# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 59954538-c5fa-5e45-a326-ff22e94e01df
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-03-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 21.03.2006 R 2004 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_R-2004-34_2006-03-21.pdf

## Full Text

R 04 34
4. Kammer 

URTEIL
vom 21. März 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Rodungsbewilligung

1. Im Zuge der Totalrevision ihrer Ortsplanung koordinierte die Gemeinde … die 

Revision mit der Waldfeststellung im Bereich der Bauzonen. Im August 1999 

war das Verfahren betreffend Waldfeststellung abgeschlossen. Gestützt auf 

die erhobenen Unterlagen wurden im Juni 2000 die Rodungspläne erstellt und 

die zur Rodung vorgesehenen Flächen in drei Kategorien unterteilt:

- Flächen gemäss Rodungsbewilligung des EDI vom 10. Juni 1992, 

- Flächen ehemaliger genereller Rodungsbewilligungen, 

- neu beanspruchte Waldflächen.

b) Im Herbst 2000 holte das Amt für Wald Graubünden (AfW) beim Bundesamt 

für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) einen Rodungsvorentscheid 

zwecks Bereinigung von Wald- und Bauzonen ein. Diesem kann entnommen 

werden, dass hinsichtlich der beiden ersten Kategorien eine 

Rodungsbewilligung möglich sei; wohingegen für die dritte Kategorie (rot) 

keine überwiegenden Gründe, welche eine Rodung rechtfertigen würden, 

ersichtlich seien. 

c) Anfangs Februar 2001 leitete das AfW die Stellungnahme des BUWAL an die 

Gemeinde … weiter und wies diese darauf hin, dass es aufgrund des 

Rodungsvorentscheides an ihr sei, zu entscheiden, welche Teile des 

Rodungsgesuchs öffentlich aufzulegen seien. Im Rahmen der kombinierten 

Auflage von Ortsplanung, Waldfeststellung und Rodung sollten durch die 

Berücksichtigung des Rodungsvorentscheides die Fälle minimiert werden, in 

denen ein Grundeigentümer eine Waldfeststellung für eine bewaldete Fläche 

akzeptiere, weil seine Fläche im Rodungsplan aufgeführt sei, obwohl forstlich 

eine Rodung allenfalls gar nicht zulässig sei, und die Fläche schlussendlich 

als Wald bezeichnet werden müsse. 

d) In der Folge wurden die Akten der Ortsplanungsrevision (Baugesetz, 

Zonenplan, Genereller Gestaltungsplan, Genereller Erschliessungsplan 

Verkehr und Ver- sowie Entsorgung sowie der Planungs- und 

Mitwirkungsbericht) zusammen mit dem Waldfeststellungs- und dem 

Rodungsplan gleichzeitig vom 4. März bis 5. April 2002 öffentlich aufgelegt. 

Aus dem aufliegenden Rodungsplan „…“ war ersichtlich, dass auf der im 

Eigentum der Baugesellschaft … stehenden und in einer Wohnzone W1 

liegende Parzelle 655 eine Fläche von 220 m2 als Rodungsfläche der dritten 

Kategorie (rot) ausgeschieden war. Ebenso lag der Bericht zum 

Rodungsgesuch auf, wonach neuen Rodungsbegehren nur unter dem Aspekt 

überwiegender Gründe (z.B. für Rodungsabtausch, Rodungen für minimale 

bauliche Nutzungen und/oder für Strassenflächen) stattgeben werden könne. 

Am 24. November 2002 stimmte das Aroser Stimmvolk der 

Ortsplanungsrevision zu. Die Publikation des Abstimmungsresultats erfolgte 

am 28. November 2002, mit dem Hinweis, dass gegen die beschlossenen 

Planungsmittel bei der Regierung Beschwerde erhoben werden konnte.

e) Im Rahmen der gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. a WaG vorgesehenen Anhörung zum 

Rodungsgesuch hielt das BUWAL zu den Waldbereinigungen innerhalb den 

Bauzonen (u.a. Rodung auf Parz. 655) fest, dass für solche Flächen keine 

Rodungsbewilligung in Aussicht gestellt werden könne. 

f) Gegen die beschlossenen Planungsmittel hatte die Eigentümerin der 

benachbarten Parzellen 1834 und 1352, Beschwerde an die Regierung 

erheben und u.a. das Begehren gestellt, es sei die vorgesehene 

Erschliessungsstrasse im Bereich von Parzelle 655 anders zu führen. Im Zuge 

dieses Verfahrens nahm auch das AfW am 28. März 2003 in negativem Sinne 

zu den beabsichtigten Rodungen u.a. auf Parzelle 655 Stellung. Das 

instruierende Departement holte auch eine Stellungnahme der BG … ein und 

lud diese ebenfalls zum gemeinsamen Augenschein vom 19. September 2003 

ein. An jenem Augenschein erklärte der Vertreter des AfW, dass das BUWAL 

gegen eine Rodung von Wald auf neuen Verkehrserschliessungsflächen von 

Parzellen 1352 und 655 sei. 

g) Mit Verfügung vom 25. März/8. April 2004 verweigerte das Bau-, Verkehrs- 

und Forstdepartement (BVFD) der Rodung auf Parzelle 655 (abgesehen von 

20 m2 [Ziffer 1.3a des Dispositivs] für die Zufahrt zu Parzelle 1353) die 

anbegehrte Rodungsbewilligung. Mit Entscheid vom 6. April/8. April 2004, 

wies die Regierung die Beschwerde von Barbara Hofstetter (Eigentümerin der 

angrenzenden Parzelle Nr. 1352) ab. 

2. Gegen die Departementsverfügung liess die BG … am 6. Mai 2004 beim 

Verwaltungsgericht Rekurs (R 04 34) erheben, mit dem Antrag, dass ihr für 

die gesamte auf Parzelle 655 festgestellte Waldfläche von 220 m2 eine 

Rodungsbewilligung zu erteilen sei. Zur Begründung berief sie sich im 

Wesentlichen auf Gründe des Vertrauensschutzes. Durch die gemeinsame 

Auflage der Unterlagen von OP-Revision, Waldfeststellung und Rodung sei 

bei ihr der Eindruck erweckt worden, es handle sich um eine koordinierte 

Planung. Es sei nicht erwähnt worden, dass dem aufliegenden 

Waldfeststellungs- und dem Rodungsplan lediglich provisorischer Charakter 

zukomme bzw. dass diese bloss im Sinne einer Orientierung der betroffenen 

Grundeigentümer aufgelegen seien. Aufgrund der aufgelegenen Unterlagen 

sei ihr das Gefühl vermittelt worden, sie würde die Rodung bewilligt erhalten, 

ansonsten sie mit Bestimmtheit bereits gegen die Waldfeststellung 

Einsprache erhoben hätte. Sie sei daher in ihrem Vertrauen in das Vorgehen 

von Gemeinde und Kanton zu schützen. Überdies verletze die angefochtene 

Verfügung auch ihren Anspruch auf rechtliches Gehör. Sie hätte vorgängig 

zum Erlass der Verfügung angehört werden müssen.

3. a) In seiner Vernehmlassung vom 28. Mai 2004 beantragt das BVFD die 

Abweisung des Rekurses. Die rekurrentische Parzelle Nr. 655 befinde sich 

ausserhalb jeglicher genereller Rodungsperimeter. Aus dem Grundsatz von 

Treu und Glauben vermöge die Rekurrentin mangels einer entsprechenden 

Vertrauensgrundlage nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Es treffe zwar zu, 

dass Ortsplanungsrevision, Waldfeststellung und Rodungsunterlagen 

gleichzeitig öffentlich aufgelegt worden seien. Bereits im aufgelegten Bericht 

zum Rodungsgesuch sei mehrfach darauf hingewiesen worden, dass die 

aufgelegten Pläne Gegenstand eines Planungsprozesses seien, in dessen 

Verlauf noch Änderungen zu gewärtigen seien, und bereits daher keinen 

endgültigen Rechtscharakter gehabt haben könnten. Das ergebe sich auch 

aus der Botschaft sowie aus dem Bericht zur Ortsplanungsrevision. Überdies 

seien die Betroffenen auch auf den Rodungsvorentscheid des BUWAL vom 

25. Januar 2001 hingewiesen worden, in welchem dieses die 

Rodungsvoraussetzungen für Parzelle 655 als nicht gegeben erachtet habe 

und am Augenschein vom 19. September 2003 habe der Vertreter des 

kantonalen Amtes für Wald darauf hingewiesen, dass das Rodungsgesuch 

betreffend Parzelle 655 eventuell nicht bewilligt werden könne. Sodann fehle 

es auch an einer nachteiligen Disposition, weil die Rekurrentin die Parzelle 

bereits im Jahre 2000, also mithin vor der Auflage, gekauft habe. Von einer 

Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör könne ebenfalls keine Rede 

sein, da es keinen Anspruch auf vorgängige Anhörung vor Gesuchsablehnung 

gebe.

b) Die Gemeinde … verzichtete auf die Einreichung einer Vernehmlassung, wies 

jedoch auf den Augenschein vom 19. September 2003 in der Sache Barbara 

Hofstetter hin, anlässlich welchem der Vertreter des AfW zur Überraschung 

der anderen Teilnehmer erklärt habe, dass das BUWAL gegen eine Rodung 

von Wald auf neuen Verkehrserschliessungsflächen von Parzellen 1352 und 

655 sei.

4. a) In ihrer Replik vertiefte die Rekurrentin den von ihr vertretenen 

Rechtsstandpunkt. Insbesondere hielt sie daran fest, dass die betroffenen 

Grundeigentümer weder der Botschaft zur OP-Revision noch dem Planungs- 

und Mitwirkungsbericht noch aus dem Rodungsbericht entnehmen konnten, 

dass die Waldbelange in der OP-Revision nicht abschliessend und endgültig 

berücksichtigt worden seien. Vielmehr hätte sie bei der Urnenabstimmung 

vom 24. November 2002 davon ausgehen dürfen, dass das 

Rodungsbewilligungsverfahren abgeschlossen seien und die daraus 

gewonnenen Erkenntnisse Eingang in die Planungsmittel gefunden hätten. 

Die nachteilige Disposition bestehe vorliegend in der durch das behördliche 

Verhalten erfolgten Unterlassung der Einreichung eines Rechtsmittels. 

Entsprechend müsse davon ausgegangen werden, dass der Anspruch auf 

Vertrauensschutz bejaht werden müsse. Zu Unrecht verneine das 

rekursbeklagte Departement auch die geltend gemachte Verletzung des 

rechtlichen Gehörs. Es sei nämlich nie die Rede von einem Rodungsgesuch 

gewesen. Die Rekurrentin sei immer davon ausgegangen, dass die 

Erkenntnisse des Waldfeststellungs- und des Rodungsverfahrens Eingang in 

die aufgelegten OP-Unterlagen gefunden hätten. Entsprechend sei sie denn 

auch mit der angefochtenen Verfügung davon überrascht worden, dass die 

auf ihrer Parzelle festgestellte Waldfläche nicht vollumfänglich gerodet 

werden dürfe. Die Vorinstanz hätte ihr angesichts der geänderten Sachlage 

daher vorgängig der Nichtbewilligung die Gelegenheit zur Stellungnahme 

geben müssen. 

b) Das BVFD vertiefte in der Duplik seine bereits im angefochtenen Entscheid 

und der Vernehmlassung eingenommenen Rechtsstandpunkte, wonach die 

Voraussetzungen für die Erteilung einer Rodungsbewilligung für die gesamte 

bewaldete Fläche auf Parzelle Nr. 655 weder aus forstrechtlichen Gründen 

noch aus vertrauensschutzrechtlichen Überlegungen als erfüllt erachtet 

werden könnten.

5. Am 5. August 2004 forderte der Instruktionsrichter das BVFD auf, dem Gericht 

dasjenige Rodungsgesuchsformular zuzustellen, welches Gegenstand der 

öffentlichen Auflage gebildet habe. Im Rahmen eines weiteren 

Schriftenwechsels erhielten die Parteien dann Gelegenheit, sich dazu 

äussern.

6. Weil das Bundesgericht mit Urteil vom 17. Dezember 2004 i.S. B. L. gegen 

Gemeinde … und BVFD zum Schluss gelangte, dass sich die 

Grundeigentümerin einer in demselben Gebiet gelegenen Parzelle u.a. auf 

das durch den Waldkatasterplan 1978 geschaffene Vertrauen berufen könne, 

weshalb die bestockten Parzellenteile als Nichtwald zu qualifizieren seien, 

wurde das vorliegende Rekursverfahren, zumal seitens der Rekurrentin bei 

der Vorinstanz ein Wiedererwägungs- bzw. Revisionsgesuch eingereicht 

worden war, bis auf weiteres sistiert. Nach Vorliegen des im Ergebnis 

abschlägigen Entscheides, der wiederum separat angefochten worden war 

(vgl. R 06 6), wurde die Sistierung aufgehoben.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt bildet die Departementsverfügung „Rodungsverfahren“ 

des BVFD vom 25. März 2004 (mitgeteilt am 8. April 2004), mit welcher u.a. 

der anbegehrten Rodung der bestockten Fläche auf Parzelle Nr. 655 

(abgesehen von 20 m2 [vgl. Ziffer 1.3a des Dispositivs] für die Zufahrt zu 

Parzelle 1353) die Bewilligung verweigert worden ist. Die Rekurrentin beruft 

sich auf den in Art. 9 BV verankerten Grundsatz von Treu und Glauben. 

Zudem macht sie eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend.

2. a) Treu und Glauben erachtet die Rekurrentin im Wesentlichen deshalb als 

verletzt, weil bei ihr durch die gleichzeitige Auflage der Ortsplanungs-, 

Waldfeststellungs- und Rodungsunterlagen und der darin enthaltenen 

Festlegungen der Eindruck erweckt worden sei, es handle sich um eine 

koordinierte Planung, aufgrund welcher sie denn die für die Zuweisung der 

ganzen Parzelle in eine Bauzone erforderliche Rodung bewilligt erhalten 

werde. Es sei der Eindruck erweckt worden, die Waldbelange hätten bei der 

Urnenabstimmung vom 24. November 2002 abschliessend Eingang in die 

Ortsplanungsrevision gefunden, weshalb sie auch davon abgesehen habe, 

gegen die Waldfeststellung auf ihrer Parzelle ein Rechtsmittel zu erheben. 

Weder sie noch das DIV noch die Gemeinde … hätten gewusst, dass die 

öffentlich aufgelegten Pläne diesbezüglich nur provisorischen Charakter 

gehabt hätten und noch Änderungen (insbesondere einer Verweigerung der 

erforderlichen Rodung auf ihrer Parzelle) zugänglich wären. Der 

Kausalzusammenhang bestehe zwischen dem mit der öffentlichen Auflage 

erweckten Eindruck und der unterlassenen Einreichung des Rechtsmittels 

gegen die Waldfeststellung.

b) Der in Art. 9 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben verleiht einer 

Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in unrichtige 

Zusicherungen, Auskünfte, Mitteilungen oder Empfehlungen einer Behörde, 

wenn die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte 

Personen gehandelt hat, die Behörde für die Erteilung der betreffenden 

Auskunft zuständig war oder sie der Bürger aus zureichenden Gründen für 

zuständig halten konnte, der Bürger die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne 

weiteres erkennen konnte, er im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft 

Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht 

werden können, und die gesetzliche Ordnung seit der Auskunftserteilung 

keine Änderung erfahren hat (BGE 121 II 473 E. 2c, 121 V 65 E. 2a, je mit 

Hinweisen; Häfelin/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Zürich 

2002, Rz. 668 ff.).

c) Nachstehend ist zu prüfen, ob mit den von den kantonalen und kommunalen 

Behörden öffentlich aufgelegten Planungsmitteln und (waldrechtlich 

motivierten) Unterlagen eine Vertrauensgrundlage geschaffen worden ist, 

aufgrund welcher die Rekurrentin nun aus Gründen des Vertrauensschutzes 

einen Anspruch auf Erteilung der Rodungsbewilligung für die restlichen 200 

m2 Fläche auf der Parzelle Nr. 655 für sich ableiten dürfte. Sie stellt sich auf 

den Standpunkt, dass sie von der Einreichung eines Rechtsmittels gegen die 

zu einem früheren Zeitpunkt ergangene Waldfeststellungsverfügung 

abgesehen habe, weil die aufgelegten Unterlagen letztlich den Eindruck bei 

ihr erweckt hätten, dass die Planung abgeschlossen und die (noch 

ausstehende) Rodungsbewilligung nur noch eine Formsache sei.

Entgegen der rekurrentischen Auffassung lässt sich den aufgelegten 

Unterlagen nicht entnehmen, dass die öffentlich gemeinsam aufgelegten 

Planungsmittel und Unterlagen insofern definitiv seien, als dass keine 

Änderungen mehr zu erwarten seien. Bereits dem Planungs- und 

Mitwirkungsbericht zur Revision der Ortsplanung lassen sich die Gründe für 

die gemeinsame Auflage (vgl. dort z.B.  S. 26, Ziffer 9.1) ohne weiteres 

entnehmen. Ausser Frage steht, dass die im vorliegenden Verfahren streitige 

Fläche auf der Parzelle Nr. 655 im aufgelegten Waldfeststellungsplan als 

Wald im Rechtssinne und im Rodungsplan als Rodungsfläche nach Art. 5 f. 

KWaG (für Waldbereinigung in Bauzone) eingezeichnet war. Ebenso lassen 

sich dem erwähnten Planungsbericht auch die noch ungelösten Punkte (so 

u.a. die für eine definitive Abgrenzung von Wald und Bauzonen erforderlichen 

Rodungsbewilligungen [vgl. S. 14 lit. h] entnehmen und verschiedenen 

Ausführungen in diesem Bericht zeigen (vgl. z.B. S. 9 Ziff. 3, wo ausdrücklich 

auf den Vorentscheid des BUWAL vom 25. Januar 2001 Bezug genommen, 

das ernüchternde Ergebnis festgehalten und ausgeführt wurde, dass die 

Forstbehörden zwar für die gültigen und ehemaligen Rodungsflächen, nicht 

aber für die Konfliktflächen (Bauzonenflächen), die aufgrund des 

Waldfeststellungsverfahrens neu davon tangiert seien, eine weitere 

Bewilligung in Aussicht gestellt hätten, oder S. 27 Ziff. 9.2) ohne weiteres auf, 

dass gerade mit Blick auf den Ausgang allfälliger Rodungsbegehren  von neu 

als Wald festgestellten Flächen (wie z.B. jene auf der rekurrentischen 

Parzelle) nicht zwingend mit einer Rodungsbewilligung gerechnet werden 

durfte. Vertieft wurden diese Einschränkungen im gleichzeitig aufgelegten 

Bericht zum Rodungsgesuch, welchem  ebenfalls ohne weiteres entnommen 

werden kann (vgl. z.B. S. 2, Ziffern 1.2, 1.3 und 2.1; S. 3, Ziffer 2.2; S. 4, Ziffer 

3), dass mit Änderungen um weiteren Verlaufe des Planungsverfahrens, 

insbesondere hinsichtlich der definitiven Abgrenzung von Wald und 

Bauzonen, zu rechnen sein werde. Insbesondere auf den S. 5 

(„…beabsichtigte Rodungen, die im Rahmen der laufenden 

Ortsplanungsrevision angestrebt werden“; Darstellung 2: „Bewilligung“: „noch 

offen“) und S. 7 des erwähnten Berichtes („Der Rodungsentscheid des 

BUWAL hat gezeigt, dass neue Rodungsbegehren nur unter dem Aspekt 

‚überwiegende Gründe’ eine Rodung rechtfertigen“) wurde klar zum Ausdruck 

gebracht, dass nicht alle der noch ausstehenden Rodungsbewilligungen nur 

noch eine Formsache seien. Damit liess sich auch den aufgelegten 

Unterlagen ohne weiteres entnehmen, dass die Waldbelange entgegen der 

rekurrentischen Auffassung nicht abschliessend Eingang in die Planung 

gefunden haben können. 

d) Der Rekurrentin ist zwar insoweit beizupflichten, als dass sich in den 

erwähnten Berichten durchaus auch Passagen finden lassen, die mehr als 

missverständlich sind und einen unbefangenen Betrachter zum Schluss 

verleiten könnten, die Genehmigung der Rodungen seien nur noch eine 

Formsache. Dies wohl auch deshalb, weil seitens der Gemeinde - welche 

nämlich seit Februar 2001 über den Vorentscheid des BUWAL verfügte und 

bereits daher wissen musste, dass Rodungsgesuche, wie jenes der 

Rekurrentin, kaum eine Chance auf Gutheissung hatten - aus schwer 

nachvollziehbaren Gründen eine sehr restriktive Informationspolitik verfolgte. 

So hätte sie es z.B. in Ziff 4.3 des Berichts zum Rodungsgesuch (Beurteilung 

der neuen Rodungen, S. 7) nicht nur beim Hinweis bewenden lassen sollen, 

dass diese Rodungen nur unter dem Aspekt „überwiegende Gründe“ gemäss 

Art. 5f KWaG bewilligt werden könnten, sondern es wäre wünschenswert 

gewesen, wenn sie darauf hingewiesen hätte, dass das BUWAL diese 

„überwiegenden Gründe“ eben als nicht vorhanden taxiert.

e) Letztlich vermögen aber auch die zitierten Mängel in der behördlichen 

Information nichts am Ergebnis zu ändern, dass der mit den im Rahmen der 

koordinierten öffentlichen Auflage aufgelegten Unterlagen erzielte 

Gesamteindruck nicht dazu geeignet ist, berechtigte Erwartungen der 

Rekurrentin zu begründen, welche es nun im vorliegenden Rekursverfahren 

gestützt auf Treu und Glauben rechtfertigen würden, die angefochtene 

Verfügung aufzuheben. 

f) Der Rekurrentin ist im übrigen entgegenzuhalten, dass sie, abgesehen von 

den in den beiden vorerwähnten Berichten enthaltenen Aussagen,< bereits 

aufgrund der Publikation der gemeinsamen Auflage und der 

Rechtsmittelbelehrung, wonach sowohl gegen die Waldfeststellung als auch 

gegen die Rodung Einsprachen möglich seien, hätte erkennen können und 

müssen, dass die aufgelegten Pläne nicht definitiv waren und eine 

Rodungsbewilligung eben gerade nicht nur noch eine Formsache waren. Was 

die Rekurrentin im diesem Zusammenhang zur Stützung ihrer Begehren 

vorbringt, vermag am oben dargelegten Ergebnis bereits zufolge Fehlens 

einer hinreichenden Vertrauensgrundlage nichts zu ändern.

g) Selbst wenn das Vorliegen einer hinreichenden Vertrauensgrundlage im 

konkreten Fall jedoch bejaht werden müsste, könnte die Rekurrentin aus 

dieser nichts aus Art. 9 BV ableiten, weil es an der kumulativ erforderlichen 

für sie nachteiligen Disposition fehlt. Letztere erblickt sie darin, dass sie 

aufgrund des erhaltenen Eindrucks von einem (an sich gebotenen) 

Rechtsmittel abgesehen habe. Wie oben dargelegt, hätte sie aber bereits 

aufgrund der aufgelegten Unterlagen und Berichte ohne weiteres erkennen 

können, dass die Planentwürfe keinen definitiven Charakter aufweisen und 

dass mit Änderungen im Verlauf des Planungsverfahrens gerade hinsichtlich 

des Bestockungsteils auf ihrer Parzelle noch gerechnet werden musste. Wenn 

sie trotzdem von der Einreichung eines Rechtsmittels abgesehen hat, so 

muss sie sich nun die Rechtsfolgen daraus entgegenhalten lassen. Die 

mehrfach geschilderte Sachlage steht einer erfolgreichen Berufung auf Treu 

und Glauben im Wege.

3. Soweit die Rekurrentin zur Stützung ihres Rekurses noch eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs geltend macht, weil sie vorgängig des Erlasses der 

nunmehr angefochtenen Verfügung nicht angehört worden sei, kann ihr 

ebenfalls nicht geholfen werden. Es liegt in der Natur der Sache, dass ein 

Gesuch, das vorliegend von der Gemeinde im Rahmen der Revision der 

Nutzungsplanung in Vertretung der betroffenen Grundeigentümerin 

eingereicht worden ist, entweder gutgeheissen oder abgelehnt werden 

konnte. Die Gemeinde war im Rahmen ihrer Mitwirkungspflichten gehalten, 

die tatsächlichen und rechtlichen Voraussetzungen für eine Rodung darzutun 

und allfällige Beweismittel beizulegen. Praxisgemäss wird solches bereits als 

vorgängige Stellungnahme einer Gesuchstellerin betrachtet. Nur wenn eine 

Behörde nicht auf die Angaben abstellen will, zusätzliche Abklärungen trifft 

oder eine Rechtsauffassung vertritt, mit welcher nicht gerechnet werden 

musste, ist eine vorgängige Anhörung geboten. Im konkreten Fall wäre eine 

Anhörung nur dann erforderlich gewesen, wenn die Forstbehörden aufgrund 

einer für die Betroffenen (Gemeinde, Grundeigentümer) nicht vorhersehbaren 

Entscheidungsgrundlage einen negativen Entscheid erlassen hätten wollen 

(vgl. zum Ganzen: PVG 1997 Nr. 70). Diese Voraussetzungen sind vorliegend 

aber, wie oben dargelegt, nicht gegeben. Vielmehr wurden die Betroffenen 

bereits in den Auflageakten – wenn auch mit den oben umschriebenen 

Missverständlichkeiten – hinreichend darüber informiert, dass die 

Erfolgsaussichten eines Rodungsgesuches gemäss Art. 5f KWaG für 

bestimmte Bestockungsteile (u.a. für den bestockten Teil auf der 

rekurrentischen Parzelle Nr. 655) äusserst gering sein könnten. Zudem war 

die Rekurrentin spätestens seit dem Augenschein vom 19. September 2003 

darüber informiert, dass dem sie betreffenden Rodungsgesuch 

voraussichtlich nicht stattgegeben werden könne; auch daraufhin hat sie nicht 

reagiert. War aber eine vorgängige Anhörung im Lichte der eben dargelegten 

Voraussetzungen nicht geboten, kann von einer Verletzung des rechtlichen 

Gehörs keine Rede sein. Der Rekurs erweist sich daher auch aus dieser Sicht 

als unbegründet. Was die Rekurrentin sonst noch zur Stützung ihrer Begehren 

vorbringen lässt, ist ebenfalls nicht geeignet, am oben umschriebenen 

Ergebnis etwas zu ändern. Der Rekurs ist daher abzuweisen.

4. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten der Rekurrentin. 

Von der Zusprechung einer aussergerichtlichen Entschädigung an den 

obsiegenden Kanton (BVFD) kann praxisgemäss abgesehen werden.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 252.--

zusammen Fr. 2'752.--

gehen zulasten der Baugesellschaft … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene staatsrechtliche Beschwerde wurde als 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde entgegen genommen und am 14. März 2007 

abgewiesen (1P.424/2006).