# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d59840c2-c111-5e53-bdd7-2a6a22220738
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-08-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.08.2019 F-7232/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-7232-2018_2019-08-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-7232/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  A u g u s t  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richter Gregor Chatton, Richterin Jenny de Coulon,    

Gerichtsschreiber Daniel Grimm. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken für B._______. 

 

 

 

F-7232/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die kosovarische Staatsangehörige B._______ (geb. […], nachfolgend: 

Gesuchstellerin bzw. Eingeladene) beantragte am 3. Oktober 2018 bei der 

Schweizer Botschaft in Pristina die Ausstellung eines Schengen-Visums für 

die Zeit vom 20. Oktober 2018 bis 20. November 2018. Als Reisezweck 

gab sie an, den im Kanton Solothurn ansässigen A.______ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer bzw. Gastgeber), einen Cousin ihres Ehemannes, be-

suchen zu wollen (Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 4/17 bzw. 4/29-31). Die-

ser hatte zuvor ein entsprechendes Einladungsschreiben eingereicht 

(SEM-act. 4/21). 

B.  

Mittels Formular-Verfügung vom 10. Oktober 2018 lehnte die Botschaft den 

Visumsantrag ab. Sie begründete ihre Haltung damit, dass die vorgelegten 

Informationen über den Zweck und die Bedingungen des beabsichtigten 

Aufenthalts nicht glaubhaft erschienen (SEM-act. 4/14-16). Dagegen erhob 

der Gastgeber am 16. Oktober 2018 Einsprache (SEM-act. 1/1-6). Im Rah-

men des Einspracheverfahrens übermittelte das SEM die Gesuchsunterla-

gen zwecks Inlandabklärung in Bezug auf den Gastgeber an die kantonale 

Migrationsbehörde (SEM act. 5/34-35). 

C.  

Mit Verfügung vom 5. Dezember 2018 wies die Vorinstanz die Einsprache 

ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die Eingeladene stam-

me aus einer Region, aus welcher als Folge der dort in wirtschaftlicher Hin-

sicht herrschenden Verhältnisse nach wie vor ein starker Migrationsdruck 

bestehe. Auch müsse aufgrund der Akten davon ausgegangen werden, 

dass im persönlichen, familiären und beruflichen Umfeld der betreffenden 

Person keine Verpflichtungen oder Abhängigkeiten vorhanden seien, die 

besondere Gewähr für eine Rückkehr ins Heimatland böten. Abgesehen 

davon habe ihr die schweizerische Auslandvertretung in Pristina schon im 

März 2018 ein Visum verweigert. Damals sei sie von einer anderen Person 

in die Schweiz eingeladen worden. Auch habe man jenem Visumsgesuch 

entnehmen können, dass eine Tochter von ihr in Deutschland lebe. Ge-

mäss Erfahrung des SEM lasse ein solches Vorgehen darauf schliessen, 

dass sich eine Person um jeden Preis in die Schweiz oder nach Westeu-

ropa begeben wolle. Demensprechend hoch sei das Risiko, dass sie sich 

F-7232/2018 

Seite 3 

hier illegal niederlassen werde. Was die anstandslose Wiederausreise an-

belange, könne der Gesuchstellerin daher keine günstige Prognose ge-

stellt werden. 

D.  

Mit undatierter Rechtsmitteleingabe (beim Bundesverwaltungsgericht ein-

gegangen am 21. Dezember 2018) beantragt der Beschwerdeführer, dem 

Visumsgesuch sei stattzugeben.  

Mit Zwischenverfügung vom 7. Januar 2019 bzw. 12. Februar 2019 forderte 

das Bundesverwaltungsgericht den Beschwerdeführer auf, das einge-

reichte Rechtsmittel eigenhändig zu unterschreiben. 

Am 14. Februar 2019 (Datum des Poststempels) reichte der Beschwerde-

führer die Beschwerde, mit seiner Originalunterschrift ergänzt, nochmals 

ein. In der Beschwerdeverbesserung brachte er vor, bei der eingeladenen 

Person handle es sich um die beste Kollegin seiner Ehefrau. Trotz maxi-

maler Besuchsdauer von 30 Tagen, dem Einreichen aller erforderlichen 

Dokumente sowie der Abgabe einer 100%igen Garantie bezüglich Wieder-

ausreise habe man ihr die Einreise in die Schweiz verweigert. Er (der Gast-

geber) und seine Gattin garantierten, dass Ramize Haliti wieder zurückrei-

sen und sich am Tag der Ankunft im Kosovo unverzüglich auf der schwei-

zerischen Botschaft in Pristina melden werde. 

Dem Rechtsmittel lagen zwei das Gastgeber-Ehepaar betreffende Aus-

züge aus dem Betreibungsregister bei. 

E.  

Das SEM schliesst in seiner Vernehmlassung vom 28. Februar 2019 auf 

Abweisung der Beschwerde. 

Mit Schreiben vom 6. März 2019 stellte das Bundesverwaltungsgericht 

dem Beschwerdeführer ein Doppel der Vernehmlassung zur Kenntnis zu. 

F.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

 

 

F-7232/2018 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen des SEM betreffend Schengen-Visa sind beim Bundes-

verwaltungsgericht anfechtbar (Art. 31 ff. VGG i.V.m. Art. 5 VwVG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Obwohl der fest anberaumte Besuchszeitraum inzwischen abge-

laufen ist, muss auf ein fortbestehendes Rechtsschutzinteresse geschlos-

sen werden. Dies belegt allein schon die Einreichung des Rechtsmittels. 

Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist ein-

zutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 

1.4 In der vorliegenden Angelegenheit entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).  

2.  

2.1 Die angefochtene Verfügung erging nach der Verordnung vom 22. Ok-

tober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung (aVEV, AS 2008 

5441). Besagte Verordnung wurde per 15. September 2018 aufgehoben 

und durch die Verordnung über die Einreise und Visumerteilung vom 

15. August 2018 (VEV, SR 142.204) ersetzt. Gemäss den Übergangsbe-

stimmungen kommt im vorliegenden Verfahren neues Recht zur Anwen-

dung (vgl. Art. 69-71 VEV). 

2.2 Am 1. Januar 2019 ist die Teilrevision des Ausländergesetzes vom 

16. Dezember 2005 (AuG) abschliessend in Kraft getreten (AS 2018 3171). 

Dabei wurde der Titel des Gesetzes in „Ausländer- und Integrationsgesetz“ 

(AIG, SR 142.20) umbenannt. Das Gericht verwendet ab diesem Zeitpunkt 

die neue Bezeichnung, da die in diesem Urteil behandelten wesentlichen 

Bestimmungen nicht geändert wurden (vgl. Urteil des BVGer F-2068/ 2018 

vom 1. Februar 2019 E. 2). 

3.  

Mit Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht kann vorliegend die Ver-

letzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 

des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-

erheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit gerügt werden 

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Seite 5 

(vgl. Art. 49 VwVG). Das Gericht wendet das Bundesrecht von Amtes we-

gen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der 

Begehren gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den 

geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgeblich ist 

grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 

2014/1 E. 2 m.H.). 

4.  

4.1 Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch einer kosovarischen 

Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums zu Besuchszwecken für die 

Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchstellerin nicht auf die EU/EFTA-Per-

sonenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beabsichtigte Aufent-

haltsdauer 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen nicht über-

schreitet, fällt die vorliegende Streitsache in den persönlichen und sachli-

chen Anwendungsbereich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit 

denen die Schweiz den Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen ge-

meinschaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat. Das AIG und seine 

Ausführungsbestimmungen gelangen nur insoweit zur Anwendung, als die 

Schengen-Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen 

enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2-5 AIG). 

4.2 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei-

lung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – 

grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise 

zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es 

sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesge-

setz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 

3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 m.H.). Das Schengen-Recht schränkt die natio-

nalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Voraussetzun-

gen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die 

Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraussetzungen nicht 

erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Visumerteilung vermittelt 

auch das Schengen-Recht nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5). 

4.3 Drittstaatsangehörige benötigen zur Einreise in den Schengen-Raum 

für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums 

von 180 Tagen gültige Reisedokumente, die zum Grenzübertritt berechti-

gen, und ein Visum, sofern dieses – wie im Falle der aus Kosovo stam-

menden Gesuchstellerin – erforderlich ist (vgl. Anhang I zur Verordnung 

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Seite 6 

(EU) 2018/1806, ABl. L 303/39 vom 28.11.2018; zum vollständigen Quel-

lennachweis vgl. Fussnote zu Art. 8 Abs. 1 VEV). Im Weiteren müssen 

Drittstaatsangehörige den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten 

Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzielle Mittel verfü-

gen. Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu belegen, dass 

sie den Schengen-Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien Aufenthalts ver-

lassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise 

bieten. Des Weiteren dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener In-

formationssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein 

und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öf-

fentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglied-

staats darstellen (vgl. zu den Einreisevoraussetzungen: Art. 5 Abs. 1 und 

2 AIG; Art. 3 und 8 VEV i.V.m. Art. 6 Abs. 1 und 2 der Verordnung [EG] 

Nr. 2016/399 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 

2016 [kodifizierter Text] über einen Gemeinschaftskodex für das Über-

schreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenz-

kodex, SGK, ABl. L 77/1 vom 23. März 2016]; Art. 14 Abs. 1 und Art. 21 

Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft 

[nachfolgend: Visakodex]; CARONI et al., Migrationsrecht, 4. Aufl. 2018, 

S. 141 ff.). 

4.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 

Bst. e SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaatsangehörige 

Person nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristge-

recht wieder zu verlassen (vgl. EGLI/MEYER, in: Caroni/Gächter/Thurnherr 

[Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum AuG; 2010, Art. 5 N 33). Die Be-

hörden haben daher zu prüfen und Drittstaatsangehörige zu belegen, dass 

die Gefahr einer rechtswidrigen Einwanderung oder einer nicht fristgerech-

ten Ausreise nicht besteht (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako-

dex). Die Gewähr für eine gesicherte Wiederausreise, wie sie Art. 5 Abs. 2 

AIG verlangt, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen ist, 

steht mit dieser Regelung im Einklang (vgl. BVGE 2009/27 E. 5.2).  

4.5 Sind – abgesehen vom Visum selbst – die vorerwähnten Einreisevor-

aussetzungen nicht erfüllt, kann in Ausnahmefällen ein Visum mit räumlich 

beschränkter Gültigkeit erteilt werden, das nur für das Hoheitsgebiet des 

betreffenden Mitgliedstaats gilt. Von dieser Möglichkeit kann der in Frage 

stehende Mitgliedstaat u.a. Gebrauch machen, wenn er es aus humanitä-

ren Gründen, aus solchen des nationalen Interesses oder aufgrund inter-

nationaler Verpflichtungen für erforderlich hält (vgl. Art. 3 Abs. 4 und 

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Seite 7 

Art. 7 VEV, Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; ebenso Art. 6 Abs. 5 Bst. c 

SGK).  

5.  

5.1 Bei der Beurteilung der Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise 

muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden, weshalb lediglich Prog-

nosen gestellt werden können. Dabei sind einerseits die allgemeine Lage 

im Herkunftsland und andererseits die individuelle Situation der gesuch-

stellenden Person in die Beurteilung miteinzubeziehen. Es rechtfertigt sich, 

Einreisegesuchen von Personen aus Regionen mit politisch oder wirt-

schaftlich eher ungünstigen Verhältnissen mit einer gewissen Zurückhal-

tung zu begegnen, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen 

häufig nicht mit Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung 

in Einklang steht (vgl. BVGE 2014/1 E. 6.1 m.H.). 

5.2 Im Zusammenhang mit der allgemeinen Lage im Kosovo wies die Vor-

instanz in ihrem Entscheid auf die nachteiligen wirtschaftlichen Verhältnis-

se und den damit einhergehenden Migrationsdruck hin. Diese Einschät-

zung ist im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die Arbeitslosigkeit lag 2018 

offiziell bei 29,6% (Frauen 33,4%, Männer 28,5%, bei Jugendlichen zwi-

schen 15 und 24 Jahren 55,4 %) und zeigte gegenüber den Vorjahren 

keine Besserung. Diese Zahlen sind aufgrund des schwer einschätzbaren 

informellen Sektors (laut einer US-Studie geht etwa ein Drittel der Arbeits-

losen einer – wenn auch zumeist schlecht bezahlten – Arbeit nach) zu re-

lativieren. Die Wirtschaft ist aber nach wie vor zu grossen Teilen von Trans-

ferleistungen der kosovarischen Diaspora, vor allem in Deutschland und 

der Schweiz, abhängig. Im vergangenen Jahr betrug das Pro-Kopf-Ein-

kommen nach Schätzung der kosovarischen Regierung EUR 3'727.-, wo-

mit Kosovo das ärmste Land auf dem Balkan bleibt (Quelle: Deutsches 

Auswärtiges Amt: www.auswaertiges-amt.de > Aussen- und Europapolitik 

> Länder > Kosovo > Wirtschaftspolitik, Stand: 30. April 2019, besucht im 

Juli 2019; vgl. ergänzend Urteil des BVGer F-4033/2017 vom 12. März 

2018 E. 5.3). 

5.3 Angesichts dieser Umstände und unter Berücksichtigung, dass die Be-

reitschaft, das Heimatland zu verlassen, erfahrungsgemäss dort begünstigt 

wird, wo – wie in casu – bereits Verwandte im Ausland leben, ist nicht zu 

beanstanden, dass das SEM das Risiko einer nicht fristgerechten Wieder-

ausreise in Bezug auf das Land als solches als grundsätzlich hoch ein-

schätzte. Allerdings wäre es zu schematisch und nicht haltbar, generell und 

ohne spezifische Anhaltspunkte ausschliesslich aufgrund der allgemeinen 

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Seite 8 

Lage sowie der bisherigen Erfahrungen auf eine nicht hinreichend gesi-

cherte Wiederausreise zu schliessen. Es gilt vielmehr, über die Situation 

im Herkunftsland hinaus die weiteren Umstände zu würdigen. Namentlich 

familiäre, gesellschaftliche oder berufliche Verpflichtungen können die 

Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. 

5.4 Die angefochtene Verfügung betrifft nicht die Kernfamilie. Bei der Ge-

suchstellerin handelt es sich um die Gattin eines Cousins des Beschwer-

deführers. Sie ist 54-jährig, verheiratet und Mutter von vier inzwischen er-

wachsenen Kindern. Laut Angaben des Gastgebers wohnt sie im Kosovo 

bei ihrem Ehemann (zum Ganzen siehe SEM-act. 7/40). Näheres ist über 

ihre persönlichen und familiären Verhältnisse im Heimatland nicht bekannt. 

Wohl besteht insoweit eine familiäre Bindung, welche im dargelegten Kon-

text indes noch keine besondere Gewähr für eine fristgerechte Rückkehr 

darstellt. Was die finanziellen Verhältnisse anbelangt, so kann den Akten 

entnommen werden, dass die eingeladene Person Hausfrau ist (laut Vi-

sumsgesuch «unemployed»). Ob ihr Ehemann einer Erwerbstätigkeit 

nachgeht, ist nicht aktenkundig. Auch die wirtschaftliche Situation präsen-

tiert sich mithin nicht dergestalt, dass sie die Gesuchstellerin von einer 

Emigration abhalten könnte.    

5.5 Die Gesuchstellerin hat bereits im März 2018 ein Schengen-Visum be-

antragt (SEM-act. 4/19-20). Dieses wurde ihr von der Schweizer Botschaft 

in Pristina am 7. März 2018 verweigert. Die damaligen Abklärungen der 

Schweizervertretung ergaben, dass eine Tochter der Eingeladenen in 

Deutschland lebt (SEM-act. 4/16). Ausserdem ging jene Einladung von ei-

ner anderen in der Schweiz wohnhaften Person, nämlich dem Neffen des 

Ehemannes des Gastes, aus. Diese Angaben decken sich mit den Erkennt-

nissen aus einem Abgleich mit der Visa-Datenbank «Orbis». Der Be-

schwerdeführer äusserte sich hierzu nicht. Die schweizerische Vertretung 

vor Ort hegt daher Zweifel am angegebenen Aufenthaltszweck. Dem ist 

beizupflichten. Jedenfalls wirft das beschriebene Vorgehen der Gesuch-

stellerin Fragen auf und vermag das Risiko einer nicht anstandslosen Wie-

derausreise nicht zu mildern.   

5.6 Vor dem dargelegten allgemeinen und persönlichen Hintergrund durfte 

die Vorinstanz davon ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für eine 

fristgerechte anstandslose Wiederausreise der Gesuchstellerin nach ei-

nem Besuchsaufenthalt besteht. An den guten Absichten und der Integrität 

des Beschwerdeführers ist hierbei nicht zu zweifeln. Zugleich gilt es zu be-

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Seite 9 

denken, dass er in seiner Eigenschaft als Gastgeber zwar für gewisse fi-

nanzielle Risiken Garantie leisten kann, nicht aber – mangels rechtlicher 

und faktischer Durchsetzbarkeit – für ein bestimmtes Verhalten der einge-

ladenen Person (vgl. BVGE 2014/1 E. 6.3.7 und BVGE 2009/27 E. 9). 

5.7 Mit der fehlenden Gewähr für eine anstandslose Wiederausreise ist 

eine zwingende Voraussetzung zur Erteilung eines Schengen-Visums nicht 

erfüllt. Gründe für die Ausstellung eines Visums mit räumlich beschränkter 

Gültigkeit (vgl. dazu E. 4.5) wurden von den Beteiligten zu Recht nicht gel-

tend gemacht und solche sind denn auch nicht ersichtlich. 

6.  

Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte 

von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. 

7.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

 

Dispositiv Seite 10 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 900.- werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Sie sind durch den am 14. Januar 2019 in gleicher Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] retour) 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Regula Schenker Senn Daniel Grimm 

 

 

 

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