# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4030f6e9-ed7c-5074-ba76-23b9c9d62916
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.12.2008 C-1499/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1499-2007_2008-12-19.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1499/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Blaise Vuille, 
Richter Andreas Trommer, 
Gerichtsschreiberin Barbara Haake.

X._______, 
vertreten durch Herr Rechtsanwalt Urs Manser, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1499/2007

Sachverhalt:

A.
X._______, geboren am 31. Dezember 1969 im Kosovo, reiste am 30. 
Dezember  1991  in  die  Schweiz  ein  und  stellte  hier  ein  Asylgesuch, 
welches am 6. September 1993 abgelehnt wurde. Hiergegen reichte er 
bei  der damaligen Asylrekurskommission Beschwerde ein,  zog diese 
jedoch  zurück,  nachdem  er  am  11.  Februar  1994  die  Schweizerin 
Y._______, geboren am 12. April 1946, geheiratet hatte. In der Folge 
erhielt X._______ eine Jahresaufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei 
seiner im Kanton Luzern lebenden Ehefrau. 

B.
Am 18. November 1996 stellte X._______ ein Gesuch um erleichterte 
Einbürgerung.  Aufgrund  der  seinerzeit  gegen  ihn  laufenden  Strafer-
mittlungen  und  der  nachfolgenden  Verurteilung  wurde  sein  Gesuch 
aber erst weiterbehandelt, nachdem diese Verurteilung im Strafregister 
gelöscht war. Nach Durchführung der üblichen Erhebungen unterzeich-
neten er  und seine Ehefrau am 14. November  2001 eine Erklärung, 
wonach  sie  in  einer  tatsächlichen,  ungetrennten,  stabilen  ehelichen 
Gemeinschaft  zusammenlebten  und  weder  Trennungs-  noch  Schei-
dungsabsichten  bestünden.  Gleichzeitig  nahmen  sie  unterschriftlich 
zur  Kenntnis,  dass  die  erleichterte  Einbürgerung  nicht  möglich  ist, 
wenn vor oder während des Einbürgerungsverfahrens einer der Ehe-
gatten die Trennung oder Scheidung beantragt hat oder keine tatsäch-
liche  eheliche  Gemeinschaft  mehr  besteht,  und  dass  die  Verheimli-
chung dieser Umstände zur Nichtigerklärung der Einbürgerung führen 
kann. Am 29. Januar 2002 wurde X._______ erleichtert  eingebürgert 
und erhielt die Bürgerrechte von Luzern (LU) und Freienbach (SZ).

C.
Am  17.  September  2002  wurde  die  Ehe  zwischen  X._______  und 
seiner  schweizerischen  Ehefrau  vor  dem Kreisgericht  Peja  (Kosovo) 
geschieden. Im Januar 2003 verheiratete er sich im Kosovo mit einer 
Landsfrau (geboren 1972), welche zwei Monate später ein gemeinsa-
mes Kind zur Welt brachte. Ende Januar 2004 reiste sie im Familien-
nachzug in die Schweiz ein. 

D.
Aufgrund der dargelegten Umstände leitete das BFM am 16. Februar 
2004 gegen X._______ ein Verfahren betreffend Nichtigerklärung der 

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erleichterten  Einbürgerung  ein.  In  diesem  Verfahren  ersuchte  das 
Bundesamt das Amt für Gemeinden des Kantons Luzern darum, die 
schweizerische  Ex-Ehefrau  zum  gemeinsamen  Kennenlernen,  zum 
Verlauf der Ehe, zur Einbürgerung sowie zu den Umständen der Ehe-
scheidung zu befragen. Diese Befragung erfolgte am 3. Mai 2006 im 
Beisein des Rechtsvertreters von X._______. 

Dabei gab Y._______ zu Protokoll, sie habe ihren künftigen Ehemann 
im  April  1993  in  einem  Tanzlokal  kennengelernt.  Der  Anstoss  zur 
Heirat sei von beiden Partnern im Januar 1994 ausgegangen. Die Ehe 
sei nie schlecht verlaufen. Sie sei  mit  ihrem Ehemann ab und zu im 
Kino gewesen oder habe mit  ihm Freunde besucht. Da sie nicht viel 
Geld gehabt hätten, seien sie aber nicht oft miteinander ausgegangen. 
Sie  habe  ihren  Ehemann  auch  nicht  auf  Reisen  in  dessen  Heimat 
begleitet. Schwierigkeiten in der Ehe seien erst ab dem Spätsommer 
2002 aufgetreten, nachdem sie von der Schwangerschaft der jetzigen 
Ehefrau ihres Ehemannes erfahren habe. Da eine uneheliche Geburt 
für Mutter und Kind in deren Heimatland ein Drama gewesen wäre, sei 
es schliesslich zur Scheidung gekommen. Ihr geschiedener Ehemann 
habe aber danach noch bis Ende Januar 2004, d. h. bis zur Einreise 
seiner neuen Ehefrau, bei ihr gewohnt. Im Zeitpunkt der erleichterten 
Einbürgerung sei ihre Ehe jedenfalls stabil  gewesen. Auch jetzt noch 
habe sie eine enge Beziehung zu ihrem geschiedenen Ehemann und 
sei  Teil  von dessen Familie – wo sie praktisch ihre gesamte Freizeit 
verbringe – geworden. Auch sei sie Patin der beiden Kinder ihres Ex-
Ehemannes  und  vor  allem  für  das  ältere  Kind  eine  wichtige 
Bezugsperson. 

E.
Mit Schreiben vom 17. November 2006 teilte die Vorinstanz dem Par-
teivertreter mit, sie sei – nicht zuletzt aufgrund der Aussagen der Ex-
Ehefrau – zu der Überzeugung gelangt,  dass die Ehegatten im Zeit-
punkt der Einbürgerung und auch bei der kurz vorher unterzeichneten 
Erklärung über die eheliche Gemeinschaft keine stabile Ehe mehr ge-
führt hätten. Hierzu gewährte das Bundesamt dem Beschwerdeführer 
Gelegenheit  zur  abschliessenden  Stellungnahme. Am 15. Dezember 
2006 wurde die ursprünglich eingeräumte Frist bis zum 5. Januar 2007 
verlängert;  dabei  wies  das  Bundesamt  darauf  hin,  dass  wegen  der 
kurz  bevorstehenden  Verjährung  am 29. Januar  2007  keine  längere 
Fristerstreckung möglich sei. 

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F.
In seiner Eingabe vom 5. Januar 2007 machte der Parteivertreter ins-
besondere geltend, dass die Scheidung und neue Eheschliessung sei-
nes Mandanten nur erfolgt  seien,  damit  das ausserehelich gezeugte 
Kind als ehelich habe geboren werden können. Seine Ex-Ehefrau sei 
jedoch seine grosse Liebe gewesen und werde es auch bleiben. Die 
Scheidung von ihr sei deshalb auch nur unter der Voraussetzung, dass 
seine neue Ehefrau diese Gefühle von Anfang akzeptierte, möglich ge-
wesen.  Zum  Glück  seien  sich  die  beiden  Frauen  sympathisch. 
Y._______ sei Teil seiner neu gegründeten Familie; man verbringe die 
Freizeit  gemeinsam  und  habe  sogar  die  Absicht,  nahe  beieinander, 
möglichst im gleichen Haus, zu wohnen.

Bevor über die in ihren Auswirkungen weitreichende Nichtigerklärung 
der  Einbürgerung  entschieden  werden  könne,  sei  es  erforderlich, 
X._______, dessen Ehefrau sowie die Ex-Ehefrau persönlich zu befra-
gen. Zu deren Beziehungen untereinander könnten sich auch die zu 
einem früheren Zeitpunkt namentlich benannten Personen als Zeugen 
oder Auskunftspersonen äussern.

G.
Nachdem die Heimatkantone Luzern und Schwyz am 19. und 23. Ja-
nuar 2007 ihre Zustimmung zur Nichtigerklärung der erleichterten Ein-
bürgerung von X._______ erteilt  hatten, erklärte das BFM mit Verfü-
gung vom 25. Januar 2007 dessen Einbürgerung für nichtig. Die Um-
stände seiner Eheschliessung mit einer Schweizerin und seiner Schei-
dung wiesen darauf hin, dass er sich die erleichterte Einbürgerung er-
schlichen habe. Zum einen sei seine Ex-Ehefrau mehr als 23 Jahre äl-
ter als er selbst, zum anderen habe ihm erst die – nach Ablehnung sei-
nes Asylgesuch durch das BFM – erfolgte Heirat ein Aufenthaltsrecht 
in der Schweiz verschafft. Nicht zu bestreiten sei auch die Tatsache, 
dass X._______ weniger als ein halbes Jahr nach der Einbürgerung 
ein aussereheliches Kind mit  seiner heutigen Ehefrau gezeugt habe. 
All dies lasse darauf schliessen, dass von Anfang an eine Zweckehe 
vorgelegen  habe,  zumal  X._______  jeweils  ohne  seine  Ehefrau  in 
seine Heimat gereist sei. Mit der Zeugung des unehelichen Kindes und 
den damit absehbaren Folgen habe er selbst Anlass für die nachfol-
gende Ehescheidung gegeben. Die Tatsache,  dass die Kindesmutter 
wesentlich  jünger  als  seine  Ex-Ehefrau  sei,  zeige  zudem,  dass  der 
grosse  Altersunterschied  eine  Rolle  gespielt  habe  und  dass  er  mit 
Y._______  womöglich  in  einer  freundschaftlichen  Beziehung,  nicht 

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aber in einer stabilen ehelichen Gemeinschaft gelebt habe. Auch der 
Umstand,  dass  die  Ex-Ehegatten  heute  noch  freundschaftlichen 
Umgang pflegten, ändere nichts an dieser Einschätzung, selbst dann 
nicht, wenn sich die Ex-Ehefrau als Teil der neu gegründeten Familie 
betrachte. Auf die von X._______ gestellten Beweisanträge habe man 
nicht mehr eingehen müssen. Die materiellen Voraussetzungen für die 
Nichtigerklärung  seiner  erleichterten  Einbürgerung  seien  damit 
gegeben. 

H.
Mit  dem  Antrag,  die  vorinstanzliche  Verfügung  sei  aufzuheben, 
eventualiter  nichtig  zu  erklären,  erhob  Rechtsanwalt  Urs  Manser  im 
Namen von X._______ am 26. Februar 2007 Beschwerde. Er macht 
geltend, die Verfügung enthalte eine falsche Rechtsmittelbelehrung, da 
letztere auf die bereits aufgehobene Bestimmung von Art. 50 des Bür-
gerrechtsgesetzes verwiesen habe. Zudem sei die angefochtene Verfü-
gung direkt an den Rechtsvertreter, nicht aber an den betroffenen Be-
schwerdeführer adressiert worden; daraus resultiere die Nichtigkeit der 
Verfügung. Vorsorglich werde die Beschwerde aber dennoch wie folgt 
begründet. 

Sowohl  im Zeitpunkt,  als  die  Ehegatten  X.-Y._______  die  Erklärung 
über  ihre  stabile  eheliche  Gemeinschaft  unterschrieben  hätten,  als 
auch  im  Einbürgerungszeitpunkt  sei  ihre  Ehe  intakt  gewesen.  Der 
gemeinsam gefasste Entschluss zur Scheidung basiere auch nicht auf 
einer zerrütteten Ehe, sondern auf dem Seitensprung des Ehemannes, 
der die Schwangerschaft seiner heutigen Ehefrau zur Folge gehabt ha-
be. Nur dessen Pflichtbewusstsein habe ihn zur Scheidung und Heirat 
der Kindesmutter veranlasst. Die Liebe zu seiner Ex-Ehefrau sei aber 
nie erloschen, was sich daran zeige, dass diese Teil seiner neuen Fa-
milie und sogar Patin seiner Kinder geworden sei. Untereinander be-
stehe fast täglicher Kontakt; sogar die spätere Altenpflege der Ex-Ehe-
frau sei bereits organisiert. Die gewählte Familienform ermögliche al-
len Beteiligten ein Maximum an Zufriedenheit. Dass diese Form des 
Zusammenlebens  funktioniere,  ergebe  sich  aus  den  beigefügten 
schriftlichen  Erklärungen  von Drittpersonen,  könne  aber  auch  durch 
Zeugenaussagen bewiesen werden. 

Dem Beschwerdeführer dürfe nicht  vorgeworfen werden,  dass er  mit 
seiner ersten Ehefrau nicht gemeinsam in den Kosovo gereist sei. Dies 
sei  für sie zu riskant und unzumutbar gewesen. Auch der grosse Al-

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tersunterschied zu ihr  habe keine Rolle  gespielt;  immerhin habe die 
Ehe bis zur Scheidung mehr als acht Jahre gedauert,  und auch da-
nach habe man noch anderthalb Jahre in der gemeinsamen Wohnung 
gelebt. 

Der Entscheid der Vorinstanz sei rechtsfehlerhaft und willkürlich, ins-
besondere deshalb, weil  diese sich nicht  mit  der  Argumentation des 
Beschwerdeführers auseinandergesetzt und den Sachverhalt nicht hin-
reichend abgeklärt  habe. Das BFM habe weder nachgewiesen,  dass 
sich  der  Beschwerdeführer  seine  Einbürgerung  durch  täuschendes 
Verhalten erschlichen habe, noch sei es auf die von ihm angebotenen 
Beweise eingegangen. Statt  dessen habe es unzulässigerweise eine 
antizipierte  Beweiswürdigung  vorgenommen. Damit  habe  die  Vorins-
tanz den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör ver-
letzt,  nicht  zuletzt  auch  deshalb,  weil  beantragte  Beweiserhebungen 
mit der Begründung der drohenden Verjährung verweigert worden sei-
en. 

I.
In ihrer Vernehmlassung vom 30. Mai 2007 hält die Vorinstanz an ihrer 
ablehnenden Verfügung fest. Sie weist darauf hin, dass es das offen-
sichtlich  zwischen  den  Ex-Ehegatten  bestehende  freundschaftliche 
Verhältnis  nicht  rechtfertige,  im  Rahmen  des  Ermessens  von  einer 
Nichtigerklärung  der  erleichterten  Einbürgerung  abzusehen.  In  der 
Praxis komme es nicht selten vor, dass sich geschiedene Ehegatten 
dafür einsetzten, dass der eingebürgerte Ex-Ehepartner das Schwei-
zer Bürgerrecht behalte; solche Beispiele dürften jedoch nicht Schule 
machen. Im vorliegenden Fall genügten die objektiven Fakten für den 
Nachweis,  dass ein  Missbrauch vorliege und das Schweizer Bürger-
recht erschlichen worden sei. Keinesfalls sei eine unzulässige Beweis-
würdigung  antizipiert  worden,  denn  die  vom  Beschwerdeführer  ver-
langte Befragung von Zeugen und Auskunftspersonen sei nicht erfor-
derlich gewesen. 

J.
In der darauffolgenden Stellungnahme vom 28. Juni 2007 wiederholt 
der Parteivertreter  im Wesentlichen seine bisherigen Vorbringen und 
Beweisangebote. Insbesondere betont er, dass der einmalige Seiten-
sprung des Beschwerdeführers nicht seinen damaligen auf die Zukunft 
gerichteten Ehewillen in Frage stellen dürfe und dass sich die Ex-Ehe-
gatten immer noch auf mehr als nur freundschaftliche Weise zugetan 

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seien, was sich auch am jetzt gelebten Familienmodell zeige. Die Vor-
instanz  habe diese  Umstände  ignoriert.  Ihr  Verzicht  auf  weitere  Be-
weiserhebungen mache deutlich, dass es ihr nur darum gegangen sei, 
die  Nichtigerklärung noch rechtzeitig  vor Ablauf  der  Verjährung aus-
sprechen zu können. Es sei nicht einmal berücksichtigt worden, wel-
che Konsequenzen der Entzug des Bürgerrechts für den Beschwerde-
führer und seine Familie hätte. 

K.
Auf den weiteren Akteninhalt und die vom Beschwerdeführer angebo-
tenen Beweismittel wird in den Erwägungen Bezug genommen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen u.a. Verfügungen des BFM, welche die Nichtigerklärung einer er-
leichterten  Einbürgerung  betreffen  (Art.  41  Abs. 1  i.V.m. Art.  27  des 
Bürgerrechtsgesetzes vom 29. September 1952 [BüG, SR 141.0]). Ge-
mäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht nach dem VwVG, soweit das Gesetz nichts anderes be-
stimmt.

1.2 Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist der Beschwerdefüh-
rer zu deren Anfechtung legitimiert. Auf die frist- und formgerecht ein-
gereichte Beschwerde ist deshalb einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).

2.
Mit  Beschwerde  ans  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen  Sachverhalts  sowie  die  Unangemessenheit  gerügt  wer-
den, sofern nicht eine kantonale Instanz als Beschwerdeinstanz ver-
fügt hat (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht  von Amts wegen an. Es ist  ge-

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mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils des Bundesgerichts 2A.451/2002 vom 28. März 2003; Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts C-135/2006 vom 20. Dezember 2007 E. 2 
mit weiteren Hinweisen).

3.
Der  Beschwerdeführer  rügt  in  formeller  Hinsicht  die  Fehlerhaftigkeit 
der  der  vorinstanzlichen  Verfügung  beigefügten  Rechtsmittelbeleh-
rung,  da  diese  auf  eine  kurz  vorher  aufgehobene  Gesetzesbestim-
mung verweise. Dieser Einwand ist vorliegend ohne Relevanz, handel-
te es sich doch lediglich um ein Redaktionsversehen, welches sich in 
keinerlei  Hinsicht  auf  die  Möglichkeit,  ein  Rechtsmittel  zu  ergreifen, 
auswirkte. Weiterhin beanstandet der Beschwerdeführer, dass sich die 
Verfügung nicht an ihn selbst, sondern an seinen Rechtsvertreter rich-
tete; hieraus leitet er deren Nichtigkeit ab. Auch dieser Einwand ist un-
beachtlich, da die Behörde aufgrund einer ausgewiesenen Vertretung 
ihre Mitteilungen grundsätzlich an den Vertreter macht und ihm somit 
auch Verfügungen zuzustellen hat (vgl. Art. 11 Abs. 3 VwVG). Dem ge-
nannten  Erfordernis  entsprechend  befindet  sich  in  den  vorinstanzli-
chen Akten eine schriftliche Vollmacht des Beschwerdeführers vom 21. 
November 2006. Letztlich bleibt unerfindlich, worin die Nichtigkeit der 
angefochtenen Verfügung liegen soll. Diese enthält  ein  Rubrum, das 
die betroffene Person nennt, ein Dispositiv und eine ausführliche Be-
gründung. Der Umstand, dass das im Rubrum genannte Geburtsdatum 
falsch  ist  und  an  mehreren  Stellen  der  Rechtsvertreter  direkt  ange-
sprochen wird (so beispielsweise auf  Seite 1: „erleichterte Einbürge-
rung Ihres Mandanten“), stellt den Bestand der angefochtenen Verfü-
gung nicht in Frage, sondern ist Ausdruck einer redaktionellen Unacht-
samkeit.

4.
4.1 Gemäss  Art. 27  Abs. 1 BüG kann ein  Ausländer  nach der  Ehe-
schliessung mit  einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte 
Einbürgerung stellen, wenn er insgesamt fünf Jahre in der Schweiz ge-
wohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in ehelicher 
Gemeinschaft  mit  einem Schweizer Bürger  lebt. Seine Einbürgerung 
setzt  zudem  gemäss  Art.  26  Abs.  1  BüG  voraus,  dass  er  in  der 

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Schweiz integriert  ist (Bst. a), die schweizerische Rechtsordnung be-
achtet  (Bst.  b)  und  die  innere  oder  äussere  Sicherheit  der  Schweiz 
nicht  gefährdet  (Bst.  c).  Sämtliche  Einbürgerungsvoraussetzungen 
müssen  sowohl  im  Zeitpunkt  der  Gesuchseinreichung  als  auch  an-
lässlich der Einbürgerungsverfügung erfüllt sein. Fehlt es im Zeitpunkt 
des Einbürgerungsentscheids an der ehelichen Gemeinschaft, darf die 
erleichterte  Einbürgerung  nicht  ausgesprochen  werden  (BGE  129  II 
401 E. 2.2 S. 403).

4.2 Der Begriff  der  ehelichen Gemeinschaft  bedeutet  nach der  bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung mehr als nur das formelle Bestehen 
einer  Ehe.  Verlangt  wird  vielmehr  die  tatsächliche  Lebensgemein-
schaft,  getragen  vom beidseitigen  Willen,  die  Ehe  auch  künftig  auf-
recht  zu  erhalten.  Gemäss  konstanter  Praxis  muss  sowohl  im  Zeit-
punkt  der  Gesuchseinreichung als  auch  im Zeitpunkt  des  Einbürge-
rungsentscheids  eine  tatsächliche  Gemeinschaft  bestehen,  die  Ge-
währ für die Stabilität der Ehe bietet. Mit Art. 27 BüG wollte der Ge-
setzgeber dem ausländischen Ehegatten eines Schweizer Bürgers die 
erleichterte  Einbürgerung  ermöglichen,  um  die  Einheit  des  Bürger-
rechts der Ehegatten im Hinblick auf ihre gemeinsame Zukunft zu för-
dern (vgl. Botschaft über die Revision der Bürgerrechtsregelung in der 
Bundesverfassung vom 7. April  1982 BBl  1982  II 125 S. 133 f. sowie 
Botschaft  zur  Änderung  des  Bürgerrechtsgesetzes  vom  26.  August 
1987 BBl 1987 III 293 S. 310; BGE 128 II 97 E. 3a S. 99). Zweifel am 
Willen der Ehegatten, die eheliche Gemeinschaft aufrecht zu erhalten, 
sind beispielsweise angebracht, wenn kurze Zeit  nach der erleichter-
ten Einbürgerung die Trennung erfolgt oder die Scheidung eingeleitet 
wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A.2/2006 vom 28. April 2006 E. 
2.1, BGE 130 II 482 E. 2 S. 484).

4.3 Die Einbürgerung kann mit Zustimmung der Behörde des Heimat-
kantons innert  fünf Jahren für nichtig erklärt  werden, wenn sie durch 
falsche Angaben  oder  Verheimlichung erheblicher  Tatsachen erschli-
chen worden ist (Art. 41 Abs. 1 BüG). Arglist im Sinne des strafrechtli-
chen Betrugstatbestandes ist  nicht  erforderlich. Immerhin  ist  es  not-
wendig, dass der Betroffene bewusst falsche Angaben macht bzw. die 
Behörde bewusst in einem falschen Glauben lässt und so den Vorwurf 
auf sich zieht, es unterlassen zu haben, die Behörde über eine erhebli-
che Tatsache zu informieren (vgl. BGE 132 II  113 E. 3.1 S. 115 und 
BGE 130 II 482 E. 2 S. 484 mit weiteren Hinweisen). Dies ist beispiels-
weise der Fall,  wenn er erklärt,  in einer stabilen Ehe zu leben, wäh-

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rend  er  bereits  für  die  Zeit  nach der  erleichterten  Einbürgerung die 
Scheidung ins Auge fasst; dabei ist es kaum von Bedeutung, wenn die 
Ehe bis zu diesem Zeitpunkt harmonisch verlaufen ist (vgl. Urteile des 
Bundesgerichts  1C_428/2008  vom  27.  Oktober  2008  E.  2  und 
1C_294/2007 vom 30. November 2007 E. 3.3).

5.
Im Verwaltungsverfahren des Bundes gilt der Grundsatz der freien Be-
weiswürdigung (Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes vom 
4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]). Dies 
bedeutet  vor  allem,  dass  die  Beweiswürdigung  nicht  an  bestimmte 
starre Beweisregeln gebunden ist,  die  dem Richter  genau vorschrei-
ben, wie ein gültiger Beweis zu Stande kommt und welchen Beweis-
wert die einzelnen Beweismittel im Verhältnis zueinander haben (FRITZ 
GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. Bern 1983, S. 278 f.; zu 
den Beweismitteln: BGE 130 II  169 E. 2.3.2 ff. S. 172 ff.). Wenn ein 
Entscheid – wie im vorliegenden Fall – zum Nachteil des Betroffenen 
in seine Rechte eingreift, liegt die Beweislast bei der Behörde.

5.1 Geht es um die Nichtigerklärung einer erleichterten Einbürgerung, 
so ist von der Verwaltung zu prüfen, ob die Ehe im Zeitpunkt der Ge-
suchseinreichung  und  der  Einbürgerung  tatsächlich  gelebt  wurde 
(BGE 130 II 169 E. 2.3.1 S. 172). Dabei geht es im Wesentlichen um 
innere Vorgänge, die der Verwaltung oft  nicht bekannt und schwierig 
zu beweisen sind; deren Abklärung kann nur dadurch erfolgen, dass 
von bekannten Tatsachen (Vermutungsbasis) auf unbekannte (Vermu-
tungsfolge) zu schliessen ist. Es handelt  sich dabei  um Wahrschein-
lichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfahrung gezogen wer-
den (ULRICH HÄFELIN, Vermutungen im öffentlichen Recht, in: Festschrift 
für Kurt  Eichenberger, Basel 1982, S. 625 ff.,  S. 626; vgl. auch  PETER 
SUTTER,  Die Beweislastregeln unter  besonderer  Berücksichtigung des 
verwaltungsrechtlichen  Streitverfahrens,  Diss.  Zürich  1988,  S. 56 ff. 
und  178 ff.,  und  FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2. Aufl., 
Bern 1983, S. 282 ff. Zu Art. 8 ZGB vgl. MAX KUMMER, Berner Kommen-
tar, N. 362 f.).

5.2 Als Problem der Beweiswürdigung berührt die tatsächliche Vermu-
tung weder die Beweislast noch die das Verwaltungsverfahren beherr-
schende Untersuchungsmaxime. Letztere gebietet zwar, dass die Ver-
waltung auch nach entlastenden,  das heisst  die Vermutung erschüt-
ternden Elementen sucht. Beim Thema der ehelichen Lebensgemein-

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schaft liegt es jedoch in der Natur der Sache, dass nur der Betroffene, 
nicht aber die Verwaltung Kenntnis über solche entlastenden Elemente 
hat. Besteht daher aufgrund des Ereignisablaufs die tatsächliche Ver-
mutung, die Einbürgerung sei erschlichen worden, obliegt es dem Be-
troffenen – nicht nur aufgrund seiner Mitwirkungspflicht, sondern auch 
aufgrund  eines  erheblichen  Eigeninteresses  –  die  Vermutung  durch 
den  Gegenbeweis  bzw.  erhebliche  Zweifel  umzustürzen,  indem  er 
Gründe  bzw. Sachumstände  aufzeigt,  die  es  als  überzeugend  bzw. 
nachvollziehbar erscheinen lassen, dass eine angeblich noch wenige 
Monate zuvor bestehende tatsächliche, ungetrennte eheliche Gemein-
schaft in der Zwischenzeit dergestalt in die Brüche gegangen ist, dass 
es zur Scheidung kam (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_428/2008 
vom 27. Oktober 2008 E. 2 und 1C_294/2007 vom 30. November 2007 
E. 3.6 sowie BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 486).

6.
Die  angefochtene  Verfügung  geht  davon aus,  der  Beschwerdeführer 
habe sich bei  seiner Heirat  von zweckfremden Motiven,  nämlich der 
Sicherung des Aufenthaltsrechts und der Möglichkeit der späteren Ein-
bürgerung  leiten  lassen.  Aus  den  gesamten  Umständen  müsse  ge-
schlossen werden, dass er während des Einbürgerungsverfahrens fal-
sche  Angaben  gemacht  bzw.  wesentliche  Tatsachen  verschwiegen 
habe. Dadurch habe er den falschen Anschein einer stabilen ehelichen 
Gemeinschaft erweckt und sich die erleichterte Einbürgerung erschli-
chen. 

6.1 Aufgrund des Akteninhalts steht fest, dass der Beschwerdeführer 
im Dezember 1991 in die Schweiz gelangte und hier ein Asylgesuch 
stellte,  welches  im  September  1993  abgelehnt  wurde.  Nachdem  er 
hiergegen Beschwerde bei der damaligen Asylrekurskommission erho-
ben hatte, heiratete er, 24-jährig, am 11. Februar 1994 die damals fast 
48-jährige  Schweizerin  Y._______. Eine  Woche  später  zog  er  seine 
Beschwerde  zurück.  Aufgrund  seiner  Heirat  erteilte  ihm  der  Kanton 
Luzern  eine  Aufenthaltsbewilligung.  Im  November  1996  stellte 
X._______ – drei Monate vor Vollendung der dreijährigen Ehedauer – 
ein Gesuch um erleichterte Einbürgerung, dessen Behandlung wegen 
der gegen ihn eingeleiteten Strafverfahren für längere Zeit ausgesetzt 
wurde.  Nachdem  seine  Vorstrafen  im  Strafregister  gelöscht  waren, 
behandelte die Vorinstanz erst 2001 sein Gesuch weiter und forderte 
dabei  die  Ehegatten  zur  Unterzeichnung  der  Erklärung  betreffend 
eheliche Lebensgemeinschaft  auf. Diese Unterzeichnung erfolgte am 

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14.  November  2001,  woraufhin  X._______  am  29.  Januar  2002 
erleichtert  eingebürgert  wurde. Am 17. September 2002 liessen sich 
die  Ehegatten  im  Kosovo  scheiden.  Dort  verheiratete  sich  der 
Beschwerdeführer  im  Januar  2003  mit  einer  Landsmännin,  welche 
zwei Monate später ein gemeinsames Kind zur Welt brachte. 

6.2 Der geschilderte Sachverhalt zeigt, dass sich der Beschwerdefüh-
rer zunächst mithilfe eines Asylgesuchs erfolglos um Aufenthalt in der 
Schweiz bemüht hatte und dass vor dem Hintergrund des unsicheren 
Ausgangs seiner an die Asylrekurskommission gerichteten Beschwer-
de die Ehe mit der mehr als 23 Jahre älteren Y._______ eine günstige 
Möglichkeit darstellte, ein Aufenthaltsrecht zu erlangen. Der Umstand, 
dass er bereits vor Ablauf der erforderlichen Ehedauer von drei Jahren 
das Einbürgerungsgesuch einreichte, ohne überhaupt in nächster Zeit 
die Einbürgerungsvoraussetzung der Beachtung der schweizerischen 
Rechtsordnung (Art. 26 Abs. 1 Bst. b BüG) erfüllen zu können, zeigt 
zudem, wie dringend ihm an der Einbürgerung gelegen war. 

Zweifel am Zweck seiner Ehe ergeben sich aber auch daraus, dass er 
wenige Monate nach seiner Einbürgerung ein Kind mit einer anderen, 
30-jährigen Frau zeugte, sich daraufhin von seiner 56-jährigen Ehefrau 
scheiden liess und die Kindesmutter heiratete. Soweit der Beschwer-
deführer die Notwendigkeit dieser Heirat mit seiner heimatlichen Kultur 
begründet,  ist  dies  schon  deswegen  unglaubwürdig,  als  ansonsten 
(vor diesem Hintergrund) sowohl die Heirat mit  der erheblich älteren 
Y._______  als  auch  der  angebliche  folgenschwere  Seitensprung 
konsequenterweise unterblieben wären. Die Vorinstanz durfte daher zu 
recht  von  der  tatsächlichen  Vermutung  ausgehen,  dass  der 
Beschwerdeführer von vornherein keine auf eine gemeinsame Zukunft 
ausgerichtete Ehe bezweckte und sich somit die erleichterte Einbürge-
rung erschlichen hat. 

7.
Dementsprechend stellt sich die Frage, ob die vom Beschwerdeführer 
vorgebrachten Argumente geeignet  sind,  die eben beschriebene tat-
sächliche Vermutung umzustossen.

7.1 X._______ hat  hauptsächlich geltend gemacht,  dass es sich bei 
der Ehe mit Y._______ um eine Liebesheirat gehandelt habe und dass 
seine  Scheidung  nicht  Folge  einer  zerrütteten  Ehe,  sondern  Folge 
seines Pflichtbewusstseins gegenüber dem unehelich gezeugten Kind 

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und  dessen  Mutter  gewesen  sei.  Y._______  hatte  zwar  bei  ihrer 
Befragung  am  3.  Mai  2006  ähnlich  argumentiert,  sodass  den  Ex-
Ehegatten  ein  seinerzeitiges  harmonisches  Zusammenleben 
unterstellt  werden kann; die übrigen erwähnten Umstände schliessen 
jedoch  nicht  aus,  dass  der  Beschwerdeführer  daneben  für  ihn 
höherrangige  Ziele  verfolgte,  denen  er  seine  angeblich  intakte  Ehe 
unterordnete bzw. opferte. 

Insbesondere steht eine aussereheliche sexuelle Beziehung offenkun-
dig im Widerspruch zu einer angeblich intakten ehelichen Lebensge-
meinschaft (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_340/2008 vom 18. No-
vember  2008  E.  2.3.2  sowie  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-1191/2006 vom 31. Oktober 2008 E. 6.6 sowie C-1142/2006 vom 19. 
Juni 2008 E. 6.3.5). Der Beschwerdeführer behauptet zwar diesbezüg-
lich  das  Gegenteil,  nämlich  dass  aus  seinem  angeblichen  Seiten-
sprung kein fehlender Ehewille abgeleitet werden könne. Sein gesam-
tes Verhalten im Umfeld der Einbürgerung lässt jedoch kaum eine an-
dere Schlussfolgerung zu,  als  dass er  seine Ehe für  den Erhalt  des 
Bürgerrechts und für die nachfolgende Gründung einer neuen Familie 
– die damit  in der Schweiz ein Anwesenheitsrecht  erhalten würde – 
missbraucht hat. 

7.2 In der Beschwerdeschrift führt X._______ aus, er habe bei seiner 
Ex-Ehefrau Halt  und Verständnis gefunden; diese habe ihm während 
der Ehe Geborgenheit und ein Gefühl der Sicherheit vermittelt. Zuvor 
tönte er in seiner Eingabe an die Vorinstanz vom 5. Januar 2007 an, 
das  gemeinsame  Sexualleben  sei  (ihretwegen)  in  der  Zeit  vor  dem 
angeblichen  Seitensprung  zu  kurz  gekommen.  Lässt  sich  daraus 
schliessen, dass die Ex-Ehefrau – damals 56-jährig – ihrem Ehemann 
in sexueller Hinsicht nicht mehr genügte, so mag das zwar verständ-
lich erscheinen, begründet aber nicht die Annahme, die Ehe sei abge-
sehen davon stabil gewesen. Immerhin hat der Beschwerdeführer eine 
neue Beziehung zu einer Frau aus seinem angestammten Kulturkreis 
aufgenommen, wohlwissend, dass dies für seine Ehe Konsequenzen 
haben  könnte:  Diesbezüglich  versucht  er  nämlich  glaubhaft  zu  ma-
chen,  seine  Ehescheidung  und  Neuverheiratung  sei  zwangsläufige 
Folge  der  aus  dem  (angeblichen)  Seitensprung  resultierenden 
Schwangerschaft  gewesen. Interpretiert  man diese Erklärung richtig, 
so hat sich der Beschwerdeführer mit voller Absicht auf eine Situation 
eingelassen, aus der es, eigenen Äusserungen zufolge, keinen ande-
ren  Ausweg als  die  Ehescheidung  mehr  gab. Damit  muss  dem Be-

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schwerdeführer aber auch unterstellt  werden, dass ein latenter Tren-
nungswunsch  vorhanden  war,  der  sich  früher  oder  später  –  mit  der 
Zeugung eines Kindes und der sich daraus für ihn angeblich ergeben-
den Verpflichtung zur Heirat der Kindesmutter – verwirklichen würde. 

7.3 Der Beschwerdeführer  versucht  zwar,  seine Handlungsweise mit 
seinem  Moralverständnis  und  Pflichtbewusstsein  zu  begründen;  vor 
dem soeben  dargelegten  Hintergrund  wird  aber  keineswegs  ersicht-
lich,  dass  seine  Ehe  mit  Y._______  eine  auf  Dauer  angelegte 
Lebensgemeinschaft gewesen sein soll. Auch sein Hinweis, diese Ehe 
habe mehr als acht Jahre gedauert, stellt die bisherige Einschätzung 
nicht ernsthaft in Frage, vor allem deshalb nicht, weil seine erleichterte 
Einbürgerung  zu  einem  früheren  Zeitpunkt  gar  nicht  in  Frage  kam. 
Seine diesbezüglichen  Bemühungen  machen deutlich,  dass  er  noch 
vor  Ablauf  der  hierfür  erforderlichen  Ehedauer  von  drei  Jahren,  im 
November  1996,  ein  Einbürgerungsgesuch  stellte,  dass  das  Einbür-
gerungsverfahren aber  wegen seiner  im Strafregister  noch nicht  ge-
löschten Vorstrafen rund fünf Jahre ruhte und erst im Januar 2002 ab-
geschlossen war. Dass er ungefähr sechs Monate nach seiner Einbür-
gerung ein aussereheliches Kind zeugte und binnen weiterer drei Mo-
nate von seiner schweizerischen Ehefrau geschieden war, spricht je-
denfalls dafür, dass er die Beziehung zur wesentlich älteren Ehefrau 
nur unter der aufschiebenden Bedingung, eine neue Familie unter an-
deren Rahmenbedingungen gründen zu können, aufrecht erhielt. 

8.
Der Vermutung der Vorinstanz, die Ehe zu ehefremden Zwecken ein-
gegangen zu sein, tritt der Beschwerdeführer im Wesentlichen mit dem 
Einwand entgegen, die Auflösung der Ehe und der darauffolgende Ein-
bezug der Ex-Ehefrau in seine neu gegründete Familie stelle für alle 
Beteiligten die optimale Lebensform dar. Doch auch wenn diese Be-
hauptung mehr  oder  weniger  zutreffen  sollte,  stellt  sie  kein  Beurtei-
lungskriterium für die vorherige eheliche Beziehung dar. Das angebli-
che Pflichtbewusstsein, welches den Beschwerdeführer zur Heirat der 
Mutter seines ungeborenen Kindes bewog, macht deutlich, dass die-
ses  Verhalten  –  unter  Preisgabe  seiner  vorherigen  Ehe  –  für  ihn 
selbstverständlich war; indessen ist nicht entscheidend, dass der Be-
schwerdeführer Kind und Kindesmutter vor einer unehelichen Geburt 
bewahren wollte, sondern dass er im Wissen um genau diese Konse-
quenzen überhaupt eine Beziehung zu einer Frau aus seinem Kultur-
kreis eingegangen ist. Die bisherigen Erwägungen erhärten diese Ver-

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mutung und führen daher zur Schlussfolgerung,  dass X._______ mit 
Y._______  keine  auf  Dauer  angelegte  und  nur  auf  den  Ehepartner 
bezogene  Lebensgemeinschaft  anstrebte,  sondern  mit  dieser  Ehe 
andere  private  Interessen  verfolgte.  Keine  Rolle  spielt  dabei,  wie 
Y._______  ihr  Eheleben  empfunden  hat  und  mit  der  nachträglichen 
Situation zurechtgekommen ist. 

9.
Gegen die dargelegten Vermutungen und die sich daraus ergebende 
Schlussfolgerung hat der Beschwerdeführer bisher keine erheblichen 
Einwände vorgebracht. Mit den von ihm angebotenen Beweismitteln – 
Zeugenaussagen und Urkunden bzw. schriftliche Erklärungen Dritter – 
möchte er demgegenüber seine Behauptung untermauern, die jetzige 
Lebensform stelle sowohl sämtliche Familienmitglieder wie auch seine 
Ex-Ehefrau zufrieden. Er macht ebenfalls geltend, dass bereits die Vor-
instanz  die  damals  von  ihm  angebotenen  entsprechenden  Beweise 
hätte erheben müssen. 

9.1 Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 37 BZP verpflichtet die Behörde nicht, al-
les und jedes, was wünschbar wäre, abzuklären. Bei der Auswahl der 
Beweismittel  berücksichtigt  sie  vielmehr  deren  Tauglichkeit  und  Be-
weiskraft  (vgl.  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und 
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl.,  Zürich 1998, Rz. 276). 
Zusätzliche Abklärungen sind insofern nur dann vorzunehmen, wenn 
hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten 
ergebender  Anhaltspunkte  Anlass  besteht.  Von beantragten  Beweis-
vorkehren kann abgesehen werden, wenn der Sachverhalt,  den eine 
Partei  beweisen  will,  nicht  rechtserheblich  ist,  wenn bereits  Festste-
hendes bewiesen werden soll,  wenn von vornherein gewiss ist, dass 
der angebotene Beweis keine wesentlich neuen Erkenntnisse zu ver-
mitteln vermag oder wenn die Behörde den Sachverhalt aufgrund eige-
ner  Sachkunde  ausreichend  würdigen  kann  (vgl.  KÖLZ/HÄNER,  a.a.O., 
Rz. 319 und 320; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162 mit Hinweis). Gelangt 
die Behörde bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, 
der zu beweisende Sachverhalt sei nicht rechtserheblich oder der an-
gebotene Beweis nicht geeignet, weitere Abklärungen herbeizuführen, 
kann auf  ein beantragtes  Beweismittel  verzichtet  werden (zur  antizi-
pierten Beweiswürdigung vgl. BGE 130 ll 169 nicht publizierte E. 2.1; 
ferner BGE 127 l 54 E. 2b S. 56, BGE 122 V 157 E. 1d S. 162, BGE 
119 V 335 E. 2c S. 344).

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9.2 Vor diesem Hintergrund ist  festzustellen, dass zusätzliche Abklä-
rungen  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  nicht  zu  neuen  sach-
dienlichen  Erkenntnissen  führen  könnten  bzw. auch  im  vorinstanzli-
chen Verfahren nicht entscheiderheblich gewesen wären: In antizipier-
ter Beweiswürdigung kann unterstellt werden, dass die vom Beschwer-
deführer angeführten Beweismittel seine Behauptungen in Bezug auf 
die jetzige Lebenssituation aller Beteiligten bestätigen würden. Wie be-
reits dargelegt (E. 8), kommt es hierauf jedoch nicht an. 

10.
Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  die 
von der Vorinstanz gezogenen Schlussfolgerungen nicht hat entkräften 
können.  Seine  Ehe  mit  Y._______  war  offensichtlich  darauf 
ausgerichtet,  zunächst  eine Aufenthaltsbewilligung und im Anschluss 
daran  das  Schweizer  Bürgerrecht  zu  erhalten  und  wurde  –  sobald 
letztgenannter  Zweck  erfüllt  war  –  dafür  geopfert.  Ein  anderer 
plausibler Grund, der nach der erfolgten Einbürgerung zur Scheidung 
hätte  führen  können,  wird  vom  Beschwerdeführer  nicht  geltend  ge-
macht. Gebraucht jedoch ein Ehegatte das Institut der Ehe dazu, um 
seine  eigenen  persönlichen  Interessen  –  im  vorliegenden  Fall:  die 
Schaffung  anderer  Rahmenbedingungen  für  eine  neue  Familie  – 
durchzusetzen, so handelt es sich, auch wenn der äussere Anschein 
trügt, nicht um eine wirklich intakte Beziehung. Von einer echten Le-
bensgemeinschaft kann dann keine Rede sein (vgl. Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts C-1147/2006 vom 10. Juli 2007 E. 6.4).

11.
Mit  der  Erklärung  vom 14. November  2001 hat  X._______  das  Vor-
liegen  einer  stabilen  Ehe  bestätigt.  Er  hat  dabei  unterschriftlich  zur 
Kenntnis  genommen,  dass  die  erleichterte  Einbürgerung  u.a.  dann 
nicht  möglich  ist,  wenn vor  oder  während des Einbürgerungsverfah-
rens keine tatsächliche eheliche Gemeinschaft mehr besteht, und dass 
die  Verheimlichung  einer  solchen  Tatsache  zur  Nichtigerklärung  der 
Einbürgerung führen kann. Gestützt auf seine Mitwirkungspflicht hätte 
er die Behörde über das Fehlen dieser Voraussetzungen informieren 
müssen (vgl. oben Erwägungen 4.3). Indem er  statt  dessen die  tat-
sächlichen Motive für das Festhalten an seiner Ehe verschwiegen hat, 
hat sich der Beschwerdeführer seine erleichterte Einbürgerung erschli-
chen. Die Voraussetzungen der Nichtigerklärung der erleichterten Ein-
bürgerung gemäss Art. 41 Abs. 1 BüG sind somit erfüllt. Der Vorins-
tanz kann insoweit  nicht vorgeworfen werden, ihren Ermessensspiel-

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raum überschritten bzw. missbraucht zu haben. Vor allem musste der 
Umstand,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  und seine Familie  in  der 
Schweiz etabliert  haben, nicht dazu führen, von der Nichtigerklärung 
abzusehen, handelt es sich bei einer auf diese Weise erreichten Inte-
gration doch um die typische Folge einer  Einbürgerung; ein anderer 
Entscheid würde das Nichtigkeitsverfahren obsolet werden lassen. Ob 
dem  Beschwerdeführer  nach  Entzug  des  Bürgerrechts  eine  Aufent-
haltsbewilligung zu erteilen ist, ist Sache seines Wohnsitzkantons.

12.
Die vorinstanzliche Verfügung vom 25. Januar 2007 ist somit im Ergeb-
nis  als  rechtmässig  und  angemessen  zu  bestätigen  (Art.  49  VwVG) 
und die Beschwerde infolgedessen abzuweisen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3 
des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).

Dispositiv nächste Seite

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von Fr. 1'000.-  werden  dem Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem geleisteten  Kostenvorschuss  gleicher 
Höhe verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz 
- das Amt für Gemeinden des Kantons Luzern, Bundesplatz 14, 6002 

Luzern
- das Departement  des  Innern  des  Kantons Schwyz,  Bürgerrechts-

dienst, Kollegiumstrasse 28, Postfach 2160, 6431 Schwyz

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Haake

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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