# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 373aea47-7b46-5635-8548-48c0736ab9a0
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-09
**Language:** de
**Title:** Rentenrevision aufgrund von Statuswechsel (ohne Veränderung des Gesundheitszustandes)
**Docket/Reference:** IV.2013.00151
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00151.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00151
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Disler
Urteil
vom
9. Januar 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Peter F. Siegen
Stadtturmstrasse 10, Postfach, 5401 Baden
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1974,
Mutter von 2 Töchtern (Jahrgang 2002 und 2007)
,
arbeitete zuletzt von 1999 bis 2005 als
Servicemitarbeiterin
im
Café
ihres Ehemannes
(
Urk.
7/9
Ziff. 6.3.1
).
Am 1
7.
Dezember 2004 meldete sie sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
wegen psychi
schen Problemen, Panik, Angstzustände
n
, Depressionen und Angst vor Menschen und
der
Umgebung zum Bezug einer Invalidenrente an (
Urk.
7/9). Die
So
zial
versicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
holte
einen medizini
sche
n
Bericht
(
Urk.
7/24), Auszü
g
e
aus dem individuellen Konto der Versicher
ten (IK-Auszug;
Urk.
7/12
,
Urk.
7/33
)
ein
, zog Akten des
Krankentaggeldversi
cherers
bei (
Urk.
7/18)
und liess die Versicherte psychiatrisch begutachten (
Urk.
7/26,
Urk.
7/28). Die IV-Stelle sprach der Versicherten mit Verfügung vom 2
4.
April 2006 (
Urk.
7/39) eine ganze Invalidenrente (samt einer Kinderrente) mit Wirkung ab
1.
November 2004 zu.
1.2
Am 2
6.
Februar 2007 wurde von Amtes wegen ein Rentenrevisionsverfahren eröffnet (
Urk.
7/41). Im Rahmen des eingeleiteten Revisionsverfahrens holte die IV-Stelle einen medizinischen Verlaufsbericht (
Urk.
7/4
6
), einen IK-Auszug (
Urk.
7/42)
sowie ein psychiatris
ches Gutachten (
Urk.
7/49) ein
. Die IV-Stelle b
estätigte
der
Versicherten
mit Mitteilung vom
5.
Dezember 2007 (
Urk.
7/52)
den
unveränderten Anspruch auf die
bisherige ganze Rente. Gleichentags wurde
die Versicherte auf ihre Schadenminderungspflicht hingewiesen. Diesbezüglich wurde ausgeführt, da sich ihr Gesundheitszustand durch eine psychiatrische und medikamentöse Behandlung verbessern lasse,
werde erwartet,
dass sie sich weiterhin einer sol
chen Behandlung unterziehe (
Urk.
6/51).
Mit Verfügung vom 3
1.
Januar 2008 (
Urk.
7/59) wies die IV-Stelle
nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/54)
das Gesuch um
Hilflosenentschädigung
ab.
1.3
Im Rahmen
eines
erneut von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens reichte die Versicherte
am 2
9.
Dezember 2009
eine
n
ausgefüllten
Revisions
fra
ge
bogen
ein und führte aus, ihr Gesundheitszustand sei gleich geblieben (
Urk.
7/60).
Die IV-Stelle holte in der Folge medizinische Berichte (
Urk.
7/62,
Urk.
7/63)
,
einen IK-Auszug (
Urk.
7/61)
sowie
erneut
ein psychiatrisches Gutachten (
Urk.
7/67) ein und f
ührte eine Haushalt
abklärung (
Urk.
7/69) durch.
Nach durchgeführtem
V
orbescheidverfahren
(
Urk.
7/73
,
Urk.
7/76,
Urk.
7/79)
setzte
die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
5.
Juli 2011 (
Urk.
7/83
;
Urk.
7/82
)
die
bisherige
ganze
Rente mit Wirkung ab
1.
September 2011 auf eine halbe Rente herab.
Die dagegen gerichtete Beschwerde der Versicherten vom 1
4.
September 2011 (
Urk.
7/84/3-13) wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 2
9.
November 2011 in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung vom 2
5.
Juli 2011 aufge
hoben und die Sache an die IV-Stelle zur ergänzenden Einholung einer ärztli
chen Stellungnahme zur Frage der gesundheit
sbedingten Einschränkung
im
Aufg
abenber
e
ich Hausha
lt
und neuen Verfügung
zurückgewiesen w
u
rde (
Urk.
7/87).
1.4
In der Folge holte die IV-Stelle bei der Gutachterin
eine Stellungnahme zum Haushalt
abklärungsbericht ein (
Urk.
7/92). Die IV-Stelle führte am
5.
Oktober
2012 eine weitere Haushalt
abklärung (
Urk.
7/100) durch. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/103,
Urk.
7/108)
bestätigte die IV-Stelle mit Ver
fügun
g vom
8.
Januar 2013 (
Urk.
2 =
Urk.
7/111-112
) die Herabsetzung der zu
vor ausgerichteten
ganzen
Rente per
1.
September 2011 auf eine halbe Rente
. Einer allfällig
dagegen gerichteten Beschwerde wurde die aufschiebende Wir
kung entzogen (
Urk.
7/111).
2.
Gegen die Verfügung vom
8.
Januar 2013 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am 1
1.
Februar 2013
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, d
iese sei aufzuheben und es sei
ihr weiterhin eine ganze
Rente
auszurichten
. Sie stellte zudem folgenden prozessualen Antrag (S. 2 unten):
"Es sei das Verfahren einstweilen auf d
ie Vorfrage zu beschränken, ob
die Beschwerdegegnerin die Abklärungen gemäss Urteil des
Sozial
ve
rsi
che
rungsgerichts
des Kantons Zürich vom 2
9.
November 2011, Ver
fahrens-Nr.: IV.2011.00996, vorgenommen hat, und es sei als
dann entweder die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück
zu
weisen oder der Beschwerde
führerin Frist anzusetzen, um
die Be
schwer
de voll
ständig zu
begründen."
Mit Beschwerdeantwort vom 1
5.
März 2013 (
Urk.
6) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde
.
Das hiesige Gericht wies m
it
Verfügung vom 2
6.
März 2013 (
Urk.
8)
den prozessualen Antrag ab und
stellte
der Beschwer
deführerin die Beschwerdeantwort zur Kenntnisnahme zu.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
des
gesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Be
urteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG
)
.
1.3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, d.h. ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verord
nung über die Invalidenversicherung, IVV
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil 9C_915/2012 des Bun
desgerichts vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
1.4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei
sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.
5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
bezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sions
grund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
sprache
entscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.6
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich
im Aufgabenbereich zu betätigen
die
anspruchsbeein
flussende
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berück
sichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedau
ert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Pro
gnose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hin
weisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.7
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer ver
sicherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E.
6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerb
lichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgaben
bereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen er
fahren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, d.h. wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die
Haus
haltsabklärung
, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt mög
lich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen
Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts 9C_086/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2 mit Hinweisen).
1.
8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizini
schen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE
125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
hie
lt
in der angefochtenen Verfügung
vom
8.
Januar 2013 (
Urk.
2
Verfügungsteil 2
) an dem bisherigen Entscheid fest. Auf die Stellungnahme der Gutachterin könne abgestellt werden.
Die Einschätzungen im Haushaltabklärungsbericht vom 2
9.
März 2011 seien als plausibel zu erach
ten.
An der
Änderun
g
der
Qualifikation werde aufgrund der Erstaussage der Beschwerdeführerin, sie hätte nach der Geburt ihres ersten Kindes ihr
Arbeits
pensum
auf 50
%
reduziert
, festgehalten (S. 1 unten). Die Beschwerdeführerin sei aufgrund der medizinischen Beurteilung weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig für alle Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt und das zumutbare Einkommen be
trage
Fr.
0.--. Der Einkommensvergleich
ergebe bei einer Qualifikation von 50
%
im Erwe
rbsbereich und 50
%
im Haushalt
bereich einen Invaliditätsgrad von
gesamthaft
58.5
%
(S. 2 oben).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber g
eltend (
Urk.
1), die
Beschwer
de
gegnerin
habe den Sachverhalt zu wenig abgeklärt und sei der An
weisung des Sozialversicherungsgerichts
im Urteil vom 2
9.
November 2011
nicht hinreichend nachgekommen (S. 5
Ziff.
7).
Sie
sei mit der Qualifikation als teilerwerbstätige Hausfrau nicht einverstanden. Sie sei zwar Mutter von 2 Kin
dern, als Wirtsfrau würde sie heute
aber
100
%
arbeiten. Die Einschränkungen im Haushalt seien grösser, selbst bei Anwendung der gemischten Methode ergäbe sich ein höherer IV-Grad
. Zudem könne die Revision frühestens ab Ende des Folgemonats der Verfügung
Wirkung entfalten, dies bedeute
ab dem
1.
März 2013 (S. 5 f.
Ziff.
8).
Einem medizinischen Laien sei es bei psychischen Krankheiten nicht ohne weiteres möglich einzuschätzen, wie sich diese Krankheiten im Aufgabenbereich Haushalt auswirken
würden
. Bei psychischen Leiden verhalte es sich ganz an
ders, denn von aussen sei nichts erkennbar. Hier sei eine sachgerechte Beurtei
lung nur durch einen Psychiater oder eine Psychiaterin möglich. Die
Beschwer
degegnerin
hätte daher von der begutachtenden Psychiaterin einen detaillierten Bericht über die psychischen Einschränkungen im Haushalt verlangen müssen. Es hätte ein eigentliches Ergänzungsgutachten in Auftrag gegeben werden müssen
(S. 6 ff.
Ziff.
9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Voraussetzungen für eine revisionsweise Herab
setzung der zugesprochenen ganzen Rente gegeben sind, und wie es sich mit der Statusfrage verhält.
3.
3.1
Der letzten
rechtskräftigen
Leistungszusprache
vom
5.
Dezember 2007
(Urk.
7/52)
lagen im Wesentlichen ein Verlaufsbericht und ein psyc
hiatrisches Gut
achten zu Grunde.
Dr.
med.
Y.___
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete einen Verlaufsbericht (
Urk.
7/46: undatiert
er
Bericht, bei der IV-Stelle am 1
2.
Oktober 2007 eingegangen
;
vgl. Inhaltsverzeichnis zu
Urk.
7) und nannte als Diagnose
n
eine mittelgradige depressive Störung, die auf dem Boden einer ängstli
chen/in
fantilen Persönlichkeitsstörung (F60.6, F60.4) liege
, und eine
soziale Phobie
(
F40.1
;
S. 1
Ziff.
2).
Er führte aus, die Diagnose
n
hätten
sich nicht geändert.
S
eit der Zusprechung der Rente sei die Beschwerdeführerin weiter in
seiner
Behandlung gewesen. Sie habe die vorgeschriebenen Medikamente genommen und sei bei ihm in psy
chothera
peutischer Behandlung. Es seien
die ganze Zeit phobische Symptome im Vordergrund gestanden. Die Beschwerdeführerin fühle sich unsicher, weiche jedem Kontakt mit der Umgebung aus, isoliere sich fast ganz. Im Alltag sei sie durch ihre Beschwerden sehr beschränkt, sie sei ausschliesslich auf die Hilfe ihres Mannes angewiesen. Es sei trotz der Therapie zu keiner Besserung des Zustandes gekommen. Sie sei weiterhin depressiv, leide unter intensiven Ängsten, d
ie sie im Alltag stark hindern würden.
Er führte weiter aus, die Beschwerdeführerin habe intensive Scham- und Schuld
gefühle ihrer Familie gegenüber
, sei ganz lu
st- und interessenlos, in vielen Momenten sei sie ganz verzweifelt. Bei ihr stünde häufig die starke Selbstwertproblematik im Vordergrund, die bei ihr zeitweise Suizidgedanken wecke (S. 1 unten).
Dr.
Y.___
stellte der Beschwerdeführerin eine eher ungünstige Prognose aus. Nach dem bisherigen Verlauf der Krankheit und dem jetzigen Bild sei weiter mit einer lang andauernden Arbeitsunfähigkeit zu rechnen (S. 2 oben).
3.2
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
erstattete am 2
3.
November 2007 sein psychiatrisches Gutachten (
Urk.
7/49) gestützt auf die Akten und das Explorationsgespräch vom
9.
November 200
7.
Er nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 11
Ziff.
4.1):
-
leichte bis mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (F32.11)
-
Panikstörung (F41.0) anamnestisch isoliert aber auch in Verbindung mit Agoraphobie (F40.01) und sozialer Phobie (F40.1)
-
Differentialdiagnostisch (DD): generalisierte Angststörung (F41.1)
Er führte aus, gemessen an den anamnestischen Angaben und aufgrund der Aktenlage scheine es so, dass primär die Panikstörung aufgetreten sei, in deren Folge sich dann, womöglich bedingt durch die konsekutiven Einschränkungen in der Alltagsbewältigung
,
die depressive Störung ausgebildet habe. Der Aus
bruch der Panikstörung könne auf die Eheschliessung im Jahre 2002 datiert werden. Die Vermutung liege nahe, dass ein Zusammenhang zwischen der
Erst
manifestation
der Störung und der Heirat bestehe (S. 11 Mitte). Er führte weiter aus, für die vom behandelnden Psychiater diagnostizierte kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden und infantilen Anteilen habe er keine eindeutigen Hinweise gefunden. Ängstlich-vermeidende und
histrio
nische
Persönlichkeitszüge liessen sich jedoch feststellen. Für das Vor
liegen einer generalisierten Angststörung spreche das dauernde
ungerichtete
Vor
han
den
sein von Angst und Sorgen. Es fehle hingegen die typische vege
tative Übererregbarkeit (S. 11 unten).
Dr.
Z.___
erklärte, aufgrund der bestehenden depressiven Symptomatik
und
der vorhandenen Angststörung bestehe bei der Beschwerdeführerin zum jetzigen Zeitpunkt eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in der angestammten Tä
tigkeit als Serviceangestellte (S. 12
Ziff.
5). Für eine angepasste Tätigkeit be
stehe ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 12
Ziff.
6).
Auch
Dr.
Z.___
stellte der Beschwerdeführerin insgesamt eine eher ungünstige Prognose aus. Es bestehe eine Wahrscheinlichkeit einer erheblichen
Chronifi
zierungsgefahr
. Hierfür spreche einerseits die lange Dauer der Störung als auch die bestehende Persönlichkeitsstruktur, bei der in psychodynamischer Hinsicht eine erhöhte Abwehr vorhanden sei (S. 13
Ziff.
7 oben).
3.3
Am
1.
Dezember 2007 (
Urk.
7/50) nahm
Dr.
med.
A.___
, Fach
arzt für orthopädische Chirurgie, Regionalärztlicher Dienst (RAD), zum medizi
nischen
Sachverhalt Stellung: Es könne davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen der durchgeführten Behandlung ihrer
Scha
den
minderungspflicht
bisher nachgekommen sei. Ebenfalls könne derzeit weiter von einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
wie auch für angepasste Tätigkeiten
ausgegangen werden. Eine Revision erscheine trotz postulierter ungünstiger Prognose nach 2 Jahren erneut als angezeigt (S. 3 unten).
4.
4.1
Beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom
8.
Januar 2013 (
Urk.
2) stützte sich die Beschwerde
gegnerin
auf
folgende
psychiatrische Gutachten
und Be
richte zur Haushalt
abklärung
:
4
.2
Am 1
2.
Januar 2011 erstattete
Dr.
med.
B.___
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ihr psychiatrisches Gutachten
(
Urk.
7/67)
gestützt
auf
die überlassenen Akten, die
Angaben der Beschwerdeführerin und des behandeln
den Psychiaters
sowie
auf die Untersuchungsbefunde
. Sie nannte fol
gende Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (S. 10
Ziff.
5):
-
Agoraphobie mit Panikstörung (F40.01)
-
soziale Phobien (F40.1)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1)
Sie führte aus, während der psychiatrischen Untersuchung hätten sich haupt
säch
lich die angstbedingten Einschränkungen in der Beziehungsfähigkeit und das
Meideverhalten
sowie die depressiv bedingte affektive Verarmung und Antriebsminderung gezeigt. Der klinische Eindruck passe gut zu den beklagten Beschwerden, zur Anamnese, zu den
Vorakten
und zur bisherigen Diagnostik (S.
10 f.
Ziff.
6). Sie führte weiter aus, es müsse von einer schweren
Angst
erkrankung
mit ungünstigem Verlauf au
sgegangen werden. Ein derart
malig
n
er Ver
lauf sei nicht die Regel, könne aber erfahrungsgemäss durchaus vorkommen. Der Krankheitsverlauf werde zusätzlich durch die
Komorbidität
mit der ebenfalls kaum beeinflussbaren, fluktuierend verlaufenden depressiven Störung erschwert (S. 11
Ziff.
6 unten).
Dr.
B.___
attestierte der Beschwerdeführerin für die bisherige Tätigkeit als Serviceangestellte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit November 200
3.
Es bestehe grundsätzlich für alle denkbaren und angepassten Tätigkeiten ausser Haus eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Da die Beschwerdeführerin auch
zu Hause
Ängste habe und wegen der depressiven Symptomatik mit
An
triebsverminderung
und Leistungseinbusse erscheine auch eine Heimarbeit nicht möglich (S. 11 f.
Ziff.
6). Seit
der letzten Rentenrevision hätten
sich der Grad der Arbeitsunfähigkeit
und der
Gesundheitszustand
nicht verändert
(S. 12
Ziff.
11).
4.3
Am
4.
Februar 2011 (
Urk.
7/71) nahm
Dr.
med.
C.___
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische und Psychosoziale Medizin, SAPPM, Regionalärztlicher Dienst (RAD), zum medizinischen Sachverhalt Stellung: Auf das Gutachten von
Dr.
B.___
könne abgestellt werden. Eine Veränderung des Gesundheitszustandes und der Belastbarkeit seien nicht aus
gewiesen. Es sei von einem unverändertem Gesundheitsschaden und gleichblei
bender Arbeitsunfähigkeit auszugehen (S. 3 unten).
4.4
Im Bericht
vom 2
9.
März 2011 zur Haushalt
abklärung vom
1
4.
März 2011 (
Urk.
7/69)
hielt die
Abklärungsperson
fest
, dass ohne gesundheitliche Beein
trächtigung bei der Beschwerdeführerin eine Erwerbstätigkeit von 50
%
und eine Haushaltstätigkeit von 50
%
bestehen würde. Die Beschwerdeführerin
habe angegeben
,
dass sie,
um d
as Familienbudget zu entlasten,
bei guter Gesundheit
einen Beitrag an die Lebensunterhalts
kosten der Familie von mindestens 50
%
leisten
müsste
(S. 2
Ziff.
2.5). S
ie sei erschöpft und fühle sich müde. Sie müsse sich daher viel hinlegen. Im Gegensatz zu früher habe ihre Leistungsfähigkeit, Energie und Konzentration nachgelassen. Ihr Ehemann sei selber gesundheitlich angeschlagen und arbeite zurzeit nicht.
Die Abklärungsperson hielt deshalb fest, es sei ihm
im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht möglich, vermehrt im Haushalt mitzuhelfen (S. 4
Ziff.
6).
Die Abklärungsperson
stellte im Aufgabenbereich „
Haushalt
führung
“
(S. 4
Ziff.
6.1) sowie
„
Einkauf und weitere
Besorgungen
“
(S. 5
Ziff.
6.4)
keine Ein
schränkungen fest
.
Im Aufgabenbereich
„
Kinderbetreuung
“
sei
die Beschwer
deführerin vorwiegend in ausserhäuslichen Aktivitäten eingeschränkt, da sie keine Spaziergänge mache
n könne
. Ihr Ehemann übernehme die
Freizeitaktivi
täten
mit den Kindern, schu
lische Anlässe und Elternabende
, da sie nicht in der Lage sei, ihn zu be
gleiten. Die Einschränkung betrage
hie
r 30
%
(S. 6
Ziff.
6.6). In den Aufgabenbereichen
„
Ernährung
“
und
„
Wäsche/Kleiderpflege
“
liege eine Einschränkung von je 15
%
und im Bereich „Wohnungspflege“ eine solche von 20
%
vor
, da die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer psychischen Erkrankung verlangsamt
, kraft- und energielos
sei.
Die Beschwerdegegnerin stellte eine ge
samthafte Einschränkung
von 17
%
fest
, was bei einem Anteil von 50
%
im Haushalt
einem Invaliditätsgrad von 8.5
%
entspreche (S. 7
Ziff.
8).
4.5
Aufgrund des Urteils des hiesigen Gerichts vom 2
9.
November 2011 holte die Beschwerdegegnerin eine Stellungnahme von
Dr.
B.___
zum
Haushaltab
klärungsbericht
vom 2
9.
März 2011 (vorstehend E.
4.4) ein (
Urk.
7/91).
Dr.
B.___
nahm mit Bericht vom 2
7.
März 2012 (
Urk.
7/92)
Stellung.
Sie führte aus,
die im Abklärungsbericht genannten Einschränkungen ausser Haus (Freizeitaktivitäten, Schulbesuche, Einkäufe) würden durch die
Angsterkrankun
gen
erklärt. D
ie Antriebshemmung, verminderte Belastbarkeit und erhöhte Erschöpfbarkeit im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung würden das verlangsamte Tempo, die Notwendigkeit von Portionierungen und die Leistungseinbussen bei schweren körperlichen Tätigkeiten und beim Bügeln er
klären.
Insgesamt seien die Einschränkungen im Haushalt aus psychiatrischer Sicht nachvollziehbar und mit den Diagnosen vereinbar. Die Angaben anläss
lich der psychiatrischen Untersuchung vom 2
0.
Dezember
2010 und bei der Ab
klärung
der IV-Stelle am 1
4.
März 2011
vor Ort
entsprä
chen sich weitgehend, das Funktionsniveau erscheine im März 2011 tendenziell
leichtgradig
besser (S.
3 Mitte).
4.6
Im Bericht vom
5.
Oktober 2012 zur erneuten Haushaltabklärung vom
5.
Juli
2012 (
Urk.
7/100) erklärte die Beschwerdeführerin
,
sie habe in
der vorangegan
gen Haushaltabklärung (vorstehend E. 4.4
) nie
aus
gesagt, sie sei bei Gesundheit mindestens 50
%
ausserhäuslich erwerbstätig. Sie würde bei
guter
Gesundheit
100
%
arbeiten (S. 2
Ziff.
2.5).
Die
I
V-
Abklärungsperson
führ
t
e
im Beric
ht aus, die Aussage der ersten
Stunde erscheine weiterhin logisch und nachvollziehbar. War
um diese jetzt bestritten werde
, könne nicht beurteilt werden. Die Erstaussage entspreche dem Pensum,
in welchem
die
Beschwerdeführerin
im Restaurant des Ehemannes nach der Ge
b
urt des ersten
Kindes gearbeitet hab
e. Mittlerweile habe sie aber zwei
Kinder. Der Rentenantrag ihres Ehemannes sei abgewiesen worden. Es sei davon auszu
gehen, dass der Ehemann und die Beschwerdeführerin das
Familien
einkommen
gemeinsam erwirtschaften müssten. Dass die Beschwerdeführerin
in der jetzigen Situation mit zwei
Kinde
rn mehr als 50
%
arbeiten würde
, sei nicht mit grösster Wahrsc
heinlichkeit erwiesen und könne
auch nicht belegt werden
(S. 3
Ziff.
2.5).
5
.
In medizinischer Hinsicht ging die Beschwerdegegnerin gemäss dem
Fest
stellungs
blatt
vom 1
5.
Juli 2011 (
Urk.
7/80) von einem unverändertem Gesundheitszustand und gleichbleibender Arbeitsunfähigkeit aus, dies gestützt das Gutachten von
Dr.
B.___
(vorstehend E. 4.2
). Dies ist
bezüglich einer Er
werbstätigkeit
unbestritten und aufgrund der medizinische
n
Akten aus
gewiesen.
Fraglich und aufgrund des Urteils des hiesigen Gerichts vom 2
9.
November 2011 medizinisch näher
abklärbar
sind indes allfällig im Auf
gabenbereich Haushalt bestehende Einschränkungen. In Nachachtung des genannten Urteils
legte die Beschwerdegegnerin den Haushaltabklärungsbericht vom 2
9.
März 2011 der Gutachterin
Dr.
B.___
zu
r
Stellungnahme vor (vgl.
Urk.
7/91). Auch wenn sich
Dr.
B.___
in ihrem Bericht vom 2
7.
März 2012 nicht zu jedem einzelnen Aufgabenbereich und einer allfälligen Einschränkung äusserte, so nahm sie doch dahingehend Stellung, dass ins
gesamt die von der
Abklä
rungsperson
genannten Einschränkungen im Haus
halt aus psychiatrischer Sicht nachvollziehbar und mit den von ihr gestellten Dia
gno
sen vereinbar seien. So würden die
An
opterkrankungen
haupt
sächlich die im Abklärungsbericht ge
nannten Einschränkungen ausser Haus erklären. Das verlang
sam
te Tempo, die
Notwendigkeit von
Por
tionierungen und die
Leistungs
einbusse
bei schwereren körperlichen Tätigkeiten und beim Bügeln würden durch die Antriebshemmung, die verminderte Belastbarkeit und erhöhte
Erschöpf
barkeit
im Rahmen der re
zidivierenden depressiven Störung erklärt (vgl. vorn E.
4.5).
Die Fachärztin widersprach demnach nicht den anlässlich der Abklärung vor Ort festgestellten Ein
schränkungen, weshalb der Abklärungsbericht, auch wenn es um die Be
messung einer psychisch bedingten Invalidität geht, eine
beweis
taugliche
Grundlage darstellt (vgl. vorn E.
1.7). Wie die RAD-Ärztin
Dr.
med.
D.___
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, am
2.
April 2012 fest
hielt, sind die von der Abklärungsperson festgehaltenen Ein
schränkungen als plausibel zu erachten (
Urk.
7/
101 S.2). Davon ist auszu
gehen.
6
.
6
.1
Die Beschwerdegegnerin hat erwogen, dass die Beschwerdeführerin unter
Berück
sichtigung des erneuten Zuwachses in der Familie durch die Geburt
der
zweiten Tochter am 1
0.
Dezember 2007
bei voller Gesundheit nicht mehr zu 100
%
erwerbstätig, sondern zu
5
0
%
erwerbstätig
wäre. Dieses Teilpensum habe
die Beschwerde
führerin im Rahmen der Haushalt
abklärung
vom 2
9.
März 2011
auch genannt
. Deshalb sei
sie neu als teilerwerbstätige
Hausfrau
zu quali
fizieren
(vorstehend E. 2.1).
Die
Beschwerdeführerin
machte hingegen
geltend, die Annahme, sie würde ohne gesundheitliche Probleme zu
50
%
arbeiten
, sei falsch. Ohne psychische Erkrankung würde sie als Mutter einer
2002
und einer
2007 geborenen
Tochter als Wirtsfrau 100
%
arbeiten. Sie hab
e in keiner Haushalt
abklärung zu Protokoll gegeben, sie würde nur 50
%
arbeiten, vielmehr habe sie gesagt,
s
ie würde min
destens 50
%
arbeiten, dies bedeute auch mehr, was bei Wirtsleuten notorisch
sei
(vorstehend E. 2.2
und
Urk.
1 S. 5
f
.
).
6
.2
Bei der
Rentenzusprache
im Rahmen des e
rstmaligen Revisionsverfa
hren
s
im Jahr 2007
ging die Beschwerdegegnerin von einem unveränderten Gesundheits
zustand und einer unveränderten Arbeitsfähigkeit
der
Beschwerdeführerin aus
,
und qualifizierte die Beschwerdeführerin ebenfalls unverändert als im
Gesund
heitsfall
voll erwerbstätig (vgl.
Urk.
7/50 S.
4)
Zwischenzeitlich hat die Beschwerdeführerin
am 1
0.
Dezember 2007
ihre zweite Tochter geboren
(
Urk.
7/57).
Das
Café
ihres Ehemannes
,
in welchem sie im Service mitgeholfen hatte, wobei sie offenbar nach der Geburt der ersten Tochter das Pensum auf etwa 5 Stunden pro Tag reduziert hatte (vgl.
Urk.
7/100 S. 2
Ziff.
2.4 und S. 3
Ziff.
2.5)
,
wurde bereits
im Jahr 2005
aufgegeben
.
Die Beschwerdeführerin arbeitete seit Ende 2003 aus gesundheitlichen Gründen selber nicht mehr im Café
(vgl.
Urk.
7/26 S. 3,
Urk.
7/69 S. 2)
.
Die Beschwerdegegnerin hat nun im zweiten Revisionsverfahren
im Jahr 2011
erwogen, dass die Beschwerdeführerin mit 2 kleinen Kindern bei voller Gesund
heit nicht mehr zu 100
%
, sondern zu 50
%
erwerbstätig wäre.
Anlässlich der Abklärung vor Ort vom März 2011 gab denn die Beschwerdeführerin auch an, im Gesundheitsfall mindestens zu 50
%
erwerbstätig zu sein, dies aus finan
ziellen Gründen. Davon kann ausgegangen werden. Es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb die Abklärungsperson diese Aussage fälschlicherweise hätte protoko
l
lieren sollen. Ferner gab die Beschwerdeführerin anlässlich der Abklä
rung viel mehr zu Protokoll, dass ihr die Kinderbetreuung sehr wichtig sei (vgl.
Urk.
7/69 S. 6
Ziff.
6.6).
Bereits nach der Geburt der ersten Tochter reduzierte die Beschwerdeführerin ihr Pensum auf
zirka
50
%
.
Sodann gilt es zu beachten, dass in
den IK-Auszügen (
Urk.
7/12,
Urk.
7/33,
Urk.
7/42,
Urk.
7/61) der Be
schwerdeführerin
kein
Einkommen verzeichnet
ist
. Aus den Akten ist ersicht
lich, dass die Einnahmen aus dem C
afé beim Ehemann als Einkommen aufge
führt
sind (IK-Auszug;
Urk.
7/33/
3
, Bilanzen aus den Jahren 2000-2002;
Urk.
7/1-3)
. Es
kann somit davon ausgegangen werden, dass
die Beschwerde
führerin zu dieser Zeit unentgeltlich im Betrieb ihres Ehegatten mitge
holfen und sich nebenbei um die eine Tochter
gekümmert hat.
Im Jahr 2007 kam
wie erwähnt
-
ihre zweite Tochter auf die Welt und es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin heute mit 2
relativ
kleinen Kindern
im Gesundheitsfall nur
zu 50
%
erwerbstätig sein würde. Die finan
ziellen Gründe der Familie rechtfertigen alleine k
eine Erwerbstätigkeit von 100
%
. Zudem existiert das gemeinsam betriebene Café nicht mehr.
Die tatsäch
lichen Umstände haben sich
auch
insofern geändert, dass die Beschwerdeführe
rin
im Gesundheitsfall
nicht mehr im Betrieb ihres Ehemannes arbeiten
könnte
,
da dieser
den Betrieb aufgegeben hat
,
und
sie
somit eine Erwerbstätigkeit
als Servicemitarbeiterin
in ein
em Anstellungsverhältnis
suchen
müsste
.
Es ist da
von auszugehen, dass
dies mit der Kinderbetreuung schwieriger zu vereinbaren wäre.
6
.
3
Im Lichte der dargelegten Umstände ist es überwiegend wahrscheinlich und er
scheint plausibel, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beein
trächtigung einer Erwerbstätigkei
t im Umfang von 50
%
nachginge.
Die Ein
schränkung von
total
17
%
im
Haushalt
(vorstehend E.
4.4
)
ist nachvollziehbar und stimmt
gemäss der Stellungnahme von
Dr.
B.___
(vorstehend E. 4.5)
mit den Diagnosen überein,
weshalb davon auszugehen ist.
6.
4
Seit der
letzten rechtskräftigen
Leistungszusprache
vom
5.
Dezember 2007 (
Urk.
7/52) k
ann
von
einer Änderung der tatsächlichen Verhältnisse und damit von einem St
atuswechsel ausgegangen werden.
Die von der
Beschwerde
gegne
rin
vorgenommene Qualifikation
der Beschwerdeführerin als zu 50
%
Er
werbs
tätig
e
und
zu 50
%
im
Haushalt Tätige ist nach Gesagtem
nicht zu bean
standen.
7.
Die Invaliditätsbemessung im engeren Sinne wurde von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet. Nach Lage der Akten (
Urk.
2 Verfügungsteil 2
)
gibt sie zu keinen Beanstandungen Anlass
, weshalb sich dazu Weiterungen erübrigen.
Dies führt zusammengefasst zum Schluss, dass sich die angefochtene Verfügung als rechtens erweist, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
8.
D
a es um die Bewilligung und Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der
unterl
i
egen
ed
en
Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Peter F. Siegen
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannDisler