# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d33dbd4-f4bc-51ea-b6a3-7fc32e4a0c77
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-01
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 01.12.2022 BK 2022 249
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2022-249_2022-12-01.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 22 249

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 1. Dezember 2022

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiberin Kurt

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter 1/Beschwerdeführer

C.________

Beschuldigte 2

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand Verdeckte Fahndung

Strafverfahren wegen Widerhandlung gegen das Sportförde-
rungsgesetz

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Bern-Mittelland vom 3. März 2022 (BM 22 1762)

2

Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (nachfolgend: Staatsanwalt-
schaft) ordnete mit Verfügung vom 3. März 2022 im Verfahren gegen die Beschul-
digten wegen Widerhandlung gegen das Sportförderungsgesetz eine verdeckte 
Fahndung an. Am 19. Mai 2022 teilte die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten 
den Einsatz eines verdeckten Ermittlers mit. Dagegen reichte der Beschuldigte 1 
(nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 
2. Juni 2022 Beschwerde ein und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 
3. März 2022. Sodann stellte er den prozessualen Antrag, dass ihm im vorliegen-
den Beschwerdeverfahren die amtliche Verteidigung zu gewähren und Rechtsan-
walt B.________ als amtlicher Verteidiger einzusetzen sei. Weiter seien bei der 
Staatsanwaltschaft die vollständigen Akten beizuziehen und ihm mit Frist zur weite-
ren Stellungnahme zuzustellen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Der Ver-
fahrensleiter der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kan-
tons Bern (nachfolgend: Beschwerdekammer) eröffnete am 9. Juni 2022 ein Be-
schwerdeverfahren. Der Antrag des Beschwerdeführers auf Beiordnung einer amt-
lichen Verteidigung für das Beschwerdeverfahren wurde gutgeheissen und Rechts-
anwalt B.________ als amtlicher Anwalt bestellt. Die Generalstaatsanwaltschaft 
beantragte in ihrer Stellungnahme vom 30. Juni 2022 die Abweisung der Be-
schwerde, eventualiter die Zustellung der Instruktion zur verdeckten Fahndung so-
wie die zugehörige Ergänzung an den Beschwerdeführer und die Anordnung eines 
zweiten Schriftenwechsels. Mit Verfügung vom 4. Juli 2022 stellte der Verfahrens-
leiter Rechtsanwalt B.________ die amtlichen Akten zu. Auf die Anordnung eines 
zweiten Schriftenwechsels wurde verzichtet. Der Beschwerdeführer replizierte am 
18. Juli 2022 und hielt an den gestellten Anträgen fest bzw. beantragte die Gut-
heissung seiner Beschwerde. 

2. Gegen die verdeckte Fahndung kann bei der Beschwerdekammer innert 10 Tagen 
nach deren Mitteilung schriftlich und begründet Beschwerde geführt werden 
(Art. 298d Abs. 4 i.V.m. Art. 298 Abs. 3 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 Bst. a und Art. 396 
Abs. 1 der Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0), Art. 35 des Gesetzes über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 
161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrG 
OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch die Anordnung der verdeckten 
Fahndung unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und so-
mit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 StPO). Auf die form- und fristge-
rechte Beschwerde ist einzutreten. 

3. Eine genehmigungspflichtige verdeckte Ermittlung im Sinne von Art. 285a StPO 
liegt vor, wenn Angehörige der Polizei oder Personen, die vorübergehend für poli-
zeiliche Aufgaben angestellt sind, unter Verwendung einer durch Urkunden abgesi-
cherten falschen Identität (Legende) durch täuschendes Verhalten zu Personen 
Kontakte knüpfen mit dem Ziel, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und in ein 
kriminelles Umfeld einzudringen, um besonders schwere Straftaten aufzuklären. 
Um eine nicht genehmigungsbedürftige verdeckte Fahndung gemäss Art. 298a 
StPO handelt es sich hingegen, wenn Polizeiangehörige im Rahmen kurzer Einsät-

3

ze ohne Erkennbarkeit ihrer wahren Identität und Funktion Verbrechen und Verge-
hen aufzuklären versuchen und dabei insbesondere Scheingeschäfte abschliessen 
oder den Willen zum Abschluss vortäuschen (Abs. 1). Verdeckte Fahnderinnen 
oder Fahnder werden nicht mit einer Legende ausgestattet (Abs. 2 Satz 1). Ver-
deckte Ermittlung und verdeckte Fahndung unterscheiden sich somit insbesondere 
dadurch, dass verdeckte Ermittler mit einer durch Urkunden abgesicherten falschen 
Identität (Legende) ausgestattet werden. Die verdeckte Ermittlung erfordert damit 
eine qualifizierte Form der Täuschung durch Verwenden von Urkunden. Die Le-
gendenausstattung bildet dabei ein zentrales Abgrenzungselement. Demgegenü-
ber legen verdeckte Fahnder zwar ihre wahre Identität oder Funktion nicht offen, 
sie bedienen sich aber grundsätzlich bloss einfacher Lügen, indem sie etwa über 
ihr Geschlecht, ihr Alter und ihren Wohnort unwahre Angaben machen oder in 
Chat-Räumen beispielsweise ein Pseudonym verwenden. Soweit Polizeiangehöri-
ge somit zwar ihre wahre Funktion nicht offenlegen, sich dabei aber nicht falscher 
Urkunden bedienen, kein eigentliches Vertrauensverhältnis aufbauen, die Mass-
nahme nicht auf längere Dauer angelegt ist und der Aufklärung von Verbrechen 
oder Vergehen dient, sind grundsätzlich nicht die Regeln über die verdeckte Ermitt-
lung, sondern jene über die verdeckte Fahndung massgebend (vgl. zum Ganzen 
BGE 145 IV 27 E. 2.3 f.). 

Aus der Instruktion zur verdeckten Fahndung vom 3. März 2022 geht hervor, dass 
Letztere für einen einmaligen Kauf im Webshop der Beschuldigten im März 2022 
angeordnet wurde. Die Ergänzung zur Instruktion vom 31. März 2022 zeigt, dass 
der Auftrag zur verdeckten Fahndung bis zum Erhalt der bestellten Waren verlän-
gert wurde. Zwar trifft es zu, dass der verdeckte Fahnder im Zusammenhang mit 
der Bestellung einen falschen Namen und eine falsche Adresse angab. Es handelt 
sich dabei aber um einfache Lügen und keine qualifizierte Form der Täuschung 
durch Verwenden von Urkunden. Solches wird auch nicht behauptet. Mit Blick auf 
die bundesgerichtliche Rechtsprechung und entgegen den Vorbringen des Be-
schwerdeführers ist mit der Bekanntgabe der vermeintlichen Kontaktdaten im E-
Mail vom 18. März 2022 die Schwelle zur verdeckten Ermittlung nicht überschritten 
worden. Es wurde auch kein eigentliches Vertrauensverhältnis aufgebaut und die 
Massnahme war nicht auf eine längere Dauer angelegt. Dies bestätigt auch der In-
halt der Instruktion. Es handelt sich klarerweise um eine verdeckte Fahndung. Eine 
solche wurde auch formell angeordnet. Dass in der Mitteilung (versehentlich) von 
einer verdeckten Ermittlung die Rede ist, ändert daran nichts. Entsprechend war 
weder eine Genehmigung durch das Zwangsmassnahmengericht nach Art. 289 
Abs. 1 StPO erforderlich noch musste eine Straftat nach Art. 286 Abs. 2 StPO vor-
liegen (vgl. auch BGE 143 IV 27 E. 4.5).

4.

4.1 Die Staatsanwaltschaft und im Ermittlungsverfahren die Polizei können gemäss 
Art. 298b StPO eine verdeckte Fahndung anordnen, wenn der Verdacht besteht, 
ein Verbrechen oder Vergehen sei begangen worden, und die bisherigen Ermitt-
lungs- oder Untersuchungshandlungen erfolglos geblieben sind oder die Ermittlun-
gen sonst aussichtslos wären oder unverhältnismässig erschwert würden.

4

4.2 Dem Beschwerdeführer wird eine Widerhandlung gegen Art. 22 des Sportförde-
rungsgesetzes (SpoFöG; SR 415.0) vorgeworfen. Demgemäss wird mit Freiheits-
strafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer zu Dopingzwecken Mittel 
nach Art. 19 Abs. 3 herstellt, erwirbt, einführt, ausführt, durchführt, vermittelt, ver-
treibt, verschreibt, in Verkehr bringt, abgibt oder besitzt oder Methoden nach Art. 19 
Abs. 3 bei Dritten anwendet. Vorab kann festgehalten werden, dass sich der Ver-
dacht damit auf ein Vergehen richtet. Eine verdeckte Fahndung kommt daher 
grundsätzlich in Frage. Eine qualifizierte Begehungsweise ist nicht erforderlich. 

4.3 Weiter muss ein hinreichender Tatverdacht vorliegen, was sich aus Art. 197 Abs. 1 
Bst. b StPOergibt. Die verdeckte Fahndung wird i.d.R. in einem frühen Stadium des 
Verfahrens eingesetzt und dient dazu, einen bereits bestehenden Tatverdacht zu 
konkretisieren. Insofern darf der Tatverdacht auch ein bloss vager sein. Der Ver-
dacht darf ein Anfangsverdacht sein, der aber so hinreichend sein muss, dass sich 
eine verdeckte Fahndung rechtfertigt. Ob er sich als Folge der verdeckten Fahn-
dung oder aufgrund anderer Ermittlungsmassnahmen derart konkretisiert, dass ge-
gen die Zielperson ein Verfahren eröffnet werden muss, ist in einem zweiten Schritt 
zu prüfen (KNODEL, in: Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung, 2. 
Aufl. 2014, N. 7 zu Art. 298b StPO; auch zum Folgenden sowie BGE 140 I 353 E. 
5.4 mit weiteren Verweisen). 

4.4 Aus den Akten ergibt sich, dass das Verfahren durch eine Anzeige der Stiftung 
D.________ (ehemals: Stiftung E.________) in Gang kam. Die Stiftung 
D.________ (nachfolgend: Stiftung) erhielt am 5. Januar 2022 eine anonyme Mel-
dung, wonach der Beschwerdeführer auf der Webseite F.________ Produkte mit 
verbotenen Substanzen zum Kauf anbiete. Die Stiftung tätigte in der Folge weitere 
Abklärungen, welche diesen Verdacht bestätigten. Es kann auf die der Strafanzei-
ge angehängten Fotos und Dokumentationen sowie den Berichtsrapport der Kan-
tonspolizei vom 18. Mai 2022 verwiesen werden. Daraus geht beispielsweise her-
vor, dass die Verfügbarkeit von echtem Oxymetholon etwas schwierig sei. Zudem 
wurde die E-Mailadresse: «G.________» angegeben, unter welcher gekauft wer-
den könne (vgl. Pos Nr. 2 Beilage S. 4 zur Strafanzeige). Aus den gesammelten 
Dateien ergeben sich auch konkrete Hinweise, dass sich hinter dem in der E-
Mailadresse verwendeten Namen der Beschwerdeführer verbirgt (vgl. Pos Nr. 4, 
Beilage S. 6 zur Strafanzeige). Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers 
in seiner Replik weisen diese Unterlagen auch einen hinreichenden Zusammen-
hang zur Website F.________ auf. Anhaltspunkte, dass die Stiftung diesbezüglich 
falsche Angaben machte oder falsche Dokumente einreichte, liegen nicht vor. Der 
Eingang der anonymen Meldung ist glaubhaft und zusammen mit den Nachfor-
schungen der Stiftung und den eingereichten Beilagen zur Strafanzeige geeignet, 
einen Verdacht, wonach der Beschwerdeführer am Verkauf von Dopingmitteln be-
teiligt ist, zu begründen. Es kann auch auf die Ausführungen der Generalstaatsan-
waltschaft verwiesen werden. Der Umstand, dass die Staatsanwaltschaft die Kan-
tonspolizei am 8. Februar 2022 mit Ermittlungen beauftragte, stellt den Verdacht 
nicht in Frage. Vielmehr zeigt die ebenfalls am 8. Februar 2022 erfolgte Eröffnung 
des Strafverfahrens, dass für die Staatsanwaltschaft ein hinreichender Verdacht 
vorlag, welcher weiter konkretisiert werden sollte. 

5

4.5 Es mag zutreffen, dass eine verdeckte Fahndung eine gravierendere Verdachtsla-
ge voraussetzt als z.B. die Observation, für welche der Gesetzgeber gemäss 
Art. 282 Abs. 1 Bst. a StPO «konkrete Anhaltspunkte» genügen lässt und nicht von 
einem Verdacht spricht (vgl. KNODEL, a.a.O., N. 7 zu Art. 298b StPO). Eine solch 
«gravierendere» Verdachtslage ist aber vorliegend gegeben. Der Umstand, dass 
die Staatsanwaltschaft von konkreten Anhaltspunkten spricht, ändert mit Blick auf 
die beschriebene Ausgangslage nichts am Vorliegen eines Verdachts im Sinne von 
Art. 298b Abs. 1 Bst. a StPO. Weiter spielen die vom Beschwerdeführer erwähnten 
Beilagen 5-8, welche ihm anlässlich seiner Einvernahme vom 11. Mai 2022 offen-
bar vorgehalten worden sind, für die Begründung des Tatverdachts im Zusammen-
hang mit der Anordnung einer verdeckten Fahndung keine Rolle, weshalb es für 
den Ausgang des Beschwerdeverfahrens auch nicht relevant ist, ob diese zu jenem 
Zeitpunkt bereits vorgelegen haben. Mit Blick auf die Strafanzeige und die anony-
me Meldung lässt sich auch ein Tatzeitraum ableiten. Jedenfalls stellt der Umstand, 
dass die Dokumente nicht datiert sind, den Verdacht nicht in Frage. Ob aktuell bzw. 
zum Zeitpunkt der Einreichung der Beschwerde verbotene Substanzen über den 
Webshop angeboten wurden, hat ebenfalls keine Auswirkungen auf die Beurteilung 
des Verdachts zum Zeitpunkt der Anordnung der verdeckten Fahndung. 

5.

5.1 Eine verdeckte Fahndung darf weiter nur angeordnet werden, wenn die bisherigen 
Ermittlungs- oder Untersuchungshandlungen erfolglos geblieben sind oder die Er-
mittlungen ohne die verdeckte Fahndung aussichtslos wären oder unverhältnis-
mässig erschwert würden (Art. 298b Abs. 1 Bst. b StPO). Der Beschwerdeführer 
rügt in diesem Zusammenhang eine Verletzung der Begründungspflicht. Die 
Staatsanwaltschaft führt in der angefochtenen Verfügung aus, die Ermittlungen in 
Bezug auf die Vorgehensweise und die Tatbeteiligungen seien ohne Einsatz eines 
verdeckten Fahnders unverhältnismässig erschwert bzw. aussichtlos. Diese Be-
gründung ist zwar knapp, aber ausreichend. Daraus geht hervor, weshalb die 
Staatsanwaltschaft die verdeckte Fahndung als erforderlich ansieht (Abklärung 
Vorgehensweise und Tatbeteiligungen). Daraus ergibt sich implizit auch der 
Schluss, dass andere Ermittlungsmassnahmen nicht gleich geeignet oder ungeeig-
net sind und deshalb die Ermittlungen ohne verdeckte Fahndung erschwert sind. 
Ob dies zutrifft, ist eine materielle Frage. Eine Gehörsverletzung liegt nicht vor. Der 
Beschwerdeführer war denn auch in der Lage, die Verfügung sachgerecht anzu-
fechten. 

5.2 Mit dieser zweiten, zuvor zitierten Voraussetzung für die Anordnung einer verdeck-
ten Fahndung (Art. 298b Abs. 1 Bst. b StPO) wird das Prinzip der Verhältnismäs-
sigkeit gemäss Art. 197 Bst. c StPO konkretisiert. Vor jedem Einsetzen von 
Zwangsmassnahmen ist zu prüfen, ob das angestrebte Ziel nicht mit milderen 
Massnahmen erreicht werden könnte (KNODEL, a.a.O. N. 8 zu Art. 298b StPO mit 
Verweis auf N. 22 zu Art. 286 StPO). Zwar konnte der Beschwerdeführer bereits 
als Tatverdächtiger identifiziert werden und man hatte aufgrund der bisherigen Da-
tenlage auch Hinweise zu den Modalitäten des Inverkehrbringens, aber es ist nicht 
ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht begründet, inwiefern weitere 
und ausschlaggebende Erkenntnisse ohne eine verdeckte Fahndung möglich ge-

6

wesen wären. Der Hinweis erfolgte anonym, weshalb keine Auskunftspersonen ei-
vernommen werden konnten. Mit einer Bestellung bzw. einem Scheinkauf sollte ve-
rifiziert werden, ob die anonymen Angaben bestätigt werden können (vgl. auch Be-
richtsrapport «Beendigung einer durch die Staatsanwaltschaft verdeckten Fahn-
dung» vom 3. Mai 2022). Andere, mildere und ebenfalls geeignete konventionelle 
Mittel sind nicht erkennbar. Ohne den Einsatz eines verdeckten Fahnders hätte 
vorliegend eine umfassende Überwachung des Computers oder des Geschäfts- 
und Mailverkehrs des Beschwerdeführers erfolgen müssen. Auch die Hausdurch-
suchung war zu diesem Zeitpunkt keine geeignete Alternative, da die Staatsan-
waltschaft nicht zwingend davon ausgehen konnte, dass sich allfällige Beweise am 
Domizil des Beschwerdeführers befinden. Eine erfolglose Hausdurchsuchung hätte 
den Ermittlungserfolg einer später angeordneten verdeckten Fahndung erheblich 
erschwert, wenn nicht sogar verunmöglicht. Der Einsatz eines verdeckten Fahn-
ders schuf vorliegend die Möglichkeit, den Beschwerdeführer in flagranti zu erwi-
schen. Ein solches Vorgehen ist bei der vorliegenden Ausgangslage nicht nur ver-
hältnismässig, sondern stellt sogar eher sicher, dass Rechte Unbeteiligter nicht ver-
letzt werden (vgl. HANSJAKOB/PAJAROLA, in: Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung StPO, 3. Aufl. 2020, N. 8 zu Art. 298b StPO). Die Ermittlun-
gen wären daher ohne den Einsatz eines verdeckten Fahnders zumindest unver-
hältnismässig erschwert gewesen. 

5.3 Weiter kann mit Blick auf die bisherigen Ermittlungsergebnisse nicht davon ausge-
gangen werden, es fehle ein Zusammenhang zur Schweiz und die Staatsanwalt-
schaft sei nicht zuständig. Abgesehen davon ist diese Frage nicht im vorliegenden 
Beschwerdeverfahren zu klären. Der Beschwerdeführer hat die angeblich fehlende 
Zuständigkeit zunächst bei der Staatsanwaltschaft zu rügen (vgl. Art. 41 StPO).

Die Beschwerde ist abzuweisen. 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Entgegen seinen Vorbringen hat der Umstand, dass ihm 
die fehlenden Aktenstücke erst im Beschwerdeverfahren zugestellt wurden und in 
der Mitteilung versehentlich die Rede von einer verdeckten Ermittlung war, keinen 
Einfluss auf die Kosten. Wie seine Replik zeigt, änderten die ihm neu bekannt ge-
wordenen Aktenstücke nichts an seinen Anträgen oder seiner Einschätzung, wo-
nach eine verdeckte Ermittlung vorliege. Dem Beschwerdeführer sind daher weder 
durch die zunächst fehlenden Aktenstücke noch die falsche Bezeichnung in der 
Mitteilung vom 19. Mai 2022 ein Rechtsnachteil oder Mehraufwand entstanden. 
Dem Verteidiger des Beschwerdeführers ist für das Beschwerdeverfahren eine 
amtliche Entschädigung auszurichten; die Rück- und Nachzahlungspflicht bleibt 
vorbehalten (Art. 135 StPO). Die Kostennote von Rechtsanwalt B.________ vom 
30. November 2022 gibt insgesamt zu keinen Bemerkungen Anlass. Die amtliche 
Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird auf CHF 1'557.00 (inkl. Ausla-
gen und MWST) festgesetzt.

7

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1’200.00, trägt der Be-
schwerdeführer. 

3. Die für das Beschwerdeverfahren zu entrichtende Entschädigung des amtlich bestell-
ten Anwalts des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt B.________, wird bestimmt auf. 

Leistungen
Satz

amtliche Entschädigung 200.00 CHF   1'426.70
CHF 19.00

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 1'445.70 CHF 111.30
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 1'557.00

volles Honorar CHF 1'997.30
CHF 19.00

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 2'016.30 CHF 155.25
Total CHF 2'171.60

nachforderbarer Betrag CHF 614.60

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Sobald es die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers erlauben, hat er 
dem Kanton Bern die für das Beschwerdeverfahren ausgerichtete Entschädigung von 
CHF 1'557.00 zurückzuzahlen und Rechtsanwalt B.________ die Differenz zwischen 
der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausmachend CHF 614.60, zu 
erstatten.   

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten 1/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwalt B.________

(per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Staatsanwältin I.________

(mit den Akten – per Kurier)
- der Beschuldigten 2 (per B-Post)

8

Bern, 1. Dezember 2022 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Kurt
i.V. Gerichtsschreiberin Lauber

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.

Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen seit Zustellung bei der 
Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts, Viale Stefano Franscini 7, 6500 Bellinzona schriftlich und be-
gründet Beschwerde führen (Art. 135 Abs. 3 Bst. b, Art. 396 Abs. 1 StPO).