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**Case Identifier:** 6894f43e-5f7c-5b43-a84e-3bc5cb9be487
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.10.2018 200 2018 405
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-405_2018-10-24.pdf

## Full Text

200 18 405 IV
ACT/BOC/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 24. Oktober 2018

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. April 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Am 29. April 2014 meldete sich der 1958 geborene A.________ (nachfol-
gend: Versicherter bzw. Beschwerdeführer) bei der Invalidenversicherung 
unter Hinweis auf eine Operation an der linken Schulter zum Leistungsbe-
zug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegeg-
nerin; act. II] 23), nachdem er bereits 2007 zwei Hörgeräte zugesprochen 
erhalten hatte (act. II 13). Die IVB nahm erwerbliche und medizinische Ab-
klärungen vor und gewährte am 22. Juli 2014 Beratung und Unterstützung 
beim Erhalt des derzeitigen Arbeitsplatzes (act. II 45). Weiter erfolgte im 
Frühjahr 2015 eine berufliche Abklärung in der Stiftung C.________ in … 
(act. II 73). Sodann fand am 7. Januar 2016 eine Untersuchung durch die 
RAD-Ärztin Dr. med. D.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, statt (act. II 101; vgl. auch 
act. II 100). In der Folge absolvierte der Versicherte vom 29. Februar bis 
28. April 2016 eine weitere berufliche Abklärung in der Abklärungsstelle 
E.________ in … (act. II 113) und vom 11. Mai bis 7. Juni 2016 erfolgte in 
der Stiftung C.________ eine durch die Arbeitslosenversicherung veran-
lasste arbeitsmarktliche Massnahme (act. II 120). Sodann gewährte die IVB 
am 31. August 2016 Arbeitsvermittlung (act. II 124) und der Versicherte 
absolvierte vom 14. bis 21. Februar 2017 sowie vom 14. bis 24. März 2017 
ein Schnupperpraktikum in der … in ... (act. II 134). Die Arbeitsvermittlung 
wurde mit Verfügung vom 27. Juni 2017 abgeschlossen (act. II 139). 

Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Erlass von vier Vorbe-
scheiden und der Einholung einer Stellungnahme des RAD (act. II 136, 
140, 142 - 144, 151, 154, 157) gewährte die IVB mit Verfügung vom 
27. April 2018 vom 1. Januar bis 31. August 2015 eine ganze Rente und 
vom 1. September bis 31. Oktober 2015 eine Dreiviertelsrente; ab 1. No-
vember 2015 verneinte sie bei einem Invaliditätsgrad von 28 % den An-
spruch auf eine Invalidenrente (act. II 163).

B.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 3

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt und Notar 
B.________, am 24. Mai 2018 Beschwerde. Er stellt die folgenden Rechts-
begehren:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 27. April 2018 sei vollumfäng-
lich aufzuheben. 

2. a) Es seien dem Beschwerdeführer und Versicherten ab wann rech-
tens die gesetzlichen Leistungen (berufliche Massnahmen, Invaliden-
rente) nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von mindestens 40 % 
zzgl. eines Verzugszinses zu 5 % ab wann rechtens auszurichten.
b) Eventualiter: Es seien ergänzende medizinische und/oder beruf-
lich-erwerbsbezogene Abklärungen in Auftrag zu geben. 

3. Dem unterzeichneten Rechtsanwalt sei infolge kurzfristigem Aktener-
halt eine Frist von mindestens 20 Tagen zur ergänzenden Beschwer-
debegründung anzusetzen.

4. Es sei eine öffentliche Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 der Europäi-
schen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) mit zusätzlicher 
Parteibefragung durchzuführen. 

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Be-
schwerdegegnerin

Mit prozessleitender Verfügung vom 28. Mai 2018 wies der Instruktionsrich-
ter das Gesuch um Fristansetzung zur Beschwerdeergänzung ab.

Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 27. Juni 
2018 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Der 
Beschwerdeführer stellte am 9. Juli 2018 den Antrag, es sei ihm für die 
Einreichung einer Stellungnahme zur Beschwerdeantwort eine angemes-
sene Frist anzusetzen, was unter Hinweis auf die bundesgerichtliche 
Rechtsprechung mit prozessleitender Verfügung vom 11. Juli 2018 abge-
lehnt wurde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 20. August 2018 wies der Instruktions-
richter den Antrag auf Parteibefragung und weitere Beweismassnahmen 
ab. Gleichzeitig setzte er den Termin für die beantragte öffentliche 
Schlussverhandlung auf den 16. Oktober 2018 fest und gab den Parteien 
die Zusammensetzung der urteilenden Kammer des Verwaltungsgerichts 
bekannt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 4

Im Zusammenhang mit einer möglicherweise nicht erfolgten Verrechnung 
von IV-Taggeldern mit dem Rentenanspruch machte der Instruktionsrichter 
den Beschwerdeführer mit prozessleitender Verfügung vom 23. August 
2018 auf eine mögliche Schlechterstellung aufmerksam. Gleichzeitig gab er 
den Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme und dem Beschwerdeführer 
die Möglichkeit zum Beschwerderückzug.

Mit Eingabe vom 10. September 2018 teilte der Beschwerdeführer mit, an 
der Beschwerde und der Durchführung einer öffentlichen Schlussverhand-
lung festzuhalten. Zudem gehe er davon aus, dass für den Fall einer refor-
matio in peius einzig eine Rückforderung im Betrag von höchstens 
Fr. 1‘482.-- resultieren würde. Sollte der Instruktionsrichter eine andere 
Sicht haben, so werde er gebeten, die reformatio-Androhung zu präzisieren 
respektive zu ergänzen. Der Instruktionsrichter liess den Beschwerdeführer 
mit Schreiben vom 12. September 2018 wissen, es liege in der Natur der 
Sache, dass hinsichtlich des möglichen Umfangs einer allfälligen reformatio 
in peius keine konkreten Aussagen gemacht werden könnten. Zudem ba-
sierten die Ausführungen in der prozessleitenden Verfügung vom 23. Au-
gust 2018 allein auf einer erstmaligen und summarischen Prüfung der 
Aktenlage; letztendlich werde die zuständige Kammer ein Urteil fällen. Das 
Risiko einer möglichen reformatio in peius liege deshalb beim Beschwerde-
führer; Zusicherungen könnten und dürften nicht gemacht werden.

Mit Eingabe vom 4. Oktober 2018 reicht der Beschwerdeführer weitere me-
dizinische Unterlagen ein und beantragt, diese Urkunden zum Beweis zu-
zulassen. Der Rechtsvertreter lässt zudem mitteilen, der Beschwerdeführer 
habe im Jahr 2017 in psychotherapeutischer Behandlung gestanden. In 
diesem Zusammenhang beantragt er, es sei vom Gericht bei den Psychia-
trischen Diensten F.________  in ... ein Bericht über die dortige Behand-
lung, die erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen sowie zur 
Arbeitsfähigkeit einzuholen. Mit prozessleitender Verfügung vom 8. Oktober 
2018 erwog der Instruktionsrichter, die Eingabe vom 4. Oktober 2018 sei – 
soweit sie alte Berichte sowie den Beweisantrag betreffe – zur Unzeit er-
folgt und störe den Geschäftsgang; es wäre dem Beschwerdeführer ohne 
Weiteres möglich gewesen, diese Berichte und die ihm bekannten Informa-
tionen bereits im Zusammenhang mit der Beschwerde einzureichen re-

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spektive mitzuteilen. In der Folge wurde dem Beschwerdeführer wegen 
Störung des Geschäftsganges eine Ordnungsbusse auferlegt. Weiter ent-
schied der Instruktionssrichter, dass über den gestellten Beweisantrag auf 
Einholung eines Berichts der Psychiatrischen Dienste F.________ später 
entschieden werde. 

Am 16. Oktober 2018 fand die beantragte öffentliche Schlussverhandlung 
statt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist – vorbehält-
lich der Ausführungen in E. 1.2 hiernach – auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 27. April 2018 (act. II 163). So-
weit in der Beschwerde, S. 2, berufliche Massnahmen beantragt werden, ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 6

auf die Beschwerde nicht einzutreten, da die Beschwerdegegnerin allein 
über die Invalidenrente verfügt hat (act. II 163/2; BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 
164; SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1). Im Übrigen kann der Rentenent-
scheid unabhängig von allfälligen Eingliederungsmassnahmen gefällt wer-
den, wenn der Rentenanspruch durch allenfalls noch vorzunehmende 
berufliche Eingliederungsmassnahmen nicht mehr beeinflusst werden 
kann, etwa weil ein rentenbegründender Invaliditätsgrad bereits jetzt nicht 
gegeben ist (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 11. Februar 2016, 
8C_691/2015, E. 4), was vorliegend mit der Renteneinstellung per 31. Ok-
tober 2015 der Fall ist. Streitig und zu prüfen ist allein der Anspruch auf 
eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor-
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-

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fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht 
nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG bean-
spruchen kann (Abs. 2).

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-

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lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.5.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.5.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-
trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-
scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-
lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 
125 V 351 E. 3b ee S. 354).

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der 
erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren 
Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2017 IV Nr. 13 S. 31 E. 3, 
2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 9

Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die 
von der versicherten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärz-
tinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststel-
lungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollzieh-
baren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt 
der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 
351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird 
das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an 
den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 
65, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

2.7 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

2.7.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.7.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 10

(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349).

Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind 
einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwen-
dung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung vom 17. Ja-
nuar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) 
festzusetzende Zeitpunkt der Rentenherabsetzung oder -aufhebung die 
massgebenden Vergleichszeitpunkte (Entscheid des BGer vom 16. Juni 
2009, 8C_87/2009, E. 2.2).

2.7.3 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV).

3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1 Dr. med. H.________, Facharzt für Angiologie, führte im Bericht 
vom 17. Juli 2014 (act. II 49/11) die folgenden Diagnosen auf:

1. Verdacht auf lumboradikuläres Schmerz-/Ausfallsyndrom L3 bis L5 rechts bei 
chronischer Lumbago
 klinisch und hämodynamisch (15. Juli 2014) normale arterielle Ruheperfu-

sion der unteren Extremitäten, Ausschluss einer klinisch relevanten arteri-
ellen Durchblutungsstörung

2. Verdacht auf Histamin-Intoleranz
3. Status nach Schulteroperation links Februar 2014
4. Arterielle Hypertonie

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 11

Eine klinisch relevante arterielle Durchblutungsstörung der unteren Extre-
mitäten könne als Ursache der Beinbeschwerden ausgeschlossen werden. 
Diese sehe er am ehesten in Zusammenhang mit einem luboradikulären 
Schmerz-/Ausfallsyndrom im Bereich L3 bis L5 rechts bei bekannter chro-
nischer Lumbago. 

3.2 Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
Pneumologie, gab im Bericht vom 8. April 2015 (act. II 67/2) an, er führe 
jährliche CPAP-Überwachungskontrollen durch. Die Situation sei stabil, das 
CPAP-Gerät werde regelmässig getragen und die Einstellung sei optimiert. 
Somit bestünden weder von der Schlafapnoe-Erkrankung noch von der 
leichten Lungenfunktionseinbusse relevante Einschränkungen bezüglich 
der Arbeitsfähigkeit.

3.3 Im Bericht vom 8. April 2015 (act. II 68/2 f.) gab Dr. med. 
J.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, die folgenden Diagnosen an:

 Chronische Lumbalgien, fraglich lumboradikuläres Schmerz- und leichtes sen-
sorisches Ausfallsyndrom L3 rechts bei Diskusprotrusion L3/4, leichte forami-
nale Einengung L3, leichte Spondylarthrosen L4 bis S1
 Status nach Infiltration der Facettengelenke L4-S1 beidseits vom 21. Janu-

ar 2015, ohne Erfolg
 Symptomatische laterale Kniegelenksinstabilität links stärker als rechts 

Dr. med. J.________ hielt fest, es bestehe eine etwas ungünstige Gesamt-
konstellation mit körperlicher Tätigkeit in der …, Ende November 2014 
gekündigt bei entsprechendem soziokulturellem Hintergrund und vermutlich 
einer gewissen Schmerzverarbeitungsproblematik. Der Beschwerdeführer 
sei in einer rückenadaptierten Tätigkeit zu mindestens 50 % arbeitsfähig ab 
sofort. Allerdings müsste die Arbeit rückenadaptiert sein mit wünschens-
wert Positionswechselmöglichkeit sitzend/stehend, ohne Zwangshaltung 
oder Überkopftätigkeit und ohne Notwendigkeit des Hebens und Tragens 
von Gewichten mehr als 10kg repetitiv. 

3.4 Im Bericht vom 21. Mai 2015 (act. II 75) führte die RAD-Ärztin Dr. 
med. D.________ die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit auf:

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Status nach Rotatorenmanschettenruptur links und rechts mit
 ASK links mit Rekonstruktion der RM am 5. Februar 2014
 ASK rechts mit Rekonstruktion der RM und Tenodese der langen Bizepssehne 

am 28. August 2014
Lumbalgien bei 
 Diskusprotrusion L3/4

Sie gab an, es bestünden Gesundheitsschäden, die eine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit in der angestammten, körperlich anspruchsvollen 
Tätigkeit als Angestellter in der … nachvollziehen liessen. Eine 50 %-ige 
Wiederaufnahme einer angepassten Tätigkeit sei sofort möglich. In einer 
angepassten, wechselbelastenden, vorwiegend sitzenden Tätigkeit, ohne 
Heben und Tragen von mittelschweren und schweren Lasten, ohne 
Zwangshaltungen wie Bücken, Knien oder Kauern, ohne Umwelteinflüsse 
wie Zugluft, Kälte oder Nässe, ohne Überkopfarbeit oder dauernden Hand-
einsatz über Brusthöhe, ohne absturzgefährdetes Arbeiten und Steigen auf 
Gerüsten, Leitern und Dächern und ohne repetitive Rumpfrotation im Sit-
zen/Stehen bestehe mittelfristig, d.h. im Verlauf der kommenden drei Mo-
nate, eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit.

3.5 Dr. med. K.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie, führte im Bericht vom 4. Juni 2015 (act. II 90/6) folgende 
Diagnosen auf:

 Kniegelenk links: Femoropatellar-Arthrose mit subcorticaler Osteonekrose 
patellar

 Chronische Lumbalgien, fraglich lumboradikuläres Schmerz- und leichtes sen-
sorisches Ausfallsyndrom L3 rechts bei Diskusprotrusion L3/4, leichte forami-
nale Einengung L3, leichte Spondylarthrosen L4 bis S1
 Status nach Infiltration der Facettengelenke L4-S1 beidseits vom 21. Janu-

ar 2015, ohne Erfolg

Er gab an, die vorderen Knieschmerzen, welche vor allem bei Belastung 
aufträten, seien durch eine beginnende Femoropatellar-Arthrose respektive 
durch die Osteonekrose subcortical femoropatellar bedingt. Operativ seien 
keine sinnvollen Massnahmen möglich. Im Gesamtkontext mit den übrigen 
Erkrankungen sei wohl eine Vermittelbarkeit respektive das Suchen einer 
Stelle äusserst schwierig. 

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3.6 Im Bericht des Spitals G.________ vom 16. November 2015 (act. II 
94) wurde von einem stationären Gesundheitszustand berichtet. Als Dia-
gnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde ein Status nach beid-
seitigen Schulterarthroskopien mit RM-Rekonstruktion mit Restbe-
schwerden sowie aktuell akzentuiert paravertebral in der HWS angegeben. 
Der behandelnde Arzt hielt fest, betreffend der Schultern zeige sich eine 
nahezu normale Untersuchung, wobei der Beschwerdeführer immer wieder 
über Schmerzen spreche. Anlässlich der Konsultation am 2. November 
2015 hätten ihn vor allem auch die Beschwerden im Bereich paravertebral 
der HWS gestört. Die Schulteruntersuchung zeige eine regelrechte Beweg-
lichkeit sowohl aktiv wie auch passiv der glenohumeralen Gelenke, einzig 
eine kleine Druckdolenz rechts im Verlauf der LBS bestehe, ansonsten 
bestünden negative Lag-Zeichen und gute Kraft allseits. Es wurde vom 
1. Oktober bis 2. November 2015 eine 80 %-ige und vom 3. November bis 
31. Dezember 2015 eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die Arbeit 
müsse sicherlich angepasst werden, so seien Arbeiten über der Horizonta-
len, repetitive Arbeiten mit grösseren Gewichten unbedingt zu meiden. Vor-
stellbar wären leichte Arbeiten angepasst auf 50 %. Es gebe keine 
Einschränkungen in der Stehdauer, Sitzdauer, Gehstrecke, auch das Ar-
beitstempo sei nicht eingeschränkt. Einzig Gewichte heben körperfern soll-
te unbedingt vermieden werden und auch Tragen von Gewichten von mehr 
als 5kg.

3.7 Im Bericht vom 1. Dezember 2015 (act. II 95) führte der Internist 
und Pneumologe Dr. med. I.________ die folgenden Diagnosen auf: 

 Schweres, obstruktives Schlafapnoesyndrom
 Unter nasaler CPAP-Therapie seit 1998
 Leichtes Restless-Legs-Syndrom
 Idiopatische Zwerchfellparese rechts (Diagnose 11/2011)
 Leichte, restriktive Lungenfunktionseinbusse im Rahmen der Zwerchfellparese
 Multifaktorielle, chronische Rhinosinusitis

Dr. med. I.________ gab an, mit der CPAP-Behandlung gehe es recht gut. 
Seit der Beschwerdeführer nicht mehr zu 100 % arbeite, habe sich die 
Tragzeit um eine Stunde pro Nacht erhöht und der Optimierungsgrad habe 
sich auf 94 % gesteigert. Zurzeit gebrauche der Beschwerdeführer das 
CPAP-Gerät 6 ¾ Stunden pro Nacht. Unter der Behandlung finde er weder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 14

Hypo- noch Apnoen, der unter CPAP gemessene Apnoeindex betrage 
0.1/h (Norm < 5). Hingegen zeige die Kontrollpolygraphie, dass ein leichtes 
Restless-Legs-Syndrom bestehe. Der Bewegungsindex betrage 9/h. Der 
Schlaf werde also durch das RLS zusätzlich gestört. Die ventilatorischen 
Reserven würden 82 % des Sollwertes betragen. Die Restriktion sei durch 
die Zwerchfellparese bedingt. 

3.8 Im RAD-Untersuchungsbericht vom 7. Januar 2016 (act. II 101; vgl. 
auch die RAD-Stellungnahme vom gleichen Tag [act. II 100]) führte die 
RAD-Ärztin Dr. med. D.________ die folgenden orthopädisch-rheuma-
tologischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (act. II 
101/6):

Status nach Rotatorenmanschettenruptur links und rechts mit
 ASK links mit Rekonstruktion der RM am 5. Februar 2014
 ASK rechts mit Rekonstruktion der RM und Tenodese der langen Bizepssehne 

am 28. August 2014
Lumbalgien bei Diskusprotrusion L3/4
Presbyakusis
 Status nach zwei Ohrenoperationen rechts

Die RAD-Ärztin hielt fest (act. II 101/7 f.), für schwere körperliche Tätigkei-
ten wie die angestammte Arbeit als Mitarbeiter in der ... bestehe keine Ar-
beitsfähigkeit mehr seit der ersten Schulteroperation vom 5. Februar 2015 
(richtig: 2014). In einer angepassten wechselbelastenden Tätigkeit, ohne 
Heben und Tragen von mittelschweren und schweren Lasten, ohne 
Zwangshaltungen wie häufiges Bücken, Knien oder Kauern, ohne Umwelt-
einflüsse wie Zugluft, Kälte oder Nässe, ohne Überkopfarbeit oder Hand-
einsatz über Brusthöhe, ohne Lärmexposition, ohne Angewiesensein auf 
Richtungshören, ohne absturzgefährdetes Arbeiten und Steigen auf Gerüs-
ten, Leitern und Dächern, ohne repetitive Rumpfrotation im Sitzen/Stehen 
und ohne ständiges Treppensteigen bestehe weiterhin eine 100 %-ige Ar-
beitsfähigkeit. Dieses Zumutbarkeitsprofil habe seit dem 21. Mai 2015 Gül-
tigkeit und hätte zunächst mit 50 % umgesetzt werden sollen. Ab August 
2015 wäre medizinisch-theoretisch eine Arbeitsfähigkeit von 100 % möglich 
gewesen. Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei nicht aus-
gewiesen. Das Zumutbarkeitsprofil sei lediglich in Bezug auf die Presbya-
kusis angepasst worden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 15

3.9 Im Bericht des Spitals G.________ vom 26. Mai 2016 (act. II 116) 
wurde als Hauptdiagnose ein Status nach beidseitigen Schulterarthrosko-
pien mit RM-Rekonstruktionen, links 02/14, rechts 08/14 mit zusätzlicher 
Tenodese der langen Bicepssehne mit aktuell Restbeschwerden, angege-
ben. Es wurde festgehalten, das MRI habe eine normale intraartikuläre 
Situation bei Status nach RM-Rekonstruktion rechts im August 2014 ge-
zeigt. Die Schmerzen schienen sehr gemischt zu sein und ein grosser An-
teil sei ausgehend von der HWS und der paravertebralen Muskulatur. Es 
sei keine entsprechende Pathologie durch Dr. med. O.________, Wir-
belsäulenchirurg, im Dezember 2015 gefunden worden, auch sei das dazu 
angefertigte MRI vom 09/2015 blande gewesen. 

3.10 Im Bericht der neurologischen Abteilung des Spitals G.________ 
vom 19. April 2017 (act. II 155/18 f.) wurde festgehalten, klinisch sei der 
Neurostatus normal. Die objektiven Befunde des Neurostatus seien normal. 
Elektrophysiologisch seien die beiden quantitativen Nadelmyographien 
normal. Damit bestehe kein Hinweis auf eine Myophathie. Auch die Suralis-
Neurographie sei beidseits normal, ohne Nachweis einer diabetischen 
Neuropathie. Insgesamt lasse sich neurologisch/neuropsychologisch kein 
Substrat für die vom Beschwerdeführer beklagte allgemeine Ermüdbarkeit 
und Schmerzsymptomatik nachweisen.

3.11 Der Hausarzt Dr. med. L.________, Facharzt für Anästhesiologie 
und Praktischer Arzt, hielt im Bericht vom 20. September 2018 (Akten des 
Beschwerdeführers [act. I] 11) fest, der Beschwerdeführer leide seit Jahren 
unter arteriellem Bluthochdruck. Mit adäquater Behandlung könne zwar ein 
guter arterieller Blutdruck erreicht werden, aber die Spätfolgen wie Nieren-
schädigungen würden bestehen bleiben. Die kardialen Folgen wie korona-
rangiographisch bewiesen, würden bleiben, die Hyperlipidämie sei 
behandelt, aber bleibe, wie die familiäre Anamnese, ein konstantes Risiko. 
Der schwer einzustellende Diabetes Typus II sei unterschwellig, trotz bes-
seren Blutzuckerwerten bleibe eine konstante Gefahr der chronischen Ver-
schlechterung der Werte, die unvorhergesehen (d.h. trotz regelmässiger 
Einnahme von Antidiabetika) weiterbestünden. Dazu kämen schwere nicht 
behandelbare gravierende Beschwerden der Gelenke und Arthrosen. Trotz 
mehrerer Eingriffe an den beiden Schultergelenken bleibe die Mobilität mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 16

Schmerzen verbunden und daher die Arbeitsfähigkeit stark begrenzt. Seit 
Jahren seien auch Rückenschmerzen vorhanden, die eine Arbeit auf 
30 Minuten wegen auftretender Schmerzen begrenze. Es sei auch eine 
Arthrose und eine altersbedingte Versteifung der Gelenke sichtbar. Seit 
Jahren leide der Beschwerdeführer an einer Zwerchfelllähmung, die unter 
bestimmten Bewegungen sehr starke Schmerzen auslöse. Neurologisch 
bestehe seit Jahren eine Schwerhörigkeit, die einen progressiv deprimier-
ten Status verursache. Dazu komme noch ein zertifiziertes Schlafapnoe-
Syndrom seit 1996. 

4.

4.1 Die Berichte der RAD-Ärztin Dr. med. D.________ vom 7. Januar 
2016 (act. II 100 f.) erfüllen die beweisrechtlichen Voraussetzungen der 
Rechtsprechung an medizinische Berichte (vgl. E. 2.5.1 hiervor) und über-
zeugen. Sie sind voll beweiskräftig, da sie – beruhend auf allseitigen Unter-
suchungen und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden – die 
streitigen Punkte umfassend abhandeln und in Kenntnis der Vorakten ab-
gegeben wurden. Weiter leuchten sie in der medizinischen Beurteilung ein 
und die darin gezogenen Schlussfolgerungen werden eingehend begrün-
det.

4.1.1 Sie decken sich mit den in den Akten liegenden ärztlichen Berich-
ten: In demjenigen der Neurologie des Spitals G.________ vom 19. April 
2017 wird über einen normalen Neurostatus rapportiert (act. II 155/19). Die 
Berichte des Spitals G.________ vom 16. November 2015 und 26. Mai 
2016 bestätigen – entgegen der Auffassung in der Beschwerde, S. 11 – die 
Annahmen des RAD, denn der erste Bericht erwähnt eine „regelrechte Be-
weglichkeit“ der Schultergelenke (act. II 94/2 Ziff. 6), während im zweiten 
Bericht eine „normale intraartikuläre Situation“ festgehalten wird (act. II 
116/2 oben). Der RAD war auch nicht gehalten, eigene bildgebende Ab-
klärungen zu tätigen (wie in der Beschwerde, S. 11, verlangt wird), da dies 
die behandelnden Ärzte bereits getan hatten und die Ergebnisse vorlagen 
(vgl. act. II 100/3). Nicht zu überzeugen vermag das Argument in der Be-
schwerde, S. 11 oben, die RAD-Ärztin hätte den Untersuchungsbericht gar 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 17

nicht erst erstellen dürfen, da sie sich mit der Aktenbeurteilung vom 21. Mai 
2015 (act. II 75) bereits festgelegt habe – eine derartige Befangenheit ist in 
keiner Art und Weise ersichtlich und auch nicht nachvollziehbar (zum Vor-
wurf der Befangenheit eines Sachverständigen, welcher sich schon einmal 
mit einer Person befasst hat vgl. BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110; SVR 2017 
IV Nr. 27 S. 78 E. 5.2, 2013 IV Nr. 30 S. 90 E. 5.3.2). Mangels Begründung 
sprechen die Zeugnisse des Hausarztes Dr. med. L.________ nicht gegen 
die Zuverlässigkeit der Einschätzung der RAD-Ärztin. Er attestiert vom 26. 
September bis 31. Oktober 2016 eine 50 %-ige (act. II 126/2), vom 1. Ja-
nuar bis 28. Februar 2017 eine 50 %-ige, vom 5. bis 10. März 2017 eine 
100 %-ige und vom 11. bis 31. März 2017 eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit 
(act. II 140/8 ff.); in einem ärztlicherseits nicht zuordenbaren Zeugnis wird 
zudem vom 21. Februar bis 4. März 2017 eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit 
bescheinigt (act. II 140/9). Aber auch die Berichte über die Abklärungen in 
der Abklärungsstelle E.________ (act. II 113), der Stiftung C.________ 
(act. II 120/2 ff.) sowie der Abklärungsstelle M.________ (act. II 134/2 f.) 
vermögen keine – auch nur geringen – Zweifel an den Ausführungen der 
RAD-Ärztin zu wecken. Abgesehen davon, dass sich die Stiftung 
C.________ sowie M.________ explizit auf den ersten Arbeitsmarkt bezie-
hen (act. II 120/5 respektive act. II 134/3), obwohl in der Invalidenversiche-
rung der ausgeglichene Arbeitsmarkt massgebend ist (vgl. Art. 16 ATSG), 
beruhen sie allein auf dem vom Beschwerdeführer gezeigten Verhalten und 
stellen (naturgemäss) keine medizinische Einschätzung dar; sie enthalten 
überdies kein Sachverhaltselement, das Dr. med. D.________ nicht beach-
tet hätte. Insoweit zeigt sich, dass die an der öffentlichen Schlussverhand-
lung vom 16. Oktober 2018 erwähnten Probleme, die sich im Alltag stellen, 
nicht gegen die ärztliche Einschätzung sprechen. Vielmehr bestätigen die-
se Berichte, dass den in der Beschwerde, S. 12 Ziff. 19 f., neben den 
Schulterproblemen erwähnten weiteren Beschwerden keine oder allenfalls 
allein geringe Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zukommen, werden 
entsprechende Probleme in diesen Berichten doch nicht erwähnt (respekti-
ve im Bericht der Abklärungsstelle E.________ vom 12. Mai 2016 ausge-
führt, dass der an der öffentlichen Schlussverhandlung vom 16. Oktober 
2018 erwähnten Hörproblematik nur geringes Gewicht zukomme; act. II 
113/2). Dies deckt sich denn auch mit den Berichten der behandelnden 
Ärzte, welche diese Beschwerden nicht objektivieren konnten oder ihnen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 18

keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beimassen (Berichte der Dres. 
med. H.________ vom 17. Juli 2014 [keine arterielle Durchblutungsstörung 
der unteren Extremitäten; act. II 49/11], I.________ vom 8. April, 1. De-
zember 2015 und 3. Mai 2017 [betreffend Schlafapnoe und leichter Lun-
genfunktionseinbusse; act. II 67/2 und act. II 95; act. I 7] sowie K.________ 
vom 4. Juni 2015 [keine richtige Einschätzung; act. II 90/6]).

4.1.2 Allerdings erachtete Dr. med. J.________ hinsichtlich Rückenbe-
schwerden im Bericht vom 8. April 2015 allein eine Arbeitsfähigkeit von 
mindestens 50 % als zumutbar (act. II 68/3 Ziff. 1.7), während im Bericht 
der Stiftung C.________ vom 27. April 2015 Rückenschmerzen erwähnt 
sind (act. II 120/3). Hinsichtlich der Rückenbeschwerden hat sich die RAD-
Ärztin nicht explizit geäussert, so dass ihr Bericht insoweit unvollständig ist. 
Dennoch sind auch betreffend Rückenbeschwerden keine weiteren Ab-
klärungen notwendig: Einerseits wurden im Bericht der Abklärungsstelle 
E.________ vom 12. Mai 2016 keine Rückenschmerzen mehr erwähnt (act. 
II 113/2) und im Bericht des Spitals G.________ vom 26. Mai 2016 wird auf 
weitere Abklärungen (inklusive MRI) verwiesen, welche die entsprechen-
den Beschwerden nicht objektivieren konnten (act. II 116/2). 

4.1.3 Die Anfang Oktober 2018 neu eingereichten Berichte (act. I 5 - 11) 
ändern ebenfalls nichts. Denn Dr. med. L.________ führt im Bericht vom 
20. September 2018 (act. I 11) nicht aus, wie sich die Beschwerden auf die 
Arbeitsfähigkeit auswirken und bringt nicht vor, dass sich die Situation seit 
2016 wesentlich verändert hätte. Somit sprechen weder der Bericht von Dr. 
med. L.________ vom 20. September 2018 (act. I 11) noch die Berichte 
über die bildgebenden Abklärungen (act. I 8 f.) gegen die Zuverlässigkeit 
der Einschätzung der RAD-Ärztin Dr. med. D.________. Gleiches gilt für 
den Bericht der Physiotherapeutin P.________ vom 20. Oktober 2018 (act. 
I 10), denn sie kann naturgemäss keine medizinische Würdigung des von 
ihr festgestellten medizinischen Sachverhaltes vornehmen. Der Bericht des 
Dr. med. I.________ vom 3. Mai 2017 (act. I 7) belegt im Übrigen allein 
seine bisherige Auffassung (vgl. E. 4.1.1 hiervor). Schliesslich sind auch 
keine psychischen Beschwerden mit Auswirkungen auf die Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit erstellt: So sei zwar 2017 eine kurze psychotherapeuti-
sche Behandlung erfolgt. Auch wenn kein ... sprechender Therapeut vor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 19

handen ist (vgl. Eingabe des Beschwerdeführers vom 4. Oktober 2018, S. 
2), wäre bei wesentlichen psychischen Problemen eine Behandlung durch-
geführt worden und sei es allein eine medikamentöse Behandlung durch 
den Hausarzt, wofür sich im Bericht von Dr. med. L.________ vom 20. 
September 2018 (act. I 11) allerdings nicht die geringsten Anhaltspunkte 
finden. 

4.1.4 Damit ist erstellt, dass bis zum 20. Mai 2015 eine vollständige Ar-
beitsunfähigkeit, ab dem 21. Mai 2015 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % und 
ab August 2015 eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestand (act. II 100/5, 
101/7 und act. II 154). Diese jeweils dahinter stehenden Verbesserungen 
des Gesundheitszustandes sind Revisionsgründe (vgl. E. 2.7.2 hiervor). 

4.1.5 Aufgrund der Akten ist erstellt, dass sich der Gesundheitszustand 
seit der Untersuchung im RAD am 7. Januar 2016 (act. II 101/1) nicht we-
sentlich verändert hat, weshalb der Umstand, dass der Untersuchungsbe-
richt im Verfügungszeitpunkt (act. II 163/2) über zwei Jahre alt gewesen ist, 
nicht massgebend ist und – entgegen der Auffassung in der Beschwerde, 
S. 11 – keine weiteren Abklärungen zur Folge hat. Der RAD-Arzt Dr. med. 
N.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, erklärte das Zumutbarkeitsprofil vom 7. Januar 2016 
am 19. Dezember 2017 bzw. 11. Januar 2018 denn auch weiterhin für an-
wendbar (act. II 151, 154). Im Übrigen ist zu erwähnen, dass – entgegen 
den Ausführungen des Beschwerdeführers an der öffentlichen Schlussver-
handlung vom 16. Oktober 2018 – nicht nur bei poly-, sondern selbstver-
ständlich auch bei mono- und bidisziplinären Abklärungen eine 
ergebnisoffene Beurteilung (vgl. dazu BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 295) er-
folgt. 

4.2 Entgegen der Auffassung in der Beschwerde, S. 14 f., ist die Resta-
rbeitsfähigkeit auf dem massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt si-
cherlich verwertbar; dies auch unter Berücksichtigung des Alters (Jahrgang 
1958; act. II 25/1) und der diesbezüglich strengen Praxis des Bundesge-
richts (vgl. Entscheid des BGer vom 27. September 2010, 8C_482/2010, 
E. 4.3) sowie des an der öffentlichen Schlussverhandlung vom 16. Oktober 
2018 geltend gemachten Analphabetismus, der ja früher eine langjährige 
Arbeitstätigkeit nicht verhindert hat. Mit Blick auf das massgebende Zumut-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 20

barkeitsprofil (vgl. E. 3.8 hiervor) kann nicht gesagt werden, es liege keine 
Arbeitsgelegenheit im Sinne von Art. 16 ATSG vor, weil die zumutbare 
Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich sei, dass sie der ausge-
glichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht 
realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers 
möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vorn-
herein als ausgeschlossen erscheine (SVR 2017 IV Nr. 64 S. 201 E. 4.1, 
2011 IV Nr. 6 S. 18 E. 4.2.4).

4.3 Unter Berücksichtigung der Anmeldung im April 2014 (act. II 23), 
des Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.3 hiervor) sowie der seit Januar 2014 at-
testierten Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (act. II 24/2 und 
act. II 26) und des Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (vgl. E. 2.2 hiervor) liegt der 
frühestmögliche Rentenbeginn im Januar 2015. Wegen der vollständigen 
Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit (vgl. E. 4.1.3 hiervor) besteht ab die-
sem Zeitpunkt von vornherein Anspruch auf eine ganze Rente. Es kann 
insoweit offen bleiben, ob der Rentenanspruch mit Blick auf den IV-
Taggeldbezug (act. II 61/2) später als verfügt entsteht (vgl. Art. 29 Abs. 2 
IVG) oder ob der Anspruch bereits besteht, aber eine Verrechnung der 
ausgerichteten Rente mit den Taggeldern zu erfolgen hat, denn so oder 
anders besteht kein Anspruch auf kumulativen Leistungsbezug. Eine ent-
sprechende Rückforderung ist hier jedoch nicht Streitgegenstand, da die 
Beschwerdegegnerin diesbezüglich nicht verfügt hat (BGE 125 V 413 E. 1a 
S. 414), so dass darüber vorliegend nicht zu befinden ist. In der Folge sind 
auch die anderen an der Verrechnung beteiligten Sozialversicherungsträ-
ger nicht zum Verfahren beizuladen (zu einer allfälligen Verrechnung vgl. 
auch E. 5 hiernach).

4.4 Die Verbesserung des Gesundheitszustandes ab Mai 2015 stellt 
einen Revisionsgrund dar (vgl. E. 4.1.3 hiervor), auf welchen Zeitpunkt hin 
ein Einkommensvergleich (vgl. E. 2.4 hiervor) durchzuführen ist.

4.4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 21

passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

Im Rahmen des für die Invaliditätsbemessung durchzuführenden Einkom-
mensvergleichs ist ein Nebenerwerbseinkommen beim hypothetischen Ein-
kommen ohne Invalidität (Valideneinkommen) zu berücksichtigen, sofern 
es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin erzielt worden wäre, 
wenn die versicherte Person gesund geblieben wäre. Dies gilt ohne Rück-
sicht auf den hiefür erforderlichen zeitlichen oder leistungsmässigen Auf-
wand (RKUV 2003 U 476 S. 108 E. 3.2.1).

4.4.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen 
ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV 
Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 22

4.5

4.5.1 Der Beschwerdeführer hat seine Stelle gesundheitsbedingt verloren 
(act. II 34/4 Ziff. 3); ohne Gesundheitsschaden wäre er weiterhin an seiner 
angestammten Stelle tätig, so dass das Valideneinkommen gestützt auf 
den letzten Lohn zu bestimmen ist, welcher im Jahr 2014 Fr. 67‘600.-- be-
tragen hätte (act. II 34/3 oben). Dieser Wert ist der Lohentwicklung bis 
2015 anzupassen (Bundesamt für Statistik [BFS], Tabelle T1.10 Nominal-
lohnindex, 2011 - 2017, Zeile 24/25, Herstellung von Metallerzeugnissen 
[2014: 103.0 Punkte; 2015: 104.2 Punkte]), was zum Betrag von 
Fr. 68‘387.55 führt. Zu berücksichtigen ist zudem das Nebenerwerbsein-
kommen (vgl. E. 4.4.1 hiervor), das 2014 Fr. 9‘209.-- betrug (act. II 42/2 f.) 
und – angepasst an die Lohnentwicklung (BFS, Tabelle T1.10 Nominal-
lohnindex, 2011 - 2017, Zeile 90 - 96, Kunst, Unterhaltung und Erholung, 
sonstige Dienstleistungen [2014: 104.6 Punkte; 2015: 105.1 Punkte]) – für 
2015 ein Einkommen von Fr. 9‘253.-- ergibt. Damit beträgt das Validenein-
kommen im Jahr 2015 total Fr. 77‘640.55. 

4.5.2 Da der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet, 
ist das Invalideneinkommen aufgrund der statistischen Zahlen der Schwei-
zerischen Lohnstrukturerhebung zu bestimmen (vgl. E. 4.4.2 hiervor): Aus-
zugehen ist dabei von der LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level, 
Kompetenzniveau 1, Männer, Total, im Betrag von Fr. 5‘312.-- monatlich 
bzw. Fr. 63‘744.-- jährlich. Indexiert auf das Jahr 2015 (BFS, Tabelle T1.10 
Nominallohnindex, 2011 - 2017, Total [2014: 103.3 Punkte; 2015: 103.7 
Punkte]) resultiert ein Betrag von Fr. 63‘990.85. Die Anpassung an die be-
triebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Abschnitt Total 
für das Jahr 2015 (BFS, Tabelle Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt-
schaftsabteilungen) ergibt einen Betrag von Fr. 66‘710.45 jährlich. Unter 
Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit von 50 % (vgl. E. 4.1.3 hiervor) sowie 
des nicht zu beanstandenden Abzugs (vgl. E. 4.4.2 hiervor) von 15 % (act. 
II 163/5) resultiert ein Betrag von Fr. 28‘351.95. Damit beträgt der Invali-
ditätsgrad 63 % (100 / Fr. 77‘640.55 x [Fr. 77‘640.55 - Fr. 28‘351.95] = 
63.48 %; zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 
123). Unter Berücksichtigung des Art. 88a Abs. 1 IVV ist die ganze Rente 
deshalb per Ende August 2015 auf eine Dreiviertelsrente zu reduzieren.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 23

4.6 Die nochmalige Verbesserung des Gesundheitszustandes ab Au-
gust 2015 stellt einen zweiten Revisionsgrund dar (vgl. E. 4.1.3 hiervor).

Das Valideneinkommen beträgt weiterhin Fr. 77‘640.55 (vgl. E. 4.5.1 hier-
vor). Das Invalideneinkommen richtet sich weiterhin nach der LSE und 
macht für ein Vollzeitpensum Fr. 66‘710.45 jährlich aus (vgl. E. 4.5.2 hier-
vor); zu berücksichtigen ist auch hier der leidensbedingte Abzug (vgl. E. 
4.4.2 hiervor) von 15 % (act. II 163/5), was zum Invalideneinkommen von 
Fr. 56‘703.90 führt. In der Folge resultiert ein rentenausschliessender Inva-
liditätsgrad von 27 % (100 / Fr. 77‘640.55 x [Fr. 77‘640.55 - Fr. 56‘703.90] = 
26.97 %; zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 
123), was – unter Beachtung des Art. 88a Abs. 1 IVV – zur Renteneinstel-
lung per Ende Oktober 2015 führt.

4.7 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit dar-
auf einzutreten ist (vgl. E. 1.2 hiervor).

5.

Es bleibt auf Folgendes hinzuweisen: Dem Beschwerdeführer wurde mit 
Verfügung vom 27. April 2018 vom 1. Januar bis 31. August 2015 eine 
ganze Rente und vom 1. September bis 31. Oktober 2015 eine Dreiviertels-
rente zugesprochen (act. II 163). Weiter hat der Beschwerdeführer im Zu-
sammenhang mit einer beruflichen Abklärung in der Stiftung C.________ 
im Frühjahr 2015 ein Taggeld der Invalidenversicherung bezogen (act. II 62 
und 73).

In der Verfügung vom 27. April 2018 erfolgten Verrechnungen bezüglich 
Krankentaggelder und Leistungen der Arbeitslosenversicherung mit dem 
Rentenanspruch (act. II 163/3). Im Rahmen der öffentlichen Schlussver-
handlung vom 16. Oktober 2018 hat die Beschwerdegegnerin ausgeführt, 
dass die vom 2. Februar bis 3. Mai 2015 bezogenen IV-Taggelder im Be-
trag von Fr. 176.80 pro Tag (vgl. act. II 61) – entgegen dem Hinweis in der 
Mitteilung des Rentenbeschlusses vom 7. März 2018 (act. II 162) – tatsäch-
lich nicht mit dem Rentenanspruch verrechnet worden seien.  In der Folge 
ist die Verfügung vom 27. April 2018 (act. II 163) von Amtes wegen aufzu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 24

heben soweit sie die Verrechnung betrifft und die Sache ist in diesem Um-
fang an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die Rentenbe-
treffnisse und die ausgerichteten Taggelder verrechne und anschliessend 
neu verfüge. Dabei wird sie zu klären haben, wie lange der Beschwerde-
führer tatsächlich Taggelder bezogen hat: Gemäss Verfügung vom 27. Fe-
bruar 2015 (act. II 61) war ein Taggeldbezug vom 2. Februar bis 3. Mai 
2015 vorgesehen; im Abschlussbericht der Stiftung C.________ vom 
27. April 2015 (act. II 73) wird als Zeitraum für die Kostengutsprache die 
Zeit vom 2. Februar bis 1. Mai 2015 angegeben (act. II 73/1) und der glei-
che Zeitraum in Bezug auf die ausgeführten Tätigkeiten aufgeführt (act. II 
73/4), als Berichtszeitraum wird jedoch die Zeit vom 2. Februar bis 17. April 
2015 erwähnt (act. II 73/1). Der Beschwerdeführer ist auf eine allfällige re-
formatio in peius aufmerksam gemacht worden (vgl. prozessleitende Verfü-
gung vom 23. August 2018). 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘000.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Okt. 2018, IV/18/405, Seite 25

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfügung vom 27. April 2018 der IV-Stelle Bern wird soweit die 
Verrechnung betreffend aufgehoben und die Sache in diesem Umfang 
an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie im Sinne der 
Erwägungen vorgehe.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers (samt 

Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung gemäss Art. 6 EMRK 
vom 16. Oktober 2018)

- IV-Stelle Bern (samt Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung 
gemäss Art. 6 EMRK vom 16. Oktober 2018)

- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.