# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 45a69bce-cfed-5461-af4f-f78e9591a736
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-17
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 17.03.2025 VBE.2024.367
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-367_2025-03-17.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2024.367 / lf / ss 
 

Art. 29 

 

Urteil vom 17. März 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin 

Oberrichterin Fischer 

Oberrichterin Gössi 

Gerichtsschreiberin Fricker 

 

 
   

Beschwerde 

führer  

 A._____ 

vertreten durch lic. iur. Dominik Frey, Rechtsanwalt, Stadtturmstrasse 10, 

Postfach, 5401 Baden 

 

 
   

Beschwerde 

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau 

 

 
   

Beigeladene   Sammelstiftung Vita, Hagenholzstrasse 60, Postfach, 8050 Zürich 

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 5. Juni 2024) 
 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1985 geborene Beschwerdeführer meldete sich aufgrund der gesund-

heitlichen Folgen eines Unfalles (Unfallereignis vom 30. September 2020) 

am 15. Februar 2021 bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leis-

tungen (berufliche Integration/Rente) der Eidgenössischen Invalidenversi-

cherung (IV) an. Die Beschwerdegegnerin tätigte daraufhin medizinische 

und berufliche Abklärungen, holte die Akten der Unfallversicherung (Suva) 

ein und nahm Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD). 

Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren und erneuter Rücksprache 

mit dem RAD sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit 

Verfügung vom 5. Juni 2024 eine vom 1. September 2021 bis am 31. Mai 

2022 befristete ganze Invalidenrente zu. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 5. Juni 2024 erhob der Beschwerdeführer mit 

Eingabe vom 2. Juli 2024 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende 

Rechtsbegehren: 

 

"1. Die Verfügung vom 05.06.2024 sei aufzuheben. 
 
2. Dem Beschwerdeführer seien die gesetzlich geschuldeten Leistungen 

bzw. eine nicht befristete Rente zuzusprechen. 
 
3. Ev. sei eine versicherungsexternes neuropsychologisches Gutachten 

einzuholen 
 
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

 

Überdies beantragte er die Sistierung des Verfahrens "bis etwa Ende Au-

gust" 2024 oder die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels. 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 30. August 2024 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 11. September 2024 wurde die 

berufliche Vorsorgeeinrichtung des Beschwerdeführers im Verfahren bei-

geladen und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Mit Eingabe vom 

19. September 2024 verzichtete diese auf das Einreichen einer Stellung-

nahme. 

 

 - 3 - 

 

 

2.4. 

Am 10. März 2025 reichte der Beschwerdeführer einen Bericht von 

Dr. med. C._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo-

gie des Bewegungsapparates, vom 17. Februar 2025 ein. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Beschwerdegegnerin begründete die Zusprache der vom 1. September 

2021 bis am 31. Mai 2022 befristeten ganzen Rente damit, dass der Be-

schwerdeführer nach einer ab September 2020 bestandenen 100%igen Ar-

beitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit seit Februar 2022 in einer angepass-

ten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig und damit in der Lage sei, ein renten-

ausschliessendes Einkommen zu erzielen (vgl. Vernehmlassungsbeilage 

[VB] 84 S. 5 ff.). Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber im We-

sentlichen auf den Standpunkt, die angefochtene Verfügung basiere auf 

einem ungenügend abgeklärten medizinischen Sachverhalt. Damit sein 

Rentenanspruch beurteilt werden könne, sei insbesondere noch eine neu-

ropsychologische bzw. eine paraplegiologische Untersuchung erforderlich 

(vgl. Beschwerde S. 7 f. und Eingabe vom 10. März 2025). 

 

1.2. 

Streitig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin dem Be-

schwerdeführer zu Recht (nur) eine vom 1. September 2021 bis 31. Mai 

2022 befristete ganze Rente zugesprochen hat. 

 

2. 

2.1. 

2.1.1. 

Am 1. Januar 2022 traten die Änderungen des revidierten IVG und ATSG 

in Kraft (Weiterentwicklung der IV [WEIV]; Änderung vom 19. Juni 2020, 

AS 2021 705, BBI 2017 2535), dies mitsamt entsprechendem Verord-

nungsrecht. Die hier angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 

2022. Entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsät-

zen ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage zu be-

urteilen, ob bis zu diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch entstanden ist 

(BGE 150 V 323 E. 4 S. 327 ff.; Urteil des Bundesgerichts 8C_823/2023 

vom 8. Juli 2024 E. 4 [zur Publikation vorgesehen]). Gemäss lit. b Abs. 1 

der Übergangsbestimmungen bleibt für Rentenbezüger, deren Rentenan-

spruch vor dem Inkrafttreten dieser Änderung entstanden ist und die in die-

sem Zeitpunkt das 55. Altersjahr noch nicht vollendet haben, der bisherige 

Rentenanspruch so lange bestehen, bis sich der Invaliditätsgrad nach 

Art. 17 Abs. 1 ATSG ändert. Der bisherige Rentenanspruch bleibt gemäss 

lit. b Abs. 2 der Übergangsbestimmungen auch nach einer Änderung des 

 - 4 - 

 

 

Invaliditätsgrades nach Art. 17 Abs. 1 ATSG bestehen, sofern der bisherige 

Rentenanspruch bei einer Erhöhung des Invaliditätsgrades sinkt oder bei 

einem Sinken des Invaliditätsgrades ansteigt. Der am 1. Januar 2022 gut 

36 Jahre alte Beschwerdeführer fällt unter diese Bestimmung.  

 

2.1.2. 

Wie nachfolgend aufgezeigt wird, ist vorliegend streitig, ob sich der Ge-

sundheitszustand des Beschwerdeführers nach einer Periode 100%iger 

Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit nach dem Unfall vom 30. Septem-

ber 2020, bei dem sich der Beschwerdeführer eine instabile Berstungsfrak-

tur HWK 6 zuzog (vgl. VB 5.81 S. 2; 5.26 S. 1; 47 S. 2 ff.; 53 S. 3), bis zum 

Erlass der angefochtenen Verfügung vom 5. Juni 2024 wesentlich verbes-

sert hat. Sollte sich im Folgenden ergeben, dass es im Jahr 2022 (wie von 

der Beschwerdegegnerin angenommen) oder später zu einer anspruchsre-

levanten Veränderung des Gesundheitszustandes gekommen ist, gelangt 

für die Prüfung des Rentenanspruchs ab dem Zeitpunkt der Veränderung 

entsprechend das ab 1. Januar 2022 geltende revidierte Recht zur Anwen-

dung. 

 

2.2. 

Ist der Rentenanspruch einmal entstanden, richtet sich der Übergang auf 

eine Invalidenrente höheren Grades nicht mehr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b 

i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG, sondern nach den revisionsrechtlichen Bestim-

mungen von Art. 17 ATSG sowie Art. 88a und Art. 88bis IVV. Das gilt auch 

bei der (rückwirkend erfolgten) abgestuften und/oder befristeten Rentenzu-

sprache, wobei hier Art. 88bis IVV nicht anwendbar ist (MEYER/REICHMUTH, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bun-

desgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 4. Aufl. 2022, N. 9 zu Art. 

29 IVG mit Hinweis auf BGE 109 V 125; vgl. auch BGE 121 V 264 E. 6b/dd 

S. 275). 

 

Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG (in der ab 1. Januar 2022 geltenden Fas-

sung) wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Inva-

liditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers um mindes-

tens fünf Prozentpunkte ändert (Art. 17 Abs. 1 lit. a ATSG). Anlass zur Re-

vision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede we-

sentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, 

den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen 

(BGE 134 V 131 E. 3 mit Hinweisen). Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine 

Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung oder Aufhebung 

der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenom-

men werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie 

ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unter-

brechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern 

wird. 

 - 5 - 

 

 

 

3. 

3.1. 

In der angefochtenen Verfügung vom 5. Juni 2024 (VB 84) stützte sich die 

Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die Ak-

tenbeurteilungen des RAD-Arztes Dr. med. D._____, Facharzt für Orthopä-

dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 

16. August 2022 (VB 53) und 5. März 2024 (VB 76). 

 

3.1.1. 

In seiner Aktenbeurteilung vom 16. August 2022 stellte Dr. med. D._____ 

die Diagnose "Dekompression und Stabilisation mit Verschraubung HWK 

4-7 und Wirbelkörperersatz HWK 6 vom 01.10.2020 in der Türkei wegen 

instabiler burst fracture HWK 6 mit Rückenmarkskompression und inkom-

pletter Tetraplegie ASIA D sub C3 rechtsbetont nach Wirbelsäulentrauma 

vom 30.09.2020". Er führte zudem aus, in der angestammten Tätigkeit als 

Schaler bestehe seit dem 30. September 2020 dauerhaft eine 100%ige Ar-

beitsunfähigkeit aufgrund der Arbeitsschwere. In einer angepassten Tätig-

keit habe mit Ablauf des Wartejahres per 30. September 2021 bis am 

9. Februar 2022 (Evaluation der Funktionellen Leistungsfähigkeit [EFL] 

vom 8. und 9. Februar 2022) ebenfalls eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit be-

standen. Seit dem 10. Februar 2022 bis aktuell bestehe diesbezüglich eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit. Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

sei den Angaben der Suva zu folgen, wonach dem Beschwerdeführer auf 

dem allgemeinen Arbeitsmarkt leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ganz-

tags zumutbar seien. Diese Tätigkeiten seien im Wechselrhythmus zwi-

schen Stehen, Sitzen und Gehen auszuüben. Nicht möglich seien einsei-

tige Körperhaltung, Arbeiten auf unebenem oder abschüssigem Gelände, 

Arbeiten auf Leitern, lang andauerndes Hocken und Knien sowie Kriechen. 

Gewichtsbelastungen körperfern seien bis maximal fünf Kilogramm und 

körpernah bis maximal zehn Kilogramm zumutbar. Zu vermeiden seien Ar-

beiten in Zwangshaltung, vornübergebeugt, in überwiegendem Knien, Krie-

chen oder Hocken sowie Zug- und Druckbelastungen durch Schieben, 

Stossen oder Ziehen von Lasten. Weiterhin nicht ausführbar seien Arbei-

ten, die eine Torsionsbelastung auf die Wirbelsäule hervorrufen würden 

(VB 53 S. 3). 

 

3.1.2. 

Am 5. März 2024 hielt der RAD-Arzt Dr. med. D._____ fest, weder das Ein-

wandschreiben vom 1. Februar 2023 (VB 60) noch die nachgereichten Be-

richte von Prof. Dr. med. E._____, Facharzt für Chirurgie sowie für Ortho-

pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, ver-

möchten die RAD-Stellungnahme vom 16. August 2022 (vgl. E. 3.1.1. hier-

vor) zu beeinflussen (VB 76 S. 2). Der von Prof. Dr. med. E._____ am 

27. Juli 2022 erhobene Befund (vgl. VB 61 S. 1) sei vollkommen unauffällig 

gewesen. Den vom Radiologen nach der SPECT-CT-Untersuchung der 

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HWS bis zur BWS als vermehrt beschriebenen Umbau im Bereich der 

Schraubenspitze habe Prof. Dr. med. E._____ in seinem Bericht vom 

1. September 2022 (VB 61 S. 2) uminterpretiert. Die Erhebung eines klini-

schen Befundes sei nicht erforderlich gewesen. Am 6. April 2023 sei von 

Prof. Dr. med. E._____ erneut ein Befund ohne jedwede pathologische 

Neurologie übermittelt worden (vgl. VB 69). Zudem sei der genannte Arzt 

nun doch von einem länger währenden Endzustand ausgegangen, da er 

weder eine zu verifizierende Änderung des Gesundheitszustandes habe 

dokumentieren können noch eine solche zu den bereits am 21. März, 5. Juli 

und 16. August 2022 getätigten Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit. Um 

Fehlinterpretationen bezüglich Abbildungen von Körperstrukturen durch 

technische Verfahren jeder Art zu vermeiden, seien diese grundsätzlich ei-

ner kompetenten Beurteilung zuzuführen. Deshalb sei auf die konsiliarische 

Beurteilung über das CT vom 19. Juli 2021 (vgl. VB 74.186) bzw. das MRT 

vom 9. September 2021 (vgl. VB 28.19) des entsprechend weitergebilde-

ten Facharztes Dr. med. F._____, Facharzt für Radiologie, vom 26. Oktober 

2023 (vgl. VB 74.23 S. 2 f.) abzustützen. Dem Sprechstundenbericht aus 

der Klinik für Neurologie am Kantonsspital L._____ vom 16. Oktober 2023 

(vgl. VB 74.28) seien zusammenfassend eine normalisierte Messung der 

somatosensorisch evozierten Potentiale (SSEP) und eine stabile Situation 

des neurologischen Status zu entnehmen. Die Beurteilung durch den Ver-

sicherungsmediziner der Suva Dr. med. G._____, Facharzt für Neurologie, 

vom 6. Dezember 2023 (vgl. VB 74.6) sei selbsterklärend und lasse mit den 

dort unwiderlegbar schlüssigen und laienverständlichen Argumenten keine 

andere Empfehlung zu, als dass weiterhin auf die Einschätzung vom 

16. August 2022 (vgl. E. 3.1.1. hiervor) abgestellt werden könne. Weitere 

medizinische Abklärungen seien nicht angezeigt (VB 76 S. 3). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

3.2.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebe-

nen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gut-

achtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

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Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 

465 E. 4.4 S. 469 f. und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

3.2.3. 

Beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es im 

Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen. Dies ist ins-

besondere der Fall, wenn genügend Unterlagen aufgrund anderer persön-

licher Untersuchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anam-

nese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische Sach-

verständige muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterlagen 

ein lückenloses Bild machen können (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 22. Dezember 

2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

 

4. 

4.1. 

Der Beschwerdeführer bringt mit Verweis auf die im Beschwerdeverfahren 

eingereichten Berichte seines behandelnden Arztes Prof. Dr. med. E._____ 

vom 12. Juni 2024 (Beschwerdebeilage [BB] 6) und von Dr. med. C._____ 

vom 17. Februar 2025 (Beilage zur Eingabe vom 10. März 2025) im We-

sentlichen vor, vor dem Hintergrund der Notwendigkeit einer neuropsycho-

logischen bzw. einer paraplegiologischen Beurteilung erweise sich der 

Sachverhalt im Lichte von Art. 43 ATSG als nicht hinreichend abgeklärt 

(vgl. Beschwerde S. 7; Eingabe vom 10. März 2025). 

 

4.2. 

Die Berichte von Prof. Dr. med. E._____ vom 12. Juni 2024 (BB 6) und von 

Dr. med. C._____ vom 17. Februar 2025 sind – auch wenn sie erst nach 

dem Verfügungserlass datieren (vgl. zum verfahrensmässigen Endzeit-

punkt des sachverhaltlich relevanten Geschehens BGE 143 V 409 E. 2.1 

S. 411) – zu berücksichtigen, da sie (auch) den Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers vor der strittigen Verfügung betreffen könnten (vgl. 

BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243; Urteil des Bundesgerichts 9C_175/2018 vom 

16. April 2018 E. 3.3.2). 

 

Prof. Dr. med. E._____ führte in seinem Bericht vom 12. Juni 2024 aus, er 

habe dem Beschwerdeführer und dessen Ehefrau mitgeteilt, dass die be-

stehenden und fortwährenden Beschwerden auf die inkomplette Tetraple-

gie zurückzuführen seien und wahrscheinlich diese Missempfindungen wie 

Schmerzen und Sensibilitätsstörungen sich nicht mehr verändern würden 

aufgrund des Zeitintervalls nach dem Trauma. Die partiell fehlplatzierten 

Schrauben respektive das wahrscheinlich nicht voll integrierte Cage habe 

kaum einen Einfluss auf die Empfindungen, die der Beschwerdeführer 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=1.1.2016&to_date=16.3.2018&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=121+v+362&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-V-242%3Ade&number_of_ranks=0#page242

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habe. Die Arbeit auf dem Bau werde dem Beschwerdeführer nicht mehr 

möglich sein, da vor allem Reklinationen und starke Inklinationsbewegun-

gen eingeschränkt seien, dies auch schmerzbedingt aufgrund der Vernar-

bungen. Ebenfalls sei eine gewisse Gleichgewichtsstörung vorhanden, was 

aber schwierig zu messen sei. Er empfehle einen Arbeitsversuch respek-

tive eine Integration. Es sei aber nicht nachvollziehbar, dass eine volle oder 

nur leicht reduzierte Arbeitsfähigkeit möglich sein sollte. Er sehe eine Ar-

beitsfähigkeit aufgrund der chronischen Beschwerden bei inkompletter Tet-

raplegie bei maximal 50 %. Eine Umschulung sei wahrscheinlich aufgrund 

der chronischen Beschwerden und verminderten Belastbarkeit kaum mög-

lich. Zu überlegen wären ein Integrationsversuch, aber auch eine neuropsy-

chologische Untersuchung, um festzustellen, inwieweit feinmotorische De-

fizite bestehen würden (BB 6).  

 

Dr. med. C._____ hielt in seinem Bericht vom 17. Februar 2025 fest, er sei 

vom Beschwerdeführer am genannten Datum wegen der Situation über vier 

Jahre nach dem Unfall in der Türkei, bei dem sich dieser eine schwere 

HWS-Verletzung zugezogen habe, konsultiert worden. Der Beschwerde-

führer leide heute noch unter sehr starken Dauerschmerzen, eine Zusatz-

belastung sei nicht möglich. Insbesondere nachts und in Ruhe seien die 

Schmerzen vorhanden, sodass er sich auch nicht erholen könne. Obgleich 

er von der Motorik her einen Zustand erlangt habe, in welchem er wieder 

ohne Hilfsmittel gehen könne, und obschon an der oberen Extremität keine 

Lähmungen bestünden, liege eine starke funktionelle Einschränkung vor, 

insbesondere was die Belastbarkeit und somit auch die Arbeitsfähigkeit an-

gehe. Dass der Unfallversicherer und die Beschwerdegegnerin den Be-

schwerdeführer zu 100 % arbeitsfähig sähen, sei eine deutliche Wertung. 

Vor dem Hintergrund, dass die Ärzte bei der Evaluation der Funktionellen 

Leistungsfähigkeit (EFL) vom 21. März 2022 zum Schluss gekommen 

seien, dass der Beschwerdeführer Mühe habe beim Sitzen, Stehen und 

Gehen (Schmerzen in Wirbelsäule, Schultern, Unterarmen und Händen, 

Kribbeln in den Beinen), sei auch die Feststellung des beurteilenden Arz-

tes, wonach eine deutliche Symptomausweitung vorliege, deutlich wertend. 

Die Beurteilung betreffend Zumutbarkeit und Eingliederungsperspektive, in 

welcher – aufgrund der beobachteten erheblichen Symptomausweitung – 

davon ausgegangen worden sei, dass bei gutem Effort eine bessere Leis-

tung erbracht werden könnte, fusse dann auf einer einzigen subjektiven 

Einschätzung eines beurteilenden Rehabilitationsmediziners. Damit sei 

"diese Evaluation als Gutachten in Zweifel zu ziehen". Eine neutrale Beur-

teilung "von einem paraplegiologischen, z.B. einem Neurologen oder Re-

habilitationsmediziner aus einem Querschnittzentrum H._____, könnte an-

ders ausfallen". Die Funktionseinschränkung sei beim Beschwerdeführer 

enorm (vgl. Beilage zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 10. März 

2025). 

 

 - 9 - 

 

 

4.3. 

Die Beurteilungen von RAD-Arzt Dr. med. D._____ (vgl. E. 3.1. hiervor) 

sind in sich schlüssig und plausibel begründet. Die Akten, auf die er sich 

stützte, beruhen (auch) auf mehreren persönlichen klinischen sowie bild-

gebenden Untersuchungen und ergeben ein vollständiges Bild betreffend 

den vorliegend relevanten medizinischen Sachverhalt (vgl. E. 3.2.3. hier-

vor). Dr. med. D._____ kam in Kenntnis und Würdigung der medizinischen 

Vorberichte, der angegebenen Beschwerden und der bildgebenden Be-

funde zur nachvollziehbar begründeten Schlussfolgerung, dass der Be-

schwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit seit dem 10. Februar 2022 

zu 100 % arbeitsfähig sei (vgl. E. 3.1. hiervor). Die Einschätzung von 

Dr. med. D._____ steht zudem, abgesehen von der Einschätzung des be-

handelnden Arztes Prof. Dr. med. E._____ vom 12. Juni 2024 und von der 

Beurteilung von Dr. med. C._____ vom 17. Februar 2025 (vgl. E. 4.2. hier-

vor), in Übereinstimmung mit den weiteren aktenkundigen fachärztlichen 

Einschätzungen. So wurde in diesen insbesondere Nachfolgendes festge-

halten: 

 

Im Bericht der Rehaklinik I._____ vom 21. März 2022 über die Evaluation 

der Funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) vom 8. und 9. Februar 2022 

wurde ausgeführt, das Ausmass der demonstrierten physischen Einschrän-

kungen lasse sich mit Blick auf die in der EFL festgestellten Beobachtungen 

mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersu-

chung und bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen aus somati-

scher Sicht kaum erklären. Auf der Verhaltensebene habe eine erhebliche 

Symptomausweitung beobachtet werden können. Der Beschwerdeführer 

habe ein maladaptives Verhaltensmuster gezeigt. Bei den Belastungstests 

habe er sich selbst limitiert, bevor eine objektivierbare funktionale Proble-

matik oder das medizinische Limit erreicht worden seien. Es habe sich auch 

eine deutliche Diskrepanz im Leistungsverhalten an den beiden Testtagen 

gezeigt. Aufgrund dieser Beobachtungen sei von einer erheblichen Symp-

tomausweitung auszugehen. Dementsprechend sei das Zumutbarkeitspro-

fil unter vorwiegender Berücksichtigung medizinisch-theoretischer Aspekte 

und unter angemessener Berücksichtigung der klinischen Befunde und der 

im Vorfeld der EFL schon erfolgten Diagnostik erstellt worden. Die berufli-

che Tätigkeit als Schaler sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. 

Eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei ihm hingegen ganztags zumut-

bar. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse sich medi-

zinisch-theoretisch nicht begründen (VB 47 S. 9 f.). 

 

In seiner Aktenbeurteilung vom 10. Mai 2022 hielt der Versicherungsmedi-

ziner der Suva Dr. med. G._____ fest, neurologisch-versicherungsmedizi-

nisch stimme er mit der spezialärztlichen Untersuchung vom 11. November 

2021 (vgl. VB 28.10 S. 2 ff.) überein, dass im Zusammenhang mit dem 

Unfallgeschehen eine traumatische Myelon-Verletzung mit einer neuropa-

thischen Schmerzsymptomatik at Level C3 vorliege bei fehlendem weiteren 

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motorischen Ausfallsphänomen mit einem sensiblen Niveau für Hypalge-

sie. Entsprechend fehle für die geklagten Beschwerden und Einschränkun-

gen der Leistungsfähigkeit eine entsprechende organische Grundlage, so-

dass die in der EFL vom 8. und 9. Februar 2022 festgestellte erhebliche 

Symptomausweitung die Funktionseinschränkung erkläre und [die EFL] 

letztlich nicht verwertbar sei. Für eine Symptomausweitung würden eben-

falls Inkonsistenzen, wie eine fluktuierende Störung und eine fehlende me-

dikamentöse Therapie mit antineuropathischer Therapie bei Schmerzspit-

zen bis VAS 10, sprechen. Aus neurologisch-versicherungsmedizinischer 

Sicht werde somit ebenfalls von einer deutlich höheren Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen. Die angestammte Tätigkeit als Schaler sei dem Beschwer-

deführer nicht mehr zumutbar. Eine angepasste Tätigkeit sei dem Be-

schwerdeführer ganztägig zumutbar (VB 67.52 S. 5 f.). 

 

In ihrem Bericht vom 16. Oktober 2023 führten der Assistenzarzt J._____ 

und PD Dr. med. K._____, Facharzt für Neurologie, Kantonsspital L._____, 

Klinik für Neurologie, zusammenfassend aus, es bestünden eine normali-

sierte Messung der SSEPs und eine stabile Situation des neurologischen 

Status. Die Beschwerden seien eher diffuser Natur. Eine Analgesie werde 

nicht konsequent eingenommen. Sie würden dem Beschwerdeführer den 

Beginn [einer medikamentösen Behandlung] mit Lyrica und Saroten nahe-

legen, um die neuropathischen Schmerzen zu reduzieren, sowie eine psy-

chotherapeutische und ergotherapeutische Intervention zur Krankheitsver-

arbeitung und Schlafverbesserung (VB 74.28 S. 2). 

 

Der Versicherungsmediziner der Suva Dr. med. G._____ hielt in seiner Ak-

tenbeurteilung vom 6. Dezember 2023 unter Auseinandersetzung mit den 

seit seiner Beurteilung vom 10. Mai 2022 (VB 67.52) bei der Suva einge-

gangenen medizinischen Berichten fest, neurologisch-versicherungsärzt-

lich seien die diffusen Beschwerden sowohl strukturell, in der zur Verfügung 

stehenden Bilddiagnostik, als auch klinisch-neurologisch, abgestützt auf 

die neurologische spezialärztliche Untersuchung vom 16. Oktober 2023 

(VB 75.28) mit fehlenden Pyramidenbahnzeichen, mit fehlenden gesteiger-

ten Reflexen und fehlender Spastik bzw. einer fehlenden typischen radiku-

lären Symptomatik, organisch nicht erklärbar. Ebenso habe sich abgestützt 

auf die wirbelsäulenchirurgischen Berichte von Prof. Dr. med. E._____ eine 

Materiallockerung bzw. Fehllage nicht bestätigt. Es könne daher an der Ein-

schätzung der Arbeitsfähigkeit vom 10. Mai 2022 (VB 67.52 S. 5 f.) festge-

halten werden (VB 74.6 S. 2 ff.). 

 

4.4. 

Dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tä-

tigkeit – entgegen diesen einleuchtenden und miteinander im Einklang ste-

henden medizinischen Einschätzungen – noch über den 9. Februar 2022 

hinaus (Evaluation der Funktionellen Leistungsfähigkeit [EFL] vom 8. und 

9. Februar 2022) eingeschränkt gewesen wäre, ist auch aufgrund der 

 - 11 - 

 

 

Beurteilungen des diesen behandelnden Arztes Prof. Dr. med. E._____ 

und von Dr. med. C._____ nicht anzunehmen. Letzterer erwähnte in sei-

nem auf einer einmaligen Konsultation am 17. Februar 2025 beruhenden, 

gleichentags verfassten Bericht zuhanden des Rechtsvertreters des Be-

schwerdeführers keinerlei Befunde, woraus zu schliessen ist, dass er den 

Beschwerdeführer gar nicht untersucht hatte und lediglich auf dessen Be-

schwerdeangaben abstellte. Hinsichtlich seiner Einschätzung, wonach der 

Beschwerdeführer unter sehr starken "Dauerschmerzen", die "[i]nsbeson-

dere nachts und in Ruhe vorhanden" seien, trotz Fehlens von Lähmungen 

und intaktem Gehvermögen eine starke funktionelle Einschränkung auf-

weise und deshalb nicht zu 100 % arbeitsfähig sei, ist festzuhalten, dass 

auch Dr. med. D._____ von einer (100%igen) Einschränkung der Arbeits-

fähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Schaler ausging (vgl. VB 53 

S. 3). Weshalb der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit in der 

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein soll, legte Dr. med. C._____, sofern er 

denn überhaupt von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auch in einer 

Verweistätigkeit ausging, indes nicht dar. Was die von ihm als "wertend" 

bezeichnete Feststellung der Ärzte bzw. medizinischen Fachpersonen im 

Rahmen der EFL, wonach eine Symptomausweitung bestehe und der Be-

schwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei 

(vgl. VB 47 S. 9 f.), anbelangt, beinhaltet eine Beurteilung der Arbeitsfähig-

keit naturgemäss gewisse Wertungen. Anhaltspunkte dafür, dass die für 

die EFL zuständigen medizinischen Fachpersonen zu Ungunsten des Be-

schwerdeführers voreingenommen gewesen wären, gibt es keine und wur-

den auch keine dargetan. Soweit sich Prof. Dr. med. E._____ zur Begrün-

dung der aus seiner Sicht auf 50 % reduzierten Arbeitsfähigkeit in einer 

angepassten Tätigkeit und Dr. med. C._____ gegebenenfalls hinsichtlich 

einer von ihm angenommenen Arbeitsunfähigkeit auch in einer Verweistä-

tigkeit sodann auf die Schmerz- beziehungsweise Beschwerdeangaben 

des Beschwerdeführers stützten (vgl. E. 4.2. hiervor), ist festzuhalten, dass 

die subjektiven Schmerzangaben der versicherten Person für die Begrün-

dung einer Arbeitsunfähigkeit allein nicht genügen. Vielmehr muss im Rah-

men der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, 

dass die Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüs-

sig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind. Dabei müssen die 

Schmerzangaben zuverlässiger medizinischer Feststellung und Überprü-

fung zugänglich sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_152/2024 vom 

15. Januar 2025 E. 5.2.3 mit Hinweis auf BGE 143 V 124 E. 2.2.2). Das 

subjektive Empfinden der versicherten Person, insbesondere wenn es sich 

nicht mit der Auffassung der medizinischen Fachleute deckt, kann für sich 

allein nicht massgebend sein. Es ist aber eine wichtige Aufgabe des ärztli-

chen Sachverständigen, sich mit den geklagten subjektiven Beschwerden 

der Explorandin auseinanderzusetzen (MEYER/REICHMUTH, a.a.O., N. 236 

zu Art. 28a IVG mit Hinweis). Diesen Vorgaben kamen der RAD-Arzt Dr. 

med. D._____ und insbesondere die erwähnten Fachärzte in den akten-

kundigen, vorangehend aufgeführten Berichten, auf die sich 

 - 12 - 

 

 

Dr. med. D._____ stützte, umfassend nach und führten schlüssig sowie 

plausibel begründet aus, dass die vom Beschwerdeführer geklagten Be-

schwerden und Einschränkungen organisch nicht vollumfänglich erklärbar 

seien. Zudem ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behan-

delnde Ärztinnen und Ärzte nicht nur in der Funktion als Hausärzte 

(BGE 135 V 465 E. 4.5; 125 V 351 E. 3a/cc), sondern auch als spezialärzt-

lich behandelnde Medizinalpersonen sowie auch behandelnde Therapie-

kräfte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels-

fällen mitunter eher zugunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_515/2020 vom 14. Oktober 2020 

E. 4.2.3 mit Hinweisen). Die im Beschwerdeverfahren eingereichten Be-

richte von Prof. Dr. med. E._____ vom 12. Juni 2024 (BB 6; vgl. E. 4.2. 

hiervor) und von Dr. med. C._____ vom 17. Februar 2025 (Beilage zur Ein-

gabe des Beschwerdeführers vom 10. März 2025) vermögen damit keine 

Zweifel an der überzeugenden Einschätzung von Dr. med. D._____ (vgl. 

E. 3.1. hiervor) zu begründen. 

 

Insgesamt wird eine gesundheitliche Beeinträchtigung des Beschwerde-

führers damit nicht in Abrede gestellt, diese vermag jedoch, wie dargelegt, 

die von ihm subjektiv empfundene (mindestens 50%ige) Arbeitsunfähigkeit 

auch in einer angepassten Tätigkeit nicht zu begründen. 

 

4.5. 

Zusammenfassend ergeben sich weder aus den Ausführungen des Be-

schwerdeführers noch den medizinischen Akten Hinweise, welche auch nur 

geringe Zweifel an der Schlüssigkeit und Vollständigkeit der Beurteilungen 

des RAD-Arztes Dr. med. D._____ (vgl. E. 3.1. hiervor) erwecken könnten 

(vgl. E. 3.2.2. hiervor). Die besagten Beurteilungen erfüllen demnach die 

Anforderungen der Rechtsprechung an beweiskräftige medizinische Stel-

lungnahmen (vgl. E. 3.2.1. hiervor). Der anspruchsrelevante medizinische 

Sachverhalt erweist sich vor diesem Hintergrund als vollständig abgeklärt. 

Auf weitere Abklärungen (vgl. Beschwerde S. 7; Eingabe des Beschwerde-

führers vom 10. März 2025) ist in antizipierter Beweiswürdigung zu verzich-

ten, da von solchen keine weiteren relevanten Erkenntnisse zu erwarten 

sind (BGE 127 V 491 E. 1b S. 494 mit Hinweisen) und entgegen dem Be-

schwerdeführer auch keine Verletzung der Untersuchungspflicht durch die 

Beschwerdegegnerin ersichtlich ist.  

 

Gestützt auf die RAD-Beurteilungen von Dr. med. D._____ ist damit bezüg-

lich der angestammten Tätigkeit seit dem 30. September 2020 von einer 

100%igen Arbeitsunfähigkeit und betreffend eine angepasste Tätigkeit vom 

30. September 2020 bis am 9. Februar 2022 ebenfalls von einer 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit und ab dem 10. Februar 2022 von einer 100%igen Ar-

beitsfähigkeit auszugehen (vgl. E. 3.1. hiervor). Ab Februar 2022 ist damit 

eine revisionsrechtlich relevante Veränderung des Gesundheitszustandes 

des Beschwerdeführers ausgewiesen (vgl. E. 2.2. hiervor). 

 - 13 - 

 

 

 

5. 

Hinsichtlich der erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens ist 

– nach dem Gesagten zu Recht – unbestritten, dass der Beschwerdeführer 

aufgrund der 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit vom 

30. September 2020 bis am 9. Februar 2022 für die Zeit vom 1. Septem-

ber 2021 bis 31. Mai 2022 einen Anspruch auf eine auf einem Invaliditäts-

grad von 100 % beruhende ganze Rente hat. Die von der Beschwerdegeg-

nerin zur Bemessung der Invalidität mittels der allgemeinen Methode des 

Einkommensvergleichs per Februar 2022 vorgenommene, in einem Invali-

ditätsgrad von 7 % resultierende Berechnung (VB 84 S. 6) wird vom rechts-

kundig vertretenen Beschwerdeführer – nach Lage der Akten im Ergebnis 

zu Recht – nicht beanstandet, so dass sich diesbezügliche Weiterungen 

erübrigen. Die Befristung der (ganzen) Rente per 31. Mai 2022 erweist sich 

demnach als rechtens. 

 

Die Verfügung vom 5. Juni 2024 (VB 84) ist damit zu bestätigen. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

6.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

 

6.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein An-

spruch auf Parteientschädigung zu.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.00 werden dem Beschwer-

deführer auferlegt. 

 

 - 14 - 

 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 17. März 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Peterhans    Fricker