# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ae6cabe-8ab0-51af-9cee-5c3fddbbb689
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-10-20
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 20.10.2014 BG.2014.27
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BG-2014-27_2014-10-20.pdf

## Full Text

Beschluss vom 20. Oktober 2014  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Emanuel Hochstrasser und Tito Ponti,  

Gerichtsschreiber Miro Dangubic  

   
 

Parteien 

  

A., 

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

1. KANTON THURGAU,  

 

2. KANTON BERN,  

 

Beschwerdegegner 

  

Gegenstand  Anfechtung des Gerichtsstands (Art. 41 Abs. 2 StPO) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BG.2014.27 

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- am 30. April 2014 die Ehegatten B. und C. bei der Kantonspolizei des 

Kantons Bern Strafanzeige gegen A. wegen Drohung, Beschimpfung und 

übler Nachrede erstattet haben; die Ehegatten B. und C. A. vorwerfen, sie 

seit dem Jahre 2000 mit Briefen zu belästigen, in welchen er sie 

beschimpfe und verleumde; A. zudem im Jahre 2006 ein Buch mit den 

gleichen Geschichten wie in den zuvor erwähnten Briefen verfasst und an 

Einwohner der Gemeinde Z. (Kanton Bern) verschickt habe (Verfahrens-

akten S. 26 ff.);  

  

- in der Folge am 4. Juli 2014 A. zu den obgenannten Vorwürfen 

rechtshilfeweise von der Kantonspolizei Thurgau einvernommen wurde und 

dabei u.a. aussagte, dass er die zur Diskussion stehenden Schriftstücke an 

seinem Wohnort in Y. (Kanton Thurgau) verfasst und auch von dort aus 

versendet habe (Verfahrensakten S. 32 ff.);  

 

- anschliessend die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Bern mit 

Gerichtsstandsanfrage vom 2. Juni 2014 bzw. 19. September 2014 die 

Staatsanwaltschaft Kreuzlingen (nachfolgend "StA KR") um Übernahme 

des Verfahrens gegen A. ersuchte (Verfahrensakten S. 2-3);  

 

- die StA KR am 24. September 2014 die Übernahme des Verfahrens gegen 

A. verfügte (act. 1.2);  

 

- A. dagegen mit Beschwerde vom 24. September 2014 an die StA KR 

gelangt (act. 1.1);  

 

- die StA KR die obgenannte Beschwerde inklusive einer Stellungnahme 

zuständigkeitshalber am 30. September 2014 diesem Gericht weiterleitete 

(act. 1) und am 3. Oktober 2014 auf weitere diesbezügliche Ausführungen 

im Sinne einer Beschwerdeantwort verzichtete (act. 4);  

 

- der Beschwerdeführer mit am 8. Oktober 2014 versandter unaufgeforderter 

Eingabe erneut die Zuständigkeit der StA KR bestritt (act. 5);  

 

- der stellvertretende Oberstaatsanwalt des Kantons Bern mit Schreiben vom 

8. Oktober 2014 auf eine Beschwerdeantwort verzichtete (act. 6);  

 

- der Beschwerdeführer am 15. Oktober 2014 replizierte, was den 

Beschwerdegegnern am 17. Oktober 2014 zur Kenntnis gebracht wurde 

(act. 8 und 9).  

- 3 - 

 

 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:  

 

- sich die Parteien gegen die von den beteiligten Staatsanwaltschaften 

getroffene Entscheidung über den Gerichtsstand (Art. 39 Abs. 2 StPO) 

innert 10 Tagen bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

beschweren können (Art. 41 Abs. 2 Satz 1 StPO i.V.m. Art. 37 

Abs. 1 StBOG);  

 

- Art. 34 Abs. 1 StPO folgendes festhält: "Für die Verfolgung und Beurteilung 

einer Straftat sind die Behörden des Ortes zuständig, an dem die Tat 

verübt worden ist. Liegt nur der Ort, an dem der Erfolg der Straftat 

eingetreten ist, in der Schweiz, so sind die Behörden dieses Ortes 

zuständig"; 

 

- gemäss den Aussagen des Beschwerdeführers er die ihm zu Last gelegten 

Schriftstücke an seinem Wohnort Y. (Kanton Thurgau) verfasst und von 

dort aus versendet habe;  

 

- die Übernahme des Gerichtsstandes durch die StA KR folglich im Einklang 

mit den gesetzlichen Bestimmungen erfolgte; der Beschwerdeführer in der 

Beschwerde nichts Gerichtsstandsrelevantes vorbringt (act. 1.1);  

 

- die Beschwerde folglich abzuweisen ist;  

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO);  

 

- die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.-- festzusetzen ist (Art. 73 StBOG sowie 

Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 

31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in 

Bundesstrafverfahren, BStKR; SR 173.713.162).  

 

- 4 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer zur 

Bezahlung auferlegt.  

 

 

 

 

Bellinzona, 21. Oktober 2014 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Staatsanwaltschaft Kreuzlingen 

- Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern  

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.