# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ccda319-8ea4-59cd-acd1-71e4d144e3b7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.12.2012 IV 2011/290
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-290_2012-12-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/290

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 19.06.2020

Entscheiddatum: 19.12.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 19.12.2012
Art. 17 Abs. 1 IVG. Umschulung. Ausführungen zum Erfordernis der 
Gleichwertigkeit der Umschulung (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 19. Dezember 2012, IV 2011/290).

Entscheid Versicherungsgericht, 19.12.2012

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichter Martin Rutishauser, a.o. 

Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

Entscheid vom 19. Dezember 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Kehl, Poststrasse 22, Postfach 118, 

9410 Heiden,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

berufliche Massnahmen (Umschulung/Arbeitsvermittlung

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Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ erlitt am 18. August 2005 eine kraniale inkomplette Berstungsfraktur LWK 1. 

Am 25./29. August 2005 wurde er operiert (Fremdakten). Am 9. März 2007 meldete er 

sich zum Bezug von IV-Leistungen (Berufsberatung, Umschulung) an (IV-act. 1, 7). Er 

gab an, er habe von 2002 bis 2005 eine Ausbildung als Betagtenbetreuer absolviert 

und mit einem Fähigkeitsausweis abgeschlossen. Dr. med. B.___, Allgemeine Medizin 

FMH, berichtete der IV-Stelle am 18. April 2007 (IV-act. 11), der Versicherte habe starke 

Rückenschmerzen beim Heben von Patienten. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr 

zumutbar. Ideal wäre eine Tätigkeit in sitzender oder stehender Position, bei der nur 

Gewichte von wenigen Kilogramm gehoben werden müssten. Die Stiftung C.___ teilte 

der IV-Stelle am 14. Mai 2007 mit (IV-act. 18), der Versicherte sei bei ihr mit einem 

befristeten Vertrag als Betagtenbetreuer angestellt gewesen. Der Jahreslohn habe Fr. 

52'000.- betragen. Der Berufsberater der IV-Stelle notierte am 8. Januar 2008 (IV-act. 

27), zunächst habe die berufsberaterische Abklärung in Richtung Haustechnikplaner 

gewiesen. Die Tests für das Vorstellungsvermögen und das technische Verständnis 

seien aber ungenügend ausgefallen. Der Versicherte habe Interesse am kaufmännisch 

administrativen Bereich geäussert. Er habe nach einer Lehrstelle gesucht, aber nur 

Absagen erhalten. Deshalb werde wohl eine schulische Ausbildung nötig sein. Der 

Versicherte weise eine hohe Motivation für das Erlernen des kaufmännischen Berufs 

auf und er sei dazu geeignet. Er benötige aber einen Vorkurs. Der kaufmännischen 

Ausbildung sei gegenüber der Ausbildung zum technischen Kaufmann der Vorzug 

einzuräumen, weil der Versicherte noch jung sei und mit dem kaufmännischen 

Fähigkeitsausweis gut gerüstet für Berufspraxis und Weiterbildung wäre. Zudem könne 

er nicht auf fachspezifische Berufskenntnisse zurückgreifen, die den technischen 

Kaufleuten den Einstieg in die kaufmännische Berufspraxis erleichterten. Die dreijährige 

Umschulung sei der dreijährigen Ausbildung zum Betagtenbetreuer gleichwertig. Mit 

einer Mitteilung vom 17. Januar 2008 bewilligte die IV-Stelle einen kaufmännischen 

Vorkurs bei der D.___ AG (IV-act. 32). Der Berufsberater hielt am 18. Juni 2008 fest (IV-

act. 37), der Versicherte habe den Vorkurs mit guten Noten absolviert. Die Schulleitung 

sei überzeugt, dass er für eine kaufmännische Ausbildung gut geeignet und hoch 

motiviert sei. Die dreijährige Ausbildung beinhalte vier Schulsemester und zwei 

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Praktikumssemester. Mit einer Mitteilung vom 24. Juni 2008 bewilligte die IV-Stelle 

dem Versicherten die Umschulung zum Kaufmann bei der D.___ AG vom 13. Juli 2008 

bis 15. Juli 2010 (IV-act. 40). Der Berufsberater teilte dem Rechtsvertreter des 

Versicherten am 30. Juli 2009 mit (IV-act. 50), er habe von der D.___ AG erfahren, dass 

der Versicherte das Bürofachdiplom nach zwei Semestern nicht bestanden habe. 

Dadurch sei die Promotion ins dritte Semester nicht möglich bzw. könne das 

Praktikumsjahr nicht begonnen werden. Der Versicherte habe sich ohne Wissen der IV-

Stelle für eine Repetition des ersten Jahres angemeldet. Am 11. August 2009 notierte 

der Berufsberater (IV-act. 51), die Ausbildung zum Kaufmann B sei die bessere 

Voraussetzung, um im Beruf als Kaufmann Fuss zu fassen und 

Entwicklungsmöglichkeiten zu haben, als der Lehrgang zum technischen Kaufmann. 

Mit einer Mitteilung vom 17. August 2009, welche diejenige vom 24. Juni 2008 

"ersetzte", übernahm die IV-Stelle die Kosten der Repetition des ersten Semesters. Am 

27. Januar 2010 bewilligte die IV-Stelle auch die Repetition des zweiten Semesters (IV-

act. 62).

A.b  Der Berufsberater der IV-Stelle hielt am 2. März 2010 fest (IV-act. 65), man habe 

gemeinsam beschlossen, den Weg über den technischen Kaufmann zu wählen. Der 

Wechsel werde wegen der nicht erwachsenengerechten Behandlung und wegen der zu 

kleinen Fortschritte im Repetitionssemester angestrebt. In der Ausbildung zum 

technischen Kaufmann könne der Versicherte individueller gefördert werden. Diese 

Ausbildung sei einem Lehrabschluss gleichwertig, wenn der Versicherte die 

eidgenössische Fachprüfung bestehe. Auch mit einem internen technischen Kaufmann 

wäre der Versicherte rentenausschliessend eingegliedert, aber dann wären die 

Weiterbildungsmöglichkeiten begrenzt. Mit einer Mitteilung, die diejenige vom 27. 

Januar 2010 "ersetzte", übernahm die IV-Stelle die Kosten des ersten und des zweiten 

Semesters der Umschulung zum technischen Kaufmann am Bildungszentrum BVS in 

St. Gallen (IV-act. 67). Der Berufsberater teilte dem Rechtsvertreter am 19. April 2011 

mit (IV-act. 74), der Versicherte habe den internen technischen Kaufmann mit Erfolg 

bestanden. Die Durchschnittsnote betrage 4,26. Die weitere Umschulung zum 

technischen Kaufmann mit eidgenössischem Fachausweis wäre nur mit einer 

Durchschnittsnote von 4,8 möglich. In Übereinstimmung mit der Schulleiterin sei er 

zum Schluss gekommen, dass der Versicherte ungenügende Leistungen für das 

Bestehen der eidgenössischen Prüfung aufgezeigt habe und dass er nicht über die 

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entsprechenden Ressourcen verfüge. Mit dem internen Abschluss des technischen 

Kaufmanns BVS sei der Versicherte erfolgreich umgeschult und auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt vermittelbar. Am 16. Mai 2011 hielt der Berufsberater fest (IV- act. 78), der 

Versicherte habe sich für das Prüfungsvorbereitungssemester an der BVS angemeldet. 

Der Versicherte sei darüber informiert gewesen, dass die Schule eine 

Durchschnittsnote von 4,8 empfehle und dass die Invalidenversicherung diese 

Durchschnittsnote fordere. Er könne die weitere Ausbildung des Versicherten mangels 

Leistung und Ressourcen nicht unterstützen. Mit einem Vorbescheid vom 27. Mai 2011 

orientierte die IV-Stelle den Rechtsvertreter des Versicherten darüber (IV-act. 82), dass 

er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit an der Prüfung für den eidgenössischen 

Fachausweis keine genügende Leistung erzielen werde. Mit dem schulinternen 

Abschluss sei der Versicherte angemessen umgeschult und er habe seine 

Verdienstmöglichkeiten gegenüber dem Betagtenbetreuer gesteigert. Für schulische 

Weiterbildungen stünden durch die abgeschlossene Lehre als Betagtenbetreuer 

nämlich dieselben Fähigkeiten wie vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens zur 

Verfügung. Der Versicherte liess am 28. Juni 2011 einwenden (IV-act. 85), ein interner 

Kurs von zwei Semestern könne einer dreijährigen Berufslehre zum Fachmann 

Betreuung EFZ nicht gleichauf sein. Der Rechtsvertreter machte weiter geltend, der 

Versicherte könne nicht wie ältere technische Kaufleute auf fachspezifische Kenntnisse 

zurückgreifen. Eine Versicherung habe ihm eine Stelle in Aussicht gestellt, wenn er die 

eidgenössische Fachprüfung bestehe. Das Gleichwertigkeitskriterium sei streng zu 

handhaben, da der Versicherte noch sehr jung sei. Die Zulassungsbedingungen für die 

eidgenössische Fachprüfung seien erfüllt, weshalb die Vergütung des 

Vorbereitungssemesters nicht von einem Notendurchschnitt von 4,8 abhängig gemacht 

werden dürfe. Am 29. Juli 2011 erliess die IV-Stelle eine Verfügung mit folgendem 

Dispositiv: "Eine Kostengutsprache für die Weiterführung der Umschulung wird 

abgelehnt und die berufliche Massnahme somit abgeschlossen". Zur Begründung 

machte sie insbesondere geltend, das Gleichwertigkeitserfordernis beziehe sich in 

erster Linie auf die Verdienstmöglichkeiten und nicht auf die Dauer der Ausbildung. Im 

Übrigen bestehe aufgrund der allgemeinen Erfahrung bei seinem Notendurchschnitt 

keine Aussicht auf ein Bestehen der eidgenössischen Fachprüfung.

B.      

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B.a  Der Versicherte liess am 13. September 2011 Beschwerde erheben (act. G 1) und 

beantragen, die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, ihm eine Kostengutsprache für 

die Weiterführung der Umschulung zur Erlangung des eidgenössischen Fachausweises 

und - nötigenfalls - für eine Wiederholung der Prüfung für den Fall des erstmaligen 

Nichtbestehens der eidgenössischen Fachprüfung zu erteilen; davon unabhängig sei 

die Beschwerdegegnerin anzuweisen, Arbeitsvermittlung durchzuführen. Zur 

Begründung führte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an, die Ausbildung zum 

technischen Kaufmann ohne eidgenössisches Diplom sei in Bezug auf die 

Ausbildungsdauer, die Qualität, die Weiterbildungsmöglichkeiten, den Berufseinstieg, 

die Arbeitsplatzsicherheit und die Verdienstmöglichkeiten nicht gleichwertig. Für die 

Anmeldung zur eidgenössischen Fachprüfung genüge ein Notendurchschnitt von 4,0. 

Es sei nicht nachzuvollziehen, weshalb die Beschwerdegegnerin einen höheren 

Notenschnitt verlange. Die Arbeitsvermittlung sei der letzte Schritt der beruflichen 

Eingliederung, so dass er darauf einen Anspruch haben müsse.

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 28. November 2011 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 6). Sie machte geltend, der Begriff der Gleichwertigkeit beziehe 

sich nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau, sondern auf den zu erwartenden 

Verdienst. Der Beschwerdeführer habe als Betagtenbetreuer Fr. 4'000.-- verdient. Als 

technischer Kaufmann könnte er bis Fr. 5'000.-- verdienen. Er habe die eidgenössische 

Prüfung nicht bestanden, weshalb die Kostenübernahme zu Recht abgelehnt worden 

sei. Da die Schwierigkeiten bei der Stellensuche nicht auf gesundheitlich bedingte 

Einschränkungen zurückzuführen seien, bestehe kein Anspruch auf Arbeitsvermittlung.

B.c  Der Beschwerdeführer liess am 2. Februar 2012 einwenden (act. G 10), für einen 

technischen Kaufmann ohne eidgenössischen Fachausweis gebe es keine anerkannten 

relevanten Weiterbildungsmöglichkeiten. Gerade bei jungen Versicherten mit einer 

langen verbleibenden Aktivitätsdauer sei das Erfordernis der Gleichwertigkeit streng 

auszulegen. Der Misserfolg bei der Abschlussprüfung sei massgeblich auf die von der 

Beschwerdegegnerin verursachte Stresssituation zurückzuführen gewesen. Er werde 

zu gegebener Zeit wieder zur Prüfung antreten. Die Beschwerdegegnerin habe ihn 

dabei zu unterstützen. Bei der Stellensuche sei er auch gesundheitlich beeinträchtigt.

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 20. Februar 2012 auf eine Stellungnahme 

(act. G 12).

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Erwägungen:

1.     

1.1   Der Berufsberater der Beschwerdegegnerin hat am 2. März 2010 festgehalten, 

dass das nach dem Abbruch der Umschulung zum Kaufmann Typus B gewählte neue 

Umschulungsziel in einer Ausbildung zum technischen Kaufmann mit eidgenössischer 

Fachprüfung an der BVS St. Gallen bestehe. Sollte der Beschwerdeführer die 

eidgenössische Fachprüfung bestehen, sei diese Ausbildung einem Lehrabschluss 

gleichwertig. Die Umschulung zum technischen Kaufmann ist also auf die Ausbildung 

bis zur eidgenössischen Fachprüfung angelegt gewesen, um die Gleichwertigkeit mit 

dem bestehenden Lehrabschluss als Betagtenbetreuer zu erreichen. Trotzdem hat der 

Berufsberater dann aber nur die Zusprache der ersten beiden Semester beantragt. 

Damit kann er nur beabsichtigt haben, zunächst die erste Etappe auf dem Weg zum 

technischen Kaufmann mit eidgenössischer Fachprüfung definitiv zu bewilligen. 

Obwohl die Mitteilung vom 5. März 2010 nur die Übernahme der beiden ersten 

Semester erwähnt und sich überhaupt nicht zum Umschulungsziel äussert, ist 

demnach davon auszugehen, dass sich die Beschwerdegegnerin damit implizit 

verpflichtet hat, später auch die zweite Etappe (Vorbereitung und Absolvierung der 

eidgenössischen Fachprüfung) zu bewilligen, falls die entsprechenden 

Voraussetzungen erfüllt sind. Die ersten beiden Semester der Ausbildung zum 

technischen Kaufmann sind also definitiv bewilligt worden, während die - zukünftige - 

definitive Bewilligung der Vorbereitung auf die eidgenössische Fachprüfung implizit von 

der Erfüllung einer Bedingung abhängig gemacht worden ist. Dem Berufsberater und 

der Schulleitung der BVS dürfte aufgrund der langjährigen Erfahrung bekannt gewesen 

sein, dass nur diejenigen Auszubildenden ausreichende Erfolgschancen bei der 

eidgenössischen Fachprüfung haben, die während der ersten beiden Semester einen 

Notendurchschnitt von wenigstens 4,8 erreicht haben. Deshalb hat die Bedingung, von 

der die Zusprache der zweiten Etappe abhängig gemacht worden ist, im Erreichen 

dieses Notendurchschnitts bestanden, auch wenn das in der Mitteilung vom 5. März 

2010 nicht erwähnt worden ist. Der Beschwerdeführer hat also auf den ersten Blick die 

Bedingung für die Gewährung der zweiten Etappe der Ausbildung zum technischen 

Kaufmann mit eidgenössischer Fachprüfung nicht erfüllt. Die Begründung für diese 

Bedingung kann nur im Grundsatz der Verhältnismässigkeit gesucht werden: Nach der 

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Auffassung der Beschwerdegegnerin wäre es offenbar unverhältnismässig, auch jenen 

Personen die zweite Etappe der Ausbildung zum technischen Kaufmann mit 

eidgenössischer Fachprüfung zu bewilligen, die mit grösster Wahrscheinlichkeit die 

Prüfung nicht bestehen würden, weil ihr in den ersten beiden Semestern erworbenes 

Wissen nicht ausreichen würde.

1.2   Der Beschwerdeführer hat in den ersten beiden Semestern einen 

Notendurchschnitt erreicht, der deutlich unter dem geforderten Durchschnitt von 4,8 

gelegen hat. Zu prüfen ist, ob es tatsächlich unverhältnismässig ist, dem 

Beschwerdeführer die zweite Etappe der ursprünglich geplanten Ausbildung, also die 

Prüfungsvorbereitungs- und die Prüfungskosten zu bewilligen. Die 

Beschwerdegegnerin ist davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer praktisch 

keine Chance habe, die eidgenössische Fachprüfung zu bestehen, so dass die 

Ausgaben zur Deckung der mit der Zusprache der zweiten Ausbildungsetappe 

verbundenen Kosten "verschwendet" wären. Was die Beschwerdegegnerin dabei nicht 

beachtet hat, ist der Umstand, dass der Beschwerdeführer kein Standardfall einer 

Umschulung zum technischen Kaufmann mit eidgenössischer Fachprüfung ist. 

Erfahrungsgemäss schult die Beschwerdegegnerin nur ältere Berufsleute, die aus 

ihrem früheren Beruf grosse Erfahrung mitbringen, zu technischen Kaufleuten um, da 

diese Erfahrung dann bei der Ausübung des neuen Berufs des technischen Kaufmanns 

gewinnbringend eingesetzt werden kann. Hinzu kommt, dass diese technischen 

Kaufleute nicht mehr so lange berufstätig sein werden, dass ein relevanter Bedarf nach 

einer Weiterbildung besteht. Der Beschwerdeführer hingegen ist sehr jung, d.h. der 

Beruf des technischen Kaufmanns wird bei ihm beinahe das gesamte Berufsleben 

prägen. Er hat in seinem erlernten Beruf wohl (noch) keine Kenntnisse erworben, die er 

als technischer Kaufmann verwerten könnte. Deshalb ist davon auszugehen, dass der 

Ausbildungsbedarf überdurchschnittlich hoch sein wird, wenn dem Beschwerdeführer 

durch die Umschulung eine gute Chance eröffnet werden soll, sich im neuen Beruf zu 

etablieren. Für ihn ist die Umschulung in einen qualifizierten neuen Beruf also wichtiger 

als für den durchschnittlichen zum technischen Kaufmann umgeschulten Versicherten, 

der nicht unbedingt auf eine Absolvierung der eidgenössischen Fachprüfung 

angewiesen ist. Nur eine Umschulung zum technischen Kaufmann mit eidgenössischer 

Fachprüfung gibt dem Beschwerdeführer die Chance, den Erfahrungsvorsprung der 

älteren, zu technischen Kaufleuten umgeschulten Versicherten zu kompensieren und 

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einen durchschnittlichen Lohn zu erzielen. Hinzu kommt, dass nur dann von 

realistischen Weiterbildungs- und Karrierechancen (die im Gesundheitsbereich für den 

gelernten Betagtenbetreuer vorhanden gewesen wären) ausgegangen werden kann, 

wenn eine qualifizierte Ausbildung als Grundlage vorhanden ist. Unter diesen 

Umständen ist es unverhältnismässig gewesen, dem Beschwerdeführer die zweite 

Etappe der Umschulung zum technischen Kaufmann mit eidgenössischer Fachprüfung 

zu verweigern, um die entsprechenden Ausgaben einzusparen. Der nicht ausreichende 

Notendurchschnitt aus den ersten beiden Semestern hätte zum Anlass genommen 

werden müssen, dem Beschwerdeführer eine besonders intensive Vorbereitung auf die 

eidgenössische Fachprüfung zu ermöglichen, um seine Erfolgschancen zu verbessern. 

An dieser Einschätzung vermöchte der nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung 

erlittene Misserfolg bei der eidgenössischen Fachprüfung, der gerichtlich nicht 

gewürdigt werden kann, weil er sich erst nach dem Erlass der angefochtenen 

Verfügung ereignet hat, nichts zu ändern. Mit einer besonders intensiven und allenfalls 

auch verlängerten Vorbereitung auf diese Prüfung hätte der Beschwerdeführer 

erfolgreich sein können, denn sein Notendurchschnitt nach den ersten beiden 

Semestern war nicht so tief, dass die Sache aussichtslos gewesen wäre.

1.3   Die Unverhältnismässigkeit der Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin ergibt 

sich auch aus dem Umstand, dass keine Alternativen zur Ausbildung zum technischen 

Kaufmann mit eidgenössischer Fachprüfung gesucht worden sind. Die 

Beschwerdegegnerin hat sich darauf beschränkt, die - überzeugende - frühere 

Auffassung des Berufsberaters, die Gleichwertigkeit der Umschulung sei erst mit dem 

Bestehen der eidgenössischen Fachprüfung erreicht, zu desavouieren und zu 

behaupten, die Absolvierung der beiden ersten Semester an der BVS bedeute eine der 

dreijährigen Lehre als Betagtenbetreuer gleichwertige berufliche Qualifikation des 

Beschwerdeführers. Tatsächlich ist diese Ausbildung an der BVS weder qualitativ noch 

lohnmässig dem früheren Beruf gleichwertig. Der Beschwerdeführer hat eine 

Berufslehre absolviert, die ihm umfassende berufliche Kenntnisse verschafft hat und 

die gegenüber jedem potentiellen Arbeitgeber die berufliche Qualifikation aufgezeigt 

hat. Der BVS-interne Abschluss als technischer Kaufmann nach zwei Semestern belegt 

nach aussen keine qualifizierte kaufmännische Ausbildung (sondern höchstens das 

Scheitern an der eidgenössischen Fachprüfung), zumal es sich um eine reine 

schulische Ausbildung handelt, die in einem Jahr nicht mehr als die Grundzüge des 

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Kaufmannsberufs vermittelt haben kann. Der allgemeine und ausgeglichene 

Arbeitsmarkt weist zwar tatsächlich Arbeitsstellen auf, an denen der Beschwerdeführer 

einen seinem (fiktiven) Einkommen als Betagtenbetreuer entsprechenden Lohn erzielen 

könnte. In der freien Wirtschaft wird es für den Beschwerdeführer aber kaum möglich 

sein, tatsächlich einen solchen Arbeitsplatz zu finden, da er sich gegen technische 

Kaufleute mit eidgenössischer Fachprüfung oder gegen technische Kaufleute mit 

grosser Erfahrung aus dem früheren Beruf durchsetzen müsste. Die "Umschulung" in 

der Form der Absolvierung von zwei Semestern an der BVS liefe im Endeffekt mit 

einiger Wahrscheinlichkeit nur auf eine "Umschulung zur Arbeitslosigkeit" hinaus. In 

Bezug auf den erzielbaren Lohn als Komponente der Gleichwertigkeitsprüfung geht es 

zudem nicht nur um die Erreichung eines möglichst hohen Anfangslohns, wie die 

Argumentation der Beschwerdegegnerin vermuten lässt, sondern um den Erwerb einer 

neuen Berufskarriere, die der früheren auch langfristig gleichwertig ist. Die Umschulung 

muss also auch zum Ziel haben, das Risiko einer Arbeitslosigkeit möglichst gering zu 

halten, d.h. möglichst gute Anstellungschancen zu schaffen. Sie muss aber auch die 

Grundlage einer Karriere bieten, die derjenigen gleichwertig ist, die im früheren Beruf 

möglich gewesen wäre. Diese Ziele sind mit der bestehenden "Umschulung", d.h. den 

beiden an der BVS absolvierten Semestern, noch nicht erreicht. Fehlt die 

Gleichwertigkeit zwischen dem früheren Beruf als Betagtenbetreuer und dem 

technischen Kaufmann ohne eidgenössische Fachprüfung, so ist der 

Umschulungsanspruch noch nicht erschöpft. Die am 29. Juli 2011 verfügte 

Verweigerung weiterer Umschulungsmassnahmen ist deshalb rechtswidrig. Sie ist 

aufzuheben und die Sache ist zur Weiterführung der Umschulung des 

Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dabei ist der 

Beschwerdeantrag weit zu interpretieren, d.h. es ist davon auszugehen, dass auch eine 

nicht auf die Weiterführung der Ausbildung zum technischen Kaufmann beschränkte 

weitere Umschulung durch den Beschwerdeantrag abgedeckt wäre. Die 

Beschwerdegegnerin wird im Rahmen einer qualifizierten Berufsberatung abzuklären 

haben, ob der Beschwerdeführer mit einer (von ihr finanzierten) intensiven Vorbereitung 

ausreichende Chancen darauf hat, die eidgenössische Fachprüfung im zweiten Anlauf 

zu bestehen. Sollte diese Frage zu verneinen sein oder sollte der Beschwerdeführer 

auch beim zweiten Versuch scheitern, wird die Beschwerdegegnerin gestützt auf 

weiterführende berufsberaterische Abklärungen eine neue, dem gelernten 

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Betagtenbetreuer gleichwertige Umschulung finden und umsetzen müssen. Da die 

Umschulung weiterzuführen ist, besteht (noch) kein Bedarf nach einer 

Arbeitsvermittlung, so dass die Abweisung des entsprechenden Leistungsbegehrens 

verfrüht und deshalb zu Unrecht erfolgt ist. Soweit die angefochtene Verfügung einen 

Anspruch auf Arbeitsvermittlung verneint, ist sie deshalb ersatzlos aufzuheben. Die 

Beschwerdegegnerin wird nach dem Abschluss der Umschulung über das 

entsprechende Leistungsbegehren des Beschwerdeführers zu verfügen haben.

2.     

Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und die Sache ist zur Weiterführung der 

Umschulung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Der obsiegende 

Beschwerdeführer hat einen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Da der 

Vertretungsaufwand als durchschnittlich zu werten ist, erscheint praxisgemäss eine 

Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als 

angemessen. Auch der Verfahrensaufwand ist als durchschnittlich zu werten, weshalb 

die von der unterliegenden Beschwerdegegnerin zu entrichtende Gerichtsgebühr 

praxisgemäss auf Fr. 600.-- festzusetzen ist. Der Kostenvorschuss von ebenfalls Fr. 

600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass die Verfügung vom 29. 

Juli 2011 aufgehoben und die Sache zur Weiterführung der Umschulung im Sinn der 

Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2.      Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- zu bezahlen (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

3.      Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird dem Beschwerdeführer 

zurückerstattet.

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