# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f4be9763-5a40-59f3-b1c8-8826d9a0ce44
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 13.12.2022 S 2021 59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2021-59_2022-12-13.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 21 59

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterIn Meisser und Pedretti

Aktuarin Hemmi

URTEIL

vom 13. Dezember 2022

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, B._____,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Evalotta Samuelsson, Advomed, 

C._____,

Beschwerdeführer

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), D._____,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang X._____, wohnhaft in E._____, war als Hilfsarbeiter 

bei "F._____" in G._____ angestellt und in dieser Eigenschaft bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von 

Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Mit Schadenmeldung UVG 

vom 19. Juni 2015 wurde der Suva mitgeteilt, dass A._____ am 18. Juni 

2015 während der Arbeit in H._____ von der Leiter gestürzt sei. Dabei zog 

er sich eine Mehrfachverletzung mit Extremitätenverletzungen 

(Beckenringfraktur vom lateralen Kompressionstyp links [AO-B2], 

radiocarpale Luxation mit Abrissfraktur des Processus styloideus radii 

links, komplexe Ellenbogenluxationsfraktur links [Typ IV nach Mason/ 

Johnson], undislozierte Scaphoidfraktur rechts), Gesichtsverletzungen 

(undislozierte Tripodfraktur links, undislozierte Orbitabodenfraktur links) 

und eine Thoraxkontusion ventral links zu. In der Folge wurden diverse 

operative Behandlungen durchgeführt, wobei die Beckenringfraktur nicht 

operativ therapiert werden musste; sie wurde konservativ behandelt. 

A._____ wurde ab dem 18. Juni 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

attestiert. Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen 

(Heilbehandlung und Taggeld). 

2. Rund zwei Monate nach dem Unfallereignis, am 10. August 2015, führte 

der Kreisarzt Dr. med. I._____, Facharzt für orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, in seiner Beurteilung aus, 

bezüglich des Beckens könne von einer folgenlosen Heilung ausgegangen 

werden.

3. Im Juni 2016 attestierte das Kantonsspital J._____ A._____ aus 

orthopädischer und handchirurgischer Sicht (ab August 2016) eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit. 

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4. In seiner Kurzbeurteilung vom 4. August 2016 erachtete der Kreisarzt Dr. 

med. I._____ den medizinischen Endzustand als erreicht.  

5. Mit Verfügung vom 5. September 2016 verneinte die Suva einen Anspruch 

auf eine Integritätsentschädigung. Diese Verfügung erwuchs 

unangefochten in Rechtskraft.

6. Vom 13. Juni 2017 bis am 3. Juli 2017 wurde A._____ eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert, ab dem 4. Juli 2017 bis am 31. Juli 2017 eine 

solche von 50 % (ab 17. Juli 2017 aus psychiatrischen Gründen). Vom 

2. August 2017 bis am 13. August 2017 wurde er zu 100 % aus 

psychiatrischen Gründen arbeitsunfähig geschrieben. 

7. Am 9. Februar 2018 verfügte die IV-Stelle des Kantons Graubünden den 

Abschluss der beruflichen Massnahmen auf den 18. Dezember 2017.

8. Mit Verfügung vom 29. Mai 2018 verneinte die Suva einen 

Rentenanspruch gemäss UVG. Diese Verfügung erwuchs ebenfalls 

unangefochten in Rechtskraft. 

9. Am 6. August 2019 erfolgte durch A._____ eine telefonische 

Rückfallmeldung zum Unfall vom 18. Juni 2015. 

10. Dr. med. K._____, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, attestierte 

A._____ vom 18. September 2019 bis am 31. Januar 2020 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit. 

11. Am 14. Januar 2020 fand eine Untersuchung durch den Kreisarzt Dr. med. 

L._____, Facharzt für Chirurgie, speziell Allgemein-, Unfall- und 

Handchirurgie, Mitglied FMH, statt. Dieser hielt in seiner dazugehörigen 

Beurteilung fest, nebst Beschwerden im Ellenbogengelenk links seien 

während der kreisärztlichen Untersuchung keine anderen physischen 

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Beschwerden angegeben worden. Ausserdem führte A._____ anlässlich 

der kreisärztlichen Untersuchung aus, dass die Gehfähigkeit nicht 

beeinträchtigt sei; er absolviere ca. jeden zweiten Tag eine längere 

Gehstrecke von vier bis fünf Kilometern. 

12. A._____ wurde von Dr. med. K._____ vom 1. Juni 2020 bis am 30. Juni 

2020 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. 

13. Im August 2020 wurde im Medizinischen Zentrum M._____ eine 

Laufanalyse durchgeführt. Im dazugehörigen Bericht stellte Dr. N._____, 

Sportwissenschaftlerin, betreffend die statische Körperhaltung einen 

Beckenschiefstand nach rechts fest. Unter dem Titel "Folgerung" führte sie 

aus, das unfunktionelle muskuläre Zusammenspiel im Rahmen der 

Beinachsenstabilisation könne über eine Einlage im Schuh verbessert 

werden, um so die Muskulatur und die Sehnen möglichst funktionell unter 

Belastung zu bringen. Wichtig wäre hierbei, dass der Fuss auch im Bereich 

des Vorfusses korrigiert werde, damit die Abrollbewegung bis in die Push-

off-Phase unterstützt werden könne und um auch einen Einfluss auf die 

Beckenstellung zu nehmen. 

14. Der Hausarzt Dr. med. O._____, Allgemeine Innere Medizin FMH, 

Manuelle Medizin SAMM, Sportmedizin SGSM, Ultraschalldiagnostik 

SGUM, attestierte A._____ vom 14. August 2020 bis am 31. Oktober 2020 

eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Vom 8. Oktober 2020 bis am 30. 

November 2020 wurde A._____ von Dr. med. K._____ zu 80 % 

arbeitsunfähig geschrieben. 

15. In seiner E-Mail vom 1. Dezember 2020 zuhanden der Suva hielt der 

Hausarzt Dr. med. O._____ fest, dass der wahrscheinlich erst durch das 

Trauma aufgetretene oder symptomatisch gewordene Beckenschiefstand 

mit den neuen Einlagen mit nun eindrücklichem Ansprechen korrigiert 

werden könne. 

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16. In seiner Kurzbeurteilung vom 3. Dezember 2020 führte der Kreisarzt Dr. 

med. P._____, Facharzt für Chirurgie, speziell Allgemeinchirurgie und 

Traumatologie, aus, der Beckenschiefstand sei überwiegend 

unwahrscheinlich unfallkausal. 

17. Am 11./14. Dezember 2020 hielt der Kreisarzt Dr. med. P._____ in seiner 

Beurteilung erneut fest, da es durch das Trauma vom 18. Juni 2015 zu 

keiner Beckenverletzung gekommen sei, die einen Beckenschiefstand 

begründen würde, sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

anzunehmen, dass der Beckenschiefstand bereits vor dem Unfall 

bestanden habe und somit als nicht unfallkausal angesehen werden 

könne. 

18. Mit Verfügung vom 15. Dezember 2020 verneinte die Suva die 

Leistungspflicht hinsichtlich der geltend gemachten Beckenbeschwerden, 

weil kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zum 

Unfallereignis vom 18. Juni 2015 vorliege. 

19. Die dagegen von A._____ am 4. Januar 2021 erhobene Einsprache, 

welche am 16. Februar 2021 näher begründet wurde, wies die Suva mit 

Einspracheentscheid vom 22. April 2021 ab. 

20. Der Hausarzt Dr. med. O._____ attestierte A._____ ab 1. März 2021 

voraussichtlich bis und mit 31. Mai 2021 eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit. 

21. Gegen den Einspracheentscheid erhob A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) am 25. Mai 2021 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Er beantragte, der 

Einspracheentscheid vom 22. April 2021 sei aufzuheben und es seien ihm 

die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen; eventualiter sei die Sache an 

die Suva zwecks Einholung eines fachärztlichen (orthopädisch und 

neurologisch) Gutachtens zurückzuweisen, damit sie hernach nochmals 

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über seine gesetzlichen Ansprüche entscheide; unter 

Entschädigungsfolgen zulasten der Suva. Begründend brachte der 

Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, anlässlich des Unfallereignisses 

vom 18. Juni 2015 habe er ein Polytrauma erlitten. Seit diesem Unfall 

würden in den Arztberichten entgegen den kreisärztlichen Beurteilungen 

immer wieder Beschwerden im Becken links vermerkt. Im Austrittsbericht 

der Rehaklinik Q._____ vom 9. Mai 2016 seien Tendomyosen am 

Ursprung der Mm glutei maximus/medius dokumentiert. Aus den Akten 

gehe das Ausmass der Beschwerden aber nicht hervor. Radiologische 

Kontrollen seien nicht mehr erfolgt. Grundsätzlich bleibe die bestehende 

Problematik unklar. Dr. med. R._____ halte in ihrer Beurteilung Folgendes 

fest: "Es ist aber nicht korrekt, mit Verfügung vom 15.12.2020 die 

Beckenbeschwerden, welche der Beschwerdeführer als Rückfall gemeldet 

hat, in dieser absolut unklaren Situation als unfallkausal abzulehnen. 

Diese Beschwerden sind von orthopädischer Seite zu beurteilen, ggf. 

ebenfalls von neurologischer Seite. Der Beschwerdeführer hat sich am 

18.06.2015 eine acetabulumnahe obere Schambeinastfraktur zugezogen, 

die Fraktur strahlt ins Pfannendach ein. Gegebenenfalls liegt zusätzlich 

eine Nervenkompressionsproblematik vor; es braucht eine neue 

Bildgebung. Eine Ganganalyse ist nicht geeignet, diese Fragen zu klären. 

Der von Herrn Dr. O._____ geltend gemachte Beckenhochstand wurde 

von keinem weiteren Arzt bestätigt." Ein Beckenschiefstand sei gemäss 

Verlaufsbericht vom 17. März 2021 ausgeschlossen. Weshalb die Suva 

von einem Beckenschiefstand ausgehe, sei nicht nachvollziehbar. Die 

kreisärztliche Beurteilung erweise sich nach dem Gesagten als nicht 

schlüssig. Die medizinische Entscheidlage sei unzureichend. Eine 

neurologische Abklärung sei nie erfolgt und es könnte eine 

Nerveneinklemmung vorliegen. Auch dies sei nie abgeklärt worden. Eine 

umfassende Schmerzanamnese seitens der Suva sei nicht erfolgt. Eine 

Laufganganalyse sei für die Beurteilung der Unfallkausalität nicht 

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geeignet. Nur eine gutachterliche Abklärung könne über die Ursache der 

Beschwerden Auskunft geben. 

22. In der Beschwerdeantwort vom 7. Juli 2021 beantragte die Suva 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin), auf die Beschwerde sei nicht 

einzutreten; eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen und der 

Einspracheentscheid vom 21. (recte: 22.) April 2021 zu bestätigen. 

Begründend wurde im Wesentlichen festgehalten, der Beschwerdeführer 

habe im Einspracheverfahren noch auf dem Vorliegen eines 

Beckenschiefstands beharrt, welcher für seine Beckenbeschwerden 

verantwortlich sei. Nun bestreite er im Beschwerdeverfahren, an einem 

Beckenschiefstand zu leiden. Damit werde die Beschwerde 

gegenstandslos. Der Standpunkt der Beschwerdegegnerin sei stets 

gewesen, dass der ursprünglich geltend gemachte Beckenschiefstand 

aufgrund des Unfallereignisses nicht als unfallkausal anzusehen sei. 

Indem der Beschwerdeführer nun geltend mache, gar nicht an einem 

Beckenschiefstand zu leiden, sei dieser ursprünglich strittige 

Anfechtungsgegenstand nicht mehr strittig, womit es sogar an einem 

Anfechtungswillen fehle. Zudem zeigten die neu eingereichten 

Arztberichte gar keine behandlungsbedürftigen Beschwerden am Becken 

auf, weshalb fraglich sei, wegen welchen Beschwerden der 

Beschwerdeführer betreffend Becken einen Rückfall geltend machen 

wolle. Es sei unklar, was denn abgeklärt werden solle, da ärztlicherseits 

keine weiteren Behandlungen bzw. Abklärungsmassnahmen 

vorgeschlagen worden seien und die anfänglich geltend gemachten 

Beschwerden eines Beckenhochstands nun sogar vom Beschwerdeführer 

selbst negiert würden.  

23. Mit unaufgeforderter Eingabe vom 11. August 2022 reichte der 

Beschwerdeführer ein Schreiben der S._____ Klinik T._____ vom 29. Juli 

2022 bezüglich einer anstehenden ambulanten Untersuchung 

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(Anfertigung von aktuellen Röntgenaufnahmen und Termin beim leitenden 

Oberarzt Orthopädie) vom 30. September 2022 sowie Fotoaufnahmen ein. 

Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Einspracheentscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in 

den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 22. April 2021. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann 

gegen einen Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung 

Beschwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben 

werden, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der 

Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt 

im Kanton Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen 

sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 

lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100). Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen 

Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer davon überdies berührt 

und er weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder 

Änderung auf (vgl. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und 

formgerecht eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten (vgl. Art. 60 

i.V.m. Art. 38 Abs. 3 ATSG, Art. 61 lit. b ATSG; vgl. auch Erwägung 2.3).

2.1. Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur 

Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die 

zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer 

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Verfügung – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung 

den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. 

Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer 

Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen 

ist (vgl. BGE 131 V 164 E.2.1, 125 V 413 E.1a mit weiteren Hinweisen). 

Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege 

ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Verfügung 

bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den aufgrund der 

Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand 

bildet. Anfechtungs- und Streitgegenstand sind danach identisch, wenn 

die Verwaltungsverfügung insgesamt angefochten wird; bezieht sich 

demgegenüber die Beschwerde nur auf einzelne der durch die Verfügung 

bestimmten Rechtsverhältnisse, gehören die nicht beanstandeten – 

verfügungsweise festgelegten – Rechtsverhältnisse zwar wohl zum 

Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand (vgl. BGE 131 V 164 E.2.1, 

125 V 413 E.1b i.V.m. E.2a; Urteil des Bundesgerichts 8C_52/2010 vom 

2. Juli 2010 E.2.1).

2.2. Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet 

der die Verfügung vom 15. Dezember 2020 bestätigende 

Einspracheentscheid vom 22. April 2021. Darin befand die 

Beschwerdegegnerin über ihre Leistungspflicht betreffend die geltend 

gemachten Beckenbeschwerden und die damit zusammenhängende 

Frage der Unfallkausalität dieser Beschwerden (vgl. 

beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 2). 

2.3. Soweit die Beschwerdegegnerin vorbringt, der Beschwerdeführer mache 

nun – im Gegensatz zum Einspracheverfahren – geltend, gar nicht an 

einem Beckenschiefstand zu leiden, womit dieser ursprünglich strittige 

Anfechtungsgegenstand nicht mehr strittig sei und es damit an einem 

Anfechtungswillen fehle, kann ihr nicht gefolgt werden. Die im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren gestellten Rechtsbegehren zielen klar 

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darauf ab, den angefochtenen Einspracheentscheid vom 22. April 2021 

aufzuheben und dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen 

zuzusprechen bzw. eventualiter die Sache an die Beschwerdegegnerin zu 

weiteren Abklärungen und neuem Entscheid zurückzuweisen. Damit geht 

der Anfechtungswille klar aus der Eingabe hervor und es liegt eine 

rechtsgenügliche Beschwerde vor. 

2.4. Zudem macht die Beschwerdegegnerin geltend, habe der 

Beschwerdeführer im Einspracheverfahren noch auf dem Vorliegen eines 

Beckenschiefstands beharrt, welcher für seine Beckenbeschwerden 

verantwortlich sei, bestreite er nun im Beschwerdeverfahren, an einem 

Beckenschiefstand zu leiden. Dazu habe er neue Arztberichte eingereicht. 

Gemäss Verlaufsbericht einer Arztpraxis in E._____ vom 17. März 2021 

hätten objektiv ein normales Gangbild und eine sehr gute Muskulatur im 

Bereich beider Beine festgestellt werden können. Grob geprüft gäbe es 

keine Anzeichen eines Beckenschiefstands. Damit werde die Beschwerde 

gegenstandslos. Nach der Auffassung des angerufenen Gerichts ist die 

Beschwerde nicht gegenstandslos geworden, weil der Beschwerdeführer 

anders als im Einspracheverfahren neu im Beschwerdeverfahren das 

Vorliegen eines Beckenschiefstands verneint. Denn der 

Beschwerdeführer tut Beckenbeschwerden dar und verlangt im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren die Zusprache der gesetzlichen 

Leistungen bzw. eventualiter weitere medizinische Abklärungen und 

hernach einen neuen Entscheid durch die Beschwerdegegnerin, so dass 

die Beschwerde materiell zu behandeln ist. In sachverhaltlicher Hinsicht 

sind die Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Erlasses des strittigen 

Einspracheentscheids am 22. April 2021 zu berücksichtigen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 8C_382/2021 vom 19. Oktober 2021 E.4.1 mit 

weiteren Hinweisen), weshalb in casu der Verlaufsbericht des Center 

U._____ E._____ SA, Arztpraxis, vom 17. März 2021 (vgl. Bf-act. 4) in die 

Entscheiderwägungen miteinzubeziehen ist (vgl. Erwägung 5.3). 

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3. In materieller Hinsicht ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 

gesetzliche Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) aufgrund von 

Beckenbeschwerden umstritten. 

4.1. Versicherungsleistungen nach dem UVG werden – soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt – bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und 

Berufskrankheiten gewährt (Art. 6 Abs. 1 UVG). Art. 10 Abs. 1 UVG 

gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige 

Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versicherte Person 

infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat 

sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). 

4.2.1. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen 

Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein 

der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 

Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 

Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige 

oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, 

dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die 

körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt 

hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne 

dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (vgl. BGE 147 

V 161 E.3.1 und E.3.2, 129 V 177 E.3.1, je mit weiteren Hinweisen). Ob 

zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 

der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

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Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines 

Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs 

nicht (vgl. BGE 142 V 435 E.1, 129 V 177 E.3.1, 119 V 335 E.1; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E.3.2.1). 

4.2.2. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein 

adäquater Kausalzusammenhang besteht (vgl. BGE 147 V 161 E.3.1). 

Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache 

eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 

und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen 

Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses 

Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (vgl. 

BGE 129 V 177 E.3.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_596/2021 vom 12. 

Juli 2022 E.3, 8C_123/2018 vom 18. September 2018 E.3.2). Der 

Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt die 

Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (vgl. BGE 129 V 177 E.3.3). Sie 

hat bei allen Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz 

zu greifen. Die Frage der Adäquanz ist eine Rechtsfrage, sie ist nicht von 

medizinischen Sachverständigen, sondern vom Richter zu beurteilen (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts 8C_15/2021 vom 12. Mai 2021 E.7.3, 

8C_833/2016 vom 14. Juni 2017 E.5.2).

4.2.3. Dabei spielt im Sozialversicherungsrecht die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv 

ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die 

adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (vgl. BGE 140 

V 356 E.3.2, 138 V 248 E.4, 127 V 102 E.5b/bb). 

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4.3. Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 

832.202) werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und 

Spätfolgen gewährt. Rückfälle und Spätfolgen stellen besondere 

revisionsrechtliche Tatbestände dar (vgl. BGE 144 V 245 E.6.2, 127 V 456 

E.4b, 118 V 293 E.2d; SVR 2003 UV Nr. 14 S. 43 E.4.2). Bei einem 

Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich 

geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise 

sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, 

wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische 

oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten 

Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen somit 

begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie 

eine Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur auslösen, 

wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der 

seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein 

natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (vgl. BGE 144 

V 245 E.6.1, 118 V 293 E.2c; Urteile des Bundesgerichts 8C_382/2018 

vom 6. November 2018 E.2.2, 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 

E.3.1.1, 8C_934/2014 vom 8. Januar 2016 E.3.2).

4.4. Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz 

beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das 

Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie 

von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das 

Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes 

vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 

fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht. Die Richterin und der Richter haben vielmehr 

jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen 

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Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (vgl. BGE 144 V 

427 E.3.2, 138 V 218 E.6 mit weiteren Hinweisen). Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der 

Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des 

Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, 

für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im 

Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine 

Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Nach der höchstrichterlichen 

Rechtsprechung liegt die Beweislast demzufolge bei 

anspruchsbegründenden Tatfragen – wie einer Rückfallkausalität – bei der 

Partei, welche den Anspruch geltend macht. Bei anspruchsaufhebenden 

Tatfragen liegt sie bei der Partei, welche sich auf das Dahinfallen des 

Anspruchs beruft. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es 

sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes 

auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der 

zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

entsprechen (vgl. BGE 144 V 427 E.3.2, 138 V 218 E.6; 117 V 261 E.3b 

mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_831/2019 vom 13. 

Februar 2020 E.3.2.2; Entscheid des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVGE] U 209/04 vom 25. November 2004 E.1.1). 

4.5. Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den 

Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel 

– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das 

Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

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Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend 

ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten 

begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a, 122 V 157 

E.1c). Gemäss Rechtsprechung ist auch ein reines Aktengutachten 

beweiskräftig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, 

Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten 

sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorliegen, damit der 

Berichterstatter imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen 

ein vollständiges Bild zu verschaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_397/2019 vom 6. August 2019 E.4.3 mit weiteren Hinweisen). Dabei 
geht es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an 

sich feststehenden medizinischen Sachverhalts, mithin rückt die direkte 

ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts 8C_322/2020 vom 9. Juli 2020 E.3, 

8C_780/2016 vom 24. März 2017 E.6.1, je mit weiteren Hinweisen). Den 

Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte 

kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine 

Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Bestehen auch nur geringe 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1, 139 

- 16 -

V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4 und E.4.6 f., 125 V 351 E.3b/ee). In Bezug 

auf behandelnde Ärztinnen und Ärzte, insbesondere Hausärzte, ist zu 

beachten, dass sie in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur 

versicherten Person stehen. Da sie sich zudem in erster Linie auf die 

Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den 

Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die 

Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des 

Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen 

Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E.3a. Aus 

diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass behandelnde 

Ärztinnen und Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten 

aussagen, wird im Streitfall eine direkte Leistungszusprache einzig 

gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte kaum je 

in Frage kommen. Diese Erfahrungstatsache befreit das Gericht indessen 

nicht von seiner Pflicht zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei der auch 

die von der versicherten Person aufgelegten Berichte 

mitzuberücksichtigen sind. Diese sind daraufhin zu prüfen, ob sie auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

Feststellungen versicherungsberatenden Ärztinnen und Ärzte wecken 

(vgl. BGE 135 V 465 E.4.5 f.; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_160/2012 

vom 13. Juni 2012 E.3.1.2, 8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3, 

8C_907/2009 vom 12. Februar 2010 E.1.1). 

5.1. Der Beschwerdeführer bringt vor, seit dem Unfall vom 18. Juni 2015 

würden in den Arztberichten immer wieder Beschwerden im Becken links 

vermerkt.

Dem Austrittsbericht der Rehaklinik Q._____ vom 9. Mai 2016 ist 

betreffend die diagnostische Beurteilung insbesondere zu entnehmen, 

dass im CT vom 18. Juni 2015 eine gering dislozierte, Acetabulum-nahe 

Fraktur des oberen Schambeinastes links sichtbar sei. Am rechten 

- 17 -

Hüftgelenk sei der Acetabulumrand im kranialsten Bereich separiert vom 

Rest des Beckenknochens, dies könnte eine kleine knöcherne 

Absprengung des Acetabulumrandes oder aber eine vorbestehende 

Anomalie sein. Im Hüftbereich rechts habe der Beschwerdeführer keinerlei 

Beschwerden. Links bestünden ventral, im Bereich der Schambeine, 

ebenfalls keine Beschwerden. Dorsal hingegen seien 

Ursprungstendomyosen der Mm. glutei medius und minimus vorhanden, 

die zu lokalen belastungsabhängigen Schmerzen führten. Die 

Hüftgelenksbeweglichkeit sei beidseits frei (vgl. beschwerdegegnerische 

Akten [Bg-act.] 134 S. 5). Zudem ergibt sich aus dem besagten 

Austrittsbericht folgendes Zumutbarkeitsprofil bezüglich des Beckens 

links: "Wechselbelastende, nicht rein im Stehen/Gehen auszuführende 

Tätigkeit" (vgl. Bg-act. 134 S. 4). Anlässlich der Situationsanalyse vom 

7. August 2015 berichtete der Beschwerdeführer von Beckenschmerzen 

insbesondere beim Sitzen (vgl. Bg-act. 23 S. 2). Etwa zum gleichen 

Zeitpunkt, am 10. August 2015, hielt der Kreisarzt Dr. med. I._____ in 

seiner Beurteilung fest, bezüglich des Beckens könne von einer 

folgenlosen Heilung ausgegangen werden (vgl. Bg-act. 27 S. 2). Das 

ärztliche Triagekonsilium der Rehaklinik Q._____ zur Beurteilung der 

Indikation für eine arbeitsorientierte Rehabilitation vom 21./22. Januar 

2016 ergab sodann ein unauffälliges freies Gangbild (vgl. Bg-act. 81 S. 6). 

Dem Austrittsbericht der Rehaklinik Q._____ vom 9. Mai 2016 ist ferner 

unter dem Titel "Befunde bei Eintritt, Wirbelsäule/Thorax" was folgt zu 

entnehmen: "Beckentiefstand rechts, ausgleichbar mit 1.5 cm" (vgl. Bg-

act. 134 S. 11 f.). Bei Austritt des Beschwerdeführers wurde dies nicht 

mehr als relevanter Befund erwähnt (vgl. Bg-act. 134 S. 13). Schliesslich 

wurde im Verlaufsbericht des Kantonsspitals Graubünden, Klinik für 

Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 2. Juni 

2016 unter dem Titel "Anamnese" festgehalten, der Beschwerdeführer 

klage noch etwas über geringgradige Restbeschwerden im Bereich des 

Beckens (vgl. Bg-act. 145 S. 2 f.). 

- 18 -

5.2. In seiner Kurzbeurteilung rund ein Jahr nach dem Unfallereignis, am 

4. August 2016, hielt der Kreisarzt Dr. med. I._____ fest, dass der 

medizinische Endzustand erreicht sei (vgl. Bg-act. 181). Im weiteren 

Behandlungsverlauf wurden von Seiten des Beschwerdeführers keine 

Beckenbeschwerden thematisiert. Am 14. Januar 2020 erfolgte eine 

kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med. L._____, wobei der 

Beschwerdeführer ausführte, die Gehfähigkeit sei nicht beeinträchtigt; er 

absolviere ca. jeden zweiten Tag eine längere Gehstrecke von vier bis fünf 

Kilometern. Der Kreisarzt Dr. med. L._____ hielt in seiner Beurteilung 

ausserdem fest, dass während der Untersuchung nebst Beschwerden im 

Ellenbogengelenk links keine anderen physischen Beschwerden 

angegeben worden seien (vgl. Bg-act. 366 S. 4 und S. 6 f.). 

5.3. Mit E-Mail an die Beschwerdegegnerin vom 19. August 2020 machte der 

Beschwerdeführer gestützt auf eine am 12. August 2020 im Medizinischen 

Zentrum M._____ durchgeführte Laufanalyse einen Beckenschiefstand 

geltend (vgl. Bg-act. 460 und 524 S. 2 ff.). Im gleichentags verfassten 

Bericht zur erwähnten Laufanalyse hielt Dr. N._____ fest, dass die 

Beckenringfraktur konservativ behandelt worden sei und ein 

Beckenschiefstand nach rechts vorliege (vgl. Bg-act. 524 S. 2). Über die 

Kausalität hiervon zum Unfallereignis vom 18. Juni 2015 kann den Akten 

keine fachärztliche Beurteilung entnommen werden. Der Hausarzt Dr. 

med. O._____ führte in seiner E-Mail an die Beschwerdegegnerin vom 1. 

Dezember 2020 aus, dass der wahrscheinlich erst durch das Trauma 

aufgetretene oder symptomatisch gewordene Beckenschiefstand mit den 

neuen Einlagen mit nun eindrücklichem Ansprechen korrigiert werden 

könne (vgl. Bg-act. 524 S. 1). Er beschrieb jedoch im Rahmen der 

Krankengeschichte-Auszüge ab Behandlungsbeginn bei ihm am 2. März 

2020 keine Bein- und Beckenprobleme, sondern hielt fest, dass ein 

Beckenhochstand links vorliege, die Einlagen (Simka) vier Jahre alt seien 

und nicht mehr getragen würden und dass das Gangbild symmetrisch sei 

- 19 -

(vgl. Bg-act. 453 S. 2 f.). Zur Kausalität machte der Hausarzt Dr. med. 

O._____ keine Aussage, ebensowenig nannte er behandlungsbedürftige 

Beckenbeschwerden. 

Der Kreisarzt Dr. med. P._____ hielt in seiner Kurzbeurteilung vom 3. 

Dezember 2020 denn auch fest, dass der Beckenschiefstand überwiegend 

unwahrscheinlich unfallkausal sei, zumal die Beckenkompressionsfraktur 

zu einer Läsion des oberen Schambeinastes links geführt habe, welche 

aber auf den Folgeaufnahmen, insbesondere vom 21. Dezember 2015, 

nicht mehr zu erkennen gewesen sei (vgl. Bg-act. 525 S. 1). Zu demselben 

Ergebnis gelangte der besagte Kreisarzt im Rahmen seiner 

Aktenbeurteilung vom 11./14. Dezember 2020 (vgl. Bg-act. 531 S. 2 f.). 

Darin wies der Kreisarzt Dr. med. P._____ auf die Bildgebung vom 18. 

Juni 2015 (Becken liegend ap tief zentriert, Computertomogramm 

Polytrauma), 26. Juni 2015 (Beckenübersichtsaufnahme liegend) und 21. 

Dezember 2015 (Beckenübersicht tief zentriert liegend) hin, wobei 

unmittelbar nach dem Unfallereignis (18. Juni 2015, 26. Juni 2015) eine 

obere Schambeinastkompressionsfraktur links ohne Dislokation, ein 

unauffälliger Symphysen- und ISG-Bereich und keine weitere Verletzung 

des Beckenrings beschrieben sowie rund sechs Monate später (21. 

Dezember 2015) ein unauffälliger Beckenring und eine konsolidierte, nicht 

mehr sichtbare Schambeinastfraktur links festgestellt wurden (vgl. Bg-act. 

531 S. 2). Die entsprechende kreisärztliche Beurteilung lautete wie folgt: 

"Anlässlich des Polytraumas vom 18.06.2015 erlitt der Versicherte unter 

anderem eine Beckenringfraktur vom lateralen Kompressionstyp links Typ 

AOB2. Diese war ersichtlich an einer oberen 

Schambeinkompressionsfraktur links, die am 21.12.2015 als abgeheilt 

angesehen werden konnte (Röntgenbild vom gleichen Datum). Die 

Beckenverletzung führte zu keiner Veränderung der Statik, insbesondere 

nicht in craniocaudaler Richtung. Im kreisärztlichen Untersuchungsbericht 

vom 14.01.2020 ist zu lesen, dass die Gehfähigkeit nicht beeinträchtigt ist 

- 20 -

und circa alle zwei Tage eine Gehstrecke von 4 bis 5 km bewältigt wird. 

[…] Die Inzidenz eines Beckenschiefstandes ist hoch, etwa zwei Drittel 

aller Menschen weltweit weisen eine Beinlängendifferenz von circa 1 cm 

oder mehr und damit einen Beckenschiefstand auf. Da es durch das 

Trauma vom 18.06.2015 zu keiner Beckenverletzung kam, die einen 

Beckenschiefstand begründen würde, ist mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass der Beckenschiefstand bereits vor 

dem Unfall bestand und somit als nicht unfallkausal angesehen werden 

kann" (vgl. Bg-act. 531 S. 2 f.). 

Dieser kreisärztlichen Beurteilung folgte auch die vom Beschwerdeführer 

beigezogene Dr. med. R._____, Fachärztin für Chirurgie FMH, MAS 

Versicherungsmedizin, Vertrauensärztin SGV, in ihrer Aktenbeurteilung 

vom 22. Mai 2021, wonach die kreisärztliche Argumentation, dass eine 

obere Schambeinastfraktur links kaum zu einem Beckenhochstand links 

führe, korrekt sei (vgl. Bf-act. 3 S. 8). Die Beurteilung von Dr. med. 

R._____ stellt ein Aktengutachten dar, welches im Auftrag des 

Beschwerdeführers erstellt wurde, und vermag keine Zweifel an den 

versicherungsmedizinischen Einschätzungen der Kreisärzte Dres. med. 

I._____, L._____ und P._____ zu begründen. Letztere kamen in ihren 

Aktenbeurteilungen (Dres. med. I._____ und P._____) bzw. aufgrund 

einer klinischen Untersuchung (Dr. med. L._____) in schlüssiger, 

nachvollziehbarer Weise übereinstimmend zum Schluss, dass die geltend 

gemachten Beckenbeschwerden nicht überwiegend wahrscheinlich 

unfallkausal sind. Dr. med. R._____ regte zwar eine orthopädische, 

gegebenenfalls eine neurologische Abklärung mit neuer Bildgebung an, 

ohne jedoch eine eigene fachärztliche Diagnose zu stellen bzw. einen 

Befund abzugeben (vgl. Bf-act. 3). Der Beschwerdeführer selbst reichte 

mit E-Mail an die Beschwerdegegnerin vom 4. Mai 2021 ein Foto zu den 

Akten, welches die Einlagen vor und nach dem Unfall zeigt (vgl. Bg-act. 

597 S. 1 f.). Auch daraus kann geschlossen werden, dass der 

- 21 -

Beckenschiefstand – sollte denn ein solcher vorgelegen haben – bereits 

vor dem Unfall vom 18. Juni 2015 vorhanden war und damit nicht 

unfallkausal ist. Während der Beschwerdeführer seine Beschwerden im 

Rahmen des Einspracheverfahrens noch auf einen Beckenschiefstand 

zurückführte (vgl. Bg-act. 548 S. 3 und 564 S. 3 f.), verneinte er im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren einen solchen rundweg und verwies 

diesbezüglich auf den Verlaufsbericht des Center U._____ E._____ SA, 

Arztpraxis, vom 17. März 2021 (vgl. Beschwerdeschrift vom 25. Mai 2021 

Rz. 12; Bf-act. 4, mutmassliche Untersuchung durch "ZEL", Prof. Dr. med. 

V._____, Facharzt für Unfallchirurgie und allgemeine Innere Medizin, 

W._____, zuletzt besucht am 13. Dezember 2022). Dieser Bericht fand im 

angefochtenen Einspracheentscheid keine Erwähnung, weil er der 

Beschwerdegegnerin zum Zeitpunkt des Erlasses dieses Entscheids 

(noch) nicht vorlag. In sachverhaltlicher Hinsicht sind die Verhältnisse bis 

zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids (22. April 

2021) zu berücksichtigen (vgl. Erwägung 2.4), so dass der besagte 

Verlaufsbericht vom 17. März 2021 in die Entscheiderwägungen 

miteinzubeziehen ist. Daraus lassen sich in objektiver Hinsicht unter 

anderem ein normales Gangbild und eine sehr gute Muskulatur im Bereich 

beider Beine entnehmen. Zudem konnte im Rahmen einer groben Prüfung 

kein Beckenschiefstand festgestellt werden. Sodann ergab die 

Beckenübersichtsaufnahme vom 17. März 2021 keine offensichtliche 

Asymmetrie; es wurden lediglich diskrete degenerative Veränderungen im 

Bereich beider Acetabuli, rechts lateral etwas mehr, festgestellt. Unter 

dem Titel "Beurteilung" wurde schliesslich ausgeführt, dass das klinische 

Bild am ehesten für eine Inguinalzerrung (Anmerkung des Gerichts: 

Leistenzerrung) spreche (vgl. Bf-act. 4). Somit sind auch dem 

Verlaufsbericht des Center U._____ E._____ SA, Arztpraxis, vom 17. 

März 2021 keine behandlungsbedürftigen Beckenbeschwerden zu 

entnehmen. Damit vermag dieser Arztbericht ebenfalls keine auch nur 

geringen Zweifel an den kreisärztlichen Beurteilungen zu erwecken. Die 

- 22 -

Unfallkausalität der geltend gemachten Beckenbeschwerden – wie sie im 

Falle eines Rückfalls vom Beschwerdeführer zu beweisen wäre (vgl. 

Erwägung 4.4) – ist nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt. Die 

Beschwerdegegnerin ist ihrer Abklärungspflicht nach Art. 43 ATSG 

rechtsgenüglich nachgekommen und es bedarf keiner weiteren 

medizinischen Abklärungen. 

6. Im Ergebnis erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid der 

Beschwerdegegnerin vom 22. April 2021 als rechtens, womit die dagegen 

vom Beschwerdeführer erhobene Beschwerde abzuweisen ist. 

7. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, 

wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Die 

Sonderbestimmungen zur Rechtspflege gemäss Art. 105 ff. UVG sehen 

keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind 

unfallversicherungsrechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen in 

der Regel kostenlos. Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge – in 

casu nicht vorliegenden – mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens 

(Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis in fine ATSG). Für das vorliegende 

Beschwerdeverfahren sind daher keine Kosten zu erheben. Ein 

Parteikostenersatz steht der obsiegenden Beschwerdegegnerin gemäss 

Art. 61 lit. g ATSG nicht zu. 

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]