# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 70265204-2601-549d-b0d6-8a53febd86ee
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Sozialversicherungsgericht 21.03.2014 IV.2013.00948
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Sozialversicherungsgericht/ZH_SVG_001_IV-2013-00948_2014-03-21.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
	

	

	IV.2013.00948

II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiberin Lienhard
Urteil vom 21. März 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt Hanspeter Riedener
Advokaturbüro
Langstrasse 4, 8004 Zürich

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin

Sachverhalt:
1.    
1.1    X.___, geboren 1979, ist gelernter Carrosserie-Spengler (Urk. 7/2 Ziff. 5.2). Am 3. September 2009 meldete er sich wegen Wirbelsäulenbeschwerden sowie Arm- und Kopfschmerzen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte Arztberichte (Urk. 7/6), einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszug; Urk. 7/7) und einen Arbeitgeberbericht (Urk. 7/13) ein und tätigte berufliche Abklärungen (Urk. 7/10). Sodann veranlasste sie eine Begutachtung des Versicherten bei PD Dr. med. Y.___, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie, insbesondere Wirbelsäulenchirurgie, der sein Gutachten am 24. März 2010 erstattete (Urk. 7/21).
Nach Zustellung des Vorbescheids (Urk. 7/28) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 26. August 2010 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente ab 1. Juli 2010 zu (Urk. 7/39 in Verbindung mit Urk. 7/36). 
Im Rahmen des Revisionsverfahrens im Jahr 2012 holte die IV-Stelle weitere Arztberichte (Urk. 7/45/3; Urk. 7/47) ein und bestätigte mit Mitteilung vom 
17. Oktober 2012 einen unveränderten Rentenanspruch (Urk. 7/49). 
1.2    Mit Schreiben vom 30. April 2013 (Urk. 7/54) auferlegte die IV-Stelle dem Versicherten eine Schadenminderungspflicht und hielt ihn an, innert eines Monats mitzuteilen, wann und wo er eine Rückenoperation durchführen werde, ansonsten die Rentenleistungen gekürzt oder verweigert würden. Mit Vorbescheid vom 19. Juni 2013 (Urk. 7/59) stellte die IV-Stelle die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht. Dagegen erhob der Versicherte am 20. August 2013 Einwand (Urk. 7/67) und reichte einen Arztbericht (Urk. 7/66) ein. Mit Verfügung vom 18. September 2013 hob die IV-Stelle die Rente auf Ende November 2013 auf und entzog einer Beschwerde gegen diese Verfügung die aufschiebende Wirkung (Urk. 7/71 = Urk. 2). 

2.    Gegen die Verfügung vom 18. September 2013 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 21. Oktober 2013 Beschwerde mit dem Antrag auf deren Aufhebung und Weiterausrichtung der ganzen Rente. In formeller Hinsicht beantragte er die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde (Urk. 1 S. 2). Mit Eingabe vom 22. November 2013 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung einer Beschwerdeantwort (Urk. 6). Der Beschwerdeführer hielt mit Stellungnahme vom 27. Februar 2014 an seinen Anträgen fest (Urk. 11), was der Beschwerdegegnerin am 3. März 2014 mitgeteilt wurde (Urk. 12). Am 13. März 2014 (Urk. 13) reichte der Beschwerdeführer ein ärztliches Schreiben zu den Akten (Urk. 14).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.    
1.1    Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2    Die versicherte Person muss gemäss Art. 7 IVG alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (Abs. 1). Die versicherte Person muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich (Aufgabenbereich) dienen, aktiv teilnehmen. Dies beinhaltet gemäss lit. d dieser Bestimmung unter anderem auch medizinische Behandlungen nach Artikel 25 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG).
Als zumutbar gilt gemäss Art. 7a IVG jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind.
1.3    Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht (vgl. BGE 120 V 368 E. 6b, 117 V 275 E. 2b), wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; ZAK 1989 S. 214 E. 1c). Für die Beantwortung der Frage nach der Zumutbarkeit der Behandlung oder Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG kann auf die zu Art. 31 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Fassung ergangene Rechtsprechung verwiesen werden, da sich diesbezüglich mit dem neuen Recht nichts geändert hat (vgl. auch SVR 2007 IV Nr. 34 S. 121, E. 3.1, I 744/06; Urteile des Bundesgerichts I 1068/06 vom 31. August 2007 E. 2.2 und I 824/06 vom 13. März 2007 E. 3.1.1). Danach sind die gesamten persönlichen Verhältnisse, namentlich die berufliche und soziale Stellung der versicherten Person, zu berücksichtigen. Massgebend ist aber das objektiv Zumutbare, nicht die subjektive Wertung des Versicherten (ZAK 1982 S. 495, E. 3; Urteil des Bundesgerichts I 105/93 vom 11. März 1994 E. 2a; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leistungsrecht, Diss. Bern 1985, S. 189). Die gesetzliche Vorgabe, wonach Massnahmen, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, nicht zumutbar sind, bedeutet nicht, dass eine Vorkehr, die keine solche Gefahr darstellt, automatisch zumutbar ist (ZAK 1985 S. 326, E. 1; Kieser, a.a.O., N 60 zu Art. 21; Meyer-Blaser, a.a.O., S. 138 f.); sie weist aber doch darauf hin, dass nur Gründe von einer gewissen Schwere zur Unzumutbarkeit führen. Die Zumutbarkeit ist sodann in Relation einerseits zur Tragweite der Massnahme, andererseits zur Bedeutung der in Frage stehenden Leistung zu beurteilen. Insbesondere bei medizinischen Massnahmen, die einen starken Eingriff in die persönliche Integrität der versicherten Person darstellen können, ist an die Zumutbarkeit kein strenger Massstab anzulegen (ZAK 1985 S. 325 f., E. 1). Umgekehrt ist die Zumutbarkeit eher zu bejahen, wenn die fragliche Massnahme unbedenklich ist (RKUV 1995 Nr. U 213 S. 68 f., E. 2b). Sodann sind die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst (BGE 113 V 22 E. 4d.; SVR 2007 IV Nr. 34 S. 121, E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_128/2007 vom 14. Januar 2008 E. 3.1 mit Hinweisen). 
1.4    Die Leistungen können gemäss Art. 7b IVG nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Absatz 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1).     
    Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Abs. 3). 
1.5    Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).

2.    
2.1    Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass nach fachärztlicher Einschätzung eine Rückenoperation indiziert und zumutbar sei. Psychische Beeinträchtigungen wie eine depressive Episode, die anhaltende somatoforme Schmerzstörung und die Angst des Beschwerdeführers vor dem Eingriff und vor Spritzen seien nicht geeignet, um den Eingriff als nicht angemessen zu beurteilen. Es liege ein unveränderter Gesundheitszustand vor. Von weiteren Abklärungen seien keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Dass bei der ursprünglichen Rentenzusprache die Selbsteingliederung des Beschwerdeführers nicht im dafür vorgesehenen Verfahren eingefordert worden sei, ändere nichts an der aktuellen Zumutbarkeit der Massnahme. Vielmehr sei die Rentenzusprache infolge des Grundsatzes „Selbsteingliederung vor Eingliederung vor Rente“ zweifelsohne falsch gewesen (Urk. 2 S. 2). 
2.2    Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen, dass der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) im Jahr 2010 zwar eine Operation der Diskushernie als einzige erfolgversprechende Therapie beurteilt, aber die Risiken und Gefahren als zu hoch eingeschätzt habe, als dass diese Operation als Schadenminderungspflicht auferlegt werden sollte. Nachdem unveränderte Verhältnisse vorlägen, könne die Beschwerdegegnerin nicht darauf zurückkommen. Es lägen keine medizinischen Berichte vor, die darlegten, dass die geforderte Rückenoperation seine Erwerbsfähigkeit wesentlich verbessern könnte. Aktuelle Abklärungen seien nicht durchgeführt worden, denn die Beschwerdegegnerin stütze sich weiterhin auf die Beurteilung aus dem Jahr 2010. Die Operation sei auch aufgrund seines psychischen Zustandes und seiner Spritzen- und Operationsangst unzumutbar. Die Leistungseinstellung sei zu Unrecht erfolgt (Urk. 1 S. 4 ff.).
2.3    Streitig und zu prüfen ist, ob die Einstellung der Rente zu Recht aufgrund einer Verletzung der Schadenminderungspflicht erfolgte. In Zusammenhang damit steht die Frage, ob die verlangte Operation zumutbar ist.

3.
3.1    Die Rentenverfügung vom 26. August 2010 (Urk. 7/39) erging im Wesentlichen gestützt auf das Gutachten von PD Dr. Y.___ vom 24. März 2010 (Urk. 7/21; vgl. Urk. 7/26/3 unten f.). PD Dr. Y.___ diagnostizierte nach Berücksichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und der Befunde sowie Durchführung eigener Untersuchungen eine Diskopathie mit Diskushernie C5/6 paramedian rechts mit retrospondylophythärer Spondylose mit Wurzelkompression C6 rechts, welche seit Juli 2009 symptomatisch sei (S. 5 unten). Die konservative Therapie sei sachgerecht durchgeführt worden, habe jedoch bis zum heutigen Zeitpunkt keine Wiederherstellung erbracht. Bereits im Herbst 2009 sei an der Z.___ eine Operationsempfehlung ergangen. Im Alltag bestehe keine verwertbare Belastbarkeit der Halswirbelsäule, so dass aus gutachterlicher Sicht lediglich eine operative Behandlung empfohlen werden könne, um eine richtungsweisende Korrektur des Leidensdrucks und eine verwertbare Erwerbsfähigkeit zu erreichen. Das Hauptproblem liege in der Abneigung des Beschwerdeführers gegenüber operativen Massnahmen. Aufgrund der heute verfügbaren Routineverfahren sei aus wirbelsäulenorthopädischer Sicht ein solcher Eingriff bei einer derart eindeutigen klinischen Situation im Rahmen der Schadenminderungspflicht als zumutbar zu erachten (S. 6). In der angestammten Tätigkeit als Carrosseriespengler sei der Beschwerdeführer nicht mehr einsetzbar. Aufgrund der marginalen Belastbarkeit der Halswirbelsäule sei eine verwertbare Arbeitsfähigkeit in jedwelcher Tätigkeit kaum vorstellbar. Bei konservativem Prozedere dürfte eine Chronifizierung der Beschwerden in einem Ausmass eintreten, welche auch mit einer operativen Behandlung nicht mehr vollständig zu kupieren wäre. Bei sachgerechter Operation sei in einer angepassten Tätigkeit innerhalb von drei bis sechs Monaten eine verwertbare Belastbarkeit zu erwarten. Der konservative Weg sei ausgeschöpft. Die operative Behandlung sei die einzige Option und reelle Chance, um aus dieser Abwärtsspirale herauszukommen (S. 7).
3.2    Dr. med. Z.___, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, RAD, hielt dazu am 4. Mai 2010 (Urk. 7/26/3 unten f.) fest, dass der Beschwerdeführer angestammt wie angepasst vollständig arbeitsunfähig sei. Es sei nur durch eine operative Behandlung eine Verbesserung zu erwarten und diese sei wohl die einzig erfolgversprechende Therapie. Aber die Risiken und Gefahren seien als zu hoch einzuschätzen, als dass diese Operation als Schadenminderungspflicht auferlegt werden sollte. Die Operation solle dem Beschwerdeführer dennoch sehr nahe gelegt werden.
3.3    Gestützt auf diese Aktenlage ging die Beschwerdegegnerin von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers aus und sprach ihm bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente ab Juli 2010 zu. Gleichzeitig wurde festgehalten, dass durch eine operative Behandlung die Arbeitsfähigkeit allenfalls wieder erlangt werden könne und empfohlen werde, diese Möglichkeit mit den Ärzten zu besprechen. 
In der Folge ging die Beschwerdegegnerin anlässlich der Revision im Jahr 2012 von unveränderten Verhältnissen aus; die Möglichkeit einer Operation wurde nicht mehr erwähnt (vgl. Urk. 7/48; Urk. 7/49). 

4.
4.1    RAD-Ärztin Dr. med. B.___, FMH Arbeitsmedizin und FMH Allgemeine Medizin, führte am 25. April 2013 (Urk. 7/58/2) aus, PD Dr. Y.___ habe die Zumutbarkeit des operativen Eingriffs im Jahr 2010 klar bejaht. Aus arbeitsmedizinischer Sicht und entsprechend den Hinweisen von PD Dr. Y.___ sei sechs Monate nach dem Eingriff bzw. nach Abschluss der Rehabilitation eine volle Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit in zumindest optimal leidensangepasster Tätigkeit zu erwarten. Somit sei die Schadenminderungspflicht aufzuerlegen. 
4.2    Die Fachpersonen des C.___ stellten mit Bericht vom 17. August 2013 (Urk. 7/66) folgende Diagnosen (S. 1):
- mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
- anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
- spezifische isolierte Phobie (ICD-10 F40.2)
- Adipositas 
- zervikozephales Syndrom mit und bei
- Status nach Auffahrunfall 1999
- Status nach Motorradunfall 
- anamnestisch Diskushernie C5/6
Der Beschwerdeführer beklage nebst psychischen Beeinträchtigungen eine Spritzenangst und Angst vor Operationen. Er erleide sogar beim Fernsehen Synkopen wegen Spritzen (S. 1). Aus psychiatrischer Sicht sei gegenwärtig von der geforderten Operation abzuraten. Der Beschwerdeführer habe deutlich Angst vor der Operation, da sein Vater sich einer HWS-Operation unterzogen habe, heute unter Parästhesien leide und seine Schmerzen langfristig nicht hätten reduziert werden können. Zudem leide der Beschwerdeführer seit der Kindheit unter einer Spritzenphobie. Er habe bisher zwei Synkopen im Spital erlitten und könne kein Blut spenden (S. 2 unten). 
4.3    Dr. med. D.___, prakt. Arzt FMH, führte mit Schreiben vom 11. Juli 2013 (Urk. 3/4) aus, der Beschwerdeführer habe sehr grosse Ängste, sich operieren zu lassen. Es handle sich um eine Risiko-Operation; die Situation könne sich anschliessend noch mehr verschlimmern. 
4.4    Mit Bericht vom 21. August 2013 (Urk. 3/6) diagnostizierten die Ärzte der E.___, Wirbelsäulenchirurgie und Neurochirurgie, eine chronische Zervikobrachialgie rechts mit und bei rechtsbetonter Diskushernie C5/6 und führten aus, der Beschwerdeführer wolle sich über die Indikation einer Operation und die Erfolgsaussichten informieren. Die beschriebene Symptomatik sei mit einer Reizung der Nervenwurzel C6 vereinbar. Zur Planung des weiteren therapeutischen Vorgehens seien bildgebende Abklärungen vorgesehen. Voraussichtlich werde je nach Befund eine periradikuläre Infiltration zur Therapie und Diagnostik durchgeführt. Der Beschwerdeführer berichte von einer ausgeprägten Angst vor Spritzen. 
4.5    Eine bildgebende Untersuchung vom 9. September 2013 ergab keine wesentliche Grössenzunahme der bekannten Diskushernie und eine seit der Voruntersuchung etwas deutlichere kleine dorsale Diskushernie C4/C5 paramedian links (Urk. 3/7). 
4.6    Die Ärzte der E.___ berichteten erneut am 12. September 2013 und führten aus, dass ein Teil der vom Beschwerdeführer angegebenen Klinik mit ausstrahlenden Schmerzen in den rechten Arm auf die beschriebene Herniation C5/6 zurückgeführt werden könne. Ob diese Pathologie auch für die beschriebenen Nacken- und Kopfschmerzen verantwortlich sei, könne nicht sicher gesagt werden. Zur Differentialdiagnostik und möglichen Therapie empfehle man dem Beschwerdeführer die Durchführung einer periradikulären Infiltration der entsprechenden Nervenwurzel. Bei ausgedehnter Phobie vor Spritzen wolle der Beschwerdeführer diesen Schritt noch überlegen und allenfalls unter Narkose durchführen lassen. Insgesamt sei zu empfehlen, alle konservativen Massnahmen auszuschöpfen, da durch eine Operation eine Beschwerdelinderung nicht garantiert werden könne (Urk. 3/8).
4.7    Dr. med. F.___, Spezialarzt FMH für Chirurgie, diagnostizierte mit Bericht vom 29. August 2013 (Urk. 3/9) ein zervikozephales Syndrom mit Zervikobrachialgie rechts mit radikulärer Ausstrahlung bei bildgebend nachgewiesener Diskushernie C5/C6. Das therapeutische Vorgehen sei primär konservativ. Eine operative Indikation sei relativ, insbesondere da keine Anhaltspunkte für eine Myelopathie, welche eine absolute Operationsindikation darstellen würde, vorlägen. Entscheidend sei der Leidensdruck des Beschwerdeführers. Es müsse mittels konservativen Massnahmen versucht werden, die Beschwerden zu mindern. So lange der Leidensdruck für den Beschwerdeführer erträglich sei, könne man mit dem operativen Vorgehen zuwarten. 
Am 8. Oktober 2013 führte Dr. F.___ ergänzend aus, es sei aufgrund der neuen Bildgebung in Anbetracht einer Anschlusssegment-Syndrom-Problematik dringend von einer Operation abzusehen. Neben zu erwartenden Langzeitauswirkungen könne keine Beschwerdelinderung garantiert werden. Als Autospengler sei der Beschwerdeführer vollständig arbeitsunfähig. Inwieweit er in einer angepassten Tätigkeit eingesetzt werden könne, müsste in einem funktionellen Leistungstest geprüft werden (Urk. 3/10). 
4.8    Mit Bericht vom 10. Oktober 2013 (Urk. 3/11) stellte Dr. med. G.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, H.___, folgende Diagnosen (S. 1):
- Zervikobrachialgie rechts
- bildgebend aktuell keine wesentliche Grössenzunahme der bekannten dorsalen Diskushernie C5/C6
- kleine dorsale Diskushernie C4/5 paramedian links
Der Beschwerdeführer klage über Nackenschmerzen mit Schmerzausstrahlung in den rechten Arm bis zum Daumen. Er habe auch rechts seit vier Jahren weniger Kraft als links und spüre den rechten Daumen und Zeigefinger weniger gut als links. Ein chirurgisches Vorgehen sei nicht ratsam, da zwei Hernien bestünden und der Beschwerdeführer mit Jahrgang 1979 noch jung sei. Es müsse deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit später mit einer weiteren Operation gerechnet werden. Dieses Risiko bestehe sicher, wenn nur die relevante Hernie operiert würde. Es bestehe aber auch wegen der Mehrbelastung der Nachbarsegmente, wenn zwei Segmente operiert würden. Therapeutisch komme nur das Strecken mit einer Glisson-Schlinge in Frage, zusammen mit allen Methoden, welche die Muskeln lockern könnten. Wichtig sei auch eine Schlafverbesserung, damit die Muskelspannung abgebaut werden könne. Die Symptome bestünden seit vier Jahren praktisch unverändert. Die Arbeit als Carosseriespengler sei nicht zumutbar. Es sei eine Umschulung angezeigt, wobei berücksichtigt werden müsste, dass bei leichter Arbeit keine Zwangshaltung eingenommen und nur ganz selten vornübergebeugt gearbeitet werde. Auch sollten Kopfrotationen vermieden werden (S. 1-2). 

5.
5.1    PD Dr. Y.___ erachtete im Jahr 2010 eine Operation der Halswirbelsäule als einzige Möglichkeit, um die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers wiederherzustellen. Das Hauptproblem liege in der Abneigung des Beschwerdeführers gegen Operationen (vgl. vorstehend E. 3.1). RAD-Arzt Dr. Z.___ stimmte PD Dr. Y.___ hinsichtlich der Operationsindikation zu, schätzte aber - ohne weitere Begründung und entgegen der ausdrücklich abweichenden Meinung von PD Dr. Y.___ - die Risiken und Gefahren einer Operation als zu hoch ein, um diese im Rahmen der Schadenminderung dem Beschwerdeführer zuzumuten (vgl. vorstehend 
E. 3.2).
5.2    Demgegenüber war Dr. B.___ im April 2013 der Auffassung, die Operation sei auch drei Jahre nach der von PD Dr. Y.___ gestellten Indikation noch zumutbar (vgl. vorstehend E. 4.1). Dr. B.___ verkannte bei dieser Beurteilung jedoch, dass PD Dr. Y.___ die Zumutbarkeit und auch die Indikation der Operation nur für die Situation, wie sie sich im Jahr 2010 präsentierte, eingeschätzt hatte. Dr. B.___ liess zudem ausser Acht, dass PD Dr. Y.___ vor dem Fortführen einer konservativen Therapie ausdrücklich gewarnt und eine Chronifizierung der Beschwerden in einem Ausmass befürchtet hatte, welche auch mit einer Operation nicht mehr kontrolliert werden könne (vgl. vorstehend E. 3.1). Es wäre Aufgabe des RAD gewesen, vor der Auferlegung der Schadenminderungspflicht diese Frage - und im Übrigen ganz allgemein den aktuellen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers - abzuklären, zumal bekannt war, dass der Beschwerdeführer sich seit der Rentenzusprache nicht hatte operieren lassen (vgl. Urk. 7/47) und die Beschwerdegegnerin dies bislang nicht beanstandet hatte (vgl. Urk. 7/49). Die medizinische Aktenlage war somit nicht ausreichend, um dem Beschwerdeführer mit Mitteilung vom 30. April 2013 (Urk. 7/54) eine Schadenminderungspflicht aufzuerlegen. 
5.3    Die nachträglich im Rahmen des Vorbescheidverfahrens ergangenen Arztberichte bestätigten denn auch die Befürchtung von PD Dr. Y.___: Die Ärzte der E.___ kamen nach Durchführung bildgebender Untersuchungen zum Schluss, dass durch eine Operation eine Beschwerdelinderung nicht garantiert werden könne. Es sei insgesamt zu empfehlen, alle konservativen Massnahmen auszuschöpfen. Die Ärzte wiesen zudem darauf hin, dass nur ein Teil der angegebenen Klinik auf die Herniation zurückgeführt und nicht sicher gesagt werden könne, ob diese Pathologie auch für die beschriebenen Kopf- und Nackenschmerzen verantwortlich sei (vgl. vorstehend E. 4.6). Bei dieser Unklarheit erscheint eine Operation nicht mehr als eindeutig indizierte Behandlungsoption.
Dr. F.___ war der Meinung, dass primär konservativ therapiert und sogar dringend von einer Operation abgesehen werden solle, da eine Anschluss-Segment-Problematik bestehe. Er wies ebenfalls darauf hin, dass eine Operation keine Beschwerdelinderung garantieren könne (vgl. vorstehend E. 4.7). Dieser Ansicht war auch Dr. G.___, der eine chirurgische Behandlung infolge der Problematik zweier Hernien und des jungen Alters des Beschwerdeführers als nicht ratsam beurteilte. Es müsse mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer zweiten Operation gerechnet werden (vgl. vorstehend E. 4.8). 
5.4    Es liegen somit drei fachärztliche Beurteilungen vor, die übereinstimmend und mit schlüssiger Begründung die Erfolgsaussichten einer Operation als gering einstufen und sogar davon abraten. Die von der Beschwerdeführerin geforderte Operation ist somit nicht geeignet, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu verbessern und den Schaden zu mindern. Angesichts der klaren medizinischen Aktenlage ist nicht nachvollziehbar, warum die Beschwerdegegnerin dennoch an der Schadenminderungspflicht festhielt. Die entsprechenden Hinweise in den Berichten von Dr. F.___ (vgl. vorstehend E. 4.7) und Dr. G.___ (vgl. vorstehend E. 4.8) hätten vielmehr eine genauere Abklärung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nach sich ziehen sollen, zumal sich die Auswirkungen des Gesundheitsschadens in dem Sinne verändert haben könnten, dass nunmehr eine Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit besteht.
5.5    Die nach Ansicht der Beschwerdegegnerin gegebene Zumutbarkeit einer Operation entbehrt nach dem Gesagten jeglicher medizinischer Grundlage. Dass der Beschwerdeführer die ihm auferlegte Schadenminderungspflicht missachtete und sich nicht operieren liess, darf somit nicht zur Renteneinstellung führen. Ist die Zumutbarkeit zu verneinen, kann offen bleiben, wie es sich hinsichtlich der Operation mit der berichteten Spritzen- und Operationsangst des Beschwerdeführers (vgl. insbesondere vorstehend E. 4.2) verhält. Dieser ist jedoch darauf hinzuweisen, dass ihn vorbehältlich der aktuell zur Diskussion stehenden Operationsoption eine Schadenminderungspflicht hinsichtlich aller zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit geeigneten therapeutischen - und zu einem späteren Zeitpunkt eventuell auch operativen - Massnahmen trifft. Er hat sich denn auch bereit erklärt, unter Narkose eine periradikuläre Infiltration durchführen zu lassen (vgl. Urk. 1 S. 11 Ziff. 10).
Die renteneinstellende Verfügung vom 18. September 2013 erweist sich somit nicht als rechtens, was zu deren Aufhebung und zur Gutheissung der Beschwer-de führt. 

6.
6.1    Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1bis IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2    Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer). In Anwendung dieser Kriterien ist die Prozessentschädigung beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 200.-- (exkl. Mehrwertsteuer) auf Fr. 2‘500.-- (inklusive Barauslagen und MWSt) festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

7.    Mit dem heutigen Urteil wird der prozessuale Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde (Urk. 1 S. 2) gegenstandslos.

Das Gericht erkennt:
1.    In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 18. September 2013 aufgehoben, und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente hat.
2.    Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.    Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessent-schädigung von Fr. 2'500.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.
4.    Zustellung gegen Empfangsschein an:
- Rechtsanwalt Hanspeter Riedener
- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Beilage je einer Kopie von Urk. 13 und Urk. 14
- Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
- Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.    Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
    Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
    Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-weismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich

Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin

MosimannLienhard