# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c54b55f3-7e45-5a96-9833-77474f6ffa91
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-04
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 04.04.2025 SK 2024 305
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2024-305_2025-04-04.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 24 305

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 4. April 2025 

Besetzung Oberrichterin Weingart (Präsidentin i.V.), Oberrichter Gerber, 
Obergerichtssuppleantin Gysi
Gerichtsschreiberin Walthard

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________
privat verteidigt durch Rechtsanwalt C.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Anschlussberufungsführerin

und

D.________
amtlich vertreten durch Rechtsanwältin E.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand mehrfache Vergewaltigung und Versuch dazu sowie mehrfache 
sexuelle Nötigung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-See-
land (Kollegialgericht) vom 20. Oktober 2023 (PEN 22 863)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland, Kollegialgericht in Fünferbesetzung 
(nachfolgend: Vorinstanz), fällte am 20. Oktober 2023 folgendes Urteil (pag. 1132 
ff.; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Vergewaltigung und des Versuchs dazu, mehrfach begangen in der Zeit vom 8. bis 
13. Dezember 2021, in F.________ (Ortschaft in Deutschland), G.________strasse, zum Nach-
teil von D.________ (Ziff. 1.1 - 1.5 AKS);

2. der sexuellen Nötigung, mehrfach begangen in der Zeit vom 8. bis 13. Dezember 2021, in 
F.________(Stadt in Deutschland), G.________strasse, zum Nachteil von D.________ (Ziff. 2.1 
und 2.2 AKS)

und in Anwendung der 
Art. 7 Abs. 1 und 3, 22 Abs. 1, 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 66a Abs. 1 lit. h StGB 
Art. 189 Abs. 1, 190 Abs. 1 StGB
Art. 426 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren.

Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 676 Tagen wird im Umfang von 676 Tagen auf die 
Freiheitsstrafe angerechnet.

2. Zu einer Landesverweisung von 8 Jahren.

3. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 18'700.00 und Aus-
lagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung und unentgeltliche Rechtsvertretung der Privat-
klägerschaft) von CHF 33'692.45, insgesamt bestimmt auf CHF 52'392.45 (ohne Kosten für die 
amtliche Verteidigung und unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklägerschaft auf 
CHF 21'548.90).

[Zusammensetzung der Gebühren und Auslagen]

II.

[amtliche Entschädigungen]

III.

A.________ wird in Anwendung von Art. 41 und 49 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO weiter verur-
teilt und erkannt:

1. Zur Bezahlung von CHF 15'000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 11.12.2021 an die 
Straf- und Zivilklägerin D.________, soweit weitergehend abgewiesen.

3

2. Die Schadenersatzforderung der Straf- und Zivilklägerin D.________ wird dem Grundsatz 
nach gutgeheissen und für die vollständige Beurteilung der Forderung auf den Zivilweg verwie-
sen.

3. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine Kosten ausgeschieden.

IV.

Weiter wird verfügt:

1. A.________ wird in Sicherheitshaft belassen. Die Verlängerung der Sicherheitshaft wird für 
vorerst 3 Monate, d.h. bis am 20.01.2024, bewilligt (Art. 231 i.V.m. Art. 227 StPO).

[Verweis auf separate Begründung]

2. Das von A.________ erhobene DNA-Profil (PCN-Nr. ________) und die erfassten biometrischen 
erkennungsdienstlichen Daten sind nach Ablauf der gesetzlichen Frist von 30 Jahren zu löschen 
(Art. 16 Abs. 2 Bst. h i.V.m. Art. 16 Abs. 3 DNA-ProfilG und Art. 354 Abs. 4 Bst. a StGB).

[Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der amtliche Verteidiger von A.________ (nachfol-
gend: Beschuldigter), Rechtsanwalt B.________, am 27. Oktober 2023 fristgerecht 
Berufung an (pag. 1144). Mit Verfügung vom 3. Juli 2024 stellte die Vorinstanz den 
Parteien die schriftliche Urteilsbegründung, datierend ebenfalls vom 3. Juli 2024, zu 
(pag. 1396 f.; pag. 1291 ff.).

Mit Eingabe vom 16. Juli 2024 teilte Rechtsanwalt C.________ mit, er sei vom Be-
schuldigten mit der Wahrung dessen Interessen beauftragt worden und beantrage 
die Sistierung der Pflichtverteidigung durch Rechtsanwalt B.________ (pag. 1406 
ff.). In der Folge wurde das amtliche Mandat von Rechtsanwalt B.________ mit 
Verfügung vom 17. Juli 2024 sistiert (pag. 1411 f.).

Am 24. Juli 2024 reichte Rechtsanwalt C.________ form- und fristgerecht die Beru-
fungserklärung des Beschuldigten ein. Darin focht er das vorinstanzliche Urteil voll-
umfänglich an (pag. 1420 ff.). Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit Eingabe vom 
31. Juli 2024 fristgerecht mit, sie beantrage kein Nichteintreten auf die Berufung 
des Beschuldigten, indessen schliesse sie sich dieser an. Ihre Anschlussberufung 
beschränkte die Generalstaatsanwaltschaft auf die Bemessung der Strafe sowie 
die Dauer der Landesverweisung (pag. 1431 f.). D.________ (Straf- und Zivilkläge-
rin; nachfolgend: Privatklägerin) machte mit Eingabe vom 19. August 2024 keine 
Nichteintretensgründe hinsichtlich der Berufung des Beschuldigten geltend und 
verzichtete auf die Erhebung der Anschlussberufung (pag. 1433). Mit Eingabe vom 
10. September 2024 machte sie auch hinsichtlich der Anschlussberufung der Ge-
neralstaatsanwaltschaft keine Nichteintretensgründe geltend (pag. 1444). Der Be-
schuldigte liess sich diesbezüglich innert Frist nicht vernehmen (vgl. pag. 1452).

Mit Verfügung vom 15. November 2024 wurde ein entsprechendes Gesuch der Pri-
vatklägerin um unentgeltliche Rechtspflege gutgeheissen, unter Beiordnung von 
Rechtsanwältin E.________ als amtliche Rechtsbeiständin (pag. 1460 ff.; 
pag. 1482 f.). Sodann wurden mit Verfügung vom 21. März 2025 entsprechende 

4

Anträge der Privatklägerin auf Vermeidung der Konfrontation mit dem Beschuldig-
ten sowie auf Dispensation von der Verhandlung – mit Ausnahme der eigenen Be-
fragung – gutgeheissen. Ebenso gutgeheissen wurde der Antrag auf Ausschluss 
der Öffentlichkeit von der Befragung der Privatklägerin (pag. 1504 ff.; pag. 1513 ff.).

Die Berufungsverhandlung fand am 2./4. April 2025 statt (pag. 1517 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurden von Amtes wegen je ein aktuel-
ler Strafregisterauszug aus der Schweiz und aus Deutschland (datierend vom 
10. März 2025 und 21. März 2025; pag. 1503 und 1512) sowie ein aktueller 
Führungsbericht beim Regionalgefängnis H.________ (datierend vom 13. März 
2025; pag. 1499 f.) über den Beschuldigten eingeholt.

Weiter wurden die Privatklägerin und der Beschuldigte anlässlich der Berufungs-
verhandlung erneut einvernommen (pag. 1520 ff.).

Während der Einvernahme des Beschuldigten reichte die Verteidigung ein vom 
2. Mai 2023 datierendes Schreiben der Staatsanwaltschaft F.________ ein, wo-
nach das dort geführte Ermittlungsverfahren gegen den Beschuldigten wegen Ver-
gewaltigung eingestellt worden sei (pag. 1549). Dieses Schreiben wurde anschlies-
send zu den Akten erkannt (pag. 1536).

4. Anträge der Parteien

4.1 Beschuldigter

Die Verteidigung stellte und begründete anlässlich der Berufungsverhandlung na-
mens des Beschuldigten folgende Anträge (pag. 1550; Hervorhebung im Original):

 1. Das Urteil des Regionalgerichts Jura – Seeland vom 23. Oktober 2023 sei infolge fehlender örtli-
cher Zuständigkeit aufzuheben.

eventualiter:

2. Der Beschuldigte sei

freizusprechen

vom Vorwurf der Vergewaltigung und des Versuchs dazu, angeblich mehrfach begangen in der 
Zeit vom 8. bis 13. Dezember 2021, in F.________(Stadt in Deutschland), G.________strasse, 
zN von D.________.

vom Vorwurf der sexuellen Nötigung, angeblich mehrfach begangen, in der Zeit vom 8. bis 
13. Dezember 2021, in F.________(Stadt in Deutschland), G.________strasse, zN von 
D.________.

3. Dem Kanton Bern seien die Verfahrenskosten des erstinstanzlichen Verfahrens sowie des 
Rechtsmittelverfahrens aufzuerlegen.

4. Dem Beschuldigten sei für die im erstinstanzlichen Verfahren entstandenen Verteidigungskosten 
eine Entschädigung gemäss dort eingereichter Kostennote auszurichten.

5. Dem Beschuldigten sei für die im Rechtsmittelverfahren entstandenen Verteidigungskosten eine 
Entschädigung gemäss eingereichter Kostennote auszurichten.

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6. Dem Beschuldigten sei für ungerechtfertigte Untersuchungs- und Sicherheitshaft eine Entschä-
digung in der Höhe von CHF 186'775.00 (1'205 Tage x CHF 155.00) auszurichten.

7. Die Zivilklagen seien abzuweisen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

8. Der Beschuldigte sei per sofort aus der Sicherheitshaft zu entlassen.

4.2 Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte anlässlich der Berufungsverhandlung 
Folgendes (pag 1556; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ sei schuldig zu sprechen:

1. der Vergewaltigung und des Versuchs dazu, mehrfach begangen in der Zeit vom 8. bis 13. De-
zember 2021, in 21077 F.________ (Ortschaft in Deutschland), G.________strasse, z.N. von 
D.________ (AKS Ziff. 1.1 – 1.5);

2. der sexuellen Nötigung, mehrfach begangen in der Zeit vom 8. bis 13. Dezember 2021, in 21077 
F.________(Ortschaft in Deutschland), G.________strasse, z.N. von D.________ (AKS Ziff. 2.1 
und 2.2)

und in Anwendung der einschlägigen Bestimmungen

zu verurteilen zu:

1. einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- und 
Sicherheitshaft;

2. einer Landesverweisung von 10 Jahren (inkl. SIS-Ausschreibung);

3 der Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. einer angemessenen Ge-
bühr gemäss Art. 21 VKD).

II.

Es seien die nötigen Verfügungen zu treffen (amtl. Honorar, Löschfristen DNA).

4.3 Privatklägerin

Die Rechtsvertretung der Privatklägerin stellte anlässlich der Berufungsverhand-
lung folgende Anträge (pag. 1546):

1. Die Berufung sei abzuweisen.

2. Die Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft sei gutzuheissen.

3. Das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 20.10.2023 sei im 
Straf- und Zivilpunkt zu bestätigen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

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5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich nur in den 
angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312.0]).

Das vorinstanzliche Urteil wurde vom Beschuldigten vollumfänglich (pag. 1420) und 
von der Generalstaatsanwaltschaft hinsichtlich der Bemessung der Strafe und der 
Dauer der Landesverweisung (pag. 1432) angefochten. Die Kammer hat das vor-
instanzliche Urteil damit gesamthaft zu überprüfen. Soweit die Privatklägerin die 
Gutheissung der Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft beantragt (vgl. 
E. I.4.3 hiervor), ist darauf indes aufgrund fehlender Legitimation der Privatklägerin 
nicht einzutreten.

Die Kammer verfügt über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Hinsichtlich der 
Bemessung der Strafe und der Dauer der Landesverweisung ist sie aufgrund der 
Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft nicht an das Verschlechte-
rungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, das heisst, sie darf das Urteil 
in diesen Punkten auch zu Ungunsten des Beschuldigten abändern. Im Übrigen hat 
die Kammer das Verschlechterungsverbot zu beachten.

Auf die Höhe des amtlichen Honorars für die Verteidigung sowie die Rechtsvertre-
tung der Privatklägerin in erster Instanz ist sodann nur zurückzukommen, sofern 
die Vorinstanz das ihr bei der Honorarfestsetzung zustehende Ermessen in unhalt-
barer Weise ausgeübt haben sollte (Urteile des Bundesgerichts 6B_769/2016 vom 
11. Januar 2017 E. 2.3 und 6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2). Darü-
ber hinausgehend unterliegt auch dieser Punkt aufgrund der fehlenden diesbezüg-
lichen Anfechtung durch die Generalstaatsanwaltschaft dem Verschlechterungs-
verbot (Urteil des Bundesgerichts 6B_1231/2022 vom 10. März 2023 E. 2.2.5).

II. Geltungsbereich des StGB und Rüge der fehlenden örtlichen Zuständigkeit 

Dem Beschuldigten (deutscher Staatsangehöriger) werden in Deutschland began-
gene Straftaten zum Nachteil eines Opfers mit schweizerischer Staatsangehörigkeit 
vorgeworfen. Eine schweizerische Strafhoheit kann sich vorliegend – mangels Vor-
liegens der Voraussetzungen der Art. 4-6 des Schweizerischen Strafgesetzbuches 
(StGB; SR 311.0) – einzig aus Art. 7 StGB ergeben.

Eine schweizerische Zuständigkeit lässt sich nach Art. 7 Abs. 1 StGB begründen, 
wenn (Bst. a) die Tat auch am Begehungsort strafbar ist oder der Begehungsort 
keiner Strafgewalt unterliegt, (Bst. b) der Täter sich in der Schweiz befindet oder ihr 
wegen dieser Tat ausgeliefert wird und (Bst. c) nach schweizerischem Recht die 
Tat die Auslieferung zulässt, der Täter jedoch nicht ausgeliefert wird.

Die Voraussetzungen nach den Bst. a-c sind kumulativer Natur. Wie sich indes aus 
der negativen, ebenso kumulativen Bedingung im Ingress von Abs. 2 von Art. 7 
StGB ergibt, geht es hier um Handlungen, bei welchen entweder der Täter oder 
das Opfer oder beide Schweizer sind (POPP/KESHELAVA, in: Basler Kommentar 
Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 2 zu Art. 7 StGB). Vorliegend ist, wie erwähnt, das Op-
fer Schweizerin.

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Art. 7 Abs. 1 Bst. a StGB verlangt doppelte Strafbarkeit der Tat oder Mangel an 
Strafhoheit am Begehungsort (POPP/KESHELAVA, a.a.O., N. 3 zu Art. 7 StGB und 
N. 34 ff. vor Art. 3 StGB). Vergewaltigung (Art. 190 StGB) und sexuelle Nötigung 
(Art. 189 StGB) sind auch nach deutschem Recht strafbar (vgl. deutsches Strafge-
setzbuch [dStGB] § 177: Sexueller Übergriff; sexuelle Nötigung; Vergewaltigung). 
Das Erfordernis der doppelten Strafbarkeit ist damit gegeben.

Nach Art. 7 Abs. 1 Bst. b StGB ist sodann inländische Anwesenheit des Täters vor-
ausgesetzt. Indem das Gesetz unter den unfreiwilligen Anwesenheiten nur die auf 
Auslieferung durch einen anderen Staat beruhende nennt, reicht eine auf anderen 
strafprozessualen Zwangsmitteln beruhende aus (z.B. Haft oder Strafvollzug we-
gen einer Inlandtat; vgl. POPP/KESHELAVA, a.a.O., N. 4 zu Art. 7 StGB). Vorliegend 
befindet sich der Beschuldigte seit seiner Festnahme in der Schweiz in Haft, womit 
auch diese Voraussetzung gegeben ist.

Art. 7 Abs. 1 Bst. c erster Halbsatz StGB beschränkt die inländische Strafhoheit auf 
Auslieferungsdelikte. So muss die in Frage stehende «Tat» (abstrakt) eine Auslie-
ferung erlauben. Auslieferungsdelikte zeichnen sich nach Art. 35 Abs. 1 Bst. a des 
Bundesgesetzes über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1; 
und Art. 2 Ziff. 1 des Europäischen Auslieferungsübereinkommens [EAUe; 
SR 0.353.1]) dadurch aus, dass Freiheitsstrafe mit einem Maximum von mindes-
tens einem Jahr oder eine strengere Sanktion angedroht ist (POPP/KESHELAVA, 
a.a.O., N. 6 zu Art. 7 StGB). Somit kommt für eine Auslieferung nicht jede Frei-
heitsstrafe in Frage, sondern es ist eine minimale Schwere erforderlich. Mit dem 
«Höchstmass von mindestens einem Jahr» ist der Kreis der auslieferungsfähigen 
Straftaten indes sehr breit geworden – massgebend ist nämlich das Maximum des 
im Gesetz definierten Strafrahmens, sodass die meisten Straftaten in Frage kom-
men können (GARRÉ, in: Basler Kommentar, Internationales Strafrecht, 2015, N. 17 
zu Art. 35 IRSG). Im deutschen Recht wird im erwähnten § 177 dStGB für die Ver-
gewaltigung eine Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren angedroht; im Übrigen ist 
die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bzw. nicht unter einem Jahr. Nach 
schweizerischem Recht ist Vergewaltigung (Art. 190 StGB) mit Freiheitsstrafe von 
einem Jahr bis zu zehn Jahren bedroht, während Art. 189 Abs. 1 StGB für die se-
xuelle Nötigung Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe vorsieht. Das 
Höchstmass der freiheitsbeschränkenden Sanktion beträgt demnach bei beiden 
Taten deutlich mehr als ein Jahr. Die angeklagten Taten lassen somit eine Auslie-
ferung abstrakt zu.

Art. 7 Abs. 1 Bst. c zweiter Halbsatz StGB beinhaltet als negative Voraussetzung 
inländischer Strafhoheit ausserdem die unterbleibende Auslieferung. Das Bundes-
gericht verlangt für inländische Strafhoheit daher den ausdrücklichen oder konklu-
denten Verzicht auf ein Auslieferungsbegehren seitens des Tatortstaates; einem 
solchen stellt es eine gleichsam missbräuchliche Handhabung fremder Strafhoheit 
gleich und bejaht inländische Strafhoheit, wenn der fremde Staat ein Schweizer 
Auslieferungsanerbieten nicht beantwortet oder wenn keine «gerechte», das heisst 
die Opferinteressen befriedigende Strafe durch den fremden Staat erwartet werden 
könne (BGE 121 IV 145 E. 2b/bb f.; POPP/KESHELAVA, a.a.O., N. 7 ff. zu Art. 7 
StGB).

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Die Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland beantragte bereits am 20. Dezem-
ber 2021 – und damit bloss fünf Tage nach Eröffnung des Vorverfahrens – rechts-
hilfeweise und unter Schilderung des rechtsrelevanten Sachverhalts die Durch-
führung einer Hausdurchsuchung in der Wohnung des Beschuldigten, die Erstel-
lung einer Fotodokumentation, die Sicherstellung von Beweisgegenständen, die 
Durchsuchung des Fahrzeugs des Beschuldigten, die Abklärung betreffend Ei-
gentümerschaft der sich im Kofferraum des Fahrzeugs befindlichen Kontrollschil-
dern sowie die Befragung der Grossmutter des Beschuldigten (pag. 531 ff.). Die 
Staatsanwaltschaft F.________ erfasste das Ersuchen gleichentags unter einem 
eigenen Aktenzeichen (pag. 544). Das Amtsgericht F.________ bewilligte die 
Hausdurchsuchung sowie die Durchsuchung des Fahrzeugs des Beschuldigten 
kurz darauf am 28. Dezember 2021 (pag. 552 ff.). Die ersten Durchsuchungen fan-
den bereits am 5. Januar 2022 statt (pag. 628 ff.). Indem die Behörden in Deutsch-
land dem Rechtshilfebegehren im vollen Wissen darum, dass in der Schweiz ein 
Verfahren gegen einen ihrer Staatsbürger wegen in Deutschland begangener Ta-
ten eröffnet wurde, stattgaben, verzichteten sie bereits damals konkludent auf eine 
Auslieferung, ansonsten sie diese in diesem Zeitpunkt verlangt hätten. Auf Nach-
frage der Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 21. Februar 2023 (pag. 943 
ff.) teilte die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz F.________ mit Schreiben 
vom 9. März 2023 sodann auch noch ausdrücklich mit, dass sie nicht beabsichtige, 
um Auslieferung des Beschuldigten zur Verfolgung der in der Anklageschrift der 
Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Berner Jura-Seeland, vom 14. De-
zember 2022 genannten Straftaten zu ersuchen (pag. 946). Damit bestätigte sie 
den bereits ganz zu Beginn des Verfahrens konkludent geäusserten Willen. Dass 
der Verzicht zu spät erfolgt sei, verfängt vor diesem Hintergrund entgegen der Ver-
teidigung (vgl. pag. 1548) nicht.

Somit ist auch diese letzte Voraussetzung zur Anwendung von Art. 7 Abs. 1 StGB 
erfüllt. Der Beschuldigte unterliegt damit trotz der im Ausland begangenen Taten 
dem räumlichen Geltungsbereich des schweizerischen Strafgesetzbuches.

Die örtliche Zuständigkeit richtet sich sodann nach Art. 32 StPO: Ist eine Straftat im 
Ausland verübt worden oder kann der Tatort nicht ermittelt werden, so sind für die 
Verfolgung und Beurteilung die Behörden des Ortes zuständig, an dem die be-
schuldigte Person ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat (Abs. 1). 
Hat die beschuldigte Person weder Wohnsitz noch gewöhnlichen Aufenthalt in der 
Schweiz, so sind die Behörden des Heimatortes zuständig; fehlt auch ein Heimat-
ort, so sind die Behörden des Ortes zuständig, an dem die beschuldigte Person 
angetroffen worden ist (Abs. 2). Schliesslich sind die Behörden des Kantons zu-
ständig, der die Auslieferung verlangt hat, sofern ein Gerichtsstand nach den Ab-
sätzen 1 und 2 fehlt (Abs. 3).

Der Beschuldigte reiste am 14. Dezember 2021 als Tourist in die Schweiz ein. So-
mit hat er weder Wohnsitz noch gewöhnlichen Aufenthalt noch Heimatort in der 
Schweiz. Er wurde jedoch im Sinne von Art. 32 Abs. 2 zweiter Teilsatz StPO in 
I.________ (Ortschaft) im Kanton Bern angetroffen und festgenommen. Die Behör-
den des Kantons Bern sind damit zur Verfolgung der in Frage stehenden Straftat 
und zur Durchführung des vorliegenden Strafverfahrens örtlich zuständig.

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III. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Angeklagter Sachverhalt 

Dem Beschuldigten werden gemäss Anklageschrift vom 13. März 2023 folgende 
Straftaten zur Last gelegt (pag. 979 ff.; Hervorhebungen im Original):

1. Vergewaltigung, mehrfach begangen und Versuch dazu 

in der Zeit vom 8. bis 13. Dezember 2021, in F.________ (Ortschaft in Deutschland), 
G.________strasse, am Domizil des Beschuldigten, in dessen Wohnzimmer, zum Nachteil von 
D.________, indem

der Beschuldigte drei Mal gegen den verbalen, konkludenten und ausdrücklichen Willen der Pri-
vatklägerin mit ihm Geschlechtsverkehr zu haben, diesen dennoch an ihr vollzog bzw. zusätzlich 
zwei Mal zu vollziehen versuchte, dadurch, dass er der Privatklägerin zuerst verbot ihre Medi-
kamente gegen Depressionen und ihre Schlaftabletten zu nehmen, wodurch es dieser zuneh-
mend psychisch schlechter ging, er die Privatklägerin psychisch bedrängte und u.a. damit unter 
Druck setzte, dass er sie nicht nach Hause gehen lassen werde und dass er bereits viel Geld für 
ihre Reise nach Deutschland ausgegeben habe und er jetzt ihre Familie sei und sie anfangen 
müsse anders zu denken und länger in Deutschland bleiben müsse, wobei er wusste, dass die 
Privatklägerin eine ängstliche und bereits psychisch angeschlagene Person ist und er die Privat-
klägerin während deren ganzen Aufenthaltsdauer in seiner Wohnung tagsüber kontrollierte, in-
dem er sie von seiner Arbeit aus regelmässig, teilweise alle 10 Minuten anrief, Nachrichten oder 
Sprachnachrichten sandte und von der Privatklägerin verlangte, dass sie sich in seiner Anwe-
senheit nur in Unterhosen bekleidet in der Wohnung aufhalte und er die Privatklägerin schliess-
lich mehrmals zusätzlich mit körperlicher Gewalt widerstandsunfähig machte, so insbesondere: 

1.1. vermutlich am Abend des 9. Dezembers 2021, im Bett im Wohnzimmer des Beschuldigten, als 
dieser die Privatklägerin zuerst am Oberkörper zu streicheln begann und diese versuchte von 
ihm wegzukommen, er sie zurückzog und weitermachte und sie mit der Zunge am Hals ablecken 
wollte und ihr schliesslich die Unterhosen auszog und versuchte mit einem Arm ihre Beine aus-
einanderzudrücken, was aufgrund der Gegenwehr der Privatklägerin nicht gelang und er 
schliesslich ihre Beine mit seinem ganzen Körper auseinandergedrückte, wobei die Privatkläge-
rin dabei auf dem Rücken lag und versuchte sich wegzudrehen und er sein Knie zwischen ihre 
Beine drückte und mit seiner Hand heftig an ihrer Vagina rieb, sie sich wieder wegdrehen wollte 
und er sie weiter daran hinderte und er schliesslich einen Finger in ihre Vagina einführte und hin- 
und her bewegte, was der Privatklägerin Schmerzen bereitete und sie ihm dies mitteilte, er den 
Finger herausnahm und die Privatklägerin an deren Hüften zu sich zog und seinen Penis, ohne 
Kondom, in ihre Vagina einführte, wobei sich die Privatklägerin körperlich dagegen zur Wehr 
setzte, den Beschuldigten kratzte, versuchte sich wegzudrehen, die Beine zu schliessen und zu 
überkreuzen, was ihr aufgrund der Kräfteverhältnisse nicht gelang und der Beschuldigte sie in 
der Folge auf den Bauch drehte und ein weiteres Mal, ohne Kondom, vaginal mit seinem Penis 
von hinten eindrang und sie gleichzeitig mit der einen Hand zu sich heranzog, wobei die Privat-
klägerin während und nach diesen sexuellen Handlungen grosse Schmerzen im Vaginalbereich 
hatte und der Beschuldigte umso heftiger in sie eindrang, je mehr sich die Privatklägerin wehrte; 

1.2. (Versuch) vermutlich ebenfalls am Abend des 9. Dezembers 2021, in der Dusche des Beschul-
digten, als dieser nach der oben ausgeführten Vergewaltigung (Ziff. 1.1), mit der Privatklägerin in 

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die Dusche ging, um sie abzuduschen und dort versuchte stehend und ohne Kondom vaginal in 
sie einzudringen, was aufgrund der Grössenverhältnisse im Stehen nicht gelang; 

1.3. vermutlich am Abend des 10. Dezembers 2021, im Bett im Wohnzimmer des Beschuldigten, als 
der Beschuldigte ein weiteres Mal mit seinem Penis vaginal, ohne ein Kondom zu tragen, in die 
Privatklägerin eindrang, obwohl sie ihm mitteilte, dass sie noch Schmerzen vom letzten Mal ha-
be und dies nicht wolle und er sie dabei aufs Bett drückte und an den Schultern, den Armen und 
an den Hüften festhielt und jeweils noch härter in sie eindrang, wenn sie versuchte von ihm 
wegzukommen und die Privatklägerin schliesslich einen Orgasmus vortäuschte, damit der Be-
schuldigte von ihr abliess; 

1.4. vermutlich am Abend des 11. Dezembers 2021, im Bett im Wohnzimmer des Beschuldigten, als 
der Beschuldigte ein weiteres Mal mit seinem Penis vaginal, ohne ein Kondom zu tragen, in die 
Privatklägerin eindrang, obwohl sie ihm mitteilte, dass sie dies nicht wolle und er sie dabei aufs 
Bett drückte und an den Schultern, den Armen und den Hüften festhielt und jeweils noch härter 
in sie eindrang, wenn sie versuchte von ihm wegzukommen; 

1.5. (Versuch) vermutlich am Abend des 12. Dezembers 2021, im Bett im Wohnzimmer des Be-
schuldigten, als der Beschuldigte die Privatklägerin an den Armen von der Küche ins Wohnzim-
mer zerrte und sie aufs Bett schubste, wo diese auf dem Bauch landete und er sich auf sie fallen 
liess und er schliesslich seine rechte Hand unter ihre Unterhose schob und anfing an ihrer Vagi-
na zu reiben und sie später auf den Rücken drehte, wobei die Privatklägerin den Beschuldigten 
auf ein angeblich blutiges Taschentuch im Bett aufmerksam machte, wodurch dieser von ihr ab-
liess und sagte, sie habe dadurch die Stimmung kaputt gemacht; 

Der Beschuldigte setzte sich damit mehrmals vorsätzlich über den verbal, konkludent und kör-
perlich manifestierten Willen der Privatklägerin, nicht mit ihm Geschlechtsverkehr haben zu wol-
len, hinweg. 

2. Sexuelle Nötigung, mehrfach begangen 

in der Zeit vom 8. bis 13. Dezember 2021, in F.________ (Ortschaft in Deutschland), 
G.________strasse, am Domizil des Beschuldigten, in dessen Wohnzimmer, zum Nachteil von 
D.________, indem 

der Beschuldigte gegen den verbalen, konkludenten und ausdrücklichen Willen der Privatkläge-
rin mit ihm sexuelle Handlungen zu vollziehen, er sie dennoch zwei Mal zum Oralverkehr an ihm 
zwang, so insbesondere: 

2.1. an einem nicht genauer bestimmbaren Abend in der fraglichen Woche, im Bett im Wohnzimmer 
des Beschuldigten, als der Beschuldigte die Privatklägerin während dem gemeinsamen Fern-
sehschauen anfassen wollte und sie ihm mitteilte, dass sie Schmerzen habe und nicht mehr 
könne, er plötzlich seine Unterhosen auszog und ihren Kopf an den Haaren auf seine Brust zog, 
wobei er auf dem Rücken lag und er seinen Penis massierte und anschliessend ihren Kopf so 
lange gegen seinen Penis drückte, bis die Privatklägerin diesen in den Mund nahm und er 
währenddessen weiter an seinem Penis rieb und ihr mehrmals mit der Hand gegen die Wange 
schlug und er sich schliesslich selber bis zum Orgasmus an seinem Penis rieb, den Kopf der 
Privatklägerin nach hinten zog und ihr in den Mund ejakulierte und sie unter Androhung von 
Konsequenzen zwang sein Sperma zu schlucken; 

2.2. vermutlich am Abend des 11. oder 12. Dezembers 2021, im Bett im Wohnzimmer des Beschul-
digten, als der Beschuldigte die Privatklägerin, nach der Vergewaltigung unter Ziff. 1.3 oder 1.4., 

11

bei welcher er nicht zum Orgasmus gekommen ist, dazu zwang, seinen Penis in ihren Mund zu 
nehmen, wobei sie ihm in den Penis biss und er somit nicht zum Orgasmus gekommen ist und 
von ihr abgelassen hat;

Der Beschuldigte setzte sich damit mehrmals vorsätzlich über den verbal, konkludent und kör-
perlich manifestierten Willen der Privatklägerin, nicht mit ihm sexuelle Handlungen vornehmen 
zu wollen, hinweg.

7. Unbestrittener Sachverhalt 

Die Vorgeschichte zwischen den Parteien ist grundsätzlich nicht bestritten. Es kann 
auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1360 ff., S. 70 ff. der 
vorinstanzlichen Urteilsbegründung):

Damit ist unbestritten, dass A.________ und D.________ sich am 30.11.2021 (pag. 214) auf Discord 
kennengelernt haben (vgl. pag. 214). D.________ fühlte sich der Gamer-Gruppe zugehörig und 
taucht dabei in eine andere Welt ab (Aussagen J.________, pag. 412, Z. 223 f.). Die Gamer-Gruppe 
diente ihr als Familienersatz. Am 1.12.2021 fand das erste Telefonat mit A.________ statt (pag. 214), 
danach kamen unzählige, teilweise stundenlange, Telefonate (pag. 211; Zeitraum 3.12-6.12.2021) 
sowie unzählige Text- und Sprachnachrichten (pag. 212) dazu. Die beiden fassten Vertrauen zuein-
ander und erzählten sich viel. So erzählte die Privatklägerin von ihren psychischen Problemen und 
Depressionen. Es entwickelte sich eine Art «virtuelle Beziehung» zwischen den beiden. Am 11.2.2022 
sollte eine Party der Discordgruppe/Gamer bei A.________ zuhause stattfinden (pag. 440 Z. 216). 
Damit die Privatklägerin vorher alles kennenlernen konnte, entstand die gemeinsame Idee, dass sie 
A.________ vorher rund 1 Woche lang in F.________ (Ortschaft in Deutschland) besuchen kommt. 
Geplant war dieser Besuch für den Zeitraum vom 13.-20.12.2021 (pag 440, Z. 220). Aufgrund dessen, 
dass der Beschuldigte sich am 5.12.2021 bei Kollegen (K.________ und L.________) in M.________ 
(Ortschaften in Deutschland) aufhielt (pag. 440, Z. 225), verschob man den Besuch gemeinsam nach 
vorne, da A.________ so viel weniger Kilometer in die Schweiz fahren musste, um die Privatklägerin 
abzuholen. Am 6.12.2021 traf daher der Beschuldigte in I.________(Ortschaft) ein, um die Privatklä-
gerin abzuholen. Bei dieser Gelegenheit lernte der Beschuldigte kurz den Vater der Privatklägerin, 
N.________, kennen. Er übernachtete im Zimmer der Privatklägerin, wobei es zu keinen sexuellen 
Handlungen gekommen ist (pag. 248, Z. 72 f. und pag. 463, Z. 141 ff.). Am 7.12.2021 fuhren 
A.________ und D.________ gemeinsam in dessen Auto nach F.________ (Ortschaft in Deutsch-
land). Sie kamen abends völlig müde dort an und gingen mehr oder weniger direkt in seinem Bett 
schlafen, wobei es auch hier zu keinen sexuellen Handlungen gekommen ist (pag. 248, Z. 89 ff.).

Weiter ist unbestritten, dass sich D.________ vom 8.12.-13.12.2021 [recte: 7.12.-13.12.2021] in 
F.________ (Ortschaft in Deutchland) in der Wohnung von A.________ aufgehalten hat. Die Privat-
klägerin verliess die Wohnung nur selten, so beispielsweise, wenn sie bei seinen Eltern auf Besuch 
gingen, Einkaufen fuhren (am 8.12.2021 pag. 206) oder mit seinen Grosseltern einen Ausflug machte 
(am 9.12.2021). A.________ arbeitete demgegenüber den ganzen Tag und dies auch samstags. Die 
Privatklägerin kannte niemanden in F.________ (Ortschaft in Deutschland), hätte die Wohnung aber 
jederzeit verlassen können und war damit nicht eingesperrt. Unbestritten ist zudem, dass die Privat-
klägerin und der Beschuldigte am 12.12.2021 nach F.________ fuhren um einen PCR-Test zu ma-
chen und mittags an den O.________strand gegangen sind (pag. 207). Weiter ist unbestritten, dass 
sie vor der Rückkehr noch bei den Grosseltern vorbeigeschaut haben, um Mittagessen abzuholen.

Schliesslich ist ebenfalls unbestritten, dass sich die Heimreise der Privatklägerin am 12.12.2021 mit 
dem Zug nach Basel, u.a. aufgrund von Covid schwierig gestaltete (pag. 197), aber letztlich am 

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13.12.2021 stattfinden konnte. Der Beschuldigte brachte die Privatklägerin an den Bahnhof und diese 
wurde dann in Basel von ihrem Vater abgeholt. Bereits auf der Heimreise im Zug distanzierte sich die 
Privatklägerin vom Beschuldigten (pag. 212) und blockierte ihn später, als sie zu Zuhause war, 
schliesslich ganz auf dem Handy bzw. allen sozialen Kanälen. Der Beschuldigte konnte dies nicht 
verstehen und wollte unbedingt mit ihr reden (vgl. WhatsApp-Chat, pag. 215). Er fühlte sich verarscht 
bzw. «ge[g]hostet» (pag. 215/216) bzw. machte sich Sorgen (insbesondere pag. 438, Z. 116) und 
wollte sie deshalb zur Rede stellen. Er ist ihr dafür in die Schweiz nachgereist, obwohl ihm dies von 
mehreren Personen abgeraten wurde (Vater, pag. 216; Grossmutter pag. 368; «P.________» 
pag. 216, K.________, pag. 216).

Am 14.12.2021 meldete sich, morgens, D.________ bei der Polizeiwache in Q.________ (Ortschaft) 
und gab an sie habe Angst, dass A.________ in die Schweiz komme. Sie wollte Anzeige wegen den 
Sexualdelikten erstatten. Am Nachmittag fand deshalb die Untersuchung in der Frauenklinik statt und 
ihre polizeiliche Einvernahme war für den nächsten Tag (15.12.2021) geplant.

Am 14.12.2021 verliess A.________ seine Arbeitsstelle, um einen PCR-Test zu machen. Er buchte 
ein Flugticket und wurde von seiner Grossmutter zum Flughafen gefahren. Abends flog er von 
F.________(Ortschaft in Deutschland) via Paris nach Basel (pag. 205). Von dort aus nahm er ein Taxi 
bis nach I.________(Ortschaft), wo er vor dem Domizil der Privatklägerin auftauchte. Dies rief die Po-
lizei an und der Beschuldigte wurde festgenommen. Seither ist dieser in Haft.

8. Bestrittener Sachverhalt

Wie die Vorinstanz zu Recht festhält (pag. 1363, S. 73 der vorinstanzlichen Urteils-
begründung), hat vorab die Persönlichkeit des Beschuldigten als bestritten zu gel-
ten. Darüber hinaus bestreitet der Beschuldigte zwar nicht, dass es in seiner Woh-
nung in F.________(Ortschaft in Deutschland) zu sexuellen Kontakten zwischen 
ihm und der Privatklägerin gekommen ist. Er macht jedoch geltend, diese Kontakte 
seien mit Zustimmung der Privatklägerin und damit im gegenseitigen Einverständ-
nis geschehen. Es sei drei Mal zu Geschlechtsverkehr und zwei Mal zu Oralverkehr 
gekommen, womit auch die Anzahl und Art der sexuellen Kontakte bestritten ist. Es 
sind damit die folgenden Beweisfragen zu klären:

- Welcher Charakter ist dem Beschuldigten zuzuschreiben resp. kontrollierte er 
die Privatklägerin und setzte sie unter psychischen Druck?

- Wann ist es zu welchen sexuellen Handlungen zwischen dem Beschuldigten 
und der Privatklägerin gekommen?

- Erfolgten die sexuellen Handlungen gegen den klar geäusserten und erkennba-
ren Willen der Privatklägerin?

9. Beweismittel

Als objektive Beweismittel liegen der Kammer folgende Dokumente vor:

- Anzeigerapport vom 27. Juni 2022 (pag. 165 ff.)

- Berichtsrapport vom 5. Januar 2022 (pag. 187 ff.)

- Berichtsrapport vom 17. Dezember 2021 (pag. 196 ff.)

- Berichtsrapport vom 5. Januar 2022 (pag. 199 ff.)

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- Berichtsrapport vom 16. Dezember 2021 (pag. 202 ff.)

- Berichtsrapport vom 15. März 2022 (pag. 210 ff.)

- Forensic Examination Report vom 10. Mai 2022 (Auswertung Computer des 
Beschuldigten; pag. 732 ff.)

- Bericht Fachbereich Digitale Forensik (FDF) vom 18. Mai 2022 (pag. 714 f.)

- WhatsApp-Gruppenchat «Wo ist A.________?!», Fotos vom 8. Dezember 2021 
und Discord-Gruppenchat vom 15. Februar 2022 (pag. 697)

- Rechtsmedizinisches Gutachten IRM vom 10. März 2022 zur körperlichen und 
gynäkologischen Untersuchung vom 14. Dezember 2021 (pag. 223 ff.)

- Forensisch-toxikologischer Abschlussbericht IRM vom 18. Januar 2022 
(pag. 237 ff.)

- Bericht Amtsarzt Dr. R.________ vom 15. Dezember 2021 (pag. 244)

- Durchsuchungsvermerk vom 24. Januar 2022 (pag. 559 f.)

- Durchsuchungsvermerk vom 6. Januar 2022 (pag. 628 ff.) sowie Ermittlungs-
vermerk vom 21. Februar 2022 (pag. 617)

- Videoreport vom 17. Mai 2022 (pag. 717 ff.)

- Schreiben der Staatsanwaltschaft F.________ vom 2. Mai 2023 (pag. 1549)

Als subjektive Beweismittel liegen der Kammer folgende Einvernahmen vor:

- Aussagen der Privatklägerin

• polizeiliche Einvernahme vom 15. Dezember 2021 (pag. 246 ff.) 

• zweite polizeiliche Einvernahme vom 7. Januar 2022 (pag. 268 ff.) 

• staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 29. März 2022 (pag. 295 ff.) 

• Einvernahme anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 
19. Oktober 2023 (pag. 1081 ff.)

• Einvernahme anlässlich der Berufungsverhandlung vom 2. April 2025 
(pag. 1520 ff.)

- Aussagen des Beschuldigten

• polizeiliche Einvernahme vom 15. Dezember 2021 (pag. 434 ff.) 

• Hafteinvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 16. Dezember 2021 
(pag. 459 ff.)

• Einvernahme des Regionalen Zwangsmassnahmengericht Berner Jura-
Seeland vom 17. Dezember 2021 (pag. 33 ff.) 

• zweite polizeiliche Einvernahme vom 10. Januar 2022 (pag. 470 ff.) 

• staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 29. März 2022 (pag. 495 ff.) 

• dritte polizeiliche Einvernahme vom 2. Juni 2022 (pag. 503 ff.)

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• Einvernahme anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 
19. Oktober 2023 (pag. 1086 ff.)

• Einvernahme anlässlich der Berufungsverhandlung vom 2. April 2025 
(pag. 1534 ff.)

- Aussagen N.________ vom 22. Dezember 2021 (Vater der Privatklägerin; 
pag. 349 ff.)

- Aussagen S.________ vom 29. Dezember 2021 (Kollege der Privatklägerin; 
pag. 338 ff.)

- Aussagen J.________ vom 29. Dezember 2021 (Kollegin der Privatklägerin; 
pag. 407 ff.)

- Aussagen T.________ vom 5. Januar 2022 (Grossmutter des Beschuldigten; 
pag. 360 ff.)

- Aussagen U.________ vom 15. September 2022 (Ex-Freundin des Beschuldig-
ten; pag. 319 ff.)

- Aussagen K.________ vom 21. September 2022 (Kollege des Beschuldigten; 
pag. 419 ff.)

Die Vorinstanz hat die dem erstinstanzlichen Verfahren zugrundeliegenden objekti-
ven und subjektiven Beweismittel ausführlich, umfassend und zutreffend wiederge-
geben und zusammengefasst; darauf kann vorab vollumfänglich verwiesen werden 
(pag. 1297 ff., S. 7 ff. der vorinstanzlichen Urteilsbegründung). Soweit notwendig, 
wird im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung näher auf die einzelnen Be-
weismittel eingegangen. Dies gilt auch für die oberinstanzlichen Beweisergänzun-
gen.

10. Theoretische Ausführungen zur Beweiswürdigung

Bezüglich der allgemeinen Grundlagen zur Beweiswürdigung und zur Aussagen-
analyse im Besonderen kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der 
Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1358 ff., S. 68 ff. der vorinstanzlichen Urteils-
begründung).

11. Beweiswürdigung der Vorinstanz

Gestützt auf die objektiven und subjektiven Beweismittel ging die Vorinstanz mit 
Blick auf die Persönlichkeit des Beschuldigten zusammenfassend davon aus, dass 
dieser ein kontrollierendes Verhalten an den Tag legte und insbesondere die Pri-
vatklägerin effektiv ständig kontrolliert habe (pag. 1363 f., S. 73 f. der vorinstanzli-
chen Urteilsbegründung).

In Bezug auf die Sexualkontakte kam die Vorinstanz nach einlässlicher Würdigung 
der Aussagen der Privatklägerin und des Beschuldigten sowie derjenigen der wei-
teren befragten Personen zum Schluss, dass die Aussagen der Privatklägerin ins-
gesamt glaubhaft seien und auf diese abgestellt werde. Die Vorinstanz erachtete 
die Sachverhalte gemäss Anklageschrift im Ergebnis als erwiesen (pag. 1364 ff., 
S. 74 ff. der vorinstanzlichen Urteilsbegründung).

15

12. Beweiswürdigung der Kammer

12.1 Zur Frage nach der Kontrolle und dem psychischen Druck

12.1.1 Zur Persönlichkeit des Beschuldigten

Die Grossmutter, T.________, beschreibt den Beschuldigten glaubhaft als jederzeit 
hilfsbereit, für sein Alter ein klein wenig unreif (pag. 362), rücksichtsvoll und für-
sorglich (pag. 404). K.________, der beste Freund des Beschuldigten, beschreibt 
diesen als hilfsbereit und immer freundlich. Zudem gehe das Wohl der anderen 
seinem eigenen vor (pag. 426). Er sei absolut nicht der Typ für eine Vergewalti-
gung (pag. 431). N.________, der Vater der Privatklägerin, hatte ebenfalls einen 
guten Eindruck vom Beschuldigten, den er als normal und höflich qualifizierte 
(pag. 352 Z. 110 ff.). Schliesslich wird der Beschuldigte auch durch das Regional-
gefängnis H.________ im Führungsbericht vom 13. März 2025 als freundlicher In-
sasse mit anständigem Verhalten dem Personal gegenüber umschrieben 
(pag. 1499). Damit ist als Zwischenfazit festzuhalten, dass der Beschuldigte ge-
genüber seinem Umfeld als freundlich und hilfsbereit auftritt, was sich auch mit 
dem ersten Eindruck der Privatklägerin, welche ihn als zunächst sehr freundlich 
beschrieb (pag. 251 Z. 211 ff.), übereinstimmt.

Innerhalb einer Beziehung scheint der Beschuldigte jedoch auch eine andere, kon-
trollierende Seite zu haben. Seine Ex-Freundin, U.________, beschrieb ihn als 
kontrollierend, besitzergreifend und nicht in der Lage ein «nein» zu akzeptieren 
(pag. 322 f.). Zusammen mit der Vorinstanz (pag. 1363, S. 73 der vorinstanzlichen 
Urteilsbegründung) ist festzustellen, dass sich die Beschreibung von U.________ 
(vgl. pag. 319 ff. und pag. 697 [WhatsApp-Nachricht vom 16. Dezember 2021, 
19:16 Uhr, auffindbar im WhatsApp-Gruppenchat «Wo ist A.________?!»]) auffällig 
mit derjenigen, welche die Privatklägerin vom Beschuldigten zu Protokoll gegeben 
hat, deckt und dies, obwohl sich die beiden Frauen vorher noch nie gesehen hät-
ten. Dennoch ergibt sich aus den Akten, dass die beiden Frauen bereits vorgängig 
über Discord in Kontakt getreten sind und über das Vorgefallene gesprochen bzw. 
geschrieben haben. So gab die Privatklägerin zwar an, sie glaube, seine Ex-
Freundin namens V.________ (P.________ (Spitzname)) habe sie auf Discord an-
geschrieben und ihr gesagt, dass er dasselbe bei ihr auch gemacht habe (pag. 297 
Z. 84 ff.). Dabei müsste es sich aber korrekterweise um U.________ gehandelt ha-
ben, welche ihrerseits zu Protokoll gab, sie habe durch die Privatklägerin gewusst, 
dass der Beschuldigte diese vergewaltigt haben soll (pag. 335). Insofern muss da-
von ausgegangen werden, dass die beiden Frauen sich vorgängig im Internet über 
das Vorgefallene ausgetauscht haben, was eine vorgängige Absprache als möglich 
erscheinen lässt. Die Kammer misst den entsprechenden Aussagen von 
U.________ deshalb keine wesentliche Bedeutung zu.

Allerdings lassen sich auch aus den Akten konkrete Anhaltspunkte entnehmen, 
welche darauf schliessen lassen, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklä-
gerin tatsächlich ein äusserst kontrollierendes Verhalten an den Tag legte: So zei-
gen die ausgewerteten Handy-Chats (pag. 209) eine beeindruckende Kadenz an 
ausgetauschten Sprachnachrichten. Die Inhalte der Nachrichten zeigen, dass der 
Beschuldigte stets wissen wollte, was die Privatklägerin gerade macht und wo sie 

16

sich befindet. Während seiner Abwesenheit kontrollierte der Beschuldigte auch via 
das Smart-Home-System Alexa, ob die Privatklägerin in der Wohnung ist und ihm 
antwortet oder ob sie mit ihrem Vater telefoniert. Er gab ihr gegenüber an, dass er 
immer bei ihr sei, egal was ist. Solange sie zuhause sei, sei er immer da (pag. 193; 
pag. 209 [Sprachnachricht Nr. 28 vom 8. Dezember 2021, 13:02 Uhr, auffindbar 
unter: A.________ Mobiltelefon_Bericht Xiaomi_files_audio]). Diese versendenten 
Nachrichten lassen auf ein starkes Kontrollverhalten des Beschuldigten schliessen.

Sodann versuchte er, die Standortfreigabe des Mobiltelefons der Privatklägerin zu 
erhalten (pag. 193; pag. 209 [Sprachnachrichten vom 8. Dezember 2021 Nr. 39, 
13:19 Uhr, und Nr. 42, 13:22 Uhr, auffindbar unter: A.________ Mobiltele-
fon_Bericht Xiaomi_files_audio]), was ihm die Privatklägerin aber verweigerte. Wei-
ter äusserte er Bedenken betreffend den Ausflug mit den Grosseltern, da sie so 
nicht erreichbar für ihn sei (pag. 193; pag. 209 [Sprachnachricht Nr. 9 vom 9. De-
zember 2021, 12:14 Uhr]). Die Privatklägerin schrieb diesbezüglich ihrer Freundin 
J.________, er sei wieder sauer gewesen, weil sie so lange bei den Grosseltern 
gewesen sei. Er habe sicher vier Mal angerufen und sei auch jetzt am Telefon 
(pag. 206). Der Beschuldigte googelte am 14. Dezember 2021 sodann nach GPS-
Trackern (pag. 170). 

Zudem schildert die Privatklägerin in ihren Aussagen das kontrollierende Verhalten 
des Beschuldigten glaubhaft anhand von konkreten Beispielen: So insbesondere, 
dass er auf den Balkon kam, um zu schauen was sie auf dem Handy macht, wenn 
es ihm zu lange dauerte; dass er beim Telefonieren mit ihren Leuten, insbesondere 
ihrem Vater, dabei sein und zuhören wollte; dass er sie via Fernzugriff (Alexa) zum 
Antworten gezwungen habe (pag. 263 Z. 842 ff.; pag. 273 Z. 214 ff.; pag. 291 
Z. 1109) und er schliesslich Zugriff auf ihr Handy gehabt habe, weil ihm der Code 
bekannt gewesen sei (pag. 264 Z. 855 ff.). Diese Schilderungen stimmen zudem 
mit den durch die Privatklägerin in den Chats mit «W.________» und X.________ 
(pag. 214 f.) wiedergegebenen Erlebnissen überein. Die Privatklägerin schilderte 
weiter nebensächliche Einzelheiten, ohne jedoch auszuschweifen. So gab sie zu 
Protokoll, dass der Beschuldigte ihre Medikamenteneinnahme kontrollierte und ihr 
insbesondere verbot ihre Antidepressiva einzunehmen (pag. 249 f. Z. 152 ff.). Zu-
mal der Beschuldigte selber von einer Abneigung gegen Medikamente sprach (vgl. 
pag. 1541 Z. 37 f., pag. 1542 Z. 17 ff. und Z. 27 ff.) und insbesondere angab, in 
seiner Jugend wegen ADHS in Behandlung gewesen zu sein, die Medikamente 
aber seit seinem 18. Geburtstag abgesetzt zu haben und Psychologen deshalb 
«nicht besonders» zu mögen (pag. 435; pag. 471 Z. 38 ff.), erscheinen diese Schil-
derungen der Privatklägerin als glaubhaft. 

Schliesslich bestätigte der Beschuldigte mit seinem Verhalten gleich selbst, dass er 
die Privatklägerin stets unter Kontrolle haben wollte: So scheute er weder Kosten 
noch Mühen, um ihr lediglich einen Tag nach ihrer Abreise und trotz pandemiebe-
dingt erschwerten Bedingungen mit dem Flugzeug und Taxi von 
F.________(Ortschaft in Deutschland) via Paris und Basel nach I.________ (Orts-
chaft in der Schweiz) nachzureisen, weil sie sich nicht bei ihm gemeldet hatte (pag. 
205; pag. 437 Z. 94 ff.).

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Im Ergebnis ist dem Beschuldigten ein grundsätzlich freundlicher und hilfsbereiter 
Charakter zuzuschreiben. Gegenüber der Privatklägerin legte er jedoch ein stark 
kontrollierendes Verhalten an den Tag.

12.1.2 Zur Persönlichkeit der Privatklägerin

Bezüglich der Persönlichkeit der Privatklägerin kann vorab auf die zutreffenden 
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1362, S. 72 der vor-
instanzlichen Urteilsbegründung; Hervorhebungen im Original):

Die Persönlichkeit der Privatklägerin wird von allen Aussenstehenden einheitlich beschrieben: Sie 
wird von allen als für ihr Alter naiv und gutgläubig bzw. sehr hilfsbereit und tierlieb beschrieben. Sie 
sei zierlich, niedlich und man würde ihr zwanzig nicht geben. Mit Kritik könne sie nur schlecht umge-
hen. Sie habe Angst vor Neuem und könne mit Druck nicht gut umgehen bzw. sei nicht belastbar. Sie 
sei nah am Wasser gebaut bzw. weinerlich (wegen Heimweh). Zudem sei sie manipulierbar bzw. 
könnte in einer Beziehung hörig werden. Ihre letzte Beziehung sei mehrere Jahre her (2019/2020, 
Exfreund «Y.________»). Sie sei gegenüber Männern und auch im Allgemeinen zurückhaltend und 
verschlossen. Sozial sei sie eher isoliert und Game sehr viel, teils tage- bzw. wochenlang. Zudem sei 
sie wegen Depressionen (Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, Kindheitstrauma bzw. Kontaktabbruch 
durch Mutter) in psychologischer Behandlung und müsse Antidepressiva einnehmen (vgl. Aussagen 
Vater [pag. 355, Z. 241 ff. und pag. 356, Z. 297], J.________ [pag. 411, Z. 188 ff.], S.________ 
[pag. 343, Z. 229 ff.]). 

Ebenfalls hat als unbestritten zu gelten, dass die Privatklägerin mindestens für den Beschuldigten ge-
schwärmt hat. Die Privatklägerin schrieb «W.________», dass der Beschuldigte ein schönes Lächeln 
habe, verdammt süss, liebenswert und unglaublich sei (pag. 210 ff., Discord-Chat vom 4.12.2021). In 
einer Sprachnachricht an den Beschuldigten sagte die Privatklägerin, sie müsse nun neue Pläne ma-
chen, weil sie nicht miteinkalkuliert hat, dass sie ihn kennenlernt. Weiter teilt sie ihm mit, dass sie ihm 
nachher ein Küsschen geben könne. Weiter schrieb sie ihm, in einer WhatsApp-Nachricht, von den 
Kinderplänen ihrer Freunde und dass ihre beste Freundin und sie die Idee hatten, gleichzeitig 
schwanger zu sein und antwortete auf seine Frage hin, es sei aber jetzt noch nicht der Zeitpunkt. Sie 
schrieb ebenfalls, dass sie dachte, alleine zu bleiben (pag. 210 ff., WhatsApp-Chat vom 5.12.2021).

Der Beschuldigte selber beschrieb die Privatklägerin als menschenscheue und 
ängstliche Person, welche Mühe mit Nähe und wenig Durchsetzungsvermögen ha-
be (pag. 439 Z. 163 f. und Z. 210; pag. 442 f. Z. 359 ff.). Sie sei krankhaft abhängig 
von ihrem Vater (pag. 438 Z. 121 f. und Z. 149 ff.), sehr scheu und schüchtern 
(pag. 478 Z. 386 f.) und habe sich gegenüber seinen Grosseltern zurückhaltend 
und unsicher verhalten, wie wenn sie nichts falsch machen wollte (pag. 479 Z. 419 
f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung betonte er zudem, dass die Privatklägerin 
«mental nicht die Stärkste» sei (pag. 1538 Z. 2; pag. 1542 Z. 17; vgl. auch 
pag. 1542 Z. 29 f.). Sodann war ihm bewusst, dass die Privatklägerin sich sorgte, 
nach Deutschland zu reisen, wobei er ihr riet, sie solle – gerade weil sie Panik habe 
– über ihren Schatten springen (vgl. pag. 192).

12.1.3 Zwischenfazit

Vor dem Hintergrund dieser stark divergierenden Persönlichkeiten erscheinen die 
Ausführungen der Privatklägerin, wonach der Beschuldigte sie während ihres Auf-
enthalts in F.________ stark unter Druck gesetzt habe, als durchaus nachvollzieh-
bar. Sie war ihm in sozialer und emotionaler Hinsicht klar unterlegen.

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Der Beschuldigte wusste denn auch um ihre Situation. Er wusste, dass sie in psy-
chologischer Behandlung war und starke Bedenken hatte, überhaupt zu ihm nach 
F.________ zu reisen und er sie quasi überzeugen musste. Er wusste auch, dass 
sie labil und schnell unter Druck ist. Trotzdem isolierte er sie, indem er ihr den Kon-
takt mit ihrem Vater verbot. Weiter setzte er sie derart stark unter Druck, indem er 
sie kontrollierte und ihr auch drohte, sie nicht mehr gehen zu lassen, und ihr ein-
trichterte, dass sie nun bei ihm ein neues Leben habe (vgl. diesbezüglich E. III.12.3 
hiernach).

12.2 Zu den Sexualkontakten

12.2.1 Anzahl und Art der Sexualkontakte

Der Beschuldigte bestreitet nicht, dass es in F.________ zu mehreren sexuellen 
Kontakten mit der Privatklägerin gekommen sei. Konkret habe er insgesamt drei 
Mal mit der Privatklägerin Sex gehabt. Zudem hätten sie zwei Mal Oralverkehr ge-
habt (pag. 446 Z. 538 und Z. 546; pag. 1086 Z. 34). Schliesslich habe er auch ein-
mal «mit der Hand selbst Druck abgelassen» und sie sei 2.5 Meter entfernt gewe-
sen (pag. 446 Z. 546 f.). In der Einvernahme vom 10. Januar 2022 bestätigte der 
Beschuldigte auf Frage, wie oft er mit der Privatklägerin Sex gehabt habe, es sei 
drei Mal gewesen, wobei er präzisierte, nur zwei Mal sei es «richtig» mit Penetrati-
on der Vagina gewesen. Beim dritten Mal hätten sie gerade angefangen, dann sei 
das mit dem Knöllchen vom Dönerladen passiert, wo sie aufgesprungen sei. Da 
hätten sie dann abgebrochen (pag. 484 Z. 661 ff.). In seiner Ersteinvernahme vom 
15. Dezember 2021 führte der Beschuldigte zudem aus, es sei letztmals am Sonn-
tagmorgen zu Sex gekommen (pag. 446 Z. 538 f.), wobei sich der Beschuldigte 
dabei auf den Vorfall mit dem Dönerpapier bezog, also den Tatvorwurf gemäss 
Ziff. I.1.5 der Anklageschrift (vgl. pag. 1103).

Die Privatklägerin führte ihrerseits in der ersten Befragung aus, es sei «etwa» vier 
Mal zu einem Übergriff gekommen (pag. 257 Z. 534). Später gab sie an, sie sei vier 
oder fünf Mal vergewaltigt und drei Mal zum Oralsex genötigt worden (pag. 277 
Z. 422 ff.). In einer späteren Einvernahme bestätigte sie, dass es vier Mal zu einem 
Übergriff gekommen sei und sie einmal zu Oralsex gezwungen worden sei. Sie 
könne sich nicht erinnern, ob er noch einmal versucht habe, sie dazu zu zwingen 
(pag. 297 f. Z. 90 ff.). Damit erzählte sie von einer unterschiedlichen Anzahl an 
Vorkommnissen, weshalb nicht einfach auf ihre diesbezüglichen Angaben abge-
stellt werden kann. Insofern erscheint die Feststellung der Vorinstanz, wonach 
gemäss den Aussagen der Privatklägerin fünf Mal Geschlechtsverkehr (inklusive 
zwei Versuche) sowie zwei Mal Oralverkehr stattgefunden habe, als sie beim Be-
schuldigten gewesen sei, und damit die Vorfälle in Ziff. I.1.4 und Ziff. I.1.3 der An-
klageschrift als unterschiedlich zu betrachten seien (pag. 1370, S. 80 der vorin-
stanzlichen Urteilsbegründung), als verfehlt. 

Zumal die Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin nicht durchwegs 
übereinstimmen, ist nachfolgend im Einzelnen zu prüfen, ob die in der Anklage-
schrift aufgeführten Vorfälle grundsätzlich (das heisst noch losgelöst von der Frage, 
ob ein Einverständnis vorlag oder nicht) stattgefunden haben. 

19

Zum ersten Geschlechtsverkehr gemäss Ziff. I.1.1 der Anklageschrift stimmen die 
Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin noch überein. Insofern ist da-
von auszugehen, dass ein erster Geschlechtsverkehr tatsächlich stattgefunden hat, 
was auch von der Verteidigung nicht in Abrede gestellt wird (pag. 1102; vgl. auch 
pag. 1548).

Den versuchten Sexualkontakt gemäss Ziff. I.1.2 der Anklageschrift unter der Du-
sche schildert die Privatklägerin äusserst detailreich. So habe der Beschuldigte un-
bedingt gemeinsam Duschen wollen. Er fände es «grusig» so verschwitzt im Bett 
zu sein. Er habe sie abgeduscht und erneut Sex in der Dusche haben wollen, was 
nicht gegangen sei, weil sie zu klein sei und er nicht in sie eindringen konnte. Er 
habe beim Abduschen die ganze Zeit ihre Brüste massiert und sie habe ihm so gut 
wie nie ins Gesicht geschaut. Dies habe angefangen ihn zu nerven (pag. 253 
Z. 337 ff.). Der Beschuldigte selber machte hierzu keine konkreten Aussagen. Dass 
er diesen Vorfall nicht erwähnt, erscheint nicht abwegig, zumal er lediglich von voll-
zogenem Geschlechts- und Oralverkehr spricht. Gestützt auf die glaubhaften 
Erstaussagen der Privatklägerin (siehe hierzu die konkrete Aussagenwürdigung in 
E. III.12.3.3 hiernach) ist davon auszugehen, dass es tatsächlich zu dieser Szene 
unter der Dusche gekommen ist, der Geschlechtsverkehr aber nicht vollzogen wur-
de.

Der in Ziff. I.1.3 der Anklageschrift umschriebene Sexualkontakt fand gestützt auf 
die Aussagen des Beschuldigten sodann ebenfalls statt. So gab der Beschuldigte 
an, sie hätten «am Tag darauf» nach dem ersten Geschlechtsverkehr wieder Sex 
zusammen gehabt (pag. 442 Z. 334). Dass es zu einem zweiten Geschlechtsver-
kehr gekommen sei, stellt auch die Verteidigung nicht in Abrede (pag. 1103; vgl. 
auch pag. 1548).

Zum angeklagten Vorfall nach Ziff. I.1.4 der Anklageschrift äusserte sich die Vertei-
digung anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung dahingehend, dass die-
ser denselben Vorfall betreffe, welcher bereits in Ziff. I.1.3 angeklagt sei. Es gebe 
keine Hinweise darauf, dass der Beschuldigte falsche Angaben bezüglich der An-
zahl des Geschlechtsverkehrs gemacht habe. Sie stünden auch nicht im zwingen-
den Widerspruch mit den Aussagen der Privatklägerin. Damit sei beweismässig 
nicht erstellt, dass es sowohl am 10. als auch am 11. Dezember 2021 zu Ge-
schlechtsverkehr gekommen sei. Den Ziff. I.1.3 und I.1.4 der Anklageschrift liege 
derselbe Geschlechtsverkehr zu Grunde, weshalb betreffend Ziff. I.1.4 der Ankla-
geschrift ein Freispruch zu ergehen habe (pag. 1103). Wie nachfolgend aufgezeigt 
wird, schliesst sich die Kammer dieser Ansicht an:

Hierzu ist vorwegzunehmen, dass die Privatklägerin in ihrer ersten Einvernahme 
vom 15. Dezember 2021 den Tatvorwurf der versuchten Vergewaltigung gemäss 
Ziff. I.1.5 der Anklageschrift (Vorfall «Dönerpapier») relativ detailliert beschrieben 
hat (vgl. pag. 257 f. Z. 536 ff.). Am 7. Januar 2022 bestätigte sie ihre Aussagen 
(vgl. pag. 281 f. Z. 631 ff.) und auch anlässlich der Schlusseinvernahme erinnerte 
sie sich noch an ein solches Geschehen (vgl. pag. 300 Z. 195). Der Beschuldigte 
schilderte den Vorfall mit dem Dönerpapier anlässlich seiner Einvernahme vom 
10. Januar 2022 – wie bereits erwähnt – ebenfalls sehr detailliert, und zwar so, 
dass sie beim dritten Mal Sex gerade angefangen und dann abgebrochen hätten, 

20

weil die Privatklägerin aufgrund des Dönerpapiers aufgesprungen sei (pag. 452 
Z. 811 ff.; pag. 484 Z. 662 ff.). Bereits in der ersten Einvernahme sagte der Be-
schuldigte aus, es sei drei Mal zu Geschlechtsverkehr gekommen, wobei er denje-
nigen Sexualkontakt am Sonntagmorgen mit dem Dönerpapier dazu zählte. 
Während also die Privatklägerin diesen Sexualkontakt mit dem Dönerpapier 
gemäss Ziff. I.1.5 der Anklageschrift als blossen Versuch schilderte, zählte der Be-
schuldigte diesen Vorfall zu den drei vollzogenen Geschlechtsverkehren, was 
durchaus nachvollziehbar erscheint. 

Damit kann den Ausführungen der amtlichen Verteidigung gefolgt werden, wonach 
es keine Hinweise darauf gibt, dass der Beschuldigte falsche Angaben bezüglich 
der Anzahl der Sexualkontakte gemacht habe. Seine Angaben stehen auch nicht 
im zwingenden Widerspruch mit den Aussagen der Privatklägerin, welche die Vor-
fälle zu Beginn vermischte und zum angeklagten Vorfall am 11. Dezember 2021 
(Ziff. I.1.4 der Anklageschrift) keine konkreten Angaben machte, sondern einzig 
aussagte, es sei immer gleich gewesen. Damit ist beweismässig nicht in genügen-
der Weise erstellt, dass es sowohl am 10. Dezember 2021 als auch am 11. De-
zember 2021 zu Geschlechtsverkehr zwischen dem Beschuldigten und der Privat-
klägerin gekommen sein soll und zusätzlich auch noch der Vorfall mit dem Döner-
papier stattgefunden haben soll. Alleine gestützt auf die diesbezüglich vagen Aus-
sagen der Privatklägerin lässt sich dies jedenfalls nicht erstellen. Insofern ist der 
angeklagte Vorfall gemäss Ziff. I.1.4 der Anklageschrift nach Ansicht der Kammer 
nicht als erstellt zu erachten, weshalb diesbezüglich ein Freispruch zu ergehen hat.

Dass es sodann zwei Mal zu Oralverkehr gekommen ist (Ziff. I.2.1 und I.2.2 der 
Anklageschrift), wird von beiden Beteiligten bestätigt. So gab der Beschuldigte an, 
sie hätten zwei Mal Oralverkehr gehabt (pag. 446 Z. 546; pag. 1086 Z. 34). Die Pri-
vatklägerin schilderte ihrerseits einen Vorfall, bei welchem sie anschliessend das 
Sperma geschluckt habe, sowie einen weiteren, bei welchem sie den Beschuldig-
ten in den Penis gebissen habe (pag. 259 f. Z. 624 ff.; pag. 260 Z. 671 f.). Insofern 
erachtet die Kammer es als erstellt, dass im Tatzeitraum zwei Mal Oralverkehr 
stattfand.

Im Ergebnis geht die Kammer davon aus, dass es in der Zeit vom 8. bis 13. De-
zember 2021, während die Privatklägerin beim Beschuldigten in Deutschland weil-
te, insgesamt zwei Mal zu vollzogenem Geschlechtsverkehr (Ziff. I.1.1 und I.1.3 der 
Anklageschrift), zwei Mal zu versuchtem Geschlechtsverkehr (Ziff. I.1.2 und I.1.5 
der Anklageschrift) sowie schliesslich zu zweimaligem Oralverkehr (Ziff. I.2.1 und 
I.2.2 der Anklageschrift) zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin ge-
kommen ist.

12.2.2 Zeitpunkte der Sexualkontakte

An welchen Tagen die Sexualkontakte genau stattgefunden haben sollen, lässt 
sich aufgrund der schwammigen und divergierenden Aussagen der Beteiligten nur 
äusserst schwer ermitteln. Übereinstimmend geben sie an, dass es am Dienstag, 
7. Dezember 2021 und am Mittwoch, 8. Dezember 2021 noch zu keinen sexuellen 
Kontakten gekommen sei (vgl. pag. 299 Z. 159 f. und pag. 441 Z. 294 ff.). Der letz-
te Vorfall wird sodann gestützt auf die übereinstimmenden Aussagen der beiden 

21

Beteiligten auf Sonntag, 12. Dezember 2021, datiert (vgl. pag. 258 Z. 562 f. und 
pag. 452 Z. 811).

Nicht klar ist, ob der erste Geschlechtsverkehr bereits am Donnerstag, 9. Dezem-
ber 2021 oder erst am Freitag, 10. Dezember 2021 stattgefunden hat. Der Be-
schuldigte hält diesbezüglich fest, es sei am vierten Tag (was nach seiner Rech-
nung der Freitag sein müsste), zum ersten Sexualkontakt gekommen (pag. 441 
Z. 299 f.; pag. 452 Z. 838 f.; vgl. dazu auch Berichtsrapport vom 5. Januar 2022: 
«Am vierten Tag, 10.12.2021» [pag. 190]). Später geht er dann fälschlicherweise 
davon aus, der vierte Tag sei der Donnerstag gewesen (weil er den Montag auch 
dazu rechnet, an welchem sie aber noch gar nicht gemeinsam in Deutschland wa-
ren) und setzt den zweiten Geschlechtsverkehr auf Freitag fest, wobei er aber un-
sicher ist, was die Daten anbelangt (vgl. pag. 481 Z. 497 ff. und pag. 484 Z. 667 f.). 
Die Privatklägerin kann sich ihrerseits nur schwer an den zeitlichen Ablauf erinnern. 
So gibt sie unterschiedliche Tage und Daten an, an welchen die einzelnen Vorfälle 
passiert sein sollen. Es fällt ihr sichtlich schwer, die Tage und Daten zuzuordnen, 
weshalb gestützt auf ihre Angaben keine Erkenntnisse für den zeitlichen Ablauf 
gewonnen werden können.

Der WhatsApp-Konversation zwischen den beiden Beteiligten lässt sich entneh-
men, dass die Privatklägerin sowohl am 9. Dezember 2021 als auch am 10. De-
zember 2021 noch in regem Kontakt mit dem Beschuldigten stand, während sie in 
seiner Wohnung weilte bzw. mit seinen Grosseltern unterwegs war und er 
währenddessen ausser Haus arbeitete. Sie lässt ihm am 9. Dezember 2021 insbe-
sondere eine Nachricht zugehen, wonach sie sich auf ihn freue («Sei vorsichtig bis 
gleich freu mich» [pag. 209, WhatsApp-Nachricht vom 9. Dezember 2021 um 
10:22:23 Uhr, auffindbar unter: D.________ Mobiltelefon_Bericht Sam-
sung_chats_WhatsApp_chat-5]). Auch am Freitag, 10. Dezember 2021 wurden 
noch zahlreiche Nachrichten (teilweise im Minutentakt) ausgetauscht. Die Stim-
mung zwischen den beiden scheint an diesem Tag nach wie vor positiv zu sein. Sie 
teilt ihm insbesondere mit, dass sie froh sei, wenn er wieder zuhause sei (pag. 209 
[Sprachnachricht Nr. 5 vom 10. Dezember 2021, 09:21 Uhr, auffindbar unter: 
A.________ Mobiltelefon_Bericht Xiaomi_files_audio]). Danach folgt eine Konver-
sation, in welcher der Beschuldigte der Privatklägerin freudig mitteilt, dass sein 
Chef ihm frei gebe, und es werden Pläne geschmiedet, wie der Beschuldigte einen 
halben Monat zu ihr in die Schweiz kommen könne (pag. 209 [Sprachnachrichten 
Nr. 30 ff. vom 10. Dezember 2021, ab 09:48 Uhr, auffindbar unter: A.________ 
Mobiltelefon_Bericht Xiaomi_files_audio]). Anschliessend folgen noch zahlreiche 
weitere Sprachnachrichten von beiden Seiten. Um 17:34 Uhr ergeht die letzte 
Nachricht der Privatklägerin an den Beschuldigten (vgl. pag. 209 [D.________ Mo-
biltelefon_Bericht Samsung_chats_WhatsApp_chat-5]). Danach dürfte er zuhause 
eingetroffen sein.

Der Bruch in der Kommunikation findet dann konkret in der Nacht auf Samstag, 
11. Dezember 2021 statt. An diesem Tag werden kaum noch Nachrichten ausge-
tauscht, obwohl der Beschuldigte – wie am Vortag auch – wieder bei der Arbeit ist. 
Die erste Nachricht am 11. Dezember 2021 ergeht (erst) um 10:21 Uhr vom Be-
schuldigten an die Privatklägerin. Er scheint genervt zu sein und gibt an, er kriege 

22

hier auch gleich einen ganz schönen Anfall. Sie wisse gar nicht, was für einen 
Wutanfall er eigentlich grad habe (pag. 209 [Sprachnachricht Nr. 2 vom 11. De-
zember 2021, 10:21 Uhr, auffindbar unter: A.________ Mobiltelefon_Bericht Xiao-
mi_files_audio]). Sie schreibt daraufhin zurück (schriftlich, nicht mit einer Sprach-
nachricht wie am Vortag noch üblich), dass sie noch bei seinen Grosseltern sei 
(10:23:36 Uhr). Er antwortet mit «Ok» (10:31:27 Uhr). Etwas später fragt er, ob sie 
die Miete abgegeben habe (10:37:28 Uhr), was sie bejaht (10:45:39 Uhr). Er be-
dankt sich daraufhin (10:46:16 Uhr). Wenig später schreibt er ihr, sie solle in die 
Küche gehen und ihn rufen, wenn sie wieder oben [in der Wohnung des Beschul-
digten] sei (10:49:18 Uhr). Sie verspricht ihm, das gleich zu tun (10:54:37 Uhr), 
meldet sich dann aber rund 40 Minuten nicht mehr, bis er um 11:36:47 Uhr 
schreibt: «Sach Mal was ist für dich gleich». Danach telefonieren sie um 
11:40:12 Uhr und um 13:33:22 Uhr zusammen (pag. 209 [WhatsApp-Nachrichten 
vom 11. Dezember 2021, auffindbar unter: D.________ Mobiltelefon_Bericht Sam-
sung_chats_WhatsApp_chat-5]). Weitere Unterhaltungen per WhatsApp gibt es an 
diesem Tag nicht, was mit Blick auf den regen Austausch am Vortag doch sehr 
aussergewöhnlich erscheint. 

Am Sonntag, 12. Dezember 2021 hatte der Beschuldigte frei, weshalb nicht er-
staunt, dass es zu gar keiner Kommunikation zwischen dem Beschuldigten und der 
Privatklägerin kam. Er schickte der Privatklägerin lediglich einen Printscreen mit ei-
ner Reiseverbindung in die Schweiz (pag. 209 [WhatsApp-Nachricht vom 12. De-
zember 2021, 12:46 Uhr, auffindbar unter: D.________ Mobiltelefon_Bericht Sam-
sung_chats_WhatsApp_chat-5 bzw. D.________ Mobiltelefon_Bericht Sam-
sung_files_Image]).

Das sich vom 10. auf den 11. Dezember 2021 auffallend veränderte Verhalten der 
Privatklägerin ergibt sich denn auch aus der Konversation zwischen ihr und ihrer 
Freundin J.________: So teilte sie dieser am 8. Dezember 2021 um 18:13 Uhr 
noch mit, der Beschuldigte und sie seien bei seinen Eltern gewesen und würden 
jetzt einkaufen gehen (pag. 206). Soweit schien noch alles in Ordnung zu sein. Die 
nächste Mitteilung an ihre Freundin erfolgt sodann am frühen Morgen des Sams-
tags, 11. Dezember 2021 um 07:40 Uhr. Die Privatklägerin fragt, ob sie ihre Freun-
din anrufen dürfe, wonach diese die Privatklägerin um 07:43 Uhr anrief (pag. 213). 
J.________ führte zu diesem Telefonat aus, die Privatklägerin sei komplett anders 
gewesen, verängstigt und ganz anders (pag. 409 Z. 77 ff.). Nach dem Telefonat 
teilt J.________ der Privatklägerin mit, er [gemeint: S.________] werde sie gleich 
anrufen (pag. 206; pag. 212), woraufhin Reiseverbindungen von S.________ an 
die Privatklägerin übermittelt werden (pag. 213).

Sodann hat auch die Grossmutter des Beschuldigten bei der Privatklägerin ein 
plötzlich verändertes Verhalten festgestellt. Namentlich gibt sie an, der Beschuldig-
te und die Privatklägerin seien am Freitag noch zusammen einkaufen gegangen, 
hätten gelacht und getobt. Am Samstag habe die Privatklägerin dann unbedingt 
nach Hause gehen wollen (pag. 366 und 382 f.).

Insgesamt kommt die Kammer damit zum Schluss, dass aufgrund der Aussagen 
des Beschuldigten und des deutlich erkennbaren Bruchs im Verhalten der Privat-
klägerin der erste vollzogene Geschlechtsverkehr auf den Abend des Freitags, 

23

10. Dezember 2021 (und nicht bereits auf den 9. Dezember 2021) zu datieren ist, 
was im Übrigen auch bereits durch die Polizei so festgehalten wurde (siehe Be-
richtsrapport vom 5. Januar 2022: «Gemäss Einvernahmeerkenntnissen soll es am 
Abend des 10.12.2021 zum ersten Beischlaf zwischen A.________ und 
D.________ gekommen sein» [pag. 194]).

Den ersten Oralverkehr datierte der Beschuldigte auf den fünften Tag im Anschluss 
an den zweiten Geschlechtsverkehr (pag. 442 Z. 338 f.; pag. 484 Z. 672 ff.). Die 
Privatklägerin konnte sich ihrerseits nicht mehr an die genauen Tage, an welchen 
Oralverkehr stattgefunden habe, erinnern. Mangels anderweitiger Angaben ist so-
mit davon auszugehen, dass der erste Oralverkehr nach dem zweiten Ge-
schlechtsverkehr am Samstag, 11. Dezember 2021, stattgefunden hat. Wann der 
zweite Oralverkehr stattgefunden hat, kann gestützt auf die Aussagen der Beteilig-
ten nicht mehr eruiert werden. Immerhin sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, wo-
nach dies auch noch gleichentags geschehen sein soll, weshalb davon auszuge-
hen ist, dass dieser zweite Oralverkehr erst am 12. Dezember 2021 erfolgte. 

Im Ergebnis geht die Kammer in zeitlicher Hinsicht von folgendem Ablauf aus:

- Freitag, 10. Dezember 2021: erster vollzogener Geschlechtsverkehr (Ziff. I.1.1 
der Anklageschrift) und erster versuchter Geschlechtsverkehr (Ziff. I.1.2 der 
Anklageschrift) 

- Samstag, 11. Dezember 2021: zweiter vollzogener Geschlechtsverkehr 
(Ziff. I.1.3 der Anklageschrift) und erster Oralverkehr (Ziff. I.2.1 der Anklage-
schrift)

- Sonntag, 12. Dezember 2021: zweiter versuchter Geschlechtsverkehr 
(Ziff. I.1.5 der Anklageschrift) und zweiter Oralverkehr (Ziff. I.2.2 der Anklage-
schrift)

Dieses vorläufige Beweisergebnis stimmt denn auch mit der hiervor bereits festge-
stellten Anzahl an Sexualkontakten überein.

12.3 Zur Frage der Freiwilligkeit der sexuellen Handlungen sowie zur Frage der Erkenn-
barkeit

12.3.1 Vorbemerkung

Der Beschuldigte gibt konstant an, der Geschlechtsverkehr und der Oralverkehr mit 
der Privatklägerin habe in gegenseitigem Einverständnis stattgefunden. Er habe die 
Privatklägerin immer um ihre Einwilligung gefragt und sie sei mit allem einverstan-
den gewesen. Der Beschuldigte bestreitet, jemals vor oder während der sexuellen 
Kontakte die von der Privatklägerin geltend gemachte physische Gewalt (Ausein-
anderdrücken der Beine, Festhalten, Festhalten des Kopfes und Zwingen den Pe-
nis in den Mund zu nehmen und das Sperma zu schlucken) angewendet zu haben 
oder die Privatklägerin wie von ihr behauptet unter psychischen Druck (Einschüch-
tern, Kontrollieren, Drohen, dass er sie nicht mehr nach Hause gehen lasse, 
schlechtes Gewissen machen und Einreden, dass er und seine Familie nun eben-
falls ihre neue Familie seien) gesetzt zu haben. Anlässlich der Berufungsverhand-
lung stellte sich die Verteidigung indes auf den Standpunkt, die Sexualkontakte 
seien zwar gegen den Willen der Privatklägerin erfolgt, dies sei für den Beschuldig-

24

ten aufgrund der widersprüchlichen Signale der Privatklägerin aber nicht erkennbar 
gewesen, zumal sie ihren Willen nicht ausdrücklich und klar erkennbar mitgeteilt 
habe (vgl. pag. 1548).

Die Privatklägerin gibt ihrerseits konstant an, dass sie mit den sexuellen Handlun-
gen nicht einverstanden gewesen sei und diese gegen ihren verbal und körperlich 
geäusserten Willen vorgenommen worden seien. Nach Ansicht der Generalstaats-
anwaltschaft und der Vertretung der Privatklägerin war dies für den Beschuldigten 
zudem unmissverständlich erkennbar (vgl. pag. 1548).

12.3.2 Objektive Beweismittel

Die objektiven Beweismittel lassen für sich alleine zwar keinen direkten Schluss auf 
die Freiwilligkeit der sexuellen Handlungen zu. So konnte insbesondere die gynä-
kologische Untersuchung der Privatklägerin, bei welcher keine Verletzungen und 
keine Spermien gefunden wurden, Sexualkontakte gegen deren Willen weder 
bestätigen noch ausschliessen (pag. 223 ff.). Dass beim Beschuldigten anlässlich 
der Untersuchung durch den Amtsarzt keine Kratzspuren gefunden wurden (pag. 
244), entlastet diesen nicht, zumal nicht bekannt ist, wie stark die Privatklägerin 
diesen kratzte und wo überall. Im Übrigen erklärte die Privatklägerin gegenüber der 
Staatsanwaltschaft, sie habe gedacht, sie dürfe den Beschuldigten nicht verletzen, 
weil er sonst etwas in den Händen hätte gegen sie (pag. 302 Z. 266 ff.).

Der WhatsApp-Konversation zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin 
lässt sich – wie in E. III.12.2.2 hiervor ausführlich geschildert – ein offensichtlicher 
Bruch entnehmen: Während bis am 10. Dezember 2021 noch rege kommuniziert 
wurde, bricht dieser Austausch auf den 11. Dezember 2021 fast vollständig zu-
sammen. Eindrücklich erscheint diesbezüglich auch der Hilferuf, welchen die Pri-
vatklägerin am frühen Morgen des 11. Dezembers 2021 an ihre Freundin, 
J.________, absetzte. Sie erzählte ihr, sie beide hätten Sex gehabt und sie habe 
das eigentlich nicht gewollt (pag. 409 Z. 79 ff.). J.________ habe der Privatklägerin 
versprochen, sie würde die Polizei in F.________ kontaktieren, wenn sie nichts 
mehr von ihr hören würde (pag. 409 Z. 87 f.). Es fragt sich an dieser Stelle bereits, 
weshalb J.________ die Polizei hätte rufen sollen, wenn zwischen der Privatkläge-
rin und dem Beschuldigten nichts vorgefallen sein soll.

Aus diesem veränderten Verhalten der Privatklägerin während ihres Aufenthalts 
beim Beschuldigten, welches sich gestützt auf die aktenkundigen Chatnachrichten 
objektivieren lässt, ist zu schliessen, dass vor dem Morgen des 11. Dezem-
bers 2021 tatsächlich etwas Gravierendes vorgefallen sein muss, was das Verhal-
ten der Privatklägerin schlagartig veränderte.

Hinzu kommt das Verhalten der Privatklägerin nach dem Aufenthalt beim Beschul-
digten, welches sich ebenfalls aus einer aktenkundigen Audioaufnahme ergibt: Am 
14. Dezember 2021, 06:45 Uhr, zeichnete der Beschuldigte mittels Smart-Home-
System Alexa eine Sprachnachricht auf und übermittelte diese an die Privatkläge-
rin. Darin forderte er sie auf, zu erklären, weshalb ihre Kontaktdaten bei ihm blo-
ckiert oder nicht vorhanden seien (pag. 216 f.). Daraus – und auch aus den Aussa-
gen der Privatklägerin (vgl. E. III.12.3.3 hiernach) – ergibt sich, dass sie den Be-
schuldigten umgehend nach ihrer Heimreise auf ihrem Mobiltelefon bzw. auf ihrem 

25

gemeinsamen Game-Chat blockierte. Dieses Verhalten lässt sich nicht damit in 
Übereinstimmung bringen, dass in Deutschland nichts Gravierendes passiert sein 
soll. Es erscheint schlicht nicht nachvollziehbar, weshalb die Privatklägerin den Be-
schuldigten hätte blockieren sollen, sobald sie aus seiner Reichweite war, wenn sie 
gemeinsam eine harmonische Zeit verbracht hätten.

Zudem lässt sich in objektiver Hinsicht aus dem Hergang, wie es zur Anzeige ge-
gen den Beschuldigten gekommen ist, ebenfalls schliessen, dass vorgängig etwas 
Gravierendes passiert sein musste: Die Privatklägerin meldete sich gemäss akten-
kundiger Polizeirapporte bereits am Folgetag nach ihrer Rückkehr nach 
I.________(Ortschaft) am 14. Dezember 2021 um 08:30 Uhr morgens bei der Poli-
zei und erstattete Anzeige gegen den Beschuldigten. Es folgte die bei Sexualdelik-
ten übliche körperliche Untersuchung in der Frauenklinik des Z.________spitals in 
AA.________ (Ortschaft). Die Privatklägerin hinterliess dabei offensichtlich einen 
verängstigten Eindruck und äusserte mehrfach, sie habe Angst davor, der Be-
schuldigte könnte ihr Zuhause auflauern (pag. 168; pag. 188). Am Abend des 
14. Dezembers 2021 geschah es dann tatsächlich, dass der Beschuldigte kurz vor 
Mitternacht bei der Privatklägerin Zuhause auftauchte. Die Privatklägerin alarmierte 
am 14. Dezember 2021 um 23:39 Uhr die Notrufzentrale und verlangte, dass drin-
gend jemand bei ihr vorbeikomme. Sie habe ein Problem gehabt mit einem Men-
schen aus dem Internet. Sie sei bei ihm in F.________ gewesen, jetzt stehe er vor 
ihrer Haustüre (pag. 169). Sie klang dabei zweifelsfrei panisch und voller Angst 
(vgl. pag. 208). Die avisierte Polizeipatrouille traf am 14. Dezember 2021 um 
23:53 Uhr am Domizil der Privatklägerin ein. Sie sei sichtlich verängstigt gewesen 
und habe gezittert und geweint (pag. 189; pag. 203). Sollte – wie der Beschuldigte 
behauptet – während des Aufenthalts der Privatklägerin bei ihm Zuhause nichts 
Negatives vorgefallen sein, würde diese beachtliche Verängstigung der Privatklä-
gerin keinen Sinn ergeben.

Nach dem Gesagten deuten bereits die objektiven Beweismittel stark darauf hin, 
dass in F.________ etwas Gravierendes vorgefallen sein muss, was die Privatklä-
gerin in Panik versetzte bzw. stark verängstigte.

12.3.3 Subjektive Beweismittel

Die subjektiven Beweismittel sind in teilweiser Wiederholung und Ergänzung der 
vorinstanzlichen Erwägungen wie folgt zu würdigen:

a) Aussagen der Privatklägerin

In den Aussagen der Privatklägerin finden sich diverse Erinnerungslücken, insbe-
sondere, was die Tattage respektive die konkreten Daten betrifft (siehe dazu be-
reits E. III.12.2 hiervor; pag. 250 Z. 171 f.; pag. 252 Z. 286; pag. 257 Z. 534; 
pag. 277 Z. 423 ff.; pag. 1082 Z. 42 ff.). Sie gesteht auch Erinnerungslücken betref-
fend den Ablauf der Übergriffe ein und gibt zu Protokoll, dass sie nicht mehr wisse, 
ob sie dem Beschuldigten von ihren sexuellen Vorlieben erzählt und ob sie mit ihm 
über seinen Gegenbesuch in I.________(Ortschaft) gesprochen habe (pag. 257 
Z. 529 und Z. 534; pag. 276 Z. 351 ff.; pag. 1083 Z. 18 ff.). Sie erinnert sich detail-
liert an das erste, jedoch nicht mehr detailliert an das zweite Mal und schon gar 
nicht an das (angebliche) dritte Mal Geschlechtsverkehr (pag. 257 Z. 529) und 

26

auch bezüglich des zweiten Oralverkehrs räumt sie ein, dass sie – abgesehen da-
von, dass er nicht gekommen sei und sie ihn in den Penis gebissen habe – nicht 
mehr dazu sagen könne (pag. 260 Z. 671 f. und Z. 681 f.). Solche Erinnerungslü-
cken sind bei Opfern, die sich über eine gewisse Dauer mit wiederholten Übergrif-
fen konfrontiert sahen, nicht als aussergewöhnlich zu bezeichnen. Die Privatkläge-
rin befand sich in einer unvergleichbaren Ausnahmesituation, stand teilweise unter 
Schmerzen und enormen Druck. Sie durfte zudem ihre Medikamente nicht einneh-
men. Insofern erscheint es nicht abwegig, wenn sich die Privatklägerin nicht mehr 
an jede Einzelheit der Übergriffe erinnern kann bzw. will und stattdessen angibt, es 
sei «immer gleich» gewesen. Jedenfalls schmälern diese Unsicherheiten insge-
samt die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin nicht, zumal sie an ande-
ren Stellen auch ausgefallene Details schildern konnte: So erzählt sie bspw., dass 
sie in der Dusche die ganze Zeit weggeschaut habe. Sie habe ihm so gut wie nie 
ins Gesicht geschaut, nie. Es habe ihn angefangen zu nerven, weil sie ihn nicht 
angeschaut habe (pag. 253 Z. 348 ff.). Weiter erzählt sie detailreich von einem Vor-
fall, bei welchem er sich auf sie habe fallen lassen und sie fast keine Luft erhalten 
habe. Sie habe die ganze Zeit «gezappelt». Er sei aber so schwer gewesen, dass 
sie nicht weggekonnt habe. Auch sei ihr Kopf «so blöd in die Matratze gesteckt» 
gewesen (pag. 257 Z. 536 ff.). Weiter sagt sie, sie habe ihn beim letzten Mal auf 
ein Taschentuch mit Blut [in Wirklichkeit ein Dönerpapier] aufmerksam gemacht 
und er habe gesagt, sie habe damit absichtlich die Stimmung kaputt gemacht 
(pag. 257 f. Z. 550 ff.). Ein weiteres solches Detail ist in ihrer Schilderung, wie es 
zum ersten Geschlechtsverkehr kam, zu finden: Sie habe noch etwas auf ihrem 
Mobiltelefon rumgedrückt. Er habe angefangen, sie zu streicheln. Er habe zuerst 
ihren rechten Arm gestreichelt. Sie sei auf ihrer linken Seite mit dem Rücken zu 
ihm gelegen (pag. 252 Z. 291 ff.).

Zum Kerngeschehen führt die Privatklägerin zusätzlich stringent und detailliert aus, 
wie sie dem Beschuldigten wiederholt gesagt habe, dass sie den Geschlechtsver-
kehr nicht wolle. In Bezug auf den klar erkennbar geäusserten Willen, die Abwehr-
handlung und das angewendete Zwangsmittel der Gewalt erklärt die Privatklägerin 
wiederholt, wie sie sich erfolglos zur Wehr gesetzt habe (er habe ihre Beine mit 
seinem Körper auseinandergedrückt. Zuerst habe er es mit dem einen Arm ver-
sucht, aber da habe sie versucht wegzukommen. Dann sei er mit dem Knie zwi-
schen ihre Beine und mit viel Gewalt mit der Hand nach unten [pag. 254 Z. 372 ff.]; 
sie habe ihn gekratzt, am Rücken und überall, wo sie hingekommen sei. Sie habe 
versucht, sich wegzudrehen, von ihm wegzukommen. Als sie gemerkt habe, dass 
er viel stärker sei als sie, habe sie versucht, ihre Beine zu schliessen, sie habe sie 
überkreuzt, mit dem einen Fussrücken beim anderen Fuss bei der Sehne oberhalb 
der Ferse eingehängt [pag. 255 Z. 438 ff.]; sie habe sich weggedreht, die Beine zu-
sammengezogen bzw. zusammengedrückt, sie ineinander verhakt, gebissen und 
gekratzt und auch «nein» gesagt, aber sie sei jedes Mal zu schwach gewesen 
[pag. 283 Z. 719 ff.]; der Beschuldigte habe ihre Beine auseinandergedrückt, sie so 
aufs Bett gedrückt, dass sie sich nicht mehr habe wehren oder weggehen können. 
Meistens habe er sie an den Schultern resp. den Oberarmen oder an der Hüfte 
festgehalten [pag. 283 Z. 739 ff.]; beim ersten Mal habe er sie ins Bett gedrückt, sie 
habe ihre Beine verschränkt und er habe mit seinem Finger erfolglos probiert, sie 

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feucht zu bekommen. Er habe ihre Beine auseinandergedrückt, weil sie zu wenig 
Kraft gehabt habe. Sie habe ihm mitgeteilt, dass sie es nicht wolle, trotzdem habe 
er sein Glied in sie «gedrückt». Das sei das heftigste Mal gewesen. Sie habe ihn 
auch gekratzt [pag. 298 Z. 110 ff.]; sie habe gekratzt und gebissen und es habe 
nichts genützt [pag. 300 Z. 200 f.]; er habe sie ins Bett gedrückt, sie habe sich 
wegdrehen wollen. Sie habe sich gewehrt, ihre Beine zusammengedrückt, einfach 
alles, aber es habe nichts gebracht. Sie habe gekratzt und gebissen. «Irgendeinmal 
gibt man auch auf, weil man weiss, dass man sowieso keine Chance hat und dann 
lässt man es einfach passieren. Wenn ich mehr Kraft gehabt hätte, hätte ich mich 
mehr zur Wehr setzen können. […] Es war ein Kämpfen, ich habe mich probiert zu 
wehren. Ich habe die Beine zusammengedrückt, [versucht,] mich wegzudrehen, 
wie ein Wurm wegzukommen, aber es hat alles nicht genützt. Das schlimmste Ge-
fühl war, als er meine Beine auseinander gedrückt hat und dann mit seinem Penis 
eingedrungen ist». Sie habe «aua» geschrien, sowie «nein, hör auf». Sie habe ver-
sucht, ihn zu beissen, zu kratzen und ihn wegzustossen [pag. 302 f. Z. 263 ff.]; sie 
habe mehrmals «nein» gesagt, sie habe ihn weggedrückt, gekratzt und gebissen 
und er habe einfach gemacht [pag. 1083 Z. 4 f.]; sie habe ihn gekratzt und ihre 
Beine zusammengedrückt, er habe sie auseinanderziehen wollen, sie habe dage-
gen angekämpft und er habe einfach weiter gemacht [pag. 1525 Z. 1 ff.]). Diese 
Schilderungen sind derart ausgefallen und detailliert, dass sie einzig auf ein selbst 
erlebtes Geschehen schliessen lassen.

Dass beim Beschuldigten objektiv keine Kratzspuren festgestellt werden konnten, 
spricht – wie bereits aufgezeigt – nicht gegen die Darstellung der Privatklägerin, 
zumal sie sich nicht zur Intensität des Kratzens äusserte und auch vorbrachte, sie 
habe gedacht, sie dürfe ihn nicht verletzen (vgl. E. III.12.3.2 hiervor). Im Übrigen 
bestätigte der Beschuldigte selbst, von der Privatklägerin gekratzt worden zu sein 
(pag. 445 Z. 493 ff.). Auch wenn die Verteidigung oberinstanzlich moniert, eine 
klassische Aussagewürdigung sei vorliegend nicht zielführend (vgl. pag. 1548), las-
sen sich die konstanten und detailreichen Schilderungen der Privatklägerin aus 
Sicht der Kammer kaum erfinden und deuten ebenfalls auf erlebte und damit wahr-
heitsgemässe Schilderungen hin. Bei der Würdigung ihrer Aussagen muss zudem 
berücksichtigt werden, dass der Beschuldigte der Privatklägerin nicht nur in sozia-
ler und emotionaler Hinsicht (vgl. E. III.12.1.2 hiervor), sondern mit einer Körper-
grösse von 187 cm und einem Gewicht von 95 kg (pag. 241) auch körperlich deut-
lich überlegen war. Vor diesem Hintergrund erscheinen ihre Aussagen umso 
glaubhafter.

Auch in Bezug auf das Unterdrucksetzen hielt die Privatklägerin detailliert, nach-
vollziehbar und somit glaubhaft fest, es sei das ganze Verhalten des Beschuldigten 
gewesen, also die ganzen Einschüchterungen und das «drauf einreden», dass sie 
falsch denke und bei ihr nicht alles richtig sei, sie nicht normal sei noch zu Hause 
zu wohnen. Weiter auch, dass sie ihre Medikamente nicht nehmen müsse und die 
Hälfte dessen, was die Psychologen sagen würden, ohnehin nicht stimme. Zudem 
noch, dass sie zusammenleben würden und er ihr das ganze Leben bezahlen wür-
de und mit ihr Kinder haben werde (pag. 291 Z. 1134 ff.). Auch versuchte er, sie zu 
isolieren, indem er ihr den Kontakt zu ihrem Vater eingeschränkt resp. verboten 
habe. Sie habe Angst gehabt, dass er sie nicht mehr gehen lasse (pag. 249 f. 

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Z. 152 ff.; pag. 250 Z. 178 ff.; pag. 256 Z. 461 f. und Z. 488 ff.; pag. 263 f. Z. 848 ff.; 
pag. 273 Z. 221 ff.; pag. 277 Z. 397 ff.; pag. 304 Z. 322 f.). Die Privatklägerin zählte 
noch weitere Elemente auf, insbesondere die Episoden, in denen der Beschuldigte 
sich zu Boden habe fallen lassen, wenn sie wieder geweint habe (pag. 250 Z. 191 
ff.; pag. 292 Z. 1146 ff.; pag. 303 Z. 304 ff.). Das von ihr geschilderte Verhalten des 
Beschuldigten lässt sich ohne weiteres mit seinen hiervor bereits festgestellten 
Charakterzügen in Einklang bringen (vgl. E. III.12.1 hiervor). Er kontrollierte die Pri-
vatklägerin und wollte sie zweifellos dazu bringen, bei ihm in Deutschland zu blei-
ben, wozu er sie stark unter Druck setzte.

Zudem schildert die Privatklägerin eigene psychische Vorgänge. So sagt sie aus, 
sie habe Panik bekommen und Angst gehabt, dass wenn sie sich zur Wehr setze, 
er sie nie mehr nach Hause gehen lasse (pag. 254 Z. 397 ff.). Oder wenn sie sagt, 
sie habe sich während des Übergriffs hilflos und extrem «verarscht» gefühlt 
(pag. 256 Z. 467 ff.) und sich dafür geschämt, was passiert sei (pag. 250 Z. 177; 
pag. 297 Z. 56).

Die Privatklägerin schreckt auch nicht davor zurück, sich selbst zu belasten. So gibt 
sie zu, dass er in der ersten Nacht in I.________ bei ihr im Bett schlief. Auch in 
F.________ habe sie sofort das Bett mit ihm geteilt, weil es sie offenbar nicht wei-
ter störte (pag. 248 Z. 72 f. und Z. 89 ff.). Weiter belastet sie sich selbst, wenn sie 
angibt, zu ihm nach F.________ gegangen zu sein, obwohl sie den Beschuldigten 
nur vom Internet gekannt habe (vgl. pag. 292 Z. 1156 ff.). Auch die Tatsache, dass 
sie ihre Medikamente in seiner Abwesenheit hätte schlucken können, ihr dies aber 
nicht in den Sinn gekommen sei (pag. 251 Z. 234 ff.), spricht nicht für ein weitsich-
tiges Verhalten. Zudem gibt die Privatklägerin zu, einen Orgasmus vorgetäuscht zu 
haben, damit er sie in Ruhe lasse (pag. 300 Z. 199). Weiter gesteht sie ein, dass 
sie seine Wohnung jederzeit hätte verlassen können, sich aber aus Angst nicht ge-
traut habe, dies zu tun (pag. 252 Z. 267 f.; pag. 304 Z. 325 ff.). Schliesslich sagt sie 
auch, sie sei mit lediglich rund 200 Euro nach F.________ gegangen (pag. 269 
Z. 44 f.), was ebenfalls nicht von reiflicher Überlegung strotzt.

Die Privatklägerin belastet den Beschuldigten zudem nicht unnötig und führt bspw. 
aus, er habe sie, nachdem sie den Orgasmus vorgetäuscht habe, in Ruhe gelassen 
(pag. 301 Z. 226). Weiter bestätigt sie auch deutlich und mehrfach, dass es keinen 
Analverkehr gegeben habe bzw. er vaginal eingedrungen sei (pag. 259 Z. 618 f.; 
pag. 255 Z. 421; pag. 257 Z. 529 f.). Sodann erklärt sie von sich aus, der Ge-
schlechtsverkehr unter der Dusche habe nicht funktioniert (pag. 253 Z. 344 f.), ob-
wohl es ein Leichtes gewesen wäre, auch hier von einem vollendeten erzwungenen 
Geschlechtsverkehr zu sprechen. Dasselbe ist in Bezug auf den Vorfall mit dem 
Dönerpapier festzustellen, bei welchem sie verneinte, dass der Beschuldigte in sie 
eingedrungen sei (pag. 258 Z. 569 f.).

Weiter fällt auf, dass die Privatklägerin Gespräche wortgetreu wiedergeben kann. 
So erzählt sie zum Beispiel, der Beschuldige habe ihr gesagt, dass das Schicksal 
sie zusammengebracht habe, sie seine Frau werde, sie zusammen Kinder haben 
und in Deutschland wohnen würden. Weiter habe er ihr gesagt, sie müsse nicht ar-
beiten gehen und er werde für alles bezahlen (pag. 250 Z. 178 ff.), wohingegen sie 
gesagt habe, dass sie keine Beziehung wolle, und sich unter Druck gesetzt gefühlt 

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habe (pag. 271 Z. 118 ff.; pag. 304 Z. 322 f.; pag. 306 Z. 413). Sodann gibt sie ein 
Gespräch wieder, in welchem er ihr gesagt habe, dass er nicht verstehe, weshalb 
sie so ein gutes Verhältnis zu ihrem Vater habe, dies sei nicht normal und sie kön-
ne nicht ihr ganzes Leben bei ihrem Vater wohnen. Sie sei 28 Jahre alt und solle 
auch mal an die Zukunft denken. Er könne ihr alles bieten, sie solle bei ihm bleiben, 
das sei das Schlauste (pag. 250 Z. 187 ff.). Auch die Diskussionen über die Grün-
de, weshalb sie nach Hause wolle und die hiervor bereits erwähnte Reaktion des 
Beschuldigten, welcher wütend wurde und sich zu Boden fallen liess, um ihre Auf-
merksamkeit zu erhalten, erscheinen selbsterlebt und wirklichkeitsnah.

Die Privatklägerin manifestierte in allen Einvernahmen eine nacherlebte Gefühlsbe-
teiligung, also Gefühlsregungen während der Aussage. Sie weinte bei den Einver-
nahmen der Polizei, der Staatsanwaltschaft sowie anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung, wobei es am 20. Oktober 2023 weniger stark ausgefallen sei 
(vgl. pag. 247 ff., pag. 273 ff.; pag. 296 ff.; pag. 1365, S. 75 der vorinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Dieselben Gefühlsausbrüche kamen auch anlässlich der Beru-
fungsverhandlung zum Vorschein (vgl. pag. 1548). Diese Gefühle erscheinen nicht 
vorgespielt. 

Die Vorinstanz hält schliesslich noch fest, in den Aussagen der Privatklägerin sei 
ein einziger Widerspruch zu finden. Sie sage, sie brauche vier Jahre, bis sie je-
mandem vertraue, und trotzdem gehe sie nach zehn Tagen zum Beschuldigten 
nach Deutschland (pag. 1365, S. 75 der vorinstanzlichen Urteilsbegründung). Die 
Kammer sieht darin allerdings – entgegen der Vorinstanz – keinen Widerspruch. So 
fuhr die Privatklägerin ursprünglich mit der Erwartung nach F.________, dass sie 
im Vorfeld zu einer geplanten Party für einen Kollegen aus dem Gamer-Chat alles 
anschauen könne und sich dann auskennen würde. Geplant sei gewesen, eine 
Woche in Deutschland zu bleiben (pag. 290 Z. 1045 ff.). Obwohl sie den Beschul-
digten süss fand und trotz der Schwärmerei für ihn (vgl. pag. 214) ist nirgends er-
sichtlich, dass sie tatsächlich eine Liebesbeziehung mit diesem eingehen wollte, 
geschweige denn, sofort irgendwelche Sexualkontakte zu diesem wünschte (vgl. 
pag. 193 f.). Gegenüber «W.________» gab sie an, sie wolle noch nicht mit dem 
Beschuldigten zusammenziehen (pag. 214; pag 209 [Discord-Nachricht vom 8. De-
zember 2021, 20:18 Uhr, auffindbar unter: D.________ Onlinedaten_Bericht Online 
Daten_chats_Discord_chat-5]). Auch im von K.________ zu den Akten gereichten 
Discord-Chat verneint sie die Liebesbeziehung vehement (vgl. pag. 697 [Datei: 
«Thema A.________ und D.________ 15,02.22 (1080p).mp4»]). Es ist davon aus-
zugehen, dass sie diesbezüglich durch den Beschuldigten massiv überrumpelt 
wurde und mit seinen sexuellen Avancen überfordert war (vgl. auch die Aussagen 
von S.________ [pag. 340 Z. 70 f.], dem Vater der Privatklägerin [pag. 353 Z. 170] 
und der Grossmutter des Beschuldigten [pag. 371]). Demgegenüber war der Be-
schuldigte sehr verliebt in die Privatklägerin und äusserte dies auch ständig (vgl. 
Sprachnachrichten vom 8. Dezember 2021 17-mal «ich liebe dich» bzw. 10. De-
zember 2021 fünfmal «ich liebe dich» [pag. 193 f.]) und geht offenbar auch heute 
noch davon aus, dass er beim Abholen der Privatklägerin in I.________ eine Lie-
besbeziehung mit ihr eingegangen sei (pag. 436 Z. 37 ff.; pag. 440 Z. 251 f.; vgl. 
auch pag. 1537 Z. 24 und pag. 1543 Z. 38 ff.). Insofern ging sie wohl nicht in der 

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Erwartung, mit dem Beschuldigten intim zu werden, nach F.________, sondern 
hatte andere Beweggründe.

Zusammen mit der Vorinstanz (pag. 1366, S. 76 der vorinstanzlichen Urteilsbe-
gründung) ist festzuhalten, dass in den Aussagen der Privatklägerin eine Vielzahl 
von Realkennzeichen zu finden ist, auch wenn sie sich als Opfer sicherlich nicht 
immer so verhalten hat, wie dies objektiv erwartet werden würde. Insbesondere der 
Verbleib in der Wohnung des Beschuldigten, obwohl sie während seiner arbeitsbe-
dingten Abwesenheiten hätte flüchten können, wirft auf den ersten Blick Fragen 
auf. Es ist jedoch notorisch, dass sich Opfer häufig nicht logisch verhalten, was bei 
einem Opfer wie dem vorliegenden (mit psychischer Angeschlagenheit und gerin-
gem Selbstwertgefühl, welches das erste Mal im Ausland ist und über wenig Geld 
verfügt) nicht abwegig erscheint. 

Schliesslich sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, weshalb die Privatklägerin den 
Beschuldigten zu Unrecht hätte belasten sollen. Ausser den sexuellen Übergriffen 
scheint nichts vorgefallen zu sein, was die Privatklägerin dazu hätte führen können, 
eine Anzeige zu erstatten und eine derart grosse Angst vor dem Beschuldigten an 
den Tag zu legen.

Insgesamt sind die Ausführungen der Privatklägerin damit als glaubhaft einzustufen 
und es kann vollumfänglich darauf abgestellt werden.

b) Aussagen des Beschuldigten

Im Gegensatz zu den Aussagen der Privatklägerin sind diejenigen des Beschuldig-
ten nur wenig glaubhaft. Zwar erscheinen seine Aussagen zum Rahmengeschehen 
nicht per se als falsch, zum Kerngeschehen finden sich jedoch diverse Anhalts-
punkte, welche seine Aussagen als unglaubhaft erscheinen lassen.

Auffallend ist vorab, dass er ausschweifende Aussagen zu Belanglosem macht. So 
bspw. wenn er erzählt, wie er die Privatklägerin am letzten Tag an den Bahnhof 
brachte (pag. 437 Z. 72 ff.), wie der PCR-Test in F.________ zuerst nicht funktio-
niert habe (pag. 439 Z. 187 ff.) oder was die Privatklägerin und er am ersten Tag in 
F.________ alles gemacht haben (pag. 441 Z. 273 ff.). Oftmals gibt der Beschul-
digte ausweichende Antworten oder gar keine Antworten auf die gestellten Fragen 
zum Kerngeschehen. Als Beispiel sind hier die Aussagen auf pag. 449 Z. 666 ff. 
zum versuchten Geschlechtsverkehr unter der Dusche zu nennen, als er angab, 
dass er nach dem Sex immer duschen gehe und er sie gefragt habe, ob sie auch 
duschen komme. Weiter wirft auch die Antwort auf den Vorhalt, wonach er ihr unter 
der Dusche die Brüste massiert habe, welchen er mit unnötig ausschweifenden 
Ausführungen zur unter der Dusche verwendeten Duschbrause beantwortet, ohne 
auch nur ansatzweise auf den Vorhalt einzugehen, Fragen auf (vgl. pag. 449 
Z. 686 ff.). Zur Art der sexuellen Kontakte gibt sich der Beschuldigte in seiner Er-
steinvernahme demgegenüber eher wortkarg. So beschrieb er bspw. in Bezug auf 
den ersten Geschlechtsverkehr einzig, sie habe «den ersten Step» gemacht und 
damit die Initiative ergriffen (pag. 441 Z. 304). Einzelheiten zum vollzogenen Ge-
schlechtsverkehr lässt er zu Beginn vollständig weg. Am Folgetag habe sie ihm 
dann gesagt, er solle vorsichtig sein, da sie kaum noch gehen könne (pag. 442 
Z. 335). Diese Auslassungen muten für den ansonsten wortfreudigen Beschuldig-

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ten eher speziell oder eben taktisch an. Weiter auffällig ist, dass der Beschuldigte 
beim Beschrieb des Oralverkehrs stark betonte, die Arme hinter dem Kopf gehabt 
zu haben (pag. 442 Z. 340 f.). Diese Betonung fiel denn auch schon dem einver-
nehmenden Polizisten auf (vgl. pag. 442 Z. 352 f.) und klingt eher nach einer 
Schutzbehauptung als nach einer realistischen Szene.

Weiter macht der Beschuldigte widersprüchliche Aussagen zum Kernthema. Einer-
seits soll die Privatklägerin ihm gesagt haben, er solle vorsichtig sein, weil sie seit 
fünf Jahren keine sexuellen Kontakte mehr hatte (pag. 442 Z. 322 f.; pag. 448 
Z. 650 ff.), andererseits soll sie immer die Initiative ergriffen haben, insbesondere 
den «ersten Step» gemacht und ihm gesagt haben, er dürfe noch härter, sodass 
sie danach kaum mehr gehen konnte (pag. 449 Z. 667 f., Z. 677 f. und Z. 683 f.; 
pag. 454 Z. 907 f.). Sie habe gesagt: «härter, härter, härter» (pag. 454 Z. 909). 
Weiter habe er die Privatklägerin drei Tage lang kaum anfassen resp. wenn über-
haupt ihr nur Küsschen geben dürfen, und dann soll er urplötzlich harten Sex mit 
ihr haben dürfen (vgl. pag. 481 Z. 515 ff.). Dieser Sinneswandel ist nicht nachvoll-
ziehbar und lässt sich mit dem Wesen der Privatklägerin, welche eher vorsichtig ist, 
lange braucht, um sich auf jemanden einzulassen, und gemäss eigenen Aussagen 
des Beschuldigten Mühe mit Nähe hat, nicht in Übereinstimmung bringen. Ein wei-
teres Bespiel ist darin ersichtlich, dass sich die Privatklägerin mit dem Oralverkehr 
angeblich Zeit lassen wollte (pag. 442 Z. 322). Trotzdem soll sie dann den Oralver-
kehr innert kürzester Frist von sich aus vorgeschlagen haben (pag. 442 Z. 338 f.) 
und sich darüber hinaus bereit erklärt haben, das Sperma des Beschuldigten zu 
schlucken (pag. 443 Z. 381 f.). Auch ein solches Verhalten lässt sich kaum mit dem 
Wesen der Privatklägerin vereinbaren.

Als sehr auffällig erscheint der Kammer zudem die übermässige Beteuerung des 
Beschuldigten, dass er die Privatklägerin immer gefragt habe, bevor er etwas 
Sexuelles gemacht habe (vgl. pag. 452 Z. 844 ff. und pag. 461 Z. 72). Anlässlich 
der vorinstanzlichen Verhandlung gab er an, er habe sie zuallererst natürlich ge-
fragt und sie hätten sich vor dem ersten sexuellen Kontakt darüber unterhalten 
(pag. 1086 Z. 39 f.). Sie hätten darüber gesprochen, wie man sich den sexuellen 
Kontakt vorstelle, worauf er und sie achten sollten. Damit man sich einpendle. Sie 
hätten sich dann auf das Codewort «Veto» geeinigt (pag. 1087 Z. 4 ff.). Auch beim 
zweiten Geschlechtsverkehr will er sie gefragt haben, ob sie nochmals Sex haben 
wollen, und sie habe dies bejaht. «Dann halt wieder, welche Stellung sie möchte, 
sie sagte so und so. Dann sagte sie, dass ich vorsichtig sein solle. Dass ich sie zu-
erst mit den Fingern» (pag. 484 Z. 669 ff.). Diese Äusserungen muten insbesonde-
re vor dem Hintergrund, dass die Privatklägerin zu Beginn sehr unsicher gewesen 
sei und er ihr am Anfang nicht einmal habe Küsschen geben dürfen, sie dann aber 
gleich harten Geschlechtsverkehr wollte und aufgrund der Schmerzen kaum noch 
gehen konnte, als realitätsfremd an. Zudem ist fraglich, weshalb es ein Codewort 
gebraucht hätte, wenn ihm doch die Privatklägerin von Anfang an gesagt habe, 
dass sie überhaupt keinen BDSM möge (vgl. pag. 442 Z. 324). Im Übrigen erachtet 
es die Kammer als kaum nachvollziehbar, dass der Beschuldigte und die Privatklä-
gerin – welche gemäss Darstellung des Beschuldigten frisch verliebt und erst seit 
wenigen Tagen in einer Beziehung waren – ihre ersten sexuellen Kontakte derart 
Schritt für Schritt durchgehen und vorbesprechen würden. Ist der sexuelle Kontakt 

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von beiden Seiten gewünscht, ergibt sich dieser im Normalfall vielmehr auf natürli-
che Art und Weise und bedarf keiner langfädigen Diskussionen über die weitere 
Vorgehensweise. Und wäre ein derart strukturiertes Vorgehen tatsächlich selbst-
verständlicher Bestandteil ihrer Intimität gewesen, hätten sie sich am letzten ge-
meinsamen Tag vor der Abreise der Privatklägerin kaum wegen eines Dönerpa-
piers die Stimmung abrupt ruinieren lassen.

Letztlich kann dem Beschuldigten denn auch nicht gefolgt werden, wenn er es 
zunächst so darzustellen versucht, als wäre es ihm nur um die Wünsche resp. Be-
friedigung der Privatklägerin gegangen, während er seine eigenen Bedürfnisse hin-
tenangestellt haben will. Dieser Darstellung widerspricht, dass er sich einmal «mit 
der Hand selbst Druck abgelassen» hat, als die Privatklägerin lediglich 2.5 Meter 
von ihm entfernt war (vgl. pag. 446 Z. 546 f.), und er sie – nachdem sie seine Frage 
nach einem weiteren Geschlechtsverkehr aufgrund Schmerzen verneinte – fragte, 
ob wenigstens er seinen Spass kriegen könne, woraufhin es zum ersten Oralver-
kehr gekommen sein soll (pag. 453 Z. 867 ff.). Passend zu diesem Verhalten kon-
sultierte der Beschuldigte während des Aufenthaltes der Privatklägerin bei ihm in 
Deutschland mehrere Internetseiten mit Pornografie (vgl. pag. 217). Auch wenn es 
sich dabei zwar um legale Pornografie handelt, kann daraus geschlossen werden, 
dass dem Beschuldigten die Sexualkontakte mit der Privatklägerin nicht genügten. 
Wäre die Privatklägerin mit den sexuellen Handlungen tatsächlich einverstanden 
gewesen und hätte sie den sexuellen Kontakt mit dem Beschuldigten auch tatsäch-
lich gesucht – wie er dies schildert –, so wäre das zusätzliche Konsumieren von 
Pornografie in ihrer Anwesenheit wohl kaum noch nötig gewesen. Das vom Be-
schuldigten gezeigte Verhalten lässt eher auf eine einseitige Zurückweisung und 
einen nicht vollends befriedigten Sexualtrieb schliessen.

Insgesamt finden sich in den Aussagen des Beschuldigten eine Vielzahl von Wi-
dersprüchlichkeiten und Schutzbehauptungen. Auch lässt sein ausschweifendes 
Aussageverhalten zu Belanglosem bei gleichzeitiger Wortkargheit bezüglich der 
Kernpunkte nicht auf glaubhafte Aussagen zum Kernsachverhalt schliessen. Inso-
fern kann auf seine Aussagen, welche sich im Übrigen nicht mit den objektiven 
Beweismitteln bzw. der bei der Privatklägerin festgestellten Angst in Einklang brin-
gen lassen, nicht abgestellt werden.

c) Aussagen weiterer Personen

Die weiteren Personen, welche im Verfahren einvernommen wurden, können keine 
Angaben zum Kernsachverhalt machen, zumal sie bei den Tathandlungen nicht vor 
Ort w