# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb0519fd-4a4d-508a-8ec3-291b836d9890
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-03-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.03.2010 IV 2008/370
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-370_2010-03-19.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/370

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.07.2020

Entscheiddatum: 19.03.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 19.03.2010
Methode der Invaliditätsbemessung. Das zuletzt tatsächlich geleistete 
Pensum liegt so nahe an 100 %, dass sich statt der Anwendung der 
gemischten Methode der Einkommensvergleich rechtfertigt. Würdigung 
eines medizinischen Gutachtens. Rentenbeginn (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. März 2010, IV 
2008/370).

Abteilungspräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Franz Schlauri; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Entscheid vom 19. März 2010

in Sachen

B.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rente

Sachverhalt:

A.   

A.a Die 1961 geborene B.___ meldete sich am 19./30. Mai 2005 zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Umschulung und 

eine Rente. Sie gab an, sie habe im Ausland den Beruf einer Elektrotechnikerin erlernt. 

Sie sei Mutter von vier Kindern (geboren 1982, 1985, 1988 und 1990). Im Jahr 1993 sei 

sie in die Schweiz gekommen und sei hier als Betriebsangestellte in einem Spital tätig. 

Seit 2002 leide sie an ständigen Schmerzen an Nacken und Schulter links mit 

Ausstrahlung in den Arm, die bisher durch Therapien nicht beeinflussbar gewesen 

seien.

A.b Die Arbeitgeberin bescheinigte am 15. Juni 2005 (act. 12), die Versicherte sei Elek­

trotechnikerin und sei vom 13. Dezember 1993 bis 8. Mai 2005 (seit 1996 an vier Tagen 

pro Woche) als Betriebsangestellte im Hausdienst angestellt gewesen. Der letzte 

effektive Arbeitstag sei der 21. August 2004 gewesen. Das Arbeitsverhältnis sei im 

gegenseitigen Einverständnis aufgelöst worden, weil aus gesundheitlichen Gründen 

eine Wiederaufnahme der Arbeit nicht möglich und der Anspruch auf Lohnfortzahlung 

beendet sei. Bei 80 % würde sie gegenwärtig ohne Gesundheitsschaden einen 

Monatslohn von Fr. 2'918.90 erzielen.

A.c Dr. med. A.___, Innere Medizin FMH, gab in seinem Arztbericht vom 5. Juli 2005 

(act. 14) als Hauptdiagnose bekannt, es liege seit Sommer 2004 eine Cerviko-

Brachialgie links vor, progredient, bei medio-links-lateraler Diskushernie C6/7. Im 

Reinigungsdienst sei die Versicherte vom 26. August bis 12. Dezember 2004 zu 100 % 

und anschliessend bis 16. Dezember 2004 zu 50 % arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 

17. Dezember 2004 sei sie wiederum zu 100 % arbeitsunfähig. Die bisherige Tätigkeit 

sei nicht mehr zumutbar, weil sich bei körperlicher Arbeit, insbesondere beim Heben, 

Tragen und Stossen, die Beschwerden verstärkten. Körperlich leichte Hilfsarbeiten 

seien der Versicherten an vier bis fünf Stunden pro Tag mit uneingeschränkter 

Leistungsfähigkeit zumutbar. In der Beilage fanden sich Berichte der Klinik für 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 12. November 2004 (konvulsive 

Synkope bei orthostatischer Kreislaufreaktion am 23.10.2004, sekundäre 

Angststörung), des Departements Innere Medizin, Rheumatologie und Rehabilitation, 

am Kantonsspital St. Gallen, vom 26. Januar 2005 (Cervicalsyndrom links, St. n. alter 

AC-Gelenksluxation links), eines Röntgeninstituts vom 18. und 24. März 2005 (u.a. 

verschmälerte Bandscheibe C6/7 mit Spondylosis und Unkarthrosis; medio-links-

laterale Hernierung der Bandscheibe C6/7 leicht nach caudal luxierend und mit 

recessaler Einengung; Discusprotrusion auch C5/6 geringen Ausmasses) und der Klinik 

für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 21. April 2005 (kleiner 

Bandscheibenvorfall HW6/7 links, Zustand nach AC-Gelenks-Verletzung links).

A.d Weil eine zusätzliche psychiatrische Komorbidität zu den Beschwerden im Bereich 

des linken Schultergürtels und Armes nicht ausgeschlossen sei, befürwortete der 

Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung am 12. September 2005 

eine bidisziplinäre Begutachtung. Diese wurde am 23. September 2005 in Auftrag 

gegeben.

A.e Am 20. Februar 2006 fand eine Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle statt 

(act. 27). Die Versicherte sei zu 80 % mit einem Einkommen von Fr. 48'339.-- (wohl 

gemäss IK-Auszug) beschäftigt gewesen. Ohne Gesundheitsschaden wäre sie 

weiterhin zu 80 % als Betriebsangestellte an ihrem Arbeitsplatz tätig. Die 

Sachbearbeiterin erhob eine Einschränkung im Haushaltbereich um 33 %, was 

bezogen auf den Anteil von 20 % am gesamten Pensum einen Teilinvaliditätsgrad von 

6.6 % ergebe.

A.f  Das Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene (AEH) erstattete am 

2. Juli 2007 (act. 36) sein Gutachten. Als Diagnose ist ihm Folgendes zu entnehmen: 

Chronisches zervikospondylogenes Syndrom links, Lumbovertebralsyndrom bei/mit

-  kleiner Bandscheibenprotrusion C6/C7

-  Wirbelsäulenfehlhaltung

-  muskulärer Insuffizienz

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Status nach AC-Gelenksluxation links (wahrscheinlich Residuum von früherem 

Unfallereignis)

Anamnestisch leichte, bikuspide Aorteninsuffizienz

Kompletter Linksschenkelblock unklarer Ätiologie

Status nach konvulsiver Synkope bei anamnestisch orthostatischer Kreislaufreaktion

Exanthem/Petechien unklarer Ätiologie

Generalisierte Angststörung

Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion.

Die bisherige Arbeit in der Reinigung im Spital entspreche einer leichten bis höchstens 

knapp mittelschweren Tätigkeit. Rein somatisch-medizinisch gesehen sei diese 

Tätigkeit der Versicherten voll zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht und im Ergebnis aus 

interdisziplinärer Sicht bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 35 %. Dieselbe 

Arbeitsfähigkeit sei auch in anderen adaptierten leichten bis knapp mittelschweren, 

wechselbelastenden Tätigkeiten gegeben. Auch die Haushalttätigkeit sei der 

Versicherten aus somatischer Sicht voll zumutbar. Das Ergebnis der Haushaltabklärung 

beruhe auf den Angaben der Versicherten, sei aber aus medizinisch-körperlicher Sicht 

nicht plausibel. Indessen sei die Einschränkung von 33 % unter psychiatrischem 

Aspekt nachvollziehbar.

A.g Auf Ergänzungsfrage hin teilte der psychiatrische Gutachter am 17. September 

2007 (act. 44) mit, die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 35 % sei ab November 2004 

anzunehmen.

A.h Mit Vorbescheiden vom 21. Februar 2008 (act. 47 f.) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten in 

Aussicht, die Arbeitsvermittlung abzuschliessen, da diese angesichts der subjektiven 

vollen Arbeitsunfähigkeit keinen Sinn mache, und bei einem Invaliditätsgrad von 35 % 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(nach gemischter Methode bei einer Aufteilung in 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % 

Haushalttätigkeit) keine Rente auszurichten.

A.i Die Versicherte liess am 8. April 2008 (act. 54) beantragen, es sei ihr eine Rente bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % zuzusprechen und es seien weitere 

medizinische Abklärungen in Auftrag zu geben. Angesichts der Diagnosen sei nicht 

nachvollziehbar, dass aus somatischer Sicht gar keine Einschränkung im 

Arbeitsfähigkeitsgrad vorliegen sollte. Erst recht nicht, da Dr. A.___ einzig aus 

somatischer Sicht von einer Einschränkung um 50 % ausgehe. Es sei nicht davon 

auszugehen, dass eine Arbeitnehmerin, die während mehr als elf Jahren am gleichen 

Arbeitsplatz tätig gewesen sei, diese Stelle ohne Beschwerden plötzlich aufgeben 

würde. Insgesamt sei daher nicht nachvollziehbar, dass es sich bei der bisherigen 

Tätigkeit der Versicherten um eine leichte bis höchstens knapp mittelschwere Arbeit 

gehandelt habe, die ihr weiterhin zumutbar sei. Es seien ergänzende Abklärungen zu 

treffen. Zur Festsetzung des Invalideneinkommens seien jedenfalls die Tabellenlöhne 

anzuwenden und es sei ein Leidensabzug von 10 % zu machen. Selbst bei 65 % 

Arbeitsfähigkeit ergäbe sich mit 44 % Invaliditätsgrad Anspruch auf eine Viertelsrente. 

Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestünde Anspruch auf eine halbe Rente.

A.j Mit Verfügung vom 7. Juli 2008 wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle den 

Rentenanspruch unter Hinweis auf eine das Gutachten stützende Stellungnahme des 

RAD ab.

B.   

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann 

für die Betroffene am 8. September 2008 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und 

der Beschwerdeführerin sei eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % zuzusprechen, eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu weiteren 

medizinischen Abklärungen zum Leistungsfähigkeitsgrad zu verpflichten. Gegen die 

Einstufung als teilerwerbstätige Hausfrau (80 %/20 %) sei grundsätzlich nichts 

einzuwenden. Der psychiatrische Gutachter habe eine Verminderung der 

Arbeitsfähigkeit um 30 bis 35 % seit November 2004 festgestellt. Die geeigneten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Tätigkeiten dürften keine zu grossen Anforderungen an die kognitive Leistungsfähigkeit 

stellen und eine verständnisvolle soziale Umgebung sei hilfreich. Für die gleiche Zeit 

gehe Dr. A.___ von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus. Die Beschwerdegegnerin 

habe willkürlich gehandelt, da weder im Gutachten noch in der Verfügung 

nachvollziehbar begründet sei, weshalb der einen Einschätzung gefolgt werde. Auch 

die Schätzung einer vollen Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht sei nicht 

nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin habe während elf Jahren dieselbe Arbeit 

ausgeübt, habe diese aufgrund körperlicher Beschwerden aufgeben müssen und wäre 

an sich gewillt, wieder in den Arbeitsprozess zurückzukehren. Dass im Gutachten 

festgehalten worden sei, ihre Leistungsbereitschaft sei nicht zuverlässig gewesen, 

überrasche daher. Es sei angesichts der Diagnosen vielmehr davon auszugehen, dass 

sie nicht in der Lage gewesen sei, höhere Leistungen zu erbringen. Immerhin habe sich 

auch im Haushaltbereich eine Einschränkung von einem Drittel ergeben. Deshalb 

könne das Gutachten nicht als Verfügungsgrundlage dienen. Insgesamt drängten sich 

weitere Abklärungen auf. Selbst wenn aber von einer 65-prozentigen Arbeitsfähigkeit 

auszugehen wäre, sei zu beachten, dass die Beschwerdeführerin wohl kaum nach wie 

vor als Reinigungsangestellte im Spital arbeiten könnte. Ausgehend von einem 

Valideneinkommen von Fr. 55'551.-- und einem Tabellenlohn von Fr. 48'036.-- ergäbe 

sich bei einer Arbeitsfähigkeit von 65 % und einem Abzug von 10 % ein Invaliditätsgrad 

von rund 44 %.

C.   

In ihrer Beschwerdeantwort vom 11./13. November 2008 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Dass die Gutachter aus 

somatischer Sicht eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert hätten, erscheine 

plausibel, da sie doch lediglich leichtgradige somatische Beeinträchtigungen gefunden 

hätten, die das Ausmass der geklagten Schmerzen nicht erklären könnten. Gemäss 

dem psychiatrischen Gutachter sei es bei der Beschwerdeführerin zu einer engen 

Verzahnung von depressiver Symptomatik, Angst und Schmerzsymptomatik 

gekommen. Sie verfüge offenbar nicht über ausreichende innere Ressourcen, um der 

dysfunktionalen Entwicklung entgegenzutreten. Auskünfte der behandelnden Ärzte 

seien rechtsprechungsgemäss mit Vorbehalt zu würdigen. Dr. C.___ (recte wohl: 

Dr. A.___) habe nicht über das nötige Spezialwissen verfügt, um den Zusammenhang 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Beschwerden mit dem psychischen Leiden zuverlässig zu beurteilen. Dr. A.___ 

gebe verständlicherweise die geklagte Schmerzsituation wieder. Der Beweiswert des 

Gutachtens werde dadurch nicht erschüttert. Das Jahreseinkommen der 

Beschwerdeführerin betrage gemäss der Arbeitgeberbescheinigung im Jahr 2005 

Fr. 37'946.-- (13x Fr. 2'918.90), was das Valideneinkommen darstelle. Im Vergleich zum 

Durchschnittslohn für Frauen in Hilfstätigkeiten von Fr. 49'120.-- sei das auf 100 % 

aufgerechnete Einkommen (von Fr. 47'433.--) mit rund 3.5 % nicht deutlich 

unterdurchschnittlich gewesen, so dass keine Parallelisierung zu erfolgen habe. Bei 

einer Arbeitsfähigkeit von 65 % und einem Abzug von 10 %, der anzubringen sei, weil 

mit dem rein medizinischen Arbeitsunfähigkeitsgrad nicht der gesamten zu 

erwartenden leidensbedingten Verdiensteinbusse Rechnung getragen sei 

(gesundheitlich bedingte Absenzen, Ruhepausen), ergebe sich ein Invalideneinkommen 

von Fr. 28'735.--. Der Teilinvaliditätsgrad mache daher 24.27 % aus, gewichtet mit 

80 % also 19.4 %. Eine Wechselwirkung vom Erwerbs- zum Aufgabenbereich könne 

nicht berücksichtigt werden, da die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit im 

Erwerb nicht verwertet habe. Der psychiatrische Gutachter habe die bei der Abklärung 

an Ort und Stelle festgestellte Einschränkung von 33 % als plausibel bezeichnet. Der 

Teilinvaliditätsgrad im Haushalt betrage somit gewichtet 6.6 %.

D.   

Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat am 3. Dezember 2008 an seinen 

Anträgen festgehalten.

Erwägungen:

1.  

1.1  Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die Beschwerdegegnerin 

hat die angefochtene Verfügung am 7. Juli 2008, also unter der Geltung des Rechts 

dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum 

Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser Sachverhalt reicht in 

eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Soll auf bestimmte Sachverhalte 

nicht neues Recht Anwendung finden, sondern das aufgehobene Recht massgebend 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bleiben, muss eine geltende Norm die Weiteranwendbarkeit aufgehobenen Rechts für 

bestimmte Sachverhalte anordnen. Die 5. IV-Revision enthält keine die Rente 

betreffende übergangsrechtliche Bestimmung. Das Bundesamt für 

Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. 

das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007). Die Definition der Sachverhalte, 

auf die noch altes Recht anwendbar sein soll, sollte durch ein materiellrechtliches, 

unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen der Zeitpunkt der Entstehung 

des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des Versicherungsfalls, beide definiert 

nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum Ganzen im Detail der Entscheid 

des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S M. vom 28. Oktober 2009, IV 

2009/5). Bezüglich des allfälligen Rentenbeginns sind deshalb vorliegend angesichts 

der IV-Anmeldung von 2005 und des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im August 2004 die 

bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen (im Folgenden angeführt) 

anzuwenden. Für die Invaliditätsbemessung hat sich indessen keine Änderung der 

Rechtslage ergeben.

1.2  Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin das 

Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin um eine Rente abgelehnt. Die 

Beschwerdeführerin lässt in diesem Verfahren einzig noch Rentenleistungen 

beantragen. Streitig ist daher zunächst ihr Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, 

dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein solcher Anspruch in Frage steht, so gehörte 

zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den 

Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der 

Beschwerdeführerin zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.

2.  

2.1  Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.2  Die Beschwerdegegnerin hat die Invalidität der Beschwerdeführerin anhand der 

gemischten Methode mit einer Aufteilung in 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Haushalt 

bemessen. Der Punkt ist unstrittig geblieben. Die Qualifikation hatte darauf beruht, 

dass die Beschwerdeführerin gemäss der Arbeitgeberbescheinigung zu 80 % 

angestellt war und sie bei der Abklärung an Ort und Stelle erklärt hatte, sie wäre ohne 

Gesundheitsschaden weiterhin zu 80 % als Betriebsangestellte in diesem Spital tätig. 

Es lässt sich tatsächlich annehmen, dass sie, wie sie angibt, ohne Eintritt der 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen an dieser Stelle verblieben wäre. Indessen ist den 

Lohnabrechnungen zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin in den beiden Jahren 

vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit tatsächlich im Durchschnitt ein Arbeitspensum von 

über 90 % geleistet hat. Im Jahr 2002 waren es 94.33 % und im Jahr 2003 gar 97.7 % 

(act. 12-10/16). Es rechtfertigt sich, auf das tatsächlich geleistete Pensum abzustellen 

und, da es sich um ein langjähriges Anstellungsverhältnis handelte, davon auszugehen, 

dass ein Pensum ungefähr des zuletzt tatsächlich geleisteten Ausmasses weitergeführt 

worden wäre, wenn die Arbeitsunfähigkeit nicht eingetreten wäre. Das ist überwiegend 

wahrscheinlich. Es handelte sich offenbar nicht um eine lediglich einmalige 

Ausweitung. Die Beschwerdeführerin hatte dieses Pensum vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens als Ehefrau und Mutter von vier Kindern tatsächlich geleistet. 

Dass sie und ihr Rechtsvertreter von einem 80 %-Pensum ausgingen, vermag bei 

dieser Sachlage hieran nichts zu ändern. Massgebend für die Bemessungsmethode ist 

denn auch, was eine versicherte Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, 

wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Abgestellt wird dabei nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts - einzig - auf die hypothetischen 

Erwerbsverhältnisse im Gesundheitsfall, ohne die Zumutbarkeit als zusätzliches 

Kriterium zu betrachten (Bundesgerichtsentscheid i/S Y. vom 25. November 2008, 

9C_650/2008), obwohl diese auszublenden im Licht von Art. 8 Abs. 3 ATSG und Art. 5 

Abs. 1 IVG problematisch erscheint (vgl. Franz Schlauri, Das Rechnen mit der 

Arbeitsunfähigkeit in Beruf und Haushalt in der gemischten Methode der 

Invaliditätsbemessung in: Schaffhauser/Schlauri, Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, 

St. Gallen 2003, S. 343 f.; vgl. etwa die Entscheide des Versicherungsgerichts des 

Kantons St. Gallen i/S M. vom 17. Februar 2009, IV 2007/425, und i/S S. vom 23. April 

2009, IV 2008/86). Die erwähnte Annahme rechtfertigt sich auch im Bewusstsein, dass 

die Arbeitseinteilung in der Vergangenheit für die massgebliche Hypothese allerdings 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nur ein Indiz darstellen kann (so der nicht veröffentlichte Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S V.L.-R. vom 2. Februar 2006). Der 

Anteil der Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin liegt nach dieser Würdigung so 

nahe an einem Vollpensum, dass eine Aufteilung in einen Erwerbs- und einen 

Haushaltteil und damit die Anwendung der gemischten Methode nicht mehr sinnvoll 

erscheint (so etwa für 92 % der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 

St. Gallen i/S B. vom 15. Februar 2007, IV 2006/51). Die Invalidität der 

Beschwerdeführerin ist nach dem Einkommensvergleich zu bemessen.

3.  

3.1  Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen 

von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in 

der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch 

tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 

des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die 

Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).

3.2  Die Beschwerdegegnerin stellt auf das Ergebnis einer Begutachtung ab, die eine 

Abklärung unter physikalisch-medizinisch bzw. rehabilitativ fachärztlichem Aspekt und 

eine psychiatrische Beurteilung durch eine auswärtige Stelle (Klinik Teufen) umfasste. 

Bei der somatischen Begutachtung wurden die Akten und die Röntgenbilder 

(namentlich eine Serie vom September 2006) zur Kenntnis genommen und die 

Anamnese und die geklagten Beschwerden erfragt. Ausserdem wurde eine Evaluation 

der funktionellen Leistungsfähigkeit durchgeführt. Infolge erheblicher 

Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz waren die Resultate der 

Belastbarkeitstests nur teilweise verwertbar. Die Leistungsbereitschaft wurde als nicht 

zuverlässig und die Konsistenz bei den Tests als schlecht beurteilt. Die Tests seien 

langsam, mit wiederholten Pausen, aber ohne demonstratives Schmerzverhalten 

durchgeführt worden. Die Gutachter hielten fest, eine leichte bis knapp mittelschwere 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeit in Wechselposition (wie unter anderem die bisherige Tätigkeit) sei der 

Beschwerdeführerin ganztags ohne besondere Einschränkungen zumutbar. Dr. A.___ 

dagegen hatte der Beschwerdeführerin im Juli 2005 eine Arbeitsfähigkeit für 

angepasste Tätigkeiten an vier bis fünf Stunden pro Tag attestiert. Das Ergebnis der 

somatischen gutachterlichen Abklärungen ist nachvollziehbar begründet. Es hätten sich 

keine plausiblen funktionellen Einschränkungen finden lassen. Der rasche Pulsanstieg 

beim Kniebeugen oder Treppensteigen sei als Dekonditionssymptom zu werten. Als 

Untersuchung mit Würdigung der klinischen und radiologischen Befunde 

einschliesslich einer Evaluation der Leistungsfähigkeit kommt dem (somatischen) 

Gutachten bei der Beweiswürdigung ein hoher Beweiswert zu, gemäss der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien 

gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb; Entscheid 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S G. vom 4. September 2006, I 713/05), 

was hier nicht der Fall ist. Das Profil der bisherigen Erwerbstätigkeit wurde bei der 

Evaluation der Leistungsfähigkeit erfragt und es wurde dazu festgehalten, nur das 

Hantieren mit den Wäschesäcken könne nicht abschliessend beurteilt werden, im 

Übrigen erfülle die Beschwerdeführerin theoretisch die Anforderungen. Dass die 

Beschwerdeführerin ihre Arbeit aufgab, kann daher nicht auf eine somatische 

Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit zurückgeführt werden. Nachvollziehbar 

wird im Gutachten auch erläutert, die Hauptproblematik liege im psychischen Bereich. 

Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von Dr. A.___ vermag 

deshalb insgesamt gegen die spezifisch fachärztliche Einschätzung im Beweiswert 

nicht anzukommen.

3.3  Auch auf psychiatrischer Seite fand eine gutachterliche Abklärung - samt 

testpsychologischen Untersuchungen - statt. Auch diese Abklärung erscheint 

vollständig (hinsichtlich Aktenkenntnis, Aufnahme von Anamnese und geklagten 

Beschwerden und Erhebung des Status). Infolge kognitiver Störungen, Antriebsarmut 

und verminderter Stresstoleranz aufgrund einer Angststörung und einer zusätzlichen 

depressiven Symptomatik liege eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin um etwa einen Drittel (30 bis 35 %) vor. Hinsichtlich des 

Tätigkeitsprofils ergebe sich keine Einschränkung abgesehen davon, dass die Tätigkeit 

keine zu grossen Anforderungen an die kognitive Leistungsfähigkeit stellen sollte und 

eine wohlwollende, verständnisvolle soziale Umgebung hilfreich wäre.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.4  Zusammenfassend kann auf das Ergebnis der interdisziplinären Begutachtung 

abgestellt werden.

4.  

4.1  Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss 

entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen 

Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als 

Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie 

möglich zu erfolgen. Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige 

Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die 

Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der 

Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S. K. 

vom 23. März 2009, 8C_515/2008).

4.2  Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die 

Gegebenheiten im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 

222), vorliegend somit, da die einjährige Wartezeit im August jenes Jahres ablief, auf 

das Jahr 2005.

4.3  Die Beschwerdeführerin hat wie erwähnt im Jahr 2002 (bei dem Pensum von 

94.33 %) Fr. 46'394.-- und im letzten Jahr vor Eintritt der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung, 2003, (mit 97.7 %) Fr. 48'339.-- erzielt. Es kann wie oben dargelegt 

davon ausgegangen werden, dass das Jahreseinkommen ohne Eintritt der 

Gesundheitsschädigung (abgesehen von der Nominallohnentwicklung) in der zuletzt 

tatsächlich gemäss IK-Auszug erreichten Höhe geblieben wäre. Nach Berücksichtigung 

der Nominallohnentwicklungen im Sektor Gesundheits- und Sozialwesen von 1.3 % 

und 0.6 % ergibt sich aus dem Ansatz 2003 ein Betrag von Fr. 49'261.-- (Fr. 48'339.-- 

x 101.3 % x 100.6 %), der als Valideneinkommen betrachtet werden kann. An diesen 

tatsächlichen Gegebenheiten vermag nichts zu ändern, dass die Beschwerdeführerin 

gemäss der Arbeitgeberbescheinigung damals bei einem Pensum von 80 % 

Fr. 37'945.70 (13x Fr. 2'918.90) verdient hätte.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.4  Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist 

kein effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person 

nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung statistische Werte beigezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 

Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008). Die 

Beschwerdeführerin hat ihre Anstellung krankheitshalber verloren. Auch wenn die 

bisherige Tätigkeit medizinisch gesehen - im Rückblick gemäss dem Gutachten - zu 

65 % zumutbar gewesen wäre, kann der Stellenverlust nicht ausser Acht gelassen 

werden. Um als Invalideneinkommen zu gelten, ist ohnehin erforderlich, dass das 

Einkommen nicht allein an einer einzigen Stelle erzielbar ist. Es ist daher angezeigt, die 

statistischen Lohnerhebungen beizuziehen. Im Jahr 2004 machte das durchschnittliche 

Einkommen (statistisches Mittel, Zentralwert; vgl. AHI 1999 S. 50) von Frauen für 

einfache und repetitive Tätigkeiten Fr. 46'716.-- (12mal Fr. 3'893.--) aus, aufgewertet 

(um 0.1 %) auf das Jahr 2005 Fr. 47'183.-- und korrigiert um die betriebsübliche 

durchschnittliche Arbeitszeit von damals 41.6 Stunden pro Woche (vgl. T2.5.2; statt 

40 Stunden, wie sie der Tabellengruppe A generell zugrunde liegt) Fr. 49'070.-- bzw. 

Fr. 49'120.-- (gemäss Anhang 2 der Textausgabe IV, Gesetze und Verordnungen). Die 

Beschwerdegegnerin hat aus nachvollziehbaren Gründen einen Abzug von 10 % 

vorgenommen, was unbestritten geblieben ist. Es besteht kein Grund, in ihr Ermessen 

einzugreifen. Bei einem Abzug dieser Höhe und einer Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin von 65 % beläuft sich das Invalideneinkommen auf

Fr. 28'735.--.

4.5  Der Invaliditätsgrad beträgt somit rund 42 %.

4.6  Selbst bei Anwendung der gemischten Methode ergäbe sich wohl nichts anderes. 

Denn auch diesfalls wäre im Erwerbsbereich (von 80 %) von einem auf der Grundlage 

des tatsächlich erzielten Verdienstes, angepasst um die Nominallohnentwicklung, 

errechneten Valideneinkommen auszugehen. Es ergäbe sich der gleiche Ausfall von 

42 %, bezogen auf 80 % dann 33.6 %. Aus dem Haushaltteil kämen hierzu noch zu 

Recht unbestrittene 6.6 % (0.2x 33 %), so dass wiederum ein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von 40 % vorläge. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.  

5.1  Der Eintritt des Rentenfalls wird durch Art. 29 Abs. 1 IVG geregelt. Der 

Rentenanspruch entsteht (abgesehen von der hier nicht anwendbaren lit. a) frühestens 

in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne 

wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 

ATSG) gewesen war (lit. b). Unter Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b 

IVG ist die durch den Gesundheitsschaden bedingte qualitative und/oder quantitative 

Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder 

Aufgabenbereich zu verstehen (BGE 130 V 99 E. 3.2). Im Rahmen des Art. 29 Abs. 1 

IVG nicht anwendbar ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der Grundsatz, 

dass bei langdauernder Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf - oder sobald klar 

wird, dass die Wiederaufnahme der bisher ausgeübten Tätigkeit nicht mehr in Frage 

kommt - nach Ablauf einer gewissen Übergangsfrist auch zumutbare Tätigkeiten in 

einem andern Beruf zu berücksichtigen sind. Bei der Anwendung dieser Bestimmung 

ist ausschliesslich die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu betrachten 

(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 23. Oktober 2003, 

I 392/02, vgl. BGE 130 V 99 E. 3.2, bereits unter Hinweis auf den künftigen Art. 6 

ATSG). Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald eine Arbeitsunfähigkeit von 

mindestens 20 % vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Ein wesentlicher Unterbruch der 

Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens 

30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29  IVV; Entscheid des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004, I 19/04). Auch vor 

der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu berücksichtigen (ZAK 

1966 S. 58; Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, S. 238; BGE 

117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

i/S C. vom 2. März 2000 [I 307/99]).

5.2  Gemäss den hierfür massgeblichen Angaben von Dr. A.___ trat die im oben 

erwähnten Sinne ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin am 

21. August 2004 ein. Im August 2005 erfüllte sie demnach das Wartejahr mit einer 

ausreichenden durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit. Der Rentenanspruch entstand im 

August 2005.

ter

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.3  Die Beschwerdegegnerin hat die Arbeitsvermittlung abgeschlossen, weil sie 

angesichts der subjektiv empfundenen vollen Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin keinen Sinn mache. Da aber mit einem Rentenanspruch zu 

rechnen ist, kann sich die Frage der beruflichen Eingliederung nicht aus diesem Grund 

allein erledigen. Das Absehen von beruflichen Massnahmen ist aber nicht zu 

beanstanden, da doch nicht erwartet werden konnte, dass eine Massnahme zur 

Verfügung gestanden hätte, mit der sich eine Senkung des Invaliditätsgrades hätte 

erreichen lassen.

5.4  Ab August 2005 steht der Beschwerdeführerin demnach Anspruch auf eine 

Viertelsrente zu.

6.  

6.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 7. Juli 2008 gutzuheissen und der Beschwerdeführerin 

ist ab 1. August 2005 eine Viertelsrente zuzusprechen.

6.2  Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die 

Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 

festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1  IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 

VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Der 

Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

zurückzuerstatten.

6.3  Die Beschwerdeführerin hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung 

der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 

lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache und dem 

Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

entschieden:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 7. Juli 2008 

aufgehoben und der Beschwerdeführerin wird im Sinne der Erwägungen mit Wirkung 

ab 1. August 2005 eine Viertelsrente zugesprochen.

2. Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

4. Die Beschwerdegegnerin bezahlt der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.--.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 19.03.2010
	Methode der Invaliditätsbemessung. Das zuletzt tatsächlich geleistete Pensum liegt so nahe an 100 %, dass sich statt der Anwendung der gemischten Methode der Einkommensvergleich rechtfertigt. Würdigung eines medizinischen Gutachtens. Rentenbeginn (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. März 2010, IV 2008/370).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T13:59:02+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen