# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1dac1419-ca04-535a-aec9-4fe8416e57a0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-02-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 17.02.2004 ZF 2003 52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2003-52_2004-02-17.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 17. Februar 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 03 52

(Eine gegen diese Entscheidung erhobene Berufung wurde vom Bundesge-
richt mit Urteil vom 06. Oktober 2004 (4C.242/2004) teilgutgeheissen und die 
staatsrechtliche Beschwerde wurde mit Urteil vom 20. August 2004 
(4P.150/2004) infolge Rückzug abgeschrieben.)

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Lazzarini, Sutter-Ambühl und Rehli 
Aktuarin Mosca

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

der A., Klägerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Gieri 
Caviezel, Postfach 731, Vazerolgasse 2, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes Landquart vom 20. August 2003, mitgeteilt am 17. 
Oktober 2003, in Sachen der Klägerin und Berufungsklägerin gegen B., Beklagte 
und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Diener, Post-
fach 201, Bärenloch 1, 7002 Chur, 

betreffend Gewährleistungsansprüche aus Kaufvertrag,

2

hat sich ergeben:

A. Mit öffentlich beurkundetem Kaufvertrag vom 13. Dezember 1999 er-
warb A. von B. die Liegenschaft „C.“ in D. (Parzelle Nr. 1386, Plan 11, Grundbuch 
der Gemeinde D.). Die Liegenschaft umfasst ein Wohnhaus sowie 604 m2 Gebäu-
degrundfläche, Hofraum und Garten. Der Verkehrswert beträgt gemäss amtlicher 
Schätzung vom 5. Februar 1997 Fr. 304'000.--. Der Kaufpreis betrug Fr. 450'000.--
. Vor dem Verkauf hatte B. diverse Renovationsarbeiten durchführen lassen. So 
liess sie das Haus innen streichen, eine neue Küche einbauen sowie einige Boden-
beläge ersetzen. In Ziffer 8 des Kaufvertrages wurde die Gewährleistung für körper-
liche und rechtliche Mängel des Kaufgrundstücks im gesetzlich zulässigen Rahmen 
seitens der Verkäuferin ausgeschlossen. Der Besitzesantritt wurde gemäss Kauf-
vertrag auf den 1. Januar 2000 angesetzt, wobei A. mit ihrer Familie das erworbene 
Haus bereits kurz vor Weihnachten bezog. Gemäss Angaben von B. soll die Familie 
A. ab Oktober 1999 über das Haus verfügt haben. In der Folge traten in der Liegen-
schaft „C.“ Mängel auf. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Feuchtigkeitser-
scheinungen und deren Folgen. Im Frühjahr 2001 beauftragte A. den Architekten E. 
mit der Ausarbeitung eines Privatgutachtens. Dessen Aufgabe bestand darin, die 
Schäden am Wohnhaus festzustellen und eine Grobschätzung für die Instandstel-
lung vorzunehmen. In seinem Bericht vom 26. April 2001 ermittelte E. einen Auf-
wand von Fr. 148'400.-- zur Mängelbeseitigung. Am 22. September 2001 erstellte 
er einen Nachtrag, in welchem er sich vor allem mit der Frage des Pilzbefalls aus-
einandersetzte. Er stellte an diversen Stellen im und am Haus Schimmelpilzbildun-
gen und sonstige Feuchtigkeitsspuren fest und legte die Sanierungskosten auf wei-
tere Fr. 37'000.-- fest.

B. Die vorliegende Streitsache wurde am 17. Juli 2001 beim Vermittler-
amt des Kreises Fünf Dörfer instanziert. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhand-
lung vom 22. August 2001 wurde am 24. Oktober 2001 der Leitschein ausgestellt. 
Mit Prozesseingabe vom 14. November 2001 prosequierte A. die Klage unverändert 
an das Bezirksgericht Landquart. Sie beantragte:

„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 
149'433.-- bzw. einen Betrag nach richterlichem Ermessen zuzüglich 
Zins von 5 % p.a. ab 16. Juli 2001 zu bezahlen.

2. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge zuzüglich 7,6 % MwSt. zu Lasten der Beklagten.“ 

B. beantragte mit Prozessantwort vom 11. Dezember 2001 die kostenfällige 
Abweisung der Klage.

3

C. Mit Gesuch vom 16. Oktober 2001 an den Bezirksgerichtspräsidenten 
Landquart beantragte A. die Sicherstellung eines gefährdeten Beweises im Sinne 
von Art. 209 ff. ZPO. In der Beweisverfügung vom 23./25. Januar 2002 behielt sich 
der Bezirksgerichtspräsident Landquart die Anordnung einer Expertise vor. Vorerst 
seien die Zeugeneinvernahmen durchzuführen. Alsdann sei darüber zu befinden, 
ob die Expertise vor Durchführung der Hauptverhandlung durchzuführen sei oder 
ob der Entscheid über die Anordnung einer Expertise dem Gesamtgericht vorbehal-
ten bleibe. Mit Schreiben vom 30. Januar 2002 beziehungsweise 12. Februar 2002 
ersuchte A. den Bezirksgerichtspräsidenten Landquart auf das Gesuch um Sicher-
stellung eines gefährdeten Beweises zurückzukommen. In der Folge ging beim Be-
zirksamt Landquart ein ärztliches Zeugnis von Dr. med. F. vom 19. Februar 2002 
ein. Darin wurde unter anderem festgehalten, dass das Kind von A., G., geboren 
am 12. Oktober 2000, seit dem 18. April 2001 unter regelmässiger ärztlicher Kon-
trolle stehe und letztmals am 14. Februar 2002 eingehend untersucht worden sei. 
Aufgrund des klinischen Untersuchungsbefundes und des Krankheitsverlaufes 
könne davon ausgegangen werden, dass G. eine allergische Reaktion auf die vor-
handenen, im feuchten Wandmilieu des Hauses vorkommenden Schimmelpilze auf-
weise. Da sich die Hals-, Nasen-, Ohren- und Lungensymptomatik trotz gezielter 
Behandlung nicht besserte, habe der Arzt der Familie dringend geraten, so rasch 
wie möglich einen Wohnungswechsel zu vollziehen. Mit Verfügung vom 5. März 
2002, mitgeteilt am 12. März 2002, hiess der Bezirksgerichtspräsident Landquart 
das Gesuch um Sicherstellung eines gefährdeten Beweises gut. Mit der Durch-
führung der Beweissicherung wurde H. beauftragt. In seinem Bericht vom 23. April 
2002 stellte der Experte unter anderem fest, dass in allen untersuchten Proben sehr 
reichlich Pilzkolonien oder Pilzsporen verschiedener Pilze festgestellt worden seien. 
Während die sichtbaren gelben Flecken durch Aspergillus verursacht worden seien, 
würden die grauen und dunklen Flecken im Wesentlichen aus Cladosporium-Kolo-
nien bestehen. Cladosporium sei der am häufigsten im Wohnbereich vorkommende 
Schwärzepilz und zudem eine Gattung, die für Sporen bekannt sei, welche beim 
Einatmen als Allergene wirke. Daneben sei hinter der Latten-Wandkonstruktion ein 
weiterer dunkel gefärbter Schimmel- oder Moderfäulepilz festgestellt worden.

D. Nachdem der Bezirksgerichtspräsident Landquart auf Antrag von A. in 
den Ausstand trat, erkannte das Bezirksgericht Landquart mit Urteil vom 20. August 
2003, mitgeteilt am 17. Oktober 2003:

„1. Die Klage wird vollumfänglich abgewiesen.

 2. Die Kosten des Kreispräsidenten Fünf Dörfer als Vermittler im Betrage 
von Fr. 150.-- sowie die Kosten des Beweissicherungsverfahrens vor 

4

dem Bezirksgerichtspräsidenten Landquart zuzüglich den entsprechen-
den Expertisekosten, nämlich:
- Beweissicherungsverfahren Fr. 500.00
- Expertisekosten Fr. 3'922.90

und des weiteren die Verfahrenskosten vor Bezirksgericht Landquart 
(Hauptverfahren), bestehend aus:
- einer Gerichtsgebühr von Fr. 6'100.00
- einer Schreibgebühr von Fr. 1'500.00
- den Barauslagen von Fr. 977.10
im Gesamttotal somit Fr. 13'000.00

werden der Klägerin auferlegt. Da sie über eine Bewilligung zur unent-
geltlichen Prozessführung verfügt, werden diejenigen Kosten, welche 
die von der Klägerin geleistete Vertröstung von Fr. 8'000.-- übersteigen, 
unter Vorbehalt des Rückforderungsrechts beim Kanton Graubünden 
eingefordert.

Die Klägerin hat der Beklagten eine ausseramtliche Entschädigung in 
der Höhe von Fr. 14'235.50 (gesetzliche Mehrwertsteuer inbegriffen) zu 
bezahlen.

3. (Mitteilung)“

E. Dagegen liess A. am 30. Oktober 2003 Berufung an das Kantonsge-
richt von Graubünden erklären. Sie beantragt:

„1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben.

2. Die Beklagte und Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Klägerin 
und Berufungsklägerin den Betrag von Fr. 149'433.-- bzw. einen Betrag 
nach richterlichem Ermessen zuzüglich Zins von 5 % p.a. ab 16. Juli 
2001 zu bezahlen.

3. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- 
und Entschädigungsfolge zuzüglich 7,6 % MWSt. für beide Instanzen 
zu Lasten der Beklagten und Berufungsbeklagten.

       Beweisantrag:

Es sei zur Frage des Vorliegens von Mängeln, deren Ursachen sowie 
der Feststellung der Kosten für deren Beseitigung in der Liegenschaft 
C. , 9475 D., eine Expertise durchzuführen.“

F.  An der mündlichen Berufungsverhandlung vom 17. Februar 2004 vor 
Kantonsgericht waren die beiden Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Dr. iur. Gieri Ca-
viezel und Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Diener, mit ihren Mandantinnen anwesend. 
A. liess ihre schriftlichen Berufungsbegehren bestätigen. B. liess die kostenfällige 
Abweisung der Berufung beantragen. Rechtsanwalt Dr. iur. Gieri Caviezel und 
Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Diener gaben überdies von ihren Vorträgen im Sinne 
von Art. 51 Abs. 1 lit. b OG schriftliche Ausführungen zu den Akten.

5

Auf die Begründung der Anträge sowie auf das angefochtene Urteil wird, so-
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1. A. liess in ihrer Berufungserklärung vom 30. Oktober 2003 den Bewei-
santrag stellen, es sei zur Frage des Vorliegens von Mängeln, deren Ursachen so-
wie der Feststellung der Kosten für deren Beseitigung in der Liegenschaft C. eine 
Expertise durchzuführen. Auf diesen Beweisantrag wird an anderer Stelle zurück-
zukommen sein.

2. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens bilden Gewähr-
leistungsansprüche aus dem Kaufvertrag vom 13. Dezember 1999 zwischen B. als 
Verkäuferin und A. als Käuferin betreffend die Liegenschaft „C.“ in D.. Nach Art. 197 
OR haftet der Verkäufer dem Käufer sowohl für zugesicherte Eigenschaften als 
auch dafür, dass die Sache nicht körperliche oder rechtliche Mängel hat, die ihren 
Wert oder ihre Tauglichkeit zum vorausgesetzten Gebrauch aufheben oder erheb-
lich vermindern. Nach Abs. 2 des genannten Artikels haftet der Verkäufer auch 
dann, wenn er die Mängel nicht gekannt hat. Die Sachgewährleistung kann vertrag-
lich wegbedungen werden. Diese Wegbedingung der Gewährleistung ist nach Art. 
199 OR ungültig, wenn der Verkäufer hinsichtlich bestehender Mängel des Kaufge-
genstandes absichtlich täuscht. Im vorliegenden Fall wurde die Gewährleistung in 
Ziff. 8 des Kaufvertrages für körperliche und rechtliche Mängel des Kaufgrundstücks 
ausgeschlossen. Die Klägerin macht nun aber geltend, die Wegbedingung der Ge-
währleistung sei aus mehreren Gründen ungültig. Zum einen sei die Wegbedingung 
der Freizeichnung infolge absichtlicher Täuschung ungültig. Aber auch infolge der 
Schwere der vorhandenen Mängel müsse man von der Ungültigkeit der Klausel aus-
gehen. Schliesslich sei die Freizeichnung nach Art. 100 Abs. 1 OR auch für grobe 
Fahrlässigkeit ungültig.

3. Der Mangel ist eine Vertragsabweichung, die darin besteht, dass das 
ganze Grundstück oder ein Teil davon, nicht derart beschaffen ist, wie es bezie-
hungsweise er nach dem Vertrag beschaffen sein sollte. Die Kaufsache weicht vom 
Vertrag ab, wenn ihr eine zugesicherte oder eine auch dem Vertrauensprinzip vor-
ausgesetzte oder voraussetzbare Eigenschaft fehlt. Der Mangel, zumindest der 
Primärmangel, muss im Zeitpunkt des Übergangs von Nutzen und Gefahr vorhan-
den sein, auch wenn die Sekundärmängel erst später zu Tage treten (vgl. Alfred 
Koller, Der Grundstückkauf, Bern 2001, N 160 ff.). Vorliegend beweisen die beiden 

6

Privatgutachten des Architekten E. vom 26. April 2001 beziehungsweise 22. Sep-
tember 2001 sowie das Beweisgutachten der H. AG vom 23. April 2002, dass die 
besagte Liegenschaft mit Mängeln behaftet ist. Dem zuletzt genannten Gutachten 
kann entnommen werden, dass die vor 20 Jahren im Erdgeschoss angebrachte In-
nenisolation ein recht hohes Schadensrisiko in sich berge. Zwar sei der Aufbau so-
weit korrekt, doch könnten Übergänge und Abschlüsse nie mit der erforderlichen 
Genauigkeit erstellt werden. Die innenliegende Dampfsperre sei nicht mit der ge-
bührenden Dichtigkeit verlegt worden. Damit gelange warme angefeuchtete Raum-
luft an kalte, äussere Oberflächen. Die Folge davon sei Fäulnis an den Holzlatten 
hinter der Verkleidung und Schimmelpilz an den kalten Oberflächen. Der Prüfungs-
bericht der EMPA vom 10. April 2002 zeigt denn auch, dass in allen untersuchten 
Proben sehr reichlich Pilzkolonien oder Pilzsporen verschiedener Pilze festgestellt 
werden konnten. Gemäss Arztzeugnis vom 19. Februar 2002 führten die im feuch-
ten Wandmilieu des Hauses vorkommenden Schimmelpilze zu einer allergischen 
Reaktion bei G., dem im Oktober 2000 geborenen Sohn der Klägerin. Da sich die 
Hals-, Nasen-, Ohren- und Lungensymptomatik trotz gezielter Behandlung nicht 
besserte, riet der behandelnde Arzt der Familie, möglichst rasch einen Wohnungs-
wechsel zu vollziehen. Im Untergeschoss sind sodann Verputzverplatzungen sicht-
bar. Diese Verputzabplatzungen sind nach den Ausführungen im Gutachten H. AG 
keine Folge von Schimmelpilzen, sondern eine Folge, wonach sich der Grundwas-
serspiegel recht stark hebe und senke. Damit verbunden sei eine mehr oder weniger 
starke Feuchtebelastung auf die Fundamentplatte und die betonierten Aussen-
wände im Untergeschoss. Die damit verbundene Feuchtewanderung und der Diffu-
sionsdruck bewirke, dass innere Schichten (Boden und Wand), die eine gewisse 
Dampfdichtigkeit aufweisen würden, dem Druck nicht widerstehen könnten, Blasen 
bilden und abplatzen würden.

4. Ist nach dem Gesagten von der Mangelhaftigkeit der fraglichen Lie-
genschaft auszugehen, so stellt sich als nächstes die Frage, ob die Beklagte - wie 
von der Klägerin behauptet - tatsächlich hinsichtlich der Mängel absichtlich 
getäuscht hat. Nach Art. 199 OR ist die Wegbedingung der Sachgewährleistung 
ungültig, wenn der Verkäufer den Käufer hinsichtlich bestehender Mängel des Kauf-
gegenstands absichtlich getäuscht hat, das heisst entweder die Mangeltatsachen 
wissentlich unterdrückt beziehungsweise arglistig verschweigt oder nicht vorhan-
dene positive Eigenschaften des Kaufgegenstands vorspiegelt (Hans Giger, Berner 
Kommentar, VI/2./1./1., Bern 1979, N 30 zu Art. 199 OR). Um die Nichtigkeitsfolgen 
des Art. 199 OR auszulösen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: (1) 
Kenntnis des Mangels bei der Verkäuferin, (2) Verschweigen des Mangels trotz Be-

7

stehens einer Offenbarungspflicht, (3) Verschweigen des Mangels trotz Wissens um 
die Unkenntnis der Käuferin, (4) Willentliches Verschweigen durch die Verkäuferin 
(Hans Giger, a.a.O., N 32 ff. zu Art. 199 OR). Die Käuferin  hat die Erfüllung der 
Tatbestandsmerkmale der absichtlichen Täuschung zu beweisen (Hans Giger, 
a.a.O., N 51 zu Art. 199 OR).

a) Ausgangsbasis bildet die Notwendigkeit, dass die Verkäuferin die 
Mängel kennen muss. Für die Bejahung der absichtlichen Täuschung stellt eine 
vollständige, in alle Einzelheiten gehende Kenntnis der Fehler keine Voraussetzung 
dar. Es genügt, wenn die Verkäuferin über die Mängel soweit informiert ist, dass sie 
nach Treu und Glauben eine Offenbarungspflicht trifft. Eine solche kann schon be-
stehen, falls die Verkäuferin mit der Möglichkeit des Vorhandenseins eines Mangels 
lediglich ernsthaft gerechnet hat (Hans Giger, a.a.O., N 34 zu Art. 199 OR). Um 
feststellen zu können, ob die Beklagte Kenntnis von den besagten Mängeln (im vor-
stehend geschilderten Sinne) hatte, ist auf die Zeugenaussagen einzugehen. Die 
Zeugin I., die von 1985 bis 1999 in der besagten Liegenschaft gewohnt hat, sagte 
aus, beim Einzug habe das Objekt keine Mängel aufgewiesen. Erst im Laufe der 
Zeit seien erste Mängel aufgetaucht. So sei die Abwasserleitung verstopft gewesen. 
Später sei der Boden im Kellerraum eingebrochen. Nach rund sechs Jahren habe 
es angefangen zu feuchten. In den letzten Jahren sei es mit Ausnahme der Küche 
im ganzen Haus feucht gewesen. Vom Heizungsraum bis hinauf zu den Zimmern 
hätten die Ecken graue Feuchtigkeitsflecken aufgewiesen und die Fenster hätten 
sich verzogen. Es habe zunehmend gemodert im Haus und alles Lüften habe nichts 
geholfen. Sie habe B. auf die Feuchtigkeitsproblematik aufmerksam gemacht. Auch 
habe sie ihr gemeldet, dass das Haus hinten senke. B. hätte ihr aber lediglich mit-
geteilt, sie könne die Mängel auf eigene Rechnung beheben. Anlässlich der Schät-
zung habe sie die Vermieterin erneut darüber informiert, dass es feuchte. Mit dem 
Schätzer habe sie nicht darüber gesprochen. Als Hauptgrund für den Auszug im 
Jahre 1999 nannte I., die Miete sei zu teuer gewesen. Sodann habe ihr Mann ge-
sundheitliche Probleme gehabt, weshalb der grosse Umschwung nicht mehr habe 
bewältigt werden können. Auch habe es ihm zu stark gemodert. Sie selbst sei eben-
falls krank gewesen.

I. behauptet, sie habe die Beklagte über die Feuchtigkeitsproblematik in 
Kenntnis gesetzt. Wie noch zu zeigen sein wird, finden sich keine weiteren Zeugen, 
welche bestätigen, I. habe tatsächlich derartige Beanstandungen angebracht. Ak-
ten, welche diesbezügliche Reklamationen belegen, sind keine vorhanden. Selbst 
bei der Besichtigung des Hauses durch J. vom Reinigungsinstitut hat I. kein einziges 

8

Wort über die angeblich so gravierende Feuchtigkeitsproblematik verloren, obwohl 
- wie dies die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat - diese Mängel im Zusammenhang 
mit der Reinigungspflicht der Mieterin zweifellos auch eine Rolle gespielt hätten. Im 
Weiteren gilt es zu berücksichtigen, dass der Mietzins im Verlaufe der Mietdauer 
drei Mal erhöht worden ist. Wie dies I. selbst bestätigt hat, ist der Mietzins im Ver-
laufe der Jahre von Fr. 1'000.-- (exkl. Nebenkosten) auf Fr. 1‘500 (exkl. Nebenkos-
ten) gestiegen. Wenn das Haus tatsächlich derart gravierende Mängel aufgewiesen 
hätte, wie dies I. geschildert hat, so hätte letztere diese Mietzinserhöhungen kaum 
vorbehaltlos akzeptiert. Es ist auch nicht nachvollziehbar, dass das Ehepaar I. über 
14 Jahre dem Mietobjekt treu geblieben ist, obwohl nach Behauptungen von I. die 
Feuchtigkeitsproblematik nach rund sechs Jahren deutlich in Erscheinung getreten 
sei und es im Haus zunehmend gemodert habe. Über acht Jahre hätte somit die 
Familie I. in einem fauligen, modrigen Haus gewohnt, das sich erst noch aufgrund 
der Feuchtigkeit gesenkt haben soll. Auch die Kündigung im Jahre 1999 erfolgte 
gemäss der Zeugenaussage von I. nicht in erster Linie wegen der Feuchtigkeitspro-
blematik, sondern überwiegend wegen der Höhe des Mietzinses und der Grösse 
des Umschwunges sowie infolge der gesundheitlichen Probleme des Ehemannes. 
Für die in diesem Zusammenhang von der Klägerin geäusserte Vermutung, wonach 
die gesundheitlichen Probleme des Ehepaars I. von der Feuchtigkeit resultierten, 
bestehen in den Akten keine Anhaltspunkte. Schliesslich kann bei der Wertung der 
Zeugenaussage von I. nicht ausser Acht gelassen werden, dass das Mietverhältnis 
im Streit beendet worden ist. Die Liegenschaft ist nicht ordnungsgemäss gereinigt 
verlassen worden, weshalb die Beklagte ein Reinigungsinstitut kontaktiert hat. J., 
Architekt, hat für das Putzinstitut „K.“ die Liegenschaft besichtigt und hat die Kosten 
für die Nachreinigung auf Fr. 4'500.-- geschätzt. Diese Kosten sind nach Auseinan-
dersetzungen zwischen Vermieterin und Mietern schliesslich von der Beklagten 
übernommen worden.

Nebst der Mieterin I. wurde auch L. als Zeuge einvernommen. Letzterer hat 
von 1976 bis im Jahre 1980 in der besagten Liegenschaft gewohnt. Zu diesem Zeit-
punkt war das Grundstück noch nicht im Eigentum der Beklagten. Zudem gilt es zu 
beachten, dass die Innenisolation, welche gemäss dem Beweisgutachten  der H. 
AG vom 23. April 2002 eine entscheidende Rolle in Bezug auf die Feuchtigkeitspro-
blematik gespielt hat, erst später angebracht worden ist. Gemäss den Aussagen 
von L. war es feucht im Haus. Die Ecken, vor allem an der Nordseite, seien grau 
gewesen und seien trotz Behandlung mit pilzvernichtenden Chemikalien immer 
grösser geworden. Wenn es längere Zeit geregnet habe, sei auch der Linoleumbo-
den leicht feucht geworden. Die Grundwasserpumpe sei bei Regen immer im Be-

9

trieb gewesen. Diese Aussagen weisen auf eine gewisse Feuchtigkeitsproblematik 
hin, stehen aber im Widerspruch zu den Depositionen von I., welche behauptet hat, 
in den ersten sechs Jahren habe das Wohnhaus keine Mängel aufgewiesen. Kommt 
hinzu, dass der Liegenschaftsbewertung der St. Gallischen Kantonalbank aus dem 
Jahre 1984 nicht entnommen werden kann, der Experte hätte Feuchtigkeitserschei-
nungen festgestellt. Wie die Vorinstanz zu Recht bemerkt hat, wären solche Schä-
den zweifelsohne im Bericht erwähnt worden, zumal diese einen Einfluss auf die 
Bewertung gehabt hätten. Allerdings berichtete auch M., eine ehemalige Nachbarin 
der Familie I., über Feuchtgeruch im Haus. Vor allem im unteren Stock habe man 
diesen Geruch wahrnehmen können. Der Teppich habe schwarze Flecken aufge-
wiesen und die Fensterrahmen seien mit schwarzen Rändern versehen gewesen. 
Ausserdem habe sie ein rostiges Abflussrohr beobachten können. Von I. habe sie 
erfahren, dass diese sich bei der Vermieterin über die Mängel beschwert haben soll. 
Sie selber sei anlässlich dieser Reklamationen nicht zugegen gewesen. N., eine 
weitere Nachbarin der Klägerin, hat selber auch nie eine Beanstandung wahrneh-
men können, hat aber von I. vernommen, dass diese sich bei B. beschwert haben 
soll. Die Zeugin kennt nach ihren eigenen Aussagen jedes Zimmer des besagten 
Hauses. Gemäss ihren Beobachtungen hätten zwei Zimmer im oberen Stock 
feuchte Flecken aufgewiesen. Das Zimmer nach dem Badezimmer sei von Schim-
melpilz befallen gewesen. Im unteren Stock habe es Röhren gegeben, die rostig 
gewesen seien. Im hinteren Zimmer habe es „gemüffelt“. Beide Nachbarinnen ha-
ben demnach gewisse Feuchtigkeitserscheinungen wahrgenommen, jedoch gilt es 
zu beachten, dass beide einen engen Kontakt zu I. und nachbarliche Beziehungen 
zur Klägerin pflegten, weshalb ihre Aussagen zurückhaltend zu würdigen sind. O., 
ebenfalls eine Nachbarin der Klägerin, hat demgegenüber keine Feuchtigkeitser-
scheinungen beobachten können. Sie hat sich drei- oder viermal im besagten Haus 
aufgehalten. P., der allerdings lediglich den Hobbyraum und die Garage des Hauses 
kennt, konnte ebenfalls keine diesbezüglichen Feststellungen machen. Der Nach-
bar Q. war noch nie in der fraglichen Liegenschaft, weshalb er keine Aussagen in 
Bezug auf die hier interessierende Problematik machen konnte.

 Der Schwager der Beklagten, R., hat unter anderem sämtliche Korrespon-
denz der Familie B. erledigt und hat die Rechnungen an die Mieter gestellt. Gemäss 
seinen Aussagen hat er im Zeitraum zwischen 1980 und 1999 weder schriftliche 
Rügen der Familie I. erhalten noch von mündlichen Reklamationen vernommen. 
Wenn etwas Ernsthaftes angefallen wäre, hätte er dies gemäss seiner Einschätzung 
mit Bestimmtheit erfahren. Es sei kaum möglich, dass er über ernsthafte Probleme 
bezüglich der Mieterschaft nicht orientiert worden wäre. Wie bereits ausgeführt, 

10

handelt es sich bei R. um den Schwager der Beklagten. Seine Aussagen sind des-
halb auch entsprechend zu würdigen.

 S. hat nach dem Auszug der Familie I. einige Bodenbeläge ersetzt. Er konnte 
keine Feststellungen bezüglich Feuchtigkeit machen. Er hat sich zwei Mal im Haus 
aufgehalten. Zunächst habe er die zu ersetzenden Bodenbeläge besichtigt, danach 
habe er die Arbeiten in einem Tag ausgeführt. Nach seinen Aussagen würde kein 
Bodenleger einen Belag auf einen feuchten Boden einbauen. Auch der Zeuge T., 
welcher nach dem Auszug der Familie I. die Sanitäranlagen instande gestellt hat, 
hat keine Feuchtigkeitsschäden festgestellt. Er habe aber bemerkt, dass es sich um 
ein älteres Haus mit entsprechender Abnützung gehandelt habe. Der Zeuge U. hat 
die Liegenschaft zum ersten Mal im Jahre 1996 betreten. Sowohl im Jahre 1996 als 
auch im Jahre 1999, als er eine neue Küche eingebaut habe, im Wohnzimmer einen 
Laminatboden verlegt und in einem Zimmer Arbeiten an einem Vorhangbrett durch-
geführt habe, habe er keine Feuchtigkeitsschäden feststellen können. Andernfalls 
hätte er seine Arbeiten nicht fachgemäss ausführen können und die Eigentümer 
abmahnen müssen. Die Handwerker S. und U. bezeugen somit beide, dass sie bei 
vorhandener Feuchtigkeit ihre Arbeiten gar nicht fachgemäss hätten ausführen kön-
nen beziehungsweise ihre Arbeiten erst nach erfolgter Abmahnung in Angriff ge-
nommen hätten. Dies ist als wichtiges Indiz dafür zu werten, dass zum Zeitpunkt 
des Übergangs von Nutzen und Gefahr der fraglichen Liegenschaft gar keine er-
kennbare Feuchtigkeitsproblematik vorhanden war. Im Übrigen bestätigte auch V., 
der nach dem Auszug der Familie I. die Malerarbeiten durchgeführt hat, dass er 
nicht hätte streichen können, wenn es feucht gewesen wäre. Lediglich in einem Zim-
mer hinter dem Kasten seien zwei schwarze Punkte vorhanden gewesen. Bei der 
Aussage von V. gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass es sich um den Sohn der 
Beklagten handelt. Dennoch fällt auf, dass seine Aussagen im Wesentlichen mit den 
Aussagen der Handwerker S., U. und T. übereinstimmen. Ebenfalls zurückhaltend 
ist die Aussage von W. zu werten. Als Sohn der Beklagten hat er ein Interesse am 
Ausgang des Verfahrens. W. hat keinerlei Feuchtigkeitserscheinungen beobachten 
können. Die Liegenschaft habe nach dem Auszug der Familie I. starke Abnützungs-
erscheinungen aufgewiesen. Deshalb seien auch die Renovationsarbeiten erforder-
lich gewesen. Im Zusammenhang mit der Anbringung der Innenisolation im Jahre 
1983 führte er aus, diese sei aus verschiedenen Gründen angebracht worden. Sie 
hätten dem Rat des Schreiners folgend, die Innenisolation zunächst nur im Wohn-
raum einbauen lassen. Weil sich die Isolation bewährt hätte, sei diese sodann im 
ganzen Wohnbereich angebracht worden. In erster Linie sei die Innenisolation aus 
energietechnischen Gründen eingebaut worden. Mit anderen Worten habe man 

11

Heizkosten sparen wollen. Zudem hätten die Wände - von der Decke aus gesehen 
- abgedunkelt. Dies sei ein weiterer Grund für die Anbringung der Innenisolation 
gewesen. Die Beklagte selbst hat in der Prozessantwort ausgeführt, die Innenisola-
tion sei wegen vorbestandener Feuchtigkeit angebracht worden. Selbst wenn die 
Innenisolation tatsächlich in erster Linie wegen Feuchtigkeitsproblemen angebracht 
worden wäre, kann daraus nichts Negatives zu Lasten der Beklagten abgeleitet wer-
den. Denn B. konnte davon ausgehen, dass die Innenisolation fachmännisch ange-
bracht wurde. Sie musste nicht damit rechnen, dass die Doppellattenkonstruktion 
Fehler aufweisen würde beziehungsweise die Isolation nicht mit der erforderlichen 
Genauigkeit und Dichtigkeit verlegt würde, wie dies das Beweisgutachten der H. AG 
vom 23. April 2002 zu Tage gebracht hat. 

Im Weiteren bestätigte auch der Architekt J. als Zeuge, keine Feuchtigkeits-
schäden festgestellt zu haben. Das Haus sei verwohnt und ungenügend gereinigt 
gewesen. Wie bereits ausgeführt, hat J. für das Putzinstitut K.s eine Besichtigung 
der Liegenschaft vorgenommen, um eine Offerte für die Reinigungsarbeiten ma-
chen zu können. Zu diesem Zweck hat er das ganze Haus gründlich besichtigen 
müssen. Zudem hat er die Liegenschaft zu einem Zeitpunkt geprüft, als noch keine 
Renovationsarbeiten durchgeführt worden waren. Zwar hat J. nicht speziell nach 
Feuchtigkeitsschäden gesucht, er konnte jedoch keine diesbezüglichen Feststellun-
gen machen. Als Architekt wäre es dem Zeugen aber sicher aufgefallen, wenn der-
artige Schäden vorhanden gewesen wären, wie dies I. geschildert hat. Gemäss 
Aussagen des Zeugen hat es auch nicht nach Feuchtigkeit gerochen. Kommt hinzu, 
dass I. gegenüber J. keine Beanstandungen in Bezug auf die Feuchtigkeitsproble-
matik vorgebracht hat, obwohl dies im Zusammenhang mit der Reinigungsarbeit 
eine nicht unwesentliche Rolle gespielt hätte. Dies deutet darauf hin, dass zu die-
sem Zeitpunkt die Feuchtigkeitsproblematik nicht evident gewesen ist. Die Aussa-
gen von J. werden schliesslich auch durch die Depositionen von X. erhärtet. Letz-
terer ist Immobilienkaufmann und hat in dieser Eigenschaft die Liegenschaft in D. 
besichtigt. Er konnte bei seiner rund 20 Minuten dauernden Besichtigung keine be-
sonderen Feststellungen in Bezug auf Feuchtigkeitsschäden machen. Das Haus 
habe sich in ungereinigtem und unrenoviertem Zustand befunden. Wenn die Lie-
genschaft offensichtliche Mängel aufgewiesen hätte, hätte dies X. als erfahrener 
Immobilienmakler sicherlich bemerkt. Dies obwohl er sich nicht lange im Haus auf-
gehalten hat. Es ist auch kaum vorstellbar, dass er einen Verkaufspreis von Fr. 
460'000.-- (die amtliche Schätzung vom 5. Februar 1997 ergab einen Wert von Fr. 
304'000.--) für das Objekt als angemessen befunden hätte, wenn das Haus derar-
tige Feuchtigkeitsschäden aufgewiesen hätte. Zwar trifft es zu, dass der Zeuge als 

12

Makler daran interessiert war, dass beim Verkauf des Hauses ein möglichst hoher 
Preis erzielt wird. Dennoch kann der Verkaufspreis nicht völlig unabhängig vom Zu-
stand des Objekts festgelegt werden.

Schliesslich sei noch auf die Aussagen von Y., ein Angestellter von W., und 
Z., der V. bei den Malerarbeiten behilflich war, hingewiesen. Beide Zeugen konnten 
keine Feuchtigkeitsschäden feststellen. Diese Aussagen sind jedoch zurückhaltend 
zu würdigen, zumal es sich um den Angestellten beziehungsweise Gehilfen der 
Söhne der Beklagten handelt.

b) Nach Würdigung der Zeugenaussagen kommt das Kantonsgericht 
zum Schluss, dass im Zeitpunkt des Übergangs von Nutzen und Gefahr des Objekts 
keine Mängel im Rechtssinne erkennbar waren. Wie die Vorinstanz korrekt ausge-
führt hat, ist wohl von einer gewissen Feuchtigkeitsproblematik auszugehen, welche 
jedoch angesichts des hohen Grundwasserspiegels, des Alters des Gebäudes und 
der bescheidenen Qualität der Bausubstanz als im üblichen Rahmen liegend zu 
qualifizieren ist. Bedeutend ist in diesem Zusammenhang, dass die ehemalige Mie-
terin I. bei der Beklagten keine Mängelrügen angebracht hat. Bei den Akten finden 
sich keine Beweise, welche solche Beanstandungen belegen würden. Es sind auch 
keine Zeugen vorhanden, welche bezeugen könnten, I. habe tatsächlich sich münd-
lich bei der Beklagten beschwert. Kommt hinzu, dass die Eheleute I. ohne Bean-
standung drei Mietzinserhöhungen akzeptiert haben. Wenn das Haus tatsächlich 
gravierende Mängel und Feuchtigkeitsschäden aufgewiesen hätte, hätten die Mieter 
diese Mietzinserhöhungen nicht gebilligt. Es gilt auch zu berücksichtigen, dass das 
Mietverhältnis im Streit beendet wurde, weshalb die Aussagen von I. unter diesem 
Aspekt zu würdigen sind. Mit Ausnahme von L. und zweier Nachbarinnen, welche 
jedoch in engem Kontakt zu I. stehen und nachbarschaftliche Kontakte zur Klägerin 
pflegten, konnten keine der übrigen Zeugen massgebliche Schäden feststellen. 
Auch wenn man die Aussagen der am Ausgang des Prozesses interessierten 
Söhne der Beklagten sowie die Depositionen der Angestellen der Söhne bei Seite 
lässt, bestätigen mehrere unabhängige Zeugen, keine Feuchtigkeitsschäden fest-
gestellt zu haben. Sowohl die Handwerker S., T. und U. sowie der Architekt J. und 
der Immobilienmakler X. haben keine Feuchtigkeitsspuren im Haus beobachten 
können. Es gibt keinen Grund für das Kantonsgericht, an ihren Aussagen zu zwei-
feln. Diese Zeugen haben das Haus in unrenoviertem Zustand gesehen. Einzig T. 
und U. erklärten, die Malerarbeiten seien gleichzeitig mit ihren Arbeiten ausgeführt 
worden. Im Weiteren kann auch nicht behauptet werden, die Beklagte habe eine 
Innenisolation wegen der Feuchtigkeitsproblematik anbringen lassen, weshalb B. 

13

die Mängel gekannt habe. Wie bereits ausgeführt, kann dieser Argumentation nicht 
gefolgt werden, zumal die Beklagte - selbst wenn die Innenisolation aus den vorste-
hend genannten Gründen angebracht worden wäre - davon ausgehen konnte, diese 
Arbeiten würden fachgemäss ausgeführt. Demnach hatte die Beklagte auch keinen 
Anlass, nach verdeckten Mängeln suchen zu lassen. Kommt hinzu, dass die Kläge-
rin die Liegenschaft nicht unbesehen gekauft hat, sondern verschiedene Besichti-
gungen durchgeführt hat. Im Kaufvertrag vom 13. Dezember 1999 wurde der Besit-
zesantritt auf den 1. Januar 2000 festgelegt. Gemäss Ausführungen der Beklagten, 
welche von der Klägerin nicht ausdrücklich bestritten wurden, hat A. die Liegen-
schaft aber bereits drei Monate vor der grundbuchlichen Abwicklung, somit im Ok-
tober 1999, faktisch übernommen. Zu diesem Zeitpunkt hat sie die erste Akonto-
zahlung von Fr. 50'000.-- geleistet und mit ersten Umbauarbeiten begonnen. So hat 
sie die Wandverkleidung im Badezimmer entfernt und neu gefliesst. Trotzdem hat 
sie keine Feststellungen bezüglich Feuchtigkeit oder gar Schimmelpilzbildung ge-
macht. Jedenfalls hat sie während dieser Zeit nie irgendwelche Reklamationen vor-
gebracht. Diese Tatsache bestätigt die schon aufgrund der Zeugenaussagen ge-
wonnene Erkenntnis, dass im Zeitpunkt des Besitzesantritts keine übermässigen 
Feuchtigkeitsschäden vorhanden waren. Was die von der Klägerin geltend gemach-
ten Mängel an Fenstern, Türen, Dach etc. betrifft, gilt es in Übereinstimmung mit 
der Vorinstanz festzuhalten, dass diese Mängel bei üblicher Aufmerksamkeit an-
lässlich der Besichtigungen problemlos hätten wahrgenommen werden können. Die 
von A. im Weiteren geltend gemachten Mängel wie etwa das rostige Abwasserrohr 
und Abplatzungen im Kellergeschoss bewegen sich in dem für das Alter des Hauses 
üblichen Rahmen von Abnützungserscheinungen. In diesem Zusammenhang gilt es 
festzuhalten, dass es der Käuferin bewusst gewesen sein muss, dass das Haus im 
Zeitpunkt des Verkaufs fast vierzigjährig war. Es wurde  zu einer Zeit erstellt, als die 
bauphysikalischen Erkenntnisse noch nicht fortgeschritten waren. Zudem liegt das 
Haus in einem Gebiet mit einem hohen Grundwasserspiegel, was die Klägerin auf-
grund des offenen Pumpenschachts und der Grundwasserpumpe selbst sofort hat 
erkennen können. Schliesslich finden sich auch keine Anhaltspunkte bei den Akten 
für die Behauptung der Klägerin, wonach die Beklagte Zusicherungen in Bezug auf 
den Zustand des Hauses gemacht habe. Insbesondere kann nicht aus dem im Ver-
gleich zum Schätzungswert aus dem Jahre 1997 recht hohen Verkaufspreis ge-
schlossen werden, es seien besondere Zusicherungen gemacht worden. Zum einen 
gilt es zu berücksichtigen, dass in der Zwischenzeit Renovationsarbeiten von über 
Fr. 30'000.-- durchgeführt worden sind. Im Weiteren richtet sich der Verkaufspreis 
nicht nach der amtlichen Schätzung. Sodann erachtete der Immobilienmakler X. vor 

14

Durchführung der Renovation einen Verkaufspreis von Fr. 460'000.-- als angemes-
sen (vgl. bB 6).

c) Im Resultat kann somit festgehalten werden, dass die Liegenschaft im 
Zeitpunkt des Übergangs von Nutzen und Gefahr keine erkennbaren Mängel im 
Rechtssinne aufwies und die Beklagte auch keinen Grund hatte, nach verdeckten 
Mängeln suchen zu lassen. Wenn aber nach dem Gesagten die Liegenschaft im 
massgeblichen Zeitpunkt keine erkennbaren Mängel im Rechtssinne aufwies, so 
erhellt, dass die Beklagte auch nicht Kenntnis von den besagten und in den Exper-
tisen geschilderten Mängeln haben konnte. Somit erübrigt sich die Überprüfung der 
weiteren Voraussetzungen für die Erfüllung des Tatbestandes der absichtlichen 
Täuschung beziehungsweise absichtlichen Verschweigung. Die Berufung muss so-
mit in diesem Punkt abgewiesen werden.

d) Wie bereits ausgeführt, liess A. in ihrer Berufungserklärung vom 30. 
Oktober 2003 den Beweisantrag stellen, es sei zur Frage des Vorliegens von Män-
geln, deren Ursachen sowie der Feststellung der Kosten für deren Beseitigung in 
der Liegenschaft C., eine Expertise durchzuführen. Da die fragliche Liegenschaft im 
Zeitpunkt des Übergangs von Nutzen und Gefahr keine erkennbaren Mängel im 
Rechtssinne aufwies, erübrigt es sich, die beantragte Expertise einzuholen. Im Üb-
rigen hat sich bereits das Beweisgutachten der H. AG vom 23. April 2002 mit der 
Frage des Vorliegens von Mängeln sowie deren Ursachen auseinandergesetzt.

5. Die Berufungsklägerin macht geltend, die Aufhebung der Ge-
währspflicht erweise sich nicht nur infolge absichtlicher Täuschung als ungültig, son-
dern auch aufgrund der Schwere der vorhandenen Mängel. Ein Mangel falle nicht 
mehr unter die Ausschlussklausel, wenn er gänzlich ausserhalb dessen liege, womit 
ein Erwerber vernünftigerweise rechnen müsse. Vorliegend handle es sich um 
überaus gravierende und erhebliche Mängel, welche das Bewohnen des Hauses 
unzumutbar machen würden und in hohem Masse gesundheitsschädigend seien. 
Somit seien die im vorliegenden Fall geltend gemachten Mängel gar nicht von der 
Gewährleistungsklausel erfasst. Zudem könne - entgegen der Ansicht der Vorin-
stanz - die Klägerin nicht selbst für die dramatische Situation in der erworbenen 
Liegenschaft verantwortlich gemacht werden.

Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Wie unter Ziffer 4. lit. b aus-
geführt, waren im Zeitpunkt des Übergangs von Nutzen und Gefahr keine nicht dem 
Alter des Hauses entsprechende Mängel erkennbar. Wie bereits mehrfach betont, 

15

konnte die Beklagte - selbst wenn die Innenisolation wegen Feuchtigkeitsproblemen 
angebracht worden wäre - davon ausgehen, diese werde fachgemäss angebracht. 
Die Beklagte hatte demnach keinen Anlass, nach verdeckten Mängeln zu suchen, 
nachdem auch keine Reklamationen seitens der Mieter erfolgt waren.

6. Schliesslich behauptet die Klägerin, die Beklagte habe - falls eine ab-
sichtliche Täuschung nicht nachgewiesen sei - zumindest grobfahrlässig gehandelt. 
Gestützt auf Art. 100 Abs. 1 OR sei auch ein Ausschluss der Haftung für grobe 
Fahrlässigkeit nichtig.

Auch diese Behauptung hält einer näheren Betrachtung nicht stand. Wie be-
reits die Vorinstanz korrekt ausgeführt hat, ist in der Literatur die Frage umstritten, 
ob für Freizeichnungen die weitergehende Vorschrift von Art. 100 Abs. 1 OR zu 
beachten ist, nach welcher die Wegbedingung der Haftung für grobe Fahrlässigkeit 
unzulässig ist (vgl. Honsell, Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 3. Aufl., Ba-
sel/Genf/München 2003, N 1 zu Art. 199 OR, mit weiteren Hinweisen). Das Bundes-
gericht hat diese Frage in BGE 126 III 59 offen gelassen. Honsell vertritt die Mei-
nung, für die Zulässigkeit der Freizeichnung von grober Fahrlässigkeit spreche, 
dass Art. 199 OR lex spezialis sei, die der allgemeinen Vorschrift von Art. 100 OR 
vorgehe. Wenn das Gesetz die Wegbedingung der Gewährleistung nur bei Arglist 
für unzulässig halte, folge daraus e contrario, dass grobfahrlässige Unkenntnis nicht 
schade. Diese Argumentation überzeugt. Dennoch kann die Frage im vorliegenden 
Fall offen gelassen werden, zumal zum Zeitpunkt des Übergangs von Nutzen und 
Gefahr gar keine Mängel im Rechtssinne erkennbar waren.

7. Im Resultat kann somit festgehalten werden, dass der zwischen den 
Parteien vereinbarte Ausschluss der Gewährleistungspflicht gültig ist. Gemäss der 
lange etablierten Rechtsprechung (BGE 91 II 275 E. 2b= Pra 55 Nr. 1) und Doktrin 
(Hans Giger, a.a.O., N 25 zu Art. 199 OR; Heinrich Honsell, a.a.O., N 5 zu Art. 199 
OR) übernimmt ein Käufer, welcher einen Kaufvertrag mit einer solchen Klausel ab-
schliesst, das Risiko, dass der Kaufsache gewisse Eigenschaften fehlen. In Bestäti-
gung des vorinstanzlichen Urteils ist die Berufung demnach vollumfänglich abzu-
weisen. 

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des Beru-
fungsverfahrens zu Lasten der Berufungsklägerin, welche die Berufungsbeklagte 
ausseramtlich angemessen zu entschädigen hat (Art. 223 ZPO in Verbindung mit 
Art. 122 Abs. 1 und 2 ZPO). 

16

A. liess am 14. November 2003 ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
stellen. Dieses Gesuch wurde mit Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums vom 
27. November 2003  gutgeheissen. Somit werden die Gerichtskosten und die Kos-
ten der Rechtsvertretung dem Kanton Graubünden in Rechnung gestellt. Als 
Rechtsbeistand wurde Rechtsanwalt Dr. iur. Gieri Caviezel ernannt. Vorbehalten 
bleibt die Rückforderung der geleisteten Kostenhilfen im Sinne von Art. 45 Abs. 2 
ZPO.

17

Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr 
von Fr. 6'000.-- und einer Schreibgebühr von Fr. 255.--, total somit Fr. 6'255.-
-, gehen zu Lasten der Berufungsklägerin und werden dem Kanton Graubün-
den in Rechnung gestellt.

3. Die Berufungsklägerin hat die Berufungsbeklagte mit Fr. 3'000.-- ausseramt-
lich zu entschädigen.

4. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin: