# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5d9452e-abff-5f1c-83bd-615514967579
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-11-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.11.2022 F-3017/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3017-2022_2022-11-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3017/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  N o v e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Regula Schenker Senn, 

Richterin Barbara Balmelli, 

Richter Gregor Chatton;   

Gerichtsschreiberin Annina Mondgenast. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkiye,   

vertreten durch MLaw Nina Ochsenbein,  

Rechtsschutz für Asylsuchende - Bundesasylzentrum Region 

Bern, (…),  

Beschwerdeführer,   

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 4. Juli 2022 / N (…). 

 

 

 

F-3017/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 12. April 2022 in der Schweiz um Asyl. 

Ein Abgleich mit dem zentralen Visa-Informationssystem (CS-VIS) ergab, 

dass die Schweiz am 22. Oktober 2021 einen Visumsantrag von ihm ab-

gelehnt, Österreich ihm jedoch ein vom 8. Dezember 2021 bis zum 7. Ja-

nuar 2022 gültiges Visum ausgestellt hatte. 

Anlässlich der Befragung vom 21. April 2022 wurde dem Beschwerdeführer 

das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid und der 

Möglichkeit einer Überstellung nach Österreich gewährt, welches grund-

sätzlich für die Behandlung seines Asylgesuchs zuständig sei (gestützt auf 

die Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur 

Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist [nachfolgend: Dublin-III-VO]). 

Die grundsätzliche Zuständigkeit dieses Mitgliedstaates wurde vom 

Beschwerdeführer bestritten. Er machte geltend, am 26. Dezember 2021 

in die Schweiz geflogen und von dort aus für einen Geschäftstermin weiter 

nach Österreich gereist zu sein. Österreich habe er am 28. Dezember 2021 

auf dem Landweg verlassen und sei nach Türkiye zurückgekehrt. Dort sei 

er bis zum bis 7. April 2022 geblieben, bevor er erneut in die Schweiz ge-

reist sei.  

B.  

Am 21. April 2022 ersuchte das SEM die österreichischen Behörden um 

Übernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO. 

Diesem Gesuch wurde am 21. Juni 2022 entsprochen.  

C.  

Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 4. Mai 2022 folgende Be-

weismittel zum Nachweis seines Aufenthalts in Türkiye ein:  

- Rechnung vom 16. März 2022 für ein Geschäftsessen 

- Kontoauszug betreffend Lohnüberweisungen am 14. Januar und 

18. Februar 2022 

- Bankauszug vom 8. April 2022 mit Lohnüberweisung für März 2022 

- Arbeitsrapport/Abrechnung vom 3. Februar 2022 für Januar 2022 

- Sitzungsprotokolle vom 4. Januar, 3. Februar und 5. April 2022  

- Sozialversicherungsbeiträge (mit QR-Code)  

- Aktives Formular für Sozialversicherungsbeiträge (mit QR-Code)  

F-3017/2022 

Seite 3 

- Ärztliches Rezept vom 23. Februar 2022 (mit QR-Code)  

- Stromrechnung vom 25. März 2022 

- Nebenkostenabrechnung vom 2. Februar 2022  

- Bankauszug vom 18. Februar 2022 betreffend Nebenkosten  

D.  

Mit Verfügung vom 4. Juli 2022 (eröffnet tags darauf) trat das SEM in An-

wendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete dessen Wegweisung nach Ös-

terreich an und beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der 

Wegweisung. Zudem stellte es fest, einer allfälligen Beschwerde gegen 

den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu. 

E.  

Mit Beschwerde vom 11. Juli 2022 an das Bundesverwaltungsgericht 

beantragte der Beschwerdeführer, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzu-

heben und auf sein Asylgesuch sei einzutreten. Eventualiter sei die Sache 

zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer 

Hinsicht ersuchte er um Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Be-

schwerde sowie der unentgeltlichen Prozessführung. Als Beweismittel 

legte er ein Formular betreffend Sozialversicherungsbeiträge sowie einen 

Entscheid des Kassationshofes vom 15. März 2022 bezüglich eines ihn 

betreffenden Strafverfahrens in Türkiye zu den Akten.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 14. Juli 2022 erteilte die Instruktionsrichterin 

der Beschwerde die aufschiebende Wirkung und befand, über das Gesuch 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werde zu einem spä-

teren Zeitpunkt entschieden. Gleichzeitig wurde die Vorinstanz zur Einrei-

chung einer Vernehmlassung eingeladen.  

G.  

Die Vorinstanz hielt in der Vernehmlassung vom 27. Juli 2022 an ihrer Ver-

fügung vollumfänglich fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

Der Beschwerdeführer replizierte am 8. August 2022 und hielt ebenfalls an 

seinen Anträgen fest.  

H.  

Mit Eingabe vom 14. Oktober 2022 erkundigte sich der Beschwerdeführer 

nach dem Stand des Verfahrens. Die Instruktionsrichterin antwortete mit 

Schreiben vom 21. Oktober 2022. Am 28. November 2022 legte der Be-

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Seite 4 

schwerdeführer zusätzliche Beweismittel betreffend Eröffnung eines Straf-

verfahrens in Türkiye gegen seine Ehefrau zu den Akten und ersuchte um 

beförderliche Behandlung des Verfahrens.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).  

1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 

VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 108 

Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

2.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2. Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).  

3.  

3.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

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Seite 5 

3.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).   

3.3. Besitzt der Antragsteller ein gültiges Visum, so ist der Mitgliedstaat, 

der das Visum erteilt hat, für die Prüfung des Antrags auf internationalen 

Schutz zuständig, es sei denn, dass das Visum im Auftrag eines anderen 

Mitgliedstaats im Rahmen einer Vertretungsvereinbarung gemäß Artikel 8 

der Verordnung (EG) Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft erteilt 

wurde. In diesem Fall ist der vertretene Mitgliedstaat für die Prüfung des 

Antrags auf internationalen Schutz zuständig (Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO).  

Ist das Visum seit weniger als sechs Monaten abgelaufen, aufgrund des-

sen der Antragsteller in das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats einreisen 

konnte, so ist Art. 12 Abs. 2 anwendbar, solange er das Hoheitsgebiet der 

Mitgliedstaaten nicht verlassen hat (Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO).  

4.  

4.1. Gemäss einem Abgleich mit dem CS-VIS wurde dem Beschwerdefüh-

rer von Österreich ein vom 8. Dezember 2021 bis 7. Januar 2022 gültiges 

Schengenvisum ausgestellt. Die österreichischen Behörden hiessen das 

Übernahmegesuch des SEM am 21. Juni 2022 gestützt auf Art. 12 Abs. 4 

Dublin-III-VO gut. 

4.2. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, von Österreich ein Visum er-

halten zu haben. Allerdings macht er geltend, das Hoheitsgebiet der Mit-

gliedstaaten verlassen zu haben, weshalb Österreich nicht für die Prüfung 

seines Asylantrags zuständig sei. Die Vorinstanz habe die von ihm einge-

reichten Beweismittel nicht gewürdigt, sondern pauschal behauptet, diese 

würden keinen oder nur einen geringen Beweiswert aufweisen. Sie habe 

damit den Untersuchungsgrundsatz und ihre Begründungspflicht verletzt.  

Diese formelle Rüge des Beschwerdeführers ist vorab zu beurteilen, da sie 

allenfalls geeignet sein könnte, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfü-

gung zu bewirken.   

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Seite 6 

4.3. Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 VwVG) umfasst das Recht 

des Betroffenen, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifen-

den Entscheids zur Sache äussern zu können (Art. 30 VwVG). Er verlangt 

von der Behörde, dass sie die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, 

ernsthaft prüft und in ihrer Entscheidfindung angemessen berücksichtigt. 

Dies gilt für alle form- und fristgerechten Äusserungen, Eingaben und An-

träge, die zur Klärung der konkreten Streitfrage geeignet und erforderlich 

erscheinen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass der Betroffene 

den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Sie muss kurz 

die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde hat 

leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, 

dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei-

nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. 

BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 

4.4. Für den Nachweis seines Aufenthalts in Türkiye bis zum 7. April 2022 

reichte der Beschwerdeführer verschiedene Belege ein (vgl. Sachverhalt 

Bst. C). Die Vorinstanz befand in ihrer Verfügung den Beweiswert der ein-

gereichten Beweismittel als gering. Es handle sich um Kopien von Doku-

menten ohne fälschungssichere Sicherheitsmerkmale. Zudem würden die 

eingereichten Dokumente die Anwesenheit des Beschwerdeführers in Tür-

kiye nicht zweifelsfrei belegen. Strom und Nebenkosten müssten auch in 

seiner Abwesenheit bezahlt werden, lebe doch seine Ehefrau weiterhin 

dort. Auch sei denkbar, dass er seinen Lohn trotz Landesabwesenheit wei-

terhin erhalten habe. Das eingereichte Arztzeugnis könnte ihm aus Gefäl-

ligkeit ausgestellt worden sein. Anlässlich der Vernehmlassung merkte sie 

zusätzlich an, bei den Ausführungen, wie der Beschwerdeführer zu den 

Dokumenten gekommen oder wie diese entstanden seien, handle es sich 

um Parteibehauptungen.  

Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass die Strom- und Nebenkos-

ten den Aufenthalt des Beschwerdeführers in Türkiye nicht zu belegen ver-

mögen, da diese auch von anderen Personen bezahlt werden könnten. Die 

Vorinstanz unterliess es jedoch, sich zu den Arbeitsprotokollen und den 

Sozialversicherungsbelegen zu äussern, obwohl der Beschwerdeführer in 

seiner Beschwerde explizit darauf hinwies, dass die Echtheit dieser Doku-

mente leicht verifizierbar sei. Er führte aus, die Sozialversicherungsbei-

träge, die er bis Ende März 2022 erhalten habe, würden zeigen, dass er 

physisch in Türkiye arbeitstätig gewesen sei. Nach seiner Ausreise seien 

die Beiträge per 25. April 2022 eingestellt worden, nachdem er knapp drei 

Wochen lang nicht mehr zur Arbeit erschienen sei. Die diesbezüglichen 

Dokumente würden einen QR-Code enthalten und könnten auf E-Devlet 

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Seite 7 

eingesehen werden (Beschwerde S. 6). Bei E-Devlet handelt es sich um 

ein Internetportal der türkischen Regierung, auf welchem verschiedene 

Dienstleistungen online erhältlich sind. Die Vorinstanz äusserte sich nicht 

dazu, ob sie den QR-Code auf den Sozialversicherungsbelegen überprüft 

habe, sondern verwies darauf, dass es sich um nicht fälschungssichere 

Dokumente handle. Ein QR-Code kann jedoch auch auf einer Kopie einge-

lesen und damit die Echtheit des Dokuments überprüft werden. Zu den Ar-

beitsprotokollen bemerkte der Beschwerdeführer, es handle sich um amtli-

che Dokumente, deren Echtheit bei "T.C. Cevre Sehircilik iklim degisikligi 

bakanligi toplu konut idaresi bakanligi" überprüft werden könne. Auch dazu 

äusserte sich die Vorinstanz weder in ihrer Verfügung noch in der Vernehm-

lassung.  

4.5. Zusammenfassend hat die Vorinstanz die Beweismittel nicht genü-

gend gewürdigt und damit das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers 

verletzt. Eine Heilung ist aufgrund der Schwere der Verletzung ausge-

schlossen. Die Beschwerde ist demnach im Sinne des Eventualantrags 

gutzuheissen. Die angefochtene Verfügung ist aufzuheben und die Sache 

zur Gewährung des rechtlichen Gehörs und zur Neubeurteilung an die  

Vorinstanz zurückzuweisen. 

5.   

5.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG) und das Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung ist gegenstandslos geworden.  

5.2. Dem vertretenen Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung 

auszurichten, da es sich vorliegend um eine zugewiesene unentgeltliche 

Rechtsvertretung im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen 

vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. 

auch Art. 111ater AsylG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der vorinstanz-

lichen Verfügung beantragt wird.  

2.  

Die Verfügung des SEM vom 4. Juli 2022 wird aufgehoben und die Sache 

im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückge-

wiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

4.  

Es wird keine Parteienschädigung ausgerichtet.  

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regula Schenker Senn Annina Mondgenast 

 

 

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