# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d89bdbb3-fa4d-53f9-9b4b-3fe13d77a349
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2005-06-14
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 14.06.2005 SK.2004.14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2004-14_2005-06-14.pdf

## Full Text

Entscheide vom 2. und 14. Juni 2005 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Peter Popp, Präsident, Daniel 
Kipfer Fasciati und Walter Wüthrich, 
Gerichtsschreiberin Priska Kummli 
 

Parteien  Schweizerische Bundesanwaltschaft 
 
und 
 
als Privatklägerinnen:  
1. Die Schweizerische Post; 
 
2. D. AG; 
 
3. E. AG; 
 

  gegen 
 
1. A., genannt Prle, amtlich verteidigt durch Rechts-

anwalt René Merz; 
 
2. B., genannt Vito, amtlich verteidigt durch Rechts-

anwalt Heinz Ottiger; 
 
3. C., amtlich verteidigt durch Fürsprecherin Sabine 

Schmutz. 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  SK.2004.14 und SK.2004.15 
 
 
 

 

 

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Gegenstand  Diebstahl, mehrfacher Diebstahlsversuch, eventuell 
Gehilfenschaft dazu, mehrfache Sachbeschädigung, 
eventuell Gehilfenschaft dazu, Hausfriedensbruch, 
mehrfache Gefährdung durch Sprengstoffe und gifti-
ge Gase in verbrecherischer Absicht, eventuell Gehil-
fenschaft dazu, subeventuell Herstellen, Verbergen, 
Weiterschaffen von Sprengstoffen sowie unbefugter 
Verkehr mit Sprengmitteln. 

 
 
 

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Anträge der Bundesanwaltschaft 
 
I. 
1. A. sei freizusprechen von der Anklage wegen Gehilfenschaft zu versuch-

tem Diebstahl nach Sachbeschädigung in Buchrain. 

2. A. sei schuldig zu sprechen 
− der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecheri-

scher Absicht im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB in Littau; 
− der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecheri-

scher Absicht im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB, eventuell der Gehil-
fenschaft dazu im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB in Verbindung mit 
Art. 25 StGB, subeventuell des Herstellens, Verbergens, Weiterschaf-
fens von Sprengstoffen und giftigen Gasen in Horw;  

− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 3 StGB, 
eventuell der Gehilfenschaft dazu in Horw im Sinne von Art. 144 Abs. 3 
StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB; 

− des mehrfachen Diebstahlsversuchs im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB 
in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB in Littau und Horw, eventuell der 
Gehilfenschaft zum Diebstahlsversuch in Horw im Sinne von Art. 139 
Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB und Art. 25 StGB. 

 
3. A. sei zu verurteilen 

− zu einer Strafe von 16 Monaten Zuchthaus unbedingt, unter Anrech-
nung von 68 Tagen Untersuchungshaft, in Zusatz zum Strafbefehl des 
Bezirksstatthalteramts Liestal vom 1. September 2004; 

− zur anteilsmässigen Übernahme der Gebühren der Bundesanwaltschaft 
von Fr. 8'000.− und des Untersuchungsrichteramts von Fr. 5'000.−; 

− zur anteilsmässigen Übernahme der gerichtlich zu bestimmenden Ver-
fahrenskosten sowie der Kosten der amtlichen Verteidigung. An Kosten 
für das Ermittlungs-, Voruntersuchungs- und Anklageverfahren sind ins-
gesamt Fr. 21'279.75 an Barauslagen angefallen. 

 
4. Weiter sei vom Gericht − im Falle einer Verurteilung von A. wegen Verbre-

chen und Vergehen − der ihm am 14. Februar 2003 durch das 
Amtsstatthalteramt Luzern gewährte bedingte Strafvollzug zu widerrufen.  

 
 
II. 
1. B. sei schuldig zu sprechen 

− der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecheri-
scher Absicht im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB in Littau; 

− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 3 StGB; 

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− des Diebstahlsversuchs im Sinne von Art. 139 Abs. 1 StGB in Verbin-
dung mit Art. 21 Abs. 1 StGB.  

 
2. B. sei zu verurteilen 

− zu einer Strafe von 10 Monaten Zuchthaus, unter Anrechnung von 
44 Tagen Untersuchungshaft; der Strafvollzug sei bedingt aufzuschie-
ben, bei einer Probezeit von 3 Jahren;  

− zur anteilsmässigen Übernahme der Gebühren der Bundesanwaltschaft 
von Fr. 8'000.− und des Untersuchungsrichteramts von Fr. 5'000.−; 

− zur anteilsmässigen Übernahme der gerichtlich zu bestimmenden Ver-
fahrenskosten sowie der Kosten der amtlichen Verteidigung. An Kosten 
für das Ermittlungs-, Voruntersuchungs- und Anklageverfahren sind ins-
gesamt Fr. 13'167.85 an Barauslagen angefallen. 

 
 
III. 
1. C. sei schuldig zu sprechen 

− des unbefugten Verkehrs mit Sprengmitteln im Sinne von Art. 37 Ziff. 1 
Sprengstoffgesetz in Verbindung mit Art. 4 − 6 Sprengstoffgesetz; 

− der mehrfachen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in 
verbrecherischer Absicht im Sinne von 224 Abs. 1 StGB;  

− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 3 StGB; 
− des mehrfachen Diebstahlsversuchs im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB 

in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB; 
− des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB;  
− des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB. 

 
2. C. sei zu verurteilen 

− zu einer Strafe von 24 Monaten Zuchthaus;  
− zur anteilsmässigen Übernahme der Gebühren der Bundesanwaltschaft 

von Fr. 8'000.− und des Untersuchungsrichteramts von Fr. 7'000.−; 
− zur anteilsmässigen Übernahme der gerichtlich zu bestimmenden Ver-

fahrenskosten sowie der Kosten der amtlichen Verteidigung. An Kosten 
für das Ermittlungs-, Voruntersuchungs- und Anklageverfahren sind ins-
gesamt Fr. 9'464.15 an Barauslagen angefallen. 

 
 
Anträge der Schweizerischen Post 
 
1. A., B. und C. seien zu verpflichten, der Schweizerischen Post für den in 

Littau entstandenen Schaden Fr. 45'624.80 zu zahlen. 
 

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2. A., B. und C. seien zu verpflichten, der Schweizerischen Post für den in 
Horw entstandenen Schaden Fr. 77'485.15 zu zahlen. 

 
 
Antrag der D. AG 
 
A., B. und C. seien zu verpflichten, der D. AG Fr. 2'854.30 zu zahlen. 
 
 
Antrag der E. AG 
 
A., B. und C. seien zu verpflichten, der E. AG Fr. 1'953.15 zu zahlen. 
 
 
Anträge der Verteidigung von A. 
  
1. A. sei im Zusammenhang mit der Sprengung des Postomaten in Littau  

− der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecheri-
scher Absicht nach Art. 224 Abs. 1 StGB, 

− der Sachbeschädigung nach Art. 144 Abs. 3 StGB, 
− des versuchten Diebstahls nach Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB, 
sowie im Zusammenhang mit der zeitweisen Lagerung von Sprengstoff an 
seinem Wohnort  
− des Herstellens, Verbergens und Weiterschaffens von Sprengstoffen 

und giftigen Gasen nach Art. 226 Abs. 2 StGB 
schuldig zu sprechen. 

 
2. A. sei im Zusammenhang mit der Sprengung des Postomaten in Horw vom 

Vorwurf  
− der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecheri-

scher Absicht nach Art. 224 Abs. 1 StGB, 
− der Sachbeschädigung nach Art. 144 Abs. 3 StGB, 
− des versuchten Diebstahls nach Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 2 StGB, 
− der Gehilfenschaft zu Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase 

in verbrecherischer Absicht nach Art. 224 Abs. 1 StGB in Verbindung 
mit Art. 25 StGB, 

− der Gehilfenschaft zu Sachbeschädigung nach Art. 144 Abs. 3 StGB in 
Verbindung mit Art. 25 StGB, 

− der Gehilfenschaft zu versuchtem Diebstahl nach Art. 139 Ziff. 1 StGB 
in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und Art. 25 StGB 

- 6 - 

 

 

freizusprechen. 
 
3. A. sei als Zusatzstrafe zum Strafbefehl des Bezirksstatthalteramtes Liestal 

vom 1. September 2004 zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten Zucht-
haus zu verurteilen. 

 
4. A. sei bei einer angemessenen Probezeit der bedingte Strafvollzug zu ge-

währen. 
 
5. Es sei die gemäss Strafverfügung des Amtsstatthalteramts Luzern vom 

14. Februar 2003 bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe von 1 Monat Ge-
fängnis zu widerrufen. 

 
6. Es sei von den durch A. anerkannten Zivilforderungen im Zusammenhang 

mit dem Sprengstoffanschlag auf den Postomaten in Littau im Urteil Vor-
merk zu nehmen. 

 
7. A. seien die Gerichts- und Verteidigerkosten aufzuerlegen, wobei eine an-

gemessene Kostenüberbindung zu Lasten des Staates im Zusammenhang 
mit der bereits abgeurteilten Strafsache durch das Bezirksstatthalteramt 
Liestal zum Einbruchdiebstahl in Buchrain vom 16. Oktober 2003 vorzu-
nehmen sei. 

 
 
Antrag der Verteidigung von B. 
 
B. sei von allen Anklagepunkten freizusprechen. 
 
 
Anträge der Verteidigung von C.  
 
1. Das Verfahren gegen C. wegen Sachbeschädigung und das Verfahren 

wegen Hausfriedensbruchs seien einzustellen, unter Auferlegung der auf 
diese Vorwürfe entfallenden Verfahrenskosten auf den Bund sowie unter 
Entrichtung einer angemessenen Entschädigung für die auf diese Vorwürfe 
entfallenden Verteidigungskosten.  

 
2. C. sei freizusprechen von der Anklage des unbefugten Verkehrs mit 

Sprengmitteln, unter Auferlegung der auf den Freispruch entfallenden Ver-
fahrenskosten auf den Bund sowie unter Entrichtung einer angemessenen 
Entschädigung für die auf den Freispruch entfallenden Verteidigungskos-
ten. 

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3. C. sei schuldig zu sprechen 

− der mehrfachen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in 
verbrecherischer Absicht, 

− der mehrfachen Sachbeschädigung, 
− des mehrfachen Diebstahlsversuchs, 
hinsichtlich der Sprengung der Postomaten in Littau und Horw sowie 
− des Diebstahls in Kriens. 

 
4. C. sei zu verurteilen 

− zu einer Strafe von 16 Monaten Zuchthaus, unter Gewährung des be-
dingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von 2 Jahren; 

− zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten. 
 
5. Die Schadenersatzbegehren der Geschädigten seien, soweit nicht aner-

kannt, abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 
 
6. Über die beschlagnahmten Gegenstände sei von Amtes wegen zu verfü-

gen. 
 
7. Das Honorar der amtlichen Verteidigung sei gestützt auf die eingereichte 

Honorarnote gerichtlich zu bestimmen. 
 
 

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Sachverhalt: 
 
A. In der Nacht vom 5./6. Juni 2003 wurde in Littau ein Postomat gesprengt. 

Der Geldbehälter blieb bei der Sprengung intakt und die Täterschaft ent-
fernte sich ohne Beute vom Tatort. Nach gleichem Muster erfolgte in der 
Nacht vom 1./2. August 2003 in Horw eine weitere Sprengung eines Pos-
tomaten.  

 
 Am 22. August 2003, kurz nach Mitternacht, wurde in eine F-Tankstelle in 

Kriens eingebrochen und es wurden verschiedene Verkaufswaren entfernt.  
 
 
B. Im Zusammenhang mit den Sprengstoffanschlägen in Littau und Horw er-

öffnete die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 6. Juni 2003 bezie-
hungsweise vom 5. August 2003 je ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsver-
fahren gegen Unbekannt wegen Verdachts der Gefährdung durch Spreng-
stoffe in verbrecherischer Absicht und wegen Sachbeschädigung (pag. 01 
01 017 f.). 

 
 Mit Verfügung vom 28. Oktober 2003 wurden die beiden Ermittlungsverfah-

ren zusammengelegt und das Verfahren gegen Unbekannt wurde ausge-
dehnt auf A. und weitere Mitangeschuldigte. Am 31.Oktober 2003 erfolgte 
eine weitere Ausdehnung des Ermittlungsverfahrens auf B. und C..  

 
 
C. Am 16. Oktober 2003 verhaftete die Kantonspolizei Luzern A.. Die kantona-

le Haft wurde am 3. November 2003 durch Bundeshaft abgelöst (pag. 01 
06 003 f.); am 22. Dezember 2003 erfolgte die Haftentlassung unter Aufla-
gen (pag. 01 01 006).  

 
 Am 3. November 2003 wurde B. in Haft gesetzt und am 

16. Dezember 2003 wieder entlassen (pag. 01 06 070; pag. 01 06 123 f.).  
 
 C. wurde mit Haftbefehl vom 10. November 2003 international zur Verhaf-

tung ausgeschrieben (pag. 01 06 150). Die Ausschreibung wurde am 
11. August 2004 widerrufen zwecks Einvernahme in der Schweiz (pag. 08 
05 053 f.).  

 
 
D. Das Eidgenössische Untersuchungsrichteramt eröffnete am 17. Dezem-

ber 2003 auf Antrag der Bundesanwaltschaft eine Voruntersuchung gegen 
A., B. und C. wegen Verdachts auf Gefährdung durch Sprengstoffe in 

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verbrecherischer Absicht, auf Verschaffen, Verbergen und Weiterschaffen 
von Sprengstoffen, auf Sachbeschädigung, eventuell auf Begünstigung, auf 
unbefugten Verkehr mit Sprengmitteln und auf allfällige weitere in kantona-
le Gerichtsbarkeit fallende Delikte (pag. 01 01 004). 

 
 
E. Am 15. Oktober 2004 legte das Untersuchungsrichteramt den Schlussbe-

richt vor und stellte der Bundesanwaltschaft Antrag auf Erhebung der An-
klage gegen A., B. und C.. 

 
 
F. Die Bundesanwaltschaft erhob am 30. November 2004 beim Bundesstraf-

gericht Anklage: gegen A. wegen mehrfacher Gefährdung durch Spreng-
stoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht, in einem Fall eventuell 
Gehilfenschaft dazu, subeventuell Herstellens, Verbergens, Weiterschaf-
fens von Sprengstoffen und giftigen Gasen, wegen mehrfacher Sachbe-
schädigung, in einem Fall eventuell Gehilfenschaft dazu, wegen mehrfa-
chen Diebstahlsversuchs, in einem Fall eventuell Gehilfenschaft dazu und 
wegen Gehilfenschaft zu Diebstahlsversuch; gegen B. wegen Gefährdung 
durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht, Sachbe-
schädigung und Diebstahlsversuchs; gegen C. wegen unbefugten Verkehrs 
mit Sprengmitteln, mehrfacher Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige 
Gase in verbrecherischer Absicht, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfa-
chen Diebstahlsversuchs, Diebstahls und Hausfriedensbruchs.  

 
 
G. Mit Verfügung des Präsidenten vom 23. März 2005 wurden die vor Bun-

desstrafgericht geführten Verfahren gegen die Angeklagten vereinigt 
(pag. 23 04 005). 

 
 A., B. und C. sind amtlich verteidigt. Die Hauptverhandlung vor der Straf-

kammer des Bundesstrafgerichts fand am 22./23. März 2005 und 
2. Juni 2005 am Sitz des Gerichts statt.  

 
 Die Privatklägerinnen machten ihre zivilrechtlichen Ansprüche schriftlich 

geltend und verzichteten auf die Teilnahme an der Hauptverhandlung.  
 
 

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Die Strafkammer erwägt: 
 
1. Prozessuales 
1.1  
1.1.1 Der Angeklagte A. ist unbekannten Aufenthalts. Die Vorladung zur Haupt-

verhandlung vom 23./24. März 2005 an die letztbekannte Wohnadresse 
konnte ihm nicht persönlich zugestellt werden; sie wurde von seiner Ehe-
frau in Empfang genommen (pag. 23 03 003). Der Angeklagte A. wurde in 
der Folge mittels Publikation im Bundesblatt öffentlich vorgeladen (BBl 
2005 I 1552 = pag. 23 03 016) und mit Haftbefehl vom 28. Dezember 2004 
zur Verhaftung ausgeschrieben (pag. 23 08 002; pag. 23 08 005). Die Kan-
tonspolizei Luzern hielt den Gesuchten letztmals am 5. Dezember 2004 an; 
zwischenzeitlich soll er die Schweiz verlassen haben und sich nun in sei-
nem Heimatland Serbien-Montenegro aufhalten (Bericht der Kantonspolizei 
Luzern vom 17. und 20. Januar 2004, pag. 23 08 011 und pag. 23 08 014). 
Die Vorladung zur Fortsetzung der Hauptverhandlung wurde öffentlich pub-
liziert (BBl 2005 I 3290 = pag. 23 03 037). 

 
 Der Angeklagte C. hält sich in seinem Heimatland Bosnien-Herzegowina 

auf. Die Vorladung zur Hauptverhandlung ging an die Adresse der Verteidi-
gerin, bei welcher er Rechtsdomizil verzeigt hatte (pag. 08 06 008). Die 
Verteidigerin brachte ihm den Gerichtstermin telefonisch zur Kenntnis (vgl. 
pag. 23 04 004).  

 
 Die Angeklagten A. und C. sind weder zur Eröffnung der Hauptverhandlung 

noch zum Fortsetzungstermin erschienen. Der Verteidiger des Angeklagten 
A. konnte keinen Kontakt zu seinem Mandanten herstellen (vgl. pag. 23 04 
004). Der Angeklagte C. sprach sich gegenüber seiner Verteidigerin für die 
Durchführung der Verhandlung auch in seiner Abwesenheit aus (vgl. 
pag. 23 04 004). 
 

1.1.2 Kann der Angeklagte nicht vor Gericht gestellt werden, so findet die Haupt-
verhandlung gleichwohl statt. Der Verteidiger ist zuzulassen. Das Gericht 
vertagt die Verhandlung, wenn es das persönliche Erscheinen des Ange-
klagten als notwendig erachtet (Art. 148 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 1 BStP). 

 
 Da sich die Vorgenannten (mutmasslich) in ihren Heimatländern aufhalten, 

ist ein Auslieferungsbegehren aussichtslos (vgl. Art. I des schweizerisch-
serbischen Auslieferungsvertrags vom 28. November 1887 [SR 
0.353.981.8]). Das Gericht hat die gesetzlichen Möglichkeiten ausge-
schöpft, um deren Anwesenheit an der Hauptverhandlung sicherzustellen. 
Beide wurden in der Voruntersuchung durch die Bundesanwaltschaft (so-

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weit den Angeklagten C. betreffend rechtshilfeweise) und das Untersu-
chungsrichteramt befragt. Anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 
25. August 2004 (pag. 14 08 001 ff.) erhielten sie Gelegenheit, sich in An-
wesenheit der Verteidigung gegen die erhobenen Tatvorwürfe und zum 
Beweisergebnis der Voruntersuchung zu äussern. Sie konnten ihre verfas-
sungsmässig garantierten Verteidigungsrechte (Art. 32 Abs. 2 BV und 
Art. 29 Abs. 2 BV; ferner Garantien gemäss Art. 6 EMRK) hinreichend gel-
tend machen. Beide Angeklagten wurden rechtsgenügend von der Haupt-
verhandlung unterrichtet, nämlich durch Zustellung der Vorladung ans 
Rechtsdomizil beziehungsweise nach erfolglosem Zustellungsversuch 
durch Ediktalladung. Die Verteidiger der Angeklagten nahmen an der 
Hauptverhandlung teil. Unter diesen Umständen ist ihre Anwesenheit ent-
behrlich und die Durchführung eines Abwesenheitsverfahrens statthaft, 
insbesondere auch mit Blick auf das Rechtsmittel gemäss Art. 148 Abs. 3 
BStP, welches unter gewissen Voraussetzungen die Aufhebung und noch-
malige Überprüfung in der Sache erlaubt.  

 
1.2  
1.2.1 Der Angeklagte A. ist vor Bundesstrafgericht angeklagt wegen Gehilfen-

schaft zu einem Diebstahlsversuch in Buchrain (Anklageschrift in Sachen 
A., Ziff. 4/c). Das Bezirksstatthalteramt Liestal beurteilte diesen Sachverhalt 
bereits mit Strafbefehl vom 1. September 2004. Dieser Strafbefehl ist in 
Rechtskraft erwachsen (pag. 23 02 038 ff.).  

 
 Niemand darf wegen einer Straftat, wegen der er bereits nach dem Gesetz 

und dem Strafverfahrensrecht eines Staates rechtskräftig verurteilt oder 
freigesprochen worden ist, in einem Strafverfahren desselben Staates er-
neut verfolgt oder bestraft werden (Art. 4 Protokoll Nr. 7 vom 
22. November 1984 zur Konvention zum Schutz der Menschenrechte und 
Grundfreiheiten [SR 0.101.07]; zum Grundsatz der materiellen Rechtskraft 
beziehungsweise ne bis in idem vgl. auch BGE 120 IV 10 E. 2b S. 12; 116 
IV 262 E. 3a). 

  
 Auf den Anklagepunkt betreffend Diebstahlsversuch in Buchrain kann da-

her nicht eingetreten werden.  
 
1.2.2 Ist in einer Bundesstrafsache sowohl Bundesgerichtsbarkeit als auch kan-

tonale Gerichtsbarkeit gegeben, so kann der Bundesanwalt die Vereinigung 
der Verfahren in der Hand der Bundesbehörden oder der kantonalen Be-
hörden anordnen (Art. 18 Abs. 2 BStP). Eine bestimmte Form dieser An-
ordnung ist nicht vorgesehen. Allerdings muss der übernommene Sachver-
halt klar umschrieben sein. 

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 Die Bundesanwaltschaft reichte dem Gericht an der Hauptverhandlung die 

Vereinigungsverfügung vom 23. März 2005 betreffend Einbruchdiebstahl in 
Kriens ein (pag. 23 02 041 ff.). Diese Verfügung wurde dem Kanton Luzern 
zur Kenntnis gebracht, welcher Verzicht auf die Strafverfolgung in eigener 
Kompetenz erklärte (Verzichtserklärung des Amtsstatthalteramts Luzern 
vom 24. März 2005, pag. 23 02 044 f.). Die Vereinigungsverfügung genügt 
den Voraussetzungen von Art. 18 Abs. 2 BStP. Damit ist die Zuständigkeit 
des Bundesstrafgerichts für den Einbruchdiebstahl in Kriens gegeben.   

 
1.3 Die in den Akten befindliche Gefangenenpost betreffend den Angeklagten 

B. wurde vernichtet, da nicht beweisrelevant. Ferner wurden weitere 
Schriftstücke aus den von der Bundesanwaltschaft eingereichten Prozess-
akten entfernt, da sie Ermittlungen von am Verfahren nicht beteiligten Dritt-
personen betrafen (Präsidialverfügung vom 17. Februar 2005, pag. 23 07 
071). Die restlichen von der Bundesanwaltschaft eingereichten Akten hat 
das Gericht für die Hauptverhandlung beigezogen. Es nahm weitere im ge-
richtlichen Vorverfahren und anlässlich der Hauptverhandlung eingereichte 
oder vom Gericht angeforderte Schriftstücke zu den Verfahrensakten (vgl. 
pag. 23 04 009; pag. 23 04 010 betreffend Fax der Zeugin H.; pag. 23 04 
010 und pag. 23 04 011 betreffend Vereinigungsverfügung vom 
23. März 2005 und Verzichtserklärung des Amtsstatthalteramts Luzern vom 
24. März 2005). 

 
1.4  
1.4.1 Entsprechend dem Antrag der Bundesanwaltschaft wurde I. als Zeuge vor-

geladen. Dieser ersuchte indessen aus psychiatrischen Gründen um 
Dispensation (Ärztliches Attest vom 7. März 2005, pag. 23 07 082). Die 
Bundesanwaltschaft erklärte sich mit der Gutheissung des Antrags einver-
standen, vorausgesetzt, der Angeklagte B. verzichte ausdrücklich auf eine 
erneute Befragung von I. (Stellungnahme vom 11. März 2005, pag. 23 07 
090). Das Dispensationsgesuch wurde aus den vorgebrachten Gründen 
gutgeheissen (Präsidialverfügung vom 17. März 2005, pag. 23 07 108). 

 
1.4.2 Das Dispensationsgesuch des als Zeugen vorgeladenen J. vom 

17. März 2005 (pag. 23 07 109) wurde abgewiesen (Präsidialverfügung 
vom 21. März 2005, pag. 23 07 133). Er wurde bereits früher durch die 
Kantonspolizei Uri zur Sache befragt (pag. 23 02 013 ff.).  

 
 Anlässlich der Hauptverhandlung erneuerte Zeuge J. sein Dispensations-

gesuch und liess erneut ausführen, er fühle sich bei weiteren Aussagen 

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bedroht. Es handle sich um ein generelles Problem bei Verrat in diesen 
Kreisen.  

 
 Es soll kein Strafurteil auf Aussagen von Zeugen ergehen, ohne dass dem 

Angeklagten wenigstens einmal angemessene und hinreichende Gelegen-
heit gegeben worden war, dem Belastungszeugen Fragen zu stellen 
(Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 3 Bst. d EMRK). Dieser 
Anspruch ist grundsätzlich absoluter Natur (BGE 129 I 151 E. 3.1). Die Par-
teien hatten bis anhin keine Gelegenheit, dem Zeugen J. Fragen zu stellen. 
Zudem bestanden keine Anhaltspunkte für eine konkrete ernsthafte Gefahr, 
die ihn unter Umständen von der gesetzlichen Zeugenpflicht hätten entbin-
den können. Das Dispensationsgesuch wurde daher von der Strafkammer 
abgewiesen (pag. 23 04 007).  

 
 Der Zeuge J. widersetzte sich in der Folge der Einvernahme (vgl. pag. 23 

04 043 f.) auch nach Hinweis auf die gesetzlichen Zwangsmittel (pag. 23 
04 044). Die vom Zeugen erwarteten Auskünfte erschienen zur Beurteilung 
der Geschehnisse erheblich, und der Zeuge wurde gestützt auf Art. 88 
Abs. 1 BStP (zur Zulässigkeit einer solchen Gesetzesnorm vgl. BGE 117 Ia 
491 E. 1; ferner HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafpro-
zessrecht, 6. Auflage, Basel 2005, § 62 N. 8 mit Hinweisen) für zwei Stun-
den in Haft gesetzt. Danach wurde er erneut zur Befragung vorgeführt und 
er legte Zeugnis ab. 

 
1.5 
1.5.1 Am Schluss des Beweisverfahrens beantragte der Verteidiger des Ange-

klagten B., es sei K. als Zeuge zu hören; seine Aussage sei beweisrele-
vant.   

 
 Dem Gericht obliegt die Ermittlung der materiellen Wahrheit; es hat dabei 

alle beweisrelevanten Tatsachen in das Verfahren einfliessen zu lassen 
(Untersuchungsgrundsatz; vgl. HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, a.a.O., § 53 
N. 8; SCHMID, Strafprozessrecht, 4. Auflage, Zürich 2004, § 16 N. 269). 
Grundsätzlich sind die beantragten abstrakt tauglichen Beweise abzuneh-
men (vgl. zur Ausnahme der antizipierten Beweiswürdigung: SCHMID, 
a.a.O., § 17 N. 291). 

 
 K. hielt sich zum Zeitpunkt des Anschlags auf den Postomaten in Horw in 

der Nähe des Tatorts auf und wurde im Rahmen der ersten polizeilichen 
Ermittlungen befragt (pag. 05 02 007). Seine Aussagen werden im Polizei-
bericht in direkter Rede wiedergegeben; die Umstände der Befragung wer-
den nicht weiter erwähnt, insbesondere lässt sich die Zuverlässigkeit der 

- 14 - 

 

 

Aussage nicht beurteilen. Im Verlauf der Voruntersuchung erfolgte keine 
weitere, eingehende Anhörung. Aufgrund der im Polizeibericht wiederge-
gebenen Aussagen lässt sich nicht bestimmen, ob K. mehr gesehen hat, 
als protokolliert wurde. Aufgrund der Akten war daher auch nicht auszu-
schliessen, seiner Aussage vor Gericht könnte wesentliche Bedeutung zu-
kommen. Dem Beweisantrag wurde daher stattgegeben.  

 
 Da eine Abtrennung des Verfahrens gegen den Angeklagten B. und die 

Weiterverhandlung der Anklagen gegen die Angeklagten A. und C. nicht 
opportun erschienen, wurde die Hauptverhandlung insgesamt unterbrochen 
und auf den 2. Juni 2005 vertagt (pag. 23 04 011). 

 
1.5.2  Die Parteien können bis zum Schluss des Beweisverfahrens neue Be-

weismassnahmen beantragen (Art. 157 Abs. 2 Satz 1 BStP). Indessen hat 
nach dem Grundsatz von Art. 156 Abs. 6 OG derjenige unnötige Kosten zu 
bezahlen, der sie verursacht hat (vgl. Art. 245 BStP). Diese Kostenauflage 
kann unter den gegebenen Voraussetzungen auch den Parteivertreter tref-
fen (vgl. BGE 129 IV 206 E. 2). 

  
 In der Voruntersuchung machte I. detaillierte Angaben zum zeitlichen Ab-

lauf der Ereignisse in Horw. Den Aussagen von K., welcher kurz nach Tat-
begehung polizeilich befragt wurde, ist nicht weiter Bedeutung beigemes-
sen worden. I. wurde als Zeuge vor Bundesstrafgericht vorgeladen und erst 
kurz vor der Hauptverhandlung aus medizinischen Gründen dispensiert. 
Der Angeklagte B. machte alsdann an Schranken neue Angaben zum zeit-
lichen Ablauf der Tat. Zum Zeitpunkt der Beurteilung des Beweisantrags 
schienen die Aussagen von K. erheblich an Bedeutung gewonnen zu ha-
ben. Unter diesen Umständen war der Beweisantrag nicht verspätet. Es er-
folgt daher keine Kostenauflage an den Verteidiger des Angeklagten B.. 

 
1.6 Vor Wiederaufnahme der Parteiverhandlung am 2. Juni 2005 reichte die 

Bundesanwaltschaft einen Ergänzungsbericht der Kantonspolizei Luzern 
vom 19. April 2005 inklusive Fotodokumentation zum Tatort in Horw ein. 
Der Verteidiger des Angeklagten B. beantragte, die Eingabe der Bundes-
anwaltschaft sei aus dem Recht zu weisen; es sei in der Zuständigkeit des 
Präsidenten, nach der Anklageerhebung weitere Beweise anzuordnen. E-
ventualiter beantragte er, die Angaben des Berichts seien durch das Ge-
richt zu überprüfen (mittels Augenschein, Konsultation der Pläne betreffend 
die bauliche Neugestaltung des Tatorts).  

 
 Der Zweck von Art. 157 Abs. 2 und Abs. 3 BStP spricht nicht dafür, dass 

das Gericht Beweismassnahmen nicht anordnen, sondern nur abnehmen 

- 15 - 

 

 

dürfte. Namentlich kann es nach Anklageerhebung oder erst nach Eröff-
nung der Hauptverhandlung Beweismittel zu den Akten nehmen, die von 
einer Partei eingelegt werden. Zu denken ist beispielsweise an ein Arbeits-
zeugnis, welches von der Verteidigung ohne Aufforderung dem Gericht ein-
gereicht werden kann. In diesem Fall sind die Beweismittel bereits geschaf-
fen, und das Gericht äussert sich nur noch darüber, ob die eingereichten 
Schriftstücke für die Urteilsfindung wesentlich seien und daher zu den Ak-
ten genommen werden. Das traf für die genannten Dokumente zu. Der 
Hauptantrag wurde daher abgelehnt. 

  
 Der Eventualantrag des Verteidigers des Angeklagten B. wurde vom Ge-

richt einstweilen abgewiesen und vor Schluss des Beweisverfahrens nicht 
wieder erneuert.  

 
1.7 Der Entscheid im Strafpunkt wurde am 2. Juni 2005 gefällt und eröffnet. Im 

Zivilpunkt entschied die Strafkammer am 14. Juni 2005, ohne den Spruch 
mündlich zu eröffnen. Die vorliegende Urteilsausfertigung umfasst die Be-
gründung beider Entscheide.  

 
 
2. Unbefugter Verkehr mit Sprengmitteln  
 
 Wer ohne Bewilligung oder entgegen Verboten des Sprengstoffgesetzes 

mit Sprengmitteln oder pyrotechnischen Gegenständen verkehrt, insbeson-
dere solche herstellt, lagert, besitzt, einführt, abgibt, bezieht, verwendet 
oder vernichtet, wird, wenn er vorsätzlich handelt, mit Gefängnis oder mit 
Busse bestraft. Handelt der Täter fahrlässig, so ist die Strafe Haft oder 
Busse (Art. 37 Ziff. 1 Sprengstoffgesetz [SR 941.41]). 

 
 Die Bundesanwaltschaft wirft dem Angeklagten C. vor, er habe ungefähr 

fünfzehn Stangen Sprengstoff, einen Meter Zündschnur und fünf Spreng-
kapseln von der Schweiz aus bei seinem Bruder in Bosnien-Herzegowina 
bestellt und, ohne Bewilligung, durch ein Reisebusunternehmen in die 
Schweiz einführen lassen, um den Sprengstoff vom Busunternehmen in 
Luzern in Empfang zu nehmen und ihn in der Folge dem Angeklagten A. 
zur Aufbewahrung zu übergeben. Der Angeklagte C. habe sich dadurch 
des unbefugten Verkehrs mit Sprengmitteln im Sinne von Art. 37 Ziff. 1 
Sprengstoffgesetz strafbar gemacht.  

 
 Der Angeklagte C. hat den Sachverhalt bestätigt (pag. 16 02 006; ferner 

pag. 04 18 164). Die Verteidigerin beantragt, der Angeklagte C. sei vom 
Vorwurf des unbefugten Verkehrs mit Sprengmitteln freizusprechen, da der 

- 16 - 

 

 

umschriebene Sachverhalt bereits durch andere Strafnormen abgegolten 
werde.  

 
 Mangels anderer Hinweise ist zu Gunsten des Angeklagten C. davon aus-

zugehen, dass der von ihm in die Schweiz eingeführte Sprengstoff bei den 
beiden Anschlägen vollständig verbraucht wurde (vgl. Aussagen des Ange-
klagten C.: pag. 04 18 166; pag. 04 18 167).  

 
 Art. 40 Abs. 1 Sprengstoffgesetz bestimmt, dass die Artikel 224 – 226 StGB 

Strafen nach diesem Gesetz nur ausschliessen, wenn sie die Tat nach dem 
Unrechtsgehalt und dem Verschulden allseitig abgelten. Diese Bestimmung 
hat bloss deklaratorische Bedeutung und geht inhaltlich nicht weiter als die 
allgemeinen Konkurrenzregeln. Massgeblich sind insbesondere deren Fol-
gen für die Sprengstoffdelikte gemäss Art. 224 ff. StGB. Nach bundesge-
richtlicher Rechtsprechung gehen Tathandlungen von Art. 226 Abs. 2 StGB 
in der vorsätzlichen Tatbegehung nach Art. 224 Abs. 1 StGB als mitbestraf-
te Vortat auf (BGE 103 IV 241 E. 1 S. 244 f.; CORBOZ, Les infractions en 
droit suisse, Berne 2002, Volume II, Art. 226 CP No 18: Die Handlungen 
gemäss Art. 226 StGB gehen in Art. 224 StGB auf, wenn der Täter den ge-
samten Sprengstoff verwendet). Wenn schon Art. 226 Abs. 2 StGB gegen-
über Art. 224 Abs. 1 StGB zurücktritt, dann hat dies erst recht im Verhältnis 
von Art. 37 Sprengstoffgesetz zu Art. 224 Abs. 1 StGB zu gelten (vgl. auch 
ROELLI/FLEISCHANDERL, Basler Kommentar, Art. 224 StGB N. 12: Die Straf-
bestimmungen des Sprengstoffgesetzes sind als subsidiär zu Art. 224 
StGB zu betrachten). 

 
 
3. Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer 

Absicht 
 
 Wer vorsätzlich und in verbrecherischer Absicht durch Sprengstoffe oder 

giftige Gase Leib und Leben von Menschen oder fremdes Eigentum in Ge-
fahr bringt, wird mit Zuchthaus bestraft (Art. 224 Abs. 1 StGB).   

  
3.1 Die Bundesanwaltschaft wirft den Angeklagten A. und C. vor, am 

6. Juni 2003 in arbeitsteiligem Zusammenwirken den Postomaten am Post-
gebäude in Littau gesprengt zu haben, um sich bereichern zu können. 

 
 Die Angeklagten C. und A. haben den Sachverhalt bestätigt (pag. 04 18 

0166 f.; pag. 14 08 006 f.; pag. 14 08 036; pag. 03 13 003, pag. 03 13 017 
ff.; pag. 03 13 033 f.; pag. 03 13 074 f.; pag. 14 08 024; pag. 14 04 001 f.); 
die Verteidiger beantragen Schuldsprüche im Sinne der Anklage.  

- 17 - 

 

 

 
 Der angeklagte Sachverhalt ist durch glaubwürdige Geständnisse und Aus-

sagen Dritter belegt (B.: pag. 03 13 126 und pag. 03 13 144; L.: pag. 03 12 
019 und pag. 03 12 021). Angestrebter Erfolg der Sprengung des Postoma-
ten war ein Verbrechen, nämlich die Aneignung des im Postomaten befind-
lichen Geldes in Bereicherungsabsicht, mithin Diebstahl (Art. 139 StGB). 
Die Beute hätte hälftig geteilt werden sollen (pag. 13 02 008; pag. 03 13 
075). Die verbrecherische Absicht ist damit gegeben. Durch die Beschädi-
gung des Postomaten und anderer Objekte ist das Tatbestandselement der 
Sachgefährdung erfüllt. Vorsatz steht ausser Zweifel. Die Angeklagten A. 
und C. haben den Tatbestand der Gefährdung durch Sprengstoffe und gif-
tige Gase in verbrecherischer Absicht durch arbeitsteiliges Handeln erfüllt. 
Sie sind daher als Mittäter (vgl. E. 3.2.1) gemäss Art. 224 Abs. 1 StGB hin-
sichtlich des Postomaten in Littau schuldig zu sprechen.  

  
3.2 Die Bundesanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, in Bereicherungsab-

sicht am 2. August 2003 den Postomaten beim Postgebäude in Horw ge-
sprengt zu haben. Die Bundesanwaltschaft qualifiziert dieses Handeln als 
Mittäterschaft aller Angeklagten zu Art. 224 Abs. 1 StGB; bezüglich A. 
schliesst sie im Eventualstandpunkt auf Gehilfenschaft. 

 
 Der in den Anklageschriften dargestellte Ablauf ist in folgendem Umfange 

anerkannt: Am frühen Abend des 1. August 2003 trafen sich alle drei Ange-
klagten und L. in der Wohnung von A. in Kriens. C. logierte damals in der 
gegenüberliegenden Wohnung des Ehepaars M. und kannte bislang von 
diesen Personen nur A.. In der Runde wurde davon gesprochen, dass in 
dieser Nacht der Postomat in Horw gesprengt werden sollte, wenn auch die 
Aussagen nicht übereinstimmen, wer sich darüber geäussert und wer wie 
viel vom Gespräch mitbekommen hat. Jedenfalls hat nach längerem Bei-
sammensein B. L. in seinem Auto nach Altdorf gebracht; begleitet wurde er 
von C., mit dem er sofort zu A. zurückkehrte. Nach einer Unterhaltung zu 
dritt brachen um die Mitternachtszeit C. und B. auf. C. behändigte einen 
Sack und beide bestiegen das Auto von B., der es auf einen Parkplatz in 
der Nähe der Postfiliale Horw fuhr. In den ersten Stunden des folgenden 
Tages brachte C. Sprengstoff und Zündschnur, die er dem Sack entnom-
men hatte, beim Postomaten an und zündete die Ladung. Die Explosion, 
welche er hinter einem nahen Busch abgewartet hatte, zerstörte den Pos-
tomaten und das Gehäuse, an dem er befestigt war, brach aber den Geld-
behälter nicht auf. Kurz darauf fuhren die Angeklagten C. und B. in dessen 
Wagen nach Kriens zurück zum Hause, von wo sie aufgebrochen waren.  

 

- 18 - 

 

 

 Der Angeklagte C. hat den in der Anklage enthaltenen Sachverhalt aner-
kannt (pag. 04 18 167 f.; pag. 14 04 007 f.; pag. 14 08 036 ff.); seine Ver-
teidigerin beantragt Schuldspruch im Sinne der Anklage.  

 
 Der Angeklagte A. bestreitet jegliche aktive Beteiligung am Gespräch über 

diesen Anschlag. Sein Verteidiger verneint eine Beteiligung am Delikt nach 
Art. 224 Abs. 1 StGB sowohl als Mittäter wie als Gehilfe.  

 
 Der Angeklagte B. bestätigt, den Angeklagten C. zum Tatort chauffiert zu 

haben (pag. 23 04 030), bestreitet indessen, sich an der eigentlichen 
Sprengung beteiligt oder den wahren Zweck der Fahrt gekannt zu haben 
(pag. 23 04 030 ff.). Er lässt Freispruch beantragen.   

  
3.2.1 Mittäter ist, „wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines 

Delikts vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern zu-
sammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht" (BGE 120 IV 265 
E. 2c aa). Das blosse Wollen der Tat genügt nicht. Mittäterschaft setzt ei-
nen gemeinsamen Tatentschluss voraus, wobei es allerdings genügen soll, 
sich den Vorsatz des anderen später zu eigen zu machen (BGE 120 IV 265 
E. 2c aa S. 272). Sodann muss der Täter einen Tatbeitrag erbringen, der 
nach den Umständen des konkreten Falls und dem Tatplan für die Ausfüh-
rung des Delikts so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt (sog. 
funktionale Tatherrschaft; vgl. BGE 125 IV 134 E. 3a; 120 IV 265 E. 2c aa).  

 
 Demgegenüber ist Gehilfe, wer in untergeordneter Weise (BGE 117 IV 186 

E. 3; 98 IV 85 E. 2c) einen Tatbeitrag leistet, ohne Tatherrschaft zu haben. 
In objektiver Hinsicht genügt für Gehilfenschaft jede Handlung, welche die 
Tat, so wie sie verübt wurde, in kausaler Weise förderte (BGE 121 IV 109 
E. 3a; 119 IV 289 E. 2c aa). Neben physischer Gehilfenschaft ist auch die 
psychische strafbar. Während der Gehilfe bei der ersten die Tat durch reale 
Vorkehren erleichtert, stützt oder bestärkt er den Haupttäter bei der zweiten 
Form in seinem bereits gefassten deliktischen Willen (BGE 79 IV 145, 
S. 147; 70 IV 12 E. 3), indem er diesem beispielsweise Hilfe zusagt. Gehil-
fenschaft kann vor oder während der Tat geleistet werden (BGE 121 IV 109 
E. 3a); psychische Gehilfenschaft kann aber auch dann vorliegen, wenn 
dem Täter vor der Tat beispielsweise Fluchthilfe versprochen wird 
(TRECHSEL/NOLL, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil I, Allgemei-
ne Voraussetzungen der Strafbarkeit, 6. Auflage, Zürich 2004, S. 220). 
Psychische Gehilfenschaft erfordert den Nachweis der affektiven Einwir-
kung auf den Täter (REHBERG/DONATSCH, Strafrecht I, Verbrechenslehre, 
7. Auflage, Zürich 2001, S. 134 f.; TRECHSEL/NOLL, a.a.O., S. 219 f.); blos-
se Billigung der Tat genügt nicht (BGE 70 IV 12 E. 3). Gehilfenschaft ist al-

- 19 - 

 

 

lerdings nur strafbar, wenn der Teilnehmer vorsätzlich handelte (Art. 25 
StGB). Dafür ist erforderlich, dass der Gehilfe weiss oder damit rechnet, ei-
ne bestimmt geartete Straftat zu unterstützen, und dass er dies will oder in 
Kauf nimmt. Zum Vorsatz des Gehilfen gehört auch die Voraussicht des 
Geschehensablaufs; dabei genügt es, dass er um die wesentlichen Merk-
male des vom Täter zu verwirklichenden strafbaren Tuns weiss, während 
er Einzelheiten der Tat nicht zu kennen braucht (BGE 121 IV 109 E. 3 a; 
117 IV 186 E. 3). Allerdings ist ein ganz unbestimmter, allgemein gehalte-
ner Vorsatz dahingehend, dass das eigene Verhalten einem Dritten über-
haupt Hilfe zur Deliktsbegehung sei, nicht ausreichend 
(REHBERG/DONATSCH, a.a.O., S. 135). Nach allgemeinem Grundsatz muss 
Vorsatz bereits im Moment der Gehilfenhandlung vorliegen (BGE 117 IV 
186 E. 3). 

 
3.2.2 Soweit den Tatbeitrag des Angeklagten C. betreffend, ist vom eingestan-

denen Sachverhalt gemäss Anklageschrift auszugehen.  
 
 Der Angeklagte C. hat durch sein Verhalten auch hinsichtlich des Spreng-

stoffanschlags in Horw den objektiven und subjektiven Tatbestand von 
Art. 224 Abs. 1 StGB erfüllt (vgl. E. 3.1). Es hat daher ein Schuldspruch zu 
erfolgen. 

 
3.2.3 Soweit den Angeklagten A. betreffend, ergibt sich folgendes Beweisthema: 

In welcher Art und in welchem Umfang war der Angeklagte A. am Spreng-
stoffanschlag in Horw beteiligt? Insbesondere stellen sich die Fragen, ob er 
in die Rekognoszierung involviert war, wie er sich an den Gesprächen in 
seiner Wohnung beteiligte, ob er insbesondere den Angeklagten B. als 
Chauffeur für die Fahrt nach Horw vorschlug, und welches persönliche Inte-
resse er am Anschlag hatte. 

 
 a)  Laut dem Angeklagten C. soll sich der Angeklagte A. vor dem An-

schlag an der Rekognoszierung beteiligt haben: Am Abend des Anschlags 
seien die drei Angeklagten an den Tatort gefahren und A. habe gezeigt, wo 
sich der Automat befände (pag. 04 18 168). Respektive an anderer Stelle: 
A. habe ihm den Postomaten bereits früher gezeigt (pag. 14 08 008 und 
pag. 14 008 036 f.), er habe ihm gesagt, er wisse wo ein guter Platz sei, wo 
„man das machen könne“ und er habe ihn, C., dann nach Horw gebracht; 
dies sei die gemeinsame Rekognoszierung gewesen (pag. 14 08 037). Am 
Abend des 1. August 2003 sei es dann zu einem Treffen der drei Angeklag-
ten und von L. gekommen, bei welchem A. seine Mitwirkung an einem An-
schlag abgelehnt habe (pag. 14 08 009). A. habe ihn, C., jedoch mit B. „zu-
sammen gebracht“ (pag. 14 08 010) und ihnen beiden gesagt, sie sollten 

- 20 - 

 

 

es alleine hinkriegen (pag. 04 18 168). Auch habe A. einen Anteil der Beute 
von Horw verlangt − der Zeitpunkt dafür ist offen −, da er bei der Organisa-
tion mitgeholfen habe (pag. 14 08 015); an anderer Stelle spricht er jedoch 
von hälftiger Teilung zwischen ihm und B. (pag. 14 08 009 f.).  

 
 L. bestätigte das Treffen zu viert und auch die Anwesenheit des Angeklag-

ten A. bei der Besprechung des geplanten Sprengstoffanschlags (pag. 03 
12 032). Der Angeklagte C. und L. sagten übereinstimmend aus, der Ange-
klagte A. habe nicht bei einer weiteren Sprengung dabei sein wollen 
(pag. 04 18 168; pag. 03 12 032). Laut L. übernahm A. beim Anschlag in 
Horw keine Rolle (pag. 03 12 021).  

 
 b)  Der Zeuge J. erinnerte sich zwar, er sei vor dem Anschlag zusammen 

mit L. und einer weiteren Person beim Postomaten in Horw vorbeigefahren, 
wobei die anderen zwei über den Automaten gesprochen hätten. Er konnte 
hingegen nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, ob es sich bei dieser Drittper-
son um den Angeklagten B. (pag. 23 02 019) oder den Angeklagten A. ge-
handelt habe (pag. 23 04 045). 

 
 c)  Die Aussagen des Angeklagten A. weichen von dieser Darstellung 

des Sachverhalts in mehrfacher Beziehung ab:  
 
 − Er habe jeweils Geldbezüge am Postomaten in Horw getätigt, auch 

im Beisein des Angeklagten C.. Bei solcher Gelegenheit habe dieser viel-
leicht realisiert, dass man dort eine Sprengung machen könnte (pag. 14 08 
026). C. verneint indessen solche gemeinsamen Geldbezüge am späteren 
Tatort (pag. 14 08 037). 

 
 − Der Angeklagte A. bestätigte seine Anwesenheit beim Treffen in sei-

ner Wohnung am Abend des 1. August 2003 (pag. 03 13 035; pag. 03 13 
067; pag. 03 13 082; indirekt auch in pag. 03 13 062), will aber an der Be-
schlussfassung nicht teilgehabt haben: C. müsse mit B. gesprochen haben, 
während er, A., abwesend gewesen sei; denn als er zurückgekommen sei, 
seien diese zwei mit L. aufgebrochen (pag. 03 13 036; ferner pag. 03 13 
082). Und entgegen den Ausführungen des Angeklagten C. habe er vom 
Inhalt des Gespräches zwischen diesem und dem Angeklagten B. keine 
Kenntnis gehabt (pag. 03 13 062).  

 
 − Was die Tatausführung selbst betrifft, so bestritt der Angeklagte A. 

stets, bei der Sprengung des Postomaten in Horw dabei gewesen zu sein 
(etwa pag. 03 13 013). Er erklärte, C. habe ihn nach Littau für einen weite-
ren Anschlag angefragt, er habe aber abgelehnt (pag. 03 13 020; pag. 03 

- 21 - 

 

 

13 035 f.), gab dann aber an anderen Stellen zu Protokoll, C. habe nur ge-
sagt, „heute sei es günstig“ und habe nichts von einem Sprengstoffan-
schlag gesagt, dies sei jedoch für ihn, A., klar gewesen (pag. 03 13 164). 

 
 − Vom verübten Anschlag, so der Angeklagte A., habe er nur im Fern-

sehen erfahren (pag. 03 13 021; pag. 03 13 036). Später widerspricht er 
dieser Darstellung und sagt, er habe den Angeklagten B. − als er frühmor-
gens im Treppenhaus auf ihn getroffen sei − gefragt, wie es gelaufen sei 
(pag. 03 13 063; pag. 03 13 083; ferner pag. 03 13 041; pag. 03 13 165 f.). 
C. sagte dazu aus, B. habe A. nach der Rückkehr von Horw geweckt und 
ihm mitgeteilt, dass nichts habe erbeutet werden können (pag. 14 08 016). 
B. macht hierzu widersprüchliche Aussagen; an Schranken hielt er an sei-
ner letzten Version fest, wonach er C. in Kriens ausgeladen haben, selbst 
aber nicht mehr ausgestiegen sei (pag. 23 04 031; vgl. auch pag. 15 03 
006).  

 
 − Zum Vorwurf der Bundesanwaltschaft, er habe B. als Chauffeur vor-

geschlagen, gab der Angeklagte A. an, er habe zu C. gesagt, „schau du 
beim andern, beim Vito, (…). Dieser Vito hat einen VW“ (pag. 03 13 021); 
allerdings ist unklar, bei welchem Anlass das geschah. In einer späteren 
Einvernahme gab er zu Protokoll, er wisse nicht mehr, ob er oder C. B. als 
möglichen Fahrer ins Spiel gebracht habe (pag. 03 13 035), widerspricht 
sich jedoch kurz darauf in derselben Einvernahme: „Daraufhin fragte er 
mich nach Vito, weil er einen Chauffeur benötigte“ (pag. 03 13 036). Rund 
zwei Wochen später erklärte er: „C. hat mich an diesem Abend nur gefragt, 
ob er Vito als Chauffeur verwenden könne“ (pag. 03 13 062). 

 
 d) Laut dem Angeklagten B. habe ihn der Angeklagte A. um den Fah-

rerdienst gebeten (pag. 03 13 127). An anderer Stelle gab er indessen zu 
Protokoll, C. habe ihn in Anwesenheit von A. gefragt, ob er ihn nach Horw 
fahren würde (pag. 03 13 163; pag. 03 13 164; pag. 15 03 003).  

 
 e)  L. wurde zweimal zu den Gesprächen in der Wohnung des Angeklag-

ten A. befragt. Nach seiner Aussage vom 23. Oktober 2003 hat der Ange-
klagte C. den anderen erklärt, die Sprengung des „Postomaten mit der Hüt-
te“ sei bereit, man brauche nur noch einen Fahrer. Darauf habe A. B. ange-
fragt, ob er fahren wolle. Die anderen drei Anwesenden hätten das bespro-
chen und dann abgemacht, dass B. fahren, während C. den Anschlag aus-
führen würde (pag. 03 12 020). Am 6. November 2003 sagte er aus, an-
lässlich dieses Zusammentreffens habe A. zu C. gesagt, „ ,Vito’ habe ein 
Auto und könnte das mit dir zusammen machen“. A. selbst habe nicht mehr 
mitmachen wollen. B. habe sich die Sache überlegt und dabei gewusst, 

- 22 - 

 

 

„dass es um die Sache mit dem Automaten ging“. B. habe die Sache als zu 
riskant erachtet, worauf C. entgegnet habe, es sei alles schon bereit. So 
seien die anderen drei dann einverstanden gewesen, „diese Sache wie be-
sprochen so auszuführen“ und B. habe sich bereit erklärt, ihn, L., nach 
Hause zu bringen (pag. 03 12 032). 

 

 f)  Über die Rolle des Angeklagten A. ergibt sich aus den angeführten 
Aussagen kein einheitliches Bild. Was den Vorwurf der Rekognoszierung 
betrifft, so stehen sich die Schilderungen der Angeklagten C. und A. wider-
sprüchlich gegenüber; der Zeuge J. konnte zur Aufklärung nichts beitragen. 
Damit steht nicht mit genügender Sicherheit fest, dass der Angeklagte A. 
den späteren Tatort empfahl. Allerdings würde auch der Beweis eines sol-
chen Hinweises nicht zum Schuldspruch führen, denn im damaligen Zeit-
punkt war noch kein Tatentschluss gefasst, so dass weder Mittäterschaft 
noch Gehilfenschaft in Frage kämen. 

 
 Zum Einbezug des Angeklagten B. als Fahrer können einmal die Aussagen 

des Angeklagten C. als belastendes Element gelten. Gingen sie in der Ein-
vernahme während des Rechtshilfeverfahrens noch dahin, dass der Ange-
klagte A. die Mitangeklagten aufgefordert habe, das „allein hinzukriegen“, 
beschränkte C. sich dann in der Konfrontationseinvernahme darauf, A. ha-
be sie „zusammen gebracht“. Auch L. hat sich widersprüchlich geäussert: 
Einmal soll A. B. um Fahrdienste gebeten haben, dann soll es C. gewesen 
sein. Die Aussagen des Angeklagten B. schliesslich sind nicht zuverlässig, 
weil er darauf bedacht war, seine ungewöhnlichen Fahrdienste auf die Initi-
ative des ihm seit längeren bekannten A. zurück zu führen, statt auf die ihm 
bis dato unbekannte Person C.. In diesem Kontext, wo es auf den genauen 
Inhalt einer Äusserung des Angeklagten A. im Laufe eines längeren Zu-
sammenseins von vier Personen am Abend der Tat ankommt, lässt sich ein 
Schuldspruch allein auf eine einmalige, später nicht mehr bestätigte Aus-
sage des Angeklagten C. nicht stützen. Selbst wenn erwiesen wäre, dass 
ihm der Angeklagte A. einen Fahrer empfohlen hätte − was aber nicht fest 
steht −, würde dies als Gehilfenschaft nur ausreichen, sofern der Betreffen-
de ihm nicht bekannt gewesen wäre (vgl. BGE 78 IV 6); hier aber kannten 
sich C. und B. bereits als Teilnehmer des abendlichen Gesprächs. Es fehlte 
damit an einer Förderung der Haupttat. Wäre in der Äusserung von A. eine 
Aufforderung enthalten, B. zur Fahrt aufzufordern, wie es sich aus den Er-
klärungen von L. ergeben könnte, so käme dies allenfalls als Kettenanstif-
tung in Betracht (vgl. BGE 73 IV 216 E. 2); eine solche bildet aber weder 
tatsächlich noch rechtlich Gegenstand der Anklage. Schliesslich würde das 
von C. geschilderte Verlangen A.s, an der Beute beteiligt zu werden, für 
sich allein – hätte sich dieser überhaupt so geäussert –, als konstitutives 

- 23 - 

 

 

Element von Mittäterschaft nicht genügen, sondern nur als eines von meh-
reren Indizien (REHBERG/DONATSCH, Strafrecht I, a.a.O., S. 141). Solche 
gibt es nach dem Gesagten nicht. 

 
 Der angeklagte Sachverhalt ist mithin nicht hinreichend erstellt und es ist 

zugunsten des Angeklagten A. davon auszugehen, dass er am Spreng-
stoffdelikt nach Art. 224 StGB weder als Mittäter noch als Gehilfe beteiligt 
gewesen war. 

 
3.2.4 Soweit den Angeklagten B. betreffend, ergeben sich folgende Beweisthe-

men: Einerseits ist zu untersuchen, ob er am Vorabend der Tat an der Pla-
nung und Entschlussfassung beteiligt war; falls dies zu verneinen ist, ob er 
zumindest davon − vor Antritt oder während der Fahrt − erfahren und so in 
groben Zügen Kenntnis von der geplanten Sprengung hatte. Schliesslich ist 
seine Funktion am Tatort selbst zu klären. 

 
 a)  Laut Aussagen des Angeklagten C. vom 25. August 2004 kam es am 

Abend des 1. August 2003 zu einem Treffen der drei Angeklagten und von 
L., anlässlich dessen sie „über die Sprengung im Allgemeinen gesprochen“ 
hätten. Bei diesem Gespräch sei der Angeklagte B. anwesend gewesen 
und er habe mitbekommen, dass ein Postomat in Horw gesprengt werden 
solle (pag. 14 08 008). L. sei schliesslich von B. nach Hause gefahren wor-
den; mit diesem habe er, C., auf der Rückfahrt von Altdorf nach Kriens über 
die Sprengung gesprochen (pag. 14 08 008). Es sei hälftige Beuteteilung 
zwischen ihm und B. abgemacht gewesen; allerdings nicht ausdrücklich, 
sondern sie seien stillschweigend von einer hälftigen Teilung ausgegangen 
(pag. 14 08 009 f.). Vermutlich gegen Mitternacht (pag. 14 08 010) bezie-
hungsweise nach Mitternacht (pag. 14 08 010) seien sie von Kriens in Rich-
tung Horw aufgebrochen (pag. 14 08 010). B. habe sie gefahren und er ha-
be gewusst, dass sich im mitgeführten Abfallsack Sprengstoff befinde 
(pag. 14 08 011). Auf der Fahrt von Kriens nach Horw sei nicht gesprochen 
worden (pag. 14 08 012). Beim Augenschein vom 25. August 2004 gab der 
Angeklagte C. an, das Auto sei angrenzend an das Postgebäude geparkt 
worden (pag. 14 08 011; pag. 14 08 047). Sie hätten lange am Tatort ge-
wartet, ungefähr 2 bis 3 Stunden; in dieser Zeit hätten sie auch über die 
Sprengung gesprochen (pag. 14 08 012). Sie hätten dann den Sack mit 
den Sprengmitteln behändigt − wer ihn getragen habe, wisse er nicht mehr 
mit Bestimmtheit − und zu einem Busch in der Nähe des Postomaten ge-
tragen. Dort hätten sie wieder etwas gewartet (pag. 14 08 012) und sich 
dann mit Militärmützen vermummt (pag. 14 08 013). Ob B. schliesslich 
auch Sprengstoff aus dem Sack genommen und beim Postomaten hinge-
legt habe, wisse er nicht mehr (pag. 14 08 013). Den Sprengstoff habe er, 

- 24 - 

 

 

C., gezündet; sie hätten sich hinter dem bereits erwähnten Busch versteckt 
und die Detonation abgewartet (pag. 14 08 013). Nachdem sie bemerkt 
hätten, dass es „nichts zu holen gab“, seien sie zum Wagen gelaufen. Sie 
seien nur einige Sekunden beim Postomaten gewesen, sie hätten gesagt: 
„Es gibt nichts, gehen wir“ (pag. 14 08 014). „Wir haben alles gemeinsam 
gemacht“ (pag. 14 08 013). Auf Vorhalt seiner früheren Aussage, B. habe 
ihm geholfen, den Sprengstoff festzukleben, erwiderte er, er habe gesagt, 
der Sprengstoff sei gelegt, nicht geklebt worden; B. sei ihm dabei behilflich 
gewesen (pag. 14 08 014). 

 
 In der gleichentags stattfindenden Konfrontationseinvernahme erklärte der 

Angeklagte C., der Entschluss zum Anschlag sei in der Wohnung von A. in 
Anwesenheit der drei Angeklagten und von L. gefasst worden, bevor es 
dunkel geworden sei (pag. 14 08 037 f.). Man habe von Horw und vom 
Sprengstoff gesprochen. Die Rede sei davon gewesen, „dass wir das am 
selben Abend machen werden“ (pag. 14 08 038). Auf spezielle Frage bes-
tätigte er, alle vier hätten dies gehört und seien damit einverstanden gewe-
sen (pag. 14 08 038). Dies sei vor der Fahrt nach Altdorf gewesen (pag. 14 
08 037). Nachdem L. nach Hause gefahren worden sei, sei es zu einem 
zweiten Treffen von A., B. und ihm gekommen. Sie hätten bei diesem zwei-
ten Treffen bei A. zuhause hauptsächlich über die Sprengung gesprochen 
(pag. 14 08 039). Nach ungefähr einer halben Stunde seien er und der An-
geklagte B. aufgebrochen (pag. 14 08 039). In Horw angekommen hätten 
sie gewartet (pag. 14 08 039) und hauptsächlich darüber gesprochen „wie, 
wohin, was tun“ (pag. 14 08 039 f.). Auf Frage, wie die Rollenverteilung 
gewesen sei, erklärte C.: „Er, B., ist gefahren. Ich habe gezündet. Er, B., 
war bei mir.“ (pag. 14 08 040). Während der Explosion seien sie im Busch 
gewesen, danach seien sie sofort zum Postomaten gelaufen (pag. 14 08 
040). Auf spezielle Fragen sagte C., sie seien nicht „laut miteinander ge-
worden“, aber die Ohren seien betäubt gewesen, weshalb sie vielleicht lau-
ter gesprochen hätten, B. habe ihn aber nicht angeschrieen (pag. 14 08 
040). Diese Aussagen machte C. nicht zusammenhängend in chronologi-
scher Struktur, sondern in kurzen Antworten auf spezifische Fragen.  

 
 Im vorausgegangenen Rechtshilfeverfahren sagte der Angeklagte C., er 

habe sich mit dem Angeklagten B. vorher abgesprochen (pag. 04 18 167), 
er habe sich mit ihm in der Wohnung des Angeklagten A. geeinigt (pag. 04 
18 168). Noch vor dieser Besprechung, am selben Abend, soll es auch zu 
einer Fahrt der drei Angeklagten zum späteren Tatort gekommen sein, wo 
A. gezeigt habe, wo sich der Automat befinde (pag. 04 18 168); diese letzte 
Angabe steht indessen in Widerspruch zur späteren Aussage, er sei mit B. 
am betreffenden Abend nur einmal in Horw gewesen (pag. 14 08 009). B. 

- 25 - 

 

 

habe ihn zum Tatort gefahren (pag. 04 18 168), am Tatort hätten sie noch 
besprochen, wie vorzugehen sei (pag. 04 18 168). Zur Tatausführung 
selbst gab er zu Protokoll, B. sei ihm beim Befestigen des Sprengstoffs auf 
einer Planke am Postomaten behilflich gewesen, sie hätten alles gemein-
sam gemacht (pag. 04 18 168). Dieser Darstellung widerspricht er in der 
anschliessenden Passage: Er habe den Sprengstoff angebracht, während 
B. bereits in Deckung gegangen sei (pag. 04 18 168).  

 
 b) Der Angeklagte B. gibt eine andere Darstellung des Sachverhalts. Er 

habe zwar den Angeklagten C. nach Horw gefahren, dabei aber nicht ge-
wusst, dass dort ein Sprengstoffanschlag auf einen Postomaten geplant 
sei. Während C. diesen Anschlag durchführte, habe er in seinem Wagen 
gewartet und sei erst ausgestiegen, nachdem er die Detonation gehört ha-
be.  

 
 aa) Über die Fahrt nach Horw und ihren Anlass machte er im Verlaufe 

des Verfahrens folgende Aussagen: 
 
 − Einvernahme vom 14. November 2003: Am Abend des 1. Au-

gust 2003 hätten sich die drei Angeklagten und L. in der Wohnung des An-
geklagten A. getroffen. Dort habe ihm der Angeklagte C. gesagt, „dass er 
heute etwas machen wolle“ und er ihn dazu als Chauffeur benötige 
(pag. 03 13 125). Nachdem er L. nach Hause gebracht habe, sei es zu ei-
nem zweiten Treffen in Anwesenheit der drei Angeklagten gekommen. C. 
habe wiederholt, dass er „etwas Dringendes machen müsse“ (pag. 03 13 
125). Da ihn sein guter Kollege A. auch darum gebeten habe, sei er mit C. 
nach Horw gefahren; zuvor habe dieser noch einen Stoffrucksack behän-
digt. Als C. dort mit dem Rucksack ausgestiegen sei und ihm gesagt habe, 
er solle im Wagen auf ihn warten, sei im klar geworden, dass er etwas 
„Nichtgutes“ machen würde (pag. 03 13 125); er habe ein „ungutes Gefühl 
[gehabt], für ihn Chauffeur zu spielen“. „Ich wusste jedoch bis zum Zeit-
punkt der Explosion nicht, dass C. etwas mit Sprengstoff vorhatte. Ich hatte 
schon das Gefühl, als ich ihn nach Horw fahren musste, dass er etwas 
‚Krummes’ machen wollte“ (pag. 03 13 126 f.). Anlässlich der Einvernahme 
vom 18. November 2003 bestätigte B. sein ungutes Gefühl (pag. 03 13 
136). 

 
 − Am 26. November 2003 sagte er aus: „Es trifft zu, dass ich bereits zu 

Hause bei Prle von einer Sache gehört habe. Da mir beide, C. und Prle 
auch auf Nachfrage hin, nichts sagen wollten, schöpfte ich Verdacht, dass 
es um etwas Illegales geht. Er sagte mir im Auto nur, dass er hier etwas 

- 26 - 

 

 

machen müsse. Ich dachte, er bekomme etwas oder treffe jemanden“ 
(pag. 03 13 145). 

 
 − In der Einvernahme vom 15. Dezember 2003 gab er – entgegen der 

ersten Aussage – an, A. habe ihn beim zweiten Zusammentreffen in seiner 
Wohnung angefragt, ob er C. nach Horw fahren könne. Dieser wolle dort 
jemanden treffen, weil er illegal in der Schweiz sei, und er habe Angst, von 
der Polizei erwischt zu werden – so hätten es die Angeklagten C. und A. 
dargestellt (pag. 03 13 153 f.). In der Konfrontation mit A. sagte er gleichen-
tags, C. habe ihn gebeten, ihn hinzufahren. Über den Grund habe er A. ge-
fragt, aber keine Auskunft bekommen; auf die Frage, warum zu dieser Zeit, 
habe A. gesagt, dass „er sich nicht von der Polizei erwischen lassen wolle, 
weil C. sich illegal in der Schweiz aufhält“ (pag. 03 13 164). Aufgebrochen 
seien sie etwa um 02.30 Uhr (pag. 03 13 150). 

 
 − In den folgenden Einvernahmen vom 3. und 12. Februar 2004 hielt 

der Angeklagte B. daran fest, erst beim zweiten Treffen sei das Thema der 
Fahrt nach Horw aufgekommen (pag. 15 03 003). Der Angeklagte C. habe 
ihn zu fahren gebeten und auf die Frage nach dem Grund gesagt, dass er 
illegal in der Schweiz sei und Dokumente in Horw erwarte (pag. 15 03 003 
f.). Der Angeklagte A. habe nichts dazu gesagt, und um diesem einen Ge-
fallen zu tun, habe er nicht abgelehnt. Das schlechte Gefühl begründete B. 
mit seinem Unwissen darüber, was C. vorgehabt habe (pag. 15 05 005 un-
ten f.). Weggefahren seien sie ungefähr um 02.00 Uhr bis 02.30 Uhr 
(pag. 15 03 006). Die Aussagen des Angeklagten C., der Entschluss zur 
Tat sei in seiner Anwesenheit gefasst worden, bestritt der Angeklagte B. 
auch anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 25. August 2004 
(pag. 14 08 042). Er und C. seien von Altdorf nach Kriens zurückgekehrt, 
weil sie zusammen mit A. in den Ausgang hätten gehen wollen, dies sei 
vorher so vereinbart worden. A. sei dann aber ins Bett gegangen, da er früh 
morgens zur Arbeit habe gehen müssen (pag. 14 08 026 f.). Sie, das heisst 
B. und C., seien im Bereich von 23.00 Uhr und 24.00 Uhr von Altdorf zu-
rückgekehrt und hätten sich danach ungefähr eine Stunde in der Wohnung 
aufgehalten (pag. 14 08 027). 

 
 − Der Angeklagte B. hält an Schranken an den Aussagen der letzten 

Einvernahmen bezüglich Zeitpunkt der Anfrage (pag. 23 04 030; pag. 23 04 
032) und Angabe des Grundes, weshalb die Fahrt nach Horw stattfinden 
sollte, fest (pag. 23 04 030; pag. 23 04 023 f.). Er habe ein ungutes Gefühl 
gehabt, weil er gewusst habe, dass sich der Angeklagte C. illegal in der 
Schweiz aufhielt, und er gedacht habe, dadurch in Probleme zu geraten 
(pag. 23 04 035). Die Rückfahrt von Altdorf nach Kriens begründete er mit 

- 27 - 

 

 

vorgesehenem Ausgang zu Dritt (pag. 23 04 031), sie seien gegen 23.00 
Uhr wieder in Kriens eingetroffen (pag. 23 04 030). Der geplante Ausgang 
sei dann aber erledigt gewesen, weil der Angeklagte A. am folgenden Tag 
habe arbeiten müssen (pag. 23 04 031). Um 02.00 Uhr, 02.30 Uhr seien er 
und C. aufgebrochen (pag. 23 04 030). Den Vorhalt, er habe sich somit 2 
bis 3 Stunden bei A. aufgehalten, bevor sie losgefahren seien, bestätigte er 
(pag. 23 04 031). 

 
 Der Angeklagte A. machte keine Angaben zu einem Gespräch zu viert, bei 

welchem über den Anschlag offen gesprochen wurde (vgl. seine Aussagen 
in E. 3.2.3 Bst. c): Nachdem er vom Angeklagten C. − mehr oder weniger 
deutlich − auf das Vorhaben angesprochen worden sei und jegliche Beteili-
gung abgelehnt habe, sei er kurz abwesend gewesen. Während dieser Zeit 
müssten C. und B. miteinander gesprochen haben (pag. 03 13 036). 

 
 bb)  Über das Geschehen nach der Ankunft in Horw sagte der Angeklagte 

B. aus: 
 
 − Einvernahme vom 14. November 2003: „Ich fuhr mit ihm [C.] via 

Kriens nach Horw, wo ich auf einem Parkplatz eines Einkaufscenters an-
hielt. … Die Post mit dem Postomaten befand sich ungefähr 300 Meter von 
uns entfernt. Wir warteten ungefähr 10 Minuten in meinem Auto. Um 
ca. 0100 Uhr stieg C. aus dem Auto …. Er begab sich zu Fuss auf direktem 
Weg Richtung des Postomaten der Post. Ich konnte von meiner Position 
aus nicht genau sehen, was er dort gemacht hat. Plötzlich gab es einen 
fürchterlichen Knall, eine riesige Detonation. Ich kam in Panik und sah nur 
noch Rauch. Ich dachte, C. sei tot. Ich stieg aus dem Auto aus und rief 
nach ihm. Ich sah ihn dann beim Postomaten. Er suchte dort am Boden 
nach Geld. Das ganze Gehäuse des Automaten lag verstreut herum. Er 
sagte, dass er kein Geld erbeutet habe. Es habe mit dem Sprengen nicht 
funktioniert. Wir begaben uns ins Auto zurück. Ich weiss nicht, ob C. seinen 
Rucksack noch dabei hatte“ (pag. 03 13 125). In derselben Einvernahme 
führte er allerdings auch aus, der Angeklagte C. habe nach dem Anschlag 
im Wagen die Motorradhaube und die Handschuhe ausgezogen und in den 
Rucksack gesteckt, welchen er wieder in seine Wohnung mitgenommen 
habe (pag. 03 13 127). Er habe ihn dann auf direktem Weg nach Hause 
gebracht, „wir sprachen auf der Fahrt kein Wort miteinander“ (pag. 03 13 
125). In der selben Einvernahme gab er aber auch Folgendes zu Protokoll: 
„Auf der Rückfahrt nach der Sprengung des Postomaten von Horw nach 
Kriens fragte ich C., was er da angerichtet habe. Er sagte mir, dass er dort 
den Postomaten mit einem Bund von Sprengsätzen gesprengt habe. Es 
habe sich um Dynamitstangen gehandelt, welche zu einem Bund zusam-

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men gebunden waren. Ich nahm an, dass er diesen Sprengstoff so vorbe-
reitet hat“ (pag. 03 13 127). 

 
 − Auch in der Einvernahme vom 18. November 2003 gab er an, den 

Wagen auf dem Parkplatz hinter dem Postomaten geparkt zu haben, etwa 
200 bis 300 Meter von diesem entfernt; den Postomaten habe er vom Wa-
gen aus gesehen (pag. 03 13 137). Er antwortete auf die Frage, ob er sich 
erinnern könne, dass der Angeklagte C. um 01.00 Uhr das Auto verlassen 
hat: „Ich habe eine Uhr und schaue ab und zu darauf. Ich erinnere mich, 
dass es so 01.00 Uhr war. Als er das Auto verlassen hat bis zur Detonation 
waren es nur ein paar Minuten. … ich sah den Postomaten vom Auto aus. 
Er war wie ein Container separat. Es war nicht im Gebäude, sondern stand 
separat neben der Post“ (pag. 03 13 136). 

 
 − Einvernahme vom 26. November 2003: Auf dem Parkplatz ange-

kommen hätten sie ungefähr zehn Minuten im Fahrzeug gewartet und mit-
einander gesprochen. Der Angeklagte C. habe ihm erzählt, er sei illegal in 
der Schweiz und als Schwarzarbeiter auf dem Bau tätig (pag. 03 13 143). 
Der Postomat sei vom Auto aus nur von der Rückseite sichtbar gewesen, 
es seien auch Bäume dazwischen gestanden und in der Nähe habe sich 
ein Geschäft und eine Kirche befunden. Weil er nur die Rückseite des Au-
tomaten habe sehen können, C. indessen zur Vorderseite gegangen sei, 
habe er diesen aus dem Blickfeld verloren. Kurz nach dem Knall sei er so-
fort aus dem Wagen ausgestiegen und Richtung des Postomaten gegan-
gen. „Dort sah ich C., welcher seinen Rucksack am Rücken trug, inmitten 
von herumliegenden Trümmern und Papierfetzen herum suchend. Er hatte 
einen schwarzen Plastiksack in der Hand. Ich packte C. am Kragen und 
sagte ihm mehrmals, dass wir jetzt weg müssten“ (pag. 03 13 143).  

 
 − Einvernahme vom 3. Februar 2004: Nach Ankunft auf dem Parkplatz 

sei der Angeklagte C. ausgestiegen, und nach ein paar Minuten habe es 
geknallt. C. habe er nicht gesehen in diesem Zeitpunkt, aber nachdem er 
dann ungefähr 50 Meter gegangen sei, habe er ihn beim Postomaten Geld 
suchen sehen und ihn weggezogen (pag. 15 03 004).  

 
 − Anlässlich der Einvernahme inklusive Augenschein vom 12. Febru-

ar 2004 gab er an, auf dem Parkplatz beim Denner geparkt zu haben 
(pag. 15 05 002). Die Skizze, welche er anlässlich der Einvernahme vom 
14. November 2003 (pag. 03 13 130) erstellt habe, sei falsch, der Wagen 
sei „Front Gegenrichtung Postomat“ geparkt gewesen (pag. 15 05 005). 
Diesen Standort bestätigte er auch an Schranken (pag. 23 04 034). Die 
Entfernung zum Postomaten betrug 60 Meter (pag. 15 05 003). 

- 29 - 

 

 

 
 − Konfrontationseinvernahme vom 25. August 2004: In Horw sei der 

Angeklagte C. ausgestiegen und habe ihn aufgefordert, zu warten. „Dann 
gab es plötzlich einen Knall, und ich stieg aus. Mir kam schon in den Sinn, 
dass der Knall von C. verursacht worden sein könnte. Es verstrichen ca. 5 
Minuten, als er ausgestiegen ist, bis es geknallt hat.“ Und weiter: „Es hatte 
eine Staubwolke. Es lagen Teile am Boden. Ich marschierte nach vorne. C. 
suchte etwas. Dann beschimpfte ich ihn. Ich fragte ihn, was er gemacht 
habe. C. sagte, dass er Geld brauche und gesprengt habe. Ich habe ihn 
dann zum Auto mitgezogen. Dann sind wir weggefahren. …“ (pag. 14 08 
028). Als C. beim gesprengten Automaten gestanden habe, habe er eine 
Mütze getragen, wann er diese angezogen hatte, habe er, B., nicht sehen 
können (pag. 14 08 030).  

 
 − In der Hauptverhandlung sagte der Angeklagte B. aus, sie hätten in 

Horw auf dem Parkplatz ungefähr zehn Minuten gewartet (pag. 23 04 031); 
sein Wagen sei ein paar hundert Meter vom Postomaten entfernt geparkt 
gewesen, die Gehdistanz habe ungefähr 3 bis 4 Minuten betragen, viel-
leicht auch weniger (pag. 23 04 031). Den Postomaten habe er von seinem 
Standort aus nicht sehen können (pag. 23 04 033), er bestätigt indessen 
auch den bereits früher angegebenen Standort (pag. 23 04 034). Als er 
nach der Explosion beim Postomaten eingetroffen sei, sei der Rauch noch 
da gewesen (pag. 23 04 033).  

 
 c) Der Angeklagte A. sagt aus, B. habe ihm erzählt, C. habe sie beim 

Anschlag fast umgebracht, Teile seien herumgeflogen (pag. 03 13 036; fer-
ner pag. 03 13 083). Dass er B. Informationen, weshalb er C. nach Horw 
fahren solle, gegeben hätte, bestritt er stets (vgl. E. 3.2.3 Bst. c). Wie C. B. 
darüber informiert habe, wollte er nur vermuten (pag. 03 13 082; pag. 03 13 
087; pag. 03 13 166). 

 
 d) Drittpersonen haben über den Anschlag in Horw wie folgt ausgesagt:  
 
 aa) I. wurde am Nachmittag des 2. August 2003 polizeilich befragt. Er 

habe ferngesehen, als es plötzlich einen grossen Knall gegeben habe. Im 
Fenster habe er Feuer und Funken scheinen sehen. Ihm sei schnell klar 
geworden, dass es sich dabei nicht um einen Schuss (im Zusammenhang 
mit dem Nationalfeiertag) habe handeln können, weshalb er an das Fenster 
getreten sei; das habe etwa 3 bis 5 Sekunden gedauert. Beim Postomaten 
habe er noch Qualm und Rauch gesehen, ferner zwei schwarz gekleidete, 
vermummte Personen. Diese seien sich in einigem Abstand vom Postoma-
ten auf dem Fussweg gegenüber gestanden; ob sie miteinander gespro-

- 30 - 

 

 

chen hätten, sei er nicht mehr sicher. Sie hätten dann kurz darauf den Ort 
nach rechts Richtung den Parkplatz vor dem Postgebäude verlassen. Da 
die Sicht dorthin verdeckt sei, habe er sie danach nicht mehr sehen kön-
nen. Indessen sei kurze Zeit später vom Parkplatz ein Personenwagen in 
sehr hohem Tempo und mit quietschenden Reifen weggefahren. Vom Zeit-
punkt der Explosion bis zur Flucht habe es 20 bis 30 Sekunden gedauert. 
Das hohe Tempo und die quietschenden Reifen bei der Wegfahrt habe er 
als sehr unprofessionell empfunden (pag. 05 02 028 ff.).  

 
 Am 31. März 2004 bestätigte I., er habe 3 bis 5 Sekunden nach der Deto-

nation auf den Tatort geschaut und dort zwei Personen entdeckt, wovon 
der eine den anderen angeschrieen habe. Er schloss aus, dass zwischen 
Detonation und Zeitpunkt, da er am Fenster stand, 10 bis 20 Sekunden 
vergangen sein könnten (pag. 17 04 003 ff.). 

 
 Polizeifunktionär N., welcher in der Tatnacht selbst in der Wohnung von I. 

war und auch dessen Befragung vom 2. August 2003 führte, bestätigte die 
Angaben von I. zu den Sichtverhältnissen (pag. 17 01 002 f.). Gemäss Be-
richt zur Fotodokumentation vom 12. Februar 2004 beträgt die Distanz zwi-
schen dem Wohnhaus von I. und dem Standort des Postomaten rund 40 
Meter, das Fenster selbst, von welchem aus I. das Geschehen beobachte-
te, befindet sich in ungefähr 10 Meter Höhe (pag. 08 02 074). Die Abbil-
dungen lassen erkennen, dass er unbehinderte Sicht auf den ehemaligen 
Standort des Postomaten hatte (pag. 08 02 091). In dieser Blickrichtung hat 
sich durch die bauliche Umgestaltung nichts verändert (pag. 08 02 074). 
Demgegenüber besteht kein Sichtkontakt zu dem vom Angeklagten B. an-
gegebenen Standort des Wagens (pag. 08 02 090).  

 
 bb) Nach der Tat verfolgte J. mit dem Angeklagten B. einen Fernsehbe-

richt zum Sprengstoffanschlag in Horw, was von diesem bestätigt wird. J. 
führte gegenüber der Kantonspolizei des Kantons Uri aus, B. habe ihm er-
klärt, er und C. hätten diesen Anschlag verübt (pag. 23 02 019). Anlässlich 
der Hauptverhandlung gab er als Zeuge die Aussage des Angeklagten B. 
mit „Wir sind dies gewesen.“ wieder (pag. 23 04 045; pag. 23 04 046 f.). 

 
 cc) Nach der Aussage von L. hörte B. beim Zusammentreffen in der 

Wohnung von A., dass C. in der gleichen Nacht einen Anschlag auf den 
Postomaten in Horw verüben wolle und einen Fahrer benötige. Auf Anfrage 
soll sich B. zu dieser Aufgabe bereit erklärt haben. Auf L.s Initiative sei er 
auch einverstanden gewesen, ihn vorher nach Altdorf heimzubringen 
(pag. 03 12 020; pag. 03 12 032). 

  

- 31 - 

 

 

 dd) Der Zeuge K. befand sich auf zum Zeitpunkt der Explosion auf einer 
Terrasse in der näheren Umgebung des Tatorts. Es habe eine spürbare 
Druckwelle gegeben, 3 Minuten später sei ein schwarzes Auto weggefah-
ren (pag. 23 04 059). Auf spezielle Frage erklärte er, als Uhr habe ihm das 
Natel mit Digitalanzeige gedient (pag. 23 04 060). 

  
 e) aa) In objektiver Hinsicht steht fest, dass der Angeklagte B. den An-

geklagten C. zum Tatort hin und zum Haus, wo er logierte, wieder zurück-
fuhr.  

 
 Wie bereits festgestellt, hat C. die Sprengladungen angebracht und gezün-

det. Dass ihm B. dabei geholfen habe, ist nicht erstellt: Zwar hat sich C. in 
diese Richtung geäussert, aber nicht konstant und mit Sicherheit. Zu ent-
scheiden bleibt, ob der Vorwurf nachgewiesen ist, B. habe sich bei C. auf-
gehalten, während dieser die Sprengung vorbereitet und ausgelöst hat. C. 
äusserte sich in diesem Sinne frei von Widersprüchen. Ein Motiv zu einer 
Falschaussage ist nicht ersichtlich: Er kannte den Angeklagten B. kaum 
(pag. 03 13 063; pag. 03 13 163; pag. 15 03 004) und kann sich selbst 
durch die Belastung des Angeklagten B. nicht entlasten. I. hat wenige Se-
kunden nach der Explosion zwei Personen beim Postomaten gesehen. Die 
räumlichen Verhältnisse ermöglichten die Sicht und die Umgebungsbe-
leuchtung erlaubte zu sehen, wer sich beim Postomaten befand. Seine 
Sachdarstellung ist klar und er trennt Beobachtungen von Annahmen. Die-
se Aussagen können durch die Bestreitung des Angeklagten B. nicht wider-
legt werden, welche sich durch ein natürliches Motiv, sich selbst strafrecht-
lich zu entlasten, erklären lassen. Für dieses spricht der Umstand, dass B. 
erst in der dritten Einvernahme zugab, C. nach Horw gefahren zu haben. 
Falsch ist einmal seine Angabe, C. habe kurz nach 01.00 Uhr die Explosion 
verursacht; denn aus den automatischen Aufzeichnungen ergibt sich, dass 
noch kurz vor 02.30 Uhr ein Postkunde Geld vom Automaten bezog (pag. 
02 07 015). Er machte auch unglaubwürdige Aussagen über die räumlichen 
Verhältnisse: Die Distanz zwischen dem parkierten Wagen, wo er geblie-
ben sein will, und dem Postomaten gibt er zuerst mit 50 Metern an; dann 
mit 200 bis 300 Meter respektive ein paar hundert Metern; dies auch noch 
nachdem sich ergeben hatte, dass sie 60 Meter beträgt. Zudem schilderte 
er widersprüchlich, wie er geparkt habe. Da der Angeklagte B. mindestens 
15 bis 20 Sekunden gebraucht hätte, um − wie er es darstellt − nach der 
Detonation aus seinem Auto auszusteigen und zu C. zu laufen, muss er 
den Wagen schon vorher verlassen haben und bei C. gewesen sein, als 
dieser die Explosion vorbereitete. Nichts bestätigt seine Behauptung, er sei 
erst zu ihm getreten, nachdem die Zündung bereits erfolgt war, auch nicht 
die Aussagen des Zeugen K.. Als Ergebnis steht fest, dass der Angeklagte 

- 32 - 

 

 

B. sich beim Angeklagten C. aufhielt, als dieser die Sprengung vorbereite-
te, zündete und die Detonation in Deckung abwartete. Hingegen ist nicht 
rechtsgenüglich erwiesen, dass er C. dabei aktiv half. 

 
 bb) Mittäter kann der Angeklagte B. nur sein, wenn seine Aktivität aus 

einem gemeinsamen Tatentschluss hervorging. Zwar sagte L. aus, alle vier 
Teilnehmer am Gespräch in der Wohnung des Angeklagten A. seien „ein-
verstanden“ gewesen, dass der Anschlag verübt werde, aber selbst der 
Angeklagte C. stellte es so dar, dass er diesen vorbereitet habe, zur Tat 
bereit sei und nur noch einen Fahrer benötige. Im Lichte dieser Aussagen 
kann höchstens als erwiesen angenommen werden, die anderen hätten 
das Vorhaben gebilligt; damit blieb aber der Tatentschluss allein bei C.. 
Zwar wäre es denkbar, dass B. sich später – insbesondere auf der Rück-
fahrt von Altdorf, im zweiten Gespräch in der Wohnung von A. oder auf der 
Fahrt nach Horw – dem Entschluss von C. angeschlossen hätte. Das hätte 
aber zu Mittäterschaft nur geführt, wenn er dabei einen entscheidenden 
Einfluss auf das Ob und Wie der Sprengung selbst gewonnen hätte und 
dadurch an der Tatherrschaft beteiligt geworden wäre; das hätte auch vor-
ausgesetzt, dass C. von seiner Alleinentscheidung hätte abrücken wollen. 
Solches ist nicht erstellt (vgl. den ähnlichen Fall in BGE 120 IV 265 E. 2c 
cc). Über eine Beteiligung an der Beute hat C. nicht gesprochen, sondern 
sie nur stillschweigend vorausgesetzt; das reicht weder tatsächlich noch 
rechtlich aus, um Mittäterschaft anzunehmen. 

 
 cc) Fehlte dem Angeklagten B. Tatherrschaft, so haben seine Handlun-

gen doch die Aktion des Angeklagten C. gefördert und machen ihn zum 
Gehilfen, sofern er wusste, dass C. ein Sprengstoffdelikt verüben würde 
(BGE 121 IV 109 E. 3a).  

  
 Diesbezüglich gehen die Einvernahmen von C. und L. eindeutig dahin, 

dass B. schon vor Beginn der Fahrt nach Horw wusste, was C. dort vorhat-
te. Es spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle, dass diese Aussagen 
keine Klarheit darüber schaffen, wer B. zu fahren bat (E. 3.2.3 Bst. f). Weil 
die Aussagen L.s nicht das einzige belastende Beweismittel darstellen, dür-
fen sie dem Urteil zugrunde gelegt werden, obwohl weder der Angeklagte 
B. noch sein Verteidiger Gelegenheit hatten, das Befragungsrecht nach 
Art. 6 Ziff. 3 Bst. d EMRK auszuüben (BGE 129 I 151 E. 3.1; 124 I 274 E. 
5b). Ein bestätigendes Indiz bilden neben den Aussagen von C. diejenigen 
des Zeugen J., wonach B. zur Fernsehsendung über den Horwer Anschlag 
gesagt habe, er hätte ihn mit C. verübt, respektive sie beide seien es ge-
wesen. Es widerspricht der Lebenserfahrung, dass sich jemand im Kolle-
genkreis als Beteiligter darstellt, wenn er davon ausgegangen war, sein 

- 33 - 

 

 

Chauffeurdienst würde für eine ganz andere, rechtlich unbedenkliche Sa-
che in Anspruch genommen. Diese belastende Beweislage wird durch die 
Bestreitung des Angeklagten B. nicht erschüttert. Seine Angaben über das 
Motiv des Angeklagten C., mitten in der Nacht nach Horw gefahren zu wer-
den, sind unglaubwürdig: Selbst wenn C. sich dort mit jemandem treffen 
wollte, um sich von ihm – so die angebliche Folgerung von B. – etwas ge-
ben zu lassen, so gibt es keinen nachvollziehbaren Grund, weshalb das zu 
so später Stunde, nach Mitternacht, hätte geschehen müssen. Der Ange-
klagte B. gibt denn auch selber an, es müsse sich um etwas Illegales, 
Krummes gehandelt haben. Es ist auch mit der allgemeinen Lebenserfah-
rung nicht vereinbar, dass bei einem längeren Zusammensein in der Woh-
nung von A. nur dieser und L. von der Entschlossenheit C.s, den Spreng-
stoffanschlag in dieser Nacht zu verüben, erfahren hätten, nicht aber B., 
der während der ganzen Zeit ebenfalls in dieser Wohnung war. Kaum er-
klärbar bliebe auch, weshalb A. nur L. von der Fahrt zum Sprengort hätte 
abhalten wollen, aber nicht den mit ihm gut bekannten B. – ausser dieser 
hätte gewusst, worum es ging. Dasselbe gilt für den Umstand, dass A. die 
Frage B.s nicht beantwortet haben will, worum es bei der Fahrt nach Horw 
gehe. Auch die Tatsache, dass C. in B.s Wagen mitfuhr, als dieser L. nach 
Altdorf brachte, statt bei A. oder in der Wohnung von M., wo er logierte, auf 
B. zu warten, kann vernünftigerweise ihren Grund nur in der Gelegenheit 
haben, über das Vorhaben in Horw eingehender zu sprechen – da sich B. 
und C. vor diesem Abend nicht kannten, hatten sie ja keine kollegiale Be-
ziehung. Aus alledem ergibt sich der zwingende Schluss, der Angeklagte B. 
habe den Sprengstoffanschlag des Angeklagten C. in seinen Vorsatz auf-
genommen, als er diesen nach Horw fuhr. Durch diese Handlung wurde er 
Gehilfe. 

  
 Selbst wenn der Angeklagte B. während der Hinfahrt noch ahnungslos ge-

wesen wäre, so hat er doch nach dem bereits Gesagten (oben Bst. aa) aus 
nächster Nähe mitverfolgt, wie der Angeklagte C. die Sprengung vorberei-
tete und dann auslöste. Die blosse Anwesenheit würde eine Strafbarkeit als 
Gehilfe noch nicht begründen (BGE 79 IV 145). In jenem Moment aber hat-
te C. die Gewissheit, dass B. ihn nach der Explosion wieder nach Kriens 
zurückfahren werde, weil er ihm dies schon vor der Wegfahrt zugesichert 
hatte und angesichts der verbrecherischen Vorbereitungen C.s nicht zu-
rücknahm. Dieses Fluchtmittel hat die Ausführung der Tat wesentlich er-
leichtert; denn sonst wäre C. Gefahr gelaufen, von Personen, welche der 
laute Knall herbeirufen mochte, beobachtet oder gar dingfest gemacht zu 
werden. Diese Zusicherung hielt B. wenigstens konkludent aufrecht, indem 
er in unmittelbarer Nähe von C. blieb, als der die Sprengung vorbereitete. 
Wenigstens fällt ihm zur Last, dass er nicht von der Zusicherung verbal 

- 34 - 

 

 

und/oder von der Anwesenheit physisch Abstand nahm, als er sah, was C. 
vorbereitete; die Handlungspflicht gründete in der Fahrt nach Horw und 
seinem Rückfahrtversprechen (Ingerenz, BGE 120 IV 98 E. 2c).  

 
 
4. Herstellen, Verbergen, Weiterschaffen von Sprengstoffen und giftigen 

Gasen 
 
 Wer Sprengstoffe, giftige Gase oder Stoffe, die zu deren Herstellung ge-

eignet sind, sich verschafft, einem andern übergibt, von einem andern ü-
bernimmt, aufbewahrt, verbirgt oder weiterschafft, wird, wenn er weiss oder 
annehmen muss, dass sie zu verbrecherischem Gebrauche bestimmt sind, 
mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder mit Gefängnis nicht unter 1 Monat 
bestraft (Art. 226 Abs. 2 StGB). 

 
 Die Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gemäss diesem Tatbestand sub-

eventuell gegen den Angeklagten A., das heisst für den Fall eines Frei-
spruchs von der Beteiligung am Tatbestand von Art. 224 Abs. 1 StGB. In 
diesem Zusammenhang wirft sie ihm vor, er habe ab Mitte Mai 2003 den 
vom Angeklagten C. beschafften Sprengstoff, soweit er in Littau nicht ver-
wendet worden war, in einer Kiste in seinem Wohnzimmer aufbewahrt. 

 
 Der Verteidiger des Angeklagten A. erachtet den Vorwurf als erstellt und 

beantragt Schuldspruch. Dieser selbst gibt zu, den ganzen von C. einge-
führten Sprengstoff zeitweilig in seiner Wohnung aufbewahrt zu haben, 
nämlich dann, wenn C.s Logisgeberin geputzt habe und sie den Spreng-
stoff dabei hätte entdecken können. Den nach dem Anschlag in Littau übrig 
gebliebenen Sprengstoff habe er jedoch nie bei sich gehabt (pag. 03 13 
073; pag. 03 13 078; pag. 03 13 080). Demgegenüber sagte der Angeklag-
te C. aus, der Sprengstoff sei in der Wohnung von A. in dessen Wissen 
aufbewahrt worden (pag. 14 08 005). Auch der für den Anschlag in Littau 
nicht benötigte Teil sei an diesem Ort belassen worden (pag. 14 08 007; 
ferner pag. 04 18 165; pag. 04 18 168). Dort habe er ihn vor dem Anschlag 
auf den Postomaten in Horw behändigt, nachdem ihm A. die Tür geöffnet 
beziehungsweise ihn herein gelassen habe (pag. 14 08 010).  

 
 Der Angeklagte B. sagte aus, sie hätten sich beim zweiten Treffen in der 

Wohnung gegenüber jener des Angeklagten A. aufgehalten; den schwar-
zen Rucksack habe C. in dieser Wohnung geholt und mit nach Horw ge-
nommen (pag. 03 13 125 Z. 7 ff. und Z. 22). In einer späteren Einvernahme 
äussert er sich dahin, er wisse nicht, ob C. den Rucksack aus der Woh-
nung von A. oder aus der von jenem selbst bewohnten mitgenommen habe 

- 35 - 

 

 

(pag. 03 13 143). An Schranken schliesslich gab er auf Frage an, C. habe 
den Rucksack in „seiner“ Wohnung behändigt (pag. 23 04 031). 

 
 Nach der Aussage des Angeklagten C. hätte der Angeklagte A. den nach 

dem Anschlag in Littau verbliebenen Sprengstoff bis zur Tatnacht bei sich 
aufbewahrt. Demgegenüber will A. nach dem ersten Anschlag keinen 
Sprengstoff bei sich gehabt haben. Die Aussagen des Angeklagten B. sind 
zu widersprüchlich, um als Belastungsbeweis verwendet zu werden. Bei 
dieser Beweislage kann nur als erstellt gelten, dass A. den Sprengstoff vor 
der Tat in Littau aufbewahrt hat, was den gesetzlichen Tatbestand erfüllt. 
Da A. den verbrecherischen Zweck des Sprengstoffs kannte, ist dies auch 
in subjektiver Hinsicht der Fall. Das ist zwar nicht strafbar, soweit es die in 
Littau verwendeten Mittel betrifft (Idealkonkurrenz, vgl. E. 2), wohl aber, 
was den später in Horw eingesetzten Sprengstoff anbelangt. 

 
 
5. Sachbeschädigung 
  
 Wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs- oder Nutz-

niessungsrecht besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht, wird, 
auf Antrag, mit Gefängnis oder mit Busse bestraft. Die Tat wird von Amtes 
wegen verfolgt, wenn der Täter einen grossen Schaden verursacht hat 
(Art. 144 Abs. 1 und Abs. 3 StGB); als solchen betrachtet die Praxis eine 
Vermögensverminderung von Fr. 40'000.− (BGE 106 IV 24 E. 4a). 

 
5.1 Die Bundesanwaltschaft erhebt gegenüber den Angeklagten C. und A. den 

Vorwurf der qualifizierten Sachbeschädigung, indem sie durch die Spren-
gung des Postomaten in Littau erheblichen Sachschaden am Gebäude und 
am Geldautomaten verursacht hätten. 

 
 Die Angeklagten C. und A. haben den Sachverhalt anerkannt (vgl. E. 3.1) 

und ihre Verteidiger beantragen Schuldsprüche im Sinne von Art. 144 Abs. 
3 StGB erfüllt.  

 
 Es ist vom eingestandenen Sachverhalt auszugehen. Durch die Sprengung 

des Postomaten wurde unstrittig Schaden in der Grössenordnung von 
Fr. 46'000.− verursacht; dies ist ein grosser im Sinne des qualifizierten Tat-
bestands. Die Beteiligungsrollen entsprechen denjenigen zu Art. 224 Abs. 1 
StGB hinsichtlich des Sprengstoffanschlags in Littau (vgl. E. 3.1). Die An-
geklagten C. und A. erfüllen den objektiven und subjektiven Tatbestand; sie 
haben sich demnach strafbar gemacht der qualifizierten Sachbeschädigung 

- 36 - 

 

 

im Sinne von Art. 144 Abs. 1 und Abs. 3 StGB hinsichtlich des Sprengstoff-
anschlags in Littau.  

 
5.2 Die Bundesanwaltschaft wirft allen drei Angeklagten vor, sie hätten durch 

die Sprengung des Postomaten in Horw erheblichen Sachschaden am 
Geldautomaten sowie an zwei in der Umgebung parkierten Personenwa-
gen verursacht. Die Angeklagten hätten sich dadurch der qualifizierten 
Sachbeschädigung strafbar gemacht, der Angeklagte A. eventuell der Ge-
hilfenschaft dazu.  

 
 Der Angeklagte C. hat den Sachverhalt anerkannt (vgl. E. 3.2). Die Ange-

klagten A. und B. verneinen eine strafrechtliche Beteiligung am Spreng-
stoffanschlag in Horw; ihre Verteidiger beantragen Freispruch vom Vorwurf 
der Sachbeschädigung.  

 
 Die Beteiligungsrollen hinsichtlich der Sachbeschädigung in Horw entspre-

chen denjenigen zu Art. 224 Abs. 1 StGB. Der durch den Sprengstoffan-
schlag verursachte Schaden steht nicht genau fest, weil Nachweise über 
den Zeitwert fehlen (vgl. E. 9.1.2). Er übertrifft aber mit Sicherheit den 
Schaden im Falle Littau, da ein Postomatenhäuschen mit zerstört wurde. 
Auch hier sind die Voraussetzungen von Art. 144 Abs. 3 StGB.  

 
5.2.1 Der Angeklagte C. hat den objektiven und subjektiven Tatbestand von 

Art. 144 Abs. 1 und Abs. 3 StGB erfüllt.  
 
5.2.2 Eine strafrechtliche Beteiligung des Angeklagten A. am Sprengstoffan-

schlag in Horw wurde verneint (vgl. E. 3.2.3 Bst. f). In Konsequenz ist der 
Vorwurf der Sachbeschädigung, eventuell Gehilfenschaft dazu, unbegrün-
det.  

 
5.2.3 Die Beteiligungsrolle des Angeklagten B. entspricht derjenigen zu Art. 224 

Abs. 1 StGB, mithin der Gehilfenschaft. Er wusste, dass ein Sprengstoffan-
schlag auf einen Postomaten geplant war, zu dem er vorsätzlich Hilfe leis-
tete (vgl. E. 224/Ausführungen zur Mittäterschaft und Gehilfenschaft). Er 
hat nicht anders als billigen können, dass dadurch grosser Schaden ent-
stehe. Demnach ist er Gehilfe zu qualifizierter Sachbeschädigung.  

 
5.3 Art. 144 StGB steht in echter Konkurrenz zu Art. 224 StGB (BGE 103 IV 

241 E. 1 am Ende; DONATSCH/WOHLERS, Strafrecht IV, Delikte gegen die 
Allgemeinheit, 3. Auflage, Zürich 2004, S. 49; STRATENWERTH, Besonderer 
Teil II, Straftaten gegen Gemeininteressen, 5. Auflage, Bern 2000, § 29 
N. 10 in Verbindung mit N. 23; ROELLI/FLEISCHANDERL, a.a.O., Art. 224 

- 37 - 

 

 

StGB N. 12). Folglich ist der Angeklagte C. schuldig zu sprechen der quali-
fizierten Sachbeschädigung hinsichtlich beider Sprengstoffanschläge. Der 
Angeklagte A. ist der qualifizierten Sachbeschädigung schuldig zu spre-
chen hinsichtlich des Sprengstoffanschlags in Littau und freizusprechen 
hinsichtlich des Sprengstoffanschlags in Horw. Der Angeklagte B. schliess-
lich ist schuldig zu sprechen der Gehilfenschaft zu qualifizierter Sachbe-
schädigung hinsichtlich des Sprengstoffanschlags in Horw. 

 
5.4 
5.4.1 Die Bundesanwaltschaft legt dem Angeklagten C. zur Last, er habe bei 

einem Einbruch im August 2003 in den Verkaufsshop der F-Tankstelle (vgl. 
E. 6.1 und E. 7) in Kriens Sachschaden in der Höhe von insgesamt 
Fr. 1'500.− verursacht und sich dadurch der Sachbeschädigung schuldig 
gemacht.  

 
 Der Angeklagte C. hat den Sachverhalt als richtig anerkannt (pag. 14 08 

033). Am Tatort wurden seine Blutspuren festgestellt (pag. 12 02 010). Die 
Verteidigerin beantragt, das Verfahren sei in diesem Anklagepunkt gemäss 
Art. 168 BStP einzustellen, da kein gültiger Strafantrag vorliege.  

 
5.4.2 Ist eine Tat nur auf Antrag strafbar, so kann jeder, der durch sie verletzt 

worden ist, die Bestrafung des Täters beantragen (Art. 28 Abs. 1 StGB). 
Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung richtet sich die Antragsberechti-
gung nach dem Träger des angegriffenen Rechtsguts: Sind höchstpersönli-
che Rechtsgüter betroffen, ist nur der Träger des Rechtsguts selbst Ver-
letzter; demgegenüber sind bei anderen Rechtsgütern auch andere Perso-
nen, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Erhaltung des Rechts-
guts haben, antragsberechtigt (BGE 118 IV 209 E. 3b). In diesem Sinne  
wurde die Antragsberechtigung auch auf den Mieter einer beschädigten 
Sache ausgedehnt (BGE 118 IV 209 E. 3b am Ende; 117 IV 437 E. 1a). Im 
Zeitpunkt der Tatbegehung wurde der Verkaufsshop von der G. AG geführt. 
Sie ist damit antragsberechtigt.  

 
 Nach BGE 99 IV 1 bestimmt sich die Befugnis, für eine juristische Person 

Strafantrag zu stellen, nach deren Organisation. Sofern sich der Vertreter 
auf die Ausübung des Antragsrechts beschränkt und nicht eine Privatklage 
einleitet, genügt die allgemeine Handlungsvollmacht gemäss Art. 462 
Abs. 1 OR (BGE 99 IV 1 E. c). Diese Vollmacht kann auch stillschweigend 
erteilt werden (WATTER, Basler Kommentar, 3. Auflage, Basel 2003, 
Art. 462 OR N. 2). Der Antrag der G. AG stammt von einer als Filialleiter 
qualifizierten Person. Sie war nach dem Gesagten befugt, ihn zu unter-
zeichnen. 

- 38 - 

 

 

 
 Der in der Anklageschrift geschilderte Sachverhalt ist nach glaubwürdigem 

Geständnis erwiesen. Er erfüllt den objektiven und subjektiven Tatbestand 
der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB. Der Angeklagte C. 
ist in diesem Sinne schuldig zu sprechen (zur Konkurrenz zu Diebstahl vgl. 
E. 6.1). 

 
 
6. Diebstahl 
 
 Wer jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, 

um sich oder einen andern damit unrechtmässig zu bereichern, wird mit 
Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder mit Gefängnis bestraft (Art. 139 Ziff. 1 
StGB). 

 
 Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder 

Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende, so kann er 
milder bestraft werden (Art. 21 Abs. 1 StGB). 

 
6.1 Die Bundesanwaltschaft wirft dem Angeklagten C. vor, am 22. August 2003 

zusammen mit einem Mittäter in den Verkaufsshop bei der F-Tankstelle in 
Kriens eingebrochen zu sein und Gegenstände im Wert von Fr. 5'676.− 
entwendet zu haben.  

  
 Der Angeklagte C. hat den Sachverhalt zugegeben und auch den Delikts-

betrag anerkannt (pag. 14 08 033); die Verteidigerin beantragt Schuld-
spruch. Nichts deutet darauf hin, dass das Geständnis falsch sei.  

 
 Das in der Anklageschrift umschriebene und anerkannte Verhalten erfüllt 

den Tatbestand von Art. 139 Ziff. 1 StGB. Vorsatz und Bereicherungsab-
sicht stehen ausser Zweifel.  

 
 Der Diebstahl steht in echter Konkurrenz zur Sachbeschädigung (BGE 123 

IV 113 E. 3h; 72 IV 115 E. 1). 
 
6.2   
6.2.1 Die Bundesanwaltschaft erhebt gegenüber den Angeklagten C. und A. den 

Vorwurf des Diebstahlsversuchs gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbin-
dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. Sie hätten mittels Sprengung das Geld aus 
dem Postomaten in Littau entwenden wollen, wobei es beim Versuch 
geblieben sei, da der Behälter durch die Sprengung nicht zerstört worden 
sei.  

- 39 - 

 

 

 
 Der Sachverhalt gemäss Anklageschrift ist glaubwürdig eingestanden wor-

den (vgl. E. 3.1). Davon ist auszugehen. Die Verteidiger beantragen 
Schuldsprüche. 

  
 Der Vorsatz muss sich auf alle objektiven Tatbestandsmerkmale, nämlich 

die Wegnahme des im Postomaten befindlichen Geldes richten. Die Ange-
klagten C. und A. haben diesen Vorsatz durch Vollzug der Sprengung ma-
nifestiert. Die Tathandlung von Art. 139 Ziff. 1 StGB − der Bruch des beste-
henden und Begründung eigenen Gewahrsams am Geld − konnte jedoch 
nicht wie geplant vollzogen werden, weil der Geldbehälter nicht aufge-
sprengt worden war; der objektive Tatbestand blieb unerfüllt und das Delikt 
ist im Versuchsstadium stecken geblieben. Allerdings hatten es die Ange-
klagten auf Bereicherung durch Sachaneignung abgesehen. 

 
 Das Tatgeschehen bildet einen unvollendeten Versuch. In diesem Sinne 

plädierte auch der Staatsanwalt; dass in der Anklageschrift Art. 22 StGB 
aufgeführt wird, dürfte auf einem Versehen beruhen.  

 
 Die Angeklagten C. und A. sind somit schuldig des Diebstahlsversuchs im 

Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB hin-
sichtlich des Postomaten in Littau.   

 
6.2.2 Die Bundesanwaltschaft wirft allen drei Angeklagten vor, sie hätten mittels 

Sprengung das Geld aus dem Postomaten in Horw entwenden wollen, wo-
bei es beim Versuch geblieben sei, da der Behälter durch die Sprengung 
nicht zerstört worden sei. Durch dieses Verhalten hätten sie sich des ver-
suchten Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 
Abs. 1 StGB strafbar gemacht, der Angeklagte A. eventuell der Gehilfen-
schaft dazu.  

 
 Der Angeklagte C. hat den Sachverhalt eingestanden (vgl. E. 3.2). Seine 

Verteidigerin beantragt Schuldspruch im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in 
Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB. Die Angeklagten A. und B. bestreiten 
eine strafrechtliche Verantwortung an der Tat; ihre Verteidiger beantragen 
Freisprüche.  

 
 Der Angeklagte C. hat sich in gleicher Weise wie in Littau (vgl. E. 6.2.1) 

wegen Diebstahlsversuch in Horw strafbar gemacht. 
 

- 40 - 

 

 

 Eine strafrechtliche Beteiligung des Angeklagten A. am Sprengstoffan-
schlag in Horw wurde verneint (vgl. E. 3.2.3 Bst. f). Er ist demnach auch 
des Diebstahlsversuchs wie der Gehilfenschaft dazu nicht schuldig.  

 
 Der Angeklagte B. kannte den Zweck der nächtlichen Fahrt nach Horw und 

wusste, dass der geplante Sprengstoffanschlag auf den Postomaten zum 
Ziel hatte, das darin befindliche Geld zu behändigen (vgl. E. 3.2.4 E. e cc). 
Er hat er sich demnach als Gehilfe zum Diebstahlsversuch des Angeklag-
ten C. strafbar gemacht. 

 
6.3 Diebstahl steht nach herrschender Meinung in echter Konkurrenz zum 

Sprengstoffdelikt (vgl. auch CORBOZ, a.a.O., Art. 224 CP No 22; STRATEN-
WERTH, a.a.O., § 29 N. 23). 

 
 Dies führt betreffend den Angeklagten C. zu Schuldspruch wegen mehrfa-

chen Diebstahlsversuchs; betreffend den Angeklagten A. zu Schuldspruch 
wegen Diebstahlsversuchs in Littau und Freispruch von der Anklage des 
Diebstahls, eventuell der Gehilfenschaft dazu, in Horw; betreffend den An-
geklagten B. zu Schuldspruch wegen Gehilfenschaft zu Diebstahlsversuch 
in Horw. 

 
 
7. Hausfriedensbruch 
  
 Wer gegen den Willen des Berechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, in 

einen abgeschlossenen Raum eines Hauses oder in einen unmittelbar zu 
einem Hause gehörenden umfriedeten Platz, Hof oder Garten oder in einen 
Werkplatz unrechtmässig eindringt oder, trotz der Aufforderung eines Be-
rechtigten, sich zu entfernen, darin verweilt, wird, auf Antrag, mit Gefängnis 
oder mit Busse bestraft (Art. 186 StGB). 

 
 Die Bundesanwaltschaft wirft dem Angeklagten C. vor, er sei am 

22. August 2003 zusammen mit einem Mittäter gewaltsam und ohne Er-
laubnis des Eigentümers in den Verkaufsshop bei der F-Tankstelle in 
Kriens eingedrungen. Dadurch habe er sich des Hausfriedensbruchs 
schuldig gemacht (vgl. E. 5.4.2 und E. 6.1). 

 
 Der Angeklagte C. hat den Sachverhalt als richtig anerkannt (vgl. E. 6.1). 

Die Verteidigerin beantragt indessen, das Verfahren sei in diesem Ankla-
gepunkt gemäss Art. 168 BStP einzustellen, da kein gültiger Strafantrag 
vorliege.  

 

- 41 - 

 

 

 Das von Art. 186 StGB geschützte Rechtsgut ist das Hausrecht, „nämlich 
die Befugnis, über das Haus ungestört zu herrschen und in ihm den eige-
nen Willen frei zu bestätigen. Träger dieses Rechts ist derjenige, dem die 
Verfügungsgewalt über das Haus zusteht, gleichgültig, ob sie auf einem 
dinglichen oder obligatorischen oder auf einem öffentlichrechtlichen Ver-
hältnis beruht“ (BGE 103 IV 162 E. 1). Demnach kommt auch dem Filiallei-
ter das Strafantragsrecht zu; der Strafantrag ist gültig gestellt (vgl. E. 5.4.2). 

 
 Der Sachverhalt gemäss Anklageschrift ist durch glaubwürdiges Geständ-

nis erstellt. Der Tatbestand von Art. 186 StGB ist in objektiver und subjekti-
ver Hinsicht erfüllt.  

 
 Der Hausfriedensbruch steht in echter Konkurrenz zu Diebstahl im Sinne 

von Art. 139 Ziff. 1 StGB (E. 6.1) und Sachbeschädigung im Sinne von 
Art. 144 Abs. 1 StGB (E. 5.4; BGE 72 IV 115 E. 1). Der Angeklagte C. ist 
demnach schuldig zu sprechen wegen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 
186 StGB. 

 
 
8. Strafzumessung 
 
8.1 Der Richter misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu; er be-

rücksichtigt dabei die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen 
Verhältnisse des Schuldigen (Art. 63 StGB). Der Richter hat primär Taten 
zu beurteilen. Die Schwere des konkreten tatbestandsmässigen Verhal-
tens, die vom Täter an den Tag gelegte so genannte „kriminelle Energie", 
bildet somit den Ausgangspunkt und die Grundlage für die Bemessung der 
Strafe (vgl. WIPRÄCHTIGER, Basler Kommentar, Art. 63 StGB N. 50; 
REHBERG, Strafrecht II, Strafen und Massnahmen, Jugendstrafrecht, 
7. Auflage, Zürich 2001, S. 67). Die Person des Täters spielt bei der Frage, 
welche Konsequenzen die konkret begangenen Taten nach sich ziehen, 
eine Rolle. Daher richtet sich die Strafzumessung einerseits nach dem 
Ausmass des verschuldeten Erfolgs, der Art und Weise der Herbeiführung 
dieses Erfolgs, der Willensrichtung und den Beweggründen (sog. Tatkom-
ponenten), andererseits nach dem Vorleben, den persönlichen Verhältnis-
sen sowie dem Verhalten nach der Tat (sog. Täterkomponenten; BGE 129 
IV 6 E. 6.1; 117 IV 112 E. 1).  

 
 Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Freiheitsstra-

fen verwirkt, so verurteilt ihn der Richter zu der Strafe der schwersten Tat 
und erhöht deren Dauer angemessen. Der Richter kann jedoch das höchs-
te Mass der angedrohten Strafe um nicht mehr als die Hälfte erhöhen. Da-

- 42 - 

 

 

bei ist er an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 68 
Ziff. 1 StGB). Liegen strafmildernde Umstände im Sinne von Art. 64 StGB 
vor, so erweitert sich der Strafrahmen gemäss Art. 65 StGB nach unten. 
Bei Zusammentreffen von Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründen 
wird der Rahmen nach oben und unten ausgedehnt. Innerhalb des so be-
stimmten Strafrahmens trägt der Richter den Strafschärfungs- respektive 
Strafmilderungsgründen in straferhöhender respektive -mindernder Weise 
Rechnung (BGE 116 IV 300 E. 2a).  

 
8.2 Der Angeklagte C. wird schuldig gesprochen der mehrfachen Gefährdung 

durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 
Abs. 1 StGB), der mehrfachen Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 und 
Abs. 3 StGB), des Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 StGB), des mehrfachen Dieb-
stahlsversuchs (Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 
StGB) und des Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB). Das schwerste Delikt 
ist die Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer 
Absicht mit einer Strafandrohung von Zuchthaus. Da keine Strafmilde-
rungsgründe ersichtlich sind, bleibt es beim ordentlichen Strafrahmen von 1 
bis 20 Jahren Zuchthaus (Art. 35 StGB). 

 
8.2.1 Der durch die Sprengung der Postomaten verursachte Schaden ist erheb-

lich, nämlich zweimal wenigstens rund Fr. 46'000.−. Andererseits sind Per-
sonen nicht konkret, sondern nur abstrakt gefährdet worden. Straferhöhend 
ist der zweifache Anschlag und in geringfügiger Weise auch der Einbruch-
diebstahl zu werten. Der Diebstahlsversuch ist durch das subjektive Ele-
ment von Art. 224 StGB weitgehend abgegolten. Der Taterfolg ist gesamt-
haft nicht unerheblich. 

 
 Die Anschläge waren keine spontanen, sondern eingehend geplante Taten. 

Vor der ersten Sprengung wurde mehrfach nach geeigneten Objekten ge-
sucht. Dass die Idee zu Anschlägen tatsächlich vom Angeklagten A. aus-
ging, wie die Verteidigerin des Angeklagten C. vortrug, ist nicht erwiesen, 
hat doch A. dazu ausgeführt, die Idee zur Sprengung sei von C. gekom-
men, er selbst habe die ursprüngliche Idee gehabt, Geldautomaten mit ei-
nem Bagger auszuheben (pag. 03 13 080; vgl. auch pag. 14 08 008). Fest-
steht, dass der Angeklagte C. wesentlich an der Vorbereitung des An-
schlags in Littau beteiligt gewesen war beziehungsweise hauptsächlich den 
Anschlag in Horw vorbereit hat. Insbesondere hat er den Sprengstoff be-
schafft und für den Einsatz präpariert. Der Zeitpunkt für die zweite Spren-
gung wurde bewusst gewählt, um das nächtliche Feuerwerk als Geräusch-
kulisse zu nutzen. Der Angeklagte C. hatten keine Kenntnis im Umgang mit 
Sprengstoffen und konnte deren Wirkung schlecht beherrschen. All diese 

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Aspekte zeugen von einer bedeutenden kriminellen Gestaltungskraft. Ein-
zig der Einbruchdiebstahl erscheint als Gelegenheitstat. 

  
 Der Angeklagte C. handelte mit direktem Vorsatz. Seine Absichten waren 

zwar nicht gegen Menschen gerichtet, aber er hatte es doch auf eine hohe 
Geldsumme abgesehen. Das fällt erheblich ins Gewicht und er wird nicht 
dadurch entlastet, dass er seine Eltern mit Geld unterstützt haben will.  

 
8.2.2 Die Verteidigerin führte aus, der Angeklagte C. sei in intakten Familienver-

hältnissen aufgewachsen, aber die Kriegssituation möge sein Unrechts-
empfinden geschwächt haben. Er besuchte während 3 Jahren die Mittel-
schule in seinem Heimatland und bildete sich zum Automechaniker aus. Zu 
seinen persönlichen Verhältnissen im Zeitpunkt der Tat beziehungsweise 
heute liegen nur spärliche Angaben vor. Im Jahre 2003 reiste er illegal in 
die Schweiz ein, wo er als Schwarzarbeiter tätig war. Nach den Delikten, 
welche vorliegend beurteilt werden, kehrte er nach Bosnien zurück, wo er 
Gelegenheits- und Schwarzarbeiten übernahm (pag. 15 08 018 ff.). Ge-
mäss den Ausführungen der Verteidigerin, welche mit dem abwesenden 
Angeklagten C. telefonischen Kontakt hatte, ist dieser zwischenzeitlich ver-
lobt; er wohnt bei seinen Eltern und betreibt eine kleine Garage, die kaum 
Ertrag abwerfe (pag. 23 04 004). Es sind keine belastenden oder entlas-
tenden Tatsachen ersichtlich, die in einem Zusammenhang zu den konkret 
zu beurteilenden Straftaten stehen. Vorstrafen sind keine bekannt. Dem 
Schreiben des Justizministeriums der Republik Srspska lässt sich zwar der 
Hinweis auf ein dort hängiges Verfahren entnehmen; worum es sich han-
delt, ist aber nicht ersichtlich (pag. 22 07 019; zum Vorstehenden vgl. Ein-
vernahmen zur Person pag. 16 02 019 ff.).  

  
 Die Verteidigerin legte dar, das Verfahren habe offensichtlich Wirkung ge-

zeigt: Ihr Klient sei sich bewusst geworden, etwas Falsches gemacht zu 
haben; heute plagten ihn Albträume und ein schlechtes Gewissen. Nun 
kan