# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 21c2cf3e-c562-50cc-a24a-6f4948acf324
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 13.07.2020 ZK1 2020 41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2020-41_2020-07-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Entscheid vom 13. Juli 2020

(Mit Urteil 5A_630/2020 vom 10. August 2020 ist das Bundesgericht auf die gegen diesen Ent-
scheid erhobene Beschwerde nicht eingetreten.)

Referenz ZK1 20 41

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Brunner, Vorsitzender
Michael Dürst und Nydegger
Wiher, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführerin

gegen

B._____
Beschwerdegegner

In Sachen

C._____, und
D._____, 

Gegenstand Besuchsrecht

Anfechtungsobj. Entscheid Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden 
vom 11.02.2020, mitgeteilt am 21.02.2020 

Mitteilung 14. Juli 2020

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I. Sachverhalt

A. C._____, geboren am _____ 2014, und D._____, geboren am _____ 2015, 
sind die gemeinsamen Kinder von A._____ und B._____. Die Eltern sind nicht 
verheiratet und leben seit dem _____ 2017 getrennt. Sie haben die gemeinsame 
elterliche Sorge über ihre Töchter inne. 

B. Am 9. Februar 2018 fand ein Elterngespräch in den Räumlichkeiten der 
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden (nachfolgend KESB Nord-
bünden) statt. Dies, nachdem sich B._____ mit einer Meldung an die KESB Nord-
bünden gewandt hatte. Zwischen den Eltern sei es vermehrt zu Konflikten ge-
kommen. Zudem wollte der Vater das gemeinsame Sorgerecht beantragen. Im 
Rahmen des Gesprächs einigten sich die Eltern darauf, die elterliche Sorge ge-
meinsam auszuüben. A._____ und B._____ einigten sich zudem über die Betreu-
ung ihrer gemeinsamen Töchter. Zudem wurden Modalitäten vereinbart, um Kon-
flikte bei der Übergabe von C._____ und D._____ zu vermeiden.

C. Am 27. Februar 2018 schlossen die Eltern einen Unterhaltsvertrag ab, wel-
cher die KESB Nordbünden mit Entscheid vom 28. Februar 2018 genehmigte, und 
regelten das Besuchsrecht, was die KESB Nordbünden zur Kenntnis nahm. 
A._____ und B._____ einigten sich demnach auf eine hauptsächliche Betreuung 
durch die Mutter. Ausserdem verständigten sie sich darüber, dass der Vater 
C._____ und D._____ an zwei Wochenenden im Monat jeweils von Freitag- bis 
Sonntagabend zu sich nehmen und während drei Wochen im Jahr mit ihnen Feri-
en verbringen kann.

D. Mit Schreiben vom 2. März 2018 teilte die KESB Nordbünden mit, dass sie 
das aufgrund der Meldung von B._____ eröffnete Verfahren einstelle. Da die El-
tern einen Unterhaltsvertrag abschliessen konnten und das Besuchsrecht regel-
ten, sah die KESB Nordbünden davon ab, zusätzlich Kindesschutzmassnahmen 
zu ergreifen.

E.  Am 26. September 2018 fand erneut ein Gespräch mit beiden Eltern in den 
Räumlichkeiten der KESB Nordbünden statt. Dies aufgrund einer Meldung von 
A._____. Es sei zu erneuten Konflikten zwischen B._____ und ihr gekommen. 
Grund sei die Kommunikation zwischen den Eltern und die Ausübung des Be-
suchsrechts durch B._____ gewesen.

F. Am 27. März 2019 informierte A._____ die KESB Nordbünden über ihren 
Verdacht auf sexuelle Übergriffe durch B._____ auf C._____ und D._____ (vgl. 
KESB act. 65. act. 67, act. 68). Sie erstattete am 29. März 2019 bei der Kantons-

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polizei Graubünden Anzeige gegen ihn (vgl. KESB act. 73). Daraufhin wurde ein 
Strafverfahren gegen B._____ wegen mehrfacher sexueller Handlung mit Kindern 
gemäss Art. 187 ff. StGB eröffnet.

G. Mit Entscheid vom 9. April 2019 errichtete die KESB Nordbünden eine Bei-
standschaft zur Vertretung im Strafverfahren (Art. 306 Abs. 2 ZGB) für C._____ 
und D._____. Als Beiständin wurde Rechtsanwältin Barbara Steinbacher einge-
setzt.

H. Mit Eingabe vom 23. Mai 2019 legte A._____ gegenüber der KESB Nord-
bünden ihre wirtschaftlichen Verhältnisse offen.

I. Am 23. Mai 2019 hörte die KESB Nordbünden A._____ und B._____ ge-
meinsam betreffend Regelung des persönlichen Verkehrs während der Dauer des 
Strafverfahrens an. C._____ und D._____ wurden im Gespräch durch Rechtsan-
wältin Barbara Steinbacher vertreten.

J. Am 2. August 2019 ging ein Gutachten der Kinder- und Jugendpsychiatrie 
Graubünden (kjp) betreffend C._____ und D._____ bei der KESB Nordbünden ein. 
Die KESB Nordbünden hatte dieses in Auftrag gegeben, um abzuklären, in wel-
cher Form die beiden Mädchen von der kjp betreut würden und wie der künftige 
persönliche Verkehr mit dem Vater geregelt werden könne.

K. Mit Entscheid vom 31. Oktober 2019 regelte die KESB Nordbünden das 
Besuchsrecht von B._____ für die Dauer des laufenden Strafverfahrens neu. Die 
KESB Nordbünden sistierte den persönlichen Verkehr gemäss Vereinbarung der 
Eltern vom 27. Februar 2018. B._____ war neu berechtigt, mit seinen beiden 
Töchtern im Rahmen eines begleiteten Besuchsrechts Kontakt zu pflegen (Art. 
274 Abs. 1 und 2 ZGB). Er sah seine Töchter fortan zweimal monatlich alternie-
rend am Samstag bzw. Sonntag jeweils von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr im Rahmen 
der Begleiteten Besuchstage Graubünden der Fachstelle KJBE (Verein "Kinder 
und Jugendliche betreuen, begleiten, bestärken") in O.1_____. Im Rahmen dieses 
Entscheides verpflichtete die KESB Nordbünden A._____ unter Androhung einer 
Ungehorsamsstrafe gemäss Art. 292 StGB zur Mitwirkung bei den Übergaben.

L. Am 16. November 2019 fand ein Begleiteter Besuchstag für C._____ und 
D._____ mit B._____ in der Kindertagesstätte E._____ in O.1_____ statt. Die 
Übergabe erfolgte durch die Grosseltern mütterlicherseits. Der Besuch verlief 
gemäss Schilderungen von F._____, KJBE, problemlos. Auch am 2. Dezember 
2019 fand ein solcher Besuch statt, welcher wiederum problemlos ablief. Das glei-
che gilt für die Besuche vom 17. Dezember 2019 und vom 6. Januar 2020.

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M. Am 9. Januar 2020 erhielt B._____ eine Einstellungsverfügung betreffend 
das laufende Verfahren der Staatsanwaltschaft Graubünden. Das Strafverfahren 
wegen mehrfacher sexuellen Handlungen mit Kindern sei eingestellt worden. 
B._____ teilte dies am 10. Januar 2020 der KESB Nordbünden mit und stellte ei-
nen Antrag auf Wiederherstellung des ursprünglichen Besuchsrechts, auf welches 
die Eltern sich mit Vereinbarung vom 27. Februar 2018 geeinigt haben. 

N.  Am 6. Februar 2020 fand gemeinsam mit beiden Eltern eine Besprechung 
in den Räumlichkeiten der KESB Nordbünden statt. Gegenstand der Besprechung 
war die von B._____ beantragte Wiederherstellung des ursprünglich vereinbarten 
Besuchsrechts. A._____ lehnte dies ab. Die KESB Nordbünden äusserte zudem 
Bedenken bezüglich des Informationsflusses zwischen den Eltern und schlug vor, 
eine Beistandsperson einzusetzen, welche diesbezüglich Besserung schaffen 
könnte. Im Verlaufe des Gesprächs erklärten sich beide Elternteile mit der Errich-
tung einer Beistandschaft einverstanden.

O. Mit Entscheid vom 11. Februar 2020, mitgeteilt am 21. Februar 2020, be-
schloss die Kollegialbehörde der KESB Nordbünden, was folgt: 

1. Die für C._____ und D._____ bestehenden Beistandschaften zur Vertre-
tung im Strafverfahren (Art. 306 Abs. 2 ZGB) werden aufgehoben. 

2. Der Schlussbericht vom 6. Februar 2020 für die Zeit von 9. April 2019 
bis 11. Februar 2020 wird genehmigt und die geleistete Arbeit verdankt. 

3. Rechtsanwältin MLaw HSG Barbara Steinbacher wird als Beistandsper-
son von C._____ und D._____ entlastet. Es wird ausdrücklich auf die 
Bestimmung über die Verantwortlichkeit hingewiesen (Art. 454 ff. ZGB). 

4. Rechtsanwältin MLaw HSG Barbara Steinbacher wird angewiesen, der 
KESB unverzüglich nach Vollstreckbarkeit dieses Entscheids das Origi-
nal der Ernennungsurkunde vom 9. April 2019 zur Archivierung zu über-
geben. 

5. Für die Mandatsführung von 9. April 2019 bis 11. Februar 2020 wird zu-
gunsten von Rechtsanwältin MLaw HSG Barbara Steinbacher (Land-
quart) eine Entschädigung im Umfang von Fr. 7'005.20 (inkl. Spesen 
und MWST) festgesetzt. 

6. (Regelung Kosten Mandatsführung)

7. Im Zusammenhang mit dem persönlichen Verkehr zwischen C._____ 
sowie D._____ und B._____ wird festgelegt, was folgt:

a. Die Einschränkung des persönlichen Verkehrs gemäss Ziff. 1 
des Entscheids vom 31. Oktober 2019 wird aufgehoben. 

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b. Die Weisung gemäss Ziff. 2 des Entscheids vom 31. Oktober 
2019 wird aufgehoben.

c. Der Vater wird berechtigt erklärt, C._____ und D._____ zweimal 
im Abstand von zwei Wochen jeweils am Samstag von 06:00 Uhr 
bis 17:00 Uhr oder 19:00 Uhr (je nach Arbeitsplan der Mutter) zu 
sich oder mit sich auf Besuch nehmen. 

d. Anschliessend gilt die zwischen den Eltern vereinbarte Besuchs-
regelung vom 27. Februar 2018 uneingeschränkt. 

8. A._____ wird die Weisung erteilt (Art. 273 Abs. 2 ZGB):

a. C._____ sowie D._____ an ihrem Wohn ort jeweils gemäss Ziff. 
7.c des vorliegenden Entscheides bzw. gemäss der Besuchsre-
gelung vom 27. Februar 2018 B._____ zur Ausübung des per-
sönlichen Verkehrs zu übergeben; 

b. B._____ über wichtige Ereignisse im Leben von C._____ und 
D._____ zu benachrichtigen. 

9. Für C._____ und D._____ wird eine Beistandschaft errichtet. 

10. Die Beistandsperson hat im Rahmen einer Beistandschaft mit besonde-
ren Befugnissen (Art. 308 Abs. 2 ZGB) die Aufgaben und Kompetenzen: 

a. die Eltern bei der Ausübung des persönlichen Verkehrs zwischen 
C._____ sowie D._____ und dem Vater zu beraten und zu unter-
stützen; 

b. im Konfliktfall im Rahmen der zwischen den Eltern am 27. Fe-
bruar 2018 vereinbarten Regelung über den persönlichen Ver-
kehr konkrete Modalitäten zur Umsetzung festzulegen; 

c. dem Vater auf Verlangen Auskunft über die Entwicklung von 
C._____ sowie D._____ zu erteilen. 

11. Die Beistandschaften für C._____ und D._____ werden per 1. April 2020 
an die KESB O.2_____ übertragen (Art. 442 Abs. 5 ZGB). 

12. Silvia Rade (Berufsbeistandschaft O.2_____) wird per Errichtung der 
Massnahme zur Beiständin von C._____ und D._____ ernennt. 

13. Die Beistandsperson wird aufgefordert, sich die zur Erfüllung der Aufga-
ben nötigen Kenntnisse zu verschaffen und mit den Eltern sowie 
C._____ und D._____ persönlich Kontakt aufzunehmen. 

14. Die Beistandsperson ist gehalten: 

a. der KESB O.2_____ alle zwei Jahre (erstmals per 31. März 
2022) einen schriftlichen Rechenschaftsbericht (Ausführungen 

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über die Lage von C._____ und D._____ und die Ausübung der 
Beistandschaft, Ausblick mit Empfehlung) einzureichen; 

b. bei Hinweisen auf massgebliche Veränderungen der Lebensum-
stände von C._____ und D._____ während der Rechenschafts-
periode der KESB mit einem Bericht zu informieren und allenfalls 
ein geeignetes Vorgehen zu empfehlen.

15. Betreffend der Verfahrenskosten wird verfügt:

a. Die Kosten im Verfahren Beistandschaft und Anpassung persön-
licher Verkehr werden auf Fr. 500.00 festgesetzt. 

b. Auf die Erhebung dieser Verfahrenskosten sowie der Kosten 
gemäss Entscheid vom 9. April 2019 wird aufgrund der wirt-
schaftlichen Verhältnisse der Eltern verzichtet.

16. (Rechtsmittelbelehrung)

17. (Mitteilung)

In Bezug auf das Besuchsrecht begründete die KESB Nordbünden den Ent-
scheid im Wesentlichen damit, dass das Strafverfahren gegen B._____ der 
Grund für die Sistierung des ursprünglichen Besuchsrechts und die Einführung 
des begleiteten Besuchsrechts gewesen sei. Mit Einstellung besagten Strafver-
fahrens durch die Staatsanwaltschaft Graubünden rechtfertige sich diese Ein-
schränkung des Kontakts zwischen B._____ und seinen Töchtern C._____ und 
D._____ nicht mehr, womit das begleitete Besuchsrecht sowie die Sistierung 
des im Betreuungsvertrag vom 27. Februar 2018 vereinbarten Besuchsrechts 
aufzuheben seien.

P.a. Mit Schreiben vom 24. März 2020 beantragte B._____ die alleinige Ob-
hut über seine Kinder bei der KESB Nordbünden. Die KESB Nordbünden in-
formierte A._____ über den Antrag. Diese erklärte sich damit nicht einverstan-
den.

P.b. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 3. April 2020 setzte die KESB 
Nordbünden eine Kindesvertreterin im Verfahren betreffend die Änderung des 
persönlichen Verkehrs (Art. 314abis Abs. 1 ZGB) für C._____ und D._____ ein. 
Mit der Mandatsführung wurde Rechtsanwältin Silvia Däppen betraut.

P.c. Am 8. April 2020 informierte die KESB Nordbünden A._____ sowie 
B._____ darüber, dass die Zuständigkeit betreffend Änderung der Obhut durch 
den Umzug der Mutter mit den Töchtern nach Buchs, SG, neu bei der KESB 
O.2_____ liege. 

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Q. Gegen den Entscheid der KESB Nordbünden vom 11. Februar 2020 er-
hob A._____ (fortan Beschwerdeführerin) am 18. März 2020 Beschwerde an 
das Kantonsgericht von Graubünden. Sie beantragte sinngemäss, dass das 
Besuchsrecht von B._____ (fortan Beschwerdegegner) weiterhin begleitet aus-
geübt werde und keine unbegleiteten Kontakte zu seinen Töchtern stattfänden. 

R. Am 5. April 2020 ersuchte der Beschwerdegegner beim Kantonsgericht 
von Graubünden um Aufhebung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde.

S. Der Beschwerdegegner beantragte mit Eingabe vom 15. April 2020 sinn-
gemäss, dass die Beschwerde abzuweisen sei.

T. Mit Eingabe vom 18. April 2020 nahm die Beschwerdeführerin Stellung 
zum Antrag des Beschwerdegegners betreffend den Entzug der aufschieben-
den Wirkung. Sie beantragte, dass dem Gesuch des Beschwerdegegners nicht 
entsprochen werde. 

U. Mit Eingabe vom 20. April 2020 beantragte die KESB Nordbünden, dass 
die Beschwerde unter Kostenfolge abzuweisen sei. 

V. Auf weitere Ausführungen in den Rechtsschriften und im angefochtenen 
Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

II. Erwägungen

1.1. Vorliegend ist ein Entscheid der KESB Nordbünden angefochten, welcher 
sich auf die Bestimmungen des Kindesrechts stützt. Die Zuständigkeit der KESB 
Nordbünden ergibt sich aus Art. 315 Abs. 1 ZGB. Für derartige Verfahren gelten 
die Bestimmungen über das Verfahren vor der Erwachsenenschutzbehörde sinn-
gemäss (Art. 314 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 443 ff. ZGB). Gemäss Art. 314 
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der Kindes-
schutzbehörde beim zuständigen Gericht Beschwerde erhoben werden. Nach Art. 
60 Abs. 1 des Einführungsgesetztes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (EGz-
ZGB; BR 210.100) ist das Kantonsgericht von Graubünden die einzige kantonale 
Beschwerdeinstanz. 

1.2. Die Beschwerdefrist beträgt gemäss Art. 450b Abs. 1 ZGB 30 Tage seit 
Mitteilung des Entscheids der KESB. Der Entscheid der Vorinstanz vom 11. Fe-
bruar 2020 ging der Beschwerdeführerin am 21. Februar 2020 zu (KESB act. 225). 
Die am 18. März 2020 der Post übergebenen Beschwerde erfolgte somit fristge-
recht. 

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1.3. Zur Beschwerde legitimiert sind nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB die am 
Verfahren beteiligten Personen und damit in erster Linie die von der Anordnung 
der KESB direkt betroffenen Personen. Im Bereich des Kindesschutzes können 
nebst den Kindern auch deren Eltern betroffene Personen sein (Lorenz Droe-
se/Daniel Steck, in: Geiser/Foutoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetz-
buch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 29 zu Art. 450 ZGB). Die Beschwerdeführerin ist als 
Mutter von C._____ und D._____ durch den behördlichen Entscheid über das Be-
suchsrecht ihrer Töchter und deren Vater, B._____, unmittelbar betroffen und da-
her zur Anfechtung legitimiert.

1.4. Die Beschwerde ist gemäss Art. 450 Abs. 3 ZGB schriftlich und begründet 
beim Gericht einzureichen, wobei in formeller Hinsicht keine hohen Anforderungen 
gestellt werden dürfen (vgl. Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilge-
setzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 
2006, BBI 2006 7001, S. 7085 [zit. Botschaft Erwachsenenschutz]; Lorenz Droe-
se/Daniel Steck, a.a.O., N 42 zu Art. 450 ZGB). Ein von einer betroffenen, urteils-
fähigen Person unterzeichnetes Schreiben ist hinreichend, sofern das Anfech-
tungsobjekt ersichtlich ist und daraus hervorgeht, was die Beschwerdeführerin mit 
der Beschwerde bezweckt und welche Begründung sie dafür vorbringt (Lorenz 
Droese/Daniel Steck, a.a.O., N 42 zu Art. 450 ZGB). Vorliegend fehlt der Be-
schwerdeschrift vom 18. März 2020 ein eigentliches Rechtsbegehren. Der Einga-
be der Beschwerdeführerin lässt sich entnehmen, dass sie mit dem Entscheid der 
KESB Nordbünden, welcher das ursprünglich zwischen den Eltern vereinbarte und 
für die Dauer des Strafverfahrens gegen den Beschwerdegegner sistierte Be-
suchsrecht wiederherstellt, nicht einverstanden ist. Die Beschwerdeführerin bean-
tragt sinngemäss, dass das Besuchsrecht zwischen dem Beschwerdegegner und 
C._____ und D._____ weiterhin begleitet stattfinden soll. Die Voraussetzungen 
sind somit, wenn auch knapp, erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.5. Die Beschwerde hat aufschiebende Wirkung, sofern die Erwachsenen-
schutzbehörde oder die gerichtliche Beschwerdeinstanz nichts Anderes verfügt 
(Art. 450c ZGB). Vorliegend hat das Rechtsmittel aufschiebende Wirkung, da die 
aufschiebende Wirkung des Rechtsmittels weder durch die KESB Nordbünden 
entzogen wurde noch für die Beschwerdeinstanz ein Grund besteht, diese zu ent-
ziehen. Denn ein Entzug der aufschiebenden Wirkung gemäss Art. 450c ZGB hat 
nur ausnahmsweise und im Einzelfall zu erfolgen und kommt von vornherein im-
mer nur bei Gefahr im Verzug und Dringlichkeit in Frage (vgl. Thomas Geiser, in: 
Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 
2018, N 7 zu Art. 450c ZGB). Der Antrag des Beschwerdegegners auf Entzug der 

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aufschiebenden Wirkung vom 5. April 2020 wird mit diesem Entscheid des Kan-
tonsgerichts von Graubünden ohnehin hinfällig. 

2.1. Für das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz gelten primär 
die bundesrechtlichen Verfahrensbestimmungen des ZGB und subsidiär die vom 
Kanton erlassenen Verfahrensbestimmungen. Sofern weder das ZGB noch das 
EGzZGB eine Regelung enthalten, sind die ZPO sowie die entsprechenden kan-
tonalen Ausführungsbestimmungen sinngemäss anwendbar (Art. 450f ZGB und 
Art. 60 Abs. 2 EGzZGB). Demnach kann die Rechtsmittelinstanz gemäss Art. 316 
Abs. 1 bzw. Art. 327 Abs. 2 ZPO aufgrund der Akten und ohne Durchführung einer 
mündlichen Hauptverhandlung entscheiden. 

2.2. Zu beachten sind im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz die 
allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 433 ff. 
ZGB), soweit das Gesetz zu den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschrif-
ten enthält (Lorenz Droese/Daniel Steck, a.a.O., N 42 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt 
namentlich auch für die in Art. 446 ZGB verankerte Untersuchungs- und Offizial-
maxime und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwen-
dung von Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrens-
grundsätze bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde und erstreckt sich nach dem Grundsatz der Einheit des Pro-
zesses auch auf die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (Chri-
stoph Auer/Michèle Marti, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Er-
wachsenenschutz, Basel 2012, N 1 zu Art. 446 ZGB mit weiteren Hinweisen; Da-
niel Steck, in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler, FamKommentar Erwachsenenschutz, 
Bern 2013, N 7 zu Art. 446 ZGB). 

2.3. Mit der Beschwerde können gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB Rechtsverlet-
zungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-
chen Sachverhaltes (Ziff. 2) und die Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. 
Die Beschwerde ist ein vollkommenes Rechtsmittel, weshalb das erstinstanzliche 
Urteil in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend geprüft werden kann 
(Botschaft Erwachsenenschutz, S. 7085; Hermann Schmid, Erwachsenenschutz 
Kommentar, Zürich 2010, N 1 zu Art. 450a ZGB).

3.1. Dem Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin lässt sich entnehmen, dass 
sie mit der Wiederherstellung des ursprünglich vereinbarten Besuchsrechts zwi-
schen dem Beschwerdegegner und seinen Töchtern nicht einverstanden ist. Die 
Beschwerdeführerin beantragt sinngemäss, dass das Besuchsrecht des Be-

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schwerdegegners weiterhin begleitet stattfinden soll. Dies ist im Folgenden zu prü-
fen (act. A.1). 

3.2. Die Beschwerdeführerin begründet ihren Antrag, dass der persönliche Ver-
kehr des Beschwerdegegners mit den gemeinsamen Töchtern weiterhin auf be-
gleitete Besuche beschränkt werden solle, ausschliesslich mit ihrer Auffassung, 
dass der Beschwerdegegner seine Kinder sexuell missbraucht habe. Sie ergänzt 
diese mit Kinderzeichnungen und Screenshots von Unterhaltungen zwischen ihr 
und dem Beschwerdegegner (act. A.1). Diese Einwände sind unter den gegebe-
nen Umständen nicht zu hören. Die Staatsanwaltschaft Graubünden hat in einer 
gegen den Beschwerdegegner geführten Untersuchung die Anschuldigungen der 
Beschwerdeführerin untersucht und kam in ihrer Einstellungsverfügung vom 7. 
Januar 2020 zum Schluss, dass sich ein Tatverdacht nicht erhärten könne (KESB 
act. 201). Gegen diese Verfügung wurde keine Beschwerde erhoben, sie ist inzwi-
schen rechtskräftig. Damit ist davon auszugehen, dass der Vorwurf der sexuellen 
Übergriffe des Beschwerdegegners auf seine Töchter ungerechtfertigt ist, und es 
geht nicht an, die gleichen Vorwürfe und Verdächtigungen in das Verfahren betref-
fend die Wiederausweitung des Besuchsrechts einzubringen. Die Einschränkung 
des persönlichen Verkehrs des Beschwerdegegners mit seinen Töchtern stand 
gemäss Entscheid der KESB Nordbünden vom 31. Oktober 2019 ausdrücklich im 
Zusammenhang mit der Strafuntersuchung gegen den Beschwerdeführer wegen 
angeblichen sexuellen Handlungen an seinen Kindern (KESB act. 173). Nachdem 
eine Einstellungsverführung der Staatsanwaltschaft Graubünden erging, welche 
damit begründet wird, dass keine Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten des 
Beschwerdegegners bestehen, liegt es auf der Hand, dass auch die Besuchsaus-
übung wieder auf das Mass gemäss der zwischen den Eltern getroffenen Verein-
barung zurückgeführt wird. Es besteht somit kein Grund für eine Einschränkung 
des Rechts auf persönlichen Verkehr im Sinne von Art. 274 Abs. 2 ZGB. Die Be-
schwerdeführerin ist im Gegenteil darauf hinzuweisen, dass sie gemäss Art. 274 
Abs. 1 ZGB alles zu unterlassen hat, was das Verhältnis zwischen den Kindern 
und dem anderen Elternteil beeinträchtigt. Dies geschieht aber bewusst oder un-
bewusst, wenn die Mutter nicht damit aufhört, ihre alten Verdächtigungen, welche 
sich in der Strafuntersuchung nicht erhärtet haben, immer wieder vorzubringen. 
Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 

4.1. Im Kindesschutzverfahren und in Verfahren betreffend den persönlichen 
Verkehr sind die Verfahrenskosten gemäss Art. 63 Abs. 2 EGzZGB von den El-
tern, dem sorgeberechtigten oder dem unterhaltspflichtigen Elternteil zu tragen. 
Die Verteilung der Prozesskosten richtet sich gemäss Art. 60 Abs. 2 EGzZGB in 

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Verbindung mit Art. 106 ZPO grundsätzlich nach Massgabe des Obsiegens und 
Unterliegens. Liegen besondere Umstände vor, kann gemäss Art. 63 Abs. 3 EGz-
ZGB auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet werden, sofern das Ver-
fahren nicht mutwillig oder trölerisch eingeleitet worden ist. 

Bei Abweisung der Beschwerde gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens 
grundsätzlich zu Lasten des Beschwerdeführers. Im vorliegenden Fall wären die 
Prozesskosten demnach der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Aufgrund der wirt-
schaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin sind die Voraussetzungen ge-
geben, die Kosten des Beschwerdeverfahrens beim Kanton Graubünden zu be-
lassen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden auf CHF 1'500.00 festge-
setzt und verbleiben beim Kanton Graubünden (vgl. Art. 10 der Verordnung über 
die Gerichtsgebühren im Zivilverfahren [VGZ; BR 320.210] in Verbindung mit Art. 
106 Abs. 1 ZPO sowie Art. 63 Abs. 3 EGzZGB).

4.2. Der Beschwerdegegner war im vorliegenden Verfahren nicht anwaltlich ver-
treten. Er machte alsdann keine notwendigen Auslagen geltend. Die Zusprechung 
einer Umtriebsentschädigung stellt eine zu begründende Ausnahme dar und wür-
de voraussetzen, dass der Beschwerdegegner eine solche beantragt und dem 
Gericht sachlich überzeugende Gründe für die geltend gemachte Höhe der Um-
triebsentschädigung vorlegt (Viktor Rüegg/Michael Rüegg, Basler Kommentar 
Schweizerische Zivilprozessordnung, Basel 2017, N 21 zu Art. 95 ZPO). Vorlie-
gend hat der Beschwerdegegner keinen Antrag auf eine solche Umtriebsentschä-
digung gestellt. Demzufolge wird ihm auch keine solche zugesprochen.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 verbleiben beim 
Kanton Graubünden.

3. Gegen diesen Entscheid kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivilsa-
chen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: