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**Case Identifier:** 70f535dc-bfde-5436-a372-949c7fd92029
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.10.2021 200 2021 455
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-455_2021-10-18.pdf

## Full Text

200 21 455 IV
KOJ/SVE/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. Oktober 2021

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. jur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 26. Mai 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/21/455, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1965 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), ..., 
meldete sich im November 2019 unter Hinweis auf Schwindel, Kopf-
schmerzen, Vergesslichkeit, Ohrendruck und Depressionen infolge stark 
ausgeprägter Meningitis und dreitägigem künstlichem Koma bei der Eid-
genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten 
der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1). 
Die IVB tätigte in der Folge medizinische und erwerbliche Abklärungen. Am 
10. Dezember 2019 teilte sie der Versicherten mit, es seien keine Einglie-
derungsmassnahmen möglich (AB 20). Daraufhin veranlasste sie eine po-
lydisziplinäre Begutachtung durch die MEDAS C.________ (Expertise vom 
23. Dezember 2020 [Versanddatum; AB 50]) sowie eine Abklärung an Ort 
und Stelle (Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 12. April 2021 
[AB 56]). Mit Vorbescheid vom 15. April 2021 (AB 57) stellte die IVB bei 
einem in Anwendung der gemischten Methode (60 % Erwerb und 40 % 
Haushalt) ermittelten Invaliditätsgrad von 22 % (per 1. Mai 2020) resp. von 
27 % (per 23. Dezember 2020) die Abweisung des Rentenbegehrens in 
Aussicht. Nach dagegen erhobenem Einwand (AB 62) holte die IVB eine 
Stellungnahme des Bereichs Abklärungen (Stellungnahme vom 19. Mai 
2021 [AB 65]) ein und verfügte am 26. Mai 2021 dem Vorbescheid entspre-
chend (AB 66). 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
Dr. jur. B.________, mit Eingabe vom 21. Juni 2021 Beschwerde und be-
antragte, in Aufhebung der Verfügung vom 26. Mai 2021 sei ihr eine Invali-
denrente soweit rechtens auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungs-
folge.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 4. August 
2021 auf Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 26. Mai 2021 (AB 66). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 
Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2

2.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch 
nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies 
zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Ein-
fluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 
106 E. 4.4 S. 110). 

2.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-

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ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Ge-
sundheitsbeeinträchtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen 
einer Prüfung auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der 
Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig 
keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungsein-
schränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 
141 V 281 E. 2.2.1 S. 287). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung 
erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine renten-
begründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines 
strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 
V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 
143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4

2.4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 

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im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 
ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 
ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betäti-
gungsvergleich]; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293).

2.4.2 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 
der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Me-
thode; BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

2.4.3 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach 
Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditäts-
grads der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invali-
ditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert 
(Art. 27bis Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Die Berechnung des Invali-
ditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 
ATSG. Dabei sind Validen- und Invalideneinkommen auf der Grundlage 
einer hypothetischen Vollzeittätigkeit zu ermitteln (BGE 145 V 370). Die 
prozentuale Erwerbseinbusse wird schliesslich anhand des Beschäfti-
gungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, 
gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads 
in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale An-
teil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Ver-
gleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden 
wäre, ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet 
(Art. 27bis Abs. 4 IVV).

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2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.

3.1 Was den Gesundheitszustand bzw. die Arbeits- und Leistungsfähig-
keit der Beschwerdeführerin betrifft, stützt sich die Beschwerdegegnerin auf 
das polydisziplinäre, auf einer internistischen, psychiatrischen, rheumatolo-
gischen, neurologischen und neuropsychologischen Untersuchung basie-
rende Gutachten der MEDAS C.________ vom 23. Dezember 2020 
(AB 50).

3.1.1 In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung (AB 50.1) wurden die 
folgenden Diagnosen gestellt (S. 7 Ziff. 4.2.1 f.): 

Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
- Chronische Kopfschmerzen und Schwindel seit April 2019
- DD sekundär bzw. persistierend bei Status nach Pneumokokken-

Meningitis April 2019, DD Kopfschmerzen vom Spannungstyp
- Verdacht auf zusätzlich Kopfschmerzen bei Analgetika-Übergebrauch
- Lumboischialgie rechts mit Affektion der S1-Wurzel rechts durch breite 

rezessale Diskushernie L5/S1 rechts mit klinisch S1-Syndrom rechts
- Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.10)
- Fingerpolyarthrosen
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
- Leichtgradiges Karpaltunnelsyndrom beidseits mit/bei:
- anamnestisch rezidivierenden Kribbelparästhesien im Dermatom des 

N. medianus beidseits (Hand- und Fingerbereich)
- Diabetes Mellitus Typ II, aktuell HbA1c 6.6 %

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- Adipositas Grad I
- Femoropatellar-Arthrosen

Spätestens ab Anfang 2020 bestehe in der bisherigen Tätigkeit eine Ar-
beits(un)fähigkeit von 50 % aufgrund der chronisch rezidivierenden Kopf-
schmerzen. Aufgrund der verminderten Belastbarkeit der lumbalen Wir-
belsäule bei grosser Diskushernie L5/S1 mit Affektion der Wurzel S1 sowie 
eher etwas über einem Altersdurchschnitt liegenden Fingerpolyarthrose sei 
eine Tätigkeit als ... körperlich zu schwer. Diese Arbeitsunfähigkeit habe 
seit der klinischen und MRI-Diagnose eines grossen Bandscheibenvorfalls 
am 23. August 2020 bestanden (S. 8 Ziff. 4.7). Aus polydisziplinärer Sicht 
bestehe spätestens ab Anfang 2020 eine Arbeitsfähigkeit von 70 % und ab 
Zeitpunkt der aktuell erfolgten Begutachtung eine Arbeitsfähigkeit von 60 % 
in einer voll angepassten Tätigkeit. Eine solche umfasse eine wechselbe-
lastende Tätigkeit mit regelmässigen Möglichkeiten zum Positionswechsel, 
körperlich leichte Tätigkeiten ohne regelmässiges Bücken oder regelmässig 
vorgeneigte Zwangshaltungen sowie ohne regelmässiges Heben und Tra-
gen von Lasten über etwa fünf bis acht Kilogramm, kein Gehen auf unebe-
nem Boden oder Treppensteigen, ausreichend Pausenmöglichkeit, keine 
grelle Arbeitsplatzbeleuchtung, keine Arbeiten auf Gerüsten, Dächern und 
Leitern und ohne höhere Anforderungen an die kognitiven Fähigkeiten 
(Ziff. 4.8). 

3.1.2 Im allgemein-internistischen Teilgutachten (AB 50.2) führte 
Dr. med. D.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, aus, es 
fänden sich keine Erkrankungen von Relevanz und mit Einfluss auf die Ar-
beitsfähigkeit (S. 4 Ziff. 6.1).

3.1.3 Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
hielt in seinem Teilgutachten (AB 50.3) fest, bei der durchgeführten Unter-
suchung fänden sich Symptome und Beschwerden, die die Diagnose einer 
depressiven Episode gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F32.10; vgl. S. 7 
Ziff. 6.2) rechtfertigten. Die Grundlage zur eigenständigen Diagnose einer 
Angststörung liege aktuell nicht vor. Das insgesamt verdeutlichend de-
monstrativ leidend darstellende Verhalten während der psychiatrischen 
Untersuchung als auch die nicht valide, mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit nicht authentische Anstrengungsbereitschaft während der neuropsy-

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chologischen Untersuchung seien im Rahmen der gestellten psychiatri-
schen Diagnose trotz des anderen kulturellen Hintergrundes nur begrenzt 
nachvollziehbar (S. 7 Ziff. 6.1). Ausgehend von einer Tätigkeit als ... in der 
bisherigen Tätigkeit werde von einer Arbeitsfähigkeit von 60 % beginnend 
ab der jetzigen erfolgten Untersuchung ausgegangen (S. 9 Ziff. 8.1). Die 
bisherige Tätigkeit werde als eine angepasste Tätigkeit ohne höhere Anfor-
derungen an die kognitiven Fähigkeiten betrachtet, sodass auch hier von 
einer Arbeitsfähigkeit von 60 %, ausgehend von der jetzig erfolgten Begut-
achtung, auszugehen sei (Ziff. 8.2). Eine angepasste Tätigkeit sei während 
drei bis vier Stunden an fünf Tagen pro Woche zumutbar (S. 10 Ziff. 8.4). 
Die Beschwerdeführerin sei zum jetzigen Zeitpunkt als psychiatrisch noch 
nicht ausreichend therapiert zu betrachten, dies auch vor dem Hintergrund, 
dass die psychiatrische Behandlung erst seit gut einem Jahr laufe, was 
noch als eher kurz zu betrachten sei (Ziff. 8.3). Die psychiatrische Behand-
lung solle intensiviert werden (Intensivierung der Terminfrequenz, entspre-
chende Anpassung der Medikation [Dosiserhöhung, anderes oder zusätzli-
ches Antidepressivum]). Bei weiter unveränderter Symptomatik solle eine 
stationäre psychiatrische Behandlung in Betracht gezogen werden (S. 10 f. 
Ziff. 8.4).

3.1.4 Im rheumatologischen Teilgutachten (AB 50.4) führte Dr. med. 
F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, 
aus, aufgrund der verminderten Belastbarkeit der lumbalen Wirbelsäule bei 
grosser Diskushernie L5/S1 mit Affektion der Wurzel S1 sowie eher etwas 
über einem Altersdurchschnitt liegenden Fingerpolyarthrosen sei eine 
Tätigkeit als ... körperlich zu schwer. Eine Arbeitsunfähigkeit in der bisheri-
gen Tätigkeit habe seit der klinischen und MRI-Diagnose eines grossen 
Bandscheibenvorfalles am 23. August 2020 bestanden (S. 6 Ziff. 8.1). An-
gepasste, d.h. körperlich leichte Tätigkeiten ohne regelmässiges Bücken 
oder regelmässig vorgeneigte Zwangshaltungen sowie ohne regelmässiges 
Heben und Tragen von Lasten über etwa fünf bis acht Kilogramm seien 
rheumatologisch zu schätzungsweise 20 bis 30 % eingeschränkt (Ziff. 8.2). 
Als medizinische Massnahmen seien sporadische Physiotherapie wegen 
degenerativer lumbaler Beschwerden und der Gebrauch von einfachen 
Analgetika oder NSAR nach Bedarf nötig (Ziff. 8.3).

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3.1.5 Dr. med. G.________, Facharzt für Neurologie, führte in seinem 
Teilgutachten (AB 50.5) aus, körperliche Tätigkeiten im ... seien aufgrund 
eines vorliegenden S1-Syndroms nur eingeschränkt möglich. Eine körper-
lich schonende Tätigkeit sei möglich, erschwerend kämen hier chronisch-
rezidivierende Kopfschmerzen und eine damit herabgesetzte Leistungs-
fähigkeit dazu. Als Belastung stelle sich eine fehlende Perspektive und ins-
gesamt eine depressiv wirkende Grundstimmung dar (S. 10 Ziff. 7.4). Es 
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in der bisherigen Tätigkeit aufgrund 
der chronisch rezidivierenden Kopfschmerzen sowie der lumbalen Rücken-
schmerzen mit S1-Syndrom rechts (Ziff. 8.1). In einer voll angepassten 
Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Eine solche umfasse eine 
wechselbelastende Tätigkeit mit regelmässigen Möglichkeiten zum Positi-
onswechsel, kein Tragen von schweren Gegenständen, kein Gehen auf 
unebenem Boden oder Treppensteigen, ausreichend Pausenmöglichkeit 
und keine grelle Arbeitsplatzbeleuchtung sowie keine Arbeiten auf Gerüs-
ten, Dächern und Leitern (S. 11 Ziff. 8.2). Bezüglich des S1-Syndroms 
rechts würden regelmässige Physiotherapie inkl. Kräftigung der Rücken- 
und Beinmuskulatur, Haltungstraining, Stand- und Gangsicherheitstraining 
sowie Gleichgewichtsübungen empfohlen. Bezüglich der Kopfschmerzen 
sei ein Fokus auf entlastende Massnahmen zu legen und dies in einem 
spezialisierten interdisziplinären Schmerzzentrum mit multimodalen Thera-
pieangeboten inkl. psychosomatischer Begleitung und Unterstützung mit 
Ziel der Schmerzlinderung und Reduktion des Schmerzmittelüberge-
brauchs (Ziff. 8.3).

3.1.6 Im neuropsychologischen Teilgutachten (AB 50.7) hielt die Diplom-
Psychologin H.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, 
fest, bei der Beschwerdeführerin sei aufgrund der Anamnese (Schulbildung 
sowie beruflicher Werdegang) von einer prämorbid normalen Intelligenz 
auszugehen. Sie erreiche in den aktuell durchgeführten Tests durchgängig 
keine altersnormgerechten Ergebnisse. Das Testprofil und das Verhalten 
erschienen neuropsychologisch nicht plausibel. In der Testung fänden sich 
neben Diskrepanzen und Auffälligkeiten in den Testergebnissen auch Auf-
fälligkeiten in der Symptomvalidierung und im Verhalten während der Be-
gutachtung (S. 4). In der klinischen Verhaltensbeobachtung, in den Tester-
gebnissen und in dem durchgeführten Beschwerdevalidierungsverfahren 

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werde mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer überwiegend nicht 
authentischen Anstrengungsbereitschaft ausgegangen. Möglicherweise 
bestünden durch die Pneumokokken-Meningitis kognitive Auffälligkeiten. 
Die wenigen kognitiven Testergebnisse könnten jedoch nicht als ausrei-
chend valide angesehen werden und somit auch nicht näher in Bezug auf 
eine Einschätzung der kognitiven Leistungsfähigkeit interpretiert werden. 
Aufgrund dessen könne das kognitive Leistungsvermögen aus neuropsy-
chologischer Sicht nicht beurteilt werden (S. 5).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Externen Beurteilungen, die nach Art. 44 ATSG im Verwaltungsverfahren 
eingeholt wurden, ist bei überzeugendem Beweisergebnis volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 
der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 227; 125 V 351 
E. 3b/bb S. 353). Insbesondere lässt es die unterschiedliche Natur von Be-
handlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und 

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Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten 
anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175) nicht zu, ein Administrativ- oder 
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Ab-
klärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen beziehungs-
weise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vor-
behalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf-
drängt, weil diese wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation ent-
springende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder 
ungewürdigt geblieben sind (SVR 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3, 2017 IV 
Nr. 49 S. 148 E. 5.5).

3.3 Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS C.________ vom 
23. Dezember 2020 (AB 50) erfüllt – jedenfalls was die erhobenen Befunde 
und gestellten Diagnosen betrifft – die von der höchstrichterlichen Recht-
sprechung gestellten Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (vgl. 
E. 3.2 hiervor), weshalb grundsätzlich darauf abzustellen ist. Die 
Feststellungen der Gutachter beruhen auf eigenen spezialärztlichen 
Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter 
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die 
Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind 
für die streitigen Belange umfassend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar und 
einleuchtend begründet. Die überzeugenden Einschätzungen werden von 
der Beschwerdeführerin denn auch nicht bestritten. Demnach ist erstellt, 
dass sie mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an chronischen 
Kopfschmerzen und Schwindel seit April 2019, einer Lumboischialgie 
rechts mit Affektion der S1-Wurzel rechts durch eine breite rezessale 
Diskushernie L5/S1 rechts mit klinisch S1-Syndrom, an einer mittelgradig 
depressiven Episode (ICD-10 F32.10) und Fingerpolyarthrosen leidet. 

Was die Arbeitsfähigkeit betrifft, besteht gemäss gutachterlicher 
Einschätzung in der bisherigen Tätigkeit spätestens seit Anfang 2020 eine 
Arbeitsunfähigkeit von 50 % und seit dem 23. August 2020 eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit, wohingegen in einer voll angepassten 
Tätigkeit seit Anfang 2020 eine Arbeitsfähigkeit von 70 % und ab Zeitpunkt 
der Begutachtung (4./5. November 2020; AB 50.1 S. 2 Ziff. 1) eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/21/455, Seite 13

Arbeitsfähigkeit von 60 % besteht. Das Zumutbarkeitsprofil umfasst dabei 
eine wechselbelastende, körperlich leichte Tätigkeit mit regelmässigen 
Möglichkeiten zum Positionswechsel ohne regelmässiges Bücken oder 
regelmässig vorgeneigten Zwangshaltungen sowie ohne regelmässiges 
Heben und Tragen von Lasten über etwa fünf bis acht Kilogramm, ohne 
Gehen auf unebenem Boden oder Treppensteigen, mit ausreichender 
Pausenmöglichkeit, ohne grelle Arbeitsplatzbeleuchtung, ohne Arbeiten auf 
Gerüsten, Dächern und Leitern und ohne höhere Anforderungen an die 
kognitiven Fähigkeiten (vgl. AB 50.1 S. 8 Ziff. 4.8). Ob der aus 
psychiatrischer Sicht ab Zeitpunkt der Begutachtung (4./5. November 2020; 
AB 50.1 S. 2 Ziff. 1) attestierten Arbeitsunfähigkeit von 40 % (AB 50.3 S. 9 
Ziff. 8.1 f.) und infolgedessen der ebenfalls ab Gutachtenszeitpunkt 
bestehenden polydisziplinär attestierten Arbeitsfähigkeit von 60 %, welche 
vorgängig (ab Anfang 2020) 70 % betrug (AB 50.1 S. 8 Ziff. 4.8), aus 
rechtlicher Sicht vollumfänglich zu folgen ist, braucht mit Blick auf das 
Ergebnis – resultiert doch auch bei Berücksichtigung der psychiatrischen 
Arbeitsunfähigkeit resp. der polydisziplinären Arbeitsunfähigkeit von 60 % 
ab Zeitpunkt der Begutachtung (4./5. November 2020; AB 50.1 S. 2 Ziff. 1) 
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (vgl. E. 6.3 hiernach) – nicht 
geprüft zu werden bzw. ist eine Indikatorenprüfung (vgl. E. 2.2.2 hiervor) 
entbehrlich.

4.

4.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des 
Rentenanspruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter 
dem Gesichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren 
Invaliditätsbemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 
IVG). Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig 
Erwerbstätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur 
Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung 
(Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, 
ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten 
Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde 
(BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/21/455, Seite 14

Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet 
werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig 
wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

4.2 Was den Status anbelangt, bringt die Beschwerdeführerin vor, bei 
guter Gesundheit ginge sie einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 70 bis 
80 % nach (Beschwerde S. 3 ff Ziff. 2.2 ff.). Die Beschwerdegegnerin nahm 
die Invaliditätsbemessung allerdings in Anwendung eines Status von 60 % 
Erwerb und 40 % Haushalt vor. Aufgrund der Akten erstellt ist, dass die 
Beschwerdeführerin bis April 2019 zwei langjährigen Anstellungen beim 
I.________ (I.________; vgl. AB 22 S. 2 Ziff. 2.1) und in einer ... (vgl. 
AB 14 S. 1 Ziff. 2.1) nachging. Gemäss Angaben dieser Arbeitgeber arbei-
tete sie dort jeweils 15 Stunden (AB 22 S. 3 Ziff. 2.9) resp. 5.76 Stunden 
pro Woche (AB 14 S. 2 Ziff. 2.9), mithin total 20.76 Stunden. Dies ent-
spricht ausgehend von einer 40-Stunden-Woche – zu Gunsten der Be-
schwerdeführerin, entspricht doch die betriebsübliche Wochenarbeitszeit 
(vgl. Tabelle „Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche“ des Bundesamts für 
Statistik [BfS], Total) 41.7 Stunden – einem Pensum von gerundet 52 % 
(100 / 40 x 20.75). Dass die Beschwerdegegnerin in der Folge – wiederum 
zu Gunsten der Beschwerdeführerin – von einer hypothetischen Erwerbs-
tätigkeit im Umfang von 60 % ausging, kann demnach in keiner Weise be-
anstandet werden. Daran vermag auch der Umstand, wonach die 
Beschwerdeführerin gemäss IK-Auszug in den Jahren 2010 bis 2012 ein 
deutlich höheres Einkommen erzielte (vgl. AB 12), nichts zu ändern, da die 
Jahreseinkommen 2011 und 2012 Arbeitslosentaggelder im Umfang von 
Fr. 10‘926.-- resp. Fr. 12‘873.-- umfassten. Eine Betreuung der 1989, 1993 
und 1996 geborenen Kinder (AB 1 S. 3 Ziff. 3; 56 S. 3 Ziff. 2) war überdies 
schon seit Jahren nicht mehr notwendig, war doch etwa die jüngste Tochter 
bereits seit 2014 volljährig (vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. 2.4). Ferner sind 
denn auch keine Arbeitsbemühungen für den Zeitraum vor 2018 
nachgewiesen (vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. 2.5). Soweit die 
Beschwerdeführerin zudem vorbringt, aufgrund der wirtschaftlichen 
Notwendigkeit im Zusammenhang mit dem Stellenverlust ihres Ehemannes 
hätte sie sich im Gesundheitsfall erst recht um ein höheres Pensum 
bemüht (Beschwerde S. 4 Ziff. 2.4), lässt sie ausser Acht, dass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/21/455, Seite 15

rechtsprechungsgemäss nicht allein die wirtschaftliche Notwendigkeit 
entscheidend ist (Entscheid des BGer vom 17. Oktober 2016, 
9C_926/2015, E. 4.2). Ein Status mit einem Anteil Erwerb von mehr als 
60 % oder gar von 80 % – in welchem Fall sich bei ansonsten 
gleichbleibenden Verhältnissen am Ergebnis denn auch nichts ändern 
würde (vgl. E. 6.3 hiernach) – ist nicht überwiegend wahrscheinlich. Der 
Invaliditätsgrad ist daher in Anwendung der gemischten Methode (vgl. 
E. 2.4.2 f. hiervor) ausgehend von einem Status 60 % Erwerb und 40 % 
Haushalt zu ermitteln. 

Soweit beschwerdeweise vorgebracht wird, dass die Wechselwirkungen 
zwischen der Aufnahme einer angepassten beruflichen Tätigkeit und der 
Tätigkeit im Aufgabenbereich nicht berücksichtigt worden seien 
(Beschwerde S. 7 Art. 4), ist festzuhalten, dass durch die seit 1. Januar 
2018 geltende neue Berechnungsweise der gemischten Methode den 
Wechselwirkungen zwischen Erwerbstätigkeit und Haushalt Rechnung 
getragen und eine bessere Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf 
sichergestellt wird (vgl. BGE 145 V 370 E. 4.3 S. 375; Entscheid des BGer 
vom 21. Dezember 2020, 8C_280/2020, E. 3.5.1). Mithin entfällt eine 
separate Berücksichtigung im Sinne der Praxis gemäss BGE 134 V 9 
E. 7.3.6 S. 14.

5.

Zunächst ist die Einschränkung im Erwerbsbereich nach der allgemeinen 
Methode des Einkommensvergleichs zu bestimmen.

5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/21/455, Seite 16

5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom BfS herausge-
gebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 
2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). 

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit 
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand 
ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 
322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in 
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von 
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 
Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss 
sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten 
ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen 
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht 
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und 
so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen 
(BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

5.3 Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die im 
Zeitpunkt des angefochtenen Verwaltungsaktes aktuellsten statistischen 
Daten zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des BGer 
vom 27. November 2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1).

5.4

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/21/455, Seite 17

5.4.1 Unter Berücksichtigung der Anmeldung zum Leistungsbezug im 
November 2019 (vgl. AB 1) bzw. der sechsmonatigen Karenzfrist gemäss 
Art. 29 Abs. 1 IVG sowie dem einjährigen Wartejahr, in welchem durch-
schnittlich ohne wesentlichen Unterbruch eine mindestens 40%ige Arbeits-
unfähigkeit vorgelegen haben muss (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG), fällt der 
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns auf Mai 2020. 

5.4.2 Die Beschwerdegegnerin stellte zur Bestimmung des Validenein-
kommens auf den durch die Beschwerdeführerin im Jahr 2020 erzielten 
Lohn beim I.________ im Betrag von Fr. 24’386.05 (Fr. 1'875.85 x 13 Mo-
nate; vgl. AB 54.1 S. 6) sowie auf den seit 2013 jährlich in der ... erzielten 
Lohn von rund Fr. 6'526.-- (vgl. AB 12 S. 2) ab. Dies ist nicht zu beanstan-
den, ist doch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, 
dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfalle weiterhin ihrer Tätigkeit 
sowohl im I.________ als auch in der ... nachginge (vgl. E. 5.1 hiervor). Sie 
hätte damit im Jahr 2020 total ein Einkommen von Fr. 30'912.05 bei einem 
Pensum von insgesamt 50.2 % erzielt. Aufgerechnet auf ein 100 %-
Pensum (vgl. E. 2.4.3 hiervor) beläuft sich das Valideneinkommen auf 
Fr. 61’577.80 (Fr. 30'912.05 / 50.2 x 100).

5.4.3 Da die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nicht vollstän-
dig verwertet, stellte die Beschwerdegegnerin zur Bestimmung des Invali-
deneinkommens ausgehend vom gutachterlichen Zumutbarkeitsprofil (vgl. 
AB 50.1 S. 8 Ziff. 4.8) zu Recht auf den praxisgemäss anwendbaren Total-
wert der LSE 2018, TA1 (in BGE 133 V 545 nicht publizierte E. 5.1 des 
Entscheides vom 24. August 2007, 9C_237/2007), Kompetenzniveau 1, 
Frauen, ab (vgl. E. 5.2 f. hiervor), wird doch darin eine grosse Breite an 
möglichen Stellen abgebildet. Angepasst an die betriebsübliche Wochenar-
beitszeit (vgl. Tabelle „Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche“ des BfS, Total), indexiert 
pro 2020 (gemäss Tabelle T1.2.15, Nominallohnindex, Frauen, 2016-2020, 
Total; 2018: 101.7, 2020: 103.6]) und unter Berücksichtigung der gutachter-
lich attestierten Arbeitsfähigkeit von 70 % ab 2020 resp. von 60 % ab No-
vember 2020 beläuft sich das Invalideneinkommen auf Fr. 38'991.95 
(Fr. 4'371.-- x 12 / 40 x 41.7 / 101.7 x 103.6 / 100 x 70) resp. auf 
Fr. 33'421.65 (Fr. 4'371.-- x 12 / 40 x 41.7 / 101.7 x 103.6 / 100 x 60). Die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/21/455, Seite 18

marginalen Abweichungen zum durch die Beschwerdegegnerin errechne-
ten Einkommen sind auf die nicht näher dargelegte Art der Indexierung 
zurückzuführen und vorliegend nicht entscheidrelevant.

Was den durch die Beschwerdeführerin geltend gemachten leidensbeding-
ten Abzug vom Tabellenlohn von zumindest 10 % betrifft (Beschwerde 
S. 5 f. Ziff. 3.1), ist in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin (Be-
schwerdeantwort S. 2 f. Ziff. 6) ein solcher vorliegend nicht gerechtfertigt. 
Einerseits wurde ihren Einschränkungen im gutachterlichen Zumutbar-
keitsprofil mit der 30%igen (ab Anfang 2020) resp. mit der 40%igen Leis-
tungseinschränkung (ab November 2020; vgl. AB 50.1 S. 8 Ziff. 4.8) hinrei-
chend Rechnung getragen (vgl. E. 5.2 hiervor). Andererseits ist gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei teilzeitlich tätigen Frauen ohne 
Kaderfunktion und mit einem Pensum zwischen 50 bis 74 % unter dem 
Titel Beschäftigungsgrad denn auch kein leidensbedingter Abzug vorzu-
nehmen (Entscheid des BGer vom 30. April 2018, 9C_238/2018, E. 5.2). 
Die Beschwerdeführerin macht ferner unter Verweis auf Referatsunterlagen 
von Prof. Dr. iur Thomas Gächter sowie der Dres. iur. Philipp Egli und Mi-
chael E. Meier (abrufbar unter <www.wesym.ch>, Rubrik: Downloads), wel-
che sich im Übrigen auf das Gutachten „Nutzung Tabellenmedianlöhne 
LSE zur Bestimmung der Vergleichslöhne bei der IV-Rentenbemessung“ 
vom 8. Januar 2021 des Büros für arbeits- und sozialpolitische Studien 
BASS AG (BASS [abrufbar unter <www.wesym.ch>, a.a.O.]) und das 
Rechtsgutachten „Grundprobleme der Invaliditätsbemessung in der Invali-
denversicherung“ vom 22. Januar 2021 von THOMAS GÄCHTER (Schlussfol-
gerungen abrufbar unter <www.wesym.ch>, a.a.O.) stützen, geltend, dass 
Arbeitnehmer mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen statistisch gesehen 
im Durchschnitt rund 10 bis 15 % weniger verdienten als Gesunde in der-
selben Tätigkeit (Beschwerde S. 6 Ziff. 3.2). Die Autoren des BASS-
Gutachtens und des Rechtsgutachtens kommen gestützt auf empirische 
Erhebungen im Wesentlichen zum Schluss, dass der Medianlohn von Er-
werbstätigen mit starken gesundheitlichen Einschränkungen – unabhängig 
davon ob sie eine IV-Rente beziehen oder nicht – signifikant tiefer ist als 
jener von voll leistungsfähigen Erwerbstätigen, wobei der weitaus grösste 
Anteil der Lohnunterschiede nicht auf lohnrelevante Faktoren wie bspw. 
Geschlecht, Alter, Kompetenzniveau oder Brancheneffekte zurückzuführen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/21/455, Seite 19

sei. Der Faktor „Starke gesundheitliche Einschränkungen“ wird dabei defi-
niert als (sehr) schlechter allgemeiner Gesundheitszustand (IZ40/4 bzw. 
IZ40/5) oder (kumulativ) eine länger andauernde Krankheit bzw. gesund-
heitliche Probleme (IZ41/1) sowie mindestens sechs Monate dauernde 
starke Einschränkung des täglichen Lebens wegen gesundheitlicher Pro-
bleme (IZ42/1; vgl. BASS AG-Gutachten S. 17 Fn. 4 bzw. Schlussfolgerung 
Rechtsgutachten S. 38 Rz. 109; vgl. auch Schweizerische Arbeitskräfteer-
hebung [SAKE] des BFS, Variablenliste 2019, S. 19 und S. 48, abrufbar 
unter <www.bfs.admin.ch>). Selbst wenn beide Vergleichseinkommen an-
hand desselben Tabellenlohns ermittelt würden und somit die invaliditäts-
fremden Faktoren auszuklammern wären, sei damit für gesundheitlich stark 
eingeschränkte Erwerbstätige ein signifikant tieferes Lohnniveau zu erwar-
ten. Vorliegend enthalten die medizinischen Akten allerdings keine An-
haltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin einen schlechten oder so-
gar sehr schlechten Allgemeinzustand aufweist. Überdies geht sie weiterhin 
ihrer deutlich über dem Totalwert der LSE entlöhnten Teilzeittätigkeit beim 
I.________ nach, womit von vornherein nicht von einem tieferen Lohn auf-
grund der gesundheitlichen Einschränkung ausgegangen werden kann. 
Folglich können aus den angerufenen Referatsunterlagen, basierend auf 
dem Gutachten des BASS wie auch aus dem Rechtsgutachten von GÄCH-
TER keine Schlussfolgerungen abgeleitet werden, die für einen Tabellen-
lohnabzug sprächen. 

5.4.4 Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 61’577.80 und 
einem Invalideneinkommen von Fr. 38'991.95 (ab Mai 2020) resp. von 
Fr. 33'421.65 (ab November 2020) beträgt – gewichtet mit einem Status 
von 60 % – die Einschränkung im Bereich Erwerb 22 % ([Fr. 61'577.80 - 
Fr. 38'991.95] x 100 / Fr. 61'577.80 x 0.6) ab Mai 2020 resp. 27.43 % 
([Fr. 61'577.80 - Fr. 33'421.65] x 100 / Fr. 61'577.80 x 0.6) ab November 
2020. 

Ausgehend von einem Status von 80 % resultierte eine Einschränkung von 
29.34 % ([Fr. 61'577.80 - Fr. 38'991.95] x 100 / Fr. 61'577.80 x 0.8) ab Mai 
2020 resp. von 36.57 % ([Fr. 61'577.80 - Fr. 33'421.65] x 100 / 
Fr. 61'577.80 x 0.8) ab November 2020.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/21/455, Seite 20

6.

Im Folgenden sind die Einschränkungen im Aufgabenbereich zu ermitteln.

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2). 

6.2 Der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 12. April 2021 (AB 56) 
samt Stellungnahme vom 19. Mai 2021 (AB 65) erfüllt die Anforderungen 
der Rechtsprechung an einen solchen (E. 6.1 hiervor). Die Feststellungen 
der fachkundigen Abklärungsperson basieren auf eigenen, vor Ort und in 
Anwesenheit der Beschwerdeführerin durchgeführten Erhebungen und 
berücksichtigen die bestehenden gesundheitlichen Einschränkungen. Der 
Abklärungsbericht ist zudem hinsichtlich der Gewichtung der Tätigkeitsbe-
reiche ausreichend detailliert und es liegen keine klaren Fehleinschätzun-
gen vor. Der Abklärungsbericht ist damit – entgegen der Ansicht der Be-
schwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 8 Ziff. 5.1 f.) – nachvollziehbar und 
beweiskräftig. Die Beschwerdeführerin lebt zusammen mit ihrem Ehegatten 
und den zwei erwachsenen Töchtern. Somit wurde im Abklärungsbericht 
unter Bezugnahme auf das Zumutbarkeitsprofil (vgl. AB 50.1 S. 8 Ziff. 4.8) 
zutreffend auf die Schadenminderungspflicht der Beschwerdeführerin sel-
ber und der ebenfalls im Haushalt lebenden, erwachsenen Familienan-
gehörigen verwiesen, zumal deren Unterstützungspflicht weiter geht als die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/21/455, Seite 21

ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung 
(BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509; SVR 2011 IV Nr. 11 S. 30 E. 5.5; vgl. auch 
Bundesamt für Sozialversicherungen [BSV], Kreisschreiben über Invalidität 
und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], Rz. 3090). Der rheu-
matologische Gutachter hatte denn auch explizit festgehalten, dass die 
üblichen Tätigkeiten im Haushalt mit etwas mehr Pausen und vereinzelter 
Mithilfe von Familienangehörigen möglich seien (AB 50.4 S. 6 Ziff. 8.4). 
Auch in psychiatrischer Hinsicht ist gestützt auf die gutachterliche Ein-
schätzung die Haushaltstätigkeit während drei bis vier Stunden an fünf Ta-
gen pro Woche zumutbar (AB 50.3 S. 10 Ziff. 8.4). Dementsprechend ist es 
der Beschwerdeführerin ohne weiteres möglich, die im Haushalt anfallen-
den leichten Tätigkeiten zu erledigen, wie es auch den übrigen Familienan-
gehörigen im Hinblick auf ihre Unterstützungspflicht zumutbar ist, die 
schwereren Arbeiten zu übernehmen und sich ausserdem im üblichen 
Rahmen einer erwachsenen Familiengemeinschaft am Haushalt zu beteili-
gen. Folglich ist von keiner Einschränkung im Bereich Haushalt auszuge-
hen.

6.3 Mangels einer Einschränkung im Bereich Haushalt entspricht der 
Invaliditätsgrad der Einschränkung im Bereich Erwerb. Somit beträgt der 
Invaliditätsgrad ab Mai 2020 gerundet (vgl. zur Rundung BGE 130 V 121 
E. 3.2 und 3.3 S. 123) 22 % resp. ab November 2020 gerundet 27 %, wo-
mit kein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht (vgl. E. 2.3 hiervor). 

Selbst wenn von einem Status 80 % Erwerb und 20 % Haushalt auszuge-
hen wäre, resultierte gerundet ein nicht rentenbegründeter Invaliditätsgrad 
von 29 % ab Mai 2020 resp. von 37 % ab November 2020.

7.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 26. Mai 2021 
(AB 66) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ab-
zuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/21/455, Seite 22

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Strei-
tigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kos-
tenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

8.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. jur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Okt. 2021, IV/21/455, Seite 23

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.