# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e778ce2-0662-55e2-bb43-b465f38eae0a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.02.2013 UV 2012/22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-22_2013-02-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/22

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 06.09.2019

Entscheiddatum: 28.02.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 28.02.2013
Art. 6 UVG. Prüfung der adäquaten Unfallkausalität nach HWS-Trauma 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 28. 
Februar 2013, UV 2012/22). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 
8C_277/2013

Präsident Martin Rutishauser, a.o. Versicherungsrichterin Gertrud Condamin-Voney, 

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 28. Februar 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Kupferschmid, Waltersbachstrasse 5, 

8021 Zürich 1,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A. 

A.a A.___ war bei der B.___ AG als Mitarbeiterin im Service Center und bei der C.___ 

AG in je einem 50%-Arbeitspensum tätig und dadurch bei der Suva unfallversichert 

(UV-act. 1 und 4), als sie am 12. November 2006 als Lenkerin eines Personenwagens in 

eine Frontalkollision verwickelt wurde. Die Versicherte fuhr auf einer Autobahnausfahrt 

und bremste ihren Wagen infolge eines auf Rot stehenden Lichtsignals ab, als eine 

weitere Verkehrsteilnehmerin auf die Autobahn einfahren wollte, bei der Einmündung 

die Beherrschung über ihr Fahrzeug verlor, zwei Schutzinseln überfuhr und 

anschliessend frontal mit dem Fahrzeug der Versicherten kollidierte (UV-act. 1, 27 und 

36). Bei der Erstuntersuchung am Unfalltag im Kreisspital I.___ wurden eine HWS-

Distorsion und eine Sternumkontusion diagnostiziert. Als Befunde wurden unter 

anderem Muskelverspannungen im gesamten Hals- und Schulterbereich erhoben. Der 

Röntgenbefund ergab eine regelrechte ossäre Struktur (UV-act. 7). Nach Durchführung 

von weiteren Behandlungen und Abklärungen eröffnete die Suva der Versicherten mit 

Verfügung vom 10. September 2008, dass die Versicherungsleistungen per 31. Oktober 

2008 eingestellt würden. Aufgrund fehlender adäquater Unfallfolgen bestehe auch kein 

Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form einer Invalidenrente und/oder einer 

Integritätsentschädigung (UV-act. 108). Die gegen diese Verfügung erhobene 

Einsprache (UV-act. 113) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 31. Oktober 

2008 (UV-act. 117) ab. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 26. August 2009 (UV 

2008/133) teilweise gut und wies die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung 

und zu neuer Verfügung an die Suva zurück.

A.b Die Suva veranlasste in der Folge eine interdisziplinäre Begutachtung der Ver­

sicherten bei der MEDAS Interlaken GmbH (Gutachten vom 19. Mai 2010; UV-act. 143). 

Nach Durchführung von weiteren Behandlungen und Abklärungen eröffnete sie dem 

Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. W. Kupferschmid, Zürich, mit 

Verfügung vom 4. Januar 2012 die Leistungseinstellung auf den 31. Januar 2012. Sie 

wies darauf hin, dass der Endzustand erreicht sei und die heute noch geklagten 

Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar seien. Auch sei die adäquate 

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Unfallkausalität zu verneinen (UV-act. 184). Die hiergegen von Rechtsanwalt 

Kupferschmid erhobene Einsprache (UV-act. 191) wies die Suva mit 

Einspracheentscheid vom 2. März 2012 ab (UV-act. 194).

B. 

B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt Kupferschmid für die 

Versicherte am 2. April 2012 Beschwerde mit dem Antrag, der Entscheid und die 

Verfügung vom 4. Januar 2012 seien aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu 

verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlich geschuldeten Leistungen 

(Heilungskosten, Rente, Integritätsentschädigung) zu erbringen. Zur Begründung legte 

der er unter anderem dar, die von der Beschwerdegegnerin vertretene These, wonach 

der Harmlosigkeitsbereich für nicht unerhebliche HWS-Beschwerden nach 

Frontalkollisionen in einem Bereich der kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung 

(Delta-v) von 20-30 km/h liege, sei unter Biomechanikern nicht unbestritten. Zweifellos 

sei die Beschwerdeführerin bei der Kollision einem schweren "Stoss" ausgesetzt 

gewesen. Zudem sei zu beachten, dass die Drehung des Kopfes während des 

Unfallereignisses, wie sie die Beschwerdeführerin wohl mitgemacht habe, ein enorm 

verletzungsfördernder Faktor sei. Der Unfall sei unter den mittelschweren Ereignissen 

einzuordnen. Es habe keine reine Frontalkollision vorgelegen, weshalb eine Halbierung 

der hohen Delta-v-Werte nicht statthaft sei. Die vorbestehenden degenerativen 

Veränderungen der HWS zusammen mit dem feingliedrigen Körperbau der 

Beschwerdeführerin würden eine erhöhte Vulnerabilität begründen. Die permanenten 

zermürbenden Schmerzen und die stetige Konfrontation mit dem (mehr oder weniger 

latenten) Vorwurf der Aggravation hätten die psychische Stabilität der sehr 

leistungsorientierten Beschwerdeführerin erodieren lassen. Seit dem Unfall sei sie auch 

nicht mehr in der Lage, ihren Haushalt selbständig und ohne Fremdhilfe zu führen. Sie 

stehe seit dem Unfall in stetiger Behandlung (Aufstellung der Arzt- und 

Therapiebesuche; act. G 1.4). Unter der von den Medas-Gutachtern verordneten 

Trainingstherapie sei es zwar zu einer zeitweiligen Verbesserung der Beschwerden 

gekommen, jedoch ohne die erwünschte Nachhaltigkeit. Die Beschwerdeführerin sei in 

ihrem Alltag ganz erheblich eingeschränkt. Hinreichend nachgewiesen seien sodann 

einerseits eine seit mehreren Jahren andauernde Arbeitsunfähigkeit in zunächst 

wechselndem, jetzt aber konstantem erheblichen Ausmass und anderseits ernsthafte 

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Bemühungen, wieder auf das Arbeits-Karussell aufzuspringen, von dem sie durch den 

Unfall abgeworfen worden sei. Sicher drei der geforderten Kriterien seien erfüllt - 

teilweise sogar in ausgeprägter Form.

B.b In der Beschwerdeantwort vom 16. August 2012 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen 

Entscheids. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen 

Entscheid. Sie hielt unter anderem fest, aufgrund der dokumentierten Unfallumstände 

(UV-act. 5, 36) sei die Einteilung des Unfalls als mittelschwer im Grenzbereich zu den 

leichten Ereignissen nicht zu beanstanden. Für die Bejahung der Adäquanz müssten 

mindestens vier Kriterien gegeben sein. Es sei jedoch keines der Adäquanzkriterien 

erfüllt.

Erwägungen:

1.

Streitig ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin die im Nachgang zum Unfall vom 

12. November 2006 erbrachten Leistungen auf den 31. Januar 2012 zu Recht einstellte 

oder nicht. Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid (E. 1, 2 und 5) 

die rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens eines natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und Gesundheitsschädigung sowie die 

Beweisanforderungen zutreffend dar; darauf ist zu verweisen.

2. 

2.1  Vom 19. Februar bis 17. März 2007 hielt sich die Beschwerdeführerin stationär im 

Rehabilitationszentrum der Klinik Valens auf. Im Austrittsbericht vom 22. März 2007 

wurde unter anderem die Diagnose einer HWS-Distorsion QTF II (Quebec Task Force) 

mit/bei zervikozephalem myofaszialem Syndrom mit okzipito-frontalen Zephalgien, 

zerviko-brachio-thorakalem myofaszialem Syndrom, subjektiv Gedächtnis- und 

Konzentrationsstörungen und schneller Ermüdbarkeit sowie Sorge, Anspannung und 

persistierenden Schlafstörungen erhoben. Eine psychiatrische Austrittsdiagnose wurde 

nicht gestellt (UV-act. 34, 44). Dr. med. D.___, Facharzt Innere Medizin FMH und 

Akupunktur TCM, berichtete am 11. September 2007 über die durchgeführte 

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komplementärmedizinische Behandlung (UV-act. 53). Am 13. September 2007 erfolgte 

eine kreisärztliche Untersuchung. Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Physikalische 

Medizin und Rehabilitation, stellte persistierende Schmerzen dorsal sowie eine 

gegenwärtig rückläufige Zervikalgie und Zephalgie nach HWS-Distorsion und 

vermutlicher Thoraxkontusion fest. Der Arzt vermerkte, dass die Palpation der HWS 

allenfalls eine sehr diskrete Druckempfindlichkeit paravertebral ergebe und die 

occipitalen Muskelansätze unauffällig seien. Es bestehe kein axialer Stauchschmerz 

der HWS. Im Bereich der BWS beständen von Th1-Th4 eine deutliche Druckdolenz 

über den Dornfortsätzen sowie rechts paravertebral Muskelverspannungen zirka Th3-

Th7 mit Schmerzmaximum Th6 rechts. Seitneigungen der Rumpfwirbelsäule würden 

diesen paravertebralen Schmerz verstärken, Rotationsbewegungen würden die 

Beschwerden allenfalls leicht auslösen. Es beständen kein 

Thoraxkompressionsschmerz, keine Aufrichteinsuffizienz und keine neurologischen 

Defizite im Bereich der oberen Extremitäten. Die obere BWS bilde die Hauptlokalisation 

der fortbestehenden Beschwerden. Die Zephalgien und die Zervikalgie zeigten sich 

unter der Akupunktur- und Osteopathiebehandlung deutlich rückläufig. Die anfänglich 

bestehenden Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen seien bereits vollständig 

zurückgegangen. Eine von Dr. E.___ veranlasste MRI-Untersuchung ergab keinen 

pathologischen Befund im Bereich der BWS (Suva-act. 61). Dr. D.___ hielt im Bericht 

vom 21. November 2007 fest, dass durch die Akupunktur und Phytotherapie eine 

deutliche Besserung der chronischen Kopfschmerzen erreicht worden sei. Bezüglich 

der persistierenden, punktuell von der mittleren BWS ausstrahlenden Schmerzen mit 

Bewegungseinschränkung habe nur eine mässige Besserung erreicht werden können. 

Die Beschwerdeführerin arbeite seit dem 7. September 2007 mit einem Pensum von 

50% (UV-act. 90). Am 18. Januar 2008 führte Suva-Arzt Dr. E.___ aus, dass die 

diskreten Diskusprotrusionen im Bereich der HWS nicht unfallbedingt seien. Die MRI-

Untersuchung von HWS und BWS vom 19. September 2007 zeige eine harmonische 

Krümmung und Lordose der HWS, eine Kyphose der BWS, eine normale Abbildung der 

Wirbelbogen und keinen engen Wirbelkanal. Lediglich die Bodenplatte Th11 zeige im 

Sinn eines ablaufenden Morbus Scheuermann eine wellige Konturierung. Im Bereich 

der BWS sei kein einziger auffälliger pathologischer Befund erhoben worden, der als 

nachweisbare strukturelle Veränderung gewertet werden könne. Als eher gering 

ausgeprägte Zeichen einer klinischen Fassbarkeit seien die Druckdolenz über den 

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Dornfortsätzen Th1 bis Th4 und die leicht verspannte paravertebrale Muskulatur im 

Bereich der oberen BWS zu werten (UV-act. 80). Dr. med. F.___, Spezialarzt FMH für 

Orthopädische Chirurgie, teilte im Bericht vom 10. März 2008 mit, dass die 

Beschwerdeführerin durch die heftigen Schmerzen in der BWS sowie in der HWS und 

die daraus resultierenden Kopfschmerzen bzw. Migräne gestört sei. Sie sei auf einen 

erheblichen Tramal-Konsum angewiesen und arbeite 50% (UV-act. 89). Im ärztlichen 

Zwischenbericht vom 11. Juni 2008 bestätigte Dr. D.___ chronische BWS-Schmerzen 

und rezidivierende Zephalgien (UV-act. 98). Im Bericht vom 11. August 2008 stellte er 

unter Therapie einen relativ stabilen Zustand fest. Die Beschwerdeführerin sei 50% 

arbeitsfähig, im Alltag allerdings durch die belastungsabhängigen Schmerzen deutlich 

eingeschränkt (UV-act. 104).

2.2  Eine interdisziplinäre RAD-Untersuchung der Beschwerdeführerin ergab gemäss 

Bericht vom 26. Juni 2009 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein 

myofasziales Schmerzsyndrom im Bereich des Schultergürtels rechts. Die 

Arbeitsfähigkeit sei aus rheumatologischer Sicht in einem adaptierten Bürobereich um 

25% eingeschränkt. Aus psychiatrischer Sicht bestehe mangels eines relevanten 

psychischen Gesundheitsschadens keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (UV-act. 

122 Beilage). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen kam im Entscheid vom 

26. August 2009 (UV 2008/133) zum Schluss, die von Kreisarzt Dr. E.___ festgestellten 

Beschwerden im Bereich der oberen BWS stellten grundsätzlich keine typischen 

Beschwerden im Nachgang zu einem erlittenen Schleudertrauma dar. Solche typischen 

Beschwerden seien den Akten ab dem Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung 

kaum mehr zu entnehmen. Trotzdem habe die Beschwerdegegnerin noch über ein Jahr 

nach der Untersuchung Leistungen erbracht. Wenn sie nun geltend machen wolle, die 

jetzigen Beschwerden seien nicht mehr auf das Unfallereignis zurückzuführen, so 

könne sie die Leistungseinstellung nicht auf die gleichen medizinischen Berichte 

abstützen, aufgrund derer sie zuvor noch Leistungen ausgerichtet habe. Insgesamt sei 

der medizinischen Aktenlage kein Bericht zu entnehmen, welcher sich zur 

Unfallkausalität der noch geklagten Beschwerden äussere. Aus dem blossen Umstand, 

dass keine organischen Unfallfolgen vorliegen würden, könne bei einer HWS-Distorsion 

nicht auf eine Leistungseinstellung geschlossen werden. Entscheidend sei, dass die 

BWS-Beschwerden bereits im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung vom 13. 

September 2007 festgestellt, daraufhin weiter Versicherungsleistungen erbracht 

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worden seien und diese Beschwerden auch über den Einstellungszeitpunkt hinaus 

persistieren würden. Das RAD-Gutachten vom 26. Juni 2009 belege, dass die 

Beschwerdegegnerin den Sachverhalt im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht 

hinreichend abgeklärt habe. Die Einholung eines polydisziplinären Gutachtens mit 

Einschätzung der Unfallkausalität wäre notwendig gewesen. Ohne ein solches 

Gutachten lasse sich auch die Adäquanzbeurteilung nicht abschliessend vornehmen 

(Entscheid, a.a.O., E. 5.3).

2.3  Im interdisziplinären Gutachten der MEDAS Interlaken GmbH vom 19. Mai 2010 

wurde als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches 

Schmerzsyndrom cervicothoracal und cervicocephal festgehalten. Ohne Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein Status nach Frontalkollision mit HWS-Distorsion 

und Thoraxkontusion/Sternumkontusion, eine undifferenzierte Somatisierungsstörung 

und akzentuierte Persönlichkeitszüge. Das chronische Schmerzsyndrom habe sich aus 

dem unfallbedingten HWS- und Nackenschmerz entwickelt. Initial habe ein natürlicher 

Kausalzusammenhang zum Unfall vom 12. November 2006 bestanden. Die 

Chronifizierungsfaktoren seien unfallunabhängig (unfallfremd) und lägen im 

psychischen, sozialen und möglicherweise iatrogenen Bereich. Das jetzige subjektive 

Beschwerdebild und die subjektiven Beeinträchtigungen könnten nicht mehr als 

unfallkausal bewertet werden. Das chronische Schmerzsyndrom bzw. die 

undifferenzierte Somatisierungsstörung seien als (unfallfremder) pathologischer 

Zustand zu werten. Der bisherige Verlauf mit fast ausschliesslich passiven und zum 

guten Teil komplementärmedizinischen Behandlungsmassnahmen, Problemen der 

Beschwerdeführerin in der Schmerzbewältigung und teilweise ungünstigen Coping-

Strategien ("undifferenzierte Somatisierungsstörung") könne teilweise die noch 

bestehenden krankheitsbedingten Beeinträchtigungen erklären. Sie würden eine 

Verminderung der Arbeitsfähigkeit um 20% begründen. Dies habe sich seit 1. 

November 2008 nicht verändert. Eine dauerhafte Beeinträchtigung der körperlichen 

Integrität sei nicht gegeben (UV-act. 143 S. 39-57). Dr. D.___ berichtete am 21. März 

2011, unter der seit August 2010 stattfindenden Physiotherapie könne seit Januar 2011 

eine deutliche und kontinuierliche Besserung konstatiert werden. Diese äussere sich in 

einer signifikanten Verkürzung der immer noch täglich auftretenden paravertebralen 

Muskelschmerzen. Vom Erreichen eines stabilen Endzustands könne weiterhin nicht 

gesprochen werden. Es bestehe bezüglich Muskelschmerzen noch deutliches 

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Verbesserungspotential (UV-act. 163). Im Bericht der Schulthess Klinik vom 14. April 

2011 wurde festgehalten, durch die Infiltration und die zusätzlichen Physiotherapien 

habe sich eine Regredienz der Schmerzen ergeben (UV-act. 168).

3.  

3.1  Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die von der Beschwerdeführerin 

über den 31. Januar 2012 hinaus geklagten Beschwerden nicht mit klar ausgewiesenen 

organischen Befunden im Sinn nachweisbarer struktureller Veränderungen erklärbar 

sind. Eine am Unfalltag durchgeführte röntgenologische Untersuchung ergab eine 

regelrechte ossäre Struktur (UV-act. 7). Die ursprünglich festgestellte 

Sternumkontusion wurde in späteren Diagnoseerhebungen nicht mehr erwähnt. Bei 

einem MRI der HWS vom 4. Januar 2007 wurde eine geringgradige (unfallfremde bzw. 

degenerative) Diskusprotrusion HWK 4 bis 7 ohne Wurzelkompression festgestellt. 

Ansonsten sei von einer altersentsprechend unauffälligen Darstellung der HWS 

auszugehen (UV-act. 50). Bei einer MR-Untersuchung am 19. September 2007 war im 

Bereich der BWS kein pathologischer Befund fassbar. Die sensible Nervus Ulnaris-

Reizung stellt keinen organischen Befund im Sinn einer nachweisbaren strukturellen 

Veränderung dar. Wie aus der Beurteilung durch Dr. G.___ vom 27. Oktober 2008 

hervorgeht, ergab die elektroneurografische Untersuchung nämlich einen 

Normalbefund. Die im RAD-Bericht vom 26. Juni 2009 (UV-act. 122 Beilage) 

festgehaltenen muskulären Veränderungen (Verkürzungen und Triggerpunkte) im 

Schulterbereich stellen ebenfalls keine objektivierbaren Befunde im Sinn einer 

nachweisbaren strukturellen Veränderung dar. Klinisch erhobene Druckdolenzen, 

Muskelhartspann sowie Bewegungseinschränkungen im Bereich der HWS stellen 

praxisgemäss kein klar fassbares organisches Substrat dar (vgl. Urteil des EVG vom 3. 

August 2005, U 9/05, E. 4 und vom 23. November 2004, U 109/04, E. 2.2). Auch die 

Medas-Gutachter verneinten im Jahr 2010 aus rheumatologischer und neurologischer 

Sicht eine strukturelle Pathologie der muskulären Befunde (UV-act. 143 S. 33-35 und 

45). Diese Feststellung erscheint begründet und blieb auch unbestritten. In diesem 

Zusammenhang ist sodann festzuhalten, dass gemäss der einschlägigen Literatur (Bär/

Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule, Medizinische 

Mitteilungen Nr. 67 der Suva, S. 45ff) nach einem Unfall mit fehlenden strukturellen 

Schädigungen der Wirbelsäule eine vorübergehende Verschlimmerung eines 

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degenerativen Vorzustands nach spätestens einem Jahr als abgeschlossen zu 

betrachten ist. - Eine eigentliche Verursachung bzw. eine richtunggebende (dauernde) 

Verschlimmerung einer Wirbelsäulenpathologie durch das in Frage stehende 

Unfallereignis fällt angesichts der geschilderten medizinischen Gegebenheiten sowie 

des Unfallsachverhalts ausser Betracht. Eine allfällige vorübergehende unfallbedingte 

Verschlimmerung wäre längst als abgeheilt anzusehen.

3.2  Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert 

und liegt - wie vorliegend - kein fassbarer organischer (unfallbedingter) Befund an der 

HWS vor, muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches 

Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, 

Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit 

und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. 

gegeben sein (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e; Bestätigung in 

BGE 134 V 109 E. 9; Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, U 215/05, und 

vom 15. März 2007, U 258/06; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e). - Konkret lagen die 

zum typischen Beschwerdebild nach einem erlittenen Schleudertrauma gehörenden 

Beeinträchtigungen in der Zeit nach dem Unfall unbestrittenermassen vor (vgl. UV-act. 

5, 6, 7, 18, 26, 34, 57 und 143 S. 56). Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin den 

diesbezüglichen Anspruch auf die gesetzlichen Versicherungsleistungen bis zum 

31. Januar 2012 anerkannt.

3.3  Sind Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige 

Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Hat die 

versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw. keine 

schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 

115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen das Vorliegen 

eines Schleudertraumas oder diesen ähnlichen Verletzung, muss geprüft werden, ob 

die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden 

Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik 

aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung 

ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen 

aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die 

Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 

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V 109 präzisierten Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten 

Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS sowie bei äquivalenten 

Verletzungen setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall 

hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das 

Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 

Nr. U 397 S. 328 E. 3b).

4.  

4.1  Die MEDAS-Gutachter kamen im Mai 2010 unter anderem zum Schluss, dass 

theoretisch noch ein erhebliches medizinisches Rehabilitationspotential in Form von 

Trainingstherapie und Kreislauftherapie bestehe. Der medizinische Endzustand könne 

ein halbes Jahr nach Beginn einer solchen Massnahme beurteilt werden (UV-act. 143 

S. 48 und 60). Am 8. November 2011 berichtete Dr. D.___ unter anderem, neben einem 

Abbau des Analgetikakonsums sei es zwischenzeitlich auch wiederholt zu erheblichen 

Verschlechterungen gekommen. Ein Unterbruch oder gar ein Abbau der chronifizierten 

Schmerzen könne nicht erreicht werden (UV-act. 180). Im Bericht der H.___ Klinik vom 

30. November 2011 wurde unter anderem bestätigt, dass es durch die 

Schmerzbehandlung zu einer deutlichen Reduktion des Beschwerdebildes gekommen 

sei (UV-act. 181). - Gestützt auf diese Aktenlage ist überwiegend wahrscheinlich davon 

auszugehen, dass jedenfalls im Januar 2012 keine unfallbedingte 

Behandlungsbedürftigkeit mit der Aussicht auf eine namhafte Verbesserung des 

Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit mehr vorlag und allfällige später 

durchgeführte Behandlungsmassnahmen (bei unsicherem Behandlungserfolg) lediglich 

der Schmerzlinderung und Aufrechterhaltung des erreichten Zustands dienten. Der 

Abschluss des Falls durch den Unfallversicherer im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG 

bedingt lediglich, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine namhafte 

Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine 

ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. 

November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2.). Es genügt für eine weiterdauernde 

Übernahme der Behandlungskosten nicht, dass eine Therapie lediglich eine 

unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder dass für eine namhafte Besserung nur 

eine weit entfernte Möglichkeit besteht (A. Maurer, Unfallversicherungsrecht, 2. A., 

Bern 1989, 274). Von einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands kann auch 

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dann nicht gesprochen werden, wenn eine therapeutische Massnahme mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nur die sich aus einem stationären 

Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für eine begrenzte Zeit zu lindern 

vermag (RKUV 2005, Nr. U 557, S. 388). Für die Bejahung des medizinischen 

Endzustands wird keine vollständige Schmerzfreiheit vorausgesetzt (vgl. Rumo-Jungo, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 145). Die Beschwerdegegnerin 

nahm somit zu Recht den Fallabschluss im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG - als 

Voraussetzung für die Adäquanzprüfung (BGE 134 V 109) - auf Ende Januar 2012 an. 

4.2  Beim Ereignis vom 12. November 2006 mit frontaler Kollision ist in Anbetracht der 

Unfallumstände sowie der dokumentierten Fahrzeugschäden (UV-act. 27, 31) nicht von 

einem ausserordentlich schweren, lebensbedrohlichen Geschehen im Sinn der Praxis 

(dargestellt in RKUV 1995, Nr. U 215, S. 91; vgl. auch Urteile des EVG vom 20. Juli 

2005, U 338/04, und vom 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.3), sondern von einem 

mittelschweren Unfall auszugehen. Die Unterscheidung zwischen mittelschweren 

Unfällen im Grenzbereich zu den schweren Unfällen und solchen im mittleren Bereich 

ist insofern von Bedeutung, als bei Unfällen im mittelschweren Bereich nach der Praxis 

mehrere Kriterien erfüllt sein müssen, um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die 

Zahl um so geringer sein kann, je näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt 

(vgl. dazu BGE 115 V 133 E. 6c/bb). Eine biomechanische Kurzbeurteilung ergab 

gemäss Bericht vom 26. April 2007, dass aufgrund der gegebenen technischen 

Informationen die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v) für das 

Fahrzeug der Beschwerdeführerin unterhalb oder innerhalb eines Bereiches von 20-30 

km/h gelegen habe. Der Harmlosigkeitsbereich für nicht unerhebliche HWS-

Beschwerden nach frontalen Kollisionen liege in einem Bereich der kollisionsbedingten 

Geschwindigkeitsänderung von 20-30 km/h. Es sei schwierig zu entscheiden, ob die 

anschliessend an das Ereignis festgestellten, von der HWS ausgehenden Beschwerden 

und Befunde im Normalfall isoliert durch die Kollisionseinwirkung erklärbar seien. Eine 

technische Unfallanalyse könnte die Grundlage für eine biomechanische Beurteilung 

verbessern (UV-act. 36). Unabhängig vom Vorliegen einer detaillierten technischen 

Unfallanalyse ist mit Blick auf die bisherige Praxis davon auszugehen, dass der in 

Frage stehende mittelschwere Unfall nicht im Grenzbereich zu den schweren 

Ereignissen liegt (vgl. dazu etwa die Sachverhalte in den Urteilen des EVG vom 14. 

April 2000, U 257/99, und vom 24. August 2007, U 497/06, E. 4.2, sowie vom 22. 

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August 2008, 8C_609/2007, E. 4.1.3). Festzuhalten ist, dass die Fahrzeuge gemäss 

biomechanischer Beurteilung "mit einer Überdeckung von ca. 90% links, in einem 

Winkel von ca. 40°, schräg vorne links, frontal…" (UV-act. 36 S. 1) kollidierten und 

somit nahezu von einer Frontalkollision auszugehen ist. Bei Frontalkollisionen - 

einschliesslich Nahezu-Frontalkollisionen, d.h. solchen, die eine Fahrzeug-Seite etwas 

stärker betrafen als die andere - liegt die sog. Harmlosigkeitsgrenze für HWS-

Beschwerden bei einem Delta-v-Wert von 20-30 km/h und demnach deutlich höher als 

bei den klassischen Heckauffahrunfällen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juli 

2010, 8C_327/2010, E. 5.2.1, mit Hinweis auf Urteile vom 4. Januar 2010, 

8C_786/2009, E. 4.6.1, vom 29. April 2008, 8C_582/2007, E. 4.1 mit Hinweisen). 

Sodann ist zu beachten, dass die Beschwerdeführerin den Sitz-Gurt trug und der 

Airbag auf ihrer Seite durch den Aufprall aktiviert wurde (UV-act. 5 und 36), wodurch 

sich eine erhebliche Verminderung der aufprallbedingten Krafteinwirkung ergab (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_239/2007, E. 6.3). Weitere 

Abklärungen zum Unfallereignis bzw. zur Unfallursache vermöchten an der Einstufung 

als mittelschweres Ereignis im eigentlichen Sinn nichts zu ändern.

4.2.1 Eine gewisse Eindrücklichkeit für die Beschwerdeführerin kann dem Ereignis nicht 

abgesprochen werden. Eine besondere Eindrücklichkeit oder dramatische 

Begleitumstände sind allerdings nicht belegt, zumal das objektive Unfallgeschehen 

massgebend ist (vgl. die Kasuistik zu diesem Kriterium in Rumo-Jungo, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64, sowie Urteile des EVG vom 23. November 

2004, U 109/04, E. 2.3 und vom 2. März 2005, U 309/03, E. 5.1; Urteile des 

Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07, E. 6.1, und vom 22. August 2008, 

8C_623/2007, E. 8.1 [Massenkollision auf der Autobahn]). Beim erlittenen Trauma 

handelt es sich nicht um eine Gesundheitsschädigung, die durch ihre Schwere oder 

besondere Art charakterisiert ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17. August 2007, 

8C_101/2007, E. 5.2 und 5.3, und vom 21. Dezember 2007, U 558/06, E. 4.2.2, sowie 

Urteil des EVG vom 9. August 2004, U 116/04). Das Trauma traf konkret auch keine im 

Zervikal-Bereich erheblich vorgeschädigte, die Leistungsfähigkeit einschränkende 

Wirbelsäule (vgl. UV-act. 46). Unmittelbar nach dem Unfall bestätigte die 

Beschwerdeführerin sodann eine gerade Kopfhaltung beim Aufprall (UV-act. 5, 6). Eine 

Verletzung besonderer Art (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2008, 

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8C_785/2007, E. 4.4) ist damit nicht ersichtlich, zumal hierfür das Vorliegen von 

(vorbestehenden) degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule (vgl. UV-act. 50 

und 80) allein nicht genügt (Urteil des Bundesgerichts vom 19. November 2010, 

8C_726/2010, E. 4.1.2.2). Auch die Sternumkontusion vermag dieses Kriterium nicht zu 

erfüllen. 

4.2.2 Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen 

Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin nach dem Unfall vom 12. November 2006 mit initialer Behandlung 

im Kreisspital I.___ und anschliessender konservativer Therapie einen einmonatigen 

Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Valens absolvierte (UV-act. 34). Die daran 

anschliessend in den Jahren 2006 bis 2011 durchgeführten Behandlungen umfassten 

physiotherapeutische, osteopathische und komplementärmedizinische Massnahmen 

sowie eine pharmakologische Schmerztherapie (UV-act. 53, 69, 75; Aufstellung 

Therapiebesuche in act. G 1.3). Reine Abklärungsmassnahmen bei diversen 

Spezialärzten sowie Verlaufskontrollen fallen in diesem Zusammenhang ausser 

Betracht (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_57/2008, E. 9.3.3, und 

vom 26. August 2008, 8C_687/2007, E. 5.3). Spätestens Ende Januar 2012 war von 

weiteren Behandlungsmassnahmen keine namhafte Besserung mehr zu erwarten (vgl. 

vorstehende E. 4.1). In Anbetracht dieser Aktenlage kann eine fortgesetzt spezifische, 

die Beschwerdeführerin belastende ärztliche Behandlung im Sinn der Rechtsprechung 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008, 8C_331/2007, E. 4.2.3) zwar nicht 

mit Blick auf die Art der Behandlungen, jedoch in Anbetracht der langen Dauer der 

Behandlung bejaht werden, jedoch nicht in ausgeprägtem Umfang.

4.2.3 Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem 

Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende 

erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften 

Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die 

Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Gemäss RAD-Bericht 

vom 26. Juni 2009 klagte die Beschwerdeführerin über belastungsabhängige 

Schmerzen zwischen den Schulterblättern. Von dort aus würden die Kopfschmerzen 

und Muskelverspannungen ausgelöst. Bei geringer Belastung seien die Schmerzen 

erträglich (UV-act. 122 Beilage S. 2f). Gegenüber den Medas-Gutachtern gab die 

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Beschwerdeführerin das Bestehen von Schmerzen im Schultergürtel, Kopfschmerzen 

(fünf bis sechsmal pro Woche) sowie Schwindel (fünf bis sechsmal pro Monat) an. Die 

Schulter- und Nackenschmerzen bestünden jeden Tag, seien aber vormittags besser. 

Folge der Schmerzen sei, dass sie ihren Alltag nicht bewältige. Sie könne keinen Sport 

mehr betreiben und traue sich keinen Urlaub mehr zu (UV-act. 14 S. 28f). Die Gutachter 

bejahten hinsichtlich der chronifizierten Beschwerden die natürliche Kausalität initial 

(für die Zeit nach dem Unfall), verneinten sie hingegen im Begutachtungszeitpunkt (UV-

act. 143 S. 48). Dr. D.___ bestätigte am 8. November 2011 unverändert bestehende 

chronische Schmerzen (UV-act. 180). Angesichts dieser Aktenlage kann das Kriterium 

von ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden erheblichen Beschwerden allenfalls in 

geringem Umfang als erfüllt gelten. Demgegenüber können ein schwieriger 

Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen angesichts der medizinischen 

Aktenlage (E. 2) nicht als gegeben erachtet werden. Dieses Kriterium ist deshalb nicht 

erfüllt. Ebenso wenig steht eine die Unfallfolgen erheblich verschlimmernde ärztliche 

Fehlbehandlung zur Diskussion.

4.2.4 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE 

134 V 109 E. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis 

mittelschweren Schleudertraumen der HWS und leichten Schädelhirntraumen ein 

längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen 

Standpunkt aus eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist 

daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu 

überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret 

muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder in 

den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person 

können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher 

Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der 

gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht 

fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in 

erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, 

kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7). - In der Zeit nach dem Unfall 

wurde der Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsunfähigkeit und ab 5. Dezember 2006 

sowie, nach zwischenzeitlicher 75%iger bzw. 70%iger Arbeitsunfähigkeit, ab 7. 

September 2007 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (vgl. Unfallscheine; UV-act. 122 

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Beilagen). Ab November 2007 war die Beschwerdeführerin entsprechend mit Pensen 

von 20% und 30% bei ihren Arbeitgebern tätig (UV-act. 70). Die Medas-Gutachter 

bescheinigten im Mai 2010 eine (unfallunabhängige) Arbeitsunfähigkeit von 20%. Sie 

erachteten die Annahme einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit als nicht nachvollziehbar 

(UV-act. 143 S. 46). Die Sozialversicherungsanstalt wies im Januar 2011 berufliche 

Massnahmen ab, nachdem die Beschwerdeführerin mitgeteilt hatte, dass sie sich 

maximal 50% arbeitsfähig fühle, von zu Hause aus in einer leidensadaptierten Tätigkeit 

mit einem 50%-Pensum arbeite und keine beruflichen Massnahmen, sondern die 

Rentenprüfung wünsche (UV-act. 158). Das Kriterium der erheblichen (unfallbedingten) 

Arbeitsunfähigkeit trotz Anstrengungen kann bei diesem Sachverhalt ebenfalls nicht als 

erfüllt betrachtet werden. Bei der gegebenen Unfallschwere müssten mindestens drei 

Adäquanzkriterien in der einfachen Form oder aber eines in besonders ausgeprägter 

Weise erfüllt sein, damit der adäquate Kausalzusammenhang bejaht werden könnte 

(SVR 2010 UV Nr. 25, 100 [8C_897/2009 E. 4.5]; Urteil des Bundesgerichts vom 7. 

September 2011, 8C_465/2011, E. 8.2). Bei Erfüllung von zwei Adäquanz-Kriterien in 

nicht sehr ausgeprägtem Umfang kommt dem Unfall keine adäquanzrechtlich 

massgebende Bedeutung für die andauernden gesundheitlichen Beschwerden zu.

4.3  Bei fehlendem bzw. mit Erreichen des medizinischen Endzustands weggefallenem 

adäquatem Unfallkausalzusammenhang ist auch ein Anspruch auf Rente und 

Integritätsentschädigung nicht weiter zu prüfen. Aus dem Umstand, dass die 

Invalidenversicherung den Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 20% 

ablehnte, lässt sich nicht ein Unfallrentenanspruch ableiten, zumal sich der 20%ige 

Invaliditätsgrad aufgrund der von den Medas-Gutachtern als unfallfremd 

eingeschätzten Arbeitsunfähigkeit von 20% ergab (vgl. UV-act. 172 und 143 S. 49).

5.  

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 2. März 2012 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

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1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.02.2013
	Art. 6 UVG. Prüfung der adäquaten Unfallkausalität nach HWS-Trauma (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 28. Februar 2013, UV 2012/22). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_277/2013

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