# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f65f4cde-9785-5e34-b2c8-7f73521df90b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 30.03.2021 IV 2019/157
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2019-157_2021-03-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/157

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 02.06.2022

Entscheiddatum: 30.03.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 30.03.2021
Beweiswürdigung hinsichtlich eines polydisziplinären (einschliesslich 
psychiatrischen) Gutachtens und eines späteren weiteren monodisziplinären 
psychiatrischen Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 30. März 2021, IV 2019/157).

Entscheid vom 30. März 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinen Karin Huber-Studerus (Vorsitz), Monika Gehrer-Hug und 

Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Geschäftsnr.

IV 2019/157

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

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Rente

Sachverhalt

A.

A.___ meldete sich am 13./14. September 2004 (IV-act. 1) erstmals zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte eine Rente (IV-act. 3). Sie sei 

1985 in die Schweiz gekommen und habe ___ Kinder, davon ___ minderjährige (das 

jüngste mit Jahrgang 19__). Sie sei von 1997 bis 1999 erwerbstätig gewesen und sei 

seither Hausfrau. Seit 1991 leide sie an Rücken- und Nervenproblemen (vgl. IV-act. 1). - 

Dr. med. B.___, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, gab am 12. November 2004 (IV-

act. 9-1 f.) an, er behandle die Versicherte seit 1987. Es bestünden bei ihr 

Spannungskopfschmerzen und chronische Lumbalgien bei Lumboischialgie links, 

beides seit den 80er Jahren. Ohne Auswirkungen auf ihre Arbeitsfähigkeit seien ein 

St. n. helicobacter-positiver erosiver Antrumgastritis (erfolgreiche Eradikation), eine 

Refluxoesophagitis Stadium 0-1, beides seit 1998, und eine depressive Entwicklung im 

Rahmen einer chronischen familiären Überlastung (schwerst ___,___ und ___ Ehemann; 

___ Kinder, die zahlreiche alltägliche und berufliche Probleme zu bewältigen hätten) seit 

den 80er Jahren. Die Arbeitsfähigkeit als Hausfrau sei nicht genau quantifizierbar. Die 

Plexus-choroideus-Zyste rechts könne als irrelevant bezeichnet werden und sei für die 

Spannungskopfschmerzen sicherlich nicht verantwortlich. Die 2003 

kernspintomographisch festgestellte Diskusprotrusion LWK 4/5 vermöge die diffusen 

und wandernden Rückenschmerzen nicht zu erklären. Dr. med. C.___, Facharzt FMH 

für Neurochirurgie, hatte am 27. Dezember 2002 (IV-act. 9-4) von einer 

Diskusprotrusion L4/5 (mit Vorschlag einer Facettengelenksinfiltration), die Klinik für 

Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen am 24. April 2003 (IV-act. 9-6 f.) von 

chronischen Lumbalgien bis Lumboischialgien links, und die Klinik für Neurologie am 

Kantonsspital St. Gallen am 20. Februar 2004 (IV-act. 9-10) u.a. von einem 

Hyperventilationssyndrom berichtet. - Dr. med. D.___, Spezialarzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, erklärte im IV-Arztbericht vom 27. November 2004 (IV-act. 11), es 

lägen eine Somatisierungsstörung und eine Diskusprotrusion L4/5 mit chronischem 

lumbospondylogenem Schmerzsyndrom vor. Die Versicherte sei seit Jahren zu 20 % 

arbeitsunfähig, nun als Hausfrau. Sie habe bis 1999 stundenweise in einem Restaurant 

gearbeitet und die Arbeit wegen der Kinder aufgeben müssen. In der Zeit, als ihr 

Ehemann sehr krank und betreuungsbedürftig gewesen sei, habe sie ihr jüngstes Kind 

geboren, was zu einer massiven psychischen und körperlichen Überforderung und 

wohl zur Somatisierung geführt habe. Sie habe viel Arbeit bewältigt und trotz 

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Beschwerden - chronische Rückenschmerzen und andere psychosomatische 

Störungen würden die Arbeitsfähigkeit negativ beeinflussen - ein grosses 

Leistungspensum erbracht und den Haushalt fast ganz allein gemacht. In letzter Zeit 

helfe ihr dort die älteste Tochter. An eine Wiedereingliederung ins Erwerbsleben sei 

nicht zu denken. - Nach einer Abklärung an Ort und Stelle vom 2. Mai 2005 (IV-act. 18) 

wurde berichtet, die Versicherte habe dabei erklärt, sie wäre ohne Gesundheitsschaden 

voll als Hausfrau tätig. Die IV-Abklärungsperson erhob anhand der Angaben der 

Versicherten und unter Annahme einer Mithilfe von zwei Töchtern von je 30 bis 

45 Minuten pro Tag eine Einschränkung von 21.92 %. Einschränkungen bestünden vor 

allem bei rückenbelastenden Tätigkeiten wie Staubsaugen, Boden Aufnehmen, Bügeln, 

Kochen und Reinigen in der Küche. - Mit Verfügung vom 4. August 2005 (IV-act. 20) 

wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Gesuch um 

eine Rente wegen im Betätigungsvergleich unter 40 % liegenden Invaliditätsgrads ab.

B.  

Am 15./17. Oktober 2014 (IV-act. 22) meldete sich die Versicherte erneut bei der 

Invalidenversicherung an. Sie sei seit 1999 voll arbeitsunfähig (vgl. IV-act. 22-3) bzw. 

seit 2004 krank (vgl. IV-act. 22-5). Von Februar bis April 2014 habe sie versucht, zu 

20 % erwerbstätig zu sein. - Auf Aufforderung hin reichte die Versicherte Arztberichte 

ein. Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Innere Medizin, hatte am 3. Mai 2012 (IV-

act. 27-1) erklärt, es bestünden Kopfschmerzen vom Mischtyp (episodischer 

Spannungskopfschmerz, Migräne, Analgetika-induzierter Kopfschmerz) und eine 

chronische Lumboischialgie links. Allein die Kopfschmerzsymptomatik verunmögliche, 

dass die Versicherte einer planbaren und konstanten Tätigkeit nachgehe. Die 

chronischen LWS-Schmerzen reduzierten die körperliche Leistungsfähigkeit erheblich. 

Beide Leiden gingen in die 80er bzw. 90er Jahre zurück. Die Arbeitsunfähigkeit sei 

schwer quantifizierbar, die Frage sei aber wohl rein theoretisch, da kaum eine 

Arbeitsstelle gefunden werden dürfte. Möglich wäre allenfalls eine Tätigkeit, in welcher 

die Versicherte selbst Dauer und Intensität des Arbeitseinsatzes bestimmen könnte. - 

Dr. D.___ hatte am 10. Mai 2012 (IV-act. 27-2 f.) als Diagnosen eine rezidivierende 

depressive Störung leichten bis mittelschweren Grades, eine Episode einer schweren 

depressiven Störung Ende letzten und Anfang des aktuellen Jahres, zurzeit in 

Remission, und eine Somatisierungsstörung bezeichnet. Die Versicherte sei in ihrer 

psychosozialen Situation überfordert und habe wenig Ressourcen, um den alltäglichen 

B.a. 

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Anforderungen zu genügen. Sie sei auf die Hilfe der Familienangehörigen angewiesen. 

Den Grad der Arbeitsunfähigkeit bei der gegebenen chronischen psychischen 

Verfassung mit deutlicher Verminderung der Arbeitsleistung schätze er auf 50 bis 60 %. 

Eine Fortsetzung der psychiatrischen Behandlung sei unabdingbar. - Dr. med. F.___, 

Innere Medizin und Rheumatologie FMH, hatte in seinem Bericht vom 27. Juni 2014 

(IV-act. 27-4 ff.) als Diagnosen angegeben ein chronisches Panvertebralsyndrom mit 

Schmerzgeneralisierung, eine Tendovaginitis stenosans I rechts, Spreizfüsse und 

Hallux valgus bds., eine chronische Cephalea, Nikotinabusus, arterielle Hypertonie, 

Dyslipidämie und eine psychosoziale Problematik. Die Tendovaginitis stenosans könnte 

mit Steroiden infiltriert werden, was vorderhand aber nicht gewünscht werde. Auf eine 

entzündlich-rheumatische Erkrankung habe es keine Hinweise gegeben. Zweifellos 

habe aber die psychosoziale Situation einen Einfluss auf das Beschwerdebild und die 

Beschwerdepräsentation bei der Untersuchung. Die Versicherte sei seit ___ 201_ vom 

Ehemann getrennt. D__ 1_-jährige [Kind] sei in letzter Zeit wahrscheinlich depressiv 

gewesen. - Ein am 1. ___ 201_ geschlossener Arbeitsvertrag über eine 

Haushalthilfetätigkeit in einem Privathaushalt für einen halben Tag pro Woche (vgl. IV-

act. 29-1) war der Versicherten am 28. ___ 201_ (IV-act. 29-2) per sofort gekündigt 

worden.

Am 17. November 2014 (IV-act. 34) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle 

des Kantons St. Gallen der Versicherten mit, berufliche Massnahmen seien nicht 

angezeigt.

B.b. 

Am 16. März 2015 (IV-act. 43) unterzeichnete die Versicherte einen ausgefüllten 

Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt. Sie sei aus 

gesundheitlichen Gründen nicht erwerbstätig. Ohne Behinderung würde sie zurzeit 

keine Erwerbstätigkeit ausüben. Die Einschränkungen im Haushalt bestünden seit 

2004. Sie erhalte täglich Unterstützung von ihren Kindern.

B.c. 

Dr. med. G.___, Fachärztin für FMH Neurologie, hatte in einem Schreiben über 

eine konsiliarische Beurteilung vom 18. November 2014 (IV-act. 46) einen Vd. a. ein 

Restless-Legs-Syndrom (RLS) diagnostiziert, ausserdem ein leichtgradiges 

sensomotorisches Karpaltunnelsyndrom rechts, ein leichtgradiges, rein sensibles 

Karpaltunnelsyndrom links und einen wahrscheinlich essenziellen Tremor. Klinisch sei 

B.d. 

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der Eindruck einer Tendenz zur generalisierten Fibromyalgie entstanden. Behandelbare 

Ursachen der vermuteten Leiden (Eisenmangel, Schilddrüsenfunktionsstörung, 

metabolische Ursachen) seien auszuschliessen. Dr. E.___ gab im IV-Arztbericht vom 

1. April 2015 (IV-act. 51) an, es liege bei der Versicherten ein psycho-physischer 

Erschöpfungszustand (Burn-out-Symptomatik) vor. Ohne Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit seien eine Fibromyalgie und eine arterielle Hypertonie. Die Versicherte 

sei seit 1. Mai 2014 voll arbeitsunfähig.

Dr. D.___ gab in seinem IV-Arztbericht vom 22. Mai 2015 (IV-act. 54) bekannt, es 

liege seit Jahren eine rezidivierende depressive Störung mittelschweren, aktuell 

schweren Grades mit Remissionsintervallen vor. Er behandle die Versicherte seit 

September 2002. Seit seinem Bericht vom Mai 2012 habe sich ihr Zustand stark 

verschlechtert. Die Versicherte sei dauernd depressiv, wozu u.a. schlechte Verhältnisse 

beitrügen. Ein psychisch kranke_ [Kind] mache Probleme und weigere sich, in die 

Schule zu gehen, weshalb die Behörden interveniert hätten. Die Versicherte sei seit 

Anfang 2014 zu 50 % arbeitsunfähig. Gegenwärtig und für längere Zeit sei eine Arbeit 

unmöglich. - Am 26. Juni 2015 (IV-act. 66) beantwortete der Arzt ergänzende Fragen 

(IV-act. 58) und legte dar, die Versicherte bekomme zurzeit seit dem 11. März 2014 

Venlafaxin 75 mg (2x + Kaps) sowie Saroten ret. 50 mg (1x). Darunter sei sie etwas 

ruhiger geworden. Das habe ihr ermöglicht, sich mit den vielen familiären Problemen 

(Krankheit sowie ___ ___ Verhalten des Ehemannes und eines minderjährigen [Kindes], 

der eine klinische Behandlung benötigt habe) auseinanderzusetzen. Aus dieser 

Situation hätten eine schwere Überforderung und schliesslich eine Depression 

resultiert. Eine stationäre Behandlung der Versicherten habe er in Erwägung gezogen, 

doch sei eine solche wegen der familiären Situation nicht durchführbar. Die Versicherte 

schätze die psychotherapeutischen Sprechstunden; die Compliance sei sehr gut. Die 

Medikamentendosen seien nicht hoch, aber wirksam gewesen. Bezüglich deren 

Einnahme habe die Versicherte glaubwürdig geschienen. - Der Regionale Ärztliche 

Dienst (RAD) der Invalidenversicherung erklärte am 21. Juli 2015 (IV-act. 67), im 

Vergleich zu 2004 neu seien die Diagnosen einer Depression, eines CTS und eines 

RLS, die mutmasslich funktionell Auswirkungen auch auf die Haushaltsarbeitsfähigkeit 

hätten.

B.e. 

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In einem radiologischen Bericht vom 14. Oktober 2015 (IV-act. 71) wurde 

angegeben, es bestehe eine mögliche Irritation der linken C5-Nervenwurzel bzw. der 

rechten C6-Nervenwurzel bei jeweils kleinen Diskushernien.

B.f. 

Am 21. Oktober 2015 (IV-act. 73) erfolgte eine weitere Abklärung an Ort und Stelle. 

Die Versicherte habe angegeben, d__ [Kind] sei in die Klinik H.___, im Jahr 2013 in den 

I.___ und ausserdem ins J.___ eingewiesen worden. Man habe ihr die Obhut entziehen 

wollen. Ihr [Kind] habe Suizid begehen wollen. __ habe nun einen Beistand. Am __. ___ 

2015 habe sie als Mitfahrerin in einem Bus, dessen Chauffeur stark habe bremsen 

müssen, ein Schleudertrauma erlitten. Seither hätten die Schmerzen zugenommen. 

Ohne gesundheitliche Beeinträchtigung würde sie zu 20 bis 50 % einem Erwerb 

nachgehen, weil das sie von ihren Problemen ablenken würde. Es gebe Tage, an denen 

sie im Haushalt nichts erledigen könne, dann sei es ihr wieder möglich, für eine Stunde 

im Haushalt mitzuhelfen. Der Sohn und die Tochter unterstützten sie in der 

Haushalttätigkeit. Die IV-Abklärungsperson berichtete, es seien nur noch drei Personen 

im Haushalt. Es fielen pro Tag 4.16 Stunden Arbeit an. Es werde eine Einschränkung 

von 80 % (Arbeitsfähigkeit für eine Stunde machte 75 % aus; das sei nicht immer 

möglich) angenommen, unter Berücksichtigung einer Mithilfe von Sohn und Tochter 

von zusammen zwei Stunden bzw. abgerundet 50 % resultiere eine Einschränkung von 

30 %. Diese werde auf die Differenz zwischen (dem Mittelwert von 20 und 50 % für die 

Erwerbstätigkeit von somit) 35 % und 100 %, somit auf 65 % Haushalttätigkeit 

bezogen, was einen Teilinvaliditätsgrad von 19.5 % ergebe. Die Einschränkung im 

Erwerbsteil wurde nicht bezeichnet.

B.g. 

Dr. E.___ berichtete am 4. Dezember 2015 (IV-act. 75), es sei neu eine koronare 

Eingefässerkrankung mit seriell schweren RIVA-Stenosen [Ramus interventricularis 

anterior-Stenosen] diagnostiziert worden und es habe eine erfolgreiche PCI [perkutane 

koronare Intervention] mit Einlage von zwei Stents stattgefunden. Es bestehe eine 

chronische Stressbelastung und sei eine Verschlechterung eingetreten. Eine 

Arbeitsfähigkeit sei nach wie vor nicht gegeben. - Dr. med. K.___, Facharzt für Innere 

Medizin und Kardiologie, hatte am 10. November 2015 (IV-act. 78) vom V.a. eine 

koronare Herzkrankheit und von kardiovaskulären Risikofaktoren berichtet, Dr. med. 

L.___, Facharzt für Neurochirurgie, am 12. November 2015 (IV-act. 76) von einer 

Fibromyalgie (polytope Schmerzsymptomatik), einer mässigen bis deutlichen 

B.h. 

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Bandscheibendegeneration C4/5 und C5/6 (ohne Bedrängung nervaler Strukturen) und 

einer flachen linkskonvexen Skoliose thoracolumbal. Eine medikamentöse Therapie der 

Fibromyalgie wäre empfehlenswert, doch müsste die Versicherte davon noch 

überzeugt werden. In einem Austrittsbericht der Klinik für Kardiologie am Kantonsspital 

St. Gallen vom 3. Dezember 2015 (IV-act. 77-1 ff.) war die Erstdiagnose einer 

koronaren Eingefässerkrankung gestellt worden. Die Versicherte habe am 2. Dezember 

2015 in gutem Allgemeinzustand entlassen werden können (Eintritt 30. November 

2015). - Der RAD hielt am 4. Januar 2016 (IV-act. 79) dafür, aus den bekannten 

Gesundheitsschäden könne gesamthaft keine dauerhafte und erhebliche Minderung 

des Leistungsvermögens in Haushalt und Erwerb abgeleitet werden.

Mit Vorbescheid vom 5. Januar 2016 (IV-act. 82) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten eine Abweisung ihres 

Rentenanspruchs (kein Invaliditätsgrad) in Aussicht.

B.i. 

Die Geschäfts- und regionale Fachstelle der Procap wandte am 5. Februar 2016 

(IV-act. 86) für die Versicherte ein, die Invalidität sei nochmals zu prüfen und nach der 

Methode für Vollerwerbstätige zu berechnen. Die Restarbeitsfähigkeit der Versicherten 

sei noch nicht abschliessend geklärt. Sie leide seit Jahren an einer rezidivierenden 

depressiven Störung mittelschweren bis schweren Ausmasses und stehe ebenfalls seit 

Jahren in adäquater psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Die Erkrankung 

sei sicherlich chronifiziert. Im Mai 2015 sei sie gemäss dem Psychiater wieder schwer 

ausgeprägt gewesen. Der RAD-Arzt habe sich jedoch im Januar 2016 vor allem auf die 

Aussage des Hausarztes fokussiert. Bezüglich der kardialen Beschwerden, die wieder 

zugenommen hätten, stehe die Versicherte zurzeit in weiteren Abklärungen bei 

Dr. K.___. Seit der Trennung vom Ehemann im ___ 201_ müsste und würde die 

Versicherte als Gesunde als Hilfsarbeiterin im Niedriglohnsegment zu 100 % 

erwerbstätig sein (sie würde diesfalls keine Karriere als Sozialhilfebezügerin anstreben). 

Das habe sie längst bewiesen, habe sie doch ___ Kinder mehrheitlich selbst 

grossgezogen und sich daneben noch um den kranken Ehemann gekümmert. Zurzeit 

lebten nur noch d__ erwachsene selbständige [Kind] und d__ jüngste [Kind] bei ihr. Sie 

sei bei der Abklärung gefragt worden, wieviel sie an der letzten Arbeitsstelle gearbeitet 

hätte. Bei jener Tätigkeit als Hausangestellte in einem privaten Haushalt sei sie schon 

längst gesundheitsbedingt eingeschränkt gewesen. Selbst wenn sie nach der Trennung 

B.j. 

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allenfalls nur zu 80 % einer Tätigkeit nachgegangen wäre, um sich um d__ ebenfalls 

gesundheitlich beeinträchtigt__ [Kind] kümmern zu können, hätte sie das Pensum 

spätestens mit der Aufnahme von beruflichen IV-Massnahmen für dies__ auf 100 % 

gesteigert, denn die anderen Kinder unterstützten sie bei der Betreuung des [Kindes].

Dr. K.___ teilte in einem IV-Arztbericht vom 29. März 2016 (IV-act. 90) mit, bei der 

Versicherten liege eine koronare Herzkrankheit vor. Sie sei wegen der Diskrepanz 

zwischen Beschwerden und objektiven Befunden nochmals ans Kantonsspital 

St. Gallen gewiesen worden. Er (der Arzt) könne die Beschwerden nicht reproduzieren. 

Sie seien deutlich psychisch überlagert. Die Versicherte habe extreme Angst vor einem 

drohenden Infarkt bei positiver Familienanamnese. Eine Arbeitsunfähigkeit bestehe 

nicht (der Beruf sei nicht bekannt); eine Tätigkeit sollte möglich sein.

B.k. 

Am 13. Oktober 2016 (IV-act. 100) erstattete das Zentrum für Interdisziplinäre 

Medizinische Begutachtungen AG (ZIMB) sein interdisziplinäres Gutachten. Bei der 

Versicherten liege als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen 

Symptomen, vor. Aus rein somatischer Sicht sei sie in der Arbeitsfähigkeit nicht 

eingeschränkt (vgl. IV-act. 100-60 und IV-act. 100-63). Es hätten sich diesbezüglich 

wenig pathologische Befunde objektivieren lassen (vgl. IV-act. 100-62). Psychiatrisch 

gesehen seien aber die diagnostischen Kriterien einer schweren Episode einer 

rezidivierenden depressiven Störung mit psychotischen Symptomen erfüllt (vgl. IV-

act. 100-63). Deswegen sei die Versicherte für eine ausserhäusliche Tätigkeit zurzeit 

voll arbeitsunfähig. Die am 12. November 2015 (bzw. 21. Oktober/13. November 2015) 

ermittelte Einschränkung von 30 % im Haushaltsbereich sei plausibel (vgl. IV-

act. 100-63). Aufgrund ihrer Beschwerden habe die Versicherte Schwierigkeiten, den 

Haushalt zu führen und sei in der Freizeitgestaltung erheblich beeinträchtigt. Ihr ganzer 

Tag bestehe daraus, entweder im Bett zu liegen und an die Wand zu starren oder auf 

der Couch zu liegen (vgl. IV-act. 100-68). Sie behaupte, der Zustand bestehe seit mehr 

als zehn Jahren. Sie sei nicht krankheitsbedingt unfähig zu Therapieadhärenz. Aus 

psychiatrischer Sicht sei sie seit Mai 2015 nicht mehr arbeitsfähig (vgl. IV-act. 100-68). 

Sie habe nie Selbsteingliederungsbemühungen getätigt (vgl. IV-act. 100-67). 

Anhaltspunkte für eine bewusstseinsnahe Aggravation oder Simulation von 

Beschwerden hätten sich nicht gefunden (vgl. IV-act. 100-63). Es seien Diskrepanzen 

B.l. 

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zwischen dem Ausmass der subjektiven Beschwerden und den zu objektivierenden 

somatischen Befunden zu beobachten gewesen, bei der kardiologischen Untersuchung 

zudem eindeutige Hinweise auf eine Selbstlimitierung. Die spirometrischen Parameter 

hätten auf eine fehlende Motivation, sich auszubelasten, hingewiesen. Der Abbruch sei 

wegen Angabe von müden und schmerzhaften Beinen, weniger wegen Dyspnoe, 

vorzeitig erfolgt. Bei der Kontrolle bei Dr. K.___ vom 13. Juni 2016 habe die Versicherte 

ausserdem auffälligerweise mehr als das Doppelte von dem bei der aktuellen 

Begutachtung Gezeigten geleistet (vgl. IV-act. 100-67 f.; nämlich dort 85 Watt). Die 

Kooperationsbereitschaft der Versicherten bei der Therapie müsse angezweifelt 

werden; sie habe sich bisher geweigert, sich stationär psychiatrisch behandeln zu 

lassen. Ausserdem hätten die gemessenen Medikamentenspiegel für Amitriptylin bzw. 

Nortriptylin deutlich unter der Nachweisgrenze gelegen, was für eine schlechte 

Compliance sprechen könnte. Ferner rauche die Versicherte trotz nachgewiesener 

koronarer Herzkrankheit und entsprechender Aufklärung über die von andauerndem 

Nikotinkonsum ausgehende Gefahr immer noch täglich zehn Zigaretten (vgl. IV-

act. 100-66). Zu empfehlen sei als Schadenminderungsmassnahme dringend eine 

Intensivierung der (gegenwärtig völlig insuffizienten) psychiatrischen Therapie, unter 

Umständen im stationären Setting, mit Ausbau der antidepressiven Medikation - mit 

Kontrolle der Plasmaspiegel - und psychiatrischer Reevaluation in einem Jahr (vgl. IV-

act. 100-66 f.).

Mit Schreiben vom 3. März 2017 an die Procap (IV-act. 108) forderte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die Versicherte unter Androhung einer Kürzung 

oder Verweigerung von Leistungen im Unterlassungsfall dazu auf, sich bis spätestens 

31. August 2017 in eine psychiatrische Klinik zu begeben. - Die Procap teilte am 

28. April 2017 (IV-act. 109) mit, die Versicherte sei durch den Hausarzt zu einem 

teilstationären Aufenthalt in der Tagesklinik eines Psychiatrischen Zentrums 

angemeldet worden. Eine stationäre Massnahme in der Klinik M.___ sei im Jahr 2016 

von der Krankenkasse abgelehnt worden. - Am 10. November 2016 (Fremd-act. 3) 

hatte die Krankenversicherung Dr. E.___ geschrieben, ihr Vertrauensarzt habe die 

Informationen zur Belastungssituation der Familie der Versicherten aufgrund von 

kardiovaskulären Erkrankungen zur Kenntnis genommen, stütze sich bei der 

Beurteilung des Wiedererwägungsgesuchs betreffend einen stationären Aufenthalt in 

B.m. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/33

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der Klinik M.___ aber in erster Linie auf die medizinischen Angaben über die 

Versicherte. Die Massnahmen zur Anpassung deren Lifestyles (z.B. Physiotherapie, 

Psychotherapie, Raucherentwöhnung, Gewichtsreduktion) könnten im ambulanten 

Rahmen erfolgen. - Am 7. September 2017 (IV-act. 117) reichte die Procap den 

Austrittsbericht der Psychiatrischen Tagesklinik vom 21. August 2017 (IV-act. 118; über 

den Aufenthalt der Versicherten vom 3. bis 18. Juli 2017) ein. Dr. med. N.___, Facharzt 

für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, habe darin dringendst eine vollstationäre 

Therapie empfohlen, worauf sich die Versicherte nicht habe einlassen können. Mit der 

Empfehlung der neu behandelnden Psychiaterin Dr. med. O.___, in die Klinik M.___ 

einzutreten, sei die Versicherte einverstanden. - Dr. N.___ hatte in dem Bericht eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig depressive Episode mit 

somatischem Syndrom, und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung 

diagnostiziert. Die tägliche Anreise sei mit sehr viel Aufwand verbunden gewesen, so 

dass die Versicherte jeweils in erschöpftem Zustand erschienen und nicht in der Lage 

gewesen sei, am regulären Therapieprogramm teilzunehmen. Sie habe die meiste Zeit 

im Ruheraum verbracht. Da die Sinnhaftigkeit der teilstationären Therapie, an welcher 

die Versicherte wegen des Schweregrads depressiver Symptome zurzeit nicht 

teilnehmen könne, in Frage zu stellen sei, werde dringendst eine vollstationäre Therapie 

empfohlen. - Am 22. Dezember 2017 (IV-act. 127) reichte die Procap einen 

Kurzaustrittsbericht der Klinik M.___ vom 13. Dezember 2017 (IV-act. 128) ein. Darin 

war über den (stationären) Aufenthalt der Versicherten vom 15. November bis 

12. Dezember 2017 berichtet worden. Es lägen eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, 

eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, eine 

koronare 1-Gefässerkrankung, chronische Spannungskopfschmerzen, eine 

Verspannung der Rückenmuskulatur, eine chronische Dyspepsie, eine Reizblase mit 

Urge-Inkontinenz, ein leichtgradiges sensomotorisches Karpaltunnelsyndrom rechts 

und ein Hallux valgus bds. vor. Die Versicherte sei in klinisch gutem Zustand nach 

Hause entlassen worden. Sie habe affektstabil gewirkt und sich von Suizidalität 

distanziert. Bis zum 26. Dezember 2017 sei sie noch voll arbeitsunfähig (vgl. auch 

Austrittsbericht vom 17. Januar 2018, IV-act. 130).

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Dr. O.___ berichtete im IV-Arztbericht vom 14. März 2018 (IV-act. 131) von den 

Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, ggw. mittelgradige Episode, 

einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und 

chronischen Spannungskopfschmerzen. Die Intensivierung der psychiatrischen 

Therapie habe keine Resultate erbracht. Eine weitere Besserung sei nicht zu erwarten. 

Die Versicherte sei seit 19. Juli 2017 (Aufnahme Behandlung) voll arbeitsunfähig. - 

Dr. med. P.___, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, teilte Dr. E.___ am 1. Mai 2018 (IV-

act. 137) mit, beim klinischen Untersuch der Versicherten seien eine Einschränkung der 

Hüftrotation links und eine Einschränkung der HWS-Rotation beidseits aufgefallen. Die 

HWS-Rotation habe sofort normalisiert werden können. Ein Beckenübersichtsbild habe 

eine beginnende Coxarthrose links gezeigt. Dysfunktionen seien zwar vorhanden, 

würden bei der generalisierten Schmerzhaftigkeit aber nur einen kleineren Teil des 

Krankheitsbildes ausmachen. Das Vollbild einer Fibromyalgie finde sich nicht. Nach 

seiner Behandlung habe die Versicherte an zwei bis drei Tagen eine leichte Besserung 

gehabt, "um" schnell wieder ins alte Muster zurückzufallen. - In einem radiologischen 

Bericht vom 7. März 2018 (IV-act. 138) war u.a. von rechtsbetonten 

Facettengelenksarthrosen polysegmental und initialen Osteochondrosen, allerdings 

ohne signifikante Höhenminderung der interponierten Bandscheibenfächer, berichtet 

worden. 

B.n. 

Am 12. Oktober 2018 (IV-act. 150) erstattete für das ZIMB ___ Dr. med. Q.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, das in Auftrag gegebene psychiatrische 

Gutachten. Eine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit liege 

bei der Versicherten nicht vor. Eine (rezidivierende) depressive Störung, gegenwärtig 

remittiert, und die Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen 

beeinflussten die Arbeitsfähigkeit nicht. Bei der vorangegangenen psychiatrischen 

Begutachtung sei eine schwere depressive Episode festgestellt worden. In Anbetracht 

der erheblichen Aggravation bei der aktuellen Begutachtung sei das nicht ganz 

nachvollziehbar; eine eingehende Klärung der Frage, ob die Beschwerden tatsächlich 

im angegebenen Ausmass vorgelegen hätten, sei damals offenbar noch nicht 

durchgeführt worden.

B.o. 

Mit Vorbescheid vom 3. Dezember 2018 stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-

Stelle des Kantons St. Gallen der Procap eine Abweisung des Rentengesuchs der 

B.p. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/33

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Versicherten vom Oktober 2014 in Aussicht. Eine Invalidität liege bei dieser nicht vor, 

da im Erwerb wie im Haushalt volle Arbeitsfähigkeit bestehe. - Die Procap wandte am 

18. Februar 2019 (IV-act. 160) ein, die Invalidität sei nochmals zu prüfen. Die 

Versicherte wolle das Gutachten noch mit ihrer behandelnden Ärztin besprechen. Am 

15. Februar 2019 (IV-act. 162) reichte sie für die Versicherte ergänzend die 

Stellungnahme von Dr. O.___ vom 5. Februar 2019 (IV-act. 162-2 ff.) zum Gutachten 

und ausserdem weitere medizinische Berichte zu somatischen Erkrankungen ein. Diese 

seien durch den RAD zu prüfen und allenfalls sei die Stellungnahme von Dr. O.___ dem 

Gutachter zuzustellen. - Dr. O.___ hatte der Rechtsvertretung der Versicherten 

gegenüber dargelegt, im Gutachten werde dieser vorgeworfen, sie habe sich keinen 

intensiven psychotherapeutischen Behandlungen unterzogen. Sie sei aber in der Klinik 

M.___ gewesen. Weder dort noch in den Angaben der Tagesklinik sei von einer 

Verweigerung durch die Versicherte berichtet worden; vielmehr sei diese zur 

Beteiligung wegen der Schmerzen und der Erschöpfung nicht in der Lage gewesen. Sie 

(die Ärztin) frage sich, wie der Gutachter zum Schluss gekommen sei, dass die 

betreffenden Symptome zwar geschildert worden seien, aber nicht hätten 

nachvollzogen werden können. Die Nachvollziehbarkeit sei nämlich irrelevant, 

massgeblich sei eine Objektivierung. Sei ein objektiver Befund nicht möglich, seien 

Tests durchzuführen, was der Gutachter nicht getan zu haben scheine. Der 

gutachterliche Fokus sei vorwiegend auf allfällige Aggravations- und 

Simulationszeichen gerichtet gewesen und es entstehe der Eindruck, dass bei der 

kurzen Dauer der Untersuchung (von 12.55 bis 14.20 Uhr mit Pause) auf wichtige 

Themen nicht eingegangen worden sei, nämlich auf die Sorgen und einschneidenden 

Erlebnisse der Versicherten. Sie (Dr. O.___) erlebe etwa den Nervenzusammenbruch 

nach dem Suizidversuch des [Kindes] als für die Versicherte einschneidend, weil sie 

darüber mit authentischen Begleitgefühlen wie ausgeprägter Angst und Traurigkeit 

berichte. Der Gutachter sei auf die chronischen Kopfschmerzen nicht eingegangen, 

deren Grund die Versicherte in ihren schwierigen Verhältnissen sehe 

(Familienanamnese, Kinder- und Jugendzeit, Ehe mit seit __ Jahren eine Rente 

beziehendem Mann). Die Summe aus Venlafaxin und O-Desmethylvenlafaxin liege mit 

171 ng/ml im Normbereich. Sie (die Ärztin) habe die Dosis wegen der bei kardialen 

Vorerkrankungen gebotenen Vorsicht nicht erhöht. Die Diagnose einer chronischen 

Schmerzstörung habe der Gutachter zwar als nachvollziehbar beschrieben, aber nicht 

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gestellt. Die Ausprägung der psychisch bedingten Beschwerden der Versicherten habe 

sich im Lauf des Schmerzchronifizierungsprozesses verstärkt. Es bestehe eine 

Intensivierungs- und Ausweitungstendenz durch die ständige Interaktion (dieser 

psychisch bedingen Beschwerden) mit den körperlichen und psychosozialen 

Belastungsfaktoren. Durch die Schmerzen habe sich die Versicherte schon übermässig 

Massnahmen auferlegt, was zu einer Dekonditionierung und einem Verlust der 

Fähigkeiten geführt habe. Die Kriterien der Diagnose "chronische Schmerzen mit 

somatischen und psychischen Anteilen" seien erfüllt. Würden aber - wie gemäss dem 

Gutachter - bei der Versicherten weder eine Depression noch eine chronische 

Schmerzstörung vorliegen, frage sich, weshalb die Therapieoptionen geändert werden 

sollten. Zu ihrem (der Psychiaterin) Bericht vom 14. März 2018 habe der Gutachter im 

Übrigen nicht Stellung genommen. - Des Weiteren war in einem beigelegten Bericht 

des Instituts für Pathologie am Kantonsspital St. Gallen vom 29. August 2018 (IV-

act. 162-23) von einer akuten Appendizitis mit Periappendizitis (keine Malignität) der 

Versicherten berichtet worden. In einem Austrittsbericht der Klinik für Allgemein-, 

Viszeral- Endokrin- und Transplantationschirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 

11. September 2018 (IV-act. 162-20 ff.) waren nebst der akuten Appendizitis die 

koronare Eingefässerkrankung, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, eine 

rezidivierende depressive Störung, eine Reizblase mit Urge-Inkontinenz und eine 

Fibromyalgie angegeben worden, in den Berichten der Klinik für Endokrinologie, 

Diabetologie, Osteologie und Stoffwechselerkrankungen am Kantonsspital St. Gallen 

vom 1. Oktober 2018 (IV-act. 162-14 ff.) und vom 29. Januar 2019 (IV-act. 162-6 ff.) 

ausserdem ein Verdacht auf eine familiäre Hypercholesterinämie. Dr. K.___ hatte am 

26. November 2018 (IV-act. 162-11 ff.) berichtet, aktuell bestehe kein Hinweis auf eine 

Belastungskoronarinsuffizienz bis 84 Watt und die links- und rechtsventrikuläre 

Funktion sei erhalten (LVEF 53 %). Die Belastbarkeit sei im Vergleich zu Dezember 

2017 gleich geblieben. Es persistierten atypische Thoraxbeschwerden. Bei den 

extrakardialen Vorerkrankungen erwähnte er u.a. eine Belastungs-Harninkontinenz 

(TVT-Band 12/16), eine Knieverletzung links, die OP eines Karpaltunnelsyndroms links 

sowie eine entsprechende Infiltration rechts, sowie eine Appendektomie 2018.

Der RAD hielt am 11. März 2019 (IV-act. 163) dafür, bekannt geworden seien nun 

noch die im August 2018 durchgemachte akute Blinddarmentzündung, eine 

B.q. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/33

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medikamentös schwierig einstellbare Fettstoffwechselstörung und atypische 

Thoraxbeschwerden der Versicherten. Die ergometrische Belastbarkeit von Ende 2018 

sei mit jener von Ende 2017 vergleichbar. Es könne im Grossen und Ganzen von einem 

bezüglich der Arbeitsfähigkeit gleichgebliebenen Gesundheitszustand ausgegangen 

werden. Die Stellungnahme der Behandlerin sei dem Gutachter vorzulegen.

Der Gutachter der Psychiatrie ___ Dr. Q.___ hielt in seiner Entgegnung vom 

11. April 2019 (IV-act. 165) auf die Stellungnahme von Dr. O.___ nach 

Auseinandersetzung mit den Einwänden an seiner gutachterlichen Einschätzung fest. 

Die Versicherte sei in klinisch gutem Zustand aus der Klinik M.___ entlassen worden. 

Ob die Psychiatrische Tagesklinik den beschriebenen erschöpften Zustand der 

Versicherten objektiv wahrgenommen habe oder das in erster Linie deren eigene 

Erklärung gewesen sei, sei fraglich. Angesichts des sehr kurzen Wegs (wesentlich 

kürzer als jener zur Behandlerin) sei der hohe Anreiseaufwand nicht erklärbar. Die 

Versicherte habe ausserdem diverse ärztlich empfohlene therapeutische Massnahmen 

nicht oder nur zögerlich wahrgenommen und sich erst nach Auflage in stationäre 

Behandlung begeben. Eine depressive Störung habe nicht diagnostiziert werden 

können, weil entsprechende Symptome zwar geschildert bzw. demonstriert worden 

seien, aber nicht authentisch gewesen seien. Es müsse davon ausgegangen werden, 

dass hieran auch Tests nichts geändert hätten. Diese könnten eine Depression nicht 

objektiv nachweisen und seien kein objektives Messinstrument, sondern vor allem für 

die Verlaufskontrolle von Interesse. Die Authentizitätsprüfung dürfe nicht an einem 

einzelnen Kriterium festgemacht werden, sondern es sei eine Zusammenschau 

erforderlich, die sich auf mehrere Informationsquellen und Erhebungsmethoden stütze. 

Es werde nicht in Abrede gestellt, dass bei der Versicherten einige sogenannte Life-

events vorlägen, die grundsätzlich dazu geeignet seien, eine Depression auszulösen. 

Für eine Diagnose komme es aber nicht darauf an, ob und wie viele und wie schwere 

Stressoren vorlägen, sondern diagnostisch werde zwischen depressiven Episoden und 

rezidivierenden depressiven Störungen sowie dem jeweiligen Schweregrad der Störung 

differenziert. Die Untersuchungszeit sei des Weiteren ausreichend gewesen. Mit dem 

Hinweis auf die Problematik der Höherdosierung von Venlafaxin habe die behandelnde 

Psychiaterin nicht unrecht, die Risiken seien jedoch wesentlich geringer als jene von 

Saroten (Amitriptylin), das bis Oktober 2016 verordnet worden sei. Es sei für ihn aber 

B.r. 

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C.

Gegen diese Verfügung richtet sich die am 6. Juni 2019 (IV-act. 169) bei der 

Beschwerdegegnerin erhobene und von dieser am 12. Juni 2019 (IV-act. 170) 

zuständigkeitshalber dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen überwiesene 

Beschwerde. Die Beschwerdeführerin erklärt, die bisherigen Abklärungen würden ihren 

Gesundheitszustand in keiner Art und Weise richtig wiedergeben. Körperlich gesehen 

sei sie durch ihre koronare Herzerkrankung sicherlich eingeschränkt. Trotz ihres noch 

nicht fortgeschrittenen Alters sei bereits eine Intervention mit Dilatation der wichtigsten 

grossen Arterie nötig gewesen. Viele ihrer Geschwister hätten einen Herzinfarkt erlitten 

oder seien gar daran verstorben. Nach Einschätzung von Dr. E.___ könne sie zudem 

wegen eines psycho-physischen Erschöpfungszustands keine konstante planbare 

Arbeit leisten. Möglicherweise habe ihre Selbstbeherrschung bei den (sc. wohl 

begutachtenden) Ärzten den Eindruck erweckt, es gehe ihr gut. Sie ersuche daher 

dringend um eine Neubeurteilung. - In der Beschwerdeschrift vom 13. Juni 2019 

(act. G 2) bringt die Beschwerdeführerin weiter vor, es sei nicht nachvollziehbar, 

weshalb die Beschwerdegegnerin ihr nicht einmal eine befristete Rente gewähre, habe 

doch bei der MEDAS-Begutachtung vom Juni 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % 

aus psychiatrischen Gründen bestanden. Obwohl sie seither alles für eine 

Verbesserung Nötige unternommen habe und seit Jahren in engmaschiger 

psychiatrisch/psychotherapeutischer - auch stationärer - Behandlung stehe, sei eine 

solche nicht eingetreten. Daher sei ihr nicht verständlich, weshalb auf das Gutachten 

vom Oktober 2018 und nicht auf die Einschätzung ihrer behandelnden Psychiaterin 

abgestellt werde. Des Weiteren sei sie mit der vorgenommenen Qualifikation 

(Aufteilung in zwei Anteile von 65 % und 35 %) nicht einverstanden. Wäre sie gesund, 

so würde und müsste sie einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachgehen, zumal sie als 

ungelernte Arbeitnehmerin Tätigkeiten im Hilfsarbeitssektor ausüben müsste. Es sei ihr 

ohnehin nicht verständlich, weshalb Venlafaxin weiter verordnet werde, da die 

Versicherte erkläre, davon nicht zu profitieren. Was damit gemeint sei, dass sich die 

Versicherte schon übermässig Massnahmen auferlegt habe, sei nicht ersichtlich. Es 

habe viele Hinweise auf deutlich geringeren als den geschilderten Leidensdruck 

gegeben. Das Schreiben von Dr. O.___ sei im Gutachten gewürdigt worden.  

Mit Verfügung vom 17. Mai 2019 (IV-act. 167) wies die Sozialversicherungsanstalt/

IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Rentengesuch der Versicherten wie angekündigt 

ab. Auf das psychiatrische Gutachten könne abgestellt werden. Eine Verschlechterung 

des somatischen Gesundheitszustands sei nicht anzunehmen.

B.s. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/33

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zudem die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und sie sei von der Pflicht zur 

Leistung eines Kostenvorschusses zu befreien. 

D.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. August 2019 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Somatische Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit seien im Gutachten vom Oktober 2016 nicht festgestellt worden. Die 

im Einwandverfahren geltend gemachten Einschränkungen bedeuteten gemäss der 

RAD-Stellungnahme vom 11. März 2019 keine dauernde bzw. keine relevante 

Verschlechterung des Gesundheitszustands, weshalb auf weitere Abklärungen in 

somatischer Hinsicht verzichtet werden könne. Gemäss dem Gutachten vom Oktober 

2018 sei von einer Aggravation, wenn nicht sogar teilweise von Simulation auszugehen. 

Damit falle gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts eine versicherte 

Gesundheitsschädigung ausser Betracht. Ein Anspruch auf eine befristete Rente 

entfalle wegen der festgestellten Aggravation der Beschwerdeführerin ebenfalls. Aus 

dem Gutachten vom Oktober 2016 könne auch deshalb keine Erwerbsunfähigkeit 

abgeleitet werden, weil der Gesundheitszustand instabil gewesen sei. Denn eine solche 

setze nach Art. 7 Abs. 1 ATSG einen nach zumutbarer Behandlung verbleibenden 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt voraus. Die 

Qualifikation als Teilerwerbstätige spiele, da keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

für Erwerb und Haushalt vorliege, keine Rolle. Es sei aber bei der Statusfrage zu Recht 

auf die Aussagen der Beschwerdeführerin der ersten Stunde abgestellt worden, 

wonach sie einer Erwerbstätigkeit von 20 bis 50 % nachginge.

E.

Am 27. August 2019 ist dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege 

(Befreiung von den Gerichtskosten) entsprochen worden.

F.

Mit Replik vom 20. September 2019 legt die Beschwerdeführerin dar, die 

Beschwerdegegnerin unterstelle ihr, dass sie ihre psychischen Beschwerden 

verdeutliche und sich ungenügend behandeln lasse. Sie stehe aber bereits seit 2004 in 

fachärztlicher psychiatrischer Behandlung und nehme auch immer die verordneten 

Medikamente ein, leider ohne dass sich dadurch die Erkrankung wesentlich verbessert 

hätte. Sie gehe von einer Chronifizierung aus. Die Unterstellung sei für sie ein Hohn. 

Der Sachverständige habe sich, wie die sie seit immerhin 2017 behandelnde Ärztin 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/33

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Dr. O.___ in ihrer Stellungnahme vom 5. Februar 2019 erwähnt habe, in seinem 

Gutachten zu deren Bericht nicht geäussert. So wie er ihr (der Beschwerdeführerin) 

etwas unterstelle, so könnte sie ihm unterstellen, ein Gutachten zugunsten der 

Invalidenversicherung erstellt und keine objektive, unabhängige Beurteilung 

vorgenommen zu haben.

G.

Die Beschwerdegegnerin hat am 23. Oktober 2019 auf die Erstattung einer Duplik 

verzichtet.

Erwägungen

1.

Im Streit liegt die Verfügung vom 17. Mai 2019, mit welcher die Beschwerdegegnerin 

das Rentengesuch der Beschwerdeführerin vom Oktober 2014 abgewiesen hat. Die 

Beschwerdeführerin beantragt eine Neubeurteilung ihres Anspruchs. Angesichts der 

Geltendmachung einer vollen Arbeitsunfähigkeit ist anzunehmen, es würden 

sinngemäss einzig Rentenleistungen beantragt. Ergäbe sich jedoch, dass ohne 

Eingliederungsmassnahmen ein solcher Anspruch in Frage stünde, so gehörte zum 

Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Beschwerdegegnerin den 

Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der 

Beschwerdeführerin zu Massnahmen ausreichend in Anspruch genommen habe.

2.  

3.

Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.1. 

Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich 

die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 

Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG, vgl. auch BGE 102 V 165).

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/33

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Der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin wurden im 

Rahmen der Neuanmeldung vom Oktober 2014 im Juni 2016 durch das ZIMB 

polydisziplinär (somatisch und psychiatrisch) begutachtet. Der psychiatrische Aspekt 

(dazu vgl. unten E. 5 ff.) wurde später im Juli 2018 nochmals gutachterlich exploriert.

4.  

Was zunächst den somatischen Gesundheitszustand als solchen betrifft, ergab 

sich Folgendes:

4.1. 

Bei der polydisziplinären Begutachtung zeigte sich diesbezüglich gemäss dem 

ZIMB-Gutachten vom 13. Oktober 2016 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin. Festgestellt wurden allerdings (erstens) eine koronare 

Eingefässerkrankung mit/bei Status nach zweimaliger PCA einer seriellen RIVA-

Stenose Mitte und distal mit Implantation von zwei medikamentenbeschichteten Stents 

in Kissing Balloon Technik zum ersten Diagonalast am 01.12.2015, umschriebener 

kleiner reversibler Ischämie inferior apikal in der Stress-Kardio-MRI-Untersuchung vom 

09.03.2016, normaler linksventrikulärer Funktion in der Echokardiographie vom 

24.08.2016 (EF 60 bis 65 %), fehlender Motivation, sich spirometrisch suffizient 

auszubelasten, und kardiovaskulären Risikofaktoren (positive Familienanamnese, 

arterielle Hypertonie, Hyperlipidämie, Nikotinabusus, Prä-Diabetes), (zweitens) 

chronische Spannungstypkopfschmerzen, (drittens) eine asymptomatische zystische 

Veränderung des Plexus choroideus auf Höhe des Hinterhorns des rechten 

Seitenventrikels mit geringer Liquorzirkulationsstörung, (viertens) eine chronische 

Dyspepsie (verkürzt wiedergegeben), (fünftens) eine Reizblase mit Urge-Inkontinenz, 

(sechstens) ein chronisches multilokuläres Schmerzsyndrom ohne anatomisches 

Korrelat, (siebtens) ein leichtgradiges sensomotorisches Karpaltunnelsyndrom rechts 

und (siebtens) ein Hallux valgus beidseits.

4.2. 

Im Einzelnen hat sich anlässlich der allgemein-internistischen Begutachtung bei 

der Untersuchung des Bewegungsapparats ein unauffälliges spontanes 

Bewegungsmuster gezeigt, bei der klinischen Untersuchung jedoch eine deutliche 

Selbstlimitierung (Sperren und massive Abwehr bei Beweglichkeitsprüfung; alle 

Waddell-Zeichen positiv, diffuse vertebrale und paravertebrale Druckdolenzen ohne 

palpablen Muskelhartspann; FBA 40 cm bei aber problemlosem Langsitz auf der 

Untersuchungsliege; Angabe massiver Schmerzen bei Schulterbeweglichkeitsprüfung 

bei passiv freier Beweglichkeit; keine Atrophie an oberen und unteren Extremitäten; vgl. 

IV-act. 100-37). Bei der neurologischen Untersuchung stellte der Gutachter der 

Allgemeinen Inneren Medizin einen intermittierenden Ruhetremor der Hände fest (vgl. 

4.2.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/33

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IV-act. 100-37). Das Ruhe-EKG war unauffällig, ohne Hinweise auf eine Hypertrophie 

oder Ischämie gewesen (vgl. IV-act. 100-38). Eine kleine Lungenfunktionsprüfung ergab 

eine normale Lungenfunktion ohne Anhaltspunkte für eine obstruktive oder restriktive 

Ventilationsstörung (vgl. IV-act. 100-38). Die Werte des Medikamentenspiegels für 

Amitriptylin und für Nortriptylin (sowie die Summe beider Werte) lagen unter der 

Nachweisgrenze, diejenigen für Venlafaxin und für O-Desmethylvenlafaxin lagen bei 

60 und bei 122, die Summe also bei 182 µg/l, und damit innerhalb des angegebenen 

therapeutischen Bereichs von 100 bis 400. 

Bei der kardiologischen Begutachtung wurde festgestellt, die 

Beschwerdeführerin habe bei der Spiro-Ergometrie lediglich 32 % des Solls geleistet. 

Die spirometrischen Parameter/Kriterien einer suffizienten Ausbelastung hätten klar auf 

eine fehlende Motivation hingedeutet; die anaerobe Schwelle sei keinesfalls erreicht 

worden. Die Befunde seien kongruent zu den Vorbefunden aus den Jahren 2015 bis 

2016 und würden keine andauernde Arbeitsunfähigkeit begründen. Eine relevante 

kardiale Ischämie werde - trotz fehlender Ausbelastung - aufgrund der anamnestischen 

Angaben als wenig wahrscheinlich erachtet (vgl. IV-act. 100-39). Eine Arbeitsfähigkeit 

liege für Arbeit bis zu einer mittelschweren bzw. wechselnd leichten bis mittelschweren 

Belastung vor, schwere körperliche Belastung dagegen sei für die Beschwerdeführerin 

aufgrund der Dekonditionierung ungeeignet.

4.2.2. 

Bei der rheumatologischen Begutachtung konnten im Bereich der Wirbelsäule 

und der Gelenke keine funktionellen Einschränkungen und Störungen festgestellt 

werden. Die Beschwerdeführerin habe zwar beim Untersuch der 

Wirbelsäulenbeweglichkeit gegengespannt, doch hätten spondylogene oder radikuläre 

Zeichen gefehlt. Die Schmerzen (an Gesamtwirbelsäule und oberen und unteren 

Extremitäten) seien dem multilokulären Schmerzsyndrom zuzuordnen. Ein entzündlich-

rheumatisches Geschehen, insbesondere eine Kollagenose oder eine Myopathie, seien 

ausgeschlossen (vgl. IV-act. 100-42 f.). Zur neurologischen Untersuchung hielt der 

Gutachter der Rheumatologie fest, das Reflexbild an oberen und unteren Extremitäten 

sei seitengleich und prompt gewesen, Defizite der Motorik hätte nicht ausgemacht 

werden können. Bei der Prüfung der Sensibilität habe sich eine inkonstante 

Hyposensibilität des rechten Unterschenkels gezeigt (vgl. IV-act. 100-42).

4.2.3. 

Das Ergebnis einer vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in wechselnd 

leicht bis mittelschwer belastenden, alters- und habitusentsprechenden Tätigkeiten 

(vgl. IV-act. 100-57 ff.) unter somatischen Gesichtspunkten ist damit auf entsprechende 

Untersuchungen gestützt. Wie sich dem Gutachten vom 13. Oktober 2016 entnehmen 

4.2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/33

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lässt, sind anlässlich der interdisziplinären Begutachtung auch die Vorakten zur 

Kenntnis genommen worden (vgl. IV-act. 100-2 bis 24). Die Gutachter befassten sich 

mit dem Verlauf (vgl. IV-act. 100-26 bis 31), erfragten die Anamnese, dabei namentlich 

auch die geklagten Beschwerden (vgl. IV-act. 100-31 ff., 100-34 f.), und sie erhoben die 

jeweiligen Befunde. Das erwähnte Ergebnis zur somatisch betrachteten Arbeitsfähigkeit 

ist begründet und erscheint stichhaltig.

Nach der Begutachtung vom Juni 2016 fand im November/Dezember 2017 noch 

ein stationärer Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der Klinik M.___ statt. Die dort 

genannten somatischen Diagnosen erweisen sich insofern als bekannt, als sie bereits 

bei der Begutachtung festgestellt und gewürdigt worden waren. - Ein 

Beckenübersichtsbild zeigte nach Angaben von Dr. P.___ vom 1. Mai 2018 des 

Weiteren eine beginnende Coxarthrose links. Der Arzt erwähnte allerdings, 

Dysfunktionen seien zwar vorhanden, doch würden sie bei der generalisierten 

Schmerzhaftigkeit nur einen kleineren Teil des Krankheitsbildes ausmachen. - Im 

August 2018 machte die Beschwerdeführerin nach der Aktenlage eine akute 

Appendizitis mit Periappendizitis durch; es erfolgte eine laparoskopische 

Appendektomie (vgl. IV-act. 162-21). Die Klinik für Endokrinologie, Diabetologie, 

Osteologie und Stoffwechselerkrankungen am Kantonsspital St. Gallen äusserte in 

Berichten vom 1. Oktober 2018 und vom 29. Januar 2019 einen Verdacht auf eine 

familiäre Hypercholesterinämie. - Dr. K.___ berichtete am 26. November 2018, aktuell 

bestehe kein Hinweis auf eine Belastungskoronarinsuffizienz bis 84 Watt und die links- 

und rechtsventrikuläre Funktion sei erhalten. Klinisch hätten keine Zeichen kardio-

respiratorischer Insuffizienz vorgelegen; es handle sich um ein gutes 

postinterventionelles Langzeitergebnis. Er erwähnte unklare Thoraxbeschwerden. - 

Diese medizinische Sachlage erachtete der RAD am 11. März 2019 als bezüglich der 

Arbeitsfähigkeit im Grossen und Ganzen unveränderten Zustand. Dieser Beurteilung 

kann gefolgt werden; sie erscheint überwiegend wahrscheinlich. - Angemerkt werden 

kann, dass daneben eine Knieverletzung links erwähnt worden und dass bekannt 

geworden ist, dass die Belastungs-Harninkontinenz (durch ein TVT-Band 12/16) und 

das Karpaltunnelsyndrom beidseits (links durch OP, rechts durch Infiltration) behandelt 

worden sind (vgl. die entsprechenden Angaben von Dr. K.___ zu extrakardialen 

Vorerkrankungen).

4.3. 

Die Beschwerdeführerin erwähnt in ihrer Beschwerde zum somatischen Aspekt 

namentlich ihre koronare Herzerkrankung als - sc. stärker als beurteilt - einschränkend 

und risikoreich. Ihr diesbezüglicher gesundheitlicher Zustand ist indessen abgeklärt 

und der Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ist ausreichend berücksichtigt worden (wobei 

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/33

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5.  

nach der Aktenlage keine relevante Veränderung seit Juni 2016 anzunehmen ist), so 

dass sich diesbezüglich kein Grund zur Beanstandung ergibt.

In Bezug auf den psychiatrischen Gesundheitszustand und die betreffende 

Arbeitsfähigkeit ist zunächst festzuhalten, dass sämtliche psychischen Erkrankungen 

nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) 

grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem jeweiligen Beweisbedarf) einem strukturierten 

Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Die funktionellen Folgen der 

Gesundheitsschädigung sind danach qualitativ zu erfassen und quantitativ 

einzuschätzen. Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind in der 

Regel diverse Standardindikatoren beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert 

werden, nämlich einerseits in der Kategorie des funktionellen Schweregrads und 

anderseits in jener der Konsistenz. Zum funktionellen Schweregrad sind die Komplexe 

"Gesundheitsschädigung" (mit den Aspekten der Ausprägung der diagnoserelevanten 

Befunde, des Behandlungs- und Eingliederungserfolgs oder der entsprechenden 

Resistenz und der Komorbiditäten), "Persönlichkeit" (mit Persönlichkeitsdiagnostik und 

persönlichen Ressourcen) und "Sozialer Kontext" zu berücksichtigen. In der Kategorie 

der Konsistenz geht es um Gesichtspunkte des Verhaltens, namentlich um eine 

gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren 

Lebensbereichen und um behandlungs- und eingliederungsanamnestisch 

ausgewiesenen Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.1.3). Soweit die festgestellte 

Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht oder 

unter dem Einfluss der Folgen der Erzielung eines sekundären Krankheitsgewinns steht 

(der rechtlich grundsätzlich unbeachtlich zu bleiben hat, vgl. BGE 130 V 352), liegt nach 

der Rechtsprechung regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor. 

Hinweise darauf ergeben sich (im Zusammenhang mit einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung entwickelt) namentlich, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen 

den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese 

besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage 

bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; 

demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; 

schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld 

jedoch weitgehend intakt ist (BGE 141 V 281 E. 2.2).

5.1. 

Die funktionellen Folgen von Gesundheitsschädigungen werden auch mit Blick auf 

psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren abgeschätzt, welche den 

Wirkungsgrad der Folgen einer Gesundheitsschädigung beeinflussen. Soweit diese 

5.2. 

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6.  

Belastungsfaktoren direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, bleiben sie ausser 

Acht. Hingegen können sie mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie zu 

einer ausgewiesenen Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit als solcher mit 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt haben, wenn sie also einen 

verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner 

- unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Folgen 

verschlimmern (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 20. Januar 2020, 8C_559/2019 E. 3.2). 

Eine durch belastende Lebensumstände begründete fachärztliche Diagnose genügt 

nach der Rechtsprechung für einen Leistungsanspruch für sich allein noch nicht, 

sondern es ist eine krankheitswertige, d.h. von den reaktiven, invaliditätsfremden 

Geschehen bei psychosozialen Belastungsfaktoren abgrenzbare psychische Störung 

vorausgesetzt, die sich auf die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person auswirkt (vgl. 

Bundesgerichtsurteil vom 22. August 2018, 9C_262/2018 E. 4.2.1). Es ist also eine 

Abgrenzung zu reaktivem, invaliditätsfremdem Geschehen aufgrund von 

psychosozialen Belastungen erforderlich (so bezüglich depressiver Leiden BGE 

143 V 409 E. 4.5.2).

Beim strukturierten Beweisverfahren geht es um die Frage, ob die funktionellen 

Auswirkungen medizinisch im Licht der normativen Vorgaben widerspruchsfrei und 

schlüssig mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Der 

Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte 

Arbeitsunfähigkeit ist nur dann erbracht, wenn die Prüfung der massgeblichen 

Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild 

für eine Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) zeigt (vgl. BGE 145 V 361 

E. 3.2.2). Ärztlicherseits ist substanziiert darzulegen, aus welchen medizinisch-

psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen 

und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu 

schmälern vermögen (vgl. BGE 145 V 361 E. 4.3). Es ist Aufgabe des medizinischen 

Sachverständigen, gegebenenfalls (beispielsweise) nachvollziehbar aufzuzeigen, 

weshalb trotz leichter bis mittelschwerer Depression und an sich guter Therapierbarkeit 

der Störung im Einzelfall funktionelle Leistungseinschränkungen resultieren, die sich auf 

die Arbeitsfähigkeit auswirken (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2).

5.3. 

Anlässlich der polydisziplinären Begutachtung vom Juni 2016 gab die 

Beschwerdeführerin dem Gutachter der Psychiatrie an, sie könne sich zurzeit nicht 

mehr konzentrieren und könne maximal zwei Stunden schlafen. Teilweise werde an der 

Tür gerüttelt und ihr Name gerufen. Morgens brauche sie zwei bis drei Stunden, um 

6.1. 

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aufstehen zu können (vgl. IV-act. 100-46), bzw. drei bis vier Stunden, bis sie sich 

bewegen könne (vgl. IV-act. 100-47). Sie wache auf und ihr ganzer Körper zittere (vgl. 

IV-act. 100-46). Morgens sei es so schlimm, dass sie zittere und nicht einmal eine 

Kaffeetasse halten könne. Sie stehe dann auf und mache sich parat. Mittags esse sie 

teilweise, meist auch nicht. Sie könne nicht einmal mehr staubsaugen und auch nicht 

Kochen. Die Wäsche könne sie noch teilweise sortieren, einkaufen noch einfache 

Sachen wie Brot und Milch; das andere nicht. Manchmal, teilweise einmal in der 

Woche, gehe sie in ein Café (vgl. IV-act. 100-47). Der ganze Tag bestehe aus innerer 

Unruhe, sie grüble den ganzen Tag lang nur immer (vgl. IV-act. 100-46). Ihr ganzer Tag 

bestehe daraus, entweder im Bett zu liegen und an die Wand zu starren oder auf der 

Couch zu liegen (vgl. IV-act. 100-47).

Der Gutachter der Psychiatrie erhob den psychopathologischen Befund (vgl. IV-

act. 100-47 f.). Er schloss, die Beschwerdeführerin sei vollständig zurückgezogen, 

könne weder einkaufen noch eigene Dinge erledigen. Es fänden sich zusätzlich 

mindestens drei Haupt- und fast alle Nebensymptome der schweren depressiven 

Erkrankung, somit alle Symptome einer schweren depressiven Episode. Die schwere 

Ausprägung der Symptome liege, soweit anamnestisch abfragbar, seit mindestens 

zwei bis drei Jahren, wenn nicht länger, vor. Die Beschwerdeführerin selber gebe an, 

seit mindestens zehn Jahren an diesen schlimmen Symptomen zu leiden. Das sei 

allerdings mit den vom Psychiater (Dr. D.___) dokumentierten Befunden nicht 

kongruent. Dieser gehe erst für die Zeit ab Mai 2015 von einer erneuten 

Verschlechterung gegenüber dem Zustand von 2012 aus. Der Gutachter empfahl eine 

Intensivierung der psychiatrischen Therapie, unter Umständen im stationären Setting 

mit Ausbau der antidepressiven Medikation (samt Kontrolle der Plasmaspiegel) sowie 

eine Reevaluation in einem Jahr. Die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin für 

eine ausserhäusliche Arbeit wurde im Gutachten mit 100 %, jene im Haushalt mit 30 % 

beurteilt (vgl. IV-act. 100-59 und -61). 

6.2. 

Aus den Wiedergaben in den übrigen Teilgutachten zeigt sich allerdings, dass die 

Beschwerdeführerin zum Tagesablauf auch angegeben hatte, sie versuche, nach dem 

Frühstück etwas Haushaltarbeit zu machen, müsse aber schon nach 10 bis 15 Minuten 

eine Pause machen. Anschliessend gehe sie zu Fuss oder mit dem Bus in einen 

Grossverteiler einkaufen. Danach bereite sie etwas zum Mittagessen für sich und ihr_ 

[Kind] vor. Am Nachmittag müsse sie dann zwei bis drei Stunden im Bett verbringen. 

Später stehe sie wieder auf und bereite sich einen Kaffee zu. Anschliessend gehe sie 

kurz spazieren, manchmal allein, manchmal in Begleitung [des Kindes] oder des (von 

ihr getrennten) Ehemannes. Abends esse sie etwas und lese dann meistens Zeitung 

6.2.1. 

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oder schaue selten fern (vgl. IV-act. 100-32 f.). - Diese Schilderungen scheinen weniger 

Einschränkungen aufzuzeigen als jene gegenüber dem Gutachter der Psychiatrie. Im 

Begutachtungsgespräch mit dem Gutachter der Allgemeinen Inneren Medizin 

erschienen zudem ihre mnestischen und kognitiven Funktionen intakt. Auch dieser 

Gutachter erwähnte jedoch, das formale und inhaltliche Denken sei auffällig gewesen, 

stark auf die Beschwerden und Defizite fokussiert. Die Beschwerdeführerin sei sehr 

weinerlich und in ihrer affektiven Schwingungsfähigkeit deutlich eingeschränkt 

gewesen. Die Grundstimmung sei deprimiert und gleichgültig, die Vitalgefühle seien 

vermindert gewesen. Es hätten passive Todeswünsche bestanden (vgl. IV-

act. 100-36). 

Insgesamt ist indessen davon auszugehen, dass der damals begutachtende 

Experte der Psychiatrie teilweise von einer allzu weitreichenden Beeinträchtigung der 

Beschwerdeführerin ausgegangen ist, nahm er doch (aufgrund ihrer Angaben) wie 

erwähnt etwa an, sie sei vollständig zurückgezogen, könne weder einkaufen noch 

eigene Dinge erledigen und tue nichts mehr als zuhause sitzen (vgl. IV-act. 100-59). - 

Wenn zum Schweregrad der Befunde erklärt wurde, die diagnostischen Kriterien einer 

schweren Episode einer rezidivierenden depressiven Störung mit psychotischen 

Symptomen seien erfüllt und dies bedinge eine volle Arbeitsunfähigkeit für 

ausserhäusliche Tätigkeiten (vgl. IV-act. 100-63), ist das entsprechend zu relativieren.

6.2.2. 

Des Weiteren fällt auf, dass die im Gutachten festgestellten Diskrepanzen 

zwischen dem Ausmass der subjektiven Beschwerden und den bei der 

Beschwerdeführerin zu objektivierenden somatischen Befunden sowie die eindeutigen 

Hinweise auf eine Selbstlimitierung der Beschwerdeführerin bei Hinweisen auf eine 

fehlende Motivation (vgl. IV-act. 100-67) im psychiatrischen Teil des Gutachtens soweit 

ersichtlich keine Berücksichtigung bzw. keine ausdrückliche Würdigung fanden, 

obwohl sie Anlass zu besonderem Augenmerk auf eine Objektivierung der 

angegebenen psychischen Beschwerden geboten hätten.

6.2.3. 

Das gilt erst recht, weil im Gutachten ausserdem festgehalten wurde, die 

Kooperationsbereitschaft der Beschwerdeführerin bei der Therapie müsse - bei nicht 

krankheitsbedingter Unfähigkeit dazu (vgl. IV-act. 100-68) - angezweifelt werden. Sie 

habe eine stationäre psychiatrische Behandlung bisher verweigert, die 

Medikamentenspiegel für Amitriptylin bzw. Nortriptylin hätten deutlich unter der 

Nachweisgrenze gelegen, was für eine schlechte Compliance sprechen könnte (vgl. IV-

act. 100-66), und die Beschwerdeführerin habe nie irgendwelche 

Selbsteingliederungsbemühungen getätigt (vgl. IV-act. 100-67). - Was die Ablehnung 

6.2.4. 

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der stationären Behandlung betrifft, ist anzumerken, dass dafür nach der Aktenlage 

familiäre Gründe vorgebracht wurden und einmal eine Ablehnung durch die 

Krankenversicherung erfolgt war (vgl. unten E. 7.2.4).

Des Weiteren ist auf den Umstand hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin 

geltend gemacht hat, der damalige Zustand habe bereits seit mehr als zehn Jahren 

bestanden (vgl. IV-act. 100-68). Das wurde im Gutachten - in nachvollziehbarer Weise - 

als nicht kongruent mit den vom behandelnden Psychiater dokumentierten Befunden 

betrachtet. Von einer schweren depressiven Erkrankung und voller Arbeitsunfähigkeit 

wurde gutachterlich in der Folge ab Mai 2015 ausgegangen (vgl. IV-act. 100-60). 

Dr. D.___ als behandelnder Psychiater hatte damals berichtet, eine - auch angepasste - 

Arbeit sei der Beschwerdeführerin zurzeit nicht möglich, in mehreren Monaten dann 

theoretisch zu 50 % (wie im Übrigen bereits im Jahr 2012 attestiert, vgl. IV-act. 27-3). - 

Im Gutachten wurde ausserdem festgehalten, die Beschwerdeführerin habe bereits bei 

der Haushaltabklärung vom 12. November 2015 (recte: 21. Oktober 2015) als schwer 

depressiv gegolten (vgl. IV-act. 100-61). Dies hat die Abklärungsperson indessen - 

soweit ersichtlich - nicht zu einer entsprechenden Bemerkung veranlasst. Im Gutachten 

wurde schliesslich dargelegt, es habe sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im 

Haushaltsbereich von lediglich 30 % ergeben, was jedoch plausibel erscheine (vgl. IV-

act. 100-60).

6.2.5. 

Nach dem Gutachten vom Oktober 2016 zu schliessen, wurde demnach davon 

ausgegangen, die schwere depressive Erkrankung habe für eine Dauer von mehr als 

einem Jahr angehalten. Dass ein schwer depressiver Zustand so lange ohne stationäre 

oder teilstationäre Behandlung bleibt, erscheint allerdings - auch wenn die familiäre 

Konstellation mitberücksichtigt wird - kaum plausibel. Zum schwer depressiven 

Zustand der Beschwerdeführerin wurde im Gutachten zudem festgehalten, es handle 

sich um einen instabilen Gesundheitszustand, der dank adäquater Therapie 

verbesserbar wäre (vgl. IV-act. 100-60). Es sei nicht von einer dauerhaften 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (vgl. a.a.O.).

6.2.6. 

Eine Würdigung der gutachterlichen Darlegungen zu den Standardindikatoren 

ergibt zusammenfassend eine gewisse, nicht unbedeutende Diskrepanz zum Ergebnis 

der damaligen psychiatrisch-gutachterlichen Beurteilung einer vollen Arbeitsunfähigkeit 

der Beschwerdeführerin in Erwerbstätigkeiten.

6.3. 

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7.  

Am 6. Juli 2018 erfolgte die zweite psychiatrische Begutachtung. Auch dieser 

Gutachter nahm die Vorakten zur Kenntnis, befragte die Beschwerdeführerin zu ihrem 

Leiden und zur Anamnese und erhob den Befund.

7.1. 

Die Beschwerdeführerin hat ihm gemäss dem Gutachten erklärt, sie leide seit 

Jahren an Kraftlosigkeit, habe keine Energie und keinen Willen mehr und ihr ganzer 

Körper sei "kaputt". Sie leide an Schmerzen. Auf diesbezügliche Nachfrage hat sie 

gemäss dem Gutachten erklärt, sie habe überall ein wenig Schmerzen; zurzeit liege der 

Schmerzgrad auf der visuellen Analogskala (von 0 bis 10) bei 9. Sie nehme 

Schmerzmittel. Als ihre Zukunftsvorstellungen erwähnte sie, wieder gesund werden 

und wieder Kraft erhalten zu wollen. Zurzeit habe sie jedoch kein Ziel; es sei ihr alles 

egal, es wäre auch egal, morgen zu sterben. Sie frage sich, wofür ihr Leben noch Sinn 

mache. Sie habe in der Vergangenheit alle möglichen Therapien bekommen, doch habe 

keine dieser Behandlungen zu einer Linderung geführt. Des Weiteren gab sie u.a. an, es 

gehe ihr gesundheitlich deutlich schlechter. Sie habe ständige Kopfschmerzen, die von 

Sehstörungen begleitet seien, ausserdem Magenschmerzen und chronische 

Rückenbeschwerden. Sie leide an einer Drang- und Stressinkontinenz und an Ein- und 

Durchschlafstörungen sowie Angstattacken (vgl. IV-act. 150-13 f.). Eine Ergo- oder 

Physiotherapie mache sie zurzeit nicht, weil keine der so zahlreichen früheren 

Therapien zu einer Besserung geführt habe (vgl. IV-act. 150-14).

7.1.1. 

Der Gutachter der Psychiatrie berichtete, bei der grob neurologisch 

orientierenden Untersuchung habe die Beschwerdeführerin bei der groben 

Kraftprüfung in beiden Händen, Schultern und Oberarmen eine nicht nachvollziehbare 

Kraftminderung demonstriert. Es sei ein leichter Tremor zu beobachten gewesen (vgl. 

IV-act. 150-19). 

7.1.2. 

Beim psychiatrischen Status legte der Gutachter dar, die Beschwerdeführerin 

habe mit guter Stimme, aber wenig moduliert und einsilbig gesprochen. Sie sei dem 

Gespräch bzw. der Exploration sehr genau gefolgt, habe jedoch verlangsamt 

geantwortet. Wahrnehmung und Aufmerksamkeit seien weder in Umfang noch 

Intensität herabgesetzt, das Konzentrationsvermögen sei nicht reduziert gewesen. Die 

Beschwerdeführerin habe sich der Exploration ausdauernd widmen können und das 

Gedächtnis habe keine Denk- oder Merkfähigkeitsstörungen aufgewiesen. Der formale 

Denkablauf sei inhaltlich etwas auf die Schmerzproblematik eingeengt gewesen. Es 

werde von nächtlichen Ängsten berichtet. Störungen der Affektivität seien nicht 

nachweisbar gewesen; die Beschwerdeführerin sei im Affekt auslenkbar und durchaus 

7.1.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 27/33

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in der Lage gewesen, emotional positiv zu reagieren. Der Antrieb sei als erheblich 

herabgesetzt geschildert worden, was aufgrund der Verhaltensbeobachtung im 

geschilderten Ausmass nicht nachvollziehbar sei. Die angegebene Störung der 

circadianen Rhythmik könne naturgemäss nicht überprüft werden (vgl. IV-

act. 150-19 f.).

Der Sachverständige der Psychiatrie erörterte, die Hauptsymptome einer in 

Frage kommenden depressiven Störung, nämlich eine Störung der Affektivität im Sinn 

einer depressiven Stimmung, ein Interessens- oder Freudeverlust sowie ein 

verminderter Antrieb oder eine gesteigerte Ermüdbarkeit würden zwar von der 

Beschwerdeführerin geschildert, könnten aber nicht nachvollzogen werden. Denn sie 

habe sich schwingungsfähig gezeigt, bei Gelegenheit durchaus agil gewirkt und einen 

lebhaften Eindruck gemacht. Die Schilderung fast absoluter Untätigkeit im Tagesablauf 

und vollständigen Interessensverlusts sei nicht nachvollziehbar, denn bei der aktuellen 

Begutachtung sei selbst von den kleinen Aktivitäten gemäss Vorgutachten (gelegentlich 

einen Kaffee trinken gehen, mittags das Essen zubereiten, Zeitung lesen, selten 

fernsehen) nicht mehr die Rede gewesen, obwohl die Beschwerdeführerin einen 

weniger kranken Eindruck gemacht habe als damals (sc. beschrieben). Dass sie nach 

Drittauskunft in den Urlaub fahren werde, spreche gegen einen Aktivitäts- und 

Interessensverlust. Einschränkungen von Konzentration und Aufmerksamkeit, mit 

denen Depressionen regelmässig einhergingen, hätten sich nicht feststellen lassen. 

Auch ein häufig damit verbundener Appetitverlust bzw. eine entsprechende 

Gewichtsabnahme lasse sich den Akten nicht entnehmen. Psychotische Symptome 

und Stimmenhören seien nicht mehr geschildert worden (vgl. IV-act. 150-22 ff.). Die 

Entwicklung einer somatoformen Schmerzstörung wäre zwar nachvollziehbar, doch 

bestünden verschiedene Indikatoren, die für eine Aggravation sprächen (vgl. IV-

act. 150-25 f.). Diese (auch über die bereits erwähnten hinausgehenden) Indikatoren 

beschrieb der Gutachter im Einzelnen (vgl. IV-act. 150-33 ff.; vgl. unten E. 7.2.7).

7.1.4. 

Das Begutachtungsergebnis, wonach die Beschwerdeführerin kein 

psychiatrisches Leiden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufweist (vgl. IV-

act. 150-22), erscheint daher begründet.

7.1.5. 

Die Beschwerdeführerin lässt indessen diverse Einwände erheben, denen der 

Gutachter entgegnet hat.

7.2. 

So weist sie auf eine Stellungnahme von Dr. O.___ hin, worin diese vorbrachte, 

der Gutachter habe zu ihrem Bericht vom 14. März 2018 keine Stellung genommen. Er 

7.2.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 28/33

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hat den Inhalt des Berichts allerdings wiedergegeben und sich mit den entsprechenden 

Beschwerden der Beschwerdeführerin befasst, was als ausreichend zu betrachten ist.

Die behandelnde Psychiaterin wendet weiter ein, ob die Beschwerden der 

Beschwerdeführerin hätten nachvollzogen werden können oder nicht, sei nicht 

relevant. Sei ein objektiver Befund nicht möglich, könnten Testergebnisse eine allfällige 

depressive Störung bestätigen. Dass der Gutachter auf Tests verzichtet hat, ist als in 

seinem Ermessen stehendes Vorgehen nicht zu beanstanden. Bei schwer 

objektivierbaren Beschwerden ist der Einsatz geeigneter Tests zur Evaluation der 

Leistungsfähigkeit und der Leistungsbereitschaft der Exploranden bzw. der Validität 

der geklagten Symptome nach den Qualitätsleitlinien der Schweizerischen Gesellschaft 

für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP für versicherungspsychiatrische Gutachten 

(3. A. vom 16. Juni 2016, in SZS 2016 435 ff., 446) zu prüfen. Die Verfahren haben 

danach aber keinen eigenständigen gutachterlichen Charakter, sondern sind 

Zusatzbefunde, die in die psychiatrisch-gutachterliche Gesamtbeurteilung einfliessen 

(vgl. Rz 4.3.2.2 der Leitlinien; vgl. auch Bundesgerichtsurteil vom 12. April 2019, 

9C_752/2018 E. 5.3). Neuropsychologische Test-Untersuchungsergebnisse sind im 

Rahmen einer gesamthaften Beweiswürdigung auch nur insoweit bedeutsam, als sie 

überprüf- und nachvollziehbar sind und sich in die übrigen medizinischen 

Abklärungsergebnisse schlüssig einfügen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 7. August 

2009, 8C_261/2009; BGE 119 V 340 E. 2b/bb). Eine Objektivierung der Beschwerden 

ist allerdings erforderlich. Der Gutachter hat beschrieben, was er dabei berücksichtigt 

hat.

7.2.2. 

Des Weiteren wird vorgebracht, die Beschwerdeführerin habe gemäss dem 

Bericht der Klinik M.___ über ständige Schmerzen geklagt und sie habe sich 

ausserdem wegen der Schmerzen (u.a. würden von ihr auch Kopfschmerzen beklagt), 

der Erschöpfung und der Müdigkeit am Programm in der Tagesklinik nicht beteiligen 

können (vgl. IV-act. 162-2). Es bestünden chronifizierte Schmerzen. - Diesbezüglich ist 

allerdings darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin zwar angab, dreimal 

täglich 1 g Paracetamol und Novalgin (nicht erinnerlicher Dosierung) einzunehmen (vgl. 

IV-act. 150-14), dass Paracetamol aber nicht nachweisbar gewesen war und der 

Spiegel des Metabolits von Novalgin unter der Nachweisgrenze gelegen hatte (vgl. IV-

act. 150-20). Ausserdem wies der Gutachter darauf hin, dass die Beschwerdeführerin 

verschiedene angebotene Schmerzbehandlungen nicht habe vornehmen lassen wollen 

(vgl. IV-act. 150-27 f., etwa eine Facetteninfiltration, vgl. IV-act. 9-4; eine Infiltration 

wegen Tendovaginitis stenosans, vgl. IV-act. 27-8; Medikamente gegen Fibromyalgie, 

vgl. IV-act. 76-3; eine Behandlung betreffend RLS, Intensivierung Physiotherapie), was 

7.2.3. 

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dafür spreche, dass der Leidensdruck jeweils nicht so stark ausgeprägt gewesen sei 

(vgl. IV-act. 150-26 f.). Die Beschwerdeführerin habe angegeben, Schmerzmittel 

einzunehmen, obwohl sie aber gleichzeitig erklärt habe, gegen die Schmerzen helfe ihr 

nichts (vgl. IV-act. 150-27). Bei Dr. F.___ habe die Beschwerdeführerin allerdings eine 

gewisse Wirksamkeit für Paracetamol angegeben (vgl. IV-act. 150-34). Es erscheine 

zudem prinzipiell nicht plausibel, dass ihr überhaupt nichts zu helfen vermöge (vgl. IV-

act. 150-34). - Anzumerken ist allerdings, dass die Beschwerdeführerin nach der 

Aktenlage (nebst der Appendektomie 2018) im Dezember 2016 die Belastungs-

Harninkontinenz durch ein TVT-Band und ausserdem das CTS (Karpaltunnelsyndrom) 

links operativ und dasjenige rechts durch eine Infiltration hat behandeln lassen (vgl. IV-

act. 162-11). 

Des Weiteren wurde für die Beschwerdeführerin vorgebracht, sie leide schon 

jahrelang an einer rezidivierenden depressiven Störung mittelschweren bis schweren 

Ausmasses und stehe seit Jahren in adäquater psychiatrisch-psychotherapeutischer 

Behandlung. Bezüglich der Mitwirkung der Beschwerdeführerin bei der teilstationären 

Behandlung erscheint allerdings die gutachterliche Stellungnahme begreiflich, wonach 

der angegebene hohe Anreiseaufwand in die Tagesklinik nicht erklärbar und der 

beschriebene erschöpfte Zustand der Beschwerdeführerin nicht objektivierend 

begründet worden ist (vgl. IV-act. 165-2). Der Gutachter erwähnte, die 

Beschwerdeführerin habe einen stationären Aufenthalt zunächst abgelehnt (vgl. IV-

act. 150-31); ein solcher war im Juni 2015 wegen der familiären Situation von Dr. D.___ 

als nicht durchführbar bezeichnet worden (vgl. IV-act. 66; vgl. auch E. 6.2.4). Doch war 

2016 einmal ein Antrag auf eine stationäre Behandlung gestellt und von der 

Krankenversicherung abgelehnt worden. Die Ablehnung war damit begründet worden, 

dass die erforderlichen Massnahmen zur Anpassung des Lifestyles (wie Physiotherapie, 

Psychotherapie, Raucherentwöhnung, Gewichtsreduktion) ambulant erfolgen könnten. 

Die Begründung lässt auch darauf schliessen, dass das Gesuch mit der familiären 

kardiovaskulären Vorbelastung begründet worden ist. Es ist anzunehmen, dass der 

Vertrauensarzt die Beschwerden der Beschwerdeführerin als nicht so schwerwiegend 

erachtete, dass eine stationäre Aufnahme gerechtfertigt gewesen wäre.

7.2.4. 

Was die psychiatrische medikamentöse Behandlung betrifft, erklärte der 

Gutachter, gegen die Angabe der Beschwerdeführerin, es vermöge ihr nichts zu helfen, 

spreche der Umstand, dass ihr das Antidepressivum Venlafaxin schon über mehrere 

Jahre hinweg verordnet und die Medikation nicht geändert worden sei (vgl. IV-

act. 150-35), denn hätte sie in der Behandlung erklärt, das Mittel helfe nicht, wäre eine 

Änderung zu erwarten gewesen. Die Beschwerdeführerin habe auch angegeben, das 

7.2.5. 

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Antidepressivum einzunehmen (vgl. IV-act. 150-35). Der Gutachter legte dar, gemessen 

am therapeutischen Bereich zwischen 200 und 400 ng/ml habe der 

Medikamentenspiegel bei der Beschwerdeführerin (mit 179, 162 und 171; einmal aber 

426) mehrfach unter dem Bereich gelegen (vgl. IV-act. 150-20). Im ersten Gutachten, 

auf dem Laborblatt (vgl. IV-act. 135) und von Dr. O.___ wurde als Referenzbereich 

allerdings eine tiefer beginnende Spanne zwischen 100 und 400 ng/ml (vgl. IV-

act. 162-3) bezeichnet. Wenn der Gutachter allerdings schliesst, obwohl die 

Beschwerdeführerin von einer Einnahme von 150 mg (Efexor, vgl. IV-act. 150-14) pro 

Tag - in der Regel der Höchstdosis der Arznei im ambulanten Bereich - berichtet habe, 

sei der entsprechende Blutserumspiegel des Wirkstoffs Venlafaxin und seines 

Metaboliten relativ niedrig gewesen (vgl. IV-act. 150-35), dürfte ihm in Anbetracht der 

Bandbreite gefolgt werden können. - Er weist weiter darauf hin, dass trotz Auflage der 

Beschwerdegegnerin weder in der Tagesklinik noch in der Klinik M.___ ein Ausbau der 

antidepressiven Medikation erfolgt sei. Das spreche dafür, dass der 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin dort ebenfalls objektiv als weniger 

gravierend eingeschätzt worden sei, als sie selbst ihn beschrieben habe (vgl. IV-

act. 150-35). Auch wenn der Gutachter anerkennt, dass eine Höherdosierung bei der 

Beschwerdeführerin wegen der kardialen Vorerkrankungen problematisch sei, lässt 

sich Letzteres insofern bestätigen, als von den behandelnden Institutionen eine - 

allerdings doch immerhin noch - mittelgradige depressive Episode der 

Beschwerdeführerin diagnostiziert worden war. Dem Kurzaustrittsbericht der Klinik 

M.___ vom 13. Dezember 2017 über den Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 

15. November bis 12. Dezember 2017 ist jedoch auch zu entnehmen, dass sie in 

klinisch gutem Zustand nach Hause entlassen worden sei und affektstabil gewirkt 

habe.

Die behandelnde Psychiaterin wies am 5. Februar 2019 auf die Rolle der 

psychosozialen Situation der Beschwerdeführerin hin. Diese selber hatte ihre 

Beschwerden anlässlich der früheren polydisziplinären Begutachtung auf ihr schweres 

Leben zurückgeführt (vgl. IV-act. 100-57). Als psychosoziale Belastungsfaktoren waren 

damals im Gutachten die jahrelange Belastung als sozusagen alleinerziehende Mutter 

von ___ Kindern und diejenige durch den psychisch kranken Ehemann und die zwei 

ebenfalls psychisch auffälligen [Kinder] genannt worden (vgl. IV-act. 100-65). Die 

persönlichen Ressourcen waren als wenige beschrieben worden. Die 

Beschwerdeführerin habe keine abgeschlossene Berufsausbildung und habe seit 1999 

nicht mehr (sc. ausserhäuslich) gearbeitet (vgl. IV-act. 100-64). Vor allem erhalte sie 

aber Unterstützung durch die zwei noch mit ihr zusammenwohnenden Kinder (vgl. IV-

7.2.6. 

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act. 100-65). In seiner Stellungnahme vom 11. April 2019 zum Einwand erklärte der als 

Zweiter psychiatrisch begutachtende Sachverständige, es sei nicht in Abrede zu 

stellen, dass bei der Beschwerdeführerin lebensgeschichtliche Geschehnisse 

aufgetreten seien, die eine Depression auszulösen vermöchten. Seine Beurteilung, 

dass keine die Arbeitsfähigkeit tangierende Diagnose zu stellen sei, begründete er 

sinngemäss mit dem vorgefundenen Schweregrad an Beeinträchtigungen (vgl. IV-

act. 165-5). Letzterem ist zu folgen. 

Die behandelnde Psychiaterin hält dafür, der Gutachter habe seinen Fokus 

hauptsächlich auf eine allfällige Aggravation und Simulation der Beschwerdeführerin 

gerichtet. Er selbst hält dagegen, die Authentizitätsprüfung habe eine Zusammenschau 

mehrerer Quellen erfordert (vgl. IV-act. 165-4 f.). - Der Gutachter stützte seine 

Beurteilung auf seine Beobachtungen bei der Exploration (etwa eines durchgehend 

deutlich appellativen, klagsamen und etwas theatralischen Beschwerdevortrags der 

Beschwerdeführerin, vgl. IV-act. 150-26). Er berücksichtigte die Diskrepanzen (nämlich 

ein nicht plausibles Ausmass der geschilderten Beeinträchtigungen im Alltag, IV-

act. 150-33; keine Einschränkung von Beweglichkeit und Energie beobachtet, im 

Ausmass nicht nachvollziehbare Kraftminderung, nicht nachvollziehbarer Beschrieb 

von Appetits- und Gewichtsverlust, trotz Auflage kein verordneter Ausbau der 

antidepressiven Medikation, niedriger Spiegel von Venlafaxin, kein Nachweis der 

Schmerzmittel Paracetamol und Metamizol, IV-act. 150-34 f.; keine weiteren 

therapeutischen Massnahmen trotz angegebener massiver Beschwerden, stationäre 

Behandlung erst nach Auflage, IV-act. 150-36; vage und diffuse Beschreibung der 

Schmerzen, IV-act. 150-38; keine Atrophie der oberen Extremitäten trotz Angabe 

massiver Schulterbeschwerden bei der Vorbegutachtung und ungenügende 

Ausbelastung bei damaliger Spiroergometrie, IV-act. 150-33). Dies entspricht einer 

erforderlichen Objektivierung nach den Standardindikatoren. Auf das volle Ausmass 

der Schilderung der Beeinträchtigungen in den Tagesaktivitäten durch die 

Beschwerdeführerin stellte der Gutachter anhand seiner Explorationsergebnisse 

schliesslich nicht ab. Das erscheint nach der Aktenlage - namentlich auch mit Blick auf 

den anzunehmenden Verzicht der Beschwerdeführerin auf eine Einnahme von 

Schmerzmitteln (bei hingegen nachweislichem, wenn auch relativ niedrigem, Spiegel 

antidepressiver Medikation) - nachvollziehbar. Angesichts der diagnostizierten Leiden 

ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erscheint es nicht widersprüchlich, wenn der 

Gutachter darlegte, welches therapeutische Vorgehen sinnvoll wäre. Auch wenn die 

diversen vorgefundenen Auffälligkeiten im Gutachten insgesamt wiederholt 

beschrieben werden, ist dem genannten Einwand der Beschwerdeführerin nicht zu 

7.2.7. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 32/33

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St.Galler Gerichte

8.  

9.

Da sich diese Feststellung sowohl auf die Arbeitsmöglichkeiten der 

Beschwerdeführerin im Erwerb als auch auf die Betätigungsfähigkeiten im Haushalt 

folgen. Konkrete Hinweise auf eine Befangenheit des Gutachters gibt es schliesslich 

nicht. Angemerkt werden kann, dass auch die behandelnde Psychiaterin bei der 

Beschwerdeführerin eine Intensivierungs- und Ausweitungstendenz feststellte (vgl. IV-

act. 162-4), die sie einer Interaktion von psychisch bedingen Beschwerden mit 

körperlichen und psychosozialen Belastungsfaktoren zuschrieb.

Als gutachterlicher Beurteilung, welche keinen von den behandelnden Ärzten 

dargelegten medizinischen Aspekt ausser Acht lässt, kommt dem Gutachten 

zusammenfassend massgeblicher Beweiswert (vgl. hierzu Bundesgerichtsurteil vom 

14. Februar 2014, 8C_847/2013 E. 5.1.2; BGE 137 V 210 E. 2.2.2 und 1.3.4) zu. Es ist 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin bei der Begutachtung vom Juli 2018 weder in der Tätigkeit als 

Hausfrau noch in einer anderweiten Tätigkeit im Erwerbsbereich aus psychiatrischen 

Gründen in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war (vgl. IV-act. 150-38 f.).

7.3. 

Die insgesamt ausreichend nachvollziehbare gutachterlich-psychiatrische 

Würdigung der Diskrepanzen im zweiten Gutachten stellt das Ergebnis der 

Vorbegutachtung - im Sinn der oben bereits aufgezeigten Aspekte - weiter in Frage. 

Der (als Zweiter begutachtende) Experte vermisste denn auch eine eingehendere 

Objektivierung der bei der polydisziplinären Begutachtung angegebenen Beschwerden 

und erachtete die damalige Qualifikation des Leidens als schwere depressive Episode 

in Anbetracht der eigenen Feststellungen als nicht ganz nachvollziehbar (vgl. IV-

act. 150-39). Es sei auch davon auszugehen, dass die - offenbar somit zumindest 

allenfalls vorhanden gewesene - schwere depressive Episode von vorübergehender 

Dauer gewesen sei (vgl. IV-act. 150-24). Das war wie erwähnt bereits im 

polydisziplinären Gutachten erwartet worden (vgl. IV-act. 100-60).

8.1. 

Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist nach dem Dargelegten, obwohl die 

Beschwerdeführerin nach der Aktenlage intermittierend an diversen 

Gesundheitsschädigungen gelitten hatte (z.B. dem CTS links, den RIVA-Stenosen, der 

Appendizitis, der depressiven Störung), nicht von einer für eine allfällige Wartezeit von 

einem Jahr relevanten Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin während der 

vorliegend zu beurteilenden Zeit auszugehen.

8.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 33/33

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beziehen lässt, ist die Statusfrage vorliegend nicht von Bedeutung und kann 

dahingestellt bleiben. Es ist davon auszugehen, dass die volle Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin im Erwerbsbereich auch verwertbar ist. In einem 

Einkommensvergleich ergibt sich selbst unter Berücksichtigung eines Abzugs kein 

rentenbegründendes Ausmass, da auch kein den statistischen Durchschnitt der Löhne 

für einfache Tätigkeiten übersteigendes Valideneinkommen zu verzeichnen ist. - Die 

einen Rentenanspruch ablehnende angefochtene Verfügung erweist sich demnach als 

rechtmässig.

10.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin wird im Sinn der Erwägungen von der Bezahlung der 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- befreit.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.10.1. 

Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Die 

Beschwerdeführerin ist im Verfahren unterlegen, weshalb ihr die Gerichtskosten in der 

Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen sind. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen 

Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten) am 27. August 2019 ist sie jedoch 

von deren Bezahlung zu befreien. - Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es ihr 

gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet werden 

(vgl. Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).

10.2. bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 30.03.2021
	Beweiswürdigung hinsichtlich eines polydisziplinären (einschliesslich psychiatrischen) Gutachtens und eines späteren weiteren monodisziplinären psychiatrischen Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. März 2021, IV 2019/157).

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		2024-05-26T23:02:38+0200
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