# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 816d7dae-f1f5-5d10-8d94-f51ef6902f81
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 29.06.2023 SB230220
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230220_2023-06-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB230220-O/U/jv 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, und lic. iur. B. Amacker, 

der Ersatzoberrichter lic. iur. R. Amsler sowie der Gerichtsschreiber 

MLaw L. Zanetti 

 

Urteil vom 29. Juni 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis,  
vertreten durch Leitende Staatsanwältin lic. iur. C. Wiederkehr,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfache Vernachlässigung von Unterhaltspflichten und  
Widerruf 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Horgen, Einzelgericht,  
vom 23. Februar 2023 (GG220024) 
 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 25. August 2022 

ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 36). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 52 S. 15 f.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten im 

Sinne von Art. 217 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 20.00. 

3. Die Geldstrafe wird vollzogen. 

4. Die mit Urteil der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 4. September 2019 festgesetzte 

Probezeit von 2 Jahren wird um 1 Jahr verlängert und beginnt mit heutigem Entscheiddatum 

zu laufen. 

5. Die Genugtuungsbegehren der Privatkläger werden abgewiesen. Im Mehrbetrag wird auf 

die Zivilklage nicht eingetreten. 

6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'800.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'200.00   Gebühr für das Vorverfahren. 
 
Verlangt keine der Parteien eine Begründung, ermässigt sich die Entscheidgebühr um einen 

Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

auferlegt. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern für das gesamte Verfahren eine Pro-

zessentschädigung von insgesamt Fr. 3'324.15 (inkl. MwSt. und Auslagen) zu bezahlen. 

9. (Mitteilungen) 

10. (Rechtsmittel)" 

-   3   - 

Berufungsanträge: 

a) Des Beschuldigten (Urk. 54 sinngemäss): 

Der Beschuldigte sei vollumfänglich von Schuld und Strafe freizusprechen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Am 23. Februar 2023 meldete der Beschuldigte A._____ fristgerecht Beru-

fung gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Horgen, 

Einzelgericht in Strafsachen (nachfolgend: Vorinstanz) vom 23. Februar 2023 an 

(Urk. 48), welches ihm gleichentags mündlich und schriftlich im Dispositiv eröffnet 

worden war (vgl. Prot. I S. 18 ff.; Urk. 46). Nach Zustellung des begründeten Ur-

teils (Urk. 50 = Urk. 52) am 5. April 2023 (Urk. 51/2) reichte der Beschuldigte dem 

Obergericht am 25. April 2023 (Poststempel) fristgerecht seine Berufungserklä-

rung ein (Urk. 54). 

2. Mit Präsidialverfügung vom 28. April 2023 wurden der Staatsanwaltschaft 

und den Privatklägern in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO sowie 

Art. 401 StPO eine Kopie der Berufungserklärung der Beschuldigten zugestellt 

und Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten 

auf die Berufung zu beantragen. Zugleich wurde dem Beschuldigten Frist ange-

setzt, um aktuelle Unterlagen zu seinen finanziellen Verhältnissen einzureichen 

(Urk. 55). Die Staatsanwaltschaft wie auch die Privatkläger verzichteten in der 

Folge (sinngemäss) auf Anschlussberufung. Die Staatsanwaltschaft beantragte 

die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 57 und 58). Der Beschuldigte 

reichte am 17. Mai 2023 Unterlagen zu seinen finanziellen Verhältnissen ein (Urk. 

59 und 60). 

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3. Am 23. Mai 2023 wurden die Parteien zur heutigen Berufungsverhandlung 

vorgeladen, wobei der Staatsanwaltschaft und den Privatklägern das Erscheinen 

freigestellt wurde (Urk. 61). 

4. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschien der Beschuldigte A._____ 

(Prot. II S. 4). Das Verfahren ist spruchreif. 

II. Prozessuales 

1. Umfang der Berufung 

1.1. Die Berufungserklärung des Beschuldigten richtet sich grundsätzlich gegen 

das gesamte vorinstanzliche Urteil (Urk. 54). Dies bestätigte er auch anlässlich 

der Berufungsverhandlung, indem er hinsichtlich dem Umfang der Berufung auf 

seine Berufungserklärung verwies (Prot. II S. 5). 

1.2. Das vorinstanzliche Urteil gilt demnach in allen Punkten als angefochten. 

1.3. Nachdem einzig der Beschuldigte Berufung führt, steht die Überprüfung des 

vorinstanzlichen Urteils unter dem Vorbehalt des Verschlechterungsverbots 

(Art. 391 Abs. 2 StPO). 

2. Formelles 

2.1. Soweit nachfolgend auf Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Ent-

scheid verwiesen wird, erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO 

(vgl. dazu etwa BGer. 6B_570/2019 vom 23. September 2019, E. 4.2, m.w.H., 

sowie NYDEGGER, Der Verweis auf die Entscheidbegründung der Vorinstanz ge-

mäss Art. 82 Abs. 4 StPO, recht 2021, S. 15 ff.), auch ohne dass dies jeweils ex-

plizit Erwähnung findet. 

2.2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und je-

des einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249, 

E. 1.3.1, mit Hinweisen). Die Berufungsinstanz kann sich somit in der Begründung 

auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. 

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III. Schuldpunkt 

1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten anklagegemäss der mehrfachen 

Vernachlässigung von Unterhaltspflichten im Sinne von Art. 217 Abs. 1 StGB 

schuldig. Sie erwog hierzu zusammengefasst, der Beschuldigte habe den rele-

vanten Anklagesachverhalt eingestanden, wonach er vom 1. Februar 2020 bis am 

7. Juli 2022 die von ihm geschuldeten monatlichen Kinderunterhaltsbeiträge ge-

mäss rechtskräftigem Scheidungsurteil des Bezirksgerichts Horgen vom 

17. Mai 2018 im Gesamtbetrag von Fr. 88'613.20 nicht bezahlt habe, obwohl ihm 

dies zumindest teilweise möglich gewesen wäre (Urk. 52 S. 5 ff.; Urk. 36). 

2. Der Beschuldigte brachte im Berufungsverfahren stark zusammengefasst 

vor, die im Scheidungsverfahren festgelegten Unterhaltsbeiträge seien für ihn 

nicht verbindlich, da die Scheidung für ihn eine "Zwangsmassnahme" dargestellt 

habe. Im Übrigen verstehe er, dass das Scheidungsurteil juristisch gesehen in 

Rechtskraft erwachsen sei, er sehe es aufgrund der Umstände der Trennung aber 

als für ihn nicht verbindlich an. Weiter bestätigte der Beschuldigte, dass er sich 

unabhängig von seinem teilweise variierenden Verdienst weigere, die festgeleg-

ten Unterhaltsbeiträge zu bezahlen (Urk. 54; Urk. 63). 

3.1 Es kann vorab auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 52 S. 5 ff.), welche durch die (rechtlich irrelevanten) Vorbringen des 

Beschuldigten im Berufungsverfahren nicht in Frage gestellt werden. 

3.2 Gemäss Art. 217 Abs. 1 StGB wird auf Antrag bestraft, wer seine familien-

rechtlichen Unterhalts- oder Unterstützungspflichten nicht erfüllt, obschon er über 

die Mittel dazu verfügt oder verfügen könnte. Nach der Rechtsprechung ist für das 

Strafgericht der im Zivilurteil festgesetzte Betrag der Unterhaltspflicht verbindlich. 

Ob der Pflichtige die Unterhaltspflicht nicht erfüllt, "obschon er über die Mittel da-

zu verfügt oder verfügen könnte", ist objektives Tatbestandsmerkmal und deshalb 

vom  Strafgericht zu prüfen (BGer. 6B_787/2017 vom 12. April 2018, E. 6.1, und 

6B_519/2017 vom 4. September 2017, E. 3.2, je mit Hinweisen). Die Tathandlung 

im Sinne von Art. 217 StGB besteht im Unterlassen, bei Fälligkeit die geschuldete 

Leistung zu erbringen. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit beurteilt sich nach 

-   6   - 

den  betreibungsrechtlichen Gesichtspunkten (BGE 121 IV 272, E. 3c) f.; BGer. 

6B_519/2017 vom 4. September 2017, E. 3.2). Erfasst wird auch derjenige, der 

zwar nicht über ausreichende Mittel zur Pflichterfüllung verfügt, es anderseits aber 

unterlässt, ihm offen stehende und zumutbare Möglichkeiten zur Erzielung eines 

höheren Einkommens zu ergreifen (BGer. 6B_136/2015 vom 8. Mai 2015, E. 3, 

m.H.). Die Strafbarkeit entfällt, wenn der Pflichtige faktisch nicht in der Lage war, 

die Leistung zu erbringen (BGer. 6B_1017/2016 vom 10. Juli 2017, E. 2.2; zum 

Ganzen: BGer. 6B_252/2020 vom 8. September 2020, E. 5.3). 

3.3 Aus den Aussagen des Beschuldigten geht insgesamt klar hervor, dass er 

seine im Scheidungsurteil rechtskräftig festgelegte Unterhaltspflicht gegenüber 

seinen Kindern vorsätzlich missachtet hat. Dass der Beschuldigte – wie er zeit-

weise vorbrachte – seine Festanstellung aus medizinischen Gründen kündigen 

musste bzw. sein "Frei-Jahr" zur Erholung benötigte und seither nur noch in Teil-

zeitpensen arbeiten könne, belegte der Beschuldigte nicht weiter und er hielt an 

diesen Behauptungen letztlich auch nicht fest. Diese stehen überdies in klarem 

Widerspruch zu seinen wiederholten, unmissverständlichen Äusserungen, wo-

nach er seiner Unterhaltspflicht bewusst nicht nachgekommen ist, weil er diese 

als ungerecht empfand bzw. mit den Umständen der Trennung nicht einverstan-

den war (vgl. etwa Urk. 17 S. 3 oben, S. 6, S. 9, S. 11 unten, S. 12 f., S. 14 ff.; 

Prot. I S. 10 ff.; Urk. 63 S. 4 ff.). Es ist somit davon auszugehen, dass keine zwin-

genden Gründe dafür bestanden, dass der Beschuldigte seine Festanstellung En-

de 2019 kündigte, um ein "Frei-Jahr" einzuschalten bzw. seither schlecht bezahl-

ten Temporäranstellungen nachzugehen und die Unterhaltszahlungen für seine 

Kinder ab Februar 2020 komplett einzustellen. Der Beschuldigte hätte vielmehr in 

seiner Festanstellung weiterarbeiten können bzw. müssen, um seiner gerichtlich 

festgelegten Unterhaltspflicht nachzukommen, was er jedoch gerade deshalb 

nicht wollte, um seine Unterhaltszahlungen unter Berufung auf seine Arbeitslosig-

keit einstellen zu können (vgl. auch Urk. 2/5 S. 2). Soweit sich der Beschuldigte 

zur Rechtfertigung seines Verhaltens auf sein persönliches bzw. religiöses Emp-

finden oder seine "geistige Denkhaltung" beruft, ist dies bezüglich der Strafbarkeit 

seines Verhaltens genauso irrelevant wie die Umstände, die zur Scheidung von 

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seiner Ex-Frau geführt haben, sowie ob Letztere über Vermögen verfügt oder fi-

nanziell vom Staat unterstützt wird oder nicht. 

3.4 Das (eingestandene) Verhalten des Beschuldigten erfüllt (in optima forma) 

den Tatbestand der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten im Sinne von 

Art. 217 Abs. 1 StGB, weshalb der Beschuldigte diesbezüglich schuldig zu spre-

chen ist. Entgegen der Vorinstanz ist dabei von einem anhaltenden Vorsatz des 

Beschuldigten auszugehen (Dauerdelikt), weshalb keine mehrfache Tatbegehung 

vorliegt. 

IV. Strafzumessung / Vollzug / Verlängerung Probezeit 

1. Hinsichtlich des anwendbaren Strafrahmens sowie der allgemeinen Straf-

zumessungsregeln kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwie-

sen werden (Urk. 52 S. 7 f.). Infolge des im vorliegenden Berufungsverfahren gel-

tenden Verschlechterungsverbots kommt von vornherein nur die Ausfällung einer 

Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen in Frage (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

2.1 In objektiver Hinsicht vernachlässigte der Beschuldigte seine Unterhalts-

pflichten für seine vier Kinder über einen Zeitraum von rund zweieinhalb Jahren 

vollständig und absichtlich, was zu einem Ausstand von insgesamt Fr. 88'613.20 

führte. Sein Verschulden wiegt nicht mehr leicht. 

2.2 In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte aus Rache und Trotz ge-

genüber seiner Ex-Frau bzw. den Behörden. Dabei handelt es sich um egoisti-

sche Motive, welche das objektive Verschulden nicht relativieren. 

2.3 Ausgehend von einem gesamthaft nicht mehr leichten Verschulden wäre ei-

ne Einzelstrafe im Bereich von 10 Monaten festzusetzen. 

3.1 Was die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten betrifft, kann vorab 

auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 52 

S. 9). Der heute 58-jährige Beschuldigte ist in der Schweiz geboren und aufge-

wachsen. Er hat hier Lehren als Mechaniker bzw. Automechaniker abgeschlossen 

und schliesslich über 20 Jahre als "…-Techniker" gearbeitet, bis er Ende 2019 

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seine Festanstellung kündigte. Seither war er zeitweise bei der B._____ angestellt 

und ist nun seit April 2023 bei einer gemeinnützigen Stiftung im Sozialbereich tä-

tig, wofür er monatlich netto Fr. 2'200.– (nebst freier Kost und Logis) erhält. Er ist 

geschieden und hat vier Kinder. Er hat kein Vermögen, jedoch erhebliche Alimen-

tenschulden, die er subjektiv indessen nicht als Schuld sehe (vgl. Urk. 17 S. 16 f.; 

Prot. I S. 5 ff.; Urk. 59 ff.; Urk. 63 S. 1 ff). 

Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten sind weder straferhöhend noch 

strafmindernd zu berücksichtigen. 

3.2 Der Beschuldigte weist eine Vorstrafe der Staatsanwaltschaft 

Limmattal/Albis vom 4. September 2019 wegen Drohung und mehrfacher Be-

schimpfung auf, wofür er mit einer bedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 

Fr. 70.–, bei einer Probezeit von zwei Jahren, und einer Busse von Fr. 700.– be-

straft wurde (Urk. 53). Diese nicht allzu gravierende und nicht direkt einschlägige 

Vorstrafe nebst der erneuten Delinquenz während laufender Probezeit ist leicht 

straferhöhend zu berücksichtigen. 

3.3 Was das Nachtatverhalten des Beschuldigten betrifft, ist festzuhalten, dass 

dieser sich im Wesentlichen geständig zeigte, wenn auch völlig uneinsichtig. Ent-

gegen der Vorinstanz ist der Umstand, dass der Beschuldigte die gegen ihn er-

hobenen Vorwürfe eingestand (auch wenn er sie als "ungerecht" empfindet), 

durchaus leicht strafmindernd zu berücksichtigen. 

3.4 Die Täterkomponente wirkt sich somit insgesamt strafzumessungsneutral 

aus. 

4. Der Beschuldigte wäre mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten zu bestra-

fen. Infolge des geltenden Verschlechterungsverbots bleibt es jedoch bei der von 

der Vorinstanz ausgefällten Geldstrafe von 180 Tagessätzen. Der Tagessatz der 

Geldstrafe ist gestützt auf die aktuellen finanziellen Verhältnisse des Beschuldig-

ten (vgl. Ziff. 3.1 vorstehend) neu auf Fr. 30.– festzusetzen. Das Verschlechte-

rungsverbot gilt insoweit nicht (vgl. BGE 144 IV 198, E. 5.3 f.). Ein Tagessatz un-

ter dem Regelsatz von Fr. 30.– (vgl. Art. 34 Abs. 1 Satz 1 StGB) rechtfertigt sich 

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überdies auch deshalb nicht, weil der Beschuldigte sein Einkommen absichtlich 

tief hält. 

5. Hinsichtlich des Vollzugs der Geldstrafe kann auf die zutreffenden Aus-

führungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 52 S. 10 f.). Auch im 

Berufungsverfahren zeigte sich der Beschuldigte völlig uneinsichtig und liess nicht 

ansatzweise eine Bereitschaft erkennen, von seinem strafbaren Verhalten künftig 

Abstand zu nehmen. Damit ist ihm eine schlechte Legalprognose zu stellen und 

die ausgefällte Geldstrafe ist zu vollziehen. 

6. Auch hinsichtlich der Verlängerung der Probezeit gemäss Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 4. September 2019 ist auf die zutreffen-

den Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 52 S. 12 f.), zumal ein Wider-

ruf des bedingten Strafvollzugs im Berufungsverfahren bereits aufgrund des gel-

tenden Verschlechterungsverbots nicht in Frage kommt. Die dem Beschuldigten 

mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 4. September 2019 

angesetzte Probezeit ist deshalb mit Wirkung ab heute um 1 Jahr zu verlängern. 

V. Zivilansprüche 

Die Vorinstanz hat die Genugtuungsbegehren der Privatkläger abgewiesen und 

ist im Übrigen auf die Zivilklage nicht eingetreten (Urk. 52 S. 13 f.). Da die Privat-

kläger keine Berufung führen und der Beschuldigte diesbezüglich nicht beschwert 

ist, ist das vorinstanzliche Urteil in diesem Punkt ohne Weiteres zu bestätigen. 

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 6 bis 8) ist 

ausgangsgemäss sowie unter Hinweis auf die zutreffenden Erwägungen der Vor-

instanz (Urk. 52 S. 14 f.) zu bestätigen. 

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden nach Obsiegen und Unterlie-

gen verteilt (Art. 428 Abs. 1 StPO). Nachdem der Beschuldigte mit seiner Beru-

fung vollumfänglich unterliegt, sind ihm die gesamten Kosten aufzuerlegen. Die 

zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist praxisgemäss auf Fr. 3'000.– festzusetzen. 

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Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Vernachlässigung von 

Unterhaltspflichten im Sinne von Art. 217 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–. 

3. Die Geldstrafe wird vollzogen. 

4. Die dem Beschuldigten mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Limmattal / 

Albis vom 4. September 2019 angesetzte Probezeit wird mit Wirkung ab 

heute um 1 Jahr verlängert. 

5. Die Genugtuungsbegehren der Privatkläger werden abgewiesen. Im Mehr-

betrag wird auf die Zivilklage nicht eingetreten. 

6. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 6 bis 8) 

wird bestätigt. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–. 

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− den Beschuldigten (übergeben) 
− die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis (versandt) 
− die Vertretung der Privatkläger im Doppel für sich und die Privat-

klägerschaft (versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− den Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis 
− die Vertretung der Privatkläger im Doppel für sich und die Privat-

klägerschaft 

-   11   - 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und Formular B 
− die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis, ad acta 2019/10021403, 

Strafbefehl vom 4. September 2019. 

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 29. Juni 2023 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Ch. Prinz 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw L. Zanetti 
 
 

	Urteil vom 29. Juni 2023
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 52 S. 15 f.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten im Sinne von Art. 217 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 20.00.
	3. Die Geldstrafe wird vollzogen.
	4. Die mit Urteil der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 4. September 2019 festgesetzte Probezeit von 2 Jahren wird um 1 Jahr verlängert und beginnt mit heutigem Entscheiddatum zu laufen.
	5. Die Genugtuungsbegehren der Privatkläger werden abgewiesen. Im Mehrbetrag wird auf die Zivilklage nicht eingetreten.
	6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Verlangt keine der Parteien eine Begründung, ermässigt sich die Entscheidgebühr um einen Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von insgesamt Fr. 3'324.15 (inkl. MwSt. und Auslagen) zu bezahlen.
	9. (Mitteilungen)
	10. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge:
	Der Beschuldigte sei vollumfänglich von Schuld und Strafe freizusprechen.
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang
	II.  Prozessuales

	1. Umfang der Berufung
	1.1. Die Berufungserklärung des Beschuldigten richtet sich grundsätzlich gegen das gesamte vorinstanzliche Urteil (Urk. 54). Dies bestätigte er auch anlässlich der Berufungsverhandlung, indem er hinsichtlich dem Umfang der Berufung auf seine Berufungs...
	1.2. Das vorinstanzliche Urteil gilt demnach in allen Punkten als angefochten.
	1.3. Nachdem einzig der Beschuldigte Berufung führt, steht die Überprüfung des vorinstanzlichen Urteils unter dem Vorbehalt des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO).

	2. Formelles
	2.1. Soweit nachfolgend auf Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen wird, erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO (vgl. dazu etwa BGer. 6B_570/2019 vom 23. September 2019, E. 4.2, m.w.H., sowie Nydegger, Der Verweis au...
	2.2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249, E. 1.3.1, mit Hinwei...
	III.  Schuldpunkt
	IV.  Strafzumessung / Vollzug / Verlängerung Probezeit
	V.  Zivilansprüche
	VI.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten im Sinne von Art. 217 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 30.–.
	3. Die Geldstrafe wird vollzogen.
	4. Die dem Beschuldigten mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 4. September 2019 angesetzte Probezeit wird mit Wirkung ab heute um 1 Jahr verlängert.
	5. Die Genugtuungsbegehren der Privatkläger werden abgewiesen. Im Mehrbetrag wird auf die Zivilklage nicht eingetreten.
	6. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 6 bis 8) wird bestätigt.
	7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.
	8. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 den Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis (versandt)
	 die Vertretung der Privatkläger im Doppel für sich und die Privatklägerschaft (versandt)
	sowie in vollständiger Ausfertigung an
	 den Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis
	 die Vertretung der Privatkläger im Doppel für sich und die Privatklägerschaft
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und Formular B
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis, ad acta 2019/10021403, Strafbefehl vom 4. September 2019.

	10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.