# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d6758eac-e066-57d6-8107-75aabf5cd675
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.04.2010 D-1916/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1916-2010_2010-04-23.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1916/2010/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 3 .  A p r i l  2 0 1 0

Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 
Richter Daniel Schmid, Richter Gérard Scherrer; 
Gerichtsschreiber Patrick Weber.

X._______, geboren _______,
Sri Lanka,
c/o _______, Sri Lanka, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Asylgesuch aus dem Ausland; 
Verfügung des BFM vom 12. Februar 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1916/2010

Sachverhalt:

A.
Mit  Eingabe  vom  5.  Juni  2009  an  die  schweizerische  Botschaft  in 
_______ (Eingang Botschaft: 12. Juni 2009) ersuchte der Beschwerde-
führer um Bewilligung der Einreise in die Schweiz und um Gewährung 
von  Asyl.  Zur  Begründung  machte  er  geltend,  im  _______-District 
gelebt und dort mit seinen Eltern unter dem Krieg gelitten zu haben. 
Man habe sie nach _______ in ein Lager gebracht. Dort seien er und 
andere junge Personen nach zwei  Wochen durch die Armee festge-
nommen und an einem unbekannten Ort  gefoltert  worden. Drei  Wo-
chen später sei er seinen Eltern im Lager übergeben worden. Das Mili -
tär habe ihm erlaubt, sich im Spital von _______ behandeln zu lassen. 
Er sei erneut befragt und gefoltert  worden. Schliesslich habe er aus 
dem Spital fliehen können. In einem Dorf habe er eine tamilische Fa-
milie  um Hilfe  gebeten.  Er  sei  schnellstmöglich  auf  den  Schutz  der 
Schweiz angewiesen. 

B.
Mit Schreiben vom 23. Juni 2009 forderte die Botschaft den Beschwer-
deführer auf, seine Asylbegründung zu ergänzen und Dokumente ein-
zureichen. In der Folge legte er mit Eingabe vom 7. Juli 2009 dar, in 
Sri Lanka überall gefährdet zu sein, weshalb er versteckt lebe. Dabei 
wiederholte er  seine bereits am 5. Juni 2009 gemachten Ausführun-
gen. Er leide darunter,  dass er  der Mitgliedschaft  bei  der LTTE ver -
dächtigt worden sei. Ein Zusammenstossen mit den Sicherheitskräften 
oder paramilitärischen Kräften bedeute seinen sicheren Tod. 

C.
In  einer  erneuten  Eingabe  vom  16.  August  2009  verwies  der  Be-
schwerdeführer  wiederum  auf  seine  prekären  Lebensumstände  und 
ersuchte um einen baldigen Entscheid. Er habe seinen Vater und sei-
nen Bruder verloren. 

D.
In der Folge wurde der Beschwerdeführer von der Botschaft  zwecks 
Befragung vorgeladen. In diesem Zusammenhang machte er mit Ein-
gabe vom 13. Oktober 2009 geltend, die dazu erforderliche Reise nach 
_______ bedeute für ihn eine erhebliche Gefährdung. 

E.
Am 28. Oktober 2009 fand im Botschaftsgebäude in _______ die Be-

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fragung statt. Dabei gab der Beschwerdeführer unter anderem zu Pro-
tokoll,  in  _______ geboren zu sein. Als  Händler  habe er  befürchtet,  
durch Unbekannte gekidnappt zu werden, da ihn diese im Dezember 
2005 zu Hause gesucht hätten. Demzufolge sei er in den  _______-
Distrikt geflohen. Im März 2009 sei er im _______ Camp von _______ 
interniert  worden.  Unbekannte  Personen  seien  in  das  Lager 
eingedrungen  und  hätten  ihn  sowie  andere  gefoltert.  Es  sei  ihm 
gelungen, sich ins Spital  von _______ einliefern zu lassen. Von dort 
aus habe ihm ein Freund zur Flucht verholfen. Seine Ehefrau befinde 
sich  in  _______. Man  verdächtige  sie  der  LTTE-Mitgliedschaft.  Eine 
seiner Schwestern sei in einem anderen _______ Centre. Eine weitere 
Schwester  befinde  sich  zusammen  mit  seiner  Mutter  im  _______ 
Camp. Eine verstorbene Schwester sei LTTE-Mitglied gewesen. 

F.
Mit Begleitschreiben vom 28. Oktober 2009 übermittelte die schweize-
rische Botschaft in _______ dem BFM das Befragungsprotokoll. 

G.
Mit Verfügung vom 12. Februar 2010 verweigerte das BFM die Bewil-
ligung zur Einreise in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch ab. Zur 
Begründung führte es aus, bei einem Vergleich der schriftlichen Asyl -
begründung und den Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der 
Befragung  seien  Widersprüche  ersichtlich. Seine  Angaben zur  zeitli-
chen Dauer  des Aufenthalts  im _______ Camp seien nicht  überein-
stimmend  ausgefallen.  Auch  die  Umstände  der  angeblichen 
Folterungen habe er in wesentlichen Punkten abweichend dargelegt. 
Realitätsfremd  sei  seine  Ausführung  in  der  Befragung,  wonach  ihn 
seine Peiniger wegen Fiebers ins Spital überwiesen hätten. Auch die 
angebliche  Flucht  aus  dem  Spital  könne  in  der  geltend  gemachten 
Form nicht  nachvollzogen werden. Schliesslich  sei  ihm trotz  der  an-
geblichen Entweichung aus dem Gewahrsam des Militärs am _______ 
ein neuer Pass ausgestellt worden. Entsprechend sei seine Flucht aus 
dem _______ Camp auch in diesem Lichte besehen nicht glaubhaft. 
Aufgrund der  Aktenlage bestünden sodann keine konkreten Anhalts-
punkte für begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen. Er begründe 
sein  Gesuch  insbesondere  mit  der  Furcht  vor  Repressalien  seitens 
Unbekannter,  welche  ihn  im  Dezember  2005  in  _______  zweimal 
bedroht  hätten.  Diese  Bedrohungen  lägen  jedoch  bereits  vier  Jahre 
zurück.  Zudem  habe  sich  mit  der  Niederlage  der  LTTE  das 
Bedrohungsszenarium  verändert.  Da  er  auch  sonst  keine 

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Implikationen mit der LTTE geltend mache, gebe es keinen Anlass zur 
Annahme,  dass  jemand  ein  Verfolgungsinteresse  an  seiner  Person 
entwickeln  könnte.  Entsprechend  könne  er  nicht  als  schutzbedürftig 
angesehen werden. 

H.
Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 17. März 2010 be-
antragte der Beschwerdeführer sinngemäss die Aufhebung des ange-
fochtenen Entscheids, die Bewilligung zur Einreise in die Schweiz und 
die Asylgewährung. Zur Begründung machte er geltend, im vorinstanz-
lichen Entscheid sei seiner prekären Situation nicht genügend Rech-
nung  getragen  worden. Er  müsse  sich  sowohl  vor  paramilitärischen 
Gruppen wie auch der srilankischen Armee verstecken. Im Falle der 
Rückkehr  in  sein  Herkunftsgebiet  drohten  im  Haft  und  Folter.  Im 
_______-Distrikt  habe  er  damals  mit  seinen  Eltern  unter  dem Krieg 
gelitten. Man habe sie nach _______ in ein Lager gebracht. Dort seien 
er  und andere junge Personen nach zwei  Wochen durch die  Armee 
festgenommen und an einem unbekannten Ort gefoltert  worden. Drei 
Wochen später sei er seinen Eltern im Lager übergeben worden. Das 
Militär  habe  ihm erlaubt,  sich  im  Spital  von  _______  behandeln  zu 
lassen. Er sei erneut befragt und gefoltert worden. Schliesslich habe er 
aus dem Spital fliehen können. In einem Dorf habe er eine tamilische 
Familie um Hilfe gebeten. Er leide darunter, dass man ihn der Mitglied-
schaft bei der LTTE verdächtigt habe. Er habe seinen Vater und seinen 
Bruder verloren und könne im Heimatland nicht ohne Angst leben. Ak-
tuell  halte  er  sich  in  _______  versteckt.  Aufgrund  der  zahlreichen 
Razzien müsse er damit rechnen, erneut Repressalien zu erleiden. Er 
sei schnellstmöglich auf den Schutz der Schweiz angewiesen. 

I.
Am 18. Februar 2010 (Eingang Vorinstanz) übermittelte die Botschaft 
dem BFM zwei bei ihr eingegangene Schreiben des Beschwerdefüh-
rers vom 23. Dezember  2009 sowie  5. Februar  2010. In  der  erstge-
nannten Eingabe verwies der Beschwerdeführer erneut auf seine pre-
kären Lebensumstände. Er verfüge nur über eine Identitätskarte und 
könne  sich  nicht  frei  bewegen.  In  derjenigen  vom 5.  Februar  2010 
machte er  geltend,  am 26. Dezember 2009 bei  einer Razzia der Si-
cherheitskräfte mitgenommen worden zu sein. Er sei sechs Tage lang 
festgehalten und befragt worden. Durch Vermittlung eines Priesters sei 
er wieder freigekommen. Er müsse jetzt seinen Aufenthaltsort  immer 
wieder wechseln, um sich zu schützen. Seine schwer gefolterte Ehe-

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frau sei  von der  Armee aus dem Lager  entlassen und einer  Melde-
pflicht unterstellt worden. Dabei werde sie immer wieder über ihn be-
fragt. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

2.
2.1 Der  Zeitpunkt  der  Eröffnung der  angefochtenen Verfügung steht 
mangels Vorliegens einer Empfangsbestätigung nicht fest. Da die Be-

weislast für die Zustellung an die Partei der eröffnenden Behörde ob-

liegt  (vgl.  FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2. Aufl.,  Bern 
1983,  S.  61),  ist  zugunsten des Beschwerdeführers davon auszuge-

hen, dass die am 25. März 2010 bei der schweizerischen Vertretung in 

_______ eingegangene Beschwerde rechtzeitig erfolgt ist.

2.2 Der Beschwerdeführer hat  am Verfahren vor  der  Vorinstanz teil-
genommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 

hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-

weise Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legiti -

miert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist somit 

einzutreten (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. 37 VGG und 

Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG).

3.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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4.
Amtssprachen  des  Bundes  sind  das  Deutsche,  Französische  und 
Italienische (vgl. Art. 70 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizeri-
schen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  [BV,  SR  101]).  Aus 
prozessökonomischen  Gründen  ist  vorliegend  indes  auf  die 
Nachforderung einer Übersetzung der englischsprachigen Eingabe zu 
verzichten. 

5.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

6.  
6.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (vgl. Art. 3 AsylG).

6.2 Das Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ab-

lehnen, wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft 

machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemu-

tet werden kann. Glaubhaft machen heisst, wenn die Behörde ihr Vor-

handensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält. 

Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punk-

ten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder  ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art.  52 

Abs. 2 AsylG).

6.3 Gemäss Art.  20 Abs.  2 AsylG bewilligt  das BFM Asylsuchenden 

die Einreise zur  Abklärung des Sachverhaltes,  wenn ihnen nicht  zu-

gemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben 

oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen.  Gestützt  auf  Art.  20  Abs.  3 

AsylG  kann  das  Eidgenössische  Justiz-  und  Polizeidepartement 

(EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die 

Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare 

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Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach 

Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.

6.4 Bei  diesem Entscheid  gelten restriktive Voraussetzungen für  die 

Erteilung einer Einreisebewilligung, wobei den Behörden ein weiter Er-

messensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 

Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur 

Schweiz,  die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen 

Staat,  die Beziehungsnähe zu anderen Staaten,  die praktische Mög-

lichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche so-

wie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglich-

keiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 

Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e-g 

S. 131 ff.;  die dort  akzentuierte Praxis hat nach bloss redaktionellen 

Änderungen bei  der  letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie 

vor Gültigkeit).

7.  
7.1 Einleitend ist  festzuhalten,  dass der Beschwerdeführer unter an-

derem erklärte, mit den LTTE keine Bezüge oder Probleme gehabt zu 

haben. In Anbetracht seiner geltend gemachten Aufenthalte in Kampf-

gebieten und der zu Protokoll gegebenen Biografien respektive aktuel-

len  Aufenthaltsorten  von  Angehörigen  wirft  diese  Aussage  gewisse 

Fragen  auf,  zumal  die  Botschaft  im  Übermittlungsschreiben  an  die 

Vorinstanz unter anderem die offensichtliche Angst des Beschwerde-

führers erwähnte. Da er aber am Ende der Befragung erklärte, alle für 

ihn relevanten Fluchtgründe vorgebracht zu haben, ist er grundsätzlich 

dabei zu behaften. 

7.2

Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid in detaillierten Erwä-

gungen darauf  hingewiesen, dass erhebliche Diskrepanzen zwischen 

der schriftlichen Asylbegründung des Beschwerdeführers vom 5. Juni 

2009 und den Angaben, die er anlässlich der Befragung vom 28. Okto-

ber  2009 machte,  bestehen.  Eine Überprüfung der  relevanten Akten 

stützt die Auffassung des BFM. So geht aus der schriftlichen Begrün-

dung klar hervor, dass er durch Armeeangehörige an einem unbekann-

ten Ort  angeblich gefoltert  worden sein soll,  derweil  er  gemäss den 

mündlichen  Schilderungen  durch  Unbekannte,  welche  in  das  Lager 

eingedrungen seien,  die erwähnten Nachteile erlitten habe (vgl.  S.  2 

des  Protokolls).  Auch  die  weiteren  vom  BFM  hervorgehobenen  Un-

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glaubhaftigkeitselemente  bestehen  (vgl.  Bst.  G.  vorstehend).  In  der 

Rekurseingabe beschränkt sich der Beschwerdeführer weitgehend da-

rauf, den Sachverhalt aus seiner Sicht erneut darzulegen beziehungs-

weise zu aktualisieren. Auffallend ist dabei, dass die Passage begin-

nend  auf  S.  1  unten  zum Teil  schon  wörtlich  in  den  Eingaben  vom 

5. Juni  2009  sowie  23.  Juni  2009  enthalten  war.  Eine  Auseinander-

setzung mit den vorinstanzlichen Argumenten findet jedoch nicht statt.  

Das Beschwerdevorbringen, wonach das BFM seiner auch in psychi-

scher Hinsicht prekären Situation nicht genügend Rechnung getragen 

habe, vermag die widersprüchlichen Aussagen jedenfalls nicht hinrei-

chend zu erklären.  Auffallend ist  ferner,  dass er  in der Eingabe vom 

23.  Dezember  2009 geltend macht,  nur  über  eine Identitätskarte zu 

verfügen, derweil sich in den vorinstanzlichen Akten eine Kopie seines 

am _______ ausgestellten und zehn Jahre lang gültigen Reisepasses 

befindet. Vor diesem Hintergrund ist die in der Beschwerde geäusserte 

Furcht  (auch)  vor  den  staatlichen  Sicherheitskräften  erneut  nicht 

glaubhaft  respektive  nachvollziehbar.  Zwar  bringt  er  in  der  Eingabe 

vom  5.  Februar  2010  vor,  Ende  Dezember  2009  im  Rahmen  einer 

Razzia festgenommen, befragt und nach 6 Tagen wieder freigelassen 

worden zu sein. In Anbetracht seiner wie erwähnt insgesamt unglaub-

haften Schilderungen ist aber auch dieses Vorbringen zu bezweifeln. 

Unbesehen dessen wäre die Asylrelevanz einer Haft von weniger als 

einer  Woche  verbunden  mit  Befragungen  in  der  geltend  gemachten 

Form ohnehin nicht gegeben. Dies umso weniger, als damit offenbar 

keine weiteren Massnahmen wie die Einleitung eines Strafverfahrens 

verbunden  waren.  Entsprechend  ist  seine  weitere  Behauptung,  wo-

nach seine Partnerin respektive Ehefrau im Rahmen ihrer Meldepflicht 

wiederholt  nach seinem Aufenthaltsort  gefragt  worden  sei,  ebenfalls 

unglaubhaft, da er diesfalls nicht bereits nach sechs Tagen aus dem 

Gewahrsam der Sicherheitskräfte, welche praxisgemäss weitere Nach-

forschungen angestellt  haben dürften,  freigekommen wäre.  Schliess-

lich verweist das BFM zu Recht darauf, dass dem Beschwerdeführer, 

welcher  angab,  letztmals  im Dezember  2005 durch Unbekannte  be-

droht worden zu sein, gemäss bestehender Aktenlage keine begründe-

te Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Heimatland zu attestieren ist. 

7.3 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  sodann  im  Grundsatzurteil 

BVGE 2008/2  eine Lageanalyse betreffend Sri  Lanka vorgenommen 

und  gelangte  dabei  zum  Schluss,  dass  sich  die  allgemeine  Sicher-

heitslage seit Januar 2006 insgesamt, insbesondere aber in Colombo 

kontinuierlich  verschlechtert  habe.  Seit  Ergehen  dieses  Urteils  am 

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14. Februar 2008 hat sich der bewaffnete Konflikt zwischen der Regie-

rung und  der  LTTE weiter  zugespitzt.  Nach  der  Rückeroberung des 

letzten von der LTTE kontrollierten Gebietes im Raum Mullaitivu wurde 

am 18. Mai 2009 seitens der Regierung der endgültige Sieg über die 

LTTE verkündet und der Bürgerkrieg offiziell für beendet erklärt. Nach 

dieser  Niederlage  der  LTTE  haben  die  srilankischen  Behörden  – 

namentlich  im  Grossraum  Colombo  –  die  Sicherheitsmassnahmen 

nicht gelockert. Daher laufen gerade junge Männer wie der Beschwer-

deführer Gefahr,  überall  und jederzeit  von srilankischem Sicherheits-

personal  einer  minuziösen  Personenkontrolle  unterzogen  und  öfters 

auch  für  eingehendere  Abklärungen  auf  den  Posten  mitgenommen 

oder in ein Armeecamp beordert zu werden. Diese so genannten „Anti-

Terrormassnahmen“ werden im Raum Colombo – unbesehen der Rü-

gen des Supreme Courts – als repressives Instrument gegen befürch-

tete  Infiltrationen tamilischer  Separatisten angewandt.  Diesen Mass-

nahmen, denen ein Grossteil der tamilischen Bevölkerung im ganzen 

Land  und  ebenso  auch  in  Colombo  ausgesetzt  sind,  kommt  indes 

aufgrund  mangelnder  Intensität  kein  Verfolgungscharakter  im  Sinne 

von Art. 3 AsylG zu. Entsprechend vermögen die weiteren Ausführun-

gen  des  Beschwerdeführers  in  den  Eingaben  und  anlässlich  der 

Befragung zur generellen Gefährdungssituation seiner Person respek-

tive der Tamilen nicht zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft zu 

führen.  Der Beschwerdeführer vermag mithin  nicht  substanziiert  dar-

zutun, inwiefern das BFM zu Unrecht geschlossen habe, er sei nicht 

schutzbedürftig im Sinne des AsylG. 

8.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer keine 
Verfolgung im Sinne von Art. 3  AsylG glaubhaft  machen konnte und 
nicht als Flüchtling anerkannt werden kann. Aufgrund der vorstehen-
den Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen ein-
zugehen, da sie am festgestellten Ergebnis nichts zu ändern vermö-
gen. Das BFM hat demnach zu Recht die Einreise in die Schweiz nicht 
bewilligt und das Asylgesuch abgelehnt.

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen.

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10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-
waltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art. 63 
Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  6  Bst. b  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung der schweizerischen Bot-
schaft _______

- die schweizerische Vertretung in _______ 
- das BFM, Abteilung Asylverfahren, mit den Akten Ref.-Nr. 

N _______ (per Kurier; in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber

Versand: 

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