# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5233ad4e-e0de-59b6-862c-8eb3cd2541d8
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-11
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2012 (23.2. - 31.12.) sowie Staats- und Gemeindesteuern 2012 (23.2. - 31.12.)
**Docket/Reference:** DB.2015.72
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2015_72_mo.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2015.72 
1 ST.2015.94 

Entscheid 

11. August 2015 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Anton Tobler und Gerichtsschreiber Claude Treyer 

In Sachen 

A ,    

vertreten durch PricewaterhouseCoopers AG,  
Birchstrasse 160, Postfach, 8050 Zürich,  

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Stadt Zürich, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 2012 (23.2. - 31.12.) sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 2012 (23.2. - 31.12.) 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  die  Pflichtige)  zog  am  23.  Februar  2012  unter  Aufrechter-

haltung  ihres  Anstellungsverhältnisses  mit  der  B  UK  Ltd.  von  London  her  kommend 

nach Zürich zu.  Am  21.  August  2012  unterzeichnete  die Pflichtige  einen  Anstellungs-

vertrag  mit  der  B  Switzerland  GmbH  als  Softwareentwicklerin  per  1.  Oktober  2012. 

Zwischen  dem  Zuzug  am  23.  Februar  2012  und  dem  Arbeitsantritt  bei  B  Switzerland 

GmbH  am  1. Oktober  2012  war  die  Pflichtige nicht mehr  im  Arbeitsprozess  bei  B  UK 

Ltd.  in  London  eingebunden,  sondern  verbrachte  einen  Teil  ihres  regulärem  Urlaubs 

(bis 2. März 2012) sowie anschliessend den von B UK Ltd. gewährten Mutterschaftsur-

laub (bis  28.  September  2012)  in  der  Schweiz.  Auf  Basis  ihres  Anstellungsverhältnis-

ses mit der B UK Ltd. wurden der Pflichtigen ab Zuzugsdatum in der Schweiz bis Ende 

September 2012 verschiedene Leistungen ausbezahlt, darunter die staatliche britische 

Mutterschaftsentschädigung  (Statutory  Maternity  Pay,  nachfolgend  SMP)  im  Umfang 

von umgerechnet Fr. 16'029.- sowie die mit B UK Ltd. arbeitsvertraglich zusätzlich ver-

einbarte Lohnfortzahlung bei Mutterschaft (Maternity Top Up, nachfolgend Basissalär) 

im Umfang von umgerechnet Fr. 42'311.-. Zusätzlich flossen ihr in der Periode ab Zu-

zug bis Arbeitsantritt in der Schweiz aufgrund der Erreichung des Vestingdatums mo-

natlich  verschiedene  Erträge  aus  Mitarbeiterbeteiligungen  (Restricted  Stock  Units)  im 

Umfang  von  nach  Abzug  der  britischen  Sozialversicherungsbeiträge  netto  umgerech-

net Fr. 26'496.- zu. Ab 1. Oktober 2012 erhielt sie nebst der ordentlichen Gehaltshaupt- 

und  -nebenleistungen  von  der  B  Switzerland  GmbH  auch  weitere  Mitarbeiterbeteili-

gungserträge von umgerechnet Fr. 9'139.-. 

B. Im Rahmen der ergänzenden Einschätzung/Veranlagung zur Quellensteuer 

schätzte  der  Steuerkommissär  die  Pflichtige  am  2.  Oktober  2014  für  die  Staats-  und 

Gemeindesteuern  23.  Februar  bis  31.  Dezember  2012  mit  einem  steuerbaren  bzw. 

satzbestimmenden Einkommen von Fr. 61'200.- bzw. Fr. 240'100.- und einem steuer-

baren/satzbestimmenden Vermögen von Fr. 253'000.- ein. Im Hinweis direkte Bundes-

steuer  für  dieselbe  Periode  war  ein  satzbestimmendes  bzw.  steuerbares  Einkommen 

von Fr. 61'500.- bzw. Fr. 241'000.- vorgesehen.  

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Die  hiergegen  erhobene  Einsprache  vom  31.  Oktober  2014,  in  welcher  die 

Pflichtige u.a. die Zuweisung der Besteuerung der staatlichen britischen Mutterschafts-

entschädigung an Grossbritannien bei bloss satzbestimmender Berücksichtigung in der 

Schweiz, die Qualifikation der Zuflüsse aus Mitarbeiterbeteiligungen als unregelmässig 

sowie  eine  abweichende  Bestimmung  des  satzbestimmenden  Einkommens  als  Folge 

der vertraglichen Lohnfortzahlung beantragen liess, hiess das kantonale Steueramt mit 

Einspracheentscheiden vom 10. März 2015 teilweise gut. Für die Staats- und Gemein-

desteuern  23.  Februar  bis  31.  Dezember  2012  schätze  es die  Pflichtige nunmehr  mit 

einem  steuerbaren  bzw.  satzbestimmenden  Einkommen  von  Fr.  60'800.-  bzw.  

Fr. 176'400.- ein. Bei der direkten Bundessteuer für dieselbe Periode wurde ein steu-

erbares  bzw.  satzbestimmendes  Einkommen  von  Fr.  61'100.-  bzw.  Fr.  177'300.- fest-

gesetzt.  Zu diesem Ergebnis gelangte das kantonale Steueramt u.a. dadurch, dass es 

die Fortzahlung des Basissalärs sowie die Auszahlung der SMP ab dem Zeitpunkt der 

Wohnsitznahme in der Schweiz am 23. Februar 2012 der Besteuerung in der Schweiz 

bzw. im Kanton Zürich (bei Umrechnung auf ein volles Jahresbetreffnis für die Satzbe-

stimmung) zuwies. Die ab 23. Februar 2012 zugeflossenen Erträge aus Mitarbeiterbe-

teiligungen wies es unter Anwendung des Zuzugsdatums als Stichtag nach Massgabe 

der  vor  und  nach  dem  Stichtag  laufenden  Perioden  zwischen  Zuteilung  und  Vesting 

proportional der Besteuerung in der Schweiz bzw. im Kanton Zürich zu. Dabei hielt es 

an  der  Qualifikation  der  Mitarbeiterbeteiligungserträge  als  regelmässiges  Einkommen 

und der damit einher gehenden Umrechnung der der Schweiz bzw. dem Kanton Zürich 

zugewiesenen  Mitarbeiterbeteiligungserträge  auf  ein  volles  Jahresbetreffnis  zur  Satz-

bestimmung fest.  

C. Mit Rekurs/Beschwerde vom 9. April 2015 liess die Pflichtige für die Staats- 

und Gemeindesteuern 23. Februar bis 31. Dezember 2012 ein steuerbares bzw. satz-

bestimmendes  Einkommen  von  Fr.  2'300.-  bzw.  Fr.  176'400.-  sowie  für  die  direkte 

Bundessteuer derselben Periode ein steuerbares bzw. satzbestimmendes Einkommen 

von  Fr.  2'400.-  bzw.  Fr. 177'300.-  beantragen.  Zu diesen Steuerfaktoren  gelangte die 

Pflichtige, indem sie die Freistellung des Basissalärs, der SMP sowie der Einkünfte aus 

Mitarbeiterbeteiligungen zwischen  dem  23.  Februar  und 30.  September 2012  von  der 

schweizerischen  Besteuerung  unter  Progressionsvorbehalt  beantragte.  Zur  Begrün-

dung wies die Pflichtige einleitend darauf hin, dass sie im  Moment des Zuzugs in die 

Schweiz  beabsichtigt  habe,  ihre  Arbeit  ab  dem 1.  Oktober  2012  wieder  bei  der  B  UK 

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Ltd. in Grossbritannien aufzunehmen. Erst im Lauf des Mutterschaftsurlaubs habe sie 

sich  entschieden,  eine  lokale  Anstellung  bei  der  B  Switzerland  GmbH  anzustreben. 

Unter  Verweis  auf  Vorschläge  der  OECD  zur  Problematik  der  Lohnfortzahlungen  aus 

dem Jahr 2013, wonach das Besteuerungsrecht demjenigen Staat zuzuweisen sei, in 

welchem  die Arbeit  gewöhnlicherweise  und  weiterhin ausgeübt  worden  wäre,  schloss 

die  Pflichtige  auf  eine  Zuweisung  des  streitbetroffenen  Basissalärs  nach  Grossbritan-

nien. Dies decke sich mit einem der Vertreterin bekannten Fall, in welchem die Lohn-

fortzahlung während der Freistellung in der Schweiz quellenbesteuert worden sei, ob-

wohl  der  Mitarbeiter  während  der  Kündigungsfrist  nach  Dänemark  zurückgekehrt  sei. 

Die Pflichtige habe einzig durch ihre Erwerbstätigkeit in Grossbritannien das Recht auf 

SMP,  welche  der  britischen  Quellensteuer  unterliege,  beanspruchen  können.  In  der 

Schweiz  unterlägen  auch  Ersatzeinkünfte  von  Arbeitnehmern  ohne  steuerrechtlichen 

Wohnsitz oder Aufenthalt der Quellenbesteuerung. Einzelne Kantone gingen auch bei 

bestehenden  Doppelbesteuerungsabkommen  vom  schweizerischen  Besteuerungs-

recht  aus,  weshalb  im  umgekehrten  Fall  des  Ersatzeinkommenszuflusses  aus  dem 

Ausland dieses auch dem Ausland, vorliegend Grossbritannien, als gewöhnlichem Ar-

beitsort  zuzuweisen  sei.  Bei  der  Zuweisung  der  Mitarbeiterbeteiligungserträge  sei  die 

Verdienstperiode in Grossbritannien entsprechend der Begründung zum Basissalär bis 

zum  30.  September  2012 zu  erweitern,  weshalb  sämtliche  Erträge mit  einem  Vesting 

vor diesem Stichtag der Besteuerung durch Grossbritannien zuzuweisen sei.  

Mit  Rekurs-  und Beschwerdeantwort  vom  7.  Mai  2015  beantragte  das kanto-

nale Steueramt Abweisung der Rechtsmittel unter Kostenfolge zulasten der Rekurren-

tin/Beschwerdeführerin. Mit der Wohnsitzname unterstehe die Pflichtige nach uniltera-

lem  Recht  der  unbeschränkten  hiesigen  Steuerpflicht,  weshalb  sämtliche  Einkünfte 

nach  dem  Zuzugsdatum  in  der  Schweiz  bzw.  im  Kanton  Zürich  steuerbar  seien.  Das 

einschlägige  Doppelbesteuerungsabkommen  zwischen  der  Schweiz  und  Grossbritan-

nien schränke dieses Besteuerungsrecht nicht ein, da für Einkünfte aus unselbststän-

diger Erwerbstätigkeit nur dann zugunsten des Arbeitsortsprinzips vom Wohnortprinzip 

abgewichen  werde,  wenn  der  Arbeitsnehmer  sich  tatsächlich  physisch  am  Arbeitsort 

aufgehalten habe. Dies sei vorliegend nicht der Fall gewesen. Die proportionale Zuwei-

sung der Mitarbeiterbeteiligungserträge in Anwendung des Stichtags 23. Februar 2012 

erweise sich daher als korrekt. Die Pflichtige liess sich hierzu nicht mehr vernehmen. 

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Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a) Nach unilateralem schweizerischen bzw. zürcherischem Steuerrecht wird 

eine  natürliche  Person  aufgrund  persönlicher  Zugehörigkeit  steuerpflichtig,  wenn  sie 

ihren  steuerrechtlichen  Wohnsitz  oder  Aufenthalt  in  der  Schweiz  (Art.  3  Abs.  1  des 

Bundesgesetzes  über  die  direkte Bundessteuer vom  14.  Dezember  1990,  DBG)  bzw. 

im  Kanton  Zürich  (§  3 Abs.  1  des  Steuergesetzes  vom  8.  Juni  1997,  StG)  hat.  Einen 

steuerrechtlichen  Wohnsitz  in  der  Schweiz  bzw.  im  Kanton  Zürich  hat  eine  Person, 

wenn  sie  sich  hier  mit  der  Absicht  dauernden  Verbleibens  aufhält  oder  wenn  ihr  das 

Bundesrecht hier einen besonderen gesetzlichen Wohnsitz zuweist (Art. 3 Abs. 2 DBG 

bzw. § 3 Abs. 2 StG). Einen steuerrechtlichen Aufenthalt in der Schweiz bzw. im Kan-

ton hat eine Person schliesslich, wenn sie sich hier, ungeachtet vorübergehender Un-

terbrechungen,  bei  Ausübung  einer  Erwerbstätigkeit  während  mindestens  30  Tagen, 

ohne  Ausübung  einer  Erwerbstätigkeit  während  mindestens  90  Tagen  aufhält  (Art.  3 

Abs. 3 DBG bzw. § 3 Abs. 3 StG).  

b) Die Pflichtige ist am 23. Februar 2012 von Grossbritannien her kommend in 

die Schweiz bzw. in den Kanton Zürich zugezogen und hat sich pflichtgemäss bei der 

zürcherischen Einwohnerkontrolle angemeldet. In Anbetracht des Umstands, dass sie 

in Erwartung ihres ersten Kindes zusammen mit dem bereits seit 2008 für die B Swit-

zerland GmbH in Zürich tätigen Kindsvater C einen gemeinsamen Haushalt und mit der 

Geburt des gemeinsamen Sohnes D am 27. März 2012 eine Familie gründet hat, ist zu 

schliessen, dass sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen seit dem Zuzugsdatum in 

der Schweiz bzw. in Zürich befindet, sie sich daher mit der Absicht dauernden Verblei-

bens  in  der  Schweiz  aufhält  und  damit  über  einen  steuerrechtlichen  Wohnsitz  in  der 

Schweiz verfügt. Nichts zu ändern vermögen dabei ihre Vorbringen, sie hätte ursprüng-

lich lediglich den Mutterschaftsurlaub in der Schweiz verbringen und nach diesem wie-

der mit einem Teilzeitpensum für die B UK Ltd. arbeiten wollen. Die Realisierung die-

ses  Vorhabens  hätte  wohl  in  erster  Linie  zur  Aufrechterhaltung  des  Tätigkeitsorts  in 

Grossbritannien  auch  nach  dem  30.  September  2012  (Ende  Mutterschaftsurlaub)  ge-

führt.  Ob  damit  indes  auch  eine  Rückverschiebung  des Wohnsitzes  einher  gegangen 

wäre, lässt die Pflichtige im Dunkeln, da sie weder über ihre (allenfalls aufrechterhalte-

ne  oder  ursprünglich  geplante)  Wohnsituation  in  Grossbritannien  noch  über  allfällige 

familiäre Pläne zu einer Wohnsitz(rück)verlegung Auskunft gegeben hat. 

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2. a) Bei persönlicher Zugehörigkeit, d.h. bei Bestand eines steuerrechtlichen 

Sitzes/Wohnsitzes in der Schweiz bzw. im Kanton Zürich, ist die Steuerpflicht gemäss 

unilateralem Recht (Art. 6 Abs. 1 DBG bzw. § 5 Abs. 1 StG) unbeschränkt; sie erstreckt 

sich aber nicht auf Geschäftsbetriebe, Betriebsstätten und Grundstücke im Ausland. Zu 

den steuerbaren Einkünften einer natürlichen Person gehören diesfalls gemäss Art. 17 

Abs. 1 DBG bzw. § 17 Abs. 1 StG auch sämtliche Einkünfte aus unselbstständiger Er-

werbstätigkeit. Erfasst werden alle Einkünfte aus privatrechtlichem oder öffentlichrecht-

lichem  Arbeitsverhältnis  mit  Einschluss  der  Nebeneinkünfte,  wie  Entschädigungen  für 

Sonderleistungen,  Provisionen  und  Zulagen,  Dienstalters-  und  Jubiläumsgeschenke, 

Gratifikationen, Trinkgelder, Tantiemen und andere geldwerte Vorteile (inkl. geldwerte 

Vorteile aus Mitarbeiterbeteiligungen). Ausländische Arbeitnehmer, welche zwar in der 

Schweiz bzw. im Kanton Zürich über einen steuerrechtlichen Wohnsitz bzw. Aufenthalt, 

indes über keine fremdenpolizeiliche Niederlassungsbewilligung verfügen, werden ge-

mäss Art. 83 Abs. 1 DBG bzw. § 87 Abs.1 StG für ihr Einkommen aus unselbstständi-

ger Erwerbstätigkeit einem Steuerabzug an der Quelle unterworfen. Vorbehalten bleibt 

gemäss Art. 90 Abs. 1 DBG bzw. § 93 Abs. 1 StG die sogenannte ergänzende ordent-

liche Veranlagung bzw. Einschätzung für Einkommensbestandteile, welche dem Abzug 

an der Quelle nicht unterworfen sind. Darunter fallen insbesondere auch aus dem Aus-

land  bezahlte  Lohnbestandteile  (vgl.  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar 

zum DBG, 2. A., 2009, Art. 90 N 5 DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 

3. A., 2013, § 93 N 6 StG). Im Bereich der Staats- und Gemeindesteuern wird zudem 

auch das Vermögen im ergänzenden ordentlichen Verfahren eingeschätzt. Soweit die 

Steuerpflicht in der Schweiz bzw. im Kanton Zürich im Zuzugsjahr kein volles Kalender-

jahr  umfasst,  sind  die  für  die  Satzbestimmung  massgebenden  Einkünfte  schliesslich 

nach Art. 209 Abs. 3 DBG bzw. § 49 Abs. 3 StG zu bestimmen. Die Steuer wird nur auf 

die  im  Zeitraum  der  Steuerpflicht  erzielten  Einkünfte  erhoben,  wobei  sich  der  Steuer-

satz  für  regelmässig  fliessende  Einkünfte  nach  dem  auf  zwölf  Monate  berechneten 

Einkommen  bestimmt;  nicht  regelmässig  fliessende  Einkünfte  unterliegen  der  vollen 

Jahressteuer, werden aber für die Satzbestimmung nicht in ein Jahreseinkommen um-

gerechnet. 

b) Soweit das kantonale Steueramt im Rahmen der ergänzenden Veranlagung 

bzw.  Einschätzung  das  ab  23.  Februar  bis  30.  September  2012  der  Pflichtigen  zuge-

flossene  Basissalär  sowie  die  SMP  vollumfänglich  der  Besteuerung  in  der  Schweiz 

zugewiesen  und  aufgrund  der  Qualifikation  als  regelmässig  fliessend  zur  Satzbestim-

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mung auf ein volles Jahresbetreffnis umgerechnet hat, entspricht dieses Vorgehen den 

innerstaatlichen gesetzlichen Vorgaben der Schweiz bzw. des Kantons Zürich. Nicht zu 

beanstanden  ist  nach  unilateralem  Recht  zudem  das  grundsätzliche  Besteuerungs-

recht für ab dem 23. Februar 2012 durch Vesting von der Pflichtigen zugeteilten Mitar-

beiterbeteiligungen in Form von Restricted Stock Units, handelt es sich hierbei doch bis 

zum Vestingdatum um reine Anwartschaften auf den terminlich im Voraus festgelegten 

Erwerb  von  Mitarbeiteraktien  (vgl.  hierzu  auch  Richner/Frei/  Kaufmann/Meuter,  §  17a 

N 7 StG). Ob eine pro rata Besteuerung beim Import von Restricted Stock Units nach 

Massgabe  der  im  Aus-  und  Inland  zu  lokalisierenden  zeitlichen  Verdienstanteile  zwi-

schen  Gewährung  und Vesting  bereits  im  Jahr 2012,  d.h.  vor  Inkrafttreten  der  hierfür 

einschlägigen  gesetzlichen  Grundlagen  (Art.  17d  DBG  bzw.  §  17d  StG)  per  1.  Janu-

ar 2013,  grundsätzlich  bereits  aufgrund  des  internen  Rechts  geboten  war,  kann  mit 

dem  Verwaltungsgericht  (VGr,  15.  Februar  2012,  SB.2011.00013,  www.vgr.zh.ch, 

E. 6.1) offen gelassen werden, wird doch dieser Besteuerungsmodus von den Parteien 

im Grundsatz nicht infrage gestellt. Zu bestätigen ist nach internem Recht schliesslich 

die  Qualifikation  des  letztlich  in  der  Schweiz  bzw.  im  Kanton  Zürich  zu  besteuernden 

pro rata Anteils der Erträge aus Mitarbeiterbeteiligungen als regelmässig fliessend für 

die Zwecke der Ermittlung des satzbestimmenden Einkommens bei unterjähriger Steu-

erpflicht.  Dies  deshalb,  weil  in  jedem  Monat  nach  dem  Zuzugsdatum  zugunsten  der 

Pflichtigen mindestens eine – wenn auch unterschiedlich grosse – Tranche der Restric-

ted Stock Units gevestet worden ist. 

3.  Das  unilaterale  Besteuerungsrecht  der  Schweiz  bzw.  des  Kantons  Zürich 

kann durch den Abschluss von Doppelbesteuerungsabkommen eingeschränkt werden. 

Beim  vorliegenden  Sachverhalt,  in  welchem  die  Pflichtige  ab  dem  Zuzugsdatum  per 

23.  Februar  2012  in die  Schweiz  nach internem  Recht  einen Wohnsitz  begründet,  in-

des aus ihrem bis Ende September 2012 andauernden Anstellungsverhältnis mit der B 

UK  Ltd.  verschiedene Leistungen  ausbezahlt  bekommen  hat,  ist  das  Abkommen  zwi-

schen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  dem  Vereinigten  Königreich  von 

Grossbritannien und Nordirland zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Ge-

biet der Steuern vom Einkommen vom 8. Dezember 1977, in Kraft getreten am 7. Ok-

tober  1978,  samt  Zusatzprotokollen  vom  5.  März  1981,  17.  Dezember  1993  und  26. 

Juni 2007 (nachfolgend DBA-GB) anwendbar. 

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4. Gemäss Art. 4 Abs. 1 DBA-GB bedeutet der Ausdruck «eine in einem Ver-

tragsstaat  ansässige  Person»  eine  Person,  die  nach  dem  Recht  dieses  Staates  dort 

auf Grund ihres Wohnsitzes, ihres ständigen Aufenthalts, des Ortes ihrer Geschäftslei-

tung oder eines anderen ähnlichen Merkmals steuerpflichtig ist. Der Ausdruck umfasst 

jedoch nicht eine Person, die in diesem Staat nur mit Einkünften aus Quellen in diesem 

Staat steuerpflichtig ist.  

Die Pflichtige hat nach schweizerischem Recht mit ihrem Zuzug per 23. Feb-

ruar  2012  in  der  Schweiz  einen  steuerrechtlichen  Wohnsitz  begründet  und  gilt  daher 

abkommensrechtlich als in der Schweiz ansässig. Für eine über den 22. Februar 2012 

hinausgehende  Ansässigkeit  der  Pflichtigen  auch  in  Grossbritannien  bestehen  keine 

Hinweise, zumal sie sich nach diesem Datum offenbar keinen einzigen Tag mehr dort 

aufgehalten  hat.  Selbst  wenn  das  britische  Steuerrecht  davon  ausgehen  würde,  die 

Pflichtige verfüge auch nach ihrer Abreise Richtung Schweiz noch über  einen steuer-

rechtlichen Wohnsitz  in  Grossbritannien,  wäre  die  abkommensrechtliche  Ansässigkeit 

in  Anwendung  der  tie-breaker-rule  von  Art.  4  Abs.  2  lit.  a  DBA-GB  dennoch  der 

Schweiz zuzuweisen, da die Pflichtige mangels Geltendmachung und Nachweises des 

Gegenteils nur hier über eine ständige Wohnstätte verfügt. 

5.  Nachfolgend  ist  bezüglich  der  drei  umstrittenen  Zuflüsse  zugunsten  der 

Pflichtigen  (SMP/Basissalär/Mitarbeiterbeteiligung)  jeweils  separat  zu  ermitteln,  von 

welcher Abkommensbestimmung die Zuteilung des jeweiligen Zuflusses erfasst wird. 

a) SMP  

aa)  Obwohl  der  OECD-Kommentar  zum  Musterabkommen  (nachfolgend 

K OECD-MA) es seit längerer Zeit nicht vollständig ausschliesst, dass Sozialversiche-

rungsleistungen wie ein Mutterschaftsentgelt unter die Zuteilungsnorm für Ruhegehäl-

ter  gemäss  Art.  18  des  Musterabkommens  (nachfolgend  OECD-MA)  mit  einer  Zutei-

lung  an  den  Ansässigkeitsstaat  zugewiesen  werden  können  (K  OECD-MA  Art.  18 

N 28), ist eine solche Zuweisung ohne ausdrückliche Vereinbarung im konkreten Dop-

pelbesteuerungsabkommen  abzulehnen.  Der  Anwendungsbereich  dieser  Zuteilungs-

norm sollte nicht auf Leistungszuflüsse, welche nicht im Zusammenhang mit der gene-

rellen  Beendigung  der  Erwerbstätigkeit  stehen,  ausgeweitet  werden  (vgl.  hierzu  auch 

Züger/von Ah, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Internationales Steu-

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errecht,  2015,  Art.  18 OECD-MA  N  135 mit  weiteren  Hinweisen,  sowie  Michael  Kem-

permannn, 

in:  Flick/Wassermeyer/Kempermann,  Doppelbesteuerungsabkommen 

Deutschland-Schweiz, Art. 18 N 11 mit weiteren Hinweisen). 

bb)  Als  Zuteilungsnormen  für  Geldleistungen  aus  Mutterschaftsversicherun-

gen infrage kommen hingegen sowohl Art. 15 OECD-MA (unselbstständige Erwerbstä-

tigkeit) als auch Art. 21  OECD-MA (übrige Einkünfte) bzw. die entsprechenden Zutei-

lungsnormen in den einschlägigen Doppelbesteuerungsabkommen. In Anbetracht des 

international  sehr  unterschiedlich  ausgestalteten  Sozialversicherungszweigs  der  Mut-

terschafts-  bzw.  Elternschaftsversicherung (vgl.  hierzu  MISSOC  Vergleichende Tabel-

len  Datenbank,  http://www.missoc.org/MISSOC/INFORMATION  BASE/  COMPARA-

TIVETABLES/MISSOCDATABASE/comparativeTableSearch_de.jsp [nachfolgend MIS-

SOC] mit  Länderauswahl  aller  EU-  und EFTA-Staaten  sowie Themenauswahl  Mutter-

schaft/Vaterschaft) erweist sich eine Abgrenzung nach dem Adressat der Leistungsfor-

derung  als  sinnvoll.  Sofern  –  wie  in  der  Mehrzahl  der  europäischen  Staaten  –  keine 

Lohnfortzahlungspflicht  des  Arbeitsgebers,  sondern  ein  direkter  Anspruch  gegenüber 

dem  öffentlichen  Sozialversicherungsträger  besteht,  erweist  sich  der  Konnex  zur  un-

selbstständigen Erwerbstätigkeit trotz allfälliger Bezugnahme auf den bisherigen Lohn 

als Bemessungsbasis für den Anspruch als nicht mehr hinreichend. Dies führt mangels 

anderweitiger  ausdrücklicher  abkommensrechtlicher  Vereinbarung  zur  Anwendbarkeit 

der einschlägigen Zuteilungsnorm für übrige Einkünfte, welche das Besteuerungsrecht 

des Ansässigkeitsstaats vorsieht. Soweit eine (privat- oder öffentlich-rechtliche) Lohn-

fortzahlungspflicht  des  Arbeitsgebers  mit  der  allfälligen  Möglichkeit  der  (teilweisen) 

Refinanzierung  des  Arbeitgebers  beim  Sozialversicherungsträger  vorgesehen  ist, 

rechtfertigt  sich  die  Anwendung  der  Zuteilungsregeln  für  die  Einkünfte  aus  unselbst-

ständiger Erwerbstätigkeit (vgl. hierzu auch Helbing/Häni, in: Kommentar zum Schwei-

zerischen  Steuerrecht,  Internationales  Steuerrecht,  Art.  21  OECD-MA  N  45;  Rainer 

Prokisch, in: Vogel/Lehner, Kommentar DBA, 6. A., 2015, Art. 15 OECD-MA N 18; Da-

niel Rentzsch, Systeme sozialer Sicherheit und Steuerrecht in Europa – Kollision durch 

Koordination?, in: Steuerrecht 2008, Best of zsis), 2008, 20). 

cc)  Bei  der  SMP  nach  britischem  Recht  handelt  es  sich  um  eine  gesetzlich 

vorgesehene Leistungspflicht des Arbeitsgebers, soweit die Arbeitnehmerin bestimmte 

Voraussetzungen  betreffend  vorgängige  Anstellungsdauer  beim  Arbeitgeber  (mindes-

tens 26 Wochen bis zur 15. Woche vor der Woche der erwarteten Niederkunft) sowie 

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Mindestlohnumfang  (mindestens  111  britische  Pfund  pro  Woche)  erfüllt.  Der  Umfang 

der Leistungspflicht, welche maximal 39 Wochen umfassen kann, beträgt in den ersten 

sechs Wochen der Leistungsdauer 90% des bisherigen durchschnittlichen Lohns ohne 

Deckelung. Nach diesem Zeitpunkt gilt eine Leistungsdeckelung von 138.18 britischen 

Pfund pro Woche. Der Arbeitsgeber seinerseits ist berechtigt, die im Sinn einer gesetz-

lichen  Lohnfortzahlung  geleistete  SMP  je  nach  Betriebsgrösse  im  Umfang  zwischen 

92%  und  103%  von  der  zuständigen  staatlichen  Instanz  zurückzuverlangen (vgl.  zum 

britischen System des Mutterschaftsschutzes MISSOC mit Länderauswahl Vereinigtes 

Königreich  und  Themenauswahl  Mutterschaft/Vaterschaft  sowie  https://www. 

gov.uk/maternity-pay-leave/pay, https://www.gov.uk/employers-maternity-pay-leave/en- 

titlement  und  https://www.gov.uk/recover-statutory-payments/reclaiming).  Die  Ausges-

taltung der SMP rechtfertigt es, diese Leistung nach den Regeln für Einkünfte aus un-

selbstständiger  Erwerbstätigkeit  gemäss  Art.  15  DBA-GB  dem  Tätigkeits-  bzw.  dem 

Ansässigkeitsstaat zur Besteuerung zuzuweisen. 

b) Basissalär 

Beim Basissalär handelt es sich um eine mit B UK Ltd. rein arbeitsvertraglich 

vereinbarte Lohnfortzahlung während des Mutterschaftsurlaubs, welche die SMP ohne 

entsprechende  gesetzliche  Verpflichtung  ergänzt.  Art.  15  DBA-GB  ist  für  diese  Lohn-

leistung für die Zuteilung der Besteuerungsbefugnis massgebend. 

c) Mitarbeiterbeteiligungen (Restricted Stock Units)  

Die Unterstellung unter Art. 15 DBA-GB ergibt sich bereits aus Ziff. 3 des Zu-

satzprotokolls.  

d) Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Zuteilung des Besteuerungs-

rechts bezüglich aller drei zur Diskussion stehenden Leistungskomponenten der B UK 

Ltd. einheitlich nach Art. 15 DBA-GB zu beurteilen ist. 

6. a) Gemäss Art. 15 Abs. 1 DBA-GB können vorbehältlich der Artikel 16, 18 

und  19  Gehälter,  Löhne  und  ähnliche  Vergütungen,  die  eine  in  einem  Vertragsstaat 

ansässige Person aus unselbstständiger Arbeit bezieht, nur in diesem Staat besteuert 

werden, es sei denn, die Arbeit wird im anderen Vertragsstaat ausgeübt. Wird die Ar-

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beit  dort  ausgeübt,  so  können  die  dafür  bezogenen  Vergütungen  im  anderen  Staat 

besteuert werden.  

Art. 15 Abs. 1 DBA-GB definiert gleichsam wie Art. 15 Abs. 1 OECD-MA den 

Ort  der  Arbeitsausübung nicht.  Der  OECD-Kommentar  hält  in langjähriger  Praxis  ein-

führend zur Kommentierung von Art. 15 Abs. 1 OECD-MA fest, dass die unselbststän-

dige  Arbeit  dort  ausgeübt  werde,  wo  der  Angestellte  im  Zeitpunkt,  in  welchem  er  die 

Arbeit  ausführt  und  für  welche  er  die  Vergütung  bezieht,  körperlich  anwesend  ist 

(vgl. zuletzt K 2014 OECD-MA, Art. 15 N 1). Fehlt es an einer physischen Präsenz im 

Tätigkeitsstaat,  führt  dies  grundsätzlich  zur  alleinigen  Besteuerungsbefugnis  des  An-

sässigkeitsstaats für diese Einkünfte. 

b) Obwohl der Grundsatz der körperlichen Anwesenheit im Tätigkeitsstaat als 

Zuteilungskriterium  der  als  Ausnahme  definierten  Besteuerungsbefugnis  des  Tätig-

keitsstaats  auf  den ersten Blick  als  einfach  und klar  erscheint,  hat  diese  Regelung  in 

der  internationalen  abkommensrechtlichen  Lehre  und  Rechtsprechung  immer  wieder 

dann  zu  Qualifikationskonflikten  geführt,  wenn  der  Arbeitnehmer  bei  Fortzahlung  des 

Lohns  berechtigterweise  keine  Arbeitstätigkeit  ausgeübt  hat,  so  insbesondere  im 

Krankheitsfall oder vereinzelt auch bei Bezug eines Mutterschaftsurlaubs.  

aa)  Die  niederländische  Rechtsprechung  (vgl.  hierzu  Frank  Pötgens,  Income 

from International Private Employment, 2007, S. 423 ff., mit weiteren Hinweisen) erach-

tet in Abweichung vom Prinzip der physischen Präsenz am Arbeitsort den Ort, an wel-

chem  eine  Person  sich  während  ihrer  Inaktivität  zufolge  Krankheit  aufhält,  nicht  als 

einen  Ort,  an  dem  diese  ihre  Arbeit  ausübt.  Dies  hat  zur  Folge,  dass  das  Besteue-

rungsrecht  dem  hypothetischen  Arbeitsort,  also  demjenigen  Ort,  an  welchem  der  Ar-

beitnehmer die Arbeit ausführen würde, wenn er nicht erkrankt wäre, zuzuweisen ist.  

Die Rechtsprechung in Deutschland erscheint als uneinheitlich. Der Bundesfi-

nanzhof  vertritt 

in  seinem  Beschluss  vom  17.  Oktober  2003  (abrufbar  unter 

https://www.jurion.de/Urteile/BFH/2003-10-17/I-B-98_03)  die  Auffassung,  dass  Krank-

heitstage wie eine tatsächlich ausgeübte nichtselbstständige Arbeit zu behandeln sei-

en. Dies hat im Ergebnis zur Folge, dass es für die Zuteilung der Lohnbetreffnisse auf 

die  jeweilige  anteilige  Präsenz  im  Tätigkeits-  und  Ansässigkeitsstaat  ankommt 

(vgl. auch Pötgens, S. 425). Eine Anknüpfung an den hypothetischen Arbeitsort nimmt 

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hingegen  das  Finanzgericht  Köln  in  seinem  Urteil  vom  17.  April  2007  (abrufbar  unter 

https://openjur.de/u/119944.html)  vor.  Gleichsam  uneinheitlich  sind  die  Stellungnah-

men  der  Lehre.  Teilweise  wird  letztere  Anknüpfung  befürwortet  (Prokisch,  Art.  15 

OECD-MA N 18), teilweise die vom Bundesfinanzhof vertretene Anknüpfung nach an-

teiliger Präsenz (Franz Wassermeyer, in: Wassermeyer/Lang/Schuch, Doppelbesteue-

rung, OECD-Musterabkommen/DAB Österreich-Deutschland, Kommentar, 2. A., 2010, 

Art. 15 OECD-MA N 91 und 148). Ebenfalls wird mangels einer tatsächlichen Arbeitstä-

tigkeit  die  ausschliessliche  Zuteilung  an  den  Ansässigkeitsstaat  vertreten  (Wolfgang 

Neyer,  Lohnfortzahlung und Besteuerungsrecht beim  internationale tätigen Arbeitneh-

mer, Recht der internationalen Wirtschaft [RIW], 2006, 216).  

Die  Rechtsprechung  in  weiteren  Staaten  (Belgien/Dänemark)  bevorzugt  die 

Besteuerung  im  Ansässigkeitsstaat,  wobei  die  Anknüpfung  aufgrund  von  Art.  21 

OECD-MA  (übrige  Einkünfte)  erfolgt  (vgl.  Prokisch,  Art.  15  OECD-MA  N  18  und  Pöt-

gens, S. 425 ff., jeweils mit Hinweisen). 

bb)  Abweichend  von  früheren  Auflagen  der  Kommentierung  zum  OECD-

Musterabkommen hat sich schliesslich die OECD in der aktuellsten Fassung 2014 ver-

tieft  mit  den  Zuteilungsregeln  für  Leistungen  an  unselbstständig  Erwerbende  bei  der 

Beendigung  des  Arbeitsverhältnisses  auseinandergesetzt  (K  2014  OECD-MA,  Art.  15 

N  2.3  -  2.16). Wohl  nicht  zuletzt  aufgrund  der  vorstehend  beispielhaft  erörterten  sehr 

unterschiedlichen Auffassungen in den verschiedenen Staaten  empfiehlt die OECD in 

diesem  Zusammenhang  in  einem  einzigen  Satz,  die  kurzfristige  Ausrichtung  von  Ar-

beitsunfähigkeitsleistungen  zufolge  Unfalls  oder  Krankheit  (Sick  Days  Payment  sowie 

Short-term  Disability  Payment)  bei  einem  noch  bestehenden  Arbeitsverhältnis  dem 

Staat des hypothetischen Arbeitsorts zur Besteuerung zuzuweisen. 

c)  Soweit  ein  Begriff,  hier  der  Begriff  der  Arbeitsausübung  bzw.  des  Orts  der 

Arbeitsausübung,  wie  vorliegend  nicht  durch  Legaldefinitionen  (vgl.  Art.  3  DBA-GB) 

und  spezielle  Verweisungen  im  einschlägigen  Doppelbesteuerungsabkommen  selbst 

geregelt wird, sind Doppelbesteuerungsabkommen nach völkerrechtlichen Regeln, d.h. 

in  Anwendung  des  Wiener  Übereinkommens  über  das  Recht  der  Verträge  vom 

23. Mai 1969 (nachfolgend WVK) auszulegen. Art. 31 Abs. 1 WVK bestimmt, dass ein 

Vertrag  nach  Treu  und  Glauben  in  Übereinstimmung  mit  der  gewöhnlichen,  seinen 

Bestimmungen in ihrem Zusammenhang zukommenden Bedeutung (textuelle Perspek-

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tive) und im Licht seines Zieles und Zweckes auszulegen ist. Nach Abs. 2 gehören zum 

Zusammenhang nebst dem Vertragswortlaut inklusive Präambel und Anlagen jede sich 

auf den Vertrag beziehende Übereinkunft, die zwischen allen Vertragsparteien anläss-

lich  des  Vertragsabschlusses  getroffen  wurde  und  jede  Urkunde,  die  von  einer  oder 

mehreren Vertragsparteien anlässlich des Vertragsabschlusses abgefasst und von den 

anderen  Vertragsparteien  als  eine  sich  auf  den  Vertrag  beziehende  Urkunde  ange-

nommen wurde (kontextuelle Perspektive). Nach Abs. 3 sind sodann spätere Überein-

künfte über die Auslegung oder Anwendung der Bestimmungen eines Vertrags in glei-

cher Weise zu berücksichtigen (dynamische Perspektive). Gleiches gilt für jede spätere 

Übung  bei  der  Anwendung  des  Vertrags,  aus  der  die Übereinstimmung der  Vertrags-

parteien über seine Auslegung hervorgeht. Schliesslich sind alle in der Beziehung zwi-

schen  den Vertragsparteien  anwendbaren  einschlägigen  Völkerrechtssätze zu beach-

ten.  Abs.  4  weist  darauf  hin,  dass  einem  Ausdruck  besondere  Bedeutung  beizulegen 

ist,  wenn  feststeht,  dass  die  Vertragsparteien  dies  beabsichtigt  haben.  Nach  Art.  32 

WVK  sind  ergänzende  Auslegungsmittel,  insbesondere  die  vorbereitenden  Arbeiten 

und die Umstände des Vertragsabschlusses heranzuziehen, um die sich unter Anwen-

dung des Artikels 31 WVK ergebende Bedeutung zu bestätigen oder die Bedeutung zu 

bestimmen, wenn die Auslegung nach Artikel 31 WVK die Bedeutung mehrdeutig oder 

dunkel  lässt  respektive  zu  einem  offensichtlich  sinnwidrigen  oder  unvernünftigen  Er-

gebnis  führt  (historische  Perspektive,  vgl.  zu  sämtlichen  Perspektiven:  Matteot-

ti/Krenger,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Internationales  Steuer-

recht, Einleitung N 122 f.).  

aa)  Ausgangspunkt  der  Auslegung  bildet  der  Wortlaut  in  der  Originalsprache 

des  Abkommens,  da  dieser  die  Absichten  der  Vertragsparteien  reflektieren  soll.  Die 

starke  Gewichtung  des  Wortlauts  gemäss  WVK  erfordert,  dass  zu  einer  Auslegung 

entgegen  dem  Wortlaut  eines  Begriffs  nur  geschritten  werden  sollte,  wenn  die  Wort-

lautkonforme  Anwendung  der  Abkommensbestimmung  auf  den  zu  beurteilenden 

Sachverhalt  zu  einem  offensichtlich  sinnwidrigen  oder  unvernünftigen  Ergebnis  führt, 

das den Willen der Vertragsparteien kaum entsprechen dürfte (Matteotti/Krenger, Ein-

leitung N 127). 

Art.  15  Abs.  1  Satz  2  des  französischen  Abkommenstexts  DBA-GB  weist  die 

Besteuerungsbefugnis abweichend vom Grundsatz der Besteuerung in Ansässigkeits-

staat dem Tätigkeitsstaat zu, sofern "l'emploi y est exercé". Der normale Wortgebrauch 

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geht  von  einer  tatsächlichen  Ausübung  der  unselbstständigen  Erwerbstätigkeit  und 

somit von einer physischen Präsenz im Tätigkeitsstaat als Zuteilungskriterium aus.  

Bestärkt wird diese gewöhnliche Bedeutung des Ausdrucks im Sinn einer phy-

sischen  Präsenz  auch  in  abkommenssystematischer  Hinsicht.  In  Abs.  2  desselben 

Art. 15  DBA-GB,  der  sogenannten  "Monteurklausel",  welche  als  Ausnahme  von  der 

Ausnahme  unter  gewissen  Voraussetzungen  das  Besteuerungsrecht  trotz  Ausübung 

der Arbeit im Tätigkeitsstaat wiederum dem Ansässigkeitsstaat überlässt, wird für den 

Rückfall  der  Besteuerungsbefugnis  auf  den  Ansässigkeitsstaat  u.a.  vorausgesetzt, 

dass die Person, welche an sich im Tätigkeitsstaat ihre Arbeit ausübt, sich  höchstens 

für eine Maximaldauer von 183 Tagen im Tätigkeitsstaat aufhalten darf. Als Aufenthalt 

im Tätigkeitsstaat ist nach normalem Wortgebrauch nur die physische Präsenz in dem-

selben zu verstehen. Im Zusammenspiel von Regel, Ausnahme sowie Ausnahme von 

der Ausnahme erscheint es als geboten, die Ausübung der Arbeit bzw. den Aufenthalt 

im Tätigkeitsstaat nach dem einheitlichen Kriterium der physischen  Präsenz  im Tätig-

keitsstaat  zu  definieren  (vgl.  zur  Koordination  auch  Erich  Bosshard,  Ermittlung  und 

Nachweis  der  steuerrelevanten  Arbeits-  und  Aufenthaltstage  in  der  Schweiz,  IFF  Fo-

rum für Steuerrecht, 2009, 50 ff.). Mangels Bestands einschlägiger Verständigungsver-

einbarungen bestehen auch aus der dynamischen Perspektive keine Hinweise für eine 

vom ordentlichen Wortgebrauch abweichende Begriffshandhabung durch die Vertrags-

parteien. 

bb)  Ist  aufgrund  des Wortlauts  von  Art.  15  Abs.  1  Satz  2  DBA-GB  vom  Erfor-

dernis  der  physischen  Präsenz  im  Tätigkeitsstaat  auszugehen,  wäre  eine  Auslegung 

entgegen  dem Wortlaut,  wie  es  die  Pflichtige  mit  dem  Genügen  einer  hypothetischen 

Präsenz bzw. Tätigkeit im Tätigkeitsstaat vertritt, nur dann zulässig, wenn das Abstel-

len  auf  das  Kriterium  der  physischen  Präsenz  zu  offensichtlich  sinnwidrigen  oder  un-

vernünftigen Ergebnis führen würde.  

Davon  kann  indes  keine  Rede  sein.  Zwar  ist  –  auch  im  Hinblick  auf  die  oben 

dargestellte  Rechtsprechung  in  verschiedenen  europäischen  Ländern  sowie  im  Hin-

blick auf die aktuellste OECD-Kommentierung zum Musterabkommen – nicht zu über-

sehen, dass sich im Zusammenhang mit Lohnfortzahlungskomponenten insbesondere 

bei  krankheitsbedingten  Abwesenheiten  (gleichsam  wie  bei  den  Lohnbetreffnissen 

beim  streitbetroffenen  Mutterschaftsurlaub)  aufgrund  des  organischen  Zusammen-

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hangs  mit  der  unselbstständigen  Arbeitstätigkeit  als  Ursache  dieser  Lohnfortzahlung 

auch eine engere Anknüpfung an den Tätigkeitsstaat im Sinn des Genügens eines nur 

hypothetischen  Tätigkeitsorts  durchaus  rechtfertigen  lässt.  Eine  solche  Anknüpfung 

mag  allenfalls  sogar  noch  sachgerechter  sein als  das  Abstellen  auf  das Kriterium  der 

physischen Präsenz. Sie führt allerdings nicht dazu, dass das Abstellen auf die physi-

sche  Präsenz  zu  unhaltbaren  Ergebnissen  führen  würde.  Insbesondere  ist  letzteres 

Zuteilungskriterium generell wesentlich einfacher zu handhaben als das Kriterium des 

hypothetischen Arbeitsorts.  Die Bestimmung  des  hypothetischen Arbeitsorts kann ge-

rade bei  sehr  mobilen,  international  tätigen  Arbeitsnehmern mit grosser Reisetätigkeit 

zu beträchtlichen Schwierigkeiten führen (vgl. Pötgens, S. 423). 

Soweit  sich  diese  neue  Tendenz  auf  die  aktuellste  OECD-Kommentierung 

stützt,  kommt  dieser  nach  der  hier  vertretenen  Auffassung  und  herrschender  Lehre 

keine  Bindungswirkung  für  die  Auslegung  älterer  Doppelbesteuerungsabkommen  zu 

(vgl. hierzu auch Stefan Oesterhelt, Bedeutung des OECD-Kommentars für die Ausle-

gung  von  Doppelbesteuerungsabkommen,  Archiv  für  Schweizerisches  Abgaberecht, 

Band 80, 2011/2012, 373 ff. sowie Matteotti/Krenger, Einleitung N 159 ff., ins. N 160). 

Nichts  abzuleiten  vermag  die  Pflichtige  im  Zusammenhang  mit  der  Auslegung 

des  internationalen  Abkommenstexts  schliesslich  aus  kantonalen  Praxisanordnungen 

im  Bereich  der  Quellenbesteuerung  von  Erwerbsersatzleistungen  wie  das  ins  Recht 

gelegte  Merkblatt  des  Kantons  Thurgau  vom  1.  Januar  2014  samt  Anhang  

(R-act. 3/10), handelt es sich hierbei doch um rein unilaterale Festlegungen und nicht 

um eine mit dem Abkommenspartner abgesprochene Praxis.  

cc) Da sich vorliegend die Auslegung abweichend vom üblichen Wortgebrauch 

im Abkommenstexts verbietet, bedarf es für die von der Pflichtigen vertretene Einfüh-

rung des Zuteilungskriteriums des hypothetischen Arbeitsorts entweder einer entspre-

chenden  Ergänzung  des  Abkommenstexts  bzw.  einfacher  einer  entsprechenden  Ver-

ständigung  zwischen  den  Vertragspartnern  (vgl.  Pötgens,  S.  425  und  427  sowie 

Danon/Gutmann/Oberson/Pistone, Modèle de Convention fiscale OCDE concernant le 

revenue  et  la  fortune,  Commentaire,  2014,  Art.  15  OECD-MA  N  114.  Solche  liegen 

(zurzeit) nicht vor. 

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7.  a)  Verbleibt  es  bei  der  physischen  Anwesenheit  als  abkommensrechtlich 

massgebendes Zuteilungskriterium auch bei während eines Mutterschaftsurlaubs emp-

fangenen  Leistungen,  so  erweist  sich  die  Besteuerung  der  SMP  und  des  Basissalärs 

der Pflichtigen im Ansässigkeitsstaat Schweiz bzw. im Kanton Zürich auch als abkom-

mensrechtlich zulässig, hat doch die Pflichtige soweit ersichtlich ihren ganzen  Mutter-

schaftsurlaub  hier  und  zu  keiner  Zeit  an  ihrem  bisherigen  Arbeitsort  Grossbritannien 

verbracht.  

b) Zwischen den Parteien ist auch in abkommensrechtlicher Hinsicht unbestrit-

ten,  dass  die  Restricted Stock  Units  der  Pflichtigen  gleich wie  Mitarbeiteroptionen  als 

reine Anwartschaften grundsätzlich erst im Zeitpunkt des Vestings zu besteuern sind. 

Umstritten  ist  hingegen  die  Abgrenzung  der  in-  und  ausländischen  Verdienstperioden 

zwischen  Zuteilung  und  Vestingdatum  zwecks  Ermittlung  des  im  Tätigkeits-  bzw.  im 

Ansässigkeitsstaat zu besteuernden Anteils des Einkommenszuflusses. 

Bei  Unterstellung  solcher  Erträge  aus  Restricted  Stock  Units  analog  zu  den 

Mitarbeiteroptionen unter Art. 15 DBA-GB gemäss Ziff. 3 des Protokolls zum DBA-GB 

ist bei der Abgrenzung der in- und ausländischen Verdienstperioden aufgrund der vor-

stehenden  Erwägungen  ebenfalls  auf  die  physische  Präsenz  in  den  beiden  Vertrags-

staaten abzustellen. Soweit das kantonale Steueramt  als Stichtag für die Abgrenzung 

das Zuzugsdatum der Pflichtigen per 23. Februar 2012 als massgebend erachtet hat, 

ist dies abkommensrechtlich nicht zu beanstanden. 

8.  Diese  Erwägungen  führen  zur  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Ausgangsge-

mäss  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  der  Pflichtigen  aufzuerlegen  (Art.  144  Abs.  1 

DBG,  §  151  Abs.  1  StG)  und  bleibt  ihr  die  Zusprechung  einer  Parteientschädigung  

–  soweit  eine  solche  im  Bereich  der  direkten  Bundessteuer  als  bei  einer  vertretenen 

Partei als mit beantragt gilt – verwehrt (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968). 

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Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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