# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e4b75b9-9e2f-5173-b311-9f5b8f7889c3
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-06-20
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 20.06.2018 BB.2018.111
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2018-111_2018-06-20.pdf

## Full Text

Beschluss vom 20. Juni 2018  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Giorgio Bomio-Giovanascini, Vorsitz, 

Cornelia Cova und Patrick Robert-Nicoud,  

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

 

 

   
Parteien  A. AG,  

Gesuchstellerin 

 

 gegen 

   

B., Bundesanwaltschaft,  

Gesuchsgegner 

 

 

Gegenstand  Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 

lit. b i.V.m. Art. 56 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2018.111 

 

 

 

- 2 - 
 
 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- die Bundesanwaltschaft gegen C. ein Strafverfahren wegen Widerhandlung 

gegen das Kriegsmaterialgesetz (Art. 33 KMG), ungetreue Geschäftsbesor-

gung (Art. 158 StGB) und evtl. ungetreue Amtsführung (Art. 314 StGB) führt; 

 

- in diesem Zusammenhang die Bundesanwaltschaft am 29. März 2018 einen 

Durchsuchungs- und Sicherstellungsbefehl erliess und unter anderem die 

Durchsuchung der Räumlichkeiten der Anwaltskanzlei in Zug anordnete 

(act. 1.1); 

 

- anlässlich der von der Bundeskriminalpolizei am 5. April 2018 durchgeführ-

ten Hausdurchsuchung E. die Siegelung der sichergestellten Gegenstände 

verlangte (act. 1.2); 

 

- die Bundesanwaltschaft am 12. April 2018 beim Zwangsmassnahmengericht 

des Kantons Bern die Entsiegelung der sichergestellten und versiegelten 

Gegenstände verlangte; 

 

- die A. AG mit Schreiben vom 25. April 2018 an die Bundesanwaltschaft ge-

langte und die Herausgabe bzw. Siegelung sämtlicher im Rahmen obge-

nannter Hausdurchsuchung sichergestellten Dokumente verlangte, soweit 

diese Dokumente der A. AG gehören würden bzw. soweit die A. AG an die-

sen Dokumenten wirtschaftlich Berechtigte sei (act. 1.5);  

 

- die A. AG im Rahmen des Entsiegelungsverfahrens in der Gesuchsantwort 

vom 4. Juni 2018 festhielt, es sei nicht nachvollziehbar, ja willkürlich und klar 

eine „fishing expedition“, wenn die A. AG und die Anwaltskanzlei im Durch-

suchungsprotokoll aufgeführt würden; das Verhalten der involvierten Beam-

ten müsse juristisch geprüft werden und es sei von Amtes wegen zu prüfen, 

ob nicht allenfalls strafrechtlich relevante Verhalten wie „Amtsmissbrauch, 

Sachentziehung, eventuelle Nötigung“ vorlägen; bis zur Abklärung dieses 

Sachverhalts die involvierten Beamten in den Ausstand treten müssten; die 

Eingabe als Ausstandsbegehren zu betrachten sei (act. 1 S. 4 f.); 

 

- die Bundesanwaltschaft am 13. Juni 2018 die Strafanzeige wegen „Amts-

missbrauch, Sachentziehung, eventuelle Nötigung“ der Aufsichtsbehörde 

über die Bundesanwaltschaft (AB-BA) weiterleitete (act. 2 S. 2); 

 

- die Bundesanwaltschaft der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

das Ausstandsgesuch in Anwendung von Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO zum Ent-

scheid übermittelte (act. 2). 

 

 

- 3 - 
 
 

 Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- sie die Bundesanwaltschaft oder das gesamte Berufungsgericht betreffende 

Gesuche beurteilt, wenn ein Ausstandsgrund nach Art. 56 lit. a oder f StPO 

geltend gemacht wird (Art. 59 Abs. 1 lit. a und d StPO i.V.m. Art. 37 

Abs. 1 StBOG); 

 

- eine Partei der Verfahrensleitung ein Ausstandsgesuch ohne Verzug zu stel-

len hat, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat (Art. 58 Abs. 1 StPO); 

 

- wer einen Ablehnungsgrund nicht unverzüglich nach dessen Kenntnisnahme 

geltend macht, den Anspruch auf seine spätere Anrufung verwirkt (BGE 143 

V 66 E. 4.3 S. 69; 140 I 271 E. 8.4.3; 139 III 120 E. 3.2.1 S. 124; Urteil des 

Bundesgerichts 1B_104/2017 vom 11. April 2017, E. 2.4); 

 

- unverzüglich nach der Rechtsprechung ein Geltendmachen des Anspruchs 

binnen maximal sechs bis sieben Tagen bedeutet und ein zweiwöchiges Zu-

warten bereits klarerweise unzulässig ist (Urteile des Bundesgerichts 

1B_58/2017 vom 5. April 2017, E. 2.3; 6B_973/2016 vom 7. März 2017, 

E. 3.3.2); 

 

- die Gesuchstellerin die am 5. April 2018 durchgeführte Durchsuchung der 

Räumlichkeiten der A. AG moniert; sie spätestens mit ihrem Schreiben vom 

25. April 2018 an die Bundesanwaltschaft Kenntnis von der Durchsuchung 

und damit vom angeblichen Ausstandsgrund hatte (vgl. act. 1.5); 

 

- sich das Ausstandsbegehren vom 4. Juni 2018 damit eindeutig als verspätet 

erweist, weshalb auf das Gesuch nicht einzutreten ist; 

 

- die Kosten des vorliegenden Verfahrens daher von der Gesuchstellerin zu 

tragen (Art. 59 Abs. 4 StPO) und auf Fr. 500.-- festzusetzen sind (Art. 73 

StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 2 BStKR). 

 

- 4 - 
 
 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf das Gesuch wird nicht eingetreten. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird der Gesuchstellerin auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 20. Juni 2018 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. AG 

- B., Bundesanwaltschaft 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.