# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1051c5a6-0cc3-52ef-84da-082aac6d3755
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.07.2008 E-4345/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4345-2008_2008-07-03.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4345/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  J u l i  2 0 0 8

Einzelrichter Bruno Huber, 
mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer; 
Gerichtsschreiberin Mareile Lettau.

A._______, geboren _______,
Guinea,
vertreten durch lic. iur. Pascale Bächler, 
Beratungsstelle für Asylsuchende der Region Basel, 
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 20. Juni 2008 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4345/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer sein Heimatland eigenen Angaben zufolge 
am  4. April 2008  per  Schiff  nach  Italien  verliess  und  von  dort,  ver-
steckt in einem Lieferwagen, am 27. April 2008 illegal in die Schweiz 
eingereiste, wo er am gleichen Tag im Empfangs- und Verfahrenszen-
trum _______ um Asyl nachsuchte und am 9. Mai 2008 summarisch 
befragt wurde,

dass er bei der Gesuchseinreichung keine Papiere vorlegte, weshalb 
er mit einem Informationsblatt, dessen Inhalt er mit seiner Unterschrift 
verstanden zu haben bestätigte, zur Abgabe sämtlicher, bei  anderen 
Behörden  hinterlegter  oder  anderweitig  verfügbarer  Identitätspapiere 
innerhalb von 48 Stunden aufgefordert wurde,

dass am 16. Mai 2008 eine Handknochenanalyse durchgeführt wurde 
und  der  durchführende  Arzt  zum  Ergebnis  kam,  das  Alter  des  Be-
schwerdeführers betrage mindestens 19 Jahre,

dass  dem  Beschwerdeführer  in  einer  ergänzenden  Nachbefragung 
vom 5. Juni 2008 zu diesem Ergebnis das rechtliche Gehör gewährt 
wurde,

dass er dabei im Wesentlichen anführte, er wisse nicht, wie alt er bei 
seiner Einschulung gewesen und wann er zuletzt zur Schule gegangen 
sei,  insgesamt seien es nur etwa fünf  Jahre Schulzeit  in  B._______ 
gewesen,

dass die direkte Bundesanhörung am 18. Juni 2008 ohne Beisein einer 
Vertrauensperson stattfand,

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Hauptsache  geltend  machte,  er  sei 
ethnischer Fula und lebe seit 2005 mit seinen Eltern und seinen bei-
den Brüdern in C._______ (B._______),

dass er am (Datum) an einer von der Gewerkschaft organisierten 
Demonstration teilgenommen habe, die vom Militär gewaltsam auf-
gelöst worden sei, 

dass viele Teilnehmer erschossen worden seien und er daraufhin die 
Flucht ergriffen habe,

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dass er zu seinen Eltern gerannt sei, wobei ihn zwei Soldaten verfolgt 
hätten,

dass er sich zu Hause in seinem Zimmer eingeschlossen habe und die 
in das Haus eindringenden Soldaten seine Eltern erschossen und ihn 
festgenommen hätten,

dass er zum Sicherheitsdienst gebracht und ihm dort von Soldaten zu 
Unrecht vorgehalten worden sei, der bewaffnete Anführer einer Grup-
pe zu sein, 

dass er bewusstlos geschlagen worden und in einer Zelle aufgewacht 
sei, 

dass man ihn während der Haft gefoltert habe, um die Namen seiner 
Freunde zu erfahren,

dass  ihn  sein  Onkel  nach  Aufhebung  des  Belagerungszustandes 
mehrmals im Gefängnis besucht habe,

dass dieser im März 2008 von einem Wächter von der für April 2008 
geplanten Tötung des Beschwerdeführer erfahren habe,

dass sein Onkel mit Hilfe eines befreundeten Schiffskapitäns mit dem 
Wächter  die  Freilassung  des  Beschwerdeführer  ausgehandelt  habe 
und er am (Datum) aus dem Gefängnis habe fliehen können,

dass  ihn  der  Schiffskapitän  zu  sich  nach  Hause  mitgenommen und 
am 4. April 2008 an Bord eines Schiffes nach Italien gebracht habe, 

dass  der  Beschwerdeführer  keine  Identitätspapiere  zu  den  Akten 
reichte und anlässlich der Befragungen hierzu angab, nie eine Identi-
tätskarte  oder  einen  Reisepass  besessen  zu  haben,  lediglich  im 
Besitze eines Schülerausweises und eines Geburtsscheines sei, wel-
che er  aber daheim gelassen habe und mangels  Kontakt  zu seinem 
Onkel nicht beschaffen könne,

dass das BFM mit Verfügung vom 20. Juni 2008 - eröffnet am gleichen 
Tag -  in Anwendung von  Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

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dass  es  dabei  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Be-
schwerdeführer habe innerhalb der eingeräumten Frist von 48 Stunden 
keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben,

dass das BFM geltend machte, der Beschwerdeführer habe seine an-
gebliche Minderjährigkeit nicht glaubhaft machen können, weshalb die 
Angaben  betreffend  die  behauptete  Minderjährigkeit  als  unbewiesen 
anzusehen seien und davon auszugehen sei,  er  sei  bereits  bei  Ein-
reichung des Gesuchs volljährig gewesen,

dass die mit der behaupteten und für unglaubhaft erachteten Minder-
jährigkeit  zusammenhängenden  Angaben  zum ausschliesslichen  Be-
sitz eines Schülerausweises ebenfalls nicht als glaubhaft zu erachten 
seien,

dass zudem die Schilderungen zum Reiseweg unglaubhaft  ausfielen 
und  keine  Anstrengungen  des  Beschwerdeführers  hinsichtlich  nach-
träglicher Papierbeschaffung erkennbar seien, 

dass aufgrund dieser Unstimmigkeiten davon auszugehen sei, der Be-
schwerdeführer enthalte dem BFM seine Papiere vor und somit  keine 
entschuldbaren Gründe für die Papierlosigkeit vorlägen,

dass das Bundesamt weiter festhielt, der Beschwerdeführer erfülle die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht, wobei zusätz-
liche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder ei-
nes  Wegweisungsvollzugshindernisses  aufgrund  der  Aktenlage  nicht 
nötig seien,

dass im Weiteren der Wegweisungsvollzug aufgrund der Aktenlage als 
zulässig, zumutbar und möglich erscheine,

dass der Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertreterin mit Eingabe 
vom 27. Juni 2008 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerde  erhob  und  dabei  die  Aufhebung  der  Verfügung, 
das Eintreten auf das Asylgesuch und die erneute Prüfung der Flücht-
lingseigenschaft  sowie  Minderjährigkeit  mit  der  Folge  des  Erlasses 
einer neuen Verfügung beantragte,

dass er zudem darum ersuchte, bei  allfälligen weiteren Befragungen 
einen Dolmetscher in seiner Muttersprache (Fula) beizuziehen,

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dass  er  in  formeller  Hinsicht  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR  172.021)  und  den  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses beantragte,

dass er im Sinne einer vorsorglichen Massnahme beantragte, die Voll-
zugsbehörden anzuweisen, die Kontaktaufnahme mit dem Heimatstaat 
des Beschwerdeführers sowie jede Weitergabe von Daten an densel-
ben bis zum Endentscheid zu unterlassen,

dass der Beschwerde ein Bericht von „Human Rights Watch“ („Dying 
for Change - Brutality and Repression by Guinean Security Forces in 
Response to a Nationwide Strike“) von April 2007 beilag,

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seiner  Rechtsmittelein-
gabe  ausführte,  die  Durchführung  der  Erstbefragung  und der  Anhö-
rung  in  französischer  Sprache  statt  in  seiner  Muttersprache  habe 
gegen seinen Willen - er habe Sprachprobleme - stattgefunden, wes-
halb  sich  die  Frage  der  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  und  der 
Untersuchungsmaxime stellten,

dass der Beschwerdeführer entgegen der Auffassung des BFM plau-
sible  Angaben  zu  seiner  Minderjährigkeit  und  zur  Nichtabgabe  von 
Identitätspapieren gemacht habe, 

dass er zudem bezüglich der Unglaubhaftigkeit einwandte, seine Aus-
sagen zu den Fluchtgründen seien plausibel,  realitätsnah und nach-
vollziehbar  und  deckten  sich  zudem  mit  dem  Bericht  von  „Human 
Rights Watch“, 

dass daher vorliegend die Flüchtlingseigenschaft  keinesweges offen-
kundig nicht erfüllt sei und angesichts seiner geplanten Tötung offen-
kundige Wegweisungshindernisse bestünden,

dass die vorinstanzlichen Akten am 30. Juni 2008 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d  Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Abs. 1 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine solche handelt,  weshalb der  Beschwerdeentscheid  nur  summa-
risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  vorab  in  Übereinstimmung  mit  der  Vorinstanz  festzuhalten  ist, 
dass  die  direkte  Bundesanhörung des  angeblich  minderjährigen Be-
schwerdeführers  ohne  Beisein  einer  Vertrauensperson  nach  Art.  17 
Abs. 2 und 3 AsylG i. V. m. Art. 7 der Asylverordnung 1 vom 11. August 
1999 über  Verfahrensfragen (AsylV 1,  SR 142.311) keine Verletzung 
des Anspruchs auf rechtliches Gehör darstellt, da von der Volljährigkeit 
des Beschwerdeführers ausgegangen werden kann,

dass der Beschwerdeführer weder Identitätspapiere vorgelegt hat noch 
in  den Befragungen seine Minderjährigkeit  glaubhaft  machen konnte 

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und daher die unter anderem auf das Ergebnis der Knochenaltersana-
lyse zurück zu führenden Zweifel an seinen Altersangaben nicht aus-
zuräumen vermochte,

dass die Angaben zu seinem Alter entgegen den Ausführungen in der 
Beschwerdeschrift als unpausibel zu bezeichnen sind, 

dass er nicht einmal anzugeben vermochte, in welchem Alter er in die 
Schule gekommen ist, und sich seine Angaben zum letzten Schultag 
und der Anzahl der Schuljahre in B._______ und der übersprungenen 
Schuljahre  widersprechen  (vgl.  act.  A1  S.  3,  act.  A8  S.  1  und  2, 
act. A14 S. 4),

dass auch die Durchführung der Erstbefragung und der direkten An-
hörung in französischer Sprache statt in der Muttersprache Fula keine 
Verletzung  von  Verfahrensrechten  nach  sich  zieht,  da  sich  aus  den 
Protokollen klar ergibt, dass die sprachlichen Ausdrucks- und Verstän-
digungsfähigkeiten  des  Beschwerdeführers  in  französischer  Sprache 
als gut zu bezeichnen sind, bestätigt durch die von Beschwerdeseite 
hervorgehobene ausführliche, freie Schilderung der Asylgründe bei der 
Anhörung (vgl. act. A1 S. 5, 7 und 8, act. A8, S. 2, act. A14 S. 4-6),

dass sich aus dem Anhörungsprotokoll  zwar  Kritik  des Beschwerde-
führers  an  der  Tatsache,  dass  die  Anhörung  auf  Französich  statt  in 
seiner Muttersprache stattfand, entnehmen lässt, diese allerdings eine 
Verzögerungs-  und  Provokationsabsicht  des  Beschwerdeführers  er-
kennen lässt  (vgl. act. A14 S. 2,  3)  und von der  Hilsfwerkvertreterin 
keine Sprach- oder Verständigungsschwierigkeiten protokolliert worden 
sind (vgl. act. A14 S. 14),

dass  das  BFM  in  seiner  Verfügung  zu  Recht  auch  darauf  hinweist, 
dass der Beschwerdeführer widersprüchliche Angaben dazu machte, 
wer  in  der  Befragung  zur  Person  Fehler  gemacht  haben  soll  (vgl. 
act. A14 S. 7, 8),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

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dass sich demnach die Beschwerdeinstanz - sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a - auf welchen sich die Vorinstanz stützt - 
das  offenkundige Nichtbestehen der  Flüchtlingseigenschaft  im Sinne 
von Abs. 3 AsylG und das offenkundige Fehlen von Wegweisungsvoll-
zugshindernissen  zu  beurteilen  sind,  soweit  dies  im  Rahmen  einer 
summarischen Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 2007/8 insbes. E. 5.6.5 
S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand bildet (vgl. as.a.O. E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht ein-
getreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 
48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspa-
piere abgeben,

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG),  oder 
wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Ab-
klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Weg-
weisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass unter den Begriff  „Reise- und Identitätspapiere“ gemäss Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG nur solche Dokumente und Ausweise fallen, wel-
che die Identität zweifelsfrei und fälschungssicher belegen, namentlich 

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Reisepässe und Identitätskarten (vgl. dazu im Einzelnen BVGE 2007/7 
E. 4-6 S. 58 ff.),

dass der  Beschwerdeführer unbestrittenermassen keine Identitätspa-
piere einreichte,

dass er dafür keine entschuldbaren Gründe glaubhaft machen konnte,

dass nämlich bereits angesichts dessen, dass die Minderjährigkeit des 
Beschwerdeführers,  die  dieser  als  Argument  für  den  landesüblichen 
Besitz eines Schülerausweises statt einer Identitätskarte anführt, nicht 
als  glaubhaft  erachtet  wird  und  das  behauptete  Nichtvorhandensein 
einer Identitätskarte nicht überzeugt,

dass  insgesamt  der  Eindruck  entsteht,  der  offensichtlich  keine  An-
strengungen zur Beibringung entsprechender Papiere unternehmende 
Beschwerdeführer enthalte den Behörden seine für die Reise benutz-
ten Dokumente vor,

dass  diese  Einschätzung  durch  seine  unrealistischen  Angaben  zum 
Reiseweg - unkontrolliert mit einem Schiff von Guinea nach Italien und 
von dort  ohne Kontrolle in die Schweiz - bestätigt  wird, da diese die 
Vermutung aufkommen lassen, er versuche seine Reiseroute zu ver-
heimlichen, um seine wahre Identität nicht preisgeben zu müssen,

dass demnach die entsprechenden vorinstanzlichen Erwägungen nach 
Prüfung der Akten und unter Berücksichtigung der Beschwerdeeinga-
be als zutreffend zu erachten sind und zwecks Vermeidung von Wie-
derholungen  darauf  verwiesen  werden  kann  (Art.  109  Abs.  3  BGG 
i.V.m. Art. 6 AsylG und Art. 4 VwVG),

dass der Beschwerdeführer somit nicht glaubhaft darzulegen vermag, 
er sei durch nicht selbst zu verantwortende Umstände an der unver-
züglichen Einreichung von Reise- oder Identitätspapieren im Sinne von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG gehindert  worden (Art. 32 Abs. 3 Bst. a 
AsylG),

dass das BFM im Weiteren zu Recht von der offenkundigen Unglaub-
haftigkeit der Gesuchsvorbringen ausging,

dass die einzelnen Ungereimtheiten in der Verfügung des BFM detail-
liert  und korrekt  dargelegt  wurden,  weshalb  auf  die  entsprechenden 

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Erwägungen verwiesen werden kann, ohne näher auf die Einzelheiten 
einzugehen,

dass an dieser Einschätzung auch die Vorbringen in der Beschwerde 
nichts zu ändern vermögen,

dass der Beschwerdeführer beispielsweise widersprüchliche Angaben 
dazu  machte,  ob  er  vor  dem  (Datum)  an  einer  Demonstration 
teilgenommen hat (vgl. act. 1 S. 5, act. A14 S. 7), und die Erklärungs-
versuche hierzu in der Beschwerdeschrift nicht zu überzeugen vermö-
gen,

dass  er  auch  nicht  den  Namen  der  Gewerkschaft,  die  zur  Demon-
strationen aufgerufen habe, zu nennen vermag (vgl. act. A14, S. 7),

dass er zudem nicht einmal ungefähre Angaben dazu machen kann, 
wie oft ihn sein Onkel im Gefängnis besucht, wann dieser ihm von dem 
Tod  der  Eltern  berichtet  und  zuletzt  vor  seiner  Flucht  aufgesucht 
haben soll (vgl. act. A14 S. 8, 9),

dass  das  BFM  vor  diesem  Hintergrund  in  Anwendung  von  Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdefüh-
rers nicht eingetreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG, Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 

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oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer in Guinea droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Guinea noch individuelle Gründe 
auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen las-
sen, zumal  der als volljährig geltende, junge und gesunde Beschwer-
deführer zahlreiche Onkel und Tanten im Heimatland hat (vgl. act. A1 
S. 4), der Tod seiner Eltern nicht glaubhaft ist und die angebliche Un-
kenntnis des Aufenthaltsortes seiner beiden Brüdern ebenfalls als un-
glaubhaft zu erachten ist, 

dass der Vollzug der Wegweisung damit als zumutbar zu erachten ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

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dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses  durch das vorliegende Urteil  gegenstandslos wird,  weshalb  dar- 
über nicht mehr zu befinden ist,

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 
Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  abzuweisen  ist,  da  sich  die  Be-
schwerde als aussichtslos darstellte,

dass sich angesichts des Abweisens der Beschwerde in Bezug auf die 
Frage des Nichteintretens, der Wegweisung und deren Vollzugs sowohl 
der Antrag bezüglich einer weiteren Anhörung des Beschwerdeführers 
in seiner Muttersprache als auch der Antrag auf Anordnung vorsorgli-
cher Massnahmen bezüglich des beantragten Unterlassens des Trans-
fers von Personendaten als gegenstandslos erweisen, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR  173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65 
Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Rechtsvertreterin  des  Beschwerdeführers  (vorab  per  Telefax; 
Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)

- das BFM, Empfangs- und Verfahrenszentrum Basel (per Telefax, zu 
den Akten Ref.-Nr. N _______)

- _______ (per Telefax)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Mareile Lettau

Versand: 

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