# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49f021b8-b6db-5b14-87aa-3063d737c687
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.04.2010 C-5875/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5875-2008_2010-04-16.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5875/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  A p r i l  2 0 1 0

Richter Michael Peterli (Vorsitz), 
Richter Beat Weber, 
Richterin Madeleine Hirsig, 
Gerichtsschreiberin Sandra Tibis.

X._______, Italien,
vertreten durch SYNA - die Gewerkschaft, 
Regionalsekretariat, Kantonsstrasse 11, Postfach, 
3930 Visp,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

IV (Invalidität).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5875/2008

Sachverhalt:

A.
Die  am  (...)  1969  geborene,  ledige,  italienische  Staatsbürgerin 
X._______ war in den Jahren 1988 bis 1990 und 1995 bis 2005 in der 
Schweiz  als  Raumpflegerin  sowie  als  Servicemitarbeiterin  im 
Gastgewerbe mit Grenzgängerstatus erwerbstätig und hat dabei Bei-
träge  an  die  schweizerische  Alters-,  Hinterlassenen-  und  Invaliden-
versicherung entrichtet (act. 2,  15 und 18). Am 29. Mai 2006 hat  sie 
sich bei der IV-Stelle Wallis (nachfolgend: IV-Stelle VS) zum Leistungs-
bezug angemeldet.

B.
Mit Vorbescheid vom 19. September 2007 (act. 30) teilte die IV-Stelle 
VS X._______ mit, der Invaliditätsgrad betrage 12,69%, weshalb kein 
Anspruch auf eine Rente bestehe.

Gegen  den  Vorbescheid  erhob  X._______,  vertreten  durch  die  Ge-
werkschaft  Syna,  Region  Oberwallis,  am 18. Oktober  2007 Einwand 
und führte aus, sie sei seit dem Bandscheibenvorfall stark im Gehen 
eingeschränkt,  weshalb  in  ihrem  angestammten  Beruf  von  einer 
Arbeitsunfähigkeit  von 100% auszugehen sei. Das dem Vorbescheid 
zugrunde  gelegte  Einkommen  könne  nicht  erzielt  werden  und  die 
Einschränkung  im  Haushalt  sei  grösser,  als  von der  IV-Stelle  ange-
nommen.

C.
Mit Verfügung vom 18. August 2008 (act. 44) wies die IV-Stelle für Ver-
sicherte  im  Ausland  (nachfolgend:  IVSTA)  das  Leistungsbegehren 
mangels anspruchsbegründender Invalidität ab. Die IVSTA stützte sich 
dabei  im  Wesentlichen  auf  den  Operationsbericht  von 
Dr. med. A._______, leitender Arzt Orthopädische Chirurgie FMH des 
Spitalzentrums Y._______, vom 5. August 2005 (act. 4), einen Bericht 
des  Spitals  Z._______  vom  15. Juni  2006  (act. 14,  S. 15 f.),  den 
Bericht  von  Dr. med. B._______,  Allgemeine  Medizin  FMH,  vom 
14. August  2007  (act. 27),  das  Gutachten  von  Dr. med. C._______, 
Facharzt  FMH  für  Physikalische  Medizin  und  Rehabilitation,  vom 
20. Juni 2007 (act. 28, S. 3), das Gutachten von Dr. med. D._______, 
Neurologe FMH, vom 10. Dezember 2006 (act. 28, S. 6), die Stellung-
nahmen  des  RAD  Rhone  vom  28. August  2007  (act. 29)  und  vom 
17. Juni 2008 (act. 42),  den Abklärungsbericht Haushalt  vom 22. Mai 

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2007 (act. 19) und den Fragebogen für den Arbeitgeber vom 25. Au-
gust 2006 (act. 15).

Die Ärzte diagnostizierten in den obgenannten Gutachten im Wesentli -
chen ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ausge-
sprochene  muskuläre  Dysbalance,  Status  nach  Mikrodiskektomie 
L5/S1 wegen sequestrierter Diskushernie mit sensomotorischem Aus-
fallssyndrom L5 [Operation im August 2005]), Beinschwäche links, Ver-
dacht auf Fibromyalgie und generalisierte Tendomyopathien.

D.
Gegen die  Verfügung vom 18. August  2008 hat  X._______ (nachfol-
gend: Beschwerdeführerin),  vertreten  durch  die  Gewerkschaft  Syna, 
Region Oberwallis, mit Eingabe vom 15. September 2008 Beschwerde 
beim  Bundesverwaltungsgericht  erhoben.  Sie  beantragte  die  Aufhe-
bung der Verfügung und die Rückweisung an die Vorinstanz zur weite-
ren Abklärung. Zur  Begründung führte  sie  aus,  sie  sei  in  der  ange-
stammten Tätigkeit seit dem 20. Juli 2005 voll arbeitsunfähig und sie 
sei  seither  nie  mehr  erwerbstätig  gewesen. Daher  seien  psychische 
Probleme aufgetreten, welche nun von Dr. E._______ behandelt wür-
den. Die behandelnden Ärzte seien der Ansicht, ihr sei lediglich noch 
eine leichte, an ihre Einschränkungen angepasste Tätigkeit im Umfang 
von 50% zumutbar. Zudem sei die Einschränkung im Haushalt höher 
zu beziffern. Unter Berücksichtigung der neuesten ärztlichen Berichte 
sei der IV-Grad neu zu bestimmen.

E.
Mit  Vernehmlassung  vom 25. November  2008  beantragte  die  IVSTA 
unter Verweis auf die Stellungnahme der IV-Stelle VS vom 17. Novem-
ber 2008 die Abweisung der Beschwerde.

F.
Die Beschwerdeführerin liess sich nicht mehr vernehmen.

G.
Der mit  Verfügung vom 23. September 2008 einverlangte Kostenvor-
schuss  in  der  Höhe  von Fr. 300.--  ist  am 30. September  2008  beim 
Bundesverwaltungsgericht eingegangen.

H.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Ak-
ten wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen ein-

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gegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Bundesgesetzes  über  das  Bundesverwal-
tungsgericht  vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit 
Art. 33 lit. d  VGG und Art. 69  Abs. 1 lit. b  des  Bundesgesetzes über 
die Invalidenversicherung vom 19. Juni  1959 (IVG, SR 831.20)  beur-
teilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  von  Personen  im 
Ausland gegen Verfügungen der IV-Stelle für Versicherte im Ausland. 
Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor.

1.2 Aufgrund von Art. 3 lit. dbis des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) findet 
das  VwVG  keine  Anwendung  in  Sozialversicherungssachen,  soweit 
das  Bundesgesetz  vom 6. Oktober  2000  über  den  Allgemeinen  Teil 
des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Ge-
mäss Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Inva-
lidenversicherung (Art. 1a-26bis IVG und 28 bis 70 IVG) anwendbar, so-
weit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht.

1.3 Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 
Änderung, so dass sie im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegiti-
miert ist.

1.4 Da  die  Beschwerde  im  Übrigen  frist-  und  formgerecht  (Art.  60 
Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht und der Kostenvor-
schuss fristgerecht geleistet wurde, ist darauf einzutreten.

2.

2.1 Die Beschwerdeführerin ist italienische Staatsangehörige, so dass 
vorliegend das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweize-
rischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemein-
schaft  und  ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  über  die  Freizügigkeit 
(FZA; SR 0.142.112.681),  insbesondere dessen Anhang II  betreffend 
Koordinierung der  Systeme der  sozialen  Sicherheit,  anzuwenden ist 

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(Art. 80a IVG). Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 
des  Rates  vom 14. Juni  1971  (SR 0.831.109.268.1)  zur  Anwendung 
der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbständi-
ge sowie deren Familienangehörige,  die innerhalb der  Gemeinschaft 
zu-  und abwandern,  haben die  in  den persönlichen Anwendungsbe-
reich der Verordnung fallenden, in einem Mitgliedstaat wohnenden Per-
sonen aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats grundsätz-
lich die gleichen Rechte und Pflichten wie die Staatsangehörigen die-
ses Staates.

2.2 Soweit  das  FZA beziehungsweise  die  auf  dieser  Grundlage  an-
wendbaren gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte keine abweichenden 
Bestimmungen  vorsehen,  richtet  sich  die  Ausgestaltung  des  Verfah-
rens – unter Vorbehalt der beiden Grundsätze der Gleichwertigkeit so-
wie der Effektivität  – sowie die Prüfung der Anspruchsvoraussetzun-
gen einer  schweizerischen Invalidenrente  grundsätzlich  nach der  in-
nerstaatlichen Rechtsordnung (BGE 130 V 257 E. 2.4). Entsprechend 
bestimmt  sich  vorliegend  der  Anspruch  der  Beschwerdeführerin  auf 
eine Rente der Invalidenversicherung ausschliesslich nach dem inner-
staatlichen schweizerischen Recht, insbesondere nach dem IVG sowie 
der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung 
(IVV, SR 831.201). 

3.
Zunächst sind die zur Beurteilung der Streitsache massgebenden ge-
setzlichen Grundlagen und die von der Rechtsprechung entwickelten 
Grundsätze darzulegen.

3.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde-
verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss-
brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder 
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie 
Unangemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).

3.2 Nach  der  Rechtsprechung  stellt  das  Sozialversicherungsgericht 
bei  der  Beurteilung einer  Streitsache  in  der  Regel  auf  den  bis  zum 
Zeitpunkt  des  Erlasses  des  streitigen  Entscheides  eingetretenen 
Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). Tatsachen, die jenen 
Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand 
einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Weiter 
sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
gebend, die bei  der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-

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standes Geltung hatten (BGE 130 V 329). Für das vorliegende Verfah-
ren ist  deshalb das per 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesge-
setz  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts  an-
wendbar. Die  im ATSG enthaltenen Formulierungen der  Arbeitsunfä-
higkeit,  der  Erwerbsunfähigkeit,  der  Invalidität  und der Einkommens-
vergleichsmethode  entsprechen  den  bisherigen  von  der  Rechtspre-
chung dazu entwickelten Begriffen in der Invalidenversicherung. Dem-
zufolge  haben  die  von  der  Rechtsprechung  dazu  herausgebildeten 
Grundsätze  unter  der  Herrschaft  des  ATSG  weiterhin  Geltung 
(BGE 130 V 343).

In materiell-rechtlicher Hinsicht ist pro rata temporis auf jene Bestim-
mungen des IVG und der IVV abzustellen, die für die Beurteilung eines 
Rentenanspruchs jeweils relevant waren und in Kraft standen. Vorlie-
gend ist deshalb einerseits auf die Fassung gemäss den am 1.  Januar 
2004 in Kraft  getretenen Änderungen (4. IV-Revision; AS 2003 3837) 
sowie  auf  die  per  1. Januar  2008  eingeführten  Änderungen  (5. IV-
Revision; AS 2007 5129) abzustellen.

3.3 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist 
Invalidität  die  voraussichtlich  bleibende  oder  längere  Zeit  dauernde 
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebre-
chen,  Krankheit  oder  Unfall.  Erwerbsunfähigkeit  ist  gemäss  Art.  7 
ATSG der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Ge-
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliede-
rung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkei-
ten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Ar-
beitsunfähigkeit  ist  die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise 
Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Ar-
beit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in 
einem  anderen  Beruf  oder  Aufgabenbereich  berücksichtigt  (Art. 6 
ATSG).

3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stel-
len haben. Aufgabe des Arztes im schweizerischen Invalidenverfahren 
ist  es,  den  Gesundheitszustand  zu  beurteilen  und  dazu  Stellung zu 
nehmen,  in  welchem Umfang und gegebenenfalls  bezüglich  welcher 
Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte 

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sind sodann  eine wichtige  Grundlage für  die  Beurteilung der  Frage, 
welche  Arbeitsleistungen  dem Versicherten  konkret  noch  zugemutet 
werden  können  (BGE 125 V 256  E. 4,  115 V 134  E. 2;  AHI-Praxis 
2002, S. 62, E. 4b/cc).

3.5 Vor der Berechnung des Invaliditätsgrades muss jeweils beurteilt 
werden, ob die versicherte Person als (teil-)erwerbstätig oder nichter -
werbstätig einzustufen ist, was entsprechenden Einfluss auf die anzu-
wendende  Methode  der  Invaliditätsgradbemessung  hat  (allgemeine 
Methode des Einkommensvergleichs, gemischte Methode, spezifische 
Methode des Betätigungsvergleichs, vgl. Art. 16 ATSG in Verbindung 
mit  Art. 28  Abs. 2,  Abs. 2bis und  Abs. 2ter IVG  [4. IV-Revision]  und 
Art. 28a IVG [5. IV-Revision]).

3.5.1 Zu prüfen ist, was die versicherte Person bei im Übrigen unver-
änderten  Umständen  täte,  wenn  keine  gesundheitliche  Beeinträchti-
gung bestünde. So sind insbesondere bei  im Haushalt  tätigen Versi-
cherten  die  persönlichen,  familiären,  sozialen  und  erwerblichen  Ver-
hältnisse ebenso wie  allfällige  Erziehungs-  und Betreuungsaufgaben 
gegenüber  Kindern,  das  Alter,  die  beruflichen  Fähigkeiten  und  die 
Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu be-
rücksichtigen. Die  Statusfrage  beurteilt  sich  praxisgemäss nach  den 
Verhältnissen,  wie sie sich bis  zum Erlass der angefochtenen Verfü-
gung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im 
Gesundheitsfall  ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversi-
cherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit ausreicht (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3, 133 V 477 E. 6.3, 125 V 146 
E. 2c, je mit Hinweisen).

3.5.2 Laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für Hausfrauen, die 
vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens nicht ganztägig erwerbstä-
tig  waren,  die  sogenannte  gemischte  Methode  anzuwenden  (vgl. 
BGE 130 V 393 mit  Hinweisen). Dabei  wird die Invalidität  im Bereich 
der Erwerbstätigkeit aufgrund des Einkommensvergleichs bestimmt, im 
Bereich der üblichen Tätigkeit im Haushalt jedoch anhand des Betäti -
gungsvergleichs bemessen (Art. 28 Abs. 2ter IVG [4. IV-Revision]  und 
Art. 28a Abs. 3 IVG). Danach wird zunächst der Anteil der Erwerbstä-
tigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter ande-
rem im Haushalt)  bestimmt,  wobei  sich  die  Frage,  in  welchem Aus-
mass  die  versicherte  Person  ohne  gesundheitliche  Beeinträchtigung 
erwerbstätig wäre, mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die 

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persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, beur-
teilt. Der Invaliditätsgrad ergibt sich schliesslich aus einer Addition der 
in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten.

Beim Einkommensvergleich wird das Erwerbseinkommen, das die ver-
sicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla-
ge erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung 
gesetzt  zum Erwerbseinkommen,  das  sie  erzielen  könnte,  wenn sie 
nicht  invalid  geworden  wäre  (sogenanntes  Valideneinkommen).  Der 
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenüber gestellt  werden, worauf sich 
aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (all-
gemeine  Methode  des  Einkommensvergleichs;  BGE 130 V 343 
E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1). Für den Einkommensvergleich sind die Ver-
hältnisse  im  Zeitpunkt  des  (hypothetischen)  Beginns  des  Rentenan-
spruchs  massgebend,  wobei  Validen-  und  Invalideneinkommen  auf 
zeitidentischer  Grundlage  zu  erheben  und  allfällige  rentenwirksame 
Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass res-
pektive  bis  zum  Einspracheentscheid  zu  berücksichtigen  sind 
(BGE 129 V 222 E. 4). Für  die  Ermittlung des Einkommens, welches 
der Versicherte ohne Invalidität  erzielen könnte (Valideneinkommen), 
ist entscheidend, was er im fraglichen Zeitpunkt nach dem im Sozial-
versicherungsrecht allgemein gültigen Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b, BGE 125 V 195 E. 2, je 
mit Hinweisen)  als Gesunder tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in 
der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der rea-
len Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es 
empirischer  Erfahrung  entspricht,  dass  die  bisherige  Tätigkeit  ohne 
Gesundheitsschaden  fortgesetzt  worden  wäre.  Ausnahmen  von  die-
sem Grundsatz müssen ebenfalls mit  überwiegender Wahrscheinlich-
keit  erwiesen  sein,  damit  sie  berücksichtigt  werden können. Für  die 
Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er-
werblichen  Situation  auszugehen,  in  welcher  die  versicherte  Person 
konkret steht. Ist – wie hier – kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkom-
men  nach  Eintritt  der  Invalidität  mehr  gegeben,  namentlich  weil  die 
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder 
zumindest  keine  zumutbare  Erwerbstätigkeit  aufgenommen  hat,  so 
sind nach der  Rechtsprechung die  gesamtschweizerischen Tabellen-

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löhne gemäss den vom BFS periodisch herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen  (LSE)  heranzuziehen  (vgl.  BGE 129 V 472  E. 4.2.1). 
Massgebend sind dabei die monatlichen Bruttolöhne (Zentralwerte) im 
jeweiligen Wirtschaftssektor.

3.6 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismit -
tel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerde-
verfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach ha-
ben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise 
frei,  das  heisst  ohne  förmliche  Beweisregeln,  sowie  umfassend  und 
pflichtgemäss zu würdigen. 

3.6.1 Bezüglich  des  Beweiswertes  eines  Arztberichtes  ist  entschei-
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf all -
seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be-
rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der 
Beurteilung  der  medizinischen  Situation  einleuchtet  und  ob  die 
Schlussfolgerungen  der  Experten  begründet  sind.  Ausschlaggebend 
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft des Be-
weismittels  noch die  Bezeichnung der  eingereichten  oder  in  Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht  oder als Gutachten (vgl. dazu 
das  Urteil  des  Bundesgerichts  vom  26. Januar  2006  [I 268/2005] 
E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3.a). 

Gleichwohl  erachtet  es  die  Rechtsprechung  mit  dem Grundsatz  der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdi -
gung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-
achten  aufzustellen  (vgl.  hierzu  BGE 125 V 352  E. 3b;  AHI 2001 
S. 114  E. 3b;  Urteil  des  Bundesgerichts  vom  24. Januar  2000 
[I 128/98] E. 3b).  So  ist  den  im  Rahmen des  Verwaltungsverfahrens 
eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche aufgrund einge-
hender  Beobachtungen und Untersuchungen  sowie  nach  Einsicht  in 
die  Akten  Bericht  erstatten  und  bei  der  Erörterung  der  Befunde  zu 
schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Be-
weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu-
verlässigkeit  der  Expertise  sprechen  (BGE 125 V 353  E. 3b/bb,  mit 
weiteren  Hinweisen).  Berichte  der  behandelnden  Ärzte  schliesslich 
sind aufgrund deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Pati-
enten mit  Vorbehalt  zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt 
für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie auch für den behan-

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delnden  Spezialarzt  (Urteil  des  Bundesgerichts  vom 20. März  2006 
[I 655/05] E. 5.4  mit  Hinweisen;  vgl.  aber  Urteil  des  Bundesgerichts 
vom 27. Mai 2008 [9C_24/2008] E. 2.3.2).

3.6.2 Für  den  Beweiswert  eines  Berichtes  über  die  Abklärung  im 
Haushalt  eines  Versicherten sind –  analog zur  vorerwähnten Recht-
sprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten – verschiede-
ne  Faktoren  zu  berücksichtigen:  Es  ist  wesentlich,  dass  der  Bericht 
von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den ört-
lichen und räumlichen Verhältnissen sowie den aus den medizinischen 
Diagnosen  sich  ergebenden  Beeinträchtigungen  und  Behinderungen 
hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichti -
gen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzu-
zeigen  sind. Der  Berichtstext  muss  schliesslich  plausibel,  begründet 
und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen 
sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen 
Angaben  stehen  (in  BGE 134 V 9  [Urteil  I 246/05  vom  30. Oktober 
2007] nicht publizierte E. 5.2 mit Hinweisen). Trifft  all  dies zu, ist der 
Abklärungsbericht voll beweiskräftig. Diese Beweiswürdigungskriterien 
sind nicht  nur für  die  im Abklärungsbericht  enthaltenen Angaben zu 
Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern 
gelten analog für den Teil des Abklärungsberichts, der den mutmassli -
chen Umfang der erwerblichen Tätigkeit  von teilerwerbstätigen Versi -
cherten  mit  häuslichem  Aufgabenbereich  im  Gesundheitsfall  betrifft  
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19. Juni 2006 [I 236/2006] E. 3.2 
mit Hinweisen).

3.7 Aufgrund  des  im  gesamten  Sozialversicherungsrecht  geltenden 
Grundsatzes der Schadenminderungspflicht ist sodann ein dauernd in 
seiner  Arbeitsfähigkeit  eingeschränkter  Versicherter  gehalten,  innert 
nützlicher Frist Arbeit im angestammten oder einem anderen Berufs- 
oder Erwerbszweig zu suchen und anzunehmen, soweit sie noch mög-
lich und zumutbar  erscheint  (BGE 113 V 22 E. 4a,  111 V 235 E. 2a). 
Deshalb  ist  es am behandelnden Arzt  beziehungsweise am Vertrau-
ensarzt der IV-Stelle zu entscheiden, in welchem Ausmass ein Versi -
cherter seine verbliebene Arbeitsfähigkeit bei zumutbarer Tätigkeit und 
zumutbarem Einsatz auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt einsetzen 
kann. Diese Arbeitsmöglichkeit hat sich der Versicherte anrechnen zu 
lassen, wobei es unerheblich ist, ob er seine Restarbeitsfähigkeit tat-
sächlich verwertet oder nicht.

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Ebenso ist  der Versicherte gehalten, im Rahmen des Möglichen und 
Zumutbaren  Verfahrensweisen  zu  entwickeln,  welche  die  Auswirkun-
gen seiner Behinderung im hauswirtschaftlichen Aufgabenbereich re-
duzieren und ihm eine möglichst vollständige und unabhängige Erledi -
gung der Haushaltsarbeiten ermöglichen. Kann er wegen seiner Be-
hinderung gewisse dieser Arbeiten nur noch mühsam und mit viel hö-
herem Zeitaufwand erledigen, so muss er in erster Linie seine Arbeit 
einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen 
in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haus-
halt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Auf-
gaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen 
gegen  Entlöhnung  oder  durch  Angehörige  verrichtet  werden,  denen 
dadurch  nachgewiesenermassen  eine  Erwerbseinbusse  oder  doch 
eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Inva-
liditätsbemessung bei einer im Haushalt tätigen Person zu berücksich-
tigende  Mithilfe  von  Familienangehörigen  geht  daher  weiter  als  die 
ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstüt-
zung (vgl. BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen).

3.8 Versicherte  haben Anspruch auf  eine Viertelsrente,  wenn sie zu 
mindestens 40 Prozent invalid sind, bei einem Invaliditätsgrad von min-
destens 50 Prozent besteht  ein Anspruch auf  eine halbe Rente,  bei  
mindestens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 
70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG [5. IV-Revision] 
respektive  Art. 28  Abs. 1  IVG  [4. IV-Revision]).  Gemäss  Art. 28 
Abs. 1ter IVG werden Renten,  die einem Invaliditätsgrad von weniger 
als 50 Prozent entsprechen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, 
die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der 
Schweiz haben, soweit nicht völkerrechtliche Vereinbarungen eine ab-
weichende Regelung vorsehen, was für die Mitgliedstaaten der EU der 
Fall ist. 

3.9 Der  Rentenanspruch nach Artikel 28 entsteht  frühestens in  dem 
Zeitpunkt, in dem der Versicherte mindestens zu 40 Prozent bleibend 
erwerbsunfähig  (Art. 7  ATSG) geworden  ist  (Art. 29  Abs. 1  lit. a  IVG 
[4. IV-Revision]) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unter-
bruch durchschnittlich mindestens zu 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 
ATSG) gewesen war (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG [4. IV-Revision]).

Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

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zumutbare  Eingliederungsmassnahmen  wieder  herstellen,  erhalten 
oder  verbessern  können  (Art. 28  Abs. 1  lit. a  IVG  [5. IV-Revision]); 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens  40  Prozent  arbeitsunfähig  (Art. 6  ATSG)  gewesen  sind 
(Art. 28  Abs. 1  lit. b  IVG  [5. IV-Revision]);  und  nach  Ablauf  dieses 
Jahres  zu mindestens 40 Prozent  invalid  (Art. 8  ATSG) sind (Art. 28 
Abs. 1 lit. c IVG [5. Revision]).

3.10 Anspruch  auf  eine  ordentliche  Rente  haben  gemäss  Art. 36 
Abs. 1  IVG  (4. IV-Revision)  die  rentenberechtigten  Versicherten,  die 
bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Bei -
träge an die schweizerische Sozialversicherung geleistet haben. 

Meldet  sich  ein  Versicherter  mehr  als  zwölf  Monate  nach Entstehen 
des  Anspruchs  an,  so  werden  die  Leistungen  in  Abweichung  von 
Art. 24 Abs. 1 ATSG lediglich  für  die zwölf  der  Anmeldung vorange-
henden  Monate  ausgerichtet.  Weitergehende  Zahlungen  werden  er-
bracht,  wenn  der  Versicherte  den  anspruchsbegründenden Sachver-
halt  nicht  kennen  konnte  und  die  Anmeldung  innert  zwölf  Monaten 
nach  Kenntnisnahme  vornimmt  (Art. 48  Abs. 2  IVG  [in  der  bis  zum 
31. Dezember 2007 geltenden Fassung]).

4.  
Wird eine befristete Invalidenrente verfügt und – mit einer gleichentags 
erlassenen zweiten Verfügung – diese Rente unmittelbar ab dem Ende 
der Befristung aufgehoben oder abgeändert, so stellt diese zweite An-
ordnung materiell  eine Rentenrevisionsverfügung dar, auf die folglich 
die  entsprechenden  Bestimmungen  anwendbar  sind.  Dies  gilt  auch 
dann, wenn die beiden Anordnungen zum selben Zeitpunkt und sogar 
in  derselben Verfügung getroffen werden. Deshalb müssen nach der 
Rechtsprechung  und  Lehre  bei  einer  solchen  Verfügung  Revisions-
gründe  erfüllt  sein  (vgl.  BGE 125 V 417  E. 2d,  112 V 372  E. 2b;  URS 
MÜLLER, Die materiellen Voraussetzungen der Rentenrevision in der In-
validenversicherung, Freiburg 2003, S. 207 f.).

4.1 Gemäss Art. 17 ATSG wird eine Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin  für  die  Zukunft  entsprechend  erhöht,  herabgesetzt  oder 
aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers er-
heblich verändert  hat. Eine Änderung des Invaliditätsgrades wird na-
mentlich durch eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustan-
des impliziert. Dagegen ist  die unterschiedliche Beurteilung eines im 

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Wesentlichen  unverändert  gebliebenen  Sachverhalts  kein  Revisions-
grund; unterschiedliche Beurteilungen sind revisionsrechtlich nur dann 
beachtlich, wenn sie Ausdruck von Änderungen der tatsächlichen Ver-
hältnisse  sind  (BGE 117 V 199  E. 3B,  112 V 390  E. 1B;  ZAK 1987 
S. 36 ff.).

4.2 Ob eine rentenrelevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetre-
ten ist,  beurteilt  sich  durch Vergleich  des Sachverhalts  im zeitlichen 
Geltungsbereich  der  ursprünglichen  Verfügung  mit  demjenigen  der 
streitigen Verfügung (BGE 125 V 369 E. 2).

Nach Art. 88a Abs. 1 IVV ist  die anspruchsbeeinflussende Änderung 
vom Zeitpunkt  an  zu  berücksichtigen,  in  dem angenommen  werden 
kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in je -
dem Fall  zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentlichen Unter-
bruch drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andau-
ern wird (Art. 88a Abs. 1 Satz 2 IVV). Art. 88a Abs. 1 IVV kommt bei 
der erstmaligen Rentenfestsetzung nicht zur Anwendung, sondern nur 
wenn sich die bei Rentenbeginn zugesprochene Rente ändert, wobei 
die  Änderung  der  Rente  in  derselben  Verfügung  wie  die  erstmalige 
Festsetzung erfolgen kann (Urteil des Bundesgerichts vom 1. Oktober 
2009  [8C_271/2009]  E. 5.3;  vgl.  auch  BGE 109 V 125).  Gemäss 
Art. 88bis Abs. 2  lit. a  IVV  erfolgt  die  Herabsetzung  einer  Rente  in 
jedem Fall frühestens vom ersten Tag des zweiten Monats an, welcher 
der Zustellung der Herabsetzungsverfügung folgt.

5.
Nachfolgend ist zu prüfen, ob die IV-Stelle das Leistungsbegehren der 
Beschwerdeführerin zu Recht abgewiesen hat.

5.1 Die  Beschwerdeführerin  macht  geltend,  sie  sei  in  ihrer  ange-
stammten Tätigkeit seit dem 20. Juli 2005 zu 100% arbeitsunfähig. Die 
behandelnden  Ärzte  seien  der  Auffassung,  berufliche  Massnahmen 
seien anzustreben, damit sie im Anschluss daran in einer angepassten 
Tätigkeit  (ohne  lange  Wegstrecken  und  ohne  Tragen,  Schieben  und 
Heben von Gewichten)  zu  50% tätig  sein  könne. Das dem Einkom-
mensvergleich zugrunde gelegte Einkommen könne sie nicht erzielen, 
und die Einschränkung im Haushalt sei höher zu beziffern.

5.2 Die IV-Stelle stellte fest, die Beschwerdeführerin bestreite offenbar 
die  festgestellte  Restarbeitsfähigkeit  sowie  die  Einschränkungen  im 
Haushaltsbereich; die übrigen Punkte der Berechnung seien unbestrit -

Seite 13

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ten. Die IV-Stelle führte dazu aus, die Beschwerdeführerin gehe fehl in 
der  Annahme,  die  Bemessung  des Invaliditätsgrades im Erwerbsbe-
reich  bemesse  sich  aufgrund  der  Einschränkung  im  angestammten 
Beruf. Die Berechnung sei – wie vorliegend durchgeführt – gestützt auf 
die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit vorzunehmen. Dies-
bezüglich seien sich die Ärzte einig, dass bei ihr in einer leichten Tä -
tigkeit  eine  Arbeitsfähigkeit  von  50%  vorliege.  Aus  dem  neu  einge-
reichten Bericht  von Dr. E._______ ergäben sich ferner keine neuen 
Erkenntnisse.  Schliesslich  könne  der  Rüge  der  Beschwerdeführerin 
betreffend  Einschätzung  der  Einschränkung  im  Haushalt  kein 
konkreter Hinweis auf  ein unrichtiges Abklärungsresultat  entnommen 
werden, da ihre Behauptung allgemeiner Natur und zu wenig konkret 
sei.

5.3  

5.3.1 Dr. med. A._______,  leitender  Arzt  Orthopädische  Chirurgie 
FMH des Spitalzentrums Y._______, beschreibt in seinem Operations-
bericht vom 5. August 2005 das Vorliegen einer grossen sequestrier-
ten Diskushernie L5/S1 links mit  sensomotorischem Ausfall  und eine 
recessale Stenose. In  der Folge wurde eine Mikrodiskektomie L5/S1 
sowie eine Neurolyse recesso-foraminal durchgeführt. Im Bericht über 
die  Folgeuntersuchung  vom  26. April  2006  bestätigte 
Dr. med. A._______ in Anbetracht  des präoperativen Zustands einen 
positiven Heilungsverlauf. Allerdings bestehe auch der Verdacht einer 
Aggravation,  da  sich  die  Beschwerdeführerin  in  gekündigter 
Arbeitsstellung befinde.

5.3.2 Dem Bericht von Dr. F._______ und Dr. G._______ der Klinik für 
Rheumatologie  und  Klinische  Immunologie/Allergologie  des  Spitals 
Z._______  vom  15. Juni  2006  ist  zu  entnehmen,  dass  bei  der 
Beschwerdeführerin  ein  chronisches  lumbospondylogenes  Schmerz-
syndrom und der Verdacht auf eine sich entwickelnde Fibromyalgie be-
stehe. Das postoperative Resultat der Diskushernie sei gut, wobei sich 
aufgrund  einer  Schonhaltung  eine  muskuläre  Dysbalance  entwickelt 
habe. Hinweise für das Vorliegen einer Erkrankung aus dem entzündli -
chen Formenkreis bestünden keine.

5.3.3 Dr. med. C._______,  Facharzt  FMH  für  Physikalische  Medizin 
und Rehabilitation,  diagnostizierte  im Bericht  vom 20. Juni  2007 ein 
chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom und ein reaktives 
cervicospondylogenes  Syndrom.  Er  schätze  die  Arbeitsfähigkeit  für 

Seite 14

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sitzende Tätigkeiten auf 50% mit möglicher Steigerung. Eine Tätigkeit 
als  Servicemitarbeiterin  sei  aufgrund  der  Behinderung  beim  Gehen 
nicht mehr möglich.

5.3.4 Dr. med. D._______, Neurologe FMH, attestierte der Beschwer-
deführerin in seinem Bericht vom 10. Dezember 2006 ein residuelles 
radikuläres  Ausfallsyndrom der  Wurzel  L5  links  und  weniger  ausge-
prägt der Wurzel S1. Ferner stellte er fest, dass die Beschwerdeführe-
rin ihren Fuss nicht physiologisch bewege, was nach operativen Ein-
griffen oft  vorkomme, und dass sie sehr schmerzempfindlich sei,  so-
fern sie nicht abgelenkt werde. 

5.3.5 Dr. med. B._______,  Allgemeine  Medizin  FMH,  berichtete  am 
8. August 2006 und am 14. August 2007 über ein chronisches lumbo-
spondylogenes Schmerzsyndrom, eine Mikrodiskektomie L5/S1 im Au-
gust  2005 wegen sequestrierter  Diskushernie mit  sensomotorischem 
Ausfallsyndrom L5 und ein chronisches myalgisches Schmerzsyndrom 
sowie über eine angebliche Hyperprolaktinämie, welche jedoch ohne 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit  sei. Aufgrund der Probleme mit dem 
Rücken sei die Beschwerdeführerin seit dem 20. Juli 2005 als Raum-
pflegerin zu 100% arbeitsunfähig; für eine leichte, sitzende, adaptierte 
Tätigkeit sei sie – gemäss Auskunft von Dr. med. A._______ – zu 50% 
arbeitsfähig.

5.3.6 Dem Abklärungsbericht Haushalt vom 22. Mai 2007, welcher an-
lässlich eines Besuchs bei der Beschwerdeführerin am 9. Januar 2007 
durch eine italienischsprachige Abklärungsperson der IV-Stelle VS er-
stellt worden ist, kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführe-
rin vor Eintritt ihres Gesundheitsschadens zu 45,6% als Raumpflegerin 
erwerbstätig  gewesen  sei;  dementsprechend  sei  ihre  Tätigkeit  im 
Haushalt mit 54,4% zu beziffern. Sie sei seit Sommer 2006 (also vor 
Ablauf der einjährigen Wartefrist)  im Haushalt  bei der Ausübung ge-
wisser schwerer Tätigkeiten eingeschränkt. Leichtere Tätigkeiten kön-
ne die Beschwerdeführerin selbst erledigen und für die schwereren Ar-
beiten habe sie Hilfe von ihrer Mutter und einer Freundin. Insgesamt 
resultierte  aus  den  Abklärungen  im  gesamten  Haushalt  seit  Som-
mer 2006  eine  Behinderung  von  total  23,33%  (Ernährung  7,14%, 
Wohnungspflege 12,19% und Kleiderpflege 4%). 

5.3.7 Dr. med. H._______,  RAD  Rhone,  stellte  in  seinen  Berichten 
vom 28. August 2007 und vom 17. Juni 2008 fest, die Beschwerdefüh-
rerin  leide  im  Wesentlichen  unter  einem lumbospondylogenen  Rest-

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syndrom L5 mit Ausfallsyndrom links (Status nach Operation Diskus-
hernie).  Der  Zustand  sei  stabil.  Die  Belastung  sei  insofern  einge-
schränkt, als ihr die Arbeit als Servicemitarbeiterin oder Raumpflege-
rin/Zimmermädchen nicht  mehr  zumutbar  sei. Eine halbtägige Arbeit 
sei  mindestens  seit  der  entsprechenden  Feststellung  durch 
Dr. med. B._______ am 14. August 2007 möglich. Die Einschränkung 
im Haushalt betrage seit dem 20. Juli 2005 23,33%.

5.3.8 Dem Attest von Dr. E._______, Psychologin, vom 25. Juli  2008 
ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin an Panikattacken leide 
und sie die gesundheitliche Situation sowie die daraus folgende Stel-
lenlosigkeit  als  sehr  beängstigend  empfinde. Eine  Einschätzung  der 
Arbeitsfähigkeit nimmt die Gutachterin nicht vor.

5.3.9 Der  Kurzbericht  von  Dr. med. I._______,  Chefarzt  Orthopädi-
sche Chirurgie, vom 2. Oktober 2008 stellt bei der Beschwerdeführerin 
zusätzlich  zur  bekannten  Rückenproblematik  einen  Verdacht  auf  In-
nenmeniskopathie im rechten Kniegelenk fest. Der begutachtende Arzt 
empfiehlt, zur näheren Abklärung die Durchführung einer Arthroskopie 
und zur Linderung der Schmerzen im Rücken eine Schmerztherapie. 
Zur Arbeitsfähigkeit äussert sich der Gutachter nicht.

5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die begutachtenden Ärz-
te übereinstimmend zum Schluss gelangen, dass die Beschwerdefüh-
rerin seit dem 20. Juli 2005 aufgrund ihres Rückenleidens sowie auch 
der Problematik des linken Fusses in ihrer bisherigen Erwerbstätigkeit  
sowie  auch  in  Verweistätigkeiten  zu  100%  arbeitsunfähig  sei. 
Spätestens  seit  dem  14. August  2007,  also  seit  der  ersten  dies-
bezüglichen  Feststellung  in  einem  ärztlichen  Bericht,  betrage  die 
Arbeitsunfähigkeit in Verweistätigkeiten jedoch nur noch 50%. Der im 
Beschwerdeverfahren  eingereichte  Bericht  von  Dr. med. I._______ 
enthält  zusätzlich  einen  Hinweis  auf  eine  mögliche  Innenmenisko-
pathie,  welche  jedoch  die  Einschätzung  der  Arbeitsfähigkeit  nicht 
weiter zu beeinflussen vermag, da bei den Verweistätigkeiten bereits 
berücksichtigt  wurde,  dass  der  Beschwerdeführerin  keine  langen 
Gehstrecken  zumutbar  sind.  Ferner  ergeben  sich  aus  dem von  der 
Beschwerdeführerin  eingereichten  Attest  von  Dr. E._______  keine 
weiteren zu berücksichtigenden Erkenntnisse, da die Angaben ledig-
lich gestützt auf die Aussagen der Beschwerdeführerin gemacht wur-
den und nicht  das  Resultat  eigener  Abklärungen sind. Hinweise auf 
psychiatrische  Diagnosen,  welche  einen  Einfluss  auf  die  Arbeits-

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fähigkeit haben könnten, liegen zudem keine vor. Zur Arbeitsfähigkeit 
hat sich Dr. E._______ nicht geäussert.

Die Abklärung der Einschränkung im Haushalt  wurde vor Ort  und in 
der  Muttersprache  der  Beschwerdeführerin  durchgeführt.  Die  einzel-
nen Tätigkeiten wurden aufgrund der angetroffenen örtlichen und infra-
strukturmässigen Verhältnisse vernünftig gewichtet und das Ergebnis 
korrekt ermittelt. Aus den Akten ergibt sich kein Grund, nicht auf die 
Abklärung abzustellen,  da diese sorgfältig  durchgeführt  wurde; auch 
die  Beschwerdeführerin  bestreitet  deren  Ergebnisse  nicht  sub-
stantiiert. Die Einschränkung im Haushalt wird im Bericht mit 23,33% 
seit "Sommer 2006" aber sicher "vor Ablauf der einjährigen Wartefrist" 
(vgl. Haushaltsabklärung S. 7)  beziffert. Es ist  somit  – entgegen der 
Feststellung von Dr. med. H._______ – davon auszugehen, dass diese 
Einschränkung  im  Haushalt  (spätestens)  seit  1. Juli  2006  und  nicht 
bereits  seit  22. Juli  2005  gilt,  da  die  Beschwerdeführerin  damals  in 
jeglichen Erwerbstätigkeiten als zu 100% arbeitsunfähig galt und somit 
auch im Haushalt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine grössere 
Einschränkung  als  23,33% hatte. Dies  ist  jedoch –  wie  nachfolgend 
aufzuzeigen sein wird – vorliegend ohnehin nicht relevant.

6.
Die bei der Beschwerdeführerin festgestellten Einschränkungen führen 
somit seit dem 20. Juli 2005 zu einer Arbeitsunfähigkeit von 100% in 
der bisherigen Tätigkeit  und in  einer Verweistätigkeit  sowie seit  dem 
14. August  2007  aufgrund  der  erfolgreichen  Operation  und  der  an-
schliessend  durchgeführten  Physiotherapiebehandlungen  zu  einer 
Arbeitsunfähigkeit von 100% in der bisherigen Tätigkeit, aber lediglich 
50% in  einer  Verweistätigkeit.  Da der  Rentenanspruch erst  entsteht, 
wenn die Versicherte während eines Jahres ohne wesentlichen Unter-
bruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig gewesen war 
(Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG [in der bis zum 31. Dezember 2007 geltenden 
Fassung]),  konnte  vorliegend  der  Rentenanspruch  frühestens  am 
1. Juli  2006  (Ablauf  der  Wartefrist  am  20. Juli  2006)  entstehen, 
weshalb allfällige zusätzliche Einschränkungen im Haushalt  vor dem 
1. Juli 2006 nicht relevant sind, zumal – anders als für die Festsetzung 
der Arbeitsunfähigkeit während der Wartezeit nach Art. 29 Abs. 1 lit. b 
IVG – nicht die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit des vergangenen 
Jahres  massgebend  ist,  sondern  die  Verhältnisse  im  Zeitpunkt  des 
Rentenbeginns; somit ist diesbezüglich auch Art. 88a Abs. 1 IVV nicht 
anwendbar  (Urteil  des  Bundesgerichts  vom  1. Oktober  2009 

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[8C_271/2009]  E. 5.3;  vgl.  auch  E. 4.2  hievor).  Da  sich  die  Arbeits-
fähigkeit seit dem 14. August 2007 erheblich und dauerhaft verbessert 
hat, ist die Bemessung des Invaliditätsgrades für die zwei verschiede-
nen  Perioden  (ab  1. Juli  2006  und  ab  14. August  2007)  gesondert 
durchzuführen. 

6.1 Am  1. Juli  2006  war  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer  früheren 
Tätigkeit  sowie  in  Verweistätigkeiten  zu  100%  eingeschränkt.  Dies 
entspricht bei einem Arbeitspensum von 45,6% einem Invaliditätsgrad 
von ebenfalls 45,6% (Prozentvergleich). Im Haushalt bestand gemäss 
den Feststellungen in der Haushaltsabklärung eine Einschränkung von 
23,33%. Der  Invaliditätsgrad  im  Bereich  Haushalt  beläuft  sich  nach 
Durchführung  der  festgestellten  Gewichtung  der  Tätigkeiten  auf 
12,69%  (Einschränkung  von  23,33%  bei  einem  Anteil  von  54,4% 
Tätigkeit im Haushalt). Insgesamt beträgt der IV-Grad seit 1. Juli 2006 
58,29%, was gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis zum 31. Dezember 
2007 geltenden Fassung) einer halben Rente entspricht.

6.2 Gemäss  der  Feststellung  von  Dr. med. B._______  hat  sich  die 
Einschränkung  der  Arbeitsfähigkeit  in  Verweistätigkeiten  per  14. Au-
gust 2007 von 100% auf 50% reduziert, weshalb zu prüfen ist, wie sich 
der Anspruch der Beschwerdeführerin ab diesem Zeitpunkt verändert.

Gestützt  auf  die  Bestätigung  der  früheren  Arbeitgeberin  der  Be-
schwerdeführerin  ist  die  IV-Stelle  VS  davon  ausgegangen,  dass  die 
Beschwerdeführerin im Jahr 2006 bei einem Pensum von 45,6% ein 
jährliches Valideneinkommen von Fr. 18'409.50 hätte erzielen können.

Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens hat die IV-Stelle VS auf 
die Tabellenlöhne des Bundesamtes für Statistik für das Jahr 2004 ab-
gestellt. Der Zentralwert für einfache, repetitive Tätigkeiten aller Wirt -
schaftszweige beträgt Fr. 3'893.-- monatlich (basierend auf 40 Arbeits-
stunden pro Woche). Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen 
wöchentlichen  Arbeitszeit  von  41,6 Stunden  ergibt  dies  einen  jährli-
chen  Lohn  von  Fr. 48'584.65  (Fr. 3'893.-- : 40 x 41,6  x 12)  im  Jahr 
2004. Nach  Anpassung  an  die  Nominallohnentwicklung  bis  ins  Jahr 
2006 und unter Berücksichtigung des Pensums von 45,6% ergibt dies 
ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 22'644.65. Bei diesem Ein-
kommen wurde schliesslich ein leidensbedingter Abzug von 10%, wel-
cher nicht zu beanstanden ist,  vorgenommen, weshalb ein zumutba-
res,  jährliches  Invalideneinkommen  von  Fr. 20'380.20  resultiert.  Der 

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Vergleich  des  Valideneinkommens  von  Fr. 18'409.50  und  des  Invali-
deneinkommens von Fr. 20'380.20 ergibt (im erwerblichen Bereich) ei-
nen Invaliditätsgrad von 0%.

Der  Invaliditätsgrad  im  Bereich  Haushalt  beläuft  sich  –  wie  oben 
bereits festgestellt – immer noch auf 12,69%.

Insgesamt beträgt der Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich und im 
Haushalt  12,69%  (12,69% + 0%).  Für  die  Zeit  seit  dem  14. August 
2007 hat die Vorinstanz den Invaliditätsgrad somit korrekt berechnet. 
Die  Beschwerdeführerin  hat  ab  diesem  Zeitpunkt  keinen  Anspruch 
mehr  auf  eine  Rente. Die  Abänderung  des  Rentenanspruches  kann 
allerdings  gemäss  Art. 88a Abs. 1  IVV  erst  nach  Ablauf  von  drei 
Monaten  erfolgen,  weshalb  die  Aufhebung  der  Rente  erst  per 
1. Dezember 2007 (Ablauf der dreimonatigen Frist  am 14. November 
2007) möglich ist.

6.3 Die  Beschwerde  ist  somit  teilweise  gutzuheissen,  und  der 
Beschwerdeführerin ist vom 1. Juli 2006 bis zum 31. November 2007 
eine  halbe  Invalidenrente  zuzusprechen.  Die  Akten  sind  somit  zur 
Berechnung der Rente an die Vorinstanz zurückzusenden.

7.
Die  Beschwerdeführerin  beantragt  berufliche  Massnahmen,  da  die 
Ärzte eine diesbezügliche Empfehlung abgegeben hätten. Sie legt al -
lerdings nicht dar, inwiefern berufliche Massnahmen bei ihr einen posi-
tiven  Einfluss  auf  die  Wiedereingliederung  ins  Berufsleben  haben 
könnten.

Diesbezüglich  ist  in  Übereinstimmung  mit  den  Ausführungen  der 
Vorinstanz  festzuhalten,  dass  die  Beschwerdeführerin  aufgrund  des 
gesundheitlichen Zustandes nur noch in der Lage wäre, einfache Hilfs-
tätigkeiten auszuüben, die keine beruflichen Kenntnisse voraussetzen. 
Somit  drängt  sich  die  Durchführung  von  beruflichen  Massnahmen 
nicht auf und die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen.

8.  

8.1 Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Par-
tei auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Bei diesem Ausgang des Verfah-
rens  sind  der  teilweise  obsiegenden  Beschwerdeführerin  nur  anteil -
mässig  Kosten aufzuerlegen. Diese werden vorliegend auf  Fr. 150.-- 

Seite 19

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festgelegt.  Einer  (teilweise)  unterliegenden  Vorinstanz  sind  gemäss 
Art. 63 Abs. 2 VwVG keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.

Der  von  der  Beschwerdeführerin  geleistete  Kostenvorschuss  in  der 
Höhe von Fr. 300.-- ist mit den reduzierten Gerichtskosten in der Höhe 
von  Fr. 150.--  zu  verrechnen  und  der  Rest  ist  ihr  nach  Eintritt  der 
Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils  auf  ein  von  ihr  bekannt  zu 
gebendes Konto zurückzuerstatten.

8.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden 
Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr 
erwachsene  notwendige  und  verhältnismässig  hohe  Kosten  zuspre-
chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 des Regle-
ments  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Partei-
entschädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige wei -
tere notwendige Auslagen der Partei (Art. 8 VGKE). Die Beschwerde-
führerin  ist  im vorliegenden Verfahren durch die  Gewerkschaft  Syna 
vertreten  (nichtanwaltliche  berufsmässige  Vertretung;  Art. 10  Abs. 2 
VGKE). Ihr ist daher eine Parteientschädigung für die ihr entstandenen 
notwendigen Kosten zuzusprechen. Da keine Kostennote eingereicht 
wurde,  ist  die  Parteientschädigung  aufgrund  der  Akten  festzusetzen 
(Art. 14  Abs. 2  VGKE).  Eine  (reduzierte)  Parteientschädigung  in  der 
Höhe von Fr. 300.- erscheint angemessen.

Seite 20

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, und die Verfügung vom 
18. August 2008 wird aufgehoben.

2.
Der  Beschwerdeführerin  wird  für  die  Zeit  vom 1. Juli  2006  bis  zum 
31. November  2007  eine  halbe  Invalidenrente  zugesprochen.  Die 
weitergehenden Anträge werden abgewiesen.

3.
Die Akten gehen zur Berechnung der Rentenhöhe an die Vorinstanz 
zurück.

4.
Die  reduzierten  Verfahrenskosten  von  Fr. 150.--  werden  der  Be-
schwerdeführerin auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvor-
schuss von Fr. 300.- verrechnet. Der Restbetrag wird ihr nach Eintritt 
der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet.

5.
Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine reduzierte 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 300.-- zugesprochen.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Formular Zahl-
adresse)

- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Michael Peterli Sandra Tibis

Seite 21

C-5875/2008

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung 
mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 
angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die 
beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

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