# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5be2e8e1-8d16-5df8-99c5-b40afab05fea
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 27.08.2019 S 2018 88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2018-88_2019-08-27.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 18 88

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis
Richter Meisser, Audétat 

Aktuar ad hoc Michael

URTEIL

vom 27. August 2019

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Schadenersatz nach AHVG

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1. Die B._____ wurde am 9. Juli 2012 als Gesellschaft mit beschränkter Haf-

tung ins Handelsregister des Kantons Graubünden (nachfolgend: Handels-

register) eingetragen und war von Beginn an als beitragspflichtige Arbeit-

geberin der AHV-Ausgleichskasse des Kantons Graubünden (nachfolgend: 

AHV-Ausgleichskasse) angeschlossen. Gründer der B._____ und im Han-

delsregister eingetragen waren C._____ und D._____, beide jeweils als 

Gesellschafter mit Einzelunterschrift und zusätzlich C._____ als Vorsitzen-

der der Geschäftsführung und D._____ als Geschäftsführer.

2. Die B._____ war seit dem 9. März 2015 mehreren Zahlungsverpflichtungen 

aus offenen Sozialversicherungsbeiträgen gegenüber der AHV-Aus-

gleichskasse nicht mehr nachgekommen.

3. Am 19. Mai 2015 liessen sich die beiden Gründer der B._____ aus dem 

Handelsregister löschen und A._____ und E._____ wurden jeweils als Ge-

sellschafter mit Einzelunterschrift und zusätzlich A._____ als Vorsitzender 

der Geschäftsführung und E._____ als Geschäftsführer neu ins Handels-

register eingetragen.

4. Am 20. Mai 2015 schloss die AHV-Ausgleichskasse mit A._____ und 

E._____ eine schriftliche Zahlungsvereinbarung ab, welche festhielt, bis 

wann die noch geschuldeten Sozialversicherungsbeiträge der B._____ zu 

begleichen seien. Da die Rechnungen für die noch offenstehenden Sozia-

lversicherungsbeiträge auch nach mehreren Mahnungen nicht beglichen 

wurden, sah sich die AHV-Ausgleichskasse am 29. Oktober 2015 dazu ge-

zwungen, ein Betreibungsbegehren gegen die B._____ zu stellen.

5. Am 11. November 2015 liess sich A._____ als Gesellschafter und Vorsit-

zender der Geschäftsführung der B._____ aus dem Handelsregister lö-

schen. Alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer war nachfolgend (bis 

zum Konkurs der Gesellschaft) E._____.

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6. Mit Entscheid vom 18. Mai 2016 eröffnete der Konkursrichter des Bezirks-

gerichts F._____ über die B._____ mit Wirkung ab dem 18. Mai 2016 den 

Konkurs. Mangels Aktiven verfügte das Konkursamt der Region F._____ 

am 23. Juni 2016 die Konkurseinstellung. Weil die noch offenen Forderun-

gen der AHV-Ausgleichskasse gegenüber der B._____ aufgrund des Kon-

kurses derselben nicht mehr beglichen werden konnten, erliess die AHV-

Ausgleichskasse am 19. September 2017 gegenüber A._____ sowie ge-

genüber E._____ gestützt auf Art. 52 AHVG Schadenersatzverfügungen in 

der Höhe von jeweils Fr. 9'314.75 für entgangene Sozialversicherungsbei-

träge der Jahre 2015 und 2016 samt Mahngebühren, Verzugszinsen und 

Betreibungskosten.

7. Am 25. September 2017 erhob A._____ gegen die ihn betreffende Verfü-

gung vom 19. September 2017 Einsprache bei der AHV-Ausgleichskasse 

mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhebung der Schadenersatzverfü-

gung. Dies begründete er mit dem Vorbringen, dass er lediglich kurzfristig 

Geschäftsinhaber der B._____ gewesen sei und sofort, nachdem er erfah-

ren habe, wie E._____ das Geschäft führen wolle (unseriös und unprofes-

sionell), aus der B._____ ausgestiegen sei. Leider sei er wie viele andere 

auch Opfer von E._____ geworden. Mit seinen Tätigkeiten habe er Leute 

in seine Betrugsfälle miteinbezogen, um selber Profit daraus zu ziehen. 

Ferner sei er als 2. Organ betroffen, da er den sofortigen Rücktritt aus der 

B._____ gegeben habe, E._____ jedoch die B._____ weiterhin bis zum 

Konkurs geführt habe, weshalb er auf eine 100%ige Verfügung zu Lasten 

von E._____ hoffe.

8. Mit Einspracheentscheid vom 26. Juni 2018 hiess die AHV-Ausgleichs-

kasse die Einsprache insoweit gut, als die Höhe des zu leistenden Scha-

denersatzes von Fr. 9'314.75 auf Fr. 5'091.85 reduziert wurde. Die Reduk-

tion der Schadenssumme wurde damit begründet, dass A._____ lediglich 

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für den bis am 11. November 2015 (Austritt aus der B._____) angefallenen 

Ausstand haftbar gemacht werden könne. Im Übrigen wurde die Einspra-

che mit der Begründung abgewiesen, dass der AHV-Ausgleichskasse auf-

grund grobfahrlässiger Missachtung von Vorschriften durch die Nichtbe-

zahlung von paritätischen Sozialversicherungsbeiträgen ein Schaden von 

Fr. 9'314.75 entstanden sei, den A._____ als verantwortliches Organ der 

B._____ im Sinne einer Solidarhaftung im Umfang von Fr. 5'091.85 zu er-

setzen habe.

9. Gegen diesen Einspracheentscheid der AHV-Ausgleichskasse reichte 

A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 29. Juni 2018 Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ein. Der Beschwerde-

führer beantragt sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheids 

und bestreitet die an ihn gerichtete Schadenersatzforderung. Dies mit der 

Begründung, dass er sich seiner Schuld durchaus bewusst sei, jedoch der 

festen Überzeugung sei, dass in diesem Fall E._____ alleine für den aus 

den Beitragsausständen der B._____ entstandenen Schaden von 

Fr. 5'091.85 verantwortlich gemacht werden sollte.

10. In der Vernehmlassung vom 6. Juli 2018 beantragte die AHV-Ausgleichs-

kasse (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Beschwerdeabweisung und 

verwies auf den Einspracheentscheid vom 26. Juni 2018, an welchem sie 

vollumfänglich festhalte.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie 

auf den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachste-

henden Erwägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung

1. Die zu beurteilende Beschwerde richtet sich gegen den in Anwendung von 

Art. 52 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversiche-

rung (AHVG; SR 831.10) ergangenen Einspracheentscheid vom 26. Juni 

2018, mit welchem die Beschwerdegegnerin die Einsprache des Be-

schwerdeführers vom 25. September 2017 insoweit teilweise guthiess, als 

die Höhe des zu leistenden Schadenersatzes von Fr. 9'314.75 auf 

Fr. 5'091.85 reduziert wurde. Gegen sozialversicherungsrechtliche Ein-

spracheentscheide kann Beschwerde beim kantonalen Versicherungsge-

richt erhoben werden (Art. 56 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge-

meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. Art. 

57 ATSG). Für die Beurteilung dieser Beschwerde ist in Abweichung zu Art. 

58 Abs. 1 ATSG das kantonale Versicherungsgericht örtlich zuständig, in 

welchem die Arbeitgeberin ihren Wohnsitz hat bzw. bis zum Konkurs hatte 

(Art. 52 Abs. 5 AHVG; KIESER, in: MURER/STAUFFER [Hrsg.], Rechtspre-

chung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Alters- und Hin-

terlassenenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 52 Rz. 

124). Nachdem die B._____ vor ihrem Konkurs in X._____ und damit im 

Kanton Graubünden domiziliert war, ist für die Beurteilung der vorliegenden 

Streitigkeit demnach das Versicherungsgericht des Kantons Graubünden, 

sprich das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden zuständig 

(Art.  49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; 

BR 370.100]). Das angerufene Gericht ist für die Beurteilung der vorliegen-

den Beschwerde folglich örtlich und sachlich zuständig. Als formeller und 

materieller Entscheidadressat ist der Beschwerdeführer vom angefochte-

nen Einspracheentscheid überdies unmittelbar berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an dessen gerichtlicher Überprüfung (vgl. Art. 59 

ATSG). Die Beschwerde hat ein Rechtsbegehren, eine gedrängte Darstel-

lung des Sachverhalts und eine kurze Begründung zu enthalten (Art. 61 lit. 

b ATSG). Die Laieneingabe der Beschwerde macht mit hinreichender Deut-

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lichkeit klar, was der Beschwerdeführer bezwecken möchte. Auf die damit 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten.

2. Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob der Beschwerdeführer für den sich 

aus den Beitragsausständen der B._____ ergebenden Schaden der Be-

schwerdegegnerin in der Höhe von Fr. 5'091.85 haftbar gemacht werden 

kann im Sinne der Haftungsbestimmung von Art. 52 AHVG.

3.1. Die Arbeitgeber sind verpflichtet, von dem von ihnen ausgerichteten Ein-

kommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit die Arbeitnehmerbeiträge in 

Abzug zu bringen, mit der Ausgleichskasse abzurechnen sowie die erfor-

derlichen Angaben zu machen, und die Beiträge zusammen mit dem Ar-

beitgeberbeitrag periodisch der Ausgleichskasse zu entrichten (Art. 14 Abs. 

1 und Art. 51 AHVG, Art. 34 und 36 der Verordnung über die Alters- und 

Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]). Die Missachtung dieser 

Pflichten verletzt Vorschriften der Versicherung im Sinne von Art. 52 AHVG. 

Art. 52 Abs. 1 AHVG sieht eine Verschuldenshaftung nach öffentlichem 

Recht vor. Damit eine Schadenersatzpflicht entstehen kann, müssen alle 

Haftungsvoraussetzungen gegeben sein, d.h. es muss ein Schaden einge-

treten sein, der auf ein widerrechtliches und schuldhaftes Verhalten des 

verantwortlichen Organs zurückzuführen ist. Zudem muss zwischen dem 

Verhalten der belangten Person und dem eingetretenen Schaden ein 

adäquater Kausalzusammenhang gegeben sein. Nachstehend sind somit 

die spezifischen Haftungsvoraussetzungen zu prüfen.

3.2. Die Beschwerdegegnerin macht einen Schaden von gesamthaft 

Fr. 5'091.85 geltend. Der Schaden im Sinne von Art. 52 AHVG umfasst in 

erster Linie die geschuldeten paritätischen AHV/IV/EO/ALV/FAK-Beiträge 

sowie Verwaltungskosten. Hinzu kommen unbezahlt gebliebene Mahnge-

bühren, Verzugszinsen und Betreibungskosten (REICHMUTH, Die Haftung 
des Arbeitgebers und seiner Organe nach Art. 52 AHVG, Zürich/Basel/Genf 

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2008, Rz. 329 ff.; Forster, in: STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], Recht 

der Sozialen Sicherheit, Basel 2014, Rz.11.6). Der Schaden gilt als einge-

treten, sobald anzunehmen ist, dass die geschuldeten Beiträge aus recht-

lichen oder tatsächlichen Gründen nicht mehr erhoben werden können. Bei 

Zahlungsunfähigkeit gilt der Schaden als eingetreten, sobald die Beiträge 

nicht mehr im ordentlichen Verfahren erhoben werden können, also wenn 

der Konkurs eröffnet oder ein definitiver Verlustschein ausgestellt wurde 

(BGE 136 V 268 E.2.6; 129 V 193 E.2.2). Vorliegend hat die Beschwerde-

gegnerin im Rahmen des Einspracheverfahrens die Schadenersatzforde-

rung von ursprünglich Fr. 9'314.75 auf Fr. 5'091.85 reduziert, weil der Be-

schwerdeführer entgegen der Schadenersatzverfügung vom 19. Septem-

ber 2017 lediglich für den bis 11. November 2015 angefallenen Ausstand 

haftbar sei, welcher sich dannzumal auf Fr. 5'091.85 belaufen habe. Die 

fraglichen Schadenspositionen von gesamthaft Fr. 5'091.85 sind durch die 

eingereichten Unterlagen belegt. Der Beschwerdeführer beanstandet die 

Berechnung und Höhe des von der Beschwerdegegnerin geltend gemach-

ten Schadenersatzes von Fr. 5'091.85 denn auch nicht, sondern begehrt 

lediglich, dass die Schadenersatzforderung vollends von E._____ zu tra-

gen sei. Die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachte Schadens-

summe von Fr. 5'091.85 gemäss angefochtenem Einspracheentscheid 

blieb damit unbestritten. Es sind den Akten keine Anhaltspunkte zu entneh-

men, wonach die festgestellte Schadenssumme unrichtig wäre. Zudem 

wurde über die B._____ am 18. Mai 2016 der Konkurs eröffnet und das 

Konkursverfahren durch den Konkursentscheid des Bezirksgerichts 

F._____ vom 23. Juni 2016 mangels Aktiven eingestellt. Die infrage ste-

henden Sozialversicherungsbeiträge können somit im ordentlichen Be-

zugsverfahren tatsächlich nicht mehr erhoben werden. Infolge Zahlungsun-

fähigkeit der B._____ hat die Beschwerdegegnerin folglich einen Schaden 

von Fr. 5'091.85 erlitten, womit die Haftungsvoraussetzung des Schadens 

erfüllt ist.

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3.3. Weitere Haftungsvoraussetzung für die Schadenersatzforderung ist die Wi-

derrechtlichkeit. Vorliegend kam die B._____ der Beitragsablieferungs-

pflicht nach Art. 14 Abs. 1 und Art. 51 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 

34 ff. AHVV nicht vollumfänglich nach, was zum Schaden der Beschwer-

degegnerin geführt hat. Die B._____ bzw. deren Organe haben damit die 

Beitragszahlungspflicht betreffend die von der Beschwerdegegnerin gel-

tend gemachten Ausstände missachtet, womit die Haftungsvoraussetzung 

der Widerrechtlichkeit zu bejahen ist. Ein Rechtfertigungsgrund ist nicht er-

sichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht substanziiert vorge-

bracht.

3.4. Zwischen dem bei der Beschwerdegegnerin eingetretenen Schaden und 

dem pflichtwidrigen Verhalten des Arbeitgebers muss sodann ein adäqua-

ter Kausalzusammenhang bestehen (BGE 119 V 406 E.4a). Ein Ergebnis 

hat dann als adäquate Ursache eines Schadens zu gelten, wenn es nach 

dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach allgemeiner Lebenserfahrung 

an sich geeignet ist, einen Erfolg in der Art des eingetretenen herbeizu-

führen, der Eintritt des Erfolgs durch das Ereignis also allgemein als be-

günstigt erscheint (BGE 128 V 124 E.4f, 125 V 456 E.5a). Vorliegend ist 

offensichtlich, dass die Nichterfüllung der Pflicht zur vollständigen Beglei-

chung der Sozialversicherungsbeiträge, wie sie einerseits der B._____ als 

Arbeitgeberin wie auch dem Beschwerdeführer als Gesellschafter und Ge-

schäftsführungsvorsitzendem oblagen, für den bei der Beschwerdegegne-

rin entstandenen Schaden kausal ist und dass ein derartiges Verhalten 

nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfah-

rung geeignet ist, den eingetretenen Erfolg zu bewirken (BGE 119 V 405 ff. 

E.4). Der adäquate Kausalzusammenhang ist somit ebenfalls zu bejahen.

3.5. Art. 52 Abs. 1 AHVG setzt weiter für die Haftbarkeit des Arbeitgebers vor-

aus, dass die Missachtung von Vorschriften in absichtlicher oder grobfahr-

lässiger Weise erfolgt ist. Art. 52 Abs. 1 AHVG statuiert demnach eine Ver-

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schuldenshaftung aus öffentlichem Recht. Sowohl den Arbeitgeber wie 

auch das allfällige Arbeitgeberorgan muss ein Verschulden treffen; verlangt 

wird somit ein doppeltes oder zweistufiges Verschulden (vgl. REICHMUTH 

a.a.O., Rz. 535; BGE 136 V 274 E.3 zum qualifizierten Verschulden). Der 

Begriff der Grobfahrlässigkeit im Sinne von Art. 52 AHVG ist gleich zu ver-

stehen wie im übrigen Haftpflicht- und Versicherungsrecht. Grobfahrlässig 

handelt, wer eine elementare Vorsichtsmassnahme missachtet bzw. aus-

ser Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in gleicher Lage und 

unter gleichen Umständen als beachtlich hätte einleuchten müssen (BGE 

112 V 156 E.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_330/2010 vom 18. Januar 

2011, E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_117/2011 vom 29. März 2011 

E. 4). Das Bundesgericht geht in seiner Praxis davon aus, dass bei Verlet-

zung der Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht ein Verschulden des 

Arbeitgebers grundsätzlich gegeben ist. Lediglich wenn besondere Um-

stände die Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als erlaubt oder 

nicht schuldhaft erscheinen lassen, entfällt eine Haftung (vgl. NUSSBAUMER, 

Die Haftung des Verwaltungsrates nach Art. 52 AHVG [Haftung des Ver-

waltungsrates], in: AJP 1996, S. 1071 ff., 1077 f. mit Hinweisen auf BGE 

108 V 186 E.1b). In diesem Zusammenhang ist zu betonen, dass fehlende 

finanzielle Mittel der Gesellschaft für sich allein keinen Rechtfertigungs- 

oder Entschuldigungsgrund darstellen, da ansonsten die Haftungsvor-

schrift von Art. 52 Abs. 1 AHVG weitgehend ihres Gehaltes entleert würde. 

Der Beschwerdeführer macht nichts geltend, was für die Entlastung der 

B._____ als juristische Person von Belang wäre. Unter diesen Umständen 

muss davon ausgegangen werden, dass die B._____ hinsichtlich ihrer Ab-

rechnungs- und Beitragszahlungspflicht ein Verschulden zumindest im Um-

fang grober Fahrlässigkeit trifft, und dass keine Anhaltspunkte ersichtlich 

sind, die das fehlerhafte Verhalten als gerechtfertigt erscheinen lassen. Die 

Haftbarkeit der B._____ als Arbeitgeberin ist daher zu bejahen.

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3.6. Ist der Arbeitgeber eine juristische Person, die im Zeitpunkt der Geltend-

machung der Haftung nicht mehr besteht oder infolge Konkurseröffnung 

nicht mehr belangbar ist, darf die Ausgleichskasse den fraglichen Schaden 

gestützt auf Art. 52 Abs. 2 AHVG von den Mitgliedern der Verwaltung der 

konkursiten Arbeitgeberin und allen mit deren Geschäftsführung oder Li-

quidation beauftragten Personen einfordern. Im vorliegenden Fall hat die 

Beschwerdegegnerin von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und unter 

anderem den Beschwerdeführer in seiner Eigenschaft als vormaligen ein-

zelzeichnungsberechtigten Gesellschafter und Geschäftsführungsvorsit-

zenden der B._____ belangt. Bei der Prüfung der Organhaftung bei der 

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist zu beachten, dass die 

GmbH grundsätzlich eine dreiteilige Organisation aufweist: Von Gesetzes 

wegen sind als Organe die Gesellschafterversammlung (Art. 804 ff. des 

Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilge-

setzbuches [Obligationenrecht; OR SR 220]), die Geschäftsführung und 

Vertretung (durch alle Gesellschafter [sog. Selbstorganschaft] bzw. durch 

einzelne Gesellschafter oder durch Dritte [sog. Drittorganschaft], Art. 809 

ff. OR) sowie die Revisionsstelle (Art. 818 OR) vorgesehen. Grundsätzlich 

sieht das Gesetz in Art. 809 Abs. 1 OR die Selbstorganschaft vor, d.h. die 

Geschäftsführung und Vertretung erfolgt durch alle Gesellschafter. Aller-

dings begründet die Stellung als blosser Gesellschafter rechtsprechungs-

gemäss für sich allein noch keine Kontroll- und Überwachungspflichten. Ab-

weichende statuarische Regelungen vorbehalten, besteht für einen blos-

sen Gesellschafter einer GmbH keine Pflicht zur Kontrolle und Überwa-

chung der Geschäftsführung (BGE 126 V 237). Folgerichtig sieht Art. 827 

OR bezüglich der auf Pflichtverletzungen beruhenden Verantwortlichkeit 

nur für bei der Gesellschaftsgründung beteiligte und mit der Geschäfts-

führung und der Kontrolle betraute Personen sowie die Liquidatoren eine 

Normierung vor. Wenn daher ein nicht geschäftsführender Gesellschafter 

die Einhaltung der sozialversicherungsrechtlichen Abrechnungs- und Bei-

tragszahlungspflichten (Art. 14 Abs. 1 AHVG; Art. 34 ff. AHVV) durch die 

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Firma nicht überprüft, kann er für den von der Kasse wegen der Beitrags-

ausfälle erlittenen Schaden grundsätzlich nicht haftbar gemacht werden. Ist 

er indessen statutarisch zur Kontrolle oder Überwachung der Geschäfts-

führertätigkeit verpflichtet, kann er wegen unterlassener oder unzureichen-

der Kontrolle in die Pflicht genommen werden (BGE 126 V 237 E.4). For-

mell eingesetzte Geschäftsführer der GmbH haften für den zufolge nicht 

bezahlter Sozialversicherungsbeiträge entstandenen Schaden nach den 

gleichen Grundsätzen wie Organe einer Aktiengesellschaft (vgl. BGE 126 

V 237 E.4; Urteil des Bundesgerichtes 9C_461/2009 vom 31. Dezember 

2010 E.5.3). Dieser Praxis zufolge ist aufgrund der obligationenrechtlichen 

Sorgfalts- und Überwachungspflichten zu entscheiden, ob ein Verhalten ei-

nes Organs als widerrechtlich und schuldhaft im Sinne von Art. 52 AHVG 

anzusehen ist. Ist dies zu bejahen, so haften formell eingesetzte Geschäfts-

führer einer GmbH der Ausgleichskasse für den durch dieses Verhalten 

verursachten Schaden (vgl. BGE 132 III 523 E.4.6; Urteile des Bundesge-

richtes 9C_646/2012 vom 27. August 2013 E.5.1, 9C_330/2010 vom 18. 

Januar 2011 E.3.3). Der Beschwerdeführer war in der Zeit vom 19. Mai 

2015 bis zum 11. November 2015 als einzelzeichnungsberechtigter Gesell-

schafter und Vorsitzender der Geschäftsführung der B._____ im Handels-

register eingetragen. In diesen Funktionen war er formell wie faktisch Or-

gan der B._____ und musste die der Geschäftsleitung in Art. 810 Abs. 2 

OR eingeräumten Kompetenzen ausüben, die weder entzogen noch über-

tragen werden können. Gemäss Art. 810 Abs. 2 OR obliegt der Geschäfts-

führung insbesondere die Oberleitung der Gesellschaft sowie die Erteilung 

der nötigen Weisungen (Ziff. 1), die Festlegung der Organisation im Rah-

men von Gesetz und Statuten (Ziff. 2) und die Aufsicht über die Personen, 

denen Teile der Geschäftsführung übertragen sind, namentlich im Hinblick 

auf die Befolgung der Gesetze, Statuten, Reglemente und Weisungen (Ziff. 

4). Durch solche Vorkehren ist unter anderem die Einhaltung der Bestim-

mungen des AHVG und der zugehörigen Vollzugserlasse sicherzustellen. 

Die Nichterfüllung solcher öffentlich-rechtlichen Aufgaben stellt eine Miss-

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achtung von Vorschriften im Sinne von Art. 52 AHVG dar (BGE 108 V 183 

E.1a, 103 V 122). Dieses widerrechtliche Verhalten genügt für sich allein 

freilich nicht, um eine Haftung nach Art. 52 AHVG zu begründen, da diese 

nach dem klaren Wortlaut und dem Sinn des Gesetzes ein zumindest grob-

fahrlässiges Verhalten voraussetzt (BGE 136 V 268 E.3, 108 V 183 E.1b). 

Wenn eine Gesellschaft bei objektiver Betrachtung (wenige Angestellte, 

einfache Verwaltungsstruktur, zwei einzelzeichnungsberechtigte Gesell-

schafter und Geschäftsführer, Stammkapital Fr. 20'000.--) durch einfache 

und leicht überschaubare Betriebsverhältnisse gekennzeichnet ist, so ist 

ein strenger Sorgfaltsmassstab anzulegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_763/2018 E.4.1.1 vom 16. Juli 2019). Die Ausgleichskasse, welche 

feststellt, dass sie einen durch Missachtung von Vorschriften entstandenen 

Schaden erlitten hat, darf rechtsprechungsgemäss allerdings davon aus-

gehen, dass die Vorschriften absichtlich oder mindestens grobfahrlässig 

verletzt wurden, sofern keine Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe 

gegeben sind (BGE 119 V 401 E.4a, 108 V 199 E.1; Urteil des Bundesge-

richts 9C_48/2010 vom 9. Juni 2010 E.4). Hinsichtlich der dem Beschwer-

deführer zur Last gelegten Pflichtverletzung steht vorliegend in tatsächli-

cher Hinsicht fest, dass die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer 

bereits einen Tag nach seiner Eintragung ins Handelsregister als Gesell-

schafter und Geschäftsführungsvorsitzender eine Zahlungsvereinbarung 

für die noch offenstehenden Sozialbeiträge der B._____ unterzeichnen 

liess. Dem Beschwerdeführer waren die finanziellen Schwierigkeiten der 

B._____ bekannt und er hätte damit besonderen Grund gehabt, die For-

tentwicklung der Liquidität und Begleichung von Schulden mit erhöhter Auf-

merksamkeit zu verfolgen und Massnahmen (Sanierungskonzepte; Erhalt 

Zahlungsfähigkeit) zu ergreifen. Dies verdeutlicht der Umstand, dass die 

Beschwerdegegnerin die B._____ - während der Zeit als der Beschwerde-

führer einzelzeichnungsberechtigter Gesellschafter und Vorsitzender der 

Geschäftsführung der B._____ war - mehrfach aufforderte, offene Rech-

nungen zu begleichen, sie für ausstehende Beitragsforderungen mahnte 

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und sie schliesslich am 29. Oktober 2015, d.h. wenige Tage vor dem Aus-

scheiden des Beschwerdeführers, ein erstes Mal betreiben liess. Trotz die-

ser Vorkehren der Beschwerdegegnerin blieben für die Zeit bis zum 11. 

November 2015 AHV/IV/EO/ALV/FAK-Beiträge in der Höhe von 

Fr. 5'091.85 ungedeckt. Durch dieses Verhalten hat die B._____ die ihr als 

abgabepflichtige Arbeitgeberin obliegende Beitragsabrechnungs- und Bei-

tragszahlungspflicht gemäss Art. 14 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 34 ff. AHVV 

verletzt und dadurch Vorschriften im Sinne von Art. 52 AHVG missachtet. 

Der Beschwerdeführer wäre aufgrund der ihm gemäss Art. 810 Abs. 2 OR 

obliegenden Aufgaben gehalten gewesen, diese Widerhandlung zu verhin-

dern. Zwar muss er sich als Geschäftsführer eines Kleinbetriebs wie der 

B._____ nicht persönlich um die Bezahlung der Sozialversicherungsbei-

träge kümmern. Er darf diese Aufgabe durchaus einem Mitarbeiter (bei-

spielsweise E._____) überlassen. Dies entlastet ihn jedoch nur von seiner 

gesetzlichen Verantwortung als formell eingesetzter Geschäftsführer, wenn 

er diesen Mitarbeiter sorgfältig auswählt, hinreichend instruiert und über-

wacht. Dass er seinen gebotenen Sorgfaltspflichten nachgekommen ist, 

behauptet der Beschwerdeführer selbst nicht. Stattdessen gibt er an, dass 

er ein Opfer der betrügerischen Machenschaften E._____s wurde und er 

sich sofort, nachdem ihm dies bewusst wurde, aus dem Handelsregister 

habe löschen lassen. Dem Vorbringen des Beschwerdeführers, dass er ein 

Opfer betrügerischer Machenschaften wurde, kann nicht gefolgt werden. 

Denn es ist weder aktenkundig noch vom Beschwerdeführer belegt, dass 

solche betrügerischen Machenschaften stattfanden, welche die Nichtbe-

zahlung der offenen Sozialversicherungsbeiträge entschuldigen würden. 

Der Beschwerdeführer hat folglich Art. 14 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 34 ff. 

AHVV zumindest grobfährlässig missachtet. Ausser den vorstehend be-

handelten Einwänden bringt der Beschwerdeführer keine Gründe vor, die 

als Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe angesehen werden könnten. 

Die Akten enthalten ebenfalls keine entsprechenden Anhaltspunkte, womit 

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eine zumindest grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften der AHV-Ge-

setzgebung im Sinne von Art. 52 AHVG zu bejahen ist.

3.7. Gemäss Art. 52 Abs. 3 AHVG verjährt der Schadenersatzanspruch zwei 

Jahre, nachdem die zuständige Ausgleichskasse vom Schaden Kenntnis 

erhalten hat, spätestens aber fünf Jahre nach Eintritt des Schadens. Vor-

liegend wurde das Konkursverfahren der B._____ mit Verfügung des Be-

zirksgerichtes F._____ am 18. Mai 2016 eröffnet und am 23. Juni 2016 

mangels Aktiven eingestellt. Dementsprechend erfolgte die Schadener-

satzverfügung der Beschwerdegegnerin am 19. September 2017 rechtzei-

tig und die Verjährung ist nicht eingetreten.

3.8. Gemäss Art. 52 Abs. 2 Satz 2 AHVG haften mehrere Schadenersatzpflich-

tige solidarisch. Die solidarische Haftung im Sinne von Art. 143 ff. OR er-

laubt der Ausgleichskasse, gegen alle oder lediglich einige von ihnen, al-

lenfalls nur einen Einzelnen, vorzugehen (BGE 134 V 306 E.3.1). Als Soli-

darschuldner hat jedes einzelne Organ für den ganzen Schaden einzuste-

hen, und die Ausgleichskasse braucht sich um die internen Beziehungen 

zwischen ihnen nicht zu kümmern (BGE 119 V 86 E.5a). Das Verhalten 

eines von mehreren haftpflichtigen Organen vermag daher ein anderes Or-

gan gegenüber der Ausgleichskasse nur in ausgesprochenen Ausnahme-

fällen zu entlasten; so etwa, wenn das Verschulden des in Anspruch ge-

nommenen Haftpflichtigen als so leicht erscheint und in einem derartigen 

Missverhältnis zum Verschulden des Dritten steht, dass es offensichtlich 

ungerecht wäre, wenn jener den ganzen Schaden tragen müsste. Eine sol-

che Sachlage ist im vorliegenden Fall indes nicht als gegeben zu betrach-

ten, weshalb es nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin 

gegenüber dem Beschwerdeführer den gesamten Schadensbetrag von 

Fr. 5'091.85 geltend macht.

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4. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Voraussetzungen für die 

Leistung von Schadenersatz im Sinne von Art. 52 AHVG erfüllt sind. Exkul-

pations- oder Rechtfertigungsgründe liegen keine vor, weshalb die Be-

schwerdegegnerin den Beschwerdeführer zu Recht verpflichtet hat, Scha-

denersatz für entgangene Sozialversicherungsbeiträge in der Höhe von 

Fr. 5'091.85 zu leisten. Weil die Forderung der Beschwerdegegnerin über-

dies nicht verjährt ist und der Beschwerdeführer als Solidarschuldner ohne 

Weiteres für die gesamte Schadenssumme in Anspruch genommen wer-

den kann, erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 26. 

Juni 2018 als rechtens, was zu dessen Bestätigung und zur Abweisung der 

dagegen erhobenen Beschwerde führt.

5. Das vorliegende Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. a ATSG) und der ob-

siegenden Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu (Art. 

61 lit. g ATSG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]