# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad5d62db-4738-55f1-9ead-a37673c80f28
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.11.2017 IV 2015/324
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-324_2017-11-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/324

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.05.2020

Entscheiddatum: 03.11.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 03.11.2017
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Einkommensvergleich. Zumutbarkeit des 
Wechsels der Erwerbstätigkeit verneint. Prozentvergleich. Zusprache einer 
halben Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 3. November 2017, IV 2015/324).

Entscheid vom 3. November 2017

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz),

Marie Löhrer und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber

Philipp Geertsen

Geschäftsnr.  

IV 2015/324

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Frischknecht,

Gmünder Frischknecht & Partner, Bahnhofstrasse 7, 9630 Wattwil,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente (Einkommensvergleich)

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 27. September 2013 zum Bezug von IV-Leistungen an. Im 

Anmeldeformular gab er folgende Beschwerden an: 1. lymphogen metastasiertes, nicht 

kleinzelliges Karzinom mit unklarem Primärtumor; 2. Status nach Sigmadivertikulitis; 3. 

Status nach Verkehrsunfall vom 25. Juni 2013 mit/bei a) posteriorer Hüftluxation rechts 

mit Acetabalumhinterwandfraktur, Plattenosteosynthese dorales Acetabulum mit 

Desimpaktierung Knorpel und Allo-Graft sowie b) Tibiaplateaufraktur (IV-act. 1; zum 

Unfallereignis siehe die Schadenmeldung vom 3. Juli 2013, fremd-act. 1).

A.b  Der Suva-Kreisarzt Dr. med. B.___, Facharzt für Physikalische Medizin und 

Rehabilitation FMH, untersuchte den Versicherten am 13. August 2014 für eine 

Beurteilung der unfallbedingten Gesundheitsfolgen. Im Untersuchungsbericht vom 

gleichen Tag führte er aus, erfreulicherweise habe sich bezüglich der Unfallfolgen ein 

relativ günstiger Verlauf eingestellt. Im Bereich des rechten Hüftgelenks bestünden 

derzeit keine relevanten Beschwerden. Der Versicherte arbeite gegenwärtig bereits 

wieder als Silikonverfuger. Gegenwärtig werde eine 50%ige Arbeitsfähigkeit umgesetzt, 

wobei der Versicherte kniebelastende Positionen wohl meide oder diese mit Hilfe eines 

dicken Schaumstoffes eingeschränkt durchführe. Die kreisärztliche Untersuchung habe 

eine deutliche vordere Instabilität (am rechten Kniegelenk) ergeben. Der Versicherte 

gebe auch Giving way-Situationen insbesondere beim Treppensteigen an. Er habe 

auch beschrieben, dass er beim Besteigen von Leitern oder Tritten ein 

Instabilitätsgefühl habe (fremd-act. 139).

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A.c  In der Stellungnahme vom 16. September 2014 vertrat die RAD-Ärztin Dr. med. 

C.___, Praktische Ärztin, die Auffassung, es handle sich beim Versicherten um eine 

multimorbide Person. Der aktuell hauptsächlich einschränkende Gesundheitsschaden 

bilde die posttraumatische laterale Gonarthrose rechts als Folge der Trümmerfraktur 

des lateralen Tibiaplateaus und des Fibulaköpfchens. Die Tumorerkrankung 

beeinträchtige das subjektive Befinden des Versicherten offenbar wenig, dürfe aber 

nicht unterschätzt werden, denn es liege keineswegs eine Ausheilung vor. Es müsse 

jederzeit mit einer erneuten Tumorprogression gerechnet werden. Der 

Gesundheitszustand sei somit vorerst stabilisiert, jedoch nicht abschliessend stabil. In 

der angestammten kniebelastenden Tätigkeit als Z.___ liege eine halbtägige 

Arbeitsfähigkeit mit um 20% reduzierter Leistungsfähigkeit aufgrund des 

verlangsamten Arbeitstempos vor. Rein medizinisch-theoretisch könne beim 62-

jährigen Versicherten in einer ideal leidensangepassten Tätigkeit eine etwas höhere 

Arbeitsfähigkeit von maximal 60% angenommen werden. Auch hier müssten ein 

erhöhter Pausenbedarf und ein verlangsamtes Arbeitstempo berücksichtigt werden. 

Eine solche Tätigkeit müsse körperlich leicht, rückenadaptiert und wechselbelastend 

sein und dürfe keine erhöhten Anforderungen an das Sehvermögen stellen (funktionelle 

Einäugigkeit; IV-act. 55; siehe zum Verlust des linken Augenlichts, als der Versicherte 

14-Jährig war, den Suva-Rapport vom 5. September 2013, fremd-act. 37-1).

A.d  Der Versicherte gab der IV-Stelle am 5. Februar 2015 an, das gegenwärtige 

Pensum als selbstständiger Z.___ betrage ca. 20%. Das Pensum der 

unselbstständigen Erwerbstätigkeit bei seinem Bruder betrage aktuell 0% (IV-act. 61).

A.e  Der in der Abteilung Onkologie am Spital D.___ behandelnde Konsiliararzt Dr. med. 

E.___ berichtete am 19. Februar 2015, rund 1 ¼ Jahre nach Abschluss einer kurativ 

intendierten kombinierten Radio-Chemotherapie habe die aktuell bildgebende 

Verlaufskontrolle keine Hinweise für ein Tumorrezidiv ergeben (IV-act. 63-6 ff.; vgl. auch 

den Bericht von Dr. E.___ vom 15. März 2015 [Datum Posteingang IV-Stelle], IV-act. 

64). Die RAD-Ärztin Dr. C.___ hielt daraufhin am 12. Mai 2015 fest, beim Versicherten 

lägen mehrere gesundheitliche Einschränkungen vor: 1. eine posttraumatische 

Valgusgonarthrose rechts mit objektivierbarer antero-posteriorer Instabilität des 

Kniegelenks; 2. ein lymphogen metastasiertes nichtkleinzelliges Karzinom mit unklarem 

Primärtumor; 3. ein Status nach Leriche-Syndrom 9/13 (Verschluss der Aorta 

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abdominalis) mit persistierendem Verschluss iliakal links; 4. eine obstruktive 

Ventilationsstörung; 5. eine Spondylolysis LWK 5 beidseits mit Anterolisthesis LWK 5/

SWK 1. Die Funktionseinschränkungen des rechten Kniegelenks stünden im 

Vordergrund. Die vom Kreisarzt bescheinigte 50%ige Restarbeitsfähigkeit sei gut 

nachvollziehbar. Beim kurz vor dem Pensionsalter stehenden Versicherten sei es nicht 

realistisch, dass er die langjährige Tätigkeit als Z.___ aufgebe. Die Arbeitsfähigkeit für 

eine leidensangepasste Tätigkeit betrage medizinisch-theoretisch 60% (IV-act. 66). In 

der Stellungnahme vom 20. Mai 2015 ergänzte sie, die Tumorsituation sei insofern 

instabil, als dass es sich um ein metastasiertes, nicht mehr heilbares Leiden handle. 

Aktuell sei die Erkrankung nach einer Therapie kontrolliert und nicht progredient. Eine 

Verschlechterung sei jedoch jederzeit möglich. Von weiteren medizinischen 

Abklärungen seien zum jetzigen Zeitpunkt keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Die 

Restarbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit betrage 50%, solange sich die 

medizinische Situation nicht verändere (IV-act. 69).

A.f  Auf die Anfrage der IV-Stelle vom 4. Juni 2015 (IV-act. 70) antwortete der 

Versicherte am 11. Juni 2015, aufgrund des Preisdrucks im Baugewerbe habe er in 

Bezug auf die selbstständige Erwerbstätigkeit unter Auftragseinbussen gelitten und 

deshalb kein grösseres Einkommen erzielen können. Des Weiteren sei aus denselben 

Gründen das Pensum seiner unselbstständigen Erwerbstätigkeit bei der F.___ AG 

reduziert bzw. teilweise gar aufgehoben worden. Er habe sich mit den erzielten 

geringen Einkommen der letzten Jahre keinesfalls zufrieden gegeben und sich stets um 

mehr Aufträge sowie eine Pensumerhöhung bemüht. Zeitweise sei er auf die 

Gewährung von Darlehen aus seinem Umfeld angewiesen gewesen, um seinen 

Lebensunterhalt bestreiten zu können (IV-act. 71).

A.g  Mit Vorbescheid vom 11. Juni 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in 

Aussicht, sein Rentengesuch abzuweisen, da er ohne weiteres noch dasselbe 

Jahreseinkommen erzielen könne wie in der bisherigen Tätigkeit (IV-act. 73). Dagegen 

erhob der Versicherte am 17. August 2015 Einwand (IV-act. 74). Im Arbeitsblatt 

„Einkommensvergleich“ ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 

„-355.94%“ (IV-act. 78). Am 3. September 2015 verfügte die IV-Stelle die Abweisung 

des Rentengesuchs bei einem Invaliditätsgrad von 0% (IV-act. 79).

B. 

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B.a  Gegen die Verfügung vom 3. September 2015 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 7. Oktober 2015. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die rückwirkende Zusprache 

mindestens einer halben Rente ab 1. Oktober 2013. Eventualiter sei eine neutrale 

polydisziplinäre Begutachtung sowie eine effektive Leistungserhebung durchzuführen. 

Im Wesentlichen rügt er die Ermittlung der Vergleichseinkommen durch die 

Beschwerdegegnerin. Er bestreitet, dass er sich mit seinen geringen erzielten 

Einkommen zufrieden gegeben habe. Des Weiteren seien seine persönlichen Umstände 

wie Alter, fehlende Ausbildung und gesundheitliche Einschränkung bei der Bestimmung 

des Invalideneinkommens nicht ausreichend berücksichtigt worden (act. G 1).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 23. November 

2015 die Abweisung der Beschwerde. Sie hält am Standpunkt fest, dass das 

Invalideneinkommen höher als das Valideneinkommen sei und daher kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiere (act. G 5).

B.c  Mit Präsidialverfügung vom 3. Dezember 2015 ist dem Gesuch des 

Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von 

den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) 

entsprochen worden (act. G 6).

B.d  In der Replik vom 11. Januar 2016 hält der Beschwerdeführer unverändert an der 

Beschwerde fest und reicht eine Kostennote des Rechtsvertreters vom 12. Januar 2016 

ein (act. G 8).

Erwägungen

1. 

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

des Beschwerdeführers.

1.1  Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

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Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% 

invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).

1.2  Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG).

1.3  Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.4  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

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Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a).

2. 

Gestützt auf die schlüssigen Stellungnahmen der RAD-Ärztin Dr. C.___ vom 16. 

September 2014 (IV-act. 55-3) sowie vom 12. Mai 2015 (IV-act. 66) und dem 

kreisärztlichen Bericht vom 13. August 2014 (fremd-act. 139) ist zwischen den Parteien 

zu Recht unbestritten (vgl. act. G 1, III. Rz 3, und act. G 5, II Rz 3), dass der 

Beschwerdeführer für die angestammte Tätigkeit als Z.___ über eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit verfügt (IV-act. 66; vgl. auch die ergänzende Stellungnahme vom 20. 

Mai 2015, IV-act. 69). Die Frage, ob die von der RAD-Ärztin für leidensangepasste 

Tätigkeit bescheinigte 60%ige Arbeitsfähigkeit auf 50% zu reduzieren ist, wie der 

Beschwerdeführer fordert (act. G 1, III. Rz 3), kann vorliegend mangels Relevanz für 

den Rentenanspruch offen bleiben.

3. 

Die RAD-Ärztin Dr. C.___ gelangte zur Auffassung, es sei nicht realistisch, dass der 

Beschwerdeführer die langjährige Tätigkeit als Z.___ aufgebe (Stellungnahme vom 12. 

Mai 2015, IV-act. 66-2). Deshalb ist nachfolgend zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer 

ein Wechsel in eine leidensangepasste Tätigkeit zugemutet werden kann.

3.1  Die Frage, ob und gegebenenfalls welche berufliche Neueingliederung von einer 

versicherten Person für die Bestimmung des Invaliditätsgrads im Rahmen ihrer Pflicht 

zur Schadenminderung verlangt werden kann, beantwortet sich nach dem Grundsatz 

der Zumutbarkeit (so ausdrücklich auch etwa Art. 7 Abs. 1 und Art. 16 ATSG), der als 

Teilgehalt im verfassungsmässigen Grundsatz der Verhältnismässigkeit (Art. 5 Abs. 2 

der Bundesverfassung [BV; SR 101]) enthalten ist. Von der versicherten Person kann 

daher nur eine berufliche Umstellung verlangt werden, die ihr unter Berücksichtigung 

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der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar ist, 

d.h. es darf sich nicht um realitätsfremde und in diesem Sinn unmögliche oder 

unzumutbare Vorkehren handeln. Für die Beurteilung der Zumutbarkeit eines 

Berufswechsels sind insbesondere das Alter der versicherten Person, die Art und 

Dauer ihrer bisherigen Berufstätigkeit, deren selbstständige oder unselbstständige 

Ausübung, die mit einer beruflichen Neueingliederung verbundene Veränderung der 

sozialen Stellung der versicherten Person, ihre persönlichen und familiären Verhältnisse 

sowie ihre entsprechend grössere oder geringere Flexibilität hinsichtlich ihres Wohn- 

und Arbeitsortes massgebend. Ins Gewicht fällt auch die Art und Dauer der 

beanspruchten Versicherungsleistungen sowie deren Kosten. Denn die Anforderungen 

an die Schadenminderungspflicht sind zulässigerweise dort strenger, wo eine erhöhte 

Inanspruchnahme der Sozialversicherung in Frage steht, wie dies beispielsweise bei 

Rentenleistungen an relativ junge Versicherte der Fall ist, denen in einer neuen 

beruflichen Tätigkeit noch eine lange Aktivitätsperiode verbleibt (Entscheid des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 23. Dezember 2004, I 316/04, E. 2.2 mit 

zahlreichen Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur; siehe auch Urteil des 

Bundesgerichts vom 21. Februar 2013, 8C_654/2012, E. 5.1 mit Hinweisen).

3.2  Vorliegend ist zunächst von Bedeutung, dass die Aufgabe der angestammten 

Tätigkeit zugunsten einer leidensangepassten Verweistätigkeit gemäss RAD-Ärztin Dr. 

C.___ lediglich zu einer „etwas höheren“ (IV-act. 55-2) bzw. um 10% höheren 

Restarbeitsfähigkeit führt. Zudem sind zahlreiche qualitative Anforderungen an eine 

leidensangepasste Tätigkeit zu beachten, die das mögliche Spektrum an Tätigkeiten 

stark und lohnwirksam einschränken (IV-act. 66-2; siehe auch IV-act. 55-2 mit u.a. 

Hinweis auf die funktionelle Einäugigkeit). Allein schon aus diesem Grund ist vorliegend 

an die Schadenminderungspflicht des Beschwerdeführers keine überhöhte 

Anforderung zu stellen. Eine aussagekräftige Schätzung der Arbeitsfähigkeit für eine 

leidensangepasste Tätigkeit lag des Weiteren erst nach Erreichen eines stabilisierten 

Gesundheitszustands in Form der Arbeitsfähigkeitsschätzung durch die RAD-Ärztin Dr. 

C.___ vom 16. September 2014 vor (IV-act. 55-3). In diesem massgebenden Zeitpunkt 

(vgl. BGE 138 V 457) war der am __ 1952 geborene Beschwerdeführer (IV-act. 1-1) 

bereits knapp 62-jährig. Er verfügt über keinen Berufsabschluss (IV-act. 1-4) und 

ausserhalb seiner angestammten langjährigen, teilweise selbstständig ausgeübten 

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Tätigkeit über keine berufliche Erfahrung (siehe das Strategie-Protokoll vom 28. April 

2014, IV-act. 41, sowie das Assessment-Protokoll vom 17. April 2014, IV-act. 43-2). In 

damit zu vereinbarender Weise wurde in der Fallzusammenfassung der 

Sachbearbeiterin vom 23. Juli 2014 festgehalten, aus medizinischer Sicht bestehe ein 

zu geringes Eingliederungspotenzial („EP“; IV-act. 55-1). Hinzu kommt, dass der 

multimorbide Beschwerdeführer jederzeit mit einer erneuten Tumorprogression 

rechnen muss (RAD-Stellungnahme vom 16. September 2014, IV-act. 55-2; siehe auch 

IV-act. 69). Damit ist auch bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt sehr 

fraglich, ob der Beschwerdeführer, der teilweise selbstständig und teilweise auf Abruf 

beim Unternehmen seines Bruders angestellt ist (IV-act. 55-1), überhaupt eine 

Arbeitgeberin findet, die ihn für leidensangepasste Tätigkeiten anstellen würde. Vor 

diesem Hintergrund und gestützt auf die Einschätzung der RAD-Ärztin Dr. C.___, dass 

die Aufgabe der langjährigen Tätigkeit beim kurz vor dem Pensionsalter stehenden 

Beschwerdeführer nicht „realistisch“ sei (IV-act. 66-2), ist die Zumutbarkeit der 

Aufgabe der angestammten Tätigkeit als Z.___ zu verneinen. Damit entsprechen sich 

die Grundlagen für die Bestimmung der Vergleichseinkommen, und der Invaliditätsgrad 

ist im Rahmen eines Prozentvergleichs zu ermitteln (siehe zum Prozentvergleich etwa 

Urteil des Bundesgerichts vom 6. April 2016, 8C_628/2015, E. 5.3.1 mit Hinweisen).

3.3  Die Höhe eines Tabellenlohnabzugs kann vorliegend offen gelassen werden. Denn 

da bei der Bestimmung des Invalideneinkommens auf die angestammte Tätigkeit 

abgestellt wird und mögliche abzugsrelevante Gesichtspunkte (wie etwa das 

fortgeschrittene Alter, die mangelnde Flexibilität sowie leidensbedingte 

Gesichtspunkte) bereits bei der Wahl der Vergleichseinkommen berücksichtigt worden 

sind (siehe vorstehende E. 3.2), fällt vorliegend jedenfalls ein rentenrelevanter Abzug 

von 20% oder höher ausser Betracht.

3.4  Ausgehend von einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit beträgt der Invaliditätsgrad im 

Rahmen des Prozentvergleichs 50%. Selbst bei Gewährung eines 15%igen 

Tabellenlohnabzugs resultierte ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 58% (50% + [50% 

x 15%]). Damit hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine halbe Rente (Art. 28 Abs. 

2 IVG). Die Arbeitsunfähigkeit ist gemäss schlüssiger RAD-Stellungnahme vom 12. Mai 

2015 im Juni 2013 eingetreten (IV-act. 66-2). Die Anmeldung des Beschwerdeführers 

zum Leistungsbezug erfolgte am 27. September 2013 (IV-act. 1). In Nachachtung von 

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Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG entsteht der Rentenanspruch am 1. Juni 2014. Da damit dem 

Antrag des Beschwerdeführers auf Zusprache einer halben Rente entsprochen wird, 

kann offen bleiben, ob seine Gehörsrüge stichhaltig ist (Verletzung der 

Begründungspflicht; act. G 1, III. Rz 1).

4. 

4.1  Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 3. September 2015 

aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Juni 2014 eine halbe Rente 

zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

4.3  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat eine Honorarnote eingereicht. Dieser liegt 

indessen ein mit Rücksicht auf die gewährte unentgeltliche Rechtsverbeiständung 

bereits um einen Fünftel gekürzter Stundenansatz (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes 

[AnwG; sGS 963.70]) zugrunde. Ausgehend von einem mittleren Honorar von Fr. 250.-- 

pro Stunde (Art. 24 Abs. 1 der Honorarnote für Rechtsanwälte und Rechtsagenten 

[HonO; sGS 963.75]) resultiert beim geltend gemachten zeitlichen Aufwand von 10.9 

Stunden eine angemessene Parteientschädigung (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) von aufgerundet Fr. 3'061.-- ([Fr. 2'725.-- x 1.04] x 1.08). Die 

Festsetzung einer Entschädigung aus der gewährten unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung (act. G 6) erübrigt sich.

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde vom 7. Oktober 2015 wird die Verfügung 

vom 3. September 2015 aufgehoben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. 

Juni 2014 eine halbe Rente zugesprochen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der 

Rentenleistung wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin bezahlt die Gerichtsgebühr von Fr. 600.--.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

3'061.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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