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**Case Identifier:** e18338ce-16ac-5457-80f4-7c4f35349456
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.02.2015 200 2014 1055
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1055_2015-02-20.pdf

## Full Text

200 14 1055 IV
MAW/ZID/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Februar 2015

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 1. Oktober 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2015, IV/14/1055, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1963 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich am 27. Dezember 2008 wegen Bandscheibenpro-
blemen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 7). Die IVB sprach der Versicher-
ten nach Einholung eines neurochirurgischen Gutachtens von Dr. med. 
C.________, Fachärztin für Neurochirurgie FMH, vom 9. Februar 2010 
(AB 27) und einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD; AB 46) mit Verfügung vom 12. Juni 2012 eine befristete Rente vom 
1. Juli 2009 bis 31. März 2010 zu (AB 54). Auf Beschwerde hin (AB 55/3 ff.) 
hob das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit unangefochten geblie-
benem Urteil vom 16. Oktober 2012, IV/12/673 (AB 59), die angefochtene 
Verfügung auf und sprach der Versicherten ab dem 1. Mai 2009 bis 
31. März 2010 eine ganze Rente zu; weitergehend wies es die Sache an 
die IVB zur Verlaufsbegutachtung und Neubeurteilung betreffend den Zeit-
raum ab 1. Januar 2010 (gesundheitliche Situation) bzw. 1. April 2010 
(Rentenanspruch) zurück.

B.

In der Folge holte die IVB weitere Arztberichte (AB 64 f., 76, 81, 85) ein und 
veranlasste auf Empfehlung des RAD (AB 66) eine Verlaufsbegutachtung 
durch Dr. med. D.________, Fachärztin für Neurochirurgie (neurochirurgi-
sches Gutachten vom 22. Juli 2013; AB 87.2). Mit Vorbescheid vom 
12. Februar 2014 stellte die IVB in Aussicht, einen weitergehenden Ren-
tenanspruch (ab 1. April 2010) bei einem Invaliditätsgrad von 36% zu ver-
neinen. Nachdem die Versicherte Einwand erhoben hatte (AB 92, 98), holte 
die IVB eine Stellungnahme der Gutachterin Dr. med. D.________ ein 
(AB 100), zu welcher die Versicherte ihrerseits Stellung nehmen konnte 
und bei dieser Gelegenheit einen Arztbericht von Dr. med. E.________, 
Fachärztin für Neurologie FMH, vom 2. Juli 2014 einreichte (AB 103). Auf 

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erneute Stellungnahme des RAD hin (AB 105) verfügte die IVB am 1. Ok-
tober 2014 bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 36% die Abweisung 
des Rentenbegehrens (AB 106).

C.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin MLaw 
B.________, Beschwerde und beantragte unter Aufhebung der angefoch-
tenen Verfügung die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab 1. April 
2010, eventualiter die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin 
zur Vornahme weiterer Abklärungen (Gutachten bei einer Medizinischen 
Abklärungsstelle [MEDAS]), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur 
Begründung liess sie im Wesentlichen vorbringen, dem neurochirurgischen 
Gutachten vom 22. Juli 2013 (AB 87.2) komme kein Beweiswert zu.

Gleichzeitig wurde mit dem Standardformular ein durch die Rechtsanwältin 
"i.V." unterzeichnetes Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege eingereicht.

Mit Verzicht auf eine Beschwerdeantwort vom 27. November 2014 wird die 
Abweisung der Beschwerde beantragt.

Aufforderungsgemäss reichte Rechtsanwältin B.________ am 5. Dezember 
2014 ihre Kostennote ein. 

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 

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11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 1. Oktober 2014 
(AB 106). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Invalidenrente ab 1. April 2010.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-

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glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung ge-
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in-
valid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
Invalidenrente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen 
analog anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

2.5.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In-

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validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 
131 E. 3 S. 132).

2.5.2 Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, oder eine Verminderung der Hilflosigkeit, 
des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs ist für die 
Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu 
berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussicht-
lich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, 
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat 
und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 der Verord-
nung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV; 
SR 831.201]). 

2.5.3 Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente 
zugesprochen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und 
anderseits der in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV 
festzusetzende Zeitpunkt der Rentenherabsetzung oder -aufhebung die 
massgebenden Vergleichszeitpunkte (Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 5. Mai 2011, 9C_996/2010, E. 8 mit Hinweisen).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

2.6.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-

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schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.6.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3). Eine von anderen mit 
der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung ver-
mag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört viel-
mehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial 
auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf 
welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwal-
tungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswür-
digung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

Nach gefestigter Rechtsprechung führen der regelmässige Beizug eines 
Gutachters oder einer Begutachtungsinstitution durch den Versicherungs-
träger, die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen Gutachten 
und Berichte sowie das daraus resultierende Honorarvolumen für sich al-
lein genommen nicht zum Ausstand (BGE 137 V 210 E. 1.3.3 S. 227; SVR 
2009 UV Nr. 32 S. 113 E. 6.2). Entscheidend ist, dass fachlich-inhaltlich 
eine Weisungsunabhängigkeit der begutachtenden Ärzte besteht (Ent-
scheid des BGer vom 20. Juni 2007, I 885/06, E. 5.1).

2.6.3 Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeu-
tisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amt-
lich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein 
medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stel-
len und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan-
delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten 
bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil 

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die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher In-
terpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Be-
gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2008 IV 
Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1).

In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfah-
rungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf 
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten 
ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353). Dies gilt nicht 
nur für den allgemein praktizierenden Hausarzt, sondern ebenso für den 
behandelnden Spezialarzt und erst recht für den schmerztherapeutisch 
tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfor-
dernis, den geklagten Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren 
(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: 
BGer] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4).

2.7 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die 
Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrschein-
lich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem 
feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weite-
rer Beweise zu verzichten. Gleiches gilt, wenn der Sachverhalt, den die 
Partei beweisen will, nicht rechtserheblich erscheint (BGE 122 V 157 E. 1d 
S. 162). In einem solchen Vorgehen liegt kein Verstoss gegen das rechtli-
che Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236). Auch 
das Fairnessgebot von Art. 6 Ziff. 1 EMRK gewährt in diesem Zusammen-
hang keinen zusätzlichen Schutz (BGE 124 V 90 E. 4b S. 94).

3.

3.1 Mit VGE IV/12/673 (AB 59) ging das Verwaltungsgericht in Würdi-
gung der medizinischen Unterlagen von einer ausgewiesenen Arbeitsun-
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 100% lediglich bis Dezember 
2009 aus. Für den Zeitraum danach erachtete das Gericht aufgrund wider-
sprüchlicher bzw. nicht überzeugender Einschätzungen die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit als ungenügend abgeklärt:

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3.1.1 Der behandelnde Arzt Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopä-
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, ging 
im Bericht vom 20. Mai 2009 aufgrund eines Zustands nach Dekompensa-
tion und Bandscheibenprothese L4/5 (12/08), einer erosiven Osteochon-
drose Mobic Typ II L4/5 mit grosser medianer Discushernie, eines Zu-
stands nach Dekompression C4/C7 mit Spondylodese C6/7 sowie Band-
scheibenprothese C4/5 und C5/6 (05/08) und Spinalkanalstenosen C4/C7 
(AB 19/1 lit. A) weder von einer Arbeitsfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit als … noch in einer angepassten Tätigkeit aus. Indessen wies er 
darauf hin, dass die Beschwerdeführerin nach einer Operation im Bereich 
der HWS damals rekonvaleszent und eine monosegmentale Operation der 
Lendenwirbelsäule noch nicht abgeschlossen gewesen sei (AB 19/2 lit. D 
Ziff. 4).

3.1.2 Gemäss Ausführungen von Dr. med. C.________ im neurochirurgi-
schen Gutachten vom 9. Februar 2010 führten eine degenerativ bedingte 
Spondylodese bzw. Bandscheibenprothesen C4/5, C5/6 und C6/7 und 
ausgeprägte degenerative Veränderungen auch im BWS-Bereich zu einer 
schmerzhaft eingeschränkten Beweglichkeit aller drei Wirbelsäulenab-
schnitte; zudem läge eine noch nicht erklärbare Gefühls- und Kraftvermin-
derung der rechten Hand vor. Entsprechend sei die angestammte Tätigkeit 
als … unzumutbar. Denkbar wären noch leichte Tätigkeiten mit regelmäs-
sigem stündlichem Positionswechsel und einer Gewichtslimite von 3 bis 4 
kg ohne Zwangshaltungen eines Wirbelsäulenabschnittes im Rahmen von 
drei bis vier Stunden (eventuell aufgeteilt), wobei möglicherweise noch mit 
einer Leistungseinbusse von 10% infolge zusätzlicher kurzer Pausen ge-
rechnet werden müsste (AB 27/16 ff.).

3.1.3 Im Austrittsbericht der Rehaklinik H.________ vom 30. März 2011 
wurde kein Grund gesehen, der Beschwerdeführerin medizinisch-technisch 
eine Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. Es bestehe eine Arbeitsfähigkeit für 
leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangspositionen und Über-
kopfarbeiten, wobei ein Wiedereinstieg zu zunächst 50% mit dem Ziel der 
kontinuierlichen Steigerung unter Weiterführung der fachtherapeutischen 
Begleitung empfohlen werde (AB 45/8).

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3.1.4 Der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für orthopädische 
Chirurgie FMH, ging im Bericht vom 20. Dezember 2011 davon aus, dass 
zumindest ab der ersten Operation im Mai 2008 bis zum Abschluss der 
Rehabilitationsphase im Dezember 2009 eine 100%ige Arbeits- und Er-
werbsunfähigkeit bestanden habe. Für die Folgezeit könne aufgrund diver-
ser Widersprüche nicht auf das Gutachten von Dr. med. C.________ (vgl. 
E. 3.1.2 hiervor) abgestellt werden. Als einzig relevante Einschränkung 
resultiere aus diesem Gutachten eine nachvollziehbare schmerzhafte Be-
wegungseinschränkung der HWS ohne neurologische Ausfälle. Dies recht-
fertige jedoch keine Reduktion des Arbeitspensums in angepasster Tätig-
keit. Entsprechend könne von einer ganztägigen Präsenz ausgegangen 
werden. Nicht möglich seien Tätigkeiten, die eine gute HWS-Beweglichkeit 
erforderten, sowie Tätigkeiten in Zwangsposition des Kopfes bzw. der Ge-
samtwirbelsäule. Nicht zumutbar seien Überkopfarbeiten und belastende 
Drehbewegungen in der LWS. Ideal wäre eine wechselbelastende Tätigkeit 
zwischen Sitzen, Stehen und Gehen. Das Heben von Gewichten könne 
nicht repetitiv bis 5 kg zugemutet werden. Eine maximale Leistungsminde-
rung von 10% wegen vermehrten Pausen lasse sich medizinisch begrün-
den (AB 46/3 f.).

3.2 Da das Verwaltungsgericht in VGE IV/12/673 den Sachverhalt in 
Bezug auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit ab Januar 2010 als ungenü-
gend abgeklärt erachtete und die Sache deshalb zur Vornahme der not-
wendigen Abklärungen und einer Verlaufsbegutachtung an die Beschwer-
degegnerin zurückwies, damit gestützt darauf über einen allfälligen Ren-
tenanspruch ab 1. April 2010 entschieden werde könne (AB 59/13), holte 
die Beschwerdegegnerin weitere Arztberichte sowie ein Verlaufsgutachten 
bei Dr. med. D.________ ein:

3.2.1 Mit Bericht vom 4. Februar 2013 ging Dr. med. F.________ von ei-
nem verschlechterten Gesundheitszustand aus und diagnostizierte zusätz-
lich (vgl. E. 3.1.1 hiervor) therapierefraktäre Cervicocephalgien und Cer-
vicobrachialgien rechtsbetont sowie eine progrediente Handdystonie 
rechts. Die Arbeitsunfähigkeit bestehe und persistiere bei 100% mit 
schlechter Tendenz (aufgrund der zunehmenden Handdystonie). Er be-

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zweifle, dass theoretisch eine Reintegration in einer leichten körperlichen 
Tätigkeit möglich sei (AB 64/4).

3.2.2 Im Bericht vom 5. Februar 2013 weist Dr. med. E.________ auf eine 
deutliche Befundverschlechterung der Armschmerzen rechts sowie eine 
Zunahme der Parästhesien (Taubheitsgefühl) bis in den Mittelfinger hin. Bei 
"jegwelchen" Armtätigkeiten nähmen die Beschwerden deutlich zu, sodass 
die Beschwerdeführerin im Nacken kaum mehr beschwerdefreie oder güns-
tige Positionen finde. Bei den schwersten degenerativen HWS-Veränderun-
gen im noch jungen Alter sei die Prognose insgesamt sehr reserviert. Für 
eine ausserhäusliche Tätigkeit werde sie kaum je wieder arbeitseinsatz-
fähig sein, da bei "jegwelchen" Armtätigkeiten die Beschwerden massiv 
zunähmen (AB 65/2 f.).

3.2.3 Dr. med. D.________ diagnostizierte im Rahmen der neurochirurgi-
schen Verlaufsbegutachtung (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) ein 
chronifiziertes zervikales und zervikobrachialgieformes Schmerzsyndrom 
rechts sowie ein chronifiziertes lumbales und lumboischialgieformes 
Schmerzsyndrom rechts. Dabei hätten in der klinischen Untersuchung eine 
als schmerzhaft angegebene HWS- und LWS-Beweglichkeit keine klare 
radikuläre Symptomatik, keine manifesten motorischen Ausfallerscheinun-
gen festgestellt und die von der Beschwerdeführerin angegebenen Sensibi-
litätsstörungen letztlich nicht mit genügender Sicherheit einem Dermatom 
oder Versorgungsgebiet eines peripheren Nerven zugeordnet werde kön-
nen (AB 87.2/28). Die von der Beschwerdeführerin angegebenen körperli-
chen Beeinträchtigungen könnten qualitativ durchaus, quantitativ jedoch 
nicht vollständig mit objektivierbaren Befunden erklärt werden. Bildgebend 
habe seit 2009 keine Befundverschlechterung objektiviert werden können. 
Somit könne insgesamt die im Februar 2013 geltend gemachte Verschlim-
merung des Gesundheitszustandes im Ergebnis der aktuellen Untersu-
chungen zur Begutachtung und in guter Übereinstimmung mit den Ergeb-
nissen von Untersuchungen im 2012 im Spital I._______ (vgl. AB 65/4 ff.) 
nicht bestätigt werden (AB 87.2/29). Aus neurochirurgischer Sicht seien der 
Beschwerdeführerin in der Gesamtschau sämtlicher aktuell objektivierbarer 
Befunde bei gleichzeitiger ausreichender Würdigung der subjektiv erlebten 
Beeinträchtigungen in Anlehnung an die sozialmedizinische Leistungsbeur-

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teilung der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen 
Fachgesellschaften (AWMF) Tätigkeiten ohne körperliche Belastung und 
körperliche leichte Tätigkeiten in einem zeitlichen Rahmen von sechs Stun-
den pro Tag an fünf Tagen der Woche bei dabei bestehender 10 bis 20% 
verminderter Leistungsfähigkeit zumutbar. Ausgeschlossen seien körperlich 
schwere und körperlich mittelschwere Tätigkeiten, die HWS und LWS sta-
tisch belastende Tätigkeiten, Tätigkeiten mit Haltungs- und Positionsmono-
tonien der HWS und LWS, Tätigkeiten in Zwangshaltung der HWS und 
LWS (repetitive Arbeiten über Schulterhöhe und über Kopf, vorübergeneig-
te Tätigkeiten), Tätigkeiten mit repetitiven Rotationsbewegungen der HWS 
und LWS sowie Tätigkeiten mit Vibrationen und Schlägen auf das Achsen-
organ. Das Heben, Tragen und Bewegen von Lasten sei mit 5 kg limitiert. 
Insofern bestehe eine Übereinstimmung mit dem Austrittsbericht der Reha-
klinik H.________ vom 30. März 2011 (vgl. E. 3.1.3 hiervor); hingegen 
könnten die Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen im neurochirurgischen Gutach-
ten vom 9. Februar 2010 (vgl. E. 3.1.2 hiervor) sowie in den Arztberichten 
von Februar 2013 (vgl. E. 3.2.1 f. hiervor) im Ergebnis der neurochirurgi-
schen Begutachtung nicht bestätigt werden (AB 87.2/30).

3.2.4 Gemäss Bericht von Dr. med. E.________ vom 2. Juli 2014 habe 
sich seit längerem eine sensible Reizsymptomatik gezeigt, welche über die 
ganzen Jahre immer wieder verdächtig auf ein Karpaltunnelsyndrom (CTS) 
gewesen sei. Die elektrophysiologischen Befunde seien bis anhin negativ 
gewesen, aktuell bestätige sich indessen das CTS mit verlängerter distaler 
motorischer Latenz und verlangsamter sensibler Nervenleitgeschwindigkeit 
sowohl bei Ableitung vom Finger II wie III rechts. Dieses CTS solle nun 
operativ entlastet werden (AB 103/5 f.).

3.2.5 Bezüglich des CTS wies der RAD-Arzt Dr. med. G.________ in sei-
ner Stellungnahme vom 23. September 2014 darauf hin, dass es sich dabei 
um eine Kompressionssymptomatik des N. medianus im Bereich des 
Handgelenks handle, die mit Gefühlsstörungen der Finger I bis III einher-
ginge. Therapeutisch komme das Tragen einer Nachtlagerungsschiene in 
Frage bzw. gegebenenfalls die operative Dekompression des Nerven im 
Karpalkanal. Ein entsprechender Routine-Eingriff könne der Beschwerde-
führerin im Rahmen der Schadenminderung zugemutet werden. Die CTS-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2015, IV/14/1055, Seite 13

Problematik sei dementsprechend nicht IV-relevant, handle es sich doch 
um ein Leiden, das sich durch medizinische Massnahmen problemlos be-
handeln lasse. Da somit ein nicht IV-relevantes CTS vorliege und ferner 
anlässlich der Begutachtung alle relevanten Akten vorgelegen seien und in 
deren Rahmen eine umfassende medizinische Abklärung stattgefunden 
habe, könne uneingeschränkt auf das neurochirurgische Verlaufsgutachten 
(vgl. E. 3.2.3 hiervor) abgestellt werden (AB 105).

3.3

3.3.1 Das neurochirurgische Gutachten von Dr. med. D.________ vom 
22. Juli 2013 (vgl. E. 3.2.3 hiervor) erfüllt die von der Rechtsprechung an 
den Beweiswert von ärztlichen Berichten und Gutachten gestellten Anfor-
derungen (vgl. E. 2.6.1 hiervor), weshalb diesem volle Beweiskraft zu-
kommt (vgl. E. 2.6.2 hiervor). Dieses beruht auf einer eigens durchgeführ-
ten Untersuchung, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben. Dass der Gutachterin im 
Untersuchungszeitpunkt einzelne medizinische Akten aus den Jahren 2008 
und 2009 noch fehlten (vgl. Beschwerde, S. 7 ff. Art. 9), ändert an der Be-
weiskraft des Gutachtens nichts, da für die Beurteilung einer allfälligen In-
validenrente ab April 2010 der Gesundheitszustand ab Januar 2010 ent-
scheidwesentlich ist. Der Inhalt der (zunächst) fehlenden Akten war 
Dr. med. D.________ aufgrund der gekürzten Wiedergabe im Gutachten 
von Dr. med. C.________ (AB 27/4 ff.) im Untersuchungszeitpunkt zumin-
dest summarisch und nach deren Eingang bei der Abfassung des Gutach-
tens zudem vollständig bekannt. Entsprechend verlangte Dr. med. 
D.________ diese Unterlagen bloss vollständigkeitshalber ein, zumal sie 
ohnehin eine klare Befundlage vorfand (AB 100/2). Das Gutachten von Dr. 
med. D.________ ist alsdann in der Darlegung der medizinischen Zusam-
menhänge einleuchtend und die Schlussfolgerungen sind begründet. Auf-
grund dieser inhaltlichen Vollständigkeit und Schlüssigkeit spricht die gel-
tend gemachte kurze Untersuchungsdauer von rund einer Stunde (vgl. Be-
schwerde, S. 7 f. Art. 9) nicht gegen die Beweiskraft der Expertise, zumal 
die Gutachterin in ihrer Stellungnahme vom 19. Mai 2014 glaubwürdig ver-
sichert, eine ausführliche Anamnese erhoben und die Beschwerdeführerin 
mit der gebotenen Gründlichkeit und Sorgfalt untersucht und umfassend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2015, IV/14/1055, Seite 14

abgeklärt zu haben (AB 100/3). Wesentlich sind die (individuellen) inhaltli-
chen Schlussfolgerungen und nicht der von der Beschwerdeführerin bean-
standete, dem Gutachten von Dr. med. C.________ ähnelnde Aufbau des 
Gutachtens (vgl. Beschwerde, S. 10 Art. 11), zumal der Aufbau ohnehin 
nach den Vorgaben und Empfehlungen des Bundesamtes für Sozialversi-
cherung (BSV) zu erfolgen hat (vgl. AB 100/3).

3.3.2 Dr. med. D.________ erklärt die von ihr attestierten Einschränkun-
gen der Arbeits- und Leistungsfähigkeit anhand der objektivierbaren Befun-
de. Auch wenn gemäss VGE IV/12/673 (AB 59/10) die Einschätzungen von 
Dr. med. C.________ (vgl. E. 3.1.2 hiervor), der Rehaklinik H.________ 
(vgl. E. 3.1.3 hiervor) und des RAD-Arztes Dr. med. G.________ (vgl. 
E. 3.1.4 hiervor) in sich und im Vergleich untereinander nicht vollumfänglich 
zu überzeugen vermögen, ist ihnen doch gemeinsam, dass der Beschwer-
deführerin in beachtlichem Umfang eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
attestiert worden ist. Die anderslautenden Angaben (Arbeitsunfähigkeit von 
100%) der behandelnden Dres. med. F.________ (vgl. E. 3.1.1 und 3.2.1 
hiervor) und E.________ (vgl. E. 3.2.2 hiervor) ändern nichts. Deren Ein-
schätzungen erfolgten weniger aufgrund der objektivierbaren Befunde, 
sondern vielmehr aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin selber. 
Mit Ausnahme des operablen und somit IV-rechtlich irrelevanten CTS (vgl. 
E. 3.2.4 f. hiervor) vermögen die behandelnden Ärzte zudem keine neuen, 
bisher unberücksichtigt gebliebenen Aspekte vorzubringen. Schliesslich ist 
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte mitunter im 
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. E. 2.6.3 hiervor).

3.3.3 Damit erweist sich das Verlaufsgutachten als schlüssig; weitere Ab-
klärungen, wie in der Beschwerde beantragt, erübrigen sich demzufolge 
(vgl. E. 2.7 hiervor). Mit Blick auf VGE IV/12/673 (AB 59/13) scheint zwar 
auch die Beschwerdeführerin davon auszugehen (vgl. Beschwerde, S. 7 
Art. 8), dass das Verwaltungsgericht von der Beschwerdegegnerin lediglich 
eine Verlaufsbegutachtung und nie ein MEDAS-Gutachten verlangt hat, 
dennoch beantragt sie (eventualiter) eine Begutachtung durch eine 
MEDAS. Grundsätzlich sind MEDAS-Gutachten dann vorgesehen, wenn 
drei und mehr Fachdisziplinen beteiligt sind (vgl. Art. 72bis IVV; BGE 139 V 

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349 E. 2.2 S. 351). Im Rahmen mono- (und bi-)disziplinärer Expertisen 
wählt die IV-Stelle den (bzw. die) Gutachter aus und teilt der versicherten 
Person den (bzw. die) Namen des (bzw. der) Sachverständigen mit jeweili-
gem Facharzttitel mit, womit personenbezogene Einwendungen möglich 
werden (vgl. BGE 139 V 349 E. 5.2.2.2 S. 355, 138 V 271 E. 1.1 S. 274, 
137 V 210 E. 3.4.2.7 S. 257). Die Auswahl von Dr. med. D.________ als 
Gutachterin wirft damit keine Fragen auf. Im Rahmen der Gutachtensan-
ordnung machte die Beschwerdeführerin dieser gegenüber denn auch kei-
ne personenbezogenen Einwendungen geltend. Soweit sie diese nunmehr 
als einer eigenen Interessengemeinschaft angehörend und damit als be-
fangen bezeichnet (vgl. Beschwerde, S. 10 Art. 11), ist auf das unter 
E. 2.6.2 zweiter Abschnitt hiervor Ausgeführte zu verweisen.

3.4 Gestützt auf das Gutachten von Dr. med. D.________ ist davon 
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten 
Tätigkeit 30 Stunden in der Woche zu arbeiten vermag, dies mit einer Ein-
schränkung von 15% (entsprechend dem Mittelwert der von Dr. med. 
D.________ angegebenen 10 bis 20%; zum arithmetischen Mittel: Ent-
scheid des BGer vom 19. August 2009, 9C_226/2009, E. 3.2). Entspre-
chend angepasste Tätigkeiten (vgl. E. 3.2.3 hiervor) finden sich durchaus 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. E. 2.1 hiervor), zumal (entge-
gen den Vorbringen der Beschwerdeführerin in der Beschwerde, S. 9 
Art. 10) insbesondere auch in der Produktion und Verarbeitung nicht nur 
körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten anfallen und im Verkauf 
(ausser bei ständiger Kassenarbeit) kaum Haltungs- und Positionsmonoto-
nien auftreten.

3.5 Dieses Leistungsprofil gilt – nach angemessener Rekonvaleszenz-
zeit nach operativem Eingriff im Dezember 2008 – seit spätestens Ende 
2009 (AB 87.2/32 oben). In Übereinstimmung dazu erkannte das Verwal-
tungsgericht in VGE IV/12/673 (AB 59) eine vollständige Arbeits- und Leis-
tungsunfähigkeit lediglich bis 31. Dezember 2009 als ausgewiesen. Auch 
wenn es die Arbeits- und Leistungsfähigkeit für die Folgezeit als ungenü-
gend abgeklärt erachtete (AB 59/10 Ziff. 3.3), gingen doch schon damals 
mehrere Ärzte von einer deutlichen Verbesserung ab Januar 2010 aus (so 
Dr. med. C.________ [vgl. E. 3.1.2 hiervor], Rehaklinik H.________ [vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2015, IV/14/1055, Seite 16

E. 3.1.3 hiervor] und RAD-Arzt Dr. med. G.________ [vgl. E. 3.1.4 hiervor]). 
Dies wird nun im voll beweiskräftigen (vgl. E. 3.3 hiervor) Gutachten von 
Dr. med. D.________ bestätigt. Damit ist (spätestens) Ende Dezember 
2009 eine Änderung in den gesundheitlichen Verhältnissen eingetreten 
(vgl. E. 2.5.1 hiervor), die geeignet ist, den Invaliditätsgrad unter Berück-
sichtigung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV in anspruchsbe-
gründender Weise zu verändern (vgl. E. 2.5.2 f. hiervor). Folglich ist nach-
folgend der Rentenanspruch ab April 2010 mittels Einkommensvergleichs 
zu bestimmen.

4.

4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325). 

4.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 
E. 5.2 S. 301; SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2015, IV/14/1055, Seite 17

S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 
E. 4.1.1).

4.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich zur Ermittlung des Validenein-
kommens auf die Angaben der letzten Arbeitgeberin, wonach der Jahres-
lohn als … im Jahr 2007 Fr. 48'600.-- (12 x Fr. 4'050.--; AB 15) entsprach. 
Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2010 (BFS, Tabelle T1.2.05, 
Nominallohnindex Frauen 2006-2010, Abschnitt G und H, Index Jahr 2007: 
102.7 Punkte, Index Jahr 2010: 108.3 Punkte) resultiert ein Validenein-
kommen von Fr. 51'250.05 (Fr. 48'600.-- / 102.7 x 108.3). Die Abweichung 
zur Berechnung der Beschwerdegegnerin (AB 106/1: Fr. 51'128.--) basiert 
offenbar auf nicht ganz gleichen statistischen Grundlagen. Im Ergebnis 
spielt es jedoch letztlich keine Rolle, auf welchen Wert abgestellt wird.

4.4 Da die Beschwerdeführerin keine Verweistätigkeit im zumutbaren 
Rahmen aufgenommen hat, ist das Invalideneinkommen aufgrund des Ta-
bellenlohns zu bestimmen (vgl. E. 4.2 hiervor). Gemäss der Tabelle TA1 
der LSE für das Jahr 2010 beträgt der massgebliche monatliche Bruttolohn 
(Anforderungsniveau 4, Total, Frauen) Fr. 4'225.--. Aufgerechnet auf ein 
Jahr (Fr. 4'225.-- x 12 = Fr. 50'700.--), arbeitszeitbereinigt (Fr. 50'700.-- / 40 
x 41.7 [BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total] 
= Fr. 52'854.75) und angepasst an die Arbeitsfähigkeit von 30 Stunden pro 
Woche (Fr. 52'854.75 / 41.7 x 30 = Fr. 38'025.--) beträgt das lohnstatisti-
sche Jahreseinkommen bei einem zumutbaren Pensum (30 Stunden/Wo-
che; vgl. E. 3.4 hiervor) somit Fr. 38'025.--. Unter zusätzlicher Berücksichti-
gung der gutachterlich attestierten 85%igen Leistungsfähigkeit im Rahmen 
dieses zumutbaren Pensums (vgl. E. 3.4 hiervor) ergibt dies ein Einkom-
men von Fr. 32'321.25 (Fr. 38'025.-- x 0.85) im Jahr. Da den medizinischen 
Einschränkungen bereits mit der reduzierten Arbeits- bzw. Leistungsfähig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2015, IV/14/1055, Seite 18

keit Rechnung getragen wird, ist ein eigentlicher behinderungsbedingter 
Abzug nicht vorzunehmen (Entscheid des BGer vom 5. Juli 2011, 
8C_261/2011, E. 7.3).

4.5 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen (zu 
Gunsten der Beschwerdeführerin wird auf die vorliegend in E. 4.3 f. be-
rechneten Einkommen [leicht höheres Valideneinkommen von 
Fr. 51'250.05 und leicht tieferes Invalideneinkommen von Fr. 32'321.25] 
abgestellt) resultiert bestenfalls ein Invaliditätsgrad von 37% (zur Rundung: 
BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123).

4.6 Damit besteht für die Zeit nach der befristeten Rentenzusprechung 
(ab 1. April 2010; AB 59) mangels eines rentenberechtigenden Invaliditäts-
grads von 40% (vgl. E. 2.2 hiervor) kein Anspruch auf eine Invalidenrente 
mehr. Entsprechend ist die angefochtene Verfügung vom 1. Oktober 2014 
(AB 106) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde 
abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten sind vorliegend praxisgemäss auf Fr. 700.-- festzu-
setzen und – unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege – der unter-
liegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen (vgl. Art. 108 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 110 Abs. 1 VRPG).

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

5.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2015, IV/14/1055, Seite 19

5.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

5.3.2 Auch wenn von der die Beschwerdeführerin vertretende Rechtsan-
wältin eigentlich zu erwarten gewesen wäre, ein den Anforderungen 
gemäss Kreisschreiben Nr. 1 der Zivilabteilung des Obergerichts und des 
Verwaltungsgerichts (vgl. www.justice.be.ch) entsprechendes Gesuch um 
Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege zu stellen, ist im vorliegenden 
Fall – ohne entsprechende Aufforderung zur Verbesserung – davon 
auszugehen, dass sie mit der Einreichung des Standardformulars "Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege" sowohl um unentgeltliche Prozessführung 
als auch um Beiordnung ihrerseits als amtliche Anwältin ersucht hat. 

5.3.3 Aufgrund der zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege einge-
reichten Unterlagen (Akten der Beschwerdeführerin [act. IA] 1 ff.) ist die 
Prozessbedürftigkeit erstellt. Auch kann das vorliegende Beschwerdever-
fahren nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden und die 
anwaltliche Verbeiständung im Beschwerdeverfahren scheint gerechtfertigt. 
Damit sind die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege und Verbeiständung im Beschwerdeverfahren erfüllt. Das 
Gesuch ist somit gutzuheissen. Die Beschwerdeführerin ist folglich – unter 
Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; 
SR 272) – von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrenskosten zu be-
freien (Art. 113 VRPG) und ihr ist Rechtsanwältin B.________ als amtliche 
Anwältin beizuordnen.

5.3.4 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2015, IV/14/1055, Seite 20

Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen 
und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Im Lichte dieser Grundsätze erscheint die von Rechtsanwältin B.________ 
mit Kostennote vom 5. Dezember 2014 geltend gemachte Entschädigung 
von Fr. 4'340.85 (inkl. Auslagen und MWSt.), basierend auf einem Aufwand 
von 14.42 Stunden, als zu hoch. Die Akten sind überblickbar. Der Streitge-
genstand beschränkte sich einzig darauf, ob anhand der vorliegenden 
Arztberichte und Gutachten die Arbeits- und Leistungsfähigkeit zuverlässig 
ermittelt werden kann. Insofern bedingte der vorliegende Fall keinen be-
sonders hohen Aufwand, dies insbesondere auch mit Blick auf die ebenfalls 
von der Rechtsanwältin verfasste Ergänzung des Einwands vom 29. April 
2014 (AB 98), welche inhaltlich in den wesentlichen Punkten mit der Be-
schwerde vom 30. Oktober 2014 übereinstimmt. Der geltend gemachte 
Parteikostenersatz entspricht deshalb nicht der Bedeutung des vorliegen-
den Verfahrens. Der Parteikostenersatz wird deshalb – und in Berücksich-
tigung des Stundenansatzes von Fr. 200.-- – auf pauschal Fr. 2'500.-- (inkl. 
Auslagen und MWSt.) festgesetzt. Damit erübrigen sich auch Ausführun-
gen darüber, dass die Kostennote im Bereich Auslagen (wonach 240 Kopi-
en à Fr. 0.50 dem Totalbetrag von Fr. 96.-- entsprächen) fehlerhaft ist, zu-
mal sich ein Grossteil dieser Kopien, soweit bereits in den ohnehin einzu-
fordernden Akten der IVB enthalten, erübrigt hätte.

Die amtliche Entschädigung von Fr. 2'500.-- wird Rechtsanwältin 
B.________ nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils aus der Gerichtskasse 
vergütet. Die Beschwerdeführerin hat dem Kanton Bern diese Kosten ent-
sprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO nachzuzahlen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2015, IV/14/1055, Seite 21

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2015, IV/14/1055, Seite 22

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Beiordnung von 
Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der amtlichen Anwältin B.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine pauschal auf Fr. 2‘500.-- 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2015, IV/14/1055, Seite 23

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.