# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 78d6f4e6-1a7d-52bc-a6bd-809e8becc9a7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 16.06.2020 R 2020 33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2020-33_2020-06-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 20 33

5. Kammer 

Vorsitz Meisser
Richter Audétat, Racioppi, von Salis und Pedretti
Aktuar Paganini

URTEIL 

vom 16. Juni 2020

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

Pro Natura, 
Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz,
WWF Schweiz,
alle vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Maurer,

Beschwerdeführer

gegen

Regierung des Kantons Graubünden,
vertreten durch Departement für Volkswirtschaft und Soziales Graubün-
den, Reichsgasse 35, 7001 Chur,

Beschwerdegegnerin 1

und

- 2 -

Gemeinde Trin, 7014 Trin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Gieri Caviezel,

Beschwerdegegnerin 2

Verein Die Rheinschlucht / Ruinaulta,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Gieri Caviezel,

Beigeladener

betreffend Ortsplanungsrevision

- 3 -

Mit Urteil 1C_595/2018 vom 24. März 2020 hiess das Bundesgericht die 

Beschwerde der Pro Natura, des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife 

Schweiz und des WWF Schweiz (nachfolgend: Beschwerdeführer) gut und 

hob Dispositiv Ziffer 3 (betreffend die Abweisung der Beschwerde der Be-

schwerdeführer) des Urteils R 17 72/R 17 73 des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Graubünden vom 3. Oktober 2018 sowie den Zonen- und Gene-

rellen Erschliessungsplan 1:5'000 Ruinaulta der Gemeinde Trin (nachfol-

gend: Beschwerdegegnerin 2) auf. Ebenso hob es Dispositiv Ziffern 4 und 

5 (betreffend die Kosten- und Entschädigungsfolge) des vorgenannten Ur-

teils hinsichtlich des Verfahrens R 17 73 (Beschwerde der Beschwerdefüh-

rer) auf. Die Sache wurde zum Entscheid über die Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen im vorinstanzlichen Verfahren R 17 73 an das Verwaltungsge-

richt zurückgewiesen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Bei einer Rückweisung sind die Vorgaben und Anweisungen des Bundes-

gerichtes für die Vorinstanz verbindlich (KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-

tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 1643).

2. Nach der verbindlichen Anordnung des Bundesgerichts sind entsprechend 

dem Ausgang des bundesgerichtlichen Verfahrens die Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen für das Verfahren R 17 73 neu zu verteilen.

3. Da die Beschwerdeführer mit ihrer Beschwerde vor Bundesgericht durch-

gedrungen sind, sind sie im Verfahren R 17 73 vor dem Verwaltungsgericht 

so zu stellen, als hätten sie (vollständig) obsiegt. 

- 4 -

3.1. Im vom Bundesgericht teilweise aufgehobenen Urteil vom 3. Oktober 2018 

hat das Verwaltungsgericht die Verfahren der Beschwerden der Schweize-

rischen Greina-Stiftung (SGS; Verf.-Nr. R 17 72) und der Beschwerdeführer 

(Verf.-Nr. R 17 73) vereinigt. Die SGS hatte – und hat – 1/9 der gesamten 

Gerichtskosten (Fr. 5'903.--), damit Fr. 655.90 zu tragen. Die restlichen 8/9 

(Fr. 5'247.10) sind neu je hälftig der Beschwerdegegnerin 2 und dem Ver-

ein Die Reinschlucht/Ruinaulta (Beigeladenen) aufzuerlegen (vgl. Art. 73 

Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 

370.100]). Der Regierung des Kantons Graubünden (Beschwerdegegnerin 

1) als Vorinstanz werden keine Kosten überbunden. Die Kosten gehen 

gemäss Praxis des Verwaltungsgerichts nämlich zulasten der Planungsträ-

gerin (hier der Beschwerdegegnerin 2; vgl. dazu VGU R 16 14 vom 23. 

Februar 2016 E.2b). Zudem hat die Beigeladene am Verfahren teilgenom-

men, weshalb sie auch zur Kostentragung verpflichtet ist. 

3.2. Die Beschwerdegegnerin 2 und der Beigeladene sind ausserdem verpflich-

tet, die Beschwerdeführer für das Verfahren R 17 73 aussergerichtlich zu 

entschädigen (vgl. Art. 78 Abs. 1 VRG). 

Bei den Akten liegt eine Honorarnote des Rechtsvertreters der Beschwer-

deführer datiert vom 1. März 2018 über Fr. 20'256.50 (exkl. MWST). Am 8. 

Mai 2020 hat der Rechtsvertreter nach Abzug der Posten betreffend die 

Beschwerde der SGS (Verfahren R 17 72) eine aktualisierte Honorarnote 

über Fr. 18'999.95 bzw. Fr. 21'076.85 (inkl. MWST von 7.7 %) eingereicht. 

Zu letzterer ist aber zu bemerken, dass die geltend gemachte MWST nicht 

entschädigt werden kann. Ist nämlich einer mehrwertsteuerpflichtigen Par-

tei, wie vorliegend der Beschwerdeführer, eine Prozessentschädigung zu-

zusprechen, hat dies ohne Berücksichtigung der Mehrwertsteuer zu erfol-

gen, und zwar unbesehen davon, nach welcher Methode die anspruchsbe-

rechtigte Partei mit der Mehrwertsteuerbehörde abrechnet (vgl. dazu Urteil 

des Verwaltungsgerichts U 16 91 vom 22. November 2016 E.4a f.). Der 

- 5 -

vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführer vorgenommene Abzug der 

Posten betreffend die Beschwerde der SGS R 17 72 gemäss Honorarnote 

vom 8. Mai 2020 ist für das Verwaltungsgericht verbindlich (vgl. Art. 56 Abs. 

1 VRG, wonach das Verwaltungsgericht unter Vorbehalt abweichender ge-

setzlicher Bestimmungen an die Anträge der Parteien gebunden ist), wes-

halb sich Ausführungen dazu erübrigen. Demnach rechtfertigt es sich, ge-

stützt auf die Honorarnote vom 8. Mai 2020 nach Abzug der MWST der 

Beschwerdeführer eine dem Umfang und der Komplexität der Sache ange-

messen erscheinende Parteientschädigung von Fr. 18'999.95 zuzuspre-

chen, die je zur Hälfte von der Beschwerdegegnerin 2 und der Beigelade-

nen zu tragen ist. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Gerichtskosten des Verfahrens R 17 73 von Fr. 5'247.10 gehen je zur 

Hälfte zulasten der Gemeinde Trin und des Vereins Die Rheinschlucht/Ru-

inaulta und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die 

Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

2. Die Gemeinde Trin und der Verein Die Rheinschlucht/Ruinaulta haben je 

zur Hälfte die Pro Natura, den Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife 

Schweiz und den WWF Schweiz mit insgesamt Fr. 18'999.95 ausserge-

richtlich zu entschädigen. 

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]