# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a770bb79-51e6-56b4-bf75-5009762fdff6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.10.2015 200 2015 226
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-226_2015-10-07.pdf

## Full Text

200 15 226 UV
MAW/SHE/LIA/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. Oktober 2015

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Fürsprecherin B.________
Beschwerdeführer

gegen

C.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 3. Februar 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2015, UV/15/226, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1959 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) war über seine berufliche Tätigkeit bei der C.________ 
(nachfolgend C.________ bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen 
die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten 
versichert, als ihm am 28. Februar 2013 eine Angestellte im Flugzeug mit 
einem Service-Trolley gegen das rechte Knie fuhr (vgl. Bagatellunfall-
Meldung UVG vom 24. Juni 2013; Akten der C.________, Antwortbeilage 
[AB] 1). Die C.________ sicherte mit Schreiben vom 3. Juli 2013 (AB 2) die 
Übernahme der Heilungskosten zu, behielt sich aber vor, im Falle einer 
notwendigen Operation, einem Eintritt einer Arbeitsunfähigkeit sowie einem 
Überschreiten eines Betrags von Fr. 2'500.-- für Heilkosten, die Leistungs-
pflicht noch einmal zu überprüfen.

Nachdem das Spital D.________ bei der C.________ um Kostengutspra-
che für eine geplante Kniearthroskopie rechts ersucht hatte (AB 5), unter-
breitete diese das Versichertendossier am 7. Mai 2014 (AB 11) ihrem Kon-
siliararzt Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
FMH. Mit Verfügung vom 6. Juni 2014 (AB 14) stellte die C.________ die 
Versicherungsleistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung im 
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 28. Februar 2013 per 27. November 
2013 ein, da es nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines de-
generativen Vorschadens gekommen sei und die Beschwerden ab diesem 
Zeitpunkt nicht mehr unfallbedingt seien. Hiergegen liess der Versicherte, 
vertreten durch Fürsprecherin B.________, am 24. Juni 2014 (AB 15) Ein-
sprache erheben, woraufhin die C.________ eine Versicherungsmedizini-
sche Stellungnahme bei Dr. med. E.________ vom 7. Juli 2014 (AB 17) 
einholte. Am 28. Juli 2014 (AB 18) reichte der Versicherte eine Einspra-
cheergänzung ein. Nach Einholung eines orthopädisch-traumatologischen 
Aktengutachtens bei Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 3. Januar 
2015 (AB 22) wies die C.________ die Einsprache mit Entscheid vom 3. 
Februar 2015 (AB 23) ab.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2015, UV/15/226, Seite 3

B.

Mit Eingabe vom 3. März 2015 erhob der Versicherte, weiterhin vertreten 
durch Fürsprecherin B.________, hiergegen Beschwerde mit folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 3. Februar 2015 sei 

aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer auch nach 

dem 27. November 2013 die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen (Heil-

behandlungen, Taggelder vom 21. März bis 4. April 2014) auszurichten.

3. Eventualiter: Die Beschwerdegegnerin sei gerichtlich anzuweisen, bei einem 

fachkompetenten, unabhängigen, unparteilichen und versicherungsexternen 

Gutachter der Fachrichtung Orthopädie ein Gutachten in Auftrag zu geben, un-

ter Wahrung der Mitwirkungsrechte des Beschwerdeführers.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Mit Beschwerdeantwort vom 2. Juli 2015 schloss die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

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und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 
1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzu-
treten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 3. Februar 2015 
(AB 23). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung im Zusammenhang mit 
dem Ereignis vom 28. Februar 2013 und diesbezüglich namentlich die 
Rechtsmässigkeit der Leistungseinstellung per 27. November 2013.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

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Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-
stände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als 
in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten gedacht 
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des 
natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die 
alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es 
genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingun-
gen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein-
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, 
ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele ("conditio 
sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 S. 337; SVR 
2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache 
des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus-
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustan-
des auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine) 
erreicht ist (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2; RKUV 1994 U 206 S. 328 
E. 3b).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 

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allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ur-
sächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um 
eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders 
als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusam-
menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim 
Unfallversicherer (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2).

2.4 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

Unbestritten und durch die Akten belegt ist, dass der Beschwerdeführer am 
28. Februar 2013 einen Unfall im Rechtssinne (vgl. E. 2.1 hiervor) erlitten 
hat. Streitig ist hingegen, ob der Beschwerdeführer über die verfügte Leis-
tungseinstellung per 27. November 2013 hinaus Anspruch auf Leistungen 
der obligatorischen Unfallversicherung hat. Dabei ist zu prüfen, ob die ge-
klagten Beschwerden am rechten Knie und insbesondere die Operation 
vom 19. März 2014 (AB 6) in einem anspruchsbegründenden natürlichen 
und adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 28. Februar 
2013 stehen.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen Fol-
gendes entnehmen:

3.1.1 Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
FMH, nannte im ärztlichen Erstbericht zu Handen der Luftfahrt-
Haftpflichtversicherung vom 3. März 2014, als Diagnose eine Kniekontusi-
on rechts. Die Erstkonsultation habe am 22. April 2013 stattgefunden (Ak-
ten des Beschwerdeführers, Beschwerdebeilage [BB] 5 S. 1).

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3.1.2 Im "Erstes Arztzeugnis (UVG)" von Dr. med. H.________, Facharzt 
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 
FMH, vom 24. April 2014 (AB 10) wurde eine osteochondrale Läsion mit 
Femurkondyle diagnostiziert (Ziff. 4). Die Erstbehandlung habe am 
17. September 2013 stattgefunden (Ziff. 1). Im Weiteren wird im Bericht 
ausgeführt, dass ausschliesslich Unfallfolgen vorliegen würden (Ziff. 6).

3.1.3 Der Antwort auf die Anfrage an den Konsiliararzt der C.________ 
Dr. med. E.________ vom 7. Mai 2014 (AB 11) ist zu entnehmen, dass die 
Operation vom 19. März 2014 nicht mehr natürlich kausal zum Unfall vom 
28. Februar 2013 sei, da es sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um 
degenerative Veränderungen handle (S. 1 Ziff. 1 und 2). Das direkte Trau-
ma erkläre die Beschwerden des Beschwerdeführers nicht (S. 1 Ziff. 2). Die 
momentanen Beschwerden seien nicht mehr natürlich kausal zum Unfall 
vom 28. Februar 2013 (S. 1 Ziff. 3). Es liege keine richtungsweisende Ver-
schlechterung vor. Die Schäden im Knie seien degenerativ bzw. Überlas-
tungsschäden. Durch die Kontusion sei eine vorübergehende Verschlimme-
rung eingetreten, womit die Unfallkausalität für maximal sechs Monate ak-
zeptiert werden könne. Der Status quo sine sei spätestens sechs Monate 
nach dem Ereignis erreicht. Die Operation und die Hospitalisation seien 
unfallfremd (S. 2 Ziff. 5).

3.1.4 Dem Zwischenbericht von Dr. med. H.________ vom 30. Mai 2014 
(AB 13) sind als Diagnosen ein Status nach Kniearthroskopie rechts vom 
19. März 2014 mit Narbendébridement, Glättung Meniskusvorderhorn me-
dial, Hoffa-Teildébridement, Débridement Knorpelulcus laterale Femurkon-
dyle bei Status nach direktem Trauma aufs flektierte Kniegelenk rechts 
Februar 2013 und beginnende Degeneration Grundgelenk Dig. I Fuss links 
zu entnehmen (Ziff. 1). Bei relativ gutem Verlauf habe der Beschwerdefüh-
rer noch Restsymptome bei starker Beanspruchung. Unfallfremde Faktoren 
würden beim Heilungsverlauf keine Rolle spielen (Ziff. 2). Es handle sich 
um eine osteochondrale Schädigung. Dementsprechend werde im Bereich 
der lateralen Femurkondyle eine Schädigung bleiben und dort bestehe eine 
verfrühte Arthrose (AB 13).

3.1.5 Nachdem gegen die Verfügung vom 6. Juni 2014 (AB 14) Einspra-
che (AB 15) erhoben worden war, nahm Dr. med. E.________ am 7. Juli 

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2014 zur Unfallkausalität nochmals Stellung. Bei den Schäden des Be-
schwerdeführers handle es sich nicht um traumatische Schäden, sondern 
um einen schicksalsmässigen Verlauf von vorbestehenden Knorpeldegene-
rationen und Meniskusveränderungen, welche bereits 2012 nachgewiesen 
worden seien. Die vorliegenden Schäden, welche nicht traumatischer Natur 
seien, sondern einem degenerativen Vorzustand mit schicksalsmässigem 
Verlauf entsprechen würden, würden die Beschwerden des Beschwerde-
führers ausreichend erklären. Es könne keine richtungsweisende Ver-
schlechterung geltend gemacht werden, allenfalls eine vorübergehende 
Verschlimmerung durch eine Kniekontusion. Doch würden Kontusionen in 
der Regel innert Wochen bis Monaten folgenlos abheilen. Maximal sechs 
Monate könne eine vorübergehende Verschlimmerung als unfallkausal ak-
zeptiert werden. Das Fortschreiten der degenerativen Veränderungen am 
rechten Knie würde einem schicksalsmässigen Verlauf von degenerativen 
Veränderungen entsprechen, was bereits 2012 habe dokumentiert werden 
können. Es liege eine überholende Kausalität von einem schicksalsmässi-
gen Verlauf von degenerativen Knieveränderungen vor. Deshalb müsse der 
Status quo sine sechs Monate nach dem Ereignis festgesetzt werden. Die 
Kniearthroskopie habe nicht der Sanierung der Unfallfolgen, sondern einem 
schicksalsmässigen Verlauf eines Vorzustandes gedient. Deshalb sei die 
Hospitalisation, die Kniearthroskopie vom März 2014 und die nachfolgende 
Arbeitsunfähigkeit als unfallfremd zu klassifizieren (AB 17 S. 7).

3.1.6 Im Bericht vom 18. August 2014 führte Dr. med. H.________ aus, 
dass gewisse Abnutzungserscheinungen im Bereich der äusseren Ge-
lenksknorre (lateraler Femurkondylus rechtes Kniegelenk) auch schon im 
MRI vom 20. August 2010 dokumentiert gewesen seien, jedoch habe der 
Beschwerdeführer berichtet, dass er seit der Operation aus dem Jahre 
2012 ein voll belastbares Kniegelenk gekannt habe. Das Unfallereignis vom 
28. Februar 2013 habe zu neuen und bisher nicht vollständig beherrschba-
ren Kniebeschwerden im Bereich vom äusseren Gelenkskompartiment ge-
führt. Es müsse also zumindest von einer Kausalität gesprochen werden, 
was die Beschwerdeverschlechterung angehe. Werde ein schon ange-
schlagener Gelenksknorpel durch ein direktes Trauma verletzt, könne auch 
eine gut kompensierte Funktion des Gelenks plötzlich nicht mehr aufrecht-
erhalten werden. Es bestehe eine Kausalität zwischen dem Unfallereignis 

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und den aktuellen Beschwerde, dies bei einer zugrunde liegenden allfälli-
gen beginnenden Degeneration der betroffenen Gelenksabschnitte (AB 
20).

3.1.7 In der Folge wurde Dr. med. F.________ um eine orthopädisch-
traumatologische Beurteilung ersucht. Seinem Bericht vom 3. Januar 2015 
sind als Diagnosen (AB 22 S. 18) zu entnehmen:

- Funktionsbeschwerden im Bereich des rechten Kniegelenkes mindes-
tens seit 2010 (MRI vom 20. August 2010 laut Angaben von 
Dr. med. H.________).

- Nachweis ausgeprägter struktureller Veränderungen im Bereich des 
rechten Kniegelenkes mit Schädigungen am Innenmeniskus, an der 
Oberschenkelrolle sowohl aussen als auch im Gleitlagerbereich (Troch-
lea) mehr als an der inneren Oberschenkelrolle anlässlich der ersten 
Operation am 27. März 2012; nebenbefundlich damals Plica medio pa-
tellaris, die entfernt wurde.

- Anlässlich der MRI-Untersuchung am 17. Oktober 2013 nebenbefundli-
cher Nachweis einer Patella bipartita (zweigeteilte Kniescheibe) neben 
massgeblichen anderen Veränderungen insbesondere an der hinteren 
Aussenseite der äusseren Oberschenkelrolle und Nachweis einer syno-
vialen Reizung, Nachweis einer weiteren Plica im vorderen Kompart-
ment sowie einer Schädigung am Innenmeniskus-Vorderhorn nach Tei-
lentfernung des Hinterhornes anlässlich der neuen Operation am 
19. März 2014; zusätzlich auch Knorpelschäden an der Schienbeinkopf-
Gelenkfläche innen und an der inneren Oberschenkelrolle.

Die Arthroskopie vom 19. März 2014 könne nicht auf den Unfall zurückge-
führt werden, sondern ausschliesslich auf die fortschreitenden Aufbrauch- 
und Umformungsveränderungen, die bereits 2010 per MRI sowie im Rah-
men der Operation vom 27. März 2012 nachgewiesen worden seien (S. 19 
Ziff. 2). Für eine richtungsgebende Verschlechterung durch den Unfall lä-
gen keine Anhaltspunkte vor. Es sei nur eine vorübergehende Verschlim-
merung eingetreten, was das lange Zögern bis zur ersten ärztlichen Ab-
klärung im September 2013 bzw. MRI-Untersuchung am 17. Oktober 2013 
erkläre. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei davon auszugehen, dass 
die Aufbrauch- und Umformungsvorgänge am rechten Kniegelenk früher 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2015, UV/15/226, Seite 10

oder später wieder zu einem aktualisierten Beschwerdebild und den Be-
schwerdeführer in die Behandlung eines Facharztes geführt hätte (S. 20 
Ziff. 3). Eine Knieprellung in der angegebenen Art führe – ohne die Voraus-
setzung bereits vorbestehender ausgeprägter degenerativer Veränderun-
gen – zu einem Beschwerdebild während maximal zwei bis vier Wochen 
(S. 20 Ziff. 4). Bei einem Vorschaden könne die Beschwerdesituation etwas 
länger anhalten, so dass der Status quo sine spätestens Ende April 2013 
erreicht gewesen sei (S. 21 Ziff. 4).

3.1.8 In der Stellungnahme vom 20. Februar 2015 führte Dr. med. 
H.________ aus, dass eine Kausalität im Zusammenhang mit dem Unfall 
durchaus nach wie vor bestehen könne, auch wenn im MRI, siebeneinhalb 
Monate nach dem Ereignis, keine spezifischen Veränderungen mehr sicht-
bar seien, welche auf einen direkten Schlag hinweisen könnten. Seines 
Erachtens sei das Unfallereignis vom 28. Februar 2013 mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit für eine richtungsweisende Verschlimmerung des Vor-
zustandes im Bereich des Kniegelenks verantwortlich (BB 7).

3.1.9 Dr. med. F.________ führte im Bericht vom 15. April 2015 aus, ge-
gen die Annahme einer richtungsgebenden Verschlimmerung des Vorzu-
standes am rechten Kniegelenk durch das Anstossereignis vom 28. Febru-
ar 2013 spreche unverändert die Tatsache, dass der Beschwerdeführer 
nicht sofort am Zielort in Madeira einen Arzt aufgesucht habe, sondern erst 
siebeneinhalb Wochen später, nachdem er wieder in die Schweiz zurück-
gekehrt war. Die behaupteten Schäden seien nicht als plausibilitätskonform 
zu dem siebeneinhalb Monate nach dem Unfallereignis bzw. makrosko-
pisch zwölfeinhalb Monate nach dem Ereignis erhobenen Befund, anzuse-
hen (AB 24 S. 5).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

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ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a 
S. 352). 

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines 
externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen 
(BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.).

3.3 Ob es sich beim Bericht von Dr. med. F.________ vom 3. Januar 
2015 (vgl. E. 3.1.7 hiervor) um ein (Akten-)Gutachten handelt, wovon der 
Mediziner selber (vgl. Überschrift von AB 22) und die Beschwerdegegnerin 
im Einspracheentscheid (AB 23 S. 6 Ziff. 7) ausgegangen sind oder ob 
bloss eine (versicherungsinterne) ärztliche Beurteilung vorliegt, wie der 
Beschwerdeführer annimmt (vgl. Beschwerde S. 9 Ziff. 2.6) bzw. neu auch 
von der Beschwerdegegnerin geltend gemacht wird (Beschwerdeantwort 
S. 9 f. Ziff. 24 und 25), kann vorliegend offen bleiben. 

3.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich im hier angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 3. Februar 2015 (AB 23) massgeblich auf die Berichte 
der Dres. med. E.________ vom 7. Mai (AB 11) und 7. Juli 2014 (AB 17) 

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sowie von med. F.________ vom 3. Januar (AB 22) und 15. April 2015 (AB 
24) gestützt. Diese Berichte ergeben deshalb kein schlüssiges Bild, weil 
spezialärztliche Berichte vorliegen, die ihnen widersprechen und von un-
fallkausalen Einschränkungen ausgehen (vgl. Berichte von Dr. med. 
H.________ vom 24. April 2014 [AB 10], vom 30. Mai 2014 [AB 13], vom 
18. August 2014 [AB 20] und vom 20. Februar 2015 [BB 7]). Echtzeitliche 
Dokumente betreffend das Unfallereignis vom 28. Februar 2013 sowie die 
Erstbehandlung fehlen in den Unterlagen. Die Unfallmeldung (AB 1) wurde 
erst am 24. Juni 2013 und somit fast vier Monate nach dem Ereignis einge-
reicht. Dabei wurde als erstbehandelnder Arzt Dr. med. I.________, Fach-
arzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, angegeben, von welchem durch 
die Beschwerdegegnerin kein Arztbericht eingeholt bzw. durch den Be-
schwerdeführer kein Bericht eingereicht wurde. Erst im Beschwerdeverfah-
ren legte der Beschwerdeführer einen am 3. März 2014 zuhanden der Luft-
fahrt-Haftpflichtversicherung verfassten "Erstbericht" von Dr. med. 
G.________ (BB 5) über die am 22. April 2013 begonnene Behandlung 
bzw. Befunderhebung der Knieprobleme des Beschwerdeführers vor. Da 
auch dieser Bericht mehr als ein Jahr nach der Erstkonsultation verfasst 
wurde, liegen über die ursprünglichen Befunde und die Behandlung der 
Knieprobleme keine echtzeitlichen Dokumente vor. Aufgrund der sich wi-
dersprechenden Beurteilungen bei gleichzeitig unvollständiger Aktenlage, 
stellen die medizinischen Unterlagen zur Beurteilung der Frage, ob die an-
haltend geklagten Beschwerden bzw. die am 19. März 2014 operierten 
Läsionen am rechten Knie auf das Ereignis vom 28. Februar 2013 zurück-
zuführen sind, keine ausreichende Grundlage dar.

3.5 Mangels genügender medizinischer Grundlagen kann somit vorlie-
gend nicht über den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfall-
versicherung entschieden werden. Die Beschwerdegegnerin hat daher 
– unter Mitwirkung des Beschwerdeführers – diese Abklärungen nachzuho-
len und sämtliche verfügbaren medizinischen Aufzeichnungen über die 
nach dem Unfall durchgeführten Untersuchungen und Therapien einzuho-
len. Anschliessend ist das Dossier einem versicherungsexternen Gutachter 
unter Gewährung der Mitwirkungsrechte des Beschwerdeführers 
(BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9 S. 258) zur Beurteilung vorzulegen. Dazu wird 
die Beschwerdegegnerin beim Beschwerdeführer auch eine genaue Schil-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2015, UV/15/226, Seite 13

derung des Unfallhergangs mit Darstellung, ob sein Knie mit dem Service-
Trolley auf der Innen- oder Aussenseite angefahren wurde und in welcher 
Stellung sich das Knie dabei befand, einzuholen haben.

3.6 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde gutzuheissen und die 
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach Vor-
nahme der weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen neu verfüge. Da 
die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt bis anhin (quantitativ und qualita-
tiv) nicht hinreichend geklärt hat, kommt die Rechtsprechung gemäss 
BGE 137 V 210 (Gerichtsgutachten) nicht zum Tragen. Zudem hat der Be-
schwerdeführer eventualiter explizit eine Rückweisung der Sache an die 
Verwaltung beantragt (Beschwerde S. 12 Ziff. 3) und damit zu verstehen 
gegeben, dass er keine Instanz verlieren will.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG)

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

Mit der Kostennote vom 15. Juli 2015 macht Fürsprecherin B.________ 
einen Aufwand von 8,8 Stunden bzw. ein Honorar von Fr. 2'200.-- plus Aus-
lagen von Fr. 28.30 zuzüglich Mehrwertsteuern von 8 % (von Fr. 2'228.30) 
im Betrag von Fr. 178.25, total Fr. 2'406.55, geltend, was nicht zu bean-
standen ist. Demnach ist die Parteientschädigung auf Fr. 2'406.55 festzu-
setzen; diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer 
zu ersetzen.

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid vom 3. Februar 2015 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'406.55 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecherin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- C.________ 
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.