# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 45edbcf4-e985-5d77-87b7-8e913f45c0e7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.10.2011 E-3986/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3986-2007_2011-10-11.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­3986/2007

U r t e i l   v om   1 1 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz),
Richterin Regula Schenker Senn, 
Richterin Gabriela Freihofer,
Gerichtsschreiberin Tu­Binh Truong.

Parteien A._______, geboren am (…),
Türkei,
vertreten durch Peter Frei, Rechtsanwalt,
(…),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 10. Mai 
2007 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
A.a Der Beschwerdeführer, ein alevitischer Kurde mit letztem Wohnsitz in 
B._______,  suchte  am  30.  Mai  2005  in  der  Empfangsstelle  (ES;  heute 
Empfangs­ und Verfahrenszentrum [EVZ]) C._______ um Asyl nach. Am 
31.  Mai  2005  wurde  er  summarisch  befragt  und  am  22. Juni  2005 
eingehend zu seinem Reiseweg und zu seinen Asylgründen angehört.

A.b Dabei brachte er vor, er sei (Jahreszahl) als (Zahl)­Jähriger aus der 
Türkei  ausgereist  und habe  sich  seit  dem  (Datum)  in  der Schweiz  –  im 
Besitz  einer  Aufenthaltsbewilligung  B  –  bei  seinem Vater  –  der  damals 
ebenfalls über eine kantonale B­Bewilligung verfügt habe – aufgehalten. 
In einem Vereinslokal in C._______ sei er erstmals mit der Arbeiterpartei 
Kurdistans  (PKK)  in Kontakt  gekommen, durch deren Propaganda stark 
beeinflusst  worden  und  habe  ein  kurdisches  Bewusstsein  entwickelt. 
Schliesslich  habe  er  sich  der  PKK  angeschlossen.  Er  sei  in 
(Europäisches Land) oder den (Europäisches Land) für seine Tätigkeit in 
der  PKK  ausgebildet  worden  und  habe  anschliessend  in  der  Schweiz 
Propaganda betrieben. (Jahreszahl) habe er an einer Demonstration vor 
dem  türkischen  Konsulat  in  Bern  teilgenommen  –  wobei  eine  Person 
getötet  und  elf  Personen  verletzt  worden  seien  –  und  sei  in  der  Folge 
während  drei  Stunden  durch  die  Polizei  festgehalten  worden. 
(Jahreszahl)  sei  er  nach  (Europäisches  Land)  gegangen  und  dort  zwei 
Jahre  lang  für  die  PKK  tätig  gewesen.  Am  (Datum)  habe  er  Europa 
verlassen und  sich während  fünf Monaten  in  (Stadt)  aufgehalten, wo er 
für seine zukünftige Tätigkeit ausgebildet worden sei. Danach habe er bis 
(Jahreszahl)  in  den  kurdischen Bergen  im  (kurdisches Gebiet)  –  in  den 
Regionen von D._______, E._______ und F._______ – gelebt. Er sei bei 
der  PKK  als  Kämpfer  –  u.a.  als  Gruppenleiter  von  sieben  bis  zehn 
Personen –, Pressemitarbeiter  und Vermittler  beim Funk  tätig gewesen, 
mehrheitlich hinter der Front beim Stab. Eine Ausbildung  für den Kampf 
habe er nur während vier Tagen  in D._______ erhalten.  Im Jahre 2001 
sei  er  über  den  (Land)  nach  (Osteuropäisches  Land)  und  am  (Datum) 
bzw.  (Jahreszahl)  nach  (Osteuropäisches  Land)  gereist.  Ende 
(Jahreszahl) sei er in den (kurdisches Gebiet) (F._______) zurückgekehrt 
und  zwei  Monate  später  nach  (Osteuropäisches  Land)  weitergereist, 
wobei  er  zehn  Monate  später  wieder  in  den  (kurdisches  Gebiet) 
zurückgekehrt  sei.  Dabei  sei  er  an  der  (...) Grenze  angehalten  und  auf 
der (...) Seite durch die Demokratische Partei Kurdistans (KDP) während 
zwölf  Tagen  festgehalten  worden.  Nach  der  Entlassung  sei  er  noch 

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einmal nach (Osteuropäisches Land) gegangen. In jener Zeit sei es seine 
Aufgabe  gewesen,  mit  Kurden  in  (Osteuropäischen  Ländern)  Kontakt 
aufzunehmen,  um  sie  dazu  zu  bewegen,  sich  mehr  für  die  kurdische 
Sprache  und  Kultur  zu  interessieren  und  sich  für  ihre  demokratischen 
Rechte  einzusetzen.  Zudem  sollte  er  neue Guerilla­Kämpfer  rekrutieren 
und Geld für die PKK beschaffen. Von (Osteuropäisches Land) aus sei er 
am (Datum) wieder  in den  (kurdisches Gebiet) gereist. Ende 2004 habe 
er  schriftlich  seinen Austritt  aus  der PKK bekannt  gegeben,  da  er  nach 
der Spaltung der Organisation überzeugt gewesen sei, dass sie in dieser 
Form nichts erreichen könne. Um ihn zum Bleiben zu zwingen, habe die 
Organisation  ihn zunächst zwei Wochen  lang  isoliert und dann während 
64  Tagen  in  Haft  genommen.  Da  er  jedoch  zum  Austritt  entschlossen 
gewesen  sei,  sei  ihm  im März  2005  erlaubt  worden,  das  Lager  in  den 
Bergen  zu  verlassen  und  sich  in  das  Flüchtlingslager  G._______  zu 
begeben. Von dort aus habe er Kontakt mit seinem Vater aufgenommen, 
der ihn zweimal in G._______ besucht und ihm Geld gebracht habe. Sein 
Vater  sei  an  der  türkisch­(...)  Grenze  angehalten  und  über  den 
Beschwerdeführer  befragt  bzw.  sei  ihm  mitgeteilt  worden,  sein  Sohn 
werde  (tot oder  lebendig) gesucht. Mit dem Geld seines Vaters habe er 
durch  einen  Schlepper  gefälschte  Reisepapiere  besorgen  können. 
Anfang Mai 2005 habe er den (Land) verlassen und sei über den (Land) 
per Flugzeug nach  (Land) gelangt,  von wo aus er am 23. Mai 2005 via 
Wien nach Zürich geflogen sei.

Zur  Begründung  seines  Asylgesuches  machte  er  des  Weiteren  im 
Wesentlichen geltend, er könne als ehemaliger PKK­Aktivist nicht  in die 
Türkei zurückkehren, da er davon ausgehe, wegen der Mitgliedschaft bei 
einer  illegalen  Organisation  gesucht  zu  werden.  Die  gesamte 
Bevölkerung  aus  dem  Raum  B._______  wisse,  dass  er  sich  der  PKK 
angeschlossen  habe.  Ferner  gelte  er  in  der  Türkei  als 
Militärdienstflüchtiger.  In  der  Schweiz  würden  zudem  alle  seine 
Familienangehörigen leben. 

A.c Der  Beschwerdeführer  reichte  auf  erstinstanzlicher  Ebene  folgende 
Urkunden und Beweismittel ein: Eine gefälschte türkische Identitätskarte; 
Kopien eines gefälschten Passes, den er  in der (Ausland) benutzt habe; 
einen Auszug  aus  dem Familienregister;  einen Zeitungsbericht mit  Foto 
(auf  dem er  abgebildet  ist)  über  die PKK  aus  der  (Zeitschriftname)  aus 
dem Jahre (Jahreszahl); diverse Fotos aus den Jahren (Jahreszahl) (mit 
Abdullah  Öcalan  in  (Stadt),  H._______),  (Jahreszahl)  (als  Kämpfer  in 
I._______,  J._______),  (Jahreszahl)  (in  (Osteuropäische  Stadt))  und 

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(Jahreszahl)  (im  Flüchtlingslager  G._______);  zwei  Visitenkarten  von 
Hotels;  seine Flugtickets von  (Stadt) über Wien nach Zürich und zurück 
sowie Tagebuchaufzeichnungen, die in der Zeit der Inhaftierung durch die 
PKK entstanden seien.

B. 
Das BFM stellte mit Verfügung vom 10. Mai 2007 – eröffnet am 14. Mai 
2007  –  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht, weshalb  das Asylgesuch abgelehnt  und die Wegweisung aus der 
Schweiz  sowie  deren  Vollzug  angeordnet  wurde.  Zudem  wurde  die 
gefälschte  türkische  Identitätskarte  eingezogen.  Den  Vollzug  der 
Wegweisung erachtete das BFM als zulässig, zumutbar und möglich. Auf 
die  Begründung  wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den  Erwägungen 
eingegangen.

C. 
Mit  Eingabe  vom  11.  Juni  2007  (Poststempel)  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  liess  der  Beschwerdeführer  durch  seinen 
damaligen  Rechtsvertreter  gegen  die  Verfügung  des  BFM  Beschwerde 
erheben  und  beantragen,  diese  sei  aufzuheben,  er  sei  als  Flüchtling 
anzuerkennen  und  es  sei  ihm  Asyl  zu  gewähren.  Eventualiter  sei  die 
Verfügung  des BFM aufzuheben  und  die Sache  sei  zur Neubeurteilung 
an die Vorinstanz zurückzuweisen; subeventualiter sei festzustellen, dass 
die  Wegweisung  (recte:  der  Vollzug  der  Wegweisung)  unzulässig  und 
unzumutbar sei, weshalb  ihm die vorläufige Aufnahme zu gewähren sei. 
In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  wurde  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Prozessführung  sowie  um  Verzicht  auf  die  Erhebung 
eines  Kostenvorschusses  ersucht.  Auf  die  Begründung  und  zusätzlich 
eingereichte  Beweismittel  wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

D. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  18.  Juni  2007  erwog  die  damalige 
Instruktionsrichterin,  der  Beschwerdeführer  könne  den  Ausgang  des 
Verfahrens  in der Schweiz abwarten. Da seine Bedürftigkeit nicht belegt 
sei, habe er bis zum 2. Juli 2007 eine Fürsorgebestätigung einzureichen, 
ansonsten davon auszugehen sei, er sei nicht bedürftig.

Die Fürsorgebestätigung wurde am 26. Juni 2007 eingereicht.

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E. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  2.  Juli  2007  hiess  das 
Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  unter  Vorbehalt  der 
Veränderung  seiner  finanziellen  Lage  gut,  verzichtete  auf  die Erhebung 
eines  Kostenvorschusses  und  lud  die  Vorinstanz  zur  Einreichung  einer 
Stellungnahme bis zum 17. Juli 2007 ein.

F. 
Das BFM liess sich mit Schreiben vom 5. Juli 2007 vernehmen und führte 
aus, die Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen 
oder Beweismittel, die eine Änderung seines Standpunktes  rechtfertigen 
könnten.  An  den  Erwägungen  werde  vollständig  festgehalten  und  es 
werde daher die Abweisung der Beschwerde beantragt.

G. 
Am  20.  März  2008  reichte  der  Beschwerdeführer  zum  Beleg  seiner 
Integration  in der Schweiz Kopien seines Lehrvertrages vom 18. August 
2007  und  einer  Ausnahme­Bildungsbewilligung  des  (Kantonales  Amt) 
vom  25. Februar  2008  sowie  ein  Referenzschreiben  eines  Turnvereins 
vom März 2008 ein.

H. 
Mit Schreiben vom 4. Juli 2008 führte der Beschwerdeführer aus, er habe 
erfahren,  dass  mehrere  Personen,  die  mit  ihm  im  F._______  gewesen 
seien,  als  Flüchtlinge  anerkannt  worden  seien,  weshalb  er  aufgrund 
seines noch ausstehenden Entscheides besorgt sei.

I. 
Am  27.  August  2008  zeigte  der  neue  Rechtsvertreter  des 
Beschwerdeführers  sein  Mandat  an  und  reichte  ein  Referenzschreiben 
eines  ehemaligen  Asylbewerbers  vom  18.  August  2008  ein,  der  dem 
Beschwerdeführer im Sommer (Jahreszahl) im (kurdisches Gebiet) und in 
den  Jahren  (Jahreszahl)  und  (Jahreszahl)  in  (Osteuropäisches  Land) 
begegnet sei. Mit Eingabe vom 1. September 2008 wurden drei weitere 
Referenzschreiben kurdischer Flüchtlinge und am 9. September 2009 ein 
Arztbericht vom 17. März 2009 eingereicht.

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Mit  Schreiben  vom  5.  August  2010  nahm  der  Arbeitgeber  des 
Beschwerdeführers zu dessen beruflichem Werdegang Stellung.

J. 
Mit  Verfügung  vom  19.  April  2011  gab  das  Bundesverwaltungsgericht 
dem Beschwerdeführer – angesichts des  länger zurückliegenden  letzten 
Schriftenwechsels  –  Gelegenheit,  bis  zum  6.  Mai  2011  allfällige 
Beschwerdeergänzungen  zu  machen  und  gegebenenfalls  Beweismittel 
einzureichen.

K. 
Der Beschwerdeführer führte mit Schreiben vom 2. Mai 2011 aus, dass er 
am 25. Juni 2011 seinen Berufsabschluss als (Beruf) erhalten sollte und 
dass  ihm  sein  Lehrbetrieb  eine  Anstellung  für  zwei  Jahre  in  Aussicht 
gestellt  habe;  insoweit  könne  er  sich  auf  eine  gelungene  Integration 
berufen.

L. 
Mit  Schreiben  vom  22.  August  2011  reichte  der  Rechtsvertreter  des 
Beschwerdeführers  den  Berufsabschluss  seines  Mandaten  als  (Beruf) 
vom  5.  August  2011  (in  Kopie)  und  eine  detaillierte  Kostennote  zu  den 
Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Ein 
solches  Auslieferungsersuchen  besteht  nicht,  weshalb  das 
Bundesverwaltungsgericht vorliegend endgültig entscheidet.

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1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art 48  Abs. 1,  Art.  50  sowie 
Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2.  Die  im  Gesetz  so  definierte  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  eine 
asylsuchende  Person  nach  Lehre  und  Rechtsprechung  dann,  wenn  sie 
Nachteile  von  bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise  mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft 
begründeterweise  befürchten  muss,  welche  ihr  gezielt  und  aufgrund 
bestimmter  Verfolgungsmotive  durch  Organe  des  Heimatstaates  oder 
durch  nichtstaatliche  Akteure  zugefügt  worden  sind  beziehungsweise 
zugefügt  zu  werden  drohen  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 18 E. 7 und 8 
S. 190 ff., 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193; BVGE 2008/4 E. 5.2). Dabei umfasst 
die  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung  allgemein  ein  auf  tatsächlichen 
Gegebenheiten  beruhendes  objektives  Element  einerseits  sowie  die 
persönliche  Furchtempfindung  der  betroffenen  Person  als  subjektives 
Element  andererseits.  Begründete  Furcht  vor  Verfolgung  im  Sinne  von 

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Art. 3 AsylG hat demnach, wer gute – d.h. von Dritten nachvollziehbare – 
Gründe  (objektives  Element)  für  seine  Furcht  (subjektives  Element) 
vorweist, mit gewisser Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft das 
Opfer von Verfolgung zu werden (vgl. BVGE 2010/9 E. 5.2 mit weiteren 
Hinweisen). 

3.3.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

3.4. Gemäss Art. 54 AsylG werden Flüchtlinge vom Asyl ausgeschlossen, 
wenn  sie  erst  durch  ihre Ausreise aus dem Heimat­  und Herkunftsstaat 
oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise Flüchtlinge im Sinne von 
Art. 3 AsylG wurden. 

4. 
4.1.  Zur  Begründung  ihres  ablehnenden  Entscheides  stellte  die 
Vorinstanz  in  ihrer  Verfügung  vorab  fest,  dass  nach  dem  Willen  des 
Gesetzgebers exilpolitische Aktivitäten nur dann im Sinne von subjektiven 
Nachfluchtgründen zu werten seien, wenn  feststehen würde, dass diese 
Aktivitäten  im  Falle  einer  Rückkehr  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit  eine 
politische  Verfolgung  zur  Folge  haben  würde.  Diese  Feststellung 
begründete  sie  mit  dem  Willen  des  Gesetzgebers,  wonach  "subjektive 
Nachfluchtgründe  nur  dann  zur  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder  der  vorläufigen  Aufnahme  führen,  wenn  eine  Rückweisung  der 
asylsuchenden  Person  in  ihre  Heimat  die  von  der  Schweiz 
unterzeichneten  (recte:  ratifizierten)  Konventionen  verletzen  würde". 
Analog der Prüfung des Vorliegens einer Wegweisungsschranke gemäss 
Art.  3 EMARK  (recte: Konvention  vom 4. November 1950  zum Schutze 
der Menschenrechte und Grundfreiheiten, SR 0.101, [EMRK]) sei folglich 
auch bezüglich des Vorliegens subjektiver Nachfluchtgründe ein strenger 
Massstab anzuwenden.

Sie  führte  sodann  im  Wesentlichen  aus,  der  Beschwerdeführer  sei 
gemäss  eigenen  Aussagen  vor  seiner  Einreise  in  die  Schweiz  im  Juli 
(Jahreszahl) in seinem Heimatland in politischer Hinsicht in keiner Weise 

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tätig gewesen. Zudem habe er vorgebracht, stets  im Ausland jedoch nie 
in seinem Heimatland für die PKK tätig gewesen zu sein. 

Mit  diesen Erwägungen  schloss  die  Vorinstanz  somit  implizit  vorab  das 
Vorhandensein von Vorfluchtgründen aus.

Sie  führte  des  Weiteren  aus,  vor  dem  Hintergrund  des  dargelegten 
Sachverhaltes, seien somit keine konkreten Anhaltspunkte zur Annahme 
ersichtlich, dass der Beschwerdeführer von den türkischen Behörden als 
regimefeindliche Person oder gar als PKK­Mitglied registriert worden sei. 
Da  der  türkische  Geheimdienst  Exilaktivitäten  wohl  beobachte,  seine 
Erkenntnisse  aber  erfahrungsgemäss  nur  selten  den 
Strafverfolgungsbehörden übermittle, sei nur dann von einer begründeten 
Furcht  vor  Verfolgung  wegen  politischer  Aktivitäten  im  Ausland 
auszugehen,  wenn  diese  offenkundig  den  türkischen  Behörden  zur 
Kenntnis  gelangt  seien,  der  Betreffende  in  Medienerzeugnissen 
unverwechselbar  als  militanter  Aktivist  erkennbar  sei,  allenfalls  sogar 
namentlich genannt werde, oder eine Kaderfunktion ausübe. Eine solche 
Sachlage  liege  jedoch  nicht  vor,  weshalb  nicht  davon  auszugehen  sei, 
dass  der  Beschwerdeführer  unter  spezieller  Beobachtung  seitens  der 
türkischen  Behörden  gestanden  hätte.  Den  Akten  könnten  also  keine 
glaubhaften Hinweise entnommen werden, dass die türkischen Behörden 
von der Mitgliedschaft des Beschwerdeführers bei der PKK und dessen 
damit  zusammenhängenden  Aktivitäten  ausserhalb  der  Türkei  Kenntnis 
genommen  hätten.  Ferner  würden  die  Ausführungen  des 
Beschwerdeführers eine konkrete Bedrohung nicht nahe legen, da sie auf 
blossen  Mutmassungen  oder  nicht  überprüfbaren  Erlebnissen  seines 
Vaters  an  der  türkisch­(…)  Grenze  beruhen  würden.  Gleiches  gelte  für 
die  als  Beweismittel  eingereichten  Fotografien,  welche  keine 
Identifizierung  des  Beschwerdeführers  durch  die  türkischen  Behörden 
ermöglichen  würden,  selbst  wenn  diese  in  deren  Besitz  genommen 
worden wären.  Zusammenfassend  verfüge  der  Beschwerdeführer  somit 
nicht über ein bekanntes politisches Profil, das ihn bei einer Rückkehr in 
die Türkei einer konkreten Gefährdung aussetzen würde.

Im Weiteren  bemerkte  die Vorinstanz  noch,  dass  die  geltend  gemachte 
Inhaftierung  durch  die  KDP  im  (kurdisches  Gebiet)  –  somit  in  einem 
Drittstaat  –  stattgefunden  habe.  Da  ausschliesslich 
Verfolgungsmassnahmen  durch  den  Heimatstaat  als  staatliche 
Verfolgungsmassnahmen  im  Sinne  des  Asylgesetzes  zu  bezeichnen 
seien, komme diesem Vorbringen keine Asylrelevanz zu.

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Schliesslich  führte sie aus,  in der Türkei erfolge eine Bestrafung wegen 
Wehrdienstverweigerung  aus  rein  militärstrafrechtlichen  Gründen, 
weshalb  selbst  aus  einer  allenfalls  drohenden  schweren  Strafe  keine 
asylbeachtliche Verfolgung abgeleitet werden könne. Somit sei auch das 
diesbezügliche Vorbringen des Beschwerdeführers nicht asylrelevant.

4.2. Auf Beschwerdeebene bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen 
vor,  es  handle  sich  bei  seinen  Tätigkeiten  nicht  um  exilpolitische 
Aktivitäten.  Er  sei  während  fünf  Jahren  in  den  Bergen  an  der  (…)­
türkischen Grenze stationiert gewesen und habe sich jeweils von Frühling 
bis Herbst auf der türkischen Seite aufgehalten und dort an bewaffneten 
Auseinandersetzungen  der  PKK  gegen  die  türkische  Armee 
teilgenommen.

Ferner bestehe die Gefahr bei einer Rückkehr in die Türkei, dass man ihn 
verraten  würde,  da  er  Personen  kenne,  die  von  der  türkischen  Polizei 
festgenommen  worden  seien,  so  beispielsweise  Abdullah  Öcalan,  den 
Führer der PKK. Auch würden  in seinem Herkunftsort einige Feinde des 
Beschwerdeführers  wohnen,  die  um  seine  PKK­Mitgliedschaft  wüssten 
und  ihn  bei  einer  Rückkehr  sofort  anzeigen  würden.  Ferner  sei  ein 
(Verwandter)  des  Beschwerdeführers  –  (Name),  ein  PKK­Mitglied  –  vor 
(Zeitperiode)  in  der  Türkei  durch  türkische  Soldaten  getötet  worden. 
Aufgrund  der  Befragung  seines  Vaters  durch  die  türkischen 
Sicherheitskräfte müsse  ebenfalls  davon  ausgegangen werden,  dass  er 
ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  werden  würde.  Einen  Haftbefehl  der 
türkischen  Polizei  könne  der  Beschwerdeführer  nicht  abgeben,  da 
gemäss türkischem Gesetz die Polizei über eine angezeigte Person keine 
Auskunft gebe. 

Es  müsse  zudem  der  Schluss  gezogen  werden,  dass  er  begründete 
Furcht  vor  Verfolgung  wegen  politischer  Aktivitäten  im  Ausland  habe – 
insbesondere durch seine Tätigkeit für die PKK im (kurdisches Gebiet), in 
H._______  und  in  verschiedenen  (Osteuropäischen  Ländern)  sowie 
durch die Teilnahme an einer Kundgebung vor dem türkischen Konsulat 
in  Bern  im  Jahre  (Jahreszahl).  Diese  Exilaktivitäten  hätten  bei  der 
Rückkehr mit  hoher Wahrscheinlichkeit  politische  Verfolgung  zur  Folge. 
Da  jedoch  überwiegend  Vorfluchtgründe  bestehen  würden,  sei  ein 
Asylausschluss aus diesem Grunde nicht gerechtfertigt.

Schliesslich sei die Wegweisung wegen einer drohenden Verletzung von 
Art. 3 EMRK durch allfällig zu erwartende Folter in der Türkei unzulässig 

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und  aufgrund  einer  beim  Beschwerdeführer  bestehenden  depressiven 
Symptomatik auch unzumutbar.

Zum Beleg dieser Vorbringen werden mehrere Beweismittel eingereicht: 
Ein  Zeitungsausschnitt  aus  der  (Zeitschriftname)  mit  einem  Foto  des 
Beschwerdeführers  als  PKK­Kämpfer  aus  dem  Jahre  (Jahreszahl) 
(Beilage  3);  ein  Schreiben  in  türkischer  Sprache  vom  26.  April  2007 
(Beilage  4);  ein  Arztbericht  vom  6.  Juni  2007  (Beilage  5);  deutsche 
Übersetzung  eines  ergänzenden Schreibens  des Beschwerdeführers  zu 
seinen  PKK­Aktivitäten  vom  11.  Juni  2007  inklusive  Medienmitteilung 
vom  30. Juni  2005  (Beilage  6)  sowie  ein  Referenzschreiben  einer 
Mitarbeiterin des Sozialamtes bzw. ein Schreiben der Asylbetreuung der 
Gemeinde K._______ vom 18. Mai 2007 (Beilage 7). 

Im  ergänzenden  Schreiben  des  Beschwerdeführers  vom  11.  Juni  2007 
(Beilage  6)  schildert  er  im  Detail  seine  exilpolitischen  Tätigkeiten  im 
Ausland  und  seine  Funktionen  innerhalb  der  PKK  während  seiner 
Ausbildungszeit  in  (Stadt)  und  seiner  Stationierung  im  (kurdisches 
Gebiet)  respektive  in  der  Türkei;  ebenso  macht  er  konkrete  Angaben, 
weshalb der türkische Staat von seinen Aktivitäten Kenntnis haben sollte. 
So sei er zwischen Mai und August (Jahreszahl)  im Ausbildungscamp in 
(Stadt) Mitglied in einer aus acht Personen bestehenden Führungsgruppe 
gewesen,  wobei  täglich  der  Reihe  nach  eine  Person  Koordinator 
gewesen  sei,  die  anderen  hätten  dann  jeweils  die  Ausbildungen 
vorbereitet.  Diese  Führungsgruppe  sei  durch  Bestätigung  des  PKK­
"Führers" Abdullah Öcalan gewählt worden. Während der wöchentlichen 
Besuche durch Öcalan  habe  sich  immer  einer  aus der Führungsgruppe 
abwechslungsweise als Sprecher neben  ihm aufgehalten, wobei das auf 
erstinstanzlicher  Ebene  als  Beweismittel  eingereichte  Foto  von  ihm mit 
Öcalan  in  diesem  Zusammenhang  entstanden  sei.  Zusammenfassend 
habe er  im Ausbildungscamp die Rolle des Koordinators, Sprechers und 
Ausbildners  innegehabt.  In  dieser  Zeit  seien  zwei  als Agenten  entlarvte 
Personen (namentlich (Person) und (Person)) geflüchtet und hätten sich 
den türkischen Sicherheitskräften gestellt, so dass Informationen über ihn 
und das Ausbildungslager dem türkischen Staat zur Kenntnis gelangt sein 
müssten. Während seiner Zeit  im  (kurdisches Gebiet) habe er die Rolle 
eines politischen Führers innegehabt. In den Kriegseinheiten sei er in der 
Funktion des politischen Kommissars  tätig  gewesen. Seine Aufgabe  sei 
es gewesen, die Parteibefehle und Führerlösungen an die Kriegseinheit 
weiterzuleiten  und  dafür  besorgt  zu  sein,  diese  zu  verstehen  und  auf 
deren Grundlage  Ausbildungen  zu  veranstalten.  Im  (kurdisches Gebiet) 

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habe  er  jeweils  nur  den  Winter  verbracht.  Im  Frühling  seien  die 
"Guerillaeinheiten" dann wieder in die Türkei gegangen und hätten in den 
Gebieten  von  D._______,  L._______,  M._______  und  N._______ 
Aktivitäten vorgenommen, um dann dort bewaffnete Attentate zu verüben. 
Er sei  in dieser Phase bei der Planung aller Attentate dabei und bei der 
Ausführung  immer  neben  dem  Koordinator  (Kommandant)  anwesend 
gewesen.  Ausser  bei  den  Schiessereien,  zu  welchen  sie  "gezwungen 
worden  waren,  mitzumachen",  habe  er  an  keiner  Schiesserei  aktiv 
teilgenommen.  In  den  fünf  Jahren,  in  denen  er  bei  diesen 
"Guerillaeinheiten" gewesen sei, seien mehrere Personen aus der Partei 
geflüchtet,  davon seien einige  zur KDP übergetreten,  einige hätten  sich 
dem  "Feind"  angeschlossen.  Die  von  Letzteren  preisgegebenen 
Informationen  sowie  sein  entwendetes  Fotoalbum  und  sein  Tagebuch 
hätten  dem  türkischen  Staat  wohl  genügend  Kenntnisse  über  ihn 
geliefert.  Ferner  würde  er  aber  –  unabhängig  davon,  ob  die  türkischen 
Behörden nun tatsächlich Kenntnis von seiner PKK­Vergangenheit hätten 
– bei einer Rückreise in die Türkei aufgrund seiner langen Abwesenheit – 
und  weil  er  als  Militärdienstflüchtiger  registriert  sei  –  garantiert  am 
Flughafen verhört werden. Spätestens dann, wenn er gezwungen werden 
würde, den Militärdienst zu  leisten, würden Vorwürfe gegen  ihn von  ihm 
nicht  wohl  gesinnten  Personen  seines  Heimatdorfes  B._______  –  in 
welchem jeder jeden kenne – erhoben werden; ihm drohe somit auf jeden 
Fall  bei einer Rückkehr ein Prozess bzw. eine unverhältnismässig hohe 
Gefängnisstrafe,  d.h.  politisch  motivierte  Verfolgung.  Diese  von  ihm 
dargelegten  Befürchtungen  würden  nicht  nur  seinem  subjektiven 
Empfinden  entspringen,  sondern  würden  den  tatsächlichen 
Gegebenheiten entsprechen. Als Beleg für die entsprechenden Vorgänge 
in  der  Türkei  legte  der  Beschwerdeführer  eine  auf  Deutsch  übersetzte 
Medienmeldung  vom  30. Juni  2005,  wonach  ein  von  der  türkischen 
Sicherheitsdirektion gesuchtes ehemaliges PKK­Mitglied während seines 
Militärdienstes  verhaftet  worden  sei,  zu  den  Akten  (vgl.  zum  Ganzen 
Beilage 6 der Beschwerde). 

4.3. Wie  im  Folgenden  zu  zeigen  sein wird  (vgl.  unten  E.  7.1  ff.),  stellt 
sich  im  vorliegenden  Fall  aufgrund  der  Ausführungen  des 
Beschwerdeführers  die  Frage  des  Bestehens  eines  Grundes  für  den 
Ausschluss  von  der  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art.  1F  des 
Abkommens  vom  28.  Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge 
(Flüchtlingskonvention,  FK;  SR  0.142.30).  Gemäss  UNHCR  ist  der 
Einschluss der Flüchtlingseigenschaft  in aller Regel vor dem Ausschluss 
im  Sinne  von  Art.  1F  FK  zu  prüfen.  Eine  Ausnahme  von  diesem 

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Grundsatz  rechtfertige  sich  nur  dann,  wenn  etwa  Anklage  vor  einem 
internationalen  Strafgericht  erhoben  worden  sei  oder  offensichtliche 
Beweise dafür  vorlägen,  dass der Asylsuchende  in  ein  ausserordentlich 
schweres Verbrechen – insbesondere im Sinne von spektakulären Fällen 
nach  Art.  1F  Bst.  c  FK  –  verwickelt  sei  oder  wenn  im 
Rechtsmittelverfahren  der  Ausschluss  im  Mittelpunkt  stehe  (vgl.  United 
Nations  High  Commissioner  for  Refugees  [UNHCR],  Richtlinien  zum 
internationalen  Schutz:  Anwendung  der  Ausschlussklauseln:  Artikel  1  F 
des  Abkommens  von  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge,  4. 
September  2003,  Ziff.  31.  [UNHCR  Richtlinien]);  UNHCR,  Background 
Note on the Application of the Exclusion Clauses: Article 1 F of the 1951 
Convention relating to the Status of Refugees, Ziff. 100 S. 36 f. [UNHCR 
Background  Notes]).  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  sich  diesem 
Prinzip "inclusion before exclusion" angeschlossen (vgl. namentlich Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  E­2284/2007  vom  21.  Juli  2011  E.  4.1 
mit  weiteren Hinweisen)  und  es  kann  vorliegend  den Akten  kein Grund 
entnommen  werden,  der  ein  Abweichen  von  diesem  Grundsatz 
rechtfertigen  würde.  Folglich  ist  zunächst  zu  prüfen,  ob  dem 
Beschwerdeführer aufgrund der von ihm vorgebrachten Fluchtgründe die 
Flüchtlingseigenschaft zuzusprechen ist.

5. 
5.1. Vorab gilt es zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausging, 
der  Beschwerdeführer  habe  keine  asylrelevanten  Vorfluchtgründe 
glaubhaft darlegen können (Art. 3 i.V.m. Art. 7 AsylG). 

5.2.  An  dieser  Stelle  gilt  es  festzuhalten,  dass  es  sich  bei  den  vom 
Beschwerdeführer  vorgebrachten  Aktivitäten  im  Zusammenhang  mit 
seiner PKK­Mitgliedschaft unbestritten um Sachverhalte handelt, die sich 
nach dem (erstmaligen) Verlassen des Heimatlandes zugetragen haben.

Eigenen Angaben zufolge war der Beschwerdeführer vor seiner Einreise 
in  die  Schweiz  im  Jahre  (Jahreszahl)  in  seiner  Heimat  weder  politisch 
aktiv  noch  berichtete  er  von  gegen  ihn  gerichteten  asylrechtlich 
relevanten Verfolgungsmassnahmen polizeilicher oder strafrechtlicher Art 
in der Türkei bzw. sind den Akten keine Hinweise zu entnehmen, er hätte 
Gründe zur Furcht  vor einer asylrechtlich  relevanten Verfolgung gehabt, 
welche  ihn  dann  zur  Ausreise  bewogen  hätten.  Soweit  die  Vorinstanz 
implizit das Vorhandensein von Vorfluchtgründen ausgeschlossen hat, ist 
ihr also zuzustimmen. 

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5.3.  An  dem  Gesagten  vermag  auch  der  vom  Beschwerdeführer  auf 
Beschwerdeebene  vorgebrachte  Einwand,  bei  seinen  für  die  PKK 
ausgeübten Tätigkeiten handle es sich nicht um exilpolitische Aktivitäten, 
weil er während fünf Jahren in den Bergen an der (…)­türkischen Grenze 
stationiert gewesen sei und sich  jeweils von Frühling bis Herbst auf der 
türkischen  Seite  aufgehalten  und  dort  an  bewaffneten 
Auseinandersetzungen  der  PKK  gegen  die  türkische  Armee 
teilgenommen habe (vgl. Ausführungen oben in E. 4.2.), nichts zu ändern. 

Die  Anrufung  des  völkerrechtlichen  Flüchtlingsschutzes  bedingt  zwar, 
dass der Flüchtling seinen Heimatstaat endgültig verlassen hat, denn er 
kann  seine Wirkung nur  entfalten, wenn die  staatliche Souveränität  des 
Verfolgerstaates  dem  nicht  mehr  entgegensteht.  Offiziell  verlassen  hat 
der Beschwerdeführer die Türkei eigenen Angaben zufolge allerdings im 
Jahre  (Jahreszahl).  Die  geltend  gemachten  halbjährigen  Aufenthalte 
sollen im Rahmen von bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der 
PKK  und  der  türkischen  Armee  stattgefunden  haben,  weshalb  diese 
Grenzüberschreitungen,  d.h.  die Ein­  und Ausreisen,  offensichtlich  nicht 
auf legalem bzw. ordentlichem Wege erfolgten; sie wurden folglich weder 
von den offiziellen  türkischen Behörden  registriert noch können sie vom 
Beschwerdeführer belegt werden. Überdies wäre auch mit der Annahme, 
der  Beschwerdeführer  habe  nach  seiner  ersten  Ausreise  türkisches 
Territorium tatsächlich wieder betreten, der Beweis nicht erbracht, dass er 
die  Türkei  jeweils wegen  einer  asylrelevanten Verfolgungssituation,  d.h. 
einem Vorfluchtgrund, wieder verlassen habe.

5.4.  Allenfalls  könnte  sein  Vorbringen,  er  werde  in  seiner  Heimat  als 
Militärdienstflüchtiger  gesucht  (vgl.  Prozessgeschichte  Bst.  0.  oben), 
dahingehend  ausgelegt  werden,  dass  sein  Unwille,  Militärdienst  zu 
leisten,  bzw.  die  Angst  vor  den  strafrechtlichen  Konsequenzen  einer 
Dienstverweigerung  ihn  dazumal  bewogen  hätten,  die  Türkei  zu 
verlassen.  Um  asylrelevant  zu  sein,  muss  die  befürchtete  Bestrafung 
indessen  die  Voraussetzungen  eines  "polit  malus"  (siehe  die 
nachfolgenden Ausführungen) erfüllen. 

5.4.1.  Dazu  ist  festzuhalten,  dass  gemäss  konstanter  Praxis  allfällige 
strafrechtliche  Konsequenzen  wegen  Refraktion,  Dienstverweigerung 
oder  Desertion  bei  einer  Rückkehr  ins  Heimatland  grundsätzlich  keine 
Verfolgung  im  Sinne  des  Asylgesetzes  darstellen.  Es  ist  ein  legitimes 
Recht  jedes  Staates,  seine  Bürger  zum  Militärdienst  einzuberufen, 
weshalb  strafrechtliche  oder  disziplinarische  Massnahmen  bei 

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Pflichtverletzungen  grundsätzlich  nicht  als  politisch  motivierte  oder 
menschenrechtswidrige  Verfolgungsmassnahmen  zu  betrachten  sind. 
Unter  gewissen  Umständen  kann  allerdings  eine  Einberufung  zum 
Militärdienst  oder  eine  drohende  Bestrafung  wegen  Refraktion, 
Dienstverweigerung  oder  Desertion  dennoch  für  eine  Anerkennung  als 
Flüchtling  beachtlich  sein,  zum  Beispiel,  wenn  der  Wehrpflichtige 
aufgrund der Rasse, Religion, Nationalität, seiner Zugehörigkeit zu einer 
ethnischen  oder  sozialen  Gruppierung  oder  wegen  seiner  politischen 
Anschauungen mit einer unverhältnismässig schweren Strafe zu rechnen 
hat oder wenn das Strafmass für ihn höher ausfällt als für Deserteure und 
Refraktäre  ohne  diesen  spezifischen  Hintergrund  oder  wenn  der 
Wehrpflichtige  aus  denselben  Gründen  während  des  Dienstes 
schwersten  Übergriffen  und  Misshandlungen  durch  Kameraden  und 
Vorgesetzte  ausgesetzt  wäre;  ferner  auch  dann,  wenn  der  Militärdienst 
dazu dient, bestimmte Personen oder Personengruppen aus asylrechtlich 
relevanten  Verfolgungsmotiven  im  Lauf  ihrer  Dienstleistung  zu 
disziplinieren,  einzuschüchtern,  zu  assimilieren  oder  gezielter 
menschenrechtswidriger Behandlung auszusetzen (vgl. EMARK 2006 Nr. 
3 E. 4.2 S. 31 f., 2004 Nr. 2 E. 6b.aa S. 16 ff., 2003 Nr. 8 E. 6 S. 52 ff., 
2002 Nr. 19 E. 7 S. 159 f.; vgl. dazu auch: Handbuch über Verfahren und 
Kriterien  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  dem 
Abkommen  von  1951  und  dem  Protokoll  von  1967  über  die 
Rechtsstellung der Flüchtlinge, Genf 1979, Neuauflage: Dezember 2003, 
[UNHCR Handbuch], Ziff. 167 ff., mit weiteren Hinweisen).

5.4.2.  Der  Aktenlage  ist  indessen  zu  entnehmen,  dass  der 
Beschwerdeführer  offensichtlich  nicht  aufgrund  eines  politischen 
Engagements  oder  eines  anderen  asylrelevanten  Grundes  den 
Militärdienst nicht leisten wollte, denn er wurde eigenen Angaben zufolge 
erst  in  der Schweiz  politisch  aktiv. Die Refraktion  bzw.  eine wegen des 
Nichtleistens  des  Militärdienstes  drohende  Strafe  hätte  somit  im 
vorliegenden  Fall  einer  politischen  und  mithin  asylrechtlich  relevanten 
Grundlage  entbehrt,  d.h.  sie  hätte  die  Flüchtlingseigenschaft  des 
Beschwerdeführers (als Vorfluchtgrund) nicht zu begründen vermögen. 

5.5.  Im Sinne eines Zwischenergebnisses  ist  festzuhalten, dass es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  für  den  Zeitpunkt  seiner  Ausreise 
aus  der  Türkei  eine  Verfolgungssituation  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG 
nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu machen.  Aus  diesen Gründen  erübrigt 
es  sich,  hinsichtlich  der  Prüfung  der  Vorverfolgung  auf  die  weiteren 
Ausführungen  in  der  Beschwerdeschrift  und  in  den  übrigen  Eingaben 

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sowie  die  im  Beschwerdeverfahren  eingereichten  Beweismittel 
einzugehen, zumal sie im Ergebnis nichts ändern können. 

6. 
6.1.  Der  Beschwerdeführer  vertritt  sodann  den  Standpunkt,  er  müsse 
wegen  seines  Verhaltens  nach  der  Ausreise  aus  dem  Heimatland, 
namentlich  der  geltend  gemachten  exilpolitischen  Tätigkeiten  in  der 
Schweiz  und  im  Ausland  (im  (kurdisches Gebiet),  in  H._______  und  in 
verschiedenen (osteuropäischen Ländern)), befürchten, einer zukünftigen 
Verfolgung  seitens  der  türkischen Behörden  ausgesetzt  zu  sein,  und  er 
erfülle aus diesem Grund die Voraussetzungen  für die Zuerkennung der 
Flüchtlingseigenschaft. Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten 
nach  der  Ausreise  aus  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  eine 
Gefährdungssituation  erst  geschaffen  worden  ist,  macht  subjektive 
Nachfluchtgründe geltend (vgl. Art. 54 AsylG). 

6.2. Dazu  ist  vorab  festzuhalten,  dass  für  die  vorinstanzliche  rechtliche 
Feststellung,  wonach  gemäss  dem Willen  des Gesetzgebers  subjektive 
Nachfluchtgründe  nur  dann  zur  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft 
führen  würden,  wenn  eine  Rückweisung  der  asylsuchenden  Person  in 
ihre Heimat Art. 3 EMRK verletzen würde (vgl. Ausführungen oben unter 
E. 4.1.),  weder  eine  Grundlage  in  der  Rechtspraxis  noch  in  den 
gesetzlichen Materialien gefunden werden kann. 

Nach  dem  Willen  des  Gesetzgebers  wurde  nämlich  anlässlich  der 
Revision des Asylgesetzes im Jahre 1990 mit aArt. 8a AsylG (neu: Art. 54 
AsylG)  eine  klare  gesetzliche  Grundlage  für  den  Asylausschluss  bei 
Vorliegen  subjektiver  Nachfluchtgründe  eingeführt.  Damit  wurde 
gleichzeitig – im Sinne eines Mindeststandards – erreicht, dass Personen 
mit subjektiven Nachfluchtgründen prinzipiell als Flüchtlinge im Sinne von 
Art. 3  AsylG  anerkannt  und  hiermit  automatisch  vom  Grundsatz  der 
Nichtrückschiebung  gemäss  aArt.  45  AsylG  (neu:  Art.  5  AsylG)  erfasst 
werden  (vgl.  Botschaft  zum  Bundesbeschluss  über  das  Asylverfahren 
(AVB)  und  zu  einem  Bundesgesetz  über  die  Schaffung  eines 
Bundesamtes  für Flüchtlinge vom 25. April 1990, BBl 1990  II 573  ff., S. 
613). Der Zweck der neugeschaffenen Gesetzesnorm bestand also einzig 
darin, die gesetzesanwendenden Behörden künftig zur strikten Einhaltung 
der Flüchtlingskonvention,  insbesondere von Art. 33 Abs. 1, zu zwingen, 
also  jeweils  klar  zwischen  Flüchtlingen  und  Nicht­Flüchtlingen  zu 
unterscheiden (vgl. Botschaft, BBl 1990 II 658 f.; EMARK 1995 Nr. 7 E. 7 
S. 66  ff.). Subjektive Nachfluchtgründe sind sodann anzunehmen, wenn 
eine  asylsuchende Person  erst  durch  die  Flucht  aus  dem Heimat­  oder 

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Herkunftsstaat  oder  wegen  ihres  Verhaltens  nach  der  Ausreise  eine 
Verfolgung  im Sinne  von  Art.  3  AsylG  zu  befürchten  hat.  Personen mit 
subjektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar gemäss Art. 54 AsylG kein 
Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. EMARK 
2000 Nr. 16 E. 5a S. 141 f. mit weiteren Hinweisen). Massgebend ist also, 
ob  die  Behörden  das  Verhalten  des  Asylsuchenden  als  staatsfeindlich 
einstufen  und  dieser  deswegen  bei  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat 
eine Verfolgung  im Sinne von Art. 3 AsylG befürchten muss. Es bleiben 
damit – entgegen der Feststellung der Vorinstanz – die Anforderungen an 
den  Nachweis  einer  begründeten  Furcht  massgeblich  (Art.  3  und  7 
AsylG).  Der  Asylausschlussgrund  von  Art.  54  AsylG  ist  absolut  zu 
verstehen  und  mithin  unabhängig  davon  anzuwenden,  ob 
Nachfluchtgründe  missbräuchlich  gesetzt  worden  sind  oder  nicht  (vgl. 
BVGE  2009/28  E.  7.3  mit  weiteren  Hinweisen).  Es  ist  daher  nicht 
entscheidend,  welchen mutmasslichen  Zweck  die  asylsuchende  Person 
durch  ihre  exilpolitischen  Tätigkeiten  zu  erreichen  versucht  hat.  Ferner 
verbietet  die  vom  Gesetzgeber  gewollte  Bestimmung  subjektiver 
Nachfluchtgründe als Asylausschlussgrund ein Addieren von subjektiven 
Nachfluchtgründen  mit  (Vor)Flucht­  bzw.  objektiven  Nachfluchtgründen, 
die  für  sich  allein  nicht  zur  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft 
ausreichen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.3 mit weiteren Hinweisen).

Nach  dem  Gesagten  erweist  sich  die  vorinstanzliche  Feststellung  als 
juristisch  unkorrekt,  da  die  Vorinstanz  bei  der  Beurteilung  des 
Vorhandenseins  von  subjektiven  Nachfluchtgründen  einen  "strengeren 
Massstab"  angewandt  hat,  statt  die  Anforderungen  an  den  Nachweis 
einer begründeten Furcht gemäss Art. 3 und 7 AsylG zu prüfen. 

6.3. Der Beschwerdeführer hat sich exilpolitisch verschiedentlich betätigt. 
Um  Wiederholungen  zu  vermeiden  sei  im  Wesentlichen  auf  den 
Sachverhalt,  wie  er  von  ihm  glaubhaft  vorgetragen  worden  war  (vgl. 
Prozessgeschichte Bst. A und E. 4.2.), verwiesen.

6.3.1.  Die  über  10­jährige  PKK­Mitgliedschaft  und  die  damit 
einhergehenden exilpolitischen Aktivitäten in der Schweiz – Teilnahme an 
einer Kundgebung vor dem  türkischen Konsulat  im Jahre  (Jahreszahl) – 
und im Ausland – insbesondere in H._______ und im (kurdisches Gebiet) 
– werden auch von der Vorinstanz  in  ihrer Verfügung vom 10. Mai 2007 
als  erstellte  Tatsachen  nicht  in  Zweifel  gezogen.  Auch  in  ihrer 
Vernehmlassung vom 5. Juli 2007 bringt die Vorinstanz keine Zweifel an 
der Glaubhaftigkeit  der Vorbringen des Beschwerdeführers  an.  In  ihrem 

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ablehnenden  Entscheid  äussert  sie  sich  hingegen  in  der  Folge  nur 
unzureichend  darüber,  welche  Auswirkungen  diese  exilpolitischen 
Aktivitäten  des  Beschwerdeführers  auf  das  allfällige  Bestehen  einer 
aktuellen  Verfolgung  oder  einer  Gefahr  für  zukünftige 
Verfolgungshandlungen  haben  könnten.  Stattdessen  geht  sie  ohne 
weiteres  davon  aus,  der  Beschwerdeführer  sei  von  den  türkischen 
Behörden  nicht  als  regimefeindliche  Person  oder  gar  als  PKK­Mitglied 
registriert worden, da er  schliesslich nie  in  seinem Heimatland,  sondern 
stets nur  im Ausland  für die PKK  tätig gewesen sei, mithin schliesst sie 
automatisch  vom  Fehlen  von  Vorfluchtgründen  auch  auf  eine  fehlende 
Verfolgungsgefahr  wegen  subjektiver  Nachfluchtgründe.  Diese 
Argumentationslogik  wiederspricht  klar  sowohl  Wortlaut  als  auch  Sinn 
und Zweck  von Art.  54 AsylG  (vgl.  auch Ausführungen oben  zu Art.  54 
AsylG in E. 6.2.).

6.3.2. Die Vorinstanz begründet sodann eine fehlende Verfolgungsgefahr 
damit,  dass  der  türkische  Geheimdienst  seine  durch  Beobachtung  von 
Exilaktivitäten  gewonnenen  Erkenntnisse  nur  selten  an  die 
Strafverfolgungsbehörden übermitteln würde, weshalb nur dann von einer 
begründeten  Furcht  vor  Verfolgung  wegen  politischer  Aktivitäten  im 
Ausland  auszugehen  sei,  wenn  diese  offenkundig  den  türkischen 
Behörden  zur  Kenntnis  gelangt  seien,  der  Betreffende  in 
Medienerzeugnissen  unverwechselbar  als  militanter  Aktivist  erkennbar 
sei,  allenfalls  sogar namentlich genannt werde, oder eine Kaderfunktion 
ausübe.  Soweit  die  Vorinstanz  das  Zutreffen  dieser  Sachlage  im 
vorliegenden  Fall  pauschal  verneint,  verfügt  sie  sachverhaltswidrig.  Der 
Beschwerdeführer  hat  seine Vergangenheit  als  ehemaliger  PKK­Aktivist 
und seine Aufgaben – bei der er teilweise auch Kaderfunktionen ausübte 
– sowohl  auf  erstinstanzlicher  als  auch  auf  Beschwerdeebene  mit 
entsprechenden  Fotos  (abgebildet  mit  Abdullah  Öcalan  in  (Stadt))  und 
Abbildungen  in  Medienerzeugnissen  (in  der  Zeitschrift 
"(Zeitschriftenname)")  belegen  können.  Auch  wenn  mit  der  Vorinstanz 
festzustellen ist, dass er in den eingereichten Fotos und Zeitungsartikeln 
namentlich nicht erwähnt wurde,  ist der Beschwerdeführer  identifizierbar 
und  als  solcher  klar  als  PKK­Kämpfer  ("militanter  Aktivist")  abgebildet. 
Ferner sei an dieser Stelle daran zu erinnern, dass  für die Bestimmung 
der  Flüchtlingseigenschaft  der  Zeitpunkt  des  Asylentscheides 
massgebend ist (BVGE 2010/57 E. 2.6). Grundsätzlich muss – entgegen 
der  vorinstanzlichen  Feststellung  –  davon  ausgegangen  werden,  dass 
exilpolitische  Aktivitäten  türkischer  Staatsangehöriger  im  Ausland  zum 
damaligen  Zeitpunkt  bzw.  auch  weiterhin  mit  hoher  Aufmerksamkeit 

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durch  den  unter  militärischer  Leitung  stehenden  türkischen 
Nachrichtendienst  (Milli  Istihbarat Teskilati, MIT) überwacht werden. Der 
MIT  führt  gesicherten  Informationen  zufolge  eigene  Dienststellen  im 
Ausland,  welche  ihren  Sitz  bei  den  Generalkonsulaten  haben.  Diese 
würden  über  Spitzel  verfügen,  die  in  türkische  und  kurdische 
Auslandsorganisationen  eingeschleust  würden.  Die  Beschaffung  von 
Informationen  erfolge  durch  Auswertung  von  Bildmaterial  und 
Publikationen.  Es  sei  davon  auszugehen,  dass  der  MIT  an  allen 
staatsfeindlichen  Aktivitäten  türkischer  Staatsangehöriger  in  Europa 
interessiert  sei.  Der  MIT  könne  somit  eine  Identifizierung,  gezielte 
Sammlung und Zuordnung von Beweismaterial  für den Kreis exponierter 
Exilpolitiker und ­politikerinnen vornehmen. Eingeschleuste Spitzel hätten 
die Aufgabe, Vereinsaktivitäten zu beobachten, die daran teilnehmenden 
Personen  zu  identifizieren  und  die  gesammelten  Informationen  an  die 
Geheimdienstmitarbeiter  in  den  Konsulaten  weiterzuleiten.  So  würden 
auch  die  kurdische  Zeitschrift  ("Zeitschriftname")  sowie  kurdische 
Satellitensender (Med­TV / Medya­TV bzw. Roj­TV) und deren Mitarbeiter 
und Mitarbeiterinnen  einer  umfassenden Überwachung  unterliegen  (vgl. 
insbesondere Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH], Gutachten der SFH­
Länderanalyse  [SFH­Gutachten  2006],  Türkei:  Rückkehr  eines 
ehemaligen  PKK­  Aktivisten,  der  aufgrund  der  politischen  Tätigkeiten, 
Unterstützung  und  vermuteten  Mitgliedschaft  bei  der  PKK  angeklagt, 
verurteilt und inhaftiert wurde, Bern, Februar 2006, S. 9, und zur aktuellen 
Situation:  Auskunft  der  SFH­Länderanalyse  zur  Türkei:  Risiken  bei  der 
Rückkehr  eines  verurteilten  PKK­Mitglieds,  Bern,  26.  Mai  2010  [beide 
unter:  http://www.fluechtlingshilfe.ch/herkunftslaender/europe/tuerkei];  in 
der  deutschen  Praxis  vgl.  das  Urteil  des  Oberverwaltungsgerichts 
Nordrheinwestfalen  vom  19.  April  2005,  8  A  273/04.A,  Ziff.  380,  mit 
weiteren  Hinweisen  sowie  das  Urteil  des  Verwaltungsgerichts  Stuttgart 
vom  17.  Januar  2011,  A  13  K  604/07,  S.  17  ff.,  mit  Hinweis  auf  SFH­
Gutachten 2006; vgl. auch Amnesty International, Asylgutachten vom 27. 
Juli  1999  [unter: 
http://aidrupal.aspdienste.de/umleitung/1999/deu06/059?lang=de? 
mimetype=text/html]). 

6.3.3.  Das  Bundesverwaltungsgericht  teilt  demnach  die  vorinstanzliche 
Betrachtungsweise nicht, wonach keine Hinweise vorliegen würden, dass 
der Beschwerdeführer  nach  seinen mehrjährigen Aktivitäten  und  seinen 
illegalen  Aufenthalten  im  Ausland  –  insbesondere  in  H._______  und 
(kurdisches  Gebiet)  –  künftig  mit  Verfolgungsmassnahmen  rechnen 
müsse.  Vielmehr  hat  der  Beschwerdeführer  in  nachvollziehbarer  Art 

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dargetan, dass er begründeterweise bei einer Rückkehr Behelligungen zu 
befürchten habe. Nach wie  vor gilt  es nämlich  zu berücksichtigen,  dass 
zurückkehrende  türkische  Staatsangehörige,  besonders  wenn  sie  der 
kurdischen  Ethnie  angehören,  bei  der  Einreise  überprüft  werden  (vgl. 
BVGE  2010/9  E.  5.3.3;  EMARK  2005  Nr.  21,  E.  2).  Es  ist  davon 
auszugehen,  dass  die  türkische  Flughafenpolizei  im  Rahmen  einer 
Befragung  des  Beschwerdeführers  auch  Kenntnis  von  dessen  über  10­
jährigen  Auslandaufenthalt  erhalten  wird.  Hier  gilt  es  auch  zu 
berücksichtigen,  dass  den  Akten Hinweise  zu  entnehmen  sind  (vgl.  die 
Ausführungen  des  Beschwerdeführers  im  ergänzenden  Schreiben  vom 
11.  Juni  2007  [Beilage  6  der  Beschwerde]),  dass  seine  Identität  und 
Informationen  zu  seinen  PKK­Aktivitäten  durch  geflohene  PKK­
Abtrünnige  mit  überwiegender Wahrscheinlichkeit  dem  türkischen  Staat 
zu  Kenntnis  gelangt  sind.  Dass  der  Beschwerdeführer  diesbezüglich 
einfach  zu  identifizieren  ist,  belegen  nicht  zuletzt  die  diversen 
Referenzschreiben  ehemaliger  Weggefährten  des  Beschwerdeführers – 
welche als anerkannte Flüchtlinge mittlerweile in der Schweiz leben –, die 
übereinstimmend bezeugen, er sei unter dem Decknamen (Name) in der 
Schweiz  und  im  Ausland  als  PKK­Aktivist  tätig  gewesen.  Da  der 
Beschwerdeführer  sich  in  hohem  Mass  exponierte,  ist  deshalb  davon 
auszugehen,  dass  er  ein  konkretes  und  identifizierbares 
Persönlichkeitsprofil  aufweist,  welches  das  Interesse  der  türkischen 
Behörden  geweckt  haben  dürfte.  Als  weitere  Hinweise  für  eine 
Gefährdung  dürften  die  glaubhaft  gemachten  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers gelten, sein Vater sei an der türkisch­(…) Grenze zu 
seiner  Person  verhört  worden  (vgl.  A9/19  S.  S.  14),  und  er  befürchte, 
sobald  er  gezwungen  werde  den  Militärdienst  in  der  Gegend  seines 
Heimatdorfes zu leisten, durch Bekannte aus seinem Dorf denunziert und 
verhaftet  zu werden  (vgl.  A2/11 S.  5, A9/19 S.  10  und S.  16  sowie  die 
Ausführungen  oben  in  E.  4.2  zum  ergänzenden  Schreiben  des 
Beschwerdeführers vom 11. Juni 2007 [Beilage 6 der Beschwerde]). Die 
Möglichkeit,  dass  der  Beschwerdeführer  aufgrund  seiner  mehrjährigen 
PKK­Mitgliedschaft  bei  einer  Rückkehr  in  seinen  Heimatstaat  mit 
asylrechtlich  relevanten  Nachteilen  rechnen  müsste,  erscheint  nach 
Einschätzung  des  Bundesverwaltungsgerichts  als  überwiegend 
wahrscheinlich. Es ist davon auszugehen, dass die türkischen Behörden 
seine  exilpolitischen  Tätigkeiten  als  staatsfeindlich  einstufen  und  er 
deswegen bei einer Rückkehr in die Türkei eine Verfolgung im Sinne von 
Art. 3 AsylG befürchten muss. Im Falle einer Wiedereinreise in die Türkei 
ist  namentlich  das  Risiko  für  den  Beschwerdeführer,  festgenommen  zu 
werden, nach dem Gesagten auch objektiv als begründet anzusehen.

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Da  sich  die  Gefahr  vor  Verfolgung  mithin  bereits  bei  einer  allfälligen 
Einreise  in  die  Türkei  zeigen  dürfte,  kann  nicht  davon  ausgegangen 
werden,  dem  Beschwerdeführer  stehe  zum  heutigen  Zeitpunkt  eine 
innerstaatliche Fluchtalternative zur Verfügung. So besehen gelangt das 
Bundesverwaltungsgericht  im  vorliegenden  Fall  zur  Einschätzung,  dass 
eine künftige Gefährdung des Beschwerdeführers  in seinem Heimatland 
wegen  seiner  exilpolitischen  Aktivitäten  nach  wie  vor  nicht  mit 
hinlänglicher Sicherheit als ausgeschlossen betrachtet werden kann.

6.4.  Zusammenfassend  ist  somit  festzustellen,  dass  die  Vorinstanz  die 
Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  zu  Unrecht  verneint  hat, 
da  er  die  Voraussetzungen  von  Art.  3  AsylG  zufolge  Bestehens 
subjektiver  Nachfluchtgründe  erfüllt.  Die  Asylberechtigung  bleibt  dem 
Beschwerdeführer  indessen aufgrund der Ausschlussklausel von Art. 54 
AsylG,  wonach  subjektive  Nachfluchtgründe  zwar  zur  Anerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft, nicht jedoch zur Asylgewährung führen, verwehrt.

7. 
7.1.  Angesichts  der  glaubhaft  gemachten  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  zu  seinen  "PKK­Guerillatätigkeiten"  im  Grenzgebiet 
(kurdisches  Gebiet)/Türkei  ist  die  Frage  eines  allfälligen  Ausschlusses 
des  Beschwerdeführers  vom  Anwendungsbereich  der 
Flüchtlingskonvention  gemäss  deren  Art.  1F  zu  prüfen.  Nach  dieser 
Bestimmung  werden  nämlich  Personen  ausgeschlossen,  "in  Bezug  auf 
die  aus  schwerwiegenden  Gründen  die  Annahme  gerechtfertigt  ist,  a) 
dass sie ein Verbrechen gegen den Frieden, ein Kriegsverbrechen oder 
ein  Verbrechen  gegen  die  Menschlichkeit  im  Sinne  der  internationalen 
Vertragswerke  begangen  haben,  die  Bestimmungen  zur  Verhinderung 
solcher Verbrechen enthalten, b) dass sie ein schweres Verbrechen des 
gemeinen Rechts ausserhalb des Gastlandes begangen haben, bevor sie 
dort  als  Flüchtling  aufgenommen  worden  sind,  c)  dass  sie  sich 
Handlungen  zuschulden  kommen  liessen,  die  gegen  die  Ziele  und 
Grundsätze der Vereinten Nationen gerichtet sind." 

7.2. Die Ausführungen des Beschwerdeführers, welche eine Relevanz im 
Sinne  von  Art.  1F  FK  indizieren,  sind  die  Folgenden:  Der 
Beschwerdeführer  führt  auf  Beschwerdeebene  aus,  er  habe  im 
Grenzgebiet  (kurdisches  Gebiet)/Türkei  zwar  hauptsächlich  die  Rolle 
eines "politischen Führers" – d.h. die politische Strategieentwicklung und 
Propagierung –  innegehabt,  indessen habe er während dieser Zeit auch 
an  bewaffneten  Kämpfen  teilgenommen,  insbesondere  sei  er  bei  der 
"Planung aller Attentate dabei und sei bei der Ausführung  immer neben 

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dem Koordinator (Kommandant) anwesend gewesen". Ferner habe er bei 
den  "Schiessereien,  in  welche  sie  gezwungen  worden  waren, 
mitzumachen,  aktiv  teilgenommen"  (vgl.  das ergänzende Schreiben des 
Beschwerdeführers vom 11. Juni 2007 [Beilage 6 der Beschwerde]; siehe 
auch  die  entsprechenden  Ausführungen  dazu  oben  in  E. 4.2).  In  der 
Anhörung  und  in  der  Beschwerde  gibt  er  ferner  an,  er  sei  fünf  Jahre 
(Zeitperiode)  in  den  Bergen  an  der  (…)­türkischen  Grenze  stationiert 
gewesen und habe dort an "bewaffneten Auseinandersetzungen der PKK 
gegen die türkische Armee teilgenommen" (vgl. Beschwerde S. 3). So sei 
er  gemäss  den  Befragungsprotokollen  in  besagter  Zeit  im  (kurdisches 
Gebiet) an diversen "militärischen Operationen" mit der türkischen Armee 
beteiligt  gewesen  und  habe  sich  vor  diesen  (Angriffen)  entsprechend 
geschützt  (vgl.  A9/19,  S.  9  und  10)  bzw.  sei  er  mehrheitlich  hinter  der 
Front  tätig gewesen, wobei es allerdings bei Gegenoffensiven schon zu 
bewaffneten Auseinandersetzungen gekommen sei (vgl. A2/11 S. 6). 

Wie bereits erwähnt (vgl. oben E. 4.3), begründen diese Aussagen keine 
Verdachtsmomente, der Beschwerdeführer habe Handlungen begangen, 
die den Tatbestand des Art. 1F Bst. c FK erfüllen könnten, weshalb auf 
die  Prüfung  desselben  verzichtet  werden  kann  (zur  konkreten 
Anwendung  dieser Bestimmung  vgl.  BVGE 2010/44 E.  5.2.3,  E.  5.3.2  ­ 
E. 5.5).  Hinsichtlich  der  Prüfung  eines  Ausschlusses  des 
Beschwerdeführers  von  der  FK  gemäss  Art.  1F  Bst.  a  und  b  FK  ist 
anhand  dieser  Aussagen  festzustellen,  dass  einerseits  durch  die 
Wortwahl  des  Beschwerdeführers  –  Planung  und  Teilnahme  an  der 
Ausführung  von  "Attentaten"  bzw.  Teilnahme  an  "Schiessereien"  und 
"Kampfhandlungen"  –  Verdachtsmomente  begründet  werden,  dieser 
habe  sich  allenfalls  eines  schweren  gemeinrechtlichen  (und  damit  nicht 
politischen) Deliktes im Sinne von Art. 1F Bst. b FK schuldig gemacht. So 
weckt  nämlich  insbesondere  der  Ausdruck  "Attentat"  unvermeidlich 
Assoziationen  mit  terroristischen  Straftaten,  d.h.  massiven  Gewaltakten 
gegen  Leib  und  Leben  von  insbesondere  Zivilpersonen,  welche 
gemeinhin  als  gemeinrechtliche Delikte  im Sinne  von Art.  1F Bst.  b  FK 
gelten (vgl. unten E. 4). Dass der Beschwerdeführer des Weiteren bei der 
Planung  und  Ausführung  dieser  "Attentate"  dabei  gewesen  sein  soll, 
indiziert  eine  Mittäterschaft  bzw.  Mitverantwortlichkeit  des 
Beschwerdeführers bzw. seine  individuelle Verantwortlichkeit  (vgl.  unten 
E. 7.3). Auch könnten seine "Kampfhandlungen" damit unter Umständen 
als  "Verbrechen  gegen  den  Frieden",  "Kriegsverbrechen"  oder 
"Verbrechen  gegen  die Menschlichkeit"  im Sinne  von Art.  1F Bst.  a  FK 
qualifiziert  werden  (vgl.  unten  E.  7.3.2).  Andererseits  macht  der 

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Beschwerdeführer  in  der  Anhörung  und  in  der  Beschwerde  implizit 
geltend,  dass  es  sich  bei  den  Kampfhandlungen mit  seiner  Beteiligung 
um solche gehandelt habe, die im Rahmen eines bewaffneten Konfliktes 
zwischen der PKK und der türkischen Armee stattgefunden hätten, dass 
er also nicht an Angriffen gegen Zivilisten oder zivile Institutionen beteiligt 
gewesen sei, sondern dass die PKK­Kämpfer  jeweils von der  türkischen 
Armee  angegriffen  worden  seien,  und  er  als  Verteidigungsmassnahme 
jeweils gezwungen worden sei, zur Waffe zu greifen. Obschon bei dieser 
Sachlage die Begehung eines Verbrechens oder eines gemeinrechtlichen 
Deliktes  gemäss  Art.  1F  Bst.  a  und  b  FK  durch  den  Beschwerdeführer 
nach  wie  vor  nicht  a  priori  ausgeschlossen  werden  kann,  liegen  keine 
überwiegenden  Hinweise  für  Attacken  gegen  die  Zivilbevölkerung  vor. 
Dabei muss  berücksichtigt werden,  dass  die Beweislast  im Hinblick  auf 
den  Ausschluss  von  der  FK  beim  Staat  liegt  und  im  Zweifelsfall 
zugunsten  der  auszuschliessenden  Person  entschieden  werden  muss 
(vgl.  UNCHR­Richtlinien,  a.a.O.,  Ziff.  34).  Da  die  Vorinstanz  die 
Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  verneinte,  war  in  der 
Folge kein allfälliger Ausschluss von der Flüchtlingseigenschaft zu prüfen, 
mithin dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zur Möglichkeit eines 
Ausschlusses  nicht  zu  gewähren.  So  wird  vorliegend  mangels 
anderweitiger konkreter Hinweise und in Gesamtwürdigung der Aktenlage 
zugunsten  des  Beschwerdeführers  angenommen,  dass  es  sich  bei  den 
von  ihm  angeführten  "Attentaten"  um  Kampfhandlungen  in  Gefechten 
handelte, die sich gegen militärische und nicht gegen zivile Ziele richteten 
und  im  Rahmen  seiner  hauptsächlich  ausgeübten  Tätigkeit  –  nämlich 
diejenige  einer  politisch­strategischen  Kriegsführung  –  stattfanden.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  geht  folglich  bei  der  Prüfung  des 
Ausschlusses  des  Beschwerdeführers  von  der  Flüchtlingskonvention 
gemäss Art. 1F Bst. a und b FK von diesem Sachverhalt aus.

7.3. 
7.3.1.  Die  Ausschlussbestimmung  von  Art.  1F  FK  ist  grundsätzlich 
restriktiv  auszulegen  (vgl.  UNHCR  Handbuch,  a.a.O.,  Ziff.  149).  Der 
UNHCR  führt  hierzu  erläuternd  aus,  die  begangenen  ungeheuerlichen 
Taten  müssten  so  verabscheuungswürdig  sein,  dass  die  Personen – 
auch  wenn  sie  begründete  Furcht  vor  Verfolgung  aus 
Konventionsgründen  hätten  –  nicht  würdig  seien,  internationalen 
Rechtsschutz  nach  der  Flüchtlingskonvention  zu  erhalten  (UNHCR 
Richtlinien,  a.a.O.,  Ziff.  2).  Ein  weiteres  Tatbestandselement  bildet 
sodann die individuelle Verantwortlichkeit des Täters für das ihm zur Last 
gelegte Delikt (vgl. UNHCR Background Note, a.a.O., Ziff. 50 ff.; UNHCR 

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Richtlinien,  a.a.O.,  Ziff.  18  ff.).  Bei  der  Prüfung  von  Art.  1F  FK  ist  ein 
herabgesetzter  Beweismassstab  anzusetzen.  Entsprechend  dem 
Konventionstext müssen allerdings zumindest "ernsthafte Gründe" für die 
Annahme  eines  Ausschlusstatbestandes  vorliegen,  d.h.  es  braucht 
zumindest  substanziell  verdichtete  Verdachtsmomente;  blosse 
Mutmassungen genügen  jedenfalls nicht  (vgl. BVGE 2010/43 E. 5.3.2.4; 
EMARK 2006 Nr. 29 E. 4.4 mit weiteren Hinweisen).

7.3.2. Die  Tatsache  allein,  dass  der  Beschwerdeführer  an militärischen 
Kampfhandlungen  der  PKK  gegen  die  türkische  Armee  teilgenommen 
hat,  vermag  nach  Ansicht  des  Bundesverwaltungsgerichtes  –  wie 
nachfolgend aufgezeigt wird – den Verdachtsmoment, er habe aufgrund 
seiner Stellung als solcher beziehungsweise seiner Tätigkeiten allenfalls 
"Verbrechen  gegen  den  Frieden",  "Kriegsverbrechen"  oder  "Verbrechen 
gegen  die  Menschlichkeit"  im  Sinne  von  Art.  1F  Bst.  a  FK  begangen, 
substantiell  nicht  zu  verdichten.  Zu  den  verschiedenen  internationalen 
Vertragswerken,  die  in  Bezug  auf  die  Definition  dieser  internationalen 
Verbrechen  eine  Orientierungshilfe  bieten,  zählen  das  Übereinkommen 
von 1948 über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes, die vier 
Genfer  Abkommen  von  1949  zum  Schutz  von  Kriegsopfern  und  deren 
zwei  Zusatzprotokolle  von  1977,  die  Satzungen  der  Internationalen 
Strafgerichtshöfe für das ehemalige Jugoslawien und Ruanda, die Charta 
des Internationalen Militärtribunals von 1945 (die „Londoner Charta”) und 
zuletzt  die  Satzung  des  Internationalen  Strafgerichtshofs  von  1998,  die 
am 1. Juli 2002 in Kraft  trat (UNCHR Richtlinie, a.a.O., Ziff. 10). Gemäß 
der  Londoner  Charta  besteht  ein  "Verbrechen  gegen  den  Frieden"  aus 
„Planung,  Vorbereitung,  Anstiften  zu  oder  Führen  eines  Angriffskrieges 
oder  eines Krieges,  durch den  internationale Verträge, Abkommen oder 
Zusicherungen  verletzt  werden  oder  die  Teilnahme  an  einer 
Verschwörung zum Zwecke der Erfüllung eines der vorgenannten Ziele". 
Angesichts  der  Natur  dieses  Verbrechens  kann  es  nur  von  Personen 
verübt  werden,  die  eine  hohe  Stellung  in  der  Machtstruktur  innehaben 
und einen Staat oder ein staatenähnliches Gebilde vertreten (vgl. UNCHR 
Richtlinie,  a.a.O.,  Ziff.  11).  Diese  Bestimmung  wurde  in  der  Praxis  nur 
selten angewendet und augenscheinlich fallen auch die Handlungen des 
Beschwerdeführers  mangels  entsprechend  hoher  Stellung  in  der 
Machtstruktur nicht unter diese Kategorie. Als "Kriegsverbrechen" werden 
Straftaten qualifiziert wie etwa die vorsätzliche Tötung und Folterung von 
Zivilpersonen,  wahllose  Angriffe  gegen  die  Zivilbevölkerung  und  das 
mutwillige  Vorenthalten  eines  fairen  und  ordnungsgemässen 
Gerichtsverfahrens  gegenüber  einem  Zivilisten  oder  einem 

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Kriegsgefangen (UNCHR Richtlinie, a.a.O., Ziff. 12). Mangels Angriffs auf 
Zivilpersonen  bzw.  Hinweisen  auf  widerrechtliche  Behandlung  von 
Kriegsgefangenen sind die oben beschriebenen "Kampfhandlungen" des 
Beschwerdeführers ebenso wenig als "Kriegsverbrechen" zu qualifizieren. 
Die  dritte  Kategorie  der  "Verbrechen  gegen  die  Menschlichkeit",  die 
Handlungen  wie  Völkermord,  Mord,  Vergewaltigung  und  Folter 
einschließen, sind schliesslich dadurch charakterisiert, dass sie Teil eines 
groß  angelegten  oder  systematischen  Angriffs  auf  die  Zivilbevölkerung 
sein  müssen  (UNCHR  Richtlinie,  a.a.O.,  Ziff.  13).  Mangels  dieser 
Anwendungsvoraussetzung  im  vorliegenden  Fall  kann  die  Planung  und 
Beteiligung  des  Beschwerdeführers  an  den  Kampfhandlungen  der  PKK 
ebenso  wenig  unter  den  Tatbestand  der  "Verbrechen  gegen  die 
Menschlichkeit" fallen.

7.3.3. Zusammenfassend ist  in einem Zwischenschritt  festzuhalten, dass 
kein  Verbrechenstatbestand  von Art.  1F Bst.  a  FK  vorliegend  erfüllt  ist, 
weshalb gestützt darauf kein Ausschlussgrund besteht.

7.4. Schliesslich  bleibt  die Ausschlussklausel  von Art.  1 F Bst.  b FK  zu 
prüfen. Als  schwere nicht  politische Verbrechen  in  diesem Sinne gelten 
gemäss  dem  UNHCR  Kapitalverbrechen  oder  besonders 
schwerwiegende  Straftaten  des  gemeinen  Rechts  (vgl.  UNHCR 
Handbuch,  a.a.O.,  Ziff.  155;  UNHCR  Richtlinien,  a.a.O.,  Ziff.  14).  Ein 
solches  Kapitalverbrechen  fällt  jedoch  dann  nicht  in  den 
Anwendungsbereich  von Art.  1 F Bst.  b FK, wenn es einen vorwiegend 
politischen Charakter aufweist. Letzterer ist dann anzunehmen, wenn mit 
dem Delikt  zum überwiegenden Teil poltische Ziele verfolgt wurden und 
die Tat im Gesamtkontext des Einzelfalls verhältnismässig erscheint (vgl. 
UNHCR Handbuch,  a.a.O.,  Ziff.  152; UNHCR Background Note,  a.a.O., 
Ziff. 41; UNHCR Richtlinien, a.a.O., Ziff. 15). Falls die Beurteilung eines 
Asylgesuches  schliesslich  ergibt,  dass  effektiv  ein  schweres 
gemeinrechtliches  Delikt  begangen  wurde,  ist  die  Anwendung  der 
Ausschlussklausel von Art. 1 F Bst. b FK auf ihre Verhältnismässigkeit hin 
zu  überprüfen.  Im Rahmen  dieser Güterabwägung  sind  die  Folgen  des 
Ausschlusses  von  der  Flüchtlingseigenschaft  der  Schwere  der  Tat 
gegenüberzustellen  (vgl. UNHCR Richtlinien, a.a.O., Ziff. 24). Lässt sich 
im  Rahmen  einer  solchen  Güterabwägung  feststellen,  dass  das 
Schutzinteresse  des  Täters  vor  der  ihm  drohenden  Verfolgung  im 
Heimatland  im  Vergleich  zur  Verwerflichkeit  seines  Verbrechens  und 
seiner subjektiven Schuld als geringer erscheint, so ist der Asylsuchende 
vom  Anwendungsbereich  der  Konvention  auszuschliessen  (vgl.  zum 

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Ganzen  die  weiterhin  zutreffende  Rechtsprechung  der  ARK  in  EMARK 
1993  Nr.  8  E.  6a  sowie  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichtes 
E­4286/2008  vom 17. Oktober  2008 E.  5.1). Die  eingangs  aufgeführten 
Verdachtsmomente,  der Beschwerdeführer  habe  allenfalls  ein  schweres 
gemeinrechtliches Verbrechen im Sinne des Art. 1F Bst. b FK begangen 
(vgl. oben E. 7.2), können nach dem Gesagten und unter Würdigung des 
Sachverhaltes  jedoch  nicht  angenommen  werden.  So  bestand  dessen 
Hauptaufgabe  in  der  PKK  in  der  politischen  Führung,  Schulung  und 
Verbreitung  des  politischen  Ideenguts.  Soweit  er  gemäss  seinen 
Ausführungen zu den Waffen griff, richteten sich seine Gewalthandlungen 
jeweils  gegen  die  türkischen  Streitkräfte  und  nicht  gegen  Zivilisten;  sie 
sind  entsprechend  als  "Kriegshandlungen"  (jedoch  nicht  als 
"Kriegsverbrechen"  oder  "Verbrechen  gegen  die  Menschlichkeit")  zu 
qualifizieren.  Damit  fallen  sie  auch  nicht  unter  die  Kategorie  der 
(nichtpolitischen) Kapitalverbrechen oder besonders schweren Straftaten 
gemäss Art. 1F Bst. b FK.

7.5.  Nach  dem  Gesagten  erweist  sich,  dass  bezüglich  des  individuell 
konkreten  Tatbeitrags  des  Beschwerdeführers  weder  ein 
Ausschlussgrund nach Art. 1F Bst. a noch nach Bst. b FK vorliegt. Das 
Bundesverwaltungsgericht  gelangt  deshalb  zum  Schluss,  dass  sich  der 
Beschwerdeführer  keiner  schweren  und  unannehmbaren  Handlung  im 
Sinne  von  Art.  1F  FK  schuldig  gemacht  hat.  Er  ist  daher  von  der 
Flüchtlingseigenschaft, welche er erfüllt, nicht auszuschliessen und mithin 
als Flüchtling anzuerkennen.

7.6. Ergänzend sei an dieser Stelle festzuhalten, dass die Frage nach der 
Asylunwürdigkeit  des  Beschwerdeführers  wegen  seiner  PKK­Aktivitäten 
gemäss  Art. 53  AsylG  –  wonach  Flüchtlingen  kein  Asyl  gewährt  wird, 
wenn sie wegen verwerflicher Handlungen dessen unwürdig sind – offen 
gelassen  werden  kann,  da  der  Beschwerdeführer  bereits  –  wie  oben 
festgestellt  wurde  (vgl.  E.  6.4.)  –  aufgrund  von Art.  54 AsylG  vom Asyl 
ausgeschlossen wird. 

8. 
8.1. Die Vorinstanz hat als Folge des negativen Asylentscheides zu Recht 
die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  angeordnet  (Art.  44  Abs.  1 
AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21).

8.2. Aufgrund der objektiv begründeten Furcht des Beschwerdeführers, in 
der Türkei künftig  im Sinne von Art. 3 AsylG verfolgt zu werden, erweist 
sich  der  Vollzug  der  Wegweisung  wegen  drohender  Verletzung  des 

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flüchtlingsrechtlichen Gebots des Non­Refoulement jedoch als unzulässig 
(vgl.  5  Abs.  1  AsylG,  Art.  83  Abs.  3  des  Bundesgesetzes  vom  16. 
Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR 
142.20]).  Der  Beschwerdeführer  ist  somit  in  der  Schweiz  als  Flüchtling 
vorläufig aufzunehmen.

9. 
Die  Beschwerde  ist  insoweit  gutzuheissen,  als  die  Zuerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft  und  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme 
beantragt wird;  im Übrigen ist sie abzuweisen. Die Ziffern 1 (Verneinung 
der  Flüchtlingseigenschaft),  4  (Ausreisefrist)  und  5  (Vollzug  der 
Wegweisung)  des  Dispositivs  der  Verfügung  vom  10.  Mai  2007  sind 
aufzuheben und das Bundesamt  ist anzuweisen, den Beschwerdeführer 
als Flüchtling vorläufig aufzunehmen.

10. 
10.1. Dem Beschwerdeführer wurde mit Instruktionsverfügung vom 2. Juli 
2007 die unentgeltliche Prozessführung unter Vorbehalt der Veränderung 
seiner  finanziellen  Lage  gewährt.  Zum  jetzigen  Zeitpunkt  kann  davon 
ausgegangen  werden,  dass  der  Beschwerdeführer  nicht  mehr  als 
bedürftig  gilt  (vgl.  Eingabe  vom  2.  Mai  2011  betreffend  seines 
Lehrabschlusses und der Aussichtstellung einer  zweijährigen Anstellung 
bei  seinem  Lehrbetrieb).  Aufgrund  der  Veränderung  seiner  finanziellen 
Lage  werden  dem  Beschwerdeführer  deshalb  praxisgemäss  um  zwei 
Drittel  reduzierte  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  Fr. 200.­  auferlegt 
(vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 2 und 3 des Reglements vom 21. Februar 
2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]  i.V.m.  Art.  16  Abs.  1 
Bst. a VGG).

10.2. Der  Beschwerdeführer  hat  teilweise  obsiegt,  indem  er  mit  seiner 
Beschwerde  bei  der  Frage  der  Flüchtlingseigenschaft  durchgedrungen 
ist. Es  ist  ihm daher eine angemessene, praxisgemäss um einen Drittel 
reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG; 
Art. 7 ff. VGKE). 

In der mit der Beschwerde vom 11. Juni 2007 eingereichten Kostennote 
weist der vormalige Rechtsvertreter einen zeitlichen Vertretungsaufwand 
von  8  Stunden  und  20 Minuten  zu  einem  Stundenansatz  von  Fr.  150.­ 
(plus  Fr.  50.­  Dossiereröffnungspauschale),  insgesamt  also  Fr.  1'300.­, 
und  Auslagen  von  insgesamt  Fr.  50.­  aus.  In  der  am  22.  August  2011 
eingereichten  Kostennote  weist  der  derzeitige  Rechtsvertreter  einen 

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zeitlichen  Vertretungsaufwand  von  5  Stunden  zu  einem  Stundenansatz 
von Fr. 240.­,  total also Fr. 1200.­ und Auslagen von  insgesamt Fr. 95.– 
aus. 

Unter Berücksichtigung der massgebenden Bemessungsfaktoren (Art. 9 ­ 
13 VGKE) und der Entschädigungspraxis  in Vergleichsfällen erscheinen 
diese  Vertretungskosten  als  angemessen,  weshalb  dem 
Beschwerdeführer eine Parteientschädigung  im Betrag von pauschal Fr. 
1'900.­­ (entspricht zwei Drittel des Vertretungsaufwandes des vormaligen 
Rechtsvertreters inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer von 7,6 Prozent 
und  zwei  Drittel  des  Vertretungsaufwandes  des  derzeitigen 
Rechtsvertreters inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer von 7,6 Prozent 
auf vor dem 1. Januar 2011 und 8 Prozent auf nach dem 1. Januar 2011 
erbrachte Leistungen) zu entrichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  soweit  sie  die  Frage  der 
Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  des  Vollzugs  der 
Wegweisung betrifft; im Übrigen wird sie abgewiesen.

2. 
Die Ziffern 1, 4 und 5 des Dispositivs der vorinstanzlichen Verfügung vom 
10. Mai 2007 werden aufgehoben. 

3. 
Die  Vorinstanz  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführer  als  Flüchtling 
anzuerkennen und vorläufig in der Schweiz aufzunehmen. 

4. 
Die  ermässigten  Verfahrenskosten  von  Fr.  200.­  werden  dem 
Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab 
Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

5. 
Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 
dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1'900.­­ 
(inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu entrichten. 

6. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Tu­Binh Truong

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