# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a6791097-ee4b-5892-8543-4b38569e8b54
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.10.2010 D-1430/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1430-2010_2010-10-26.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1430/2010/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 
Richter Bruno Huber, Richter Blaise Pagan; 
Gerichtsschreiberin Sara Steiner.

A._______, geboren (...), Kosovo,
vertreten durch Stefan Hery,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-
Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 26. Februar 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1430/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer, seine Ehefrau und seine Tochter  – nach-
dem sie  gemäss Eurodac-Datenbank bereits  in  Ungarn  (29. Dezem-
ber 2008  und  2. Juni 2009)  und  in  Frankreich  (10. März 2009  und 
17. Juni 2009) Asylgesuche gestellt hatten – zusammen mit den Eltern 
und Geschwistern des Beschwerdeführers (D-1429/2010 / N [...]) am 
20. Juni 2009 in der Schweiz um Asyl nachsuchten,

dass ihnen am 3. Juli 2009 vom BFM das rechtliche Gehör zu einem 
allfälligen Nichteintretensentscheid (Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylge-
setzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]) sowie einer damit ver-
bundenen  Wegweisung  nach  Ungarn  beziehungsweise  nach  Frank-
reich gewährt wurde, und sie bezüglich Ungarn ausführten, sie hätten 
dort kein Asylgesuch gestellt, hätten weder Haus noch Dokumente er-
halten, sondern draussen schlafen müssen und seien malträtiert wor-
den,

dass das BFM am 28. August 2009 ein Gesuch um Wiederaufnahme 
des Beschwerdeführers, seiner Ehefrau und seiner Tochter an die zu-
ständige ungarische Behörde richtete, welchem diese am 9. Septem-
ber 2009 zustimmte,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  26. Februar 2010  –  eröffnet  am 
3. März 2010 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf die 
Asylgesuche des Beschwerdeführers, seiner Ehefrau und seiner Toch-
ter nicht eintrat, deren Wegweisung aus der Schweiz nach Ungarn so-
wie den Vollzug anordnete, feststellte, dass einer allfälligen Beschwer-
de keine aufschiebende Wirkung zukomme, und die Aushändigung der 
editionspflichtigen Akten verfügte,

dass das Bundesamt dabei zur Begründung im Wesentlichen anführte, 
für den 29. Dezember 2008 und den 2. Juni 2009 bestünden Eurodac-
Treffer mit  Ungarn,  sodass Ungarn gestützt auf  das Abkommen vom 
26. Oktober  2004 zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft 
und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren 
zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in ei -
nem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags (Dublin-
Assoziierungsabkommen [DAA], SR 0.142.392.68) und auf das Über-
einkommen vom 17. Dezember  2004 zwischen der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island und dem Königreich Norwe-
gen über die Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-

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Besitzstands und über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des 
zuständigen Staates für  die Prüfung eines in  der Schweiz,  in  Island 
oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags  (Übereinkommen  vom 
17. Dezember 2004, SR 0.362.32) für die Durchführung des Asylver-
fahrens  zuständig  sei  und  am 9. September 2009  einer  Übernahme 
zugestimmt habe,

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung 
gemäss Art. 19 Abs. 3 oder Verlängerung gemäss Art. 19 Abs. 4 Dub-
lin-II VO – bis spätestens am 9. März 2010 zu erfolgen habe,

dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  und  seiner  Ehefrau  im 
Rahmen des rechtlichen Gehörs, wonach sie in Ungarn draussen hät-
ten übernachten müssen, kein Leben gehabt und weder ein Haus noch 
Dokumente  erhalten  hätten,  die  Rückführung  nach  Ungarn  nicht  zu 
verhindern vermöchten, da sie sich bezüglich ihrer persönlichen Situa-
tion  an die verantwortlichen ungarischen Behörden wenden könnten 
und sich  aus den Akten keine konkreten Hinweise ergäben,  Ungarn 
halte sich nicht an die massgeblichen völkerrechtlichen Bestimmungen 
oder  einschlägigen  Normen  der  Konvention  vom 4. November  1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK, 
SR 0.101),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Ungarn  zulässig,  zumutbar 
und möglich sei,

dass der Beschwerdeführer, seine Ehefrau und seine Tochter – han-
delnd  durch  ihren  Rechtsvertreter  –  gegen  diesen  Entscheid  am 
9. März 2010  (Poststempel)  beim  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerde erhoben, die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie 
das Eintreten auf die Asylgesuche beantragten und um Erteilung der 
aufschiebenden Wirkung, um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) so-
wie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchten, 

dass sie dabei zur Begründung im Wesentlichen ausführten, nachdem 
Ungarn  ihrer  Übernahme  am  9. September 2009  zugestimmt  habe, 
hätte ihre Überstellung gemäss Art. 19 Abs. 3 Dublin-II-VO spätestens 
bis zum 9. März 2010 erfolgen müssen, und da sie bis zum Tag der 
Beschwerde  (9. März 2010)  nicht  überstellt  worden  seien  und  keine 
Ausnahmegründe gemäss Art. 19 Abs. 4 Satz 2 Dublin-II-VO vorlägen, 

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gehe  die  Zuständigkeit  für  ihre  Asylgesuche  somit  auf  die  Schweiz 
über,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  am  9. März 2010  (per  Telefax) 
vorsorglich vollzugshemmende Massnahmen anordnete,

dass das BFM den ungarischen Behörden am 9. März 2010 mitteilte, 
die Überstellung könne nicht fristgerecht erfolgen, da eine Beschwerde 
mit aufschiebender Wirkung erhoben worden sei,

dass  die  vorinstanzlichen Akten am  10. März 2010  beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen, 

dass die Ehefrau des Beschwerdeführers zusammen mit ihrer Tochter 
am 23. September 2010 durch ihren Vertreter – gleichzeitig auch Ver-
treter des Beschwerdeführers – um Verfahrenstrennung ersuchte,

dass der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 21. Oktober 2010 
eine Kostennote zu den Akten reichte,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM auf dem Gebiet des Asyls 
entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG, 
Art. 105 AsylG, Art. 6 AsylG).

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 52 VwVG),

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dass die gleichzeitig erhobene Beschwerde der Eltern und Geschwis-
ter  des  Beschwerdeführers  sowie  die  Beschwerde seiner  Schwester 
B._______  vom 19. August 2010  mit  dem vorliegenden  Verfahren  in 
den gleichzeitig  ergehenden Urteilen  D-1429/2010 und D-5886/2010 
koordiniert behandelt werden,

dass das Verfahren der Ehefrau und der Tochter des Beschwerdefüh-
rers  auf  Antrag  des  gemeinsamen  Vertreters  hin  vom  vorliegenden 
Verfahren getrennt behandelt wird,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif -
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide  gemäss 
Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG, wonach die Zuständigkeit der Schweiz für 
die  Durchführung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahren  abgelehnt 
wird, die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich 
auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asyl -
gesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 
E. 2.1  S.  73  mit  Hinweis  auf  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. 
S. 240 f.),

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass gemäss Art. 16 Abs. 1 Bst. e Dublin-II-VO Ungarn für die Behand-
lung das Asylgesuch des Beschwerdeführers zuständig ist  und einer 
Wiederaufnahme  mit  Schreiben  vom  9. September 2009  denn  auch 
zugestimmt hat,

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dass gemäss Art. 20 Abs. 1 Bst. d Dublin-II-VO die Überstellung spä-
testens innerhalb einer  Frist  von sechs Monaten nach der Annahme 
des  Antrags  auf  Wiederaufnahme  zu  erfolgen  hat,  es  sei  denn  ein 
Rechtsbehelf habe aufschiebende Wirkung, 

dass  ein  Rechtsbehelf  dann  aufschiebende  Wirkung  hat,  wenn  ge-
mäss den nationalen Vorschriften die Durchführung des Überstellungs-
verfahrens ausgesetzt wird (vgl. Urteil  des Europäischen Gerichtsho-
fes [EuGH] vom 29. Januar 2009 i.S. Migrationsverket [Schweden]/Pe-
trosian, C-19/08),

dass das Bundesverwaltungsgericht im vorliegenden Fall den Vollzug 
der Wegweisung und damit die Überstellung in den zuständigen Mit-
gliedstaat mit Verfügung vom 9. März 2010 im Sinne von Art. 56 VwVG 
ausgesetzt  hat  und der Vollzug der  Überstellung in  den zuständigen 
Drittstaat damit aufgrund des eingereichten Rechtsbehelfes ab diesem 
Datum und noch innerhalb der Überstellungsfrist  nicht mehr möglich 
war, was gemäss Dublin-II-VO zu einer Unterbrechung der regulären 
Vollzugsfrist führt,

dass dabei irrelevant ist, ob dies nun am letzten Tag der Vollzugsfrist 
geschieht oder einige Tage früher, die Frist hingegen nicht bereits ab-
gelaufen sein darf und es im bilateralen Verhältnis zwischen den Mit -
gliedstaaten – entgegen den anderslautenden Vorbringen in der Replik 
– auch nicht darauf ankommen kann, aufgrund welcher nationalen Be-
stimmungen Art.  56  VwVG oder  Art. 107a  AsylG –  die  Überstellung 
verunmöglicht wird; massgebend ist allein die Wirkung der Massnah-
me, nämlich dass die Behörde die Überstellung nicht vollziehen darf 
(vgl.  auch  zur  Publikation  vorgesehenes  Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts E-6525/2009 vom 29. Juni 2010 E. 7.2.1), 

dass das Bundesamt denn auch noch am selben Tag und damit noch 
vor Ablauf der regulären Frist die ungarischen Behörden über den Voll -
zugsstopp informiert hat und damit seinen Verpflichtungen umfassend 
gerecht  geworden  ist  (vgl.  dazu  Art.  9  Abs.  2  Verordnung 
Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 2003 mit Durchfüh-
rungsbestimmungen zur Dublin-II-VO [DVO]),  und sich auch im Übri-
gen  keinerlei  Anzeichen  darauf  ergeben,  die  ungarischen  Behörden 
würden sich nicht mehr als zuständig erachten, 

dass diesen Erwägungen gemäss die Zuständigkeit nicht aufgrund des 
Ablaufs der Überstellungsfrist auf die Schweiz übergegangen ist, und 

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die sechsmonatige Frist  vielmehr ab Urteilsdatum neu zu laufen be-
ginnt, 

dass der Beschwerdeführer weiter  keine Gründe geltend macht,  wel-
che in rechtserheblicher Weise gegen den Wegweisungsvollzug nach 
Ungarn sprechen, und sich ein Selbsteintritt nach Art. 3 Abs. 2 Dublin-
II-VO aus humanitären Gründen (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG in Verbin-
dung  mit  Art.  29a  der  Asylverordnung 1  vom 11. August  1999  über 
Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]) nicht aufdrängt,

dass der Beschwerdeführer zwar einwandte, er habe in Ungarn draus-
sen schlafen müssen und sei malträtiert worden (Akten BFM A1 S. 9), 
er sich diesbezüglich jedoch an die ungarischen Behörden zu wenden 
hat,

dass Ungarn sodann Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 
über die Rechtsstellung der  Flüchtlinge (FK,  SR 0.142.30) wie auch 
der EMRK ist, und keinerlei Anhaltspunkte vorliegen, wonach sich Un-
garn nicht an die daraus resultierenden völkerrechtlichen Verpflichtun-
gen hält,

dass vielmehr  in  Ungarn der  Asylantrag des Beschwerdeführers  ge-
mäss den Akten in einem rechtsstaatlich korrekten Verfahren geprüft 
und abgelehnt worden ist,

dass  das  BFM folglich  zu  Recht  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs.  2 
Bst. d AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht einge-
treten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens, bei dem es sich um ein Über-
stellungsverfahren in  den für  die Prüfung des Asylgesuchs zuständi-
gen Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum bleibt  für  Ersatzmass-
nahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 des 

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Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  die  Frage  nach  der  Zulässigkeit  und  Möglichkeit  des  Wegwei-
sungsvollzugs in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG vielmehr 
bereits Voraussetzung (und nicht erst Regelfolge) des Nichteintretens-
entscheides bildet,  und sich auch die Frage der Zumutbarkeit  in sol-
chen Verfahren nicht unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 1 und 4 AuG, 
sondern ebenfalls vor der Prüfung des Nichteintretens im Rahmen ei-
ner allfälligen Prüfung des Selbsteintrittsrechts aus humanitären Grün-
den (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG in Verbindung mit Art. 29a AsylV 1) 
stellt,

dass eine entsprechende Prüfung somit  –  soweit notwendig  – bereits 
im Rahmen des Nichteintretensentscheides stattfinden muss (vgl. vor-
stehende Erwägungen),

dass im Sinne dieser  Ausführungen der Vollzug der  Wegweisung im 
Einklang mit den massgeblichen gesetzlichen Bestimmungen steht,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist, darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass  die  Anträge um Erlass  des Kostenvorschusses angesichts  des 
vorliegenden Entscheides in der Hauptsache gegenstandslos sind,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG),

dass jedoch die Begehren des Beschwerdeführers nach dem Gesag-
ten  nicht  als  aussichtslos  zu  erachten  sind,  und  seine  Bedürftigkeit 
aufgrund der mit  der Beschwerde eingereichten Fürsorgebestätigung 
belegt ist,

dass demnach das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewäh-
rung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1 
VwVG gutzuheissen ist und keine Kosten zu auferlegen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
In  Gutheissung  des  Gesuches  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG werden keine Verfah-
renskosten auferlegt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N  (...) (per 

Kurier; in Kopie)
- ...

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner

Versand: 

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