# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b1be5ecd-bbd4-5e5b-af90-5fc32efa9f9f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-10-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.10.2014 C-6292/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6292-2012_2014-10-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-6292/2012 

 

 

  U r t e i l  v o m  9 .  O k t o b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter David Weiss (Vorsitz), 

Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, 

Richter Vito Valenti,    

Gerichtsschreiber Matthias Burri-Küng. 
 

 
 

Parteien 

 
A._______,  

vertreten durch Bettina Surber, Rechtsanwältin und Notarin, 

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 

 
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Ave-

nue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Invalidenversicherung, Rentenrevision, Verfügung vom 30. 

Oktober 2012. 

 

 

C-6292/2012 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der am (…) 1956 geborene, heute in seiner Heimat wohnhafte türkische 

Staatsangehörige A._______ (im Folgenden: Beschwerdeführer) kam im 

Jahr 1978 in die Schweiz (Akten der Vorinstanz [act. I und II]; act. I 24). 

Hier arbeitete er bis 1993 bei verschiedenen Arbeitgebern unter anderem 

als Schweisser, Manschinenschleifer sowie zuletzt als Abkanter und ent-

richtete Beiträge an die obligatorische Alters-, Hinterlassenen- und Invali-

denversicherung (AHV/IV, [act. I 5, 9, 17.]). 

Am 8. März 1993 meldete sich der Beschwerdeführer bei der Sozialversi-

cherungsanstalt des Kantons B._______ (im Folgenden: IV-Stelle 

B._______) zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an 

(act. 5 ff.). Er machte geltend, aufgrund dauernder Atemnot arbeitsunfähig 

zu sein. In der Folge tätigte die IV-Stelle B._______ medizinische und er-

werblich-berufliche Abklärungen (act. I 6 ff.). Mit Verfügung vom 28. März 

1994 sprach sie dem Beschwerdeführer im Rahmen von beruflichen 

Massnahmen die Kostenübernahme für eine einjährige Umschulung zum 

Kleingerätemonteur (Anlehre) zu (act. I 32). Das zweite Ausbildungsjahr 

wurde mit Verfügung vom 20. Juli 1995 bewilligt (act. I 45). Die Anlehre 

schloss der Beschwerdeführer im August 1996 erfolgreich ab (act. I 52 

ff.). 

Ein zweites Gesuch um berufliche Massnahmen lehnte die IV-Stelle 

B._______ mit Verfügung vom 3. März 1997 ab (act. I 72). Den Anspruch 

auf eine Rente der Invalidenversicherung verneinte sie mit Verfügung 

vom 4. März 1997 (act. I 73). 

B.  

Am 3. Juni 1997 meldete sich der Beschwerdeführer erneut zum Leis-

tungsbezug an und beantragte die Ausrichtung einer Invalidenrente (act. I 

77). Die IV-Stelle B._______ tätigte weitere medizinische Abklärungen. 

Ausgehend davon, dass nun auch im angelernten Beruf als Kleingeräte-

monteur eine Arbeitsunfähigkeit bestehe, sprach sie dem Beschwerdefüh-

rer mit Verfügung vom 9. April 1998 rückwirkend ab 1. September 1997 

eine Viertelsrente bzw. mit Wirkung ab 1. November 1997 bis 30. Novem-

ber 1997 eine halbe Rente (act. I 105) und mit Verfügung vom 26. März 

1998 mit Wirkung ab 1. Dezember 1997 eine ganze Rente zu (act. I 104).  

Das im Juni 1999 erste eingeleitete Revisionsverfahren (act. I 110 ff.) 

schloss die IV-Stelle B._______ am 10. August 1999 mit der Mitteilung an 

C-6292/2012 

Seite 3 

den Beschwerdeführer, dass weiterhin Anspruch auf die bisherige ganze 

Rente bestehe (act. I 113). 

Nachdem der Beschwerdeführer am 16. Juni 2000 in sein Heimatland zu-

rückgekehrt war (act. I 115 f.) leitete die nunmehr zuständige IV-Stelle für 

Versicherte im Ausland (im Folgenden: IVSTA oder Vorinstanz) im April 

2003 ein zweites Revisionsverfahren ein (act. I 122 ff.). Am 18. Mai 2004 

teilte die IVSTA dem Beschwerdeführer mit, dass auch künftig eine ganze 

Invalidenrente ausgerichtet werde (act. I 164). 

Anlässlich des im Mai 2009 eingeleiteten dritten Revisionsverfahrens kam 

die IVSTA zum Schluss, dass der Gesundheitszustand des Beschwerde-

führers sich verbessert habe (act. 170 ff.). Nach durchgeführtem Vorbe-

scheidverfahren stellte sie die Invalidenrente mit Verfügung vom 26. Ja-

nuar 2010 mit Wirkung ab 1. April 2010 ein (act. I 207). 

Gegen diese Verfügung liess der Beschwerdeführer, vertreten durch 

Rechtsanwalt lic. iur. Paul Rechsteiner, am 8. März 2010 Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht erheben. Mit Urteil C-1412/2010 vom 

29. September 2010 hiess das Bundesverwaltungsgericht die Beschwer-

de in dem Sinne gut, dass die Verfügung vom 26. Januar 2010 aufgeho-

ben und die Sache zur ergänzenden Abklärung der psychischen Situation 

und Neubeurteilung an die IVSTA zurückgewiesen wurde (act. I 218).  

C.  

Am 2. Dezember 2010 liess der Beschwerdeführer gegenüber der IVSTA 

eine polydisziplinäre Begutachtung beantragen. Dies mit der Begründung, 

es würde sich neben der ergänzenden Abklärung der psychischen Situa-

tion auch eine Neubeurteilung der somatischen Situation aufdrängen 

(act. II 4). Am 28. Januar 2011 beauftragte die IVSTA das Medizinische 

Zentrum C._______ mit einer interdisziplinären Abklärung (act. II 12 ff.). 

Am 8. November 2011 wurde der Beschwerdeführer an einem Tag im 

C.______ untersucht und begutachtet (act. II 58). Im interdisziplinären 

Gutachten vom 4. Januar 2012 kamen die begutachtenden Ärzte zum 

Schluss, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sich ge-

bessert habe. Es bestehe im Umschulungsberuf oder in einer optimal 

adaptierten Tätigkeit seit Juni 2007 eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. 

Gestützt auf das C.______-Gutachten (nachfolgend auch: Gutachten) 

stellte die IVSTA dem Beschwerdeführer mit Vorbescheid vom 10. Febru-

ar 2012 die Einstellung der Rente in Aussicht (act. II 62). Am 19. März 

C-6292/2012 

Seite 4 

und 10. Mai 2012 liess der Versicherte gegen den Vorbescheid Einwand 

erheben (act. II 67, 71). 

Mit Verfügung vom 30. Oktober 2012 stellte die IVSTA die Invalidenrente 

des Beschwerdeführers wie angekündigt mit Wirkung ab 1. April 2010 ein 

(act. II 82). 

D.  

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch 

Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber, am 5. Dezember 2012 Beschwer-

de beim Bundesverwaltungsgericht (BVGer; act. BVGer 1). Die Verfügung 

sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei weiterhin eine ganze 

Rente zu gewähren; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten 

der Vorinstanz. Zur Begründung machte der Beschwerdeführer im We-

sentlichen geltend, aus den medizinischen Unterlagen sei nicht ersicht-

lich, dass der Gesundheitszustand sich gegenüber dem Zustand im Jahr 

1997 tatsächlich verbessert habe. Es müsse davon ausgegangen wer-

den, dass die Ärzte heute einen im Wesentlichen gleichen Sachverhalt 

mit Blick auf die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit anders beurteilten. 

Eine solche Beurteilung könne für die Rentenrevision nicht massgeblich 

sein. 

E.  

In ihrer Vernehmlassung vom 22. Februar 2013 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde (act. BVGer 5). Entgegen der Auffassung 

des Beschwerdeführers sei die Verbesserung der Gesundheit und der Ar-

beitsfähigkeit durch das Gutachten des C.______ eindeutig nachgewie-

sen bzw. bestätigt worden. 

F.  

Mit Replik vom 8. April 2013 (Poststempel) liess der Beschwerdeführer an 

seinen Anträgen festhalten (act. BVGer 8). Ergänzend führte er aus, so-

wohl die psychischen als auch die somatischen Beeinträchtigungen wür-

den aufgrund von Belastungssituationen in ihren Ausprägungen stark va-

riieren. Daher hätten die Beschwerden über längere Zeit unter körperli-

cher Belastung beobachtet werden müssen, was vorliegend nicht ge-

schehen sei. Es könne somit nicht zuverlässig beurteilt werden, wie sich 

die Beschwerden bei Aufnahme einer Erwerbstätigkeit entwickelten. 

Überdies sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeistän-

dung zu gewähren. 

C-6292/2012 

Seite 5 

G.  

Mit Duplik vom 15. April 2013 verzichtete die Vorinstanz sinngemäss auf 

eine weitere Stellungnahme und verwies auf ihre Anträge und die Be-

gründung in der Vernehmlassung vom 22. Februar 2013 (act. BVGer 11). 

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 29. Mai 2013 wurde das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtspflege gutgeheissen und dem Beschwer-

deführer Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber als amtliche Anwältin bei-

geordnet (act. BVGer 13). 

I.  

Auf die Ausführungen der Parteien und die vorgelegten Beweismittel ist 

– soweit erforderlich – in den folgenden Erwägungen näher einzugehen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen, ob die Prozess-

voraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Beschwerde einzutreten ist 

(BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen). 

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Zu den an-

fechtbaren Verfügungen gehören jene der IVSTA, welche eine Vorinstanz 

des Bundesverwaltungsgerichts darstellt (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. auch 

Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die In-

validenversicherung [IVG, SR 831.20]). Eine Ausnahme, was das Sach-

gebiet angeht, ist in casu nicht gegeben (Art. 32 VGG). 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

Gemäss Art. 3 Bst. d
bis

 VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen 

Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 

6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestim-

mungen dieses Gesetzes anwendbar, wenn und soweit die einzelnen So-

zialversicherungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestim-

C-6292/2012 

Seite 6 

mungen des ATSG auf die IV anwendbar (Art. 1a bis 70 IVG), soweit das 

IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei fin-

den nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln in formell-

rechtlicher Hinsicht mangels anderslautender Übergangsbestimmungen 

grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt 

der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 

1.3 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. 

Art. 22a VwVG in Verbindung mit Art. 60 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

Als Adressat der angefochtenen Verfügung vom 30. Oktober 2012 ist der 

Beschwerdeführer berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren 

Aufhebung oder Änderung (vgl. Art. 59 ATSG). Zusammenfassend ergibt 

sich, dass sämtliche Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. Auf die Be-

schwerde ist daher einzutreten. 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG; BENJAMIN 

SCHINDLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundes-

gesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich 2008, Rz. 1 ff. zu Art. 49). 

1.5 Es ist gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes we-

gen nicht an die Begründung der Begehren der Parteien gebunden (Art. 

62 Abs. 4 VwVG). Im Rahmen seiner Kognition kann es die Beschwerde 

auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder 

den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung be-

stätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRITZ GYGI, Bundes-

verwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 212; vgl. BGE 128 II 

145 E. 1.2.2, BGE 127 II 264 E. 1b). 

2.  

Im Folgenden sind vorab die im vorliegenden Verfahren anwendbaren 

Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen. 

2.1 Der Beschwerdeführer ist türkischer Staatsangehöriger und wohnt in 

der Türkei, weshalb das Abkommen vom 1. Mai 1969 zwischen der 

Schweiz und der Republik Türkei über soziale Sicherheit (SR 

0.831.109.763.1; im Folgenden: Sozialversicherungsabkommen) Anwen-

dung findet. Nach Art. 2 Abs. 1 Sozialversicherungsabkommen sind die 

Staatsangehörigen der einen Vertragspartei in ihren Rechten und Pflich-

C-6292/2012 

Seite 7 

ten aus der Gesetzgebung der anderen Vertragspartei – wozu auch die 

schweizerische Bundesgesetzgebung über die Invalidenversicherung ge-

hört (vgl. Art. 1 Bst. B Abs. 1 Bst. b Sozialversicherungsabkommen) – 

einander gleichgestellt, soweit nichts anderes bestimmt ist. Insbesondere 

steht türkischen Staatsangehörigen bei anwendbarem Schweizer Recht 

ein Anspruch auf ordentliche Invalidenrenten unter den gleichen Voraus-

setzungen wie Schweizer Bürgern zu (Art. 10 Abs. 1 Sozialversiche-

rungsabkommen). Vorbehalten bleibt die Regelung, dass ordentliche 

Renten für Versicherte, die weniger als zur Hälfte invalid sind, türkischen 

Staatsangehörigen, welche die Schweiz endgültig verlassen, nicht ausge-

richtet werden können (Art. 10 Abs. 2 Satz 1 Sozialversicherungsabkom-

men). Weitere, im vorliegenden Verfahren relevante Abweichungen vom 

Gleichbehandlungsgrundsatz finden sich weder im Abkommen selbst 

noch in der dazugehörigen Verwaltungsvereinbarung vom 14. Januar 

1970 (SR 0.831.109.763.11). Demnach bestimmt sich vorliegend die Fra-

ge, ob weiterhin Anspruch auf IV-Leistungen besteht, allein aufgrund der 

schweizerischen Rechtsvorschriften (vgl. Art. 1, 2 und 4 Sozialversiche-

rungsabkommen). Ferner besteht für die rechtsanwendenden Behörden 

in der Schweiz keine Bindung an die Feststellungen und Entscheide aus-

ländischer Versicherungsträger, Behörden und Ärzte bezüglich Invalidi-

tätsgrad und Anspruchsbeginn (vgl. BGE 130 V 253 E. 4 und AHI 1996, 

S. 179; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E. 2). Vielmehr unterstehen auch aus 

dem Ausland stammende Beweismittel der freien Beweiswürdigung durch 

das Gericht (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). 

2.2 In materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechts-

sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden 

Tatbestandes Geltung haben (vgl. BGE 130 V 329). Ein allfälliger Leis-

tungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bis-

herigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro 

rata temporis; vgl. BGE 130 V 445).  

2.3 Damit finden im vorliegenden Verfahren grundsätzlich jene schwei-

zerischen Rechtsvorschriften Anwendung, die bei Erlass der angefoch-

tenen Verfügung vom 30. Oktober 2012 in Kraft standen, weiter aber 

auch solche Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft ge-

treten waren, die aber für die Beurteilung eines allenfalls früher entstan-

denen Rentenanspruchs von Belang sind (für das IVG: ab dem 1. Januar 

2004 in der Fassung vom 21. März 2003 [AS 2003 3837; 4. IV-Revision], 

ab dem 1. Januar 2008 in der Fassung vom 6. Oktober 2006 [AS 2007 

5129; 5. IV-Revision] und – soweit einschlägig –  ab dem 1. Januar 2012 

C-6292/2012 

Seite 8 

in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659, 6. IV-Revision, erstes 

Massnahmenpaket]; zudem die Verordnung vom 17. Januar 1961 über 

die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201] in den entsprechenden Fas-

sungen der 4., 5. und 6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket). 

2.4 Weiter sind das ATSG und die Verordnung vom 11. September 2002 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 

830.11) anwendbar. Die im ATSG enthaltenen Formulierungen der Ar-

beitsunfähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7), Invalidität (Art. 8) 

und des Einkommensvergleichs (Art. 16) entsprechen den bisherigen von 

der Rechtsprechung zur Invalidenversicherung entwickelten Begriffen und 

Grundsätzen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1 ff.). Daran hat sich auch nach 

Inkrafttreten der 5. IV-Revision bzw. der 6. IV-Revision, erstes Massnah-

menpaket, nichts geändert, weshalb im Folgenden auf die dortigen Beg-

riffsbestimmungen verwiesen wird. 

3.  

3.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde, ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit oder Unmöglichkeit, 

sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen, verstanden (vgl. Art. 8 

Abs. 1 und 3 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beein-

trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom-

menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für ei-

nen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss 

Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das 

Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität 

und nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren Ein-

gliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkom-

men, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen). 

3.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG (in der ab 2008 geltenden Fassung) be-

steht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person 

mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie min-

destens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. Laut Art. 29 Abs. 4 

IVG (in der ab 2008 geltenden Fassung) werden Renten, die einem Inva-

C-6292/2012 

Seite 9 

liditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, jedoch nur an Versicherte 

ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 

ATSG) in der Schweiz haben, soweit nicht völkerrechtliche Ver-

einbarungen eine abweichende Regelung vorsehen. Nach der Rechtspre-

chung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 

2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts [BGer]) stellt die-

se Regelung nicht eine blosse Auszahlungsvorschrift, sondern eine be-

sondere Anspruchsvoraussetzung dar (BGE 121 V 275 E. 6c). Wie be-

reits erwähnt enthält das Sozialversicherungsabkommen keine solche 

abweichende Regelung (vgl. vorstehende E. 2.1). 

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 

E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). 

3.4 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex-

perten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund-

sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich-

nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als 

Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a).  

4.  

4.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 

Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 

Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder auf-

gehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). 

4.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat-

sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 

C-6292/2012 

Seite 10 

den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3). Die Inva-

lidenrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des 

Gesundheitszustandes revidierbar, sondern auch dann, wenn sich die 

erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im 

üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheits-

zustandes erheblich verändert haben; zudem kann auch eine Wandlung 

des Aufgabenbereichs einen Revisionsgrund darstellen (BGE 130 V 343 

E. 3.5, 117 V 198 E. 3b; AHI 1997 S. 288 E. 2b). Liegt eine erhebliche 

Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und 

tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berücksichtigung des gesamten 

für die Leistungsberechtigung ausschlaggebenden Tatsachenspektrums 

neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen 

(BGE 117 V 198 E. 4b; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1). 

4.3 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätzung von im 

Wesentlichen unveränderten tatsächlichen Verhältnissen führt indessen 

nicht zu einer materiellen Revision (BGE 115 V 308 E. 4a/bb; SVR 2004 

IV Nr. 5 S. 13 E. 2, I 574/02). Bloss auf einer anderen Wertung beruhen-

de, revisionsrechtlich unerhebliche Differenzen sind daher von revisions-

begründenden tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen (URS MÜLLER, 

Die materiellen Voraussetzungen der Rentenrevision in der Invalidenver-

sicherung, 2003, Rz. 490). Eine ärztliche Schlussfolgerung, die von der 

früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv 

nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des me-

dizinischen Ermessens zurückzuführen (vgl. Urteil des BGer 

9C_243/2010 vom 28. Juni 2011 E. 3.4.2.3). Auch eine Veränderung von 

versicherungsmedizinischen Beurteilungsparametern kann zu einer ab-

weichenden ärztlichen Schlussfolgerung hinsichtlich eines tatsächlich 

gleich gebliebenen Zustandes führen. Eine neue medizinische Beurtei-

lung etwa, die mit der Entwicklung der Rechtspraxis zur Invalidität bei 

psychosomatischen Leiden (BGE 131 V 49; 130 V 352; vgl. auch BGE 

136 V 279 und 132 V 65) begründet wird, kann weder unter dem Ge-

sichtspunkt von Art. 17 ATSG noch unter einem anderen Anpassungstitel 

eine neue Beurteilung des Anspruchs veranlassen (BGE 135 V 201 und 

215; vgl. aber die am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestim-

mung a der Änderung des IVG vom 18. März 2011). Eine zwischenzeitlich 

veränderte Rechtspraxis darf erst im Rahmen einer festgestellten erhebli-

chen Tatsachenänderung berücksichtigt werden. Sie könnte auch nicht 

als Grundlage für eine Wiedererwägung herangezogen werden, weil de-

ren Voraussetzungen vor dem Hintergrund der Rechtspraxis im Zeitpunkt 

der rechtskräftigen Leistungszusprechung beurteilt werden. 

C-6292/2012 

Seite 11 

4.4 Im Rahmen einer Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG bildet zeit-

liche Vergleichsbasis für die Prüfung einer anspruchserheblichen Ände-

rung die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen 

Überprüfung des Leistungsanspruches mit rechtskonformer Sachverhalts-

abklärung, Beweiswürdigung und Ermittlung des Invaliditätsgrades (bei 

Anhaltspunkten für eine Änderung in den Auswirkungen der gesund-

heitlichen Beeinträchtigung im erwerblichen oder im Aufgabenbereich) 

beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4 und das Urteil des BGer 9C_889/2011 vom 

8. Februar 2012 E. 3.2). 

4.5 Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach dem Grundsatz 

der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand (vgl. SVR 

2010 IV Nr. 30 S. 94, Urteil des BGer 9C_961/2008 vom 30. November 

2009 E. 6.3). 

5.  

5.1 Streitig ist, ob die Vorinstanz die ganze IV-Rente des Beschwerde-

führers zu Recht eingestellt hat. Vorliegend ist insbesondere zu prüfen, 

ob sich die tatsächlichen Verhältnisse derart erheblich verändert haben, 

dass damit eine Änderung des Invaliditätsgrads einhergeht. 

5.2  

5.2.1 Anlässlich der Anmeldung zum Leistungsbezug nannte der Haus-

arzt des Beschwerdeführers, Dr. med. D.______, FMH Allgemeine Medi-

zin, im Bericht vom 20. April 1993 folgende Diagnosen: Asthma bronchia-

le vom extrinsic Typ mit Sensibilisierung auf Hausstaub und Milben; chro-

nisch obstruktive Bronchitis bei Status nach Nikotinabusus; microcytare 

Anämie. Der Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit bis auf 

weiteres zu 100% arbeitsunfähig. Er empfehle eine Umschulung in eine 

weniger körperbelastende Tätigkeit in staubfreier Umgebung (act. I 6). 

5.2.2 Im Rahmen der zweiten Anmeldung zum Leistungsbezug bildeten in 

medizinischer Hinsicht folgende Arztberichte die Grundlage für die Ren-

tenzusprache: 

Nach erfolgreichem Abschluss der Umschulung zum Kleingerätemonteur 

machte der Hausarzt im Bericht vom 30. Juni 1997 eine Verschlechterung 

des Gesundheitszustand geltend (act. I 85). Als Diagnosen nannte er 

schweres extrinsic- und intrinsic-Asthma bronchiale sowie reaktive de-

pressive Entwicklung. Es sei nach vorübergehender Besserung des 

C-6292/2012 

Seite 12 

Asthmas während der Umschulung ab April 1997 zu einer massiven Ver-

schlechterung gekommen, welche mit medikamentösen Massnahmen 

nicht befriedigend habe behandelt werden können. Der erhebliche schwe-

regrad des Asthmas werde auch von der Lungenspezialistin als proble-

matisch erachtet. Seit Februar 1997 sei eine reaktive Depression hinzu-

gekommen. Der Beschwerdeführer werde mit Antidepressiva behandelt. 

Zudem sei er an die Sozialpsychiatrische Beratungsstelle E._______ 

überwiesen worden. Als Kleingerätemonteur sei der Beschwerdeführer 

zur Zeit zu 50 % arbeitsunfähig, da sich der Gesundheitszustand auch 

durch relativ geringe körperliche Anstrengung verschlechtert habe. 

Im Bericht der Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle E._______ vom 21. 

Oktober 1997 diagnostizierten die behandelnden Ärzte eine langandau-

ernde depressive Episode ohne psychotische Symptome. Aus psychiatri-

scher Sicht sei der Beschwerdeführer unter Einbezug des körperlichen 

Leidens zu mindestens 70 % arbeitsunfähig (act. I 98). 

5.2.3 Anlässlich der Überprüfung der Invalidenrente im Jahr 1999 führte 

der Hausarzt des Beschwerdeführers aus, der Gesundheitszustand sei 

seit seinem letzten Bericht im Wesentlichen unverändert. Hinzugekom-

men seien Polyarthralgien unklarer Genese (IV-act. 111). Einen fachärztli-

chen psychiatrischen Bericht holte die IV-Stelle B._______ nicht ein. 

5.2.4 Zur Überprüfung der Invalidenrente im Jahr 2003 reichte der Be-

schwerdeführer der Vorinstanz Arztberichte betreffend die somatischen 

Beschwerden ein (act. I 123 ff.). Hinsichtlich des psychiatrischen Ge-

sundheitszustandes führte Dr. med. F._______ am 8. September 2003 

aus, der Beschwerdeführer leide an einer ängstlichen Depression und 

müsse seine medikamentöse Behandlung fortsetzten (act. I 160). Nach 

Sichtung der medizinischen Unterlagen kam IV-Arzt Dr. med. G._______ 

zum Schluss, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich 

seit der Rentenzusprache nicht verändert (act. I 163). 

5.2.5 Für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Inva-

liditätsgrads in zeitlicher Hinsicht ist die Verfügung vom 26. März 1998 

massgebend. Die Überprüfungen des Rentenanspruchs in den Jahren 

1999 und 2003 erfolgten nicht aufgrund einer materiellen Prüfung des 

Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung und ent-

sprechender Beweiswürdigung und vermögen den Überprüfungszeitpunkt 

daher nicht zu beschränken (vgl. BGE 133 V 108). 

C-6292/2012 

Seite 13 

5.3  

5.3.1 Zur Begründung der angefochtenen Verfügung stützt sich die Vorin-

stanz insbesondere auf das interdisziplinäre Gutachten des C._______ 

vom 4. Januar 2012 (IV-act. 58). Der Beschwerdeführer wurde am 8. No-

vember 2011 internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch untersucht 

und begutachtet. Aus somatischer Sicht wurden folgende Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: chronisches Lumbovertebral-

syndrom bei Spondylarthrose L5/S1 und beginnend L4/5; chronisches 

Cervikalsyndrom bei Osteochondrose, Spondylarthrose und Unkover-

tebralarthrose C6/7; Asthma bronchiale. Aus psychiatrischer Sicht wurde 

keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt und das 

Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung verneint (act. II 58, S. 36 

ff.). 

Hinsichtlich der seit der Rentenzusprache neu hinzugetretenen Be-

schwerden am Bewegungsapparat wurde im C._______ Gutachten im 

Wesentlichen ausgeführt, dass der Beschwerdeführer durch degenerativ 

bedingte Rückenbeschwerden eingeschränkt sei. Körperlich schwere Ar-

beiten, vorwiegend sitzende oder stehende Tätigkeiten, das repetitive 

Heben, Tragen von Lasten über 5 kg bzw. Einzellasten über 15 kg und 

Arbeiten mit Zwangshaltung der Lenden- oder Halswirbelsäule sowie 

Überkopfarbeiten mit der Notwendigkeit einer Extension der Halswirbel-

säule, seien ihm nicht mehr zumutbar. Körperlich leichte bis mittelschwe-

re, wechselbelastende Tätigkeiten mit der Möglichkeit die Körperposition 

häufig zu wechseln, seien unter Berücksichtigung der oben genannten 

Einschränkungen zu 100 % und vollschichtig möglich (IV-act. 58, S 48). 

Aus internistischer Sicht habe aufgrund der aktuell erhobenen Befunde 

eine gegenüber der zuvor bestehenden Situation verbesserte Lungen-

funktion festgelstellt werden können. Im angestammten Beruf als Abkan-

ter bzw. Schweisser bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr. In einer ange-

passten Tätigkeit, ohne Exposition gegenüber Allergenen und durch Ar-

beitsprozesse verursachte ungewöhnliche Stäube oder Gase, welche das 

allergische Asthma beeinflussen könnten, sei der Beschwerdeführer zu 

100 % arbeitsfähig. Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe der Dia-

betes mellitus und die erhöhten Triglyceridwerte sowie die mikrozytäre 

Anämie (IV-act. 58, S. 42). 

Psychiatrisch sei ein weitgehend normaler psychischer Befund festge-

stellt worden. Eine klinisch relevante, die Leistungsfähigkeit beeinträchti-

gende psychische Störung bestehe nicht. Die vom Beschwerdeführer be-

C-6292/2012 

Seite 14 

schriebenen Ängste und Irritationen seien aus der aktuellen Situation 

nach Sistierung der Rente nachvollziehbar. Retrospektiv lasse sich der 

Verlauf einer möglicherweise zuvor bestehenden psychischen Störung 

nicht beurteilen. Der letzte verwertbare psychische Befund sei im Arztbe-

richt vom 21. Oktober 1997 dokumentiert, wobei die Arbeitsfähigkeit unter 

Einbezug der körperlichen Leiden und ohne weitere Differenzierung beur-

teilt worden sei. Dr. med. F._______ habe im Bericht vom 8. September 

2003 eine ängstliche Depression festgestellt. Die Diagnose depressive 

Störung im Bericht von Dr. med. H._______ vom 11. November 2010 sei 

sodann nicht ausreichend differenziert, um daraus eine Einschätzung der 

Leistungsfähigkeit ableiten zu können (act. II 58, S. 43). 

Zusammengefasst, sei der Beschwerdeführer im Umschulungsberuf oder 

in einer optimal angepassten Tätigkeit seit Juni 2007 zu 100% arbeitsfä-

hig (act. II 58, S. 43). 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, sein Gesund-

heitszustand habe sich seit 1997 nicht im revisionsrechtlich relevanten 

Sinn erheblich verändert. Beim C._______-Gutachten handle es sich so-

mit lediglich um eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen gleich 

gebliebenen Sachverhalts. 

6.2 Die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung erfolgt 

durch eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zu-

standes. Gegenstand des Beweises ist somit das Vorhandensein einer 

entscheidungserheblichen Differenz in den – hier dem medizinischen 

Gutachten zu entnehmenden – Tatsachen. Die Feststellung des aktuellen 

gesundheitlichen Befundes und seiner funktionellen Auswirkungen ist 

zwar Ausgangspunkt der Beurteilung; sie erfolgt aber nicht unabhängig, 

sondern wird nur entscheidungserheblich, soweit sie tatsächlich einen 

Unterschied auf der Seinsebene zum früheren Zustand wiedergibt. Der 

Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt 

folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthe-

ma – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht (vgl. Urteil des 

BGer 9C_418/2010 vom 28. August 2011 E. 4.2). 

  

C-6292/2012 

Seite 15 

6.3  

6.3.1 Aus somatischer Sicht erfolgte die Rentenzusprache im Jahr 1997 

aufgrund einer Verschlechterung des Asthma bronchiale nach Beendi-

gung der Umschulung zum Kleingerätemonteur. Dr. med. I._______, 

Spezialärztin FMH für Innere Medizin und Lungenerkrankungen, hielt im 

Bericht vom 23. Juni 1997 zu Handen des Hausarztes des Beschwerde-

führers fest, die Lungenfunktionsprüfung zeige eine schwere Obstruktion 

mit gutem Ansprechen auf Bronchospasmolyse mit Ventolin sowie eine 

leichte restriktive Komponente. In der Allergietestprüfung seien für Haus-

staubmilben positive Resultate erhoben worden (act. I 84). 

6.3.2 Im Gutachten wird die Verbesserung des Gesundheitszustands hin-

sichtlich der asthmatischen Beschwerden mit den Ergebnissen der 

durchgeführten Lungenfunktionsprüfung begründet. Diese habe eine 

normale Spirometrie ohne Anhaltspunkte für eine obstruktive oder restrik-

tive Ventilationsstörung ergeben (act. II 58, S. 23). In der kleinen Lungen-

funktion zeige der Beschwerdeführer sowohl in der Basisuntersuchung 

wie nach der Inhalation mit Ventolin Normalwerte (IV-act. 58, S. 26). Auch 

die Lungenfunktionsprüfungen der Jahre 2007 bis 2009 würden nur noch 

auf eine leichte Form des Asthma bronchiale hinweisen. Der letzte Bericht 

über eine Lungenfunktionsprüfung liege in Form eines Attest der Universi-

tätsklinik J._______ vom 22. November 2010 vor. Darin sei eine extreme 

Senkung der Ephor-Kapazität festgestellt worden (act. II 58, S 16). Die 

aktuellen Werte hätten sich demgegenüber jedoch wieder verbessert (IV-

act. 58, S. 45). Sodann betrage der Bode-Index 2 Punkte, was die Aus-

übung einer leichten Arbeit ermögliche (act. II 58, S. 27). 

6.3.3 Soweit im Gutachten die Verbesserung des Gesundheitszustandes 

hinsichtlich der asthmatischen Beschwerden im Wesentlichen vom Er-

gebnis der spirometrischen Untersuchung abgeleitet wird, ist zunächst 

darauf hinzuweisen, dass der spirometrische Schweregrad einer obstruk-

tiven Ventilationsstörung nicht zwingend mit dem Schweregrad der asth-

matischen Erkrankung übereinstimmen muss (vgl. die Leitlinien für die 

sozialmedizinsche Begutachtung, Leistungsfähigkeit bei chronischer obst-

ruktiver Lungenkrankheit [COPD] und Asthma bronchiale; nachfolgend: 

Leitlinien für die sozialmedizinische Begutachtung, S. 17; abrufbar unter 

www.deutsche-rentenversicherung.de > Infos für Experten > Begutach-

tung > Leitlinien > Krankheiten des Atmungssystems; zuletzt abgerufen 

am 18. August 2014). Des Weiteren unterliegen spirometrische Befunde 

selbst bei optimaler Mitarbeit häufig Schwankungen, sodass Wiederho-

lungsuntersuchungen obligat sind (Leitlinien für die sozialmedizinische 

C-6292/2012 

Seite 16 

Begutachtung, S. 27). Bei der Bestimmung des klinischen Schweregra-

des von Asthma sind sodann ausser Spirometriedaten auch andere Pa-

rameter heranzuziehen. So sind zum Beispiel bei Asthma auch die tage-

zeitabhängige Symptomatik (tagsüber – nachts) sowie die PEF-

Schwankungen zu berücksichtigen. Selbst bei präbronchodilatorisch ge-

messener normaler Spirometrie kann ein mitteschweres persistierendes 

Asthma vorliegen, wenn nächtliche Asthmaanfällen auftreten (Leitlinien 

für die sozialmedizinische Begutachtung, S. 39). Entscheidend für die 

Leistungsbeurteilung ist die Häufigkeit der Asthmaanfälle, die Schwere 

der Atemwegsobstruktion anhand der klinischen Befunde und der Funkti-

onsbefunde (Leitlinien für die sozialmedizinische Begutachtung, S. 40). 

6.3.4 Dass anlässlich der eintägigen Begutachtung im C._______ eine 

spirometrische Wiederholungsuntersuchung stattgefunden hätte – welche 

als obligat erachtet wird – kann dem Gutachten nicht entnommen werden. 

Des Weiteren gab der Beschwerdeführer an, er leide sehr unter 

Dyspnoebeschwerden, vor allem wenn er sich beeilen oder sonst an-

strengen müsse (z.B. beim Treppensteigen). Nachts wache er wegen 

Dyspnoebeschwerden auf (act. II 58, S. 25, 27, 33). Inwiefern diese 

anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers, welche für die Be-

stimmung des Schweregrads asthmatischer Beschwerden gemäss den 

Leitlinien für die sozialmedizinische Begutachtung ebenfalls massgeblich 

sind, in die gutachtliche Beurteilung eingeflossen sind, ist nicht ersichtlich. 

Insbesondere wurde auch die Häufigkeit und Schwere der Symptome 

nicht erhoben, was nicht nur mit Blick auf die Leistungsbeurteilung aus 

somatischer Sicht, sondern auch hinsichtlich der psychischen Auswirkun-

gen zwingend zu eruieren gewesen wäre (vgl. nachfolgende E. 6.4). So-

dann sind – mit Ausnahme eines Gehtests, welcher eine verminderte 

Gehstrecke aufgrund einer Anstrengungsdyspnoe ergab (act. II 58, S. 40) 

– keine weiteren Belastungsuntersuchungen dokumentiert. Schliesslich 

wurde anlässlich der Begutachtung keine Allergiediagnostik durchgeführt, 

obwohl im Gutachten die Diagnose eines allergischen Asthmas gestellt 

wurde. Es wurde einzig die im Jahr 1984 festgestellte Allergie auf Haus-

staubmilben, Mandeln und Haustiere aufgeführt. Bereits im Schlussbe-

richt der Umschulungsstädte vom 6. September 1996 wurde jedoch aus-

geführt, der Beschwerdeführer habe am Arbeitsplatz auf chemische Pro-

dukte mit Atemproblemen reagiert; zudem seien während der Umschu-

lung teilweise beträchtlichen gesundheitlichen Beschwerden aufgetreten 

(act I 55). Auch gegenüber dem Gutachter gab der Beschwerdeführer an, 

er reagiere bei Kontakt mit verschiedenen Substanzen mit Atemnot (act II 

58, S. 24). Dass diesbezüglich keine weiteren Abklärungen getätigt wur-

C-6292/2012 

Seite 17 

den, ist nicht nachvollziehbar, zumal die allergische Komponente des 

Asthmas gerade für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptier-

ten Tätigkeit von Bedeutung gewesen wäre. Ungeachtet dessen wurde 

dem Beschwerdeführer im Gutachten eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit im 

Umschulungsberuf als Kleingerätemonteur attestiert, was von der Vorin-

stanz im Rahmen der Invaliditätsbemessung übernommen wurde. Dass 

der Beschwerdeführer – wie sich bei der Umschulung gezeigt hat – offen-

bar auch bei dieser Tätigkeit in Kontakt mit Substanzen kommt, die sich 

negativ auf seine asthmatischen Beschwerden auswirken können, wurde 

nicht in die gutachterliche Beurteilung miteinbezogen. In diesem Zusam-

menhang wurde auch keine berufliche Anamnese, welche ein wesentli-

cher Bestandteil einer Begutachtung bildet (vgl. Urteil des BVGer C-

5948/2012 vom 20. Mai 2014 E. 8.3 m.H.), hinsichtlich der Allergenexpo-

sition bei der Ausübung dieser Tätigkeit erhoben (ausführlich zur Abklä-

rung und Diagnose von Arbeitsplatz-assoziiertem Asthma vgl. etwa das 

Factsheet der Schweizerischen Unfallversicherung SUVA; abrufbar unter 

http://www.suva.ch/factsheet-berufsasthma.pdf; zuletzt abgerufen am 11. 

August 2012). 

6.3.5 Zusammenfassend erweist sich die Begutachtung betreffend die 

asthmatischen Beschwerden als unvollständig. Einerseits ist nicht ersicht-

lich, dass ausser Spirometriedaten auch andere Parameter, wie Häufig-

keit und Schweregrad der Symptome berücksichtigt worden wären. Ande-

rerseits wurde weder die Reaktion auf Belastung genügend getestet noch 

der aktuelle Allergiestatus erhoben. 

6.3.6 Des Weiteren fällt auf, dass die Verbesserung der asthmatischen 

Beschwerden im Wesentlichen mit den Lungenfunktionsprüfungen aus 

der Jahre 2007 und 2009 sowie die anlässlich der Begutachtung durchge-

führte Lungenfunktionsprüfung begründet wird (betreffend letzterer ver-

gleiche jedoch vorstehende E. 6.3.4). Diese würden nur noch ein mildes 

Asthma bronchiale dokumentieren (act. II 58, S. 45). Gemäss der Aufstel-

lung der im Zeitraum 1992 bis 2009 durchgeführten Lungenfunktionsprü-

fungen von IV-Arzt Dr. med. K._______, welche in das Gutachten über-

nommen wurde, ergaben die in diesem Zeitraum gemessenen Spiro-

metrien indessen unterschiedliche Werte. Mit der Lungenfunktionsprüfung 

aus dem Jahr 2003 – anhand welcher IV-Arzt Dr. med. G._______ im 

damaligen Revisionsverfahren zum Schluss kam, der Gesundheitszu-

stand des Beschwerdeführers habe sich nicht anspruchswesentlich ver-

ändert (act. I 163) – haben sich die Gutachter jedoch nicht auseinander-

gesetzt. Nicht weiter erwähnt wird sodann der Abfall der Werte der im 

C-6292/2012 

Seite 18 

Jahr 2009 zuletzt durchgeführten Lungenfunktionsprüfung gegenüber den 

vorhergehenden Untersuchungen. Verschlechterte Werte gegenüber Vor-

untersuchungen wurden auch im Bericht der Universitätsklinik J._______ 

vom 22. November 2010 festgestellt. Im Gutachten wurde diesbezüglich 

einzig festgehalten, die aktuellen Werte hätten sich wieder verbessert, 

ohne die Ursachen solcher Schwankungen näher zu begründen bzw. in 

die Beurteilung miteinzubeziehen (act. II 58, S. 11, S. 39. S. 45). 

6.3.7 Aufgrund der Aktenlage ist davon auszugehen, dass der Schwere-

grad des Asthmas und die damit verbundene Beeinträchtigung bereits im 

Zeitpunkt der Rentenzusprache unterschiedlich ausfiel. Wie bereits er-

wähnt, traten offenbar auch während der Umschulung teilweise beträcht-

liche gesundheitliche Beschwerden auf (act. I 55). Sodann hielt Dr. med. 

D._______ damals fest, es sei nach Beendigung der Umschulung bereits 

im Juni 1996 eine kurzzeitige Phase eines exazerbierten Asthmas zu ver-

zeichnen gewesen, welches nach Ausbau der der medikamentösen The-

rapie wieder habe verbessert werden können. Mitte April 1997 sei wieder 

eine progrediente Verschlechterung der Asthmasituation eingetreten (IV-

act. I 85). Auch im Bericht von Dr. med. D._______ vom 22. Juli 1999 war 

von rezidivierenden Exazerbationen des Asthmas die Rede (act. I 111). 

Mithin war der Verlauf der asthmatischen Beschwerden bereits im Zeit-

punkt der Rentenzusprache schwankend. Daran scheint sich aufgrund 

der Aktenlage auch im langjährigen Beobachtungszeitraum bis zur Be-

gutachtung nichts geändert zu haben. Es ist zwar nicht auszuschliessen 

und nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer durch das Asthma – 

klimatisch bedingt und ohne körperliche Belastung – phasenweise gerin-

ger beeinträchtigt wird. Eine konstante Verbesserung erscheint jedoch 

nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausge-

wiesen. Einerseits vermag die Beurteilung des Schweregrades der Be-

schwerden ohne Einbezug weiterer Parameter wie es die Leitlinien für die 

sozialmedizinische Begutachtung vorsehen, nicht zu überzeugen. Ande-

rerseits können körperliche Anstrengung und Exposition mit Noxen un-

verändert zu einer Verschlechterung führen. Diesbezüglich sind die An-

gaben des Beschwerdeführers konsistent.  

6.4  

6.4.1 Auch aus psychiatrischer Sicht geht das Gutachten von einer Ver-

besserung des Gesundheitszustandes seit der Rentenzusprache aus. Die 

Aktenlage betreffend die psychiatrischen Beschwerden im Zeitpunkt der 

Rentenzusprache ist eher dürftig. Die der damaligen Verfügung zugrun-

deliegenden Abklärungen entsprechen jedoch durchaus dem früher übli-

C-6292/2012 

Seite 19 

chen Umfang der medizinischen Entscheidungsgrundlagen. Damals wur-

de eine langandauernde depressive Episode ohne psychotische Sym-

ptome diagnostiziert. Befundmässig wurden Störungen der Vitalgefühle, 

wie Herabsetzung des Gefühls von Kraft und Lebendigkeit, negativ beton-

te Befindlichkeit im Sinn einer niedergedrückten und niedergeschlagenen 

Stimmung sowie einer pessimistischen Grundstimmung mit reduzierter 

Zukunftsorientierung festgestellt (act. I 98). 

6.4.2 Im psychiatrischen Teilgutachten führt der Gutachter aus, beim Be-

schwerdeführer sei ein "weitgehend normaler psychiatrischer Befund" 

festgestellt worden. Eine nähere Differenzierung inwieweit der Befund von 

einem Normalbefund abweicht, kann dem Gutachten jedoch nicht ent-

nommen werden. Dies wäre für den Vergleich mit der Situation im Zeit-

punkt der Rentenzusprache und damit der Beurteilung des im Revisions-

verfahrens massgebenden Beweisthemas, erhebliche Änderung des 

Sachverhalts, jedoch gerade von Bedeutung gewesen. Die Feststellung 

über eine seit der Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist 

nämlich nur dann genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachver-

ständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krank-

heitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen 

diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der 

Störung geführt haben (Urteil 9C_418/2010 E. 4.3). Eine eigentlicher Ver-

gleich des aktuellen Zustandes mit demjenigen im Zeitpunkt der Renten-

zusprache, findet im Gutachten jedoch nicht statt. Mithin wird hinsichtlich 

des psychiatrischen Zustands im Zeitpunkt der Rentenzusprache einzig 

dahingehend Stellung genommen, es sei im Arztbericht vom 21. Oktober 

1997 die Arbeitsfähigkeit unter Einbezug der körperlichen Leiden beurteilt 

worden, ohne dass eine weitere Differenzierung erfolgt sei (act. II 58, S. 

43). Sodann führt der psychiatrische Gutachter aus, retrospektiv lasse 

sich "der Verlauf einer möglicherweise zuvor bestehenden psychischen 

Störung nicht beurteilen". Die psychiatrische Begutachtung erscheint da-

her auch überwiegend die isolierte Darstellung des aktuellen Gesund-

heitszustandes wiederzugeben. Unter diesen Umständen ist ebenfalls zu 

berücksichtigen, dass heute im Vergleich zu damals andere versiche-

rungsmedizinische Massstäbe herrschen, was jedoch weder unter dem 

Gesichtspunkt von Art. 17 ATSG noch unter einem anderen Anpassungs-

titel zum Anlass für eine neue Beurteilung des Anspruchs genommen 

werden kann (vgl. Urteil 9C_418/2010 E. 4.1). 

6.4.3 Die psychiatrische Beurteilung vermag jedoch aus weiteren Grün-

den nicht zu überzeugen. Für den medizinischen Laien ist insbesondere 

C-6292/2012 

Seite 20 

nicht nachvollziehbar, dass die Auswirkungen der asthmatischen Erkran-

kung auf die psychische Gesundheit des Beschwerdeführers nicht Thema 

der Begutachtung war, zumal das Auftreten von Angststörungen, Panik-

störungen, Depressivität und gestörtem Selbstvertrauen häufige Folge ei-

ner Asthmaerkrankung sind (vgl. Leitlinien für die sozialmedizinische Be-

gutachtung, S. 42). Namentlich die Ängste, die aus dem wiederholten 

nächtlichen Aufwachen unter Atemnot resultieren, sind für den medizini-

schen Laien gut nachvollziehbar. Insofern erscheint auch die Entwicklung 

einer reaktiven Depression, wie sie von Dr. med. D._______ im Zeitpunkt 

der Rentenzusprache aufgeführt wurde, nachvollziehbar. Anlässlich der 

aktuellen Begutachtung gab der Beschwerdeführer Angstzustände und 

Zukunftsängste an (act. 58, S. 18, 33). Gerade vor dem Hintergrund der 

Asthmaerkrankung wären die Ursache, Häufigkeit und der Schweregrad 

der Angstzustände zu erheben und zu würdigen gewesen. Substantiierte 

Überlegungen zu dieser Problematik finden sich im Gutachten jedoch 

nicht. Vielmehr führt der Gutachter die "Ängste und Irritationen" allein auf 

die Aufhebung der Invalidenrente zurück, was nicht zu überzeugen ver-

mag. Er verkennt dabei, dass der Entzug der Existenzgrundlage als wei-

tere Ursache für Angstzustände neben die weiterhin vorhandene Atemnot 

bei Asthmaanfällen, tritt. Eine ängstliche Depression hielt Dr. med. 

F._______ sodann bereits in seinem Bericht vom 8. September 2003 fest 

(act. I 160). Eine unmittelbare Aufhebung der Invalidenrente stand zu die-

sem Zeitpunkt indessen nicht im Raum. Zudem gab der Beschwerdefüh-

rer an, er habe sich zu Dr. med. F._______ in Behandlung gegeben, 

nachdem er eine Panikattacke auf dem Balkon erlitten habe (act. II 58, S 

34). Des Weiteren ist vorliegend nicht nachvollziehbar, dass der psychiat-

rische Gutachter keine ausführliche Fremdanamnese beim behandelnden 

Psychiater Dr. med. H._______ eingeholt hat. Dieser diagnostizierte im 

Bericht vom 11. November 2010 eine depressive Störung. Befundmässig 

hielt er depressive und ängstliche Gefühle, Anhedonie, Anergie, erwar-

tungsgemässe Ängste, Schlaflosigkeit sowie soziale-berufliche Beein-

trächtigung fest. Er verordnete sodann unter Weiterführung der Behand-

lung eine medikamentöse Therapie (act. II 3). Im Gutachten wurde dies-

bezüglich ausgeführt, der Bericht des behandelnden Psychiaters enthalte 

keinen psychischen Befund und die Diagnose depressive Störung sei 

nicht ausreichend differenziert, um daraus eine Einschätzung der Leis-

tungsfähigkeit ableiten zu können. Die Notwendigkeit der Einholung einer 

Fremdanamnese bei der behandelnden Arztperson ist zwar in erster Linie 

eine Frage des medizinischen Ermessens (Urteile des BGer 

8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_76/2014 vom 30. April 2014 

E. 3.2 und 8C_308/2012 vom 29. Mai 2012 E. 4.3.4); liegt jedoch ein Be-

C-6292/2012 

Seite 21 

richt eines behandelnden Arztes vor, der relevante Befund wiedergibt, die 

jedoch nach Ansicht des Gutachters nicht ausreichend begründet sind, 

erscheint es regelmässig geboten, den Sachverhalt durch Einholung ei-

ner Fremdanamnese zu ergänzen. Dass dies vorliegend unterlassen 

wurde, ist nicht nachvollziehbar, zumal die Grunderkrankung des Asth-

mas nachweislich Auswirkungen auf die Psyche hat und diese Auskünfte 

gerade auch weitere Erkenntnisse über den nach Ansicht des Gutachters 

nicht beurteilbaren Verlauf des psychischen Gesundheitszustandes hät-

ten geben können. 

6.4.4 Nach dem Gesagten zeigen die Feststellungen im psychiatrischen 

Gutachten – und das ist hier allein entscheidend – nicht auf, dass und in-

wiefern sich der tatsächliche Zustand seit der Rentenzusprache verändert 

haben sollte. Der Gutachter geht selbst davon aus, dass er den Verlauf 

des psychischen Gesundheitszustandes nicht beurteilen könne. Offenbar 

war auch für die Vorinstanz nicht klar, ob aufgrund des Gutachtens auf 

eine relevante Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands ge-

schlossen werden kann. Sie unterbreitete die Frage, ob sich eine Verbes-

serung ergeben habe und worin diese genau bestehe bzw. ob eine ande-

re Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts 

vorliege, einem Psychiater des Regionalärztlichen Dienstes (RAD) Rhone 

(act. II 77 ff.). Dieser ging in seiner Beurteilung des Falles jedoch einzig 

auf den aktuellen Gesundheitszustand ein und beschränkte sich im We-

sentlichen auf die Frage, ob die Berichte von Dr. med. H._______ vom 

11. November 2010 und vom 29. März 2012 etwas an der gutachterlichen 

Beurteilung zu ändern vermögen. Zum revisionsrechtlich massgebenden 

Beweisthema der erheblichen Änderung des Sachverhalts seit der Ren-

tenzusprache, äusserte sich auch der RAD-Arzt nicht (act. II 81, S 3). 

6.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die vorinstanzliche Schluss-

folgerung, wonach eine wesentliche tatsächlichen Änderung des Ge-

sundheitszustandes zu bejahen sei, vor Bundesrecht nicht standhält. Eine 

anspruchserhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes, welche 

es dem Beschwerdeführer nunmehr erlauben würde seine Arbeitsfähig-

keit um 70 % zu steigern, ist nicht mit dem Beweisgrad der überwiegen-

den Wahrscheinlichkeit erstellt. Vielmehr handelt es sich bei der aktuellen 

Beurteilung um eine originäre medizinische Neubeurteilung, das heisst 

um eine im Sinn der Rechtsprechung nicht revisionsbegründende abwei-

chende Einschätzung. Daher kann auch – soweit sich die medizinische 

Neubeurteilung wie vorstehend dargelegt als unvollständig erwiesen hat – 

von weiteren Abklärungen abgesehen werden, zumal aufgrund der Akten-

C-6292/2012 

Seite 22 

lage davon keine neue relevante Erkenntnisse zu erwarten sind (antizi-

pierte Beweiswürdigung, BGE 134 I 140 E. 5.3). Unbestritten leidet der 

Beschwerdeführer wie bereits im Zeitpunkt der Rentenzusprache weiter-

hin an somatischen Beeinträchtigungen, welche auf Grund von körperli-

chen Belastungen und Exposition mit Noxen stark variieren können. Auf-

grund der konsistenten Angaben des Beschwerdeführers sowie der medi-

zinischen Berichte (vgl. die in E. 6.3.6 erwähnten Berichte), welche den 

schwankenden Verlauf der astmathischen Beschwerden bestätigen, ist es 

nicht notwendig, diese bereits aktenkundigen Angaben und Untersu-

chungsergebnisse im Rahmen einer erneuten klinischen Untersuchung 

nochmals zu erheben. Die Symptomatik für die immer noch bestehende 

depressive Problematik kombiniert mit Angstzuständen wurde vom Be-

schwerdeführer ebenfalls bereits geschildert. Sie steht in einem kausalen 

Zusammenhang mit den weiterhin vorhandenen somatischen Beschwer-

den, wobei namentlich die auftretende Atemnot als für die Angstsympto-

matik verantwortlich zeichnet. Auch diesbezüglich sind hinsichtlich des 

Beweisthemas einer revisionserheblichen Sachverhaltsveränderung von 

einer weiteren Abklärung keine neue Erkenntnisse zu erwarten. Nach 

dem Grundsatz der materiellen Beweislast bleibt es demzufolge beim 

bisherigen Rechtszustand (vgl. SVR 2010 IV Nr. 30 S. 94, Urteil des BGer 

9C_961/2008 vom 30. November 2009 E. 6.3, Urteil 9C_418/2010 vom 

29. August 2011 E. 3.1). Damit besteht unverändert Anspruch auf eine 

ganze Rente der Invalidenversicherung. Die Beschwerde ist somit gutzu-

heissen. 

7.  

Im Sinn eines obiter dictums ist darauf hinzuweisen, dass die angefoch-

tene Verfügung selbst dann aufzuheben gewesen wäre, wenn entgegen 

der vorstehenden Ausführungen von einer anspruchserheblichen Sach-

verhaltsveränderung hätte ausgegangen werden können. 

Nach ständiger Rechtsprechung ist im Regelfall eine medizinisch attes-

tierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der 

Selbsteingliederung verwertbar. Andererseits können nach langjährigem 

Rentenbezug ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarktes der An-

rechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizi-

nisch möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen, wenn aus den Ak-

ten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leis-

tungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnah-

men allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht 

möglich ist (Urteil des BGer 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E. 

C-6292/2012 

Seite 23 

4.2.2 mit Hinweisen). Ein Aufhebungsentscheid, welchem keine Prüfung 

der Eingliederungsfrage vorangegangen ist, ist dann bundesrechtswidrig, 

wenn sich bei einer Invalidenrentenrevision nach langjähriger Bezugs-

dauer keinerlei Anknüpfungspunkte für eine zumutbare Selbsteingliede-

rung bieten (Urteil des BGer 9C_768/2009 vom 10. September 2009 E. 

4.1.2). Die Verwaltung muss sich vor der Herabsetzung oder Aufhebung 

einer Invalidenrente vergewissern, ob sich ein medizinisch-theoretisch 

wiedergewonnenes Leistungsvermögen ohne Weiteres in einem entspre-

chend tieferen Invaliditätsgrad niederschlägt oder ob dafür – ausnahms-

weise – im Einzelfall eine erwerbsbezogene Abklärung (der Eignung, Be-

lastungsfähigkeit usw.) und/oder die Durchführung von Eingliederungs-

massnahmen im Rechtssinne vorausgesetzt ist (Urteil 9C_163/2009 E. 

4.1.2). Schliesslich präzisierte das Bundesgericht diese Rechtsprechung 

dahingehend, dass sie grundsätzlich auf Sachverhalte zu beschränken 

ist, in denen die revisions- oder wiedererwägungsweise Herabsetzung 

oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, die 

das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren 

bezogen hat (Urteil des BGer 9C_228/2010 vom 26. April 2011 E. 3.3 und 

3.4), wobei sich die beiden Abgrenzungskriterien Alter 55 und Rentenbe-

zug 15 Jahre an die von den Eidgenössischen Räten am 18. März 2011 

beschlossenen Schlussbestimmungen zur 6. IVG-Revision anlehnen (BBl 

2011 2735). Den darunter fallenden Rentnerinnen und Rentnern wird im 

revisions- (Art. 17 Abs. 1 ATSG) bzw. gegebenenfalls wiedererwägungs-

rechtlichen (Art. 53 Abs. 2 ATSG) Kontext zugestanden, dass ihnen – von 

Ausnahmen abgesehen – aufgrund des fortgeschrittenen Alters oder ei-

ner langen Rentendauer die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist. 

Der am (…) 1956 geborene Beschwerdeführer hatte im Zeitpunkt der Be-

gutachtung (8. November 2011) das 55. Altersjahr bereits zurückgelegt 

und seit dem 1. September 1997, mithin seit rund 14 ¼ Jahren, eine Inva-

lidenrente bezogen. Unter diesen Umständen wäre die Vorinstanz ver-

pflichtet gewesen vor der Rentenaufhebung die Frage der Zumutbarkeit 

der Selbsteingliederung zu prüfen. Da den Akten nicht zu entnehmen ist, 

dass die Vorinstanz diesbezüglich Abklärungen getätigt hat, hätte die an-

gefochtene Verfügung jedenfalls als rechtswidrig aufgehoben und an die 

Vorinstanz zurückgewiesen werden müssen. 

8.  

Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-

teientschädigung. 

C-6292/2012 

Seite 24 

8.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG sind die Verfahrenskosten in der Regel 

der unterliegenden Partei aufzuerlegen. Der unterliegenden Vorinstanz 

werden jedoch keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

8.2 Der obsiegende, vertretene Beschwerdeführer hat gemäss Art. 64 

Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Partei-

entschädigung zu Lasten der Vorinstanz. Diese ist unter Berücksichtigung 

des aktenkundigen Aufwands und des Umstands, dass vorliegend keine 

Mehrwertsteuer geschuldet ist (vgl. beispielsweise Urteil des BVGer  

C-6983/2009 vom 12. April 2010 E. 3.2), auf Fr. 2'800.- (inkl. Auslagen) 

festzulegen. 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

30. Oktober 2012 aufgehoben. Der Beschwerdeführer hat unverändert 

Anspruch auf eine ganze Rente. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer nach Eintritt der 

Rechtskraft des vorliegenden Urteils eine Parteientschädigung in der  

Höhe von Fr. 2'800.- zu bezahlen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr._______; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

C-6292/2012 

Seite 25 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David Weiss Matthias Burri-Küng 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 

Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 

Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-

weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid 

und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen 

hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: