# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d108739f-3d61-59cf-b537-ec32bab17946
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.04.2015 100 2012 351
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2012-351_2015-04-27.pdf

## Full Text

100.2012.351/352U 
ARB/SBE/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. April 2015

Verwaltungsrichter Häberli, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichter Keller
Gerichtsschreiberin Streun

A.________ und B.________
vertreten durch Fürsprecher …
Beschwerdeführende

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin 

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 2008 
(Entscheide der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 18. September 2012; 
100 11 649, 200 11 506)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2015, Nrn. 100.2012.351/
352U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ und B.________ deklarierten in ihrer Steuererklärung für das Jahr 2008 
drei zu Kaufpreisen von insgesamt Fr. 1ʹ357ʹ000.-- neu erworbene Grundstücke, 
Hypotheken im Umfang von Fr. 889ʹ500.--, den Vorbezug einer Kapitalleistung aus der 
beruflichen Vorsorge von Fr. 71ʹ960.--, eine Darlehensschuld über einen Betrag von 
Fr. 150ʹ000.-- sowie Bankguthaben von Fr. 90ʹ734.--. A.________ ging im betreffenden 
Steuerjahr einer unselbständigen Arbeitstätigkeit als Fabrikangestellter nach und 
erzielte ein Einkommen von Fr. 57ʹ263.--. B.________ führte einen eigenen 
Pizzakurierdienst; der steuerbare Erfolg aus dieser selbständigen Erwerbstätigkeit 
betrug Fr. 9ʹ687.--.

Mit Veranlagungsverfügungen vom 11. August 2010 wurden A.________ und 
B.________ von der Steuerverwaltung des Kantons Bern (Steuerverwaltung), Region 
…, für das Jahr 2008 auf ein steuerbares Einkommen von Fr. 179ʹ900.-- bei den 
Kantons- und Gemeindesteuern bzw. auf ein Einkommen von Fr. 178ʹ500.-- bei der 
direkten Bundessteuer veranlagt. In Abweichung zur Selbstdeklaration ging die 
Steuerverwaltung nicht vom Vorliegen einer Darlehensschuld, sondern von steuer-
baren Einkünften aus und nahm im Umfang von Fr. 150ʹ000.-- eine Ein-
kommensaufrechnung vor. Die gegen die Veranlagungsverfügungen erhobenen 
Einsprachen wies die Steuerverwaltung mit Einspracheentscheiden vom 8. September 
2011 ab.

B.

Hiergegen gelangten A.________ und B.________ am 10. Oktober 2011 mit Rekurs 
und Beschwerde an die Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK), welche die 
Rechtsmittel am 18. September 2012 abwies.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2015, Nrn. 100.2012.351/
352U, Seite 3

C.

Gegen die Entscheide der StRK haben A.________ und B.________ am 19. Oktober 
2012 in einer einzigen Rechtsschrift Verwaltungsgerichtsbeschwerden erhoben. Sie 
beantragen, die Entscheide der StRK seien aufzuheben und die Veranlagung sei unter 
Anerkennung der Darlehensschuld von Fr. 150ʹ000.-- neu festzulegen, eventuell sei in 
diesem Umfang auf die Aufrechnung beim steuerbaren Einkommen zu verzichten.

Mit Verfügung vom 23. Oktober 2012 hat der Abteilungspräsident die Verfahren 
betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer 
vereinigt.

Die StRK und die Steuerverwaltung beantragen mit Vernehmlassung vom 7. November 
2012 bzw. Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2012 die Abweisung der 
Beschwerden.

Anlässlich einer am 4. November 2014 durchgeführten Instruktionsverhandlung hat die 
Instruktionsrichterin die Beschwerdeführerin als Partei einvernommen. Die 
Verfahrensbeteiligten haben Gelegenheit erhalten, zum Protokoll Stellung zu nehmen 
und weitere Beweismittel einzureichen. In ihren Eingaben vom 18. bzw. 29. Dezember 
2014 haben die Parteien ihre Rechtsbegehren bestätigt. Die StRK hat auf eine 
Stellungnahme verzichtet. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. 
Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch 
Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 145 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2015, Nrn. 100.2012.351/
352U, Seite 4

[DBG; SR 642.11] sowie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den 
Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Beschwerdeführenden 
haben am vorinstanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahren teilgenommen, sind 
durch die angefochtenen Entscheide besonders berührt und haben ein schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 
Abs. 2 StG sowie Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 140 Abs. 1 DBG). Auf die form- und 
fristgerecht eingereichten Beschwerden ist einzutreten. 

1.2 Sind sowohl Entscheide bezüglich kantonaler Steuern als auch der direkten 
Bundessteuer angefochten, so muss das Verwaltungsgericht zwei Urteile fällen, zumal 
es sich um verschiedene Steuern handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen 
zustehen. Allerdings können die Entscheide in ein und derselben Urteilsschrift 
getroffen werden (vgl. BGE 135 II 260 E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3). Vorliegend ist die 
Aufrechnung steuerbaren Einkommens aus selbständiger Erwerbstätigkeit umstritten. 
Da die massgeblichen Rechtsnormen des kantonalen und eidgenössischen Rechts 
weitgehend gleich lauten, rechtfertigt sich die gemeinsame Beurteilung der Streitigkeit 
hinsichtlich kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Steuern. 

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG). 

2.

2.1 Der Einkommenssteuer unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen 
Einkünfte, die nicht ausdrücklich von der Besteuerung ausgenommen sind (Art. 19 
Abs. 1 StG; Art. 16 Abs. 1 i.V.m. Art. 24 DBG; vgl. auch Art. 7 Abs. 1 und 4 des 
Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten 
Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG; SR 642.14]; vgl. Peter Locher, 
Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 16 N. 4 ff.; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 
Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, Art. 16 N. 1 ff.; Markus Reich, in 
Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. 
Aufl. 2008, Art. 16 DBG N. 4 ff.). Die Veranlagungsbehörde stellt zusammen mit der 
steuerpflichtigen Person die für eine vollständige und richtige Besteuerung mass-
gebenden tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse fest (Art. 166 Abs. 2 StG; Art. 123 
Abs. 1 DBG). Aus dem Untersuchungsgrundsatz ergibt sich die Pflicht (und das Recht) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2015, Nrn. 100.2012.351/
352U, Seite 5

der Veranlagungsbehörde, den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen 
abzuklären; sie hat insbesondere die Steuererklärung zu prüfen und die erforderlichen 
Untersuchungen vorzunehmen, um den materiell wahren Sachverhalt zu erforschen 
(vgl. Art. 166 Abs. 3 Satz 1, Art. 174 Abs. 1 StG; Art. 123 Abs. 2 Satz 1, Art. 130 Abs. 1 
DBG; vgl. auch Art. 46 Abs. 1 StHG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 
3 ff.). 

2.2 Den Steuerpflichtigen obliegt im Veranlagungs- wie auch im Steuer-
justizverfahren eine weitgehende Mitwirkungspflicht; sie haben alle von den Behörden 
verlangten mündlichen und schriftlichen Auskünfte zu erteilen und gegebenenfalls 
Geschäftsbücher, Belege und weitere Unterlagen vorzulegen (Art. 167 StG; Art. 126 
DBG; vgl. auch Art. 42 StHG). Lässt sich eine Sachverhaltsbehauptung trotz 
genügender Mitwirkung weder nachweisen noch widerlegen, so hat die Folgen der 
Beweislosigkeit jene Partei zu tragen, die aus dem Vorhandensein der behaupteten 
Tatsache zu ihren Gunsten Rechte ableitet. Diese sog. objektive Beweislast trägt nach 
einer im Steuerrecht allgemein gültigen Regel für steuerbegründende Tatsachen der 
Fiskus, für steuermindernde oder -aufhebende Tatsachen die steuerpflichtige Person 
(statt vieler BGE 133 II 153 E. 4.3; BVR 2011 S. 241 E. 4.1; 
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 123 N. 77 ff.). Sie hat die entsprechenden 
Tatsachen mittels geeigneter Beweismittel nachzuweisen und es ist zu ihren 
Ungunsten zu entscheiden, falls ihr der rechtsgenügliche Nachweis misslingt. 
Bewiesen ist eine Tatsache dann, wenn das Gericht aufgrund der erhobenen Beweise 
zur Überzeugung gelangt ist, dass sie – so wie behauptet bzw. angenommen – 
Bestand hat. Es ist keine absolute Gewissheit erforderlich, sondern es genügt ein so 
hoher Grad an Wahrscheinlichkeit, dass keine vernünftigen Zweifel verbleiben (BVR 
2009 S. 465 E. 3; VGE 2011/410 vom 22.3.2013, E. 3.2, 2011/46/47 vom 29.9.2011, E. 
2.2; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 19 N. 
6). 

3. 

3.1 Unbestritten ist vorliegend, dass den Beschwerdeführenden im Steuerjahr 2008 
nebst dem deklarierten Erwerbseinkommen ein Betrag von Fr. 150'000.-- zugeflossen 
ist. Dieser Mittelzufluss soll gemäss ihren Angaben auf der Gewährung eines 
Darlehens des in der Türkei lebenden Vaters der Beschwerdeführerin beruhen. Damit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2015, Nrn. 100.2012.351/
352U, Seite 6

machen die Beschwerdeführenden das Vorliegen eines steuermindernden Umstands 
geltend, für den sie beweispflichtig sind. Gelingt ihnen dieser Beweis nicht, ist im ent-
sprechenden Umfang von steuerbarem Einkommen auszugehen (vgl. vorne E. 2.1 f.; 
vgl. etwa VGer AG 4.11.2009, in AGVE 2009 S. 133, E. 1.3.2 ff.; VGer ZH 6.5.1997, in 
StE 1998 B 21.3 Nr. 3, E. 2; weitere Kasuistik bei Peter Locher, a.a.O., Art. 23 N. 2). 
Es stellt sich somit die Frage, ob die Beschwerdeführenden den rechtsgenüglichen 
Nachweis erbracht haben, dass der Geldzufluss auf ein Darlehensverhältnis zurück-
zuführen ist. – Gemäss den Erkenntnissen der Vorinstanz ist ihnen dieser Nachweis 
nicht gelungen. Zwar liege ein schriftlicher Darlehensvertrag vor. Aufgrund der 
gesamten Umstände scheine jedoch fraglich, ob ihn die Parteien als verbindlich 
erachteten. Zudem seien keine Beweise für den tatsächlichen Erhalt des Geldes 
vorgelegt worden. In Würdigung der widersprüchlichen Angaben der 
Beschwerdeführenden im Verlauf des Verfahrens sowie der geltend gemachten 
unüblichen Vorgehensweise hinsichtlich der Aushändigung der Darlehenssumme 
erachtete sie deren Darstellung insgesamt als nicht glaubhaft. Die 
Beschwerdeführenden sind dagegen der Auffassung, mit den beigebrachten 
Beweismitteln das Bestehen des von ihnen deklarierten Darlehensverhältnisses 
hinreichend nachgewiesen zu haben. Sie werfen der Vorinstanz vor, den Grundsatz 
der Verhältnismässigkeit zu verletzen, indem sie schriftliche Beweisstücke verlange, 
wo aus entschuldbaren Gründen keine solchen vorhanden seien bzw. es unüblich sei, 
solche zu erstellen. 

3.2 Die Beschwerdeführenden legen zum Nachweis des Darlehensverhältnisses 
vorab einen schriftlichen und eigenhändig unterzeichneten Darlehensvertrag zwischen 
ihnen und dem Vater der Beschwerdeführerin vor (vgl. Darlehensvertrag vom 
21./26.5.2008, Beschwerdebeilage 6). Darin verpflichtet sich der Darlehensgeber, der 
Darlehensnehmerin und dem Darlehensnehmer «zur finanziellen Unterstützung beim 
Kauf einer Liegenschaft» ein Darlehen in der Höhe von Fr. 150ʹ000.-- zu gewähren, 
wobei die Darlehenssumme bis zum 5. Juni 2008 auszuhändigen ist (Ziff. 1). Der 
Vertrag sieht eine Verzinsung des Darlehens zu 4 % jährlich vor (Ziff. 2) und untersteht 
türkischem Recht; Gerichtsstand ist Kulu, Türkei (Ziff. 4). Was die Umstände und 
Hintergründe des Vertragsschlusses betrifft, hat die Beschwerdeführerin anlässlich der 
Instruktionsverhandlung ausgeführt, der Vertrag sei auf ihre Anregung hin 
abgeschlossen worden. Ihr Vater habe diesen zunächst auf Türkisch aufgesetzt und 
sie habe ihn anschliessend in der Schweiz durch einen Rechtsanwalt übersetzen 
lassen (vgl. Einvernahmeprotokoll vom 4.11.2014 [act. 9A, nachfolgend Protokoll], S. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2015, Nrn. 100.2012.351/
352U, Seite 7

9). Zwar sei es unter Kurden unüblich, einen schriftlichen Darlehensvertrag abzu-
schliessen (es gelte das Ehrenwort), vorliegend sei aber deshalb ein Dokument erstellt 
worden, um die Gleichbehandlung der Geschwister in einem späteren Erbfall 
sicherzustellen (vgl. Protokoll, S. 9; sowie Verwaltungsgerichtsbeschwerde, S. 4). Die 
Übersetzung habe sie vornehmen lassen, weil die Darlehenssumme in bar ausbezahlt 
worden sei (vgl. Protokoll, S. 9).

3.3 Zum Transport des Geldes von der Türkei in die Schweiz haben die 
Beschwerdeführenden Folgendes ausgeführt: Einen ersten Teilbetrag von Fr. 20ʹ000.-- 
habe die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrer Schwiegertochter im März 2007 
mitgebracht. Die weiteren Teilbeträge seien ihnen in der Folge von verschiedenen 
Verwandten, die ihren Vater besucht hätten, überbracht worden (vgl. Rekurs und 
Beschwerde vom 10.10.2011, S. 3, Vorakten StRK [act. 3A], pag. 25 ff.). Rund die 
Hälfte des Darlehens sei im Jahr 2007 in die Schweiz gelangt, während sie die zweite 
Hälfte im Zeitraum zwischen Januar und Ende März 2008 erhalten hätten (vgl. Verwal-
tungsgerichtsbeschwerde, S. 4). Bei der Einvernahme wich die Beschwerdeführerin 
insofern von dieser Darstellung ab, als sie neu geltend machte, die Darlehenssumme 
sei ihr mit Ausnahme des ersten Teilbetrags erst im Frühjahr 2008 übergeben worden. 
Ihre in Deutschland, Österreich und Norwegen wohnhaften Verwandten hätten jeweils 
Beträge von € 5ʹ000.-- bzw. Fr. 10ʹ0000.-- aus der Türkei ausgeführt. Das Geld sei an-
schliessend von den in Deutschland und Österreich lebenden Brüdern gesammelt 
worden und sei im Frühjahr 2008 von dort aus in die Schweiz gelangt (vgl. Protokoll, S. 
6 ff.). Zum gewählten Vorgehen erklärten die Beschwerdeführenden, dieses habe sich 
deshalb aufgedrängt, weil der Vater das in Gold angelegte Geld nicht auf einmal habe 
bereitstellen können und zudem darauf bestanden habe, dieses durch 
Familienangehörige überbringen zu lassen. Ausserdem würden die türkischen 
Devisenbestimmungen für die Ausfuhr von Bargeld eine Beschränkung auf den 
Gegenwert von US$ 5ʹ000.-- vorschreiben (vgl. Verwaltungsgerichtsbeschwerde, S. 4, 
sowie Protokoll, S. 6). 

3.4 Was die Modalitäten der Geldübergabe, -aufbewahrung und -einzahlung 
anbelangt, haben die Beschwerdeführenden angegeben, die Darlehenssumme sei 
ihnen teils in Schweizer Franken (Fr. 105ʹ000.--), teils in Euro (€ 25ʹ000.--) zugegangen 
(vgl. Protokoll, S. 6, sowie die undat. Aufstellung zu den Geldtransporten, Vorakten 
Steuerverwaltung [act. 3D], pag. 76). Das Geld sei zunächst zu Hause aufbewahrt 
worden. Später hätten sie es auf ein Lohnsparkonto bei der Berner Kantonalbank 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2015, Nrn. 100.2012.351/
352U, Seite 8

(BEKB) einbezahlt, um damit den Erwerb der beiden Eigentumswohnungen zu finan-
zieren (vgl. Protokoll, S. 10; Stellungnahme vom 14.2.2012, S. 2, Vorakten StRK, 
pag. 44 ff.). Mit Einzahlungsbestätigungen der BEKB belegt sind die am 16. und 
20. Juni 2008 erfolgten Bareinzahlungen über je Fr. 75ʹ000.-- (vgl. Vorakten 
Steuerverwaltung [act. 3D], pag. 100 f.). Nicht dokumentiert ist ein allfälliger 
Devisenwechsel. 

3.5 Der Darlehensvertrag sieht in Ziffer 2 vor, dass die Darlehenssumme ab Erhalt 
«mit 4% p.a, zu verzinsen» ist und zwar «jährlich per 31. Dezember (Verfallstag), 
erstmals per 31. Dezember 2008». Aus den Akten ergibt sich, dass die 
Beschwerdeführenden erstmals per Ende 2011 einen Betrag von € 3ʹ000.-- in die 
Türkei überwiesen haben (vgl. Zahlungsauftrag vom 29.12.2011, Vorakten StRK, pag. 
48). In der Folge sind offenbar jeweils monatliche Zahlungen von € 400.-- (rund Fr. 
490.--) getätigt worden (vgl. Belastungsanzeige der BEKB vom 27.1.2012, Vorakten 
StRK, pag. 47). Dazu haben die Beschwerdeführenden im vorinstanzlichen Verfahren 
ausgeführt, dieser Betrag entspreche ungefähr dem vertraglich geschuldeten Zins von 
jährlich Fr. 6ʹ000.-- (vgl. Eingabe vom 23.2.2012, Vorakten StRK, pag. 50 f.). Den 
Umstand, dass die ersten Zinszahlungen erst per Ende 2011 erfolgten, obwohl diese 
gemäss Vertrag bereits ab Ende 2008 geschuldet gewesen wären, erklärten sie damit, 
dass ihre finanzielle Situation infolge der hohen Hypothekarzinsbelastung keine 
früheren Zahlungen erlaubt habe (vgl. Verwaltungsgerichtsbeschwerde, S. 9). Bei der 
Befragung wies die Beschwerdeführerin darauf hin, dass sie seit September 2011 
Darlehensrückzahlungen leiste; im Umfang von etwa Fr. 13ʹ000.-- oder Fr. 14ʹ000.-- sei 
das Darlehen amortisiert worden. Die Frage, ob das Restdarlehen weiterhin verzinst 
werde, konnte sie nicht schlüssig beantworten (vgl. Protokoll, S. 11). Zum Nachweis 
der erfolgten Rückzahlungen reichten die Beschwerdeführenden – nebst den bereits in 
den Akten enthaltenen (vorerwähnten) Zahlungsbelegen – Belastungsanzeigen über 
monatliche Zahlungen von € 400.-- von Februar 2012 bis September 2014 ein (vgl. 
Belastungsanzeigen BEKB [in act. 12A]. Sie erklärten hierzu, sie seien bezüglich 
sämtlicher Überweisungen von Amortisationen und nicht von Zinszahlungen 
ausgegangen und hätten diese Zahlungen auch in den Steuererklärungen als solche 
deklariert (vgl. Stellungnahme vom 29.12.2014, S. 3 [act. 16]), vgl. Steuererklärungen 
2011 bis 2013 [in act. 12A]). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2015, Nrn. 100.2012.351/
352U, Seite 9

4.

4.1 Der von den Beschwerdeführenden vorgelegte schriftliche Darlehensvertrag ist 
an sich durchaus geeignet, das Bestehen eines Darlehensverhältnisses nachzuweisen. 
Die Beweggründe für dessen Ausfertigung sind jedoch nur schwer nachvollziehbar. 
Insbesondere vermag nicht einzuleuchten, weshalb der auf Türkisch aufgesetzte und 
türkischem Recht unterstehende Vertrag übersetzt und in deutscher Fassung 
unterzeichnet worden ist (vgl. vorne E. 3.2). Soll dieser tatsächlich der 
Gleichbehandlung der Geschwister der Beschwerdeführerin im Erbfall dienen, 
erscheint eine deutsche Ausfertigung im Hinblick auf eine künftige Erbanrechnung bzw. 
-teilung in der Türkei nicht nur unnötig, sondern auch unpraktisch. Selbst wenn trotz 
der Zweifel über die wahren Beweggründe für die Abfassung eines schriftlichen 
Vertrags in deutscher Sprache vom Vorliegen eines Darlehensverhältnisses 
auszugehen ist, kann damit noch nicht als erstellt gelten, dass der Darlehensnehmerin 
und dem Darlehensnehmer die vom Darlehensgeber gewährte Geldsumme tatsächlich 
zugeflossen ist. Es genügt nicht, das Bestehen des Darlehensverhältnisses 
nachzuweisen; auch die Darlehenshingabe ist zu plausibilisieren, zumal vorliegend das 
von den Beschwerdeführenden beschriebene Vorgehen mit Bargeldtransporten durch 
17 verschiedene Personen über mehrere Zwischenstationen im europäischen Ausland 
nicht nur äusserst umständlich, sondern auch risikobehaftet erscheint. 

4.2 Unüblich ist weiter, dass zum langen Weg des Geldes aus der Türkei bis zur 
Übergabe in der Schweiz keinerlei schriftlichen Belege wie etwa Quittungen, 
Zollbescheinigungen oder dergleichen vorhanden sind. Als wenig aussagekräftig 
erweisen sich insoweit die eingereichten Passkopien der Verwandten. Deren 
Reisepapiere vermögen bloss zu bestätigen, dass diese Personen im angegebenen 
Zeitraum in die Türkei gereist sind; die behaupteten Geldtransporte sind damit indes 
nicht nachgewiesen. Anders als die Beschwerdeführenden meinen, bleibt nach wie vor 
unverständlich, dass vom «Verflüssigen» des in Gold investierten Geldes in der Türkei, 
zu dessen Umtausch in Euro bzw. Schweizer Franken, zur Einfuhr in die bzw. Ausfuhr 
aus der EU, zur Aufbewahrung durch die Verwandten über Monate hinweg und 
schliesslich zum Umtausch des in Euro überbrachten Teilbetrags in Schweizer Franken 
kein schriftlicher Nachweis existieren soll. Das vollständige Fehlen entsprechender 
Belege lässt vielmehr ernsthafte Zweifel aufkommen, ob die Beschwerdeführenden die 
Darlehenssumme tatsächlich erhalten haben. Diese Zweifel werden dadurch verstärkt, 
dass sie zum konkreten Ablauf der Geldtransporte stets nur vage, wenig detaillierte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2015, Nrn. 100.2012.351/
352U, Seite 10

Angaben machen konnten und diese zudem im Verlauf des Verfahrens abgeändert 
haben (vgl. vorne E. 3.3, vgl. auch Protokoll, S. 6 ff., sowie Stellungnahme vom 
29.12.2014, S. 2 [act. 16]).

4.3 Obwohl die Beschwerdeführerin bereits im März 2007 einen Teilbetrag in die 
Schweiz mitgenommen und den Restbetrag des Darlehens (jedenfalls gemäss ihrer 
jüngsten Darstellung) im Frühjahr 2008 erhalten haben will, wurde das Geld erst im 
Juni 2008 auf ein Bankkonto einbezahlt. Dies bedeutet, dass Fr. 20ʹ000.-- während 
mehr als einem Jahr bzw. Fr. 150ʹ000.-- über mehrere Wochen zu Hause aufbewahrt 
worden sind. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, dass dies ihren Gewohn-
heiten entspreche. Für ihr unübliches und risikobehaftetes Vorgehen konnte sie jedoch 
keine Erklärung geben (vgl. Protokoll, S. 10). Weiter fällt auf, dass das Geld im Juni 
2008 in Schweizer Franken einbezahlt worden ist, obwohl sie einen Teil des Geldes in 
Euro erhalten haben will. Sollte es sich beim einbezahlten Geld tatsächlich um den aus 
der Türkei ausgeführten Darlehensbetrag handeln, hätte ein Teil der Einzahlung in 
Euro erfolgen müssen – was gemäss den vorliegenden Bankbelegen nicht der Fall war 
– oder hätte das Geld vorgängig in Schweizer Franken umgetauscht werden müssen. 
Die Beschwerdeführerin vermag sich indes nicht zu erinnern, wann und wo sie 
€ 25ʹ000.-- gewechselt hat (vgl. Protokoll, S. 9 f.), was angesichts der Höhe des 
Betrags erstaunt, zumal dies auch für die Beschwerdeführerin kein alltägliches 
Geschäft darstellen dürfte und dementsprechend über längere Zeit im Gedächtnis 
haften bleiben sollte. 

4.4 Nicht zuletzt werfen auch die von den Beschwerdeführenden in Bezug auf die 
Verzinsung des Darlehens gemachten widersprüchlichen Angaben Fragen auf (vgl. 
vorne E. 3.5). Erst erklärten sie, dass ihre finanzielle Situation aufgrund der hohen 
Hypothekarzinsbelastung zunächst keine Zinszahlung erlaubt hätte, was jedoch mit 
Blick auf die in den Jahren 2008-2010 deklarierten Sparguthaben nicht stichhaltig 
erscheint (vgl. Steuererklärung 2008, Vorakten Steuerverwaltung [act. 3D], pag. 1 ff., 
sowie Steuererklärungen 2009 und 2010, unpag. Vorakten Steuerverwaltung [act. 8A]). 
Vor Verwaltungsgericht machen sie nun geltend, dass ein zinsfreies Darlehen gewährt 
worden sei und es sich bei der fraglichen Vertragsbestimmung um eine versehentlich 
übernommene Standardklausel handle (vgl. Stellungnahme vom 25.11.2014, S. 1 
[act. 12]). Dies erscheint mit Blick auf die Kürze des Vertrags und des Umstands, dass 
die entsprechende Bestimmung hinsichtlich des Zinssatzes und der Fälligkeit explizit 
angepasst werden musste, nicht glaubwürdig. Ob wahr oder nicht, die letzten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2015, Nrn. 100.2012.351/
352U, Seite 11

Ausführungen sind geeignet, weitere Zweifel an der Entstehungsgeschichte des 
Vertragsdokuments (Übersetzung eines vom Vater der Beschwerdeführerin auf 
Türkisch verfassten Textes) aufkommen zu lassen. Insgesamt erscheint fraglich, ob 
sich die Beschwerdeführenden überhaupt durch den Darlehensvertrag gebunden 
erachten. Die unterbliebene Verzinsung des Darlehens lässt vielmehr auf das 
Gegenteil schliessen.

4.5 Zusammenfassend erweisen sich die von der Vorinstanz geäusserten 
erheblichen Zweifel am Bestand des Darlehensverhältnisses bzw. der Verbindlichkeit 
des Vertrags mit Blick auf die aufgezeigten Ungereimtheiten als begründet. Sie hat 
demnach zu Recht geschlossen, den (insoweit beweisbelasteten) 
Beschwerdeführenden sei der rechtsgenügliche Nachweis nicht gelungen, dass der 
ihnen im Steuerjahr 2008 zugeflossene Betrag von Fr. 150'000.-- auf ein 
Darlehensverhältnis zurückzuführen sei. Der StRK ist unter den geschilderten 
Gegebenheiten weder eine rechtsfehlerhafte Beweiswürdigung vorzuwerfen noch hat 
sie an die Mitwirkungspflicht der Beschwerdeführenden unverhältnismässig hohe 
Anforderungen gestellt. Es sind keine Beweismassnahmen erkennbar, die geeignet 
wären, den Sachverhalt entscheidend zu erhellen. Die Beschwerdeführenden stellen 
im Übrigen auch keine weiteren Beweisanträge (vgl. Protokoll, S. 13). Da keine Gründe 
für ein Abweichen von den allgemeinen Beweisregeln gegeben sind, ist bezüglich des 
den Beschwerdeführenden zugegangenen Geldes von steuerbaren Einkünften 
auszugehen (vgl. vorne E. 2.2 und 3.1), womit sich die erfolgte Aufrechnung von 
Fr. 150'000.-- als rechtmässig erweist. Die Beschwerdeführenden dringen damit weder 
mit ihrem Haupt- noch mit ihrem Eventualbegehren durch. 

5.

Die Beschwerdeführenden erachten die angefochtenen Entscheide auch insofern als 
rechtsfehlerhaft, als sich die StRK darin nicht zur Art bzw. Quelle des aufgerechneten 
Einkommens geäussert habe. Für die Frage der Besteuerung des hier fraglichen 
Mittelzuflusses ist jedoch nicht entscheidend, ob dieser als Einkommen aus 
selbständiger oder unselbständiger Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist, da er so oder 
anders unter die Einkommensgeneralklausel von Art. 19 Abs. 1 StG bzw. Art. 16 Abs. 1 
DBG fällt (vgl. vorne E. 2.1). Insoweit handelt es sich bei dem von den Be-
schwerdeführenden bemängelten Bestandteil der Veranlagung lediglich um ein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2015, Nrn. 100.2012.351/
352U, Seite 12

Begründungselement, das als solches nicht selbständig anfechtbar ist (vgl. BVR 2003 
S. 1 E. 3a; VGE 22830 vom 6.3.2008, E. 2 ff.; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., 
Art. 49 N. 4, Art. 52 N. 12). Anzufügen bleibt, dass sich die Bindung der 
Sozialversicherungsgerichte an die rechtskräftige Steuertaxation auf die Bemessung 
des massgebenden Einkommens beschränkt, während die beitragsrechtliche 
Qualifikation des Einkommens, etwa die Frage, ob überhaupt Einkommen aus 
Erwerbstätigkeit vorliegt, von der Bindungswirkung nicht erfasst wird (vgl. dazu statt 
vieler BGE 140 V 241 E. 2.2.2 [ASA 83 S. 225], 127 V 466 E. 3d). 

6.

Somit erweisen sich die Beschwerden als unbegründet und sind abzuweisen. Bei 
diesem Ausgang der Verfahren werden die Beschwerdeführenden kostenpflichtig (Art. 
151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG; 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). 
Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und 104 Abs. 
3 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2008 wird 
abgewiesen.

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2008 wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 4'000.--, werden den Beschwerdeführenden auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.04.2015, Nrn. 100.2012.351/
352U, Seite 13

5. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführenden
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern
- der Eidgenössischen Steuerverwaltung

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.