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**Case Identifier:** 4e7eac44-55c7-5058-a1ab-2c3a5e349e59
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.11.2021 200 2021 614
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-614_2021-11-23.pdf

## Full Text

200 21 614 IV
JAP/IMD/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. November 2021

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt und Notar B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. Juli 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, IV/21/614, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1988 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
wurde am 9. Dezember 1988 unter Hinweis auf ein Geburtsgebrechen bei 
der IV-Kommission des Kantons Bern zum Leistungsbezug angemeldet 
(Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; Antwortbeilage 
{AB}] 196.1 S. 127 ff.). Die IVB gewährte ihr mit Verfügung vom 2. März 
2011 (AB 195) bei einem Invaliditätsgrad von 40 % ab 1. Oktober 2009 
eine Viertelsrente. Im Rahmen einer ordentlichen Rentenrevision sprach 
sie mit Verfügung vom 20. September 2013 (AB 218) bei einem Invali-
ditätsgrad von 56 % ab 1. Dezember 2012 eine halbe Rente zu. Nachdem 
die Versicherte über die Geburt ihrer Tochter vom 27. April 2015 orientiert 
hatte (AB 242), ermittelte die IVB – unter der Annahme, die Versicherte 
wäre im Gesundheitsfall nunmehr zu je 50 % erwerbstätig bzw. im Haushalt 
beschäftigt – einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad (AB 252 S. 13 
Ziff. 7) und hob die laufende Rente nach entsprechender vorbescheidwei-
ser Ankündigung (AB 253, 269) mit Verfügung vom 30. Mai 2016 (AB 278) 
bei einem Invaliditätsgrad von 26 % auf. In Gutheissung einer hiergegen 
erhobenen Beschwerde (AB 280 S. 3 ff.) hob das Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern diese Verfügung mit Urteil vom 12. September 2016, 
IV/2016/625 (AB 287), auf und wies die Sache zur weiteren Abklärung des 
medizinischen Sachverhalts und zu neuer Verfügung an die IVB zurück.

B.

Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD [AB 200]) hin 
liess die IVB die Versicherte von Dr. med. C.________, Facharzt für Neuro-
logie, begutachten (Gutachten vom 20. März 2017 [AB 301.7]). Am 17. Ok-
tober 2017 teilte sie die Weiterausrichtung der bisherigen Rente bei einem 
Invaliditätsgrad von 56 % mit (AB 323).

Am 1. Mai 2019 informierte die Versicherte die IVB über die Geburt ihres 
Sohnes vom 1. März 2019 (AB 349), woraufhin diese eine Rentenrevision 

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einleitete (AB 352, 354). Die IVB tätigte medizinische sowie erwerbliche 
Abklärungen und beauftrage ihren Abklärungsdienst mit einer Haushalts-
abklärung (Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 11. März 2021 [AB 396 
S. 2 ff.]). Ausgehend von einem Status von je 50 % Erwerb und Aufgaben-
bereich Haushalt sowie einem Invaliditätsgrad von 44 % stellte die IVB mit 
Vorbescheid vom 18. März 2021 (AB 406) die Herabsetzung der laufenden 
halben Rente auf eine Viertelsrente in Aussicht. Nach Einwand der Versi-
cherten (AB 411) und Stellungnahme durch den Bereich Abklärungen (BAK 
[AB 423]) verfügte sie am 13. Juli 2021 (AB 424) wie angekündigt.

C.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt und Notar 
B.________, mit Eingabe vom 7. September 2021 Beschwerde mit den 
folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung vom 13. Juli 2021 der Beschwerdegegnerin sei auf-
zuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, der 
Beschwerdeführerin weiterhin eine halbe Invalidenrente auszurich-
ten.

2. Die Verfügung vom 13. Juli 2021 der Beschwerdegegnerin sei auf-
zuheben und es sei die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen 
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen verbunden mit der 
Anordnung, eine neue Verfügung im Sinne der Beschwerde zu er-
lassen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

Mit Eingabe vom 4. Oktober 2021 verwies die Beschwerdegegnerin auf die 
Ausführungen in der angefochtenen Verfügung, verzichtete auf eine um-
fassende Stellungnahme im Rahmen einer Beschwerdeantwort und bean-
tragte die Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. Juli 2021 
(AB 424). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Rente der Invalidenversicherung und in diesem Zusammenhang 
insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin die laufende halbe Rente zuläs-
sigerweise per Ende des der Verfügungszustellung folgenden Monats – 
mithin per 31. August 2021 (vgl. AB 425) – auf eine Viertelsrente herabge-
setzt hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Wa-
ren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für 
diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 28a 
Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der 
Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditäts-

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grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 144 
I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 290 E. 4 S. 293).

Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 
Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditätsgrads der 
Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in 
Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (Art. 27bis Abs. 2 
der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; 
SR 831.201). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Er-
werbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Das Erwerbseinkommen, das 
die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre, wird dabei auf ein Vollpensum hochge-
rechnet. Die prozentuale Erwerbseinbusse wird schliesslich anhand des 
Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre, gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 IVV). Für die Berechnung des Invali-
ditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der pro-
zentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbe-
reich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid 
geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Aufgabenbe-
reichs gewichtet (Art. 27bis Abs. 4 IVV).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

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2.5.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.5.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeein-
flussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Un-
terbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). Dabei ist im 
Unterschied zu dem in Art. 88a Abs. 1 IVV geregelten Tatbestand der Ver-
besserung der Erwerbsfähigkeit nicht verlangt, dass die Änderung, nach-
dem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat, vor-
aussichtlich weiterhin andauern muss. Das gesetzliche Erfordernis einer 
auf Dauer gerichteten Änderung ist mit Ablauf der dreimonatigen Wartezeit 
grundsätzlich erfüllt (SVR 2017 IV Nr. 71 S. 220 E. 2.3.1).

2.5.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-

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ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.5.4 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2019 IV Nr. 68 S. 220 E. 2).

Die weitere Ausrichtung einer Invalidenrente nach einer von Amtes wegen 
durchgeführten Revision, sofern dabei keine leistungsbeeinflussende Ände-
rung der Verhältnisse festgestellt wurde, bedarf gemäss Art. 74ter lit. f IVV 
keiner Verfügung. Die blosse Mitteilung eines solchen Revisionsergebnis-
ses ist, wenn keine Verfügung verlangt wurde (Art. 74quater Abs. 1 IVV), in 
Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer rechtskräftigen Verfügung gleich-
zustellen (SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2, 2010 IV Nr. 4 S. 8 E. 3.1).

3.

3.1 Zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der umstrittenen Rentenherab-
setzung. Den massgebenden Referenzzeitpunkt für die Frage des Vorlie-
gens eines Revisionsgrundes bildet die formlose Mitteilung vom 17. Okto-
ber 2017 (AB 323), mittels welcher die Beschwerdegegnerin nach rechts-
konformer (medizinischer) Sachverhaltsabklärung (vgl. E. 2.5.4 hiervor) die 
Weiterausrichtung der halben Rente bei einem unveränderten Invaliditäts-
grad von 56 % bestätigte. Damit ist der Sachverhalt im Zeitpunkt dieser 
Mitteilung vom 17. Oktober 2017 (AB 323) mit jenem im Zeitpunkt der an-
gefochtenen Verfügung vom 13. Juli 2021 (AB 424) zu vergleichen und zu 

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prüfen, ob in den tatsächlichen Verhältnissen eine erhebliche Veränderung 
eintrat, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan-
spruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.5.1 hiervor).

3.2

3.2.1 In medizinischer Hinsicht stellte die Beschwerdegegnerin bei Er-
lass der Mitteilung vom 17. Oktober 2017 (AB 323) auf das neurologische 
Gutachten von Dr. med. C.________ vom 20. März 2017 (AB 307.1) ab. 
Dieser diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Arthro-
gryposis congenita der Beine (ICD-10: Q74.3), ätiologisch bei intrauteriner 
Ischiadikusparese beidseits und mit persistierender Paraparese (S. 20, 30 
Ziff. IV./1.). Die Patientin beklage aktuell hauptsächlich Beschwerden von 
Seiten des Bewegungsapparates in Form von Rückenschmerzen und Hüft-
schmerzen links, welche seit der Schwangerschaft und Geburt zugenom-
men hätten. Des Weiteren bestehe ein relativ bunter Symptomenkomplex, 
der aus neurologischer Sicht nicht in allen Details ohne Weiteres zugeord-
net werden könne (S. 27 Ziff. II./2.). Die Arbeitsfähigkeit betrage aktuell 
weiterhin 50 % für die vorbestehende Tätigkeit im … ohne weitere Ein-
schränkung der Leistungsfähigkeit. Diese Tätigkeit sei als gut angepasst 
einzustufen, so dass durch eine andere Tätigkeit keine Verbesserung der 
Arbeitsfähigkeit erreicht werden könnte (S. 33 Ziff. VII./1. f.).

3.2.2 Die angefochtene Verfügung vom 13. Juli 2021 (AB 424) stützte 
sich bezüglich der gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdefüh-
rerin auf die Aktenbeurteilung des RAD-Arztes Dr. med. D.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 24. November 2020 (AB 388). 
Dieser führte aus, es lägen keine neuen Diagnosen oder Befunde vor, wel-
che die Arbeitsfähigkeit in einem höheren Mass beeinträchtigten als bisher. 
Es sei keine Verschlechterung seit der Mitteilung vom 17. Oktober 2017 
ausgewiesen. Im Rahmen der Arthrogryposis congenita der Beine mit per-
sistierender Paraparese bestehe eine um 50 % eingeschränkte Arbeits-
fähigkeit bei körperlich leichten Tätigkeiten. Bei aktivierter hypertropher AC-
Gelenkarthrose, subakromialer Enge und ansatznaher geringfügig degene-
rierter Supraspinatussehne bestehe eine verminderte Belastbarkeit der 
linken Schulter für körperlich mittelschwere bis schwere Tätigkeiten sowie 
für Gewichtsbelastungen unter gewissen Körperpositionen. Zumutbar seien 

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körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten ganztags über 
4.25 Stunden ohne zusätzliche Leistungsminderung. Zu vermeiden seien 
anhaltende Zwangshaltungen, repetitives Heben von Lasten über 
Brusthöhe, armbelastende Tätigkeiten mit Arbeiten über Bauchhöhe, Über-
kopfarbeiten und das Besteigen von Leitern und Gerüsten. Die von der 
Versicherten zuletzt ausgeübte Tätigkeit als … entspreche diesem ange-
passten Leistungsprofil (S. 5).

3.2.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin-
tergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stel-
lungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 
E. 4.3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, IV/21/614, Seite 11

3.2.5 Die Aktenbeurteilung das RAD-Arztes Dr. med. D.________ vom 
24. November 2020 (AB 388) erfüllt die vorerwähnten höchstrichterlichen 
Beweisanforderungen und erbringt vollen Beweis. Zwar klagte die Be-
schwerdeführerin anlässlich der Erhebung vom 8. März 2021 im Sitzungs-
zimmer der Beschwerdegegnerin über vermehrte subjektive Beschwerden 
(AB 396 S. 2 Ziff. 1.1) und auch im Revisionsfragebogen (AB 354 S. 1 Ziff. 
1.1) bzw. im Bericht des Hausarztes Dr. med. E.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin, vom 12. September 2019 (AB 358 S. 1 Ziff. 1) 
wurde im Jahr 2019 zunächst noch eine Gesundheitsverschlechterung pos-
tuliert. Im Jahr 2020 erklärten jedoch sowohl die Beschwerdeführerin als 
auch ihr Hausarzt, der Gesundheitszustand sei unverändert bzw. stationär 
(AB 374 S. 1 Ziff. 1.1, 384 S. 2 Ziff. 1). Dass sich die Befundlage bzw. die 
Auswirkungen der seit jeher bestehenden Arthrogryposis congenita der 
Beine (ICD-10: Q74.3) auf die funktionelle Leistungsfähigkeit seit der neu-
rologischen Begutachtung durch Dr. med. C.________ (AB 307.1) wesent-
lich geändert hätten, ist aktenmässig nicht ausgewiesen und wird be-
schwerdeweise auch nicht geltend gemacht. Der RAD-Arzt zog nebst der 
persistierenden Paraparese beider Beine im Rahmen des differenziert for-
mulierten Zumutbarkeitsprofils (AB 388 S. 5) auch die Beschwerden an der 
linken Schulter (AC-Gelenkarthrose, subakromiale Enge, geringfügige De-
generation der Supraspinatussehne) mit ein, wobei sich diese nur auf kör-
perlich mittelschwere bis schwere Tätigkeiten niederschlagen. Somit be-
steht weiterhin eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 50 %. Ein 
medizinischer Revisionsgrund liegt dementsprechend nicht vor.

3.3 Was die erwerblichen Verhältnisse betrifft, erachtete die Be-
schwerdegegnerin die Beschwerdeführerin bei Erlass der Mitteilung vom 
17. Oktober 2017 (AB 323) trotz des mit der Geburt der Tochter vom 
27. April 2015 (AB 242 S. 5) angenommenen (AB 252 S. 4 Ziff. 3.5), jedoch 
unberücksichtigt zu bleibenden Statuswechsels (vgl. BGE 143 I 50; 
AB 297, 299), wie bis anhin als vollerwerbstätig. Die Geburt des Sohnes 
am 1. März 2019 (AB 349 S. 3) stellt nunmehr für sich allein einen zulässi-
gen Revisionsgrund dar (vgl. BGE 147 V 124; BVR 2020 S. 270; Bundes-
amt für Sozialversicherungen [BSV], IV-Rundschreiben Nr. 372 S. 2 in fi-
ne), zumal zwischen den Parteien unbestritten ist, dass die Beschwerde-
führerin im hypothetischen Gesundheitsfall in Teilzeit erwerbstätig wäre 

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und damit die Invaliditätsbemessung – anders als im Referenzzeitpunkt – 
anhand der gemischten Methode zu erfolgen hat. Der Rentenanspruch ist 
damit frei zu prüfen (vgl. E. 2.5.3 hiervor).

4.

Nachzugehen ist der zwischen den Parteien umstrittenen Frage, ob die 
Beschwerdeführerin nach der Geburt des Sohnes am 1. März 2019 
(AB 349 S. 3) im Gesundheitsfall einen Beschäftigungsgrad von 50 % 
(AB 396 S. 4 f. Ziff. 3.4) oder einen solchen von 80 % (Beschwerde S. 10 
Ziff. Ill Art. 6 sowie S. 12 Ziff. Ill Art. 7) innegehabt hätte.

4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

Bei einer im Haushalt tätigen versicherten Person im Besonderen ent-
scheidet sich die Frage, ob sie als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige 
zu betrachten ist, nicht danach, ob sie vor ihrer Heirat erwerbstätig war 
oder nicht. Vielmehr sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerb-
lichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsauf-
gaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die 
Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berück-
sichtigen. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versi-
cherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu wür-
digen (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30, 117 V 194 E. 3b S. 195; SVR 2019 IV 
Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, IV/21/614, Seite 13

4.2 Zur Begründung eines Erwerbsstatus von 50 % bezieht sich die 
Abklärungsfachperson mehrfach auf die "Aussage der ersten Stunde" 
(AB 396 S. 5 Ziff. 3.4, 423 S. 3). Sie beruft sich damit auf die im Sozialver-
sicherungsrecht geltende Beweismaxime, wonach die sogenannten spon-
tanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuver-
lässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von 
nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art 
beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a 
S. 47). Diesbezüglich ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin an-
lässlich der Abklärung an Ort und Stelle vom 24. Juli 2015 angab, sie 
möchte nach der abgeschlossenen Wundheilung im Zusammenhang mit 
dem Kaiserschnitt so schnell wie möglich ihre Arbeit wieder aufnehmen und 
nach Möglichkeit erneut das Pensum von 50 % umsetzen. Die Mutter und 
Schwiegermutter warteten schon darauf, die Tochter betreuen zu können 
(AB 252 S. 4 Ziff. 3.5, 264 S. 4 Ziff. 3.5). Die Abklärungsfachperson erach-
tete die Angaben als nachvollziehbar und setzte den Status auf je 50 % 
Erwerbstätigkeit und Aufgabenbereich Haushalt fest, dies obwohl die Aus-
sagen der Beschwerdeführerin sich offensichtlich einzig und allein auf die 
damalige Situation mit Behinderung, nicht aber den hypothetischen Vali-
ditätsfall bezogen, mithin die Beschwerdeführerin die Frage nach der Er-
werbstätigkeit im Validitätsfall gar nicht beantwortete. Dies erhellt nicht nur 
aus den Angaben der Beschwerdeführerin zur Ziff. 3.5 ("Würde bei Behin-
derung eine Erwerbstätigkeit ausgeübt?"), sondern auch jenen zur aktuel-
len Erwerbstätigkeit (Ziff. 3.2), wonach sie so schnell als möglich wieder 
arbeiten gehen möchte, wobei vorgesehen sei, dass sie das ehemalige 
Pensum von 50 % (beim bisherigen Arbeitgeber) wieder wahrnehme. Dass 
die Beschwerdeführerin bereits im Jahr 2015 das Arbeitspensum bei guter 
Gesundheit mit 50 % angegeben habe (AB 423 S. 3), ist somit unzutreffend 
(vgl. AB 411 S. 2 in fine). Spätestens durch die mit VGE IV/2016/625 
(vgl. insbesondere E. 4.2 [AB 287]) aufgehobene Verfügung vom 30. Mai 
2016 (AB 278) musste sich die Beschwerdeführerin der versicherungs-
rechtlichen Tragweite der Statusfrage bewusst sein, weshalb für danach 
getätigte Äusserungen die Beweismaxime der spontanen "Aussage der 
ersten Stunde" nicht zum Tragen kommen kann. Vor diesem Hintergrund 
ist nicht entscheidend, ob es anlässlich des Abklärungsgesprächs vom 
8. März 2021 erneut zu einem Missverständnis kam, wie sich der Ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, IV/21/614, Seite 14

sprächsablauf gestaltete bzw. ob sich die Abklärungsfachperson unprofes-
sionell verhielt (AB 411 S. 4, 411 S. 7 = Beschwerdebeilage [BB] 3; Be-
schwerde S. 6 ff. Ziff. Ill Art. 4 f.). Damit erübrigt sich in antizipierter Be-
weiswürdigung (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 
157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) die Abnahme des offe-
rierten Zeugenbeweises ebenso wie die Durchführung eines Parteiverhörs. 
Die Statusfrage ist anhand der einzelnen Prüfelemente (vgl. E. 4.1 hiervor) 
zu beantworten. Soweit die Abklärungsfachperson zur Begründung eines 
50 %-Pensums dabei die allgemeine Lebenserfahrung heranzog (AB 396 
S. 5 Ziff. 3.4), wies die Beschwerdeführerin zutreffend darauf hin, dass die-
se Argumentationslinie in den empirischen Erhebungen nicht ohne weiteres 
Rückhalt findet (AB 411 S. 3 mit Hinweis auf Bundesamt für Statistik [BFS], 
Tabelle "Erwerbsmodelle bei Paaren nach Alter des jüngsten Kindes und 
Anzahl Kinder im Haushalt, 2019"): Zwar ist die besagte Tabelle hier inso-
weit nicht einschlägig, als beide in Frage kommenden Pensen in derselben 
Spalte zusammengefasst sind, immerhin ist aber augenfällig, dass bei Paa-
ren mit zwei Kindern, wobei das Jüngste 0-3 Jahre alt ist, die Differenz zwi-
schen den Konstellationen "Partner Vollzeit / Partnerin Teilzeit 1-49 %" und 
Partner Vollzeit / Partnerin 50-89 %" mit den Werten 28.3 bzw. 23.9 nicht 
signifikant ausfällt.

4.2.1 Bezüglich der erwerblichen Verhältnisse ergibt sich aus den Akten 
das Folgende: Nach der von der Invalidenversicherung gewährten 
erstmaligen beruflichen Ausbildung (vgl. AB 129, 134) arbeitete die Be-
schwerdeführerin ab Juli 2009 zunächst mit einem Beschäftigungsgrad von 
60 % für das Einzelunternehmen F.________, G.________ bzw. ab Sep-
tember 2009 für die F.________ GmbH (heute: H.________ GmbH [vgl. 
<www.zefix.ch>]; AB 158, 167 f.). Aus gesundheitlichen Gründen reduzierte 
sie das Pensum per Dezember 2009 auf 50 % (AB 179, 191) und stand da-
nach von August 2011 bis August 2015 in einem Arbeitsverhältnis mit der 
I.________ AG, wobei sie mit einem Beschäftigungsgrad von 50 % als … 
eingesetzt wurde (AB 200 S. 2-5, 207 S. 3, 317 S. 2, 378 S. 2, 396 S. 4 
Ziff. 3.3; Beschwerde S. 13 Ziff. III Art. 8). Nach der Geburt der Tochter im 
April 2015 (AB 242 S. 5) und anschliessendem Mutterschaftsurlaub wurde 
das letzte Arbeitsverhältnis per August 2015 im gegenseitigem Einverständ-
nis, aber auf Initiative der Arbeitgeberin, aufgelöst, wobei die Beschwerde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, IV/21/614, Seite 15

führerin nach ihren glaubhaften Bekundungen trotz Betreuungspflichten 
gerne so schnell wie möglich das bisherige Pensum wiederaufgenommen 
hätte (AB 396 S. 4 Ziff. 3.3 f.).

Da die Beschwerdeführerin durch das als Geburtsgebrechen anerkannte 
Leiden (vgl. Ziffer 181 und 397 des Anhangs der Verordnung vom 9. De-
zember 1985 über Geburtsgebrechen [GgV; SR 831.232.21]; vgl. AB 196.1 
S. 4 und 122) seit jeher eingeschränkt ist, kommt der Erwerbsbiographie im 
vorliegenden Kontext nur eine geringe Aussagekraft zu. Immerhin sprechen 
einerseits die bisherigen Arbeitspensen nicht gegen einen höhergradigen 
Beschäftigungsgrad im hypothetischen Gesundheitsfall, andererseits 
schöpfte die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit jeweils optimal 
aus, woraus zu schliessen ist, dass sie im Validitätsfall jedenfalls nicht nie-
derschwelliger erwerbstätig gewesen wäre.

4.2.2 Das Alter betreffend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin, 
welche bei der Einleitung des Revisionsverfahrens im Mai 2019 (AB 352) 
30 Jahre alt war, noch über eine lange Aktivitätsdauer verfügte. Dieser 
Umstand kann zwar als Indiz für eine Erwerbstätigkeit gewertet werden, 
lässt aber keine konkreten Rückschlüsse auf einen bestimmten 
Beschäftigungsgrad zu.

4.2.3 Mit Blick auf die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung ergibt 
sich, dass die Beschwerdeführerin ausgebildete … (AB 159, 165 S. 2, 307.1 
S. 14) ist. Sie leitete vor der Geburt des ersten Kindes das … der 
I.________ AG und es war offenbar vorgesehen, dass sie zusätzlich "… (…) 
übernimmt (AB 396 S. 5 Ziff. 3.4), was für gute berufliche Fähigkeiten und 
eine gewisse Flexibilität bzw. für Ambitionen, sich beruflich weiterzuentwi-
ckeln, spricht. Dies deutet darauf hin, dass sie ihre Fähigkeiten und ihre 
Ausbildung auch im Gesundheitsfall trotz Betreuungspflichten möglichst gut 
hätte verwerten wollen, was tendenziell für ein höheres Arbeitspensum 
spricht. Im Übrigen ist notorisch, dass auf dem Arbeitsmarkt in der Berufs-
gruppe der … und verwandten Berufe – je nach Wirtschaftszweig bzw. Un-
ternehmensgrösse – höherprozentige Teilzeitarbeitsverhältnisse durchaus 
verbreitet sind.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, IV/21/614, Seite 16

4.2.4 Bezüglich der persönlichen Neigungen und Begabung ist 
festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin Basteln, Nähen, Stricken, 
Kochen, Backen und "Hinausgehen" als ihre Hobbies bezeichnet (AB 307.1 
S. 15), was ohne weiteres mit einer höherprozentigen Erwerbstätigkeit 
vereinbar ist. Auch im Gesundheitsfall würde sie aufgrund der 
Betreuungspflichten den zeitintensiven wettkampfmässigen … wohl nicht 
mehr betreiben. Ihre sportliche Vergangenheit im … und als Teilnehmerin 
an … (vgl. …) indiziert aber eine leistungsorientierte Persönlichkeit (vgl. 
bereits AB 101 S. 1), welche sie nach Abschluss der Sportkarriere in der 
Erwerbstätigkeit zum Einsatz gebracht hätte. Die Beschwerdeführerin 
machte denn auch wiederholt den hohen Stellenwert der Erwerbstätigkeit in 
ihrem Leben klar (AB 252 S. 4 Ziff. 3.5, 364 S. 4 Ziff. 3.5, 396 S. 4 Ziff. 3.4; 
Beschwerde S. 9 f. Ziff. III Art. 6). Dies spricht eher dafür, dass sie bei guter 
Gesundheit die Bereitschaft und den Willen für ein höheres Teilzeitpensum 
gehabt hätte.

4.2.5 Die persönlichen, familiären und sozialen Verhältnisse stellen sich 
wie folgt dar: Der Ehegatte der Beschwerdeführerin wurde – nachdem er 
kurz vor dem Abschluss der Berufslehre zum … einen Berufsunfall erlitt 
(und sich dabei eine inkomplette Tetraplegie zuzog) – zum … umgeschult 
und ist mit einem Beschäftigungsgrad von 100 % als … erwerbstätig (AB 
396 S. 3 Ziff. 2.1, S. 8 Ziff. 6.3; vgl. …). Er kann zwar (allenfalls 
pandemiebedingt nur vorübergehend) im Homeoffice arbeiten (AB 396 S. 8 
Ziff. 7.2), steht aufgrund des Arbeitspensums für die Kinderbetreuung aber 
zeitlich nur beschränkt zur Verfügung. Jedoch wären die beiden in relativ 
kurzer Distanz zum Wohnort der Beschwerdeführerin lebenden und nicht 
mehr erwerbstätigen Grossmütter der Kinder bereit und in der Lage, die 
bereits übernommene Betreuung zu erweitern (AB 252 S. 4 Ziff. 3.5, 252 S. 
12 Ziff. 6, 264 S. 4 Ziff. 3.5, 264 S. 12 Ziff. 6, 396 S. 5 Ziff. 3.4; Beschwerde 
S. 9 Ziff. III Art. 6). Dies wird seitens der Beschwerdegegnerin nicht 
bestritten, weshalb sich weitere diesbezügliche Sachverhaltserhebungen in 
Form von Zeugeneinvernahmen erübrigen (Beschwerde S. 10 Ziff. III Art. 
6). Hinzu kommt, dass der Wohnort der Beschwerdeführerin über ein 
umfangreiches Angebot für die Fremdbetreuung von Kindern mittels 
Kindertagesstätten, Tagesfamilien und flächendeckende Tagesschulen 
verfügt, wobei eine Betreuung in der Regel bereits ab einem Kindesalter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, IV/21/614, Seite 17

von drei Monaten möglich ist. Die finanziellen Aspekte stehen angesichts 
des Vollpensums des Ehegatten und des hier zur Diskussion stehenden 
Beschäftigungsgrades der Beschwerdeführerin von 50 % bzw. 80 % nicht 
im Vordergrund.

4.2.6 In der Gesamtbetrachtung ergibt sich vor allem mit Blick auf die 
Ausbildung bzw. beruflichen Fähigkeiten, die persönliche Neigung und 
Begabung sowie die persönlichen, familiären und sozialen Verhältnisse ein 
leichter Überhang der relevanten Faktoren zu Gunsten eines höheren 
Arbeitspensums. Mithin wäre die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall 
trotz Betreuungspflichten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (BGE 144 
V 427 E. 3.2 S. 429) eher 80 % als 50 % erwerbstätig gewesen. Der 
Invaliditätsgrad ist folglich mittels gemischter Methode sowie eines Status 
von 80 % Erwerb bzw. 20 % Aufgabenbereich Haushalt zu bemessen.

5.

5.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
der allfälligen Rentenrevision massgebend, wobei Validen- und Invaliden-
einkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten-
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungser-
lass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222; 
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bun-
desgericht] vom 12. Februar 2004, I 607/03, E. 7.2.1).

5.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

Konnte die versicherte Person wegen der Invalidität keine zureichenden 
beruflichen Kenntnisse erwerben, so entspricht das Erwerbseinkommen, 
das sie als Nichtinvalide erzielen könnte, den folgenden nach Alter abge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, IV/21/614, Seite 18

stuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss der 
Lohnstrukturerhebung (LSE) des BFS: Vor Vollendung des 21. Altersjahres 
70 %, vor Vollendung des 25. Altersjahres 80 %, vor Vollendung des 30. Al-
tersjahres 90 % und nach Vollendung des 30. Altersjahres 100 % (Art. 26 
Abs. 1 IVV).

Die Beschwerdeführerin leidet an einem Geburtsgebrechen, womit eine 
Geburts- bzw. Frühinvalidität im Sinne von Art. 26 IVV vorliegt (vgl. 
Rz. 3035 des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in 
der Invalidenversicherung [KSIH]). Somit betrug das Valideneinkommen ab 
Mai 2019 (Einleitung des Revisionsverfahrens [AB 352]) unbestrittener-
massen Fr. 83'000.-- (BSV, IV-Rundschreiben Nr. 378; AB 396 S. 7 Ziff. 
5.2; Beschwerde S. 12 f. Ziff. Ill Art. 8).

5.3 Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 
2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

Die Beschwerdeführerin ist ausgebildete … (AB 159, 165 S. 2; AB 307.1 S. 
14) und steht in keinem Arbeitsverhältnis mehr, sondern ist als selbststän-
dige … tätig, ohne ein massgebliches Erwerbseinkommen zu erzielen (AB 
396/4 Ziff. 3.3; vgl. auch  …). Die Beschwerdegegnerin ermittelte das Inva-
lideneinkommen anhand der LSE-Tabelle T17, ISCO-Berufsgruppe Ziff. 41, 
jedoch zog sie den Totalwert des Lebensalters 30-49 (Fr. 6'220.--) statt den 
Wert für Frauen (Fr. 6'129.--) heran. Unter Berücksichtigung des korrekten 
Werts ergibt sich für das Jahr 2019 ein Invalideneinkommen von 
Fr. 38'714.-- (Fr. 6'129.-- x 12 / 40 x 41.7 [BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit 
nach Wirtschaftsabteilungen, 2019, Sektor III oder Total] / 101.7 x 102.7 
[BFS, Tabelle T1.2.15, Nominallohnindex, Frauen 2016-2020, Sektor 3 
Dienstleistungen oder Total, Indices 2018 bzw. 2019] x 50 % [Restarbeits-
fähigkeit]). Ob hiervon ein leidensbedingter Abzug zuzulassen ist bzw. die-
ser auf 15 % zu veranschlagen wäre (Beschwerde S. 12 f. Ziff. III Art. 8), 
kann mangels Auswirkung auf den Rentenanspruch letztlich offen bleiben 
(vgl. E. 7 hiernach). Unter Berücksichtigung des geforderten Abzugs ergä-
be sich ein Invalideneinkommen Fr. 32'907.-- (Fr. 38'714.-- ./. 15 %).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, IV/21/614, Seite 19

5.4 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen re-
sultiert eine ungewichtete Einschränkung von mindestens 53.36 % 
([Fr. 83'000.-- ./. Fr. 38'714.--] / Fr. 83'000.-- x 100) bzw. höchstens 
60.35 % ([Fr. 83'000.-- ./. Fr. 32'907.--] / Fr. 83'000.-- x 100). Gewichtet mit 
dem Status von 80 % (vgl. E. 4.2.6 hiervor) ergibt sich eine Einschränkung 
im Erwerbsbereich von mindestens 42.69 % (53.36 % x 0.8) bzw. höchs-
tens 48.28 % (60.35 % x 0.8).

6.

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63).

6.2 Im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 11. März 2021 ermit-
telte die Beschwerdegegnerin anhand des Betätigungsvergleichs eine Ein-
schränkung von ungewichtet 35 % (AB 396 S. 12), was gewichtet einer 
Einschränkung von 7 % (35 % x 0.2 [Anteil Haushalt; vgl. E. 4.2.6 hiervor]) 
entspricht. Der Bericht wurde vom spezialisierten Abklärungsdienst der 
Beschwerdegegnerin gestützt auf eine Erhebung vom 8. März 2021 ver-
fasst. Das Ergebnis stützt sich auf die Angaben der Beschwerdeführerin zu 
den sozialen und erwerblichen Verhältnissen und zum Haushalt. Die im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, IV/21/614, Seite 20

Abklärungsbericht enthaltene Umschreibung der Haushaltsaufgaben ent-
spricht den Vorgaben gemäss Rz. 3087 KSIH. Die Gewichtung der einzel-
nen Aufgabenbereiche hält sich sodann innerhalb der dort angegebenen 
Bandbreiten und ist in Anbetracht der konkreten Umstände nicht zu bean-
standen. Was die Gewichtung der einzelnen Einschränkungen anbelangt, 
ist der Betätigungsvergleich nachvollziehbar begründet und hinreichend 
detailliert. Zu Recht hat die Beschwerdegegnerin des Weiteren die Bemes-
sung der Einschränkungen im Haushalt unter Berücksichtigung der Scha-
denminderung in Form der Mithilfe des Ehemannes – trotz dessen inkom-
pletter Tetraplegie – vorgenommen (vgl. Rz. 3090 KSIH, AB 423); welche 
weiter geht als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwar-
tende Unterstützung (BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509). Klare Fehleinschät-
zungen der Abklärungsfachperson, welche einen Eingriff des Gerichts in 
deren Ermessen rechtfertigen würden (vgl. E. 6.1 hiervor), sind – entgegen 
den Vorbringen in der Beschwerde (S. 14 ff. Ziff. III Art. 9) – nicht ersicht-
lich. Der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 11. März 2021 (AB 396) 
ist demnach bezüglich der Einschränkungen im Haushalt voll beweiskräftig.

7.

Aus den Einschränkungen im Erwerb (vgl. E. 5.4 hiervor) und im Haushalt 
(vgl. E. 6.2 hiervor) resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet (vgl. 
BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) mindestens 50 % (42.69 % + 7 %) 
und höchstens 55 % (48.28 % + 7 %). Damit wirkte sich die 
Statusänderung (vgl. E. 3.3 hiervor) nicht auf den Rentenanspruch aus. Die 
Beschwerdeführerin hat weiterhin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. 
In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 13. 
Juli 2021 (AB 424) ersatzlos aufzuheben.

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, IV/21/614, Seite 21

hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

8.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Die Beschwerdeführerin wird durch Rechtsanwalt und Notar B.________ 
vertreten. Dieser macht mit Kostennote vom 28. Oktober 2021 ein Honorar 
von Fr. 4'365.90 (16.17 Stunden à Fr. 270.--) zuzüglich Auslagen von 
Fr. 130.-- und Mehrwertsteuer von 7.7 % im Betrag von Fr. 346.20, somit 
total Fr. 4'842.10, geltend. Dies erscheint mit Blick auf den sowohl hinsicht-
lich des Sachverhalts wie auch rechtlich wenig umfangreichen Prozessge-
genstand, den dadurch gebotenen Aufwand sowie mit Blick auf vergleich-
bare Fälle als zu hoch. Die Parteientschädigung wird vom Gericht ermes-
sensweise auf pauschal Fr. 3'500.--, inklusive Auslagen und Mehrwertsteu-
er, festgesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwer-
deführerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 13. Juli 2021 aufgehoben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, IV/21/614, Seite 22

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Eintritt der Rechtskraft 
des Urteils zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3'500.-- (inkl. Auslagen und MWST), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt und Notar B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.