# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 692e4d5e-d36b-509f-9e5b-b63937d50ead
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.06.2019 200 2018 391
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-391_2019-06-28.pdf

## Full Text

200 18 391 UV
KNB/SHE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. Juni 2019

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 4. Mai 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, UV/2018/391, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) war über seine berufliche Tätigkeit bei der Schweizeri-
schen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend Suva oder Beschwerdegeg-
nerin) obligatorisch unfallversichert, als er am 2. Januar 2005 in eine Auf-
fahrkollision verwickelt wurde (Akten der Suva [act. II] 1). Am 21. Februar 
2006 erfolgte ein weiteres Ereignis (Anschlagen des Kopfes an einem Tür-
pfosten [act. II 97 S. 7]). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und kam 
für die Folgen der Heilungskosten und der Arbeitsunfähigkeit auf. In der 
Folge tätigte sie berufliche und medizinische Abklärungen. Mit Verfügung 
vom 11. September 2008 (act. II 121) stellte sie im Zusammenhang mit 
dem Unfall vom 2. Januar 2005 die Heilungskosten und Taggeldleistungen 
per 30. September 2008 ein und verneinte einen Anspruch auf eine Invali-
denrente und/oder eine Integritätsentschädigung, was sie mit Einspra-
cheentscheid vom 30. Dezember 2008 (act. II 133) und das Verwaltungs-
gericht mit Urteil vom 7. September 2010, UV/2009/99 (Akten der Suva 
[act. IIA] 148), bestätigte. Die dagegen erhobene Beschwerde (act. IIA 149) 
hiess das Bundesgericht (BGer) mit Entscheid vom 15. Februar 2011, 
8C_844/2010 (act. IIA 154), dahingehend gut, als es das Urteil des Verwal-
tungsgerichts und den Einspracheentscheid der Suva aufhob und die Sa-
che an Letztere zurückwies, damit diese nach weiteren Abklärungen über 
ihre Leistungspflicht ab dem 1. Oktober 2008 neu verfüge. 

In der Folge holte die Suva bei der MEDAS C.________ (MEDAS) ein in-
terdisziplinäres Gutachten vom 9. August 2012 (act. IIA 177) ein. Am 5. 
Februar 2013 (act. IIA 184) verfügte sie, im Zusammenhang mit den Ereig-
nissen vom 2. Januar 2005 und 21. Februar 2006 über den 30. September 
2008 hinaus keine Versicherungsleistungen (Taggelder und Heilungskos-
ten) mehr zu erbringen und verneinte einen Anspruch auf eine Invaliden-
rente und/oder eine Integritätsentschädigung, was sie mit Einspra-
cheentscheid vom 4. Juli 2013 (Akten der Suva [act. IIB] 195) bestätigte. In 
Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde (act. IIB 198) hob das 
Verwaltungsgericht mit Urteil vom 29. September 2014, UV/2013/654 (act. 

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IIB 206), den angefochtenen Einspracheentscheid auf und wies die Sache 
an die Suva zurück, damit diese ein neues Gutachten einhole und alsdann 
neu verfüge. 

Die Suva liess den Versicherten in der Folge durch die Dres. med. 
D.________, Facharzt für Neurologie, E.________, Facharzt für Oto-Rhi-
no-Laryngologie, und F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, interdisziplinär begutachten (vgl. ORL-Teilgutachten vom 15. August 
2016 [act. IIB 248], psychiatrisches Teilgutachten vom 15. Dezember 2016 
[Akten der Suva {act. IIC} 250], neurologisches Teilgutachten vom 15. März 
2017 [act. IIC 251] sowie interdisziplinäre Beurteilung vom 29. März 2017 
[act, IIB 247]). Mit Verfügung vom 19. September 2017 (act. IIC 259) stellte 
sie die Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit den Unfällen vom 
2. Januar 2005 und 21. Februar 2006 per 30. September 2008 ein und ver-
neinte überdies einen Anspruch auf eine Invalidenrente und/oder eine Inte-
gritätsentschädigung. Die dagegen erhobene Einsprache (act. IIC 260) 
wies die Suva mit Entscheid vom 4. Mai 2018 (act. IIC 263) ab. 

B.

Mit Eingabe vom 17. Mai 2018 erhob der Versicherte hiergegen Beschwer-
de mit dem sinngemässen Rechtsbegehren, in Aufhebung des angefochte-
nen Einspracheentscheids sei der adäquate Kausalzusammenhang zwi-
schen den geltende gemachten Beschwerden und den Unfällen vom 2. Ja-
nuar 2005 und vom 21. Februar 2006 zu bejahen und ihm eine Invaliden-
rente sowie eine Integritätsentschädigung zuzusprechen.

Die Beschwerdegegnerin – vertreten durch Rechtsanwalt B.________ – 
schloss mit Beschwerdeantwort vom 26. September 2018 auf Abweisung 
der Beschwerde. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet der die Verfügung vom 19. Septem-
ber 2017 (act. IIC 259) bestätigende Einspracheentscheid vom 4. Mai 2018 
(act. IIC 263). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu 
Recht die vorübergehenden UVG-Versicherungsleistungen per 30. Sep-
tember 2008 einstellte und in Verneinung eines adäquaten Kausalzusam-
menhangs zwischen den Ereignissen vom 2. Januar 2005 und 21. Februar 
2006 und den geklagten Beschwerden den Anspruch des Beschwerdefüh-
rers auf eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung verneinte.

Soweit der Beschwerdeführer beschwerdeweise einen Kausalzusammen-
hang zwischen den Beschwerden und den Ereignissen vom 16. Mai 1993 
sowie 24. Juni 1998 herleitet und daraus einen Leistungsanspruch postu-
liert, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, da diese Ereignisse nicht 
Gegenstand des Verfahrens bilden. Insofern fehlt es an einem Anfech-
tungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung (BGE 125 
V 413 E. 1a S. 414). In Bezug auf das Ereignis vom 24. Juni 1998 war die 

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Leistungseinstellung per 31. Mai 2000 bzw. nach einem Rückfall per 31. 
Januar 2004 höchstrichterlich bestätigt worden (vgl. Entscheide des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 27. August 
2002, U 415/01, und vom 24. November 2006, U 91/06).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 
832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung vom 20. 
Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft 
getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten 
der Änderung vom 25. September 2015 des UVG ereignet haben, und für 
Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, werden – 
wie hier – nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbestim-
mungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG).

2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). Der Anspruch auf Leistungen 
der obligatorischen Unfallversicherung setzt nebst anderem einen natürli-
chen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem 
eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 
2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

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2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 
181; Entscheid des BGer vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1). 
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.4 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, ei-
nen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses 
Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 
129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 
122 E. 5.2). Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs 
zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitli-
chen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche 
Kausalzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von 
Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Be-
antwortung der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer 
Rechtsfrage – im Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzu-
sammenhang – nicht nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit zu erfolgen (BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

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2.4.1 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1). Objektivierbar sind 
Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des 
Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von 
organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann ge-
sprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen, insbe-
sondere bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei ange-
wendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 
138 V 248 E. 5.1 S. 251; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1).

2.4.2 Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für die 
Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszuge-
hen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubezie-
hen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese 
Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 
V 356 E. 3.2 S. 358, 115 V 133 E. 6c aa S. 140), während bei Schleuder-
traumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule sowie Schä-
del-Hirntraumen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychi-
schen Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112; SVR 
2018 UV Nr. 29 S. 101 E. 2.2). Dabei ist wie folgt zu differenzieren: Es ist 
zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleuder-
trauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verlet-
zung (SVR 1997 UV Nr. 95 S. 346 E. 2a, 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder 
ein Schädel-Hirntrauma (BGE 117 V 369 E. 4b S. 382; SVR 2001 UV Nr. 1 
S. 2 E. 3) erlitten hat, wobei die Schleudertrauma-Praxis nur dann Anwen-
dung findet, wenn sich innert der Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden Be-
schwerden in der Halsregion und der Halswirbelsäule (HWS) manifestieren 
(SVR 2009 UV Nr. 30 S. 107 E. 5.2). Liegt keine der erwähnten Verletzun-
gen vor, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 für Unfälle 
mit psychischen Folgeschäden zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen 
indessen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verlet-
zungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Be-
schwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 
(diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtniss-

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törungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Af-
fektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.; BGE 119 V 335 E. 1 S. 
338, 117 V 359 E. 4b S. 360) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur 
psychischen Problematik aber bereits unmittelbar nach dem Unfall ganz in 
den Hintergrund treten oder die physischen Beschwerden im Verlaufe der 
ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft 
nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den 
Hintergrund getreten sind (vgl. RKUV 2002 U 465 S. 438 E. 3a). Trifft dies 
zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 für 
Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätze massge-
bend; andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in der 
Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109, 117 V 359) festgelegten Kriteri-
en, d.h. ohne Unterscheidung zwischen körperlichen und psychischen Be-
schwerden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112, 127 V 102 E. 5b bb S. 103). Die 
Grundsätze gemäss BGE 115 V 133 sind auch anwendbar, wenn die im 
Anschluss an den Unfall auftretenden psychischen Störungen nicht zum 
typischen Beschwerdebild eines HWS-Traumas gehören. Erforderlichen-
falls ist vorgängig der Adäquanzbeurteilung zu prüfen, ob es sich bei den 
im Anschluss an den Unfall geklagten psychischen Beeinträchtigungen um 
blosse Symptome des erlittenen Traumas oder aber um eine selbstständi-
ge (sekundäre) Gesundheitsschädigung handelt, wobei für die Abgrenzung 
insbesondere Art und Pathogenese der Störung, das Vorliegen konkreter 
unfallfremder Faktoren oder der Zeitablauf von Bedeutung sind (SVR 2007 
UV Nr. 8 S. 28 E. 2.2). Ebenfalls nach BGE 115 V 133 vorzugehen ist, 
wenn bei einer versicherten Person bereits vor dem Unfall psychische Be-
schwerden vorlagen, die durch das Unfallereignis verstärkt wurden (Ent-
scheid des BGer vom 15. Juni 2007, U 159/05, E. 2.2). Die Diskussion der 
Frage, nach welchen Regeln die Adäquanz zu beurteilen ist, kann unter-
bleiben, wenn der Kausalzusammenhang auch nach der Schleudertrauma-
Praxis (BGE 134 V 109) zu verneinen ist (SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.3; 
Entscheid des BGer vom 17. Juni 2010, 8C_248/2010, E. 3.3).

2.5 Bei psychischen Unfallfolgen setzt die Bejahung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs grundsätzlich voraus, dass dem Unfallereignis für 
die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine mass-
gebende Bedeutung zukommt. Das trifft dann zu, wenn es objektiv eine 

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gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht 
fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist gemäss BGE 115 V 133 E. 6 S. 
138 an das objektiv erfassbare Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus-
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwi-
ckelnden Kräften – eine Katalogisierung der Unfälle in leichte (banale), im 
mittleren Bereich liegende und schwere Unfälle vorzunehmen ist. Die erlit-
tenen Verletzungen können dabei Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich 
beim Unfall entwickelt haben, gestatten. Abhängig von der Unfallschwere 
sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen. Diese 
werden unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 V 356 E. 
5.1 S. 359, 129 V 177 E. 4.1 S. 183; SVR 2018 UV Nr. 21 S. 76 E. 4.2, 
2011 UV Nr. 10 S. 36 E. 4.2.2).

2.5.1 Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des 
Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. ei-
nem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzu-
sammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in 
der Regel (vgl. jedoch BGE 140 V 356 E. 5.3 S. 360) ohne weiteres ver-
neint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch 
unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen wer-
den darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Ge-
sundheitsschaden zu verursachen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 
133 E. 6a S. 139).

2.5.2 Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammen-
hang zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der 
Regel zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach 
der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisie-
rende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken (BGE 129 V 177 E. 
4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6b S. 140).

2.5.3 Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwi-
schen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater 
Kausalzusammenhang besteht, nicht auf Grund des Unfalles allein schlüs-
sig beantworten. Das Bundesgericht hat daher festgestellt, dass weitere, 
objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zu-
sammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erschei-

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nen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen sind. Als wichtigste Kriterien 
sind zu nennen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6c aa S. 140):

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfal-
les; 

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen) Verletzungen, insbe-
sondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulö-
sen; 

- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; 

- körperliche Dauerschmerzen; 

- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; 

- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; 

- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist 
jedoch nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen 
kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen 
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit neben dem Unfall allen-
falls ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es 
sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittle-
ren Bereich zu zählen ist oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Un-
fall zu qualifizieren ist. Sowohl einem mittelschweren wie auch einem im 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegenden Ereignis kommt nur dann 
im Sinne adäquater Kausalität massgebende Bedeutung für die aktuelle 
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu, wenn ein einzelnes der unfallbezoge-
nen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder aber diese in 
gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (RKUV 2005 U 548 S. 232 
E. 3.2.3). Liegt im eigentlichen mittleren Bereich keines der Einzelkriterien 
in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vor, so müssen für die 
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kriterien erfüllt sein 
(SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 5.1). Handelt es sich um einen mittelschwe-
ren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müssen für die Beja-
hung der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2018 UV Nr. 29 S. 
102 E. 4.2.2). Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven 
Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz (BGE 117 V 
359 E. 6b S. 367, BGE 115 V 133 E. 6c bb S. 140; vgl. RKUV 1997 U 272 
S. 174 E. 4b).

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2.6 Nach der Schleudertrauma-Praxis ist analog zu den bei psychi-
schen Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätzen (BGE 115 V 
133) für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall 
zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Er-
werbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt (vgl. E. 2.5 hier-
vor). Der Katalog der – abschliessend aufgezählten (BGE 134 V 109 E. 
10.2 S. 127) – adäquanzrelevanten Kriterien lautet (BGE 134 V 109 E. 10.3 
S. 130; SVR 2017 UV Nr. 41 S. 143 E. 6.1):

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un-
falls; 

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; 

- fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; 

- erhebliche Beschwerden; 

- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; 

- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; 

- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

Im Rahmen der Schleudertrauma-Praxis wird bei der Beurteilung der vor-
stehend genannten Kriterien auf eine Differenzierung zwischen physischen 
und psychischen Komponenten verzichtet, weil hier nicht entscheidend ist, 
ob Beschwerden medizinisch eher als organisch und/oder psychischer Na-
tur bezeichnet werden (BGE 117 V 359 E. 5d aa S. 364 und E. 6a S. 367; 
RKUV 1999 U 341 S. 409 E. 3b, 1997 U 272 S. 174 E. 4a). Voraussetzung 
für die Anwendung dieser Praxis ist aber, dass die psychischen Beschwer-
den aus dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Be-
schwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein 
komplexes Gesamtbild ergeben (SVR 2001 UV Nr. 13 S. 48 E. 3b).

2.7 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache 
des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus-
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entwe-
der der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 
bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich 
nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, UV/2018/391, Seite 12

auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine) er-
reicht ist (SVR 2016 UV Nr. 18 S. 56 E. 2.1.1; Entscheid des BGer vom 21. 
September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1). Ebenso wie der leistungsbegrün-
dende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausa-
len Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens 
mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Mög-
lichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfal-
les genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfra-
ge handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leis-
tungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht 
bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (SVR 2011 UV 
Nr. 4 S. 13 E. 3.2).

2.8 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 
S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Von den Parteien unbestritten und durch die Akten belegt ist, dass 
der Beschwerdeführer am 2. Januar 2005 und am 21. Februar 2006 je ei-
nen Unfall im Rechtsinne erlitt und damit zumindest initial eine Leistungs-
pflicht bestand. Das Bundesgericht hielt in BGer 8C_844/2010 (act. IIA 
154) fest, es sei unbestritten, dass sich der Beschwerdeführer beim Ereig-
nis vom 2. Januar 2005 eine HWS-Distorsion zugezogen habe und in der 
Folge unter den für eine solche Verletzung typischen Beschwerden gelitten 
habe. Namentlich sei aktenkundig, dass innert fünf Stunden nach dem Un-
fall Nacken- und Kopfschmerzen aufgetreten seien (E. 4.2). Es sei davon 
auszugehen, dass die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden or-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, UV/2018/391, Seite 13

ganisch objektiv nicht ausgewiesen seien. (E. 4.3). Weiter könne nicht da-
von ausgegangen werden, dass die durch den Unfall mit Schleudertrauma 
verursachten Beschwerden durch eine Dominanz der psychischen Proble-
matik imponieren würden (E. 4.7) und es könne nicht gesagt werden, die 
psychischen Beschwerden würden ganz im Vordergrund stehen bzw. die 
zum Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS gehörenden 
Störungen seien in den Hintergrund getreten. Die Anwendbarkeit der 
Schleudertrauma-Praxis könne jedenfalls nicht von vornherein ausge-
schlossen werden (E. 4.8). Der Unfall vom 2. Januar 2005 habe weder eine 
psychische Fehlentwicklung herbeigeführt, noch die vorbestehende psychi-
sche Störung verschlimmert. Jedoch stehe gemäss den psychiatrischen 
Stellungnahmen fest, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner vorbe-
stehenden psychischen Problematik deutlich eingeschränkt sei, mit – allen-
falls unfallbedingten – Belastungen und Schmerzen umzugehen. Nach La-
ge der medizinischen Akten bestünden Hinweise darauf, dass es nach dem 
Unfall vom 2. Januar 2005 zu einer Verschlimmerung der Schmerzen ge-
kommen sei, was sich nunmehr zufolge des psychischen Leidens und der 
damit verbundenen mangelhaften Fähigkeit, mit Schmerzen umzugehen, 
auch in be-trächtlichem Umfang auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Mit Blick 
auf die er-höhten Anforderungen an den Nachweis einer natürlich unfall-
kausalen Verletzung, welche die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis 
rechtfertige, hätten daher beweismässige Weiterungen nicht unterbleiben 
dürfen. Die Sache wurde zur Einholung eines poly-/interdisziplinären Gut-
achtens an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen (E. 4.10).

Bezüglich des in der Folge von der Beschwerdegegnerin bei der MEDAS 
eingeholten interdisziplinären Gutachtens vom 9. August 2012 (act. IIA 
177) kam das Verwaltungsgericht in VGE UV/2013/654 (act. IIB 206) zum 
Schluss, das Gutachten erfülle die rechtsprechungsgemäss an den Be-
weiswert eines ärztlichen Berichts gestellten Anforderungen nicht. Das 
Gutachten sei in wesentlichen Punkten fehlerhaft und basiere auf unvoll-
ständigen Akten, weshalb ihm die Beweiskraft und Verwertbarkeit abzu-
sprechen sei. Das Verwaltungsgericht wies die Sache zur Einholung eins 
neuen Gutachtens an die Beschwerdegegnerin zurück (E. 4). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, UV/2018/391, Seite 14

3.2 In der Folge beauftragte die Beschwerdegegnerin die Dres. med. 
D.________, E.________ und F.________, den Beschwerdeführer inter-
disziplinär zu untersuchen (act. IIB 232). Diese stellten in der interdiszi-
plinären Beurteilung vom 29. März 2017 (act. IIB 247) folgende Diagnosen:

• Schizoide Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.1) seit dem frühen Erwachsenenalter,
• anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4),
• nicht näher bezeichnete somatoforme Störung (ICD-10 F45.9),
• posttraumatischer und dekompensierter Tinnitus der Jastreboff-Kategorie 2 (S. 5). 

Sämtliche genannten Verletzungen seien nicht geeignet, auf neurologi-
schem Fachgebiet mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer versiche-
rungsmedizinisch relevanten, dauerhaften Beeinträchtigung der Gesundheit 
zu führen. Dies bezogen auf die Unfallereignisse aus den Jahren 1993 und 
1998, insbesondere aber auf die vorliegend relevanten Ereignisse vom 2. 
Januar 2005 und 21. Februar 2006. Gemäss den Akten sei zu keinem Zeit-
punkt in einer ärztlichen Untersuchung im neurologischen Befund eine rele-
vante Störung objektivierbar gewesen, die eine Schädigung des Gehirns, 
des Rückenmarks oder auch der peripheren Nervenstrukturen wie bspw. 
der Nervenwurzeln im Rahmen eines Traumas im Bereich des Kopfes oder 
der HWS anzeigen würden. Zu keinem Zeitpunkt hätten in den MRI-Unter-
suchungen von Gehirn und HWS besondere und relevante Auffälligkeiten 
gefunden werden können, die auf ein Unfallereignis zu beziehen seien. 
Auch darüber hinaus hätten keine besonderen andersartigen pathologi-
schen Veränderungen vorgelegen. Schliesslich sei auch der aktuelle neuro-
logische Untersuchungsbefund ohne besondere Einschränkungen oder 
Auffälligkeiten. Sehr auffällig sei allerdings die Diskrepanz der subjektiv 
erlebten Einschränkungen einerseits, der sportlich gut trainiert wirkende 
Habitus des Versicherten andererseits. Somit würden sich auf neurologi-
schem Fachgebiet insbesondere bezogen auf die Unfallereignisse vom 2. 
Januar 2005 und 21. Februar 2006 gegenwärtig keine versicherungsmedi-
zinisch relevanten Einschränkungen feststellen und auch keine besondere 
Diagnose mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit stel-
len lassen. Beim Versicherten bestehe offensichtlich ein grosses Bedürfnis, 
an sich körperlich strukturelle Auffälligkeiten zu finden, die besondere Ein-
schränkungen begründen könnten (S. 2 Ziff. 1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, UV/2018/391, Seite 15

Aus ORL-sicht bestehe bei beidseitiger leichter Hochtonperzeptionsschwer-
hörigkeit ein beidseitiger posttraumatischer und dekompensierter Tinnitus 
der Jastreboff-Kategorie 2. Nach Goebel/Hiller könne er als schwergradig 
bezeichnet werden. Der Tinnitus dürfte bis vor 1998 der üblichen Präva-
lenz entsprochen haben, sei durch den Unfall von 1998 stärker geworden, 
sei damals aber noch ziemlich kompensiert gewesen. Spätestens durch 
den Auffahrunfall im Jahre 2005 habe er sich jedoch zur Dekompensation 
verstärkt. Der dekompensierte Tinnitus wirke sich sowohl auf kognitive wie 
auch auf körperliche Arbeiten aus. Offenbar sei dem Versicherten eine 
50%-ige Arbeit in der angestammten Tätigkeit zumutbar. Der Unfall vom 2. 
Januar 2005 scheine bezüglich Tinnitus zur Dekompensation und somit zur 
Verschlimmerung und Reduktion der Arbeitsfähigkeit geführt zu haben. 
Gemäss der Tabelle 13 „Integritätsentschädigung nach UVG, Integritäts-
entschädigung bei Tinnitus“ schätzte der ORL-Gutachter einen Integritäts-
schaden von 10% (S. 3 Ziff. 2).

Psychiatrischerseits liege eine schizoide Persönlichkeitsstörung (ICD-10 
F60.1) seit dem frühen Erwachsenenalter vor, mit/bei einer anhaltenden so-
matoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und einer nicht näher be-
zeichneten somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.9). Die Persönlich-
keitsstörung bzw. die damit verbundenen Verhaltensauffälligkeiten und Be-
funde lägen seit der frühen Zeit der Adoleszenz vor. In diesem Sinne seien 
sie als unfallunabhängig bzw. unfallfremd anzusehen. In Bezug auf die 
schizoide Persönlichkeitsstörung sei daher kein Zusammenhang mit den 
vier Unfällen zu postulieren, d.h. die natürliche Unfallkausalität sei zu ver-
neinen. Umgekehrt aber sei davon ausgegangen worden, dass die Persön-
lichkeitsstörung die Ausbildung der beiden somatoformen Störungen im 
Kontext einer adäquaten Unfallverarbeitung begünstigt haben dürfte (S. 8 
Ziff. 3). Unter der Annahme, dass der Versicherte aufgrund seines Selbst 
bzw. seiner Persönlichkeit (bereits unfallvorbestehend) in seinen Möglich-
keiten eingeschränkt gewesen sein dürfte, mit Belastungen oder schwieri-
gen Lebensereignissen umzugehen, könne denn auch gefolgert werden, 
dass er in der Verarbeitung der Unfälle und deren Folgebeschwerden 
(Schmerzen und Tinnitus) limitiert gewesen sein dürfte. Gleichzeit dürfte er 
wegen den nach den Unfällen aufgetretenen Schmerzen und des Tinnitus 
nicht mehr auf ausgleichende Strategien wie den Sport oder die Reisen zu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, UV/2018/391, Seite 16

rückgreifen können, welche die bislang schizoide Persönlichkeitsstörung – 
gerade durch einzelgängerische Tätigkeiten – stabilisiert haben dürften. 
Auch die Ausbildung des Tinnitus bzw. den Umgang damit sieht der psych-
iatrische Gutachter beim Versicherten nicht losgelöst von der Persönlich-
keitsstörung, welche ihm nur limitierte Möglichkeiten biete, bzw. gestatte, 
mit einer im Allgemeinen erträglichen Symptomatik einen passenden Um-
gang zu finden. Statt diese im Allgemeinen erträgliche Symptomatik anzu-
nehmen, dem Geräusch (bspw.) zuzuhören, einen einvernehmlichen Um-
gang zu finden, was dann zu einer willentlichen Überwindbarkeit führen 
könne, wähle der Versicherte im Rahmen seiner Möglichkeiten eine hart-
näckige und rigide Fixierung und Zentrierung, welches dem Symptom im 
Sinne eins Verbündeten immer mehr Gewicht gebe. Statt sich der Zusam-
menhänge mit dem Trauma (dem Unfall) oder aber mit möglichen psychi-
schen Faktoren auseinanderzusetzen, wähle der Versicherte die Körper-
ebene bzw. die Somatisierung. Für beide somatoformen Störungen sei mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit der natürliche Kausalzusammenhang 
mit dem Unfall vom 2. Januar 2005 zu bejahen (S. 4).

Die Gutachter führten in der integrativen Gesamtbeurteilung zusammenfas-
send aus, wenn nun der von der HNO-Seite festgehaltene posttraumati-
sche und dekompensierte Tinnitus von Seiten der Psychiatrie als Somati-
sierung bzw. nicht näher bezeichnete somatoforme Störung beurteilt wor-
den sei, seien die beiden letztgenannten Diagnosen nicht separat sondern 
als zusammengehörend zu betrachten. Wenn weiter von Seiten der Neuro-
logie die Beschwerden des Versicherten nicht organisch hätten erklärt wer-
den können, bzw. keine Diagnose formuliert worden sei, könne in der Ge-
samtbeurteilung vollumfänglich auf die psychiatrische Beurteilung abge-
stellt werden. Als Grundmorbus sei von einer schizoiden Persönlichkeitss-
törung (ICD-10 F60.1) auszugehen, welche unfallunabhängig anzusehen 
sei. Im Kontext der Persönlichkeitspathologie sei bis zum Zeitpunkt des Un-
falls im Januar 2005 von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der 
Grössenordnung von 20% auszugehen. Im Zusammenhang mit früheren 
Unfällen, insbesondere desjenigen aus dem Jahr 1998, dürfte der Versi-
cherte bereits vor dem Januar 2005 einen Tinnitus und ein intermittieren-
des Schmerzerleben aufgewiesen haben, welche aber bis zu diesem Zeit-
punkt als kompensiert und nicht als krankheitswertig anzusehen seien. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, UV/2018/391, Seite 17

Auch dürften diese Beschwerden die 80%-ige Arbeitsfähigkeit nicht oder 
nicht relevant beeinträchtigt haben. Im Kontext und als Folge des Unfalls 
vom 2. Januar 2005 hätten sich dann aber die beiden psychiatrischen 
Störungsbilder des somatoformen Kreises entwickelt, welche sich insbe-
sondere in einer Akzentuierung der Schmerzen und in der Form eines de-
kompen-sierten Tinnitus zeigten. Beide somatoformen Störungsbilder stün-
den mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzu-
sammenhang mit dem Unfall vom 2. Januar 2005. Das Unfallereignis vom 
21. Februar 2006 habe zu keiner relevanten weiteren Akzentuierung der 
Beschwerden mehr geführt (S. 5). Im Zusammenhang mit den beiden 
Störungsbildern des somatoformen Kreises bzw. insbesondere aufgrund 
einer Antriebsproblematik, einer schnellen Erschöpfbarkeit oder Störungen 
der Konzentration als Folge der Schmerzen und des Ohrgeräusches sei 
von ei-ner Schmälerung der Arbeitsfähigkeit von rund 30% auszugehen. In 
diesem Sinne sei seit dem Januar 2005 – quantitativ gesehen – von einer 
Arbeitsfähigkeit bzw. Arbeitsunfähigkeit von 50% auszugehen, wobei nur 
eine Arbeitsunfähigkeit von 30% als unfallbedingt anzusehen sei. Leis-
tungsmäs-sige Einschränkungen relevanter Art seien nicht zu erwarten. 
Aufgrund ausgeschöpfter bzw. fehlender psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlungsmöglichkeiten sei von einem dauerhaf-
ten Gesundheitsschaden auszugehen. In diesem Sinne sei dem Versicher-
ten denn auch eine Integritätsentschädigung von insgesamt 30% geschul-
det (S. 6). 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, UV/2018/391, Seite 18

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati-
on einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen In-
halt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.4

3.4.1 Die interdisziplinäre Beurteilung der Dres. med. D.________, 
E.________ und F.________ vom 29. März 2017 (act. IIB 247) erfüllt 
grundsätzlich die Anforderungen der Rechtsprechung an Expertisen (E. 3.3 
hiervor). Die Gutachter haben sich in ihren Beurteilungen sorgfältig mit den 
gesundheitlichen Einschränkungen auseinandergesetzt sowie ihre Schluss-
folgerungen und Einschätzungen gestützt auf ihre Untersuchungen und die 
Akten in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dargelegt. Sie hatten 
Kenntnis aller Vorakten und haben sämtliche ihnen zur Verfügung stehen-
den Informationen in ihren Beurteilungen gewürdigt. Die Ausführungen in 
den Beurteilungen der medizinischen Zusammenhänge sind – ausgenom-
men die Kausalitätsüberlegungen und versicherungsmedizinischen Erwä-
gungen des ORL-Gutachters Dr. med. E.________ – einleuchtend und die 
gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand überzeugend 
begründet.

3.4.2 Soweit Dr. med. E.________ in der interdisziplinären Beurteilung 
postuliert, der dekompensierte Tinnitus sei einem organischen Substrat zu-
zuordnen bzw. dieses organische Substrat lasse sich objektivieren (act. IIB 
247 S. 6 Ziff. 1), kann ihm nicht gefolgt werden. Das Bundesgericht hat 
unter Verweis auf die medizinische Literatur festgehalten, dass der Tinnitus 
als ein regelmässiges, mehr oder weniger dauernd vorhandenes, in einem 
Ohr oder beiden Ohren lokalisiertes diffus im Kopf empfundenes Geräusch 
definiert werde. Die Patienten verwendeten Bezeichnungen wie Pfeifen, 
Rauschen, Sausen, Läuten, Brummen usw. Gemäss einer anderen Um-
schreibung würden als Tinnitus Auris oder kurz Tinnitus akustische Wahr-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, UV/2018/391, Seite 19

nehmungen bezeichnet, welche keinen externen akustischen Quellen zu-
geordnet werden könnten. Tinnitus werde auch als subjektiver Höreindruck, 
der nicht auf der Stimulation durch einen äusseren Schallreiz beruhe, aber 
als solcher empfunden werde, erklärt. Ein weiterer Wortlaut gehe dahin, 
dass Tinnitus eine auditorische Empfindung sei, die ohne äussere akusti-
sche oder elektrische Reizung entstehe und die keinen subjektiven Infor-
mationsgehalt habe (BGE 138 V 248 E. 5.7.1 S. 253).

Es hat darauf basierend ausgeführt, ein Tinnitus lasse sich unter verschie-
denen Gesichtspunkten einteilen. Vorab von Interesse sei die Unterschei-
dung, welcher ein Teil der medizinischen Lehre das Begriffspaar „objekti-
ver“ und „subjektiver“ Tinnitus zuordne. Danach bezeichne der sog. objekti-
ve Tinnitus ein Ohrgeräusch, welches aufgrund pathologisch-anatomischer 
Veränderungen entstehe und grundsätzlich auch für Aussenstehende – 
allenfalls mit technischen Hilfsmitteln – hörbar werde. Meist handle es sich 
um gefässreiche Missbildungen, Tumore oder um muskulär bedingte 
Schallgeräusche. Der subjektive, resp. besser „nicht objektive“ Tinnitus 
werde einzig durch den Betroffenen gehört und stelle die weitaus häufigste 
Form dar (BGE 138 V 248 E. 5.7.2 S. 254 mit Hinweis auf die medizinische 
Literatur). 

Schliesslich hielt das Bundesgericht fest, ein (subjektiver) Tinnitus könne 
gemäss der medizinischen Lehre nicht objektiv gemessen werden. Alle 
Untersuchungen zielten nur auf eine „Vergleichbarkeit“ oder „Verdeckbar-
keit“ ab. Dabei ständen die Kooperation des Patienten und seine volle Sub-
jektivität im Mittelpunkt. Der Untersuchende sei aber darauf angewiesen, 
dass die Angaben des Betroffenen wahrheitsgemäss erfolgten. Es komme 
immer wieder vor, dass Betroffene „übertreiben“ oder „untertreiben“. Die 
Einstufung des Tinnitus innerhalb gebräuchlicher Raster mit drei bis vier 
Schweregraden erfolge denn auch nicht aufgrund audiometrischer oder 
anderer Messungen, sondern nach der subjektiv empfundenen Beeinträch-
tigung. Dementsprechend würden die Schweregrade des Tinnitus den sub-
jektiven Leidensdruck wiedergeben und müssten nicht mit irgendwelchen 
Tinnitusparametern wie der subjektiven Lautheit oder mit audiologischen 
Messungen korrelieren. Der Schweregrad eines (subjektiven) Tinnitus wer-
de demzufolge nicht mittels objektiver Messungen, sondern ausschliesslich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, UV/2018/391, Seite 20

aufgrund der Angaben der betroffenen Person und der subjektiv empfun-
denen Beeinträchtigung festgelegt (BGE 138 V 248 E. 5.9.1 S. 256). Das 
zeige nicht nur, dass keine Untersuchungsergebnisse gewonnen werden 
könnten, welche der allgemeinen Umschreibung der Objektivierbarkeit 
genügen. Vielmehr erhelle auch, dass der nur so bestimmbare Schwere-
grad keine verlässlichen Rückschlüsse auf eine organische Unfallfolge als 
Ursachen des Tinnitus bieten könne (BGE 138 V 248 E. 5.9.2 S. 257). 

Das Bundesgericht gelangte zum Schluss, dass keine medizinisch gesi-
cherte Grundlage bestehe, um einen Tinnitus als körperliches Leiden zu 
betrachten oder ihn (zwingend) einer organischen Ursache zuzuordnen. 
Zudem lasse sich nicht vom Schweregrad eines Tinnitus auf eine organi-
sche Unfallfolge als Ursache schliessen. Das schliesse zwar nicht aus, 
dass ein Tinnitus in einer organischen Unfallfolge begründet sein könne. Es 
bestehe aber keine Rechtfertigung, bei einem Tinnitus, welcher im Einzel-
fall nicht nachgewiesenermassen auf eine solche Unfallfolge zurückzu-
führen sei, auf das Erfordernis einer besonderen Adäquanzprüfung zu ver-
zichten (BGE 138 V 248 E. 5.10 S. 257).

3.4.3 Der beim Beschwerdeführer diagnostizierte Tinnitus ist weder objek-
tivierbar noch einem organischen Substrat zuzuordnen. Im ORL-
Teilgutachten vom 15. August 2016 (act. IIB 248) führte denn auch 
Dr. med. E.________ aus, ein Tinnitus sei mit Ausnahme von PET-Bildern 
(Positronen-Emissions-Tomographie) nicht messbar. Insbesondere könn-
ten Frequenzen und Lautstärke nur subjektiv mittels Vergleichston doku-
mentiert werden. Diese medizinischen Ausführungen korrelieren mit den 
bundesgerichtlichen Feststellungen zur medizinischen Lehre (vgl. E. 3.4.1). 
Dr. med. E.________ basierte seine Einschätzung denn auch auf den Ver-
laufsschilderungen des Beschwerdeführers und ging damit, auch wenn er 
eine natürliche Unfallkausalität postulierte, letztlich von einem (im Sinne der 
vorstehend dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung) apparativ 
nicht darstellbaren Tinnitus aus. Daran ändert auch sein Hinweis auf die 
PET-Bildgebung nichts. Weder die behandelnden Ärzte noch die verschie-
denen Gutachter sahen bisher je eine hinreichende Indikation zur Anferti-
gung solcher Bilder. Dies überzeugt, wurden doch von den sonstigen so-
matisch orientierten Ärzten, insbesondere auch vom neurologischen Gut-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, UV/2018/391, Seite 21

achter, nie Anzeichen für eine massgebliche (organische) Störung als Ur-
sache des geklagten Tinnitus erhoben.

Es ist damit im Sinne eines Zwischenfazits festzuhalten, dass der vom Be-
schwerdeführer geklagte Tinnitus keine nachweisbare organische Grundla-
ge hat. Dies wird letztlich auch durch die weiteren Akten bestätigt: Im Be-
richt des Zentrums G.________ vom 1. Februar 2005 (act. II 11) war ein 
chronifizierter, posttraumatischer, kompensierter Tinnitus beidseits dia-
gnostiziert worden. Das Reintonaudiogramm ergab eine symmetrische dis-
krete Hochtonschwerhörigkeit. Am 9. März 2005 (act. II 25) führte das Zen-
trum G.________ aus, zwischenzeitlich seien weitere Abklärungen vorge-
nommen worden. Sowohl eine ERA wie auch eine ORA ergaben keine Auf-
fälligkeiten. Eine ergänzend durchgeführte Sprachaudiometrie ergab einzig 
einen diskreten Diskriminationsverlust. Im Bericht des Zentrums 
G.________ vom 23. Juni 2005 (act. II 25) wurde ausgeführt, audiome-
trisch würden sich keine Besonderheiten ergeben. Die diskrete Hoch-
tonstörung sei kommunikativ nicht relevant. Die Tinnitometrie lasse den 
bilateralen Tinnitus bei 14 kHz knapp überschwellig verdecken und die 
Verdeckungskurve nach Feldmann zeige sich als Konvergenztyp bei auch 
in den hohen Frequenzen nicht eingeschränkter Hördynamik. Eine fach-
psychologische Kurzbeurteilung habe ergeben, dass die Tinnitusbelastung 
abhängig von physischen und psychischen Einflüssen sei. Schliesslich 
wurde der Tinnitus auch im MEDAS-Gutachten vom 9. August 2012 (act. 
IIA 177) als subjektiv eingestuft (S. 44 Ziff. 7.2). Was der Beschwerdeführer 
dagegen vorbringt (vgl. Beschwerde S. 3 Ziff. 2), überzeugt demnach nicht.

3.5 Zusammenfassend ist, was den Unfall vom 2. Januar 2005 betrifft, 
erstellt, dass die danach (vermehrt) geklagten Beschwerden nicht auf ein 
unfallbedingtes organisches Substrat struktureller Natur zurückzuführen 
sind. Der Unfall vom 21. Februar 2006 hat zudem zu keiner relevanten zu-
sätzlichen Akzentuierung der Beschwerden geführt (act. IIC 247). Somit ist 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens ab der Leistungseinstel-
lung per 30. September 2008 ein natürlicher Kausalzusammenhang zwi-
schen dem Unfall vom 21. Februar 2006 und den geltend gemachten Be-
schwerden zu verneinen. Nachfolgend ist jedoch zu prüfen, ob die geklag-
ten Beschwerden in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Un-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, UV/2018/391, Seite 22

fall vom 2. Januar 2005 stehen. Durch weitere Behandlungsmassnahmen 
kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine erhebliche Verbes-
serung des unfallbedingten Gesundheitszustandes erwartet werden (act. 
IIB 247 S. 7 Ziff. 6 i.V.m. act. IIC 250 S. 50). Gegenteiliges wird denn vom 
Beschwerdeführer auch nicht vorgebracht. Zudem standen im Zeitpunkt 
des Fallabschlusses per 30. September 2008 keine Eingliederungsmass-
nahmen der Invalidenversicherung zur Diskussion. 

4.

4.1 Vorliegend kommt – entgegen dem Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers (vgl. Beschwerde S. 3 Ziff. 1) – die Adäquanzprüfung für Unfälle mit 
psychischen Folgeschäden (Psycho-Praxis; BGE 115 V 133) zur Anwen-
dung. Wie bereits dargelegt (vgl. E. 3.2 hiervor) wurden in der interdiszi-
plinären Beurteilung vom 29. März 2017 (act. IIB 247) eine schizoide Per-
sönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.1) seit dem frühen Erwachsenenalter, eine 
an-haltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), eine nicht 
näher bezeichnete somatoforme Störung (ICD-10 F45.9) sowie ein post-
traumatischer und dekompensierter Tinnitus der Jastreboff-Kategorie 2 
diagnostiziert (S. 5). Bei der ersten Diagnose handelt es sich unbestritten 
um ein psychisches Leiden (vgl. u.a. Entscheid des BGer vom 28. März 
2011, 8C_890/2010, E. 4.1). Ebenfalls handelt es sich bei der somatofor-
men Schmerzstörung um psychische Befunde (vgl. u.a. Entscheid des 
BGer vom 1. Juni 2015, 8C_181/2015, E. 4.1). Gleiches gilt für die nicht 
näher bezeichnete somatoforme Störung. Was den dekompensierten Tinni-
tus be-trifft, ändert auch dies nichts daran, dass die Adäquanzprüfung nach 
BGE 115 V 133 vorzunehmen ist, gehört er doch nicht zu den Beschwer-
den, welche üblicherweise Schleudertraumen und adäquanzrechtlich gleich 
behandelten Leiden zugerechnet werden (vgl. in BGE 138 V 248 nicht publ. 
E. 6.1.2 [BGer 8C_498/2011]). In Anwendung der Psycho-Praxis nach BGE 
115 V 133 ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den geklagten 
Beschwerden und dem Unfall vom 2. Januar 2005 ohne Weiteres zu ver-
neinen. Nähere Ausführungen hierzu erübrigen sich jedoch, da, wie nach-
folgend gezeigt, die Adäquanz auch nach der Schleudertrauma-Praxis 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, UV/2018/391, Seite 23

(BGE 134 V 109) zu verneinen wäre (SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.3; BGer 
8C_248/2010, E. 3.3).

4.2 Was das Unfallereignis vom 2. Januar 2005 betrifft, ist aufgrund der 
Akten Folgendes erstellt: Der Beschwerdeführer sass angegurtet am Steu-
er des eigenen Personenwagens, als er innerorts vor einem Fussgänger-
streifen anhalten musste, um Passanten die Strasse überqueren zu lassen. 
Dabei ist das nachfolgende Fahrzeug in seinen Personenwagen geprallt 
(act. II 77). Rechtsprechungsgemäss (vgl. u.a. Entscheid des BGer vom 29. 
Juli 2010, 8C_310/2010, E. 7.1) werden einfache Auffahrkollisionen auf ein 
(haltendes) Fahrzeug regelmässig als mittelschweres, im Grenzbereich zu 
den leichten Unfällen liegendes Ereignis eingestuft. Vorliegend verhält es 
sich gleich, zumal die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung des 
Fahrzeugs des Beschwerdeführers (sog. Delta-v) gemäss der biomechani-
schen Kurzbeurteilung vom 19. September 2006 (act. IIA 140.5) innerhalb 
eines Bereichs von 10-15 km/h gelegen hat, was gemäss bundesgerichtli-
cher Rechtsprechung (vgl. BGer 8C_310/2010, E. 7.1) die Einreihung im 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen rechtfertigt. Für die Annahme, dass 
sich bei der Auffahrkollision eher bescheidene Kräfte ausgewirkt haben, 
spricht im Übrigen auch die Tatsache, dass die Unfallbeteiligten keine ärzt-
liche Betreuung am Unfallort beanspruchten. Aufgrund des Umstandes, 
dass der Beschwerdeführer danach die Fahrt mit dem Auto fortsetzen 
konnte (act. II 77 S. 2), wäre auch die Einreihung bei den leichten Unfällen 
denkbar. Nach dem Gesagten kann die Adäquanz nur bejaht werden, wenn 
mindestens vier der sieben Adäquanzkriterien erfüllt sind oder eines be-
sonders ausgeprägt vorliegt (vgl. E. 2.5.3 i.V.m. 2.5.6 hiervor). 

4.2.1 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder 
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist vorliegend nicht erfüllt. So ist 
das Kriterium objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des subjektiven 
Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person. Jedem mindes-
tens mittelschweren Unfall ist eine gewisse Eindrücklichkeit eigen, welche 
somit noch nicht für die Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (BGE 
140 V 356 E. 5.6.1 S. 366, 134 V 109 E. 10.2.1 S. 127; SVR 2016 UV Nr. 
21 S. 69 E. 5.3.2). Die Rechtsprechung hat dabei insbesondere etwa in Er-
wägung gezogen, ob das Ereignis objektiv einen unmittelbar lebensbedro-

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henden Charakter habe (vgl. Entscheid des BGer vom 16. Dezember 2016, 
8C_611/2016, E. 3.4), was vorliegende offensichtlich zu verneinen ist. 

4.2.2 Die Diagnose eines Schleudertraumas (oder einer anderen, 
adäquanzrechtlich gleich behandelten Verletzung) genügt für sich allein 
nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der 
erlittenen Verletzung. Es bedarf dazu vielmehr einer besonderen Schwere 
der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Um-
stände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können 
beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körper-
haltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen. Auch erheb-
liche Verletzungen, welche sich die versicherte Person neben dem Schleu-
dertrauma zugezogen hat, können bedeutsam sein (BGE 134 V 109 E. 
10.2.2 S. 127; SVR 2017 UV Nr. 9 S. 33 E. 7). Eine HWS-Distorsion, wel-
che eine bereits erheblich vorgeschädigte Wirbelsäule trifft, ist speziell ge-
eignet, die "typischen" Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verlet-
zung besonderer Art zu qualifizieren ist. Dabei ist allerdings in der Regel 
vorausgesetzt, dass die versicherte Person aufgrund der Vorschädigung 
unmittelbar vor dem Unfall mindestens teilweise arbeitsunfähig war (SVR 
2017 UV Nr. 41 S. 143 E. 6.3). Vorliegend wurde initial eine HWS-
Distorsion diagnostiziert (vgl. u.a. Dokumentationsbogen für Erstkonsultati-
on nach kranio-zervika-lem Beschleunigungstrauma von Dr. med. 
H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 3. Januar 2005 
[act. II 6]). Jedoch ist darauf hinzuweisen, dass vor dem Unfall vom 2. Ja-
nuar 2005 in Bezug auf die HWS keine Arbeitsunfähigkeit bestand. Entge-
gen den Ausführungen des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. 
3) war die HWS vor diesem Unfall auch nicht unfallbedingt vorgeschädigt. 
So war sie beim Unfall im Jahr 1993 nicht betroffen (vgl. u.a. act. IIC 251 S. 
25). Bezüglich des Unfalls aus dem Jahre 1998 wurde in EVG U 415/01, 
festgestellt, es sei nie ein Schleudertrauma der HWS diagnostiziert worden 
(E. 2.1). Auch blieb das am 1. Juli 2007 durchgeführte MRI der HWS un-
auffällig und ohne Nachweis posttraumatischer Veränderungen (vgl. act. 
IIC 251 S. 4). Weiter vermögen der durch den Unfall dekompensierte vor-
bestehende Tinnitus sowie die diagnostizierten psychiatrischen Störungs-
bilder des somatoformen Kreises nicht als besondere Art der erlittenen Ver-
letzungen zu gelten. Das Kriterium ist somit vorliegend nicht erfüllt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, UV/2018/391, Seite 25

4.2.3 Eine fortgesetzte spezifische, belastende ärztliche Behandlung hat 
vorliegend – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Beschwer-
de S. 4 Ziff. 3) – nicht stattgefunden. Für das Erfüllen des Kriteriums er-
forderlich ist eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf ei-
ne Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgerichtete ärztliche Be-
handlung, verbunden mit einer erheblichen zusätzlichen Beeinträchtigung 
der Lebensqualität. Ambulante Physiotherapie, alternativ-medizinische 
Massnahmen sowie Verlaufskontrollen sind nicht im Sinne der Rechtspre-
chung als belastend zu qualifizieren (BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128; SVR 
2007 UV Nr. 25 S. 84 E. 8.3.3; Entscheid des BGer vom 16. Februar 2009, 
8C_327/2008, E. 4.2). Auch sind ärztliche Abklärungsmassnahmen nicht zu 
berücksichtigen (vgl. Entscheid des BGer vom 4. November 2016, 
8C_616/2016, E. 8). Eine solche belastende Behandlung fand vorliegende 
nicht statt, zumindest war sie nicht mit einer zusätzlichen Beeinträchtigung 
der Lebensqualität verbunden, wenn die Aktivitäten des Beschwerdeführers 
(vgl. E. 4.2.4 hiernach) berücksichtigt werden. 

4.2.4 Für die Adäquanzfrage wesentlich können im Weiteren in der Zeit 
zwischen Unfall und Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch beste-
hende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach 
den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die 
verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 
134 V 109 E. 10.2.4 S. 128; SVR 2017 UV Nr. 9 S. 33 E. 9). Das Kriterium 
ist vorliegend zu verneinen. Daran ändert weder der Umstand etwas, dass 
das Bundesgericht in BGer 8C_844/2010 (act. IIA 154) feststellte, in der 
Folge des Unfalls vom 2. Januar 2005 habe der Beschwerdeführer an den 
für eine HWS-Distorsion typischen Beschwerden gelitten (E. 4.2), noch 
dass aus den Akten, insbesondere dem ORL-Teilgutachten vom 15. August 
2018 (act. IIB 248) zu entnehmen ist, der Beschwerdeführer sei sich bezüg-
lich des durch den Tinnitus verursachten Ohrgeräuschs vom Aufwachen bis 
zum Schlafengehen bewusst (S. 4 Ziff. 1). Die geklagten Beschwer-
den/Schmerzen (u.a. geltend gemachte Kopf- und Nackenschmerzen, 
Dauerschmerzen in der HWS, Hochton-Tinnitus, Konzentrations- und Auf-
merksamkeitsdefizite [vgl. u.a. act. IIC 251 S. 14]) können nicht dauernd 
und von besonderer Intensität sein, wenn die (Freizeit-)Aktivitäten des Be-
schwerdeführers berücksichtigt werden. So macht er wöchentlich ... (act. II 

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97 S. 7, 115 S. 4, act. IIA 177 S. 25 Ziff. 4.2.2, act. IIC 251 S. 17), ein bis 
zwei Mal im Monat eine ein- bis zweistündige ... (act. IIC 250 S. 28), ... 
wöchentlich (... und ...; act. II 115 S. 4, act. IIA 177 S. 25 Ziff. 4.2.2, act. IIC 
251 S. 17), ... rund ein Mal wöchentlich 40 Minuten (act. IIC 250 S. 25) und 
macht Spaziergänge (S. 28). Weiter erledigt er den Haushalt, tätigt Einkäu-
fe, und kocht (act. II 97 S. 7, act. IIC 250 S. 28, 251 S. 17). Zudem ist es 
dem Beschwerdeführer offensichtlich wieder möglich, zu reisen (zwei- bis 
dreiwöchige ...reise). Auch besucht er monatlich bzw. alle zwei Monate mit 
dem eigenen Auto seine Eltern in ... (act. IIC 250 S. 23, 251 S. 17) und 
repariert dieses selber (act. IIC 251 S. 17). Weiter ist der neurologische 
Untersuchungsbefund unauffällig. Die HWS ist frei beweglich, vom Be-
schwerdeführer werden bei der Untersuchung hierbei keine besonderen 
Schmerzen geäussert. Auch die übrigen Bereiche der Wirbelsäule können 
problemlos und ohne Einschränkungen bewegt werden. Es finden sich kei-
ne besonderen Nacken- und Schultermyogelosen, auch keine Myogelosen 
in den übrigen Bereichen der Wirbelsäule. Zudem wirkte der Beschwerde-
führer während der gesamten Exploration und Untersuchung konzentriert 
und kooperativ (S. 24). Der neurologische Untersucher wies denn zu Recht 
auf die Diskrepanz zwischen den subjektiv erlebten Einschränkungen und 
dem sportlich gut trainiert wirkenden Habitus des Beschwerdeführers hin 
(S. 27). Damit ist das Kriterium der erheblichen Beschwerden vorliegend 
nicht erfüllt, zumal auch die geklagten Beschwerden nicht objektiviert wer-
den können.

4.2.5 Weiter ist vorliegend eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Un-
fallfolgen erheblich verschlimmert, zu verneinen. Eine solche wird denn 
vom Beschwerdeführer zu Recht nicht geltend gemacht und Hinweise hier-
für sind den Akten nicht zu entnehmen.

4.2.6 Das Kriterium eines schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen 
Komplikationen ist vorliegend zu verneinen. Anders als der Beschwerde-
führer vorbringt (vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. 3), hat der Unfall vom 21. Febru-
ar 2006 gemäss der beweiskräftigen interdisziplinären Beurteilung vom 29. 
März 2017 (act. IIB 247) zu keiner weiteren Akzentuierung der Beschwer-
den geführt. Daher ist seine Aussage, wonach es infolge des Unfalls von 
2006 bezüglich des Tinnitus zu eheblichen Komplikationen gekommen sei, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, UV/2018/391, Seite 27

welche die Behandlung ungünstig beeinflusst hätten, vorliegend unbeacht-
lich. Zudem darf aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der 
geklagten Beschwerden nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf 
und erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hiezu be-
sonderer Umstände, welche die Heilung beeinträchtigt haben (BGE 140 V 
356 E. 5.6.3 S. 367, 134 V 109 E. 10.2.6 S. 129; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 
85 E. 8.5). Nicht darunter fallen etwa die Einnahme vieler Medikamente 
und die Durchführung verschiedener Therapien wie auch die Tatsache, 
dass trotz regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch ei-
ne (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht 
werden konnten (SVR 2010 UV Nr. 10 S. 42 E. 4.3). Auch ist eine Behand-
lungsbedürftigkeit während zwei bis drei Jahren nach einem Schleudertrau-
ma der HWS und äquivalenten Verletzungen mit ähnlichem Beschwerde-
bild als durchaus üblich zu betrachten (SVR 2007 UV Nr. 25 S. 84 E. 8.3.3; 
RKUV 2005 U 549 S. 239 E. 5.2.4).

4.2.7 Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiese-
ner Anstrengungen ist vorliegend nicht erfüllt. Vor dem Unfall vom 2. Janu-
ar 2005 hatte der Beschwerdeführer ein Arbeitspensum von 80% inne (act. 
II 1). Ab dem 3. Januar 2005 wurde eine vollständige Arbeitsunfähigkeit at-
testiert (vgl. u.a. act. II 6). Er konnte ab dem 10. Januar 2005 seine Arbeit 
wieder im Umfang von – gerechnet auf das 80%-Pensum – 32% aufneh-
men, ab dem 18. Januar 2005 zu 51% und ab dem 8. Juni 2005 zu 63.5% 
(act. II 43). Im psychiatrischen Gutachten vom 15. Dezember 2007 (act. II 
97) wurde eine Arbeitsfähigkeit von maximal 4.5 Stunden täglich, d.h. 
68.5% bestätigt (S. 18 f. Ziff. 2 ff.), welche der Beschwerdeführer umsetzte 
(vgl. u.a. act. II 97 S. 8). In der interdisziplinären Beurteilung vom 29. März 
2017 (act. IIB 247) wurde eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit ab Januar 
2005 von 30% postuliert (S. 6). Damit fehlt es an der notwendigen erhebli-
chen Arbeitsunfähigkeit.

4.3 Nach dem Dargelegten ist vorliegend keines der sieben Kriterien er-
füllt, womit die adäquate Unfallkausalität zwischen dem Unfallereignis vom 
2. Juni 2005 und den geltend gemachten Beschwerden zu verneinen ist.

4.4 Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin zu Recht die vor-
übergehenden UVG-Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2019, UV/2018/391, Seite 28

Unfällen vom 2. Januar 2005 und vom 21. Februar 2006 per 30. September 
2008 eingestellt und den Anspruch sowohl auf eine UVG-Invalidenrente als 
auch eine Integritätsentschädigung verneint. Die Beschwerde vom 17. Mai 
2018 erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf Par-
teientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdegegnerin
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

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desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.