# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f13c4a00-6ec9-56bf-820f-6774d4f08e4a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 29.01.2014 HG110174
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG110174_2014-01-29.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 
 

Geschäfts-Nr.: HG110174-O U/ei 

 

 

Mitwirkend: die Oberrichter Peter Helm, Präsident, und Roland Schmid, die 

Handelsrichter Ivo Eltschinger, Dr. Arnold Huber und Alexander Pfei-

fer sowie die Gerichtsschreiberin Helene Lampel 

 

Urteil vom 29. Januar 2014 
 

in Sachen 

 

A._____ SA,  
Klägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic.utr.iur. X._____,  

 

gegen 

 

B._____ AG,  
Beklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____,  

 

betreffend Aberkennung 
 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 2) 

"1. Es sei festzustellen, dass die Forderungen in Höhe von 
CHF 195'862.85 zuzüglich Zins von 5 % p.a. seit 10. Dezember 
2010, für welche der Beklagten mit Entscheid des Juge de paix 
du district de Nyon vom 15. Juli 2011 im Verfahren KC11.014285 
provisorische Rechtsöffnung erteilt wurde, nicht bestehen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklag-
ten." 

und folgender verfahrensrechtlicher Antrag: 
a) Das vorliegende Verfahren sei bis zur Rechtskraft des Rechtsöff-

nungsentscheides des Juge de paix du district de Nyon vom 
15. Juli 2011 im Verfahren KC11.014285 zu sistieren." 

Inhaltsverzeichnis: 

Sachverhalt und Verfahren .................................................................................... 3 
A. Sachverhaltsübersicht ................................................................................ 3 

a. Parteien ............................................................................................... 3 
b. Unbestrittener Sachverhalt .................................................................. 4 
c. Wesentliche Prozessstandpunkte der Parteien ................................... 6 

B. Prozessverlauf ............................................................................................ 8 
Erwägungen ........................................................................................................ 10 

1. Formelles .................................................................................................. 10 
1.1. Zuständigkeit ..................................................................................... 10 
1.2. Weitere Prozessvoraussetzungen ..................................................... 11 
1.3. Antrag der Beklagten auf Nichteintreten ............................................ 12 

2. Aberkennungsklage .................................................................................. 14 
2.1. Rechtliches ........................................................................................ 14 
2.2. Würdigung ......................................................................................... 15 

3. Schuldanerkennung vom 3. September 2010 ........................................... 15 
3.1. Wortlaut der Schuldanerkennung ...................................................... 15 
3.2. Art der Schuldanerkennung ............................................................... 16 
3.3. Wirkungen der Schuldanerkennung ................................................... 18 
3.4. Beweislastverteilung im vorliegenden Verfahren ............................... 22 

4. Fehlende Beschlussfähigkeit des Verwaltungsrates ................................. 24 
4.1. Parteistandpunkte .............................................................................. 24 
4.2. Keine Einredeabstraktheit .................................................................. 25 
4.3. Rechtliches ........................................................................................ 25 
4.4. Würdigung ......................................................................................... 27 

5. Handeln entgegen den Gesellschaftsinteressen der Klägerin .................. 31 
5.1. Parteistandpunkte .............................................................................. 31 
5.2. Keine Einredeabstraktheit .................................................................. 33 

- 3 - 

5.3. Rechtliches ........................................................................................ 34 
5.4. Würdigung ......................................................................................... 35 

6. Bestreitung der Leistungserbringung ........................................................ 40 
6.1. Parteistandpunkte .............................................................................. 40 
6.2. Einredeabstraktheit ............................................................................ 42 
6.3. Vorbemerkungen zur Leistungserbringung ........................................ 45 
6.4. Honorarrechnungen vom 2. und vom 31. August 2010 ..................... 46 
6.5. Honorarrechnung vom 3. September 2010 ........................................ 52 
6.6. Zusammenfassung ............................................................................ 53 

7. Bestand und Fälligkeit der Forderung ....................................................... 54 
8. Zinsanspruch ............................................................................................ 55 
9. Fazit .......................................................................................................... 55 
10. Kosten- und Entschädigungsfolgen ....................................................... 55 

Das Gericht erkennt: ............................................................................................ 61 

 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien 

aa. Im Zeitpunkt der Klageeinleitung am 9. August 2011 handelte es sich bei 

der Klägerin um die börsenkotierte C._____ SA mit Sitz in ... im Kanton Waadt. 

Sie bildete in der Schweiz das zweitgrösste Netz von privaten Spitälern und be-

trieb sieben private Kliniken, in welchen zusammen mehr als 600 Ärzte und über 

1'000 Angestellte tätig waren. Die Übernahme von drei weiteren Privatkliniken war 

geplant. Seit dem 6. Juni 2012 lautet die Firma der Klägerin A._____ AG und ihr 

Sitz befindet sich in D._____ (Klägerin: act. 1 Rz. 13; act. 24 Rz. 3, Rz. 141; Be-

klagte: act. 13 Rz. 5 f., Rz. 173; act. 31 Rz. 15, Rz. 147; Handelsregisterauszug 

vom 14. Juli 2011: act. 3/8; Handelsregisterauszug vom 28. Juni 2012: act. 25/1; 

Auszüge aus der Website der Klägerin vom 14. November 2011: act. 14/1-2). 

ab. Die Beklagte ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in der Stadt Zürich, die ih-

ren Kunden vielfältige Kommunikationsdienstleistungen anbietet. Namentlich un-

terstützt und betreut sie Unternehmen, welche in der Öffentlichkeit stehen, darun-

ter auch börsenkotierte Gesellschaften, bei ihren externen und internen Kommu-

nikationsbedürfnissen (Klägerin: act. 1 Rz. 14, act. 24 Rz. 142; Beklagte: act. 13 

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Rz. 11, Rz. 173; act. 31 Rz. 148; Handelsregisterauszug vom 8. August 2011: 

act. 3/9). 

b. Unbestrittener Sachverhalt 

ba. Zwischen den klägerischen Aktionären E._____ L.P., F._____ und 

G._____ wurde am 8. Juni 2010 eine Aktionärsvereinbarung betreffend das 

Stimmverhalten an der ordentlichen Generalversammlung der Klägerin vom 

nächsten Tag geschlossen. Anlässlich dieser Generalversammlung vom 9. Juni 

2010 wurden drei der sechs Verwaltungsräte, nämlich der Präsident H._____ und 

die Mitglieder I._____ und J._____, aus dem Verwaltungsrat abgewählt. Die fünf 

neu vorgeschlagenen Personen wurden nicht in den Verwaltungsrat gewählt. An-

lässlich der Sitzung des Verwaltungsrates vom 15. Juni 2010 wurden die Einberu-

fung einer ausserordentlichen Generalversammlung sowie die sehr angespannte 

finanzielle Lage der Klägerin thematisiert. Am Ende dieser Sitzung trat K._____ 

mit sofortiger Wirkung aus dem Verwaltungsrat zurück. Vom 15. Juni 2010 bis 

zum 6. September 2010 bestand der Verwaltungsrat aus den beiden Mitgliedern 

Dr. L._____ (nachfolgend L._____) und Prof. Dr. M._____ (nachfolgend 

M._____), weshalb im genannten Zeitraum die in Art. 17 Abs. 1 der Statuten so-

wie in Art. 3 Abs. 2 des Organisationsreglements der Klägerin vorgesehene Min-

destanzahl von drei Verwaltungsräten nicht erfüllt war. Die beiden genannten 

Verwaltungsräte waren im vorliegend relevanten Zeitraum vom 9. Juni 2010 bis 

zum 6. September 2010 im Handelsregister mit Kollektivzeichnungsrecht zu zwei-

en eingetragen (Klägerin: act. 1 Rz. 15 ff., act. 24 Rz. 5 ff., Rz. 16 ff., Rz. 24, Rz. 

143 ff.; Beklagte: act. 13 Rz. 9, Rz. 15, Rz. 22 f., Rz. 29, Rz. 36, Rz. 174 ff.; act. 

31 Rz. 15, Rz. 17, Rz. 20 f., Rz. 26 f., Rz. 35, Rz. 41 f., Rz. 119 f.; Entscheid Nr. 

448/01 der Übernahmekommission vom 22. Juli 2010: act. 25/2 S. 2-7; Protokoll 

der ordentlichen Generalversammlung vom 9. Juni 2010: act. 25/3 [bzw. aus-

zugsweise act. 3/10], insbesondere S. 22 ff.; Auszüge aus dem Protokoll der Ver-

waltungsratssitzung vom 15. Juni 2010: act. 3/11 bzw. act. 25/7 S. 9 f.; Statuten 

der Klägerin vom 10. Juni 2009: act. 3/12 S. 9; Organisationsreglement der Kläge-

rin vom 17. September 2009: act. 3/13 S. 1). 

- 5 - 

bb. Am 24. Juni 2010 übte I._____ ein Kaufrecht betreffend 600'000 Aktien 

der Klägerin aus, welches er gegenüber G._____ besass. Im Hinblick auf die zu-

nächst auf den 16. August 2010 anberaumte ausserordentliche Generalversamm-

lung der Klägerin einigte er sich sodann am 26. Juli 2010 mit E._____. Anlässlich 

der ausserordentlichen Generalversammlung vom 6. September 2010, welche auf 

Antrag von I._____ vom 13. Juni 2010 einberufen worden war, wurden sieben zu-

sätzliche Personen in den Verwaltungsrat gewählt, darunter die drei am 9. Juni 

2010 abgewählten Verwaltungsräte. Damit war der Verwaltungsrat der Klägerin 

wieder statuten- und organisationsreglementskonform bestellt (Klägerin: act. 1 Rz. 

15 f., Rz. 27; act. 24 Rz. 12 ff., Rz. 32, Rz. 53, Rz. 103 f., Rz. 113; Beklagte: act. 

13 Rz. 174 f., Rz. 187; act. 31 Rz. 23, Rz. 43, Rz. 64, Rz. 100, Rz. 112, Rz. 119 

f., Rz. 330; Antrag von I._____ vom 13. Juni 2010: act. 25/4; Entscheid Nr. 448/01 

der Übernahmekommission vom 22. Juli 2010: act. 25/2 S. 8; Protokoll der aus-

serordentlichen Generalversammlung vom 6. September 2010: act. 3/19 S. 20 ff.). 

bc. Zwischen dem 9. Juni und dem 9. September 2010 verfügte die Klägerin 

über keine genügenden internen Ressourcen, um die Öffentlichkeitsarbeit eigen-

ständig wahrnehmen zu können. Zur Unterstützung der internen und externen Un-

ternehmenskommunikation war sie daher darauf angewiesen, eine professionelle 

externe Dienstleistungsanbieterin beizuziehen (Klägerin: act. 24 Rz. 141, Rz. 145; 

Beklagte: act. 13 Rz. 7, Rz. 10, Rz. 47, Rz. 192; act. 31 Rz. 53, Rz. 147, Rz. 335). 

Am 9. Juni 2010 zog die Klägerin die Beklagte als externe Kommunikationsbera-

terin bei (Klägerin: act. 24 Rz. 147 ff.; Beklagte: act. 13 Rz. 50; act. 31 Rz. 154). 

Am 14. Juli 2010 unterzeichneten die Parteien einen Zusammenarbeitsvertrag, 

mit welchem sich die Beklagte verpflichtete, die Klägerin in sämtlichen Belangen 

der externen und internen Kommunikation zu unterstützen. Im Vertrag wurden die 

wesentlichen Konditionen der Kommunikationsberatungstätigkeit der Beklagten 

geregelt und festgehalten, dass die Zusammenarbeit bereits am 9. Juni 2010 be-

gonnen hatte. Seitens der Klägerin wurde der Vertrag von L._____ und M._____ 

unterzeichnet (Klägerin: act. 1 Rz. 20, act. 24 Rz. 143, Rz. 147 f.; Beklagte: act. 

13 Rz. 15, Rz. 50 f., Rz. 180, Rz. 191; Zusammenarbeitsvertrag vom  

14. Juli 2010: act. 3/2). Gestützt auf diesen Zusammenarbeitsvertrag stellte die 

Beklagte der Klägerin am 2. August 2010 bezüglich im Juli 2010 erbrachter Kom-

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munikationsdienstleistungen zuzüglich Auslagen bzw. Spesen sowie Mehrwert-

steuer CHF 90'046.25 in Rechnung. Am 31. August 2010 stellte die Beklagte der 

Klägerin bezüglich im August 2010 erbrachter Kommunikationsdienstleistungen 

zuzüglich Auslagen bzw. Spesen sowie Mehrwertsteuer CHF 97'746.60 in Rech-

nung. Für weitere in der Zeit vom 1. bis 6. September 2010 erbrachte Kommuni-

kationsdienstleistungen stellte die Beklagte der Klägerin am 3. September 2010 

eine Honorarpauschale von CHF 7'500.00 zuzüglich Mehrwertsteuer von 

CHF 570.00, ingesamt CHF 8'070.00, in Rechnung. Somit liess die Beklagte der 

Klägerin für im Zeitraum vom 1. Juli bis 6. September 2010 erbrachte Leistungen 

drei Honorarrechnungen im Gesamtbetrag von CHF 195'862.85 zukommen (Klä-

gerin: act. 1 Rz. 23, act. 24 Rz. 143; Beklagte: act. 13 Rz. 16 ff., Rz. 183; Hono-

rarrechnungen der Beklagten vom 2. August 2010, vom 31. August 2010 und vom 

3. September 2010: act. 3/15-17 = act. 14/10-12). Am 3. September 2010 unter-

zeichneten L._____ und M._____ eine Schuldanerkennung, wonach die Beklagte 

basierend auf dem Zusammenarbeitsvertrag vom 14. Juli 2010 für die Klägerin 

Leistungen im genannten Gesamtbetrag erbracht hat und die Klägerin anerkennt, 

die drei Rechnungen vom 2. und vom 31. August 2010 sowie vom 3. September 

2010 vorbehaltlos zu schulden (Klägerin: 1 Rz. 25; Beklagte:  

13 Rz. 21 f.; Schuldanerkennung vom 3. September 2010: act. 3/18). 

bd. Drei Tage nach der Zuwahl von sieben Verwaltungsräten, nämlich mit 

Schreiben vom 9. September 2010, widerrief die Klägerin gegenüber der Beklag-

ten ein allfälliges Mandatsverhältnis mit sofortiger Wirkung und forderte sie zu-

gleich auf, über ihre Tätigkeit Rechenschaft abzulegen und sämtliche Mandatsak-

ten herauszugeben. Damit wurde der Zusammenarbeitsarbeitsvertrag vom  

14. Juli 2010 mit sofortiger Wirkung beendet (Klägerin: act. 1 Rz. 28; Beklagte:  

13 Rz. 188; act. 31 Rz. 331; Schreiben der Klägerin an die Beklagte vom 9. Sep-

tember 2010: act. 3/20). Mit Schreiben vom 5. Oktober 2010 erklärte die Klägerin 

sodann, dass sie die Schuldanerkennung vom 3. September 2010 anfechte bzw. 

widerrufe (Klägerin: act.  1 Rz. 26, Rz. 29; Beklagte: act. 13 Rz. 186, Rz. 189; 

Schreiben der Klägerin an die Beklagte vom 5. Oktober 2010: act. 3/21). 

c. Wesentliche Prozessstandpunkte der Parteien 

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ca. Die Klägerin vertritt in erster Linie den Standpunkt, ihr Verwaltungsrat sei 
im Zeitraum vom 15. Juni 2010 bis zum 6. September 2010 gemäss Statuten und 

Organisationsreglement nicht gehörig bestellt und daher nicht beschlussfähig ge-

wesen. Die Beklagte habe um die mangelhafte Zusammensetzung des Verwal-

tungsrates gewusst und könne sich daher nicht darauf berufen, gutgläubig auf die 

im Handelsregister eingetragene Kollektivunterschrift von L._____ und M._____ 

vertraut zu haben. Vor dem Hintergrund des in jenem Zeitpunkt bestehenden und 

der Beklagten bekannten Organisationsmangels im Verwaltungsrat sei der Zu-

sammenarbeitsvertrag vom 14. Juli 2010 sowie die Schuldanerkennung vom 3. 

September 2010 nicht gültig zustandegekommen und würde die Klägerin nicht 

binden. Weder der Zusammenarbeitsvertrag noch die Schuldanerkennung seien 

nach der Generalversammlung vom 6. September 2010 vom wieder ordnungs-

gemäss konstituierten und beschlussfähigen Verwaltungsrat anerkannt bzw. ge-

nehmigt worden. Die von der Beklagten geltend gemachten Forderungen bestün-

den daher nicht (act. 1 Rz. 18 ff., Rz. 30, Rz. 33 f.; act. 24 Rz. 15, Rz. 25, Rz. 125 

f.). Zudem bringt die Klägerin vor, die Beklagte habe L._____ und M._____ bei ih-

ren Bemühungen zum Machterhalt unterstützt und ihre Leistungen auch entspre-

chend den persönlichen Interessen der genannten Personen erbracht, nicht im 

allgemeinen Interesse der Gesellschaft. Der Zusammenarbeitsvertrag und die 

Schuldanerkennung würden die Klägerin auch aus diesem Grund nicht binden 

(act. 1 Rz. 24, Rz. 31, Rz. 36; act. 24 Rz. 42, Rz. 47, Rz. 127 ff.). Schliesslich be-

streitet die Klägerin, dass die in den Rechnungen aufgeführten Leistungen er-

bracht worden seien (act. 1 Rz. 24, Rz. 35; act. 24 Rz. 143, Rz. 150-303). 

cb. Die Beklagte wendet ein, mit L._____ und M._____ seien auch nach dem 
Rücktritt von K._____ am 15. Juni 2010 weiterhin zwei vertretungsbefugte Perso-

nen gültig als Mitglieder des Verwaltungsrates der Klägerin bestellt gewesen. 

Durch das ihnen eingeräumte Kollektivzeichnungsrecht zu zweien seien sie zi-

vilirechtlich jederzeit befugt gewesen, die Klägerin rechtsgültig zu verpflichten. 

Aufgrund ihrer kollektiven Vertretungsmacht stehe der zivilrechtlichen Gültigkeit 

des Zusammenarbeitsvertrages vom 14. Juli 2010 sowie der Schuldanerkennung 

vom 3. September 2010 im Aussenverhältnis nichts entgegen. Dementsprechend 

sei eine "Anerkennung" des streitgegenständlichen Mandates nach der General-

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versammlung vom 6. September 2010 durch den mit neuen Personen bestückten 

Verwaltungsrat der Klägerin nicht erforderlich gewesen (act. 13 Rz. 29, Rz. 37 ff., 

Rz. 179 ff., Rz. 196 f.; act. 31 Rz. 36, Rz. 119 f.). Zudem habe es für den Ab-

schluss des Zusammenarbeitsvertrages und die Ausstellung der Schuldanerken-

nung keines Verwaltungsratsbeschlusses bedurft, sondern sei die (interne) Kom-

petenz u.a. zum Abschluss dieser Rechtsgeschäfte gültig an die Geschäftsleitung 

delegiert worden. M._____ sei am 15. Juni 2010 noch vor dem Rücktritt von 

K._____ zum Delegierten des Verwaltungsrates und damit gleichzeitig zum ge-

schäftsführenden Direktor der Klägerin bestellt worden, weshalb primär ihm und 

weiteren Personen mit Kollektivzeichnungsrecht zu zweien die Kompetenz zum 

Beschluss über die betreffenden Rechtsgeschäfte  zugekommen sei (act. 13 

Rz. 31 ff., Rz. 44, Rz. 182). Die Leistungserbringung sei im Interesse der Klägerin 

und nicht für L._____ und M._____ persönlich erfolgt (act. 13 Rz. 46 f., Rz. 184, 

Rz. 192 f.). Abgesehen davon habe seitens der Beklagten keine Verpflichtung be-

standen, die dem Zusammenarbeitsvertrag zugrunde liegenden Entscheide und 

Instruktionen in rechtlicher Hinsicht zu hinterfragen oder deren Verträglichkeit mit 

allenfalls divergierenden Interessen in der Gesellschaft zu prüfen und darauf 

Rücksicht zu nehmen; diese Verantwortung sei alleine bei den vertretungsberech-

tigten Personen der Klägerin gelegen (act. 13 Rz. 12, Rz. 192, Rz. 200; act. 31 

Rz. 133). Zudem betont die Beklagte, dass sämtliche in Rechnung gestellten Leis-

tungen erbracht worden seien (act. 13 Rz. 13 ff., Rz. 55-165; act. 31 Rz. 137 ff., 

Rz. 142, Rz. 155-321). Die Beklagte beantragt, die Aberkennungsklage vollum-

fänglich abzuweisen, sofern überhaupt darauf einzutreten sei (act. 13 S. 2, 

Rz. 48, Rz. 168; act. 31 S. 2, Rz. 13). 

B. Prozessverlauf 

Am 9. August 2011 reichte die Klägerin die vorliegende Aberkennungsklage 

(act. 1) sowie ein erstes Beweismittelverzeichnis zu den Klagebeilagen (act. 3/2-

22) ein. Mit Präsidialverfügung vom 11. August 2011 wurde der Klägerin Frist zur 

Leistung eines Vorschusses für die Gerichtskosten in der Höhe von 

CHF 16'800.00 und der Beklagten zur Stellungnahme zum klägerischen Sistie-

rungsantrag angesetzt (Prot. S. 2 f.). Der Vorschuss für die Gerichtskosten wurde 

- 9 - 

fristgerecht geleistet (act. 7). Mit Eingabe vom 16. September 2011 beantragte die 

Beklagte die Abweisung des Sistierungsantrages (act. 8). Am 22. September 

2011 zog die Klägerin den Sistierungsantrag zurück und ersuchte um Fristanset-

zung zur Einreichung der Klageantwort (act. 11). Mit Verfügung vom 26. Septem-

ber 2011 wurde der Rückzug des Sistierungsantrages vorgemerkt und der Be-

klagten Frist zur Klageantwort angesetzt (Prot. S. 5). Die Klageantwortschrift da-

tiert vom 29. November 2011 (act. 13), mit dieser wurde ein erstes Beweismittel-

verzeichnis eingereicht (act. 14 S. 1-7). Am 31. Januar 2012 wurden die Parteien 

zu einer Vergleichsverhandlung auf den 15. Mai 2012 vorgeladen (act. 16/1). Mit 

Eingabe vom 7. Mai 2012 teilte die Klägerin mit, sie sei nach detailliertem Studium 

der Klageantwort zur Auffassung gelangt, dass eine Vergleichsverhandlung zum 

"heutigen" Zeitpunkt nicht zielführend sei und beantragte die Durchführung eines 

zweiten Schriftenwechsels (act. 19). Daraufhin wurden die Vorladungen zur Ver-

gleichsverhandlung abgenommen und der Klägerin Frist zur Erstattung der Replik 

angesetzt (Prot. S. 8). Mit Eingabe vom 14. Mai 2012 stellte die Beklagte den An-

trag, die Klägerin zu verpflichten, der Beklagten für die unnötigen Kosten der be-

rufsmässigen Vertretung im Hinblick auf die Vergleichsverhandlung eine ausser-

ordentliche Parteientschädigung zu bezahlen (act. 21). Diese Eingabe wurde der 

Klägerin zur Stellungnahme im Rahmen der Replik zugestellt und der Entscheid 

über diesen Antrag im Endentscheid vorgesehen (Prot. S. 9). Die Replik datiert 

vom 10. Juli 2012 (act. 24); gleichzeitig reichte die Klägerin ein zweites Beweis-

mittelverzeichnis zu den Replikbeilagen (act. 25/1-32) ein. Die Duplik wurde am 

7. November 2012 erstattet (act. 31) und ein zweites Beweismittelverzeichnis ein-

gereicht (act. 32 S. 1-9). Das Doppel der Duplik einschliesslich Beilagen wurden 

der Klägerin mit Verfügung vom 9. November 2012 zugestellt (act. 33). 

Mit Verfügung vom 16. September 2013 wurde den Parteien Frist zur Erklärung 

angesetzt, ob sie - unter Vorbehalt der allfälligen Durchführung eines Beweisver-

fahrens - auf die Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung verzichten. 

Gleichzeitig wurde die Gerichtsbesetzung bekannt gegeben (act. 37). Während 

die Beklagte mit Schreiben vom 4. Oktober 2013 auf die Durchführung der münd-

lichen Hauptverhandlung verzichtete (act. 39), teilte die Klägerin mit Schreiben 

- 10 - 

vom 8. Oktober 2013 mit, nicht darauf zu verzichten (act. 40). Nach der Aus-

standserklärung von Handelsrichter N._____ vom 25. Oktober 2013 (act. 41) wur-

de dieser mit Verfügung vom 28. Oktober 2013 durch Handelsrichter Alexander 

Pfeifer ersetzt (act. 42). Nachdem die Parteien am 17. Dezember 2013 zur 

Hauptverhandlung auf den 29. Januar 2014 vorgeladen worden waren, beantrag-

te die Klägerin mit Eingabe vom 15. Januar 2014 den Ausstand von Handelsrich-

ter Alexander Pfeifer sowie die Vertagung der Hauptverhandlung, bis über die ge-

hörige Besetzung des Gerichts rechtskräftig entschieden sei (act. 44 S. 2). Mit 

Verfügung vom 17. Januar 2014 wurde Handelsrichter Alexander Pfeifer Frist an-

gesetzt, um schriftlich zum Ausstandsbegehren der Klägerin Stellung zu nehmen. 

Gleichzeitig wurde verfügt, dass die Hauptverhandlung vom 29. Januar 2014 nicht 

vertagt werde (act. 46). Mit Stellungnahme vom 20. Januar 2014 teilte Handels-

richter Alexander Pfeifer mit, dass er keinen Grund sehe, um in den Ausstand zu 

treten, und dass er sich als nicht befangen erachte (act. 48). Diese Stellungnah-

me wurde den Parteien mit Verfügung vom 22. Januar 2014 zugestellt (act. 49). 

Am 29. Januar 2014 wurde zunächst die Verhandlung betreffend Ausstandsbe-

gehren durchgeführt. Nach den Stellungnahmen der Parteien wurde darüber be-

raten und den Parteien mündlich eröffnet, dass auf das Ausstandsbegehren der 

Klägerin in Bezug auf Handelsrichter Alexander Pfeifer nicht eingetreten worden 

sei. Daraufhin hielten die Parteien im Rahmen der Hauptverhandlung ihre Partei-

vorträge. Beide Parteien bestätigten ihre Anträge und machten keine Noven gel-

tend (Prot. S. 22 ff.; act. 52-54). 

Der Prozess erweist sich nun als spruchreif. 

 

Erwägungen: 

1. Formelles 

1.1. Zuständigkeit 

- 11 - 

1.1.1. Eine ausschliessliche Gerichtsstandsvereinbarung geht dem in Art. 83 

Abs. 2 SchKG vorgesehenen, nicht zwingenden Gerichtsstand am Ort der Betrei-

bung vor (STAEHELIN, in: Basler Kommentar zum SchKG I, 2. Aufl. 2010, N 35 zu 

Art. 83 SchKG m.w.H.; VOCK, in: HUNKELER [Hrsg.], Kurzkommentar SchKG, 

2009, N 7 zu Art. 83 SchKG). Es ist unbestritten, dass die Parteien in Ziffer IV. 

des Zusammenarbeitsvertrages vom 14. Juli 2010 (act. 3/2 S. 2) Zürich als aus-

schliesslichen Gerichtsstand vereinbart haben (Klägerin: act. 1 Rz. 2; Beklagte: 

act. 13 Rz. 168 f.). Die örtliche Zuständigkeit in Zürich ist aufgrund der Gerichts-

standsvereinbarung im Sinne von Art. 17 ZPO gegeben. 

1.1.2. Soweit nicht kantonalrechtliche Spezialvorschriften bestehen, ist dasjeni-

ge Gericht zur Behandlung der Aberkennungsklage sachlich zuständig, welches 

auch für eine entsprechende normale materielle Klage zuständig wäre (STAEHE-

LIN, a.a.O., N 39 zu Art. 83 SchKG; VOCK, a.a.O., N 8 zu Art. 83 SchKG). Das 

Handelsgericht ist sachlich zuständig, da es bei der vorliegenden Klage um die 

geschäftliche Tätigkeit der Parteien geht, der Streitwert CHF 30'000 übersteigt 

und beide Parteien im Handelsregister eingetragen sind (Art. 6 Abs. 1 und Abs. 2 

ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG). 

1.1.3. Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons 

Zürich ist somit gegeben und blieb auch unbestritten (Klägerin: act. 1 Rz. 2 ff.; 

Beklagte: act. 13 Rz. 168 f.). 

1.2. Weitere Prozessvoraussetzungen 

1.2.1. Prozessvoraussetzung für die Aberkennungsklage ist eine im Zeitpunkt 

der Klageeinreichung gültige Betreibung. Weitere Voraussetzung ist, dass der 

Schuldner Rechtsvorschlag erhoben und der Gläubiger provisorische Rechtsöff-

nung erhalten hat (STAEHELIN, a.a.O., N 17 f. zu Art. 83 SchKG m.w.H.). Die Kla-

gefrist von 20 Tagen gemäss Art. 83 Abs. 2 SchKG beginnt von der Eröffnung des 

erstinstanzlichen Entscheides gemäss Art. 239 Abs. 1 ZPO, d.h. des Rechtsöff-

nungsentscheides im Dispositiv, an zu laufen (STAEHELIN, a.a.O., N 23 zu Art. 83 

SchKG; VOCK, a.a.O., N 11 zu Art. 83 SchKG). 

- 12 - 

1.2.2. Am 30. März 2011 liess die Beklagte der Klägerin durch das Betreibungs-

amt Nyon einen Zahlungsbefehl in Höhe von CHF 195'862.85 zuzüglich Zins zu-

stellen. Dagegen erhob die Klägerin gleichentags Rechtsvorschlag (act. 3/4). Am 

12. April 2011 stellte die Beklagte beim Juge de Paix du district de Nyon das Be-

gehren um provisorische Rechtsöffnung (act. 3/5). Mit Entscheid vom 15. Juli 

2011, der Klägerin zugestellt am 20. Juli 2011, gewährte die Rechtsöffnungsrich-

terin die Rechtsöffnung im Umfang von CHF 195'862.85 zuzüglich Zins zu 5 % 

p.a. ab 10. Dezember 2010 (unbegründeter Entscheid vom 15. Juli 2011: act. 3/6; 

begründeter Entscheid mit Datum vom 18. August 2011: act. 9). Der Rechtsöff-

nungsentscheid wurde von der Klägerin nicht angefochten (act. 11). Die Aberken-

nungsklage wurde am 9. August 2011 erhoben (act. 1). 

1.2.3. Die genannten Prozessvoraussetzungen sind erfüllt. 

1.3. Antrag der Beklagten auf Nichteintreten 

1.3.1. Rechtsmissbräuchlich im Sinne von Art. 52 ZPO ist unter anderem das 

widersprüchliche Verhalten einer Partei im Prozess. Die Parteien und das Gericht 

haben sich im Prozessverlauf kohärent zu verhalten. Namentlich gelten eine Kla-

ge oder eine Einwendung, welche unvereinbar mit der bisherigen Prozessführung 

derselben Partei mit demselben Gegner sind und die auf Erlangung eines unge-

rechtfertigten Vorteils abzielen, als rechtsmissbräuchlich (HURNI, in: Berner Kom-

mentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Band I, 2012, N 59 und N 65 zu 

Art. 52 ZPO; GEHRI, in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessord-

nung, 2010, N 10 zu Art. 52 ZPO). Auf eine rechtsmissbräuchlich eingeleitete 

Klage ist mangels Rechtsschutzinteresse (Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO) nicht einzutre-

ten (SUTTER-SOMM/CHEVALIER, in: SUTTER-SOMM / HASENBÖHLER / LEUENBERGER 

[HRSG.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, 

N 31 zu Art. 52 ZPO m.w.H.; GEHRI, a.a.O., N 16 zu Art. 52 ZPO). 

1.3.2. Die Beklagte macht geltend, die Klägerin verhalte sich widersprüchlich 

und verstosse gegen Treu und Glauben, wenn sie sich - trotz gegenteiliger Vor-

ankündigung - dem Entscheid des Rechtsöffnungsrichters unterziehe und im Ab-

erkennungsprozess an den von ihr im Rechtsöffnungsverfahren nicht angefochte-

- 13 - 

nen Argumenten weiterhin uneingeschränkt festhalte (act. 13 Rz. 27). Dieser Um-

stand sei im vorliegenden Verfahren zu würdigen (act. 31 Rz. 150). 

Für die Erhebung der Aberkennungsklage ist nicht erforderlich, dass sich der 

Schuldner dem Rechtsöffnungsbegehren widersetzt hat. Er kann selbst dann Ab-

erkennungsklage erheben, wenn er das Rechtsöffnungsbegehren unter Vorbehalt 

der Aberkennungsklage anerkannt hat (STAEHELIN, a.a.O., N 18 zu Art. 83 SchKG; 

BGE 123 III 220 E. 4d). 

Der Klägerin stand es somit frei, einerseits den Rechtsöffnungsentscheid vom 

15. Juli 2011 zu akzeptieren und andererseits Aberkennungsklage zu erheben. 

Ein rechtsmissbräuchliches Verhalten kann darin nicht erblickt werden. 

1.3.3. Die Beklagte hält weiter dafür, die Klägerin verhalte sich widersprüchlich, 

wenn sie sich an die Gerichtsstandsvereinbarung im Zusammenarbeitsvertrag 

vom 14. Juli 2010 gebunden sehe und in anderem Zusammenhang geltend ma-

che, die Zusammenarbeitsvereinbarung sei gar nicht gültig, da L._____ und 

M._____ die Klägerin gegenüber der Beklagten zivilrechtlich nicht gültig hätten 

verpflichten können. Dieses widersprüchliche Verhalten sei rechtsmissbräuchlich, 

weshalb auf die Aberkennungsklage nicht einzutreten sei (act. 13 Rz. 168; vgl. 

auch act. 31 Rz. 36, Rz. 325). 

Unabhängig davon, ob eine Gerichtsstandsvereinbarung Bestandteil eines Haupt-

vertrages bildet (Gerichtsstandsklausel) oder ob es sich dabei um eine selbstän-

dige Abrede handelt (Gerichtsstandsvertrag), stellt sie eine vom Hauptvertrag un-

abhängige Übereinkunft dar (Autonomie der Prorogation). Ausser bei Fehleridenti-

tät - beispielsweise im Falle der Handlungsunfähigkeit einer Vertragspartei - muss 

die Gültigkeit der Prorogation daher unabhängig und ohne Rücksicht auf die Gül-

tigkeit des Hauptvertrages geprüft werden (BERGER, in: Berner Kommentar zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung, Band I, 2012, N 43 ff. zu Art. 17 ZPO 

m.w.H.; INFANGER, in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessord-

nung, 2010, N 29 zu Art. 17 ZPO). 

- 14 - 

Zwar wäre es als konsequent zu bezeichnen, hätte sich die Klägerin mit der iden-

tischen Argumentation sowohl gegen die Gültigkeit des Zusammenarbeitsvertra-

ges als auch gegen die Gültigkeit der Gerichtsstandsstandsvereinbarung gewandt 

und dementsprechend die vorliegende Klage am Betreibungsort in Nyon erhoben. 

Da Hauptvertrag und Gerichtsstandsvereinbarung zwei voneinander unabhängige 

Verträge darstellen, kann im Vorgehen der Klägerin indessen kein geradezu 

rechtsmissbräuchliches Verhalten erblickt werden. 

1.3.4. Es liegen keine Gründe für ein Nichteintreten auf die Klage vor. Nachdem 

sämtliche Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Klage einzutreten 

(Art. 59 Abs. 1 ZPO). 

2. Aberkennungsklage 

2.1. Rechtliches 

Bei der Aberkennungsklage im Sinne von Art. 83 Abs. 2 SchKG handelt es sich 

um eine materiellrechtliche negative Feststellungsklage, die auf die Feststellung 

des Nichtbestehens oder der Nichtvollstreckbarkeit der vom Betreibenden geltend 

gemachten Forderung gerichtet ist (BGE 130 III 285  = Pra 94 [2005] Nr. 31 

E. 5.3.1; BGE 134 III 656 E. 5.3.1). Das Feststellungsinteresse ist durch die 

Schuldbetreibung begründet (VOCK, a.a.O., N 6 zu Art. 83 SchKG). Die Aberken-

nungsklage erscheint als das Spiegelbild der Anerkennungsklage gemäss Art. 79 

SchKG, von welcher sie sich allein durch die Umkehr der prozessualen Rolle der 

Parteien - Klägerin ist die betriebene Schuldnerin, Beklagte die betreibende Gläu-

bigerin - unterscheidet. Eine Umkehr der Beweislastverteilung findet bei der Aber-

kennungsklage hingegen nicht statt. Gemäss Art. 8 ZGB hat derjenige das Vor-

handensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. 

Es obliegt somit der Beklagten, den Bestand der strittigen Forderung zu bewei-

sen, zum Beispiel, indem sie eine Schuldanerkennung vorlegt. Die Klägerin ihrer-

seits muss das Nichtbestehen oder die Nichtvollstreckbarkeit der vom Rechtsöff-

nungstitel festgestellten Schuld beweisen (BGE 130 III 285 = Pra 94 [2005] Nr. 31 

E. 5.3.1; BGE 131 III 268 = Pra 95 [2006] Nr. 19 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 

4D_4/2011 vom 1. April 2011 E. 2.1). 

- 15 - 

2.2. Würdigung 

Die Klägerin führt aus, dass die Beklagte den Bestand der von ihr geltend ge-

machten Forderungen zu beweisen habe, da im Aberkennungsprozess trotz Par-

teirollentausch keine Beweislastumkehr stattfinde (act. 1 Rz. 32, act. 24 Rz. 132). 

Dies trifft im Grundsatz zu. Die Beklagte weist indessen zu Recht darauf hin, dass 

die Schuldanerkennung vom 3. September 2010 (act. 3/18) zu einer Änderung 

der Beweislastverteilung führen könnte (act. 31 Rz. 6 ff., Rz. 135, Rz. 144). Da-

rauf ist nachfolgend einzugehen. 

3. Schuldanerkennung vom 3. September 2010 

3.1. Wortlaut der Schuldanerkennung 

Es ist unbestritten, dass L._____ und M._____ am 3. September 2010 eine Erklä-

rung mit folgendem Wortlaut unterzeichneten (act. 3/18): 

"Schuldanerkennung 

B._____ AG, … [Adresse], hat, basierend auf dem Zusammenarbeitsvertrag vom 14. Juli 
2010, Leistungen in der Höhe von insgesamt CHF 195'862.85 für C._____ SA in … er-
bracht. C._____ anerkennt, die Rechnung vom 2. August 2010 im Betrag von Fr. 
90'046.25, vom 31. August 2010 im Betrag von Fr. 97'746.60 und vom 3. September 2010 
von Fr. 8'070.-- vorbehaltlos zu schulden." 

- 16 - 

3.2. Art der Schuldanerkennung 

3.2.1. Die Schuldanerkennung bzw. das Schuldbekenntnis ist die Erklärung des 

Schuldners gegenüber dem Gläubiger, dass eine bestimmte Schuld bestehe 

(SCHWENZER, in: Basler Kommentar zum Obligationenrecht I, 5. Aufl. 2011, N 2 zu 

Art. 17 OR; GAUCH  UND ANDERE, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner 

Teil, Band I, 9. Aufl. 2008, N 1177; SCHÖNENBERGER/JÄGGI, in: Zürcher Kommen-

tar zu den Art. 1-17 OR, 3. Aufl. 1973, N 5 zu Art. 17 OR; Urteile des Bundesge-

richts 4A_17/2009 vom 14. April 2009 E. 3.2, 4C.69/2007 vom 21. Juni 2007 

E. 6.3 sowie 4C.30/2006 vom 18. Mai 2006 E. 3.2). 

3.2.2. Die Klägerin bringt unter Hinweis auf KRAUSKOPF vor, bei der abgegebe-

nen Schuldanerkennung vom 3. September 2010 handle es sich - würde deren 

Gültigkeit angenommen - bezüglich der Anerkennung der Honorarforderungen der 

Beklagten um eine rein deklaratorische Schuldanerkennung, d.h. um eine reine 

Wissenserklärung, wonach bestätigt werde, dass offene Rechnungen in der ver-

merkten Höhe bestünden (act. 24 Rz. 133). 

3.2.3. Im Zusammenhang mit einer Schuldanerkennung wird der Begriff der 

Wissenserklärung in der Lehre nicht einheitlich definiert. 

3.2.4. Eine Wissensmitteilung oder -erklärung liegt nach Auffassung von 

SCHMIDLIN sowie von KUT dann vor, wenn in einem nicht rechtsgeschäftlichen 

Schuldeingeständnis Vorstellungen über das Bestehen oder Nichtbestehen be-

stimmter Tatsachen geäussert werden, beispielsweise nach Verkehrsunfällen, 

Ladendiebstählen oder anderen plötzlichen Schadensfällen. Beschreibt der Erklä-

rende lediglich einen Vorgang, stellt er Tatsachen fest oder enthält seine Äusse-

rung ein Schuldeingeständnis, das keine konkreten Leistungspflichten aufführt, so 

liegt im Zweifel kein Schuldbekenntnis vor (SCHMIDLIN, in: Berner Kommentar zu 

Art. 1-18 OR, 1986, N 40 ff. zu Art. 17 OR; KUT, in: Handkommentar zum Schwei-

zer Privatrecht, Bd. 4, 2. Aufl. 2012, N 3 zu Art. 17 OR; vgl. auch HURNI, in: 

HONSELL [HRSG.], Kurzkommentar zu Art. 1-529 OR, 2008, N 6 zu Art. 17 OR). 

Demgegenüber darf die Erklärung des Schuldners, dass eine bestimmte Schuld 

- 17 - 

bestehe und er diese anerkenne, nicht als blosse Wissensmitteilung verstanden 

werden (SCHMIDLIN, a.a.O., N 18 zu Art. 17 OR). Zwar ist das Schuldbekenntnis 

für sich genommen nur die Äusserung einer Rechtsansicht; doch enthält es immer 

auch den Sinn eines Versprechens, die anerkannte Schuld zu erfüllen, auch wenn 

es sich einzig auf eine schon bestehende Schuld bezieht (SCHÖNENBERGER/JÄGGI, 

a.a.O., N 6 zu Art. 17 OR; SCHMIDLIN, a.a.O., N 18 und N 34 zu Art. 17 OR; KUT, 

a.a.O., N 2 zu Art. 17 OR). 

Im Sinne der vorstehenden Abgrenzung stellt die vorliegenden Erklärung, wonach 

die Klägerin CHF 195'862.85 vorbehaltlos schulde, keine Wissenserklärung, son-

dern eine Schuldanerkennung dar. 

3.2.5. KOLLER und KRAUSKOPF grenzen die deklaratorische von der konstitutiven 

Schuldanerkennung ab. Demgemäss besteht und erschöpft sich die deklaratori-

sche Schuldanerkennung in der Mitteilung des Erklärenden, er halte sich im dar-

gelegten Umfang für verpflichtet. Damit gibt der Erklärende kund, dass die aner-

kannte Schuld nach seinem Wissen besteht, ohne aber zu erklären, sich rechtlich 

verpflichten zu wollen, so dass es sich bei der deklaratorischen Schuldanerken-

nung um eine blosse Wissenserklärung handelt. Eine konstitutive Schuldanerken-

nung ist demgegenüber auf die Herbeiführung von Rechtsfolgen gerichtet und 

liegt nur dann vor, wenn sie zusätzlich zur Wissenserklärung eine rechtsgeschäft-

liche Willenserklärung des Anerkennenden umfasst, sich nach Massgabe der 

Schuldanerkennung zu verpflichten. Dadurch entsteht eine zusätzliche, neue 

Schuld. Im Zweifelsfall ist die Schuldanerkennung deklaratorisch (KOLLER, 

Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, Bd. I, 2006, § 24 N 10, 

N 18 ff., N 37 f.; KRAUSKOPF, Der Begriff, die Erscheinungsformen und die Bedeu-

tung der Schuldanerkennung im Obligationenrecht in; recht 2005, S. 171 ff. [nach-

folgend zit. KRAUSKOPF, in: recht 2005] sowie KRAUSKOPF, Die Schuldanerken-

nung im schweizerischen Obligationenrecht, Diss. 2003, N 26 f., N 127 ff., N 269, 

N 451 f. [nachfolgend zit. KRAUSKOPF, Schuldanerkennung]). 

Im Sinne der Abgrenzung, wie sie von KOLLER und KRAUSKOPF vorgenommen 

wird, liegt vorliegend eine deklaratorische Schuldanerkennung vor, welche nach 

Auffassung dieser Autoren eine blosse Wissenserklärung darstellt. Wie nachfol-

- 18 - 

gend zu zeigen sein wird, erweist sich diese Feststellung im Ergebnis als irrele-

vant. 

3.2.6. Bei einem abstrakten Schuldbekenntnis (Art. 17 OR) erfolgt die Anerken-

nung der Schuld ohne Angabe eines Verpflichtungsgrundes. Demgegenüber liegt 

ein kausales Schuldbekenntnis vor, wenn es den Verpflichtungsgrund selbst 

nennt oder dieser jedenfalls aus den Umständen ersichtlich ist (KUT, a.a.O., N 4 

zu Art. 17 OR; SCHWENZER, a.a.O., N 5 zu Art. 17 OR; HUGUENIN, Obligationen-

recht, 2012, § 1 N 70; SCHMIDLIN, a.a.O., N 47 zu Art. 17 OR; Urteile des Bundes-

gerichts 4A_17/2009 vom 14. April 2009 E. 3.2 sowie 4C.30/2006 vom 18. Mai 

2006 E. 3.2). 

Vorliegend wird mit der Formulierung, wonach die Beklagte für die Klägerin basie-

rend auf dem Zusammenarbeitsvertrag vom 14. Juli 2010 Leistungen in der Höhe 

von insgesamt CHF 195'862.85 erbracht habe, welcher Betrag der Gesamtforde-

rung gemäss den als vorbehaltlos geschuldet bezeichneten drei Rechnungen ent-

spreche, der Verpflichtungsgrund in der Schuldanerkennung vom 3. September 

2010 explizit genannt. Der Beklagten ist darin beizupflichten (act. 31 Rz. 10), dass 

es sich um eine kausale Schuldanerkennung handelt. 

3.3. Wirkungen der Schuldanerkennung 

3.3.1. Gemäss herrschender Lehre begründet das Schuldbekenntnis in materiel-

ler Hinsicht eine mit der anerkannten Schuld inhaltlich gleiche Verpflichtung, die 

Anerkennungsschuld (KUT, a.a.O., N 6 zu Art. 17 OR; GAUCH UND ANDERE, a.a.O., 

N 1181; HURNI, a.a.O., N 7 zu Art. 17 OR; SCHÖNENBERGER/JÄGGI, a.a.O., N 13 zu 

Art. 17 OR; a.M. KOLLER, a.a.O., § 24 N 37 sowie KRAUSKOPF, in: recht 2005, 

S. 174, sowie Schuldanerkennung, N 27 und N 215, für welche Autoren dies nur 

auf die konstitutive, nicht aber auch auf die deklaratorische Schuldanerkennung 

zutrifft). Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts und herrschender Lehre 

entsteht die Anerkennungsschuld allerdings nur, wenn sie im Zeitpunkt der 

Schuldanerkennung tatsächlich bestanden hat (KUT, a.a.O., N 6 zu Art. 17 OR ; 

HUGUENIN, a.a.O., § 1 N 70; SCHWENZER, a.a.O., N 13 zu Art. 17 OR; GAUCH UND 

ANDERE, a.a.O., N 1181; BGE 105 II 183 = Pra 69 [1980] Nr. 30 E. 4a; Urteile des 

- 19 - 

Bundesgerichts 4C.30/2006 vom 18. Mai 2006 E. 3.2 sowie 4A_17/2009 vom 

14. April 2009 E. 3.2; a.M. KRAUSKOPF, in: recht 2005, S. 173, S. 179 sowie 

Schuldanerkennung, N 347 f., wonach dies bei der konstitutiven Schuldanerken-

nung grundsätzlich keine Voraussetzung bildet). Der Gläubiger, der sich auf ein 

kausales oder abstraktes Schuldbekenntnis berufen kann, darf sich ausschliess-

lich auf dieses verlassen. Demnach braucht sich der Gläubiger fortan nicht mehr 

auf den ursprünglichen Verpflichtungsgrund zu berufen, sondern kann das 

Schuldbekenntnis als Klagegrund benutzen, genügt also seiner Behauptungslast, 

indem er die Anerkennung behauptet (Urteil des Bundesgerichts 4C.214/2006 

vom 19. Dezember 2006 E. 4.3.1.; GAUCH UND ANDERE, a.a.O., N 1181; KOLLER, 

a.a.O., § 24 N 23; SCHMIDLIN, a.a.O., N 50 zu Art. 17 OR; SCHÖNENBERGER/ 

JÄGGI, a.a.O., N 13 zu Art. 17 OR; KRAUSKOPF, Schuldanerkennung, N 108 und 

N 124, ist in Bezug auf die diskrete - d.h. die kausale - Schuldanerkennung der-

selben Meinung). 

3.3.2. Von der materiellrechtlichen Lage zu unterscheiden ist die Beweislage. 

Sie besteht darin, dass die Tatsache der Schuldanerkennung für sich allein den 

Schluss auf den Bestand und den Inhalt der anerkannten Schuld zur Zeit der An-

erkennung rechtfertigt. Wird eine Schuldurkunde von dem in ihr genannten Gläu-

biger vorgelegt, so erbringt sie in Verbindung mit der Tatsache, dass sie sich im 

Besitz des Gläubigers befindet, für sich allein den genügenden Beweis dafür, 

dass der in der Urkunde genannte Schuldner die verurkundete Schuld anerkannt 

hat. Damit hat der Gläubiger einen hinreichenden Nachweis zur Durchsetzung 

seines Anspruchs geleistet und braucht nichts weiteres zu beweisen (GAUCH UND 

ANDERE, a.a.O., N 1183; SCHÖNENBERGER/JÄGGI,a.a.O., N 17 ff. zu Art. 17 OR; Ur-

teil des Bundesgerichts 4C.30/2006 vom 18. Mai 2006 E. 3.2, a.M. KRAUSKOPF, 

Schuldanerkennung, N 76, N 124). Gemäss konstanter bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung und beinahe einhelliger Lehre bewirkt eine abstrakte oder eine 

kausale Schuldanerkennung somit eine Umkehr der Beweislast (BGE 131 III 268 

= Pra 95 [2006] Nr. 19 E. 3.2; BGE 105 II 183 = Pra 69 [1980] Nr. 30 E. 4a; Urteile 

des Bundesgerichts 4A_119/2010 vom 29. April 2010 E. 2.1, 4A_17/2009 vom 

14. April 2009 E. 3.2 sowie 4C.30/2006 vom 18. Mai 2006 E. 3.2; KUT, a.a.O., N 7 

zu Art. 17 OR; SCHWENZER, a.a.O., N 8 zu Art. 17 OR; KOLLER, a.a.O., § 24 

- 20 - 

N 24 ff.). Demzufolge erbringt der Gläubiger mit dem Nachweis der Schuldaner-

kennung den ihm obliegenden Hauptbeweis für die Existenz der Forderung (Urteil 

des Bundesgerichts 4C.214/2006 vom 19. Dezember 2006 E. 4.3.1.), und es ob-

liegt nunmehr dem Schuldner, die fehlenden rechtsbegründenden oder verwirk-

lichten rechtsaufhebenden Tatsachen zum Anspruch zu beweisen (Urteil des 

Bundesgerichts 4C. 433/1999 vom 22. Februar 2000 E. 3). Einzig KRAUSKOPF ver-

tritt den Standpunkt, dass sich sowohl die deklaratorische als auch die konstitutive 

Schuldanerkennung lediglich auf die Beweiswürdigung, nicht aber auf die Beweis-

lastverteilung auswirken. Diese Auffassung wird damit begründet, dass eine 

Schuldanerkennung lediglich eine tatsächliche, natürliche Vermutung dafür bewir-

ke, dass die anerkannten Schuld im Zeitpunkt der Schuldanerkennung wahr-

scheinlich bestanden habe, weshalb der Schuldner zur Entkräftung der tatsächli-

chen Vermutung den Gegenbeweis anzutreten habe (KRAUSKOPF, in: recht 2005, 

S. 176 sowie Schuldanerkennung, N 58 ff., N 84, N 107, N 120 ff., N 447 ff.).  Zu 

berücksichtigen ist indessen, dass natürliche Vermutungen aufgrund ihrer Wir-

kung als Beweislastumkehr empfunden werden (LEU, in: BRUNNER / GASSER / 

SCHWANDER [HRSG.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2011, 

N 122 zu Art. 154 ZPO). 

3.3.3. Die Ausstellung einer Schuldanerkennung bedeutet grundsätzlich keine 

Novation der Schuld im Sinne von Art. 116 OR (KOLLER, a.a.O., § 24 N 29 ff.; 

KRAUSKOPF, in: recht 2005, S. 173 sowie Schuldanerkennung, N 204, N 215). Der 

Schuldner kann sich gegenüber dem Gläubiger grundsätzlich auf sämtliche Ein-

reden und Einwendungen berufen, die sich gegen die anerkannte Schuld richten 

(BGE 131 III 268 = Pra 95 [2006] Nr. 19 E. 3.2; BGE 127 III 559 E. 4a; BGE 105 II 

183 = Pra 69 [1980] Nr. 30 E. 4a). Aufgrund der Beweislastumkehr obliegt ihm da-

für der Hauptbeweis, weshalb er sich in der Regel nicht mit dem blossen Bestrei-

ten begnügen kann (Urteil des Bundesgerichts 4C.214/2006 vom 19. Dezember 

2006 E. 4.3.1; HURNI, a.a.O., N 8 zu Art. 17 OR). Während der Schuldner bei ei-

nem abstrakten Schuldbekenntnis vorgängig darzutun hat, auf welchen Verpflich-

tungsgrund es sich bezieht, kann er sich bei einem kausalen Schuldbekenntnis in 

erster Linie darauf beschränken, den angegebenen Verpflichtungsgrund zu ent-

kräften, indem er nachweist, dass der genannte Grund nicht zutrifft und das 

- 21 - 

Schuldversprechen ungültig ist (Urteil des Bundesgerichts 4C. 433/1999 vom 

22. Februar 2000 E. 3; SCHMIDLIN, a.a.O., N 47, vgl. auch N 23 zu Art. 17 OR; 

SCHWENZER, a.a.O., N 6 zu Art. 17 OR). Als mögliche Gegenrechte aus dem 

Grundverhältnis kommen etwa Nichtigkeit wegen Rechts- oder Sittenwidrigkeit, 

Formnichtigkeit, Stundung, die Einreden des nicht oder nicht richtig erfüllten Ver-

trages, der Simulation, der bereits erfolgten Erfüllung oder der Verjährung in Be-

tracht. Ausserdem kann sich der Schuldner auch auf Mängel bei der Abgabe des 

Schuldbekenntnisses stützen, wie etwa fehlende Urteils- oder Handlungsfähigkeit 

oder Willensmängel (SCHWENZER, a.a.O., N 8 f. zu Art. 17 OR m.w.H.; SCHMIDLIN, 

a.a.O., N 51 f. zu Art. 17 OR; KUT, a.a.O., N 6 zu Art. 17 OR m.w.H.; KOLLER, 

a.a.O., § 24 N 30 m.w.H.; BGE 131 III 268 = Pra 95 [2006] Nr. 19 E. 3.2; Urteil 

des Bundesgerichts 4C. 433/1999 vom 22. Februar 2000 E. 3). 

3.3.4. Ausnahmsweise kann der Schuldanerkennung die Wirkung eines Ver-

zichts auf bestimmte oder auf sämtliche aus dem Grundverhältnis entspringenden 

Einwendungen und Einreden zukommen. Ein solches einredeabstraktes Schuld-

bekenntnis ist gemäss Lehre und bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht 

leichthin anzunehmen und hat eindeutig zu sein, da es für den Schuldner von 

grosser Tragweite ist. Der Verzicht auf einzelne oder auf alle Einreden bzw. Ein-

wendungen muss daher ausdrücklich erfolgen oder sich aus den Umständen un-

zweifelhaft ergeben. Beruft sich der Gläubiger auf einen Einredeverzicht, ist er in-

soweit beweispflichtig (SCHWENZER, a.a.O., N 10 ff. zu Art. 17 OR; KUT, a.a.O., 

N 8 zu Art. 17 OR; KRAUSKOPF, Schuldanerkennung, N 244 f., N 274, N 461; 

SCHMIDLIN, a.a.O., N 26 und N 53 ff. zu Art. 17 OR; BGE 65 II 66 E. 8b; BGE 127 

III 559 E. 4a; Urteile des Bundesgerichts 4C.214/2006 vom 19. Dezember 2006 

E. 4.3.2 sowie 4C.69/2007 vom 21. Juni 2007 E. 6.3). Durch Auslegung des Par-

teiwillens ist die Frage zu entscheiden, ob der Anerkennende auf sämtliche Einre-

den oder bloss einen Teil derselben verzichtet hat. Dabei ist die Frage des Einre-

deverzichts bezogen auf die im konkreten Streitfall erhobenen Einreden zu stellen 

(BUCHER, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 2. Aufl. 1988, 

S. 58, S. 61; vgl. auch KRAUSKOPF, Schuldanerkennung, N 249, N 274). 

- 22 - 

Bei einem Einredeverzicht hat die Schuldanerkennung materiellrechtliche Wirkun-

gen. Durch die Schuldanerkennung wird die Forderung gleichzeitig auf eine neue 

rechtliche Basis gestellt, welcher Vorgang vom Begriff der Novation erfasst wird. 

Ein totaler Einredeverzicht scheitert aber zumindest an den allgemeinen Ver-

tragsgrenzen der Rechts- und Sittenwidrigkeit, der Übervorteilung und der Wil-

lensmängel. Im Übrigen aber ist dem Schuldner die Berufung auf die vom Ver-

zicht erfassten Einreden und Einwendungen verwehrt (SCHWENZER, a.a.O., N 10 

zu Art. 17 OR; BUCHER, a.a.O., S. 58, S. 61 f.; SCHMIDLIN, a.a.O., N 56 f. zu 

Art. 17 OR). Das Bestehen von Einredeabstraktheit entbindet die fordernde Partei 

somit weitgehend davon, sich mit Gegenargumenten, welche die (richtige) Erfül-

lung oder Gültigkeit des Grundgeschäftes anzweifeln, auseinandersetzen zu 

müssen (ZR 100 [2001] Nr. 50 E. 4). 

3.4. Beweislastverteilung im vorliegenden Verfahren 

3.4.1. Nach einhelliger Lehre und bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann der 

Gläubiger eine kausale Schuldanerkennung als Klagegrund benutzen und genügt 

seiner Behauptungslast, indem er die Anerkennung behauptet.  

Im Rahmen der vorliegenden Aberkennungsklage beruft sich die Beklagte denn 

auch primär auf die kausale Schuldanerkennung vom 3. September 2010 und 

bloss im Eventualstandpunkt auf den ursprünglichen Verpflichtungsgrund, d.h. 

den Zusammenarbeitsvertrag vom 14. Juli 2010 und die gestützt darauf erbrach-

ten Leistungen (act. 31 Rz. 135 ff.). 

3.4.2. Die Klägerin vertritt die Auffassung, dass die Schuldanerkennung keine 
Beweislastumkehr bewirke. Sie führt aus, durch die Unterzeichnung der Schuld-

anerkennung vom 3. September 2010 sei keine neue Schuld entstanden (keine 

Novation), sondern es sei mit einer reinen Wissenserklärung die Höhe der Hono-

rarnoten der Beklagten bestätigt worden, was dieser im Hinblick auf ein künftiges 

Inkasso durch einen provisorischen Rechtsöffnungstitel einen Vorteil bringen soll-

te (act. 24 Rz. 130, Rz. 133).  

- 23 - 

Die in der Literatur umstrittene Frage, ob auch eine deklaratorische Schuldaner-

kennung in materieller Hinsicht eine mit der anerkannten Schuld inhaltlich gleiche 

Verpflichtung begründet, erweist sich vorliegend als irrelevant, nachdem gemäss 

KOLLER und KRAUSKOPF eine deklaratorische Schuldanerkennung in prozessualer 

Hinsicht dieselben Wirkungen entfaltet wie eine konstitutive Schuldanerkennung 

(vgl. KOLLER, a.a.O., § 24 N 22 ff.; KRAUSKOPF, Schuldanerkennung, N 27, 

N 58 ff.). Dementsprechend kann die Klägerin aus der Feststellung, dass es sich 

bei der Schuldanerkennung vom 3. September 2010 gemäss der Definition von 

KOLLER und KRAUSKOPF um eine reine Wissenserklärung handelt, nichts zu ihren 

Gunsten ableiten. Dass die Ausstellung einer Schuldanerkennung grundsätzlich 

keine Novation bedeutet, ändert nichts daran, dass eine Schuldanerkennung ge-

mäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung und fast einhelliger Lehre 

zu einer Beweislastumkehr führt. Die Beklagte hat mit dem Nachweis der Schuld-

anerkennung den Hauptbeweis für die Existenz der Forderung erbracht. Sie weist 

zutreffend darauf hin, dass die Beweislast bezüglich der gegen die Schuldaner-

kennung vorgebrachten Einreden bei der Klägerin liegt (act. 31 Rz. 11 f., Rz. 135, 

Rz. 137, Rz. 144, Rz. 153). 

3.4.3. Die Beklagte macht geltend, mit der Verwendung des Wortes "vorbehalt-

los" in der Schuldanerkennung habe die Klägerin auf sämtliche Einwendungen 

und Einreden aus dem Grundverhältnis verzichtet (act. 13 Rz. 48; act. 31 Rz. 12, 

Rz. 137). Die Klägerin bestreitet sinngemäss die Einredeabstraktheit der Schuld-

anerkennung, indem sie ausführt, die Unterzeichnung der Schuldanerkennung 

vom 3. September 2010 habe keine Novation zur Folge gehabt (act. 24 Rz. 133). 

Für die Behauptung der Beklagten, aufgrund der Verwendung des Wortes "vor-

behaltlos" liege eine einredeabstrakte Schuldanerkennung vor, liegt die Beweis-

last bei ihr als Gläubigerin. 

Da der Verzicht auf einzelne oder auf alle Einreden bzw. Einwendungen gegen 

eine Schuldanerkennung ausdrücklich zu erfolgen hat oder sich aus den Umstän-

den unzweifelhaft ergeben muss, kann vorliegend aufgrund der Formulierung 

"vorbehaltlos zu schulden" allein kein genereller Verzicht der Klägerin auf sämtli-

che Einreden und Einwendungen abgeleitet werden, namentlich soweit es um 

- 24 - 

Einreden gegen die Schuldanerkennung selber geht. Nachfolgend ist auf die ein-

zelnen Einreden der Klägerin einzugehen und in Bezug auf jede Einrede geson-

dert zu prüfen, ob hinsichtlich dieser konkreten Einrede von einem Einredever-

zicht auszugehen ist, so dass der Klägerin die Berufung darauf verwehrt wäre. 

4. Fehlende Beschlussfähigkeit des Verwaltungsrates 

4.1. Parteistandpunkte 

4.1.1. Aus der Tatsache, dass der Verwaltungsrat der Klägerin vom 15. Juni 2010 

bis zum 6. September 2010 nicht statuten- und organisationsreglementskonform 

bestellt war, leitet die Klägerin ab, ihr Verwaltungsrat sei in jenem Zeitraum nicht 
beschlussfähig gewesen, weshalb der Zusammenarbeitsvertrag vom 14. Juli 2010 

sowie die Schuldanerkennung vom 3. September 2010 nicht gültig zustande ge-

kommen seien und die Klägerin daher nicht binden würden (act. 1 Rz. 18 ff., 

Rz. 30, Rz. 33 f.; act. 24 Rz. 25, Rz. 125 f.). 

4.1.2. Die Beklagte vertritt den Standpunkt, mit L._____ und M._____ seien im 
relevanten Zeitraum zwei vertretungsbefugte Personen gültig als Mitglieder des 

Verwaltungsrates der Klägerin bestellt gewesen. Durch das ihnen eingeräumte 

Kollektivzeichnungsrecht zu zweien seien sie zivilrechtlich jederzeit befugt gewe-

sen, die Klägerin rechtsgültig zu verpflichten. Aufgrund ihrer kollektiven Vertre-

tungsmacht stehe der zivilrechtlichen Gültigkeit dieser beiden Rechtsgeschäfte im 

Aussenverhältnis nichts entgegen (act. 13 Rz. 29, Rz. 37 ff., Rz. 179 ff., 

Rz. 196 f.; act. 31 Rz. 36, Rz. 119 f.). Abgesehen davon habe es zum Abschluss 

dieser Rechtsgeschäfte keines Verwaltungsratsbeschlusses bedurft, sondern sei 

die (interne) Kompetenz u.a. dafür gültig an die Geschäftsleitung delegiert wor-

den. M._____ sei am 15. Juni 2010 noch vor dem Rücktritt von K._____ zum De-

legierten des Verwaltungsrates und damit gleichzeitig zum geschäftsführenden 

Direktor der Klägerin bestellt worden, weshalb primär ihm und weiteren Personen 

mit Kollektivzeichnungsrecht zu zweien die Kompetenz zum Beschluss über die 

betreffenden Rechtsgeschäfte  zugekommen sei (act. 13 Rz. 31 ff., Rz. 44, Rz. 

182). 

- 25 - 

4.2. Keine Einredeabstraktheit 

In Bezug auf die Einrede, der Zusammenarbeitsvertrag und die Schuldanerken-

nung seien mangels Beschlussfähigkeit der unterzeichnenden Verwaltungsräte 

nicht gültig zustandegekommen, kann keine Einredeabstraktheit vorliegen. Wäre 

die Ungültigkeit aus dem von der Klägerin geltend gemachten Grund zu bejahen, 

so würde die Schuldanerkennung keine Wirkungen entfalten und entfiele von 

Vornherein die Möglichkeit, dass es sich um eine einredeabstrakte Schuldaner-

kennung handelt. 

4.3. Rechtliches 

4.3.1. Juristische Personen handeln durch ihre Organe (vgl. Art. 55 ZGB). Beim 

ordnungsgemäss im Handelsregister eingetragenen Verwaltungsrat einer Aktien-

gesellschaft (AG) besteht unabhängig von den Aufgaben, welche er tatsächlich 

erfüllt, eine formelle Organstellung (MÜLLER / LIPP / PLÜSS, Der Verwaltungsrat, 

3. Aufl. 2007, S. 31). Der Verwaltungsrat führt die Geschäfte der Gesellschaft, 

soweit er die Geschäftsführung nicht übertragen hat, was abgesehen in Bezug auf 

die unübertragbaren und unentziehbaren Aufgaben zulässig ist (Art. 716 Abs. 2 

i.V.m. Art. 716a und Art. 716b OR). Grundsätzlich vertritt er die Gesellschaft nach 

aussen, d.h. gegenüber Dritten, doch kann er die Vertretung einem oder mehre-

ren Mitgliedern (Delegierten) oder Dritten (Direktoren) übertragen (Art. 718 Abs. 1 

und Abs. 2 OR). Mindestens ein Mitglied des Verwaltungsrates muss zur Vertre-

tung der Gesellschaft befugt sein (Art. 718 Abs. 3 OR).   

4.3.2. Im Zusammenhang mit der Vertretung der AG nach aussen ist es wesent-

lich, die Begriffe Vertretungsbefugnis und Vertretungsmacht voneinander abzu-

grenzen. Bei der Frage der Vertretungsbefugnis geht es um die interne Erlaubnis, 

die Gesellschaft gegenüber Dritten zu verpflichten bzw. darum, inwieweit jemand 

berechtigt ist, für die AG Rechtsgeschäfte abzuschliesen. Demgegenüber ist es 

eine Frage der Vertretungsmacht, ob bzw. unter welchen Voraussetzungen das 

rechtsgeschäftliche Handeln im Namen der AG dieser anzurechnen ist. Vertre-

tungsmacht bezeichnet also den Bereich des rechtlichen Könnens, der Möglich-

keit, unmittelbar für die Gesellschaft Rechtswirkungen zu erzeugen; Vertretungs-

- 26 - 

befugnis degegenüber den Bereich des rechtlichen Dürfens des Vertreters 

(FORSTMOSER / MEIER-HAYOZ / NOBEL, Schweizerisches Aktienrecht, 1996, § 30 

N 79 ff.; BÖCKLI, Schweizer Aktienrecht, 4. Aufl. 2009, § 13 N 496a ff.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 4A_357/2007 vom 8. April 2008 E. 4.2 f.; WATTER verwendet 

in diesem Zusammenhang die Begriffe Vertretungsrecht bzw. Organvollmacht und 

Vertretungswirkung, vgl. WATTER in: Basler Kommentar zum Obligationenrecht II, 

4. Aufl. 2012, N 17 ff. zu Art. 718 OR sowie N 6 ff. zu Art. 718a OR). 

4.3.3. In Bezug auf den Aspekt der Vertretungsmacht ergibt sich aus 

Art. 718a Abs. 1 OR, dass die zur Vertretung befugten Personen im Namen der 

AG alle Rechtshandlungen vornehmen können, die der Zweck der Gesellschaft 

mit sich bringen kann. Das Bundesgericht fasst die Zweckgrenze in seiner Recht-

sprechung seit jeher weit auf. Erfasst werden auch ungewöhnliche Geschäfte, so-

fern sie auch nur möglicherweise im Gesellschaftszweck begründet sind. Jenseits 

der Zweckgrenze liegen demgemäss nur Geschäfte, die der Zweck nicht mit sich 

bringen kann, d.h. die durch diesen geradezu ausgeschlossen sind (BGE 111 II 

284 E. 3b; BGE 116 II 320 E. 3a; WATTER, a.a.O., N 3 zu Art. 718a OR m.w.H.; 

BÖCKLI, a.a.O., § 13 N 497 m.w.H.). Die AG darf die Vertretungsbefugnis der Ver-

tretungsorgane zu zweckmässigen Geschäften intern beliebig begrenzen, etwa 

indem einzelne Rechtshandlungen von der Organvollmacht ausgenommen wer-

den oder summenmässige Kompetenzlimiten aufgestellt werden (WATTER, a.a.O., 

N 6 zu Art. 718a OR; FORSTMOSER / MEIER-HAYOZ / NOBEL, a.a.O., § 30 N 99 f.). 

Gemäss Art. 718 Abs. 1 Satz 2 ist ohne statutarische oder reglementarische Ab-

änderung jedes Verwaltungsratsmitglied einzelzeichnungsberechtigt. Als im Han-

delsregister eintragbaren Beschränkungen der Organvollmacht bzw. der Vertre-

tungsbefugnis erlaubt das OR das Kollektivzeichnungsrecht und die Begrenzung 

des Zeichnungsrechts auf den Hauptsitz oder die Filiale (WATTER, a.a.O., N 15 zu 

Art. 718a OR; BÖCKLI, a.a.O., § 13 N 498, N 505 f.). Analog zu einem (intern ge-

sehen) zweckwidrigen Geschäft macht sich das Vertretungsorgan intern verant-

wortlich bzw. haftet im Rahmen von Art. 754 OR, wenn es schädigende Geschäf-

te abschliesst, die ausserhalb seiner Kompetenzen liegen (WATTER, a.a.O., N 7 

zu Art. 718a OR; BÖCKLI, a.a.O., § 13 N 600). Gegenüber gutgläubigen Dritten 

haben interne Beschränkungen der Vertretungsbefugnis indessen keine Wirkung; 

- 27 - 

davon ausgenommen sind lediglich die genannten, im Handelsregister eingetra-

genen Ausnahmefälle (Art. 718a Abs. 2 OR). Bei einem Überschreiten der Vertre-

tungsbefugnis kommt eine Vertretungswirkung daher in aller Regel zustande 

(WATTER, a.a.O., N 19 zu Art. 718 OR; BÖCKLI, a.a.O., § 13 N 498, N 509; FORST-

MOSER / MEIER-HAYOZ / NOBEL, a.a.O., § 30 N 101; BGE 120 II 5 E. 2c; Urteil des 

Bundesgerichts 4A_357/2007 vom 8. April 2008 E. 4.2 f.).  

4.3.4. Die Statuten müssen unter anderem Bestimmungen über die Organe 

für die Verwaltung enthalten (Art. 626 Ziff. 6 OR). Häufig werden konkrete Anga-

ben zur Anzahl der Verwaltungsräte gemacht. Ist demgemäss mehr als ein Ver-

waltungsrat vorgeschrieben und wird die entsprechende Anzahl zufolge Rücktritts 

bzw. Löschung eines Verwaltungsrates nicht mehr erreicht, so entsteht die Pflicht 

des Verwaltungsrates, mit tunlicher Beschleunigung durch Statutenänderungs- 

oder Wahlanträge den Verstoss zu beenden. Kommt der Verwaltungsrat seinen 

organisatorischen Verpflichtungen nicht nach, setzt er sich in erster Linie der ak-

tienrechtlichen Verantwortlichkeit nach Art. 754 OR aus. Dies ändert nichts daran, 

dass die Handlungen des "zu kleinen" Verwaltungsrates in der Zwischenzeit 

rechtmässig bleiben. Die Handlungsfähigkeit der Gesellschaft ist dann formell 

gewahrt, wenn der einzige im Handelsregister eingetragene Verwaltungsrat den 

gesetzlichen Vorschriften genügt (MÜLLER / LIPP / PLÜSS, a.a.O., S. 3 ff.; BÖCKLI, 

a.a.O., § 13 N 50 f.; ROTH PELLANDA, Organisation des Verwaltungsrates, Diss. 

2007, N 200, N 437). Selbst wenn der Verwaltungsrat nur aus einer einzigen Per-

son besteht, ist diese gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung notwendig 

und von Gesetzes wegen bevollmächtigt, die Gesellschaft zu vertreten. Dies gilt 

ungeachtet eines eventuell abweichenden Eintrags im Handelsregister, nament-

lich des Eintrags einer Kollektivzeichnungsberechtigung zu zweien (BGE 133 III 

77 = Pra 96 [2007] Nr. 92 E. 6). 

4.4. Würdigung 

4.4.1. Delegation der Kompetenzen an die Geschäftsleitung 

Es trifft zu, dass gemäss Art. 18 ff. der Statuten vom 10. Juni 2009 (act. 3/12 

S. 9 f.) sowie Art. 3 ff. des Organisationsreglements vom 17. September 2009 

- 28 - 

(act. 3/13 S. 1 ff.) die Delegation der Geschäftsführung sowie die Vertretung der 

Klägerin durch Delegierte und Direktoren - unter Vorbehalt der unübertragbaren 

Aufgaben des Verwaltungsrates - vorgesehen und auch erfolgt war. Der Beklag-

ten ist weiter darin beizupflichten (act. 13 Rz. 33), dass es sich beim Abschluss 

des Zusammenarbeitsvertrages sowie der Ausstellung der Schuldanerkennung 

nicht um ausschliesslich dem Verwaltungsrat vorbehaltene Kompetenzen handel-

te. Die Beklagte führt einerseits aus, die Klägerin sei in der Zeit vom 16. Juni bis 

zum 6. September 2010 durch L._____ und M._____ geleitet worden. Diese seien 

von O._____ unterstützt worden, der anlässlich der Verwaltungsratssitzung vom 

15. Juni 2010 zum CEO ernannt und als Direktor im Handelsregister eingetragen 

worden sei (act. 31 Rz. 46, Rz. 59). Andererseits macht die Beklagte geltend, 

M._____ sei anlässlich der Verwaltungsratssitzung vom 15. Juni 2010 noch vor 

dem Rücktritt von K._____ gültig zum Delegierten des Verwaltungsrates der Klä-

gerin und damit gleichzeitig zum geschäftsführenden Direktor der Klägerin bestellt 

worden (act. 13 Rz. 36). Dem Protokoll der Verwaltungsratssitzung vom 15. Juni 

2010 ist indessen zu entnehmen, dass M._____ zwar zunächst in seiner Funktion 

als Delegierter des Verwaltungsrates bestätigt wurde ("[…] M._____ est confirmé 

dans sa fonction d'administrateur délégué  […]" [act. 3/11 S. 3]), indessen kurz 

darauf auf das Amt des Delegierten verzichtete, da dieses mit seiner im Verlauf 

der Sitzung übernommenen Funktion als Verwaltungsratspräsident unvereinbar 

war ("Le Conseil décide de nommer M._____ Président exécutif du Conseil d'ad-

ministration de la société. M._____ renonce à être délégué du Conseil d'adminis-

tration." [act. 3/11 S. 9]). Dass L._____ Mitglied der Geschäftsleitung geworden 

wäre, wird von der Beklagten nicht geltend gemacht. Somit wurden weder der Zu-

sammenarbeitsvertrag noch die Schuldanerkennung von Personen unterzeichnet, 

welche im relevanten Zeitraum Mitglieder der Geschäftsleitung waren. Gemäss 

Art. 718 Abs. 3 OR muss auch bei einer Delegation mindestens ein Mitglied des 

Verwaltungsrates zur Vertretung der Gesellschaft befugt sein (vgl. auch Urteil des 

Bundesgerichts 4A_357/2007 vom 8. April 2008 E. 4.3). Vorliegend waren es so-

gar deren zwei: Es ist unbestritten, dass L._____ und M._____ im relevanten Zeit-

raum im Handelsregister mit Kollektivzeichnungsrecht zu zweien eingetragen wa-

ren und sowohl den Zusammenarbeitsvertrag vom 14. Juli 2010 als auch die 

- 29 - 

Schuldanerkennung vom 3. September 2010 unterzeichneten (Klägerin: act. 1 

Rz. 21 f., act. 24 Rz. 143 ff.; Beklagte: act. 13 Rz. 15, Rz. 22 f., Rz. 29). Im Er-

gebnis erweist sich die Frage der Delegation der Kompetenz zum Abschluss die-

ser Rechtsgeschäfte an die Geschäftsleitung als irrelevant. 

4.4.2. Handlungsfähigkeit des Verwaltungsrates  

Die Beklagte weist zutreffend darauf hin (act. 13 Rz. 40, Rz. 179), dass die von 

der Klägerin angeführten Belegstellen aus BÖCKLI  nicht die vorliegende Konstella-

tion betreffen (act. 1 Rz. 19 mit Verweis auf BÖCKLI, a.a.O., § 13 N 94 und N 491). 

Dort geht es um Fälle von Mängeln in der Organisation der Gesellschaft im Sinne 

von Art. 731b OR, bei welchen die Handelsregisterbehörde aktiv wird. Ein Organi-

sationsmangel ist u.a. dann gegeben, wenn eine Aktiengesellschaft über keinen 

im Handelsregister eingetragenen Verwaltungsrat mehr verfügt (vgl. BÖCKLI, 

a.a.O., § 13 N 94, N 96, N 491; MÜLLER / LIPP / PLÜSS, a.a.O., S. 4 f.). BÖCKLI führt 

an anderer Stelle explizit aus, dass die Handlungen eines - mit Blick auf eine in 

den Statuten vorgesehene Mindestzahl - zu kleinen Verwaltungsrates in der Zeit 

bis zu den erforderlichen Neuwahlen rechtmässig sind (BÖCKLI, a.a.O., § 13 

N 50 f.). Auch schliesst sich BÖCKLI der Auffassung des Bundesgerichts im oben 

zitierten BGE 133 III 77 an (BÖCKLI, a.a.O., N 511b). Die Beklagte weist sodann 

zu Recht darauf hin (act. 13 Rz. 179, Rz. 182; act. 31 Rz. 325 f.), dass sich die 

Argumentation der Klägerin als inkonsequent erweist. Hätten die nach dem Rück-

tritt von K._____ verbleibenden zwei Verwaltungsräte  keine gültigen Beschlüsse 

mehr fassen können, so wäre ihnen u.a. die Einberufung zur ausserordentlichen 

Generalversammlung vom 6. September 2010 verunmöglicht gewesen. Dies wird 

von der Klägerin zu Recht nicht geltend gemacht. Dass der Verwaltungsrat auf-

grund des Ausfalls eines seiner Mitglieder (zum Beispiel wegen eines Todesfalls) 

absolut beschlussunfähig würde, fällt schon deshalb ausser Betracht, weil in die-

sem Fall für die Gesellschaft keine Möglichkeit bestünde, den statuten- und reg-

lementskonformen Zustand aus eigener Kraft wieder herzustellen. Zusammenfas-

send war es L._____ und M._____ im relevanten Zeitraum möglich, gültige Ver-

waltungsratsbeschlüsse zu fassen. 

- 30 - 

4.4.3. Vertretungsbefugnis 

Dass die Unterschreitung der Mindestzahl an Verwaltungsräten gemäss Statuten 

und Organisationsreglement zu keiner Beschränkung der Vertretungsbefugnis im 

Sinne von Art. 718a Abs. 2 OR führen kann, ergibt sich schon aus Art. 718 Abs. 3 

i.V.m. Art. 720 OR, wonach mindestens ein Mitglied des Verwaltungrates zur Ver-

tretung der Gesellschaft befugt sein muss und dementsprechend im Handelsre-

gister einzutragen ist. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wäre sogar 

beim Verbleib lediglich einer Person im Verwaltungsrat trotz Eintrags eines Kol-

lektivzeichnungsrechts im Handelsregister diese notwendig und von Gesetzes 

wegen bevollmächtigt gewesen, die Gesellschaft zu vertreten, so dass die Gesell-

schaft selbst in diesem Fall handlungsfähig geblieben wäre (BGE 133 III 77 = Pra 

96 [2007] Nr. 92 E. 6). Aus Art. 21 Ziff. 1 der Statuten der Klägerin geht denn 

auch indirekt die Möglichkeit hervor, dass der Verwaltungsrat nur aus einer Per-

son besteht: "Si le conseil d'administration se compose de plusieurs membres […] 

(Statuten act. 3/12 Art. 21 Ziff. 1). Der Einwand der Klägerin, die Beklagte habe 

um die mangelhafte Zusammensetzung des Verwaltungsrates gewusst und könne 

sich daher nicht darauf berufen, gutgläubig auf die im Handelsregister eingetra-

gene Kollektivunterschrift von L._____ und M._____ vertraut zu haben (act. 1 Rz. 

22, Rz. 33; act. 24 Rz. 15), geht ins Leere. Nachdem die Unterschreitung der 

Mindestzahl an Verwaltungsräten keine Beschränkung der Vertretungsbefugnis 

im Sinne von Art. 718a Abs. 2 OR zur Folge haben konnte, spielt die diesbezügli-

che Gut- oder Bösgläubigkeit der Beklagten keine Rolle. 

4.4.4. Vertretungsmacht 

Der Abschluss des Zusammenarbeitsvertrages vom 14. Juli 2010 sowie die Aus-

stellung der Schuldanerkennung vom 3. September 2010 gehören ohne Weiteres 

zu den Rechtshandlungen, welche der Gesellschaftszweck der Klägerin mit sich 

bringen kann (Art. 718a Abs. 1 OR). Die Unterschreitung der Mindestzahl an Ver-

waltungsräten gemäss Statuten und Organisationsreglement konnte in Bezug auf 

diese Rechtsgeschäfte keine Einschränkung der Vertretungsmacht von L._____ 

- 31 - 

und M._____ bewirken. Entgegen der Auffassung der Klägerin (act. 1 Rz. 21, Rz. 

30, Rz. 33 f.) bedurfte es auch keiner nachträglichen Genehmigung bzw. Aner-

kennung durch den ab dem 6. September 2010 wieder statuten- und organisati-

onsreglementsgemäss konstituierten Verwaltungsrat, dem L._____ und M._____ 

noch bis zum 9. März 2011 angehörten (vgl. Handelsregisterauszug der Klägerin: 

act. 3/8). 

4.4.5. Zwischenfazit 

Dass der Verwaltungsrat der Klägerin in der Zeit vom 15. Juni 2010 bis zum 

6. September 2010 lediglich aus zwei anstatt der gemäss Statuten und Organisa-

tionsreglement vorgeschriebenen drei Mitglieder bestand, ändert nichts daran, 

dass L._____ und M._____ im relevanten Zeitraum gültige Verwaltungsratsbe-

schlüsse fassen konnten. Des Weiteren führte dieser Umstand in Bezug auf den 

Abschluss des Zusammenarbeitsvertrages vom 14. Juli 2010 sowie die Ausstel-

lung der Schuldanerkennung vom 3. September 2010 weder zu einer Beschrän-

kung der Vertretungsbefugnis noch der Vertretungsmacht dieser beiden im Han-

delsregister mit Kollektivzeichnungsrecht zu zweien eingetragenen Verwaltungs-

räte. 

Der Einwand der Klägerin, wonach der Abschluss dieser beiden Rechtsgeschäfte 

sowie die Leistungserbringung durch die Beklagte entgegen den Gesellschaftsin-

teressen der Klägerin erfolgt seien, betrifft ebenfalls die Fragen der Vertretungs-

befugnis sowie der Vertretungsmacht von L._____ und M._____. Darauf ist nach-

folgend einzugehen. 

5. Handeln entgegen den Gesellschaftsinteressen der Klägerin 

5.1. Parteistandpunkte 

5.1.1. Die Klägerin macht in der Klageschrift geltend, L._____ und M._____ 
sowie der von ihnen als Direktor eingesetzte O._____ hätten nach der Macht-

übernahme am 9. Juni 2010 umfangreiche, in ihrem persönlichen Interesse und 

nicht im Interesse der Gesellschaft stehende Massnahmen eingeleitet mit dem 

- 32 - 

einzigen Ziel, eine Abwahl bzw. einen erneuten Machtwechsel zu verhindern. Im 

Rahmen dieser Abwehrhandlungen hätten sie im Namen der Klägerin verschie-

dene Aufträge an Dritte, unter anderem an die Beklagte, erteilt, was innerhalb ei-

nes Zeitraums von drei Monaten zu Honorarnoten von mehr als CHF 3.8 Mio. ge-

führt habe. Die Beklagte habe L._____ und M._____ bei ihren Bemühungen zum 

Machterhalt unterstützt und ihre Leistungen auch entsprechend den persönlichen 

Interessen der genannten Personen erbracht, nicht im allgemeinen Interesse der 

Gesellschaft (act. 1 Rz. 24, Rz. 31, Rz. 36). 

In der Replik führt die Klägerin demgegenüber aus, während der Zeit des "Put-

sches" sei die Geschäftsführung der Klägerin über das sogenannte "Kleine Komi-

tee" erfolgt, dem L._____, M._____, P._____, O._____ und Rechtsanwältin 

Q._____ angehört hätten. Die Mitglieder des Kleinen Komitees hätten keinen 

Aufwand und keine Kosten gescheut, um ihr Ziel zu erreichen, nämlich die anläss-

lich der Generalversammlung vom 9. Juni 2010 erhaltene Machtposition zu si-

chern und die Rückkehr der Aktionärsgruppe um I._____ in den Verwaltungsrat 

zu verhindern. Unter anderem habe das Kleine Komitee eine Vielzahl von exter-

nen Beratern engagiert, darunter die Beklagte, wodurch der Klägerin ein Schaden 

von rund CHF 3.8 Mio entstanden sei. Da die Unterzeichnung des Zusammenar-

beitsvertrages vom 14. Juli 2010 sowie der Schuldanerkennung vom 

3. September 2010 Pflichtverletzungen der damaligen Organe gewesen seien, 

würden sie die Klägerin nicht binden. Zudem seien die von der Beklagten verfass-

ten Ad-hoc-Mitteilungen nicht im Interesse der Gesellschaft erfolgt, weshalb die 

Klägerin die Honorare der Beklagten als nicht geschuldet erachtet (act. 24 Rz. 35-

130, insbesondere Rz. 35, Rz. 41 f., Rz. 122 ff., Rz. 127 ff.). 

5.1.2. Die Beklagte bestreitet, dass L._____, M._____ und O._____ nach dem 
9. Juni 2010 in ihrem persönlichen Interesse stehende Massnahmen eingeleitet 

hätten, um eine Abwahl bzw. einen erneuten Machtwechsel zu verhindern. Sie 

hält sodann fest, dass sie in der Zeit vom 9. Juni bis 6. September 2010 selbst 

nach den klägerischen Ausführungen in keiner Weise in die Leitung der Gesell-

schaft involviert gewesen sei (act. 13 Rz. 193; act. 31 Rz. 46, Rz. 72, Rz. 86, Rz. 

126, Rz. 130 ff.). Die Beklagte bestreitet weiter, dass der Zusammenarbeitsver-

- 33 - 

trag mit der Beklagten nicht im Interesse der Klägerin abgeschlossen worden sei. 

Die in Rechnung gestellten Kommunikations-Dienstleistungen habe sie für die 

Klägerin und nicht für L._____ und M._____ persönlich erbracht. Die Klägerin tra-

ge keine einzige substantiierte Behauptung vor, welche die Erbringung der 

Dienstleistungen durch die Beklagte für L._____ und M._____ persönlich nahe le-

gen würde (act. 13 Rz. 46 f., Rz. 184, Rz. 192). Selbstverständlich sei für die Klä-

gerin erkennbar, dass die Beklagte für die Klägerin tätig gewesen sei. Wie anders 

liesse es sich erklären, dass verschiedene Mitarbeitende der Beklagten in den 

zahlreichen Medienmitteilungen und Ad-hoc-Mitteilungen ausdrücklich als Kon-

taktpersonen für Rückfragen der Klägerin angegeben worden seien (act. 13 

Rz. 199). Für den Inhalt der Ad-hoc-Mitteilungen sei die Klägerin verantwortlich 

gewesen; die Beklagte habe sie bei deren Erarbeitung lediglich unterstützt 

(act. 31 Rz. 131). Die Ad-hoc-Mitteilungen seien im Interesse der Klägerin erfolgt, 

hätten objektive Informationen enthalten und den Regularien der Schweizer Börse 

entsprochen (act. 31 Rz. 133, Rz. 152). 

Zudem habe seitens der Beklagten keine Verpflichtung bestanden, die dem Zu-

sammenarbeitsvertrag zugrunde liegenden Entscheide und Instruktionen in recht-

licher Hinsicht zu hinterfragen oder deren Verträglichkeit mit allenfalls divergie-

renden Interessen in der Gesellschaft zu prüfen und darauf Rücksicht zu nehmen; 

diese Verantwortung habe alleine bei den vertretungsberechtigten Personen der 

Klägerin gelegen. Die Beklagte habe sich auf die von den vertretungsberechtigten 

Personen der Klägerin vorgelegten Entscheide und erteilten Instruktionen verlas-

sen dürfen. Sie habe zu keinem Zeitpunkt Anlass gehabt, an der Gültigkeit des 

mit der Klägerin abgeschlossenen Zusammenarbeitsvertrages zu zweifeln (act. 13 

Rz. 192, Rz. 200, vgl. auch Rz. 12; act. 31 Rz. 132 f.). 

5.2. Keine Einredeabstraktheit 

Nachdem der Einwand der Klägerin, der Abschluss des Zusammenarbeitsvertra-

ges und die Ausstellung der Schuldanerkennung sowie die Leistungserbringung 

durch die Beklagte seien nicht im Interesse der Klägerin erfolgt, die Fragen der 

Vertretungsbefugnis sowie der Vertretungsmacht von L._____ und M._____ be-

- 34 - 

treffen, kann in der Verwendung des Wortes "vorbehaltlos" in der Schuldanerken-

nung kein Verzicht auf diese Einrede erblickt werden. 

5.3. Rechtliches 

5.3.1. Nach Art. 717 Abs. 1 OR müssen die Mitglieder des Verwaltungsrats ihre 
Aufgaben mit aller Sorgfalt erfüllen und die Interessen der Gesellschaft in guten 

Treuen wahren. Die gesetzlich normierte Treuepflicht verlangt, dass die Mitglieder 

des Verwaltungsrats ihr Verhalten am Geschäftsinteresse ausrichten und eigene 

Interessen gegebenenfalls zurückstellen. Besteht die Gefahr eines Interessenkon-

flikts, hat der betroffene Verwaltungsrat mittels geeigneter Massnahmen sicherzu-

stellen, dass die Interessen der Gesellschaft gebührend berücksichtigt werden. 

Handelt der Verwaltungsrat entgegen den Gesellschaftsinteressen, haftet er im 

Rahmen von Art. 754 OR (BGE 130 III 213 E. 2.2.2 m.w.H.; vgl. auch WATTER / 

ROTH PELLANDA, in: Basler Kommentar zum Obligationenrecht II, 4. Aufl. 2012, 

N 15 zu Art. 717 OR m.w.H.; BÖCKLI, a.a.O., § 13 N 600). 

5.3.2. Nach herrschender Lehre und konstanter Rechtsprechung des Bundesge-

richts ist das Kontrahieren eines Vertreters mit sich selbst grundsätzlich unzuläs-

sig, weil es regelmässig zu Interessenkonflikten führt und somit vom Gesell-

schaftszweck nicht erfasst wird. Selbstkontrahieren hat deshalb abgesehen von 

wenigen Ausnahmen die Ungültigkeit des betreffenden Rechtsgeschäftes zur Fol-

ge. Nichts anderes gilt für die gesetzliche Vertretung juristischer Personen durch 

deren Organe. Daran schliesst die Frage an, wie es sich mit der Vertretungs-

macht verhält, wenn zwar kein Selbstkontrahieren, aber ein Konflikt zwischen den 

Interessen der juristischen Person und jenen des handelnden Organs vorliegt. 

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Vertretungsbefugnis nach dem 

mutmasslichen Willen der juristischen Person stillschweigend jene Geschäfte 

ausschliesst, welche sich als interessen- bzw. pflichtwidriges Vertreterhandeln 

erweisen. Selbst wenn das Organ weiss, dass das betreffende Geschäft den Inte-

ressen der Gesellschaft zuwiderläuft, kann eine stillschweigende Beschränkung 

der Vertretungsbefugnis aber dem gutgläubigen Dritten nicht entgegen gehalten 

werden, darf dieser doch davon ausgehen, dass die Vertretungsbefugnis von Ver-

- 35 - 

tretungsorganen nur durch die objektiv verstandene Zweckgrenze beschränkt ist 

(vgl. Art. 718a Abs. 2 OR). Die Rechtslage ist bei einem Geschäft mit Interessen-

konflikt mithin nicht dieselbe wie beim Selbstkontrahieren. Während beim Selbst-

kontrahieren und der Doppelvertretung die Vertretungsmacht grundsätzlich fehlt 

und nur ausnahmsweise aufgrund besonderer Umstände besteht, schliesst der 

blosse Interessenkonflikt  aus Gründen der Verkehrssicherheit die Vertretungs-

macht nicht von vornherein aus, sondern lässt sie nur entfallen, wenn der Dritte 

den Interessenkonflikt auch erkannt hat bzw. bei gebührender Sorgfalt hätte er-

kennen müssen. Ist dies der Fall, fehlt es an der Vertretungsmacht, selbst wenn 

sich der Interessenkonflikt im konkreten Fall nicht zum Nachteil der vertretenen 

Person ausgewirkt hat, und das Rechtsgeschäft wird für den Vertretenen nicht 

wirksam (BGE 126 III 361 E. 3a m.w.H.; ZR 2005 [104] Nr. 71 E. 2; vgl. auch BGE 

120 II 5 E. 2c; WATTER, a.a.O., N 5, N 8, N 11 ff. zu Art. 718a OR). Es ist an der-

jenigen Partei, welche die Bösgläubigkeit der Gegenpartei  geltend macht, den 

bösen Glauben respektive tatsächliche Umstände für die Bösgläubigkeit der Ge-

genpartei nachzuweisen. Dabei hat die betreffende Partei den guten Glauben 

aufhebende Umstände vollständig und insbesondere bestimmt zu begründen, das 

heisst, sie hat anzuführen, aufgrund welcher konkreter Umstände und Tatsachen 

die Gegenpartei von der Interessenkollision wusste oder hätte wissen müssen 

(ZR 2005 [104] Nr. 71 E. 6.2). 

5.4. Würdigung 

5.4.1. In Bezug auf den Zusammenarbeitsvertrag vom 14. Juli 2010 liegt offen-

kundig kein Fall von Selbstkontrahieren oder von Doppelvertretung von L._____ 

und M._____ vor. Sodann weist die Beklagte zutreffend darauf hin (act. 31 

Rz. 132), dass der Zusammenarbeitsvertrag vom Gesellschaftszweck der Kläge-

rin gedeckt war (Art. 718a Abs. 1 OR). Es stellt sich somit einerseits die Frage, ob 

der Abschluss des Zusammenarbeitsvertrages und die gestützt darauf erbrachten 

Leistungen durch die Beklagte entgegen den Gesellschaftsinteressen der Kläge-

rin erfolgten, und andererseits, ob die Beklagte einen allfälligen Interessenkonflikt 

erkannte oder bei gebührender Sorgfalt zumindest hätte erkennen müssen. 

- 36 - 

5.4.2. Die Klägerin behauptet im Wesentlichen, sämtliche im Zeitraum vom 

9. Juni bis zum 6. September 2010 von L._____, M._____ und O._____ bzw. von 

den Mitgliedern des "Kleinen Komitees" vorgenommenen bzw. initiierten Hand-

lungen hätten nicht dem Gesellschaftsinteresse, sondern dem persönlichen 

Machterhalt dieser Personen gedient (act. 1 Rz. 31; act. 24 Rz. 47, Rz. 75, 

Rz. 91, Rz. 122, Rz. 127 ff.). In diesem Zusammenhang macht sie in der Replik 

umfangreiche Ausführungen zu den gemäss ihrer Darstellung von den involvier-

ten formellen und materiellen Organen sorgfalts- und treuwidrig veranlassten 

Handlungen (Hinauszögern der ausserordentlichen Generalversammlung; Ver-

such, die Stimmrechte von I._____ zu blockieren; Versuch, eine Wandelanleihe 

unter Ausschluss des Bezugsrechtes auszugeben; Auftragserteilung an R._____ 

zur Erstellung eines Berichts zur vormaligen Geschäftsführung; Einreichung einer 

Strafanzeige gegen I._____; Engagieren einer Vielzahl von Beratern; vgl. act. 24 

Rz. 37-124). 

Dass die Beklagte im betreffenden Zeitraum in die Geschäftsführung der Klägerin 

in irgendeiner Weise involviert gewesen wäre, wird von der Klägerin nicht geltend 

gemacht. Der Beklagten ist darin beizupflichten (act. 31 Rz. 73, Rz. 87, Rz. 125), 

dass verschiedene Ausführungen der Klägerin namentlich zur Rolle des "Kleinen 

Komitees" (vgl. insbes. act. 24 Rz. 26 ff., Rz. 124) den Eindruck erwecken, dass 

diese völlig unreflektiert aus einem Schriftsatz bezüglich eines anderen Verfah-

rens in die Replik der Klägerin übernommen wurden, zumal die Klägerin in der 

Klageschrift ausführt, sie habe im Kanton Waadt gegen M._____, L._____ und 

O._____ eine Verantwortlichkeitsklage eingeleitet, mit welcher sie Ansprüche in 

der Höhe von insgesamt CHF 9 Mio. geltend mache (act. 1 Rz. 31; Protokoll der 

Schlichtungsverhandlung vom 6. Januar 2011: act. 3/22). Die betreffenden Aus-

führungen erweisen sich für das vorliegende Verfahren als irrelevant. Nur neben-

bei bemerkt steht die Behauptung der Klägerin, dass ihr unter anderem infolge 

der von der Beklagten geltend gemachten Forderungen ein Schaden entstanden 

sei (act. 1 Rz. 31; act. 24 Rz. 124), im Widerspruch zur vorliegend eingenomme-

nen Position, wonach der Vertrag mit der Beklagten ungültig sei bzw. sie nicht 

binden würde. 

- 37 - 

5.4.3. Auch die Unterzeichnung des Zusammenarbeitsvertrages vom 14. Juli 

2010 sowie der Schuldanerkennung vom 3. September 2010 erachtet die Klägerin 

als Teil der Pflichtverletzungen der damaligen Organe im Rahmen der Massnah-

men zum persönlichen Machterhalt. Aufgrund dessen, dass die von der Beklagten 

verfassten Ad-Hoc-Mitteilungen aus ihrer Sicht weniger der objektiven Information 

der Anleger, als vielmehr der Verwirklichung des Ziels von L._____ und M._____, 

möglichst lange an der Macht zu bleiben, gedient hätten, folgert die Klägerin, dass 

die von der Beklagten mitverfassten Ad-Hoc-Mitteilungen nicht im Interesse der 

Gesellschaft erfolgt seien (act. 24 Rz. 129 f.; vgl. auch Rz. 40, Rz. 81, Rz. 84, Rz. 

94 f.). 

Selbst wenn L._____ und M._____ den Zusammenarbeitsvertrag sowie die 

Schuldanerkennung zum Zweck des Machterhalts unterzeichnet hätten, könnte 

indessen nicht automatisch darauf geschlossen werden, dass dies entgegen den 

Interessen der Klägerin erfolgte. Nichts anderes gilt für die im Auftrag von 

L._____ und M._____ von der Beklagten verfassten Ad-hoc- und Medienmittei-

lungen. Dass im betreffenden Zeitraum zwischen verschiedenen Aktionärsgrup-

pen ein Machtkampf um die Besetzung des Verwaltungsrates stattfand, bedeutet 

nämlich keineswegs, dass die geschäftsführenden Organe nicht im - allenfalls 

vermeintlichen - Interesse der Gesellschaft handelten. Grundsätzlich darf ange-

nommen werden, dass Aktionäre als Teilhaber einer Gesellschaft neben ihren 

persönlichen auch die Interessen der Gesellschaft wahren wollen, wobei vorlie-

gend offenbar unterschiedliche Ansichten darüber bestanden, wie bzw. mit wel-

cher Zusammensetzung des Verwaltungsrates dies zu erreichen gewesen wäre. 

Sodann ist unbestritten, dass die Klägerin zwischen dem 9. Juni und dem 

9. September 2010 über keine genügenden internen Ressourcen verfügte, womit 

sie die Öffentlichkeitsarbeit selbständig hätte wahrnehmen können. Sie war da-

her, nur schon um den Informationspflichten und dem Kommunikationsbedarf, 

den eine börsenkotierte Gesellschaft zu erfüllen hat, darauf angewiesen, zur Un-

terstützung der Unternehmenskommunikation einen professionellen, externen 

Kommunikationsdienstleister beizuziehen (Klägerin: act. 24 Rz. 141; Beklagte: 

act. 13 Rz. 7, Rz. 10, vgl. auch Rz. 47, Rz. 192; act. 31 Rz. 53, Rz. 147). Gerade 

- 38 - 

die Unterstützung der Klägerin durch die Beklagte in sämtlichen Belangen der in-

ternen und externen Kommunikation bildetete den Zweck des Zusammenarbeits-

vertrages (vgl. act. 3/2 S. 1 unter "I. Grundsätzliches"). Unbestritten ist weiter, 

dass verschiedene Mitarbeitende der Beklagten in den zahlreichen Ad-hoc- und 

Medienmitteilungen ausdrücklich als Kontaktpersonen für Rückfragen bei der Klä-

gerin angegeben wurden (Klägerin: act. 24 Rz. 318; Beklagte: act. 13 Rz. 199). 

Selbst wenn einzelne von der Klägerin aufgezählte Handlungen der Organe im 

betreffenden Zeitraum als nicht dem Gesellschaftsinteresse dienend einzustufen 

wären, bedeutete dies nicht, dass dies auch auf die von der Beklagten im Zu-

sammenhang mit den betreffenden Handlungen geleistete externe Kommunikati-

on, namentlich die für die Klägerin verfassten Ad-hoc- und Medienmitteilungen, 

zuträfe. Es leuchtet ohne Weiteres ein, dass die Information von Dritten bzw. der 

Öffentlichkeit gerade in der Situation eines Machtkampfes zwischen Aktionärs-

gruppen geboten sein kann, und zwar selbst wenn sich die veröffentlichten Infor-

mationen auf von den geschäftsführenden Organen veranlasste Vorgänge bezie-

hen, welche den Gesellschaftsinteressen zuwiderlaufen. Zudem ist davon auszu-

gehen, dass die Klägerin als börsenkotiertes Unternehmen im Rahmen der Ad-

hoc-Publizität im betreffenden Zeitraum in verschiedenen Fällen von Gesetzes 

wegen zur externen Kommunikation verpflichtet war. 

Im Ergebnis erweist sich die Behauptung der Klägerin, wonach die Unterzeich-

nung des Zusammenarbeitsvertrages und der Schuldanerkennung sowie die ge-

stützt auf den Zusammenarbeitsvertrag verfassten Ad-hoc- und Medienmitteilun-

gen der Beklagten nicht im Interesse der Klägerin erfolgt seien, als unsubstantiiert 

und nicht nachvollziehbar. 

5.4.4. Die Klägerin führt aus, die Mitglieder des Kleinen Komitees, nämlich 

L._____, M._____, P._____, O._____ und Rechtsanwältin Q._____, seien sich 

bewusst gewesen, nicht die Gesellschaftsinteressen der Klägerin zu verfolgen, 

sondern eigene bzw. diejenigen der Gruppe, welche die Kontrolle über die Kläge-

rin habe behalten wollen (act. 24 Rz. 61, vgl. auch Rz. 35, Rz. 75, Rz. 91). Dass 

die Beklagte wusste oder bei gebührender Sorgfalt hätte wissen müssen, dass die 

genannten Personen nicht im Interesse der Klägerin handelten, wird von der Klä-

- 39 - 

gerin hingegen nirgends auch nur angedeutet, geschweige denn substantiiert be-

hauptet. Sodann ist davon auszugehen, dass im relevanten Zeitraum zwischen 

den um die Macht innerhalb der Klägerin kämpfenden Aktionärsgruppen keine Ei-

nigkeit darüber bestand, was im Interesse der Klägerin lag und was nicht, wes-

halb umso weniger angenommen werden kann, die nicht in die Geschäftsführung 

der Klägerin involvierte Beklagte hätte dies wissen müssen. Zudem führt die Klä-

gerin in der Klageschrift selber aus, es sei nicht erkennbar, ob es sich bei den von 

der Beklagten gelten gemachten Leistungen effektiv um solche zugunsten der 

Klägerin gehandelt habe oder nicht vielmehr um Leistungen, welche zugunsten 

einzelner Aktionäre der Klägerin erbracht worden seien (act. 1 Rz. 36). Wenn es 

die Klägerin selber als nicht erkennbar erachtet, ob die betreffenden Leistungen in 

ihrem Interesse erbracht wurden oder nicht, wäre es für die Beklagte erst recht 

nicht erkennbar gewesen, ob ihre Leistungserbringung im Interesse der Klägerin 

erfolgte. Dies gilt umso mehr, als unbestritten ist, dass die Klägerin im betreffen-

den Zeitpunkt zur Unterstützung der Unternehmenskommunikation darauf ange-

wiesen war, eine professionelle Kommunikationsdienstleisterin wie die Beklagte 

beizuziehen. Somit ist in Bezug auf einen allfälligen Interessenskonflikt der Orga-

ne der Klägerin davon auszugehen, dass der Beklagten dieser weder bekannt war 

noch dass sie einen solchen bei gebührender Sorgfalt hätte erkennen müssen. 

Sie durfte dementsprechend davon ausgehen, dass L._____ und M._____ bezüg-

lich der Vertragsbeziehung mit ihr im Interesse der Klägerin handelten. Selbst 

wenn der Abschluss des Zusammenarbeitsvertrages vom 14. Juli 2010 sowie die 

im Auftrag der Organe der Klägerin erfolgte Leistungserbringung nicht im Interes-

se der Gesellschaft erfolgt wäre, änderte dies somit nichts daran, dass in dieser 

Hinsicht die Vertretungsmacht von L._____ und M._____ gegeben war. Nichts 

anderes gilt in Bezug auf die Ausstellung der Schuldanerkennung vom 

3. September 2010. 

5.4.5. Der Abschluss des Zusammenarbeitsvertrages vom 14. Juli 2010 

(act. 3/2) sowie die Ausstellung der Schuldanerkennung vom 3. September 2010 

(act. 3/18)  erfolgten formell korrekt durch die für die Klägerin im massgeblichen 

Zeitpunkt handlungsfähigen Personen. Selbst wenn L._____ und M._____ in Be-

- 40 - 

zug auf den Abschluss dieser Rechtsgeschäfte entgegen den Interessen der Klä-

gerin gehandelt haben sollten, wäre in dieser Hinsicht von der Gutgläubigkeit der 

Beklagten auszugehen, weshalb die entsprechende Beschränkung der Vetre-

tungsbefugnis ihr gegenüber keine Wirkung hätte (Art. 718a Abs. 2 OR). Ein Han-

deln der beiden Verwaltungsräte entgegen den Gesellschaftsinteressen würde 

somit nicht zu einer Beschränkung der Vertretungsmacht von L._____ und 

M._____ führen, so dass die Klägerin aus diesen beiden Rechtsgeschäften in je-

dem Fall gültig berechtigt und verpflichtet wurde. 

6. Bestreitung der Leistungserbringung 

6.1. Parteistandpunkte 

6.1.1. Die Beklagte legt dar, sie habe gestützt auf einen Zusammenarbeitsver-
trag seit dem 9. Juni 2010 verschiedene Kommunikationsdienstleistungen für die 

Klägerin erbracht. Für die im Zeitraum vom 9. bis zum 30. Juni 2010 erbrachten 

Kommunikationsdienstleistungen habe die Beklagte der Klägerin am 30. Juni 

2010 CHF 43'211.95 in Rechnung gestellt (act. 14/9), welchen Betrag die Klägerin 

anstandslos überwiesen habe. Gestützt auf den zusätzlich geschlossenen schrift-

lichen Zusammenarbeitsvertrag vom 14. Juli 2010 habe die Beklagte der Klägerin 

für Leistungen in der Höhe von insgesamt CHF 195'862.85, welche sie im Zeit-

raum vom 1. Juli 2010 bis zum 6. September 2010 erbracht habe, die Honorar-

rechnungen vom 2. und vom 31. August sowie vom 3. September 2010 zugestellt 

(act. 13 Rz. 13 ff., Rz. 50 ff.; act. 31 Rz. 155 ff.; Honorarrechnungen der Beklag-

ten vom 2. und vom 31. August 2010 sowie vom 3. September 2010: act. 3/15-17 

= act. 14/10-12). In der Schuldanerkennung vom 3. September 2010 seien unter 

ausdrücklichem Hinweis auf die fraglichen Rechnungen die jeweils resultierenden 

Beträge bestätigt und damit implizit auch die den Rechnungen zugrunde liegen-

den Leistungen zeitnah anerkannt worden (act. 13 Rz. 45). 

6.1.2. Die Klägerin bestreitet, dass die in den Rechnungen aufgeführten Leis-
tungen im Gesamtbetrag von CHF 195'862.85 erbracht worden seien (act. 1 

Rz. 24; act. 24 Rz. 143, Rz. 150 ff.). Zur Begründung führt sie aus, bislang seien 

- 41 - 

zu den Rechnungen keine nachvollziehbaren Leistungsdetails vorgelegt worden 

(act. 1 Rz. 24, Rz. 35; act. 24 Rz. 308). Sodann macht sie in der Replik geltend, 

L._____ und M._____ hätten im Zeitpunkt der Unterzeichnung der Schuldaner-

kennung nur - wenn überhaupt - über die pauschalen Rechnungen verfügt. Eine 

detaillierte Abrechnung habe die Beklagte erst mit der Klageantwort vorgelegt. Mit 

der Unterzeichnung der Schuldanerkennung seien die einzelnen geltend gemach-

ten Leistungen entsprechend nicht anerkannt worden (act. 24 Rz. 134). 

6.1.3. Die Beklagte betont, mit den Rechnungen vom 2. und vom 31. August 
2010 seien der Klägerin, vertreten durch ihren damaligen CEO und Direktor 

O._____, auch die Leistungsdetails (act. 14/10.a-h sowie act. 14/11.a-o) überlas-

sen worden; für die Pauschalrechnung vom 3. September 2010 seien naturge-

mäss keine Leistungsdetails vorzulegen. Die Klägerin müsse sich den bei 

O._____ erfolgten Zugang der Leistungsdetails selbstverständlich anrechnen las-

sen. Im Übrigen hätten L._____ und M._____ aufgrund ihres regelmässigen Kon-

taktes mit der Beklagten gewusst, dass die Beklagte für die Klägerin in den fragli-

chen Abrechnungsperioden substantielle Leistungen, die den mit der Schuldaner-

kennung vom 3. September 2010 anerkannten Forderungsbeträgen entsprochen 

hätten, erbracht habe (act. 31 Rz. 138 f., Rz. 142; vgl. auch act. 13 Rz. 184). Die 

Klägerin habe die Schuldanerkennung in Kenntnis der zur Abrechnung gebrach-

ten Stunden und der Leistungsdetails unterzeichnet. Mit der Unterzeichnung der 

Schuldanerkennung habe sie gleichzeitig auch auf eine weitergehende Detaillie-

rung der erbrachten Tätigkeit verzichtet (act. 31 Rz. Rz. 327, vgl. auch Rz. 144). 

Einzig für den Fall, dass es der Klägerin gelingen sollte, die Schuldanerkennung 

zu entkräften, wäre allenfalls zu prüfen, ob die von der Beklagten dargelegten 

Leistungen ausgewiesen seien; allerdings sei diesbezüglich zu berücksichtigen, 

dass die Klägerin durch die Abgabe einer vorbehaltlosen Schuldanerkennung auf 

sämtliche Einreden und Einwendungen verzichtet habe (act. 31 Rz. 137). Es liege 

an der Klägerin, im Detail darzulegen bzw. substantiiert zu behaupten, warum sie 

sich nicht mehr auf der Schuldanerkennung behaften lassen wolle und warum sie 

der Meinung sei, dass für die von der Beklagten erbrachten Leistungen - trotz An-

erkennung - nicht CHF 195'862.85 geschuldet sein sollten. Mit den bisher vorge-

- 42 - 

tragenen Behauptungen vermöge die Klägerin ihren aus der Schuldanerkennung 

fliessenden Obliegenheiten in keiner Weise zu genügen (act. 31 Rz. 135, Rz, 137, 

vgl. auch Rz. 157, Rz. 166 ff., Rz. 321 f.; act. 13 Rz. 45). Selbst wenn die in Be-

treibung gesetzte Forderung nicht auf die Schuldanerkennung abgestützt werden 

könnte, schuldete die Klägerin der Beklagten zum Zeitpunkt der Zustellung des 

Zahlungsbefehls insgesamt CHF 195'682.95 nebst Zins zu 5 % seit 10. Dezember 

2010 (act. 13 Rz. 49). 

6.2. Einredeabstraktheit 

6.2.1. Vertragliche Vereinbarungen sind, wenn ein übereinstimmender wirklicher 

Parteiwille nicht ermittelt werden kann (Art. 18 Abs. 1 OR), aufgrund des Vertrau-

ensprinzips so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang so-

wie den gesamten Umständen, die ihnen vorausgegangen und unter denen sie 

abgegeben worden sind, verstanden werden durften und mussten. Zu berücksich-

tigen ist insbesondere der vom Erklärenden verfolgte Regelungszweck, wie ihn 

der Erklärungsempfänger in guten Treuen verstehen durfte und musste (BGE 132 

III 24 E. 4; vgl. auch BGE 131 III 467 E. 1.1; BGE 121 III 118 E. 4b/aa, je m.w.H.). 

Für die Auslegung von Schuldanerkennungen sind die üblichen Auslegungsmittel 

und -regeln heranzuziehen. Dabei sind abgesehen vom Wortlaut vor allem der mit 

dem Erklärungsverhalten verfolgte Zweck massgeblich, ferner die Interessenlage 

der Parteien, die allgemeine Verkehrsauffassung über die Bedeutung des in Fra-

ge stehenden Erklärungsverhaltens, das Verhalten der Parteien vor, während und 

nach dem auszulegenden Verhalten, sowie weitere Begleitumstände wie Ort, Zeit 

und Form des Erklärungsverhaltens (KRAUSKOPF, Schuldanerkennung, a.a.O., 

N 48 ff.). 

6.2.2. Die umstrittene Frage, ob der Klägerin die Leistungsdetails zu den Hono-

rarrechnungen vom 2. und vom 31. August 2010 vorlagen, als L._____ und 

M._____ am 3. September 2010 die Schuldanerkennung unterzeichneten, kann 

offen bleiben. Die beiden geschäftserfahrenen Verwaltungsräte konnten die Leis-

tungen im Umfang von CHF 195'862.85 ohne Weiteres auch dann gültig geneh-

- 43 - 

migen und die entsprechende Forderung anerkennen, wenn ihnen die Leistungs-

details zu den in der Schuldanerkennung genannten Rechnungen nicht bekannt 

gewesen sein sollten. 

6.2.3. Während die Beklagte pauschal geltend macht, mit der Verwendung des 

Wortes "vorbehaltlos" in der Schuldanerkennung habe die Klägerin auf sämtliche 

Einwendungen und Einreden aus dem Grundverhältnis verzichtet (act. 13 Rz. 48; 

act. 31 Rz. 12, Rz. 137), bestreitet die Klägerin sinngemäss die Einredeabstrakt-

heit der Schuldanerkennung (act. 24 Rz. 133). Substantiierte Ausführungen dazu, 

welches der wirkliche Parteiwille in Bezug auf die Verwendung des Wortes "vor-

behaltlos" in der Schuldanerkennung war, sind den Ausführungen der Parteien 

nicht zu entnehmen. Dementsprechend ist die Schuldanerkennung nach dem Ver-

trauensprinzip auszulegen. 

6.2.4. Der Schuldanerkennung vom 3. September 2010 ist zu entnehmen, dass 

die Beklagte für die Klägerin basierend auf dem Zusammenarbeitsvertrag vom 

14. Juli 2010 Leistungen in der Höhe von insgesamt CHF 195'862.85 erbrachte. 

Weiter anerkennt die Klägerin in der Schuldanerkennung, die Rechnungen vom 

2. August 2010, vom 31. August 2010 und vom 3. September 2010, deren Höhe 

dem genannten Gesamtbetrag entspricht, vorbehaltlos zu schulden (act. 3/18). 

Nachdem die Klägerin im ersten Satz explizit bestätigt, dass die Beklagte Leis-

tungen in der genannten Höhe erbrachte, erklärt sie im zweiten Satz, die Rech-

nungen in dieser Höhe vorbehaltlos zu schulden. Damit bringt die Klägerin zum 

Ausdruck, dass sie die durch die Beklagte erbrachten Leistungen ohne Vorbehal-

te akzeptiert und somit nicht nur die Schuld für die erbrachten Leistungen aner-

kennt, sondern gleichzeitig auch die Leistungen im genannten Umfang geneh-

migt. Der Wortlaut der Schuldanerkennung lässt keinen anderen Schluss zu, als 

dass die Erklärung der Klägerin gegenüber der Beklagten nach Treu und Glauben 

so verstanden werden durfte und musste, dass sie damit auf die Einrede, die Be-

klagte habe die Leistungen nicht bzw. nicht in dem in Rechnung gestellten Um-

fang erbracht, verzichtete. 

6.2.5. Zu den Umständen der Ausstellung der Schuldanerkennung führt die Klä-

gerin aus, nachdem sich abgezeichnet habe, dass an der bevorstehenden Gene-

- 44 - 

ralversammlung vom 6. September 2010 L._____ und M._____ die Kontrolle über 

die Klägerin wieder verlieren könnten, habe die Beklagte von den genannten Her-

ren am 3. September 2010 kurzerhand die als "Schuldanerkennung" bezeichnete 

Erklärung unterzeichnen lassen (act. 1 Rz. 25). Die Beklagte wendet ein, die 

Schuldanerkennung sei vielmehr unterzeichnet worden, weil bei der Klägerin Li-

quiditätsprobleme bestanden hätten und insbesondere die Honorarrechnung vom 

2. August 2010 trotz Fälligkeit noch nicht bezahlt worden sei (act. 13 Rz. 185, vgl. 

auch Rz. 20). 

Ob die beiden Verwaltungsräte die Schuldanerkennung abgaben, weil sie am 

6. September 2010 mit einem Machtwechsel an der Spitze der Klägerin rechne-

ten, oder ob sie dies taten, weil die Klägerin Liquiditätsprobleme hatte, spielt im 

Ergebnis keine Rolle. Unbestritten ist, dass die Klägerin im Zeitpunkt der Unter-

zeichnung der Schuldanerkennung durch L._____ und M._____ insbesondere im 

Hinblick auf die ausserordentliche Generalversammlung vom 6. September 2010 

nach wie vor auf die Kommunikationsdienstleistungen der Beklagten angewiesen 

war (Klägerin: act. 24 Rz. 141; Beklagte: act. 13 Rz. 7, Rz. 10). Auch dieser Um-

stand spricht dafür, dass die Klägerin mit Abgabe der Schuldanerkennung auf die 

Einrede, die Beklagte habe die Leistungen nicht oder zumindest nicht in dem in 

Rechnung gestellten Umfang erbracht, verzichtete.  

6.2.6. Zusammenfassend ist der Klägerin die Einrede, die Beklagte habe die in 

Rechnung gestellten Leistungen nicht bzw. nicht in dem in Rechnung gestellten 

Umfang erbracht, verwehrt. In dieser Hinsicht ist die Einredeabstraktheit der 

Schuldanerkennung vom 3. September 2010 zu bejahen. Dementsprechend ist 

davon auszugehen, dass die Beklagte für die Klägerin in der Zeit vom 1. Juli 2010 

bis zum 6. September 2010 - einschliesslich Mehrwertsteuer - Leistungen in der 

Höhe von insgesamt CHF 195'862.85 erbrachte. 

- 45 - 

6.3. Vorbemerkungen zur Leistungserbringung 

6.3.1.  Wie nachfolgend zu zeigen sein wird,