# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5d753d86-f97e-5937-a2fa-54d53612a1d9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.10.2016 200 2016 231
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-231_2016-10-13.pdf

## Full Text

200 16 231 IV
ACT/SAW/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Oktober 2016

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Winiger

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. Januar 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/16/231, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1973 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 18. November 2004 unter Hinweis auf ein Unfallereignis 
vom 5. November 2003, bei welchem er sich eine Talusluxationsfraktur 
links, eine Commotio cerebri und eine inkomplette beidseitige posttraumati-
sche Trochlearisparese zugezogen hatte, bei der Invalidenversicherung 
(IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV [act. II] 1; 8 S. 30; 11 S. 6 ff.). 
Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) führte in der Folge me-
dizinische sowie erwerbliche Erhebungen durch, beteiligte sich an einer 
vom Unfallversicherer veranlassten Expertise der Begutachtungsstelle 
C.________, vom 9. Januar 2007 (act. II 51 S. 3) und sprach mit Verfügung 
vom 27. März 2007 (act. II 57 S. 2) bei einem Invaliditätsgrad von 100% ab 
dem 1. November 2004 eine ganze Rente zu. Dieser Rentenanspruch wur-
de, nachdem die IVB die seither ergangenen medizinischen Berichte beim 
Unfallversicherer eingeholt hatte (act. II 63 ff.), revisionsweise mit Mitteilung 
vom 23. Juli 2008 (act. II 70) bestätigt. Eine im April 2010 erneut eingeleite-
te Revision (act. II 82) ergab ebenfalls keine rentenbeeinflussenden Ände-
rungen (act. II 87).

Im Rahmen einer weiteren Rentenrevision im Februar 2014 teilte der Versi-
cherte mit, sein Gesundheitszustand sei gleich geblieben (act. II 97 S. 2). 
Die IVB tätigte daraufhin medizinische Erhebungen (act. II 101; 106 S. 5) 
und liess den Versicherten durch die Begutachtungsstelle D.________, 
(nachfolgend MEDAS), polydisziplinär begutachten (Gutachten vom 
24. März 2015, act. II 116.1). Im Verlauf des Vorbescheidverfahrens (act. II 
117 f.; 120) holte die IVB eine Beurteilung des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn (RAD; act. II 122 S. 5) so-
wie zwei ergänzende Stellungnahmen der MEDAS-Gutachter vom 27. Ok-
tober 2015 und vom 10. Dezember 2015 (act. II 124; 126) ein und hob die 
Rente mit Verfügung vom 13. Januar 2016 (act. II 127) auf das Ende des 
der Verfügungszustellung folgenden Monats auf, da aus medizinischer 
Sicht die angestammte Tätigkeit als … sowie jede andere körperlich leichte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/16/231, Seite 3

bis mittelschwere angepasste Arbeit zu 100% zumutbar sei; einer allfälligen 
Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wirkung.

B.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 17. Februar 2016 Beschwerde und beantragte, die Rente sei nicht auf-
zuheben. Eventualiter seien weitere Abklärungen zu tätigen; sub-
eventualiter sei die Sache zurückzuweisen. Ferner ersuchte er um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Erteilung der auf-
schiebenden Wirkung der Beschwerde. Nachdem es der Beschwerdeführer 
auf Aufforderung des Instruktionsrichters hin (vgl. Verfügung vom 19. Fe-
bruar 2016) unterlassen hatte, das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
zu verbessern, wurde dieses mit prozessleitender Verfügung vom 16. März 
2016 als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abgeschrie-
ben. Am 29. April 2016 leistete der Beschwerdeführer den eingeforderten 
Kostenvorschuss.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 3. Juni 2016 
auf Abweisung der Beschwerde. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 8. Juni 2016 wies der Instruktionsrich-
ter das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ab.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 

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die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. Januar 2016 (act. II 
127). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch und dabei insbesonde-
re die Rechtmässigkeit der Rentenaufhebung per Ende Februar 2016.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 In formeller Hinsicht macht der Beschwerdeführer vorab eine Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs geltend. Er bringt vor, die Beschwerdegeg-
nerin stütze sich in der angefochtenen Verfügung auf aktenwidrige Feststel-
lungen und weiche ohne Begründung von der Beurteilung der Gutachter ab 
(vgl. Beschwerde S. 4 f.).

2.2 Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung 
(BV; SR 101). Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen 
Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung ge-

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gebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl 
die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Trag-
weite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen 
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 
Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies 
bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständli-
chen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 
muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Ge-
sichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a 
S. 181).

2.3 Ob sich die Beschwerdegegnerin auf aktenwidrige Feststellungen 
stützt oder nicht, ist eine Frage der materiellen Beweiswürdigung und tan-
giert den Anspruch auf rechtliches Gehör – entgegen der Auffassung des 
Beschwerdeführers – nicht. Weiter erweist sich die angefochtene Verfü-
gung vom 13. Januar 2016 (act. II 127) als hinlänglich begründet. Die Be-
schwerdegegnerin hat sich darin mit den wesentlichen Einwänden des Be-
schwerdeführers auseinandergesetzt und auf die entscheidrelevanten me-
dizinischen Berichte verwiesen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 
bzw. der Begründungspflicht liegt somit nicht vor.

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

3.1.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 

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allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

3.1.2 Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Vermutung, wonach 
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder ein vergleichbarer 
ätiologisch unklarer syndromaler Zustand mit zumutbarer Willensanstren-
gung überwindbar ist, aufgegeben (E. 3.5). Unverändert ist jedoch auch in 
Zukunft dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG 
Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrachtungs-
weise von der grundsätzlichen „Validität" der versicherten Person auszuge-
hen ist (E. 3.7.2).

Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird – gemäss erwähntem Ent-
scheid – durch einen strukturierten, normativen Prüfungsraster ersetzt. An-
hand eines Kataloges von Indikatoren erfolgt eine ergebnisoffene symme-
trische Beurteilung des – unter Berücksichtigung leistungshindernder äus-
serer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen (Res-
sourcen) anderseits – tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens (E. 
3.6). Es gilt neu im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systemati-
sierte Standardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3), welche sich in die Kate-
gorien „funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5). Die Anerken-
nung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn 
die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitli-
chen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren 
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahr-
scheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Be-
weislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6).

Eine neue Rechtspraxis ist grundsätzlich nicht nur auf künftige, sondern auf 
alle im Zeitpunkt der Änderung noch hängigen Fälle anwendbar (Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 7. Dezember 2009, 9C_476/2009, E. 3.3).

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3.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

3.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

3.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). 

3.4.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen  
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 
E. 3.5 S. 349).

3.4.2 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/16/231, Seite 8

E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2).

3.4.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

3.5 Fehlen die in Art. 17 Abs. 1 ATSG genannten Voraussetzungen, so 
kann die Rentenverfügung allenfalls nach den für die Wiedererwägung 
rechtskräftiger Verwaltungsverfügungen geltenden Regeln abgeändert 
werden. Danach ist die Verwaltung befugt, auf eine formell rechtskräftige 
Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung 
gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig 
erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Das Gericht 
kann eine zu Unrecht ergangene Revisionsverfügung gegebenenfalls mit 
der substituierten Begründung schützen, dass die ursprüngliche Rentenver-
fügung zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeu-
tung ist (BGE 140 V 85 E. 4.2 S. 87, 125 V 368 E. 2 S. 369).

3.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/16/231, Seite 9

Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

4.

Vorab ist zu prüfen, ob ein Revisionsgrund vorliegt. Zu vergleichen ist der 
Sachverhalt zur Zeit der Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom 23. Juli 
2008 (act. II 70), mit welcher der bisherige Rentenanspruch (Invaliditäts-
grad 100%) revisionsweise bestätigt wurde, mit demjenigen, der sich bis 
zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 13. Januar 2016 (act. II 
127) entwickelt hat. Denn in den Jahren 2007 und 2008 führte die Be-
schwerdegegnerin eine umfassende Sachverhaltsabklärung durch, welche 
die Vornahme einer Invaliditätsbemessung als nicht notwendig erscheinen 
liess. Dass diese Abklärung indirekt – über den Beizug der Akten des Un-
fallversicherers (act. II 61 ff.) – erfolgte, ändert daran nichts. Die Revision 
im Jahre 2010 (act. II 81 ff.) ist demgegenüber aus revisionsrechtlicher 
Sicht unbeachtlich, da dieser keine umfassende materielle Anspruchsüber-
prüfung voraus ging (vgl. E. 3.4.2 hiervor).

4.1 Der Mitteilung vom 23. Juli 2008 (act. II 70) lagen im Wesentlichen 
die folgenden medizinischen Berichte zugrunde:

4.1.1 Der Beschwerdeführer wurde am 10. und 11. Oktober 2006 durch 
die Begutachtungsstelle C.________ rheumatologisch untersucht (act. II 51 
S. 3). Zudem erfolgte am 30. Oktober 2006 eine psychiatrische und am 6. 
November 2006 eine neurologische Beurteilung (act. II 51 S. 24, 38). Im 
Gutachten vom 9. Januar 2007 wurden die folgenden Diagnosen aufgeführt 
(act. II 51 S. 9):

- Chronische Kopfschmerzen
- Chronische diffuse Schmerzen des Rückens mit Ausstrahlung in die linke 

obere und untere Extremität
- Femoropatelläres Schmerzsyndrom links
- Status nach Autounfall mit/bei

- Contusio cerebri
- Passagerer inkompletter posttraumatischer Trochlearisparese beidseits

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/16/231, Seite 10

- Passagerer Canalolithiasis links
- Aktuell unspezifischem Schwindel bei Kopfneigung ohne Hinweis für 

HWS-Instabilität
- Talusluxationsfraktur links mit geschlossener Reposition am 6. Novem-

ber 2003 und Schraubenosteosynthese am 7. November 2003
- Anpassungsstörung an die Folgen des Unfalles (ICD-10 F43.28)

Die Arbeiten in der angestammten Tätigkeit als … seien aus rein somati-
scher Sicht prinzipiell zumutbar, da es sich vorwiegend um eine leichte 
Tätigkeit handle. In einer angepassten leichten Tätigkeit sei ebenfalls eine 
volle Arbeitsfähigkeit zumutbar (S. 10 Ziff. 5.1 f.). 

Aus psychiatrischer Sicht legte Dr. med. E.________, Facharzt für Psychia-
trie und Psychotherapie FMH, dar, der Versicherte habe durch den Unfall 
und dessen Folgen sein seelisches Gleichgewicht verloren und drücke sein 
seelisches Problem körperlich aus. Subjektiv erlebe er die geschilderten 
Beschwerden als reale Behinderung. Die Arbeitsfähigkeit könne durch eine 
differenzierte Diagnostik und eine geeignete Aufarbeitung der psychischen 
Problematik verbessert werden. Bedingung sei eine Psychotherapie bei 
einem psychosomatisch geschulten und an transkulturellen Fragen interes-
sierten Therapeuten unter professioneller Übersetzung. Unter Einhaltung 
dieser Vorgabe betrage die Arbeitsunfähigkeit in den ersten sechs Monaten 
der Therapie 100%; anschliessend 50% und nach einem Jahr 0% (S. 31 f.).

4.1.2 Med. pract. F.________ den Beschwerdeführer mittels einer kör-
perorientierten Psychotherapie. Am 25. August 2007 (act. II 62 S. 2) teilte 
er mit, der Patient brauche einen längerdauernden stationären Rahmen in 
einer für Schmerzen spezialisierten Klinik. Das gegenwärtige Setting er-
bringe nicht den gewünschten Erfolg innerhalb der von Dr. med. 
E.________ vorgeschlagenen Zeitspanne (S. 4).

4.1.3 Am 2. Mai 2008 (act. II 67 S. 2) diagnostizierte Dr. med. 
G.________, praktischer Arzt FMH, eine somatoforme Schmerzstörung mit 
u.a. einer Anpassungsstörung und einer dissoziativen Störung. Der Patient 
klage seit dem Unfall über diverse funktionelle Beschwerden (persistieren-
de Schmerzsymptomatik im ganzen Körper, Schwindel und Gleichge-
wichtsstörungen). Diverse Therapieversuche seien bisher erfolglos gewe-

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sen. Zurzeit sei der Patient sehr auf seine Beschwerdebilder fixiert und 
unzugänglich. Eine stationäre Therapie scheine nicht sinnvoll. Da sich der 
Patient sehr verschlossen, angespannt und unzugänglich zeige, sei eine 
Fortsetzung der ambulanten Therapie nicht sinnvoll (S. 4). 

4.1.4 In der Stellungnahme vom 3. Juni 2008 (act. II 68 S. 9) erläuterte 
der beratende Arzt der Unfallversicherung, Dr. med. H.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, die zeitliche Dauer der Anpas-
sungsstörungen werde im ICD-10 per definitionem auf längstens zwei Jah-
re beschränkt. Da die Beschwerden nun schon mehr als vier Jahre andau-
ern, dürfe diese Diagnose nicht mehr verwendet werden. Das heute vorlie-
gende, chronifizierte Beschwerdebild lasse sich diagnostisch am besten mit 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) in Ko-
morbidität mit gemischten dissoziativen Störungen (ICD-10 F44.7) fassen. 
Die ambulanten Behandlungsversuche seien wegen der abwehrenden, 
unzugänglichen und aggressiv-angespannten Haltung des Versicherten 
gescheitert. Es müsse davon ausgegangen werden, dass der Zustand 
chronifiziert und keiner Behandlung mehr zugänglich sei (S. 11 f.).

4.1.5 Der RAD-Arzt Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, stellte im Bericht vom 23. Juli 2008 (act. II 69 S. 4) 
als Diagnose eine Pseudodemenz (Verdacht auf Ganser-Syndrom, ICD-10 
F44.80) mit/bei klinischem Bild einer somatoformen (ICD-10 F45) und dis-
soziativen Störung (dissoziative Amnesie, ICD-10 F44.0; dissoziative 
Störung der Bewegung und der Sinnesempfindung, ICD-10 F44.7) fest (S. 
4). Es sei höchst unwahrscheinlich, dass eine Veränderung des Gesund-
heitsschadens eingetreten sei oder eintrete. Mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit sei keine Besserung der somatoformen Störung mit gegebe-
ner psychiatrischer Komorbidität, Chronifizierung und unbefriedigenden 
Behandlungsergebnissen zu erwarten (S. 5).

4.2 Die nunmehr angefochtene Verfügung vom 13. Januar 2016 (act. II 
127) basiert im Wesentlichen auf folgenden medizinischen Beurteilungen:

4.2.1 Das MEDAS-Gutachten vom 24. März 2015 (act. II 116.1) basiert 
auf einer allgemeininternistischen Untersuchung sowie auf den Fachgut-
achten in den Bereichen Psychiatrie, Orthopädie, Neurologie, Neuropsy-

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chologie und Otorhinolaryngologie. Unter Berücksichtigung aller Fachge-
biete stellten die Gutachter folgende Diagnosen (S. 31 Ziff. 5):

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
- Intermittierende Schwindelsymptomatik (ICD-10 H90.6)

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: 
- Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

(ICD-10 F45.41)
- Chronische Knieschmerzen rechts
- Chronische Beschwerden am linken Rückfuss 
- Chronisches zerviko- und lumbovertebrales Schmerzsyndrom
- Zustand nach Commotio cerebri und wahrscheinlichem HWS-

Distorsionstrauma 2003
- Anamnestisch Zustand nach beidseitiger spontan remittierender Troch-

learisparese bei oben genannter Diagnose
- Moderate Hochtonschallempfindungsschwerhörigkeit beidseits
- Tinnitus beidseits
- Präklinische Hypothyreose

Aus allgemeininternistischer, orthopädischer und neurologischer Sicht 
konnten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt 
werden. Bei der neuropsychologischen Untersuchung war die Erstellung 
eines validen neuropsychologischen Testprofils nicht möglich, weshalb 
diesbezüglich keine Diagnosestellung erfolgen konnte (S. 32 f. Ziff. 6.2). 
Die geklagte Schwindelsymptomatik dürfte aus otorhinolaryngologischer 
Sicht auf eine zervikogen-propriozeptiv bedingte Ursache zurückzuführen 
sein. Gestützt darauf bestehe eine qualitative Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit, indem sturzgefährdende Tätigkeiten oder Arbeiten mit häufigen 
Kopfrotationsbewegungen nicht mehr durchgeführt werden sollten. Für eine 
entsprechend angepasste Tätigkeit liege eine volle Arbeitsfähigkeit vor 
(S. 32 Ziff. 6.2). Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung stellte Dr. 
med. J.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, dia-
gnostisch eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi-
schen Faktoren (ICD-10 F45.41) fest (S. 13 Ziff. 4.1.3). Eine weitere psy-
chische Störung könne gegenwärtig nicht diagnostiziert werden. Der Explo-
rand sei auch nicht in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Er 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/16/231, Seite 13

erhalte aber ein Antidepressivum und ein schmerzmodulierendes Antiepi-
leptikum. Von den Förster-Kriterien sei das Kriterium des chronischen Ver-
laufs ausreichend erfüllt. Die übrigen Kriterien, wie primärer Krankheitsge-
winn bzw. unbewusster Konflikt, schwerer sozialer Rückzug in allen Berei-
chen des Lebens, deutliche psychiatrische Komorbidität und ausgeschöpfte 
Behandlungsmöglichkeiten, seien indessen nicht hinreichend erfüllt (S. 14). 
Aus psychiatrischer Sicht liege keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
vor (S. 14 Ziff. 4.1.5).

Nach durchgeführter Konsensbesprechung kamen die Gutachter zum 
Schluss, es sei für die angestammte Tätigkeit als … ebenso wie für jede 
andere körperlich leichte bis mittelschwere, angepasste Tätigkeit eine Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit von 100% zu attestieren (S. 33). Zum Verlauf 
der Arbeitsfähigkeit gaben sie u.a. an, die zur ursprünglichen Berentung 
führende depressive Störung sei seit längerer Zeit remittiert. Effektiv seien 
die Gutachter der Begutachtungsstelle C.________ bei der Expertise vom 
9. Januar 2007 schon davon ausgegangen, dass nach einem Jahr psychia-
trisch keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestehe. Unverständlicherweise sei 
seither – bis zur aktuellen Untersuchung – jedoch nie mehr fachärztlich 
reevaluiert worden (S. 33 Ziff. 6.3).

4.2.2 Mit Stellungnahme vom 5. Oktober 2015 (act. II 122 S. 5) teilte der 
RAD-Arzt Dr. med. I.________ mit, das polydisziplinäre MEDAS Gutachten 
vom 24. März 2015 sei grundsätzlich schlüssig und nachvollziehbar (S. 5). 
Es treffe jedoch nicht zu, dass die psychische Krankheit, welche im Jahre 
2007 zur Rentenzusprache geführt habe, heute nicht mehr vorliege. Nach 
wie vor bestehe eine „somatische Beschwerdesymptomatik“ mit intermittie-
rendem Schwindel und chronischen Schmerzen. Die Anpassungsstörung 
müsse indes definitionsgemäss abgeklungen sein und könne nicht mehr 
diagnostiziert werden. Die Diagnose der anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sei erneut resp. neu als chronische 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41) ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit klassifiziert worden. Dies 
erscheine unter Berücksichtigung der Förster-Kriterien korrekt (S. 6). Folg-
lich liege keine Verbesserung des Gesundheitszustandes in Bezug auf die 
Arbeitsfähigkeit vor. Weiter müsse bedacht werden, dass es versiche-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/16/231, Seite 14

rungsmedizinisch schwer nachzuvollziehen sei, weshalb der Versicherte für 
die angestammte wie auch für jede andere körperlich leichte bis mittel-
schwere angepasste Tätigkeit eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 
100% aufweisen solle. Die MEDAS-Gutachter stellten eine (somatische) 
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und postulierten eine 
qualitative Einschränkung, indem sturzgefährdende Tätigkeiten oder Arbei-
ten mit häufigen Kopfrotationsbewegungen nicht mehr durchgeführt werden 
sollten. Angesichts eines solchermassen formulierten Zumutbarkeitsprofils 
aus otorhinolaryngologischer Sicht sei die 100%-ige Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit als … nicht haltbar.

4.2.3 In der Stellungnahme vom 27. Oktober 2015 (act. II 124) präzisier-
ten die MEDAS-Gutachter, da die Schwindelsymptomatik überwiegend als 
funktionell einzustufen sei und eine leichte somatische Mitursache in be-
grenztem Ausmass nicht ausgeschlossen werden könne, sei die qualitative 
Zumutbarkeitsbeurteilung der Schwindelsymptomatik vor allem hinsichtlich 
einer Selbst- oder Fremdgefährdung zu beurteilen. Die reine Kopfrotation 
ohne Selbst- oder Fremdgefährdung sei nicht problematisch. Selbst wenn 
eine objektive Kopfrotation erschwert wäre, könnte diese im …bereich 
durch eine Mitbewegung des Oberkörpers minim gehalten werden.

Am 10. Dezember 2015 (act. II 126) gaben die MEDAS-Gutachter ergän-
zend an, im Jahre 2007 seien die Gutachter der Begutachtungsstelle 
C.________ von einer vollen Arbeitsunfähigkeit aufgrund der depressiven 
Störung ausgegangen. Dabei sei übersehen worden, dass die begutach-
tenden Ärzte annahmen, dass in einem halben bis einem Jahr die Arbeits-
fähigkeit psychiatrisch wieder hergestellt sein sollte. Dies sei – bis zur ak-
tuellen Begutachtung – jedoch nie mehr überprüft worden. Aus diesem 
Grund könne die MEDAS-Einschätzung mit Sicherheit ab dem Gutachtens-
zeitpunkt festgelegt werden. Objektiv habe sich, stütze man auf das zur 
Berentung führende Gutachten vom Januar 2007 ab, eine deutliche Ver-
besserung ergeben, da eine hochgradige und invalidisierende depressive 
Störung nicht mehr feststellbar und nachweisbar sei. 

4.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/16/231, Seite 15

ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

4.4

4.4.1 Das MEDAS-Gutachten vom 24. März 2015 (act. II 116.1) sowie die 
Ergänzung vom 27. Oktober 2015 (act. II 124) erfüllen die von der höch-
strichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen 
Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 4.3 hiervor), weshalb ihnen 
grundsätzlich volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb 
S. 353). Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Ab-
klärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die 
gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand wurden nach-
vollziehbar, umfassend und einlässlich begründet. Die einzelnen Teilbeur-
teilungen stehen zudem untereinander in Übereinstimmung und flossen in 
die überzeugende polydisziplinäre Beurteilung ein. 

4.4.2 Soweit die MEDAS-Gutachter in Bezug auf die Frage nach dem 
Revisionsgrund im Schreiben vom 10. Dezember 2015 (act. II 126) festhiel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/16/231, Seite 16

ten, der Gesundheitszustand habe sich verändert, da die von den Vorgut-
achtern postulierte hochgradige und invalidisierende depressive Störung 
nicht mehr feststellbar sei, kann ihnen jedoch nicht gefolgt werden. Aus 
dem Befund des psychiatrischen Gutachtens von Dr. med. E.________ 
vom 3. Dezember 2006 ergeben sich keine Anhaltspunkte, die mit einer 
depressiven Störung vereinbar wären (act. II 51 S. 28 f.). Er stellte zudem 
nicht die Diagnosen „depressive Episode“ oder „rezidivierende depressive 
Störung“ gemäss ICD-10 F32 resp. F33, sondern diagnostizierte eine de-
pressive Entwicklung im Sinne einer Anpassungsstörung an die Folgen des 
Unfalles (ICD-10 F43.28; act. II 51 S. 31), mithin ein Krankheitsbild gemäss 
ICD-10 F40 bis F48 (Neurotische-, Belastungs- und somatoforme Störun-
gen) und nicht ein solches gemäss ICD-10 F30 bis F39 (affektive Störun-
gen). Aufgrund der Beurteilung des Dr. med. E.________ wird denn auch 
klar, dass er eine Anpassungsstörung diagnostizierte und dieses Krank-
heitsbild im Vordergrund stand, nicht dagegen ein depressives Geschehen 
(act. II 51 S. 31 f.). Nichts anderes ergibt sich aus der Stellungnahme von 
Dr. med. H.________ vom 3. Juni 2008 (act. II 68 S. 9), hielt er doch fest, 
das heute vorliegende, chronifizierte Beschwerdebild lasse sich am besten 
mit einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) in 
Komorbidität mit gemischten dissoziativen Störungen (ICD-10 F44.7) fas-
sen. Im Weiteren ist nicht erstellt, dass die von Dr. med. E.________ ange-
nommene gesundheitliche Besserung nach Durchführung einer Psychothe-
rapie tatsächlich eingetreten ist (act. II 51 S. 32). Vielmehr sind – wie den 
Berichten der Dres. med. F.________ und G.________ vom 25. August 
2007 (act. II 62 S. 2) resp. vom 2. Mai 2008 (act. II 67 S. 2) zu entnehmen 
ist – entsprechende Therapien gescheitert. In der Folge überzeugt auch die 
Auffassung der MEDAS-Gutachter, die angenommene Besserung sei 
spätestens seit ihrer Begutachtung eingetreten (vgl. Schreiben vom 10. 
Dezember 2015, act. II 126), nicht. Eine Änderung des Gesundheitszu-
standes im hier massgebenden Vergleichszeitraum zwischen Juli 2008 und 
Januar 2016 (vgl. E. 4 hiervor) ist nicht ersichtlich. Auch im erwerblichen 
Bereich sind den Akten keine wesentlichen Änderungen zu entnehmen. 
Schliesslich stellt die neue Rechtsprechung zu den unklaren Beschwerde-
bildern (vgl. E. 3.1.2 hiervor) für sich allein keinen Revisionsgrund dar 
(BGE 141 V 585). Aus dem Dargelegten folgt, dass – entgegen der Ansicht 
der Beschwerdegegnerin (act. II 127; Beschwerdeantwort S. 2 f. Ziff. 6 f.) – 

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kein Revisionsgrund gegeben ist (vgl. zur besonderen Revision gemäss lit. 
a der Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 des IVG [6. 
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket {SchlBest. IV 6/1}; in Kraft seit 
1. Januar 2012] E. 4.6 hiernach). 

4.4.3 Die Renteneinstellung ist indessen mit der substituierten Begrün-
dung (vgl. E. 3.5 hiervor) zu schützen, dass die Mitteilung vom 23. Juli 
2008 (act. II 70) zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher 
Bedeutung ist. Denn die Beschwerdegegnerin hat nach durchgeführtem 
Revisionsverfahren im Jahre 2008 weiterhin eine ganze Rente ausgerichtet 
(act. II 70), obwohl die Abklärungen ergeben hatten, dass die vom Psychia-
ter Dr. med. E.________ prognostizierte Besserung (vgl. act. II 51 S. 32) 
nicht eingetreten war. Dabei stellte sie im Wesentlichen einzig auf die Be-
richte der behandelnden Ärzte ab, deren Therapien keinen Erfolg zeigten 
(vgl. act. II 62 S. 2; 67 S. 2), und unterliess es, eine umfassende Beurtei-
lung der gesundheitlichen Situation einzuholen. Bei dieser Ausgangslage – 
insbesondere unter Berücksichtigung der erheblichen Differenz zwischen 
der Beurteilung von Dr. med. E.________ und den Erfahrungen der behan-
delnden Ärzte – hätte die Beschwerdegegnerin eine Verlaufsbegutachtung 
durchführen müssen. Daran ändern die Stellungnahmen der Dres. med. 
H.________ und I.________ vom 3. Juni 2008 (act. II 68 S. 9) resp. vom 
23. Juli 2008 (act. II 69 S. 4) nichts. Beruhen deren Einschätzungen doch 
einzig auf einer Aktenbeurteilung und nicht auf einer persönlichen und um-
fassenden Untersuchung. Damit hat die Beschwerdegegnerin den Untersu-
chungsgrundsatz verletzt, was zu einer zweifellosen Unrichtigkeit der Mit-
teilung vom 23. Juli 2008 führt (vgl. Entscheid des BGer vom 7. Mai 2014, 
8C_737/2013, E. 2.2); dies ändert jedoch nichts daran, dass revisionsrecht-
lich eine umfassende Abklärung erfolgt ist (vgl. E. 4 hiervor). Zudem ist – 
was auf periodische Dauerleistungen regelmässig zutrifft – die erhebliche 
Bedeutung der Berichtigung ohne weiteres anzunehmen. Unter dem Titel 
der Hilfspraxis hat im Folgenden somit eine umfassende Prüfung des Ren-
tenanspruchs zu erfolgen. 

4.5 Gestützt auf das überzeugende und beweiskräftige MEDAS-
Gutachten vom 24. März 2015 (act. II 116.1) sowie auf dessen Ergänzung 
vom 27. Oktober 2015 (act. II 124) ist – entgegen der Auffassung in der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/16/231, Seite 18

Beschwerde (S. 5 ff.) – eine vollständige Arbeitsfähigkeit in der ange-
stammten Tätigkeit erstellt (act. II 116.1 S. 33; 124). Insbesondere in der 
Stellungnahme vom 27. Oktober 2015 (act. II 124) haben die MEDAS-
Gutachter nachvollziehbar dargelegt, weshalb die angestammte Stelle als 
… weiterhin zumutbar ist. Anhaltspunkte, welche eine andere Betrach-
tungsweise rechtfertigen könnten, liegen nicht vor. Anders als in der Be-
schwerde (S. 6) angenommen, ist zudem die psychiatrische Diagnose im 
MEDAS-Gutachten differenziert und plausibel begründet worden (vgl. act. II 
116.1 S. 13 f. Ziff. 4.1.3 f.). Die chronische Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren gemäss ICD-10 F45.41 ist ein unklares 
Beschwerdebild, deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aufgrund der 
neu geschaffenen Indikatoren gemäss BGE 141 V 281 zu prüfen ist (vgl. 
E. 3.1.2 hiervor). Dabei bietet das MEDAS-Gutachten, obwohl es nach al-
tem Verfahrensstandard eingeholt wurde, eine genügende Entscheidungs-
grundlage (vgl. BGE 141 V 281 E. 8 S. 309). Die Prüfung der Indikatoren – 
insbesondere der Aspekt der Konsistenz (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.1 
S. 303 f.) – führt dabei offensichtlich zur Überwindbarkeit der Einschrän-
kungen und damit zu einer vollständigen Arbeitsfähigkeit. So legte Dr. med. 
J.________ aus psychiatrischer Sicht dar, die Selbsteinschätzung des Ver-
sicherten, dass er nicht arbeitsfähig sei, könne durch die psychiatrischen 
Befunde nicht objektiviert werden. Im Untersuchungsgespräch seien Kon-
zentrationsstörungen bei der genauen Angabe von Lebensdaten aufgefal-
len, der Versicherte fahre aber selber Auto, was wiederum gegen das Vor-
liegen von schweren Konzentrationsstörungen spreche. Weiter lebe er zu-
sammen mit seiner Familie und falle nicht aus dem sozialen Rahmen hin-
aus. Er helfe bei einfachen Haushaltsarbeiten mit, erledige kleinere Einkäu-
fe und besuche regelmässig den …. Zudem seien Reisen in die Heimat … 
zusammen mit der Familie trotz subjektiv starker Beschwerden mit 
Schmerzen und Schwindel möglich. Ferner vermerkte der Gutachter, dass 
der Beschwerdeführer nicht in einer psychiatrisch-psychotherapeutischen 
Behandlung stehe. Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers erhalte 
er aber ein Antidepressivum, worunter er in der Nacht besser schlafen kön-
ne (act. II 116.1 S. 14 Ziff. 4.1.7).

Nach dem Dargelegten erhellt, dass der Sachverhalt rechtsgenüglich ab-
geklärt ist. Von weiteren medizinischen Erhebungen sind keine neuen Er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/16/231, Seite 19

kenntnisse zu erwarten, weshalb auf deren Durchführung – entgegen dem 
Eventualbegehren des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 2) – in an-
tizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden kann (vgl. BGE 122 V 157 
E. 1d S. 162).

4.6 Damit besteht in somatischer wie auch in psychiatrischer Hinsicht 
kein invalidisierender Gesundheitsschaden und damit von vornherein auch 
kein Rentenanspruch.

Zum gleichen Ergebnis führte eine Überprüfung des Rentenanspruchs 
gemäss den SchlBest. IV 6/1, welche hier bis zur Einleitung der Revision 
im Februar 2014 (act. II 96 f.) zulässig gewesen wäre.

Der Zeitpunkt der Renteneinstellung auf Ende Februar 2016 hin (vgl. Ver-
fügung vom 13. Januar 2016; act. II 127) ist unter Berücksichtigung des 
Art. 88bis Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 (IVV; SR 831.201) nicht zu beanstanden (vgl. Entscheid 
des BGer vom 21. Juli 2011, 9C_101/2011, E. 5.1). Der Beschwerdeführer 
hat die Rente weder über 15 Jahre bezogen (Rentenbeginn November 
2004, act. II 57 S. 2) noch ist er über 55 Jahre alt (Jahrgang 1973, act. II 1 
S. 1), so dass bereits deshalb vor der Rentenaufhebung keine beruflichen 
Massnahmen durchzuführen sind; die Restarbeitsfähigkeit ist vielmehr auf 
dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar (zum Ganzen: Entscheid des 
BGer vom 1. Februar 2012, 9C_726/2011, E. 5.1).

4.7 Nach dem Dargelegten erweist sich die angefochtene Verfügung 
vom 13. Januar 2016 (act. II 127) als rechtens und die Beschwerde ist ab-
zuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2016, IV/16/231, Seite 20

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.