# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc0d13bf-8137-568c-985f-f5fb207a5dc4
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-06-28
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 28.06.2023 BB.2022.136
**Docket/Reference:** BB.2022.136
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2022-136_2023-06-28

## Full Text

Verfahrenshandlung der Bundesanwaltschaft (Art. 20 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO); Entschädigung der beschuldigten Person bei Freispruch oder bei Einstellung des Verfahrens (Art. 429 ff. StPO); Rechtskraft (Art. 438 Abs. 4 StPO);;Verfahrenshandlung der Bundesanwaltschaft (Art. 20 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO); Entschädigung der beschuldigten Person bei Freispruch oder bei Einstellung des Verfahrens (Art. 429 ff. StPO); Rechtskraft (Art. 438 Abs. 4 StPO);;Verfahrenshandlung der Bundesanwaltschaft (Art. 20 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO); Entschädigung der beschuldigten Person bei Freispruch oder bei Einstellung des Verfahrens (Art. 429 ff. StPO); Rechtskraft (Art. 438 Abs. 4 StPO);;Verfahrenshandlung der Bundesanwaltschaft (Art. 20 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO); Entschädigung der beschuldigten Person bei Freispruch oder bei Einstellung des Verfahrens (Art. 429 ff. StPO); Rechtskraft (Art. 438 Abs. 4 StPO)

Beschluss vom 28. Juni 2023 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 
Roy Garré, Vorsitz, 
Daniel Kipfer Fasciati und Felix Ulrich,  
Gerichtsschreiber Martin Eckner  

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Gysi,  

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 
 
 

Gegenstand  Verfahrenshandlung der Bundesanwaltschaft  
(Art. 20 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO);  
Entschädigung der beschuldigten Person bei Frei-
spruch oder bei Einstellung des Verfahrens  
(Art. 429 ff. StPO);  
Rechtskraft (Art. 438 Abs. 4 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2022.136 
 
 
 

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Sachverhalt: 
 

A. Die Bundesanwaltschaft (nachfolgend «BA») führte eine Strafuntersu-
chung gegen A. wegen Verdachts der qualifizierten Widerhandlungen ge-
gen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Ziff. 2 BetmG) ausgehend von 
einer kriminellen Organisation (Art. 260ter StGB), der qualifizierten Geldwä-
scherei (Art. 305bis Ziff. 2 StGB), des gewerbsmässigen Betrugs (Art. 146 
StGB), des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenver-
arbeitungsanlage (Art. 147 StGB), des betrügerischen Konkurses, des 
Pfändungsbetrugs sowie wegen Widerhandlungen gegen das aANAG (Be-
schluss des Bundesstrafgerichts BB.2013.54 vom 15. Oktober 2013 lit. A).  

 
 

B. Die BA teilte A. mit Schreiben vom 2. Oktober 2012 mit, dass die Untersu-
chung vollständig sei und setzte ihm Frist nach Art. 318 Abs. 1 StPO zur 
Stellung von Beweisanträgen. Die daraufhin gestellten Beweisanträge 
lehnte die BA mit Verfügung vom 20. November 2012 ab. Die dagegen er-
hobene Beschwerde wies die Beschwerdekammer des Bundesstrafge-
richts mit Beschluss vom 27. Dezember 2012 ab, soweit darauf eingetreten 
wurde (Verfahren BB.2012.186; Beschluss des Bundesstrafgerichts 
BB.2013.54 vom 15. Oktober 2013 lit. B).  

 
 

C. Am 8. November 2012 stellte die BA einen Teil des Strafverfahrens ein; 
namentlich betraf dies die Tatbestände der qualifizierten Widerhandlungen 
gegen das Betäubungsmittelgesetz ausgehend von einer kriminellen Orga-
nisation, des betrügerischen Konkurses und des Pfändungsbetrugs, der 
qualifizierten Geldwäscherei sowie der Widerhandlungen gegen das 
aANAG. Die Bundeskasse trug die Verfahrenskosten des eingestellten 
Strafverfahrens inkl. Entschädigung der amtlichen Verteidigerin. Die Ein-
stellungsverfügung nahm keine isolierte Beurteilung der Entschädigungs-
folgen vor, sondern verwies sie integral in den noch nicht eingestellten Teil 
des Strafverfahrens (S. 18). Die gegen die Einstellungsverfügung erhobene 
Beschwerde wies die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit Be-
schluss vom 15. März 2013 ab (Verfahren BB.2012.184; Beschluss des 
Bundesstrafgerichts BB.2013.54 vom 15. Oktober 2013 lit. C). 

 
Mit Verfügung vom 8. November 2012 lehnte die BA auch die beantragte 
Freigabe der beschlagnahmten Vermögenswerte sowie die Rückerstattung 
der Sicherheitsleistung ab. Die dagegen erhobene Beschwerde wurde von 
der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts am 1. März 2013 abge-

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wiesen, soweit darauf eingetreten wurde (Verfahren BB.2012.185; Be-
schluss des Bundesstrafgerichts BB.2013.54 vom 15. Oktober 2013 lit. C). 

 
 
D. Die BA stellte am 17. April 2013 auch die verbleibenden Tatvorwürfe des 

gewerbsmässigen Betrugs und gewerbsmässigen betrügerischen Miss-
brauchs einer Datenverarbeitungsanlage ein (act. 1.1 Dispositiv Ziffer 1). 
Verfahrenskosten von Fr. 8'000.-- wurden auf die Bundeskasse genom-
men. A. wurden Verfahrenskosten von Fr. 151'199.20 (bestehend aus 
Fr. 32'000.-- Gebühren, Fr. 15'907.90 Auslagen und Fr. 111'291.30 Kosten 
der amtlichen Verteidigung) auferlegt. Zur Deckung der Verfahrenskosten 
wurden verschiedene Vermögenswerte eingezogen. Weitere Beschlagnah-
mungen wurden aufgehoben. Die BA erstattete ihm die Fluchtkaution. Sie 
stellte den kantonalen Behörden eine Selbstladepistole zur weiteren Ver-
wendung bzw. Einziehung zu. A. erhielt weder eine Entschädigung noch 
Genugtuung zugesprochen. Die Beschwerde gegen die Einstellungsverfü-
gung wurde in der Hauptsache abgewiesen und hinsichtlich der Einziehung 
zu neuem Entscheid an die Bundesanwaltschaft zurückgewiesen (Einzie-
hung zur Kostendeckung). Abgewiesen wurden insbesondere auch die An-
träge auf Entschädigung für erlittene wirtschaftliche Einbussen – die Be-
schwerde vom 26. April 2013 (act. 1 S. 19) verlangte insbesondere Ent-
schädigung für persönliche Umtriebe, Lohnausfall und die Haft – sowie eine 
Genugtuung (Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2013.54 vom 15. Ok-
tober 2013). 

 
 

E. A. stellte der BA am 30. September 2021 einen Antrag auf Entschädigung 
gestützt auf Art. 429 StPO (act. 1.2). Zusammengefasst verlangte er Scha-
denersatz dafür, dass seine Aktien (1%) und diejenigen seines Vaters (99%) 
an der B. AG, welche er von diesem geerbt habe, wegen des Strafverfahrens 
wertlos geworden seien. Im Rahmen des geplanten Börsenganges sei die 
B. AG Fr. 107 Mio. wert gewesen. Nach der Medienmitteilung der BA und 
seiner Verhaftung (am 24.10.2006) sei sie Konkurs gegangen. Er habe für 
den Aktienwertverlust am 10. Juli 2008 auch ein Staatshaftungsverfahren 
nach dem Verantwortlichkeitsgesetz eingeleitet, das nach wie vor sistiert sei.  
 
Die BA wies den Antrag auf Entschädigung mit Verfügung vom 24. Oktober 
2022 ab (act. 1.1).  
 
 

F. Dagegen liess A. am 7. November 2022 Beschwerde erheben. Er beantragt: 
 
1. Das Bundesstrafgericht möge den angefochtenen Entscheid aufheben und zur 

neuen Entscheidung an die Bundesanwaltschaft zurückweisen. 

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2. Eventualiter: Das Bundesstrafgericht möge in der Sache selbst entscheiden und 

den Bund verpflichten, dem Beschwerdeführer eine Entschädigung in der Höhe 
von CHF 107 Mio. zu zahlen. 

 
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Bundesanwaltschaft bzw. 

der Staatskasse.  
 
Es wurde kein Schriftenwechsel durchgeführt (vgl. Art. 390 Abs. 2 StPO im 
Umkehrschluss). Das Gericht zog die Akten der Verfahren BB.2012.184 und 
BB.2013.54 bei. 
 
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 
erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-
men.  
 
 
 
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft 

kann bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde er-
hoben werden (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG). Zur 
Beschwerde berechtigt ist jede Partei oder jeder andere Verfahrensbeteiligte 
mit einem rechtlich geschützten Interesse an der Aufhebung oder Änderung 
des angefochtenen Entscheides (Art. 382 Abs. 1 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 
StPO). Die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Ent-
scheide ist innert zehn Tagen schriftlich und begründet einzureichen 
(Art. 396 Abs. 1 StPO). Mit ihr können Rechtsverletzungen gerügt werden, 
einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsver-
weigerung und Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO), wie auch die 
unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (Art. 393 
Abs. 2 lit. b StPO) und die Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 lit. c StPO).  
 

1.2 Die Verfügung der BA vom 24. Oktober 2022 ist ein taugliches Anfechtungs-
objekt. Der Beschwerdeführer ist als Adressat der Verfügung und ehemaliger 
Beschuldigter des eingestellten Strafverfahrens zur Beschwerde legitimiert. 
Da die Beschwerde auch innert Frist eingereicht wurde, ist auf sie einzutre-
ten. 

 
2.  
2.1 Die BA bringt in ihrer Verfügung vom 24. Oktober 2022 vor, es gebe keinen 

Raum mehr, nach Verfahrensabschluss ein weiteres Mal gestützt auf 
Art. 429 StPO Ansprüche für wirtschaftliche Einbussen zu stellen. Nach 

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Art. 421 Abs. 1 StPO sei dies Teil des Endentscheids. Der Beschwerdeführer 
habe am 23. Oktober 2012 und 22. Februar 2013 Ansprüche geltend ge-
macht, die rechtskräftig abgewiesen worden seien (act. 1.1 S. 3 f. Ziff. 7). 
Forderungen aus dem Endentscheid würden gemäss Art. 435 StPO nach 
10 Jahren verjähren. Soweit der heutige Anspruch damals nicht geltend ge-
macht worden sei, sei er verwirkt. Anderes könne nur gelten, wenn es keine 
Möglichkeit gab, Forderungen im Verfahren geltend zu machen. Der Be-
schwerdeführer sei jedoch dazu aufgefordert worden. Danach könnten keine 
neuen Forderungen geltend gemacht werden (S. 4 Ziff. 9; S. 5 f. Ziff. 11 f.). 
Die BA legt weiter dar, wie ein allenfalls nicht verwirkter Anspruch verjährt 
sei (S. 6 Ziff. 13). 
 
Der Beschwerdeführer macht geltend, Gesetz und Rechtsprechung würden 
keine Verwirkung des Entschädigungsanspruchs kennen. Nur bei Urteilen 
müsse die Strafbehörde die Entschädigungsfolgen im Endentscheid regeln 
(Art. 81 Abs. 3 lit. a und Abs. 4 lit. b), nicht bei anderen verfahrenserledigen-
den Entscheiden (Art. 81 Abs. 3 lit. b und Abs. 4 lit. c StPO). Art. 421 spreche 
nur von den Kostenfolgen, die im Endentscheid festzulegen seien. Die Re-
gelung des Art. 433 Abs. 2 StPO für die Privatklägerschaft (Nichteintreten 
auf Antrag, wenn Forderungen nicht beziffert) dürfe gemäss Bundesgericht 
nicht analog auf den Beschuldigten übertragen werden (Urteil des Bundes-
gerichts 1B_475/2011 vom 11. Januar 2012 E. 2; act. 1 S. 4–7 Ziff. 1). Er 
habe auch nie auf eine Entschädigung verzichtet. Beim Wortlaut von Art. 429 
Abs. 1 lit. b der StPO, die erst im Jahr 2011 in Kraft getreten sei, sei nicht 
erkennbar gewesen, dass er einen umfassenden Schadenersatzanspruch 
normiere (wirtschaftliche Einbussen aus ihrer notwendigen Beteiligung am 
Strafverfahren). Darauf sei Rücksicht zu nehmen, wie das Bundesgericht in 
einem Fall befunden habe (Urteil des Bundesgerichts 6B_472/2012 vom 
13. November 2012 E. 2.4; S. 7–9 Ziff. 2). Die Entschädigung sei auch noch 
nicht verjährt (S. 9 f. Ziff. 3). Eine Entschädigung sei auch bei bloss teilweiser 
Kostenauflage geschuldet (S. 10 Ziff. 4).  
 

2.2 Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird 
das Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf Entschädigung 
der wirtschaftlichen Einbussen, die ihr aus ihrer notwendigen Beteiligung am 
Strafverfahren entstanden sind (Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO).  

Gemäss Art. 429 Abs. 2 Satz 1 StPO muss die Strafbehörde den Entschädi-
gungsanspruch von Amtes wegen prüfen. Dies bedeutet indessen nicht, 
dass die Strafbehörde im Sinne des Untersuchungsgrundsatzes von Art. 6 
StPO alle für die Beurteilung des Entschädigungsanspruchs bedeutsamen 
Tatsachen von Amtes wegen abzuklären hat. Sie hat aber die Parteien zur 
Frage mindestens anzuhören und gegebenenfalls gemäss Art. 429 Abs. 2 

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Satz 2 StPO aufzufordern, ihre Ansprüche zu beziffern und zu belegen 
(BGE 144 IV 207 E. 1.3.1 S. 209; 142 IV 237 E. 1.3.1 S. 240; Urteile des 
Bundesgerichts 6B_4/2019 vom 19. Dezember 2019 E. 5.2.5; 6B_669/2018 
vom 1. April 2019 E. 2.3; 6B_552/2018 vom 27. Dezember 2018 E. 1.3; 
1B_370/2018 vom 10. Dezember 2018 E. 3.1; 6B_375/2016 vom 28. Juni 
2016 E. 3.1). Die beschuldigte Person trifft insofern eine Mitwirkungspflicht 
(Urteile des Bundesgerichts 6B_928/2018 vom 26. März 2019 E. 2.2.2; 
6B_561/2014 vom 11. September 2014 E. 3.1). Fordert die Behörde die be-
schuldigte Person auf, ihre Ansprüche zu beziffern und reagiert diese nicht, 
kann gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung von einem 
(impliziten) Verzicht auf eine Entschädigung ausgegangen werden (zum 
Ganzen BGE 146 IV 332 E. 1.3). 
 
Die Strafbehörde muss im Endentscheid über die Entschädigung der be-
schuldigten Person befinden. Dies ergibt sich nicht nur aus Art. 429 Abs. 2 
Satz 1 StPO, wonach der Anspruch von Amtes wegen zu prüfen ist, sondern 
auch aus Art. 81 Abs. 4 lit. b StPO, wonach das Dispositiv bei Urteilen den 
Entscheid über Kosten- und Entschädigungsfolgen enthält. Schliesslich sieht 
Art. 421 Abs. 1 StPO in allgemeiner Weise vor, dass die Strafbehörde die 
Kostenfolgen im Endentscheid festlegt (Urteil des Bundesgerichts 
6B_472/2012 vom 13. November 2012 E. 2.4; zum Ganzen BGE 144 IV 207 
E. 1.3.2). Die Botschaft bringt klar zum Ausdruck, dass sich die Regelung 
auch auf «allfällige Entschädigungs- und Genugtuungsansprüche» bezieht 
(GRIESSER, Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2020, Art. 421 StPO N. 1 unter Ver-
weis auf die Botschaft, BBl 2006 1085, S. 1325). 
 

2.3 Es ist unbestritten, dass die BA den Beschwerdeführer vor den Einstellungs-
verfügungen jeweils einlud, Ansprüche geltend zu machen und er dies auch 
tat. Darin unterscheidet sich der vorliegende Fall vom Urteil des Bundesge-
richts 1B_475/2011 vom 11. Januar 2012 E. 2. Die BA hat vorliegend über 
seine geltend gemachten Ansprüche auch im Rahmen der StPO entschie-
den, was den Fall wiederum vom Urteil des Bundesgerichts 6B_472/2012 
vom 13. November 2012 E. 2.4 unterscheidet. Der Weg eines nachträglichen 
Entscheides steht ihm daher vorliegend für seine Ansprüche nicht offen 
(vgl. BGE 144 IV 207 E. 1.6–1.8).  

Einen solchen Entscheid kann er auch gestützt auf Art. 435 StPO nicht ver-
langen. Danach verjähren Entschädigungs- und Genugtuungsforderungen 
gegenüber dem Bund oder dem Kanton nach 10 Jahren seit Eintritt der 
Rechtskraft des Entscheides. Daraus folgt kein Recht, innert dieser Frist im-
mer wieder Entschädigungsansprüche neu beurteilen zu lassen. Dies ent-
spräche nicht dem Grundsatz der Einmaligkeit des Rechtsschutzes 
(vgl. BGE 147 III 345 E. 6.4.2). Da die Frist von 10 Jahren beliebig oft 

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unterbrochen werden und neu beginnen kann (GRIESSER, a.a.O., Art. 435 
StPO N. 1), hätte die Auffassung des Beschwerdeführers überdies die ab-
surde Folge, dass der Beschwerdeführer oder seine Nachkommen noch 
nach 50 oder 100 Jahren immer neue Forderungen stellen könnten.  

2.4 Die erste Einstellungsverfügung vom 8. November 2012 entschädigte nur 
Ansprüche aus Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO, also Entschädigung für die ange-
messene Ausübung der Verfahrensrechte, mithin den Aufwand der amtli-
chen Verteidigerin. Die Einstellungsverfügung nahm keine isolierte Beurtei-
lung der Entschädigungsfolgen vor, sondern verwies sie integral in den noch 
nicht eingestellten Teil des Strafverfahrens. Die Beschwerdekammer wies im 
Beschluss über die dagegen erhobene Beschwerde BB.2012.184 E. 1.3 
denn auch auf den Sachzusammenhang mit den nicht eingestellten Verfah-
rensteilen hin, was insbesondere die Frage der Herabsetzung oder Verwei-
gerung der Entschädigung aufgrund rechtswidrigen und schuldhaften Einlei-
tens oder Erschwerens der Untersuchung durch die beschuldigte Person be-
schlage (Art. 430 Abs. 1 lit. a StPO; BB.2012.184 vom 15. März 2013). 

In der Beschwerde gegen die zweite Einstellungsverfügung vom 17. April 
2013 verlangte der auch heutige Beschwerdeführer Entschädigung für erlit-
tene wirtschaftliche Einbussen in der Höhe von Fr. 1'119'835.--. Dies um-
fasste insbesondere eine Entschädigung für persönliche Umtriebe und Lohn-
ausfall. Der Beschwerdeführer war gemäss seinen eigenen Ausführungen 
nach dem Tode seines Vaters im Jahr 2009 Inhaber sämtlicher Aktien der 
B. AG. Er hätte also Gelegenheit gehabt, daraus bei der zweiten Einstel-
lungsverfügung Forderungen geltend zu machen; dies tat er jedoch nicht. 
Der Beschwerdeführer erhielt keine Entschädigung (Beschluss BB.2013.54 
E. 7.1/7.3): Die Verantwortlichen der B. AG, insbesondere der Beschwerde-
führer als einzelzeichnungsberechtigtes Organ, hatten das Strafverfahren 
durch ihr zivilrechtlich verwerfliches Handeln ausgelöst, weshalb sie für die 
Kosten des Strafverfahrens einzustehen hatten (Beschluss BB.2013.54 
E. 3.14/4.1). Dies führte zur Verweigerung einer Entschädigung (vgl. Art. 430 
Abs. 1 lit. a StPO).  

2.5 Mit den Einstellungsverfügungen der BA vom 8. November 2012 und 17. Ap-
ril 2013 und nach den dazu ergangenen Beschlüssen der Beschwerdekam-
mer BB.2012.184 vom 15. März 2013 und BB.2013.54 vom 15. Oktober 
2013 ist über die Ansprüche des Beschwerdeführers aus dem Strafverfahren 
EAII.05.0190 endgültig entschieden worden (vgl. Beschluss des Bun-
desstrafgerichts BB.2017.117 vom 9. April 2018 E. 2). Die Beschlüsse sind 
rechtskräftig. Sind die Entschädigungsansprüche des Beschwerdeführers so 
schon vor rund 10 Jahren abgeurteilt worden, ist die BA zurecht auf sein 
Gesuch vom 30. September 2021 um Beurteilung von weiteren Ansprüchen 

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aus demselben Strafverfahren nicht eingetreten. Die Beschwerde ist somit 
offensichtlich unbegründet und abzuweisen.  

 
3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Gerichts-

kosten zu tragen (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist auf 
Fr. 2'000.-- festzusetzen (vgl. Art. 73 Abs. 2 StBOG i.V.m. Art. 5 und 8 Abs. 1 
BStKR).  

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 
 

Bellinzona, 28. Juni 2023 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Daniel Gysi 
- Bundesanwaltschaft 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben (vgl. Art. 79 BGG; SR 173.110).