# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 332ca5b1-1d98-5b57-aa3f-674a0ada6dd4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.09.2011 C-3821/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3821-2009_2011-09-29.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung III
C­3821/2009

U r t e i l   v om   2 9 .   S ep t embe r   2 0 1 1  

Besetzung Richterin Ruth Beutler (Vorsitz),
Richter Andreas Trommer, Richter Jean­Daniel Dubey,
Gerichtsschreiberin Barbara Kradolfer.

Parteien A.________,
vertreten durch lic. iur. Stephanie Bialas, Rechtsanwältin,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Einreiseverbot.

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Sachverhalt:

A. 
A._______  (im  Folgenden:  Beschwerdeführer),  Staatsangehöriger  von 
Bosnien und Herzegowina, geb. 1952, reiste 1982 in die Schweiz ein und 
erhielt eine Jahresaufenthaltsbewilligung. 1984 folgten ihm seine Ehefrau 
B._______  und  der  gemeinsame  Sohn  C._______  (geb.  1979)  im 
Rahmen des Familiennachzugs.

Am  6.  November  1984  wurde  der  Beschwerdeführer  vom  Kreisgericht 
Fünf  Dörfer  wegen  Gehilfenschaft  zu  Diebstahl  mit  drei  Monaten 
Gefängnis  bedingt  bestraft.  Am  2.  Januar  1986  sprach  die 
Fremdenpolizei des Kantons St. Gallen (heute: Ausländeramt) gegen ihn 
eine Verwarnung  aus.  Die  Aufenthaltsbewilligung wurde widerrufen  und 
es wurde ihm eine sogenannte Toleranzbewilligung (Ausweis D) erteilt. In 
der  Folge  erhielt  er  dann  wieder  eine  Aufenthaltsbewilligung,  die 
regelmässig  verlängert wurde,  letztmals mit Gültigkeit  bis  zum 11. März 
1999.  Im Jahre 1988 kam der Sohn D._____ zur Welt. 1992 wurde das 
Gesuch  des  Beschwerdeführers  um  Erteilung  der 
Niederlassungsbewilligung abgewiesen.

Die  Eheleute  (…)  liessen  sich  1994  scheiden.  Am  18.  November  1994 
wies das Ausländeramt das erneute Gesuch des Beschwerdeführers um 
Erteilung  der  Niederlassungsbewilligung  mit  der  Begründung  ab,  der 
Gesuchsteller  komme  seinen  finanziellen  Verpflichtungen  nicht 
ordnungsgemäss nach.

B. 
In  der  Folge  wurde  der  Beschwerdeführer  wiederholt  straffällig:  Am 
12. April  1995  wurde  er  wegen  Geschwindigkeitsüberschreitung  mit 
Fr. 400.­  gebüsst.  Mit  Strafbescheid  vom  23.  Oktober  1995  wurde  er 
wegen Widerhandlung gegen die Verordnung über den Erwerb und das 
Tragen  von  Schusswaffen  durch  jugoslawische  Staatsangehörige  mit 
zehn Tagen Gefängnis und Fr. 400.­ Busse bestraft.  Im darauffolgenden 
Jahr  wurde  mehrmals  gegen  den  Beschwerdeführer  wegen 
Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Spielbanken ermittelt 
und einmal betreffend Hinderung einer Amtshandlung Anzeige erstattet. 
Am  15.  September  1998  wurde  er  wegen  Widerhandlung  gegen  das 
Gastwirtschaftsgesetz durch das Untersuchungsrichteramt St. Gallen mit 
Fr. 1'000.­ gebüsst. Im Oktober 1998 wurde ihm erneut die Erteilung der 
Niederlassungsbewilligung verweigert.

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C. 
In  der  Nacht  vom  28.  auf  den  29.  Dezember  1998  schoss  der 
Beschwerdeführer  im  Verlauf  einer  Auseinandersetzung  zwischen 
verschiedenen  Personen  aus  dem  ehemaligen  Jugoslawien  einem 
Widersacher mit einer Faustfeuerwaffe nach und verletzte  ihn mit einem 
Streifschuss  im Lendenbereich. Das Kreisgericht St. Gallen erklärte den 
Beschwerdeführer  mit  Urteil  vom  12./17.  Februar  2003  der  versuchten 
vorsätzlichen  Tötung,  des  Angriffs,  der  Widerhandlung  gegen  das 
Waffengesetz  sowie  der  mehrfachen  groben  Verletzung  der 
Verkehrsregeln  schuldig und verurteilte  ihn  zu 6  Jahren und 9 Monaten 
Zuchthaus.  Ferner  verwies  es  ihn  für    5 Jahre  des  Landes,  unter 
Gewährung des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von 5 Jahren. 

Auf Berufung hin sprach ihn das Kantonsgericht St. Gallen mit Urteil vom 
30. Juni  2004  der  versuchten  vorsätzlichen  Tötung,  der Widerhandlung 
gegen  das Waffengesetz  sowie  der mehrfachen  groben  Verletzung  der 
Verkehrsregeln  schuldig  und  verurteilte  ihn  zu  5  ½  Jahren  Zuchthaus, 
wobei es insbesondere der langen Verfahrensdauer Rechnung trug. Von 
der  Anklage  der  einfachen  Verletzung  von  Verkehrsregeln  und  des 
Angriffs  sprach  es  ihn  frei.  Die  bedingte  Landesverweisung  wurde 
bestätigt.

Mit Urteil vom 15. Dezember 2004 (6P.140/2004, 6S.385/2004) wies das 
Bundesgericht  die  vom  Beschwerdeführer  gegen  den  Entscheid  des 
Kantonsgerichts eingereichten Beschwerden ab, soweit es darauf eintrat.

D. 
Der Beschwerdeführer trat am 15. November 2004 den Strafvollzug in der 
Strafanstalt  Saxerriet  an.  Im  Oktober  2005  musste  er  sich  im 
Kantonsspital  St.  Gallen  einer  Operation  unterziehen  (Resektion  eines 
Bauchaorten­Aneurysmas).  Anschliessend  verbrachte  er  einen 
Rehabilitationsaufenthalt  in der Klinik (…), bis er zur erneuten Abklärung 
ins Spital verlegt wurde. Sein Gesuch bezüglich Unterbrechung der Strafe 
vom  27.  Dezember  2005  wurde  abgewiesen,  da  die  Ursachen  seiner 
gesundheitlichen  Probleme  offenkundig  bereits  vor  Antritt  der  Strafe 
bestanden  hatten.  Hingegen  wurde  verfügt,  dass  die  Zeit  im 
Kantonsspital  St.  Gallen  sowie  in  der  Klinik  (…)  an  den  Strafvollzug 
angerechnet würden.

E. 
Am  10.  März  2006  heiratete  der  Beschwerdeführer  während  seines 

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Strafvollzugs die Schweizerin E._______, die ursprünglich ebenfalls aus 
Bosnien und Herzegowina stammt.

Der Beschwerdeführer  beging  am 4. November  2007  auf  der Rückfahrt 
vom  Urlaub  in  die  Strafanstalt  eine  massive 
Geschwindigkeitsüberschreitung von rund 40 km/h auf der Autobahn.

Mit  Verfügung  vom  28.  November  2007  verweigerte  das  Ausländeramt 
des Kantons St. Gallen die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung des 
Beschwerdeführers und wies ihn aus der Schweiz weg. Dagegen wehrte 
er  sich  erfolglos  beim  kantonalen  Sicherheits­  und  Justizdepartement 
(Entscheid  vom  4.  Februar  2008)  sowie  anschliessend  beim 
Verwaltungsgericht  des  Kantons  St.  Gallen  (Urteil  vom  22.  Mai  2008). 
Das  Bundesgericht  wies,  soweit  es  darauf  eintrat,  seine  dagegen 
gerichtete  Beschwerde  mit  Urteil  vom  24.  Februar  2009  ab  (Urteil 
2C_477/2008).

Bereits zuvor, im April 2008, war der Beschwerdeführer bedingt aus dem 
Strafvollzug entlassen worden.

F. 
Am 26. Februar 2009 räumte das Sicherheits­ und Justizdepartement des 
Kantons  St.  Gallen  dem  Beschwerdeführer  eine  Frist  bis  zum  23.  April 
2009  ein,  um  den  Aufenthalt  im  Kanton  St.  Gallen  aufzugeben  und 
auszureisen.  Am  folgenden Tag  beantragte  die  genannte Behörde  dem 
BFM, die kantonale Wegweisung auf das ganze Gebiet der Schweiz und 
das  Fürstentum  Liechtenstein  auszudehnen  sowie  den  Erlass  eines 
Einreiseverbots  zu  prüfen.  Im  Sinne  des  rechtlichen  Gehörs  gab  die 
Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom  3.  März  2009 
Gelegenheit,  zur  beabsichtigten  Ausdehnung  der  kantonalen 
Wegweisung Stellung  zu nehmen. Die bis  zum 31. März 2009 gesetzte 
Frist blieb unbenutzt.

Mit  Eingabe  vom  8.  April  2009  ersuchte  die  Rechtsvertreterin,  die 
Ausreisefrist vorerst bis zum 23. Mai 2009 zu erstrecken. Sie begründete 
dies mit notwendigen medizinischen Begutachtungen, welche im Rahmen 
des hängigen IV­Verfahrens stattfinden würden.

Dem  Gesuch  um  Erstreckung  der  Ausreisefrist  gab  die  kantonale 
Behörde  mit  Schreiben  vom  16.  April  2009  nicht  statt,  da  der 
Beschwerdeführer  für  eine  erneute  Einreise  in  die  Schweiz  zwecks 
medizinischer Untersuchungen bei der zuständigen Schweizer Vertretung 

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ein  Visum  beantragen  könne.  Somit  sei  eine  Verlängerung  der 
Ausreisefrist nicht angezeigt.

G. 
Am  7.  April  2009  dehnte  die  Vorinstanz  die  kantonale 
Wegweisungsverfügung vom 28. November 2007 auf die ganze Schweiz 
sowie  auf  das  Fürstentum Liechtenstein  aus. Diese Verfügung  erwuchs 
unangefochten in Rechtskraft.  

Per 23. April 2009 reiste der Beschwerdeführer aus der Schweiz aus.

Das  BFM  verhängte  am  7.  Mai  2009  über  den  Beschwerdeführer  mit 
sofortiger  Wirkung  ein  unbefristetes  Einreiseverbot.  Zur  Begründung 
führte  es  unter  Bezugnahme  auf  den  damaligen  Art.  67  Abs.  1  des 
Ausländergesetzes  vom  16.  Dezember  2005  (AuG,  SR  142.20;  zur 
damaligen  Fassung  vgl.  AS  2007  5457)  aus,  wegen  versuchter 
vorsätzlicher  Tötung  sowie  Widerhandlungen  gegen  das  Waffengesetz 
liege  ein Verstoss  und  eine Gefährdung  der  öffentlichen Sicherheit  und 
Ordnung  vor.  Weiter  führe  das  Einreiseverbot  nach  Art.  96  des 
Schengener  Durchführungsübereinkommens  (SDÜ,  Abl.  L  239  vom  22. 
September  2000,  S.  19­62)  zu  einer  Ausschreibung  zur 
Einreiseverweigerung  im  Schengener  Informationssystem  (SIS)  und 
bewirke  damit  auch  ein  Einreiseverbot  für  das  gesamte  Gebiet  der 
Schengen­Staaten.

H. 
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  12.  Juni  2009  beim 
Bundesverwaltungsgericht  beantragt  der  Beschwerdeführer  die 
Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung;  eventuell  sei  das 
Einreiseverbot  angemessen  zu  befristen.  Ferner  sei  die  Vorinstanz 
anzuweisen,  von  einer  Ausschreibung  des  Beschwerdeführers  zur 
Einreiseverweigerung  im SIS abzusehen bzw. bei einer bereits erfolgten 
Ausschreibung deren Löschung zu veranlassen.  In verfahrensrechtlicher 
Hinsicht  wird  um  unentgeltliche  Prozessführung  sowie,  in  Person  der 
unterzeichneten  Rechtsanwältin,  um  unentgeltliche 
Rechtsverbeiständung  ersucht.  Zur  Begründung  macht  die 
Rechtsvertreterin im Wesentlichen geltend, gegen den Beschwerdeführer 
dürfe  kein  Einreiseverbot  verhängt  werden,  da  er  weder  gegenwärtig 
noch zukünftig eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung 
darstelle.  Zudem  würde  der  Kontakt  zu  seiner  gesamten  Familie 
unterbrochen  bzw.  der  Beschwerdeführer  müsste  sich  auf  Besuche 

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seiner  Angehörigen  bei  ihm  in  Bosnien  beschränken,  falls  er  im  SIS 
ausgeschrieben  würde.  Schliesslich  sei  sein  Anspruch  auf  rechtliches 
Gehör  verletzt worden, da er bis anhin  keine Gelegenheit  gehabt habe, 
sich  zur  Ausschreibung  einer  Einreiseverweigerung  im  SIS  und  des 
daraus  resultierenden  Einreiseverbots  in  alle  Schengen­Staaten  zu 
äussern. 

Das Rechtsmittel  wurde  u.a. mit  fachärztlichen  Berichten  vom  23.  bzw. 
31.  März  2009  über  den  Gesundheitszustand  des  Beschwerdeführers 
und  verschiedenen  Meldebestätigungen  von  in  Österreich  wohnhaften 
Verwandten ergänzt.

Am  23.  Juni  2009  reichte  die  Rechtsvertreterin  in  Ergänzung  zu  ihrer 
Rechtsmitteleingabe  das  begründete  Urteil  des  Bundesgerichts  vom 
24. Februar  2009  betreffend  Nichtverlängerung  der 
Aufenthaltsbewilligung ein. Sie bittet das Bundesverwaltungsgericht, den 
Umstand  zu  berücksichtigen,  dass  das  Bundesgericht  bei  der 
Interessenabwägung  davon  ausgegangen  sei,  der  Beschwerdeführer 
würde seine familiären Kontakte im Rahmen von Besuchsaufenthalten in 
der Schweiz pflegen können.

I. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  1.  Juli  2009  wies  das 
Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege ab.

J. 
In  ihrer  Vernehmlassung  vom  18.  September  2009  schliesst  die 
Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde.

Die Rechtsvertreterin betont  in  ihrer Replik vom 21. Oktober 2009, dass 
sich im vorliegenden Fall die Ausschreibung der Fernhaltemassnahme im 
SIS nicht  rechtfertige, da sich der Beschwerdeführer  in keinem anderen 
Staat je etwas habe zu Schulden kommen lassen. Zudem könnte er sein 
Heimatland, das "als Insel im Schengenland" liege, nicht mehr verlassen, 
da er an einem Bauchaortenaneurysma leide und deswegen nicht fliegen 
könne. 

K. 
Das  Bundesverwaltungsgericht  zog  neben  den  vorinstanzlichen  Akten 
auch diejenigen der Migrationsbehörde  des Kantons St. Gallen  bei. Auf 

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deren  Inhalt  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  Erwägungen 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  –  unter 
Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  genannten  Ausnahmen  –  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 
20. Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021),  welche  von  einer  in  Art.  33 
VGG  aufgeführten  Behörde  erlassen  wurden.  Darunter  fallen  unter 
anderem  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Fernhaltemassnahmen  im 
Sinne  von  Art.  67  AuG.  Das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  ist 
endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2.  Gemäss  Art.  37  VGG  richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  nach  dem  Verwaltungsverfahrensgesetz, 
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt.

1.3.  Der  Beschwerdeführer  ist  gemäss  Art.  48  Abs.  1  VwVG  zur 
Beschwerde  legitimiert.  Auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte 
Beschwerde ist daher einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2. 
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhaltes  sowie,  wenn  nicht  eine  kantonale 
Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat,  die  Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist 
gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  sind 
grundsätzlich  die  tatsächlichen  Verhältnisse  zum  Zeitpunkt  seines 
Entscheides  (vgl.  BVGE  2011/1  E.  2  und  BVGE  2007/41  E.  4.2  sowie 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­2686/2007 vom 7. Oktober 2010 
E. 1.2 und 1.3).

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3. 
Vor  der  materiellen  Prüfung  der  angefochtenen  Verfügung  ist  auf  die 
formelle Rüge des Beschwerdeführers einzugehen, die Vorinstanz habe 
seinen Anspruch auf  rechtliches Gehör  im Sinne von Art. 29 Abs. 2 der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999  (BV,  SR  101)  verletzt,  indem  sie  ihm  keine Gelegenheit  gegeben 
habe, sich zur Ausschreibung der Einreiseverweigerung im SIS und dem 
daraus  resultierenden  Einreiseverbot  in  alle  Schengen­Staaten  zu 
äussern.

3.1.  Der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör,  wie  ihn  Lehre  und 
Rechtsprechung aus Artikel 29 Abs. 2 BV ableiten und wie er sich für das 
Bundesverwaltungsverfahren  aus  den  Art.  29  ff.  VwVG  ergibt,  umfasst 
eine  Anzahl  verschiedener  verfassungsrechtlicher  Verfahrensgarantien 
(vgl.  aus  der  Literatur  etwa  ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX 
UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, 
Rz.  1680  ff.;  ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und 
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 46, 107 ff.; 
MARKUS SCHEFER,  Grundrechte  in  der  Schweiz,  Bern  2005,  S.  285  ff.). 
Dazu  gehört  das  Recht  auf  vorgängige  Äusserung  und  Anhörung  (vgl. 
Art.  30  Abs. 1  VwVG),  welches  den  Betroffenen  einen  Einfluss  auf  die 
Ermittlung des wesentlichen Sachverhaltes sichert. Dabei kommt der von 
einem  Verfahren  betroffenen  Person  der  Anspruch  zu,  sich  vorgängig 
einer behördlichen Anordnung zu allen wesentlichen Punkten, welche die 
Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  betreffen,  zu  äussern 
und von der betreffenden Behörde alle dazu notwendigen  Informationen 
zu erhalten (vgl. BVGE 2007/21 E. 10.2).

3.2. Das  verfassungsmässige  Recht,  angehört  zu  werden,  ist  formeller 
Natur.  Die  Verletzung  dieses  Rechts  führt  –  ungeachtet  der 
Erfolgsaussichten  der  Beschwerde  in  der  Sache  selbst  –  grundsätzlich 
zur  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  (vgl.  BVGE  2009/61  E. 
4.1.3  mit  Hinweisen;  BERNHARD  WALDMANN/JÜRG  BICKEL  in:  Bernhard 
Waldmann/Philippe Weissenberger,  Praxiskommentar  VwVG,  Art.  29  N 
28 f. und N 106 f.). Die Gehörsverletzung ist aber nach ständiger Praxis 
des Bundesgerichts ausnahmsweise einer Heilung zugänglich, wenn die 
betroffene  Partei  die Möglichkeit  hat,  sich  vor  einer  Beschwerdeinstanz 
zu  äussern,  vorausgesetzt  diese  Instanz  ist  zur  freien  Prüfung  aller 
Sachverhalts­  und  Rechtsfragen  befugt,  welche  der  unteren  Instanz 
hätten unterbreitet werden können. Von der Rückweisung der Sache an 
die Verwaltung  zur Gewährung des  rechtlichen Gehörs  kann  in  solchen 

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Fällen  nach  dem  Grundsatz  der  Verfahrensökonomie  dann  abgesehen 
werden,  wenn  die  Rückweisung  zu  einem  formalistischen  Leerlauf  und 
damit  zu  einer  unnötigen  Verlängerung  des  Verfahrens  führen  würde. 
Diese Heilungsmöglichkeit  ist unbestritten, wenn es um nicht besonders 
schwerwiegende Verletzungen von Parteirechten geht. Nach der neueren 
Rechtsprechung  kann  eine  Heilung  aber  auch  dann  erfolgen,  wenn 
schwerwiegende  Verfahrensmängel  das  rechtliche  Gehör  beeinträchtigt 
haben  und  eine  Rückweisung  den  Interessen  der  Partei  an  einer 
beförderlichen  Behandlung  zuwiderlaufen  würde  (BGE  136  V  117  E. 
4.2.2.2 S. 126, BGE 133 I 201 E. 2.2 S. 204 f., BGE 132 V 387 E. 5.1 S. 
390; vgl. auch WALDMANN/BICKEL, a.a.O., Art. 29 N 116 sowie N 125 ff., 
LORENZ KNEUBÜHLER, Gehörsverletzung  und Heilung,  ZBl.  1998 S.  116, 
kritisch  PATRICK  SUTTER  in:  Christoph  Auer/Markus  Müller/Benjamin 
Schindler,  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das 
Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich/St. Gallen 2008, Art. 29 Rz. 21).

3.3.  Aus  den  Akten  ergibt  sich,  dass  das  Ausländeramt  des  Kantons 
St. Gallen  dem Beschwerdeführer  am  31.  Juli  2007  im  Zusammenhang 
mit  dem  Verfahren  betreffend  Nichtverlängerung  seiner 
Aufenthaltsbewilligung  mitteilte,  es  beabsichtige,  gegen  ihn  "eine 
Einreisesperre  zu  beantragen".  Vom  Recht  zur  Stellungnahme  machte 
seine  Rechtsvertreterin  am  20.  September  2007  Gebrauch.  Die 
Vorinstanz erliess das Einreiseverbot aber erst am 7. Mai 2009, nachdem 
das  Aufenthaltsverfahren  rechtskräftig  abgeschlossen  worden  war  (vgl. 
Sachverhalt  Bst.  E  und  F).  In  der  Zwischenzeit  waren  die  Schengen­
Assoziierungsabkommen, die im Rahmen der Übernahme des Schengen­
Besitzstandes  die  SIS­Ausschreibung  vorsehen,  in  Kraft  getreten  (vgl. 
Anhang 1 zum AuG und nachfolgend E. 4.2).  

3.4.  Der  Beschwerdeführer  begründet  seine  Rüge  der  Verletzung  des 
rechtlichen Gehörs damit, dass ihm bis anhin keine Gelegenheit gegeben 
worden sei, sich zur Ausschreibung der Einreiseverweigerung im SIS und 
dem  daraus  resultierenden  Einreiseverbot  in  alle  Schengen­Staaten  zu 
äussern.  Ob  darin  eine  Gehörsverletzung  zu  erblicken  ist,  erscheint 
fraglich, ist doch die SIS­Ausschreibung Folge der neuen Rechtslage, die 
auch der Parteivertreterin bekannt sein musste. Doch selbst bei Annahme 
der  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  könnte  eine  solche  im 
vorliegenden Verfahren geheilt werden. Zum Einen wäre keine besonders 
schwere Verletzung von Verfahrensrechten anzunehmen, stellt doch die 
SIS­Ausschreibung  unter  gewissen  Voraussetzungen,  die  vorliegend 
erfüllt  sind,  die  gesetzliche  Regelfolge  dar,  zu  deren  Anwendung  die 

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Schweiz  verpflichtet  ist  und  daher  der  verfügenden  Behörde  kaum 
Entscheidungsspielraum lässt (vgl. nachfolgend E. 6). Zum Anderen kann 
davon ausgegangen werden, dass die direkte Beurteilung durch das über 
die  gleiche  Kognition  wie  die  Vorinstanz  verfügende 
Bundesverwaltungsgericht (vgl. auch WALDMANN/BICKEL, a.a.O., Art. 29 N 
64  f.)  im  Interesse  des  Beschwerdeführers  an  einer  beförderlichen  und 
prozessökonomischen Behandlung  seiner Beschwerde  liegt,  da  er  nicht 
die  Rückweisung  an  die  Vorinstanz  zur  Gewährung  des  rechtlichen 
Gehörs beantragt hat. Unter den gegebenen Voraussetzungen würde ein 
allfälliger Mangel als im Beschwerdeverfahren geheilt gelten.

4. 
Mit  Inkrafttreten  des  Ausländergesetzes  am  1.  Januar  2008  wurde  das 
Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der 
Ausländer  (ANAG, BS 1 121) abgelöst  (vgl. Art.  125 AuG  i.V.m. Ziffer  I 
des Anhangs 2 zum AuG). Das Ausländergesetz beansprucht Geltung in 
allen Verfahren, die nach seinem Inkrafttreten eingeleitet wurden, sei es 
nun auf Gesuch hin oder von Amtes wegen (vgl. Art. 126 Abs. 1 AuG e 
contrario; ferner BVGE 2008/1 E. 2 mit Hinweisen).

Wenn bei der Anwendung des neuen Rechts auf Verhältnisse abgestellt 
wird, die – wie vorliegend – noch unter der Herrschaft des alten Rechts 
entstanden  sind und bei  Inkrafttreten des neuen Rechts  andauern,  liegt 
eine  unechte  Rückwirkung  vor,  die  –  vorbehältlich  des 
Vertrauensschutzprinzips  –  grundsätzlich  zulässig  ist  (vgl.  ULRICH 
HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 
6. Aufl., Zürich/ St.Gallen 2010, Rz. 337 ff.).

4.1.  Das  in  Art.  67  AuG  geregelte  Einreiseverbot  entspricht  der 
altrechtlichen Einreisesperre des Art. 13 ANAG. Auf den 1. Januar 2011 
trat  als  Folge  der  Weiterentwicklung  des  Schengen­Besitzstandes  eine 
neue  Fassung  in  Kraft  (zum Ganzen  vgl.  BBl  2009  8881  und  AS  2010 
5925). Nach Art. 67 Abs. 1 AuG wird ein Einreiseverbot vom BFM unter 
Vorbehalt  von  Abs.  5  nun  gegenüber  weggewiesenen  Ausländerinnen 
und Ausländern verfügt, wenn die Wegweisung nach Art. 64d Abs. 2 Bst. 
a  ­  c  AuG  sofort  vollstreckt  wird  (Art.  67  Abs.  1  Bst.  a  AuG)  oder  die 
betroffene  Person  der  Ausreiseverpflichtung  nicht  nachgekommen  ist 
(Art.  67 Abs.  1 Bst.  b AuG). Es  kann nach Art.  67 Abs.  2 AuG sodann 
gegen ausländische Personen erlassen werden, die gegen die öffentliche 
Sicherheit  und  Ordnung  in  der  Schweiz  oder  im  Ausland  verstossen 
haben  oder  diese  gefährden  (Art.  67  Abs.  2  Bst.  a),  Sozialhilfekosten 

http://links.weblaw.ch/BBl-2009-8881
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verursacht  haben  (Art.  67  Abs.  2  Bst.  b)  oder  in  Vorbereitungs­, 
Ausschaffungs­  oder  Durchsetzungshaft  genommen  werden  mussten 
(Art.  67  Abs.  2  Bst.  c).  Das  Einreiseverbot  wird  für  eine  Dauer  von 
höchstens  fünf  Jahren  verhängt.  Es  kann  aber  für  eine  längere  Dauer 
verfügt werden, wenn die betroffene Person eine schwerwiegende Gefahr 
für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt (Art. 67 Abs. 3 AuG). 
Schliesslich kann die verfügende Behörde aus humanitären oder anderen 
wichtigen Gründen  von  der  Verhängung  eines Einreiseverbots  absehen 
oder ein Einreiseverbot vollständig oder vorübergehend aufheben (Art. 67 
Abs. 5 AuG).

Die bisher bestehende Praxis der Vorinstanz hinsichtlich der Bemessung 
der  Dauer  von  Fernhaltemassnahmen  ist  mit  den  obgenannten 
Grundsätzen  vereinbar  (vgl.  BBl  2009  8896  ad  Art.  67  Abs.  3  in  fine), 
weswegen sich für den Beschwerdeführer im Ergebnis nichts ändert (vgl. 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­2482/2009 vom 28. Januar 2011 
E. 6.2).

4.2.  Wird  gegen  eine  Person,  die  nicht  das  Bürgerrecht  eines 
Mitgliedstaates  der  Europäischen  Union  besitzt  (Drittstaatsangehörige), 
ein Einreiseverbot nach Art. 67 AuG verhängt, wird diese Person gestützt 
auf Art. 94 Abs. 1 und Art. 96 des Übereinkommens vom 19. Juni 1990 
zur  Durchführung  des  Übereinkommens  betreffend  den  schrittweisen 
Abbau  der  Kontrollen  an  den  gemeinsamen  Grenzen  (Schengener 
Durchführungsübereinkommen  [SDÜ],  Abl.  L  239  vom  22.  September 
2000,  S.  19­62)  und  Art.  16  Abs.  2  und  4  des  Bundesgesetzes  vom 
13. Juni  2008  über  die  polizeilichen  Informationssysteme  des  Bundes 
(BPI,  SR  361)  in  der  Regel  im  SIS  (vgl.  dazu  Art.  92  ff.  SDÜ)  zur 
Einreiseverweigerung ausgeschrieben. Diese Ausschreibung bewirkt dem 
Grundsatz  nach,  dass  der  betroffenen  Person  die  Einreise  in  das 
Hoheitsgebiet der Schengen­Mitgliedstaaten verboten ist (vgl. Art. 5 Abs. 
1  Bst  d  und  Art.  13  Abs.  1  der  Verordnung  [EG]  Nr.  562/2006  des 
Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen 
Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen 
[Schengener Grenzkodex bzw. SGK, Abl. L 105 vom 13. April 2006, S. 1 ­
 32]).  Vorbehalten  bleibt  die  Zuständigkeit  der  Mitgliedstaaten,  einer 
solchen Person aus humanitären Gründen oder Gründen des nationalen 
Interesses  oder  aufgrund  internationaler  Verpflichtungen  (die  sich 
namentlich  auch  aus  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum 
Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  [EMRK,  SR  0.101] 
ergeben  können)  die Einreise  in  das  eigene Hoheitsgebiet  zu  gestatten 

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(Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK) bzw. ihr zu diesem Zweck 
ein  Schengen­Visum  mit  räumlich  beschränkter  Gültigkeit  auszustellen 
(Art.  25  Abs.  1  Bst.  a  [ii]  der  Vorordnung  [EG]  Nr.  810/2009  des 
Europäischen Parlaments  und  des Rates  vom 13.  Juli  2009 über  einen 
Visakodex der Gemeinschaft [Visakodex], Abl. L 243 vom 15. September 
2009). 

4.3.  Das  Einreiseverbot  will  seiner  Natur  nach  nicht  vergangenes 
Fehlverhalten sanktionieren, sondern der Gefahr einer künftigen Störung 
der öffentlichen Sicherheit und Ordnung vorbeugen (siehe Botschaft zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8.  März 
2002,  BBl  2002  3813).  Die  Feststellung  einer  solchen  Gefahr  ist  ein 
Wahrscheinlichkeitsurteil,  das  sich  naturgemäss  auf  vergangenes 
Verhalten  der  betroffenen  ausländischen  Person  abstützen muss.  Stellt 
bereits  dieses  vergangene  Verhalten  eine  Störung  der  öffentlichen 
Sicherheit  und  Ordnung  dar,  wird  die  Gefahr  künftiger  Störungen  von 
Gesetzes wegen vermutet (BBl 2002 3760; vgl. auch CATERINA NÄGELI/NIK 
SCHOCH,  Ausländische  Personen  als  Straftäter  und  Straftäterinnen,  in: 
Peter Uebersax/Thomas Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, Handbücher  für 
die Anwaltspraxis, Band VIII, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 22.177; a.M: PAUL­
LUKAS GOOD/PATRICK SUTTER, Einreiseverbot als Sanktion für vergangenes 
Verhalten  oder  Mittel  zur  Gefahrenabwehr?,  in:  Sicherheit  &  Recht 
3/2010,  S. 199  ff.;  zur  relativierten  Bedeutung  der  Rückfallgefahr  bei 
ausländerrechtlichen  Administrativmassnahmen  gemäss  nationalem 
Recht  vgl. BGE 136  II  5 E. 4.2 S. 20 mit Hinweisen). Das Gesetz  lässt 
deshalb einen Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung als 
Anlass  für  ein  Einreiseverbot  genügen,  ohne  dass  die  Gefahr  einer 
Störung nachgewiesen werden müsste. Ist die Vermutungsbasis dagegen 
nicht erfüllt, verlangt Art. 80 Abs. 2 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 
über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR  142.201) 
konkrete Anhaltspunkte, dass der Aufenthalt der betreffenden Person  in 
der Schweiz mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zu einem Verstoss gegen 
die öffentliche Sicherheit und Ordnung führt.

4.4.  Seit  seiner  Einreise  im  Jahre  1982  wurde  der  Beschwerdeführer 
mehrfach straffällig. Zuletzt verurteilte  ihn das Kantonsgericht St. Gallen 
am 30. Juni 2004 wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, Widerhandlung 
gegen  das  Waffengesetz  und  mehrfacher  grober  Verletzung  von 
Verkehrsregeln  zu einer Zuchthausstrafe  von 5 ½  Jahren. Die  dagegen 
gerichtete staatsrechtliche Beschwerde sowie die Nichtigkeitsbeschwerde 
an  das  Bundesgericht  wurden  mit  Urteil  vom  15.  Dezembers  2004 

http://links.weblaw.ch/BBl-2002-3809
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abgewiesen  und  die  kantonalen  Entscheide  bestätigt.  Die  in  Frage 
stehenden Rechtsgüterverletzungen, insbesondere das Delikt gegen Leib 
und Leben stellt nach dem Dargelegten  (vgl. E. 4.3) selbstredend einen 
Verstoss  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  im  Sinne  von 
Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG dar. Die Voraussetzungen für die Verhängung 
eines  Einreiseverbots  nach  dieser  Bestimmung  erweisen  sich  demnach 
ohne  weiteres  als  erfüllt.  Was  die  Parteivertreterin  dagegen  vorbringt 
(Zeit,  welche  seit  der  Tat  im  Jahre  1998  verstrichen  ist;  Alter  sowie 
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers; Ehefrau und Kinder  in der 
Schweiz  wohnhaft),  ist  zumindest  mit  Blick  auf  die  Grundsatzfrage,  ob 
überhaupt ein Einreiseverbot verhängt werden durfte, nicht von Belang. 

5. 
5.1. Es  bleibt  zu  prüfen,  ob  die Massnahme  in  richtiger  Ausübung  des 
Ermessens  ergangen  und  angemessen  ist.  Der  Grundsatz  der 
Verhältnismässigkeit  steht  dabei  im  Vordergrund.  Unter  diesem 
Gesichtspunkt  ist eine wertende Abwägung vorzunehmen zwischen dem 
öffentlichen  Interesse  an  der  Massnahme  einerseits  und  den  von  der 
Massnahme  beeinträchtigten  privaten  Interessen  des  Betroffenen 
andererseits.  Die  Stellung  der  verletzten  oder  gefährdeten Rechtsgüter, 
die  Besonderheiten  des  ordnungswidrigen  Verhaltens  und  die 
persönlichen  Verhältnisse  des  Verfügungsbelasteten  bilden  dabei  den 
Ausgangspunkt  der  Überlegungen  (vgl.  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, 
a.a.O., Rz. 613 ff.). 

5.2.  Bei  der  im  Rahmen  der  Verhältnismässigkeitsprüfung 
vorzunehmenden  ausländerrechtlichen  Interessenabwägung  steht  das 
vom  Kantonsgericht  am  30.  Juni  2004  beurteilte  schwere  Gewaltdelikt 
gegen  Leib  und  Leben  im  Vordergrund.  Angesichts  dessen  besteht  an 
der  Fernhaltung  des  Beschwerdeführers  klarerweise  ein  erhebliches 
öffentliches  Interesse.  Als  ebenso  offenkundig  erweist  sich,  dass  vom 
Beschwerdeführer  eine  schwerwiegende  Gefahr  für  die  öffentliche 
Sicherheit  und  Ordnung  ausgeht,  welche  die  Verhängung  einer 
Fernhaltemassnahme  von  einer  fünf  Jahre  überschreitenden  Dauer 
zulässt  (vgl.  Art.  67  Abs.  3  AuG).  Der  Strafrichter  attestierte  dem 
Beschwerdeführer  ein  schweres  Verschulden  und  eine  hohe 
Gewaltbereitschaft.  Vor  diesem Hintergrund  kommt  der Behauptung auf 
Beschwerdeebene,  wonach  er  weder  gegenwärtig  noch  künftig  eine 
Gefahr  für  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  darstelle,  keine 
entscheidende  Bedeutung  zu.  Zu  erwähnen  ist  insbesondere,  dass  er 
noch  während  des  Strafvollzugs  (auf  der  Rückfahrt  vom  Urlaub)  eine 

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Verkehrsregelverletzung  beging  (massive 
Geschwindigkeitsüberschreitung),  was  von  einer  Geringschätzung  der 
hiesigen Rechtsordnung zeugt. In diesem Zusammenhang kann ebenfalls 
nicht  ausgeblendet  werden,  wie  sich  ein  Ausländer  während  seiner 
gesamten Anwesenheit  in der Schweiz verhalten hat. Gemäss dem den 
Beschwerdeführer  betreffenden Urteil  des Bundesgerichts  2C_477/2008 
(Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung) können für die Beurteilung 
des  öffentlichen  Interesses  selbst  Sanktionen  berücksichtigt  werden, 
welche  dem  Verwertungsverbot  gemäss  Art.  369  Abs.  7  des 
Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB; SR 
311.0)  unterliegen.  In  der  Regel  kann  weit  zurückliegenden  Straftaten 
keine  grosse  Bedeutung  mehr  zukommen,  insbesondere  wenn  es  sich 
wie hier um relativ geringfügige Verfehlungen – wie die Gehilfenschaft zu 
Diebstahl,  die  Überschreitung  der  allgemeinen  Höchstgeschwindigkeit, 
die  Widerhandlung  gegen  die  Verordnung  des  Bundesrates  über  den 
Erwerb  und  das  Tragen  von  Schusswaffen  durch  jugoslawische 
Staatsangehörige  sowie  die  Widerhandlung  gegen  das 
Gastwirtschaftsgesetz  –  handelt.  Im  Rahmen  einer  Gesamtwürdigung 
kommt ihnen aber insofern Relevanz zu, als sie das Bild eines Menschen 
zeichnen,  der  während  der  gesamten  Aufenthaltsdauer  in  der  Schweiz 
Mühe  bekundete,  sich  an  die  Rechtsordnung  zu  halten  und  sich 
hierzulande zu integrieren. Im Ergebnis ist dem Beschwerdeführer daher 
eine  denkbar  schlechte  Prognose  zu  stellen,  was  nicht  nur  die 
Verhängung  eines  Einreiseverbotes  auf  mehr  als  fünf  Jahre  zu 
rechtfertigen  vermag,  sondern  überdies  Anlass  gibt,  keine  zeitliche 
Begrenzung  vorzusehen.  Daran  vermag  der  Umstand,  dass  der 
Beschwerdeführer  seit  seiner  bedingten  Entlassung  im  April  2008  nicht 
mehr  straffällig  geworden  ist,  nichts  zu  ändern.  Die  Zeit,  welche  der 
Beschwerdeführer seither  in Freiheit verbracht hat, erweist sich noch als 
zu kurz (vgl. BVGE 2008/24 E. 4.3 und 6.2), um das öffentliche Interesse 
an einer Fernhaltung  relativieren zu können. Zudem  ist die Tatsache zu 
berücksichtigen,  dass  ihm  bis  zum  18.  Februar  2010  eine  zweijährige 
Probezeit  auferlegt  worden  ist.  Dies  könnte  für  den  Beschwerdeführer 
ebenfalls  mit  ein  Grund  gewesen  sein,  sich  während  dieser  Zeit 
gesetzeskonform zu verhalten.

5.3. Betreffend  das  private  Interesse  an  ungehinderten  Einreisen  in  die 
Schweiz  bzw.  den  Schengenraum  macht  der  Beschwerdeführer  u.a. 
gesundheitliche  Gründe  geltend.  Diese  vermögen  das  öffentliche 
Interesse  jedoch nicht  zu überwiegen,  selbst wenn davon ausgegangen 
werden  muss,  dass  die  medizinische  Versorgung  in  Bosnien  und 

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Herzegowina  nicht  dem  schweizerischen  Standard  entspricht.  Die 
Notwendigkeit  für  regelmässige, unkontrollierte Einreisen  in die Schweiz 
aufgrund der geltend gemachten gesundheitlichen Probleme ist jedenfalls 
nicht  ausgewiesen;  gemäss Arztzeugnissen,  welche  eingereicht  wurden 
bzw.  Teil  der  Vorakten  sind,  ist  der  Beschwerdeführer  in  lockerer 
medizinischer  Kontrolle.  Es  wird  insbesondere  nicht  dargetan,  dass  die 
Medikamente,  welche  er  regelmässig  einnehmen  muss,  im  Heimatland 
nicht  erhältlich  wären.  Schliesslich  könnten  ihm  nötigenfalls  auch  seine 
beiden  in der Schweiz wohnhaften Söhne oder seine Ehefrau bei deren 
Besorgung behilflich sein.

Hinsichtlich  der  persönlichen  Verhältnisse  ist  festzuhalten,  dass  der 
Beschwerdeführer sich zwar während mehr als 26 Jahren (Oktober 1982 
bis  April  2009)  in  der  Schweiz  aufgehalten  hat  und  so  zweifellos  über 
Bindungen  zur  Schweiz  verfügt.  Zu  berücksichtigen  ist  jedoch,  dass  er 
erst  im Alter von 30 Jahren einreiste. Er  ist somit  in seinem Heimatland 
aufgewachsen und hat dort  auch die prägenden Jugendjahre verbracht. 
Trotz  relativ  langem Aufenthalt  ist  weder  beruflich  noch  gesellschaftlich 
eine  gute  Integration  in  der  Schweiz  ersichtlich.  Den  Vorakten  ist  zu 
entnehmen,  dass  er  mehrheitlich  zu  Leuten  aus  dem  ehemaligen 
Jugoslawien  Kontakt  pflegte  und  trotz  langjährigem  Aufenthalt  die 
deutsche Sprache nicht beherrscht. Aus dieser Sicht kann nicht von einer 
unbilligen Massnahme gesprochen werden, wenn er allfällige persönliche 
Beziehungen nur noch eingeschränkt pflegen kann.

Staatsangehörige  aus  Bosnien  und  Herzegowina  sind  seit  dem  15. 
Dezember  2010  von  der  Visumspflicht  befreit,  falls  sie  im  Besitz  eines 
biometrischen Reisepasses sind, welcher von Bosnien und Herzegowina 
ausgestellt  wurde,  und  sie  während  des  maximal  90  Tage  dauernden 
Aufenthalts  keine  Erwerbstätigkeit  ausüben  (vgl.  www.bfm.admin.ch  > 
Themen  >  Einreise  >  FAQ Häufig  gestellte  Fragen,  besucht  im  August 
2011).  Deshalb  greift  das  Argument  der  Vorinstanz  nicht  mehr,  dem 
Beschwerdeführer  entstünden  keine  unverhältnismässigen  und 
zusätzlichen Nachteile,  falls gegen  ihn ein Einreiseverbot verfügt würde, 
da  er  auf  jeden  Fall  der  Visumspflicht  unterstünde.  Diese  neue 
Rechtslage kann  jedoch die Gewichtung der privaten  Interessen nicht  in 
einem Masse  beeinflussen,  dass  sie  das  eminente  öffentliche  Interesse 
an der Fernhaltung des Beschwerdeführers  zu überwiegen vermöchten. 
Nach  wie  vor  steht  es  dem  Beschwerdeführer  offen,  eine  Suspension 
seiner Fernhaltemasse zu beantragen (vgl. Art. 67 Abs. Abs. 5 AuG). Die 
Gewährung  von  Suspensionen  bei  Vorliegen  wichtiger  Gründe  hat  die 

http://www.bfm.admin.ch

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Vorinstanz  denn  auch  in  Aussicht  gestellt  (vgl.  Vernehmlassung  vom 
18. September 2009).

5.4.  Für  die  vorliegende  Interessenabwägung  ist  die  vom 
Beschwerdeführer  im  März  2006  während  des  Strafvollzugs 
eingegangene  Ehe  bloss  von  untergeordneter  Bedeutung.  Denn  im 
Zeitpunkt der Heirat hatte die Ehegattin von der Straffälligkeit und, da sie 
den  Beschwerdeführer  bereits  seit  längerem  kannte,  von  seinem 
Vorleben  Kenntnis  und musste  folglich  damit  rechnen,  die  Ehe  nicht  in 
der  Schweiz  leben  zu  können.  Zwischen  dem  Beschwerdeführer  und 
seinen  beiden  aus  erster  Ehe  stammenden  Söhnen  besteht  kein 
Abhängigkeitsverhältnis, da beide volljährig sind. 

Trotzdem  ist  auf  die  vom  Beschwerdeführer  sinngemäss  gerügte 
Verletzung  seines  Rechts  auf  Achtung  des  Privat­  und  Familienlebens 
nach Art. 8 EMRK näher einzugehen, welche er  insbesondere aufgrund 
der  fehlenden  Befristung  der  verhängten  Fernhaltemassnahme  geltend 
macht. Zunächst  ist hervorzuheben, dass allfällige Einschränkungen des 
Privat­  bzw.  Familienlebens  des  Beschwerdeführers  im  vorliegenden 
Zusammenhang  aufgrund  sachlicher  und  funktioneller  Unzuständigkeit 
des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  Verfahrensgegenstand  sein 
können, soweit sie auf das Fehlen eines dauerhaften Aufenthaltsrechts in 
der  Schweiz  zurückzuführen  sind  (vgl.  das  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts C­4509/2009 vom 7. Januar 2010 E. 7.3 mit 
weiteren  Hinweisen).  Die  Erteilung  und  Verlängerung  von 
Aufenthaltsbewilligungen  fällt  grundsätzlich  in  die  Zuständigkeit  der 
Kantone.  Dem  Beschwerdeführer  wurde  die  Verlängerung  der 
Aufenthaltsbewilligung  durch  die  zuständigen  kantonalen  Behörden 
verweigert  und  dieser  Entscheid  in  letzter  Instanz  vom  Bundesgericht 
bestätigt  (vgl.  bereits  erwähntes  Urteil  2C_477/2008).  Die  Pflege 
regelmässiger  persönlicher  Kontakte  zu  Ehefrau  und  Kindern  scheitert 
daher bereits an seinem fehlenden Anwesenheitsrecht hierzulande.

Die  Wirkungen  des  Einreiseverbots  bestehen  zudem  nicht  darin,  dass 
dem  Beschwerdeführer  während  dessen  Geltungsdauer 
Besuchsaufenthalte  bei  seinen  Familienangehörigen  in  der  Schweiz 
schlichtweg untersagt wären. Es steht  ihm vielmehr – wie erwähnt – die 
Möglichkeit  offen,  aus  wichtigen  Gründen  mittels  begründetem  Gesuch 
die  zeitweilige  Suspension  der  angeordneten  Fernhaltemassnahme  zu 
beantragen (Art. 67 Abs. 5 AuG). Die Suspension wird praxisgemäss für 
eine kurze und klar begrenzte Zeit gewährt  (vgl. zum Ganzen wiederum 

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Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­4509/2009 vom 7. Januar 2010). 
Somit  stellt  sich  im  vorliegenden  Verfahren  nurmehr  die  Frage,  ob  die 
über die Verweigerung des Aufenthaltsrechts hinausgehende, durch das 
Einreiseverbot  zusätzlich  bewirkte  Erschwernis  (Beantragen  einer 
Suspension)  vor Art.  8 Ziff.  1 EMRK  (und Art.  13 Abs.  1 BV)  standhält. 
Dies ist mit Blick auf das beschriebene öffentliche Interesse zu bejahen.

Selbst wenn von einem unter dem Gesichtspunkt von Art. 13 Abs. 1 BV 
und  Art.  8  EMRK  relevanten  Eingriff  ausgegangen  würde,  wäre  ein 
solcher  unter  den  konkreten  Begebenheiten  gestützt  auf  Art.  8  Ziff.  2 
EMRK  als  gerechtfertigt  zu  qualifizieren.  Denn  in  neueren  Urteilen  des 
Bundesgerichts (in Verfahren betreffend das Anwesenheitsrecht) werden 
bei  der  im  Rahmen  von  Art.  8  EMRK  vorzunehmenden 
Interessenabwägung  und  den  diesbezüglich  einzubeziehenden 
Gesichtspunkten explizit ordnungs­ und sicherheitspolizeiliche Interessen 
vorbehalten  (BGE 135  I 143 E. 4  insb. E. 4.1  in  fine und 4.4 S. 150  ff., 
BGE  135  I  153  E.  2.2.4  S.  158  sowie  BGE  136  I  285  E.  5.3  S.  289). 
Zweifellos erreicht das deliktische Verhalten des Beschwerdeführers auch 
unter diesem Blickwinkel die erforderliche Schwere, welche einen Eingriff 
in das Privat­ und Familienleben als gerechtfertigt erscheinen liesse. 

5.5.  Zusammenfassend  führt  eine  wertende  Gewichtung  der 
gegenläufigen  öffentlichen  und  privaten  Interessen  zum  Ergebnis,  dass 
das  von  der  Vorinstanz  verfügte  Einreiseverbot  sowohl  dem Grundsatz 
nach  als  auch  in  der  zeitlichen  Wirkung  als  verhältnismässig  und 
angemessen zu bestätigen ist. 

6. 
Die  Rechtsvertreterin  beantragt  im  Sinne  eines  Eventualbegehrens,  es 
sei  von  einer  SIS­Ausschreibung  abzusehen  bzw.  bei  einer  bereits 
erfolgten Ausschreibung deren Löschung zu veranlassen. 

6.1. Art. 96 SDÜ, der die Voraussetzungen der SIS­Ausschreibung regelt, 
lautet  wie  folgt:  (1)  Die  Daten  bezüglich  Drittausländern,  die  zur 
Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sind,  werden  aufgrund  einer 
nationalen  Ausschreibung  gespeichert,  die  auf  Entscheidungen  der 
zuständigen  Verwaltungsbehörden  und  Gerichte  beruht,  wobei  die 
Verfahrensregeln  des  nationalen  Rechts  zu  beachten  sind.  (2)  Die 
Entscheidungen können auf die Gefahr für die öffentliche Sicherheit und 
Ordnung  oder  die  nationale  Sicherheit,  die  die  Anwesenheit  eines 
Drittausländers  auf  dem  Hoheitsgebiet  der  Vertragspartei  bedeutet, 

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gestützt  werden.  Dies  kann  insbesondere  der  Fall  sein  a)  bei  einem 
Drittausländer,  der  wegen  einer  Straftat  verurteilt  worden  ist,  die  mit 
Freiheitsstrafe  von  mindestens  einem  Jahr  bedroht  ist;  b)  bei  einem 
Drittausländer,  gegen  den  ein  begründeter  Verdacht  besteht,  dass  er 
schwere Straftaten, einschliesslich solcher im Sinne von Artikel 71 [SDÜ] 
begangen  hat,  oder  gegen  den  konkrete  Hinweise  bestehen,  dass  er 
solche  Taten  in  dem  Hoheitsgebiet  einer  Vertragspartei  plant.  (3)  Die 
Entscheidungen können ebenso darauf beruhen, dass der Drittausländer 
ausgewiesen,  zurückgewiesen oder  abgeschoben worden  ist, wobei  die 
Massnahme nicht aufgeschoben oder aufgehoben worden sein darf, ein 
Verbot der Einreise oder des Aufenthalts enthalten oder davon begleitet 
sein muss  und  auf  der  Nichtbeachtung  des  nationalen Rechts  über  die 
Einreise oder den Aufenthalt von Ausländern beruhen muss.

Das SDÜ nennt damit gegenüber dem nationalen Recht (namentlich was 
Art.  96  Abs.  2  Bst.  a  SDÜ  betrifft)  engere  Voraussetzungen  für  die 
Ausschreibung  zur  Einreiseverweigerung.  Die  Schweiz  als 
ausschreibender  Vertragsstaat  darf  damit  eine  SIS­Ausschreibung  nur 
vornehmen, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind (vgl. 
auch Art. 104 Abs. 1 SDÜ).

6.2.  Infolge  der  Inkraftsetzung  der  Schengen­Assoziierungsabkommen 
wurde  das  Bundesgesetz  vom  13.  Juni  2008  über  die  polizeilichen 
Informationssysteme  des  Bundes  (BPI,  SR  361)  erlassen.  Dieses  sieht 
vor,  dass  das  Bundesamt  für  Polizei  (fedpol)  unter  Mitwirkung  anderer 
Behörden  des  Bundes  und  der  Kantone  den  nationalen  Teil  des  SIS, 
welches  fachtechnisch N­SIS genannt wird,  betreibt  (vgl. Art.  16 Abs.  1 
BPI).  Dieses  Instrument  dient  gemäss  Art.  16  Abs.  2  Bst.  b  BPI  den 
Stellen des Bundes und der Kantone unter anderem bei der Erfüllung der 
Anordnung  und  Überprüfung  von  Einreisesperren  und 
Einreisebeschränkungen  gegenüber  Drittstaatsangehörigen.  Das  fedpol 
sowie das BFM haben zur Erfüllung dieser Aufgaben Zugriff darauf  (vgl. 
Art. 16 Abs. 5 Bst. a sowie b BPI). Mit  Art. 16 Abs. 8 BPI delegierte der 
Gesetzgeber  die Regelung der weiteren Einzelheiten, wie  insbesondere 
die  Zugriffsberechtigung  für  die  Bearbeitung  der  verschiedenen 
Datenkategorien  sowie  die  Rechte  der  betroffenen  Personen,  an  den 
Bundesrat.

Dem  ist die Landesregierung mit der Verordnung vom 7. Mai 2008 über 
den  nationalen  Teil  des  Schengener  Informationssystems  (N­SIS)  und 
das SIRENE­Büro (N­SIS­Verordnung, SR 362.0) nachgekommen. Deren 

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Art. 21 Abs. 1 schreibt vor, dass das BFM eine Ausschreibung im Sinne 
von Art. 96 SDÜ immer dann vornimmt, wenn es ein Einreiseverbot nach 
Art.  67  Abs.  1  und  2  AuG  erlässt  (zum  Vorgehen  im  Falle  einer 
Ausschreibung durch das fedpol vgl. Art. 21 Abs. 2 i.V.m. Art. 16 N­SIS­
Verordnung).

6.3. Die gemachten Ausführungen zeigen auf, dass die Ausschreibung im 
SIS durch das BFM nicht zu beanstanden  ist. Der Beschwerdeführer  ist 
nicht  Bürger  eines  Schengenstaates  und  wurde  wegen  einer  Straftat 
verurteilt, die mit Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bedroht ist. 

Im Übrigen  sind  die Einwände  des Beschwerdeführers  unbehelflich: Ob 
eine  Ausschreibung  im SIS  erfolgt  oder  nicht,  hängt  keineswegs  davon 
ab, ob sich die betreffende Person im Ausland je etwas hat zu Schulden 
kommen  lassen.  Denn  Sinn  und  Zweck  des  Schengener 
Durchführungsübereinkommens  bildet  einerseits  die  Reisefreiheit  im 
ganzen  Schengenraum,  andererseits  der  grenzüberschreitende  Kampf 
gegen  das  Verbrechen,  weshalb  das  ganze  Schengengebiet  als  ein 
Raum anzusehen  ist. Des Weiteren  kann nicht  veranlasst werden,  dem 
Beschwerdeführer  die  Möglichkeit  zu  geben,  seine  Geschwister  und 
deren Familien in Österreich besuchen zu können; vielmehr hat dieser ein 
entsprechendes  Ersuchen  im  genannten  Staat  zu  stellen.  Schliesslich 
wird der behauptete Umstand, der Beschwerdeführer  könne nicht  in die 
Schweiz  reisen,  da  er  aufgrund  seines  Bauchaortenaneurysmas  nicht 
fliegen  könne,  nicht  mit  ausreichenden  Arztzeugnissen  belegt.  Die  von 
seiner  Rechtsvertreterin  eingereichten  Dokumente  (vgl.  Sachverhalt 
Buchstabe H) beschreiben ganz  im Gegenteil eine gelungene Operation 
des Beschwerdeführers. 

6.4.  Der  Vollständigkeit  halber  ist  auf  das  in  Art.  25  SDÜ  geregelte 
vorgesehene  Konsultationsverfahren  hinzuweisen.  Dieses  regelt,  wann 
der  ausschreibende  Vertragsstaat  die  Einreiseverweigerung  gegenüber 
einem Drittstaatsangehörigen  im SIS wieder  löscht. Dies wäre dann der 
Fall,  wenn  ein  anderes  Schengenland  dem  Beschwerdeführer  eine 
Aufenthaltserlaubnis  erteilte  oder  zusicherte.  Ein  solcher  Aufenthaltstitel 
wird  aber  nur  bei  Vorliegen  gewichtiger  Gründe  erteilt,  insbesondere 
wegen  humanitärer  Erwägungen  oder  infolge  internationaler 
Verpflichtungen  (vgl.  hierzu  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C­20/2010  vom  12.  Oktober  2010  E.  6.2.1).  Damit  wird  den 
Anforderungen  an  die  Verhältnismässigkeit  Genüge  getan. 
Einzelfallweise bestehen weitere Lockerungsmöglichkeiten  (bezogen auf 

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Einreisen  in  die Schweiz  siehe  beispielsweise  die  genannte Möglichkeit 
der Suspension des Einreiseverbots gemäss Art. 67 Abs. 5 AuG). 

Vorliegend  wurde  die  Schweiz  von  keiner  anderen  Vertragspartei 
konsultiert.  Zudem  sind  keine  weiteren  Lockerungsmöglichkeiten 
ersichtlich. Da der Beschwerdeführer  derzeit  auch  kein Aufenthaltsrecht 
in  einem  Schengenstaat  besitzt  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  C­2681/2010  vom  6.  Mai  2011  E.  4.2), 
erfolgte die Ausschreibung im SIS daher rechtmässig.

7. 
Aus diesen Erwägungen folgt, dass das unbefristete Einreiseverbot unter 
dem Gesichtspunkt von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist und dass 
die  bereits  erfolgte  Ausschreibung  im  SIS  nach  Art.  96  SDÜ  zu  Recht 
erfolgte. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

8. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs.  1  VwVG  i.V.m.  Art.  1,  2 
und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  700.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  am  17.  August  2009  geleisteten 
Kostenvorschuss gleicher Höhe verrechnet.

3. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (Einschreiben)
– die Vorinstanz (Akten Ref­Nr. […] zurück)
– das Ausländeramt des Kantons St. Gallen

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Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Kradolfer

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