# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6d32208a-c8a5-5fad-b850-a966401bb3b4
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-15
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 15.10.2020 I 2020 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2020-42_2020-10-15.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2020 42

Entscheid vom 15. Oktober 2020 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
MLaw Christina Zehnder, a.o. Gerichtsschreiberin

Parteien C.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin A.________

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Leistungen)

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Sachverhalt:

A. C.________ (geb. ________1963) hat die Grundschule im Heimatland 
(Kosovo) absolviert und 1987 geheiratet, wobei ihr Ehemann in der Folge in der 
Schweiz arbeitete. Sie ist Mutter von zwei Söhnen (1990 und 1992). Im Jahre 
2001 reiste sie mit ihren Söhnen in die Schweiz (siehe IV-act. 23-3/11 unten und 
11). Vom April 2004 bis Januar 2007 war sie als Reinigungsmitarbeiterin für die 
Firma D.________ GmbH und ab April 2007 für AK.________ (Zimmerfrau/ 
Küchenhilfe bis ________2016) erwerbstätig; zusätzlich reinigte sie bei Dritten 
auf Stundenbasis (vgl. IV-act. 3f.). Vom 29. April 2016 bis zum 3. Mai 2016 hielt 
sich C.________ im Spital AM.________ auf (Selbstzuweisung bei rezidivieren-
dem Schwindel, IV-act. 13-25/62). 

Am 28. Juli 2016 meldete sie sich zur Früherfassung bei der IV-Stelle (IV-act. 1). 
Nach einem Erstgespräch vom 18. August 2016 teilte die IV-Stelle am 19. August 
2016 mit, dass eine IV-Anmeldung angezeigt sei (IV-act. 5). Diese Anmeldung 
zum Leistungsbezug ging am 13. Oktober 2016 bei der IV-Stelle ein, wobei die 
gesundheitlichen Probleme mit "Kopfschmerzen/ Schwindel" umschrieben wur-
den (IV-act. 6-6/10 Ziff. 6.1).

B. Vom 28. Februar 2017 bis zum 14. März 2017 war C.________ nach Zu-
weisung ihres Hausarztes Dr.med. E.________ in der Psychiatrischen Klinik 
AN.________ in AO.________ hospitalisiert (IV-act. 23). 

Nach diversen Abklärungen empfahl der RAD-Arzt Dr.med. F.________ am 5. 
Oktober 2017 eine psychiatrische Begutachtung bei Dr.med. G.________ 
(AP.________, IV-act. 32-5/5), was mit Schreiben vom 13. Oktober 2017 mitge-
teilt wurde (IV-act. 33). Das entsprechende Gutachten vom 28. März 2018 ging 
am Folgetag bei der IV-Stelle ein (IV-act. 44). Nach Kenntnisnahme des Gutach-
tens warf der RAD-Arzt Dr.med. F.________ am 29. Mai 2018 die Frage auf, ob 
mittels Intensivierung der psychiatrischen Behandlung eine Verbesserung des 
Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit erreicht werden könnte (IV-act. 
47-5/6). In der Stellungnahme vom 4. Juni 2018 empfahl die RAD-Psychiaterin 
Dr.med.univ. Dr.phil. H.________ eine neuropsychologische Begutachtung sowie 
eine umfassende Beschwerdenvalidierung (IV-act. 47-6/6). Daraufhin wurde 
Dr.phil. AQ.________ mit der Durchführung einer neuropsychologischen Begut-
achtung beauftragt. Ihr Gutachten vom 16. Juli 2019 ging am 17. Juli 2019 bei 
der IV-Stelle ein (IV-act. 58). Dazu äusserte sich der RAD-Psychiater Dr.med. 
I.________ in einer Stellungnahme vom 16. September 2019 (IV-act. 59-8f./9). 

C. Mit Vorbescheid vom 11. Oktober 2019 kündigte die IV-Stelle an, das Leis-
tungsbegehren abzuweisen (IV-act. 61). Dagegen liess C.________ innert er-

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streckter Frist am 6. Januar 2020 Einwände erheben (IV-act. 68), zu welchen der 
RAD-Psychiater Dr.med. I.________ am 9. März 2020 Stellung nahm. Am 26. 
März 2020 verfügte die IV-Stelle, dass das Leistungsbegehren abgewiesen wer-
de (IV-act. 72).

D. Gegen diese am 31. März 2020 eingegangene Verfügung liess 
C.________ (unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes nach Art. 38 Abs. 4 
lit. a ATSG i.V.m. Art. 60 ATSG) rechtzeitig am 14. Mai 2020 beim Verwaltungs-
gericht Beschwerde einreichen mit den folgenden Rechtsbegehren:

1. Es sei die Verfügung vom 26.03.2020 der IV-Stelle Schwyz aufzuheben und es 
sei der Beschwerdeführerin eine ganze IV-Rente zuzusprechen.

2. Eventualiter sei die Verfügung vom 26.03.2020 der IV-Stelle Schwyz aufzuhe-
ben und die Vorinstanz anzuweisen, eine polydisziplinäre Begutachtung 
durchzuführen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

E. Mit Vernehmlassung vom 3. Juli 2020 beantragte die IV-Stelle, die Be-
schwerde sei abzuweisen (unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin).

Mit Replik vom 21. August 2020 hielt die Beschwerdeführerin an den in der Be-
schwerde gestellten Anträgen fest. Die Duplik der IV-Stelle folgte am 7. Septem-
ber 2020.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Nach Art. 4 Abs. 1 des Invalidenversicherungsgesetzes (IVG; SR 831.20) 
in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) gilt als Invalidität die durch ei-
nen körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden verursachte, voraussicht-
lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig-
keit. Gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG sind für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti-
gung zu berücksichtigen; eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie 
aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist.

Die versicherte Person hat nach Art. 28 Abs. 2 IVG

- Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, 

- Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, 

- Anspruch auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, 

- und Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent 
invalid ist. 

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1.2 Der Invaliditätsgrad bestimmt sich nach Art. 16 ATSG, wonach zur Ermitt-
lung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behand-
lung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig-
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (= sog. hypothetisches 
Invalideneinkommen), zum Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt wird, das 
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (= sog. hypothetisches 
Valideneinkommen). Es ist für die Invaliditätsbemessung nicht entscheidend, ob 
die versicherte Person ihre (Rest-)Arbeitsfähigkeit erwerblich verwertet, d.h. von 
der verbliebenen Erwerbsfähigkeit Gebrauch macht. Vielmehr ist die Invalidität 
stets auf der Grundlage desjenigen Erwerbseinkommens zu bemessen, das die 
versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit erzielen könnte (Meyer/ 
Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. A., Art. 28a N 27).

1.3 Die Invalidität bemisst sich somit nicht nach medizinischen, sondern nach 
wirtschaftlichen, erwerblichen Kriterien, nach der Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsun-
fähigkeit ist das Unvermögen, auf dem gesamten für die versicherte Person in 
Frage kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt die verbliebene Arbeitsfähigkeit 
in zumutbarer Weise wirtschaftlich zu verwerten (BGE 109 V 25 Erw. 3d). Wer 
nicht mindestens teilweise arbeitsunfähig ist, kann auch nicht erwerbsunfähig 
und mithin nicht invalid sein (vgl. BGE 105 V 139 Erw. 1b).

1.4 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-
beschwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (vgl. Art. 43 
Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungs-
gericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des Sachverhalts 
zu sorgen (BGE 122 V 157 Erw. 1a). Mit dem Untersuchungsgrundsatz korrelie-
ren die Mitwirkungspflichten der versicherten Person, indem diese zur Abklärung 
des Sachverhaltes beitragen muss (vgl. Meyer/Reichmuth, a.a.O., Art. 53-57 IVG 
N 10 mit Verweis auf BGE 122 V 157 Erw. 1a).

1.5.1 Die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter sind bei der Bemessung 
des IV-Grades auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls auch 
andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den 
Gesundheitszustand des Versicherten zu beurteilen. Der Arzt hat auch dazu Stel-
lung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit der Versi-
cherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versi-
cherten noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 Erw. 4).

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1.5.2  In der Würdigung der Beweise ist der Sozialversicherungsrichter frei (vgl. 
Art. 61 lit. c ATSG). Er hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Er hat alle 
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 
danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be-
urteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; 
122 V 157 Erw. 1c). Im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutach-
ten von externen Spezialisten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist regelmäs-
sig volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 Erw. 1.3.4 mit Hinweis).

1.5.3  Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist mithin entscheidend, 
ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizini-
schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 Erw. 3a).

1.5.4  In der Rechtsprechung sind die Aufgaben von Rechtsanwender und 
Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung seit jeher wie folgt verteilt 
worden: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es erstens, den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe 
der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher 
Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde 
zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der 
Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür die Verwaltung und im Streitfall 
Gerichte nicht kompetent sind (z.B. Bundesgerichtsurteil 9C_437/2012 vom 
6.11.2012 Erw. 3.2). Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine 
abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur 
Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer 
Sicht so substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Angaben sind eine 
wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche 
Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (so die mit BGE 

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105 V 156 Erw. 1 S. 158 f. begründete und in zahllosen Urteilen bestätigte 
Rechtsprechung, z.B. BGE 132 V 93 Erw. 4).

1.5.5  Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht 
ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher 
praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene 
medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu 
respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts I 676/05 vom 13.3.2006 Erw. 2.4 mit Verweis auf die Leitlinien 
der Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die 
Begutachtung psychischer Störungen, in: SAeZ 2004 S. 1050 f.). 

1.6 Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit haben sich sowohl die 
medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung an 
den normativen Vorgaben zu orientieren, die Gutachter im Idealfall gemäss der 
entsprechend formulierten Fragestellung (BGE 141 V 281 Erw. 5.2 S. 306f.). Die 
Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei, insbesondere 
daraufhin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen 
Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die 
ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf 
Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 Erw. 6 S. 426f.). Im 
Rahmen der Beweiswürdigung obliegt es den Rechtsanwendern zu überprüfen, 
ob in concreto ausschliesslich funktionelle Ausfälle bei der medizinischen 
Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf 
einer objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281 Erw. 5.2.2; Art. 7 Abs. 2 
ATSG). Eine rentenbegründende Invalidität ist nur dann anzunehmen, wenn 
funktionelle Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und 
widerspruchsfrei festgestellt sind und somit den versicherungsmedizinischen 
Vorgaben Rechnung getragen wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
8C_821/2018 vom 18.6.2019 Erw. 3.2 mit Verweis auf BGE 141 V 281 Erw. 6 S. 
307f.; Urteil 8C_260/2017 vom 1.12.2017 Erw. 4.2.4).

Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen 
einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend 
nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann 
somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte 
Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung 
der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung 
ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen 
(Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist 
der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über 

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die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person 
auswirkt (vgl. zit. Urteil 8C_821/2018 vom 18.6.2019 Erw. 3.2 mit Verweis auf 
BGE 143 V 143 V 418 Erw. 6 S. 427 und auch BGE 144 V 50 Erw. 4.3 S. 53f.).

1.7 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwal-
tung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, 
ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten 
und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis 
nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten 
(antizipierte Beweiswürdigung; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwal-
tungsrechtspflege des Bundes, 3. A. Rz. 153; Urteil 8C_424/2010 vom 19.7.2010 
Erw. 3.2.3 mit Verweis auf BGE 134 I 140 Erw. 5.3). 

2. Was die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Versicherten anbelangt, 
sind den vorliegenden Akten u.a. die nachfolgend aufgeführten Angaben zu 
entnehmen.

2.1 Am 29. Oktober 2011 suchte die Versicherte notfallmässig Dr.med. 
J.________ (FMH Chirurgie, spez. Handchirurgie) auf, welcher eine rechtsbeton-
te Lumbalgie diagnostizierte (IV-act. 31-103/171).

2.2 Am 27. August 2013 überwies der Hausarzt Dr.med. E.________ die 
Versicherte wegen unklaren Fussschmerzen links an die T.________-Klinik in 
U.________ (vgl. IV-act. 31-101/171). Dr.med. K.________ (Co-Chefarzt 
Orthopädie) diagnostizierte im Bericht vom 25. September 2013 
"Ansatztendinose Achillessehne mit Spornbildung links" sowie ein 
Lumbovertebralsyndrom mit Ausstrahlung ins linke Bein. Er empfahl u.a. "hinten 
offene Schuhe" zu tragen. Hinsichtlich der rezidivierend auftretenden 
Rückenschmerzen konnte er keine neurologischen Ausfälle feststellen, weshalb 
er von weiteren Abklärungen abriet und Physiotherapie empfahl (IV-act. 31-
99f./171).

2.3 Am 22. Dezember 2014 überwies der Hausarzt die Versicherte wegen 
atypischen Thoraxschmerzen an Dr.med. L.________ zur kardiologischen 
Standortbestimmung (IV-act. 31-95ff./171). Die Dopplerechokardiographie vom 
12. Januar 2015 ergab einen Normalbefund (IV-act. 31-93/171). Am 13. Januar 
2015 berichtete Dr.med. L.________ dem Hausarzt von normalen 
Herzkreislaufbefunden (IV-act. 31-88f./171).

2.4 Am 8. Dezember 2015 (Feiertag) suchte die Versicherte die Notfallpraxis 
(im Spital AM.________) wegen "Schmerzen vom Schulterblatt bis in die Finger" 

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auf. Dr.med. N.________ fasste ihre Beurteilung wie folgt zusammen: "DD 
radikuläre Schmerzen, Verspannung des Nackens" (IV-act. 31-87/171).

2.5 Am 19. Februar 2016 überwies der Hausarzt die Versicherte wegen eines 
Cervikalsyndroms mit Schulter- und Nackenschmerzen rechts mit Ausstrahlung 
in die rechte Hand (ohne neurologische Ausfälle) an die Chiropraktorin Dr. 
M.________ (IV-act. 31-85/171). Gleichentags ersuchte der Hausarzt den 
Chirurgen Dr.med. J.________, die Versicherte zur operativen Behandlung der 
folgenden Diagnose aufzubieten: "Ganglion Fuss rechts medial, proximal des 
Grosszehengrundgelenks" (IV-act. 31-84/181).

2.6 Am 20. März 2016 (Sonntag) liess sich die Versicherte in der Notfallpraxis 
(im Spital AM.________) durch Dr.med. O.________ behandeln, welcher eine 
unklare Sensation in der linken Gesichtshälfte diagnostizierte (DD Kiefergelenks 
Affektion, vgl. IV-act. 31-82/181).

2.7 Die Chiropraktorin Dr. M.________ berichtete am 5. April 2016 dem 
Hausarzt, dass sie die Versicherte 10x mit spezifisch chiropraktischen 
Massnahmen bzw. neuromuskulärer Reflextherapie behandelt habe. Die 
Versicherte habe am 4. April 2016 "über eine generelle Besserung der 
Beschwerden" berichtet. Im Vordergrund stünden noch Schmerzen und 
Verspannungen suboccipital. Die HWS und BWS seien am 4. April 2016 
segmental frei beweglich gewesen. Die Behinderung im Alltag anhand des Neck 
Disability Fragebogens habe sich von 58% (29.2.2016) auf 32% (23.3.2016) 
reduziert. Aktuell wünsche die Versicherte eine Therapiepause (IV-act. 31-
80f./171).

2.8 Der Chirurg Dr.med. J.________ diagnostizierte am 15. April 2016 ein 
reaktives Ganglion am Grosszehengrundgelenk rechts bei Hallux valgus und 
beginnender Grundgelenksarthose; zudem äusserte er den Verdacht auf 
Plantarfaszienveränderung links im Sinne eines Morbus Ledderhose. In seiner 
Beurteilung empfahl er eine Resektion des Ganglions mit gleichzeitiger 
Abtragung der osteophytären Veränderungen (derweil er von einem 
gelenksresezierenden Eingriff abriet, vgl. IV-act. 31-78/171).

2.9 Vom 29. April 2016 bis zum 3. Mai 2016 hielt sich die Versicherte im 
Rahmen einer Selbstzuweisung bei rezidivierendem Schwindel im Spital 
AM.________ auf. Im Austrittsbericht (Dres. X.________ und AJ.________) 
wurde ein zervikogener Schwindel (Status nach HWS-Distorsion bei Unfall 
08.2015 und starker Druckdolenz zervikal links) sowie ein dringender Verdacht 

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auf eine Erschöpfungsdepression bei psychosozialer Belastungssituation 
diagnostiziert (IV-act. 31-74f./171).

2.10 Am 7. Juni 2016 überwies der Hausarzt die Versicherte zur neurologischen 
Standortbestimmung an die beiden Neurologinnen Dr.med. Q.________ und 
Dr.med. R.________ (IV-act. 31-68/171). Letztere untersuchte die Versicherte 
am 8. Juni 2016 und stellte die Diagnose "unspezifischer Schwindel und 
Kopfschmerzen" (DD bei Somatisierungsstörung). Ihre Beurteilung fasste sie u.a. 
wie folgt zusammen (IV-act. 31-67/171 bzw. IV-act. 13-21/62):

Die heutige klinische Untersuchung erbringt abgesehen von einem vermehrten 
muskulären Hartspann nuchal einen unauffälligen Untersuchungsbefund. 
Insbesondere ergibt sich kein Anhalt für eine zentrale oder periphere 
Schwindelursache. Auch konnte eine cerebelläre Ischämie ausgeschlossen 
werden. Insgesamt erscheint die Patientin sehr klagsam. Uns ergibt sich der 
Verdacht einer Somatisierungsstörung. Die Patientin lehnt einen erneuten 
Therapieversuch mit Cipralex jedoch ab und kann sich auch eine Therapie mit 
Mirtazapin oder Lyrica aktuell nicht vorstellen. (…) Aktuell ist die Patientin einer 
psychiatrischen Mitbetreuung gegenüber nicht offen und sucht weiterhin nach einer 
somatischen Ursache der Beschwerden. (…) Die MRI-Befunde [vgl. IV-act. 13-
22/62 MRI Schädel nativ und mit KM vom 7.6.2016 im Röntgeninstitut 
AM.________] werten wir als unspezifisch. Sie stehen nicht in Zusammenhang mit 
den aktuellen Beschwerden (…). Wir würden eine zügige Reintegration in den 
Arbeitsprozess für sinnvoll erachten.

2.11 Am 22. Juni 2016 wurde die Versicherte im Auftrage des Krankenversiche-
rers (AX.________) von Dr.med. S.________ (Fachärztin für Allg. Innere Medizin 
FMH) untersucht, welche folgende Diagnosen stellte und eine psychiatrische Be-
gutachtung (mit einer Fachperson gleicher Sprache) empfahl (IV-act. 13-18/62):

Verdacht auf Somatisierungsstörung bei wahrscheinlich vorbestehender Depressi-
on
Adipositas Grad I
Hypertoner Blutdruckwert

Die Frage, ob die subjektiv beklagten Beschwerden objektiviert werden können, 
verneinte sie. Zudem erwähnte diese Fachärztin, dass die Versicherten in die-
sem Zustand nicht arbeitsfähig sei (IV-act. 13-18/62 unten).

2.12 Eine transkranielle Sonographie im Spital AM.________ (Dr.med. 
R.________, Konsiliarärztin Neurologie) vom 23. Juni 2016 ergab eine unauffälli-
ge Darstellung des hinteren Stromgebietes, derweil eine transtemporale Beurtei-
lung bei fehlendem Schallfenster nicht möglich war (IV-act. 13-16/62).

2.13 Am 29. Juni 2016 berichtete der Psychiater AS.________, welcher die Ver-
sicherte am 22. Juni 2016 erstmals psychiatrisch untersuchte, dem Hausarzt fol-
gende Diagnosen: Somatisierungsstörung (ICD 10 F45.0/ DD F45.3) und de-

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pressive Störung, mittelgradige depressive Episode (ICD 10 F 32.1). Das Proce-
dere fasste er wie folgt zusammen (IV-act. 13-15/62 bzw. 31-64/171):

Krisenintervention, Beginn störungsspezifische Psychotherapie soweit im Rahmen 
reduzierter Ressourcen möglich. Verlaufsbeobachtung. Anpassung der Antide-
pressivum-Medikation, weiteres Procedere je nach Verlauf. Abgabe Informations-
material über Depression und somatoforme Störungen in Muttersprache. Eine bal-
dige mindestens Teil-Arbeitsfähigkeit nötig (…).

2.14 Mit Schreiben vom 6. Juli 2015 informierte der Hausarzt (Dr. E.________) 
die mit einer Abklärung betraute Dr.med. P.________ (FMH Innere Medizin/ Sys-
temtherapeutin ZSB/ psychosomatische Praxis, AT.________) u.a. dahingehend, 
dass die Versicherte jahrelang am Rande des Existenzminimums gelebt habe; ihr 
Ehemann habe während vieler Jahre um eine IV-Rente kämpfen müssen; seit 
der Berentung im März 2012 gehe es ihm besser. Die Versicherte sei etwa im 
Mai 2016 in eine grosse Krise geraten, trotzdem hoffe er aus hausärztlicher 
Sicht, dass sie nach einer gewissen Schonzeit wieder ins Berufsleben zurückfin-
den werde (IV-act. 31-65/171). 

In der Krankengeschichte notierte der Hausarzt am 18. Juli 2016 (vgl. KVG-act. 
1-49/55):

Jetzt Kopfschmerzen im Vordergrund. War in Kosovo beim Arzt, HWS-Aufnahme 
ohne nennenswerte patholog. Befunde.
War auch bei einem Neurologen in AR.________.
Braucht 2-3 Tabletten Dafalgan tgl.
Fühlt sich vollkommen unfähig zur Arbeit. Partielle Arbeitsaufnahme sobald wie 
möglich empfohlen.

2.15 Die Versicherte wurde am 25. Juli 2016 von Dr.med. P.________ im Rah-
men einer Kurzbeurteilung exploriert. Im Bericht vom 27. Juli 2016 an den Kran-
kentaggeldversicherer (AX.________) führte diese Ärztin u.a. aus (KVG-act. 1-
46f./55):

Psychostatus
53-jährige, vorgealterte, untersetzte Frau. Vernachlässigtes äusseres Erschei-
nungsbild. Auf sich fixiert, den Kopf haltend, den Blick auf den Boden gesenkt mit 
zeitweise schmerzverzerrtem Gesicht, jammernd und klagend, gelingt es ihr nicht 
sich auf ein Gespräch einzulassen. Auf gestellte Fragen wird vorbeigeredet, nicht 
eingegangen, diese 'überhört' oder nicht verstanden. Die Stimme ist leise, undeut-
lich und gebrochen. Konzentration, Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit nicht prüf-
bar. Im formalen Gedankengang fixiert auf ihr körperlich erlebtes Leiden. Über den 
gesamten Explorationszeitraum appellatives Verhalten mit Weinen, Schluchzen, 
welches sich im Verlauf verliert, im Kontrast dazu mehrmals kräftiges Husten und 
Räuspern. Der affektive Rapport kann nicht hergestellt werden. Die Affektivität ver-
schoben in den ängstlich-depressiven Bereich, die Schwingungsfähigkeit ist gege-
ben. Im formalen Denken fixiert auf katastrophisierende Interpretation der erlebten 
körperlichen Symptome. Das Vitalgefühl ist reduziert, es imponieren regressive 

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Verhaltensmuster. Kein Hinweis für Wahn, Ich-Störungen oder Sinnestäuschun-
gen.

Diagnose
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
(…)

Können die subjektiv beklagten Beschwerden objektiviert werden?
Die vP zeigt in der Exploration ein aufmerksamkeitssuchendes und verdeutlichen-
des Verhalten. Dieses wird im Rahmen der postulierten Somatisierungsstörung als 
krankheitsimmanent (= krankheitsbedingt) interpretiert. Die Verhaltensmuster wah-
ren während der Exploration konsistent. Hinweise für eine Aggravation lagen nicht 
vor.
(…)

Kann noch mit einer namhaften Besserung der Gesundheitsschädigung 
gerchnet werden? Wenn ja, welche Massnahmen schlagen Sie vor? Progno-
se?
Die vP verfügt über ein katastrophisierendes Krankheitskonzept mit Ohnmachtsge-
fühlen. Jegliche Formen der Selbstwirksamkeit hat sie verloren und sie befindet 
sich in einem regressiven Verhalten wieder mit Gefühlen des Ausgeliefertseins und 
der Ohnmacht. Die vorliegenden Ressourcen - soweit beurteilbar - werden als ge-
ring eingeordnet (geringe Reflexionsfähigkeit, geringe Differenzierungsfähigkeit, 
geringes Gefühl der Selbstwirksamkeit, Förderung der Regression durch das fami-
liäre Umfeld), folglich wird die Prognose als sehr ungünstig eingeordnet.
Aufgrund der fehlenden Tagesstruktur und das regressionsfördernde Entlastungs-
verhalten durch die Familienangehörigen ist eine stationäre psychiatrische Be-
handlung, wie sie bereits eingeleitet ist, dringend angezeigt. 

2.16 Am 18. August 2016 fand das Erstgespräch mit der IV-Beraterin statt. Da-
bei führte die Versicherte u.a. aus, dass sie gerne für diverse Arbeitgeber gear-
beitet habe, bis jetzt, wo es ihr gesundheitlich nicht mehr gut gehe. Sie wolle me-
dizinisch alles versuchen, um wieder eine Arbeitsfähigkeit zu erreichen. Im Mo-
ment sei sie nicht in der Lage, wieder eine Arbeit aufzunehmen (IV-act. 4-3/5 
oben).

2.17 Am 30. August 2016 überwies der Hausarzt die Versicherte an die ORL-
Praxis von Dr.med. V.________ zur Abklärung des chronischen Schwindels (IV-
act. 31-61/171). PD Dr.med. W.________ (Facharzt ORL) untersuchte die Versi-
cherte am 2. September 2016 und diagnostizierte einen Verdacht auf einen aty-
pischen Lagerungsnystagmus (IV-act. 31-60/171).

2.18 Am 14. September 2016 überwies der Hausarzt die Versicherte an die 
T.________-Klinik für eine orthopädische HWS-Abklärung (IV-act. 31-58/171). 
Dr.med. Y.________ (Chefarzt Orthopädie T.________-Klinik) untersuchte die 
Versicherte am 27. September 2016. Im gleichentags verfassten Bericht an den 

12

Hausarzt stellte Dr.med. Y.________ folgende Diagnosen; zudem nahm er fol-
gende Beurteilung vor (IV-act. 31-56/171):

1. Ganzkörperschmerzsyndrom mit Betonung auf cervicooccipital mit Kopf-
schmerzen, Gefühlsstörungen im li Gesicht, mit Ausstrahlung in beide Schul-
tern, des Weiteren Knie- und Fussschmerzen

2. Atypischer Lagerungsschwindel
3. Schwere depressive Verstimmung
(…)

Beurteilung und Procedere:
Der Schwindel, die Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in die Schultern können 
nicht einem klaren anatomisch pathologischen Korrelat der HWS zugeordnet wer-
den. Für mich ist Fr. …in einer Lebenskrise mit einer Depression. Entsprechend 
empfindet sie am ganzen Körper Schmerzen. Eine weitere Abklärung mit MRI wür-
de ich nicht machen, weil dies keine therapeutischen Konsequenzen hat. (…)

2.19 In einem Bericht vom 14. November 2016 an die IV-Stelle umschrieb der 
Hausarzt die massgebenden Diagnosen mit (IV-act. 13-1ff./62 bzw. KVG-act. 1-
33/55):

Chronisches Cervikalsyndrom mit multiplen Beschwerden (Nackenschmerzen, 
Kopfschmerzen, Gefühlsstörungen im Gesicht, Schwindel)
Somatisierungsstörung, depressive Störung (mittelgradige depressive Episode)
Psychiatrische Diagnose

Des Weiteren führte der Hausarzt u.a. aus, dass eine organische Ursache der 
Beschwerden nicht gefunden worden sei. Physiotherapie und chiropraktische 
Behandlung seien bei fehlendem Erfolg abgesetzt worden. Auch die antidepres-
sive Medikation sei seines Wissens von der Patientin nicht mehr eingenommen 
worden; somit bestehe nur eine analgetische Behandlung mit Dafalgan (IV-act. 
13-2/62 oben). Zurzeit sei die Versicherte nicht einsatzfähig. Bei günstigem Ver-
lauf käme eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglicherweise in Frage (IV-act. 
13-2/62 unten).

2.20 Mit Schreiben vom 14. November 2016 forderte der Hausarzt den behan-
delnden Psychiater AS.________ auf, die Versicherte zu einer Verlaufskontrolle 
aufzubieten und die Arbeitsunfähigkeit zu beurteilen (IV-act. 31-54/171).

Ebenfalls am 14. November 2016 berichtete der Psychiater AS.________ der IV-
Stelle die bereits bekannten Diagnosen (Somatisierungsstörung und depressive 
Störung, mittelgradige depressive Episode). Des Weiteren führte dieser Psychia-
ter u.a. aus (IV-act. 16-2f./5):

(…) Patientin ist stark auf somatische Genese fixiert, die deutliche Sprachbarriere 
und wenig Wissen über Gesundheitssystem und Gesundheitsprozesse erschweren 
Krankheitsverlauf. Deutliche Überforderung im Rahmen der bisherigen Abklärun-
gen, fühlt sich von den Ärzten unverstanden. Laut Patientin bestünden keine psy-

13

chosozialen Belastungsfaktoren, man müsse nur 'richtig' suchen um die somati-
sche Genese zu identifizieren. Bei längerer Exploration Konflikte und Druck am Ar-
beitsplatz deutlich. Reichlich dysfunktionale Kognitionen bezüglich Zusammenhang 
Leidensdruck, Krankheit, Arbeitsfähigkeit. HWS Schmerzen nach chiropraktischer 
Intervention. Diese Intervention wurde von der Patientin dysfunktional verarbeitet. 
Grundhaltung vermeidend, passiv-rezeptiv. (…)
Aufgrund des stark eingeschränkten Zugangs zu einer störungsspezifischen Be-
handlung werden wir bei gleichbleibender Dynamik keine Behandlung in unserer 
Praxis anbieten und allenfalls bewältigungsorientierte-supportive Gespräche im 
Rahmen der hausärztlichen Behandlung empfehlen. Allenfalls Diskussion antide-
pressive und stationäre Intervention (Mittelfristig vermutlich nicht erfolgverspre-
chend). 
(…)
Raumpflegerin
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erfolgt aus rein psychiatrischer Sicht: 50% Ar-
beitsfähigkeit zumutbar. Von uns wurden keine Arbeitsunfähigkeitszeugnisse aus-
gestellt.
(…) Trotz des beschriebenen Leidensdruckes erscheint es aus psychiatrischer 
Sicht zumutbar zu ca. 50% wieder in den Arbeitsprozess einzusteigen. (…)
Wiederaufnahme der Tätigkeit halbtags empfohlen. Sämtliche Arbeiten die dem 
Ausbildungsgrad und den bisherigen geleisteten Tätigkeiten entsprechen sind aus 
psychiatrischer Sicht zumutbar.

2.21 Am 16. November 2016 berichtete der Hausarzt dem Krankentaggeldversi-
cherer u.a., dass die Versicherte schwer leidend sei. Sie fühle sich total müde 
und erschöpft und absolut nicht arbeitsfähig. Es handle sich um eine psychiatri-
sche Diagnose (Somatisierungsstörung, depressive Störung). Organische Ursa-
chen für die Beschwerden seien nicht gefunden worden (trotz neurologischer, or-
thopädischer und ORL-Abklärung, vgl. IV-act. 31-52/171).

2.22 In einem Verlaufsbericht vom 24. November 2016 berichtete der ORL-
Facharzt PD Dr.med. W.________ dem Hausarzt abgesehen von der bekannten 
Diagnose eines atypischen Lagerungsschwindels von einem Virusinfekt der obe-
ren Atemwege. Der Schwindel sei "deutlich weniger geworden". Für die diversen 
Schmerzen fänden sich keine Ursachen im HNO-Gebiet (IV-act. 31-50/171).

2.23 Im Abschlussbericht vom 29. November 2016 an den Hausarzt führte der 
Psychiater AS.________ u.a. aus (IV-act. 31-49/171):

Das allgemeine Zustandsbild hat sich seit Juni 2016 eher verschlechtert. Trotz nur 
spärlicher somatischer Befunde bleibt die Patientin hartnäckig davon überzeugt, 
dass die chiropraktische Behandlung bei Frau M.________ ihre Schmerzen, Druck 
im Kopf und Schwindelsymptomatik hervorgerufen habe. Gegenüber einer psych-
iatrischen Behandlung zeigt sie sich deutlich ablehnend, denn es würde sowieso 
nichts bringen. Die Informationsblätter bezüglich Schmerzverarbeitungsstörung in 
der Muttersprache wurden nicht gelesen. Antidepressiva würden sie nur müde ma-
chen aber keine Wirkung zeigen. Von ihrer Familie wird die Patientin nicht als de-
pressiv beurteilt. Es besteht keinerlei Motivation auch nur ansatzweise psychoso-
matische Krankheitsmodelle anzunehmen. Sobald sie mit diesen Konzepten kon-

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frontiert wird, Vermeidung und Flucht in einer als teilweise selektiv beurteilten 
Sprachbarriere. Die Patientin kann sich überhaupt nicht vorstellen wieder arbeiten 
zu können.

Beurteilung:
Ausgeprägte Symptomatik mit hoher Chronifizierungsgefahr und ungünstiger Pro-
gnose. Aus rein psychiatrischer Sicht besteht eine 50-prozentige Arbeitsfähigkeit. 
Der baldige Versuch einer Reintegration in den Arbeitsprozess empfiehlt sich aus 
psychiatrischer Sicht, unter anderem auch um den bestehenden Teufelskreis zu 
durchbrechen.
(…)
Leider können wir in unserer Praxis kein Angebot offerieren, welches die Patientin 
annehmen kann. Allenfalls eine Behandlung in der Muttersprache könnte eine ge-
wisse Einsicht hervorrufen (…).

Medikation:
Laut Patientin momentan keine psychiatrische Medikation.

2.24 Mit Schreiben vom 5. Dezember 2016 überwies der Hausarzt die Versi-
cherte an den Sozialpsychiatrischen Dienst in AI.________ (SPD, nun APP 
Triaplus, vgl. IV-act. 31-47/171). Ein Bericht des SPD in AI.________ ist nicht ak-
tenkundig.

2.25 Am 19. Dezember 2016 suchte die Versicherte zusammen mit ihrem Ehe-
mann Dr.med. Z.________ (Psychiatrie und Psychotherapie FMH) auf, welche im 
Rahmen des Erstgesprächs u.a. Angaben des zuvor involvierten Psychiaters 
AS.________ notierte sowie in der Beurteilung u.a. festhielt, dass die Versicherte 
wenig Vertrauen sowie Bereitschaft zeige mitzumachen, "da ihre Problematik 
eher somatisch sei und sie dies zuerst weiter abklären lassen möchte". Zudem 
erwähnte die Psychiaterin, dass die Versicherte momentan keine psychiatrische 
Medikation einnehme. Im Ergebnis empfahl sie eine stationäre Behandlung in der 
Klinik AN.________ in AO.________ (damit erklärte sich die Versicherte am 16. 
Januar 2017 einverstanden, vgl. IV-act. 31-45f./171). Daraufhin organisierte der 
Hausarzt die Hospitalisation in dieser Klinik (vgl. IV-act. 31-42/171). 

2.26  Vom 28. Februar 2017 bis zum 14. März 2017 hielt sich die Versicherte in 
der Klinik AN.________ in AO.________ auf. Dem Austrittsbericht vom 4. April 
2017 (Dr.med. AA.________, Oberarzt/ Psychologinnen AG.________ und 
AH.________) sind u.a. die folgenden Angaben zu entnehmen (IV-act. 31-
20ff./173 bzw. 23-5ff./11 ):

Die Pat. wurde bei Eintritt auf unserer Therapiestation (Burnout und Depression) in 
das multimodale Behandlungsprogramm, bestehend aus med. Behandlung, Ohr-
akupunktur (nach NADA-Protokoll), Psychotherapie im Einzel- und Gruppensetting 
sowie handlungsorientierten Therapien mit Mal- und Gestaltung-, Tanz- und Be-
wegungs- sowie Ergotherapie, eingebunden.

15

Die Patientin imponierte bei Eintritt mit einem erschöpften, leidenden Zustandsbild. 
Die Schmerzen standen während der gesamten Behandlungsdauer im Vorder-
grund - dabei gelang es der Pat. nur begrenzt, sich auf den therapeutischen Pro-
zess einzulassen.
(…) Die Ressourcenaktivierung erwies sich insgesamt als schwierig, da die Patien-
tin auf ihr Schmerzerleben fokussiert war. (…) Auf die Vergangenheit angespro-
chen reagierte die Patientin mit Weinen und konnte ihre Kriegserfahrungen, den 
Kindsverlust sowie den Tod des Vaters spürbar betroffen berichten. Ein vorherr-
schendes Thema war neben den Schmerzen die Zimmer- sowie Therapiesituation. 
C.________ wünschte sich ein Einzelzimmer und forderte das Angebot der Mas-
sage (konnte ihr angeboten werden) ein. Die Mitteilung, dass ein Zimmerwechsel 
aktuell nicht vorgenommen werden könne (zu diesem Zeitpunkt war keines frei), 
dies aber in Betracht gezogen werde, konnte sie nur schwer annehmen. Sie äus-
serte darüber ein Unverständnis ("andere Patientinnen seien weniger krank wie 
sie"). 
(…)
Insgesamt zeigte sich die Pat. gegenüber der Hospitalisation ambivalent. Anderer-
seits suchte C.________ aufgrund ihrer Beschwerden oft den Kontakt zur Pflege 
oder dem ärztlichen Personal, zeigte jedoch klinisch eine begrenzt mögliche Be-
handlungsbereitschaft, bzw. Krankheitseinsicht. Eine gewisse Sprachbarriere er-
schwerte ausserdem die Durchführung der therapeutischen Gespräche hinsichtlich 
einer differenzierenden Validierung des subj. Krankheitsmodells. Das entspre-
chende Thema war auch Teil eines Familiengesprächs am 14.03.2017, in welchem 
unter anderem das Thema der Kriegserfahrung in Kosovo sowie die starke Belas-
tung durch die Krankheit des Ehemannes angesprochen wurden. Ausserdem 
konnte mit der Pat. ein konkreter psychopharmako- und schmerztherapeutischer 
Plan ausgearbeitet werden.
Gleichentags strebte die Pat. jedoch den Austritt an. Sie beklagte starke Schmer-
zen und Ängste und kündigte an, ihren Mann anzurufen, damit dieser sie abhole. 
Versuche C.________ für den weiteren Verbleib zu motivieren, blieben erfolglos.

6. Austritt und Procedere
Austrittsumstände
Die Patientin trat am 14.03.2017 gegen ärztlichen Rat (Revers unterschrieben) aus 
unserer Klinik aus. (…) Eine weiterführende Behandlung wurde abgelehnt. (…)

2.27 Am 29. März 2017 untersuchte der ORL-Facharzt Dr.med. AB.________ 
die vom Hausarzt zugewiesene Versicherte wegen unklaren Halsschmerzen. Im 
gleichentags verfassten Bericht an den Hausarzt verneinte der Facharzt eine Pa-
thologie im ORL-Bereich (IV-act. 31-27/171). 

2.28 Nachdem die Versicherte seit mehreren Monaten über Unterbauchschmer-
zen geklagt hatte, nahm Dr.med. AC.________ (Gastroenterologie FMH) eine 
Ileo-Koloskopie vor. Der Facharzt hielt in seiner Beurteilung vom 18. April 2017 
u.a. fest, dass (abgesehen von einem engen Analkanal mit narbigen Verände-
rungen) eine normale Ileo-Koloskopie vorliege bzw. endoskopisch kein eindeuti-
ges pathologisches Korrelat feststellbar sei (IV-act. 31-14f./171). 

16

2.29 Am 19. April 2017 berichtete der Hausarzt dem Krankentaggeldversicherer 
unter anderem, dass die Versicherte sich todkrank fühle, Schwindel und Kopf-
schmerzen sowie keine Kraft habe. Sie sei über ihre Situation verzweifelt, sehe 
aber keine Möglichkeit dies zu ändern. Die Hospitalisation in der Klinik 
AN.________ habe zu keiner Verbesserung geführt. Aktuell werde die Versicher-
te bei Dr.med. AD.________ behandelt. Die depressive Entwicklung stehe sicher 
zurzeit ganz im Vordergrund (IV-act. 31-11/171). Aktuell suche die Versicherte 
ca. alle drei bis vier Wochen den Hausarzt auf. Auch in leichten Tätigkeiten kön-
ne die Versicherte zurzeit auf Grund ihrer Krankheit nicht arbeiten, dabei stehe 
die depressive Verstimmung ganz im Vordergrund (IV-act. 31-12/171).

Dr.med. AE.________ (Unilabs AU.________, Abteilung Pathologie) teilte am 19. 
April 2017 dem Hausarzt mit, dass die eingesandten Biopsien Ileum und Stufen-
biopsien aus Kolon keinen histopathologischen Befund ergeben hätten (IV-act. 
31-115/171).

2.30 Mit Schreiben vom 5. Mai 2017 an Dr.med. AF.________ (AT.________ 
Praxis, AO.________) ersuchte der Hausarzt, die Versicherte zur Durchführung 
einer Neuraltherapie aufzubieten (IV-act. 31-9/171). Dass eine solche Therapie 
durchgeführt wurde, ist nicht aktenkundig.

2.31 Am 15. Juli 2017 erstattete Dr.med. AD.________ der IV-Stelle einen Ver-
laufsbericht (mit den Diagnosen einer depressiven Störung, gegenwärtig mittel-
gradige Episode, sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und 
psychischen Faktoren, IV-act. 24-2/9). Es bestehe eine deutlich verminderte Ich-
Vitalität, Antrieb, Energielosigkeit sowie eine Erschöpfbarkeit mit Konzentrations-
problemen und Stimmungsschwankungen. Zusätzlich bestünden auch Defizite in 
den sozialen Fertigkeiten, es falle ihr schwer, sich in einer Gruppe einzufügen, 
weil das für sie belastend sei und sie sich verspanne (IV-act. 24-4/9). Eine Bes-
serung sei möglicherweise durch ein Belastungstraining oder Integrationsversuch 
im geschützten Rahmen denkbar (IV-act. 24-5/9 Ziff. 1.8). Falls eine Möglichkeit/ 
Bereichtschaft für eine Arbeit vorhanden wäre, empfahl Dr.med. AD.________ 
einen geschützten, stressfreien Arbeitsplatz in einem wohlwollenden Umfeld oh-
ne Leistungsdruck (IV-act. 24-7/9).

2.32 Am 19. September 2017 suchte die Versicherte notfallmässig das Spital 
AM.________ auf, wo eine Panikattacke sowie ein dringender Verdacht auf eine 
Erschöpfungsdepression bei psychosozialer Belastungssituation diagnostiziert 
wurden. In seiner Beurteilung hielt der Assistenzart pract.med. AV.________ (In-
nere Medizin) u.a. fest, die klinische Untersuchung habe eine Druckdolenz über 
der BWS und über beide Schultern ergeben. Die Laboruntersuchung sei un-

17

auffällig ausgefallen (Entzündungswerte im Normbereich). Bei den Beschwerden 
sei am ehesten von einer Panikattacke auszugehen, da das Händezittern und die 
Nervosität nach Gabe von Lorazepam regredient gewesen seien. Die Versicherte 
habe in beschwerdegebessertem Zustand nach Hause entlassen werden können 
(IV-act. 31-3/171).

2.33 Am 27. September 2017 berichtete der Hausarzt der IV-Stelle, dass eine 
Hospitalisation in AW.________ nicht geplant sei (IV-act. 31-1/171).

2.34 Am 5. Oktober 2017 erachtete der RAD-Arzt Dr.med. F.________ eine 
psychiatrische Begutachtung als nötig, wobei er die Psychiaterin Dr.med. 
G.________ (AP.________) vorschlug (IV-act. 32-5/5). Diese Vorgehensweise 
wurde der Versicherten mit Schreiben vom 13. Oktober 2017 mitgeteilt (inkl. Fra-
genkatalog, vgl. IV-act. 33, 34). Mit diesem Schreiben wandte sich die Versicher-
te an ihren Hausarzt, welcher am 25. Oktober 2017 der IV-Stelle mitteilte, es sei 
für die Untersuchung ein Dolmetscher zur Verfügung zu stellen; zwar sei die Ver-
sicherte "eher gegen einen Dolmetscher, und auch etwas misstrauisch". Für eine 
differenzierte psychiatrische Beurteilung sei ein Dolmetscher sicher nötig (IV-act. 
36).

2.35 Die Gutachterin Dr.med. G.________ forderte die Versicherte mit Ein-
schreiben vom 6. Dezember 2017 auf, am 19. Januar 2018 um 10.15 Uhr zu er-
scheinen sowie einen tabellarischen Lebenslauf mitzubringen (IV-act. 38). 

2.36 Das Gutachten der Psychiaterin Dr.med. G.________ vom 28. März 2018 
gliedert sich in Vorbemerkungen, einer detaillierten Auflistung der zur Verfügung 
gestellten Akten bzw. Aktenanamnese, den klinischen Grundlagen, umfassend 1. 
Anamnese/ 2. Subjektive Angaben/ 3. Objektive Befunde/ Psychostatus/ Test-
psychologische Befunde/ 4. Diagnosen/ 5. Diskussion und zusammenfassende 
Beurteilung sowie die Beantwortung der vorgelegten Fragen.

In den Vorbemerkungen wies die Gutachterin u.a. darauf hin, dass eine kompe-
tente und unabhängige Dolmetscherin beigezogen worden sei, welche mit dem 
heimatlichen Kulturraum der Versicherten vertraut sei. Dennoch sei die Explora-
tion "aufgrund von häufigem Weinen sowie der wiederholten Beantwortung von 
Fragen mit 'ich weiss nicht' erschwert" gewesen (IV-act. 44-2/29 unten).

Unter Anamnese notierte die Gutachterin unter anderem (IV-act. 44-14/29):

(…) Sie sei die älteste Tochter von insgesamt sieben Geschwistern. Ihr Vater sei 
vor vier Jahren verstorben, ihre Mutter lebe noch in Kosovo. Mehr wisse sie nicht.
Sie habe die Schule von der ersten bis zur achten Klasse besucht (1970 - 1978). 
Sie habe weder Erinnerungen an ihre Kindheit noch an die Schulzeit.

18

Sie wisse nicht, wo und wann sie ihren Ehemann kennengelernt habe und wann ih-
re Söhne zur Welt gekommen seien. Gemäss IV-Anmeldung habe sie den 1958 
geborenen Ehemann im Oktober 1987 geheiratet. Sie habe eine Tochter geboren, 
die im Alter von sechs Monaten verstorben sei. In den Jahren 1990 und 1992 habe 
sie zwei Söhne geboren. Zu Kriegszeiten sei sie alleine mit ihren Söhnen in Koso-
vo gewesen. Niemand habe ihr helfen wollen. Sie erinnere sich daran, dass es 
"sehr laut" gewesen sei. Ansonsten habe sie keine Erinnerungen.
Im Jahr 2001 sei sie gemeinsam mit ihren Söhnen in die Schweiz gezogen. 
Während vielen Jahren habe sie mehrere Teilzeitanstellungen gleichzeitig innege-
habt. (…)

Unter subjektive Angaben hielt die Gutachterin unter anderem was folgt fest (IV-
act. 44-15/29):

(…) Sie höre Stimmen "von Menschen, die mit ihr redeten". Auch "fasse man sie 
an". Sie kenne die Stimmen nicht. Wenn sie laufe, komme es ihr vor, als ob je-
mand hinter ihr sei. Sie sehe "tote Menschen aus dem Krieg". "Früher" habe sie 
sich nicht daran erinnert, aber "man habe sie attackiert, als sie mit ihren Söhnen al-
leine gewesen sei".
Sie trauere um ihre Tochter.
Sie fühle sich einsam. Man lasse sie jedoch nicht alleine zuhause.
Zur Beziehung zu ihrem Ehemann befragt, gibt sie an, "es nicht zu wissen". Sie 
"wolle mit niemandem darüber reden". Auch wisse sie nicht, wie es ihm gehe. Für 
sie seien "alle gestorben, sie habe niemanden, sie habe Angst". (…)

Unter Tagesablauf und Aktivitäten notierte die Gutachterin, dass keine struktu-
rierten Angaben zum Tagesablauf explorierbar gewesen seien. Die Versicherte 
wisse "gar nichts". Des Weiteren fiel der Gutachterin auf, dass die Versicherte 
weder den Namen des Enkelkindes, noch das Alter der Söhne bzw. deren Ehe-
frauen angeben konnte (IV-act. 44-16/29).

Unter Psychostatus führte die Gutachterin u.a. aus (IV-act. 44-17/29):
Die VP ist bewusstseinsklar. Sie ist unscharf orientiert: Nach ihrem Alter befragt, 
gab die VP an, es nicht genau zu kennen - sie sei 'über 50'. Sie kenne weder ihr 
Geburtsdatum noch das heutige Datum. Sie erinnere sich nicht an ihren Mädchen-
namen. Sie wohne in U.________, die Strasse kenne sie nicht. Die Konzentration 
und Auffassung ist bei anhaltendem Weinen und Klagen nur eingeschränkt beur-
teilbar; Fragen scheinen jedoch verstanden zu werden. Die subjektiv verminderte 
Merkfähigkeit und Gedächtnisleistung ist anlässlich der Exploration nicht verläss-
lich prüfbar ("ich weiss gar nichts"). Formalgedanklich ist sie klar und kohärent, da-
bei eingeengt auf ihre Kopfschmerzen und ihre psychische Verfassung. (…)

Im Anschluss daran stellte die Gutachterin folgende Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 44-18/29):

Chronifizierte mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom 
(F32.10) mit/bei
Chronischer Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41)

Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde anamnestisch ein 
Verdacht auf eine Somatisierungsstörung (F45.0) aufgeführt.

In ihrer Beurteilung führte die Gutachterin u.a. aus (IV-act. 44-21ff./29):

19

Zusammengefasst ist festzustellen, dass von allen behandelnden und begutach-
tenden Ärzten von einem Krankheitsbeginn Anfang 2016 ausgegangen wird. Dia-
gnostisch wird von allen psychiatrisch-psychotherapeutisch, psychosomatisch oder 
hausärztlich involvierten Ärzten vom Vorliegen einer mittelgradigen depressiven 
Episode (F32.1) mit/bei chronischer Schmerzstörung mit somatischen und 
psychischen Faktoren (F45.41) sowie dem V.a. eine Somatisierungsstörung 
(F45.0) ausgegangen. Ebenfalls übereinstimmend wird beurteilt, dass die persönli-
chen Ressourcen der VP aufgrund verschiedener Ursachen - u.a. geringe Reflexi-
ons- und Differenzierungsfähigkeit sowie geringes Gefühl der Selbstwirksamkeit - 
eingeschränkt sind und die ausgeprägte Regression durch das familiäre Umfeld 
gefördert wird. Zudem steht die VP einer psychiatrisch-psychotherapeutischen und 
psychopharmakologischen Behandlung ablehnend gegenüber, dies aufgrund von 
mangelndem Krankheitsverständnis und dem Beharren auf einer somatischen Ur-
sache. Es wird von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. (…)
(…)
Für weitere psychiatrische Störungen ergaben sich aus den vorliegenden Akten 
und den Angaben der VP keine Hinweise.
Für eine Dissimulation ergaben sich keine Hinweise. Hingegen zeigte die VP ein 
appellatives und verdeutlichendes Verhalten. Aufgrund der erschwerten Explo-
ration musste auf eine testpsychologische Erfassung negativer Antwortverzerrun-
gen verzichtet werden.
(…)
Aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht ist, soweit anhand der vorliegenden 
Unterlagen und Angaben der VP einschätzbar, weder gegenwärtig noch in der 
Vergangenheit eine leitlinien-orientierte psychopharmakologische antidepressive 
Behandlung von ausreichender Dauer und Dosierung erfolgt. (…)

3.1 Nach Eingang des psychiatrischen Gutachtens von Dr.med. G.________ 
warf der RAD-Arzt Dr.med. F.________ am 29. Mai 2018 die Frage auf, ob mit-
tels Intensivierung der psychiatrischen Behandlung eine Verbesserung des Ge-
sundheitszustands sowie der Arbeitsfähigkeit erreichbar sei (IV-act. 47-5/6).

3.2 Dazu nahm die RAD-Psychiaterin Dr.med. univ. Dr.phil H.________ am 4. 
Juni 2018 wie folgt Stellung (IV-act. 47-6/6): 

Ich glaube nicht, dass eine antidepressive Therapie aufzuerlegen ist, solange der 
Fall nicht medizinisch ausreichend abgeklärt ist. Zum Teil grotesk anmutende, an 
massives Malingering erinnernde Narrative. Die Gutachterin vermochte die kogniti-
ve Leistungsfähigkeit nicht zu beurteilen.
Neben einer neuropsychologischen Testung der kognitiven Funktionen ist eine um-
fassende Beschwerdenvalidierung notwendig. Ich empfehle Frau Dr. AQ.________ 
mit der neuropsychologischen Begutachtung zu beauftragen, um gemäss Slick, 
Sherman und Iverson zu bestimmen, ob eine MND zu diagnostizieren ist. (…)
[MND = Malingered Neurocognitive Disorder bzw. aggravierte/simulierte neuroko-
gnitive Störungen, zitiert nach: Beschwerdenvalidierung in der versicherungsmedi-
zinischen Begutachtung, Autoren: Carole Keppler, Andrea Maria Plohmann, Mari-
on Pflueger, Kristin Rabovsky, Wolf Langewitz, Ralph Mager, aus: htt-
ps://www.unispitalbasel.ch/fileadmin/unispitalbaselch/Bereiche/Medizin/Psychosomatik/Lehre_Forschun
g/Publikationen/Keppler_Langewitz_Beschwerdevalidierung_2017.pdf, besucht am 22.09.2020]

https://www.unispitalbasel.ch/fileadmin/unispitalbaselch/Bereiche/Medizin/Psychosomatik/Lehre_Forschung/Publikationen/Keppler_Langewitz_Beschwerdevalidierung_2017.pdf
https://www.unispitalbasel.ch/fileadmin/unispitalbaselch/Bereiche/Medizin/Psychosomatik/Lehre_Forschung/Publikationen/Keppler_Langewitz_Beschwerdevalidierung_2017.pdf
https://www.unispitalbasel.ch/fileadmin/unispitalbaselch/Bereiche/Medizin/Psychosomatik/Lehre_Forschung/Publikationen/Keppler_Langewitz_Beschwerdevalidierung_2017.pdf

20

3.3 Diese Zusatzbegutachtung sowie der Fragenkatalog wurden der Versicher-
ten mit Zuschrift vom 11. Juni 2018 unterbreitet (IV-act. 48f.). Der Hausarzt wies 
mit Schreiben vom 26. September 2018 an die IV-Stelle erneut darauf hin, dass 
ein Dolmetscher nötig sei, da die Deutschkenntnisse der Versicherten ungenü-
gend seien (IV-act. 52).

3.4.1 Am 17. Juli 2019 ging das von Dr.phil. AQ.________ (Fachpsychologin für 
Neuropsychologie FSP und für Psychotherapie FSP) verfasste Gutachten vom 
16. Juli 2019 ein. Diesem Gutachten, bei welchem eine albanisch sprechende 
Dolmetscherin des Ausländerdienstes AY.________ hinzugezogen wurde, sind 
u.a. die nachfolgend aufgeführten Angaben zu entnehmen (IV-act. 58-5ff./48):

3.1 Spontane Angaben der versicherten Person
Die Explorandin äusserte sich nicht von sich aus.

3.2 Vertiefende Befragung
Jetziges Leiden
Bei offenen Fragen gab die Explorandin fast durchgehend an, die Frage nicht zu 
verstehen, die Antwort nicht zu wissen oder sie antwortete an den Fragen vorbei. 
Auf geschlossene Fragen reagierte sie eher mit der Wahl einer Antwortalternative, 
meist ohne weitere Erläuterungen.
Auf die Frage, wie sie zum Untersuchungsort angereist sei, antwortete die Explo-
randin mit "weiss nicht". Dann ergänzte sie, ihr Sohn habe sie irgendwo abgeladen. 
Auf Nachfrage bestätigte sie, mit dem Auto gereist zu sein. Sie konnte keine An-
gabe dazu machen, wo ihr Sohn sie und ihren Mann abgeladen hatte und wie weit 
bzw. lange sie von da aus noch zur Praxis haben gehen müssen. Auf die Frage, ob 
sie schon einmal in AP.________ gewesen sei, antwortete sie, es nicht genau zu 
wissen. Möglicherweise sei sie schon für Arzttermine hier gewesen (Anmerkung 
der Referierenden: Die Explorandin war etwa ein Jahr zuvor zur psychiatrischen 
Begutachtung in AP.________). Auf die Frage, ob sie an diesem Morgen schon 
etwas gegessen habe, äusserte sie, es nicht zu wissen; sie habe wohl nur die Ta-
bletten zu sich genommen, die die Schwiegertochter für sie bereit gelegt habe (hier 
beginnt die Explorandin zu weinen). Die Frage, ob sie denn heute schon etwas ge-
trunken habe, wurde bejaht ("Ja, Wasser") (Dies erhielt die Explorandin beim Ein-
treffen in der Praxis angeboten).
Befragt nach aktuellen Schmerzen gab die Explorandin an, allergisch zu sein, ant-
wortete also an der Frage vorbei. Sie habe Schmerzen im Nackenbereich, der 
Kopf jucke, sie verspüre eine starke Hitze im Kopf und habe Schwierigkeiten mit 
dem Atmen. Gefragt, worauf sie allergisch sei, gab sie zur Antwort, diese Be-
schwerden (gemeint waren die eben aufgezählten) immer zu haben, antwortete al-
so wieder an der Frage vorbei. (…)
Fragen zur persönlichen Orientierung konnten nicht beantwortet werden. So gab 
sie bei mehrfachem Nachfragen konsistent an, nicht zu wissen, wann sie geboren 
sei. Fragen zur zeitlichen und örtlichen Orientierung konnten auch nicht beantwor-
tet werden. So gibt die Explorandin an, weder das Datum (Jahr, Monat, Tag) noch 
den Wochentag zu kennen. Auch die Frage nach der aktuellen Jahreszeit konnte 
nicht beantwortet werden, da die Explorandin angab nicht zu wissen, was damit 
gemeint sei. Auch mit Hilfe einer Mehrfachauswahl, bei der alle Jahreszeiten auf-
gezählt wurden, konnte die korrekte Jahreszeit nicht beantwortet werden. Die Ex-
plorandin äusserte, sie wisse es nicht, es sei einfach kalt. Hinsichtlich der Örtlich-

21

keit vermochte sie einzig anzugeben, dass sie in der Schweiz sei. Auf die Frage, in 
welchem Kanton, welcher Stadt und welchem Stockwerk sie sich befinde, reagierte 
sie wieder mit "weiss nicht". Auch die eigene Wohnadresse (Stadt, Strasse) sowie 
das Land, indem ihre Mutter lebt, vermochte sie nicht zu nennen. Sie behauptete 
ferner nicht zu wissen, wie viele Kinder sie habe (…). Auf die Frage, ob sie verhei-
ratet sei, antwortete sie verärgert, dass der Mann, der sie begleitet habe, ihr Ehe-
mann sei. Wie lange sie ihn schon kenne und das Datum der Hochzeit vermochte 
sie wieder nicht zu beantworten.

Persönliche Anamnese/ frühere Unfälle oder Krankheiten
Wegen vorzeitigen Abbruchs der Exploration nicht erhoben.
(…)

Soziale Anamnese (gemäss Aktenlage)
Der Versuch einer Exploration durch die Referierenden scheiterte. (…)

Tagesablauf
Auf die Frage, wie ihr gewöhnlicher Tagesablauf aussehe, antwortete die Explo-
randin, dass sie es nicht wisse. Manchmal könne sie aber gar nicht aufstehen. Ge-
fragt, ob sie an diesem Morgen selbständig aufgestanden sei, antwortete sie, von 
der Schwiegertochter geweckt worden zu sein. Die Zeit, zu der sie gewöhnlich auf-
stehe, konnte die Explorandin ebenso wenig angeben wie die Zeit, zu der sie am 
Untersuchungstag aufgestanden war. Gefragt, ob es in der Regel schon hell oder 
noch dunkel sei, wenn sie aufstehe, gab sie an, dass sie es nicht wisse (…) Ge-
fragt, was sie mache, wenn sie morgens aufgestanden sei, äusserte die Exploran-
din, nichts zu tun. Auf die Frage, weshalb sie dann aufstehe, verwies sie auf die 
Schmerzen (die Explorandin beginnt erneut zu weinen). Nochmals gefragt, was sie 
unmittelbar nach dem Aufstehen gewöhnlich tue (zur Auswahl standen zur Toilette 
gehen, sich waschen oder ankleiden, in der Küche etwas essen oder trinken etc.), 
erfolgte wieder die Antwort "weiss nicht". (…)
Konfrontiert mit der Aussage, dass es kaum vorstellbar sei, dass sie nicht mehr 
Details zu ihren täglichen Aktivitäten angeben könne, gab die Explorandin an, dass 
sie diese Aussage nicht verstehe. Nach umformulierter Wiederholung dieser Fest-
stellung durch die Referierenden bzw. die Dolmetscherin, antwortete die Exploran-
din, dass sie definitiv nicht wisse, was sie nach dem Aufstehen mache. Wenn sie 
ein Bedürfnis habe, beispielsweise auf die Toilette gehen müsse, so folge sie dem. 
Die anschliessende Frage, ob sie unter Gedächtnisstörung leide, da sie so wenig 
wisse, wurde bejaht, Sie habe Gedächtnisstörungen wegen der Kopfschmerzen, 
diese würden sich wie Blitzschläge anfühlen.
Die Frage, ob selbständig ein Frühstück zubereitet werde, wurde verneint. Gefragt, 
ob sie denn am Morgen überhaupt etwas esse, antwortete die Explorandin, sie 
wisse es nicht. Sie vermute jedoch, dass sie etwas esse (…).
(…)

4. Neuropsychologischer Befund

4.1 Verhaltensbeobachtungen und äussere Erscheinung
(…) Während der Exploration weinte die Explorandin oft; teilweise lange und laut 
schluchzend. Sehr häufig legte sie ihre rechte Hand zur Faust geschlossen mittig 
auf den Kopf und klagte über starke Kopfschmerzen. Blickkontakt vermied sie an-
fangs durchgängig, indem sie gezielt zur Seite (nicht zu Boden oder auf ihren 
Schoss) blickte. Auf explizite Aufforderung hielt sie kurz Blickkontakt, beim Antwor-
ten schaute sie ab diesem Zeitpunkt bevorzugt die Dolmetscherin an. Initial zeigte 
die Explorandin weder auf Äusserungen der beiden Referierenden noch die der 
Dolmetscherin eine Reaktion, der zu entnehmen gewesen wäre, ob sie eine Äus-

22

serung oder Anweisung gehört und/oder verstanden hatte. Nach diesbezüglicher 
Rückmeldung und Aufforderung, dies in irgendeiner Weise zu signalisieren, tat sie 
dies eine Weile lang, um schliesslich wieder in das ursprüngliche Muster zurückzu-
verfallen. Die Stimme war leise, teils flüsternd und die Aussprache undeutlich, so 
dass die Dolmetscherin wiederholt nachfragen musste, was die Explorandin gesagt 
hatte. Die Antworten waren meist sehr kurz, lauteten mehrheitlich "weiss nicht", 
"kann nicht" oder "ich habe Kopfschmerzen". Einige Male gab die Explorandin an, 
die Frage nicht verstanden zu haben. Der Versuch einer Exploration wurde nach 
ca. 45 Minuten abgebrochen. Die Frage, ob ihr die Fragen zu schwierig seien, 
wurde bejaht, wobei sie hinzufügte, sie könne die Fragen mangels fehlender Erin-
nerung nicht beantworten.
Der Versuch einer testpsychologischen Untersuchung scheiterte ebenfalls. Eine 
einfache Aufgabe zur Auge-Hand-Koordination konnte nicht umgesetzt (s. Ab-
schnitt Testbefunde), die Luria-Schlaufen wegen Schmerzen nicht kopiert werden, 
hier unternahm die Explorandin nicht einmal den Versuch, auch nur den Stift in die 
Hand zu nehmen. Die Frage nach der Händigkeit konnte nicht beantwortet werden, 
die Explorandin vermochte weder anzugeben, mit welcher Hand sie schreibt (…).
Nach insgesamt 90 Minuten wurde die Untersuchung aufgrund mangelnder Koope-
ration abgebrochen. Zuvor wurde die Explorandin mehrfach freundlich, aber mit 
Nachdruck auf die Notwendigkeit einer ausreichenden Mitarbeit, Kooperation und 
Anstrengungsbereitschaft trotz bestehender Körperbeschwerden hingewiesen. Es 
wurde ihr auch dargelegt, dass eine gewisse Mitwirkungspflicht bestehe und keine 
Diagnose gestellt werden könne, wenn sie der Gutachterin keine Möglichkeit ein-
räume, relevante Informationen über ihre Beschwerden, ihren Alltag usw. zu erhe-
ben sowie Untersuchungsbefunde zu erheben. Dennoch änderte die Explorandin 
ihr Verhalten nicht. (…)

3.4.2  Im Ergebnis stellte die begutachtende Neuropsychologin in ihrem Gutach-
ten vom 16. Juli 2020 folgende Diagnosen (IV-act. 58-12/48):

Nicht-authentische Beschwerdenpräsentation bei
- möglicher Aggravation neuropsychologischer Funktionsstörungen (gemäss 

den Kriterien von Slick et al., 1999)
- möglicher Aggravation schmerzbezogener Einschränkungen (gemäss den 

Kriterien von Bianchini et al., 2005)

Diese Diagnosen leitete die Sachverständige (unter Ziffer 7.1 des Gutachtens) im 
Rahmen einer detaillierten Auseinandersetzung mit der aktenkundigen Krank-
heitsentwicklung her. Dabei nahm sie unter anderem Bezug auf die Feststellun-
gen des ersten Psychiaters AS.________, welcher im November 2016 festhielt, 
dass die Explorandin nach eigenen Angaben in ihrer Muttersprache abgefasste 
Informationsblätter zu Somatisierungsstörungen und Depression nicht gelesen 
und die verordneten Antidepressive nicht eingenommen hatte (vgl. IV-act. 58-
13/48 unten i.V.m. IV-act. 31-49/171). Analog verwies die Sachverständige auf 
die Informationen des letzten Arbeitgebers der Versicherten, welcher während 2 
Monaten erfolglos die Versicherte zu erreichen suchte; dabei unterliess es die 
Versicherte, auf Einladungen für ein Gespräch hinsichtlich Gesundheitszustand 
und Prognose zu reagieren (vgl. IV-act. 58-14/48 oben i.V.m. IV-act. 21-1/2 un-
ten). Sodann setzte sich die Sachverständige explizit auch mit den Einschätzun-

23

gen der anderen involvierten Fachpersonen auseinander, und zwar u.a. wie folgt 
(vgl. IV-act. 58-15f./48):

Während alle Behandler, Verfasserinnen versicherungsmedizinischer Beurteilun-
gen und auch die psychiatrische Vorgutachterin zwar den appellativen Charakter 
des Verhaltens betonten und teilweise auch von einer Verdeutlichung sprachen, so 
werteten sie das problematische Verhalten doch einhellig als krankheitsimmanent, 
d.h. zum Störungsbild aus somatoformer Störung (DD chronische Schmerzstörung 
mit somatischen und psychischen Faktoren, DD Somatisierungsstörung) und je-
weils mittelgradiger depressiver Störung gehörig.
Dieser Beurteilung des regressiv anmutenden Verhaltens als letztlich eher be-
wusstseinsferner Verhalten (was mit dem Begriff der Verdeutlichung induziert 
wird), vermögen wir uns nicht anzuschliessen. In der unter Punkt 7.2 im Detail dar-
gestellten Analyse des Verhaltens in Untersuchungssituationen im Längsschnitt 
lässt sich doch eine kontextspezifische Variation des Verhaltens und der demons-
trierten Fähigkeiten herausarbeiten. Hierbei variiert das Verhalten in verschiedenen 
Untersuchungen - zum Teil innerhalb derselben Zeitfenster - teils erheblich, was 
eine bewusstseinsnahe Verhaltensmodifikation impliziert. Diese Variationen betref-
fen sowohl das Sprachverständnis und die Ausdrucksfähigkeit (u.a. wies Dr. 
AS.________ bereits auf selektive Sprachbarrieren hin) als auch körperliche An-
forderungen wie etwa Gangarten und Koordinationsversuche innerhalb des Neuro-
status. Innerhalb herkömmlicher klinischer Untersuchungskontexte war die Explo-
randin zu anamnestischen Angaben und einer detaillierten Beschwerdeschilderung 
in der Lage, konnte anlässlich eines stationären Aufenthalts auch mit Nachdruck 
Wünsche nach Massagen und einem Einzelzimmer zum Ausdruck bringen. Dort 
fanden sich auch keinerlei Hinweise auf eine beeinträchtigte Orientierung oder eine 
autobiographische Amnesie. Bei Untersuchungen in versicherungsmedizinischem 
Kontext (Begutachtung durch Dr. S.________, Dr. P.________, Dr. G.________ 
und die Referierenden) war das präsentierte Funktionsniveau plötzlich markant ge-
ringer, so dass weder aussagekräftige Explorationen noch testpsychologische Un-
tersuchungen möglich waren und die Orientierung zur Person, Zeit und Raum stark 
beeinträchtigt erschien. Diese Variation der vermeintlichen Fähigkeiten impliziert 
eine Bewusstseinsnähe des im Begutachtungskontext gezeigten Verhaltens.
Überdies ist aus neuropsychologischer Sicht klar festzuhalten, dass weder eine 
mittelgradige depressive Störung noch eine somatoforme Störung, egal ob es sich 
um eine chronische Schmerzstörung oder eine Somatisierungsstörung handelt, 
geeignet sind, derartig ausgeprägte kognitive Defizite (Desorientierung zu Person, 
Zeit und Ort; [autobiographische] Amnesie; erhebliche feinmotorische Einschrän-
kungen) und Auffälligkeiten im Neurostatus wie sie die Explorandin in den versi-
cherungsmedizinischen Abklärungen und Begutachtungen demonstrierte, kausal 
zu erklären. (…)
Aus neuropsychologischer Sicht ist die Beschwerdenpräsentation der Explorandin 
als invalide bzw. nicht-authentisch zu werten. (…)

3.4.3  Bei der Beurteilung von Konsistenz und Plausibilität hob die Sachverstän-
dige zunächst hervor, dass die Explorandin im Rahmen der neurologischen Un-
tersuchung bei Dr.med. R.________ vom 8. Juni 2016 zuverlässig Auskunft über 
Verlauf und damals aktuelle Beschwerden geben und auch komplizierte Gangar-
ten sowie Koordinationsversuche (wie Romberger Stehversuch, AHV, ZNV, KHV, 
Diadochokinese, Fingerpointing) sicher durchführen konnte (vgl. IV-act. 58-
16f./48 i.V.m. IV-act. 31-67/171 oben bzw. IV-act. 13-21/62 oben). 14 Tage 

24

später, am 22. Juni 2016, berichtete die vom Krankentaggeldversicherer mit ei-
ner Untersuchung beauftragte Dr.med. S.________, dass Diadochokinese, 
Strichgang, Unterberger stark verlangsamt sowie der Einbeinstand bds. mit Ab-
stützen an der Wand kurz möglich gewesen sei (IV-act. 58-17/48 oben i.V.m. IV-
act. 13-18/62). Dazu fügte die Sachverständige (Dr.phil. AQ.________) an, dass 
zu beiden Zeitpunkten die Explorandin als sehr klagsam und auf Symptome fi-
xiert beschrieben wurde, jedoch selber Auskunft geben konnte.

Hinsichtlich der Beurteilung durch Dr.med. P.________ vom 25. Juli 2016 ver-
wies die Sachverständige u.a. auf den Umstand, wonach (bereits damals) die 
Versicherte auf gestellte Fragen "vorbeiredete" bzw. darauf nicht einging oder 
diese überhörte (vgl. IV-act. 58-17/48 i.V.m. KV-act. 1-46/55 Ziff. 3), dennoch 
aber diese Ärztin eine Aggravation ausschloss. Sodann konstatierte die Sachver-
ständige, dass der Psychiater AS.________, welcher zeitgleich wie Dr.med. 
P.________ die Versicherte untersuchte, zwar "deutliche Sprachbarrieren" er-
wähnte, jedoch eine Exploration in der Art möglich war, dass dieser Psychiater 
neben einer Fixierung auf eine somatische Genese der Beschwerden eine ver-
meintliche Verursachung durch eine chiropraktische Behandlung, Konflikte und 
Druck am Arbeitsplatz sowie eine Reihe dysfunktionaler Kognitionen bei passiv-
rezeptiver und vermeidender Grundhaltung eruieren konnte (vgl. IV-act. 58-17/48 
Mitte i.V.m. IV-act. 16-2f./5 und IV-act. 31-49/171). 

Als auffällig beurteilte die Sachverständige, dass die Versicherte bei der Hospita-
lisation in der Klinik AN.________ - welche sie gegen ärztlichen Rat vorzeitig be-
endete -  "wach, bewusstseinsklar und zu allen vier Qualitäten hin orientiert" war 
und dass dem Austrittsbericht keinerlei Anhaltspunkte zu entnehmen sind, wo-
nach die Versicherte Mühe gehabt habe, ihr Zimmer zu finden, sich selbständig 
anzukleiden, zu den Mahlzeiten zu erscheinen etc. (vgl. IV-act. 58-18/48 i.V.m. 
IV-act. 31-16ff./171). 

3.5 In der Folge lehnte die Vorinstanz u.a. gestützt auf das erwähnte neuro-
psychologische Gutachten vom 16. Juli 2019 das Leistungsbegehren der Versi-
cherten ab.

4. Eine gerichtliche Würdigung der Aktenlagen sowie der erwähnten Aus-
führungen zeitigt die nachfolgend dargelegten Ergebnisse.

4.1 Vorab ist zu festzuhalten, dass die Versicherte in medizinischer Hinsicht 
umfassend abgeklärt worden ist. Insbesondere wurden die geltend gemachten 
Beschwerden auch in somatischer Hinsicht durch verschiedene Fachpersonen in 
den genannten Disziplinen (Neurologie, Chirurgie, Kardiologie, Orthopädie, Inne-
re Medizin, ORL, Gastroenterologie) abgeklärt (siehe Erw. 2.2, 2.3, 2.8, 2.10, 

25

2.11, 2.12, 2.14, 2.17, 2.18, 2.22, 2.27). Zu beachten ist in diesem Zusammen-
hang auch die (mehrmals festgehaltene) Beurteilung des Hausarztes, wonach 
eine organische Ursache nicht gefunden werden konnte (vgl. Erw. 2.14 in fine; 
Erw. 2.19, Erw. 2.21, Erw. 2.29; siehe auch den Bericht des Hausarztes vom 
29.04.2020 = Bf-act. 4). Von daher besteht nach der Aktenlage kein Anlass, wei-
tere somatische Abklärungen zu veranlassen. Die Fragestellung, ob eine weitere 
psychiatrische Begutachtung (inkl. neuropsychologische Untersuchung) geboten 
erscheint (oder nicht), wird nachfolgend behandelt.

4.2 In der Folge ist auf die Thematik einzugehen, ob und inwiefern die Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit durch IV-relevante psychische Störungen beeinträchtigt 
ist und namentlich, ob diesbezüglich noch weitere Abklärungen nötig sind (vgl. 
Erw. 4.1 in fine).

4.2.1  Als Ausgangspunkt ist zu berücksichtigen, dass die IV-Stelle ein psychia-
trisches Gutachten einholte, welches von Dr.med. G.________ am 28. März 
2018 erstattet wurde. Diese Gutachterin stellte im Rahmen des Explorationsge-
sprächs u.a. sinngemäss fest:

- dass die Versicherte keine Angaben zum erfragten Tagesablauf machte (IV-act. 
44-16/29, "sie wisse gar nichts");

- dass sie ihr Alter nicht angeben konnte (IV-act. 44-17/29);
- dass sie ihren Mädchennamen nicht angeben konnte (IV-act. 44-17/29);
- dass sie die Strasse, wo sie wohnt, nicht angeben konnte (IV-act. 44-17/29);
- dass sie zur Beziehung zu ihrem Ehemann befragt, antwortete "es nicht zu wis-

sen" (IV-act. 44-15/29).

Zudem hielt diese Gutachterin ausdrücklich fest, dass sie "aufgrund der er-
schwerten Exploration" auf eine testpsychologische Erfassung negativer Ant-
wortverzerrungen verzichtet habe bzw. verzichten musste (IV-act. 44-24/29).

4.2.2  Diese vorgenannten Auffälligkeiten gaben der Vorinstanz bzw. der bera-
tenden RAD-Psychiaterin Anlass für eine zusätzliche neuropsychologische Tes-
tung der kognitiven Funktionen sowie für eine umfassende Beschwerdenvalidie-
rung (vgl. IV-act. 47-6/6), was offenkundig im Einklang mit der in der Beschwerde 
(S. 5 oben) thematisierten Verpflichtung des Versicherungsträgers steht, gestützt 
auf Art. 43 Abs. 1 ATSG die nötigen Untersuchungen vorzunehmen. 

4.2.3  Keiner besonderen Begründung bedarf die Feststellung, dass kognitive 
Testungen auf eine hinreichende Kooperation der zu explorierenden Person an-
gewiesen sind, was grundsätzlich analog auch für aussagekräftige Beschwer-
denvalidierungen gilt. Mit anderen Worten steht im vorliegenden Fall die Frage im 
Vordergrund, ob die Versicherte bei der genannten neuropsychologischen Be-

26

gutachtung hinreichend kooperiert hat bzw. ob im Falle einer mangelhaften Ko-
operation eine solche fehlende Mitwirkungsbereitschaft in nachvollziehbarer Wei-
se einer psychischen Störung zuzuordnen wäre (welche der Versicherten nicht 
als Täuschungsabsicht oder dergleichen angelastet werden könnte). 

4.2.4  In der vorliegenden Beschwerde (S. 5 und S.8) wird mit Nachdruck geltend 
gemacht, dass die Versicherte bei der betreffenden neuropsychologischen Be-
gutachtung "gerade kein unkooperatives Verhalten gezeigt hat". Die Versi-
cherte sei sich ihrer Mitwirkungspflicht bewusst gewesen und habe so gut mitge-
arbeitet, wie es ihr aus gesundheitlicher Sicht möglich gewesen sei. Sie habe je-
derzeit offen und ehrlich Auskunft erteilt. Sie habe auch zu keiner Zeit übertrie-
ben. Eine weitergehende Mitarbeit während der Begutachtung sei ihr aus ge-
sundheitlicher Sicht schlicht nicht möglich gewesen. Gemäss Bericht des Haus-
arztes Dr.med. E.________ vom 3. Januar 2019 (recte 2020, vgl. IV-act. 68-
6f./7), habe sich die Versicherte während der Begutachtung durch Dr.phil. 
AQ.________ selber und auch durch die Dolmetscherin bedrängt und in die En-
ge getrieben gefühlt. Aufgrund dessen sei sie während der Befragung vollkom-
men blockiert gewesen, was wohl auch auf traumatische Erlebnisse im Kosovo-
Krieg 1999 zurückzuführen sei. Damals sei sie mit den beiden Kindern direkt im 
Kriegsgeschehen involviert und auf sich allein gestellt gewesen, wobei sie "ums 
nackte Überleben" habe kämpfen müssen. Diese traumatischen Erlebnisse habe 
sie bislang gekonnt verdrängt und sie habe sich erst vor kurzem (Dezember 
2019) gegenüber ihrem Hausarzt (als Vertrauensperson) öffnen können. Da sie 
sich während der Begutachtung unwohl und bedrängt gefühlt habe, sei es zu ei-
nem "Totstellreflex" gekommen, weshalb sie anlässlich der Begutachtung nicht in 
der Lage gewesen sei, adäquat zu reagieren. Dies stelle kein unkooperatives 
Verhalten dar, sondern sei medizinisch bedingt und durchaus nachvollziehbar 
(vgl. Beschwerde, S. 8, Ziff. 2; siehe auch Replik, S. 3, Ziff. 4, 2. Abs.). 

4.3  Diese vorgenannte Argumentation vermag aus den folgenden Gründen 
nicht zu überzeugen.

4.3.1  Nachdem die Versicherte zahlreiche medizinische Untersuchungen absol-
viert hat (siehe oben), war sie offenkundig nicht erstmals mit einer Untersu-
chungssituation konfrontiert. Dass nun im Rahmen der neuropsychologischen 
Untersuchung vom 10. Januar 2019 (IV-act. 58-3/48 oben) erstmals sehr trauma-
tische Kriegserlebnisse von 1999 und mithin vor 20 Jahren die Versicherte blo-
ckiert haben sollen, leuchtet nicht ein, zumal die diagnostischen Leitlinien einer 
posttraumatischen Belastungsstörung (F43.1) festhalten, dass diese Störung nur 
dann diagnostiziert werden soll, "wenn sie innerhalb von 6 Monaten nach einem 

27

traumatisierenden Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere aufgetreten ist" 
(vgl. Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), 5. 
Aufl., S. 170). Abgesehen davon war die Versicherte nach der Einreise im Jahre 
2001 in die Schweiz an verschiedenen Arbeitsstellen unauffällig tätig, weshalb es 
nicht plausibel ist, dass nach derart langer, unbeschwerter Tätigkeit plötzlich eine 
normale Gutachtersituation eine traumatische Reaktion hervorrufen sollte, wie 
die Vorinstanz in ihrer Duplik (S. 2) überzeugend betonte. Im Übrigen kann eine 
medizinische Begutachtungssituation mit Übersetzung in der Muttersprache auch 
nicht ansatzweise mit allfälligen, vor rund 20 Jahren erlebten Kriegssituationen 
verglichen werden.

4.3.2  Abgesehen davon konnte die Versicherte bei der Begutachtung durch 
Dr.med. G.________ anlässlich des Explorationsgesprächs vom 19. Januar 2018 
und mithin ein Jahr früher auf die Kriegssituation im Jahre 1999 eingehen, ohne 
dass es bei dieser Begutachtung zum vom Hausarzt postulierten "Totstellreflex" 
kam (vgl. IV-act. 44-14/29 oben; analog auch schon in der Klinik AN.________, 
vgl. IV-act. 31-20/171). In diesem Zusammenhang wurde in der vorinstanzlichen 
Vernehmlassung (S. 3 Ziff. 5) auf einen klaren Widerspruch verwiesen, indem die 
Versicherte gegenüber der Gutachterin Dr.med. G.________ erklärte, sie fahre 
(im Gegensatz zu ihren Familienmitgliedern) nicht nach Kosovo, weil sie Angst 
habe (vgl. IV-act. 44-15/29), derweil nach Angaben des Hausarztes die Versi-
cherte durchaus im Kosovo weilte und sich dort untersuchen liess (vgl. KV-act. 1-
49/55 und 1-51/55; siehe dazu auch Replik, S. 3, Ziff. 5, wonach die Versicherte 
regelmässig einmal pro Jahr in den Kosovo reist, wo Familienangehörige leben). 

4.3.3  Überzeugend und einleuchtend ist sodann auch die Argumentation des 
RAD-Psychiaters Dr.med. I.________ in seiner Stellungnahme vom 9. März 
2020, wonach sinngemäss die Versicherte bei der vertiefenden Befragung zum 
aktuellen Leiden (Seite 5 des Gutachtens) an den Fragen vorbeiredete, was nicht 
als Erstarrung im Sinne eines "Totstellreflexes" qualifiziert werden kann (IV-act. 
71-9/10; zur Thematik des "Vorbeiredens" siehe auch noch nachfolgend).

4.3.4  Des Weiteren ist zu beachten, dass die neuropsychologische Begutach-
tung mit der Möglichkeit für spontane Angaben begann, welche die Versicherte 
nicht nutzte (IV-act. 58-5/48 oben). Es folgten einfache Fragen (in der Mutter-
sprache) zum Einstieg, wie sie angereist sei, zum Morgenessen etc., wobei die 
Versicherte vielfach mit "weiss nicht" antwortete (vgl. IV-act. 58-5/48). Dass die 
Versicherte solche einfache Einstiegsfragen nicht adäquat beantwortete, lässt 
sich grundsätzlich nicht mit dem "Gefühl, in die Enge getrieben zu werden" plau-
sibel erklären. Analoges gilt auch für Fragen, wie sie den Tag verbringe sowie für 

28

Fragen zur persönlichen, zeitlichen und örtlichen Orientierung. Dass die Versi-
cherte bei solchen einfachen Fragen angeblich ihren Geburtstag, das aktuelle 
Datum und den aktuellen Wochentag oder die Frage nach der aktuellen Jahres-
zeit (trotz Unterstützung mit einer Mehrfachauswahl) nicht beantworten konnte 
(IV-act. 58-5f./48), lässt sich nach der Aktenlage nur mit fehlender Kooperation 
erklären, zumal - falls tatsächlich solche massiven kognitiven Defizite bestünden 
- dies dem Hausarzt offenkundig bereits früher aufgefallen wäre. Im Gegenteil 
hielt der Hausarzt in seinem Arztbericht vom 3. Januar 2020 ausdrücklich fest: 
"Schwerwiegende kognitive Defizite sind aber meiner Meinung nach bei 
C.________ nicht vorhanden" (vgl. IV-act. 68-7/7 3. Abs. in fine). 

Eine mangelhafte Kooperationsbereitschaft der Versicherten wird überdies durch 
den letzten Arbeitgeber bestätigt, welcher glaubhaft darlegte, dass die Versicher-
te auf Bemühungen um eine Kontaktaufnahme (im Hinblick auf eine Wiederein-
gliederung) nicht reagierte (IV-act. 21-1/2 unten).

4.3.5  Sodann fällt die Diskrepanz des Verhaltens der Versicherten während der 
Hospitalisation für eine psychiatrische Behandlung einerseits und an aktenkundi-
gen Begutachtungssituationen andererseits ins Gewicht. Weshalb die Versicher-
te während des stationären Klinikaufenthaltes von 14 Tagen (28.2.17 - 14.3.17) 
im Psychostatus bewusstseinsklar und zu allen vier Qualitäten uneingeschränkt 
orientiert war (IV-act. 31-19/171 oben) sowie (auch ohne Dolmetscher) in der 
Klinik eigenständig Begehren um Änderung der Behandlung vorbringen konnte 
(vgl. IV-act. 31-20/171 betreffend Massage und Zimmerwechsel), hingegen in 
Begutachtungssituationen auf einfache Fragestellungen nicht adäquat einging, 
sondern mehrfach an den gestellten Fragen vorbeiredete (vgl. beispielsweise am 
25.07.2016 und mithin rund 7 Monate vor dem erwähnten Klinikkaufenthalt, siehe 
KV-act. 1-45/55 Ziff. 3; siehe auch IV-act. 44-15/29 betreffend Verhältnis zum 
Ehemann; IV-act. 44-1/29 oben betr. Tagesablauf und Aktivitäten; IV-act. 44-
17/29 oben betr. persönl. Angaben; IV-act. 58-5f./48), wird von der beanwalteten 
Beschwerdeführerin vor Gericht auch nicht ansatzweise, geschweige denn nach-
vollziehbar dargelegt.

Soweit der Hausarzt das Vorliegen einer psychotischen Grunderkrankung postu-
liert (vgl. IV-act. 68-7/7 oben; siehe auch Bericht vom 3.01.2020, S. 1 unten = Bf-
act. 3) ist ihm entgegenzuhalten, dass die behandelnde Psychiaterin in einer 
Stellungnahme vom 11. Mai 2020 an die Rechtsvertreterin der Versicherten un-
missverständlich festhält: "bei C.________ liegt keine psychotische Grunder-
krankung vor" (vgl. Bf-act. 5, S. 2 Ziff. 5).

29

4.3.6  Uneingeschränkt beizupflichten ist auch den weiteren Aspekten und Auffäl-
ligkeiten, welche die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung (unter Ziffer 3 und 4) 
auflistete. Dies betrifft namentlich die Tatsache, dass die Versicherte im Rahmen 
der neuropsychologischen Untersuchung beispielsweise eine Aufgabe zur Visuo-
konstruktion, welche das Abzeichnen einer Schlaufe zum Inhalt hatte, trotz wie-
derholter Aufforderung nicht in Angriff nahm, insbesondere sich auch weigerte, 
überhaupt den Stift in die Hand zu nehmen (vgl. IV-act. 58-11/48). Mit der Argu-
mentation in der Replik (S. 2 unten), wonach die Versicherte sich keiner psycho-
metrischen Abklärung der kognitiven Leistungsfähigkeit entzogen habe, sondern 
"so gut mitgearbeitet" habe, "wie es ihr aus gesundheitlicher Sicht möglich war", 
bleibt die Versicherte bzw. ihre Rechtsvertreterin (weiterhin) die Antwort schuldig, 
weshalb sie es nicht wenigstens versucht hat, den Stift in die Hand zu nehmen 
und die Aufgabe zu erledigen bzw. den betreffenden Gegenstand abzuzeichnen. 
Dass die Versicherte im Übrigen gesundheitliche Probleme haben soll, einen Stift 
in die Hand zu nehmen, ist nicht aktenkundig.

4.3.7 Aus der Einschätzung des ursprünglich konsultierten Psychiaters, welcher 
von einer "Vermeidung und Flucht in eine als teilweise selektiv beurteilte Sprach-
barriere" spricht (IV-act. 31-49/171), kann die Versicherte hier nichts zu ihren 
Gunsten ableiten. In diesem Zusammenhang fällt auf, dass der Hausarzt selber 
in einem Überweisungsschreiben vom 5. Dezember 2016 ausführte, dass die 
Versicherte "aber eigentlich nicht so schlecht Deutsch" spricht (IV-act. 31-47/171 
Mitte, woraus zu schliessen ist, dass der Hausarzt für die Kommunikation mit der 
Patientin grundsätzlich nicht auf Übersetzungsdienste angewiesen ist). 

Auffallend ist aber auch die Feststellung des erwähnten Psychiaters, dass die 
Versicherte auf abgegebene "Informationsblätter bezüglich Schmerzverarbei-
tungsstörung in der Muttersprache" nicht einging und eine entsprechende Medi-
kation sowie eine weiterführende Behandlung (mehrfach) ablehnte (vgl. IV-act. 
31-49/171; IV-act. 31-67/171; IV-act. 13-2/62 Ziff. 1.5; IV-act. 31-43/171 Mitte; IV-
act. 31-21/171 Ziff. 6 Austrittsumstände). Weshalb die Versicherte solche Infor-
mationsblätter in ihrer Muttersprache negiert(e), wird von der beanwalteten Be-
schwerdeführerin vor Gericht nicht thematisiert.

Ferner wird in der vorinstanzlichen Vernehmlassung (Ziff. 6) zutreffend auf die 
empfohlene psychopharmakologische Medikation verbunden mit regelmässigen 
klinischen und laborchemischen Kontrollen (IV-act. 31-71/171) verwiesen. Dass 
die zuletzt behandelnde Psychiaterin solche Kontrollen regelmässig vorgenom-
men hat, wird vor Gericht weder geltend gemacht, noch ist dies ersichtlich. Dies 
gilt auch für die Medikamentenliste im Bericht des Hausarztes vom 26. Juli 2020 
(= Bf-act. 7). Einmal abgesehen davon, dass in diesem 4 Monate nach dem Er-

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lass der angefochtenen Verfügung vom 26. März 2020 (als massgeblicher Stich-
tag für die grundsätzliche Begrenzung des gerichtlichen Überprüfungszeitraums) 
erstatteten Bericht nicht substantiiert dargelegt wurde, welche Medikamente die 
Versicherte seit wann einnimmt, macht der Hausarzt weder geltend noch ist ak-
tenkundig, dass er die Einnahme der betreffenden Medikamente jemals kontrol-
liert hat. In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, dass die behandelnden 
Ärzte des Spitals AM.________ im Austrittsbericht vom 9. Mai 2016 (an den 
Hausarzt) für das weitere Prozedere u.a. regelmässige klinische und laborchemi-
sche Kontrollen empfahlen bzw. als nötig erachteten (IV-act. 31-71/171).

4.4 Im Lichte all dieser Aspekte ist im Einklang mit der Vorinstanz festzuhalten, 
dass die Gutachterin Dr.phil. AQ.________ nachvollziehbar und überzeugend die 
von der (namentlich während der letzten Begutachtung weitgehend unkooperati-
ven) Versicherten präsentierten Beschwerden als nicht authentisch qualifiziert 
hat bzw. dieses Gutachten vom 16. Juli 2019 als beweiskräftig zu beurteilen ist. 
An diesem Ergebnis vermögen die weiteren Vorbringen der Beschwerdeführerin 
vor Gericht nichts zu ändern. Unbehelflich ist insbesondere der Verweis auf die 
abweichende Einschätzung von behandelnden Ärzten (wobei immerhin die be-
handelnde Psychiaterin zugestanden hat, dass sie die vorinstanzliche Argumen-
tation "einsehen" könne, vgl. Bf-act. 5, Ziff. 3, 1. Satz der Antwort, auch wenn sie 
dennoch eine erneute neuropsychologische Begutachtung empfahl, allerdings 
mit dem ausdrücklichen Zusatz "bei kooperativem Umgang seitens C.________", 
vgl. Bf-act. 5, Ziff. 2 in fine). Sodann ist den vorinstanzlichen Ausführungen (in 
der Vernehmlassung, S. 4) beizupflichten, wonach der Behandlungs-/ Therapie-
auftrag sich vom Begutachtungsauftrag massgeblich unterscheidet und deswe-
gen grundsätzlich der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass behan-
delnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung 
in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen und unabhängigen 
Sachverständigen i.d.R.  mehr Gewicht zukommt.

Nicht zu hören ist aber auch die Argumentation in der Replik (S. 4 oben), dass 
sinngemäss während der Exploration durch die erwähnte Sachverständige 
Dr.phil. AQ.________ "kein Vertrauensverhältnis vorlag" bzw. die Versicherte mit 
einer neuen Umgebung und unbekannten Personen konfrontiert gewesen sei, 
"weshalb sie nicht mehr in der Lage war, der Begutachtung zu folgen". Wie an-
gesichts solcher Einwände der Beschwerdeführerin eine zusätzliche Begutach-
tung ("in einer neuen Umgebung und mit neuen Gutachtern") Sinn machen sollte, 
bleibt rätselhaft. Anzufügen ist, dass die versicherte Person, welche Rentenleis-
tungen in Anspruch nehmen will, sich gutachtlichen Abklärungen zu unterziehen 
hat (Art. 43 Abs. 2 ATSG), wozu u.a. auch die Beschwerdenvalidierung in der 

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versicherungsmedizinischen Begutachtung gehört. Dabei ist es praxisgemäss 
zulässig, dass begutachtende Sachverständige ein für Exploranden unvorteilhaf-
tes Untersuchungsergebnis klar und deutlich aussprechen, bezeichnen sowie 
aus
ihrer Sicht interpretieren dürfen (vgl. VGE I 2020 16 vom 28.04.2020 Erw. 3.4; 
VGE I 2016 31 vom 14.06.2017 Erw. 2.2; VGE I 2019 14 vom 19.06.2019 Erw. 
4.3.2, mit Verweis auf das Urteil des Bundesgerichts I 38/98 vom 6.09.1999 Erw. 
3b in fine).

4.5 Nach dem Gesagten kann in Anbetracht des dargelegten Ergebnisses der 
gutachtlichen Beschwerdevalidierung im konkreten Fall keine rentenbegründen-
de Invalidität angenommen werden. Denn der Beweis für eine lang andauernde 
und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleis-
tet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im 
Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Ein-
schränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Ar-
beitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran wie im vorliegenden Fall (siehe oben), ist 
der Beweis nicht geleistet und auch nicht zu erbringen, was sich nach den Re-
geln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden 
Person auswirkt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_821/2018 vom 18.06.2019 
Erw. 3.2 in fine mit Hinweisen).

5. Aus all diesen Gründen erweist sich die Beschwerde als unbegründet, 
weshalb sie abgewiesen wird. Diesem Ergebnis entsprechend werden die Ver-
fahrenskosten der Beschwerdeführerin auferlegt. Eine Parteientschädigung fällt 
ausser Betracht.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 500.-- festgelegt und der Beschwer-
deführerin auferlegt. Sie hat einen Kostenvorschuss in gleicher Höhe be-
zahlt, so dass die Rechnung ausgeglichen ist.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungs-
beschwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rech-
ten gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

4. Zustellung an:
- die Vertreterin der Beschwerdeführerin (2/R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen (A).

Schwyz, 15. Oktober 2020

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die a.o. Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 22. Oktober 2020