# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77121304-e611-5eda-985b-37026659b636
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-29
**Language:** de
**Title:** Bei Taggeldleistungen der Unfallversicherung richtet sich der versicherte Verdienst nach dem Lohn, den der Beschwerdeführer normalerweise verdient hätte (Art. 39 AVIV). Dieser Lohn lässt sich vorliegend nicht bestimmen. Der Beschwerdeführer trägt die Folgen der Beweislosigkeit. (BGE 8C_194/2021)
**Docket/Reference:** AL.2020.00307
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AL.2020.00307.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AL.2020.00307
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Fankhauser
Ersatzrichter Sonderegger
Gerichtsschreiber Hübscher
Urteil
vom
29. Januar 2021
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Daniel
Christe
Christe
& Isler Rechtsanwälte
Obergasse 32, Postfach 1663, 8401 Winterthur
gegen
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
Einkaufszentrum Neuwiesen
Zürcherstrasse
8, Postfach 474, 8405 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 19
6
5
,
ist seit 2001 mit
Y.___
, geboren 1973,
verheiratet (
Urk.
7/161).
Am 1
4.
August 2015 wurde
die
Z.___
GmbH in das Handelsregister
des Kantons Zürich eingetragen
. Laut Handels
re
gister war
Y.___
einzige Gesellschafterin und Geschäfts
füh
rerin dieser Gesellschaft (
Urk.
7/134).
Gemäss Arbeitsvertrag vom
1.
Oktober 2015 wurde
X.___
am selben Tag von der
Z.___
GmbH als stell
vertre
tender Geschäftsführer in einem 100%-Pensum eingestellt (
Urk.
7/
168-170).
X.___
erlitt am 1
9.
Dezember 2017 und am 1
6.
Juni 2018 Unfälle (vgl.
Urk.
1 S. 2,
Urk.
7/210
)
.
Ausgehend von einer unfallbedingten
100%ige
n
Arbeits
un
fähig
keit erbrachte d
ie Suva
vom
1
9.
Dezember 2017
bis 3
1.
Oktober 2019
Taggeldleistungen
(
Urk.
7/20-2
1
,
Urk.
7/197-200
).
Die
Z.___
GmbH löste d
as Arbeitsverhältnis
mit
X.___
per 3
1.
Oktober 2019 auf (
Urk.
7/185). Seit dem
1.
November 2019 richtet die Suva
X.___
bei einem
festgestellten
Invaliditätsgrad von
31
%
eine Invalidenrente aus (
vgl.
Urk. 1 S. 2-3,
Urk.
7/209).
Über
die
Z.___
GmbH wurde sodann mit Urteil des Konkursrichters des Bezirks
gerichts Uster am 1
8.
Februar 2020 der Konkurs eröffnet (
Urk.
7/131-133,
Urk.
7/134
, Urk. 7/203-205
).
1.2
X.___
meldete sich
am
4.
März 2020 beim Regionalen Arbeitsver
m
itt
lungszentrum zur Arbeitsvermittlung (
Urk.
7/217). Am
6.
März 2020 beantragte er unter Angabe einer Vermittelbarkeit von 20
%
einer Vollzeit
be
schäftigung
die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung
ab März 2020 (
Urk.
7/209).
Mit Ver
fügung vom 1
0.
April 2020 verneinte
die
Arbeitslosen
kasse des Kantons Zürich
einen Anspruch des Antragsstellers auf
Arbeits
losenent
schä
digung ab
4. März 202
0.
Dazu führte sie im Wesentlichen aus, dass
X.___
vor der Anmeldung zum Leistungsbezug bei
der
Z.___
GmbH in Liquidation gearbeitet habe. Solange
seine Ehegattin
ihre
a
rbeitgeberähnliche Stellung
bei dieser Gesellschaft nicht definitiv aufgebe, habe er keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung
(
Urk.
7/148-149)
.
Das Konkursverfahren über
die
Z.___
GmbH
in Liquidation
wurde mit Verfügung des Konkurs
rich
ters vom 2
9.
April 2020 mangels Aktiven eingestellt
(
Urk.
7/13, Urk. 7/129-130)
. Der Handels
registerein
trag der Gesellschaft wurde in der Folge am
7.
August 2020 von Amtes wegen gelöscht (
Urk.
7/13).
Mit seiner
Einsprache
vom
18.
Mai 2020 gegen die Verfügung vom 1
0.
April 2020
machte
X.___
geltend, dass seine Ehefrau mit der Konkurseröffnung
vom 1
8.
Februar 2020
ihre Organ
stel
lung bei der
Z.___
GmbH in Liquidation verloren habe
(Urk.
7/141-142)
.
Die Arbeits
losenkasse des Kantons Zürich hiess die Einsprache m
it
Ein
sprac
heentscheid
vom
3.
Ju
li 2020 gut und entschied, dass
X.___
ab
4.
März 2020 Anspruch auf Arbeits
losentschädigung habe, sofern auch die übri
gen Voraussetzungen gemäss
Art.
8 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) erfüllt
seien (
Urk.
7/125-
128).
1.3
Nach weiteren Abklärungen
verfügte die
Arbeitslosenkasse
des Kantons Zürich
am 2
1.
August 2020 erneut, dass
X.___
ab dem
4.
März 2020 keinen An
spruch auf Arbeitslosenentschä
digung habe (
Urk.
7/57). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass sie aufgrund der arbeitgeberähnlichen Stel
lung von
Y.___
bei der
Z.___
GmbH Abklärungen zu den
X.___
ausgerichteten Löhnen getätigt habe (
Urk.
7/5
8
). Die einge
reich
ten Unterl
agen würden keine Rück
schlüs
se auf den effektiv ausbezahlten Lohn
zulassen. Weil die Lohnhöhe nicht bestimmbar sei
, könne auch der ver
sicherte Verdienst nicht hinreichend zuverlässig festgesetzt werden (
Urk.
7/59).
Dagegen erhob
X.___
am 21
.
September 2020
Einsprache
. Er verwies auf den Bezug der Taggelder der Suva vom 1
9.
Dezember 2017 bis 3
1.
Oktober 2019
und beantragte, dass der ver
sicherte Verdienst
gestützt auf
Art.
39 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitsl
osenversicherung und die Insol
venzentschädi
gung
(AVIV)
gemäss dem Lohn, den er normalerweise verdient hätte,
festzusetzen sei (Urk. 7/
14-15
).
Mit
Einsprache
entscheid
vom 2. Oktober
20
20
wies die
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
die Einsprache ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X.___
am 3
.
Novem
ber 20
20
Beschwerde und bean
tragte,
in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 2. Okto
ber 2020 sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, die Höhe seines Taggeldanspruches zu berechnen und ihm ab
4.
März 2020 Arbeitslosentaggelder zu bezahlen
(Urk. 1 S. 2)
.
Mit Beschwerdeantwort vom
12. November
2018 beantragte die Beschwer
-
degeg
nerin
Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-
217
), was dem Beschwerdeführer am
16
.
Novem
ber 20
20
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1
.1
Nach Art. 9 Abs. 1 AVIG gelten - soweit das Gesetz nichts
anderes
vorsieht - für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit zweijährige Rahmenfristen. Die Rah
menfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraus
setzungen erfüllt sind (Art. 9 Abs. 2 AVIG), und die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (Art. 9 Abs. 3 AVIG).
Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenent
schädigung besteht darin, dass die versicherte Person die Beitragszeit erfüllt hat (Art. 8 Abs. 1
lit
. e AVIG). Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist für die Beitragszeit (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während min
destens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor dem Tag, an welchem die versicherte Person sämtliche Anspruchsvoraus
set
zungen erfüllt (Art. 9 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 AVIG).
1.1
.2
Als Beitragszeiten angerechnet werden gemäss Art. 13 Abs. 2
lit
. c AVIG auch Zeiten, in denen der Versicherte zwar in einem Arbeitsverhältnis steht, aber we
gen
Krankheit (
Art.
3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts, ATSG) oder
Unfall (
Art.
4 ATSG)
keinen Lohn erhält und daher keine Beiträge bezahlt.
Mit Urteil AL.2015.00253
vom 20. September 2016 führte das Sozialver
siche
rungsgericht
des Kantons Zürich aus, dass d
ieser An
rechnungstatbestand unter anderem dann in Betracht
komme
, wenn an Stelle der Lohnfortzahlungs
pflicht des Arbeitgebers Taggelder der Krankenversich
e
rung fliessen. Er habe
Koordina
tionsfunktion, weil Taggeldleistung dieses Sozial
versicherungszw
eigs nicht bei
tragspflichtig seien
(vgl. E. 6.6 jenes Urteils)
.
Dasselbe gilt
, wenn eine Unfallver
sicherung Taggeldleistungen erbringt, weil diese
ebenfalls
nicht
AHV-beitragspflichtig
sind
(vgl.
Art.
6
Abs.
2
lit
. b der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenversicherung
, AHVV).
1.2
1.2
.1
Nach
Art.
23
Abs.
1 AVIG gilt als versicherter Verdienst der im Sinne der
AHV-Gesetzgebung massgebende Lohn, der während eines Bemessungszeitraums aus einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen normalerweise erzielt wurde.
Art.
37 AVIV regelt den Bemessungszeitraum. Nach
Abs.
1 bemisst sich der versicherte Verdienst nach dem Durchschnittslohn der letzten sechs
Beitragsmonate (nach
Art.
11 AVIV) vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug. Nach
Abs.
2 bemisst er sich dann nach dem Durchschnittslohn der letzten zwölf Beitragsmo
nate vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug, wenn dieser Durch
schnittslohn höh
er ist als derjenige nach Abs.
1.
Der Bemessungszeitraum beginnt nach
Abs.
3, unabhängig vom Zeitpunkt der Anmeldung zum Taggeldbezug, am Tag vor dem Eintritt eines anrechenbaren Verdienstausfalls. Voraussetzung ist, dass vor diesem Tag mindestens zwölf Bei
tragsmonate innerhalb der Rahmenfrist für die Beitragszeit liegen. Bei Lohn
schwankungen, die auf einen branchenüblichen Arbeitszeitkalender zurückzu
führen sind, bemisst sich der versicherte Verdienst gemäss
Abs.
3
bis
nach den Absätzen 1-3, jedoch höchstens aufgrund der vertraglich vereinbarten jahres
durchschnittlichen Arbeitszeit.
1.2
.2
Für Zeiten, die nach Art. 13 Abs. 2
lit
. b-d AVIG als Beitragszeiten
ange
rechnet werden, ist derjenige Lohn massgebend, den der Versicherte norm
a
ler
weise erzielt hätte (Art. 39 AVIV).
1.3
1.3.1
Gemäss Art. 31 Abs. 3
lit
. c AVIG haben Personen, die in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglieder eines obers
ten betrieblichen Entscheidungs
gremiums die Entscheidun
gen des Arbeit
gebers bestimmen oder massgeblich beeinflussen können, sowie ihre mitarbei
tenden Ehegatten keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Hinsichtlich des Anspruchs auf Arbeits
losenent
schädigung findet sich zwar in Art. 8 ff. AVIG keine Regelung, die dieser Norm zur Kurzarbeit entsprechen würde. Nach der Rechtsprechung gilt diese Regelung jedoch grundsätzlich auch für den Anspruch auf Arbeitslosenent
schädigung (BGE
123 V 234 E. 7b/
bb
).
Diese Rechtsprechung will nicht bloss dem ausgewiesenen Missbrauch an sich begegnen, sondern bereits dem Risiko eines solchen, welches der Aus
richtung von Arbeitslosenentschädigung an arbeitgeberähnliche Personen inhärent ist (Urteile des Bundesgerichts C 255/05 vom 25. Januar 2006 und C
92/02 vom 14. April 2003; vgl. Barbara Kupfer Bucher, Rechtsprechung des Bun
desgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obliga
torische Arbeitslo
senversicherung und die Insolvenzentschädigung, 5. Auf
lage, Zürich/Basel/Genf 2019, S. 18 ff. mit Hinweisen zur Rechtsprechung).
1.3.2
Bei einer versicherten Person, die vor der Anmeldung zum Bezug von Arbeits
lo
senentschädigung eine arbeitgeberähnliche Stellung innehatte, für ihre Ehe
gatten und Ehegattinnen oder für Partner und Partnerinnen in eingetragener Partner
schaft, muss die Arbeitslosenkasse hinsichtlich des Lohnflusses
weiter
ge
hende Abklärungen treffen (AVIG-Praxis ALE,
Rz
. B146). Ergeben sich auf
grund der eingereichten Belege keine klaren Rück
schlüsse auf die in der frag
lichen Zeit effektiv ausbezahlten Löhne, liegt Beweis
losigkeit zulasten der ver
sicherten Per
son vor, womit ein Anspruch auf Arbeits
losenentschädigung infolge fehlender Beitragszeit verneint werden muss. Dem Nachweis des tatsächlich realisierten Lohnes kommt nicht nur bei der Bestim
mung der Beitragszeit, sondern auch bei der Festsetzung der Höhe des ver
sicherten Verdienstes entscheidende Bedeutung zu. Ohne genaue Angaben über den Lohnfluss ist es nicht möglich, die Höhe des versicherten Verdiens
tes zu bestimmen (AVIG-Praxis ALE,
Rz
. B148).
2.
2.1
2.1.1
Weil sich der Beschwerdeführer erst am 4. M
ärz 2020
beim RAV zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung angemeldet hat (Urk. 7/217), konnten die Anspruchs
voraussetzungen zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung (Art. 8 Abs. 1 AVIG) frühestens an jenem Tag erfüllt sein (Art. 10 Abs. 3 AVIG). Dies führt zu einer vorliegend massgebenden Rahmenf
rist für die Beitragszeit vom 4. Mä
r
z
2018 bis
3. März 2020
(Art. 9 Abs. 3 AVIG).
2.1.2
Vom Beginn der
Beitragsrahmenfrist
am
4.
März 2018
bis
zum
3
1.
Oktober 2019
war der Beschwerdeführer
bei der
Z.___
GmbH angestellt
(
Urk. 7/168-170,
Urk.
7/185). Die Suva erbrachte
in
dieser
Zeitperiode aufgrund einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
Taggeldleistungen (Urk. 7/20-21, Urk. 7/197-200)
.
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
davon aus, dass der Beschwerdeführer ab dem
1.
November 2019 einen anrechenbaren Arbeitsausfall
(
Art.
11
Abs.
1 AVIG)
erlitten habe
(vgl.
Urk.
2 S. 3). Da der Beschwerdeführer g
emäss den vorliegenden
Akten nach der Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der
Z.___
GmbH per 31.
Oktober 2019 bis zur Anmeldung beim RAV am
4.
März 2020
keine Arbeits
stelle mehr
inne
hatte
, ist diese Feststellung
nicht zu beanstanden.
Die Zeitperiode vom
4.
März 2018 bis 3
1.
Oktober 2019
, als der Beschwerdeführer in einem Arbeitsverhältnis stand
, gemäss der Suva unfallbedingt zu 100
%
arbeitsunfähig war und von
dieser Taggelder
ausgerichtet wurden, ist gestützt auf
Art. 13 Abs. 2
lit
. c AVIG
als
Beitragszeit
anzurechnen
.
In der Folgezeit
ging
der
Beschwerdeführer bis zum Ende der Rahmenfrist für die Beitragszeit am 3. März 2020 keiner AHV-pflichtigen Erwerbstätigkeit nach und es
liegt
für diese Zeit auch kein Grund für die Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit (Art 14 AVIG)
vor.
Der versicherte Verdienst des Beschwerdeführers bestimmt sich vorliegend
somit
nach
Art.
39 AVIV
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts
C 153/02
vom 2
2.
Dezember 2003 E. 4.2
,
Urteile des Sozialversicherungsgerichts
AL.2015.00253 vom 20. Sep
tember 2016 E. 6.6,
AL.2007.00039 vom 2
9.
Februar 2008 E. 2.3 und
AL.2006.00120
vom 3
1.
Juli 2006 E. 2.3, je mit weiteren Hinweisen)
. Demnach muss im Folgenden der Lohn,
den der Beschwerdeführerin
normaler
weise erzielt hätte, ermittelt werden.
Diesbezüglich ist zu beachten
, dass der Beschwerdeführer vor der Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Arbeitslosenversicherung am
4.
März 2020
bei
einer (formell) von seiner Ehefrau geführten Gesellschaft arbeitete (Urk. 7/134, Urk. 7/168-170;
Urk.
1 S. 2).
Vorliegend kann somit nur dann von vom Beschwerdeführer normalerweise erzieltem Lohn ausgegangen werden, wenn der Nachweis erbracht ist, dass dieser Lohn auch effektiv bezogen wurde
(E. 1.3.2)
.
2.2
2.2.1
Der Beschwerdeführer bringt vor, dass
auch in der Arbeitslosenversicherung vom bei der Suva versicherten Jahresverdienst in der Höhe
von Fr. 101'800.--
auszu
gehen sei, weil
gemäss dem
Konto-Auszug der
Credit
Suisse (Schweiz) AG
(
Urk.
7/22-28)
im Jahr 2017 ein Lohnfluss
von
Fr.
105'447.05
netto nachgewie
sen sei (
Urk.
1 S.
4
).
2.2.2
Richtig ist, dass die Suva die Taggelder des Beschwerdeführers aufgrund eines versicherten Jahreslohns in der Höhe von
Fr.
101'800.-- festsetz
t
e (
Urk.
7/20).
Gegen das Vorbringen des Beschwerdeführers ist aber einzuwenden, dass sich der versicherte Verdienst bei der Unfallversicherung und der versicherte Verdienst, welcher
bei gleichen Grundlagen
für die Arbeitslosenversicherung massgebend wäre,
vorliegend unterscheiden
.
Für die Bemessung der
UV-
Taggelder gilt der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn als versicherter Verdienst (
Art.
15
Abs.
2 des Bundesgesetzes über die Unfallver
sicherung, UVG).
Die Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV)
definiert den versicherten Verdienst als den nach
der Bundesgesetzgebung über die AHV massgebende
n
Lohn mit den
in
Art.
22
Abs.
2
lit
. a bis d
UVV
genannten
Abweichungen
.
Gemäss
Art.
22
Abs.
2
lit
.
b
UVV
gelten
Familienzulagen, die als Kinder
, Ausbildungs- oder Haushaltszulagen im orts- oder branchenüblichen Rahmen gewährt werden,
ebenfalls als versicher
ter Verdienst
.
Art.
22
Abs.
2
lit
. a, c und
d UVV
sind vorliegend nicht einschlägig.
Gemäss dem
Arbeitsvertrag
des Beschwerdeführers
vom
1.
Oktober 2015 wurde ein Monatslohn von
Fr.
7'600.-- (13 x
) vereinbart (
Urk.
7/169). Dies
entspricht
einem Jahreslohn von
Fr.
98'800.--. Zuzüglich Kinderzulagen
in der Höhe
von
Fr.
3'000.-- pro
Jahr
(vgl. dazu
die Lohnabrechnung für den November 2017, Urk.
7/83, sowie
die
Buchhaltung
der
Z.___
GmbH 2017,
Urk. 7/36)
ergibt
sich ein Einkommen von
Fr.
101'800.--. Der bei der Suva versicherte Ver
dienst lässt
sich
somit anhand der Akten nachvollziehen.
D
ies
lässt sich aber
nicht mit dem für die Arbeitslosenversicherung massgebenden versicherten Verdienst
gleichset
zen
. Nach Art. 23 Abs. 1 AVIG gilt als versicherter Verdienst der im Sinne der AHV-Gesetzgebung massgebende Lohn. Anders als bei der Unfall
ver
sicherung, bleiben
bei Arbeitslosenversicherung
Kinderzulagen unberück
sichtigt. In der
AHV sind die Familienzulagen, die aufgrund einer gesetzlichen Verpflic
h
tung ausgerichtet werden,
vom massgebenden Lohn ausgenommen (Art. 6 Abs. 2
lit
. f AHVV
;
Rz
.
2127 in der ab 1. Januar 2017 gültig gewesenen Wegleitung des Bundesamtes für Sozialver
sicherungen über den massgebenden Lohn in der AHV, IV und EO, WML
,
Rz
.
2170 in der ab 1. Januar 2021
gültigen Version der WML).
Eine Art.
22
Abs.
2
lit
. b UVV
entsprechende Regelung gibt es bei der Arbeitslosenversiche
rung
nicht (s. a. AVIG-Praxis ALE,
Rz
. C2)
.
Gestützt darauf könnte der für die Arbeitslosen
ver
sicherung massgebende versicherte Verdienst
für das Jahr 2017 vorliegend höchstens
Fr.
98'800.--
betragen
.
2.2.3
Gegen das Vorbringen des Beschwerdeführers ist sodann einzuwenden, dass keine Übereinstimmung zwischen de
m
von ihm als m
assgebend erachteten Lohn in der Höhe
von Fr. 101'800.-- und de
n
von ihm angegeben Lohnbezügen im Jahr 2017
im Betrag von Fr. 105'447.05 netto (
Urk.
1 S. 4)
besteht. Gemäss dem Konto-Auszug
der
Credit
Suisse (Schweiz) AG vom 30.
Dezember 2017 hat die
Z.___
GmbH dem Beschwerdeführer am 5. April, 31. Juli, 11. August, 29. September, 8., 17. und 25. Oktober, 15. November und 13. Dezember 2017 Zahlungen
geleistet. Betragsmässig lagen diese Zahlungen
zwischen Fr. 533.05 und Fr. 30'000.--. Dazu hat der Beschwerdeführer auf dem Konto-Auszug jeweils den handschriftlichen Vermerk «
Z.___
Lohn» angebracht (Urk. 7/22-28). Laut den weiteren Handnotizen des Beschwerdeführers auf diesem Konto-Auszug soll es sich bei den Geldbeträgen in der Grössenordnung von Fr. 1'600.-- bis Fr. 3'000.--, welche er zwischen dem 3. Juli 2017 und dem 22. Dezember 2017 am Geldautomat in
A.___
auf sein Konto einbezahlt hat, ebenfalls um Lohn der
Z.___
GmbH handeln (Urk. 7/22-28). Dazu führte der Beschwer
deführer
im
vorliegenden Verfahren aus,
dass
aus dem Konto-Auszug ein Lohn
fluss von total Fr. 105'447.05
ersichtlich sei
. Dieser Betrag setze sich aus den direkten Überweisungen der Arbeitgeberin
Z.___
GmbH von insge
samt Fr. 82'847.05 und
seinen Bareinzahlungen von insgesamt Fr. 22'600.-- zusammen. (Urk.
1 S. 4
).
Ein nachvollziehbarer
Konnex zwischen den Banküber
weisungen und Einzahlungen
und dem laut Beschwerdeführer massgebenden Einkommen in der Höhe des bei der Suva versicherten
Verdienst von
Fr.
101'800.-- wird daraus
aber
nicht ersichtlich.
Wenn es schon dem Beschwer
deführer selbst nicht gelingt,
einen solchen
Zusammenhang zu erkennen und
darzustelle
n, so darf dies auch vom Sozialversicherungsgericht nicht erwartet werden.
Ohne Schwierigkeiten lässt sich demgegenüber
feststellen, dass
d
er
Beschwerdeführer
in seiner Steuerklärung 2017 nur
ein
Nettoeinkommen
in der Höhe von
Fr. 91'740.75
deklariert
hat
(Urk. 7/9
2
)
. Dies ist mit den vom Beschwerdeführer gel
tend gemachten Lohnbezügen im Jahr 2017 von Fr. 105'447.05
netto (Urk. 1
S.
4)
nicht vereinbar.
2.2.4
Wie festgehalten
(E. 2.2.2)
wurde mit dem Beschwerdeführer gemäss Arbeitsver
trag
vom
1.
Oktober 2015 ein Bruttolohn von
Fr.
7'600.-- vereinbart
(
Urk.
7/169)
. Gemäss Auszug aus seinem individuellen Konto (IK; vgl. Art. 30
ter
des Bundesge
setzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
, AHVG) vom 31. Juli 2020 ist im IK für das Jahr 2017 zwar ein Einkommen von
Fr.
98'800.
-- eingetragen, was einem Jahreseinkommen gemäss Arbeitsvertrag entsprechen würde. Für das Jahr 2016
ist dem IK
aber
ein Einkommen
in der Höhe von
Fr. 50'175.--
zu entnehmen
. Dies
es lag somit
deutlich unter dem im Arbeitsvertrag vereinbarten
Jahresl
ohn
von
Fr.
98'800.--
(vgl.
Urk.
7/169)
. Für
die Zeitperiode von Oktober bis Dezember 2015
ist schliesslich
Einkommen in der Höhe von Fr. 20'070.--
ein
getragen. Weil der Beschwerdeführer in diesem Zeitraum laut Arbeitsvertrag Anspruch auf einen Lohn in der Höhe von Fr.
22'800.-- gehabt hätte
(vgl.
Urk.
7/169)
,
besteht
somit
auch hier keine Übereinstimmung
zum Arbeitsvertrag
.
2.2.5
Mit dem h
iervor Ausgeführten sind nicht n
ur
die Vorbringen
des Beschwerdefüh
rers widerlegt worden.
Daraus wird auch F
olgendes ersichtlich: Aufgrund der vor
liegenden Akten ist nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer
seit Beginn der
Anstellung bei der
Z.___
am
1.
Oktober 2015 (
Urk.
7/168) bis zum Beginn der Taggeldzahlungen der Suva am 19. Dezember 2017 (Urk. 7/20-21, Urk. 7/197-200) jemals den gemäss Arbeitsvertrag vom
1.
Oktober 2015 vereinbarten Jah
reslohn von
Fr.
98'800.-- bezogen hat. Das mit dem Arbeitsvertrag vereinbarte Einkommen kann somit nicht als Lohn, den der Beschwerdeführer normalerweise erzielt hätte
(
Art.
39 AVIV)
, angesehen werden.
Weder lässt sich dieser normaler
weise erzielte Lohn aufgrund der vorliegenden Akten bestimmen noch können diesbezüglich weitere Abklärungen getätigt
werden
,
denn a
uch weitere Abklärun
gen können die aufgrund der vorliegenden Akten bestehenden Widersprüche nicht beseitigen.
2.2.6
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
wirken sich nicht auszuräumende Unklarheiten hinsichtlich der exakten Lohnhöhe bei der Bestimmung des versi
cherten Verdienstes zum Nachteil des Beschwerdeführers aus (Urteil des Bundes
gerichts
8C_627/2017
vom 2
6.
Januar 2018 E. 5.2 mit weiteren Hinweisen)
.
Die f
ehlende Bestimmbarkeit der Lohnhöhe und damit d
es versicherten Verdiens
tes hat hier zur Folge, dass ein Anspruch
des Beschwerdeführers
auf Arbeitslo
senentschädigung
ab dem
4.
März 2020 zu verneinen ist.
Im Ergebnis hat die Beschwerdegegnerin mit dem angefochtenen
Einspracheent
scheid
vom
2.
Oktober 2020 (
Urk.
2) einen
solchen A
nspruch des Beschwerdefüh
rers so
mit zu Recht verneint.
3.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Daniel
Christe
-
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
-
seco
- Direktion für Arbeit
-
Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstHübscher