# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f17bc07d-52bd-5d1a-a262-d19445c8256a
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-28
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 28.10.2025 SBK.2025.213
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2025-213_2025-10-28.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2025.213  
(ST.2025.15; STA.2022.6733)  

Art. 316 

 

 

Entscheid vom 28. Oktober 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari  

Oberrichterin Schär  

Gerichtsschreiberin Groebli Arioli 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____, […], 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Joël Fischer,  

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Walder,  

[…]    

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau,  

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Verfügung der Präsidentin des Bezirksgerichts Lenzburg vom 

21. Juli 2025 betreffend Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung 

 

in der Strafsache gegen A._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau erhob am 20. Januar 2025 beim 

Bezirksgericht Lenzburg Anklage gegen A._____ (fortan Beschwerdefüh-

rer) wegen mehrfacher qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 1 lit. c und d i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a, b 

und c BetmG) und unbefugten Besitzes von Betäubungsmitteln (Art. 19 

Abs. 1 lit. d BetmG). Zu diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer amt-

lich durch Rechtsanwalt Jöel Fischer verteidigt. 

 

2. 

2.1. 

Am 21. Mai 2025 stellte der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsan-

walt Daniel Walder, bei der Präsidentin des Bezirksgerichts Lenzburg ein 

Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung. Es sei anstelle von 

Rechtsanwalt Jöel Fischer Rechtsanwalt Daniel Walder als amtlicher Ver-

teidiger einzusetzen.  

 

2.2. 

Die Präsidentin des Bezirksgerichts Lenzburg wies das Gesuch des Be-

schwerdeführers um Wechsel der amtlichen Verteidigung mit Verfügung 

vom 21. Juli 2025 ab. Diese Verfügung wurde dem Beschwerdeführer, ver-

treten durch seinen freigewählten Verteidiger, am 23. Juli 2025 zugestellt. 

 

3. 

3.1. 

Der Beschwerdeführer, vertreten durch seinen freigewählten Verteidiger, 

stellte mit Beschwerde vom 4. August 2025 folgende Anträge:  

 

" 1. 
Es sei die Verfügung des Bezirksgerichts Lenzburg vom 21. Juli 2025 
(ST.2025.15) aufzuheben und der derzeitige amtliche Verteidiger Rechts-
anwalt MLaw Jöel Fischer aus seinem Mandat als amtlicher Verteidiger zu 
entlassen und Rechtsanwalt Daniel U. Walder per 21. Mai 2025 (Datum 
Gesuchstellung) als amtlicher Verteidiger des Beschwerdeführers einzu-
setzen; 
 
2.  
Eventualiter sei die Verfügung des Bezirksgerichts Lenzburg vom 
21. Juli 2025 (ST.2025.15) aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung 
im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen; 
 
3.   
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) gemäss dem Aus-
gang des Verfahrens." 

 

 - 3 - 

 

 

In prozessualer Hinsicht beantragte er den Beizug der vollständigen Akten 

des vorinstanzlichen Verfahrens und die Durchführung eines zweiten 

Schriftenwechsels. 

 

3.2. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau verzichtete mit Eingabe vom 

25. August 2025 auf eine Beschwerdeantwort. 

 

3.3. 

Der Beschwerdeführer, vertreten durch seinen amtlichen Verteidiger, be-

antragte mit Stellungnahme vom 27. August 2025 die Gutheissung des Be-

schwerdeantrags 1, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.  

 

3.4. 

Die Präsidentin des Bezirksgerichts Lenzburg teilte mit Eingabe vom 

28. August 2025 (und erneut vom 5. September 2025) mit, unter Hinweis 

auf die Begründung der angefochtenen Verfügung auf eine Stellungnahme 

zu verzichten. 

 

3.5. 

Der Beschwerdeführer, vertreten durch seinen freigewählten Verteidiger, 

nahm mit Eingabe vom 15. September 2025 Stellung zur Stellungnahme 

des amtlichen Verteidigers vom 27. August 2025. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Verfügung der Präsidentin des Bezirksgerichts Lenzburg vom 

21. Juli 2025 ist ein verfahrensleitender Entscheid i.S.v. Art. 393 Abs. 1 

lit. b StPO, der nur dem Beschwerderecht untersteht, soweit er einen nicht 

wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG be-

wirken kann (Urteil des Bundesgerichts 1B_211/2018 vom 27. Juni 2018 

E. 2.1). 

 

1.2. 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann der Umstand, dass im 

Falle einer notwendigen Verteidigung bei der Ersteinsetzung eines amtli-

chen Verteidigers das Vorschlagsrecht des Beschuldigten gemäss Art. 133 

Abs. 2 StPO missachtet wurde, einen nicht wieder gutzumachenden Nach-

teil bewirken. Die Ablehnung eines Gesuchs um Wechsel des amtlichen 

Verteidigers kann dagegen grundsätzlich nur dann einen solchen Nachteil 

bewirken, wenn der amtliche Verteidiger seine Pflichten erheblich vernach-

lässigt oder zwischen ihm und der beschuldigten Person keine Vertrauens-

basis mehr besteht. Das Bundesgericht tritt auf eine Beschwerde gegen 

 - 4 - 

 

 

einen Entscheid, mit welchem der Wechsel der amtlichen Verteidigung ab-

gelehnt wird, nur ein, sofern der Beschwerdeführer hinreichend darlegt, 

dass eine effektive Verteidigung nicht gewährleistet ist (Urteile des Bun-

desgerichts 7B_764/2024 vom 3. April 2025 E. 1; 1B_60/2019 vom 

1. Mai 2019 E. 1.1 mit zahlreichen Hinweisen). 

 

1.3. 

Angefochten ist vorliegend nicht die von der Oberstaatsanwaltschaft des 

Kantons Aargau am 2. Juli 2024 verfügte Bestellung von Rechtsanwalt 

Jöel Fischer zum amtlichen Verteidiger des Beschwerdeführers (Ordner 1, 

act. 364 f.), sondern die von der Präsidentin des Bezirksgerichts Lenzburg 

am 21. Juli 2025 verfügte Abweisung eines Gesuchs um Wechsel der amt-

lichen Verteidigung. Dementsprechend ist auf die Beschwerde nur einzu-

treten, soweit damit geltend gemacht wird, dass eine effektive Verteidigung 

des Beschwerdeführers nicht gewährleistet sei. Mit seinem Vorbringen, wo-

nach die Verfügung der Präsidentin des Bezirksgerichts Lenzburg in Ver-

letzung des sich aus Art. 133 Abs. 2 StPO ergebenden Vorschlagsrechts 

ergangen sei (vgl. Beschwerde Rz. 8 ff.), ist der Beschwerdeführer dem-

entsprechend in diesem Beschwerdeverfahren nicht zu hören, weil eine 

(allfällige) Verletzung des Vorschlagsrechts nicht dem eingesetzten amtli-

chen Verteidiger als Pflichtverletzung angelastet werden kann.  

 

Ansonsten ist auf die gültig erhobene Beschwerde einzutreten. Die voll-

ständigen Akten des vorinstanzlichen Verfahrens wurden beigezogen und 

der Schriftenwechsel wurde ordnungsgemäss durchgeführt. 

 

2. 

Ist das Vertrauensverhältnis zwischen der beschuldigten Person und ihrer 

amtlichen Verteidigung erheblich gestört oder eine wirksame Verteidigung 

aus anderen Gründen nicht mehr gewährleistet, so überträgt die Verfah-

rensleitung die amtliche Verteidigung einer anderen Person (Art. 134 

Abs. 2 StPO).  Diese Bestimmung trägt dem Umstand Rechnung, dass 

eine engagierte und effiziente Verteidigung nicht nur bei objektiver Pflicht-

verletzung der Verteidigung, sondern bereits bei einem erheblich gestörten 

Vertrauensverhältnis beeinträchtigt sein kann. Dahinter steht die Idee, dass 

eine amtliche Verteidigung in jenen Fällen auszuwechseln ist, in denen 

auch eine privat verteidigte beschuldigte Person einen Wechsel der Vertei-

digung vornehmen würde. Wird die subjektive Sichtweise der beschuldig-

ten Person in den Vordergrund gestellt, bedeutet dies aber nicht, dass al-

lein deren Empfinden für einen Wechsel der Verteidigung ausreicht. Viel-

mehr muss diese Störung mit konkreten Hinweisen, die in nachvollziehba-

rer Weise für ein fehlendes Vertrauensverhältnis sprechen, belegt und ob-

jektiviert werden. Der blosse Wunsch der beschuldigten Person, nicht mehr 

durch den ihr beigegebenen Verteidiger vertreten zu werden, reicht für ei-

nen Wechsel nicht aus. Zudem ist der amtliche Verteidiger nicht bloss das 

unkritische Sprachrohr seines Mandanten. Für einen Verteidigerwechsel 

 - 5 - 

 

 

genügt deshalb nicht, wenn die Verteidigung eine problematische, aber von 

der beschuldigten Person gewünschte und verlangte Verteidigungsstrate-

gie nicht übernimmt, oder wenn sie nicht bedingungslos glaubt, was die 

beschuldigte Person zum Delikt sagt, und das nicht ungefiltert gegenüber 

den Behörden vertritt. Gleiches gilt betreffend die Weigerung, aussichtslose 

Prozesshandlungen vorzunehmen (BGE 138 IV 161 E. 2.4). 

 

3. 

3.1. 

3.1.1. 

Der Beschwerdeführer, vertreten durch seinen freigewählten Verteidiger, 

begründete sein Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung vom 

21. Mai 2025 einzig mit der behaupteten Verletzung seines Vorschlags-

rechts gemäss Art. 133 Abs. 2 StPO (vgl. Beschwerdebeilage 2). 

 

3.1.2. 

Die Präsidentin des Bezirksgerichts Lenzburg begründete die Abweisung 

des Gesuchs um Wechsel der amtlichen Verteidigung im Wesentlichen da-

mit, dass der Verteidiger nicht ausführe, ob eine Störung des Vertrauens-

verhältnisses bestehe und deshalb eine wirksame Verteidigung nicht gege-

ben sei. Zudem sei das Mandat bereits während einer langen Zeitdauer 

ausgeübt worden und würden keine wichtigen Gründe vorgebracht, welche 

den Zeitverlust für die Einarbeitung einer neuen amtlichen Verteidigung so-

wie die dadurch anfallenden zusätzlichen Kosten zu begründen vermöch-

ten (E. 7.3). 

 

3.1.3. 

Der Beschwerdeführer begründete seine Beschwerde zunächst mit einer 

Verletzung seines Vorschlagsrechts nach Art. 133 Abs. 2 StPO (Rz. 9–21), 

womit er aber nicht zu hören ist.  

 

Darüber hinaus könne es aus Gründen der Waffengleichheit nicht angehen, 

dass der Mitbeschuldigte B._____ von einem sehr erfahrenen Strafvertei-

diger verteidigt werde, und er mit seinem unerfahrenen und überfordert wir-

kenden amtlichen Verteidiger weiter kutschieren müsse. Im Falle des Mit-

beschuldigten B._____ sei der Wechsel der amtlichen Verteidigung prob-

lemlos und ohne Vorbringen von besonderen Gründen bewilligt worden 

(Rz. 23). Das geltend gemachte fehlende bzw. erodierte Vertrauensverhält-

nis begründete er damit, dass der amtliche Verteidiger ihn nicht auf sein 

Vorschlagsrecht nach Art. 133 Abs. 2 StPO hingewiesen habe und Fragen 

zum Verfahren (zur Verteidigungsstrategie, zum Gerichtsverfahren und ei-

ner drohenden Strafe) nicht ansatzweise überzeugend habe beantworten 

können, was ihn völlig verunsichert habe. Der Unsicherheit des derzeitigen 

amtlichen Verteidigers dürfte es auch zuzuschreiben sein, dass er den Be-

schwerdeführer teilweise und potenziell zu seinem Schaden habe Aussa-

gen machen lassen (etwa zu den Sicherstellungen) und nicht auf eine 

 - 6 - 

 

 

konsequente Aussageverweigerung gepocht habe. Schliesslich habe sich 

der amtliche Verteidiger bei der Konfrontationseinvernahme durch seinen 

noch viel weniger erfahrenen (und die notwendige Verteidigung wohl gar 

nicht sicherstellenden) Substituten vertreten lassen (Rz. 24). 

 

3.1.4. 

Der amtliche Verteidiger des Beschwerdeführers brachte mit Stellung-

nahme (Rz. 4 ff.) vor, dass aus seiner Sicht das Vertrauensverhältnis nicht 

gestört sei und kein Grund bestanden habe, am bestehenden Vertrauens-

verhältnis zu zweifeln. Dennoch beantrage er die Gutheissung der Be-

schwerde, da die Zusammenarbeit mit dem Beschwerdeführer deutlich er-

schwert sein würde, wenn er entgegen dessen Willen im Amt belassen 

würde. Die Ausführungen in der Beschwerde, dass er sich überfordert fühle 

und die Kompetenz sowie Erfahrung seiner Person in Abrede gestellt 

werde, seien an den Haaren herbeigezogen; es könne offenbleiben, ob sie 

mit den Standesregeln vereinbar seien. 

 

3.1.5. 

Der Beschwerdeführer, vertreten durch seinen freigewählten Verteidiger, 

brachte dazu vor, dass er dem amtlichen Verteidiger zustimme, dass eine 

wirksame Verteidigung ohne ein intaktes Vertrauensverhältnis kaum mög-

lich sei. Dadurch, dass eine Zusammenarbeit mit dem Beschwerdeführer 

künftig deutlich erschwert sein würde, wäre es auch sachlich nicht ange-

zeigt, den bisherigen amtlichen Verteidiger entgegen dem klar geäusserten 

Willen des Beschwerdeführers im Mandat zu belassen.  

 

3.2. 

Unbehelflich ist der Vorwurf des Beschwerdeführers, das Vertrauensver-

hältnis sei fehlend bzw. erodiert, weil sein amtlicher Verteidiger ihn nicht 

auf sein Vorschlagsrecht nach Art. 133 Abs. 2 StPO hingewiesen habe. Es 

oblag nicht dem amtlichen Verteidiger, sondern der Staatsanwaltschaft 

Lenzburg-Aarau, den Beschwerdeführer auf sein Vorschlagsrecht hinzu-

weisen (vgl. dazu bereits E. 1.3 oben). Ein amtlicher Verteidiger muss einen 

von der beschuldigten Person gewünschten Verteidigerwechsel zur Ver-

meidung eines Bruchs im Vertrauensverhältnis nicht vorbehaltslos unter-

stützen, ist er doch gerade nicht das blosse "Sprachrohr" der beschuldigten 

Person. Zudem wäre es problematisch wenn nicht widersprüchlich, wenn 

eine beschuldigte Person einen Verteidigerwechsel mit der Begründung 

beantragen würde, vom amtlichen Verteidiger bezüglich des gewollten Ver-

teidigerwechsels nicht angemessen informiert und unterstützt worden zu 

sein. 

 

3.3. 

Auch der Wechsel des Verteidigers des Mitbeschuldigten B._____ ist kein 

Grund für einen Wechsel der eigenen amtlichen Verteidigung. Der Grund-

satz der Waffengleichheit als Teilgehalt des Grundsatzes des fairen 

 - 7 - 

 

 

Verfahrens besagt, dass die beschuldigte Person im Strafverfahren dem 

Ankläger möglichst gleichgestellt sein und gleich lange "Spiesse" haben 

muss wie dieser (Urteil des Bundesgerichts 6P.79/2003, 6S.214/2003 vom 

29. August 2003 E. 2.1). Dies mit dem Zweck, eine korrekte Sachverhalts-

ermittlung zu begünstigen, der beschuldigten Person die wirksame Wahr-

nehmung ihrer Verteidigungsrechte zu ermöglichen und den letztlich gefäll-

ten Strafrechtsentscheid zu legitimieren (LORENZ GARLAND, Waffengleich-

heit im Vorverfahren, 2019, S. 61 f.). Angewandt auf den vorliegenden Fall 

geht es im Wesentlichen darum, dass der Beschwerdeführer gleich wie die 

Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau in der Lage sein soll, seinen Stand-

punkt in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht wirksam in das Hauptverfah-

ren einzubringen. Das Recht auf Waffengleichheit bedeutet somit in erster 

Linie die Gleichheit der Prozesschancen. Vor diesem Hintergrund wurde 

dem Beschwerdeführer die amtliche Verteidigung gewährt. Aus dem Um-

stand, dass im Falle des Mitbeschuldigten B._____ der Wechsel der amtli-

chen Verteidigung bewilligt worden ist (vgl. dazu Ordner 1, act. 312 ff., 

316 ff.), und dass dieser angeblich von einem erfahreneren Strafverteidiger 

verteidigt werde, kann der Beschwerdeführer deshalb nichts für sich ablei-

ten. 

 

3.4. 

Die geltend gemachte mangelnde Erfahrung des amtlichen Verteidigers 

und dessen angebliche Überforderung bzw. Unsicherheit – die vom Be-

schwerdeführer nicht weiter begründet werden – findet in den Akten keine 

Stütze und vermag ebenfalls keinen Wechsel zu begründen. Es ist nicht 

aktenkundig, dass der amtliche Verteidiger Fragen des Beschwerdeführers 

zum Verfahren nicht beantworten konnte oder er sich Sorgfaltspflichtverlet-

zungen im bisherigen Verfahren vorhalten lassen müsste. Auch war die 

notwendige Verteidigung trotz Substitution sichergestellt. Angesichts des 

Protokolls der Einvernahme vom 22. August 2024 (vgl. Ordner 2, 

act. 522 ff.) ist zumindest von einer impliziten Bewilligung seitens der 

Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau für die vorübergehende Substitution 

(vgl. zur dauernden oder vorübergehenden Substitution trotz persönlicher 

Natur des amtlichen Mandats BGE 141 I 70 E. 6.3) auszugehen. Insgesamt 

ist nicht dargetan, dass wegen unklarer bzw. mangelnder Auskunft zum 

Verfahren oder mangelnder Bereitstellung einer Vertretung durch den amt-

lichen Verteidiger eine angemessene Rechtsvertretung nicht gesichert war. 

 

3.5. 

Ein objektiver Grund für ein beschädigtes Vertrauensverhältnis liegt auch 

nicht im Umstand vor, dass der amtliche Verteidiger den Beschwerdeführer 

teilweise hat Aussagen machen lassen und nicht auf eine konsequente 

Aussageverweigerung gepocht hat (vgl. dazu das Einvernahmeprotokoll 

des Beschwerdeführers vom 1. Juli 2024, Ordner 2, act. 508 ff.). Die dies-

bezüglichen Aussagen des Beschwerdeführers beziehen sich auf die an-

lässlich der Hausdurchsuchung getätigten Sicherstellungen von 

 - 8 - 

 

 

Mobiltelefonen, SIM-Karten Blister, Wachstumshormonen, Geld, Ampullen, 

Tabletten, iPad, Laptop, Echtheits- und Schmuckzertifikat (Fragen 19 ff.) 

bzw. das sichergestellte Marihuana und Haschisch (vgl. Fragen 15 f., 29 f., 

48 ff., 59 ff., 67 f.) und 0.1 Gramm Kokain (Frage 72 [Das Kokain gehöre 

einem Kunden]), d. h. lediglich auf den (offensichtlich unbestrittenen) Vor-

wurf des unbefugten Besitzes von Betäubungsmitteln. Hinsichtlich des 

Hauptvorwurfs des Erwerbs und der Veräusserung von Kokain (vgl. Ankla-

geschrift vom 20. Januar 2025, Akten Bezirksgericht Lenzburg 

ST.2025.14) machte der Beschwerdeführer keine Aussagen (vgl. Fragen 

17, 85) oder belastete sich nicht (Frage 84). Angesichts dessen kann nicht 

gesagt werden, der amtliche Verteidiger habe den Beschwerdeführer po-

tenziell geschädigt, weil er nicht konsequent auf eine Aussageverweige-

rung gepocht hat.  

 

3.6. 

Sodann wies die Präsidentin des Bezirksgerichts Lenzburg angesichts der 

Bestellung von Rechtsanwalt Jöel Fischer zum amtlichen Verteidiger des 

Beschwerdeführers durch die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau 

am 2. Juli 2024 (Ordner 1, act. 364 f.) zutreffend darauf hin, dass das Man-

dat bereits längere Zeit ausgeübt worden sei und die Einarbeitung einer 

neuen amtlichen Verteidigung einen Zeitverlust darstellen würde (E. 7.3). 

Weil der Beschwerdeführer von Beginn weg von Rechtsanwalt Jöel Fischer 

amtlich verteidigt worden ist, dürfte dieser über bessere Aktenkenntnisse 

als der freigewählte Verteidiger verfügen. Ein Wechsel der amtlichen Ver-

teidigung würde insbesondere auch angesichts der umfangreichen Akten 

bzw. des dazu notwendigen Aktenstudiums zu Mehrkosten führen.  

 

3.7. 

Zusammenfassend liegen keine objektiven Gründe für die Bewilligung ei-

nes Anwaltswechsels vor. Weder aus den Ausführungen in der Be-

schwerde noch aus den Akten ergibt sich, dass der amtliche Verteidiger 

unfähig oder untätig wäre oder dass zwischen ihm und dem Beschwerde-

führer das Vertrauensverhältnis erheblich gestört wäre oder eine wirksame 

Vertretung aus anderen Gründen nicht mehr gewährleistet wäre. Die Be-

schwerde erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen. 

 

4. 

Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO) und es ist ihm keine 

Entschädigung auszurichten. 

 

Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers für dieses Beschwerdever-

fahren ist am Ende des Strafverfahrens von der dannzumal zuständigen 

Instanz festzulegen (Art. 135 Abs. 2 StPO). 

 

  

 - 9 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 1'000.00 und den Auslagen von Fr. 112.00, zusammen 

Fr. 1'112.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 
 
   

Zustellung an: 

[…] 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 
 

   

Aarau, 28. Oktober 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Richli Groebli Arioli