# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 794e9440-0b9f-531e-8483-f2ced5e3817d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.08.2010 C-553/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-553-2010_2010-08-25.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-553/2010, C-554/2010, C-555/2010,
C-556/2010, C-557/2010, C-558/2010, C-573/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  A u g u s t  2 0 1 0

Einzelrichter Beat Weber, 
Gerichtsschreiber Daniel Stufetti.

Helsana Versicherungen AG, Versicherungsrecht, 
Zürichstrasse 130, Postfach, 8081 Zürich Helsana,
handelnd für G._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Eingliederungsmassnahmen (Behandlung 
Geburtsgebrechen); Verfügung der IVSTA vom 
10. Dezember 2009.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-553/2010, C-554/2010, C-555/2010, C-556/2010, C-557/2010, C-558/2010, C-573/2010

Sachverhalt:

A.
G._______  (Versicherte),  geboren  am  (Geburtsdatum), 
schweizerische Staatsangehörige, lebt bei ihren Eltern in (Frankreich). 
Sie leidet gemäss den Berichten der Klinik B._______ (act. IV 16) an 
angeborenen Missbildungen mit Zehenfehlbildung des rechten Fusses, 
Klumpfuss-Stellung des rechten Fusses, Talus verticalis links, neuro-
muskulärer  Hypoplasie  in  der  Glutealregion  rechts,  Malformationen 
des  Becken  rechts  im  Bereich  des  Foramen obturatorium,  partieller 
Sacrumagenesie,  Nierenagenesie  rechts,  partieller  Schilddrüsen-
agenesie, Status nach operativer Auflösung des Pteryglums und Re-
sektion einer akzessorischen dorsal  stehenden Zehe an der rechten 
Ferse. Zur Behandlung der Geburtsgebrechen sprach die IV-Stelle des 
Kantons  Zürich  (nachfolgend  kantonale  IV-Stelle)  der  Versicherten 
erstmalig  die  medizinischen  Massnahmen zu (vgl.  Verfügungen  vom 
29. Oktober 2002 für das Geburtsgebrechen Nr. 176, vom 30. Oktober 
2002 für das Geburtsgebrechen Nr. 152, vom 31. Oktober 2002 für das 
Geburtsgebrechen  Nr.  342,  vom  1.  November  2002  für  ambulante 
Physiotherapie,  vom 22.  Januar  2003  für  die  Geburtsgebrechen  Nr. 
182,  190,  463  und  102,  vom  23.  Januar  2003  für  das  Geburts-
gebrechen  Nr.  177).  Infolge  Verlegung  des  Wohnsitzes  der  Familie 
nach Frankreich  im Juli 2009 überwies die kantonale IV-Stelle am 8. 
Oktober 2009 (act. IV 119) die Akten der IV-Stelle für Versicherte im 
Ausland IVSTA (Vorinstanz). 

B.
B.a Mit sieben Verfügungen, alle vom 10. Dezember 2009, sprach die 
Vorinstanz der Versicherten weiterhin alle notwendigen medizinischen 
Massnahmen  einschliesslich  ärztlich  verordnete  Behandlungsgeräte 
für die Behandlung der Geburtsgebrechen Nr. 152, 176, 177, 182, 190, 
342 und 463 zu. Dabei  wurde festgelegt,  dass diese Leistungen bis 
zum  31.  Juli  2010  (Geburtsgebrechen  Nr.  177)  oder  30.  Juni  2012 
(Geburtsgebrechen Nr. 152, 182, 190 und 342) oder bis zum 31. März 
2021 (Geburtsgebrechen Nr. 176 und 463) auch im Ausland gewährt 
werden,  zum  Tarif  der  Sozialversicherung  des  Wohnsitzlandes, 
höchstens jedoch bis zum Umfang, in welchem solche Leistungen in 
der Schweiz zu erbringen gewesen wären (vgl. act. IV 145 - 151). 

B.b Gegen diese Verfügungen erhob die Helsana Versicherungen AG 
(Beschwerdeführerin) am 29. Januar 2010 je einzeln Beschwerde beim 

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C-553/2010, C-554/2010, C-555/2010, C-556/2010, C-557/2010, C-558/2010, C-573/2010

Bundesverwaltungsgericht (vgl. Verfahren C-553/2010, C-554/2010, C-
555/2010, C-556/2010, C-557/2010, C-558/2010, und C-573/2010) mit 
dem Antrag,  die  angefochtenen  Verfügungen  seien  aufzuheben  und 
die Vorinstanz zu verpflichten, die Kosten für die Behandlung der Ge-
burtsgebrechen   Nr.  152,  176,  177,  182,  190,  342  und  463  ohne 
Kostenlimitierung zu übernehmen. Weiter beantragte die Beschwerde-
führerin  eventualiter  die  Sistierung  der  Verfahren,  bis  über  das  Ver-
fahren C-3253/2009 zur gleichen Rechtsfrage zwischen den gleichen 
Parteien entschieden werde. Zur Begründung machte sie geltend, die 
Vorinstanz  habe  für  die  von  ihr  verfügungsweise  anerkannten  Be-
handlungen  der  Geburtsgebrechen  in  Frankreich  aufgrund  des  EU-
Gemeinschaftsrechts die Kosten vollumfänglich zu übernehmen (act. 
1). 

B.c Mit  Verfügung vom 17. Februar  2010 vereinigte das Bundesver-
waltungsgericht  die  Verfahren  C-553/2010,  C-554/2010,  C-555/2010, 
C-556/2010, C-557/2010, C-558/2010 und C-573/2010, liess der Vor-
instanz die Doppel der Beschwerde zugehen und ersuchte diese um 
Stellungnahme (act. 2). 

B.d In ihrer Vernehmlassung vom 15. Juni 2010 (act. 5) beantragte die 
Vorinstanz  die  Abweisung  der  Beschwerde. Die  Frage,  welcher  Ver-
sicherungsträger  in  der  Schweiz  für  die  Leistungen  aufzukommen 
habe beurteile sich nicht nach dem EU-Gemeinschaftsrecht, sondern 
dem innerstaatlichen  Recht.  Danach  vergüte  die  Versicherung  auch 
die  Kosten,  welche  im  Ausland  durchgeführt  würden,  jedoch  nur  im 
Umfang, in welchem solche Leistungen in der Schweiz zu erbringen 
gewesen wären. Allenfalls  höhere Kosten seien  durch den Kranken-
versicherer zu übernehmen.

B.e In ihrer Replik vom 18. August 2010 (act. 9) hielt die Beschwerde-
führerin an ihren Anträgen und deren Begründung gemäss ihren Be-
schwerden vom  29. Januar 2010 fest.

B.f Mit  Verfügung vom 19. August  2010 (act. 10)  liess das Bundes-
verwaltungsgericht  die  Replik  der  Beschwerdeführerin  allen  Ver-
fahrensbeteiligten  zur  Kenntnis  zugehen  und  schloss  den  Schriften-
wechsel. 

B.g Den mit Zwischenverfügung vom 24. Juni 2010 (act. 6) erhobenen 
Kostenvorschuss von Fr. 600.- hat die Beschwerdeführerin am 29. Juli 
2010 einbezahlt (act. 8).

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B.h Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit für die Ent -
scheidfindung  erforderlich,  im  Rahmen  der  nachfolgenden  Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Bundesgesetzes  über  das  Bundesver-
waltungsgericht  vom 17. Juni  2005 (VGG, SR 173.32)  in  Verbindung 
mit  Art. 33  lit. d  VGG und  Art. 69  Abs. 1  lit. b  des  Bundesgesetzes 
über  die  Invalidenversicherung  vom 19. Juni  1959  (IVG,  SR 831.20) 
beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  von  Personen 
im Ausland gegen Verfügungen der IV-Stelle  für  Versicherte im Aus-
land. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor.

1.2 Aufgrund von Art. 3 lit. dbis des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) findet 
das  VwVG  keine  Anwendung  in  Sozialversicherungssachen,  soweit 
das  Bundesgesetz  vom 6. Oktober  2000  über  den  Allgemeinen  Teil 
des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Ge-
mäss Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die In-
validenversicherung (Art. 1a-26bis IVG und 28 bis 70 IVG) anwendbar, 
soweit  das  IVG nicht  ausdrücklich  eine Abweichung vom ATSG vor-
sieht.

1.3 Gemäss 48 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 59 ATSG ist zur Beschwerde 
legitimiert,  wer  vor  der  Vorinstanz  am  Verfahren  teilgenommen  hat 
oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Bst. a), durch die 
angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  (Bst.  b),  und  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat 
(Bst. c). Adressatin der angefochtenen Verfügungen, und daher davon 
unmittelbar  betroffen,  ist  G._______,  gesetzlich  vertreten  durch  ihre 
Mutter  C._______.  Diese  hat  vorliegend  gegen  die  angefochtenen 
Verfügungen  kein  Rechtsmittel  ergriffen.  Die  Beschwerdeführerin  ist 
hingegen  nicht  Adressatin  der  angefochtenen  Verfügungen. Ihre  Be-
schwerdelegitimation  ist  daher  nach  den  für  die  Drittbeschwerde 
geltenden Regeln zu beurteilen. Nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung (vgl. BGE 134 V 153 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen) erfüllen 
Personen  sowie  grundsätzlich  auch  Versicherungsträger  oder  Be-
hörden,  welche  nicht  Adressaten  der  Verfügung  sind,  die 

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Legitimationsvoraussetzungen nach Art. 59 ATSG, wenn sie kumulativ 
einerseits  ein  tatsächliches,  beispielsweise wirtschaftliches Interesse 
und andererseits  eine hinreichende Beziehungsnähe respektive eine 
Betroffenheit von genügender Intensität aufweisen. Bei der Beurteilung 
dieser  Voraussetzungen wird danach unterschieden,  ob das Rechts-
mittel gegen eine den Verfügungsadressaten begünstigende Verfügung 
gerichtet ist (Drittbeschwerde "contra Adressat") oder ob es zu dessen 
Gunsten  erhoben  werden  soll  (Drittbeschwerde  "pro  Adressat").  Im 
vorliegenden  Fall  hat  die  Vorinstanz  mit  den  angefochtenen  Ver-
fügungen der Versicherten Leistungen für medizinische Massnahmen 
zur  Behandlung  der  Geburtsgebrechen  im  Ausland  zugesprochen, 
diese aber im Umfang bis höchstens zur Höhe beschränkt, in welcher 
solche  in  der  Schweiz  zu  erbringen  gewesen  wären.  Einzig  gegen 
diese Leistungseinschränkung richten sich die Beschwerden, weshalb 
das Rechtsmittel  zugunsten des Adressaten erfolgt  (Drittbeschwerde 
pro  Adressat).  In  einer  solchen  Konstellation  werden  nach  der  er-
wähnten  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  die  Legitimations-
voraussetzungen  ohne  Weiteres  bejaht,  wenn  der  einen  Anspruch 
verneinende Entscheid des verfügenden Versicherers unmittelbar die 
prinzipielle Leistungspflicht des anfechtungswilligen Trägers begründet 
(vgl. BGE 134 V 153 E. 5.3.1). Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehm-
lassung geltend macht und von der Beschwerdeführerin bestätigt wird, 
sind allfällige, diese Limite überschreitende Kosten, die sich aufgrund 
der  von der  Vorinstanz verfügungsweise  festgelegten  Leistungen  er-
geben, von der Krankenversicherung bzw. der Beschwerdeführerin zu 
übernehmen. Für  diesen  Fall  würde  sich  somit  gestützt  auf  die  an-
gefochtene  Verfügung  eine  prinzipielle  Leistungspflicht  der  Be-
schwerdeführerin ergeben. Damit berührt die angefochtene Verfügung 
die  Leistungspflicht  der  Beschwerdeführerin  als  Krankenversicherer, 
weshalb diese gemäss Art. 49 Abs. 4 i.V.m. Art. 59 ATSG die gleichen 
Rechtsmittel wie die Versicherte ergreifen kann (vgl. auch UELI KIESER, 
ATSG-Kommentar, 2. Aufl.,  Zürich 2009, Rz. 63 zu Art. 49 ATSG und 
Rz. 20 ff. zu Art. 59 ATSG). Nach dem Gesagten ist die Beschwerde-
legitimation  der  Beschwerdeführerin  zu  bejahen.  Nachdem  die  Be-
schwerdeerhebung  form-  und  fristgerecht  erfolgte  und  die  Be-
schwerdeführerin auch den einverlangten Kostenvorschuss fristgerecht 
geleistet hat, ist auf ihre Beschwerden einzutreten.

2.
2.1 Strittig  und vom Bundesverwaltungsgericht  zu  prüfen ist,  ob  die 
Vorinstanz  in  den  angefochtenen  Verfügungen  ihre  zugesprochenen 

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Leistungen  für  medizinische  Massnahmen  zur  Behandlung  der  Ge-
burtsgebrechen,  welche  auch  im  Ausland  zum  Tarif  der  Sozialver-
sicherung des Wohnsitzstaates gewährt werden, zu Recht im Umfang 
beschränkt hat, in welchem solche Leistungen in der Schweiz zu er-
bringen gewesen wären,  oder  ob diese unter  europarechtlichen Ge-
sichtspunkten  von  der  Invalidenversicherung  ohne  Beschränkung  zu 
übernehmen  sind,  was  die  Vorinstanz  bejaht  und  die  Beschwerde-
führerin verneint. Unbestritten und daher nicht zu prüfen ist hingegen 
der jeweilige Leistungsanspruch und dessen zeitliche Beschränkung.

2.2 Nach  Art.  13  IVG  haben  Versicherte  bis  zum  vollendeten  20. 
Altersjahr  Anspruch  auf  die  zur  Behandlung  von  Geburtsgebrechen 
notwendigen medizinischen Massnahmen (Abs. 1). Der Bundesrat be-
zeichnet  die  Gebrechen,  für  welche  diese  Massnahmen  gewährt 
werden. Er kann die Leistung ausschliessen, wenn das Gebrechen von 
geringfügiger Bedeutung ist (Abs. 2). Als Geburtsgebrechen im Sinne 
von  Art.  13  IVG  gelten  Gebrechen,  die  bei  vollendeter  Geburt  be-
stehen  (Art.  1  Abs.  1  der  Verordnung  vom 9.  Dezember  1985  über 
Geburtsgebrechen [GgV, SR 831.232.21]). Die Geburtsgebrechen sind 
in der Liste im Anhang aufgeführt; das Eidgenössische Departement 
des  Innern  die  Liste  jährlich  anpassen,  sofern  Mehrausgaben  einer 
solchen  Anpassung  für  die  Versicherung  insgesamt  drei  Millionen 
Franken pro Jahr nicht übersteigen (Art. 1 Abs. 2 GgV). 

2.3 Gemäss Art. 9 Abs. 1 IVG werden Eingliederungsmassnahmen in 
der Schweiz, ausnahmsweise auch im Ausland, gewährt. Werden ge-
mäss Art. 23bis Abs. 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung  (IVV,  SR  831.201)  die  Eingliederungsmass-
nahmen aus anderen beachtlichen Gründen im Ausland durchgeführt,  
so vergütet die Versicherung die Kosten bis zum Umfang, in welchem 
solche Leistungen in der Schweiz zu erbringen gewesen wären. 

2.4 Die Versicherte ist Schweizerin und wohnt in Frankreich. Deshalb 
ist  vorliegend nach dem persönlichen Geltungsbereich auch das am 
1. Juni  2002  in  Kraft  getretene  Abkommen  vom  21.  Juni  1999 
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der 
Europäischen  Gemeinschaft  und  ihrer  Mitgliedsstaaten  andererseits 
über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) zu beachten. Nach Art. 
8 FZA regeln die Vertragsparteien die Koordinierung der Systeme der 
sozialen Sicherheit gemäss Anhang II. Im Anhang II kommen die Ver-
tragsparteien überein, im Bereich der Koordinierung der Systeme der 

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sozialen Sicherheit untereinander die gemeinschaftlichen Rechtsakte, 
auf  die Bezug genommen wird,  anzuwenden, wozu namentlich auch 
die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur 
Anwendung  der  Systeme  der  sozialen  Sicherheit  auf  Arbeitnehmer 
und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der 
Gemeinschaft  zu-  und  abwandern  (nachfolgend:  Verordnung  Nr. 
1408/71, SR 0.831.109.268.1), gehört. 

2.5 Leistungen  bei  Geburtsgebrechen  gehören  -  wie  das  Bundes-
gericht in BGE 133 V 320 E. 5.6 festgehalten hat - zu den "Leistungen 
bei Krankheit oder Mutterschaft" im Sinne von Art. 4 Abs. 1 Bst. a der 
Verordnung  Nr.  1408/71.  Zwar  werden  diese  Leistungen  nach 
schweizerischem Recht in erster Linie von der Invalidenversicherung 
gedeckt.  Die  in  Art.  4  der  Verordnung  Nr.  1408/71  enthaltenen 
Leistungsumschreibungen  sind  jedoch  nicht  nach  Massgabe  des 
innerstaatlichen  Rechts,  sondern  nach  gemeinschaftsrechtlichen 
Kriterien zu verstehen (BGE 132 V 46 E. 3.2.3). Da die Bestimmungen 
über  die  Invalidität  in  Titel  III  Kapitel  2  der  Verordnung  Nr. 1408/71 
einzig  Geldleistungen  regeln,  sind  medizinische  Sachleistungen,  mit 
Einschluss von Pflegekosten, welche bei Krankheit oder Mutterschaft 
erbracht werden, als Leistungen im Sinne von Art. 4 Abs. 1 Bst. a der 
Verordnung  zu  betrachten,  unabhängig  von  der  Art  der  Rechtsvor-
schriften, in denen diese Leistungen vorgesehen sind (BGE 133 V 320 
E.  5.6  mit  zahlreichen  Hinweisen  auf  die  Rechtsprechung  des  Ge-
richtshofs  der  Europäischen  Gemeinschaften  [EuGH]  und  Literatur, 
bestätigt  in  der  neueren  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  in 
dessen Urteil I 601/06 vom 12. März 2008 E. 6.2). Geburtsgebrechen 
stellen eine besondere Form von Krankheit  dar  (siehe Art. 3  Abs. 2 
ATSG).  Die  zu  ihrer  Behandlung  notwendigen  medizinischen  Mass-
nahmen sind daher Leistungen bei Krankheit im Sinne von Art. 4 Abs. 
1  Bst.  a  der  Verordnung  Nr.  1408/71  (vgl.  auch  SILVIA BUCHER,  Die 
sozialrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts zum FZA und zu 
Anhang  K  des  EFTA-Übereinkommens  [Teil  2],  Schweizerische  Zeit-
schrift für Sozialversicherung und berufliche Vorsorge 2007, S. 435 mit 
Hinweisen).  Diese  Qualifikation  rechtfertigt  sich  umso  eher,  als 
Leistungen  bei  Geburtsgebrechen  subsidiär  auch  durch  die 
obligatorische Krankenpflegeversicherung gedeckt  werden (BGE 133 
V 320 E. 5.6 mit Hinweisen). Als Leistungen bei Krankheit und Mutter -
schaft im Sinne von Art. 4 Abs. 1 Bst. a der Verordnung Nr. 1408/71 
fallen  die  Leistungen  bei  Geburtsgebrechen  gemäss  Art.  13  IVG 

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demnach  in  den  sachlichen  Geltungsbereich  der  Verordnung  Nr. 
1408/71. 

2.6 Daraus  leitet  die  Beschwerdeführerin  ab,  dass  gestützt  auf  die 
Verordnung Nr. 1408/71 (insbesondere deren Art. 19, Anhänge II und 
IV  sowie  Art.  36  Abs.  1),  abweichend  vom  schweizerischen  Recht, 
wovon die  Vorinstanz ausgegangen ist  (insbesondere vom besagten 
Art.  23bis Abs.  3  IVV),  die  Vorinstanz  die  einmal  im  Ausland  zu-
gesprochenen  medizinischen  Massnahmen  für  die  Behandlung  der 
Geburtsgebrechen  zu  den  vollen  Kosten  der  ausländischen  Be-
handlung zu übernehmen hat. 

2.7 Nach  der  erwähnten  höchstrichterlichen  Rechtsprechung  lässt 
sich  ein  Anspruch  auf  eine  Vergütung  der  Kosten  für  entgeltliche 
medizinische Leistungen nicht  aufgrund  von Art.  36  Abs. 1  der  Ver-
ordnung Nr. 1408/71 ableiten. Vielmehr richte sich die Prüfung dieser 
Frage nach den Bestimmungen des Vertrages der Europäischen Ge-
meinschaften  (EG-Vertrag)  über  den  freien  Dienstleistungsverkehr, 
ohne  dass  dadurch  zu  unterscheiden  wäre,  ob  die  Versorgung  in 
einem  Krankenhaus  oder  ausserhalb  eines  solchen  erbracht  werde 
(Urteil des Bundesgerichts I 601/06 vom 12. März 2008 E. 6.5 sowie 
BGE 133  V  624  E. 4.2).  Das  Bundesgericht  hat  erwogen,  dass  die 
Dienstleistungsfreiheit  eines  der  primären  im  EG-Vertrag 
institutionalisierten  Prinzipien  des  Gemeinschaftsrechts  ist  mit  dem 
Ziel  einen Binnenmarkt  ohne  Grenzen zu schaffen,  in  welchem jeg-
liche Beschränkungen grundsätzlich untersagt sind. Diese Zielsetzung 
gehe  indes  über  die  sektoriale  und  eingeschränkte  Integration  der 
Schweiz  in  diesem  Markt  hinaus,  weshalb  die  einschlägige  Recht -
sprechung des EuGH nicht Teil des „Aquis communautaire“ sei, welche 
die Schweiz zu übernehmen sich verpflichtet habe. Das Bundesgericht 
gelangt zur Feststellung, dass auch gestützt auf das FZA keinen über 
Art.  23bis Abs.  3  IVV  hinausgehenden  Anspruch  bestehe  (vgl.  Urteil 
I 601/06 vom 12. März 2008, E. 6.6 f., mit Hinweis auf BGE 133 V 624 
E. 4.3.2 ff. sowie die schweizerische Literatur und Rechtsprechung des 
EuGH).

2.8 Die Vorinstanz hat somit zu Recht die Kosten für die im Ausland 
gewährten medizinischen Massnahmen bis zum Umfang, in welchem 
solche Leistungen in der Schweiz zu erbringen gewesen wären,  be-
schränkt. Die  angefochtenen Verfügungen  sind deshalb  nicht  zu  be-
anstanden und somit zu bestätigen.

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3.
Unter  diesen  Umständen  ist  die  Beschwerde  im  einzelrichterlichen 
Verfahren gemäss Art. 23 Abs. 2 VGG und Art. 69 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 
85bis Abs. 3 AHVG abzuweisen.

4.
Zu  befinden  bleibt  über  die  Verfahrenskosten  und  eine  allfällige 
Parteientschädigung.

4.1 Als  unterliegende  Partei  hat  die  Beschwerdeführerin  die  Ver-
fahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), die sich aus der Ge-
richtsgebühr  und  den  Auslagen  zusammensetzen. Sie  werden  unter 
Berücksichtigung des Umfanges und der Schwierigkeit der Streitsache 
im vorliegenden Verfahren auf Fr. 600.- festgesetzt (Art. 63 Abs. 4bis 
VwVG sowie Art. 1, 2 und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen vor  dem Bundesverwaltungs-
gericht  [VGKE, SR 173.320.2])  und mit  dem bereits  geleisteten Ver-
fahrenskostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet.

4.2 Weder  die  unterliegende  Beschwerdeführerin  noch  die  ob-
siegende  Vorinstanz  haben  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung 
(Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario i.V.m. Art. 7 Abs. 3  des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerden werden abgewiesen

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 600.- verrechnet. 

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

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- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- Frau  C._______,  Mutter  von  G._______,  47,  Frankreich 

(Einschreiben mit Rückschein; zur Kenntnis)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Beat Weber Daniel Stufetti

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit  
Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten. Der  an-
gefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  be-
schwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

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