# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2132d4f3-6d56-50b2-97e2-9bca1d099ad3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-07
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 07.11.2018 BK 2018 372
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2018-372_2018-11-07.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 18 372

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 7. November 2018

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter Stucki, Oberrich-
terin Bratschi
Gerichtsschreiber Müller

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigte

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

B.________
v.d. Rechtsanwalt C.________

Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin

Gegenstand Einstellung

Strafverfahren wegen Verleumdung, evtl. übler Nachrede

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Bern-Mittelland vom 7. August 2018 (BM 17 53975 / P35)

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Erwägungen:

1. Am 7. August 2018 stellte die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (nach-
folgend: Staatsanwaltschaft) das Strafverfahren gegen A.________ (nachfolgend: 
Beschuldigte) wegen Verleumdung, evtl. übler Nachrede ein. Dagegen erhob die 
Straf- und Zivilklägerin B.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten 
durch Rechtsanwalt C.________, am 27. August 2018 Beschwerde und stellte fol-
gende Anträge:
1. Es sei die angefochtene Einstellungsverfügung aufzuheben und die Beschwerdegegnerin 1 anzu-

weisen, das Strafverfahren fortzuführen bzw. einen Strafbefehl gegen die Beschwerdegegnerin zu 
erlassen wegen Verleumdung i.S.v. Art. 174 StGB, mit Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten 
der Beschwerdegegnerin 2.

2. Es seien die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf die Staatskasse zu nehmen.

3. Es sei die Beschwerdeführerin in Höhe ihrer Anwaltskosten aus der Staatskasse zu entschädigen.

In ihrer Stellungnahme vom 9. Oktober 2018 beantragte die Generalstaatsanwalt-
schaft die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Die Beschuldigte liess sich 
nicht vernehmen. Mit Replik vom 30. November [recte: Oktober] 2018 hielt die Be-
schwerdeführerin an ihren Rechtsbegehren fest.

2. Gegen Einstellungsverfügungen können die Parteien bei der Beschwerdekammer 
in Strafsachen innert 10 Tagen Beschwerde führen (Art. 322 Abs. 2 Schweizeri-
sche Strafprozessordnung [StPO; SR 312], Art. 35 Gesetz über die Organisation 
der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. 
Art. 29 Abs. 2 Organisationsreglement des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). 
Die Beschwerdeführerin ist als Straf- und Zivilklägerin durch die angefochtene Ver-
fügung unmittelbar in ihren rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur 
Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristge-
recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

3. Den Akten lässt sich entnehmen, dass die Beschuldigte beim Bezirksgericht 
D.________ eine zivilrechtliche Forderungsklage gegen die Beschwerdeführerin 
angehoben hatte. Mit Schreiben vom 23. Oktober 2017 an das Bezirksgericht 
D.________ zog sie ihre Klage – nach Aufforderung zur Bezahlung eines Kosten-
vorschusses – zurück, woraufhin am 24. Oktober 2017 das Gericht das Verfahren 
abschrieb. Der Abschreibungsbeschluss wurde unter Beilage des Klagerückzugs-
schreibens auch der Beschwerdeführerin zugestellt. Gemäss Anzeige hat sich die 
Beschuldigte im Rückzugsschreiben ehrverletzend geäussert. Sie habe die Be-
schwerdeführerin Dritten gegenüber als mehrfache Betrügerin bezeichnet, obwohl 
ihr bekannt gewesen sei, dass die Beschwerdeführerin vom Regionalgericht Ober-
land mit Urteil vom 29. Oktober 2014 sowie betreffend ein anderes Dossier vom 
Obergericht des Kantons Bern mit Urteil vom 7. Juli 2016 (Verfahren SK 15 14) 
rechtskräftig freigesprochen worden sei. Im Klagerückzugsschreiben vom 23. Ok-
tober 2017 an das Bezirksgericht D.________ schrieb die Beschuldigte u.a. Fol-
gendes: «Es ist für mich unverständlich, dass eine mehrfache Betrügerin, Urkun-
denfälscherin, usw. unentgeltlich das Regional-, Ober- und Bundesgericht bean-
spruchen kann, ich hingegen für alles und jeden zahlen muss.» Dem Urteil des 

3

Obergerichts des Kantons Bern SK 15 14 vom 7. Juli 2016 betreffend Betrug, Ur-
kundenfälschung, versuchte Erpressung etc. (Berufung gegen das Urteil des Regi-
onalgerichts Oberland vom 29. Oktober 2014) in Sachen B.________ als Beschul-
digte/Berufungsführerin gegen u.a. A.________ als Straf-/Zivilklägerin ist zu ent-
nehmen, dass die Beschwerdeführerin freigesprochen wurde wegen Betrugs 
z.N. der E.________. Sie wurde hingegen schuldig erklärt der versuchten Erpres-
sung, der Verletzung des Schriftgeheimnisses und der Urkundenfälschung. Die Be-
schwerdeführerin wurde im Weiteren freigesprochen wegen Betrugs z.N. der Be-
schuldigten und schuldig gesprochen wegen Urkundenfälschung. Die Beschuldigte 
führte anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme am 25. Januar 2018 im Wesentli-
chen aus, sie verweise auf ihr Klagerückzugsschreiben. Sie verweise zudem auf 
das Urteil des Regionalgerichts Oberland. Die Beschwerdeführerin sei damals ver-
urteilt worden. Sie habe das Urteil ja auch weitergezogen. Der Anwalt der Be-
schwerdeführerin scheine nicht korrekt über das Urteil informiert zu sein. Die Be-
schwerdeführerin habe verschiedene Strafverfahren am Laufen gehabt. Es sei 
nötig, alle Dossiers zu lesen (vgl. EV Beschuldigte, Z. 55 ff.).

4.

4.1 Gemäss Art. 319 Abs. 1 Bst. a-c StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Einstel-
lung des Verfahrens unter anderem, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine 
Anklage rechtfertigt, wenn kein Straftatbestand erfüllt ist oder wenn Rechtferti-
gungsgründe einen Straftatbestand unanwendbar machen. Von einer Anklage ist 
abzusehen, wenn nach der gesamten Aktenlage ein Freispruch zu erwarten ist. Als 
praktischer Richtwert kann gelten, dass eine Anklage erhoben werden muss, wenn 
eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch (Urteil des Bundes-
gerichts 1B_248/2011 vom 29. November 2011 E. 2.5). Das heisst nichts anderes, 
als dass einzustellen ist, wenn ein Freispruch wahrscheinlicher ist als ein Schuld-
spruch. Der Staatsanwaltschaft steht in diesem Zusammenhang ein erheblicher 
Ermessenspielraum zu (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1B_687 und 689/2011 vom 
27. März 2012 E. 4.1.1 und 1B_122/2012 vom 12. April 2012 E. 5). Bei der Prüfung 
der Frage, ob nach der Aktenlage ein Freispruch zu erwarten ist, darf und muss die 
Staatsanwaltschaft die Beweise würdigen. Die Beantwortung der Frage, ob ein 
Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt, setzt zwangsläufig eine Aus-
einandersetzung mit der Beweis- und Rechtslage voraus (vgl. Beschluss des 
Obergerichts des Kantons Bern BK 12 139 vom 9. Januar 2013).

Wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer 
Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdäch-
tigt, wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung weiterverbreitet, wird, auf 
Antrag, mit Geldstrafe bestraft (Art. 173 Abs. 1 Schweizerisches Strafgesetzbuch 
[StGB; SR 311]; üble Nachrede). Zur Erfüllung des Tatbestands muss sich die ehr-
verletzende Behauptung auf Tatsachen beziehen. Als solche werden gemäss bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung Ereignisse oder Zustände der Gegenwart oder 
Vergangenheit angesehen, die äusserlich in Erscheinung treten und dadurch wahr-
nehmbar und dem Beweis zugänglich werden (BGE 118 IV 41 E. 3 m.w.H.). Weiter 
muss die Behauptung gegenüber einem Dritten erfolgen. Dies ist grundsätzlich 
immer dann der Fall, wenn der Adressat nicht mit dem Täter oder dem Geschädig-

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ten identisch ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_229/2016 vom 8. Juni 2016 E.1.1). 
Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz. Eventualvorsatz genügt. Beweist der 
Beschuldigte, dass die von ihm vorgebrachte oder weiterverbreitete Äusserung der 
Wahrheit entspricht oder dass er ernsthafte Gründe hatte, sie in guten Treuen für 
wahr zu halten, ist er nicht strafbar (Ziff. 2 von Art. 173 StGB). Der Beschuldigte 
wird zu diesem sogenannten Entlastungsbeweis nicht zugelassen, wenn ihm bei 
seiner Äusserung kumulativ das Fehlen eines öffentlichen Interesses bzw. einer 
begründeten Veranlassung und die bestehende Absicht, lediglich über jemanden 
Übles zu verbreiten zu wollen, nachgewiesen werden kann (Ziff. 3 von Art. 173 
StGB). Der Wahrheitsbeweis ist erbracht, wenn die durch die inkriminierte Äusse-
rung zum Ausdruck gebrachte Tatsachenbehauptung, soweit sie ehrverletzend ist, 
in ihren wesentlichen Punkten der Wahrheit entspricht (Urteil des Bundesgerichts 
6B_333/2008 vom 9. März 2009 E. 1.3). Der Gutglaubensbeweis ist erbracht, wenn 
der Täter nach den konkreten Umständen und seinen persönlichen Verhältnissen 
die zumutbaren Schritte unternommen hat, um die Wahrheit seiner ehrverletzenden 
Äusserung zu überprüfen und für gegeben zu erachten (BGE 124 IV 149, E. 3b).

Wer jemanden wider besseres Wissen bei einem andern eines unehrenhaften Ver-
haltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, be-
schuldigt oder verdächtigt, wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung wi-
der besseres Wissen verbreitet, wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jah-
ren oder Geldstrafe bestraft (Art. 174 Abs. 1 StGB; Verleumdung). Der Tatbestand 
der Verleumdung stellt die Qualifikation der üblen Nachrede i.S.v. Art. 173 StGB 
dar. Der objektive Tatbestand ist bei beiden Delikten identisch, wobei es sich zur 
Verwirklichung des Art. 174 StGB um unwahre Tatsachen handeln muss. Subjektiv 
setzt Art. 174 StGB voraus, dass die Äusserungen wider besseres Wissen erfolgen 
(RIKLIN, in: Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2014, N. 1 ff. zu Art. 174 StGB).

Die Ehrverletzungstatbestände gemäss Art. 173 ff. StGB schützen den Ruf, ein 
ehrbarer Mensch zu sein, d.h. sich so zu benehmen, wie nach allgemeiner An-
schauung ein charakterlich anständiger Mensch sich zu verhalten pflegt (vgl. BGE 
117 IV 28). Ehrverletzend ist neben den Formalinjurien, Schimpfworten, die un-
zweifelhaft als Angriff auf die Ehre verwendet und verstanden werden, grundsätz-
lich der Vorwurf eines strafbaren Verhaltens (vgl. TRECHSEL/LIEBER, in: Praxis-
kommentar StGB, 3. Aufl. 2018, N. 1 ff. zu Vor Art. 173 StGB).

4.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Staatsanwaltschaft habe das Strafver-
fahren gegen die Beschuldigte eingestellt, weil jene die inkriminierten Äusserungen 
nicht wider besseres Wissen getätigt habe; es habe sich um ein kompliziertes und 
aufwändiges Strafverfahren gehandelt, weshalb es nachvollziehbar sei, dass die 
Beschuldigte als juristische Laiin die Beschwerdeführerin – im umgangssprachli-
chen Sinne – als Betrügerin bezeichnet habe. Diese Beurteilung setze sich indes in 
keiner Weise mit den Ausführungen in den beschwerdeführerischen Eingaben vom 
12. Juni 2018 und 10. Juli 2018 auseinander. Die Betitelung der Beschwerdeführe-
rin als Betrügerin sei weder versehentlich noch untechnisch erfolgt, sondern be-
wusst, gewollt und wider besseres Wissen. Die Beschuldigte sei sich darüber im 
Klaren gewesen, dass die Beschwerdeführerin bezüglich des Betrugs z.N. von 
A.________ oberinstanzlich freigesprochen worden sei. 

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4.3 Die Generalstaatsanwaltschaft vertritt die Auffassung, es bestehe hier die Beson-
derheit, dass mehrere Urteile ergangen seien, die neben anderen Delikten unter-
schiedliche Vorfälle von Betrug und Urkundenfälschung zum Gegenstand gehabt 
hätten. Anschliessend hätten ein Revisions- und mehrere Rechtsmittelverfahren 
stattgefunden, in denen die Schuldsprüche in Bezug auf die verschiedenen Fälle 
von Betrug und Urkundenfälschung sowohl bestätigt als auch abgeändert worden 
seien. Aufgrund dieser Umstände sei von Anfang des Verfahrens bis zu dessen 
Abschluss eine lange Zeit vergangen. Entsprechend schwierig sei es für Laien, ei-
nen genauen Überblick zum Inhalt der Verfahren und zu den schlussendlich mass-
geblichen Ergebnissen der gerichtlichen Beurteilungen zu behalten. Es könne auf-
grund der Akten davon ausgegangen werden, dass sich die Beschuldigte des Frei-
spruchs der Beschwerdeführerin vom Vorwurf des Betrugs z.N. von A.________ 
bewusst gewesen sei. Dies gehe aus dem Schreiben der Beschuldigten an das 
Obergericht des Kantons Bern vom 24. November 2016 hervor, in welchem die Be-
schuldigte äussere, dass sie den Freispruch in der sie betreffenden Sache nicht 
nachvollziehen könne. Zudem habe sie in der Klageschrift vom 19. September 
2017 an das Bezirksgericht D.________ geschildert, dass die Beschwerdeführerin 
erstinstanzlich des Betrugs schuldig gesprochen, später allerdings vom Obergericht 
freigesprochen worden sei. Diese Schilderung habe die Beschuldigte mit Unterla-
gen gegenüber dem Bezirksgericht D.________ dokumentiert. Aufgrund dieser 
transparenten Schilderungen der Beschuldigten und der von ihr eingereichten Un-
terlagen sei sich somit das Bezirksgericht D.________ im Klaren darüber gewesen, 
dass die Beschwerdeführerin zwar zuerst des Betrugs schuldig gesprochen wor-
den, danach aber ein Freispruch ergangen sei. Vor diesem Hintergrund sei die 
Äusserung im Klagerückzug vom 23. Oktober 2017 nicht geeignet gewesen, ge-
genüber dem Bezirksgericht D.________ den Ruf der Beschwerdeführerin zu 
schädigen. Zudem beziehe sich die Äusserung der Beschuldigten über die Be-
schwerdeführerin darauf, dass diese als «mehrfache Betrügerin, Urkundenfälsche-
rin, usw.» unentgeltlich das Regional-, Ober- und Bundesgericht habe beanspru-
chen können und (dennoch) teilweise verurteilt worden sei. Insoweit könne der 
Äusserung, die Beschwerdeführerin habe trotz Verurteilungen unentgeltlich pro-
zessieren können, auch ein gewisser Wahrheitsgehalt zugesprochen werden. Im 
Ergebnis sei es als unwahrscheinlich zu erachten, dass bei einer gerichtlichen Be-
urteilung ein Schuldspruch wegen Verleumdung oder übler Nachrede ergehen 
würde. Vielmehr lasse die Beweiswürdigung den Schluss zu, dass in einem gericht-
lichen Verfahren mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Freispruch resultieren würde. 
Weitere Beweismassnahmen, die zu ergänzenden beweisrelevanten Ergebnissen 
führen könnten, seien nicht ersichtlich. 

4.4 In der Replik ergänzt die Beschwerdeführerin, die Staatsanwaltschaft respektive 
die Generalstaatsanwaltschaft habe argumentativ eine Spitzkehre vollzogen. In der 
Einstellungsverfügung habe sie noch festgehalten, die Beschuldigte sei von der 
Wahrheit der inkriminierten Äusserungen ausgegangen. Jetzt anerkenne die 
Staatsanwaltschaft, dass die Beschuldigte zum Zeitpunkt der inkriminierten Äusse-
rungen gewusst habe, dass die Beschwerdeführerin vom Vorwurf des Betrugs 
rechtskräftig freigesprochen worden sei. Die neuen Argumente entbehrten indes 
einer Grundlage. Andernfalls würde beispielsweise die Äusserung, «Herr X ist zwar 

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freigesprochen worden, für mich ist er aber trotzdem ein Mörder», straflos bleiben. 
Die Beschuldigte habe mit ihrem Vorgehen zum Ausdruck gebracht, dass sie das 
freisprechende Urteil für ein Fehlurteil halte und daher die Beschwerdeführerin in 
den Augen der Beschuldigten gleichwohl eine mehrfache Betrügerin sei, was sie 
gegenüber Dritten zum Ausdruck gebracht habe. Das sei strafbar.  

4.5 Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Einstellung des Strafverfahrens gegen 
die Beschuldigte im Sinne von Art. 319 Abs. 1 StPO sind nicht gegeben. Bei der 
vorliegenden Aktenlage erscheint eine Verurteilung der Beschuldigten wegen eines 
Ehrverletzungsdelikts mindestens gleich wahrscheinlich wie ein Freispruch, sodass 
im Lichte der dargestellten bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine Verfahrens-
einstellung erfolgen kann. Zur Begründung ist mit der Beschwerdeführerin zunächst 
festzuhalten, dass für die Erfüllung des objektiven Straftatbestands der Verleum-
dung es nicht massgeblich ist, ob beim anvisierten Dritten der Ruf des Opfers 
durch die Äusserungen tatsächlich geschädigt wird. Vollendet ist die Tat mit der 
Kenntnisnahme der Äusserung durch den Dritten (siehe dazu RIKLIN, a.a.O., N. 2 
zu Art. 174 i.V.m. N. 6 und 8 zu Art. 173 StGB). Daran vermag nichts zu ändern, 
dass anderen Äusserungen der Beschuldigten ein gewisser Wahrheitsgehalt zuge-
sprochen werden kann. Auch das generalstaatsanwaltschaftliche Argument, die 
Äusserungen der Beschuldigten könnten so interpretiert werden, dass sie sich nur 
darüber geärgert habe, dass die wegen mehrfachen Betrugs angeklagte Be-
schwerdeführerin unentgeltlich habe prozessieren können, kann zu keiner Einstel-
lung des Verfahrens führen. Immerhin führten die zahlreichen Verfahren – zumin-
dest teilweise wohl auch aufgrund der prozessualen Vorkehren ihres amtlichen 
Anwalts – zu verschiedenen Freisprüchen für die Beschwerdeführerin. Überdies 
stellt es freilich einen sowohl strafprozessual als auch verfassungsrechtlich massi-
ven Unterschied dar, ob jemand wegen Betrugs angeklagt oder wegen Betrugs 
rechtkräftig verurteilt ist (vgl. Art. 10 Abs. 1 StPO; Art. 32 Abs. 1 Bundesverfassung 
der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]). Dies wird auch der Be-
schuldigten hochwahrscheinlich klar (gewesen) sein. 

Aktenkundige Tatsache ist und bleibt, dass die Beschuldigte die Beschwerdeführe-
rin – mit für in diesem Verfahrensstadium relevanter erheblicher Wahrscheinlichkeit 
wider besseres Wissen – als mehrfache Betrügerin bezeichnete. Aus dem inkrimi-
nierten Schreiben vom 23. Oktober 2017 an das Bezirksgericht D.________ lässt 
sich der Schluss ziehen, dass die Beschuldigte das Urteil des Obergerichtes des 
Kantons Bern als Fehlurteil empfand und deshalb die Beschwerdeführerin aus ihrer 
Sicht eine mehrfache Betrügerin sei. Sie fügte nämlich dem Klagerückzug noch 
einmal den Text ihrer Klageschrift bei, wo sie ausführte: «Der Betrug, welcher de-
tailliert in den beiliegenden Akten des Regionalgerichts Oberland beschrieben wird, 
ist im Oktober 2007 begangen worden.» Neben ihrem Ärger, dass sie für die An-
handnahme der Zivilklage einen Kostenvorschuss hätte zahlen müssen, was ne-
benbei zivilprozessual üblich ist, wollte die Beschuldigte mithin zum Ausdruck brin-
gen, dass die Beschwerdeführerin zumindest in ihren Augen eine Betrügerin im 
Sinne des Strafrechts sei. Diese Aussage ist potenziell strafbar.

Im Übrigen hielt die Generalstaatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme richtigerwei-
se nicht mehr an der staatsanwaltschaftlichen Auffassung fest, dass die Beschul-

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digte von der Wahrheit ihrer Aussage ausgegangen sei und dass sich etwas ande-
res aus den Akten im Verfahren SK 15 14 nicht herleiten lasse. Die Beschuldigte 
hat das erwähnte Urteil des Obergerichts des Kantons Bern zugestellt erhalten (Ak-
ten SK 15 14, pag. 3281). Sie hat darauf auch reagiert, und zwar mit einem Schrei-
ben vom 24. November 2016 an die 1. Strafkammer, die das Urteil gefällt hatte (Ak-
ten SK 15 14, pag. 3288 f.). Dieses Schreiben beweist, dass sie das freisprechen-
de Urteil betreffend den Betrug zu ihrem Nachteil zur Kenntnis genommen hat, hielt 
sie doch fest, dass der Freispruch für sie nicht nachvollziehbar sei und sie am 
Rechtsstaat zweifeln lasse. Unklar war ihr bloss der Verweis ihrer Zivilforderung auf 
den Zivilweg. Nichts zu ihren Gunsten ableiten lässt sich schliesslich für die Be-
schuldigte aus ihren Aussagen anlässlich der polizeilichen Einvernahme am 
25. Januar 2018. Nachdem sie sich – selbstredend mit gutem Recht – kaum zur 
Sache äussern mochte, jeweils im Wesentlichen bloss auf die Verfahrensakten 
verwies, brachte sie am Schluss ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck, dass die 
Beschwerdeführerin vom Brief an das Bezirksgericht D.________ vom 23. Oktober 
2017 – notabene in einem kontradiktorischen Zivilprozessverfahren – überhaupt 
Kenntnis erhalten habe. Sie habe gemeint, solches falle unter den Datenschutz 
(siehe EV Beschuldigte, Z. 123 f.). Dem ist allerdings nicht so.

Nach dem Gesagten kann in Anwendung des Entscheidungssatzes in dubio pro 
duriore keine Verfahrenseinstellung erfolgen. Die Beschwerde ist begründet und 
daher gutzuheissen. Der Staatsanwaltschaft stehen ihre weiteren gesetzlichen 
Vorgehensweisen zur Verfügung (vgl. insb. Art. 317 ff. StPO). Im Vordergrund ste-
hen die Anklageerhebung oder der Erlass eines Strafbefehls. 

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Kanton Bern die Verfahrenskosten 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Der obsiegenden privatklägerischen Beschwerdeführerin ist 
zudem eine Entschädigung für ihre Anwaltskosten zu entrichten (Art. 433 Abs. 1 
Bst. a i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO), wobei praxisgemäss der Staat für die Entschä-
digung aufzukommen hat, wenn staatliche Organe Beschwerdegegner sind 
(vgl. Beschluss der Beschwerdekammer BK 11 68 vom 30. Juni 2011). Da Rechts-
anwalt C.________ weder eine Kostennote eingereicht noch ausgeführt hat, er 
werde auf erste Aufforderung eine solche einreichen, wird die Entschädigung pra-
xisgemäss pauschal auf hier CHF 1‘500.00 (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt. 

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Bern-Mittelland vom 7. August 2018 wird aufgehoben.

Die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland wird angewiesen, das Strafverfah-
ren im Sinne der Erwägungen fortzuführen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1‘500.00, trägt der Kanton 
Bern. 

3. Der Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren eine Entschädigung von 
CHF 1‘500.00 (inkl. Auslagen und MWST) ausgerichtet.

4. Zu eröffnen:
- der Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin, v.d. Rechtsanwalt C.________
- der Beschuldigten
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Staatsanwältin F.________

(mit den Akten)

Bern, 7. November 2018 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Der Gerichtsschreiber:

Müller

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 
Es wird um Zustellung eines Einzahlungsscheins ersucht. 

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.