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**Case Identifier:** 942cf40f-ea2f-567e-92c8-00d7baa7dc8a
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-05
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 05.01.2023 SST.2022.107
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2022-107_2023-01-05.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2022.107 
(ST.2021.32; StA.2020.337) 

 

 

Urteil vom 5. Januar 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier  

Oberrichterin Vasvary  

Gerichtsschreiber i.V. Stutz 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten, 

Kloster-Südflügel, Seetalstrasse 8, 5630 Muri AG  

 

Privatkläger   D.G._____, 

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Patrick Bürgi,  

[…] 

 

 
    

Beschuldigte   A.F._____, 

geboren am tt.mm.1976, von Serbien, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Fabian Voegtlin,  

[…] 

 

  

 
 

Gegenstand  Raufhandel, Beschimpfung, Drohung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft erhob am 23. April 2021 Anklage gegen die 

Beschuldigte wegen Raufhandels gemäss Art. 133 StGB, Drohung gemäss 

Art. 180 Abs. 1 StGB und Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB. 

 

2. 

Das Bezirksgericht Bremgarten sprach die Beschuldigte mit Urteil vom 

23. November 2021 gemäss Anklage schuldig und verurteilte sie zu einer 

bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 60.00, Probezeit 2 Jahre, 

und einer Verbindungsbusse von Fr. 1'800.00. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 18. Mai 2022 beantragte die Beschuldigte, sie 

sei von Schuld und Strafe frei zu sprechen, eventualiter wegen Rauf-

handels, Beschimpfung und versuchter Drohung zu einer bedingten Geld-

strafe von 56 Tagessätzen à Fr. 40.00 sowie einer Busse von Fr. 560.00 

zu verurteilen. 

 

3.2. 

Die Berufungsverhandlung i.S. A.F. (SST.2022.107), B.F. (SST.2022.108), 

C.G. (SST.2022.109) und D.G. (SST.2022.110) fand am 5. Dezember 2022 

statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Vorinstanz hat die Beschuldigte des Raufhandels, der Beschimpfung 

und der Drohung schuldig gesprochen. Zur Begründung führte sie im 

Wesentlichen aus, dass es am 11. Juli 2020 zwischen der Beschuldigten 

und deren Sohn B.F. einerseits und D.G. andererseits anlässlich eines 

zufälligen Zusammentreffens in der Denner-Filiale in Q. zu gegenseitigen, 

verbalen Provokationen und im Anschluss auf dem Parkplatz dieser Filiale 

zu einer Schlägerei zwischen ihnen gekommen sei. Die Beschuldigte habe 

innerhalb der Denner-Filiale zu D.G. «du Hurensohn bist tot» und «ich ficke 

deinen toten Vater» gesagt und ihn vor der Denner-Filiale weitere Male mit 

dem Tod bedroht. Dabei habe sie bei D.G. Angst ausgelöst. Anlässlich der 

tätlichen Auseinandersetzung habe B.F. eine Schürfwunde und Kontusion 

am linken Knie, ein kleines Hämatom frontal rechts und diverse weitere 

Kontusionen erlitten. Die Beschuldigte habe ebenfalls diverse Kontusionen 

am Körper und ein Hämatom occipital links erlitten, während D.G. leichte 

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Schürfungen unter dem Auge, an der Schulter, am Rücken und an den 

Knien aufgewiesen habe. 

 

Die Beschuldigte macht mit ihrer Berufung im Wesentlichen geltend, es 

lasse sich nicht zweifelsfrei erstellen, dass sie sich dermassen habe 

provozieren und dazu habe hinreissen lassen, D.G. zu drohen bzw. zu 

beschimpfen. Eventualiter bringt sie vor, D.G. sei durch die Drohung nicht 

in Angst und Schrecken versetzt worden. In Bezug auf die tätliche Ausein-

andersetzung auf dem Parkplatz sei zudem «in dubio pro reo» von einer 

die beiden Streitenden (B.F. und D.G.) scheidenden Handlung der Beschul-

digten auszugehen (Plädoyer Verteidigung). 

 

1.2. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und unbestritten, dass es zwischen der 

Beschuldigten und B.F. einerseits und D.G. andererseits auf dem Parkplatz 

der Denner-Filiale zu einem Handgemenge gekommen ist, welches 

jedenfalls die Körperverletzung einer Person zur Folge hatte. 

 

Umstritten ist jedoch, ob die Beschuldigte während der Auseinander-

setzung lediglich abgewehrt und versucht hat, die Streitenden ausein-

anderzubringen, sodass sie gemäss Art. 133 Abs. 2 StGB straflos bleiben 

würde. Zudem ist strittig, ob die Beschuldigte D.G. gedroht bzw. diesen 

beschimpft hat. 

 

1.3. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-

setzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für den 

Beschuldigten günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Bloss 

abstrakte und theoretische Zweifel genügen nicht, weil solche immer 

möglich sind. Der Grundsatz «in dubio pro reo» verlangt indes nicht, dass 

bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für den 

Angeklagten günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Entscheidregel ist erst 

anwendbar, nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen 

Beweise ausgewertet worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als 

Ganzem relevante Zweifel bestehen (BGE 144 IV 345; Urteil des Bundes-

gerichts 6B_1395/2019 vom 3. Juni 2020 E. 1.1). 

 

1.4. 

Die Vorinstanz hat die Beschuldigte der Drohung und Beschimpfung 

schuldig gesprochen. 

 

1.4.1. 

Gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer jemanden durch 

schwere Drohung in Schrecken oder Angst versetzt. Die Tathandlung 

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erschöpft sich in objektiver Hinsicht in der Ankündigung eines künftigen 

Übels, welches Schrecken oder Angst erzeugt. Ob eine Ankündigung 

künftigen Übels jemanden in Angst und Schrecken zu versetzen vermag, 

ist nach einem objektiven Massstab zu prüfen. Es ist dabei auf das 

Empfinden einer vernünftigen Person mit einigermassen normaler 

psychischer Belastbarkeit abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 

6B_192/2012 vom 10. September 2012 E. 1.1). Subjektiv muss der Täter 

im Bewusstsein handeln, dass eine bestimmte Drohung geeignet ist, 

jemanden mindestens möglicherweise in Angst oder Schrecken zu ver-

setzen und der Täter muss das wollen bzw. mindestens in Kauf nehmen. 

Hingegen ist kein Wille erforderlich, die Drohung in die Tat umzusetzen. 

 

Der Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer 

jemanden durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten in seiner 

Ehre angreift. Nach Art. 177 Abs. 2 und 3 StGB kann der Richter den Täter 

von der Strafe befreien, wenn der Beschimpfte einerseits durch sein 

ungebührliches Verhalten unmittelbar Anlass zur Beschimpfung gegeben 

hat (Provokation; Abs. 2) oder andererseits die Beschimpfung unmittelbar 

mit einer Beschimpfung oder Tätlichkeit erwidert worden ist (Retorsion; 

Abs. 3). Es wird eine unmittelbare Reaktion verlangt. Ratio legis des Abse-

hens von einer Strafe bei der Retorsion ist es, dass die streitenden Teile 

sich selber schon an Ort und Stelle Gerechtigkeit verschafft haben und der 

Streit zu unbedeutend ist, als dass das öffentliche Interesse nochmalige 

Sühne verlangen würde (vgl. BGE 72 IV 21; ähnlich BGE 82 IV 177). 

 

1.4.2. 

In Bezug auf den ersten Teil des angeklagten Sachverhalts in der Denner-

Filiale ist zum Tatablauf auf die Aussagen der beteiligten Personen 

abzustellen. Den zweiten Teil der Auseinandersetzung auf dem Parkplatz 

der Denner-Filiale wurde von den Zeugen K. und L. beobachtet. Wie im 

Folgenden aufzuzeigen sein wird, geht das Obergericht in Bezug auf die 

Beschimpfungen und Drohungen davon aus, dass die Beschuldigte D.G. 

mit den Worten «Hurensohn» und «ich ficke deinen toten Vater» 

beschimpfte sowie mit den Worten «ich bringe dich um» und «ich mache 

dich kaputt» in Angst und Schrecken versetzt hat. 

 

Die Beschuldigte gestand zumindest ein, dass sie – nachdem D.G. die 

Denner-Filiale betreten habe, an ihr vorbeigelaufen sei und ihr «Schlampe» 

gesagt habe – ihm gefolgt sei, ihm eine Flasche an den Hals gehalten habe 

und gesagt habe, dass sie ihn kaputt mache, bis dann ihr Sohn B.F. 

gekommen sei und sie aus der Filiale gebracht habe (UA act. 1029; vgl. 

auch Protokoll Berufungsverhandlung S. 14). Sie habe «die Kontrolle über 

[sich] verloren» (UA act. 1055). Dies wird – was den Ablauf betrifft – so 

auch von B.F. bestätigt (UA act. 1017; Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 39) und von D.G. nicht bestritten (vgl. unangefochtenes vorinstanzliches 

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Urteil im Verfahren gegen D.G.; UA act. 1007). Aus den glaubhaften Aus-

sagen des Zeugen K. (siehe zum Ganzen unten) ergibt sich zudem, dass 

dieser später auf dem Parkplatz eine Schlägerei zwischen der Beschul-

digten, B.F. und D.G. beobachtet habe, anlässlich welcher B.F. und die 

Beschuldigte zu D.G. gesagt haben, sie würden seinen toten Vater im Grab 

«ficken» und ihn kaputt machen (UA act. 1071; 1079; 1081 f.). Die 

Beschuldigte habe dann noch gesagt, sie bringe ihn (D.G.) um (UA 

act. 1072). Er sei vor allem die Beschuldigte gewesen, die ihn u.a. aufgrund 

der ausgesprochenen Beleidigungen geschockt habe, sie sei wie eine Furie 

gewesen (UA act. 1071; 1079; 1082). Der Zeuge schilderte dies detailreich, 

schlüssig und glaubhaft. Es ist ausserdem nicht ersichtlich, dass er eine 

falsche Aussage gemacht haben soll, gibt er doch an, die Beteiligten nur 

flüchtig von früher zu kennen, aber keinen Kontakt zu diesen zu haben (UA 

act. 1083 f.). Zudem belastete er mit seinen Aussagen sowohl die 

Beschuldigte wie auch D.G.. Demnach habe nämlich D.G. auch Beleidi-

gungen ausgesprochen, jene der Beschuldigten seien ihm aber aufgrund 

der ausserordentlichen Vulgarität besser geblieben (UA act. 1083). 

Schliesslich vermag auch die pauschale Behauptung der Beschuldigten, K. 

habe gelogen, weil Albaner als Zeugen zu 50 % lügen würden (UA 

act. 1032), an der Glaubhaftigkeit der Aussage nicht ansatzweise zu 

rütteln. Die Beschuldigte drohte nach dem Gesagten bereits im Denner 

sowie auf dem Parkplatz damit, dass sie D.G. «kaputt machen» werde. 

Zudem drohte sie D.G. auf dem Parkplatz damit, dass sie ihn umbringen 

werde und beschimpfte ihn damit, dass sie seinen toten Vater im Grab 

«ficken» werde. Vor diesem Hintergrund erachtet das Obergericht gestützt 

auf die Aussagen von D.G. ebenfalls als erstellt, dass ihm die Beschuldigte 

bereits in der Denner-Filiale drohte und ihre Drohungen mit dem Wort 

«Hurensohn» ergänzte, zumal sie selbst eingesteht, bereits in der Denner-

Filiale die Kontrolle über sich verloren zu haben. 

 

1.4.3. 

Die Beschuldigte drohte D.G., dass sie ihn kaputt mache und ihn 

umbringen werde. Das Androhen von schweren Körperverletzungen bzw. 

dem Tod kann ohne weiteres als schwere Drohung im Sinne von Art. 180 

StGB verstanden werden. Dass diese Drohungen im vorliegenden Kontext 

nach einem objektiven Massstab dazu geeignet sind, eine Person in Angst 

oder Schrecken zu versetzen, ist ebenfalls anzunehmen. Diesen 

Drohungen geht eine längere Vorgeschichte voraus, in welcher es bereits 

zu körperlichen Auseinandersetzungen und Drohungen zwischen den 

Familien G. und F. gekommen ist. Die Beschuldigte hat zudem nach 

eigener Aussage die Drohung, sie mache ihn kaputt, mit der Geste, ihm die 

Flasche an den Hals zu legen bzw. zu drücken, verbunden, was die 

Drohung und deren Ernsthaftigkeit entsprechend untermauert hat. 

Subjektiv hat sie im Bewusstsein gehandelt, dass die von ihr ausge-

sprochene Drohung geeignet ist, D.G. mindestens möglicherweise in Angst 

oder Schrecken zu versetzen und das hat sie auch gewollt. Dass sie 

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möglicherweise keinen Willen hatte, die Drohung in die Tat umzusetzen, 

spielt keine Rolle. 

 

Die Beschuldigte hat sich damit der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB 

schuldig gemacht. 

 

1.4.4. 

Bei den Begriffen «Hurensohn» und «ich ficke deinen toten Vater» handelt 

es sich um Beschimpfungen im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB. Zu prüfen 

bleibt, ob ein fakultativer Strafbefreiungsgrund im Sinne einer Provokation 

(Abs. 2) oder Retorsion (Abs. 3) zu bejahen ist. 

 

Entgegen der Ansicht der Beschuldigten sind die Voraussetzung für eine 

Strafbefreiung vorliegend nicht erfüllt. Die Beschuldigte wie auch D.G. 

deckten sich zwar gegen- und wechselseitig mit Beschimpfungen ein. 

Trotzdem kann aber vorliegend nicht davon gesprochen werden, dass 

bereits durch die gegenseitigen Beschimpfungen an Ort und Stelle 

Gerechtigkeit geschaffen wurde. Die Beschuldigte zeigte sich in Bezug auf 

die ganze Auseinandersetzung grösstenteils uneinsichtig und versuchte, 

ihre eigene Rolle klein zu reden bzw. ausschliesslich D.G. die Schuld dafür 

zu geben (VA act. 1337 ff.). Die verbalen Provokationen waren denn auch 

der Anlass für die folgende tätliche Auseinandersetzung auf dem Parkplatz 

der Filiale (vgl. hierzu hiernach). Entsprechend steht das öffentliche 

Interesse einer Bestrafung der Strafbefreiung entgegen. Der Umstand, 

dass sich die Beschuldigte und D.G. gegenseitig mit Beschimpfungen 

eindeckten, ist aber im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigten. 

 

Die Beschuldigte hat sich nach dem Gesagten der Beschimpfung gemäss 

Art. 177 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. 

 

1.5. 

Die Vorinstanz hat die Beschuldigte wegen Raufhandels schuldig ge-

sprochen. 

 

1.5.1. 

Wer sich an einem Raufhandel beteiligt, der den Tod oder die Körper-

verletzung eines Menschen zur Folge hat, wird mit Freiheitsstrafe bis zu 

drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 133 Abs. 1 StGB). Nicht strafbar 

ist, wer ausschliesslich abwehrt oder die Streitenden scheidet (Art. 133 

Abs. 2 StGB). Es handelt sich um eine wechselseitige tätliche Ausein-

andersetzung von mindestens drei Personen. Ein Streit zwischen zwei 

Personen wird zum Raufhandel, wenn ein Dritter tätlich eingreift. Es muss 

eine körperliche Auseinandersetzung zwischen mindestens drei Personen 

bestehen, die daran aktiv teilnehmen (Urteil des Bundesgerichts 

1B_12/2019 vom 14. Mai 2019). Kein Beteiligter ist, wer ausschliesslich 

passiv bleibt und nicht tätlich wird (BGE 131 IV 150 E. 2 mit Hinweisen). 

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Strafbar ist, wer sich beteiligt, d.h. wer aktiv in einer Weise am Raufhandel 

teilnimmt, die geeignet ist, die Auseinandersetzung zu fördern bzw. deren 

Intensität zu steigern (BGE 137 IV 1 E. 4.2.2). Der Raufhandel ist ein 

abstraktes Gefährdungsdelikt, obschon ein Erfolg eintreten muss. Dieser 

Verletzungserfolg ist objektive Strafbarkeitsbedingung (Urteil des Bundes-

gerichts 6B_1163/2020 vom 25. Februar 2021 E. 3.1.1 mit Hinweisen). 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist nach Art. 133 StGB auch 

strafbar, wer sich erst nach Eintritt der Strafbarkeitsbedingung beteiligt. 

Erforderlich ist, dass das Verhalten der betreffenden Person in einer zeitlich 

und örtlich einheitlichen Beziehung zu der Auseinandersetzung steht, in 

deren Verlauf die Verletzung verursacht worden ist (vgl. BGE 139 IV 168 

E. 1.1.4). 

 

1.5.2. 

In tatsächlicher Hinsicht geht das Obergericht mit der Vorinstanz gestützt 

auf die Aussagen der Zeugen K. und L. davon aus, dass die Beschuldigte 

aktiv am Raufhandel teilgenommen hat bzw. sich ihre Handlungen nicht auf 

das Scheiden der Streitenden begrenzt haben. 

 

Die Aussagen des Zeugen K. vom 13. Juli 2020, mitunter wenige Tage 

nach dem Vorfall, und vom 24. November 2020 erweisen sich als schlüssig, 

glaubhaft und konstant (UA act. 1071 ff.; 1079 ff.). Sie lassen sich zudem 

mit den Aussagen des Zeugen L. in Übereinstimmung bringen (UA 

act. 1091 ff.). Diesen glaubhaften Aussagen folgend hat L. – der sein 

Fahrzeug neben dem Fahrzeug der Beschuldigten am Beladen gewesen 

sei – beobachtet, wie die Beschuldigte und B.F. wütend bzw. aufgebracht 

die Denner-Filiale verlassen haben und in ihr Fahrzeug gestiegen seien. 

Als er (L.) das nächste Mal geschaut habe, sei B.F. wieder aus dem 

Fahrzeug ausgestiegen, habe dann vor D.G. gestanden und diesem ins 

Gesicht gespuckt. D.G. habe als Reaktion darauf B.F. in den Bauch 

getreten (UA act. 1091). Währenddessen sei auch die Beschuldigte aus 

dem Fahrzeug ausgestiegen und dazugekommen. Sie habe D.G. gepackt 

(UA act. 1093) und B.F. habe ihn (möglicherweise ins Gesicht) geschlagen 

(UA act. 1094). Es seien alle drei Beteiligten handgreiflich geworden, bis 

zwei unbeteiligte Personen die Streitenden getrennt hätten (UA act. 1091). 

Den ebenfalls glaubhaften Aussagen von K. folgend parkierte dieser unter-

dessen sein Fahrzeug unweit entfernt auf dem gleichen Parkplatz. Als er 

ausstieg, wurde er auf ein Geschrei aufmerksam. Er beobachte sodann, 

wie B.F. und D.G. aufeinander losgegangen seien, sich die Beschuldigte 

an D.G. geklammert und auf diesen eingeschlagen habe (UA act. 1071; 

1079). D.G. sei dann zu Boden gefallen. Während er sich dann versucht 

habe von der Beschuldigten zu lösen, habe B.F. auf ihn bzw. auf sein 

Gesicht eingeschlagen (UA act. 1071 f.; 1080). Währenddessen hätten die 

Beschuldigte und B.F. zu D.G. gesagt, sie würden seinen toten Vater im 

Grab «ficken» und ihn kaputt machen (UA act. 1071; 1079; 1081 f.). Die 

Beschuldigte habe dann noch gesagt, sie bringe ihn (D.G.) um (UA 

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act. 1072). Er (K.) ging dann mit einer anderen Person dazwischen und 

trennte die Streitenden, wobei B.F. immer wieder auf D.G. habe losgehen 

wollen (UA act. 1073). Beide Zeugen haben das Geschehene auf dem 

Parkplatz der Denner-Filiale unabhängig voneinander aus verschiedenen 

Blickwinkeln wahrgenommen und entsprechend zu Protokoll gegeben. 

Sofern sie jeweils einen kurzen Teil der Auseinandersetzung nicht gesehen 

haben oder sich an gewisse Details nicht mehr erinnern konnten, haben sie 

dies entsprechend auch ausgesagt (UA act. 1072 f.; 1080 f.; 1092 f.). Dass 

die Zeugen eine falsche Aussage gemacht hätten, ist sodann nicht 

ersichtlich, geben doch beide an, die Beteiligten gar nicht oder nur flüchtig 

zu kennen, aber keinen Kontakt zu haben (UA act. 1083 f.; 1090). 

Insbesondere vermag die pauschale Behauptung der Beschuldigten, K. 

habe gelogen, weil Albaner als Zeugen zu 50 % lügen würden, an der 

Glaubhaftigkeit der Aussage nicht ansatzweise zu rütteln. Gestützt auf die 

Aussagen der beiden Zeugen ist davon auszugehen, dass die Beschuldigte 

und B.F. aufgebracht die Denner-Filiale verlassen haben und in ihr 

Fahrzeug gestiegen sind. D.G. folgte ihnen, worauf B.F. das Fahrzeug 

wieder verliess und sodann D.G. ins Gesicht spuckte. In der Folge entstand 

ein unübersichtliches Gerangel, in welches sich auch die Beschuldigte 

tätlich einmischte. Anlässlich dieses Gerangels klammerte sich die 

Beschuldigte an D.G. und B.F. schlug auf diesen ein. Die drei Streitenden 

mussten schliesslich von anderen Personen auf dem Parkplatz getrennt 

werden, wobei B.F. zumindest den Eindruck machte, als ob er immer 

wieder auf D.G. loswollte. Dass zuerst ein Schlagabtausch zwischen B.F. 

und D.G. erfolgte, ehe die Beschuldigte ebenfalls dazukam und sich 

einmischte, ergibt sich nicht nur aus den übereinstimmenden Aussagen 

von L. und D.G. (UA act. 1054; 1094), sondern wird auch von der Beschul-

digten und B.F. – zumindest was die Reihenfolge betrifft – bestätigt (UA 

act. 1018 f.;1029; 1055 f.; Protokoll Berufungsverhandlung S. 14; 39). 

 

Aus dem Gesagten erhellt, dass die Beschuldigte nicht versucht hat, die 

Streitenden auseinanderzubringen, sondern sich durch D.G. hat provo-

zieren lassen, Beleidigungen und Drohungen ausgesprochen hat (vgl. dazu 

oben) und sich in der Folge aktiv am Raufhandel beteiligt hat. 

 

Die Beschuldigte hat sich demnach auch des Raufhandels schuldig ge-

macht. 

 

1.6. 

Zusammenfassend erweist sich die Berufung der Beschuldigten im 

Schuldpunkt als unbegründet. Sie ist wegen Raufhandels, Drohung und 

Beschimpfung schuldig zu sprechen. 

 

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2. 

2.1. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 

144 IV 217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4. ff.; je mit Hin-

weisen). Darauf kann verwiesen werden. 

 

2.2. 

Für die Beschimpfung ist von Gesetzes wegen nur eine Geldstrafe 

auszusprechen. Für den Raufhandel und die Drohung ist – wie zu zeigen 

sein wird – aufgrund der jeweiligen Schwere des Verschuldens ebenfalls 

auf eine Geldstrafe zu erkennen, zumal sich diese mit Blick auf die 

Zweckmässigkeit der Sanktion, ihre Auswirkungen auf die nicht vor-

bestrafte Beschuldigte und ihr soziales Umfeld sowie ihre präventive 

Effizienz als angemessen erweist. 

 

2.3. 

2.3.1. 

Die Einsatzstrafe für die mit einer Geldstrafe zu sanktionierenden Straf-

tatbestände ist – bei gleichem abstraktem Strafrahmen – für den Rauf-

handel als konkret schwerste Straftat festzusetzen. 

 

Dazu ergibt sich Folgendes: Ausgangspunkt für die Bestimmung des 

Verschuldens ist die Schwere der Verletzung oder Gefährdung des 

betroffenen Rechtsguts (vgl. Art. 47 Abs. 2 StGB). Beim Raufhandel 

gemäss Art. 133 StGB handelt es sich um ein abstraktes Gefährdungs-

delikt, welches primär das öffentliche Interesse schützt, Schlägereien 

(unter mindestens drei Beteiligten) zu verhindern, und in zweiter Linie das 

Individualinteresse der Opfer von Schlägereien (BGE 145 IV 491 E. 2.3.2; 

BGE 141 IV 454). 

 

Die Beschuldigte hat sich zusammen mit ihrem Sohn B.F. sowie D.G. an 

einem Raufhandel beteiligt, in Folge dessen sämtliche Beteiligten leicht 

verletzt wurden. Da weder gefährliche Gegenstände wie Waffen oder 

Eisenstangen usw. verwendet wurden, es zu keinen schwereren Verlet-

zungen gekommen ist und mit drei beteiligten Personen gerade das 

Minimum für das Vorliegen eines Raufhandels erreicht wurde, ist vor-

liegend in Relation zu den vom Tatbestand des Raufhandels erfassten 

Erscheinungsformen, Gefährdungen und Verletzungen von einer noch 

vergleichsweise geringfügigen Gefährdung bzw. Beeinträchtigung der 

geschützten Rechtsgüter auszugehen. 

 

Auch wenn sich die Beschuldigte provoziert sah, verfügte sie hinsichtlich 

ihrer Beteiligung am Raufhandel über ein sehr grosses Mass an Entschei-

dungsfreiheit. Mithin ist sie der Auseinandersetzung ganz bewusst nicht 

aus dem Weg gegangen. Nachdem es innerhalb der Denner-Filiale bereits 

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zu den ersten Beschimpfungen und Drohungen zwischen ihr und D.G. 

gekommen ist, hat ihr Sohn B.F. sie am Arm aus der Filiale und damit aus 

der Auseinandersetzung gezogen. Sie sind sodann zusammen zu ihrem 

Fahrzeug gegangen, jedoch nicht weggefahren. Vielmehr haben sie 

gewartet, bis D.G. ebenfalls die Filiale verliess und eine neue Konfrontation 

stattfand, die dann schliesslich im Raufhandel endete. Die Streitlust der 

Beschuldigten hat mitunter einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass 

die Auseinandersetzung in einem unkontrollierten Raufhandel endete, was 

sich entsprechend verschuldenserhöhend auswirkt. 

 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung des breiten Spektrums möglicher 

Tatbegehungen von einem in Relation zum Strafrahen von bis zu 3 Jahren 

Freiheitsstrafe noch knapp leichten Verschulden und einer Einsatzstrafe 

von 120 Tagessätzen Geldstrafe zuzüglich einer Verbindungsbusse (siehe 

dazu unten) als in ihrer Summe angemessene Sanktion auszugehen. 

 

2.3.2. 

Diese Einsatzstrafe ist nunmehr in Anwendung des Asperationsprinzips für 

die weiteren Straftaten angemessen zu erhöhen. 

 

In Bezug auf die Drohung ergibt sich Folgendes: Der Tatbestand der 

Drohung schützt den inneren Frieden sowie das Gefühl von Sicherheit 

(BGE 141 IV 1 E. 3.2.2). Die Beschuldigte hat D.G. gedroht, ihn kaputt zu 

machen und umzubringen. Gleichzeitig hat sie ihm eine Flasche an den 

Hals gelegt bzw. gedrückt. Sie drohte mit der Vernichtung seines Lebens 

und damit des höchsten Rechtsgutes überhaupt, wobei ihre Geste der 

Drohung noch zusätzlich Nachdruck verlieh. Demgegenüber schien sich 

D.G. nicht nachhaltig davon beeindruckt haben zu lassen, andernfalls er 

nicht der Beschuldigten auf den Parkplatz gefolgt wäre, um sie bezüglich 

der ausgesprochenen Drohungen zu konfrontieren. Insgesamt ist unter 

Würdigung des Ausmasses der Drohung, der Wirkung auf das Opfer sowie 

unter Berücksichtigung des breiten Spektrums möglicher Drohungen von 

einem in Relation zum Strafrahmen von bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe 

leichten Verschulden und einer angemessenen Einzelstrafe von 90 

Tagessätzen Geldstrafe auszugehen. Im Rahmen der Asperation ist zu 

berücksichtigen, dass zwar ein enger zeitlicher, nicht aber ein direkter 

sachlicher Zusammenhang zum Raufhandel bestanden hat. Der Gesamt-

schuldbeitrag der Drohung ist entsprechend nicht zu vernachlässigen, 

zumal es nicht einerlei ist, ob die Beschuldigte sich lediglich an einem 

Raufhandel mit leichten Verletzungsfolgen beteiligt oder ob sie darüber-

hinausgehende Todesdrohungen ausspricht. Die Einsatzstrafe ist ange-

messen um 60 Tagessätze zu erhöhen. 

 

2.3.3. 

Die Einsatzstrafe wäre weiter für die Beschimpfung angemessen zu 

erhöhen. Aufgrund der Täterkomponente würde sich sodann keine 

 - 11 - 

 

 

Anpassung des Strafmasses ergeben, da sich diese vorliegend neutral 

auswirkt. Die 46-jährige Beschuldigte weist keine Vorstrafen auf, was 

neutral zu behandeln ist, da die Vorstrafenlosigkeit als Normalfall zu gelten 

hat (BGE 136 IV 1). Auch aus ihrem Verhalten nach der Tat ergeben sich 

keine strafmindernden Umstände. Wer wie die Beschuldigte nicht 

geständig ist, kann hinsichtlich des begangenen Unrechts auch nicht 

einsichtig und reuig sein. Es ist bei ihr denn auch im Berufungsverfahren 

keine Einsicht oder Reue, die über eine blosse Tatfolgenreue hinausgeht, 

auszumachen. Eine Strafminderung, wie sie bei einem von Anfang an 

vollständig geständigen und einsichtigen Straftäter möglich ist, kommt 

vorliegend somit nicht in Frage. Die übrigen persönlichen Verhältnisse der 

Beschuldigten bieten zu keinen Bemerkungen Anlass. Eine erhöhte 

Strafempfindlichkeit ist vorliegend nicht ersichtlich, zumal die Geldstrafe 

bedingt ausgesprochen wird (siehe dazu unten). 

 

Die Strafzumessung würde damit insgesamt zu einer Geldstrafe über 180 

Tagessätzen führen. Dies ist aber ausgeschlossen, da das Gericht an das 

Höchstmass jeder Strafart gebunden ist und die Sanktionsobergrenze von 

180 Tagessätzen Geldstrafe bereits erreicht ist. Das Gericht kann eine 

Geldstrafe mithin nicht in eine Freiheitsstrafe umwandeln, weil ihm die 

Geldstrafe bei mehreren Delikten als dem Verschulden nicht mehr 

angemessen mild erscheint (BGE 144 IV 313 = Pra 2019 Nr. 58). Dass 

dies zu unbilligen Ergebnissen führen kann, ist nach der Rechtsprechung 

des Bundesgerichts hinzunehmen (so ausdrücklich BGE 144 IV 217 

E. 3.6). 

 

2.3.4. 

Die Höhe des Tagessatzes bemisst sich nach den Verhältnissen des Täters 

im Urteilszeitpunkt (Art. 34 Abs. 2 StGB). Massgebende Kriterien für die 

Bestimmung der Tagessatzhöhe sind das Einkommen, das Vermögen und 

der Lebensaufwand des Beschuldigten, seine Unterstützungspflichten und 

persönlichen Verhältnisse sowie sein Existenzminimum (BGE 142 IV 315 

E. 5 = Pra 2018 Nr. 52, Bestätigung der bisherigen Rechtsprechung). 

Ausgangspunkt ist das Nettoeinkommen, das der Täter im Zeitpunkt des 

Urteils durchschnittlich erzielt bzw. alle geldwerten Leistungen, die ihm 

zufliessen (BGE 134 IV 60 E. 6.1). 

 

Die verheiratete Beschuldigte verfügt über ein durchschnittliches mass-

gebliches Nettoeinkommen inklusive 13. Monatslohn von rund Fr. 2'150.00 

pro Monat (Protokoll Berufungsverhandlung S. 16). Unterstützungs-

pflichten hat sie keine, ihr Ehemann erhält eine IV-Rente (Fr. 2'400.00; 

Steuerveranlagung). Bei einem Pauschalabzug für die Krankenkasse, 

Steuern und notwendige Berufskosten von 20 % und einem Abzug von 15 

% für die hohe Anzahl Tagessätze (BGE 134 IV 60 E. 6.5.2) resultiert ein 

Tagessatz von gerundet Fr. 50.00. 

 

 - 12 - 

 

 

2.4. 

Die Gewährung des bedingten Strafvollzugs und die Festsetzung der 

Probezeit auf das Minimum von zwei Jahren sind aufgrund des Verschlech-

terungsverbots nicht zu überprüfen (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

 

2.5. 

Eine bedingt ausgesprochene Geldstrafe kann mit einer Busse verbunden 

werden (Art. 42 Abs. 4 StGB). Vorliegend ist die Verbindung der bedingt 

ausgesprochenen Geldstrafe mit einer Busse angezeigt, um der Beschul-

digten die Ernsthaftigkeit der Sanktion und die Konsequenzen ihres 

Handelns deutlich vor Augen zu führen. 

 

Um dem akzessorischen Charakter der Verbindungsbusse gerecht zu 

werden, erscheint unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse 

und des Verschuldens der Beschuldigten sowie dem Umstand, dass der 

Verbindungsbusse nicht lediglich symbolische Bedeutung zukommen soll, 

eine Verbindungsbusse von Fr. 1'800.00 in der Gesamtheit mit der bedingt 

ausgesprochenen Geldstrafe von 180 Tagessätzen (siehe dazu oben) 

angemessen (vgl. BGE 135 IV 188 E. 3.4.4). 

 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Verbindungs-

busse ist ausgehend vom als Umrechnungsschlüssel zu verwendenden 

Tagessatz von Fr. 50.00 (BGE 134 IV 60 E. 7.3.3 S. 77) auf 36 Tage fest-

zusetzen. 

 

3. 

3.1. 

3.1.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten für das Berufungsverfahren gegen 

die Beschuldigte und die Mitbeschuldigten B.F., C.G. und D.G. belaufen 

sich auf insgesamt Fr. 14'000.00 (§ 18 VKD), der auf das Berufungs-

verfahren der Beschuldigten entfallende Anteil auf Fr. 3'000.00 (Art. 418 

Abs. 1 StPO). 

 

Die Beschuldigte unterliegt mit ihren Berufungsanträgen vollständig. Nur 

die Tagessätzhöhe ist an die aktuellen Verhältnisse anzupassen. Die 

anteilsmässig auf sie entfallenden Kosten des Berufungsverfahrens sind ihr 

deshalb vollumfänglich aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 und 2 StPO). 

 

3.1.2. 

Der amtliche Verteidiger ist für das Berufungsverfahren gestützt auf die von 

ihm eingereichte Kostennote – jedoch angepasst an die effektive, längere 

Dauer der Berufungsverhandlung – aus der Staatskasse mit gerundet 

Fr. 4'300.00 zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und 

Abs. 3bis AnwT). 

 

 - 13 - 

 

 

Diese Entschädigung ist von der Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

 

3.1.3. 

Der Privatklägervertreter hat erklärt, im vorliegenden Verfahren keine 

separaten Aufwendungen für die Vertretung des Privatklägers gehabt zu 

haben (Protokoll Berufungsverhandlung S. 54). Dem Privatkläger ist 

deshalb keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 433 Abs. 2 StPO). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Die Beschuldigte wird in allen Anklagepunkten schuldig 

gesprochen, weshalb ihr die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von 

Fr. 2'874.60 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 300.00) aufzuerlegen sind 

(Art. 426 Abs. 1 StPO).  

 

3.2.2. 

Die dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren 

zugesprochene Entschädigung von Fr. 6'972.40 wurde mit der Berufung 

nicht angefochten, weshalb darauf nicht zurückgekommen werden kann 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019). 

 

Diese Entschädigung ist von der Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

ihre finanziellen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

 

4. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). Das ist auch der Fall, wenn eine Berufung vollumfänglich 

abgewiesen wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_761/2017 vom 17. Januar 

2018 E. 4 mit Hinweisen). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschuldigte ist schuldig 

- des Raufhandels gemäss Art. 133 StGB; 

- der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB; 

- der Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB. 

  

 - 14 - 

 

 

2. 

Die Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 1 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, 

Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 und Abs. 4 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB und 

Art. 106 StGB 

 

zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 50, d.h. 

Fr. 9'000.00, Probezeit 2 Jahre, 

 

und einer Busse von Fr. 1'800.00, ersatzweise 36 Tage Freiheitsstrafe, 

verurteilt. 

 

3. 

3.1. 

Die auf dieses Verfahren anteilsmässig entfallenden obergerichtlichen 

Verfahrenskosten von Fr. 3'000.00 werden der Beschuldigten auferlegt. 

 

3.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 4'300.00 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird von der Beschuldigten zurückgefordert, sobald 

es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

3.3. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 2'874.60 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 300.00) werden der Beschuldigten auferlegt. 

 

3.4. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

stattgefunden hat – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das erst-

instanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 6'972.40 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird von der Beschuldigten zurückgefordert, sobald 

es ihre finanziellen Verhältnisse erlauben. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe 

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geldstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. Gleichzeitig 

wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat sich der 

Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe nicht 

 - 15 - 

 

 

mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu bezahlen 

ist. Begeht der Verurteilte während der Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und 

ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht 

grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 StGB). 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde-

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 
 
   

Aarau, 5. Januar 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber i.V.: 

 

 

 

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