# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b3771bb4-e2ba-5fb6-9eee-b57fc1b36b71
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 29.05.2020 IV 2017/413
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2017-413_2020-05-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/413

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 07.01.2021

Entscheiddatum: 29.05.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 29.05.2020
Art. 7, 8 und 16 ATSG. Art. 28 IVG. Würdigung von zwei 
fachvertrauensärztlichen Untersuchungsberichten. Zusprache einer Rente 
wegen einer Arbeitsunfähigkeit, obwohl die medizinischen 
Eingliederungsmassnahmen nicht abgeschlossen gewesen sind (Praxis 
Versicherungsgericht St. Gallen gestützt auf Art. 54 Gerichtsgesetz). 
Einkommensvergleich. Obiter dictum: Die IV-Stelle wird die Rente nach 
Abschluss der medizinischen Eingliederung neu festzusetzen haben 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. Mai 
2020, IV 2017/413).

Entscheid vom 29. Mai 2020

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Vera Kolb

Geschäftsnr.

IV 2017/413

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Advokatur Glavas AG, 

Haus zur alten Dorfbank, 9313 Muolen,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Dezember 2015 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an, in B.___ die obligatorische Schule 

besucht zu haben. Eine Berufsausbildung habe sie nicht absolviert. Am 28. Dezember 

2015 berichtete der behandelnde Psychiater Dr. med. C.___ (IV-act. 9), Facharzt 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, die Versicherte leide an einer rezidivierenden 

depressiven Störung mit einer gegenwärtig mittelgradigen bis schweren Episode und 

mit einem somatischen Syndrom sowie an einer generalisierten Angststörung. Seit dem 

1. September 2015 sei die Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. Der Hausarzt Dr. med. 

D.___, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, berichtete am 30. Dezember 2015 (IV-act. 

11), die Versicherte leide an einer Hypertonie, einer Fibromyalgie, einer Depression, 

einer chronischen Thoralgie sowie einer psycho-emotionalen Labilität. Sie sei daher ab 

dem 1. September 2015 bis auf weiteres arbeitsunfähig. Die Arbeitgeberin gab im 

Januar 2016 an (IV-act. 12), die Versicherte sei seit dem 3. September 1990 als visuelle 

Prüferin / Linienprüferin in der Produktion in einem Vollzeitpensum (42.5 Stunden pro 

Woche) tätig. Sie erhalte einen Jahreslohn von Fr. 69'941.--. Seit dem 1. September 

2015 arbeite die Versicherte krankheitsbedingt nicht mehr. Das Arbeitsverhältnis wurde 

per Ende Februar 2016 gekündigt (IV-act. 30). Ab dem 1. Juni 2016 war die Versicherte 

neu als Reinigungskraft im Stundenlohn tätig (IV-act. 19 und 50). Der Stundenlohn 

betrug Fr. 25.-- (davon waren 8.62% Abgeltung von Fr. 2.145 für Ferien und 3.45% 

Abgeltung von Fr. 0.863 für Feiertage; IV-act. 50). Am 30. Juni 2016 teilte der 

A.a. 

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behandelnde Psychiater Dr. C.___ mit, die Diagnose sei unverändert (IV-act. 21), aber 

die Antriebsstörungen hätten sich teilweise gebessert und die Stimmung habe sich 

stabilisiert, sodass die Versicherte seit dem 1. Juni 2016 in einer ideal angepassten 

Tätigkeit zu 20% (bis zwei Arbeitsstunden pro Tag) arbeitsfähig sei. Ideal wäre eine 

leichte handwerkliche repetitive Arbeit, ohne Nacht- oder Schichtarbeit, ohne 

Kundenkontakt, ohne Fliessbandarbeit, ohne Kontakt mit scharfen Werkzeugen und 

Gegenständen und ohne äussere Reize wie Lärm und Staub. Bei einer Fortsetzung der 

psychiatrischen und psychotherapeutischen ambulanten Behandlung sei eine 

Steigerung der Leistungsfähigkeit zu erwarten. Dr. med. E.___, Facharzt für Radiologie 

FMH, hatte am 9. September 2015 angegeben (IV-act. 33-11), bei der Versicherten 

lägen mässige Spondylarthrosen im thorakolumbalen Übergangsbereich vor. Am 1. Juli 

2016 berichtete Dr. med. F.___ (IV-act. 33-12), Spezialarzt orthopädische Chirurgie 

FMH, die Versicherte leide an einem Cervicovertebralsyndrom bei Blockwirbelbildung 

C2/3. Am 6. August 2016 fand im Auftrag der Helsana Versicherungen AG eine 

fachvertrauensärztliche Abklärung bei Dr. med. G.___, Fachärztin Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, statt (Fremdakten act. 4). Dr. G.___ erhob eine ausführliche 

medizinische, Eigen- und berufliche sowie soziale Anamnese und sie notierte die 

aktuelle Medikation der Versicherten. Im anschliessenden Kapitel 

"fremdanamnestische Angaben" zitierte sie auszugsweise die relevanten ärztlichen 

Vorakten. Unter dem Kapitel "Untersuchungsbefund bzw. Exploration" hielt sie die 

Angaben der Versicherten, den psychopathologischen Befund gemäss AMDP, den 

Befund der Hamilton-Depressionsskala, die Beurteilungen gemäss Mini-ICF-APP sowie 

die psychiatrische Beurteilung fest. Als Diagnose mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit nannte sie eine rezidivierende depressive Störung, mittelgradige 

depressive Episode mit einem somatischen Syndrom. Dr. G.___ führte weiter aus, die 

Versicherte sei bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im Vier-Schicht-Betrieb wegen der 

ausgeprägten psychophysischen Erschöpfung und der Müdigkeit sowie den damit 

verbundenen Einschränkungen der Konzentrationsfähigkeit, der deutlich reduzierten 

Durchhaltefähigkeit, der krankheitsbedingt reduzierten Fähigkeit zur Umstellung und 

der geteilten Aufmerksamkeit in der Anwendung ihrer sozialen und beruflichen 

Kompetenzen zu 100% arbeitsunfähig. Zudem beeinträchtigten anhaltende 

Angstgefühle, zahlreiche psychovegetative Beschwerden und eine stark beeinträchtigte 

Vitalität die Versicherte bei der Ausübung der angestammten Tätigkeit. Aus 

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psychiatrischer Sicht sei dauerhaft von einer Nachtarbeit abzuraten. Bezüglich der 

Therapiemöglichkeiten gab Dr. G.___ im Wesentlichen an, dass bei der bisher 

leitliniengerechten Behandlung insbesondere wegen der dermatologischen Probleme 

ein Wechsel der Medikamente in Betracht gezogen werden könnte. Die Versicherte 

weise stabile persönliche und psychosoziale Ressourcen auf und sei glaubhaft 

motiviert für eine weitere Arbeitsfähigkeit. Die nächsten zwei bis maximal drei Monate 

sei die Versicherte maximal zu 30% arbeitsfähig. Eine Eingliederungsmassnahme über 

die IV-Stelle oder das RAV mit der Möglichkeit eines langsamen Wiedereinstiegs in eine 

adaptierte Tätigkeit könnte die Arbeitsfähigkeit verbessern. Weiter hielt Dr. G.___ fest, 

dass sich die Versicherte während des gesamten Untersuchungsverlaufs 

situationsadäquat verhalten habe; Hinweise auf bewusstseinsnahe Demonstrations- 

oder Aggravationstendenzen oder ein Simulations- oder Dissimulationsverhalten seien 

nicht vorhanden gewesen. Ebenfalls hätten sich keine Hinweise für eine mangelnde 

Compliance bezüglich der psychiatrischen Behandlung und der Medikationseinnahme 

gefunden. Anlässlich einer zweiten fachvertrauensärztlichen Abklärung vom 23. März 

2017 erhob Dr. G.___ erneut eine Anamnese, wobei sie die erste Anamnese vom 6. 

August 2016 als bekannt voraussetzte und um die seither veränderten bzw. neu 

aufgetretenen Umstände ergänzte (Fremdakten act. 5). Bei den "fremdanamnestischen 

Angaben" zitierte sie auszugsweise die relevanten Vorakten. Erneut fand eine 

persönliche Untersuchung der Versicherten statt, bei welcher Dr. G.___ wieder die 

Angaben der Versicherten, den psychopathologischen Befund gemäss AMDP, den 

Befund der Hamilton-Depressionsskale, die Beurteilung des Mini-ICF-APP sowie die 

psychiatrische Beurteilung festhielt. Als Diagnose nannte Dr. G.___ aktuell eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode mit einem 

somatischen Syndrom. Sie führte aus, die Versicherte sei in ihrer angestammten 

Tätigkeit im Vier-Schicht-Betreib wegen der persistierenden psychophysischen 

Erschöpfung und Müdigkeit, der reduzierten Durchhaltefähigkeit und der Störung der 

Vitalgefühle nach wie vor nicht arbeitsfähig. Allerdings könne die Versicherte in der 

aktuellen leidensadaptierten Tätigkeit als Reinigungskraft in Tagarbeit mit teilflexiblen 

Arbeitszeiten in einem Pensum von 50% eine volle Leistung erbringen. Nacht- und 

Schichtarbeiten seien weiterhin nicht zu empfehlen. Konkret seien der Versicherten in 

ihrer aktuell ausgeübten leidensadaptierten Tätigkeit als Reinigungskraft mit teilweise 

fixer und teilweise flexibler Arbeitszeit täglich maximal vier Arbeitsstunden bzw. ein 

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Arbeitspensum vom maximal 50% zumutbar. Die ambulanten psychiatrischen 

Behandlungsmöglichkeiten seien als ausgeschöpft zu betrachten. Die Versicherte habe 

circa drei bis vier psychiatrische Konsultationen pro Monat. Im Vergleich zum 

Vorbefund vom August 2016 sei unter der umgestellten Medikation und dem aktuellen 

psychiatrischen Behandlungsregime eine Regredienz der depressiven Symptome 

festzustellen. Es müsse mit einem chronifizierten Krankheitsprozess bei einem 

schwankenden Verlauf des Ausprägungsgrades mit einer therapeutisch kaum mehr 

angehbaren Verfestigung der erschöpfungsdepressiven Krankheitskomponente 

gerechnet werden. Deshalb sei nicht zu erwarten, dass die Arbeitsfähigkeit unter den 

Bedingungen der freien Wirtschaft in einer leidensadaptierten Tätigkeit auf wesentlich 

mehr als 50% gesteigert werden könne. Die Versicherte habe sich wiederum 

situationsadäquat verhalten; für eine mangelnde Compliance hätten keine Hinweise 

bestanden.

Mit einem Vorbescheid vom 13. September 2017 kündigte die IV-Stelle der 

Versicherten die Abweisung des Rentenbegehrens an (IV-act. 57). Zur Begründung 

führte sie an, gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei die Diagnose einer 

leichten depressiven Störung nicht invalidisierend. Diese würde nur als invalidisierend 

gelten, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent wäre. Gemäss dem ersten 

Gutachten von Dr. G.___ vom 6. August 2016 habe keine Therapieresistenz vorgelegen. 

Auch zum Zeitpunkt des zweiten Gutachtens vom 23. März 2017 sei entgegen der 

Ansicht von Dr. G.___ keine solche vorhanden gewesen. Der Versicherten sei eine 

stationäre psychiatrische Behandlung zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit betrage daher 

100%. Am 18./28. September 2017 liess die Versicherte in ihrem Einwand beantragen, 

dass ihr mindestens eine halbe Rente zu gewähren sei (IV-act. 58 und 61). Zur 

Begründung liess sie ausführen, entgegen der Ansicht des Rechtsdienstes der IV-Stelle 

(vgl. Stellungnahme vom 13. September 2017, IV-act. 55) bestehe eine 

Therapieresistenz. Weiter sei nur eine Arbeitsfähigkeit von 50% unter 

leidensadaptierten Bedingungen gegeben. So habe sich auch Dr. G.___ in ihrem 

Gutachten vom 23. März 2017 (Fremdakten act. 5-12) geäussert. Wenn die Angaben 

von Dr. G.___ in Zweifel gezogen würden, bedürfe es eines formellen medizinischen 

Gutachtens. Mit einer Verfügung vom 25. Oktober 2017 wies die IV-Stelle das 

A.b. 

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B.  

Rentenbegehren der Versicherten ab (IV-act. 63). Sie verwies darauf, dass im 

Vorbescheidsverfahren keine neuen Tatsachen vorgebracht worden seien.

Am 13. November 2017 liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

vom 25. Oktober 2017 erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer halben Rente. Zur Begründung 

führte er ergänzend zum Einwand vom 18./28. September 2017 aus, dass die 

Beschwerdegegnerin den Untersuchungsgrundsatz und die Begründungspflicht 

verletzt habe, indem sie zum Einwand nicht Stellung genommen habe. Die 

Beschwerdegegnerin und ihr regionalärztlicher Dienst (RAD) hätten die Begutachtung 

von Dr. G.___ für "in Ordnung" befunden. Der RAD spreche von einem chronifizierten 

Krankheitsverlauf und er gehe davon aus, dass unter den Bedingungen der freien 

Wirtschaft keine Steigerung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden könne. Die Ärzte 

hätten angegeben, dass von einem stationären Aufenthalt keine Verbesserung zu 

erwarten sei; die Schadenminderungspflicht sei nicht verletzt worden. Die Versicherte 

weise bereits seit über 24 Jahren depressive Symptome auf. Die Depression sei eine 

wechselnde Erkrankung, die mit verschiedenen Tiefs und gelegentlichen 

Verbesserungen einhergehe.

B.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 13. Dezember 2017 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 4). Sie führte (ergänzend zu der Begründung in der Verfügung vom 

25. Oktober 2017) aus, sie habe Ausführungen zum Einwand der Beschwerdeführerin 

vom 18./28. September 2017 gemacht, womit sie die Mindestanforderungen an die 

Begründungspflicht erfüllt habe. Ob eine leicht- oder mittelgradige Depression die 

Arbeitsfähigkeit einschränke oder nicht, sei eine Rechtsfrage. Daher sei die 

Beschwerdegegnerin verpflichtet, die ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung auf ihren 

Einklang mit den massgebenden normativen Rahmenbedingungen zu prüfen. Es liege 

keine Therapieresistenz vor; dies ergebe sich aus dem zweiten Gutachten vom 23. 

März 2017, in dem Dr. G.___ nur noch eine leichte depressive Episode diagnostiziert 

habe. Demnach habe sich der Gesundheitszustand seit der ersten Begutachtung durch 

B.b. 

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Erwägungen

1.

Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung vom 25. Oktober 2017 

einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint. Strittig ist somit, ob die 

Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat.

2.  

Dr. G.___ vom 6. August 2016 verbessert, was bei einer Therapieresistenz nicht 

möglich gewesen wäre.

Am 29. Januar 2018 liess die Beschwerdeführerin an ihren Beschwerdeanträgen 

festhalten (act. G 6). Ihr Rechtsvertreter führte ergänzend zum bisher Gesagten aus, 

das Bundesgericht habe bezüglich der "Therapieresistenz" zwischenzeitlich seine 

Praxis geändert und die diesbezüglich von der Beschwerdegegnerin angewandte 

Rechtsprechung sei deshalb überholt.

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G. 8).B.d. 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, während eines Jahres ohne 

wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen 

sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 

IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist 

gemäss Art. 7 Abs. 1 ATSG der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt. Der im Art. 28 Abs. 1 IVG 

(i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG) verwendete Begriff der Invalidität definiert also, rein 

versicherungstechnisch betrachtet, einen versicherten "Schaden", der die Erfüllung 

einer "Schadenminderungspflicht" bedingt, bevor ein Anspruch auf 

Versicherungsleistungen entstehen kann. Diese "Schadenminderungspflicht" besteht in 

der möglichen und zumutbaren medizinischen Behandlung zur möglichst 

weitgehenden Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit und/oder der möglichen und 

2.1. 

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zumutbaren beruflichen Eingliederung zur Überwindung der aus der (allenfalls) 

verbleibenden Arbeitsunfähigkeit resultierenden Einbusse an Erwerbsmöglichkeiten. 

Bei der Anwendung der Definition der Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in der 

obligatorischen Unfallversicherung (UV) und der Militärversicherung (MV) erfolgt eine 

klare Abgrenzung zwischen der Invalidenrentenberechtigung und der 

Taggeldberechtigung. Der taggeldspezifische versicherte "Schaden" ist die 

Arbeitsunfähigkeit i.S. von Art. 6 ATSG, der rentenspezifische "Schaden" besteht in der 

Invalidität i.S. von Art. 8 Abs. 1 ATSG. (Die Übergangsrente gemäss Art. 19 Abs. 3 UVG 

i.V.m. Art. 30 UVV ist keine "echte" Invalidenrente, denn ihr liegt als "Schaden" keine 

Invalidität i.S. von Art. 8 Abs. 1 ATSG, sondern eine Arbeitsunfähigkeit gemäss Art. 6 

ATSG zugrunde; ihrem Wesen nach ist die Übergangsrente also eine Sonderform des 

Taggeldes.) Solange eine medizinische Eingliederung läuft und solange sich die 

versicherte Person einer (bei unfallversicherten Personen i.d.R. durch die 

Invalidenversicherung erbrachten) beruflichen Eingliederung unterzieht, hat diese 

versicherte Person entsprechend ihrer Arbeitsunfähigkeit einen Anspruch auf ein 

Taggeld. Erst wenn die medizinische oder die berufliche Eingliederung abgeschlossen 

ist, ist die Definition der Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG erfüllt, so dass erst jetzt 

ein Anspruch auf eine Invalidenrente der UV oder der MV entstehen kann. Bei der 

Anwendung des Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG kann das sogenannte Wartejahr (Art. 28 Abs. 1 

lit. b IVG) also – der Definition der Invalidität in Art. 8 Abs. 1 ATSG entsprechend – nicht 

den Zweck haben, dass mit der Erfüllung dieses Wartejahres immer sofort ein 

Invalidenrentenanspruch entstehen müsste. Ein Invalidenrentenanspruch entsteht nur 

dann mit dem Ablauf des Wartejahres, wenn zum Vornherein keine medizinische und/

oder berufliche Eingliederung möglich ist, wenn die medizinische und/oder berufliche 

Eingliederung innert dieses Wartejahres hat abgeschlossen werden können oder wenn 

sich bei mehr als ein Jahr dauernden medizinischen und/oder beruflichen Massnahmen 

schliesslich (ex post) zeigt, dass der Versuch der Eingliederung zum Vornherein 

objektiv zum Scheitern verurteilt war. Daraus hat die Abteilung II des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen früher abgeleitet, dass ein 

Invalidenrentenanspruch in der Invalidenversicherung – analog zur Rechtslage in der 

Unfallversicherung und der Militärversicherung – immer erst dann entstehen könne, 

wenn mit dem Abschluss der eingliederungsrelevanten medizinischen Behandlung (und 

einer allfälligen beruflichen Eingliederung) eine Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG 

verbleibe. Das kann erfahrungsgemäss im Extremfall mehrere Jahre über die Erfüllung 

des Wartejahres hinaus dauern. Da die Invalidenversicherung, anders als die 

Unfallversicherung oder die Militärversicherung, kein Taggeld kennt, das während des 

sogenannten Wartejahres und darüber hinaus auf der Grundlage einer 

Arbeitsunfähigkeit gemäss Art. 6 ATSG ausgerichtet würde, würde es in jenen Fällen, in 

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denen kein UV- oder MV-Taggeld ausgerichtet wird, zu einer Leistungslücke kommen, 

so dass der Existenzbedarf der betroffenen versicherten Person in dieser Phase nicht 

gedeckt wäre. Wohl um eine solche Leistungslücke zu vermeiden, ist gemäss einer im 

Jahr 2019 gesamtgerichtlich in Anwendung von Art. 54 GerG (sGS 941.1) neu 

geschaffenen Praxis des Versicherungsgerichts aus Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG abzuleiten, 

dass mit dem Ablauf des Wartejahres in jedem Fall sofort ein Rentenanspruch 

entstehen muss, auch wenn die Invaliditätsdefinition gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG noch 

nicht erfüllt ist, weil noch eine medizinische Eingliederungsmassnahme läuft, aber auch 

wenn die Sachverhaltsabklärung (im Hinblick auf eine Eingliederung oder aber auch im 

Hinblick auf eine Invalidenrente) noch nicht abgeschlossen ist. Demgemäss haben 

Versicherte, die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens zu 40% arbeitsunfähig gewesen sind und die nach Ablauf dieses Jahres 

weiterhin zu mindestens 40% arbeitsunfähig sind, grundsätzlich Anspruch auf eine 

Rente, obwohl zumutbare medizinische Eingliederungsmassnahmen, welche ihre 

Arbeitsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

wiederherstellen erhalten oder verbessern können, nicht abgeschlossen sind. Im 

vorliegenden Fall ist deshalb zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin unmittelbar nach 

dem Ablauf des Wartejahres, also während der weiterhin andauernden medizinischen 

Eingliederung, i.S. von Art. 6 ATSG zu mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen ist (vgl. 

dazu auch den rechtskräftigen Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 

Gallen vom 23. September 2019, IV 2016/328, E. 2.2). Würde man bei einer 

sinngemässen Anwendung des Art. 28 Abs. 2 IVG auf den Arbeitsunfähigkeitsgrad i.S. 

von Art. 6 ATSG abstellen, wäre die Frage zu beantworten, auf welche Tätigkeit sich 

die Arbeitsfähigkeit beziehen würde, auf die Arbeitsunfähigkeit am bisherigen 

Arbeitsplatz oder auf die Arbeitsunfähigkeit an einem der Gesundheitsbeeinträchtigung 

bestmöglich angepassten Arbeitsplatz. Hätte der Rentenanspruch in der Zeit vor und 

während der medizinischen Eingliederung den Zweck, direkt an die Stelle eines vom 

IVG nicht vorgesehenen Taggeldes zu treten, müsste die Antwort auf diese Frage 

lauten: Massgebend ist die Arbeitsunfähigkeit am bisherigen Arbeitsplatz. Eine 

versicherte Person, die an ihrem bisherigen Arbeitsplatz zu 100% arbeitsunfähig wäre, 

hätte also einen Anspruch auf eine ganze Rente, selbst wenn sie an einem ihrer 

Gesundheitsbeeinträchtigung angepassten Arbeitsplatz zu 100% arbeitsfähig wäre. 

Damit wäre zwar dem (taggeldspezifischen) Zweck, den direkten Erwerbsausfall zu 

decken und damit die Leistungslücke in der Zeit vor und während der medizinischen 

Eingliederung zu füllen, Rechnung getragen. Aber diese Interpretation liesse sich nicht 

mit dem im Art. 7 Abs. 1 IVG kodifizierten Konzept der Schadenminderungspflicht in 

Übereinstimmung bringen. Wenn eine an ihrem bisherigen Arbeitsplatz zu 100% 

arbeitsunfähige versicherte Person objektiv in der Lage ist, an einem der 

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Gesundheitsbeeinträchtigung angepassten Arbeitsplatz ein Erwerbseinkommen zu 

erzielen, kann dieses Erwerbseinkommen bei der Festsetzung der die Leistungslücke in 

der Zeit vor und während der medizinischen Eingliederung deckenden Rente nicht 

ignoriert werden. Die oben gestellte Frage kann aber auch nicht damit beantwortet 

werden, dass in sinngemässer Anwendung des Art. 28 Abs. 2 IVG auf die 

Arbeitsunfähigkeit in einem der Gesundheitsbeeinträchtigung bestmöglich angepassten 

Arbeitsplatz abzustellen sei. Das lässt sich anhand eines Beispiels zeigen: Hätte die 

versicherte Person am bisherigen Arbeitsplatz vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung jährlich Fr. 90'000.--  verdient und könnte sie an einem 

der Gesundheitsbeeinträchtigung angepassten Arbeitsplatz bei einem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad von 0% nur Fr. 60'000.-- jährlich verdienen, bestünde in 

sinngemässer Anwendung von Art. 28 Abs. 2 IVG mangels einer Arbeitsunfähigkeit kein 

Anspruch auf eine Invalidenrente, obwohl sich der durch die 

Gesundheitsbeeinträchtigung verursachte Verlust an Erwerbseinkommen auf Fr. 

30'000.-- jährlich belaufen würde. Damit wäre der Zweck des Rentenanspruchs in der 

Zeit vor und während der medizinischen Eingliederung, nämlich die Deckung eines 

durch die Gesundheitsbeeinträchtigung bewirkten (teilweisen) Fehlens eines 

Erwerbseinkommens, nicht erfüllt. Das bedeutet, dass der Grad der in der Zeit vor und 

während der medizinischen Eingliederung einen Rentenanspruch begründenden 

Arbeitsunfähigkeit durch eine sinngemässe Anwendung des Art. 16 ATSG, also durch 

einen Einkommensvergleich zu ermitteln ist. Dabei ist als Valideneinkommen das am 

bisherigen Arbeitsplatz erzielbare Einkommen und als Invalideneinkommen das an 

einem der Gesundheitsbeeinträchtigung angepassten Arbeitsplatz erzielbare 

Einkommen zu berücksichtigen.

Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens kommt der Arbeitsfähigkeit einer 

versicherten Person an einem der Gesundheitsbeeinträchtigung angepassten 

Arbeitsplatz eine zentrale Rolle zu. Demnach ist zu prüfen, ob der Grad der 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer in diesem Sinne adaptierten 

Erwerbstätigkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht. 

In den Akten liegen zwei fachvertrauensärztliche Untersuchungsberichte von Dr. G.___ 

(Fremdakten act. 4 und 5). Diese "älteren" Berichte sind unter Beachtung der aktuellen 

bundesgerichtlichen Auffassung, welche auch auf hängige Verfahren Anwendung 

findet, darauf zu prüfen, ob der Indikatorenkatalog (BGE 141 V 281) seinem Sinn und 

Zweck nach vollständig abgehandelt worden ist. Mit dem Urteil BGE 143 V 409 ist das 

im Urteil BGE 141 V 281 für anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und 

vergleichbare unklare Beschwerdebilder eingeführte strukturierte Beweisverfahren 

(Indikatorenprüfung) auf leicht- bis mittelgradige depressive Störungen ausgeweitet 

2.2. 

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worden. Damit sind die Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 auch für den hier 

zu beurteilenden Fall massgebend. Der Indikatorenkatalog des Bundesgerichtes enthält 

die folgenden Elemente: (a) „funktioneller Schweregrad“, (aa) 

„Gesundheitsschädigung“, (aaa) Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, (aab) 

Behandlungs- und Eingliederungserfolg, (aac) Komorbiditäten, (ab) „Persönlichkeit“, 

(ac) „sozialer Kontext“, (b) „Konsistenz“, (ba) gleichmässige Einschränkung des 

Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen, (bb) behandlungs- und 

eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck (BGE 141 V 281 E. 4.1.3 S. 

297 f.). Dem Kriterium der Komorbiditäten kommt gemäss BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 

S. 300 f. jedoch keine Bedeutung mehr zu.

Im Untersuchungsbericht vom 6. August 2016 (Fremdakten act. 4) hat Dr. G.___ 

die von ihr erhobene umfassende Anamnese detailliert dargelegt; sie hat auch die 

Noxen sowie die aktuelle Medikation angegeben. Im zweiten Untersuchungsbericht 

vom 23. März 2017 (Fremdakten act. 5) hat Dr. G.___ im Wesentlichen auf die von ihr 

früher erhobene Anamnese verwiesen und auf zwischenzeitliche Veränderungen 

hingewiesen. Die Anamnese und ihre zwischenzeitliche Veränderung sind sehr 

ausführlich aufgenommen worden; diesbezüglich lassen sich keine Unvollständigkeiten 

erblicken. Anschliessend ist jeweils eine Auseinandersetzung mit den relevanten 

fremdanamnestischen Angaben, insbesondere mit den psychiatrischen Vorakten, 

erfolgt. Anlässlich der zweiten Untersuchung hat Dr. G.___ jene psychiatrischen 

Vorakten erfasst und auszugsweise festgehalten, die seit der ersten Begutachtung 

angefallen waren. Dabei hat sie nicht alle, sondern nur jene Arztberichte gewürdigt, die 

für die psychiatrische Untersuchung von Relevanz gewesen sind. Trotzdem erweist 

sich ihre Würdigung der relevanten medizinischen Vorakten als vollständig. Dr. G.___ 

hat an beiden Terminen eine persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin 

vorgenommen. In ihren beiden Berichten hat sie die subjektiven Klagen der 

Beschwerdeführerin wiedergegeben. Dr. G.___ hat eine ausführliche Befunderhebung 

vorgenommen und die Befunde im Rahmen der psychiatrischen Beurteilung einlässlich 

gewürdigt. Die Beschwerdeführerin hat angegeben, dass ihr soziales Umfeld (die 

Familie, Kirchenbesuche, der Glaube etc.) ihr helfe, wobei sie auch mit ihrer Mutter, 

einer Schwester und ihrem Partner zusammenlebe. Dr. G.___ hat weiter ausgeführt, die 

psychovegetativen Beschwerden (Tachykardien, Schwitzen, Miktionsstörungen, 

Müdigkeit, Erschöpfbarkeit, Myalgien, Kraftlosigkeit) hätten die angstgetönten 

depressiven Beschwerden überlagert und diese so negativ beeinflusst. Die depressive 

Störung sei möglicherweise erlebnisreaktiv durch die zunehmende Leistungskontrolle 

bei der Arbeitsstelle ausgelöst worden und habe sich durch den bekannt negativen 

2.2.1. 

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Einfluss von häufiger Nachtarbeit auf affektive Störungen intensiviert. Dr. G.___ hat 

damit auch den "sozialen Kontext" der Beschwerdeführerin geprüft und berücksichtigt 

(Fremdakten act. 4-3 ff. und 5-4 ff.). Im Rahmen der Beurteilung der 

Untersuchungsbefunde hat sich Dr. G.___ weiter mit den grundlegenden psychischen 

Funktionen und damit auch mit der "Persönlichkeit" der Beschwerdeführerin befasst 

(auch mittels Mini-ICF-APP) und sich zu den noch vorhandenen Ressourcen der 

Beschwerdeführerin geäussert (Fremdakten act. 4-3 ff. und 5-6 ff.). Dr. G.___ hat die 

von ihr gestellten Diagnosen (vgl. im Sachverhalt Bst. A.a mit Hinweisen) und die von 

ihr ermittelten Funktionseinschränkungen überzeugend begründet (Fremdakten act. 4-6 

ff. und 5-9 f.). Die Diagnosen sind aufgrund der Untersuchungsbefunde 

nachvollziehbar, womit auch die "Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde" 

überzeugend aufgezeigt worden ist. Dasselbe gilt für die gestützt auf die umfassende 

psychiatrische Untersuchung abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung sowohl für die 

angestammte als auch für eine leidensadaptierte Tätigkeit. Dr. G.___ hat schliesslich 

die bisherige Therapie mit drei bis vier psychiatrischen Konsultationen monatlich als 

leitliniengerecht qualifiziert und weiter ausgeführt, dass die ambulante psychiatrische 

Behandlungsmöglichkeit seit dem 6. August 2016 ausgeschöpft sei (Fremdakten act. 

4-8 f. und 5-12). Damit ist auch der Indikator des "Behandlungs- und 

Eingliederungserfolgs" geprüft worden. Weiter hat Dr. G.___ das Verhalten der 

Beschwerdeführerin vor, während und nach den Untersuchungen aufgezeigt und 

überzeugend ausgeführt, dass keine Hinweise für eine Malcompliance bestanden 

hätten (Fremdakten act. 4-9 und 5-13 f.). Entsprechend ist auch das Kriterium des 

"behandlungs- und eingliederungsanamnestischen ausgewiesenen Leidensdruckes" 

abgehandelt worden. Die Leiden schränken die Beschwerdeführerin sowohl in ihren 

sozialen und als auch in ihren beruflichen Kompetenzen ein (Fremdakten act. 4-7), 

womit eine "gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen 

vergleichbaren Lebensbereichen" vorliegt; Hinweise darauf, dass die Einschränkungen 

in vergleichbaren Lebensbereichen voneinander abweichen würden, fehlen. Damit steht 

fest, dass Dr. G.___ im Ergebnis die relevanten Standardindikatoren geprüft und dass 

sie ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung auf das Ergebnis dieser Prüfung abgestützt hat. Die 

beiden Untersuchungsberichte sind inhaltlich vollständig, widerspruchsfrei und ohne 

weiteres nachvollziehbar. Sie enthalten eine schlüssige Beurteilung der verbliebenen 

Arbeitsfähigkeit. Die Berichte sind objektiv abgefasst; sie enthalten keinerlei Hinweise 

auf eine Befangenheit von Dr. G.___. Die Untersuchungsberichte von Dr. G.___ vom 6. 

August 2016 und vom 23. März 2017 belegen somit die Diagnosen und die 

Arbeitsfähigkeitsgrade mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit. In Bezug auf die psychische Gesundheitsbeeinträchtigung und die 

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daraus im Zeitablauf resultierenden Arbeitsunfähigkeitsgrade ist auf diese Berichte 

abzustellen. Die dem Gericht vorliegenden Akten enthalten keinen Hinweis darauf, dass 

eine somatische Gesundheitsbeeinträchtigung vorliegen könnte, die so erheblich wäre, 

dass sie für sich allein eine höhere als die von Dr. G.___ aus psychiatrischer Sicht 

festgestellte Arbeitsunfähigkeit bewirken würde. Es fehlt auch jeder Hinweis darauf, 

dass eine Beeinträchtigung der somatischen Gesundheit in Kombination mit der 

Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit einen höheren als den von Dr. G.___ 

angegebenen Arbeitsunfähigkeitsgrad zur Folge hätte. Die Beschwerdeführerin übt mit 

ihrer Arbeit im Reinigungsbereich eine Tätigkeit aus, die körperlich eher belastend ist. 

Lägen erhebliche somatische Einschränkungen vor, würde sie diese Arbeit auf längere 

Dauer körperlich überfordern, was aber im massgebenden Zeitraum nicht der Fall 

gewesen ist. Damit erübrigen sich weitere Abklärungen zur somatischen Situation der 

Beschwerdeführerin. Bei der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist 

somit auf die von Dr. G.___ abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung abzustellen.

Gemäss dem Untersuchungsbericht vom 6. August 2016 (Fremdakten act. 4) von Dr. 

G.___ belief sich die Arbeitsunfähigkeit zu diesem Zeitpunkt für die angestammte 

Tätigkeit auf 0% und für eine leidensangepasste Tätigkeit auf zwei bis maximal drei 

Stunden täglich, was bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (vgl. die 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik, Anhang 2 der IV-Ausgabe der 

Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019) einer Arbeitsunfähigkeit von 64% bis 76% 

entspricht. Da nach der Auffassung des Bundesgerichts nur der Mittelwert den 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erreicht, weil er am Weitesten von 

den beiden Extremwerten entfernt liegt, ist ab Juli 2016 von einer Arbeitsunfähigkeit 

von 70% auszugehen. Im Untersuchungsbericht vom 23. März 2017 (Fremdakten act. 

5) hat Dr. G.___ festgehalten, dass sich die Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte 

Tätigkeiten aktuell auf 50% belaufe und auf diesem Niveau stabil bleiben werde. In 

diesem zweiten Bericht hat sich Dr. G.___ nicht dazu geäussert, wie sich die 

Arbeitsfähigkeit zwischen den beiden Untersuchungen entwickelt hat. Eine Rückfrage 

an Dr. G.___ betreffend den Verlauf zwischen den beiden Untersuchungen würde keine 

überzeugende Antwort liefern, weil Dr. G.___ die Beschwerdeführerin nur an den 

beiden Untersuchungsterminen gesehen hat. In antizipierender Beweiswürdigung ist 

deshalb auf eine Rückfrage bei Dr. G.___ zu verzichten. Einzig der behandelnde 

Psychiater Dr. C.___ dürfte die Beschwerdeführerin In der Zeit zwischen der ersten und 

der zweiten Untersuchung regelmässig gesehen haben. Eine Nachfrage bei Dr. C.___ 

würde nach so langer Zeit aber kein brauchbares Ergebnis mehr zeitigen, so dass 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/18

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darauf in antizipierender Beweiswürdigung zu verzichten ist. In den Akten finden sich 

von Dr. C.___ ausgestellte Berichte vom 28. Dezember 2015 (IV-act. 9) und vom 30. 

Juni 2016 (IV-act. 21) sowie Arztzeugnisse (IV-act. 2 und 49), welche die 

Arbeitsfähigkeit im hier massgeblichen Zeitraum umfassen. Demgemäss hat vom 1. 

September 2015 bis zum 1. Juni 2016 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden (IV-act. 

2, 9 und 49). Ab 1. Juni 2016 ist die Beschwerdeführerin gemäss dem Bericht von Dr. 

C.___ vom 30. Juni 2016 in einer ideal angepassten Tätigkeit zu 80% (bis 2 

Arbeitsstunden pro Tag) arbeitsunfähig gewesen (IV-act. 21). Ab Juli 2016 hat gemäss 

den Angaben von Dr. G.___ eine Arbeitsunfähigkeit von (Mittelwert) 70% (Fremdakten 

act. 4) bestanden. Im Februar 2017 hat eine Arbeitsfähigkeit von 40% bestanden (IV-

act. 49). Die Beschwerdeführerin ist ab Juni 2016 wieder arbeitstätig gewesen (ohne 

fixes Pensum; vgl. IV-act. 50). Gemäss dem Assessment-/Verlaufsprotokoll vom 17. 

Juli 2017 (IV-act. 43) hat sie bis Ende Januar 2017 zu rund 20% und ab dem 1. Februar 

2017 zu 40% gearbeitet. Seit März 2017 hat sich die Arbeitsunfähigkeit gemäss dem 

Bericht von Dr. G.___ vom 23. März 2017 auf 50% belaufen (Fremdakten act. 5). Dr. 

G.___ hat in ihrem Untersuchungsbericht vom März 2017 (Fremdakten act. 5) 

angegeben, dass die ambulanten psychiatrischen Behandlungsmöglichkeiten als 

ausgeschöpft zu betrachten seien und dass wegen des chronifizierten 

Krankheitsverlaufs realistischerweise wohl keine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 

mehr als 50% mehr zu erwarten sei. Allerdings hat sie gleichzeitig auch festgehalten, 

dass eine Prüfung einer allfälligen Steigerung der leidensadaptierten Arbeitsfähigkeit 

indiziert sei. Die beiden Untersuchungen von Dr. G.___ sind innerhalb von rund neun 

Monaten erfolgt. Während dieser Zeit muss sich der psychische Zustand der 

Beschwerdeführerin erheblich gebessert haben, zumal anlässlich der ersten 

Untersuchung im Juli 2016 eine mittelgradige depressive Episode (Fremdakten act. 

4-7) und in der zweiten Untersuchung im März 2017 eine gegenwärtig leichte 

depressive Episode (Fremdakten act. 5-11) diagnostiziert worden ist. Da Dr. G.___ eine 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Erwerbstätigkeit als möglich 

betrachtet hat, kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststehen, dass die 

Beschwerdeführerin in medizinischer Hinsicht bereits vollständig eingegliedert 

gewesen wäre. Deshalb muss davon ausgegangen werden, dass die medizinische 

Eingliederung in dem Zeitpunkt, in dem die angefochtene Verfügung ergangen ist, noch 

nicht abgeschlossen gewesen ist. Somit ist gemäss der oben dargelegten Praxis des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen ausschliesslich ein Anspruch auf eine 

Rente auf der Grundlage einer Arbeitsunfähigkeit zu beurteilen. Nur im Sinne eines 

obiter dictum sei darauf hingewiesen, dass die Beschwerdegegnerin zu prüfen haben 

wird, ab welchem Zeitpunkt durch eine medizinische Behandlung längerfristig keine 

Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten, die medizinische 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/18

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3.  

4.  

Eingliederung als abgeschlossen gewesen ist und damit eine "definitive" 

Invaliditätsbemessung durchzuführen ist.

Zusammenfassend hat ab September 2015 bis zum 1. Juni 2016 eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100%, ab 1. Juni 2016 von 80% und ab Juli 2016 bis Ende 

Januar 2017 von 70% vorgelegen, weshalb das sogenannte Wartejahr am 31. August 

2016 erfüllt gewesen ist. Da sich die Beschwerdeführerin bereits im Dezember 2015 

zum Bezug von IV-Leistungen - und damit auch zum Bezug einer Invalidenrente - 

angemeldet hatte, ist die in Art. 29 Abs. 1 IVG vorgesehene Frist von sechs Monaten 

seit der Anmeldung am 31. August 2016 bereits abgelaufen gewesen. Der potentielle 

Rentenbeginn ist damit auf den 1. September 2016 festzulegen.

3.1. 

Die Beschwerdeführerin hat keine berufliche Ausbildung absolviert und ist vor dem 

Eintritt der gesundheitsbedingten Erwerbsunfähigkeit als visuelle Prüferin tätig 

gewesen. Bei der Ausübung dieser Erwerbstätigkeit hat die Beschwerdeführerin keine 

qualifizierten Berufskenntnisse erworben. Für das Jahr 2016 hat sich der 

Bruttojahreslohn bei einem Vollzeitpensum auf Fr. 69'941.-- belaufen. Der 

Nominallohnindex hat sich für Frauen im Jahr 2016 im Bereich Produktion auf 100.6 

Punkte und im Jahr 2017 auf 101.2 Punkten belaufen (Bundesamt für Statistik, 

Nominallohnentwicklung Frauen 2016-2018, T1.2.15, Sektor 2 Produktion). Der für das 

Jahr 2016 ermittelte Lohn von Fr. 69'941.-- hätte sich im Jahr 2017 unter 

Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung folglich auf Fr. 70'358.-- belaufen. Im 

vorliegend relevanten Zeitraum (also von 1. September 2016 bis 25. Oktober 2017) ist 

es der Beschwerdeführerin nur möglich gewesen, leidensadaptierte Hilfsarbeiten zu 

verrichten (Fremdakten 4-8 und 5-11). In der Tätigkeit als visuelle Prüferin ist sie in 

diesem Zeitraum nicht mehr arbeitsfähig gewesen. Deshalb entspricht der 

Ausgangswert zur Ermittlung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens 

praxisgemäss dem Zentralwert der Löhne der Hilfsarbeiterinnen. Dieser Wert hat sich 

im Jahr 2016 auf Fr. 54'581.-- und im Jahre 2017 auf Fr. 54'783.-- belaufen (vgl. die 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik, Anhang 2 der IV-Ausgabe der 

Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019). Zur Beantwortung der Frage, ob im 

Einzelfall ein Tabellenlohnabzug zu berücksichtigen ist, muss geprüft werden, ob ein 

strikt betriebswirtschaftlich-ökonomisch denkender potentieller Arbeitgeber der 

versicherten Person den dem Arbeitsfähigkeitsgrad entsprechenden reduzierten 

Zentralwert bezahlen würde. Das wäre der Fall, wenn die versicherte Person ihre 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/18

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Dementsprechend hat die Beschwerdeführerin ab dem 1. September 2016 Anspruch 

auf eine ganze Invalidenrente. Ab März 2017 hat sich der Arbeitsunfähigkeit von über 

Restarbeitsfähigkeit so verwerten könnte, dass der Wert ihrer Arbeitsleistung 

betriebswirtschaftlich-ökonomisch betrachtet jenem einer gesunden, durchschnittlich 

leistungsfähigen Person entsprechen würde, die im selben Pensum angestellt wäre. 

Kann die Arbeitsleistung der versicherten Person krankheits- oder unfallbedingt 

erheblichen Schwankungen unterliegen, ist die versicherte Person also möglicherweise 

nicht in der Lage, ihre Arbeitsleistung konstant zuverlässig und damit im Voraus 

planbar zu erbringen, besteht das Risiko von vermehrten unerwarteten 

krankheitsbedingten Absenzen oder liegen ähnliche Nachteile vor, die den 

betriebswirtschaftlich-ökonomischen Wert der Arbeitsleistung der versicherten Person 

schmälern, muss ein Tabellenlohnabzug vorgenommen werden, damit keine 

Soziallohnkomponente in die Invaliditätsbemessung einfliesst. Ein Tabellenlohnabzug 

von 10% erweist sich als angemessen. Unter Berücksichtigung einer 

Restarbeitsfähigkeit von 30% und des Tabellenlohnabzuges von 10% resultiert ab 

September 2016 bis und mit Dezember 2016 folglich ein Invalideneinkommen von Fr. 

14'737.-- (= 54'581.-- x 0.30 x 0.90) und für den Januar 2017 von Fr. 16'763.60 

(=54'783.-- x 0.34 x 0.90). Für den Februar 2017 belief sich das zumutbarerweise 

erzielbare Invalideneinkommen bei einer Restarbeitsfähigkeit von 40% und unter 

Berücksichtigung des Tabellenlohnabzuges auf Fr. 19'721.90 (=54'783.-- x 0.40 x 

0.90). Ab März 2017 bis zum Verfügungszeitpunkt am 25. Oktober 2017 betrug das 

zumutbare erzielbare Invalideneinkommen bei einer Restarbeitsfähigkeit von 50% und 

unter Berücksichtigung des Tabellenlohnabzuges Fr. 24'652.35 (= 54'783.-- x 0.50 x 

0.90).

Damit ergeben sich in den nachfolgenden Zeiträumen folgende Invaliditätsgrade:4.2. 

01.09.2016 - 31.12.2016:

83.14% (= [69'941.-- – 11'789.50] ÷ 69'941.--)

–

01.01.2017 - 31.01.2017:

76.17% (= [70'358.15 – 16'763.60] ÷ 70'358.15)

–

01.02.2017 - 28.02.2017:

71.97% (= [70'358.15 – 19'721.90] ÷ 70'358.15)

–

01.03.2017 bis 25.10.2017:

64.96% (= [70'358.15 – 24'652.35] ÷ 70'358.15)

–

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70% auf 65% reduziert. In analoger Anwendung von Art. 17 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 

88a Abs. 1 IVV besteht mit einer dreimonatigen Verzögerung ab 1. Juni 2017 bis zum 

Verfügungszeitpunkt am 25. Oktober 2017 ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Da 

die bis 1. September 2016 zurückreichende Zusprache einer Invalidenrente allenfalls 

einen intrasystemischen Koordinationsbedarf mit einem bereits ausgerichteten IV-

Taggeld entstehen lässt und da die Beschwerdegegnerin bei einem früheren als dem in 

der angefochtenen Verfügung vorgesehenen Rentenbeginn die Rentenbeträge neu wird 

festzusetzen müssen, beschränkt sich dieses Urteil auf die Feststellung, dass die 

Beschwerdeführerin ab 1. September 2016 einen Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente und ab 1. Juni 2017 einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat. Die 

Beschwerdegegnerin, an welche die Streitsache zurückzuweisen ist, wird die 

Rentenbeträge ermitteln und allenfalls eine Koordination mit früher ausgerichteten IV-

Taggeldern vornehmen und dann, auf der Grundlage der verbindlichen gerichtlichen 

Feststellungen, eine rechtsgestaltende Rentenverfügung erlassen.

5.

5.1. Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, ist dieses Urteil von einer mitwirkenden 

Richterin unterzeichnet (Art. 39  Abs. 2 VRP/SG, sGS 951.1).

5.2. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Das Urteilsdispositiv 

ist in Bezug auf die Verfahrenskosten als vollumfängliches Obsiegen der 

Beschwerdeführerin zu werten. Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr 

vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der von der Beschwerdeführerin 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.

5.3. Die Beschwerdeführerin hat einen Anspruch auf eine volle Parteientschädigung. 

Diese wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 

Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor dem Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der st.gallischen 

ter

bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/18

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Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO) pauschal Fr. 1'500.-- 

bis Fr. 15'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint ein 

Honorar von Fr. 3'500.-- als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat die 

Beschwerdeführerin deshalb mit Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird festgestellt, dass die 

Beschwerdeführerin ab 1. September 2016 einen Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente und ab 1. Juni 2017 einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat; die 

Sache wird zur Verfügung über die Höhe dieser Renten im Sinne der Erwägungen an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.05.2020
	Art. 7, 8 und 16 ATSG. Art. 28 IVG. Würdigung von zwei fachvertrauensärztlichen Untersuchungsberichten. Zusprache einer Rente wegen einer Arbeitsunfähigkeit, obwohl die medizinischen Eingliederungsmassnahmen nicht abgeschlossen gewesen sind (Praxis Versicherungsgericht St. Gallen gestützt auf Art. 54 Gerichtsgesetz). Einkommensvergleich. Obiter dictum: Die IV-Stelle wird die Rente nach Abschluss der medizinischen Eingliederung neu festzusetzen haben (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. Mai 2020, IV 2017/413).

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