# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb039acb-fe01-58b0-84ca-1663827c0ea5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.04.2017 UV 2015/42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2015-42_2017-04-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2015/42

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2019

Entscheiddatum: 11.04.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 11.04.2017
Art. 6 UVG. Art. 19 UVG. Die Einstellung der Versicherungsleistungen erfolgte 
zu Recht, nachdem die adäquate Unfallkausalität der noch vorhandenen 
organisch nicht objektivierbaren Beschwerden weggefallen ist. Verneinung 
der Unfalladäquanz anhand der Kriterien von BGE 134 V 109 ff. (sog. 
Schleudertrauma-Praxis). (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 11. April 2017, UV 2015/42).

Entscheid vom 11. April 2017

 

Besetzung                                                                      

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Katja Meili             

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2015/42            

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Andreas A. Oehler, MLaw, Davidstrasse 8, 9000 St. 

Gallen,

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gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (ehemals B.___; nachfolgend: Versicherte), war bei der C.___ AG als 

Finanzmitarbeiterin tätig und dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 

20. April 2012 einen Auffahrunfall erlitt (Suva-act. 1). Die erstbehandelnde Dr. med. 

D.___, Fachärztin für Allgemeine Medizin, diagnostizierte ein Schädelhirntrauma sowie 

ein Halswirbelsäulen-Beschleunigungstrauma. Sie erachtete die Versicherte vom 20. 

April bis 12. Mai 2012 als zu 100% und vom 13. bis 19. Mai 2012 als zu 80% 

arbeitsunfähig (Bericht vom 7. Mai 2012; Suva-act. 12). In der Folge verringerte sich die 

Arbeitsunfähigkeit der Versicherten sukzessive auf 20% (ab 1. April 2013; vgl. Suva-

act. 17, 24, 31, 46, 49, 71, 77). Die Suva übernahm die Kosten für die Heilbehandlung 

und entrichtete Taggelder (Suva-act. 3, vgl. Suva-act. 7, Suva-act. 9).

A.b  Auf Veranlassung der Suva (vgl. Suva-act. 25) wurde die Versicherte am 24. Juli 

2012 zum ambulanten Assessment in die Rehaklinik Bellikon eingeladen. Die dort 

tätigen Dr. med. E.___, Spitalfacharzt, und Dr. med. F.___, Facharzt Physikalische 

Medizin und Rehabilitation FMH, berichteten am 26. Juli 2012 über eine HWS-

Distorsion QTF I. Als aktuelle Probleme nannten sie Nackenschmerzen mit Müdigkeit 

und Konzentrationsstörungen, mässige Symptomausweitung und leichtes 

Untergewicht. Sie empfahlen eine medizinische Trainingstherapie (MTT), welche die 

Versicherte darauf begann (Suva-act. 30; vgl. Suva-act. 40).

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A.c  Dr. med. G.___, Ophthalmochirurgie FMH, diagnostizierte mit Bericht vom 12. 

November 2012 eine R/L Myopie, ein Astigmatismus, ein R/L Ausschluss von 

Gesichtsfeldausfällen, eine reduzierte Fusionsbreite und Konvergenz. Er führte aus, die 

verminderte Fusion und Konvergenz stellten übliche und typische Befunde bei 

Schädelhirntraumen, zumindest bei aufgetretener Bewusstlosigkeit, dar. Diese Befunde 

gingen von alleine zurück, was jedoch einige Wochen bis Monate dauern werde (Suva-

act. 62).

A.d  Im Auftrag der Suva (vgl. Suva-act. 99) wurde die Versicherte am 29. September 

2013 von Dr. med. H.___, Facharzt FMH für Neurologie sowie Psychiatrie und 

Psychotherapie, untersucht. Dieser hielt mit Bericht vom 30. September 2013 die 

Diagnose PW-Heckaufprall mit HWS Distorsion QTF I und Verdacht auf leichte, diffuse 

axonale Hirnschädigung (DAI) fest. Die Versicherte habe seit dem Unfall glaubhaft 

persistierende Konzentrationsstörungen, eine verminderte Belastbarkeit sowie 

rezidivierende Nacken- und drückende Kopfschmerzen beklagt. Die Symptome seien 

im Verlauf rückläufig, jedoch noch nicht vollständig remittiert. Nachdem nach einem 

Jahr posttraumatisch subjektiv kognitive Defizite beständen, könnte eine 

neuropsychologische Testung der höheren kognitiven Fähigkeiten gegebenenfalls zur 

Erfassung der unfallbedingten neuropsychologischen Defizite beitragen. Unabhängig 

davon sei im weiteren Verlauf von einer restitutio ad integrum auszugehen (Suva-act. 

101).

A.e  Kreisärztin med. pract. I.___ beurteilte am 29. November 2013, den geltend 

gemachten Beschwerden liege überwiegend wahrscheinlich kein organisches Substrat 

im Sinne einer strukturellen Veränderung zu Grunde. Sie empfahl eine 

neuropsychologische Untersuchung (Suva-act. 110). Dr. med. J.___, FMH Neurologie, 

Klinik K.___, welcher die Versicherte zusammen mit Dipl. Psych. L.___, 

Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, und Dr. med. M.___, FMH Neurologie, im 

Auftrag der Suva (vgl. Suva-act. 111) untersucht hatte, stellte mit Bericht vom 8. April 

2014 leichte kognitive Funktionsstörungen bei Status nach Auffahrunfall mit leichtem 

Schädel-Hirntrauma und HWS-Beschleunigungstrauma fest, wobei 

Aufmerksamkeitsstörungen mit verminderter Aufmerksamkeitsaktivierung und 

verminderter Daueraufmerksamkeit sowie eine verminderte konzentrative Belastbarkeit 

mit schneller Ermüdbarkeit und Kopfschmerzsymptomatik im Vordergrund stünden. 

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Aus psychologischer Sicht seien die beschriebenen Störungen mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 20. April 2012 zurückzuführen. Es bestehe 

weiterhin eine eingeschränkte berufliche Leistungsfähigkeit. Aufgrund der 

Konzentrationseinbrüche benötige die Versicherte mehr Pausen, um sich regenerieren 

und qualitativ gute Arbeit leisten zu können. Sie würden daher empfehlen, dass sie 

wiederum mit einer reduzierten Arbeitsfähigkeit von ca. 80% einsteige, welche dann im 

Verlauf je nach Belastbarkeit angepasst werden könnte (Suva-act. 122).

A.f  Nach einem Mutterschaftsurlaub (vgl. Suva-act. 105, 114) nahm die Versicherte am 

22. April 2014 ihre Tätigkeit mit einem Pensum von 40%, dieses eingeschränkt durch 

die weiterhin attestierte Arbeitsunfähigkeit von 20% (vgl. Suva-act. 133-2, Suva-act. 

134), beim gleichen Arbeitgeber wieder auf (Suva-act. 128). Auf Nachfrage der Suva 

(Suva-act. 144) führte Dr. J.___ am 23. Juli 2014 telefonisch aus, er sei mit einer 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit einverstanden. Aus medizinischer Sicht spreche nichts 

dagegen (Suva-act. 147). Das am 11. August 2014 durchgeführte Schädel-MRI zeigte 

weiterhin keine Auffälligkeiten (Suva-act. 155).

A.g  Kreisärztin I.___ beurteilte am 15. August 2014, es sei nicht davon auszugehen, 

dass ein Schädelhirntrauma leichten, mittelschweren oder schweren Ausmasses 

bestanden habe. Ein Kopfanprall sei initial verneint, später vom Hausarzt und der 

Versicherten als möglich erachtet worden. Eine Bewusstlosigkeit habe nicht 

vorgelegen. Die Kriterien einer leichten traumatischen Hirnverletzung seien gesamthaft 

nicht bestätigt. Die festgestellten neuropsychologischen Einschränkungen seien 

äusserst unspezifisch und könnten bei fehlenden Hinweisen auf ein erlittenes 

Schädelhirntrauma nicht als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal betrachtet 

werden. Die aktuell beklagten Beschwerden seien nicht mehr im Zusammenhang mit 

dem Unfallereignis von 2012 zu sehen, sondern müssten bei fehlenden strukturellen 

unfallbedingten Veränderungen als konstitutionell bedingte muskuläre Verspannungen 

gesehen werden. Es sei davon auszugehen, dass eine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes auf Grund der unverändert durchgeführten Therapie ohne 

wesentliche Verbesserung der Symptomatik nicht mehr mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit zu erwarten sei, zusätzliche Therapien könnten nicht mehr zu 

Lasten des Unfallereignisses empfohlen werden (Suva-act. 156).

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A.h  N.___, Therapeutin für Komplementärmedizin, berichtete am 12. September 2014, 

die Versicherte sei im Alltag weniger erschöpft. Es träten aber teilweise immer noch 

Schwindel, Gangunsicherheit und ein Druck im Kopf auf. Insgesamt sei es für sie noch 

zu streng, einen Arbeitstag am Computer zu bewältigen. Da die Versicherte Symptome 

einer Augenproblematik geschildert habe, habe sie eine Kontrolle empfohlen (Suva-act. 

164). O.___, Optometrist, hatte am 6. September 2014 über einen Astigmatismus mit 

Myopie, deutlich zu starke Brillengläser, eine Konvergenzinsuffizienz, einen gestörten 

Konvergenznahpunkt und dem Alter nicht entsprechende Augenbewegungsfertigkeiten 

berichtet (Suva-act. 161). Kreisärztin I.___ beurteilte am 2. Oktober 2014, es hätten sich 

keine neuen medizinischen Erkenntnisse und keine Änderung betreffend der 

Beurteilung der Unfallkausalität ergeben. Die Augenprobleme seien nicht überwiegend 

wahrscheinlich unfallkausal, aber auch gemäss Einschätzung von O.___ zu einem Teil 

für die Beschwerden der Versicherten verantwortlich. An der Beurteilung vom 15. 

August 2014 könne vollumfänglich festgehalten werden (Suva-act. 163).

A.i   Mit Verfügung vom 14. Oktober 2014 stellte die Suva die Versicherungsleistungen 

per 31. Oktober 2014 ein und verneinte einen Anspruch auf eine Invalidenrente und 

eine Integritätsentschädigung. Sie führte aus, die derzeit noch geklagten Beschwerden 

seien organisch nicht hinreichend nachweisbar und zudem nicht unfallkausal (Suva-act. 

167).

B.   

B.a  Gegen die Verfügung vom 14. Oktober 2014 erhob die Avanex Versicherungen 

AG, Krankenversicherer der Versicherten, am 27. Oktober 2014 Einsprache (Suva-act. 

168), zog diese jedoch nach Akteneinsicht wieder zurück (Schreiben vom 30. Oktober 

2014; Suva-act. 170). Mit Schreiben vom 14. November 2014 erhob auch die 

Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt A. Oehler, St.Gallen, Einsprache gegen die 

Verfügung vom 14. Oktober 2014 (Suva-act. 171). Am 27. April 2015 begründete sie, 

zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung habe sie noch beträchtlich unter den 

Unfallfolgen gelitten. Dank verschiedener Massnahmen sei es seit dem Herbst zu einer 

weiteren Verbesserung gekommen, so dass sie seit Februar 2015 in der Lage sei, ihr 

40%-Pensum wunschgemäss in zwei Tagen pro Woche zu bewältigen. Leider komme 

es aber immer noch zu oft vor, dass sie während des Arbeitseinsatzes oder dann am 

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Abend unter heftigen Kopfschmerzen leide. Die erfolgte Anpassung der Brille habe eine 

gewisse Linderung gebracht. O.___ habe telefonisch ausgeführt, optische 

Entgleisungen mit Konzentrationsschwierigkeiten infolge eines Schleudertraumas seien 

hinlänglich bekannt. Optische Feineinstellungen bzw. präzise Schlussfolgerungen seien 

nicht möglich, solange die Versicherte ihr Kind stille. Die Suva sei gehalten, die Augen 

der Versicherten gründlicher prüfen zu lassen. Sie beantrage deshalb, dass der Fall 

noch nicht abgeschlossen und die Leistungen weiterhin ausgerichtet würden (Suva-act. 

187).

B.b  Mit Entscheid vom 10. Juni 2015 wies die Suva die Einsprache ab. Sie führte aus, 

die noch geklagten Beschwerden seien nicht objektivierbar, da hierfür ein organisches 

Substrat im Sinne einer strukturellen Läsion fehle und auch kein entsprechendes 

neurologisches Korrelat habe festgestellt werden können. Die festgestellte leichte 

neuropsychologische Funktionsstörung ohne organischen Befund sei letztlich einer 

psychischen Beschwerdeproblematik gleichzusetzen. Die festgestellten 

Visusstörungen könnten lediglich als diffuse Beeinträchtigungen infolge eines HWS-

Schleudertraumas gewertet werden, denen es jedoch ebenso an einem organischen 

Substrat im Sinne einer strukturellen Läsion fehle. Bei diesem Ergebnis erübrigten sich 

weitere medizinische Abklärungen. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den 

noch bestehenden, nicht auf einem objektivierbaren organischen Substrat beruhenden 

Beschwerden und dem Unfall sei zu verneinen (Suva-act. 188).

C.  

C.a Mit vorliegender Beschwerde vom 9. Juli 2015 beantragt die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) die Aufhebung der Verfügung vom 14. Oktober 

2014 und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen. Eventualiter sei die Sache zu 

sistieren oder zur weiteren Abklärung an die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G1). In ihrer 

Beschwerdeergänzung vom 25. September 2015 ändert sie ihr Eventualbegehren 

dahingehend, als sie eine Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur weiteren 

Abklärung, etwa im Rahmen einer polydisziplinären Untersuchung, beantragt. Sie 

bringt vor, es gäbe sicherlich weitere, vorliegend noch nicht angewendete 

Untersuchungsmethoden, welche die Objektivierung der geltend gemachten 

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Beschwerden ermöglichen würden. Des Weiteren verweist sie auf die Ausführungen in 

ihrer Einsprache und erklärt diese zum integrierenden Bestandteil der Beschwerde (act. 

G9).

C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2015 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des 

Einspracheentscheids. Sie führt aus, ein unfallkausales organisches Substrat für die 

geltend gemachten Kopf- und Nackenschmerzen sowie Konzentrationsprobleme habe 

nicht objektiviert werden können, weder bildgebend noch neurologisch. Es bestehe 

auch keine Kausalität zwischen dem Unfall und der Augenproblematik. Beim Ereignis 

vom 20. April 2012 habe kein ungewöhnlicher äusserer Faktor schädigend auf die 

Augen eingewirkt und die Auffahrkollision habe bei der Beschwerdeführerin weder ein 

Schädelhirntrauma noch eine Bewusstlosigkeit bewirkt. Die Ausführungen der 

Kreisärztin seien voll beweiskräftig (act. G11).

C.c Die mit Schreiben vom 2. November 2015 (act. G12) zur Einreichung einer Replik 

aufgeforderte Beschwerdeführerin liess sich nicht mehr vernehmen (vgl. act. G13).

Erwägungen

1.   

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher 

grundsätzlich die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung. 

Hinsichtlich der für das vorliegende Verfahren anwendbaren Bestimmungen (Art. 6 Abs. 

1 UVG, Art. 19 UVG) haben sich indessen mit Inkrafttreten der neuen Rechtssätze keine 

Änderungen ergeben.

2.   

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Streitig ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die im Nachgang zum 

Unfall vom 20. April 2012 erbrachten Leistungen (Übernahme der Kosten für 

Heilbehandlung und Taggeld) auf den 31. Oktober 2014 einstellte sowie den Anspruch 

auf weitere Leistungen der Unfallversicherung ablehnte.

2.1  Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der 

Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und 

adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA 

RUMO-JUNGO, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2003, S. 42 ff.).

2.2  Für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, 

dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; 

es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die 

Schädigung verantwortlich ist, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht 

werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 

129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, 

den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage 

nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beurteilen (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 

und 3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils des Bundesgerichts 

vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, je mit Hinweisen). Im Bereich klar ausgewiesener 

organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen Veränderungen spielt 

die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 

127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit 

Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist 

eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu 

differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw. 

keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung 

gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen 

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das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum 

typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 

zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den 

Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 

115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze 

massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz 

gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten 

Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang 

bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus 

dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die 

ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild 

ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b).

2.3  Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 52 

ff. zu Art. 43). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und 

nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Auch den Berichten 

versicherungsinterner Ärzte kann Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 123 V 331 E. 1c, BGE 135 

V 465 E. 4.4).

3.   

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Vorerst ist zu prüfen, ob zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung noch organisch 

objektivierbare Unfallfolgen vorhanden waren.

3.1  Auf dem am 11. Mai 2012 aufgenommenen MR der HWS wurde eine leichte 

segmentale Streckfehlhaltung C3-5 im Liegen sowie nebenbefundlich eine residuell 

erkennbare ehemalige Synchondrose an der Densbasis bei ansonsten normalem 

Befund festgestellt (Suva-act. 94). Die gleichentags durchgeführte MR-Untersuchung 

des Schädels ergab ein normales cranio-zerebrales Kernspintomogramm, 

insbesondere ohne fassbare posttraumatische Residuen (Suva-act. 93). Auch bei der 

Untersuchung des Schädels vom 11. August 2014 zeigte sich weiterhin ein normales 

cranio-zerebrales Kernspintomogramm, insbesondere ohne Anhaltspunkt für 

zwischenzeitlich neu fassbare unfallbedingte strukturelle Läsionen und ohne Nachweis 

von chronischen, Hämosiderin-haltigen inkraniellen Blutungsresiduen (Suva-act. 155). 

Sowohl die Ärzte der Rehaklinik Bellikon (vgl. Suva-act. 30-4) als auch Dr. H.___, 

letzterer nach Durchführung eines EEG (vgl. Suva-act. 101), stellten keine 

neurologischen Defizite fest. Dr. H.___ wies zwar auf eine mögliche diffuse axonale 

Hirnschädigung (DAI) durch den anamnestisch erwähnten Kopfaufprall hin, Zeichen 

einer solchen konnten jedoch an der Schädelbasis oder in der weissen Substanz in der 

FLAIR-Sequenz nicht nachgewiesen werden. Er stellte weder in der Bildgebung, noch 

in der körperlich-neurologischen Untersuchung pathologische Zeichen oder Befunde 

einer Hirn- oder HWS-Verletzung fest. Unabhängig von einer allfälligen 

neuropsychologischen Testung ging er im weiteren Verlauf von einer restitutio ad 

integrum aus (Suva-act. 101-4). Es liegen damit übereinstimmend mit der Einschätzung 

der Beschwerdegegnerin und Kreisärztin I.___ (act. G11, Suva-act. 156) keine 

organischen Ursachen für die geltend gemachten Nacken- und Kopfbeschwerden vor, 

was auch von der Beschwerdeführerin in ihrer Einsprache anerkannt (Suva-act. 187) 

bzw. in ihrer Beschwerde nicht substantiiert bestritten wurde (act. G9).

3.2  Die Beschwerdeführerin macht weiter ophthalmologische (bzw. ophthalmologisch 

ausgelöste) Beschwerden geltend. Dr. G.___ diagnostizierte am 12. November 2012 

eine R/L Myopie, Astigmatismus, R/L Ausschluss von Gesichtsfeldausfällen und eine 

reduzierte Fusionsbreite und Konvergenz. Myopie und Astigmatismus hätten 

gegenüber der bisher vorhandenen Brille leicht zugenommen. Die verminderte Fusion 

und Konvergenz stellten übliche und typische Befunde bei Schädelhirntraumen, 

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zumindest bei aufgetretener Bewusstlosigkeit, dar. Die Befunde würden von alleine 

zurückgehen, dies dauere jedoch einige Wochen bis Monate (Suva-act. 62). Die 

medizinischen Akten gehen übereinstimmend davon aus, dass die Beschwerdeführerin 

nach dem Unfall nicht bewusstlos war (vgl. Suva-act. 13, Suva-act. 30, Suva-act. 101, 

Suva-act. 122). Die Beschwerdeführerin gab am Unfalltag gegenüber Dr. D.___ an, 

ihren Kopf nicht angeschlagen zu haben (Suva-act. 13). Drei Tage später kam Dr. D.___ 

aufgrund der Angabe, die Beschwerdeführerin habe wohl doch mit dem Kopf 

angeschlagen, zum Schluss, es liege ein Schädelhirntrauma und ein HWS-

Beschleunigungstrauma vor (Suva-act. 12). Gegenüber der Suva gab die 

Beschwerdeführerin am 20. Juni 2012 an, ihr Hinterkopf sei eher schon gegen die 

Kopfstütze geprallt, sie wisse es aber nicht mehr richtig (Suva-act. 21-2). Anlässlich der 

Untersuchung in der Rehaklinik Bellikon verneinte sie sodann einen Kopfanprall, 

weshalb die beurteilenden Ärzte zum Schluss kamen, es habe kein Schädelhirntrauma 

vorgelegen (Suva-act. 30). Gegenüber Dr. H.___ bejahte sie schliesslich einen Anprall, 

so dass dieser einen Verdacht auf eine leichte, diffuse axonale Hirnschädigung 

äusserte, welcher jedoch nicht nachgewiesen wurde (Suva-act. 101). Dr. J.___, Dr. 

M.___ und L.___ erwähnten unter anderem einen Status nach Auffahrkollision bei 

leichtem Schädel-Hirntrauma, begründeten diese Diagnose jedoch nicht (Suva-act. 

122). Kreisärztin I.___ folgerte aus diesen Akten nachvollziehbar, es habe kein 

Schädelhirntrauma leichten, mittelschweren oder schweren Ausmasses bestanden. 

Selbst der allenfalls erlittene Kopfanprall an der Kopfstütze wäre aus ihrer Sicht für eine 

traumatische Verletzung ungeeignet (Suva-act. 156-5). Die von Dr. G.___ genannten 

Voraussetzungen einer Bewusstlosigkeit und eines Schädelhirntraumas sind damit 

nicht bewiesen, und aus seinen Ausführungen kann folglich nicht auf eine 

Unfallkausalität der Beschwerden geschlossen werden. Auch der Umstand, dass die 

Beschwerden nicht wie von ihm angegeben wie in solchen Fällen üblich von selbst 

innert einigen Wochen bis Monaten zurückgingen, spricht gegen durch das Trauma 

verursachte Beschwerden. O.___ stellte am 6. September 2014 einen Astigmatismus 

mit Myopie, deutlich zu starke Brillengläser, eine Konvergenzinsuffizienz, einen 

gestörten Konvergenznahpunkt und dem Alter nicht entsprechende 

Augenbewegungsfertigkeiten fest. Er brachte seine Feststellungen nicht in 

Zusammenhang mit dem Unfall, sondern wies auf eine mindestens teilweise 

Verursachung durch die zu starken Brillengläser hin. Mit Sehpflegemassnahmen, 

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Anpassung der Brille und Visualtraining bestehe eine sehr gute Chance, das gestörte 

Augenzusammenspiel zu normalisieren und den Entwicklungsrückstand in den 

Augenbewegungsfertigkeiten aufzuholen (Suva-act. 161). Kreisärztin I.___ hielt an ihrer 

Beurteilung fest (Suva-act. 163). Eine organische Schädigung der Augen durch den 

Unfall fand unumstritten nicht statt. Die Beschwerdeführerin bringt zwar vor, sie habe 

vor dem Unfall ihre alte Brille jahrelang getragen, ohne dass es zu irgendwelchen 

Komplikationen gekommen wäre (Suva-act. 187). Daraus kann jedoch nicht 

geschlossen werden, dass die Augenprobleme kausal durch den Unfall verursacht 

worden wären (die Formel "post hoc ergo propter hoc", ist nach ständiger 

Rechtsprechung für sich allein nicht ergiebig; vgl. SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007], 

S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb). Damit können die 

festgestellten Visusstörungen mit der Beschwerdegegnerin (vgl. Suva-act. 188) 

überwiegend wahrscheinlich höchstens als diffuse Beeinträchtigungen infolge eines 

HWS-Schleudertraumas ohne organisches Substrat gewertet werden. Dass O.___ 

gemäss Angaben der Beschwerdeführerin ihr gegenüber telefonisch geäussert haben 

soll, optische Entgleisungen mit Konzentrationsschwierigkeiten infolge eines 

Schleudertraumas seien hinlänglich bekannt (vgl. Suva-act. 187), ändert nichts an 

dieser Beurteilung, zumal sich diese Aussage nicht konkret auf den vorliegenden Fall 

bezog und eine hinlänglich nachvollziehbare Abstützung fehlt. Weitere 

ophthalmologische Abklärungen sind somit nicht angezeigt.

3.3  Die untersuchenden Ärzte der Klinik K.___ stellten leichte neuropsychologische 

Funktionsstörungen fest, wobei Aufmerksamkeitsstörungen mit verminderter 

Aufmerksamkeitsaktivierung und verminderter Daueraufmerksamkeit sowie eine 

verminderte konzentrative Belastbarkeit mit schneller Ermüdbarkeit und einer 

Kopfschmerzsymptomatik im Vordergrund stünden. In den übrigen überprüften 

kognitiven Leistungsbereichen zeigten sich keine objektivierbaren Auffälligkeiten. 

Zudem fänden sich keine Anhaltspunkte für eine depressive Symptomatik. Aus 

psychologischer Sicht seien die beschriebenen Störungen mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 20. April 2012 zurückzuführen (Suva-act. 122). 

Die festgestellten leichten neuropsychologischen Funktionsstörungen ohne organische 

Befunde sind rechtsprechungsgemäss den psychischen Problemen gleichzusetzen 

(Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, seit 1. Januar 2007: 

Bundesgericht] vom 25. April 2007, U 321/06 E. 4.1).

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3.4  Zusammengefasst sind die über den 31. Oktober 2014 hinaus geklagten 

Beschwerden nicht durch einen im Sinn der Rechtsprechung organisch nachweisbaren 

Unfallschaden erklärbar.

4.   

Somit ist die Adäquanz eines Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis 

vom 20. April 2012 und den im Einstellungszeitpunkt geklagten Beschwerden 

(persistierende Nacken- und Kopfschmerzen, Verspannungen, Visusstörungen, 

Konzentrationsprobleme, leichte neuropsychologische Funktionsstörungen) speziell zu 

prüfen. Die Beschwerdegegnerin verwies im Einspracheentscheid sowohl auf die 

Kriterien von BGE 115 V 133 (psychische Fehlentwicklungen) als auch die Kriterien 

gemäss der Schleudertrauma-Praxis (BGE 117 V 359, präzisiert durch BGE 134 V 109). 

Sie prüfte sodann letztere, was bei den im Hintergrund stehenden leichten 

neuropsychologischen Funktionsstörungen und ansonsten fehlenden psychischen 

Auffälligkeiten richtig erscheint. Die Frage, ob bei der Adäquanzprüfung nach der 

Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109) oder nach der Psycho-Praxis (BGE 115 V 

133) vorzugehen ist, kann jedoch offen gelassen werden, wenn - wie vorliegend - 

selbst die Anwendung der für die Beschwerdeführerin günstigeren Schleudertrauma-

Praxis zur Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs führt (Urteil des 

Bundesgerichts vom 30. Dezember 2013, 8C_779/2013, E. 5 mit Hinweis).

4.1  Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert 

und liegt - wie dies konkret der Fall ist - kein fassbarer organischer (unfallbedingter) 

Befund an der HWS im erwähnten Sinn vor, muss für die Bejahung der natürlichen 

Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie 

diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, 

Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, 

Depression, Wesensveränderung usw. vorliegen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 

117 V 369 E. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109 E. 9). Dieses Beschwerdebild mit einer 

Häufung von Beschwerden muss jedoch nicht in seiner umfassenden Ausprägung 

innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt 

es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS 

manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, U 215/05, und vom 

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15. März 2007, U 258/06; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e). Vorliegend ist unbestritten 

und nach Lage der Akten erwiesen, dass bei der Beschwerdeführerin ein HWS-

Beschleunigungstrauma mit mindestens einem Teil der beschriebenen Beschwerden 

vorlag.

4.2  Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist nach der 

Schleudertrauma-Praxis im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende 

Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Bei der 

Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend 

vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen banalen bzw. leichten Unfällen 

einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden 

mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang in 

der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht und bei leichten Unfällen 

verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem 

mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es 

sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, die unmittelbar mit dem Unfall im 

Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in 

eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall 

einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders 

ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden 

(BGE 134 V 126 E. 10.1). Die in die Adäquanzbeurteilung einzubeziehenden Kriterien 

lauten: besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des 

Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; fortgesetzt 

spezifische, belastende ärztliche Behandlung; erhebliche Beschwerden; ärztliche 

Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger 

Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz 

ausgewiesener Anstrengungen (BGE 134 V 130 E. 10.3).

4.3  Vorliegend fuhr die Beschwerdeführerin am 20. April 2012 innerorts mit ca. 40-50 

km/h in ihrem Personenwagen, als der vor ihr fahrende Personenwagen wegen eines 

auf der Fahrbahn liegenden Gegenstandes anhielt, worauf die Beschwerdeführerin ihr 

Fahrzeug ebenfalls zum Stillstand brachte. Der hinter ihr fahrende Personenwagen 

prallte frontal gegen das Heck des Fahrzeuges der Beschwerdeführerin, wodurch die 

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Front desselben gegen das Heck des vor ihr stehenden Personenwagens gedrückt 

wurde (Suva-act. 166). Laut biomechanischer Kurzbeurteilung vom 7. August 2013 

kommt vorliegend dem Heckanprall in Bezug auf die Beschwerden der HWS grössere 

Bedeutung zu. Durch den Heckanprall erfuhr das Fahrzeug der Beschwerdeführerin 

eine Geschwindigkeitsänderung (delta-v), die hauptsächlich in Vorwärtsrichtung wirkte. 

Diese dürfte oberhalb eines Bereichs von 10-15 km/h gelegen haben (vgl. die 

biomechanische Kurzbeurteilung der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik [AGU] vom 7. 

August 2013; Suva-act. 92 S.3) und somit den kritischen Wert für nicht unerhebliche 

HWS-Beschwerden überschritten haben. Die Gutachter folgerten aufgrund der 

technischen Bewertung und der medizinischen Unterlagen, die anschliessend an das 

Ereignis bei der Beschwerdeführerin festgestellten, von der HWS ausgehenden 

Beschwerden und Befunde seien durch die Kollisionseinwirkung erklärbar (Suva-act. 

92). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei der vorliegenden 

Doppelkollision ohne besondere erschwerende Umstände von einem mittelschweren 

Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen auszugehen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 15. Dezember 2016, 8C_651/2016 E. 5.4).

4.4  Folglich müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs 

mindestens vier der relevanten Kriterien oder ein einzelnes Kriterium in besonders 

ausgeprägter Weise erfüllt sein (Urteil des Bundesgerichts vom 15. Dezember 2016, 

8C_651/2016 E. 5.5; BGE 134 V 109 E. 10.1).

4.4.1      Es bestehen keine Hinweise auf besonders dramatische Begleitumstände oder 

besondere Eindrücklichkeit des Unfalls.

4.4.2      Zur Bejahung des Kriteriums schwere oder besondere Art der erlittenen 

Verletzung genügt die Annahme einer HWS-Distorsion für sich allein nicht. Es bedarf 

hierzu einer besonderen Schwere der dafür typischen Beschwerden oder besonderer 

Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (BGE 134 V 109 E. 

10.2.2). Die Beschwerdeführerin sass beim Unfall angegurtet auf dem Fahrersitz (Suva-

act. 13, Suva-act. 166), eine besondere Körperhaltung lag nicht vor. Neben der HWS-

Distorsion erlitt sie abgesehen vom durch Dr. D.___ drei Tage nach dem Unfall 

diagnostizierten (Suva-act. 12), in der Folge jedoch nicht bestätigten leichten 

Schädelhirntrauma keine Verletzungen. Das Kriterium ist damit zu verneinen.

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4.4.3      Hinsichtlich des Kriteriums fortgesetzte spezifische und belastende ärztliche 

Behandlung ist festzustellen, dass an die Bejahung praxisgemäss hohe Anforderungen 

gestellt werden (vgl. etwa SVR 2009 UV Nr. 22 S. 80, 8C_209/2008 E. 5.4; Urteil des 

Bundesgerichts vom 12. Juni 2009, 8C_25/2009 E. 4.2.2 mit Hinweisen). Die 

Beschwerdeführerin stand seit dem Unfall bis zum Einstellungszeitpunkt rund 2,5 Jahre 

später durchgehend in Behandlung, wodurch sich ihre Beschwerden sukzessive 

verbesserten. Sie wurde anfangs medikamentös (vgl. Suva-act. 12), im Verlauf dann 

physiotherapeutisch (vgl. Suva-act. 20, Suva-act. 22) bzw. mittels MTT (Suva-act. 40) 

behandelt. Daneben befand sie sich in komplementärmedizinischer Behandlung (Suva-

act. 81, Suva-act. 164). Das Kriterium ist damit nicht erfüllt, zumal Physio- sowie eine 

medizinische Schmerztherapie das Kriterium für sich allein nicht zu erfüllen vermögen 

(Urteile des Bundesgerichts vom 17. April 2008, 8C_181/2007 E. 3.2; vom 5. 

September 2008, 8C_52/2008 E. 8.2 und vom 18. Dezember 2008, 8C_724/2008 E. 

4.4.2). Zudem sind Abklärungsmassnahmen sowie ärztlichen Kontrollen bei der 

Prüfung dieses Kriteriums nicht zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. 

Mai 2008, 8C_57/2008 E. 9.3.3).

4.4.4      Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und 

dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende 

erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften 

Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die 

Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Die 

Beschwerdeführerin klagte über Nacken- und Kopfschmerzen, 

Konzentrationsprobleme sowie wenige Tage nach dem Unfall auch über Übelkeit 

(Suva-act. 12, Suva-act. 22). Die Beschwerden und Einschränkungen nahmen seit dem 

23. April 2012 stetig ab (vgl. u.a. Suva-act. 12, Suva-act. 22, Suva-act. 40, Suva-act. 

81). Am 12. Dezember 2012 gab die Beschwerdeführerin an, vor allem die 

Kopfschmerzen seien bei erhöhter Belastung kaum auszuhalten und würden ein 

“normales“ Leben verunmöglichen (Suva-act. 55). Am 7. Mai 2013 berichtete sie über 

einen gebesserten Zustand, nur noch minim eingeschränkte Nacken- und 

Kopfbeweglichkeit, sporadisch auftretende Verspannungen im Nacken-/

Schulterbereich und damit einhergehende Kopfschmerzen (Suva-act. 81). Bei einem 

Gespräch vom 26. Mai 2014 führte sie sodann an, die Beschwerden träten während 

der PC-Arbeiten auf. Daheim gehe es gut und die Hausarbeiten sowie die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/19

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Kinderbetreuung könnten problemlos erledigt werden (Suva-act. 134, vgl. Suva-act. 

142). Bei der ergonomischen Abklärung des Arbeitsplatzes der Beschwerdeführerin 

wurden belastende Arbeitsplatzverhältnisse festgestellt und entsprechende 

Veränderungen in die Wege geleitet, welche zu massgeblichen Verbesserungen führen 

sollten (Suva-act. 145). Die aufgetretenen Schmerzen und die Beeinträchtigung, welche 

die Beschwerdeführerin dadurch im Lebensalltag erfahren hat, übertreffen das bei einer 

solchen Verletzung Übliche nicht derart, als dass das Kriterium als in besonderem 

Masse erfüllt erschiene.

4.4.5      Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, 

welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, und eine solche wird auch nicht 

geltend gemacht. Das Gleiche gilt für das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs 

und erheblicher Komplikationen.

4.4.6      Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE 

134 V 109 E. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis 

mittelschweren Schleudertraumen der HWS und ähnlichen Verletzungen ein längerer 

oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt 

aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher 

massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden 

die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret muss ihr Wille 

erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder in den 

Arbeitsprozess einzugliedern. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 

Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen 

auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7). Die 

Beschwerdeführerin war vom 20. April bis zum 12. Mai 2012 zu 100% und vom 13. bis 

19. Mai 2012 zu 80% arbeitsunfähig (Suva-act. 12). In der Folge verringerte sich die 

Arbeitsunfähigkeit der Versicherten sukzessive, bis sie ab 1. April 2013 20% erreichte 

(vgl. Suva-act. 17, 24, 31, 46, 49, 71, 77). Gestützt auf die Einschätzungen von 

Kreisärztin I.___ und Dr. J.___ ging die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung (Suva-act. 197) bzw. bereits ab 1. September 2014 (Suva-act. 

157) von einer Arbeitsfähigkeit von 100% aus. Die Beschwerdeführerin arbeitete 

abgesehen von der Zeit ihres Mutterschaftsurlaubes entsprechend dem attestierten 

Arbeitsfähigkeitsgrad beim Arbeitgeber, für den sie bereits vor dem Unfall tätig 

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gewesen war (vgl. Suva-act. 22, 40, 48, 55, 81, 134, 137, 158). Das Kriterium ist damit 

zu verneinen.

4.5  Da somit höchstens eines der zu berücksichtigenden Kriterien (erhebliche 

Beschwerden) erfüllt ist, dieses allerdings nicht in besonders ausgeprägter Weise, ist 

der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 20. April 2012 und den 

geklagten psychischen Beschwerden zu verneinen. Folglich erübrigt sich grundsätzlich 

die Prüfung des natürlichen Kausalzusammenhangs (vgl. BGE 135 V 465 E. 5.1).

5.   

Gemäss Gesetzgebung und Praxis setzt der Anspruch auf die UV-Leistungen 

Heilbehandlung (Art. 10 UVG) und Taggeld (Art. 16 f. UVG) voraus, dass von einer 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des 

unfallbedingten Gesundheitsschadens erwartet werden kann oder dass noch 

Eingliederungsmassnahmen der IV laufen. Trifft beides nicht (mehr) zu, hat der 

Versicherer den Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen abzuschliessen 

und den Anspruch auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung zu 

prüfen (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 4; vgl. auch BGE 137 V 199 E. 2.1). 

Vorliegend wurden unumstritten keine Eingliederungsmassnahmen der IV durchgeführt. 

Zum Einstellungszeitpunkt war gemäss nachvollziehbarer Einschätzung von Kreisärztin 

I.___ eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes nicht mehr mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit zu erwarten (Suva-act. 156). Die 

Beschwerdeführerin war bereits voll arbeitsfähig (vgl. Suva-act. 156, Suva-act. 147) 

und die von ihr erwähnten noch notwendigen ophthalmologischen Anpassungen (Suva-

act. 187) waren nicht nachgewiesenermassen unfallbedingt. Vor diesem Hintergrund 

erfolgte der Fallabschluss entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin (Suva-act. 

187, act. G9) nicht verfrüht. Beim vorliegend fehlenden bzw. mit Erreichen des 

medizinischen Endzustandes weggefallenen adäquaten Unfallkausalzusammenhang ist 

auch ein Anspruch auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung 

offensichtlich nicht gegeben.

6.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

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6.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 10. Juni 

2015 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

6.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

6.3  Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 11.04.2017
	Art. 6 UVG. Art. 19 UVG. Die Einstellung der Versicherungsleistungen erfolgte zu Recht, nachdem die adäquate Unfallkausalität der noch vorhandenen organisch nicht objektivierbaren Beschwerden weggefallen ist. Verneinung der Unfalladäquanz anhand der Kriterien von BGE 134 V 109 ff. (sog. Schleudertrauma-Praxis). (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. April 2017, UV 2015/42).

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