# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 658762b0-2c64-573e-92c4-34db2d0406d3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 20.04.2021 UV 2020/22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2020-22_2021-04-20.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/22

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 27.10.2021

Entscheiddatum: 20.04.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 20.04.2021
Art. 6 UVG: Rückweisung der Streitsache zur ergänzenden Abklärungen 
hinsichtlich der Frage, ob sich der Beschwerdeführer bei einem 
Motorradunfall mit Sturz auf die linke Schulter neue, traumatisch bedingte 
Rotatorenmanschettenläsionen zugezogen hat (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. April 2021, UV 
2020/22).

Entscheid vom 20. April 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus 

Lorenz

Geschäftsnr.

UV 2020/22

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Rudolf Strehler, S E K Advokaten, Dorfstrasse 21, 

8356 Ettenhausen,

gegen

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

SWICA Versicherungen AG, Rechtsdienst, Römerstrasse 38, Postfach, 

8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als Betriebskaufmann bei der B.___ AG 

angestellt und dadurch bei der Swica Gesundheitsorganisation (nachfolgend: Swica) 

gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 8. Oktober 2018 nahm die Swica eine 

Bagatellunfall-Meldung UVG der Arbeitgeberin des Versicherten für einen Unfall vom 

26. September 2018 auf. Der Versicherte sei im Gelände mit dem Motorrad 

ausgerutscht und auf die linke Seite gefallen, wobei er sich die linke Schulter verletzt 

habe (UV-act. 31). Die Erstbehandlung hatte am 1. Oktober 2018 durch den Hausarzt 

Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, stattgefunden, der die Befunde 

"alle Bewegungen voll möglich, aber nur langsam, mit grossem Aufwand, sehr 

schmerzhaft, keine Schwellung, kein Hämatom" erhoben und eine Kontusion Schulter 

links bei Motorradunfall vom 26. September 2018 mit dringendem Verdacht auf 

Rotatorenmanschettenschaden diagnostiziert hatte (UV-act. 15). Am 15. Oktober 2018 

wurde der Versicherte durch Dr. med. D.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, FMH Sportmedizin SGSM, untersucht. 

Dieser stellte die Verdachtsdiagnose einer traumatischen 

Rotatorenmanschettenpathologie links nach Sturz drei Wochen zuvor und erachtete 

eine MRT-Untersuchung als angezeigt. Im Untersuchungsbericht vom 17. Oktober 

2018 hielt Dr. D.___ ausserdem fest, dass sich beim Versicherten anlässlich einer MRT-

Untersuchung im Sommer 2016 eine ganz feine intratendinöse Teilschädigung der 

Supraspinatussehne, jedoch keine anderen strukturellen Defekte, und eine AC-Arthrose 

gezeigt hätten (UV-act. 2; vgl. zur MRT-Arthrographie des linken Schultergelenks vom 

A.a. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 3/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

30. Juni 2016 Suva-act. 11). In der durch Dr. med. E.___, FMH Radiologie und FMH 

Nuklearmedizin, am 17. Oktober 2018 durchgeführten MRT-Arthrographie kam eine 

Komplettruptur der Supraspinatussehne und des Rotatorenintervalls, eine partielle 

Ruptur der Infraspinatussehne, eine Hypotrophie des Musculus supra- und 

infraspinatus, ein intakter Bizeps sowie eine deutliche, gering aktivierte Arthrose des 

AC-Gelenks zur Darstellung (UV-act. 12). In einem Bericht vom 24. Oktober 2018 an Dr. 

C.___ empfahl Dr. D.___ eine operative Therapie mit einer arthroskopisch 

subacromialen Dekompression und partiellen AC-Resektion, mit einer wahrscheinlich 

offenen Rekonstruktion der Supra- und Infraspinatussehne und falls notwendig einer 

Tenodese der Bizepssehne und eventuell einer Patchdeckung links (UV-act. 4). Mit 

Schreiben vom 25. Oktober 2018 reichte die Klinik F.___ der Swica ein 

Kostengutsprachegesuch für einen stationären Aufenthalt zur Durchführung einer 

entsprechenden Operation ein (UV-act. 3; vgl. auch die Erinnerung vom 23. November 

2018 an das pendente Gesuch [UV-act. 14]).

Mit Schreiben vom 5. November 2018 stellte die Swica der Klinik F.___ eine 

Stellungnahme in Aussicht, sobald die Unterlagen zur Beurteilung ihrer Leistungspflicht 

vorliegen würden (UV-act. 7). Dazu forderte sie die medizinischen Unterlagen ein und 

führte weitere Abklärungen durch (UV-act. 6 f., 9). Insbesondere legte sie den 

Schadenfall ihrem beratenden Arzt Dr. med. G.___, Facharzt FMH für Chirurgie, vor 

(UV-act. 16). Dieser führte in seiner Beurteilung vom 7. Dezember 2018 (UV-act. 19) 

unter anderem aus, dass die in der MRT dargestellten Veränderungen degenerativer 

Natur und als vorbestehend zu beurteilen seien. Der Unfall vom 26. September 2018 

sei nicht die einzige Ursache der gesundheitlichen Störung. Er habe mit einer leichten 

Prellung zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines vorbestehenden 

Gesundheitsschadens geführt und könne damit als Mitursache der festgestellten 

Beeinträchtigung gesehen werden. Nach zwei Wochen seien jedoch die Unfallfolgen 

abgeheilt und der Status quo sine erreicht gewesen, da mit dem geforderten 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit früher oder später die 

Beschwerden im aktuellen Ausmass aufgrund der degenerativen Veränderungen auch 

ohne den Unfall vom 26. September 2018 aufgetreten wären.

A.b. 

Wegen eines von Dr. G.___ in der medizinischen Aktenzusammenfassung 

aufgeführten, vom Versicherten offensichtlich am 14. März 2016 beim Skifahren 

A.c. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 4/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.

Die gegen diese Verfügung vom Versicherten durch seinen Rechtsvertreter am 10. 

September 2019 erhobene Einsprache (UV-act. 40) wies die Swica mit 

Einspracheentscheid vom 17. Februar 2020 ab (UV-act. 43).

C.  

erlittenen Sturzes mit direkter Distorsion/Kontusion der linken Schulter (UV-act. 19-3) 

ersuchte die Swica mit Schreiben vom 21. Dezember 2018 die Schweizerische 

Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) als damaligen Unfallversicherer zu 

prüfen, ob sie ihre Leistungspflicht für Rückfälle und Spätfolgen anerkennen könne 

(UV-act. 20). Am 14. Januar 2019 legte die Suva den Schadenfall zur Prüfung einer 

Rückfallkausalität ihrem Kreisarzt Dr. med. H.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie des Bewegungsapparates, vor (UV-act. 32-1), der am 16. Januar 

2019 eine Beurteilung einreichte (UV-act. 32-2).

Mit Schreiben vom 20. Februar 2019 teilte die Swica dem Versicherten mit, dass 

sie gestützt auf die Beurteilung von Dr. G.___ (vgl. Sachverhalt A.b; UV-act. 19) ihre 

Leistungen rückwirkend per 10. Oktober 2018 einstellen müsse und ab dem 11. 

Oktober 2018 kein Anspruch mehr auf Heilbehandlungen, Kostenvergütungen und 

Taggeldleistungen aus der Unfallversicherung bestehe. Ausserdem verwies die Swica 

den Versicherten auf die Beurteilung von Dr. H.___, der zum Schluss gelangt sei, dass 

es sich bei den aktuellen Beschwerden nicht um einen Rückfall zum Ereignis vom 14. 

März 2016 handle. Zur Prüfung einer Leistungspflicht ab dem 11. Oktober 2018 sei 

somit der Krankenversicherer Ansprechpartner (UV-act. 24). Nach einer Korrespondenz 

zwischen dem Versicherten bzw. dessen Rechtsvertreter, Rechtsanwalt MLaw M. 

Strehler, Ettenhausen-Aadorf, und der Swica, worin sich der Versicherte insbesondere 

mit der Beurteilung von Dr. G.___ nicht einverstanden erklärt hatte (UV-act. 27, 29, 34), 

erliess die Swica am 10. Juli 2019 eine anfechtbare Verfügung im Sinne ihres 

Schreibens vom 20. Februar 2019 (UV-act. 36).

A.d. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 17. Februar 2020 erhob Rechtsanwalt 

Strehler für den Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 19. 

März 2020 Beschwerde mit folgenden Anträgen: 1. Es seien der Einspracheentscheid 

C.a. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 5/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Unbestritten ist im vorliegenden Fall, dass der Beschwerdeführer am 26. September 

2018 einen Unfall mit Beteiligung der linken Schulter erlitten und die 

Beschwerdegegnerin für eine Verletzung an der linken Schulter bis zum 10. Oktober 

vom 17. Februar 2020 und somit die Verfügung vom 10. Juli 2019 aufzuheben. 2. Es sei 

festzustellen, dass die geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers an der linken 

Schulter (Komplettruptur Supraspinatus, Partialläsion Infraspinatus etc.) Folgen des 

Unfallereignisses vom 26. September 2018 seien und es sei die Swica (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die gesetzlichen 

Leistungen nach UVG zu erbringen. 3. Eventuell sei die Beschwerdegegnerin zu 

verpflichten, eine externe fachärztliche Begutachtung zu veranlassen. 4. Die 

Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, den Beschwerdeführer angemessen 

ausserrechtlich zu entschädigen (act. G 1). Zusammen mit der Beschwerde reichte der 

Rechtsvertreter des Versicherten eine Stellungnahme von Dr. D.___ vom 18. März 2020 

ein, aus welcher unter anderem hervorging, dass eine Schulteroperation links am 7. 

Dezember 2018 durchgeführt worden war (act. G 1.2).

Mit Beschwerdeantwort vom 14. Mai 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 3).

C.b. 

Mit Replik vom 6. Juli 2020 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an 

seinen Anträgen gemäss Beschwerdeschrift fest (act. G 5).

C.c. 

Mit Schreiben vom 24. August 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine 

Duplik (act. G 7).

C.d. 

Mit Schreiben vom 23. Oktober 2020 ersuchte das Versicherungsgericht den 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers um Einreichung des Operationsberichts oder 

einer Entbindungserklärung, um diesen direkt bei Dr. D.___ einverlangen zu können 

(act. G 9). Am 27. Oktober 2020 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

den Operationsbericht ein (act. G 10, G 10.1). Das Versicherungsgericht brachte diesen 

der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 28. Oktober 2020 zur Kenntnis (act. G 11).

C.e. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 6/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2018 eine Leistungspflicht anerkannt hat. Strittig und zu prüfen ist, ob die 

Beschwerdegegnerin zu Recht einen Anspruch des Beschwerdeführers auf über den 

10. Oktober 2018 hinausgehende Versicherungsleistungen abgelehnt hat.

2.  

Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) hat der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls (vgl. dazu Art. 4 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 

830.1]) für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser 

in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis 

steht (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. 

zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten oder 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53, 59 zu Art. 6; BSK 

UVG-Hofer, N 66, 74 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 122 V 158 f. 

E. b mit zahlreichen Hinweisen; SZS 2018 S. 357 f.). Bei physischen Unfallfolgen spielt 

indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle (BGE 118 V 291 f. E. 3a).

2.1. 

Ist es durch einen Unfall zu keinen neuen unfallbedingten strukturellen Schäden 

gekommen, trifft er aber auf einen vorgeschädigten Körper, kommt eine unfallkausale 

Gesundheitsschädigung höchstens als vorübergehende oder richtungsgebende 

Verschlimmerung des Vorzustandes in Betracht. Die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers bei einem durch einen Unfall verschlimmerten oder überhaupt 

manifest gewordenen Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht (mehr) die 

natürliche oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also 

Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft 

dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 7/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften oder andersartig geschädigten 

Vorzustandes auch ohne den Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo 

sine) erreicht ist (vgl. zum Ganzen RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, mit Hinweisen; 

Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 54). Von einer richtungsgebenden Verschlimmerung spricht die 

Rechtsprechung nur dann, wenn medizinischerseits feststeht, dass weder der Status 

quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht werden können (Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 54; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2007, 8C_467/2007, 

E. 3.1). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss 

das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit 

nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (BGE 

129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.; Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 4).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind. Ausschlaggebend für den 

Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Insofern kann rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, 

welche die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen 

bzw. beratenden Ärzten und Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen werden. Auf 

deren Ergebnis kann jedoch nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an 

ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen. In diesem Fall sind ergänzende 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 8/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.

Im Folgenden ist zunächst zu prüfen, ob sich der Beschwerdeführer, wie von seinem 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4, 4.6 f.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 16. September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.2; SVR 2018 IV, Nr. 4, 

S. 12, E. 3.2). In Bezug auf behandelnde Hausärzte und Hausärztinnen sowie 

behandelnde Spezialärzte und Spezialärztinnen (Urteil des EVG vom 6. April 2006, I 

803/05, E. 5.5) ist zu beachten, dass sie in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur 

versicherten Person stehen. Da sie sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu 

konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte in der Regel nicht den Zweck einer den 

abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven 

Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen 

Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 352 E. 3a. Aus diesen Gründen 

und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen mitunter 

im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu 

Gunsten ihrer Patienten und Patientinnen aussagen, wird im Streitfall eine direkte 

Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärzte und 

Ärztinnen kaum je in Frage kommen. Diese Erfahrungstatsache befreit das Gericht 

indessen nicht von seiner Pflicht zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei der auch die 

von der versicherten Person aufgelegten Berichte mitzuberücksichtigen sind. Diese 

sind dahingehend zu prüfen, ob sie auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der Feststellungen der beratenden Ärzte und Ärztinnen der Versicherer 

wecken (BGE 135 V 470 f. E. 4.5 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 12. Februar 2010, 

8C_907/2009, E. 1.1). Eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten, wie sie vorliegend 

von Dr. G.___ erstellt wurde (UV-act. 19), ist sodann nicht an sich unzuverlässig, wenn 

ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche 

Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die 

direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil 

des Bundesgerichts vom 18. Juni 2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1). Die Beurteilung von 

Dr. G.___ wurde in Kenntnis der Vorakten (vgl. "Medizinische 

Aktenzusammenfassung" [UV-act. 19-3]) verfasst und enthält eine Begründung der 

strittigen Kausalitätsfrage. Rechtsprechungsgemäss kann die Beurteilung des 

Kausalzusammenhangs zum Unfallereignis in einem Aktengutachten erörtert werden 

(Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 2011, 8C_396/2011, E. 5.2 mit 

Hinweis). Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine formell-rechtlichen 

Gründe gegen den Einbezug der Aktenbeurteilung von Dr. G.___ in die 

Beweiswürdigung. Ob letztlich auf diese abgestellt werden kann, ist im Rahmen der 

nachfolgenden materiell-rechtlichen Beurteilung bzw. Beweiswürdigung zu prüfen.

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 9/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rechtsvertreter in der Beschwerde vom 19. März 2020 geltend gemacht (act. G 1), 

beim Unfall vom 26. September 2018 neue, strukturelle Gesundheitsschäden 

zugezogen hat. Als solche stehen die in der Arthroskopie vom 7. Dezember 2018 durch 

Dr. D.___ (act. G 10.1) und bereits in der MRT-Untersuchung vom 17. Oktober 2018 

durch Dr. E.___ (UV-act. 12) erhobenen und durch Dr. D.___ am 7. Dezember 2018 

offen rekonstruierten Rupturen der Supraspinatus- und Infraspinatussehne zur 

Diskussion. Hätte die operative Behandlung vom 7. Dezember 2018 unfallkausalen 

strukturellen Verletzungen gegolten, wäre die Beschwerdegegnerin solange 

leistungspflichtig, als im Zusammenhang mit diesen Gesundheitsschäden 

Heilbehandlungen (vgl. Art. 10 UVG) stattgefunden und Arbeitsunfähigkeiten (vgl. Art. 

16 UVG) bestanden haben. Während jedoch die Beschwerdegegnerin gestützt auf die 

Aktenbeurteilung von Dr. G.___ vom 7. Dezember 2018 (act. G 3.19) frische bzw. beim 

Unfall vom 26. September 2018 neu entstandene Rotatorenmanschettenverletzungen 

verneint, solche als degenerativer Natur bezeichnet und lediglich eine vorübergehende 

Verschlimmerung des degenerativen Zustandes mit einer Leistungspflicht bis 10. 

Oktober 2018 anerkennt, vertritt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers unter 

Hinweis auf die Stellungnahme von Dr. D.___ vom 18. März 2020 (act. G 1.2) den 

gegenteiligen Standpunkt. Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, vermögen die 

Feststellungen von Dr. G.___ nicht zu überzeugen respektive sind jedenfalls geringe 

Zweifel im Sinn der einschlägigen Rechtsprechung (vgl. Erwägung 2.3) an dessen 

(Kausalitäts-)Beurteilung auszumachen.

4.  

Der Vergleich bildgebender Untersuchungsergebnisse aus der Zeit vor und nach 

dem Unfall stellt für die Abgrenzung Vorzustand bzw. neue unfallbedingte strukturelle 

Schädigung eine bedeutsame Beweisgrundlage dar (vgl. dazu BGE 134 V 121 E. 9, 134 

V 232 E. 5.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 

8C_216/2009, E. 2; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]).

4.1. 

Aus der Zeit vor dem Motorradunfall des Beschwerdeführers vom 26. September 

2018 liegt ein MRT-Untersuchungsergebnis seines linken Schultergelenks vom 30. Juni 

2016 vor (UV-act. 11). Der Radiologe Dr. E.___ erhob damals als Befunde eine partielle 

gelenksseitige und intratendinöse Ruptur der Supraspinatussehne, eine regelrechte 

Bizepssehne, eine deutliche aktivierte AC-Gelenksarthrose mit subakromialer 

Einengung sowie eine leichtgradige Bursitis subdeltoidea. Es versteht sich von selbst, 

dass in Bezug auf diese Befunde, soweit es sich dabei um strukturelle 

Gesundheitsschäden handelt, selbst wenn sie durch den früheren aktenkundigen 

4.1.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Skiunfall vom 14. März 2016 entstanden wären (vgl. UV-act. 19), was Suva-Kreisarzt 

Dr. H.___ in seiner Beurteilung vom 16. Januar 2019 zwar verneint (UV-act. 32), von 

vorbestehenden, sicher nicht durch den Unfall vom 26. September 2018 und während 

der Zeit der Versicherungsdeckung des Beschwerdeführers bei der 

Beschwerdegegnerin entstandenen, Gesundheitsschäden auszugehen ist.

Das vom linken Schultergelenk des Beschwerdeführers nach dem Motorradunfall 

gemachte MRT vom 17. Oktober 2018 zeigte laut Untersuchungsbericht von Dr. E.___ 

eine Komplettruptur der Supraspinatussehne und des Rotatorenintervalls, eine partielle 

Ruptur der Infraspinatussehne, eine Hypotrophie des Musculus supra- und 

infraspinatus, eine intakte Bizepssehne sowie eine deutliche, gering aktivierte Arthrose 

des AC-Gelenks (UV-act. 12). In der Arthroskopie vom 7. Dezember 2018 stellte Dr. 

D.___ folgende Diagnosen: Subacromiale Impingementsymptomatik bei Ausdünnung 

und Teilschädigung der Supraspinatussehne und erheblicher AC-Arthrose und 

Osteophyten subacromial, traumatische Rotatorenmanschettenschädigung links im 

Supra- und Infaspinatus nach Sturzereignis drei Wochen zuvor (act. G 10.1). Gewisse 

unterschiedliche Befundsituationen von MRT und Arthroskopie können damit erklärt 

werden, dass die Arthroskopie gegenüber der MRT durch den direkten Einblick in die 

intraartikulären Strukturen in vielen Fällen eine nochmals feinere diagnostische 

Differenzierung zulässt (Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 153 f.; 

Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. 2005, S. 247 f., 725 

f.). In seiner Stellungnahme vom 18. März 2020 weist jedoch Dr. D.___ ebenfalls auf die 

im MRT erhobene Komplettruptur der Supraspinatussehne bis zum Intervall hin (vgl. 

demgegenüber "Teilschädigung Supraspinatussehne" im Operationsbericht vom 7. 

Dezember 2018, act. G 10.1).

4.1.2. 

Dr. G.___ nimmt in seiner Beurteilung vom 7. Dezember 2018 (UV-act. 19) keinen 

konkreten Vergleich zwischen den kernspintomographischen 

Untersuchungsergebnissen vom 30. Juni 2016 und 17. Oktober 2018 vor. Er stellt 

lediglich fest, dass sich schon am 30. Juni 2016 deutliche degenerative Veränderungen 

im Sinne einer AC-Gelenksarthrose und einer Partialruptur der Supraspinatussehne 

gezeigt hätten, und führt die partielle gelenksseitige Ruptur der linken 

Supraspinatussehne unter den Diagnosen somit nachvollziehbar als vorbestehend an, 

zumindest seit 2016. Er nennt die in der MRT-Untersuchung vom 17. Oktober 2018 

erkennbaren Gesundheitsschäden - die Komplettruptur der Supraspinatussehne und 

des Rotatorenmanschettenintervalls sowie die partielle Ruptur der Infraspinatussehne 

bei deutlich aktivierter Arthrose des AC-Gelenks - und bezeichnet auch diese als 

vorbestehend und degenerativer Natur. Angesichts dessen, dass sich die partielle 

4.1.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Infraspinatussehnenruptur in der MRT-Untersuchung vom 30. Juni 2016 noch nicht 

gezeigt hatte, würde seine Schlussfolgerung zumindest einer weiteren Begründung 

bedürfen. Auch in Bezug auf die Supraspinatussehne ist eine neue strukturelle 

Unfallverletzung nicht ohne Weiteres ausgeschlossen. Suva-Kreisarzt Dr. H.___ stellt in 

seiner Beurteilung vom 16. Januar 2019 (UV-act. 32) fest, dass die am 30. Juni 2016 

erhobene Partialläsion der Supraspinatussehne im Ansatzbereich lokalisiert gewesen 

sei, also nicht im Intermediärbereich, wo sich auf den MRT-Bildern vom 17. Oktober 

2018 die Komplettruptur der Supraspinatussehne gezeigt habe. Laut MRT-

Untersuchungsbericht von Dr. E.___ vom 30. Juni 2016 hatte damals zwar bereits eine 

partielle intratendinöse Ruptur der Supraspinatussehne erhoben werden können, doch 

ist in Bezug auf eine solche unbeantwortet, ob allenfalls eine richtungsgebende 

Verschlimmerung im Sinne eines Übergangs von einer vorbestehenden partiellen 

Ruptur in eine komplette Ruptur stattgefunden haben könnte. Dieselbe unfallbedingte 

Konstellation steht - nachdem Dr. D.___ zumindest in seiner Stellungnahme vom 18. 

März 2020 eine komplette Supraspinatussehnenruptur nicht in Frage gestellt hat (act. G 

1.2) - auch im Vergleich mit der arthroskopischen Diagnose vom 7. Dezember 2018 zur 

Diskussion.

 4.2. 

Gegen eine traumatische Ursache der Rotatorenmanschettenläsionen sprechen 

sodann für Dr. G.___ das seiner Ansicht nach blosse Bagatelltrauma vom 26. 

September 2018 sowie das Fehlen von Begleitverletzungen im Sinne eines Hämatoms, 

von Prellmarken oder Hautschürfungen. Auch im MRT würden keine 

Begleitverletzungen, insbesondere kein Bone bruise, beschrieben, die auf eine frische 

Verletzung hindeuten würden (UV-act. 19-5). Der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers hält in der Beschwerde vom 19. März 2020 (act. G 1) dagegen, 

dass Dr. G.___ von falschen Annahmen hinsichtlich der Unfalldynamik ausgehe. 

Tatsächlich habe es sich um einen Motorradunfall von erheblicher Schwere gehandelt. 

Der Beschwerdeführer sei mit seinem Motorrad auf einem harten, unbefestigten 

Landweg mit ca. 60 km/h gefahren, als wegen einer Bodenunebenheit plötzlich das 

Hinterrad nach rechts weggerutscht und er auf die linke Seite gestürzt sei und sich in 

der Folge mehrfach überschlagen habe. Bei diesem Sturz sei die linke Schulter in 

mehrfacher Hinsicht starken Kräften ausgesetzt gewesen. Zunächst hätten erhebliche 

Stosskräfte gewirkt, als der Beschwerdeführer versucht habe, den Sturz mit dem linken 

Arm abzufangen, und in der Folge sei es beim mehrfachen Überschlagen zu 

zahlreichen Verdrehungen des linken Arms und der linken Schulter gekommen. Die 

fehlenden Begleitverletzungen seien sodann damit zu erklären, dass der 

4.2.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführer ein Schutzhemd mit Brust- und Rückenpanzer sowie Ellbogen- und 

Schulterhartprotektoren getragen habe, weshalb Abschürfungen fast ausgeschlossen 

seien.

Insbesondere für Rotatorenmanschettenläsionen werden in den medizinischen 

Fachartikeln konkrete Verletzungsmechanismen beschrieben, welche zu einer 

traumatischen Sehnenruptur führen können. Als potenziell geeignete 

Verletzungsmechanismen werden genannt: das Abscheren des Sehnenansatzes von 

innen, sobald der maximal zulässige Rotationswinkel überschritten ist und der 

Sehnenansatz mit dem Pfannenrand in Konflikt gerät (sogenanntes inneres 

Impingement), z.B. bei einer Schulter(sub)luxation; die passive Traktion, z.B. nach 

unten (beim Versuch einen schweren fallenden Gegenstand aufzufangen), ventral oder 

medial; die exzentrische Belastung angespannter Anteile der Rotatorenmanschette, 

z.B. bei passiv forcierter Aussen- oder Innenrotation bei anliegendem oder 

abgespreiztem Arm, z.B. bei einem Sturz vom Gerüst nach vorn mit dem Versuch, den 

Fall durch Festhalten abzufangen. Die traumatische Ruptur der Rotatorenmanschette 

erfolgt gemäss Literatur also in der Regel nicht durch ein direktes Anpralltrauma, 

sondern durch indirekte Gewalteinwirkung bzw. durch eine plötzliche körpereigene 

Kraftanstrengung, mit der die mechanische Belastbarkeit des Sehnengewebes 

überschritten wird (Swiss Medical Forum, Ausgabe 2019/15-16, Übersichtsartikel, 

Revidierte Unterscheidungskriterien, Degenerative oder traumatische Läsionen der 

Rotatorenmanschette, mitwirkend Mitglieder der Expertengruppe Schulter- und 

Ellbogenchirurgie von Swiss Orthopaedics, zu finden unter https://doi.org/10.4414/smf.

2019.03247, abgerufen am 20. April 2021, S. 263 [nachfolgend zitiert: Swiss Medical 

Forum]; http://www.gaertner-servatius.de/krankheiten/- 

rotatorenmanschettenruptur_leitlinien.pdf, abgerufen am 20. April 2021 [nachfolgend 

zitiert: AWMF-Leitlinien]).

4.2.2. 

Das Bundesgericht gibt in seinem Urteil vom 22. Oktober 2019, 8C_446/2019, E. 

5.2.2, die vorgenannten Unfallmechanismen wieder und geht gestützt auf eine weitere 

Publikation (vgl. E. 5.2.3) davon aus, dass die direkte Krafteinwirkung auf die Schulter 

(Sturz, Prellung, Schlag) ein ungeeigneter Hergang für eine 

Rotatorenmanschettenschädigung sei, da die Rotatorenmanschette durch den 

knöchernen Schutz der Schulterhöhe (Akromion) und durch den Delta-Muskel gut 

abgeschirmt sei. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat in seinen 

bisherigen Entscheiden auf das vorgenannte Bundesgerichtsurteil abgestellt und ein 

(als einziges Element bestehendes) direktes Anpralltrauma der Schulter als 

bedeutsamen Faktor gegen eine traumatische Genese einer 

4.2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rotatorenmanschettenläsion gewertet. In einer Stellungnahme vom 1. Oktober 2020 

widersprechen nun vier Experten (Prof. Dr. med. I.___, Prof. Dr. med. J.___, Prof. Dr. 

med. K.___, Prof. Dr. med. L.___) im Namen der Expertengruppe Schulter- und 

Ellbogenchirurgie der M.___ der Auffassung des Bundesgerichts und gelangen zum 

Schluss, dass ein direktes Schultertrauma durchaus zu einer 

Rotatorenmanschettenruptur führen könne (Stellungnahme zu finden unter https://

www.schadenanwaelte.ch/wp-content/uploads/2020/10/Orthopaeden-

Bundesgericht.pdf, abgerufen am 20. April 2021; nachfolgend zitiert: Expertengruppe 

Schulter- und Ellbogenchirurgie). Die Expertengruppe Schulter- und Ellbogenchirurgie 

gibt an, die aktuelle, internationale Literatur nochmals genau gesichtet und 

systematisch nach Artikeln gesucht zu haben, die über akute, rein traumatisch 

bedingte Rotatorenmanschettenrupturen berichten. Sie führt die von ihr 

durchgesehenen Artikel an und hält fest, ihnen könne zusammenfassend entnommen 

werden, dass ein direktes Schultertrauma durchaus ein überwiegend wahrscheinlicher 

Mechanismus für eine akute/traumatische Rotatorenmanschettenruptur sein könne und 

sogar einer der häufigsten Mechanismen sei. Das Bundesgerichtsurteil sei 

demgegenüber nicht wissenschaftlich begründet, basiere auf einer veralteten 

Expertenmeinung und ignoriere aktuelle, auf neuster Literatur basierenden Meinungen 

von Schulterexperten. Wenn das Bundesgericht seine Entscheide auf aktuellste 

wissenschaftliche Erkenntnisse höchstmöglicher Evidenz abstütze, könne das fragliche 

Urteil nicht als richtungsweisend angesehen werden. Bereits in dem von der 

Expertengruppe Schulter- und Ellbogenchirurgie im Swiss Medical Forum 

veröffentlichten Artikel (a.a.O.) hatte sich zwar die Expertengruppe den in fünf Studien 

beschriebenen, zur Verletzung führenden Mechanismen einer traumatischen 

Rotatorenmanschettenläsion angeschlossen, doch war sie davon ausgegangen, dass 

bei einer nicht genannten Schädigung, wie einem Direkttrauma der Schulter ohne 

explizit ausgestreckten Arm, ebenfalls eine Rotatorenmanschettenläsion entstehen 

könne. Zur konkreten Begründung im Bundesgerichtsurteil - die Rotatorenmanschette 

sei durch das darüber liegende Schulterdach (Acromion) und den Deltoideusmuskel vor 

einer Gewalteinwirkung geschützt - erklärte die Expertengruppe, dass diese Hypothese 

in keinem der von ihr gesichteten Artikeln durch eine biomechanische oder klinische 

Studie untermauert werde. Angesichts dessen, dass der Artikel der Expertengruppe im 

Swiss Medical Forum im Rahmen der Kausalitätsbeurteilung von 

Rotatorenmanschettenläsionen vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen 

bisher als wegweisend erachtet wurde und der Nachweis des natürlichen 

Kausalzusammenhangs im Bereich der Medizin in der Regel basierend auf Angaben 

ärztlicher Experten oder Expertinnen zu erbringen ist (vgl. Erwägung 2.1), sieht das 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versicherungsgericht keinen Grund, künftig nicht auch die plausible und 

nachvollziehbare Stellungnahme der Expertengruppe Schulter- und Ellbogenchirurgie 

vom 1. Oktober 2020 zu berücksichtigen. Nachfolgend ist mithin zu prüfen, ob der 

Beschwerdeführer einen für eine Rotatorenmanschettenläsion typischen 

Unfallmechanismus erlitten hat.

In Bezug auf den beschwerdeweise geschilderten Unfallhergang (act. G 1 Ziff. 3 

S. 4) weist die Beschwerdegegnerin zutreffenderweise darauf hin, dass den 

echtzeitlichen Akten (vgl. dazu UV-act. 2, 15, 31) kein Unfallereignis mit einem 

mehrfachen Überschlagen, bei dem es zu zahlreichen Verdrehungen des linken Arms 

und der linken Schulter gekommen sei, zu entnehmen ist. Der in der Beschwerde vom 

19. März 2020 (act. G 1) beschriebene Unfallhergang wirkt nicht unrealistisch, doch 

lässt er sich mit den vorgenannten, aktenkundigen Sachverhalten nicht bestätigen. 

Zwar ist einzuräumen, dass ein plötzlich und unerwartet eintretendes bzw. sich schnell 

abspielendes Geschehen wie ein Sturz vom Motorrad nicht immer in sämtlichen 

Einzelheiten wahrgenommen wird, womit die Erklärung von Dr. D.___ in seiner mit der 

Beschwerde eingereichten Stellungnahme vom 18. März 2020 (act. G 1.2), der 

Beschwerdeführer habe selbst nicht mehr genau sagen können, welche Position der 

linke Arm innegehabt habe und ob eine Rotations- und Abstützkomponente vorhanden 

gewesen sei, nicht erstaunt. Dass sodann jedoch in der Beschwerde und damit nach 

Erlass des Einspracheentscheids vom 17. Februar 2020 explizit ein für eine 

traumatische Schädigung der Rotatorenmanschette in allen Details geeigneter und 

typischer Unfallmechanismus geltend gemacht wird, lässt diesen wenig glaubwürdig 

erscheinen (vgl. dazu BGE 121 V 47 E. 1a mit Hinweisen; KOSS UVG-Nabold, N 11 zu 

Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 10 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 29 f.). Die 

beantragte Zeugenbefragung ist abzulehnen, weil in Übereinstimmung mit der 

Beschwerdegegnerin (act. G 3) nicht anzunehmen ist, dass ihr Beweiskraft zukommen 

könnte. Seit dem Unfall sind über zweieinhalb Jahre vergangen und das 

Erinnerungsvermögen bezüglich eines bestimmten Ereignisses nimmt 

erfahrungsgemäss mit der Zeit ab. Zudem fuhr der damalige Begleiter des 

Beschwerdeführers selbst Motorrad, womit eine genaue Wahrnehmung des 

Unfallgeschehens und den dabei vorkommenden aktiven und passiven Bewegungen 

des Beschwerdeführers bei ihm ebenso fraglich erscheint. Letztlich kann jedoch 

offengelassen werden, ob dem Unfall vom 26. September 2018 eine distorsionelle 

Komponente zukam. Nicht ausgeschlossen werden kann nämlich ein 

Verletzungsmechanismus mit einer direkten Kontusion der linken Schulter, der - wie in 

Erwägung 4.2.3 ausgeführt - ebenfalls als geeigneter Unfallmechanismus für eine 

4.2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

traumatische Schädigung der Rotatorenmanschette anzuerkennen ist. In der 

Bagatellunfallmeldung UVG vom 8. Oktober 2018 ist beschrieben, der 

Beschwerdeführer sei im Gelände mit dem Motorrad ausgerutscht und auf die linke 

Seite gefallen (UV-act. 31). Gegenüber dem erstbehandelnden Hausarzt Dr. C.___ gab 

der Beschwerdeführer laut Arztzeugnis UVG vom 24. November 2018 einen Sturz mit 

dem Motorrad auf die linke Schulter an (UV-act. 15). Sachverhaltsmässig ist 

schliesslich auch dem Bericht von Dr. D.___ vom 17. Oktober 2018 über die 

Untersuchung vom 15. Oktober 2018 ein Sturz anlässlich einer Motorradtour mit 

direkter Kontusion der linken Schulter und sofortiger Funktionseinschränkung zu 

entnehmen (UV-act. 2).

Das Fehlen von mit einem Trauma häufig vergesellschafteten Begleitverletzungen 

im Sinne von Hämatomen, Prellmarken oder Hautschürfungen wie auch eines im MRT 

sichtbaren Bone bruise ist unbestritten (vgl. UV-act. 12, 15). Der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers erklärt dies jedoch zumindest nicht unplausibel mit dem vom 

Beschwerdeführer getragenen Schutzhemd mit Brust- und Rückenpanzer sowie 

Ellbogen- und Schulterartprotektoren (vgl. act. G 1 Ziff. 3 S. 4).

4.2.5. 

Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass die Feststellung von Dr. G.___ in 

seiner Beurteilung vom 7. Dezember 2018, beim Unfall vom 26. September 2018 habe 

es sich um einen Bagatellunfall gehandelt, nicht überzeugt. Vor allem aber ist - wie 

dargelegt - im konkreten Fall von einem Unfallmechanismus auszugehen, der zu 

traumatischen Sehnenrupturen führen konnte. Ob Dr. G.___ in seiner Beurteilung 

insbesondere diesen Umstand mitberücksichtig hat, lässt sich dieser nicht entnehmen.

4.2.6. 

Zweifel an der Beurteilung von Dr. G.___ werden sodann auch durch die 

widersprechende Beurteilung des Orthopäden Dr. D.___ vom 18. März 2020 (act. G 1.2) 

geweckt, der sich insbesondere zur intraoperativen Situation äusserte. Wie bereits 

erwähnt, lässt die Arthroskopie durch den direkten Einblick in die intraartikulären 

Strukturen in vielen Fällen eine feine diagnostische Differenzierung zu (vgl. Erwägung 

4.1.2). Im Operationsbericht vom 7. Dezember 2018 hatte Dr. D.___ eine subacromiale 

Impingement-Symptomatik bei ebenfalls erheblicher AC-Arthrose und Osteophyten 

subacromial diagnostiziert (act. G 10.1). Osteophyten sind degenerative knöcherne 

Veränderungen in arthrotischen Gelenken (vgl. Pschyrembel, a.a.O., S. 1324; 

Debrunner, a.a.O., 58, 583). In seiner Beurteilung vom 18. März 2020 erklärte Dr. D.___ 

hingegen, dass es keine massive Osteophytenbildung gegeben habe, die zur 

vorliegenden Rissbildung geführt habe. Weiter hielt er fest, dass die Sehnenqualität 

intraoperativ noch erstaunlich gut gewesen sei. Der Muskelsehnenübergang sei etwas 

geschwächt gewesen, doch habe dann die Rekonstruktion problemlos erfolgen 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.  

können, was bei degenerativen Veränderungen häufig nicht der Fall sei. Der 

Operationsbefund spreche klar für eine Unfallkausalität der 

Rotatorenmanschettenläsionen (act. G 1.2).

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt gestützt 

auf das in Erwägung 4 Ausgeführte nicht spruchreif abgeklärt ist. An der Beurteilung 

von Dr. G.___ vom 7. Dezember 2018 bestehen in verschiedener Hinsicht Zweifel. 

Insbesondere steht ihr die widersprechende medizinische Einschätzung von Dr. D.___ 

entgegen. Nachdem - wie gesagt (vgl. Erwägung 2.3) - bereits geringe Zweifel an der 

Schlüssigkeit ärztlicher Feststellungen ergänzende Abklärungen erforderlich machen, 

wird die Beschwerdegegnerin solche - gegebenenfalls unter Einbindung der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt mittels versicherungsexternem 

orthopädischem Gutachten - nachzuholen haben. Die Angelegenheit ist damit zur 

Abklärung der Frage der Unfallkausalität der am 7. Dezember 2018 durch Dr. D.___ 

arthroskopisch behandelten Rotatorenmanschettenläsionen links des 

Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.1. 

 5.2. 

Sollten die weiteren Abklärungen den Nachweis unfallkausaler 

Rotatorenmanschettenläsionen nicht zu erbringen vermögen und wäre - wie von der 

Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid vom 17. Februar 2020 

angenommen (act. UV-act. 43) - davon auszugehen, dass die nach dem Motorradsturz 

aufgetretenen Schulterbeschwerden links Folge eines durch den Unfall lediglich 

aktivierten (zuvor stummen) degenerativen Vorzustandes bzw. fortschreitenden 

Degenerationsprozesses sind, hätte die Beschwerdegegnerin Leistungen für das 

unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3, vom 9. 

Januar 2012, 8C_601/2011, E. 3.2, und vom 24.Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 und 4; 

Urteil des EVG vom 14. März 2000, U 266/99, E. 1; vgl. auch Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 55 f.). Solange der Status quo sine vel ante (vgl. Erwägung 2.2) noch nicht 

erreicht wäre, hätte sie gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den 

Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter 

auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen. Unter Umständen hätte der 

Beschwerdeführer damit Anspruch auf eine, operative Eingriffe miteinschliessende, 

zweckmässige Behandlung, wenn diese im Gesamtkontext gesehen letztlich mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit der (vorzeitigen) Beseitigung der von den Unfällen 

5.2.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zumindest mitverursachten Schmerzen dient und nicht gesagt werden kann, die 

Operation sei auch ohne den durch den Unfall bewirkten Beschwerdeschub 

überwiegend wahrscheinlich im selben Zeitpunkt notwendig geworden (Urteile des 

Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3, und 24. Juni 2008, 

8C_326/2008 E. 4).

Im Sinne eines obiter dictum ist zur allfälligen in Erwägung 5.2.1 dargelegten 

Sachlage festzuhalten, dass auch hinsichtlich des Status quo sine vel ante gewisse 

Zweifel an der Schlüssigkeit der Beurteilung von Dr. G.___ bestehen würden und die 

frühe Leistungseinstellung per 10. Oktober 2018 nicht überzeugen würde. Sie mutet 

ergebnisorientiert an. Laut Dr. G.___ hat der Beschwerdeführer nur eine leichte Prellung 

erlitten. Die Unfallfolgen seien nach zwei Wochen abgeheilt gewesen (UV-act. 19). 

Gerade zwei Wochen nach dem Unfall vom 26. September 2018, also nach der von Dr. 

G.___ angenommenen Heilung der Kontusionsfolgen, fand die erste Behandlung bei Dr. 

D.___ statt (UV-act. 2), anlässlich welcher sich beim Beschwerdeführer immer noch 

eine bewegungsabhängige Schmerzsymptomatik zeigte und die Untersuchungen 

bezüglich einer Rotatorenmanschettenpathologie positiv waren. Dr. D.___ hielt im 

Bericht vom 17. Oktober 2018 fest, dass eine MRT-Untersuchung durchgeführt werde, 

und sprach bereits damals die eventuelle Notwendigkeit einer operativen Therapie an. 

Die MRT-Untersuchung vom 17. Oktober 2018 zeigte sodann die 

Rotatorenmanschettenläsionen sowie eine gering aktivierte Arthrose, worauf der 

Beschwerdeführer am 7. Dezember 2018 durch Dr. D.___ an der Rotatorenmanschette 

links operiert wurde. Der Begriff "aktiviert" bedeutet in wirksame Form versetzt bzw. 

wirksam (Roche Lexikon, a.a.O., S. 40, vgl. auch S. 134) und beschreibt, dass eine 

vorbestehende Arthrose symptomatisch geworden ist. Dies kann, wie gesagt, die Folge 

eines Traumas sein, womit gegebenenfalls eine traumatisierte Arthrose vorliegt. Dr. 

G.___ hielt sodann in seiner Beurteilung vom 7. Dezember 2018 fest, dass die vom 

Beschwerdeführer subjektiv geklagten Beschwerden hinreichend durch die 

Untersuchungsberichte und MRT-Befunde objektiviert seien (UV-act. 19-5 Ziff. 3). 

Angesichts dieser Sachlage könnte nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit angenommen werden, der Unfall vom 26. September 2018 habe für 

eine ausgelöste Rotatorenmanschettenläsion und Arthrose im Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung, der ohnehin nur eine sehr kurze Heilungsdauer zuliess, keine 

Teilursache mehr dargestellt. Selbst wenn die Operation der Rotatorenmanschette 

sowie die Erweiterung des verschmälerten Gelenkspalts einem Vorzustand 

zuzuschreiben wären, und dem Sturz vom 26. September 2018 mit einer Kontusion im 

weitesten Sinn keine massgebende Bedeutung mehr zugekommen wäre, würde dies 

5.2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.  

Entscheid

1.

Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid vom 

17. Februar 2020 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im 

nach der unter Erwägung 5.2.1 dargestellten Praxis gegebenenfalls genügen, eine 

Haftung des obligatorischen Unfallversicherers zu begründen. Betreffend 

Teilursächlichkeit wurde weder durch die Rechtsprechung noch vom Gesetzgeber ein 

erforderlicher Mindestsatz bestimmt. Auch in Art. 36 Abs. 1 UVG wird von einer 

solchen Regelung abgesehen. Liegt - wie im vorliegenden Fall - ein eindeutiges 

Unfallereignis, eine davor bestehende Beschwerdefreiheit und eine unmittelbar nach 

dem Unfall aufgetretene Schmerzsymtomatik und Bewegungseinschränkung vor, darf 

somit nur im Ausnahmefall davon ausgegangen werden, dem krankhaften Vorzustand 

komme gegenüber der Kontusion der Schulter ein Gewicht zu, welches die Annahme 

einer Unterbrechung der Unfallkausalität rechtfertigt (vgl. dazu SVR 2012 UV Nr. 8 S. 

27, 8C_380/2011, E. 4.2.1).

Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 19. März 2020 

dahingehend gutzuheissen, dass der Einspracheentscheid vom 17. Februar 2020 (UV-

act. 43) aufzuheben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinn der 

Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen ist.

6.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 

2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 ATSG noch anwendbaren 

Fassung).

6.2. 

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint der Bedeutung der Streitsache und 

dem Aufwand für die Beschwerdeführung entsprechend eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

als angemessen.

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sinn der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen wird.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 20.04.2021
	Art. 6 UVG: Rückweisung der Streitsache zur ergänzenden Abklärungen hinsichtlich der Frage, ob sich der Beschwerdeführer bei einem Motorradunfall mit Sturz auf die linke Schulter neue, traumatisch bedingte Rotatorenmanschettenläsionen zugezogen hat (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. April 2021, UV 2020/22).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2024-05-26T23:01:07+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen