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**Case Identifier:** 7b42c6a5-d3d9-5abd-b61c-e671720c3e82
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-23
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 23.04.2021 A1 20 192
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_A1-20-192_2021-04-23.pdf

## Full Text

A1 20 192 

 

URTEIL VOM 23. APRIL 2021 

 

Kantonsgericht Wallis 

Öffentlichrechtliche Abteilung 

 

Es wirken mit: Christophe Joris, Präsident, Jean-Bernard Fournier und Thomas Brunner, 

Richter, sowie Vanessa Brigger, Gerichtsschreiberin, 

 

in Sachen 

 

X _________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt M _________, ,  

 

gegen 

 

STAATSRAT DES KANTONS WALLIS, 1950 Sitten, Vorinstanz, 

STADTGEMEINDE A _________,  

Y _________ und Z _________, Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt 

 N _________, 

 

(Bauwesen) 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid vom 30. September 2020. 

  

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Sachverhalt 

 

A.  X _________ reichte bei der Gemeinde A _________ (fortan: Gemeinde) am 24. De-

zember 2018 ein Baugesuch für den Anbau einer Garage mit Fensterdurchbrüchen im 

bestehenden Haus auf den Parzellen GBV Nrn. xx1 und xx2, Plan xxx im Orte genannt 

"B _________" ein. Das Baugesuch wurde im Amtsblatt Nr. xxx vom xxx 2019 veröffent-

licht. Y _________ und Z _________, Eigentümer der angrenzenden Parzelle Nr. xx3, 

sprachen gegen das Bauvorhaben am 22. Januar 2019 bei der Gemeinde ein. Am 16. 

April 2019 bewilligte die Gemeinde das Bauvorhaben mit Auflagen und Bedingungen 

und wies die Einsprache ab. 

B.  Y _________ und Z _________ reichten gegen den Entscheid der Gemeinde am 

10. Mai 2020 ein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung und am 30. Mai 

2020 eine Verwaltungsbeschwerde ein. Der Staatsrat hiess die Beschwerde am 30. Sep-

tember 2020 (eröffnet am 5. Oktober 2020) teilweise gut und schrieb das Gesuch um 

Erteilung der aufschiebenden Wirkung infolge Gegenstandslosigkeit ab.  

C.  Gegen den Entscheid des Staatsrates erhob X _________ (Beschwerdeführer) am 

3. November 2020 Verwaltungsgerichtsbeschwerde bei der öffentlichrechtlichen Abtei-

lung des Kantonsgerichts und stellte folgende Rechtsbegehren: 

"1. In Gutheissung dieser Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei der Entscheid des Staatsrates des Kan-
tons Wallis vom 30. September 2020 aufzuheben und es sei die Baubewilligung für das Bauvorha-
ben des Beschwerdeführers auf den Parzellen Nrn. xx1 und xx2, in der Gemeinde A _________, 
zu erteilen. 

 2. Die Kosten von Verfahren und Entscheid des Verfahrens vor dem Staatsrat und des Verfahrens 
vor dem Kantonsgericht seien den Beschwerdegegnern aufzuerlegen. 

 3. Den Beschwerdeführern sei für das Verfahren vor dem Staatsrat und das Verfahren vor dem Kan-
tonsgericht eine Parteientschädigung gemäss GTar zuzusprechen." 

 

Der Beschwerdeführer machte geltend, die Stützmauer an der nordwestlichen Grenze 

der Parzelle Nr. xx3 müsse entgegen der Ansicht der Vorinstanz keinen Grenzabstand 

von 1.19 m einhalten. Es handle sich bei der Mauer um eine Tiefbaute, welche gemäss 

Art. 30 des Bau- und Zonenreglements der Stadtgemeinde A _________ vom 22. Mai 

2006 (letzte Änderung genehmigt durch den Staatsrat am 23. Juni 2010; fortan: BZR) 

bis an die Grenze gebaut werden könne, da sie unter dem Niveau des gewachsenen 

Bodens der angrenzenden Parzelle Nr. xx3 zu liegen komme. Die umstrittene Mauer 

habe den Zweck, das abfallende Terrain zu stützen und dadurch die Erschliessung der 

unterirdischen Baute, der Garage, zu ermöglichen. Deshalb müssten gemäss der Inter-

kantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe vom 22. September 

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2005 (IVHB; SGS/VS 705.101) deren Erschliessung, Geländer und Brüstungen nicht un-

ter dem tiefergelegten Terrain liegen. Das kantonale Recht sehe keine Höhenbeschrän-

kung für die eine Zufahrt ermöglichenden Stützmauern vor. Das massgebende Terrain 

für die Höhenbemessung sei gemäss Art. 11 des Baugesetzes vom 15. Dezember 2016 

(BauG; SGS/VS 705.1) der natürlich gewachsene Boden. Art. 15 der Bauverordnung 

vom 22. März 2017 (BauV; SGS/VS 705.100) gebe den Gemeinden die Möglichkeit, eine 

maximale Höhe für Stützmauern festzulegen. Die Gemeinde habe keine Begrenzung der 

Höhe von Stützmauern festgelegt, Art. 43 BZR sei entgegen der Ansicht der Vorinstanz 

nicht einschlägig. Stützmauern würden nach Praxis der Gemeinde separat beurteilt, zu-

mal sie unter dem gewachsenen Terrain zu liegen kämen. Auch die Höhe von Abgra-

bungen werde im BZR nicht definiert. Abgrabungen für Garageneinfahrten würden nicht 

zur Gebäudehöhe hinzugerechnet und dürften uneingeschränkt hoch erstellt werden. 

Der Garagenbau, inklusive der damit verbundenen Konstruktionen der Zufahrt, würden 

unter den Begriff der unterirdischen Baute fallen. Bereits aus diesem Grund seien keine 

Grenzabstände einzuhalten. Die unterirdische Baute definiere sich nach der neuen kan-

tonalen Baugesetzgebung nicht über das Kriterium der Sichtbarkeit. Die Vorinstanz habe 

die entscheidende Erwägung 3.5 des Urteils des Kantonsgerichts A1 07 165 vom 18. Ja-

nuar 2008, auf das sie sich berufe, nicht erwähnt, wonach Stützmauern keine Fassade 

aufwiesen und deshalb für die Berechnung des Grenzabstands ausser Acht fallen wür-

den. Die vorliegend umstrittene Mauer umschliesse keinen Raum und sei folglich nicht 

fassadenbildend. Die Erläuterungen zum IVHB hielten fest, dass Stützmauern keine Ge-

bäude seien. Die gegen Norden/Nordosten ausgerichtete Mauer sei von der Parzelle 

Nr. xx3 her überhaupt nicht sichtbar. Die Mauer weise kein Dach auf und stelle gemäss 

Art. A1.1-1 IVHB weder ein Gebäude noch einen Gebäudeteil dar, sie müsse deshalb 

auch keinen Grenzabstand einhalten. Die Stützmauer, die unterirdische Garage und das 

daran angrenzende Haus könnten nicht als Einheit angesehen werden.  

Der Beschwerdeführer argumentierte, Bauten, welche unter dem Niveau des massge-

benden Bodens der angrenzenden Parzelle bleiben, gälten gemäss Art. 30 BZR als Tief-

bauten, welche bis an die Parzellengrenze gebaut werden könnten, das müsse erst recht 

für kleinere Bauten wie Stützmauern gelten, wie die Gemeinde mit Recht ausgeführt 

habe. Gemäss konstanter Praxis der Gemeinde werde die Höhe der Mauer immer auf 

das gewachsene Terrain auf der Grenze der Nachbarparzelle abgestimmt. Ausserdem 

sei eine Zufahrt zu einer Garage auf einer ebenen Parzelle im Grenzbereich von 3 m 

zulässig, im Sinne der Gleichbehandlung müsse auch eine Zufahrt mit Stützmauer auf 

einer im Hang befindlichen Parzelle zulässig sein. Die Mauer sei für die Beschwerde-

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gegner nicht sichtbar und beeinträchtige sie nicht. Der Zugang zur Garage und der Wen-

deplatz beeinträchtigten die Parzelle der Beschwerdegegner ebenso wenig, sondern er-

möglichten einen ruhigeren Verkehrsfluss und den ungehinderten Zugang sicherheitsre-

levanter Fahrzeuge. 

D.  Der Staatsrat verzichtete am 25. November 2020 auf eine Stellungnahme, verwies 

auf den angefochtenen Entscheid und beantragte die kostenpflichtige und vollumfängli-

che Abweisung der Beschwerde.   

E.  Y _________ und Z _________ (Beschwerdegegner) beantragten am 4. Dezember 

2020 die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Las-

ten des Beschwerdeführers. Sie verwiesen auf ihre Verwaltungsgerichtsbeschwerde ge-

gen den Staatsratsentscheid vom 30. September 2020 (Verfahren A1 20 195) und 

machten geltend, dass die Mauer einen Grenzabstand von 3 m einhalten müsse. Der 

Auffassung der Vorinstanz sei beizupflichten, wonach es sich um eine nur teilweise un-

terirdische Baute handle, welche die Grenzabstände einhalten müsse. Aus den Plänen 

gehe hervor, dass die Mauer nicht unter dem Niveau des gewachsenen Bodens der Par-

zelle Nr. xx3 liege und lediglich von der südöstlichen Seite nicht sichtbar sei. Die vom 

Beschwerdeführer zitierte Rechtsprechung betreffend unterirdische Bauten sei nicht ein-

schlägig. Es handle sich entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht um eine 

Tiefbaute und auch nicht um eine Stützmauer. Die Mauer sei Bestandteil des Bauwerks 

bzw. der Fassade, es handle sich um eine Grenzmauer. Sie müsse den Grenzabstand 

gemäss Art. 7 Abs. 1 BauG und Art. 43 BZR einhalten. Es gehe im vorliegenden Fall um 

den Grenzabstand einer Baute und nicht um eine Zufahrt zu einer Garage.  

F.  Die Gemeinde liess sich am 14. Dezember 2020 vernehmen und hielt an ihrem Bau-

entscheid fest. Sie führte aus, dass sie in konstanter Praxis die Höhe der Mauer auf das 

gewachsene Terrain der Parzellengrenze der Nachbarparzelle abstimme. Eine Abgra-

bung habe keine optische Auswirkung auf die Nachbarparzelle. Die Stützmauer 1 

komme unter dem gewachsenen Terrain zu liegen und weise keine Fassadenflucht i.S.v. 

Art. 3.1 IVHB zur Parzelle Nr. xx3 auf und auch keine Fassadenlinie. Folglich sei gemäss 

Art. 7 BauG kein Grenzabstand definiert. Anwendbar seien Art. 6 BauV und Art. 30 BZR 

zu den unterirdischen Bauten. Es handle sich um eine unterirdische Baute, welche im 

Verhältnis zur Parzelle Nr. xx3 keine Höhe aufweise. Gemäss Art. 17 BauV wäre die 

Mauer nicht einmal bewilligungspflichtig. Selbst wenn man die Mauer als Teil der Garage 

sehen würde, würde sie als Teil der Erschliessung einer unterirdischen Baute gemäss 

Art. 6 BauV gelten und wäre wie geplant zulässig. Die Mauer stelle kein Gebäude nach 

der Definition der IVHB dar und sei auch kein statisch notwendiger Teil der Garage. Die 

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für Gebäude geltenden Grenzabstände seien auf die umstrittene Stützmauer nicht an-

wendbar. Die neue kantonale Baugesetzgebung und die IVHB stellten einen Paradig-

menwechsel bei der Messweise von Höhen dar, es werde nur noch auf das massge-

bende Terrain abgestellt, das als natürlicher Geländeverlauf definiert sei. Auch bei der 

Höhe einer Stützmauer müsse auf den natürlichen Geländeverlauf abgestellt werden. 

Die Mauer weise gegenüber der Parzelle Nr. xx3 keine sichtbare Höhe auf.  

Die Stützmauer 2 halte mit einer Höhe von maximal 1 m ab dem massgebenden Terrain 

Art. 43 BZR ein und wäre gemäss Art. 17 BauV gar nicht bewilligungspflichtig. Die Höhe 

könne aus dem Plan übernommen werden, die Kote sei mit +733.68 m.ü.M. (recte: 

773.68 m.ü.M.) klar definiert.  

G.  Der Beschwerdeführer bestritt mit Schreiben vom 19. Januar 2021 die Ausführungen 

der Beschwerdegegner und verwies auf seine Verwaltungsgerichtsbeschwerde.  

 

Erwägungen 

 

1.  Der angefochtene Entscheid des Staatsrats stellt eine letztinstanzliche Verfügung im 

Sinne von Art. 72 des Gesetzes über das Verwaltungsverfahren und die Verwaltungs-

rechtspflege vom 6. Oktober 1976 (VVRG; SGS/VS 172.6) dar, die mangels Ausschlus-

ses in den Art. 74 bis Art. 77 VVRG der Verwaltungsgerichtsbeschwerde unterliegt. Der 

Beschwerdeführer ist als Adressat des angefochtenen Staatsratsentscheids und als Ei-

gentümer einer Bauparzelle durch diesen berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse 

an dessen Änderung oder Aufhebung, so dass er gemäss Art. 80 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 

44 Abs. 1 lit. a VVRG zur Beschwerdeführung legitimiert ist. Auf die im Übrigen form- 

und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist deshalb einzutreten (Art. 80 Abs. 1 lit. b 

und c i.V.m. Art. 46 und Art. 48 VVRG).  

2.  Das Gericht hat die Angelegenheit nicht unter allen Gesichtspunkten zu überprüfen, 

sondern kann sich im Wesentlichen auf die gerügten Punkte beschränken (Art. 48 Abs. 2 

i.V.m. Art. 80 Abs. 1 lit. c VVRG). Es können zudem nur Rechtsverletzungen, ein-

schliesslich Überschreitungen oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige o-

der unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht 

werden. Die Unzweckmässigkeit der Verfügung kann jedoch nur in Fällen, die hier nicht 

zutreffen (Art. 78 VVRG), überprüft werden. 

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3.  Der Beschwerdeführer beantragt als Beweismittel den Beizug der Akten der Vor-

instanz. Das Kantonsgericht hat die vom Beschwerdeführer eingereichte Beilage zu den 

Akten genommen. Der Staatsrat hat am 25. November 2020 die Akten des Verwaltungs-

beschwerdeverfahrens und der Gemeinde eingereicht. Am 14. Dezember 2020 hat die 

Gemeinde zusätzliche Dokumente hinterlegt. Es wurden keine weiteren Beweismittel 

beantragt. Die vorhandenen Akten enthalten mithin die entscheidrelevanten Sachver-

haltselemente und genügen, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, zur Beurteilung 

der rechtserheblichen Fragen. Deshalb wird auf zusätzliche Beweisabnahmen verzich-

tet.  

4.  Der Beschwerdeführer macht geltend, die Stützmauer an der nordwestlichen Grenze 

der Parzelle Nr. xx3 (auch als Stützmauer 1 bezeichnet; vgl. S. 22 ff. und S. 231 ff.) 

müsse entgegen der Ansicht der Vorinstanz und der Beschwerdegegner keinen Grenz-

abstand einhalten, sie könne bis an die Grundstücksgrenze gebaut werden.  

4.1  Der Staatsrat hat dazu im angefochtenen Entscheid (S. 291 ff.) ausgeführt, unterir-

dische Bauten, die bis an die Grenze erstellt werden dürfen, seien Bauten und Anlagen, 

die vollständig vom Erdreich überdeckt bzw. an der Bodenoberfläche nicht sichtbar 

seien. Folglich könne eine Stützmauer, die lediglich von einer Seite nicht sichtbar sei, 

weil sie durch eine Land- bzw. Grünfläche verdeckt werde, nicht als unterirdisch qualifi-

ziert werden. Die Stützmauer komme auf dem tiefergelegten Terrain zu liegen und stütze 

den neu geschaffenen Vorplatz. Es könne nicht von einer unterirdischen Baute die Rede 

sein. Sowohl Grenzmauern wie auch Stützmauern dürften nach der privatrechtlichen Re-

gelung von Art. 152 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetz-

buch vom 24. März 1998 (EGZGB; SGS/VS 211.1) an der Parzellengrenze maximal 

1.5 m hoch sein. Der allgemeine gesetzliche Mindestabstand gemäss Art. 7 Abs. 1 BauG 

gelte nur für Bauten mit einer Fassade d.h. grundsätzlich für Gebäude und nicht für Mau-

ern. Es handle sich vorliegend um eine Mauer, welche der Stützung bzw. Sicherung von 

Auffüllungen diene. Die Mauer sei jedoch mit dem auf der Parzelle Nr. xx1 befindlichen 

Haus bzw. der Garage und dem übrigen Mauerwerk verbunden. Sie weise deshalb eine 

Fassade auf und sei nach Art. 7 Abs. 1 BauG grenzabstandspflichtig. Laut Art. 43 BZR 

und Art. 152 Abs. 2 EGZGB müssten Mauern bis 1.5 m keinen Grenzabstand einhalten. 

Gemäss den Bauplänen würde die Mauer an der Grundstücksgrenze aber 2.69 m betra-

gen, sie müsse gemäss Art. 43 Abs. 2 BZR einen Grenzabstand von 1.19 m zur Parzelle 

Nr. xx3 einhalten.  

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4.2  Ausreichende Grenzabstände bezwecken einerseits, die Nachbarschaft vor man-

nigfaltigen Beeinträchtigungen zu schützen, andererseits dienen sie aber auch öffentli-

chen Interessen wie gute Gestaltung des Ortsbildes, Ästhetik, Gesundheits- und Feuer-

polizei (BGE 119 Ia 113 E. 3b; Aldo Zaugg/ Peter Ludwig, Baugesetz des Kantons Bern, 

Kommentar Band I, 5. A., 2020, Art. 12 N. 8). Für zahlreiche Sonderfälle (Nebenanla-

gen), wie Pergolen, überdeckte Sitzplätze, Schwimmbecken, Gewächshäuser, Bienen-

häuser, Kleinställe und Tiergehege, Düngergruben und Düngerplätze, Zelte, Wohnwa-

gen, Mastenkonstruktionen, Silobauten, Böschungen, Stütz- und Futtermauern, wie 

auch für gewisse unbewohnte Hauptgebäude fehlen oft Abstandsvorschriften (Aldo 

Zaugg/ Peter Ludwig, a.a.O., Art. 12 N. 11).  

4.3  Der Grenzabstand ist die Entfernung zwischen der projizierten Fassadenlinie und 

der Parzellengrenze (Art. 7 Abs. 1 Satz 1 BauG; Art. A1-7.1 Abs. 1 IVHB). Die projizierte 

Fassadenlinie ist die Projektion der Fassadenlinie auf die Ebene der amtlichen Vermes-

sung (Art. A1-3.3 IVHB). Die Fassadenlinie ist die Schnittlinie von Fassadenflucht und 

massgebendem Terrain (Art. A1-3.2 IVHB). Als massgebendes Terrain gilt der natürlich 

gewachsene Geländeverlauf (Art. A1-1.1Abs. 1 IVHB). Die Fassadenflucht ist die Man-

telfläche, gebildet aus den lotrechten Geraden durch die äussersten Punkte des Baukör-

pers über dem massgebenden Terrain: Vorspringende und unbedeutend rücksprin-

gende Gebäudeteile werden nicht berücksichtigt (Art. A1-3.1 IVHB). 

4.4  Unterirdische Bauten unterstehen nicht den Regeln über die Bauabstände und kön-

nen bis an die Grundstückgrenzen gebaut werden (Art. 7 Abs. 3 BauG). Unterirdische 

Bauten sind Gebäude, die mit Ausnahme der Erschliessung sowie der Geländer und 

Brüstungen, vollständig unter dem massgebenden, respektive unter dem tiefer gelegten 

Terrain liegen (Art. A1-2.4 Abs. 1 IVHB; Art. 6 BauV).  

4.5  Der Gebäudebegriff besteht aus zwei wesentlichen Merkmalen, nämlich der Schutz-

funktion für Menschen und Sachen, sowie dem mehr oder weniger vollständigen Ab-

schluss (Christoph Fritzsche et al; Zürcher Planungs- und Baurecht, Band 2, 6. A, 2019; 

S. 1062 N. 15.8.2.1). Die IVHB umschreibt, was unter einem Gebäude zu verstehen ist: 

Gebäude sind ortsfeste Bauten, die zum Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen 

eine feste Überdachung und in der Regel weitere Abschlüsse aufweisen (Art. A1-2.1 

IVHB). Den IVHB-Erläuterungen vom 3. September 2013 ist zu entnehmen, dass beson-

dere und aus bestimmten Gründen privilegierte Arten von Gebäuden im Sinne des Kon-

kordats die Kleinbauten (Ziff. 2.2.), die Anbauten (Ziff. 2.3.), die unterirdischen Bauten 

(Ziff. 2.4) sowie die Unterniveaubauten (Ziff. 2.5) sind. Ein Gebäude im Sinne des Kon-

kordats muss nicht allseitig geschlossen sein: es weist „in der Regel“ neben dem festen 

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Dach weitere Abschlüsse auf (Erläuterungen Ziff. 2.1 [4]). Aus der Definition folgt jedoch, 

dass Anlagen wie offene Schwimmbäder, Stützmauern, Geländeveränderungen, Leitun-

gen usw. keine Gebäude im Sinne des Konkordats sind (Erläuterungen Ziff. 2.1 [2]). Das 

Konkordat definiert nur Gebäude (Ziff. 2.1) und äussert sich zu den weiteren baubewilli-

gungspflichtigen Anlagen nicht, deren Regelung bleibt dem kantonalen Recht überlas-

sen (Erläuterungen Ziff. 2.0 [3]). 

4.6  Eine Mauer stellt nach der unmissverständlichen Definition der IVHB kein Gebäude 

dar. Entgegen den Erwägungen des Staatsrats wird die Mauer dadurch, dass sie bis an 

die Garage gebaut werden soll, nicht zum Gebäude im Sinne der IVHB: Die Mauer ist 

nicht Teil des Baukörpers der geplanten Garage, sondern stützt die für die Zufahrt zur 

Garage erstellte Abgrabung, sie weist keine Fassadenflucht i.S.v. Art. A1-3.1 IVHB bzw. 

keine Fassadenlinie i.S.v. Art. A1-3.2 auf (vgl. S. 15 ff. und Skizzen zu Ziffer 3 Anhang 

2 zur IVHB). Die Stützmauer muss folglich auch keinen Grenzabstand gemäss Art. 7 

Abs. 1 Satz 1 BauG bzw. Art. A1-7.1 Abs. 1 IVHB einhalten. Im Übrigen weist der Be-

schwerdeführer zu Recht darauf hin, dass Mauern und andere Bauwerke, welche keine 

Fassade aufweisen, auch nach der vom Staatsrat zitierten Rechtsprechung zum alten 

kantonalen Baugesetz vom 8. Februar 1996 (in Kraft bis am 31. Dezember 2017) grund-

sätzlich keinen Grenzabstand einhalten mussten (Urteil des Bundesgerichts 1A.29/2005 

vom 24. März 2005 E. 3 ff.; ZWR 2013 S. 11 f; 2006 S. 10 f. und S. 23 ff.; Urteile des 

Kantonsgerichts A1 18 49 vom 30. August 2018 E. 5.3; A1 07 165 vom 18. Januar 2008 

E. 3.5).  

4.7  Der Staatsrat gelangt anschliessend dennoch zur korrekten Schlussfolgerung, dass 

die Mauer gemäss Art. 43 Abs. 2 BZR einen Grenzabstand von 1.19 m zur Parzelle 

Nr. xx3 einhalten muss, da ihre Höhe gemäss den Bauplänen 2.69 m betrage:  

4.7.1  Die Gemeinden können gemäss Art. 15 Abs. 1 BauV für jeden Bauzonentyp eine 

maximale Höhe für Stützmauern festlegen. Vorliegend hat die Gemeinde von dieser 

Möglichkeit Gebrauch gemacht: Art. 43 BZR trägt die Überschrift "Einfriedungen, Stütz-

mauern und Böschungen" und hat folgenden Wortlaut: "Zur Einfriedung von Grundstü-

cken sind nach Möglichkeit Lebhäge, für welche die Bestimmungen des kantonalen Ein-

führungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetz massgebend sind, zu verwenden. 

Einfriedungen und Mauern dürfen 1.50 m nur überschreiten, wenn sie um das Mass ihrer 

Mehrhöhe zurückversetzt werden. Auf Stützmauern können den Durchblick nicht we-

sentlich behindernde Zäune von 1.00 m Höhe erstellt werden. Die Gemeinde kann Aus-

nahmen zu den Höhenvorschriften der Zäune gestatten, wenn das sachliche Interesse 

vorhanden ist, insbesondere in der Gewerbe- und Industriezone. Vorbehalten bleiben 

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die Bestimmungen des kantonalen Strassengesetzes. Böschungen von Aufschüttungen 

und Abgrabungen sind mit einer Neigung von höchstens 2:3 anzulegen." 

4.7.2  Nach dem Wortlaut von Art. 43 Satz 2 BZR müssen alle Mauern und Einfriedun-

gen, die höher als 1.50 m sind, zur Parzellengrenze einen Abstand (Mehrhöhe) einhal-

ten. Auch im Titel der Bestimmung wird von Einfriedungen und Stützmauern gesprochen. 

Die Auffassung des Beschwerdeführers und der Gemeinde, Mauern, welche im Rahmen 

einer Abgrabung erstellt werden und unter dem gewachsenen Terrain liegen, seien von 

der Regelung ausgenommen, widerspricht dem klaren Wortlaut der Bestimmung. Aus-

nahmen sind gemäss Satz 4 der Bestimmung nur für die Höhe von Zäunen auf der Mauer 

gestattet, nicht jedoch was die Höhe der Mauer selbst angeht. Daran ändert auch die 

Auffassung des Beschwerdeführers und der Gemeinde nichts, wonach auf die umstrit-

tene Mauer Art. 30 BZR anwendbar sei, weshalb diese an die Parzellengrenze gebaut 

werden dürfe:  

4.7.3  Art. 30 BZR trägt die Überschrift "Tiefbauten, Nebenbauten" und hat folgenden 

Wortlaut: "Tiefbauten sind Bauten, die den gewachsenen Boden nicht überragen. Bauten 

welche unter dem Niveau des gewachsenen Bodens der anstossenden Parzelle bleiben, 

gelten als Tiefbauten und können bis an die Eigentumsgrenze gebaut werden. Neben-

bauten sind Bauten, die mit dem Hauptgebäude in wirtschaftlichem und räumlichem Zu-

sammenhang stehen, ihm untergeordnet sind und nicht Wohn- und Gewerbezwecken 

dienen." 

4.7.4  Aus den Plänen geht hervor, dass die Parzellen Nrn. xx1, xx2 und xx3 an einem 

gegen Süden abfallenden Hang liegen und sich die Parzelle Nr. xx3 der Beschwerde-

gegner südlich der Parzellen Nrn. xx1 und xx2 befindet (S. 22 ff.). Die auf der Parzelle 

Nr. xx1 und entlang der Grenze der Parzellen Nrn. xx2 und xx3 geplante Mauer befindet 

sich folglich nicht unter dem Niveau des gewachsenen Bodens der Parzelle Nr. xx3, wel-

che sich im Hang unterhalb der beiden Bauparzellen befindet. Art. 30 Satz 2 BZR gelangt 

vorliegend bereits aus diesem Grund nicht zur Anwendung. Es kann deshalb offenblei-

ben, ob die umstrittenen Mauer, welche nicht als (unterirdische) Baute i.S.v. Art. A1-2.4 

Abs. 1 IVHB qualifiziert werden kann (siehe oben E. 4.5 f.), als Tiefbaute gemäss Art. 30 

BZR gilt und welche Bedeutung dem Begriff der Tiefbaute zukommt (vgl. Art. 3 und Art. 

4 BauG).  

5.  Die Gemeinde hat zudem ausgeführt, die zweite Mauer, welche zum Teil entlang der 

nordöstlichen Grenze der Parzelle Nr. xx3 verläuft (auch als Stützmauer 2 bezeichnet; 

vgl. S. 22 ff., S. 231 ff.), sei gemäss den Plänen nicht höher als 1 m. Dieser Ansicht kann 

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nicht gefolgt werden. Der Staatsrat hat zutreffend festgehalten, dass die Höhe der Mauer 

aus den Bauplänen nicht hervorgeht (E. 8.7 des angefochtenen Entscheids): Auf dem 

Plan "Schnitte 1-1 / 2-2" im Massstab 1:1 000 (S. 21, S. 232) ist nur ein Teilstück der 

besagten Mauer abgebildet. Die Höhe des an der Parzellengrenze verlaufenden Teils 

der Mauer kann entgegen der Ansicht der Gemeinde nicht abgelesen werden. Der 

Staatsrat ist folglich mit Recht zum Schluss gelangt, dass diese Mauer, sollte sie höher 

als 1.5 m sein, ebenfalls einen Grenzabstand gemäss Art. 43 Abs. 2 BZR einhalten 

muss.  

6.  Die Beschwerde wird nach dem Gesagten abgewiesen. Dieser Ausgang des Verfah-

rens bestimmt nach Art. 89 VVRG die Kostentragung und ist nach Art. 91 VVRG für den 

Entscheid über die Zusprechung einer Parteientschädigung massgebend. 

6.1  Im Beschwerdeverfahren hat in der Regel die unterliegende Partei die Kosten zu 

tragen (Art. 89 Abs. 1 VVRG). Ausnahmsweise können die Kosten ganz oder teilweise 

erlassen werden (Art. 89 Abs. 2 VVRG). Vorliegend bestehen keine Gründe, von der 

Grundregel abzuweichen, weshalb der Beschwerdeführer die Gerichtsgebühr bezahlen 

muss. Gemäss Art. 3 des Gesetzes betreffend den Tarif der Kosten und Entschädigun-

gen vor Gerichts- oder Verwaltungsbehörden vom 11. Februar 2009 (GTar; SGS/VS 

173.8) setzen sich die Kosten aus den Auslagen der Entscheidbehörde sowie der Ge-

richtsgebühr zusammen. Die Gerichtsgebühr für Beschwerdeverfahren vor der öffent-

lichrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts beträgt in der Regel zwischen Fr. 280.-- 

und Fr. 5 000.-- (Art. 25 GTar). Aufgrund der Bedeutung des Falles sowie seines Um-

fangs und Schwierigkeitsgrads wird die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 1 500.-- fest-

gesetzt. 

6.2  Der Beschwerdeführer hat als unterliegende Partei keinen Anspruch auf eine Par-

teientschädigung (Art. 91 Abs. 1 VVRG e contrario). Die Beschwerdeinstanz gewährt der 

ganz oder teilweise obsiegenden Partei auf Begehren die Rückerstattung der notwendi-

gen Kosten, die ihr entstanden sind (Art. 91 Abs. 1 VVRG). Die Entschädigung wird im 

Dispositiv beziffert und der Staats- oder Gemeindekasse auferlegt, soweit sie aus Billig-

keitsgründen nicht der unterliegenden Partei auferlegt werden kann (Art. 91 Abs. 2 

VVRG). Sie ist global festzusetzen und umfasst die Entschädigung an die berechtigte 

Partei sowie ihre Anwaltskosten (Art. 4 GTar) die in Anwendung der Art.27 ff. GTar fest-

zusetzen sind und im Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren zwischen Fr. 1 100.-- 

und Fr. 11 000.-- betragen (Art. 39 GTar). Aufgrund des Umfangs, des geschätzten Auf-

wands, der Bedeutung und der Schwierigkeit des Falles wird den anwaltlich vertretenen 

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Beschwerdegegnern eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2 000.-- zugespro-

chen (Mehrwertsteuer inklusive), die dem Beschwerdeführer auferlegt wird. 

 

Demnach erkennt das Kantonsgericht: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Den Beschwerdegegnern wird zu Lasten des Beschwerdeführers eine Parteient-

schädigung von Fr. 2 000.-- zugesprochen. 

3. Die Gerichtskosten von Fr. 1 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 

4. Das Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Staatsrat des Kantons Wallis, den Be-

schwerdegegnern und der Stadtgemeinde A _________ schriftlich mitgeteilt. 

 

Sitten, 23. April 2021