# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 52577b1b-afe9-5129-b881-9982f6e188ac
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.09.2025 SB250093
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB250093_2025-09-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer 

Geschäfts-Nr.: SB250093-O/U/bs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Amacker, Präsident, Oberrichter lic. iur. S. Vol-

ken und Ersatzoberrichterin lic. iur. J. Stark sowie Gerichtsschreiber 

MLaw D. Germann

Urteil vom 3. September 2025

in Sachen

A._____,
Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt X._____,

vertreten durch Beistand B._____,

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,
Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend versuchte vorsätzliche Tötung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon, 2. Abteilung, 
vom 19. April 2024 (DG230005)

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Antrag:

Der Antrag auf Anordnung einer Massnahme für eine schuldunfähige Person der 

Staatsanwaltschaft I vom 18. September 2023 (Urk. 19/1) ist diesem Urteil beige-

heftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 56 S. 31 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte den folgenden Tatbestand erfüllt hat:

 versuchte vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB.

2. Aufgrund der nicht selbstverschuldeten Schuldunfähigkeit wird von einer Strafe abge-

sehen.

3. Es wird eine stationäre Massnahme im Sinne von  Art. 59 StGB (Behandlung von 

psychischen Störungen) angeordnet. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte sich 

bereits im Massnahmenvollzug befindet. 

4. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 28. Juni 2023 

beschlagnahmte Speisemesser (A016'286'412; Eigentum Pflegezentrum C._____) 

wird eingezogen und vernichtet.

5. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 28. Juni 2023 

beschlagnahmte T-Shirt (A016'288'496; mutmasslich Eigentum D._____) wird her-

ausgegeben.

Frau D._____ wird eine Frist von 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils 
angesetzt, um die herauszugebenden Gegenstände selbst (oder durch eine bevoll-

mächtigte Person ) unter Vorlage dieses Urteils und eines amtlichen Ausweises, nach 

telefonischer Voranmeldung, bei der nachgenannten Lagerbehörde abzuholen.

Werden die herauszugebenden Gegenstände nicht innert Frist abgeholt, werden sie 

soweit möglich verwertet. Ein allfälliger Verwertungserlös wird beschlagahmt und zur 

Deckung der Verfahrenskosten verwendet. Sofern die herauszugebenden Gegen-

stände nicht verwertet werden können, werden sie der Lagerbehörde zur gutschei-

nenden Verwendung überlassen.

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6. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 3'900.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 2'000.– Gebühr Vorverfahren;

Fr. 21'295.– Auslagen (Gutachten);

Fr. 14'628.70
Kosten der amtlichen Verteidigung (inkl. Auslagen und 

  MwSt.).

7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich dieje-

nigen der amtlichen Verteidigung, werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.

8. [Mitteilungen]

9. [Rechtsmittel]"

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 73 S. 1)

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon, 2. Abtei-

lung, vom 19. April 2024 bezüglich der Dispositivziffern 4 bis 9 in Rechtskraft 

erwachsen ist.

2. Die Dispositivziffern 1 bis 3 seien aufzuheben und das Verfahren sei einzu-

stellen bzw. mein Klient sei freizusprechen.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens und die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung seien definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.

b) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 63)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

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Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1. Der Verfahrensgang bis zum Erlass des vorinstanzlichen Urteils ergibt sich 

aus dem angefochtenen Entscheid (Urk. 56 S. 3 f.).

2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 19. April 2024 wurde dem Antrag 

der Staatsanwaltschaft entsprechend festgestellt, dass der Beschuldigte den Tat-

bestand der versuchten vorsätzlichen Tötung im Zustand nicht selbst verschuldeter 

Schuldunfähigkeit erfüllt hat, weshalb von einer Strafe abgesehen wurde. Gegen 

dieses Urteil meldete die Verteidigung am 29. April 2024 fristgerecht Berufung an 

(Urk. 49). Nach Zustellung des begründeten Entscheids reichte sie mit Eingabe 

vom 24. Februar 2025 rechtzeitig die Berufungserklärung ein (Urk. 60). Mit Eingabe 

vom 3. März 2025 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf eine Anschlussberufung 

und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 63). 

3. Zur Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte in Begleitung seiner 

amtlichen Verteidigung (Prot. II S. 3). Die Staatsanwaltschaft wurde von der Teil-

nahme an der Verhandlung dispensiert (Urk. 68). Vorfragen und Beweisanträge 

waren keine zu behandeln. Das Verfahren ist spruchreif.

II. Umfang der Berufung und Prozessuales

1. Umfang der Berufung

Die Verteidigung beantragt die Aufhebung der Dispositiv-Ziffern 1–3 des vorin-

stanzlichen Entscheids (Urk. 60 S. 1 f. und 73 S. 1). Demnach sind die Dispositiv-

Ziffern 4–7 des Urteils des Bezirksgerichts Pfäffikon in Rechtskraft erwachsen, was 

vorab mit Beschluss festzuhalten ist. 

2. Prozessuales

2.1. Das Verfahren gegen eine schuldunfähige beschuldigte Person ist vom or-

dentlichen Strafverfahren klar abzugrenzen. Es handelt sich um ein selbständiges, 

besonderes Verfahren, in dem mangels Vorwurfs schuldhaften Verhaltens kein 

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Schuldspruch ergehen kann. Es gelangt nur zur Anwendung, wenn bereits im Vor-

verfahren die Schuldunfähigkeit hinsichtlich der zu beurteilenden Straftaten eindeu-

tig festgestellt wurde und daher keine Anklage erhoben werden kann. Ein Schuld-

spruch im Rahmen des selbständigen Massnahmeverfahrens nach Art. 374 f. StPO 

ist ausgeschlossen (BGer 6_B360/2020 vom 08.10.2020, E. 1.3.7). Dies gilt auch 

im Berufungsverfahren.

2.2. Gelangt das Gericht zum Schluss, dass Täterschaft, Tatbestandsmässigkeit, 

Rechtswidrigkeit und fehlende Tatverantwortlichkeit (Schuldunfähigkeit) gegeben 

sind und die Voraussetzungen für die Anordnung einer Massnahme erfüllt sind, 

stellt es im Urteil die schuldlose Begehung der konkret bezeichneten Straftat(en) 

fest und ordnet die beantragte oder eine andere Massnahme an (BBl 2006 1305 

Ziff. 2.8.6.2; FELIX BOMMER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozess-

ordnung, 3. Aufl. 2023, N 8 zu Art. 374). Ein Freispruch ergeht in diesem Verfahren 

nicht, da dieser stets an den Vorwurf schuldhafter Tatverwirklichung anknüpft, der 

einer schuldunfähigen Person gerade nicht gemacht wird (FELIX BOMMER, a.a.O., 

N 8 zu Art. 374; SCHMID/JOSITSCH, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxis-

kommentar, 3. Aufl. 2018, N 1 f. zu Art. 374).

III. Täterschaft, Tatbestandsmässigkeit und Rechtswidrigkeit

1. Vorbemerkungen

Mit Blick auf die Frage der Täterschaft hat sich das Gericht nach den allgemeinen 

Massstäben Rechenschaft darüber ablegen, ob es die beschuldigte Person (oder 

eine andere, nicht beschuldigte) ist, die als Täterin der zu beurteilenden Tat ver-

nünftigerweise (allein) in Betracht kommt; realistische Zweifel an der Täterschaft 

stehen einer Erledigung des Verfahrens nach Art. 375 Abs. 1 StPO entgegen. 

Ebenso müssen die tatsächlichen Tatumstände jenseits vernünftiger Zweifel fest-

stehen. Schliesslich ist zu prüfen, ob diese Tatumstände den objektiven und sub-

jektiven Tatbestand einer Strafnorm erfüllen und ob nicht ausnahmsweise Recht-

fertigungsgründe eingreifen, die das tatbestandliche Unrecht aufheben. Diese Kon-

trolle beschränkt sich nicht auf eine Evidenzprüfung. Vielmehr gelten die Grund-

sätze des materiellen Strafrechts und des ordentlichen Hauptverfahrens uneinge-

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schränkt. Die Fragen der Täterschaft, Tatbestandsmässigkeit und Rechtswidrigkeit 

unterliegen der freien gerichtlichen Überprüfung; denn die zweifelsfreie richterliche 

Feststellung einer tatbestandsmässig-rechtswidrigen Tat ist Voraussetzung jeder 

strafrechtlichen Sanktion (FELIX BOMMER, a.a.O., N 4 zu Art. 374).

2. Täterschaft

2.1. Die Vorinstanz hat die Täterschaft des schuldunfähigen Beschuldigten zu-

treffend beurteilt. Sie hat die massgeblichen tatsächlichen Umstände in der übli-

chen strafprozessualen Vorgehensweise unter dem Titel «Sachverhalt» erhoben 

und die einschlägigen Grundsätze zur Sachverhaltsermittlung – die jenen im selb-

ständigen Massnahmeverfahren entsprechen – ausführlich und korrekt dargelegt 

(Urk. 56 S. 5 ff.). Darauf kann verwiesen werden.

2.2. Den Antrag der Staatsanwaltschaft präzisierend ist mit der Verteidigung und 

der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschuldigte (lediglich) zwei Stichbe-

wegungen ausführte. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist sodann festzu-

stellen, dass diese zwar nicht zu gravierenden Verletzungen führten, die Ausführ-

bewegungen an sich jedoch kräftig waren (Urk. 56 S. 17). Die gegenteilige Argu-

mentation der Verteidigung, wonach die qualitativ schlechten Videoaufzeichnungen 

der Überwachungskameras keine Rückschlüsse auf die Intensität zuliessen und 

der Beschuldigte aufgrund seines körperlichen Zustands nicht in der Lage gewesen 

sei, kräftig zuzustechen (Urk. 73 S. 3 f.), findet in den Akten keine Stütze. Vielmehr 

zeigen die Videoaufzeichnungen deutlich, dass der Beschuldigte mit weiter Aushol-

bewegung schwungvoll und damit auch kräftig von oben nach unten auf die Ge-

schädigte einstach (vgl. Urk. 4/1-5). Auch die glaubhaften Aussagen der Geschä-

digten stimmen damit überein: Sie schilderte, der Beschuldigte habe das Messer 

wie einen Dolch gehalten, wahllos Stichbewegungen ausgeführt und sie dadurch in 

eine hochbedrohliche Lage versetzt. Sie spürte: «Jetzt passiert etwas mega 

Schlimmes» (Urk. 6/2 F/A 25 und 28 ff.).

2.3. Die von der Verteidigung hervorgehobene Aussage der Geschädigten, die 

Stiche seien «nicht sehr fest» gewesen, bezieht sich erkennbar auf die Umschrei-

bung der Folgen der Stiche, nicht aber auf deren Heftigkeit. Die Geschädigte er-

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klärte, die Verletzung sei minimal geblieben, weil sie sich bereits beim Zücken des 

Messers abgedreht habe (Urk. 6/2 F/A 34 ff.). Auch diese Darstellung deckt sich 

mit den Videoaufzeichnungen. Der Umstand, dass lediglich eine kleine Stichverlet-

zung an der linken Schulter mit Rötung und Krustenbildung resultierte (vgl. Urk. 6/2 

F/A 35 und 41), erlaubt daher nicht den Schluss, die Stiche seien leicht gewesen. 

Mit der Vorinstanz ist vielmehr von kräftigen Stichbewegungen auszugehen.

2.4. Die Verteidigung brachte an der Berufungsverhandlung zudem vor, die Vor-

instanz habe sich nicht damit auseinandergesetzt, ob die Geschädigte – wie im 

Antrag der Staatsanwaltschaft geschildert (Urk. 56 S. 2) – Abwehrhandlungen 

vorgenommen habe. Unter Hinweis auf die Aussage der Geschädigten, sie habe 

sich körperlich nicht gewehrt, sondern sei geflüchtet (Urk. 6/2 F/A 40), macht die 

Verteidigung geltend, Abwehrhandlungen mit Händen und Armen seien nicht recht-

genügend erstellt (Urk. 73 S. 4 f.). Dem ist entgegenzuhalten, dass auf den Video-

aufzeichnungen Abwehrhandlungen mit Händen und Armen erkennbar sind (vgl. 

Urk. 4/1-5). Bereits das Zurückfallenlassen des Körpers, um weiteren Stichen zu 

entgehen, stellt eine aktive Abwehrhandlung dar.

2.5. Auf den inneren Sachverhalt ist nachfolgend im Rahmen der Tatbestands-

mässigkeit einzugehen.

3. Tatbestandsmässigkeit

Auch die Frage der Tatbestandsmässigkeit der Handlungen, die die Vorinstanz 

unter dem Titel «Rechtliche Würdigung» erörtert hat (Urk. 56 S. 18 ff.), wurde im 

Ergebnis zutreffend bejaht.

3.1. Objektiver Tatbestand

3.1.1. Die Verteidigung macht zum einen geltend, die Stiche hätten aufgrund feh-

lender Intensität keine tödlichen Folgen haben können. Der Beschuldigte sei infolge 

seines Alters und seiner physischen Einschränkungen nicht in der Lage gewesen, 

genügend Geschwindigkeit und Aufprallkraft zu erzeugen, um der Geschädigten 

mit dem Messer eine tiefere Verletzung zuzufügen (Urk. 73 S. 6 f.). Auf diese 

Argumentation wurde bereits unter Erwägung 2 eingegangen. Selbst wenn beim 

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Beschuldigten gewisse motorische Einschränkungen offensichtlich sind, ist von 

kräftigen Stichbewegungen mit erheblichem Gefährdungspotenzial auszugehen.

3.1.2. Zum andern wird von der Verteidigung eingewendet, das vom Beschuldigten 

verwendete Messer sei nicht geeignet gewesen, am Oberkörper oder an der Schul-

ter eine tödliche Verletzung zu verursachen (Urk. 41 S. 8 und 73 S. 7). Aktenkundig 

ist, dass es sich um ein gebräuchliches Tafelmesser mit einer Gesamtlänge von 

21 cm und einer Klingenlänge von 8 cm handelt; die Klinge ist leicht gezahnt und 

die Spitze abgerundet (Urk. 3/2). Die Vorinstanz hat sich mit der Frage der Beschaf-

fenheit des Messers und den möglichen Folgen seines Einsatzes eingehend aus-

einandergesetzt und nach sorgfältigem Abwägen zutreffend festgestellt, dass damit 

tödliche Verletzungen ohne Weiteres möglich sind (Urk. 56 S. 19 ff.). Ergänzend ist 

die notorische Tatsache hervorzuheben, dass bei einer abgerundeten Klinge zwar 

ein erhöhter Kraftaufwand für den Ersteinstich erforderlich ist, das Gefährdungs-

potenzial bei wuchtigen, zielgerichteten Stichen jedoch demjenigen einer spitzen 

Klinge weitgehend entspricht.

3.1.3. Entscheidend ist zudem die konkrete Angriffsrichtung. Die Videoaufzeich-

nungen sowie die Aussagen der Geschädigten belegen zielgerichtete Stiche gegen 

den Oberkörper. Dieser umfasst lebenswichtige Organe wie Herz, Lunge sowie 

grosse Gefässe im Thorax- und Schulterbereich. Selbst bei abgerundeter Klinge 

und wahllosem Zustechen besteht bei wuchtigen Stichen in diesen Bereich ein er-

hebliches Risiko penetrierender Verletzungen mit potenziell tödlichem Ausgang. 

Dass es vorliegend infolge des Abwendens der Geschädigten zu keiner tiefen 

Penetration kam, mindert das abstrakte Gefährdungspotenzial nicht. 

3.2. Subjektiver Tatbestand

3.2.1. Die Frage, ob der Beschuldigte mit Wissen und Willen im Sinne von Art. 12 

Abs. 2 StGB gehandelt hat, ist von jener der Schuldfähigkeit zu unterscheiden. 

Schuldunfähigkeit bedeutet nicht, dass kein tatbestandsmässiger Vorsatz gebildet 

werden könnte; auch eine schuldunfähige Person kann vorsätzlich handeln 

(BGE 115 IV 221 E. 1). Während sich die Schuldfähigkeit auf die Vorwerfbarkeit 

des Verhaltens bezieht (BGer 6B_1363/2019 vom 19.11. 2020, E. 1.2.1), betrifft 

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der Vorsatz die Umsetzung eines Handlungsentschlusses anhand vorgestellter 

oder wahrgenommener Tatumstände. Für den Vorsatz ist kein normativer Wer-

tungsakt über die Rechtswidrigkeit erforderlich (FELIX BOMMER/VOLKER DITTMANN, 

in: Basler Kommentar, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2019, N 19 zu 

Art. 19). Folglich kann auch der schuldunfähige Beschuldigte den subjektiven Tat-

bestand erfüllen.

3.2.2. Die Verteidigung bestreitet einen Tötungsvorsatz und macht geltend, es sei 

nicht erstellt, dass der Beschuldigte im Tatzeitpunkt die Gefährlichkeit seines Han-

delns zu erkennen vermochte (Urk. 73 S. 8 f.). Zwar sprach der Beschuldigte in den 

Einvernahmen mehrfach von einem Mord- bzw. Tötungsversuch, doch diese Aus-

sagen seien gestützt auf Art. 140 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 141 Abs. 1 

StPO nicht verwertbar (Urk. 41 S. 8 und 73 S. 11 ff.). Zur Begründung der Unver-

wertbarkeit wird vorgebracht, der Beschuldigte sei krankheitsbedingt in seiner 

Fähigkeit beeinträchtigt gewesen, der Instruktion der Verteidigung zur Aussagever-

weigerung zu folgen (Urk. 73 S. 12). Die Staatsanwaltschaft habe gewusst, dass 

der Beschuldigte nicht über die notwendige Selbststeuerungsfähigkeit verfüge, um 

seinen Willen entsprechend der Verteidigungsinstruktion konsequent durchzuset-

zen, und habe ihn dennoch mehrmals befragt; dies verletze Art. 140 Abs. 1 StPO 

und Art. 3 EMRK. Selbst bei Annahme der Verwertbarkeit seien die Aussagen des 

Beschuldigten sodann inhaltlich unzuverlässig, da er in seiner kognitiven und affek-

tiven Wahrnehmung der Realität stark beeinträchtigt gewesen und keine klare 

Motivlage erkennbar sei (Urk. 41 S. 11 ff. und 73 S. 13 ff.).

3.2.3. Personen mit psychischen Störungen sind nach Art. 155 StPO besonders zu 

schützen; Befragungen sind auf das für die Wahrheitsfindung Notwendige zu be-

schränken. Die psychiatrischen Gutachten vom 12. Juli 2022 (Urk. 7/11) und vom 

12. Dezember 2022 (Urk. 7/22) stellen eine schwere psychische Erkrankung zum 

Tat- und Einvernahmezeitpunkt fest. Ersteres attestiert dem Beschuldigten zwar 

eine reduzierte Auffassungsgabe, jedoch vorhandene Vernehmungs- und Verhand-

lungsfähigkeit. Bei der Befragung sei allenfalls dahingehend Rücksicht zu nehmen, 

die Fragen einfach zu formulieren und sie so zu wiederholen, dass der Beschuldigte 

sie verstehe (Urk. 7/11 S. 6). Dass der Beschuldigte im Rahmen der Untersuchung 

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dreimal befragt wurde, begründet für sich allein keine Unverwertbarkeit. Art. 155 

StPO ist – wie die Verteidigung selbst festhält (Urk. 73 S. 12) – eine Ordnungsvor-

schrift, eine allfällige Missachtung führt nicht zur Unverwertbarkeit der dadurch er-

langten Beweise (Art. 141 Abs. 3 StPO). Ob die Befragungen in der Untersuchung 

übermässig waren, kann deshalb offen bleiben. Weder die Vorinstanz (Prot. I S. 6) 

noch das Berufungsgericht (Prot. II S. 4) haben den Beschuldigten weiter befragt.

3.2.4. Hinweise auf verbotene Beweiserhebungsmethoden im Sinne von Art. 140 

Abs. 1 StPO – wie Zwang, Gewalt, Drohung, Versprechen, Täuschung oder Mittel, 

welche die Denkfähigkeit oder Willensfreiheit beinträchtigen – bestehen entgegen 

der Darstellung der Verteidigung nicht. Namentlich sind weder eine Zermürbungs-

taktik (z.B. übermässig lange, ermüdende Einvernahme; Entzug von Essen/Trin-

ken/Toilette) noch die Ausnützung einer ausserhalb der Einvernahme bestehenden 

Zwangslage ersichtlich. Eingeschränkte kognitive Fähigkeiten oder psychische Er-

krankungen allein genügen nicht, um eine Unverwertbarkeit nach Art. 140 Abs. 1 

StPO in Verbindung mit Art. 141 Abs. 1 StPO zu begründen. 

3.2.5. Der Beschuldigte wurde wiederholt auf sein Aussageverweigerungsrecht 

hingewiesen (Urk. 5/1 F/A 1; 5/2 F/A 3; 5/3 F/A 3); dass er sich gleichwohl zu den 

Tatvorwürfen äusserte, geschah aus freien Stücken. Auf die Frage, ob auf eine 

Einvernahme verzichtet werden solle, antwortete er: «Nein, ich möchte mitspre-

chen.» (Urk. 5/2 F/A 17). Das Stellen von Fragen nach einer anfänglich deklarierten 

Aussageverweigerung entspricht einem üblichen, nicht zu beanstanden Vorgehen 

der Untersuchungsbehörde und verletzt den Grundsatz des fair trial nicht. Die Ein-

vernahme ist keine Einbahnkommunikation; auch wenn die beschuldigte Person 

von ihrem Schweigerecht Gebrauch macht, erhält sie durch Kenntnis der weiteren 

Fragen und Vorhalte Informationen über das Strafverfahren, weshalb die Unter-

suchungsbehörde ihre (regelmässig vorbereiteten) Fragen grundsätzlich stellen 

darf (NIKLAUS RUCKSTUHL, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessord-

nung, N 25a zu Art. 158) In der Einvernahme vom 28. Juni 2023 erkundigte sich 

die Staatsanwaltschaft zudem ausdrücklich bei der Verteidigung, ob die weiteren 

Fragen gestellt werden sollen; diese erhob dagegen keine Einwände (Urk. 5/5 S. 2). 

Die Einvernahmeprotokolle lassen weder auf ein insistierende noch auf ein fang-

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fragenartiges oder manipulierendes Vorgehen schliessen. Ein – wie von der Ver-

teidigung geltend gemachtes – Ausnützen einer fehlenden Fähigkeit des Beschul-

digten zur Umsetzung der instruierten Verteidigungsstrategie liegt somit nicht vor. 

Im Übrigen ist die Behauptung, wonach die Staatsanwaltschaft von einer solchen 

Instruktion gewusst habe, durch nichts belegt. Schliesslich ist zu betonen, dass es 

einzig im Belieben der beschuldigten Person steht, Aussagen zu machen oder 

nicht, unabhängig von allfälligen Absprachen mit der Verteidigung. 

3.2.6. Vor diesem Hintergrund sind die Einlassungen des Beschuldigten verwert-

bar und inhaltlich zu würdigen. Trotz krankheitsbedingter Auffälligkeiten sind die 

Aussagen des Beschuldigten zum Kerngeschehen konsistent und werden durch 

die Videoaufzeichnungen sowie die glaubhaften Angaben der Geschädigten ge-

stützt. Sie erweisen sich demnach als gehaltvoll. Für die Feststellung des Vorsatzes 

ist überdies ohnehin nicht allein auf die Aussagen des Beschuldigten abzustellen. 

Bereits die objektive Vorgehensweise – das feste Ergreifen des Messers und die 

heftigen, zielgerichteten Stiche in Richtung Oberkörper – belegt, dass er den Tod 

der Geschädigten zumindest in Kauf nahm (Eventualvorsatz). Seine mehrfachen 

Einlassungen, er habe sie töten wollen, bestätigen dies nur zusätzlich.

3.2.7. Die von der Verteidigung angeführte alternative Motivlage – eine Reaktion 

auf die drohende Versetzung in einen weniger strukturierten Rahmen (Urk. 41 

S. 12 f.) – betrifft die Beweggründe, nicht aber den Vorsatz. Gerade dieses Motiv 

spricht vielmehr für die Annahme eines Tötungsvorsatzes, da der Beschuldigte eine 

radikale Lösung suchte, um die drohende Veränderung abzuwenden. 

3.2.8. Damit steht fest, dass der Beschuldigte wissentlich und willentlich auf die 

Geschädigte einstach und deren Tod herbeiführen wollte. Der Erfolg blieb zufällig 

aus, sodass die Tat im Versuchsstadium steckenblieb (Art. 22 Abs. 1 StGB). Der 

subjektive Tatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB in Ver-

bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB) ist erfüllt. 

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4. Rechtswidrigkeit

Rechtfertigungsgründe, die nach den allgemeinen – vom materiellen Strafrecht und 

dem ordentlichen Hauptverfahren vorgegebenen – Regeln zu prüfen wären, liegen 

nicht vor.

IV. Schuldunfähigkeit

1. Auch im Hinblick auf die Schuldunfähigkeit erweisen sich die materiellen Er-

wägungen der Vorinstanz unter dem Titel «Subjektive Tatbestandsvoraussetzung» 

– zutreffenderweise handelt es sich bei der Schuldunfähigkeit jedoch um einen 

Schuldausschlussgrund – als richtig (Urk. 56 S. 22 ff.). Hervorzuheben ist, dass die 

Anordnung der beantragten Massnahme die (vollständige) Schuldunfähigkeit im 

Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB voraussetzt. Weiter ist zu beachten, dass Art. 375 

Abs. 1 StPO eine negative Voraussetzung für das Ergehen eines darauf gestützten 

gerichtlichen Entscheides nicht erwähnt, nämlich dass eine Anwendung von Art. 19 

Abs. 4 StGB oder Art. 263 StGB nicht in Betracht kommt (Art. 374 Abs. 1 StPO). 

Selbst wenn dem Gericht das auf Schuldunfähigkeit lautende Gutachten überzeu-

gend erscheint, scheidet dessen Berücksichtigung aus, wenn sich eine strafrecht-

liche Verantwortlichkeit nach den Grundsätzen der actio libera in causa ergibt 

(Art. 19 Abs. 4 StGB) oder wenn die beschuldigte Person aus dem Tatbestand der 

Verübung einer Tat in selbstverschuldeter Unzurechnungsfähigkeit (Art. 263 StGB) 

strafbar ist (FELIX BOMMER, a.a.O., N 6 zu Art. 375).

2. Das Gutachten vom 12. Dezember 2022 diagnostiziert beim Beschuldigten 

zum Tatzeitpunkt eine Geisteskrankheit in Form einer paranoiden Schizophrenie 

und kognitive Funktionsstörungen multifaktorieller Genese (Urk. 7/21 S. 122 und 

124). Es folgert weiter, dass beim Beschuldigten zum Tatzeitpunkt die Vorausset-

zungen für die Annahme einer aufgehobenen Einsichtsfähigkeit erfüllt waren; die 

Frage der Steuerungsfähigkeit stelle sich daher gar nicht mehr. Zudem fänden sich 

keine Hinweise, wonach die Unzurechnungsfähigkeit im Sinne von Art. 263 StGB 

selbst verschuldet oder im Sinne von Art. 19 Abs. 4 StGB vermeidbar und die in 

diesem Zustand begangenen Taten voraussehbar waren (Urk. 7/21 S. 132). Die 

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Ausführungen und Schlussfolgerungen des Gutachtens erweisen sich als nachvoll-

ziehbar und schlüssig. 

3. Dementsprechend gelangte die Vorinstanz nach eingehender Auseinander-

setzung mit dem Gutachten zum Schluss, dass der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt 

vollständig schuldunfähig war (Urk. 56 S. 22 ff.). Die Verteidigung teilt diese Ansicht 

(Urk. 73 S. 16). Es kann somit auf die Ausführungen und Schlussfolgerungen der 

Vorinstanz verweisen werden. Der Beschuldigte handelte im Zustand der nicht 

selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit. 

4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschuldigten den Tatbestand 

der versuchten vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB im Zustand der nicht selbstverschuldeten Schuldunfähigkeit 

erfüllt hat. 

V. Massnahme

1. Die Vorinstanz hat dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgend für den Be-

schuldigten eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB (Behandlung 

von psychischen Störungen) angeordnet und Vormerk genommen, dass sich der 

Beschuldigte bereits im Massnahmevollzug befindet (Urk. 56 S. 31). Die Vorinstanz 

hat die Parteistandpunkte sowie die Voraussetzungen zur Anordnung einer Mass-

nahme ausführlich und zutreffend dargestellt, weshalb vollumfänglich darauf ver-

wiesen werden kann. Als ebenso zutreffend erweisen sich die ausführlichen Erwä-

gungen mit Bezug auf die Würdigung der konkreten entscheidrelevanten Faktoren 

(Urk. 56 S. 26 ff.). Diese bedürfen weder der Ergänzung noch der Präzisierung, 

weshalb vollumfänglich darauf verweisen werden kann. 

2. Hervorzuheben ist, dass der Beschuldigte mit der Anordnung einer statio-

nären Massnahme nach Art. 59 StGB einverstanden ist: «Stationäre Massnahme, 

ja. Das ist gut, da bin ich einverstanden» (Urk. 5/5 F/A 40). Auch die Verteidigung 

befürwortet diese im Rahmen ihrer Eventualbegründung unter Verweis auf das 

psychiatrische Gutachten vom 12. Dezember 2022 (Urk. 41 S. 15 und 73 S. 16). 

Dieses gelangt zum Schluss, dass eine selbständige Lebensführung des Beschul-

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digten ausserhalb einer hochstrukturierten, durch klare Regeln gekennzeichneten 

Einrichtung unvorstellbar sei. Gleichzeitig wird festgehalten, die Erkrankung sei aus 

psychiatrischer Sicht behandelbar, der Beschuldigte therapierbar und die Behand-

lung als legalprognostisch wirksam einzustufen (Urk. 7/22 S. 132, 146 und 148).

3. Damit sind alle Voraussetzungen für die Anordnung einer stationären Mass-

nahme nach Art. 59 StGB erfüllt. 

VI. Kosten

1. Im Berufungsverfahren wird die Gebühr grundsätzlich nach den für die Vor-

instanz geltenden Regeln bemessen. Dabei wird auch berücksichtigt, ob das Urteil 

vollumfänglich oder nur teilweise angefochten worden ist (§ 16 Abs. 1 GebV OG). 

Zwar spricht § 14 Abs. 1 GebV OG von Verfahren, in denen materiell über die ‹An-

klage› entschieden wird; diese Bestimmung ist jedoch sinngemäss auch auf Ver-

fahren bei schuldunfähigen beschuldigten Personen anwendbar. Dies ergibt sich 

auch aus dem Umkehrschluss zur abschliessenden Aufzählung der besonderen 

Verfahren in § 15 GebV OG, auf welche die allgemeine Regelung keine Anwendung 

findet – worunter das selbständige Massnahmeverfahren gerade nicht fällt. Unter 

Berücksichtigung der relevanten Umstände, namentlich dass die Bearbeitung eines 

Verfahrens der vorliegenden Art mit einem ordentlichen Strafverfahren vergleichbar 

ist, erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.00 angemessen. 

2. Art. 426 Abs. 5 StPO erweitert den Geltungsbereich der in Art. 426 Abs. 1–

4 StPO enthaltenen Prinzipien der Kostenauflage auf die Partei, gegen die sich ein 

selbständiges Massnahmeverfahren nach Art. 372 ff. StPO richtet. Im Verfahren 

bei einer schuldunfähigen beschuldigten Person nach Art. 374 f. StPO ergeht die 

Kostentragung jedoch nicht nach den Regeln von Art. 426 Abs. 1–4 StPO, sondern 

nur nach denjenigen von Art. 419 StPO, da diese Bestimmung eine lex specialis zu 

Art. 426 StPO darstellt (THOMAS DOMEISEN, in: Basler Kommentar, Schweizerische 

Strafprozessordnung, N 46 zu Art. 426). Folglich können einer schuldunfähigen 

beschuldigten Person die Kosten einzig auferlegt werden, wenn dies nach den 

Umständen billig erscheint.

- 15 -

3. Ob eine Kostenpflicht für die schuldunfähige beschuldigte Person als billig 

bzw. angemessen erscheint, ist in Analogie zu Art. 54 Abs. 1 OR nach den gesam-

ten Umständen zu beurteilen. Das urteilende Gericht hat dabei eine Interessenab-

wägung vorzunehmen. Die Billigkeit verlangt insbesondere, dass die finanzielle 

Situation berücksichtigt wird. Es genügt nicht, dass die schuldunfähige Person in 

der Lage wäre, für die Kosten aufzukommen. Vorausgesetzt wird nach einhelliger 

Lehre und Rechtsprechung, dass die betreffende Person in guten wirtschaftlichen 

Verhältnissen lebt und die Kostenübernahme durch den Staat als stossend er-

schiene. Die Strafbehörde hat von Amtes wegen die finanziellen Verhältnisse ab-

zuklären und eine Interessenabwägung vorzunehmen (YVONA GRIESER, in: Schul-

thess Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Auflage 2020, N 3 zu 

Art. 419).

4. Der Beschuldigte befindet sich seit über 30 Jahren im Massnahmevollzug, 

bezieht einzig eine IV-Rente und verfügt über kein Vermögen. Dies ergibt sich aus 

der Befragung des Beschuldigten zu seinen persönlichen Verhältnissen (Urk. 5/2 

F/A 5 ff.) sowie den Angaben der Verteidigung (Urk. 41 S. 16) und deckt sich mit 

dem Auszug aus dem Steuerregister der Gemeinde E._____ aus dem Jahre 2020 

(Urk. 12/4). Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der 

amtlichen Verteidigung, sind deshalb definitiv auf die Gerichtkasse zu nehmen.

5. Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten macht für das Berufungsver-

fahren einen Entschädigungsanspruch von Fr. 4'812.20 geltend (Urk. 72). Dieser 

Aufwand erweist sich als angemessen und mit den Bestimmungen der Anwalts-

gebührenverordnung in Einklang. Es ist eine Entschädigung von Fr. 4'812.00 (inkl. 

Auslagen und MWST) zuzusprechen. 

- 16 -

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon, II. Abtei-

lung, vom 19. April 2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

1.-3. […]

4. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

28. Juni 2023 beschlagnahmte Speisemesser (A016'286'412; Eigentum 

Pflegezentrum C._____) wird eingezogen und vernichtet.

5. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

28. Juni 2023 beschlagnahmte T-Shirt (A016'288'496; mutmasslich Eigentum 

D._____) wird herausgegeben.

Frau D._____ wird eine Frist von 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft dieses 
Urteils angesetzt, um die herauszugebenden Gegenstände selbst (oder durch 

eine bevollmächtigte Person ) unter Vorlage dieses Urteils und eines amtli-

chen Ausweises, nach telefonischer Voranmeldung, bei der nachgenannten 

Lagerbehörde abzuholen.

Werden die herauszugebenden Gegenstände nicht innert Frist abgeholt, 

werden sie soweit möglich verwertet. Ein allfälliger Verwertungserlös wird be-

schlagahmt und zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet. Sofern die 

herauszugebenden Gegenstände nicht verwertet werden können, werden sie 

der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen.

6. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 3'900.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 2'000.–  Gebühr Vorverfahren;

Fr. 21'295.– Auslagen (Gutachten);

Fr. 14'628.70
Kosten der amtlichen Verteidigung (inkl. Auslagen und 

  MwSt.).

- 17 -

7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliess-

lich diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden definitiv auf die Gerichts-

kasse genommen."

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._____ den Tatbestand der ver-

suchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB im Zustand der nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit er-

füllt hat. 

2. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 

StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet. 

3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 4'812.–   amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und 8,1% MWST)

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der amtli-

chen Verteidigung, werden definitiv auf die Gerichtkasse genommen. 

5. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (versandt)

 den Beistand des Beschuldigten, B._____ (versandt)
 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt)
 das Amt für Justizvollzug, Abteilung Straf- und Massnahmenvollzug, 

Ambassadorenhof, Riedholzplatz 3, 4509 Solothurn (versandt)
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

 den Beistand des Beschuldigten, B._____

- 18 -

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 das Amt für Justizvollzug, Abteilung Straf- und Massnahmenvollzug, 

Ambassadorenhof, Riedholzplatz 3, 4509 Solothurn
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A

6. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 3. September 2025

Der Präsident:

lic. iur. B. Amacker

Der Gerichtsschreiber:

MLaw D. Germann