# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e4fc7789-139e-5249-902b-8b930081cf2a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.06.2008 D-1165/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1165-2008_2008-06-24.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1165/2008/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  J u n i  2 0 0 8  

Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, 
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch, 
Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer.

A._______, geboren _______, Äthiopien,
vertreten durch lic. iur. Daniel Habte, 
_______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügungen des BFM vom 20. Dezember 2007 und 
8. Februar 2008 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1165/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass das BFM mit Verfügung vom 22. Februar 2006 das Asylgesuch 
der Beschwerdeführerin vom 27. Oktober 2005 abwies, verbunden mit 
der Anordnung der Wegweisung und des Wegweisungsvollzuges, 

dass  die  vormals  zuständige  Schweizerische  Asylrekurskommission 
(ARK) mit Urteil vom 21. April 2006 auf eine gegen diesen Entscheid 
eingereichte Beschwerde nicht eintrat, 

dass sich den Akten keine Hinweise entnehmen lassen,  wonach die 
Beschwerdeführerin  die  Schweiz  nach  dem  erfolglosen  Durchlaufen 
des (ersten) Asylverfahrens verlassen hätte, 

dass die Beschwerdeführerin – handelnd durch ihren Rechtsvertreter – 
am 5. April  2007 mit  einer als „Wiedererwägungsgesuch bzw. neues 
Asylgesuch“ bezeichneten Eingabe ans BFM gelangte, 

dass sie in ihrer Eingabe die wiedererwägungsweise Feststellung der 
Flüchtlingseigenschaft  und die Gewährung von Asyl,  eventualiter  die 
Feststellung subjektiver Nachfluchtgründe (nach Art. 54 des Asylgeset-
zes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]) und die Gewährung einer 
vorläufige  Aufnahme  als  Flüchtling,  subeventualiter  die  wiedererwä-
gungsweise Feststellung der Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Un-
möglichkeit des Wegweisungsvollzuges und die Anordnung einer vor-
läufige Aufnahme beantragte, 

dass sie daneben um Erteilung der aufschiebenden Wirkung des Ge-
suches  sowie  um  Anordnung  vollzugshemmender  Massnahmen  er-
suchte, 

dass sie schliesslich – unter Vorlage einer aktuellen Fürsorgebestäti-
gung – um Erlass der Verfahrenskosten sowie um einen Verzicht auf 
die Erhebung eines Gebührenvorschusses ersuchte, 

dass in der Eingabe – unter Vorlage verschiedener Beweismittel (Fo-
tos, Internet-Berichte und angeblich von der Beschwerdeführerin ver-
fasste Publikationen im Internet)  –  zur  Hauptsache geltend gemacht 
wurde, die Beschwerdeführerin habe sich im Kreis der oppositionellen 
KINJIT  respektive  CUDP in  massgeblicher  Weise  exilpolitisch  enga-
giert, sie weise ein aussergewöhnliches politisches Profil  auf und sie 

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habe daher im Falle einer Rückkehr nach Äthiopien begründete Furcht 
vor  Verfolgung,  womit  subjektive  Nachfluchtgründe  für  eine 
Anerkennung als Flüchtling vorlägen, 

dass das BFM mit Zwischenverfügung vom 24. April 2007 die Eingabe 
vom 5. April  2007 als zweites Asylgesuch entgegennahm, wobei das 
BFM das Gesuch als  von vornherein  aussichtslos erkannte und von 
der Beschwerdeführerin einen Gebührenvorschuss von Fr. 1'200.-- ein-
verlangte (vgl. dazu Art. 17b Abs. 4 i.V.m Art. 17b Abs. 2 und 3 AsylG), 

dass die Beschwerdeführerin – handelnd durch ihren Rechtsvertreter – 
gegen diese Zwischenverfügung am 8. Mai 2007 beim Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerde einreichte, 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 14. Dezember 2007 
auf  die Beschwerde – mangels Anfechtbarkeit  der auf die Frage der 
Vorschusspflicht  beschränkten  Zwischenverfügung  des  BFM  vom 
24. April 2008 – nicht eintrat (vgl. zum Ganzen die Akten; mit Verweis 
auf die Praxis gemäss BVGE 2007/18),  

dass das BFM mit  Zwischenverfügung vom 20. Dezember  2007 das 
Verfahren wieder aufnahm und unter Hinweis auf die Aussichtslosigkeit 
der  Eingabe  für  den  Gebührenvorschuss  von  Fr.1'200.--  eine  neue 
Zahlungsfrist ansetzte, 

dass  gemäss  den  Akten  der  vom  BFM  einverlangte  Gebührenvor-
schuss nicht eingezahlt wurde, 

dass das BFM in der Folge mit  Verfügung vom 8. Februar 2008 (er-
öffnet am 11. Februar 2008) zufolge Nichtbezahlung des Gebührenvor-
schusses auf das zweite Asylgesuch nicht eintrat, 

dass  das  BFM  dabei  seine  Verfügung  vom  22.  Februar  2006  als 
rechtskräftig  und  vollstreckbar  erklärte  und  festhielt,  einer  allfälligen 
Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu, 

dass die Beschwerdeführerin – handelnd durch ihren Rechtsvertreter – 
mit  Eingabe vom 22. Februar 2008 (Poststempel) gegen diesen Ent-
scheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde einreichte, 

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dass sie zur Hauptsache die Aufhebung der Verfügung vom 8. Februar 
2008 und Rückweisung der  Sache zwecks Eintreten und materieller 
Behandlung ihres Gesuches beantragte, 

dass sie ferner um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht sowie um 
unentgeltliche Prozessführung und -vertretung ersuchte, 

dass sie ausserdem um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Be-
schwerde sowie um Anordnung vollzugshemmender Massnahmen er-
suchte, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
5. März 2008 vorab festhielt,  die Beschwerdeführerin dürfe das Asyl-
verfahren in der Schweiz abwarten und der Beschwerde komme – ent-
gegen den anders lautenden Ausführungen des BFM – von Gesetzes 
wegen aufschiebende Wirkung zu (Art. 42 AsylG), da das BFM die Ein-
gabe vom 5. April 2005 als zweites Asylgesuch und damit als ordentli-
ches Rechtsmittel behandelt habe, womit kein Anwendungsfall im Sin-
ne der Bestimmung von Art. 112 AsylG vorliegt, 

dass das Bundesverwaltungsgericht dem Gesuch um Erlass der Ver-
fahrenskosten (im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 
172.021]) entsprach, wogegen das Gesuch um unentgeltliche anwaltli-
che Verbeiständung (im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG) abgewiesen 
wurde, 

dass  das  BFM  gleichzeitig  zur  Vernehmlassung  eingeladen  wurde 
(Art. 57 Abs. 1 VwVG), wobei es – neben den Beschwerdevorbringen – 
ausdrücklich auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Sachen 
D-1604/2007 vom 15. Februar 2008 hingewiesen wurde (Entscheid zur 
Publikation vorgesehen), in welchem sich das Bundesverwaltungsge-
richt zu wesentlichen Punkten in Zusammenhang mit der Anwendung 
von Art. 17d AsylG geäussert hatte, 

dass das BFM ferner zur Stellungnahme betreffend die Beschwerde-
frist  gemäss Rechtsmittelbelehrung der  angefochtenen Verfügung im 
Verhältnis zu Art. 108 AsylG eingeladen wurde,

dass das BFM in seiner Vernehmlassung vom 17. März 2008 an der 
angefochtenen Verfügung festhielt  und – ohne auf  die  vorgenannten 
Punkte einzugehen – die Abweisung der Beschwerde beantragte, 

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen  Verfügungen  des  BFM  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  entscheidet 
(Art. 105  AsylG i.V.m. Art.  31  -  34  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Entscheid vom 8. Februar 2008, mit welchem auf das zweite 
Asylgesuch der Beschwerdeführerin vom 5. April 2007 wegen Nichtbe-
zahlung  des  einverlangten  Gebührenvorschusses  nicht  eingetreten 
wurde, eine Verfügung des BFM im Bereich des Asyls darstellt, welche 
mit  Beschwerde  an  das  letztinstanzlich  zuständige  Bundesverwal-
tungsgericht weitergezogen werden kann,

dass das Bundesverwaltungsgericht sich bei der Beurteilung von Be-
schwerden gegen Nichteintretensentscheide in  konstanter  Praxis  auf 
die Überprüfung der Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf 
das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  dem  Nichteintretensentscheid  des 
BFM vom 8. Februar  2008 sinngemäss auch die  Zwischenverfügung 
vom 20. Dezember 2007 angefochten hat,

dass diese Zwischenverfügung – mit welcher das BFM die Aussichtslo-
sigkeit des zweiten Asylgesuches festgestellt und die Beschwerdefüh-
rerin  unter  Fristansetzung  und  verbunden  mit  der  Androhung  des 
Nichteintretens im Unterlassungsfall zur Leistung eines Gebührenvor-
schusses aufgefordert  hat  – zwar  nicht  selbständig beim Bundesge-
richt anfechtbar ist (vgl. BVGE 2007/18 E. 4.5 S. 218),

dass sich diese Zwischenverfügung jedoch – mit ihren materiellen Er-
wägungen zur Aussichtslosigkeit des Asylgesuchs und der daran ge-
knüpften Gebührenvorschusserhebung – unmittelbar auf den Inhalt der 
Endverfügung vom 8. Februar  2008 ausgewirkt  hat,  weshalb sie  zu-
sammen  mit  Letzterer  beim  Bundesverwaltungsgericht  angefochten 
werden  kann  (vgl.  Art.  6  AsylG  i.V.m.  Art.  46  Abs. 2  VwVG; 
BVGE 2007/18 E. 4.5 S. 218),

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dass in diesem Zeitpunkt  gerügt  werden kann,  das BFM habe es in 
Verletzung von Art. 17b AsylG zu Unrecht abgelehnt, die Beschwerde-
führerin von der Bezahlung einer Gebühr zu befreien, beziehungswei-
se es habe zu Unrecht von der Beschwerdeführerin – unter Androhung 
des Nichteintretens – einen Gebührenvorschuss eingefordert,

dass auf Beschwerdeebene hinsichtlich dieser Frage somit eine mate-
rielle Prüfung vorzunehmen ist und im Falle der Begründetheit der er-
hobenen Rüge die Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene Verfü-
gung aufzuheben und die Sache an das BFM zur Neubeurteilung zu-
rückzuweisen ist, 

dass die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeeingabe das Vorlie-
gen einer solchen Konstellation sinngemäss anruft, indem sie darlegt, 
aus welchen Gründen ihre Begehren nicht auf den ersten Blick haltlos 
seien und einer materiellen Beurteilung bedürfen würden, mithin das 
BFM anzuweisen sei, auf ihr zweites Asylgesuch einzutreten, 

dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor dem BFM teilgenom-
men hat, durch die Nichteintretensverfügung vom 8. Februar 2008 be-
sonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-
bung beziehungsweise Änderung hat (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 
VwVG),

dass sie diese drei Teilvoraussetzungen der Beschwerdelegitimation in 
gleichem Masse auch in Bezug auf die Zwischenverfügung des BFM 
vom 20. Dezember 2007 erfüllt,

dass die Beschwerde innert der vom BFM bezeichneten Rechtsmittel-
frist von 30 Tagen eingereicht wurde (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 46 Abs. 2, 
Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 VwVG), 

dass  in  diesem  Zusammenhang  anzumerken  bleibt,  dass  sich  das 
BFM – entgegen der Aufforderung des Bundesverwaltungsgerichts  – 
zur  Frage  der  vorliegend  massgeblichen  Beschwerdefristregelung 
nicht geäussert hat, 

dass bezüglich der Beschwerdefristansetzung im Falle des vorliegen-
den „Nichteintretensentscheides“ zumindest ein gewisser Klärungsbe-
darf besteht (vgl. dazu die revidierte Bestimmung von Art. 108 Abs. 2 
AsylG), 

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dass  jedoch  –  vor  dem  Hintergrund  der  Rechtsmittelbelehrung,  aus 
welcher  der  Beschwerdeführerin  kein  Nachteil  erwachsen  darf  (vgl. 
BEATRICE WEBER-DÜRLER,  Vertrauensschutz im öffentlichen Recht,  Basel 
und Frankfurt a.M., S. 168 mit Hinweisen) – in vorliegender Sache auf 
diesbezügliche Erwägungen verzichtet  werden kann und auf  die Be-
schwerde einzutreten ist, 

dass  vom Bundesverwaltungsgericht  in  der  Zwischenverfügung  vom 
5. März 2008 festgehalten wurde, dass der Beschwerde von Gesetzes 
wegen aufschiebende Wirkung zukommt (Art. 42 AsylG), da das Ge-
such vom 5. April  2007 vom BFM als zweites Asylgesuch behandelt 
wurde, was im Übrigen aufgrund der Akten als durchaus sachgerecht 
zu bezeichnen ist, 

dass es sich demnach beim Gesuch vom 5. April  2007 nicht um ein 
ausserordentliches Rechtsmittel oder einen Rechtsbehelf, sondern um 
ein Asylgesuch im Sinne von Art. 18 AsylG handelt, welches – im vor-
liegenden Fall – primär nach der Massgabe von Art. 32 Abs. e AsylG 
zu beurteilen ist, was zur Folge hat, dass sich die Beschwerdeführerin 
während  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  aufhalten  kann  (Art.  42 
AsylG),

dass das BFM demnach in seiner Verfügung fehl ging, soweit es unter 
Hinweise auf Art. 112 AsylG festhielt, die Einreichung ausserordentli-
cher Rechtsmittel und Rechtsbehelfe hemme den Vollzug nicht, und im 
Anschluss daran festhielt,  einer allfälligen Beschwerde komme keine 
aufschiebende Wirkung zu (vgl. Ziff. 3 des Dispositivs),

dass im asylrechtlichen Beschwerdeverfahren die Verletzung von Bun-
desrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser-
heblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden 
können (vgl. dazu Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungswei-
se  einer  zweiten  Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e  AsylG), 
und es sich – wie nachstehend aufgezeigt – vorliegend um eine solche 
handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  be-
gründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass die Vernehmlassung des BFM vom 17. März 2008 der Beschwer-
deführerin  mit  dem  vorliegenden  Urteil  zur  Kenntnis  gebracht  wird, 

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nachdem angesichts des Ausgangs des Verfahrens aus prozessökono-
mischen  Gründen  auf  die  vorgängige  Zustellung  zur  Stellungnahme 
verzichtet werden konnte,

dass das BFM – gemäss der Bestimmung von Art. 17b Abs. 4 i.V.m. 
Abs.  1  AsylG  –  für  das  betreffende  Verfahren  eine  Gebühr  erhebt, 
wenn es ein nach rechtskräftigem Abschluss des Asyl- und Wegwei-
sungsverfahrens  oder  nach  Rückzug  eines  Asylgesuchs  von  einer 
nicht aus ihrem Heimat- oder Herkunftsland in die Schweiz zurückge-
kehrten Person eingereichtes erneutes Asylgesuch ablehnt oder dar-
auf nicht eintritt,

dass das BFM von einer erneut um Asyl ersuchenden Person einen 
Gebührenvorschuss in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten 
verlangen kann,  wobei  es  zu  dessen Leistung unter  Androhung des 
Nichteintretens eine angemessene Frist  setzt  (Art.  17b Abs. 4 i.V.m. 
Abs. 3 AsylG),

dass auf einen solchen Gebührenvorschuss verzichtet wird, wenn die 
gesuchstellende  Person  ein  Gesuch  um unentgeltliche  Rechtspflege 
gestellt hat, bedürftig ist und gleichzeitig ihre Begehren nicht von vorn-
herein aussichtslos erscheinen (Art. 17b Abs. 4 i.V.m. Abs. 3 Bst. a und 
Abs.  2  AsylG),  oder  wenn  das  Asylgesuch  von  einer  unbegleiteten 
minderjährigen Person stammt und zudem nicht von vornherein aus-
sichtslos erscheint (Art. 17b Abs. 4 i.V.m. Abs. 3 Bst. b AsylG),

dass  angesichts  der  vorstehend  skizzierten  Prozessgeschichte  ein 
rechtskräftig  abgeschlossenes  Asyl-  und  Wegweisungsverfahren  vor-
lag, in dessen Folge die Beschwerdeführerin in der Schweiz verblieben 
ist, womit für das BFM die Grundvoraussetzung gegeben war, um ei-
nen  Gebührenvorschuss  in  der  Höhe  der  mutmasslichen  Verfahren-
skosten zu erheben und das Nichteintreten bei ungenutzter Frist anzu-
drohen (vgl. Art. 17b Abs. 4 i.V.m. 3 AsylG),

dass  demnach  zu  prüfen  bleibt,  ob  nicht  Verzichtsgründe  im  Sinne 
Art. 17b Abs. 4 i.V.m. Abs. 3 Bstn. a und b AsylG dem Einverlangen ei-
nes Gebürenvorschusses entgegenstanden,

dass die Beschwerdeführerin mit dem Gesuch um Asyl ein Gesuch um 
unentgeltliche  Prozessführung  stellte  und  ihre  Bedürftigkeit  mit  der 
eingereichten Fürsorgebestätigung vom 3. April 2007 belegte, 

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dass sodann – wie nachfolgend aufgezeigt –  die vorausgesetzte Aus-
sichtslosigkeit des zweiten Asylgesuchs, entgegen den Ausführungen 
des BFM, nicht gegeben war (vgl. Art. 17b Abs. 4 i.V.m. Abs. 3 Bst. a 
und Abs. 2 AsylG),

dass sich die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeeingabe zur Be-
gründung der Nichtaussichtslosigkeit  des eingereichten zweiten Asyl-
gesuchs auf die Rechtsprechung der ARK im Zusammenhang mit Fol-
geasylgesuchen beruft, welche mit subjektiven Nachfluchtgründen res-
pektive exilpolitischen Tätigkeiten begründet werden (Entscheidungen 
und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2005 Nr. 2 E. 4.3 S. 16 f.  sowie 
2006 Nr. 20 E. 3.1 S. 214), 

dass sie in Zusammenhang mit dieser Praxis den Schluss zieht, es sei 
unzulässig,  wenn  das  BFM  über  die  Aussichtslosigkeit  des  Asylge-
suchs entscheide, ohne vorgängig eine Anhörung nach Art. 29 und 30 
AsylG durchgeführt zu haben,

dass  die  von  der  Beschwerdeführerin  angerufene  Rechtsprechung 
– entgegen  der  von ihr  verfolgt  Argumentationslinie  –  jedoch  keinen 
absoluten Anspruch auf eine erneute Anhörung begründet, mithin die 
Feststellung der Aussichtslosigkeit eines neuerlichen Asylgesuchs ins-
besondere dann ohne vorgängige Anhörung im Sinne von Art. 29 und 
30 AsylG statthaft ist, wenn bereits in den nach Gesuchseinreichung 
bestehenden Akten das offensichtliche Fehlen von Hinweisen auf rele-
vante zwischenzeitliche Ereignisse im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. e 
AsylG klar erkennbar ist (vgl. hierzu EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.3. S. 16 f., 
1998 Nr. 1 E. 6c.bb S. 13; Art. 36 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 AsylG),

dass als aussichtslos Rechtsbegehren gelten, bei denen die Gewinn-
aussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und des-
halb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können,

dass hingegen ein Begehren nicht als aussichtslos gilt, wenn sich Ge-
winnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder 
jene nur  wenig  geringer  sind als  diese (vgl. BGE 129 I 129 E. 2.3.1 
S. 135 f.),

dass das im Gesuch vom 5. April  2007 gestellte Begehren um Fest-
stellung  der  Flüchtlingseigenschaft  zur  Hauptsache  mit  subjektiven 
Nachfluchtgründen begründet wurde, namentlich mit einem angeblich 
aktiven und exponierten Engagement der Beschwerdeführerin zuguns-

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ten der KINJIT respektive der CUDP, welches sich nicht auf eine blo-
sse  Parteimitgliedschaft  oder  die  gelegentliche  Teilnahme  an  De-
monstrationen beschränke, 

dass sich die Beschwerdeführerin zur Substanziierung dieses Vorbrin-
gens nicht nur unbelegter, in den Raum gestellter Behauptungen be-
diente, sondern in ihren Ausführungen und insbesondere mit den vor-
gelegten Beweismitteln immerhin eine gewisse Vorstellung davon ver-
mittelte, worin die von ihr geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten 
bestehen (neben der Vorlage von Fotos der Beschwerdeführerin wurde 
beispielsweise  auf  Publikationen der  Beschwerdeführerin  im Internet 
verwiesen),

dass gemäss Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts die äthio-
pischen Sicherheitsbehörden die Aktivitäten der jeweiligen Exilgemein-
schaften relativ intensiv überwachen und diese ausserdem in umfang-
reichen elektronischen Datenbanken registrieren,

dass insbesondere  seit  den Wahlen im Jahr 2005 die  Überwachung 
der politischen Aktivitäten in der Diaspora erheblich ausgeweitet und 
intensiviert wurde, weshalb Grund zur Annahme besteht, diese Daten-
banken enthielten nicht nur Informationen über führende politische Ak-
tivisten  in  der  Diaspora,  sondern  erfassten auch einfache  Mitglieder 
und Sympathisanten der Oppositionsparteien und sogar Personen, die 
nur  zum Zwecke der  Information  an  politischen Veranstaltungen der 
Opposition teilgenommen haben,

dass  unter  diesen  Umständen  eine  nicht  geringe  Wahrscheinlichkeit 
besteht, die Aktivitäten einer Person, welche im Ausland in der KINJIT 
respektive der CUDP tätig war oder auch nur mit diesen sympathisier-
te, würden im Falle ihrer Zwangsrückschaffung spätestens im Kontakt 
mit dem äthiopischen Sicherheitsdienst am Flughafen aufgedeckt,

dass Rückkehrende, die nach dem Kenntnisstand der heimatlichen Be-
hörden im Exil für die KINJIT/CUDP tätig waren, mit sehr hoher Wahr-
scheinlichkeit nach ihrer Einreise zumindest zu ihren politischen Aktivi-
täten im Ausland und allgemein zu den Aktivitäten der KINJIT/CUDP in 
ihrem Umfeld befragt würden, wobei effektive oder vermutete mangeln-
de  Kooperationsbereitschaft  sowie  allfällige  spätere  (erneute)  politi-
sche Auffälligkeit bei realistischer Einschätzung zur Einleitung weiter-
gehender Verfolgungsmassnahmen führen könnten,

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dass unter  diesen Umständen die Frage,  ob die Beschwerdeführerin 
aufgrund ihrer exilpolitischen Aktivitäten im Falle einer Rückkehr nach 
Äthiopien einer  flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsgefahr aus-
gesetzt wäre, einer vertieften Würdigung bedarf,

dass das BFM nach dem Gesagten zu Unrecht die Vorbringen der Be-
schwerdeführerin  als  aussichtslos  bezeichnet  und  unter  Androhung 
des Nichteintretens einen Gebührenvorschuss eingefordert hat,

dass das BFM somit  –  wie von der  Beschwerdeführerin  beantragt  – 
auf das Erheben eines Gebührenvorschusses hätte verzichten müssen 
(gemäss Art. 17b Abs. 4 i.V.m. Abs. 3 Bst. a und Abs. 2 AsylG), 

dass das BFM bei dieser Sachlage zu Unrecht wegen Nichtbezahlens 
des  Gebührenvorschusses  auf  das  zweite  Asylgesuch  vom  5.  April 
2007 nicht eingetreten ist,

dass nach den vorstehenden Erwägungen – in Gutheissung der Be-
schwerde  –  die  angefochtene  Verfügung  des  BFM  vom  8.  Februar 
2008 sowie die Zwischenverfügung des BFM vom 20. Dezember 2007 
aufzuheben sind und die Sache zur Fortsetzung des Verfahrens und 
Neubeurteilung der Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten aufzuerlegen 
sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG),

dass die obsiegende Partei Anspruch auf eine Parteientschädigung für 
die erwachsenen notwendigen Kosten hat  (Art. 7  Abs. 1 des  Regle-
ments über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),

dass der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin keine Kostennote zu 
den Akten gereicht hat, sich der notwendige Vertretungsaufwand auf-
grund der Aktenlage jedoch hinreichend zuverlässig abschätzen lässt, 
weshalb  die  von der  Vorinstanz  auszurichtende  Parteientschädigung 
unter  Berücksichtigung  der  massgebenden Bemessungsfaktoren  von 
Amtes wegen auf Fr. 600.-- festzusetzen ist (Art. 14 Abs. 2 VGKE),

dass  sich  die  Beschwerdeführerin  aufgrund  des  Ausgangs  des  Be-
schwerdeverfahrens  wieder  in  einem  erstinstanzlichen,  ordentlichen 
Asylverfahren befindet, weshalb ihr gestützt auf Art. 42 AsylG ein Auf-
enthaltsrecht in der Schweiz zusteht, worauf sowohl das BFM als auch 

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die zuständige kantonale Behörde nochmals aufmerksam zu machen 
sind.

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die Verfügung des BFM vom 8. Februar 2008 und die Zwischenverfü-
gung des BFM vom 20. Dezember 2007 werden aufgehoben.

3.
Die Sache wird zur Neubeurteilung an das BFM zurückgewiesen.

4.
Die Beschwerdeführerin respektive Asylgesuchstellerin kann den Aus-
gang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. 

5.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

6.
Das  BFM wird  angewiesen,  der  Beschwerdeführerin  eine  Parteient-
schädigung von Fr. 600.-- auszurichten.

7.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  (Einschreiben; Beila-
ge: Vernehmlassung des BFM vom 17. März 2008)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie: Beilage: Foto im Origi-
nal [neues Beweismittel respektive Beschwerdebeilage Nr. 3])

- _______ (in Kopie)

Die Instruktionsrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer

Versand: 

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