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**Case Identifier:** 245f3364-41dd-514a-affe-da022c778fd7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-08-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.08.2008 UV 2008/9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-9_2008-08-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/9

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 13.08.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 13.08.2008
Art. 6 und 18 UVG, Unfall mit leichtem Schädel-Hirntrauma und HWS-
Distorsion ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle. Chronisches 
Zervikalsyndrom sowie mittlere depressive Episode und somatoforme 
Schmerzstörung zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung aktuell. 
Anwendung der Schleudertrauma-Praxis. Adäquanz verneint (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. August 2008, UV 
2008/9). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_799/2008.

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei und 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Philia Roth

Entscheid vom 13. August 2008

in Sachen

S.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin Manuela Mayer, Advokaturbüro Fiechter, 

Poststrasse 6, Postfach 239, 9443 Widnau,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.         

A.a    Der 1972 geborene S.___ war seit 1994 bei der A.___ als Gipser angestellt und in 

dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen 

die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 4. November 2003 erlitt 

er als Lenker eines Personenwagens einen Verkehrsunfall. Er war auf der Überholspur 

der Autobahn unterwegs, als das hintere linke Rad wegen Rostbefalls wegbrach. Er 

verlor deshalb die Herrschaft über das Fahrzeug, wonach dieses gegen die 

Autobahnböschung geschleudert wurde, sich überschlug und auf den Rädern wieder 

zum Stillstand kam (UV act. I/10). Im Kantonsspital Frauenfeld wurden eine Commotio 

cerebri (Hirnerschütterung) mit Amnesie für das Ereignis, eine Distorsion der 

Halswirbelsäule (HWS) sowie eine Schulterprellung links diagnostiziert (UV act. I/4). 

Nach der Entlassung aus dem Spital am 6. November 2003 setzte der Versicherte die 

Arbeit aus. Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und 

Taggeldleistungen). Die Arbeitgeberin kündigte dem Versicherten auf den 30. April 

2006, nachdem er die Arbeit zwei Jahre lang nicht wieder aufgenommen hatte (UV 

act. I/116).

A.b   Zwei Wochen nach dem Unfall wurde der Versicherte zur weiteren Abklärung an 

das Kantonsspital St. Gallen überwiesen, weil er auf Grund eines Bewusstseinsverlusts 

gestürzt war (UV act. I/9). Anlässlich der Untersuchung vom 18. November 2003 wurde 

dort nebst einer Zervikalgie mit Spannungskopfschmerz nach Autoselbstunfall mit 

Commotio cerebri und HWS-Distorsion eine posttraumatische Anpassungsstörung mit 

vorwiegender Angstsymptomatik diagnostiziert. Eine Hyperästhesie der linken Hand 

wurde als Karpaltunnelsyndrom mit Radikulopathie und der unklare 

Bewusstseinsverlust als Verdacht auf eine vasovagale Synkope (kreislaufbedingte 

Bewusstlosigkeit) diagnostiziert. Eine Epilepsie wurde ausgeschlossen (UV act. I/13). 

Eine cranio-cerebrale Kernspintomographie vom 19. Dezember 2003 zeigte eine 

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Hämosiderin-Ablagerung, welche als mögliche Folge einer minimalen Contusio cerebri 

interpretiert wurde. Die HWS wies ausser normalen degenerativen Veränderungen 

einen normalen Befund auf (UV act. I/15). Vom 21. Januar 2004 bis 3. März 2004 wurde 

der Versicherte in der Rehaklinik Bellikon behandelt, ohne dass eine Besserung der 

Beschwerden eintrat (UV act. I/34). Seit dem 18. März 2004 steht er in psychiatrischer 

Behandlung bei Dr. med. B.___, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie (UV act. 

I/74). Auf Grund andauernder psychischer Beschwerden wurde der Versicherte vom 

18. August 2005 bis 12. September 2005 in der Klinik St. Pirminsberg hospitalisiert. 

Eine Besserung der Beschwerden konnte auch durch diesen Klinikaufenthalt nicht 

herbeigeführt werden (UV act. I/110). Unterdessen hatte die Suva ein polydisziplinäres 

Gutachten beim Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene GmbH (AEH), 

Zürich, in Auftrag gegeben, welches am 21. März 2005 fertig gestellt wurde (UV act. I/

91). Nachdem die Suva das Dossier Dr. med. C.___, Fachärztin für Neurologie FMH 

sowie Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, Leiterin des 

Versicherungsmedizinischen Kompetenzzentrums, vorgelegt hatte (Neurologische 

Beurteilung vom 29. Mai 2006, UV act. I/119), eröffnete sie dem Versicherten mit 

Verfügung vom 2. August 2006, dass keine behandlungsbedürftigen Unfallfolgen mehr 

vorlägen. Die jetzt noch geklagten Beschwerden seien organisch als Folge des 

erlittenen Unfalls nicht mehr erklärbar. Auf Grund der Beurteilung ihrer medizinischen 

Fachabteilung seien psychische Gründe dafür verantwortlich. Diese stünden jedoch 

nicht in einem rechtserheblichen Zusammenhang zum Unfall vom 4. November 2003. 

Ihre Leistungen würden deshalb auf den 31. August 2006 eingestellt. Aus medizinischer 

Sicht hinterlasse der Unfall keine Folgen, welche die Erwerbsfähigkeit messbar 

beeinträchtigen könnten. Ebenso resultiere keine unfallbedingte Schädigung der 

körperlichen oder geistigen Integrität. Somit seien die Voraussetzungen für weitere 

Geldleistungen (Invalidenrente/Integritätsentschädi-gung) nicht erfüllt (UV act. I/122). 

Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (UV act. I/125, I/128, I/129, I/131) 

wies die Suva mit Entscheid vom 10. Dezember 2007 ab (UV act. I/140).

B.        

B.a   Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwältin Manuela 

Mayer, Advokaturbüro Fiechter, Widnau, für den Versicherten eingereichte Beschwerde 

vom 28. Januar 2008 mit den Anträgen, der Entscheid vom 10. Dezember 2007 sei 

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aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien ab dem 1. September 2006 weiterhin 

Taggelder bzw. eine Rente nach UVG auszurichten. Weiter wird beantragt, dass eine 

Integritätsentschädigung auszurichten und ein interdisziplinäres Gutachten in Auftrag 

zu geben sei. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin bzw. zu Lasten des Staates. Zur Begründung führt die 

Rechtsvertreterin im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer sei vor dem Unfall 

physisch und psychisch gesund und zu 100% arbeitsfähig gewesen. Die psychischen 

und physischen Beschwerden seien Folge eines organischen Psychosyndroms nach 

Schädelhirntrauma sowie eines HWS-Distorsionstraumas nach dem Unfallereignis vom 

4. November 2003. Sollte eine dauerhafte Hirnschädigung verneint werden, so sei der 

Unfall dennoch adäquat kausal, weil ein besonders eindrücklicher Unfall vorläge und 

die erlittenen Verletzungen erfahrungsgemäss geeignet seien, psychische 

Fehlentwicklungen auszulösen. Ausserdem lägen seit dem Unfall Dauerschmerzen vor. 

Dem Beschwerdeführer stünden deshalb rückwirkend Taggeldleistungen ab dem 1. 

September 2006 bzw. eine Rente auf Basis eines Erwerbsunfähigkeitsgrades von 

aktuell 100% sowie eine Integritätsentschädigung von mindestens 45% zu.

B.b In der Beschwerdeantwort vom 3. März 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheides vom 10. 

Dezember 2007. Auf Grund der Aktenlage könne von keiner überwiegend 

wahrscheinlich organischen Unfallfolge ausgegangen werden. Die posttraumatische 

Belastungsstörung sowie die somatoforme Schmerzstörung lägen ausserhalb des 

typischen Beschwerdebildes eines Schleudertraumas bzw. einer äquivalenten 

Verletzung und seien als sekundäre Gesundheitsschädigungen zu betrachten. Die 

Adäquanzprüfung habe deshalb nach BGE 115 V 133 zu erfolgen, und die Adäquanz 

sei vorliegend zu verneinen.

B.c   Zusammen mit der Beschwerde vom 28. Januar 2008 stellte die Rechtsvertreterin 

des Beschwerdeführers ein Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung. Diesem 

Gesuch wurde, nachdem der Nachweis für das Vorliegen der entsprechenden 

Voraussetzungen erbracht war, mit Zwischenentscheid vom 13. März 2008 

entsprochen.

B.d Auf eine Replik wurde verzichtet.

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B.e Von der Möglichkeit sich zum vom Gericht bei der IV-Stelle der 

Sozialversicherungsanstalt St. Gallen beigezogenen Gutachten des Aerztlichen 

Begutachtungsinstituts GmbH, Basel (ABI), vom 29. Januar 2008 (G act. 9), zu äussern, 

machte die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 28. Mai 2008 Gebrauch. Der 

Beschwerdeführer nahm mit Schreiben vom 30. Juni 2008 Stellung. Auf die 

Ausführungen der Parteien, wird, soweit entscheidrelevant, in den Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1.         

Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht bezüglich des 

Unfalls vom 4. November 2003 und erbrachte entsprechende Leistungen. Streitig ist, 

ob sie auch für die nach dem 31. August 2006 (Leistungseinstellung) geltend 

gemachten gesundheitlichen Beschwerden aufzukommen hat. Soweit der 

Beschwerdeführer die Ausrichtung von Rentenleistungen und einer 

Integritätsentschädigung beantragen lässt, kann auf die Beschwerde nicht eingetreten 

werden, da diese Leistungen nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids bilden 

und mithin auch nicht Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sein 

können (vgl. BGE 125 V 413). 

2.         

2.1    Gemäss ständiger Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit 

1. Januar 2007: Sozialversicherungsrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) kann 

ein nach einem versicherten Unfall aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge 

betrachtet werden, wenn und soweit es sicher oder doch zumindest überwiegend 

wahrscheinlich von jenem Unfall herrührt (natürliche Kausalität; BGE 129 V 177 E. 3.1 

mit Hinweisen). Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 119 V 338 E. 1, BGE 118 V 289 E. 

1b, je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen, die mit 

dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen, wobei für die Adäquanz nicht die 

subjektive, sondern die objektive Voraussehbarkeit des eingetretenen Erfolgs 

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entscheidend ist (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Adäquat ist der Kausalzusammenhang 

dann, wenn ein Ereignis geeignet ist, den eingetretenen Erfolg zu bewirken, so dass an 

andere Ursachen vernünftigerweise nicht zu denken ist (BGE 117 V 359 und 112 V 30). 

Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen 

Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 E. 3a). Nicht jeder 

natürliche Kausalzusammenhang ist zugleich in rechtlicher Hinsicht adäquat. Der 

adäquate Kausalzusammenhang ist ein Korrektiv zum naturwissenschaftlichen 

Ursachenbegriff, der vom Recht als natürliche Kausalität übernommen wurde, aber der 

Einschränkung bedarf, um für die rechtliche Verantwortlichkeit tragbar zu sein und eine 

vernünftige Begrenzung der Haftung zu ermöglichen (BGE 122 V 415 E. 2c und 123 III 

110 E. 3a).

2.2    Wenn nun die Beschwerdegegnerin geltend macht, ab dem 1. September 2006 

seien keine Unfallfolgen mehr vorhanden, so ist darauf hinzuweisen, dass die 

Leistungspflicht des Unfallversicherers erst entfällt, wenn das Dahinfallen jeder 

kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit 

dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende 

Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein 

leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der 

versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 

mit Hinweisen). Dabei muss nicht etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht 

werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es 

Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen sind, ist 

unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter 

Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte 

Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also 

dahingefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Ebenso wenig geht es darum, 

vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein 

Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die versicherte Person nun bei voller 

Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 18. Dezember 2003 i/S Z. [U 258/02], vom 25. 

Oktober 2002 i/S L. [U 143/02] und vom 31. August 2001 i/S O. [U 285/00]).

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3.         

Aus dem Austrittsbericht des Kantonsspitals Frauenfeld ergibt sich, dass der 

Beschwerdeführer eine Amnesie für das Ereignis hatte und bei Eintreffen der Ambulanz 

wach und orientiert gewesen war. Bei der Aufnahme ins Spital hatte er eine Glasgow-

Coma-Scale (GCS) von 15 aufgewiesen und über Kopfschmerzen geklagt. Jedoch war 

ihm weder übel noch musste er erbrechen. Im weiteren wurden eine Beule am Occiput, 

eine schmerzhafte Reklination und Anteversion der HWS, keine Druckdolenz dort und 

diffuse Klopf- und Druckdolenzen im Bereich Brustwirbelsäule (BWS) und 

Lendenwirbelsäule (LWS) sowie der linken Schulter festgestellt. Das Röntgenbild der 

HWS, BWS und LWS zeigte regelmässige Alignemente und keine frische traumatische 

ossäre Läsionen (UV act. I/4). Zehn Tage später erfolgte eine Abklärung im Kantonalen 

Spital Altstätten bzw. in der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen, weil der 

Beschwerdeführer zwei Tage zuvor zu Hause bewusstlos geworden und gestürzt war 

(UV act. I/9, I/13). Die Fachärzte der Rehaklinik Bellikon stellten anlässlich des 

Aufenthalts des Beschwerdeführers vom 21. Januar 2004 bis 3. März 2004 im 

Austrittbericht vom 4. März 2004 fest, dass der Beschwerdeführer seit dem Unfall an 

Kopfschmerzen, Schwindel und Schlafstörungen als auch an 

Konzentrationsschwierigkeiten leide. Sie diagnostizierten eine traumatische 

Hirnverletzung mit Hämosiderin-Ablagerung im rechten Globus pallidus, ein HWS-

Distorsionstrauma bei vorbestehender degenerativen Veränderungen und eine 

Kontusion der linken Schulter. Weiter bestehe ein Parenchymdefekt im Bereich des 

linken Seitenventrikel-Vorderhornes (wahrscheinlich vorbestehend) und eine 

mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F 32.11) bei prätraumatisch wahrscheinlich 

leicht depressiver Stimmungslage auf Grund chronischer Überforderung durch eine 

prekäre psychosoziale Situation. Sodann bestehe nach einem unklaren 

Bewusstseinsverlust am 16. November 2003 ein Verdacht auf eine vasovagale 

Synkope. Aktuell wurde eine mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung mit 

starker Verminderung des Antriebs, erhöhte Ermüdbarkeit und Erschöpfung bei im 

Vordergrund stehender mittelschwerer depressiven Symptomatik sowie unklarer 

Schwindel und eine Zervikalgie mit Spannungskopfschmerz festgestellt (UV act. I/34). 

Damit lässt sich ein Beschwerdebild, wie es typischerweise nach 

schleudertraumaähnlichen Verletzungen auftreten kann, nicht in Abrede stellen. Somit 

kann davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer als Folge des Unfalls 

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vom 4. November 2003 ein leichtes Schädel-Hirntrauma bzw. eine Commotio cerebri 

sowie eine HWS-Distorsion erlitten hat, wovon auch die Beschwerdegegnerin im 

angefochtenen Einspracheentscheid ausgeht (UV act. I/4, I/140 S.4).    

3.1    Nachfolgend ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den geklagten 

Beschwerden und dem Unfallereignis zu prüfen. Den medizinischen Akten ist zu 

entnehmen, dass die HWS-Distorsion nicht zu einer organischen Schädigung geführt 

hat. Die am Unfalltag im Kantonsspital Frauenfeld durchgeführte Untersuchung ergab 

keine frischen ossären Läsionen (UV act. I/4). Dr. D.___ von der Klinik für Neurologie 

des Kantonsspitals St. Gallen stellte in ihrem Bericht vom 9. Januar 2004 fest, dass 

beim Beschwerdeführer eine Zervikobrachialgie vorliege und er bereits vor dem Unfall 

an Hyp- und Dysästhesien der ersten bis dritten Finger der linken Hand gelitten habe 

(UV act. I/18). Diese Beschwerden an der Hand sind seit Dezember 2000 bekannt (UV 

act. II/6, II/7). Eine Unfallkausalität zum Ereignis vom 2. Februar 2000 wurde mit in 

Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 27. Februar 2001 durch die 

Beschwerdegegnerin verneint (UV act. II/9). Nach dem Verkehrsunfall vom 4. 

November 2003 bestanden diese Hyperästhesien nach wie vor fort und erfassten nun 

auch den ganzen linken Arm. Elektrophysiologisch konnte entgegen der ersten 

Diagnose aus dem Jahr 2000 kein Karpaltunnelsyndrom bestätigt werden. Hingegen 

fand sich eine chronische, jedoch keine akute Wurzelläsion C6/C7 links, passend dazu 

die Befunde der vertebro-spinalen Kernspintomographie mit degenerativen 

Veränderungen (beginnende Osteochondrose und Unkarthrose C5/6 und C6/7 mit 

Diskopathie und jeweiligem Riss im Anulus fibrosus und Einengung der Neuroforamina 

C5/6 bzw. C6/7; UV act. I/15, I/18). PD Dr. med. E.___, Neurologie FMH, vom Institut 

für interdisziplinäre Medizinische Begutachtungen (IIMB), Zürich, untersuchte den 

Beschwerdeführer am 16. Dezember 2004. Er diagnostizierte ein chronisches 

zervikobrachiales Syndrom mit Muskelverhärtungen über der Scapula links, welches zu 

75% durch die HWS-Distorsion verursacht worden sei. Diese Diagnose wird vom ABI 

dahingehend korrigiert, dass diese Diagnose die bereits damals festgestellte 

Abschwächung der Muskeleigenreflexe nicht erkläre. Das ABI ordnet deshalb die 

Beschwerden einem chronischen Zervikalsyndrom mit radikulärer Reiz- und sensibler 

Ausfallsymptomatik der Wurzel C6 und/oder C7 links bei degenerativen HWS-

Veränderungen zu (ICD-10 M50.1: Zervikaler Bandscheibenschaden mit 

Radikulopathie; G act. 9, S. 18). Diese Diagnose eines chronischen Zervikalsyndroms 

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ist einleuchtend, umfassend und nachvollziehbar, weshalb darauf abgestellt werden 

kann. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Nackenschmerzen und 

Sensibilitätsstörungen zum typischen Beschwerdebild einer HWS-Distorsion gehören 

können. Unter diesen Umständen ist eine Teilkausalität zwischen dem Unfall vom 4. 

November 2003 und diesen Beschwerden gegeben.

3.2    Der Beschwerdeführer erlitt anlässlich des Unfalls auch ein leichtes Schädel-

Hirntrauma. Dieses wurde in der Folge mit einer cranio-cerebralen 

Kernspintomographie am 19. Dezember 2003 im Kantonsspital St. Gallen untersucht. 

Diese zeigte einerseits einen Parenchymdefekt im Bereich des linken Seitenventrikel-

Vorderhorns (UV act. I/15), welcher von den Fachärzten übereinstimmend als 

prätraumatisch und seit der Kindheit bestehend interpretiert wurde (UV act. I/18, I/34, I/

90, I/119). Somit stellt der Parenchymdefekt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

keine organische Unfallfolge dar. Andererseits fand sich eine fragliche Hämosiderin-

Ablagerung im rechten Globus pallidus. Ob diese kausal zum Unfall ist, ist unter den 

Ärzten umstritten und ist nachfolgend zu beurteilen.

3.3    Dr. D.___ von der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen hielt in ihrem 

Bericht vom 9. Januar 2004 fest, dass diese Ablagerung Ausdruck einer minimalen 

Contusio cerebri (Quetschung der Hirnrinde) sein könne (UV act. I/18). Sie geht somit 

lediglich von einer möglichen Unfallursache aus (Kann-Formulierung).

3.4    Anlässlich des Aufenthalts in der Rehaklinik Bellikon vom 21. Januar 2004 bis 

zum 3. März 2004 wurde ausgehend von dem milden Schädel-Hirntrauma mit 

Hämosiderin-Ablagerung neuropsychologisch von einer mittelschweren Störung 

ausgegangen, obwohl die Untersuchung wegen der stark verminderten Belastbarkeit 

des Beschwerdeführers nicht durchgeführt werden konnte. Der Beschwerdeführer war 

in der Untersuchung vom 26. Januar 2004 in seiner mentalen Leistungsfähigkeit 

erheblich eingeschränkt und zu keiner kontinuierlichen geistigen Anstrengung fähig. 

Das aktuelle Störungsbild wurde als ein Mischbild aus hirnorganischen und reaktiven 

Anteilen dargestellt, wobei die reaktiven Komponenten eindeutig im Vordergrund 

stünden (UV act. I/33, I/34). Dieser Diagnose schloss sich Dr. E.___ in seinem 

Gutachten vom 15. Februar 2005 an (UV act. I/90).

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3.4.1             Die Beurteilung durch Dr. C.___ vom 29. Mai 2006 ergab eine 

entgegengesetzte Einschätzung. Die vermutete Hämosiderin-Ablagerung könne auch 

eine Kalkablagerung sein und sei nicht im Globus pallidus, sondern in der Capsula 

interna lokalisiert. Eine akute Blutung in diesem Bereich führe üblicherweise zu einer 

klinischen Symptomatik mit Halbseitenlähmung und Pyramidenbahnzeichen. Nachdem 

eine solche Symptomatik beim Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt bestanden habe 

und offenbar auch in der Vorgeschichte nicht erinnerlich sei, sei daraus zu schliessen, 

dass auch diese Veränderung alt sei. Die neuropsychologischen Defizite seien in 

Bellikon gar nie nachgewiesen worden, gleichwohl sei eine mittelschwere Störung aus 

neuropsychologischer Sicht beschrieben und so weiter gegeben worden, was jeglicher 

Grundlage entbehre. Anhand der klinischen Symptomatik könne von einer leichten 

traumatischen Hirnverletzung (Mild Traumatic Brain Injury, MTBI) Kategorie 1 

(klassifiziert nach EFNS 2000) ausgegangen werden. Im Rahmen einer solchen MTBI 

könnten akut Kopfschmerzen, Schwindel, Aufmerksamkeitsstörungen und 

Schlafstörungen auftreten. Diese hätten jedoch eine gute Prognose und seien in der 

Regel innerhalb von sechs Monaten bis spätestens einem Jahr wieder verschwunden. 

Eine anhaltende oder gar sich verschlimmernde Symptomatik sei mit dieser Diagnose 

nicht vereinbar (UV act. I/119).

3.4.2             Das von der IV-Stelle im hängigen IV-Verfahren in Auftrag gegebenen ABI-

Gutachten vom 29. Januar 2008 schliesst sich der Meinung von Dr. C.___ an, ohne 

jedoch über die Originalbilder der cranio-cerebralen kernspintomographischen 

Untersuchung zu verfügen. Begründet wird dies damit, dass sich die vermeintliche 

Hämosiderin-Ablagerung an einem bezogen auf den Unfall sehr ungewöhnlichen Ort 

befinde und dies von anderen begutachtenden Ärzten nicht kritisch gewürdigt worden 

sei. Ausserdem sei auf die in Bellikon festgestellten mittelschweren 

neuropsychologischen Defizite abgestellt worden, obwohl eine entsprechende 

Untersuchung gar nicht durchgeführt werden konnte. Ausserdem könne davon 

ausgegangen werden, dass bei einer milden traumatischen Hirnschädigung, welche am 

untersten Ende des Spektrums anzusiedeln sei, sich allfällige Defizite im Zeitraum von 

spätestens einem Jahr vollständig zurückbilden würden (G act. 9, S. 2 und 3 sowie S. 

19 und 20).

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3.4.3             Diese Einschätzung wird durch die medizinische Forschung gestützt. Der 

Zeitraum einer Erholung nach einem Schädel-Hirntrauma wird gar auf sechs bis zwölf 

Wochen beschränkt (Gerhard Jenzer, Klinische Aspekte bei HWS-Belastungen durch 

Kopfanprall oder Beschleunigungsmechanismus; Grenzbereich zum leichten Schädel-

Hirn-Trauma, in: SZS 1996 S. 467). Ungewöhnlich lang dauernde und schwere Verläufe 

nach Beschleunigungsverletzungen würden bei Fehlen der klinischen Kriterien einer 

traumatischen Hirn- bzw. HWS-Schädigung nach einer Interpretation ausserhalb einer 

hirnorganischen Schädigung bzw. Schädigung im HWS-Bereich rufen (Jenzer, a.a.O., 

S. 469 mit Hinweis; vgl. auch B.P. Radanov, Über den Stellenwert der 

neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion, in: SZS 1996 S. 

471 ff. und S. 475). Wie aus den medizinischen Akten ersichtlich ist, hat der 

Beschwerdeführer unbestrittenermassen ein mildes Schädel-Hirntrauma erlitten. 

Hingegen wird das Vorliegen einer organischen Schädigung hinsichtlich der 

Hämosiderin-Ablagerung und der festgestellten neuropsychologischen Defizite in der 

neurologischen Beurteilung von Dr. C.___ sowie in der Beurteilung des Gutachters des 

ABI, Dr. med. F.___, FMH Neurologie, angezweifelt. Die Begründungen der Fachärzte 

sind überzeugend und nachvollziehbar. Auch Dr. D.___ vom Kantonsspital St. Gallen 

stellt eine organische Schädigung nur als mögliche Unfallfolge dar. Damit ist nicht mit 

dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweismass der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass der Unfall vom 4. November 2003 zu einer 

organischen Hirnschädigung geführt hat.

3.4.4             Der Beschwerdeführer begann nach dem Aufenthalt in Bellikon mit einer 

Therapie bei Dr. B.___. Der Psychiater diagnostizierte am 6. September 2004 ein 

organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma. Er begründet dies damit, dass 

der Beschwerdeführer depressiv, ängstlich und psychomotorisch verlangsamt sei und 

starke Konzentrationsschwierigkeiten habe. Dazu seien intensive Schmerzen 

vorhanden. Er sei ganz erschöpft und in seinem Denken ganz auf seine Schmerzen 

konzentriert (UV act. I/74). An dieser Diagnose hielt er mit Bericht vom 16. Dezember 

2006 fest (UV act. I/134). Wie gerade aufgezeigt wurde, kann der Nachweis einer 

organischen Hirnschädigung nicht erbracht werden. Die Diagnose eines organischen 

Psychosyndroms gilt damit als nicht überwiegend wahrscheinlich.

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3.5    Als dritter Beschwerdekomplex leidet der Beschwerdeführer an verschiedenen 

psychischen Beschwerden. In Bellikon wurde eine mittelgradige depressive Episode 

diagnostiziert, nachdem Dr. D.___ vom Kantonsspital St. Gallen bereits zwei Wochen 

nach dem Unfall eine ausgeprägte Angstsymptomatik im Sinne einer 

Anpassungsstörung feststellte (UV act. I/34, I/18). Dr. med. G.___, Fachärztin für 

Psychiatrie und Psychotherapie, untersuchte den Beschwerdeführer im Rahmen des 

polydisziplinären Gutachten des AEH am 17. Dezember 2004 und 28. Januar 2005 (UV 

act. I/89). Sie diagnostizierte eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), 

eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F32.11) 

sowie eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Im Austrittsbericht der Klinik 

St. Pirminsberg vom 28. September 2005 wurde die Diagnose einer mittelgradigen 

depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F 32.11) sowie eine 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4) gestellt (UV act. I/110).

3.5.1             Das ABI-Gutachten bestätigt die Diagnose einer depressiven Episode, 

wobei der Schweregrad anlässlich der Untersuchung vom 20. November 2007 als 

leicht bis mittelschwer eingeschätzt wurde. Hingegen könne nicht von einer 

posttraumatischen Belastungsstörung ausgegangen werden. Diese treten nur nach 

schweren Unfällen auf. Sodann fehle es für diese Diagnose an den sich aufdrängenden 

wiederholtem Erleben der traumatischen Erinnerung (flashbacks) ebenso wie an einem 

deutlichen emotionalen Rückzug mit Gleichgültigkeit gegenüber der Umgebung sowie 

an der Vermeidung von Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen 

können. Der Beschwerdeführer habe durchaus Kontakte zu seinen Kollegen und 

innerhalb der Familie sehr gute Kontakte (G act. 9, S. 15).

3.5.2             Unabhängig davon, ob nun die Diagnose einer Belastungsstörung 

überzeugend ist oder nicht – immerhin wurde der Beschwerdeführer durch Dr. G.___ 

zweimalig untersucht und der Hausarzt kontaktiert –, wird übereinstimmend die 

Diagnose einer mittleren depressiven Episode gestellt. Der Beschwerdeführer hatte 

nach der Teilnahme am Krieg in Kroatien 1991 bereits psychische Beschwerden, 

welche jedoch ohne Behandlung wieder abklangen. Eine niedrigere Schwelle für 

erneute psychische Beschwerden erscheint daher gegeben. Schliesslich liegt 

unbestrittenermassen eine psychosozial belastende Situation vor, indem die Ehefrau 

nach der Geburt des zweiten Kindes im Jahr 2000 psychisch erkrankt und wiederholt 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/19

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hospitalisiert war. Dies hat die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers für Beruf und 

Familie aber nicht geschmälert. Nach dem Unfall wurde der Beschwerdeführer durch 

den Wegfall der Leistungsfähigkeit schwer getroffen (UV act. I/89, S. 12). Unter diesen 

Umständen ist eine Teilursache der aktuellen psychischen Beschwerden auf Grund des 

Unfalles vom 4. November 2003 anzunehmen.

3.6    Zusammenfassend ist festzuhalten, dass angesichts der dargelegten 

medizinischen Befunde mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

davon auszugehen ist, dass das beim Unfall vom 4. November 2003 erlittene leichte 

Schädel-Hirntrauma spätestens bis zur Einstellung der Versicherungsleistungen auf 

den 31. August 2006 vollständig abgeheilt war. Hingegen ist eine Teilkausalität sowohl 

betreffend die HWS-Distorsion als auch betreffend die psychischen Beschwerden zu 

bejahen. Mit Vorliegen der zwei polydisziplinären Gutachten des AEH und des ABI ist 

von medizinischen Beweisergänzungen im Sinne eines weiteren interdisziplinären 

Gutachtens abzusehen, da hiervon keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu 

erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b; RKUV 2003 Nr. U 

473 S. 50 E. 3.4).

4.         

Zu prüfen bleibt, wie es sich mit der adäquaten Kausalität der organisch nicht 

nachweisbaren Beeinträchtigungen verhält.

4.1    Die Beschwerdegegnerin hat den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen 

dem in Zeitpunkt der Leistungseinstellung noch vorhandenen Beschwerden und dem 

Unfallereignis nach den Regeln der in BGE 115 V 140 E. 6c/aa dargelegten Praxis zu 

psychischen Fehlentwicklungen nach Unfällen verneint. Bezüglich der für die 

Adäquanzbeurteilung notwendigen Abgrenzung der Anwendung von BGE 117 V 366 E. 

6 (Schleudertrauma-Praxis) und BGE 115 V 140 E. 6c/aa ist folgendes zu beachten: Die 

typische Symptomatik nach Schleudertrauma (und äquivalenten Verletzungen) weist 

organische und psychische Komponenten auf wie Kopf- und Nackenschmerzen, 

Schwindel, neurologische Defizite (Konzentrations- und Gedächtnisstörungen), 

Übelkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung 

(BGE 117 V 360 E. 4b). Daher erfolgt die Adäquanzbeurteilung nach Distorsionen der 

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Halswirbelsäule (ohne nachweisbare organische Unfallfolgeschäden) grundsätzlich 

nach der Rechtsprechung gemäss BGE 117 V 366 E 6a mit ihrer fehlenden 

Unterscheidung zwischen körperlichen und psychischen Beschwerden. Kann hingegen 

nicht von einem vielschichtigen somatisch-psychischen Beschwerdebild – d.h. von 

einem komplexen Gesamtbild unfallbedingter psychischer Beschwerden und ebenfalls 

unfallkausaler organischer Störungen – gesprochen werden, hat die Prüfung der 

adäquaten Kausalität praxisgemäss unter dem Gesichtspunkt der psychischen 

Fehlentwicklung nach Unfall gemäss BGE 115 V 133 zu erfolgen. Dieses Vorgehen 

greift Platz, wenn die zum typischen Beschwerdebild eines HWS-Schleudertraumas 

gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur 

psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die 

Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit 

psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend, andernfalls erfolgt die 

Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 366 E. 6a und 117 V 382 E. 4b 

festgelegten Kriterien (präzisiert gemäss BGE 134 V 121 ff. E. 9 und 10). Die 

Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang bei 

Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem 

Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls 

auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 

2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b).

4.2    Vorliegend fällt auf, dass sich die psychologische Problematik bereits zwei 

Wochen nach dem Unfall gezeigt hat. Trotz früh eingeleiteter stationärer Behandlung 

war sie jedoch keiner Verbesserung zugänglich (UV act. I/18, I/34). Zwar ist 

unbestritten, dass sich der Beschwerdeführer vor dem Unfall in einer prekären 

psychosozialen Lage befunden hat und vom Wegfall der Leistungsfähigkeit schwer 

getroffen wurde. Diese Umstände haben allenfalls für die Entwicklung psychischer 

Beschwerden nach dem Unfall begünstigend gewirkt. Jedoch ist eine Teilursache des 

Unfalles für die psychischen Beschwerden gegeben. Erst im ABI-Gutachten wird von 

einer psychischen Überlagerung der geklagten Schmerzen ausgegangen (G act. 9, S. 

14). Diese war jedoch zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung noch nicht ärztlich 

diagnostiziert worden, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann. Auch sind die 

typischen Beschwerden eines HWS-Schleudertraumas unmittelbar nach dem Unfall im 

Vergleich zur psychischen Problematik nicht ganz in den Hintergrund getreten. Das 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/19

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Zervikalsyndrom spielt auch zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung eine Rolle. Die 

Visusbeschwerden im Sinne von Doppelbildern sind dagegen übereinstimmend als 

nicht unfallkausal bezeichnet worden (UV act. I/68). Der Beschwerdeführer versuchte 

ein einziges Mal im Sommer 2004 wieder zu arbeiten, musste aber den Versuch auf 

Grund der Schmerzen nach wenigen Minuten abbrechen (UV act. I/62). Es ist deshalb 

von einem komplexen Gesamtbild auszugehen, weshalb im Gegensatz zur Ansicht der 

Beschwerdegegnerin die Adäquanz gemäss der Schleudertrauma-Praxis nach BGE 

117 V 359 bzw. gemäss den in BGE 134 V 109 präzisierten Kriterien zu prüfen ist. 

4.3    Für die Adäquanzprüfung ist an das (objektiv erfassbare) Unfallereignis 

anzuknüpfen (BGE 117 366 E. 6a, BGE 134 V 126 E. 10.1). Gemäss Polizeirapport vom 

11. November 2003 war der Beschwerdeführer mit einem Mazda 626 mit 130 km/h auf 

der Überholspur der Autobahn unterwegs, als das linke Hinterrad infolge Rostbefalls 

wegbrach. Dadurch verlor er die Herrschaft über das Fahrzeug, wonach dieses gegen 

die Autobahnböschung geschleudert wurde, sich überschlug und schliesslich auf der 

Überholspur auf den Rädern wieder zum Stillstand kam. Sein Beifahrer wurde dabei 

aus dem Auto geschleudert, verletzte sich aber kaum. Er selbst kann sich an das 

Unfallereignis nicht erinnern (UV act. I/1, I/10). Auf Grund des augenfälligen 

Geschehensablaufs ist dieses Unfallereignis im mittleren Bereich einzuordnen. Von den 

weiteren, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang 

stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umständen, welche als massgebende 

Kriterien in die Gesamtwürdigung einzubeziehen sind (BGE 117 V 367 E. 6a), müssten 

demnach für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges entweder ein 

einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere in gehäufter oder 

auffallender Weise gegeben sein (BGE 117 V 367 E. 6b).

4.3.1             Bei diesem Unfallereignis liegen keine besonders dramatischen 

Begleitumstände vor. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers gilt 

praxisgemäss ein Überschlagen eines Autos nicht schon als besonders eindrückliches 

Ereignis (RKUV 2003 Nr. U 481 S. 204 E. 3.2.2 mit Hinweisen).

4.3.2             Der Unfall hatte auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen 

besonderer Art zur Folge. Die Diagnose eines Schleudertraumas und eines milden 

Schädel-Hirntraumas vermag die Schwere oder besondere Art der Verletzung für sich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/19

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alleine nicht zu begründen. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das 

Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das 

Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können beispielsweise in einer beim Unfall 

eingenommenen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen 

(RKUV 2003 Nr. U 489 S. 361 E. 4.3). Solche Umstände sind hier nicht aktenkundig. Es 

liegt auch keine besondere Schwere der für das Schleudertrauma typischen 

Beschwerden vor (vgl. BGE 134 V 127 E. 10.2.2).

4.3.3             Nicht erfüllt ist sodann das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, 

belastenden ärztlichen Behandlung (BGE 134 V 127 E. 10.2.3). Nach dem zweitätigen 

Spitalaufenthalt wurde der Beschwerdeführer medikamentös behandelt. Um dem 

ungünstigen Verlauf nach einem Schädel-Hirntrauma zu begegnen, wurde er nach 

zweieinhalb Monaten einem stationären Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon zugeführt. 

Anschliessend wurden eine psychiatrische Behandlung sowie eine Physiotherapie 

begonnen. Auch wenn später erneut ein stationärer Klinikaufenthalt in St. Pirminsberg 

erfolgte, der erfolglos abgebrochen werden musste, handelt es sich damit nicht um 

eine fortgesetzt spezifische, den Beschwerdeführer belastende ärztliche Behandlung.

4.3.4             Hingegen leidet der Beschwerdeführer seit dem Unfall an einem 

chronischen Zervikalsyndrom sowie an psychischen Beschwerden. Anlässlich der 

Untersuchung der Fachärzte des AEH vom 16. und 17. Dezember 2004 beklagte der 

Beschwerdeführer über Tag und Nacht andauernde Schmerzen im Nacken- und 

Schultergürtelbereich links mit Ausstrahlung in den linken Arm und in alle fünf Finger 

links. Zudem liege ein "Stromgefühl" im ganzen halben Schädelbereich links sowie im 

linken Arm vor. Im Bereich beider Wangen und des Kiefers habe er ein Juckgefühl, hin 

und wieder vibriere der Bereich unterhalb der Augen. Oft sei ihm schwindlig (UV act. I/

91, S. 7). Diese Beschwerden werden unvermindert auch gegenüber den Fachärzten 

des ABI angegeben (G act. 9 S. 16). Die Beeinträchtigung der seit dem Unfall ohne 

Unterbruch bestehenden Beschwerden ist somit als erheblich anzusehen (BGE 134 V 

1298 E. 10.2.4). Dieses Kriterium ist deshalb erfüllt, wenn auch nicht in ausgeprägter 

Art und Weise.

4.3.5             Ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen kann nicht 

schon dann angenommen werden, wenn eine Vielzahl von verschiedenen Therapien zu 

keinem Heilungserfolg führt. Das Kriterium ist deshalb nicht erfüllt.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/19

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4.3.6             Ebenso wenig kann von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die 

Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, gesprochen werden.

4.3.7             Neu ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts gefordert, dass 

eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesenen Anstrengungen besteht (BGE 

134 V 130 E. 10.2.7). Aus den medizinischen Akten ist ersichtlich, dass 

übereinstimmend von einer vollen Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf 

ausgegangen wird. Aus orthopädisch-rheumatologischer Sicht besteht gemäss AEH-

Gutachten bei einer leichten, körperlich wechselhaft belastenden Tätigkeit eine volle 

Arbeitsfähigkeit (UV act. I/91, S.12). Der Neurologe Dr. E.___ erachtet die 

Arbeitsfähigkeit hinsichtlich des Schmerzsyndroms zu 40% als eingeschränkt (UV act. 

I/90, S. 18). Dr. G.___ schätzt die Arbeitsunfähigkeit auf Grund der psychischen 

Beschwerden auf 80% ein (UV act. I/89, S. 17). Gesamthaft wird von einer 60% 

Arbeitsfähigkeit ausgegangen (UV act. I/91, S. 12). Die Ärzte der Klinik in St. 

Pirminsberg gehen gar von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auf Grund der psychischen 

Beschwerden aus (UV act. I/110). Gemäss ABI-Gutachten sei dem Beschwerdeführer 

eine körperlich leichte und adaptierte Tätigkeit mit einer 50%igen Arbeits- und 

Leistungsfähigkeit zumutbar. Auf Grund der psychischen Erkrankung sei die 

Arbeitsfähigkeit um 20% vermindert, was sich jedoch nicht zusätzlich zu den 

vorgegeben Einschränkungen aus somatischer Sicht auswirke, weil die gleichen 

Zeitabschnitte zum Einlegen von Pausen und zur Erholung genutzt werden könnten 

(G act. 9 S. 22). Damit liegt eine ununterbrochene ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit vor. 

Bis auf einen Arbeitsversuch im Sommer 2004 hat der Beschwerdeführer keine 

Willensanstrengung mehr in diese Richtung unternommen. Die lange Arbeitsunfähigkeit 

kann ihm deshalb gemäss aktueller Rechtsprechung nicht angerechnet werden, weil es 

an den geforderten, nachgewiesenen Anstrengungen fehlt, wieder in den 

Arbeitsprozess zurückzufinden.

4.4    Selbst wenn die Beschwerden durch den Unfall teilverursacht worden sind, ist 

der adäquate Kausalzusammenhang vorliegend nicht erfüllt. Das Kriterium der 

erheblichen Beschwerden ist nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt und reicht 

praxisgemäss nicht aus, um dem Unfall vom 4. November 2003 eine adäquanzrechtlich 

massgebende Bedeutung für die über den 31. August 2006 hinaus andauernden 

Beschwerden mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

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Beschwerdeführers zuzuerkennen. Damit hat die Beschwerdegegnerin eine weitere 

Leistungspflicht (einschliesslich der geltend gemachten Ansprüche auf Rente und 

Integritätsentschädigung) zu Recht verneint.

5.         

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf 

eingetreten wird. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

6.

Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung am 13. März 2008 bewilligt. Wenn die wirtschaftlichen 

Verhältnisse des Beschwerdeführers es gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung der 

vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG 

i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG). Der Staat ist zufolge unentgeltlicher 

Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die Kosten der Rechtsvertretung des 

Beschwerdeführers aufzukommen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass dem 

unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um 20% reduziertes Honorar zusteht (vgl. 

Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Die Honorarnote der 

Rechtsvertreterin vom 10. April 2008 beträgt bereits gekürzt und inklusive Barauslagen 

und Mehrwertsteuer Fr. 3'357.10. Dieser Betrag scheint der Bedeutung der Streitsache 

und der Schwierigkeit des Prozesses angemessen. Dazu sind ermessensweise weitere 

zwei Stunden à Fr. 200.-- inkl. 7.6% MwSt. von Fr. 30.40 für Stellungnahme zum 

nachträglich edierten ABI-Gutachten zu gewähren, somit insgesamt Fr. 3'787.50.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.        Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.        Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

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3.        Der Staat hat die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mit Fr. 3'787.50 (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 13.08.2008
	Art. 6 und 18 UVG, Unfall mit leichtem Schädel-Hirntrauma und HWS-Distorsion ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle. Chronisches Zervikalsyndrom sowie mittlere depressive Episode und somatoforme Schmerzstörung zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung aktuell. Anwendung der Schleudertrauma-Praxis. Adäquanz verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. August 2008, UV 2008/9). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_799/2008.

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	"9001 St.Gallen"
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