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**Case Identifier:** f265fe47-29db-5c39-b792-b79fdfab45c9
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-08
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 08.11.2023 VBE.2023.182
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-182_2023-11-08.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2023.182 / jl / sc 
Art. 122 

 

 

Urteil vom 8. November 2023 
 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin 

Oberrichterin Fischer 

Oberrichterin Merkofer  

Gerichtsschreiberin Lang          

 

 
   

Beschwerde- 

führer 

 A._____ 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 VAUDOISE ALLGEMEINE, Versicherungs-Gesellschaft AG, 

Place de Milan, 1001 Lausanne   

 

     
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 13. März 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1952 geborene Beschwerdeführer war aufgrund seines Arbeitsverhält-

nisses bei der Beschwerdegegnerin obligatorisch gegen die Folgen von 

Unfällen versichert, als er am 4. Juli 2022 von einer Bockleiter fiel und sich 

am linken Knie verletzte. Die Beschwerdegegnerin anerkannte ihre Leis-

tungspflicht für diesen Unfall und erbrachte in der Folge Heilbehandlungs-

leistungen. Nach entsprechenden Abklärungen und Einholen einer Beurtei-

lung ihres beratenden Arztes verneinte sie mit Verfügung vom 14. Dezem-

ber 2022 einen Leistungsanspruch über den 15. September 2022 hinaus 

mangels natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den noch über die-

sen Zeitpunkt hinaus geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 4. Juli 

2022. Die dagegen vom Beschwerdeführer erhobene Einsprache wies die 

Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom 13. März 2023 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 13. März 2023 erhob der Beschwer-

deführer mit Eingabe vom 13. April 2023 fristgerecht Beschwerde und be-

antragte sinngemäss dessen Aufhebung sowie die Verpflichtung der Be-

schwerdegegnerin zur Weiterausrichtung der gesetzlichen Leistungen über 

den 15. September 2022 hinaus bis zur Ausschöpfung "der momentan lau-

fenden [Physiotherapie-]Verordnung". 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 11. Mai 2023 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Beschwerdegegnerin ging in ihrem Einspracheentscheid vom 13. März 

2023 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 20) hauptsächlich gestützt auf die Be-

urteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. B._____, Facharzt für Orthopä-

dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 4. De-

zember 2022 (VB 9) im Wesentlich davon aus, dass es durch den am 4. Juli 

2022 erlittenen Sturz zu einer leichten Kontusion bzw. Distorsion des linken 

Kniegelenkes mit Aktivierung eines Vorzustandes gekommen sei. Spätes-

tens am 15. September 2022 sei der Status quo sine (Zustand, wie er sich 

auch ohne Unfall eingestellt hätte) erreicht gewesen. Der Beschwerdefüh-

rer macht demgegenüber zusammengefasst geltend, auf die Beurteilung 

von Dr. med. B._____ könne nicht abgestellt werden; die unfallbedingten 

Beschwerden seien erst per Ende April 2023 wieder abgeklungen. Die Be-

schwerdegegnerin sei für die Kniebeschwerden daher auch über den 

 - 3 - 

 

 

15. September 2022 hinaus noch bis zur Ausschöpfung der Physiothera-

piesitzungen gemäss im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung noch laufen-

der entsprechender Verordnung leistungspflichtig. 

 

Damit ist streitig und nachfolgend zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin 

ihre Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 4. Juli 2022 mit 

Einspracheentscheid vom 13. März 2023 (VB 20) zu Recht per 15. Sep-

tember 2022 eingestellt hat. 

 

2. 

2.1. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

(Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-

stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-

treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ein-

getreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für 

die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 

dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-

ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-

dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-

rung entfiele (BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163; 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit 

Hinweisen; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 E. 4.3.1 

S. 406). 

 

2.2. 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 

der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-

recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-

finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 

S. 181 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_646/2019 vom 6. März 

2020 E. 8). 

 

2.3. 

Die Anerkennung der Leistungspflicht durch den Unfallversicherer ist in 

rechtlicher Hinsicht von Belang. Ist die Unfallkausalität einmal mit der erfor-

derlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen aner-

kannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht 

die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, 

 - 4 - 

 

 

wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa-

chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesund-

heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo 

ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässi-

gen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder 

später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (Urteil des Bundesge-

richts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2). Ebenso wie der leistungs-

begründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen je-

der kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits-

schadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ur-

sächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um 

eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Be-

weislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürli-

cher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht beim Versicherten, son-

dern beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 56). 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrem Einspracheentscheid vom 

13. März 2023 in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die versiche-

rungsinterne Aktenbeurteilung von Dr. med. B._____ vom 4. Dezember 

2022. Dieser führte aus, beim Beschwerdeführer hätten bereits vor dem 

Unfall vom 4. Juli 2022 eine mässiggradige Pangonarthrose des linken 

Kniegelenkes mit Betonung des medialen femorotibialen und femoropatel-

laren Gelenkkompartimentes sowie ein arthrosebedingter chronischer In-

nenmeniskusschaden bestanden. Es sei überwiegend wahrscheinlich in 

der Folge des Sturzes vom 4. Juli 2022 zu einer leichten Kontusion/Distor-

sion des linken Kniegelenkes mit vorübergehender Aktivierung eines Vor-

zustandes einer mässigen Pangonarthrose mit arthroseassoziiertem In-

nenmeniskusschaden für einen maximalen Zeitraum von zehn Wochen 

ohne zusätzliche unfallbedingte strukturelle Läsion gekommen. Die sich 

kernspintomographisch darstellenden Veränderungen des vorderen Kreuz-

bandes und Innenbandes seien als Relikte eines oder mehrerer Unfaller-

eignisse in der Vergangenheit ohne kausalen Bezug zum Ereignis vom 

4. Juli 2022 zu beurteilen. Der Innenmeniskusschaden müsse ebenfalls als 

älter und chronisch bezeichnet werden, da eine derart komplexe Schädi-

gung (bildmorphologisch fortgeschrittene mukoide Degeneration) bei einer 

akut unfallbedingten Ursache eine imposante klinische Symptomatik nach 

sich gezogen hätte, welche den Beschwerdeführer umgehend und nicht 

erst nach sechs Wochen zum Arzt geführt hätte. Auch die fehlenden Kolla-

teralschäden im Bereich des Bandapparates, welcher als stabil befundet 

worden sei, und die bildmorphologischen Nachweise einer mukoiden De-

generation sprächen gegen eine akut traumatische Verletzung. Alle nach 

dem 15. September 2022 beklagten Beschwerden hinsichtlich des linken 

Kniegelenkes seien ausschliesslich den Symptomen der vorbestehenden 

 - 5 - 

 

 

mässigen Pangonarthrose und den Folgen von Unfallereignissen in der 

Vergangenheit "geschuldet" (VB 9 S. 3 f.).  

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

4.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder ei-

nem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 125 V 351 E. 3a 

S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis 

der versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine 

nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen 

(BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/ee S. 353 ff.). Soll ein Ver-

sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschie-

den werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu 

stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5 S. 105; 142 

V 58 E. 5.1 S. 65; 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.). 

 

4.3. 

Auch ein reines Aktengutachten kann voll beweistauglich sein, wenn es im 

Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 

22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). Ein medizinischer Aktenbe-

richt als Entscheidungsgrundlage ist zulässig, wenn die Akten ein vollstän-

diges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und 

diese Daten unbestritten sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos 

vorliegen, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen 

Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bundesgerichts 

8C_833/2009 vom 26. Januar 2010 E. 5.1 mit Hinweis auf RKUV 1993 

Nr. U 167 S. 95 E. 5d und Urteil des Bundesgerichts 8C_653/2009 vom 

28. Oktober 2009 E. 5.2). 

 

 - 6 - 

 

 

5. 

5.1. 

Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, er sei bis zum Unfall 

vom 4. Juli 2022 absolut uneingeschränkt gewesen, die Beschwerden 

seien erst ab dem Sturz am 4. Juli 2022 aufgetreten. Auf dem MRI sei die 

Beschädigung des Meniskus klar sichtbar (Beschwerde S. 1). Gemäss sei-

ner Physiotherapeutin deute die Geschwulst an der Stelle, an welcher Me-

niskus und Seitenband zusammenkämen, zusätzlich auf einen Seitenband-

anriss und auf eine Zerrung der Muskulatur hin. Sie habe ihm eine Aufbau-

phase von 6 bis 9 Monaten prognostiziert (Beschwerde S. 2). Auf die Be-

urteilung des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin könne nicht ab-

gestellt werden, da dieser ihn nicht persönlich untersucht habe und zudem 

die Interessen der Beschwerdegegnerin zu vertreten habe. Die Tatsache, 

dass er vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen sei und sich der Zustand 

des Knies durch die Therapie gebessert habe, würde gegen eine Krankheit 

sprechen. Er erachte die durch den Unfall erlittenen Beschwerden erst per 

Ende April 2023 als ausgeheilt (Beschwerde S. 3).  

 

5.2. 

Den Berichten der behandelnden Ärzte ist insbesondere Folgendes zu ent-

nehmen: 

 

Dr. med. C._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo-

gie des Bewegungsapparates, führte im Sprechstundenbericht vom 17. Au-

gust 2022 aus, der Beschwerdeführer klage über Schmerzen im linken 

Kniegelenk, nachdem er unglücklich von der Leiter hinuntergestürzt sei. Er 

stellte die Diagnose "Vd. a. mediale Meniskusläsion links nach Kniedistor-

sionstrauma". Betreffend Befunde hielt er unter anderem fest, das Kniege-

lenk sei reizlos, der Lachmann-Test sowie der Pivot-Shift-Test seien nega-

tiv, die Innenmeniskustestung hingegen positiv und über dem medialen 

Kniegelenkskompartiment bestehe eine massive Druckdolenz. Die Rönt-

genuntersuchung des linken Beines zeige degenerative Kniegelenksverän-

derungen sowie tendoperiostotische Verknöcherungen an der Patella. Er 

hielt fest, insgesamt sei das Kniegelenk "doch recht benutzt", weshalb er 

konservativ agieren wolle. Mit intensiver Physiotherapie solle das Gelenk 

stabilisiert werden (VB 2).  

 

Am 18. Oktober 2022 führte Dr. med. D._____, Facharzt für Radiologie so-

wie für Nuklearmedizin, ein MRI des linken Knies des Beschwerdeführers 

durch. Dieses habe folgende Befunde ergeben (VB 8): 

 

"- ¨ Mässiggradige mediale tibiofemorale und femoropatelläre Arthrose. 
-  Ausgeprägte mukoide Degeneration des medialen Meniskus mit ei-

nem zusätzlichen komplexen Einriss am Übergang vom Hinterhorn 
zur Pars intermedia, Extrusion der Pars intermedia sowie ausgepräg-
ter Substanzminderung im Hinterhornbereich. 

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-  Deutliche Konturunregelmässigkeiten, Signalalteration und Ausdün-
nung des vorderen Kreuzbands ansatznah proximal, passend zu ei-
ner älteren Teilruptur. Leichtgradige mukoide Degeneration des hin-
teren Kreuzbandes. Ca. 4 x 8 mm messendes Kalkdepot am ventralen 
proximalen Rand des medialen Kollateralbandes. Mässige Ansatz-
tendinopathie der Quadrizepssehne. 

-  Leichte Chondropathie im lateralen Kompartiment. Lateraler Menis-
kus relativ gut erhalten. 

-  Geringgradiger Gelenkerguss. Keine Bakerzyste. Leichte Reizung 
der Bursa infrapatellaris." 

 

Dr. med. C._____ führte im Sprechstundenbericht vom 18. Oktober 2022 

sodann aus, das MRI zeige eine mediale Meniskusläsion links sowie deut-

liche degenerative Veränderungen im gesamten Kniegelenksbereich. Ins-

gesamt zeige sich eine recht unerfreuliche Situation. Der Beschwerdefüh-

rer leide zwar an einer medialen Meniskusläsion, insgesamt sei das Gelenk 

jedoch relativ geschädigt, so dass eine alleinige Meniskektomie wahr-

scheinlich nicht ausreichen und eventuell mehr Schaden setzen als nützen 

würde, weshalb weiterhin Physiotherapie erfolgen solle (VB 7).  

 

5.3. 

5.3.1. 

Aufgrund der Aktenlage erweist sich das Abstellen auf eine Aktenbeurtei-

lung, wie sie Dr. med. B._____ vorgenommen hat, als Beweisgrundlage als 

zulässig. So ergibt sich aus den auf persönlichen Untersuchungen des Be-

schwerdeführers beruhenden Akten ein feststehender medizinischer Sach-

verhalt (vgl. E. 4.3.). Das Aktengutachten von Dr. med. B._____ vom 4. De-

zember 2022 (VB 9) ist zudem umfassend, ohne Weiteres nachvollziehbar, 

berücksichtigt die massgebenden Beschwerden sowie sämtliche Vorakten 

und ist in seiner Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes – insbeson-

dere auch der Beurteilung der Frage des Bestehens eines natürlichen Kau-

salzusammenhangs zwischen den linksseitigen Kniebeschwerden und 

dem Unfall vom 4. Juli 2022 – einleuchtend begründet (vgl. E. 4.1.). 

 

5.3.2. 

Aufgrund der medizinischen Akten steht fest und unbestritten ist, dass der 

Beschwerdeführer am linken Knie (nebst weiteren degenerativen bzw. auf 

frühere Verletzungen zurückzuführenden Veränderungen) eine mässiggra-

dige Arthrose sowie eine Meniskusläsion aufweist (vgl. VB 2 S. 2; VB 7 ff.). 

Was die Ursache der Meniskusläsion anbelangt, gelangte Dr. med. 

B._____ zum Schluss, es liege keine unfallbedingte strukturelle Läsion vor. 

Der Innenmeniskusschaden sei älter und chronisch (VB 9 S. 3). Dr. med. 

C._____ hielt am 17. August 2022 lediglich fest, dass die vermutete (in der 

Folge im MRI vom 18. Oktober 2022 bestätigte [vgl. VB 8]) Meniskusläsion 

nach Kniedistorsionstrauma bestehe, und setzte sich mit der Frage, ob 

diese auf den Unfall vom 4. Juli 2022 zurückzuführen oder degenerativ be-

dingt sei, nicht auseinander. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass 

 - 8 - 

 

 

sich die behandelnden Ärzte in erster Linie auf die Behandlung zu konzent-

rieren haben und deren Berichte nicht den Zweck einer den abschliessen-

den Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven 

Beurteilung des Gesundheitszustandes verfolgen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc 

S. 353 mit weiteren Hinweisen). Demgegenüber legte Dr. med. B._____ 

ausführlich und nachvollziehbar dar, dass und weshalb er zum Schluss ge-

langt sei, dass der Innenmeniskusschaden nicht auf den Unfall vom 4. Juli 

2022 zurückzuführen, sondern degenerativ bedingt sei. So führte er aus, 

die (auch von den Dres. med. C._____ und D._____ festgestellten [vgl. 

VB 7 f.]) erheblichen Vorschäden, die fehlenden Kollateralschäden im Be-

reich des Bandapparates sowie die späte Erstkonsultation sprächen gegen 

eine Verursachung durch den Unfall vom 4. Juli 2022 (vgl. E. 3.). Er ver-

neinte einen Kausalzusammenhang zwischen den über den 15. September 

2022 hinaus persistierenden Kniebeschwerden und dem Unfall vom 4. Juli 

2022 im Wesentlichen aufgrund einerseits des Fehlens von Hinweisen auf 

eine akut traumatische Verletzung sowohl in den radiologischen Befunden 

als auch in der klinischen Symptomatik unmittelbar nach dem fraglichen 

Unfall sowie andererseits der vorbestehenden degenerativen Veränderun-

gen im gesamten Kniegelenksbereich. Auch Dr. med. C._____ wies auf 

(deutliche) degenerative Kniegelenksveränderungen hin (vgl. VB 2 und 7). 

Da sich Dr. med. C._____ nicht mit der Ursache der Meniskusläsion ausei-

nandersetzte und seine Befunde und Ausführungen sich ohne Weiteres mit 

denjenigen von Dr. med. B._____ vereinbaren lassen, wecken seine Be-

richte wie auch derjenige von Dr. med. D._____ keine auch nur geringen 

Zweifel an der Schlüssigkeit der Aktenbeurteilung von Dr. med. B._____ 

vom 4. Dezember 2022 (vgl. E. 4.2.). 

 

In Bezug auf das Argument des Beschwerdeführers, er sei vor dem Unfall 

vom 4. Juli 2022 beschwerdefrei gewesen, ist darauf hinzuweisen, dass 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine gesundheitliche Schädi-

gung nicht schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach 

diesem aufgetreten ist. Eine derartige "post hoc, ergo propter hoc"-Argu-

mentation ist beweisrechtlich nicht zulässig (BGE 119 V 335 E. 2b/bb 

S. 341 f.; vgl. auch SVR 2010 UV Nr. 10 S. 40, 8C_626/2009 E. 3.2 sowie 

SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34, U 290/06 E. 4.2.3). 

 

5.4. 

Zusammenfassend erweist sich das Aktengutachten von Dr. med. B._____ 

als sorgfältig begründet, ohne Weiteres nachvollziehbar und schlüssig. Es 

ist damit entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers als beweiskräf-

tig anzusehen. Es ist demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit da-

von auszugehen, dass der am 4. Juli 2022 erlittene Sturz von der Leiter 

(lediglich) zu einer höchstens zehn Wochen anhaltenden Aktivierung der 

vorbestehenden linksseitigen Pangonarthrose mit assoziiertem Innen-

meniskusschaden geführt hat und die noch über den 15. September 2022 

 - 9 - 

 

 

hinaus bestehenden Kniebeschwerden nicht natürlich-kausal auf den Un-

fall vom 4. Juli 2022 zurückzuführen sind. Der Einspracheentscheid vom 

13. März 2023 erweist sich folglich als rechtens. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

6.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

6.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als So-

zialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch 

auf Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

 - 10 - 

 

 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 8. November 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Peterhans Lang