch damit umgeht 
und solche Eingaben als Rekurs und Beschwerde entgegennimmt, ausser 
es ergibt sich aus Antrag, Begründung und Umständen unmissverständlich, 
dass nur eines der beiden Rechtsmittel erhoben werden soll. Diese Praxis, 
die insbesondere auch dem Verbot des überspitzten Formalismus Rech-
nung trägt (Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung [BV; SR 101]; Art. 26 
Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; vgl. statt vieler 
BVR 2015 S. 301 E. 3.1 mit Hinweisen), ist zu begrüssen (zur Praxis des 
Bundesgerichts bezüglich falsch bezeichneter Rechtsmittel vgl. 
BGE 139 I 169 unpubl. E. 1.1, 133 II 396 E. 3.1, 131 I 291 E. 1.3).

3.2 Die Beschwerdeführenden machen geltend, sie hätten nur Rekurs 
und nicht auch Beschwerde erhoben, weshalb die Veranlagung der direk-
ten Bundessteuer gar nicht mitangefochten gewesen sei und ihnen diesbe-
züglich keine Verfahrenskosten hätten auferlegt werden dürfen. Zur Be-
gründung führen sie aus, die Eingabe vom 9. Januar 2014 sei ausdrücklich 
nur als «Rekurs» bezeichnet gewesen, weil ihnen die unterschiedliche Be-
zeichnung der Rechtsmittel bezüglich Kantons- und Gemeindesteuern so-
wie direkter Bundessteuer bewusst gewesen sei und sie nur bezüglich 
ersterer an die StRK gelangen wollten. Zwar hätten sie im Rahmen der 

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Umschreibung des Verfahrensgegenstands auch auf die direkte Bundes-
steuer 2011 Bezug genommen, aber dies nur darum, weil der von ihnen 
angefochtene Einspracheentscheid einheitlich als Entscheid bezüglich bei-
der Steuerarten bezeichnet gewesen sei. Sodann hätten sie in ihrer Re-
kursschrift stets die Einzahl (Entscheid) verwendet und auch unter «For-
melles» klar zum Ausdruck gebracht, dass sich ihre Ausführungen auf 
Seite 1 des Einspracheentscheids beziehen würden, der allein die Kantons- 
und Gemeindesteuern betreffe. Schliesslich hätten sie gar keinen Grund 
gehabt, die Veranlagung der direkten Bundessteuer anzufechten, da sie 
insoweit ja obsiegt hätten. 

3.3 Es trifft zu, dass die Beschwerdeführenden ihre Rechtsschrift nur 
als Rekurs bezeichneten und in ihren Vorbringen verschiedentlich die Ein-
zahl verwendeten, wenn sie den Einspracheentscheid der Steuerverwal-
tung kritisierten. Nach dem Gesagten gibt es jedoch gute Gründe für die 
Praxis der StRK, mit Ausnahme von eindeutigen Fällen stets von einer 
gleichzeitigen Anfechtung der Entscheide betreffend kantonale Steuern und 
betreffend direkte Bundessteuer auszugehen, selbst wenn, wie hier, allein 
auf Gesetzesbestimmungen des kantonalen Rechts Bezug genommen und 
das Rechtsmittel nur als Rekurs bezeichnet wird. Ein solches Vorgehen 
dient der Verwirklichung von effektivem Rechtsschutz und liegt grundsätz-
lich im Interesse der Rechtsuchenden, da es verhindert, dass ein Einwand, 
der sowohl gegen die Veranlagung der Kantons- und Gemeindesteuern als 
auch gegen jene der direkten Bundessteuer vorgetragen werden kann, 
allein wegen ungeschickter Formulierung des Rechtsmittels oder mangeln-
der Rechtskenntnisse der Rechtsuchenden bloss im einen oder im andern 
Verfahren geprüft wird. Auch hier ist keine Rechtsverletzung im Umstand 
zu sehen, dass die StRK die Rechtsmitteleingabe vom 9. Januar 2014 als 
Rekurs und Beschwerde behandelt hat: Die Beschwerdeführenden haben 
selber bemerkt, dass sie den Gegenstand ihrer Eingabe mit «Kantons- und 
Gemeindesteuern, Direkte Bundessteuer 2011» umschrieben (act. 3A 
pag. 18) und damit ausdrücklich auf beide Steuerarten Bezug nahmen. Bei 
diesen Gegebenheiten beschränkten sie ihr Rechtsmittel gerade nicht ein-
deutig auf die kantonalen Steuern. Eine solche Beschränkung ergibt sich 
auch nicht aus ihren Ausführungen unter «Formelles», da die in den Streit 
gelegte Behandlung der Abzüge für Berufskosten sowohl im Einsprache-

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entscheid betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2011 (vgl. act. 3A 
pag. 7) als auch in jenem betreffend die direkte Bundessteuer 2011 (vgl. 
act. 3A pag. 3) auf der Seite 1 behandelt wurden, auf die die Beschwerde-
führenden in ihren Ausführungen Bezug nahmen (vgl. act. 3A pag. 17). 
Schliesslich musste die Vorinstanz aus dem Umstand, dass die Beschwer-
deführenden bei der direkten Bundessteuer 2011 im Kanton Bern eine 
Nulltaxation erreicht hatten, nicht zwingend schliessen, dass sie die Ver-
anlagung für die direkte Bundessteuer 2011 – obschon sie auch diese als 
Verfahrensgegenstand bezeichneten – gar nicht anfechten wollten; gerade 
juristische Laien erheben in ähnlich gelagerten Fällen trotz mangelndem 
Rechtsschutzinteresse immer wieder Beschwerde. Nach dem Gesagten ist 
es nicht zu beanstanden, wenn die StRK davon ausging, die Beschwerde-
führenden hätten Rekurs und Beschwerde erhoben. Dies umso weniger, 
als die Beschwerdeführenden während der ganzen Dauer der vorinstanzli-
chen Verfahren nie darauf hingewiesen haben, sie hätten nur Rekurs und 
nicht auch Beschwerde führen wollen. Dazu hätten sie indes bereits zu 
Verfahrensbeginn Anlass und Gelegenheit gehabt, als ihnen die StRK mit 
Eingangsbestätigung vom 10. Januar 2014 unter Bezugnahme auf «ihren 
Rekurs und ihre Beschwerde» die Eröffnung eines Verfahrens betreffend 
kantonale Steuern und eines Verfahrens betreffend direkte Bundessteuer 
angezeigte (act. 3A pag. 19). Auch in der Folge wies die Vorinstanz auf 
beide Verfahren hin, insbesondere als sie am 21. Januar 2014 die Steuer-
verwaltung aufforderte, eine «Rekurs- und Beschwerdevernehmlassung 
betreffend die kantonalen Steuern und die direkte Bundessteuer 2011» 
einzureichen (act. 3A pag. 20; vgl. auch Fristverlängerung vom 10.2.2014 
[act. 3A pag. 23]), aber auch in ihren weiteren Verfahrenshandlungen, die 
sich jeweils ausdrücklich auf Rekurs und Beschwerde sowie kantonale 
Steuern und direkte Bundessteuer bezogen (Verfügung vom 7.3.2014 
[act. 3A pag. 28], Sistierungsverfügung vom 27.1.2015 [act. 3A pag. 35] 
und Aufhebung der Sistierung vom 1.9.2015 [act. 3A pag. 42]). Aufgrund 
des mit Rechtshängigkeit begründeten Prozessrechtsverhältnisses waren 
die Beschwerdeführenden verpflichtet, sich nach Treu und Glauben zu ver-
halten (BGE 138 III 225 E. 3.1) und die StRK auf ein allfälliges Missver-
ständnis hinzuweisen. Bei diesen Gegebenheiten scheint der Einwand der 
Beschwerdeführenden, sie hätten ganz bewusst nur Rekurs erhoben und 
seien insoweit von der StRK falsch verstanden worden, nachgeschoben. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2016, Nrn. 100.2015.358/
359U, Seite 9

Jedenfalls musste die Vorinstanz das eröffnete und über Monate geführte 
Beschwerdeverfahren bezüglich der direkten Bundessteuer 2011 zu einem 
förmlichen Abschluss bringen, wobei der insoweit gefällte Nichteintretens-
entscheid einem gänzlichen Unterliegen der Beschwerdeführenden ent-
spricht, sodass ihnen Kosten aufzuerlegen waren (vgl. Art. 144 Abs. 1 
DBG); für deren Bemessung hatte kantonales Recht Anwendung zu finden 
(Art. 144 Abs. 5 DBG). 

3.4 Im Übrigen hat die StRK für ihr Nichteintreten auf die Beschwerde 
(falls überhaupt) nur sehr massvoll Kosten erhoben, indem sie den Be-
schwerdeführenden bloss zwei Drittel der gesamthaft auf Fr. 1'200.-- be-
stimmten Verfahrenskosten zur Zahlung auferlegte. Angesichts des be-
scheidenen Obsiegens der Beschwerdeführenden von lediglich 16 % im 
Rekursverfahren (vgl. vorne E. 2.2) wurde deren gänzliches Unterliegen im 
Beschwerdeverfahren damit kaum gewertet. Vor diesem Hintergrund würde 
sich der angefochtene Kostenspruch selbst dann als rechtmässig erweisen, 
wenn die StRK die Eingabe der Beschwerdeführenden vom 9. Januar 2014 
zu Unrecht auch als Beschwerde betrachtet hätte: Bei der Überprüfung von 
Bestimmung und Verlegung der Verfahrens- und Parteikosten übt das Ver-
waltungsgericht praxisgemäss Zurückhaltung und billigt der Vorinstanz 
einen grossen Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu; es greift nur 
dann ein, wenn diese ihr Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat 
(BVR 2004 S. 133 E. 1.3; vgl. auch etwa VGE 2014/281/282 vom 
26.1.2016, E. 6.1, 2013/359/360 vom 13.10.2014, E. 3.1, 2013/147 vom 
6.11.2013, E. 2.2, 2013/28 vom 17.9.2013, E. 6.1; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, 
Art. 80 N. 15, Art. 104 N. 7). Ein solcher Mangel liegt hier selbst dann nicht 
vor, wenn nur die Kosten des Rekursverfahrens zu verlegen wären. Zum 
einen bewegen sich die erhobenen Verfahrenskosten mit Fr. 1'200.-- in der 
unteren Hälfte des gesetzlichen Rahmens von Fr. 100.-- bis Fr. 2'500.-- für 
die einzelrichterliche Beurteilung von Streitigkeiten durch die StRK (vgl. 
Art. 53 Bst. a i.V.m. Art. 4 des Dekrets vom 24. März 2010 betreffend die 
Verfahrenskosten und die Verwaltungsgebühren der Gerichtsbehörden und 
der Staatsanwaltschaft [Verfahrenskostendekret, VKD; BSG 161.12]). Sie 
liegen damit noch in einem Bereich, in dem sie ohne Ermessensfehler auch 
für eines anstatt zwei wenig aufwendige Verfahren mit geringer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2016, Nrn. 100.2015.358/
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wirtschaftlicher Tragweite festgesetzt werden können. Zum andern ist dem 
teilweisen Obsiegen der Beschwerdeführenden selbst dann grosszügig 
Rechnung getragen worden, wenn dieses nur an den Anträgen im 
Rekursverfahren und nicht zusätzlich auch an jenen im 
Beschwerdeverfahren gemessen wird. 

3.5 Zusammenfassend konnte die Vorinstanz ohne Rechtsverletzung 
annehmen, die Beschwerdeführenden hätten bezüglich der direkten Bun-
dessteuer 2011 Beschwerde erhoben; demnach durfte sie für ihren Nicht-
eintretensentscheid Verfahrenskosten erheben. Allerdings wäre der strei-
tige Kostenspruch selbst dann rechtmässig, wenn die Beschwerdeführen-
den nur Rekurs und keine Beschwerde erhoben hätten, sodass bloss die 
Kosten des Rekursverfahrens zu verlegen gewesen wären. Er ist weder zu 
beanstanden, wenn die von den Beschwerdeführenden zu tragenden, 
Fr. 800.-- ausmachenden zwei Drittel der Verfahrenskosten allein das Re-
kursverfahren betreffen, noch wenn ein (bescheidener) Teil davon auf das 
Beschwerdeverfahren entfällt. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde betref-
fend die direkte Bundessteuer 2011 erweist sich mithin als unbegründet 
und ist abzuweisen.

4.

Bei diesem Ausgang der Verfahren werden die Beschwerdeführenden 
kostenpflichtig (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 
i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). Entschädigungspflichtige Parteikosten sind 
nicht angefallen (vgl. Art. 151 StG i.V.m. Art.  108 Abs. 3 sowie Art. 104 
Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-
tungsverfahren [VwVG; SR 172.021]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.04.2016, Nrn. 100.2015.358/
359U, Seite 11

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2011 
wird abgewiesen.

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2011 wird abge-
wiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 600.--, werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführenden
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern
- der Eidgenössischen Steuerverwaltung 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.