# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 815fdad1-dd91-578c-9da7-14be3c13f068
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-01-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 04.01.2006 S 2005 152
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_S-2005-152_2006-01-04.pdf

## Full Text

S 05 152
1. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 4. Januar 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

1. a) …, geb. 1941, ist geschieden und wohnhaft in ... Seit 1993 war er als Maître 

d’Hotel im Hotel … in … bei der … AG tätig. Dieses Arbeitsverhältnis wurde 

von der Arbeitgeberin mit Schreiben vom 21. Januar 2005 per 30. April 2005 

aus betrieblichen Gründen gekündigt, wobei der Versicherte per sofort 

freigestellt wurde. 

b) Am 7. Februar 2005 trafen die … AG und der Versicherte eine Vereinbarung, 

wonach das Arbeitsverhältnis per 30. April 2005 aufgelöst wurde. Zudem 

wurde zur Abgeltung allfälliger nicht kompensierter Überstunden- und 

Freizeitguthaben eine Pauschalentschädigung in Höhe eines 

Nettomonatslohnes vereinbart und die Parteien erklärten sich mit dem Vollzug 

dieser Vereinbarung per Saldo aller gegenseitigen Ansprüche als 

auseinandergesetzt. 

c) Aufgrund des ärztlichen Zeugnisses von Dr. med. … vom 8. April 2005 war 

der Versicherte ab 22. Januar 2005 bis auf weiteres zu 50% arbeitsunfähig. 

Gemäss zwei weiteren Zeugnissen desselben Arztes vom 30. April 2005 und 

vom 9. Juni 2005 dauerte diese Arbeitsunfähigkeit bis zum 30 April 2005. 

Danach sei der Versicherte wieder zu 100% arbeitsfähig gewesen. In einem 

vierten ärztlichen Zeugnis bestätigte Dr. … am 11. Juli 2005, dass er den 

Versicherten nach dessen Genesung wieder an den alten Arbeitsplatz 

geschickt hätte. Aus einem weiteren Zeugnis vom 22. Juli 2005 geht hervor, 

dass es aus medizinischer Sicht nachvollziehbar sei, dass der Versicherte 

nach Erhalt des Kündigungsschreibens nicht mehr zur Arbeit gehen konnte.

In Abweichung von seinen bisherigen Zeugnissen schrieb Dr. … am 12. 

August 2005, der Versicherte sei vom 22. Januar 2005 bis 30. April 2005 zu 

100% arbeitsunfähig gewesen. Am 15. August 2005 präzisierte er, dass der 

Versicherte am Arbeitsplatz vom 22. Januar 2005 bis 30. April 2005 zu 50% 

arbeitsunfähig geschrieben gewesen sei und dass er danach wegen 

Differenzen mit dem Arbeitgeber die Arbeit nicht mehr aufgenommen habe, 

was aus psychologischen Gesichtspunkten nachvollziehbar sei. 

d) Nachdem der Versicherte ab dem 1. Mai 2005 Anspruch auf 

Arbeitslosenentschädigung (ALE) erhoben hatte, wurde er mit Schreiben vom 

24. Mai 2005 von der Arbeitslosenkasse Graubünden (ALK GR) aufgefordert, 

zusätzliche Unterlagen einzureichen und zu begründen, weshalb er durch die 

Unterzeichnung der Vereinbarung vom 7. Februar 2005 auf die ordentliche 

Kündigungsfrist, welche aufgrund der Krankheit erst am 31. Juli 2005 hätte 

ablaufen können, verzichtet habe.

Am 6. Juli 2005 liess der Versicherte ausführen, er habe infolge 

Unerfahrenheit durch Unterzeichnung der Vereinbarung auf die Erstreckung 

der Kündigungsfrist verzichtet. Auch habe sein Arbeitgeber begonnen, ihn zu 

mobben und ihm vorzuwerfen, er würde sich gegenüber seinen Mitarbeitern 

und Vorgesetzten negativ verhalten. Diese ungerechtfertigten, 

ehrverletzenden und verleumderischen Vorwürfe hätten beim Versicherten 

schwere gesundheitliche Probleme ausgelöst, weshalb diesem ein Verbleiben 

an dieser Stelle nicht länger zuzumuten gewesen sei. Mit diesem Schreiben 

wurde ein Kündigungsschreiben vom 21. Januar 2005 eingereicht, welches 

die erfolgte Entlassung mit dem negativen Verhalten des Versicherten und 

dem darunter leidenden Arbeitsklima begründete, dies im Gegensatz zum 

erwähnten Kündigungsschreiben vom selben Datum, welches betriebliche 

Gründe als Kündigungsgrund nannte. 

Am 20. Juli 2005 teilte die ALK GR dem Versicherten mit, dass sie eine 

vorübergehende Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen 

selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit prüfen werde. Innert erstreckter Frist liess 

der Versicherte am 29. Juli 2005 dazu Stellung nehmen und ausführen, dass 

Dr. … damals nicht bekannt gewesen sei, dass der Versicherte Probleme am 

Arbeitsplatz gehabt habe. Dr. … habe daher am 22. Juli 2005 bestätigt, dass 

der Versicherte nach Erhalt des Kündigungsschreibens nicht mehr zur Arbeit 

habe gehen können. 

e) Mit Verfügung der ALK GR vom 2. September 2005 (V 2005/1256) wurde die 

Anspruchsberechtigung des Versicherten für den Monat Mai 2005 abgelehnt, 

da dieser aufgrund der Pauschalentschädigung gemäss Vereinbarung vom 7. 

Februar 2005 während der Zeitspanne vom 2. bis und mit  31. Mai 2005 

keinen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten habe.

Ebenfalls am 2. September 2005 (V 2005/1257) verfügte die ALK GR die 

Einstellung des Versicherten in der Anspruchsberechtigung wegen 

selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für 22 Tage, weil das Arbeitsverhältnis 

ordentlicherweise erst auf 31. Juli 2005 hätte aufgelöst werden können und 

die Arbeitslosigkeit deshalb bis zu diesem Zeitpunkt selbstverschuldet 

gewesen sei. 

2. a) Gegen diese Verfügungen liess der Versicherte am 26. September 2005 bei 

der ALK GR Einsprache erheben und beantragte die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügungen sowie die Auszahlung der Taggelder ab 1. Juni 

2005. Zur Begründung wandte er ein, die Pauschalentschädigung sei nicht 

als Lohn für Mai 2005, sondern für geleistete Überstunden ausbezahlt worden 

und der weitere Verbleib am bisherigen Arbeitsplatz sei ihm nicht mehr 

zumutbar gewesen, was durch Arztzeugnisse belegt sei. 

b) Mit Schreiben vom 3. Oktober 2005 teilte das Amt für Industrie, Gewerbe und 

Arbeit Graubünden (KIGA) dem Einsprecher mit, die Einsprache, soweit sie 

sich gegen die Ablehnung des Anspruches für den Monat Mai 2005 richte, 

nachvollziehen und insofern gutheissen zu können. Betreffend die Einsprache 

gegen die 22 Einstelltage vergrössere sich durch den dann ebenfalls 

anzurechnenden Arbeitsausfall im Mai der Schaden für die 

Arbeitslosenversicherung (ALV), weshalb die Verfügung betreffend die 

Einstelltage allenfalls zu Ungunsten des Versicherten angepasst werden 

müsse. 

Nachdem das KIGA den Einsprecher aufgefordert hatte, mitzuteilen, ob er an 

seiner Einsprache festhalten wolle, liess dieser am 11. Oktober 2005 bekannt 

geben, dass er bereit wäre, zu akzeptieren, dass die Gesamtdauer der 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung auf 22 Tage reduziert würde. 

c) Mit Entscheid vom 24. Oktober 2005 hiess das KIGA die Einsprache teilweise 

gut und hob die Verfügung V 2005/1256 betreffend den nicht anrechenbaren 

Arbeitsausfall im Mai 2005 auf, da die Pauschalentschädigung keinen Lohn 

im Sinne der ALV-Gesetzgebung darstelle. Die Einstelldauer in der Verfügung 

V 2005/1257 wurde hingegen von 22 auf 38 Tage erhöht, da es dem 

Versicherten aus gesundheitlicher Sicht zuzumuten gewesen wäre, bis zum 

Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist am Arbeitsplatz zu verbleiben. Die 

Erhöhung der Einstelldauer wurde dadurch gerechtfertigt, dass sich nach dem 

Wegfall der ersten Verfügung der Schaden für die ALV vergrössert habe und 

deshalb ein Teil des Schadens dem Versicherten überbunden werden müsse. 

3. a) Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Einsprecher am 9. November 

2005 Beschwerde einreichen. Neben der Aufhebung des Entscheides wurde 

eventualiter die Reduktion der verfügten Einstelltage auf fünf beantragt. In der 

Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht, der Beschwerdeführer 

habe die Aufhebungsvereinbarung nur unterzeichnet, weil er infolge 

Unzumutbarkeit das Arbeitsverhältnis nicht mehr habe weiterführen können. 

Das ärztliche Zeugnis vom 11. Juli 2005 sei von Dr. … ausgestellt worden, 

ohne dass dieser über die Probleme mit dem Arbeitgeber informiert worden 

sei. 

b) Am 18. November 2005 verzichtete die ALK GR auf die Einreichung einer 

Vernehmlassung, da der Beschwerdeführer gegen den Einspracheentscheid 

weder in rechtlicher noch in tatsächlicher Hinsicht neue relevante Argumente 

habe vorbringen können. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der 

Einspracheentscheid des KIGA vom 24. Oktober 2005. Nachfolgend gilt es zu 

prüfen, ob der Beschwerdeführer zu Recht für 38 Tage in der 

Anspruchsberechtigung eingestellt wurde. 

2. a) Gemäss Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen eine Verfügung 

innert 30 Tagen bei der verfügenden Behörde Einsprache erhoben werden. 

Was den Einspracheentscheid betrifft, präzisiert Art. 12 der Verordnung über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV; SR 830.11), 

dass der Versicherer an das Begehren der Einsprache führenden Person 

nicht gebunden ist und die Verfügung zu Gunsten oder zu Ungunsten des 

Einsprechers abändern kann (Abs. 1). Beabsichtigt der Versicherer, die 

Verfügung zu Ungunsten des Einsprechers abzuändern, ist dem Einsprecher 

vorher erneut Gelegenheit zum Rückzug der Einsprache zu geben (Abs. 2). 

Der Grundsatz, dass die von einer Schlechterstellung bedrohte Partei 

Gelegenheit erhält, ihr Rechtsmittel zurückzuziehen fliesst direkt aus dem 

Anspruch auf rechtliches Gehör. Die Garantie des rechtlichen Gehörs ist ein 

verfassungsmässig geschütztes Individualrecht (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 

3 EMRK) und hat damit den Charakter eines eigenständigen Grundrechts 

(Albertini, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im 

Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Diss., Bern 2000, S. 139)  Im 

Einzelnen umfasst der Anspruch auf rechtliches Gehör unter anderem den 

Anspruch auf Akteneinsicht, auf Mitwirkung bei den Beweiserhebungen sowie 

das Recht auf Stellungnahme zum Vorbringen der Gegenpartei und zum 

Ergebnis des Beweisverfahrens (Häfelin/Haller, Schweizerisches 

Bundesstaatsrecht, 6. Auflage, Zürich 2005, § 26 N 838). Ein unter Verletzung 

des Grundsatzes des rechtlichen Gehörs zustande gekommener Entscheid 

ist grundsätzlich zur Behebung des Mangels an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. Eine Heilung des Mangels im Rechtsmittelverfahren darf nur 

dann angenommen werden, wenn es sich aus verfahrensökonomischen 

Gründen geradezu aufdrängt (PVG 1996 Nr. 107; BGE 116 V 185).

b) Vorliegend wurde der Beschwerdeführer mit Schreiben des KIGA vom 3. 

Oktober 2005 darüber informiert, dass die Verfügung V 2005/1257 allenfalls 

zu seinen Ungunsten angepasst würde, falls er an seiner Einsprache 

festhalte. Durch die Mitteilung im genannten Schreiben ging das KIGA 

vollkommen korrekt vor und verletzte daher das rechtliche Gehör des 

Beschwerdeführers keineswegs, als es die Einstelltage der Verfügung V 

2005/1257 im Sinne einer „reformatio in peius“ von 22 auf 38 Tage erhöhte. 

3. a) Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) 

ist der Versicherte in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn er durch 

eigenes Verschulden arbeitslos ist. Selbstverschulden liegt immer dann vor, 

wenn die Arbeitslosigkeit nicht bloss objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, 

sondern in einem nach den konkreten Umständen und den persönlichen 

Verhältnissen vermeidbaren Verhalten des Versicherten liegt, für dessen 

Folgen die Arbeitslosenversicherung nicht einzustehen hat (Chopard, Die 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss., Zürich 1998, S. 105). Die 

Arbeitslosigkeit gilt nach Art. 44 Abs. 1 lit. b der Verordnung über die 

obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIV; 

SR 837.02) unter anderem dann als selbstverschuldet, wenn der Versicherte 

das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne dass ihm eine andere 

Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihm das Verbleiben an der 

Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte. Insbesondere kann der 

Tatbestand von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV auch dadurch erfüllt werden, dass 

der Versicherte im Einverständnis mit dem Arbeitgeber seine Anstellung 

aufgibt, sofern er nicht dazu gezwungen war, um dadurch einer drohenden 

Kündigung zuvorzukommen (Faesi, Arbeitslosenentschädigung und 

Zwischenverdienst, Diss., Zürich 1999, S. 310).

b) Die dem Versicherten obliegende sozialversicherungsrechtliche 

Schadenminderungspflicht findet ihre Grenze am Zumutbarkeitsgedanken 

(Art. 16 AVIG). Es ist davon auszugehen, dass eine Stelle, welche für den 

Versicherten nicht zur Annahme zumutbar ist, ihm grundsätzlich auch nicht 

zum Beibehalten zugemutet werden kann. Die Zumutbarkeitsregeln nach Art. 

16 AVIG können hier daher als Auslegungshilfe herangezogen werden 

(Gerhards, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetzt, Band I Art. 1-

58, Bern 1987, Art. 30 N 13). Im Regelfall kann dem Versicherten zugemutet 

werden, für eine begrenzte Zeit in einem unbefriedigenden Arbeitsverhältnis 

zu verbleiben, um von dort aus eine neue Stelle zu suchen (Faesi, a.a.O., S. 

309). Belastende Verhältnisse am Arbeitsplatz begründen demnach keine 

Unzumutbarkeit für den Arbeitnehmer. Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG statuiert 

jedoch den Vorbehalt der gesundheitlich bedingten Unzumutbarkeit. 

Entscheidend ist dabei immer die objektiv attestierte Unzumutbarkeit und 

nicht etwa bloss das subjektive Empfinden des Versicherten (ARV 1964 Nr. 

60; ARV 1970 Nr. 15). 

c) Die Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts zum Begriff der 

selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit ist recht streng. Das Verschulden des 

Versicherten muss aber klar nachweisbar sein (Gerhards, a.a.O., Art. 30 N 

11). Entschuldbares Verhalten des Versicherten schliesst die Einstellung in 

der Anspruchsberechtigung aus (ARV 1990 Nr. 16). 

4. a) In tatsächlicher Hinsicht ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer die 

Vereinbarung vom 7. Februar 2002 unterzeichnete und dadurch auf die 

Verlängerung der Kündigungsfrist verzichtete. Dieser Fall entspricht 

praxisgemäss der Auflösung des Arbeitsverhältnisses von sich aus gemäss 

Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV, was grundsätzlich für den Zeitraum des Verzichts 

auf Arbeit selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. 

a AVIG gleichkommt. Die Ausnahme, dass der Arbeitnehmer gezwungen war, 

den Auflösungsvertrag einzugehen, um einer drohenden Kündigung 

zuvorzukommen, liegt hier auch nicht vor, da dem Beschwerdeführer schon 

vorher gekündigt worden war und er nur auf die gesetzliche Unterbrechung 

der Kündigungsfrist gemäss Art. 336c OR verzichtete. Erstellt ist auch, dass 

dem Beschwerdeführer bei Auflösung seines Arbeitsverhältnisses keine 

Arbeitsstelle zugesichert war. Damit ist ein Verstoss gegen die gesetzlich 

verankerte Schadenminderungspflicht rechtsgenüglich erstellt und eine 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung an sich die zwingende Rechtsfolge. 

Vorliegend ist jedoch strittig geblieben, ob aufgrund des 

Rechtfertigungsgrundes der Unzumutbarkeit auf eine Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung zu verzichten gewesen wäre.

b) Ob wie behauptet eine gesundheitlich bedingte Unzumutbarkeit vorliegt, 

hängt wie erwähnt nicht vom subjektiven Empfinden des Beschwerdeführers, 

sondern von der objektiv attestierten Unzumutbarkeit ab, weshalb zur 

Beurteilung auf die Arztzeugnisse von Dr. … abgestellt werden muss. Aus den 

ersten vier ärztlichen Zeugnissen geht hervor, dass der behandelnde Arzt 

beim Beschwerdeführer ab 22. Januar 2005 bis 30. April 2005 lediglich eine 

Arbeitsunfähigkeit zu 50% festegestellt hatte und bestätigte, dass er diesen 

danach wieder an den alten Arbeitsplatz geschickt hätte, was mit der 

Arbeitsunfähigkeit von 50% ohnehin impliziert sei. In den späteren beiden 

Zeugnissen bemerkt Dr. … lediglich, dass es aus psychologischen 

Gesichtspunkten nachfühlbar beziehungsweise aus medizinischer Sicht 

nachvollziehbar sei, dass der Beschwerdeführer die Arbeit nicht wieder 

aufnehmen konnte. Dadurch wird im Vergleich zu den erstgenannten 

Arztzeugnissen nichts darüber gesagt, ob und wenn ja in welchem Umfang 

der Beschwerdeführer nach dem 30. April 2005 in seiner Arbeitsfähigkeit 

eingeschränkt war. Weiter erscheint es naheliegend, dass ein Arzt sich bei 

der Abklärung eines Krankheitsbildes Gedanken über die Ursachen der 

Krankheit macht und, falls ein möglicher Zusammenhang mit dem 

Arbeitsverhältnis besteht, sich danach erkundigt. Vorliegend ist jedoch aus 

den Arztzeugnissen kein Zusammenhang zwischen der Krankheit und dem 

Arbeitsverhältnis erkennbar. Abzustellen ist deshalb vor allem auf das 

ärztliche Zeugnis vom 11. Juli 2005, in welchem Dr. … unmissverständlich 

bestätigt, dass er den Beschwerdeführer wieder an den alten Arbeitsplatz 

geschickt hätte. Dieses Arztzeugnis erscheint, wie auch die früheren, massiv 

glaubwürdiger als die folgenden, da Dr. … seine plötzliche Meinungsänderung 

kaum begründet und diese Begründung in keiner Weise belegt. Somit ergibt 

sich aus den ärztlichen Zeugnissen insgesamt zwar die Arbeitsunfähigkeit zu 

50% im Zeitraum vom 22. Januar 2005 bis zum 30. April 2005, nicht aber die 

Unzumutbarkeit des Verbleibens am ehemaligen Arbeitsplatz. 

Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, das Verbleiben an der 

Arbeitsstelle sei ihm auch aufgrund des Verhaltens des ehemaligen 

Arbeitgebers nicht mehr zuzumuten gewesen. Da er aber auch diesbezüglich 

keine Beweise vorlegen kann und da für die vorliegend aufgrund der erfolgten 

Kündigung ohnehin begrenzte und kurze Zeit auch das Verbleiben in einem 

unbefriedigenden Arbeitsverhältnis zumutbar ist, kann sich der 

Beschwerdeführer nicht auf den Rechtfertigungsgrund der Unzumutbarkeit 

berufen. 

c) Zudem führt der Beschwerdeführer aus, er habe die Vereinbarung betreffend 

die Auflösung des Arbeitsverhältnisses nur aufgrund seines Nichtwissens 

beziehungsweise seiner Unerfahrenheit unterzeichnet. Allein schon aufgrund 

seines Alters und der damit verbundenen Lebenserfahrung kann er seinen 

Verzicht auf die Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist jedoch nicht 

begründen.

d) Somit ist für das Gericht klar, dass der Beschwerdeführer infolge seines 

Verzichts auf die Verlängerung der Kündigungsfrist durch das Unterzeichnen 

der Vereinbarung vom 7. Februar 2005 von anfangs Mai bis zum 31. Juli 2005 

durch eigenes Verschulden arbeitslos war, weshalb die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung gerechtfertigt ist. 

5. a) Damit bleibt zu prüfen, ob der angefochtene Entscheid bzw. die dadurch 

abgeänderte Verfügung V 2005/1257 auch hinsichtlich der Dauer der 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung gerechtfertigt ist. Gemäss Art. 30 

Abs. 3 AVIG bemisst sich die Dauer der Einstellung nach dem Grad des 

Verschuldens und beträgt je Einstellungsgrund höchstens 60 Tage. Art. 45 

Abs. 2 AVIV führt dazu aus, dass die Einstellung 1-15 Tage bei leichtem, 16-

30 Tage bei mittelschwerem und 31-60 Tage bei schwerem Verschulden 

beträgt. Ein schweres Verschulden liegt grundsätzlich vor, wenn der 

Versicherte ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne 

Zusicherung einer neuen aufgegeben hat (Art. 45 Abs. 3 AVIV). Zur Ermittlung 

des Verschuldensgrades können die in Art. 63 StGB für die Strafzumessung 

angeführten Kriterien analog herangezogen werden (Spühler, Grundriss des 

Arbeitslosenversicherungsrechts, Bern 1985, § 9 N 12), obwohl die 

Einstellung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit nicht der Bestrafung 

des Versicherten dient, sondern diesen dazu anhalten soll, einen Teil des von 

ihm verursachten Schadens selbst zu tragen (Chopard, a.a.O., S 169). Dem 

Verwaltungsgericht ist bei der Beurteilung der Einstellungsdauer jedoch 

Zurückhaltung geboten, da den Verfügungsinstanzen hierbei ein grosser 

Ermessensspielraum zukommt. 

b) Da aufgrund der gemachten Ausführungen kein entschuldbarer Grund 

bestand, auf die Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist zu verzichten, ist 

gemäss Art. 45 Abs. 3 AVIV von einem schweren Verschulden des 

Beschwerdeführers auszugehen, weshalb er zwischen 31 und 60 Tagen in 

der Anspruchsberechtigung einzustellen ist (Art. 45 Abs. 2 lit. c AVIV). Die von 

der Vorinstanz aufgrund der zulässigen „reformatio in peius“ (vgl. E. 2.) 

ausgesprochene Einstelldauer von 38 Tagen liegt im unteren Bereich des 

schweren Verschuldens. Daher und aufgrund der Tatsache, dass sich der der 

ALV entstandene Schaden auf rund 60 Taggelder beziffern lässt, erscheint 

diese Einstelldauer dem Verwaltungsgericht Graubünden unter 

Berücksichtigung sämtlicher Umstände als sicherlich angemessen und ist 

daher nicht zu beanstanden. 

6. Der angefochtene Einspracheentscheid ist damit in jeder Hinsicht rechtens 

und haltbar, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

7. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG und Art. 11 der kantonalen Verordnung über das 

Verfahren in Sozialversicherungssachen (VSS; BR 542.300) ist das kantonale 

Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungssachen - ausser bei 

leichtsinniger oder mutwilliger Prozessführung - kostenlos, weshalb 

vorliegend keine Kosten erhoben werden. Der obsiegenden Kasse steht keine 

ausseramtliche Parteientschädigung zu (Art. 61 lit. g ATSG; PVG 1999 Nr. 9, 

E. 9).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.