# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0a7ddbb4-7888-56fa-8c19-6198de99ab26
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.02.2025 UV 2024/32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2024-32_2025-02-11.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2024/32

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 02.04.2025

Entscheiddatum: 11.02.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 11.02.2025
Art. 4, Art. 42 und Art. 43 Abs. 1 ATSG; Art. 6 Abs.1 und 2 UVG. Verletzung 
des rechtlichen Gehörs. Frage nach dem Vorliegen einer unkoordinierten 
Bewegung sowie eines Verhebetraumas, und damit eines Unfalls, verneint. 
Vorliegen widersprüchlicher ärztlicher Beurteilungen. Die 
Beschwerdegegnerin konnte den Nachweis, dass die Listendiagnose 
(Teilrupturen der Sehnen) im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG vorwiegend auf 
Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind, nicht erbringen. Im 
Übrigen vermögen auch die Beurteilungen der behandelnden Ärzte die 
strittige Frage, ob die vorhandene Listendiagnose vorwiegend erkrankungs- 
oder abnützungsbedingt ist, nicht zu beantworten bzw. eine vorwiegend 
degenerative Ursache auszuschliessen. Verletzung des 
Untersuchungsgrundsatzes durch die Beschwerdegegnerin. Rückweisung 
zur Veranlassung einer externen Begutachtung und zum anschliessenden 
Erlass einer neuen Verfügung (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 11. Februar 2025, UV 2024/32).

«Entscheid als PDF»

 

Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
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Versicherungsgericht 

Abteilung III 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 11. Februar 2025 

Besetzung  Versicherungsrichter Michael Rutz (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen 
Mirjam Angehrn und Christiane Gallati Schneider; Gerichtsschreiberin 
Beatrice Borio  

   

Geschäftsnr.   UV 2024/32 

   

Parteien 

 

 A.___,  

Beschwerdeführer,  

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Michael Walder, Studer Zahner  

Anwälte AG, Neugasse 40, Postfach 2020, 9000 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  S c h w e i z e r i s c h e  U n f a l l v e r s i c h e r u n g s a n s t a l t  

( S u v a ) ,  Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern,  

Beschwerdegegnerin,  

 

 

 
  

Gegenstand  Versicherungsleistungen 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

UV 2024/32 
 

 

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Sachverhalt 

A.   

A.a A.___ (nachfolgend: Versicherter) war seit dem 1. Januar 2019 als Geschäftsführer und 

Landmaschinenmechaniker bei der B.___ GmbH (nachfolgend: Arbeitgeberin) angestellt und dadurch 

bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) insbesondere gegen die Folgen von Berufs- 

und Nichtberufsunfällen versichert, als er am 2. September 2022 in C.___ sein umgefallenes Pferd 

aufstellen wollte und sich eine Verletzung an der rechten Schulter zuzog (Suva-act. 1, 22-2). 

Gleichentags attestierte ihm der erstbehandelnde Arzt, Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Allgemeine 

Medizin, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 11. September 2022 (Suva-act. 2). 

A.b Am 15. September 2022 wurde in der Radiologie E.___, Radiologie F.___, auf Zuweisung von 

Dr. D.___ eine Magnetresonanztomographie (MRI) der rechten Schulter durchgeführt. Der Radiologe 

beurteilte im Bericht vom 16. September 2022 den MRI-Befund als Pulley-Läsion mit Luxation der 

langen Bizepssehne nach medial, höhergradigen Partialriss der Subscapularissehne, SLAP-Läsion 

(«Superiores Labrum von Anterior nach Posterior»-Läsion) sowie Unterminierung der 

Supraspinatussehne im vorderen Abschnitt am Foot Print mit 7 mm Defektbreite (Suva-act. 14-4). 

A.c Dr. D.___ attestierte dem Versicherten am 23. September 2022 erneut eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit rückwirkend vom 12. bis 30. September 2022 (Suva-act. 7-2). Der Versicherte wurde 

an Dr. med. G.___, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, Klinik H.___, zur orthopädischen Standortbestimmung überwiesen, welche am 

4. Oktober 2022 stattfand. Dieser erachtete die Indikation für ein aktives operatives Vorgehen als klar 

gegeben (Suva-act. 22-2 f.). 

A.d Am 10. Oktober 2022 wurde der Versicherte von Dr. D.___ für den Zeitraum vom 1. bis 31. 

Oktober 2022 zu 100 % arbeitsunfähig erklärt (Suva-act. 15-3). Am 19. Oktober 2022 reichte Dr. D.___ 

das Artzeugnis UVG bei der Suva ein (Suva-act. 14-2 f.). 

A.e Am 27. Oktober 2022 füllte der Versicherte den Fragebogen zum Schadenereignis zuhanden der 

Suva aus (Suva-act. 17).  

A.f Dr. G.___ führte am 31. Oktober 2022 eine therapeutische Schulterarthroskopie rechts durch. 

Dabei nahm er eine Tenodese der langen Bizepssehne sowie eine Refixation der cranialen 

Subscapularissehne und des bursaseitigen Blattes der Supraspinatussehne rechts vor (Suva-act. 25-

2). Dem Versicherten wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 12. Dezember 2022 attestiert 

(Suva-act. 28-2). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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A.g Am 10. November 2022 nahm der Versicherungsmediziner Dr. med. I.___, Facharzt für Chirurgie, 

speziell Unfallchirurgie, Stellung zum Fall des Versicherten. Er forderte die Nachreichung des 

Operationsberichts und der intraoperativen Videoprints, hielt jedoch bereits fest, dass das MRI vom 15. 

September 2022 keine Signale einer frischen Schädigung dokumentiere (Suva-act. 18). 

A.h Am 9. Dezember 2022 nahm der Versicherungsmediziner Dr. med. N.___, Facharzt FMH für 

Chirurgie, speziell Allgemeinchirurgie und Traumatologie, stellvertretend für Dr. I.___, Stellung zum Fall 

des Versicherten. Im Wesentlichen erachtete er das angemeldete Ereignis vom 2. September 2022 als 

ungeeignet für die beim Versicherten erhobenen Gesundheitsschäden und sprach sich für einen 

degenerativen Ursprung derselben aus (Suva-act. 29). 

A.i Anlässlich der Kontrolle vom 14. Dezember 2022 hielt Dr. G.___ fest, dass der Verlauf in Bezug 

auf die Flexion und Abduktion der rechten Schulter zeitgerecht und einzig die Aussenrotation etwas 

limitiert sei (Suva-act. 49-3). Er attestierte dem Versicherten eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit vom 13. 

Dezember 2022 bis 31. Januar 2023 (Suva-act. 55-3). 

A.j Mit Schreiben vom 16. Dezember 2022 teilte die Suva dem Versicherten mit, ihre Leistungspflicht 

für das Ereignis vom 2. September 2022 geprüft und in der Folge verneint zu haben (Suva-act. 33). 

A.k Am 12. Januar 2023 meldete die Arbeitgeberin der kollektiven Krankenlohnausfallversicherung, 

Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Zürich (nachfolgend: Zürich Versicherung), das Ereignis vom 2. 

September 2022 (Suva-act. 56-3). 

A.l Dem Bericht vom 25. Januar 2023 zur Sprechstunde bei Dr. G.___ ist eine Verbesserung in der 

Aussenrotation der rechten Schulter des Versicherten zu entnehmen. Dr. G.___ erachtete eine 

Erhöhung des Arbeitspensums auf 50 % für den Monat Februar als angebracht und ging bei 

unauffälligem Verlauf von einer vollständigen Arbeitsaufnahme per März aus (Suva-act. 48-3). 

A.m Mit E-Mail vom 6. Juli 2023 teilte die Zürich Versicherung der Arbeitgeberin mit, dass aus den 

medizinischen Akten klar ein Unfall hervorgehe. Hinweise auf eine Krankheit existierten keine, weshalb 

eine Leistungspflicht abgelehnt werde (Suva-act. 39-2). 

A.n Mit Verfügung vom 10. August 2023 verneinte die Suva einen Anspruch des Versicherten auf 

Versicherungsleistungen aus dem Ereignis vom 2. September 2022 (Suva-act. 64). 

B.   

B.a Am 16. August 2023 meldete der Versicherte seine Einsprache bei der Suva gegen die Verfügung 

vom 10. August 2023 an (Suva-act. 68). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4/18 

B.b Mit E-Mail vom 13. November 2023 bestätigte die Zürich Versicherung unter anderem der 

Arbeitgeberin, den Fall des Versicherten erneut und unter Beizug der Suva-Akten geprüft zu haben. 

Nach Rücksprache mit dem medizinischen Dienst gebe es keinerlei Hinweise auf einen degenerativen 

Vorzustand (Suva-act. 81-5 f.). 

B.c Am 13. Dezember 2023 forderte die Suva den Versicherten zur Ergänzung seiner Einsprache 

(Rechtsbegehren und kurze Begründung) bis zum 5. Januar 2024 auf (Suva-act. 74), wobei die Frist 

auf Gesuch des Versicherten hin bis zum 31. Januar 2024 verlängert wurde (Suva-act. 75). 

B.d Am 5. Januar 2024 reichte der Versicherte, nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. R. 

Zahner, Studer Zahner Anwälte, St. Gallen, eine Einspracheergänzung ein mit dem Antrag um 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen (Suva-act. 82). 

B.e Mit Schreiben vom 22. Januar 2024 reichte der Versicherte eine fachärztliche Stellungnahme von 

Dr. G.___ vom 19. Januar 2024 nach, welche im Zeitpunkt der Eingabe vom 5. Januar 2024 noch 

ausstehend gewesen war. Er beantragte, dass die Kosten dieser Stellungnahme von der Suva zu 

übernehmen seien (Suva-act. 85, 86). 

B.f Mit Kurzbeurteilung vom 12. Februar 2024 äusserte sich Dr. I.___ zu den Eingaben des 

Versicherten, insbesondere zur Stellungnahme von Dr. G.___ vom 19. Januar 2024. 

Zusammenfassend hielt er fest, dass das «[...] Ereignis vom 2. September 2022 keine Listendiagnose 

im Bereich des rechten Schultergelenks [verursacht habe], nachdem mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit einzig ein degenerativer Schulterschaden rechts aufgrund von Abnutzung behandelt 

und operiert [worden sei]» (Suva-act. 91-2).  

B.g Mit Einspracheentscheid vom 12. März 2024 wies die Suva die Einsprache des Versicherten – 

unter Beilage der versicherungsmedizinischen Kurzbeurteilung von Dr. I.___ vom 12. Februar 2024 – 

ab, wobei sie auch die Übernahme der Kosten für die Stellungnahme von Dr. G.___ vom 19. Januar 

2024 ablehnte (Suva-act. 93). 

C.   

C.a Dagegen erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt 

MLaw M. Walder, Studer Zahner Anwälte, St. Gallen, am 29. April 2024 Beschwerde. Er beantragte die 

vollumfängliche Aufhebung des Einspracheentscheids vom 12. März 2024 sowie die Zusprache der 

gesetzlichen Leistungen nach Unfallversicherungsgesetz. Eventualiter beantragte er die Rückweisung 

der Angelegenheit zur Einholung eines versicherungsexternen Gutachtens bei Dr. med. J.___ oder Dr. 

med. K.___, Universitätsklinik L.___. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Suva 

(act. G1). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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C.b Mit Schreiben vom 22. Mai 2024 reichte der Beschwerdeführer, ergänzend zur Beschwerde vom 

29. April 2024, eine medizinische Stellungnahme von Dr. med. M.___, Facharzt FMH für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 21. Mai 2024 ein und beantragte die 

Übernahme der angefallenen Kosten in Höhe von Fr. 1'200.– durch die Beschwerdegegnerin (act. G3, 

G3.1 und G3.2). 

C.c Mit Schreiben vom 2. Juli 2024 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine ausführliche 

Beschwerdeantwort, nahm ergänzend zu ihrem Einspracheentscheid vom 12. März 2024 Stellung und 

reichte eine Stellungnahme von Dr. I.___ vom 20. Juni 2024 ein. Sie beantragte die Abweisung der 

Beschwerde, einschliesslich des Antrags auf Übernahme der durch die Stellungnahme von Dr. M.___ 

verursachten Kosten (act. G7, G7.1). 

C.d Mit Replik vom 15. August 2024 äusserte sich der Beschwerdeführer zur Eingabe der 

Beschwerdegegnerin vom 2. Juli 2024. Er hielt an seinen bereits mit Beschwerde gestellten Anträgen 

fest (act. G9). 

C.e Mit Schreiben vom 13. September 2024 verzichtete die Beschwerdegegnerin, unter Festhaltung 

an ihren bisherigen Anträgen, auf Einreichung einer Duplik (act. G11). 

Erwägungen 

1.   

1.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die 

Beschwerdegegnerin, weil sie ihm die versicherungsinterne medizinische Beurteilung von Dr. I.___ vom 

12. Februar 2024 (Suva-act. 91), auf die im Einspracheentscheid abgestellt worden sei, nicht vorgängig 

zur Stellungnahme habe zukommen lassen (act. G1-7). 

1.2 Der verfassungsrechtlich garantierte und für das Sozialversicherungsrecht in Art. 42 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) 

gesetzlich konkretisierte Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst unter anderem das Recht, sich im 

Verfahren zu den tatsächlichen Fragen äussern zu können. Dies beinhaltet etwa den Anspruch, zu 

einem durch den Verwaltungsträger eingeholten Gutachten Stellung zu beziehen (UELI KIESER, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 22 zu Art. 42). Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die 

Verletzung des rechtlichen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der 

Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Rechtsprechungsgemäss kann allerdings 

dann auf eine Rückweisung zur Heilung der Gehörsverletzung verzichtet werden, wenn dies zu einem 

formalistischen Leerlauf und zu einer unnötigen Verzögerung des Verfahrens führen würde. Sodann 

lässt die sozialversicherungsrechtliche Rechtsprechung eine Heilung einer nicht besonders 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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schwerwiegenden Gehörsverletzung dort zu, wo die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor 

einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei 

überprüfen kann, wobei allerdings auch in diesen Fällen die Heilung der Gehörsverletzung die 

Ausnahme bleiben soll (KIESER, a.a.O., N 13 ff. zu Art. 42, mit Hinweisen). 

1.3 Im Einspracheverfahren holte die Beschwerdegegnerin als Reaktion auf die vom 

Beschwerdeführer mit der Einspracheergänzung vom 22. Januar 2024 (Suva-act. 85) eingereichte 

detaillierte fachärztliche Stellungnahme von Dr. G.___ vom 19. Januar 2024 (Suva-act. 86) eine 

ausführlichere versicherungsinterne medizinische Beurteilung von Dr. I.___ vom 12. Februar 2024 ein 

(Suva-act. 91). Die Beschwerdegegnerin hat sich im angefochtenen Einspracheentscheid zur 

Verneinung des Leistungsanspruchs des Beschwerdeführers massgeblich auf diese Beurteilung von 

Dr. I.___ abgestützt. Dem Beschwerdeführer wurde vor Erlass des Einspracheentscheids die neue 

versicherungsmedizinische Stellungnahme weder zugestellt noch wurde er über deren Beizug in 

Kenntnis gesetzt (zur Informationspflicht eines Versicherers, welcher neue Akten beizieht, auf die er 

sich für seinen Entscheid zu stützen gedenkt, vgl. BGE 132 V 387 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 

vom 15. Januar 2015, 8C_738/2014, E. 7). Indem die Beschwerdegegnerin auf die 

versicherungsmedizinische Beurteilung von Dr. I.___ vom 12. Februar 2024 abstellte, ohne dem 

Beschwerdeführer die Möglichkeit eingeräumt zu haben, dazu Stellung zu nehmen, und ihm diese 

Beurteilung erst zusammen mit dem Einspracheentscheid zustellte, hat sie seinen Anspruch auf 

rechtliches Gehör verletzt. 

1.4 Der Beschwerdeführer hat im Hauptantrag nicht die Aufhebung des Einspracheentscheids aus 

formellen Gründen und Rückweisung zur Durchführung eines korrekten Verfahrens, sondern die 

materielle Gutheissung der Beschwerde verlangt. Lediglich im Eventualantrag ersuchte er um 

Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung eines versicherungsexternen Gutachtens 

und damit zur weiteren Abklärung. Daher ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer der 

materiellen Beurteilung durch das Gericht den Vorzug geben möchte. Ob vorliegend angesichts der 

Schwere der Gehörsverletzung eine Heilung derselben möglich wäre, kann angesichts des Umstandes, 

dass die Angelegenheit auch nach materieller Prüfung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist 

(vgl. vorstehende E. 1.2 und nachfolgende E. 6.4), offenbleiben.  

2.  

Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistungen im 

Zusammenhang mit dem Ereignis vom 2. September 2022 zu Recht verweigert hat.  

3.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) werden 

Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, 

soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt nach Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht 

beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 

Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den 

Tod zur Folge hat. Der äussere Faktor ist gegeben, wenn äussere, vom menschlichen Körper 

unabhängige Kräfte auf diesen einwirken. Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor selbst. Ohne 

Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls 

schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich gezogen hat. Ein äusserer Faktor ist ungewöhnlich, 

wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob 

dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht 

fallen (ANDRÉ NABOLD, N 22 zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend 

zitiert: KOSS UVG]; IRENE HOFER, N 32 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne 

Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: 

BSK UVG]; ANDRÉ NABOLD, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG, in: Hans-Ulrich 

Stauffer/Basile Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

5. Aufl. 2024, S. 32; RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 230 E. 1, 121 V 35 

E. 1a, je mit Hinweisen). Die Rechtsprechung erachtet den für den Unfallbegriff vorausgesetzten 

ungewöhnlichen äusseren Faktor bei Überanstrengungen als erfüllt, wenn beim Heben oder 

Verschieben einer Last ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand zu einer Schädigung geführt hat 

(BGE 116 V 136 E. 3b). Dies gilt namentlich dann, wenn zu diesem Kraftaufwand besondere sinnfällige 

Umstände hinzutreten (sog. Verhebetrauma; Urteil des Bundesgerichts vom 20. Juni 2023, 

8C_135/2023, E. 5.1). So bejahte das Bundesgericht das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren 

Faktors etwa beim Klavierbauer, welcher einen 500 kg schweren wegrollenden Flügel aufhalten 

musste, nachdem er ihn zusammen mit einem Mitarbeiter von zwei Böcken heruntergehoben hatte 

(RKUV 1991 Nr. U 122 S. 143 E. 3c), beim Versicherten, welcher eine schwere Schachtröhre halten 

wollte, die auf der nassen, leicht geneigten Unterlage ins Rutschen geraten war und eine Telefonleitung 

zu beschädigen drohte, und dabei selbst ausglitt (RKUV 1993 Nr. U 162 S. 53), oder bei der 

Gemeindepflegefachfrau, die einen schwergewichtigen Patienten beim Transfer vom Bett in den 

Rollstuhl vor dem unvermuteten Sturz bewahrte (RKUV 1994 Nr. U 185 S. 79; vgl. auch RKUV 1994 

Nr. U 180 S. 37 und RKUV 1991 Nr. K 855 S. 15). Hingegen erachtete das Eidgenössische 

Versicherungsgericht (EVG) das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit als nicht erfüllt beim Umlagern 

eines 100 bis 120 kg schweren Patienten durch einen Hilfspfleger allein (BGE 116 V 136 E. 3), beim 

Transport einer 200 kg schweren Glasscheibe zu zweit (Urteil des EVG vom 23. Dezember 1996, U 

214/95) sowie beim Heben eines 100 kg schweren Radiators (Urteil des EVG vom 12. April 2000, U 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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110/99, E. 2 f.) und einer 85 kg schweren Steinplatte (Urteil des EVG vom 27. Juli 2001, U 7/00, E. 3; 

vgl. auch RKUV 1991 Nr. U 122 S. 143 E. 3c). Auch kann das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal 

des ungewöhnlichen äusseren Faktors nach Lehre und Rechtsprechung in einer unkoordinierten 

Bewegung bestehen. Bei unkoordinierten Bewegungen ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, 

wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung 

gleichsam «programmwidrig» beeinflusst hat, was beispielsweise dann zutrifft, wenn die versicherte 

Person stolpert, ausgleitet oder an einen Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu 

verhindern, eine reflexartige Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht. Dass es tatsächlich 

zu einem Sturz kommt, wird mithin nicht vorausgesetzt. Wo sich eine Schädigung auf das Körperinnere 

beschränkt und sie erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von Krankheiten, namentlich von 

degenerativen Veränderungen eines Körperteils innerhalb eines durchaus normalen 

Geschehensablaufs auftreten kann, muss die unkoordinierte Bewegung als unmittelbare Ursache der 

Schädigung indessen – wie bei der Rechtsprechung zur Überanstrengung – unter besonders 

sinnfälligen Umständen gesetzt worden sein; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in 

einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte 

Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (vgl. BGE 134 V 72 E. 4.3.2.1 mit 

Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 25. März 2011, 8C_693/2010, E. 5; RKUV 1999 Nr. U 333 

S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b, RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4d; KOSS UVG-NABOLD, 

N 32 zu Art. 6; BSK UVG-HOFER, N 38 zu Art. 6; NABOLD, a.a.O., S. 41 f.; ALFRED MAURER, 

Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. 1989, S. 176 f.). 

3.2 Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer sodann bei Vorliegen eines Unfalls für 

einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem natürlichen sowie 

adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 129 V 177 E. 3.1 ff. mit 

Hinweisen; KOSS UVG-NABOLD, N 48 ff. zu Art. 6; BSK UVG-HOFER, N 63 ff. zu Art. 6; NABOLD, a.a.O., 

S. 56; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2007, U 37/06, E. 5.2). Für die Beantwortung der 

Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht 

in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen (BGE 122 V 157 E. 1b mit 

zahlreichen Hinweisen; KOSS UVG-NABOLD, N 53 zu Art. 6; BSK UVG-HOFER, N 59 zu Art. 6; NABOLD, 

a.a.O., S. 58). Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine 

Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist 

(KOSS UVG-NABOLD, N 53, 59 zu Art. 6; BSK UVG-HOFER, N 65 f. zu Art. 6; NABOLD, S. 58, 61; BGE 

129 V 177 E. 3.1 f. sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils des Bundesgerichts vom 

28. Oktober 2009, 8C_216/2009, je mit Hinweisen). Die Adäquanz spielt im Bereich organisch objektiv 

ausgewiesener Unfallfolgen indessen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit 

der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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3.3 Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei den folgenden, 

abschliessend aufgelisteten Körperschädigungen (BGE 146 V 51 E. 7.1; KOSS UVG-NABOLD, N 42 zu 

Art. 6), sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: a. 

Knochenbrüche; b. Verrenkungen von Gelenken; c. Meniskusrisse; d. Muskelrisse; e. Muskelzerrungen; 

f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. Trommelfellverletzungen. Mit Art. 6 Abs. 2 lit. a bis h UVG wird die 

gesetzliche (Kausalitäts-)Vermutung statuiert, dass der Unfallversicherer bei erfüllter Listendiagnose 

leistungspflichtig ist. Dieser kann sich aber von seiner Leistungspflicht befreien, wenn er den Nachweis 

erbringt, dass die Körperschädigung vorwiegend, d.h. zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder 

Erkrankung zurückzuführen ist (BGE 146 V 51 E. 8.2.2; Botschaft vom 30. Mai 2008, BBl 2008 S. 5411, 

und Zusatzbotschaft vom 19. September 2014, BBl 2014 S. 7922; MARKUS HÜSLER, Erste UVG-

Revision: wichtigste Änderungen und mögliche Probleme bei der Umsetzung, in: SZS 2017 S. 34). Auf 

das Kriterium des äusseren Faktors wird explizit verzichtet (BBl 2014 S. 7922). Der (Gegen-)Beweis 

der vorwiegend abnützungs- oder krankheitsbedingten Verursachung beschlägt den natürlichen 

Kausalzusammenhang und ist damit eine Tatfrage (vgl. dazu vorstehende E. 3.2). Nur der Nachweis 

eines rechtsgenügenden, d.h. vorwiegend degenerativ oder krankhaft verursachten Schadens, kann zu 

einer Verneinung des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. der Leistungspflicht des 

Unfallversicherers führen (EVALOTTA SAMUELSSON, Neuregelung der unfallähnlichen Körperschädigung, 

Das Beispiel des Meniskusrisses, in: SZS 2018 S. 358). Der (Gegen-)Beweis der vorwiegend 

krankhaften oder degenerativen Pathogenese der Listendiagnose ist erbracht, wenn für die Richtigkeit 

einer degenerativ oder krankhaft begründeten Listenverletzung mehr Indikatoren vorliegen als für die 

traumatische Pathogenese (BGE 146 V 51 E. 8.2.2.1 mit Hinweisen, 133 III 81 E. 4.2.2; SAMUELSSON, 

a.a.O., S. 355 f.; HÜSLER, a.a.O., S. 34).  

3.4 Gemäss Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die 

notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Die nach 

Art. 61 lit. c ATSG vom kantonalen Gericht zu beachtende Untersuchungspflicht entspricht derjenigen 

von Art. 43 Abs. 1 ATSG (KIESER, a.a.O., N 106 zu Art. 61). Im Sozialversicherungsrecht herrscht somit 

der Untersuchungsgrundsatz. Eine Tatsache darf dann als bewiesen angenommen werden, wenn die 

zuständige Verwaltungsbehörde bzw. das Gericht von ihrem Bestehen überzeugt ist. Im 

Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas 

Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die 

blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht 

hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 

als die Wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6; THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss 

des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 58). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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10/18 

3.5 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu 

würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 

danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch 

die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 

Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Insofern kann rechtsprechungsgemäss auch 

Berichten und Gutachten, welche die Versicherungsträger während des Administrativverfahrens von 

ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen werden. Auf deren Ergebnis 

kann jedoch nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit bestehen. In diesem Fall sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 

E. 4.4, 4.6 f.). Reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt 

und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden 

medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 

den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 2017, 8C_780/2016, E. 6.1). 

4.   

Die Beschwerdegegnerin verneint das Vorliegen eines Unfalls und damit eine Leistungspflicht gestützt 

auf Art. 6 Abs. 1 UVG (vgl. dazu vorstehende E. 3.1). Im Weiteren verneint sie, gestützt auf die 

versicherungsmedizinischen Kurzbeurteilungen von Dr. N.___ vom 9. Dezember 2022 (Suva-act. 29) 

und von Dr. I.___ vom 10. November 2022 (Suva-act. 18) sowie dessen Stellungnahme vom 12. 

Februar 2024 (Suva-act. 91) eine Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 2 UVG. 

5.   

Zu prüfen ist zunächst, ob das Ereignis vom 2. September 2022 als Unfall gemäss Art. 4 ATSG zu 

qualifizieren ist.  

5.1 Damit beurteilt werden kann, ob das genannte Ereignis einen Unfall im Rechtssinn darstellt, ist 

zunächst festzulegen, von welchem überwiegend wahrscheinlichen Geschehensablauf auszugehen ist.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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11/18 

5.2 Der Schadenmeldung UVG vom 5. September 2022 ist zu entnehmen, dass der 

Beschwerdeführer beim Aufstellen seines Pferdes, das umgefallen sei und nicht mehr selbst habe 

aufstehen können, sich verletzt habe (Riss Schulter; Suva-act. 1). Gemäss Arztzeugnis UVG vom 19. 

Oktober 2022 präsentierte sich der Sachverhalt wie folgt: «Beim Anheben von einem Ross die rechte 

Schulter verdreht» (Suva-act. 14-2). Im MRI-Bericht vom 16. September 2022 ist wiederum die Rede 

einer «Distorsion der rechten Schulter» (Suva-act. 14-4). Der Beschwerdeführer führte erstmals im 

Fragebogen vom 27. Oktober 2022 den Sachverhalt näher aus, indem er erklärte: «Beim Probieren[,] 

meinem Pferd zu helfen[,] aufzustehen[,] beim [Z]i[e]hen plötzlich ein Schmerz in der rechten [S]chulter» 

(Suva-act. 17). Auf die Frage, ob sich etwas Besonderes wie ein Ausgleiten, Sturz, Anschlagen, usw. 

ereignet habe, antwortete er mit einem Nein. Erst in der Einspracheergänzung vom 5. Januar 2024, 

und damit nach Erlass der leistungsablehnenden Verfügung seitens der Beschwerdegegnerin (vgl. 

Suva-act. 64), wurde der Sachverhalt folgendermassen beschrieben: «Am 2. September 2022 legte 

sich sein Pferd in der Box hin. Da es sich um ein älteres Pferd handelt, konnte es nicht mehr alleine 

aufstehen. In der Folge wurde versucht, dem Pferd beim Aufstehen zu helfen. Mit einem Spanngurt 

wurde versucht, das Pferd mit ganzer Kraft hochzuziehen. Bei diesem Vorgang ist die Verletzung 

entstanden. Das hat leider nicht funktioniert, am Ende musste die Tierrettung mit dem Kran kommen. 

Das Pferd von A.___ wiegt 500-600 kg» (Suva-act. 82-2). Der Beschwerdeführer führte in der 

Einspracheergänzung ferner aus, es sei davon auszugehen, dass beim Anheben des Pferdes ein 

zusätzliches Element (ungeeignete Arbeitsposition; Abrutschen des Spanngurts; fehlende Kontrolle 

über die Bewegungen des gestressten und/oder ängstlichen Pferdes) hinzugekommen sei, das zu einer 

unkoordinierten Bewegung geführt habe (Suva-act. 82-2). 

5.3 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, es sei nicht davon auszugehen, dass ein zusätzliches 

Element, wie vom Beschwerdeführer in der Einspracheergänzung behauptet, den Geschehensablauf 

geprägt habe. Es bestehe nämlich kein Anlass, die Glaubwürdigkeit einer Aussage in Zweifel zu ziehen, 

die eine versicherte Person noch unter dem Eindruck des tatsächlichen Geschehens abgegeben habe. 

Die erste Aussage eines Versicherten sei erfahrungsgemäss zuverlässiger als eine abweichende 

spätere Sachdarstellung im Rahmen des Einspracheverfahrens, die bewusst oder unbewusst durch 

nachträgliche Überlegungen beeinflusst sein könne. Ausserdem reiche die blosse Möglichkeit eines 

Sachverhalts, wie dies die Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers in der Beschwerdeschrift 

insinuiere («Versucht jemand ein Pferd [...] hochzuheben, erscheint es überwiegend wahrscheinlich, 

dass dabei eine gewisse Eile herrscht. Auch ist es dabei naheliegend, dass ungeeignete 

Arbeitspositionen eingenommen werden und Bewegungen nicht kontrolliert ablaufen» [Betonung 

hinzugefügt]; act. G1-6), nicht für die Begründung eines Leistungsanspruchs. Aus dem im Fragebogen 

wiedergegebenen Sachverhalt sowie der Verneinung des Beschwerdeführers, es habe sich etwas 

Besonderes ereignet, ergebe sich kein ungewöhnlicher äusserer Faktor, da nichts Programmwidriges 

geschehen sei und auch keine sinnfällige Überanstrengung vorgelegen habe (Suva-act. 93-5). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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12/18 

Insbesondere sei klar, dass im konkreten Fall nicht das volle Gewicht des Pferdes auf den Körper des 

Beschwerdeführers eingewirkt habe, da ein solches von einem Menschen weder getragen noch 

angehoben hätte werden können (Suva-act. 93-4). Bei der beschriebenen Zugbewegung handle es sich 

um eine normale, physiologische und überdies um eine gewollte Körperbewegung. Zudem erfülle das 

stetige und gleichmässige Ziehen eines Pferdes auch das Kriterium der Plötzlichkeit nicht (Suva-act. 

93-5). 

5.4 Die leistungsansprechende Person muss die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens 

glaubhaft machen. Zur Glaubhaftmachung genügt es nicht, einen Gesundheitsschaden nachzuweisen, 

der möglicherweise auf ein Unfallereignis zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete 

Geschehen wahre, genaue und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, 

aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Umstände des Ereignisses ein 

Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuklären. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu 

beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind (Urteil des Bundesgerichts 

vom 9. Juli 2024, 8C_17/2024, E. 3.1.3; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50; KOSS UVG-NABOLD, N 9 zu Art. 

6; NABOLD, a.a.O., S. 30). Das Gericht stellt – wie gesagt (vgl. vorstehende E. 3.5) – auf jene 

Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die Wahrscheinlichste 

würdigt (BGE 138 V 218 E. 6 mit weiteren Hinweisen; LOCHER/GÄCHTER, a.a.O., § 70 N 58). Bei sich 

widersprechenden Angaben der versicherten Person über den Unfallhergang kann praxisgemäss auf 

die Beweismaxime abgestellt werden, wonach die sogenannten spontanen «Aussagen der ersten 

Stunde» in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder 

unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst 

sein können (RKUV 1988 Nr. U 23 S. 363 E. 3b/aa; BGE 115 V 133 E. 8c und 121 V 45 E. 2a; KOSS 

UVG-NABOLD, N 11 zu Art. 6). Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Lauf der Zeit wechselt, 

kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, in der Regel grösseres Gewicht zu als 

jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 

8c). Präzisierend ist zu ergänzen, dass auch ein im Nachhinein dargelegter Sachverhalt als 

ausgewiesen gelten und berücksichtigt werden kann, wenn spätere Aussagen auf früheren Aussagen 

aufbauen bzw. sich die späteren Aussagen einzig durch einen höheren Detaillierungsgrad auszeichnen. 

Die verschiedenen Aussagen müssen miteinander vereinbar sein, damit nicht von widersprüchlichen 

Aussagen gesprochen werden kann. Wird dagegen zu einem späteren Zeitpunkt ein neuer, mit der 

bisherigen Schilderung nicht zu vereinbarender Sachverhalt hinzugefügt, ist er überwiegend 

wahrscheinlich als zweifelhaft und damit lediglich als möglich zu betrachten. 

5.5 Sofern der Unfallversicherer die tatsächlichen Verhältnisse mittels Fragebogen detailliert erhoben 

hat, ist er seiner Verpflichtung zur richtigen und vollständigen Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts grundsätzlich rechtsgenüglich nachgekommen (Untersuchungsgrundsatz; vgl. BGE 125 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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13/18 

V 195 E. 2 und 122 V 158 E. 1a), und es überzeugt in der Regel nicht, wenn die versicherte Person 

einen bestimmten bedeutsamen Sachverhalt bzw. Umstand als Schadensursache erst nach einem 

abschlägigen Schreiben erwähnt, im Fragebogen jedoch unerwähnt lässt. Der Unfallversicherer ist nicht 

gehalten, die versicherte Person im Nachgang zu umfassenden Erhebungen zur weiteren 

Substantiierung des gemeldeten Geschehens aufzufordern (Urteile des EVG vom 26. Februar 2004, U 

64/2002, E. 2.2.3, und vom 27. Juni 2002, U 148, E. 2b).  

5.6 Aufgrund der Angaben in der Schadenmeldung und im Fragebogen ist davon auszugehen, dass 

der Beschwerdeführer mittels einer Zugbewegung versucht hat, seinem auf dem Boden liegenden Pferd 

beim Aufstehen zu helfen. Die in der Einspracheergänzung in Ziffer 1.1 wiedergegebenen, 

präzisierenden Angaben des Beschwerdeführers zum Unfallhergang (Verwendung eine Spanngurtes, 

Aufwendung von ganzer Kraft, Gewicht des Pferdes von 500-600 kg) erfolgten zwar nach Kenntnis der 

leistungsablehnenden Verfügung, sie erscheinen aber vereinbar mit den früheren Angaben. Was 

hingegen die hypothetisch formulierten Ausführungen in Ziffer 1.2 der Einspracheergänzung zum 

zusätzlichen Element wie etwa die fehlende Kontrolle über die Bewegungen des gestressten Pferdes 

anbelangt, ist davon auszugehen, dass diese aus versicherungsrechtlichen Überlegungen im 

Einspracheverfahren hinzugefügt wurden, zumal lediglich verschiedene mögliche Elemente aufgeführt 

wurden und keines konkret dargelegt wurde, was zu erwarten gewesen wäre. Diesbezüglich ist die von 

der Beschwerdegegnerin angeführte Rechtsprechung betreffend Aussage der ersten Stunde (vgl. 

KOSS UVG-NABOLD, N 11 zu Art. 6; BGE 121 V 45 E. 2a und 115 V 133 E. 8c) anzuwenden. Es ist 

daher überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer am 2. 

September 2022 beim Versuch, sein 500 bis 600 kg schweres Pferd, das nicht mehr alleine aufstehen 

konnte, mithilfe eines Spanngurts mit ganzer Kraft zu heben, einen Schmerz in der rechten Schulter 

verspürte, ohne aber, dass ein zusätzliches Element den Geschehensablauf prägte. 

5.7 Bei der basierend auf diesem massgebenden Sachverhalt zu prüfenden Frage, ob der 

Unfallbegriff erfüllt ist, ist – wie gesagt (vgl. vorstehende E. 3.1) – gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung der für den Unfallbegriff vorausgesetzte ungewöhnliche äussere Faktor erst als erfüllt 

zu betrachten, wenn ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand beim Heben oder Verschieben einer 

Last und / oder eine unkoordinierte Bewegung wie etwa ein Aus- oder Abrutschen, ein Fehltritt oder 

Ähnliches, erfolgt sind. Vorliegend genügt jedoch für die Annahme der Ungewöhnlichkeit des äusseren 

Faktors weder der unbestrittenermassen vom Beschwerdeführer eingesetzte Kraftaufwand für sich 

alleine genommen noch ist erkennbar, dass (zusätzlich) ein besonders sinnfälliger Umstand gegeben 

bzw. hinzugetreten wäre. Rechtsprechungsgemäss wird zwar eine den Unfallbegriff erfüllende 

aussergewöhnliche Überanstrengung dann bejaht, wenn Lasten von erheblichem Gewicht zu heben 

oder abzufangen sind (mehr als 100 kg; Urteil des EVG vom 23. Mai 2006, U 144/06, E. 2.2, und vom 

9. Oktober 2004, U 360/02, E. 3.3.3 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2009, 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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14/18 

8C_319/2009, E. 3.3). In Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin ist jedoch festzuhalten, dass 

dies auf den vorliegenden Fall nicht zutreffen kann (vgl. vorstehende E. 5.3). Der Beschwerdeführer 

verneinte sodann – wie bereits erwähnt – im Fragebogen die Frage, ob sich etwas Besonderes wie ein 

Ausgleiten, ein Sturz, ein Anschlagen usw. ereignet habe. Mit der im Arztzeugnis von Dr. D.___ vom 

19. Oktober 2022 sowie im MRI-Bericht vom 16. September 2022 erwähnten Verdrehung bzw. 

Distorsion wird zwar grundsätzlich eine traumatische Körperbewegung definiert, doch vermag diese 

nicht in jedem Fall einem Unfall mit unphysiologischer, programmwidriger Beanspruchung eines 

Körperteils im Sinne eines ungewöhnlichen äusseren Faktors zu entsprechen (vgl. dazu die Urteile des 

Versicherungsgerichts vom 28. November 2016, UV 2015/9, E. 3.4, und vom 2. August 2018, UV 

2016/54, E. 2.5). Dass in Bezug auf den vorliegenden Fall von einer klar abgegrenzten übermässigen 

Belastungssituation im Bereich der Schulter auszugehen wäre, ist nicht überwiegend wahrscheinlich 

nachgewiesen. Das Auftreten von Schmerzen als solches ist schliesslich kein äusserer (schädigender) 

Faktor im Sinne der Rechtsprechung (BGE 129 V 466 E. 4.2.1; Urteil des Bundesgerichts vom 12. 

September 2019, 8C_456/2018, E. 6.3.2). Der Unfallbegriff erweist sich demnach als nicht erfüllt, womit 

eine Leistungspflicht gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG entfällt. 

6.   

Zu prüfen bleibt, ob allenfalls eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 6 Abs. 2 

UVG (unfallähnliche Körperschädigung; vgl. vorstehende E. 3.3) besteht. 

6.1 Die Versicherungsmediziner haben sich nicht klar zum Vorliegen einer Listenverletzung 

geäussert. Dies scheint unter anderem durch die Fragestellung der Beschwerdegegnerin in den 

versicherungsmedizinischen Aufträgen vom 8. November (Suva-act. 18) und 9. Dezember 2022 (Suva-

act. 29) begünstigt worden zu sein, zumal bei Bejahung der ersten Frage («Liegt eine Körperschädigung 

vor, die vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist?») eine Beantwortung der 

zweiten («Falls nein; entspricht diese Körperschädigung einer der in der Liste zu Art. 6 Abs. 2 UVG 

aufgeführten Diagnosen? Wenn ja: Welche lit.?») ausser Betracht fällt. Dem MRI-Bericht vom 16. 

September 2022 (Suva-act. 14-4) und insbesondere dem Bericht zur Arthroskopie vom 31. Oktober 

2022 (Suva-act. 25-2 f.) sowie dem Bericht von Dr. G.___ vom 19. Januar 2024 (Suva-act. 86) sind 

Teilrupturen verschiedener Sehnen zu entnehmen. Damit liegt eine Listenverletzung im Sinne von Art. 

6 Abs. 2 lit. f UVG vor (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 18. Februar 2020, 8C_618/2019, E. 

6.2.3). Zu prüfen bleibt aber, ob diese Listenverletzung vorwiegend, das heisst zu mehr als 50 %, auf 

Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Dieser Nachweis ist gestützt auf beweiskräftige 

ärztliche Einschätzungen zu erbringen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 18. Februar 2020, 

8C_618/2019, E. 5). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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15/18 

6.2 Der ersten Stellungnahme von Dr. I.___ vom 10. November 2022 ist lediglich zu entnehmen, dass 

das MRI vom 15. September 2022 keine Signale einer frischen Schädigung, die zwei Wochen zuvor 

stattgefunden haben soll, dokumentiere (Suva-act. 18). Dieselben Fragen (vgl. vorstehende E. 6.1) 

wurden am 9. Dezember 2022 – unter Nachreichung der von Dr. I.___ verlangten Berichte der Klinik 

H.___ – erneut dem versicherungsmedizinischen Dienst unterbreitet. Stellvertretend für Dr. I.___ nahm 

Dr. N.___ gleichentags wie folgt Stellung zur ersten Frage: «[J]a[.] Das Ereignis ist nicht geeignet, eine 

Sehne zum Luxieren oder Einreissen zu bringen. Zudem deutl. Schaden an der intraartikulären LBS 

[langen Bizepssehne] (OP Bericht und Printbild Nr 1/2), was Degeneration üww [überwiegend 

wahrscheinlich] beweist. Diese Veränderungen an der LBS können nicht in[n]ert der knapp 2 Monate 

seit dem Ereignis entstanden sein [...]» (Suva-act. 29). Eine ausführlichere Beurteilung erfolgte am 12. 

Februar 2024 durch Dr. I.___ (Suva-act. 91) als Reaktion auf die vom Beschwerdeführer mit 

Einspracheergänzung vom 22. Januar 2024 eingereichte Stellungnahme von Dr. G.___ (Suva-act. 85, 

86). 

6.3 Dr. N.___s blosse Feststellung mit Bezug auf zwei Videoprints reicht offensichtlich nicht aus, um 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einen vorwiegend degenerativen Vorzustand zu begründen, 

denn bei der vorliegenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum (namentlich die 

Erkenntnisse aus den bildgebenden Befunden, der Vorgeschichte, dem Ereignishergang, dem 

Primärbefund und dem Verlauf) zu berücksichtigen (vgl. dazu die Urteile des Bundesgerichts vom 18. 

Februar 2020, 8C_618/2019, E. 5, und vom 15. April 2021, 8C_672/2020, E. 4.1.3), was vorliegend mit 

der kurzen Abhandlung nicht erfolgt ist. Auch die Kurzbeurteilung von Dr. I.___ vom 12. Februar 2024, 

auf welche sich der Einspracheentscheid hauptsächlich stützt, vermag nicht, einen rechtsgenügenden 

Nachweis der vorwiegend krankhaften oder degenerativen Pathogenese der Sehnenrisse zu erbringen, 

zumal Zweifel an der versicherungsmedizinischen Einschätzung insbesondere auch durch die Berichte 

der behandelnden Ärzte erweckt werden. So argumentiert etwa Dr. I.___, es seien kein Gelenkerguss 

und kein akuter Riss erkennbar. Das mittlere glenohumerale Ligament weise keinen Riss und keine 

strukturelle Läsion auf, was aber bei einer akuten traumatischen Luxation der langen Bizepssehne nach 

medial oder gar akuten Teilruptur der Subscapularissehne überwiegend wahrscheinlich wäre. Zudem 

sei ein Knorpelschaden im Bereich des Schulterpfannenrandes dokumentiert, der nicht innerhalb von 

zwei Wochen eintreten könne. Anders präsentiert sich die Sachlage gemäss MRI-Bericht des 

Radiologen (Suva-act. 14-4) und gemäss intraoperativem Bericht von Dr. G.___ (Suva-act. 25-2 f.), 

wonach nur eine allfällige geringfügige Degeneration auszumachen sei, nämlich eine Vorschädigung 

des cranialen Labrums (Suva-act. 25-2), während ansonsten keine degenerativen Anzeichen vorliegen 

würden («Regelrechte Artikulation des Humeruskopfes im Gelenk», «[...] Supraspinatusmuskel stellt 

sich regelrecht dar», «[...] Infraspinatussehne ist unauffällig konfiguriert», «Kein relevanter 

Knorpelschaden» [Suva-act. 14-4]; «[...] Knorpelüberzug glenohumeral ist insgesamt intakt»; «Der 

Infraspinatus ist ebenfalls unauffällig. Freier Recessus inferior. Unauffällige posteriore 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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16/18 

Labrumabschnitte» [Suva-act. 25-2 f.]; vgl. hierzu auch die im Laufe des Einspracheverfahrens 

eingereichte Stellungnahme von Dr. G.___ vom 19. Januar 2024 [Suva-act. 86]). Zudem scheinen sich 

die Fachärzte nicht einig zu sein, was eine ausgefranste Sehne impliziert. Während Dr. I.___ darin ein 

Indiz für einen nicht akuten Ursprung der Beschwerden erblickt («In der aktendokumentierten 

Reihenfolge zeigen Bilder 1 und 2 eine im proximalen Bereich nahe des Bizepssehnenankers 

degenerativ teilweise ausgefranste, lange Bizepssehne ohne Anzeichen einer akuten Teilrissbildung 

[...]»; Suva-act. 91-2), stellt sich Dr. G.___ auf den Standpunkt, die Ausfransung der Sehne wäre bei 

schon länger vorhandenen Beschwerdesymptomatik nicht mehr so zu sehen (Suva-act. 86-2). Zweifel 

erweckt auch der im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht von Dr. M.___ vom 21. Mai 2024, worin 

er sich als erste Medizinalperson mit dem klinischen Befund auseinandersetzt. Er argumentiert, es 

hätten sich klinisch nicht nur Schmerzen gezeigt, sondern auch eine Bewegungseinschränkung 

(Pseudoparalyse) und ein Kraftdefizit (act. G3.1-1). In diesem Zusammenhang ist auf die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung hinzuweisen, wonach die sofortige Beeinträchtigung der aktiven 

Mobilität bzw. Entwicklung einer Pseudoparalyse der Schulter («drop-arm-sign») als typisches Merkmal 

für eine traumatische Ursache gilt (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 2. Juli 2021, 8C_253/2021, E. 

5.2 mit Hinweis, und vom 13. Dezember 2016, 8C_606/2016, E. 4.2). 

6.4 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die verfügbaren (medizinischen) Unterlagen keine 

überwiegend wahrscheinliche und abschliessende Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs bzw. 

der Ursachen der Gesundheitsschäden am rechten Schultergelenk des Beschwerdeführers gestatten. 

Es bestehen (mindestens) geringe Zweifel an den Einschätzungen der fehlenden Unfallkausalität der 

Sehnenrupturen seitens Dr. N.___ und Dr. I.___, weshalb auf diese nicht abgestellt werden kann (vgl. 

BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweis). Generell ist nicht erkennbar, dass die Versicherungsmediziner die 

weiteren Indikatoren, die für oder gegen eine Abnützung oder Erkrankung des Sehnenrisses sprechen, 

gewichtet hätten (vgl. zu den relevanten Indikatoren für oder gegen eine traumatische Genese den 

Schultertrauma-Check unter <https://www.svv.ch/sites/default/files/ 2021-

02/SVV_Check_Schultertrauma_2021_DE.pdf> oder das SGV Manual unter 

<https://www.vertrauensaerzte.ch/manual_rev5/accident/uksart6.html>, jeweils abgerufen am 17. 

Januar 2025). Die Beschwerdegegnerin stellte daher den Sachverhalt – in Verletzung des 

Untersuchungsgrundsatzes (vgl. dazu vorstehende E. 3.4) – unvollständig fest, indem sie trotz 

bestehender Unklarheiten auf weitere Beweiserhebungen hinsichtlich der Unfallkausalität dieser 

Gesundheitsschäden verzichtete. Im Übrigen vermögen auch die Beurteilungen der behandelnden 

Ärzte, namentlich von Dr. G.___ und Dr. M.___, die strittige Frage, ob die vorhandene Listendiagnose 

vorwiegend erkrankungs- oder abnützungsbedingt ist, nicht zu beantworten bzw. eine vorwiegend 

degenerative Ursache auszuschliessen (vgl. hierzu auch Urteil des Bundesgerichts vom 6. September 

2021, 8C_13/2021, E. 3.4). Es bedarf folglich einer externen Begutachtung in Auseinandersetzung mit 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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17/18 

den relevanten Indikatoren. Die Einholung eines Gerichtsgutachtens drängt sich nicht auf, nachdem die 

Beschwerdegegnerin selber noch keine externe versicherungsmedizinische Beurteilung eingeholt hat. 

7.   

7.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vom 29. April 2024 dahingehend gutzuheissen, dass der 

Einspracheentscheid vom 12. März 2024 aufgehoben und die Streitsache zur Durchführung 

ergänzender Abklärungen im Sinne der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. 

7.2 Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben (vgl. Art. 61 lit. fbis 

ATSG). 

7.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei Anspruch auf Ersatz 

der Parteikosten. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt hinsichtlich der Prozesskosten 

praxisgemäss als volles Obsiegen (Urteil des Bundesgerichts vom 19. April 2021, 9C_525/2020, E. 6 

mit Hinweisen). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin vollumfänglich. Die Parteientschädigung wird 

vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der 

Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege 

beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 

963.75) pauschal Fr. 1'500.– bis Fr. 15'000.–. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit 

erscheint mit Blick auf den notwendigen Aufwand für die Beschwerdeführung bei bescheidenem 

Aktenumfang eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.– (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) angemessen. 

7.4 Der Beschwerdeführer beantragt im Beschwerdeverfahren, der Beschwerdegegnerin seien die 

ihm entstandenen Kosten im Umfang von Fr. 1'200.– (act. G3.2) für die Erstellung des Privatgutachtens 

durch Dr. M.___ (act. G3.1) aufzuerlegen (act. G3-2). Vorliegend führte auch die Beurteilung von Dr. 

M.___ zu konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der versicherungsmedizinischen Berichte (vgl. 

vorstehende E. 6.3) bzw. dazu, dass diesen kein genügender Beweiswert beigemessen werden konnte 

und deshalb ein versicherungsexternes Gutachten zu erfolgen hat. Das Privatgutachten war demnach 

verwendbar und die Kosten dafür sind in Anwendung von Art. 45 Abs. 1 ATSG von der 

Beschwerdegegnerin zu übernehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2019, 

8C_27/2019, E. 7; vgl. ferner KIESER, a.a.O., N 29 ff. zu Art. 45 und N 216 zu Art. 61). 

  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

UV 2024/32 
 

 

18/18 

Entscheid 

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  

Die Beschwerde vom 29. April 2024 wird dahingehend gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid 

vom 12. März 2024 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der 

Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. 

2.  

Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

3.  

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.– 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

4.  

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Kosten für das Privatgutachten von Dr. med. 

M.___ in Höhe von Fr. 1'200.– zu erstatten. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 11.02.2025
	Art. 4, Art. 42 und Art. 43 Abs. 1 ATSG; Art. 6 Abs.1 und 2 UVG. Verletzung des rechtlichen Gehörs. Frage nach dem Vorliegen einer unkoordinierten Bewegung sowie eines Verhebetraumas, und damit eines Unfalls, verneint. Vorliegen widersprüchlicher ärztlicher Beurteilungen. Die Beschwerdegegnerin konnte den Nachweis, dass die Listendiagnose (Teilrupturen der Sehnen) im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind, nicht erbringen. Im Übrigen vermögen auch die Beurteilungen der behandelnden Ärzte die strittige Frage, ob die vorhandene Listendiagnose vorwiegend erkrankungs- oder abnützungsbedingt ist, nicht zu beantworten bzw. eine vorwiegend degenerative Ursache auszuschliessen. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes durch die Beschwerdegegnerin. Rückweisung zur Veranlassung einer externen Begutachtung und zum anschliessenden Erlass einer neuen Verfügung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Februar 2025, UV 2024/32).

		2026-01-28T04:43:31+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen