# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee89a5c6-1513-53af-a6be-88730a39497b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 19.09.2014 UH140210
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UH140210_2014-09-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: UH140210-O/U/HON 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, und lic. iur. W. Meyer, 

der Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie der Gerichtsschreiber 

Dr. iur. S. Christen 

 

Beschluss vom 19. September 2014 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführerin 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft See / Oberland,  
Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Vermessungsbefehl 
 
 
Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft See / Oberland 
vom 26. Juni 2014, C-1/2013/5894 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Staatsanwaltschaft See/Oberland führt eine Strafuntersuchung gegen 

A._____ wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln. Sie soll mit einem Perso-

nenwagen innerorts die zulässige, signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 50 

km/h um 28 km/h (nach Abzug von 5 km/h Sicherheitsmarge) überschritten ha-

ben. 

Am 26. Juni 2014 erliess die Staatsanwaltschaft einen Vermessungsbefehl und 

Auftrag für einen Bericht eines Sachverständigen (Urk. 3). Sie verfügte nament-

lich: 

"1. Es wird eine dreidimensionale Vermessung der Beschuldigten angeordnet 

und diese wie folgt durchgeführt: Erstellen von Kopf-Fotografien mittels 3D-

Scanner frontal und im Profil sowie - falls notwendig - von weiteren Foto-

grafien besonderer Körpermerkmale. 

2. Zur Durchführung dieser Vermessung ist die Beschuldigte vorzuladen. 

Leistet die Beschuldigte dieser Vorladung keine Folge, ist sie durch die 

Kantonspolizei Zürich dem Unfalltechnischen Dienst der Stadtpolizei Zürich 

zur Durchführung der dreidimensionalen Vermessung vorzuführen. 

3. Zur Durchsetzung der Vermessung darf als äusserstes Mittel unter Wah-

rung der Verhältnismässigkeit Gewalt angewendet werden. 

4. Der Unfalltechnische Dienst der Stadtpolizei Zürich wird beauftragt, die ge-

wonnen Daten der Beschuldigten mit dem vorhandenen Bildmaterial zu 

vergleichen und darüber einen Bericht zu erstellen. 

5. Die Leitung des Unfalltechnischen Dienstes der Stadtpolizei Zürich ist er-

mächtigt, die Bearbeitung des Berichts Mitarbeitern des Unfalltechnischen 

Dienstes der Stadtpolizei Zürich zu übertragen, beziehungsweise diese 

beizuziehen." 

- 3 - 

2. A._____ erhebt Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zürich (Urk. 2). 

Sie beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 26. Juni 2014. Der Beschwerde 

sei aufschiebende Wirkung zu erteilen. 

Die Staatsanwaltschaft hat sich vernehmen lassen (Urk. 6). Sie beantragt die Ab-

weisung der Beschwerde. Die Verfahrensleitung des Obergerichts erteilte der Be-

schwerde mit Verfügung vom 25. Juli 2014 aufschiebende Wirkung (Urk. 10). 

A._____ hält in der Replik an ihren Anträgen fest (Urk. 11). Die Staatsanwalt-

schaft hat auf eine Duplik verzichtet (Urk. 14). 

II. 

1. 

1.1 Angefochten ist eine Verfügung der Staatsanwaltschaft. Dagegen ist die Be-

schwerde beim Obergericht zulässig (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO und § 49 

GOG/ZH). Die Beschwerdeführerin ist zur Erhebung der Beschwerde befugt 

(Art. 382 Abs. 1 StPO). 

1.2 Die Beschwerdeführerin rügt, die Körpervermessung lasse an Verfahren im 

Dritten Reich zur Abstammungsermittlung denken. Eine Körpervermessung mit 

Fesselung und Körperfixation dürfe auch den "Stasi-Methoden" zugerechnet wer-

den. Es sei daran zu erinnern, dass die Zeiten der Inquisition, der Stasi, der Abu 

Ghraib-Untersuchungsmethoden etc. hoffentlich vorbei seien, zumindest in der 

Schweiz (Urk. 2 S. 5 und S. 12). 

Soweit diese Ausführungen ohnehin unsubstantiiert und unbehelflich sind, sind 

sie übermässig pointiert. Eine Rechtsschrift ist ungebührlich, wenn sie den durch 

die guten Sitten gebotenen prozessualen Anstand vermissen lässt und gewählter 

Ton und Ausdrucksweise sich auch durch das Recht auf selbst harte Kritik an Be-

hörden nicht mehr rechtfertigen lassen (vgl. Urteile 2C_418/2011 vom 12. Juli 

2011 E. 2.2; 2C_2/2014 vom 24. Januar 2014 E. 2.1). Das ist hier der Fall. Soweit 

die Beschwerdeführerin mit ihren Vorbringen den gebotenen prozessualen An-

stand verletzt, ist sie nicht zu hören (vgl. Urteil 6B_743/2013 vom 24. Juni 2014 

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E. 2.2.1; vgl. auch Art. 110 Abs. 4 StPO und Art. 12 lit. a BGFA). Auf die Rügen ist 

insofern nicht einzutreten. 

1.3 Die weiteren Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen An-

lass. Auf die Beschwerde ist im Übrigen einzutreten. 

2. Die Beschwerdeführerin macht geltend (Urk. 2 und Urk. 11), sie bestreite die 

Lenkerin des vom Vorfall betroffenen Fahrzeugs zu sein. Der Vermessungsbefehl 

sei ein schwerer Eingriff in ihre körperliche Integrität, ihre Menschenwürde und 

Verteidigungsrechte. Er sei unangemessen und zu der von der Staatsanwalt-

schaft beabsichtigten Beweisführung ungeeignet. 

3. Nach ständiger Rechtsprechung der III. Strafkammer des Obergerichts des 

Kantons Zürich handelt es sich bei der Vermessung um eine erkennungsdienstli-

che Erfassung im Sinne von Art. 260 StPO (vgl. dazu ZR 2013 Nr. 7 E. II.4.1; Be-

schluss des Obergerichts Zürich UH120328 vom 25. März 2013 E. II. 4.1, publi-

ziert im Internet www.gerichte-zh.ch/entscheide; Beschluss des Obergerichts Zü-

rich UH130060 vom 3. Mai 2013 E. II.2, in: forumpoenale 1/2014 S. 22 ff.; je mit 

Hinweisen). 

Gemäss Art. 260 Abs. 1 StPO werden bei der erkennungsdienstlichen Erfassung 

die Körpermerkmale einer Person festgestellt und Abdrücke von Körperteilen ge-

nommen. 

Die erkennungsdienstliche Erfassung umfasst in der heutigen Praxis das Fotogra-

fieren des Kopfes, die Erfassung der Personenkennzeichen (Grösse, Gewicht, Al-

ter) sowie die Abnahme von Fingerabdrücken. Zulässig ist auch die Erstellung 

von Ganzkörperfotografien und Abdrücken von Körperteilen wie Handballen, Oh-

ren, Füsse, Zähne oder die Erfassung der Struktur der Iris. Bei der elektronisch 

vorgenommenen 3D-Gesichts- oder Ganzkörpervermessung handelt es sich um 

eine Erfassung von biometrischen Daten zur Erlangung von Vergleichsmaterial 

bei der Spurenauswertung (vgl. ZR 2013 Nr. 7 E. II.4.1; Beschluss des Oberge-

richts Zürich UH120328 vom 25. März 2013 E. II. 4.1, publiziert im Internet 

- 5 - 

www.gerichte-zh.ch/entscheide; Beschluss des Obergerichts Zürich UH130060 

vom 3. Mai 2013 E. II.2, in: forumpoenale 1/2014 S. 22 ff.; je mit Hinweisen). 

Erkennungsdienstliche Massnahmen und die Aufbewahrung der Daten stellen ei-

nen Eingriff dar in das Recht auf persönliche Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV), auf in-

formationelle Selbstbestimmung (Art. 13 Abs. 2 BV) und auf Familienleben (Art. 8 

EMRK). Es handelt sich um einen leichten Eingriff (vgl. Urteil 1B_57/2013 vom 

2. Juli 2013 E. 3.2; 1B_324/2013 vom 24. Januar 2014 E. 3.2.2; je mit Hinweisen; 

Botschaft zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts vom 21. Dezember 2005, 

BBl 2006 1243). Strafprozessuale Zwangsmassnahmen, welche die Grundrechte 

der betroffenen Person einschränken, müssen gesetzlich vorgesehen (Art. 36 

Abs. 1 BV sowie Art. 197 Abs. 1 lit. a StPO), durch ein öffentliches Interesse bzw. 

den Schutz von Grundrechten Dritter gerechtfertigt (Art. 36 Abs. 2 BV) und ver-

hältnismässig sein (Art. 36 Abs. 3 BV sowie Art. 197 Abs. 1 lit. c und d StPO). Zur 

Ergreifung von Zwangsmassnahmen muss ein hinreichender Tatverdacht vorlie-

gen (Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO). 

4. 

4.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet im Beschwerdeverfahren nicht substanti-

iert, dass gegen sie ein hinreichender Tatverdacht vorliegt, durch Missachtung der 

Geschwindigkeit gegen Art. 90 Abs. 2 SVG verstossen zu haben (vgl. Urk. 2 und 

Urk. 11). Es ist insofern grundsätzlich auf die angefochtene Verfügung (Urk. 3) 

und die Untersuchungsakten zu verweisen (vgl. Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO). Die 

Überschreitung der Geschwindigkeit ist auf Radarfotos festgehalten (vgl. 

Urk. 9/3). Darauf ist das Nummernschild des Fahrzeugs zu erkennen. Die Be-

schwerdeführerin ist Halterin dieses Fahrzeugs (staatsanwaltschaftliche Einver-

nahme vom 19. Februar 2014 S. 3). Auf den Radarfotos ist eine mutmasslich 

weibliche Person (hinter grosser Sonnenbrille) am Lenkrad zu erkennen (vgl. 

Urk. 9/3). Die Beschwerdeführerin weigerte sich, Personen zu nennen, welche als 

Täter/in in Frage kommen könnten. Der hinreichende Tatverdacht ist zu bejahen. 

4.2 Zur Anordnung einer Vermessung bzw. erkennungsdienstlichen Erfassung 

bildet Art. 260 StPO die gesetzliche Grundlage (vgl. Art. 197 Abs. 1 lit. a StPO). 

- 6 - 

4.3 

4.3.1 Mittels eines 3D-Scanners sollen Fotografien des Kopfes der Beschwerde-

führerin frontal und im Profil erstellt werden. Soweit notwendig sollen weitere Fo-

tografien von besonderen Körpermerkmalen erstellt werden (Urk. 3 Dispo-Ziffer 

1). Die Staatsanwaltschaft will die gewonnenen Daten mit dem vorhandenen 

Bildmaterial vergleichen (Urk. 3 S. 1). 

4.3.2 Die Beschwerdeführerin rügt, die Massnahme sei nicht geeignet, Schlüssi-

ges zum Beweisthema beizutragen. Es könne nur Gleiches mit Gleichem vergli-

chen werden. Es gehe nicht an, dreidimensionale Vermessungsdaten über tech-

nische Anlagen (Computer) mit einer schlechten, einfachen Fotografie zu verglei-

chen. Das bedeute nichts anderes, als die Vermessungsaufzeichnungen solange 

zu verändern, bis sie mit dem Foto deckungsgleich seien. In der Verfügung werde 

weder die Art und der Vorgang der Vermessung noch das damit zu vergleichende 

Bildmaterial noch der technische Vergleichsvorgang substantiiert. Es werde den 

fachkundigen Manipulateuren unkontrolliert freie Hand gelassen (Urk. 2 S. 9 f. 

und Urk. 11 S. 2 f.). 

4.3.3 In der angefochtenen Verfügung hat die Staatsanwaltschaft erwähnt, dass 

es Radarfotos des Vorfalls gebe (Urk. 3 S. 1; vgl. auch Urk. 9/3). Diese wurden 

der Beschwerdeführerin von der Polizei und der Staatsanwaltschaft vorgehalten 

(Urk. 9/5). Die Beschwerdeführerin hat bestritten, die Person auf dem Radarfoto 

zu sein. Soweit die Beschwerdeführerin in der Beschwerde vorbringt, das Bildma-

terial, welches zum Vergleich herangezogen werden soll, sei nicht näher bezeich-

net, ist ihre Beschwerde unbegründet. Es ist offensichtlich, dass die Vermessung 

dazu dienen soll, die gewonnen Daten mit den Daten auf dem Radarfoto zu ver-

gleichen. Wie dies technisch konkret auszuführen ist, muss in der angefochtenen 

Verfügung nicht näher bezeichnet werden. Die Beschwerdeführerin nennt denn 

auch keine Bestimmung, welche die Staatsanwaltschaft zur Beschreibung des 

wissenschaftlich-technischen Vorgangs der Datengewinnung verpflichtet. Die all-

fällige Beschreibung des Vorgangs ist der Fachperson zu überlassen. Für eine 

mutmasslichen Manipulation sind keine konkreten Hinweise ersichtlich. Die Be-

schwerdeführerin legt solche auch nicht dar. Zudem hat die Staatsanwaltschaft in 

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der Verfügung auf Art. 307 StGB hingewiesen. Die Vermessung der Beschwerde-

führerin ist geeignet, um einen Vergleich mit dem Radarfoto vorzunehmen. Auf 

diesem ist namentlich der Kopf der lenkenden Person zu sehen. Mit einem tech-

nischen Vergleich lässt sich bestimmen, ob die Beschwerdeführerin als Lenkerin 

in Frage kommt. 

4.4 Die Vermessung ist erforderlich, um die so gewonnen Daten mit dem Radar-

foto zu vergleichen. Die Staatsanwaltschaft ist verpflichtet, die Tatsachen von Am-

tes wegen abzuklären. Dabei hat sie die belastenden und entlastenden Umstände 

mit gleicher Sorgfalt zu untersuchen (vgl. Art. 6 StPO). Es ist kein anderes bzw. 

milderes Mittel ersichtlich, um die Identität der auf dem Radarfoto abgebildeten 

Person mit der Beschwerdeführerin zu vergleichen. Die Beschwerdeführerin 

schlägt in der Beschwerde kein anderes Mittel vor. Vielmehr will sie es beim Ra-

darfoto belassen (vgl. Urk. 2 S. 9). Damit übersieht die Beschwerdeführerin die 

Pflicht der Staatsanwaltschaft, den Sachverhalt soweit abzuklären, dass sie das 

Vorverfahren abschliessen kann (vgl. Art. 308 Abs. 1 StPO). Das erfordert die 

Ausschöpfung der rechtlich und tatsächlich möglichen Beweiserhebungen. Die 

nunmehr geplante Beweiserhebung kann auch der Entlastung der Beschwerde-

führerin dienen. Sie behauptet, das Fahrzeug nicht gelenkt zu haben. Es ist 

schwer nachvollziehbar, weshalb sie sich gegen die Beweiserhebung wehrt. Die 

gegen sie erhobenen Vorwürfe könnten - nach ihren bisherigen Ausführungen - 

entkräftet werden. Die Erforderlichkeit der Vermessung ist zu bejahen. 

4.5 

4.5.1  Der mit der Vermessung verbundene Eingriff in die Rechte der Beschwer-

deführerin ist gering. Die Verfolgung von Straftaten liegt grundsätzlich im öffentli-

chen Interesse. Der Beschwerdeführerin wird vorgeworfen, innerorts die Höchst-

geschwindigkeit von 50 km/h um 28 km/h überschritten zu haben. Nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts handelt es sich dabei um eine grobe Ver-

kehrsregelverletzung. Ohne das Vorliegen besonderer Umstände ist ein solches 

Verhalten in subjektiver Hinsicht als rücksichtslos zu qualifizieren (vgl. Urteil 

6B_283/2013 vom 23. September 2013 E. 3.2 mit Hinweisen). Daran ändert 

nichts, dass sich der Vorfall kurz nach der 50 km/h-Signalisation und ausserhalb 

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der Wohnzone ereignet haben soll. Die signalisierte Geschwindigkeitsbeschrän-

kung gilt auch dort. Eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln ist ein Vergehen 

(vgl. Art. 90 Abs. 2 SVG und Art. 10 Abs. 3 StGB). Dass die Beschwerdeführerin 

das Delikt im Vergleich zu anderen Straftaten als geringfügige Rechtsverletzung 

betrachtet (Urk. 2 S. 8), ist nicht massgebend. Entscheidend ist, ob zwischen dem 

Ziel der Massnahme und dem Eingriff in die Rechte der Beschwerdeführerin ein 

vernünftiges Verhältnis besteht. 

Unbegründet ist der Einwand, in ZR 112/2013 Nr. 7 sei es um einen Fall gegan-

gen, in welchem die öffentliche Ordnung und Sicherheit in hohem Masse betroffen 

gewesen seien (Art. 260 StGB), weshalb das Interesse an der Täteridentifizierung 

hoch und angemessen gewesen sei (Urk. 11 S. 2). Der Gesetzgeber hat den Ver-

kehrsregeldelikten in den letzten Jahren erhöhte Bedeutung zugemessen und die 

Vorschriften verschärft (vgl. dazu die Botschaft vom 31. März 1999 zur Änderung 

des Strassenverkehrsgesetzes, BBl 1999 4462 ff.; Botschaft vom 20. Oktober 

2010 zu Via sicura, Handlungsprogramm des Bundes für mehr Sicherheit im 

Strassenverkehr, BBl 2010 8447 ff.). Art. 90 Abs. 2 SVG setzt eine ernstliche Ge-

fahr für die Sicherheit anderer voraus. Eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit 

anderer ist bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben. Diese 

setzt die naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung 

voraus (vgl. dazu Urteil 6B_593/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 2.2). Das Einhal-

ten von Geschwindigkeitsvorschriften dient der Sicherheit und Ordnung im Stras-

senverkehr. Art. 90 Abs. 2 SVG ist mit derselben Strafandrohung versehen wie 

Art. 260 StGB. Weshalb das Sicherheitsinteresse im Strassenverkehr geringer 

sein soll als das Interesse an der Verhinderung von Landfriedensbruch, ist nicht 

erkennbar. Die Beschwerdeführerin legt dies nicht näher dar. Vorliegend ist das 

Interesse an der Verfolgung der Straftat gross. 

4.5.2 Die Beschwerdeführerin wendet ein (Urk. 2 S. 5 ff.), die Vermessung sei nur 

möglich, wenn die zu vermessende Person mitwirke oder massive körperliche 

Gewalt angewendet werde. Die Beschwerdeführerin sei als beschuldigte Person 

nicht zur Mitwirkung verpflichtet. 

- 9 - 

Gemäss Art. 113 Abs. 1 StPO muss sich die beschuldigte Person nicht selbst be-

lasten. Sie hat namentlich das Recht, die Aussage und ihre Mitwirkung im Straf-

verfahren zu verweigern. Sie muss sich aber den gesetzlich vorgesehenen 

Zwangsmassnahmen unterziehen. 

Nach dem im Strafprozessrecht allgemein anerkannten sowie in Art. 14 Ziff. 3 

lit. g Uno-Pakt II (SR 0.103.2) und Art. 6 Ziff. 1 EMRK verankerten Grundsatz 

"nemo tenetur se ipsum accusare" ist im Strafverfahren niemand gehalten, zu 

seiner Belastung beizutragen. Aus dem Recht des Angeklagten, nicht zu seiner 

eigenen Verurteilung beitragen zu müssen, ergibt sich insbesondere, dass die 

Behörden ihre Anklage führen müssen, ohne auf Beweismittel zurückzugreifen, 

die durch Zwang oder Druck in Missachtung des Willens des Angeklagten erlangt 

worden sind. Kein Verwertungsverbot besteht bezüglich Beweismitteln, die zwar 

mittels Zwangsmassnahme beschafft wurden, jedoch unabhängig vom Willen des 

Beschuldigten existieren (BGE 138 IV 47 E. 2.6.1 mit Hinweisen). Die beschuldig-

te Person hat insofern eine Duldungspflicht, als sie sich gesetzlich vorgesehenen 

Zwangsmassnahmen zu unterziehen hat (vgl. dazu auch Art. 200 StPO). Die er-

kennungsdienstliche Erfassung nach Art. 260 StPO steht im 5. Titel "Zwangsmas-

snahmen" der Strafprozessordnung. Der beschuldigten Person kommt daher bei 

der erkennungsdienstlichen Erfassung eine Duldungspflicht zu. Der europäische 

Gerichtshof für Menschenrechte hat festgehalten, Zwangsmassnahmen wie 

Atem-, Blut-, Urin-, oder Körpergewebeproben seien zulässig, da sie unabhängig 

vom Willen des Beschuldigten erlangt werden könnten (EGMR-Urteil vom 17. De-

zember 1996, Saunders v. Vereinigtes Königreich, No. 19187/91, Ziff. 69). Wie 

bei Atem-, Blut- oder Körpergewebeproben verhält es sich auch bei der erken-

nungsdienstlichen Vermessung. 

Die zu vermessende Person hat sich während des Vermessungsvorganges in sit-

zender oder stehender Position nicht zu bewegen. Nach dem Anbringen von Re-

ferenzpunkten (auf dem Gesicht oder anderen Körperstellen) wird die betroffene 

Person fotografiert. Anschliessend wird die Person bzw. je nach Notwendigkeit 

einzelne Körperteile gescannt. Die beschuldigte Person hat lediglich ruhig zu sit-

zen oder zu stehen. Die Vermessung selbst erfolgt ohne ihr Zutun. Eine aktive 

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Mitwirkung wird insofern nicht verlangt. Die körperlichen Masse der beschuldigten 

Person existieren ohne deren Willen. Das Verbot des Selbstbelastungszwangs ist 

durch die Anordnung der Vermessung nicht verletzt. 

Einräumen könnte man zwar, dass das Kriterium der aktiven Mitwirkung bzw. 

Passivität letztlich auf einem alltagssprachlichen Verständnis beruht. Bei genaue-

rer Betrachtung setzt nämlich auch das teilweise Entkleiden zur Blutentnahme 

oder das Stillsitzen bzw. Stillstehen anlässlich einer Fotoaufnahme oder Vermes-

sung eine gewisse aktive Mitwirkung bzw. eine entsprechende Betätigung des 

Willens voraus. Vor diesem Hintergrund erweist sich das Kriterium der Aktivi-

tät/Passivität letztlich nicht als trennscharf. Mit Blick darauf hat die neuere Lehre 

ein Prüfungsschema entwickelt, mit dessen Hilfe sich Verstösse gegen den nemo-

tenetur-Grundsatz (Art. 113 StPO) in Zweifelsfällen eindeutiger feststellen lassen. 

Ein solcher Verstoss ist, soweit vorliegend relevant, jedenfalls dann zu verneinen, 

wenn kein Zugriff auf das Wissen des Beschuldigten erfolgt (wichtigstes Kriteri-

um), die fragliche Handlung - gegebenenfalls mittels Gewalt - direkt als solche er-

zwingbar ist (sog. vertretbare Handlung, wie z.B. die Einnahme einer bestimmten 

Körperhaltung; im Unterschied etwa zur Abgabe einer Stimmprobe), sowie wenn 

verfahrensrechtliche Sicherungen wie namentlich die anwaltliche Vertretung des 

Beschuldigten bestehen (siehe hierzu, zu weiteren Differenzierungen sowie zum 

Ganzen: Dominique Ott, Der Grundsatz "nemo tenetur se ipsum accusare" unter 

besonderer Berücksichtigung der strassenverkehrsrechtlichen Pflichten, Zürich 

2012, S. 249 ff., insbes. S. 303 ff. und S. 306 [betreffend Einnahme einer be-

stimmten Körperhaltung]). Auch im Lichte dieses Prüfungsschemas ist der vorlie-

gende Vermessungsbefehl nicht zu beanstanden (vgl. auch ZR 2013 Nr. 7 

E. II.4.3.4/b; Beschluss des Obergerichts Zürich UH120328 vom 25. März 2013 

E. II.4.3.4/b, publiziert im Internet www.gerichte-zh.ch/entscheide; Beschluss des 

Obergerichts Zürich UH130060 vom 3. Mai 2013 E. II.3b/bb, in: forumpoenale 

1/2014 S. 22 ff.; je mit Hinweisen). 

4.5.3  Das Interesse, die Identität der Beschwerdeführerin mit der Person auf dem 

Radarfoto zu vergleichen, überwiegt das Interesse der Beschwerdeführerin an der 

- 11 - 

Verhinderung des geringfügigen Eingriffs in ihre Grundrechte. Zwischen dem Ein-

griffszweck und dessen Wirkung besteht ein vernünftiges Verhältnis. 

4.6 Die Vermessung greift als erkennungsdienstliche Massnahme aufgrund ihrer 

Geringfügigkeit nicht in den Kerngehalt von Grundrechten ein. 

4.7 Nach dem Gesagten ist die Anordnung der Vermessung gemäss Dispositiv-

Ziffer 1 der angefochtenen Verfügung nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist 

insofern unbegründet. 

5. 

5.1 Nach Dispositiv-Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung soll die Beschwerde-

führerin zur Durchführung der Vermessung vorgeladen werden. Leistet sie der 

Vorladung keine Folge, soll sie polizeilich vorgeführt werden (Urk. 3 S. 2). 

5.2 Weigert sich die betroffene Person, sich der Anordnung der Polizei zu unter-

ziehen, so entscheidet gemäss Art. 260 Abs. 4 StPO die Staatsanwaltschaft. 

Art. 260 Abs. 4 StPO bezieht sich nur auf jene Fälle, in denen die Polizei die er-

kennungsdienstliche Erfassung selbständig anordnet (Botschaft vom 21. Dezem-

ber 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1243). Das ist 

hier nicht der Fall. 

5.3 Die Anordnung in Dispositiv-Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung stimmt 

mit den Art. 196 ff., Art. 205 Abs. 1 und Abs. 4 StPO überein. Ist die Vermessung 

zulässig, ist die Anwesenheit der beschuldigten Person mittels Vorladung sicher-

zustellen. Dass die beschuldigte Person eine Anwesenheitspflicht hat, bestreitet 

die Beschwerdeführerin nicht (vgl. Urk. 2 S. 6). Die angefochtene Verfügung ist in 

Bezug auf Dispositiv-Ziffer 2 nicht zu beanstanden. 

6. 

6.1 Gemäss Dispositiv-Ziffer 3 der angefochtenen Verfügung darf zur Durchset-

zung der Vermessung als äusserstes Mittel unter Wahrung der Verhältnismässig-

keit Gewalt angewendet werden. 

- 12 - 

6.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend (Urk. 2 S. 4 ff.), die Vermessung sei 

allenfalls nur durchführbar, wenn die betroffene Person durch technische 

Zwangsmittel oder massive körperliche Gewalt fixiert werde. Die Polizei habe mit 

aller Gewalt zu verhindern, dass sich die Beschwerdeführerin während der 

Vermessung körperlich bewege. Das bedinge, dass der Körper, namentlich der 

Kopf, in ein technisches Zwangsgerät eingespannt und nach Belieben durch die 

Polizei in seiner Lage bewegt werden könne, ohne dass sich die Beschwerdefüh-

rerin dagegen wehren könne. Ein solcher Eingriff grenze an Folter. Die angeord-

nete "Folterbehandlung" verletze den Grundsatz der Verhältnismässigkeit. 

6.3 Gemäss Art. 200 StPO darf zur Durchsetzung von Zwangsmassnahmen als 

äusserstes Mittel Gewalt angewendet werden; diese muss verhältnismässig sein. 

Für die Durchsetzung strafprozessualer Zwangsmassnahmen bildet Art. 200 

StPO die gesetzliche Grundlage (BBl 2006 1216). Gewalt ist die unmittelbarste 

Form von Zwang, um die Durchführung einer Massnahme gegen den Willen der 

betroffenen Person durchzusetzen. Der Anwendung von Gewalt geht implizit ein 

Widerstand der betroffenen Person voraus (Jonas Weber, in: Nig-

gli/Heer/Wiprächtiger (Hrsg.), Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozess-

ordnung, Basel 2011, N. 1 zu Art. 200 StPO). Der Einsatz von Gewalt stellt einen 

Eingriff in die Individualrechte der betroffenen Person dar. Dabei ist namentlich 

der Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beachten. Gewalt ist die "ultima ratio" 

(äusserstes Mittel) zur Durchsetzung einer Zwangsmassnahme (Markus 

Hug/Alexandra Scheidegger, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber (Hrsg.), Kommentar 

zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, 

N. 2 zu Art. 200 StPO; Laurent Moreillon/Aude Parein-Reymond, CPP code de 

procédure pénal, Basel 2013, N. 3 zu Art. 200 StPO). Bei der Anwendung von 

Gewalt ist insbesondere der Kerngehalt tangierter Grundrechte zu beachten (Ni-

klaus Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufla-

ge, Zürich/St. Gallen 2013, N. 2 zu Art. 200 StPO). So ist etwa Folter oder jede 

Art grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung verboten (vgl. 

Art. 3 EMRK, Art. 7 Uno-Pakt II, Art. 10 Abs. 3 BV, Art. 1 des Übereinkommens 

gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

- 13 - 

lung oder Strafe (SR 0.105), Art. 140 Abs. 1 StPO; Weber, a.a.O., N. 3 zu Art. 200 

StPO). Die Modalitäten der Gewaltanwendung durch die Polizei richten sich nach 

dem kantonalen Polizeirecht (Weber, a.a.O., N. 4 zu Art. 200 StPO; Moreil-

lon/Parein-Reymond, a.a.O., N. 4 zu Art. 200 StPO; Schmid, Praxiskommentar, 

a.a.O., N. 1 zu Art. 200 StPO; Yvan Jeanneret/André Kuhn, précis de procédure 

pénale, Bern 2013, N. 14011; Beschluss des Obergerichts Zürich UH120328 vom 

25. März 2013 E. II.4.3.6, publiziert im Internet www.gerichte-zh.ch/entscheide). 

6.4 Mit der angefochtenen Verfügung wird der Einsatz von Gewalt zur Durchset-

zung der angeordneten Vermessung angedroht. Wie erwähnt, ist die Anordnung 

der Vermessung zulässig. Die Gewalt wird als "ultima ratio" angedroht für den 

Fall, dass die Beschwerdeführerin gegen die Durchführung der Vermessung Wi-

derstand leisten sollte. Die Gewaltandrohung ist geeignet, um die Durchführung 

der Vermessung zu gewährleisten, falls die Beschwerdeführerin Widerstand leis-

tet. Dabei geht die Androhung weder in sachlicher, zeitlicher noch persönlicher 

Hinsicht über das Ziel (Durchführung der Vermessung) hinaus. Die angedrohte 

Gewalt ist nur für den Fall des Widerstands erforderlich. Dem trägt die angefoch-

tene Verfügung Rechnung, indem unter Wahrung der Verhältnismässigkeit Ge-

walt nur als äusserstes Mittel eingesetzt werden darf. Ein milderes Mittel zur 

Durchsetzung der Vermessung ist im Falle des Widerstands nicht ersichtlich. Die 

Beschwerdeführerin nennt kein milderes Mittel. Wie erwähnt, besteht ein grosses 

Interesse an der Aufklärung der Straftat. Damit besteht ein erhebliches Interesse 

an der Abklärung, ob es sich bei der Person auf dem Radarfoto um die Be-

schwerdeführerin handelt. Das Interesse ist auch deshalb besonders hoch, weil 

die Vermessung ein entscheidrelevantes Beweismittel darstellen kann, da neben 

dem Radarfoto offenbar keine weiteren Beweismittel vorhanden sind. Demgegen-

über wiegt der Eingriff in die Rechte der Beschwerdeführerin geringer. Das gilt 

nicht nur für den Vorgang der Vermessung, sondern auch für die allenfalls anzu-

wendende Gewalt, wenn sich die Beschwerdeführerin der Vermessung widerset-

zen sollte. Sie kann die Anwendung der Gewalt verhindern, indem sie sich der zu-

lässigen Vermessung unterzieht. Die Fixierung des Körpers bzw. einzelner Kör-

perteile zur Durchführung der Vermessung erscheint vor diesem Hintergrund nicht 

unverhältnismässig. Das Interesse am Eingriffszweck (Durchsetzung der Vermes-

- 14 - 

sung) überwiegt das Interesse der Beschwerdeführerin an ihrer körperlichen In-

tegrität. Dass die Beschwerdeführerin zur Durchführung der Vermessung gefoltert 

werden soll, ist der angefochtenen Verfügung nicht zu entnehmen und bei realisti-

scher Überlegung nicht vorstellbar. Ziffer 3 des Vermessungsbefehls ist in Bezug 

auf die Androhung von Gewalt zur Durchsetzung der Zwangsmassnahme nicht zu 

beanstanden. 

7. 

7.1 In Dispositiv-Ziffer 4 der angefochtenen Verfügung wird der Unfalltechnische 

Dienst der Stadtpolizei Zürich beauftragt, die durch die Vermessung gewonnenen 

Daten mit dem vorhandenen Bildmaterial zu vergleichen und darüber einen Be-

richt zu erstellen. In Dispositiv-Ziffer 5 wird die Leitung des Unfalltechnischen 

Dienstes ermächtigt, die Bearbeitung des Berichts Mitarbeitern des Dienstes zu 

übertragen bzw. diese beizuziehen (Urk. 3). 

7.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, in der angefochtenen Verfügung 

werde nicht substantiiert, welche Aktenstücke mit dem pauschalen Ausdruck 

"vorhandenes Bildmaterial" konkret gemeint seien. Grundsätzlich könne nur Glei-

ches mit Gleichem verglichen werden. Es gehe nicht an, dreidimensionale Ver-

messungsdaten über technische Anlagen (Computer) mit einer schlechten einfa-

chen Fotografie zu vergleichen. Das bedeute nichts anderes, als die Vermes-

sungsaufzeichnungen solange zu verändern, bis sie mit dem Foto deckungsgleich 

seien. In der Verfügung werde weder die Art und der Vorgang der Vermessung 

noch das damit zu vergleichende Bildmaterial noch der technische Vergleichsvor-

gang substantiiert (Urk. 2 S. 9 f. und Urk. 11 S. 2 f.). Die Staatsanwaltschaft habe 

zur Anordnung eines Gutachtens sämtliche formellen gesetzlichen Anforderungen 

verletzt. Die Ausstandgründe nach Art. 56 StPO gälten auch für Sachverständige. 

Die Mitarbeiter des Unfalltechnischen Dienstes seien keine unabhängigen Sach-

verständigen. Die Polizei gehöre zu den Strafverfolgungsbehörden. Sie ermittle 

für die Staatsanwaltschaft und unterstehe deren Aufsicht und Weisungen. Von ei-

nem unabhängigen Gutachter könne keine Rede sein. Als Sachverständige seien 

nach Art. 183 Abs. 1 StPO nur natürliche Personen zugelassen, nicht aber eine 

Dienstabteilung der Polizei. Die angefochtene Verfügung verletze Art. 183 StPO. 

- 15 - 

Der Auftrag erfülle auch die Anforderungen nach Art. 184 lit. a bis lit. e StPO nicht 

(Urk. 9 S. 10 ff.). 

7.3 Wie erwähnt, ist hinreichend klar, was mit "vorhandenem Bildmaterial" ge-

meint ist. Die entsprechenden Radarfotos wurden der Beschwerdeführerin vorge-

halten. Soweit sie den Sachverständigen vorwirft, dass diese die Daten mutmass-

lich manipulieren würden, übersieht sie, dass diese in der angefochtenen Verfü-

gung auf Art. 307 StGB hingewiesen wurden. Hinweise auf mutmassliche Manipu-

lationen sind nicht ersichtlich. Wie die Beschwerdeführerin zu dieser Behauptung 

kommt, ist nicht nachvollziehbar. 

7.4 Es trifft zu, dass die Ausstandsgründe nach Art. 56 StPO auch für Sachver-

ständige gelten (vgl. Art. 183 Abs. 3 StPO). Das Ausstandsverfahren richtet sich 

nach den Art. 58 ff. StPO. Dabei handelt es sich nicht um ein Beschwerdeverfah-

ren nach den Art. 393 ff. StPO. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren kann auf 

die Ausstandsgründe grundsätzlich nicht eingegangen werden. 

7.5 Der Unfalltechnische Dienst der Stadtpolizei Zürich gehört zu einer Verwal-

tungseinheit. Allein die Zugehörigkeit des Sachverständigen zu einer Behörde o-

der einer Verwaltungseinheit genügt nicht, um den Anschein der Befangenheit zu 

erwecken (Andreas Donatsch, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber (Hrsg.), Kommentar 

zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, 

N. 17 zu Art. 183 StPO). Die Beamten der kriminaltechnischen und wissenschaft-

lichen Dienste gehören zu den dauernd bestellten Sachverständigen nach 

Art. 183 Abs. 2 StPO, sofern die Sachverständigen-Tätigkeit zu ihren Hauptauf-

gaben zählt (Donatsch, a.a.O., N. 7 zu Art. 183 StPO; vgl. auch Urteil 

6B_484/2011 vom 13. Oktober 2011 E. 4.3; Schmid, Praxiskommentar, a.a.O., 

N. 4 zu Art. 183 StPO; vgl. auch ZR 95/1996 Nr. 37). Als sachverständige Person 

kann nur eine natürliche Person ernannt werden (Art. 183 Abs. 1 StPO; vgl. dazu 

auch die Weisungen der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich für das Vor-

verfahren vom 1. Mai 2014, S. 117). Die Ernennung einer juristischen Person ist 

ausgeschlossen (BBl 2006 1211). Besteht das Fachwissen nur innerhalb einer ju-

ristischen Person oder innerhalb einer bestimmten Einheit einer öffentlich-

rechtlichen Körperschaft wie etwa einem Institut, Labor etc. sind die verantwortli-

- 16 - 

chen Organe bzw. Sachbearbeiter dieser juristischen Person, Verwaltungseinheit 

oder Anstalt zu benennen (Marianne Heer, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger (Hrsg.), 

Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Basel 2011, N. 9 zu 

Art. 183 StPO; ebenso Schmid, Praxiskommentar, a.a.O., N. 1 zu Art. 183 StPO). 

7.6 Es ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, wenn die Staatsanwaltschaft für 

die Vermessung und deren Auswertung den Unfalltechnischen Dienst der Stadt-

polizei Zürich bzw. dessen Mitarbeiter/innen beizieht. Deren Tätigkeit als Sach-

verständige ist grundsätzlich deren Haupttätigkeit. Insofern ist in organisatorischer 

Hinsicht kein Ausstandsgrund ersichtlich. Der Dienst verfügt zur Durchführung der 

Vermessung und den Bildvergleich grundsätzlich über die notwendigen Kenntnis-

se und Fähigkeiten. 

7.7 Nach Art. 183 Abs. 1 StPO können als Sachverständige natürliche Personen 

ernannt werden. Gemäss Art. 184 ernennt die Verfahrensleitung die sachverstän-

dige Person (Abs. 1). Sie erteilt ihr einen schriftlichen Auftrag; dieser enthält die 

Bezeichnung der sachverständigen Person (Abs. 2 lit. a). 

In der angefochtenen Verfügung wird in Dispositiv-Ziffer 2 die Zuführung an den 

Unfalltechnischen Dienst der Stadtpolizei Zürich zur Durchführung der Vermes-

sung vorgesehen. In Dispositiv-Ziffer 4 wird der Unfalltechnische Dienst der 

Stadtpolizei Zürich beauftragt, die gewonnenen Daten mit dem vorhandenen 

Bildmaterial zu vergleichen. Nach Dispositiv-Ziffer 5 ist die Leitung des Unfall-

technischen Dienstes ermächtigt, die Bearbeitung des Berichts Mitarbeitern des 

Dienstes zu übertragen. 

Aus diesen Anordnungen geht nicht mit genügender Deutlichkeit hervor, welche 

natürliche Person als sachverständige Person ernannt wird. Die Staatsanwalt-

schaft führt in der Vernehmlassung aus, der Auftrag ergehe an die Leitung des 

Unfalltechnischen Dienstes (Urk. 6 S. 2). Das mag zutreffen. In der angefochte-

nen Verfügung ist der Name des Leiters jedoch nicht erwähnt. Zudem lässt die 

Verfügung bezüglich der Person des Sachverständigen einen gewissen Interpre-

tationsspielraum zu. So ist nicht klar, ob der Leiter des Unfalltechnischen Dienstes 

als verantwortlicher Sachverständiger fungieren oder ob er einzig die Erarbeitung 

- 17 - 

des Gutachtens koordinieren und so die sachverständige Person bestimmen soll. 

Schliesslich geht auch die Staatsanwaltschaft davon aus, dass sich die sachver-

ständige Person aufgrund des Auftrags nicht bestimmen lässt. Sie führt in der 

Vernehmlassung aus, es sei noch offen, wer die Vermessung dereinst durchfüh-

ren werde (vgl. Urk. 6 S. 2). Die angefochtene Verfügung verletzt Art. 184 Abs. 2 

lit. a StPO und Art. 183 Abs. 1 StPO. Die Beschwerde ist insofern gutzuheissen. 

7.8 Die Beschwerdeführerin rügt, die Staatsanwaltschaft habe im Auftrag keine 

präzisen Fragen gestellt (Urk. 11 S. 3). Die Rüge ist unbegründet. In der ange-

fochtenen Verfügung wird einerseits die Vermessung und andererseits die Aus-

wertung der Vermessungsdaten mittels Vergleich mit vorhandenem Bildmaterial 

angeordnet. Damit ist der Auftrag genügend umschrieben. Insbesondere ist ohne 

weitere Ausführungen klar, dass es um die Identifizierung der Täterschaft geht, 

wie dies in den Erwägungen der angefochtenen Verfügung erwähnt wird. 

7.9 Weitere Verletzungen von Art. 184 Abs. 2 StPO sind nicht ersichtlich, soweit 

diese von der Beschwerdeführerin überhaupt substantiiert vorgebracht werden. 

8. 

8.1 Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen. Die Dispositiv-Ziffern 4 und 5 der 

angefochtenen Verfügung sind aufzuheben und zur neuen Entscheidung bzw. 

personellen Präzisierung des Auftrags an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen 

(vgl. Art. 397 Abs. 2 StPO). Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit 

darauf einzutreten ist. 

8.2 Gemäss Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des 

Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. 

Die Beschwerdeführerin unterliegt im Beschwerdeverfahren im Wesentlichen und 

obsiegt geringfügig. Sie hat 4/5 der Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen. 

Angesichts der Bedeutung und Schwierigkeit des Falls sowie des Zeitaufwands 

des Gerichts ist die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren auf Fr. 2'000.-- 

festzusetzen (§ 17 Abs. 1 und § 2 Abs. 1 GebV OG). Davon hat die Beschwerde-

- 18 - 

führerin Fr. 1'600.-- zu tragen. Im Übrigen sind die Kosten auf die Gerichtskasse 

zu nehmen. 

8.3 Soweit die Beschwerdeführerin obsiegt, ist sie für das Beschwerdeverfahren 

zu entschädigen (Art. 436 Abs. 2 StPO). Sie hat sich im Beschwerdeverfahren 

durch einen Anwalt vertreten lassen. Da die Beschwerdeführerin im Wesentlichen 

unterliegt, ist eine reduzierte Entschädigung zuzusprechen. Unter Würdigung der 

Ausführungen in der Beschwerde zu jenem Punkt, in welchem die Beschwerde-

führerin obsiegt (Nennung des Sachverständigen), ist die Entschädigung unter 

Berücksichtigung der Bedeutung und Schwierigkeit des Falls sowie des Zeitauf-

wands und der Verantwortung des Anwalts auf Fr. 300.-- (zuzüglich 8% Mehr-

wertsteuer) festzusetzen (§ 19 Abs. 1 und § 2 AnwGebV). 

 

 

Es wird beschlossen: 
 

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden die Dispositiv-Ziffern 4 

und 5 der Verfügung vom 26. Juni 2014 der Staatsanwaltschaft 

See/Oberland (Verfahrens-Nr. C-1/2013/5894) aufgehoben. 

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten 

wird. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 2'000.-- fest-

gesetzt. 

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden der Beschwerdeführerin zu 

4/5 (= Fr. 1'600.--) auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genom-

men. 

4. Die Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren mit Fr. 324.-- 

aus der Gerichtskasse entschädigt. 

5. Schriftliche Mitteilung an: 

- 19 - 

− Rechtsanwalt lic. iur. X._____, zweifach, für sich und die Beschwerde-
führerin, per Gerichtsurkunde 

− die Staatsanwaltschaft See / Oberland, ad C-1/2013/5894, unter Rück-
sendung der eingereichten Akten (Urk. 9), gegen Empfangsbestätigung 

− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch) 

6. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei 
der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die wei-

teren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen 

Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes. 

 
 
Zürich, 19. September 2014 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. iur. S. Christen 
 

	Beschluss vom 19. September 2014
	
	Erwägungen:
	I.
	II.

	1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden die Dispositiv-Ziffern 4 und 5 der Verfügung vom 26. Juni 2014 der Staatsanwaltschaft See/Oberland (Verfahrens-Nr. C-1/2013/5894) aufgehoben. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf e...
	2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 2'000.-- festgesetzt.
	3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden der Beschwerdeführerin zu 4/5 (= Fr. 1'600.--) auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen.
	4. Die Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren mit Fr. 324.-- aus der Gerichtskasse entschädigt.
	5. Schriftliche Mitteilung an:
	 Rechtsanwalt lic. iur. X._____, zweifach, für sich und die Beschwerdeführerin, per Gerichtsurkunde
	 die Staatsanwaltschaft See / Oberland, ad C-1/2013/5894, unter Rücksendung der eingereichten Akten (Urk. 9), gegen Empfangsbestätigung
	 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch)

	6. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. ...