# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47cb01c6-e1bc-5a54-a2c8-eda1ef8fc831
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.12.2010 E-8393/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8393-2010_2010-12-13.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-8393/2010/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 3 .  D e z e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

A._______, geboren _______,
Nigeria,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 3. Dezember 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-8393/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 
am 3. Oktober 2010 auf dem Seeweg verlassen hat und über ein ihm 
unbekanntes Transitland am 5. November 2010 in die Schweiz gelangt 
ist, wo er gleichentags um Asyl nachgesucht hat,

dass er am 10. November 2010 im Empfangs- und Verfahrenszentrum 
(...) und am 25. November 2010 in einer direkten Anhörung durch das 
BFM zu seinem Asylgesuch angehört wurde,

dass bezüglich der protokollierten Vorbringen zum Asylgesuch auf die 
Akten und bezüglich  des im Wesentlichen geltend gemachten Sach-
verhaltes auf die Feststellungen in der angefochtenen Verfügung ver-
wiesen werden kann,

dass das BFM mit Verfügung vom 3. Dezember 2010 - gleichentags er-
öffnet - in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das Bundesamt zur Begründung anführte, der Beschwerdeführer 
habe innerhalb  der  eingeräumten Frist  von 48 Stunden keine Reise- 
oder  Identitätspapiere  abgegeben  und  dafür  keine  entschuldbaren 
Gründe angegeben,

dass  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers,  er  sei  ohne  jegliche 
Reisepapiere  von  Nigeria  bis  in  die  Schweiz  gelangt,  wie  sein 
Reisebeschrieb überhaupt, jeder Grundlage entbehre,

dass  aufgrund  der  unplausiblen  und  gesamthaft  realitätsfremd  zu 
beurteilenden  Reisewegschilderung  davon  auszugehen  sei,  er  ver-
suche  seinen  Reiseweg  zu  verschleiern  und  enthielte  dem  BFM 
bewusst  seine  Identitätspapiere  vor,  um  seine  wahre  Identität  nicht 
preiszugeben  und  einen  Vollzug  zu  erschweren  oder  gar  zu  ver-
unmöglichen,

dass  der  Beschwerdeführer  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  nach 
Art. 3 und Art. 7 AsylG nicht erfülle,

dass  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  unsubstanziiert  und  un-
plausibel und daher als unglaubhaft zu beurteilen seien, da er weder 

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in  der  Lage  sei,  seine  geltend  gemachte  Mitgliedschaft  bei 
Rebellengruppe  MEND (Movement  for  Emancipation  of  Niger  Delta) 
überzeugend  darzustellen,  noch  dem  von  ihm  geltend  gemachten 
Ausreisegrund die nötige Plausibilität zu verleihen vermöge,

dass  das  BFM  daher  ausschliesse,  dass  er  aus  den  von  ihm  ge-
nannten Gründen gesucht werde,

dass  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigen-
schaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses aufgrund der Ak-
tenlage nicht erforderlich seien,

dass daher auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei,

dass die Wegweisung die Regelfolge eines Nichteintretensentscheides 
darstelle und der Wegweisungsvollzug zulässig, zumutbar und möglich 
sei, da weder die im Heimatland des Beschwerdeführers herrschende 
politische Situation noch andere Gründe dagegen sprechen würden,

dass  trotz  der  in  bestimmten  Regionen  herrschenden  Spannungen 
sich  Nigeria  in  seinem gesamten  Territorium  weder  in  einer  Kriegs- 
oder Bürgerkriegslage noch in einer Situation allgemeiner Gewalt be-
finde,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 6. Dezember 2010 gegen 
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde erhob 
und beantragt, die Verfügung vom 3. Dezember 2010 sei aufzuheben, 
es sei festzustellen, dass die Vorinstanz den rechtserheblichen Sach-
verhalt  ungenügend  abgeklärt  habe  und  der  Entscheid  mangelhaft 
begründet  worden sei,  weshalb die  Angelegenheit  zur  erneuten und 
pflichtgemässen Behandlung an die Vorinstanz zurückzuweisen sei,

dass  eventualiter  festzustellen  sei,  dass  eine  Rückkehr  in  sein 
Heimatland für ihn nicht zumutbar und auch nicht zulässig sei, und es 
sei  seine  Anwesenheit  in  Form  einer  vorläufigen  Aufnahme  in  der 
Schweiz zu regeln,

dass ihm die unentgeltlichen Rechtspflege zu bewilligen und auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten sei,

dass  er  zur  Begründung  ausführt,  das  BFM habe  sich  bei  der  Be-
urteilung im Wegweisungsvollzugspunkt  nicht  mit  seinen gesundheit -

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lichen Beschwerden auseinandergesetzt, obwohl diese der Vorinstanz 
bekannt gewesen seien,

dass er schon in seinem Heimatland Atemprobleme gehabt habe, die 
sich jedoch seit seiner Einreise in die Schweiz massiv verschlimmert 
hätten,

dass bereits im Zeitpunkt der Anhörung durch das BFM bekannt ge-
wesen sei, dass ein Besuch bei einem Spezialisten geplant gewesen 
sei,

dass er vom behandelnden Arzt im Empfangs- und Verfahrenszentrum 
auf  den  9.  Dezember  2010  einer  spezialärztlichen  Untersuchung 
überwiesen worden sei,

dass  der  Sachverhalt  somit  ungenügend  abgeklärt  und  die  an-
gefochtene Verfügung mangelhaft begründet worden sei,

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  der  Beschwerde  weiter 
ausführt, er sehe sich bei einer allfälligen Rückkehr aufgrund der ihm 
widerfahrenen Umstände mit massiven Problemen konfrontiert, 

dass er früheres MEND-Mitglied gewesen und im Zusammenhang mit 
der Auseinandersetzung im - des im Rahmen des Amnestieprogramms 
geführten  -  Lager  zusätzlich  negativ  aufgefallen  sei  und  seine 
Personalien der Regierung bekannt seien, weshalb er bei einer Rück-
kehr  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit  mit  ernsthaften  Problemen 
rechnen müsse,

dass die vorinstanzlichen Akten am 7. Dezember 2010 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgül-
tig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsver-
fahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021])  des 
BFM entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 31-33  des  Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d 

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Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde  legitimiert  ist,  so  dass  auf  die  frist-  und  formgerecht  ein-
gereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  sowie 
Art. 105  AsylG  i.V.m. Art.  37  VGG und  Art.  48  Abs.  1  VwVG sowie 
Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass der Beschwerdeführer als Hauptbegehren den Antrag stellt,  die 
Verfügung  vom  3.  Dezember  2010  sei  aufzuheben,  es  sei  festzu-
stellen,  dass  die  Vorinstanz  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  un-
genügend  abgeklärt  habe  und  der  Entscheid  mangelhaft  begründet 
worden  sei,  weshalb  die  Angelegenheit  zur  erneuten  und  pflicht-
gemässen Behandlung an die Vorinstanz zurückzuweisen sei,

dass  er  zur  Begründung  ausführt,  das  BFM habe  sich  bei  der  Be-
urteilung im Wegweisungsvollzugspunkt  nicht  mit  seinen gesundheit -
lichen Beschwerden auseinandergesetzt, obwohl diese der Vorinstanz 
bekannt gewesen seien,

dass dieser Antrag als unbegründet abzuweisen ist,

dass sich das BFM aus den Angaben des Beschwerdeführers, ihm sei 
"sehr  kalt.  Ich  habe  Probleme  mit  der  Nase,  ich  kann  nicht  richtig 
atmen"  (Akten  BFM  A8/15  F  134),  nicht  veranlasst  sehen  musste, 
diesbezüglich  weitere  Abklärungen  vorzunehmen,  auch  wenn  eine 
Überweisung an einen Spezialisten vorgesehen wurde,

dass der Beschwerdeführer zudem ausdrücklich zu Protokoll  gab, er 
habe, ausser dass er um sein Leben fürchte, keine weiteren Gründe, 
die  gegen  eine  Rückkehr  nach  Nigeria  sprächen  (A/8  15 F  137; so 
bereits auch in A1/11 S. 7),

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dass das BFM zu Recht davon ausgehen konnte, es lägen keine auch 
nur  ansatzweise  hinreichenden  medizinischen  Gründe  vor,  die  als 
Wegweisungs-Vollzugshindernisse  im  Sinne  des  Gesetzes  und  der 
Rechtsprechung gelten könnten,

dass  das  BFM  demnach  zu  Recht  darauf  verzichtete,  in  der  an-
gefochtenen Verfügung explizit darauf einzugehen,

dass  demnach  die  Rüge  der  ungenügenden  Abklärung  des  rechts-
erheblichen  Sachverhaltes  und  einer  mangelhaften  Begründung  des 
Entscheides nicht durchzudringen vermag,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  -  sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (Entscheidungen 
und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 
2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (Ent-
scheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 
2007/8 insbes. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren,  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides,  auch die Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand ist (BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs ma-
teriell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

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dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art.  32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet,  wenn Asyl-
suchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuld-
baren  Gründen  nicht  in  der  Lage  (Art. 32  Abs. 3  Bst. a  AsylG),  auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder 
sich auf  Grund der Anhörung erweist,  dass zusätzliche Abklärungen 
zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungs-
vollzugshindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass  ein  Reisepapier  im  Sinne  von  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  AsylG  zur 
Einreise in den Heimatstat oder in andere Staaten berechtigt, während 
unter einem Identitätspapier ein Ausweis zu verstehen ist, der haupt-
sächlich  zwecks  des  Identitätsbeweises  von  den  heimatlichen  Be-
hörden ausgestellt wird (BVGE 2007/7 E. 6),

dass der Beschwerdeführer kein solches Identitätsdokument innert der 
Frist von 48 Stunden nach Einreichen des Asylgesuchs vorwies,

dass er keine entschuldbaren Gründe für die Nichtabgabe eines sol-
chen beweistauglichen Identitätsdokuments glaubhaft zu machen ver-
mochte (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG; BVGE 2007/8 E. 3.2),  da seine 
Erklärung, er habe nie solche Papiere besessen und sei, ohne jemals 
kontrolliert zu werden, von Nigeria in die Schweiz gereist, als stereoty-
pes Vorbringen zu qualifizieren ist,

dass vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen in der angefoch-
tenen Verfügung verwiesen werden kann und der Beschwerdeführer in 

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der Rechtsmitteleingabe auch nicht nur ansatzweise etwas vorzubrin-
gen vermag, das gegen die Erkenntnisse des BFM sprechen würde,

dass er sich auch seit seiner Einreise in die Schweiz nicht bemühte, 
solche Dokumente zu beschaffen,

dass aufgrund dieses Verhaltens geschlossen werden kann, dass der 
Beschwerdeführer  seine  Identität  nicht  belegen  und  eine  allfällige 
Rückkehr in seinen Heimatstaat erschweren will, um den Aufenthalt in 
der Schweiz zu verlängern (BVGE 2010/2 E. 5),

dass,  wie  nachfolgend aufgezeigt  wird,  aufgrund  der  Aktenlage,  wie 
sie  sich  nach  der  Direktanhörung  vom  25.  November  2010 
präsentierte, unter Verzicht auf zusätzliche tatbeständliche oder recht-
liche Abklärungen im Rahmen einer bloss summarischen Prüfung der 
Schluss  gezogen  werden  konnte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  offenkundig  nicht,  und  ebenso  offenkundig 
stünden einem Vollzug der Wegweisung keine Hindernisse entgegen 
(Art. 32 Abs. 3 Bst. b und c AsylG; BVGE 2007/8 E. 5.5 f.),

dass das BFM in  der  angefochtenen Verfügung zu Recht  feststellte, 
der Beschwerdeführer sei weder in der Lage, seine geltend gemachte 
Mitgliedschaft  bei  Rebellengruppe  MEND  überzeugend  darzustellen, 
noch vermöge er dem von ihm geltend gemachten Ausreisegrund die 
nötige Plausibilität zu verleihen,

dass das BFM zu Recht und mit  überzeugender  Begründung darauf 
schloss, er werde nicht aus den von ihm genannten Gründen gesucht,

dass das blosse Vorbringen des Beschwerdeführers in der Rechtsmit-
teleingabe,  er  befürchte,  in  Nigeria  mit  massiven  Problemen 
konfrontiert  zu  werden  und  müsse  bei  einer  Rückkehr  mit  grosser 
Wahrscheinlichkeit mit ernsthaften Problemen rechnen, in Bestätigung 
der Ausführungen in der angefochtenen Verfügung nicht durchzudrin-
gen vermag und die vorgetragene Befürchtung in Berücksichtigung der 
Aktenlage als unbegründet erscheint,

dass das BFM demnach zu Recht  gestützt  auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten ist,

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dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Weg-
weisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht  und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2 AsylG; Art.  83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche  Beweis-
standard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, dass heisst, sie sind 
zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls 
wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Ueber-
sax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl.,  Basel 
2009, Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb  das in  Art. 5  AsylG verankerte  Prinzip des flüchtlingsrecht -
lichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 

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findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Be-
handlung im Sinne von Art. 3  der Konvention vom 4. November 1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK, 
SR 0.101) ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder 
Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle Gründe 
auf  eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Falle einer 
Rückkehr schliessen lassen, weshalb das BFM den Vollzug der Weg-
weisung vorliegend zu Recht als zumutbar erachtete,

dass  im  Sinne  einer  antizipierten  Beweiswürdigung  (vgl.  BVGE 
2008/24 E. 7.2 S. 356,  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, 
Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Handbücher für die 
Anwaltspraxis,  Band  X,  Basel  2008,  Rz.  3.144  S.  165)  davon  aus-
gegangen werden kann, die spezialärztliche Untersuchung bezüglich 
der  vom Beschwerdeführer  geltend gemachten gesundheitlichen Be-
einträchtigung werde  keine Erkenntnisse zu Tage fördern,  welche in 
entscheidwesentlicher  Hinsicht  zu  einer  anderen  Beurteilung  führen 
könnten, 

dass  im  Weiteren  Atembeschwerden  auch  in  Nigeria  adäquat  be-
handelbar sind,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach 
Nigeria schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen 
(Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der 
Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist, darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

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dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge-
mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, da die Begehren - wie sich 
aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  -  als  aussichtslos  zu  be-
zeichnen  sind,  weshalb  die  kumulativen  Voraussetzungen  für  die 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt sind,

dass bei  diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.  -- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG),

dass  mit  vorliegendem  Urteil  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Er-
hebung eines Kostenvorschusses gegenstandlos ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Der Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des vorliegenden 
Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM und  die  zu-
ständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

Versand: 

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