# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e65e0648-e1bb-5d4c-b7c9-e7b95f0cfaad
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 29.09.2021 SB200278
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200278_2021-09-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB200278-O/U/cwo 
 
Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, die Ersatzoberrichter lic. iur. 

M. Weder und lic. iur. B. Hoffmann sowie der Gerichtsschreiber 

MLaw L. Zanetti 

Urteil vom 29. September 2021 

 
in Sachen 

 

1. A._____,  
2. B._____,  
Beschuldigte und Berufungskläger 

 
1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X1._____,  

2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X2._____,  

 
gegen 

 
Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. C. Kasper, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend versuchte schwere Körperverletzung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung,  
vom 9. März 2020 (DG190309) 
 
 
 
 
 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 3. Oktober 

2019 (Urk. 32) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 89 S. 71 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne 

von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie des Angriffs im Sinne von 

Art. 134 StGB. 

2. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne 

von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie des Angriffs im Sinne von 

Art. 134 StGB. 

3. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit 

heute 2 Tage durch Haft erstanden sind. 

4. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit 

heute 23 Tage durch Haft erstanden sind. 

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten A._____ wird im Umfang von 22 Monaten 

aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (8 Monate, abzüglich 2 

Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind), wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

6. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten B._____ wird im Umfang von 22 Monaten 

aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (8 Monate, abzüglich 

23 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind), wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

7. Beim Beschuldigten A._____ wird von der Anordnung einer Landesverweisung abgesehen. 

8. Beim Beschuldigten B._____ wird von der Anordnung einer Landesverweisung abgesehen. 

9. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. Ju-

ni 2019 einzig als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten 

B._____ nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen hin herausgegeben. Verlangt der 

Beschuldigte B._____ die Gegenstände nicht innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Urteils 

heraus, werden sie der zuständigen Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

- 3 - 

− 1 Paar Turnschuhe, Nike, weiss (A012'263'342); 

− 1 Jacke blau mit roten Streifen (A012'263'353); 

− 1 Trainerjacke anthrazit, Wolle (A012'263'375); 

− 1 Jeans blau mit Gürtel (A012'263'397). 

10. Die folgenden, beim Forensischen Institut Zürich (FOR) sichergestellten Spuren und 

Spurenträger (G. Nr. 74606705) werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils 

vernichtet: 

− Fotografie (A012'265'622); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'633); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'644); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'666); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'677); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'688); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'699); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'702); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'272'945); 

− Fotografie (A012'265'724); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'735); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'746); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'757); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'779); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'780); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'804); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'815); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'826); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'837); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'267'059); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'267'060); 

− DNA-Spur - Scenesafe FAST (A012'265'939); 

− DNA-Spur - Scenesafe FAST (A012'265'962); 

− Mikrospuren - Klebbandasservat (A012'266'012); 

− Vergleichs - WSA (A012'265'984); 

− Fotografie (A012'266'374); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'410); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'443); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'454); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'465); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'498); 

- 4 - 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'501); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'534); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'578); 

− Vergleichs - WSA (A012'266'589); 

− Fotografie (A012'266'987); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'114). 

11. Die Beschuldigten A._____ und B._____ werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, 

dem Privatkläger C._____ Schadenersatz von Fr. 1'740.– zu bezahlen. 

12. Die Beschuldigten A._____ und B._____ werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, 

dem Privatkläger D._____ Schadenersatz von Fr. 3'609.90 zu bezahlen. Im Übrigen wird 

das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen. 

13. Die Beschuldigten A._____ und B._____ werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, 

dem Privatkläger C._____ Fr. 1'500.– zuzüglich 5 % Zins ab 27. Januar 2019 als Genugtu-

ung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

14. Die Beschuldigten A._____ und B._____ werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, 

dem Privatkläger D._____ Fr. 3'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 27. Januar 2019 als Genugtu-

ung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

15. Die Beschuldigten A._____ und B._____ werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, 

dem Privatkläger C._____ für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von 

Fr. 2'019.35 (inkl. MwSt) zu bezahlen. 

16. Die Beschuldigten A._____ und B._____ werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, 

dem Privatkläger D._____ für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von 

Fr. 4'219.35 (inkl. MwSt) zu bezahlen. 

17. Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 

A._____ mit Fr. 20'637.50 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

18. Rechtsanwältin lic. iur. X2._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 

B._____ mit Fr. 16'112.80 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

- 5 - 

19. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 8'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 8'000.–   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 1'960.–   Kosten Kantonspolizei Zürich 

Fr. 5'777.–   Auslagen Gutachten 

Fr. 20'637.50   amtliche Verteidigung A._____ 

Fr. 16'112.80   amtliche Verteidigung B._____ 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

20. Die Gebühr der Strafuntersuchung, der Kantonspolizei Zürich und des gerichtlichen 

Verfahrens, ausgenommen diejenigen der jeweiligen amtlichen Verteidigung, werden den 

Beschuldigten je zur Hälfte auferlegt. Dem Beschuldigten A._____ werden zudem 

Fr. 1'641.65 und dem Beschuldigten B._____ zudem Fr. 4'135.35 Auslagen für die Gutach-

ten auferlegt. 

21. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden jeweils auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

22. (Mitteilungen) 

23. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten A._____ (Urk. 120): 

1. Es sei Dispositiv Ziffer 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 

2020 aufzuheben und der Beschuldigte 1 sei der einfachen Körperverlet-

zung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie des Raufhandels im 

Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

2. Es sei Dispositiv Ziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 

2020 aufzuheben und der Beschuldigte 1 sei mit einer Freiheitsstrafe von 

drei Monaten zu bestrafen. 

- 6 - 

3. Es sei Dispositiv Ziffer 5 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 

2020 aufzuheben und der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten 1 

sei unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren bedingt aufzuschieben. 

4. Eventualiter sei Dispositiv Ziffer 5 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 

9. März 2020 aufzuheben und der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschul-

digten 1 sei unter Ansetzung einer Probezeit von 5 Jahren bedingt aufzu-

schieben. 

5. Es sei Dispositiv Ziffer 11 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 

2020 aufzuheben und der Beschuldigte 1 sei zu verpflichten, dem Privatklä-

ger C._____ Schadenersatz von Fr. 870.00 zu bezahlen. 

6. Es sei Dispositiv Ziffer 12 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 

2020 aufzuheben und auf das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 

D._____ nicht einzutreten, eventualiter sei dieses abzuweisen bzw. sube-

ventualilter auf den Zivilweg zu verweisen. 

7. Es sei Dispositiv Ziffer 13 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 

2020 aufzuheben und der Beschuldigte 1 sei zu verpflichten, dem Privatklä-

ger C._____ Fr. 750.00 zuzüglich Zins ab dem 28. Januar 2019 als 

Genugtuung zu bezahlen. 

8. Es sei Dispositiv Ziffer 14 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 

2020 aufzuheben und auf das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 

D._____ nicht einzutreten, eventualiter sei dieses abzuweisen bzw. sube-

ventualiter auf den Zivilweg zu verweisen. 

9. Es sei Dispositiv Ziffer 15 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 

2020 aufzuheben und der Beschuldigte 1 sei zu verpflichten, dem Privatklä-

ger C._____ für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 

1'009.68 (inkl. MWST) zu bezahlen. 

10. Es sei Dispositiv Ziffer 16 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 

2020 aufzuheben und auf den Antrag auf Prozessentschädigung des Privat-

- 7 - 

klägers D._____ nicht einzutreten, eventualiter sei dieser abzuweisen bzw. 

subeventualiter auf den Zivilweg zu verweisen. 

11. Es sei Dispositiv Ziffer 20 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 

2020 aufzuheben und von der Kostenauflage zu Lasten des Beschuldigten 1 

im Sinne von Art. 425 StPO vollständig abzusehen bzw. es seien diesem die 

Kosten zu erlassen. 

12. Es sei Dispositiv Ziffer 20 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 

2020 aufzuheben und die Gerichts- und Verfahrenskosten des erstinstanz-

lichen Verfahrens dem Beschuldigten 1 zu einem Drittel und dem Beschul-

digten 2 zu zwei Dritteln aufzuerlegen. 

13. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Auslagen und MWST) 

zu Lasten der Anklägerin und Berufungsbeklagten bzw. des Beschuldig-

ten 2. 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten B._____ (Urk. 122): 

1. In Abänderung der Ziff. 2, 4 und 6 des vorliegenden Urteils sei der Beschul-

digte vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von 

Art. 122 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie des Angriffs im Sinne 

von Art. 134 StGB von Schuld und Sühne freizusprechen und es sei demzu-

folge von einer Strafe abzusehen. 

2. In Abänderung der Ziff. 11, 12, 13, 14, 15 und 16 seien die Zivilansprüche 

vollumfänglich abzuweisen sowie auf eine Prozessentschädigung zu Guns-

ten der Privatkläger zu verzichten. 

3. In Abänderung von Ziff. 20 und 21 des vorliegenden Urteils seien die Ver-

fahrenskosten, mithin die Kosten des Untersuchungs- und Gerichtsverfah-

rens, einschliesslich die Kosten der amtlichen Verteidigung vollumfänglich 

und definitiv auf die Staatskasse zu nehmen. 

4. Der Beschuldigte sei mit Fr. 4'600.00 für die zu Unrecht erlittene Haft zu ent-

schädigen. 

- 8 - 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Anklägerin. 

b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 100): 

(schriftlich sinngemäss) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

c) Des Privatklägers D._____ (Urk. 109): 

(schriftlich sinngemäss) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte/Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Hinsichtlich des Verfahrensgangs bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zur 

Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im an-

gefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 86 = 89 S. 7). 

1.2. Gegen das vorstehend wiedergegebene mündlich eröffnete Urteil vom 

9. März 2020 meldeten die amtlichen Verteidigungen namens beider Beschuldig-

ter innert Frist Berufung an (Urk. 82 und 83). Das begründete Urteil wurde den 

Verteidigerinnen, der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (im Folgenden: 

Staatsanwaltschaft) und den Vertretern der Privatkläger am 8., 9. und 15. Juni 

2020 zugestellt (Urk. 88/1-5). Mit Schreiben vom 2. bzw. 3. Juli 2020 gingen die 

Berufungserklärungen der Verteidigungen fristgerecht ein, wobei keine Beweis-

anträge gestellt wurden (Urk. 92 und 94). Mit Präsidialverfügung vom 6. Juli 2020 

wurde der Staatsanwaltschaft und den Privatklägern Frist angesetzt, um 

Anschlussberufung zu erklären oder begründet ein Nichteintreten auf die Beru-

fung zu beantragen (Urk. 96). Die Staatsanwaltschaft verzichtete hierauf mit Ein-

gabe vom 14. Juli 2020 auf Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung 

des vorinstanzlichen Urteils. Zudem wurde um Dispensation ihrer Vertreterin von 

der Teilnahme an der Berufungsverhandlung ersucht (Urk. 100). 

- 9 - 

1.3. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen die Beschuldigten in Beglei-

tung ihrer amtlichen Verteidigerinnen, Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ und 

Rechtsanwältin lic. iur. X2._____. Das Urteil erging im Anschluss an die Beru-

fungsverhandlung (Prot. II S. 3 ff.). 

2. Umfang der Berufung 

2.1. In der Berufungsschrift ist anzugeben, ob das Urteil vollumfänglich ange-

fochten wird (Art. 399 Abs. 3 lit. a StPO) oder, falls das Urteil nur in Teilen ange-

fochten wird, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils verlangt werden 

(Art. 399 Abs. 3 lit. b StPO). Der Beschuldigte 1 ficht das vorinstanzliche Urteil mit 

seiner Berufung bezüglich Dispositivziffer 1 (rechtliche Qualifikation des Schuld-

spruchs), Dispositivziffer 3 (Strafe), Dispositivziffer 5 (Vollzug), Dispositivziffern 11 

– 16 (Zivilansprüche und Prozessentschädigungen an die Privatkläger) und Dis-

positivziffer 20 (Kostenauferlegung) an. Der Beschuldigte 1 ficht das vorinstanzli-

che Urteil bezüglich Dispositivziffer 2 (Schuldspruch), Dispositivziffer 4 (Strafe), 

Dispositivziffer (Vollzug), Dispositivziffern 11 – 16 (Zivilansprüche und Prozess-

entschädigungen an die Privatkläger) und Dispositivziffer 20 und 21 (Kostenaufer-

legung) an. Seitens des Beschuldigten 1 wird ein Schuldspruch wegen einfacher 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB beantragt, während 

der Beschuldigte 2 einen vollständigen Freispruch verlangt. 

2.2. Von der Berufung nicht umfasst sind somit das Absehen der Vorinstanz von 

der Anordnung von Landesverweisungen (Dispositivziffern 7 und 8), der Ent-

scheid der Vorinstanz über beschlagnahmte Gegenstände und sichergestelltes 

Spurenmaterial (Dispositivziffern 9 und 10), die Festlegung der Entschädigungen 

der amtlichen Verteidigerinnen (Dispositivziffern 17 und 18) und die erstinstanzli-

che Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 19). Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

4. Abteilung, vom 9. März 2020 ist mithin bezüglich jenen Dispositivziffern in 

Rechtskraft erwachsen, was vorab mittels Beschluss festzustellen ist. 

- 10 - 

3. Formelles 

Es ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz nicht 

mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne 

Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.2; Urteil 

6B_1130/2014 vom 8. Juni 2015 E. 4). Die Berufungsinstanz kann sich somit auf 

die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. 

4. Anklageprinzip 

Im Berufungsverfahren brachte die amtliche Verteidigerin des Beschuldigten 2 

erstmals vor, die Anklage verletze das Anklageprinzip gemäss Art. 9 StPO, ge-

mäss welchem in der Anklage die dem Beschuldigten vorgeworfenen Sachverhal-

te hinsichtlich Ort, Datum und Zeit so präzise wie möglich zu umschreiben seien 

(Urk. 122 S. 4). 

Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem 

Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und 

subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklage-

prinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und garan-

tiert den Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 143 IV 63 

E. 2.2). Die beschuldigte Person muss unter dem Gesichtspunkt der Informations-

funktion aus der Anklage ersehen können, wessen sie angeklagt ist. Das bedingt 

eine zureichende Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, dass die beschuldigte 

Person genau weiss, welcher konkreter Handlungen sie beschuldigt und wie ihr 

Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit sie sich in ihrer Verteidigung richtig 

vorbereiten kann. (vgl. zum Ganzen BGer 6B_679/2018 vom 12. Februar 2019 

E. 1.2 m.w.H.). 

In concreto handelt es sich um ein dynamisches Geschehen mit mehreren Be-

teiligten. Naturgemäss kann im Nachhinein nicht mehr jede einzelne Handlung auf 

die Sekunde genau nachvollzogen werden, was sich in der Anklage naturgemäss 

wiederspiegelt. Vorliegend umschreibt die Anklage aber einen konkreten Sach-

verhalt am frühen Morgen des 27. Januar 2019 ca. 04:45 Uhr, wobei auch die Ört-

lichkeit konkret benannt wird und entsprechend allen Beteiligten klar ist. Auch hin-

- 11 - 

sichtlich der Tatvorwürfe enthält die Anklage konkrete Vorwürfe, weshalb es dem 

Beschuldigten 2 und seiner Verteidigung ohne Weiteres klar ist, gegen was sie 

sich zu verteidigen haben. Dies belegt im Übrigen auch der Umstand, dass dieses 

Argument im vorinstanzlichen Verfahren nicht aufgeworfen wurde, sondern man 

sich dort offenbar ohne Weiteres in der Lage sah, sich gegen die Anklage ange-

messen zu verteidigen. Dieses Vorbringen erscheint demnach unbegründet und 

im Übrigen nachgeschoben. Eine Verletzung von Art. 9 StPO ist nicht zu erken-

nen. 

5. Verwertbarkeit der Beweismittel 

Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 2 brachte im Berufungsverfahren in 

prozessualer Hinsicht zudem vor, die erste polizeiliche Einvernahme des Be-

schuldigten 2 sei nicht verwertbar, da er dort noch ohne Rechtsanwalt einver-

nommen worden sei (Urk. 122 S. 5). Nach Art. 131 Abs. 2 StPO ist die Verteidi-

gung nach der ersten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, jedenfalls aber vor 

Eröffnung der Untersuchung sicherzustellen. Demnach ist bei Fällen von notwen-

diger Verteidigung, was vorliegend der Fall ist, die Verteidigung spätestens bei 

der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft sicherzustellen, ist die Untersu-

chung in diesem Zeitpunkt in der Regel doch eröffnet. In der polizeilichen Einver-

nahme braucht die Verteidigung dem Gesetzeswortlaut folgend indessen noch 

nicht zwingend sichergestellt zu sein. Vorliegend ist dies indessen ohnehin nicht 

weiter von Relevanz, hat der Beschuldigte 2 in der ersten polizeilichen Einver-

nahme die Vorwürfe doch bloss abgestritten (vgl. Urk. 2/1), weshalb sie nichts 

Konkretes zur Sachverhaltserstellung beitragen kann. 

II. Sachverhalt/Rechtliche Würdigung 

1. Einleitung 

1.1. Die Vorinstanz sprach die Beschuldigten im Wesentlichen anklagegemäss 

wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Angriffs schuldig. Der Beschul-

digte 1 fordert einen Freispruch von diesen Tatbeständen und eine Verurteilung 

- 12 - 

lediglich wegen einfacher Körperverletzung. Der Beschuldigte 2 beantragt einen 

vollumfänglichen Freispruch. 

1.2. Hinsichtlich der vorinstanzlichen Zusammenfassung der Position der Be-

schuldigten, inwieweit sie geständig sind bzw. den Anklagevorwurf bestreiten, 

kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die Ausführungen der Vo-

rinstanz verwiesen werden (Urk. 89 S. 8 und 9). Auch wenn die amtliche Verteidi-

gung des Beschuldigten 1 den Sachverhalt im Berufungsverfahren teilweise in 

Abrede stellte (Urk. 120 S. 3 ff.), ist erneut zu betonen, dass der Beschuldigte 1 

den äusseren Sachverhalt betreffend seine Einwirkungen auf die Privatkläger 1 

und 2 auch anlässlich der Befragung vor der Berufungsinstanz eingestanden hat 

(Urk. 119 S. 6 ff.). Wie vor Vorinstanz ist somit auch im Rahmen des Berufungs-

verfahrens betreffend den äusseren Anklagesachverhalt zu klären, ob die dem 

Beschuldigten 2 vorgeworfenen Fusstritte gegen den Privatkläger 1 und die bei-

den Beschuldigten vorgeworfenen Fusstritte eines unbekannten Angreifers gegen 

Kopf, Rumpf und Rippen des Privatklägers 2 erstellt sind oder nicht. Auf den inne-

ren Sachverhalt ist zweckmässigerweise anlässlich der rechtlichen Würdigung 

einzugehen. 

2. Grundlagen der Sachverhaltswürdigung und allgemeine Glaubwürdigkeit der 

Aussagepersonen 

Bezüglich den Grundlagen der Sachverhaltswürdigung und der allgemeinen 

Glaubwürdigkeit der Aussagepersonen kann auf die zutreffenden Ausführungen 

der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 89 S. 10 – 13). 

3. Würdigung des bestrittenen äusseren Sachverhalts 

3.1. Fusstritte des Beschuldigten 2 gegen den Privatkläger 1 

3.1.1. Die diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 89 S. 13 – 18) 

sind überzeugend, weswegen grundsätzlich darauf verwiesen werden kann. Die 

nachfolgenden Erwägungen sind daher präzisierender Natur. 

- 13 - 

3.1.2. Bezüglich des Aussageverhaltens des Beschuldigten 2 zum Vorwurf, 

dem am Boden liegenden Privatkläger 1 Fusstritte versetzt zu haben, ist mit der 

Vorinstanz festzustellen, dass dieses von diversen Widersprüchen geprägt ist, die 

sich wie ein roter Faden hindurchziehen, wobei die Widersprüche das Resultat 

der Anpassung seiner Aussagen ans jeweilige Untersuchungsergebnis sind. 

Wenn seine Verteidigung zur Kritik an der vorinstanzlichen Würdigung seines 

Aussageverhaltens vorbringt, der Beschuldigte 2 habe auf Fragen zum Schuh und 

dem sich darauf befindlichen Blut nach einer schlüssigen Erklärung gesucht (Urk. 

94 S. 4), so ist dem zu entgegnen, dass gerade diese Suche nach Erklärungen – 

ohne sich selbst zu belasten – im seitens der Vorinstanz aufgezeigten (Urk. 89 S. 

13 f.), sich dem jeweiligen Vorhalt anpassenden und damit letztlich widersprüchli-

chen Aussageverhalten resultierte. Seine Aussagen zu diesem Vorwurf sind somit 

unglaubhaft. 

3.1.3. Hinsichtlich der Aussagen der Zeugin E._____ und des Privatklägers 1 

ist demgegenüber festzustellen, dass sie frei von relevanten Widersprüchen sind, 

lebensnah geschildert wurden, grundsätzlich übereinstimmen und beide 

Aussagepersonen den Beschuldigten 2 keineswegs übermässig belasteten, 

sondern zurückhaltend aussagten. So identifizierte die Zeugin E._____ den Be-

schuldigten 2 an dessen teilweise roter Jacke und auch der Privatkläger 1 

vermochte sich jedenfalls an eine Person zu erinnern, die weiss und rot getragen 

habe. Die Verteidigung des Beschuldigten 2 macht hierzu geltend, die Zeugin 

E._____ habe den Beschuldigten 2 nach dem Vorfall gesehen und nicht erkannt. 

Sie habe gemutmasst, dass er einer der Täter gewesen sein könnte, da sie ja 

"dieses Rot im Kopf" habe. Erst später, nachdem er ihr als Beschuldigter präsen-

tiert worden sei, habe sie den Beschuldigten 2 anlässlich der Konfronta-

tionseinvernahme identifiziert. Es habe deshalb eine Beeinflussung der Zeugin 

stattgefunden, weswegen auf ihre Aussagen nicht abzustellen sei (Urk. 94 S. 3; 

Urk. 66 S. 5; Urk. 122 S. 5). Um dies zu beurteilen, ist sind zunächst die fragli-

chen Aussagen der Zeugin E._____ anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme 

kurz nach den fraglichen Ereignissen genau zu betrachten. Auf die Frage, ob sie 

nach der Tat nochmals einen der Täter habe sichten können, antwortete sie (Urk. 

8/1 F/A 23): "Nein. Ausser die Polizei hat danach einen angehalten mit einer roten 

- 14 - 

Jacke, dies kann gut sein, dass dieser einer der Täter ist. Weil ich habe ja dieses 

Rot im Kopf. Dieser hat auch eine Beule am Kopf und D._____ hat sich zu Beginn 

wirklich gewehrt. Es kann wirklich gut sein, dass dieser einer der Täter ist. Aber 

eine rote Jacke habe ich im Kopf." Auf die präzisierende Frage, ob sie generell 

etwas Rotes im Kopf habe oder spezifisch eine rote Jacke, antwortete sie (Urk. 81 

F/A 24): "Es hat mit der Jacke zu tun, es war im oberen Bereich, keine Hose. Dies 

fiel mir auf, weil die anderen alle dunkel waren." Ohne, dass die Zeugin E._____ 

irgendwie beeinflusst worden wäre, wusste sie somit, dass einer der Täter eine – 

mindestens teilweise – rote Jacke trug. Auf den Fotos des Beschuldigten 2 nach 

dessen Verhaftung ist ersichtlich, dass seine Jacke rote Ärmel hatte, während er 

darunter ein langes, unter der Jacke hervorschauendes weisses Sweatshirt mit 

roter Schrift trug (vgl. Urk. 1/3 S. 5 und 6). Anzumerken ist, dass die – nur wenige 

Stunden nach den Tathandlungen erfolgte – polizeiliche Einvernahme noch 

entsprechend wenig in die Details gehen konnte, wie dies später anlässlich der 

Zeugeneinvernahme vom 11. Juni 2019 in Gegenwart der Beschuldigten 1 und 2 

sowie von F._____ war, als die Staatsanwältin bereits über weitere Angaben ver-

fügte und entsprechend detailliert nachzufragen vermochte. In jener Einvernahme 

identifizierte sie dann den Beschuldigten 2 als einen der Männer, die den am Bo-

den liegenden Privatkläger 1 mehrfach kräftig gegen den Kopf getreten hätten, 

wobei sie wiederum zu schildern wusste, dass er eine rot-weisse Jacke getragen 

habe. Dabei war sich die wie dargelegt grundsätzlich zurückhaltend aussagende 

Zeugin sicher (Urk. 8/2 S. 6), wobei ihre Aussagen lebensnah und plausibel er-

folgten. Entgegen der Ansicht der Verteidigung des Beschuldigten 2 kann mithin 

von einer Beeinflussung der Zeugin keine Rede sein. Vielmehr erfolgte die Identi-

fikation des Beschuldigten 2 zunächst über die Farbe dessen Ober-

körperbekleidung und später direkt in der Einvernahme. Anzumerken ist im 

Übrigen, dass sie in jener Einvernahme auch den Beschuldigten 1 identifizierte 

(Urk. 8/2 S. 7), was sich mit dessen Geständnis deckt. Dass die Zeugin einfach 

aus einem Gefühl heraus und weil sie eben dort sassen, den Beschuldigten ge-

wisse Tathandlungen zugeordnet hätte, kann somit ausgeschlossen werden. 

Schliesslich ist auch kein Grund ersichtlich, weswegen die Zeugin E._____ – wie 

auch der Privatkläger 1 – ausgerechnet den Beschuldigten 2 in diesem Punkt 

- 15 - 

übermässig belasten sollten. Dass die Zeugin E._____ die Partnerin des Privat-

klägers 2 ist, vermag kein Motiv für eine Falschbelastung zu begründen. Die Aus-

sagen der Zeugin E._____ und des Privatklägers 1 zu diesem Element des 

Anklagesachverhalts sind daher als glaubhaft und überzeugend zu bezeichnen.  

3.1.4. Sodann stimmen die Aussagen der Zeugin E._____ und des Privatklä-

gers 1 auch mit den objektiven Beweismitteln – den DNA- Spuren, insbesondere 

der Blutspuren und den Fotografien – überein. Wenn die Vorinstanz hierzu fest-

hält, die Tatsache, dass sich Blut des Privatklägers 1 am Schuh des Beschuldig-

ten 2 befunden habe, lege die Vermutung nahe, dass es einen Kontakt zwischen 

dem Beschuldigten 2 und dem Privatkläger 1 gegeben habe, und des Weiteren 

sei die Lage des Blutes – an der Oberkante des Schuhes – ein Indiz dafür, dass 

der Beschuldigte 2 den Privatkläger 1 gegen sein blutendes Gesicht bzw. seinen 

Kopf getreten habe, so ist zu präzisieren, dass selbstverständlich auch andere 

Möglichkeiten denkbar wären, wie das Blut des Privatklägers 1 auf die Oberkante 

des Turnschuhs des Beschuldigten 2 gelangte (vgl. die Fotografie in Urk. 1/3 S. 

5). Insofern ist der Einwand der Verteidigung des Beschuldigten 2 (Urk. 94 S. 4) 

berechtigt. Die seitens der Vorinstanz geschilderte Variante ist aber jedenfalls 

sehr plausibel und korrespondiert mit den Aussagen der Zeugin E._____ und des 

Privatklägers 1. Umgekehrt werden jedenfalls die – wie erwähnt bereits für sich 

allein betrachtet nicht glaubhaften – Aussagen des Beschuldigten 2 zu Beginn der 

Untersuchung, er sei wohl in eine Blutlache getreten, widerlegt, da sich an der 

Schuhsole kein Blut befand. Die Blutspur des Privatklägers 1 auf der Oberseite 

des Turnschuhs des Beschuldigten 2 spricht jedenfalls klar eher für die Aussage 

der Zeugin E._____, zumal die spätere Aussage des Beschuldigten 2, wonach er 

über den am Boden liegenden Privatkläger 1 hingefallen sei, wie dargelegt nach-

geschoben wurde, als er mit diesen Erkenntnissen konfrontiert wurde. 

3.1.5. Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz als erstellt zu betrachten, 

dass der Beschuldigte 2 anlässlich der gewaltsamen Auseinandersetzung nicht 

nur – wie von ihm vor Vorinstanz eingestanden – dem Privatkläger 2 Faustschlä-

ge ins Gesicht verpasste, sondern auch Fusstritte gegen den Kopf des am Boden 

- 16 - 

liegenden Privatklägers 1 versetzte, weswegen der diesbezügliche Anklagesach-

verhalt erstellt ist. 

3.2. Fusstritte eines unbekannten Angreifers gegen Kopf, Rumpf bzw. Rippen 

des Privatklägers 2 

3.2.1. Auch in diesem Punkt sind die Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 89 

S. 18 – 22) überzeugend, so dass grundsätzlich darauf verwiesen werden kann. 

Die nachfolgenden Erwägungen sind daher präzisierender Natur. 

3.2.2. Hinsichtlich der Aussagen des Beschuldigten 1 können diese mit der 

Vorinstanz als glaubhaft und überzeugend bezeichnet werden, belastete er sich 

doch selbst durchaus erheblich, insbesondere hinsichtlich der Tritte gegen den 

Privatkläger 1. Soweit es um die Tathandlungen gegen den Privatkläger 2 geht, 

sind die Aussagen des Beschuldigten 1 daher glaubhaft, wenn er geltend macht, 

sowohl er selbst als auch der Beschuldigte 2 seien mit jenem zu Boden gegangen 

und er habe weiter auf diesen eingeprügelt, weswegen jedenfalls nicht er selbst 

den Privatkläger 2 getreten habe. Mit jener Aussage entlastete er zudem durch-

aus glaubhaft auch den Beschuldigten 2 betreffend Fusstritte gegen den Privat-

kläger 2. Ob eine andere Person den Privatläger 2 in jenem Zeitraum trat, ver-

mochte er indessen nicht zu sagen. 

3.2.3. Die Aussagen des Beschuldigten 2 sind – wie auch die vorstehend 

geschilderten Aussagen zu seinen Fusstritten gegen den Privatkläger 1 – wiede-

rum widersprüchlich und dem jeweiligen Beweisergebnis angepasst. Immerhin 

kann ab dem Zeitpunkt der zweiten Konfrontationseinvernahme mit dem Beschul-

digten 1 und dem Anpassen seiner Aussagen an diejenigen des Beschuldigten 1 

insoweit von deren Richtigkeit ausgegangen werden, als dass er im Wesentlichen 

mit dem Beschuldigten 1 aufgrund der vorgenommenen Anpassung überein-

stimmte. Bemerkenswert ist indessen, dass er auch danach – im Gegensatz zum 

Beschuldigten 1 – kaum Selbstbelastungen schilderte bezüglich dieses zu Boden 

Gehens mit dem Beschuldigten 1 und dem Privatkläger 2. Vor Vorinstanz bestä-

tigte er entsprechend, dem Privatkläger 2 zwei- bis dreimal ins Gesicht geschla-

gen zu haben (Prot. I S. 26). Ob eine andere Person den Privatläger 2 in jenem 

- 17 - 

Zeitraum trat, vermochte auch er nicht zu sagen. Wenn seitens seiner Verteidi-

gung eingewendet wird, der Beschuldigte 2 habe, wie er während des gesamten 

Verfahrens ausgesagt habe, lediglich schlichtend eingegriffen, da der Privatkläger 

2 augenscheinlich um einiges grösser und somit kräftiger sei (Urk. 94 S. 4; vgl. 

auch Urk. 119 S. 14), so ist dem zunächst entgegenzuhalten, dass eine allfällige 

geringere Körpergrösse einer Person noch keineswegs etwas über deren Verhal-

ten in einer solchen Konfliktsituation aussagt, zumal die Privatkläger auch über-

rascht wurden. Sodann ist das eingestandene Verabreichen von mindestens zwei 

Schlägen ins Gesicht des Privatklägers 2 seitens des Beschuldigten 2 nicht mit 

dem von ihm geltend gemachten Schlichten zu vereinbaren. Soweit der Beschul-

digte 2 somit behauptet, er habe bloss schlichten wollen oder – wohl mit den vor 

Vorinstanz eingeräumten Schlägen – seien Kollegen helfen wollen, sind seine 

Aussagen widersprüchlich und damit unglaubhaft. 

3.2.4. Zu den Aussagen der Zeugin E._____ und des Privatklägers 2 ist fest-

zustellen, dass sie auch in diesem Punkt frei von relevanten Widersprüchen sind, 

dass sie lebensnah geschildert sind, grundsätzlich übereinstimmen und beide 

Aussagepersonen die Beschuldigten keineswegs übermässig belasteten, sondern 

zurückhaltend aussagten. Sowohl der Privatkläger 2 wie auch die Zeugin schilder-

ten zwar Fusstritte gegen diesen im fraglichen Zeitraum, konnten jedoch nichts 

dazu sagen, gegen welche Körperteile des Privatklägers 2 die Tritte erfolgten. 

Den Schluss der Zeugin, der Privatkläger 2 sei auch ins Gesicht getreten worden, 

zog sie indessen nur aufgrund eines mutmasslichen Schuhsolenabdrucks in des-

sen Gesicht, der sich jedoch nicht zweifellos als von einer Schuhsole verursacht 

zuordnen lässt. Die Aussagen des Privatklägers 2 wie auch der Zeugin E._____ 

sind daher grundsätzlich zu diesem Anklagesachverhalt glaubhaft und verlässlich, 

jedoch kann daraus nicht mit Sicherheit auch auf Tritte gegen den Kopf des Pri-

vatklägers 2 geschlossen werden. 

3.2.5. Soweit die Zeugin E._____ und der Privatkläger 2 Tritte gegen den 

Rumpf und dabei insbesondere gegen die Rippen des Privatklägers 2 schilderten, 

werden ihre Aussagen durch die weiteren objektiven Beweismittel, den ärztlichen 

- 18 - 

Befund und die Tatortfotos, gestützt, dokumentieren diese doch die erlittenen Ver-

letzungen des Privatklägers 2.  

3.2.6. Insgesamt sind mit der Vorinstanz Tritte durch einen unbekannten Tä-

ter gegen den Rumpf und dabei insbesondere in die Rippen des Privatklägers 2 

als erstellt zu betrachten, nicht jedoch auch Tritte gegen dessen Kopf. Mit jener 

Einschränkung ist der Anklagesachverhalt betreffend die Tritte gegen den Privat-

kläger 2 somit erstellt.  

4. Rechtliche Würdigung 

4.1. Vorinstanzliche Ausführungen zur Mittäterschaft 

Die Vorinstanz gelangte vorab zu ihrer rechtlichen Würdigung des erstellten An-

klagesachverhalts zur Erkenntnis, eine Mittäterschaft zwischen den beiden 

Beschuldigten und namentlich bekannten oder auch unbekannten weiteren Tatbe-

teiligten lasse sich nicht erstellen (Urk. 89 S. 23 – 25). Aufgrund des Verbots der 

reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) kann und muss daher im Rahmen des 

Berufungsverfahrens nicht überprüft werden, ob eine Mittäterschaft gegeben sein 

könnte. 

4.2. Grundlagen 

Bezüglich der rechtlichen Grundlagen zu den Tatbeständen der schweren Kör-

perverletzung und des Angriffs sowie zum Versuch und zum Eventualvorsatz 

kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die Ausführungen im vo-

rinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 89 S. 25 – 29 und 32). 

4.3. Tathandlungen gegen den Privatkläger 1 

4.3.1. Die Vorinstanz gelangte bezüglich der Tathandlungen der Beschuldig-

ten gegen den Privatkläger 1 zum Ergebnis, dass diese als eventualvorsätzlich 

versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung 

mit Art. 22 StGB zu qualifizieren seien, wobei sie den Tatbestand des Angriffs im 

Sinne von Art. 134 StGB unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtspre-

chung (BGE 118 IV 22 E.5.b) als vom Verletzungstatbestand konsumiert erachte-

- 19 - 

te (Urk. 89 S. 25 – 31). Letztere Würdigung ist aufgrund des Verschlechterungs-

verbots im Berufungsverfahren nicht mehr überprüfbar. Die rechtliche Würdigung 

des erstellten Anklagesachverhalts hinsichtlich der Tathandlungen gegen den Pri-

vatkläger 1 der Vorinstanz ist überzeugend, weswegen grundsätzlich darauf zu 

verweisen ist. Die nachfolgenden Ausführungen sind daher überwiegend präzi-

sierender Natur. 

4.3.2. Die Beschuldigten 1 und 2 traten dem wehrlos, zusammengerollt am 

Boden liegenden Privatkläger 1 mehrfach mit einiger Intensität – der Beschuldigte 

1 selbst sprach von der Intensität einer Flanke im Fussball – gegen den Kopf. Im 

Rahmen des Berufungsverfahrens ergänzte der Beschuldigte 1, es sei bloss eine 

"feine Flanke" gewesen (Urk. 119 S. 11). Diesbezüglich ist indessen zu bemer-

ken, dass es im vorliegenden dynamischen Geschehen lebensfremd erscheint, 

dass die Beschuldigten die Fusstritte bewusst und kontrolliert dosiert hätten. Im 

Übrigen ist eine "Flanke" im Fussball ein hoher, in der Regel weiter Pass vor das 

Tor, weshalb dies in jedem Fall einen Tritt von gewisser Intensität beschreibt. Es 

braucht entsprechend nicht weiter abgeklärt zu werden, was mit einer "feinen 

Flanke" genau gemeint sein sollte. Im Übrigen wurde diese Präzisierung erst im 

Berufungsverfahren vorgebracht und erscheint nachgeschoben. Dass der Privat-

kläger 1 als Resultat solcher Tritte nicht lebensgefährliche oder bleibende Verlet-

zungen wie z.B. ein schweres Hirntrauma, Hirnblutungen etc. erlitt, ist dabei ledig-

lich einem glücklichen Zufall zu verdanken. Die Beschuldigten hatten dabei keine 

Kontrolle darüber, ob ein solcher Taterfolg eintreten würde oder nicht, zumal be-

reits eine leichte Bewegung des Opfers – egal, ob aufgrund eines Tritts oder auch 

aus eigenem Antrieb – einen Treffer umso gefährlicher oder auch weniger gefähr-

lich machen konnte, je nachdem wie dieser zufälligerweise erfolgte. Die Tatbe-

standsverwirklichung des Eintritts einer schweren Verletzung im Sinne von Art. 

122 StGB lag daher durchaus nahe.  

4.3.3. In subjektiver Hinsicht kann nicht der Rückschluss gezogen werden, 

die Beschuldigten 1 und 2 wollten schwere Verletzungen des Privatklägers im 

Sinne von Art. 122 StGB bewirken. Indessen drängt sich aufgrund der Heftigkeit 

und der Anzahl an Tritten, die sie dem am Boden liegenden Opfer gegen dessen 

- 20 - 

Kopf versetzten der zwingende Schluss auf, dass sie mit möglichen solchen Ver-

letzungen rechneten und dies auch in Kauf nahmen. Die Beschuldigten räumten 

dabei im Rahmen der Untersuchung auch ein, um die Möglichkeit solcher Verlet-

zungen zu wissen (Beschuldigter 1: Urk. 3/1 F/A 91 ff.; Beschuldigter 2: Urk. 2/4 

F/A 80 und 86 f.). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung entspricht es 

zudem der allgemeinen Lebenserfahrung, dass Fusstritte und Faustschläge in 

den Kopfbereich eines am Boden liegenden Opfers – selbst wenn dieses sich zu-

sammenrollt und den Kopf mit den Händen zu schützen versucht – zu schwerwie-

genden Beeinträchtigungen der körperlichen Integrität führen können (BGer Urtei-

le 6B_526/2020 vom 24. Juni 2021 E. 1.2.2; 6B_529/2020 vom 14. September 

2020 E. 3.2.2; 6B_1180/2015 vom 13. Mai 2016 E. 4.1; je mit Hinweisen). Für die 

Erfüllung des Tatbestandes der versuchten schweren Körperverletzung setzt die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung zudem nicht voraus, dass neben den eigent-

lichen Fusstritten oder Schlägen gegen den Kopf ein aggravierendes Moment, 

etwa eine besondere Heftigkeit der Tritte, die Wehrlosigkeit des Opfers, die Trak-

tierung mit weiteren Gegenständen oder die Einwirkung mehrerer Personen, hin-

zutreten muss (BGer Urteile 6B_526/2020 vom 24. Juni 2021 E. 1.2.2; 

6B_529/2020 vom 14. September 2020 E. 3.2.2; 6B_1180/2015 vom 13. Mai 

2016 E. 4.1; je mit Hinweisen). Die Beschuldigten 1 und 2 nahmen durch die 

Fusstritte gegen den Kopf des Privatklägers 1 entsprechend in Kauf, dass dieser 

schwere Verletzungen erleiden könnte. 

4.3.4. Somit erfüllten beide Beschuldigten den Tatbestand der eventualvor-

sätzlich versuchten vorsätzlichen Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB gegenüber dem Privatkläger 1. 

4.4. Tathandlungen gegen den Privatkläger 2 

4.4.1. Die Vorinstanz verneinte bezüglich der Tathandlungen der beiden 

Beschuldigten gegen den Privatkläger 2 das Vorliegen einer eventualvorsätzlich 

versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung 

mit Art. 22 StGB und subsumierte die Tathandlungen der Beschuldigten dagegen 

unter den Tatbestand des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB (Urk. 89 S. 31 – 

33). Anzumerken ist, dass die Vorinstanz die Parteien anlässlich der Hauptver-

- 21 - 

handlung korrekterweise gemäss Art. 344 StPO auf die Abweichung von den An-

trägen bzw. der rechtlichen Würdigung der Staatsanwaltschaft hinwies (Prot. I S. 

47). Die fehlende Erfüllung des Tatbestands der versuchten schweren Körperver-

letzung gemäss Würdigung der Vorinstanz ist aufgrund des Verschlechterungs-

verbots im Berufungsverfahren nicht mehr überprüfbar. Im Übrigen ist die rechtli-

che Würdigung der Vorinstanz des erstellten Anklagesachverhalts hinsichtlich der 

Tathandlungen gegen den Privatkläger 2 überzeugend, weswegen grundsätzlich 

darauf zu verweisen ist. Die nachfolgenden Ausführungen sind daher überwie-

gend präzisierender Natur.  

4.4.2. Die Beschuldigten 1 und 2 wirkten mittels mehrerer Faustschläge ins 

Gesicht sowie Kniestichen in die Rippen in gewaltsamer Weise auf den Privat-

kläger 2 ein, wobei der Beschuldigte 2 sich dem Angriff des Beschuldigten 1 an-

schloss. Zudem trat ein unbekannter Dritter hinzu, als die Beschuldigten 1 und 2 

mit dem Privatkläger 2 am Boden lagen, und versetzte diesem mehrere Fusstritte 

in die Rippen. Der Privatkläger 2 blieb dabei passiv mit Ausnahme einer Abwehr-

handlung gegen den ebenfalls beteiligten F._____, den er an die Wand drückte 

bzw. sich zu wehren versuchte. Diese Abwehrversuche stellen kein eigentliches 

Tätigwerden dar, dass der Annahme eines Angriffs entgegenstünde, zumal er 

lediglich defensiv bzw. selbstschützend tätig war. Wer dem Privatkläger 2 welche 

Verletzungen zufügte, ist dabei irrelevant, zumal deren Vorliegen im Rahmen des 

Angriffs nach Art. 134 StGB bloss eine objektive Strafbarkeitsbedingung darstellt. 

Der objektive Tatbestand des Angriffs ist durch die Beteiligung an diesem erfüllt.  

Die Verteidigung des Beschuldigten 2 machte im Berufungsverfahren diesbe-

züglich erneut geltend, der Beschuldigte 2 habe einen Angriff auf seine Freunde 

wahrgenommen und sei diesen zu Hilfe geeilt, weshalb von einer Notstandssitua-

tion auszugehen sei (Urk. 122 S. 11). Der Beschuldigte 2 stiess gemäss erstell-

tem Sachverhalt aber erst dann zum Geschehen dazu, als der Beschuldigte 1 be-

reits auf den Privatkläger 2 einschlug. Das An-die-Wand Drücken durch den 

Privatkläger 2 war zudem bereits beendet. Von einer Notstandssituation bzw. von 

Notstandshilfe kann entsprechend von vornherein nicht ausgegangen werden.  

- 22 - 

4.4.3. In subjektiver Hinsicht ist zu bemerken, dass sich die Beschuldigten 1 

und 2 wissentlich und willentlich am Angriff beteiligten. Entgegen der Ansicht der 

Verteidigung des Beschuldigten 2 (Urk. 122 S. 10) ist hierbei im Rahmen des 

Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB nicht von Bedeutung, ob der Beschuldigte 2 

die einzelnen Tathandlungen der übrigen Angreifer mitgetragen hat (vgl. dazu 

TRECHSEL/MONA, Praxiskommentar StGB, 3. Auflage, N 6 zu Art. 133 StGB; 

BGE 106 IV 251). Vorliegend war für den Beschuldigten 2 aufgrund des Um-

stands, dass der Beschuldigte 1 bereits gegen den Privatkläger 2 vorging, als er 

dazu gestossen war, ohne Weiteres klar, dass ein tätlicher Angriff auf den Privat-

kläger 2 im Gang war. An jenem hat er sich wissentlich und willentlich beteiligt, 

womit der subjektive Tatbestand erfüllt ist.  

4.4.4. In Form der erstellten Verletzungen des Privatklägers 2 trat die objekti-

ve Strafbarkeitsvoraussetzung von Körperverletzungen des Angegriffenen ein. 

4.4.5. Somit erfüllten die Beschuldigten 1 und 2 hinsichtlich des Privatklägers 

2 den Tatbestand des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB. 

4.5. Rechtfertigungsgrund des Notstands seitens des Beschuldigten 2 

Hinsichtlich des vom Beschuldigten 2 anlässlich der Hauptverhandlung vor 

Vorinstanz geltend gemachten Rechtfertigungsgrunds des Notstands im Sinne 

von Art. 17 StGB kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutref-

fenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 89 S. 34). 

4.6. Fazit 

Zusammenfassend sind die Beschuldigten 1 und 2 der (eventualvorsätzlich) ver-

suchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung 

mit Art. 22 StGB und des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB schuldig zu spre-

chen. 

- 23 - 

III. Strafzumessung 

A. Allgemeine Ausführungen 

1. Einleitung 

Die Vorinstanz bestrafte beide Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 

30 Monaten (Urk. 89 S. 71). Aufgrund des Verbots der reformatio in peius (Art. 

391 Abs. 2 StPO) stellt dies vorliegend somit die obere Grenze dar. 

2. Strafrahmen und Strafzumessungsregeln 

Bezüglich des Strafrahmens und der allgemeinen Strafzumessungsregeln kann 

zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die Ausführungen im vorinstanzli-

chen Entscheid verwiesen werden (Urk. 89 S. 35 f.). 

B. Beschuldigter 1 

1. Tatkomponente 

1.1. Versuchte schwere Körperverletzung 

1.1.1. Objektive Tatschwere 

Der Beschuldigte 1 begann die körperliche Auseinandersetzung, indem er dem 

Privatkläger 1 ohne Vorwarnung mehrfach mit der Faust ins Gesicht schlug, wo-

bei er schnell und für den Privatkläger 1 überraschend handelte, so dass jenem 

keine Möglichkeit blieb, sich darauf zwecks Verteidigung oder Rückzug einzustel-

len. Als beide am Boden lagen, versetzte der Beschuldigte 1 dem Privatkläger 

mehrere Faustschläge ins Gesicht, stand auf und versetzte dem wehrlos am Bo-

den liegenden Privatkläger 1 mehrere gezielte kräftige Fusstritte gegen das Ge-

sicht. Mit dieser massiven und brutalen Gewaltanwendung manifestierte er eine 

erhebliche Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Opfer. Die Verletzungen des Pri-

vatklägers 1 waren nicht lebensgefährlich, weswegen bloss ein Versuch vorliegt, 

worauf nachfolgend einzugehen sein wird. Ohne Weiteres wären aber lebensge-

fährliche oder bleibende Verletzungen am/im Kopfbereich möglich gewesen. In 

- 24 - 

objektiver Hinsicht ist – für ein vollendetes Delikt – von einem erheblichen Ver-

schulden auszugehen und die Einsatzstrafe auf 48 Monate anzusetzen. 

1.1.2. Subjektives Verschulden 

Auslöser der Tat war eine vom Beschuldigten 1 gehörte Äusserung des Privat-

klägers 1, die er als Beleidigung gegenüber Asiaten aufgefasst habe, worauf er, 

nachdem dieser sich nicht entschuldigt habe, zu ihm gegangen sei und ihn ge-

schlagen habe. Mithin beantwortete der Beschuldigte 1 eine als Beleidigung auf-

gefasste, rein verbale Äusserung mit massiver Gewalt, so dass die Tat – unab-

hängig von der Bewertung der angeblichen verbalen Provokation – als aus völlig 

nichtigem Grund erfolgt zu bezeichnen ist. Insofern wird die objektive Tatschwere 

durch die subjektiven Zumessungsgründe nicht relativiert. Leicht verschuldens-

mindernd ist aber zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 1 hinsichtlich des 

möglichen Taterfolgs schwerer Verletzungen nicht mit direktem Vorsatz, sondern 

lediglich eventualvorsätzlich handelte, während er die Tathandlungen selbst direkt 

vorsätzlich beging. Sodann ist ihm – wie auch seitens der Vorinstanz erfolgt (Urk. 

89 S. 38 f.) – zu seinen Gunsten aufgrund seiner Alkoholisierung im Tatzeitpunkt 

eine leichte Verminderung der Steuerungs- und damit Schuldfähigkeit strafmin-

dernd anzurechnen. Entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 120 S. 3 f. und 

S. 14 f.) ist indessen keine mittel- bzw. schwergradige Verminderung der Schuld-

fähigkeit oder gar eine Aufhebung zu erkennen. Dies zeigt sich unter anderem 

auch daran, dass sich der Beschuldigte 1 an den Vorfall gut zu erinnern vermag 

und dort insoweit strukturiert handeln konnte. Da eine Verminderung der Schuld-

fähigkeit zudem nicht bereits bei einer leichten Alkoholisierung angenommen 

würde, bleibt vorliegend bloss eine leichte Verminderung der Schuldfähigkeit fest-

zustellen. Unter Berücksichtigung auch der subjektiven Zumessungsgründe ist 

von einem keineswegs mehr leichten Verschulden auszugehen und die Einsatz-

strafe auf 42 Monate festzusetzen. 

1.1.3. Versuch 

Vorliegend war es lediglich einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass der Pri-

vatkläger 1 nicht lebensgefährliche oder bleibende Verletzungen erlitt, der Tater-

- 25 - 

folg also nicht eintrat. Aufgrund des Versuchs erscheint es gerechtfertigt, die Ein-

satzstrafe um 6 Monate zu senken. 

1.1.4. Fazit 

Ausgehend von einem keineswegs mehr leichten Verschulden ist für die even-

tualvorsätzlich versuchte schwere Körperverletzung von einer Einsatzstrafe von 

36 Monaten auszugehen. 

1.2. Angriff 

1.2.1. Objektive Tatschwere 

In objektiver Hinsicht wurde der Privatkläger 2 von mindestens drei bis maximal 

fünf Personen angegriffen, wobei sich der Beschuldigte 1 daran beteiligte. Dabei 

wurde dem Privatkläger 2 in massiver Art und Weise zugesetzt, indem er im Ver-

lauf der Auseinandersetzung mehrfach brutal mit Fäusten ins Gesicht, an den 

Kopf und in die Rippen geschlagen sowie mit Tritten und Kniestichen malträtiert 

wurde. Hierdurch erlitt er Verletzungen, die zwar noch unter den Tatbestand der 

einfachen Körperverletzung zu subsumieren wären, innerhalb dessen aber als 

durchaus erheblich zu bezeichnen sind. In objektiver Hinsicht ist im von einer 

Geldstrafe bis zu fünf Jahren reichenden Strafrahmen von einem nicht mehr leich-

ten Verschulden auszugehen und die Strafe auf 15 Monate Freiheitsstrafe anzu-

setzen.  

1.2.2. Subjektives Verschulden 

In subjektiver Hinsicht kann hinsichtlich des Tatmotivs grundsätzlich auf die vor-

stehenden Ausführungen zum Tatbestand der versuchten schweren Körperverlet-

zung verwiesen werden, indem der Beschuldigte 1 auch auf den Privatkläger 2 

aufgrund einer vermeintlichen verbalen Beleidigung und damit aus nichtigem 

Grund losging. Er handelte dabei mit direktem Vorsatz und gänzlich rücksichtslos. 

Wiederum ist ihm aufgrund der Alkoholisierung eine leicht verminderte Steue-

rungs- und damit Schuldfähigkeit strafmindernd anzurechnen. Unter Berücksichti-

gung auch der subjektiven Zumessungsgründe ist von einem nicht mehr leichten 

- 26 - 

Verschulden auszugehen und die Strafe auf 12 Monate Freiheitsstrafe festzuset-

zen. 

1.2.3. Fazit 

Ausgehend von einem nicht mehr leichten Verschulden ist für den Angriff von ei-

ner Strafe von 12 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen. 

1.3. Asperation 

Vorliegend wurden zwar beide Taten im selben Tatzeitpunkt und aus demselben 

Motiv begangen, doch richteten sie sich gegen zwei verschiedene Opfer. Im 

Rahmen der Asperation erscheint es daher gerechtfertigt, von der Strafe für den 

Angriff die Hälfte, also 6 Monate zu berücksichtigen und die Einsatzstrafe von 

36 Monaten somit auf 42 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen. 

1.4. Fazit bezüglich Tatkomponente 

Insgesamt ist das Tatverschulden des Beschuldigten 1 sowohl von der objektiven 

Tatschwere her wie auch unter Berücksichtigung seines subjektiven Verschuldens 

ausgehend von einem Strafrahmen bis zu zehn Jahren als erheblich zu bezeich-

nen. Gestützt auf die erwähnten Faktoren nach Würdigung der Tatkomponente 

gelangt man somit zu einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten. 

2. Täterkomponente 

2.1. Geständnis/Reue und Einsicht 

Der Beschuldigte 1 war seit Beginn der Untersuchung wenigstens im äusseren 

Sachverhalt voll geständig und er war auch kooperativ. Hierdurch erleichterte er 

die Untersuchung erheblich, wobei ihm einige Tathandlandungen ohne dieses 

Geständnis nicht hätten persönlich zugeordnet werden können. Zudem zeigte er 

Reue und Einsicht, indem er auch plausibel darlegte, dass ihn das Ereignis – und 

nicht bloss das Verfahren und die möglichen Sanktionen – belastete. Das Ge-

ständnis im äusseren Sachverhalt ist deutlich strafmindernd zu berücksichtigen. 

- 27 - 

2.2. Vorstrafen 

Der Beschuldigte 1 weist mehrere Vorstrafen wegen Delikten im Strassenverkehr 

auf, die indessen nicht einschlägig sind. Eine Vorstrafe wegen Vernachlässigung 

von Unterhalt aus dem Jahr 2009 (vgl. Urk. 23/1) wurde seit der Verhandlung vor 

Vorinstanz gelöscht und ist damit nicht mehr beachtlich. Die Vorstrafen betragen 

jeweils wenige Tagessätze Geldstrafe, indem die höchsten gegen den Beschul-

digten 1 ausgesprochenen Strafen je eine Geldstrafe von 45 Tagessätzen waren. 

Der Beschuldigte 1 beging diese Delikte zwischen 2013 bis 2016, womit die Ver-

gehen mehrere Jahre zurück liegen (Urk. 117). Die Vorstrafen wirken sich somit 

nur leicht – aber entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 120 S. 13) doch 

immerhin – straferhöhend aus. 

2.3. Persönliche Verhältnisse/Vorleben/allgemeiner Leumund 

Im Rahmen der Untersuchung und vor Vorinstanz führte der Beschuldigte 1 zu 

seinen persönlichen Verhältnissen, seinem Vorleben und seinem allgemeinen 

Leumund aus, er sei in G._____ aufgewachsen und auch dort zur Schule gegan-

gen. 1998 sei er im Alter von 12 Jahren in die Schweiz gekommen, da seine Mut-

ter seinen Stiefvater geheiratet habe, der Schweizer sei. Er habe einen jüngeren 

Bruder und eine jüngere Schwester, die ebenfalls in Zürich wohnten. Das Verhält-

nis zu seiner Familie sei sehr gut. Seinen leiblichen Vater habe er noch nie getrof-

fen und er kenne nur dessen Namen. Er habe aber noch Verwandte in Thailand 

und reise mindestens einmal pro Jahr nach G._____. Er könne sowohl Deutsch 

als auch Thailändisch sprechen, jedoch habe er Mühe, auf Thailändisch zu 

schreiben. In der Schweiz habe er von der 5. Klasse der Primarschule bis zum 4. 

Realschuljahr die Schule besucht. Im Anschluss habe er eine Schreinerlehre be-

gonnen, die er aber nach einem Jahr abgebrochen habe. Danach habe er bei sei-

ner Mutter, welche ein Thai-Restaurant geführt habe, gearbeitet. Zurzeit sei er als 

Chef de Service im Restaurant H._____ im I._____ angestellt, wo er zwischen 

Fr. 4'800.– bis Fr. 4'900.– pro Monat inkl. Kinderzulagen verdiene. Er lebe mit 

seiner Frau und dem gemeinsamen 5-jährigen Sohn und der 18-jährigen Tochter 

seiner Frau in einer Wohnung. Seine Frau sei Schweizerin. Er habe zudem noch 

zwei weitere Kinder, die 13 und 14 Jahre alt seien. Das eine Kind lebe bei dessen 

- 28 - 

Mutter und das andere bei seinen Eltern, den Grosseltern des Kindes. Das ältere 

Kind habe einen Schweizer Pass und das zweite Kind einen C-Ausweis. Er habe 

sodann Schulden in der Höhe von Fr. 80'000.– oder Fr. 70'000.–, die er in monat-

lichen Raten von Fr. 100.– bis Fr. 200.– abzahle, weshalb er sich bisher noch 

nicht habe einbürgern lassen können (Urk. 3/1 F/A 104 ff.; Urk. 23/7 F/A 6 ff.; 

Prot. I S. 10 ff.). Im Rahmen der Berufungsverhandlung ergänzte er, er sei mitt-

lerweile im Restaurant H._____ zum stellvertretenden Geschäftsführer befördert 

worden. Dort verdiene er deswegen ca. Fr. 200.– mehr pro Monat. Die Schulden 

würden sich gemäss aktuellem Betreibungsregisterauszug aber noch immer auf 

über Fr. 100'000.– belaufen (Urk. 119 S. 1 ff.). Vorleben, persönliche Verhältnisse 

wie auch der allgemeine Leumund wirken sich zumessungsneutral aus. 

2.4. Strafempfindlichkeit 

Eine besondere Strafempfindlichkeit (Wirkung der Strafe auf das Leben des Tä-

ters; Art. 47 StGB) ist beim Beschuldigten 1 nicht gegeben. Es ist ihm mithin unter 

diesem Titel nichts zu Gute zu halten. 

2.5. Verfahrensdauer/Zeitablauf 

Untersuchung und gerichtliche Verfahren wurden vorliegend für ein Verfahren 

dieses Umfangs sehr beförderlich geführt. So vergingen zwischen Tathandlung 

und vorinstanzlichem Urteil lediglich rund 14 Monate. Eine Strafminderung auf-

grund der Verfahrensdauer und/oder des Zeitablaufs fällt daher ausser Betracht. 

2.6. Fazit bezüglich Täterkomponente 

Insgesamt ist mit den Vorstrafen ein leicht straferhöhendes Zumessungskriterium 

im Rahmen der Täterkomponente festzustellen, das zu berücksichtigen ist, 

während sich das Geständnis deutlich strafmindernd auswirkt. Die aufgrund der 

Tatkomponente ermittelte Freiheitsstrafe ist daher von 42 Monaten um 12 Monate 

auf 30 Monate zu senken.  

- 29 - 

3. Gesamtwürdigung 

3.1. Freiheitsstrafe 

In Würdigung sämtlicher dargelegter Strafzumessungsgründe erscheint eine 

Gesamt-Freiheitsstrafe von 30 Monaten dem Verschulden und den persönlichen 

Verhältnissen des Beschuldigten 1 angemessen.  

3.2. Anrechnung von Untersuchungshaft 

Der Beschuldigte 1 befand sich vom 4. Februar 2019, 07.55 Uhr, bis am 5. Feb-

ruar 2019, 16.45 Uhr, in Haft. Diese 2 Tage Untersuchungshaft sind ihm auf die 

Freiheitsstrafe als erstanden anzurechnen (Art. 51 StGB). 

C. Beschuldigter 2 

1. Tatkomponente 

1.1. Versuchte schwere Körperverletzung 

1.1.1. Objektive Tatschwere 

In objektiver Hinsicht lag der Privatkläger 1, von mehreren Faustschlägen und 

Tritten seitens des Beschuldigten 1 traktiert wehrlos am Boden und wurde von 

diesem mit Tritten weiter traktiert. In dieser Situation schloss der Beschuldigte 2 

sich dem Vorgehen des Beschuldigten 1 an und versetzte dem Privatkläger eben-

falls mehrere Tritte gegen den Kopf, wobei auch diese Tritte mit durchaus erheb-

licher Kraft erfolgten. Mit dieser massiven und brutalen Gewaltanwendung 

manifestierte er eine erhebliche Rücksichtslosigkeit gegenüber dem ihm zuvor 

völlig unbekannten Opfer. Die Verletzungen des Privatklägers 1 waren nicht 

lebensgefährlich, weswegen bloss ein Versuch vorliegt, worauf nachfolgend ein-

zugehen sein wird. Ohne Weiteres wären aber lebensgefährliche oder bleibende 

Verletzungen am/im Kopfbereich möglich gewesen. In objektiver Hinsicht ist – für 

ein vollendetes Delikt – von einem keineswegs mehr leichten Verschulden auszu-

gehen und die Einsatzstrafe auf 36 Monate anzusetzen. 

- 30 - 

1.1.2. Subjektives Verschulden 

Auslöser der Tat war die zuvor vom Beschuldigten 1 begonnene Auseinander-

setzung, welcher sich der Beschuldigte 2 spontan anschloss. Auch von seiner 

Seite her handelte es sich mithin um eine Tat aus völlig nichtigem Grund. Insofern 

wird die objektive Tatschwere durch die subjektiven Zumessungsgründe nicht re-

lativiert. Leicht verschuldensmindernd ist aber zu berücksichtigen, dass der Be-

schuldigte 1 hinsichtlich des möglichen Taterfolgs schwerer Verletzungen nicht 

mit direktem Vorsatz, sondern lediglich eventualvorsätzlich handelte, während er 

die Tathandlungen selbst direkt vorsätzlich beging. Sodann ist ihm – wie auch sei-

tens der Vorinstanz erfolgt (Urk. 89 S. 43) – zu seinen Gunsten aufgrund seiner 

Alkoholisierung und des Kokaineinflusses im Tatzeitpunkt eine leichte Verminde-

rung der Steuerungs- und damit Schuldfähigkeit strafmindernd anzurechnen. Un-

ter Berücksichtigung auch der subjektiven Zumessungsgründe ist von einem nicht 

mehr leichten Verschulden auszugehen und die Einsatzstrafe auf 32 Monate fest-

zusetzen. 

1.1.3. Versuch 

Vorliegend war es lediglich einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass der Pri-

vatkläger 1 nicht lebensgefährliche oder bleibende Verletzungen erlitt, der Tater-

folg also nicht eintrat. Aufgrund des Versuchs erscheint es gerechtfertigt, die Ein-

satzstrafe um 6 Monate zu senken. 

1.1.4. Fazit 

Ausgehend von einem keineswegs mehr leichten Verschulden ist für die eventu-

alvorsätzlich versuchte schwere Körperverletzung von einer Einsatzstrafe von 

26 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen. 

1.2. Angriff 

1.2.1. Objektive Tatschwere 

In objektiver Hinsicht wurde der Privatkläger 2 – wie vorstehend bezüglich des 

Beschuldigten 1 dargelegt – von mindestens drei bis maximal fünf Personen an-

- 31 - 

gegriffen, wobei sich auch der Beschuldigte 2 daran beteiligte. Sein Tatbeitrag fiel 

dabei mit zwei- bis drei Faustschlägen ins Gesicht des Privatklägers 2 etwas 

geringer aus als derjenige des Beschuldigten 1. Dem Privatkläger 2 wurde in 

massiver Art und Weise zugesetzt, indem er im Verlauf der Auseinandersetzung 

mehrfach brutal mit Fäusten ins Gesicht, an den Kopf und in die Rippen geschla-

gen sowie mit Tritten und Kniestichen malträtiert wurde. Hierdurch erlitt er Verletz-

ungen, die zwar noch unter den Tatbestand der einfachen Körperverletzung zu 

subsumieren wären, innerhalb dessen aber als durchaus erheblich zu bezeichnen 

sind. In objektiver Hinsicht ist im von einer Geldstrafe bis zu fünf Jahren reichen-

den Strafrahmen von einem nicht mehr leichten Verschulden auszugehen und die 

Strafe auf 12 Monate Freiheitsstrafe anzusetzen. 

1.2.2. Subjektives Verschulden 

In subjektiver Hinsicht kann hinsichtlich des Tatmotivs grundsätzlich auf die vor-

stehenden Ausführungen zum Tatbestand der versuchten schweren Körperverlet-

zung verwiesen werden, indem der Beschuldigte 2 auch auf den Privatkläger 2 

aus nichtigem Grund losging. Er handelte dabei mit direktem Vorsatz und gänzlich 

rücksichtslos. Wiederum ist ihm aufgrund der Alkoholisierung und des Kokainein-

flusses eine leicht verminderte Steuerungs- und damit Schuldfähigkeit straf-

mindernd anzurechnen. Unter Berücksichtigung auch der subjektiven Zumes-

sungsgründe ist von einem nicht mehr leichten Verschulden auszugehen und die 

Strafe auf 8 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen. 

1.2.3. Fazit 

Ausgehend von einem nicht mehr leichten Verschulden ist für den Angriff von ei-

ner Strafe von 8 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen. 

1.3. Asperation 

Vorliegend wurden zwar beide Taten im selben Tatzeitpunkt und aus demselben 

Motiv begangen, doch richteten sie sich gegen zwei verschiedene Opfer. Im 

Rahmen der Asperation erscheint es daher gerechtfertigt, von der Strafe für den 

- 32 - 

Angriff die Hälfte, also 4 Monate zu berücksichtigen und die Einsatzstrafe von 26 

Monaten somit auf 30 Monate zu erhöhen. 

1.4. Fazit bezüglich Tatkomponente 

Insgesamt ist das Tatverschulden des Beschuldigten 2 sowohl von der objektiven 

Tatschwere her wie auch unter Berücksichtigung seines subjektiven Verschuldens 

ausgehend von einem Strafrahmen bis zu zehn Jahren als keineswegs mehr 

leicht zu bezeichnen. Gestützt auf die erwähnten Faktoren nach Würdigung der 

Tatkomponente gelangt man somit zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten. 

2. Täterkomponente 

2.1. Geständnis/Reue und Einsicht 

Hinsichtlich des Hauptvorwurfs der versuchten schweren Körperverletzung ist der 

Beschuldigte 2 ungeständig. Bezüglich der Faustschläge gegen den Privatkläger 

2 legte der Beschuldigte 2, nachdem er dies zuvor noch abgestritten hatte, nach 

der Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten 1, in der er auch von die-

sem belastet wurde, ein Teilgeständnis ab. Dieses erleichterte die Untersuchung 

indessen in keiner Weise mehr und zeugt auch nicht im Geringsten von Reue. 

Entgegen der Vorinstanz (Urk. 89 S. 45) wirkt sich dieses marginale Teilgeständ-

nis nicht strafmindernd aus. 

2.2. Vorstrafen 

Der Beschuldigte 2 weist keine Vorstrafen auf (Urk. 118), was zumessungsneutral 

bleibt.  

2.3. Persönliche Verhältnisse/Vorleben/allgemeiner Leumund 

Im Rahmen der Untersuchung und vor Vorinstanz führte der Beschuldigte 2 zu 

seinen persönlichen Verhältnissen, seinem Vorleben und seinem allgemeinen 

Leumund aus, er sei am 31. Oktober 1996 mit 13 Jahren in die Schweiz gekom-

men. Seine Mutter habe sich bereits in der Schweiz befunden und sein Vater, sein 

Zwillingsbruder, seine Schwester und er seien ihr später in die Schweiz gefolgt. Er 

- 33 - 

habe noch eine Halbschwester mütterlicherseits. Ausserdem habe er eine Toch-

ter, die 12.5 Jahre alt sei. Er sei mit der Mutter der Tochter noch zusammen und 

lebe auch mit ihr zusammen, sie seien aber nicht verheiratet. Zu seinen Verwand-

ten in Thailand habe er keinen grossen Kontakt. Zuletzt sei er vor zehn Jahren 

dort gewesen. In der Schweiz habe er mit 13 Jahren die Oberstufe besucht. Da-

nach habe er eine Anlehre als Mechaniker gemacht, diese aber nicht abgeschlos-

sen. Anschliessend habe er als Hilfskoch, Lagerarbeiter und Logistiker gearbeitet. 

Zurzeit arbeite er an der Blumenbörse und als DJ, womit er monatlich rund 

Fr. 4'000.– netto verdiene. Ausserdem habe er Schulden in der Höhe von rund 

Fr. 98'000.–, weshalb er sich bisher noch nicht habe einbürgern lassen können. 

Sein Lohn sei gepfändet und er erhalte monatlich nur Fr. 2'500.– ausgezahlt. Er 

spreche Deutsch, Thailändisch und Englisch, habe aber Mühe, in der thailändi-

schen Sprache zu schreiben (Urk. 22/7 F/A 4 ff.; Prot. S. 13 ff.). Im Rahmen der 

Berufungsverhandlung ergänzte er, er habe seine Arbeit bei der Blumenhalle auf-

gegeben, arbeite aber nach wie vor als DJ. Dabei verdiene er monatlich in einem 

70% Pensum ca. Fr. 3'000.– netto. Die Schulden würden sich noch immer auf 

ca. Fr. 100'000.– belaufen, weswegen auch noch immer eine Lohnpfändung laufe 

(Urk. 119 S. 4 f.). Vorleben, persönliche Verhältnisse wie auch der allgemeine 

Leumund wirken sich zumessungsneutral aus. 

2.4. Strafempfindlichkeit 

Eine besondere Strafempfindlichkeit (Wirkung der Strafe auf das Leben des Tä-

ters; Art. 47 StGB) ist beim Beschuldigten 2 nicht gegeben. Es ist ihm mithin unter 

diesem Titel nichts zu Gute zu halten. 

2.5. Verfahrensdauer/Zeitablauf 

Untersuchung und gerichtliche Verfahren wurden vorliegend für ein Verfahren 

dieses Umfangs sehr beförderlich geführt. So vergingen zwischen Tathandlung 

und vorinstanzlichem Urteil lediglich rund 14 Monate. Eine Strafminderung auf-

grund der Verfahrensdauer und/oder des Zeitablaufs fällt daher ausser Betracht. 

- 34 - 

2.6. Fazit bezüglich Täterkomponente 

Insgesamt wirkt sich die Täterkomponente zumessungsneutral aus. 

3. Gesamtwürdigung 

3.1. Freiheitsstrafe 

In Würdigung sämtlicher dargelegter Strafzumessungsgründe erscheint eine 

Gesamt-Freiheitsstrafe von 30 Monaten dem Verschulden und den persönlichen 

Verhältnissen des Beschuldigten 2 angemessen.  

3.2. Anrechnung von Untersuchungshaft 

Der Beschuldigte 2 befand sich vom 27. Januar 2019, 05.45 Uhr, bis am 

18. Februar 2019, 15.00 Uhr, in Haft. Diese 23 Tage Untersuchungshaft sind ihm 

auf die Freiheitsstrafe als erstanden anzurechnen (Art. 51 StGB). 

IV. Vollzug 

1. Einleitung 

Die Vorinstanz schob den Vollzug der Freiheitsstrafen beider Beschuldigter im 

Umfang von 22 Monaten auf und erklärte den Rest von 8 Monaten abzüglich der 

je erstandenen Haft für vollziehbar (Urk. 89 S. 46). 

2. Grundlagen 

Bezüglich der rechtlichen Grundlagen kann auf die Ausführungen im vorinstanz-

lichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 89 S. 46). 

3. Subsumtion 

Wie von der Vorinstanz zutreffend dargelegt kann beiden Beschuldigten grund-

sätzlich eine gute Prognose gestellt werden, auch wenn diese beim Beschuldigten 

1 aufgrund seiner – indessen nicht einschlägigen – Vorstrafen etwas getrübt ist. 

Die Vorinstanz blieb in ihrem Urteil lediglich zwei Monate über dem möglichen 

Minimum, was angemessen erscheint. Eine Erhöhung des vollziehbaren Teils wä-

- 35 - 

re aufgrund des Verschlechterungsverbots unzulässig und ist nicht angezeigt. Der 

vorinstanzliche Entscheid, für beide Beschuldigten die Freiheitsstrafe im Umfang 

von 22 Monaten aufzuschieben und den Rest von 8 Monaten vollziehbar zu erklä-

ren, ist daher zu bestätigen. 

V. Zivilansprüche 

1. Die Vorinstanz verpflichtete die Beschuldigten 1 und 2 unter solidarischer 

Haftbarkeit den Privatklägern Schadenersatz wie folgt zu bezahlen (Urk. 89 S. 59-

69): 

- dem Privatkläger 1 Fr. 1'740.–; 

- dem Privatkläger 2 Fr. 3'609.90, wobei dessen Schadenersatzbegehren im 

Mehrbetrag auf den Zivilweg verwiesen wurde. 

Weiter verpflichtete die Vorinstanz die Beschuldigten 1 und unter solidarischer 

Haftbarkeit den Privatklägern Genugtuung wie folgt zu leisten: 

- dem Privatkläger 1 Fr. 1'500.– zuzüglich 5 % Zins ab 27. Januar 2019, wo-

bei dessen Genugtuungsbegehren im Mehrbetrag abgewiesen wurde;  

- dem Privatkläger 2 Fr. 3'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 27. Januar 2019, wo-

bei dessen Genugtuungsbegehren im Mehrbetrag abgewiesen wurde. 

2.1. Die diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz sind überzeugend, wes-

wegen vorab darauf verwiesen werden kann (Urk. 89 S. 59 ff.).  

2.2. Zu ergänzen gilt es lediglich Folgendes: Die Verteidigung des Beschuldig-

ten 1 macht sinngemäss geltend, es sei nicht gerechtfertigt, den Beschuldigten 1 

zu einer solidarischen Haftbarkeit mit dem Beschuldigten 2 zu verpflichten, da 

dieser ohnehin nicht in der Lage sei, die Forderungen zu begleichen (Urk. 120 

S. 24 ff.). Die Bonität des Beschuldigten 2 spielt indessen für die Anordnung einer 

solidarischen Haftung der beiden Beschuldigten keine Rolle. Nach Art. 50 Abs. 1 

OR haften mehrere Personen dem Geschädigten solidarisch, wenn sie den Scha-

den gemeinsam verschuldet haben, sei es als Anstifter, Urheber oder Gehilfen. 

Die Haftung mehrerer Personen im Sinne dieser Norm verlangt eine gemeinsame 

Verursachung und ein gemeinsames Verschulden. Vorausgesetzt wird ein 

- 36 - 

schuldhaftes Zusammenwirken bei der Schadensverursachung, dass also jeder 

Schädiger um das pflichtwidrige Verhalten des anderen weiss oder jedenfalls wis-

sen könnte (BGE 115 II 42 E. 1b S. 45). Erforderlich ist eine bewusste und gewoll-

te Teilnahme (Roland Brehm, Berner Kommentar, 4. Aufl. 2013, N. 7c zu Art. 50 

OR). Unter Hinweis auf die ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 89 

S. 60 ff.) ist vor diesem Hintergrund festzuhalten, dass die Beschuldigten 1 und 2 

die Verletzungen des Privatklägers 1 gemeinsam verursacht haben und entspre-

chend solidarisch haftbar sind.  

2.3. Die Verteidigung des Beschuldigten 2 machte diesbezüglich zudem geltend, 

die Vorinstanz habe den Schaden des Privatklägers 1 zu Unrecht gestützt auf das 

letzte Quartal berechnet, obschon in der Regel das Einkommen der letzten drei 

Jahre hinzuzuziehen sei. Mindestens der Januar sei jedenfalls zu berücksichtigen, 

da in der Gastrobranche insbesondere der Dezember mit den Festtagen beson-

ders umsatzstark sei (Urk. 122 S. 14). Vorliegend ist die von der Vorinstanz an-

genommene Einkommenseinbusse von Fr. 348.– pro Tag aber bereits sehr mo-

derat und es bestehen keine Hinweise dafür, dass diese unter Einbezug des Ja-

nuars oder weiterer Vergleichsmonate gar noch tiefer ausgefallen wäre. Es ist 

entsprechend unter Hinweis auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

(Urk. 89 S. 61 f.) von einem Schaden des Privatklägers 1 von Fr. 1'740.– auszu-

gehen. 

2.4. Auch die solidarische Haftung der Beschuldigten 1 und 2 betreffend den 

Privatkläger 2 ist zu bestätigen. Die Beschuldigten haben beide am Angriff auf 

den Privatkläger 2 teilgenommen, wobei als Folge von diesem schliesslich der 

Schaden des Privatklägers 2 resultierte. Unter Hinweis auf den Entscheid des 

Bundesgerichts 6B_428/2013 vom 15. April 2014, E. 7, rechtfertigt dies, die Be-

schuldigten zu einer solidarischen Haftung für den Schaden des Privatklägers zu 

verpflichten. 

3. Im Übrigen ist auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verwei-

sen (Urk. 89 S. 59 ff.). Der Entscheid der Vorinstanz ist betreffend die Zivilforde-

rungen entsprechend zu bestätigen. 

- 37 - 

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Erstinstanzliche Kostenauferlegung und Entschädigung 

Nachdem es auch im Berufungsverfahren beim vorinstanzlichen Schuldspruch 

bleibt, ist die erstinstanzliche Kostenauflage und Festlegung der Prozessent-

schädigungen der Privatkläger gemäss Dispositivziffern 15, 16, 20 und 21 des 

angefochtenen Entscheides ausgangsgemäss zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 

Satz 1 StPO und Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO). Eine Verteilung der Kosten des erst-

instanzlichen Verfahrens zu 1/3 an den Beschuldigten 1 und zu 2/3 an den Be-

schuldigten 2 erscheint entgegen der Verteidigung des Beschuldigten 2 abwegig 

und nicht angezeigt, ist doch auch hinsichtlich der Schuldsprüche keine Unter-

scheidung angezeigt. 

2. Kosten des Berufungsverfahrens  

2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 5'000.– zu veran-

schlagen, zumal zwei Beschuldigte im Verfahren stehen. Im Berufungsverfahren 

werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt (Art. 428 Abs. 1 

Satz 1 StPO). Nachdem die Beschuldigten mit ihrer Berufung vollumfänglich un-

terliegen, sind ihnen die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der 

Kosten der amtlichen Verteidigung, je zur Hälfte aufzuerlegen. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigungen des Berufungsverfahrens sind auf die Gerichtskasse zu 

nehmen, wobei die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 

4 StPO für die Kosten je ihrer amtlichen Verteidigung vorzubehalten ist. 

2.2. Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 1 macht für ihre Aufwendun-

gen und Barauslagen im Berufungsverfahren – inkl. geschätztem Aufwand für die 

Berufungsverhandlung – Fr. 14'127.60 (inkl. MwSt.) geltend (Urk. 111). Die 

amtliche Verteidigung des Beschuldigten 2 macht für ihre Aufwendungen und 

Barauslagen im Berufungsverfahren – inkl. geschätztem Aufwand für die Beru-

fungsverhandlung – Fr. 9'616.90 (inkl. MwSt.) geltend (Urk. 124). 

Für das Berufungsverfahren kann die Berufungsinstanz ein Pauschalhonorar fest-

setzen (§ 18 Abs. 1 i.V.m. § 17 AnwGebV OG). Die Grundlage für die Festset-

- 38 - 

zung der Gebühr bildet insbesondere die Bedeutung und Schwierigkeit des Falles 

sowie der notwendige Zeitaufwand des Anwaltes (§ Abs. 1 lit. b, d, und e Anw-

GebV OG). Der vorliegende Fall liegt für einen Kollegialgerichtsfall, bei welchem 

die Gebühr im Rahmen zwischen Fr. 1'000.– und Fr. 28'000.– festzusetzen ist (§ 

18 Abs. 1 i.V.m. § 17 Abs. 1 lit. b AnwGebV OG), im mittleren Bereich. Der Sach-

verhalt war teilweise noch umstritten, die in Frage stehenden Tatbestände sind 

indessen nicht von aussergewöhnlicher Komplexität. Auch der Aktenumfang hält 

sich noch in Grenzen. Es rechtfertigt sich vor diesem Hintergrund, beiden amtli-

chen Verteidigerinnen, welchen jeweils ein vergleichbarer Aufwand zuzugestehen 

ist, je ein Pauschalhonorar von Fr. 9'000.– aus der Gerichtskasse zuzusprechen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

vom 9. März 2020 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt: 

1. […]. 

2. […]. 

3. […]. 

4. […]. 

5. […]. 

6. […]. 

7. Beim Beschuldigten A._____ wird von der Anordnung einer Landesverweisung abge-

sehen. 

8. Beim Beschuldigten B._____ wird von der Anordnung einer Landesverweisung abge-

sehen. 

9. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

25. Juni 2019 einzig als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände werden dem 

Beschuldigten B._____ nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen hin heraus-

- 39 - 

gegeben. Verlangt der Beschuldigte B._____ die Gegenstände nicht innert 30 Tagen 

ab Rechtskraft des Urteils heraus, werden sie der zuständigen Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen: 

− 1 Paar Turnschuhe, Nike, weiss (A012'263'342); 

− 1 Jacke blau mit roten Streifen (A012'263'353); 

− 1 Trainerjacke anthrazit, Wolle (A012'263'375); 

− 1 Jeans blau mit Gürtel (A012'263'397). 

10. Die folgenden, beim Forensischen Institut Zürich (FOR) sichergestellten Spuren und 

Spurenträger (G. Nr. 74606705) werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils 

vernichtet: 

− Fotografie (A012'265'622); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'633); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'644); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'666); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'677); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'688); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'699); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'702); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'272'945); 

− Fotografie (A012'265'724); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'735); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'746); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'757); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'779); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'780); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'804); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'815); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'826); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'837); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'267'059); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'267'060); 

− DNA-Spur - Scenesafe FAST (A012'265'939); 

− DNA-Spur - Scenesafe FAST (A012'265'962); 

− Mikrospuren - Klebbandasservat (A012'266'012); 

− Vergleichs - WSA (A012'265'984); 

− Fotografie (A012'266'374); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'410); 

- 40 - 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'443); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'454); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'465); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'498); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'501); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'534); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'578); 

− Vergleichs - WSA (A012'266'589); 

− Fotografie (A012'266'987); 

− DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'114). 

11. […]. 

12. […]. 

13. […]. 

14. […]. 

15. […]. 

16. […]. 

17. Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ wird für die amtliche Verteidigung des 

Beschuldigten A._____ mit Fr. 20'637.50 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse 

entschädigt. 

18. Rechtsanwältin lic. iur. X2._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldig-

ten B._____ mit Fr. 16'112.80 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

19. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 8'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 8'000.–   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 1'960.–   Kosten Kantonspolizei Zürich 

Fr. 5'777.–   Auslagen Gutachten 

Fr. 20'637.50   amtliche Verteidigung A._____ 

Fr. 16'112.80   amtliche Verteidigung B._____ 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

20. […].  

- 41 - 

21. […].  

22. [Mitteilungen]. 

23. [Rechtsmittel]" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der versuchten schweren 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB sowie des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB. 

2. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig der versuchten schweren Körperver-

letzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

sowie des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB. 

3. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wo-

von bis und mit heute 2 Tage durch Haft erstanden sind. 

4. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wo-

von bis und mit heute 23 Tage durch Haft erstanden sind. 

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten A._____ wird im Umfang 

von 22 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im 

Übrigen (8 Monate, abzüglich 2 Tage, die durch Untersuchungshaft erstan-

den sind), wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

6. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten B._____ wird im Umfang 

von 22 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im 

Übrigen (8 Monate, abzüglich 23 Tage, die durch Untersuchungshaft erstan-

den sind), wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

7. Die Beschuldigten A._____ und B._____ werden unter solidarischer Haft-

barkeit verpflichtet, dem Privatkläger C._____ Schadenersatz von 

Fr. 1'740.– zu bezahlen. 

- 42 - 

8. Die Beschuldigten A._____ und B._____ werden unter solidarischer Haft-

barkeit verpflichtet, dem Privatkläger D._____ Schadenersatz von 

Fr. 3'609.90 zu bezahlen. Im Übrigen wird das Schadenersatzbegehren auf 

den Zivilweg verwiesen. 

9. Die Beschuldigten A._____ und B._____ werden unter solidarischer Haft-

barkeit verpflichtet, dem Privatkläger C._____ Fr. 1'500.– zuzüglich 5 % Zins 

ab 27. Januar 2019 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

10. Die Beschuldigten A._____ und B._____ werden unter solidarischer Haft-

barkeit verpflichtet, dem Privatkläger D._____ Fr. 3'000.– zuzüglich 5 % Zins 

ab 27. Januar 2019 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

11. Die erstinstanzliche Kostenauferlegung (Ziff. 20 und 21) und die Festlegung 

der Prozessentschädigungen der Privatkläger (Ziff. 15 und 16) werden be-

stätigt. 

12. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 5'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 9'000.–   amtliche Verteidigung Beschuldigter 1 (A._____) 

Fr. 9'000.–   amtliche Verteidigung Beschuldigter 2 (B._____) 

13. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigungen, werden den Beschuldigten 1 und 2 je zur Hälfte 

auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden einstweilen auf 

die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten 

bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

14. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung des Beschuldigten A._____ im Doppel für 
sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben) 

− die amtliche Verteidigung des Beschuldigten B._____ im Doppel für 
sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben) 

- 43 - 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt) 
− die Vertretungen des Privatklägers C._____ im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft (versandt) 
− die Vertretungen des Privatklägers D._____ im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft (versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung des Beschuldigten A._____ im Doppel für 
sich und zuhanden des Beschuldigten  

− die amtliche Verteidigung des Beschuldigten B._____ im Doppel für 
sich und zuhanden des Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich  
− die Vertretung des Privatklägers C._____ im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft  
− die Vertretung des Privatklägers D._____ im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten 

− den Justizvollzug und Wiedereingliederung Kanton Zürich, Abteilung 
Bewährungs- und Vollzugsdienste 

− das Migrationsamt des Kantons Zürich, … [Adresse]. 

15. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

- 44 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 29. September 2021 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. S. Volken 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw L. Zanetti 
 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie 

vorerst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

	Urteil vom 29. September 2021
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 89 S. 71 ff.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB.
	2. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB.
	3. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 2 Tage durch Haft erstanden sind.
	4. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 23 Tage durch Haft erstanden sind.
	5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten A._____ wird im Umfang von 22 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (8 Monate, abzüglich 2 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind), wird die Freiheitss...
	6. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten B._____ wird im Umfang von 22 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (8 Monate, abzüglich 23 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind), wird die Freiheits...
	7. Beim Beschuldigten A._____ wird von der Anordnung einer Landesverweisung abgesehen.
	8. Beim Beschuldigten B._____ wird von der Anordnung einer Landesverweisung abgesehen.
	9. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. Juni 2019 einzig als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten B._____ nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen hin herausgegebe...
	 1 Paar Turnschuhe, Nike, weiss (A012'263'342);
	 1 Jacke blau mit roten Streifen (A012'263'353);
	 1 Trainerjacke anthrazit, Wolle (A012'263'375);
	 1 Jeans blau mit Gürtel (A012'263'397).

	10. Die folgenden, beim Forensischen Institut Zürich (FOR) sichergestellten Spuren und Spurenträger (G. Nr. 74606705) werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils vernichtet:
	 Fotografie (A012'265'622);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'633);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'644);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'666);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'677);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'688);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'699);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'702);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'272'945);
	 Fotografie (A012'265'724);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'735);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'746);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'757);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'779);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'780);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'804);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'815);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'826);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'837);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'267'059);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'267'060);
	 DNA-Spur - Scenesafe FAST (A012'265'939);
	 DNA-Spur - Scenesafe FAST (A012'265'962);
	 Mikrospuren - Klebbandasservat (A012'266'012);
	 Vergleichs - WSA (A012'265'984);
	 Fotografie (A012'266'374);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'410);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'443);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'454);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'465);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'498);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'501);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'534);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'578);
	 Vergleichs - WSA (A012'266'589);
	 Fotografie (A012'266'987);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'114).

	11. Die Beschuldigten A._____ und B._____ werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, dem Privatkläger C._____ Schadenersatz von Fr. 1'740.– zu bezahlen.
	12. Die Beschuldigten A._____ und B._____ werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, dem Privatkläger D._____ Schadenersatz von Fr. 3'609.90 zu bezahlen. Im Übrigen wird das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen.
	13. Die Beschuldigten A._____ und B._____ werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, dem Privatkläger C._____ Fr. 1'500.– zuzüglich 5 % Zins ab 27. Januar 2019 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	14. Die Beschuldigten A._____ und B._____ werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, dem Privatkläger D._____ Fr. 3'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 27. Januar 2019 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	15. Die Beschuldigten A._____ und B._____ werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, dem Privatkläger C._____ für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 2'019.35 (inkl. MwSt) zu bezahlen.
	16. Die Beschuldigten A._____ und B._____ werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, dem Privatkläger D._____ für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 4'219.35 (inkl. MwSt) zu bezahlen.
	17. Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten A._____ mit Fr. 20'637.50 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	18. Rechtsanwältin lic. iur. X2._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten B._____ mit Fr. 16'112.80 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	19. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	20. Die Gebühr der Strafuntersuchung, der Kantonspolizei Zürich und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der jeweiligen amtlichen Verteidigung, werden den Beschuldigten je zur Hälfte auferlegt. Dem Beschuldigten A._____ werden zudem Fr...
	21. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden jeweils auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	22. (Mitteilungen)
	23. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge:
	1. Es sei Dispositiv Ziffer 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 2020 aufzuheben und der Beschuldigte 1 sei der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StG...
	2. Es sei Dispositiv Ziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 2020 aufzuheben und der Beschuldigte 1 sei mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten zu bestrafen.
	3. Es sei Dispositiv Ziffer 5 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 2020 aufzuheben und der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten 1 sei unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren bedingt aufzuschieben.
	4. Eventualiter sei Dispositiv Ziffer 5 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 2020 aufzuheben und der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten 1 sei unter Ansetzung einer Probezeit von 5 Jahren bedingt aufzuschieben.
	5. Es sei Dispositiv Ziffer 11 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 2020 aufzuheben und der Beschuldigte 1 sei zu verpflichten, dem Privatkläger C._____ Schadenersatz von Fr. 870.00 zu bezahlen.
	6. Es sei Dispositiv Ziffer 12 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 2020 aufzuheben und auf das Schadenersatzbegehren des Privatklägers D._____ nicht einzutreten, eventualiter sei dieses abzuweisen bzw. subeventualilter auf den Zivilweg...
	7. Es sei Dispositiv Ziffer 13 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 2020 aufzuheben und der Beschuldigte 1 sei zu verpflichten, dem Privatkläger C._____ Fr. 750.00 zuzüglich Zins ab dem 28. Januar 2019 als Genugtuung zu bezahlen.
	8. Es sei Dispositiv Ziffer 14 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 2020 aufzuheben und auf das Genugtuungsbegehren des Privatklägers D._____ nicht einzutreten, eventualiter sei dieses abzuweisen bzw. subeventualiter auf den Zivilweg zu...
	9. Es sei Dispositiv Ziffer 15 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 2020 aufzuheben und der Beschuldigte 1 sei zu verpflichten, dem Privatkläger C._____ für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 1'009.68 (inkl. MWST) zu...
	10. Es sei Dispositiv Ziffer 16 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 2020 aufzuheben und auf den Antrag auf Prozessentschädigung des Privatklägers D._____ nicht einzutreten, eventualiter sei dieser abzuweisen bzw. subeventualiter auf den...
	11. Es sei Dispositiv Ziffer 20 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 2020 aufzuheben und von der Kostenauflage zu Lasten des Beschuldigten 1 im Sinne von Art. 425 StPO vollständig abzusehen bzw. es seien diesem die Kosten zu erlassen.
	12. Es sei Dispositiv Ziffer 20 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 9. März 2020 aufzuheben und die Gerichts- und Verfahrenskosten des erstinstanzlichen Verfahrens dem Beschuldigten 1 zu einem Drittel und dem Beschuldigten 2 zu zwei Dritteln a...
	13. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Auslagen und MWST) zu Lasten der Anklägerin und Berufungsbeklagten bzw. des Beschuldigten 2.
	1. In Abänderung der Ziff. 2, 4 und 6 des vorliegenden Urteils sei der Beschuldigte vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB von Schu...
	2. In Abänderung der Ziff. 11, 12, 13, 14, 15 und 16 seien die Zivilansprüche vollumfänglich abzuweisen sowie auf eine Prozessentschädigung zu Gunsten der Privatkläger zu verzichten.
	3. In Abänderung von Ziff. 20 und 21 des vorliegenden Urteils seien die Verfahrenskosten, mithin die Kosten des Untersuchungs- und Gerichtsverfahrens, einschliesslich die Kosten der amtlichen Verteidigung vollumfänglich und definitiv auf die Staatska...
	4. Der Beschuldigte sei mit Fr. 4'600.00 für die zu Unrecht erlittene Haft zu entschädigen.
	Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Anklägerin.
	Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
	Erwägungen:
	I. Prozessgeschichte/Prozessuales
	1. Verfahrensgang
	1.1. Hinsichtlich des Verfahrensgangs bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 86 = 89 S. 7).
	1.2. Gegen das vorstehend wiedergegebene mündlich eröffnete Urteil vom 9. März 2020 meldeten die amtlichen Verteidigungen namens beider Beschuldigter innert Frist Berufung an (Urk. 82 und 83). Das begründete Urteil wurde den Verteidigerinnen, der Staa...
	1.3. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen die Beschuldigten in Begleitung ihrer amtlichen Verteidigerinnen, Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ und Rechtsanwältin lic. iur. X2._____. Das Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung (Pr...

	2. Umfang der Berufung
	2.1. In der Berufungsschrift ist anzugeben, ob das Urteil vollumfänglich angefochten wird (Art. 399 Abs. 3 lit. a StPO) oder, falls das Urteil nur in Teilen angefochten wird, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils verlangt werden (Art. 399 ...
	2.2. Von der Berufung nicht umfasst sind somit das Absehen der Vorinstanz von der Anordnung von Landesverweisungen (Dispositivziffern 7 und 8), der Entscheid der Vorinstanz über beschlagnahmte Gegenstände und sichergestelltes Spurenmaterial (Dispositi...

	3. Formelles
	II. Sachverhalt/Rechtliche Würdigung
	1. Einleitung
	III. Strafzumessung
	A. Allgemeine Ausführungen
	1. Einleitung
	2. Strafrahmen und Strafzumessungsregeln
	B. Beschuldigter 1
	1. Tatkomponente
	1.1. Versuchte schwere Körperverletzung
	1.1.1. Objektive Tatschwere
	1.1.2. Subjektives Verschulden
	1.1.3. Versuch
	1.1.4. Fazit
	1.2. Angriff
	1.2.1. Objektive Tatschwere
	1.2.2. Subjektives Verschulden
	1.2.3. Fazit
	1.3. Asperation
	1.4. Fazit bezüglich Tatkomponente
	2. Täterkomponente
	C. Beschuldigter 2
	1. Tatkomponente
	1.1. Versuchte schwere Körperverletzung
	1.1.1. Objektive Tatschwere
	1.1.2. Subjektives Verschulden
	1.1.3. Versuch
	1.1.4. Fazit
	1.2. Angriff
	1.2.1. Objektive Tatschwere
	1.2.2. Subjektives Verschulden
	1.2.3. Fazit
	1.3. Asperation
	1.4. Fazit bezüglich Tatkomponente
	2. Täterkomponente
	IV. Vollzug
	1. Einleitung
	2. Grundlagen
	3. Subsumtion
	V. Zivilansprüche
	VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 9. März 2020 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1. […].
	2. […].
	3. […].
	4. […].
	5. […].
	6. […].
	7. Beim Beschuldigten A._____ wird von der Anordnung einer Landesverweisung abgesehen.
	8. Beim Beschuldigten B._____ wird von der Anordnung einer Landesverweisung abgesehen.
	9. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. Juni 2019 einzig als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten B._____ nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen hin herausgegebe...
	 1 Paar Turnschuhe, Nike, weiss (A012'263'342);
	 1 Jacke blau mit roten Streifen (A012'263'353);
	 1 Trainerjacke anthrazit, Wolle (A012'263'375);
	 1 Jeans blau mit Gürtel (A012'263'397).

	10. Die folgenden, beim Forensischen Institut Zürich (FOR) sichergestellten Spuren und Spurenträger (G. Nr. 74606705) werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils vernichtet:
	 Fotografie (A012'265'622);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'633);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'644);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'666);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'677);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'688);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'699);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'702);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'272'945);
	 Fotografie (A012'265'724);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'735);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'746);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'757);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'779);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'780);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'804);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'815);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'826);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'265'837);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'267'059);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'267'060);
	 DNA-Spur - Scenesafe FAST (A012'265'939);
	 DNA-Spur - Scenesafe FAST (A012'265'962);
	 Mikrospuren - Klebbandasservat (A012'266'012);
	 Vergleichs - WSA (A012'265'984);
	 Fotografie (A012'266'374);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'410);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'443);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'454);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'465);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'498);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'501);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'534);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'578);
	 Vergleichs - WSA (A012'266'589);
	 Fotografie (A012'266'987);
	 DNA-Spur - Wattetupfer (A012'266'114).

	11. […].
	12. […].
	13. […].
	14. […].
	15. […].
	16. […].
	17. Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten A._____ mit Fr. 20'637.50 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	18. Rechtsanwältin lic. iur. X2._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten B._____ mit Fr. 16'112.80 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	19. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	20. […].
	21. […].
	22. [Mitteilungen].
	23. [Rechtsmittel]"
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB.
	2. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB.
	3. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 2 Tage durch Haft erstanden sind.
	4. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 23 Tage durch Haft erstanden sind.
	5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten A._____ wird im Umfang von 22 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (8 Monate, abzüglich 2 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind), wird die Freiheitss...
	6. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten B._____ wird im Umfang von 22 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (8 Monate, ab