# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30f1464e-af33-58f1-b5f2-df91fb3b8556
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-06-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.06.2014 A-1638/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1638-2012_2014-06-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-1638/2012 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  J u n i  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Markus Metz (Vorsitz), 

Richter Daniel Stufetti, Richter Michael Beusch,    

Gerichtsschreiberin Susanne Raas. 

 

 
 

Parteien 

 
A._______, … [Kosovo],   

vertreten durch Xhemajl Aliu, …, 

c/o …, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 

 
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Revision der Invalidenrente, Verfügung IVSTA vom 

17. Februar 2012. 

 

 

A-1638/2012 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die (…) 1965 geborene, verheiratete kosovarische Staatsangehörige 

A._______ (im Folgenden: Versicherte) ist im Kosovo wohnhaft. Sie wur-

de im Kosovo zur kaufmännischen Büroangestellten ausgebildet und ar-

beitete in der Schweiz vom 22. Juni 1987 bis zum 31. März 1997 als an-

gelernte Näherin bei der X._______ AG in einem Pensum von 100 %, 

wobei der letzte effektive Arbeitstag der 26. März 1997 war. Dabei leistete 

sie Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 

(AHV/IV; Akten der IV-Stelle für Versicherte im Ausland [im Folgenden: IV-

act.] 8). Ihr wurde aus betrieblichen Gründen gekündigt. Ab dem 1. April 

1997 bezog sie Leistungen der Arbeitslosenversicherung (vgl. IV-act. 11). 

B.  

Am 17. September 1997 stellte die Versicherte bei der schweizerischen 

Invalidenversicherung (IV) wegen einer seit rund zwei Jahren bestehen-

den Krankheit – unter anderem Rücken- und Beinschmerzen – ein Leis-

tungsgesuch (IV-act. 5). Die IV-Stelle des Kantons Y._______ (im Folgen-

den: IV-Stelle Y._______) verneinte mit Verfügung vom 27. August 1998 

aufgrund der vorhandenen Vermittlungsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt ei-

nen Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen und Umschu-

lung (IV-act. 19). Nachdem die Stellenvermittlung über das RAV […] ge-

scheitert war (IV-act. 23 S. 2, IV-act. 25, insb. S. 4 f.), fand vom 

16. November bis zum 10. Dezember 1999 eine Abklärung bei der BE-

FAS, Beruflichen Abklärungsstelle, statt. Dort kam man zum Schluss, die 

Versicherte sei in der Lage, leichte, wechselnd belastende Tätigkeiten 

auszuüben. Die Arbeitsfähigkeit solle mit 50 % aufgenommen werden und 

sei im Lauf von drei bis sechs Monaten – in Absprache mit dem Haus-

arzt – auf 70 % bis 80 % steigerbar (IV-act. 36, insb. S. 1, 6 und 7). 

Nachdem der damalige Rechtsvertreter gegen einen Vorbescheid, mit 

dem der Versicherten eine befristete Rente hätte zugesprochen werden 

sollen (IV-act. 37), opponiert und weitere ärztliche Unterlagen eingereicht 

hatte (IV-act. 39-42), sprach die IV-Stelle Y._______ der Versicherten 

rückwirkend ab dem 1. August 1999 eine halbe Invalidenrente bei einem 

Invaliditätsgrad von 55 % zu (Verfügung vom 11. Juli 2000, IV-act. 58 

S. 7-10). 

C.  

Die von der IV-Stelle Y._______ im Jahre 2000 durchgeführte erstmalige 

Rentenrevision ergab keine Veränderung des Invaliditätsgrads und damit 

A-1638/2012 

Seite 3 

gemäss Mitteilung vom 15. Dezember 2000 einen unveränderten An-

spruch auf die bisherige halbe Invalidenrente (IV-act. 45). Auch die im 

Jahre 2001 eingeleitete (vgl. IV-act. 47) zweite Rentenrevision bestätigte 

den bisherigen Invaliditätsgrad und den bisherigen Anspruch auf eine 

halbe Rente der schweizerischen Invalidenversicherung (Mitteilung vom 

26. Februar 2002, IV-act. 50). Die Rentenrevision, die im September 2004 

von der IV-Stelle des Kantons Z._______ eingeleitet wurde (IV-act. 53), 

führte ebenfalls zur Feststellung des bisherigen Invaliditätsgrads und des 

Weiterbestands des bisherigen Rentenanspruchs (Mitteilung vom 3. Juni 

2005, IV-act. 56 [S. 1 f. entspricht IV-act. 76]). 

D.  

In der zweiten Jahreshälfte 2009 verlegte die Versicherte ihren Wohnsitz 

in den Kosovo (IV-act. 62 S. 9; IV-act. 108 S. 6). 

E.  

Die aktuelle Rentenrevision wurde im Jahr 2010 von der unterdessen zu-

ständigen IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA; im Folgenden 

auch: Vorinstanz) eingeleitet (IV-act. 57). Die IVSTA holte anlässlich die-

ser Revision Auskünfte der Versicherten (Rentenrevisions-Fragebogen 

vom 11. Oktober 2010, IV-act. 77) ein und liess die Versicherte durch 

Dr. med. B._______, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie 

(psychiatrisches Gutachten vom 28. Juni 2011, IV-act. 106) sowie 

Dr. med. C._______, Spezialarzt FMH für Rheumatologie (rheumatologi-

sches Gutachten vom 22. Juni 2011, IV-act. 108) interdisziplinär begut-

achten (gemeinsame Beurteilung durch Dr. B._______ und 

Dr. C._______ vom 21. Juli 2011, IV-act. 109). Nachdem die IVSTA den 

Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) Rhone zu dieser Begutachtung hatte 

Stellung nehmen lassen (Stellungnahme von Dr. med. D._______, Fach-

ärztin FMH für Innere Medizin, vom 8. November 2011, IV-act. 114), stell-

te die IVSTA der Versicherten mit Vorbescheid vom 7. Dezember 2011 die 

Aufhebung der bisherigen Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 115). Am 

17. Februar 2012 verfügte die IVSTA wie angekündigt und hob die bishe-

rige halbe Invalidenrente per 1. April 2012 auf (IV-act. 117 = Beschwerde-

beilage [im Folgenden: BB] 2). 

F.  

Hiergegen erhob die Versicherte (im Folgenden: Beschwerdeführerin) am 

22. März 2012 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, es sei die ange-

fochtene Verfügung aufzuheben und wie bisher zumindest eine halbe In-

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Seite 4 

validenrente auszurichten. Ferner macht die Beschwerdeführerin geltend, 

dass eine multidisziplinäre Untersuchung vorzunehmen sei. 

G.  

In ihrer Vernehmlassung vom 27. September 2012 beantragt die Vorin-

stanz die Abweisung der Beschwerde. 

H.  

Mit Replik vom 8. November 2012 hat die Beschwerdeführerin ihre Anträ-

ge bekräftigt. Zudem verlangt sie nachdrücklich, dass durch eine neutrale 

Stelle eine multidisziplinäre Untersuchung durchzuführen sei, um den ob-

jektiven Gesundheitszustand und die verbleibenden Erwerbsfähigkeiten 

festzustellen. 

I.  

Mit Schreiben vom 27. November 2012 hielt die Vorinstanz an ihrem An-

trag auf Abweisung fest. Mit Verfügung vom 7. Dezember 2012 wurde 

dieses Schreiben der Beschwerdeführerin zur Kenntnis gebracht. 

J.  

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Un-

terlagen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Nach Art. 31 des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsge-

richt vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 

Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invali-

denversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen 

Verfügungen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinn von Art. 32 VGG liegt 

nicht vor.  

1.2 Gemäss Art. 3 Bst. d
bis

 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 

über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) findet das VwVG 

keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesge-

setz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-

rungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG fin-

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Seite 5 

den die Vorschriften des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a bis 

26
bis

 IVG und Art. 28 bis 70 IVG) Anwendung, soweit das IVG nicht aus-

drücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht.  

1.3 Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung berührt 

und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Ände-

rung, so dass sie im Sinn von Art. 59 ATSG (vgl. auch Art. 48 Abs. 1 

VwVG) beschwerdelegitimiert ist. 

1.4 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 ATSG 

und Art. 52 VwVG) ist daher einzutreten.  

1.5 Die Beschwerdeführerin kann im Rahmen des Beschwerdeverfahrens 

die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder 

der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie Unangemessen-

heit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 

2.  

2.1 Vorliegend ist strittig und zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin über 

den 1. April 2012 hinaus weiterhin einen Anspruch auf die bisherige halbe 

Invalidenrente hat. Dazu sind im Folgenden vorab die im vorliegenden 

Verfahren anwendbaren Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen. 

2.1.1 Die Beschwerdeführerin ist Staatsangehörige des Kosovo und hat 

dort seit dem Jahr 2009 ihren Wohnsitz. Im vorliegenden Verfahren stellt 

sich die Frage, ob das Abkommen vom 8. Juni 1962 zwischen der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volksrepublik 

Jugoslawien über Sozialversicherung (SR 0.831.109.818.1; im Folgen-

den: Sozialversicherungsabkommen) sowie die Verwaltungsvereinbarung 

vom 5. Juli 1963 betreffend die Durchführung dieses Abkommens (SR 

0.831.109.818.12) auf Bürger des Kosovo weiterhin anwendbar sind. Der 

Bundesrat teilte mit diplomatischer Note vom 18. Dezember 2009 an den 

Kosovo mit, dass die Schweiz das Sozialversicherungsabkommen und 

die Verwaltungsvereinbarung mit dem Kosovo mit Wirkung ab 1. Januar 

2010 bzw. in Beachtung der Kündigungsvorschriften ab 1. April 2010 nicht 

mehr weiterführe (ausführlich dazu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

C-3220/2012 vom 23. Oktober 2013 E. 2.1.1). Das Bundesgericht hat er-

kannt, dass die ehemals serbische Provinz und heutige Republik Kosovo 

mit ihrer Sezession eine völkerrechtlich wirksame Änderung herbeigeführt 

hat und die Nichtweiteranwendung des Sozialversicherungsabkommens 

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Seite 6 

durch die Schweiz auf die neue Gebietskörperschaft ab dem 1. April 2010 

rechtmässig ist (BGE 139 V 263 E. 3 ff., insbesondere E. 8). In einem 

weiteren Entscheid erkannte es, laufenden Renten würden demgegen-

über gemäss Art. 25 des Sozialversicherungsabkommens den Besitz-

stand geniessen (BGE 139 V 335 E. 6; Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts C-2808/2012 vom 4. November 2013 E. 3). 

2.1.2 Vorliegend steht die Aufhebung einer halben Rente in Frage, welche 

der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1. August 1999 und damit 

sowohl vor der Unabhängigkeitserklärung der serbischen Provinz Kosovo 

am 17. Februar 2008 als auch vor dem 1. April 2010 zugesprochen wur-

de. Auch im Licht der zuletzt genannten Rechtsprechung durfte sich die 

Beschwerdeführerin demnach auf den Besitzstand der laufenden 

(schweizerischen) Invalidenrente berufen. Der Rentenanspruch bestimmt 

sich gemäss Art. 4 des (bis zu diesem Zeitpunkt anwendbaren) Sozial-

versicherungsabkommens ausschliesslich nach dem internen schweizeri-

schen Recht. 

2.1.3 Gemäss Art. 2 des Sozialversicherungsabkommens sind Angehöri-

ge der Vertragsstaaten in den Rechten und Pflichten aus der Bundesge-

setzgebung über die Invalidenversicherung einander gleichgestellt, soweit 

in diesem Abkommen und seinem Schlussprotokoll nichts Abweichendes 

bestimmt ist. Mangels einer einschlägigen abkommensrechtlichen Rege-

lung sind die Ausgestaltung des Verfahrens und die Prüfung der An-

spruchsvoraussetzungen einer schweizerischen Invalidenrente grund-

sätzlich Sache der innerstaatlichen Rechtsordnung (BGE 130 V 253 

E. 2.4). Daraus folgt, dass die Verwaltung und im Beschwerdefall das Ge-

richt den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin grundsätzlich nach 

den Regeln des schweizerischen Rechts zu beurteilen haben. 

2.2  

2.2.1 In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangs-

rechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massge-

bend, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfol-

gen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 138 V 475 E. 3.1, 132 

V 215 E. 3.1.1 und 131 V 9 E. 1). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für 

die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem 

Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 

130 V 445 E. 1.2.1).  

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Seite 7 

2.2.2 Vorliegend erfolgte die letzte materielle Würdigung des Rentenan-

spruchs der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung ihres Gesund-

heitszustandes am 3. Juni 2005, als die IV-Stelle des Kantons Z._______ 

letztmals feststellte, bei der Überprüfung des IV-Grades des Beschwerde-

führers habe sie keine Änderung festgestellt, die sich auf die Rente aus-

wirke (IV-act. 76; Sachverhalt Bst. C). Die vorliegend angefochtene Ver-

fügung der IVSTA wurde am 17. Februar 2012 erlassen und bezieht sich 

auf einen Rentenanspruch (bzw. dessen Aufhebung) ab dem 1. April 2012 

(Sachverhalt Bst. E). Bei den materiellen Bestimmungen des IVG und der 

Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, 

SR 831.201) ist demnach im vorliegenden Fall für den Zeitraum vom 

3. Juni 2005 bis 31. Dezember 2007 ein allfälliger Rentenanspruch nach 

dem Recht gemäss den am 1. Januar 2004 in Kraft getretenen Änderun-

gen (4. IV-Revision; IVG in der Fassung vom 21. März 2003 [AS 2003 

3837] und IVV in der Fassung vom 21. Mai 2003 [AS 2003 3859]) zu be-

urteilen. Ab dem 1. Januar 2008 bis zum 31. Dezember 2011 ist ein sol-

cher Rentenanspruch nach dem Recht gemäss den am 1. Januar 2008 in 

Kraft getretenen Änderungen (5. IV-Revision; IVG in der Fassung vom 

6. Oktober 2006 [AS 2007 5129] und IVV in der Fassung vom 

28. September 2007 [AS 2007 5155]) zu beurteilen. Für den Zeitraum 

danach ist auf die Fassung gemäss den am 1. Januar 2012 in Kraft getre-

tenen Änderungen (erster Teil der 6. IV-Revision; IVG in der Fassung vom 

18. März 2011 [AS 2011 5659], IVV in der Fassung vom 16. November 

2011 [AS 2011 5679]) abzustellen. 

2.3 Die sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Bundesgerichts stellt 

bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeit-

punkt des Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 17. Februar 

2012) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 und 129 V 

1 E. 1.2 mit Hinweis). 

2.4  

2.4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-

ernde, ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit oder Unmöglichkeit, sich 

im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die In-

validität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein 

(Art. 4 Abs. 1 IVG). 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geis-

tigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

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Seite 8 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-

nen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch Beein-

trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit  

bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Auf-

gabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die 

zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich be-

rücksichtigt (Art. 6 ATSG).  

2.4.2 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens setzt na-

mentlich eine fachärztlich gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich 

anerkannten Klassifikationssystem voraus. Eine solche lege artis gestellte 

Diagnose ist zwar notwendige, jedoch noch nicht hinreichende Voraus-

setzung für die Annahme einer psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit 

bzw. Invalidität (vgl. BGE 139 V 547 E. 5.2, 130 V 396 E. 6.3 und 127 V 

294 E. 4c). Nach der Rechtsprechung vermögen Störungen, die zu den 

sogenannten pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Be-

schwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gehören 

(namentlich somatoforme Schmerzstörungen, Fibromyalgie, Neurasthe-

nie, Chronic Fatigue Syndrom, sogenanntes Schleudertrauma [ohne or-

ganisch nachweisbare Funktionsausfälle] und nichtorganische Hyper-

somnie), grundsätzlich keine Invalidität zu begründen, indem die Vermu-

tung besteht, dass solche Störungen oder ihre Folgen mit einer zumutba-

ren Willensanstrengung überwindbar sind (BGE 130 V 352 E. 2.2.1 siehe 

auch: BGE 137 V 64 E. 1.2 und 4.2 f., 131 V 49 E. 1.2, 132 V 65; kritisch 

zu dieser Vermutung JÖRG PAUL MÜLLER, Zur medizinischen und sozial-

rechtlichen Beurteilung von Personen mit andauernden somatoformen 

Schmerzstörungen und ähnlichen Krankheiten im Verfahren der Invali-

denversicherung, in: Jusletter vom 28. Januar 2013, Rz. 26 ff., 61 ff., insb. 

69 f., 72, 74 ff.). Ein Abweichen von diesem Grundsatz fällt nur in jenen 

Fällen in Betracht, bei denen das festgestellte pathogenetisch-ätiologisch 

unklare syndromale Beschwerdebild ohne nachweisbare organische 

Grundlage nach Einschätzung des Arztes eine derartige Schwere auf-

weist, dass der versicherten Person die Verwertung ihrer verbleibenden 

Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung und unter 

Ausschluss von Einschränkungen der Leistungsfähigkeit, welche auf 

aggravatorisches Verhalten zurückzuführen sind, sozial-praktisch nicht 

mehr zumutbar oder dies für die Gesellschaft gar untragbar ist (vgl. BGE 

130 V 352 E. 2.2.3 zur somatoformen Schmerzstörung; vgl. zur entspre-

chenden Rechtslage bei anderen pathogenetisch-ätiologisch unklaren 

syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grund-

lage: BGE 136 V 279 E. 3.2.3). 

A-1638/2012 

Seite 9 

2.4.3 Das Bundesgericht hielt dazu fest, die – nur in Ausnahmefällen an-

zunehmende – Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung 

und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setze das Vorliegen  

einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erhebli-

cher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber das Vor-

handensein anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz 

erfüllter Kriterien voraus. So sprächen unter Umständen (1) chronische 

körperliche Begleiterkrankungen und mehrjähriger Krankheitsverlauf bei 

unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Re-

mission, (2) ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des 

Lebens, (3) ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer inner-

seelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlasten-

den Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn [«Flucht in die 

Krankheit»]) oder schliesslich (4) unbefriedigende Behandlungsergebnis-

se trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Be-

handlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem 

Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener 

Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person für die aus-

nahmsweise Unüberwindlichkeit der somatoformen Schmerzstörung (sog. 

Foerster-Kriterien; BGE 130 V 352 E. 2.2.3 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 

139 V 547 E. 2.2.1.2). Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausge-

prägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind – 

ausnahmsweise – die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensan-

strengung zu verneinen (BGE 137 V 64 E. 4.1, 131 V 49 E. 1.2 mit Hin-

weisen; Urteil des Bundesgerichts I 682/06 vom 29. August 2007, in: SVR 

2008 IV Nr. 23 S. 72 E. 2.1). Diese Rechtsprechung, wonach von der 

Vermutung auszugehen ist, dass mit zumutbarer Willensanstrengung 

trotz der Schmerzen eine leidensangepasste Tätigkeit ausgeübt werden 

kann, kommt insbesondere dann zur Anwendung, wenn zwar gewisse 

somatische Befunde erhoben wurden, diese die geklagten Schmerzen je-

doch nur zu einem kleineren Teil erklären können (vgl. beispielsweise Ur-

teil des Bundesgerichts 8C_591/2009 vom 27. November 2009 E. 4.2). 

2.5 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss 

Art. 16 ATSG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu 

wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-

fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 

bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invali-

deneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes Vali-

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Seite 10 

deneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise 

zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffern-

mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber gestellt wer-

den, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad 

bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 

130 V 343 E. 3.4.2 und 128 V 29 E. 1).  

2.6 Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen ge-

mäss Art. 28 Abs. 1 IVG (seit 1. Januar 2008 Abs. 2) geben bei einem In-

validitätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelrente, bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe 

Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % Anspruch auf eine 

Dreiviertelrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % An-

spruch auf eine ganze Rente. Viertelrenten werden allerdings gemäss 

Art. 28 Abs. 1
ter

 IVG (seit 1. Januar 2008 Art. 29 Abs. 4 IVG) nur an Versi-

cherte ausbezahlt, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Sinn von Art. 13 

ATSG in der Schweiz haben, soweit nicht völkerrechtliche Vereinbarun-

gen eine abweichende Regelung vorsehen. Eine solche Ausnahme ist 

vorliegend nicht gegeben, bestätigt doch Art. 8 Bst. e des Sozialversiche-

rungsabkommens diese Regelung. Nach der Rechtsprechung des Eidge-

nössischen Versicherungsgerichts (EVG, heute: Bundesgericht) stellt 

Art. 29 Abs. 4 IVG eine besondere Anspruchsvoraussetzung dar (vgl. 

BGE 121 V 264 E. 5b und 6c noch zum alten Art. 28 Abs. 1
ter

 IVG). 

2.7  

2.7.1 Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG wird eine Rente von Amtes wegen 

oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt 

oder aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad des Rentenbezügers er-

heblich verändert hat. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 

Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invali-

ditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere 

ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesund-

heitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerbli-

chen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustan-

des erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). 

Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen 

eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes 

auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund 

im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (vgl. BGE 135 V 201 E. 6.1, BGE 

112 V 371 E. 2b mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3a). Auch 

eine neue Verwaltungs- oder Gerichtspraxis rechtfertigt grundsätzlich kei-

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Seite 11 

ne Revision des laufenden Rentenanspruchs zum Nachteil des Versicher-

ten (BGE 135 V 201 E. 6.1 mit Hinweisen, BGE 115 V 308 E. 4a/bb). 

2.7.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheb-

lichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige 

Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche 

oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit 

rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invalidi-

tätsbemessung beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4). Eine Verfügung ist jedoch 

verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision 

keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt 

wurde (Art. 74
ter

 Bst. f IVV) und die bisherige Invalidenrente daher weiter 

ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung 

verlangt (Art. 74
quater

 IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt 

einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteil des 

Bundesgerichts 9C_46/2009 vom 14. August 2009 E. 3.1). 

2.7.3 Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist bei einer Verbesserung der Er-

werbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Auf-

hebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem 

angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern 

wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesent-

liche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich wei-

terhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose unterliegt dabei 

dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen-

den Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 218 E. 6, 126 V 353 E. 5b). 

2.7.4 Die Herabsetzung oder Aufhebung der Rente erfolgt mit dem ersten 

Tag des zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung (Art. 88
bis

 Abs. 2 

Bst. a IVV). Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1 IVV 

ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf 

von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung 

aufzuheben (vgl. BGE 134 V 20 E. 3.2.1; Urteil des Bundesgerichts 

I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3 mit Hinweisen). 

2.8  

2.8.1 Auf den 1. Januar 2012 sind mit dem ersten Massnahmepaket der 

6. IV-Revision die Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 

2011 (im Folgenden: Schlussbestimmungen) in Kraft getreten. Bst. a 

Ziff. 1 Schlussbestimmungen hält zur Überprüfung der Renten, die bei pa-

A-1638/2012 

Seite 12 

thogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne 

nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, fest, diese sei-

en innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung zu 

überprüfen. Sind die Voraussetzungen nach Art. 7 ATSG (E. 2.4.1) nicht 

erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die 

Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG (E. 2.7.1) nicht erfüllt sind. 

2.8.2 Das Bundesgericht erachtet es aus Gründen der Rechtsgleichheit 

als geboten, sämtliche pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen 

Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage den glei-

chen Anforderungen zu unterstellen, und hat in der Folge die im Bereich 

der anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen entwickelte 

«Schmerz-Rechtsprechung» (BGE 130 V 352) bei verschiedenen ver-

wandten Diagnosen, so bei der Würdigung des invalidisierenden Charak-

ters von Fibromyalgie, Chronic Fatigue Syndrome oder Neurasthenie, dis-

soziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen, der dissoziativen 

Bewegungsstörung, einer spezifischen HWS-Verletzung ohne organisch 

nachweisbare Funktionsausfälle (HWS- oder Schleudertrauma) wie auch 

bei der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) zur Anwendung 

gebracht (BGE 136 V 279 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_483/2012 

vom 4. Dezember 2012 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 

2.8.3 Bei der Überprüfung und Neubeurteilung von laufenden Renten, 

welche gestützt auf eine in Bst. a Schlussbestimmungen genannten Di-

agnosen gesprochen wurden, stellen sich die gleichen Fragen, wie wenn 

ein erstmaliges Leistungsgesuch zu beurteilen ist. Es geht somit darum, 

aus heutiger Sicht zu beurteilen, ob die Voraussetzungen für einen Ren-

tenbezug nach Art. 28 f. IVG i.V.m. Art. 7, 8 und 16 ATSG im Zeitpunkt der 

Überprüfung – und nicht zum Zeitpunkt der erstmaligen Rentenzuspra-

che – erfüllt sind oder nicht, was insbesondere eine vollständige Abklä-

rung des medizinischen – d.h. psychiatrischen und bei entsprechenden 

Anhaltspunkten auch somatischen – Sachverhalts erfordert. Die der ur-

sprünglichen Rentenzusprache zugrundeliegende Diagnose dient ledig-

lich dazu festzustellen, ob ein Sachverhalt überhaupt in den Anwen-

dungsbereich der Schlussbestimmung fällt und somit gestützt darauf eine 

Neubeurteilung des laufenden Rentenanspruchs erfolgen kann oder ob 

nur eine revisionsweise Überprüfung unter den (restriktiveren) Vorausset-

zungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG möglich ist. 

2.8.4 Das Bundesgericht hat festgestellt, dass die genannte Schlussbe-

stimmung (E. 2.8.1) verfassungs- und EMRK-konform ist (BGE 139 V 547 

A-1638/2012 

Seite 13 

E. 2-10). Konkret müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein, da-

mit eine Überprüfung der Rente nach den Schlussbestimmungen einge-

leitet werden kann und eine Revision möglich ist, ohne dass die Bedin-

gungen von Art. 17 ATSG erfüllt sind (BGE 139 V 547 E. 10.1): (1) Die 

Rentenzusprache erfolgte ausschliesslich auf Grund der Diagnose eines 

pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildes oh-

ne nachweisbare organische Grundlage; (2) auch im Revisionszeitpunkt 

liegt ausschliesslich ein unklares Beschwerdebild vor; zu klären ist ferner, 

ob sich der Gesundheitszustand seit der Rentenzusprache allenfalls ver-

schlechtert hat und ob neben den nicht objektivierbaren Störungen an-

hand klinischer psychiatrischer Untersuchungen nunmehr nicht klar eine 

Diagnose gestellt werden kann; (3) zu prüfen ist, ob die «Foerster-

Kriterien» (E. 2.4.3) als erfüllt zu betrachten sind und eine Validitätsein-

busse auf diese Weise – trotz des hinsichtlich der invalidisierenden Fol-

gen nicht objektivierbaren Beschwerdebildes – nachweisbar ist.  

An dieser Stelle erübrigt es sich, auf die an den Schlussbestimmungen in 

Lehre und Praxis geäusserte Kritik einzugehen, liegt doch mittlerweile der 

soeben genannte höchstrichterliche Entscheid vor, der sich mit dieser Kri-

tik eingehend befasst. 

2.9  

2.9.1 Um zuverlässig beurteilen zu können, ob der Invaliditätsgrad des 

Versicherten seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung eine an-

spruchsbegründende Änderung erfahren hat oder nicht bzw. ob ein pa-

thogenetisch-ätiologisch unklares syndromales Beschwerdebild vorliegt, 

ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen 

angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute zur Ver-

fügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes im schweizerischen Invali-

denverfahren ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und gegebenenfalls bezüglich 

welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Aus-

künfte sind sodann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

welche Arbeitsleistungen dem Versicherten konkret noch zugemutet wer-

den können (BGE 125 V 256 E. 4 und 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis 2002, 

S. 62, E. 4b/cc).  

2.9.2 Bezüglich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

A-1638/2012 

Seite 14 

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Ex-

perten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund-

sätzlich somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeich-

nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be-

richt oder als Gutachten, wobei die Aufstellung von Richtlinien für die Be-

weiswürdigung als zulässig erachtet wird (BGE 134 V 231 E. 5.1, vgl. da-

zu das Urteil des Bundesgerichts I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2 

mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a). 

2.9.3 Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt  

Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-

gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 

Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 

einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 

schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es 

bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Un-

parteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen 

(BGE 125 V 351 E. 3b/ee, mit Hinweisen). 

2.9.4 Auf Stellungnahmen der RAD kann für den Fall, dass ihnen mate-

riell Gutachtensqualität zukommen soll, nur abgestellt werden, wenn sie 

den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen 

Bericht genügen (BGE 137 V 210 E. 1.2.1; Urteil des EVG I 694/05 vom 

15. Dezember 2006 E. 2). Nicht zwingend erforderlich ist, dass die versi-

cherte Person untersucht wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2009 

vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1). Die RAD-Ärzte müssen sodann über die im 

Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen, 

spielt doch die fachliche Qualifikation des Experten für die richterliche 

Würdigung einer Expertise eine erhebliche Rolle. Bezüglich der medizini-

schen Stichhaltigkeit eines Gutachtens müssen sich Verwaltung und Ge-

richte auf die Fachkenntnisse des Experten verlassen können. Deshalb 

ist für die Eignung eines Arztes als Gutachter in einer bestimmten medizi-

nischen Disziplin ein entsprechender spezialärztlicher Titel des berichten-

den oder zumindest des den Bericht visierenden Arztes vorausgesetzt 

(Urteile des Bundesgerichts 9C_9/2010 vom 29. September 2010 E. 3.3, 

9C_736/2009 vom 26. Januar 2010 E. 2.1, 9C_323/2009 vom 14. Juli 

2009 E. 4.3.1). 

2.9.5 Für die Beurteilung des Rentenanspruchs sind Feststellungen aus-

ländischer Versicherungsträger, Krankenkassen, Behörden und Ärzte be-

A-1638/2012 

Seite 15 

züglich Invaliditätsgrad und Anspruchsbeginn für die rechtsanwendenden 

Behörden in der Schweiz nicht verbindlich (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4). 

Vielmehr unterstehen auch aus dem Ausland stammende Beweismittel 

der freien Beweiswürdigung des Gerichts (Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts C-168/2013 vom 4. Februar 2014 E. 2.2). 

3.  

3.1 Streitig und damit zu prüfen ist vorliegend, ob die Vorinstanz zu Recht 

mit Verfügung vom 17. Februar 2012 die halbe Invalidenrente der Be-

schwerdeführerin mit Wirkung ab 1. April 2012 aufgehoben hat. 

3.2 Hinsichtlich der erheblichen zeitlichen Anknüpfungspunkte hat im vor-

liegenden Fall als letztmaliger, das Ergebnis einer rechtsgenüglichen  

materiellen Prüfung des Rentenanspruchs darstellender Rechtsakt die 

Mitteilung der IV-Stelle des Kantons Z._______ vom 3. Juni 2005 (IV-act. 

53) zu gelten, mit welcher oppositionslos weiterhin die mit ursprünglicher 

Verfügung vom 11. Juli 2000 (IV-act. 58 S. 7 und 9-10) zugesprochene 

halbe Invalidenrente bestätigt worden war. Zu beurteilen ist daher, ob 

zwischen der Mitteilung vom 3. Juni 2005 – auf welche hin die Beschwer-

deführerin keine Verfügung verlangt hatte – und der vorliegend angefoch-

tenen Verfügung vom 17. Februar 2012 eine wesentliche Änderung in 

den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten war, die geeignet war bzw. 

ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch in rentenrelevan-

ter Weise zu beeinflussen. 

3.3 Da die Bestätigung der Rente jeweils aufgrund knapper Berichte und 

mit der Begründung erfolgte, der Gesundheitszustand der Beschwerde-

führerin habe sich nicht geändert, erscheint es geboten, auf die Aktenlage 

bis zur rentenbestätigenden Mitteilung vom 3. Juni 2005 einzugehen. 

Diese stellt sich wie folgt dar: 

3.3.1 Die Zusprache einer halben Rente im Jahre 2000 (Sachverhalt 

Bst. B) erfolgte gestützt auf die Abklärungen der IV-Stelle und den Abklä-

rungsbericht der BEFAS […] vom 21. Januar 2000 (IV-act. 36; 

E. 3.3.1.12), welchen Dr. med. E._______ zusammen mit F._______, Be-

rufsberaterin, und G._______, Berufsabklärerin, erstellt hatte (vgl. IV-

act. 81 S. 2; IV-act. 114 S. 1 und IV-act. 129 S. 1). Nachfolgend werden 

die relevanten Aussagen in den (auch vorausgegangenen) Berichten zu-

sammengefasst. 

A-1638/2012 

Seite 16 

3.3.1.1 In einem Bericht von Dr. H._______, Arzt für innere Medizin und 

Angiologie FMH, an Dr. med. I._______, Arzt für allgemeine Medizin 

FMH, vom 17. Dezember 1996 (IV-act. 1) hielt Dr. H._______ als Diagno-

se ein leichtes Lymphödem des linken Fusses mit noch unklarer Genese, 

ein lumbospondylogenes Syndrom links sowie ein intaktes oberflächli-

ches und tiefes Leitvenensystem am linken Bein fest. Er empfahl gele-

gentlich eine weitergehende Abklärung zum Ausschluss einer Grund-

krankheit für das Lymphödem. 

3.3.1.2 Dr. J._______, Arzt für innere Medizin FMH, Spezialist für Rheu-

matologie, berichtete Dr. I._______ am 8. September 1997. Er stellte die 

Diagnose chronisches Lumbovertebralsyndrom mit spondylogenem Syn-

drom links, wahrscheinlich vor allem im Rahmen einer funktioneller Stö-

rung des linken Iliosakralgelenks (IV-act. 4 S. 1). 

3.3.1.3 Auf einem Fragebogen, den die IV-Stelle Y._______ Dr. I._______ 

am 24. September 1997 zusandte, antwortete dieser am 21. Oktober 

1997, dass der Gesundheitsschaden seit Januar 1996 bestehe und die 

Beschwerdeführerin einer Physiotherapie, eines Chiropraktors und Medi-

kamente bedürfe. Als Diagnose hielt er ein chronisches Lumbovertebral-

syndrom mit spondylogenem Syndrom links, ein Handgelenkganglion 

dorsal radikal links, ein leichtes Lymphödem des linken Fusses, eine se-

kundäre Sterilität bei Status nach Tubarabort sowie eine Sactosalpinx 

rechts und massive tubäre Adhäsionen links nach mehrfachen Adnexiti-

den fest. Seit Januar 1996 bestehe eine leichtgradige Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit als Näherin wegen des Rückenleidens im Ausmass von 

höchstens 20-25 %, welche wohl weiterhin bestehen würde. Bei einer 

Wechselbelastung für den Rücken mit abwechslungsweise Sitzen, Ste-

hen und Gehen könnte wohl eine Arbeitsfähigkeit von 100 % erreicht 

werden. Das Heben schwerer bis mittelschwerer Lasten solle vermieden 

werden. Das Rückenleiden werde wohl fortbestehen. Bei angepasster Ar-

beit scheine ihm die Prognose bezüglich Arbeits- und Eingliederungsfä-

higkeit günstig (IV-act. 9). 

3.3.1.4 Dr. K._______, Chiropraktor SCG/ECU, hält in seinem Bericht an 

Dr. J._______ vom 23. Oktober 1997 die Diagnose linksseitiges Lumbo-

sakralsyndrom bei Gefügelockerung im linken Iliosakralgelenk (ISG) und 

ein akutes Lumbodorsalsyndrom fest. Im Befund steht, die Beschwerde-

führerin weise einen Beckentiefstand rechts mit anschliessender achsen-

gerechter Lenden- und Brustwirbelsäule (LWS und BWS) auf. Bei der 

Flexion der Lendenwirbelsäule trete ein Ausweichen des Oberkörpers 

A-1638/2012 

Seite 17 

nach rechts auf. Es gebe einen deutlichen muskulären Hartspann zwi-

schen L4-S1 links sowie in der linken Glutaealmuskulatur. Die Behand-

lung habe keinen Erfolg gezeigt. Ein Szintigramm sei wohl der nächste 

diagnostische Schritt (IV-act. 10). 

3.3.1.5 In seiner Überweisung an Dr. med. L._______, Rheumatologe, 

Leitender Arzt der Rheumatologie am [Spital Ba._______], schrieb 

Dr. J._______ am 17. November 1997, sämtliche durchgeführten Bilder 

bildgebender Verfahren seien nicht schlüssig; teils werde eine ISG-

Arthropathie erwogen, teils wieder nicht (IV-act. 12). 

3.3.1.6 Am 5. Dezember 1997 schrieben Dr. L._______, Leitender Arzt, 

und Dr. M._______, Assistenzarzt, an Dr. J._______, die Beschwerdefüh-

rerin weise einen Beckentiefstand rechts 8 mm mit kompensatorischer 

rechtskonvexer LWS-Skoliose auf. Das Aufrichten [nach Beugung] sei in-

konstant mit analgischem Stopp, lumbosakral, keine Ausweichskoliose. 

Die Seitenneigung von Brust- und Lendenwirbelsäule sei zu je 1/3 einge-

schränkt. Weiter werden verschiedene Schmerzen beschrieben. Die 

Röntgenbefunde seien unauffällig. Die Ärzte fanden trotz umfangreich 

durchgeführter Untersuchung keine kausale Erklärung für die [zum dama-

ligen Zeitpunkt] seit ca. eineinhalb Jahren bestehenden Lumbosakralgien 

mit Ausstrahlungen ins linke Bein. Sie fanden aber Weichteilveränderun-

gen mit schmerzhaften Myogelosen und insbesondere auch Druckdolenz 

im Piriformisbereich. Bei positivem Menell-Zeichen links, ansonsten je-

doch unauffälliger ISG-Untersuchung sei eine linksseitige ISG-Arthritis 

sehr unwahrscheinlich, wenn auch nicht mit letzter Sicherheit auszu-

schliessen. Differentialdiagnostisch sei ein (entzündlicher) Prozess im 

kleinen Becken weiterhin zu erwägen, insbesondere in Anbetracht der 

positiven Anamnese rezidivierender Salpingitiden, der offenbar dokumen-

tierten passageren, aktuell jedoch klinisch nicht fassbaren Beinschwel-

lung links (womöglich im Rahmen eines primären Lymphödems bei  

Abfluss-Störung im kleinen Becken) sowie der zurzeit leicht erhöhten 

Blutsenkungsreaktion bei Mikrozytose (IV-act. 13). 

3.3.1.7 Am 12. Mai 1998 kamen Prof. Dr. med. N._______, Chefarzt des 

Röntgeninstituts des [Spitals Ba._______], und Dr. med. B. Czermak, 

Stellvertretender Oberarzt, nach einer Magnetresonanztomographie 

(MRI) des Beckens zum Schluss, es werde die bekannte Sactosalpinx 

dargestellt. Verglichen zur rechte Seite seien linksseitig die Lymphknoten 

etwas grösser und etwas vermehrt, eine eindeutige pathologische Ver-

grösserung könne jedoch nicht nachgewiesen werden. Es gebe keinen 

A-1638/2012 

Seite 18 

Beckentumor. Die Darstellung der ISG-Gelenke sei unauffällig. Insbeson-

dere gebe es keine Hinweise für eine ISG-Arthritis (IV-act. 17). 

3.3.1.8 Am 9. März 1999 forderte die IV-Stelle Y._______ von 

Dr. I._______ einen Arztbericht an, um den Anspruch auf berufliche 

Massnahmen prüfen zu können. Dr. I._______ antwortete am 23. März 

1999 mittels des Fragebogens. Er bescheinigte eine Arbeitsunfähigkeit im 

bisherigen Tätigkeitsbereich, welche schwer abzuschätzen sei, mögli-

cherweise um die 30 % betrage. In den täglichen Verrichtungen im Haus-

halt sei die Beschwerdeführerin eingeschränkt. Die Diagnose lautete auf 

ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit spondylogenem Syndrom 

links, Handgelenksganglion dorsal radial links, leichtes Lymphödem am 

linken Fuss, sekundäre Sterilität bei Status nach Tubarabort 1989, rezidi-

vierende Bauchschmerzen bei Verdacht auf Verwachsungsbauch bei 

Sactosalpinx rechts und massiver tubärer Adhäsionen links nach mehrfa-

chen Adnexitiden, chronische obstruktive Lungenerkrankung bei Nikoti-

nabusus. Er stellte persistierende Schmerzen fest. Der Arzt empfahl eine 

Beurteilung durch die MEDAS oder Rheumatologie (IV-act. 22). 

3.3.1.9 Dr. L._______ und Dr. O._______, Assistenzarzt, schrieben am 

22. Juli 1999 an Dr. I._______, die Beschwerdeführerin wirke leicht de-

pressiv. Es gebe eine rechtskonvexe BWS-Skoliose, Druckdolenz auf T5 

und L4 sowie auf die Spina iliaca posterior superior links, eine schmerz-

hafte Seitenneigung der LWS nach links und LWS-Extension. Insgesamt 

sei die Beweglichkeit der Wirbelsäule gut. Es gebe einen Triggerpunkt im 

Glutaeus medius und Piriformismuskulatur mit Ausstrahlung der Be-

schwerden in den dorsalen Oberschenkel bis zum Knie. Im Übrigen war 

der Befund unauffällig. Die radiologische Untersuchung stehe noch aus. 

Die Beurteilung der Ärzte fiel dahingehend aus, dass die Beschwerden 

subjektiv und objektiv konstant geblieben seien. Für das Prozedere wurde 

unter anderem festgehalten, ISG-Veränderungen seien radiologisch wie-

derholt festgestellt und anderweitig interpretiert worden. Obwohl ein MRI 

im Mai 1998 unauffällig ausgefallen sei, würde eine Computertomogra-

phie des ISG veranlasst, damit der Verlauf beobachtet und eine allfällige 

ISG-Arthritis diagnostiziert oder definitiv ausgeschlossen werden könne 

(IV-act. 29). 

3.3.1.10 Am 23. Juli 1999 stellte Dr. P._______, leitender Arzt am Rönt-

geninstitut des [Spitals Ba._______], bei einer Zweiphasenskelettszinti-

graphie der LWS und beider ISG einen unauffälligen Befund, keine Hin-

A-1638/2012 

Seite 19 

weise für Sacrolitis oder Spondylitis sowie keine entzündlichen Verände-

rungen fest (IV-act. 30). 

3.3.1.11 Die Dres. L._______ und O._______ befanden im Rahmen einer 

Nachkontrolle am 21. Dezember 1999, der Fersengang löse einen Flan-

kenschmerz links aus. Es sei eine leicht verminderte, aber weitgehend 

indolente Wirbelsäulenbeweglichkeit in Flexion feststellbar. Die LWS-

Extension sei um 1/3 vermindert. Weiter stellten sie verschiedene 

Schmerzen, vor allem Druckdolenzen, linksbetont fest. Insbesondere hiel-

ten sie ein positives Waddel-Zeichen fest: Die axiale Kompression des 

Kopfes löse einen lumbalen Schmerz aus, wobei die Beschwerdeführerin 

mit dem linken Knie einnicke. Den neurologischen Befund beurteilten die 

Ärzte bis auf eine nicht streng dermatomgebundene Hypästhesie des la-

teralen Vorfusses rechts als unauffällig. Er entspreche weiterhin einem 

myofascialen Syndrom im Beckengürtelbereich links, wobei die vermehrte 

Weichteilempfindlichkeit am linken Hemikörper auf eine Generalisierung 

hindeute. Die von der Beschwerdeführerin bezeichneten Schmerzareale 

wiesen ebenfalls auf diese linksbetonte Generalisierung hin. Es lägen 

weiterhin weder anamnestische noch klinische Zeichen einer chronisch-

entzündlichen Erkrankung vor. Die Ärzte stellten fest, dass die Beschwer-

deführerin aus rheumatologischer Sicht weiterhin für leichte Arbeiten min-

destens teilweise arbeitsfähig sei (IV-act. 34). 

3.3.1.12 Im BEFAS-Bericht vom 21. Januar 2000 wurde festgehalten, die 

Beschwerdeführerin sei in der Lage, leichte wechselnd belastende Tätig-

keiten auszuüben. Die Arbeitsfähigkeit solle mit 50 % aufgenommen wer-

den und sei im Laufe von drei bis sechs Monaten in Absprache mit dem 

Hausarzt auf 70 bis 80 % steigerbar. Der BEFAS-Arzt diagnostizierte ei-

nen Verdacht auf eine intermittierende lumboradikuläre Reizung L5/S1 

links, ferner ein generalisiertes Schmerzsyndrom, ähnlich einem Fibro-

myalgie-Syndrom. Die Beschwerdeführerin habe gegen Abschluss der 

BEFAS-Abklärung erschöpft und ermüdet gewirkt. Sie habe vermehrt 

Schmerzen angegeben. Das Gangbild habe sich stark verschlechtert und 

sie habe sich steif mit blockierter Wirbelsäule bewegt. Die Beschwerde-

führerin habe ein schwer einzuschätzendes generalisiertes lumbales 

Schmerzsyndrom mit Exazerbation und fraglicher Irritation der Wurzel L5 

und S1 links gezeigt. Die Experten hatten den Eindruck, dass sie in er-

heblichem Mass auch durch ihre psychosoziale Situation (unerfüllter Kin-

derwunsch, Heimweh, Verlust eines selbst geschaffenen Heims im Krieg) 

stark beeinträchtigt werde (IV-act. 36 S. 1 und 4 f.). 

A-1638/2012 

Seite 20 

3.3.1.13 Beim psychologischen Abklärungsgespräch durch den Psycho-

logen Q._______, Rheuma- und Habilitationsklinik Bb._______, Fachkli-

nik für Neurologische Rehabilitation, erschien die Beschwerdeführerin als 

offen und kommunikativ. Sie habe einen unterschwellig bedrückten Ein-

druck gemacht. Sie bringe ihre momentan körperlichen Probleme mit der 

als stark überfordernd erlebten Arbeit als Näherin in Zusammenhang und 

scheine im Augenblick sozial isoliert zu sein (IV-act. 40 S. 1 f.). 

3.3.1.14 Am 31. Mai 2000 schrieben Dr. med. R._______, leitender Arzt 

an der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Bb._______, Fachklinik für 

Neurologische Rehabilitation, und Dr. med. S._______, Assistenzarzt, an 

Dr. I._______, die Beschwerden der Beschwerdeführerin seien in Kennt-

nis der klinischen und bildgebenden Befunde im Rahmen eines myofas-

cialen Syndroms zu erklären. Aufgrund der psychologischen Beurteilung 

lägen Hinweise auf eine unterschwellig depressive Verstimmung infolge 

einer psychosozialer Konfliktsituation vor. Beim Austritt aus der Klinik ha-

be die Arbeitsfähigkeit als Näherin 0 %, eine solche in leichten bis mittel-

schweren Arbeiten ohne Positionsmonotonien bis zu 70 % betragen. 

3.3.2 Im Rahmen des im Jahre 2000 durchgeführten, die halbe Invaliden-

rente bestätigenden erstmaligen Revisionsverfahrens (vgl. IV-act. 45) 

wurden folgende medizinische Berichte erstattet: 

3.3.2.1 Dr. R._______ gab in seinem Bericht vom 28. August 2000 zu-

handen der IV-Stelle Y._______ folgende Diagnosen mit Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit an: therapieresistentes myofasziales Schmerzsyn-

drom im Beckengürtelbereich links mit Generalisierungstendenz, beste-

hend seit ca. sechs Jahren, und eine depressive Verstimmung. Es sei ei-

ne 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Näherin bis auf Weiteres vorhanden. 

Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Stärker körperlich belas-

tende Tätigkeiten seien nicht mehr möglich. Andere Tätigkeiten in Form 

leichter bis mittelschwerer Arbeiten ohne Positionsmonotonien seien bis 

zu 70 % zumutbar. Ob eine Steigerung möglich sei, müsse vom weiteren 

Verlauf abhängig gemacht werden. Die Arbeitsfähigkeit am bisherigen Ar-

beitsplatz bzw. im bisherigen Tätigkeitsbereich könne nicht verbessert 

werden (IV-act. 43). 

3.3.2.2 Dr. I._______ berichtete der IV-Stelle Y._______ am 27. Novem-

ber 2000, der Gesundheitszustand sei stationär. Die Diagnose sei unver-

ändert. Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe ein therapieresistentes myo-

fasziales Syndrom, seit Oktober 1997 zu ca. 30 % und seit August 1999 

A-1638/2012 

Seite 21 

zu ca. 50 % (entsprechend der Beurteilung der IV-Stelle Y._______). Die 

Prognose erscheine aufgrund des bald vierjährigen Verlaufs der Rücken-

symptomatik nicht gut (IV-act. 44). 

3.3.3 Die im Jahre 2002 erfolgte revisionsweise Bestätigung der halben 

Invalidenrente (IV-act. 47 und 50) hatte allein einen medizinischen Bericht 

von Dr. I._______ vom 18. Februar 2002 (IV-act. 48) zur Grundlage. Dar-

in schrieb Dr. I._______ der IV-Stelle Y._______, der Gesundheitszustand 

sei stationär. Die Diagnose sei unverändert. Das therapieresistente myo-

fasziale Syndrom beeinflusse die Arbeitsfähigkeit. Dieser Einfluss sei ge-

genüber dem Bericht vom 27. November 2000 unverändert. Aufgrund des 

Verlaufs der Rückensymptomatik im Sinn eines Panvertebralsyndroms 

erscheine die Prognose schlecht. 

3.3.4  

3.3.4.1 Als Entscheidgrundlage der Mitteilung vom 3. Juni 2005 (IV-

act. 76), in der die Rente wiederum bestätigt wurde, diente der IV-Stelle 

des Kantons Z._______ der Bericht von Dr. med. T._______ vom 23. Mai 

2005 (IV-act. 54 S. 1-2; signiert von Dr. med. U._______), welchen 

Dr. T._______ zu ihren Handen erstellt hatte. Dr. T._______ diagnostizier-

te darin eine Lumbalgie und ein depressives Zustandsbild. Der Gesund-

heitszustand sei stationär. Seit dem 23. Januar 2004 bestehe bis auf Wei-

teres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Beschwerdeführerin leide wei-

terhin an einem rezidivierenden lumbovertebralen Schmerzsyndrom mit 

Verschlechterungen und habe seit mehr als einem Jahr depressive Stim-

mungen. Bei den starken chronischen invalidisierenden Schmerzen, dem 

depressiven Zustandsbild und der Unmöglichkeit der Schmerzverarbei-

tung könne man von der Beschwerdeführerin die Aufnahme einer Arbeit 

nicht erwarten. 

3.3.4.2 Dr. med. V._______, Facharzt FMH für Rheumatologie, hatte am 

23. Mai 2005 an Dr. T._______ einen Bericht geschrieben, wonach sich 

aufgrund des klinischen Bildes sowie der durchgeführten Zusatzuntersu-

chungen die Diagnose Zerviko-Thorako-Vertebralsyndrom (muskuläre 

Dysbalance, Triggerpunkte, segmentale Funktionsstörungen, Haltungs-

anomalie), Lumbovertebralsyndrom (Triggerpunkte, muskuläre Dysbalan-

ce) und Periarthritis-humeroscapularis-Syndrom tendinotica simplex beid-

seits ergebe. Differentialdiagnostisch ergäben sich keine Hinweise für ei-

ne Systemaffektion oder ein radikuläres Reizsyndrom. Die Beschwerden 

seien mechanisch-statisch bedingt (IV-act. 54 S. 3 f.). 

A-1638/2012 

Seite 22 

3.4 In der angefochtenen Verfügung vom 17. Februar 2012 stützte sich 

die Vorinstanz in medizinischer Hinsicht insbesondere auf die rheumato-

logische Expertise des Dr. C._______ vom 22. Juni 2011 (IV-act. 108), 

das psychiatrische Gutachten des Dr. B._______ vom 28. Juni 2011 (IV-

act. 106), ihre interdisziplinäre Beurteilung vom 21. Juli 2011 (IV-act. 109) 

und den Schlussbericht der Ärztin des RAD Rhone, Dr. D._______, vom 

8. November 2011 (IV-act. 114).  

Sie begründet ihre rentenaufhebende Verfügung im Wesentlichen damit, 

der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit dem 

3. Juni 2005 verbessert. Die im Jahr 2000 festgestellte Einschränkung 

der Lendenwirbelsäule sowie der rechten und linken Hüfte sei klinisch 

nicht mehr nachweisbar. Die depressive Verstimmung bestehe nicht 

mehr. Es sei keine Gesundheitsbeeinträchtigung mehr vorhanden. Die 

zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Näherin sowie andere, leichte bis mittel-

schwere angepasste Tätigkeiten seien zumutbar. Somit bestehe eine Ar-

beits- und Erwerbsunfähigkeit von 0 %. In ihrer Vernehmlassung bringt 

die Vorinstanz vor, das rheumatologische und psychiatrische Gutachten 

seien voll beweiskräftig. An der Schlussfolgerung der RAD-Ärztin in ihrer 

Stellungnahme vom 13. September 2012 hätten auch die beschwerde-

weise neu vorgetragenen orthopädischen, kardiologischen und psychiat-

rischen Berichte nichts zu ändern vermocht. Es bleibe insofern bei der 

Einschätzung, dass die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit 

als Näherin, in leidensangepassten Verweisungstätigkeiten wie auch im 

Haushalt seit dem 3. Juni 2005 keine Arbeitseinschränkung mehr erleide. 

In ihrer Eingabe vom 27. November 2012 weist die Vorinstanz darauf hin, 

dass sich aus der Replik keine neuen Sachverhaltselemente ergäben. 

Die dieser Einschätzung zugrunde liegenden medizinischen Dokumente 

sind nachfolgend – nebst weiteren – zusammengefasst wiederzugeben 

und zu würdigen. 

3.4.1  

3.4.1.1 Dr. C._______ hielt in seinem rheumatologischen Gutachten vom 

22. Juni 2011 (IV-act. 108) fest, Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-

beitsfähigkeit bestünden keine (S. 14). Folgende Diagnosen wirkten sich 

nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus (S. 14 f.):  

– ausgedehntes myofasziales Schmerzsyndrom, bestehend seit dem 

Jahr 1997 bzw. 2007; 

–  Nacken, Schultergürtel, Oberarme, Thorax; 

–  gesamter Rücken; 

A-1638/2012 

Seite 23 

–  Gesäss, Oberschenkel, Waden; 

–  altersnormale Klinik und altersnormale Radiologie; 

– Calcaneodynie links, anamnestisch seit 10 bis 15 Jahren vorhanden; 

– anamnestisch primäres Lymphödem linkes Bein (Ersterwähnung 

1996), deutlich linksbetonter Senk-Spreizfuss; 

– anamnestisch Hypertonie (im Jahr 2005 diagnostiziert); 

– Zustand nach multiplen abdominellen/gynäkologischen Eingriffen. 

Es liessen sich keine relevanten körperlichen Beeinträchtigungen objekti-

vieren. In der früheren Tätigkeit als Näherin sei die Beschwerdeführerin 

aus somatischer Sicht arbeitsfähig. Im Haushalt sei die Beschwerdeführe-

rin arbeitsfähig und sei es gewesen. Die bei der Rentenzusprache er-

wähnten angepassten Tätigkeiten seien weiterhin zumutbar. Insgesamt 

seien alle Arbeiten, die dem Alter und der Konstitution entsprächen, zu-

mutbar. Wegen der zwischenzeitlich eingetretenen Dekonditionierung sei 

aber nur ein schrittweiser Wiedereintritt ins Erwerbsleben möglich. Da die 

Beschwerdeführerin am 3. Juni 2005 arbeitsfähig gewesen sei, sei keine 

Veränderung der Arbeitsfähigkeit erkennbar (S. 16). Als Näherin und in 

einer dem Alter und der Konstitution angepassten Tätigkeit sei die Be-

schwerdeführerin nach Überwinden der Dekonditionierung aus rein soma-

tischer Sicht zurzeit arbeitsfähig (S. 17). Rein organisch sei die Prognose 

günstig. Eine weitere Ausdehnung der Schmerzen auf den ganzen Körper 

im Sinn einer Panalgie sei aber durchaus denkbar (S. 15). 

3.4.1.2 Diese Expertise entspricht den praxisgemässen Anforderungen an 

den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens (E. 2.9.2). Dr. C._______ 

führte allseitige klinische Untersuchungen durch und klärte die Be-

schwerdeführerin eingehend in rheumatologischer Hinsicht ab. Der Ex-

perte berücksichtigte die geklagten Beschwerden und setzte sich mit die-

sen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander. So fiel 

Dr. C._______ insbesondere auf, dass sich aus dem Spontanverhalten 

und den spontanen Bewegungen keine körperliche Einschränkung er-

kennen liess (S. 7) und die klinische Untersuchung weitgehend alters-

normale Verhältnisse im Bereich des Bewegungsapparates ergab (S. 15). 

Der Experte nahm detailliert Kenntnis von den Klagen der Beschwerde-

führerin – unter anderem der von ihr vorgebrachten, im Jahre 2007 einge-

tretenen weiteren Schmerzgeneralisierung (S. 15) – und würdigte diese 

Klagen entsprechend. Er gelangte dabei zur Überzeugung, dass dem Be-

schwerdebild extrasomatische Ursachen zugrunde lägen und die Diagno-

se einer somatoformen Schmerzstörung die Beschwerden gut erklären 

würde (S. 15). Ferner kannte der Gutachter die Vorakten. Entsprechend 

bemerkte er, dass der Verlust des Arbeitsplatzes vor der Bescheinigung 

A-1638/2012 

Seite 24 

einer Arbeitsunfähigkeit erfolgt sei, dass die Einschätzung der Arbeitsun-

fähigkeit durch die Rheumaklinik Bb._______ angesichts der von der Be-

schwerdeführerin gemachten Angaben zu ihrer Tätigkeit nicht nachvoll-

ziehbar sei (S. 16) und dass alle bisherigen Behandlungen ohne positive 

Auswirkung auf die Beschwerden geblieben seien (S. 5). Dr. C._______ 

stützte sich auch in seiner Beurteilung in der Diagnosestellung auf die 

Vorakten ab. Diesbezüglich ist zu berücksichtigen, dass sich mit Bezug 

auf Schmerzen naturgemäss Beweisschwierigkeiten ergeben. Deshalb 

wird im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung 

verlangt, dass die Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärzt-

lich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind. Die 

Schmerzangaben müssen also einer zuverlässigen medizinischen Fest-

stellung und Überprüfung zugänglich sein (BGE 130 V 396 E. 5.3.2, Urteil 

des Bundesgerichts 8C_285/2009 vom 7. August 2009 E. 3.2). Solche 

Befunde fand Dr. C._______ nicht. Er konnte einzig feststellen, dass die 

im Jahr 2000 vorhandene Einschränkung der LWS, der rechten und der 

linken Hüfte nicht mehr nachweisbar sei (S. 17). Chronische Schmerzen 

jedoch heben das funktionelle Leistungsvermögen grundsätzlich nicht auf 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts I 994/06 vom 29. August 2007 E. 3.3). Das 

Gutachten [von] Dr. C._______ leuchtet daher in der Darlegung der me-

dizinischen Zustände und Zusammenhänge ein, und die Schlussfolge-

rungen des rheumatologischen Experten sind nachvollziehbar begründet. 

3.4.2  

3.4.2.1 Dr. B._______ diagnostizierte in seinem psychiatrischen Gutach-

ten vom 28. Juni 2011 (IV-act. 106) eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung gemäss ICD-10 F45.4. Im Übrigen sei der psychische 

Gesundheitszustand unauffällig (S. 6). Die in Bb._______ angeführten 

Befunde – unterschwellige depressive Verstimmungen infolge psychoso-

zialer Konfliktsituation – hätten angesichts der mässigen Ausprägung kei-

ne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verursachen können. Es habe 

auch später keine Hinweise für relevante depressive Verstimmungen ge-

geben. Seit Jahren sei die Beschwerdeführerin psychisch gesund (S. 7). 

Die Schmerzproblematik sei progredient und chronifiziert. Dr. C._______ 

habe keine Befunde festgestellt, welche eine Einschränkung der Arbeits-

fähigkeit begründeten. Es treffe damit eines der verlangten Kriterien zu, 

dies jedoch nicht in einem derartigen Ausmass, dass die Arbeitsfähigkeit 

eingeschränkt wäre. Zu dieser Beurteilung führe insbesondere die Tatsa-

che, dass keine psychische Komorbidität bestehe (S. 8). Auf der psychi-

schen Ebene bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die psy-

chosomatischen Beschwerden könnten überwunden werden. Die Be-

A-1638/2012 

Seite 25 

schwerdeführerin sei aus psychiatrisch-psychosomatischer Sicht nach 

Juni 2005 nie arbeitsunfähig geworden. Alle bisher ausgeübten Tätigkei-

ten seien aus psychiatrisch-psychosomatischer Sicht voll zumutbar (S. 9). 

Die Arbeitsfähigkeit sei nicht eingeschränkt. Es werde voraussichtlich kei-

ne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit entstehen (S. 10). Die psychoso-

matischen Beschwerden verursachten keine krankheitsbedingte Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 11). Die Prognose sei günstig (S. 8). 

3.4.2.2 Das Gutachten von Dr. B._______ beruht auf den erforderlichen 

allseitigen Untersuchungen. Die Beschwerdeführerin wurde in psychiatri-

scher Hinsicht klinisch untersucht. Dr. B._______ berücksichtigte die von 

der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden, namentlich ihre 

Schmerzklagen. Dabei fiel dem Experten auf, dass die Beschwerdeführe-

rin ihren Aussagen nach nie psychische Probleme gehabt habe, die über 

das Ausmass einer gewöhnlichen Lebenskrise hinausgegangen seien 

(S. 4), und die Beschwerdeführerin angab, dass es ihr im Kosovo psy-

chisch gut gehe (S. 4 f.). Die Expertise setzt sich mit den geklagten Be-

schwerden sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin umfassend 

auseinander. So bemerkte Dr. B._______, dass die Beschwerdeführerin 

affektiv auf die Schmerzen fixiert war, hypochondrische Befürchtungen 

äusserte und eine Schmerzausdehnung zeigte (S. 5 f.). Für den Experten 

waren deshalb Tendenzen einer psychosomatischen Überlagerung er-

kennbar, soweit die Schmerzen organisch nicht erklärt werden könnten 

(S. 6). Das Gutachten wurde sodann in Kenntnis der Vorakten abgege-

ben, wobei es sich auch mit den darin enthaltenen Aussagen auseinan-

dersetzte. Der Experte stellte daher fest, dass die Beschwerdeführerin in 

der Schweiz strenge und relativ schlecht bezahlte Arbeiten im Akkord 

durchgeführt habe, was sie vermutlich frustriert habe. Damals habe sich 

eine Rückenschmerzkrankheit entwickelt, welche eine Weiterarbeit ver-

unmöglicht habe (S. 6). Zudem bemerkte Dr. B._______, dass seit vielen 

Jahren keine relevanten medizinischen Massnahmen oder Eingliede-

rungsmassnahmen stattfänden (S. 10). Der Gutachter konnte feststellen, 

dass keine psychischen Beschwerden bestünden (S. 5) und die Be-

schwerdeführerin psychisch gesund sei, die prämorbide Persönlichkeits-

struktur nicht auffällig gewesen sei, die soziale Integration nicht verloren 

gegangen sei (S. 8) und kein sozialer Rückzug vorliege sowie kein ver-

festigter innerseelischer Verlauf bestehe (S. 10). Zudem war dem Exper-

ten bekannt, dass Dr. C._______ keine Befunde hatte feststellen können, 

welche die Arbeitsfähigkeit einschränkten, obgleich die Schmerzproble-

matik progredient und chronifiziert sei (S. 8). Eine Komorbidität der soma-

toformen Schmerzstörung war für Dr. B._______ entsprechend zu Recht 

A-1638/2012 

Seite 26 

nicht ersichtlich. Insbesondere lag kein anderes selbstständiges, vom 

psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes Leiden im Sinn einer psychi-

schen Komorbidität vor, welches eine Schmerzüberwindung seitens der 

Beschwerdeführerin verunmöglichen würde. Das Gutachten von 

Dr. B._______ leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein. 

Zudem sind die Schlussfolgerungen des Experten – insbesondere, dass 

die Beschwerdeführerin in psychiatrischer bzw. psychosomatischer Hin-

sicht seit Juni 2005 in der Arbeitsfähigkeit in allen bisher ausgeübten Tä-

tigkeiten nicht eingeschränkt sei (vgl. E. 5.4.2.1 hiervor) – in nachvoll-

ziehbarer Weise begründet. Das ärztliche Gutachten erfüllt daher die pra-

xisgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Stel-

lungnahme (E. 2.9.2) vollumfänglich, so dass für die Entscheidfindung 

darauf abgestellt werden kann.  

3.4.3  

3.4.3.1 In ihrer interdisziplinären Beurteilung vom 21. Juli 2011 (IV-

act. 109) zuhanden der Vorinstanz schrieben Dr. C._______ und 

Dr. B._______ zusammenfassend, aus rheumatologischer Sicht fänden 

sich heute (21. Juli 2011) keine organischen Veränderungen, die eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen könnten. Psychiatrischer-

seits könne bestätigt werden, dass in den letzten Jahren zusätzliche psy-

chosomatische Überlagerungen des ausgedehnten Schmerzbildes ent-

standen seien. Angesichts des Fehlens einer psychischen Komorbidität 

ergebe sich dadurch aber keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die 

interdisziplinäre Beurteilung zeige keine Einschränkung der Zumutbarkeit 

der bisherigen oder einer angepassten beruflichen Tätigkeit. 

3.4.3.2 Diese zusammenfassende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ent-

spricht den von Dr. C._______ und Dr. B._______ erstellten fachärztli-

chen Einzelgutachten, in denen somatischerseits alle dem Alter und der 

Konstitution gemässen Arbeiten zumutbar erachtet werden, wobei diese 

Arbeitsfähigkeit seit Juni 2005 unverändert bestehe (E. 3.4.1.1), und auch 

in psychiatrisch-psychosomatischer Hinsicht seit Juni 2005 keine Arbeits-

unfähigkeit bescheinigt wird (E. 3.4.2.1). 

Mangels konkreter Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen, ist den Gutachtenaussagen von Dr. C._______ und Dr. 

B._______ somit volle Beweiskraft zuzuerkennen (vgl. E. 2.9.2). 

A-1638/2012 

Seite 27 

3.4.4  

3.4.4.1 In ihrem Schlussbericht vom 8. November 2011 (IV-act. 114) kam 

die RAD-Ärztin Dr. D._______ zum Schluss, gegenüber dem Gesund-

heitszustand im Jahr 2005 sei eine objektive Verbesserung eingetreten. 

Dr. V._______ habe noch ein Cevicothorakovertebralsyndrom mit seg-

mentalen Funktionsstörungen und muskulärer Dysfunktion festgehalten 

sowie eine Periarthropatia humeroscapularis beidseits. Diese Befunde 

seien nun klinisch nicht mehr nachweisbar. Auch seien die lebensbelas-

tenden Faktoren von 2005 verschwunden. Dres. T._______ und 

U._______ hätten am 23. Mai 2005 ein depressives Zustandsbild fest-

gehalten. Dr. B._______ habe festgehalten, dass diese Beurteilung nicht 

gemäss ICD-10-Kriterien erfolgt sei und die Problematik im Rahmen einer 

normalen Krisensituation zu werten gewesen sei. Dr. C._______ halte 

fest, dass die Beschwerdeführerin gemäss den in den Akten verzeichne-

ten objektiven Veränderungen und den heutigen Untersuchungsergebnis-

sen am 3. Juni 2006 arbeitsfähig gewesen sei. Die RAD-Ärztin stellt als 

Hauptdiagnose eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung nach ICD 

F45.4 und als Nebendiagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

eine Operation eines benignen serösen Zystadenoms Ovar rechts und 

ein rezidivierendes primäres Lymphödem am linken Bein sowie rezidivie-

rende Adnexitiden fest. In der bisherigen Tätigkeit ergebe sich eine Ar-

beitsunfähigkeit von 100 % ab spätestens April 2000, eine solche von 0 % 

ab dem 3. Juni 2005, in einer angepassten eine solche von 50 % spätes-

tens ab dem 21. Januar 2000, eine solche von 30 % ab dem 5. Mai 2000 

und seit dem 3. Juni 2005 eine solche von 0 %. Der Beschwerdeführerin 

sei eine ganztätige Beschäftigung zuzumuten, wobei sie Gewichte von 

höchstens 15 kg heben dürfe und keine schweren Arbeiten verrichten sol-

le. Gemäss der Beurteilung der RAD-Ärztin zeigt sich eine objektivierbare 

Verbesserung des Gesundheitszustandes, obwohl die Schmerzsympto-

matik persistiere und die Situation laut Angaben der Beschwerdeführerin 

aufgrund einer Schmerzzunahme schlechter geworden sei. Die 

Schmerzausweitung ermögliche es nun, die Diagnose einer somatofor-

men Schmerzstörung ohne organisches Korrelat zu stellen. Die Zumut-

barkeiten seien mit jenen der Voruntersuchungen übereinstimmend. Die 

Zumutbarkeit einer Arbeit als Näherin sei divergierend attestiert worden, 

wobei bei jenen Ärzten, die eine Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten noch 

organisch nachweisbare Limitationen der LWS, der Hüften und der Schul-

tern dokumentiert worden seien, welche nun nicht mehr nachweisbar sei-

en.  

A-1638/2012 

Seite 28 

Im «Fragebogen bei anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen» gibt 

die RAD-Ärztin an, die Beschwerdeführerin verfüge objektiv über die not-

wendigen psychischen Ressourcen zur Überwindung der Schmerzen und 

zur Eingliederung in den Arbeitsprozess. Die Beschwerdeführerin leide an 

einer psychischen oder geistigen Krankheit, wobei die gestellte Diagnose 

auf Kriterien eines anerkannten Klassifikationssystems beruhe. Die 

Krankheit wirke sich nicht in erheblicher Art aus. Die Schwere sei nicht 

erheblich, jedoch sei sie konstant. Aufgrund des Fragekatalogs kommt die 

Ärztin sinngemäss zum Schluss, die Foerster-Kriterien (E. 2.4.3) seien 

nicht erfüllt. Namentlich handle es sich nicht um chronische körperliche 

Begleiterkrankungen und einen mehrjährigen Krankheitsverlauf ohne län-

gerfristige Remission; es liege kein sozialer Rückzug vor; es handle sich 

nicht um einen verfestigten, therapeutisch nicht mehr angehbaren inner-

seelischen Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlasten-

den Konfliktbewältigung; es seien keine Behandlungen empfohlen wor-

den, denen sich die Beschwerdeführerin hätte unterziehen können. Die 

Schmerzüberwindung und der Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess, so 

die Schlussfolgerung, könnten der Beschwerdeführerin zugemutet wer-

den. 

3.4.4.2 Dieser Bericht stimmt mit den Feststellungen und Schlussfolge-

rungen der beiden Experten Dr. C._______ und Dr. B._______ überein. 

Widersprüche sind keine ersichtlich und es bestehen auch keine Indizien, 

die gegen die Zuverlässigkeit der Aussagen der RAD-Ärztin sprechen. 

Sie setzt sich auch mit den weiteren Vorakten auseinander und würdigt 

diese nachvollziehbar. Ihrem Bericht vom 8. November 2011 kommt damit 

ebenfalls uneingeschränkter Beweiswert zu (E. 2.9.2 und 2.9.4). 

3.5  

3.5.1 Wie die RAD-Ärztin nachvollziehbar und gestützt auf die Unterlagen 

darlegt, hat sich der körperliche Zustand der Beschwerdeführerin gebes-

sert. Sämtliche Experten gehen nunmehr davon aus, dass keine körperli-

chen Beschwerden (mehr) nachweisbar sind, während frühere Berichte 

solche Beschwerden noch zumindest vermuteten. Der Beschwerdeführe-

rin wird eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als 

auch in einer angepassten Tätigkeit attestiert. 

Sofern eine Verschlechterung der somatoformen Schmerzstörung geltend 

gemacht wird, kommt dem im vorliegenden Fall keine entscheidende Re-

levanz zu. Für sich allein genommen, kann eine solche Schmerzstörung 

keine Rente begründen, denn es wird davon ausgegangen, dass solche 

A-1638/2012 

Seite 29 

Störungen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind 

(E. 2.4.2). Dass dem auch im konkreten Fall so ist, ergibt sich aus den 

Expertenberichten und dem Bericht der RAD-Ärztin (E. 3.4.1.1, 3.4.2.1 

und 3.4.3.1). 

3.5.2 Wenn nun davon ausgegangen würde, dass die halbe Rente der 

Beschwerdeführerin einzig aufgrund der somatoformen Schmerzstörung 

zugesprochen wurde (weil körperliche Ursachen nie mit Sicherheit fest-

gestellt werden konnten), somit keine tatsächliche Besserung ihrer Be-

schwerden eingetreten ist und mithin eine Revision gestützt auf Art. 17 

ATSG nicht möglich ist, wäre zu prüfen, ob die Rente aufgrund der 

Schlussbestimmungen zum 1. Massnahmepaket der 6. IV-Revision auf-

zuheben wäre (E. 2.8.1). Dies wäre zu bejahen, weil auch hier alle Be-

dingungen erfüllt wären (E. 2.8.4): Die Rente wurde aufgrund einer soma-

toformen Schmerzstörung zugesprochen und aus heutiger Sicht würde 

keine Rente mehr zugesprochen, weil ein pathogenetisch-ätiologisch un-

klares syndromales Beschwerdebild ohne nachweisbare organische 

Grundlage vorliegt, welches grundsätzlich als überwindbar gilt, und weil 

die Foerster-Kriterien – wie zuvor festgestellt (E. 3.4.4.1) – nicht erfüllt 

sind. 

3.5.3 Demnach wäre die revisionsweise Streichung der Rente mit Blick 

auf die Schlussbestimmung Bst. 1 Ziff. 1 rechtens, selbst wenn im Übri-

gen davon auszugehen wäre, dass sich die gesundheitliche Situation der 

Beschwerdeführerin nicht verbessert hat.  

3.6 Nun ist auf die Einwände der Beschwerdeführerin einzugehen. 

3.6.1 Die Beschwerdeführerin lässt ausführen, sie leide an diversen 

Krankheiten, wovon einige schwer zu diagnostizieren seien. Insbesonde-

re leide sie an einem Schwächesyndrom. Sie habe zweimal gynäkolo-

gisch operiert werden müssen. Dass sie gesundheitlich am Ende sei, sei 

auch visuell erkennbar. Sie sei nicht fähig, einfachste Verrichtungen im 

Haushalt zu tätigen, und könne kaum eine Stelle finden. 

Auf die gesundheitliche Situation gingen die Gutachter Dres. C._______ 

und B._______ ausführlich ein. Ein Schwächesyndrom stellten sie nicht 

fest, wobei auch ein solches grundsätzlich als überwindbar zu gelten hät-

te (E. 2.4.2). Die gynäkologischen Operationen haben keine Auswirkun-

gen auf die hier massgebliche Arbeitsfähigkeit. Sie wurden anamnestisch 

ebenfalls berücksichtigt. Dass gesundheitliche Probleme visuell erkenn-

A-1638/2012 

Seite 30 

bar sein sollen, ergibt sich aus keinem der Gutachten. Diese legen sol-

ches auch nicht nah. Die psychische Erscheinung der Beschwerdeführe-

rin wird als «freundlich und umgänglich» (Dr. C._______; IV-act. 108 S. 7) 

bzw. sinngemäss als unauffällig (Dr. B._______, IV-act. 106 S. 5) be-

schrieben. Physische Auffälligkeiten werden nicht angegeben. Was die 

Arbeit im Haushalt anbelangt, hält Dr. B._______ zu den aktuellen Be-

schwerden der Beschwerdeführerin (von dieser selbst angegeben) fest, 

sie sei beim Staubsaugen, Fensterputzen und anderem behindert (IV-

act. 108 S. 6). Der Arzt stellt diesbezüglich jedoch Arbeitsfähigkeit fest 

(IV-act. 108 S. 15). Gegenüber Dr. C._______ erklärte die Beschwerde-

führerin, sie betätige sich im Haushalt und gehe mit ihrem Mann einkau-

fen (IV-act. 106 S. 4). Zwar wird die genaue Art der Haushaltstätigkeiten 

nicht spezifiziert, doch geht Dr. C._______ von einer vollen Arbeitsfähig-

keit der Beschwerdeführerin – also auch im Haushalt – aus (IV-act. 106 

S. 9). Für die von Dr. B._______ erwähnten ungünstigen krankheitsfrem-

den Faktoren – langjährige Ausübung einer belastenden und frustrieren-

den Arbeit, ein voll invalider Ehegatte, eine fehlende Motivation zur Wie-

deraufnahme einer beruflichen Leistung und eine kinderlos gebliebene 

Ehe, welche bis ungefähr dem Jahr 2005 eine Belastung dargestellt habe 

(S. 7) – hat die schweizerische Invalidenversicherung grundsätzlich nicht 

einzustehen. Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren sind mittelbar 

invaliditätsbegründend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der – un-

abhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen 

des Gesundheitsschadens beeinflussen (BGE 127 V 294 E. 5a; vgl. BGE 

139 V 547 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_776/2010 vom 

20. Dezember 2011, in: SVR 2012 IV Nr. 32 S. 127 E. 2.3.3). Dass dies 

hier der Fall wäre, wird weder geltend gemacht, noch ergibt es sich aus 

den Akten. 

3.6.2 In ihrer Replik hält die Beschwerdeführerin fest, dass das Gutach-

terteam subjektiv entschieden habe. Die Ärzte hätten im Hinblick darauf, 

dass zwischen der Schweiz und dem Kosovo kein Abkommen betreffend 

Sozialversicherungen bestehe, gegen die Beschwerdeführerin entschie-

den. 

Wie zuvor festgehalten wurde, wirkt sich der Umstand, dass das Sozial-

versicherungsabkommen nicht zwischen der Schweiz und dem Kosovo 

weitergilt, nicht zu Lasten der Beschwerdeführerin aus (E. 2.1.1). Im Üb-

rigen handelt es sich beim Vorwurf, die Gutachter hätten subjektiv ent-

schieden, um eine nicht belegte Behauptung. Aus dem Vorstehenden er-

A-1638/2012 

Seite 31 

gibt sich aber im Gegenteil, dass die Gutachter ihre Gutachten mit der nö-

tigen Sorgfalt erstellten (E. 3.4.1.2 und 3.4.2.2). 

3.6.3 Vor Bundesverwaltungsgericht reichte die Beschwerdeführerin zu-

dem weitere Unterlagen ein. 

3.6.3.1 Dr. med. H.J. W._______ hielt am 23. Mai 2005 als Diagnose ein 

Adnexektomiepräparat der rechten Seite mit multilokulärem serösem 

Zystadenom und mehreren, partiell luteinisierten und teils hämorrhagi-

schen Follikelzysten des Ovarium. Es liess sich kein malignes neoplasti-

sches Gewebe nachweisen (BB 12). 

3.6.3.2 Im Bericht (ohne Angabe des Datums) von Dr. X._______, Abdo-

minalchirurg und Proktologe an der Klinik Bc._______, wurde als Diagno-

se eine Hernie der Pfannenstielnarbe festgehalten. Daher wurde am 

14. Januar 2010 eine Abdominalplastik mit Netz und eine Korrektur der 

Hernie vorgenommen (BB 7 = IV-act. 121 S. 19 f.). 

3.6.3.3 Der Kardiologe Y._______ stellte am 24. April 2010 Bluthoch-

druck, eine hypertensive Herzkrankheit und chronische Bronchitis fest 

(BB 9 = IV-act. 122 S. 3). Am gleichen Tag hielt derselbe Arzt insbesonde-

re eine diastolische und ventrikulare Dysfunktion links und eine konzentri-

sche und ventrikulare Hypertrophie links fest (BB 10 = IV-act. 122 S. 1). 

3.6.3.4 Der Physiotherapeut Z._______ stellte am 29. Dezember 2011 die 

Diagnose Zervikal- und Lumbalsyndrom lateral links und ordnete Thera-

pien (unter anderem Thermo- und Elektrotherapie) an (BB 5 = IV-act. 121 

S. 14 f.). 

3.6.3.5 Am 30. Dezember 2011 hielt der Psychiater Dr. Aa._______ ein 

ängstlich-depressives Syndrom ICD-10 F41.2 fest. Im Interview hätten 

sich Schlaflosigkeit, Angst, Lustlosigkeit und Verzweiflung ergeben (BB 6 

= IV-act. 121 S. 16-18). Gleiches wurde am 17. Januar 2012 (BB 16 = IV-

act. 121 S. 8 f), 7. Februar 2012 (BB 15 = IV-act. 121 S. 3 f.) und 5. März 

2012 (BB 17 = IV-act. 121 S. 1 f.) festgehalten, hier allerdings jeweils oh-

ne Angabe dessen, was die Befragung ergeben hat. 

3.6.3.6 Ebenfalls am 30. Dezember 2011 hielt Dr. Ab._______ Bluthoch-

druck, vaskuläre Kopfschmerzen und Schwindel fest (BB 8 = IV-act. 121 

S. 12 f.). 

A-1638/2012 

Seite 32 

3.6.3.7 Am 19. Januar 2012 schrieb der Neurologe der Klinik 

Bc._______, Dr. Ac._______, die Beschwerdeführerin sei wegen 

Schmerzen im Rücken und Hals, Taubheitsgefühl im Arm und trockenem 

Husten gekommen. Die Symptome beständen seit einer Woche, begleitet 

von Fieber, Rückenschmerzen, Sekretabsonderung und Angstzuständen. 

Ausser einem positiven Romberg-Test bei geschlossenen Augen und ei-

nem positiven Lasègue-Test bei 80 % waren alle neurologischen Befunde 

innerhalb der Norm. Die Diagnose lautete auf ein Lumbalsyndrom, eine 

Zervikobrachalgie und Bluthochdruck. Der Arzt empfahlt verschiedene 

Röntgenaufnahmen und diverse Tests. Zudem sollten ein Neurologe, ein 

Nephrologe, ein Kardiologe ein Pneumologe und ein Chirurg konsultiert 

werden (BB 23 = IV-act. 121 S. 10 f.; Übersetzung: IV-act. 126). 

3.6.3.8 Dr. med. Ad._______, Radiologe an der Klinik Bc._______, hielt 

am 23. Januar 2012 ebenfalls ein Lumbalsyndrom, eine Zervikobrachal-

gie und Bluthochdruck fest. Er stellte einzig eine leichte Torsionsskoliose 

der lumbalen Wirbelsäule fest (BB 13 = IV-act. 121 S. 5, Übersetzung: IV-

act. 127 S. 5). Derselbe Arzt stellte am selben Datum beim Röntgen des 

Brustkorbes keine Zeichen einer Entzündung oder Ausdehnung der Lun-

gen fest. Die Lungenhilen waren leicht akzentuiert (BB 14 [entspricht in-

haltlich BB 21] = IV-act. 121 S. 6, Übersetzung: IV-act. 127 S. 3). Im Be-

richt dieses Arztes wiederum vom selben Datum betreffend Röntgenbilder 

der Wirbelsäule wurden wiederum das Lumbalsydrom, eine Zervikobrach-

algie und Bluthochdruck festgehalten. Von der Norm abweichend fand der 

Arzt leicht gewellte Wirbel, eine verminderte Zervikallordose und eine Ak-

zentuierung der intravertebralen Knoten in der Gegend unterhalb der 

Halswirbelsäule. Er schloss auf eine reduzierte Zervikallordose. Es gäbe 

keine weiteren Änderungen (BB 22 = IV-act. 121 S. 7, Übersetzung: IV-

act. 127 S. 1). 

3.6.3.9 Im Bericht von Dr. Ae._______, Chirurg an der Klinik Bc._______, 

vom 24. Januar 2012 wurden eine Verkalkung zwischen dem linken und 

dem rechten Leberlappen und eine leichte Vergrösserung der Bauchspei-

cheldrüse festgestellt. Die Diagnose lautete auf eine erhöhte Blutsen-

kung. Der Arzt empfahl verschiedene weitere Untersuchungen (BB 3 = IV-

act. 122 S. 4, Übersetzung in IV-act. 125). 

3.6.3.10 Des Weiteren reichte die Beschwerdeführerin Ultraschallbilder 

(BB 4 = IV-act. 122 S. 5-12, BB 11 = IV-act. 122 S. 2) und eine Laborana-

lyse (BB 18 - 20 = IV-act. 123) ein. 

A-1638/2012 

Seite 33 

3.6.4 Diese Unterlagen wurden der RAD-Ärztin Dr. D._______ wiederum 

vorgelegt, die am 13. September 2012 dazu Stellung nahm. Sie nahm 

von den meisten dieser Beilagen Kenntnis. Nicht aufgeführt sind insbe-

sondere die Berichte von Dr. W._______ (E. 3.6.3.1), Dr. X._______ 

(E. 3.6.3.2), Z._______ (E. 3.6.3.4) und Dr. Ab._______ (E. 3.6.3.6). Dies 

ist insofern nicht zu beanstanden, als es sich bei der Eingabe des Physio-

therapeuten Z._______ nicht um einen Untersuchungsbericht zu handeln 

scheint, sondern nur um die Anordnung allgemein gehaltener Therapien. 

Dr. W._______ äussert sich nicht zu den derzeit im Zentrum stehenden 

Rückenproblemen und Schmerzen. Gleiches gilt für Dr. X._______ und 

Dr. Ab._______. 

Die Folgerung der Ärztin, die Unterlagen, welche von Januar/Februar 

2012 datiert seien, würden Konsultationen betreffen, welche aufgrund ei-

nes Infekts (am ehesten viral der oberen Luftwege) eingeleitet worden 

seien, ist nachvollziehbar. Dr. Ac._______ hält neben den Schmerzen im 

Rücken, solche im Hals sowie ein Taubheitsgefühl im Arm, trockenen 

Husten und Fieber fest (E. 3.6.3.7). Diese letztgenannten Beschwerden 

haben jedenfalls keinen Zusammenhang mit den sonst geltend gemach-

ten Schmerzen, insbesondere in der linken Körperhälfte. 

Ebenfalls nachvollziehbar ist die Aussage der Ärztin, auf den Röntgenbil-

dern fänden sich keine degenerativen Veränderungen, die eine schwere 

Arthrose und langfristige Schmerzproblematik oder eine akute Ver-

schlechterung zur früheren Expertise (E. 3.4.4.1) objektivieren könnten. In 

den Berichten der Ärzte finden sich nämlich höchstens Erwähnungen 

kleiner Veränderungen. Dass sie diesen weitere Bedeutung zumessen 

würden, ist nicht erkennbar. 

Zum Bericht des Kardiologen hält die Ärztin fest, die beschriebene diasto-

lische Dysfunktion habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit im vorlie-

genden Kontext. 

Das beschriebene anxio-depressive Syndrom vermöge keine langfristige 

Arbeitsunfähigkeit zu begründen. In den neurologischen Berichten 

(E. 3.6.3.7) werde keine psychiatrische Anomalie und kein verminderter 

Antrieb beschrieben oder festgehalten. Ebenso wenig werde eine Thera-

pie beim Psychiater vorgeschlagen, so dass nicht von einer relevanten 

langdauernden Störung ausgegangen werden könne, welche eine länger-

fristige Arbeitsunfähigkeit begründen würde. Auch dies ist nachvollziehbar 

und stimmt mit den Akten überein. 

A-1638/2012 

Seite 34 

3.6.5 Die vor Bundesverwaltungsgericht eingereichten Unterlagen ändern 

somit nichts an der bisherigen Einschätzung.  

3.7 Die Beschwerdeführerin erklärt, mittels einer multidisziplinären Unter-

suchung könne ein objektives Bild des Gesundheitszustands und der 

verbleibenden Erwerbsfähigkeiten festgestellt werden. Auf die Erstellung 

eines weiteren Gutachtens ist indes zu verzichten, weil die bisherigen Un-

terlagen ein klares Bild ergeben. Der Antrag, ein neues Gutachten erstel-

len zu lassen, ist damit abzuweisen. 

4.  

Demgemäss konnte die vorherige ordentliche halbe Rente der Invaliden-

versicherung unter Berücksichtigung der Frist von Art. 88
bis

 Abs. 2 Bst. a 

IVV (E. 2.7.4) per 1. April 2012 revisionsweise aufgehoben werden. Die 

angefochtene Verfügung vom 17. Februar 2012 (IV-act. 117 = BB 2) ist 

somit zu schützen und die Beschwerde abzuweisen.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis

 in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver-

weigerung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht kosten-

pflichtig. Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden 

Partei auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Vorliegend werden die Verfah-

renskosten, die sich aus der Gerichtsgebühr und den Auslagen zusam-

mensetzen, unter Berücksichtigung des Umfanges und der Schwierigkeit 

der Streitsache auf Fr. 400.-- festgesetzt (vgl. Art. 63 Abs. 4
bis

 VwVG so-

wie Art. 1, Art. 2 und Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]) und der unterliegenden Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfah-

renskosten zu verwenden. 

5.2 Weder die unterliegende Beschwerdeführerin noch die obsiegende 

Vorinstanz haben Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 64 

Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 und 3 VGKE). 

 

  

A-1638/2012 

Seite 35 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 400.-- werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfah-

renskosten verwendet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Markus Metz Susanne Raas 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 

Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

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