# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50885a0b-e95b-5882-9e9f-13688967a8fb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-12
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 12.09.2018 SK 2018 104
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2018-104_2018-09-12.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 18 104

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 12. September 2018 

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.), 
Oberrichter Kiener, 
Oberrichter Schmid
Gerichtsschreiberin Garo

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigte/Berufungsführerin

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 30. Januar 2018 (PEN 17 590)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 30. Januar 2018 (pag. 659 ff.) erklärte das Regionalgericht Berner 
Jura-Seeland (nachfolgend Vorinstanz) A.________ (nachfolgend Beschuldigte) 
der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig, mengenmässig 
qualifiziert, gewerbsmässig und bandenmässig begangen (Ziff. I.1.-3. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 660):

1. in der Zeit von 1. Januar 2014 bis 14. November 2016 durch Einfuhr, Beförde-
rung und in Verkehr bringen von insgesamt 10,35 Kilogramm Kokaingemisch 
(Reinheitsgrad 43.5% Cocain Hydrochlorid, ca. 4,5 Kilogramm reines Kokain); 

2. am 19. November 2016 durch Einfuhr, Beförderung und Anstalten treffen zum 
Inverkehrbringen von 458 Gramm Kokaingemisch (Reinheitsgrad zwischen 
42 % und 45 % Cocain Hydrochlorid, ca. 200 Gramm reines Kokain);

3. von Dezember 2015 bis Januar 2016 durch Anstiftung zu qualifizierten Wider-
handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Einfuhr, Beförderung, in Ver-
kehr bringen und Anstalten treffen zum in Verkehr bringen von insgesamt rund 
3 Kilogramm Kokaingemisch [ca. 2 Kilogramm reines Kokain] durch 
C.________).

Die Vorinstanz verurteilte die Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren, 
unter vollumfänglicher Anrechnung der Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 
438 Tagen (Ziff. I.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 660), sie sprach 
eine Landesverweisung von 5 Jahren aus (Ziff. I.2. des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs, pag. 660) und verurteilte die Beschuldigte zur Bezahlung der erstinstanzli-
chen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf CHF 26‘298.05 (exkl. Kosten für 
die amtliche Verteidigung; Ziff. I.3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, 
pag. 660). 

Weiter legte die Vorinstanz die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für 
die amtliche Verteidigung der Beschuldigten durch Rechtsanwalt B.________ fest 
(Ziff. II. des erstinstanzlichen Urteils, pag. 661 f.). 

Schliesslich traf die Vorinstanz die notwendigen Verfügungen; insbesondere ver-
fügte sie, die Beschuldigte werde in Sicherheitshaft belassen und die Verlängerung 
der Sicherheitshaft werde für 6 Monate bewilligt (Ziff. IIII.1. des erstinstanzlichen 
Dispositivs, pag. 662; vgl. auch I.4. Untersuchungs- und Sicherheitshaft hiernach). 
Für die übrigen Verfügungen betreffend die beschlagnahmten Drogen, Gegenstän-
de und Bargeldbeträge sowie das erstellte DNA-Profil und die erhobenen biometri-
schen erkennungsdienstlichen Daten, wird auf das erstinstanzliche Urteilsdispositiv 
verwiesen (Ziff. III.2.-6. des erstinstanzlichen Urteilsdispositiv, pag. 662 f.). 

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2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt B.________ namens und auftrags der 
Beschuldigten am 31. Januar 2018 fristgerecht Berufung an (pag. 674). Die Beru-
fungserklärung datiert vom 29. März 2018 und ging ebenfalls form- und fristgerecht 
beim Obergericht des Kantons Bern ein (pag. 741 f.). 

Mit Verfügung vom 3. April 2018 (pag. 744 f.) wurde Rechtsanwalt B.________ 
aufgefordert, die Berufungserklärung hinsichtlich der angefochtenen Strafzumes-
sung zu verdeutlichen und anzugeben, welche Abänderung er diesbezüglich ver-
lange (Art. 399 Abs. 3 Bst. b i.V.m. Art. 400 Abs. 1 StPO). Mit Eingabe vom 4. 
April 2018 (pag. 747) teilte Rechtsanwalt B.________ mit, seine Mandantin stelle 
die gleichen Anträge wie in erster Instanz und beantrage mit anderen Worten Frei-
sprüche von den Anschuldigungen der qualifizierten Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen vom 1. Januar 2014 bis 14. Novem-
ber 2016 (Ziff. I.1. der Anklageschrift) sowie angeblich begangen von Dezember 
2015 bis Januar 2016 durch Anstiftung zu qualifizierten Widerhandlungen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz (Ziff. I.3. der Anklageschrift). Die Beschuldigte bean-
trage ihre Verurteilung wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz, begangen am 19. November 2016 in Biel, durch Beförderung 
von brutto 458 Gramm Kokain in die Schweiz (Ziff. I.2. der Anklageschrift bzw. 
Punkt I. al. I. Ziff. 2 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). In Bezug auf die Straf-
zumessung beantrage die Beschuldigte die Verurteilung zu einer bedingten Frei-
heitsstrafe von 24 Monaten, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren sowie 
unter Anrechnung der bis zum Urteil ausgestandenen Haft. 

Mit Schreiben vom 11. April 2018 verzichtete die Generalstaatsanwaltschaft auf die 
Erklärung einer Anschlussberufung und teilte mit, aus ihrer Sicht bestehe kein 
Grund für ein Nichteintreten auf die Berufung der Beschuldigten (pag. 752). 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung ein 
aktueller Führungsbericht des Regionalgefängnisses Bern, datierend vom 
24. August 2018 (pag. 779 f.), sowie ein aktueller Strafregisterauszug, datierend 
vom 27. August 2018 (pag. 778), eingeholt. Ausserdem wurde die Beschuldigte in 
der oberinstanzlichen Verhandlung von Amtes wegen erneut zur Person und zur 
Sache befragt (angeordnet mit Verfügung vom 20. April 2018, pag. 755; vgl. 
pag. 785 ff.). 

4. Untersuchungs- und Sicherheitshaft

Die Beschuldigte befindet sich seit dem 19. November 2016 in Untersuchungs- und 
Sicherheitshaft (vgl. pag. 9 ff., pag. 23 ff., pag. 36 ff. und pag. 50 ff.). Nachdem die 
Vorinstanz die Verlängerung der Sicherheitshaft um 6 Monate bzw. bis am 
30. Juli 2018 befristet hatte (vgl. pag. 667 ff.), verfügte die Verfahrensleitung im 
oberinstanzlichen Verfahren mit Verfügung vom 3. April 2018 bzw. die Kammer mit 
Urteilsdispositiv vom 12. September 2018 den Verbleib der Beschuldigten in 
Sicherheitshaft bis zum Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheids 

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(pag. 744 f. bzw. pag. 809). Zum Zeitpunkt des oberinstanzlichen Urteils belief sich 
die ausgestandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft auf insgesamt 663 Tage. 

5. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete in der oberinstanzlichen Ver-
handlung für die Beschuldigte die folgenden Anträge (pag. 790 bzw. pag. 799 f.): 

«A. Au pénal
I. Constater

que tous les points du jugement du Tribunal de première instance du 30 janvier 2018 qui n'ont pas été 
attaqués par Mme A.________ sont entrés en force de chose jugée.

En modification du jugement du Tribunal de première instance du 30 janvier 2018,

Il. Libérer
- Mme A.________ des fins de la prévention d'infraction grave à la LStup, prétendument 

commise du 1 er janvier 2014 au 14 novembre 2016 (ch. 1.1. AA) 
- Mme A.________ des fins de la prévention d'instigation à infraction grave à la LStup, pré-

tendument commise de décembre 2015 à janvier 2016 (ch. 1.3. AA) 
partant,

prononcer
son acquittement pour cette partie de la procédure

mettre
la totalité des frais judiciaires de deuxième instance et les frais judiciaires de cette partie de la
procédure pour la première instance à la charge de l'Etat

allouer
à la prévenue, pour cette partie de la procédure, une indemnité de défense à dire de justice

III. Reconnaître
Mme A.________ coupable de :
- Infraction grave à la LStup, commise le 19 novembre 2016, à Bienne (ch. 1.2. AA) partant,

IV. Condamner
Mme A.________

1. À une peine privative de liberté de 24 mois, avec sursis pendant 2 ans, sous déduction des 
jours de détention déjà subis avant jugement
2. Au solde des frais judiciaires

B. Taxation
Taxer les honoraires du mandataire d'office de Mme A.________ conformément à la note d'hono-
raires produite»

Staatsanwältin D.________ beantragte und begründete ihrerseits folgende Anträge 
(pag. 793 bzw. pag. 803 f.): 

«I. 
Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kol-
legialgericht in Fünferbesetzung) vom 30. Januar 2018 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich 

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1. des Schuldspruchs wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen am 
19.11.2016 durch Einfuhr, Beförderung und Anstalten treffen zum Inverkehrbringen von 
458 Gramm Kokaingemisch (Reinheitsgrad zwischen 42 % und 45 % Cocain Hydrochlorid, ca. 
200 Gramm reines Kokain); 

2. der Verurteilung zu einer Landesverweisung von 5 Jahren; 
3. der weiteren Verfügungen betreffend Einziehung zur Vernichtung der beschlagnahmten Drogen 

und weiteren beschlagnahmten Gegenständen, der Belassung bei den Akten der beschlag-
nahmten diversen Notizen und Notizbücher als Beweismittel und der Einziehung des beschlag-
nahmten Bargeldbetrags zur Deckung der Verfahrenskosten. 

II.
A.________ sei schuldig zu erklären der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
mengenmässig qualifiziert, gewerbsmässig und bandenmässig begangen 
1. in der Zeit von 01.01.2014 bis 14.11.2016 durch Einfuhr, Beförderung und in Verkehr bringen 

von insgesamt 10.35 Kilogramm Kokaingemisch (Reinheitsgrad 43.5 % Cocain Hydrochlorid, ca. 
4.5 Kilogramm reines Kokain);

2. von Dezember 2015 bis Januar 2016 durch Anstiftung zu qualifizierten Widerhandlungen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz (Einfuhr, Beförderung, in Verkehr bringen und Anstalten treffen zum 
in Verkehr bringen von insgesamt rund 3 Kilogramm Kokaingemisch [ca. 2 Kilogramm reines 
Kokain] durch C.________).

III. 
A.________ sei gestützt hierauf sowie aufgrund des rechtskräftigen Schuldspruchs in An-wendung 
von Art. 19 Abs. 1 und 2 lit. a, b und c BetmG; Art. 24 Abs. 1, 40, 47, 49 Abs. 1, 51 StGB, Art. 426 ff. 
StPO

zu verurteilen: 
1. zu einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersu-

chungs- und Sicherheitshaft von 662 Tagen; 
2. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 

Gebühr gemäss Art. 21 VKD). 
IV. 

Im Weiteren sei zu verfügen: 
1. A.________ sei in Sicherheitshaft zu belassen (Art. 231 Abs. 1 Bst. a StPO). 
2. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO). 
3. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. ________ ) ist nach Ablauf 

der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG). 
4. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten ist 

nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 
Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungs-dienstlicher Daten). 

5. Das Urteil sei dem Bundesamt für Polizei mitzuteilen (Art. 28 Abs. 3 BetmG).»

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Beschuldigte focht das erstinstanzliche Urteil mit Berufungserklärung vom 
29. März 2018 nur teilweise an (pag. 741). Ihre Berufung richtet sich gegen die 
Schuldsprüche gemäss Ziff. I.1. und I.3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs 
(Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig qualifiziert, 
gewerbsmässig und bandenmässig begangen in der Zeit vom 1. Januar 2014 bis 
14. November 2016 durch Einfuhr, Beförderung und in Verkehr bringen von insge-

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samt 10.35 Kilogramm Kokaingemisch, und von Dezember 2015 bis Januar 2016 
durch Anstiftung zu qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel-
gesetz) sowie gegen die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren (vgl. 
Ziff. 1. des Sanktionenpunkts im erstinstanzlichen Urteilsdispositiv; pag. 660). Die-
se Punkte des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs sind mithin durch die Kammer 
neu zu beurteilen, ebenso die Ziff. 3 des Sanktionenpunkts (Verlegung der erstin-
stanzlichen Verfahrenskosten), die Ziff. II. (Amtliche Entschädigung), III.1. (Belas-
sung in Sicherheitshaft) sowie III.5. und III.6. (Verfügungen betreffend DNA-Profil 
und biometrische erkennungsdienstliche Daten), da nicht der Rechtskraft zugäng-
lich. 

Demgegenüber sind die Ziff. I.2. (Schuldspruch wegen Widerhandlungen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig qualifiziert, gewerbsmässig und ban-
denmässig begangen am 19. November 2016 durch Einfuhr, Beförderung und An-
stalten treffen zum Inverkehrbringen von 458 Gramm Kokaingemisch), 
I.2. (Verurteilung zu einer Landesverweisung von 5 Jahren) und III.2. (Einziehung 
der beschlagnahmten Drogen zur Vernichtung), III.3. (Belassen der diversen be-
schlagnahmten Notizen und Notizbücher bei den Akten) sowie III.4. (Einziehung 
des beschlagnahmten Bargeldbetrags von CHF 39.00 zur Deckung der Verfah-
renskosten) des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs in Rechtskraft erwachsen.

Die Kammer verfügt über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Mangels An-
schlussberufung oder eigenständiger Berufung der Generalstaatsanwaltschaft darf 
das erstinstanzliche Urteil in den angefochtenen Punkten nicht zum Nachteil der 
Beschuldigten abgeändert werden (sog. Verschlechterungsverbot, Art. 391 
Abs. 2 StPO).

7. Fehlende örtliche Zuständigkeit?

Die Verteidigung machte sowohl erst-, als auch oberinstanzlich geltend, in Bezug 
auf Ziff. I.1.3. der Anklageschrift vom 7. Juli 2017 (Anstiftung zu qualifizierten Wi-
derhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz) sei die örtliche Zuständigkeit 
nicht gegeben. Zur Begründung führte Rechtsanwalt B.________ in der oberin-
stanzlichen Verhandlung sinngemäss aus, die anstiftenden Handlungen, welche 
der Beschuldigten vorgeworfen würden, hätten im Ausland stattgefunden und kei-
nen Bezug zur Schweiz, weshalb die schweizerischen Strafverfolgungsbehörden 
zur Verfolgung und Beurteilung des Vorwurfes nicht zuständig seien (vgl. pag. 642 
und pag. 792).

Inwiefern vorliegend die örtliche Zuständigkeit zu verneinen wäre, ist für die Kam-
mer nicht ersichtlich. Die Kammer geht im Gegenteil mit der Vorinstanz einig, dass 
die der Beschuldigten vorgeworfenen strafbaren Anstiftungshandlungen mehrheit-
lich in der Schweiz stattfanden (vgl. pag. 717, S. 39 Urteilsbegründung); der ur-
sprüngliche Telefonanruf und das Schmackhaftmachen eines Jobs erfolgten zwar 
in bzw. von Italien aus, das Bekanntmachen mit E.________ und die «Schulung», 
wie man die Drogen schluckt, in Spanien. Dasselbe gilt wohl auch für die Informati-
on, was den Verdienst anbelangt. In der Schweiz zeigte die Beschuldigte 
C.________ dann aber konkret die Wohnung in Biel und das Ausscheiden des Ko-
kains, sowie die Art und Weise, wie man das Kokain am besten zu den Abnehmern 

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transportiert. Ausserdem machte sie C.________ mit den Abnehmern in der 
Schweiz bekannt und zeigte ihr, wo sie diese zu treffen hatte. Damit sind die 
schweizerischen Strafverfolgungsbehörden zur Verfolgung und Beurteilung des 
Vorwurfs gemäss Ziff. I.1.3. der Anklageschrift vom 7. Juli 2017 örtlich zuständig. 

8. Verletzung Anklagegrundsatz?

Die Verteidigung brachte in Bezug auf Ziff. I.1.3. der Anklageschrift vom 7. Ju-
li 2017 (Anstiftung zu qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel-
gesetz) erst- und oberinstanzlich weiter sinngemäss vor, der Anklagegrundsatz sei 
verletzt, weil die der Beschuldigten vorgeworfene Tathandlung in der Anklageschrift 
unzureichend beschrieben sei (vgl. pag. 642 und pag. 792). 

Die Kammer verweist sowohl auf die korrekten theoretischen Ausführungen der 
Vorinstanz zum Anklagegrundsatz, als auch auf die zutreffende Subsumtion (vgl. 
pag. 716 f., S. 38 f. Urteilsbegründung); zwar trifft zu, dass die Anklageschrift den 
der Beschuldigten gemachten Vorwurf in Ziff. I.1.3. der Anklageschrift nur knapp 
umschreibt (vgl. pag. 425), entscheidend ist jedoch, dass die Beschuldigte zu je-
dem Zeitpunkt genau wusste, was konkret ihr zum Vorwurf gemacht wird und sie 
sich entsprechend rechtzeitig und umfassend verteidigen konnte (vgl. dazu auch 
die zutreffenden Ausführungen von Staatsanwältin D.________ in der oberinstanz-
lichen Verhandlung, pag. 796). Eine Verletzung des Anklagegrundsatzes ist somit 
vorliegend zu verneinen. 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

9. Sachverhalt

Von den drei Anklagepunkten (Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelge-
setz, mengenmässig qualifiziert, gewerbs- und bandenmässig begangen) ist ledig-
lich einer unbestritten; die Beschuldigte anerkennt den Vorwurf, am 18./19. No-
vember 2016 45 Kokainfingerlinge à rund 10 Gramm bzw. 458 Gramm Kokainge-
misch (Reinheitsgrad zwischen 42% und 45% Kokain Hydrochlorid, entsprechend 
ca. 200 Gramm reinem Kokain) von Madrid in die Schweiz eingeführt zu haben, um 
diese den von ihrem Auftraggeber bezeichneten Personen zu übergeben (Einfuhr, 
Beförderung und Anstalten treffen zum Inverkehrbringen von Kokaingemisch; 
Ziff. I.1.2. der Anklageschrift vom 7. Juli 2017 bzw. der Anklageänderung vom 
25. Januar 2018). Sie liess diesbezüglich bereits in erster Instanz einen Schuld-
spruch beantragen (vgl. die in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung durch 
Rechtsanwalt B.________ gestellten Anträge, pag. 654) – der erstinstanzliche 
Schuldspruch (Ziff. I.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 660) blieb kon-
sequenterweise unangefochten und ist rechtskräftig. Angesichts der Umstände der 
Anhaltung – die Beschuldigte wurde am 19. November 2016 um 00.30 Uhr, im Zug 
von Zürich nach Lausanne bzw. im Bahnhof Biel angehalten, wobei sie einen 
Schlüssel für die Wohnung an der F.________ (Adresse) in Biel auf sich trug, und 
im Anschluss an die Anhaltung konnten in ihrem Körper die erwähnten 45 Kokain-
fingerlinge festgestellt werden – blieb ihr allerdings auch nicht viel anderes übrig, 
als den ihr vorgeworfenen Sachverhalt einzugestehen (vgl. dazu die Beweiswürdi-

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gung durch die Vorinstanz, pag. 703 f., S. 25 f. Urteilsbegründung, sowie die Aus-
führungen von Staatsanwältin D.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, 
pag. 794). 

Auch mit Blick auf die beiden bestrittenen Anklagepunkte – die Tätigkeit als Dro-
genkurierin in der Zeit vom 1. Januar 2014 bis zum 14. November 2016 (Einfuhr, 
Beförderung und Inverkehrbringen von insgesamt 10,35 Kilogramm Kokaingemisch 
mit einem Reinheitsgrad von 43,5 % Cocain Hydrochlorid, entsprechend ca. 4,5 Ki-
logramm reinem Kokain) einerseits und die Anstiftung zu qualifizierten Widerhand-
lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Einfuhr, Beförderung, Inverkehrbringen 
und Anstalten treffen zum Inverkehrbringen von insgesamt rund 3 Kilogramm Ko-
kaingemisch [ca. 2 Kilogramm reines Kokain] durch C.________) andererseits – ist 
der Vorfall vom 18./19. November 2016 aber der eigentliche Aufhänger. Wie für die 
Vorinstanz sind deshalb auch für die Kammer die ganzen Umstände der Anhaltung 
am 19. November 2016 sowie das nachfolgende Aussageverhalten der Beschuldig-
ten bei der Beweiswürdigung insgesamt von Bedeutung. 

10. Beweiswürdigung

10.1 Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Betreffend die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung kann auf die zutref-
fenden Ausführungen der Vorinstanz in der erstinstanzlichen Urteilsbegründung 
verwiesen werden (vgl. pag. 701 ff., S. 23 ff. Urteilsbegründung). 

10.2 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die zu würdigenden Beweismittel unter den Titeln II.2. Objektive 
Beweismittel und II.3. Subjektive Beweismittel vollständig aufgelistet und deren In-
halt korrekt wiedergegeben bzw. zusammengefasst, es wird vorab darauf verwie-
sen (vgl. pag. 684 ff., S. 6 ff. Urteilsbegründung und pag. 688 ff., S. 10 ff. Urteilsbe-
gründung). Ergänzend hält die Kammer Folgendes fest:

Beim Polizeirapport vom 19. November 2016 (pag. 63 ff.) handelt es sich «ledig-
lich» um einen Berichtsrapport («rapport de communication»), nicht um einen An-
zeigerapport (vgl. pag. 684, S. 6 Urteilsbegründung). Der Rapport fasst insbeson-
dere die ersten Erkenntnisse der Anhaltung, der Röntgenuntersuchung und der 
ersten Einvernahme zusammen. In Bezug auf die bestrittenen Anklagepunkte ist 
dabei von Bedeutung, dass die Beschuldigte anlässlich ihrer Anhaltung einen 
Schlüsselbund mit einem Schlüssel für die Wohnung an der F.________ (Adresse) 
in Biel sowie drei [sic!] Mobiltelefone auf sich trug. In der ersten polizeilichen Ein-
vernahme vom 19. November 2016 um 03:38 Uhr machte sie aber unter anderem 
geltend, sie habe zum allerersten Mal einen solchen Transport ausgeführt und ein 
gewisser «G.________» habe ihr die Drogen in Spanien übergeben (pag. 165 
Z. 64 f., Z. 68 f., pag. 166 Z. 126 ff., Z. 137 f.).

Im Berichtsrapport vom 29. März 2017 (pag. 66 f.) sind Angaben der Beschuldigten 
erwähnt, welche diese am 21. November 2016 informell gegenüber der Polizei ge-
macht haben soll. Demnach soll die Beschuldigte angegeben habe, ihr Chef sei 
«E.________», dessen Freundin H.________ sei die Mieterin der Wohnung an der 
F.________ (Adresse) und habe für «E.________» die Kokaintransporte zwischen 

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Spanien und der Schweiz gemacht. Sie, die Beschuldigte, habe in diesem Jahr 
schon drei oder vier Transporte gemacht.

Dem Anzeigerapport vom 14. Juni 2017 (pag. 68 ff.) sind zusätzlich zu den bisheri-
gen Erkenntnissen insbesondere die einschlägigen Ermittlungsergebnisse hinsicht-
lich der Reisetätigkeit der Beschuldigten sowie die Ergebnisse der Handy- und der 
Drogenauswertungen zu entnehmen:

- Die Beschuldigte flog in der Zeit von Januar 2014 bis zu ihrer Anhaltung – mit 
einem Unterbruch in der Zeit vom 11. Dezember 2015 bis Juli 2016, als 
C.________ auf dieser Route Drogen transportierte (letztere wurde für die Zeit 
von April 2016 bis 15. Mai 2016 verurteilt; vgl. pag. 589) – insgesamt 25 Mal von 
Madrid nach Zürich. Diese Flüge fanden, mit einer Ausnahme (Mittwoch) immer 
freitags, samstags oder sonntags statt. Die Hinflüge (von Genf nach Madrid) 
fanden auch wochentags statt. Die Beschuldigte wechselte zwar zwischen den 
Fluggesellschaften I.________ (Fluggesellschaft), J.________ (Fluggesell-
schaft) und K.________ (Fluggesellschaft) ab, die Route Genf-Madrid, Madrid-
Zürich war jedoch seit 2014 dieselbe (vgl. pag. 74); 

- die Polizei errechnete pro Reise der Beschuldigten von Vicenza (Italien) in die 
Schweiz, von der Schweiz nach Madrid und von Madrid wieder zurück in die 
Schweiz durchschnittliche Kosten in der Höhe von CHF 727.00 (vgl. pag. 75); 

- auf dem bei der Beschuldigten sichergestellten Mobiltelefon «Samsung schwarz, 
ohne SIM-Karte» konnte eine von der Beschuldigten versendete SMS mit dem 
Inhalt «F    AMILY NAME: E.________ OTHER NAMES: E.________» festge-
stellt werden (vgl. pag. 72);

- auf dem ebenfalls bei der Beschuldigten sichergestellten Mobiltelefon «Nokia 
schwarz, ohne SIM-Karte» konnten mehrere Kontakte der Beschuldigten mit der 
Nummer .________, welche unter dem Namen E.________ registriert war und 
E.________ zuzuordnen ist, festgestellt werden. Die Nummer .________ tauch-
te gemäss der Polizei auch bereits in anderen Verfahren auf und konnte 
E.________ zugeordnet werden (vgl. pag. 72);

- weiter wurde festgestellt, dass der Reinheitsgrad des sichergestellten Kokains 
gemäss den Auswertungen des KTD zwischen 42% und 45% Hydrochlorid liegt 
und dass an den Drogenverpackungen keine Daktyspuren festgestellt werden 
konnten (vgl. pag. 72 f.);

- die Polizei errechnete eine durch die Beschuldigte bei insgesamt 25 Reisen 
transportierte Mindest-Drogenmenge von 10‘000 Gramm reinem Kokain 
(25 Transporte x 40 Fingerlinge à 10 Gramm Kokaingemisch = 10 Kilogramm 
Kokaingemisch; durchschnittlicher Reinheitsgrad 43,5 %). Demgegenüber ging 
man bei C.________ von einem Durchschnitt von 49 Fingerlingen pro Transport 
aus (vgl. pag. 76);

- gemäss Auskunft der spanischen Polizei ist die Beschuldigte den spanischen 
Behörden wegen illegalen Aufenthalts und Drogentransporten in den Jahren 
2004 bis 2006 bekannt (vgl. pag. 72).

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Mit Berichtsrapport vom 11. Oktober 2017 (pag. 508 f.) machte die Polizei ergän-
zende Angaben zur Videoüberwachung der Liegenschaft an der F.________ 
(Adresse) in Biel. Mehrere Sequenzen in der ab dem 1. Oktober 2016 laufenden 
Videoüberwachung zeigen die Beschuldigte beim Betreten oder Verlassen des 
Hauses: Zudem gibt es zwei, zu den Flugdaten passende Zeitabschnitte von je-
weils mehreren Tagen (auf pag. 509 braun gekennzeichnet; 2. bis 4. Oktober 
2016), in welchen die Beschuldigte mehrmals beim Verlassen und Zurückkommen 
im Bild erscheint. Diese Sequenzen sind nicht in einem gängigen Videoformat ab-
gespeichert, wurden durch die Kammer aber stichprobenweise konsultiert. Offen-
sichtlich hielt sich die Beschuldigte in dieser Zeit in der Wohnung F.________ 
(Adresse) auf und verliess jeweils das Haus um Geld einzusammeln oder Kokain 
zu den Abnehmern zu transportieren (2. bis 4. Oktober und 10. bis 14. November 
2016; vgl. dazu die Ausführungen unter II.10.3. Gesamtheitliche Würdigung hier-
nach). 

Die Übersicht über die Flugdaten auf pag. 79 bzw. pag. 550 zeigt die insgesamt 
25 Rückflüge von Madrid nach Zürich (rot) sowie die dazu passenden Hinflüge, 
vornehmlich ab Genf (andere Farben). Dabei ist drei Mal, nämlich am 
29. Mai 2015, am 2. Juli 2015 und am 13. Juli 2015 ein Hinflug verzeichnet, nicht 
jedoch ein Rückflug. Vier der Flüge wurden über die Adresse der Beschuldigten in 
Vicenza gebucht (Flug vom 21. April 2014 von Basel nach Madrid, Flug vom 
28. August 2014 von Paris nach Madrid, Flug vom 28. Februar 2015 von Genf nach 
Madrid, Flug vom 13. Juli 2015 von Basel nach Madrid). Der letzte Flug am 18. No-
vember 2016 von Madrid nach Zürich wurde mit der Email-Adresse von 
A.________ (.________ (E-Mail)) reserviert. Bei 16 Flügen besteht eine Verbin-
dung zu E.________, indem die Flüge entweder über seine Email-Adresse gebucht 
wurden oder über eine Telefonnummer, welche ihm im Rahmen der Ermittlungen 
zugeordnet werden konnte. Die Flüge wurden immer relativ kurzfristig, d.h. maxi-
mal drei Tage vor der Reise, reserviert (vgl. die umfassenden Editionen bei der 
I.________ (Fluggesellschaft) [pag. 260], bei der K.________ (Fluggesellschaft) 
[pag. 264 ff.] und bei der J.________ (Fluggesellschaft) [pag. 551 ff.]). Aus den 
Passagierangaben der J.________ (Fluggesellschaft) ist zudem ersichtlich, dass 
die die Beschuldigte am 11. Dezember 2015 zusammen mit C.________ an Bord 
des gleichen Fluges ________ von Madrid nach Zürich war (vgl. pag. 556 
[A.________] und pag. 572 [C.________]).

Gemäss dem Forensisch-chemischen Abschlussbericht des Instituts für Rechts-
medizin der Universität Bern (nachfolgend IRM) vom 22. Dezember 2016 
(pag. 87 f.) wurde bei 22 der insgesamt 45 sichergestellten Fingerlinge mit Kokain-
gemisch der Reinheitsgrad bestimmt. Bei 10 Fingerlingen, welche ein Gesamtnet-
togewicht von 104 Gramm aufwiesen, wurde ein Reinheitsgrad von 42% Cocain 
Hydrochlorid festgestellt, bei 12 Fingerlingen, welche ein Gesamtnettogewicht von 
122 Gramm aufwiesen, ein Reinheitsgrad von 45 % Cocain Hydrochlorid (pag. 88). 

10.3 Gesamtheitliche Würdigung

Weil die Aussagen der beiden Protagonistinnen zueinander im Widerspruch ste-
hen, nahm die Vorinstanz je eine Aussagewürdigung vor. Dabei kam sie zum 
Schluss, auf die unglaubhaften Aussagen der Beschuldigten könne nicht abgestellt 

11

werden, sie seien insgesamt widersprüchlich, vage und ausweichend, teilweise 
schlicht gelogen und würden mit den objektiven Beweismitteln nicht übereinstim-
men. Demgegenüber erachtete die Vorinstanz die Aussagen von C.________ als 
stimmig, konstant, widerspruchsfrei und absolut glaubhaft. Unter Beizug und Wür-
digung der objektiven Beweismittel (insbesondere aufgrund der Videoüberwa-
chung, der Flugdaten und Flugrouten, der bei der Anhaltung sichergestellten Fin-
gerlinge sowie des errechneten Einkommens der Beschuldigten aus den Transpor-
ten bzw. aufgrund entsprechender Rückschlüsse) zog die Vorinstanz beweiswürdi-
gend das Gesamtfazit, wonach beide im Raum stehenden Sachverhalte (Vorwürfe 
gemäss Ziff. I.1.1. und I.1.3. der Anklageschrift bzw. Ziff. 1.1. der Anklageände-
rung) erwiesen seien (pag. 704 ff., S. 26 ff. Urteilsbegründung). 

Die Kammer schliesst sich der vorinstanzlichen Würdigung im Wesentlichen mit 
den hiernach erwähnten punktuellen Ergänzungen an. Einzig was die transportierte 
Drogenmenge (Ziff. I.1.1. der Anklageschrift bzw. 1.1. der Anklageänderung) sowie 
den Willen der Beschuldigten in Bezug auf die Anstiftung von C.________ 
(Ziff. I.1.3. der Anklageschrift) anbelangt, kommt die Kammer zu einem anderen 
Beweisergebnis als die Vorinstanz, wie hiernach aufgezeigt wird. 

Was die Aussagen der Beschuldigten anbelangt, so fällt zunächst auf, dass die Be-
schuldigte von allem Anfang an, d.h. schon in der ersten polizeilichen Einvernahme 
vom 19. November 2016, nur zurückhaltende und möglichst unverbindliche Anga-
ben machte. Sei es in Bezug auf ihren Auftraggeber in Spanien (welcher angeblich 
G.________ heisse, von dem sie aber keine Telefonnummer haben will, vgl. 
pag. 165 Z. 65 f.), ihre Reisetätigkeit (in Spanien will sie seit 2004 nur noch zu Fe-
rienzwecken bzw. um ihre Cousine in Valencia zu besuchen gewesen sein [vgl. 
pag. 166 Z. 115 ff.]; in der Schweiz sei sie seit 2010 nur zwei oder drei Mal gewe-
sen, um für H.________ bzw. L.________ die Miete zu bezahlen [pag. 166 
Z. 160 f., pag. 167 Z. 174 und Z. 186 f.]) oder auch betreffend ihre berufliche Situa-
tion und finanziellen Verhältnisse (Arbeitgeber konnte die Beschuldigte keinen an-
geben, sie arbeitete in Italien angeblich schwarz bzw. unregelmässig [pag. 165 83 
ff.]). Offensichtlich ging es der Beschuldigten darum, möglichst wenige Bezugs-
punkte zur Schweiz und zu Spanien offenbaren zu müssen (vgl. pag. 169 Z. 311 f.: 
«Je ne suis pas venue en Suisse depuis l’Espagne depuis plusieurs années et je 
ne suis pas allée en Espagne depuis la Suisse depuis plusieurs années»). Bereits 
bei der Hafteröffnung korrigierte sie ihre Angaben zu den Einreisen in die Schweiz 
und sagte nun, sie sei in ihren Ferien manchmal zu L.________ in die Schweiz ge-
kommen und sei dann wieder nach Italien zurückgegangen (pag. 11 Z. 75 ff.). Am 
23. Januar 2017 räumte sie gegenüber der Polizei ein, möglicherweise sei sie ein-
mal von Spanien in die Schweiz eingereist (pag. 186 Z. 311 ff.). Ab der delegierten 
Einvernahme vom 17. März 2017 (pag. 191 ff.) begann die Beschuldigte dann ihre 
Aussagen so gut es ging den Ermittlungsergebnissen anzupassen, wobei sie sich 
zunehmend in Widersprüche verwickelte und/oder auf die diversen Vorhalte keine 
bzw. keine schlüssigen Antworten zu geben vermochte. So konnte sich die Be-
schuldigte auf Vorhalt der erhobenen Flugdaten, wonach sie am 4 Oktober 2016 
von Genf nach Madrid und am 7. Oktober 2016 von Madrid nach Zürich geflogen 
war, angeblich an nichts mehr erinnern und führte aus, es passiere manchmal, 
dass sie reise, um Besuche zu machen oder günstige Sachen zu kaufen, auf jeden 

12

Fall habe sie aber auf diesen Reisen keine Drogen transportiert (pag. 193 Z. 67 ff.). 
Auf Vorhalt des Fotos der Videoüberwachung vom 2. Oktober 2016 (pag. 205) gab 
die Beschuldigte zu Protokoll, sie sei vielleicht in die Schweiz gekommen, um et-
was zu kaufen oder um die Miete der Wohnung zu bezahlen (pag. 193 Z. 94 ff., 
pag. 194 Z. 111). Auch was der Grund für die Flüge vom 4. Oktober 2016 von Genf 
nach Madrid und vom 7. Oktober 2016 von Madrid nach Zürich war, konnte die Be-
schuldigte nicht nachvollziehbar erklären, sie gab an, sie könne sich nicht an diese 
Flüge erinnern (pag. 194 Z. 122 ff. und Z. 138 ff.). Auf Vorhalt weiterer Fotos der 
Videoüberwachung (vgl. pag. 206 ff.) sagte die Beschuldigte dann plötzlich aus, sie 
habe in Madrid und in der Schweiz Sachen gekauft und sei nach Italien zurückge-
kehrt (pag. 194 f. Z. 158 ff.). Später in derselben Befragung führte die Beschuldigte 
sodann aus, an die Flüge vom 9. Dezember 2015 von Basel nach Madrid und vom 
11. Dezember 2015 von Madrid nach Zürich könne sie sich nicht erinnern bzw. die-
se habe nicht sie genommen (pag. 197 Z. 299 ff.). Gegen Ende der Befragung vom 
17. März 2017 zeigt sich dann besonders deutlich, dass die Beschuldigte mit dem 
Rücken zur Wand stand; auf Vorhalt der 25 Flüge von Madrid nach Zürich begann 
sie zu weinen, bestritt pauschal, nicht sie habe diese Flüge gemacht, verstieg sich 
zur Behauptung, jemand anderes habe ihre Dokumente genommen und stellte die 
Gegenfrage, woher sie denn das Geld gehabt haben sollte, um all diese Reisen zu 
machen (vgl. pag. 199 Z. 385 ff.). Schliesslich startete sie auf den Vorhalt, dass die 
Reservationen von der Person gemacht worden seien, die auch die letzten beiden 
Flüge reserviert habe, die sie ja anerkanntermassen gemacht habe, einen letzten 
Erklärungsversuch, den sie dann abrupt abbrach (pag. 200 Z. 448 ff.: «Vous savez 
ce qui est arrivé … Je suis fatiguée…je ne peux plus répondre à vos questions. Ma 
tête est cassée parce que je pense trop à la mort de ma mère. C’est possible que 
j’aie voyagé à cause du décès de ma mère. Je n’ai plus rien à dire.»). 

Zu Beginn der Konfrontationseinvernahme vom 30. März 2017 (pag. 213 ff.) wurde 
die Beschuldigte dann auf das informelle Gespräch mit der Polizei am 21. Novem-
ber 2015 auf dem Weg zur Dakty-Abnahme angesprochen. Auf Vorhalt, wonach sie 
dem Polizisten damals gesagt habe, sie habe 2016 drei bis vier weitere Transporte 
gemacht, bestritt sie dies und erklärte sofort, wie sie die Drogen im Körper ver-
steckt habe. Und auf Nachfrage, weshalb sie 10 Fingerlinge zwischen die Beine 
getan habe, meinte sie (pag. 215 Z. 54 f.): «Car, quand j‘en avale, je vomis parfois 
et il y a du sang»). Mit der soeben zitierten Aussage verriet die Beschuldigte unge-
wollt, dass sie entsprechende Erfahrungen von früheren Transporten hat. Sie be-
stritt eingangs der Einvernahme einmal mehr, jemanden auf dem ihr vorgehaltenen 
Fotoblatt «Personen F.________ (Adresse)» (pag. 226; Fotos u.a. von 
E.________, C.________ und M.________) zu kennen (pag. 216 Z. 113 ff.). Bei 
der eigentlichen Konfrontation wollte sie sich von sich aus nicht zu den belastenden 
Aussagen von C.________ äussern. Bezeichnenderweise begann sie aber bereits 
nach der fünften Frage an C.________, als diese immer mehr Details über sie, die 
Beschuldigte, betreffend Herkunftsort in Nigeria, Wohnadresse in Italien usw. be-
kannt gab, zu weinen (pag. 218 Z. 157 ff. und pag. 221 Z. 276 f.). Auch in dieser Si-
tuation war die Beschuldigte offensichtlich am Ende ihres Lateins. Nach Ende der 
Konfrontationseinvernahme mit C.________ gab die Beschuldigte am 
30. März 2017 dann erstmals zu Protokoll, sie habe einen Freund gehabt, der 

13

Schweizer gewesen sei. Sie sei in Ibiza gewesen und habe von dort ihren Freund 
in der Schweiz – von dem sie angeblich nur weiss, dass er nicht in Biel, aber ir-
gendwo in den Bergen wohnt – besucht (p. 222 Z. 339 ff.). 

In der letzten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 29. Juni 2017 gab die 
Beschuldigte sodann an, sie sei manchmal in die Schweiz gekommen, um günstig 
Parfums zu kaufen, welche sie in Italien teurer habe weiterverkaufen können 
(pag. 228 Z. 41 f.). Auch diese neue, in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
noch einmal vorgebrachte Erklärung (pag. 636 Z. 8 ff.) vermag nicht zu überzeu-
gen. Ein Parfüm-Einkauf in der Hochpreisinsel Schweiz mit anschliessendem Ver-
kauf in Italien zu angeblich höheren Preisen macht wirtschaftlich keinen Sinn. Die 
Erklärung zeigt vielmehr, dass die Beschuldigte den wahren Grund für ihre Rei-
setätigkeit einfach nicht nennen wollte und will. Die Vorinstanz hielt insofern zu 
Recht fest, dass die Beschuldigte bis zum Schluss keine Erklärung für ihre Rei-
setätigkeit bzw. keinen glaubhaften Grund für ihre Reisen im Dreieck nennen konn-
te (vgl. pag. 705, S. 27 Urteilsbegründung, vgl. auch die entsprechenden Aus-
führungen von Staatsanwältin D.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, 
pag. 794). 

Der Vorinstanz ist weiter auch insofern zuzustimmen, als dass auch die Aussagen 
der Beschuldigten betreffend ihre Erwerbstätigkeit in Italien äusserst widersprüch-
lich sind. So gab die Beschuldigte in ihrer ersten Befragung vom 19. Novem-
ber 2016 zu Protokoll, sie arbeite in Italien unregelmässig als Raumpflegerin und 
verdiene zwischen EURO 600.00 und 700.00 (pag. 164 Z. 37 f., pag. 165 Z. 81 ff.). 
Sie arbeite zwar schwarz, bezahle jedoch alle drei Monate rund EURO 300.00 
Steuern (pag. 165 Z. 86). Als sie nach dem Namen ihres Arbeitgebers gefragt wur-
de, wich die Beschuldigte hingegen aus und antwortete lediglich, sie habe vor kur-
zer Zeit mit dieser Arbeit aufgehört (pag. 165 Z. 83 f.). Am 30. März 2017 gab die 
Beschuldigte ihren ersten Angaben widersprechend zu Protokoll, sie habe in Italien 
nicht schwarz gearbeitet, es sei eine offizielle Arbeit gewesen und ihre Arbeitgebe-
rin heisse N.________; sie habe deren Haus in Vicenza geputzt (pag. 223 
Z. 360 ff.). In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung hiess die Frau, welche die 
Beschuldigte in Italien angeblich angestellt haben soll, dann plötzlich 
«O.________», als Arbeitsort nannte die Beschuldigte neu deren angeblichen 
Wohnort Mutechio [Anm.: gemeint wohl Montecchio] bei Vicenza (pag. 636 Z. 20 ff. 
und Z. 25 f.; vgl. zum Ganzen auch die zutreffenden Ausführungen von Staatsan-
wältin D.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 794).

Weiter sind auch die Angaben der Beschuldigten betreffend ihre finanziellen Ver-
hältnisse mehr als abenteuerlich bzw. ergeben schlicht keinen Sinn. So führte sie 
immer wieder aus, sie habe nach dem Tod ihrer Mutter Geld gebraucht, weshalb 
sie G.________ angerufen habe, zu ihm nach Spanien gereist sei und für ihn Dro-
gen transportiert habe. Was den Zeitpunkt des Todes der Mutter anbelangt, so soll 
dieser gemäss Aussage der Beschuldigten vom 29. Juni 2017 vor sechs Monaten, 
d.h. Ende Januar 2017, gewesen sein (vgl. pag. 228 Z. 23) – was ganz sicher nicht 
sein kann, zumal der Tod der Mutter ja schon bei der Verhaftung am 19. Novem-
ber 2016 ein Thema und der angebliche Grund war, weshalb die Beschuldigte nach 
Spanien ging und dort G.________ traf (pag. 168 Z. 224 f.): «Ma mère venait de 

14

mourir, c’est là que je l’ai rencontré“» Aus Geldmangel bzw. um Geld zu sparen 
habe sie auch ihre Wohnung in Italien an zwei weitere Personen untervermietet 
(pag. 228 Z. 37 ff.). Dass die Beschuldigte trotz ihres Geldmangels mindestens 
zweimal in die Schweiz reiste, um hier für ihre Freundin H.________ die Miete in 
der Höhe von CHF 725.00 für die Wohnung an der F.________ (Adresse) zu be-
gleichen (vgl. pag. 215 Z. 80 f. und Z. 83 f.), ist denn auch schlicht unglaubhaft. Es 
fragt sich, wie die Beschuldigte die Miete, welche ja höher als ihr monatlicher Ver-
dienst in Italien war, plus die Reisekosten von Italien in die Schweiz und anschlies-
send wieder zurück überhaupt hätte begleichen können (vgl. dazu die zutreffenden 
Ausführungen von Staatsanwältin D.________ in der oberinstanzlichen Verhand-
lung, pag. 795). Hinzu kommt, dass in der heutigen Zeit sehr viel plausibler ist, 
dass die Beschuldigte die Miete überwiesen hätte, wenn es denn tatsächlich so 
gewesen wäre, dass sie diese für ihre Freundin hätte bezahlen müssen, zumal sie 
sich diesfalls die kostspielige Reise hätte sparen können. 

Nebst den Widersprüchen in den Aussagen der Beschuldigten und des Umstan-
des, dass die Aussagen teilweise eben auch schlicht nichtssagend sind oder zu-
mindest keinen Sinn ergeben, stimmen diese auch nicht mit den erhobenen objek-
tiven Beweismitteln überein. Die Vorinstanz hat zu Recht festgehalten, dass insbe-
sondere die Aussagen der Beschuldigten betreffend ihre Reisetätigkeit in grobem 
Widerspruch zu den erhobenen Flugdaten stehen (vgl. pag. 79, pag. 260 ff. und 
pag. 550 ff.) und auch die Ausführungen zu ihren Aufenthalten in der Schweiz nicht 
mit den erhobenen Daten der Videoüberwachung übereinstimmen (vgl. pag. 706, 
S. 28 Urteilsbegründung). In Bezug auf letzteres, sei beispielhaft angeführt, dass 
die Beschuldigte am 23. Januar 2017 gegenüber der Polizei angab, sie sei nur 
zweimal in der Wohnung an der F.________ (Adresse) in Biel gewesen; einmal als 
die Polizei sie angehalten habe und einmal zuvor (pag. 181 Z. 49 ff.). Diese Aussa-
gen sind schlicht gelogen, erscheint die Beschuldigte doch auf der Videoüberwa-
chung weitaus mehr als zweimal bei der observierten Liegenschaft in Biel (vgl. da-
zu «Tableau des vidéos extraites», pag. 509). 

Auch betreffend E.________ stimmen die Aussagen der Beschuldigten nicht mit 
den erhobenen objektiven Beweismitteln überein. So bestritt die Beschuldigte bis 
zuletzt E.________ zu kennen bzw. von ihm Drogen für den Transport erhalten zu 
haben. Eine Verknüpfung der Beschuldigten mit E.________ ist jedoch offensicht-
lich: Einerseits war, wie unter II.10.2. Beweismittel hiervor bereits ausgeführt, auf 
einem anlässlich ihrer Anhaltung sichergestellten Mobiltelefon die Nummer 
.________ unter dem Namen E.________ gespeichert, wobei die gespeicherte Te-
lefonnummer E.________, genannt E.________, zugeordnet werden konnte (vgl. 
pag. 72). Anderseits konnte auf einem anderen Mobiltelefon, welches die Beschul-
digte am 19. November 2016 ebenfalls auf sich trug, eine von der Beschuldigten 
versandte SMS mit dem Namen von E.________ sichergestellt werden (vgl. 
pag. 72: «F     FAMILY NAME: E.________  OTHER NAMES: E.________»). Zu-
dem wurden mehrere Flüge der Beschuldigten entweder mit dieser Telefonnummer 
oder der Email-Adresse von E.________ bzw. E.________ gebucht (vgl. dazu 
ebenfalls die Ausführungen unter II.10.2. Beweismittel hiervor). 

15

Abschliessend ist zu erwähnen, dass die Beschuldigte in jeder Einvernahme 
mehrmals stereotyp erwähnte, nur dieses eine Mal Drogen transportiert zu haben, 
bei früheren Reisen in die Schweiz habe sie sicher keine Drogen transportiert (un-
ter anderem pag. 193 Z. 74 f. und pag. 635 Z. 45 f.). Die Kammer wertet mit der 
Vorinstanz auch diese zielgerichteten Aussagen als Lügensignale (vgl. pag. 706 f., 
S. 28 f. Urteilsbegründung). In fundamentalstem Widerspruch stehen die Aussagen 
der Beschuldigten sodann zu denjenigen von C.________ (vgl. dazu die nachfol-
gende Würdigung), wobei die Kammer aber bereits ohne deren Einbezug explizit 
feststellt, dass die Aussagen der Beschuldigten insgesamt in sich widersprüchlich, 
grösstenteils nicht logisch sind und im Widerspruch zu den objektiven Beweismit-
teln stehen, mithin nicht glaubhaft sind.

Was sodann die Aussagen von C.________ anbelangt, so schilderte diese den Ab-
lauf der Geschehnisse vom ersten Kontakt mit der Beschuldigten (telefonische 
Kontaktaufnahme im Dezember 2015 seitens der Beschuldigten) bis zu ihrer eige-
nen Festnahme am 15. Mai 2016 in Biel (sie hatte 73 Fingerlinge bzw. 738 Gramm 
Kokaingemisch in zwei Milchtüten in den Effekten, einen Fingerling schied sie zu-
dem später noch aus) in sämtlichen sieben Befragungen konstant gleich, ohne 
dass die Aussagen deswegen stereotyp wirken würden. Sie liess sich insbesonde-
re auch durch die Anwesenheit der Beschuldigten in der Konfrontationseinvernah-
me vom 30. März 2017 nicht beirren und hielt an ihrer Schilderung fest, wonach sie 
von der Beschuldigten telefonisch kontaktiert, angeworben und in der Folge «ange-
lernt» worden sei (vgl. pag. 217 Z. 134 ff.; vgl. dazu auch die Ausführungen von 
Staatsanwältin D.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 796). Be-
eindruckend ist im Besonderen, dass sie stets konstante Antworten gab, selbst als 
die Beschuldigte anfing zu weinen und damit bis zum Ende der Befragung auch 
nicht mehr aufhörte (vgl. pag. 221 Z. 276 f.). C.________ belastete sich mit ihren 
Aussagen selber schwer, wollte aber, nachdem sie im eigenen Verfahren zuerst 
weitere Transporte abgestritten hatte (vgl. beigezogene Akten PEN 17 373, 
pag. 112 ff.), ab dem 28. Juli 2016 (pag. 89 ff.) offensichtlich reinen Tisch machen. 
Sie machte bereits zu diesem Zeitpunkt relativ detaillierte Aussagen, welche sie in 
den weiteren Befragungen ab dem 19. August 2016 (pag. 103 ff., pag. 115 ff., 
pag. 124 ff., pag. 135 ff., pag. 143 ff. und pag. 149 ff.) jeweils aufgrund präzisierend 
gestellter Fragen der Untersuchungsbehörden spontan und logisch konsistent er-
gänzte, was für Selbsterlebtes spricht. C.________ nannte nicht nur die involvier-
ten Personen und erkannte diese auf den ihr vorgehaltenen Fotos (pag. 128 
Z. 153 ff., pag. 138 Z. 142 ff.), sondern benannte und beschrieb auch die Orte, an 
denen sie die Drogen entgegennahm, ablud und auslieferte (pag. 125 Z. 36 f., 
Z. 39 f., Z. 42 ff. und Z. 49 f., pag. 126 Z. 56 f. und Z. 59 f., pag. 153 Z. 133 f., 
Z. 153 f. und Z. 156 f.) sowie die von ihr und der Beschuldigten benutzte Reiserou-
te (pag. 139 Z. 161 ff. und Z. 168 f., pag. 153 Z. 129 ff., pag. 154 Z. 166, Z. 178 f.). 
Sie stellte damit räumlich-zeitliche Verknüpfung her und konnte den Untersu-
chungsbehörden auch bekannt geben, woher ihre Informationen stammten. So gab 
sie beispielsweise zu Protokoll, sie habe einmal selber gesehen, wie die Beschul-
digte Fingerlinge geschluckt habe (pag. 137 Z. 76 und Z. 94 ff.) und die Beschuldig-
te habe ihr gesagt, dass sie schon früher Drogen transportiert habe (pag. 129 
Z. 179 f., Z. 182 ff und Z. 186 f., pag. 137 Z. 69 ff. und Z. 104 ff., pag. 155 Z. 204 f., 

16

Z. 210 f.). Auch gab sie an, wenn sie etwas nicht wusste, zum Beispiel wie viele 
Fingerlinge die Beschuldigte jeweils transportiert, wieviel Geld sie mit den Drogen-
transporten verdient und wie oft sie Drogen in die Schweiz eingeführt hatte 
(pag. 138 Z. 108 ff., pag. 155 Z. 213 f., Z. 216 f., Z. 232 f., pag. 156 Z. 245 ff., 
Z. 258 f.). Weiter spricht für die Glaubhaftigkeit der Aussagen von C.________, 
dass sie bereits vor der Verhaftung der Beschuldigten am 19. November 2016 von 
sich aus Aussagen machte, welche letztere belasteten (in den Einvernahmen vom 
28. Juli 2016, vom 19. August 2016 und vom 14. September 2016). Zudem passen 
die von ihr beschriebene Reiseroute und ihre Darstellung, wonach E.________ je-
weils die Flüge gebucht und bezahlt habe, zu den in diesem Verfahren erhobenen 
Flugdaten der Beschuldigten (vgl. pag. 79 und pag. 550). Bestens zu den objekti-
ven Beweismitteln passen auch die Aussagen von C.________, wonach sie einmal 
zusammen mit der Beschuldigten geflogen sei (pag. 118 Z. 146, pag. 130 Z. 224, 
pag. 154 Z. 185 f.; pag. 219 Z. 231 f.). Datummässig war sich C.________ zwar 
nicht mehr ganz sicher, sprach sie doch teilweise von Januar 2016, als sie mit 
A.________ in die Schweiz gekommen sei (pag. 118 Z. 146, 130 Z. 224 ff.), dann 
aber auch von Dezember 2015 bzw. vom vergangenen Jahr (pag. 137 Z. 96 ff., 139 
Z. 194 ff., pag. 152 Z. 96), als sie gesehen habe wie A.________ das Kokain ge-
schluckt habe. Dass das Datum des gemeinsamen Fluges der 11. Dezember 2015 
gewesen sein muss, ergibt sich jedoch wie hiervor bereits erwähnt aus der anhand 
der erhobenen Flugdaten objektivierten Tatsache, dass an diesem Datum beide 
Frauen im gleichen Flugzeug von Madrid nach Zürich flogen (vgl. pag. 556 
[A.________] und pag. 572 [C.________]) sowie die Erwägungen unter II.10.2. 
Beweismittel hiervor). Auch die Darstellung von C.________, wonach sie die Be-
schuldigte als Transporteurin ersetzt habe (vgl. pag. 138 Z. 116: «J’étais là pour la 
remplacer, elle voulait renouveler ces documents et c’est pourquoi je devais la 
remplacer.»), weil diese ihre Papiere habe erneuern lassen müssen, passt gut zum 
Umstand, dass der Beschuldigten im fraglichen Zeitraum (12. Dezember 2015 bis 
29. Juli 2016) keine Reisetätigkeit nachgewiesen werden konnte (vgl. pag. 79, 
pag. 260 ff. und pag. 550 ff.). Schliesslich ist auch in Bezug auf die Entlöhnung auf 
die konstanten Angaben von C.________ abzustellen, demnach wurden für den 
Transport eines Fingerlings EUR 30.00 bezahlt (pag. 92 Z. 120, pag. 104 Z. 46 f., 
pag. 107 Z. 157, pag. 117 Z. 61 f., pag. 127 Z. 100 ff., pag. 137 Z. 91 f., pag. 144 
Z. 35 ff. und Z. 39 f.). Die widersprüchlichen und nicht gleichbleibenden Angaben 
der Beschuldigten zu dieser Frage sind hingegen klar unglaubhaft (vgl. dazu die 
entsprechenden Ausführungen hiervor sowie auch die Ausführungen von Staats-
anwältin D.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 794). 

Zusammengefasst hält die Kammer deshalb mit der Vorinstanz fest, dass die Aus-
sagen von C.________ stimmig, in sämtlichen Befragungen konstant, wider-
spruchsfrei und absolut glaubhaft sind, weshalb im Rahmen der Beweiswürdigung 
vollumfänglich auf sie abgestellt werden kann (vgl. zum Ganzen auch pag. 707, 
S. 29 Urteilsbegründung). 

Auch der Würdigung der objektiven Beweismittel durch die Vorinstanz kann sich 
die Kammer grundsätzlich anschliessen, es wird vorab darauf verwiesen (vgl. 
pag. 708 ff., S. 30 ff. Urteilsbegründung). Sowohl die Videoüberwachung als auch 
die erhobenen Flugdaten, aus denen sich mehrfach Übereinstimmungen ergeben, 

17

belasten die Beschuldigte schwer. Insgesamt flog die Beschuldigte in der Zeit von 
21. April 2014 bis zu ihrer Anhaltung am 19. November 2016 gemäss den erhobe-
nen Flugdaten 53 Mal mit den Fluggesellschaften K.________ (Fluggesellschaft), 
I.________ (Fluggesellschaft) und J.________ (Fluggesellschaft); dabei handelt es 
sich bei 25 Flügen um solche von Madrid nach Zürich, bei 14 Flügen um solche 
von Genf nach Madrid, bei sechs Flügen um solche von Basel nach Madrid, bei 
drei Flügen um solche von Mailand nach Madrid und bei je einem Flug um einen 
solchen von Genf nach Zürich bzw. von Zürich nach Madrid bzw. von Genf nach 
Brüssel bzw. von Madrid nach Mailand bzw. von Paris nach Madrid (vgl. pag. 79 
und pag. 550). Mit diesen erhobenen Flugdaten sind mehr als 20 Dreiecksreisen 
mittels Flügen auf den Strecken Genf/Zürich/Mailand/Basel – Madrid – Zürich er-
wiesen. Die Vorinstanz hielt in ihrer Urteilsbegründung zu Recht fest, dass das 
Ausmass dieser Reisetätigkeit gegen gelegentliches Shopping einer an sich mittel-
losen Person spricht, die diesbezüglichen Erklärungsversuche der Beschuldigten 
sind absolut unglaubhaft (vgl. dazu auch die zutreffenden Ausführungen von 
Staatsanwältin D.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 795). Die 
Dreiecksreisen lassen sich vernünftigerweise vielmehr nur so erklären, dass damit 
die Reiseroute der Beschuldigten und damit die Drogen- und Geldtransporte ver-
schleiert und die Strafverfolgung erschwert werden sollten (vgl. dazu pag. 708 f., 
S. 30 f. Urteilsbegründung). 

Vier der insgesamt 53 Flüge wurden über die Adresse der Beschuldigten in Vicen-
za gebucht (Flug vom 21. April 2014 von Basel nach Madrid, Flug vom 28. August 
2014 von Paris nach Madrid, Flug vom 28. Februar 2015 von Genf nach Madrid 
sowie Flug vom 13. Juli 2015 von Basel nach Madrid) und der letzte Flug vom 18. 
November 2016 von Madrid nach Zürich wurde mit der Email-Adresse der Be-
schuldigten (.________ (E-Mail)) reserviert (pag. 550). Auf den Dokumenten der 
Fluggesellschaften J.________ (Fluggesellschaft) und K.________ (Fluggesell-
schaft) ist nebst den Flugdaten zudem auch das erfolgte Boarding ersichtlich. Die 
Kammer erwähnt beispielhaft die beiden Flüge vom 22. August 2015 und vom 
4. September 2015 mit J.________ (Fluggesellschaft) von Madrid nach Zürich bzw. 
die pag. 567 und pag. 552, woraus hervorgeht, dass die Beschuldigte sowohl für 
die beiden Flüge eincheckte, als auch effektiv an Board der jeweiligen Maschine 
ging. Vor diesem Hintergrund erscheinen die Aussagen der Beschuldigten, nicht 
sie, sondern eine ihr unbekannte Drittperson habe das Flugzeug bestiegen haltlos. 
Die gegenteilige Argumentation der Verteidigung in der oberinstanzlichen Verhand-
lung, man könne keine Rückschlüsse auf die transportierte Menge schliessen, da 
man nicht wisse, wie viele Flüge die Beschuldigte effektiv angetreten habe, läuft 
damit ins Leere (vgl. pag. 791). In diesem Zusammenhang ist sodann festzuhalten, 
dass die Beschuldigte den Flug vom 12. September 2014 von Malpensa (Italien) 
nach Madrid gemäss den Auszügen der Fluggesellschaft K.________ (Fluggesell-
schaft) nicht antrat (pag. 287, Anmerkung «Checkout»). Da die Beschuldigte am 
12. September 2014 offensichtlich nicht nach Madrid flog, geht die Kammer mit der 
Vorinstanz zu Gunsten der Beschuldigten davon aus, dass sie das Flugzeug der 
I.________ (Fluggesellschaft), welches am 13. September 2014 von Madrid nach 
Zürich flog und auf ihren Namen gebucht war, auch nicht bestieg, d.h. im Septem-

18

ber 2014 keine Drogen in die Schweiz transportierte (vgl. dazu auch pag. 709 f., 
S. 31 f. Urteilsbegründung). 

Weiter konnte bei 16 Flügen eine Verbindung zu E.________ hergestellt werden, 
da die Flüge entweder über seine Email-Adresse oder über eine Telefonnummer, 
welche ihm im Rahmen der Ermittlungen zugeordnet werden konnte, gebucht wur-
den (vgl. dazu auch die Ausführungen unter II.10.2. Beweismittel hiervor sowie den 
Berichtsrapport vom 14. Juni 2017, pag. 72). Beispielhaft sind wiederum die bereits 
erwähnten Flüge mit J.________ (Fluggesellschaft) vom 22. August 2015 und 
4. September 2015 von Madrid nach Zürich, beide wurden über die Telefonnummer 
.________ gebucht. Es handelt sich im Übrigen um dieselbe Telefonnummer, wel-
che auch auf dem Mobiltelefon von C.________ unter dem Namen E.________ 
gespeichert war (vgl. die Akten PEN 17 373, pag. 106). Wie bereits ausgeführt 
werden dadurch die Aussagen von C.________, wonach E.________ ihr Chef und 
auch der Chef der Beschuldigten gewesen sei und für sie beide die Flüge gebucht 
und auch bezahlt habe, objektiviert. Die Flüge, welche häufig wochentags und nicht 
bloss am Wochenende waren, wurden stets relativ kurzfristig, d.h. maximal drei 
Tage vor der Reise, reserviert. Sowohl der Umstand, dass viele Flüge wochentags 
stattfanden wie auch die Kurzfristigkeit der Buchungen zeigen, dass die Beschul-
digte unter der Woche jeweils kurzfristig verfügbar war, was gegen eine Berufs-
tätigkeit als Raumpflegerin in Italien im angeklagten Zeitraum spricht und damit den 
Verdacht erhärtet, es handle sich bei den – ausserdem bereits in sich widersprüch-
lichen – Ausführungen der Beschuldigten zum Thema Arbeitstätigkeit in Italien um 
Schutzbehauptungen (vgl. die entsprechenden Erwägungen hiervor sowie die zu-
treffenden Ausführungen von Staatsanwältin D.________ in der oberinstanzlichen 
Verhandlung, pag. 794). 

Aus den erhobenen Daten der Fluggesellschaft J.________ (Fluggesellschaft) lässt 
sich weiter entnehmen, dass die Beschuldigte auf ihren Reisen meistens ein, 
manchmal zwei Gepäckstücke und manchmal auch gar kein Gepäck mit sich führ-
te. Hatte die Beschuldigte Gepäck dabei, so wog dieses jeweils zwischen 5 bis 
15 Kilogramm. Die Vorinstanz folgerte aus dem Umstand, dass die Beschuldigte 
nicht immer bzw. eher wenig Gepäck mit sich führte und sich jeweils nur sehr kurz 
in Madrid aufhielt, zu Recht, dass dies gegen Ferienreisen in Spanien und vielmehr 
für kurze Geschäftsreisen, auf denen eben Drogen bzw. Geld transportiert wurde, 
spricht (vgl. pag. 709, S. 31 Urteilsbegründung). 

Wie bereits erwähnt stützen sich die beiden objektiven Beweismittel Videoüberwa-
chung und Flugdatenerhebung – was die letzten beiden Transporte anbelangt, zu-
vor gab es noch keine Videoüberwachung – ausserdem gegenseitig. So kam die 
Beschuldigte gemäss den Ergebnissen der Videoüberwachung (vgl. pag. 509) am 
2. Oktober 2016 bei der Liegenschaft an der F.________ (Adresse) in Biel an und 
verliess diese zwei Tage später, am 4. Oktober 2016, wieder. Den Flugdaten kann 
entsprechend entnommen werden, dass die Beschuldigte am 4. Oktober 2016 mit 
K.________ (Fluggesellschaft) von Genf nach Madrid und drei Tage später, am 
7. Oktober 2016, mit der Fluggesellschaft J.________ (Fluggesellschaft) von Ma-
drid nach Zürich zurückflog (pag. 550). Am Folgetag, dem 8. Oktober 2016, kam 
die Beschuldigte gemäss Videoüberwachung wieder an die F.________ (Adresse) 

19

und verliess die Wohnung wiederum zwei Tag später, am 9. Oktober 2016, erneut. 
Die Kammer geht mit der Vorinstanz einig (vgl. pag. 708, S. 30 Urteilsbegründung), 
dass auch die beiden sich gegenseitig stützenden, ein stimmiges Gesamtbild erge-
benden objektiven Beweismittel keinen anderen Schluss zulassen, als dass die 
vorerwähnten Flüge tatsächlich von der Beschuldigten angetreten wurden und nicht 
etwa von einer unbekannten Drittperson, wie dies die Beschuldigte die Strafverfol-
gungsbehörden glauben machen wollte. Berücksichtigt man in diesem Zusammen-
hang weiter die glaubhaften Aussagen von C.________ (vgl. dazu die entspre-
chenden Erwägungen hiervor) sowie die weiteren objektiven Beweismittel, so ist 
beweiswürdigend davon auszugehen, dass die Beschuldigte auf dem Flug vom 
7. Oktober 2016 von Madrid nach Zürich Kokain transportierte, welches sie danach 
in der Wohnung an der F.________ (Adresse) in Biel ausschied. Nichts anderes gilt 
für einen weiteren angeklagten Transport anfangs November 2016; gemäss den 
Videoaufzeichnungen kam die Beschuldigte am 10. November 2016 bei der Lie-
genschaft an der F.________ (Adresse) in Biel an und verliess diese vier Tage 
später, am 14. November 2016, wieder. Auch dieser mittels Videoaufzeichnung do-
kumentierte Aufenthalt stimmt mit den erhobenen Flugdaten überein, flog die Be-
schuldigte doch am 14. November 2016 von Genf nach Madrid und am 18. No-
vember 2016 wieder von Madrid zurück nach Zürich. Einige Stunden später wurde 
sie im Zug von Zürich nach Lausanne am Bahnhof Biel von der Polizei angehalten 
und festgenommen, wobei in der Folge die 45 Kokainfingerlingen in ihrem Magen-
Darm-Trakt bzw. in ihrer Vagina festgestellt wurden (vgl. den Berichtsrapport vom 
19. November 2016, pag. 63 ff.). 

Im Sinne eines Zwischenfazits ist beweiswürdigend festzuhalten, dass die Be-
schuldigte jeweils von Italien in die Schweiz reiste, hier das Geld aus dem Verkauf 
des Kokains einsammelte, mit dem Flugzeug (meistens ab Genf) nach Madrid flog, 
dort im Haus von E.________ die Kokainfingerlinge schluckte und mit einem weite-
ren Flug von Madrid in die Schweiz (meistens nach Zürich) zurückkehrte. Im ange-
klagten Zeitraum flog die Beschuldigte insgesamt 24 Mal von Madrid in die Schweiz 
(inklusive des Fluges vom 18. November 2016, nach welchem sie von der Polizei 
angehalten und festgenommen wurde). 

Was sodann die Menge des transportierten Kokains anbelangt, so ist zunächst ob-
jektiviert und unbestritten, dass die Beschuldigten anlässlich ihrer Anhaltung durch 
die Polizei am 19. November 2016 45 Kokainfingerlinge in ihrem Körper versteckt 
hatte, wobei sie 35 Fingerlinge geschluckt und zehn Fingerlinge in ihrem Intimbe-
reich versteckt hatte (pag. 63 ff.). Die ebenfalls für E.________ arbeitende 
C.________ hatte sogar 74 Fingerlinge bei sich, als sie von der Polizei angehalten 
und verhaftet wurde (vgl. deren Aussage auf pag. 92 Z. 132 f., pag. 117 Z. 77). 
C.________ führte in ihren Befragungen vom 14. September 2016 und vom 8. De-
zember 2016 zudem aus, sie habe insgesamt fünf Drogentransporte gemacht und 
so ca. 250 Fingerlinge in die Schweiz transportiert (pag. 116 Z. 54 f., pag. 126 
Z. 65 ff.), was einen Durchschnitt von 50 Fingerlingen pro Transport ergeben wür-
de. Abweichend von den vorinstanzlichen Feststellungen (vgl. pag. 710, S. 32 Ur-
teilsbegründung) und den Ausführungen der Generalstaatsanwaltschaft in der obe-
rinstanzlichen Verhandlung (vgl. pag. 796), welche beide von einem Durchschnitt 
von 45 Fingerlingen ausgehen, ist die Kammer der Auffassung, dass in Bezug auf 

20

die Beschuldigte in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo beweiswürdi-
gend lediglich von 35 Fingerlingen pro Transport auszugehen ist. Dies entspre-
chend der anlässlich der Anhaltung vom 19. November 2016 im Magen-Darm-Trakt 
der Beschuldigten festgestellten 35 Fingerlinge und insbesondere auch angesichts 
der Aussagen der Beschuldigten zu Beginn der Konfrontationseinvernahme vom 
30. März 2017 (pag. 213 ff.), wonach sie manchmal, wenn sie die Fingerlinge 
schlucke, erbrechen müsse und es Blut habe (vgl. pag. 215 Z. 54 f.: «Car, quand 
j‘en avale, je vomis parfois et il y a du sang»). In der oberinstanzlichen Verhand-
lung bestritt die Beschuldigte zwar, die soeben zitierten Aussagen vom 30. März 
2017 gemacht zu haben (vgl. pag. 788 Z. 19 ff. und Z. 25 ff.), was aber logische 
Folge ihrer Behauptung ist, sie habe nur ein einziges Mal (am 18./19. November 
2016) Drogen transportiert. Ausserdem bestätigte die Beschuldigte oberinstanzlich 
immerhin, am 18. November 2016 diejenigen Fingerlinge in ihrer Vagina versteckt 
zu haben, welche sie zuvor nach dem Schlucken wieder erbrochen habe (vgl. pag. 
788 Z. 8 ff.). Der Verteidigung ist insofern beizupflichten, als dass die transportier-
bare Menge jeweils auch von der individuellen physischen Kapazität eines Bo-
dypackers abhängt (vgl. dazu die Ausführungen von Rechtsanwalt B.________ in 
der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 791). Zugunsten der Beschuldigten ist 
deshalb davon auszugehen, dass sie pro Transport jeweils nicht mehr als 35 Fin-
gerlinge schlucken konnte. Gemäss dem Forensisch-chemischen Abschlussbericht 
des IRM vom 22. Dezember 2016 beinhalteten die von der Beschuldigten transpor-
tierten Fingerlinge je zwischen 9,9 und 10,4 Gramm Kokaingemisch, der Reinheits-
grad des transportierten Kokaingemischs lag bei 42 % bzw. 45 % Cocain Hydro-
chlorid (pag. 87). Die Kammer nimmt mit der Vorinstanz zu Gunsten der Beschul-
digten an, dass die von ihr in der fraglichen Zeit transportierten Fingerlinge je 
10 Gramm wogen und einen Reinheitsgrad von 43,5 % Cocain Hydrochlorid auf-
wiesen (vgl. pag. 710, S. 32 Urteilsbegründung). Zusammenfassend wird daher 
beweiswürdigend davon ausgegangen, dass die Beschuldigte pro Reise 35 Finger-
linge à je 10 Gramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgrad von 43.5 % Cocain 
Hydrochlorid von Madrid in die Schweiz transportierte. Dies ergibt bei 23 Transpor-
ten total 8,05 Kilogramm Kokaingemisch bzw. 3,5 Kilogramm reines Kokain, wel-
ches die Beschuldigte in der Zeit vom 1. Januar 2014 bis am 14. November 2016 
von Spanien in die Schweiz beförderte. 

Bezüglich des durch die Beschuldigte mit den Drogentransporten erwirtschafteten 
Einkommens stellt die Kammer – wie bereits ausgeführt (vgl. die entsprechenden 
Ausführungen hiervor) – ebenfalls auf die glaubhaften Angaben von C.________ 
ab, wonach sie selber und die Beschuldigte pro transportierten Fingerling 
EUR 30.00 verdienten. Bei insgesamt 805 Fingerlingen (23 Transporte x 35 Finger-
linge) ergibt sich somit ein Gesamtbetrag von EUR 24‘150.00.

Betreffend den Vorwurf der Anstiftung zu qualifizierten Widerhandlungen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz hält die Kammer schliesslich ergänzend und mit Blick 
auf die rechtliche Würdigung fest, dass C.________ gemäss ihren glaubhaften 
Aussagen die Beschuldigte ersetzen sollte, währenddem diese die Papiere erneu-
ern liess (vgl. dazu die entsprechenden Ausführungen hiervor). Die Beschuldigte 
machte durchschnittlich einen Transport pro Monat (vgl. pag. 550) und es ist in du-
bio pro reo davon auszugehen, dass sie von einer ungefähr gleichen Anzahl 

21

Transporte ausging, welche C.________ an ihrer Stelle gemacht hätte. Weiter ist 
jedoch auch zu berücksichtigen, dass die Beschuldigte nicht voraussehen konnte, 
wie lange bzw. bis wann C.________ Kokain transportieren würde. Jedenfalls woll-
te die Beschuldigte C.________ aber zum ersten, durch diese durchgeführten 
Transport anstiften. Ein auf mindestens einen Transport gerichteter Wille der Be-
schuldigten ist somit beweismässig erstellt. Hingegen kann der Beschuldigten nicht 
zum Vorwurf gemacht werden, ihr Wille sei auf sämtliche durch C.________ durch-
geführten Transporte und eine Gesamtmenge transportierter Drogen von 3 Kilo-
gramm Kokaingemisch gerichtet gewesen (vgl. die zutreffenden Ausführungen von 
Rechtsanwalt B.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 792). 

10.4 Beweisfazit

Zusammenfassend kommt die Kammer aufgrund der vorgenommenen Aussage-
würdigung und der zahlreichen, die Beschuldigte stark belastenden objektiven Be-
weismittel zum Schluss, dass die Beschuldigte nicht nur den zugestandenen 
Transport vom 18./19. November 2016, sondern in der Zeit vom 1. Januar 2014 bis 
am 14. November 2016 auch 23 weitere Transporte von Spanien in die Schweiz 
durchführte. Dabei transportierte sie eine Gesamtmenge von 8,05 Kilogramm Ko-
kaingemisch bzw. 3,5 Kilogramm reinem Kokain und verdiente daran einen Ge-
samtbetrag in der Grössenordnung von EUR 24‘150.00. 

Zudem gelang es der Beschuldigten, C.________ die Tätigkeit einer Drogenkurie-
rin schmackhaft zu machen, so dass diese in die Schweiz kam, sich «anlernen» 
liess – die Beschuldigte zeigte ihr die Wohnung an der F.________ (Adresse) in 
Biel sowie die Adressen der Abnehmer in der Schweiz, übergab ihr den Woh-
nungsschlüssel und lehrte sie, wie sie das Kokain schlucken sollte und wie sie es in 
der Schweiz zu den Abnehmern transportieren musste – und in der Folge ei-
genständig fünf Drogentransporte von Spanien in die Schweiz durchführte, wobei in 
dubio pro reo davon auszugehen ist, dass sich der Anstifterwille der Beschuldigten 
auf mindestens einen Transport richtete.

III. Rechtliche Würdigung

11. Theoretische Ausführungen zu Art. 19 ff. BetmG

Gemäss Art. 19 Abs. 1 Bst. b, c und g BetmG wird bestraft, wer unter anderem 
Betäubungsmittel unbefugt befördert, einführt, in Verkehr bringt oder Anstalten da-
zu trifft. Den mengenmässig qualifizierten Tatbestand erfüllt, wer weiss oder an-
nehmen muss, dass die Widerhandlung mittelbar oder unmittelbar die Gesundheit 
vieler Menschen in Gefahr bringen kann (Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG), denjenigen 
der bandenmässigen Qualifikation, wer als Mitglied einer Bande handelt, die sich 
zur fortgesetzten Ausübung des unerlaubten Betäubungsmittelhandels zusammen-
gefunden hat (Art. 19 Abs. 2 Bst. b BetmG). Art. 19 Abs. 2 Bst. c BetmG sanktio-
niert denjenigen, der durch gewerbsmässigen Handel einen grossen Umsatz oder 
einen erheblichen Gewinn erzielt.

Die theoretischen Ausführungen der Vorinstanz zum Grundtatbestand des 
Art. 19 BetmG wie auch zur mengenmässigen, bandenmässigen und gewerbsmäs-

22

sigen Qualifikation sind zutreffend, darauf kann verwiesen werden (vgl. pag. 712 ff., 
S. 34 ff. Urteilsbegründung).

23

12. Subsumtion

12.1 Grundtatbestand

Die Beweiswürdigung hat ergeben, dass die Beschuldigte die objektiv tatbe-
standsmässigen Handlungen gemäss Art. 19 Abs. 1 Bst. b, c und g BetmG beging, 
mithin Kokain in die Schweiz einführte, es beförderte und es in Verkehr brachte 
bzw. Anstalten dazu traf. Sie handelte aus finanziellen Eigeninteressen sowie di-
rektvorsätzlich und somit auch subjektiv tatbestandsmässig. Der Grundtatbestand 
i.S.v. Art. 19 Abs. 1 Bst. b, c und g BetmG ist damit erfüllt. 

12.2 Mengenmässige Qualifikation

Gemäss Beweisergebnis transportierte die Beschuldigte in der Zeit vom 1. Janu-
ar 2014 bis am 14. November 2016 8,05 Kilogramm Kokaingemisch bzw. 3,5 Kilo-
gramm reines Kokain von Spanien in die Schweiz. Zur transportierten Menge hin-
zuzurechnen sind 458 Gramm Kokaingemisch bzw. 200 Gramm reines Kokain, 
welches sie am 19. November 2016 in die Schweiz einführte, was eine Gesamt-
menge von 3,7 Kilogramm reinem Kokain ergibt. Damit ist die von der Praxis entwi-
ckelte Grenze von 18 Gramm reinen Stoffes für die Anwendung der mengenmässi-
gen Qualifikation nach Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG (vgl. HUG-BEELI, Kommentar 
Betäubungsmittelgesetz, N 987 ff. zu Art. 19, insbes. N 915 und N 1003). vorlie-
gend bei weitem überschritten, entsprechend ist die mengenmässige Qualifikation 
klar zu bejahen. Die Beschuldigte handelte in Bezug auf alle Transporte direktvor-
sätzlich. Bereits an dieser Stelle hält die Kammer fest, dass der Vorinstanz bei der 
Strafzumessung ein Fehler unterlaufen ist, wenn sie dort die mengenmässige 
Mehrfachqualifikation an der Gesamtmenge Kokaingemisch mass (vgl. pag. 721, S. 
43 Urteilsbegründung sowie die Ausführungen unter IV.16.1. Tatkomponenten 
hiernach). 

12.3 Bandenmässige Qualifikation

Die umfassenden Ausführungen der Vorinstanz, wonach die Beschuldigte als Mit-
glied einer Bande angesehen werden muss, sind zutreffend, es kann darauf ver-
wiesen werden (vgl. pag. 715, S. 37 Urteilsbegründung). 

12.4 Gewerbsmässige Qualifikation

Die Beschuldigte erhielt für die Kokaintransporte durchschnittlich EUR 1‘050.00 
(35 Fingerlinge x EUR 30.00). Die Reisen, insbesondere die Flugkosten, wurden 
durch die Organisation bezahlt, so dass der Beschuldigten, selbst wenn sie evtl. 
noch gewisse Spesen selber zu tragen hatte, gesamthaft ein Gewinn in der Grös-
senordnung von EUR 24‘150.00 (= 23 Transporte x EUR 1‘050.00) verblieb. Die 
Beschuldigte bestritt mit dem aus dem Drogenhandel resultierenden Erlös den 
überwiegenden Anteil ihrer Lebenshaltungskosten. Auch der subjektive Tatbestand 
ist klar erfüllt (vgl. dazu auch die Ausführungen der Vorinstanz, pag. 716, S. 38 Ur-
teilsbegründung).

12.5 Fazit bezüglich Ziff. I.1.1. der Anklageschrift bzw. Ziff. 1.1. der Anklageänderung

Die Beschuldigte ist in Anwendung von Art. 19 Abs. 1 Bst. b, c und g sowie Abs. 2 
Bst. a, b und c BetmG der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, 

24

mengenmässig, bandenmässig und gewerbsmässig qualifiziert begangen in der 
Zeit vom 1. Januar 2014 bis am 14. November 2016, schuldig zu erklären.

13. Anstiftung

Hinsichtlich der allgemeinen Ausführungen zur Anstiftung gemäss Art. 24 
Abs. 1 StGB kann auf die korrekten Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 717 f., S. 39 f. Urteilsbegründung) 

Auch die Subsumtion durch die Vorinstanz (pag. 718 f., S. 40 f. Urteilsbegründung) 
ist grundsätzlich zutreffend und es werden durch die Kammer lediglich punktuelle 
Ergänzungen/Korrekturen angebracht. Wie die Vorinstanz richtig feststellte, kontak-
tierte die Beschuldigte C.________ im Dezember 2015 telefonisch und bot ihr ei-
nen Job an. C.________ reiste daraufhin in die Schweiz, wo ihr die Beschuldigte 
die Art der Tätigkeit sowie die notwendigen Einzelheiten erklärte und zeigte. Zu-
dem reiste die Beschuldigte einmal mit C.________ nach Spanien, machte sie dort 
mit E.________ bekannt und flog anschliessend gemeinsam mit ihr in die Schweiz 
zurück. Die Kammer ist der Auffassung, dass es sich beim Flug vom 11. Dezem-
ber 2015 lediglich um einen gemeinsamen Flug, nicht aber – wie die Vorinstanz 
schrieb – um einen gemeinsamen Kokaintransport handelte, zumal einzig die Be-
schuldigte auf diesem Flug Kokain in die Schweiz einführte, während C.________ 
gemäss ihren glaubhaften Aussagen selber nicht Drogen transportierte. Im Übrigen 
wurde C.________ auch nicht entsprechend angeklagt, sondern mit rechtskräfti-
gem Urteil vom 21. Juni 2017 vielmehr bloss für eine Deliktsperiode ab Anfang 
April 2016 bis zum 15. Mai 2016 schuldig erklärt (vgl. pag. 584 f. und pag. 589). 

Weiter führte die Vorinstanz Folgendes aus (vgl. pag. 718 f., S. 40 f. Urteilsbegrün-
dung):

«Auch stellte die Beschuldigte C.________ einen finanziellen Anreiz in Aussicht, indem sie ihr be-
kannt gab, dass sie pro transportierten Fingerling EURO 30.00 verdienen werde. Mit ihren Handlun-
gen weckte die Beschuldigte bei C.________ den Tatentschluss, als Drogenkurierin für E.________ 
tätig zu werden. Sie übte einen kausalen Einfluss auf die Bildung des Tatentschlusses von 
C.________ aus und wirkte mit den vorerwähnten Handlungen mit einiger Intensität auf C.________ 
ein, damit diese die fragliche[n] Straftat[en] auch vollenden werde. Es ist zwar korrekt, dass die späte-
re Organisation der ‹Arbeit› von C.________ über E.________ lief, dies ändert jedoch nichts am Um-
stand, dass C.________ ohne die Einwirkung und Instruktion von A.________ gar nicht mit 
E.________ in Kontakt gekommen wäre und die späteren Taten nicht hätte ausführen können. Auch 
wird für den Straftatbestand der Anstiftung nicht vorausgesetzt, dass der Anstifter in der Planungs- 
und Ausführungsphase der Haupttat einen entscheidenden Einfluss auf den Täter ausübt.

Der subjektive Tatbestand ist ebenfalls erfüllt. Die Beschuldigte rief in C.________ wissentlich und 
willentlich den Tatentschluss für die Kokaintransporte hervor und wollte, dass ihre Bekannte diese 
Straftat(en) auch vollendet.» 

Diesen Ausführungen schliesst sich die Kammer vorbehaltlos an, mit der Präzisie-
rung, dass die Beschuldigte, wie bereits ausgeführt, auf die Anzahl der schliesslich 
von C.________ durchgeführten Transporte keinen Einfluss mehr hatte (vgl. dazu 
die Erwägungen unter II.8.3. Gesamtwürdigung hiervor). Hingegen hatte die Be-
schuldigte entgegen der Auffassung der Verteidigung (vgl. pag. 792) sehr wohl ein 

25

Interesse an der Kuriertätigkeit von C.________, ersetzte diese sie doch in einer 
Zeit, in welcher sie ihre Papiere erneuern lassen musste und entsprechend selber 
nicht reisen konnte. Die Kammer hält deshalb zusammenfassend mit der Vorin-
stanz fest, dass die mehrheitlich in der Schweiz vorgenommenen Handlungen der 
Beschuldigten den Straftatbestand von Art. 24 Abs. 1 StGB erfüllen und eine straf-
bare Haupttat vorliegt. 

Die Beschuldigte ist somit der Anstiftung zu qualifizierten Widerhandlungen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz (Einfuhr, Beförderung, in Verkehr bringen und Anstal-
ten treffen zum in Verkehr bringen von mindestens 350 Gramm Kokaingemisch [ca. 
152,25 Gramm reines Kokain] durch C.________), begangen in der Zeit von De-
zember 2015 bis Januar 2016, schuldig zu erklären. 

IV. Strafzumessung

14. Anwendbares Recht

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des 
StGB in Kraft getreten. Hat der Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttre-
ten des neuen Strafgesetzbuches begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst 
nachher, so ist gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB das neue Gesetz anzuwenden, wenn 
dieses für ihn das mildere ist. Der Vergleich der Schwere verschiedener Strafnor-
men ist nach der sog. konkreten Methode vorzunehmen, wonach sich umfassende 
Beurteilungen des Sachverhalts nach altem und nach neuem Recht gegenüberzu-
stellen sind. Anzuwenden ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur entweder das 
alte oder das neue Recht. Eine kombinierte Anwendung der beiden Rechte ist aus-
geschlossen. Hat der Täter mehrere selbständige strafbare Handlungen begangen, 
so ist in Bezug auf jede einzelne Handlung gesondert zu prüfen, ob das alte oder 
das neue Recht milder ist. Gegebenenfalls ist eine Gesamtstrafe zu bilden 
(BGE 134 IV 82, S. 88, E. 6.2.1 und 6.2.3). Ausschlaggebend ist, nach welchem 
der beiden Rechte der Täter für die gerade zu beurteilende Tat besser wegkommt 
(vgl. zum Ganzen TRECHSEL/VEST, in: TRECHSEL/PIETH [Hrsg.], Praxiskommentar, 
3. Aufl. 2018, N 11 zu Art. 2 StGB mit Hinweisen; DONATSCH, Schweizerisches 
Strafgesetzbuch, 19. Aufl., S. 34 N 10 sowie BGE 126 IV 5 S. 8 – je mit Hinwei-
sen). Der Gesetzesvergleich hat sich ausschliesslich nach objektiven Gesichts-
punkten zu richten (BGE 134 IV 82, E. 6.2.2). Massgebend ist dabei das Ausmass 
der mit einer Sanktion verbundenen Beschränkung der persönlichen Freiheiten, 
namentlich der Bewegungsfreiheit, des Eigentums, der Ehre, der Betätigungsfrei-
heit und der Beziehungsfreiheit. Unter den möglichen Strafformen hat die Freiheits-
strafe als die strengste zu gelten, gefolgt von der Geldstrafe. Sind im Übrigen die 
Sanktionen im Einzelfall gleichwertig, so ist altes Recht anzuwenden (BSK StGB-
POPP/BERKEMEIER, N 17 zu Art. 2 StGB mit weiteren Hinweisen).

Vorliegend hat die Beschuldigte sämtliche Delikte vor Inkrafttreten des Strafgesetz-
buches in der Fassung vom 1. Januar 2018 begangen, die Beurteilung erfolgt aber 
erst nachher. Da die Fassung vom 1. Januar 2018 für die Beschuldigte nicht die 
mildere ist, ist in Anwendung von Art. 2 Abs. 2 StGB altes Recht anzuwenden. 

26

15. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung und Strafrahmen

Die Kammer verweist vorab auf die zutreffenden Ausführungen in der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung betreffend die allgemeinen Grundlagen der 
Strafzumessung (vgl. pag. 719 f., S. 41 f. Urteilsbegründung). 

Vorliegend ist zunächst eine Einsatzstrafe für den Schuldspruch gemäss Ziff. II.1. 
des Urteilsdispositivs (für die durch die Beschuldigte selber in der Zeit vom 1. 
Januar 2014 bis am 14. November 2016 eingeführte, beförderte und in Verkehr 
gebrachte Menge reines Kokain [3,5 Kilogramm]) auszufällen. Der Strafrahmen 
gemäss Art. 19 Abs. 1 Bst. b, c und g i.V.m. Abs. 2 Bst. a, b und c BetmG beträgt 
mindestens 1 Jahr bis 20 Jahre Freiheitsstrafe, womit eine Geldstrafe verbunden 
werden kann. Die Einsatzstrafe ist sodann für den Schuldspruch gemäss Ziff. II.2. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs (Anstiftung von C.________ zur Einfuhr, 
Beförderung und in Verkehr bringen von mindestens 152,25 Gramm reinem 
Kokain) angemessen zu erhöhen (Art. 49 Abs. 1 StGB). 

16. Einsatzstrafe

16.1 Tatkomponenten

16.1.1 Objektives Tatverschulden

Die Betäubungsmittelmenge bildet Ausgangspunkt für die Ermittlung der Gefähr-
dung des geschützten Rechtsguts. Praxisgemäss zieht die Kammer daher bei 
Betäubungsmitteldelikten die sog. Tabelle Hansjakob (vgl. in FINGER-
HUTH/TSCHURR, Kommentar BetmG, N. 30 zu Art. 47 StGB) als Orientierungshilfe 
bei, um basierend auf der so ermittelten, ungefähren Strafhöhe aufgrund weiterer 
strafzumessungsrelevanter Umstände des Einzelfalles schliesslich zur verschul-
densangemessenen Strafe zu gelangen (vgl. zur Zulässigkeit dieses Vorgehens 
Urteil des Bundesgerichts 6B_858/2016 vom 17. März 2017 E. 3.2). Einen anderen 
Ansatz verfolgt das Strafzumessungsmodell mit Hierarchiestufen (EUGS-
TER/FRISCHKNECHT, a.a.O.). Hier kommt der Funktion der beschuldigten Person 
bzw. ihrer Stellung innerhalb einer im Betäubungsmittelhandel tätigen Organisation 
für das objektive Tatverschulden schwergewichtige Bedeutung zu. Die Kammer er-
achtet diesen Ansatz vor allem deshalb als problematisch, weil er losgelöst von al-
len Mengen erfolgt. Die Strafbestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes sind 
aber nicht als Organisationsdelikte, sondern weitgehend als stoff- und damit auch 
mengenbezogene Gefährdungsdelikte ausgestaltet. Überdies sind die genauen 
Strukturen der kriminellen Organisationen oft nicht oder nur unvollständig bekannt, 
weil sie gar nicht oder nur unzuverlässig ausgeleuchtet werden können. Deswegen 
orientiert sich die Kammer nach wie vor an einem an die Menge anknüpfenden 
Vergleichsrahmen. Der hierarchischen Stellung kann im Rahmen der weiteren Prü-
fung angemessen Rechnung getragen werden, wobei hier das Hierarchiestufen-
modell durchaus als Kontrollrechnung dienen kann. In der neusten Auflage des 
BetmG-Kommentars von FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER findet sich eine insofern 
von der Tabelle Hansjakob abweichende Tabelle, als die Strafen für die gehandel-
ten Mengen ab 18 Gramm erst beim Verzehnfachen der Menge verdoppelt werden. 
Grössere Mengen erfahren dann wieder eine Verdoppelung schon bei der Veracht-
fachung der Menge, wie bei der Tabelle Hansjakob. Die Kommentatoren begrün-

27

den diese Änderung mit «Anregungen von Praktikern aus Staatsanwaltschaft und 
Gerichten» und weil Hansjakob selber die Verdoppelung bei der zehnfachen Men-
ge erwogen, aber verworfen habe, da dies für die grossen Mengen zu milde gewe-
sen wäre (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N. 44 zu Art. 47 StGB). De facto 
wird damit eine Strafminderung für die Kategorien der kleinsten gehandelten quali-
fizierten Mengen eingeführt, während diese Unterschiede umso weniger stark ins 
Gewicht fallen, je höher die gehandelten Mengen sind. Nach dem Gesagten sieht 
sich die Kammer nicht veranlasst, von der bisherigen Praxis abzuweichen und ori-
entiert sich für die Strafhöhe an der ursprünglichen Tabelle Hansjakob.

Die Beschuldigte führte über einen längeren Zeitraum von beinahe drei Jahren – 
mit einem kurzen Unterbruch, während welchem ihre Kollegin C.________ die 
Arbeit übernahm – regelmässig Kokain in die Schweiz ein. Sie beförderte jedes 
einzelne Mal durchschnittlich 152,25 Gramm reines Kokain von Spanien in die 
Schweiz, mithin jedes Mal die rund achteinhalbfache Menge des qualifizierten 
Tatbestandes von Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG (vgl. FINGER-
HUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar BetmG, N. 181 zu Art. 19 BetmG; 152,25 
Gramm / 18 Gramm = 8,46; an dieser Stelle ist nochmals anzumerken, dass die 
Vorinstanz in ihrer Urteilsbegründung fälschlicherweise von der errechneten Menge 
Kokaingemisch und nicht von der errechneten Menge reinem Kokain ausging und 
deshalb die Mehrfachqualifikation zu hoch veranschlagte [vgl. pag. 721, S. 43 
Urteilsbegründung]). Insgesamt wurden durch die Beschuldigte 3,7 Kilogramm 
reines Kokain eingeführt, befördert und mehrheitlich auch in Verkehr gebracht (3,5 
Kilogramm in der Zeit vom 1. Januar 2014 bis am 14. November 2016 sowie 200 
Gramm am 18./19. November 2016). Daraus ergibt sich ein Einstiegsstrafmass von 
ungefähr 5½ Jahren Freiheitsstrafe. Die Tabelle geht von einem Täter aus, der we-
der geständig noch süchtig ist und die erwähnte Drogenmenge mit ca. fünf Ge-
schäften umgesetzt hat (vgl. FINGERHUTH/TSCHURR, a.a.O., N. 29 zu Art. 47 StGB). 
Vorliegend erfolgten zahlreiche Einfuhren und Beförderungen, was aber durch das 
Qualifikationsmerkmal der Gewerbsmässigkeit abgedeckt wird. Praktisch die ganze 
eingeführte Kokainmenge wurde in Verkehr gebracht, so dass sich das davon aus-
gehende, erhebliche Schädigungs- und Gefährdungspotential im Umfang von 
ungefähr 6 Monaten straferhöhend auswirkt. Das Strafmass erhöht sich so auf 
knapp 6 Jahre Freiheitsstrafe. 

Bei ausländischen Kurieren, die ein hohes Risiko und einen kleinen Lohn 
(10 Gramm reines Kokain hat einen Wert von mindestens CHF 1‘000.00, davon 
entfallen lediglich rund CHF 30.00 als Transportlohn) haben, werden regelmässig 
Abzüge in der Grössenordnung von 20% vorgenommen (vgl. dazu auch die Aus-
führungen von Rechtsanwalt B.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, 
pag. 792). Kuriere sind zwar rechtlich Mittäter, jedoch deutlich weniger engagiert 
als die Hauptorganisatoren. Die Transporttätigkeit der Beschuldigten ohne mass-
gebliche eigene Entscheidungskompetenz wirkt sich deshalb vorliegend im Umfang 
von einem Jahr strafmindernd aus, womit die Einsatzstrafe auf 5 Jahre zu 
reduzieren ist. 

Wiederum straferhöhend zu gewichten ist andererseits die Art und Weise des 
Vorgehens und die Verwerflichkeit des Handelns der Beschuldigten. Zusätzlich zur 

28

mengenmässigen Qualifikation liegen nämlich auch die weiteren Qualifikationen 
der Gewerbs- und der Bandenmässigkeit vor (vgl. zur Zulässigkeit der Berücksich-
tigung der mehrfachen Qualifikation das Urteil des Bundesgerichts 6B_662/2015 
vom 12. Januar 2016 E. 2.4.3). Die Einfuhr wurde im internationalen Kontext durch 
eine komplexe Organisation, in welche die Beschuldigte eingebunden war, durch-
geführt. Auch wenn die Beschuldigte als Kurierin in der Organisation der 
Drogenbande nicht zuoberst in der Hierarchie stand, war sie für das Geschäft 
unverzichtbar und hielt dieses am Laufen. Zudem konnte die Beschuldigte mit dem 
gesamthaft erwirtschafteten Erlös aus ihrer Kuriertätigkeit weitgehend ihren 
Lebensunterhalt bestreiten, insgesamt erzielte sie einen Gewinn von EUR 
24‘150.00. Zufolge Mehrfachqualifikation ist somit eine Straferhöhung um 6 Monate 
vorzunehmen. 

Zusammengefasst erweist sich das objektive Tatverschulden von A.________ so-
mit gemessen an anderen denkbaren und von der Kammer beurteilten Fälle als 
knapp mittelschwer. Angesichts des Strafrahmens von mindestens einem Jahr bis 
zu 20 Jahren Freiheitsstrafe bewegt sich die Strafe dafür im Bereich von 5 ½ Jah-
ren.

16.1.2 Subjektives Tatverschulden und Fazit Einsatzstrafe
Die Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz und aus eigennützigen, finanziellen 
Motiven, war sie doch selber nicht süchtig. Sie hätte sich ohne weiteres von den 
Drogengeschäften distanzieren können. Das subjektive Tatverschulden ist als 
neutral zu qualifizieren. 

Damit resultiert vorliegend eine Einsatzstrafe von 5 ½ Jahren.

17. Asperation

17.1 Tatkomponenten
Unter dem Titel objektives Tatverschulden hält die Kammer fest, dass die 
Beschuldigte gemäss Beweisergebnis mit einiger Intensität auf C.________ 
einwirkte; sie tätigte den ersten Anruf, stellte ihr einen namhaften finanziellen 
Anreiz in Aussicht und zeigte ihr anschliessend sämtliche Details des 
Drogentransportes. Sie lernte C.________ quasi an und war dafür besorgt, dass 
diese überhaupt als Kurierin ins Drogengeschäft einstieg und einen ersten 
Transport tätigte. Sie zog mit anderen Worten eine zusätzliche Person in den Dro-
genhandel hinein. Dass C.________ bis zu ihrer Verhaftung unter fünf Malen 
schliesslich nicht weniger als 2 Kilogramm reines Kokain transportierte ist indessen 
weitgehend zufällig. Wie viel tatsächlich importiert wurde, lag nämlich nicht mehr im 
Einflussbereich der Beschuldigten. Dafür, dass sie nach einer ersten Einfuhr weiter 
auf die Kuriertätigkeit, insbesondere auf die Häufigkeit der Transporte, Einfluss 
genommen hätte, gibt es keine Hinweise. Dies lag eindeutig in der Kompetenz von 
E.________. Es geht deshalb nicht an, die ganze, letztlich von C.________ 
transportierte Menge von 2 Kilogramm reinem Kokain der Beschuldigten 
aufzurechnen, wie das die Vorinstanz gemacht hat (vgl. pag. 722, S. 44 
Urteilsbegründung). Wie bereits ausgeführt ist vielmehr davon auszugehen, dass 
die Beschuldigte dazu anstiftete, was sie selber auch transportierte, nämlich zu ca. 
152,25 Gramm reines Kokain pro Transport (35 Fingerlinge à 10 Gramm Kokain-

29

gemisch bei einem Reinheitsgrad von 43,5 % Hydrochlorid). Eine solche Menge 
würde gemäss Tabelle Hansjakob einem Strafmass von mindestens 24 Monaten 
entsprechen. Strafmindernd wirkt sich aus, dass die Beschuldigte die Widerhand-
lung nicht selber beging, sondern «lediglich» dazu anstiftete, weshalb die Kammer 
von einem, einem noch leichten objektiven Tatverschulden entsprechenden Straf-
mass von 18 Monaten ausgeht.

Was das subjektive Tatverschulden anbelangt, so hält die Kammer fest, dass die 
Beschuldigte mit direktem Vorsatz handelte. Sie rekrutierte ihre 
Nachfolgerin/Stellvertreterin selber und wollte auch von deren Transporttätigkeit 
finanziell profitieren, was von einer beachtlichen Hartnäckigkeit zeugt. Das 
subjektive Tatverschulden wirkt sich neutral aus. 

Das Tatverschulden insgesamt ist als noch knapp leicht zu bezeichnen. Im Rah-
men einer Einzelstrafzumessung wäre für die Anstiftung von C.________ zu quali-
fizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, eine Freiheitsstrafe 
von ca. 18 Monaten auszusprechen. Im Rahmen der Asperation erachtet das Ge-
richt eine Erhöhung der Einsatzstrafe um insgesamt 9 Monate (Asperationsfaktor 
aufgrund gleichem Rechtsgut 50%) als angemessen, was eine asperierte Ge-
samtstrafe aufgrund der Tatkomponenten von 6¼ Jahren ergibt. 

18. Täterkomponenten

Für das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten kann auf die 
korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. pag. 722 f., S. 44 f. 
Urteilsbegründung):

«Die Beschuldigte ist gemäss ihren eigenen Angaben in Edo State, Nigeria, geboren und dort zu-
sammen mit sechs Brüdern und einer Schwester aufgewachsen. Ihre Mutter sei im Winter 2016/2017 
gestorben. Ihr Vater lebe noch in Nigeria, es gehe ihm aber gesundheitlich nicht gut. Sie habe die 
Primarschule besucht und danach den Beruf der Schneiderin erlernt. Wegen Problemen habe sie die-
se Erwerbstätigkeit aufgeben müssen und sei nach Europa gekommen. Das erste Mal sei sie über 
Marokko nach Spanien gereist. Da sie keine Dokumente gehabt habe, hätten die spanischen Behör-
den sie nach zwei Jahren zurück nach Nigeria gebracht. Rund ein Jahr nach ihrer Rückkehr habe sie 
sich von Nigeria via Libyen nach Italien aufgemacht, wo sie acht Monate auf ihre Dokumente habe 
warten müssen. Nach Erhalt ihrer Dokumente habe sie in Italien einen Job gefunden. Bis zur Verhaf-
tung habe sie während rund fünf Jahren in Italien gelebt und als Raumpflegerin gearbeitet (p. 164, 
228). Die Beschuldigte ist mit P.________, welcher mit ihr zusammen in Italien lebte, verlobt und hat 
keine Kinder. 

A.________ ist in der Schweiz nicht vorbestraft.»

Ergänzend hält die Kammer fest, dass auch aus dem Ausland keine Vorstrafen ak-
tenkundig sind. Die Meldung von IP Madrid (vgl. pag. 78) spricht nur von polizeili-
chen Vorgängen. Dass diese zu Verurteilungen geführt hätten, ist nicht erstellt. 

Bei der Bewertung der Täterkomponente «Verhalten nach der Tat und im 
Strafverfahren» sieht sich die Kammer im Gegensatz zur Vorinstanz und den 
Ausführungen von Rechtsanwalt B.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung 
(vgl. pag. 792) nicht veranlasst, der Beschuldigten einen wie auch immer 
bezeichneten Geständnisrabatt zu gewähren, zumal es dazu schlicht an den 

30

Voraussetzungen fehlt. Das Nachtatverhalten ist neutral zu bewerten; die postiven 
Führungsberichte der Regionalgefängnisse Thun (datierend vom 27. Novem-
ber 2017, pag. 619 f.), Biel (datierend vom 19. Januar 2018, pag. 626) und aktuell 
Bern (datierend vom 24. August 2018, pag. 779 f.) vermögen daran nichts zu 
ändern; gute Führungsberichte sind nicht strafmindernd zu berücksichtigen, da ein 
korrektes Verhalten in der Haft vorausgesetzt werden kann (vgl. 
BGer 6B_974/2009 vom 18. Februar 2010, E. 5.5). Mangels Geständnis (in Bezug 
auf die Vorwürfe gemäss Ziff. I.1.1. und I.1.3. der Anklageschrift) konnte sich die 
Beschuldigte auch nicht einsichtig und reuig zeigen (vgl. dazu ihre Ausführungen 
im letzten Wort in der oberinstanzlichen Verhandlung, wonach «es nicht ihr Fehler 
sei», pag. 797), entsprechend kann ihr auch dafür kein Geständnisrabatt gewährt 
werden.

Die Strafempfindlichkeit der Beschuldigten ist durchschnittlich.

Insgesamt wirken sich die Täterkomponenten vorliegend neutral aus.

19. Fazit Gesamtstrafe
Nachdem sich aufgrund der Täterkomponenten keine Veränderungen ergeben, 
bleibt es bei einer Gesamtfreiheitsstrafe von 6¼ Jahren. Die ausgestandene 
Untersuchung- und Sicherheitshaft von insgesamt 663 Tagen ist vollumfänglich an 
die Freiheitsstrafe anzurechnen.

V. Kosten und Entschädigung

20. Verfahrenskosten

Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die erstinstanzlichen 
Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Davon ausgehend sind die erstinstanz-
lichen Verfahrenskosten von CHF 26‘298.05 (exkl. Kosten für die amtliche Verteidi-
gung) vollumfänglich der Beschuldigten zur Bezahlung aufzuerlegen.

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Beschuldigte unterliegt im 
oberinstanzlichen Verfahren weitgehend. Gemessen an ihren Anträgen unterliegt 
aber auch die Generalstaatsanwaltschaft teilweise, so dass die oberinstanzlichen 
Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 6‘000.00, im Umfang von 2/3 der Beschuldig-
ten und im Umfang von 1/3 dem Kanton Bern aufzuerlegen sind.

21. Amtliche Entschädigung

Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung der Beschuldigten durch Rechts-
anwalt B.________ im erstinstanzlichen Verfahren wird gestützt auf die Honorarno-
te vom 30. Januar 2018 (pag. 656 ff.) auf CHF 6‘803.85 festgesetzt. Die Beschul-
digte hat dem Kanton Bern die für das erstinstanzliche Verfahren ausgerichtete 
amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und Rechtsanwalt B.________ die Diffe-
renz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausmachend 
CHF 1‘869.00, zu erstatten, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 
(Art. 135 Abs. 4 StPO).

31

Für die amtliche Verteidigung der Beschuldigten im oberinstanzlichen Verfahren 
durch Rechtsanwalt B.________ wird die Entschädigung gestützt auf die Honorar-
note vom 11. September 2018 (pag. 801 f.), welche zu keinen Beanstandungen 
Anlass gibt, festgesetzt. Bei einem gebotenen Zeitaufwand von insgesamt 
13 Stunden resultiert ein amtliches Honorar von CHF 2‘600.00, was zuzüglich des 
Reisezuschlags, der Auslagen sowie der gesetzlichen Mehrwertsteuer 
CHF 3‘603.65 ergibt, welche Rechtsanwalt B.________ durch den Kanton Bern 
auszurichten sind. Die Beschuldigte hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzli-
che Verfahren insgesamt ausgerichtete Entschädigung im Umfang von 2/3, aus-
machend CHF 2‘402.45, zurückzuzahlen und Rechtsanwalt B.________ die Diffe-
renz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, entspre-
chend CHF 980.05, im Umfang von 2/3, ausmachend CHF 653.40, zu erstatten, 
sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). Im 
Umfang von 1/3 entfallen die Rückerstattungspflicht und das Nachforderungsrecht. 

VI. Verfügungen

22. Sicherheitshaft

Die Beschuldigte verbleibt in Sicherheitshaft. Für die Begründung wird auf das Ur-
teilsdispositiv verwiesen (vgl. pag. 809). 

23. DNA-Profil und biometrische erkennungsdienstliche Daten 

Die Zustimmung zur Löschung des erstellen DNA-Profils (PCN ________) ist nach 
Ablauf der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-
ProfilG). 

Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstli-
chen Daten ist nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen 
(Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer 
erkennungsdienstlicher Daten).

32

VII. Dispositiv

Die 2. Strafkammer erkennt:

I.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 
30. Januar 2018 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als:

1. A.________ in Anwendung der Artikel 19 Abs. 1 und 2 Bst. a, b und c BetmG schuldig 
erklärt wurde der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmäs-
sig qualifiziert, gewerbsmässig und bandenmässig begangen am 19. November 2016 
durch Einfuhr, Beförderung und Anstalten treffen zum Inverkehrbringen von 
458 Gramm Kokaingemisch (Reinheitsgrad zwischen 42% und 45% Cocain Hydro-
chlorid, ca. 200 Gramm reines Kokain).

2. Gegen A.________ in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 Bst. o StGB eine Landesver-
weisung von 5 Jahren ausgesprochen wurde. 

3. Verfügt wurde:

3.1. die beschlagnahmten Drogen (104 Gramm Kokaingemisch [Reinheitsgrad 42% 
Cocain Hydrochlorid], 122 Gramm Kokaingemisch [Reinheitsgrad 45% Cocain 
Hydrochlorid], 232 Gramm Kokaingemisch [unbestimmter Reinheitsgrad]) und 
folgende Gegenstände würden gestützt auf Art. 69 StGB zur Vernichtung einge-
zogen:
- 3 Schlüssel
- ein Natel Samsung, schwarz
- ein Natel Samsung Galaxy Note 3
- ein Natel Nokia, schwarz
- eine Kreditkarte Mastercard, gültig bis 03/18 der Q.________ (Bank)
- eine Kreditkarte Mastercard, gültig bis 01/20 der R.________ (Bank)
- eine Kreditkarte Visa, gültig bis 10/18 der R.________ (Bank)

3.2. Die beschlagnahmten diversen Notizen und Notizbücher würden als Beweismit-
tel bei den Akten belassen. 

3.3. Der beschlagnahmte Bargeldbetrag von CHF 39.00 werde eingezogen (Art. 70 
StGB) und zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

II.

A.________ wird schuldig erklärt: 

der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig qualifi-
ziert, gewerbsmässig und bandenmässig begangen

33

1. in der Zeit vom 1. Januar 2014 bis zum 14. November 2016 in Biel und anderswo 
durch Einfuhr, Beförderung und in Verkehr bringen von insgesamt 8,05 Kilogramm 
Kokaingemisch (Reinheitsgrad 43,5% Cocain Hydrochlorid, ca. 3,5 Kilogramm reines 
Kokain);

2. von Dezember 2015 bis Januar 2016 in Biel und anderswo durch Anstiftung zu qualifi-
zierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Einfuhr, Beförderung, in 
Verkehr bringen und Anstalten treffen zum in Verkehr bringen von mindestens 
350 Gramm Kokaingemisch [ca. 152,25 Gramm reines Kokain] durch C.________)

und in Anwendung der Artikel
19 Abs. 1 Bst. b, c und f, Abs. 2 Bst. a, b und c BetmG
24 Abs. 1, 40, 47, 49 Abs. 1, 51 StGB
426 Abs. 1, 428 Abs. 1, 2 und 3 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 6 ¼ Jahren. 

Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 663 Tagen (19. November 2016 bis 
12. September 2018) wird vollumfänglich an die Freiheitsstrafe angerechnet. 

2. Zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 26‘298.05. 

3. Zu 2/3 der oberinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf 
CHF 6‘000.00, ausmachend CHF 4‘000.00.

III.

1/3 der oberinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf CHF 6‘000.00, 
ausmachend CHF 2‘000.00, werden dem Kanton Bern auferlegt. 

34

IV.

1. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers von A.________, Rechtsanwalt 
B.________, wird für das erstinstanzliche Verfahren wie folgt bestimmt:

Leistungen bis 31.12.2017
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 14.83 200.00 CHF 2'966.00
Reisezuschlag CHF 450.00

CHF 572.30
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 3'988.30 CHF 319.05
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 4'307.35

volles Honorar CHF 4'004.10
Reisezuschlag CHF 450.00

CHF 572.30
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 5'026.40 CHF 402.10
Total CHF 5'428.50

nachforderbarer Betrag CHF 1'121.15

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Leistungen ab 1.1.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 9.92 200.00 CHF 1'984.00
Reisezuschlag CHF 225.00

CHF 109.00
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 2'318.00 CHF 178.50
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 2'496.50

volles Honorar CHF 2'678.40
Reisezuschlag CHF 225.00

CHF 109.00
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 3'012.40 CHF 231.95
Total CHF 3'244.35

nachforderbarer Betrag CHF 747.85

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

A.________ hat dem Kanton Bern die für das erstinstanzliche Verfahren ausgerichtete 
Entschädigung von insgesamt CHF 6‘803.85 zurückzuzahlen und Rechtsanwalt 
B.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Ho-
norar, ausmachend CHF 1‘869.00, zu erstatten, sobald es ihre wirtschaftlichen Ver-
hältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

35

2. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers von A.________, Rechtsanwalt 
B.________, wird für das oberinstanzliche Verfahren wie folgt bestimmt:

Leistungen ab 1.1.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 13.00 200.00 CHF 2'600.00
Reisezuschlag CHF 450.00

CHF 296.00
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 3'346.00 CHF 257.65
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 3'603.65

volles Honorar CHF 3'510.00
Reisezuschlag CHF 450.00

CHF 296.00
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 4'256.00 CHF 327.70
Total CHF 4'583.70

nachforderbarer Betrag CHF 980.05

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

A.________ hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfahren ausgerichte-
te Entschädigung von insgesamt CHF 3‘603.65 im Umfang von 2/3, ausmachend 
CHF 2‘402.45, zurückzuzahlen und Rechtsanwalt B.________ die Differenz zwischen 
der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, entsprechend CHF 980.05, im 
Umfang von 2/3, ausmachend CHF 653.40, zu erstatten, sobald es ihre wirtschaftli-
chen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). Im Umfang von 1/3 entfallen die 
Rückerstattungspflicht und das Nachforderungsrecht. 

V.

Weiter wird verfügt: 

1. A.________ wird in Sicherheitshaft belassen. 

Begründung:

Zur Begründung wird vorab auf den vorinstanzlichen Beschluss Sicherheitshaft vom 30. Janu-
ar 2018 verwiesen (pag. 667 ff.). Die Beschuldigte ist nigerianische Staatsangehörige und in 
der Schweiz weder in beruflicher, noch in sozialer Hinsicht integriert. Es ist aktenkundig und 
unbestritten, dass die Beschuldigte Wohnsitz in Italien hat. Sie kam seit dem Jahr 2014 jeweils 
nur im Zusammenhang mit ihrer deliktischen Tätigkeit für kurze Aufenthalte in die Schweiz. Di