# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 83557d9a-2dcc-5929-8684-11f5f5591c57
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 11.03.2014 SB130376
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130376_2014-03-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB130376-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, Oberrichterin lic. iur.  

L. Chitvanni und Oberrichter Ch. Prinz sowie Gerichtsschreiberin  

lic. iur. C. Baumgartner 

 

Urteil vom 11. März 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigte und Berufungsklägerin 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. H.-J. Müller,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend  

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 1. Abteilung, vom  
23. April 2013 (DG120332) 

-   2   - 

 
 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 2. Oktober 

2012 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 21). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 54) 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte ist schuldig der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel 

gesetz im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 3 - 6 aBetmG in Verbindung mit Art. 19 

Ziff. 2 lit. a aBetmG. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 4 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wovon 492 Tage 

durch Haft erstanden sind. 

 Es wird davon Vormerk genommen, dass sich die Beschuldigte seit 26. Juli 2012 im 

vorzeitigen Strafvollzug befindet.  

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 5. April 2011 

beschlagnahmte Barschaft von Fr. 220.– wird zur Deckung der Verfahrenskosten 

verwendet.  

5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

-   3   - 

Fr. 4'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr.         Kosten der Kantonspolizei 

Fr. 5'000.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 3'089.30   Auslagen Untersuchung 

Fr. 20'462.50   amtliche Verteidigung durch RA X2._____ 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden der Beschuldigten auferlegt. 

 Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen.  

7. (Mitteilungen) 

8. (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung der Beschuldigten (Urk. 66): 

1. Die Beschuldigte sei in Abänderung von Dispositivziffer 1 des ange- 

fochtenen Urteils vollumfänglich freizusprechen. 

2. Die beschlagnahmte Barschaft von CHF 220.00 sei in Abänderung von  

Dispositivziffer 4 des angefochtenen Urteils der Beschuldigten wieder aus-

zuhändigen. 

3. Der Beschuldigten sei für die lange Dauer der Untersuchungs- und Sicher-

heitshaft sowie für den vorzeitigen Strafvollzug (= 22.03.2011-03.03.2014 / 

1077 Tage) eine Genugtuung von CHF 150'000.00 zuzusprechen. 

4. Die Kosten des Verfahrens seien in Abänderung von Dispositivziffer 6 des 

angefochtenen Urteils vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen. 

Eventualantrag: 

-   4   - 

Bei einer Verurteilung gemäss Dispositivziffer 1 des angefochtenen Urteils 

sei unter Anrechnung der Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie  

des vorzeitigen Strafvollzugs (1077 Tage) eine Freiheitsstrafe von maximal  

3 ½ Jahren auszufällen. 

b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 61): 

(schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Umfang der Berufung 

1. Verfahrensgang 

1.1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil vom 23. April 2013 

sprach das Bezirksgericht Zürich, 1. Abteilung, die Beschuldigte der 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 

Abs. 3-6 aBetmG in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 2 lit. a aBetmG schuldig und 

bestrafte sie mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren, unter 

Anrechnung von 492 Tagen erstandener Haft, wobei sie davon Vormerk nahm, 

dass sich die Beschuldigte seit dem 26. Juli 2012 im vorzeitigen Strafvollzug 

befindet (Dispositiv-Ziffern 1 und 2). Weiter beschloss die Vorinstanz, die 

beschlagnahmte Barschaft von Fr. 220.-- zur Deckung der Verfahrenskosten zu 

verwenden (Dispositiv-Ziffer 4). Die Kosten der Untersuchung und des 

gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigung, 

auferlegte sie der Beschuldigten, wobei sie diejenigen der amtlichen Verteidigung 

auf die Gerichtskasse nahm (Dispositiv-Ziffer 5 und 6). 

1.2. Mit undatierter Eingabe (Poststempel: 29. April 2013) meldete die 

(damalige) Verteidigung Berufung an (vgl. Urk. 37). Die neu zugezogene 

-   5   - 

Verteidigung (vgl. Urk. 38, 39 und 41) erstattete mit Eingabe vom 19. August 2013 

die Berufungserklärung. Darin hielt sie fest, die Berufung werde nicht beschränkt, 

wobei sie präzisierte, das erstinstanzliche Urteil gelte bezüglich der 

Dispositivziffern 1 - 4 und 6 als vollumfänglich angefochten. Konkret beantragte 

sie einen Freispruch, die Freigabe der beschlagnahmten Barschaft von Fr. 220.--, 

die Übernahme der Verfahrenskosten auf die Staatskasse und die Zusprechung 

einer angemessenen Genugtuung für die erlittene Haft (vgl. Urk. 55). 

Beweisanträge wurden in der Berufungserklärung keine gestellt. 

1.3. Die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich verzichtete mit Eingabe vom 

26. September 2013 auf Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung des 

vorinstanzlichen Urteils (vgl. Urk. 50). Auf die Stellung von Beweisanträgen 

verzichtete sie ausdrücklich. Weiter erklärte sie, dass sie sich am weiteren 

Verfahren nicht aktiv beteiligen werde (vgl. Urk. 61).  

1.4. In der Folge wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung vorgeladen 

(vgl. Urk. 63). Diese fand am 3. März 2014 in Anwesenheit der Beschuldigten und 

ihrer Verteidigung statt. 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Gestützt auf die oben zitierte Berufungserklärung ist die Kostenfestsetzung 

gemäss Dispositiv-Ziffer 5 nicht angefochten und damit in Rechtskraft erwachsen, 

was vorweg festzustellen ist (Prot. II S. 4).  

2.2. Im Übrigen sind die weiteren Punkte des vorinstanzlichen Urteils ange- 

fochten und stehen daher zur Disposition.  

 

-   6   - 

II. Prozessuales 

1. Anwendbares Prozessrecht 

1.1. Seit dem 1. Januar 2011 steht die Schweizerische Strafprozessordnung 

vom 5. Oktober 2007 (StPO) in Kraft. Die in der Anklage aufgeführte 

Vorgeschichte hatte ihren Anfang mit einer Reise des Mittäters B._____ 

(nachfolgend B'._____) in die Dominikanische Republik zwecks beabsichtigter 

Übernahme von einem halben bis einem Kilogramm Kokain, welche im Dezember 

2010 stattfand. Diese Reise betrifft indessen klarerweise allein den 

Mitbeschuldigten B'._____, sie tangiert die Beschuldigte somit nicht. Alle übrigen 

hier gemäss Anklage zur Diskussion stehenden Handlungen ereigneten sich im 

Jahre 2011. Damit ist das neue Prozessrecht (StPO) anwendbar.  

2. Einwände der Verteidigung 

2.1. Die Verteidigung erhob im Berufungsverfahren diverse prozessuale 

Einwände (Urk. 66). Hierzu ist vorab festzuhalten, dass sich die urteilende Instanz 

nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes ein-

zelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (vgl. Entscheid des Bundes- 

gerichtes 1P.378/2001 vom 9. September 2001, E. 5.1). Die Berufungsinstanz 

kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken.  

2.2. Vorab rügte die Verteidigung, zwischen der Anklage der Beschuldigten und 

derjenigen des Mittäters B'._____ bestünde eine willkürliche, aber zentrale 

Differenz trotz exakt gleichem Anklagesachverhalt. Die Beschuldigte sei wegen 

Anstalten Treffens zum Kauf von Drogen im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 5 

aBetmG angeklagt worden, wohingegen in der Anklage des Mittäters B'._____ 

kein Wort von  

Anstalten treffen zum Kauf stehe (Urk. 66 S. 2). Dieser Einwand ist nicht 

aufzunehmen. Die mit der vorliegenden Anklage gegen die Beschuldigte 

erhobenen Vorwürfe werden im Rahmen der Sachverhaltsüberstellung zu 

überprüfen sein. Soweit die Anklage ungerechtfertigte Vorwürfe enthält, wird es 

zu keinem Schuldspruch gegen die Beschuldigte kommen. Soweit die Anklage 

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gegen den Mittäter B'._____, welcher Prozess unabhängig vom vorliegenden 

geführt wird, unvollständig geblieben ist und sich dies auch tatsächlich zugunsten 

des Mittäters B'._____ auszuwirken vermag, so stellte das Bundesgericht bereits 

in anderem Zusammenhang fest, dass es keinen Anspruch auf 

"Gleichbehandlung im Unrecht" gibt (BGE 135 IV 191). Es erschiene auch 

vorliegend als unbillig, einen Anklagevorwurf einzig gestützt auf das formale 

Argument fallen zu lassen, dass die Anklage gegen den Mittäter B'._____ nicht 

vollständig identisch formuliert ist. 

2.3. Die Verteidigung rügte weiter einen mangelhaften Tatvorhalt bei den 

Einvernahmen der Beschuldigten (vgl. Urk. 66 S. 3 ff).  

2.3.1. Wie die Verteidigung selber festhielt, ist die Beschuldigte zu Beginn der 

Einvernahme darauf hinzuweisen, welche Straftaten Gegenstand des Verfahrens 

bilden (vgl. Art. 158 Abs. 1 lit. a StPO). Dies wurde, nachdem die Einvernahme 

unter Beizug eines Übersetzers statt fand, der Beschuldigten unverzüglich eine 

Verteidigung beigegeben wurde und sie korrekt über ihre Rechte und Pflichten 

belehrt worden war (vgl. Urk. 3/1; vgl. Art. 158 Abs. 1 lit. a-d StPO, Art. 143 StPO) 

sowohl in der ersten (Urk. 3/1), als auch in der Hafteinvernahme (vgl. Urk. 3/2)  

- wie die Zitate aus den Einvernahmen zeigen, die die Verteidigung in ihrem  

Plädoyer aufführt (vgl. Urk. 66 S. 4) -, getan. Inwiefern der Gegenstand des 

Strafverfahrens in den ersten zwei Einvernahmen "in keiner Weise konkretisiert" 

oder aber "ungenügend" gewesen sein soll, ist daher nicht ersichtlich. Die 

Verteidigung übersieht offenbar, dass der im Anfangsstadium der Untersuchung 

gemachte Vorwurf zwangsläufig nicht demjenigen entsprechen kann, der sich 

nach abgeschlossener Untersuchung ergibt, denn es ist gerade die Aufgabe der 

Unter- 

suchung, den genauen Wortlaut des Vorwurfs abzuklären. Die Beschuldigte  

wurde im Laufe der Untersuchung zusätzlich diverse Male einvernommen (vgl. 

Urk. 3/3 bis 3/7), wobei sie laufend mit den Vorwürfen konfrontiert wurde. In der 

Schlusseinvernahme - dies konzediert immerhin auch die Verteidigung (vgl. 

Urk. 66 S. 5) - wurde ihr der Anklagetext vorgehalten, wozu sie Stellung nehmen 

konnte, was sie auch tat (vgl. Urk. 3/8). Damit erweist sich die Durchführung des 

-   8   - 

Vorverfahrens als gesetzeskonform. Weshalb dabei das Gehörsrecht, das  

Fairnessgebot und das Recht auf Verteidigung verletzt worden sein soll, ist nicht 

ersichtlich. Die diesbezüglichen Rügen der Verteidigung sind daher unbegründet. 

2.4. Die Verteidigung rügte die Missachtung des Teilnahmerechts bei den 

Einvernahmen von Mitbeschuldigten (vgl. Urk. 66 S. 5) 

2.4.1. Die Verteidigung führte aus, die Mitbeschuldigten B'._____ und C._____ 

seien zahlreiche Male von der Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft, also 

delegiert, einvernommen worden. Prozessrechtswidrig sei der Beschuldigten in 

keiner einzigen dieser Einvernahmen ein Teilnahmerecht gewährt worden, 

weswegen die Aussagen dieser Mitbeschuldigten zum Nachteile der 

Beschuldigten nicht  

verwertbar seien (vgl. Urk. 66 S. 5). Die Verteidigung berief sich diesbezüglich 

insbesondere auf die Entscheide des Bundesgerichtes 1B_404/2012 E. 2.1 und 

BGE 139 IV 25 E. 4 f., 5.4.3). 

2.4.2. Das Bundesgericht hatte im Entscheid BGE 139 IV 25 erwogen, dass u.a. 

Art. 146 StPO die allgemeinen Modalitäten der strafprozessualen Einvernahmen 

regelt, dass sich dem Wortlaut von Art. 146 Abs. 1 StPO indessen nicht ent- 

nehmen lässt, dass die Parteien zu den getrennten Einzeleinvernahmen nicht  

zuzulassen seien. Denn die Teilnahmerechte der Parteien würden in den Art. 147 

- 148 StPO separat geregelt. (vgl. E. 4.1.). So statuiere Art. 147 Abs. 1 Satz 1 

StPO den Grundsatz der Parteiöffentlichkeit der Beweiserhebungen im Unter-

suchungs- und Hauptverfahren und bestimme, dass die Parteien das Recht  

hätten, bei Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte  

anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu stellen, welches 

spezifische Teilnahme- und Mitwirkungsrecht aus dem Anspruch auf rechtliches 

Gehör fliesse. Dieses Recht könne nur unter den gesetzlichen Voraussetzungen 

(vgl. Art. 108, Art. 146 Abs. 4 und Art. 149 Abs. 2 lit. b StPO; s. auch Art. 101  

Abs. 1 StPO) eingeschränkt werden (vgl. E. 4.2. unter Hinweis auf Botschaft 

StPO, S. 1187). Das Bundesgericht gelangte in der Folge unter Hinweis auf die 

überwiegende Literatur und auf die Gesetzesmaterialien zum Schluss, dass der  

-   9   - 

gesetzliche Anspruch eines Beschuldigten auf Teilnahme an Beweiserhebungen 

auch für die Einvernahme von Mitbeschuldigten gilt (vgl. E. 5).  

2.4.2.1. Vorweg ist festzuhalten, dass auch gemäss dem zitierten Bundesgerichts-

entscheid die Beweiserhebung primär der Wahrheitsfindung im Strafprozess und 

nicht alleine der Wahrnehmung des rechtlichen Gehörs der Parteien dient. Mit der 

neuen Strafprozessordnung sind die Parteirechte zwar gestärkt worden, zur 

Durchsetzung der Wahrheitsfindung sind jedoch gewisse Korrekturmechanismen 

vorgesehen, so unter anderem Ausnahmen von der Parteiöffentlichkeit (BGE 139 

IV 25 E. 5.4.1). Die Anwesenheit sämtlicher Mitbeschuldigter in allen Ein-

vernahmen erscheint bei realistischer Betrachtung der Wahrheitsfindung nicht 

zuträglich. Auch aus praktischen Gründen ist es unmöglich, sämtliche möglichen 

Parteien zu einer Befragung zuzulassen: Gerade in umfangreichen 

Untersuchungen mit einem grossen Kreis von Verdächtigen ist in einem frühen 

Verfahrensstadium oft noch gar nicht abschliessend zu beurteilen, welche 

weiteren Personen überhaupt als Beschuldigte zu befragen sind.  

2.4.2.2. Gerade in Fällen, in denen ein Beschuldigter neben sich selbst auch  

mehrere weitere Personen belastet, ist bei den ersten Einvernahmen sodann 

nicht abschätzbar, was genau jeweils zur Sprache kommen wird und es ist in der 

Praxis auch nicht möglich, proaktiv sämtliche möglichen Beteiligten vorzuladen. 

Zu berücksichtigen ist zudem, dass es bei den Befragungen eines Beschuldigten 

in erster Linie um das Beweisverfahren gegen ihn geht und nicht um jenes gegen 

weitere Beschuldigte. Weiter zeigt sich vielfach, dass die Vorwürfe gegen  

verschiedene Beschuldigte selten deckungsgleich sind, sondern dass sich diese 

nur teilweise gegen mehrere richten und im Übrigen nur einzelne Beschuldigte 

betreffen.  

2.4.2.3. Das Bundesgericht wies in seinem Entscheid darauf hin, was 

Ergänzungsfragen von Mitbeschuldigten an parteiöffentlichen Einvernahmen be-

treffe, schreibe Art. 147 Abs. 1 Satz 1 StPO nicht vor, in welchem Zeitpunkt das 

zusätzliche Recht, Fragen an den Erstbefragten zu stellen, zu gewährleisten sei, 

denn wann das Fragerecht ausgeübt werden dürfe, bestimme die Verfahrenslei-

tung. Während es bei Einvernahmen von Zeugen und bei Konfrontationseinver-

-   10   - 

nahmen - so das Bundesgericht weiter - unproblematisch erscheine, wenn die  

Ergänzungsfragen sofort nach der Einvernahme gestellt würden, sei bei der  

parteiöffentlichen Einzelbefragung von Mitbeschuldigten (Art. 147 Abs. 1 StPO) 

nach Massgabe der jeweiligen Verhältnisse des Einzelfalls "in sachgerechter 

Weise" vorzugehen (vgl. BGE 139 IV 25 E. 5.4.1 und 5.4.2). Damit scheint das 

Bundesgericht es als zulässig zu erachten, bei parteiöffentlichen 

Einzelbefragungen das Stellen von Ergänzungsfragen zu unterbinden. Damit 

reduziert sich aber das vom Bundesgericht statuierte Recht auf Teilnahme an der 

Einzelbefragung von Mitbeschuldigten hauptsächlich auf eine Kontrolle der 

Vorgehensweise der verfahrensleitenden Staatsanwaltschaft, welche Sorge dafür 

zu tragen hat,  

dass in Anwesenheit von Parteien und Parteivertretern keine unzulässigen Be-

einflussungen oder Absprachen erfolgen (vgl. Art. 16 Abs. 2 i.V. m. Art. 63,  

Art. 142 Abs. 1, Art. 143 Abs. 5 und Art. 311 Abs. 1 StPO).  

2.4.2.4. Dies alles berücksichtigt, erscheint es zur Wahrung der Parteireichte  

daher als ausreichend, spätestens am Schluss der Untersuchung eine Konfronta-

tionseinvernahme mit Einräumung eines Ergänzungsfragerechtes durchzuführen. 

2.4.3. Im vorliegenden Verfahren waren der von der ersten Einvernahme an stets 

durch ihre damalige Verteidigung anwaltlich vertretenen Beschuldigten bereits 

Monate vor der Konfrontationseinvernahme vom 25. April 2012 (B'._____, vgl. 

Urk. 4/9) bzw. vom 9. Juli 2012 (C._____, vgl. Urk. 5/12) wiederholt wesentliche 

sie belastende Aussagen der Mitbeschuldigten B'._____ und C._____ 

vorgehalten worden (vgl. Urk. 3/4 S. 2 ff., Urk. 3/5 S. 2 ff., Urk. 3/6 S. 4 ff. und 3/7 

S. 2 ff.). Darüber hinaus wurde ihr bereits Ende November 2011 ein umfassender 

Bericht über die polizeilichen Ermittlungserkenntnisse zugestellt, was sie selber 

bestätigte (vgl. Urk. 16/10 und Urk. 3/7 S. 2). Der Beschuldigten und ihrem 

damaligen Verteidiger war demnach in mehreren eigenen Befragungen zur 

Kenntnis gebracht worden, dass sowohl B'._____ als auch C._____ zu ihrer Rolle 

im Zusammenhang mit dem Tatvorwurf abweichende Standpunkte einnahmen. 

Konkret war für die Beschuldigte und die Verteidigung schon ab Mitte 2011 (Urk. 

3/4) und damit während eines grossen Teils des Vorverfahrens unverkennbar, 

-   11   - 

dass die Aussageinhalte der Mitbeschuldigten B'._____ und C._____ nicht mit 

jenen der Beschuldigten korrespondierten, sondern dass – im Gegenteil – 

B'._____ und C._____ die Beschuldigte (ebenso wie sich selbst) massiv 

belasteten.  

2.4.3. Darüber hinaus lagen der Beschuldigten spätestens anlässlich des Verfah-

rens um Verlängerung der Untersuchungshaft, welches am 20. September 2011 

eingeleitet wurde (vgl. Urk. 17/9) die belastenden Einvernahmen von B'._____ 

vom 23. August 2011 (vgl. Urk. 4/4) bzw. jene von C._____ vom 1. September 

2011 (vgl. Urk. 4/5) vor (vgl. Urk. 17/9 S. 2 und 3) vor. Vor den 

Konfrontationseinvernahmen hatte sie von den übrigen Einvernahmen von 

B'._____ und C._____ Kenntnis, was den übrigen Verhaftsakten entnommen 

werden kann (vgl. Haftkaten). Anlässlich der Konfrontationseinvernahmen mit 

B'._____ und C._____ nahm der Staatsanwalt mehrfach konkret auf die in den 

vorhergehenden Befragungen gemachten Aussagen Bezug (vgl. B'._____: Urk. 

4/9 S. 10 ff.; C._____: Urk. 5/12 S.4 ff.). Die Beschuldigte und ihre Verteidigung 

hatten jedenfalls noch vor Beginn der Konfrontationseinvernahmen Kenntnis 

erlangt über die früheren Aussagen der Mitbeschuldigten B'._____ und C._____. 

Die Beschuldigte war daher in der Lage, ihre Verteidigungsrechte, insbesondere 

ihr in der StPO, BV und EMRK vorge-sehenes Recht auf Ergänzungsfragen 

wirksam ausüben zu können. Namentlich war sie imstande, auf allfällige 

Widersprüche in den Aussagen der Mitbeschuldigten hinzuweisen und sie zu 

diesbezüglicher Klärung aufzufordern (ZR 102 Nr. 10 E. 1c). Folglich ist der 

Beschuldigten bzw. deren Verteidigung angemessene und hinreichende 

Gelegenheit gewährt worden, im Interesse einer sinnvollen und effektiven 

Verteidigung sowie Ausübung des Rechts auf Stellung von Ergänzungsfragen 

zwecks Eruierung von eventuellen Widersprüchen zu früheren Aussagen, 

entsprechende Ergänzungsfragen zu stellen, wovon jedoch die Beschuldigte 

lediglich in der Einvernahme mit C._____ mit einer Frage und ansonsten keinen 

Gebrauch machte (Urk. 5/12 S. 14 und 4/9 S. 14). Auch die am Ende der 

Konfrontationseinvernahmen gebotene Option, noch etwas zu bemerken, blieb 

seitens der Beschuldigten ungenutzt (Urk. 4/9 S. 13 und 5/12 S. 13).  

-   12   - 

2.4.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auch wenn die Verhaftungen von 

B'._____, C._____ und der Beschuldigten (teilweise) aufgrund des vorliegend zu  

beurteilenden Sachverhalts erfolgten, angesichts der Mehrzahl mutmasslich  

tangierter Personen in unterschiedlichen Chargen Einzelbefragungen angezeigt 

waren. Die ersten zwei Einvernahmen der zunächst ungeständigen Mitbeschul-

digten B'._____ und C._____ drehten sich hauptsächlich um ihre Person und die  

Beziehung zu anderen Mitbeschuldigten (z.B. D._____, E._____; Vgl. Urk. 5/3 

und 5/4 sowie 4/3 und 4/4). Dabei wurden sie mit den Erkenntnissen aus den  

laufenden Überwachungsmassnahmen konfrontiert, welche sie oder aber andere 

mutmasslich in den Drogenhandel involvierte Personen betrafen. Es leuchtet ein, 

dass aus Gründen der Praktikabilität und auch der Effizienz sowie der unge- 

störten Wahrheitsfindung die Einvernahmen von B'._____ und C._____ nicht 

parteiöffentlich durchgeführt wurden und die Staatsanwaltschaft den 

Teilnahmerechten der Beschuldigten anderweitig, wie oben dargelegt, 

Nachachtung verschaffte,  

woraus auch keine prozessuale Schlechterstellung der Beschuldigten resultierte. 

Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft im vorliegenden Fall, wonach vor den  

Konfrontationseinvernahmen mit B'._____ und C._____ (lediglich) 

Einzelbefragungen durchgeführt wurden, erscheint daher als angemessen und 

korrekt und die Parteirechte der Beschuldigten, namentlich auch die 

Teilnahmerechte bei  

Beweiserhebungen gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO, sind als gewährleistet zu  

betrachten. Den Parteirechten der Beschuldigten einschliesslich der 

Teilnahmerechte wurde insgesamt hinreichend und in sachgerechter Weise 

Beachtung  

geschenkt, auch indem der stets durch ihre Verteidigung begleiteten 

Beschuldigten in zahlreichen Einvernahmen die betreffenden Aussagen der 

Mitbeschuldigten B'._____ und C._____ zur Kenntnis und Stellungnahme 

unterbreitet wurden. In  

Anbetracht all dieser Umstände können sämtliche Einvernahmen der 

Mitbeschuldigten B'._____ und C._____ im vorliegenden Verfahren verwertet 

werden. 

-   13   - 

2.5. Die Verteidigung monierte weiter die fehlende Konfrontation mit  

„Belastungszeugen (vgl. Urk. 66 S. 6 Ziff. 3). Diese Rüge ist zutreffend. Weder 

D._____, noch E._____, noch F._____ wurden mit der Beschuldigten konfrontiert, 

so dass diese Aussagen nicht als Beweismittel zulasten der Beschuldigten 

verwendet werden dürfen (vgl. Art. 147 und 148 StPO; u.a. BGE 133 I 33 E. 3.1). 

Die Vorinstanz hielt dies im Übrigen bereits korrekt fest (vgl. Urk. 54 S. 44). 

Entgegen der Vorinstanz und in Übereinstimmung mit der Verteidigung (vgl. Urk. 

66 S. 28) können die Aussagen dieser Personen indessen nicht zu ihren Lasten 

als "Indizien" herangezogen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 

6B_183/2013 vom 10. Juni 2013, E. 1.3).  

2.5.1. Was die Telefonabhörprotokolle betrifft, so wurden diese – mit Ausnahme 

des Gesprächs von 22. Februar 2011 (vgl. Beilage zu Urk. HD 3/6) sowie der 

Gespräche vom 31. Januar 2011 (vgl. Beilagen zu Urk. HD 3/7) – der 

Beschuldigten nicht vorgehalten. Zutreffend hielt die Vorinstanz fest, dass diese 

damit nicht als Beweismittel verwertbar sind und zwar selbst wenn die 

Beschuldigte erklärte, dass sie darauf verzichte, dass ihr die entsprechenden 

Gespräche vorgespielt werden und sie keine Stellung dazu nehmen wolle (vgl. 

Urk. HD 3/8 S. 2; vgl. Vorinstanz Urk. 54 S. 43). Ergänzend ist beizufügen, dass 

daran auch die vorangegangene gleichlautende Erklärung der Verteidigung mit 

Schreiben vom 17. August 2012 (vgl. Urk. HD 16/24) nichts ändert. Sind diese 

Protokolle aus diesem Grund nicht als Beweismittel verwertbar, so dürfen sie 

auch nicht als "Indiz" - dies entgegen der Vorinstanz (vgl. Urk. 54 S. 43) und mit 

der Verteidigung (vgl. Urk. 66 S. 30) - zulasten der Beschuldigten herangezogen 

werden (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 6B_183/2013 vom 10. Juni 2013, E. 1.3). 

Zu den vorgehaltenen Telefonabhörprotokollen ist zudem – dies wiederum ent-

gegen der Vorinstanz (vgl. Urk. 54 S. 32) - zu erwähnen, dass die vom 

Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, mit Verfügung vom 4. Mai 2011 

genehmigten rückwirkenden Überwachungen Rufnummern betrafen, die nicht mit 

den in den entsprechenden TK-Protokollen aufgeführten übereinstimmen. Damit 

ist aber auch die Verwertbarkeit dieser Protokolle in Frage gestellt. Dies kann 

letztlich indessen offen gelassen werden, weil vorliegend auf diese Aufzeichnun-

gen - wie im Folgenden noch zu zeigen ist - nicht abgestellt wird.  

-   14   - 

2.6. Die Verteidigung rügte weiter die falsche Belehrung bei den 

Konfrontationseinvernahmen. Bei den Konfrontationseinvernahmen der Beschul-

digten mit den Mitbeschuldigten B'._____ und C._____ als Auskunftspersonen 

(vgl. Urk. 4/9 und 5/12) seien die befragten Personen zu Beginn aufgefordert 

worden, die Wahrheit zu sagen, welche Belehrung prozesswidrig sei und was die 

Nichtigkeit dieser Einvernahmen zur Folge habe (vgl. Urk. 66 S. 6).  

Die Verteidigung übersieht bei diesem Einwand, dass es sich beim bemängelten 

Wahrheitshinweis der Staatsanwaltschaft klarerweise nicht um eine Belehrung im 

Sinne einer Verpflichtung, sondern lediglich um einen Appell handelte, der im  

Übrigen im Zusammenhang mit dem nachfolgenden Hinweis auf die Strafbestim-

mungen von Art. 303 - 305 StGB stand (vgl. Urk. 4/9 S. 2 und 5/12 S. 2). Im  

Übrigen waren die einleitenden Belehrungen korrekt, nämlich dass die 

Beschuldigte ein Aussageverweigerungsrecht und keine Mitwirkungspflicht hatte 

und dass sowohl B'._____ als auch C._____ nicht zur Aussage verpflichtet waren.  

2.7. Sodann rügte die Verteidigung die mangelhafte Schlusseinvernahme. Dazu 

brachte sie vor, in der Schlusseinvernahme seien „prozessrechtswidrig“ keine 

Beweismittel erwähnt (vgl. Urk. 66 S. 7). 

Dazu ist zu erwähnen, dass Art. 317 StGB eine blosse Ordnungsvorschrift 

darstellt (Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. 

Auflage, Zürich 2013, Art. 317 N 3). Die Missachtung einer solchen Ordnungs- 

vorschrift hätte keine weiteren Folgen, insbesondere führte sie nicht zur 

Nichtigkeit der Schlusseinvernahme. Soweit der Verteidiger vorbringt, es hätten 

der  

Beschuldigten die Beweismittel erneut vorgehalten werden müssen, so ist dazu 

zu erwähnen, dass die Beschuldigte sowohl  in den erfolgten 

Konfrontationseinvernahmen, als auch anlässlich der vorangegangenen 

Befragungen mehrfach auf die Belastungen durch B'._____ und C._____ 

aufmerksam gemacht worden war.  

Eine diesbezügliche Wiederholung anlässlich der Schlusseinvernahme war damit 

nicht vonnöten. Auf das Vorbringen der Verteidigung ist somit nicht weiter 

einzugehen. 

-   15   - 

2.8. Die Verteidigung monierte sodann es liege eine unzureichende Anklage 

vor (Urk. 66 S. 7f.).  

2.8.1. Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO bestimmt basierend auf dem aus Verfassungs- 

und Konventionsrecht fliessenden Anklageprinzip, dass die einer beschuldigten 

Person vorgeworfenen Taten möglichst kurz aber genau, mit Beschreibung von 

Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung, zu bezeichnen sind. Zu  

schildern ist der historische Lebensvorgang, den das Gericht rechtlich zu  

würdigen hat. Das Anklageprinzip ist allerdings nicht Selbstzweck. Es dient nebst 

der Bestimmung des Prozessgegenstandes der Information der beschuldigten 

Person über die für Durchführung des Verfahrens und der Verteidigung 

notwendigen Umstände (BGE 133 IV 235 E. 6.2 f.). Unter dem Gesichtspunkt der 

Informationsfunktion des Anklageprinzips ist vor diesem Hintergrund 

massgebend, dass die beschuldigte Person genau weiss, was ihr angelastet wird, 

damit sie ihre  

Verteidigungsrechte angemessen ausüben kann. Ungenauigkeiten in den  

Angaben sind solange nicht von entscheidender Bedeutung, als für die 

beschuldigte Person keine Zweifel darüber bestehen können, welches Verhalten 

ihr vorgeworfen wird (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 6B_830/2008 vom 

27. Februar 2009 E. 2.3). 

2.8.2. Wenn die Verteidigung ausführt, aus der Anklage ergäbe sich nicht, ob die 

Beschuldigte die Vermittlung alleine oder zusammen mit B'._____ beging und 

falls Letzteres zuträfe, wer, was konkret gemacht habe (vgl. Urk. 66 S. 8), so 

übersieht sie, dass die Anklageschrift klar von Mittäterschaft ausgeht, wobei die 

Umschreibung im Ingress der Anklageschrift und im weiteren für die Beschuldigte 

massgebenden Text ab Ziffer 2 der Anklageschrift konkretisiert wird (vgl. 

Anklageschrift S. 2 und S. 4 oben). Genügend klar umschreibt die Anklageschrift 

die Vermittlung eines neuen Kokainlieferanten in der Dominikanischen Republik 

"(der sog. „G._____“)" (vgl. Ziff. 2 S. 3 der Anklageschrift), auf welchen dann im 

weiteren Text der Anklage mehrfach Bezug genommen wird (vgl. Anklage S. 4, 2. 

Absatz und 4. Absatz).  

-   16   - 

2.8.3. Die weitere Rüge, die Unbestimmtheit gelte auch für den Vorwurf, dass die 

Beschuldigte zuständig gewesen sei, einen Teilbetrag des Erlöses aus dem  

Kokainverkauf in Portugal an den Verkäufer G._____ weiterzuleiten, zumal nicht 

hervorgehe, welcher Betrag weiterzuleiten war, wer genau dieser G._____ sei 

und wann und wie diese Weiterleitung von Geld erfolgte (vgl. Urk. 66 S. 8) geht 

insofern an der Sache vorbei, als der Beschuldigten Anstalten treffen zu diesen 

noch vorzunehmenden Handlungen vorgeworfen wird.  

2.8.4. Zusammenfassend genügt die Anklage in allen Teilen als Grundlage für 

das vorliegende Strafverfahren. 

2.9. Sodann machte die Verteidigung eine mangelhafte Befragung bei der 

erstinstanzlichen Hauptverhandlung geltend (vgl. Urk. 66 S. 8 Ziff. 7). 

2.9.1. Unter Hinweis auf Art. 341 Abs. 3 StPO machte die Verteidigung geltend, 

die erfolgte Einvernahme der Beschuldigten durch die Vorinstanz erfülle die  

gesetzlichen Anforderungen eindeutig nicht. Die Befragung zur Sache umfasse 

weniger als eine halbe Seite und sei damit äusserst kurz und in keiner Weise  

eingehend, wie es vom Gesetz verlangt werde. Eine Befragung zur Anklage, zu 

den Vorwürfen und zum Untersuchungsergebnis sei gar nicht erfolgt. 

2.9.2. Es trifft zu, dass die Befragung der Beschuldigten zur Sache an der 

Hauptverhandlung äusserst knapp ausfiel. Immerhin bestätigte die Beschuldigte, 

sie habe seit der Untersuchung nichts Neues mehr zu sagen (vgl. Urk. 35 S. 4),  

womit nichts anderes als ihr Aussageverweigerungsrecht respektiert wurde, was 

selbstredend nicht falsch sein kann. Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde 

sie zudem eingehend zur Sache befragt, weswegen eine allfällige zu kurz  

geratene erstinstanzliche Befragung ohnehin geheilt worden wäre. Der dies-

bezügliche Einwand der Verteidigung ist daher ungerechtfertigt. 

2.10. Schliesslich monierte die Verteidigung fehlende Strafakten (vgl. Urk. 66  

S. 9 Ziff. 8).  

2.10.1. Konkret rügte die Verteidigung, bei den Mittätern B'._____ und C._____ 

fehlten die Schlusseinvernahmen und die Befragungen vor Gericht, beim Mittäter 

-   17   - 

C._____ die Anklage (vgl. Urk. 66 S. 10 Ziff. 8.2.). Mit Bezug auf den Mittäter 

D._____ seien nur drei Einvernahmeprotokolle in den Akten, weswegen davon 

ausgegangen werden müsse, dass die Akten diesbezüglich nicht vollständig 

seien. Diese Aktenbewirtschaftung der Strafbehörden sei willkürlich. So sei es 

etwa möglich, dass fehlende Einvernahmeprotokolle von Mittätern die 

Beschuldigte entlasten könnten. Damit seien die Gehörs- und Verteidigungsrechte 

der  

Beschuldigten verletzt worden. 

2.10.2. Vorab ist zu erwähnen, dass die Urteilsbegründung der Vorinstanz aus-

schliesslich  auf Erkenntnisse abstellt, die sich aus den vorliegenden Akten  

ergeben. Soweit der Verteidiger vermutet, es seien im Zusammenhang mit 

B'._____ und C._____ Akten erstellt worden, welche die Beschuldigte entlasten 

könnten bzw. die Strafbehörde habe willkürlich die entsprechenden Akten nicht in 

dieses Verfahren integriert, so hätte sie durchaus deren Beizug beantragen 

können.  

2.10.3. Was die vermeintlich fehlenden Protokolle der Aussagen des Mittäters 

D._____ betrifft, so führt die Verteidigung selber aus, dass er in Portugal lediglich 

in seinem eigenen Verfahren einvernommen wurde (vgl. Urk. 66 S. 11 zu den 

Beweisanträgen). Damit ist aber nicht ersichtlich, weshalb solche Protokolle 

 - sollten überhaupt solche vorhanden sein - in diesem Verfahren von Belang sein 

sollen. Ganz abgesehen davon, stellte die Verteidigung auch diesbezüglich  

keinen Beweisantrag.  

III. Beweisanträge 

1. Beweisantrag auf Einvernahme von Zeugen 

1.1. Die Verteidigung beantragte anlässlich der Berufungsverhandlung die  

Einvernahme der Zeugen D._____ und H._____. 

1.2. Dem Antrag auf Einvernahme dieser Zeugen ist aus den folgenden  

Gründen nicht statt zu geben. Die Beschuldigte selber hat eingeräumt, D._____ 

-   18   - 

den Kontakt zu „G._____“ ermöglicht zu haben. Es besteht kein Anlass, diese 

mehrfach - wenn auch wie zu zeigen sein wird unter verschiedenen Nuancen - 

bestätigte Tatsache zu überprüfen. Es besteht aber auch kein Anlass einen erst 

im Berufungsverfahren namentlich erwähnten H._____ einzuvernehmen. Dieser 

wäre als Drogenlieferant ohnehin weder zur Aussage noch zur Wahrheit 

verpflichtet. Dasselbe gilt im Übrigen auch bezüglich D._____.  

IV. Sachverhalt 

2. Anklagevorwurf 

2.1. Die Anklagebehörde wirft der Beschuldigten in der Anklageschrift vom  

2. Oktober 2012 stark zusammengefasst vor, sich in Mittäterschaft mit D._____, 

C._____, B._____ und E._____ in der Zeit von Januar bis März 2011 von der 

Schweiz aus im internationalen Drogenhandel betätigt zu haben und sich dadurch 

in qualifizierter Weise der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

strafbar gemacht zu haben.  

2.2. Zu den konkreten Anklagevorwürfen kann im Übrigen an dieser Stelle auf 

die Anklageschrift verwiesen werden (vgl. Urk. HD 21). 

3. Ausgangslage 

3.1. Die Vorinstanz hielt in ihrem Entscheid nach einer eingehenden 

Beweiswürdigung fest, der eingeklagte Sachverhalt sei als erstellt zu betrachten 

(vgl. Urk. 54 S. 50). 

3.2. Demgegenüber stellte die Beschuldigte - sowohl in der Untersuchung als 

auch anlässlich der Hauptverhandlung – in Abrede, in Drogengeschäfte verwickelt 

gewesen zu sein (vgl. Urk. HD 3/1-8 sowie Urk. 35 S. 4). Dabei blieb sie auch im 

Berufungsverfahren (vgl. Urk. 65).  

3.3. Damit ist vorliegend zu prüfen, ob der eingeklagte Sachverhalt erstellt 

werden kann. 

-   19   - 

4. Vorhandene Beweismittel und Verwertbarkeit sowie Grundsätze der Beweis-
würdigung 

4.1. Als Beweismittel liegen neben den Aussagen der Beschuldigten (Urk.  

HD 3/1 -3/8, Urk. 35 und Urk. 65) sowie jene der Mittäter B'._____ (Urk. HD 4/1-

10) und C._____ (nachfolgend C'._____, vgl. Urk. HD 5/1-12), die in Portugal 

deponierten Aussagen von D._____ (nachfolgend D'._____, vgl. Urk. HD 7/9, 

7/11 und 7/13) sowie von F._____ (Urk. HD 7/15) und diejenigen von E._____ 

(nachfolgend E'._____, vgl. Urk. HD 6/1- 6/10), ferner diverse 

Telefonabhörprotokolle bei den Akten. 

4.2. Wie oben dargestellt sind vorliegend einzig die Aussagen der Beschuldig-

ten (Urk. HD 3/1 -3/8, Urk. 35 und Urk. 65) sowie jene der Mittäter B'._____ (Urk. 

HD 4/1-10) und C._____ (nachfolgend C'._____, vgl. Urk. HD 5/1-12) auch 

zulasten der Beschuldigten verwertbar.  

4.3.  Was die Telefonabhörprotokolle betrifft, so wurden diese – mit Ausnahme 

des Gesprächs von 22. Februar 2011 (vgl. Beilage zu Urk. HD 3/6) sowie der 

Gespräche vom 31. Januar 2011 (vgl. Beilagen zu Urk. HD 3/7) – der 

Beschuldigten nicht vorgehalten. Zutreffend hielt die Vorinstanz fest, dass diese 

damit nicht als Beweismittel verwertbar sind und zwar selbst wenn die 

Beschuldigte erklärte, dass sie darauf verzichte, dass ihr die entsprechenden 

Gespräche vorgespielt werden und sie keine Stellung dazu nehmen wolle (vgl. 

Urk. HD 3/8 S. 2; vgl. Vorinstanz Urk. 54 S. 43). Ergänzend ist beizufügen, dass 

daran auch die vorangegangene gleichlautende Erklärung der Verteidigung mit 

Schreiben vom 17. August 2012 (vgl. Urk. HD 16/24) nichts ändert. Sind diese 

Protokolle aus diesem Grund nicht als Beweismittel verwertbar, so dürfen  

sie auch nicht als "Indiz" - dies entgegen der Vorinstanz (vgl. Urk. 54 S. 43)  

- zulasten der Beschuldigten herangezogen werden. Zu den vorgehaltenen 

Telefonabhörprotokollen ist zudem – dies wiederum entgegen der Vorinstanz (vgl. 

Urk. 54 S. 32) - zu erwähnen, dass die vom Obergericht des Kantons Zürich,  

III. Strafkammer mit Verfügung vom 4. Mai 2011 genehmigten rückwirkenden 

Überwachungen Rufnummern betrafen, die nicht mit den in den entsprechenden 

TK-Protokollen aufgeführten übereinstimmen. Damit ist aber auch die 

-   20   - 

Verwertbarkeit dieser Protokolle in Frage gestellt. Dies kann letztlich indessen  

offen gelassen werden, weil vorliegend auf diese Aufzeichnungen - wie im  

Folgenden noch zu zeigen ist - nicht abgestellt wird. 

4.4. Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid die nötigen theoretischen Grund-

sätze der richterlichen Beweiswürdigung wiedergegeben und darauf hingewiesen, 

dass bei der Abwägung von Aussagen zwischen der Glaubwürdigkeit einer 

Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu unterscheiden ist. Zur 

Vermeidung von Wiederholungen ist vorab darauf zu verweisen (vgl. Urk. 54 S. 5 

f., Art. 82 Abs. 4 StPO).  

5. Aussagen der Beschuldigten 

5.1. Die Beschuldigte wurde im Laufe der Untersuchung mehrmals (vgl.  

Urk. HD 3/1-8) sowie anlässlich der Hauptverhandlung (vgl. Urk. 35) befragt. Die 

Vorinstanz hat die wesentlichen Depositionen der Beschuldigten in ihrem 

Entscheid festgehalten (vgl. Urk. 54 S. 10 ff.), worauf verwiesen werden kann. 

5.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung gab die Beschuldigte an, sie  

bestreite die Beteiligung an einem Drogentransport nach wie vor. Ebenfalls  

bestreite sie, B._____, C._____ und D._____ einen neuen Kokainlieferanten 

vermittelt zu haben. Auf die Frage, ob sie einen "G._____" kenne, schilderte die 

Beschuldigte, sie würde ihn nicht persönlich kennen, aber seine Frau sei ihre 

Freundin. Der "G._____" heisse mit richtigem Namen H._____. D._____ sei der 

Götti von H._____s Sohn. D._____ habe dann den Kontakt zu "G._____" 

verloren. Da sie mit dessen Frau befreundet und mit ihr in ständigem Kontakt 

gewesen sei, habe sie veranlasst, dass I._____ angerufen werde. Dazu habe sie 

der Frau nur sagen wollen, dass man die Kommunikation aufnehmen solle. 

Vermittelt habe sie nichts. Ihre geplanten Reisen vom 22. Februar 2011und 

22./23. März 2011 nach Lissabon stünden in keinem Zusammenhang mit 

Drogeneinfuhren.  Zur geplanten Reise vom 22. Februar 2011 gab die 

Beschuldigte an, sie habe mit B._____ zu einem Tempel reisen wollen. Sie hätten 

bei D._____ im Hotel übernachten können. B._____ hätte auch arbeiten müssen. 

Die Reise hätte sie schliesslich nicht angetreten, weil sie kein Geld für das 

-   21   - 

Flugticket gehabt habe. Es sei möglich, dass sie auch für den 22./23. März eine 

Reise nach Portugal geplant gehabt hätten. B._____ habe ein Arbeitsangebot von 

I._____ gehabt. Sie selber habe immer zum Sitz dieser spirituellen Hilfe gehen 

wollen. Auch diese Reise habe sie nicht angetreten, weil sie kein Geld für das 

Flugticket gehabt habe (Urk. 65 S. 6ff.). 

6. Aussagen von B'._____ und C._____ 

6.1. Auch die wesentlichen Aussagen dieser Mittäter wurden im vorinstanz-

lichen Entscheid wiedergegeben (vgl. Urk. 54 S. 13 ff.). Darauf ist ebenfalls zu 

verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

7. Würdigung 

7.1. Glaubwürdigkeit der einvernommenen Personen 

7.1.1. In ihrem Entscheid setzte sich die Vorinstanz mit der Glaubwürdigkeit der 

einvernommenen Personen auseinander. 

7.1.2. Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Beschuldigten erwog die Vorinstanz 

zutreffend, dass sie als direkt Betroffene an einem für sie günstigen Ausgang des 

Verfahrens ein berechtigtes Interesse hat, weswegen ihre Aussagen mit einer 

gewissen kritischen Zurückhaltung zu würdigen sind. Ebenso korrekt hielt die 

Vorinstanz indessen fest, dass ihre Glaubwürdigkeit nicht grundsätzlich im 

Vornherein zweifelhaft ist und dass vielmehr die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen 

massgebend ist (vgl. Urk. 54 S. 13). 

7.1.3. Zur Glaubwürdigkeit von B'._____ wies die Vorinstanz auf die unterschied- 

lichen Angaben der Beschuldigten und von B'._____ hinsichtlich des Zeitpunkts  

des Kennenlernens hin (vgl. Urk. 54 S. 22). Sowohl B'._____ als auch die 

Beschuldigte sagten in der Konfrontationseinvernahme übereinstimmend aus, 

Freunde gewesen zu sein und miteinander nie (ernsthaften) Streit gehabt zu 

haben (vgl. Urk. HD 4/9 S. 3 f.). Weiter erwog die Vorinstanz zu Recht, ein Motiv 

B'._____', die Beschuldigte mit seinen Aussagen zu Unrecht zu belasten, sei nicht 

zu erkennen. Zudem belaste sich B'._____ mit seinen Aussagen ebenfalls 

-   22   - 

massiv, zumal er in einem abgekürzten Verfahren gegen ihn den dort identisch 

eingeklagten Sachverhalt anerkannt habe (vgl. Urk. 54 S. 22). Korrekt hielt die 

Vorinstanz abschliessend fest, dass letztlich die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen 

entscheidend sei. 

7.1.4.  Dem Vorbringen der Verteidigung, die C._____ die Glaubwürdigkeit 

abgesprochen hatte (vgl. Urk. HD 34 S. 9) hielt die Vorinstanz zu Recht entgegen, 

dass C._____ die Beschuldigte kaum kennt, da sie einander erst Ende Januar 

2011 über B'._____ kennen lernten. Weiter wies die Vorinstanz zutreffend darauf 

hin, dass auch im Zusammenhang mit C._____ kein Motiv zu erkennen ist, die 

Beschuldigte mit seinen Aussagen zu Unrecht zu belasten, weil er sich mit seinen 

Aussagen massiv selber belastet (vgl. Urk. 54 S. 32), und - dies in Ergänzung zur 

Vorinstanz - was ebenso wichtig ist, weil er sich damit auch in keiner Art und  

Weise entlasten kann. Entscheidend ist – wie mehrfach betont - ohnehin die 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. Darauf nahm denn auch die Verteidigung mit 

ihrer Kritik an die Adresse von C._____ Bezug, worauf noch einzugehen sein 

wird. 

7.1.5. Der allgemeinen Glaubwürdigkeit einer einvernommenen Person im Sinne 

einer dauerhaften personalen Eigenschaft kommt heute - wie dargetan - kaum 

mehr relevante Bedeutung zu. Weitaus bedeutender für die Wahrheitsfindung als 

die allgemeine Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage 

(BGE 133 I 33 E. 4.3, Urteil des Bundesgerichts 6B_692/2011 vom 9. Februar 

2012 E. 1.4, je mit Hinweisen). Insgesamt ist daher festzuhalten, dass die allge-

meine Glaubwürdigkeit der Beschuldigten und der Mittäter B'._____ und C._____ 

grundsätzlich auf der gleichen Stufe anzusiedeln ist. Im Folgenden ist somit die 

Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen zum Tatvorwurf zu analysieren.  

7.1.6. Vorweg ist festzuhalten, dass unbestritten ist - auch die Beschuldigte stellt 

dies nicht in Frage -, dass am 22. März 2011 am Flughafen in Lissabon Kuriere 

von der Dominikanischen Republik herkommend mit 6463.43 Gramm Kokain  

sowie u.a. den auf sie wartenden D._____ (auch I._____ genannt) verhaftet 

wurden. 

-   23   - 

7.2. Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschuldigten 

7.2.1. Wie die Vorinstanz zutreffend fest hielt, bestritt die Beschuldigte während 

des ganzen Verfahrens konstant, etwas mit Drogen zu tun gehabt zu haben bzw. 

in (beabsichtigte) Drogengeschäfte verwickelt gewesen zu sein (vgl. Urk. 54  

S. 39, vgl. Urk. 3/1-8 und Urk. 35 S. 4, Urk. 65 S. 5f.). 

7.2.2. Darüber hinaus weisen ihre Aussagen indessen diverse Ungereimtheiten 

und Widersprüche auf, so dass sie nicht zu überzeugen vermögen. Sie lassen 

zudem in verschiedenen Punkten deutlich ihr Bestreben aufscheinen, ihre Beteili-

gung an den ihr vorgeworfenen Drogengeschäften zu verschleiern. 

7.2.2.1. Zum Vorwurf, durch ihre Vermittlung sei ein neuer Kokainlieferant in der 

Dominikanischen Republik (der sog. "G._____") gefunden worden, weisen ihre 

Aussagen bemerkenswerte, unauflösliche Widersprüche auf.  

Vorerst gab sie an, keinen „G._____“ zu kennen (vgl. Urk. HD 3/4 S. 16). Später 

erklärte sie, sie kenne viele G._____s (d.h. Leute mit diesem Spitznamen; vgl. 

Urk. HD 3/5 S. 3), wobei sie kurz zuvor in derselben Einvernahme ungefragt noch 

spekuliert hatte, sie gehe davon aus, dass J._____ der G._____ sei (vgl. HD 3/5 
S. 2). Auf Vorhalt dieser Widersprüche lieferte sie die Erklärung ab, sie habe  

damals nichts von einem G._____ gesagt, weil sie keinen G._____ kenne, der mit 

Drogen handle (Urk. HD 3/5 S. 4). Bei diesem Erklärungsversuch übersah  

indessen die Beschuldigte, dass sie damals erst nach ihrer Antwort, keinen 

„G._____“ zu kennen, darüber unterrichtet worden war, dass es sich dabei um 

den Dominikanischen Kokainlieferanten handelte (vgl. Urk. HD 3/4 S. 16). Weiter 

erklärte sie, I._____ (D._____) und J._____ seien G._____s (vgl. Urk. 3/5 S. 5), 
um schliesslich in der Konfrontationseinvernahme mit C._____ anzugeben,  

D._____ eine Telefonnummer von seinem „G._____“ gegeben zu haben, dieser 

heisse H._____ (vgl. Urk. 5/12 S. 5). An der Berufungsverhandlung ergänzte die 
Beschuldigte, der vollständige Name des "G._____" sei H._____.  

D._____ sei der Götti des Sohnes von H._____. D._____ hätte dann aber den  

Kontakt zu diesem verloren. Nachdem sie selber ständig in Kontakt mit der  

-   24   - 

Frau des G._____ gewesen sei, habe sie dieser dann sagen müssen, man solle 

Kontakt mit D._____ aufnehmen (Urk. 65 S. 10). 

7.2.2.2. Weiter divergieren ihre Aussagen zu ihrem Verhältnis zu D._____ (ge-

nannt I._____) und zu den Angaben, die sie diesem lieferte. 

In der Hafteinvernahme vom 23. März 2011 gab sie an, D._____ kenne sie nicht 

(vgl. Urk. HD 3/2 S. 2). Während dem diese Aussage noch damit erklärt werden 

könnte, dass sie ihn lediglich als „I._____“ kannte (vgl. Urk. HD 3/3 S. 10 f.), was 

noch zur Aussage in einer späteren Einvernahme passen würde, sie habe ihn  

lediglich zwei oder drei Mal gesehen (vgl. Urk. HD 3/4 S. 11), wirft ihre weitere 

Äusserung, sie sei mit ihm befreundet (vgl. Urk. 3/4 S. 13), doch die Frage auf, 

welche Darstellung nun stimmen soll. Unterschiedlich sind auch ihre Depositionen 

dazu, welche Angaben sie ihm auf seinen Wunsch zukommen liess. Während 

dem sie in der polizeilichen Einvernahme vom 30. Juni 2011 davon sprach, sie 

habe I._____ geholfen, einen Hexenmeister zu finden (nämlich eine Person die in 

die Zukunft schauen kann; vgl. Urk. HD 3/4 S. 6), erklärte sie später, I._____ habe 

sie nach der Telefonnummer eines Freundes, der in der Dominikanischen 

Republik lebe, gefragt. Sie präzisierte dabei, sie kenne nur die Frau dieses 

Freundes von I._____, sie habe ihm deren Telefonnummer gegeben. Diese Frau 

heisse K._____ und sei die Frau von J._____ (vgl. Urk. 3/5 S. 2 f.). In derselben 

Einvernahme erläuterte sie weiter, J._____ sei der Hexenmeister, sie habe  

I._____ die Telefonnummer vom Hexenmeister gegeben (Urk. 3/5 S. 4), also 

nicht, wie sie vorher gesagt hatte, jene seiner Ehefrau. In der Konfrontations-

einvernahme mit C._____ erklärte sie, I._____ die Telefonnummer von seinem  
„G._____“ H._____ gegeben zu haben, weil die Ehefrau von H._____ eine  
Freundin von ihr sei. Er habe die Telefonnummer gewünscht, weil er mit ihm 

(H._____) befreundet sei (vgl. Urk. 5/12 S. 5). 

7.2.2.3. Ungereimtheiten sind in ihren Depositionen bezüglich der 

Flugreservationen bzw. Buchungen für die geplanten Reisen nach Portugal vom 

22. Februar und vom 22. bzw. 23. März 2011 zu finden. 

-   25   - 

Auf Vorhalt, sie und B'._____ hätten einen Flug für die Reise nach Portugal für 

den 22. Februar 2011 reserviert, erklärte sie, I._____ habe sie mehrmals zu 

seinem Hotel eingeladen und nicht damit sie dort Drogen hätte bekommen sollen 

(vgl. Urk. HD 3/5 S. 10). Sie habe dort ein Mitglied ihrer Kirche treffen wollen 

(a.a.O.  

S. 11). Die Absage der Reise sei erfolgt, „weil der hohe Priester abgesagt“ habe 

(a.a.O. S. 11); es sei ein Zufall, dass dies auch am 22. Februar 2011 gewesen 

sei. Anlässlich der Konfrontationseinvernahme mit C._____ gab sie an, sich nicht 

mehr an eine geplante Reise nach Portugal am 22. Februar 2011 zu erinnern (vgl. 

Urk. 5/12 S. 8). In der Konfrontationseinvernahme mit B'._____ erklärte sie, sich 

nicht gut an diese geplante Reise zu erinnern. Weshalb sie die Reise nicht ange-

treten habe, wisse sie nicht (vgl. Urk. 4/9 S. 13). Sie habe die Reise immer wieder 

verschieben müssen, weil sie kein Geld gehabt habe (vgl. Urk. 4/9 S. 13). Was 

die geplante Reise vom 22./23. März 2011 betrifft, so gab sie an, sie habe in  

Portugal an einer Kirchenversammlung teilnehmen wollen, wobei I._____ ihr  

gesagt habe, dass sie in seinem Hotel hätte übernachten können (vgl. Urk. 4/9  

S. 13). Für die Reise habe es verschiedene Gründe gegeben. Ihr Freund wäre 

auch mitgekommen. Ein weiterer Grund sei die Kirchenversammlung gewesen, 

an welcher sie habe teilnehmen wollen. I._____ habe ihr zudem gesagt, dass sie 

bei ihm in seinem Hotel übernachten könne. Die Reise sei nicht sicher gewesen, 

weil sie kein Geld gehabt habe (vgl. Urk. 4/9 S. 13). In der 

Konfrontationseinvernahme mit C._____ bestätigte sie, dass sie nach Portugal 

geflogen wäre, was am 23. oder 24. März habe geschehen sollen. Zu den 

Gründen, weshalb sie dorthin habe fliegen wollen, verwies sie auf ihre früheren 

Erklärungen. Immerhin bestätigte sie, dass B''._____ (B'._____) vorgeschlagen 

habe, zusammen zu reisen,  

wobei ihr freilich nicht bekannt gewesen sein soll, weshalb er auch nach Portugal 

gehen wollte (vgl. Urk. 5/12 S. 12), welch letzte Erklärung angesichts der Tat-

sache, dass normalerweise befreundete Zusammenreisende zumindest in groben 

Zügen die Gründe für die beabsichtigte Reise einander bekannt geben, schlicht 

nicht glaubhaft ist. An der Berufungsverhandlung führte die Beschuldigte auf die 

Frage, ob auf den 22./23. März 2011 erneut eine Reise nach Portugal geplant 

-   26   - 

gewesen sei aus, dies sei möglich. Sie hätten ein paar Mal geplant nach Portugal 

zu fliegen, es habe jedoch nie geklappt. B'._____ habe ein Arbeitsangebot von  

I._____ gehabt. Das habe er gesagt, als sie konfrontiert worden seien. Sie  

erinnere sich auch an ein Gespräch von I._____ und B'._____, bei welchem es 

um ein solches Angebot gegangen sei. Sie selber habe zum Sitz dieser 

spirituellen Hilfe gehen wollen. Letztlich habe sie die Reise dann aber nicht 

angetreten, weil sie kein Geld für das Flugticket gehabt habe (Urk. 65 S. 8f.). 

7.2.2.4. Schliesslich sind auch ihre Erklärungen darüber, weshalb es zum Treffen 

mit B'._____ und C._____ am 22. März 2011 kam, an welchem Tag alle verhaftet 

wurden, nicht einheitlich. 

Sie erklärte, bei diesem Treffen dabei gewesen zu sein, weil sie mit B'._____ 

unterwegs gewesen sei und B'._____ (auch B''._____ genannt) mit (C._____) ver- 

abredet gewesen sei (vgl. Urk. 3/4 S. 3). Was B''._____ und C._____ miteinander  

besprechen mussten, wisse sie nicht. Sie habe B''._____ gesagt, dass sie sich 

eine Arbeit (von C._____) wünsche. In der Konfrontationseinvernahme mit 

C._____ sagte sie dazu, B''._____ (B'._____), mit welchem sie an jenem Tag 

zusammen in der Kirche gewesen sei, habe gesagt, dass er C._____ anrufen 

müsse und ihn fragen werde, wo er gerade sei. So habe B''._____ C._____ 

angerufen und gemeinsam seien sie dort hin gegangen, wo C._____ gewesen sei 

(vgl. Urk. 5/12 S. 13). Von einer bestehenden Verabredung von B'._____ mit 

C._____ war mithin nicht mehr die Rede. 

7.2.2.5. Aufhorchen lassen ihre Erklärungen, “man spricht nicht über solche  

Sachen herum“ (gemeint die geplante Einfuhr von Kokain) bzw. „für solche  

Sachen mit Drogen, für diese Menge, das ist eine ernste Sache, das kann man 

nicht am Telefon erledigen“ (vgl. Urk. HD 3/4 S. 15). Denn diese Erklärungen  

lassen die Aussagen von C._____ plausibel erscheinen, die Beschuldigte habe 

mit B'._____ in seinem Büro telefonieren wollen, weil man davon ausging, dass 

ein Geschäftsanschluss weniger überwacht werde (vgl. Urk. 5/12 S. 6). 

7.2.3. Mit der Vorinstanz erscheinen die Aussagen der Beschuldigten bereits  

aufgrund der aufgezählten Widersprüche und Ungereimtheiten als nicht glaubhaft 

-   27   - 

(vgl. Urk. 54 S. 39). Vielmehr erscheinen die Angaben als einer Verwirrungstaktik 

der Beschuldigten entsprungen. So brachte sie an der Berufungsverhandlung ins 

Spiel, D._____ habe den Kontakt zum Vater seines Patenkindes gesucht, 

wohingegen er nach früheren Angaben einen Hexenmeister gesucht haben will. 

Selbst ausgehend davon, dass bei mehrfacher Befragung derselben Person zum 

gleichen Thema gewisse Diskrepanzen zwischen den verschiedenen 

Depositionen vorkommen, wie dies insbesondere der Fall sein kann bei 

Einvernahmen, die unter Beizug eines Dolmetschers stattfinden, so betreffen die 

hier aufgezeigten Ungereimtheiten und Widersprüche das Kerngeschehen, 

weshalb sie die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen erschüttern. Dieser Schluss 

drängt sich umso mehr auf, wenn man ihren Depositionen jene von B'._____ und  

C._____ gegenüber stellt.  

7.3. Glaubhaftigkeit der Aussagen der Mittäter B'._____ und C._____ 

7.3.1. B'._____ und C._____ wurden unzählige Male einvernommen, dabei auch 

miteinander und mit der Beschuldigten konfrontiert (vgl. Urk. 4/1-9 und 5/1-12). 

Sie legten nach anfänglicher Bestreitung Geständnisse ab, wobei sie das  

Geschehene unabhängig voneinander äusserst detailliert schilderten (vgl. 

B'._____: vgl. u.a. Urk. 4 /4 und 4/5; C._____: u.a. Urk. 5/5). 

7.3.2. Nun bestätigte B'._____ selbst in der Konfrontationseinvernahme, der  

Beschuldigten konkret gesagt zu haben, dass die "Portugiesen" Kokainlieferanten 

in der Dominikanischen Republik suchten (vgl. Urk. 4/9 S. 6). Fest steht sodann 

aufgrund der Zugaben von B'._____, dass dieser (B'._____), nachdem die 

Beschuldigte ihm mitgeteilt hatte, dass sie "irgendwelche" Leute dort kenne, ihr 

D._____ vorstellte. Weiter bestätigte er, die Beschuldigte habe eine 

Kontaktadresse gegeben (vgl. Urk. 4/9 S. 6), worauf durch die Vermittlung der 

Beschuldigten Ende Januar 2011 ein neuer Lieferant in der Dom. Republik (der 

sog. "G._____") gefunden wurde (vgl. Urk. 4/9 S. 7: " Ich bin mit dem Vorhalt 

einverstanden"). Dass D._____ (I._____) aufgrund der Angaben der 

Beschuldigten den Kontakt mit diesem sogenannten "G._____" aufnehmen 

konnte, steht im Übrigen bereits aufgrund der oben zitierten Aussagen der 

Beschuldigten selbst fest, worauf selbst die Verteidigung zu Recht hinwies (vgl. 

-   28   - 

Urk. 34 S. 6 Ziff. 1.3.). Bei diesem Stand der Dinge lassen die grundsätzlich 

zurückhaltenden Depositionen von B'._____, der sich dabei auch massiv selbst 

belastete, keinen anderen Schluss zu, als dass die Beschuldigte von Anfang an 

darum wusste, dass es um Kokaingeschäfte ging und dass sie die 

entsprechenden Kontakte in die Dominikanische Republik mit der Angabe von 

Daten, die die Kontaktaufnahme mit „G._____“ erlaubten (unerheblich ist, ob es 

sich um eine Adresse oder aber um eine Telefonnummer handelte; vgl. korrekte 

Argumentation der Vorinstanz in Urk. 54 S. 45 auf den Einwand der Verteidigung 

in Urk. 34 S. 6), ermöglichte. 

Daran ändern die Einwände der Verteidigung zum Thema "Vermittlung" anlässlich 

der Hauptverhandlung nichts, welche im Weiteren auch an der Berufungs- 

verhandlung thematisiert wurden (vgl. Urk. 34 S. 3 ff., Urk. 66 S. 16ff.). Es trifft 

zwar zu, dass B'._____ in diesem Zusammenhang bisweilen seltsame Antworten 

produzierte, wie beispielsweise: "sie wollte dabei sein. Sie ist aber nicht dabei 

gewesen" (Urk. 4/9 S. 5) und "sie hat mir nichts und doch was gesagt" (vgl.  

Urk. 4/9 S. 6). Zu Berücksichtigen sind indessen - weil von Belang - auch die 

Antworten, die er unmittelbar nach diesen Sätzen deponierte, welche klar die  

Bekanntgabe einer Kontaktadresse im Wissen darum, dass Kokainlieferanten  

gesucht wurden, bestätigten. Die Antwort von B'._____, er habe der 

Beschuldigten "nur" D._____ vorgestellt, steht im Übrigen klar mit dem 

dazugehörigen Vorhalt in Zusammenhang, der die weiteren Erfahrungen dieses 

D._____ nach Prüfung des von der Beschuldigten erhältlich gemachten Kontaktes 

beinhaltete und stellt damit die Bestätigung der erfolgten Bekanntgabe der 

Kontaktadresse nicht in Frage. Ganz abgesehen davon, bestätigte selbst die 

Beschuldigte die erfolgte Bekanntgabe der Adresse von "G._____". Der weitere 

Einwand der Verteidigung zur Frage, ob die Beschuldigte D._____ gezeigt habe, 

wie man im Internet mit  

"G._____" in Verbindung treten könne, ist insofern nicht von Belang, als diese 

Tatsache in der Anklage keine Erwähnung findet. Ganz abgesehen davon, fand 

das hier zur Diskussion stehende Treffen mit D._____ zwischen dem 9. und  

12. März 2011 statt, zu einem Zeitpunkt also, als "G._____" bereits längst  

eingeführt worden und bereits tätig war (vgl. Anklageschrift: Ende Januar / ab  

-   29   - 

1. Februar 2011, Urk. 21 S. 3 unten). Dass den portugiesischen Aussagen von 

D._____ diesbezüglich etwas Entlastendes zu entnehmen wäre - wie dies die  

Verteidigung vor Vorinstanz geltend machte (vgl. Urk. 34 S. 5 lit. h) - kann nicht 

gesagt werden. Immerhin ist in diesem Zusammenhang im Hinblick auf die 

Glaubhaftigkeit der Aussagen von B'._____ fest zu halten, dass auch er 

bestätigte, dass die Beschuldigte D._____ zeigte, wie der Computer funktioniert 

(vgl. Urk. 4/9 S. 10), wohingegen er sich nicht mehr daran zu erinnern vermochte, 

ob dabei die Internetverbindung von "G._____" diskutiert wurde, weshalb die 

"Computergeschichte" nicht einfach als pure Erfindung von B'._____ abgetan 

werden kann.  

7.3.3. Sowohl B'._____ als auch C._____ bestätigten in ihren diversen Einvernah-

men, über die in der Anklageschrift aufgeführten, ab dem 1. Februar 2011 unter-

nommenen konkreten Schritte, um Kokain von der Dominikanischen Republik 

nach Lissabon zu bringen, laufend informiert gewesen bzw. worden zu sein 

(B'._____: vgl. u.a. Urk. HD 4/9 S. 6 ff. unter Hinweis auf Urk. 4/4, 4/5 und 4/6, 

C._____: vgl. Urk. 5/12 S. 7 ff.). Dabei bestätigte B'._____, dass auch die 

Beschuldigte jeweils laufend darüber informiert war, wobei er relativierend 

bemerkte, sie (B'._____ und die Beschuldigte) hätten nichts damit (gemeint mit 

den Drogen) zu tun (vgl. Urk. 4/9 S. 7). So wussten sowohl B'._____ als auch 

C._____, dass D._____ am 1. Februar 2011, nachdem er den Kontakt zu einem 

Kokainlieferanten in der Dominikanischen Republik hergestellt hatte, zuerst von 

Zürich nach Lissabon reiste und von dort Tickets für die Weiterreise in die 

Dominikanische Republik buchte, wobei er zur Bezahlung dieser Tickets sich 

einerseits einer ihm von B'._____ ausgehändigten Kreditkarte bediente und 

andererseits Geld von C._____ erhielt (vgl. B'._____: Urk. 4/9 S. 7; C._____: Urk. 

5/12 S. 7). Bescheid wussten B'._____ und C._____ sodann über die Reise von 

D._____ mit den in der Anklageschrift aufgeführten weiteren mutmasslichen 

Kurieren vom 8. Februar 2011 sowie über die Verlängerung des Aufenthalts 

dieser Personen in jenem Land und über die Testreise von zwei Kurieren ohne 

Kokain vom 16. Februar 2011 (B'._____: Urk. 4/9 S. 8; C._____: Urk. 5/12 S. 7). 

Beide wurden weiter über die erfolglose Kokaineinfuhr nach Portugal vom 21./22. 

Februar 2011 informiert, welch "leere" Ankunft sie in der Schweiz auch 

-   30   - 

diskutierten (B'._____: vgl. Urk. 4/9 S. 9; C._____: Urk. 5/12 S. 8), wobei sowohl 

C._____ als auch B'._____ die Anwesenheit der Beschuldigten bei dieser 

Diskussion bestätigten (vgl. Urk. 5/12 S. 8 bzw. Urk. 5/10 S. 11). C._____ räumte 

sodann ein, dass D._____ anlässlich seines Kurztrips nach Zürich vom 9. - 12. 

März 2011 Geld von ihm erhielt (vgl. Urk. 5/12 S. 8), wobei es während dieser Zeit 

auch zu Treffen zwischen D._____, der Beschuldigten und B'._____ kam, wie 

letzterer konzedierte (vgl. Urk. 4/9 S. 9). B'._____ und C._____ wussten sodann, 

dass D._____ am 14. März 2011 erneut zwei Kuriere in die Dominikanische Re-

publik schickte (B'._____: vgl. Urk. 4/9 S. 10; C._____: vgl. Urk. 5/12 S. 9). 

C._____ wusste schliesslich, dass die Kuriere am 21./22. März 2011 die Rück-

reise nach Portugal antraten, wobei die von diesen zu transportierende Menge 

Kokain vorerst von 24 auf 12 und schliesslich auf sechs Kilogramm reduziert 

wurde (vgl. Urk. 5/12 S. 9). Endlich bestätigten sowohl B'._____ als auch 

C._____, darüber informiert worden zu sein, dass am 22. März 2011 in Lissabon 

die Kuriere, welche 6463,43 Gramm Kokain mitführten, samt u.a. D._____ 

festgenommen wurden (B'._____: vgl. Urk. 4/9 S. 11; C._____: Urk. 5/12 S. 9). 

Dazu gab C._____ konkret an, diesbezüglich durch B'._____ informiert worden zu 

sein, wobei die Beschuldigte mit B'._____ gewesen sei, als jener angerufen habe 

(vgl. Urk. 5/12 S. 9). B'._____ seinerseits erfuhr durch die Beschuldigte, welche 

ihn deswegen anrief, dass die Kokaineinfuhr an jenem Tag nicht geklappt hatte 

(vgl. Urk. 5/10 S. 13). 

Diese Aussagen zeigen deutlich auf, dass über die jeweils unternommenen  

konkreten Schritte im Hinblick auf die Kokaineinfuhr ein äusserst reger 

Informationsfluss herrschte, an welchem - trotz ihrer Bestreitungen - auch die 

Beschuldigte Teil hatte.  

7.3.4. Den Aussagen von B'._____ ist zudem zu entnehmen, dass er und 

A._____ (die Beschuldigte) sowohl für den 22. Februar 2011 als auch für den 22. 

bzw. 23. März 2011 Flugreisen nach Portugal geplant und entsprechende 

Buchungen bzw. Reservationen vorgenommen hatten (vgl. Urk. 4/5 S. 25 f. und 

Urk. 4/9 S, 12), wobei die geplanten Reisen wieder annulliert, bzw. aufgrund der 

Verhaftung nicht angetreten wurden (a.a.O.). Dass B'._____ und A'._____ (die 

-   31   - 

Beschuldigte) Reisen nach Portugal planten, war auch C._____ bekannt (vgl. u.a. 

Urk. 5/7 S. 9 f. und S. 12 f.). Auch die Beschuldigte selber bestätigte - wie oben 

gezeigt -, dass sie nach Portugal reisen wollte. 

Bemerkenswert ist dabei, dass die vorgesehenen Reisedaten und das Reiseziel 

erstaunlich genau mit dem Datum der in der Anklageschrift aufgeführten leeren 

Ankunft der Kuriere in Lissabon am 22. Februar 2011 bzw. mit der Ankunft der 

Kuriere in Lissabon mit 6463.43 Gramm Kokain am 22. März 2011 überein-

stimmten, was bereits einen Zusammenhang mit den erwarteten Kokaineinfuhren 

nahe legt. Dass es tatsächlich auch so war, bestätigten sowohl C._____ (vgl.  

Urk. 5/5 S. 13 und S. 14, Urk. 5/12 S. 12) als auch B'._____ (vgl. Urk. 4/5 S. 25). 

7.3.5. Es wurde schon oben darauf hingewiesen, dass B'._____ anlässlich der  

Konfrontationseinvernahme zwar bestätigte, er und die Beschuldigte seien über 

die in der Anklage im Einzelnen aufgeführten Vorgänge laufend informiert worden, 

dass er aber gleichzeitig geltend machte, sie (B'._____ und die Beschuldigte) 

hätten nichts damit (gemeint mit den Drogen) zu tun, es sei nicht ihre Sache 

gewesen (vgl. Urk. 4/9 S. 7). Weiter relativierte er, er habe "nur" die Beschuldigte 

"diesen beiden" vorgestellt, vom Rest wisse er nichts (vgl. Urk. 4/9 S. 10). Im 

Zusammenhang mit den Treffen mit D._____ im März 2011 (9. - 12.), relativierte 

B'._____ sodann, es sei dabei nicht über Kokain gesprochen worden (vgl. Urk. 

4/9 S. 10). Auf die Frage, ob die Beschuldigte bei diesen mindestens zwei Treffen 

anwesend gewesen sei, bemerkte B'._____, sie sei sehr oft mit ihm unterwegs 

gewesen, um an der Frage vorbei dann beizufügen, er könne "nicht gegen diese 

Frau aussagen", diese Drogen seien nicht für sie (B'._____ und die Beschuldigte) 

bestimmt gewesen, er wolle nicht in Probleme geraten, wenn die Sachen nicht für 

ihn bestimmt gewesen seien, er habe Angst davor (vgl. Urk. 4/9 S. 10).  

Diese Aussagen lassen klar die Bestrebungen von B'._____ erkennen, einerseits 

die Beschuldigte zu schützen und andererseits auch sich selber zu entlasten. Sie 

vermögen indessen nicht seine früheren detaillierten Depositionen, die im Übrigen 

mit denjenigen von C._____ übereinstimmen, ungeschehen zu machen.  

-   32   - 

7.3.6. Im Vordergrund stehen dabei seine Aussagen in der polizeilichen 

Einvernahme vom 7. September 2011 (vgl. Urk. 4/5), während welcher er auf 

eigenen Wunsch sämtliche Abläufe frei erzählte (vgl. Urk. 4/5 S. 2). Anlässlich 

dieser Einvernahme erklärte er, die Beschuldigte sei die Person, die die Adresse 

von der DOM weiter geleitet habe (Urk. 4/5 S. 7, vgl. auch S. 18). Sie war es, die 

an  

jenem 22. März 2011 die Anrufe der besorgten Leute aus Santo Domingo ent-

gegennahm, sie war es, die sich offenbar mit B'._____ und C._____ an jenem  

22. März 2011, um 17.30 Uhr treffen wollte, um herauszufinden, was passiert sei 

(vgl. Urk. 4/5 S. 7). Sie wäre schliesslich diejenige gewesen, die mit B'._____, 

sofern eine Einfuhr erfolgreich gewesen wäre, auch nach Portugal geflogen wäre, 

um sich dort vor Ort um das weitere Vorgehen zu kümmern, insbesondere das 

Geld von I._____ einzukassieren und es nach Santo Domingo zu schicken (vgl.  

Urk. 4/5 S. 25).  

7.3.7. Diese Aussagen von B'._____ finden mehrfach Bestätigung in den 

unabhängig davon deponierten Ausführungen von C._____, der die Rolle der 

Beschuldigten bei diesen Geschäften mehrfach schilderte und die Belastungen 

der Beschuldigten gegenüber auch im Rahmen der Konfrontationseinvernahme 

aufrecht erhielt (vgl. Urk. 5/5 S. 12 ff. und Urk. 5/12 S. 10 ff.). So sagte auch 

C._____ zur Rolle der Beschuldigten, sie habe mitorganisiert und sei u.a. für das 

Einsammeln des Geldes verantwortlich gewesen, welches dem G._____ zustand, 

wozu sie auch nach Portugal habe reisen wollen (vgl. u.a. Urk. 5/5 S. 12 ff., 5/7 S. 

13, 5/10 S. 17 und 5/12 S. 10 ff.). Mit ihren detaillierten Schilderungen belasteten 

sich sowohl B'._____ als auch C._____ selber schwer, wobei sie von ihren 

Angaben zur Rolle der Beschuldigten nicht etwa eine Entlastung erwarten 

konnten. Die Beschuldigte schilderte ihre Beziehung zu B'._____ als eine gute, 

eine solche zwischen Freunden. Sie hatte weder mit B'._____ noch mit C._____ 

Streit (vgl. Urk. 4/9 S. 4 und 5/12 S. 3). Gründe für eine Falschbelastung fallen bei 

diesem Stand der Dinge ausser Betracht. 

7.3.8. Wenn die Verteidigung vor Vorinstanz versuchte, C._____ als unglaub-

würdig, bzw. seine Depositionen als unglaubhaft darzustellen (vgl. Urk. 34 S. 8 

-   33   - 

ff.), indem er einzelne Aussagen herauspickte, so blendet er das Gesamtbild  

seiner Aussagen aus, das sich frei von Widersprüchen präsentiert und durch 

Konstanz auszeichnet. Es ist denn auch das durch die konstanten Aussagen von 

C._____ zuverlässig gezeichnete Bild des Verhaltens der Beschuldigten, das eine 

Verwechslung mit einer anderen Frau, in welchem Zusammenhang die 

Verteidigung Frau L._____ erwähnte (Urk. 66 S. 33ff.), ausschliesst. Schliesslich 

trifft zwar zu, dass I._____ C._____ viel Geld schuldete und dass C._____ in  

direktem Zusammenhang mit den zur Diskussion stehenden Drogengeschäften 

Geld für die Reisen und den Aufenthalt von I._____ und den Kurieren investierte. 

Ebenso richtig ist, dass er selber ein Interesse am Gelingen der Drogen-

lieferungen hatte, weil er dadurch hoffte, das investierte Geld und allenfalls noch 

etwas mehr zurück zu erhalten (vgl. Urk. 5/9 S. 6 unten). Er räumte seine 

Interessenlage indessen in seinen Einvernahmen ein, weshalb dies der 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen keinen Abbruch tut. Dieses Fazit erfährt auch 

durch das Vorbringen der Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung, 

wonach die Äusserungen der Polizei in der Einvernahme vom 15. November 2011 

(Ziff. 59) ein höchst fragwürdiges Licht auf den Wahrheitsgehalt der Aussagen 

C._____s werfen würden, keine Relativierung (vgl. Urk. 66 S. 40f.). Denn der 

besagte Vorhalt der Polizei wurde von C._____ nicht etwa bestätigt, vielmehr 

legte dieser dar, weshalb der Vorhalt der Polizei betreffend B._____ und die 

Beschuldigte nicht den Tatsachen entsprechen könne (Urk. 5/7 Ziff. 59-61). 

7.3.9. Damit müssen die Aussagen sowohl von B'._____ als auch von C._____, 

die äusserst detailliert ausfielen, als glaubhaft und überzeugend bewertet werden. 

Die Aussagen von B'._____ und C._____ überzeugen aber aus einem anderen 

Grund: Es ist schon aufgrund des oben dargelegten Informationsflusses klar, dass 

die Beschuldigte in diesem Gefüge eine viel bedeutendere Rolle haben musste 

als nur jene, den Kontakt zum Lieferanten G._____ herzustellen, zumal 

ansonsten kein Grund Bestand, sie (und B'._____) über sämtliche Entwicklungen 

sofort zu informieren. In diese Richtung geht auch die Tatsache, dass mehrmals 

Flüge nach Portugal reserviert oder gebucht wurden. Aufgrund der obigen 

Ausführungen von B'._____ und C._____ steht zudem fest, dass sowohl die leere 

als auch die „erfolgreiche“ Ankunft der Kuriere in Lissabon Gegenstand von 

-   34   - 

Erörterungen in der Schweiz bildeten, die wie auch C._____ erläuterte, eine 

gewisse Nervosität auslösten. Unerklärlich wäre in diesem Zusammenhang aber 

auch, weshalb - wie B'._____ schilderte - der Verdacht entstehen konnte, man 

werde „verarscht“, bzw. von den Leuten der DOM über den Tisch gezogen (vgl. 

Urk. 4/5 S. 6), wenn in Tat und Wahrheit weder B'._____ noch die Beschuldigte 

mehr in diesen Drogen- 

geschäften involviert und keine eigenen Interessen im Spiel gewesen wären. 

Dass nun allein die erfolgte Bekanntgabe einer Adresse eine solche Emsigkeit 

hätte auslösen können ist damit nicht nur abwegig, sondern durch die Aussagen 

von B'._____ und C._____, welche die Interessenslage und die in dieser Gruppe 

noch bestehenden Aufgaben äusserst anschaulich schilderten, geradezu 

auszuschliessen.  

7.4. Zusammenfassung 

Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Sachverhalt, 

wonach durch die Vermittlung der Beschuldigten ein neuer Lieferant in der 

Dominikanischen Republik gefunden werden konnte, erstellt werden kann (vgl. 

Urk. 54 S. 44 f.). Weiter ist erstellt, dass die Beschuldigte stets über den Gang der 

Dinge informiert war, in diesem Zusammenhang mehrmals Reisen nach Portugal 

plante und sich mit den in der Anklageschrift aufgeführten Personen traf und dass 

sie ein Eigeninteresse an einer erfolgreichen Kokaineinfuhr hatte, zumal sie dafür 

zuständig war, aus dem Erlös aus dem Verkauf des Kokains, einen Teil (den 

Kaufpreis) an "G._____" nach Santo Domingo weiter zu leiten und sie am Rest 

des Erlöses nach Bezahlung der bestochenen Flughafenmitarbeiter partizipiert 

hätte. Damit ist der eingeklagte Sachverhalt erstellt. 

 

-   35   - 

V. Rechtliche Würdigung 

1. Anwendbares Recht 

1.1. Die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich beantragte eine Bestrafung 

der Beschuldigten wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 3 - 6 aBetmG in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 2 lit. a 

aBetmG (vgl. Urk. 21 S. 6). 

1.2. Die Verteidigung stellte sich auf den Standpunkt, dass der eingeklagte 

Sachverhalt sich zwar unter dem alten Betäubungsmittelgesetz verwirklicht habe, 

dass jedoch das neue Betäubungsmittelgesetz (in Kraft seit 1. Juli 2011) für die 

Beschuldigte wegen der eingeführten Möglichkeit der Strafmilderung beim 

sogenannten "Anstalten-Treffen" (Art. 19 Abs. 3 lit. a nBetmG) und wegen des 

Wegfalls der "Vermittlung" als spezifischer Straftatbestand das mildere sei. 

Entsprechend sei das mildere Recht anzuwenden (vgl. Urk. HD 34 S. 2, 10 ff., 

Urk. 66 S. 11f.). Zum vorinstanzlichen Urteil führte der Verteidiger aus, diese habe 

zutreffend festgehalten, dass der Tatbestand des Vermittelns im neuen 

Betäubungsmittelgesetz fehle. Die Vorinstanz habe aber aus dem Fehlen dieses 

Tatbestands die falsche Konsequenz gezogen und in Verletzung von Art. 2 Abs. 2 

StGB das alte Recht angewendet und die Beschuldigte wegen der Vermittlung 

von Drogen schuldig gesprochen (Urk. 66 S. 12f.). 

1.3. Ist das neue Recht für die Beschuldigte tatsächlich das mildere, kommt  

es zur Anwendung (Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Schweizerisches Straf-

gesetzbuch, 19. Aufl., Zürich 2013, N 8 ff. zu Art. 2).  

1.3.1.  Das neue Betäubungsmittelgesetz strukturiert den Grundtatbestand in  

Artikel 19 neu. Der Inhalt des alten Art. 19 Ziffer 1 Abs. 1 bis 8 wurde in den 

neuen Art. 19 Abs. 1 lit. a. bis g. überführt und dabei begrifflich teilweise neu 

gefasst. Dies lässt sich der Botschaft entnehmen, welche festhält, der 

Grundtatbestand sei terminologisch überarbeitet und besser strukturiert worden. 

Weiter macht die  

Botschaft Angaben zu den erfolgten Änderungen im Grundtatbestand. Sie  

-   36   - 

erwähnt dabei Buchstabe a., Buchstabe e. und Buchstabe g.. Nachdem die 

Botschaft keine Ausführungen zu den Inhalten der Buchstaben b., c., d. und f. 

macht, ist davon auszugehen, dass die entsprechenden Inhalte mit dem alten 

Recht identisch sind (Botschaft vom 9. März 2011 über die Änderung des 

Betäubungsmittelgesetzes, BBl 2001 S. 3772 Ziff. 2.2.8.1). Hätte der Gesetzgeber 

das  

Vermitteln als eigenen Tatbestand gemäss den Vorbringen der Verteidigung  

eliminieren wollen, so wäre zu erwarten gewesen, dass dies in der Botschaft  

Erwähnung gefunden hätte. So vertritt denn auch das Bundesgericht die Auf- 

fassung, dass sich gemäss aArt. 19 Abs. 4 BetmG strafbar mache, wer unbefugt 

Betäubungsmittel anbiete, verteile, verkaufe, vermittle, verschaffe, verordne, in 

Verkehr bringe oder abgebe. In nArt. 19 Abs. 1 it. c. BetmG sei das Anbieten, 

Verteilen, Verkaufen, Vermitteln oder Abgeben aus der vorerwähnten 

Bestimmung durch die Tathandlung "veräussern" ersetzt worden (Entscheid des 

Bundesgerichts 6B_360/2001 vom 15. Dezember 2011). Weiter hält das 

Bundesgericht im genannten Entscheid fest, dass in aArt. 19 Ziff. 1 BetmG (bzw. 

nArt. 19 Abs. 1 BetmG) nahezu alle Unterstützungshandlungen als selbständige 

Handlungen umschrieben sind. Unterstützende Tatbeiträge sind daher nicht über 

die Regeln der Mittäterschaft, Anstiftung oder Gehilfenschaft in die eigentliche Tat 

einzubeziehen. Als Mittäter zu bestrafen ist deshalb auch, wer als 

(untergeordnetes) Mitglied einer Bande auf Geheiss handelte oder wer in der 

Organisation nur eine dienende Stellung einnahm und Handlungen von 

untergeordneter Bedeutung vornahm. Gehilfenschaft im Sinne von Art. 25 StGB 

liegt nur vor, wenn die objektive Mitwirkung an der Tat eines anderen sich auf 

einen untergeordneten, vom Gesetz nicht als selbständiges Delikt erfassten 

Beitrag beschränkt. Gestützt darauf überzeugt es auch in systematischer Hinsicht, 

wenn dem vormals explizit erwähnten Vermitteln inhaltlich nach wie vor die 

Bedeutung einer eigenständigen Tathandlung zukommt, welche im Rahmen des 

neuen Art. 19 Abs. 1 lit. c. unter den selbständigen Tatbestand des Veräusserns 

subsumiert wird. Denn letztlich dient die Vermittlung der späteren Veräusserung 

von Betäubungsmitteln und fördert damit die Tat in entscheidender Weise. Damit 

ist den diesbezüglichen Erörterungen des Verteidigers zum neuen Recht und der 

-   37   - 

von ihm in diesem Zusammenhang  

erwähnten Literaturansicht (Fiolka, Die revidierten Strafbestimmungen des 

BetmG, AJP 2011 S. 1271, 1275) nicht zu folgen. Nachdem feststeht, dass die 

Tathandlung, welche die Anklage als Vermittlung bezeichnet auch von den neu 

gefassten Strafbestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes erfasst wird, erweist 

sich das neue Recht in dieser Hinsicht nicht als das mildere. 

1.4. Der Verteidiger brachte weiter vor, der nach neuem Recht in Art. 19 Abs. 3 

lit. a BetmG vorgesehene Strafmilderungsgrund für das Anstalten-Treffen führe im 

vorliegenden Fall dazu, dass das neue Recht das mildere sei und zur Anwendung 

gelangen müsse (Urk. 66 S. 13). Zur Abklärung der Frage, unter welches Recht 

resp. unter welche Tatbestandsvariante die von der Beschuldigten begangenen 

Handlungen fallen, ist - mit der Vorinstanz  (vgl. Urk. 54 S. 51) - zuerst die Frage 

nach der Mittäterschaft zu beleuchten. 

2. Mittäterschaft 

2.1.1. Wie die Vorinstanz zutreffend darlegte, ist Mittäterschaft bei Betäubungs-

mitteldelikten in der Regel anzunehmen, wenn der Betreffende einer der 

Deliktsbegehung dienenden Organisation angehört, in welcher er bestimmte, ihm 

zugedachte Aufgaben übernimmt. Ist dies der Fall, muss er sich auch fremde, 

nicht von ihm selber begangene Handlungen anrechnen lassen (Fingerhuth / 

Tschurr, Kommentar zum Betäubungsmittelgesetz, 2. Aufl., Zürich 2007, N 138 zu 

Art. 19). Nach der Rechtsprechung hat jede der in Art. 19 Ziff. 1 aBetmG (Art. 19 

Abs. 1 nBetmG) aufgeführten Handlungen die Bedeutung eines selbständigen 

Straftatbestands, so dass Täter ist und der vollen Strafdrohung untersteht, wer in 

eigener Person einen dieser gesetzlichen Tatbestände objektiv und subjektiv  

erfüllt. Von Bedeutung ist, dass die Strafbestimmungen des Betäubungs-

mittelgesetzes eine hohe Regelungsdichte aufweisen und wie bereits oben kurz 

angedeutet, nahezu alle Unterstützungshandlungen als selbständige Handlungen 

umschrieben werden. Aufgrund dieser Regelungsdichte erfährt der Anwendungs-

bereich von Art. 25 StGB (Gehilfenschaft) eine starke Einschränkung. Gehilfen-

schaft liegt nur vor, wenn die objektive Mitwirkung an der Tat eines anderen sich 

auf einen untergeordneten, vom Gesetz nicht als selbständiges Delikt erfassten 

-   38   - 

Beitrag beschränkt (BGE 133 IV 187). Im vorliegenden Fall wurde der Sachverhalt 

anklagegemäss erstellt. Die Beschuldigte ermöglichte den Kontakt zum Drogen-

lieferanten, dessen Vertrauensperson sie zusätzlich war, da sie sich unbestritte-

nermassen auch privat kannten. Weiter ist von Bedeutung, dass die Beschuldigte 

nicht bloss Flüge nach Portugal buchte, sondern auch dass ihr dort die Aufgabe 

zukam, den Erlös aus dem Verkauf der Drogenlieferung zu verteilen. Es ist davon 

auszugehen, dass die vier Beteiligten - C._____, D._____, B'._____ und die  

Beschuldigte - für das angeklagte Drogengeschäft (Kontakt knüpfen in der  

Dominikanischen Republik, Übernahme der Drogen, Einfuhr nach Portugal, 

Verkauf der Drogen und Verteilung des Erlöses) gemeinsam an einem Strick 

zogen und jeder einen wesentlichen Tatbeitrag leistete, da der Entschluss, Kokain 

nach Portugal zu importieren von ihnen allen getragen wurde, wenn auch wie im 

Falle der Beschuldigten nicht von Beginn weg (Urk. 54 S. 52f.). Damit ist die 

Mittäterschaft der Beschuldigten als erstellt zu betrachten. Nachdem am 22. März 

2011 D._____ sowie die Drogenkuriere am Flughafen in Lissabon bei der Einfuhr 

des Kokains verhaftet wurden, fand das Drogengeschäft keinen Abschluss in dem 

Sinne, als die Drogen hätten verkauft werden können und es zum Verteilen des 

Erlöses durch die Beschuldigte gekommen ist. Jedoch steht ohne Weiteres fest, 

dass mit der Kontaktvermittlung in die Dominikanische Republik und mit der 

"Einfuhr" der Drogen nach Portugal bereits verschiedene Tathandlungen 

vorgenommen wurden und sich damit der Tatentschluss der Beschuldigten schon 

deutlich manifestierte. Damit ist die Tatvariante des Anstalten Treffens, entgegen 

den Einwänden der Verteidigung, ohne Weiteres zu bejahen. Entsprechend sind 

die Handlungen der Beschuldigten gemäss neuem Betäubungsmittelgesetz in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz wie folgt zu subsumieren: Die Beschuldigte 

traf Anstalten, Betäubungsmittel unbefugt zu veräussern, in Verkehr zu bringen 

oder zu erlangen (Art. 19 Abs. 1 lit. c., d. und g. BetmG).  

2.1.2. Aufgrund der Menge des Kokains liegt eine Qualifizierung gemäss Art. 19 

Abs. 2 lit. a nBetmG vor. Damit ist das angedrohte Strafmass auch gemäss  

neuem Betäubungsmittelgesetz Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr, womit 

eine Geldstrafe verbunden werden kann (Art. 19 Abs. 2 nBetmG). 

-   39   - 

3. Strafmilderungsgrund Anstalten treffen 

Das neue Betäubungsmittelgesetz sieht in Art. 19 Abs. 3 lit. a vor, dass das  

Gericht die Strafe nach freiem Ermessen mildern kann, wenn eine Widerhandlung 

gemäss Art.19 Abs. 1 Buchstabe g (Anstalten treffen) vorliegt. Die Vorinstanz 

führte aus, diese Vorschrift gelange bei einfachen Fällen zur Anwendung, bei  

qualifizierten Fällen nur dann, wenn der Täter von Betäubungsmitteln abhängig 

sei. Eine solche Anwendung lässt sich jedoch der Botschaft zum neuen Betäu-

bungsmittelgesetz nicht entnehmen. Vielmehr geht daraus hervor, dass der  

Gesetzgeber mit Art. 19 Abs. 3 nBetmG zwei Strafmilderungsgründe einführte, 

welche unabhängig voneinander sind. Demnach kann einerseits eine Straf-

milderung vorgenommen werden, wenn zu einer Widerhandlung bloss Anstalten  

getroffen wurden (und damit der letzte entscheidende Schritt zur Rechts-

verletzung noch nicht gemacht wurde) oder bei qualifizierten Fällen, wenn der  

Täter abhängig von Betäubungsmitteln ist (vgl. Botschaft vom 9. März 2011 über 

die Änderung des Betäubungsmittelgesetzes, BBl 2001 S. 3773 Ziff. 2.2.8.3). 

Nachdem gegen die Beschuldigte ein Schuldspruch zu ergehen hat, welcher das 

Anstaltentreffen zur unbefugten Veräusserung, zum in Verkehr bringen und zur 

Erlangung hat, ist vorliegend eine gewisse Strafreduktion angezeigt. Folglich  

erweist sich das neue Betäubungsmittelgesetz für die Beschuldigte als das  

mildere, weshalb es anzuwenden ist. 

Zusammenfassend ist die Beschuldigte der qualifizierten Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c, d. und g. in Verbin-

dung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a schuldig zu sprechen. Die Strafzumessung wird unter 

Berücksichtigung von Art. 19 Abs. 3 lit. a. vorzunehmen sein. 

VI. Sanktion 

1. Zusatzstrafe 

1.1. Unter Berücksichtigung des Antrages der Staatsanwaltschaft, welche eine 

Zusatzstrafe zum gegen die Beschuldigte ausgefällten Urteil des Obergerichtes 

-   40   - 

des Kantons Zürich vom 15. August 2011 verlangt hatte, erörterte die Vorinstanz 

vorweg die Frage, ob vorliegend eine Zusatzstrafe auszufällen sei.  

1.2. Die Vorinstanz verwies diesbezüglich auf den Entscheid des Bundes-

gerichtes 138 IV 113, der die Problematik der Zusatzstrafe bei Delinquenz  

zwischen einem vorbestehenden erst- und dem zweitinstanzlichen Entscheid  

beleuchtet hat. Darin kam das Bundesgericht zum Schluss, dass das Gericht sich 

bloss fragen müsse, ob die im zweiten Verfahren zu beurteilenden Straftaten vor 

dem Ersturteil begangen worden seien. Denn nur derjenige soll in Genuss der 

vorteilhaften Zusatzstrafe kommen, bei dem das erstinstanzliche Gericht die 

mehreren Straftaten gleichzeitig hätte aburteilen können, nicht aber derjenige, der 

erneut delinquiert, nachdem er wegen anderer Delikte erstinstanzlich verurteilt 

und mithin eindringlich gewarnt worden sei. Weiter erwog das Bundesgericht, 

dass selbst dann auf das Datum des Ersturteils abzustellen ist, wenn dieses 

später im Rechtsmittelverfahren reformiert wird, ausser der Schuldpunkt würde 

angefochten. Ist dies nicht der Fall, ist für die Anwendung des Asperationsprinzips 

massgeblich, ob die zweite Tat vor der ersten Verurteilung im ersten Verfahren 

verübt wurde (BGE 138 IV 113, Entscheid des Bundesgerichts 6B_94/2012 vom 

19. April 2012). 

1.3. Wie die Vorinstanz zutreffend zusammenfasste, präsentiert sich die Aus-

gangslage vorliegend wie folgt: Die Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirks-

gerichts Zürich, 1. Abteilung, vom 7. September 2010 zu 3 Jahren 6 Monaten 

Freiheitsstrafe und einer Busse von Fr. 500.– verurteilt. Gegen dieses Urteil erhob 

sie Berufung – jedoch nicht bezüglich des Schuldpunktes – und gelangte ans 

Obergericht des Kantons Zürich. Die Beschuldigte wurde in der Folge mit Urteil 

vom 15. August 2011 von der I. Strafkammer wegen mehrfachen Verbrechens 

nach Art. 19 Abs. 2 Bst. a des Betäubungsmittelgesetzes und mehrfacher 

Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren 

und 6 Monaten sowie einer Busse von Fr. 500.– bestraft (HD Urk. 18/8 S. 3).  

1.4. Da der Schuldpunkt vorliegend nicht angefochten wurde, kommt in Anwen-

dung der oben zitierten bundesgerichtliche Rechtsprechung eine Zusatzstrafe nur 

in Frage, wenn die Beschuldigte vor dem ersten Urteil erneut zu delinquieren 

-   41   - 

begann. Sie schaltete sich jedoch gemäss Anklage erst im Januar 2011 aktiv ins 

Geschehen ein und damit zwar vor einem rechtskräftigen Urteil, jedoch nach ihrer 

ersten Verurteilung und eindringlichen Verwarnung im vorherigen Verfahren,  

welches zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten führte, 

die später auch vom Obergericht des Kantons Zürich bestätigt wurde. 

1.5. Die Vorinstanz ist damit korrekt vorgegangen, wenn sie im konkreten Fall 

von einer Zusatzstrafe absah und eine eigenständige Strafe aussprach.  

2. Strafrahmen und Strafzumessungsfaktoren 

2.1. Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt abgesteckt, worauf verweisen 

werden kann (vgl. Urk. 54 S. 55) 

2.2. Im Übrigen hat sie die Grundsätze, nach welchen eine Strafe im Allgemei-

nen und bei Betäubungsmitteldelikten im Besonderen zuzumessen ist, richtig zu-

sammengefasst (vgl. Urk. 54 S. 55). Zur Vermeidung von Wiederholungen kann 

darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO); ebenso wie auf die vom Bundes-

gericht in verschiedenen jüngeren Urteilen für die Strafzumessung vorgegebenen 

Regeln (BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; 135 IV 130 E. 5.3.1; 132 IV 102 E. 8.1; je mit 

Hinweisen). 

3. Tatkomponente 

3.1. Die Vorinstanz beurteilte die objektive Tatschwere der zur Diskussion  

stehenden Delinquenz als insgesamt erheblich (vgl. Urk. 54 S. 56).  

3.2. Dazu erwog sie, anlässlich der Verhaftung der beiden Kuriere am 

Flughafen in Lissabon hätten 6.46 Kilogramm Kokain sichergestellt werden  

können (vgl. Urk. HD. 7/19), was eine nicht unerhebliche Menge Kokain darstelle, 

was sicherlich zutrifft. Zugunsten der Beschuldigten ging die Vorinstanz davon 

aus, dass es sich dabei um Kokaingemisch handelte, wobei dessen 

Reinheitsgehalt - obschon die Betäubungsmittel in Portugal konfisziert wurden - 

allerdings aus den Akten nicht hervor gehe. Wenn die Vorinstanz argumentierte, 

das Kokain, welches aus dem südamerikanischen Raum nach Europa gebracht 

-   42   - 

werde, weise normalerweise einen verhältnismässig hohen Reinheitsgehalt auf, 

weil es in Europa meist noch auf gassenübliche Qualität gestreckt zu werden 

pflege, so wies sie auf gerichtsnotorische Gepflogenheiten hin, was nicht zu  

beanstanden ist. Jedenfalls darf man vernünftigerweise davon ausgehen, dass 

die Drogen mittlerer Qualität sind, solange es keine Hinweise auf eine besonders 

reine oder gestreckte Substanz gibt (vgl. dazu BGE 138 IV 100 E. 3.5.). In diesem 

Zusammenhang wird - wie dies auch die Vorinstanz getan hat - regelmässig auf 

die Betäubungsmittelstatistik der Gruppe Forensische Chemie SGRM gegriffen. 

Für das - vorliegend massgebliche - Jahr 2011 weist die Statistik bei einer Menge 

von mehr als einem Kilogramm einen Reinheitsgrad von – je nachdem, ob es sich 

um Base oder Hydrochlorid handelt – von 45% - 50% aus. Wenn die Vorinstanz 

gestützt darauf vorliegend auf eine Menge von ca. 2.9 Kilogramm reines Kokain 

schloss, welches nach Lissabon eingeführt wurde bzw. hätte eingeführt und 

verkauft werden sollen, ist dies nicht zu beanstanden.  

3.3. Korrekt ist sodann, dass die Beschuldigte am Handel mit Kokain in 

grösserem Stil auf internationaler Ebene beteiligt war. Dass sie eine nicht unter-

geordnete Rolle inne hatte, zeigt sich mit der Vorinstanz schon am Umstand, dass 

sie dafür verantwortlich gewesen wäre, für den Kokainlieferanten in der 

Dominikanischen Republik (G._____) das Inkasso zu besorgen, was auch  

dokumentiert, dass sie das Vertrauen der Drahtzieher genoss. Aufgrund des  

erstellten Sachverhalts steht denn auch fest, dass sie den Kokainlieferanten  

kannte und ihn ins Geschäft brachte, indem sie den Kontakt zwischen ihm und 

D._____/C._____ herstellte. Ihr Tun beschränkte sich indessen - wie schon 

aufgezeigt - nicht nur in dieser vermittelnden Tätigkeit. Darüber hinaus scheute 

sie zur Erfüllung der ihr zugedachten Aufgabe auch Reisen in das Ausland nicht, 

so wäre sie ohne Weiteres bereit gewesen, unmittelbar nach der erfolgreichen 

Einfuhr der Betäubungsmittel nach Portugal zu reisen, wozu sie die 

entsprechenden Reservationen auch schon getätigt hatte.  

3.4. Dies alles deutet mit der Vorinstanz darauf hin, dass die Beschuldigte auf 

mittlerer Hierarchiestufe, sich eher gegen oben orientierend, anzusiedeln ist. 

Untermauert werden kann diese Feststellung mit dem Umstand, dass die 

-   43   - 

Beschuldigte am Erlös aus dem Verkauf der Drogen beteiligt gewesen wäre, 

nachdem die bestochenen Flughafenmitarbeiter in Lissabon und der Lieferant der 

Betäubungsmittel, G._____, bezahlt worden wären (so Vorinstanz Urk. 54 S. 56).  

3.5. In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass die Motive der Beschuldigten, 

nachdem sie nicht geständig ist - offen bleiben müssen. Nachdem sie selber  

angab, schon lange keine Betäubungsmittel mehr zu konsumieren (vgl. Urk.,  

HD 18 S. 5), fällt die Berücksichtigung einer Sucht als Motiv ausser Betracht. Bei 

diesem Stand der Dinge stehen - mit der Vorinstanz - nur finanzielle Motive im 

Vordergrund, was auch mit der oben erwähnten in Aussicht stehenden Erlös-

beteiligung im Einklang steht. Sie handelte zudem direktvorsätzlich. Nach alldem 

ist die Bewertung der Vorinstanz korrekt, dass das subjektive Tatverschulden das 

objektive nicht zu relativieren vermag (vgl. Urk. 54 S. 57).  

3.6. Entsprechend erscheint das Gesamtverschulden der Beschuldigten damit 

als erheblich, weshalb die von der Vorinstanz im Raum stehende Einsatzstrafe 

von 4 Jahren Freiheitsstrafe als deutlich zu milde erscheint. Die Einsatzstrafe  

wäre im Bereich von 5 ½ Jahren anzusiedeln. Damit resultiert auch unter 

Berücksichtigung des Strafmilderungsgrundes des Anstalten Treffens, welcher im 

vorliegenden Fall nur im marginalen Bereich liegen könnte, keine Freiheitsstrafe 

von weniger als 4 Jahren. 

4. Täterkomponente 

Die Täterkomponente umfasst das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie 

das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren.  

4.1. Zu den persönlichen Verhältnissen der Beschuldigten kann vorweg auf ihre 

Befragungen (insbesondere Urk. HD 3/1-2, 18/1, 18/3, 18/9), die Ausführungen  

ihrer Verteidigung (Urk. 34 S. 13 ff.), die Befragung anlässlich der Haupt-

verhandlung (Urk. 35) sowie den im vorinstanzlichen Urteil geschilderten 

Werdegang verwiesen werden (vgl. Urk. 54 S. 57 f.). 

An der Berufungsverhandlung führte die Beschuldigte zu ihrer persönlichen 

Situation aus, es gehe ihr gesundheitlich nicht sehr gut. Sie habe oft Schmerzen 

-   44   - 

und könne manchmal nicht gut gehen. Sie sei auch im Spital gewesen, die  

Diagnose stehe jedoch noch nicht fest. Aktuell bestehe die Therapie daher 

lediglich in der Einnahme von Schmerzmitteln. Im Gefängnis arbeite sie in der 

Konfektion für Kinderbekleidung. Daneben lerne sie noch Deutsch und das 

Arbeiten am Computer. Kontakt pflege sie mit ihrer Familie und mit Freunden aus 

der Kirche. Befragt nach ihren Plänen nach der Haftentlassung führte die 

Beschuldigte aus, sie wolle im Bereich der Konfektion arbeiten (Urk. 65 S. 4). 

Aus der Biografie der Beschuldigten lassen sich keine strafzumessungsrelevanten 

Faktoren ableiten. 

4.2. Die Beschuldigte ist mehrfach einschlägig vorbestraft (vgl. Urk. 57), was 

die Vorinstanz zutreffend als stark straferhöhend wertete (vgl. Urk. 54 S. 59). In 

diesem Zusammenhang erwähnte die Vorinstanz auch die Delinquenz während 

laufendem Rechtsmittelverfahren, zumal sie in jenem Verfahren lediglich eine  

Reduktion des Strafmasses beantragt, im Übrigen aber den Schuldpunkt nicht  

angefochten hatte. Korrekt ist die Schlussfolgerung der Vorinstanz, die 

Beschuldigte habe sich durch das laufende Verfahren offenbar völlig 

unbeeindruckt  

gezeigt (vgl. Urk. 54 S. 59). 

4.3. Zum Nachtatverhalten ist festzuhalten, dass ein Geständnis nicht vorliegt. 

Die Beschuldigte bestreitet die ihr vorgeworfene Tat nach wie vor (vgl. Urk. 65).  

4.4. Schliesslich ist die Wirkung der Strafe auf das Leben der Beschuldigten mit 

zu berücksichtigen, womit letztlich die Strafempfindlichkeit angesprochen wird.  

Die Vorinstanz attestierte der Beschuldigten eine Strafempfindlichkeit, welche sie 

leicht strafmindernd veranschlagte. Zur Begründung erwog die Vorinstanz, die 

Beschuldigte sei unbestrittenermassen diverse Male einschlägig vorbestraft, 

wobei sie bis auf das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich allerdings nur 

jeweils kurze Freiheitsstrafen (max. drei Monate) oder eine Geldstrafe zu 

vergegenwärtigen gehabt habe. Die vom Obergericht verhängte lange 

Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten sei noch nicht vollzogen worden, 

-   45   - 

sodass die Beschuldigte noch nie mit einer langen Freiheitsstrafe, die auch 

tatsächlich vollzogen wurde, konfrontiert gewesen sei. Zudem befinde sie sich vor 

dem Antritt einer sehr langen Haftstrafe, da sie sowohl jene des Obergerichts als 

auch die in diesem Verfahren zu verhängende Strafe abzusitzen habe (vgl. 

Urk. 54 S. 59 f.). Wie das Bundesgericht festhielt, stellt selbst die Verbüssung 

einer langjährigen Freiheitsstrafe für jede selbst in ein familiäres oder soziales 

Umfeld eingebetteten Beschuldigte eine gewisse Härte dar, weshalb die von der 

Vorinstanz angeführten Argumente nicht stichhaltig sind. Dazu kommt, dass die 

Rechtsprechung eine deutlich erhöhte Strafempfindlichkeit verlangt. Entgegen der 

Vorinstanz kann zudem das Alter der Beschuldigten (sie ist Jahrgang 1961) keine 

Strafempfindlichkeit begründen. Lediglich ihre gesundheitliche Verfassung kann 

daher unter dem Titel Strafempfindlichkeit Berücksichtigung finden, hinterliess sie 

doch anlässlich der Hauptverhandlung einen gebrechlichen Eindruck und hatte 

Mühe, während der persönlichen Befragung aufrecht zu stehen (vgl. Urk. 54  

S. 58). Auch an der Berufungsverhandlung machte die Beschuldigte gesund-

heitliche Probleme geltend (Urk. 65). Dies kann indessen lediglich in 

bescheidenem Umfang strafmindernd zu Buche schlagen. 

4.5. Insgesamt führt die Würdigung der Täterkomponente, insbesondere der 

Vorstrafen zu einer merklichen Erhöhung der Einsatzstrafe. 

5. Gesamtergebnis der Sanktion 

5.1. Ausgehend von der im Rahmen der Tatkomponente festgesetzten 

hypothetischen Freiheitsstrafe und in Würdigung der vorstehend aufgeführten 

weiteren Strafzumessungsfaktoren erweist sich die von der Vorinstanz ausge- 

fällten Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren - entgegen der Verteidigung - als nicht über-

setzt. Da einzig die Beschuldigte appelliert, ist eine Erhöhung des Strafmasses 

schon aus prozessualen Gründen ausgeschlossen. Die vorinstanzliche Strafe ist 

daher zu bestätigen. 

5.2. Zur Rüge der Verteidigung zum fehlenden Strafvergleich mit den Mittätern 

(vgl. Urk. 66 S. 42) ist folgendes festzuhalten: 

-   46   - 

5.2.1. Das Bundesgericht hat u.a. im Entscheid 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 

entschieden, dass der Richter, der im gleichen Verfahren mehrere Mittäter zu  

beurteilen hat, bei der Verschuldensbewertung mit zu berücksichtigen hat, in  

welchem gegenseitigen Verhältnis die Tatbeiträge stehen. Der Grundsatz der 

Gleichbehandlung und Gleichmässigkeit der Strafzumessung sei verletzt, wenn 

es der Richter bei der Festlegung der einzelnen Strafen unterlasse, im Sinne  

einer Gesamtbetrachtung die Strafzumessungen der Mittäter in Einklang zu 

bringen (BGE 135 IV 191 E. 3.2). Wenn aus formellen Gründen nur über einen 

Mittäter zu urteilen sei, während die Strafe der anderen bereits feststehe, gehe es 

darum, einen hypothetischen Vergleich anzustellen. Der Richter hat sich zu  

fragen, welche Strafen er ausfällen würde, wenn er sämtliche Mittäter gleichzeitig 

beurteilen müsste. Die Autonomie des Richters könne - so das Bundesgericht 

weiter - zur Folge haben, dass die Strafen von Mittätern, die nicht im selben 

Verfahren beurteilt würden, in einem Missverhältnis stünden. Dies sei 

verfassungsrechtlich unbedenklich und hinzunehmen, solange die infrage 

stehende Strafe als solche angemessen sei. Allerdings sei zu verlangen, dass in 

der Begründung auf die Strafen der Mittäter Bezug genommen und dargelegt 

werde, weshalb sich diese nicht als Vergleichsgrösse eignen (vgl. BGE 135 IV 

191 E. 3.3). 

5.2.2. Die gegen die weiteren Mittäter ausgesprochenen Strafen sind dem beurtei-

lenden Gericht nicht bekannt. Wie die oben dargelegte Strafzumessung zeigt, ist 

die vorliegend auszusprechende Sanktion, die hier zufolge der Berücksichtigung 

des Verschlechterungsgebotes nicht erhöht werden kann, mild ausgefallen. 

5.2.3.  Auch anhand der Berechnungstabelle Fingerhuth / Tschurr (Kommentar 

Betäubungsmittelgesetz, Zürich 2007) gelangt man zu keinem anderen Ergebnis. 

Bei einer Vergleichsrechnung nach dem schematisierten Berechnungsmodell  

wäre bei  2.9 kg reinem Kokain von einer Einsatzstrafe von etwas mehr als  

5 Jahren auszugehen. Unter Berücksichtigung eines Abzugs für weniger als fünf 

Geschäfte und eines Vorstrafenzuschlags erscheint im Ergebnis eine Freiheits-

strafe von 4 ½ Jahren auch mit diesem Berechnungsmodell keinesfalls als 

überhöht. 

-   47   - 

6. Anrechnung der Haft 

Die Beschuldigte wurde am 22. März 2011 verhaftet. Seither war sie entweder in 

Untersuchungshaft oder im vorzeitigen Strafvollzug (vgl. Urk. HD 17/2 und 17/20). 

Die ausgestandene Haft von insgesamt 1086 Tagen bis und mit heute ist auf die 

Strafe anzurechnen. 

VII. Strafvollzug 

Bei dieser Strafhöhe steht die Gewährung des (teil-)bedingten Strafvollzugs aus 

objektiven Gründen nicht zur Diskussion (Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 43 Abs.1 

StGB), weshalb sich weitere Ausführungen erübrigen. 

VIII. Einziehungen 

Die Vorinstanz hat unter Angabe der massgeblichen Gesetzesbestimmung  

(Art. 267 Abs. 3 StPO) mit zutreffender Begründung die Verwendung der mit 

Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 5. April 2011 

beschlagnahmten (HD Urk. 13/2) und bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich 

deponierten Barschaft von Fr. 220.– (Barkaution Nr. …; Beleg Nr. …) zur 

Deckung der Verfahrenskosten angeordnet (vgl. Urk. 54 S. 60 f.). Diese 

Anordnung ist zu bestätigen. 

IX. Kosten 

7. Kosten der ersten Instanz 

7.1. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenauflage zu bestätigen 

(Art. 426 StPO). 

8. Kosten der Berufungsinstanz 

8.1. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Beschuldigte 

-   48   - 

unterliegt mit ihren Anträgen vollumfänglich weshalb ihr die Kosten vollumfänglich 

aufzuerlegen sind. Die Kosten der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren 

sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei die Rückzahlungspflicht 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten bleibt. 

8.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- anzu-

setzen. 

9. Entschädigung für die amtliche Verteidigung 

9.1. Der amtliche Verteidiger hat für das Berufungsverfahren seine Honorarnote 

eingereicht (Urk. 67). Darin bereits enthalten sind die Aufwendungen für die 

Teilnahme an der Berufungsverhandlung und die Urteilsbesprechung mit der 

Beschuldigten. 

9.2. Die geltend gemachten Aufwendungen sind ausgewiesen. Der amtliche 

Verteidiger ist damit für das Berufungsverfahren mit Fr. 15'767.60 (inkl. MwSt.) zu 

entschädigen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 1. Abteilung, 

vom 23. April 2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

 Fr. 4'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

 Fr.          Kosten der Kantonspolizei 

 Fr. 5'000.–   Gebühr Anklagebehörde 

 Fr. 3'089.30   Auslagen Untersuchung 

 Fr. 20'462.50   amtliche Verteidigung durc