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**Case Identifier:** c831ce9e-4610-5320-90cd-16c894875484
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-26
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 26.06.2023 SST.2023.105
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-105_2023-06-26.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2023.105 

(ST.2022.169; StA.2022.1259) 

 

 

Urteil vom 26. Juni 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichterin Vasvary 

Oberrichter Cotti  

Gerichtsschreiber Stutz 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm, 

Untere Grabenstrasse 32, Postfach, 4800 Zofingen  

 

Privatklägerin   A._____ AG, 

[…]  

vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Walder,  

[…] 

 

 
    

Beschuldigte   B._____,  

geboren am tt.mm.1980, von Serbien, 

[…]  

z.Zt.: JVA Hindelbank, Von Erlachweg 2, 3324 Hindelbank  

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Gregor Benisowitsch,  

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Betrug, Fälschung von Ausweisen 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Am 21. Dezember 2022 erhob die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm 

Anklage gegen die Beschuldigte wegen mehrfachen, teilweise versuchten 

Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB, teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB 

und mehrfacher Fälschung von Ausweisen gemäss Art. 252 StGB. 

 

Die Anklage wirft der Beschuldigten in der Anklageziffer I.1. vor, sich des 

Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB strafbar gemacht zu haben, indem 

sie sich am 13. Januar 2022 gegen 13.30 Uhr bei den Mitarbeitern der A. 

AG unter Verwendung eines gefälschten Schweizer Führerausweises und 

einer gefälschten Schweizer Aufenthaltsbewilligung vorsätzlich wahrheits-

widrig als D., geboren am tt.mm.1980, italienische Staatsangehörige, 

ausgegeben habe, um diese über ihre wahre Identität zu täuschen und im 

Glauben zu lassen, sie sei in der Schweiz wohnhaft und aufenthalts-

berechtigt. Die Beschuldigte habe mit der A. AG einen Mietvertrag für einen 

Lamborghini Urus für die Mietdauer von zwei Tagen abgeschlossen und 

dafür Fr. 2'500.00 bar bezahlt. Sie habe den Mitarbeitern der A. AG 

vorgetäuscht, den Lamborghini Urus nach Ablauf der vereinbarten Miet-

dauer zurückbringen zu wollen, was sie jedoch nicht beabsichtigt habe. Sie 

habe das Fahrzeug ins Ausland bringen und den Deliktserlös für sich 

behalten wollen. In der irrigen Annahme, bei der vermeintlichen D. handle 

es sich um eine gutgläubige Fahrzeugmieterin, hätten die Mitarbeiter der 

A. AG den Lamborghini Urus an die Beschuldigte ausgehändigt und dabei 

das Vermögen der A. AG geschädigt. Anschliessend sei die Beschuldigte 

mit dem Lamborghini Urus entgegen den allgemeinen Geschäfts-

bedingungen ins benachbarte Ausland gefahren, wo am 14. Januar 2022 

gegen 07.41 Uhr an der E. Tankstelle in […] Ellmau (Österreich) der 

Tracker des Fahrzeugs deaktiviert worden sei. Um 08.51 Uhr habe die 

Beschuldigte mit dem Lamborghini Urus den Felbertauerntunnel in 

Österreich in Richtung Slowenien passiert, wo sich ihre Spur verloren habe. 

Der Deliktsbetrag betrage Fr. 395'000.00.  

 

In der Anklageziffer I.2. wird der Beschuldigten vorgeworfen, sich des 

versuchten Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB strafbar gemacht zu haben, indem sie sich am 13. Januar 2022 gegen 

16.00 Uhr bei der Autovermietung von F. im […] in Q. unter Verwendung 

eines gefälschten Schweizer Führerausweises und einer gefälschten 

Schweizer Aufenthaltsbewilligung vorsätzlich wahrheitswidrig als D., 

geboren am tt.mm.1980, italienische Staatsangehörige, ausgegeben habe, 

um F. über ihre wahre Identität zu täuschen und ihn im Glauben zu lassen, 

sie sei in der Schweiz aufenthaltsberechtigt und wohnhaft. Die Beschul-

digte habe einen Mietvertrag für einen Lamborghini I 140 Gallardo für eine 

Mietdauer von sieben Tagen abgeschlossen und dafür Fr. 2'400.00 bar 

bezahlt. Sie habe vorgetäuscht, den Lamborghini nach Ablauf der 

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vereinbarten Mietdauer zurückbringen zu wollen. Stattdessen habe sie 

beabsichtigt, diesen ins Ausland zu bringen und den Deliktserlös für sich 

zu behalten. In der irrigen Annahme, bei der Beschuldigten handle es sich 

um eine gutgläubige Fahrzeugmieterin, habe F. ihr den Lamborghini 

ausgehändigt, woraufhin die Beschuldigte mit diesem weggefahren sei. Sie 

habe beabsichtigt, den Lamborghini zu einem späteren Zeitpunkt ins 

Ausland zu bringen, was durch ihre Verhaftung am 14. Februar 2022 

verhindert worden sei, weshalb es bei einem Versuch geblieben sei. Der 

Lamborghini I 140 Gallardo sei am 18. Januar 2022 an der X-Strasse in 

8304 Wallisellen durch die Polizei auf einem öffentlichen Parkplatz 

aufgefunden und anschliessend an F. zurückgegeben worden. Der Delikts-

betrag betrage Fr. 75'000.00. 

 

2. 

Das Bezirksgericht Zofingen sprach die Beschuldigte mit Urteil vom 

16. März 2023 des mehrfachen, teilweise versuchten Betrugs gemäss 

Art. 146 Abs. 1 StGB, teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB sowie der 

mehrfachen Fälschung von Ausweisen gemäss Art. 252 Abs. 3 StGB 

schuldig und bestrafte sie mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 

33 Monaten mit einem unbedingt zu vollziehenden Anteil von 15 Monaten 

und einem bedingt zu vollziehenden Anteil von 18 Monaten, Probezeit 

3 Jahre. Der ausgestandene Freiheitsentzug von 396 Tagen wurde auf die 

Freiheitsstrafe angerechnet. Weiter wurde gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. f 

StGB eine im Schengener Informationssystem (SIS) auszuschreibende 

Landesverweisung für die Dauer von 10 Jahren angeordnet. Die Beschul-

digte wurde verpflichtet, dem Privatkläger F. einen Schadenersatz von 

Fr. 324.05 zu bezahlen. Im Übrigen wurde dessen Schadenersatz-

forderung auf den Zivilweg verwiesen und seine Genugtuungsforderung 

abgewiesen. Weiter wurde die Beschuldigte verpflichtet, der Privatklägerin 

A. AG einen Schadenersatz von Fr. 241'400.00 nebst Zins zu 5 % seit 

16. Januar 2022 zu bezahlen. Im Übrigen wurde die Zivilforderung auf den 

Zivilweg verwiesen. Schliesslich wurde angeordnet, dass der Beschul-

digten das beschlagnahmte Mobiltelefon Samsung Galaxy S8+ nach 

Rechtskraft des Urteils zurückzugeben sei. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 3. Mai 2023 beantragte die Privatklägerin A. 

AG, die Beschuldigte sei anstelle des vorinstanzlich ergangenen Schuld-

spruchs wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls gemäss 

Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB schuldigzusprechen und mit einer 

unbedingten Freiheitsstrafe zu bestrafen. Weiter sei die Beschuldigte zu 

verpflichten, ihr Schadenersatz von Fr. 249'010.00 nebst Zins zu 5 % seit 

16. Januar 2022 sowie einen Schadenersatz von Fr. 5'310.00 und 

Fr. 2'300.00 zu bezahlen. 

 

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3.2. 

Mit Eingabe vom 9. Mai 2023 beantragte die Staatsanwaltschaft Zofingen-

Kulm, auf die Berufung der Privatklägerin A. AG sei nicht einzutreten. 

 

3.3. 

Am 15. Mai 2023 bezahlte die Privatklägerin A. AG die von ihr mit 

Verfügung vom 3. Mai 2023 einverlangte Sicherheitsleistung von 

Fr. 10'000.00. 

 

3.4. 

Die Berufungsverhandlung fand am 26. Juni 2023 statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Vorinstanz hat die Beschuldigte gestützt auf den angeklagten 

Sachverhalt des mehrfachen, teilweise versuchten Betrugs gemäss 

Art. 146 Abs. 1 StGB, teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig 

gesprochen. 

 

Die Privatklägerin A. AG beantragt mit Berufung, die Beschuldigte sei 

stattdessen des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls gemäss 

Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen (Berufungs-

erklärung S. 3). Aus der Begründung der Privatklägerin geht hervor, dass 

sie eine andere rechtliche Qualifikation beantragt, weil ihre Versicherung 

den entstandenen Vermögensschaden beim vorinstanzlich ergangenen 

Schuldspruch wegen Betrugs nicht deckt (Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 4). 

 

Entgegen der Staatsanwaltschaft ist die Legitimation der A. AG zumindest 

hinsichtlich der Anfechtung des vorinstanzlichen Schuldspruchs gemäss 

Anklageziffer I.1 zu bejahen, hat sie sich diesbezüglich doch als Privat-

klägerin konstituiert, was unbestritten geblieben ist. Als Privatklägerin kann 

sie sich zur rechtlichen Würdigung der Tat, durch welche sie unmittelbar in 

ihren Rechten verletzt worden ist, äussern und einen zu Unrecht erfolgten 

erstinstanzlichen Freispruch oder eine ihres Erachtens zu milde rechtliche 

Würdigung durch das erstinstanzliche Gericht unabhängig von allfälligen 

Zivilforderungen mittels Berufung anfechten (vgl. Art. 118 i.V.m. Art. 115 

Abs. 1 StPO; Art. 382 Abs. 1 StPO und Art. 382 Abs. 2 StPO e contrario; 

BGE 148 IV 124 E. 2.6.4). Ob dies auch hinsichtlich der Anklageziffer I.2, 

zufolge welcher sich die Straftat der Beschuldigten ausschliesslich gegen 

F. gerichtet hat, zutrifft, scheint zweifelhaft, wurde die A. AG doch nicht 

unmittelbar in ihren Rechten verletzt. Sie erscheint denn auch nur insoweit 

betroffen, als es für die Qualifikation der Banden- und Gewerbsmässigkeit 

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auf einen zusätzlichen Schuldspruch ankommt. Wie es sich damit verhält, 

kann mit Blick auf den Ausgang des Verfahrens jedoch offen bleiben. 

 

2. 

Entgegen der Auffassung der Privatklägerin A. AG hat sich die Beschul-

digte hinsichtlich des Tatvorwurfs gemäss Anklageziffer I.1 des Betrugs 

gemäss Art. 146 StGB und nicht des Diebstahls gemäss Art. 139 schuldig 

gemacht: 

 

2.1. 

Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betruges schuldig, wer in der 

Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden 

durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt 

oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem 

Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen anderen am 

Vermögen schädigt. Beim sog. «Eingehungsbetrug» wird das Opfer bereits 

vor oder bei Vertragsabschluss getäuscht, d.h. es wird durch absichtliche 

Täuschung zum Vertragsabschluss verleitet (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1161/2021 und 6B_1169/2021 vom 21. April 2023 E. 8.10.2.1). Die 

Erfüllung des Tatbestandes erfordert eine arglistige Täuschung. Eine mit 

gefälschten oder verfälschten Urkunden verübte Täuschung ist grund-

sätzlich arglistig, da im Rechtsverkehr in aller Regel auf die Echtheit von 

Urkunden vertraut werden darf (BGE 133 IV 256 E. 4.4.3 mit Hinweisen; 

vgl. zum Ganzen BGE 147 IV 73 E. 3.1 f. mit Hinweisen). Subjektiv muss 

der Täter im Wissen und mit dem Willen handeln, durch das täuschende 

Verhalten jemanden mindestens möglicherweise in einen Irrtum zu 

versetzen und ihn dadurch zu einer Vermögensdisposition zu veranlassen, 

wodurch er sich oder einen anderen schädigt. Zudem muss er mit der 

Absicht oder Eventualabsicht handeln, sich oder einen anderen unrecht-

mässig zu bereichern. 

 

2.2. 

Die Beschuldigte hat die A. AG über ihre Identität, ihre Aufenthalts-

berechtigung in der Schweiz sowie ihren Wohnort getäuscht, indem sie den 

Mitarbeitern der A. AG einen gefälschten Schweizer Führerausweis und 

eine gefälschte Schweizer Aufenthaltsbewilligung vorgezeigt hat und sich 

dadurch als die fiktive italienische Staatsangehörige D., geboren am 

tt.mm.1980, wohnhaft an der X-Strasse in 9008 St. Gallen ausgegeben hat. 

Damit wurde die A. AG über Umstände getäuscht, die für das Zustande-

kommen des Mietvertrags über den Lamborghini Urus und die an-

schliessende Übergabe des Lamborghinis an die Beschuldigte von 

entscheidender Bedeutung waren. Hätte die A. AG um die wahre Identität 

der aus Serbien stammenden Beschuldigten, die über keine Aufenthalts-

bewilligung in der Schweiz verfügt hat, gewusst, hätte sie den Mietvertrag 

denn auch nie abgeschlossen oder zumindest Nachforschungen angestellt 

und es wäre auch nicht zur Überlassung des Lamborghinis an die 

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Beschuldigte gekommen. Indem die Beschuldigte gefälschte Urkunden zur 

Täuschung über ihre wahre Identität und damit für den Vertragsabschluss 

wesentliche Umstände verwendet hat, hat sie sich besonderer Machen-

schaften bedient, weshalb sie die A. AG arglistig getäuscht hat (BGE 133 

IV 256 E. 4.4.3). Hinzu kommt, dass die Beschuldigte ihren mit dem 

Vertragsabschluss unter falscher Identität zum Ausdruck gebrachten Willen 

zur Rückgabe des Lamborghinis nach Beendigung der Miete offensichtlich 

nur vorgespielt hat. Dies ergibt sich einerseits bereits aus dem Umstand, 

dass sich die Beschuldigte einer falschen Identität bedient hat, um an den 

Lamborghini Urus zu gelangen, andererseits daraus, dass der Lamborghini 

– entgegen der vertraglichen Vereinbarung, das Mietfahrzeug nur in der 

Schweiz zu fahren (Untersuchungsakten [UA] act. 564) – ins Ausland 

verbracht worden und dort der GPS-Tracker ausgebaut worden ist. Es wäre 

zudem auch gar nicht möglich gewesen, den Lamborghini zusätzlich zum 

anderen gleichentags gemieteten Lamborghini ins Ausland bzw. nach 

Slowenien zu fahren und beide Fahrzeuge innert der kurzen Mietdauer 

wieder vertragsgemäss zurückzubringen, was der Beschuldigten bewusst 

gewesen sein muss. Die Vorspiegelung des vertraglich geschuldeten 

Rückgabewillens ist grundsätzlich arglistig im Sinne von Art. 146 StGB, weil 

sie eine innere Tatsache betrifft, die vom Vertragspartner ihrem Wesen 

nach nicht direkt überprüft werden kann (BGE 142 IV 153 E. 2.2.2). 

Schliesslich ist eine die Arglist ausschliessende Opfermitverantwortung der 

A. AG nicht auszumachen. Das Auftreten der Beschuldigten und die 

Qualität der vorgelegten Ausweispapiere waren jedenfalls nicht dergestalt, 

dass die A. AG hätte Verdacht schöpfen oder Nachforschungen anstellen 

müssen (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 6B_1060/2020 vom 22. 

Juni 2022 E. 2.1.4.2). 

 

Durch die Überlassung des Lamborghinis Urus an die Beschuldigte als 

Folge der arglistigen Täuschung über ihre Identität und ihren Rückgabe-

willen wurde die A. AG im Wert des Lamborghinis an ihrem Vermögen 

geschädigt und die Beschuldigte in entsprechendem Betrag bereichert. 

Entgegen dem Vorbringen der Privatklägerin A. AG hat die Beschuldigte 

den alleinigen Gewahrsam am Lamborghini Urus bereits mit der Wegfahrt 

nach Übergabe der Fahrzeugschlüssel und nicht erst durch das Verbringen 

des Lamborghinis ins Ausland oder den dortigen Ausbau des GPS-

Trackers erlangt. Die A. AG hatte als bloss mittelbare Besitzerin spätestens 

ab dem Zeitpunkt, in welchem die Beschuldigte mit dem ihr überlassenen 

Lamborghini mit der Absicht weggefahren ist, diesen nicht mehr 

zurückzubringen, keinen Gewahrsam mehr (vgl. NIGGLI/RIEDO in: Basler 

Kommentar, Strafgesetzbuch, 4. Auflage 2018, N. 20 zu Art. 139 StGB mit 

Hinweisen). Der Umstand, dass die A. AG sich aufgrund des im 

Lamborghini Urus eingebauten GPS-Trackers möglicherweise über den 

Standort hätte erkundigen können, ändert daran nichts und führt auch nicht 

dazu, dass anstatt von einem Betrug von einem Diebstahl auszugehen 

wäre, hatte sie doch alleine aufgrund des GPS-Trackers keine für den 

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Gewahrsam notwendige tatsächliche Sachherrschaftsmöglichkeit – also 

eine unmittelbare, ungehinderte Einwirkungsmöglichkeit auf die Sache – 

mehr (vgl. BGE 115 IV 104 E. 2c/aa). Die Annahme eines Diebstahls 

scheitert im Übrigen bereits daran, dass der Lamborghini Urus der 

Beschuldigten als Folge der arglistigen Täuschung und des dadurch bei der 

A. AG bewirkten Irrtums überlassen worden ist. Es fehlt somit an einer beim 

Diebstahl notwendigen Wegnahme durch Gewahrsamsbruch im Sinne von 

Art. 139 Ziff. 1 StGB, denn der Gewahrsam über den Lamborghini Urus 

wurde nicht gegen oder ohne den Willen der A. AG als bisheriger 

Gewahrsamsinhaberin, sondern mit deren Willen – wenn auch aufgrund 

der arglistigen Täuschung – aufgehoben. 

 

Die Beschuldigte handelte im Wissen darum, dass sie die A. AG durch das 

Vorlegen des gefälschten Schweizer Führerausweises sowie der 

gefälschten Schweizer Aufenthaltsbewilligung über ihre Identität, ihre 

Aufenthaltsberechtigung in der Schweiz sowie ihren Wohnort und damit 

über die Tatsache, dass Sie von vornherein nicht erfüllungswillig war, 

täuschte. Sie handelte mit dem Willen, die A. AG arglistig über die 

vorgenannten Punkte zu täuschen, um bei dieser diesbezüglich einen 

Irrtum hervorzurufen und den Abschluss des Mietvertrags sowie die 

Übergabe des Lamborghinis Urus zu bewirken. Sie handelte vorsätzlich 

und in der Absicht, sich zu bereichern, ohne darauf einen rechtmässigen 

Anspruch zu haben. Folglich hat die Beschuldigte den subjektiven Tat-

bestand des Betrugs ebenfalls erfüllt. 

 

2.3. 

Zusammengefasst hat die Beschuldigte hinsichtlich des Lamborghinis Urus 

der A. AG einen Betrug gemäss Art. 146 StGB und nicht einen Diebstahl 

gemäss Art. 139 StGB begangen. Die Berufung der Privatklägerin A. AG 

erweist sich somit als unbegründet. Es besteht deshalb auch keine 

Veranlassung, hinsichtlich Anklageziffer I.2 auf den vorinstanzlichen 

Schuldspruch wegen versuchten Betrugs zum Nachteil von F. zurück-

zukommen. Damit bleibt es beim vorinstanzlichen Schuldspruch wegen 

mehrfachen (teilweise versuchten) Betrugs. 

 

3. 

3.1. 

Nachdem die Berufung der A. AG hinsichtlich des beantragten Schuld-

spruchs wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls abzuweisen ist 

und es beim vorinstanzlichen Schuldspruch wegen mehrfachen (teilweise 

versuchten) Betrugs bleibt, ist auf ihren Antrag auf Bestrafung der 

Beschuldigten mit einer unbedingten Freiheitsstrafe nicht weiter 

einzugehen, ist es ihr bei einem unveränderten Schuldspruch doch 

verwehrt, die dafür ausgesprochene Sanktion anzufechten (vgl. Art. 382 

Abs. 2 StPO). Es bleibt somit bei der von der Vorinstanz ausgesprochenen 

teilbedingten Freiheitsstrafe von 33 Monaten mit einem unbedingt zu 

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vollziehenden Anteil von 15 Monaten und einem bedingt zu vollziehenden 

Anteil von 18 Monaten, Probezeit 3 Jahre. 

 

3.2. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft und der vorzeitige Strafvollzug von 

insgesamt 498 Tagen (14. Februar 2022 bis 26. Juni 2023) ist der 

Beschuldigten auf die Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB i.V.m. 

Art. 110 Abs. 7 StGB; Art. 236 Abs. 4 StPO). 

 

Nachdem die Beschuldigte den unbedingt zu vollziehenden Anteil von 

15 Monaten bereits ausgestanden hat, ist sie unverzüglich aus der Haft zu 

entlassen (siehe separater Haftentlassungsbeschluss). 

 

4. 

4.1. 

Die Vorinstanz hat die Beschuldigte verpflichtet, der Privatklägerin A. AG 

Schadenersatz von Fr. 241'400.00 nebst Zins zu 5 % seit 16. Januar 2022 

zu bezahlen. Im Übrigen wurde die Zivilforderung auf den Zivilweg 

verwiesen.  

 

Die Privatklägerin A. AG beantragt mit Berufung, die Beschuldigte sei zu 

verpflichten, ihr zusätzlich zu einem Schadenersatz von Fr. 249'010.00 

nebst Zins zu 5 % seit 16. Januar 2022 einen solchen von Fr. 5'310.00 

sowie Fr. 2'300.00 zu bezahlen (Berufungserklärung S. 3).  

 

4.2. 

Das Gericht entscheidet über eine von der Privatklägerschaft anhängig 

gemachte Zivilklage u.a. dann, wenn es die beschuldigte Person schuldig 

spricht (Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO). Die Zivilklage wird auf den Zivilweg 

verwiesen, wenn die Privatklägerschaft ihre Klage nicht hinreichend 

begründet oder beziffert hat (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO).  

 

4.3. 

Die Beschuldigte hat mit E-Mail vom 8. Juli 2022 die Zivilforderung der 

Privatklägerin A. AG im Hinblick auf die Durchführung des abgekürzten 

Verfahrens anerkannt (UA act. 352). Erklärungen, die von den Parteien im 

Hinblick auf das abgekürzte Verfahren abgegeben worden sind, sind nach 

der Ablehnung eines Urteils im abgekürzten Verfahren in einem folgenden 

ordentlichen Verfahren jedoch nicht verwertbar (Art. 362 Abs. 4 StPO). 

Dasselbe gilt im Falle der Ablehnung der Anklageschrift durch eine der 

Parteien, welche zur Durchführung des ordentlichen Vorverfahrens führt 

(vgl. Art. 360 Abs. 2 und Abs. 5 StPO). Entscheidend ist, ob die 

Zugeständnisse im Hinblick auf das abgekürzte Verfahren gemacht worden 

sind. Dass die Beschuldigte die Zivilforderung nur im Hinblick auf die 

Durchführung des abgekürzten Verfahrens – welche dann aufgrund der 

Ablehnung der Anklageschrift durch die Privatklägerin gescheitert ist (UA 

 - 9 - 

 

 

act. 368.2 ff.) – anerkannt hat, geht deutlich aus vorgenannter E-Mail 

hervor. So wurde darin nach Anerkennung der Zivilforderung festgehalten, 

es werde angestrebt, dass das abgekürzte Verfahren durchgeführt werden 

könne. Folglich liegt – entgegen dem Vorbringen der Privatklägerin A. AG 

(Gerichtsakten [GA] act. 85) – keine vollumfängliche Anerkennung vor. 

 

4.4. 

4.4.1. 

Die Privatklägerin hat anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 

beantragt, die Beschuldigte sei zu verpflichten, ihr einen Schadenersatz 

von Fr. 249'010.00 nebst Zins zu 5 % seit 16. Januar 2022 zu bezahlen. 

Dieser Betrag setze sich aus dem Wert des Lamborghini Urus von 

Fr. 241'000.00 zuzüglich Fr. 5'310.00 für das ersteigerte Kontrollschild 

sowie Fr. 2'300.00 für Winterreifen zusammen (GA act. 84). 

 

An der vorinstanzlichen Hauptverhandlung hat die Beschuldigte die 

Zivilforderung dem Grundsatz nach anerkannt, jedoch geltend gemacht, 

dass die einzelnen Beträge zu hoch seien (GA act. 76 ff.). Sie hat 

hinsichtlich der vorinstanzlich zugesprochenen Zivilforderung von 

Fr. 241'400.00 jedoch weder eigenständige Berufung noch Anschluss-

berufung erhoben. Anlässlich der Berufungsverhandlung hat sie ausge-

führt, es sei das Urteil der Vorinstanz auch in Bezug auf die Höhe der 

festgelegten Zivilansprüche (inkl. Parteientschädigung) zu bestätigen 

(Plädoyernotizen Verteidiger S. 8). 

 

4.4.2. 

Betreffend den Wert des Lamborghinis Urus hat die Privatklägerin A. AG 

den Schlussbericht der G. Versicherung vom 14. Juni 2022 eingereicht. Auf 

diesem ist ersichtlich, dass das Fahrzeug gemäss der Expertise im 

Tatzeitpunkt einen Zeitwert von Fr. 241'400.00 aufgewiesen haben soll. 

Wie sich dieser Fahrzeugwert zusammensetzt und wie er berechnet 

worden ist, geht aus dem unsignierten Dokument, welches keinerlei Belege 

enthält, jedoch nicht hervor (UA act. 356). Folglich wäre diese Schaden-

ersatzforderung, nachdem sie von der Beschuldigten in ihrer Höhe 

bestritten worden ist, nur im anerkannten Umfang zuzusprechen und im 

Übrigen zufolge ungenügender Begründung gestützt auf Art. 126 Abs. 2 

lit. b StPO auf den Zivilweg zu verweisen gewesen. Es gilt diesbezüglich 

jedoch Art. 391 Abs. 3 StPO zu beachten, wonach die Rechtsmittelinstanz 

Entscheide im Zivilpunkt nicht zum Nachteil der Privatklägerschaft 

abändern darf, wenn – wie vorliegend – nur von dieser ein Rechtsmittel 

ergriffen worden ist. Aufgrund dessen bleibt es hinsichtlich des 

Lamborghinis Urus bei der vorinstanzlich festgelegten Verpflichtung der 

Beschuldigten, der Privatklägerin einen Schadenersatz von Fr. 241'400.00 

nebst Zins zu 5 % seit 16. Januar 2022 zu bezahlen. 

 

 - 10 - 

 

 

4.4.3. 

Betreffend den Wert des ersteigerten und im Tatzeitpunkt am Lamborghini 

Urus montierten Kontrollschilds «ZH aaa», welches der Privatklägerin A. 

AG zufolge einen Wert von Fr. 5'310.00 aufweisen soll, hat letztgenannte 

eine Rechnung des Strassenverkehrsamts vom 4. Januar 2021 

eingereicht. Aus dieser geht hervor, dass H., wohnhaft […] in R., ein Betrag 

von Fr. 5'310.00 für ein ersteigertes Kontrollschild in Rechnung gestellt 

worden ist. Bei der vorgenannten Adresse handelt es sich um die 

Domiziladresse der Privatklägerin (vgl. Handelsregisterauszug der A. AG). 

Ob es sich beim ersteigerten Kontrollschild tatsächlich um das vorliegend 

in Frage stehende Kontrollschild «ZH aaa» handelt, geht aus der Rechnung 

jedoch nicht hervor (UA act. 357). Sodann kann die Privatklägerin nur 

eigene Zivilforderungen geltend machen (vgl. Art. 122 StPO). Das 

Strassenverkehrsamt hat die Ersteigerung eines Kontrollschildes nicht der 

A. AG, sondern H. in Rechnung gestellt. Die Privatklägerin hat nicht 

dargetan, dass sie dieses Kontrollschild von H. übernommen hat. Nach 

dem Gesagten hat die Privatklägerin A. AG ihre Schadenersatzforderung 

in diesem Punkt nicht hinreichend begründet, weshalb diese gestützt auf 

Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg zu verweisen ist. 

 

4.4.4. 

Die Privatklägerin beantragt weiter die Zusprechung eines Schaden-

ersatzes von Fr. 2'300.00 für Winterreifen. Den Wert dieser Winterreifen 

belegt sie mit einer Rechnung der I. GmbH vom 20. Dezember 2021 (UA 

act. 358). Nachdem jedoch der Fahrzeugwert des Lamborghini Urus und 

die Zusammensetzung der einzelnen Wertpositionen aufgrund der vor-

herigen Ausführungen unklar ist (vgl. E. 4.4.2), ist nicht erstellt, dass der 

Wert der Winterreifen nicht bereits im geschätzten Fahrzeugwert enthalten 

ist. Aufgrund dessen hat die Privatklägerin ihre Schadenersatzforderung 

auch in diesem Punkt nicht hinreichend begründet, weshalb diese gestützt 

auf Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg zu verweisen ist.  

 

4.5. 

Zusammenfassend ist die Beschuldigte zu verpflichten, der Privatklägerin 

einen Schadenersatz von Fr. 241'400.00 nebst Zins zu 5 % seit 16. Januar 

2022 zu bezahlen. Im Übrigen ist ihre Zivilforderung auf den Zivilweg zu 

verweisen. Die Berufung der Privatklägerin A. AG erweist sich damit auch 

in diesem Punkt als unbegründet. 

 

5. 

5.1. 

5.1.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Berufung 

der Privatklägerin A. AG ist vollumfänglich abzuweisen. Bei diesem 

Ausgang des Verfahrens sind ihr die Kosten des obergerichtlichen 

 - 11 - 

 

 

Berufungsverfahrens von Fr. 5'000.00 (§ 18 VKD) vollumfänglich auf-

zuerlegen. Sie sind mit der von ihr geleisteten Sicherheitsleistung von 

Fr. 10'000.00 zu verrechnen. 

 

5.1.2. 

Der amtliche Verteidiger der Beschuldigten ist für das obergerichtliche 

Verfahren gestützt auf die anlässlich der Berufungsverhandlung einge-

reichte Kostennote, angepasst an die Dauer der Berufungsverhandlung, 

mit gerundet Fr. 5'540.00 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der 

Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und 

Abs. 3bis AnwT; § 13 AnwT). 

 

Ausgangsgemäss ist die im Berufungsverfahren mit ihrem Antrag auf 

Abweisung der Berufung der A. AG obsiegende Beschuldigte nicht dazu 

verpflichtet, die dem amtlichen Verteidiger auszurichtende Entschädigung 

zurückzuzahlen (Art. 135 Abs. 4 StPO e contrario). Die StPO enthält 

sodann keine gesetzliche Grundlage, die es erlauben würde, der 

unterliegenden Privatklägerschaft die Kosten der amtlichen Verteidigung 

aufzuerlegen (BGE 145 IV 90). 

 

5.1.3. 

Die Privatklägerin unterliegt mit ihrer Berufung vollumfänglich, weshalb ihr 

keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 433 Abs. 1 StPO e contrario). 

 

5.2. 

5.2.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO i.V.m Art. 426 Abs. 1 StPO). 

 

Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die 

Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Nachdem die Beschuldigte 

betreffend sämtliche Anklagevorwürfe schuldig gesprochen wird, erweist 

sich die vorinstanzliche Kostenverlegung nach wie vor als korrekt und es 

sind ihr die erstinstanzlichen Verfahrenskosten in Höhe von insgesamt 

Fr. 8'344.00 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 3'200.00) aufzuerlegen. 

 

5.2.2. 

Die dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren 

zugesprochene Entschädigung von Fr. 19'917.82 ist mit Berufung nicht 

angefochten worden, weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht mehr 

zurückgekommen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 

vom 28. Januar 2019). 

 

 - 12 - 

 

 

Diese Entschädigung ist von der Beschuldigten ausgangsgemäss zurück-

zufordern, sobald es ihre finanziellen Verhältnisse erlauben (Art. 135 

Abs. 4 StPO).  

 

5.2.3. 

Die Höhe der Entschädigung des Vertreters der Privatklägerin A. AG ist im 

Berufungsverfahren unbestritten geblieben, weshalb darauf nicht zurück-

zukommen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 

28. Januar 2019 E. 2.4).  

 

Die Beschuldigte ist ausgangsgemäss zu verpflichten, der Privatklägerin 

A. AG für das erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von 

Fr. 4'982.60 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO). 

 

5.2.4. 

Dem Privatkläger F. ist für das erstinstanzliche Verfahren keine Partei-

entschädigung zuzusprechen, nachdem dieser eine solche weder 

beantragt noch beziffert hat (vgl. Art. 433 Abs. 2 StPO). 

 

6. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). Dies ist auch der Fall, wenn eine Berufung vollumfänglich 

abgewiesen wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_761/2017 vom 17. Januar 

2018 E. 4 mit Hinweisen). 

  

 - 13 - 

 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschuldigte ist schuldig 

- des mehrfachen, teilweise versuchten Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 

 StGB, teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB; 

- der mehrfachen Fälschung von Ausweisen gemäss Art. 252 Abs. 3 StGB 

 [in Rechtskraft erwachsen]. 

 

2. 

2.1. 

Die Beschuldigte wird gemäss den in Ziff. 1 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, 

Art. 40 StGB, Art. 43 StGB und Art. 44 StGB 

 

zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 33 Monaten mit einem vollzieh-

baren Anteil von 15 Monaten und einem bedingt zu vollziehenden Anteil 

von 18 Monaten, Probezeit 3 Jahre,  

 

verurteilt.  

 

2.2. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft und der ausgestandene vorzeitige 

Strafvollzug von 498 Tagen (14. Februar 2022 bis 26. Juni 2023) werden 

auf die Freiheitsstrafe angerechnet.  

 

3. [in Rechtskraft erwachsen] 

Die Beschuldigte wird gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. f StGB für die Dauer 

von 10 Jahren des Landes verwiesen.  

 

Die Landesverweisung wird im Schengener Informationssystem (SIS) aus-

geschrieben. 

 

4. [in Rechtskraft erwachsen] 

4.1. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger F. einen Schaden-

ersatz von Fr. 324.05 zu bezahlen.  

 

4.2. 

Im Übrigen wird die Schadenersatzforderung des Privatklägers F. auf den 

Zivilweg verwiesen. 

 

4.3. 

Die Genugtuungsforderung des Privatklägers F. wird abgewiesen.  

 

 - 14 - 

 

 

5. 

5.1. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin A. AG einen Schaden-

ersatz von Fr. 241'400.00 nebst Zins zu 5 % seit 16. Januar 2022 zu 

bezahlen.  

 

5.2. 

Im Übrigen wird die Zivilforderung der Privatklägerin A. AG auf den Zivilweg 

verwiesen. 

 

6. [in Rechtskraft erwachsen] 

Das beschlagnahmte Mobiltelefon Samsung SM-G955F Galaxy S8+ 

inklusive Ladekabel wird der Beschuldigten auf Verlangen herausgegeben.  

 

Wird dieser Gegenstand nicht innert 30 Tagen seit Eintritt der Rechtskraft 

herausverlangt, trifft die Staatsanwaltschaft die sachgemässen Verfü-

gungen. 

 

7. 

7.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 (§ 18 VKD) 

werden der Privatklägerin A. AG auferlegt und mit der von ihr geleisteten 

Sicherheitsleistung von Fr. 10'000.00 verrechnet. Die Differenz wird ihr 

zurückerstattet. 

 

7.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger der 

Beschuldigten für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von 

Fr. 5'540.00 auszurichten. 

 

7.3. 

Die Privatklägerin A. AG hat ihre Parteikosten für das Berufungsverfahren 

selber zu tragen. 

 

8. 

8.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 8'344.00 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 3'200.00) werden der Beschuldigten auferlegt. 

 

8.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Entschädigung von Fr. 19'917.82 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird von der Beschuldigten zurückgefordert, sobald 

es ihre finanziellen Verhältnisse erlauben.  

 - 15 - 

 

 

 

8.3. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin A. AG für das 

erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 4'982.60 zu 

bezahlen. 

 

8.4. 

Der Privatkläger F. hat seine erstinstanzlichen Parteikosten selber zu 

tragen. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde-

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 26. Juni 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Six     Stutz