# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca8f2f55-8e5e-5186-956a-780e4d134f7c
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-12
**Language:** de
**Title:** Endzustand nach Unterarmfraktur; keine Zweifel an kreisärztlicher Aktenbeurteilung, wonach von einer Osteosynthesematerialentfernung keine namhafte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit mehr zu erwarten ist; kein Rentenanspruch bei vollständiger Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit; Abweisung
**Docket/Reference:** UV.2022.00081
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2022.00081.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2022.00081
V. Kammer
Sozialversicherungsrichter Vogel, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Ersatzrichter Boller
Gerichtsschreiberin Muraro
Urteil
vom
12. Dezember 2022
in Sa
chen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Tobias
Figi
Fankhauser Rechtsanwälte
Rennweg 10, 8022 Zürich
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1964, war seit September 2012 bei der
Y.___
AG in
Z.___
als Assistent Anlagenführer ange
stellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obli
gatorisch unfallversichert, als er am 21. Juni 2020 in seiner Tief
garage stürzte und sich dabei den
linken
Unterarm
brach
(vgl. Urk. 9/1
; Urk. 9/24/4-5
).
1.2
Die Suva anerkannte das Ereignis vom 21. Juni 2020 als Unfall und erbrachte die
vorübergehenden
Leistungen. Am 21. Dezember 2021 (Urk. 9/168) stellte sie
diese
per 28. Februar 2022 ein und verneinte mit Verfügung vom 29. Dezember 2021 (Urk. 9/181) einen Anspruch auf eine Invalidenrente oder eine Integritätsentschä
digung.
Die vom Versicherten am
18. Januar 2022
erhobene Einsprache (Urk. 9
/191) wies die
Suva
am
18. März 2022 ab (Urk. 9
/201
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
5. Mai 2022
Beschwerde gegen den Einspracheent
scheid vom
18. März 2022
(Urk. 2) und beantragte,
dieser sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen (insbesondere Taggelder und Heilungskos
ten) bis zur Erlangung des medizinischen Endzustandes weiterhin auszurichten, eventuell sei ein neutrales orthopädisches Gerichtsgutachten durch einen ausge
wiesenen Handspezialisten erstellen zu lassen, subeventuell sei die Beschwerde
gegnerin zu verpflichten, ihm die ausstehenden Taggelder vom 1. Januar bis 28. Februar 2022 auszurichten
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
17. Mai 2022
(Urk.
7
)
schloss
die
Beschwerdegeg
nerin auf Abweisung der Beschwerde,
was
dem Beschwerdeführer am
23. Mai 2022
zur Kenntnis gebracht
wurde
(Urk.
10
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
– soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Ren
tenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede
rungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbe
ginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine In
tegritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
gerichts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen
).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begrif
fes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Bes
serung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von wei
teren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In die
sem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prog
nostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststel
lungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_64/2021 vom 14. April 2021 E. 3.2 mit Hinweisen, insbe
sondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3). Grundlage für die Beurteilung dieser Rechts
frage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Mög
lichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteile des Bundes
gerichts 8C_682/2021 vom 13. April 2022 E. 5.1 und 8C_604/2021 vom 25. Januar
2022 E. 5.2, je mit Hinweisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
).
Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versi
cherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befan
gen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versiche
rungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklä
rungen vorzuneh
men (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2) da
von aus,
es liege eine stabile medizinische Situation vor, insbesondere bestehe keine Notwendigkeit für eine Osteosynthesematerialentfernung (OSME) bei einer vollen Arbeitsfähigkeit für eine leichte Tätigkeit ohne einhändiges Tragen und Krafteinsatz links von mehr als zirka 10 bis 12,5 kg. Es sei nicht ersichtlich, wes
halb in der bisherigen Tätigkeit eine Einschränkung bestehen sollte. Entgegen den Angaben im Austrittsbericht der Rehaklinik
A.___
vom 25. März 2021 handle es sich dabei nicht um eine sehr schwere Arbeit
.
Bei einer vollen Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit
bestehe kein Anspruch auf Taggeldleistungen, weitere Heilbehandlu
ng oder eine Rente. Zudem finde
sich in den ärztlichen Beurteilun
gen
auch keine nähere Prognose, dass durch eine Fortsetzung der ärztlichen Be
handlung – konkret durch eine OSME – die Belastbarkeit massgeblich gesteigert werden könne
(S. 6 E. 2.b).
Die kre
isärztliche Beurteilung vom
Dezember 2021, wonach keine Steigerung der Arbeitsfähigkeit respektive Zumutbarkeit mehr zu erwarten sei, erscheine als
schlüssig und überzeugend.
Der Leidensdruck beim Beschwerdeführer durch das Osteosynthesematerial
scheine auch insofern nicht wesentlich zu sein, als er die Gelegenheit gehabt habe, die Metallentfernung bereits Ende Mai 2021 durchfüh
ren zu lassen, den Eingriff aber erst nach seinen Ferien am 23. August 2021 habe durchführen wollen.
Für eine später noch gewünschte Metallentfernung nach Ab
setzung der Medikamente aufgrund der neu diagnostizierten koronaren Erkran
kung würden praxisgemäss Versicherungsleistungen ausgerichtet, jedoch im Rah
men eines Rückfalls (S. 6 f. E. 2.c
).
Selbst wenn keine volle Arbeitsfähigkeit im Rahmen der bisherigen Tätigkeit be
stehen sollte, könnten keine weiteren Taggelder und keine Rente zugesprochen werden, da bei der vorliegenden langen Dauer der Arbeitsunfähigkeit auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt werde
. Diesbezüglich könne auf den zutreffenden Lohnvergleich in der angefoch
tenen Verfügung verwiesen werden, der keine Erwerbseinbusse zeige
(S. 7 E. 2.d
).
Mangels eines erheblichen Schadens bestehe gestützt auf die kreisärztliche Beur
teilung vom 18. Dezember 2021 kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (S. 8 f. E.3.b).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
die Fachärzte der Rehaklinik
A.___
hätten am 25. März 2021 eine weitere Belast
barkeitsverbesserung des linken Unterarms nach der OSME prognostiziert. Auch der stellvertretende Klinikdirektor
PD Dr. med.
B.___
habe anlässlich der
Kon
siliarsprechstunde
vom 4. März 2021 bestätigt, dass erst durch die OSME die Be
schwerden massgeblich beeinflusst würden. Entsprechend sei klar erstellt, dass der medizinische Endzustand noch nicht erreicht worden sei (S. 9 f. Ziff. 5.23). Die Beschwerdegegnerin könne nicht anhand zweier rudimentärer kreisärztlicher Aktenbeurteilungen beweisen, dass der medizinische Endzustand bereits per Ende Februar 2022 erreicht sei. Dies werde voraussichtlich frühestens sechs Wochen nach der geplanten OSME vom 14. Juni 2022 der Fall sein. Bis dahin bleibe die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig (S. 12 Ziff. 6.6).
Der Kreisarzt habe ihn nicht medizinisch untersucht, keine Anamnese erhoben und sich mit den anderslautenden Einschätzungen der Mediziner der Rehaklinik
A.___
beziehungsweise des behandelnden Arztes
PD
Dr.
B.___
nicht ausei
nandergesetzt (S. 12 f. Ziff. 7.2). Eine reine Aktenbeurteilung hätte vorliegend gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht vorgenommen werden dürfen (S. 13 Ziff. 7.3). Die Leistungsterminierung bereits per 28. Februar 2022
gestützt auf die rudimentären sowie nachweislich falschen kreisärztlichen Akten
beurteilungen sei daher nicht zulässig (S. 13 Ziff. 7.4). Eventuell sei entsprechend ein orthopädisches Gerichtsgutachten einzuholen (S. 14 Ziff. 7.5).
Die Beschwerdegegnerin habe die Leistungspflicht für die Taggelder bis am 28. Februar 2022 erkannt, diese jedoch für die Monate Januar und Februar 2022 nicht ausbezahlt, wozu sie zu verpflichten sei (S. 14 Ziff. 8).
2.3
Die Beschwerdegegnerin führte in der Beschwerdeantwort (Urk. 7) aus, die Versi
cherungsleistungen für die Metallentfernung wären vor dem Fallabschluss pra
xisgemäss übernommen worden, wenn der Eingriff nicht aufgrund von Ferien
wünschen des Beschwerdeführers und später aufgrund einer krankheitsbedingt notwendigen Medikamenteneinnahme verschoben worden wäre. Ein entspre
chender Eingriff sei nun Mitte Juni 2022 geplant, wobei sich zeigen werde, ob ein solcher Eingriff dannzumal tatsächlich durchgeführt werde. Osteosynthese
material im Bereich des linken Unterarms aufgrund eines Unfalls von 1986 habe der Beschwerdeführer nie entfernen lassen respektive sei dieses erst aufgrund des neuen Unfalls 2020 medizinisch notwendigerweise entfernt worden (S. 3 Ziff. 5).
Die Taggelder der Monate Januar und Februar 2022 seien längst ausgerichtet worden (S. 3 Ziff. 6).
2.4
Die der Beschwerdeantwort beigelegten Taggeldabrechnungen
vom 27. Januar und 23. Februar 2022
(Urk. 8/1-2) belegen die Auszahlung der Taggelder der Mo
nate Januar und Februar 2022 an den Beschwerdeführer, der deren Richtigkeit denn nach der Zustellung mit Verfügung vom 23. Mai 2022 (Urk. 10) auch nicht mehr bestritt.
Dieses «Subeventualbegehren» wird demnach abzuweisen sein.
2.5
Strittig und zu p
rüfen bleibt das Vorliegen des
medizinischen Endzustands im
Dezember 2021 und damit die Frage der Rechtmässigkeit der Leistungseinstellung per 28. Februar 2022.
3.
3.1
Gemäss Schadenmeldung
vom 22. Juni 2020 (Urk. 9/1) stürzte
der Beschwerde
führer am 21. Juni 2020 um 19 Uhr an seinem Wohnort in der Tiefgarage und
brach
sich dab
ei den linken Unterarm
.
3.2
Dr. med.
C.___
, Fachärztin für Chirurgie,
S
pital D.___
, nannte im Operationsbericht vom 22. Jun
i 2020 (Urk. 9
/24/4-5) als Ope
rationsdiagnose eine
Periimplantatfraktur
Unterarm links, Status nach Platten
osteosynthese einer Vorderarmfraktur links 1986 in Portugal (S. 1 oben). Die Ope
ration habe eine
vollständige OSME sowie eine Osteosynthese Radius und
Ulna
mit 3.5er
Locking
Compression
Platte
(LCP; je 8-Loch) umfasst (S. 1 Mitte).
3.3
Gemäss Arbeitsplatzbeschreibung vom 24. Augus
t 2020 (Urk. 9/26/1-3) war
der Beschwerdeführer als Produktionsmitarbeiter
angestellt
. Die Tätigkeit umfass
t
e unter anderem das Heben von Lasten über 15 kg (zirka 2 Mal pro Tag)
und
über 25 kg (zirka 8 Mal pro Tag
).
Die Tätigkeit beinhalte
te
unter anderem Arbeiten mit Haltung in verdrehter Stellung, über Schulter-/Kopfhöhe und mit Handrotationen (S. 2 oben). Ein Schonarbeitsplatz sei vorhanden: Händisches Abpacken von Win
deln, Abpackgewicht zirka 200 g pro Karton (S. 2 unten).
3.4
Dr.
C.___
berichtete am 9. August 2020 (Urk. 9/38/2-3), seit der Entlas
sung aus dem Spital seien die Schmerzen
regredient
, allerdings noch deutlich vorhanden. Es sei eine Belastung bis maximal 5 kg erlaubt. Da der Beschwerde
führer körperlich schwer in der Fabrik arbeiten müsse, bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit bis zum nächsten Kontrolltermin am 26. September 2020.
Am 5. November 2020 berichtete Dr.
C.___
(Urk. 9/45/3-4),
der
Be
schwerdeführer beklage aktuell nur Schmerzen bei Drehbewegungen. Die Arbeits
tätigkeit als Fabrikarbeiter habe er zu 30 %
wieder
aufnehmen können. Schwere Gegenstände müsse er dort aktuell nicht heben. Dies gehe ganz ordentlich. Es werde eine Arbeitsfähigkeit zu 50 % für leichte körperliche Arbeit ab 1. Dezember 2020 bescheinigt.
3.5
Die Ärzte der Rehaklinik
A.___
führten im Austrittsberi
cht vom 25. März 2021 (Urk. 9/87
) über den stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 5. Feb
ruar bis 12. März 2021 aus, die Probleme bei Austritt bestünden
bei mittlerweile konventionell-radiologischer Konsolidierung der
Unterarmschaftfraktur
(vgl. S. 3 unten)
in belastungsabhängigen Schmerzen im Unterarm links (radial mehr als ulnar) sowie einer leichtgradigen Hypästhesie der linken Hand palmar (S. 2 oben).
Die berufliche Tätigkeit als Maschinenführer in der Fabrikproduktion sei aktuell nicht zumutbar. Die Anforderungen seien zu hoch, es handle sich um eine sehr schwere Tätigkeit. Der B
eschwerdeführer habe zuletzt mit
reduzierter Leistung (leicht
e
Tätigkeit) und reduziertem zeitlichen Pensum (70
% Anwesenheit) gear
beitet, hiermit sei eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % attestiert worden. Aktuell wäre der Einsatz im Rahmen einer dem aktuellen Belastungsprofil entsprechen
den Tätigkeit aus medizinischer Sicht vollschichtig möglich (S. 2 Mitte). Zumut
bar sei aktuell eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne maximalen Kraftein
satz der linken Hand, ohne längerdauernde Zwangshaltungen für das linke Hand
gelenk, möglich sei seltenes einhändiges Tragen links bis maximal 12,5 kg. Unter Fortsetzung der Therapien und vor allem durch die OSME könne noch von einer
Reduktion der Beschwerden im Narbenbereich und damit einer gesteigerten Be
lastbarkeit ausgegangen werden, so dass
im Verlauf in Absprache mit dem Ope
rateur eine schrittweise weitere Steigerung der Belastung am Arbeitsplatz möglich sein sollte und
dieses Zumutbarkeitsprofil nicht als abschliessend zu betrachten sei (S. 2
Mitte sowie
unten).
Gemäss Einschätzung durch
PD Dr. med.
B.___
, Facharzt für Hand
chirurgie sowie für
Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
anläss
lich des handchirurgischen
Konsils
vom 4. März 2021
(vgl. auch Urk. 9/88)
be
stünden Verklebungen und störendes Osteosynthesematerial. 8 Monate postope
rativ sei es noch zu früh, die Platte herauszunehmen. Es würden weitere
Deh
nungs
- und Kräftigungsübungen empfohlen, um die Situation so schnell wie möglich zu verbessern. Die Beschwerden würden nach Beurteilung durch PD
Dr.
B.___
aber nur durch eine OSME massgeblich beeinflusst werden (S. 3 Mitte
)
.
3.6
Dr.
C.___
berichtete am 14. April 2021 (Urk. 9/119/2-3),
die Computer
tomographie (CT) des linken Unterarms vom Vortag
(vgl. Urk. 9/121)
habe voll
ständig konsolidierte Frakturen gezeigt,
das
Osteosynthesematerial sei ohne An
zeichen für eine Lockerung. D
a sich der Beschwerdeführer sehr viel von der Me
tallentfernung verspreche, insbesondere aufgrund der ziehenden Schmerzen im Bereich des Zuganges, habe sie die OSME für Ende Mai 2021 vorgeschlagen. Dies wünsche der Beschwerdeführer nicht, sondern den Eingriff erst nach seinen Fe
rien. Man habe einen Operationstermin für den 23. August 2021 vereinbart. Bis zur Operation sei die Arbeitsfähigkeit zu 100 % für leichte körperliche Tätigkeit
gegeben. Im Anschluss an den drei- bis vier
tägigen stationären Aufenthalt nach der Operation sei mit einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % für 2 Wochen zu rech
nen
.
3.7
Am 15. April 2021 fand eine Besprechung am Arbeitsplatz des Beschwerdeführers statt, über welchen der Aussendienstmitarbeitende der Beschwerdegegnerin glei
chentags berichtete (Urk. 9/99). Er hielt fest, vor dem Unfall habe der Beschwer
deführer als Anlageführer gearbeitet und dabei unter anderen folgende Tätigkei
ten verrichtet: Materialzufuhr an Maschine, Material an Maschine einführen / Material zum Kran, welcher elektronisch bedient wird, positionieren, Material dann mit Kran von Palette abheben und in Einspannposition bringen / häufige Bedienung des Krans sowie des Elektrohubwagens
/ repetitive Arbeiten: Materia
lien
einfüllen, zirka 1,5 kg, sehr häufig, teils auch Rollen zwischen 15-20 kg mit Verweis auf den Arbeitsplatzbeschrieb / sehr häufige Handrotationen beidseits bei Verklebungen oder Rohstoffen in den Anlagen / oft ziehende/stossende Be
wegungen, um festgeklemmtes Material aus den Anlagen zu lösen, teils in sehr
ungewöhnlichen Hand-, Arm- beziehungsweise Körperpositionen, oft über Kopf- beziehungsweise Schulterhöhe (S. 1 f.).
Die Haupttätigkeit am aktuellen Schonarbeitsplatz bestehe im Bedienen des elek
tronischen Hubwagens («Ameise») und des elektronischen Krans. Dabei müsse der Beschwerdeführer maximal 6-7 kg manuell heben. Zusätzlich führe er Abpa
ckungsarbeiten durch, wo
b
ei er Kartons falte, damit das Windel
material von Hand in diese geladen werden könne. Diese hätten ein Gewicht von maximal
6-7 kg. Diese Arbeit könne er nicht allzu lange machen, da dann beispielsweise nach einer St
unde Schmerzen am linken Arm auf
träten (S. 3 Mitte). Die Ein
schränkungen bestünden gemäss dem Beschwerdeführer vermutlich wegen des Osteosynthesematerials. Er hoffe, dass die Beschwerden nach der Materialentfer
nung verschwänden, habe jedoch auch Angst, dass die Schmerzen bestehen blie
ben (S. 4 Mitte).
3.
8
Am 26. Mai 2021 kündigte die Arbeitgeberin infolge Stilllegung einer Anlage und der daraus folgenden Umstrukturierung am Standort
Z.___
das
Arbeits
verhältnis auf den 31. August 2021 (Urk. 9/107
/1
).
Gleichzeitig wurde der Be
schwerdeführer freigestellt (Urk. 9/107/2).
3.9
Die Ärzte der Klinik für Kardiologie des S
pitals D.___
diagnosti
zierten im Austrittsbericht Medizinische Überwachungsstation vom 31. August 2021 (Urk. 9/134/1-3) eine koronare Zweigefässerkrankung, Erstdiagnose (ED) August 2021 (S. 1 oben). Diese habe sich in der Koronarangiographie bestätigt (S.
2 Mitte), dies nach elektivem Eintritt bei in der kardiologischen Sprechstunde vom 18. August 2021 geschilderter Angina
pectoris
.
Die aktuelle Medikation bei Austritt umfasse unter anderem
Plavix
(Clopidogrel) 75 mg. D
ie geplante Opera
tion am linken Unterarm sollte idealerweise um 6 Monate verschoben werden. Falls eine dringliche Indikat
ion bestehen sollte, könnte
Plavix
frühestens nach 3
Monaten hierfür pausiert werden (S. 2 unten).
3.10
Dr.
C.___
berichtete am 25. Oktober 2021 (Urk. 9/144/2-3
=
Urk. 9/150/2-3
), der Beschwerdeführer habe die Arbeitstätigkeit vor seiner Ent
lassung zuletzt
bei
leichte
r
körperliche
r
Beschäftigu
ng gut zu 100 % ausführen können
.
Aufgrund einer neu diagnostizierten koronaren Zweigefässerkrankung sei die Einnahme von Aspirin und
Plavix
bis 1. März 2022 indiziert. Die geplante OSME verschiebe man auf Juni 2022. Die Arbeitsfähigkeit für leichte körperliche Tätigkeiten sei zu 100 % gegeben, auf das Heben von Lasten über 10 kg sollte allerdings verzichtet werden.
3.11
Dr. med.
E.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates, Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, führte in seiner
Stellungnahme vom 18. November 2021 (Urk. 9/154) aus, das Belastungsprofil ändere sich nicht durch eine OSME, diese müsse nicht zwingend durchgeführt werden, um die Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen. Durch die Fortsetzung der ärztlichen Behandlung könne keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan
des mehr erwartet werden. Das bestmögliche Ergebnis durch Anpassung und An
gewöhnung sei mehr als ein Jahr nach der Osteosynthese erreicht und es könne davon ausgegangen werden, dass die natürliche Reparation und das
Remodelling
abgeschlossen seien. Eine mögliche Besserung durch die weitere Heilbehandlung falle nicht ins Gewicht, auch nicht durch eine OSME. Es sei höchstens eine unbe
deutende Besserung zu erwarten. Eine namhafte Besserung im Sinne einer Stei
gerung der Arbeitsfähigkeit sei nicht mehr zu erreichen (S. 2).
3.12
In seiner Aktenbeurteilung vom
18
. Dezember 2021 (Urk. 9/161) führte Dr.
E.___
aus,
mehr als ein Jahr nach der Verletzung und stattgehabten Operation sei das bestmögliche Ergebnis durch Anpassung sowie Angewöhnung erreicht und eine weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit nicht zumutbar. Die knöcherne Konsolidierung sei abgeschlossen, jedoch liege im Bereich des linken Unterarms eine Abschwächung der knöchernen Strukturen bei erheblichem Vorzustand vor, weshalb eine schwerere Tätigkeit als leicht dem
Beschwerdeführer
auch zukünftig nicht zumutbar sein werde. Aus versicherungsmedizinischer Sicht liege ein stabi
ler medizinischer Zustand vor, eine weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei nicht möglich und durch die OSME sei keine weitere namhafte Besserung der Beschwerden oder eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Es handle sich um
läsional
übliche Restbeschwerden bei Zustand nach zweimaliger Unter
armfraktur und einmaliger OSME (S. 6 Mitte).
Osteosynthesematerialentfer
nungen erfolgten bei objektivierbaren Funktionseinschränkungen, im gegen
ständlichen F
all würden
läsional
ü
bliche Schmerzen geklagt, welche durch die OSME nicht mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit gebessert werden könnten (S. 6 unten).
Bei extraartikulärer Fraktur ohne namhafte Einschränkung der Armfunktion werde die
Erheblichkeitsgrenze
für einen Integrit
ätsschaden nicht überschritten
(S. 7).
4.
4.1
Nicht nachvollziehbar ist der Schluss der Beschwerdegegnerin, es bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit, da diese dem Belastungsprofil einer leichten Tätigkeit nicht widerspreche (E. 2.1).
So lässt sich der Arbeitsplatzbeschreibung vom August 2020 (E. 3.3) entnehmen, in der bisherigen Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter habe der Beschwerdeführer zirka 2 Mal pro Tag Lasten über 15 kg und zirka 8 Mal pro Tag Lasten über 25
kg heben müssen. Zudem beinhalte die Tätigkeit diverse Zwangshaltungen. Dies deckt sich mit den Angaben anlässlich der Besprechung am Arbeitsplatz vom 15. April 2021 (E. 3.7).
Ob die bisherige
Tätigkeit nun mit den Ärzten der Rehakli
nik
A.___
als «sehr schwer» oder als «schwer» bezeichnet werden muss, kann dahingestellt bleiben. Jedenfalls
widerspiegelt
sich
die Annahme der Beschwerde
gegnerin weder in
dem in
A.___
formulierten Belastungsprofil noch in
der Ein
schätzung durch die behandelnde Chirurgin und Operateurin Dr.
C.___
, welche im August 2020 die bisherige Arbeit in der Fabrik als schwer bezeichnete (E. 3.4). Im April 2021 hielt sie fest, dass der Beschwerdeführer mittlerweile nur – aber immerhin – in einer leichten körperlichen Tätigkeit voll arbeitsfähig sei (E. 3.6), was sich mit der Einschätzung durch Dr.
E.___
im Dezember 2021 deckt, wonach eine schwerere Tätigkeit als leicht dem Versicherten nicht zumut
bar sei (E. 3.12).
4.2
Demnach ist von einer
vollen Arbeitsunfähigkeit
in der bisherigen
schweren Tä
tigkeit auszugehen, während eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster leichter Tätigkeit unbestritten und ausgewiesen ist.
Zu prüfen bleibt, ob die Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit
und mit ihr der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der kreisärztlichen Beurteilung vom 18. Dezember 2021 noch ein namhafte
s Verbesserungspotential besass, oder ob der Endzustand erreicht war.
4.3
Die Beurteilung durch Dr.
E.___
(vorstehend E. 3.
11-
12) ist für die streitigen Belange umfassend, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden, wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben, leuchtet in der Darlegung der me
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die getroffenen Schlussfolgerungen sind begrün
det. Der Umstand, dass Dr.
E.___
keine eigene Untersuchung durchführte, vermag den Beweiswert sei
ner Beurteilung nicht zu schmälern, zumal es
bei der Frage nach dem Vorliegen eines Endzustandes
einen feststehenden medizinischen Sachverhalt zu erörtern galt, ohne dass zusätzliche Untersuchungen notwendig gewesen wären. Eine der
artige Ausgangslage bestand hier, nachdem die erhobenen Befunde als solche nicht
beanstandet werden und die Berichte in Kenntnis des Dossiers des Unfall
versicherers ergangen sind. Damit lagen genügend Unterlagen aufgrund anderer persönlicher Untersuchungen vor, die ein vollständiges Bild über Anamnese, Ver
lauf und gegenwärtigen Status ergaben. Praxisgemäss kann unter diesen Voraus
setzungen auch eine reine Akten
beurteilung vo
ll beweiswertig sein (
Urteil des Bundesgerichts 8C_325/2009 vom 23. September 2009 E. 3.4.1).
Entgegen dem Beschwerdeführer (vgl. Urk. 1 S. 13 Ziff. 7.3) ist hierfür nicht vorausgesetzt, dass
über die zu begutachtende Person bereits ein oder mehrere
Gutachten erstattet worden sind,
der Proband nicht oder nur schwer erreichbar ist oder sich einer Begutachtung verweigert
. Dies
gälte
wenn, dann nur bei einer
hier nicht vorlie
genden versicherungs
extern
en
Begutachtung (Urteil des Bundesgerichts U 45/05 vom 15. Juli 2005 E. 4.1.2).
Die Beurteilung durch Dr.
E.___
ist somit grundsätzlich bewei
skräftig (vgl. vorstehend E. 1.3
). Da es sich bei ihm indes um einen Kreisarzt der Be
schwerdegegnerin und somit um einen versicherungsinternen Arzt handelt, ist unter Anwendung eines strengen Massstabs zu überprüfen, ob auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit seiner Feststellungen bestehen, bevor auf diese abgestellt werden kann (vorsteh
end E. 1.4
).
4.4
Der Beschwerdeführer beruft sich zur Bestreitung des Vorliegens eines Endzu
standes zur Hauptsache auf die Einschätzung der Ärzte der Rehaklinik
A.___
vom 25. März 2021
, wonach durch die OSME noch von einer Reduktion der Be
schwerden im Narbenbereich und damit einer gesteigerten Belastbarkeit ausge
gangen werden könne, so dass im Verlauf in Absprache mit dem Operateur eine schrittweise weitere Steigerung der Belastung am Arbeitsplatz möglich sein sollte. Gemäss Einschätzung durch den Handchirurgen PD
Dr.
B.___
würden die Be
schwerden nur durch eine OSME massgeblich beeinflusst (E. 3.5
; vgl. E. 2.2
).
Zu berücksichtigen ist indes, dass zum Zeitpunkt dieser Einschätzung
durch PD
Dr.
B.___
vom 5. März 2021 seit dem Unfall und der Operation vom 21./22. Juni 2020 erst gut 8 Monate vergangen waren.
So
hielt PD
Dr.
B.___
fest, es sei noch zu früh, die Platte herauszunehmen. Es entspricht denn auch einer Erfahrungstatsache, dass
behandelnde
Ärzte zu einem derart frühen Zeit
punkt
tendenziell
prognostisch
noch von einer möglichen Rückkehr in die ange
stammte Tätigkeit
ausgehen und
einige
dahingehende
therapeutische Bemühun
gen vornehmen oder vorschlagen.
Hiermit setzte sich
Dr.
E.___
rund 9 Monate später
nicht in Widerspruch, in
dem er
am 18. Dezember 2021 davon ausging, dass die Arbeitsfähigkeit in der
angestammten schweren Tätigkeit durch die – mittlerweile auf Juni 2022 ver
schobene –
OSME
nicht mehr
namhaft verbessert werden könne (E. 3.12)
. V
iel
mehr erscheint dies
e aktualisierte Beurteilung
dem Zeitablauf geschuldet. So
ist nachvollziehbar, wenn der Kreisarzt ausführte, bei abgeschlossener knöcherner Konsolidierung liege im Bereich des linken Unterarms eine Abschwächung der knöchernen Strukturen bei erheblichem Vorzustand vor, weshalb eine schwerere Tätigkeit als leicht auch zukünftig nicht zumutbar sein werde. Weshalb eine OSME diese funktionelle Einschränkung reduzieren sollte, ist nicht ersichtlich.
4.5
Den Berichten der behandelnden Chirurgin und Operateurin Dr.
C.___
ist denn auch keine dringliche
Indikation
für eine
OSME zu entnehmen.
Vielmehr hielt diese am 14. April 2021 fest,
es sei der Beschwerdeführer, welcher
sich sehr viel von der Metallentfernung
verspreche
(E. 3.6). Dennoch scheint die OSME auch
bei ihm
selber keine hohe Priorität zu geniessen, wurde diese doch auf sei
nen Wunsch hin auf den 23. August 2021 terminiert, obschon sie bereits Ende Mai 2021 hätte durchgeführt werden können.
Damit stimmig gab
der Beschwer
deführer Mitte April 2021
anläss
lich der Besprechung am Arbeits
platz an
, er habe Angst, dass die Schmerzen auch nach der OSME bestehen blieben (E. 3.7).
Dass der
für August 2021 vorgesehene
Eingriff angesichts der kurz zuvor ent
deckten koronaren Zweigefäss
erkrankung verschoben wurde, erscheint
zwar
als
nachvollziehbar. Indes schloss die entsprechende Medikation mit
Plavix
einen Eingriff nicht zwingend aus, hätte
Plavix
doch «bei dringlicher Indikation» nach 3 Monaten hierfür auch pausiert werden können (E. 3.9). Dass dies nicht geschah, spricht gegen das Vorliegen einer
solchen
dringlichen Indikation. Die behandeln
den Kardiologen empfahlen sodann Ende August 2021, die Operation «idealer
weise» um 6 Monate zu verschieben. Die OSME wurde darauf im Herbst 2021 jedoch nicht
etwa
auf
Anfang März
2022, sondern auf Juni 2022 verschoben
, obschon die Indikation für die Einnahme von
P
lav
ix
und A
sp
irin nur bis 1. März 2022 bestand
(E. 3.10). Ob die OSME mittlerweile stattgefunden hat, ist unklar. Entsprechende Berichte wurden nicht eingereicht, ebenso wenig wurden
Belege für
sonstige
therapeutische Bemühungen im Jahr 2022 zu den Akten gereicht.
Eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes durch eine OSME war im Dezember 2021
also
prognostisch nicht mehr zu erwarten.
4.6
Zu Recht ging die Beschwerdegegnerin daher von einem medizinischen Endzu
stand per 18. Dezember 2021 aus und nahm den Fallabschluss unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen per 28. Februar 2022 vor
(zum Abschluss der Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung vgl. Urk. 9/163)
.
Der Antrag des Beschwerdeführers auf Weiterausrichtung der vorübergehenden Leistungen
(vgl. Sachverhalt E. 2)
ist daher abzuweisen. Nachdem der Sachver
halt genügend abgeklärt ist, ist auch
dem
Antrag auf Erstellung eines Gerichts
gutachtens nicht
zu entsprechen
.
Es bleiben
die Ansprüche
auf eine
Invalidenrente
oder eine Integritätsentschädi
gung zu prüfen.
5.
5.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Er
werbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medi
zinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie er
zielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
5.2
Im Einspracheentscheid vom 18. März 2022 (Urk. 2) ging die Beschwerdegegnerin zu Unrecht von einer vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aus. Für den – hier richtiger Weise vorliegenden (vgl. E. 4.1) – Fall einer vollständigen Arbeitsfähigkeit lediglich in einer leichten Tätigkeit verwies di
e Beschwerdegeg
nerin hinsichtlich des vorzunehmenden
Einkommensvergleich
s
auf ihre Verfü
gung vom 29. Dezember 2021 (Urk. 9/181).
Nachdem dem Beschwerdeführer in der Zwischenzeit aus wirtschaftlichen Grün
den gekündigt worden war,
stützte sich
die Beschwerdegegnerin
hier
zu Recht sowohl bei der
Berechnung des
Valideneinkommens
von Fr. 68'972.--
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2)
als auch des Invalideneinkommens von Fr. 69'061.-- (BGE 139 V 592 E
. 2.3) auf statistische Werte
. Es resultiert unbestrittener Weise keine Invali
dität und somit auch kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
5.3
Ein Integritätsschaden wurde von Dr.
E.___
mangels Erheblichkeit überzeu
gend verneint (E. 3.12).
Diese Feststellung wurde vom Beschwerdeführer
mit kei
nem Wort in Frage gestellt, weshalb der Einspracheentscheid diesbezüglich in (Teil)Rechtskraft erwachsen ist. Im Übrigen wäre einem Begehren um Ausrichtung
einer Integritätsentschädigung mangels anderweitiger ärztlicher Beurteilungen, welche an der Einschätzung durch den Kreisarzt Zweifel zu begründen vermöch
ten, ohnehin kein Erfolg beschieden
.
5.4
Dies führt zur
vollumfänglichen
Abweisung der Beschwerde
(vgl. E. 2.4, E. 4.6, E. 5.3)
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Tobias
Figi
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
VogelMuraro