# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 375f0268-2ea5-591b-9020-17fab4ba60a5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.10.2009 D-4266/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4266-2006_2009-10-20.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4266/2006
law/mam/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  O k t o b e r  2 0 0 9

Richter Walter Lang (Vorsitz),
Richter Bendicht Tellenbach, Richter Gérald Bovier,
Gerichtsschreiber Martin Maeder.

A._______, geboren (...),
Pakistan,
vertreten durch lic. iur. Claudia Zumtaugwald, 
Rechtsanwältin, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 1. September 2005 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4266/2006

Sachverhalt:

A.  
A.a Der Beschwerdeführer suchte am 23. April 2003 in der Empfangs-
stelle (heute: Empfangs- und Verfahrenszentrum) B._______ um Asyl 
nach. Dabei gab er die Kopie einer pakistanischen Identitätskarte mit 
den rubrizierten Personalien ab. Das BFF (seit dem 1. Januar 2005 Teil 
des  BFM)  befragte  ihn  am 6. Mai  2003  zu seiner  Person  und  sum-
marisch zum Reiseweg sowie zu den Gründen für das Verlassen des 
Heimatlandes. Als Erklärung für das Schuldigbleiben des Originals der 
Identitätskarte führte der Beschwerdeführer dabei an, dieses sei vom 
Schlepper zurückbehalten worden. Bezüglich anderer Originalauswei-
se  erwiderte  er  auf  Befragen,  seinen  am  18.  Januar  2003  in 
C._______ ausgestellten, echten Reisepass habe ihm der Schlepper 
ebenfalls abgenommen. Nach den Erhebungen in der Empfangsstelle 
wies das BFF den Beschwerdeführer für die Dauer des Asylverfahrens 
dem Kanton D._______ zu. Die zuständige Behörde hörte ihn dort am 
4. Juni 2003 zu den Asylgründen an. Am 5. Juni 2003 respektive am 
28.  Juni  2004  gab  der  Beschwerdeführer  zur  Stützung  seiner  Vor-
bringen  drei  Polizeirapporte  („First  Information  Report“  [FIR]),  ein 
Schreiben vom 17. Mai 2003 eines in C._______ domizilierten Anwalts 
sowie einen Zeitungsartikel vom 1. März 2003 („...“) zu den Akten. Mit 
schriftlicher  Anfrage  vom  27.  August  2004  ersuchte  das  BFF  die 
Schweizerische Botschaft  in  Islamabad  um Überprüfung  der  Polizei-
rapporte  und  des  Anwaltsschreibens  auf  deren  Echtheit  hin.  Des 
Weiteren erbat das BFF Antworten auf die Fragen, ob Gründe für eine 
Verfolgung des Beschwerdeführers durch die pakistanischen Behörden 
ersichtlich seien, ob der Beschwerdeführer der schiitischen Glaubens-
gemeinschaft angehöre, und welche sachdienliche Angaben zum Zei-
tungsartikel  vom 1. März  2003 möglich  seien. Am 19. Oktober  2004 
reichte  der  Beschwerdeführer  beim BFF eine  umfassendere  Version 
eines der drei vorgängig beigebrachten FIR in Urdu sowie als beglau-
bigte  englischsprachige  Übersetzung  ein  („incomplete  challan“,  108 
Seiten umfassend). Die Ergebnisse der im Heimatland durchgeführten 
Nachforschungen wurden dem BFF im Antwortschreiben der Botschaft 
vom  17. November  2004  sowie  im  beigefügten  Bericht  des  Vertrau-
ensanwaltes mitgeteilt. Am 3. Mai 2005 führte das BFM mit dem Be-
schwerdeführer  eine  ergänzende  Befragung  durch  und  konfrontierte 
ihn mit dem Resultat der Botschaftsabklärung.

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A.b Zu seiner Person hielt der Beschwerdeführer fest, er gehöre als 
ethnischer  Panjaber  der  islamisch-schiitischen  Glaubensrichtung  an 
und stamme aus der Ortschaft E._______ (Distrikt C._______, Provinz 
Punjab), wo er in der Landwirtschaft tätig gewesen sei. In den letzten 
zwei oder drei Jahren habe er seinen Boden verpachtet und mit seiner 
Familie teilweise auch im eigenen Haus in der Stadt C._______ (Stadt-
teil  F._______)  gewohnt.  Auf  Fragen  zu  seinem  Reiseweg  gab  der 
Beschwerdeführer  zu Protokoll,  er  habe am 12. April  2003 in  einem 
Auto die Grenze zum Iran passiert, habe seine Fahrt bis in die Türkei 
fortgesetzt  und  dort  ein  Schiff  bestiegen,  welches  nach  fünf  Tagen 
einen  italienischen  Hafen  angelaufen  habe.  Nach  einer  in  Mailand 
begonnenen Zugfahrt sei er schliesslich am 23. April 2003 - ohne von 
Grenzwächtern  kontrolliert  zu  werden  oder  überhaupt  einen  Grenz-
übertritt zu bemerken - zu Fuss in die Schweiz gelangt.

A.c Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdefüh-
rer  in  den  erwähnten  Befragungen  im Wesentlichen  geltend,  wegen 
seiner  Zugehörigkeit  zur  schiitischen  Glaubensgemeinschaft  hätten 
missliebige sunnitische Privatpersonen ihn  zu ruinieren versucht,  in-
dem  sie  zunächst  anlässlich  eines  Disputs  vor  seinem  Haus  in 
F._______ C._______ seinen ältesten Sohn ermordet  und später  im 
Anschluss an zwei weitere Schiessereien mit  Todesfolge jeweils ver-
sucht  hätten,  ihn  unter  Anspielung  auf  vermeintliche  Rachegelüste 
persönlich für die Tötungsdelikte verantwortlich zu machen. In seinem 
Heimatdorf  E._______  habe  es  immer  wieder  Feindseligkeiten 
zwischen Angehörigen der sunnitischen Mehrheit und der schiitischen 
Minderheit gegeben. Als Schiite sei er des öfteren schikaniert und mit 
dem Vorwurf konfrontiert worden, er sei gar kein richtiger Muslim. Weil 
er  für  alle  religiösen  Anlässe  der  schiitischen  Dorfbevölkerung 
zuständig  gewesen  sei,  seien  ihm  die  Sunniten  mit  besonderer 
Abneigung begegnet. Um diesen Spannungen auszuweichen, habe er 
das Haus in E._______ - an den damals noch mit ihm befreundeten 
G._______ -  veräussert  und für seine Familie in der Stadt  ein Haus 
gekauft. An einem Abend im September oder Oktober 2000 habe er 
mit  seinem Anliegen,  vom Käufer  seines  Hauses  in  E._______  den 
Rest  des  Kaufpreises  zu  erhalten,  kein  Gehör  gefunden  und  sei 
abgewiesen worden. Wenig später seien mehrere Männer vor seinem 
Haus  in  F._______  C._______  erschienen  und  hätten  nach  dem 
Öffnen der Tür geschrien und Schüsse abgegeben. Sein ältester Sohn 
habe  unmittelbar  vor  dem  Haus  eine  Schussverletzung  am  Kopf 
erlitten, der er im Spital erlegen sei. Sein auf Besuch weilender Freund 

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H._______ sei ebenfalls schwer verletzt ins gleiche Spital eingeliefert 
worden;  Kugeln  hätten  ihn  am  Kopf  sowie  am  Unterarm  getroffen. 
Noch  am  selben  Tag habe  H._______  das  Spital  wieder  verlassen 
können, weil es sich bei der Verletzung am Kopf nur eine Platzwunde 
gehandelt  habe.  Auf  seine  Anzeigeerstattung  auf  dem Polizeiposten 
I._______  in  C._______  hin  habe  die  Polizei  eine  Untersuchung 
durchgeführt.  Die  von  ihm als  Mörder  seines  Sohnes  beschuldigten 
Männer hätten jedoch alles abgestritten und den zuständigen Polizei-
beamten ein Bestechungsgeld bezahlt. Auf diese Weise hätten sie er-
reicht, dass sie nach kurzer Zeit gegen Kaution wieder auf freien Fuss 
gesetzt worden seien. Er habe danach verschiedene Instanzen ange-
rufen und - ergebnislos - versucht, eine gerechte Strafe für die Mörder 
zu erwirken. Zuletzt habe er gar beim obersten Polizeioffizier (Superin-
tendent  of  Police [SP])  im Distrikt  C._______ vorgesprochen,  freilich 
ohne Erfolg. Sein Anwalt, der am Gericht in C._______ praktiziert und 
ihn im Zusammenhang mit der Ermordung seines Sohnes unterstützt 
habe, habe ebenfalls nichts bewirken können. Eineinhalb Monate nach 
der Ermordung seines Sohnes sei es vor dem Haus seines Freundes 
H._______ in  C._______ zu einer  Schiesserei  mit  zwei  Todesopfern 
gekommen.  Die  durch  ihn  des  Mordes  an  seinem  Sohn  bezichtigte 
Gruppe um G._______ respektive dessen einflussreichen kriminellen 
Freund J.________, welche ihrerseits mit den beiden - sunnitischen - 
Todesopfern bekannt gewesen seien, hätten ihn anschliessend bei der 
Polizei  beschuldigt,  aus Rache die tödlichen Schüsse abgegeben zu 
haben  und  dabei  von  H._______  unterstützt  worden  zu  sein.  In 
Wirklichkeit  kenne  er  jedoch  nur  eines  der  Opfer  vom  Sehen;  die 
wahren Urheber  und die  Motive der  Tat seien ihm völlig  unbekannt. 
H._______ sei daraufhin festgenommen worden; was aus ihm gewor-
den sei,  wisse  er  nicht.  Er  selber  habe sich  danach während  zwei-
einhalb Jahren bemüht, seine Unschuld zu beweisen. Er habe weder 
die Urheber noch das Motiv des Doppelmordes gekannt. Um sein Le-
ben  nicht  aufs  Spiel  zu  setzen,  habe  er  sich  bei  Verwandten  und 
Freunden versteckt gehalten, mit der Konsequenz, dass die Behörden 
ihn  als  untergetaucht  erklärt  und steckbrieflich  gesucht  hätten. Des-
wegen sei es ihm nicht gelungen, seine Unschuld zu beweisen. Seine 
Familie habe sich in dieser Zeit aus Angst vor Belästigungen bei einem 
Freund in  K._______ aufgehalten. Die  zweite  Schiesserei  habe sich 
dann  Ende  Februar  oder  Anfang  März  2003  in  seinem  vormaligen 
Wohnort  E._______  ereignet  und  wiederum  ein  Todesopfer  sowie 
einen Verwundeten gefordert. Beim Toten habe es sich um L._______ 
gehandelt, den Bruder von J.________. Er habe zu diesem Zeitpunkt 

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gar  nicht  mehr  im  Dorf  gewohnt  und  L._______  nicht  gekannt. 
Gleichwohl hätten ihn J.________ und dessen Gefolgsleute auch für 
dieses Verbrechen verantwortlich zu machen versucht, auf dem Posten 
in E._______ Anzeige gegen ihn erstattet und eigenmächtig sein Haus 
in E._______ besetzt. Dass gegen ihn Anzeige erstattet worden sei, 
habe er der Zeitung entnommen. Die Polizei habe seine Familie in der 
Folge  permanent  belästigt,  so  dass  sie  gezwungen  gewesen  seien, 
sich irgendwo in Lahore zu verstecken. Für ihn sei klar gewesen, dass 
ihn im Falle einer Verurteilung lebenslange Haft  oder gar die Todes-
strafe erwarte. Deshalb habe er keine andere Wahl gehabt, als unver-
züglich seinem Heimatland zu entfliehen.

B.
Mit  Verfügung  vom 1.  September  2005  -  eröffnet  am  3.  September 
2005 - stelle das BFM fest,  der Beschwerdeführer erfülle die Flücht-
lingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte 
es  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnete  den  Vollzug  der 
Wegweisung an. Als Begründung für die Nichtzuerkennung der Flücht-
lingseigenschaft und Ablehnung des Asylgesuchs führte das BFM zu-
sammenfassend  an,  der  Beschwerdeführer  vermöge mit  seinen  Ge-
suchsvorbringen  einesteils  bereits  die  Vorbedingung  des  Glaubhaft-
machens und anderenteils die materiellrechtlichen Kriterien für die An-
erkennung als  Flüchtling  nicht  zu  erfüllen. Von Amtes wegen veran-
lasste Abklärungen durch die Schweizerische Botschaft in Islamabad 
hätten  insbesondere  ergeben,  dass  der  Beschwerdeführer  gemäss 
Meinungsäusserungen  von  Personen  aus  seinem  näheren  Umfeld 
nicht  der  schiitischen,  sondern  der  sunnitischen  Glaubensgemein-
schaft angehöre, was im Übrigen auch für die anderen Familienange-
hörigen gelte. Laut den Auskünften der angefragten Personen hätten 
die  Probleme des  Beschwerdeführers  keinen  religiösen Hintergrund, 
sondern ihren Ursprung in Meinungsverschiedenheiten im Zusammen-
hang mit  der  Tilgung des Preises nach dem Verkauf  des  Hauses in 
E._______  und  der  Übersiedlung  nach  F._______  C._______. Dass 
die  Mörder  des  Sohnes  nicht  zur  Verantwortung  gezogen  worden 
seien,  sei  nicht  mit  dem fehlenden  Schutzwillen  des  pakistanischen 
Staates, sondern mit dem Versäumnis des Beschwerdeführers zu er-
klären,  mit  Hilfe seines Anwalts die verfügbaren Rechtsmittel  auszu-
schöpfen. Was die falschen Anschuldigungen im Zusammenhang mit 
den beiden späteren Schiessereien mit  Todesfolge betreffe, so habe 
den diesbezüglichen Anzeigen der Verdacht begangener Straftaten zu-
grunde gelegen. Anzeichen für eine auf asylrelevanten Motiven basie-

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rende  Verfolgung  gebe  es  nicht,  zumal  der  Beschwerdeführer  keine 
Zugehörigkeit  zu einer  politischen,  religiösen oder  sozialen  Gruppie-
rung geltend mache.

C.
Mit Beschwerde vom 3. Oktober 2005 liess der Beschwerdeführer die 
Verfügung  des  BFM  vom  1.  September  2005  durch  seine  Rechts-
vertreterin  in  allen  Punkten bei  der  damals  zuständigen Schweizeri-
schen Asylrekurskommission (ARK) anfechten. Im Einzelnen stellte er 
die Begehren, es sei die angefochten Verfügung aufzuheben, ihm die 
Flüchtlingeigenschaft zuzuerkennen und Asyl zu gewähren und - even-
tuell - seine vorläufige Aufnahme anzuordnen. In formeller Hinsicht er-
suchte er darum, ihm die unentgeltliche Rechtspflege mit Verbeistän-
dung durch seine Rechtsvertreterin zu gewähren und auf einen Kos-
tenvorschuss zu verzichten. Des Weiteren stellte er den Verfahrensan-
trag, die Abklärungsakten der Botschaft seien zu edieren und ihm zur 
Einsicht zuzustellen.

Zusammen  mit  der  Beschwerdeschrift  respektive  mit  Folgeeingaben 
vom 12. Oktober 2005 und 18. Oktober 2005 reichte der Beschwerde-
führer drei Affidavits (eidesstattliche Versicherungen) vom 12. Septem-
ber 2005, 20. September 2005 und 1. Oktober 2005, ein Foto seines 
ältesten  Sohnes,  ein  beglaubigtes  Bestätigungsschreiben  vom 
15. September 2005, ein Schreiben seines Anwalts in C._______ vom 
13. August 2005 sowie eine schriftliche Stellungnahme des Gemeinde-
präsidenten von E._______ vom 11. Oktober 2005 zu den Akten.

D.
Mit Zwischenverfügung vom 4. November 2005 bestätigte der Instruk-
tionsrichter der ARK die Berechtigung des Beschwerdeführers zur An-
wesenheit in der Schweiz bis zum Abschluss des Verfahrens. Gleich-
zeitig wies er die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) und 
um Beigabe eines Anwalts im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG ab. So-
dann  wies  er  auch  den  Antrag  auf  Einsichtgewährung  in  die  Abklä-
rungsakten der Schweizerischen Botschaft in Islamabad ab und ordne-
te die Überweisung der Akten an die Vorinstanz zur Vernehmlassung 
an.

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E.  
E.a In  seiner  Vernehmlassung  vom  24.  November  2005  beantragte 
das BFM die Abweisung der Beschwerde. Als Begründung führte es 
zusammenfassend an, die Sachvorbringen und Einwände in  der Be-
schwerde sowie die eingereichten Beweismittel  vermöchten eine Än-
derung  seines  in  der  angefochtenen  Verfügung  dargelegten  Stand-
punkts nicht zu rechtfertigen.

E.b Mit verfahrensleitender Verfügung vom 28. November 2005 stellte 
der Instruktionsrichter der ARK dem Beschwerdeführer eine Kopie der 
Vernehmlassung zu und gewährte ihm das Recht, bis zum 13. Dezem-
ber 2005 darauf zu replizieren.

E.c In seiner Replik vom 13. Dezember 2005 nahm der Beschwerde-
führer zu den Argumenten des BFM in der Vernehmlassung Stellung 
und hielt sinngemäss an den gestellten Begehren fest. Als weitere Be-
weismittel gab er zwei Internetausdrucke mit einem Artikel der „Welt“ 
vom 4. März  2004  und  einem solchen  der  NZZ vom 31. Mai  2005, 
fremdsprachige  Zeitungsausschnitte  unbekannten  Datums  mit  Über-
setzung  ins  Deutsche,  einen  fremdsprachigen  Zeitungsbericht  vom 
12. August 2005 ebenfalls mit deutscher Übersetzung sowie englisch-
sprachige Auszüge aus dem pakistanischen Strafgesetzbuch (Pakistan 
Penal Code) zu seinem Dossier.

F.
Mit weiteren Beweismitteleingaben vom 10. Januar 2006 und 6. März 
2006  legte  der  Beschwerdeführer  verschiedene  Zeitungsberichte  in 
Urdu  mit  deutschen  Übersetzungen  („The  Nation“  vom  29.  Juni  bis 
5. Juli  2001  und  7. September  bis  13. September  2001,  „(...)“  vom 
11. Februar  2006)  beziehungsweise  in  englischer  Sprache  („Dawn“ 
vom 12. Februar 2006) ein.

G.  
G.a Mit Eingabe vom 24. März 2006 liess der Beschwerdeführer aus-
richten, dass seine Familie in der letzten Woche von der Polizei aufge-
sucht  und nach seinem Aufenthaltsort  gefragt  worden sei,  woraufhin 
sie ihren Wohnsitz nach Lahore verlegt habe.

G.b Am 7. April 2006 reichte der Beschwerdeführer eine Bestätigung 
vom 23. März 2006 betreffend die Überweisung von Geldbeträgen an 
seine Frau in Pakistan ein. Im Begleitschreiben führte er an, die be-
trächtliche Höhe der Zahlungen rühre daher, dass seine Frau immer 

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wieder  Bestechungsgelder  an  die  Polizei  entrichten  müsse,  um von 
Behelligungen  gegen  sie  selbst  und  gegen  die  beiden  Kinder  ver-
schont zu bleiben.

G.c Mit Eingabe vom 12. April 2006 reichte der Beschwerdeführer als 
weiteres Beweismittel ein Schreiben seines Anwalts in C._______ vom 
28. März 2006 zu den Akten. Unter Berufung darauf machte er im Zu-
sammenhang mit den im Schreiben vom 24. März 2006 erwähnten Be-
helligungen geltend, seine Familie sei erst nach grossen Bemühungen 
von der Polizei freigelassen worden. Danach sei sie an eine Adresse 
ausserhalb von Lahore geflüchtet und lebe seither dort versteckt.

H.
Am  30.  Oktober  2006  reichte  der  Beschwerdeführer  einen  weiteren 
fremdsprachigen  Zeitungsbericht  („(...)“  vom  17. Juli  2006)  zu  den 
Akten.  Darauf  Bezug  nehmend  gab  er  zu  bedenken,  dass  sich  in 
jüngster  Zeit  in  C._______  die  Todesurteile  wegen  Mordes  gehäuft 
hätten  und diese auch vollzogen würden. Seine Befürchtung sei  es, 
dass die verfeindeten Familien, welche über die Mittel zur Bestechung 
der  Gerichte  verfügten,  auch  gegen  seinen  15-jährigen  Sohn  eine 
falsche  Mordanzeige  mit  möglicherweise  fatalen  Folgen  erstatten 
könnten.

I.
Am 1. Januar 2007 übernahm das Bundesverwaltungsgericht das Be-
schwerdeverfahren von der ARK.

J.  
J.a Mit  schriftlicher  Eingabe der  Rechtsvertreterin  vom 5. April  2007 
(Datum  der  Übermittlung  per  Telefax)  orientierten  die  Ehefrau, 
M._______,  und  die  beiden  Kinder  des  Beschwerdeführers, 
N._______ und O._______, die schweizerische Botschaft in Islamabad 
über ihre Absicht,  in den nächsten Tagen ein Asylgesuch und einen 
Antrag auf Bewilligung der Einreise in die Schweiz zu stellen.

J.b Nach der Einreichung der Asylgesuche für sie selbst und ihre bei-
den minderjährigen Kinder wurde die Ehefrau des Beschwerdeführers 
am 18. Juni 2007 auf der schweizerischen Botschaft in Islamabad zu 
den  Asylgründen  befragt.  Dabei  verwies  sie  weitgehend  auf  das 
Schreiben ihrer Rechtsvertreterin vom 5. April 2007.

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J.c Die schweizerische Botschaft in Islamabad leitete am 30. Juli 2007 
das Protokoll der Befragung vom 18. Juli 2007, eine Kopie des Schrei-
bens der Rechtsvertreterin vom 5. Juni 2007 und einen kurzen Bericht 
mit  einer  Beurteilung  der  Asylgesuche  zum  Entscheid  an  das  BFM 
weiter.

J.d Mit Verfügung vom 10. September 2007 verweigerte das BFM der 
Ehefrau und den beiden Kindern des Beschwerdeführers die Bewilli-
gung der Einreise in die Schweiz und lehnte ihre Asylgesuche ab.

J.e Die gegen die Verfügung vom 10. September 2007 erhobene Be-
schwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-6898/2007 
vom 22. Mai 2008 vollumfänglich ab. In der Entscheidbegründung hielt 
das  Gericht  unter  anderem  fest,  die  Ehefrau  und  Kinder  des  Be-
schwerdeführers vermöchten eine unmittelbare und auf einem relevan-
ten Verfolgungsmotiv beruhende Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit, 
wie sie in Art. 20 Abs. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31) als Grundvoraussetzung für eine Bewilligung der Einreise 
in die Schweiz vorgeschrieben werde, nicht glaubhaft zu machen.

K.
Am 3. März 2008 reichte der Beschwerdeführer im Hinblick auf die all-
fällige Ausrichtung einer Parteientschädigung vier  Honorarnoten (da-
tierend vom 3. Oktober 2005, 4. Dezember 2006 und 29. Februar 2008 
[zwei  Honorarrechnungen  für  verschiedene  Leistungen])  seiner 
Rechtsvertreterin ein.

L.
Mit Eingabe vom 21. August 2008 reichte der Beschwerdeführer eine 
undatierte  fremdsprachige  Zeugenbestätigung  mitsamt  einer  Über-
setzung ins Deutsche und Kopien der Identitätskarten der Zeugen so-
wie  ein  Schreiben  des  von  seiner  Ehefrau  in  Lahore  beauftragten 
Rechtsanwalts vom 30. Juni 2008 zu den Akten.

M.
Mit Eingabe vom 29. September 2008 teilte der Beschwerdeführer mit, 
wegen  der  Entscheidungsreife  seines  vor  Bundesverwaltungsgericht 
hängigen Falles verlange er ausdrücklich, dass im Sinne der Reflex-
verfolgung die Asylwürdigkeit und Flüchtlingseigenschaft der weiteren 
Familienmitglieder  nach  Massgabe  der  Akten  seines  eigenen  Be-
schwerdeverfahrens  sowie  desjenigen  seiner  Ehefrau  und  Kinder 
(Urteil D-6898/2007 vom 22. Mai 2008) geprüft würden.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.  
1.1 Als  eine  der  Beschwerdeinstanzen  im  Verwaltungsverfahren  des 
Bundes (vgl. Art. 47 Abs. 1 Bst. b VwVG) beurteilt das Bundesverwal-
tungsgericht  gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  Beschwerden  gegen  Verfügungen 
nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. 
Unter die Vorinstanzen fallen die in Art. 33 VGG genannten Behörden, 
zu  welchen  auch  das  BFM (Art. 33  Bst. d  VGG)  zählt.  Art. 32  VGG 
sieht für Verfügungen auf dem Gebiet des Asyls keine Ausnahme vor, 
womit die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts als Beschwer-
deinstanz im Asylverfahren gegeben ist (Art. 105 AsylG). Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (BGG, 
SR 173.110)  bestätigt  diese  Zuständigkeit  und  schliesst  gleichzeitig 
die Weiterzugsmöglichkeit an das Bundesgericht aus.

Als Folge der so definierten Zuständigkeit (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG) hat 
das Bundesverwaltungsgericht per 1. Januar 2007 die Beurteilung der 
seit dem 3. Oktober 2005 bei der ARK hängig gewesenen Beschwerde 
gegen die Verfügung des BFM vom 1. September 2005 übernommen 
(Bst. I  hiervor). Diese Beurteilung geschieht nach neuem Verfahrens-
recht (vgl. Art. 53 Abs. 2 in fine VGG; Entscheide des Schweizerischen 
Bundesverwaltungsgerichts [BVGE] 2007/11 E. 4.2 S. 119), wobei sich 
das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG nichts anderes 
bestimmt (Art. 37 VGG). Auf die am 1. Januar 2007 bereits hängig ge-
wesenen  Asylverfahren  sind  zudem  die  auf  diesen  Zeitpunkt  bezie-
hungsweise am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Bestimmungen der 
Asylgesetzänderung vom 16. Dezember 2005 anwendbar (Abs. 1 der 
Übergangsbestimmungen  zur  Änderung  vom  16.  Dezember  2005; 
AS 2006 4767 und 2007 5573).

1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).  Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Ent-
scheid jedoch ungeachtet der erhobenen Rügen grundsätzlich in vol-
lem Umfang überprüfen. Es stellt  den Sachverhalt  von Amtes wegen 
fest (Art. 12 VwVG) und es wendet das Recht von Amtes wegen an 
(Art. 62 Abs. 4 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht ist demzufolge 

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verpflichtet, auf den festgestellten Sachverhalt jene Rechtsnormen an-
zuwenden, die es als zutreffend erachtet, und ihnen jene Auslegung zu 
geben, von der es überzeugt ist (vgl. BVGE 2007/41 E. 2 S. 529 f.).

2.  
2.1 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor dem Bundesamt teil-
genommen, ist durch die am 1. September 2005 ergangene Verfügung 
des  BFM  besonders  berührt  und  kann  sich  auf  ein  schutzwürdiges 
Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  berufen. 
Damit  ist  er  zur  Einreichung einer  dagegen gerichteten Beschwerde 
legitimiert (Art. 48 VwVG i.V.m. Art. 105 AsylG und Art. 37 VGG).

2.2 Die Eingabefrist sowie die Anforderungen an Form und Inhalt der 
Beschwerdeschrift  sind  gewahrt  (Art. 50  und  Art. 52  Abs. 1  VwVG 
i.V.m. Art. 105 AsylG und Art. 37 VGG). Auf die Beschwerde ist daher 
einzutreten.

3.
Die  Schweiz  gewährt  Flüchtlingen  unter  Vorbehalt  von  Ausschluss-
gründen auf Gesuch hin Asyl (vgl. Art. 2 Abs. 1 und Art. 49 AsylG). Wer 
um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder 
zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Die Flüchtlingsei-
genschaft  erfüllen  Personen,  welche  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im 
Land, wo sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät,  Zugehörigkeit  zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen 
ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt 
sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 
werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung 
von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträg-
lichen  psychischen  Druck  bewirken;  den  frauenspezifischen  Flucht-
gründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.1 Die  im  Gesetz  so  definierte  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  eine 
asylsuchende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründe-
terweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter 
Verfolgungsmotive  durch  Organe  des  Heimat-  (Person  mit  einer 
Staatsangehörigkeit) oder Herkunftsstaates (Person ohne Staatsange-
hörigkeit) oder durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind be-
ziehungsweise  zugefügt  zu  werden  drohen.  Die  erlittene  Verfolgung 
beziehungsweise die begründete Furcht vor künftiger Verfolgung muss 

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sachlich  und  zeitlich  kausal  für  die  Ausreise  aus  dem Heimat-  oder 
Herkunftsstaat  und  grundsätzlich  auch  im  Zeitpunkt  des  Asylent-
scheids noch aktuell  sein. Aufgrund der Subsidiarität  des flüchtlings-
rechtlichen Schutzes setzt die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft 
ausserdem voraus, dass die betroffene Person im Heimat- oder Her-
kunftsstaat keinen ausreichenden Schutz finden kann (vgl. zum Gan-
zen BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37 f.; Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2006  Nr.  32  E. 5 
S. 339 f., EMARK 2006 Nr. 18 E. 7 S. 190 ff., E. 8.3 S. 200 und E. 10 
S. 201 ff., EMARK 2005 Nr. 21 E. 7.3 S. 194 und E. 11.1 S. 201 f.).

3.2 Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich 
dann, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel 
sind;  sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen  Schilderungen  erschöpfen,  in 
wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Lo-
gik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Er-
fahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Per-
son persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht 
der Fall  ist,  wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte 
Beweismittel  abstützt,  aber auch dann,  wenn sie wichtige Tatsachen 
unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vor-
bringen  auswechselt,  steigert  oder  unbegründet  nachschiebt,  man-
gelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung ver-
weigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner - im Gegensatz zum strik-
ten Beweis - ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für 
gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. 
Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die Gründe, 
die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Asylsuchenden 
sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sicht-
weise abzustellen (vgl. Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG; EMARK 2005 Nr. 21 
E. 6.1 S. 190 f.).

4.
Wie das BFM in der  Entscheidbegründung festhält,  stimmen die  Er-
gebnisse der Botschaftsabklärung in weiten Teilen mit den Aussagen 
des Beschwerdeführers in den drei durchgeführten Befragungen über-
ein. Insbesondere  zeigte  sich  bei  der  veranlassten  Überprüfung  vor 
Ort,  dass der Beschwerdeführer wie  behauptet  ein Verfahren wegen 
Tötung seines Sohnes durch Strafanzeige in die Wege geleitet hat und 
in  zwei  weiteren Verfahren angeschuldigt  wird,  Tötungsdelikte verübt 
zu haben beziehungsweise an diesen beteiligt gewesen zu sein. Das 

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Gericht  erachtet  deshalb  die  gelockerten  Beweisanforderungen  des 
Glaubhaftmachens,  wie  sie  zuvor  unter  E. 3.2  erläutert  wurden,  mit 
Bezug auf die grundsätzliche Existenz der drei Strafverfahren als er-
füllt.  Hingegen kommt es  aus  den hiernach darzulegenden Gründen 
zum  Schluss,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Voraussetzungen  von 
Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG nicht zu erfüllen vermag, insoweit er glauben 
machen will,  er sei wegen seiner Zugehörigkeit zur schiitischen Reli-
gionsgemeinschaft von sunnitischen Zivilpersonen einerseits und den 
pakistanischen Behörden andererseits  als Individuum gezielt  verfolgt 
worden.

4.1 Im Zusammenhang mit den Umständen, die zum gewaltsamen Tod 
seines Sohnes geführt  haben, geht zunächst aus den Schilderungen 
des Beschwerdeführers nicht klar hervor, dass das Verhalten der Täter 
überhaupt darauf ausgerichtet war, ihm als Person gezielt einen Nach-
teil zuzufügen. So machte der Beschwerdeführer selber nicht geltend, 
dass  die  vor  seiner  Haustüre  erschienenen  Täter  auch  sein  Leben 
oder seine physische Integrität in Gefahr zu bringen beabsichtigt be-
ziehungsweise mit der Tötung seines Sohnes das hintergründige Ziel 
verfolgt hätten, eigentlich ihn in seiner Eigenschaft als Vater zu treffen. 
Ein derartiger Tätervorsatz ist auch mit Bezug auf seinen am Ort auf-
kreuzenden  Freund  H._______  nicht  in  Betracht  zu  ziehen.  Nach 
eigener Aussage des Beschwerdeführers wurde H._______ durch Zu-
fall von Schüssen am Kopf und Unterarm getroffen, so dass nichts auf 
die Möglichkeit hindeutet, die Täter hätten damit gerade auch ihm we-
gen seiner  Freundschaft  zu H._______ Leid  zufügen wollen. Zudem 
legte er selber die Entschlussfassung bei den Mördern seines Sohnes, 
„auch“ ihn „loszuwerden“ und zu „beseitigen“ beziehungsweise „umzu-
bringen“,  auf  einen  Zeitpunkt,  da  er  nach  seinen  Angaben  bereits 
durch  persönliche  Vorsprache  bei  verschiedenen  Instanzen  versucht 
hatte, die erneute Inhaftierung der gegen Kaution freigekommenen Tä-
ter zu erwirken (vgl. A1/10, S. 5; A8/24, S. 12; A27/15, S. 5).

4.2 Das BFM vertrat in der angefochtenen Verfügung die Auffassung, 
angesichts  verschiedener  Widersprüche  und  Unstimmigkeiten  seien 
die vom Beschwerdeführer genannten Motive für  seine Verfolgung in 
Pakistan nicht überzeugend. Diese Einschätzung ist nach Prüfung der 
Akten  zu  bestätigen.  Der  Beschwerdeführer  vermag  anhand  seiner 
Auskünfte in den Befragungen, der eingereichten Beweismittel und der 
Argumente  in  den  Eingaben  im  Beschwerdeverfahren  letztlich  nicht 
schlüssig aufzuzeigen, dass die von ihm behaupteten privaten Behelli-

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gungen (bewaffneter  Angriff  mit  Tötung des Sohnes, Nachstellungen 
als Folge seiner anschliessenden Bemühungen zur Erfassung und Be-
strafung der Täter) und behördlichen Massnahmen (Eröffnung zweier 
Strafverfahren wegen Begehung von Tötungsdelikten beziehungsweise 
Beteiligung daran) jeweils wegen seiner Zugehörigkeit zur Schia ergrif-
fen wurden.

4.2.1 Höchst zweifelhaft erscheint vor dem Hintergrund der Ergebnis-
se  der  Botschaftsabklärung  bereits,  ob  dem  Beschwerdeführer  die 
muslimisch-schiitische  Konfession  überhaupt  zukommt.  Dem  Bericht 
des von der Botschaft mit den Nachforschungen beauftragten Vertrau-
ensanwaltes ist in dieser Beziehung zu entnehmen, dass die Mehrheit 
der separat angefragten Personen, denen die Eignung als Auskunfts-
personen aufgrund bestimmter objektiver Kriterien zugesprochen wer-
den kann, erklärten, der Beschwerdeführer und dessen Familie gehör-
ten  nicht  der  schiitischen  Gemeinschaft  an,  sondern  seien  vielmehr 
sunnitische Muslime. Lediglich einige Personen sprachen davon, dass 
der Beschwerdeführer hin und wieder öffentliche Versammlungen der 
Schiiten besucht und den von Gastrednern gehaltenen Referaten zu-
gehört habe. Im Bericht des Vertrauensanwalts werden die eingeholten 
Auskünfte sodann in dem Sinne ausgewertet, dass das Vorbringen des 
Beschwerdeführers, ein Schiite zu sein und deswegen verfolgt zu wer-
den, absolut falsch sei. Die bittere Feindschaft zwischen seiner Familie 
und der  ebenfalls  wohl  situierten  Familie  von J.________ rühre  von 
Meinungsverschiedenheiten im Zusammenhang mit  dem Verkauf  sei-
nes Geburtshauses in E._______ her. Nachdem ein Konflikt um aus-
stehende Kaufpreiszahlungen entbrannt sei, habe sich J.________ mit 
seiner Gruppe nach F._______ C._______ zum Haus des Beschwer-
deführers  begeben  und  dort  das  Feuer  eröffnet,  mit  dem  Resultat, 
dass der Sohn des Beschwerdeführers sein Leben verloren habe. Der 
Beschwerdeführer habe sich in der Folge an J.________ gerächt, in-
dem er dessen Bruder L._______ umgebracht habe. Der Fall des Be-
schwerdeführers  sei  insofern  nicht  religiöser,  sondern  schlicht  krimi-
neller Natur.

Aufgrund dieses  Untersuchungsergebnisses  erachtet  es  das  Gericht 
nicht als wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer in seinem Wohn-
ort  zum einen überhaupt  als  Schiite  in Erscheinung getreten ist  und 
dies zum andern in einer Art und Weise getan hat, die bei seinen sun-
nitischen Widersachern einen unbändigen Hass und letztlich eine Be-
reitschaft zum Töten hat wachsen lassen. Direkt darauf angesprochen, 

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gestand  der  Beschwerdeführer  denn  auch  ein,  dass  die  Ermordung 
seines Sohnes mit  der Bezahlung des Hauses zusammenhängt (vgl. 
A27/15, S. 3). Sein Versuch, den Tenor der von der Botschaft eingehol-
ten  Auskünfte  mit  seiner  Zurückhaltung  bei  der  Betätigung  seines 
schiitischen Glaubens zu erklären, verfängt nicht. Wie die Vorinstanz 
überzeugend ausführt  (vgl. A29/9, S. 4, zweiter Absatz), erscheint es 
nicht realistisch, dass eine Mehrheit von Personen, die die Zwistigkei-
ten zwischen der Familie des Beschwerdeführers und derjenigen von 
J.________ aus der Nähe miterleben konnten, sich in der behaupteten 
Weise über den wahren Hintergrund des Konflikts hätte täuschen kön-
nen.  Andererseits  bliebe  im Falle  einer  mit  vollkommener  Diskretion 
gelebten und gegen aussen nahezu verborgen gebliebenen Zugehö-
rigkeit zur schiitischen Gemeinschaft unerklärlich, durch welches Ge-
baren der Beschwerdeführer die Feindschaft von Andersgläubigen hät-
te auf sich ziehen sollen. Dabei fällt nicht zuletzt ins Gewicht, dass es 
sich laut Aussage des Beschwerdeführers bei G._______, dem Käufer 
seines Hauses, ursprünglich um einen Freund gehandelt  haben soll. 
Lediglich der Vollständigkeit halber ist im Übrigen anzufügen, dass der 
Beschwerdeführer  in  den  drei  Befragungen  zu  seiner  angeblichen 
Rolle als Angehöriger der schiitischen Minderheit  in seinem Wohnort 
E._______  deutlich  voneinander  abweichende  Angaben  machte. Die 
diesbezüglichen Feststellungen der Vorinstanz im angefochtenen Ent-
scheid erweisen sich bei einer Nachprüfung der Akten durchwegs als 
zutreffend, und es kann deshalb zu Vermeidung von Wiederholungen 
auf die entsprechenden Erwägungen und zitierten Protokollstellen ver-
wiesen werden (vgl. A29/9, S. 4, dritter Absatz). Anzufügen bleibt ein-
zig,  dass  der  Beschwerdeführer  auch  in  der  Ergänzungsbefragung 
vom 3. Mai 2005 im Unterschied zur Erstbefragung (vgl. A1/10, S. 5) 
und zur kantonalen Anhörung (vgl. A8/24, S. 11) erklärte, er habe in-
nerhalb der schiitischen Gemeinschaft seines Wohnortes keine beson-
dere  Stellung eingenommen und sei  ein  normales  Mitglied  gewesen 
(vgl. A27/15 S. 10 unten und S. 11 oben).

Weil nach dem Erwogenen ein religiös gefärbtes Motiv hinter den Be-
helligungen durch J.________ und dessen Gruppe hinlänglich auszu-
schliessen ist, kann letztlich dahin gestellt bleiben, ob der Beschwer-
deführer  der  schiitischen  Gemeinschaft  offiziell  angehört  oder  nicht. 
Dementsprechend braucht  nicht  näher auf  die Beweiseignung der in 
diesem Zusammenhang im Beschwerdeverfahren eingereichten eides-
stattlichen Versicherungen (Affidavits) und privaten Bestätigungen ein-
gegangen zu werden (vgl. hierzu die Auflistung in der Vernehmlassung 

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des BFM vom 24. November 2005). Immerhin ist bezüglich der erstge-
nannten Dokumente, wie das Bundesverwaltungsgericht dies bereits in 
seinem Urteil  D-6898/2007 vom 22. Mai 2008 betreffend die Ehefrau 
und die beiden Kinder des Beschwerdeführers zu bedenken gegeben 
hat, darauf hinzuweisen, dass  im Heimatland des Beschwerdeführers 
eine Vielfalt von vermeintlich amtlichen und nichtamtlichen Dokumen-
ten beliebigen Inhalts ohne Mühe gegen Bezahlung zu erwerben sind 
(vgl. EMARK 1996 Nr. 21 E. 4a S. 210 f.). Dokumenten pakistanischen 
Ursprungs  ist  vor  diesem  Hintergrund  unbesehen  einer  Ausstattung 
mit  vermeintlichen  Echtheitsmerkmalen  und  Beglaubigungskennzei-
chen wie Stempeln, Unterschriften oder Marken grundsätzlich mit Zu-
rückhaltung zu begegnen.

4.2.2 Betreffend den bewaffneten Angriff und die Ermordung des Soh-
nes des Beschwerdeführers beruft sich das BFM in der angefochtenen 
Verfügung zusätzlich darauf, dass es sich dabei um einen kriminellen 
Übergriff  seitens  Privater  und  nicht  um  staatliche  Verfolgungsmass-
nahmen gehandelt  habe. Verfolgungshandlungen durch private Grup-
pen wirkten dann asylbeachtlich, wenn der Staat sie aus asylrelevan-
ten Gründen fördere oder ein Einschreiten dagegen willkürlich unter-
lasse. Eine solche Konstellation könne indes ausgeschlossen werden, 
weil  der  Beschwerdeführer  keiner  politischen  Partei  angehöre  und 
auch nicht glaubhaft machen könne, eine herausragende Rolle in einer 
sozialen oder religiösen Gruppierung eingenommen zu haben.

Die  mit  diesen  Erwägungen  vom BFM abgehandelte  Frage,  ob  hin-
sichtlich des von privaten Akteuren verübten Tötungsdelikts am Sohn 
des Beschwerdeführers die Voraussetzungen einer mittelbaren staatli-
chen Verfolgung erfüllt seien, stellt sich aus heutiger Sicht nicht mehr. 
Mit dem Grundsatzentscheid der ARK vom 8. Juni 2006 (EMARK 2006 
Nr. 18) wurde im schweizerischen Asylrecht anstelle der Zurechenbar-
keitstheorie  die  sogenannte  Schutztheorie  anerkannt.  Diese  besagt, 
dass  die  Flüchtlingseigenschaft  von Asylsuchenden,  welche  im Her-
kunftsland - unter asylrechtlich im Übrigen relevanten Umständen (sie-
he sogleich) - von nichtstaatlicher Verfolgung bedroht sind, zu vernei-
nen ist,  wenn in diesem Staat  Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung 
erhältlich ist. Ein solcher kann sowohl durch den Heimatstaat als auch 
durch  einen  im  Sinne  der  Rechtsprechung  besonders  qualifizierten 
Quasi-Staat  gewährt  werden  (vgl.  EMARK  2006  Nr.  18  E.  10.2.3 
S. 202 f.). Übertragen auf  den vorliegenden Fall  bedeutet  dies,  dass 
die Frage der mittelbaren Verfolgung durch den pakistanischen Staat 

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in  Form einer  Förderung  oder  Billigung  begangener  oder  drohender 
Übergriffe von Exponenten der Gruppe von J.________ obsolet gewor-
den ist, weil nicht mehr untersucht werden muss, ob das private Ver-
halten allenfalls den staatlichen Strukturen zuzurechnen ist. Nach der 
Schutztheorie ist  nämlich einzig massgebend, ob die betroffene Per-
son vor einer drohenden privaten Verfolgung beim Staat Schutz finden 
kann (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37). Wie bereits aufgezeigt wurde, 
fehlt  es jedoch im Fall  des Beschwerdeführers mit  Blick  auf  die von 
ihm geltend gemachten - erlittenen und befürchteten - Nachstellungen 
durch Angehörige der (...)-Gruppe bereits an einem relevanten Verfol-
gungsmotiv und damit an einem unentbehrlichen Element des Flücht-
lingsbegriffs  von  Art.  3  AsylG.  Demzufolge  kann  an  dieser  Stelle 
ebenso offen bleiben, ob der Beschwerdeführer sich insoweit auf einen 
genügenden (zum erforderlichen Grad des Schutzes vgl. BVGE 2008/4 
E. 5.2  S.  37  f.)  Schutz  durch  die  heimatlichen  Behörden  verlassen 
könnte.

4.2.3 Bezüglich der - aussagengemäss - eineinhalb Monate nach dem 
gewaltsamen  Tod seines  Sohnes  beziehungsweise  im  Februar/März 
2003 erstatteten Anzeigen wegen Tötungsdelikten mit insgesamt drei 
Opfern stellt  sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, er laufe 
wegen der Einflussmöglichkeiten der Gruppe um J.________ und der 
Korruptionsanfälligkeit  der  pakistanischen  Strafverfolgungs-  und  Jus-
tizbehörden Gefahr, unschuldigerweise zu lebenslanger Haft oder gar 
zum Tode verurteilt zu werden.

Aus dem Abklärungsbericht des von der Botschaft  in  Islamabad ein-
gesetzten Vertrauensanwaltes geht  hierzu  hervor,  dass  die  Mehrheit 
der angefragten Auskunftspersonen den Beschwerdeführer jedenfalls 
für  schuldig  hielten,  L._______,  den Bruder  von J.________,  umge-
bracht  zu  haben,  um  Vergeltung  für  die  Ermordung  seines  eigenen 
Sohnes zu üben. Auf Vorhalt dessen bestritt der Beschwerdeführer ka-
tegorisch, bei diesem Tötungsdelikt wie im Übrigen auch beim Doppel-
mord in der Nähe des Hauses seines Freundes H._______ eineinhalb 
Monate nach der Ermordung seines Sohnes irgendeine Rolle gespielt 
zu haben (vgl. A27/15, S. 4 f.).

Die Begründetheit von Anschuldigungen zu erörtern, welche gegen die 
asylsuchende  Person  im  Rahmen  einer  Strafuntersuchung  in  deren 
Heimatland erhoben worden sind, ist nicht Sache des Bundesverwal-
tungsgerichts (vgl. EMARK 1996 Nr. 34 E. 4a S. 317 f.). Für den Fall, 

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dass  der  Beschwerdeführer  zu  Recht  seine  Unschuld  beteuert  und 
mithin von seinen Feinden in missbräuchlicher Weise bei der Polizei 
angezeigt  wurde,  ist  Folgendes vorauszuschicken: Die Kompromittie-
rung  politischer  Gegner,  Andersgläubiger  oder  generell  missliebiger 
Privatpersonen  durch  unfundierte  Eingaben  bei  der  Polizei  und  Ge-
richten ist in Pakistan wie auch in anderen Staaten wie etwa Bangla-
desch ein weit verbreitetes Phänomen. Die daraus resultierende Über-
lastung der  Strafverfolgungs-  und Justizbehörden hat  in  der  Vergan-
genheit zu zahlreichen politischen Interventionen und auch zu Geset-
zesänderungen  geführt.  So  existiert  in  der  pakistanischen  Strafpro-
zessordnung von 2004 (Criminal Procedure Code [CrPC]), etwa eine 
Vorschrift  mit dem Zweck zu verhindern, dass ein Kläger die prozes-
sualen Möglichkeiten dazu missbraucht,  jemanden in  „schleppender“ 
(engl.  „dilatory“  bzw.  „dialatory“)  Art  und  Weise  zu  verfolgen  (Ab-
schnitt 347 CrPC). 

Im konkreten Fall ist die Aktenlage in Übereinstimmung mit der Vorin-
stanz (vgl. A29/9, S. 6; Vernehmlassung vom 24. November 2005, S. 2) 
so  zu  werten,  dass  nachvollziehbare  Verdachtsmomente  gegen  den 
Beschwerdeführer nicht von der Hand zu weisen sind. Dabei fällt na-
mentlich ins Gewicht, dass es sich beim Opfer des letzten Tötungsde-
liktes um den Bruder seines Erzfeindes J.________ handelt und sich 
der Doppelmord nur eineinhalb Monate nach der Tötung seines Soh-
nes  in  unmittelbarer  Nähe  der  Wohnadresse  seines  dabei  ebenfalls 
angeschossenen Freundes H._______ zugetragen hat. Diesbezüglich 
weist  die  Vorinstanz  zutreffend  auf  die  Legitimität  jener  staatlichen 
Eingriffe  hin,  welche die Aufrechterhaltung beziehungsweise Wieder-
herstellung der  öffentlichen Sicherheit  und Ordnung zum Ziel  haben 
(vgl.  EMARK  2000  Nr.  9  E.  5c  S.  79  f.,  EMARK  1996  Nr.  34  E. 3 
S. 316 f.).  Dem  Beschwerdeführer  ist  es  zuzumuten,  in  seinem 
Heimatland mit der Unterstützung seines Anwalts die ihm kraft Geset-
zes  zustehenden  Parteirechte  im  Rahmen  eines  Gerichtsverfahrens 
wahrzunehmen. Mit  seinen  weitgehend  pauschalen  Vorbehalten  und 
Anspielungen  auf  die  Käuflichkeit  der  pakistanischen  Ge-
richtsmagistraten vermag er nicht schlüssig darzutun, dass ein solches 
Gerichtsverfahren unter  seiner Beteiligung tatsächlich mit  dem erfor-
derlichen  Grad  an  Wahrscheinlichkeit  in  eine  Gefährdung  von  Leib, 
Leben  oder  Freiheit  beziehungsweise  einen  unerträglichen 
psychischen  Druck  bewirkende  Massnahmen  münden  würde. 
Abgesehen  davon  zeigt  der  Beschwerdeführer  nicht  auf,  dass  die 
Erstellung der von ihm eingereichten Polizeirapporte (FIR, „incomplete 

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challan“) und allfällig gestützt darauf von der Polizei geführte Ermittlun-
gen mit dem Ziel erfolgt wären, ihn wegen seiner Religionszugehörig-
keit  zu  benachteiligen. Genügend sichere  Hinweise darauf,  dass die 
pakistanischen  Behörden  dem  Beschwerdeführer  ein  strafrechtlich 
relevantes  Verhalten  wider  besseren  Wissens  unterstellt  und  eine 
Fahndung nach seiner Person mit der hintergründigen Absicht einge-
leitet  haben,  ihn  in  einer  asylrechtlich  geschützten  Eigenschaft  zu 
treffen, sind in den Akten nicht zu erkennen. Demzufolge stünde auch 
hier wiederum das Erfordernis des Vorliegens eines der in Art. 3 Abs. 1 
AsylG  abschliessend  aufgezählten  Verfolgungsmotive  aufseiten  der 
Behörden  einer  Anerkennung  als  Flüchtling  im  Wege.  Sodann  ist 
grundsätzlich zu beachten, dass die missbräuchlich angerufenen Poli-
zeibehörden und Gerichte in Pakistan wohl formal ihren gesetzlichen 
Auftrag  mit  der  Registrierung  des Falles  in  einem FIR und der  Ein-
leitung des Verfahrens zu erfüllen pflegen, diesen aber oftmals nicht 
zu Ende führen, wozu etwa auch die Absenz hinreichender Straftatsa-
chen beitragen kann. Wie erwähnt besteht angesichts dessen für den 
Beschwerdeführer die realistische Möglichkeit, im Falle einer Rückkehr 
nach  Pakistan  gestützt  auf  die  massgeblichen  gesetzlichen  Bestim-
mungen  und  mit  der  Unterstützung  durch  einen  professionellen 
Rechtsvertreter  gegen  die  angeblich  haltlosen  Anschuldigungen  von 
J.________ und seiner Gruppe vorzugehen. Dabei könnte er - wie das 
BFM  in  der  Vernehmlassung  mit  Recht  hervorhebt  -  gerade  auch 
davon profitieren, dass in den von ihm eingereichten Affidavits zahlrei-
che  Drittpersonen  mit  ihrer  Unterschrift  seine  Unschuld  bezeugen. 
Sofern  der  Beschwerdeführer  vor  dem  zuständigen  unteren  Gericht 
keinen Freispruch erwirken können sollte, stünde ihm der Weg an ein 
oberes Gericht  offen,  welches in  Pakistan hinsichtlich  Immunität  ge-
genüber politischer und religiöser Einflussnahme eine bessere Repu-
tation geniesst als die ihm unterstellten Instanzen.

4.3 Damit  ist  als  Ergebnis  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer 
die Voraussetzungen der Flüchtlingseigenschaft  im Sinne der Defini-
tion von Art. 3 AsylG nicht erfüllt. Folgerichtig bleibt ihm eine Gewäh-
rung des Asyls  durch die  schweizerischen Behörden versagt  (Art.  2 
Abs. 1 und Art. 49 AsylG).

4.4 Angesichts der aufgezeigten Sachlage erübrigt es sich, auf weite-
re Einwendungen in der Beschwerde und in den verschiedenen Folge-
eingaben  einzugehen,  da  diese  nicht  geeignet  sind,  einen  anderen 
Entscheid in den Fragen der Flüchtlingseigenschaft und des Asyls her-

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beizuführen. Aus demselben  Grund  kann  auf  weitergehende  Erörte-
rungen  zu  den  eingereichten  Beweismitteln  verzichtet  werden.  Der 
rechtserhebliche Sachverhalt  wurde ausreichend ermittelt,  und es ist 
demnach absehbar, dass aus zusätzlichen Abklärungen keine neuen 
entscheidwesentlichen  Erkenntnisse  gewonnen  werden  könnten.  In 
Würdigung der gesamten Umstände ist  somit festzustellen, dass der 
Beschwerdeführer  keinen  flüchtlingsrechtlich  bedeutsamen  Sachver-
halt nachgewiesen oder glaubhaft gemacht hat. Die Ablehnung seines 
Asylgesuchs  durch das  Bundesamt  ist  dementsprechend  zu bestäti-
gen.

5. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; dabei ist der Grundsatz der Einheit der Familie 
zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.1 Vorliegend hat  der  Kanton dem Beschwerdeführer  keine  Aufent-
haltsbewilligung  erteilt  (Art. 32  Bst. a  der  Asylverordnung  1  vom 
11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Dieser kann sich auch nicht 
auf einen dahingehenden Anspruch berufen (vgl. EMARK 2001 Nr. 21). 
Die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz steht somit 
im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen.

5.2 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht möglich, nicht zulässig oder 
nicht zumutbar, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis 
nach den gesetzlichen Bestimmungen über  die  vorläufige Aufnahme 
(Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. De-
zember 2005 über Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Der Vollzug ist nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer 
weder in den Herkunfts- oder in den Heimatstaat noch in einen Dritt-
staat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann. Er ist nicht zuläs-
sig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterrei-
se  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den Heimat-,  Herkunfts- 
oder in einen Drittstaat entgegenstehen. Der Vollzug kann für Auslän-
derinnen oder Ausländer unzumutbar sein, wenn sie in Situationen wie 
Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage im 
Heimat- oder Herkunftsstaat konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 2 - 4 
AuG).

Bei der Prüfung der drei genannten Kriterien ist auf die im Entscheid-

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zeitpunkt bestehenden Verhältnisse abzustellen (EMARK 1997 Nr. 27 
E. 4f S. 211).

5.2.1  
5.2.1.1 Zum Kriterium der Zulässigkeit ist vorab festzuhalten, dass das 
in Art. 5 AsylG in Anlehnung an Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30)  sta-
tuierte  flüchtlingsrechtliche  Rückschiebungsverbot  (vgl.  auch  Art.  25 
Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) nur Flüchtlingen im Sinne von Art. 3 
AsylG beziehungsweise Art. 1 A FK Schutz bietet. Vorliegend kommt 
daher  die Anwendung dieser  Bestimmungen von vornherein  nicht  in 
Betracht, nachdem aus den zuvor dargelegten Gründen der Beschwer-
deführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt.

5.2.1.2 Gleichzeitig  sind  in  den  Akten  auch  keine  genügenden  An-
haltspunkte für die Annahme vorhanden, dass der  Beschwerdeführer 
sich für den Fall einer Rückschiebung in den Heimatstaat daselbst mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt sehen würde. Nach dem Wortlaut 
von Art. 3 EMRK darf  niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender  Strafe oder  Behandlung  ausgesetzt  werden. Der  sol-
chermassen garantierte  Schutz kommt dabei  in  jedem Fall  zum Tra-
gen: Das Interesse des Individuums, von erheblichen Eingriffen in die 
körperliche und psychische Integrität verschont zu bleiben, darf nicht 
zu anderen Interessen in Bezug gesetzt  werden,  selbst  in  extremen 
Fällen nicht, da etwa besondere Eigenschaften der sich darauf beru-
fenden Person und/oder das Gebot der Verhältnismässigkeit eine Gü-
terabwägung nahe legen mögen. Von Art. 3 EMRK werden sodann nur 
Formen von Misshandlungen erfasst, die eine bestimmte Intensität er-
reichen. Zusätzlich muss eine konkrete Gefahr ("real risk") vorliegen, 
dass die betroffene Person solchen Beeinträchtigungen auch wirklich 
ausgesetzt  wird. Durch den Geltungsbereich von Art. 3 EMRK abge-
deckt sind sowohl drohende staatliche Übergriffe als auch Handlungen 
von privaten Akteuren. Geht die konkrete Gefahr einer gegen die ma-
teriellen Garantien von Art. 3 EMRK verstossenden Beeinträchtigung 
von Zivilpersonen aus, muss die Gewährung eines wirksamen Schut-
zes („protéction appropriée“) durch die Behörden ausgeschlossen er-
scheinen  (vgl.  JENS MEYER-LADEWIG,  Europäische  Menschenrechtskon-
vention, Handkommentar, 2. Aufl., Baden-Baden, 2006, Rz. 21 und 22 
zu  Art. 3;  Europäischer  Gerichtshof  für  Menschenrechte  [EGMR], 

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Saadi gegen Italien, Urteil der grossen Kammer vom 28. Februar 2008 
[Beschwerde Nr. 37201/06], §§ 124-149; EMARK 2002 Nr. 22 E. 4d.aa 
S. 179 f. und EMARK 2001 Nr. 16 E. 6a S. 122, jeweils mit  weiteren 
Hinweisen).

Aus  den  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  lassen  sich  insgesamt 
keine ernsthaften und sicheren (wörtlich: erwiesenen, bewahrheiteten, 
bestätigten) Gründe („motifs sérieux et avérés“, vgl. erwähntes Urteil 
des EGMR § 128) für die Annahme einer konkreten Gefahr im erwähn-
ten Sinn herleiten. Insbesondere wird nicht ausreichend substanziiert, 
dass für den Beschwerdeführer im heutigen Zeitpunkt  eine tatsächli-
che Gefahr besteht,  von Angehörigen der  (...)-Gruppe oder anderen 
privaten Akteuren in einer gegen Art. 3 EMRK verstossenden Weise 
belangt  zu  werden.  Seine  in  der  Heimat  verbliebene  Ehefrau  berief 
sich  zur  Begründung ihres  am 5. April  2007 gestellten  Asylgesuchs 
zwar unter anderem auf ständige Belästigungen durch die privaten Wi-
dersacher  ihres  Ehemannes,  vermochte  aber  entsprechende  Vor-
kommnisse in keiner Weise näher zu beschreiben oder zeitlich einzu-
ordnen, so dass die Wahrscheinlichkeit, es handle sich um einen vor-
gespiegelten Sachverhalt, nach der Einschätzung des Bundesverwal-
tungsgerichts klar überwog (vgl. Urteil D-6998/2007 vom 22. Mai 2008, 
E.  4.2.2).  Weil  somit  eine  konkrete  Gefahr  von  Übergriffen  privater 
Natur nicht dargetan ist, entfällt auch hier eine Prüfung der Frage, ob 
der Beschwerdeführer durch die Behörden seines Heimatstaates wirk-
samen Schutz dagegen erhielte. Mangels glaubhafter Berichte des Be-
schwerdeführers über entsprechende Erfahrungen im Kontakt mit den 
heimatlichen Behörden liegen gemessen an der restriktiven Praxis des 
EGMR auch keine genügend klaren Hinweise darauf vor, dass er im 
Rahmen  der  in  Pakistan  hängigen  Strafverfahren  Folter  oder  eine 
andere durch Art. 3 EMRK verpönte Behandlung erleiden könnte. Allei-
ne aus der allgemeinen Menschenrechtssituation in Pakistan lässt sich 
kein  reales  Risiko  von  solchen  Beeinträchtigungen  herleiten.  Selbst 
das Vorliegen einer allgemein schlechten Menschenrechtslage genügt 
nämlich noch nicht für die Annahme einer drohenden Verletzung von 
Art. 3 EMRK (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 E. 6a S. 122, mit zahlreichen 
Hinweisen).

5.2.1.3 Andere  völkerrechtliche  Wegweisungshindernisse  -  so  etwa 
Art. 7 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte 
sowie Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Fol-
ter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

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lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) - gehen in ihrer Tragweite nicht über 
Art. 3 EMRK hinaus (vgl. dazu BGE 124 I 235 f., Erw. 2a).

5.2.2 Was den Teilaspekt der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
betrifft,  so stellt  die Bestimmung von Art. 83 Abs. 4 AuG eine Kodifi-
zierung der bisherigen Praxis zur konkreten Gefährdung nach Art. 14a 
Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt  und 
Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121) dar (vgl. PETER BOLZLI 
in  MARC SPESCHA/HANSPETER THÜR/ANDREAS ZÜND/PETER BOLZLI,  Kommentar 
Migrationsrecht,  Zürich 2008, Nr. 15 zu Art. 83 AuG, mit  Hinweisen). 
Sie wird vor allem bei Gewaltflüchtlingen angewendet, das heisst bei 
Ausländerinnen und Ausländern, die mangels persönlicher Verfolgung 
weder die Voraussetzungen der Flüchtlingseigenschaft noch jene des 
völkerrechtlichen  Non-Refoulement-Prinzips  erfüllen,  jedoch  wegen 
der Folgen von Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Ge-
walt nicht in ihren Heimatstaat zurückkehren können. Im Weiteren fin-
det  sie  Anwendung  auf  andere  Personen,  die  nach  ihrer  Rückkehr 
ebenfalls einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie die abso-
lut  notwendige medizinische Versorgung nicht  erhalten könnten oder 
- aus  objektiver  Sicht  -  wegen der  vorherrschenden Verhältnisse mit 
grosser Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich in völlige Armut gestos-
sen würden,  dem Hunger  und somit  einer  ernsthaften  Verschlechte-
rung ihres  Gesundheitszustands,  der  Invalidität  oder  sogar  dem Tod 
ausgeliefert wären (vgl. EMARK 1995 Nr. 5 E. 6e S. 47, EMARK 1994 
Nr. 20 S. 155 ff., EMARK 1994 Nr. 19 S. 145 ff., EMARK 1994 Nr. 18 
S. 139 ff.).

5.2.2.1 Eine Situation generalisierter Gewalt, die sich noch dazu über 
das ganze Staatsgebiet oder weite Teile desselben erstrecken würde, 
liegt  in  Pakistan nicht  vor. Eine gänzlich unsichere,  von bewaffneten 
Konflikten oder permanent drohenden Unruhen dominierte Lage, auf-
grund derer der Beschwerdeführer sich bei einer Rückkehr unvermeid-
lich  einer  konkreten  Gefährdung  ausgesetzt  sehen  würden,  besteht 
mithin nicht. Sodann ist  in  Erinnerung zu rufen,  dass blosse soziale 
und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölke-
rung  im  Allgemeinen  betroffen  ist,  keine  Gefährdung  im  Sinne  von 
Art. 83  Abs.  4  AuG  darzustellt  (vgl.  EMARK  2005  Nr.  24  E.  10.1. 
S. 215).

5.2.2.2 Ferner sind auch keine individuellen Gründe ersichtlich,  wel-
che die Rückkehr des Beschwerdeführers nach Pakistan als unzumut-

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bar erscheinen lassen.

Zum  mittlerweile  nahezu  sechseinhalbjährigen  Aufenthalt  des  Be-
schwerdeführers  in  der  Schweiz und der  damit  einhergehenden Ge-
wöhnung an die hiesigen Verhältnisse ist  der Klarheit  halber Folgen-
des  vorwegzunehmen:  Weil  die  Bestimmungen  betreffend  vorläufige 
Aufnahme infolge einer  schwerwiegenden persönlichen Notlage (ins-
bes.  Art.  44  Abs. 3-5  AsylG  in  der  Fassung  vom  26.  Juni  1998; 
AS 1999 2273) auf den 1. Januar 2007 aufgehoben wurden, kann bei 
Beschwerden gegen Verfügungen des BFM beziehungsweise des BFF 
im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  das Vorliegen einer 
schwerwiegenden  persönlichen  Notlage  nicht  mehr  geprüft  werden. 
Die Integration in der Schweiz war unter altem Recht primär im Rah-
men eben jener Notlagenprüfung zu berücksichtigen. Nach geltendem 
Recht ist es nun dem Kanton vorbehalten,  mit Zustimmung des BFM 
einer ihm nach Gesetz zugewiesenen Person eine Aufenthaltsbewilli-
gung  zu  erteilen,  wenn  wegen  der  fortgeschrittenen  Integration  ein 
schwerwiegender persönlicher Härtefall vorliegt (Art. 14 Abs. 2 Bst. c 
AsylG).

Im  Falle  des  Beschwerdeführers  ist  eine  aussergewöhnlich  starke 
Assimilierung in der Schweiz,  die mit  einer eigentlichen,  auch in die 
Zumutbarkeitsfrage hineinwirkenden Entwurzelung im Heimatstaat ein-
hergehen würde (vgl. BVGE D-3357/2006 vom 9. Juli  2009 E. 9.3.2, 
EMARK 2005 Nr. 6 E. 6.2. S. 58), nicht gegeben. Weiter deutet in den 
Akten nichts darauf hin, dass der heute 52-jährige Beschwerdeführer 
aus Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur bei 
einer Rückkehr in eine existenzbedrohende Situation geraten würde. 
Der  Beschwerdeführer  stammt  aus  vergleichsweise  wohlhabenden 
Verhältnissen und beklagt von sich aus keine gesundheitlichen Prob-
leme. Als  begünstigender  Faktor  für  seine erfolgreiche Reintegration 
ist es sodann zu werten, dass er sich auf eine umfangreiche Erfahrung 
als Landwirt verlassen kann. Weiter ist zu bedenken, dass er zu seiner 
Ehefrau und den beiden (nahezu)  volljährigen Kindern  zurückkehren 
kann und somit nicht  auf sich alleine gestellt  sein wird. Die von ihm 
eingereichten Affidavits erlauben zudem den Schluss, dass ihm im Be-
darfsfall zahlreiche soziale Bezugspunkte ausserhalb seiner Verwandt-
schaft zur Verfügung stünden. Der Beschwerdeführer wird im Übrigen 
nicht etwa in einen ihm gänzlich fremden Kulturkreis, sondern vielmehr 
in  seine  angestammten  Verhältnisse  zurückkehren,  in  denen  er  die 
ersten 46 Lebensjahre verbracht hat. Es kann somit bei einer Gesamt-

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betrachtung  mit  hinreichender  Sicherheit  ausgeschlossen  werden, 
dass der Beschwerdeführer sich bei einer Rückkehr in seinen Heimat-
staat  mit  einer  Situation  konfrontiert  sehen  würde,  die  eine  Gefähr-
dung in existenzieller Hinsicht befürchten liesse.

5.2.2.3 Nach dem Gesagten ist  der Vollzug der gegenüber dem Be-
schwerdeführer verfügten Wegweisung nicht als unzumutbar im Sinne 
von Art. 83 Abs. 4 AuG zu bezeichnen.

5.2.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

5.2.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz den Vollzug 
der Wegweisung zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet 
hat. Die Anordnung der vorläufigen Aufnahme kommt deshalb nicht in 
Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer  aufzuerlegen (Art.  63 Abs. 1  VwVG). Diese sind auf  insge-
samt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1, 2 
und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vorlie-
genden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beila-
gen: Einzahlungsschein, eingereichte Beweismittel)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- (zuständige kantonale Behörde) ad (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Martin Maeder

Versand: 

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