# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 060e9da3-909e-5977-ae51-e0db137a1178
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.09.2010 D-6091/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6091-2010_2010-09-15.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6091/2010/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 
Richter Gérald Bovier, Richter Martin Zoller, 
Gerichtsschreiber Jürg Hünerwadel.

B._______, Sri Lanka,
vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, 
Effingerstrasse 4a, 3001 Bern,
Gesuchsteller,

Revision; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 
3. Juni 2010 (Asyl und Wegweisung) / D-1691/2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Partei

Gegenstand

D-6091/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Gesuchsteller,  ein  srilankischer  Staatsangehöriger  tamili -
scher Ethnie aus A._______, am 7. Mai 2007 in der Schweiz um Asyl 
nachsuchte,

dass  er  zur  Begründung  des  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend 
machte,  er  sei  in  A._______  aufgewachsen  und  habe von 1995 bis 
2004 wegen seiner Singhalesisch-Kenntnisse als Bankangestellter  in 
C._______  gearbeitet,  wobei  er  jeweils  die  Wochenenden  in 
A._______ verbracht habe,

dass er wegen seines Pendelns mehrmals von der Polizei befragt wor-
den sei, wobei man ihm Kontakte zur tamilischen Guerilla vorgeworfen 
habe und ihm im Jahr 1998 von Mitarbeitern der Criminal Investigation 
Division (C.I.D.) ein Brustknochen gebrochen worden sei,

dass er ab März 2004 als Bankangestellter auf dem Flughafen von Co-
lombo gearbeitet habe, weshalb er nach einem am 26. März 2007 er-
folgten  Angriff  der  tamilischen  Guerilla  auf  diesen  Flughafen  am 
29. März 2007 polizeilich verhört worden sei,

dass die Guerilla am 28. April 2007 einen weiteren Angriff verübt habe, 
worauf er in der Nacht zum 29. April 2007 von uniformierten und zivi-
len Polizeibeamten in einem Van verschleppt worden sei,

dass er jedoch – weil die Beamten betrunken gewesen seien – habe 
entkommen können und in der Folge seinen Heimatstaat verlassen ha-
be,

dass das BFM mit Verfügung vom 14. Februar 2008 feststellte, der Ge-
suchsteller erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, das Asylgesuch ab-
lehnte, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und den Vollzug der 
Wegweisung anordnete,

dass es zur Begründung der Nichtzuerkennung der Flüchtlingseigen-
schaft  ausführte,  die Vorbringen des Gesuchstellers vermöchten teil-
weise den Anforderungen von Art. 7  des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998 (AsylG, SR 142.31) an das Glaubhaftmachen und teilweise den-
jenigen von Art. 3 AsylG an die Flüchtlingseigenschaft nicht standzu-
halten,

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dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  D-1691/2008  vom 
3. Juni 2010 die vom Gesuchsteller gegen diese Verfügung erhobene 
Beschwerde abwies, dabei die angefochtene Verfügung vollumfänglich 
bestätigte und im Wesentlichen ausführte, die vom Gesuchsteller wäh-
rend seiner beruflichen Tätigkeit in Vavuniya erlittenen Nachteile seien 
wegen Fehlens eines erforderlichen zeitlichen und sachlichen Kausal-
zusammenhanges zu seiner erst im Jahr 2007 erfolgten Ausreise asyl-
rechtlich unerheblich,

dass ferner die vom Gesuchsteller geltend gemachte kurzzeitige Fest -
haltung  vom 29.  März  2007  auf  das  Fehlen  eines  verdichteten  Ver-
dachtes durch die srilankischen Sicherheitskräfte schliessen lasse,

dass  schliesslich  die  Schilderungen  des  Gesuchstellers  im  Zusam-
menhang  mit  der  angeblichen  nächtlichen  Festnahme  vom 29. April 
2007 insgesamt wenig anschaulich und in zentralen Punkten unsub-
stanziiert ausgefallen seien, mithin nicht geglaubt werden könnten,

dass es dem Gesuchsteller demnach nicht gelungen sei, eine Verfol-
gung aus asylrechtlich relevanten Motiven durch die srilankischen Be-
hörden glaubhaft  zu machen, weshalb das BFM sein Asylgesuch zu 
Recht abgewiesen habe,

dass ferner auch die vom BFM angeordnete Wegweisung zu bestäti -
gen sei und der Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und 
möglich erscheine,

dass  das  BFM  dem Gesuchsteller  in  der  Folge  mit  Schreiben  vom 
7. Juni 2010 eine Ausreisefrist bis zum 5. Juli 2010 setzte,

dass der Gesuchsteller mit an das Bundesverwaltungsgericht gerichte-
ter  Eingabe  seines  Rechtsvertreters  vom  25. August  2010  die  revi-
sionsweise Aufhebung des Beschwerdeurteils  vom 3. Juni  2010 und 
die Gewährung von Asyl, eventualiter die Feststellung der Unzulässig-
keit  des  Wegweisungsvollzuges,  subeventualiter  die  Feststellung der 
Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges beantragte, und in prozes-
sualer Hinsicht um das Aussetzen des Vollzuges der Wegweisung für 
die Dauer des Revisionsverfahrens sowie um Mitteilung des Spruch-
gremiums ersuchte,

dass er zur  Begründung seines Revisionsgesuches im Wesentlichen 
geltend  machte,  er  habe  nach  der  Zustellung  des  Beschwerdeent-

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scheides Kontakt mit Freunden im Heimatstaat aufgenommen und sich 
auf deren Rat hin mittels eines Rechtsanwaltes beim "Additional Magi-
strate Court" nach einem allfälligen, ihn betreffenden Strafverfahren er-
kundigt,

dass der Rechtsanwalt dabei einen ihn betreffenden, aktuellen Haftbe-
fehl vom 16. Juli  2010 habe erhältlich machen können, welcher sich 
auf ein hängiges Strafverfahren im Zusammenhang mit dem Anschlag 
auf den Flughafen von Colombo beziehe,

dass dieser Haftbefehl – den der Gesuchsteller zunächst in Kopie und 
mit  separater Eingabe seines Rechtsvertreters vom 27. August  2010 
alsdann im Original einreichte – die von ihm im ordentlichen Asylver -
fahren geltend gemachte Verfolgung belege und demnach ein neues 
Beweismittel im Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a Bundesgerichtsgeset -
zes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) darstelle, welches zur revi -
sionsweisen Aufhebung des Beschwerdeentscheides vom 3. Juni 2010 
führen müsse,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung von Gesuchen 
um Revision seiner Urteile selber zuständig ist und dabei die Art.  121-
128 BGG sinngemäss anwendet  (Art. 45 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  vgl.  Entscheide  des 
Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2007/21  E. 2.1 
S. 242 f.),

dass mit dem ausserordentlichen Rechtsmittel der Revision die Unab-
änderlichkeit  und Massgeblichkeit  eines  rechtskräftigen Beschwerde-
entscheides angefochten wird, im Hinblick darauf, dass die Rechtskraft 
beseitigt wird und über die Sache neu entschieden werden kann (vgl. 
PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER,  Allgemeines  Verwal-
tungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 31 Rz. 25),

dass die Gründe, aus denen das Bundesverwaltungsgericht seine Ur-
teile auf Gesuch hin in Revision zieht, in Art.  121-123 BGG aufgeführt 
sind,

dass Vorbringen,  welche von einer  um Revision ersuchenden  Partei 
bereits mit  ordentlicher Beschwerde gegen eine Verfügung des BFM 
auf  dem Gebiet  des Asyls  vor Bundesverwaltungsgericht  hätten gel-

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tend gemacht werden können, nicht als Revisionsgründe gelten (vgl. 
Art. 46 VGG in analogiam),

dass das Bundesverwaltungsgericht in der Besetzung mit drei Richtern 
oder Richterinnen (Art. 21 Abs. 1 VGG) entscheidet, sofern das Verfah-
ren nicht – was vorliegend nicht in Betracht kommt – in die Zuständig-
keit  des  Einzelrichters  beziehungsweise  der  Einzelrichterin  fällt 
(Art. 23 VGG),

dass der Gesuchsteller sich auf ein schutzwürdiges Interesse an der 
Aufhebung beziehungsweise Abänderung des Beschwerdeentscheides 
vom 3. Juni 2010 berufen kann und zur Einreichung des dagegen ge-
richteten Revisionsgesuches legitimiert  ist  (Art. 48 Abs. 1 Bst. c  des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren [VwVG, SR 172.021] in analogiam; vgl. URSINA BEERLI-BONORAND, Die 
ausserordentlichen  Rechtsmittel  in  der  Verwaltungsrechtspflege  des 
Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 65 ff.),

dass auf Inhalt, Form, Verbesserung und Ergänzung des Revisionsge-
suchs Art. 67 Abs. 3 VwVG Anwendung findet (Art. 47 VGG), welcher 
für  dieselben  vier  Bereiche  seinerseits  auf  die  Bestimmungen  von 
Art. 52 und 53 VwVG verweist  und darüber hinaus vorschreibt,  dass 
die Begründung insbesondere den Revisionsgrund und die Rechtzei-
tigkeit  des  Revisionsbegehrens darzutun und Letzteres  auch bereits 
die Begehren für den Fall eines neuen Beschwerdeentscheides zu ent -
halten hat,

dass die Begründung eines Revisionsgesuches somit erhöhten Anfor-
derungen zu genügen hat,

dass der Gesuchsteller das Vorliegen des Revisionsgrundes von Art. 
123 Abs. 2 Bst. a BGG geltend macht und – namentlich unter Einrei -
chung eines Haftbefehls – mit hinreichender Begründung darlegt, wa-
rum nach seiner Einschätzung ebendieser Revisionsgrund verwirk licht 
ist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylre-
kurskommission [EMARK] 1993 Nr. 18 E. 4a S. 122 f.; ELISABETH ESCHER, 
in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, Basel 2008, N.  5 und 6 
zu Art. 123 BGG),

dass die Eingabe des Gesuchstellers zudem die Begehren für den Fall 
eines  neuen  Beschwerdeentscheids  enthält  (Art.  67  Abs.  3  VwVG), 

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weshalb auf das frist- und formgerecht eingereichte Revisionsgesuch 
einzutreten ist,

dass die Gesuche um Erlass vorsorglicher Massnahmen (Absehen von 
Vollzugsmassnahmen während des Revisionsverfahrens) beziehungs-
weise um Mitteilung des Spruchgremiums durch den Entscheid in der 
Hauptsache hinfällig  geworden sind,  weshalb  darüber  nicht  mehr  zu 
befinden ist,

dass nach Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG die Revision eines Urteils ver -
langt werden kann, wenn die ersuchende Partei nachträglich erhebli-
che Tatsachen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die 
sie  im früheren Verfahren nicht  beibringen  konnte,  unter  Ausschluss 
der Tatsachen und Beweismittel, die erst nach dem Entscheid entstan-
den sind,

dass diejenigen Tatsachen als neu im Sinne von "nachträglich erfah-
ren" gelten, welche sich bis zum Zeitpunkt, da im Hauptverfahren noch 
tatsächliche Vorbringen prozessual zulässig waren, verwirklicht haben, 
jedoch der um Revision ersuchenden Partei trotz hinreichender Sorg-
falt nicht bekannt waren und deswegen von dieser nicht schon damals 
vorgebracht  wurden (sog. unechte  Nova,  vgl.  HANSJÖRG SEILER/NICOLAS 
VON WERDT/ANDREAS GÜNGERICH,  Bundesgerichtsgesetz  (BGG):  Bundes-
gesetz  über  das  Bundesgericht,  Handkommentar,  Bern  2007,  zu 
Art. 123 Rz. 7; KARL SPÜHLER/ANNETTE DOLGE/DOMINIK VOCK, Kurzkommen-
tar  zum Bundesgerichtsgesetz,  Zürich/St-Gallen  2006,  Art. 123 N. 3; 
ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem 
Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 249 f. Rz. 5.46 und 5.47),

dass auch neu aufgefundene Beweismittel in der Regel nur unter der 
zusätzlichen Bedingung Berücksichtigung finden können, dass die ge-
suchstellende Partei zu einer Beibringung im früheren Verfahren nicht 
in  der  Lage  war  (vgl.  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  S.  250 
Rz. 5.48),

dass es an der genügenden Sorgfalt fehlt, wenn die Entdeckung neuer  
Tatsachen  oder  Beweismittel  auf  Nachforschungen  zurückzuführen 
sind, die bereits im früheren Verfahren hätten angestellt  werden kön-
nen und müssen (vgl. Seiler/von Werdt/Güngerich, a.a.O, zu Art. 123 
Rz. 8; SPÜHLER/DOLGE/VOCK, a.a.O., Art. 123 N. 4),

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dass es der um Revision ersuchenden Partei  obliegt,  rechtzeitig und 
prozesskonform zur Klärung des Sachverhalts entsprechend ihrer Be-
weispflicht beizutragen (vgl.ESCHER, a.a.O., N. 8 zu Art. 123 BGG; zur 
Einschränkung  der  behördlichen Untersuchungspflicht  durch die  Mit-
wirkungspflicht  der Verfahrensparteien und deren Beweisführungslast 
bezüglich ihnen naturgemäss besser bekannter und behördlicherseits 
schwierig  zu  ermittelnder  Tatsachen  im  Asylverfahren  siehe 
BVGE 2007/30 E. 5.5.2 S. 365 f. mit weiteren Hinweisen),

dass die objektive Unmöglichkeit einer früheren Beibringung von Tat-
sachen und Beweismitteln nur mit Zurückhaltung anzunehmen ist und 
der Revisionsgrund der unechten Noven nicht dazu dienen darf, bishe-
rige  Versäumnisse  in  der  Beweisführung  wieder  gutzumachen  (vgl. 
ESCHER, a.a.O., N. 8 zu Art. 123 BGG),

dass sich der vom Gesuchsteller eingereichte Haftbefehl – ungeachtet 
der Frage, ob er angesichts der Datierung vom 16. Juli 2010, mithin ei-
nem  Zeitpunkt  nach  Ausfällung  des  Beschwerdeentscheides  vom 
3. Juni  2010,  überhaupt  ein  taugliches  Beweismittel  im  Sinne  von 
Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG darstellen kann – nach eigenen Angaben 
des Gesuchstellers auf ein nach dem im April  2007 erfolgten Angriff  
der tamilischen Guerilla auf den Flughafen von Colombo gegen ihn er-
öffnetes Strafverfahren bezieht,

dass dem Gesuchsteller spätestens seit der Eröffnung der Verfügung 
des BFM vom 14. Februar 2008 bekannt war, dass es sich bei der von 
ihm geltend gemachten staatlichen Verfolgung im Zusammenhang mit 
dem Anschlag auf den Flughafen um ein wesentliches Sachverhalts-
vorbringen handelt,  dessen Glaubhaftigkeit  von den Asylbehörden in 
Abrede gestellt wurde,

dass der Gesuchsteller im Revisionsverfahren in keiner Weise darlegt, 
warum es ihm trotz hinreichend umsichtiger Prozessführung nicht hät-
te möglich sein  sollen,  das erwähnte Dokument  im Rahmen des or -
dentlichen Asylverfahrens – spätestens im Verlauf des über zwei Jahre 
dauernden Beschwerdeverfahrens – einzuholen und zu den Akten zu 
reichen, zumal ihm dies nach dem Erhalt des Beschwerdeentscheides 
ohne weiteres binnen zweier Monate gelungen ist,

dass der Gesuchsteller mit dem blossen Hinweis, er habe nur aus Zu-
fall von dem hängigen Gerichtsverfahren Kenntnis erhalten, nachdem 
er über Bekannte Beweismittel für die polizeiliche Suche nach ihm zu 

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erlangen versucht habe, nicht darzutun vermag, dass ihm eine Beibrin-
gung respektive Geltendmachung des Haftbefehls im früheren Verfah-
ren  wegen  unverschuldeter  Umstände  (zum  Genügen  der  blossen 
Glaubhaftmachung  der  Schuldlosigkeit  vgl.  BEERLI-BONORAND,  a.a.O., 
S. 110) nicht möglich war,

dass im Übrigen abgesehen vom Mangel der verspäteten Einreichung 
hinlänglich auszuschliessen ist, die Kopie des erwähnten Dokuments 
wäre bei Vorliegen im ordentlichen Verfahren geeignet gewesen, zu ei-
ner anderen Beurteilung zu führen,

dass es sich beim eingereichten Haftbefehl nämlich zum einen um ein 
gerichtspolizeiliches Original-Dokument  handelt,  welches  erfahrungs-
gemäss einer beschuldigten Person nicht auf eine Anfrage hin ausge-
händigt, sondern erst bei einer allfälligen Verhaftung durch die Polizei 
vorgewiesen wird, weshalb die Echtheit dieses Beweismittels zweifel-
haft ist,

dass zum anderen diese Zweifel durch den Umstand verstärkt werden, 
dass  das  Begleitschreiben  des  angeblich  vom Gesuchsteller  für  die 
Nachforschungen  im Heimatstaat  beauftragten  srilankischen Rechts-
anwaltes vom 16. Juli 2010 grobe Unstimmigkeiten aufweist, so insbe-
sondere  bezüglich  dessen  Familiennamen  ("[...]"  gemäss  Briefkopf, 
"[...]"  gemäss  Stempel)  und  Anschrift  ("[...]"  gemäss  Briefkopf,  "[...]" 
gemäss Stempel),

dass der ohnehin verspätet eingereichte Haftbefehl vor diesem Hinter-
grund  zusätzlich  mit  dem Mangel  der  fehlenden  revisionsrechtlichen 
Erheblichkeit behaftet ist (vgl. hierzu  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., 
S. 251 Rz. 5.51),

dass in diesem Zusammenhang ferner die prozessualen Anträge des 
Gesuchstellers auf Durchführung einer Botschaftsanfrage beziehungs-
weise auf das Setzen einer Frist zur Einreichung weiterer Beweismittel 
bezüglich des geltend gemachten Strafverfahrens abzuweisen ist, da 
angesichts der gesamten Aktenlage in antizipierter  Beweiswürdigung 
ein entsprechendes Strafverfahren in dessen Heimatstaat mit hinlängli-
cher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann,

dass der Vollständigkeit halber klarzustellen ist, dass das vom Gesuch-
steller  verspätet  beigebrachte Beweismittel  und die daraus herleitba-
ren Tatsachen auch nicht mit dem vom Gesuchsteller subsidär vorge-

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brachten Argument berücksichtigt werden können, es würden ansons-
ten  zwingende  Bestimmungen  des  Völkerrechts  wie  namentlich  die 
Garantien von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 
die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), Art. 3 der Kon-
vention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und 
Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) sowie von Art. 3 des Übereinkom-
mens  vom 10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame, 
unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, 
SR 0.105) verletzt  (vgl. EMARK 1995 Nr. 9 E. 7,  insb. E. 7 f. und g.; 
MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O, S. 250 Rz. 5.49),

dass nämlich dem Beweismittel und den betreffenden Tatsachen – wie 
sich  aus den vorstehenden  Erwägungen zur  fehlenden Erheblichkeit 
ergibt – nur schon die Eignung zur Herbeiführung eines anderen Ver-
fahrensausgangs abgeht,  weshalb a fortiori auszuschliessen ist,  eine 
vorweggenommene materielle Beurteilung könnte zur Feststellung der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  einer  realen  Gefahr  von Folter  oder  un-
menschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung führen,

dass im Weiteren die voranstehenden Erwägungen bezüglich fehlen-
der Rechtzeitigkeit und revisionsrechtlicher Relevanz in analoger Wei-
se auch in Bezug auf den vom Gesuchsteller mit seiner Eingabe vom 
25. August 2010 eingereichten Internet-Auszug aus "Tamilnet" gelten, 
in  welchem  über  einen  Stromunterbruch  in  Colombo  vom  29. April 
2007 berichtet wird, wäre dem Gesuchsteller doch zu einen die Einrei -
chung auch dieses Beweismittels bei sorgfältiger Prozessführung ohne 
weiteres bereits im ordentlichen Asylverfahren möglich und zumutbar 
gewesen und kann er zum anderen aus der blossen Tatsache des im 
ordentlichen Asylverfahren weder vom BFM noch vom Bundesverwal-
tungsgericht bezweifelten Stromunterbruches nichts zu seinen Guns-
ten ableiten,

dass es dem Gesuchsteller somit nicht gelungen ist, im vorliegenden 
Revisionsverfahren erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweis-
mittel im Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG beizubringen, weshalb 
sein Gesuch um Revision des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts 
vom 3. Juni 2010 abzuweisen ist,

dass bei  diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von insgesamt 
Fr. 1200.– dem Gesuchsteller  aufzuerlegen  sind  (Art. 37  VGG i.V.m. 
Art. 63  Abs. 1  und  Art.  68  Abs. 2  VwVG; Art. 16  Abs. 1  Bst. a  VGG 
i.V.m. Art. 1,  2 und 3 Bst. b  des Reglements  vom 21. Februar  2008 

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über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 172.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das Revisionsgesuch wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1200.– werden dem Gesuchsteller aufer-
legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns-
ten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Gesuchstellers (Einschreiben; Beilage: Ein-
zahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N [...]  (per 
Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Jürg Hünerwadel

Versand:

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