# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b0dcf695-c51a-54f5-bbec-f8211318287d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-05-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.05.2025 D-937/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-937-2025_2025-05-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-937/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  M a i  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), 

Richterin Giulia Marelli, Richterin Susanne Bolz-Reimann,    

Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch MLaw Lara Märki, Rechtsanwältin, 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Rechtsverzögerung / N (…). 

 

 

 

D-937/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 12. Mai 2022 in der Schweiz um Asyl 

nach. Am 24. Mai 2022 fand die Personalienaufnahme (PA) statt. Nach Be-

endigung des Dublin-Verfahrens hörte das SEM den Beschwerdeführer am 

19. August 2022 sowie ergänzend am 23. September 2022 zu seinen Asyl-

gründen an. Am 28. September 2022 erfolgte die Zuweisung ins erweiterte 

Verfahren. 

A.b Der Beschwerdeführer reichte mit Eingaben vom 4. August 2022, 

24. August 2022, 6. September 2022 und 28. Oktober 2022 zahlreiche Be-

weismittel zum Beleg seiner Asylvorbringen zu den Akten und ersuchte um 

deren Übersetzung von Amtes wegen.  

A.c Am 24. Januar 2023 gelangte der Beschwerdeführer persönlich mit ei-

nem Schreiben an das SEM und bat um einen baldigen Asylentscheid. 

A.d Mit Schreiben vom 7. Februar 2023 forderte das SEM den Beschwer-

deführer auf, weitere Beweismittel betreffend die geltend gemachten, in der 

Türkei hängigen Strafverfahren (ein Verfahren bezüglich einfacher Körper-

verletzung sowie ein «politisches» strafrechtliches Ermittlungsverfahren) 

einzureichen. Der Beschwerdeführer teilte daraufhin mit Eingabe vom 

6. März 2023 mit, er habe bereits alle relevanten Dokumente eingereicht. 

Gleichzeitig kommentierte er die hängigen Verfahren, reichte mehrere wei-

tere Dokumente zu den Akten und beantragte deren Übersetzung von Am-

tes wegen.  

A.e Mit Eingabe vom 8. Juni 2023 erkundigte sich der Beschwerdeführer, 

wann mit einem Abschluss seines Asylverfahrens gerechnet werden könne 

respektive weshalb sich die Entscheidfindung verzögere. Das SEM beant-

wortete die Anfrage mit Schreiben vom 13. Juni 2022 (recte: 2023) und 

führte dabei aus, eine Entscheidfindung sei bislang noch nicht möglich ge-

wesen, aber es sei bemüht, das Verfahren so bald als möglich abzuschlies-

sen.  

A.f In seiner Eingabe an das SEM vom 12. Oktober 2023 erkundigte sich 

der Beschwerdeführer erneut nach dem Stand des Verfahrens. Er stellte 

für den Fall einer weiteren Verzögerung die Einreichung einer Rechtsver-

zögerungsbeschwerde in Aussicht. 

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Seite 3 

A.g Das SEM teilte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 16. Oktober 

2023 mit, das Verfahren sei noch nicht spruchreif. Insbesondere seien in 

Bezug auf die politische Straftat noch nicht genügend Sachverhaltsele-

mente aktenkundig. Es forderte den Beschwerdeführer auf, weitere Be-

weismittel betreffend die hängigen Strafverfahren einzureichen. Das SEM 

erklärte ferner, die mit Eingabe vom 6. März 2023 eingereichten Doku-

mente befänden sich nicht in den Akten, und forderte den Beschwerdefüh-

rer auf, diese erneut einzureichen.  

A.h Mit Eingabe vom 13. November 2023 reichte der Beschwerdeführer 

seine Beweismitteleingabe vom 6. März 2023 nochmals ein und teilte dem 

SEM erneut mit, er habe bereits alle relevanten Dokumente eingereicht und 

verfüge zurzeit über keine weiteren Unterlagen.  

A.i Mit Eingabe vom 13. November 2023 machte (…) geltend, er sei vom 

Beschwerdeführer mit der Wahrung seiner Interessen beauftragt worden. 

Er machte Ausführungen zum Sachverhalt und reichte (per USB-Stick) 

mehrere (teils bereits aktenkundige) Beweismittel zu den Akten. Am 

20. Dezember 2023 reichte er weitere Beweismittel nach. 

A.j Mittels Eingaben vom 4. März 2024 und 21. Mai 2024 machte der Be-

schwerdeführer (wiederum handelnd durch die rubrizierte Rechtsvertrete-

rin) geltend, gegen ihn seien neue Ermittlungen wegen Verdachts auf Prä-

sidentenbeleidigung eingeleitet worden; es liege eine entsprechende An-

klageschrift sowie ein Haftbefehl vor. Er fügte an, das Ermittlungsverfahren 

betreffend Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation sei nach wie 

vor hängig, aber er habe immer noch keine Einsicht in die Akten. Er reichte 

insgesamt vier weitere Beweismittel ein und beantragte deren Übersetzung 

von Amtes wegen. Ausserdem ersuchte er um einen baldigen Asylent-

scheid. 

A.k Mit Eingabe vom 17. Juli 2024 verwies der Beschwerdeführer auf die 

lange Verfahrensdauer, die gesetzlichen Behandlungsfristen und die lange 

Liegedauer seit dem letzten vom SEM getätigten Verfahrensschritt. Er er-

suchte um Erlass eines Asylentscheids bis zum 15. August 2024 oder um 

Mitteilung eines konkreten Erledigungszeitpunkts, ansonsten erwogen 

werde, eine Rechtsverzögerungsbeschwerde einzureichen. 

A.l Das SEM erklärte mit Schreiben vom 20. November 2024, das Asylver-

fahren des Beschwerdeführers sei aufgrund der hohen Geschäftslast so-

wie der Komplexität der Sache immer noch hängig, und es sei nicht 

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möglich, einen konkreten Erledigungszeitpunkt in Aussicht zu stellen. Über 

sein Asylgesuch werde gemäss interner Prioritätenordnung so bald als 

möglich entschieden.  

A.m Mit Eingabe vom 18. Dezember 2024 teilte der Beschwerdeführer mit, 

die türkischen Behörden hätten ihn zuhause gesucht. 

B.  

Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 13. Februar 2025 

reichte der Beschwerdeführer eine Rechtsverzögerungsbeschwerde ein. 

Er beantragte, es sei festzustellen, dass das vorinstanzliche Asylverfahren 

übermässig lange dauere, und die Vorinstanz sei anzuweisen, das Asylver-

fahren ohne weitere Verzögerung abzuschliessen. In prozessualer Hinsicht 

ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (inklusive 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses) und amtliche Verbei-

ständung. 

Der Beschwerde lagen eine Vollmacht vom 11. Oktober 2022, eine Fürsor-

gebestätigung vom 24. Oktober 2024 sowie zahlreiche vorinstanzliche Ak-

ten bei. 

C.  

Mit Zwischenverfügung vom 17. Februar 2025 hiess die Instruktionsrichte-

rin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut 

und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Das Gesuch 

um amtliche Verbeiständung wies sie dagegen ab. Ferner lud sie das SEM 

zur Einreichung einer Vernehmlassung ein.  

D.  

Das SEM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 13. März 2025 (nach 

gewährter Fristerstreckung) die Abweisung der Beschwerde. Der Be-

schwerdeführer replizierte darauf mit Eingabe vom 31. März 2025 und 

reichte eine Kostennote seiner Rechtsvertretung zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

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Seite 5 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch hier – 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]).  

1.2 Gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern einer anfecht-

baren Verfügung kann bei der Beschwerdeinstanz, die für die Behandlung 

einer Beschwerde gegen eine ordnungsgemäss ergangene Verfügung zu-

ständig wäre, Beschwerde geführt werden (Art. 46a VwVG; vgl. dazu auch 

MARKUS MÜLLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bun-

desgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Rz. 19 

zu Art. 46a). Das Bundesverwaltungsgericht ist damit zur Beurteilung der 

vorliegenden Rechtsverzögerungsbeschwerde zuständig. 

1.3 Rechtsverzögerungsbeschwerden richten sich gegen den Nichterlass 

einer anfechtbaren Verfügung. Die Beschwerdelegitimation setzt voraus, 

dass bei der zuständigen Behörde zuvor ein Begehren um Erlass einer 

Verfügung gestellt wurde, diese verpflichtet ist, in Verfügungsform zu han-

deln, und der ansprechenden Person nach Art. 6 i.V.m. Art. 48 Abs. 1 

VwVG Parteistellung zukommt (vgl. BVGE 2008/15 E. 3.2 m.w.H.).  

Da der Beschwerdeführer am 12. Mai 2022 ein Asylgesuch gestellt hat, 

über welches die Vorinstanz in Form einer anfechtbaren Verfügung zu be-

finden hat, ist er zur Beschwerdeführung legitimiert.  

1.4 Gegen das unrechtmässige Verzögern einer Verfügung kann – inner-

halb der Schranken von Treu und Glauben – jederzeit Beschwerde geführt 

werden (Art. 50 Abs. 2 VwVG). Die beschwerdeführende Person hat aller-

dings darzulegen, dass sie im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ein 

schutzwürdiges – mithin aktuelles und praktisches – Interesse an der Vor-

nahme der verzögerten Amtshandlung respektive der Feststellung einer 

entsprechenden Rechtsverzögerung hat (vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL 

BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER/MARTIN KAYSER, Prozessieren vor dem Bun-

desverwaltungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 5.23).  

Die Beschwerdeerhebung ist nicht als treuwidrig oder unangemessen zu 

erachten, und das schutzwürdige Interesse des Beschwerdeführers an der 

Vornahme der allenfalls verzögerten Amtshandlung ergibt sich aus der Tat-

sache, dass die Vorinstanz bisher nicht in der Sache entschieden hat.  

1.5 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist auf die formgerecht 

(Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereichte Rechtsverzögerungsbeschwerde ein-

zutreten. 

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2.  

Die Prüfungsbefugnis des Bundesverwaltungsgerichts beschränkt sich 

vorliegend auf die Frage, ob die Vorinstanz das Rechtsverzögerungsverbot 

verletzt hat. Im Falle einer Gutheissung der Beschwerde weist es die Sa-

che mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurück (Art. 61 

Abs. 1 VwVG; vgl. BVGE 2008/15 E. 3.1.2, m.w.H.). 

3.  

3.1 Das Verbot der Rechtsverzögerung ergibt sich als Teilgehalt aus der 

allgemeinen Verfahrensgarantie von Art. 29 Abs. 1 BV. Demnach hat jede 

Person Anspruch auf eine Beurteilung ihrer Sache innert angemessener 

Frist (sog. Beschleunigungsgebot). Diese Verfahrensgarantie gilt für alle 

Sachbereiche und alle Akte der Rechtsanwendung (vgl. BGE 130 I 174 

E. 2.2 m.w.H.). 

3.2 Von einer Rechtsverzögerung im Sinne des Gesetzes ist nach Lehre 

und Praxis auszugehen, wenn behördliches Handeln zwar nicht (wie bei 

einer Rechtsverweigerung) grundsätzlich infrage steht, die Behörde aber 

nicht innert der Frist handelt, die nach der Natur der Sache objektiv noch 

als angemessen erscheint. Die Angemessenheit der Dauer eines Verfah-

rens ist im Einzelfall unter Berücksichtigung der gesamten Umstände zu 

beurteilen. In Betracht zu ziehen sind dabei namentlich die Komplexität der 

Sache, das Verhalten der betroffenen Beteiligten und der Behörden, die 

Bedeutung des Verfahrens für die betroffene Partei sowie einzelfallspezifi-

sche Entscheidungsabläufe (vgl. zum Ganzen BGE 130 I 312 E. 5.1 f., 

m.w.H.). Ein Verschulden der Behörde an der Verzögerung wird nicht vor-

ausgesetzt, weshalb sie das Rechtsverzögerungsverbot grundsätzlich 

auch dann verletzt, wenn sie wegen Personalmangels oder (chronischer) 

Überlastung nicht innert angemessener Frist handelt (vgl. BGE 138 II 513 

E. 6.4; 107 Ib 60 E. 3c; 103 V 190 E. 5c). Allerdings kann sich eine Verzö-

gerung durch ausserordentliche Umstände rechtfertigen lassen, so bei-

spielsweise, wenn die Geschäftslast in aussergewöhnlichem, nicht vorher-

sehbarem Mass angestiegen ist (vgl. MOSER et.al., a.a.O., Rz. 5.27; dazu 

statt vieler das Urteil des BVGer E-1189/2024 vom 21. Mai 2024 E. 4.3, 

m.w.H.).  

4.  

4.1 In der Beschwerde wird vorgebracht, der Beschwerdeführer halte sich 

nun schon bald drei Jahre in der Schweiz auf. Seit dem letzten ihm be-

kannten Verfahrensschritt, der Aufforderung vom 16. Oktober 2023, wei-

tere Beweismittel einzureichen, seien beinahe eineinhalb Jahre vergan-

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gen. Das SEM habe in seiner Antwort auf die dritte Verfahrensstandanfrage 

nicht geltend gemacht, es seien weitere Abklärungen notwendig. Es seien 

somit objektiv keine weiteren notwendigen Verfahrensschritte erkennbar, 

welche die Verzögerung rechtfertigen könnten. Der Hinweis auf die hohe 

Geschäftslast und die Komplexität der Sache vermöge die dreijährige Ver-

fahrensdauer nicht zu rechtfertigen. Es sei davon auszugehen, dass sämt-

liche Abklärungen erfolgt seien oder zumindest hätten erfolgen können und 

die Sache spruchreif sei. Es liege daher eine übermässig lange Verfah-

rensdauer und eine Verletzung des Beschleunigungsgebots vor. 

4.2 Das SEM verweist in seiner Vernehmlassung auf die ausserordentlich 

hohen Asyl- und Schutzgesuchszahlen der Jahre 2022 und 2023. Diese 

hätten zu einem Anstieg der durchschnittlichen Verfahrensdauer geführt. 

Es sei deswegen nicht möglich, über jedes Gesuch innerhalb einer wün-

schenswerten Frist zu entscheiden. Ferner seien keine triftigen Gründe er-

sichtlich, die es rechtfertigen würden, das Gesuch des Beschwerdeführers 

vorzuziehen. Viele Gesuchstellende befänden sich in einer ähnlichen Situ-

ation, und es wäre stossend, wenn durch die Einreichung einer Rechtsver-

zögerungsbeschwerde eine Vorzugsbehandlung erreicht werden könnte. 

Der Beschwerdeführer habe sodann zahlreiche Beweismittel eingereicht, 

letztmals mit Eingabe vom 21. Mai 2024, welche jeweils hätten übersetzt 

werden müssten. Die lange Verfahrensdauer sei auch darauf zurückzufüh-

ren. Ausserdem habe der Beschwerdeführer bisher weder Dokumente be-

treffend ein hängiges Ermittlungsverfahren noch eine Kopie eines Geheim-

haltungsbeschlusses eingereicht. Es sei jedoch davon auszugehen, dass 

zwischenzeitlich weitere Verfahrensschritten unternommen worden seien. 

Demnach habe der Beschwerdeführer das SEM nicht ausreichend über 

den Stand des geheimen Strafverfahrens informiert. Die Beschwerde sei 

daher abzuweisen. Das SEM sei jedoch bemüht, das Verfahren zeitnah 

abzuschliessen. 

4.3 In der Replik wird entgegnet, es sei öffentlich kommuniziert worden, 

dass Gesuche aus dem Jahr 2022 prioritär behandelt würden. Es sei un-

klar, weshalb das Gesuch des Beschwerdeführers im Rahmen dieser Pri-

orisierung nicht auch vorgezogen werden könne. Das SEM habe sodann 

selber festgehalten, dass der Beschwerdeführer letztmals im Mai 2024 ein 

unübersetztes Beweismittel – ein einseitiges Anhörungsprotokoll – einge-

reicht habe. Seither seien erneut zehn Monate vergangen, ohne dass das 

SEM weitere Verfahrensschritte unternommen habe. Die übermässige Ver-

zögerung lasse sich somit nicht durch die von Amtes wegen vorzunehmen-

den Übersetzungen begründen. Schliesslich sei festzustellen, dass die 

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Vorinstanz aufgrund ihrer Sachverhaltsfeststellungspflicht gehalten sei, 

den Beschwerdeführer zur Einreichung von weiteren Beweismitteln und In-

formationen aufzufordern, falls sie diese für die Entscheidfindung benötige. 

Dies habe sie jedoch nicht gemacht. Es sei anzufügen, dass der Beschwer-

deführer nach wie vor über keine weiteren Informationen zum Ermittlungs-

verfahren wegen Terrorpropaganda verfüge. Betreffend das Verfahren we-

gen Präsidentenbeleidigung habe er bereits einen Haftbefehl sowie ein An-

hörungsprotokoll eingereicht. Da er (infolge seiner Landesabwesenheit) 

nicht an den Verhandlungen teilnehme, würden diese immer wieder ver-

tagt. Daher lägen keine neuen und relevanten Informationen zum Verfah-

rensstand vor.  

5.  

5.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat Kenntnis von der hohen Arbeitslast 

beim SEM und erachtet es grundsätzlich als nachvollziehbar und unver-

meidbar, dass nicht alle Verfahren innerhalb der gesetzlich vorgesehenen 

Behandlungsfristen abgeschlossen werden können, sondern länger dau-

ern, insbesondere, wenn sich noch Abklärungsbedarf ergibt. Das SEM darf 

und muss Priorisierungen vornehmen (Art. 37b AsylG), was unweigerlich 

zur Überschreitung der Behandlungsfristen führen kann.  

5.2 Im vorliegenden Fall dauert das vorinstanzliche Asylverfahren inzwi-

schen allerdings bereits drei Jahre. Diese Verfahrensdauer ist nicht nur in 

absoluter Hinsicht, sondern auch im Vergleich zu ähnlich gelagerten, be-

weismittelintensiven Fällen von türkischen Asylsuchenden als sehr lange 

zu bezeichnen. Das SEM verweist zur Erklärung beziehungsweise Recht-

fertigung dieser langen Verfahrensdauer auf die anhaltend hohe Ge-

schäftslast, die zeitintensive Übersetzung der eingereichten Beweismittel 

sowie sinngemäss auf die fehlende Entscheidreife.  

5.3 Den Grossteil der Beweismittel reichte der Beschwerdeführer bereits 

mit Eingaben vom 4. August 2022, 24. August 2022, 6. September 2022 

und 28. Oktober 2022 ein. Die letzten (wenigen) Dokumente wurden am 

4. März 2024 und 21. Mai 2024 nachgereicht. Alle eingereichten Beweis-

mittel wurden bis am 1. Juli 2024 übersetzt (vgl. das Visum der überset-

zenden Person auf den Übersetzungen). Aus den Akten geht nicht hervor, 

dass der rechtserhebliche Sachverhalt ab diesem Zeitpunkt noch weiterer 

Abklärungen bedurft hätte. Dieser Auffassung war offensichtlich auch das 

SEM selber, hat es doch bereits seit dem 16. Oktober 2023 keine weiteren 

entsprechenden Massnahmen mehr getroffen und folgerichtig bei der Be-

antwortung der letzten Verfahrensstandanfrage auch nicht geltend 

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gemacht, es seien noch weitere Abklärungen nötig beziehungsweise der 

Sachverhalt sei nicht spruchreif (vgl. das Schreiben vom 20. November 

2024, A71). Soweit das SEM daher in der Vernehmlassung vorbringt, es 

habe bisher nicht entscheiden können, weil es nicht über genügend Infor-

mationen zu den hängigen türkischen Strafverfahren verfüge, vermag dies 

nach dem Gesagten nicht zu überzeugen, zumal das SEM gleichzeitig her-

vorhebt, es sei bemüht, das Verfahren zeitnah abzuschliessen. Gestützt 

auf die vorstehenden Erwägungen ist somit davon auszugehen, dass der 

rechtserhebliche Sachverhalt seit rund einem Jahr spruchreif ist. Im Übri-

gen ist darauf hinzuweisen, dass auch ein allfälliger lückenhafter Sachver-

halt grundsätzlich kein Entscheidhindernis darstellt, sofern das SEM – wie 

im vorliegenden Fall mutmasslich geschehen – der ihm obliegenden Un-

tersuchungspflicht (beispielsweise mittels Aufforderungen zur Einreichung 

von weiteren Beweismitteln) nachgekommen ist. 

5.4 Soweit das SEM auf die hohe Geschäftslast verweist, gilt Folgendes 

festzustellen: Es ist unbestritten, dass die Gesuchszahlen (Asyl- und 

Schutzgesuche) in den Jahren 2022 und 2023 sehr hoch ausgefallen sind. 

Es muss aber auch berücksichtigt werden, dass die Zahlen seit dem Jahr 

2024 wieder rückläufig sind und das SEM seit dem Jahr 2022 rund 300 

zusätzliche Vollzeitstellen zur Bearbeitung der Asylgesuche geschaffen 

hat, was zu einer deutlichen Reduktion der pendenten Asylgesuche geführt 

hat (vgl. die Medienmitteilung vom 31. Januar 2025, https://www.news.ad-

min.ch/de/nsb?id=104014, abgerufen am 1. Mai 2025). Zudem hat das 

SEM bereits im Jahr 2023 damit begonnen, die Asylgesuche aus dem Jahr 

2022 zu erledigen, und hatte – wie ein Blick in die Geschäftsdatenbank des 

Bundesverwaltungsgerichts zeigt – offensichtlich bereits im Jahr 2024 ge-

nügend Kapazitäten, um auch Fälle mit niedriger Priorität (wie beispiels-

weise dem erweiterten Verfahren zugeteilte Gesuche von türkischen Asyl-

suchenden; vgl. dazu die Behandlungsstrategie des SEM, 

https://www.sem.admin.ch/sem/de/home/asyl/asylverfahren/behandlungs-

strategie.html, abgerufen am 1. Mai 2025) mit Eingangsdatum nach 2022 

zu erledigen. Es erschliesst sich bei dieser Sachlage nicht, weshalb das 

seit Mai 2022 pendente, seit rund einem Jahr spruchreife und nicht über-

mässig komplex erscheinende Asylverfahren des Beschwerdeführers nach 

wie vor hängig ist und das SEM, soweit ersichtlich, in den letzten eineinhalb 

Jahren (seit dem 16. Oktober 2023) keinerlei Anstrengungen unternommen 

hat, um diesen Altfall einem Entscheid zuzuführen. Ebenso wenig ist mit 

Blick auf die vorstehenden Ausführungen ersichtlich, inwiefern die umge-

hende Erledigung des Asylverfahrens des Beschwerdeführers eine unge-

rechtfertigte Vorzugsbehandlung darstellen könnte.  

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Seite 10 

5.5 Im Ergebnis ist festzustellen, dass das vorinstanzliche Asylverfahren 

des Beschwerdeführers unangemessen lange dauert und damit eine das 

Beschleunigungsgebot verletzende, ungerechtfertigte Verfahrensverzöge-

rung zu bejahen ist.  

6.  

Nach dem Gesagten erweist sich die Rüge der Rechtsverzögerung als be-

gründet, weshalb die Beschwerde gutzuheissen und das SEM anzuweisen 

ist, das Asylgesuch des Beschwerdeführers zeitnah zu behandeln und ei-

nem Entscheid zuzuführen. 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

7.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. In der Kos-

tennote vom 31. März 2025 wird ein zeitlicher Aufwand von 3 Stunden und 

35 Minuten zu einem Stundenansatz von Fr. 300.– sowie Auslagen in der 

Höhe von Fr. 10.50 geltend gemacht, was im Lichte der in Betracht zu zie-

henden Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) angemessen erscheint. 

Demnach ist dem Beschwerdeführer zulasten der Vorinstanz eine Partei-

entschädigung von total Fr. 1'085.50 zuzusprechen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Es wird festgestellt, dass das Verfahren vor der Vorinstanz zu lange dauert. 

Das SEM wird angewiesen, das Asylverfahren des Beschwerdeführers 

zeitnah zu behandeln und einem Entscheid zuzuführen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 1'085.50 auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und das SEM. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Anna Dürmüller Leibundgut 

 

 

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