# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3758472c-2f95-5b04-bf9d-0c09ae0964b2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.11.2018 200 2017 1019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-1019_2018-11-23.pdf

## Full Text

200 17 1019 IV
LOU/JAP/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. November 2018

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 19. Oktober 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1962 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 29. Mai 2002 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwer-
degegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 
1). Diese forderte ihn gestützt auf ein bidisziplinäres Gutachten (AB 23 f.) 
zur Schadenminderung in Form der Inanspruchnahme einer spezifischen 
medizinischen Therapie auf (AB 26). Obwohl der Versicherte darauf nicht 
reagierte, sprach sie ihm mit Verfügung vom 20. Dezember 2004 (AB 28) 
bei einem Invaliditätsgrad von 82 % ab 1. August 2002 eine ganze Invali-
denrente zu. Dieser Anspruch wurde im Rahmen einer ordentlichen Ren-
tenrevision mit formloser Mitteilung vom 18. Mai 2007 (AB 43) bestätigt, 
nachdem eine auf erneutes Geheiss der IVB (AB 36 f.) durchgeführte Be-
handlung (AB 39/8, 39/10) nach deren Auffassung (AB 42) zu keiner rele-
vanten Gesundheitsverbesserung geführt hatte. Anlässlich einer weiteren 
von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevision stellte die IVB basierend 
auf einem Verlaufsgutachten (AB 79.1) mit Vorbescheid vom 15. Juli 2016 
(AB 81), unter Hinweis auf die Schlussbestimmungen der Änderung vom 
18. März 2011 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invaliden-
versicherung (IVG; SR 831.20 [6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket 
{SchlBest. IV 6/1}, in Kraft seit 1. Januar 2012]), die Rentenaufhebung in 
Aussicht. Diesen Vorbescheid ersetzte sie, nach erhobenem Einwand 
(AB 88, 93, 95, 97), Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst 
(RAD; AB 98) sowie Aktenergänzung (AB 101), durch einen im Ergebnis 
unveränderten Vorbescheid vom 6. Juli 2017 (AB 102). Hiermit zeigte sich 
der Versicherte wiederum nicht einverstanden (AB 105), worauf die IVB die 
laufende Invalidenrente mit Verfügung vom 19. Oktober 2017 (AB 107) per 
Ende des der Verfügungszustellung folgenden Monats aufhob. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 3

B.

Mit Eingabe vom 20. November 2017 hat der Versicherte, vertreten durch 
Fürsprecher B.________, Beschwerde erhoben und beantragt, die ange-
fochtene Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und ihm sei mindestens 
eine halbe Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zur 
weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

In der Beschwerdeantwort vom 5. Februar 2018 hat die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde geschlossen.

Aufforderungsgemäss (prozessleitende Verfügung vom 12. Oktober 2018) 
hat die Beschwerdegegnerin am 18. Oktober 2018 ein psychiatrisches 
Teilgutachten vom 9. Februar 2004 sowie einen medizinischen Bericht vom 
19. Juni 2002 nachgereicht (in den Gerichtsakten). Auf eine Stellungnahme 
zu diesen Unterlagen, welche in den mit der Beschwerdeantwort zugestell-
ten amtlichen Akten fehlten, hat der Beschwerdeführer mit Zuschrift vom 
23. Oktober 2018 verzichtet.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 4

ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 19. Oktober 2017 
(AB 107). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch und in diesem Zu-
sammenhang insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin die laufende gan-
ze Invalidenrente zulässigerweise per Ende des der Verfügungszustellung 
folgenden Monats, mithin per 30. November 2017, aufhob. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Der Beschwerdeführer rügt vorab eine Verletzung des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör (vgl. dazu Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; 
SR 101]; BGE 132 V 368 E. 3.1 S. 371; SVR 2008 UV Nr. 1 S. 2 E. 3.2), da 
es die Beschwerdegegnerin unterlassen habe, sich mit seinen Einwänden 
vom 30. September 2016 (AB 93) bzw. 30. August 2017 (AB 105) ernsthaft 
auseinanderzusetzen und die Verfügung vom 19. Oktober 2017 (AB 107) 
nachvollziehbar zu begründen (Beschwerde S. 10 Ziff. III Ziff. 6).

2.2 Die Begründungsdichte der Verfügung vom 19. Oktober 2017 
(AB 107) ermöglichte deren sachgerechte und zielgerichtete Anfechtung 
und ist nicht zu beanstanden, zumal sich die Verwaltung nicht ausdrücklich 
mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 
auseinandersetzen muss, sondern sich vielmehr auf die wesentlichen Ge-
sichtspunkte beschränken kann (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 
180 E. 1a S. 181). Da die Beschwerdegegnerin den Vorbescheid vom 

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15. Juli 2016 (AB 81) durch jenen vom 6. Juli 2017 (AB 102) ersetzte, hatte 
sie sich nicht mehr mit dem Einwand vom 30. September 2016 (AB 93) 
gegen den früheren Vorbescheid (AB 81) zu befassen. Sodann setzte sich 
die angefochtene Verfügung (AB 107) sehr wohl mit den wesentlichen As-
pekten des Einwands vom 30. August 2017 (AB 105) auseinander (vgl. 
AB 107/3 f.). Überdies könnte eine erfolgte (leichte) Verletzung des rechtli-
chen Gehörs in Anbetracht der uneingeschränkten Kognition des angerufe-
nen Gerichts ohnehin als geheilt gelten (vgl. BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 
126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2013 IV Nr. 26 S. 76 E. 4.2).

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

3.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss 
Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivier-

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ten Betrachtungsweise von der grundsätzlichen «Validität» der versicherten 
Person auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295) und die materielle 
Beweislast für Invalidität bei ihr liegt (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). 

3.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 428, BGE 141 V 
281 E. 4.1 S. 296 ff.). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invali-
ditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der me-
dizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall 
anhand von Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu-
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 
V 281 E. 6 S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 
143 V 418, E. 7.2 S. 429).

3.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 
sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-
spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 
intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärzt-
licher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig über-

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wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar 
überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine ver-
selbständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 
E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschä-
digung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst 
wenn die klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben 
sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden 
Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheits-
schädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswir-
kungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

3.2.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
«funktioneller Schweregrad» (E. 4.3 S. 298) und «Konsistenz» einteilen 
lassen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 
304). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist 
nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festge-
stellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der 
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über-
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die 
Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete ver-
sicherte Person zu tragen (E. 6 S. 308).

3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 8

und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

3.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In-
validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invali-
denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli-
chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behin-
derung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gege-
ben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung 
gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 
141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349). Als zeitliche Vergleichsba-
sis ist einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der ursprünglichen Renten-
verfügung und anderseits derjenige zur Zeit der streitigen Revisionsverfü-
gung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 
S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). Wurde die Rente zuvor bereits 
revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche Vergleichsbasis die letzte rechts-
kräftige Verfügung heranzuziehen, sofern eine materielle Überprüfung des 
Leistungsanspruches tatsächlich stattgefunden hat, d.h. eine rechtskonfor-
me (medizinische) Sachverhaltsabklärung, eine Beweiswürdigung und ge-
gebenenfalls – sofern Hinweise für eine Änderung in den erwerblichen 
Auswirkungen des Gesundheitszustands bestanden – ein Einkommensver-
gleich durchgeführt worden sind (BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 
IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2). 

Gemäss lit. a SchlBest. IV 6/1 werden Renten, die bei pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare 
organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach 
Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 9

Art. 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, 
auch wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind 
(Abs. 1). Davon nicht erfasst sind Personen, die im Zeitpunkt des Inkrafttre-
tens dieser Änderung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeit-
punkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wird, seit mehr als 15 Jahren 
eine Rente der Invalidenversicherung beziehen (Abs. 4). Die mit BGE 141 
V 281 erfolgte Preisgabe der Überwindbarkeitsvermutung bei psychosoma-
tischen Gesundheitsbeeinträchtigungen bringt keine Abkehr von der (zu 
lit. a Abs. 1 SchlBest. IV 6/1 ergangenen) Rechtsprechung gemäss BGE 
139 V 547 (E. 3.7.2 S. 295).

4.

4.1 Bei dem sich in den amtlichen Akten befindlichen Exemplar der ur-
sprünglichen Rentenverfügung vom 20. Dezember 2004 (AB 28) fehlt zwar 
der Begründungsteil der Beschwerdegegnerin (vgl. zur Aufgabenteilung 
zwischen den IV-Stellen und den Ausgleichskassen: Art. 57 und 60 IVG; 
Bundesamt für Sozialversicherungen [BSV], Kreisschreiben über das Ver-
fahren in der Invalidenversicherung [KSVI], gültig ab 1. Januar 2004, 
Rz. 3039 ff.), sie basiert in medizinischer Hinsicht jedoch offensichtlich auf 
dem bidisziplinären (allgemein-internistischen, psychiatrischen) Gutachten 
der damaligen MEDAS C.________ vom 2. Juli 2004 (AB 23), samt Ergän-
zung vom 25. August 2004 (AB 24). In der Expertise figurieren die folgen-
den Diagnosen (AB 23/10 Ziff. 4): 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

1. Erschöpfungssyndrom mit/bei:
phobischen Schwindelanfällen

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

2. Intermittierendes Zervikovertebral- und Thorakovertebral-
syndrom mit/bei:
Leichter Fehlhaltung, muskulärer Dysbalance und Insuffizienzen

3. Arterielle Hypertonie, behandlungsbedürftig
4. Nikotinabusus, 22 packyears
5. Anamnestisch erhöhte Rheumafaktoren
6. Zustand nach Diskushernienoperation auf Etage L5 im Jahr 

1999

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 10

Die Sachverständigen erachteten die angestammte Tätigkeit des Exploran-
den als unzumutbar, während sie für eine leidensadaptierte Tätigkeit eine 
Arbeitsfähigkeit von vier Stunden täglich mit einer Leistungsfähigkeit zwi-
schen 50 % und 70 % attestierten (AB 23/12 f. Ziff. 4 und Ziff. 13 f.). Sie 
stützten sich auf die Erkenntnisse aus dem Teilgutachten des Dr. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 12. Juni 
2004 (in den Gerichtsakten), in welchem eine Neurasthenie (ICD-10: 
F48.0) bzw. als Differentialdiagnose beginnende psychische und Verhal-
tensstörungen durch verschiedene psychotrope Substanzen (ICD-10: 
F19.71) festgehalten wurden. Die Experten prognostizierten, dass sich die 
Beeinträchtigungen innerhalb von neun bis zwölf Monaten durch medizini-
sche Massnahmen vermindern liessen (AB 23/12 Ziff. 8 f.). Hierzu hielten 
sie auf Rückfrage der Verwaltung am 25. August 2004 präzisierend fest, 
nach der entsprechenden Behandlungszeit sei mit einer Arbeitsfähigkeit 
von sechs bis sieben Stunden täglich bei einer Leistungseinschränkung 
von maximal 10 % bis 20 % zu rechnen (AB 24).

4.2 Wenngleich die von Dr. med. D.________ im psychiatrischen Teil-
gutachten (in den Gerichtsakten) diagnostizierte Neurasthenie (ICD-10: 
F48.0) etwas unspezifischer als Erschöpfungssyndrom (mit/bei phobischen 
Schwindelanfällen) Eingang in das Hauptgutachten fand (AB 23/10 
Ziff. 4.1), wurde damit allemal ein und dieselbe Diagnose umschrieben, 
wird der Begriff des Erschöpfungssyndrom doch der Neurasthenie zuge-
ordnet (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation 
psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], klinisch-diagnostische Leitli-
nien, 10. Aufl. 2015, S. 236). So oder anders wurde die Invalidenrente im 
Jahr 2004 (AB 28) aber bei unklaren Beschwerden gesprochen und fällt 
daher grundsätzlich in den Anwendungsbereich der SchlBest. IV 6/1 (vgl. 
BGE 139 V 547 E. 10.1.1 S. 568 f.; vgl. auch BGE 140 V 197 E. 6.2.3 
S. 200). Daran vermag der Umstand nichts zu ändern, dass die im Bereich 
der somatoformen Schmerzstörung entwickelten Grundsätze (sog. Über-
windbarkeitspraxis) erst mit dem Entscheid des Bundesgerichts (BGer) 
vom 14. April 2008, I 70/07, analog auf die Neurasthenie angewendet wur-
den (vgl. Entscheid des BGer vom 5. Februar 2014, 9C_812/2013, E. 4.1). 
Weil die Praxisausdehnung Jahre nach der Verfügung vom 20. Dezember 
2004 (AB 28) erfolgte, ist damit gleichzeitig gesagt, dass in der besagten 

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Rentenverfügung die damaligen Voraussetzungen («Foerster-Kriterien»), 
welche im Falle eines diagnostizierten unklaren Beschwerdebildes ein aus-
nahmsweises Abweichen von der Annahme der grundsätzlich vermuteten 
Arbeitsfähigkeit erlaubten (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.3 S. 353 ff.), nicht 
geprüft wurden. Dasselbe gilt für die formlose Mitteilung vom 18. Mai 2007 
(AB 43), die von vornherein nicht auf einer umfassenden Sachverhaltsab-
klärung bzw. Beweiswürdigung fusste (vgl. E. 3.4 hiervor). Weil die Über-
windbarkeitspraxis nicht beachtet wurde, bleibt ein Zurückkommen unter 
dem Titel der SchlBest. IV 6/1 überhaupt möglich (vgl. BGE 140 V 8). 

4.3 Schliesslich wurde die Rentenrevision innerhalb von drei Jahren 
nach dem Inkrafttreten der SchlBest. IV 6/1 eingeleitet (AB 48/1, 49) und 
hatte der Beschwerdeführer damals weder das 55. Altersjahr zurückgelegt 
noch lag eine 15jährige Rentenbezugsdauer vor. Damit war die Renten-
überprüfung durch die Beschwerdegegnerin nach Massgabe der SchlBest. 
IV 6/1 zulässig (vgl. E. 3.4 hiervor; vgl. auch Bundesamt für Sozialversiche-
rungen [BSV], Kreisschreiben über die Schlussbestimmungen der Ände-
rung vom 18. März 2011 des IVG [KSSB], gültig ab 1. Januar 2012, 
Rz. 1016). 

4.4 Nach dem Dargelegten durfte die Beschwerdegegnerin den Ren-
tenanspruch in Anwendung der SchlBest. IV 6/1 in rechtlicher und tatsäch-
licher Hinsicht allseitig prüfen. Ob zusätzlich ein Revisionsgrund im Sinne 
von Art. 17 ATSG vorliegt, eine freie Prüfung mithin auch dann Platz zu 
greifen hätte, wenn der Anwendungsbereich der SchlBest. IV 6/1 nicht be-
troffen wäre, kann bei dieser Ausgangslage offen bleiben (vgl. auch Be-
schwerdeantwort S. 3 lit. C Ziff. 7). Mit anderen Worten ist – entgegen der 
Auffassung des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 9 Ziff. III Ziff. 5) – nicht 
entscheidend, ob sich der Gesundheitszustand seit der Begutachtung 
durch die MEDAS C.________ (AB 23) veränderte (was im Verlaufsgutach-
ten verneint wurde [AB 79.1/22 f. lit. E Ziff. 1 f.]). Die Verwaltung durfte und 
musste den Rentenanspruch neu und ohne Bindung an die frühere Invali-
ditätsschätzung prüfen, womit sie allein durch eine «vollständig unter-
schiedliche Beurteilung von zwei identischen medizinischen Ausgangsla-
gen» (Beschwerde S. 9 Ziff. III Ziff. 5) von vornherein weder den Grundsatz 
von Treu und Glauben noch das Willkürverbot verletzen konnte.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 12

5.

5.1 Die angefochtene Verfügung vom 19. Oktober 2017 (AB 107) ba-
siert in medizinischer Hinsicht auf dem polydisziplinären (allgemein-
internistischen, neurologischen, otoneurologischen, psychiatrischen und 
neuropsychologischen) Gutachten der MEDAS E.________ vom 18. April 
2016 (AB 79.1). Darin wurden die nachstehenden Diagnosen vermerkt 
(AB 79.1/13 lit. D Ziff. 1):

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit):

1. Nichtorganische Schlafstörung (ICD-10: F51.0)
2. Phobischer Schwankschwindel (ICD-10: F45.8)
3. Minimale bis leichte neuropsychologische Funktionsstörung mit 

leichten Aufmerksamkeitsstörungen und grenzwertigen Ge-
dächtnisleistungen (ICD-10: F06.7)

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätig-
keit):

4. Phobischer Schwindel – keine perhiphere Vestibulopathie 
nachweisbar

5. Arterielle Hypertonie
6. Leichte residuelle sensible Störung im distalen Segment L5 nach 

Operation einer Diskushernie im September 1999

Die Sachverständigen attestierten sowohl in der angestammten Tätigkeit 
des Beschwerdeführers als auch für Verweisungstätigkeiten eine Restar-
beitsfähigkeit von vier Stunden täglich ohne Leistungseinschränkung 
(AB 79.1/16 lit D). Sie begründeten die Arbeitsunfähigkeit allein mit den 
psychiatrischen sowie neuropsychologischen Einschränkungen und stellten 
klar, dass sie die medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit – trotz mehr 
oder weniger gleichem Befund – anders beurteilten als im Vorgutachten der 
MEDAS C.________ (AB 79.1/15 lit. D). Die Gutachter erklärten, die 
Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen, die Kontaktfähigkeit zu 
Dritten, die Fähigkeiten zu familiären bzw. intimen Beziehungen und zur 
Selbstpflege sowie die Verkehrsfähigkeit seien nicht beeinträchtigt. Es 
bestünden indes leichte Beeinträchtigungen der Fähigkeit zur Planung und 
Strukturierung von Aufgaben, der Flexibilität und der Umstellungsfähigkeit, 
der Fähigkeit zur Anwendung fachlicher Kompetenzen, der Entscheidungs- 
und Urteilsfähigkeit, der Gruppenfähigkeit und der Fähigkeit zu Spontan-
Aktivitäten sowie mittelgradige Beeinträchtigungen der Durchhaltefähigkeit 
und der Selbstbehauptungsfähigkeit (AB 79.1/16 lit. D). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 13

5.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

5.3 Was die Beurteilung der somatischen Diagnosen sowie deren (feh-
lende) Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit anbelangt, erfüllt das polydiszi-
plinäre Administrativgutachten der MEDAS E.________ vom 18. April 2016 
(AB 79.1) die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen (vgl. 
E. 5.2 hiervor) und erbringt insoweit prinzipiell vollen Beweis. Die MEDAS-
Gutachter stützten ihre Einschätzungen auf die wesentlichen Vorakten 
(AB 79.1/3 ff. lit. B) und die Erkenntnisse aus den klinischen Explorationen 
sowie den bildgebenden Zusatzabklärungen (AB 79.1/48 Ziff. 3, 79.4/1). 
Ihre fachärztlichen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet und 
werden seitens des Beschwerdeführers nicht substanziiert in Frage gestellt. 
Sämtliche Sachverständigen der MEDAS E.________ vertraten einhellig 
die Auffassung, dass sich die vom Beschwerdeführer geklagte Symptoma-
tik nicht durch eine organische Pathogenese erklären lasse:

5.3.1 In Übereinstimmung mit den Vorgutachtern der MEDAS 
C.________ (AB 23/10 Ziff. 4.2) ortete Prof. Dr. med. F.________, Fach-
arzt für Allgemeine Innere Medizin, im Teilgutachten vom 7. März 2016 
(AB 79.1/36-43) bezüglich des Nikotinabusus‘ (AB 79.1/39 Ziff. 2.3), der 
arteriellen Hypertonie (AB 79.1/41 f. Ziff. 6) und dem positiven Rheumafak-
tor (AB 79.1/42 Ziff. 6) keine relevanten Einschränkungen. Hinsichtlich der 
Erschöpfungssymptomatik verwies er unter anderem auf den schlafmedizi-
nischen Bericht des Spitals G.________ vom 20. August 2002 (in den Ge-
richtsakten), in welchem gestützt auf eine Polysomnographie eine «sleep 
misperception» – mithin eine nichtorganische Schlafstörung (vgl. PE-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 14

TER/PENZEL/PETER [Hrsg.], Enzyklopädie der Schlafmedizin, 2007, S. 413) 
– in Betracht gezogen worden war (AB 79.1/37 Ziff. 1.2).

5.3.2 Dass Dr. med. H.________, Fachärztin für Neurologie, das Residu-
alsyndrom nach der Diskushernienoperation 1999 im Teilgutachten vom 
25. Januar 2016 (AB 79.1/44-51) in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit als völlig 
unerheblich qualifizierte (AB 79.1/49 Ziff. 5), korreliert mit der Beurteilung 
der MEDAS C.________ aus dem Jahre 2004 (AB 23/10 Ziff. 4.2) und 
leuchtet ein. Zwar gab der Beschwerdeführer anlässlich der neurologischen 
Exploration an, in letzter Zeit habe er vielleicht wieder etwas mehr Rücken-
schmerzen im Kreuz (AB 79.1/46 Ziff. 2.3). Im klinischen Untersuch zeigten 
sich indes als einzige der besagten Rückenoperation zuzuordnende Rest-
beschwerden lediglich ein leichtes Taubheitsgefühl bzw. ein herabgesetzte 
Schmerzempfindung an der linken Grosszehe (AB 79.1/47 Ziff. 3, 79.1/49 
Ziff. 5). Der Beschwerdeführer sah sich selbst denn auch nicht durch diese 
Symptomatik in seiner funktionellen Leistungsfähigkeit eingeschränkt, son-
dern hauptsächlich durch den andauernden Schwindel und die 
Schlafstörung (AB 79.1/47 Ziff. 2.6). Für die Schwindelbeschwerden fand 
sich aus neurologischer Sicht keine Erklärung (AB 79.1/49 Ziff. 5). Kern-
spintomografisch ergab sich kein pathologischer Befund, insbesondere 
konnte eine zentral-vestibuläre Ätiologie ausgeschlossen werden 
(AB 79.1/49 Ziff. 5, 79.4/1). Die Gutachterin gelangte zum differentialdia-
gnostischen Schluss, dass aller Wahrscheinlichkeit nach eine funktionelle – 
also nichtorganische (vgl. UWE HENRIK PETERS, Wörterbuch der Psychiatrie 
und medizinischen Psychologie, 4. Aufl. 1990, S. 191 f.) – Störung vorliege 
(AB 79.1/49 Ziff. 4 Lemma 3 und Ziff. 5).

5.3.3 Dr. med. I.________, Fachärztin für Oto-Rhino-Laryngologie, unter-
stützte im Teilgutachten vom 4. Januar 2016 (AB 79.2) die Annahme eines 
phobischen Schwindels durch die Experten der MEDAS C.________ 
(AB 23/10 Ziff. 4.1) und wies darauf hin, dass weder bisher noch aktuell 
objektive Befunde für eine periphere Vestibulopathie hätten festgestellt 
werden können. Auch sie ging letztlich von einer psychogenen Ursache 
aus und kategorisierte den phobischen Schwindel als eine psychiatrische 
Diagnose (AB 79.2/3 Ziff. 6).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 15

5.4 Somit bestehen gestützt auf das Gutachten der MEDAS 
E.________ vom 18. April 2016 (AB 79.1) nach dem Gesagten keine we-
sentlichen somatischen Einschränkungen. Zwar hat der Beschwerdeführer 
nunmehr angegeben, aufgrund eines Hüftleidens (Arthrose) sei er nicht in 
der Lage Spazieren zu gehen (Beschwerde S. 6 Ziff. III Ziff. 2 lit. d). Dass 
diese behauptete Einschränkung am Bewegungsapparat die medizinisch-
theoretische Arbeitsfähigkeit für Verweisungstätigkeiten beschlägt, wird 
jedoch nicht geltend gemacht und fände in den medizinischen Akten auch 
keinen Rückhalt. Die nach der Verlaufsbegutachtung im November 2016 
durchgeführte Hüftoperation mit beidseitiger Totalprothesen-Versorgung 
und regelrechtem postoperativem Verlauf führte lediglich vorübergehend zu 
einer Einschränkung für stehende/gehende Arbeiten (AB 101/8 f.). Der be-
handelnde Dr. med. J.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparats, bestätigte im Bericht vom 15. Mai 
2017 (AB 101/2-7) denn auch explizit, es bestünden betreffend der Hüften 
keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (AB 101/4 Ziff. 1.7). Das von 
der RAD-Ärztin med. pract. K.________, Praktische Ärztin, differenziert 
formulierte und ab zirka drei bis sechs Monaten nach der Operation gültige 
Zumutbarkeitsprofil (körperlich leichte Arbeiten mit einer manuellen Lasten-
handhabung bis 10kg, überwiegend sitzend mit der Möglichkeit zur Wech-
selbelastung in Form von kurzen Gehstrecken und kurzzeitigem Stehen, 
ohne absturzgefährdete Arbeiten sowie Gehen auf unebenem Gelände; 
AB 98/4) schränkt lediglich die (hauptsächlich stehend und gehend verrich-
tete) angestammte Tätigkeit ein (AB 5/1 Ziff. 6c) und wirkt sich auf eine 
leidensadaptierte Tätigkeit nicht aus.

5.5 Was den psychischen Gesundheitszustand anbelangt, vermag das 
Gutachten der MEDAS E.________ vom 18. April 2016 (AB 79.1) zumin-
dest in diagnostischer Hinsicht sowie in Bezug auf die von Dr. med. 
D.________ erhobenen Befunde (welche die Seinsebene beschlagen), 
beweisrechtlich zu überzeugen. Gewisse Diskrepanzen und Vorbehalte 
ergeben sich hingegen insbesondere bei der Schätzung der medizinisch-
theoretischen Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit (vgl. zudem bezüglich des 
Therapiebedarfs E. 6.2.1.2 hiernach). Davon betroffen sind auch die in das 
psychiatrische Teilgutachten eingeflossenen neuropsychologisch begrün-
deten Einschränkungen (vgl. zum Stellenwert der Neuropsychologie BGE 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 16

119 V 335; Entscheid des BGer vom 7. August 2009, 8C_261/2009, E. 5.2; 
UELI KIESER, Neuropsychologie, in: KIESER/LENDFERS [Hrsg.], Jahrbuch 
zum Sozialversicherungsrecht 2012, S. 173 f.; Ders., Gutachten vom 
23. Dezember 2015 zu Fragen des Vorgehens bei der Bestimmung der 
Arbeitsfähigkeit im Sozialversicherungsrecht und zum allfälligen Beitrag der 
Neuropsychologie, abrufbar unter <www.neuropsy.ch>, Rubrik: Fachperso-
nen/Qualitätssicherung).

5.5.1 Vorab fehlt für die von Dr. med. L.________, Facharzt für Psychia-
trie und Psychotherapie, als federführender Gutachter in der Teilexpertise 
vom 7. März 2016 (AB 79.1/26-35) attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % 
(vier Stunden täglich; AB 79.1/34 lit. B) eine nachvollziehbare Begründung. 
Insbesondere lässt sich diese Quantifizierung nicht ohne weiteres mit dem 
formulierten Belastungsprofil (AB 79.1/34 lit. B) in Einklang bringen. Wohl 
ist denkbar, dass sich eine mittelgradige Beeinträchtigung der Durchhalte-
fähigkeit (aufgrund der Schlafstörung) auf die Präsenzzeit am Arbeitsplatz 
niederschlagen kann. Inwiefern dies dazu führen soll, dass selbst einfachs-
te repetitive Verrichtungen medizinisch-theoretisch nur noch halbtags zu-
mutbar sind, wurde indes nicht näher erläutert und kontrastiert überdies mit 
den eigenen Schilderungen des Beschwerdeführers. Denn augenfällig ist in 
diesem Kontext, dass er sich tagsüber «vollkommen kaputt» (AB 79.1/27 
Ziff. 2.1) fühlen soll, es ihm aber trotzdem weiterhin möglich ist, üblicher-
weise zwischen 6.00 Uhr und 6.30 Uhr aufzustehen und sich den ganzen 
Tag mannigfaltig auch mit ausserhäuslichen Aktivitäten zu beschäftigen, da 
ihm ansonsten «die Decke auf den Kopf fallen» würde (AB 79.1/27 
Ziff. 2.1). Eine konklusive Auseinandersetzung mit den Diskrepanzen zwi-
schen beruflichen und privaten Einschränkungen (AB 79.1/16 f. lit. D) fehlt. 
Hinzu kommt, dass sich die ebenfalls mittelgradig eingeschränkte Selbst-
behauptungsfähigkeit sowie die bloss leichtgradig beeinträchtigten weiteren 
Fähigkeiten (AB 79.1/34 lit. B) – wenn überhaupt – eher auf das Rende-
ment und nicht auf die Arbeitszeit niederschlagen dürften. Die Leistungs-
fähigkeit soll gemäss Verlaufsgutachten aber – in expliziter Abweichung 
zum Vorgutachten der MEDAS C.________ (AB 23/13 Ziff. 14) – nicht ein-
geschränkt sein (AB 79.1/15 lit. D, 79.1/34 lit. B). Auch von der Schwindel-
symptomatik, welcher eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt 
wurde (AB 79.1/32 Ziff. 4), wäre eher eine Leistungseinschränkung zu er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 17

warten, sie fand indes gar keinen Eingang in das konsensual formulierte 
Belastungsprofil (AB 79.1/34 lit. B). 

5.5.2 Basierend auf den durchgeführten psychometrischen Abklärungen 
(AB 79.3/3 ff., 79.4/2 f.) ging Dipl. psych. M.________, Fachpsychologin für 
Neuropsychologie FSP, von einer bloss minimalen bis leichten neuropsy-
chologischen Funktionsstörung aus (AB 79.3/6). Sie folgerte, dass auf-
grund der verminderten Konzentrationsfähigkeit bei Aufgabenstellungen, 
welche eine Neuaufnahme umfangreicher verbaler Informationen erfordern, 
mit einer längeren Lernphase zu rechnen sei und sich die verminderte Leis-
tungsfähigkeit vor allem bei beruflichen Tätigkeiten mit einem sehr hohen 
kognitiven Anspruch negativ auswirke (AB 79.3/6). Daraus ist zu schlies-
sen, dass für optimal leidensangepasste Tätigkeiten (die weder die Neu-
aufnahme umfangreicher verbaler Informationen erfordern noch einen ho-
hen kognitiven Anspruch beinhalten) aus neuropsychologischer Sicht kei-
nerlei relevante Einschränkungen bestehen. Im Widerspruch dazu wurde 
die Arbeitsunfähigkeit im Hauptgutachten auch mit neuropsychologischen 
Einschränkungen begründet, ohne differenziert aufzuzeigen, ob diese auch 
den angestammten Beruf betreffen bzw. welchen konkreten qualitativen 
Anforderungen ein Arbeitsplatz für die Bewältigung des zumutbaren Rest-
pensums zu genügen hätte (AB 79.1/15 f. lit. D). Inwiefern sich die psychia-
trische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zwangslos mit den neuropsycho-
logischen Erkenntnissen in Einklang bringen lassen soll (AB 79.1/14 lit. D), 
ist vor diesem Hintergrund nicht einleuchtend.

5.6 Aus dem vorstehend Dargelegten erhellt, dass die Expertise der 
MEDAS E.________ vom 18. April 2016 (AB 79.1), insbesondere in Bezug 
auf die Einschätzung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit, nicht 
restlos überzeugt. Weitere diesbezügliche Sachverhaltserhebungen erübri-
gen sich indes (antizipierte Beweiswürdigung [BGE 122 V 157 E. 1d 
S. 162]). Denn in somatischer Hinsicht bestehen – abgesehen vom Hüftlei-
den, welches sich höchstens auf die angestammte Tätigkeit auswirkt – kei-
ne relevanten Gesundheitsschäden (vgl. E. 5.4 hiervor). Folglich steht ein 
psychischer Gesundheitsschaden im Vordergrund, wobei die diesbezüglich 
attestierten Einschränkungen einer rechtlichen Beurteilung nicht standhal-
ten (vgl. E. 6 hiernach). Das punktuell mängelbehaftete Administrativgut-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 18

achten erlaubt dabei allemal eine schlüssige Beurteilung im Lichte der 
massgeblichen Indikatoren (vgl. E. 3.2.3 hiervor).

6.

6.1 Dr. med. L.________ diagnostizierte nebst den nichtorganischen 
Schlafstörungen (ICD-10: F51.0) einen phobischen Schwankschwindel, der 
angesichts der verwendeten Codierung (ICD-10: F45.8) unter die sonstigen 
somatoformen Störungen zu subsumieren ist (AB 79.1/32 Ziff. 4). Zwar fiel 
die Herleitung der Diagnosen durch den psychiatrischen Gutachter etwas 
knapp aus (AB 79.1/32 f. Ziff. 5), sie ist jedoch – auch unter Berücksichti-
gung der Erkenntnisse der übrigen involvierten Fachgebiete, in denen eine 
organische Pathogenese differentialdiagnostisch ausgeschlossen wurde 
(vgl. E. 5.3 hiervor) – durchaus nachvollziehbar. Jedenfalls bestehen keine 
Anhaltspunkte dafür, dass die einschlägigen klassifikatorischen Vorgaben 
(vgl. E. 3.2.1 hiervor; DILLING et al., a.a.O., S. 234, 251 f.) nicht erfüllt 
wären. Des Weiteren wiesen die Sachverständigen der MEDAS 
E.________ wiederholt auf Inkonsistenzen bezüglich der subjektiv präsen-
tierten Einschränkungen des Exploranden einerseits und dessen Freizeit-
verhalten andererseits hin (AB 79.1/14 lit. D, 79.1/17 lit. D, 79.1/22 lit. E 
Ziff. IV Ziff. 3, 79.1/34 lit. B lit. a), sie verneinten jedoch das Vorliegen von 
Ausschlussgründen (vgl. E. 3.2.2 hiervor) wie Aggravation oder Simulation 
klar (AB 79.1/14 lit. D, 79.1/18 lit. E Ziff. 4, 79.1/31 Ziff. 3, 79.1/33 Ziff. 5, 
79.3/5 f.). Die Prüfung der ersten Ebene schliesst damit einen invalidisie-
renden Gesundheitsschaden grundsätzlich nicht aus, womit auf der zweiten 
Ebene anhand der Standardindikatoren die ergebnisoffene symmetrische 
Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens zu erfolgen 
hat (vgl. E. 3.2.3 hiervor). 

6.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
«funktioneller Schweregrad» (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.):

6.2.1 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 19

6.2.1.1 Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 
und Symptome gilt es unter anderem, die Schwere des 
Krankheitsgeschehens anhand aller verfügbaren Elemente aus der 
diagnoserelevanten Ätiologie und Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 
141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.). Die psychiatrischen Befunde wurden im 
Verlaufsgutachten der MEDAS E.________ als bloss mittelgradig 
ausgeprägt beschrieben (AB 79.1/17 lit. E Ziff. I Ziff. 1) und im 
Belastungsprofil einzig die Durchhalte- und Selbstbehauptungsfähigkeit als 
entsprechend eingeschränkt beurteilt (AB 79.1/34 lit. B).

6.2.1.2 Sodann ist auf Verlauf und Ausgang von Therapien (und damit auf 
Behandlungserfolg bzw. -resistenz) als wichtige Indikatoren für den 
funktionellen Schweregrad einzugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 
f.). Dr. med. L.________ vertrat die Auffassung, das Störungsbild sei 
chronifiziert und nicht mehr therapeutisch beeinflussbar, mithin liege eine 
Behandlungsresistenz vor (AB 79.1/20 Ziff. IV Ziff. 3, 79.1/33 lt. A). Diese 
Einschätzung beruht aber offensichtlich hauptsächlich auf den subjektiven 
Angaben des Beschwerdeführers und vermag angesichts der 
medizinischen Aktenlage in keiner Art und Weise zu überzeugen. So 
erweist sich die Behauptung im Gutachten der MEDAS E.________, 
wonach keine Hinweise darauf bestünden, dass der Explorand bei den 
Therapien nicht mitgewirkt habe (AB 79.1/20 Ziff. IV Ziff. 2), als aktenwidrig. 
Es ist dokumentiert, dass der Beschwerdeführer bereits vor Jahren mit 
starken Vorbehalten gegen vorgeschlagene psychotherapeutische 
Behandlungen bzw. Pharmakotherapie reagierte und unter anderem bloss 
ein körperlich ausgerichtetes Schwindeltraining absolvierte, welches 
folglich unbestrittenermassen erfolglos blieb (AB 6/3 Ziff. 5, 6/7 f., 6/42, 
9/5). Die damals dringend empfohlenen Behandlungen wurden über Jahre 
hinweg nicht angemessen an die Hand genommen, ein adäquates 
Therapiesetting in Bezug auf das psychische Krankheitsbild konnte 
dementsprechend nie etabliert werden. In der Expertise der MEDAS 
C.________ vom 25. August 2004 (AB 23) wurde ein erhebliches 
Therapiepotential konstatiert. Die Gutachter erachteten eine stationäre 
Therapie als ideal und empfahlen eine medikamentös unterstützte 
Verhaltenstherapie, daneben eine physiotherapeutische Behandlung sowie 
die Aufnahme einer angemessenen medizinischen Trainingstherapie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 20

(AB 23/12 lit. C Ziff. 8). Trotz Aufforderung zur Schadenminderung (AB 26) 
nahm der Beschwerdeführer in der Folge keine entsprechende Behandlung 
auf. Zwar wurden nach einer weiteren Aufforderung (AB 36 f.) gewisse 
therapeutische Anstrengungen in Form von Medikamenten und 
Physiotherapie unternommen (AB 39/8, 39/10), der Beschwerdeführer 
unterzog sich jedoch insbesondere weder einer regelmässigen 
Psychotherapie noch einer stationären Behandlung. Sein langjähriger 
Hausarzt (AB 1/5 Ziff. 7.5.2, 16/33) Dr. med. N.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin, gab noch im Juni 2014 an, der 
Beschwerdeführer habe ihn seit Jahren nur wegen banaler Krankheiten 
konsultiert, ein «IV pflichtiges Leiden» sei nicht bekannt (AB 50). Anlässlich 
der Verlaufsexploration durch die MEDAS E.________ räumte der 
Beschwerdeführer ein, er stehe nicht in ärztlicher Behandlung und nehme 
seit etwa zehn Jahren keinerlei Medikamente mehr ein (AB 79.1/28 
Ziff. 2.1, 79.1/39 Ziff. 2.3, 79.1/46 Ziff. 2.1, 79.3/3). Die Behandlung bei der 
Psychologin lic. phil. O.________ wurde erst kurz vor Erlass der 
angefochtenen Verfügung vom 19. Oktober 2017 (AB 107), welche den 
zeitlichen Überprüfungshorizont markiert (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 
130 V 138 E. 2.1 S. 140), in die Wege geleitet (Beschwerde S. 4 Ziff. III Ziff. 
2 lit. a; Akten des Beschwerdeführers, Beschwerdebeilage [BB] 4 f.) und 
vermag an der bisher ungenügenden Behandlung nichts zu ändern. 
Angesichts des Umstands, dass die als indiziert erachteten Behandlungen 
jahrelang unterblieben, verbietet sich der Schluss auf eine eingetretene 
Therapieresistenz (vgl. auch Beschwerdeantwort S. 4 lit. C Ziff. 9).

6.2.1.3 Die bisherigen Kriterien der «psychiatrischen Komorbidität» und 
«körperlichen Begleiterkrankung» wurden zu einem einheitlichen Indikator 
zusammengefasst. Relevant ist die Gesamtbetrachtung der 
Wechselwirkungen und sonstigen Bezüge des psychosomatischen Leidens 
zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Störungen (BGE 141 V 281 
E. 4.3.1.3 S. 301). Wesentliche somatische Beeinträchtigungen sind nicht 
ausgewiesen (vgl. E. 5.4 hiervor). Zwar ging Dr. med. L.________ davon 
aus, die beiden psychiatrischen Gesundheitsstörungen würden sich 
wechselweise aufrechterhalten (AB 79.1/19 Ziff. III Ziff. 3, 79.1/33 lit. A), 
eine nähere Begründung dafür lieferte er indes nicht. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 21

6.2.2 Dafür, dass der Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) einer Erwerbstätigkeit entgegensteht, bestehen keine 
Anhaltspunkte. Der Beschwerdeführer imponierte anlässlich der 
Exploration weder persönlichkeitsakzentuiert noch persönlichkeitsgestört, 
vielmehr zeigte er sich verträglich, kontaktfreudig und offen (AB 79.1/30 
Ziff. 3, 79.1/33 lit. A). Die im neurologischen Teilgutachten festgestellten 
Leistungseinschränkungen sind – anders als in der Beschwerde (S. 5 Ziff. 
III Ziff. 2 lit. c) vorgebracht – in diesem Kontext irrelevant, zumal sie nicht 
über eine minimale bis leichte Einschränkung hinausgehen (AB 79.3/6; vgl. 
E. 5.5.3 hiervor).

6.2.3 Der Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) 
spricht gegen die rechtliche Anerkennung der geltend gemachten 
Einschränkungen, hält das soziale Umfeld doch weiterhin Ressourcen 
bereit. Der Beschwerdeführer pflegt ein generationenübergreifendes 
Familienleben und nimmt auch an Freizeitaktivitäten teil (AB 79.1/33 lit. A). 
Im Rahmen der Schilderung des Tagesablaufes gab er unter anderem an, 
nach dem gemeinsamen Mittagessen mit seiner Tochter treffe er sich am 
Nachmittag jeweils mit Bekannten; er gehe ab und zu in ein «Beizili», wo er 
dann mit Anderen diskutiere. Nachdem seine Ehefrau nach Hause 
gekommen sei, werde gemeinsam mit dem Sohn gegessen und der Abend 
verbracht (AB 79.1/27 f. Ziff. 2.1).

6.3 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie «Konsistenz». 
Darunter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 
S. 303).

6.3.1 Es besteht keine Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen 
vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 f.). Der 
Beschwerdeführer steht üblicherweise zwischen 6.00 Uhr und 6.30 Uhr auf, 
besorgt den Haushalt, erledigt Einkäufe und kocht für sich und seine 
Tochter das Mittagessen. Er trifft sich mit Bekannten, verbringt Zeit in 
Gastgewerbebetrieben, benutzt öffentliche Verkehrsmittel und fährt Auto 
(AB 79.1/27 Ziff. 2.1, 79.1/39 Ziff. 2.5, 79.1/45 Ziff. 2.1, 79.2/2). Damit ist er 
in der Lage, im Rahmen der Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) Res-
sourcen zu mobilisieren, während er sich gleichzeitig vollständig arbeitsun-
fähig sieht (AB 79.1/14 lit. D, 79.1/31 Ziff. 3, 79.1/34 lit. B). Dass er seit 20 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 22

Jahren keinen Sport mehr betreibt und nicht Spazieren geht (Beschwerde 
S. 6 Ziff. III Ziff. 2 lit. d), vermag daran nichts zu ändern. Er war früher vor 
allem wegen des Hundes – der mittlerweile verstorben ist – viel draussen 
(AB 79.2/2) und die Aufgabe der sportlichen Aktivitäten erfolgte bereits 
lange vor dem Rentenbeginn. Für beide geltend gemachte Änderungen 
finden sich somit invaliditätsfremde Hintergründe.

6.3.2 Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen (BGE 141 V 
281 E. 4.4.2 S. 304) spricht für einen geringen Leidensdruck. Im Zusam-
menhang mit den psychiatrischen Beschwerden erfolgte nie eine Hospitali-
sation und auch nach der mehrfachen Aufforderung zur Selbsteingliede-
rung (AB 26, 36 f.) blieben die therapeutischen Bemühungen inadäquat 
(vgl. E. 6.2.1.2 hiervor), dies trotz fehlenden Hinweisen für eine Unfähigkeit 
zur Therapieadhärenz.

6.4 In der Gesamtbetrachtung fehlt es am erforderlichen funktionellen 
Schweregrad der psychischen Diagnosen. Vor diesem Hintergrund ist auf 
die ärztlicherseits aus rein psychiatrischer Sicht attestierte 
Arbeitsunfähigkeit aus rechtlicher Optik nicht abzustellen. Es verbleiben 
damit Einschränkungen, die höchstens der Ausübung des angestammten 
Berufs entgegenstehen, eine leidensadaptierte Tätigkeit aber nicht 
beschlagen.

Die Beschwerdegegnerin ermittelte anhand der allgemeinen Methode des 
Einkommensvergleichs (vgl. Art. 16 ATSG; BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 
135 E. 2b S. 136) einen rentenausschliessenden (vgl. E. 3.3 hiervor) 
Invaliditätsgrad von 26 % (AB 107/4). Diese Invaliditätsbemessung wird 
seitens des Beschwerdeführers nicht in Frage gestellt und gibt zu keinen 
weitergehenden Bemerkungen Anlass. Folglich wurde die laufende ganze 
Invalidenrente zu Recht in Anwendung von Art. 88bis Abs. 1 lit. a der 
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 
831.201) per 30. November 2017 aufgehoben; die dagegen erhobene 
Beschwerde ist abzuweisen.

7.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 23

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen. 

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer kei-
nen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 24

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2018, IV/17/1019, Seite 25

fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.