# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b295904-f711-5430-8da6-b76f7bbcacd7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-06-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 28.06.2010 ZF 2008 88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2008-88_2010-06-28.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 28. Juni 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
ZF 08 88 30. Juni 2010

Urteil
I. Zivilkammer

Vorsitz Kantonsrichterin Michael Dürst
RichterInnen Präsident Brunner und Vizepräsident Schlenker
Redaktion Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

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In der zivilrechtlichen Berufung

des X., Beklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. 
Cornelia Seeger Tappy, Rue Centrale 5, CP 7188, 1002 Lausanne, 
wiedervertreten durch Rechtanwältin lic. iur. Tamara Huwiler Notter, Mattastrasse 
21, 7270 Davos Platz,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 25. September 2008, mitgeteilt am 24. 
November 2008, in Sachen des Y., Kläger und Berufungsbeklagter, vertreten 
durch H., Beiständin, wiedervertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Luca Tenchio, 
Obere Plessurstrasse 36, 7000 Chur, gegen den Beklagten und Berufungskläger,

betreffend Vaterschafts- und Unterhaltsklage,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Am A. brachte B., geboren am C., in D. ihren Sohn Y. zur Welt. Vom 
mutmasslichen Kindsvater kannte die Kindsmutter zu diesem Zeitpunkt lediglich 
den Vornamen "X." sowie seine Handy-Nummer. Zudem konnte sie angeben, 
dass er tunesischer Staatsbürger sei und sich gelegentlich bei einem gewissen E. 
in dessen Restaurant "F." in G. aufhalte.

Mit Beschluss vom 20. Februar 2007, mitgeteilt am 22. Februar 2007, errichtete 
die Vormundschaftsbehörde des Kreises D. für Y. eine Beistandschaft nach Art. 
308 Abs. 2 ZGB in Verbindung mit Art. 309 Abs. 1 ZGB. Als Beiständin wurde 
Amtsvormundin H. ernannt. Sie wurde unter Erteilung einer Prozessvollmacht mit 
Substitutionsrecht beauftragt, die Interessen von Y. im Hinblick auf die 
Feststellung des väterlichen Kindsverhältnisses sowie den Unterhaltsanspruch 
des Kindes zu wahren. Nachdem Nachforschungen zur Identität des Kindsvaters 
ohne Erfolg geblieben waren und ein Antrag des Rechtsvertreters der Kindsmutter 
zum Beizug eines Privatdetektivs mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde des 
Kreises D. vom 28. August 2007, mitgeteilt am 3. September 2007, abgelehnt 
worden war, beauftragte die Beiständin am 4. September 2007 Rechtsanwalt Dr. 
iur. Luca Tenchio, im Namen des Kindes eine Vaterschafts- und Unterhaltsklage 
gegen den mutmasslichen Vater einzureichen.

B. Mit Vermittlungsbegehren vom 4. September 2007 instanzierte Y. beim 
Kreispräsidenten D. eine Klage betreffend Vaterschaft und Unterhaltsleistungen. 
Der Kindsvater blieb der zunächst auf den 9. Oktober 2007 und anschliessend auf 
den 6. November 2007 angesetzten Sühneverhandlung fern. Am 7. November 
2007 stellte der Vermittler den folgenden Leitschein aus:

„Klägerisches Rechtsbegehren:

1. Es sei festzustellen, dass zwischen dem Kind Y., geb. A., (Sohn) und 
"X." (Vater) ein Kindsverhältnis besteht.

2. "X." sei zu verpflichten, dem Y. ab 4. September 2006 Fr. 750 / Monat 
bis zum Eintritt in die Primarschule, danach Fr. 950 / Monat bis zum 
Eintritt in die Oberstufe und danach Fr. 1'150 / Monat bis zum 
Erreichen des Mündigkeitsalters unter Vorbehalt von Art. 277 Abs. 2 
ZGB, zuzüglich vertragliche oder gesetzliche Kinderzulagen, zu 
bezahlen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt) zulasten von 
"X."."

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C. Y. prosequierte die Klage mit Prozesseingabe vom 26. November 2007 an 
das Bezirksgericht Plessur. Dabei hielt er unverändert an seinen Rechtsbegehren 
gemäss Leitschein fest.

D. Im Frühjahr 2008 konnte mit Hilfe der Zeugenaussage von E., Inhaber des 
Restaurants "F." in G., sowie einer anschliessenden Nachfrage bei der 
Einwohnerkontrolle der Gemeinde I. eruiert werden, dass es sich beim 
mutmasslichen Kindsvater um X., geboren am J., seit 1. Februar 2008 in K. 
wohnhaft, handelte. Am 14. Mai 2008 gab das Bezirksgericht Plessur eine 
Vaterschaftsabklärung in Auftrag. Gemäss Bericht des Instituts für Rechtsmedizin 
des Kantonsspitals St. Gallen vom 14. Juli 2008 ist praktisch erwiesen, dass X. 
der Vater von Y. ist.

E. Mit Schreiben vom 28. August 2008 und 15. September 2008 reichte die 
Rechtsvertreterin des Beklagten dem Bezirksgericht Plessur Unterlagen zur 
Unterhaltsberechnung ein. In der letztgenannten Eingabe hielt sie zudem fest, der 
Beklagte biete an, ab Dezember 2008 einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 300.-- pro 
Monat zu leisten, der bei erfolgreicher Stellensuche nach sechs Monaten auf Fr. 
350.-- erhöht werden könne. Ab vollendetem 6. Altersjahr des Kindes könne der 
Betrag auf Fr. 400.-- und ab vollendetem 12. Altersjahr auf Fr. 450.-- monatlich 
erhöht werden, Kinderzulagen jeweils zusätzlich.

F. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Plessur fand am 25. 
September 2008 statt, wobei der Beklagte auf entsprechendes Gesuch hin von 
der Teilnahme dispensiert worden war. Mit Urteil vom 25. September 2008, 
mitgeteilt am 24. November 2008, erkannte das Bezirksgericht Plessur, wie folgt:

„1. Das Kindesverhältnis zwischen Y., geb. A., Bürger von L., und X., geb. 
J., tunesischer Staatsangehöriger, wird rückwirkend auf den Zeitpunkt 
der Geburt von Y. festgestellt.

2. X. wird verpflichtet, an den Unterhalt seines Sohnes Y. rückwirkend ab 
4. September 2006 einen im Voraus zahlbaren monatlichen Beitrag in 
Höhe von CHF 650.--, zuzüglich allfälliger vertraglicher oder 
gesetzlicher Kinderzulagen, zu leisten. Dieser Unterhaltsbeitrag wird 
bis zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit des Kindes, längstens jedoch 
bis zu dessen Mündigkeit, geschuldet. Vorbehalten bleibt ein Anspruch 
nach Art. 277 Abs. 2 ZGB.

3. Die Kosten des Kreisamtes D. von CHF 350.00 sowie die Kosten des 
Bezirksgerichtes Plessur von CHF 5'401.85 (Gerichtsgebühren CHF 
3'000.00, Schreibgebühren CHF 397.00, Bargebühren CHF 2'004.85 
[inkl. Gutachten von total CHF 1'800.00]) gehen zu einem Viertel (CHF 
1'350.45) zu Lasten von Y. und zu drei Vierteln (CHF 4'051.40) zu 
Lasten von X..

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Da beide mit einer Bewilligung zur unentgeltlichen Rechtspflege 
prozessieren, werden die ihnen überbundenen Kosten nach Eintritt der 
Rechtskraft des Urteils vorläufig der Stadt D. (Y.) bzw. dem Kanton 
Graubünden (X.) in Rechnung gestellt.

X. wird verpflichtet, Y. mit CHF 3'356.40 (inkl. Barauslagen und 7.6% 
MWST) ausseramtlich zu entschädigen.

4. Den Parteivertretern wird eine Frist von 10 Tagen ab Mitteilung des 
vorliegenden Urteils gesetzt, um eine detaillierte Honorarnote 
betreffend Anwaltsaufwand (samt Einzahlungsschein) einzureichen 
und ihre diesbezüglichen Ansprüche zu beziffern. Bei Nichteinhaltung 
dieser Frist wird der Bezirksgerichtspräsident den Aufwand nach 
pflichtgemässem Ermessen festsetzen.

5. (Mitteilung)“

G. Gegen dieses Urteil liess X. am 12. Dezember 2008 die Berufung zu 
Handen des Kantonsgerichts von Graubünden erklären und begründete diese 
schriftlich. Er stellt folgende Berufungsanträge:

"1. Ziff. 2 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und:

a) es sei festzustellen, dass der Berufungskläger und Beklagte von 
September 2006 bis November 2007 nicht zu Unterhaltsleistungen an 
den Berufungsbeklagten und Kläger verpflichtet ist;

und

b) es sei der Berufungskläger und Beklagte für die Zeit von Dezember 
2007 bis Mai 2008 zur Bezahlung eines monatlichen 
Unterhaltsbeitrages von Fr. 650.- zu verpflichten;

und

c) es sei festzustellen, dass der Berufungskläger und Beklagte seit 
Juni 2008 nicht zu Unterhaltsleistungen an den Berufungsbeklagten 
und Kläger verpflichtet ist.

2. Es sei Ziff. 3 des angefochtenen Urteils aufzuheben und es seien die 
kreisamtlichen und bezirksgerichtlichen Kosten hälftig auf die Parteien 
zu verteilen und die ausseramtlichen Kosten seien wettzuschlagen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7.6% 
Mehrwertsteuer zu Lasten des Berufungsbeklagten und Klägers."

Mit Verfügung vom 16. Januar 2009, mitgeteilt am 20. Januar 2009, sistierte die 
Vorsitzende der I. Zivilkammer das Berufungsverfahren auf Antrag des 
Berufungsbeklagten bis am 31. Mai 2009, und zwar im Hinblick auf die vom 
Berufungskläger für Ende April 2009 in Aussicht gestellte Geburt seines zweiten 
Kindes. Gleichzeitig wurde der Berufungskläger aufgefordert, die Geburt dieses 
Kindes bis zum 1. Juni 2009 mit den entsprechenden Urkunden zu belegen. Mit 
Schreiben vom 27. Mai 2009 teilte die Rechtsvertreterin des Berufungsklägers 
unter Beilage einer Kopie des Familienausweises mit, dass dieser am M. Vater 

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einer Tochter namens N. geworden sei. Am 7. September 2009 reichte der 
Berufungsbeklagte die Berufungsantwort ein. Darin beantragte er, die Berufung 
abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer 
gemäss Gesetz. Gleichzeitig stellte er den prozessualen Antrag, einen zweiten 
Schriftenwechsel anzuordnen; dies unter Hinweis auf die Tatsache, dass die 
Ehefrau des Berufungsklägers einer regelmässigen Arbeit nachgehe. In seiner 
Replik vom 22. Oktober 2009 ergänzte der Berufungskläger seine 
Rechtsbegehren, wie folgt:

"1. Ziff. 2 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und:

a) es sei festzustellen, dass der Berufungskläger und Beklagte von 
September 2006 bis November 2007 nicht zu Unterhaltsleistungen an 
den Berufungsbeklagten und Kläger verpflichtet ist;

und

b) es sei der Berufungskläger und Beklagte für die Zeit von Dezember 
2007 bis Mai 2008 zur Bezahlung eines monatlichen 
Unterhaltsbeitrages von Fr. 650.- zu verpflichten;

und

c) es sei festzustellen, dass der Berufungskläger und Beklagte von 
Juni 2008 bis November 2008 nicht zu Unterhaltsleistungen an den 
Berufungsbeklagten und Kläger verpflichtet ist;

und

d) es sei der Berufungskläger und Beklagte für die Zeit von Dezember 
2008 bis April 2009 zur Bezahlung eines monatlichen 
Unterhaltsbeitrages von Fr. 650.- zu verpflichten;

und

e) es sei festzustellen, dass der Berufungskläger und Beklagte ab Mai 
2009 nicht zu Unterhaltsleistungen an den Berufungsbeklagten und 
Kläger verpflichtet ist.

2. Es sei Ziff. 3 des angefochtenen Urteils aufzuheben und es seien die 
kreisamtlichen und bezirksgerichtlichen Kosten hälftig auf die Parteien 
zu verteilen und die ausseramtlichen Kosten seien wettzuschlagen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7.6% 
Mehrwertsteuer zu Lasten des Berufungsbeklagten und Klägers."

Der Berufungsbeklagte hielt in seiner Duplik vom 12. Januar 2010 unverändert an 
seinem Antrag auf kostenfällige Abweisung der Berufung fest. 

Am 19. März 2010 erliess die Vorsitzende der I. Zivilkammer eine 
Beweisabnahmeverfügung, in der sie den Berufungskläger zur Edition diverser 
Dokumente aufforderte. Die entsprechenden Unterlagen gingen am 9. April 2010 

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beim Gericht ein. Mit Schreiben vom 20. April 2010 nahm der Berufungsbeklagte 
zu diesen Akten Stellung.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil sowie die Begründung der Anträge in 
den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

II. Erwägungen

1a. Sachurteile der Bezirksgerichte in Streitsachen betreffend 
Vaterschaftsklagen nach Art. 3 Abs. 1 Ziff. 15 EGzZGB sowie betreffend 
Unterhaltsklagen nach Art. 3 Abs. 1 Ziff. 17 EGzZGB unterliegen gemäss Art. 3 
Abs. 2 EGzZGB der Berufung an das Kantonsgericht. Die Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache als 
Berufungsinstanz ist somit gegeben. 

Eine Berufung ist innert der peremptorischen Frist von 20 Tagen seit der 
schriftlichen Mitteilung des Urteils zu erklären und hat die formulierten Anträge auf 
Abänderung des erstinstanzlichen Urteils und der Beiurteile sowie neue Einreden, 
soweit solche noch zulässig sind, zu enthalten (Art. 219 Abs. 1 ZPO). X. reichte 
seine Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 25. September 
2008, mitgeteilt am 24. November 2008, am 12. Dezember 2008 und damit 
fristgerecht ein. Überdies entspricht die Berufung den Formerfordernissen, so 
dass darauf eingetreten werden kann.

b. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden die Höhe der von X. an Y. 
zu leistenden Unterhaltsbeiträge sowie die erstinstanzliche Kostenregelung. 
Unangefochten blieb die Feststellung des Kindsverhältnisses.

2a/aa. Die Eltern haben für den Unterhalt eines Kindes aufzukommen, darin 
eingeschlossen die Kosten von Erziehung, Ausbildung und 
Kindesschutzmassnahmen (Art. 276 Abs. 1 ZGB). Der Unterhalt wird durch Pflege 
und Erziehung oder, wenn das Kind nicht unter der Obhut eines Elternteils steht, 
durch Geldzahlung geleistet (Art. 276 Abs. 2 ZGB). Der Unterhaltsbeitrag soll den 
Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der 
Eltern entsprechen und ausserdem Vermögen und Einkünfte des Kindes sowie 
den Beitrag des nicht obhutsberechtigten Elternteils an der Betreuung des Kindes 

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berücksichtigen (Art. 285 Abs. 1 ZGB). Kinderzulagen, Sozialversicherungsrenten 
und ähnliche für den Unterhalt des Kindes bestimmte Leistungen, die dem 
Unterhaltspflichtigen zustehen, sind zusätzlich zum Unterhaltsbeitrag zu zahlen, 
soweit das Gericht es nicht anders bestimmt (Art. 285 Abs. 2 ZGB). Die 
Anwendung von Art. 285 ZGB schliesst ein erhebliches Ermessen ein, welches 
zwar objektiv und pflichtgemäss ausgeübt werden muss, jedoch nicht bis ins 
Letzte begründbar ist (Cyril Hegnauer, Berner Kommentar zu Art. 276 – 295 ZGB, 
Bern 1997, N 8 zu Art. 285 ZGB).

a/bb. Nach Art. 280 Abs. 2 ZGB sowie Art. 4 EGzZGB erforscht das Gericht den 
Sachverhalt von Amtes wegen und würdigt die Beweise nach freier Überzeugung. 
Die Bestimmung von Art. 280 Abs. 2 ZGB hält für das Unterhaltsklageverfahren 
die Geltung der Untersuchungs- bzw. Offizialmaxime fest. Im Interesse des 
Kindeswohls sind die Unterhaltsbeiträge der freien Verfügung der Parteien 
entzogen. Demgemäss sind die Parteianträge für das Gericht nicht bindend und 
das Gericht hat zusätzlich zu den Parteien, deren Pflicht zur Darlegung der 
wesentlichen Tatsachen und Nennung der Beweismittel durch die 
Untersuchungsmaxime nicht aufgehoben wird, ebenfalls zur Sammlung des 
Prozessstoffs beizutragen. Es hat - unabhängig von den Angaben der Parteien 
und den gestellten Anträgen - den wirklichen Sachverhalt und den 
Wahrheitsgehalt der Vorbringen einer Partei selbst dort zu erforschen, wo sie von 
der Gegenpartei zugestanden wurden, und die Beweise frei zu würdigen. Wie bei 
den Kinderbelangen generell führt die Offizialmaxime sodann auch im 
Unterhaltsprozess dazu, dass neue Tatsachen, neue Beweismittel und/oder neue 
Rechtsbegehren ohne zeitliche Einschränkung zulässig sind. Dies gilt - wie in Art. 
226 Abs. 3 ZPO explizit festgehalten wird - auch im Berufungsverfahren vor 
Kantonsgericht. In Lehre und Rechtsprechung anerkannt ist schliesslich, dass die 
Offizialmaxime nicht nur zugunsten des Kindes, sondern auch zugunsten des 
Unterhaltspflichtigen wirkt und folglich auch letzterer sich auf das Novenrecht 
berufen kann (vgl. zum Ganzen Peter Breitschmid, in: Basler Kommentar zum 
ZGB I, Art. 1–456 ZGB, 3. A., Basel 2006, N 5 ff. zu Art. 280 ZGB sowie BGE 128 
III 411 ff. [412 ff.], E. 3.2.1, BGE 118 II 93 ff. Erw. 1a, und Entscheid des 
Bundesgerichts vom 18. Januar 2010, 5A_652/2009, E. 3.1).

b/aa. Die Vorinstanz ermittelte im angefochtenen Urteil einen Unterhaltsbedarf 
von Y. von monatlich Fr. 650.-- (E. 4bb, S. 9), was vom Berufungskläger nicht in 
Frage gestellt wird. Er begründet die Berufung in erster Linie mit seiner fehlenden 
Leistungsfähigkeit. 

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b/bb. Die Leistungsfähigkeit ergibt sich aus der Gegenüberstellung von Bedarf 
und Nettoeinkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils (Breitschmid, a.a.O., N 
12 zu Art. 285 ZGB). An die Leistungspflicht des Unterhaltspflichtigen werden 
hohe Anforderungen gestellt, was persönlichen Einsatz und die Ausschöpfung 
aller finanziellen, intellektuellen sowie körperlichen Ressourcen verlangt 
(Breitschmid, a.a.O., N 25 zu Art. 276 ZGB). Auszugehen ist grundsätzlich vom 
tatsächlichen Einkommen des Unterhaltsschuldners. Allerdings darf bei der 
Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen vom tatsächlichen Leistungsvermögen des 
Pflichtigen, das Voraussetzung und Bemessungsgrundlage der Unterhaltspflicht 
bildet, abgewichen und statt dessen von einem hypothetischen Einkommen 
ausgegangen werden, falls und soweit der Pflichtige bei gutem Willen bzw. bei ihm 
zumutbarer Anstrengung mehr zu verdienen vermöchte, als er effektiv verdient. 
Wo die reale Möglichkeit einer Einkommenssteigerung fehlt, muss eine solche 
jedoch ausser Betracht bleiben. Die Anrechnung eines hypothetischen 
Einkommens hat keinen pönalen Charakter. Es geht vielmehr darum, dass der 
Unterhaltspflichtige dasjenige Einkommen zu erzielen hat, das ihm zur Erfüllung 
seiner Pflichten tatsächlich möglich und zumutbar ist (BGE 128 III 4 ff. [5 f.], E. 
4a). Der Leistungsunfähige kann im Gegensatz zum Leistungsunwilligen nicht zur 
Bezahlung von Unterhaltsbeiträgen angehalten werden (Breitschmid, a.a.O., N 19 
zu Art. 285 ZGB).

Was den Bedarf betrifft, so ist in Fällen knapper finanzieller Verhältnisse bei der 
Ermittlung des Unterhaltsbeitrags in erster Linie das betreibungsrechtliche 
Existenzminimum des Leistungspflichtigen nach Art. 93 SchKG heranzuziehen. 
Dem Unterhaltsverpflichteten ist für alle familienrechtlichen Unterhaltskategorien – 
worunter auch der Kindesunterhalt gemäss Art. 276 ff. ZGB fällt – stets das volle 
Existenzminimum zu belassen, mit der Folge, dass die Unterhaltsberechtigten ein 
allfälliges Manko zu tragen haben (BGE 135 III 66 ff.; BGE 127 III 68 ff. [70 f.], E. 
2c).

3a. In Anlehnung an die Rechtsbegehren des Berufungsklägers wird dessen 
Unterhaltspflicht nachfolgend für fünf verschiedene Zeitabschnitte geprüft, wobei 
zunächst auf den Zeitraum vom 4. September 2006 bis 30. November 2007 
einzugehen ist.

a/aa. Die Vorinstanz verpflichtete X. ab dem 4. September 2006 zu 
Unterhaltsleistungen. In Anbetracht des Umstandes, dass Y. seine 
Unterhaltsklage am 4. September 2007 einreichte, handelt es sich beim 4. 
September 2006 unbestrittenermassen um den frühestmöglichen Zeitpunkt für den 

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Beginn der Unterhaltspflicht, können Unterhaltsleistungen doch maximal bis ein 
Jahr vor Klageerhebung gefordert werden (Art. 279 Abs. 1 ZGB). Das 
Bezirksgericht Plessur rechnete dem Berufungskläger von diesem Datum an ein 
hypothetisches Nettoeinkommen von Fr. 2'900.-- pro Monat an (E. 4ba, S. 7 f., des 
angefochtenen Urteils). Der Berufungskläger erachtet diese Anrechnung eines 
hypothetischen Einkommens für die Zeit von September 2006 bis und mit 
November 2007 als unrechtmässig. Er bringt vor, er sei Tunesier und erst per 1. 
März 2007 in die Schweiz eingereist. Zuvor habe er sich ca. ein Jahr lang bei 
einem Cousin in Italien aufgehalten, ohne dort über eine Arbeitserlaubnis verfügt 
zu haben. Von September 2006 bis zu seiner Einreise in die Schweiz habe er mit 
anderen Worten kein Erwerbseinkommen erzielt. Vom 1. März 2007 bis zur 
Hochzeit mit O. am 24. Oktober 2007, habe er ohne Aufenthaltsberechtigung bei 
seiner zukünftigen Gattin gewohnt und sei folglich ebenfalls nicht berechtigt 
gewesen, einer Arbeitstätigkeit nachzugehen. Eine Erwerbstätigkeit sei frühestens 
ab dem 24. Oktober 2007, dem Tag der Hochzeit, möglich gewesen, da er erst 
dann eine entsprechende Aufenthaltsbewilligung erhalten habe. Im November 
2007 habe er sich auf Stellensuche begeben und sei ab Dezember 2007 im 
Restaurant "F." in G. tätig gewesen. Somit sei es mangels Arbeitsberechtigung 
nicht zulässig, ihm nun im Nachhinein für die Zeit von September 2006 bis 
Oktober 2007 ein hypothetisches Einkommen von netto Fr. 2'900.-- monatlich 
anzurechnen. Im November 2007 habe er dann zuerst eine Anstellung suchen 
müssen, weshalb die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens während 
dieses Monats unverhältnismässig sei.

a/bb. Die pauschale Betrachtungsweise, die die Vorinstanz in Bezug auf die 
Feststellung der Leistungsfähigkeit des Berufungsklägers angewandt hat, indem 
sie diesem vom 4. September 2006 an ein hypothetisches Einkommen von netto 
Fr. 2'900.-- pro Monat anrechnete, erscheint vorliegend in der Tat nicht 
gerechtfertigt. Ergeben sich in der finanziellen Situation des 
Unterhaltsverpflichteten wesentliche Veränderungen, muss ein die 
Unterhaltspflicht beurteilendes Gericht verschiedene Zeitabschnitte unterscheiden 
und die Unterhaltsbeiträge differenziert gestützt auf die effektive Situation im 
jeweiligen Zeitabschnitt festsetzen. Das Gericht darf daher, hat es gestützt auf Art. 
279 Abs. 1 ZGB rückwirkend für einen vor seinem Urteil liegenden Zeitabschnitt 
Unterhaltsbeiträge festzusetzen, keine Ausgaben oder Einkünfte berücksichtigen, 
die in dieser Zeit effektiv nicht angefallen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 24. 
August 2007, 5A_62/2007, E. 7.2.1). Die rückwirkende Anrechnung eines 
hypothetischen Einkommens ist grundsätzlich unzulässig, da es an der realen 

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Möglichkeit der rückwirkenden Einkommenserzielung bzw. 
Einkommenssteigerung fehlt (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Januar 2010, 
5A_562/2009, E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts vom 5. November 2003, 
5P.255/2003, E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts vom 18. Februar 2002, 
5P.327/2001, E. 3b).

a/cc. Vorliegend ist ausgewiesen, dass X. am 1. März 2007 offiziell in die 
Schweiz einreiste. Am 24. Oktober 2007 verheiratete er sich mit O. (act. 01/4.2), 
worauf ihm eine Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde (KB 13; act. 01/4.1). 
Zweifellos hielt sich der Genannte schon vor seiner offiziellen Einreise in der 
Schweiz auf, zumindest im Zeitraum, in dem der Berufungsbeklagte gezeugt 
wurde. Über eine Aufenthaltsbewilligung und damit über eine Arbeitsbewilligung 
verfügte er aber offenbar nicht. So ging auch die Vormundschaftsbehörde des 
Kreises D. in ihrem Beschluss vom 28. August 2007 (KB 3) davon aus, dass sich 
der Kindsvater zur damaligen Zeit illegal in der Schweiz aufhielt. Unter diesen 
Umständen erweist es sich als nicht sachgerecht, dem Berufungskläger für den 
Zeitraum vom 4. September 2006 bis zum Erhalt der Aufenthaltsbewilligung am 
24. Oktober 2007 ein nicht tatsächlich vorhandenes Einkommen anzurechnen. 
Zudem erscheint es gerechtfertigt, ihm eine Frist von rund einem Monat ab Erhalt 
der Aufenthaltsbewilligung für die Arbeitssuche zuzubilligen, zumal diese 
offenkundig erfolgreich war, erzielte der Berufungskläger doch ab dem 1. 
Dezember 2007 ein regelmässiges Einkommen mit seiner Tätigkeit im Restaurant 
"F." in G.. Die vom Berufungsbeklagten vorgebrachte Argumentation, der ab 5. 
Januar 2009 erzielte Mehrverdienst könne quasi kompensatorisch für allfällige 
Ausfallzeiten herangezogen werden, verfängt in Anbetracht der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach die Unterhaltspflicht in 
Berücksichtigung der tatsächlichen Verhältnisse im betroffenen Zeitabschnitt 
festzusetzen ist, nicht.

Hinzu tritt der Umstand, dass es bei der Anrechnung eines hypothetischen 
Einkommens wie erwähnt darum geht, dass der Unterhaltspflichtige dasjenige 
Einkommen zu erzielen hat, das ihm zur Erfüllung seiner Pflichten tatsächlich 
möglich und zumutbar ist. Dies setzt das Bewusstsein des Betroffenen, 
unterhaltspflichtig zu sein, voraus (vgl. das Urteil des Bundesgerichts vom 16. 
November 2006, 5C.178/2006, E. 5.5). Vorliegend ist fraglich, ob der 
Berufungskläger im besagten Zeitabschnitt überhaupt Kenntnis von seiner 
Leistungspflicht hatte. Da er mit der Kindsmutter soweit ersichtlich höchst selten in 
Kontakt stand, ist nicht nachgewiesen, dass er von der Geburt des Kindes an von 
seiner Vaterschaft und damit verbunden von seiner Unterhaltspflicht wusste. 

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Jedenfalls konnte seine Identität erst im Frühjahr 2008 ermittelt werden. Zu 
diesem Zeitpunkt wurde der Berufungskläger auch erstmals mit 
Unterhaltsansprüchen konfrontiert (vgl. das Schreiben von Rechtsanwältin Seeger 
Tappy vom 22. April 2008, KB 10). Das rechtsmedizinische Gutachten, das seine 
Vaterschaft definitiv bestätigte, wurde ihm schliesslich am 22. Juli 2008 zugestellt 
(Pli Expertise, act. 1).

Unter diesen Umständen erweist es sich als unzulässig, dem Berufungskläger 
bereits für den Zeitraum vom 4. September 2006 bis 30. November 2007 ein 
hypothetisches Einkommens anzurechnen. Folglich ist die Unterhaltspflicht von X. 
für den genannten Zeitraum mangels Leistungsfähigkeit zu verneinen.

b. Für den Zeitraum vom 1. Dezember 2007 bis 31. Mai 2008 anerkennt der 
Berufungskläger einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 650.-- zuzüglich Kinderzulagen 
pro Monat. In dieser Zeit erzielte er mit seiner Vollzeittätigkeit im Restaurant "F." in 
G. einen monatlichen Nettolohn von Fr. 2'931.70 (BB 1a-e, Zeugenaussage E.). In 
Übereinstimmung mit den Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil ist bei der 
Ermittlung der Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners der Abzug des 
Arbeitgebers für Unterkunft und Verpflegung nicht zu berücksichtigen. Auch die 
Ehefrau von X. war zu dieser Zeit zu 100 % erwerbstätig. Darauf hinzuweisen 
bleibt an dieser Stelle, dass Kinderzulagen bis zu fünf Jahre nachgefordert werden 
können (Art. 1 des Bundesgesetzes über die Familienzulagen 
[Familienzulagengesetz, FamZG, SR 836.2] in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 
ATSG [SR 830.1]).

c/aa. Für den Zeitraum vom 1. Juni 2008 bis 30. November 2008 wird die 
Unterhaltspflicht vom Berufungskläger wieder bestritten. Er macht geltend, ab dem 
1. Juni 2008 sei seine Anstellung im Restaurant "F." in G. mangels Arbeitsanfall 
auf 50 % reduziert worden. Trotz intensiver Bemühungen habe er keine 
Vollzeitarbeitsstelle gefunden. Per Ende Oktober 2008 sei das Restaurant dann 
ganz geschlossen worden. Im November 2008 habe er bei der P. ein Einkommen 
von netto Fr. 1'482.60 erzielen können. Damit sei sein Minimalbedarf, der pro 
Monat Fr. 2'209.-- betrage, um Fr. 726.-- nicht gedeckt gewesen. Der 
Berufungsbeklagte wendet hiergegen namentlich ein, kurze Arbeitsunterbrüche 
dürften in einer Langzeitperspektive nicht massgebend sein und nicht dazu führen, 
dass dem unterhaltsberechtigten Kind die Unterhaltsbeiträge gekürzt würden.

c/bb. Wie in Erwägung 2 dargelegt, ist in Fällen knapper finanzieller Verhältnisse 
bei der Ermittlung des Unterhaltsbeitrags in erster Linie das betreibungsrechtliche 

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Existenzminimum des Leistungspflichtigen nach Art. 93 SchKG heranzuziehen. 
Die Vorinstanz nahm eine entsprechende Bedarfsrechnung vor, allerdings nur für 
den Berufungskläger allein. Es muss indessen beachtet werden, dass die Ehefrau 
des Berufungsklägers im Jahr 2008 ebenfalls erwerbstätig war. Erzielen beide 
Ehegatten ein Einkommen, ist das Existenzminimum des Schuldners so zu 
berechnen, dass zunächst die Nettoeinkommen beider Ehegatten und ihr 
gemeinsames Existenzminimum zu bestimmen sind. Danach ist das ermittelte 
Existenzminimum im Verhältnis der Nettoeinkommen auf die Ehegatten 
aufzuteilen. Die pfändbare Quote des Einkommens des betriebenen Ehegatten 
ergibt sich alsdann durch Abzug seines Anteils am Existenzminimum von seinem 
massgeblichen Nettoeinkommen (BGE 114 III 12 ff. [15 f.], E. 3).

c/cc. Betrachtet man die finanziellen Verhältnisse der Ehegatten X. im Jahr 2008, 
so ergibt sich, dass X. gemäss den von ihm eingereichten Abrechnungen von 
Januar bis Mai 2008 im Restaurant "F." ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 
2'931.70 (BB 1a-e) und im Juni und Juli 2008 ein solches von je Fr. 1'416.15 (BB 
4a-b) erzielte. Da das Restaurant nach seinen Angaben erst per Ende Oktober 
2008 geschlossen wurde, kann auch für die Monate August bis Oktober 2008 ein 
monatliches Nettoeinkommen von Fr. 1'416.15 angenommen werden. Im 
November 2008 verdiente der Berufungskläger bei der P. in G. netto Fr. 1'622.60 
(act. 01/4.18) und im Dezember 2008 netto Fr. 2'565.35 (act. 22/3). Insgesamt 
wird somit für das Jahr 2008 ein Nettoeinkommen von Fr. 25'927.20 ausgewiesen. 
Aus der im Rahmen des vorliegenden Verfahrens edierten Steuerveranlagung für 
das Jahr 2008, datierend vom 21. Oktober 2009, geht nun allerdings hervor, dass 
der Berufungskläger im Jahr 2008 ein Nettoeinkommen von Fr. 32'620.-- 
versteuerte (act. 32.3). Es rechtfertigt sich, auf diese Zahl abzustellen und somit 
von einem monatlichen Nettoeinkommen von X. von rund Fr. 2'720.-- auszugehen. 
Seine Ehefrau kam gemäss Steuerveranlagung im Jahr 2008 auf ein 
Nettoeinkommen von Fr. 52'864.--, was einem monatlichen Betrag von rund Fr. 
4'400.-- entspricht. Das gesamte Nettoeinkommen der Ehegatten X. im Jahr 2008 
wurde unter diesen Umständen zu 62 % von der Ehefrau und zu 38 % vom 
Ehemann erzielt.

Als Nächstes ist nun das gemeinsame Existenzminimum der Ehegatten zu 
bestimmen. Der betreibungsrechtliche Grundbetrag der Ehegatten beläuft sich 
gemäss den im fraglichen Zeitraum geltenden Ansätzen auf Fr. 1'550.--. Da in 
Frage steht, ob der Bedarf von Y. überhaupt gedeckt werden kann, ist von einem 
Zuschlag von 20 % auf diesen Grundbetrag abzusehen (Urteil des Bundesgerichts 
vom 24. August 2007, 5A_62/2007, E. 5; BGE 126 III 353 ff. [356 f.], E. 1a; BGE 

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123 III 1 ff. [4 f.], E. 3b/bb; Tuor/Schnyder/Schmid/Rumo-Jungo, Das 
Schweizerische Zivilgesetzbuch, 13. A., Zürich 2009, S. 252). In Übereinstimmung 
mit der Vorinstanz ist sodann von monatlichen Mietkosten von gerundet Fr. 1'100.-
- pro Monat auszugehen (BB 5a). Die Krankenkassenprämien werden mit Fr. 450.-
- veranschlagt (Ehemann Fr. 150.-- [KVG u. VVG 2008, BB 6], Ehefrau Fr. 300.-- 
[KVG 2009, act. 22/2]). Hinzu kommen die Fahrkosten für den Arbeitsweg von X. 
von monatlich Fr. 325.-- (BB 7). Die Berufsauslagen des Ehepaares beliefen sich 
im 2008 auf insgesamt Fr. 850.-- pro Monat (gemäss Steuerveranlagung [act. 
32.3] total Fr. 14'143.-- bzw. monatlich Fr. 1'178.60, abzüglich der bereits 
berücksichtigten Fahrkosten von Fr. 325.--). Die Steuern werden mit gerundet Fr. 
510.-- eingesetzt (act. 32.3, 32.4). Somit ergibt sich folgende Aufstellung:

Grundbetrag Ehegatten Fr. 1'550.00
Wohnkosten Fr. 1'100.00
Krankenversicherung Fr. 450.00
Arbeitsweg Fr. 325.00
Berufsauslagen Fr. 850.00
Steuern Fr. 510.00
Total Fr. 4'785.00

Der Anteil des Ehemannes an diesem gemeinsamen Existenzminimum von Fr. 
4'785.-- beträgt 38 % oder Fr. 1'818.--. Stellt man diesen Betrag seinem 
Nettoeinkommen von Fr. 2'720.-- gegenüber, so ergibt sich ein Überschuss von 
Fr. 902.--. In Anbetracht dessen war der Berufungskläger für die Zeit vom 1. Juni 
2008 bis 30. November 2008 ohne weiteres in der Lage, einen Unterhaltsbeitrag 
von Fr. 650.-- pro Monat zuzüglich Kinderzulagen an seinen Sohn zu leisten. Es 
erübrigt sich unter diesen Umständen, auf die Einwände des Berufungsbeklagten, 
der Berufungskläger habe sich nicht genügend um eine Vollzeitstelle bemüht, 
einzugehen.

d. Für den Zeitraum vom 1. Dezember 2008 bis 30. April 2009 wird ein 
Unterhaltsbeitrag von monatlich Fr. 650.-- zuzüglich Kinderzulagen anerkannt. Der 
Berufungskläger erzielte im Dezember 2008 bei der P. in G. ein Einkommen von 
netto Fr. 2'565.35 (act. 22/3) und von Januar 2009 bis April 2009 ein solches von 
netto Fr. 3'188.55 (act. 22/4–22/7).

e/aa. Zu prüfen bleibt schliesslich noch der Zeitraum ab 1. Mai 2009, für den die 
Unterhaltspflicht vom Berufungskläger wiederum bestritten wird. Der Genannte 
macht geltend, bei einem monatlichen Bedarf von ihm, seiner Ehefrau und seiner 
Tochter in der Höhe von Fr. 4'904.-- und einem monatlichen Einkommen von 

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insgesamt Fr. 4'200.-- werde der Existenzbedarf der Familie verfehlt. Es ergebe 
sich kein Überschuss, mit welchem allfällige Unterhaltsbeiträge an den 
Berufungsbeklagten bezahlt werden könnten. Demgegenüber bringt der 
Berufungsbeklagte vor, der Berufungskläger und seine Ehefrau verdienten 
zusammen genug, um trotz des zweiten Kindes die im angefochtenen Urteil 
verfügten Fr. 650.-- pro Monat zuzüglich Kinderzulagen an seinen Unterhalt zu 
bezahlen.

e/bb. Am M. wurde der Berufungskläger Vater einer Tochter namens N. (act. 
08.1), so dass von diesem Zeitpunkt an eine neue Berechnung vorzunehmen ist. 
Dabei rechtfertigt es sich, von den überarbeiteten Richtlinien für die Berechnung 
des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (Notbedarf) nach Art. 93 SchKG 
vom 18. August 2009 auszugehen. Zudem ist zu beachten, dass, um dem 
Grundsatz der unterhaltsrechtlichen Gleichbehandlung aller Kinder Rechnung zu 
tragen, beim Vorliegen angespannter finanzieller Verhältnisse die Grundbeträge 
für die in der Familie lebenden Kinder vom Existenzminimum des 
Unterhaltsschuldners vorerst auszuklammern sind, um den Umfang seiner 
wirklichen Leistungsfähigkeit festzustellen (BGE 127 III 68 ff. [70 f.], E. 2c). Die 
Tochter N. ist daher nicht in die Grundbedarfsberechnung miteinzubeziehen.

e/cc. Der Grundbetrag der Ehegatten X. beläuft sich auf Fr. 1'700.--. Die 
monatlichen Mietkosten werden im Umfang von Fr. 900.-- berücksichtigt, da ein 
Anteil der insgesamt Fr. 1'200.-- monatlich (act. 01/4.19) auch auf die Tochter 
entfällt. Die Krankenkassenprämien (KVG und VVG) werden mit Fr. 490.-- 
veranschlagt (Ehemann Fr. 155.-- [act. 01/4.20], Ehefrau Fr. 335.-- [act. 22/2 bzw. 
15.3]). Bei den Berufsauslagen wird auf die Verhältnisse des Jahres 2008 bzw. auf 
die Steuerveranlagung vom 21. Oktober 2009 (act. 32.3) abgestellt, so dass 
Fahrkosten für den Arbeitsweg von monatlich Fr. 325.-- sowie weitere 
Berufsauslagen von Fr. 850.-- pro Monat zu berücksichtigen sind (vgl. E. 3c/cc 
vorstehend). Da beide Ehegatten voll erwerbstätig sind, besteht kein Grund, die 
durch die Steuerveranlagung ausgewiesenen Berufsauslagen nicht in den 
Grundbedarf einzurechnen. Die Steuern werden ebenfalls wie im Jahr 2008 mit Fr. 
510.-- eingesetzt (act. 32.3, 32.4), obwohl sich diese ab 2009 voraussichtlich tiefer 
präsentieren, da Abzüge für die Tochter möglich sind und mit den Abzügen der 
Unterhaltsbeiträge für den Sohn eine weitere Reduktion eintreten wird. An sich 
müsste die Steuerlast bei engen finanziellen Möglichkeiten sogar gänzlich 
unberücksichtigt bleiben (BGE 127 III 68 ff. [69 f.], E. 2b; BGE 126 III 353 ff. [356], 
E. 1a/aa), doch ergibt sich aus den nachfolgenden Erwägungen, dass der 
Berufungskläger auch unter Einrechnung der Steuerlast zur Bezahlung des in 

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Frage stehenden Unterhaltsbeitrags in der Lage ist. Damit ergibt sich folgendes 
gemeinsames Existenzminimum der Ehegatten:

Grundbetrag Ehegatten Fr. 1'700.00
Wohnkosten Fr. 900.00
Krankenversicherung Fr. 490.00
Arbeitsweg Fr. 325.00
Berufsauslagen Fr. 850.00
Steuern Fr. 510.00
Total Fr. 4'775.00

Was das Einkommen betrifft, so erzielte der Berufungskläger von Mai bis 
September 2009 bei der P. in G. ein Einkommen von netto Fr. 3'188.55 pro Monat 
(act. 15.2, 22/7 u. 32/5e-h). Zuzüglich eines 50 %-Anteils des 13. Monatslohns von 
Fr. 132.85 (vgl. Art. 10 des Arbeitsvertrages [act. 15.2] bzw. Art. 12 L-GAV), ergibt 
dies ein monatliches Nettoeinkommen des Ehemannes von rund Fr. 3'320.--. Ab 1. 
Oktober 2009 erhöhte sich der Bruttolohn des Berufungsklägers um Fr. 100.-- auf 
Fr. 3'700.--, so dass er netto neu Fr. 3'273.25 erhält (act. 32.5a-d) zuzüglich eines 
50 %-Anteils am 13. Monatslohn von Fr. 136.40, total somit Fr. 3'410.-- netto pro 
Monat. Der 13. Monatslohn wird mit der Dauer der Anstellung noch ansteigen und 
ab dem Beginn des 2. Anstellungsjahres 75 % eines Bruttomonatslohns und ab 
Beginn des 3. Anstellungsjahres 100 % eines solchen betragen (vgl. Art. 12 L-
GAV). Längerfristig wird der Berufungskläger daher über ein monatliches 
Nettoeinkommen von rund Fr. 3'545.-- verfügen können. Aufgrund der Tatsache, 
dass der Berufungskläger nun schon seit längerem über eine 100 %-Anstellung 
verfügt, erübrigt es sich, auf die von ihm im Berufungsverfahren erhobenen 
Einwendungen betreffend die tatsächlichen Schwierigkeiten bei der Stellensuche 
einzugehen.

Die Ehefrau des Berufungsklägers erzielt ein weitaus höheres Einkommen, als 
vom Berufungskläger in den Rechtsschriften geltend gemacht wurde. So erhielt 
sie während dem durch die Geburt ihrer Tochter verursachten Arbeitsunterbruch 
den vollen Monatslohn und arbeitet offensichtlich weiterhin zu 100 % bei Q.. Auf 
diese Weise erzielte sie im Jahr 2009 ein Einkommen von durchschnittlich rund Fr. 
3'900.-- netto pro Monat bzw. zuzüglich 13. Monatslohn ein solches von rund Fr. 
4'225.-- netto pro Monat, exklusive Kinderzulagen (act. 32/1, 32/2). Da beide 
Ehegatten zu 100 % erwerbstätig sind, rechtfertigt es sich ohne weiteres, die 
geltend gemachten Kinderbetreuungskosten von Fr. 1'000.-- pro Monat (act. 32.6) 
vom Nettoeinkommen der Ehefrau abzuziehen, zumal sich diese Kosten in einem 

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üblichen Rahmen bewegen. Auch kann unter diesen Umständen die Frage nach 
den genauen Arbeitszeiten des Ehemannes offen gelassen werden. Somit ist von 
einem Nettoeinkommen der Ehefrau von Fr. 3'225.-- pro Monat auszugehen.

Das Nettoeinkommen der Familie X. wird aufgrund des Gesagten von beiden 
Ehegatten je hälftig erzielt (Ehemann Fr. 3'320.--, Ehefrau Fr. 3'225.--), weshalb 
das Existenzminimum des Berufungsklägers bei Fr. 2'390.-- (Fr. 4'775.-- : 2) pro 
Monat festzusetzen ist. Ihm verbleibt demnach, geht man vom tiefsten im Jahr 
2009 erzielten Einkommen von Fr. 3'320.-- aus, ein monatlicher Überschuss von 
Fr. 930.--. Längerfristig wird sich dieser auf Fr. 1'155.-- erhöhen (Fr. 3'545.-- ./. Fr. 
2'390.--).

e/dd. Die finanziellen Mittel des Berufungsklägers reichen unter diesen 
Umständen im Grundsatz aus, um neben einem hälftigen Beitrag an den 
ehelichen Unterhalt auch einen Anteil von Fr. 650.-- zuzüglich Kinderzulagen an 
den Unterhalt seines vorehelichen Sohnes zu leisten. Allerdings verbleibt aus 
seinem Überschuss von Fr. 930.-- dann lediglich noch ein Betrag von Fr. 280.-- 
monatlich, den der Berufungskläger an seine eheliche Tochter, deren Bedarf sich 
in einem ähnlichen Rahmen wie derjenige des Berufungsbeklagten bewegen 
dürfte, leisten kann. Unter diesen Umständen ist zu prüfen, ob eine Verletzung des 
Grundsatzes der finanziellen Gleichbehandlung mehrerer unterhaltsberechtigter 
Kinder vorliegt. Dies ist, wie nachfolgend aufgezeigt wird, zu verneinen.

Der erwähnte Grundsatz bedeutet nicht, dass der in casu vorhandene Überschuss 
schematisch je hälftig auf die beiden Kinder des Berufungsklägers aufzuteilen 
wäre. Unterhaltsberechtigte Kinder sind vom Unterhaltspflichtigen vielmehr im 
Verhältnis zu ihren objektiven Bedürfnissen finanziell gleich zu behandeln. 
Unterschiedlichen Erziehungs-, Gesundheits- und Ausbildungsbedürfnissen darf 
somit Rechnung getragen werden, weshalb ungleiche Unterhaltsbeiträge nicht von 
vornherein ausgeschlossen sind, aber einer Rechtfertigung bedürfen. Die Höhe 
des Unterhaltsbeitrags hängt weiter nicht nur von der Leistungsfähigkeit des in die 
Unterhaltspflicht genommenen, sondern auch von den finanziellen Umständen des 
obhuts- bzw. sorgeberechtigten Elternteils ab. Daher kann der 
Unterhaltsschuldner mehreren Kindern, die vergleichbare Unterhaltsbedürfnisse 
haben, nur schon deswegen unterschiedliche Beiträge schulden, weil sie in 
verschiedenen Haushalten mit unterschiedlichen finanziellen 
Rahmenbedingungen leben (BGE 126 III 353 ff. [358 f.], E. 2b, mit verschiedenen 
Hinweisen). 

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Vorliegend ist das Augenmerk insbesondere auf die unterschiedlichen finanziellen 
Rahmenbedingungen der Haushalte zu legen, in denen Y. einerseits und N. 
anderseits leben. Während der voreheliche Sohn des Berufungsklägers bei seiner 
alleinerziehenden und auf Sozialhilfe angewiesenen Mutter aufwächst (vgl. E. 3f 
nachfolgend), lebt die eheliche Tochter des Berufungsklägers mit beiden, 
vollzeitlich erwerbstätigen Elternteilen in einem Haushalt. Die finanzielle 
Leistungsfähigkeit der Mutter des ehelichen Kindes ist deutlich höher als diejenige 
der Mutter des vorehelichen Kindes. Die Erstere ist daher in der Lage, einen Teil 
des Barbedarfs ihrer Tochter zu übernehmen. Zu dieser Entlastung ihres 
Ehemannes ist die Ehefrau des Berufungsklägers aufgrund ihrer Beistandspflicht 
auch gehalten. Nach Art. 278 Abs. 2 ZGB hat nämlich jeder Ehegatte dem andern 
in der Erfüllung der Unterhaltspflicht gegenüber vorehelichen Kindern in 
angemessener Weise beizustehen. Die Unterstützung des unterhaltsverpflichteten 
Elternteils durch den Ehegatten äussert sich in der Regel darin, dass der Erstere 
bezüglich des ehelichen Unterhaltsbeitrags entlastet wird (vgl. Heinz 
Hausheer/Annette Spycher [Hrsg.], Handbuch des Unterhaltsrechts, Bern 1997, 
Rz. 06.30 ff., insb. 06.32 f.; BGE 127 III 68 ff. [71 ff.], E. 3). Vorliegend ist der 
Berufungskläger wie aufgezeigt in der Lage, seinen hälftigen Anteil an den 
ehelichen Unterhalt zu leisten. Die Beistandspflicht seiner Ehefrau kommt aber 
insoweit zum Tragen, als sie Fr. 370.-- (Fr. 650.-- ./. Fr. 280.--) des Barbedarfs 
ihrer Tochter zu übernehmen hat. Damit wird dem Berufungskläger ermöglicht, 
seinen Beitrag an die Deckung des Notbedarfs des vorehelichen Kindes zu 
leisten. Das Bezahlen eines Beitrags in der Höhe von Fr. 370.-- erweist sich für die 
Ehefrau als zumutbar, verfügt sie doch über einen monatlichen Überschuss von 
Fr. 835.-- (Fr. 3'225.-- ./. Fr. 2'390.--). Infolge des steigenden Einkommens des 
Berufungsklägers werden diesem überdies längerfristig mehr finanzielle Mittel für 
die Tochter zur Verfügung stehen, so dass sich der von seiner Ehefrau zu 
leistende Betrag nach und nach verringern wird. Bereits ab 1. Oktober 2009 
erhöhte sich das monatliche Nettoeinkommen von X. wie dargelegt von Fr. 3'320.-
- auf Fr. 3'410.--; zu einer weiteren Steigerung wird es ab dem Beginn des 2. bzw. 
3. Anstellungsjahres kommen (vgl. E. 3e/cc).

e/ee. Damit steht fest, dass es dem Berufungskläger möglich und zumutbar ist, 
dem Berufungsbeklagten ab 1. Mai 2009 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von 
Fr. 650.-- zuzüglich Kinderzulagen zu leisten.

f/aa. Der Berufungskläger wirft der Vorinstanz vor, sie habe die Abklärung der 
Frage unterlassen, inwiefern die Mutter des Berufungsbeklagten für dessen 
Unterhalt aufkommen könne. Dieser Aspekt ist nachfolgend noch zu prüfen, auch 

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vor dem Hintergrund, dass die Beistandspflicht nach Art. 278 Abs. 2 ZGB 
gegenüber der Unterhaltspflicht des zweiten leiblichen Elternteils subsidiär ist 
(Urteil des Bundesgerichts vom 31. Mai 2005, 5C.53/2005, E. 4.1; 
Hausheer/Spycher, a.a.O., Rz. 06.31).

f/bb. B. geht zurzeit keiner Arbeitstätigkeit nach, sondern kümmert sich 
ausschliesslich um ihren Sohn. Sie wird von den Sozialen Diensten der Stadt D. 
unterstützt (act. 18/2 u. 29/5). Im Grundsatz wäre der Kindsmutter eine 
Erwerbstätigkeit zumutbar, da sie sich entgegen den Ausführungen des 
Rechtsvertreters des Berufungsbeklagten nicht auf die Rechtsprechung zum 
nachehelichen Unterhalt berufen kann. Zudem ist davon auszugehen, dass keine 
gesundheitlichen Einschränkungen bestehen, bezieht B. soweit bekannt doch 
keine IV-Rente. Allerdings verfügt die Genannte über keine abgeschlossene 
Berufsausbildung, so dass anzunehmen ist, dass sie bei einer Vollzeittätigkeit 
maximal ein Einkommen von netto Fr. 3'000.-- pro Monat erzielen könnte. Würde 
man ihr aus Gründen der Gleichbehandlung mit dem Ehepaar X. ebenfalls einen 
Kinderbetreuungsabzug von Fr. 1'000.-- pro Monat zugestehen, bliebe ihr ein 
monatliches Nettoeinkommen von Fr. 2'000.--. Berücksichtigt man nun, dass allein 
der Grundbedarf der alleinerziehenden Kindsmutter schon bei Fr. 1'350.-- liegt, 
wozu noch Kosten für Miete (Fr. 900.-- [Fr. 1'200.-- ./. Anteil Kind von Fr. 300.--], 
vgl. act. 29/5) und Krankenkasse (Fr. 220.-- [Fr. 300.-- ./. Anteil Kind von geschätzt 
Fr. 80.--], vgl. act. 29/5) kommen, so wird ohne weiteres ersichtlich, dass ihr die 
Fähigkeit fehlt, an ihren Sohn Unterhaltsleistungen in Form von Geldzahlungen zu 
erbringen.

4a. Im Ergebnis steht fest, dass die Berufung von X. insofern gutzuheissen ist, 
als er vom 4. September 2006 bis 30. November 2007 von der Unterhaltspflicht 
gegenüber seinem Sohn Y. befreit wird. Demzufolge ist Ziffer 2 des Urteils des 
Bezirksgerichts Plessur aufzuheben und X. zu verpflichten, an den Unterhalt 
seines Sohnes Y. rückwirkend ab 1. Dezember 2007 einen im Voraus zahlbaren 
monatlichen Beitrag in Höhe von Fr. 650.--, zuzüglich allfälliger vertraglicher oder 
gesetzlicher Kinderzulagen, zu leisten.

b. Zu einer Abänderung der vorinstanzlichen Kostenverteilung besteht trotz 
dieser Abänderung des angefochtenen Urteils kein Anlass. Die hinsichtlich des 
Rückwirkungszeitpunkts vorgenommene Korrektur erweist sich als so minim, dass 
sich – zieht man die gesamte Dauer der Unterhaltspflicht sowie den Umstand, 
dass vor Bezirksgericht auch noch die Vaterschaftsklage zu beurteilen war, in 
Betracht – am Verhältnis des Obsiegens und Unterliegens der Parteien nicht 

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grundsätzlich etwas ändert und die Aufteilung der vorinstanzlichen Kosten im 
Verhältnis von einem Viertel zulasten des Klägers zu drei Vierteln zulasten des 
Beklagten im Ergebnis daher immer noch angemessen erscheint.

5a. Nach Art. 223 ZPO in Verbindung mit Art. 122 ZPO wird der in einem 
zivilrechtlichen Berufungsverfahren unterliegende Teil in der Regel zur 
Übernahme sämtlicher Kosten des Verfahrens verpflichtet. Hat keine Partei 
vollständig obsiegt, können die Kosten verhältnismässig verteilt werden. Die 
unterliegende Partei wird zudem in der Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei 
alle ihr durch den Rechtsstreit verursachten, notwendigen Kosten zu ersetzen. 
Fällt das Urteil nicht ausschliesslich zu Gunsten einer Partei aus, können die 
aussergerichtlichen Kosten nach den gleichen Grundsätzen wie die gerichtlichen 
verteilt werden.

b. Die vorliegende Unterhaltsklage wurde rund eineinhalb Jahre nach der 
Geburt von Y. eingereicht, so dass in Berücksichtigung der einjährigen 
Rückwirkung der Klage und des Umstands, dass die Unterhaltspflicht 
voraussichtlich bis zur Mündigkeit dauern wird, anfänglich eine Unterhaltsdauer 
von rund 17 ½ Jahren in Frage stand. Im Berufungsverfahren anerkannte der 
Berufungskläger seine Unterhaltspflicht für die Dauer von rund einem Jahr, den 
Rest bestritt er. Streitig war somit noch eine Unterhaltsdauer von rund 16 ½ 
Jahren. Obsiegt hat der Berufungskläger insofern, als er für eine Dauer von 1 ¼ 
Jahren von seiner Unterhaltspflicht befreit wurde. Es rechtfertigt sich unter diesen 
Umständen, die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 5'000.-- zuzüglich 
Schreibgebühren zu 9/10 dem Berufungskläger und zu 1/10 dem 
Berufungsbeklagten aufzuerlegen. Bei diesem Verfahrensausgang hat der 
Berufungskläger dem Berufungsbeklagten überdies 8/10 seiner ausseramtlichen 
Kosten zu ersetzen. Insgesamt erscheint für das Berufungsverfahren ein Aufwand 
von Fr. 4'000.-- als angemessen, weshalb die aussergerichtliche Entschädigung 
für den Berufungsbeklagten auf Fr. 3'200.-- inklusive Spesen und Mehrwertsteuer 
festgesetzt wird.

c/aa. X. hatte am 12. Dezember 2008 ein Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege für das Berufungsverfahren gestellt. Mit Verfügung der Vorsitzenden 
der I. Zivilkammer vom 29. Mai 2009 (PZ 08 240) wurde diesem Gesuch zulasten 
des Kantons Graubünden entsprochen. Die vom Berufungskläger zu tragenden 
amtlichen Kosten des Berufungsverfahrens sowie die in diesem 
Verfahrensabschnitt entstandenen Kosten seines Rechtsbeistandes werden 
deshalb unter dem Vorbehalt der Rückforderung nach Art. 45 Abs. 2 ZPO dem 

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Kanton Graubünden in Rechnung gestellt. Über die Höhe der Entschädigung des 
Rechtsbeistandes wird im Verfahren nach Art. 47 Abs. 4 ZPO entschieden. Die 
Rechtsvertreterin des Berufungsklägers wird unter Hinweis auf Ziffer 4 des 
Dispositivs der Verfügung vom 29. Mai 2009 aufgefordert, nach Abschluss des 
Berufungsverfahrens eine detaillierte und tarifgemässe Honorarnote einzureichen. 
Ansonsten wird der Aufwand nach pflichtgemässem Ermessen festgesetzt.

c/bb. Auch Y. hatte mit Eingabe vom 23. Dezember 2008 um unentgeltliche 
Rechtspflege für das Berufungsverfahren ersucht. Diese wurde ihm mit Verfügung 
der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 29. Mai 2009 (PZ 08 245) zu Lasten der 
Stadt D. bewilligt. Die vom Berufungsbeklagten zu tragenden amtlichen Kosten 
des Berufungsverfahrens werden somit unter dem Vorbehalt der Rückforderung 
nach Art. 45 Abs. 2 ZPO der Stadt D. in Rechnung gestellt. Die Kosten der 
Rechtsvertretung des Berufungsbeklagten hat das kostenbelastete Gemeinwesen 
demgegenüber nur insoweit zu tragen, als diese durch die zugesprochene 
reduzierte ausseramtliche Entschädigung von vornherein nicht gedeckt werden 
oder die zugesprochene Entschädigung sich als uneinbringlich erweist, sie also 
auch mit Mitteln der Zwangsvollstreckung beim Berufungskläger nicht eingetrieben 
werden kann (vgl. Art. 47 Abs. 2 ZPO). Diesfalls ist die entsprechende 
Honorarnote zunächst bei der Vorsitzenden der I. Zivilkammer des 
Kantonsgerichts zur Genehmigung einzureichen (Art. 47 Abs. 4 ZPO).

Seite  21 — 22

III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und Ziff. 2 des angefochtenen 
Urteils aufgehoben.

2. X. wird verpflichtet, an den Unterhalt seines Sohnes Y. rückwirkend ab 1. 
Dezember 2007 einen im Voraus zahlbaren monatlichen Beitrag in Höhe 
von Fr. 650.--, zuzüglich allfälliger vertraglicher oder gesetzlicher 
Kinderzulagen, zu leisten. Dieser Unterhaltsbeitrag wird bis zur 
wirtschaftlichen Selbständigkeit des Kindes, längstens jedoch bis zu dessen 
Mündigkeit, geschuldet. Vorbehalten bleibt ein Anspruch nach Art. 277 Abs. 
2 ZGB.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 5'352.-- (Gerichtsgebühr Fr. 
5'000.--, Schreibgebühr Fr. 352.--) gehen zu 1/10 zulasten des 
Berufungsbeklagten und zu 9/10 zulasten des Berufungsklägers, der den 
Berufungsbeklagten ausseramtlich mit Fr. 3'200.-- inklusive Spesen und 
Mehrwertsteuer zu entschädigen hat.

4. a) Die dem Berufungskläger auferlegten amtlichen Kosten des 
Berufungsverfahrens sowie die in diesem Verfahrensabschnitt 
entstandenen Kosten seiner Rechtsvertretung werden gestützt auf die mit 
Verfügung vom 29. Mai 2009 gewährte unentgeltliche Rechtspflege dem 
Kanton Graubünden in Rechnung gestellt.

b) Die dem Berufungsbeklagten auferlegten amtlichen Kosten des 
Berufungsverfahrens werden gestützt auf die mit Verfügung vom 29. Mai 
2009 gewährte unentgeltliche Rechtspflege der Stadt D. in Rechnung 
gestellt.

Die unentgeltliche Rechtspflege kann von Y. überdies beansprucht werden 
für die Kosten der Rechtsvertretung im Berufungsverfahren, soweit sie 
durch die reduzierte Umtriebsentschädigung von vornherein nicht gedeckt 
sind, desgleichen, soweit Letztere sich als uneinbringlich erweist.

c) Die Rückforderung der geleisteten Kostenhilfe durch das 
kostenbelastete Gemeinwesen im Sinne von Art. 45 Abs. 2 ZPO bleibt 
vorbehalten.

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5. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht, 1000 G. 14, geführt werden. Die 
Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und 90 ff. BGG.

6. Mitteilung an: