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**Case Identifier:** 19cf0211-7038-5b1b-a27d-22698356e3c8
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-13
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 13.10.2025 ZSU.2025.192
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZSU-2025-192_2025-10-13.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 3. Kammer 

 

ZSU.2025.192 / SD 
(SR.2025.111)  

Art. 68 

 

Entscheid vom 13. Oktober 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Massari, Präsidentin  

Oberrichter Holliger         

Oberrichterin Merkofer  

Gerichtsschreiberin De Martin  

 

 
   

Klägerin   A._____,  

[…] 

vertreten durch B._____,  

[…] 

    
   

Beklagter   C._____,  

[...] 

vertreten durch Rechtsanwalt Willy Bolliger,  

[…]   

  

 
 

Gegenstand  Rechtsöffnung in der Betreibung Nr. aaa des Regionalen Betreibungsamts 

Q._____ (Zahlungsbefehl vom 24. März 2025)  
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Präsidentin des Bezirksgerichts Aarau erkannte am 3. April 2023 im 

Verfahren OF.2022.147 gestützt auf die Scheidungsvereinbarung der Par-

teien vom 23. Februar 2023:   

 

" […] 
 
 5.1 

Der Kläger [=Beklagter] wird verpflichtet, der Beklagten [=Klägerin] an den 
Unterhalt von D._____ monatlich vorschüssig folgende Beiträge (zuzüglich 
allfällig bezogener gesetzlicher oder vertraglicher Familien- oder Ausbil-
dungszulagen) zu bezahlen:  
 
- Fr. 1'900.00 (davon Fr. 1'060.00 Betreuungsunterhalt) bis 31. Juli 2026, 
- Fr. 840.00 (Barunterhalt) bis zur Volljährigkeit.  
 
[…]  
 
5.3  
Der Unterhaltsbeitrag gemäss Ziffer 5.1 vorstehend basieren auf dem Lan-
desindex für Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik vom Ok-
tober 2022, Stand 104.6 (Basis Dezember 2020 = 100 Punkte). Sie werden 
jährlich auf den 1. Januar dem Indexstand per Ende November des Vor-
jahres angepasst, erstmals auf den 1. Januar 2024, es sei denn, der Un-
terhaltsschuldner beweist, dass sein Einkommen nicht mit der Teuerung 
Schritt gehalten hat, und die Indexanpassung daher nur im entsprechend 
reduzierten Umfang möglich ist.  
 
Die Berechnung erfolgt nach folgender Formel:  

 
Neue Unterhaltsbeiträge = 

ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Index vom November des Vorjahres 

ursprünglicher Indexstand vom Oktober 2022, Stand 104.6 

[…] 

 

8.  

Bei der Berechnung über die Unterhaltsbeiträge wurde von folgenden Ein-

kommen ausgegangen: 

 

- Kläger:  monatl. Nettoeinkommen Fr. 5'650.00 
  (hypothetisch, inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Kinderzulagen) 
 

- Beklagte: monatl. Nettoeinkommen Fr. 2'000.00 
  (inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Kinderzulagen) 

 

- D._____: monatl. Kinderzulage:  Fr. 200.00 

 
[…]"  

 - 3 - 

 

 

1.2. 

Die Klägerin betrieb den Beklagten mit Zahlungsbefehl Nr. aaa des Regio-

nalen Betreibungsamts Q._____ vom 24. März 2025 für eine Forderung 

von Fr. 16'692.00 nebst Zins zu 5 % seit 20. März 2025 sowie für die Be-

treibungskosten von Fr. 104.00. Als Forderungsgrund wurde im Zahlungs-

befehl angegeben: 

 

 " Scheidungsurteil vom 03.04.2023 rechtskräftig am 27.04.2023 durch das 

Bezirksgericht Aarau 

   

  Nicht bevorschusste Kinderalimente für die Monate 02.2024 bis 03.2025 

für D._____, geb. tt.mm.2014: 2014: 11 x 1'194.00 / 3 x 1'186.00 - insge-

samt CHF 16'692.00" 

 

Der Beklagte erhob gegen diesen ihm am 1. April 2025 zugestellten Zah-

lungsbefehl am 7. April 2025 Rechtsvorschlag.  

 

2. 

2.1. 

Mit Gesuch vom 23. April 2025 ersuchte die Klägerin das Bezirksgericht 

Aarau um Rechtsöffnung und stellte folgende Anträge:  

 

" 1. Es sei in der Betreibung Nr. aaa des Regionales Betreibungsamt 
Q._____ für den Betrag von CHF 16'692.00 nebst 5.00 % Zins seit 
20.03.2025 die Rechtsöffnung zu erteilen.  

 
 2. A._____ sei für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Rechts-

pflege zu bewilligen. Sie lebt in bescheidenen Verhältnissen.  
 
 3. Es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und 

es seien den Gesuchsstellern keine Gerichtskosten aufzuerlegen.  
 
 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

 

2.2. 

Der Beklagte nahm mit Eingabe vom 8. Mai 2025 Stellung und stellte fol-

gende Anträge:  

 

" 1.  
 Das Gesuch um Rechtsöffnung vom tt.mm.2025 in der Betreibung Nr. aaa 

Regionales Betreibungsamt Q._____, im Betrag von Fr. 16'692 nebst Zin-
sen zu 5% seit 20.03.2025 sei vollumfänglich abzuweisen.  

 
 2. 
 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gesuchstellerin 

[=Klägerin]."  

 

 

 - 4 - 

 

 

2.3. 

Der Präsident des Bezirksgerichts Aarau erkannte am 7. Mai 2025 im Ver-

fahren OF.2024.125 gestützt auf die gemeinsamen Anträge der Parteien:   

 

" 1.  
 In Abänderung des Entscheids OF.2022.147 des Bezirksgerichts Aarau, 

Präsidium des Familiengerichts vom 3. April 2023, wird die Vereinbarung 
vom 23. Februar 2023 in Ziffer 5.1 sowie der Entscheid in Ziffer 5.1 aufge-
hoben und wie folgt neu gefasst:  

 
 Der Kläger verpflichtet sich, der Beklagten an den Unterhalt des Kindes 

D._____ monatlich vorschüssig folgende Beträge (zuzüglich allfällig be-
zogener gesetzlicher oder vertraglicher Familien- oder Ausbildungszu-
lagen) zu bezahlen:  

 
- Fr. 1'500.00  ab 1. Januar 2025 bis 31. Juli 2026 
 
- Fr. 840.00  ab 1. August 2026 bis zur Volljährigkeit 

 
2.  
Es wird dabei von folgenden finanziellen Grundlagen ausgegangen:  
 
- Kläger:  monatl. Nettoeinkommen (hypothetisch): Fr. 5'000.00 
   (inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Kinderzulagen) 
 
- Beklagte: monatl. Nettoeinkommen (hypothetisch): Fr. 2'000.00 
   (inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Kinderzulagen) 
 
- D._____: monatl. Nettoeinkommen:                         Fr. 215.00 
   (Kinderzulage) 
 
3.  
Im Übrigen gilt der Entscheid OF.2022.147 des Bezirksgerichts Aarau, 
Präsidium des Familiengerichts, vom 3. April 2023 unverändert weiter. 
 
[…]" 
  

2.4. 

Am 15. Mai 2025 reichte der Beklagte den Entscheid des Bezirksgerichts 

Aarau vom 7. Mai 2025 ein.  

 

2.5. 

Am 16. Mai 2025 (Postaufgabe) reichte die Klägerin eine Stellungnahme 

ein und legte dar, die eingereichte Vereinbarung vom 7. Mai 2025 stelle 

noch keinen vollstreckbaren Unterhaltstitel dar. Sollte die Vereinbarung je-

doch in Rechtskraft erwachsen, würde sie die Forderungen der Monate Ja-

nuar 2025 bis und mit März 2025 entsprechend anpassen.  

 

2.6. 

Am 20. Juni 2025 reichte der Beklagte den Entscheid des Gerichtspräsidi-

ums Aarau vom 7. Mai 2025 mit Rechtskraftbescheinigung vom 19. Juni 

2025 ein.  

 

 - 5 - 

 

 

2.7. 

Mit Entscheid vom 10. Juli 2025 erkannte die Präsidentin des Bezirksge-

richts Aarau: 

 

" 1. 
Der Gesuchstellerin [=Klägerin] wird in der Betreibung Nr. aaa des Regio-
nalen Betreibungsamtes Q._____ (Zahlungsbefehl vom 24. März 2025; 
Rechtshängigkeit des Rechtsöffnungsbegehrens am 24. April 2024 [recte: 
2025]) für den Betrag von Fr. 15'366.00 nebst Zins zu 5 % seit 20. März 
2025 definitive Rechtsöffnung erteilt.  
 
2.  
Auf das Gesuch der Gesuchstellerin um Bewilligung der unentgeltlichen 
Rechtspflege wird nicht eingetreten.  
 
3. 
Die Gerichtskosten, bestehend aus der Entscheidgebühr von Fr. 400.00, 
werden dem Gesuchsgegner [=Beklagter] auferlegt.  
 
4. 
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen." 

 

3. 

3.1. 

Gegen diesen ihr am 16. Juli 2025 zugestellten Entscheid erhob die Kläge-

rin am 24. Juli 2025 beim Obergericht des Kantons Aargau Beschwerde 

und stellte folgendes Rechtsbegehren:  

 

" Es sei der Gesuchstellerin in der Betreibung Nr. aaa des Regionalen Be-
treibungsamtes Q._____ (Zahlungsbefehl vom 24. März 2025; Rechtshän-
gigkeit des Rechtsöffnungsbegehrens am 24. April 2024 [recte: 2025]) für 
den Betrag von CHF 15'465.00 nebst Zins zu 5 % seit 20. März 2025 defi-
nitive Rechtsöffnung zu erteilen."  

 

3.2. 

Mit Beschwerdeantwort vom 13. August 2025 stellte der Beklagte folgende 

Anträge:  

 

" 1. 
Die Beschwerde der Alimentenbevorschussung und Inkasso des Kantons 
Solothurn vom 24.07.2025 sei abzuweisen. 
 
2. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdefüh-
rerin [=Klägerin]." 

 

 

 

 

 

 

 

 - 6 - 

 

 

   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Rechtsöffnungsentscheide sind mit Beschwerde anfechtbar (Art. 319 lit. a 

i.V.m. Art. 309 lit. b Ziff. 3 ZPO). Die Beschwerdefrist beträgt 10 Tage 

(Art. 321 Abs. 2 i.V.m. Art. 251 lit. a ZPO). Mit Beschwerde können die un-

richtige Rechtsanwendung und die offensichtlich unrichtige Feststellung 

des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). Neue Anträge, 

neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel sind im Beschwer-

deverfahren ausgeschlossen (vgl. Art. 326 Abs. 1 ZPO). Das Obergericht 

kann ohne Verhandlung aufgrund der Akten entscheiden (Art. 327 Abs. 2 

ZPO). 

 

1.2. 

Die Vorinstanz hat der Klägerin mit Entscheid vom 10. Juli 2025 die Rechts-

öffnung im Umfang Fr. 15'366.00 erteilt. Dies blieb unangefochten. Die Klä-

gerin verlangt mit Beschwerde die definitive Rechtsöffnung für 

Fr. 15'465.00. Nachfolgend ist somit lediglich zu prüfen, ob der Klägerin für 

den mit Beschwerde geltend gemachten Mehrbetrag von Fr. 99.00 eben-

falls die definitive Rechtsöffnung zu erteilen ist.  

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres Entscheides aus, die Klägerin 

lege als Rechtsöffnungstitel den Scheidungsentscheid vom 3. April 2023 

des Präsidiums des Familiengerichts Aarau (Gesuchsbeilage 1) ins Recht. 

Der Scheidungsentscheid vom 3. April 2023 sei gemäss entsprechender 

Bescheinigung seit 27. April 2023 rechtskräftig und stelle demnach einen 

definitiven Rechtsöffnungstitel im Sinne von Art. 80 SchKG dar (angefoch-

tener Entscheid E. 4.1). Im Scheidungsverfahren sei der Beklagte mit Ent-

scheid des Präsidiums des Familiengerichts Aarau vom 3. April 2023 ver-

pflichtet worden, an den Barunterhalt seiner Tochter D._____ bis und mit 

31. Juli 2026 monatlich Fr. 1'900.00 zu bezahlen, wobei dieser Betrag jähr-

lich auf den 1. Januar dem Indexstand des Landesindex für Konsumenten-

preise des Bundesamtes für Statistik anzupassen sei (angefochtener Ent-

scheid E. 4.2). Gemäss rechtskräftigem Entscheid des Bezirksgerichts 

Aarau vom 7. Mai 2025 sei der Unterhaltsbeitrag per 1. Januar 2025 auf 

Fr. 1'500.00 reduziert worden. In Betreibung gesetzt worden sei dabei le-

diglich der nicht bevorschusste Anteil (Unterhaltsbeitrag abzüglich 

Fr. 756.00), weshalb sich der offene und in Betreibung gesetzte Betrag für 

das Jahr 2025 auf Fr. 2'232.00 reduziere (anstelle der ursprünglichen 

Fr. 3'558.00). Für das Jahr 2024 ändere sich an der offenen und in Betrei-

bung gesetzten Forderung (Fr. 13'134.00) nichts. Gesamthaft sei somit ein 

Betrag von Fr. 15'366.00 geschuldet (angefochtener Entscheid E. 4.4.2). 

Nach Gesagtem sei die Forderung der Klägerin in Höhe von Fr. 15'366.00 

 - 7 - 

 

 

ausgewiesen und fällig, weshalb dem Rechtsöffnungsbegehren über die-

sen Betrag zu entsprechen sei (angefochtener Entscheid E. 4.5). 

 

2.2. 

Die Klägerin führt in ihrer Beschwerde aus, es sei richtig, dass im rechts-

kräftigen Entscheid des Bezirksgerichts Aarau vom 7. Mai 2025 in Abände-

rung des Entscheids OF.2022.147 des Bezirksgerichts Aarau vom 3. April 

2023 (Beschwerdebeilage 3) die Vereinbarung vom 23. Februar 2023 in 

Ziffer 5.1. sowie der Entscheid in Ziffer 5.1. aufgehoben und wie folgt neu 

gefasst worden sei (Beschwerde Ziffer 3.4; Beschwerdebeilage 5): 

 

Fr. 1'500.00 ab 1. Januar 2025 bis 31. Juli 2026  

 

Gemäss Ziffer 3 des rechtskräftigen Entscheids des Bezirksgerichts Aarau 

vom 7. Mai 2025 (Beschwerdebeilage 5) gelte im Übrigen der Entscheid 

OF.2022.147 des Bezirksgerichts Aarau vom 3. April 2023 unverändert 

weiter. Dies bedeute, dass die Indexklausel gemäss Ziffer 5.3 des Ent-

scheids (Beschwerdebeilage 3) unverändert weiterhin gültig sei (Be-

schwerde Ziffer 3.4).  

 

Die Berechnung des Unterhaltsbetrags für das Jahr 2025 laute daher wie 

folgt (Beschwerde Ziffer 3.5): 

 

Fr. 1'500.00 x 106,9 = Fr. 1'533.00 

               104,6 

Unterhaltsbetrag      Fr. 1'533.00 

Bevorschusster Unterhaltsbetrag     Fr.    756.00 

Nicht bevorschusster Unterhaltsbetrag   Fr.    777.00 

 

Die Ziffer 4.4.2 des Entscheids des Bezirksgerichts Aarau vom 10. Juli 

2025 berücksichtige in der Berechnung die Indexierung nicht. Sie habe im 

Rechtsöffnungsbegehren vom 23. April 2025 in Ziffer I die Indexanpassung, 

gestützt auf den Entscheid des Bezirksgerichts Aarau vom 3. April 2023, 

Ziffer 5.3, beantragt. Einzig mit der Herabsetzung des Unterhaltsbetrages 

ab Januar 2025 von Fr. 1'900.00 auf Fr. 1'500.00 sei sie einverstanden. 

Von einer Nichtgeltendmachung der Indexierung sei keine Rede gewesen 

(Beschwerde Ziffer 3.5).  

 

Es ergebe sich daraus folgende Berechnung der Forderung, für welche 

Rechtsöffnung zu erteilen sei (Beschwerde Ziffer 3.6):  

 

Februar bis Dezember 2024 11 Mte à Fr 1'194.00 Fr. 13'134.00 

Januar bis März 2024 3 Mte à Fr. 777.00 Fr.   2'331.00 

Total Rechtsöffnung  Fr. 15'465.00 

 

 - 8 - 

 

 

2.3. 

Der Beklagte bringt in seiner Beschwerdeantwort vor, in einem Abände-

rungsverfahren seien die Kinderalimente von Fr. 1'900.00 auf Fr. 1'500.00 

reduziert worden (Beschwerdeantwort S. 3). Er habe für D._____ per Be-

treibungszeitpunkt 10 x Fr. 735.00 bezahlt. Zudem habe er Fr. 875.00 und 

Fr. 500.00 an das Betreibungsamt Q._____ für die Alimente bezahlt. Diese 

seien allesamt zur Verrechnung gebracht worden. Es sei nicht klar, welche 

Beträge nicht bevorschusst seien, daher sei die Beschwerde abzuweisen 

(Beschwerdeantwort S. 4).  

 

2.4. 

2.4.1. 

Der Gläubiger kann beim Richter die Aufhebung des Rechtsvorschlags (de-

finitive Rechtsöffnung) verlangen, sofern die Forderung auf einem voll-

streckbaren gerichtlichen Entscheid beruht (Art. 80 Abs. 1 SchKG). Die de-

finitive Rechtsöffnung kann nur erteilt werden, wenn das Urteil den Schuld-

ner zur Bezahlung einer bestimmten, d.h. bezifferten Geldsumme verpflich-

tet. Das Rechtsöffnungsgericht hat zu prüfen, ob sich die in Betreibung ge-

setzte Forderung aus dem vorgelegten gerichtlichen Urteil ergibt. Dabei hat 

es weder über den materiellen Bestand der Forderung zu befinden, noch 

sich mit der materiellen Richtigkeit des Urteils zu befassen (BGE 138 III 

583 E. 6.1.1, 142 III 78 E. 3.1, Urteil des Bundesgerichts 5A_336/2021 vom 

19. Juli 2022 E. 3). Das Rechtsöffnungsgericht hat den vorgelegten Titel 

weder zu überprüfen noch auszulegen. Ist das vorgelegte Urteil unklar oder 

unvollständig, liegt es am Sachgericht, Klarheit zu schaffen. Die einge-

schränkte Prüfungsbefugnis des Rechtsöffnungsgerichts bedeutet jedoch 

nicht, dass dieses nur das Dispositiv des vorgelegten Urteils berücksichti-

gen darf. Es genügt, dass die Verpflichtung des Schuldners zur Bezahlung 

der in Betreibung gesetzten Geldsumme klar aus den Erwägungen oder, 

sofern das Urteil auf sie verweist, aus anderen Dokumenten hervorgeht. 

Nur wenn der Sinn des Dispositivs unklar ist und diese Unklarheit auch un-

ter Einbezug der Urteilsbegründung oder anderer Dokumente, auf die das 

Urteil verweist, nicht beseitigt werden kann, ist die Rechtsöffnung zu ver-

weigern (Urteil des Bundesgerichts 5A_336/2021 vom 19. Juli 2022 E. 3).  

 

2.4.2. 

Vorliegend ist unstrittig, dass der monatlich geschuldete Unterhalt des Be-

klagten zugunsten der Klägerin für die gemeinsame Tochter D._____ ge-

mäss Entscheid des Gerichtspräsidiums Aarau OF.2024.125 vom 7. Mai 

2025 per 1. Januar 2025 in Abänderung von Dispositivziffer 5.1 des Ent-

scheids des Gerichtspräsidiums Aarau OF.2022.147 vom 3. April 2023 auf 

Fr. 1'500.00 herabgesetzt wurde. Ebenfalls ist unbestritten, dass sowohl 

der Entscheid vom 3. April 2023 als auch der Entscheid vom 7. Mai 2025 

grundsätzlich zur definitiven Rechtsöffnung berechtigen. Umstritten ist hin-

gegen, ob gemäss Auffassung der Klägerin der mit Entscheid OF.2024.125 

vom 7. Mai 2025 per 1. Januar 2025 auf Fr. 1'500.00 festgelegte Unterhalt 

 - 9 - 

 

 

gemäss Dispositivziffer 5.3 des Entscheids OF.2022.147 vom 3. April 2023 

bereits per 1. Januar 2025 zu indexieren war und sich der Unterhalt für die 

in Betreibung gesetzten Monate Januar bis März 2025 somit auf je 

Fr. 1'533.00 (Fr. 1'500.00 x 106,9 / 104,6) belief.  

 

2.4.3. 

2.4.3.1. 

Das Gerichtspräsidium Aarau erkannte in seinem Entscheid OF.2022.147 

vom 3. April 2023 in Dispositivziffer 5.3 betreffend Indexierung:  

 

" Der Unterhaltsbeitrag gemäss Ziffer 5.1 vorstehend basieren auf dem 
Landesindex für Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik vom 
Oktober 2022, Stand 104.6 (Basis Dezember 2020 = 100 Punkte). Sie 
werden jährlich auf den 1. Januar dem Indexstand per Ende November 
des Vorjahres angepasst, erstmals auf den 1. Januar 2024, es sei denn, 
der Unterhaltsschuldner beweist, dass sein Einkommen nicht mit der 
Teuerung Schritt gehalten hat, und die Indexanpassung daher nur im ent-
sprechend reduzierten Umfang möglich ist.  

 
 Die Berechnung erfolgt nach folgender Formel:  

 
Neue Unterhaltsbeiträge = 

ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Index vom November des Vorjahres 

ursprünglicher Indexstand vom Oktober 2022, Stand 104.6" 

 

Im Entscheid OF.2024.125 vom 7. Mai 2025, in welchem die Unterhaltsbei-

träge des Entscheids OF.2022.147 vom 3. April 2023 (Dispositivziffer 5.1) 

angepasst wurden, äusserte sich das Gerichtspräsidium Aarau nicht zur 

Indexierung, hielt in Dispositivziffer 3 jedoch fest:  

 

" Im Übrigen gilt der Entscheid OF.2022.147 des Bezirksgerichts Aarau, 
Präsidium des Familiengerichts, vom 3. April 2023 unverändert weiter." 

 

Ausschliesslich auf den Wortlaut bezogen kann dies zwar ohne Weiteres 

so verstanden werden, dass gestützt auf Dispositivziffer 3 des Entscheids 

vom 7. Mai 2025 eine Indexierung der Unterhaltsbeiträge (Dispositivziffer 

5.1) gemäss Vorgabe von Dispositivziffer 5.3 des Entscheids vom 3. April 

2023 vorzunehmen ist. Damit wären die im Entscheid vom 7. Mai 2025 ab 

1. Januar 2025 festgesetzten Unterhaltsbeiträge bereits ab 1. Januar 2025 

zu indexieren. Dies widerspricht allerdings Sinn und Zweck eines Abände-

rungsverfahrens, nämlich die Neufestsetzung der Unterhaltsbeiträge bei 

erheblicher Veränderung der Verhältnisse (Art. 286 Abs. 2 ZGB). Es dürfte 

unbestritten sein, dass bei einer erstmaligen Festsetzung von Unterhalts-

beiträgen sämtliche hierfür massgebende Faktoren berücksichtigt sind, es 

somit ausser Frage steht, dass eine allfällige Teuerungsangleichung einzig 

in Zukunft zu erfolgen hat (so geschehen auch im Entscheid vom 3. April 

2023). Weshalb es sich bei einer Abänderung, bei der die Unterhaltsbei-

träge bei Gutheissung des Begehrens ebenfalls neu festgesetzt werden, 

anders verhalten sollte, ist nicht einsichtig.  

 - 10 - 

 

 

 

2.4.3.2. 

Die Parteien waren sich einig, die im Entscheid vom 3. April 2023 festge-

setzten Unterhaltsbeiträge mit Wirkung ab 1. Januar 2025 abzuändern. In 

Dispositivziffer 2 des Entscheids vom 7. Mai 2025 wurden in Anwendung 

von Art. 287a ZGB auch die tatsächlichen bzw. hypothetischen Einkom-

mensverhältnisse im Zeitpunkt des Abänderungsbegehrens dokumentiert. 

Beim Beklagten wurde mit einem monatlichen (hypothetischen) Nettoein-

kommen von Fr. 5'000.00 – somit mit Fr. 650.00 weniger als im April 2023 – 

gerechnet. Folglich ist davon auszugehen, dass der im Entscheid vom 

7. Mai 2025 neu festgesetzte Unterhalt ab 1. Januar 2025 den tatsächli-

chen Verhältnissen – sprich Einkommens- und Lebenskosten von Unter-

haltsberechtigter und -verpflichtetem – im Zeitpunkt des Abänderungsbe-

gehrens entsprochen hat. Eine bereits ab 1. Januar 2025 vorzunehmende 

Indexierung würde dem widersprechen. 

 

Eine Indexierung gemäss Dispositivziffer 5.3 des Entscheids vom 3. April 

2023 hat sodann nur zu erfolgen, wenn der Beklagte nicht beweist, dass 

sein Einkommen nicht mit der Teuerung Schritt gehalten hat. Da im Ent-

scheid vom 7. Mai 2025 mit einem tieferen Einkommen des Beklagten als 

im Entscheid vom 3. April 2023 gerechnet wurde, dürfte der Beklagte im 

Abänderungsverfahren gerade bewiesen haben, dass sein Einkommen 

nicht mit der Teuerung Schritt gehalten hat.  

 

2.4.3.3. 

Es steht somit entgegen der Auffassung der Klägerin nicht fest, dass die 

mit Entscheid vom 7. Mai 2025 neu festgesetzten Unterhaltsbeiträge be-

reits per 1. Januar 2025 an die Teuerung angeglichen werden sollten. Viel-

mehr ist nach dem Gesagten eine Indexierung dieser Beträge bereits ab 

1. Januar 2025 mit einer Vollstreckung entgegenstehenden Unklarheiten 

behaftet. Das Rechtsöffnungsgericht hat das Urteil nicht auszulegen, son-

dern ist dies Sache des Richters im ordentlichen Verfahren (Urteil des Bun-

desgerichts 5A_105/2019 vom 7. August 2019 E. 3.3.2). Folglich ist die 

Rechtsöffnung für die verlangten Fr. 99.00 nicht zu erteilen und die Be-

schwerde somit abzuweisen.  

 

3. 

Ausgangsgemäss sind die Prozesskosten der Klägerin aufzuerlegen 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 95 Abs. 1 ZPO). Die Gerichtskosten sind 

auf Fr. 90.00 festzusetzen (Art. 48 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 GebV SchKG) und 

mit dem von der Klägerin in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu 

verrechnen (Art. 111 Abs. 1 ZPO). Zudem hat die Klägerin dem Beklagten 

eine Entschädigung für seine Anwaltskosten im Beschwerdeverfahren zu 

bezahlen (Art. 106 Abs. 1 i.V.m. Art. 95 Abs. 1 lit. b und Abs. 3 ZPO). Diese 

ist, ausgehend von einer Grundentschädigung von Fr. 339.00 (Fr. 1'132.00 

bei einem Streitwert von Fr. 99.00 [§ 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 AnwT]; davon 

 - 11 - 

 

 

30 % aufgrund des Vollstreckungsverfahrens [§ 3 Abs. 2 AnwT]) und unter 

Berücksichtigung eines Abzugs von 20 % wegen fehlender Verhandlung 

(§ 6 Abs. 2 AnwT) sowie eines Rechtsmittelabzugs von 25 % (§ 8 Abs. 1 

AnwT), einer Auslagenpauschale von 3 % und 8.1 % Mehrwertsteuer rich-

terlich auf gerundet Fr. 227.00 festzusetzen.  

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde abgewiesen.  

 

2. 

Die obergerichtliche Entscheidgebühr von Fr. 90.00 wird der Klägerin auf-

erlegt. 

 

3. 

Die Klägerin wird verpflichtet, dem Beklagten eine Parteientschädigung von 

Fr. 227.00 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

[…]  

  

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG)  

 

Gegen Teilentscheide kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der vollständi-

gen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das Schweizerische 

Bundesgericht erhoben werden, wenn diese nur einen Teil der gestellten Begehren behan-

deln und diese Begehren unabhängig von den anderen beurteilt werden können oder wenn 

der Entscheid das Verfahren nur für einen Teil der Streitgenossen abschliesst. In vermö-

gensrechtlichen Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der Streitwert in 

arbeits- und mietrechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in allen übrigen Fällen 

mindestens Fr. 30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine Rechtsfrage von grund-

sätzlicher Bedeutung oder es handle sich um einen Entscheid des Konkurs- und Nachlass-

richters (Art. 44 Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 91, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be-

deutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf die 

sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

 - 12 - 

 

 

Der Streitwert des kantonalen Verfahrens beträgt Fr. 99.00. 

 

   

Rechtsmittelbelehrung für die subsidiäre Verfassungsbeschwerde (Art. 113 ff. BGG)  

 

Gegen Teilentscheide kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der vollständi-

gen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die subsidiäre Verfassungsbeschwerde an 

das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden, wenn diese nur einen Teil der gestell-

ten Begehren behandeln und diese Begehren unabhängig von den anderen beurteilt werden 

können oder wenn der Entscheid das Verfahren nur für einen Teil der Streitgenossen ab-

schliesst. Die Subsidiäre Verfassungsbeschwerde kann nur erhoben werden, soweit keine 

Beschwerde nach den Artikeln 72 - 89 BGG zulässig ist (Art. 44 Abs. 1, Art. 91, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1, Art. 113, Art. 117 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid verfassungsmässige Rechte (Art. 116 BGG) verletzt. 

Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die 

Partei sie in den Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 

BGG). Wird gegen einen Entscheid sowohl ordentliche Beschwerde als auch Verfassungs-

beschwerde geführt, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen 

(Art. 119 Abs. 1 BGG). 

 

 
   

Aarau, 13.Oktober 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 3. Kammer 

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

 

Massari De Martin