# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7300ad44-b3e7-5cc3-9a31-3a77493b697e
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-05-17
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 17.05.2022 BH.2022.7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BH-2022-7_2022-05-17.pdf

## Full Text

Beschluss vom 17. Mai 2022 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Patrick Robert-Nicoud, 

Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Davide Loss,  

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

EIDGENÖSSISCHE SPIELBANKENKOMMISSION,  

Beschwerdegegnerin 

 

 

Vorinstanz  BEZIRKSGERICHT HINWIL, Zwangsmassnahmenge-

richt, 

 

 

Gegenstand  Sicherheitshaft (Art. 229 ff. StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BH.2022.7 

Nebenverfahren: BP.2022.39  

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- die Eidgenössische Spielbankenkommission in der Verwaltungsstrafsache 

gegen A. am 27. Januar 2022 in Anwendung von Art. 21 Abs. 1 i.V.m. Art. 73 

VStrR die Akten zuhanden des zuständigen Strafgerichts der Oberstaatsan-

waltschaft des Kantons Zürich überwies (BH.2022.2, act. 4.1), was als An-

klage gilt (siehe Art. 73 Abs. 2 VStrR); 

 

- sie gleichentags beim Zwangsmassnahmengericht am Bezirksgericht Hinwil 

ein Gesuch um Anordnung von Sicherheitshaft des sich seit dem 22. Okto-

ber 2021 in Untersuchungshaft befindenden A. stellte (BH.2022.2, act. 4.2); 

 

- die Anklageschrift offenbar erst am 2. Februar 2022 beim Bezirksgericht Hin-

wil eingegangen ist (vgl. BH.2022.3, act. 1.1, S. 2);  

 

- das Bezirksgericht Hinwil A. mit Verfügung vom 10. Februar 2022 in Sicher-

heitshaft versetzte (BH.2022.3, act. 1.1), nachdem es zuvor mit Verfügung 

vom 3. Februar 2022 die vorbestehende Untersuchungshaft verlängerte (vgl. 

BH.2022.3, act. 1.1, S. 2 f.); 

 

- der Verteidiger von A. der angegebenen Rechtsmittelbelehrung folgend mit 

Beschwerde vom 14. Februar 2022 an die Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts gelangte und u.a. die Aufhebung der Verfügung des Be-

zirksgerichts Hinwil vom 10. Februar 2022 verlangte (BH.2022.3, act. 1); 

 

- die Beschwerdekammer mit Beschluss BH.2022.3 vom 16. Februar 2022 

nicht auf die Beschwerde eintrat und die Sache zuständigkeitshalber der 

III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich (nachfolgend 

«III. Strafkammer») überwies; 

 

- gegen diesen Beschluss keine Beschwerde erhoben wurde; 

 

- die III. Strafkammer die Beschwerde mit Beschluss vom 11. März 2021 

(recte: 2022) abwies, obwohl sie ihre eigene Zuständigkeit in Frage stellte 

(act. 3); 

 

- das Bezirksgericht Hinwil am 3. Mai 2022 die Verlängerung der Sicherheits-

haft bis zum 9. August 2022 verfügte und in der Rechtsmittelbelehrung nebst 

der Beschwerde an die Beschwerdekammer nach Art. 26 und 28 Abs. 3 

VStrR alternativ ebenfalls die Beschwerde an die III. Strafkammer im Sinne 

von Art. 393 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 222 StPO aufführte; 

 

- 3 - 

 

 

- der Verteidiger von A. mit Beschwerde vom 12. Mai 2022 an die Beschwer-

dekammer gelangte und u.a. die Aufhebung der Verfügung des Bezirksge-

richts Hinwil vom 3. Mai 2022 verlangt (act. 1). 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- Untersuchungshaft mit ihrer Anordnung durch das Zwangsmassnahmenge-

richt beginnt und – nebst anderen Fällen – mit dem Eingang der Anklage 

beim erstinstanzlichen Gericht endet (vgl. Art. 220 Abs. 1 StPO); 

 

- als Sicherheitshaft die Haft während der Zeit zwischen dem Eingang der An-

klageschrift beim erstinstanzlichen Gericht und der Rechtskraft des Urteils, 

dem Antritt einer freiheitsentziehenden Sanktion, dem Vollzug der Landes-

verweisung oder der Entlassung gilt (vgl. Art. 220 Abs. 2 StPO); 

 

- das Verwaltungsstrafrecht in Art. 52 ff. VStrR einzig Regeln für die Untersu-

chungshaft während der Phase der «Untersuchung und Strafverfügung» vor-

sieht (zweiter Abschnitt des dritten Titels VStrR); 

 

- die Sicherheitshaft durch das VStrR zwar nicht ausgeschlossen, im Gesetz 

aber lediglich in Art. 59 Abs. 3 VStrR im Umkehrschluss und nicht explizit 

erwähnt wird (EICKER/FRANK/ACHERMANN, Verwaltungsstrafrecht und Ver-

waltungsstrafverfahrensrecht, 2012, S. 216; vgl. auch GRAF, Basler Kom-

mentar, 2020, Art. 51 VStrR N. 5); 

 

- die Art. 73–81 VStrR für die Phase des gerichtlichen Verfahrens (dritter Ab-

schnitt des dritten Titels VStrR) keine Bestimmungen zur strafprozessualen 

Haft und zu den diesbezüglichen Zuständigkeiten enthalten; 

 

- Art. 82 VStrR festhält, dass für das Verfahren vor den kantonalen Gerichten 

die entsprechenden Vorschriften der StPO gelten, soweit die Art. 73–81 

VStrR nichts anderes bestimmen; 

 

- mit Hinweis auf die eben erwähnten gesetzlichen Bestimmungen, aber nach 

der alten Verfahrensordnung, vertreten wurde, dass die Möglichkeit der Haft-

beschwerde an die frühere Anklagekammer des Bundesgerichts (vgl. Art. 26, 

Art. 51 Abs. 5 und 6, Art. 59 Abs. 3 VStrR in ihrer bis zum 1. April 2004 

geltenden Fassung) bestanden habe, solange der Fall nicht gerichtshängig 

war (FORSTER, Rechtsschutz bei strafprozessualer Haft, SJZ 1998, S. 2 ff., 

5 f.); 

- 4 - 

 

 

 

- das kantonale Gericht betreffend Haftprüfung jedoch das kantonale Strafpro-

zessrecht anzuwenden hatte, sobald die Verwaltungsstrafsache gemäss 

Art. 73 Abs. 1 VStrR diesem zur Beurteilung überwiesen wurde (FORSTER, 

a.a.O., S. 6); 

 

- diese Überlegungen bezüglich der heute in Kraft stehenden Schweizeri-

schen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 für die Sicherheitshaft zur 

Anwendbarkeit der Art. 229 ff. StPO führen; 

 

- auch in der neueren Lehre diesbezüglich Übereinstimmung zu herrschen 

scheint (siehe LEMKUHL/TABAKOVIC, Basler Kommentar, 2020, Art. 53 VStrR 

N. 6 f.; EICKER/FRANK/ACHERMANN, a.a.O., S. 217); 

 

- die verhaftete Person Entscheide über die Anordnung, die Verlängerung und 

die Aufhebung der Sicherheitshaft bei der Beschwerdeinstanz (nach Art. 20 

Abs. 1 lit. c StPO) anfechten kann (Art. 222 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. c StPO), 

womit die Beschwerdeinstanz des Kantons Zürich für den vorliegenden Fall 

zuständig ist; 

 

- diese Auffassung teilweise auch in der Lehre vertreten wird (siehe LEM-

KUHL/TABAKOVIC, a.a.O., Art. 53 VStrR N. 19 zumindest für den Fall der erst-

maligen Anordnung von Sicherheitshaft, bei welcher sich der Beschwerde-

weg nach Art. 222 i.V.m. Art. 393 ff. StPO richte); 

 

- LEMKUHL/TABAKOVIC (a.a.O.) demgegenüber für den Fall einer Beschwerde 

gegen die Umwandlung von Untersuchungshaft in Sicherheitshaft offenbar 

weiterhin die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts für zuständig hal-

ten, was aber nicht überzeugt, da das VStrR auch für diesen Fall keine ge-

setzlichen Bestimmungen enthält und dieselben Autorinnen andernorts auch 

für diesen Fall zunächst auf das Verfahren nach Art. 229 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 229 Abs. 3 lit. b i.V.m. Art. 227 StPO verweisen (LEMKUHL/TABAKOVIC, 

a.a.O., Art. 53 VStrR N. 6); 

 

- die Beschwerdekammer nach dem vorstehend Ausgeführten mangels ge-

setzlicher Zuständigkeit nicht auf die vorliegende Beschwerde eintreten kann 

(vgl. zum Ganzen bereits den Beschluss des Bundesstrafgerichts BH.2022.3 

vom 16. Februar 2022); 

 

- die Beschwerde gestützt auf Art. 91 Abs. 4 StPO zuständigkeitshalber an die 

III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich weiterzuleiten ist (§ 49 

- 5 - 

 

 

des Gesetzes über die Gerichts- und Behördenorganisation im Zivil- und 

Strafprozess des Kantons Zürich vom 10. Mai 2010 [GOG/ZH; LS 211.1]); 

 

- die III. Strafkammer in ihrem Beschluss vom 11. März 2022 die vorstehenden 

Erwägungen und damit ihre Zuständigkeit in Frage stellte (act. 3, S. 5 ff.), 

sich gestützt auf deren Ausführungen aber keine anderen Schlussfolgerun-

gen aufdrängen; 

 

- die III. Strafkammer insbesondere auch einräumt, dass für die Phase des 

gerichtlichen Verfahrens im VStrR Bestimmungen zur strafprozessualen Haft 

und zu den diesbezüglichen Zuständigkeiten fehlen (act. 3, S. 8); 

 

- gemäss Art. 82 VStrR für das (gerichtliche) Verfahren vor den kantonalen 

Gerichten die entsprechenden Vorschriften der StPO gelten, soweit die 

Art. 73–81 VStrR nichts anderes bestimmen; 

 

- Art. 59 Abs. 3 VStrR, welcher zudem seinerseits die Sicherheitshaft lediglich 

im Umkehrschluss erwähnt, an der Beurteilung der Frage nach den im ge-

richtlichen Verfahren anwendbaren Bestimmungen nichts zu ändern vermag; 

 

- abgesehen davon dem Wortlaut von Art. 59 Abs. 3 VStrR im Umkehrschluss 

ebenso entnommen werden kann, dass die darin vorgesehene Zuständigkeit 

zur Beurteilung von Gesuchen um Haftentlassung nicht mehr gilt, sobald die 

Akten zur gerichtlichen Beurteilung überwiesen sind; 

 

- die von der III. Strafkammer angeführte Kommentierung (GRAF, a.a.O., 

Art. 51 VStrR N. 94) zwar auf einen ausdrücklichen Passus wie «im Unter-

suchungsstadium» oder dergleichen verzichtet, inhaltlich aber auch nur von 

Untersuchungshaft spricht (und damit nicht von Sicherheitshaft; vgl. zur Un-

terscheidung Art. 220 Abs. 1 und 2 StPO sowie GRAF, a.a.O., Art. 51 VStrR 

N. 4 f.); 

 

- die von der III. Strafkammer erwähnte einheitliche Zuständigkeit bei der Be-

urteilung von Beschwerden auch nicht erreicht wird, wenn man LEMKUHL/TA-

BAKOVIC folgt, welche für den Fall einer Beschwerde gegen die Umwandlung 

von Untersuchungshaft in Sicherheitshaft weiterhin die Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts für zuständig halten, für den Fall der erstmaligen 

Anordnung von Sicherheitshaft aber auf den Beschwerdeweg nach Art. 222 

i.V.m. Art. 393 ff. StPO verweisen (siehe LEMKUHL/TABAKOVIC, a.a.O., Art. 53 

VStrR N. 19); 

 

- 6 - 

 

 

- auch aufgrund dem von der III. Strafkammer angeführten Auszug aus der 

Botschaft vom 21. April 1971 zum Entwurf eines Bundesgesetzes über das 

Verwaltungsstrafrecht (BBl 1971 I 993, 1009) keine anderen Schlüsse gezo-

gen werden können, da die Stelle anerkanntermassen nicht denselben Kon-

text wie vorliegend betrifft und zudem von der ganz allgemeinen Einsetzung 

der Anklagekammer als Beschwerdeinstanz im Strafverfahren vor der Ver-

waltung (und damit nicht im gerichtlichen Verfahren vor kantonalen Strafge-

richten; siehe hierzu u.a. BBl 1971 I 993, 1003) spricht; 

 

- für Verfahrenshandlungen, welche keine Zwangsmassnahmen darstellen, 

das Gesetz schliesslich auch verschiedene Beschwerdewege vorsieht, je 

nachdem ob die angefochtene Verfahrenshandlung durch die Verwaltungs-

strafbehörde (Art. 27 VStrR) oder im Rahmen des gerichtlichen Verfahrens 

gemäss Art. 73 ff. VStrR durch das erstinstanzliche Gericht vorgenommen 

wird (Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO; vgl. diesbezüglich das Urteil des Bundesge-

richts 1B_363/2021 vom 5. April 2022 E. 2.1 und 2.2); 

 

- für diesen Beschluss keine Gerichtsgebühr zu erheben ist; 

 

- 7 - 

 

 

und erkennt: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. Die Sache wird zuständigkeitshalber der III. Strafkammer des Obergerichts 

des Kantons Zürich überwiesen. 

 

3. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben.  

 

 

Bellinzona, 17. Mai 2022 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Davide Loss 

- Eidgenössische Spielbankenkommission 

- Bezirksgericht Hinwil, Zwangsmassnahmengericht 

- Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach 
der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). 
Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu 
dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 
konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen 
Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt massgebend, in dem die Quittung 
ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen sind, die auf der Seite der Partei für 
die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 

Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der 
Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).