# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c38fe8e-5caf-5b38-a0c1-bf8270d5b4f1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-29
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 29.05.2024 BK 2024 197
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2024-197_2024-05-29.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 24 197

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 29. Mai 2024

Besetzung Oberrichter Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichter Gerber
Gerichtsschreiberin Ueltschi

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
v.d. Staatsanwalt C.________, Regionale Staatsanwaltschaft 
Berner Jura-Seeland, Spitalstrasse 11, 2501 Biel

Gegenstand Anordnung Untersuchungshaft

Strafverfahren wegen Vergewaltigung (mehrfach begangen), qua-
lifizierter einfacher Körperverletzung (mehrfach begangen), wie-
derholter Tätlichkeiten etc.

Beschwerde gegen den Entscheid des Regionalen Zwangsmass-
nahmengerichts Berner Jura-Seeland vom 4. Mai 2024
(ARR 24 79)

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Erwägungen:

1. Die Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) 
führt gegen A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) unter der Verfahrens-
nummer BJS 24 9312 ein Strafverfahren wegen mehrfacher Vergewaltigung, wie-
derholten Tätlichkeiten, evtl. Gefährdung des Lebens, mehrfacher Drohung und 
mehrfacher Nötigung. Nachdem der Beschwerdeführer am 2. Mai 2024 vorläufig 
festgenommen worden war, beantragte die Staatsanwaltschaft am 3. Mai 2024 
beim Zwangsmassnahmengericht Berner Jura-Seeland (nachfolgend: Vor-
instanz/Zwangsmassnahmengericht) die Anordnung von Untersuchungshaft für 
drei Monate. Das Zwangsmassnahmengericht ordnete daraufhin am 4. Mai 2024 
gegen den Beschwerdeführer Untersuchungshaft für die Dauer von drei Monaten 
bis zum 1. August 2024 an. Hiergegen erhob der Beschwerdeführer, amtlich vertei-
digt durch Rechtsanwältin B.________, am 14. Mai 2024 Beschwerde bei der Be-
schwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Bern (nachfol-
gend: Beschwerdekammer) und beantragte: 
1. Annuler la décision du 4 mai 2024 du Tribunal régional des mesures de contrainte du Jura 

bernois-Seeland (ARR 24 79) et libérer immédiatement le recourant. 

2. Subsidiarement : Annluer la décision du 4 mai 2024 du Tribunal régional des mesures de 
contrainte du Jura bernois-Seeland (ARR 24 79) et ordonner en lieu et place de la détention 
provisoire des mesures de substitution à dire de justice à l’encontre du recourant, notamment :

a) Interdiction de prendre contact de quelque manière que ce soit avec D.________ ainsi que 
E.________ et F.________;

b) Interdiction de s’approcher à moins de 100 mètres de D.________ ainsi que de E.________ 
et F.________ ; 

c) Interdiction de s’approcher à moins de 100 mètres du domicile, du lieu de travail / de l’école 
de D.________ ainsi que de E.________ et F.________.

3. Encore plus subsidiairement: Annuler la décision du 4 mai 2024 du Tribunal régional des 
mesures de contrainte du Jura bernois-Seeland (ARR 24 79) et limiter la détention provisoire à un 
mois au maximum.

- sous suite des frais et dépenses -

Das Zwangsmassnahmengericht verzichtete am 17. Mai 2024 unter Verweis auf 
seine Ausführungen im angefochtenen Entscheid auf eine Stellungnahme. Die 
Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer delegierten Stellungnahme vom 21. Mai 
2024 – unter Beilage diverser neuen Aktenstücke – die kostenfällige Abweisung 
der Beschwerde. 

2. Gemäss Art. 222 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 Bst. c der Schweizerischen Strafprozess-
ordnung (StPO; SR 312.0) können Entscheide über die Anordnung, Verlängerung 
und Aufhebung der Untersuchungshaft durch die verhaftete Person mit Beschwer-
de angefochten werden. Zuständig ist die Beschwerdekammer (Art. 35 des Geset-
zes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 
[GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Ober-
gerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch die Anordnung 
der Untersuchungshaft unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Interessen be-

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troffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 222 und Art. 382 Abs. 1 
StPO). Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.

3. Mit delegierter Stellungnahme vom 21. Mai 2024 reichte die Staatsanwaltschaft 
folgende Noven ein:

- Beizugsakten der KESB Biel
- Schreiben der Staatsanwaltschaft an den FPD vom 6. Mai 2024
- Schreiben der Staatsanwaltschaft an Rechtsanwältin G.________ vom 7. 

Mai 2024
- Schreiben der Staatsanwaltschaft an die Parteien vom 13. Mai 2024
- Schreiben von Rechtsanwältin B.________ vom 17. Mai 2024, samt Frister-

streckung

Da die Beschwerdekammer mit voller Kognition ausgestattet ist, hat sie in hängigen 
Haftbeschwerdeverfahren grundsätzlich auch erstmals geltend gemachte oder von 
Amtes wegen ersichtlich gewordene haftrelevante Noven (insbesondere betreffend 
die gesetzlichen Haftgründe) zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 
1B_51/2015 vom 7. April 2015 E. 4.6; auch zuungunsten der beschuldigten Person: 
Urteil des Bundesgerichts 1B_458/2016 vom 19. Dezember 2016 E. 2.3). Im Be-
schwerdeverfahren erhielt die Verteidigung Gelegenheit, in ihren abschliessenden 
Bemerkungen zu den eingereichten Noven Stellung zu nehmen, so dass das recht-
liche Gehör gewahrt ist. 

4. Dem Haftanordnungsantrag der Staatsanwaltschaft ist sachverhaltsmässig zu ent-
nehmen, dass die Kantonspolizei Bern am 12. März 2024 durch die Kindes- und 
Erwachsenenschutzbehörde Biel/Bienne (nachfolgend: KESB) informiert worden 
war, dass die gemeinsamen Kinder der getrennten Eheleute A.________ und 
D.________, E.________ (geb. 8. August 2006) und F.________ (geb. 9. Februar 
2008), durch die KESB aus der Obhut des Beschwerdeführers genommen und 
verdeckt platziert worden seien. In der Folge habe die Fachstelle Opferschutz der 
Polizei in Erfahrung bringen können, dass der Aufenthaltsort der Kinder dem Be-
schwerdeführer durch die KESB eröffnet worden sei, wobei diesem auch die Lehr-
betriebe und Berufsschulen bekannt seien. Deshalb sei dieser mit Entscheid der 
KESB vom 28. März 2024 unter Strafandrohung angewiesen worden, die Kinder 
weder an ihrem Arbeitsort noch in der Schule noch an ihrem neuen Wohnort aufzu-
suchen. Am 17. April 2024 habe D.________ Strafanzeige gegen den Beschwerde-
führer erstattet und werfe ihm vor, er habe sie in den Jahren 2017 bis 2020 an der 
H.________ (Adresse) sowie im Februar 2024 an der I.________ (Adresse) mehr-
fach durch Gewalt und Drohung zur Duldung des Geschlechtsverkehrs genötigt. In 
diesem Zeitraum sei er täglich zu ihr gekommen, habe Sextabletten genommen 
und sie mehrmals pro Nacht vergewaltigt. Weiter habe er sie im selben Zeitraum 
und im April 2021 mehrfach an der H.________ (Adresse) geschlagen und getre-
ten. Dabei habe er sie auch mit der Faust auf den Hinterkopf geschlagen. Im Sep-
tember 2020 habe er sie mit einem Sackmesser im Gesicht, an der Lippe und an 
der Stirn sowie insbesondere am Ohr geschnitten und ihr eine 5cm lange Wunde 
zugefügt. In den Jahren 2016 bis 2018 habe er sie im Alltag und bei der Arbeit da-

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zu gezwungen, eine versteckte Kamera zu tragen, damit er ihre sozialen Kontakte 
habe überprüfen können. Zum selben Zweck habe er auch eine App auf ihrem Mo-
biltelefon installiert. Weiter habe er sie im Herbst 2020 dazu gezwungen, ihren Aus-
länderausweis beim Migrationsdienst abzugeben und nach P.________ (Land) 
auszureisen. Er habe ihr zudem mehrfach mit dem Tode gedroht. Dabei habe er 
insbesondere in den Jahren 2017 bis 2020 und im Jahr 2024 damit gedroht, dass 
er sie, ihren Bruder und ihre Familie oder sie zusammen mit ihren Töchtern töten 
werde. Am Abend des 12. Februar 2024 habe er ausserdem die gemeinsame 
Tochter E.________ am Gesicht geschlagen und gewürgt. Zurzeit befänden sich 
D.________, E.________ und F.________ in einer Schutzeinrichtung. 

5.

5.1 Die beschuldigte Person bleibt grundsätzlich in Freiheit (Art. 212 Abs. 1 StPO). 
Untersuchungshaft ist nur zulässig, wenn sie eines Verbrechens oder Vergehens 
dringend verdächtig ist und besondere Haftgründe vorliegen (Art. 221 StPO). Die 
Untersuchungshaft muss überdies verhältnismässig sein (Art. 197 Abs. 1 Bst. c und 
d StPO) und darf nicht länger dauern als die im Fall einer rechtskräftigen Verurtei-
lung zu erwartende Freiheitsstrafe (Art. 212 Abs. 3 StPO). Das zuständige Gericht 
ordnet anstelle der Untersuchungshaft eine oder mehrere mildere Massnahmen an, 
wenn sie den gleichen Zweck wie die Haft erfüllen (Art. 237 Abs. 1 StPO).

5.2 Der Beschwerdeführer bestreitet sowohl den dringenden Tatverdacht (nachfolgend: 
E. 6) als auch die vom Zwangsmassnahmengericht bejahte Kollusionsgefahr (E. 7 
hiernach) sowie die Verhältnismässigkeit der auf eine Dauer von drei Monaten an-
geordneten Untersuchungshaft (nachfolgend E. 8). 

6.

6.1 Die Untersuchungshaft setzt gemäss Art. 221 Abs. 1 StPO zunächst voraus, dass 
im Sinne eines allgemeinen Haftgrundes ein dringender Tatverdacht der Begehung 
eines Verbrechens oder Vergehens besteht. 

6.2 Das Haftgericht hat bei der Überprüfung des allgemeinen Haftgrunds des dringen-
den Tatverdachts – im Gegensatz zum Sachgericht – keine erschöpfende Abwä-
gung sämtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse und damit einher-
gehender Tat- und Rechtsfragen vorzunehmen; insbesondere kann keine einge-
hende Aussagenanalyse oder Beweiswürdigung erfolgen. Das Beschleunigungs-
gebot in Haftsachen lässt keinen Raum für ausgedehnte Beweismassnahmen. 
Macht eine inhaftierte Person geltend, sie befinde sich ohne ausreichenden Tat-
verdacht in strafprozessualer Haft, ist vielmehr zu prüfen, ob aufgrund der bisheri-
gen Untersuchungsergebnisse genügend konkrete Anhaltspunkte – wozu auch 
Aussagen, die nicht von vornherein als haltlos oder unglaubhaft erscheinen, 
gehören – für ein Verbrechen oder Vergehen und eine Beteiligung der inhaftierten 
Person an dieser Tat vorliegen, die Strafbehörden somit das Bestehen eines drin-
genden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften. Im Haftprüfungs-
verfahren genügt dabei der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach 
das untersuchte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbe-
standsmerkmale erfüllen könnte (zum Ganzen: BGE 143 IV 330 E. 2.1). Zu Beginn 

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der Strafuntersuchung sind die Anforderungen an den dringenden Tatverdacht 
noch geringer. Im Laufe des Verfahrens ist in der Regel ein immer strengerer 
Massstab an die Erheblichkeit und Konkretheit des Tatverdachts zu stellen (vgl. Ur-
teil des Bundesgerichts 1B_91/2022 vom 18. März 2022 E. 1.1 mit Verweis auf 
BGE 143 IV 316 E. 3.2). Basiert der dringende Tatverdacht – wie vorliegend – 
überwiegend auf den Aussagen des Opfers und werden dessen Aussagen von der 
beschuldigten Person bestritten (sog. «Aussage-gegen-Aussage-Konstellationen»), 
so nimmt das Haftgericht eine summarische Würdigung der Aussagen vor (vgl. 
BGE 137 IV 122 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 1B_203/2016 vom 17. Juni 2016 
E. 3.3.3).

6.3 Das Zwangsmassnahmengericht bejahte gestützt auf die Aussagen von 
D.________ und des Beschwerdeführers sowie den Entscheid der KESB vom 
28. März 2024 und die weiteren polizeilichen Erkenntnisse den dringenden Tatver-
dacht und begründete ihn wie folgt:
Der Beschuldigte bestreitet die beschriebenen Hauptvorwürfe. In Bezug auf den Vorwurf der Verge-
waltigung/der sexuellen Handlungen zielen die Aussagen des Beschuldigten im Wesentlichen auf die 
Glaubhaftigkeit der Anzeigerin bzw. dreht er den Sachverhalt um. So wirft er der Anzeigerin vor, dass 
sie im Rahmen ihrer Arbeitsstelle einen jungen Mann sexuell genötigt habe (Protokoll Einvernahme 
vom 02.05.2024, Rz. 689, 932 ff.,). Weiter bringt der Beschuldigte vor, dass nicht er seine Ehefrau 
sexuell genötigt habe, sondern dass dies umgekehrt der Fall war (ebd., Rz. 310, 322, 351, 374). Da-
bei fallen keine Aussagen, die authentisch und erlebt wirken würden, weshalb seine Aussagen nicht 
offensichtlich als glaubhafter erscheinen. Im Zusammenhang mit der häuslichen Gewalt gibt der Be-
schuldigte zu, dass es sein könne, dass er seine Ehefrau geschlagen habe (ebd., Rz. 596 f.). Weiter 
bleiben die Aussagen zum Vorwurf der häuslichen Gewalt oberflächlich und ausweichend, so verweist 
der Beschuldigte jeweils auf die erfolgreiche Ausbildung seiner Kinder (ebd., Rz. 632 f., Rz, 663 f.), 
wirft der Ehefrau ihr Verhalten vor (ebd., Rz. 636 f.). Auch in Bezug auf den angeblichen Vorfall mit 
der Videoaufnahme werden nur vage Äusserungen mit blossem Verweis auf die Kinder vorgebracht 
(ebd., Rz. 688, 695, 698.) bzw. weicht der Beschuldigte schlussendlich der Frage nur noch aus (ebd. 
Rz. 705 ff.). Zudem lässt sich ein ähnliches Aussageverhalten im Hinblick auf den Vorwurf der Dro-
hungen ersehen: Einerseits gibt der Beschuldigte zu, Drohungen ausgesprochen zu haben (ebd., Rz, 
158, 797), ohne im Verlauf der Einvernahme aber jemals konkret werden zu können. Es folgen auch 
immer gleich Gegenbeschuldigungen gegenüber der Ehefrau (ebd., Rz. 792) und der Familie (ebd., 
Rz. 801). Schlussendlich gibt der Beschuldigte zu, dass er Gewalt zum Nachteil seiner Tochter ange-
wendet habe, indem er ihr die flache Hand aufs Gesicht legte und eine Stossbewegung nach hinten 
machte (ebd., Rz. 920, 985 f.). Entsprechend hält das Zwangsmassnahmengericht fest, dass nach ei-
ner summarischen Prüfung die Aussagen des Beschuldigten nicht offensichtlich glaubhaft sind. Ge-
stützt auf die Aussagen des Opfers, den Entscheid der KESB vom 28.03.2024 und die weiteren poli-
zeilichen Erkenntnisse (insb. Fachstelle Opferschutz) liegen demnach derzeit hinreichend konkrete 
Hinweise dafür vor, dass sich der Beschuldigte sich der Vergewaltigung, mehrfachen qualifiziert ein-
fachen Körperverletzung, wiederholter Tätlichkeiten, evtl. Gefährdung des Lebens, mehrfache Dro-
hung und mehrfache Nötigung schuldig gemacht haben könnte. Dabei handelt es überwiegend um 
Verbrechen und Vergehen. Ein dringender Tatverdacht ist daher diesbezüglich zu bejahen.

6.4 Dem hält der Beschwerdeführer zusammengefasst entgegen, dass die Aussagen 
von D.________ nicht glaubhafter seien als seine eigenen Aussagen. Es gebe kei-
ne konkreten Anhaltspunkte, welche die Aussagen von D.________ stützten. Es 

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fänden sich zudem teilweise Widersprüche zwischen ihren Aussagen und ihrem 
Verhalten, was gegen die Glaubhaftigkeit spreche. Die Vorwürfe betreffend die se-
xuellen Übergriffe seien zudem übertrieben. Der Beschwerdeführer habe zu kei-
nem Zeitpunkt versucht zu leugnen, dass es in der Vergangenheit Probleme mit 
seiner Frau gegeben habe – insbesondere die zwei Seitensprünge – und er diese 
in seiner Einvernahme detailliert erläutert habe (Einvernahme des Beschwerdefüh-
rers vom 2. Mai 2024, Z. 188-190). Zum Vorwurf der Vergewaltigung habe er an-
gegeben, dass er mit seinem Arbeitspensum von 100% oft zu müde gewesen sei, 
um mit seiner Ehefrau Geschlechtsverkehr zu haben, was verständlich und glaub-
haft sei. Er habe dabei gedacht, dass er seine Frau nicht zufriedenstellen könne, 
weshalb er angenommen habe, dass sie sich einen anderen gesucht habe. Eine 
solche Aussage könne als authentisch und gelebt bezeichnet werden. In Bezug auf 
den Vorwurf der häuslichen Gewalt treffe es nicht zu, dass die Aussagen des Be-
schwerdeführers ausweichend und oberflächlich seien. Vielmehr habe er den 
Sachverhalt bestritten, was ihm nicht vorgeworfen werden dürfe. Es treffe ebenfalls 
nicht zu, wenn die Vorinstanz feststelle, dass er zugegeben habe, Drohungen aus-
gesprochen zu haben. Dies gehe nicht aus den Akten hervor. Weiter habe der Be-
schwerdeführer nicht nur mit Gegenanschuldigungen geantwortet, sondern seine 
Probleme mit D.________ erklärt.

6.5 Die Beschwerdekammer gelangt mit dem Zwangsmassnahmengericht und der 
Staatsanwaltschaft zum Schluss, dass derzeit genügend konkrete Verdachtsmo-
mente gegen den Beschwerdeführer vorliegen, um den dringenden Tatverdacht zu 
bejahen. Dies ergibt sich derzeit hauptsächlich aus den summarisch gewürdigten 
Aussagen von D.________, welche durch die eingereichten KESB-Unterlagen ge-
stützt werden und insgesamt glaubhafter erscheinen als jene des Beschwerdefüh-
rers. Es kann weitgehend auf die zutreffenden Ausführungen des Zwangsmass-
nahmengerichts (E.6.3 hiervor) und der Staatsanwaltschaft verwiesen werden. Was 
der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, verfängt nicht. Ergänzend kann Folgen-
des festgehalten werden: 

6.5.1 D.________ wurde am 17. April 2024 und am 1. Mai 2024 einvernommen. Für die 
detaillierten Aussagen kann auf die entsprechenden Einvernahmeprotokolle ver-
wiesen werden. Ihre anlässlich der beiden Einvernahmen gemachten Aussagen 
stimmen weitgehend überein und es finden sich keine bedeutenden Widersprüche. 
Insbesondere trifft es entgegen dem Beschwerdeführer nicht zu, dass sie den Vor-
wurf der Vergewaltigung erst in der zweiten Einvernahme erhoben hatte. So gab 
sie bereits bei der Einvernahme vom 17. April 2024 an, gegen ihren Willen Ge-
schlechtsverkehr mit dem Beschwerdeführer gehabt zu haben und sich nicht dage-
gen habe wehren können (Einvernahme D.________ vom 17. April 2024, Z. 565-
581). Nicht näher ausgeführt und daher auch nicht nachvollziehbar erscheint das 
Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach diese Vorwürfe übertrieben und daher 
nicht glaubhaft seien. Die Aussagen von D.________ wirken insgesamt frei erzählt, 
detailreich und erlebt. Offensichtliche Lügensignale sind keine zu erkennen.

6.5.2 Die Aussagen von D.________ und das von ihr beschriebene Verhalten des Be-
schwerdeführers werden zudem von den KESB-Unterlagen, welche die Staatsan-
waltschaft mit Stellungnahme vom 21. Mai 2024 eingereicht hat, weitgehend ge-

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stützt. Diesen kann entnommen werden, dass E.________ bereits im Oktober 2020 
mit ihrem Halbbruder bei der KESB erschienen war und angegeben hatte, vom Be-
schwerdeführer geohrfeigt worden zu sein, weshalb sie nicht zu diesem zurückge-
hen wolle (Aktennotiz KESB vom 26. Oktober 2020, Notizendetail, S. 4). Daraufhin 
machte der älteste Sohn des Beschwerdeführers, J.________, im November 2020 
nach einem Streit mit dem Beschwerdeführer eine Gefährdungsmeldung bei der 
Polizei. Er gab an, dass er sich um seine jüngeren Schwestern, E.________ und 
F.________, Sorgen mache. Im Mai 2021 meldete sich wiederum D.________ bei 
der KESB und gab an, dass auch sie sich Sorgen um ihre Töchter mache (Selbst-
meldung an die KESB von D.________ vom 4. Mai 2021). Im vertraulichen Ab-
klärungsbericht für die Kindesschutzbehörde vom 16. August 2021 wurde weiter 
festgehalten, dass E.________ angegeben habe, dass sie vor dem Beschwerde-
führer Angst habe. Sie gab an, dass ihre Verwandten väterlicherseits (Onkel, Cou-
sins, Grossvater) und der Beschwerdeführer aggressive Personen seien. Er habe 
ihre Mutter während der Ehe geschlagen, was sie und ihre Schwester mitbekom-
men hätten. Sie befürchte deshalb, dass er das auch mit ihnen machen könnte, 
würde sie sich ihm widersetzen. Behördliche Anordnungen beeindruckten ihn nicht. 
Sie sehe keine andere Möglichkeit als «das Spiel mitzuspielen bis sie und ihre 
Schwester volljährig sind». Weiter kann dem Bericht entnommen werden, dass der 
Beschwerdeführer im Rahmen der Abklärung spontan und ungefragt gegenüber 
der KESB äusserte, dass er weder seiner Ex-Frau noch seinen Kindern etwas an-
tue, da er sonst ins Gefängnis kommen würde (vertraulicher Abklärungsbericht vom 
16. August 2021. S. 4 und 5). Daraufhin wurde am 3. September 2021 eine Bei-
standschaft für E.________ und F.________ angeordnet (Entscheid der KESB vom 
3. September 2021). Mit Rechenschaftsbericht vom 8. Februar 2024 beantragte die 
Beiständin der Töchter, es sei das Aufenthaltsbestimmungsrecht des Beschwerde-
führers über E.________ und F.________ aufzuheben und die beiden an einem 
geeigneten Ort zu platzieren, wobei dem Vater der Aufenthaltsort nicht mitgeteilt 
werden solle. Als Begründung führte sie aus, dass sich die Situation der Töchter 
verschärft habe und mit dem Verhalten des Vaters neue Gefährdungssituationen 
hinzugekommen seien. Zudem tolerierten E.________ und F.________ das Ver-
halten des Vaters nicht mehr und wollten nicht mehr bei ihm leben. Insbesondere 
wird darin auch der von D.________ geschilderte Vorfall vom 13. Februar 2024 er-
wähnt, als E.________ vom Beschwerdeführer geschlagen und gewürgt worden 
sein soll (Rechenschaftsbericht vom 8. Februar 2024, S. 5; vgl. E-Mail der Beistän-
din an die KESB vom 16. Februar 2024). Einer weiteren E-Mail der Beiständin an 
die KESB vom 11. März 2024 kann entnommen werden, dass sich E.________ te-
lefonisch gemeldet habe, da sie befürchte, dass der Beschwerdeführer eine Waffe 
habe. Sie wisse, dass er eine besitze, da sie diese einmal gesehen habe. Sie wisse 
aber nicht, ob die Waffe in der Wohnung oder im Haus in P.________ (Land) sei. 
Ferner kann den E-Mails entnommen werden, dass auch die Aussage von 
D.________ in den Akten dokumentiert wurde, wonach ihre Schwägerin (Schwes-
ter des Beschwerdeführers) ihr mitgeteilt habe, dass der Beschwerdeführer ihr ge-
genüber gesagt haben solle, dass er sich das Leben nehmen wolle und vorher 
noch andere Personen zu Schaden kommen würden (E-Mail von K.________ an 
L.________ bzw. M.________ vom 2. April 2024). Mit Entscheid vom 12. März 

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2024 wurde dem Beschwerdeführer schliesslich das Aufenthaltsbestimmungsrecht 
über E.________ und F.________ vorsorglich entzogen. In diesem wird unter an-
derem festgehalten, dass E.________ und F.________ aus Angst, alle in Gefahr 
zu bringen, es ablehnten, bei ihrer Mutter zu wohnen. Weiter habe der Beschwer-
deführer sie durch Gewalt und Drohung dazu gezwungen, öffentlich zu äussern, die 
Mutter nicht sehen zu wollen (Entscheid des KESB vom 12. März 2024, E. 5). 

6.5.3 Die Erkenntnisse aus den eingereichten KESB-Unterlagen unterstützen weitge-
hend die Aussagen von D.________. Insbesondere untermauern sie das von 
D.________ beschriebene aggressive Verhalten gegenüber der Familie. Zudem 
erscheinen dadurch auch die Aussagen nachvollziehbar, wonach sich D.________ 
unter anderem erst dazu durchgerungen habe, Strafanzeige zu erstatten, nachdem 
sich ihre Kinder nicht mehr beim Beschwerdeführer befunden hätten, da dieser sie 
jeweils mit den Töchtern bedroht habe (Einvernahme von D.________ vom 1. Mai 
2024, Z.728 ff.). Wenn sie aus Angst um die Töchter dem Willen des Beschwerde-
führers nachgekommen sein sollte und sich mit der Obhutsregelung der gemein-
samen Kinder einverstanden erklärt hatte, kann ihr das auch nicht vorgeworfen 
werden. Anders als der Beschwerdeführer meint, ist darin kein Widerspruch zu er-
kennen. Zudem ist D.________ nicht anzulasten, dass sie sich bezüglich Schutz-
massnahmen nicht vorher an ihre Anwältin gewandt hatte, zumal sie direkt nach ih-
rer Rückkehr aus P.________(Land) im November 2020 mit der KESB Kontakt 
aufgenommen und sich in eine Schutzeinrichtung begeben hatte (Aktennotiz KESB 
vom 11. November 2020, Notizendetail, S.3). Nach dem Gesagten sind derzeit kei-
ne Hinweise ersichtlich, wonach an der Glaubhaftigkeit der Aussagen von 
D.________ offensichtlich gezweifelt werden müsste. 

6.5.4 Demgegenüber stehen die Aussagen des Beschwerdeführers. Zunächst ist der 
Vorinstanz beizupflichten, wenn sie festhält, dass der Beschwerdeführer die ihm 
vorgeworfenen Drohungen teilweise eingestanden hat bzw. nicht ausschliesst, 
Drohungen gegenüber D.________ ausgesprochen zu haben (Einvernahme des 
Beschwerdeführers vom 2. Mai 2024, Z. 180; 797). Es kann dem Beschwerdefüh-
rer insoweit nicht gefolgt werden, wenn er vorbringt, dass der Sachverhalt diesbe-
züglich unrichtig festgestellt worden sei. Im Weiteren werden die Tatvorwürfe vom 
Beschwerdeführer vollumfänglich bestritten.

Mit Verweis auf die Ausführungen des Zwangsmassnahmengerichts stellte dieses 
zu Recht fest, dass die Aussagen des Beschwerdeführers voller Gegenanschuldi-
gungen sind und er vorwiegend ausweichende Antworten gab (vgl. E.6.3 hiervor). 
Anders als der Beschwerdeführer meint, gelingt es ihm gerade nicht – auch nicht 
auf Nachfrage hin –, detaillierte Angaben zu gewissen Vorfällen zu geben, welche 
einfach zu erklären wären (vgl. Einvernahme des Beschwerdeführers vom 2. Mai 
2024, Z. 150 ff., 687 ff.). Ferner kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden, 
wenn er in seiner Beschwerde vorbringt, dass seine Aussage «verständlich und 
glaubhaft» sei, wonach er nicht mit D.________ gegen ihren Willen Geschlechts-
verkehr gehabt habe und er vielmehr den Geschlechtsverkehr habe ablehnen müs-
sen, weil er 100% arbeite und zu müde gewesen sei (Einvernahme des Beschwer-
deführers vom 2. Mai 2024, Z, 310 ff.). Es handelt sich dabei vermutungsweise 
eher um eine reine Schutzbehauptung. Zudem versucht er durchgehend, seine Be-

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ziehung mit seinen Töchtern zu beschönigen, obwohl ihm mit Entscheid vom 
28. März 2024 das Aufenthaltsbestimmungsrecht über E.________ und 
F.________ entzogen worden ist und ihm verboten wurde, diese aufzusuchen. Mit 
Blick auf die KESB-Unterlagen (E. 6.5.2 hiervor) erscheinen seine Aussagen, ins-
besondere bezüglich der Beziehung mit seinen Töchtern, wenig glaubhaft. Dass 
sich – wie die Staatsanwaltschaft im Haftanordnungsantrag festhält – das zumin-
dest dominante Verhalten des Beschwerdeführers gegenüber D.________ in sei-
nen Aussagen widerspiegelt, zeigt sich auch in seinen Aussagen gegenüber der 
KESB. So hielt die Beiständin der Töchter in einem Bericht fest, dass der Be-
schwerdeführer den Anschein mache, als ob er «nicht im jetzigen Jahrhundert le-
be» und seine Ehefrau «als sein Eigentum ansehe, über das er kommandiert und 
befiehlt» (vertraulicher Abklärungsbericht für die Kindeschutzbehörde vom 16. Au-
gust 2021, S. 6; Telefonnotiz KESB vom 30. Oktober 2020). Insgesamt erweckt der 
Beschwerdeführer so den Eindruck, dass er an einem traditionellen – und veralte-
ten – Frauenbild festhält, in welchem die Rolle der Frau hauptsächlich darin be-
steht, den Haushalt zu führen und sich um die Kinder zu kümmern (Einvernahme 
des Beschwerdeführers vom 2. Mai 2024, Z. 152 f.; Z.197; Z. 690 f.). Dadurch wer-
den die Aussagen von D.________ betreffend das Verhalten des Beschwerdefüh-
rers ihr gegenüber bestärkt. Schliesslich sind weder den Akten noch der Be-
schwerde allfällig entlastende Beweise zu entnehmen, welche die Aussagen des 
Beschwerdeführers zu stützen vermögen. Im Ergebnis erscheinen die Aussagen 
des Beschwerdeführers somit weniger glaubhaft als diejenigen von D.________. 

6.6 Nach dem Gesagten ist der dringende Tatverdacht hinsichtlich der mehrfachen 
Vergewaltigung, der mehrfachen qualifizierten einfachen Körperverletzung, der 
mehrfachen Drohung und mehrfachen Nötigung zum Nachteil von D.________ so-
wie der Gefährdung des Lebens zum Nachteil von E.________ derzeit zu bejahen.

7.

7.1 Neben dem dringenden Tatverdacht setzt die Untersuchungshaft einen besonderen 
Haftgrund namentlich im Sinn von Art. 221 Abs. 1 Bst. a-c StPO voraus. Das 
Zwangsmassnahmengericht stützt sich auf den Haftgrund der Kollusionsgefahr und 
begründet diesen wie folgt: 
Zunächst ist festzuhalten, dass in diesem Stadium der Untersuchung auch an die Begründung des 
besonderen Haftgrunds der Kollusionsgefahr noch keine überhöhten Anforderungen zu stellen sind. 
Wie bereits hiervor ausgeführt, handelt es sich vorliegend um eine klassische «Aussage-gegen-
Aussage»-Konstellation, weshalb den Aussagen der direktbeteiligten Personen voraussichtlich ent-
scheidende Bedeutung zukommen werden. Die noch vorzunehmenden Beweismassnahmen unterlie-
gen notorischerweise einer hohen Kollusionsanfälligkeit, was klar für die Annahme von Kollusionsge-
fahr spricht. Hier sei auch zu erwähnen, dass das durch die Staatsanwaltschaft bemerkte 
herrschsüchtige und übergriffige Verhalten zwar per se nicht strafrechtlich relevant ist, doch in die Be-
urteilung über die Einflussgefahr herangezogen werden muss. Durch das (Aussage-)Verhalten des 
Beschuldigten ergibt sich fast schon offensichtlich einen hierarchischen Anspruch des Beschuldigten 
gegenüber seiner Ehefrau und den Kindern. Auch wenn der Beschuldigte bis anhin die Massnahmen 
der KESB eingehalten habe, verändert sich die Interessenlage in Anbetracht eines Strafverfahrens 
doch erheblich. Es bestehen daher konkrete Anhaltspunkte dafür, dass sich die Ehefrau wie auch die 
Kinder durchaus durch den Beschuldigten beeinflussen lassen könnten. Aufgrund dieser Umstände ist 

10

(mindestens) bis zur parteiöffentlichen Befragung sämtlicher Beteiligter das Vorliegen von Kollusions-
gefahr zu bejahen. 

7.2 Der Beschwerdeführer bestreitet die Kollusionsgefahr. Er macht zusammengefasst 
geltend, dass die Vorinstanz keine konkreten Hinweise vorbringe, welche die Kollu-
sionsgefahr begründeten, sondern automatisch Kollusionsgefahr annehme. Nach 
der Rechtsprechung des Bundesgerichts sei eine «Aussage gegen Aussage»-
Konstellation irrelevant und kein konkretes Element, welches die Gefahr der Kollu-
sion zu begründen vermöge (Urteil des Bundesgerichts 1B_44/2008 vom 13. März 
2008, E.5.4.1). Der Haftgrund der Kollusionsgefahr sei anhand des Einzelfalles zu 
beurteilen und könne nicht einfach angenommen werden, wenn Beweise bekann-
termassen einer hohen Kollusionsgefahr unterlägen. Die Vorinstanz habe es unter-
lassen, eine vollständige und detaillierte Analyse der mit dem Beschwerdeführer 
verbundenen Kriterien vorzunehmen. 

7.3 Die Staatsanwaltschaft bringt in ihrer Stellungnahme vom 21. Mai 2024 vor, dass 
die delegierten Einvernahmen der Töchter (unter Gewährung der Teilnahmerechte 
der Parteivertreter) auf den 24. Mai 2024 angesetzt worden seien. Die parteiöffent-
liche Einvernahme von D.________ werde zeitnah nach Eingang ihres noch 
ausstehenden schriftlichen Berichts erfolgen (vgl. Schreiben der Staatsanwaltschaft 
vom 7. Mai 2024). Zudem seien die übrigen Kinder des Beschuldigten zu befragen. 
Bis zur Durchführung dieser Einvernahmen sei die Aufrechterhaltung der Untersu-
chungshaft aufgrund der Kollusionsgefahr erforderlich.

7.4 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung soll Untersuchungshaft wegen Kollu-
sionsgefahr verhindern, dass die beschuldigte Person die Freiheit dazu missbrau-
chen würde, die wahrheitsgetreue Abklärung des Sachverhalts zu vereiteln oder zu 
gefährden. Die theoretische Möglichkeit, dass die beschuldigte Person in Freiheit 
kolludieren könnte, genügt nicht, um die Fortsetzung der Haft unter diesem Titel zu 
rechtfertigen. Es müssen vielmehr konkrete Indizien für die Annahme von Verdun-
kelungsgefahr sprechen. Das Vorliegen des Haftgrunds ist nach Massgabe der 
Umstände des jeweiligen Einzelfalls zu prüfen. Konkrete Anhaltspunkte für Kollusi-
onsgefahr können sich namentlich ergeben aus dem bisherigen Verhalten der be-
schuldigten Person im Strafprozess, aus ihren persönlichen Merkmalen, aus ihrer 
Stellung und ihren Tatbeiträgen im Rahmen des untersuchten Sachverhalts sowie 
aus den persönlichen Beziehungen zwischen ihr und den sie belastenden Perso-
nen. Bei der Frage, ob im konkreten Fall eine massgebliche Beeinträchtigung des 
Strafverfahrens wegen Verdunkelung droht, ist auch der Art und Bedeutung der 
von Beeinflussung bedrohten Aussagen bzw. Beweismittel, der Schwere der unter-
suchten Straftaten sowie dem Stand des Verfahrens Rechnung zu tragen. Je weiter 
das Strafverfahren fortgeschritten ist und je präziser der Sachverhalt bereits abge-
klärt werden konnte, desto höhere Anforderungen sind an den Nachweis von Ver-
dunkelungsgefahr zu stellen. Besondere Berücksichtigung verdienen die persönli-
che Situation und eine allfällige besondere Schutzbedürftigkeit des mutmasslichen 
Opfers bzw. wichtiger Gewährspersonen (BGE 137 IV 122 E. 4.2 und 132 I 21 E. 
3.2 und 3.4, je mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 1B_558/2021 vom 3. No-
vember 2021 E. 3.2 und 1B_196/2021 vom 11. Mai 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen). 

7.5

11

7.5.1 Die Beschwerdekammer geht mit dem Zwangsmassnahmengericht und der 
Staatsanwaltschaft einig, dass im vorliegend frühen Verfahrensstadium genügend 
konkrete Indizien für die Annahme von Kollusionsgefahr bestehen, wobei keine all-
zu hohen Anforderungen an den Nachweis der Verdunkelungsgefahr zu stellen 
sind. Es kann auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid und 
der Stellungnahme der Staatsanwaltschaft verwiesen werden. Die Einwände des 
Beschwerdeführers vermögen die Schlussfolgerungen des Zwangsmassnahmen-
gerichts und der Staatsanwaltschaft nicht umzustossen. 

7.5.2 Zunächst ist festzuhalten, dass auch wenn die Staatsanwaltschaft die parteiöffentli-
chen Einvernahmen von E.________ und F.________ zwischenzeitlich auf den 24. 
Mai 2024 angesetzt hat, die Strafuntersuchung noch am Anfang steht. In Anbe-
tracht der Schwere der untersuchten Straftaten sowie des Umstands, dass der 
Sachverhalt noch nicht präzis abgeklärt werden konnte, erscheint es nach wie vor 
gerechtfertigt, die noch ausstehende parteiöffentliche Befragung von D.________ 
durchzuführen, ohne dass der Beschwerdeführer die Möglichkeit hat, ihre Aussa-
gen zu beeinflussen. Das Argument des Beschwerdeführers, wonach keine Beein-
flussung möglich sei, weil sich D.________ in einer Schutzeinrichtung befinde und 
nicht zur Arbeit gehe, überzeugt nicht, zumal eine Beeinflussung nicht nur über den 
persönlichen Kontakt erfolgen muss (vgl. 8.3.2 hiernach). So hat der Beschwerde-
führer – wie er selbst zugibt – bereits vor seiner Verhaftung versucht, D.________ 
mehrmals telefonisch zu erreichen, womit ihm die Kontaktaufnahme zu ihr insoweit 
durchaus möglich ist. Es kann ausserdem nicht sein, dass von D.________ zu er-
warten wäre, zur Bannung der Kollusionsgefahr ihre Arbeit weiterhin nicht aufzusu-
chen. Dies gilt auch gegenüber E.________ und F.________, welche sich bisher in 
einer dem Beschwerdeführer sogar bekannten Schutzeinrichtung befinden. Weiter 
plant die Staatsanwaltschaft die Befragungen der beiden erwachsenen Kinder des 
Beschwerdeführers, J.________ und N.________. Da diese mehrheitlich von 
D.________ grossgezogen worden und in der gemeinsamen Familienwohnung 
aufgewachsen sind und offenbar in die Vorfälle betreffend E.________ involviert 
waren, dürften ihre Aussagen ebenfalls kollusionsgefährdet sein. So machte 
J.________ im November 2020 eine Gefährdungsmeldung bei der Polizei, worauf-
hin N.________ E.________ und F.________ vorläufig bei sich aufgenommen hat-
te (Gefährdungsmeldung vom 6 November 2020). 

7.5.3 Die subjektive Bereitschaft des Beschwerdeführers zu Verdunkelungshandlungen 
ist ebenfalls zu bejahen. Wie die Vorinstanz ausführt, ergibt sich insbesondere aus 
dem (Aussage-)Verhalten des Beschwerdeführers, was für eine Macht er über sei-
ne Familie ausüben kann. Auch wenn er bestreitet, sich dominant und übergriffig zu 
verhalten sowie einen angeblich hierarchischen Anspruch gegenüber seiner Frau 
und seinen Kindern zu haben, geht auch die Beschwerdekammer anhand der vor-
liegenden Akten und Aussagen davon aus, dass er durchaus in der Lage ist, seine 
Familienmitglieder zu seinen Gunsten zu beeinflussen und massiv unter Druck zu 
setzen. Dass er sich bis anhin kooperativ verhalten und Zugang zu seinem Mobilte-
lefon gewährt hat, ändert daran nichts. Auch der Umstand, dass er sich strikt an die 
Massnahmen der KESB gehalten, obwohl er den Aufenthaltsort seiner Töchter ge-
kannt habe und daher nicht befürchtet werden müsse, dass er Kontakt mit seinen 
Töchtern aufnehmen werde, lässt die Kollusionsgefahr nicht entfallen. Die im lau-

12

fenden Strafverfahren gegen ihn erhobenen Vorwürfe wiegen schwer. Mit Blick auf 
die im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung zu erwartende Sanktion (vgl. Art. 190 
Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.0]: Freiheitsstrafe 
bis zu zehn Jahren; Art. 129 StGB: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren; StGB Art. 123 
Ziff. 2 StGB; Art. 180 Abs. 2 StGB und Art. 181 StGB: Freiheitsstrafe bis zu drei 
Jahren) und der zu erwartenden obligatorischen Landesverweisung muss daher 
von einem grossen bzw. gesteigerten Interesse des Beschwerdeführers an der Be-
einflussung der Opfer bzw. Drittpersonen ausgegangen werden. Zudem kann den 
Akten entnommen werden, dass er bereits früher E.________ und F.________ da-
zu gebracht haben soll, öffentlich zu äussern, dass sie ihre Mutter nicht sehen wol-
len. Aus Angst vor der Unberechenbarkeit des Vaters hätten sie es abgelehnt, öf-
fentlich kundzutun, dass dies nicht zutrifft und sie in Wahrheit ihre Mutter möglichst 
oft sehen wollten (vgl. Rechenschaftsbericht vom 8. Februar 2024, Punkt 4.1; Ent-
scheid der KESB vom 12. März 2024, E.I.2).  

7.6 Zusammengefasst ist derzeit von einem konkreten Risiko auszugehen, dass der 
Beschwerdeführer in Freiheit die Gelegenheit nutzen könnte, zu seinen Gunsten 
auf D.________ sowie seine Kinder einzuwirken. Der besondere Haftgrund der Kol-
lusionsgefahr wurde demzufolge vom Zwangsmassnahmengericht zu Recht bejaht. 
Ob auch die besonderen – von der Staatsanwaltschaft im Haftanordnungsantrag 
aufgeführten – Haftgründe der qualifizierten Wiederholungsgefahr, der Fluchtgefahr 
und der Ausführungsgefahr gegeben sind, kann angesichts dessen – gleichermas-
sen wie vom Zwangsmassnahmengericht gemacht – offenbleiben (vgl. etwa Urteile 
des Bundesgerichts 1B_540/2022 vom 17. November 2022 E. 4.5, 1B_522/2022 
vom 31. Oktober 2022 E. 4.6 und 1B_278/2022 vom 20. Juni 2022 E. 4.3).

8.

8.1 Die Haft muss schliesslich verhältnismässig sein. Nach Art. 212 Abs. 2 Bst. c StPO 
sind freiheitsentziehende Zwangsmassnahmen aufzuheben, sobald Ersatzmass-
nahmen nach Art. 237 StPO zum gleichen Ziel führen. Darüber hinaus hat eine in 
Haft gehaltene Person gemäss Art. 5 Ziff. 3 EMRK Anspruch darauf, innerhalb ei-
ner angemessenen Frist abgeurteilt oder während des Verfahrens aus der Haft ent-
lassen zu werden. Dass eine an sich rechtmässige Haft nicht übermässig lange 
dauern darf, ergibt sich aus dem Verfassungsrecht der persönlichen Freiheit. Eine 
übermässige Haft liegt dann vor, wenn die Haft die mutmassliche Dauer der zu er-
wartenden Strafe übersteigt (sog. Überhaft; BGE 139 IV 270 E. 3.1).

8.2 Der Beschwerdeführer wurde am 2. Mai 2024 festgenommen. Die Untersuchungs-
haft wurde für drei Monate, bis zum 1. August 2024, angeordnet. Ohne dem Sach-
gericht vorgreifen zu wollen, ist angesichts der Schwere der ihm vorgeworfenen 
Delikte mit einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von deutlich mehr als drei 
Monaten zu rechnen. Die Gefahr der Überhaft besteht somit nicht. 

8.3

8.3.1 Der Beschwerdeführer beantragt in seiner Beschwerde eventualiter die Anordnung 
von Ersatzmassnahmen. Er macht geltend, dass der Kollusionsgefahr mit einem 
Kontakt- und Annäherungsverbot betreffend D.________, E.________ und 

13

F.________ begegnet werden könne, zumal sie sich in entsprechenden Schutzein-
richtungen befänden und vom dortigen Personal genügend beschützt würden.

8.3.2 Zunächst ist daran zu erinnern, dass die Kollusionsgefahr nicht nur in Bezug auf 
D.________ und die beiden jüngeren Töchter, sondern auch auf seine beiden an-
deren Kinder, J.________ und N.________, besteht. Ein Kontakt- und Rayonverbot 
zu D.________ und den beiden jüngeren Töchtern allein wäre daher nicht geeig-
net, der Kollusionsgefahr ganzheitlich zu begegnen. Es besteht zudem die Gefahr, 
dass der Beschwerdeführer via Dritte oder durch elektronische Medien nach wie 
vor Kontakt aufnehme könnte und die Strafverfolgungsbehörden erst davon Kennt-
nis erhielten, wenn die Kontaktnahme und allfällige Kollisionshandlungen bereits 
erfolgt wären. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass sich D.________ und 
die Töchter in einer Schutzeinrichtung befinden. Hinzu kommt, dass dem Be-
schwerdeführer bekannt ist, in welcher Institution sich die Kinder aufhalten. Bei ei-
ner Freilassung und Verfügung von Ersatzmassnahmen müssten diese unter Um-
ständen wiederum verdeckt untergebracht werden, was eine enorme Belastung 
darstellen würde, zumal sie die Schule und Arbeitsstelle nicht mehr besuchen 
könnten. 

8.3.3 Andere Ersatzmassnahmen, mit denen die Kollusionsgefahr hinreichend gebannt 
werden könnte, werden weder vorgebracht noch sind solche ersichtlich.

8.4 Schliesslich kann auch die Dauer der Anordnung der Untersuchungshaft von drei 
Monaten mit Blick auf die von der Staatsanwaltschaft in Aussicht gestellten Ermitt-
lungshandlungen nicht beanstandet werden. So hat die Staatsanwaltschaft mit 
Schreiben vom 13. Mai 2024 die forensisch-psychiatrische Begutachtung des Be-
schuldigten in die Wege geleitet. Gemäss Stellungnahme der Staatsanwaltschaft 
soll das Vorabgutachten dabei innert zwei Monaten und das Vollgutachten innert 
vier Monaten ab Auftragserteilung vorliegen. Im Weiteren seien weitere Einver-
nahmen durchzuführen (parteiöffentliche Einvernahme von D.________ und der 
beiden Kinder des Beschwerdeführers) und der Beschwerdeführer mit den ent-
sprechenden Ergebnissen zu konfrontieren sowie die sichergestellten elektroni-
schen Geräte zu durchsuchen und auszuwerten. Demnach erweist sich die sub-
eventualiter beantragte Haftdauer von nur einem Monat hinsichtlich der anstehen-
den Ermittlungshandlungen eindeutig als zu kurz.

8.5 Die Anordnung der Untersuchungshaft ist somit auch unter dem Aspekt der Ver-
hältnismässigkeit rechtens.

9. Gestützt auf das Ausgeführte ist festzuhalten, dass sämtliche Haftvoraussetzungen 
erfüllt sind. Es ist somit nicht zu beanstanden, dass das Zwangsmassnahmenge-
richt Untersuchungshaft für die Dauer von drei Monaten, d.h. bis zum 1. Au-
gust 2024, angeordnet hat. Die hiergegen erhobene Beschwerde ist unbegründet 
und abzuweisen. 

10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens, 
bestimmt auf CHF 1'500.00, dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung für ihre Auf-
wendungen im Beschwerdeverfahren ist durch die Staatsanwaltschaft oder das ur-

14

teilende Gericht im Endentscheid festzusetzen (Art. 135 Abs. 2 StPO). 

15

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1'500.00, werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt. 

3. Die amtliche Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird am Ende des Verfah-
rens durch das urteilende Gericht festgesetzt. 

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwältin B.________

(per Einschreiben)
- Staatsanwalt C.________, Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland

(per Einschreiben)

Mitzuteilen:
- dem Regionalen Zwangsmassnahmengericht Berner Jura-Seeland, Gerichtspräsi-

dentin O.________ (mit den Akten – per Einschreiben)

Bern, 29. Mai 2024 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Ueltschi

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.