# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a2e3c3b3-40c3-50fa-a2b9-db587357c648
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-27
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 27.06.2019 VG.2019.00024 (VG.2019.808)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2019-00024_2019-06-27.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 27. Juni 2019

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2019.00024

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Steuerverwaltung des
    Kantons Glarus

    	
    Beschwerdeführerin  

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    A.______

    	
    Beschwerdegegnerinnen

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch B.______

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Steuerrekurskommission des Kantons Glarus

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Kantons- und Gemeindesteuern 2016

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 A.______ ist Alleineigentümerin der beiden Liegenschaften
  Parz.-Nrn. 01 und 02, Grundbuch […]. Auf der erstgenannten Liegenschaft
  befindet sich ein Mehrfamilienhaus mit mehreren Wohnungen, wovon eine von
  A.______ bewohnt wird, während die anderen vermietet sind. Auf der
  angrenzenden Parz.-Nr. 02 befindet sich unter anderem eine Gartenlaube
  mit Gartenhaus, welche allen Bewohnern der Liegenschaft Parz.-Nr. 01 zur
  Nutzung zur Verfügung steht. 

  
	
   

  
	
  1.2 Anfang Mai 2016 brach A.______ die damals vorhandene
  Gartenlaube ab und ersetzte diese durch eine neue. Die dafür angefallenen
  Kosten zog sie als Liegenschaftsunterhaltskosten in der Steuererklärung 2016
  von ihrem Einkommen ab. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die Steuerverwaltung des Kantons Glarus eröffnete
  am 1. März 2018 die definitive Steuerveranlagung für das Jahr 2016. Darin setzte
  sie das steuerbare Einkommen von A.______ für die Kantons- und
  Gemeindesteuern 2016 auf Fr. 69'100.- und jenes für die direkte
  Bundessteuer 2016 auf Fr. 72'400.- sowie das steuerbare Vermögen auf
  Fr. 282'000.- fest. Sie wies darauf hin, dass ein Abzug für den Abbruch
  und Wiederaufbau des Sitzplatzes/Schopfs wie auch für die Elektroarbeiten und
  das Material nicht möglich sei. 

  
	
   

  
	
  2.2 Am 23. März 2018 ersuchte A.______ die
  Steuerverwaltung um nochmalige Prüfung ihrer Steuerveranlagung und um
  Zulassung der Abzüge für den Abbruch und den Wiederaufbau der Gartenlaube.
  Die Steuerverwaltung teilte A.______ am 26. März 2018 telefonisch mit,
  dass ein Abzug nicht möglich sei, woraufhin Letztere am 29. März 2018
  Einsprache gegen die Steuerveranlagung erhob. Nachdem A.______ auf
  Aufforderung der Steuerverwaltung hin zusätzliche Unterlagen eingereicht
  hatte, wies die Steuerverwaltung am 25. April 2018 die Einsprache ab. 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Dagegen gelangte A.______
  mit Rekurs vom 23. Mai 2018 an die Steuerrekurskommission. Diese hiess
  den Rekurs am 10. Dezember 2018 gut und hob den Einspracheentscheid der
  Steuerverwaltung vom 25. April 2018 auf. 

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  In der Folge gelangte die
  Steuerverwaltung mit Beschwerde vom 8. März 2019 ans Verwaltungsgericht. Sie
  beantragte, den Rekursentscheid der Steuer-rekurskommission vom 10. Dezember
  2018 aufzuheben und ihren Einspracheentscheid vom 25. April 2018 zu
  bestätigen, womit das steuerbare Einkommen von A.______ für die Kantons- und
  Gemeindesteuern 2016 auf Fr. 69'100.- und für die direkte Bundessteuer
  2016 auf Fr. 72'400.- sowie das steuerbare Vermögen auf Fr. 282'000.-
  festzusetzen seien; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten
  von A.______. Die Steuerrekurskommission beantragte am 12. März 2019 die
  Abweisung der Beschwerde. A.______ schloss am 3. Mai 2019 ebenfalls auf
  Abweisung der Beschwerde; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten
  der Steuerverwaltung.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen
  Rekursentscheide der kantonalen Steuerrekurskommission (Art. 166 Abs. 1
  des Steuergesetzes vom 7. Mai 2000 [StG] i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. e
  des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 [VRG]). Es ist
  somit zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig und prüft die
  Angelegenheit vollumfänglich (vgl. Art. 107 Abs. 2
  lit. a VRG). Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind,
  ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.2 Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts werden
  Beschwerden, welche sowohl die Kantons- und Gemeindesteuern als auch die
  direkte Bundessteuer betreffen, grundsätzlich nicht im selben Verfahren
  behandelt. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung gebietet, dass bei
  gemeinsamer Erledigung durch die Beschwerdeinstanz eine separate Entscheidung
  und Begründung für beide Steuerarten vorgenommen wird (BGE 130 II
  509 E. 8.3; StE 2006 B 99.1 Nr. 12). Es erweist sich somit als
  zweckmässig, nachfolgend die Anträge der Beschwerdeführerin lediglich in
  Bezug auf die Kantons- und Gemeindesteuern zu prüfen und die direkte Bundessteuer
  in ein separates Verfahren (VG.2019.00025) zu verweisen.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass
  Aufwendungen, die der Werterhaltung einer Liegenschaft dienen, nicht vom
  Einkommen abziehbar seien. Ebenso seien Kosten für Um-, Ein- und Anbauten
  nicht abzugsfähige Aufwendungen. Würden Unterhaltsaufwendungen und
  wertvermehrende Investitionen zusammen getätigt, sei zwischen den
  abzugsfähigen Unterhaltskosten und den wertvermehrenden Investitionen zu
  unterscheiden. Dies werde anhand von Erfahrungswerten vorgenommen, welche in
  ihrem Merkblatt Liegenschaftsunterhalt festgehalten seien. Dabei werde aber
  vorausgesetzt, dass es sich beim fraglichen Objekt überhaupt um eine
  Liegenschaft handle. Die vorliegend in Frage stehende Gartenlaube sei nicht
  bei der kantonalen Gebäudeversicherung versichert, weshalb sie im Rahmen der
  Vermögenssteuer nicht erfasst sei. Die Beschwerdegegnerin 1 habe die
  Gartenlaube in ihrer Steuererklärung jeweils nicht deklariert, womit die
  Gartenlaube bei der Berechnung des Eigenmietwerts nicht habe berücksichtigt
  werden können. Sollte jedoch die Gartenlaube als Liegenschaft qualifiziert
  werden, müsste der Eigenmietwert entsprechend erhöht werden. Da die
  Gartenlaube aber nicht bei der Gebäudeversicherung versichert sei, sei davon
  auszugehen, dass sie eine Fahrnisbaute darstelle, was dazu führe, dass die
  dafür angefallenen Kosten nicht Liegenschaftsunterhalt darstellten und damit
  nicht abzugsfähig seien. Sollte hingegen von einer Liegenschaft ausgegangen
  werden, würden die Aufwendungen für die neue Gartenlaube den Nutzungswert des
  Grundstücks steigern, da es dadurch in einen besseren Zustand versetzt werde.
  Im Rahmen dieser funktionalen Betrachtungsweise sei nicht relevant, ob die
  Beschwerdegegnerin 1 mehr Mieteinnahmen erziele, sondern wie sich der
  Wert des Grundstücks insgesamt entwickle. Die neu erstellte Gartenlaube gehe
  von der Konzeption her wesentlich über das abgebrochene Objekt hinaus, da sie
  nun vollständig verglast sei, über elektrische Installationen wie auch über ein
  geschlossenes Dach verfüge, womit eine Wertvermehrung ausgewiesen sei.
  Entsprechend habe die Beschwerdegegnerin 1 eine neubauähnliche
  Renovation umgesetzt, bei welcher die neu geschaffene Bausubstanz die
  verbliebene Altsubstanz deutlich überwiege. Damit handle es sich um einen
  Neubau im steuerlichen Sinn, woran die Wiederverwendung von gewissen Teilen
  und Materialien nichts ändere. 

  
	
   

  
	
  2.2 Die Beschwerdegegnerin 1 ist hingegen der
  Ansicht, dass der Neubau der Gartenlaube keine neubauähnliche Renovation darstelle,
  da die dafür angefallenen Kosten im Verhältnis zur gesamten Liegenschaft
  nicht hoch seien. Ferner liege weder eine Gebäudeauskernung noch eine
  Nutzungsänderung noch eine Totalsanierung vor. Da die Gartenlaube über ein
  festes Fundament und damit über eine Verbindung zum Grundstück verfüge,
  handle es sich überdies nicht um eine Fahrnisbaute. Zudem müsste für die
  Gartenlaube wohl aufgrund ihres Werts eine Gebäudeversicherung abgeschlossen
  werden, worauf die Versicherungsexperten anlässlich derer letzten Kontrolle
  im Jahr 2014 nicht hingewiesen hätten, was daher nicht ihr anzulasten
  sei. Weil die Gartenlaube auch nach Vornahme der Bauarbeiten weiterhin so
  genutzt werden könne, wie dies ursprünglich vorgesehen gewesen sei, werde ihr
  Wert erhalten und es finde keine Wertvermehrung statt. Schliesslich hätten
  sich ihre Mieteinnahmen nicht gesteigert, was die ausgebliebene
  Wertvermehrung ebenfalls belege. 

  
	
   

  
	
  2.3 Die Beschwerdegegnerin 2 begründet den
  vorinstanzlichen Entscheid damit, dass die Beschwerdegegnerin 1 aufgrund
  des Ersatzbaus der Gartenlaube keinen mietrechtlichen und damit keinen
  wirtschaftlichen Mehrwert ableiten könne. Die Gartenlaube diene dazu, den
  konkreten Nutzungswert der benachbarten Wohnliegenschaft zu erhalten, zumal
  die Gartenlaube keine wirtschaftlich eigenständige Baute wie beispielsweise
  eine Garage darstelle, welche selbständig an Dritte vermietet werden könne.
  Der Abbruch und der Wiederaufbau der Gartenlaube stellten schliesslich keine
  neubauähnliche Renovation dar, da der technische und wirtschaftliche
  Nutzungszweck nicht geändert worden seien und daher zwischen der alten und
  der neuen Gartenlaube wirtschaftliche Identität bestehe. 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Bei Liegenschaften im Privatvermögen können
  Unterhaltskosten, die Kosten der Instandstellung von neu erworbenen
  Liegenschaften, die Versicherungsprämien und die Kosten der Verwaltung durch
  Dritte abgezogen werden (Art. 30 Abs. 2 StG). Diese Regelung entspricht Art.
  9 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der
  Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG). 

  
	
   

  
	
  Als Gewinnungskosten
  abzugsfähig sind jene Aufwendungen, die dazu dienen, den konkreten
  Nutzungswert eines Wirtschaftsguts zu erhalten, instand zu stellen oder ihn
  zu ersetzen. Massgebend ist vor allem der Nutzungswert, der dem
  Wirtschaftsgut für den Steuerpflichtigen zukommt (Bernhard
  Zwahlen/Alberto Lissi, in Martin Zweifel/Michael Beusch [Hrsg.], Kommentar
  zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer
  [DBG], 3. A., Basel 2017, Art. 32 N. 11). Unterhaltskosten sind Aufwendungen,
  deren Ziel nicht die Schaffung neuer, sondern die Erhaltung bereits
  vorhandener Werte ist und die nach längeren oder kürzeren Zeitabschnitten
  erneut zu tätigen sind (Reparaturen, Renovationen; Markus Reich/Julia von
  Ah/Stephanie A. Brawand, in Martin Zweifel/Michael Beusch [Hrsg.], Kommentar
  zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die Harmonisierung der
  direkten Steuern der Kantone und der Gemeinden [StHG], 3. A., Basel 2017,
  Art. 9 N. 56o). Zu den wertvermehrenden Unterhaltskosten gehören
  hingegen jene Investitionskosten, welche es dem Eigentümer ermöglichen, einen
  höheren Nutzungswert zu erhalten. Dazu gehören sämtliche Liegenschaftskosten,
  welche im Rahmen einer Neu- oder Umbaute eingesetzt werden (Bernhard
  Zwahlen/Alberto Lissi, in Martin Zweifel/Michael Beusch, DBG, Art. 32
  N. 13, mit Hinweisen). 

  
	
   

  
	
  3.2 Die Abgrenzung zwischen Werterhaltung und Wertvermehrung erfolgt nach
  objektiv-technischen Kriterien. Vergleichsmassstab bildet dabei nicht der
  Wert des Grundstücks insgesamt, sondern derjenige der konkret instand
  gehaltenen oder ersetzten Installation. Wird also eine alte Installation
  nicht bloss durch eine dem aktuellen Stand der Technik angepasste neue
  Installation ersetzt, sondern an deren Stelle eine qualitativ bessere
  Installation gesetzt, liegt (anteilmässig) kein Unterhalt mehr, sondern eine
  Wertvermehrung vor, auch wenn der (ursprüngliche) Wert des Grundstücks als
  solches nicht gestiegen ist. Alle Aufwendungen, welche das Grundstück in
  einen besseren Zustand versetzen, d. h. in den Rang eines besser
  ausgestatteten, wertvolleren Gebäudes aufrücken lassen, haben
  wertvermehrenden Charakter. Massgebend ist dabei aufgrund einer funktionalen
  Betrachtungsweise, ob das Grundstück durch die Massnahme eine qualitative
  Verbesserung und damit eine Wertsteigerung erfahren hat. Die Kosten für einen
  Ersatzbau beispielsweise nach einem altersbedingten Abbruch oder aber die
  Kosten einer Totalsanierung/Gebäudesanierung, die einem Neubau gleichkommt,
  gelten nicht als Unterhaltskosten, sondern als wertvermehrende Aufwendungen
  (BGer-Urteil 2C_153/2014 vom 4. September 2014 E. 2.2, 2C_666/2012 vom
  18. Dezember 2012 E. 2.1, 2C_63/2010 vom 6. Juli 2010 E. 2.1;
  Felix Richner et al., Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 2. A., Zürich
  2013, § 30 N. 48 ff.). Damit stellen bauliche Massnahmen im
  Anschluss an einen weitgehenden Gebäudeabbruch, welche praktisch zu einem
  Neubau führen, nicht absetzbare Herstellungskosten dar (vgl. StE 2018
  B 25.6 Nr. 73). 

  
	
   

  
	
  3.3 Als Liegenschaft wird ein
  bestimmtes Stück Bodenfläche mit genügend bestimmten Grenzen verstanden, das
  rechtlich mittels eines Grundbuchauszugs umschrieben ist. Durch die
  Umschreibung der Grenzen im Grundbuch wird die Liegenschaft in der
  Gesamtoberfläche abgegrenzt und damit individualisiert. Dass auch Bauten
  vorhanden sind, wird für den Begriff der Liegenschaft nicht vorausgesetzt.
  Soweit sich aber Gebäude auf und unter der
  Erdoberfläche befinden, stellen diese Bestandteile der Liegenschaft dar, zu
  welcher sie gehören, und bilden mit dieser, solange sie nicht abgetrennt
  sind, eine rechtliche Einheit (Akzessionsprinzip). Ein Bestandteil einer
  Liegenschaft ist eine körperliche Sache, die nach der ortsüblichen Auffassung
  zum Bestand der Liegenschaft gehört und ohne Zerstörung, Beschädigung oder
  Veränderung nicht abgetrennt werden kann (vgl. Art. 642 Abs. 2
  Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 [ZGB]). Entsprechend
  kann der Bestandteil nicht selbständig veräussert werden (Felix Richner et al., § 207 N. 8 ff.). Als Grundstücke
  gelten unter anderem die Bestandteile und das mit dem Grundstück fest
  verbundene Zugehör gemäss Art. 642, 644 und 645 ZGB sowie die
  Fahrnisbauten gemäss Art. 677 ZGB, sofern die Absicht der dauernden Verbindung
  vorliegt (Art. 1 Abs. 2 Ziff. 1 und 2 der Verordnung über die
  Bewertung der Grundstücke vom 22. November 2000).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Die Beschwerdeführerin bezweifelt in
  grundsätzlicher Hinsicht, dass die Gartenlaube eine Liegenschaft darstellt.
  Entsprechend ist primär zu prüfen, ob die Gartenlaube unter den
  steuerrechtlichen Grundstückbegriff fällt.

  
	
   

  
	
  Die von der
  Beschwerdegegnerin 1 neu erstellte Gartenlaube ist auf einem festen
  Plattenfundament platziert, womit sie den die gleichen Masse aufweisenden
  festen Bodenbelag überdacht. Direkt daran angebaut wurde ein kleiner Schopf
  mit verschliessbarer Türe und mindestens einem Fenster, welcher ebenfalls
  über einen befestigten Boden verfügt. Die Holzwände und das dazugehörige
  Wellblechdach der Gartenlaube und des Schopfs sind mittels im Boden
  betonierten Sockelfundamenten fest verankert. Die Rückwand und die Nordwand
  der Gartenlaube wurden als geschlossene Seitenwände erstellt, während die
  Vorderseite offen ist und die Südseite grösstenteils geschlossen ist, jedoch
  einen offenen Eingangsbereich aufweist. Dadurch wird der Zugang zur
  Gartenlaube wie auch zum ausserhalb der Gartenlaube installierten massiven
  Steingrill über gefestigten Boden sichergestellt. Überdies verfügt die
  Gartenlaube über mindestens drei fest installierte Glasfenster, welche den
  überdachten Sitzbereich vor Wind und Regen schützen. Sowohl die Gartenlaube
  als auch der daran angebaute Schopf verfügen mittlerweile über elektrischen
  Strom. Auf der Ostseite an die Gartenlaube und den Schopf angrenzend befindet
  sich eine Wiese.

  
	
   

  
	
  Aus vorstehend
  Ausgeführtem folgt, dass die Gartenlaube zusammen mit dem daran angebauten
  Schopf auf den bereits auf der Parz.-Nr. 02 vorhandenen festen
  Plattenbelag eingepasst und darauf fest installiert wurde. Eine Trennung der
  Gartenlaube und des Schopfs ohne Beschädigung derselben und ein Wiederaufbau
  an einem beliebigen anderen Ort ist insbesondere aufgrund der festen
  Verankerung im Boden sowie aufgrund der neu vorgenommenen Strominstallationen
  nicht möglich. Damit wird die Absicht der dauernden Verbindung der
  Gartenlaube zusammen mit dem Schopf auf dem befestigten Plattenbelag auf der
  Parz.-Nr. 02 manifestiert. Weil nach Art. 1
  Abs. 2 Ziff. 2 der Verordnung über die Bewertung der Grundstücke
  auch Fahrnisbauten, welche mit der Absicht der dauernden Verbindung erstellt
  wurden, als Grundstücke gelten, kann offen bleiben, ob die Gartenlaube mit
  dem angebauten Schopf einen Bestandteil oder aber eine Fahrnisbaute
  darstellt. Denn unabhängig von deren Qualifikation als Bestandteil oder als
  Fahrnisbaute ist die Absicht der dauernden Verbindung der Gartenlaube mit dem
  Grundstück erkennbar, womit die Gartenlaube zusammen mit dem angebauten
  Schopf als Grundstück zu behandeln ist. Damit unterliegt die Gartenlaube mit
  dem angebauten Schopf zusammen mit der Grundstückfläche der Parz.-Nr. 02
  der Steuerpflicht, unabhängig von der Frage, ob dafür eine
  Gebäudeversicherung abgeschlossen worden ist oder aber eine solche hätte
  abgeschlossen werden müssen. Daran ändern auch die Ausführungen der
  Beschwerdeführerin zum Eigenmietwert nichts, da Gegenstand des vorliegenden
  Verfahrens die Frage bildet, ob die für den Neubau der Gartenlaube
  angefallenen Kosten vom Einkommen abzugsfähige Unterhaltskosten bilden. Nicht
  Verfahrensgegenstand bildet hingegen die Frage der Bestimmung des
  Eigenmietwerts der Liegenschaft Parz.-Nr. 02, womit darauf nicht weiter
  einzugehen ist. 

  
	
   

  
	
  4.2 

  
	
  4.2.1 Die Beschwerdegegnerin 1 liess die bestehende
  Gartenlaube mit Geräteschopf vollständig abbrechen. Der dabei anfallende und
  zu entsorgende Abfall betrug 0,86 Tonnen. Anschliessend erfolgte die
  Neuerstellung der Gartenlaube mit neuen Fundamenten, Wandverkleidungen und
  Wellblechplatten für das Dach. Diesbezüglich bestreitet die
  Beschwerdegegnerin 1 nicht, einen vollständigen Abbruch der alten
  Gartenlaube vorgenommen und eine Neuerstellung der Gartenlaube, teilweise
  unter Verwendung von bereits gebrauchtem Material, vorgenommen zu haben. 

  
	
   

  
	
  Ein altersbedingter
  Gebäudeabbruch mit anschliessenden baulichen Massnahmen führt
  "praktisch" zu einem Neubau, womit die dafür anfallenden Kosten
  nicht absetzbare Herstellungskosten darstellen (vgl. E. II/3.2 vorne). Daraus
  muss für den vorliegenden Fall, bei welchem eine Baute vollständig
  abgebrochen und unter Verwendung von massgeblich neuem Baumaterial von Grund
  auf neu erstellt wurde, folgen, dass nicht an der vorbestandenen Konstruktion
  aufgrund der vergangenen Nutzung benötigte Reparaturarbeiten vorgenommen
  wurden, sondern ein Neubau der betreffenden Vorrichtung umgesetzt wurde.
  Daran ändert sich nichts, wenn einige (wenige) bereits vorhandene Materialien
  im Neubau wiederverwendet wurden. Denn diesbezüglich ergibt sich aus der
  Rechnung der C.______GmbH, dass einzig zwei Fenster sowie Dachwellplatten zur
  Erstellung eines Sichtschutzes wiederverwendet worden waren. Im Gegensatz
  dazu wurden insbesondere das Wellblechdach wie auch die Wandverkleidungen aus
  neuem Material angefertigt, wofür alleine Materialkosten von knapp
  Fr. 4'700.- anfielen. 

  
	
   

  
	
  Dasselbe Ergebnis
  resultiert aus einem Vergleich der abgebrochenen mit der neu erstellten
  Gartenlaube. Es zeigt sich, dass die neue Gartenlaube eine massivere
  Konstruktion aufweist als ihre Vorgängerin. So verfügt sie über fest
  verglaste Fenster, während bei der alten Konstruktion mit Löchern versehene
  Scheiben sowie eine unverschlossene Öffnung in der Wand und damit ein offenes
  Fenster vorhanden waren. Weiter verfügt das neu erstellte Dach über einen
  geschlossenen Dachabschluss und die offene Vorderseite weist neu
  Holzeinfassungen an den Seitenwänden auf, womit ein erhöhter Witterungsschutz
  erzielt werden kann. Zusätzlich fällt massgebend ins Gewicht, dass die neu
  erstellte Gartenlaube im Unterschied zu ihrer Vorgängerin über eine
  elektrische Stromversorgung verfügt, womit insbesondere eine elektrische
  Beleuchtung sowie die Möglichkeit des Stromanschlusses mittels Steckdose im
  Gartenbereich neu installiert wurde. Zwar hat sich der Grundriss wie auch der
  Zweck der neu erstellten Gartenlaube im Vergleich zur vorgängig vorhandenen
  Installation nicht verändert, wird diese doch nach wie vor als Gartenlaube
  genutzt. Durch die Neugestaltung haben sich aber deren Nutzungsmöglichkeiten
  erweitert. Damit hat sich der individuelle Nutzungswert der Gartenlaube
  erhöht, womit wertvermehrende Aufwendungen vorliegen. Daran ändert sich
  nichts, wenn durch die Neuerstellung der Gartenlaube keine zusätzlichen
  Mietzinseinnahmen erzielt werden, denn es ist nicht der wirtschaftliche Wert
  der Neubaute massgebend, sondern es ist eine funktionale Betrachtungsweise
  anzuwenden (vgl. E. II/3.2 vorne). So ist darauf abzustellen, dass die neu
  erstellte Gartenlaube besser ausgestattet ist als die zuvor vorhandene
  Installation, womit eine qualitative Besserung und damit eine Wertsteigerung
  des Grundstücks einhergeht. Insofern die Beschwerdegegnerin 1 zudem einwendet,
  die für den Neubau der Gartenlaube angefallenen Kosten seien im Verhältnis
  zum Wert des gesamten Grundstücks sehr gering, ist sie darauf aufmerksam zu
  machen, dass eine Einzelbetrachtung notwendig ist. Dabei ist nicht der Wert
  des Grundstücks insgesamt, sondern derjenige der konkret instand gehaltenen
  oder ersetzten Installation massgebend (vgl. StE 2018 B 2.6 Nr. 72 E. 2.1; E.
  II/3.2 vorne). Die von der Beschwerdegegnerin 1 für den Abbruch und den
  Wiederaufbau aufgewendeten Kosten von gesamthaft mehr als Fr. 20'000.-
  entsprechen deren Neuwert, womit das Vorliegen von nicht absetzbaren
  Herstellkosten abermals bestätigt wird. 

  
	
   

  
	
  Schliesslich ist der
  Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen, dass im Rahmen der kantonal zu
  erhebenden Grundstückgewinnsteuer (vgl. Art. 12 Abs. 1 StHG,
  Art. 105 ff. StG) alle wertvermehrenden Ausgaben abziehbar sind.
  Dazu gehören alle Aufwendungen, welche zur Erhöhung des Substanzwerts
  beitragen, wozu auch Kosten für Neu-, Umbauten sowie Totalrenovationen oder
  -sanierungen zwingend zählen. Werterhaltende Aufwendungen sind hingegen bei
  der Grundstückgewinnsteuer nicht noch einmal zu berücksichtigen (Bernhard Zwahlen/Natalie Nyffenegger, in Martin Zweifel/Michael
  Beusch, StHG, Art. 12 N. 58, mit Hinweisen). Mit dieser Abgrenzung der
  für ein Grundstück anfallenden Kosten wird sichergestellt, dass sowohl die
  werterhaltenden wie auch die wertvermehrenden Ausgaben steuerrechtlich nicht
  unbeachtet bleiben, womit beide Kostenarten ihre Abzugsberechtigung bei der
  jeweilig einschlägigen Steuerart haben. 

  
	
   

  
	
  4.2.2 Die in der Rechnung der C.______GmbH ausgewiesenen
  Kosten beziehen sich unbestrittenermassen auf den Abbruch und den Neubau der
  Gartenlaube, womit alle darin erwähnten Ausgaben als wertvermehrend und damit
  vom Einkommen nicht abzugsfähig einzustufen sind. In der Rechnung der
  Technischen Betriebe Glarus Nord vom 3. Mai 2016 finden sich zum einen
  Aufwendungen für die Installation des Stromanschlusses der Gartenlaube in der
  Höhe von Fr. 2'845.20, welche ebenfalls als wertvermehrend und damit
  nicht abzugsfähig einzustufen sind. Hingegen sind darin noch weitere Kosten
  für die Reparatur der Gegensprechanlage von Fr. 1'109.50 sowie Kosten
  für die Installation einer Aussensteckdose beim Veloraum inkl. Sicherungsverteilung
  im Umfang von Fr. 1'685.25 enthalten. Diese Aufwendungen sind unabhängig
  von der Neugestaltung der Gartenlaube angefallen, weshalb separat zu prüfen
  ist, ob diese als wertvermehrend oder werterhaltend einzustufen sind. 

  
	
   

  
	
  Bei der Auswechslung der
  Gegensprechanlage und dem Ersatz eines Raumthermostats in der Bodenheizung
  handelt es sich um Aufwendungen für Reparaturen, welche werterhaltenden
  Charakter haben und damit als Unterhaltskosten vom Einkommen abziehbar sind.
  Entsprechend sind Fr. 1'138.35 ([Fr. 1'109.50 – 5 % Rabatt] + 8 %
  Mehrwertsteuer) als Unterhaltskosten vom Einkommen der
  Beschwerdegegnerin 1 abzuziehen. Die Neuinstallation einer Steckdose
  stellt hingegen eine Erweiterung von elektrischen Nutzungsmöglichkeiten dar,
  weshalb diese als wertvermehrend und damit als nicht abzugsfähig einzustufen
  ist. 

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  Dies führt zur teilweisen
  Gutheissung der Beschwerde. Der Rekursentscheid der Beschwerdegegnerin 2
  vom 10. Dezember 2018 ist aufzuheben und der Einspracheentscheid der
  Beschwerdeführerin vom 25. April 2018 ist dahingehend abzuändern, als dass
  das steuerbare Einkommen der Beschwerdegegnerin 1 für die Kantons- und
  Gemeindesteuern 2016 auf Fr. 68'000.- (gerundet; Fr. 69'197.- –
  Fr. 1'138.-) festzulegen ist, während das steuerbare Vermögen unverändert
  bei Fr. 282'000.- bleibt.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1. 

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c VRG hat die Partei, welche im Beschwerdeverfahren unterliegt, die amtlichen
  Kosten zu tragen. Die Beschwerdegegnerin 1 unterliegt mit ihren Anträgen
  und die Steuerveranlagung ist nur marginal zu korrigieren, weshalb die
  Gerichtskosten von pauschal Fr. 600.- der Beschwerdegegnerin 1
  aufzuerlegen sind.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Mangels Obsiegens in der
  Hauptsache steht der Beschwerdegegnerin 1 keine Parteientschädigung zu
  (Art. 138 Abs. 3 lit. a VRG). Insofern die Beschwerdeführerin eine
  solche beantragt, ist sie darauf hinzuweisen, dass Behörden in der
  Regel keine Parteientschädigung zusteht, da das Beantworten und Erheben von
  Rechtsmitteln zu ihrem angestammten Aufgabenbereich gehört
  (vgl. VGer-Urteil VG.2017.00088 vom 8. November 2018
  E. III/1.1). Vorliegend sind keine Umstände ersichtlich, welche die
  Zusprache einer Parteientschädigung rechtfertigen würden. 

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Rekursentscheid der
    Beschwerdegegnerin 2 vom 10. Dezember 2018 wird aufgehoben und der
    Einspracheentscheid der Beschwerdeführerin vom 25. April 2018 wird
    dahingehend abgeändert, als dass das steuerbare Einkommen der
    Beschwerdegegnerin 1 für die Kantons- und Gemeindesteuern 2016 auf
    Fr. 68'000.- festgelegt wird.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.- werden der Beschwerde-gegnerin 1
    auferlegt.

    
	
    3.

    	
    Es
    werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]