# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2f7a49f-2d6f-5a8f-8f29-c1f1d638d9db
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-03
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 03.05.2016 460 15 233 (460 2015 233)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-15-233_2016-05-03.pdf

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

3. Mai 2016 (460 15 233)  

___________________________________________________________________ 

 

 

Strafrecht  

 

 

Einfache Körperverletzung etc. 

 

 
Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Markus Mattle (Ref.), Richterin 

Susanne Afheldt; Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger  
 
 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  
Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 
4132 Muttenz,  
Anklagebehörde und Berufungsklägerin 
 

  
 
gegen 
 
 

 A.____,  
vertreten durch Advokat Simon Berger,  
Haus zum Thurgauerhof, Lindenstrasse 2, Postfach 552, 
4410 Liestal,  
Beschuldigter 
 
 

Gegenstand einfache Körperverletzung etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 
2. Juli 2015 

 
 
 

 

 
 
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Sachverhalt 

 
A. Das Strafgericht Basel-Landschaft entschied mit Urteil vom 2. Juli 2015 unter anderem 
Folgendes: 

   

 "1.   A.____ wird der einfachen Körperverletzung (zum Nachteil von B.____), der fahr-

lässigen einfachen Körperverletzung (zum Nachteil von C.____), der Sachentzie-

hung, der Sachbeschädigung (zum Nachteil der D.____ AG), des Hausfriedens-

bruchs (begangen am 14. Juni 2014), der Zechprellerei, der Widerhandlung ge-

gen das Waffengesetz sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz schuldig erklärt und verurteilt, 

 

als teilweise Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, 

Hauptabteilung Sissach, vom 19. Dezember 2013, 

 

zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je Fr. 10.--, 

 

unter Anrechnung der vom 22. Juli 2014 bis zum 10. September 2014 und der am 

30. September 2014 ausgestandenen strafprozessualen Haft von insgesamt 52 

Tagen, sowie 

 

zu einer Busse von Fr. 300.--, 

 

im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stelle eine Ersatz-

freiheitsstrafe von 3 Tagen, 

 

in Anwendung von Art. 123 Ziff. 1 StGB, Art. 125 Abs. 1 StGB, Art. 141 StGB, Art. 

144 Abs. 1 StGB, Art. 149 StGB, Art. 186 StGB, Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG (teilweise in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG) sowie Art. 

34 StGB, Art. 49 Abs. 1 und Abs. 2 StGB, Art. 51 StGB und Art. 106 StGB. 

    
 2.    A.____ wird von der Anklage der Gefährdung durch Sprengstoffe ohne verbreche-

rische Absicht, der mehrfachen Nötigung, der mehrfachen Drohung, der versuch-

ten Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand, der fahrlässigen einfa-

chen Körperverletzung (zum Nachteil von E.____), der Sachbeschädigung (zum 

Nachteil der F.____), des mehrfachen Hausfriedensbruchs (begangen am 10. 

Juni 2014 und 13. Juni 2014), der Beschimpfung, des Missbrauchs einer Fern-

meldeanlage sowie der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz freigespro-

chen. 

    
 3.   a. Die gegen A.____ am 14. Januar 2011 von der Staatsanwaltschaft Basel-

Landschaft neben einer Busse von Fr. 800.-- bedingt ausgesprochene Geldstrafe 

von 40 Tagessätzen zu je Fr. 30.--, unter Anrechnung der ausgestandenen Unter-

 

 
 
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suchungshaft von 20 Tagen, bei einer Probezeit von 2 Jahren, durch den Ent-

scheid der Staatsanwaltschaft vom 29. März 2012 um 1 Jahr verlängert, wird in 

Anwendung von Art. 46 Abs. 2 StGB nicht vollziehbar erklärt. 

    
 b.  Die gegen A.____ am 26. Mai 2011 vom Strafgerichtspräsidium Basel-Landschaft 

bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 200 Tagessätzen zu je Fr. 30.--, unter 

Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 4 Tagen, bei einer Pro-

bezeit von 2 Jahren, durch das Urteil der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft 

vom 19. Dezember 2013 um 1 Jahr verlängert, wird in Anwendung von Art. 46 

Abs. 2 StGB nicht vollziehbar erklärt. 

    
   c. Die gegen A.____ am 19. Dezember 2013 von der Staatsanwaltschaft Basel-

Landschaft, als teilweise Zusatzstrafe zum Urteil des Strafgerichtspräsidiums Ba-

sel-Landschaft vom 26. Mai 2011, neben einer Busse von Fr. 300.-- bedingt aus-

gesprochene Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je Fr. 70.--, unter Anrechnung 

der ausgestandenen Untersuchungshaft von 117 Tagen, bei einer Probezeit von 3 

Jahren, wird in Anwendung von Art. 46 Abs. 2 StGB nicht vollziehbar erklärt. Hin-

gegen wird der Beurteilte verwarnt und die Probezeit um 1 ½ Jahre verlängert. 

 

Für die Dauer der Probezeit wird Bewährungshilfe angeordnet (Art. 46 Abs. 2 

StGB i.V.m. Art. 44 Abs. 2 StGB und Art. 93 StGB). 

    
 4.   a. Die nachfolgend aufgeführten beschlagnahmten Gegenstände werden in Anwen-

dung von Art. 69 Abs. 1 und Abs. 2 StGB zur Vernichtung eingezogen: 

− Schmetterlingsmesser; 

− Aluminiumrohr (mit Kabelbindern versetzt); 

− 1.42 Gramm Marihuana. 
        

   b. Das beschlagnahmte Apple iPhone, weiss (IMEI XY), wird nach Rechtskraft unter 

Aufhebung der Beschlagnahme gestützt auf Art. 267 Abs. 1 und Abs. 3 StPO dem 

Beurteilten zurückgegeben. 

 

A.____ wird unter Androhung der Einziehung im Unterlassungsfalle eine Frist von 

drei Monaten ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils angesetzt, um das Mobilte-

lefon nach telefonischer Vorankündigung beim Strafgericht abzuholen. 

    
 5.   a. A.____ wird bei der Anerkennung der nachfolgend genannten Zivilforderungen 

behaftet: 

− F.____, Fr. 2'071.70; 

− G____ AG, Fr. 830.--, die Mehrforderung wird auf den Zivilweg verwiesen; 

− D.____ AG, Fr. 172.--. 
    

   b. Folgende Schadenersatzforderungen werden in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 

 

 
 
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StPO auf den Zivilweg verwiesen: 

− B.____, Fr. 408.60; 

− C.____, unbezifferte Zivilforderung; 

− E.____, unbezifferte Zivilforderung. 
    

   c. Die Genugtuungsforderung von B.____ in Höhe von Fr. 500.-- wird abgewiesen. 

    
 6.    Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorverfahrens von 

Fr. 21'200.60, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 2'000.--, den 

Expertisekosten des gerichtlichen Verfahrens von Fr. 910.50 und der Gerichtsge-

bühr von Fr. 6'000.--. 

 

Zwei Drittel der Verfahrenskosten gehen zu Lasten des Staates. Der in Anwen-

dung von Art. 426 Abs. 1 StPO grundsätzlich vom Beurteilten zu tragenden Drittel 

der Verfahrenskosten geht in Anwendung von Art. 425 StPO sowie § 4 Abs. 3 

GebT zufolge Uneinbringlichkeit zu Lasten des Staates. 

Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Urteil verlangt (Art. 82 Abs. 

2 StPO), wird die strafgerichtliche Gebühr auf Fr. 3'000.-- ermässigt (§ 4 Abs. 1 

GebT). 

    
 7.    Das Honorar des amtlichen Verteidigers in Höhe von insgesamt Fr. 11'576.90 

(inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) wird aus der Gerichtskasse entrichtet." 

    

 
B. Gegen dieses Urteil hat die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptab-
teilung, nach Eröffnung des Urteilsdispositivs mit Schreiben vom 6. Juli 2015 die Berufung an-
gemeldet. 
 
C. In ihrer begründeten Berufungserklärung vom 16. Oktober 2015 beantragte die Staats-
anwaltschaft was folgt: 

   
 "1.   Es sei A.____– unter Aufhebung von Buchstabe D. 1. Ziff. 2. / 2.2.2, Ziff. 4. / 4.2.1 

b., 4.2.2 c., Ziff. 8. / 8.2.2, Ziff. 9. / 9.2.2 b., Ziff. 10. / 10.1.2 a. und b., Ziff.10.2.2, Ziff. 

11. / 11.1.2. a. und c., Ziff.11.2.1. b. und Ziff. 11.2.2.b. des Urteils des Strafgerichts 

Basel-Landschaft vom 2. Juli 2015 – der Sachbeschädigung zum Nachteil der 

F.____, der Nötigung, der versuchten einfachen Körperverletzung mit einem gefähr-

lichen Gegenstand zum Nachteil von H.____, der Widerhandlung gegen das Aus-

ländergesetz, der Gefährdung durch Sprengstoffe ohne verbrecherische Absicht, der 

Drohung, der Nötigung, der Beschimpfung zum Nachteil von B.____ sowie der Dro-

hung, der Nötigung, der Tätlichkeiten zum Nachteil von I.____ schuldig zu erklären. 

   

 2.   Es sei die Strafart zu ändern und das Strafmass angemessen zu erhöhen. 
   

 

 
 
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 3.   Es sei unter Aufhebung von Buchstabe D. III. Ziff. 2 des Urteils des Strafgerichts 
Basel-Landschaft vom 2. Juli 2015 die Vorstrafen vom 14. Januar 2011, vom 26. Mai 

2011 und vom 19. Dezember 2011 zu widerrufen. 

   

 4.   Unter grundsätzlicher o/e-Kostentragungspflicht zu Lasten des Beschuldigten, seien 
die Verfahrenskosten zufolge offensichtlicher Uneinbringlichkeit auf die Staatskasse 

zu nehmen." 

   
 
D. Demgegenüber stellte der Beschuldigte in seiner Berufungsantwort vom 25. Januar 
2016 folgende Rechtsbegehren:  

   
 "1.   Es sei die Berufung vollumfänglich abzuweisen. 

   

 2.   Es sei dem Berufungsgegner auch für das zweitinstanzliche Verfahren die amtliche 

Verteidigung zu bewilligen. 

   

 3.   Unter o/e-Kostenfolge." 

   
 

E. Was die wesentlichen verfahrensleitenden Verfügungen des Kantonsgerichts Basel-
Landschaft, Abteilung Strafrecht, betrifft, so wurde dem Beschuldigten mit Verfügung vom 
1. Februar 2016 die amtliche Verteidigung mit Advokat Simon Berger für das zweitinstanzliche 
Verfahren bewilligt. 
 
F. Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Kantonsgericht, Abteilung Strafrecht, er-
scheinen die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sowie der Verteidiger des Beschuldigten, Advo-
kat Simon Berger. Der Beschuldigte bleibt der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung trotz 
ordnungsgemässer Vorladung fern. Beide Parteien halten an ihren bereits schriftlich gestellten 
Anträgen vollumfänglich fest. Auf die Parteivorträge wird, soweit erforderlich, nachfolgend in 
den Erwägungen eingegangen. 
 
 
Erwägungen  
 
I.  Formelles  

 
1. Zuständigkeit und Eintreten 

 
[…] 

 
2.  Nichterscheinen des Beschuldigten 

 

 

 
 
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Zunächst ist festzustellen, dass der Beschuldigte trotz ordnungsgemässer Vorladung nicht zur 
heutigen Hauptverhandlung vor Kantonsgericht erschienen ist. In casu hat jedoch einzig die 
Staatsanwaltschaft Berufung erhoben, was dazu führt, dass die strafrechtliche Abteilung des 
Kantonsgerichts – trotz des Nichterscheinens des Beschuldigten – im Abwesenheitsverfahren 
ein Urteil zu fällen hat (vgl. Art. 407 Abs. 1 und 2 StPO).  
 
 
3. Gegenstand des Berufungsverfahrens 

 
Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in 
den angefochtenen Punkten. 
 

In casu liegt einzig eine Berufung der Staatsanwaltschaft vor; der Beschuldigte hat weder Beru-
fung noch Anschlussberufung erhoben. 
 
Die Berufung der Staatsanwaltschaft richtet sich zunächst gegen die Freisprüche hinsichtlich 
folgender Fälle der Anklageschrift:  
 
– Fall 1: Sachbeschädigung zum Nachteil der F.____ 
– Fall 3: Nötigung und versuchte Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand zum 

Nachteil von H.____ 
– Fall 7:  Widerhandlung gegen das Ausländergesetz 
– Fall 8: Gefährdung durch Sprengstoffe ohne verbrecherische Absicht 
– Fall 9: Drohung, Nötigung und Beschimpfung zum Nachteil von B.____ 
– Fall 10: Drohung, Nötigung und Tätlichkeiten zum Nachteil von I.____ 
 
Überdies beanstandet die Staatsanwaltschaft die Strafzumessung sowie den Nichtwiderruf der 
Vorstrafen. 
 
 
II.  Materielles  

 
1. Allgemeines  

 
Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechtsmittelinstanzen, 
für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des in Frage stehenden Sachverhalts auf die Be-
gründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser beipflichten. Hingegen ist auf neue tat-
sächliche Vorbringen und rechtliche Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmittelverfahren 
vorgetragen werden.  
 
 
 
2.  Fall 1 der Anklageschrift: Sachbeschädigung zum Nachteil der F.____ 

 

 

 
 
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2.1.  Gemäss Anklageschrift vom 26. Februar 2015 wird dem Beschuldigten zur Last gelegt, 
am 17. September 2013, ca. 23:15 Uhr, am Bahnhof in K.____ eine Leuchtanzeigetafel mit der 
Aufschrift "K.____" beschädigt zu haben, indem er entweder mutwillig ein Bierrugeliglas in die 
Leuchtanzeigetafel geworfen oder anlässlich einer aus Spass geführten Rangelei mit einem 
Kollegen und unter Inkaufnahme einer Sachbeschädigung derart heftig mit einem Bierrugeliglas 
herumgestikuliert habe, dass dieses 3.9 m in die Luft geflogen sei und die Leuchtanzeigetafel 
beschädigt habe.  
 
Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten vom Vorwurf der Sachbeschädigung zum Nachteil der 
F.____ frei. Zur Begründung wurde ausgeführt, der Beschuldigte habe nicht damit rechnen 
müssen, dass er anlässlich einer Rangelei mit einem Bierglas in der Hand eine in etwa vier Me-
ter Höhe angebrachte Leuchtanzeigetafel treffen könnte. Gegen einen gezielten Wurf spreche 
namentlich das Verhalten des Beschuldigten nach dem Schadensereignis. Hätte der Beschul-
digte die Leuchtanzeigetafel absichtlich beschädigt, hätte er sich vermutlich – wie dies sein Kol-
lege getan habe – vom Bahnhof entfernt, und nicht die Polizei angerufen und am Tatort auf de-
ren Eintreffen gewartet. Mangels zusätzlicher Indizien sei dem Beschuldigten ein absichtlicher 
Wurf des Bierglases gegen die Leuchtanzeigetafel nicht rechtsgenüglich nachzuweisen. Es sei 
zu Gunsten des Beschuldigten davon auszugehen, dass ihm das Bierglas aufgrund der Range-
lei mit seinem Kollegen unabsichtlich entglitten sei und in der Folge die Leuchtanzeigetafel be-
schädigt habe. 
 

2.2 Die Staatsanwaltschaft beantragt demgegenüber im Fall 1 der Anklageschrift einen 
Schuldspruch wegen Sachbeschädigung und stellt sich auf den Standpunkt, es könne nicht 
nachvollzogen werden, inwiefern ein aus der Hand rutschendes Bierrugeliglas eine rund 
4 Meter in der Höhe angebrachte Anzeigetafel beschädigen könne. Vorliegend könnten keine 
Gegenindizien den Rückschluss entkräften, dass sich aufgrund einer derart heftigen Rangelei 
mit einem Bierglas in der Hand die Beschädigung des Bahnhofsschildes für den Beschuldigten 
als so wahrscheinlich aufdrängt habe, dass diese vernünftigerweise nicht anders als eine Billi-
gung des tatbestandsmässigen Erfolges ausgelegt werden könne. Aufgrund des Umstandes, 
dass der Beschuldigte die in Frage stehende Sachbeschädigung selber der Polizei gemeldet 
habe, könne nicht auf einen fehlenden Eventualvorsatz geschlossen werden.  
 
2.3.1 Der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB macht sich schuldig, wer eine Sa-
che, an der ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs- oder Nutzniessungsrecht besteht, beschädigt, 
zerstört oder unbrauchbar macht. Der subjektive Tatbestand setzt Vorsatz voraus, wobei Even-
tualvorsatz genügt (vgl. PHILIPPE WEISSENBERGER, Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, 
Art. 144 N 103).  
 
Bezüglich des Sachverhaltes steht aufgrund des insoweit von den Parteien nicht bestrittenen 
Beweisergebnisses der Vorinstanz (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 10 f.) fest, dass die Leuchttafel 
durch ein fliegendes Bierglas aus der Hand des Beschuldigten beschädigt worden ist. Das Ver-
halten des Beschuldigten erfüllt klarerweise den objektiven Tatbestand von Art. 144 Abs. 1 
StGB. Zu prüfen gilt es nachfolgend, ob der Beschuldigte mindestens mit Eventualvorsatz ge-
handelt hat.  

 

 
 
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2.3.2 Für den Nachweis des Vorsatzes kann sich das Gericht – soweit der Täter nicht geständig 
ist – regelmässig nur auf äusserlich feststellbare Indizien und auf Erfahrungsregeln stützen, die 
ihm Rückschlüsse auf die innere Einstellung des Täters erlauben. Zu den äusseren Umständen, 
aus denen der Schluss gezogen werden kann, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in 
Kauf genommen, zählen namentlich die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbe-
standsverwirklichung und die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung. Je grösser dieses Risiko 
ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto eher darf gefolgert werden, der 
Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (BGE 134 IV 26, E. 3.2.2 mit 
Hinweisen). Der Richter darf vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem 
Täter der Eintritt des Erfolges als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als 
Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann 
(BGE 137 IV 1, E. 4.2.3 S. 4 mit Hinweis). Eventualvorsatz kann indessen auch vorliegen, wenn 
der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolgs nicht in diesem Sinne sehr wahrscheinlich, son-
dern bloss möglich war. Doch darf nicht allein aus dem Wissen des Täters um die Möglichkeit 
des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme geschlossen werden. Vielmehr müssen weitere 
Umstände hinzukommen (BGE 133 IV 9, E. 4.1 mit Hinweisen). Solche Umstände liegen na-
mentlich vor, wenn der Täter das ihm bekannte Risiko nicht kalkulieren und dosieren kann (vgl. 
BGE 133 IV 1, E. 4.5 mit Hinweisen; Urteil 6B_617/2013 vom 4. April 2014, E. 2.3). 
 
Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist Eventualvorsatz gegeben, wenn der 
Täter den Eintritt des Erfolgs beziehungsweise die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, 
aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm 
abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein. Der Richter darf vom Wissen des Täters auf den 
Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdräng-
te, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme 
des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 133 IV 222, E. 5.3 mit Hinweisen). 
 

2.4 Entgegen dem Einwand der Staatsanwaltschaft kann das Verhalten des Beschuldigten 
nach der Tat durchaus gewisse Rückschlüsse auf die innere Einstellung der Täterschaft liefern 
(vgl. Entscheid des Obergerichts Zürich UE130057 vom 17. April 2013, E. 2.6. a). Dass der Be-
schuldigte, nachdem die Leuchttafel durch ihn beschädigt worden war, die Polizei anrief und auf 
deren Eintreffen am Bahnhof K.____ wartete, kann durchaus als Indiz zu seinen Gunsten ge-
wertet werden. Die eingetretene Beschädigung der Leuchttafel kann grundsätzlich sowohl durch 
einen gezielten Wurf als auch durch ein heftig aus der Hand geschleudertes Bierglas verursacht 
worden sein. In casu liegen neben den Angaben des Beschuldigten sowie der Schadensdoku-
mentation der Polizei Basel-Landschaft keine weiteren Beweismittel vor. Dem Beschuldigten 
kann bei dieser Beweislage ein gezieltes Werfen des Bierglases gegen die Leuchttafel nicht 
rechtsgenüglich nachgewiesen werden. Vielmehr ist in dieser Konstellation gemäss dem straf-
prozessualen Grundsatz "in dubio pro reo" von der Version des Beschuldigten auszugehen, 
wonach ihm das Bierglas im Rahmen einer scherzhaften Rangelei aus der Hand gerutscht ist 
(act. 861).  
 

 

 
 
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Unter der Annahme eines hektischen Geschehens im Rahmen der scherzhaften Rangelei zwi-
schen dem Beschuldigten und seinem Kollegen ist die Erkenntnis der Vorinstanz, wonach der 
Beschuldigte nicht damit habe rechnen müssen, dass das von ihm gehaltene Bierglas dermas-
sen weggeschleudert werde, dass es die in rund vier Metern Höhe angebrachte Leuchtanzeige-
tafel beschädigen könnte, nicht zu beanstanden. Selbst wenn der Beschuldigte die Zerstörung 
der Leuchttafel für möglich gehalten hätte, so kann aufgrund der vorliegenden Beweislage nicht 
davon ausgegangen werden, er habe eine Beschädigung dieser billigend in Kauf genommen. 
Vielmehr zeigt das Beweisergebnis, dass der Beschuldigte – sofern er die Leuchttafel über-
haupt wahrgenommen hat – aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit darauf vertraut hat, dass die 
Leuchttafel während der Rauferei – selbst wenn er die Kontrolle über das Bierglas verlieren 
sollte – nicht beschädigt werde. Eventualvorsätzliches Handeln scheitert somit am rechtsgenüg-
lichen Nachweis des subjektiven Tatbestands von Art. 144 StGB. Demnach ist das Urteil der 
Vorinstanz bezüglich des Falls 1 der Anklageschrift zu bestätigen, was insofern in diesem Punkt 
zur Abweisung der Berufung der Staatsanwaltschaft führt. 
 

3.  Fall 3 der Anklageschrift:  Nötigung und versuchte Körperverletzung mit einem 

gefährlichen Gegenstand zum Nachteil von H.____  

 

3.1. In der Anklageschrift wird dem Beschuldigten unter Ziffer 3.a vorgeworfen am 25. März 
2014, zwischen ca. 13:15 Uhr und 13:25 Uhr eine Nötigung begangen zu haben. Er habe 
H.____ wissentlich und willentlich am Bahnhof in K.____, beim dortigen Taxistandplatz anläss-
lich einer Auseinandersetzung bedroht, indem er rennend und schreiend mit einem mit zwanzig 
Kabelbindern und einem Elektrokabel versehenen Aluminiumrohr auf H.____ losgegangen sei. 
Dabei habe er in Kauf genommen, dass H.____ aufgrund seines Verhaltens die Flucht ergreife 
und zum am Bahnhof befindlichen M.____ renne. 
 

3.2. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten im Fall 3 der Anklageschrift vom Vorwurf der 
Nötigung frei und erwog hinsichtlich des Sachverhaltes, es sei von einem wechselseitigen Ge-
schehen auszugehen. H.____ sei im Begriff gewesen, den Beschuldigten anzugreifen. Der Be-
schuldigte habe diesem Angriff mit einem Gegenangriff zuvorkommen wollen. Zu diesem Zweck 
sei er mit einer Metallstange in der Hand auf H.____ zugerannt.  
 
In der Folge habe H.____ seinen Angriff abgebrochen und sei geflüchtet. Bei dieser Ausgangs-
lage sei es offensichtlich, dass es dem Beschuldigten darum gegangen sei, sich der von H.____ 
gesuchten Konfrontation zu stellen. Da sich der Beschuldigte jedoch von H.____ nicht habe 
einschüchtern lassen und keine Angst vor einer Konfrontation gehabt habe, sei H.____ vor ihm 
geflüchtet. Mangels anderweitiger Indizien sei zu Gunsten des Beschuldigten von dieser Versi-
on auszugehen. Nicht erstellt sei, dass er mit einer Stange gegen die von H.____ gehaltene 
Werbetafel geschlagen habe. 
 

3.3.1 Der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB macht sich strafbar, wer jemanden vorsätz-
lich durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch eine andere Beschränkung 
seiner Handlungsfreiheit dazu bestimmt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. Gewalt 
im Sinne von Art. 181 StGB wird gemeinhin als physische Einwirkung auf die Rechtssphäre 

 

 
 
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eines anderen definiert. Bei der Androhung ernstlicher Nachteile stellt der Täter dem Opfer die 
Zufügung eines Übels in Aussicht, dessen Eintritt er als von seinem Willen abhängig erscheinen 
lässt (vgl. GÜNTER STRATENWERTH/GUIDO JENNY/FELIX BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, 
Besonderer Teil I, 7. Aufl. 2010, § 5 N 6–8; zum Ganzen BGE 122 IV 322 E.1a m.w.H.). Das 
Gesetz nennt in Art. 181 StGB auch das Zwangsmittel "durch andere Beschränkung der Hand-
lungsfreiheit". Diese Generalklausel ist einschränkend zu interpretieren. Die Einschränkung 
muss, wie das Bundesgericht formuliert, "das üblicherweise geduldete Mass an Beeinflussung 
in ähnlicher Weise eindeutig überschreiten, wie es für die vom Gesetz ausdrücklich genannte 
Gewalt oder die Androhung ernstlicher Nachteile gilt" (BGE 134 IV 216, E. 4.1; STEFAN 
TRECHSEL/THOMAS FINGERHUTH, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl. 
2013, Art. 181 N 7). Subjektiv ist Vorsatz erforderlich, der sich auf die Beeinflussung und das 
abgenötigte Verhalten beziehen muss. Eventualdolus genügt, eine weitergehende Absicht ist 
nicht erforderlich (BGE 120 IV 17, E. 2C; TRECHSEL/FINGERHUTH, a.a.O., Art. 181 N 14). Die 
Rechtswidrigkeit der Nötigung folgt nicht aus der blossen Verwirklichung des Tatbestandes, 
sondern bedarf einer zusätzlichen Begründung. Eine Nötigung ist somit nur dann rechtswidrig, 
"wenn das Mittel oder der Zweck unerlaubt ist oder wenn das Mittel zum erstrebten Zweck nicht 
im richtigen Verhältnis steht oder wenn die Verknüpfung zwischen einem an sich zulässigen 
Mittel und einem erlaubten Zweck rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig ist" (BGE 120 IV 17, 
E. 2bb). 
 

3.3.2 Die Staatsanwaltschaft macht bezüglich der Nötigung im Wesentlichen geltend, die 
Feststellung des Strafgerichts, der Beschuldigte habe einerseits die Konfrontation mit H.____ 
gesucht, sei aber diesem andererseits schreiend mit einer mit Kabelbindern versetzten Alumini-
umstange in der Hand nachgerannt, um damit lediglich den Angriff von H.____ abzuwehren, sei 
widersprüchlich. Die Zeugin J.____ habe bereits das Geschehen auf dem Parkplatz beobachten 
können. Diese habe jedoch gegenseitige Angriffe der beiden Kontrahenten in keiner Weise er-
wähnt. 
 

3.3.3 H.____ gab in der Einvernahme vom 26. März 2014 zu Protokoll, er sei wütend auf den 
Beschuldigten gewesen, weil dieser Unwahres über ihn verbreitet habe. Er habe ihn vom Bahn-
hof K.____ aus angerufen und aufgefordert, dorthin zu kommen. Zudem habe er den Beschul-
digten als "Hundesohn" bezeichnet. Nach ca. 20 Minuten sei der Beschuldigte beim Bahnhof 
erschienen und habe beim dortigen Parkplatz auf ihn gewartet. H.____ sei auf ihn zugegangen 
und habe mit ihm reden wollen. Der Beschuldigte habe eine Stange in der Hand gehalten 
(act. 961). Diese Aussagen decken sich weitgehend mit denjenigen des Beschuldigten (act. 909 
ff.; 979 ff.; 993 ff; 1019 ff.) und sind somit als glaubhaft einzustufen. Dies gilt allerdings nicht für 
die Deposition von H.____, wonach er mit dem Beschuldigten nur habe reden wollen. Denn 
unter Berücksichtigung der Vorgeschichte, namentlich der Beleidigungen, die H.____ gegen-
über dem Beschuldigten ausgesprochen hatte und der Aufforderung, umgehend am Bahnhof zu 
erscheinen, ist vielmehr davon auszugehen, dass H.____ eine tätliche Auseinandersetzung mit 
dem Beschuldigten zumindest billigend in Kauf nahm.  
 
Die Zeugin J.____ hat nur das Wegrennen von H.____ beobachten können und nicht das zuvor 
Vorgefallene. Demnach hat sie das Geschehen nur punktuell wahrgenommen. Zudem ist der 

 

 
 
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Beweiswert ihrer Aussagen als erheblich eingeschränkt zu beurteilen, da sie sich aufgrund des 
vergangenen Zeitablaufs sehr unsicher war ("Es ist ganz schwierig, weil es so lange her ist.", 
act. 1015). "In dubio pro reo" ist bei dieser Beweislage von der Version des Beschuldigten aus-
zugehen, wonach H.____ in feindseliger Stimmung auf den Beschuldigten zugegangen ist, und 
dieser in der Annahme, H.____ würde ihn tätlich angreifen, sich dazu entschlossen hat, diesem 
Angriff mit einem Gegenangriff zuvorzukommen und dadurch H.____ in die Flucht zu schlagen. 
Das Beweisergebnis zeigt im Weiteren, dass H.____ zielgerichtet auf den Beschuldigten zu-
steuerte, obwohl er sah, dass der Beschuldigte eine Stange in der Hand hielt. Es ist somit sei-
tens von H.____ von einer bewusst in Kauf genommenen (tätlichen) Auseinandersetzung aus-
zugehen. In einer solchen Konstellation bleibt in rechtlicher Hinsicht für eine nachfolgende Nöti-
gungssituation – wenn einer der beiden Kontrahenten in die Flucht geschlagen wird – kein 
Raum. Anders wäre der Fall möglicherweise zu beurteilen, wenn der Beschuldigte die Alumini-
umstange, welche er mit sich führte, zunächst vor H.____ versteckt hätte.  
 
Der vorinstanzliche Freispruch vom Vorwurf der Nötigung ist somit in Abweisung der Berufung 
der Staatsanwaltschaft zu bestätigen.  
 
3.4.1 Hinsichtlich der versuchten einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegen-
stand gemäss Ziffer 3.b. der Anklageschrift gab der Beschuldigte zu Protokoll, er habe H.____ 
nicht geschlagen (act. 909 ff.; 979 ff.; 993 ff; 1019 ff.). Ebenso schildert H.____ (act. 959 ff.; 969 
ff.) nicht, von seinem Kontrahenten geschlagen worden zu sein. Diesen Aussagen entspre-
chend sind auf der sichergestellten Videosequenz der Überwachungskamera (act. 947 ff.) keine 
Schläge zu sehen.   
 
J.____ gab zu Protokoll, der Beschuldigte sei H.____ hinterhergerannt und habe ihn ange-
schrien, wobei sie nicht wisse, ob H.____ zuvor etwas getan habe (act. 1015). Sie schilderte 
überdies einen Schlag mit einer Stange auf die von H.____ behändigte Werbetafel. Allerdings 
wurde bereits oben festgestellt, dass sich die Zeugin aufgrund des Zeitablaufs bezüglich ihrer 
Depositionen sehr unsicher war (vgl. 3.3.3 sowie act. 1015).  
 
Bei dieser Beweislage kann bezüglich des angeklagten Schlags gegen die Werbetafel mit einer 
Stange – entgegen den Aussagen der beiden direkt Beteiligten – nicht einzig auf die Aussagen 
von J.____ abgestellt werden. Der Umstand, dass der Beschuldigte seinem Kontrahenten die 
Werbetafel vor die Füsse geworfen hat, spricht ebenfalls indiziell gegen seinen Verletzungsvor-
satz, wobei in diesem Zusammenhang zu dessen Gunsten nicht davon auszugehen ist, dass er 
H.____ treffen wollte, bzw. dies in Kauf genommen hätte. Dies ergibt sich eindeutig aus dem 
Videomaterial. Zusammenfassend sind Schläge – weder per Faust noch mit der Aluminium-
stange (auch nur gegen die Werbetafel) – gemäss dem strafprozessualen Grundsatz "in dubio 
pro reo" nicht erstellt. Ebensowenig lässt sich ein Verletzungsvorsatz rechtsgenüglich nachwei-
sen. Somit sind bezüglich Fall 3 der Anklageschrift die durch die Vorinstanz erfolgten Freisprü-
che von den Tatbeständen der Nötigung (Art. 181 StGB) sowie der Körperverletzung (Art. 123 
StGB) in Abweisung der Berufung der Staatsanwaltschaft zu bestätigen.  
 

 

 
 
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Ohnehin nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens bildet der vorinstanzliche Schuldspruch 
hinsichtlich der Sachbeschädigung. 
 
 
4.  Fall 7 der Anklageschrift:  Widerhandlung gegen das Ausländergesetz 

 
[…] 
 
 
5.  Fall 8 der Anklageschrift:  Gefährdung durch Sprengstoffe ohne verbrecherische 

Absicht 

 

5.1 Der Sachverhalt hinsichtlich des Falls 8 der Anklageschrift ist im Wesentlichen unbestrit-
ten und erstellt. In casu ist einzig die Sprengstoffqualität des vom Beschuldigten verwendeten 
Feuerwerkskörpers "Flashing Thunder" bestritten. 
 

5.2 Die Staatsanwaltschaft macht diesbezüglich geltend, durch den Knall des detonierten 
Feuerwerkskörpers habe C.____ eine Gehörsverletzung erlitten, welche zu einer vorüberge-
henden Hörverminderung und zu einem mehrtätigen Spitalaufenthalt geführt habe. Zudem habe 
E.____ aufgrund der Explosion ein akustisches Trauma mit Druck auf dem Ohr erlitten. Auf-
grund dieser Verletzungen sei es als erstellt zu erachten, dass der Feuerwerkskörper "Flashing 
Thunder" zur Zerstörung geeignet gewesen sei, weswegen dieser als Sprengstoff im Sinne des 
Tatbestandes zu gelten habe. 
 

5.3 Nach Art. 224 Abs. 1 StGB ist strafbar, wer vorsätzlich und in verbrecherischer Absicht 
durch Sprengstoffe oder giftige Gase Leib und Leben von Menschen oder fremdes Eigentum in 
Gefahr bringt. Die in diesem Tatbestand genannten Sprengstoffe werden in Art. 5 des Bundes-
gesetzes über explosionsgefährliche Stoffe (Sprengstoffgesetz, SprstG; SR 941.41) definiert als 
"einheitliche chemische Verbindungen oder Gemische solcher Verbindungen, die durch Zün-
dung, mechanische Einwirkung oder auf andere Weise zur Explosion gebracht werden können 
und die wegen ihrer zerstörenden Kraft, sei es in freier oder verdämmter Ladung, schon in ver-
hältnismässig geringer Menge gefährlich sind". Knallpatronen, die bloss dem Vergnügen die-
nen, sind pyrotechnische Gegenstände im Sinne von Art. 7 des Sprengstoffgesetzes und fallen 
grundsätzlich nicht unter die Art. 224 ff. StGB. Dies gilt indessen nur dann, wenn sie nicht zum 
Zweck der Zerstörung verwendet werden (BGE 104 IV 235, 236). Werden solche Knallpatronen 
eigens zum Zwecke der Zerstörung eingesetzt, sind sie als Sprengstoff zu qualifizieren, und 
ihre Verwendung fällt unter die Strafbestimmungen der Art. 224 ff. StGB (vgl. BRUNO ROELLI / 
PETRA FLEISCHANDERL, Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 224 N 4). 
 
5.4 Der vom Beschuldigten verwendete Feuerwerkskörper "Flashing Thunder" ist  als pyro-
technischer Gegenstand zu qualifizieren, welcher nur zum Vergnügen dient und daher grund-
sätzlich nicht unter das Sprengstoffgesetz fällt (vgl. auch die Abklärungen der Polizei Basel-
Landschaft, Fachstelle Waffen und Sprengstoff, act. 1223), es sei denn, er wäre in casu konkret 
zum Zweck der Zerstörung eingesetzt worden. Was die Verwendung im vorliegenden Fall be-

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

trifft, so wurde der Feuerwerkskörper vom Beschuldigten im Freien am Bahnhof K.____ am 
Gleis 1 gezündet und in Richtung der sich dort befindlichen Schliessfächer geworfen, wobei 
keinerlei Sachbeschädigungen entstanden sind. Es besteht überdies auch kein Hinweis darauf, 
dass der Beschuldigte dadurch irgendwelche Sachwerte zu beschädigen beabsichtigt hat.  
 
Der Umstand, dass C.____ am linken Ohr ein Knalltrauma mit einem vorübergehenden akuten 
Tinnitus und einer vorübergehenden Hörminderung erlitten hat, führte zur zwischenzeitlich in 
Rechtskraft erwachsenen Verurteilung des Beschuldigten wegen fahrlässiger einfacher Körper-
verletzung (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 30 ff.). Die Zerstörung im Sinne vom Art. 224 Abs. 1 
StGB bezieht sich indessen nicht auf Gehörschädigungen aufgrund des Knalls des Feuer-
werkskörpers. Die körperliche Unversehrtheit wird diesbezüglich durch die Körperverletzungs-
delikte abschliessend geschützt. Vorliegend ist demnach nicht von einem Einsatz zum Zwecke 
der Zerstörung – wie beispielsweise bei einer gezielten Sprengung eines Briefkastens (vgl. da-
zu BRUNO ROELLI / PETRA FLEISCHANDERL, Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 224 N 4) 
– auszugehen. Somit ist der vom Beschuldigten eingesetzte Feuerwerkskörper vorliegend auf-
grund der konkreten Verwendung nicht als Sprengstoff im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB zu 
qualifizieren. Das Urteil der Vorinstanz ist demnach bezüglich Fall 8 der Anklageschrift zu be-
stätigen, was insofern auch in diesem Punkt zur Abweisung der Berufung der Staatsanwalt-
schaft führt. 
 
 

6.  Fall 9 der Anklageschrift: Drohung, Nötigung und Beschimpfung zum Nachteil von 

B.____ 

 
[…] 
 

7.  Fall 10 der Anklageschrift: Drohung, Nötigung und Tätlichkeiten zum Nachteil von 

I.____  

 
[…] 
 
8. Zusammenfassung 

 
Gemäss vorstehenden Erwägungen ist der Beschuldigte der Sachentziehung, der Zechprellerei, 
der Sachbeschädigung zum Nachteil der D.____ AG, der Widerhandlung gegen das Waffenge-
setz, der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, der einfachen Kör-
perverletzung zum Nachteil von B.____, des Hausfriedensbruchs, der fahrlässigen einfachen 
Körperverletzung zum Nachteil von C.____ sowie der mehrfachen Tätlichkeiten zum Nachteil 
von I.____ schuldig zu sprechen. 
 
Demgegenüber ist der Beschuldigte von der Anklage der Sachbeschädigung zum Nachteil der 
F.____, der versuchten Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand, der mehrfachen 
Nötigung (zum Nachteil von H.____, B.____ sowie I.____), des mehrfachen Hausfriedens-
bruchs, der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz, der fahrlässigen einfachen Körperver-

 

 
 
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letzung zum Nachteil von E.____, der mehrfachen Nötigung (zum Nachteil von B.____ und 
I.____), der Beschimpfung sowie des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage freizusprechen. 

 

 
9. Strafzumessung  

 
9.1 Die Staatsanwaltschaft wendet sich sodann gegen die Strafhöhe und führt hierzu zu-
sammenfassend aus, die gegen den Beschuldigten ausgesprochene Strafe sei zu mild. Insbe-
sondere erachtet die Staatsanwaltschaft das Verschulden des Beschuldigten unter Berücksich-
tigung der Tat- und Täterkomponenten sowie der Vielzahl der Delikte entgegen der Ansicht des 
Strafgerichtes nicht mehr als leicht. Mit Hinblick auf die Art der zahlreichen und durch das Straf-
gericht als erfüllt beurteilten Tatbestände, könne nicht mehr von "lästiger Kleinkriminalität" ge-
sprochen werden. Dies insbesondere, da der Beschuldigte mehrfach Menschen verletzt oder 
anderweitig geschädigt habe und aufgrund seines Gesamtverhaltens davon auszugehen sei, 
dass die Rechtsordnung für ihn keine Geltung habe. Die Spezialprävention bezwecke vor allem 
die Sicherung und Resozialisierung des einzelnen Straftäters, während die Generalprävention 
auf Verbrechensvorbeugung in Bezug auf die Gesamtheit der Bevölkerung ausgerichtet sei. 
Inwiefern vor diesem Hintergrund eine unbedingte Geldstrafe überhaupt auf den Beschuldigten 
eine resozialisierende Wirkung haben solle, könne nicht nachvollzogen werden. Es sei davon 
auszugehen, dass eine Geldstrafe wiederum keine resozialisierende Wirkung auf den Beschul-
digten haben werde, weswegen eine unbedingte Freiheitsstrafe auszusprechen sei. 
 

9.2 Das Gericht misst die Strafe innerhalb des massgeblichen abstrakten Strafrahmens 
nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen 
Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB).  
 
Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen 
Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters 
sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der 
Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Bei der Ge-
wichtung der einzelnen zu beachtenden Komponenten innerhalb des Strafrahmens steht dem 
Gericht ein erheblicher Ermessensspielraum zu (STEFAN TRECHSEL/HEIDI AFFOLTER-EJISTEN, 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, Art. 47 StGB N 35; BGE 
129 IV 21).  
 
Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere gleichar-
tige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht 
sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die 
Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 
Abs. 1 StGB). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei der Bildung einer Gesamt-
strafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB vorab der Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestimmen 
und alsdann die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb dieses Strafrahmens festzuset-
zen. Schliesslich ist die Einsatzstrafe unter Einbezug der anderen Straftaten in Anwendung des 

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen. Das Gericht hat mithin in einem ersten Schritt 
gedanklich die Einsatzstrafe des schwersten Delikts festzulegen, indem es alle diesbezüglichen 
straferhöhenden und strafmindernden Umstände einbezieht. In einem zweiten Schritt hat es die 
Strafe zu erhöhen, um die weiteren Delikte zu sanktionieren. Auch dort muss es den jeweiligen 
Umständen Rechnung tragen (BGer 6B_865/2009 vom 25. März 2010, E. 1.2.2 mit Hinweisen). 
 
Das Gericht muss die für die Strafzumessung und – soweit erforderlich – die für die Wahl der 
Strafart erheblichen Umstände und deren Gewichtung in der Begründung aufführen. Es muss 
somit die Überlegungen, die es bei der Bemessung der Strafe vorgenommen hat, in den 
Grundzügen wiedergeben, sodass die Strafzumessung nachvollziehbar ist (BGE 134 IV 20). 
Um die Strafzumessung überprüfen zu können, müssen sämtliche Tat- und Täterkomponenten 
so erörtert werden, dass festgestellt werden kann, ob alle rechtlich massgebenden Punkte Be-
rücksichtigung fanden und ob und in welchem Masse sie strafmindernd oder -schärfend in die 
Waagschale fielen (vgl. BGE 127 IV 10, E. 2). Das Gericht ist nicht verpflichtet, im Urteil in ab-
soluten Zahlen oder in Prozenten anzugeben, inwieweit es bestimmte strafzumessungsrelevan-
te Tatsachen straferhöhend oder strafmindernd berücksichtigt hat. Es muss von Bundesrechts 
wegen auch nicht etwa eine "Einsatzstrafe" beziffern, die es bei Fehlen bestimmter Strafschär-
fungs- und Strafmilderungsgründe sowie anderer gewichtiger Faktoren ausgefällt hätte (BGE 
121 IV 56, 127 IV 105). Wo es indessen – insbesondere unter Anwendung des Asperations-
prinzips (StGB Art. 49) – nicht möglich ist, ohne Angabe der Höhe der jeweiligen Strafen in Zah-
len die für die Strafzumessung massgeblichen Gesichtspunkte und ihre Gewichtung mit der 
nötigen Klarheit darzustellen, muss aber ausnahmsweise eine Einsatzstrafe angegeben wer-
den; es muss also mit Zahlenangaben operiert werden, damit sich überprüfen lässt, ob die 
Strafzumessung mit dem Bundesrecht im Einklang steht (BGE 118 IV 121, 127 IV 105; BGer 
6B_579/2008 vom 27. Dezember 2008, E. 4.4). Dem Sachgericht verbleibt aber ein weites Er-
messen (BGE 134 IV 19 f. 135 IV 134 f., 136 IV 61, 138 IV 120 [nicht publizierte E. 2.2.1]). Das 
Gericht ist auch nicht an die Praxis anderer Kantone gebunden (BGE 124 IV 47). Das Gesamt-
verschulden ist zu qualifizieren und mit Blick auf Art. 50 StGB im Urteil ausdrücklich zu benen-
nen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad auszugehen ist. Das 
Bundesgericht drängt in seiner aktuellen Praxis vermehrt darauf, dass Formulierung des Ver-
schuldens und Festsetzung des Strafmasses auch begrifflich im Einklang stehen (Urteile des 
Bundesgerichtes 6B_524/2010 und 6B_626/2011 vom 8. Dezember 2011, E. 4.4.; 
6B_1096/2010 vom 7. Juli 2011, E. 4.2.; 6B_1048/2010 vom 6. Juni 2011, E. 3.2.). 
 
9.3 Die Bildung einer Gesamtstrafe ist nur bei gleichartigen Strafen möglich. Ungleichartige 
Strafen sind kumulativ zu verhängen, da das Asperationsprinzip nur greift, wenn mehrere 
gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Geld- und Freiheitsstrafe sind keine gleichartigen 
Strafen im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB. Das Gericht kann somit auf eine Gesamtfreiheitsstra-
fe nur erkennen, wenn es im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss eine Freiheits-
strafe ausfällen würde (BGE 138 IV 120 E. 5.2).  
 
9.4  Wie sich aus den obigen Erwägungen ergibt, hat sich der Beschuldigte der einfachen 
Körperverletzung (zum Nachteil von B.____), der fahrlässigen einfachen Körperverletzung (zum 
Nachteil von C.____), der mehrfachen Tätlichkeiten (zum Nachteil von I.____), der Sachentzie-

 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

hung, der Sachbeschädigung (zum Nachteil der D.____ AG), des Hausfriedensbruchs, der 
Zechprellerei, der Widerhandlung gegen das Waffengesetz sowie der mehrfachen Widerhand-
lung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gemacht. 
 

9.5 Hinsichtlich der Ausführungen zur Schuldfähigkeit, welche von der Staatsanwaltschaft 
nicht angefochten worden sind, kann auf das Urteil der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Urteil 
der Vorinstanz, S. 43 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Dementsprechend ist beim Beschuldigten für 
sämtliche Delikte, für die er zu verurteilen ist, von einer vollumfänglichen Schuldfähigkeit aus-
zugehen.  
 
9.6 Ausgangspunkt hinsichtlich der Strafzumessung bildet die einfache Körperverletzung ge-
mäss Art. 123 Ziff. 1 StGB als materiell schwerste Straftat, welche mit einer Freiheitsstrafe bis 
zu 3 Jahren oder Geldstrafe bedroht ist.  
 
Bei den Strafschärfungsgründen ist derjenige der Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 StGB zu be-
rücksichtigen. Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe führen indessen nicht zu einer au-
tomatischen Erweiterung des Strafrahmens. Der ordentliche Strafrahmen ist nur zu verlassen, 
wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe 
im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136 IV 55, E. 5.8). Das ist vorliegend 
nicht der Fall. Für die auszufällende Strafe ist deshalb vom Strafrahmen der einfachen Körper-
verletzung auszugehen, welche eine Freiheitsstrafe von höchstens 3 Jahren vorsieht. 
 
Bezüglich der Einstandstat (einfache Körperverletzung [Art. 123 Ziff. 1 StGB]) ist zu beachten, 
dass das von B.____ erlittene Schädel-Hirn-Trauma in relativ kurzer Zeit verheilte, weswegen 
das objektive Verschulden als leicht einzustufen ist. 
 
9.7 In einem nächsten Schritt ist eine Bewertung des subjektiven Tatverschuldens für die 
Einstandstat vorzunehmen. Dabei sind grundsätzlich das Motiv und weitere subjektive Ver-
schuldenskomponenten zu berücksichtigen. Egoistische bzw. verwerfliche Beweggründe, ein 
Handeln aus eigenem Antrieb etc. wirken verschuldenserhöhend, während beispielsweise ein 
Handeln mit Eventualvorsatz (statt direktem Vorsatz), eine verminderte Schuldfähigkeit, ein un-
vollendeter Versuch oder die in Art. 48 StGB genannten Strafmilderungsgründe verschuldens-
mindernd zu gewichten sind (vgl. HANS MATHYS in SJZ 100/2004 S. 173 ff., S. 181). In casu hat 
der Beschuldigte zumindest in Kauf genommen, B.____ zu verletzen. 
 
Das Verhalten des Beschuldigten hinsichtlich der Einsatzstrafe ist als unbedachte bzw. leicht-
fertige Verhaltensweise, wie sie im Fall von gleichgelagerter Delinquenz häufig anzutreffen ist, 
zu beurteilen. In Abwägung der verschiedenen Faktoren steht das Verschulden für die Einsatz-
strafe im Ergebnis als leicht da. 
 

9.8  Hinsichtlich der Täterkomponenten hat das Strafgericht das Vorleben und die persönli-
chen Verhältnisse des Beschuldigten bis zum Urteilszeitpunkt zutreffend dargelegt und gewür-
digt (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 45 f.), worauf an dieser Stelle grundsätzlich zu verweisen ist 
(Art. 82 Abs. 4 StPO). Namentlich ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte mehrfach vor-

 

 
 
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bestraft ist, wobei er während der Probezeit sämtlicher Vorstrafen delinquierte. Die Vorstrafen 
haben ihn offensichtlich nicht von der Begehung neuer Straftaten abhalten können, was stark 
straferhöhend zu berücksichtigen ist.  
 
Im Rahmen des Nachtatverhaltens sowie des Verhaltens im Strafverfahren gilt es zunächst zu 
erwähnen, dass der Beschuldigte unentschuldigt, ohne irgendeine Information gegenüber sei-
nem Verteidiger, nicht zur heutigen Hauptverhandlung erschienen ist. Dieses Verhalten lässt 
auf eine gewisse Uneinsichtigkeit schliessen. Leicht strafmindernd ist seine teilweise Gestän-
digkeit zu berücksichtigen. Eine aufrichtige Reue ist beim Beschuldigten jedoch nicht zu erken-
nen. Immerhin ist zu seinen Gunsten zu konstatieren, dass seit seiner Haftentlassung keine 
strafbaren Handlungen mehr aktenkundig sind. 
 
9.9 Die Gesamtbewertung der Täterkomponenten zeigt, dass die festgelegte hypothetische 
verschuldensangemessene Strafe zu erhöhen und auf 120 Tage festzusetzen ist, was mit der 
Formulierung des Verschuldens auch begrifflich im Einklang steht. 
 

9.10 Im Strafbereich von 6 bis 12 Monaten kommen sowohl eine Geld- als auch ausnahmswei-
se Freiheitsstrafe in Betracht (Art. 34 Abs. 1 und Art. 40 Satz 1 StGB). Aus dem Verhältnismäs-
sigkeitsprinzip folgt, dass bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen im Regelfall dieje-
nige gewählt werden soll, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift 
bzw. die ihn am wenigsten hart trifft. Bei der Wahl der Sanktionsart sind als wichtige Kriterien 
aber die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und 
sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 82, E. 4.1; 
BGE 134 IV 97, E. 4.4.2; vgl. auch Entscheide des Bundesgerichtes 6B_721/2009 vom 18. Feb-
ruar 2010, E. 4., 6B_218/2010 vom 8. Juni 2010, E. 3.2., 6B_449/2011 vom 12. September 
2011, E. 3.6.1).  
 
Aufgrund der Höhe der heute auszufällenden Strafe kommt demnach eine Sanktion in der Form 
einer Freiheitsstrafe nur ausnahmsweise in Betracht, die Regelsanktion in diesem Bereich ist 
die Geldstrafe (Art. 40 und Art. 41 Abs. 1 StGB, BGE 134 IV 97).  
 
Der vom Beschuldigten durch sein deliktisches Handeln verschuldete Erfolg erscheint hinsicht-
lich sämtlicher Delikte in casu als eher gering. Vorliegend liegen nicht derart gravierende Straf-
taten vor, dass anstelle der Regelsanktion der Geldstrafe eine Freiheitsstrafe ausgesprochen 
werden müsste.  
 
Soweit die Staatsanwaltschaft hinsichtlich der Strafart einwendet, es könne davon ausgegan-
gen werden, dass eine Geldstrafe wiederum keine resozialisierende Wirkung auf den Beschul-
digten haben werde, weswegen eine unbedingte Freiheitsstrafe ausgesprochen werden sollte, 
ist ihr zu entgegnen, dass in casu erstmals eine unbedingte Geldstrafe ausgesprochen wird. 
Soweit der Verurteilte die Geldstrafe nicht bezahlt und sie auf dem Betreibungsweg (Art. 35 
Abs. 3 StGB) uneinbringlich ist, tritt an deren Stelle eine Freiheitsstrafe (vgl. Art. 36 Abs. 1 
StGB). Es ist somit davon auszugehen, dass die Strafe eine Wirkung haben wird.  
 

 

 
 
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9.11 Die festgelegte Einsatzstrafe für die schwerste Tat ist unter Einbezug der weiteren gleich-
artigen Taten (fahrlässige einfache Körperverletzung zum Nachteil von C.____, Sachentzie-
hung, Sachbeschädigung zum Nachteil der D.____ AG, Hausfriedensbruch, Zechprellerei sowie 
Widerhandlung gegen das Waffengesetz) in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen 
zu erhöhen. Hierbei ist insbesondere zu beachten, dass der Beschuldigte in einem relativ kur-
zen Zeitraum mehrfach delinquierte und dabei sowohl das Recht auf körperliche Unversehrtheit, 
das Hausrecht als auch das Eigentum anderer nicht respektierte.  
 
Betreffend die Sachbeschädigung ist zu Gunsten des Beschuldigten verschuldensmindernd zu 
berücksichtigen, dass er lediglich einen geringen Sachschaden (CHF 172.‒) verursacht hat. 
Das Verschulden bezüglich sämtlicher hinzutretender Delikte ist als nicht sehr gravierend zu 
beurteilen. Bezüglich der Täterkomponenten ergeben sich betreffend diese weiteren Straftaten 
keine substantiellen Abweichungen zur Haupttat (vgl. obenstehend II. 9.6 ff.), weshalb sich an 
der Gesamtbewertung der Täterkomponenten nichts Wesentliches ändert. Die dort dargelegten 
subjektiven Komponenten kommen auch bei diesen Delikten zum Tragen.  
 

9.12  Aufgrund einer Gesamtwürdigung aller tat- und täterbezogenen Umstände und somit 
nach Festlegen der hypothetischen verschuldensangemessenen Strafe für das Hauptdelikt und 
Festlegung der Strafen für die Nebendelikte ist nach erfolgter Asperation gemäss Art. 49 Abs. 1 
StGB festzustellen, dass eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je CHF 10.‒ als verschul-
dens- und tatangemessene Strafe dasteht. Zufolge der neu hinzutretenden Übertretung (mehr-
fache Tätlichkeiten zum Nachteil von I.____) ist die von der Vorinstanz wegen Widerhandlung 
gegen das Betäubungsmittelgesetz ausgesprochene Busse von CHF 300.‒ auf CHF 500.‒ zu 
erhöhen, wobei im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse an deren Stelle eine Ersatz-
freiheitsstrafe von 5 Tagen tritt. 
 
Der Beschuldigte ist somit in teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft zu 
einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je CHF 10.‒ sowie zu einer Busse von CHF 500.‒ zu 
verurteilen. 
 
 
10.  Widerruf 

 
10.1 Schliesslich wendet sich die Staatsanwaltschaft gegen den Nichtwiderruf des beding-
ten Strafaufschubs der Vorstrafen. Die Auffassung der Vorinstanz, wonach bei der Prüfung der 
Bewährungsaussichten des Täters eine Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzu-
nehmen sei, widerspreche der bundesgerichtlicher Rechtsprechung. Würde man dem Straf-
mass des Strafgerichtes folgen, hätte der Beschuldigte bereits einen erheblichen Teil der Strafe 
verbüsst. Der Beschuldigte sei in den Jahren 2011 zweimal, im Jahre 2013 einmal wegen ein-
schlägiger Straftaten zu bedingten Geldstrafen bei verlängerten Probezeiten verurteilt worden. 
Dies habe ihn in der Vergangenheit nicht daran gehindert, während diesen Probezeiten mehre-
re weitere einschlägige Straftaten zu begehen. Zudem habe der Beschuldigte im vorliegenden 
Strafverfahren in kurzer Zeit eine hohe Anzahl von Straftatbeständen begangen, weswegen 
auch aus diesem Grund weitere Delikte zu befürchten seien.  

 

 
 
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Vor diesem Hintergrund könne nicht mehr vom Fehlen einer ungünstigen Prognose ausgegan-
gen werden. 
 

10.2 Gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB widerruft das Gericht die bedingte Strafe oder den be-
dingten Teil der Strafe, wenn der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Ver-
gehen begeht und deshalb zu erwarten ist, dass er weitere Straftaten verüben wird. Ist nicht zu 
erwarten, dass der Verurteilte weitere Straftaten begehen wird, verzichtet das Gericht auf einen 
Widerruf. Es kann den Verurteilten verwarnen oder die Probezeit um höchstens die Hälfte der 
im Urteil festgesetzten Dauer verlängern. Für die Dauer der verlängerten Probezeit kann das 
Gericht Bewährungshilfe anordnen (Art. 46 Abs. 2 StGB). 
 
10.3 Die Begehung eines Verbrechens (Art. 10 und Art. 140 StGB) während der Probezeit 
wie hier bildet einen möglichen Widerrufsgrund. Allerdings führt ein während der Probezeit be-
gangenes Verbrechen nicht zwingend zum Widerruf des bedingten Strafaufschubs. Dieser soll 
nach Art. 46 Abs. 1 StGB nur erfolgen, wenn "deshalb", also wegen der Begehung des neuen 
Delikts, zu erwarten ist, dass der Täter weitere Straftaten verüben wird. Das heisst, dass die 
Prognose seines künftigen Legalverhaltens in solchem Fall erneut gestellt werden muss (BGE 
134 IV 140 E. 4.2 mit zahlreichen Hinweisen). Dabei steht dem Richter ein Ermessensspielraum 
zu (BGE 133 IV 201 E. 2.3 zur bedingten Entlassung). Vom Widerruf soll abgesehen werden 
können, wenn nicht zu erwarten ist, dass der Täter weitere Straftaten begehen wird. Mit ande-
ren Worten ist eine bedingte Strafe oder der bedingte Teil einer Strafe nur zu widerrufen, wenn 
von einer negativen Einschätzung der Bewährungsaussichten auszugehen ist, d.h. aufgrund 
der erneuten Straffälligkeit eine eigentliche Schlechtprognose besteht (BGE 134 IV 140 E. 4.3 
mit Hinweisen). 
 
Die Prüfung der Bewährungsaussichten des Täters ist anhand einer Gesamtwürdigung aller 
wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung mit einzubeziehen sind neben den 
Tatumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige 
Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Für die 
Einschätzung des Rückfallrisikos ist ein Gesamtbild der Täterpersönlichkeit unerlässlich. Rele-
vante Faktoren sind etwa strafrechtliche Vorbelastung, Sozialisationsbiographie und Arbeitsver-
halten, das Bestehen sozialer Bindungen, Hinweise auf Suchtgefährdungen usw. Dabei sind die 
persönlichen Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Entscheides zu berücksichtigen (BGE 134 IV 
140 E. 4.4 mit Hinweisen). Der Richter kann zum Schluss kommen, dass vom Widerruf des be-
dingten Vollzugs für die frühere Strafe abgesehen werden kann, wenn die neue Strafe vollzo-
gen wird. Auch das Umgekehrte ist zulässig: Wenn die frühere Strafe widerrufen wird, kann 
unter Berücksichtigung ihres nachträglichen Vollzugs eine Schlechtprognose für die neue Strafe 
im Sinne von Art. 42 Abs. 1 StGB verneint und diese folglich bedingt ausgesprochen werden 
(BGE 134 IV 140 E. 4.5; ROLAND M. SCHNEIDER / ROY GARRÉ, Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 
2013, Art. 46 N 36). 
 
10.4 Hinsichtlich der ungünstigen Prognose, welche in casu nicht angefochten wurde, kann 
auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Urteil der Vorinstanz, 

 

 
 
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S. 27, Erwägung II.3.4; Art. 82 Abs. 4 StPO). Anders als die Vorinstanz geht die strafrechtliche 
Abteilung des Kantonsgerichts indessen nicht davon aus, dass allein der unbedingte Vollzug 
der neuen Geldstrafe ausreichen wird, um den Beschuldigten von der Begehung weiterer Straf-
taten abzuhalten. Hierzu bedarf es – in Anbetracht der hartnäckig fortgesetzten Delinquenz des 
Beschuldigten über Jahre trotz wiederholt bedingt auferlegten Geldstrafen – vielmehr einer für 
den Beschuldigten klar spürbaren Sanktion und nicht bloss des Vollzugs der neuen Geldstrafe 
von 120 Tagessätzen zu je CHF 10.‒. Mithin sind die gemäss Ziffer 3 a bis c der vorinstanzli-
chen Erkenntnis für nicht vollziehbar erklärten bedingt ausgesprochenen Geldstrafen vorliegend 
allesamt zu widerrufen. Nur durch diesen Widerruf besteht Hoffnung, dass sich der Beschuldig-
te inskünftig von der Begehung weiterer Straftaten abhalten lässt.  

In Anwendung von Art. 46 Abs. 1 StGB für vollziehbar zu erklären sind somit:  
 
– die gegen A.____ am 14. Januar 2011 von der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft neben 

einer Busse von CHF 800.‒ bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 
CHF 30.‒, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 20 Tagen, bei ei-
ner Probezeit von 2 Jahren, durch den Entscheid der Staatsanwaltschaft vom 29. März 
2012 um 1 Jahr verlängert; 
 

– die gegen A.____ am 26. Mai 2011 vom Strafgerichtspräsidium Basel-Landschaft bedingt 
ausgesprochene Geldstrafe von 200 Tagessätzen zu je CHF 30.‒, unter Anrechnung der 
ausgestandenen Untersuchungshaft von 4 Tagen, bei einer Probezeit von 2 Jahren, durch 
das Urteil der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 19. Dezember 2013 um 1 Jahr ver-
längert; 
 

– die gegen A.____ am 19. Dezember 2013 von der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, als 
teilweise Zusatzstrafe zum Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 26. Mai 
2011, neben einer Busse von CHF 300.‒ bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 120 Ta-
gessätzen zu je CHF 70.‒, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 
117 Tagen, bei einer Probezeit von 3 Jahren. 

 
 
III.  Kosten 

 
[…] 
 
  

 

 
 
Seite 21   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demnach wird erkannt: 

 
 
://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 2. Juli 2015, auszugsweise 

lautend:  

   "1. a) A.____ wird der einfachen Körperverletzung (zum Nachteil von 
B.____), der fahrlässigen einfachen Körperverletzung (zum Nach-

teil von C.____), der Sachentziehung, der Sachbeschädigung 

(zum Nachteil der D.____ AG), des Hausfriedensbruchs (began-

gen am 14. Juni 2014), der Zechprellerei, der Widerhandlung ge-

gen das Waffengesetz sowie der mehrfachen Widerhandlung ge-

gen das Betäubungsmittelgesetz schuldig erklärt und verurteilt, 

 
als teilweise Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwaltschaft Ba-

sel-Landschaft, Hauptabteilung Sissach, vom 19. Dezember 

2013, 

 
zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je Fr. 10.--, 

 
unter Anrechnung der vom 22. Juli 2014 bis zum 10. September 

2014 und der am 30. September 2014 ausgestandenen strafpro-

zessualen Haft von insgesamt 52 Tagen, sowie 

 
zu einer Busse von Fr. 300.--, 

 
im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren 

Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen, 

 
in Anwendung von Art. 123 Ziff. 1 StGB, Art. 125 Abs. 1 StGB, 

Art. 141 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 149 StGB, Art. 186 

StGB, Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, Art. 19a Ziff. 1 BetmG (teilweise in 

Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG) sowie Art. 34 StGB, 

Art. 49 Abs. 1 und Abs. 2 StGB, Art. 51 StGB und Art. 106 StGB. 

      
   2.   A.____ wird von der Anklage der Gefährdung durch Sprengstoffe 

ohne verbrecherische Absicht, der mehrfachen Nötigung, der 

mehrfachen Drohung, der versuchten Körperverletzung mit einem 

gefährlichen Gegenstand, der fahrlässigen einfachen Körperver-

letzung (zum Nachteil von E.____), der Sachbeschädigung (zum 

Nachteil der F.____), des mehrfachen Hausfriedensbruchs (be-

gangen am 10. Juni 2014 und 13. Juni 2014), der Beschimpfung, 

des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage sowie der Widerhand-

lung gegen das Ausländergesetz freigesprochen. 

 

 
 
Seite 22   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

   3.  a) Die gegen A.____ am 14. Januar 2011 von der Staatsan-
waltschaft Basel-Landschaft neben einer Busse von Fr. 800.-- 

bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je Fr. 

30.--, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft 

von 20 Tagen, bei einer Probezeit von 2 Jahren, durch den Ent-

scheid der Staatsanwaltschaft vom 29. März 2012 um 1 Jahr ver-

längert, wird in Anwendung von Art. 46 Abs. 2 StGB nicht voll-

ziehbar erklärt. 

 

    b) Die gegen A.____ am 26. Mai 2011 vom Strafgerichtspräsidium 
Basel-Landschaft bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 200 

Tagessätzen zu je Fr. 30.--, unter Anrechnung der ausgestande-

nen Untersuchungshaft von 4 Tagen, bei einer Probezeit von 2 

Jahren, durch das Urteil der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft 

vom 19. Dezember 2013 um 1 Jahr verlängert, wird in Anwen-

dung von Art. 46 Abs. 2 StGB nicht vollziehbar erklärt. 

 

    c) Die gegen A.____ am 19. Dezember 2013 von der Staatsan-
waltschaft Basel-Landschaft, als teilweise Zusatzstrafe zum Urteil 

des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 26. Mai 2011, 

neben einer Busse von Fr. 300.-- bedingt ausgesprochene Geld-

strafe von 120 Tagessätzen zu je Fr. 70.--, unter Anrechnung der 

ausgestandenen Untersuchungshaft von 117 Tagen, bei einer 

Probezeit von 3 Jahren, wird in Anwendung von Art. 46 Abs. 2 

StGB nicht vollziehbar erklärt. Hingegen wird der Beurteilte ver-

warnt und die Probezeit um 1 ½ Jahre verlängert. 

 

Für die Dauer der Probezeit wird Bewährungshilfe angeordnet 

(Art. 46 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 44 Abs. 2 StGB und Art. 93 

StGB). 

 

   4.  a) Die nachfolgend aufgeführten beschlagnahmten Gegenstände 
werden in Anwendung von Art. 69 Abs. 1 und Abs. 2 StGB zur 

Vernichtung eingezogen: 

− Schmetterlingsmesser; 

− Aluminiumrohr (mit Kabelbindern versetzt); 

− 1.42 Gramm Marihuana. 

 

    b) Das beschlagnahmte Apple iPhone, weiss (IMEI XY), wird nach 
Rechtskraft unter Aufhebung der Beschlagnahme gestützt auf 

Art. 267 Abs. 1 und Abs. 3 StPO dem Beurteilten zurückgegeben. 

 

A.____ wird unter Androhung der Einziehung im Unter-

 

 
 
Seite 23   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

lassungsfalle eine Frist von drei Monaten ab Rechtskraft des vor-

liegenden Urteils angesetzt, um das Mobiltelefon nach telefoni-

scher Vorankündigung beim Strafgericht abzuholen. 

 

   5.  a) A.____ wird bei der Anerkennung der nachfolgend genannten 
Zivilforderungen behaftet: 

− F.____, Fr. 2'071.70; 

− G____ AG, Fr. 830.--, die Mehrforderung wird auf den Zivil-
weg verwiesen; 

− D.____ AG, Fr. 172.--. 

 

    b) Folgende Schadenersatzforderungen werden in Anwendung von 
Art. 126 Abs. 2 StPO auf den Zivilweg verwiesen: 

− B.____, Fr. 408.60; 

− C.____, unbezifferte Zivilforderung; 

− E.____, unbezifferte Zivilforderung. 

 

    c) Die Genugtuungsforderung von B.____ in Höhe von Fr. 500.-- 
wird abgewiesen. 

 

   6.   Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorverfah-
rens von Fr. 21'200.60, den Kosten des Zwangsmassnahmenge-

richts von Fr. 2'000.--, den Expertisekosten des gerichtlichen Ver-

fahrens von Fr. 910.50 und der Gerichtsgebühr von Fr. 6'000.--. 

 

Zwei Drittel der Verfahrenskosten gehen zu Lasten des Staates. 

Der in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO grundsätzlich vom 

Beurteilten zu tragenden Drittel der Verfahrenskosten geht in An-

wendung von Art. 425 StPO sowie § 4 Abs. 3 GebT zufolge Un-

einbringlichkeit zu Lasten des Staates. 

Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Urteil ver-

langt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die strafgerichtliche Gebühr auf 

Fr. 3'000.--ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). 

      
   7.  Das Honorar des amtlichen Verteidigers in Höhe von insgesamt 

Fr. 11'576.90 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) wird aus 

der Gerichtskasse entrichtet." 

   
wird in teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft  
Basel-Landschaft in den Ziffern 1–3 wie folgt geändert: 

 
   1.   A.____ wird der einfachen Körperverletzung (zum Nachteil von 

 

 
 
Seite 24   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

B.____), der fahrlässigen einfachen Körperverletzung (zum Nach-
teil von C.____), der mehrfachen Tätlichkeiten (zum Nachteil 
von I.____), der Sachentziehung, der Sachbeschädigung (zum 
Nachteil der D.____ AG), des Hausfriedensbruchs (begangen am 
14. Juni 2014), der Zechprellerei, der Widerhandlung gegen das 
Waffengesetz sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz schuldig erklärt und verurteilt, 
 
zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je Fr. 10.--, 
 
unter Anrechnung der vom 22. Juli 2014 bis zum 10. September 
2014 und der am 30. September 2014 ausgestandenen strafpro-
zessualen Haft von insgesamt 52 Tagen, sowie 
 
zu einer Busse von Fr. 500.--, 
 
im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren 
Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen, 
 
in Anwendung von Art. 123 Ziff. 1 StGB, Art. 125 Abs. 1 StGB, 
Art. 126 Abs. 1 StGB, Art. 141 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 
149 StGB, Art. 186 StGB, Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, Art. 19a Ziff. 1 
BetmG (teilweise in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG) 
sowie Art. 34 StGB, Art. 49 Abs. 1 und Abs. 2 StGB, Art. 51 StGB 
und Art. 106 StGB. 

      
   2.   A.____ wird von der Anklage der Gefährdung durch Sprengstoffe 

ohne verbrecherische Absicht, der mehrfachen Nötigung, der 
mehrfachen Drohung, der versuchten Körperverletzung mit einem 
gefährlichen Gegenstand, der fahrlässigen einfachen Körperver-
letzung (zum Nachteil von E.____), der Sachbeschädigung (zum 
Nachteil der F.____), des mehrfachen Hausfriedensbruchs (be-
gangen am 10. Juni 2014 und 13. Juni 2014), der Beschimpfung, 
des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage sowie der Widerhand-
lung gegen das Ausländergesetz freigesprochen. 

      
   3.  a) Die gegen A.____ am 14. Januar 2011 von der Staatsan-

waltschaft Basel-Landschaft neben einer Busse von Fr. 800.-- 
bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je Fr. 
30.--, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft 
von 20 Tagen, bei einer Probezeit von 2 Jahren, durch den Ent-
scheid der Staatsanwaltschaft vom 29. März 2012 um 1 Jahr ver-
längert, wird in Anwendung von Art. 46 Abs. 1 StGB für voll-
ziehbar erklärt. 

 

 
 
Seite 25   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
    b) Die gegen A.____ am 26. Mai 2011 vom Strafgerichtspräsidium 

Basel-Landschaft bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 200 
Tagessätzen zu je Fr. 30.--, unter Anrechnung der ausgestande-
nen Untersuchungshaft von 4 Tagen, bei einer Probezeit von 2 
Jahren, durch das Urteil der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft 
vom 19. Dezember 2013 um 1 Jahr verlängert, wird in Anwen-
dung von Art. 46 Abs. 1 StGB für vollziehbar erklärt. 
 

    c) Die gegen A.____ am 19. Dezember 2013 von der Staatsan-
waltschaft Basel-Landschaft, als teilweise Zusatzstrafe zum Urteil 
des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 26. Mai 2011, 
neben einer Busse von Fr. 300.-- bedingt ausgesprochene Geld-
strafe von 120 Tagessätzen zu je Fr. 70.--, unter Anrechnung der 
ausgestandenen Untersuchungshaft von 117 Tagen, bei einer 
Probezeit von 3 Jahren, wird in Anwendung von Art. 46 Abs. 1 
StGB für vollziehbar erklärt.  

 
   

Im Übrigen wird das Urteil des Strafgerichts bestätigt. 
 

 
 II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von 

CHF 6'500.‒, zuzüglich Auslagen von CHF 500.‒, werden zu einem Zehntel 
dem Beschuldigten (CHF 700.‒) und zu neun Zehnteln (CHF 6'300.‒) zu Las-
ten des Staates auferlegt.  
 

Dem amtlichen Verteidiger, Advokat Simon Berger, wird für das Berufungsver-
fahren ein Honorar in der Höhe von CHF 3'778.‒ (inkl. Auslagen) zuzüglich 
8% Mehrwertsteuer (CHF 302.25), somit insgesamt 4'080.25, aus der Ge-
richtskasse ausgerichtet. 
 

Der Beschuldigte ist, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben, 
verpflichtet, dem Staat die Kosten der amtlichen Verteidigung im Umfang von 
einem Zehntel (CHF 408.‒) zurückzuzahlen und der amtlichen Verteidigung 
die Differenz zwischen dieser Entschädigung und dem vollen Honorar zu 
erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). 
 

 

 

 
 
Seite 26   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Präsident 
 
 
 
 
Enrico Rosa 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
Marius Vogelsanger