# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 11fe7ccb-ac5d-5617-ab1b-cf2c5f43e1f3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-08
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 08.09.2023 SK 2021 605
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-605_2023-09-08.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 21 605

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 8. September 2023 

Besetzung Obergerichtssuppleant Sarbach (Präsident i.V.), 
Oberrichter Gerber, Oberrichter Zbinden
Gerichtsschreiberin Weissleder

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 18. August 2021 (PEN 20 415)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland (Kollegialgericht in Fünferbesetzung; 
nachfolgend: Vorinstanz) erkannte mit Urteil vom 18. August 2021 (pag. 1707 ff.) 
Folgendes (Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ wird freigesprochen:

1. von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, angeblich be-
gangen durch Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern trotz behördlicher Aufforderung 
am 10. Juli 2018 an der R.________ (Strasse), .________ S.________ (Ziff. 2 AKS),

2. von den Anschuldigungen der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeb-
lich begangen

2.1 durch Anstalten treffen zur Veräusserung von 2.7 Gramm Heroingemisch (ausmachend 
1.2 Gramm reines Heroin) in der Zeit von ca. November 2016 bis 09. November 2017, in 
Biel, Bern und eventuell anderswo (Ziff. 1.9 AKS); 

2.2 durch Anstalten treffen zur Veräusserung einer unbestimmten Menge Heroin in der Zeit vom 
Juni/Juli 2017 bis 09. November 2017, in Biel und eventuell andernorts an H.________ (Ziff. 
1.8 AKS);

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach und mengenmässig qualifiziert 
begangen

1. durch Erwerb/Erlangen von insgesamt ca. 391 Gramm Kokaingemisch (ausmachend 
193.1 Gramm reines Kokain), Besitz dieser Menge Kokain von ca. Ende Oktober bis 09. Novem-
ber 2017 am T.________ (Weg), .________ Biel und an der U.________ (Strasse), .________ 
Bern, sowie durch Anstalten treffen zur Veräusserung von 391 Gramm Kokaingemisch in Biel, 
Bern und andernorts (Ziff. 1.1 und 1.7 AKS);

2. durch Erwerb und Anstalten treffen zur Veräusserung von 990 Gramm Kokaingemisch (aus-
machend 831.6 Gramm reines Kokain) in der Zeit vom 8./9. November 2017 in Biel, Ipsach, Bern, 
Sursee und andernorts (Ziff. 1.6 und 1.2 AKS);

3. durch Erlangen eines Musters von 3 Gramm Heroin im August 2017 in Biel, Bern oder andernorts 
(Ziff. 1.3 AKS);

4. durch Anstalten treffen zur Einfuhr und zum Erwerb/Erlangen von 4'959.8 Gramm Heroinge-
misch (ausmachend 2'212.1 Gramm reines Heroin) in der Zeit von Mitte August bis 23. August 

3

2017 in Bern, Biel, auf der Strecke Niederlande – Rüsselsheim und eventuell andernorts (Ziff. 1.4 
AKS);

5. durch Veräusserung von mind. 335 Gramm Kokaingemisch von ca. November 2016 bis 09. No-
vember 2017 in Bözingen, Ipsach, Biel, Bern und eventuell andernorts an diverse Abnehmer 
(Ziff. 1.5 AKS):

5.1 Veräusserung von mind. 22 Gramm Kokaingemisch im Zeitraum von ca. August 2017 bis 
09. November 2017 in Ipsach und eventuell andernorts an I.________ (Ziff. 1.5.1 AKS);

5.2 Veräusserung von mind. 100 Gramm Kokaingemisch im Zeitraum von ca. April 2017 bis 
09. November 2017 in Biel und eventuell andernorts an J.________ (Ziff. 1.5.2 AKS);

5.3 Veräusserung von mind. 104 Gramm Kokain im Zeitraum von ca. November 2016 bis 09. No-
vember 2017 in Biel und eventuell andernorts an K.________ (Ziff. 1.5.3 AKS);

5.4 Veräusserung von mind. 100 Gramm Kokain im Zeitraum von ca. Juni / Juli 2017 bis 09. No-
vember 2017 in Biel und eventuell andernorts an H.________ (Ziff. 1.5.4 und 1.5.5 AKS);

5.5 Veräusserung von mind. 1 Gramm Kokain im Zeitraum von ca. September 2017 bis 09. No-
vember 2017 in Biel und eventuell andernorts an L.________ (Ziff. 1.5.6 AKS);

5.6 Veräusserung von 1 Gramm Kokain im Zeitraum von ca. September 2017 bis 09. November 
2017 in Biel und eventuell andernorts an einen unbekannten Mazedonier (Ziff. 1.5.7 AKS);

5.7 Veräusserung von mind. 6 Gramm Kokain im Zeitraum von ca. April 2017 bis 09. November 
2017 in Biel und eventuell andernorts an M.________ (Ziff. 1.5.8 AKS);

5.8 Veräusserung von mind. 1 Gramm Kokain im Zeitraum von ca. April 2017 bis 09. November 
2017 in Biel und eventuell andernorts an einen unbekannten N.________ (Ziff. 1.5.9 AKS);

6. durch Beförderung von mind. 1'000 Gramm Kokaingemisch (ausmachend 650 Gramm reines 
Kokain) in der Zeit von Mai bis November 2017, in der Region Biel, Bern und eventuell andernorts 
(Ziff. 1.10 AKS)

und in Anwendung der

Art. 40, 47, 49 Abs. 1, 51 StGB

Art. 19 Abs. 1 lit. b (Ziff. 1., 6.), c (Ziff. 1., 2., 5.), d (Ziff. 1., 2., 3., 4.) und g (Ziff. 1., 2., 4.), 19 Abs. 2 
lit. a BetmG

Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren.

Die Untersuchungshaft von 265 Tagen (09.11.2017 – 31.07.2018) wird im Umfang von 265 Tagen 
auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

2. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 24'177.70 und Aus-
lagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 56’409.60, insgesamt bestimmt auf 
CHF 80'587.30 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung auf CHF 42'958.70).

4

Kosten der Untersuchung CHF 14’177.70
Auftritt Staatsanwaltschaft an HV CHF 1’500.00
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 8’500.00
Total CHF 24’177.70

Kosten für die amtliche Verteidigung (vgl. Tabelle) CHF 37’628.60
Kosten des Gerichts CHF 753.90
Kosten der Staatsanwaltschaft CHF 18’027.10
Total CHF 56’409.60

Total Verfahrenskosten CHF 80’587.30

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

III.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ durch 
Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

Leistungen bis 31.12.2017
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 27.17 200.00 CHF 5’434.00
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 324.60
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 5’758.60 CHF 460.70

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 6’219.30

volles Honorar CHF 6’792.50
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 324.60
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 7’117.10 CHF 569.35

CHF 0.00
Total CHF 7’686.45

nachforderbarer Betrag CHF 1’467.15

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

5

Leistungen ab 01.01.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 134.24 200.00 CHF 26’848.00
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 2’315.70
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 29’163.70 CHF 2’245.60

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 31’409.30

volles Honorar CHF 33’560.00
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 2’315.70
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 35’875.70 CHF 2’762.45

CHF 0.00
Total CHF 38’638.15

nachforderbarer Betrag CHF 7’228.85

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
A.________ mit CHF 37'628.60. Vom amtlichen Honorar ist der am 20.11.2018 von der Staatsanwalt-
schaft des Kantons Bern für besondere Aufgaben bezahlte Vorschuss von CHF 25'590.20 abzuziehen. 
Rechtsanwalt B.________ ist demzufolge für die amtliche Verteidigung von A.________ vom Kanton 
Bern total noch ein Betrag von CHF 12'038.40 auszurichten. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 8'696.00 zwischen der amtlichen Entschädigung und 
dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 
StPO).

IV.

Weiter wird verfügt:

1. Die folgenden beschlagnahmten Drogen und Drogenutensilien werden zur Vernichtung eingezo-
gen (Art. 69 StGB)
- 1’018g weisses Pulver
- Waage (Ass.-Nr. 001)
- Waage Swiss Check (Ass.-Nr. 002)
- Diverses Verpackungsmaterial (Ass.-Nr. 003)
- 206.9g weisses Pulver (3gr MG + 5kl. MG) (Ass.-Nr. 005)
- 2 Plastiksäcke und Minigrips mit weissem Pulver (75g brutto + 138g brutto) (Ass.-Nr. 001)
- 2 Minigripbeutel mit pulverartiger brauner Substanz, ca. 4 Gramm
- Kleines Fläschlein mit Pulverrückständen und 2 Notizzettel
- Tacho (präpariert zum Drogenversteck)

2. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):
- iPhone weiss
- 2 Beutel Kamagra à je 100mg
- SIM-Karte orange (Ass.-Nr. 011)
- Mobiltelefon TJ Mobile I100, inkl. SIM-Karte Lebara (Ass.-Nr 023)
- Mobiltelefon Samsung Yateley, inkl. SIM-Karte Vodafone (Ass.-Nr. 024)

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- Mobiltelefon Samsung Yateley, inkl. SIM-Karte Lebara (Ass.-Nr. 025)
- SIM-Karte Swisscom (Ass.-Nr. 028)
- SIM-Karte .________ (Ass.-Nr. 030)
- SIM-Karte .________ (Ass.-Nr. 031)
- SIM-Karte Salt (Ass.-Nr. 033)
- SIM-Karte (Ass.-Nr. 034)
- 3 Schachteln Kamagra 100mg (Ass.-Nr. 069)
- Mobiltelefon iPhone (Ass.-Nr. 072)
- Mobiltelefon Samsung (Ass.-Nr. 073)
- 8 Tabletten Sildenafil Sildenax 100mg Drossa Pharm AG
- 2 Tabletten Sildenafil Sildenafilum 100mg Sandoz
- SIM-Karte Lebara .________ (Ass.-Nr. G-1)
- Axt (Ass.-Nr. 004)

3. Folgendes Dokument wird als Beweismittel bei den Akten belassen:
- Kopie des Briefes von G.________ an A.________ vom 11. Januar 2018 (8 Seiten)

4. Der beschlagnahmte Personenwagen BMW 320i, blau, Fahrgestell-Nr. .________ wird eingezo-
gen und verwertet (Art. 69 StGB). Ein allfälliger Verwertungserlös wird an die Verfahrenskosten 
angerechnet.

5. Folgende Beträge werden eingezogen (Art. 70 StGB):
- Bargeld CHF 2'002.65 (Ass.-Nr. 006, Ass.-Nr. 014, Ass.-Nr. 002)
- Bargeld Euro 788.62 (Ass.-Nr. 007, Ass.-Nr 015), es wird zudem festgestellt, dass die ge-

fälschte 200 Euronote bereits dem Bundesamt für Polizei übergeben worden ist. 
- Bargeld Dollar 117.00 (Ass.-Nr. 016)

6. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. .________ nach Ablauf der 
Frist wird dem zuständigen Bundesamt erteilt (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG). 

7. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten durch 
die auftraggebende Behörde wird nach Ablauf der Frist erteilt (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 
Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten). 

[Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) mit Schrei-
ben vom 19. August 2021 form- und fristgerecht Berufung an (pag. 1717). Die schrift-
liche Urteilsbegründung datiert vom 9. Dezember 2021 (pag. 1723 ff.). Mit Beru-
fungserklärung vom 30. Dezember 2021 wurde das erstinstanzliche Urteil teilweise 
angefochten (pag. 1826 f.).

Die Generalstaatsanwaltschaft hat mit Eingabe vom 17. Januar 2022 weder ein 
Nichteintreten auf die Berufung beantragt noch Anschlussberufung erklärt 
(pag. 1832).

7

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Hauptverhandlung wurde von Amtes wegen ein 
aktueller Strafregisterauszug (pag. 1892) über den Beschuldigten eingeholt.

An der Berufungsverhandlung vom 7./8. September 2023 wurde der Beschuldigte 
erneut einvernommen (pag. 1896 ff.).

4. Oberinstanzliche Anträge

4.1 Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte und begründete Rechtsanwalt 
B.________ namens und auftrags des Beschuldigten die folgenden Anträge (Her-
vorhebungen im Original; pag. 1908):

I. Herr A.________, geb.________, von Biel/Bienne, sei freizusprechen vom Vorwurf des Anstal-
tentreffens zur Einfuhr und zum Verkauf von 4'959.8 Gramm Heroingemisch (2'212.1 Gramm rei-
nes Heroin); und

II. Herr A.________, vgt., sei aufgrund der in Rechtskraft erwachsenen Schuldsprüche des Regional-
gerichts Berner Jura-Seeland gemäss Urteil vom 18.08.2021 (PEN 20 415) zu einer Freiheits-
strafe von 33 Monaten zu verurteilen – unter Gewährung des teilbedingten Vollzugs, mit Auf-
schub eines auf 24.5 Monate festzulegenden Teils – bei einer Probezeit von 2 Jahren und unter 
Anrechnung der auserstandenen Untersuchungshaft von 265 Tagen. 

III. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Kanton Bern aufzuerlegen und die Entschädigung 
für die amtliche Verteidigung von Herrn A.________ (inkl. das volle Honorar) sei gemäss einge-
reichter Kostennote gerichtlich zu bestimmen. 

IV. Die weiteren notwendigen Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen. 

4.2 Staatsanwältin C.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung für die Generalstaatsanwaltschaft folgende Anträge (Hervorhe-
bungen im Original; pag. 1911 ff.):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Fün-
ferbesetzung) vom 18. August 2021 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. des Freispruchs; 
1.1. von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, angeb-

lich begangen durch Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern trotz behördlicher 
Aufforderung am 10. Juli 2018 an der R.________ (Strasse), .________ S.________ (Ziff. 2 
AKS); 

1.2. von den Anschuldigungen der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, an-
geblich begangen
1.2.1. durch Anstalten treffen zur Veräusserung von 2.7 Gramm Heroingemisch (ausma-

chend 1.2 Gramm reines Heroin) in der Zeit von ca. November 2016 bis 09. Novem-
ber 2017, in Biel, Bern und eventuell anderswo (Ziff. 1.9 AKS); 

1.2.2. durch Anstalten treffen zur Veräusserung einer unbestimmten Menge Heroin in der 
Zeit vom Juni/Juli 2017 bis 09. November 2017, in Biel und eventuell andernorts an 
H.________ (Ziff. 1.8 AKS); 

8

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten; 

2. des Schuldspruchs, wonach A.________ der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-
gesetz, mehrfach und mengenmässig qualifiziert begangen schuldig erklärt wurde; 
2.1. durch Erwerb/Erlangen von insgesamt ca. 391 Gramm Kokaingemisch (ausmachend 193.1 

Gramm reines Kokain), Besitz dieser Menge Kokain von ca. Ende Oktober bis 09. November 
2017 am T.________ (Weg), .________ Biel und an der U.________ (Strasse), .________ 
Bern, sowie durch Anstalten treffen zur Veräusserung von 391 Gramm Kokaingemisch in 
Biel, Bern und andernorts (Ziff. 1.1 und 1.7 AKS); 

2.2. durch Erwerb und Anstalten treffen zur Veräusserung von 990 Gramm Kokaingemisch 
(ausmachend 831.6 Gramm reines Kokain) in der Zeit vom 8./9. November 2017 in Biel, 
Ipsach, Bern, Sursee und andernorts (Ziff. 1.6 und 1.2 AKS);

2.3. durch Erlangen eines Musters von 3 Gramm Heroin im August 2017 in Biel, Bern oder an-
dernorts (Ziff. 1.3 AKS);

2.4. durch Veräusserung von mind. 335 Gramm Kokaingemisch von ca. November 2016 bis 
09. November 2017 in Bözingen, Ipsach, Biel, Bern und eventuell andernorts an diverse Ab-
nehmer (Ziff. 1.5 AKS); 
2.4.1. Veräusserung von mind. 22 Gramm Kokaingemisch im Zeitraum von ca. August 2017 

bis 09. November 2017 in Ipsach und eventuell andernorts an I.________ (Ziff. 1.5.1 
AKS);

2.4.2. Veräusserung von mind. 100 Gramm Kokaingemisch im Zeitraum von ca. April 2017 
bis 09. November 2017 in Biel und eventuell andernorts an J.________ (Ziff. 1.5.2 
AKS);

2.4.3. Veräusserung von mind. 104 Gramm Kokain im Zeitraum von ca. November 2016 bis 
09. November 2017 in Biel und eventuell andernorts an K.________ (Ziff. 1.5.3 AKS);

2.4.4. Veräusserung von mind. 100 Gramm Kokain im Zeitraum von ca. Juni/Juli 2017 bis 
09. November 2017 in Biel und eventuell andernorts an H.________ (Ziff. 1.5.4 und 
1.5.5 AKS);

2.4.5. Veräusserung von mind. 1 Gramm Kokain im Zeitraum von ca. September 2017 bis 
09. November 2017 in Biel und eventuell andernorts an L.________ (Ziff. 1.5.6 AKS);

2.4.6. Veräusserung von mind. 1 Gramm Kokain im Zeitraum von ca. September 2017 bis 
09. November 2017 in Biel und eventuell andernorts an einen unbekannten Mazedo-
nier (Ziff. 1.5.7 AKS);

2.4.7. Veräusserung von mind. 6 Gramm Kokain im Zeitraum von ca. April 2017 bis 09. No-
vember 2017 in Biel und eventuell andernorts an M.________ (Ziff. 1.5.8 AKS);

2.4.8. Veräusserung von mind. 1 Gramm Kokain im Zeitraum von ca. April 2017 bis 09. No-
vember 2017 in Biel und eventuell andernorts an einen unbekannten N.________ 
(Ziff. 1.5.9 AKS);

2.5. durch Beförderung von mind. 1'000 Gramm Kokaingemisch (ausmachend 650 Gramm rei-
nes Kokain) in der Zeit von Mai bis November 2017, in der Region Biel, Bern und eventuell 
andernorts (Ziff. 1.10 AKS).

II.

A.________ sei schuldig zu erklären: 

1. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen durch Anstalten treffen 
zur Einfuhr und zum Erwerb/Erlangen von 4'959.8 Gramm Heroingemisch (ausmachend 

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2'212.1 Gramm reines Heroin) in der Zeit von Mitte August bis 23. August 2017 in Bern, Biel, auf 
der Strecke Niederlande – Rüsselsheim und eventuell andernorts (Ziff. 1.4 AKS), 

und er sei in Anwendung von 
Art. 40, 47, 49 Abs. 1, 51 StGB 
Art. 19 Abs. 1 lit. b (Ziff. 1., 6.), c (Ziff. 1., 2., 5.), d (Ziff. 1., 2., 3., 4.) und g (Ziff. 1., 2., 4.),
19 Abs. 2 lit. a BetmG 
Art. 426 ff. StPO 

zu verurteilen: 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs-
haft von 265 Tagen (09.11.2017 – 31.07.2018); 

2. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD). 

III.

Verfügungen 

Es seien die üblichen Verfügungen zu treffen (Honorar amtliche Verteidigung etc.). 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer 

5.1 Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen 
Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). Zu überprüfen sind demnach (pag. 1827):

 die Schuldigerklärung wegen Anstalten treffen zur Einfuhr und zum Erwerb/Er-
langen von 4'959.8 Gramm Heroingemisch (Ziff. II./4. des erstinstanzlichen Ur-
teils),

 die Höhe der ausgesprochenen Freiheitsstrafe (Strafmass; Ziff. II./1. des erst-
instanzlichen Urteils).

5.2 Zu prüfen sind für den Fall der Gutheissung der Berufung auch die sich daraus er-
gebenden Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. II./2. und Ziff. III. des erstinstanz-
lichen Urteils; vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019 
E. 2.3).

5.3 Die Kammer verfügt hinsichtlich der zu überprüfenden Punkte über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Sie darf den Entscheid aber nicht zum Nachteil des Beschul-
digten abändern, da das Rechtsmittel nur zu seinen Gunsten ergriffen worden ist 
(Art. 391 Abs. 2 StPO; Verbot der «reformatio in peius»).

5.4 Nicht angefochten und damit in Rechtskraft erwachsen, sind die Freisprüche des 
Beschuldigten von den Anschuldigungen der Widerhandlung gegen das Strassen-
verkehrsgesetz (Ziff. I./1. des erstinstanzlichen Urteils) und der Widerhandlungen ge-
gen das Betäubungsmittelgesetz (Ziff. I./2. des erstinstanzlichen Urteils) sowie die 
Schuldigerklärung des Beschuldigten der Widerhandlungen gegen das Betäubungs-
mittelgesetz, mehrfach und mengenmässig qualifiziert begangen (Ziff. II./1., 
Ziff. II./2., Ziff. II./3., Ziff. II./5., und Ziff. II./6. des erstinstanzlichen Urteils). Rechts-
kräftig ist überdies die Einziehung der beschlagnahmten Drogen und Drogenutensi-
lien (Ziff. IV./1. des erstinstanzlichen Urteils), die Einziehung diverser Gegenstände 

10

(Ziff. IV./2. des erstinstanzlichen Urteils), die Einziehung und «Verwertung» des be-
schlagnahmten Personenwagens BMW 320i (Ziff. IV./4. des erstinstanzlichen Ur-
teils; das Fahrzeug wurde an die Feuerwehr übergeben, da aufgrund des Zustands 
des Fahrzeugs kein Verwertungserlös mehr erzielt werden konnte, vgl. pag. 1856 
und 1869 f.) sowie die Einziehung der Bargeldbeträge (Ziff. IV./5. des erstinstanzli-
chen Urteils).

5.5 Praxisgemäss neu zu verfügen ist auch über das erstellte DNA-Profil (Ziff. IV./6. des 
erstinstanzlichen Urteils) und die erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen 
Daten (Ziff. IV./7. des erstinstanzlichen Urteils).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird gemäss Ziff. I.1.4. der Anklageschrift vom 9. Juni 2020 fol-
gender Sachverhalt vorgeworfen (Hervorhebungen im Original; pag. 1449):

1.4. Anstalten Treffen zur Einfuhr und zum Erwerb / Erlangen von 4'959.8 g Heroingemisch (Rein-
heitsgrad 44.6 %, ausmachend 2'212.1 g reines Heroin) von einem unbekannten Lieferanten in den 
Niederlanden zum Preis von CHF 27'000.00 / kg, total also CHF 135'000.00, gemeinsam begangen mit 
D.________ und E.________ in Bern, Biel, auf der Strecke Niederlande-Rüsselsheim und eventuell 
andernorts in der Zeit von Mitte August bis 23. August 2017 (Anhaltung D.________ in Rüsselsheim / 
D).

A.________ kam über E.________ in Kontakt mit dessen Cousin D.________. Dieser wollte, um seine 
Schulden abzubauen, ein grosses Geschäft mit Heroin machen, weshalb er diesbezüglich E.________ 
kontaktierte. Da sich dieser interessiert zeigte, übergab D.________ ihm später in Deutschland ein 
Muster von 3 g Heroin in drei kleinen Tütchen, das dieser an A.________ zur Prüfung weiterleitete (vgl. 
Ziff. 1.3. der Anklageschrift). Dieser bzw. allenfalls seine Auftraggeber befanden das Heroin für gut. 
A.________ und D.________ vereinbarten einen Preis von CHF 27'000.00 / kg Heroin. A.________ 
bzw. allenfalls seine Auftraggeber bestellten die 5 kg Heroin bei D.________.

Nachdem A.________ bzw. allenfalls seine Auftraggeber das Muster Heroin für gut befunden und 5 kg 
Heroin bestellt hatten, überbrachte ein paar Tage später ein Geldkurier namens «E.________» 
D.________ eine Anzahlung der Käufer von EURO 40'000.00 und sagte, D.________ solle das Heroin 
bringen.

D.________ kaufte in Rotterdam / NL die sichergestellten 4'959.8 g Heroingemisch zum Preis von 
EURO 18'500.00, versteckte die Drogen in seinem Auto und transportierte sie so zusammen mit 
F.________ nach Deutschland. In Rüsselsheim wurde sein Fahrzeug angehalten und das Heroin si-
chergestellt.

7. Beweisergebnis der Vorinstanz 

Die Vorinstanz kam nach Würdigung der objektiven und subjektiven Beweismittel zu 
folgendem Beweisergebnis (S. 36 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 1758): 

11

Gestützt auf die Aussagen von D.________ und den aktenkundigen Gesprächen wie auch der vorgän-
gigen Übernahme des Musters ist damit erstellt, dass der Beschuldigte über D.________ die 5 Kilo-
gramm Heroin in die Schweiz kommen lassen wollte gemäss umschriebenem Sachverhalt in der An-
klageschrift. Insgesamt erachtet das Gericht damit den Sachverhalt gemäss Ziffer 1.4. AKS als beweis-
mässig erstellt. 

8. Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien 

8.1 Anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Verteidigung des Beschuldigten zu-
sammengefasst aus, dass für das Verhalten des Beschuldigten in erster Linie die mit 
D.________ ausgetauschten Kurznachrichten im Zeitraum 16. August 2017 - 21. Au-
gust 2017 (pag. 949 - 957) und die von D.________ gemachten Aussagen vom 
5. August 2017 (pag. 559 - 569) relevant seien. Die Aussagen des Beschuldigten 
seien hingegen wenig hilfreich. Das Geschäft mit den 5 Kilogramm Heroin sei nicht 
vom Beschuldigten initiiert oder gewollt gewesen, sondern von D.________. 
D.________ habe selbst ausgesagt, dass er das Geschäft aufgrund finanzieller 
Schwierigkeiten habe abschliessen wollen. Aus diesem Grund habe er auch ver-
schiedene Leute als Abnehmer angefragt und nicht nur den Beschuldigten (pag. 562, 
565 und 575). Die Vorinstanz sei weiter fälschlicherweise davon ausgegangen, dass 
der Beschuldigte mit D.________ über Lieferumfang und Preis verhandelt und an-
schliessend das «ok» für den Transport gegeben habe. Doch sehe man sich die 
Aussagen und die Chatnachrichten an, müsse man zu einem anderen Schluss kom-
men. Der Beschuldigte habe nur seine Hilfe angeboten für den Fall, dass 
D.________ mit der Lieferung in der Schweiz angekommen wäre. Selbst 
D.________ sei bewusst gewesen, dass der Beschuldigte nur habe helfen wollen 
und das Heroin nicht für sich behalten hätte (pag. 564). Aus den Nachrichten bzw. 
Befragungen ergebe sich somit nur, dass der Beschuldigte seine Hilfe für den Ver-
kauf und die Vermittlung angeboten habe, falls D.________ dann auch tatsächlich 
in der Schweiz aufgetaucht wäre. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz habe der 
Beschuldigte keine Mengen- und Preisverhandlungen mit D.________ geführt. In 
Bezug auf die Menge habe lediglich D.________ eine Zahl genannt (pag. 946 und 
952) und hinsichtlich des Preises habe der Beschuldigte D.________ klarerweise 
mitgeteilt, dass es seine (gemeint ist D.________) Aufgabe sei, den Preis festzule-
gen (Nachricht auf pag. 955). Die Vorinstanz sei zu schnell von einer zu grossen 
Tatbeteiligung des Beschuldigten ausgegangen. Der Beschuldigte habe lediglich 
seine Hilfe signalisiert und habe keine effektive Vorbereitungshandlung vorgenom-
men. So habe er weder einen Geldgeber noch einen Abnehmer für das Kokain ge-
sucht. Die Kommunikation sei ausserdem immer und ausschliesslich von 
D.________ ausgegangen, was zeige, dass der Beschuldigte kein Interesse am Ge-
schäft gehabt habe. 

Weiter sei die Aussage von D.________, dass er für die 5 Kilogramm Heroin eine 
Anzahlung von 40'000.00 Euro erhalten haben soll unglaubwürdig. Es stehe im Wi-
derspruch zu seiner anfänglichen Aussage, wonach er die Drogen auf Kommission 
übergeben hätte (pag. 576). Erst später im Verfahren bringe er danach plötzlich vor, 
er habe eine Anzahlung von einem unbekannten «E.________» erhalten (pag. 568). 
Die Anzahlung sei entsprechend nicht erstellt und dürfe im Rahmen der Beweiswür-
digung nicht berücksichtigt werden. Der Beschuldigte sei für die blosse Absicht zur 

12

Hilfestellung verurteilt worden. Er habe keine konkreten Handlungen vorgenommen, 
welche das Risiko des Inverkehrsetzens der Drogen erhöht hätten. Die blosse Ab-
sicht zu helfen, könne und dürfe nicht bestraft werden, entsprechend sei der Be-
schuldigte vom Vorwurf freizusprechen. 

8.2 Demgegenüber führte die Generalstaatsanwaltschaft zusammengefasst aus, die Be-
hauptung des Beschuldigten, wonach er gedacht habe, es handle sich um türkischen 
Kaffee, widerspreche den Beweisen diametral und würde eine blosse Schutzbe-
hauptung darstellen. Dies ergebe sich insbesondere aus den aufgezeichneten Nach-
richten bzw. Gesprächen zwischen dem Beschuldigten und D.________ sowie den 
glaubhaften Aussagen von D.________. Es sei nicht ersichtlich, weshalb 
D.________ den Beschuldigten zu Unrecht belasten sollte. Dem Beschuldigten sei 
immer bewusst gewesen, dass es um Heroin gegangen sei. Obwohl es stimme, dass 
die Initiative für das Geschäft von D.________ ausgegangen sei, habe der Beschul-
digte eben gerade nicht mit Gleichgültigkeit auf sein Angebot reagiert, sondern sei 
bereitwillig darauf eingegangen. Dies zeige sich insbesondere durch die erfolgte 
Rückmeldung des Beschuldigten an D.________ zur Qualität der erhaltenen Hero-
inprobe, den geführten Preisverhandlungen und die angebotene Hilfe seitens des 
Beschuldigten nach Einfuhr des Heroins durch D.________. Betreffend Anzahlung 
hielt die Generalstaatsanwaltschaft fest, dass die Aussagen von D.________ ganz 
grundsätzlich glaubwürdig erscheinen würden. Auch wenn er die Anzahlung in den 
frühen Einvernahmen nicht erwähnt habe, erschliesse es sich nicht, warum er dies-
bezüglich hätte lügen sollen. Es mache auch schlicht keinen Sinn, dass 5 Kilogramm 
Heroin ohne jegliche Anzahlung transportiert worden wären. Für den Beschuldigten 
sei klar erkennbar gewesen, dass er durch sein Verhalten D.________ dazu veran-
lasst habe, das Heroin in die Schweiz einzuführen. Er habe seinen Willen gegenüber 
D.________ klar zu erkennen gegeben. Der Beschuldigte habe durch seine Hand-
lungen den Tatbestand des Anstalten Treffens erfüllt und sei schuldig zu sprechen. 

9. Unbestrittener Sachverhalt / bestrittener Sachverhalt

Es ist unbestritten, dass die Polizei am 23. August 2017 in Rüsselsheim (D) 
D.________ anhielt und im Fahrzeug seiner Freundin, F.________, insgesamt rund 
5 Kilogramm Heroingemisch sichergestellt werden konnte (pag. 82). 

Der Beschuldigte hat eingestanden, dass er im August 2017 ein Muster von 
3 Gramm Heroin von E.________ erhielt (u.a. pag. 286 f.).

Unbestritten ist weiter die Telekommunikation zwischen dem Beschuldigten und 
D.________. Der Beschuldigte bestätigte das Stattfinden der Gespräche bzw. den 
Inhalt der Textnachrichten anlässlich seiner Einvernahme vom 22. Januar 2018 
(u.a. pag. 255 ff.). Er bestreitet hingegen — in mehreren Punkten — die durch die 
Vorinstanz vorgenommene Würdigung der aufgezeichneten Gespräche und Text-
nachrichten. 

13

Weiter bestreitet der Beschuldigte den ihm in der Anklageschrift unter Ziff. I.1.4. vor-
geworfene Sachverhalt vollumfänglich. 

10. Beweismittel

10.1 Zu den Vorwürfen gilt es zuerst die Beweismittel zu sammeln und zu sichten, die zur 
Feststellung des tatbestandserheblichen Sachverhalts beitragen können. Das Be-
weismaterial wird zunächst auf seine grundsätzliche Eignung und Qualität hin beur-
teilt: Einerseits müssen die einzelnen Beweismittel ihrer Natur und ihrer Aussage 
nach tatsächlich zur Klärung der konkreten Tatfrage beitragen können (Beweiseig-
nung). Anderseits muss ihr grundsätzlicher Beweiswert feststehen. Die anschlies-
sende Beweiswürdigung betrifft die inhaltliche Auswertung der aufgenommenen Be-
weismittel (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1 S. 349 f.).

10.2 Als objektive Beweismittel, die zur Klärung des bestrittenen Sachverhalts beitragen 
können, liegen der Kammer vor:

 der Ermittlungsrapport der Kantonspolizei Bern, Regionalpolizei Seeland – 
Berner Jura vom 17. Januar 2019 (pag. 79 ff.) samt Beilagen, insbesondere 
Erkenntnisse aus den technischen Überwachungen (pag. 106 ff.),

 der Einsatzrapport Fahrzeugkontrolle des Grenzwachtposten Basel Ost der 
Eidgenössischen Zollverwaltung vom 16. November 2017 (pag. 715 ff.),

 der Rapport des kriminaltechnischen Diensts der Kantonspolizei Bern vom 
26. Dezember 2017 (pag. 685 ff.),

 der forensisch-chemische Abschlussbericht des Instituts für Rechtsmedizin 
vom 8. Januar 2018 (pag. 709 ff.),

 Auszüge der Akten aus dem Strafverfahren in Deutschland gegen D.________ 
(pag. 827 ff.), insbesondere der «Vermerk» zur Kontaktperson mit dem An-
schluss .________ des Polizeipräsidiums Südhessen vom 22. August 2017 
(pag. 944 f.) samt Erkenntnissen aus den technischen Überwachungen (ins-
bes. pag. 946 und 949 ff.), den «Vermerk» des Polizeipräsidiums Südhessen 
vom 23. August 2017 (pag. 963 f.), den Test- und Wiegebericht II des Polizei-
präsidiums Südhessen vom 28. August 2017 (pag. 1056 f.) und das Behörden-
gutachten des kriminalwissenschaftlichen und -technischen Instituts des hes-
sischen Landeskriminalamts vom 16. Oktober 2017 (pag. 1049 ff.).

10.3 Als subjektive Beweismittel liegen der Kammer insbesondere die Aussagen des Be-
schuldigten (pag. 249 ff., 284 ff., 583 ff., 1662 ff.), die Aussagen des Zeugen 
D.________ (pag. 559 ff. und 571 ff.) und die Aussagen des Zeugen E.________ 
(pag. 608 ff. und 650 ff.) vor. 

10.4 Die Vorinstanz hat diese objektiven und subjektiven Beweismittel, die bereits dem 
erstinstanzlichen Verfahren zugrunde lagen, soweit hier interessierend grundsätzlich 
zutreffend wiedergegeben und zusammengefasst; darauf kann vorab verwiesen wer-
den (S. 12 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1734 ff.). Als subjektives 
Beweismittel liegen der Kammer zusätzlich die Aussagen des Beschuldigten anläss-
lich der oberinstanzlichen Verhandlung vor (pag. 1896 ff.). Es wird darauf verzichtet, 
die Aussagen des Beschuldigten an dieser Stelle zusammengefasst wiederzugeben; 

14

soweit von Relevanz, wird darauf direkt im Rahmen der konkreten Würdigung ein-
gegangen.

10.5 Zu den objektiven Beweismitteln ist präzisierend und ergänzend Folgendes festzu-
halten:

Dem Ermittlungsrapport der Kantonspolizei Bern, Regionalpolizei Seeland – Berner 
Jura vom 17. Januar 2019 ist zu entnehmen, dass der Beschuldigte bereits im Jahr 
2015 in mehreren Verfahren wegen qualifizierter Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz als «Randperson» auftauchte. Es ging dabei jeweils um al-
banische Touristen, bei denen zwischen 50–200 Gramm Heroin sichergestellt wer-
den konnte. Der Beschuldigte war in zwei Fällen der Fahrer der albanischen Touris-
ten, in einem Fall wurde er als Vermittler der Wohnung und in einem Fall als Auftrag-
geber und Koordinator bezeichnet. Insgesamt wurde der Beschuldigte damals mit 
510 Gramm Heroin in Verbindung gebracht (pag. 82 ff.). Zu einer Strafverfolgung 
des Beschuldigten kam es nicht.

Dem Einsatzrapport Fahrzeugkontrolle des Grenzwachtposten Basel Ost der Eid-
genössischen Zollverwaltung vom 16. November 2017 ist zu entnehmen, dass in den 
im Fahrzeugtacho versteckten 2 Stück Minigripbeutel eine pulverartige braune Sub-
stanz, 3.53 Gramm brutto, mutmasslich Heroin, gefunden wurde (pag. 715 ff.). 

Aus dem «Vermerk» zur Kontaktperson mit dem Anschluss .________ des Polizei-
präsidiums Südhessen vom 22. August 2017 (pag. 944 f.) samt Erkenntnissen aus 
den technischen Überwachungen (insbes. pag. 946 und 949 ff.) scheint folgende 
Kommunikation massgeblich:

Am Montag, 14. August 2017 um 20:59 Uhr telefonierte D.________ mit dem Be-
schuldigten und fragte ihn: «Onkel, eine Frage: Brauchst Du Kaffee? Diese von 
Türkei-Kaffee». Der Beschuldigte antwortete: «(kurze Pause) … ja, wenn gut ist.». 
D.________ sagte daraufhin, dass er vielleicht dieses Wochenende vorbeikomme, 
woraufhin der Beschuldigte mit «ok» antwortete. D.________ sagte weiter: «Ok, ich 
bring dann 5,6 Kaffee für Dich», woraufhin der Beschuldigte erneut mit «ok» antwor-
tete. D.________ sagte danach noch: «Ok, dies Kaffee von Türkei, du weisst?», wor-
aufhin der Beschuldigte mit «Ja, ja» antwortete. Daraufhin versprach D.________, 
am Wochenende mit dem Kaffee «da» zu sein, was der Beschuldigte mit «ok» quit-
tierte (pag. 946). 

Am 15. August 2017 um 16:42 Uhr schrieb E.________ an D.________, dass er 
abends um 19:00 Uhr losfahren werde, woraufhin D.________ E.________ eine 
Adresse mitteilte und dass er auf ihn warte (pag. 660, Nachrichten 7-10). Er solle 
rausgehen ohne jemandem etwas zu sagen (pag. 662, Nachricht 12).

Am 15. August 2017 um 19:26 Uhr rief D.________ seine Freundin F.________ an 
und erklärte ihr, er sei in der Nähe von Den Haag gewesen. Er sei so lange unter-
wegs gewesen, weil sie «es» abends nicht bekommen hätten, sondern erst am Mor-
gen. Zudem habe er «die Schweiz» angerufen, «E.________» sei jetzt unterwegs 
von der Schweiz nach Deutschland (pag. 947).

Am 16. August 2017 um 22:55 Uhr schrieb E.________ an D.________: «slm 
D.________ aradim komboxsa baglaniyor» (übersetzt: «Hallo D.________ ich habe 

15

angerufen aber die Mailbox kommt») und «ona ulasamiyorum» (übersetzt: «ich kann 
ihn nicht erreichen»; pag. 665, Nachricht 23 und 24). 

Am 16. August 2017 um 22:56:02 Uhr antwortete D.________ E.________ (pag 
665, Nachricht 25): «Dur ben bir onu ariyam» (übersetzt: «warte ich rufe Ihn mal 
an»). 

Am 16. August 2017 um 22:56:58 Uhr rief D.________ den Beschuldigten an, wobei 
er nur die Mailbox erreichte («Hallo, ich bin A.________ […].»; pag. 949). 

Am 16. August 2017 um 22:59 Uhr schrieb D.________ an E.________, dass er 
auch nur die Mailbox erreiche. Gleich anschliessend schrieb D.________ 
E.________, dieser solle «ihn» erreichen, damit «wir» am Wochenende kommen 
könnten (pag. 665 und 667, Nachricht 26 und 27). 

Am 17. August 2017 um 14:45 Uhr rief D.________ beim Beschuldigten an 
(pag. 949 f.). Folgendes Gespräch wurde aufgezeichnet: 
D.________: «Hat E.________ dich angerufen?»

A.________: «Wer ist E.________?»

D.________: «Ääh, diese ääh .________ (phon.)»

A.________: «Ja.»

D.________: «Ääh, ääh, geh mal kurz bei ihn und gib mir eine Antwort, bitte.» 

A.________: «Aha, ja, okay.» 

D.________: «Ich hab ihm Kaffee geschickt, ja?»

A.________: «Ja, hm, okay.»

D.________: «Ja, der war bei mir hier. Okay?»

A.________: «Okay.»

D.________: «Kuckst Du diese Kaffee und dann, wenn Du okay gibst, dann morgen 

ich bin bei Dir.»

A.________: «Okay.»

D.________: «Okay, Bruder, dann bis später. Tschau.» 

Am 17. August 2017 um 20:18 Uhr schrieb D.________ an E.________, ob er sich 
mit dem Kollegen getroffen habe. Dieser antwortete um 20:46 Uhr, ja, es habe sich 
erledigt (pag. 668, Nachrichten 29 und 30).

Am 19. August 2017 um 02:05 Uhr schrieb D.________ dem Beschuldigten, dass 
er auf dessen Anruf warte (pag. 950).

Am 20. August 2017 um 12:31 Uhr erkundigte sich E.________ bei D.________, ob 
es Neuigkeiten gäbe, woraufhin D.________ antwortete, dass «er» sich noch nicht 
gemeldet habe (pag. 671, Nachrichten 33 und 34).

Am 20. August 2017 um 21:09 Uhr schrieb D.________ erneut dem Beschuldigten 
und erkundigt sich um eine Antwort (pag. 950 f.). Zwei Minuten später antwortete der 
Beschuldigte: «Ich vais nichkt vi soli zagen arkadasch jeze fiel schwaiz gekomen 
dize kafe ist gut» und «Rot ist gut» (pag. 951). Um 21:15 Uhr schrieb D.________: 

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«Sol ich bringen dir 5 kaffe», woraufhin der Beschuldigte antwortete: «Kanstu aber 
ich habe kaine gelt ich kann dier helfen ok» (pag. 952). Die beiden verhandelten 
anschliessend über den Preis. Der Beschuldigte fragte D.________: «Und preis». 
Dieser antwortete: «30 Frank», woraufhin der Beschuldigte entgegnete: «Bisjen Tou-
rer aber dize rote nichk schwarze und ich kan dier helfen ich habe kaine Geld ok 
V.________ 27 var gut» sowie «Tu mus visen ok» (pag. 953 ff.). Daraufhin ging es 
bereits um den Tag der Lieferung: «Wenn ich komme fur funf kaffee viel tage 1 tag 
2 tag 3 tag fertig machen». Der Beschuldigte erklärte: «Vielleicht sofort, vielleicht 
nicht. V.________ keine Garantie. Ok.», woraufhin D.________ schrieb: «Okey bru-
der ich bin mitwoch da» (pag. 956 f.). 

Am 21. August 2017 um 12:47 Uhr fragte E.________ bei D.________ nach, ob es 
Neuigkeiten gäbe. D.________ antwortete eine halbe Stunde später, dass er ange-
rufen habe und die andere Person gesagt habe, sie habe kein Geld. Er «lasse es mit 
Kredit» (pag. 672, Nachricht 36 und 37). 

Am 21. August 2017 um 17:50 Uhr erkundigte sich D.________ beim Beschuldig-
ten, wie viele Tage es dauern würde, um das Geschäft komplett abzuschliessen 
(pag. 956). Der Beschuldigte meinte, er wisse es nicht und er gäbe keine Garantie. 
Um 18:03 Uhr antwortete D.________ daraufhin, er werde am Mittwoch dort sein 
(pag. 957).

Am 21. August 2017 um 19:39 Uhr schrieb D.________ an E.________, er werde 
am Mittwoch vorbeikommen und die Sache erledigen (pag. 675, Nachricht 39). 

Am 23. August 2017 um 19:11 Uhr erkundigte sich E.________ bei D.________, ob 
es Neuigkeiten gäbe (pag. 678, Nachricht 41). Darauf erhielt er keine Antwort. 

11. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung 

11.1 Bezüglich der allgemeinen Grundlagen zur Beweiswürdigung sowie zur Aussagen-
analyse und den Indizienbeweisen im Besonderen kann vorab auf die zutreffenden 
Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 9 ff. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung; pag. 1731 ff.).

11.2 Betreffend Unschuldsvermutung ist präzisierend und ergänzend, zu den theoreti-
schen Ausführungen der Vorinstanz (S. 9 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 1731 f.) festzuhalten, dass auf die Frage, welche Beweismittel zu berücksichti-
gen und wie sie gegebenenfalls zu würdigen sind, der In-dubio-Grundsatz keine An-
wendung findet. Er kommt erst zum Tragen, nachdem alle aus Sicht des urteilenden 
Gerichts notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet worden sind, das heisst, 
bei der Beurteilung des Resultats der Beweisauswertung (BGE 144 IV 345 
E. 2.2.3.1 f.; Urteile des Bundesgerichts 6B_595/2021 vom 24. Juni 2022 E. 5.3.1 
und 6B_257/2020 vom 24. Juni 2021 E. 4.8.1, nicht publ. in: BGE 147 IV 409; Urteil 
des Bundesgerichts 6B_986/2020 vom 6. Januar 2021 E. 2; je mit Hinweisen). Inso-
weit stellt der In-dubio-Grundsatz gerade keine Beweiswürdigungsregel dar. Im Falle 
einer uneinheitlichen, widersprüchlichen Beweislage muss das Gericht die einzelnen 
Gesichtspunkte gegeneinander abwägen und als Resultat dieses Vorgangs das Be-
weisergebnis feststellen. Dieses kann je nach Würdigung als gesichert erscheinen – 
sofern die Widersprüche bereinigt werden konnten – oder aber mit Unsicherheiten 

17

behaftet bleiben. Das Beweisergebnis kann aber auch deswegen zweifelhaft sein, 
weil es im Kontext der feststehenden Tatsachen verschiedene Deutungen zulässt 
und damit verschiedene Sachverhaltsalternativen in den Raum stellt (BGE 144 IV 
345 E. 2.2.3.1 f. mit Hinweisen). Wenn zu einer entscheiderheblichen Frage bei-
spielsweise divergierende Gutachten vorliegen, so muss der Richter ohne Rücksicht 
auf die Unschuldsvermutung prüfen, welcher Einschätzung er folgen will. Er darf 
nicht einfach der für den Beschuldigten günstigeren Expertise folgen. Das gilt sinn-
gemäss für alle Arten von Beweisen (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1; Urteile des Bun-
desgerichts 6B_595/2021 vom 24. Juni 2022 E. 5.3.1 und 6B_257/2020 vom 24. Juni 
2021 E. 4.8.1, nicht publ. in: BGE 147 IV 409; vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_824/2016 vom 10. April 2017 E. 13.1, nicht publ. in: BGE 143 IV 214; je mit Hin-
weisen).

12. Beweiswürdigung der Kammer

12.1 Die vorinstanzliche Beweiswürdigung (S. 28 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung; pag. 1750 ff.) ist nach Ansicht der Kammer überzeugend ausgefallen, es kann 
vorab darauf verwiesen werden. 

12.2 Objektive Beweismittel

Die Vorinstanz stellte vollumfänglich auf die objektiven Beweismittel und insbeson-
dere auf die verschiedenen Erkenntnisse aus den Telefonkontrollen ab (S. 28 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1750). 

Die Kammer schliesst sich der vorinstanzlichen Würdigung der objektiven Beweis-
mittel an, ergänzend ist jedoch Folgendes festzuhalten: 

Die objektiven Beweismittel, insbesondere die Erkenntnisse aus den technischen 
Überwachungen, sind aufschlussreich und für das nachfolgende Beweisergebnis 
massgeblich. Die telefonische Kommunikation zwischen dem Beschuldigten und 
D.________ sowie zwischen D.________ und E.________ im Zeitraum vom 14. bis 
23. August 2017 stimmen überein und ergeben ein schlüssiges Bild des Heroinge-
schäfts. Aus den Nachrichten und Telefongesprächen geht die Rollenverteilung zwi-
schen dem Beschuldigten (Abnehmer), D.________ (Lieferant) und E.________ 
(Vermittler) deutlich hervor. Die Verteidigung argumentierte bereits vorinstanzlich 
und nun auch vor oberer Instanz, dass der Beschuldigte die Lieferung «eigentlich» 
gar nicht gewollt, nie verlangt und auch kein Interesse daran gehabt habe, dies zeige 
sich insbesondere dadurch, dass die Initiative für das Geschäft einzig und allein von 
D.________ ausgegangen sei. D.________ habe rein aufgrund seines finanziellen 
Interesses bzw. Schulden das Heroingeschäft unbedingt verwirklichen wollen und 
der Beschuldigte habe dabei lediglich seine Hilfe angeboten, für den Fall, dass 
D.________ tatsächlich in der Schweiz erschienen wäre. Die Rolle des Beschuldig-
ten sei somit von untergeordneter Natur gewesen. 

Dieser Argumentation der Verteidigung kann gestützt auf die zuvor dargelegte Tele-
kommunikation (vgl. E. II.10.5 hiervor) nicht gefolgt werden: Es ist der Verteidigung 
zwar insofern zuzustimmen, dass die Initiative für das Geschäft tatsächlich von 
D.________ und nicht vom Beschuldigten ausging (vgl. pag. 946) und D.________ 
auch nachfragte, wenn sich der Beschuldigte nicht zurückmeldete (beispielhaft: 

18

pag. 950 f.). Dem ist aber entgegenzuhalten, dass der Beschuldigte — trotz fehlen-
der Anfangsinitiative — dem Geschäft gerade nicht gleichgültig gegenüberstand
oder es gar ablehnte. Vielmehr drückte er sein Interesse am Heroingeschäft gegenü-
ber D.________ unmissverständlich aus. So begegnete er dem Angebot von 
D.________ von Anfang an mit Offenheit, in dem er unter anderem Rückfragen zur 
Qualität des Heroins stellte (pag. 946, vgl. die Nachricht des Beschuldigten «ja, wenn 
gut ist»), akzeptierte sodann das Angebot (mehrfach) bejahend durch «ok» (pag. 
946 und 949 f.), nahm unbestrittenermassen ein Muster des Heroins entgegen 
(pag. 286 Z. 88), prüfte das Muster oder liess es prüfen, bestätigte die gute Qualität 
(pag. 951) und führte per Telefon Preisverhandlungen (pag. 953 f.).

Soweit die Verteidigung vorbringt, der Beschuldigte habe keine Preisverhandlungen 
geführt, sind dieser Ansicht die Nachrichten auf pag. 953 f. entgegenzuhalten. Aus 
diesen Nachrichten geht deutlich hervor, dass die Preisverhandlungen gar vom Be-
schuldigten begonnen wurden und D.________ erst auf Frage des Beschuldigten 
(pag. 953) seinen gewollten Preis nannte. Der Beschuldigte handelte den Preis 
schliesslich noch von «30» auf «27» runter (pag. 954 f.). Auch wenn er schlussend-
lich mit seiner Nachricht «Tu mus visen ok» (pag. 955) D.________ die endgültige 
Entscheidung überliess, ob er sich auf seinen Preisvorschlag einlassen will oder 
nicht, war der Beschuldigte an der Festsetzung des Preises massgeblich beteiligt 
und hat diese nicht D.________ überlassen. 

Zur Rolle des Beschuldigten im vorliegenden Heroingeschäft ist sodann weiter fest-
zuhalten, dass sein Verhalten keineswegs nur darin bestand seine allfällige Hilfe an-
zubieten. Dies zeigt sich auch insbesondere dadurch, dass erst das zustimmende 
«ok» bzw. «Kanstu» des Beschuldigten bei D.________ den Entschluss auslöste, 
den Weg in die Schweiz auf sich zu nehmen (pag. 952). Daraus kann die Rolle des 
Beschuldigten als Abnehmer der Drogen deutlich abgeleitet werden. Dabei ist unbe-
achtlich, dass der Beschuldigte D.________ darauf hinwies, dass er kein Geld habe 
(pag. 952). Wie der Beschuldigte das nötige Geld aufgetrieben hätte und ob er be-
reits Abnehmer für das Heroin organisiert hatte, sind andere Fragen, die hier nicht 
massgeblich sind. Diesbezüglich ist mit der Generalstaatsanwaltschaft festzuhalten, 
dass das hypothetische zukünftige Verhalten des Beschuldigten für den Fall, dass 
die Drogen in die Schweiz gekommen wären, für das Beweisergebnis des Vorwurfs 
Anstalten treffen zur Einfuhr und zum Erwerb nicht von Relevanz sind. 

Schlussfolgernd ist festzuhalten, dass ohne das unmissverständliche Verhalten bzw. 
der Nachrichten/Gesprächen seitens des Beschuldigten kein Geschäft mit 
D.________ zustande gekommen. Seine Rolle war damit für das Geschäft zentraler 
Bedeutung. Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz somit nicht — entgegen der An-
sicht der Verteidigung — zu voreilig eine zu grosse Tatbeteiligung des Beschuldigten 
angenommen.

19

12.3 Subjektive Beweismittel

12.3.1 Aussagen des Beschuldigten

Die Vorinstanz würdigte die Aussagen des Beschuldigten folgendermassen (S. 28 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1750 f.): 

In der ganzen Voruntersuchung zeigte der Beschuldigte durchgehend ein unstetes und relativ unko-
operatives Aussageverhalten. Soweit man ihn nicht gerade in flagranti bei der Tatbegehung oder mit 
objektiven Beweisen erwischt hat, wurden die Anschuldigungen von ihm vorerst rundweg abgestritten. 
Auch in den Punkten, bei welchen er relativ schnell Eingeständnisse gemacht hat, blieb er häufig vage 
in seinen Schilderungen. Teilweise begründete er dies mit Erinnerungslücken, andererseits auch mit 
Angst vor Repressalien der involvierten Mittäter. Die Erinnerungslücken haben sich anlässlich der 
Hauptverhandlung noch akzentuiert. 

Wurden dem Beschuldigten umfassende Erkenntnisse aus der Telekommunikationsüberwachung, den 
Sicherstellungen und die Aussagen von Belastungspersonen detailliert vorgehalten, hielt er noch eine 
längere Strecke an der eigentlich bereits widerlegten eigenen Version fest. Erst nach und nach wurden 
sodann gewisse Tatsachen eingestanden und gleich wieder relativiert, so z.B. dass man teilweise die 
Drogen gratis abgegeben habe und er eigentlich immer noch von Kaffee ausgegangen sei, obwohl er 
bereits ein Muster mit Heroin erhalten hatte, oder auch, dass er ja nichts direkt bestellt habe und auch 
nichts geliefert worden sei. Immerhin kann festgestellt werden, dass der Beschuldigte in den vorgehal-
tenen TK-Gesprächen immerhin seine Person wie auch den jeweiligen Gesprächspartner und in den 
allermeisten Fällen auch den Inhalt des Gesprächs so bestätigt hat. Im Sinne eines grundsätzlichen 
Fazits ist festzustellen, dass das Aussageverhalten des Beschuldigten durchzogen wirkt und man kei-
nesfalls von einem umfassenden und vollumfänglichen Geständnis eines von Beginn voll kooperativen 
Beschuldigten sprechen kann. 

Soweit der Beschuldigte also Sachverhalte nicht grundsätzlich und vorbehaltlos eingestanden hat, er-
weisen sich seine weiteren, teilweise bestreitenden Angaben als wenig konstant, als nicht besonders 
detailliert, teilweise gar karg, wenig stimmig und nicht nachvollziehbar. Die entsprechenden Angaben 
des Beschuldigten sind somit wenig überzeugend und es kann nicht unbesehen auf seine Angaben 
abgestellt werden. Dies gilt auch für seine Angaben anlässlich der Hauptverhandlung.

Das Aussageverhalten des Beschuldigten ist mit der Vorinstanz als unstet, vage und 
unkooperativ zu bezeichnen. Er scheint stets den eigenen Vorteil zu suchen, flüchtet 
sich jeweils in neue Schutzbehauptungen (so zum Beispiel beim Tachoversteck; 
pag. 261 f.) und beruft sich, wo es ihm möglich und dienlich scheint, auf Erinnerungs-
lücken (beispielhaft: pag. 1899 Z. 30 f. und 1900 Z. 13 f.). Seine Aussagen zum hier 
interessierenden Vorwurf fallen auch widersprüchlich aus. Anfangs wollte der Be-
schuldigte etwa gar nicht wissen, was D.________ ihm bringen wollte. Auf Vorhalt, 
dass von Kaffee aus der Türkei die Rede sei, bejahte er, es gehe um Kaffee aus der 
Türkei (pag. 255 Z. 309 ff.). Später gab er zu, dass ihm E.________ «das Rote» 
gezeigt habe, von dem er den Namen nicht wisse (pag. 256 Z. 330 ff.), es kann sich 
also nicht um Kaffee handeln. Er wolle nichts damit zu tun haben, habe er ihm dann 
gesagt (pag. 256 Z. 335 f.), was nur Sinn macht, wenn es um etwas Verbotenes 
geht. Später sagte er zum braunen Pulver selber, es handle sich um «solcher roter 
Kaffee ... rotes … ja vielleicht ist es so … Heroin» (pag. 262 Z. 635). Widersprüchlich 
sind auch seine Aussagen, er habe das Muster angeschaut, aber nicht probiert (pag. 
286 Z. 72 f.) bzw. nicht angeschaut (pag. 287 Z. 117 ff.). Auffällig erscheint sodann, 

20

dass der Beschuldigte stets und ohne danach gefragt zu werden aussagte, er habe 
gar nichts erhalten (pag. 255 Z. 300 f., pag. 260 Z. 528 f. und pag. 263 Z. 686), als 
ob er denken würde, so fehle das notwendige Beweismittel oder sein Handeln sei 
damit nicht strafbar. Mehrfach hat er anstelle von Antworten zu geben gefragt, wo 
denn die Beweismittel dazu seien. Auch anlässlich der oberinstanzlichen Einver-
nahme hielt der Beschuldigte — trotz erdrückender Beweislage — an seinem bishe-
rigen Aussageverhalten fest. So betonte er erneut: «er habe nichts bestellt und nichts 
bekommen» (pag. 1898 Z. 15 ff.) und dass er gedacht habe, «es sei türkischer Kaf-
fee» (pag. 1898 Z. 22 ff.). Der Beschuldigte sagte weiter aus, er habe D.________ 
mehrfach «nein» gesagt, als er gemerkt habe, dass mit dem Preis etwas nicht 
stimme (pag. 1898 Z. 45 ff.). Diese Aussage widerspricht den objektiven Beweismit-
teln diametral. Aus der zuvor dargelegten Kommunikation zwischen D.________ und 
dem Beschuldigten geht an keiner Stelle seitens des Beschuldigten eine ablehnende 
Haltung gegenüber dem Drogengeschäft hervor. Er gab sodann erneut zu, das Mus-
ter von E.________ erhalten zu haben, flüchtete sich aber sogleich in die wiederkeh-
rende Schutzbehauptung, dass er nicht gewusst habe, um was es sich bei diesem 
Muster gehandelt habe und er es sich auch nicht angesehen habe (pag. 1899 Z. 
1 ff.). Nachfolgend sagte er diesbezüglich widersprechend aus, er habe das Muster 
genommen und gesehen, dass es nicht Kaffee gewesen sei. Er habe das Muster 
dann im Auto vergessen (pag. 1899 Z. 7 ff.). Auf kritische Fragen zu seiner konkreten 
Beteiligung reagierte er wiederum mit Erinnerungslücken (beispielhaft: pag. 1899 Z. 
30 f. und pag. 1900 Z. 42 ff.). 

Die Aussagen des Beschuldigten erscheinen insbesondere aufgrund der offensicht-
lichen Schutzbehauptungen und den deutlich erkennbaren Widersprüchen zu den 
objektiven Beweismitteln als wenig glaubhaft. Der Beschuldigte lieferte für seine Ver-
sion der Geschichte zu keiner Zeit eine logische, nachvollziehbare Erklärung. Es war 
ihm von Anfang an klar, dass es sich beim türkischen Kaffee in Wahrheit um Heroin 
handelte. Weiter bezeichnend für die fehlende Glaubhaftigkeit der Aussagen des Be-
schuldigten ist sodann, dass selbst die Verteidigung im Rahmen ihres Parteivortrags 
festhielt, dass die Aussagen des Beschuldigten wenig hilfreich seien (pag. 1902). 

Mit der Vorinstanz kann folglich auf die Aussagen des Beschuldigten mangels Glaub-
haftigkeit nicht abgestellt werden. 

12.3.2 Aussagen von D.________

Die Vorinstanz würdigte die Aussagen des Zeugen D.________ folgendermassen 
(S. 29 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1751 f.): 

D.________ war von Anfang an geständig und hat lediglich in Nebenpunkten, welche das vorliegende 
Verfahren nicht unmittelbar betreffen, Minimierungen und Aussageänderungen vorgenommen. Er hat 
von Anfang an detailliert und im Kernbereich gleichbleibende Angaben in Bezug auf das Geschäft mit 
dem Beschuldigten, A.________, gemacht, ohne dass er sich selber damit geschont hat. Nachvollzieh-
bar konnte er auch aufzeigen, wie es überhaupt dazu gekommen ist, dass er selber ins Heroingeschäft 
eingestiegen ist und auch, wie es dazu gekommen ist, dass er mit Leuten in der Schweiz Geschäfte 
machte. Schon nur für sich alleine betrachtet sind seine Aussagen stimmig und widerspruchsfrei und 
damit glaubhaft. 

21

Weiter decken sich die Schilderung von D.________ mit den Aussagen weiterer Personen und auch 
teilweise mit jenen des Beschuldigten, wie auch mit den objektiven Erkenntnissen, so der Telekommu-
nikationsüberwachung und den Sicherstellungen. Auf die Angaben von D.________ kann ohne weite-
res abgestellt werden, zumal die Aussagen ja auch parteiöffentlich gemacht worden sind. 

(…)

Auch ist nicht ersichtlich, warum D.________ den Beschuldigten zu Unrecht belasten sollte, dafür gibt 
es keine Hinweise, im Gegenteil, die objektiven Beweise stützen die Schilderungen von D.________. 
D.________ wurde am 21.06.2018 von der 12. Strafkammer des Landgerichts Darmstadt verurteilt, da 
er mit rund 5 kg Heroin angehalten worden war. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 
8 Monaten verurteilt.

Nach Ansicht der Kammer belasten die Aussagen des Zeugen D.________ den Be-
schuldigten schwer. Wie die Vorinstanz richtig festhielt, hat sich dieser von Anfang 
an für ein umfassendes Geständnis entschieden. Seine Aussagen decken sich ins-
besondere mit den angeführten objektiven Beweismitteln und sind durch alle Einver-
nahmen hindurch konstant geblieben, nachvollziehbar und detailliert. Sie lassen sich 
zudem räumlich und zeitlich einordnen. Für den hier zu beurteilenden Vorwurf ist 
auch insbesondere die Aussage D.________ zu den Preisverhandlungen relevant. 
So geht aus seinen Aussagen hervor, dass mit den Beträgen von «27» und «30» 
(vgl. pag. 953 ff.) eigentlich CHF 27'000.00 bzw. CHF 30'000.00 gemeint war und 
die beiden somit schliesslich CHF 27'000.00 pro Kilo Heroin vereinbart haben. Es ist 
anzumerken, dass selbst der Beschuldigte ausführte: «wenn es um Heroin gegan-
gen wäre, hätten wir über CHF 30'000.00 gesprochen». Die Vorinstanz hat weiter 
zutreffend ausgeführt, dass kein Grund ersichtlich sei, weshalb D.________ den Be-
schuldigten zu Unrecht belasten sollte. Auch nach der oberinstanzlichen Verhand-
lung gibt es keinerlei Hinweise auf eine falsche Belastung seitens D.________. 
Selbst der Beschuldigte lieferte für die Annahme einer solchen keine Erklärung (bei-
spielhaft: pag. 1901 Z. 5 f.). 

Die Verteidigung bemängelte anlässlich ihres Parteivortrages in der Berufungshand-
lung die Aussage des Zeugen, wonach er für die 5 Kilogramm Heroin eine Anzahlung 
von 40'000.00 Euro erhalten haben soll. Diese Aussage sei nicht glaubhaft, da sie 
im Widerspruch zu seinen früheren Aussagen stehen würde, nach welchen er die 
Drogen auf Kommission übergeben hätte (pag. 576). Erst später habe er schliesslich 
vorgebracht, er habe eine Anzahlung von einem unbekannten «E.________» erhal-
ten (pag. 568). Die Anzahlung sei entsprechend nicht erstellt und dürfe im Rahmen 
der Beweiswürdigung nicht berücksichtigt werden. 

Es ist der Verteidigung zu folgen, dass D.________ die Anzahlung in der Einver-
nahme vom 5. Juni 2018 erstmals erwähnte. Daraus einen für das Aussageverhalten 
von D.________ relevanten Widerspruch abzuleiten, erscheint bereits deswegen 
nicht angebracht, weil D.________ anlässlich dieser Einvernahme auch das erste 
Mal direkt danach gefragt wurde, wie der Beschuldigte die 5 Kilogramm Heroinge-
misch denn bezahlt hätte, da er ja angegeben habe, er habe kein Geld (pag. 568). 
Aufgrund dessen, dass er die Anzahlung zuvor nicht von sich aus erwähnte, entsteht 
zwar eine Abweichung zwischen den Aussagen, aber kein Widerspruch, der die ge-
samten restlichen Aussagen von D.________ als unglaubhaft erscheinen lassen 

22

würden. Die Frage, ob die Anzahlung tatsächlich erfolgt ist oder nicht, kann vorlie-
gend auch offengelassen werden. Denn selbst, wenn die Anzahlung nicht erfolgt 
wäre, würde dieser Umstand das nachfolgende Beweisergebnis nicht derart beein-
flussen, als es sich zu Gunsten des Beschuldigten auswirken würde. Die allgemein 
glaubhaften Aussagen von D.________ vermag das Vorbringen der Verteidigung so-
mit nicht zu erschüttern.

Mit der Vorinstanz ist entsprechend auf die glaubhaften Aussagen des Zeugen 
D.________ abzustellen. 

12.3.3 Aussagen von E.________ 

E.________ kommt als «blosser» Vermittler zwischen D.________ und dem Be-
schuldigten im vorliegenden Verfahren lediglich eine Nebenrolle zu. Wie bereits die 
Vorinstanz zutreffend festhielt (S. 30 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 
1752 f.), widersprechen die Aussagen von E.________ den objektiven Beweismitteln 
deutlich. Seine Erklärungen für die Kontakte mit D.________ erscheinen auch des-
halb wenig glaubwürdig, da sie abstrakt bleiben, wenig Details enthalten und er stets 
pauschal jegliche Beteiligung seinerseits bestreitet (beispielhaft: pag. 611 Z. 108 f. 
und 612 Z. 173 ff.). Er flüchtet sich in Schuldzuweisungen an die übrigen Beteiligten 
(beispielhaft: pag. 658 Z. 373 f.), Schutzbehauptungen (beispielhaft: pag. 610 
Z. 79 ff.) und macht Erinnerungslücken geltend (beispielhaft: pag. 611 Z. 127). Für 
die Kammer ist jedoch insbesondere die von E.________ vorgenommene Löschung 
der Chatnachrichten zwischen ihm und D.________ ausschlaggebend dafür, dass 
auf seine Aussagen mangels Glaubhaftigkeit nicht abgestellt werden kann. So ver-
mochte er nicht zu erklären, wieso er gerade und nur diesen Chat des facebook 
messenger mit D.________ gelöscht hatte, wenn es doch nur um Geld gegangen 
sein soll (pag. 658). 

12.4 Gesamtwürdigung / Beweisergebnis 

Die Kammer schliesst sich dem Beweisergebnis der Vorinstanz weitgehend an 
(S. 32 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1754 ff.); es kann vorab dar-
auf verwiesen werden. 

Wie bereits ausgeführt, sind für das vorliegende Beweisergebnis insbesondere die 
objektiven Beweismittel massgeblich, und sie ergeben in Kombination mit den sub-
jektiven Beweismitteln ein überzeugendes und schlüssiges Gesamtbild. Gestützt auf 
die glaubhaften Aussagen von D.________ ist davon auszugehen, dass er aufgrund 
seiner schwierigen finanziellen Lage auf der Suche nach einem Abnehmer für die 
rund 5 Kilogramm Heroingemisch in der Schweiz war. E.________ vermittelte ihm 
zu diesem Zweck den Beschuldigten als potentiellen Abnehmer der Drogen. 
D.________ wandte sich daraufhin per Telefon an den Beschuldigten und schrieb 
am 14. August 2017 zum ersten Mal: «Onkel, eine Frage: Brauchst du Kaffee? Diese 
von Türkei-Kaffee» (pag. 946). Gestützt auf das zuvor Ausgeführte ist davon auszu-
gehen, dass mit Kaffee Heroin gemeint war und dies dem Beschuldigten auch von 
Anfang bewusst war. Die behauptete Unkenntnis des Beschuldigten muss aufgrund 
seiner wenig glaubhaften Aussagen, als Schutzbehauptung eingestuft werden. Der 
Beschuldigte hatte folglich auch Kenntnis davon, um was es sich bei dem von 

23

E.________ erhaltenen Muster von 3 Gramm Heroingemisch handelte. Für die Kam-
mer ist beweismässig erstellt, dass der Beschuldigte das Muster im Hinblick auf den 
Erwerb der 4'959.8 Gramm Heroingemisch bekommen, geprüft und die gute Qualität 
schliesslich an D.________ rapportierte. Ab der ersten Kontaktaufnahme an nahm 
der Beschuldigte die Rolle des potentiellen Abnehmers des ihm angebotenen Hero-
ins vorbehaltlos ein. Die versuchte Verharmlosung des Verhaltens des Beschuldig-
ten — beschränkt auf eine blosse «allfällige Hilfestellung» — überzeugt nach Ansicht 
der Kammer nicht. Gestützt auf die Textnachrichten zwischen dem Beschuldigten 
und D.________ ist deutlich nachvollziehbar, wie es zum Abschluss des Geschäfts 
kam. Auf die Erstinitiative von D.________ reagierte der Beschuldigte klar mit Offen-
heit und Interesse. Bereits im Rahmen der ersten Kontaktaufnahme willigte der Be-
schuldigte zustimmend ins Geschäft ein; eine ablehnende Haltung oder gar ein kla-
res Nein seitens des Beschuldigten ergeben sich aus den angeführten Beweismitteln 
nicht. Einen anderen Schluss lassen die zustimmenden «ok» seitens des Beschul-
digten nicht zu. Die Kammer erachtet es weiter als beweismässig erstellt, dass der 
Beschuldigte mit D.________ über den Preis verhandelte, die beiden sich auf einen 
Preis von CHF 27'000.00 pro Kilogramm Heroingemisch einigten und der Beschul-
digte schliesslich das ausschlaggebende «ok» gab, welches D.________ dazu ver-
anlasste, das Heroin im Personenwagen seiner Freundin zu transportieren, wobei er 
in Rüsselsheim (D) schliesslich angehalten wurde und das Heroin von der deutschen 
Polizei sichergestellt werden konnte. 

Dass der Beschuldigte im vorliegenden Strafverfahren im Übrigen «nur» im Zusam-
menhang mit Kokain verurteilt wurde, vermag nichts am überzeugenden Beweiser-
gebnis zu ändern, zumal beim Beschuldigten ja auch das Muster von 3 Gramm He-
roingemisch (2.7 Gramm im Tachoversteck) entdeckt wurde und der Name des Be-
schuldigten bereits in früheren Verfahren gegen albanische Touristen wegen qualifi-
zierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, in denen es um He-
roin ging, auftauchte (als Fahrer, Wohnungsvermittler oder Auftraggeber).

Wie zuvor ausgeführt kann die Frage betreffend Anzahlung über 40'000.00 Euro of-
fengelassen werden. Den restlich angeklagten Sachverhalt gemäss Ziff. I.1.4. der 
Anklageschrift erachtet die Kammer nach dem Gesagten beweismässig als erstellt. 

III. Rechtliche Würdigung

13. Theoretische Grundlagen 

13.1 Bestraft wird, wer: (a.) Betäubungsmittel unbefugt anbaut, herstellt oder auf andere 
Weise erzeugt; (b.) Betäubungsmittel unbefugt lagert, versendet, befördert, einführt, 
ausführt oder durchführt; (c.) Betäubungsmittel unbefugt veräussert, verordnet, auf 
andere Weise einem andern verschafft oder in Verkehr bringt; (d.) Betäubungsmittel 
unbefugt besitzt, aufbewahrt, erwirbt oder auf andere Weise erlangt; (e.) den uner-
laubten Handel mit Betäubungsmitteln finanziert oder seine Finanzierung vermittelt; 
(f.) öffentlich zum Betäubungsmittelkonsum auffordert oder öffentlich eine Gelegen-
heit zum Erwerb oder Konsum von Betäubungsmitteln bekannt gibt; (g.) zu einer 
Widerhandlung nach den Buchstaben a–f Anstalten trifft (Art. 19 Abs. 1 BetmG).

24

13.2 Der Begriff des «Anstaltentreffens» erfasst zum einen den Versuch und zum andern, 
darüber hinaus, gewisse qualifizierte Vorbereitungshandlungen dazu als selbstän-
dige Straftaten (BGE 133 IV 187 E. 3.2 S. 193). Ausser Frage steht, dass der blosse 
Entschluss, eine Tat nach Art. 19 Abs. 1 Bst. a–f BetmG zu begehen, nicht strafbar 
ist. Dementsprechend erfüllen blosse Absichten und Pläne den Tatbestand des An-
staltentreffens noch nicht. Anstalten im Sinne von Art. 19 Abs. 1 Bst. g BetmG kön-
nen nur gegeben sein, wenn sich der Entschluss des Täters in bestimmten Handlun-
gen äussert (BGE 117 IV 309 E. 1a S. 310 f.). Der Anwendungsbereich des «Anstal-
tentreffens» ist zu beschränken auf Fälle, in denen das Verhalten des Täters nicht 
ebensogut einem gesetzmässigen Zweck dienen könnte, sondern seinem äusseren 
Erscheinungsbild nach seine deliktische Bestimmung klar erkennen lässt 
(BGE 138 IV 100 E. 3.2 S. 103).

13.3 Das Bundesgericht hat ein Anstaltentreffen in folgenden Fällen bejaht:

- bei einer Täterin, die sich mit der Absicht des späteren Drogenverkaufs nach 
London begab, dort 1’000 LSD-Tabletten erwarb und die Ware anschliessend 
in die Schweiz schmuggelte, wo sie sie plangemäss portionenweise verkaufen 
wollte (BGE 104 IV 40 ff.);

- bei einem Täter, der eine ganze Reihe von Vorkehren traf, um das von ihm 
geplante Heroingeschäft durchzuführen; er fuhr von der Schweiz nach 
Deutschland, um die Adresse von Lieferanten ausfindig zu machen; er reiste 
nach Italien, um mit Abnehmern zu verhandeln; er investierte erheblich viel Zeit 
und Geld in wiederholte Reisen nach Deutschland, Griechenland, Italien und 
der Türkei für Unterhandlungen über die Liefer- und Abnahmebedingungen; er 
nahm bedeutende Geldmittel entgegen und offerierte den türkischen Partnern 
entsprechende Anzahlungen; schliesslich besichtigte er die in Plastiksäcken 
verpackte Ware (BGE 106 IV 74 f.);

- bei einem Täter, der, um seine Schulden abzutragen, mit dem Gläubiger ver-
einbarte, Haschischhandel zu treiben, die dazu nötigen erheblichen Geldbe-
träge bereitstellen liess und eine weite Reise an einen ihm vertrauten Platz für 
Schwarzhandel mit Drogen unternahm (BGE 106 IV 431 ff.);

- bei einem Täter, der zum Zweck der Abwicklung eines Rauschgiftgeschäfts ein 
Darlehen aufnahm (BGE 112 IV 47 f.);

- bei einem Täter, der eine Handlung beging, die unmittelbar dazu bestimmt war, 
reine Betäubungsmittel zu «strecken» oder schon verschnittene Betäubungs-
mittel weiter zu verdünnen, um sie so in den Handel zu bringen (BGE 112 IV 
106 ff.);

- bei einem Täter, der in der Absicht, in Amsterdam Heroin zu erwerben, in der 
Schweiz mehrere tausend Franken in holländische Gulden umtauschte und in 
der Schweiz einen Zug nach Amsterdam bestieg; das Bundesgericht liess of-
fen, ob der Umtausch einer grösseren Summe Schweizer Franken in holländi-
sche Gulden zum Zweck des Betäubungsmittelerwerbs in Amsterdam für sich 
allein entsprechend der Aufnahme eines Darlehens zwecks Abwicklung eines 
Drogengeschäfts bereits als Anstaltentreffen anzusehen gewesen wäre 
(BGE 113 IV 91 ff.);

25

- bei einem Täter, der gezielt Verbindung zum Drogenmilieu suchte, um sich 
eine Bezugsquelle für Betäubungsmittel zu erschliessen, und ein bestimmtes 
Verkaufsangebot entgegennahm (BGE 117 IV 309 E. 1f S. 313 f.);

- bei einem Täter, der sich kurze Zeit nach der Ankunft des Drogenkuriers eben-
falls dort einfand und den Kurier beim Ausscheiden des Kokains betreute, was 
unmittelbar dazu diente, die Drogen verfügbar zu machen und sicherzustellen, 
um sie dann in den Handel zu bringen (BGE 133 IV 187 E. 3.4 S. 194).

13.4 In subjektiver Hinsicht erfordert Art. 19 Abs. 1 BetmG eine vorsätzliche Begehung 
(Art. 26 BetmG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 StGB), wobei Eventualvorsatz genügt. Vorsätz-
lich verübt ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Wollen aus-
führt. Der Vorsatz muss sämtliche objektive Tatbestandsmerkmale umfassen, wie 
Tatobjekt und Tathandlung (SCHLEGEL/JUCKER, in: BetmG-Kommentar, 
4. Aufl. 2022, N 114 ff. zu Art. 19 BetmG). 

14. Würdigung der Vorinstanz 

Die Vorinstanz kam zu folgendem Schluss (S. 43 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung; pag. 1765). 

Für das Gericht ist ebenso erstellt, dass der Beschuldigte durch seine beweismässig erstellten Hand-
lungen Anstalten getroffen hat zur Einfuhr und zum Erwerb/Erlangen von 4‘959.8 Gramm Heroinge-
misch aus Deutschland. Die Verteidigung macht diesbezüglich geltend, dass der Tatbestand des An-
staltentreffens vorliegend nicht erfüllt sei, da der Beschuldigte keine Vorbereitungshandlungen im Sinne 
dieser Bestimmung getätigt habe. So habe er weder einen Abnehmer für das Heroin gehabt, noch habe 
er über das Geld verfügt bzw. organisiert, auch das Muster habe er niemandem gezeigt. Alles sei von 
D.________ ausgegangen. Zur Begründung verweist die Verteidigung auf zwei Bundesgerichtsent-
scheide (BGE 140 IV 40 und BGE 106 IV 74), in welchen das Anstalten treffen bejaht worden sei, eben 
mit der Begründung, dass Vorbereitungshandlungen getroffen worden seien. Im ersten Fall sei die Täte-
rin extra für den Erwerb von 100 LSD-Pillen nach London gereist und habe diese in der Absicht der 
Veräusserung portioniert. Im zweiten Fall sei der Täter von der Schweiz aus nach Deutschland gereist, 
um die Adresse eines Lieferanten ausfindig zu machen. Zudem sei er nach Italien gereist um mit den 
Abnehmern zu verhandeln. Er habe Zeit und Geld für Reisen investiert und diverse Verhandlungen 
geführt (vgl. Ausführungen der Verteidigung anlässlich ihres Parteivortrags an der Hauptverhandlung). 

Dem ist entgegen zu halten, dass gemäss Lehre und Rechtsprechung eben gerade bereits dann ein 
Anstalten treffen zur Einfuhr von Betäubungsmitteln vorliegt, wenn z.B. mit der Geldmittelbeschaffung 
im Inland für den Einkauf im Ausland und der gezielten Reise begonnen wird oder eben trifft derjenige 
Anstalten zur Einfuhr, wer eine Einfuhr organisiert und schon nur einen Transporteur anzuwerben ver-
sucht (BSK zum BetmG, Hug-Beeli, N 381 ff. zu Art. 19 BetmG). Daran ändern auch die zitierten Bun-
desgerichtsentscheide nichts, zumal in casu der Beschuldigte eben bereits solche Handlungen getätigt 
hat. Er hat mit dem Transporteur verhandelt, und zwar über Lieferumfang und Preis und hat, nachdem 
er eine Probe über einen weiteren Mittelsmann erhalten hatte, die Zustimmung für den Transport ge-
geben. Damit hat er ohne weiteres den Tatbestand des Anstaltentreffens zur Einfuhr und damit auch 
zum Erwerb bzw. Erlangen des Heroins erfüllt, sowohl in objektiver wie auch in subjektiver Hinsicht. 
Das Beweisverfahren hat ergeben, dass der Beschuldigte wusste, dass es um eine Lieferung von 5 Ki-
logramm Heroin geht.

26

15. Würdigung der Kammer 

Dem Ergebnis der Vorinstanz kann beigepflichtet werden. Die Verteidigung des Be-
schuldigten brachte im Rahmen der Berufungsverhandlung vor, Anstalten treffen 
könne nur, wer nach seinem Plan ein Delikt nach Art. 19 Abs. 1 Bst. a–f BetmG als 
Täter oder als Mittäter verüben wolle. Wer keinen solchen Plan habe, könne höchs-
tens Gehilfe sein, wobei die versuchte Gehilfenschaft gerade nicht vom Tatbestand 
erfasst werde. Die Verteidigung führte weiter aus, dass der Beschuldigte gerade kei-
nen solchen Plan gehabt habe, sondern für die blosse Absicht zur Hilfeleistung ver-
urteilt worden sei. Der Beschuldigte habe keine konkreten Handlungen vorgenom-
men, welche das Risiko des Inverkehrsetzens der Drogen sichtbar erhöht hätten. Die 
blosse Absicht zu helfen, könne und dürfe nicht bestraft werden. Es habe ein Frei-
spruch zu erfolgen.  

Gemäss vorangehendem Beweisergebnis ist es beim Beschuldigten mitnichten beim 
blossen Entschluss, eine Tat nach Art. 19 Abs. 1 Bst. a–f BetmG zu begehen, ge-
blieben; er hatte nicht nur blosse Absichten und Pläne, sondern sein Entschluss hat 
sich in mehreren bestimmten Handlungen geäussert: Der Beschuldigte hat ein An-
gebot zum Heroinkauf entgegengenommen, er hat Rückfragen zur Qualität des He-
roins gestellt, er hat mit dem Anbieter den Preis des Heroins ausgehandelt, er hat 
ein Muster des Heroins entgegengenommen und es in einem eingebauten Fach in 
seinem Auto versteckt, das Muster geprüft oder prüfen lassen, die Qualität des He-
roins an den Lieferanten zurückgemeldet und schlussendlich die Menge von 5 Kilo-
gramm Heroingemisch bei D.________ bestellt. Die beschriebenen Handlungen des 
Beschuldigten beschränken sich zweifelsfrei nicht auf ein «in-Aussicht-Stellen» einer 
Hilfeleistung; es wird an dieser Stelle auch auf die diesbezüglichen Ausführungen im 
Rahmen der Beweiswürdigung verwiesen (vgl. E.II.12 hiervor). Sein Verhalten 
konnte auch nicht ebenso gut einem gesetzmässigen Zweck dienen, sondern lässt 
seinem äusseren Erscheinungsbild nach seine deliktische Bestimmung klar erken-
nen. Folglich hat der Beschuldigte durch sein Verhalten Anstalten getroffen, um die 
rund 5 Kilogramm Heroingemisch in die Schweiz einzuführen bzw. zu erwerben und 
zu erlangen. Die Handlungen des Beschuldigten haben sodann auch ein Inverkehrs-
etzen der Drogen ohne Zweifel erhöht, denn schliesslich kam das Geschäft nur auf-
grund seines Verhaltens überhaupt zustande und D.________ fuhr erst nach dem 
durch den Beschuldigten abgegebenen «ok» mit 5 Kilogramm Heroingemisch mit 
seinem Fahrzeug in Richtung Schweizer Grenze. Dass die Drogen nicht in die 
Schweiz gelangten und es bei einem blossen «Anstaltentreffen» geblieben ist, ist nur 
dem Umstand geschuldet, dass D.________ durch die deutsche Polizei angehalten 
wurde. Die von der Verteidigung vorinstanzlich angeführten Bundesgerichtsent-
scheide stellen lediglich Beispielfälle dar; die vorne angeführten weiteren Beispiel-
fälle zeigen auf, dass mitunter auch weniger oder weniger «intensive» Handlungen 
vom Bundesgericht als «Anstaltentreffen» gewürdigt wurden (z.B. sogar eine Darle-
hensaufnahme zum Zweck der Abwicklung eines Rauschgiftgeschäfts, aber auch 
das gezielt Verbindung-Suchen zum Drogenmilieu, um sich eine Bezugsquelle für 
Betäubungsmittel zu erschliessen, und das Entgegennehmen eines bestimmten Ver-
kaufsangebots). 

27

In subjektiver Hinsicht bestehen keine Zweifel, dass der Beschuldigte, um die Liefe-
rung von 5 Kilogramm Heroingemisch wusste und diese auch in die Schweiz ein-
führen lassen und erlangen/erwerben wollte, er handelte folglich direktvorsätzlich. 
Entsprechend ist auch der subjektive Tatbestand erfüllt. Rechtfertigungs- und/oder 
Schuldausschliessungsgründe sind weder ersichtlich noch dargetan. 

16. Mengenmässige Qualifikation 

16.1 Theoretische Grundlagen

Der Täter wird mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft, wenn er weiss 
oder annehmen muss, dass die Widerhandlung mittelbar oder unmittelbar die Ge-
sundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann (Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG). Eine 
mengenmässig qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
kann auch in der Form des Anstaltentreffens nach Art. 19 Abs. 1 Bst. g BetmG be-
gangen werden (BGE 138 IV 100 E. 3.6 S. 106). Die Menge bildet ein zentrales Wür-
digungselement für die Frage, ob die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr ge-
bracht werden kann (BGE 145 IV 312 E. 2.1.2 = Pra 2020 Nr. 42). Ausgehend von 
einer Anzahl von 20 Personen gilt eine Menge von 12 Gramm reinen Heroins nach 
wie vor als Referenz (BGE 145 IV 312 E. 2.1.1 und 2.1.2 = Pra 2020 Nr. 42). Neben 
der Menge können auch die mit einer besonders reinen Droge (Gefahr der Überdo-
sis) oder mit einer gefährlichen Mischung verbundenen Gefährdungen berücksichtigt 
werden (BGE 145 IV 312 E. 2.1.2 = Pra 2020 Nr. 42).

In subjektiver Hinsicht verlangt das Gesetz, dass der Täter um die objektiven Um-
stände weiss oder darauf schliessen muss (Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt). 
Nicht notwendig ist allerdings die exakte Kenntnis der für Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG 
massgebenden Grenzmengen. Das Bewusstsein des Täters, dass die von ihm ver-
kaufte Drogenmenge quantitativ erheblich ist, reicht aus. Auch eine genaue Kenntnis 
des Reinheitsgrads ist nicht erforderlich (SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N 201 f. zu 
Art. 19 BetmG). 

16.2 Die Vorinstanz erwog dazu:

Ebenfalls die in Deutschland anlässlich der Anhaltung von D.________ und seiner Freundin 
F.________ objektive Sicherstellung einer Gesamtmenge von 5.15 Kilogramm Heroingemisch, ausma-
chend 2'212.1 Gramm reines Heroin. entspricht bereits dem 184-fachen der bundesgerichtlichen Qua-
lifikationsgrenze von 12 Gramm. Dazu kommt die geringe Menge von 2.7 Gramm Heroingemisch, aus-
machend 1.2 Gramm reines Heroin, die anlässlich der zweiten Durchsuchung des Personenwagens 
des Beschuldigten sichergestellt werden konnten. Damit hat gegen den Beschuldigten zweifellos auch 
bei diesem Sachverhaltskomplex ein Schuldspruch wegen qualifizierten Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19. Abs. 2 lit. a BetmG zu ergehen.

Diesen Ausführungen kann ohne Weiteres gefolgt werden. Die von der Praxis ent-
wickelte Grenze von 12 Gramm reinem Heroin für die Anwendung der mengenmäs-
sigen Qualifikation nach Art. 19 Abs. 2 BetmG (SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N 181 zu 
Art. 19 BetmG) ist vorliegend bei weitem überschritten und die mengenmässige Qua-
lifikation objektiv klar erfüllt. Zwar dürfte dem Beschuldigten die exakte Menge und 
der Reinheitsgrad des vermittelten Heroins nicht im Detail bekannt gewesen sein 
(D.________ sprach von «5,6 Kaffee»; vgl. pag. 946). Allerdings war ihm aufgrund 

28

des Angebots von D.________ zweifelsohne bewusst, dass es sich vorliegend um 
eine grössere Drogenmenge handeln musste; ansonsten hätte E.________ dem Be-
schuldigten wohl kaum eine Musterprobe der Drogen gebracht und es wäre kein 
Preis über CHF 27'000.00 vereinbart worden. Angesichts dessen musste dem Be-
schuldigten auch klar sein, dass die erhebliche Gesamtmenge an Drogen geeignet 
war, die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr zu bringen. Entsprechend ist auch 
der subjektive Tatbestand der mengenmässigen Qualifikation erfüllt. Recht- 
und/oder Schuldausschliessungsgründe sind nicht ersichtlich. 

17. Fazit 

Der Beschuldigte ist folglich in Anwendung von Art. 19 Abs. 1 Bst. b, d und g und 
Abs. 2 Bst. a BetmG mit der Vorinstanz der Widerhandlung gegen das Betäubungs-
mittelgesetz, mengenmässig qualifiziert begangen durch Anstalten treffen zur Ein-
fuhr und zum Erwerb/Erlangen von 4'959.8 Gramm Heroingemisch (ausmachend 
2'212.1 Gramm reines Heroin) in der Zeit von Mitte August bis 23. August 2017 in 
Bern, Biel, auf der Strecke Niederlande – Rüsselsheim und eventuell andernorts, 
schuldig zu erklären. 

IV. Strafzumessung

18. Vorbemerkung 

18.1 Rechtskräftiger Schuldspruch

Der Schuldspruch wegen mehrfacher und mengenmässig qualifiziert begangener 
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz durch (Hervorhebungen im 
Original; pag. 1707 ff.): 

1. durch Erwerb/Erlangen von insgesamt ca. 391 Gramm Kokaingemisch (ausmachend 
193.1 Gramm reines Kokain), Besitz dieser Menge Kokain von ca. Ende Oktober bis 9. November 
2017 am T.________ (Weg), .________ Biel und an der U.________ (Strasse), .________ Bern, 
sowie durch Anstalten treffen zur Veräusserung von 391 Gramm Kokaingemisch in Biel, Bern 
und andernorts (Ziff. 1.1 und 1.7 AKS);

2. durch Erwerb und Anstalten treffen zur Veräusserung von 990 Gramm Kokaingemisch (aus-
machend 831.6 Gramm reines Kokain) in der Zeit vom 8./9. November 2017 in Biel, Ipsach, Bern, 
Sursee und andernorts (Ziff. 1.2 und 1.6 AKS);

3. durch Erlangen eines Musters von 3 Gramm Heroin im August 2017 in Biel, Bern oder andernorts 
(Ziff. 1.3 AKS);

4. durch Veräusserung von mind. 335 Gramm Kokaingemisch von ca. November 2016 bis 9. No-
vember 2017 in Bözingen, Ipsach, Biel, Bern und eventuell andernorts an diverse Abnehmer 
(Ziff. 1.5 AKS):

4.1 Veräusserung von mind. 22 Gramm Kokaingemisch im Zeitraum von ca. August 2017 bis 
9. November 2017 in Ipsach und eventuell andernorts an I.________ (Ziff. 1.5.1 AKS);

4.2 Veräusserung von mind. 100 Gramm Kokaingemisch im Zeitraum von ca. April 2017 bis 
9. November 2017 in Biel und eventuell andernorts an J.________ (Ziff. 1.5.2 AKS);

29

4.3 Veräusserung von mind. 104 Gramm Kokain im Zeitraum von ca. November 2016 bis 9. No-
vember 2017 in Biel und eventuell andernorts an K.________ (Ziff. 1.5.3 AKS);

4.4 Veräusserung von mind. 100 Gramm Kokain im Zeitraum von ca. Juni/Juli 2017 bis 9. No-
vember 2017 in Biel und eventuell andernorts an H.________ (Ziff. 1.5.4 und 1.5.5 AKS);

4.5 Veräusserung von mind. 1 Gramm Kokain im Zeitraum von ca. September 2017 bis 9. No-
vember 2017 in Biel und eventuell andernorts an L.________ (Ziff. 1.5.6 AKS);

4.6 Veräusserung von 1 Gramm Kokain im Zeitraum von ca. September 2017 bis 9. November 
2017 in Biel und eventuell andernorts an einen unbekannten Mazedonier (Ziff. 1.5.7 AKS);

4.7 Veräusserung von mind. 6 Gramm Kokain im Zeitraum von ca. April 2017 bis 9. November 
2017 in Biel und eventuell andernorts an M.________ (Ziff. 1.5.8 AKS);

4.8 Veräusserung von mind. 1 Gramm Kokain im Zeitraum von ca. April 2017 bis 9. November 
2017 in Biel und eventuell andernorts an einen unbekannten N.________ (Ziff. 1.5.9 AKS);

5. durch Beförderung von mind. 1'000 Gramm Kokaingemisch (ausmachend 650 Gramm reines 
Kokain) in der Zeit von Mai bis November 2017, in der Region Biel, Bern und eventuell andernorts 
(Ziff. 1.10 AKS),

blieb unangefochten und ist in Rechtskraft erwachsen. Das entsprechende Straf-
mass hierfür wird im Folgenden zu überprüfen sein. Für den Sachverhalt, die Be-
weiswürdigung und die rechtliche Würdigung kann grundsätzlich auf die erstinstanz-
liche Urteilsbegründung verwiesen werden (S. 7 ff. und 41 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung; pag. 1729 ff. und 1763 ff.). Soweit sich mit Blick auf die Strafzu-
messung weitere Ergänzungen und Präzisierungen aufdrängen, erfolgen diese an 
den entsprechenden Stellen. 

Zum besseren Verständnis erfolgt nachfolgend die Wiedergabe des vorinstanzlich 
als erwiesen erachteten Sachverhalts betreffend die Delikte, deren Strafmass noch 
zu überprüfen ist. 

18.2 Erwiesene Sachverhalte

18.2.1 Schuldspruch gemäss Ziff. II./1. des erstinstanzlichen Urteils (Ziff. 1.1. und 1.7. 
AKS): 

Es ist erstellt, dass der Beschuldigte im Zeitraum von ca. Ende Oktober bis 9. No-
vember 2017 in Biel, Bern und andernorts nicht zum Eigenkonsum bestimmte min-
destens 391 Gramm Kokaingemisch, ausmachend total 193.1 Gramm reines Kokain, 
von unbekannten Lieferanten erworben/erlangt und besitzt hat sowie in der Zeit ab 
dem 9. November 2017 in Biel, Bern und andernorts Anstalten zur Veräusserung von 
391 Gramm Kokaingemisch in Portionen verschiedener Grösse an diverse unbe-
kannte Abnehmer getroffen hat. Im Übrigen wird auf die detaillierten erstinstanzli-
chen Ausführungen zum massgebenden Sachverhalt und Beweisergebnis verwie-
sen (S. 7 f. und 31 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1729 f. und 1753). 

18.2.2 Schuldspruch gemäss Ziff. II./2. des erstinstanzlichen Urteils (Ziff. 1.2. und 1.6. 
AKS):
Es ist erstellt, dass der Beschuldigte in der Zeit vom 8./9. November 2017 in Biel, 
Ipsach, Bern, Sursee und andernorts von einem unbekannten Lieferanten 

30

990 Gramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgrad von 84 %, ausmachend 
831.6 Gramm reines Kokain, erworben hat sowie in der Zeit vom 8./9. November 
2017 in Biel, Parkplatz «.________», Anstalten zur Veräusserung von 990 Gramm 
Kokaingemisch an «O.________» und «P.________» (verdeckte Ermittler) getroffen 
hat, gemeinsam begangen mit Q.________. Im Übrigen wird auf die detaillierten 
erstinstanzlichen Ausführungen zum massgebenden Sachverhalt und Beweisergeb-
nis verwiesen (S. 8 und 31 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1730 und 
1753 f.). 

18.2.3 Schuldspruch gemäss Ziff. II./3. des erstinstanzlichen Urteils (Ziff. 1.3. AKS). 

Es ist erstellt, dass der Beschuldigte im August 2017 in Biel, Bern oder andernorts 
ein Muster von 3 Gramm Heroingemisch, ausmachend 1.2 Gramm reines Heroin, 
von E.________ erlangt hat. Im Übrigen wird auf die detaillierten erstinstanzlichen 
Ausführungen zum massgebenden Sachverhalt und Beweisergebnis verwiesen 
(S. 9 und 32 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1732 und 1754). 

18.2.4 Schuldspruch gemäss Ziff. II./4. des erstinstanzlichen Urteils (Ziff. 1.5. AKS). 

Es ist beweismässig erstellt, dass der Beschuldigte mind. eine Menge von 
335 Gramm Kokaingemisch bzw. 197.65 Gramm reines Kokain vom 10.  November 
2016 bis 9. November 2017 in Bözingen, Ipsach, Biel, Bern und eventuell andernorts 
an diverse Abnehmer veräussert hat. Im Übrigen wird auf die detaillierten erstin-
stanzlichen Ausführungen zum massgebenden Sachverhalt und Beweisergebnis 
verwiesen (S. 7 f. und 37 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1729 f. und 
1759 f.).

18.2.5 Schuldspruch gemäss Ziff. II./5. des erstinstanzlichen Urteils (Ziff. 1.10. AKS)

Es ist beweismässig erstellt, dass der Beschuldigte in der Zeit von Mai bis November 
2017, in der Region Biel, Bern und eventuell andernorts, mindestens 1'000 Gramm 
Kokaingemisch (ausmachend 650 Gramm reines Kokain) transportiert bzw. beför-
dert hat. Im Übrigen wird auf die detaillierten erstinstanzlichen Ausführungen zum 
massgebenden Sachverhalt und Beweisergebnis verwiesen (S. 7 f. und 38 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1729 f. und 1760 f.).

19. Anwendbares Recht

19.1 Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des Allgemeinen Teils des 
Strafgesetzbuches in Kraft getreten. Hat der Täter vor diesem Datum ein Verbrechen 
oder Vergehen begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst nachher, so sind gemäss 
Art. 2 Abs. 2 StGB die neuen Bestimmungen anzuwenden, wenn sie für ihn milder 
sind. Ob das neue im Vergleich zum alten Gesetz milder ist, beurteilt sich nicht nach 
einer abstrakten Betrachtungsweise, sondern in Bezug auf den konkreten Fall 
(Grundsatz der konkreten Vergleichsmethode; BGE 134 IV 82 E. 6.2.1). Ausschlag-
gebend ist, nach welchem Recht der Täter für die zu beurteilende Tat besser weg-
kommt (BGE 126 IV 5 E. 2c mit Hinweisen). Anzuwenden ist in Bezug auf ein und 
dieselbe Tat nur entweder das alte oder das neue Recht. Eine kombinierte Anwen-
dung der beiden Rechte ist ausgeschlossen (BGE 134 IV 82 E. 6.2.3 mit Hinweisen). 

19.2 Bei der Bestimmung des milderen Rechts ist eine eigentliche Kaskadenanknüpfung 
vorzunehmen, wobei das Gericht die konkrete Tat sowohl nach altem als auch nach 

31

neuem Recht (hypothetisch) zu prüfen und durch Vergleich der Ergebnisse festzu-
stellen hat, nach welchem der beiden Rechte der Täter bessergestellt ist. Steht ein-
mal fest, dass die Strafbarkeit des fraglichen Verhaltens unter neuem Recht fortbe-
steht, sind die gesetzlichen Strafrahmen bzw. Sanktionen mittels einer eigentlichen 
Kaskadenanknüpfung zu vergleichen: (1.) Die Sanktionen (Hauptstrafen) sind nach 
der Qualität der Strafart zu vergleichen. (2.) Bei gleicher Strafart entscheidet sich der 
Vergleich aufgrund der Strafvollzugsmodalität. (3.) Bei gleicher Strafart und Strafvoll-
zugsmodalität kommt es auf das Strafmass an. (4.) Bei Gleichheit der Hauptstrafe 
sind allfällige Nebenstrafen zu berücksichtigen. Erst wenn sich die Entscheidung auf 
einer Stufe nicht herbeiführen lässt, weil sich im konkreten Fall keine Veränderung 
der Rechtsfolgen ergibt, ist der Vergleich auf der nächsten Stufe fortzusetzen 
(BGE 147 IV 471 E. 4 S. 473 f.).

19.3 Der mengenmässig qualifizierte Betäubungsmittelhandel ist mit einer Mindeststrafe 
von einem Jahr Freiheitsstrafe zu bestrafen (Art. 19 Abs. 1 i.V.m. Art. 19 Abs. 2 
Bst. a BetmG). Insofern sind die Änderungen betreffend die Mindestdauer der Frei-
heitsstrafe (vgl. Art. 40 Abs. 1 StGB), die Wahl der Freiheitsstrafe anstelle einer 
Geldstrafe (vgl. Art. 41 StGB) sowie zur Geldstrafe allgemein (vgl. Art. 34 Abs. 1 
StGB) vorliegend nicht relevant. Das neue Recht führt damit nicht zu einer milderen 
Sanktion, weshalb das Strafgesetzbuch in seiner bis zum 31. Dezember 2017 gel-
tenden Fassung (aStGB) anzuwenden ist. 

19.4 Art. 19 Abs. 2 BetmG sah in seiner zum Tatzeitpunkt geltenden Fassung vor, dass 
der Täter mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr, womit eine Geldstrafe ver-
bunden werden kann, bestraft wird (AS 2009 2623). Das neue Recht sieht diese 
Möglichkeit nicht mehr vor und erscheint damit nicht milder, weswegen im vorliegen-
den Fall das Betäubungsmittelgesetz in seiner bis zum 1. Juli 2023 geltenden Fas-
sung (aBetmG) Anwendung findet. 

20. Strafrahmen

20.1 Wer der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig qualifi-
ziert begangen durch Anstalten treffen zur Einfuhr und zum Erwerb/Erlangen nach 
Art. 19 Abs. 1 Bst. b, d und g und Abs. 2 Bst. a aBetmG schuldig erklärt wird, wird 
mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft, womit eine Geldstrafe verbunden 
werden kann (Art. 19 Abs. 2 aBetmG). Eine Verknüpfung der Freiheitsstrafe mit der 
fakultativen Geldstrafe erscheint nach Ansicht der Kammer vorliegend nicht ange-
zeigt.

20.2 Der Strafrahmen reicht demnach von einem Jahr Freiheitsstrafe (Art. 19 Abs. 2
aBetmG) bis zu zwanzig Jahren Freiheitsstrafe (Art. 40 aStGB). Die Strafe ist inner-
halb dieses ordentlichen Strafrahmens festzusetzen. Dieser Rahmen ist vom Ge-
setzgeber sehr weit gefasst worden, um sämtlichen konkreten Umständen Rech-
nung zu tragen. Der ordentliche Rahmen ist nicht zu verlassen, da keine ausserge-
wöhnlichen Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe 
im konkreten Fall nicht zu hart bzw. nicht zu milde erscheint (vgl. BGE 136 IV 55 
E. 5.8 S. 63).

32

21. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung

21.1 Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt 
das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf 
das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 aStGB). Das Verschulden wird nach der 
Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Ver-
werflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach 
bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage 
war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 aStGB).

21.2 Das Verschulden des Täters ist namentlich anhand aller einschlägigen objektiven 
Elemente zu ermitteln, die man aus der Tat selber ableitet, nämlich insbesondere die 
Schwere der Verletzung, den verwerflichen Charakter der Tat und die Art ihrer Aus-
führung. In subjektiver Hinsicht werden die Intensität des deliktischen Willens sowie 
die Beweggründe und die Ziele des Täters berücksichtigt. Zu diesen Schuldkompo-
nenten sind die mit dem Täter selber verbundenen Faktoren hinzuzurechnen, näm-
lich die Vorstrafen, das Ansehen, die persönliche Lage (Gesundheitszustand, Alter, 
familiäre Verpflichtungen, berufliche Situation, Rückfallgefahr usw.), die Strafemp-
findlichkeit sowie das Verhalten nach der Tat und im Verlaufe des Strafverfahrens 
(BGE 141 IV 61 E. 6.1.1 S. 66 f.).

22. Konkurrenz

22.1 Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für meh-
rere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 
schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass der 
angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das ge-
setzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 aStGB).

22.2 Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 aStGB ist vorab der Strafrah-
men für die schwerste Straftat zu bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für die 
schwerste Tat innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen. Die Einsatzstrafe ist un-
ter Einbezug der anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips ange-
messen zu erhöhen. Der Richter hat mithin in einem ersten Schritt gedanklich die 
Einsatzstrafe für das schwerste Delikt festzulegen, indem er alle diesbezüglichen 
straferhöhenden und strafmindernden Umstände berücksichtigt. In einem zweiten 
Schritt hat er die Strafe zu erhöhen, um die weiteren Delikte zu sanktionieren. Auch 
insoweit muss er den jeweiligen Umständen Rechnung tragen (Urteil des Bundes-
gerichts 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.1). Erst nach der Festlegung der Ge-
samtstrafe für sämtliche Delikte sind endlich die allgemeinen Täterkomponenten zu 
berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.3.2).

22.3 Vorliegend erscheint es angezeigt, die Handlungen des Beschuldigten für die Straf-
zumessung in drei Teilen zu beurteilen. Ausgangspunkt für die Bildung der Gesamts-
trafe bildet die schwerste Straftat. Vorliegend ist als schwerste Straftat mit der Vor-
instanz das Anstaltentreffen zur Einfuhr und zum Erwerb/Erlangen von rund 5 Kilo-
gramm Heroingemisch zu würdigen, wobei das Erlangen des Musters von rund 
3 Gramm Heroingemisch darin inkludiert wird bzw. hinsichtlich der Menge vernach-
lässigt werden kann. Dieses Vorgehen rechtfertigt sich aufgrund dessen, dass der 
Beschuldigte das Muster von 3 Gramm Heroingemisch ausschliesslich im Hinblick 

33

auf die Einfuhr bzw. den Erwerb/das Erlangen der rund 5 Kilogramm Heroingemisch 
erlangt hat, wonach sie vom gleichen Tatenentschluss und Vorsatz des Beschuldig-
ten erfasst werden. Somit ist in einem ersten Schritt, die Einsatzstrafe gestützt auf 
die Schuldsprüche gemäss Ziff. II./3. und Ziff. II./4. des erstinstanzlichen Urteils fest-
zulegen. 

Die Einsatzstrafe ist anschliessend in Anwendung des Asperationsprinzips ange-
messen zu erhöhen. Eine erste Erhöhung erfolgt aufgrund der Schuldsprüche für 
den gesamten Kokainhandel des Beschuldigten. Darunter werden die folgenden 
Schuldsprüche subsumiert: Erwerb/Erlangen, Besitz sowie Anstalten treffen zur Ver-
äusserung von 391 Gramm Kokaingemisch (Ziff. II./1. des erstinstanzlichen Urteils), 
Erwerb und Anstalten treffen von 990 Gramm Kokaingemisch (Ziff. II./2. des erstin-
stanzlichen Urteils) und die Veräusserung von mindestens 335 Gramm Kokainge-
misch (Ziff. II./5. des erstinstanzlichen Urteils). Die angeführten Straftaten weisen 
einen sachlichen Konnex auf (gleiches Betäubungsmittel und verschiedentlich glei-
che Vorgehensweise) und wurden im gleichen Zeitraum verübt. Zudem weichen die 
verschiedenen Straftaten weder qualitativ noch von der Tatschwere wesentlich von-
einander ab. Weiter sind alle aufgeführten Schuldsprüche bereits für sich mengen-
mässig qualifizierte Fälle, es mithin nicht erst durch das Zusammenfassen der Fälle 
und der Addition der Drogenmenge zu einem schweren Fall kommt, was einer be-
sonderen Begründung bedürfte (dazu ALBRECHT, in: Stämpflis Handkommentar, 
3. Aufl. 2016, N 231 f. zu Art. 19 BetmG). Die Subsumtion unter einem Sachverhalts-
komplex ist damit gerechtfertigt und angezeigt. 

Darauffolgend wird die daraus resultierende Strafe aufgrund des Schuldspruchs für 
die Veräusserung von mindestens 1'000 Gramm Kokaingemisch (Ziff. II./6. des erst-
instanzlichen Urteils) nochmals angemessen zu erhöhen sein. 

23. Einsatzstrafe

23.1 Objektive und subjektive Tatschwere (Tatkomponenten) 

Gefährdung des geschützten Rechtsguts

Das Betäubungsmittelstrafrecht dient dem Schutz der Volksgesundheit (BGE 122 IV 
211 E. 4). Auch wenn der Drogenmenge keine vorrangige Bedeutung bei der Straf-
zumessung mehr zukommt, so ist als Anhaltspunkt für das Gefährdungspotenzial 
gleichwohl von der umgesetzten Drogenmenge auszugehen. 

Als zulässige Orientierungshilfe lässt sich die Referenzstrafen-Tabelle von SCHLE-
GEL/JUCKER heranziehen. Diese sieht für den Handel mit rund 2.2 Kilogramm reinem 
Heroin eine Freiheitsstrafe von 63 Monaten vor (SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N 45 zu 
Art. 47 StGB). Der Prototyp des Täters, auf welchen das entsprechende Strafmass 
zugeschnitten ist, ist ein nicht geständiger und nicht süchtiger Täter, welcher die ent-
sprechende Menge mit ca. fünf Geschäften umgesetzt hat (SCHLEGEL/JUCKER, 
a.a.O., N 44 zu Art. 47 StGB).

Durch das Anstaltentreffen zur Einfuhr und zum Erwerb/Erlangen von 
2'212.1 Gramm reinem Heroin hat der Beschuldigte die Grenze zur mengenmässig 
qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (vgl. E. III.16.2 hier-

34

vor) ein Vielfaches überschritten und damit die Gesundheit vieler Menschen in Ge-
fahr gebracht. Mit Blick auf die Tabelle SCHLEGEL/JUCKER erachtet die Kammer hier-
für eine Freiheitsstrafe von 63 Monaten als angemessen. 

Strafmildernd ist sodann das «blosse» Anstaltentreffen zu berücksichtigen. Beim An-
staltentreffen handelt es sich gemäss Art. 19 Abs. 3 Bst. a aBetmG um einen fakul-
tativen Strafmilderungsgrund, mit welchem dem Umstand Rechnung getragen wird, 
dass der letzte entscheidende Schritt zu einer Rechtsverletzung noch nicht gemacht 
worden ist (Parlamentarische Initiative Teilrevision des Betäubungsmittelgesetzes, 
Bericht der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates 
vom 4. Mai 2006, BBl 2006 8573, S. 8613). Die Möglichkeit einer Strafmilderung 
beim Anstaltentreffen besteht nicht nur in einfachen, sondern ebenso in schweren 
Fällen gemäss Art. 19 Abs. 2, das Gesetz sieht diesbezüglich keine Einschränkun-
gen vor. Ob im konkreten Fall die Strafe zu mildern ist, hängt u.a. davon ab, wieweit 
das Tatgeschehen vorangeschritten ist (versuchte Widerhandlung oder blosse Vor-
bereitung dazu). Überdies kommt es darauf an, aus welchen Gründen die Tatvollen-
dung verfehlt wurde. Waren hierfür nicht das Verhalten des Täters, sondern davon 
unabhängige Faktoren ausschlaggebend (etwa das frühzeitige Eingreifen von Poli-
zei- bzw. Zollbehörden oder andere «Zufälle»), so kommt eine Strafmilderung nicht 
oder nur in geringem Masse in Betracht. Dabei ist allerdings zu beachten, dass im 
Strafrecht dem Erfolgsunrecht generell eine selbstständige Bedeutung beigemessen 
wird. Deshalb sollte das Ausbleiben des Erfolgs «stets zu einer milderen Strafe 
führen … als derjenigen, auf die zu erkennen gewesen wäre, wenn der Täter das 
Delikt vollendet hätte». Jedenfalls hat eine Strafminderung, d.h. eine Reduktion der 
Strafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens, stattzufinden (ALBRECHT, a.a.O., N 
279 zu Art. 19).

Dem Umstand, dass die 2'212.1 Gramm reinen Heroins letztlich nicht eingeführt bzw. 
erworben/erlangt werden konnten, ist strafmildernd Rechnung zu tragen. Zwar ist 
dies einzig auf die Verhaftung von D.________ durch die deutschen Behörden 
zurückzuführen und nicht auf das Verhalten des Beschuldigten. Unabhängig davon 
ist das Ausmass des verschuldeten Erfolgs jedoch objektiv geringer, wenn wie vor-
liegend die zu vermittelnden Betäubungsmittel noch nicht an den Drogenabnehmer 
abgegeben werden konnten. 

Art und Weise des Tatvorgehens / Verwerflichkeit des Handelns

Unter dem Aspekt der Art der Ausführung der Tat ist vorliegend leicht verschulden-
serhöhend zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte beim Anstaltentreffen zur Ein-
fuhr und zum Erwerb/Erlangen der rund 5 Kilogramm Heroingemisch im internatio-
nalen Betäubungsmittelverkehr tätig war. Weiter ist auch erhöhend zu berücksichti-
gen, dass er sich explizit für den Drogenhandel ein Tachoversteck in sein Fahrzeug 
einbauen liess.

Leicht verschuldensmindernd zu berücksichtigen ist hingegen, dass es sich hier vor-
liegend nur um ein einziges Drogengeschäft handelte. 

35

Willensrichtung und Beweggründe 

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und – davon ist auszugehen – aus finan-
ziellen und damit egoistischen Beweggründen, was indes tatbestandsimmanent und 
deshalb verschuldensmässig neutral zu gewichten ist. 

Vermeidbarkeit 

Die strafbaren Handlungen wären für den Beschuldigten ohne Weiteres vermeidbar 
gewesen. Der Beschuldigte konsumiert selbst keine Drogen, seine Entscheidungs-
freiheit war nicht eingeschränkt. Er befand sich zudem auch in keiner finanziellen 
Notlage, welche ihm andere Handlungsmöglichkeit verunmöglich hätte. Äussere und 
innere Umstände, die es dem Beschuldigten verunmöglicht hätten, sich rechtmässig 
zu verhalten