# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a29b315a-e80b-5ac2-a5ad-da232fabe7e0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-03-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.03.2015 D-5349/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5349-2014_2015-03-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-5349/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  M ä r z  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richterin Muriel Beck Kadima,  

Richterin Claudia Cotting-Schalch,    

Gerichtsschreiberin Eva Hostettler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren (…), 

Eritrea,  

vertreten durch B._______,  

(…), 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; 

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des BFM vom 28. August 2014 / N (…). 

 

 

 

D-5349/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der angebliche Ehemann und Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

(B._______), eritreischer Staatsangehöriger mit letztem Wohnsitz in 

C._______, verliess seinen Heimatstaat im Januar 2005. Über den Sudan, 

Libyen und Italien gelangte er am 27. November 2007 in die Schweiz, wo 

er gleichentags um Asyl nachsuchte. Mit Verfügung vom 3. Februar 2010 

stellte das BFM fest, er erfülle die Flüchtlingseigenschaft und gewährte ihm 

Asyl. 

B.  

Die Beschwerdeführerin – eine sich gegenwärtig im Sudan aufhaltende, 

eritreische Staatsangehörige – ersuchte mit Eingabe ihres Rechtsvertre-

ters vom 19. September 2012 um Einreise in die Schweiz zwecks Asylge-

währung.  

Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte sie eine Heiratsurkunde vom 25. Au-

gust 2012 sowie ihre Taufbescheinigung – beide in Kopie – zu den Akten.  

C.  

Mit Eingabe vom 31. Januar 2013 machte die Beschwerdeführerin auf  

ihre schwierigen Lebensumstände im D._______ Lager im Sudan aufmerk-

sam und führte aus, dass sie daran gehindert werde, nach E._______ zu-

rückzukehren.  

D.  

Mit Eingabe vom 26. Juni 2013 ersuchte die Beschwerdeführerin um Aus-

kunft über den Verfahrensstand und führte aus, es gebe immer wieder Ent-

führungen mit Lösegeldforderungen.  

E.  

Mit Schreiben vom 9. September 2013 beantwortete das BFM die Einga-

ben und führte aus, für das mit Eingabe vom 19. September 2012 einge-

reichte Gesuch um Familienzusammenführung könne infolge hoher Ge-

schäftslast kein genaues Entscheiddatum genannt werden.  

F.  

Mit Eingabe vom 3. März 2014 ersuchte die Beschwerdeführerin erneut um 

Auskunft über den Verfahrensstand. 

D-5349/2014 

Seite 3 

G.  

Das BFM teilte der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 9. April 2014 

mit, dass gemäss Mitteilung der Schweizer Botschaft in E._______ vom 

23. März 2010 eine Befragung vor Ort aus sicherheitstechnischen, struktu-

rellen und organisatorischen Gründen nicht möglich sei, weshalb von einer 

solchen abgesehen werde, was der Rechtsprechung des Bundesverwal-

tungsgerichts entspreche (BVGE 2007/30 E. 5.8 S. 367 f.). Gleichzeitig 

wurde sie mittels detailliertem Fragenkatalog aufgefordert, innert Frist nä-

here Angaben zu ihrer Person, ihrer familiären Situation in Eritrea, allfälli-

gen Familienangehörigen im In- und Ausland, insbesondere auch in der 

Schweiz, ihrer Situation in Eritrea und im Sudan und zu weiteren Gründen 

für ihr Asylgesuch zu machen sowie zu einem allfällig negativen Asylent-

scheid des BFM Stellung zu nehmen. Des Weiteren wurde sie aufgefordert, 

innert Frist eine Vollmacht zugunsten ihres Rechtsvertreters zu den Akten 

zu reichen. 

H.  

Mit Eingabe vom 15. April 2014 nahm die Beschwerdeführerin Stellung 

zum Fragenkatalog des BFM und reichte eine Vollmacht ein. 

I.  

In ihren Eingaben vom 19. September 2012 und 15. April 2014 führte die 

Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, aus familiären Gründen habe 

sie ihre Ausbildung im Winter 2009 abgebrochen, woraufhin sie einen 

Marschbefehl erhalten habe. Sämtliche Versuche zu erklären, dass sie ihre 

Ausbildung nur deshalb abgebrochen habe, um ihre schwer kranke Mutter 

pflegen zu können, seien gescheitert. Deshalb sei sie im Februar 2010 in 

den Sudan geflohen. Sie habe sich beim UNHCR registrieren lassen und 

zunächst für etwa fünf Monate im D._______ Lager gelebt. Aufgrund der 

schlechten Sicherheitssituation sei sie später nach E._______ gezogen. 

Dort habe sie zunächst die Schwester ihres Ehemanns und über diese 

dann später per Telefon und E-Mail den in der Schweiz wohnhaften Ehe-

mann kennengelernt. In E._______ lebe sie allein ohne Verwandte und 

komme nur dank der finanziellen Unterstützung ihres Ehemanns über die 

Runden. Zudem habe sie gesundheitliche Beschwerden, da sie an Bauch- 

und Rückenschmerzen leide, wobei sie deshalb auch in medizinischer Be-

handlung sei.  

Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin ihren UN-

HCR Flüchtlingsausweis, die Identitätskarten ihrer Eltern und ein ärztliches 

Zeugnis zu den Akten, wonach sie an einer Infektion des Unterleibs leide, 

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Seite 4 

mit Medikamenten behandelt werde und gut auf die Therapie anspreche, 

sich jedoch noch nicht komplett erholt habe (alles jeweils in Kopie).  

J.  

Mit Eingabe vom 21. August 2014 ersuchte die Beschwerdeführerin erneut 

um Auskunft über den Verfahrensstand. 

K.  

Mit Verfügung vom 28. August 2014 – eröffnet am 30. August 2014 – ver-

weigerte das BFM der Beschwerdeführerin die Einreise in die Schweiz und 

lehnte ihr Asylgesuch ab.  

L.  

Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe ihres 

Rechtsvertreters vom 19. September 2014 Beschwerde beim Bundesver-

waltungsgericht und beantragte im Wesentlichen, die vorinstanzliche Ver-

fügung sei aufzuheben und es sei ihr die Einreise in die Schweiz zwecks 

Durchführung des Asylverfahrens zu bewilligen. In verfahrensrechtlicher 

Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Verzicht auf das Erheben eines Kosten-

vorschusses ersucht.  

M.  

Am 23. September 2014 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den 

Eingang der Beschwerde. 

N.  

Mit Verfügung vom 1. Oktober 2014 stellte die Instruktionsrichterin fest, 

dass über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von 

Art. 65 Abs. 1 VwVG später befunden werde, und verzichtete auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses. Der Vorinstanz wurde Gelegenheit einge-

räumt, innert Frist eine Vernehmlassung einzureichen.  

O.  

In seiner Vernehmlassung vom 7. Oktober 2014 beantragte das BFM die 

Abweisung der Beschwerde und stellte fest, das Risiko einer Deportation 

für eritreische Flüchtlinge, die vom UNHCR registriert worden seien, sei 

gering. Aus den Akten würden sich keinerlei Anhaltspunkte ergeben, dass 

die Beschwerdeführerin konkret von einer Rückschaffung bedroht wäre.  

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Seite 5 

P.  

Mit Verfügung vom 13. Oktober 2014 wurde der Beschwerdeführerin Gele-

genheit zur Einreichung einer Replik eingeräumt. 

Q.  

Mit Eingabe vom 21. Oktober 2014 nahm die Beschwerdeführerin Stellung 

und führte aus, sie sei krank und der Arzt habe bisher kein Medikament 

gefunden, welches ihr wirklich helfen würde. Zudem sei ihr Ehemann in der 

Schweiz. Zur Stützung reichte sie den bereits im vorinstanzlichen Verfah-

ren zu den Akten gereichten Arztbericht im Original zu den Akten. 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; sie ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

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Seite 6 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG; zur Kognition des Bundesverwaltungsge-

richts im Auslandsverfahren siehe BVGE D-103/2014 vom 21. Januar 

2015). 

3.  

Soweit mit den dringlichen Änderungen des Asylgesetzes vom 28. Sep-

tember 2012 (AS 2012 5359; in Kraft getreten am 29. September 2012; 

angenommen durch die Volksabstimmung vom 9. Juni 2013 [BBl 2013 

6613]) die Möglichkeit der Asylgesuchstellung im Ausland abgeschafft 

wurde, kommt dies im vorliegenden Fall nicht zur Anwendung, da gemäss 

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 28. September 2012 für Asyl-

gesuche, die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung gestellt wor-

den sind – was vorliegend zutrifft –, die einschlägigen Normen in der bis-

herigen Fassung gelten. 

4.  

4.1 Zur Begründung der ablehnenden Verfügung vom 28. August 2014 

führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, die eher unsubstantiierten 

Schilderungen der Beschwerdeführerin liessen nicht ausschliessen, dass 

sie ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den eritreischen Behörden 

habe. Im Lichte der nachfolgenden Erwägungen könne jedoch darauf ver-

zichtet werden, auf die Unglaubhaftigkeitselemente näher einzugehen. Im 

Folgenden sei zu prüfen, ob einer Asylgewährung durch die Schweiz der 

Asylausschlussgrund von aArt. 52 Abs. 2 AsylG (SR 142.31) entgegen-

stehe, wonach einer Person das Asyl verweigert werden könne, wenn ihr 

zuzumuten sei, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. 

Zwar – so das BFM – sei die Lage der eritreischen Flüchtlinge und Asylbe-

werber im Sudan angesichts deren Anzahl nicht einfach. Die zahlreichen 

eritreischen Flüchtlinge im Sudan verfügten nicht über ein freies Aufent-

haltsrecht für das ganze Land, sondern würden nach ihrer Registrierung 

einem Flüchtlingslager zugeteilt, wo sie sich aufzuhalten hätten und die 

nötige Versorgung erhielten. Aus den Akten ergebe sich, dass sich die Be-

schwerdeführerin in E._______ aufhalte, obwohl sie dem Flüchtlingslager 

D._______ zugeteilt worden sei. Es sei ihr zuzumuten, in dieses zurückzu-

kehren oder beim UNHCR um Schutz zu ersuchen, sollte ihre Situation, 

einschliesslich ihrer gesundheitlichen, kritisch sein. In Bezug auf die Si-

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cherheitssituation im D._______ Lager gelte es festzuhalten, dass die Si-

cherheitsvorkehrungen verstärkt worden seien; auch betreibe das UNHCR 

in E._______ ein Büro und habe begonnen, eritreische Flüchtlinge in 

E._______ zu registrieren. Zudem habe sie offenbar auch die erforderliche 

medizinische Unterstützung erhalten. Aus den Angaben der Beschwerde-

führerin gehe schliesslich auch hervor, dass sie sich seit mehreren Jahren 

in E._______ aufhalte. Die Hürden für eine zumutbare Existenz seien dem-

nach nicht unüberwindbar. Zudem lebe im Sudan eine grosse eritreische 

Diaspora, die weitgehende Unterstützung biete. Die Befürchtung, einreise-

relevanten Nachteilen im Sudan ausgesetzt zu sein, werde als unbegrün-

det erachtet. Sodann lebe ihre Schwägerin seit langer Zeit im Sudan, mithin 

davon auszugehen sei, sie sei nicht auf sich alleine gestellt. Die Beschwer-

deführerin verfüge mit ihrem Ehemann zwar über einen Anknüpfungspunkt 

zur Schweiz. Da sie sich jedoch vor der Heirat nur über Telefon und Internet 

ausgetauscht und einander vorgängig nie getroffen hätten, könne nicht von 

einer vorbestandenen Beziehung gesprochen werden. Nach dem Gesag-

ten sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin nicht schutzbedürftig im 

Sinne des Asylgesetzes sei. 

4.2 In der Beschwerdeschrift vom 19. September 2014 wird dem im We-

sentlichen entgegengehalten, zahlreiche Berichte würden bestätigen, dass 

das Leben im Sudan für eritreische Flüchtlinge unzumutbar sei. Es komme 

immer wieder zu Entführungen und Deportationen, wobei für sie als allein-

stehende Frau die Situation besonders schwierig sei. Zudem sei sie ge-

sundheitlich angeschlagen und würde nicht die erforderliche medizinische 

Unterstützung erhalten. Schliesslich lebe ihr Ehemann in der Schweiz, sie 

liebten einander und möchten nun endlich zusammenleben dürfen. 

5.  

5.1 Ein Asylgesuch kann gemäss aArt. 19 AsylG im Ausland bei einer 

schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 

das Bundesamt überweist (aArt. 20 Abs. 1 AsylG); das Gesuch kann auch 

direkt beim BFM eingereicht werden (vgl. BVGE 2007/19 E. 3.3). Hinsicht-

lich des Verfahrens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht 

aArt. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen 

(AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der 

Regel eine Befragung durchführt. Ist dies nicht möglich, so wird die asylsu-

chende Person von der Vertretung aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich 

festzuhalten (aArt. 10 Abs. 2 AsylV 1; BVGE 2007/30 E. 5.7 S. 367). 

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Seite 8 

5.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat in Auslegung dieser Bestimmungen 

in BVGE 2007/30 erkannt, dass sich die Unmöglichkeit einer Befragung 

aus organisatorischen oder kapazitätsmässigen Gründen bei der jeweili-

gen Vertretung, aus faktischen Hindernissen im betreffenden Land oder 

aus bei der asylsuchenden Person liegenden persönlichen Gründen erge-

ben kann (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.2 und 5.3). Da die Befragung der Sach-

verhaltserstellung sowie der Gewährung des rechtlichen Gehörs dient (vgl. 

BVGE a.a.O. E. 5.5), ist die asylsuchende Person bei gegebener Unmög-

lichkeit einer Befragung unter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht in einem 

individualisierten Schreiben mittels konkreter Fragen aufzufordern, ihre 

Asylgründe schriftlich festzuhalten; ein standardisiertes Schreiben vermag 

diesen Anforderungen damit in aller Regel nicht zu genügen (vgl. BVGE 

a.a.O. E. 5.4).  

5.3 Allerdings kann sich eine Befragung beziehungsweise eine schriftliche 

Sachverhaltsabklärung erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund 

des eingereichten Asylgesuchs als erstellt erscheint; der asylsuchenden 

Person ist aber diesfalls immerhin im Sinne des rechtlichen Gehörs die 

Gelegenheit zu geben, sich zum Verzicht auf eine Befragung und zu einem 

abzusehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu äussern (vgl. 

BVGE a.a.O. E. 5.7). Schliesslich ist das Bundesamt  gehalten, das Abse-

hen von einer Befragung zu begründen (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.6 sowie 

5.7). 

5.4 Im vorliegenden Fall ist der Verzicht auf eine persönliche Befragung 

der Beschwerdeführerin durch die vom BFM im Schreiben vom 9. April 

2014 erwähnten begrenzten Personalressourcen und fehlenden Voraus-

setzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich sachlich be-

gründet. In ihrem Gesuch vom 19. September 2012 (vgl. act. B1/6) schil-

derte die Beschwerdeführerin summarisch ihre Ausreisegründe aus Eritrea 

und ihre Situation im Sudan. Die in den erwähnten Schreiben des Bundes-

amts enthaltenen zusätzlichen Fragestellungen decken sodann sämtliche 

weiteren für die Beurteilung des von der Beschwerdeführerin schriftlich ein-

gereichten Asylgesuches aus dem Ausland notwendigen Aspekte ab. Sie 

wurden von der Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 15. April 2014 (vgl. 

act. B12/5) genügend beantwortet.  

5.5 Nach Durchsicht der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass der rechtserhebliche Sachverhalt hinreichend erstellt ist und 

der Anspruch auf rechtliches Gehör nicht verletzt wurde.  

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Seite 9 

6.  

6.1 Das Bundesamt bewilligt Asylsuchenden die Einreise in die Schweiz 

zur Abklärung des Sachverhalts, wenn ihnen nicht zugemutet werden 

kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in einen anderen 

Staat auszureisen (aArt. 20 Abs. 2 AsylG). Unzumutbar ist ein Verbleib na-

mentlich dann, wenn die asylsuchende Person schutzbedürftig ist. Schutz-

bedürftig im Sinne des Asylgesetzes sind Personen, die in ihrem Heimat-

staat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Reli-

gion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder 

wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 

sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu wer-

den. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, 

Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychi-

schen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

6.2 Das BFM kann einer Person, die sich im Ausland befindet, Asyl – und 

damit auch die Einreise in die Schweiz – verweigern, wenn keine Hinweise 

auf eine aktuelle Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG vorliegen oder ihr 

zuzumuten ist, sich in einem Drittstaat um Aufnahme zu bemühen (aArt. 52 

Abs. 2 AsylG).  

6.3 Bei der Beurteilung der Elemente der Flüchtlingseigenschaft im Sinne 

von Art. 3 AsylG und deren Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 AsylG 

handelt es sich um Rechtsfragen respektive um einen Beweismassstab, 

der mittels Gesetzesauslegung zu konkretisieren ist. Dem BFM kommt 

diesbezüglich kein Ermessen zu (vgl. auch schon BVGE 2010/54 E. 7.7). 

Die vorliegend zu beurteilende Frage nach der Gefährdung der Beschwer-

deführerin im Sinne von Art. 3 AsylG ist gestützt auf Art. 106 Abs. 1 AsylG 

somit nach wie vor vollumfänglich überprüfbar.  

7.  

7.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie habe sich der Leistung ihrer Mi-

litärdienstpflicht in Eritrea entzogen und sei aus Angst verhaftet zu werden 

in den Sudan geflohen (vgl. act. B12/5 S. 2). Demnach macht die Be-

schwerdeführerin geltend, sie sei desertiert. Das BFM hält in der angefoch-

tenen Verfügung, ohne auf diese Vorbringen näher einzugehen, fest, die 

Ausführungen liessen darauf schliessen, dass die Beschwerdeführerin in 

Eritrea ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den heimatlichen Behörden 

gehabt habe, auch wenn die diesbezüglichen Angaben der Beschwerde-

führerin nicht sehr substantiiert ausgefallen seien. Die Vorinstanz geht mit-

hin implizit vom Vorliegen einer Gefährdung der Beschwerdeführerin im 

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Seite 10 

Sinne von Art. 3 AsylG im Zeitpunkt der Ausreise aus Eritrea in den Sudan 

aus. 

7.2 Ob die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Desertion bei einer Rück-

kehr in ihren Heimatstaat ernsthafte Nachteilen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 

AsylG zu gewärtigen hat, kann in Anbetracht der nachfolgenden Erwägun-

gen letztlich offen gelassen werden.  

8.  

8.1 Gemäss aArt. 52 Abs. 2 AsylG kann einer Person, die sich im Ausland 

befindet, das Asyl verweigert werden, wenn es ihr zugemutet werden kann, 

sich in einem andern Staat um Aufnahme zu bemühen. Diese Bestimmung 

trifft keine Unterscheidung zwischen Asylgesuchen aus dem Herkunftsland 

der asylsuchenden Person und solchen, die aus einem Drittstaat gestellt 

werden. Hält sich die Person, die ein Asylgesuch aus dem Ausland gestellt 

hat, in einem Drittstaat auf, ist zwar im Sinne einer Vermutung davon aus-

zugehen, die betreffende Person habe in diesem Drittstaat bereits Schutz 

vor Verfolgung gefunden oder könne ihn dort erlangen, weshalb auch an-

zunehmen ist, es sei ihr zuzumuten, dort zu verbleiben beziehungsweise 

sich dort um Aufnahme zu bemühen. Diese Vermutung kann sich jedoch 

sowohl in Bezug auf die Schutzgewährung durch den Drittstaat (vgl. E-

MARK 2005 Nr. 19 E. 5.1 S. 176 f.) wie auch die Zumutbarkeit der Inan-

spruchnahme des Schutzes im Drittstaat als unzutreffend erweisen. Es ist 

deshalb zu prüfen, ob die asylsuchende Person im Drittstaat Schutz vor 

Verfolgung gefunden hat oder erlangen kann, und – falls dies zu bejahen 

ist – ob der asylsuchenden Person die Inanspruchnahme des Schutzes 

des Drittstaates und somit der Verbleib in diesem Staat objektiv zugemutet 

werden kann. In jedem Falle sind die Kriterien zu prüfen, welche die Zu-

fluchtnahme in diesem Drittstaat als zumutbar erscheinen lassen, und 

diese sind mit einer allfälligen Beziehungsnähe zur Schweiz abzuwägen. 

Es gilt also zu prüfen, ob aufgrund der gesamten Umstände geboten er-

scheint, dass es gerade die Schweiz ist, die einer Person den erforderli-

chen Schutz gewähren soll (vgl. BVGE 2011/10 E. 5.1, EMARK 2004 

Nr. 21 E. 4b.aa S. 139 f.). 

8.2 Die Beschwerdeführerin hält sich gegenwärtig in einem Drittstaat – 

dem Sudan – auf und dies seit nunmehr rund sechs Jahren in E._______, 

wo sie beim UNHCR registriert ist. Sie macht geltend, das dortige Leben 

sei sehr schwierig. Indes unterlässt sie es auch auf Beschwerdestufe, die-

ses Vorbringen näher zu substantiieren und darzulegen, inwiefern ihr per-

sönlich ein weiterer dortiger Aufenthalt nicht zumutbar sein soll. Namentlich 

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Seite 11 

äussert sie sich nicht substantiiert zu ihrer ganz persönlichen Lebenssitu-

ation in E._______. Ihre diesbezüglichen Angaben erschöpfen sich in we-

nigen allgemeinen Aussagen. Wie bereits das BFM festhält, ist die dortige 

Situation für eritreische Flüchtlinge generell nicht einfach. Dennoch beste-

hen im vorliegenden Verfahren keine konkreten Anhaltspunkte für die An-

nahme, dass ein weiterer Verbleib im Sudan nicht zumutbar oder nicht 

möglich ist. Die vom UNHCR registrierten Flüchtlinge sind grundsätzlich 

gehalten, sich in einem UNHCR-Flüchtlingslager aufzuhalten und verfügen 

im Sudan nicht über ein freies Aufenthaltsrecht. Viele anerkannte eritrei-

sche Flüchtlinge halten sich nicht in Flüchtlingslagern, sondern illegal in 

E._______ auf, wo sie versuchen, einer Arbeit nachzugehen. In der Ver-

gangenheit kam es dort – wie in der Beschwerde hinsichtlich der Zwischen-

fälle mit der Polizei geltend gemacht – in vereinzelten Fällen zu Entführun-

gen von eritreischen Flüchtlingen beziehungsweise zu Deportationen von 

eritreischen Flüchtlingen nach Eritrea.  

8.3 Im vorliegenden Fall bestehen keine konkreten Hinweise auf eine dro-

hende Deportation der Beschwerdeführerin, indem sie etwa infolge qualifi-

zierter regimekritischer Tätigkeiten ein erhöhtes Risikoprofil aufweisen 

würde. Sie ist im Sudan einem Flüchtlingscamp zugewiesen worden, hat 

es jedoch den Akten zufolge vorgezogen, sich in E._______ aufzuhalten. 

Auch wenn sich die Situation für die Beschwerdeführerin als junge allein-

stehende Frau in E._______ als schwierig erweisen mag, lässt sich aus 

ihren Angaben schliessen, dass sie dort über eine Unterkunft sowie in Form 

der Unterstützung durch Bekannte ein Beziehungsnetz verfügt. In diesem 

Zusammenhang ist auch auf die grosse eritreische Gemeinschaft in 

E._______ zu verweisen, die eine weitere Eingliederung ebenfalls erleich-

tert. Sollten die finanziellen Mittel zur Deckung ihres Existenzbedarfs nicht 

genügen, könnte sie einer allfälligen Versorgungsnotlage dadurch entge-

hen, dass sie sich erneut an das UNHCR wendet und sich einem Flücht-

lingslager zuteilen lassen würde. Hinsichtlich der geltend gemachten ge-

sundheitlichen Beschwerden geht aus dem eingereichten Arztbericht nicht 

hervor, auf welche weiterführende medizinische Behandlung, welche über 

die medikamentöse Behandlung hinausgehen würde, die Beschwerdefüh-

rerin angewiesen ist. Aufgrund der dem Gericht vorliegenden Akten ist mit-

hin nicht davon auszugehen, dass sie sich aufgrund der geltend gemach-

ten gesundheitlichen Beschwerden in einer existenziellen, lebensbedro-

henden Notlage befindet und ihr der Zugang zur erforderlichen medizini-

schen Behandlung in E._______ verwehrt wäre.  

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Seite 12 

8.4 Die Beschwerdeführerin macht einen Bezug zur Schweiz geltend. Hier 

lebe ihr Ehemann, B._______. Die Beschwerdeführerin hat ihren Ehemann 

durch ihre in E._______ wohnhafte Schwägerin kennengelernt, wobei sie 

sich vor der angeblichen Heirat im August 2012 noch nie persönlich getrof-

fen haben. Sie würden in regelmässigem Telefon- und  

E-Mailkontakt stehen. Zunächst ist festzustellen, dass aus den Akten we-

der näher dargelegt noch belegt wird, wie es am 25. August 2012 im Sudan 

zur Hochzeit zwischen der Beschwerdeführerin und B._______ gekommen 

sein soll. Immerhin lebt der Beschwerdeführer in der Schweiz und eine 

Hochzeit im Sudan wäre mit gewissen Aufwendungen verbunden gewe-

sen. Als Beleg für die Heirat hat die Beschwerdeführerin zwar eine Heirats-

urkunde mit einem Foto eingereicht. Allerdings liegt die Heiratsurkunde le-

diglich in Kopie vor, wobei solche Dokumente im Sudan ohne weiteres 

leicht käuflich erworben werden können. Sodann ist der eingereichten Fo-

tografie nicht zu entnehmen, ob es sich dabei tatsächlich um die Beschwer-

deführerin handelt. Der Aufnahme sind keine Hinweise auf ein Aufnahme-

datum oder einen Aufnahmeort zu entnehmen. Bei der vorliegenden Sach-

lage kann somit offen bleiben, ob die Heirat tatsächlich stattgefunden hat. 

Auf jeden Fall besteht zwischen der Beschwerdeführerin und B._______ 

nicht eine Beziehung von hinreichender Qualität, die in Anbetracht der vor-

liegenden Umstände einen genügend nahen Bezug zur Schweiz zu be-

gründen vermag.  

8.5 Den in der Beschwerde respektive Replikeingabe vorgebrachten Aus-

führungen, das BFM habe keine Abwägung der verschiedenen Kriterien 

vorgenommen und der Situation der Beschwerdeführerin als alleinstehen-

der Frau nicht Rechnung getragen, kann nicht gefolgt werden, hat das BFM 

doch sämtliche im vorliegenden Fall relevanten Faktoren berücksichtigt 

und ausgeführt, warum ihr der Verbleib im Sudan zuzumuten ist. 

8.6 Zusammenfassend verfügt die Beschwerdeführerin über die erforderli-

che temporäre Bewilligung, um sich im Sudan aufhalten zu können, und 

geniesst weitgehend Schutz vor einer Abschiebung in ihr Heimatland Erit-

rea. Es ist davon auszugehen, dass sie im Sudan Schutz gefunden und die 

Möglichkeit hat, sich in das ihr zugewiesene Flüchtlingslager D._______ 

zurückzubegeben, sofern sie einen weiteren Aufenthalt am jetzigen Aufent-

haltsort im Sudan nicht mehr in Betracht zieht. Die Beschwerdeführerin be-

nötigt somit den subsidiären Schutz der Schweiz gemäss aArt. 52 Abs. 2 

AsylG nicht. Der weitere Verbleib im Sudan ist zumutbar. Das BFM hat 

demnach der Beschwerdeführerin zu Recht die Einreise in die Schweiz 

verweigert beziehungsweise deren Asylgesuch abgelehnt. 

D-5349/2014 

Seite 13 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzu-

weisen. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 

der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). In ihrer Be-

schwerdeschrift vom 9. Februar 2015 ersuchte die Beschwerdeführerin um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG.  

10.2 Danach kann die Beschwerdeinstanz eine Partei, die nicht über die 

erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrens-

kosten befreien. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass 

die Begehren der Beschwerdeführerin nicht als aussichtslos zu qualifizie-

ren waren. Aufgrund der vorliegenden Akten ist zudem von der Bedürftig-

keit der Beschwerdeführerin auszugehen. Das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist demnach gutzuheis-

sen.  

10.3 Es sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5349/2014 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG wird gutgeheissen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und das SEM. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Eva Hostettler 

 

 

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