# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b21ff03e-5fed-55ec-8b84-2ad3dbd03394
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.05.2021 IV 2019/112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2019-112_2021-05-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/112

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 17.11.2021

Entscheiddatum: 18.05.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 18.05.2021
Art. 49 Abs. 3 ATSG. Art. 7, 8 und 16 ATSG. Art. 28 IVG. Keine Verletzung der 
Begründungspflicht. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens. 
Einkommensvergleich. Keine rentenbegründende Invalidität (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Mai 2021, IV 
2019/112).

Entscheid vom 18. Mai 2021

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Viviane Kull

Geschäftsnr.

IV 2019/112

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Studer Zahner Anwälte AG, 

Hauptstrasse 11a, Postfach 2125, 8280 Kreuzlingen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

B.  

A.___ meldete sich im März 1995 wegen eines Rückenleidens erstmals bei der IV-

Stelle des Kantons Schwyz zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) 

an (IV-act. 9). Er gab an, im Herkunftsland die Schule besucht zu haben. Einen Beruf 

habe er nicht erlernt. Zuletzt habe er als Eisenleger gearbeitet. Mit einer Verfügung vom 

5. Oktober 1995 sprach die IV-Stelle des Kantons Schwyz dem Versicherten berufliche 

Eingliederungsmassnahmen zu (IV-act. 27). Mit einer Verfügung vom 12. Januar 1996 

verneinte sie einen Anspruch auf eine Invalidenrente und erteilte dem Berufsberater 

nochmals einen Auftrag zur Stellenvermittlung (IV-act. 34). Diese Verfügung erwuchs 

unangefochten in Rechtskraft.

A.a. 

Am 18. Dezember 1996 ersuchte der Versicherte die IV-Stelle des Kantons 

Schwyz darum, seinen Anspruch nochmals zu prüfen (IV-act. 45). Mit einer Verfügung 

vom 28. Juli 1997 trat die IV-Stelle des Kantons Schwyz auf das Begehren nicht ein (IV-

act. 54). Auch diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

A.b. 

Im Dezember 2008 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Er gab an, er leide seit dem Jahr 1995 an 

einer rheumatischen Erkrankung (M. Bechterew). Zurzeit arbeite er bei WTL Jona in 

einem Beschäftigungsprogramm zu maximal 50% je nach Gesundheitszustand. Die IV-

Stelle tätigte Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht. Mit einer 

Verfügung vom 3. März 2010 wies sie das Begehren um berufliche 

Eingliederungsmassnahmen ab (IV-act. 94). Mit einer weiteren Verfügung vom 10. März 

B.a. 

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2010 wies sie das Begehren um eine Invalidenrente ab (IV-act. 95). Diese Verfügungen 

erwuchsen unangefochten in Rechtskraft.

Am 15. Februar 2011 bat der Hausarzt Dr. med. B.___ die IV-Stelle, den 

Rentenanspruch nochmals zu prüfen (IV-act. 97). Er gab an, der Versicherte leide seit 

1995 an einer Spondylitis ankylosans, wobei die Diagnose erst im Juli 2006 gestellt 

worden sei. Er könne bestätigen, dass das Leiden invalidisierendes Ausmass erreicht 

habe. Nachdem die IV-Stelle Dr. B.___ am 25. Februar 2011 darüber informiert hatte, 

dass er nicht legitimiert sei, für den Versicherten ein Leistungsgesuch zu stellen (IV-

act. 98), teilte der Versicherte am 12. März 2011 mit (IV-act. 99), dass sich sein Zustand 

in den letzten Monaten verschlechtert habe. Er bat um eine Prüfung seines Anliegens. 

Die IV-Stelle forderte den Versicherten am 28. März 2011 auf, zwecks 

Glaubhaftmachung einer relevanten Änderung des rechtserheblichen Sachverhalts seit 

der Verfügung vom 10. März 2010 Unterlagen einzureichen (IV-act. 101). Am 7. April 

2011 berichtete Dr. B.___, der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich seit 

dem Jahr 2007 verschlechtert. Der Versicherte leide an einem rechtsbetonten, 

generalisierten Schmerzsyndrom, das multifaktoriell bedingt sei. Die Arbeitsfähigkeit sei 

um 50-60% eingeschränkt. Fachärzte der Z.___ hatten am 27. Januar 2011 die 

folgenden Diagnosen angegeben (IV-act. 103): Spondylitis ankylosans (EM 1995, ED 

8/06), generalisiertes Schmerzsyndrom, Vitamin-D-Mangel (11/07), latente Tuberkulose, 

chronische Dyspepsie bei St.n. Magenteilresektion 1982 und 1994, arterielle 

Hypertonie, zwei pulmonale Rundherde Mittellappen und ein Rundherd apikales 

Unterlappensegment links (PET-CT 21.11.08), Karpaltunnelsyndrom bds. Dr. med. 

C.___ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) notierte am 16. Mai 2011 (IV-act. 105), 

eine relevante Veränderung des Gesundheitszustands sei aus 

versicherungsmedizinischer Sicht nicht glaubhaft gemacht. Am 2. September 2011 

berichtete Dr. med. D.___, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation (IV-act. 112), 

der Versicherte leide an einer axialen Spondylarthritis mit peripherem Befall. Weiter 

bestünden eine MTP-Arthrose rechts und eine Arthrose der HWS und der AC-Gelenke 

bds. Aktuell liege eine weiterhin entzündliche Aktivität mit hoher Einschränkung der 

Alltagsaktivitäten vor. Sie attestierte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Die RAD-

Ärztin Dr. C.___ notierte am 2. November 2011 (IV-act. 116), aufgrund der konträren 

B.b. 

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Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten sei eine polydisziplinäre 

Begutachtung angezeigt.

Am 13. und 14. März 2012 wurde der Versicherte durch die Ärztliche 

Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) polydisziplinär (internistisch, rheumatologisch und 

psychiatrisch) abgeklärt. Im Gutachten vom 14. April 2012 gaben die Sachverständigen 

als Diagnose mit einer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Spondylarthritis 

(Erstmanifestation 1995, Erstdiagnose 2006) mit axialem und peripherem Befall und 

aktuell keinen klinischen Hinweisen für eine relevante Entzündungsaktivität an (IV-

act. 121-26). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie: 

Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54) – multilokuläres Schmerzsyndrom des 

Bewegungsapparates ohne aktuelles klinische Korrelat (ICD-10 R52.9), Hallux rigidus 

rechts, arterielle Hypertonie, medikamentös gut eingestellt, neu entdeckter Diabetes 

mellitus Typ 2, Hyperlipidämie, chronischer Nikotinabusus, anamnestisch St.n. 

möglicher latenter Tbc-Infektion bei positivem Mantoux- und Quantiferon-Test. Die 

Gutachter hielten fest (IV-act. 121-27 f.), im Vordergrund der Beschwerden stünden die 

seit Jahren bestehenden Ganzkörperschmerzen mit einer Betonung der rechten 

Körperhälfte. Aus rheumatologischer Sicht bestehe eine Spondylarthritis mit axialem 

und peripherem Befall, aktuell finde sich klinisch jedoch kein Hinweis für eine relevante 

Entzündungsaktivität. Neben der Spondylarthritis liege ein unspezifisches 

multilokuläres Schmerzsyndrom des Bewegungsapparats vor, am ehesten im Rahmen 

einer Symptomausweitung oder/und einer Schmerzverarbeitungsstörung. Die vom 

Versicherten geklagten, äusserst diffusen Beschwerden liessen sich weder durch die 

klinischen noch durch die radiologischen Befunde eindeutig erklären. Einzig die 

Beschwerden im Bereich der rechten Grosszehe seien aufgrund einer fortgeschrittenen 

Arthrose im Grundgelenk nachvollziehbar. Für körperlich schwere Tätigkeiten bestehe 

eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, für körperlich mittelschwere eine 

Arbeitsunfähigkeit von 70%. Für körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten 

bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80%. Dabei sollten das Heben und 

Tragen von Lasten über zehn Kilogramm wie auch monoton-repetitive Haltungen oder 

Bewegungen sowie gehäufte Überkopfarbeiten vermieden werden. Aus allgemein-

internistischer Sicht bestünden keine Befunde und Diagnosen mit einer Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht könne mit Ausnahme einer 

B.c. 

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C.  

Schmerzverarbeitungsstörung keine psychiatrische Diagnose gestellt werden. Diese 

wirke sich nicht einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit aus. Dem Versicherten sei es 

zumutbar, trotz der geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung 

aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Aus 

interdisziplinärer Sicht bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für körperlich 

schwere und eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit für körperlich mittelschwere Tätigkeiten. 

Für körperlich leichte, adaptierte Tätigkeiten in Wechselbelastung bestehe eine Arbeits- 

und Leistungsfähigkeit von 80%, vollschichtig realisierbar mit einem erhöhten 

Pausenbedarf. Zwischen der gutachterlichen Beurteilung und der Selbsteinschätzung 

des Versicherten, der sich für jegliche Tätigkeit für nicht mehr arbeitsfähig halte, 

bestehe eine Diskrepanz. Dass alle therapeutischen Bemühungen bis anhin gescheitert 

seien, hänge wesentlich damit zusammen, dass der Versicherte aufgrund seiner 

subjektiven Krankheitsüberzeugung wenig Motivation aufbringe, sich trotz allfälliger 

Restbeschwerden um seine Genesung zu bemühen, um sich den Belastungen der 

Arbeitswelt wieder auszusetzen.

Die RAD-Ärztin Dr. C.___ notierte am 24. August 2012 (IV-act. 122), auf das 

Gutachten könne abgestellt werden.

B.d. 

Mit einer Verfügung vom 6. September 2012 trat die IV-Stelle auf das 

Leistungsbegehren (Gesuch vom 12. März 2011) nicht ein (IV-act. 123). Diese 

Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

B.e. 

Im Februar 2015 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (IV-

act.136). Er gab an, seit dem Jahr 2008 vollständig arbeitsunfähig zu sein. Als 

gesundheitliche Beeinträchtigung nannte er "Rheuma". Er reichte Berichte von seinem 

Hausarzt Dr. B.___ vom 12. Dezember 2014, von Dr. D.___ vom 8. Dezember 2014 (mit 

Berichten über MRI-Untersuchungen der LWS, BWS und HWS vom 24. September 

2014 und 3. Oktober 2014) und vom Spital E.___ vom 15. Oktober 2014 ein (IV-

act. 138-142). Die RAD-Ärztin Dr. C.___ notierte am 16. März 2015 (IV-act. 147), der 

Gesundheitszustand habe sich seit der Verfügung vom 10. März 2010 nicht relevant 

verändert. Mit einem Vorbescheid vom 16. März 2015 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit (IV-act. 150), sie sehe vor, auf das Leistungsbegehren nicht 

C.a. 

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einzutreten. Der Versicherte erhob dagegen keinen Einwand. Mit einer Verfügung vom 

2. Juni 2015 trat die IV-Stelle auf das Leistungsbegehren nicht ein (IV-act. 153). Eine 

am 26. Juni 2015 dagegen erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen am 27. Oktober 2017 gut (IV 2015/200, IV-act. 183). Es hielt im 

Wesentlichen fest, dass mit der Verfügung vom 6. September 2012 – obwohl als 

Nichteintretensverfügung betitelt – letztmals ein Rentengesuch des Versicherten 

aufgrund einer umfassenden medizinischen Abklärung abgewiesen worden sei, 

weshalb diese als zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung des neuen 

Leistungsbegehrens zu gelten habe. Die Berichte von Dr. B.___ vom 7. Dezember 2012 

und 12. Dezember 2014, der Bericht des Spitals E.___ vom 15. Oktober 2014 und der 

Bericht von Dr. D.___ vom 8. Dezember 2014 enthielten Anhaltspunkte für eine 

relevante Veränderung des Gesundheitszustands. Das Versicherungsgericht hob die 

Verfügung vom 2. Juni 2015 auf und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, damit sie 

auf das Leistungsgesuch vom 26. Februar 2015 eintrete und die 

Anspruchsberechtigung materiell neu prüfe. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten 

in Rechtskraft.

Die IV-Stelle holte weitere Berichte ein. Dr. D.___ teilte am 9. Mai 2018 die 

folgenden Diagnosen mit (IV-act. 190): Axiale Spondylarthritis (EM 1995, ED 2006) mit 

einem begleitenden peripheren Befall, Polyarthrose mit einer ausgeprägten MTP-

Arthrose rechts, Arthrose der HWS/LWS, Hüften und AC-Gelenk bds. (siehe PET 

11/2008 und MRI 2014/2017). Sie hielt fest, der Versicherte klage unverändert über 

Schmerzen betont im unteren Rücken. Aktuell berichte er über Schmerzen im Bereich 

mittlere BWS, Ellenbogen bds., rechte Grosszehe, rechtes Handgelenk und Hüften. Es 

bestehe eine allgemeine Steifigkeit und Morgensteifigkeit von zwei Stunden. Die 

Gehstrecke sei reduziert, zeitweise bestehe eine Schwellung des rechten Handgelenks, 

der Ellenbogen und der rechten Grosszehe. Die Progredienz könne durch die 

klinischen, sonografischen und radiologischen Befunde bestätigt werden. Mehrfach 

hätten Synovitiden der Finger- und Zehengelenke dargestellt werden können. Im 

Röntgen seien anteriore Anbauten der BWS und eine Ankylosierung der ISG 

darstellbar. Es bestünden Einschränkungen (wohl: der Beweglichkeit) der gesamten 

Wirbelsäule in alle Richtungen um einen bis zwei Drittel. Neu hinzugekommen seien die 

Schmerzen in den Hüftregionen mit Ausstrahlung in die Beine. Der aktuelle Status zeige 

C.b. 

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passend dazu eine Einschränkung der Hüftbeweglichkeit um zwei Drittel in der Innen- 

und um einen Drittel in der Aussenrotation bds. Eine Coxarthrose habe radiologisch 

bestätigt werden können. Sie attestierte eine seit Jahren bestehende vollständige 

Arbeitsunfähigkeit. Dr. med. F.___, Innere Medizin FMH spez. Nephrologie, berichtete 

(Datum unleserlich, Posteingang: 28. Mai 2018, IV-act. 191), er behandle den 

Versicherten seit Juli 2017. Dieser leide an einer Polyarthrose und an Weichteilrheuma. 

Seit dem Jahr 2008 habe der Versicherte nicht mehr gearbeitet; er sei seit damals 

wegen Schmerzen vollständig arbeitsunfähig.

Der RAD-Arzt Dr. med. G.___ notierte am 1. Juni 2018 (IV-act. 206), für eine 

fundierte Beurteilung sei eine polydisziplinäre Verlaufsbegutachtung erforderlich. In den 

Akten würden mögliche neurologische Gesundheitsstörungen erwähnt (MRI-

Untersuchung von LWS/ISG vom 24. September 2014, MRI-Untersuchung der HWS/

BWS vom 3. Oktober 2014, Bericht Spital E.___ vom 15. Oktober 2014). Er empfehle 

deshalb auch den Einbezug der Fachdisziplin Neurologie.

C.c. 

Am 10. Juli 2018/5. September 2018 teilte die IV-Stelle dem Rechtsvertreter des 

Versicherten mit, dass zur Klärung der Leistungsansprüche eine polydisziplinäre Be­

gutachtung notwendig sei und dass die ABI GmbH damit beauftragt werden solle (IV-

act. 202, 210). Der Rechtsvertreter reichte am 8. Oktober 2018 ein ärztliches Attest von 

Dr. D.___ vom 10. August 2017 (IV-act. 215, 216) und am 2. November 2018 ein 

ärztliches Attest von Dr. D.___ vom 30. Oktober 2018 inklusive Berichte über ein MRT 

untere BWS und LWS mit ISG vom 22. Oktober 2018 und über ein MRT HWS und BWS 

vom 24. Oktober 2018 ein (IV-act. 218-220). Dr. D.___ hatte am 30. Oktober 2018 die 

folgenden Diagnosen angegeben: Axiale Spondylarthritis mit einem begleitenden 

peripheren Befall, HLA-B27 positiv, MRI-Aktivität 2014 und 2018, Polyarthrose mit 

einer ausgeprägten MTP-Arthrose rechts, Arthrose der HWS/LWS und AC-Gelenk bds. 

(siehe PET 11/2008 und MRI 2018). Sie hatte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 

attestiert.

C.d. 

Am 17. und 18. Dezember 2018 wurde der Versicherte durch die ABI GmbH 

polydisziplinär (internistisch, rheumatologisch, psychiatrisch und neurologisch) 

abgeklärt. Im Gutachten vom 14. Januar 2019 gaben die Sachverständigen die 

folgenden Diagnosen mit einer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an (ausführliche 

C.e. 

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Diagnosen siehe IV-act. 223-10): Chronische, HLA-B27 positive axiale Spondylarthritis, 

chronisches thorako- und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, deutliche 

Grosszehengrundgelenksarthrose rechts, klinische Epicondylopathia humeri radialis 

bds. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie: Leichte 

depressive Episode (ICD-10 F32.0), chronische Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), intermittierende Gonalgie bds. rechtsbetont, 

anamnestisch fluktuierende nächtliche Gefühlsstörungen, metabolisches Syndrom und 

fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch. Der internistische 

Sachverständige hielt fest (internistisches Teilgutachten, IV-act. 223-35 f.), es liege eine 

Ansammlung von kardiovaskulären Risikofaktoren vor, welche bis anhin nicht zu 

fassbaren Endorganschäden geführt hätten. Der arterielle Blutdruck sei ungenügend 

eingestellt. Bei einem unzureichend eingestellten Blutdruck seien körperlich schwere 

Tätigkeiten ungeeignet. Sobald der Blutdruck besser eingestellt sei, sei jede Tätigkeit 

möglich. Der rheumatologische Sachverständige führte aus (rheumatologisches 

Teilgutachten, IV-act. 223-45 ff.), aus klinisch rheumatologischer Sicht könne eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustands im Vergleich zum Gutachten aus dem Jahr 

2012 postuliert werden. Die aktuellen radiomorphologischen Befunde zeigten eine klare 

aktive Sacroileitis links; im letzten Gutachten sei explizit erwähnt worden, dass keine 

relevante Entzündungsaktivität habe festgestellt werden können. Im Weiteren bestehe 

eine relevante Grosszehengrundgelenkarthrose rechts mit einer erheblichen 

Bewegungseinschränkung, sodass im Vergleich zum Jahr 2012 nicht nur von einem 

Hallux rigidus gesprochen werden könne. Der Versicherte erachte sich als nicht in der 

Lage, einer ausserhäuslichen beruflichen Tätigkeit nachzugehen, da er nicht einmal 

imstande sei, im privaten Haushalt etwas Produktives zu leisten. Vor allem die 

Beschwerden am Achsenskelett könnten aufgrund der bildgebenden Evaluation vom 

Oktober 2018 klar nachvollzogen werden. Die beklagten peripheren Arthralgien 

könnten vor allem im Rahmen der Grosszehengrundgelenksarthrose rechts klar 

nachvollzogen werden. Für die intermittierenden Handgelenks- und 

Fingergelenksbeschwerden bestehe ein entzündliches Korrelat im Sinne einer 

peripheren Gelenksbeteiligung im Rahmen der Spondylarthritis, wenn auch im 

aktuellen klinischen Status keine eindeutigen Synovitiden oder Tenosynovitiden hätten 

festgestellt werden können. Nicht nachvollziehbar sei, dass sich der Versicherte nicht 

in der Lage sehe, auch nur eine leichte Haushaltsaktivität durchzuführen. Es sei von 

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einer erheblichen subjektiven Krankheits- und Behinderungsüberzeugung mit einem 

klaren sekundären Krankheitsgewinn auszugehen. Die verschiedenen klinischen 

Erhebungen von Dr. D.___ könnten weitgehend bestätigt werden. Nicht nachvollziehbar 

sei, dass Dr. D.___ über all die Jahre stets von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für 

jegliche beruflichen Tätigkeiten ausgegangen sei. Dr. D.___ habe nicht näher kritisch 

diskutiert, wieso es dem Versicherten offensichtlich nicht möglich sein solle, auch nur 

einfachste, physisch nicht belastende Alltagsaktivitäten im eigenen Haushalt zu 

absolvieren. Beim Versicherten bestehe seit Jahren eine rheumatologische 

entzündliche Systemerkrankung im Sinne einer Spondylartropathie mit zum Teil einer 

peripheren Gelenkbeteiligung. Im Weiteren fänden sich am Achsenskelett degenerative 

Veränderungen, ungünstig beeinflusst durch eine Wirbelsäulenfehlhaltung und eine 

allgemeine muskuläre Dekonditionierung. Das Ausmass der beklagten 

Schmerzsymptomatik und insbesondere die Aussage des Versicherten, dass er zu 

keiner Arbeitsleistung im eigenen Haushalt in der Lage sei, lasse auf eine zusätzliche 

funktionelle Überlagerung schliessen, da dies aus somatischer Sicht als nicht 

nachvollziehbar erscheine. In der bisherigen Tätigkeit bestehe eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine 75%ige Arbeitsfähigkeit 

bei einer Präsenz von sechs bis acht Stunden am Tag. Idealerweise sollte die 

Arbeitszeit über den Tag verteilt werden, um regelmässige Pausen zu gewähren. Die 

Tätigkeit sollte die folgenden Adaptionskriterien aufweisen: Arbeit in wechselnder 

Position zwischen Stehen und Sitzen an einem ergonomisch gut eingestellten 

Arbeitsplatz in Schulterneutralstellung. So könnten feinmanuell belastende Tätigkeiten 

ausgeübt werden. Ebenfalls sei das Gehen in der Ebene, zum Beispiel für Kontroll- und 

Überwachungsfunktionen, in einem eingeschränkten Radius durchführbar. Vermieden 

werden sollte das berufsbedingte Benutzen von Treppen, das Gehen auf unebenen 

Böden, im Weiteren die Einhaltung einer fixierten Körperposition im Sinne von 

längerem Sitzen und Stehen (jeweils auf eine halbe Stunde zu limitieren). Ebenso seien 

stereotype Rotationsbewegungen des Achsenskeletts oder Arbeiten in anhaltender 

Oberkörpervorneige- oder -rückhaltepositionen sowie repetitive Überkopfbewegungen 

mit den Armen zu vermeiden. Das Heben und Tragen von Lasten bis zur Taille dürfe 

intermittierend zehn Kilogramm, über Taille fünf Kilogramm betragen. Diese Angaben 

gälten spätestens ab dem Begutachtungszeitpunkt. Der psychiatrische Gutachter 

erklärte (psychiatrisches Teilgutachten, IV-act. 223-53 ff.), beim Versicherten bestehe 

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eine leichte depressive Episode, gekennzeichnet durch depressive Verstimmungen mit 

einer verminderten Freude und einem gewissen Interessenverlust, aber auch durch eine 

Ermüdbarkeit, Schlafstörungen und leichte Konzentrationsstörungen. Es bestehe auch 

eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, 

gekennzeichnet durch ausgeweitete Schmerzen im Bewegungsapparat. In den Akten 

sei zwar eine Spondylarthritis aufgeführt. Der Versicherte fühle sich aber gar nicht mehr 

arbeitsfähig, auch nicht in einer angepassten Tätigkeit. Aus somatischer 

(rheumatologischer) Sicht seien aber angepasste Tätigkeiten nicht gänzlich 

ausgeschlossen. Insofern die Symptomatik aus somatischer Sicht nicht objektiviert 

werden könne, müsse von einer psychischen Überlagerung ausgegangen werden, die 

nicht nur auf eine Somatisierung im Rahmen der Depression zurückgeführt werden 

könne. Es bestünden emotionale und psychosoziale Belastungsfaktoren, die eine Rolle 

spielten, mit einer chronischen Schmerzproblematik, einer längeren 

krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit, gesundheitlichen Problemen auch beim 

jüngeren Sohn mit einer Krebserkrankung, aber vor allem auch mit einer angespannten 

finanziellen Situation. Der Versicherte habe sich nie in psychiatrisch-

psychotherapeutischer Behandlung befunden. Er erhalte auch keine 

psychopharmakologische Medikation. Der Versicherte könne kurze Strecken 

Autofahren, was gegen das Vorliegen von deutlichen Konzentrationsstörungen 

spreche. Flugreisen alleine seien ihm trotz subjektiv starker Beschwerden mit 

Schmerzen möglich. Der Versicherte verfüge über Ressourcen bezüglich angelernter 

Arbeit mit mehrjähriger Berufserfahrung. Die Schwiegertochter erledige den Haushalt, 

sodass der Versicherte nichts machen müsse. Er könne aber durchaus kleine Einkäufe 

selber erledigen. Zudem sei er reisefähig. Zur Untersuchung sei er allein mit den 

öffentlichen Verkehrsmitteln angereist. Es bestehe ein Rückzug in die Familie, der aber 

auch dadurch bedingt sei, dass der Versicherte finanziell bei Kollegen nicht mithalten 

könne. Innerhalb der Familie habe er gute Kontakte. Aus psychiatrischer Sicht bestehe 

eine vollständige Arbeitsfähigkeit. Der neurologische Sachverständige gab an 

(neurologisches Teilgutachten, IV-act. 223-60 f.), der klinische Befund sei unauffällig. 

Es ergebe sich bei allseits schwachen, aber seitengleichen Reflexen kein Anhalt für 

eine relevante Zervikobrachialgie auf den Höhen HWK 5/6 und 6/7. In körperlich 

leichten bis punktuell mittelschweren Arbeiten bestehe eine vollständige 

Arbeitsfähigkeit. In der Konsensbeurteilung hielten die Gutachter fest (IV-act. 223-11), 

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im Vordergrund stehe eindeutig die rheumatologische Symptomatik des Versicherten. 

Objektivierbar seien eine aktivierte Sakroiliitis links bei einer chronischen HLA-B27 

positiven axialen Spondylarthritis (MRT Achsenskelett 10/2018), zudem bestehe 

klinisch und anamnestisch der Verdacht auf einen intermittierend peripheren Befall mit 

möglicher Radiokarpalarthritis beidseits und chronischer Periarthropathia coxae 

beidseits (DD beginnende Coxarthrose beidseits). Zudem liessen sich degenerative 

Veränderungen am Achsenskelett nachweisen, welche für ein chronisches thorako- 

und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom verantwortlich zeichneten. Im Bereich des 

rechten Grosszehengrundgelenks bestehe eine radiologisch fassbare Arthrose bei einer 

deutlichen Fussfehlstatik mit Knick-Senkfüssen beidseits sowie einem Hallux valgus 

rechts mehr als links. Im Bereich beider Ellbogen könne die Diagnose einer Epi­

condylopathia humeri radialis gestellt werden. Beim Versicherten bestehe seit Jahren 

eine rheumatische entzündliche Systemerkrankung im Sinne einer Spondylarthropathie 

mit zum Teil peripherer Gelenkbeteiligung. Im Weiteren fänden sich am Achsenskelett 

degenerative Veränderungen, gänzlich beeinflusst durch eine Wirbelsäulenfehlhaltung 

und eine allgemeine muskuläre Dekonditionierung. Es bestehe somit eine deutlich 

verminderte Belastbarkeit des Achsenskeletts sowie der peripheren Gelenke. Aufgrund 

der chronischen Schmerzsymptomatik sei die Durchhaltefähigkeit des Versicherten 

reduziert. Es bestehe ein vermehrter Pausenbedarf. Zwischen dem Ausmass der 

subjektiv geklagten Beschwerden und den objektivierbaren Befunden bestehe eine 

ausgeprägte Diskrepanz, wofür die psychiatrisch gestellte Diagnose einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren verantwortlich zeichne. 

Weder aus psychiatrischer noch aus neurologischer oder allgemeininternistischer Sicht 

könnten weitere Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Die 

Gutachter attestierten in der angestammten Tätigkeit eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit und in einer adaptierten Tätigkeit eine 75%ige Arbeits- und 

Leistungsfähigkeit bei einer Präsenz von sechs bis acht Stunden am Tag. Das Profil 

einer adaptierten Tätigkeit entsprach jenem im rheumatologischen Teilgutachten. Sie 

erklärten, diese Angaben seien über die Zeit gemittelt möglicherweise ab Februar 2015 

anzunehmen, sicher ab Oktober 2018 zu bestätigen. Eine länger dauernde, 

höhergradige Arbeitsunfähigkeit habe seit dem Jahr 2012 nicht vorgelegen.

Der RAD-Arzt Dr. G.___ notierte am 23. Januar 2019 (IV-act. 224), auf das 

Gutachten könne abgestellt werden.

C.f. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/26

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Mit einem Vorbescheid vom 7. Februar 2019 teilte die IV-Stelle dem Versicherten 

mit (IV-act. 228), sie sehe vor, das Leistungsbegehren abzuweisen. Zur Begründung 

gab sie an, die Abklärungen hätten ergeben, dass in einer adaptierten Tätigkeit eine 

75%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Als Adaptionskriterien gab sie das im Gutachten 

angegebene Tätigkeitsprofil wieder. Beim Validen- und beim Invalideneinkommen 

stellte sie auf den Zentralwert des Einkommens eines Hilfsarbeiters gemäss der 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik im Jahr 2017 ab. Bei einem 

Valideneinkommen von Fr. 67'290.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 50'468.-- 

betrug der Invaliditätsgrad 25%. Der Versicherte liess dagegen am 15. März 2019 einen 

Einwand erheben (IV-act. 231). Sein Rechtsvertreter beantragte die Zusprache einer 

ganzen Invalidenrente ab dem 1. August 2017; eventualiter seien ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen. Zur Begründung machte er geltend, beim 

Invalideneinkommen sei ohne eine Begründung kein "leidensbedingter" Abzug 

vorgenommen worden. Die Gutachter hätten die schmerzbedingt vermehrte Müdigkeit, 

Durchschlafstörungen, fehlende Energie, Traurigkeit, Konzentrationsstörungen und 

Nervosität nicht berücksichtigt, auch nicht im Sinne von Wechselwirkungen zusammen 

mit den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Die Arbeits- und 

Leistungsfähigkeit von 75% sei nicht nachvollziehbar. Dr. D.___ halte aufgrund des 

Krankheitsverlaufs eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für nachvollziehbar. Die Angabe 

im Gutachten, dem Versicherten sei eine adaptierte Tätigkeit zu sechs bis acht Stunden 

pro Tag möglich, sei ziemlich vage. Ebenfalls vage sei die Angabe der Einschränkung 

der Leistung in einer solchen Tätigkeit. Die Gutachter hätten lediglich angegeben, 

idealerweise sollte die Arbeitszeit über den Tag verteilt werden, um regelmässige 

Pausen zu gewähren. Daraus gehe nicht hervor, ob diese Pausen innerhalb oder 

ausserhalb der auf den ganzen Tag zu verteilenden sechs bis acht Arbeitsstunden 

lägen. Die eklatante Abweichung der Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten von 

derjenigen in den Vorakten sei nicht begründet. Der rheumatologische Gutachter habe 

bestätigt, dass die verschiedenen klinischen Erhebungen von Dr. D.___ weitgehend 

bestätigt werden könnten. Bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten handle es 

sich lediglich um eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts gegenüber der 

Schätzung von Dr. D.___. Die Verschlechterung des Gesundheitszustands seit dem 

Jahr 2012 sei eindeutig erstellt. Dennoch sei die Arbeitsfähigkeit nur unerheblich 

tieferliegend eingeschätzt worden. Diese Einschätzung sei willkürlich und nicht 

C.g. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/26

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hinreichend nachvollziehbar. Als "Begründung" für die um 5% verringerte 

Arbeitsfähigkeit seit dem Gutachten 2012 habe der rheumatologische Gutachter 

wiederholt angeführt, der Versicherte habe angegeben, auch im privaten Haushalt 

keine Arbeitsleistung mehr vollbringen zu können. Ohne eine weitere Begründung halte 

der Gutachter diese Angabe offensichtlich für einen Beweis dafür, dass der Versicherte 

nicht nur im privaten Haushalt, sondern auch auf dem ersten Arbeitsmarkt eine viel 

höhere Arbeits- und Leistungsfähigkeit besitze, als er es sich selber zutraue bzw. als 

Dr. D.___ attestiere. Dabei handle es sich aber lediglich um eine Meinung des 

Gutachters, nicht um eine fachlich begründete, überwiegend wahrscheinlich erstellte 

Tatsache. Es scheine, als suchten die Gutachter nach Gründen, um die Arbeitsfähigkeit 

in der bisherigen Grössenordnung festzusetzen. Diese Tendenz sei bei der ABI GmbH 

bekannt. Dieses Institut gehöre zu den am strengsten beurteilenden MEDAS und 

spreche nur bei etwa 22% aller Fälle eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 40% zu. Im 

psychiatrischen Teilgutachten sei der Beurteilung fälschlicherweise zu Grunde gelegt 

worden, dass die Symptomatik aus somatischer Sicht nicht objektiviert worden sei. Auf 

die psychiatrische Beurteilung im Gutachten könne nicht abgestützt werden. Auch der 

Verzicht auf eine neuropsychologische Zusatzdiagnostik vor dem Hintergrund der 

schmerzbedingten Symptomatik (Müdigkeit, Konzentrationsdefizite etc.) sei vor dem 

Hintergrund der Fehleinschätzung des Psychiaters betreffend die angebliche 

Nichtobjektivierbarkeit der somatischen Symptomatik nicht gerechtfertigt. Die 

Gutachter seien nicht auf das indikatorenorientierte Abklärungsverfahren gemäss BGE 

141 V 281 eingegangen. Fraglich sei, ob tatsächlich eine Konsensbeurteilung 

stattgefunden habe, stünden doch die Feststellungen des rheumatologischen 

Gutachters in einem deutlichen Gegensatz zur Auffassung des psychiatrischen 

Gutachters betreffend den somatischen Befund. Der Rechtsvertreter reichte Berichte 

von Dr. F.___ vom 21. Februar 2019 und von Dr. D.___ vom 25. Februar 2019 ein. 

Dr. F.___ hatte mitgeteilt (IV-act. 231-25), der Versicherte leide an Gefühlsstörungen in 

beiden Armen, vor allem nachts. Weiter berichte der Versicherte über diffuse 

Rückenbeschwerden inkl. Hüfte und Beine bds. Die Schlussbeurteilung der Gutachter 

sähen sie anders. Seit mehr als zehn Jahren habe der Versicherte wegen diverser 

Beschwerden nicht gearbeitet. Der rheumatologische Gutachter habe die Befunde 

nicht genug gewichtet. Die Abklärungen seien genügend erfolgt. Die 

Gesamtbeurteilung könnten sie nicht nachvollziehen. Dr. D.___ hatte berichtet (IV-

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/26

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D.  

act. 231-26), die rheumatologische Untersuchung und Beurteilung der Erkrankung sei 

im Gutachten korrekt erfolgt. Nicht nachvollziehbar sei die Beurteilung der daraus 

abgeleiteten Arbeitsfähigkeit von 75%. Die Bewertung stütze sich lediglich auf nicht 

ausschlaggebende Faktoren wie Mithilfe im Haushalt und Selbstwahrnehmung der 

Erkrankung. Eine Evaluation der körperlichen Leistungsfähigkeit (EFL) könnte zur 

korrekten Beurteilung der Einschränkungen sinnvoll sein.

Der RAD-Arzt Dr. G.___ hielt am 27. März 2019 fest (IV-act. 233), das Gutachten 

sei versicherungsmedizinisch plausibel und nachvollziehbar. Weder das Schreiben von 

Dr. F.___ noch jenes von Dr. D.___ enthielten objektiv feststellbare Gesichtspunkte, die 

im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet seien, zu einer 

abweichenden Beurteilung zu führen. Auf das Gutachten könne weiterhin abgestellt 

werden.

C.h. 

Mit einer Verfügung vom 28. März 2019 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren 

ab (IV-act. 234). Zum Einwand gab sie die Stellungnahme des RAD vom Vortag wieder. 

Im Weiteren führte sie aus, bezüglich des nicht angerechneten "Leidensabzugs" sei zu 

erwähnen, dass in der 25%igen Arbeitsunfähigkeit der vermehrte Pausenbedarf bereits 

berücksichtigt worden sei. Ungeachtet dessen hätte der Versicherte auch unter einer 

Anrechnung eines 10%igen "Leidensabzugs" keinen Anspruch auf Rentenleistungen.

C.i. 

Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) liess am 14. Mai 2019 eine 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 28. März 2019 erheben (act. G 1). Sein 

Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die 

Zusprache einer ganzen Rente ab dem 1. August 2017; eventualiter sei ein 

Gerichtsgutachten einzuholen. Zur Begründung machte er geltend, dem angefochtenen 

Entscheid sei keine rechtsgenügliche Auseinandersetzung mit den Einwänden vom 

15. März 2019 zu entnehmen. Dem Beschwerdeführer sei damit in grober Weise das 

rechtliche Gehör verweigert worden. Damit liege ein Fall vor, wie er vom 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen schon öfter behandelt worden sei. Die IV-

Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) halte an ihrer Praxis fest, die Gewährung 

des rechtlichen Gehörs in das Beschwerdeverfahren zu verschieben, was den 

Beschwerdeführer zwinge, eine Beschwerde zu erheben. Die angefochtene Verfügung 

D.a. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/26

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sei bereits aus formellen Gründen aufzuheben. In materieller Hinsicht bleibe nichts 

anderes übrig, als die Einwände vom 15. März 2019 nochmals vorzubringen. Im 

Folgenden wiederholte der Rechtsvertreter den Inhalt des Einwands vom 15. März 

2019. Ergänzend reichte er einen Bericht von Dr. F.___ vom 8. Mai 2019 sowie ein 

Schreiben der SVA Schaffhausen vom 12. Dezember 2018 ein (act. G 1.4, 1.5). 

Dr. F.___ hatte angegeben, der Beschwerdeführer sei zur Rehabilitation in der Y.___ 

gewesen. Danach sei es ihm besser gegangen, aber bald sei es zu einem Rückfall 

gekommen. Am 9. Mai 2019 habe der Beschwerdeführer ein stark schmerzhaftes und 

geschwollenes rechtes Knie gehabt. Dr. D.___ habe das Knie punktiert. Seines 

Erachtens sei der Beschwerdeführer nicht zu 75% arbeitsfähig. Die SVA Schaffhausen 

hatte dem Rechtsvertreter eine Auswertung der Gutachten der ABI GmbH der Jahre 

2016 bis 2018 zugesandt. Am 17. Mai 2019 reichte der Rechtsvertreter einen Bericht 

von Dr. D.___ vom 10. Mai 2019 ein (act. G 2, 2.1). Dr. D.___ hatte mitgeteilt, sie habe 

den Beschwerdeführer zuletzt am 9. Mai 2019 gesehen. Sie gab dieselben Diagnosen 

wie im Bericht vom 30. Oktober 2018 (IV-act. 218) an. Sie hielt fest, aufgrund der 

peripheren und axialen Spondylarthritis sei eine allgemeine Belastbarkeit des 

Beschwerdeführers nur in einem geringen Ausmass vorhanden. Dies zeige sich aktuell 

erneut im Auftreten eines massiven Kniegelenkergusses ohne Trauma bzw. 

ungewohnter Tätigkeit mit Kniebelastung, der im Labor als eindeutig entzündlich 

rheumatisch verursacht definiert worden sei. Bereits in den letzten Jahren sei es 

mehrfach zu Synovitiden gekommen, welche eine schmerzhafte 

Bewegungseinschränkung des betroffenen Gelenkes bedingt habe. Zusätzlich sei bei 

einem stark unterbrochenen Nachtschlaf aufgrund der entzündlichen 

Rückenbeschwerden eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit vorhanden. Da die 

Spondylarthritis eine schubweise Erkrankung darstelle, sei eine einmalige Beurteilung 

im Rahmen eines Gutachtens nicht adäquat zur Bestimmung der Arbeitsfähigkeit. Hier 

sei eine höhere Gewichtung der externen Beurteilungen und Befunde der letzten Jahre 

notwendig.

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 9. August 2019 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers habe eine Verletzung der Begründungspflicht 

als Teilgehalt des Gehörsanspruchs gerügt. Die Beschwerdegegnerin habe in der 

D.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/26

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angefochtenen Verfügung kurz die Überlegungen, von welchen sie sich habe leiten 

lassen und auf welche sie ihre Verfügung stütze, genannt. Die Begründungspflicht sei 

nicht verletzt worden. In materieller Hinsicht machte die Beschwerdegegnerin geltend, 

die Vorbringen des Rechtsvertreters gegen das Gutachten vom 14. Januar 2019 

vermöchten dessen Beweiswert nicht in Frage zu stellen. Das Gutachten erfülle die 

Anforderungen der Rechtsprechung an die Beweiskraft.

In einer Replik vom 5. September 2019 machte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers ergänzend geltend (act. G 7), bei der sehr kurzen Befundaufnahme 

des psychiatrischen Gutachters sei keine vertiefte Exploration des Einflusses der 

Krebserkrankung des Sohnes des Beschwerdeführers ab Mai 2018 erfolgt. Der 

Beschwerdeführer habe angegeben, in der Nacht schlafe er (auch deshalb) 

regelmässig schlecht. Der Gutachter sei weder darauf eingegangen noch habe er nach 

näheren Angaben zu dieser anhaltenden reaktiven psychischen Symptomatik und den 

Auswirkungen im Alltag und bezüglich Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit gefragt. 

Der Sohn sei am 13. April 2019 seiner schweren Krankheit erlegen. Ferner falle in der 

rheumatologischen Untersuchung der ABI GmbH auf, dass im Vergleich zum ersten 

Gutachten keine Computertomographie beider Hände, sondern lediglich eine 

Röntgenaufnahme vorgelegen habe. Demzufolge sei die Angabe unbegründet, wonach 

in den Händen des Beschwerdeführers die bei der ersten Begutachtung erhobenen 

Befunde nicht bestätigt vorgefunden worden seien. Die Angabe, der Beschwerdeführer 

könne feinmanuell belastende Tätigkeiten ausführen, sei demzufolge ebenfalls 

unbegründet. Handgelenksschmerzen mit Schwellungen seien beim Arbeitsversuch im 

Jahr 2010 ein Hauptgrund für den Abbruch des Versuchs gewesen. Im ersten ABI-

Gutachten seien die vom Beschwerdeführer geschilderten Nachtschmerzen als typisch 

für eine entzündliche Aktivität der Erkrankung bezeichnet worden. Auch bei der zweiten 

Begutachtung habe der Beschwerdeführer mehrfach Nachtschmerzen angegeben. Die 

im Zusammenhang damit ebenfalls mehrfach angegebene Tagesmüdigkeit wegen 

eines schlechten Schlafs sei bei der Arbeits- und Leistungsfähigkeitsschätzung nicht in 

Rechnung gestellt worden, sodass nicht von einer Arbeitsfähigkeit von 75% 

ausgegangen werden könne. Zu erwähnen sei ferner, dass neuere Erhebungen 

ergeben hätten, dass die ABI GmbH nur gerade in 12.3% der Gutachten eine 

D.c. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/26

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Erwägungen

1.

Über das Eintreten auf die Neuanmeldung vom Februar 2015 hat das Versicherungs­

gericht des Kantons St. Gallen bereits im Beschwerdeverfahren IV 2015/200 

entschieden (IV-act. 183). Mit der angefochtenen Verfügung vom 28. März 2019 hat die 

Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers bei einem 

Invaliditätsgrad von 25% verneint. Strittig ist somit, ob der Beschwerdeführer einen 

Anspruch auf eine Invalidenrente hat.

2.

Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat eine Verletzung des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör respektive – als Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör – der 

Begründungspflicht (Art. 49 Abs. 3 ATSG) gerügt. Er hat geltend gemacht, die 

Beschwerdegegnerin sei in der angefochtenen Verfügung vom 28. März 2019 

unzureichend auf die begründeten Einwände gegen den Vorbescheid vom 7. Februar 

2019 eingegangen. Nach der konstanten Rechtsprechung muss eine Begründung 

wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten 

lassen und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie 

sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne 

Vorbringen widerlegt. Sie kann sich vielmehr auf die für den Entscheid wesentlichen 

Punkte beschränken. Die Begründung muss also so abgefasst sein, dass sich die 

betroffene Person über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft ablegen und die 

Verfügung sachgerecht anfechten kann (BGE 136 I 236, E. 5.2; 133 I 277, E. 3.1). Die 

Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung tatsächlich nur kurz mit 

den Einwänden zum Vorbescheid auseinandergesetzt. Sie hat den Einwand dem RAD 

vorgelegt und in der angefochtenen Verfügung die RAD-Stellungnahme 

wiedergegeben. Ausserdem hat sie sich zur Nichtanrechnung eines "Leidensabzugs" 

geäussert. Zu den aus juristischer Sicht vorgebrachten Einwänden gegen das 

Gutachten hat sich die Beschwerdegegnerin also nicht geäussert. Dennoch geht aus 

der Verfügung klar hervor, dass die Beschwerdegegnerin das Gutachten der ABI 

GmbH auch nach den vorgebrachten Einwänden des Rechtsvertreters des 

Arbeitsunfähigkeit von mehr als 40% attestiere. Diesem Umstand sei bei der 

Beurteilung des Beweiswerts des Verlaufsgutachtens Rechnung zu tragen.

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 9).D.d. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/26

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Beschwerdeführers als beweistauglich qualifiziert und sich bei der Berechnung des 

zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens auf die im Gutachten angegebene 

Arbeitsfähigkeitsschätzung in adaptierten Tätigkeiten gestützt hat. Im Weiteren hat sie 

einen Einkommensvergleich vorgenommen und angegeben, auf welcher Grundlage das 

Validen- und das Invalideneinkommen basieren. Die sachgerechte Anfechtung der 

Verfügung ist damit ohne weiteres möglich gewesen. Die Beschwerdegegnerin hat die 

Begründungspflicht nicht verletzt.

3.  

4.  

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, 

SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

3.1. 

Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

3.2. 

Um das zumutbare Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss der 

verbliebene Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Die Beschwerdegegnerin hat dazu die 

ABI GmbH mit der Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens beauftragt. Im 

Gutachten vom 14. Januar 2019 haben die Gutachter eine 75%ige Arbeitsfähigkeit in 

adaptierten Tätigkeiten attestiert. Strittig und im Folgenden zu prüfen ist, ob dem 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/26

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Gutachten voller Beweiswert zukommt, das heisst, ob es die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

belegt.

Zunächst ist zu prüfen, ob die Einwände des Rechtsvertreters des 

Beschwerdeführers erhebliche Zweifel am Beweiswert des Gutachtens der ABI GmbH 

vom 14. Januar 2019 wecken.

4.2. 

Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, die ABI GmbH 

gehöre zu den am strengsten beurteilenden MEDAS und spreche nur bei etwa 22% 

(act. G 1) respektive 12.3% (act. G 7) der Gutachten eine Arbeitsunfähigkeit von mehr 

als 40% zu. Bei der Beurteilung des Beweiswerts des Gutachtens sei diesem Umstand 

Rechnung zu tragen. Für den Beweiswert eines Gutachtens ist nicht entscheidend, in 

wie vielen Fällen ein Gutachtensinstitut eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 40% 

attestiert, sondern ob das Gutachten für die streitigen Belange umfassend ist, auf 

allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und die 

Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Bei 

psychiatrischen Gutachten ist zudem notwendig, dass der Sachverständige die vom 

Bundesgericht in Bezug auf anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und 

vergleichbare psychosomatische Leiden aufgestellten und später auf alle psychischen 

Erkrankungen, insbesondere auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen, 

anwendbar erklärten Standardindikatoren berücksichtigt hat (vgl. BGE 141 V 281; 143 

V 409 und 143 V 418). Aus dem Vorbringen, dass die ABI GmbH nur in rund 22% bzw. 

12.3% aller Fälle eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 40% attestieren solle, lassen 

sich daher keine Rückschlüsse auf den Beweiswert des vorliegenden Gutachtens 

ziehen. Mit diesen Prozentangaben kann auch nicht belegt werden, dass die ABI 

GmbH tatsächlich strenger beurteilt als andere MEDAS, da bei der Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person verschiedene Faktoren eine Rolle spielen, die 

in jedem Einzelfall individuell zu berücksichtigen sind. Aus statistischen Erhebungen ist 

deshalb offensichtlich kein Rückschluss auf einen konkreten Einzelfall möglich.

4.2.1. 

Der Rechtsvertreter hat gerügt, die Gutachter hätten die schmerzbedingt 

vermehrte Müdigkeit, Durchschlafstörungen, fehlende Energie, Traurigkeit, 

Konzentrationsstörungen und Nervosität nicht berücksichtigt, auch nicht im Sinne von 

Wechselwirkungen zusammen mit den Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit. Dazu ist festzuhalten, dass diese Klagen rein subjektiver Natur und 

4.2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/26

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damit nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellbar sind. 

Die Rüge vermag deshalb nicht zu überzeugen.

Der Rechtsvertreter hat weiter vorgebracht, die Arbeitsfähigkeitsschätzung der 

Gutachter sei vage und die Abweichung der Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten 

von derjenigen in den Vorakten sei nicht begründet. Obwohl sich der 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers objektiv verschlechtert habe, sei die 

Arbeitsfähigkeit nur unerheblich tiefer eingeschätzt worden. Die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten ist mit der Angabe einer 75%igen Arbeits- 

und Leistungsfähigkeit präzis erfolgt. Entgegen der Darstellung des Rechtsvertreters 

haben die Gutachter nicht angegeben, dem Beschwerdeführer sei eine adaptierte 

Tätigkeit zu sechs bis acht Stunden pro Tag möglich. Sie haben vielmehr festgehalten, 

ihm sei eine Präsenz an einem adaptierten Arbeitsplatz von sechs bis acht Stunden am 

Tag möglich; idealerweise sollte die Arbeitszeit über den Tag verteilt werden, um 

regelmässig Pausen zu gewähren. Sofern der Beschwerdeführer acht Stunden am Tag 

an einem adaptierten Arbeitsplatz präsent ist, können die zusätzlichen Pausen also 

über den Tag verteilt werden. Bei einer lediglich sechsstündigen Präsenz sind die 

zusätzlichen Pausen zwangsläufig ausserhalb der regulären Arbeitszeiten 

vorzunehmen. Auch wenn dies dem Beschwerdeführer einen gewissen Spielraum 

eröffnet, wie er seine Arbeitszeit über den Tag verteilt, sind die Angaben im Gutachten 

also präzis. Der rheumatologische Gutachter hat seine von Dr. D.___ abweichende 

Arbeitsfähigkeitsschätzung entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters begründet. 

Er hat nämlich eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit formuliert (vgl. das 

Profil einer adaptierten Tätigkeit) und aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs eine 

25%ige und damit auch eine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert. 

Er hat zudem festgehalten, dass Dr. D.___, deren klinische Erhebungen er weitgehend 

bestätigen könne, nicht kritisch diskutiert habe, weshalb es dem Beschwerdeführer 

nicht möglich sein solle, auch nur einfachste, physisch nicht belastende 

Alltagsaktivitäten im eigenen Haushalt zu absolvieren. Dr. D.___ hat demgegenüber seit 

Jahren eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert (am 8. Dezember 2014 explizit 

auch für Verweistätigkeiten in leidensangepasster Umgebung, IV-act. 140) und dies mit 

schmerzhaften Schwellungen bei einer peripheren Entzündung, einer 

Bewegungseinschränkung der Wirbelsäule, einem ausgeprägten Nachtschmerz und 

einer Morgensteifigkeit sowie einer Belastungsinsuffizienz begründet (IV-act. 190, vgl. 

auch IV-act. 218). Eine Begründung dafür, dass die gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen so stark gewesen sein sollen, dass jegliche Verweistätigkeiten 

nicht mehr zumutbar gewesen sein sollen, fehlt jedoch. Dies lässt vermuten, dass 

4.2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/26

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Dr. D.___ bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung die Klagen des Beschwerdeführers zu 

stark gewichtet hat, was aufgrund des ihr obliegenden Therapieauftrags 

nachvollziehbar ist. Für eine überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung ist jedoch eine 

objektive Betrachtungsweise notwendig. Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung von 

Dr. D.___ kann deshalb nicht abgestellt werden; ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung ist 

deshalb auch nicht geeignet, Zweifel an der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter 

zu wecken. Dasselbe gilt in Bezug auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes 

Dr. F.___. Der Umstand, dass die Gutachter im Vergleich zum ABI-Gutachten aus dem 

Jahr 2012 in adaptierten Tätigkeiten eine um lediglich 5% verringerte Arbeitsfähigkeit 

attestiert haben, obwohl sich der Gesundheitszustand aus rheumatologischer Sicht 

verschlechtert hat, liegt darin begründet, dass der rheumatologische Gutachter dieser 

Verschlechterung mit dem Profil einer adaptierten Tätigkeit massgeblich Rechnung 

getragen hat. Im Vergleich zum Gutachten aus dem Jahr 2012 hat der 

rheumatologische Gutachter nämlich ein "restriktiveres" Tätigkeitsprofil formuliert. Ent­

gegen der Auffassung des Rechtsvertreters hat der rheumatologische Gutachter die 

um 5% verringerte Arbeitsfähigkeit also nicht damit begründet, dass der 

Beschwerdeführer angegeben habe, im Haushalt keine Leistung mehr erbringen zu 

können. Letzteres ist vielmehr in Bezug auf die Konsistenz relevant und spricht gegen 

die von den behandelnden Ärzten postulierte vollständige Arbeitsunfähigkeit.

In Bezug auf die rheumatologische Untersuchung hat der Rechtsvertreter 

ausserdem geltend gemacht, auffallend sei, dass im Vergleich zum ersten Gutachten 

keine Computertomographie beider Hände, sondern lediglich eine Röntgenaufnahme 

vorgelegen habe. Demzufolge sei die Angabe unbegründet, wonach in den Händen des 

Beschwerdeführers die bei der ersten Begutachtung erhobenen Befunde nicht 

bestätigt vorgefunden worden seien. Die Angabe, der Beschwerdeführer könne 

feinmanuell belastende Tätigkeiten ausführen, sei demzufolge ebenfalls unbegründet. 

Ob eine Computertomographie oder ein Röntgenbild anzufertigen ist, liegt in der 

Beurteilung des Sachverständigen. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, wenn nach 

der Ansicht des rheumatologischen Gutachters eine Beurteilung der Einschränkungen 

an den Händen aufgrund eines Röntgenbildes ausreichend gewesen ist. Im Weiteren ist 

zu berücksichtigen, dass der rheumatologische Gutachter angegeben hat, für die 

intermittierenden Handgelenks- und Fingergelenksbeschwerden bestehe durchaus ein 

entzündliches Korrelat im Sinne einer peripheren Gelenkbeteiligung im Rahmen der 

Spondylarthritis (IV-act. 223-46 oben). Im Röntgenbild sind jedoch keine Hinweise auf 

Spätfolgen im Sinne von eindeutigen Erosionen im Bereich des Handskeletts ersichtlich 

gewesen (IV-act. 223-46 Mitte). Der rheumatologische Gutachter hat diesen 

4.2.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/26

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Beeinträchtigungen Rechnung getragen, indem er feinmanuell belastende Tätigkeiten 

in Schulterneutralstellung an einem ergonomisch gut eingestellten Arbeitsplatz für 

zumutbar erachtet hat. Es ist davon auszugehen, dass bei Einhalten dieser 

Adaptionskriterien keine Schwellungen und Schmerzen an den Handgelenken und an 

den Fingern auftreten werden. Bei den Tätigkeiten im Rahmen des Arbeitsversuchs im 

Jahr 2010 hat es sich nicht um adaptierte Tätigkeiten gehandelt (vgl. IV-act. 97-3), 

weshalb daraus nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers abgeleitet werden kann. 

Der Rechtsvertreter hat weiter vorgebracht, die mehrfach angegebene Tagesmüdigkeit 

wegen eines schlechten Schlafs sei bei der Arbeits- und Leistungsfähigkeitsschätzung 

nicht in Rechnung gestellt worden, weshalb nicht von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen werden könne. Bei den Befragungen zum Tagesablauf hat der 

Beschwerdeführer einzig in der neurologischen Untersuchung angegeben, sich 

tagsüber hinzulegen. Den Grund dafür hat er jedoch nicht genannt. Damit ist nicht 

belegt, dass er an einer Tagesmüdigkeit leidet, die so stark wäre, dass seine 

Arbeitsfähigkeit stärker beeinträchtigt wäre als die im Gutachten attestierten 25%.

Im Weiteren hat der Rechtsvertreter geltend gemacht, auf die psychiatrische 

Beurteilung im Gutachten könne nicht abgestützt werden. Entgegen seiner Darstellung 

hat der psychiatrische Gutachter jedoch nicht festgehalten, die Symptomatik sei aus 

somatischer Sicht nicht objektiviert worden. Vielmehr hat der psychiatrische Gutachter 

im Zusammenhang mit der Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren angegeben, der Beschwerdeführer fühle sich 

nicht mehr arbeitsfähig, auch nicht in einer angepassten Tätigkeit. Aus somatischer 

(rheumatologischer) Sicht seien angepasste Tätigkeiten aber nicht gänzlich 

ausgeschlossen. Insofern (also soweit) die Symptomatik aus somatischer Sicht nicht 

objektiviert werden könne, müsse von einer psychischen Überlagerung ausgegangen 

werden, die nicht nur auf eine Somatisierung im Rahmen der Depression zurückgeführt 

werden könne. Von einer Fehleinschätzung des psychiatrischen Gutachters kann damit 

keine Rede sein. Ob eine neuropsychologische Zusatzdiagnostik durchzuführen ist, 

liegt im Ermessen des psychiatrischen Sachverständigen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 13. August 2020, 9C_255/2020, E. 3.2). Dieser hat lediglich leichte 

Konzentrationsstörungen festgestellt (IV-act. 223-52) und festgehalten, das Fahren von 

kurzen Strecken mit dem Auto spreche gegen deutliche Konzentrationsstörungen (IV-

act. 223-54). Die Aufmerksamkeit, die Auffassung und das Gedächtnis sind intakt 

gewesen (IV-act. 223-52). Auch der neurologische Gutachter hat keine mnestischen 

Defizite feststellen können (IV-act. 223-59). Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass 

keine neuropsychologische Zusatzuntersuchung durchgeführt worden ist. Schliesslich 

4.2.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/26

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hat der psychiatrische Gutachter die Angabe des Beschwerdeführers, dass sein in 

Deutschland lebender Sohn an Krebs erkrankt sei und eine Chemotherapie 

durchführen müsse, weshalb er (der Beschwerdeführer) auch deshalb regelmässig 

schlecht schlafe, zur Kenntnis genommen. Er hat aber keine objektiven Befunde 

erheben können, die zu einer anderen, schwerwiegenderen Diagnose hätten führen 

können. Der Sohn des Beschwerdeführers ist am 13. April 2019 seiner Krankheit 

erlegen (act. G 7.1). Selbst wenn dies zu einer Verschlechterung des psychischen 

Gesundheitszustands des Beschwerdeführers geführt haben sollte, wäre diese 

überwiegend wahrscheinlich aber erst nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung 

vom 28. März 2019 eingetreten. Anhaltspunkte dafür, dass die Beurteilung des 

psychiatrischen Sachverständigen im Verfügungszeitpunkt nicht mehr zutreffend 

gewesen wäre, bestehen nicht.

Was der Rechtsvertreter im Zusammenhang mit der rheumatologischen 

Begutachtung zu einer Nichtbeachtung des strukturierten Beweisverfahren vorgebracht 

hat, ist nicht stichhaltig. Das strukturierte Beweisverfahren ist nämlich bei 

psychiatrischen Begutachtungen anzuwenden und dient dazu, anhand der Indikatoren 

eine nachvollziehbare, begründete Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vorzunehmen (vgl. 

BGE 141 V 281; 143 V 409 und 143 V 418). Der rheumatologische Gutachter hat seine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung begründet, indem er aufgrund der objektivierbaren Befunde 

eine qualitative und quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert hat. Der 

psychiatrische Gutachter hat sich zu den Standardindikatoren, insbesondere zur 

Konsistenz und zu den Ressourcen, geäussert. Er ist nachvollziehbar zum Resultat 

gelangt, dass die Diagnosen einer leichten depressiven Episode und einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren die Arbeitsfähigkeit nicht 

beeinträchtigen.

4.2.6. 

Die vom Rechtsvertreter eingereichten Berichte von Dr. F.___ vom 21. Februar 

2019 und von Dr. D.___ vom 25. Februar 2019 vermögen keine Zweifel am Beweiswert 

des Gutachtens zu wecken. Diese enthalten nämlich keine objektiven Befunde, die im 

Gutachten vom 14. Januar 2019 nicht bereits berücksichtigt worden wären. Die 

Berichte von Dr. F.___ vom 8. Mai 2019 und von Dr. D.___ vom 10. Mai 2019 und die 

darin angegebene Schwellung und Punktion des rechten Knies am 9. Mai 2019 

beziehen sich auf die Zeit nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 28. März 

2019 und enthalten keine Anhaltspunkte für eine mögliche Verschlechterung des 

Gesundheitszustands vor dem 28. März 2019. Möglichen Kniegelenksbeschwerden 

wurden im Profil einer adaptierten Tätigkeit zudem ausreichend Rechnung getragen. 

Bei den Äusserungen von Dr. F.___, er könne die Gesamtbeurteilung der Gutachter 

4.2.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/26

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nicht nachvollziehen und der Beschwerdeführer sei seines Erachtens nicht zu 75% 

arbeitsfähig, handelt es sich nur um eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts. 

Diese ist nicht geeignet, Zweifel an der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter zu 

wecken. Dasselbe gilt in Bezug auf die Äusserung von Dr. D.___ im Bericht vom 

25. Februar 2019, wonach die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von 75% nicht 

nachvollziehbar sei. In diesem Zusammenhang ist nämlich der Erfahrungstatsache 

Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen 

Vertrauensstellung im Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten auszusagen pflegen und 

dazu neigen, die pessimistischen Beschwerdeschilderungen ihrer Patienten als objektiv 

ausgewiesen zu qualifizieren (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b.cc; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts vom 5. April 2004, I 814/03 E. 2.4.2). Dr. D.___ hat im Bericht 

vom 25. Februar 2019 vorgeschlagen, eine EFL durchzuführen. Dazu ist festzuhalten, 

dass in Fällen wie dem vorliegenden, in denen die Selbsteinschätzung einer 

versicherten Person von den objektivierbaren medizinischen Befunden abweicht, eine 

EFL kaum je objektive Erkenntnisse bezüglich der Arbeitsfähigkeit einer versicherten 

Person liefert, weil eine EFL in solchen Fällen erfahrungsgemäss meist dazu benutzt 

wird, die massiv empfundenen Einschränkungen zu demonstrieren. Die 

Beschwerdegegnerin hat daher zu Recht keine EFL angeordnet. Dr. D.___ hat am 

10. Mai 2019 ausserdem festgehalten, die Spondylarthritis sei eine schubweise 

Erkrankung, weshalb eine einmalige Beurteilung im Rahmen eines Gutachtens nicht 

adäquat zur Bestimmung der Arbeitsfähigkeit sei. Hier sei eine höhere Gewichtung der 

externen Beurteilungen und Befunde der letzten Jahre notwendig. Die Gutachter haben 

umfassende Kenntnis von den Vorakten gehabt und diese sorgfältig gewürdigt. 

Anhaltspunkte für eine längerdauernde, höhergradige als die attestierte 25%ige 

Arbeitsunfähigkeit haben seit der Neuanmeldung im Februar 2015 nicht bestanden (vgl. 

die retrospektive Arbeitsfähigkeitsschätzung, IV-act. 223-12). Selbst wenn 

intermittierend stärkere Beschwerden aufgetreten sein sollten, haben diese also keine 

längerdauernde, höhere Arbeitsunfähigkeit bewirkt.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorbringen des Rechtsvertreters 

und die nach dem Gutachten erstellten Berichte von Dres. D.___ und F.___ keine 

Zweifel am Beweiswert des Gutachtens vom 14. Januar 2019 wecken. Alle Gutachter 

haben den Beschwerdeführer eingehend persönlich untersucht, die subjektiven Klagen 

aufgenommen und die objektiven Befunde im Gutachten wiedergegeben. Gestützt 

darauf haben sie die Diagnosen gestellt und sie haben die Arbeitsfähigkeitsschätzung 

anhand der Schwere der erhobenen Befunde und Symptome im Rahmen einer 

Konsensbeurteilung überzeugend begründet. Sie haben auch die von den 

4.2.8. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/26

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5.

Es bleibt die Überprüfung des Einkommensvergleichs.

behandelnden Ärzten abweichende Beurteilung begründet. Das Gutachten weist keine 

Widersprüche auf. Es ist somit beweiskräftig. Damit ist mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt 

des Erlasses der angefochtenen Verfügung in adaptierten Tätigkeiten zu 75% 

arbeitsfähig gewesen ist und dass seit der Neuanmeldung im Februar 2015 keine 

höhergradige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hat.

Der Beschwerdeführer hat keinen Beruf erlernt und bis in das Jahr 2008 bei 

verschiedenen Arbeitgebern Hilfsarbeitertätigkeiten ausgeübt. Die Anstellungen sind 

jeweils von kurzer Dauer gewesen (vgl. den IK-Auszug, IV-act. 144, sowie die Angaben 

im Gutachten, IV-act. 223-9). Seither ist er keiner Erwerbstätigkeit auf dem ersten 

Arbeitsmarkt mehr nachgegangen. Anhaltspunkte dafür, dass er im fiktiven 

"Gesundheitsfall" in einer bestimmten Branche als Hilfsarbeiter erwerbstätig gewesen 

wäre, bestehen nicht. Die Validenkarriere besteht deshalb in einer durchschnittlich 

entlöhnten Tätigkeit als Hilfsarbeiter.

5.1. 

Aufgrund der fehlenden Berufsausbildung besteht die Invalidenkarriere ebenfalls in 

einer Tätigkeit als durchschnittlich entlöhnter Hilfsarbeiter. Da die Validen- und die 

Invalidenkarriere in einer Tätigkeit als durchschnittlich entlöhnter Hilfsarbeiter bestehen, 

kann der Betrag der Vergleichseinkommen bei der Berechnung des Invaliditätsgrades 

mathematisch keine Rolle spielen; der Invaliditätsgrad ist anhand eines sogenannten 

Prozentvergleichs zu berechnen. Er entspricht also dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, 

korrigiert um einen allfälligen zusätzlichen Abzug. Der Arbeitsfähigkeitsgrad beträgt 

vorliegend an einem adaptierten Arbeitsplatz mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit 75%. Nun stellt sich die Frage, ob der Beschwerdeführer 

zusätzliche Lohnnachteile in Kauf zu nehmen hat. Bei Personen, die in ihrer 

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sind, können im Vergleich zu gesunden Arbeitnehmern 

nämlich Lohnnachteile entstehen, da der Wert der Arbeitsleistung aus der Sicht eines 

betriebswirtschaftlich-ökonomisch handelnden Arbeitgebers vermindert ist. Eine 

gesundheitlich beeinträchtigte Person wäre nämlich unfähig, sich vorübergehend an 

einem nicht adaptierten Arbeitsplatz einsetzen zu lassen. Sie wäre in der Regel auch 

nicht in der Lage, Überstunden zu leisten. Längerfristig betrachtet bestünde zudem das 

Risiko von vermehrten krankheitsbedingten Absenzen. Geht man von einem 

ökonomischen Invaliditätsbegriff aus bzw. will man einen Soziallohnanteil ausscheiden, 

ist wegen diesen Nachteilen, die betriebswirtschaftlich zu einem Minderlohn zwingen 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/26

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6.  

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

Sie ist durch den von diesem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt. Bei 

diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

sind durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt.

3. Das Begehren um die Zusprache einer Parteientschädigung wird abgewiesen.

würden, bei der Ermittlung des Ausgangswerts des zumutbarerweise erzielbaren 

Invalideneinkommens ein zusätzlicher Abzug vorzunehmen. Ob der Beschwerdeführer 

mit zusätzlichen Lohnnachteilen zu rechnen hat, welche einen zusätzlichen Abzug vom 

zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommen rechtfertigen würde, kann vorliegend 

aber offenbleiben. Denn selbst bei einer grosszügigen Betrachtungsweise würde dieser 

Abzug nicht mehr als 10% betragen, womit ein Invaliditätsgrad von 33% resultieren 

würde. Da erst ab einem Invaliditätsgrad von 40% ein Rentenanspruch besteht, hat die 

Beschwerdegegnerin einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente 

also zu Recht verneint. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 18.05.2021
	Art. 49 Abs. 3 ATSG. Art. 7, 8 und 16 ATSG. Art. 28 IVG. Keine Verletzung der Begründungspflicht. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens. Einkommensvergleich. Keine rentenbegründende Invalidität (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Mai 2021, IV 2019/112).

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