# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b537e195-999d-5400-b902-ae0d9a4377d2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.08.2025 D-1333/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1333-2022_2025-08-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1333/2022 

law/gnb 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  A u g u s t  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richter David R. Wenger, 

Richter Thomas Segessenmann, 

Gerichtsschreiberin Barbara Gysel Nüesch. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Togo, 

vertreten durch Karin Fischli, Rechtsanwältin, Rechtsschutz 

für Asylsuchende, Bundesasylzentrum Region B._______, 

(…), 

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 15. März 2022 / N (…). 

 

 

 

D-1333/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess sein Heimatland eigenen Angaben zufolge 

am (…) 2019 und gelangte mit einem von Deutschland ausgestellten 

Schengen-Visum am folgenden Tag nach Frankreich. Er sei umgehend 

nach Deutschland weitergereist, wo er sich während zwei Wochen aufge-

halten habe. Am (…) 2019 sei er in die Schweiz gekommen, wo er am 

18. Februar 2020 um Asyl nachsuchte. Nachdem er die Mitarbeitenden des 

Rechtsschutzes für Asylsuchende im Bundesasylzentrum Region 

B._______ am 21. Februar 2020 mit seiner Rechtsvertretung im Rahmen 

des Asylverfahrens mandatiert hatte, fand am 25. Februar 2020 die Perso-

nalienaufnahme (PA) statt (vgl. SEM-act. […]-13/5). 

B.  

Am 27. Februar 2020 führte das SEM mit dem Beschwerdeführer das 

sogenannte Dublin-Gespräch gemäss Art. 5 der Verordnung (EU) 

Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 

2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mit-

gliedstaats, der für die Prüfung eines von einem/einer Drittstaatsangehöri-

gen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-VO; vgl. SEM-act. […]-15/2). 

C.  

Aufgrund von Anzeichen, dass der Beschwerdeführer in Deutschland ein 

Opfer von Menschenhandel (OMH) geworden sein könnte, wurde auf den 

19. März 2020 eine Anhörung «Menschenhandel (MH)» angesetzt. Da 

diese in der Folge wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, 

wurde dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 20. März 2020 mitgeteilt, 

dass er ohne vorgängige erweiterte Befragung für den weiteren Verlauf des 

Verfahrens als potentielles Opfer von Menschenhandel angesehen werde 

und ihm deshalb vom 23. März 2020 bis 23. April 2020 eine Erholungs- und 

Bedenkzeit gemäss Art. 13 des Übereinkommens vom 16. Mai 2005 zur 

Bekämpfung des Menschenhandels (SR 0.311.543) eingeräumt werde 

(vgl. SEM-act. […]-21/4). In der Folge wurde diese Frist aufgrund einer 

Hospitalisation des Beschwerdeführers im (…) bis zum Austritt aus der Kli-

nik oder bis längstens 15. Mai 2020 verlängert (vgl. SEM-act. […]-26/2 und 

28/2). Mit Eingabe seiner (damaligen) Rechtsvertreterin vom 13. Mai 2020 

liess der Beschwerdeführer dem SEM die gleichentags unterzeichnete Er-

klärung betreffend Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden zu-

kommen (vgl. SEM-act. […]-30/7). 

D-1333/2022 

Seite 3 

D.  

Am 15. Mai 2020 ersuchte das SEM die deutschen Behörden um Über-

nahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO 

(vgl. SEM-act. […]-31/8). Die deutschen Behörden hiessen das Ersuchen 

am 22. Mai 2020 ausdrücklich gut (vgl. SEM-act. […]-33/2). 

E.  

Der Beschwerdeführer war vom 18. Juni 2020 bis 10. August 2020 in der 

(…) hospitalisiert. Mit Eingabe vom 4. August 2020 ersuchte die Rechts-

vertreterin das SEM aufgrund des fragilen psychischen Gesundheitszu-

standes des Beschwerdeführers um einen Selbsteintritt der Schweiz ge-

mäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO i.V.m. Art. 29a Abs. 3 der Asylverord-

nung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311; 

vgl. SEM-act. […]-44/4). 

F.  

Das SEM führte am 19. August 2020 mit dem Beschwerdeführer die Anhö-

rung «Menschenhandel (MH)» durch (vgl. SEM-act. […]-47/18). 

G.  

Am 27. August 2020 stellten die Fachstelle Frauenhandel und Frauenmig-

ration (FIZ) sowie weitere Gesuchstellende, darunter der Beschwerdefüh-

rer, beim SEM ein Gesuch um Übernahme der Kosten von Opferhilfeleis-

tungen (vgl. SEM-act. […]-53/50). Gegen die in dieser Angelegenheit er-

gangene Verfügung des SEM vom 26. August 2021 wurde am 4. Oktober 

2021 Beschwerde erhoben, welche vom Bundesverwaltungsgericht unter 

der Verfahrensnummer F-4419/2021 an die Hand genommen wurde (vgl. 

SEM-act. […]-102/16 ff.). 

H.  

Mit Verfügung vom 22. September 2020 beendete das SEM das Dublin-

Verfahren und nahm das nationale Asyl- und Wegweisungsverfahren auf 

(vgl. SEM-act. […]-59/1). 

I.  

Der Beschwerdeführer wurde am 12. Oktober 2020 zu seinen Asylgründen 

angehört (vgl. SEM-act. […]-66/16). In der Folge verfügte das SEM am 

16. Oktober 2020, das Asylgesuch werde im erweiterten Verfahren behan-

delt, und wies den Beschwerdeführer am 21. Oktober 2020 dem Kanton 

C._______ zu. Nachdem die Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 10. Juni 

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Seite 4 

2021 um Verfahrensbeschleunigung ersucht hatte, führte das SEM am 

15. Juli 2021 eine ergänzende Anhörung durch (vgl. SEM-act. […]-92/19). 

J.  

J.a Der Beschwerdeführer machte im Rahmen der Anhörungen (vgl. 

Bst. A, F und I) zu seinem Lebenslauf geltend, er sei togolesischer Staats-

angehöriger der Ethnie der Ewe. Er sei in D._______ geboren und aufge-

wachsen, habe die sechste Klasse abgeschlossen und danach arbeiten 

müssen. Er sei nach Brauch verheiratet und habe (…) Kinder und ein Pfle-

gekind. Von 2013 bis zu seiner Ausreise sei er (…) gewesen. Zuletzt habe 

er in E._______, D._______, gelebt. 

J.b Zur Begründung seines Asylgesuches führte er im Wesentlichen aus, 

er sei im Jahre 2018 Mitglied der politischen Partei PNP (Parti National Pa-

nafricain) geworden. Eine Anfrage seines Bekannten F._______, ob er Mit-

glied der Regierungspartei UNIR (Union pour la République) werden 

möchte, habe er abgelehnt. Er habe persönlich an etwa 15 bis 20 Demonst-

rationen der PNP teilgenommen und dabei Plakate und Transparente auf-

gehängt respektive den Demonstrationszug angeführt. Teilweise sei er 

auch mit dem Megaphon unterwegs gewesen. Einmal sei er von F._______ 

beim Plakataufhängen fotografiert worden. Nach einem Streit ihrer Kinder 

sei es zu einer Auseinandersetzung zwischen ihm und F._______ gekom-

men. Dabei habe dieser ihn bedroht, unter anderem auch aus politischen 

Gründen, und gesagt, ihm werde etwas zustossen. Anlässlich einer De-

monstration in D._______ im (…) 2018, bei welcher er den Demonstrati-

onszug der Jugendlichen angeführt habe, sei er mit anderen Demonstran-

ten von den Sicherheitskräften mit Tränengas angegriffen worden. Darauf-

hin hätten sie (die Demonstranten) Autoreifen angezündet. An jenem 

Abend seien Sicherheitsleute in Zivil bei ihm zuhause erschienen. Er ver-

mute, dass F._______ diese auf seine Spur gebracht habe. Er sei mit ei-

nem Privatwagen zwangsweise mitgenommen und in den Keller eines 

Hauses respektive auf den Posten gebracht und festgehalten worden. Dort 

sei er befragt worden, insbesondere auch zum Aufenthalt des Präsidenten 

der PNP. Als er geantwortet habe, er kenne dessen Aufenthaltsort nicht, sei 

er geschlagen und gefoltert worden. Am nächsten Tag sei er erneut befragt 

und misshandelt worden. Am dritten beziehungsweise vierten Tag sei er 

von einem Sicherheitsbeamten, der gleichzeitig ein ehemaliger Schulkol-

lege gewesen sei, erkannt worden. Dieser habe versprochen, ihm zur 

Flucht zu verhelfen. Am folgenden Tag habe er mit dessen Hilfe fliehen 

können und danach ein Jahr lang versteckt in einem gemieteten Zimmer in 

E._______ gelebt. In dieser Zeit sei er, wie er von seiner Familie jeweils 

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Seite 5 

telefonisch erfahren habe, an seinem alten Wohndomizil gesucht worden. 

Gelegentlich habe er an Versammlungen seiner Partei in einem Privathaus 

in E._______ teilgenommen. Während dieses Jahres habe er seine Arbeit 

als (…) wiederaufgenommen und keine weiteren Probleme mit den togole-

sischen Behörden gehabt. 

Im (…) 2019 habe er von seiner Familie respektive von seinem Onkel vä-

terlicherseits erfahren, dass er, als drittes Kind der Familie, welches 

(…)jährig werde, Anführer eines Voodoo-Kults respektive Voodoo-Priester 

werden sollte. Die Ablehnung einer solchen Aufgabe werde mit der Verban-

nung aus dem Familienkreis, mit dem Tod oder mit einer schweren Krank-

heit bestraft. Er jedoch sei Christ und vom Voodoo angewidert gewesen. 

Seine Angehörigen hätten ihn immer wieder telefonisch kontaktiert respek-

tive bedroht und zu überzeugen versucht. Da er um sein Leben gefürchtet 

habe, habe er das Telefon nicht mehr beantwortet und seine Telefonnum-

mer gewechselt. 

In der Folge sei er mit einer Bekannten, einer Geschäftsfrau namens 

G._______, an seinem Arbeitsplatz auf dieses Thema zu sprechen gekom-

men. Mit ihrer Hilfe habe er ein Visum für Deutschland erhalten. Das Flug-

ticket und das Visum habe er selber bezahlt. Madame G._______ habe 

ihm versichert, er werde nach der Ankunft in H._______ von einer Madame 

I._______ abgeholt. Am (…) 2019 habe er Togo legal verlassen und sei 

tags darauf in Frankreich angekommen. Von dort sei er mit dem Zug nach 

H._______ weitergereist. Dort habe er lange am Bahnhof gewartet, sei 

aber nicht abgeholt worden. Nach einer Weile habe er eine schwarze Frau 

angesprochen. Diese habe sich bereit erklärt, ihm zu helfen, und ihn zu 

sich nach Hause mitgenommen. Das Gebäude, wo er hingebracht worden 

sei, sei ihm wie ein Restaurant oder ein Hotel vorgekommen. Die Frau 

habe versprochen, sie würde ihm helfen, eine Arbeit zu finden. Sie habe 

ihm ein Zimmer zur Verfügung gestellt und seinen Pass abgenommen. Am 

nächsten Tag habe sie ihm erklärt, dass er mit Frauen schlafen müsse. Der 

Ort, an dem er festgehalten worden sei, sei drei Tage respektive drei 

Nächte pro Woche geöffnet gewesen. Er sei gezwungen worden, mit vier 

bis fünf Frauen pro Nacht Geschlechtsverkehr zu haben. In der Nacht sei 

ihm jeweils ein Glas mit einer unbekannten Flüssigkeit verabreicht worden. 

Für diese Zwangsarbeit habe er kein Geld erhalten. Er sei schnell krank 

geworden. Am (…) 2019 habe die Putzfrau die Türen aufgemacht, worauf 

er die Flucht ergriffen habe. Er sei in einen Zug eingestiegen und nach 

einer langen Fahrt ausgestiegen. Jemand habe ihm dann erklärt, dass er 

in der Schweiz sei. Nach seiner Ausreise aus Togo sei seine Partnerin 

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Seite 6 

zusammen mit den Kindern zu ihrer Mutter nach J._______ ausgereist. Er 

habe seit seiner Ankunft in der Schweiz keinen Kontakt mehr mit ihnen ge-

habt. 

K.  

Im Verlaufe des vorinstanzlichen Verfahrens wurden die folgenden Beweis-

mittel, medizinischen Unterlagen und Berichte zu den Akten gereicht: 

- Togolesische Identitätskarte des Beschwerdeführers; 

- PNP-Mitgliederausweis des Beschwerdeführers; 

- Arbeitsausweis des Beschwerdeführers; 

- Diverse Fotos von Demonstrationsteilnahmen des Beschwerdeführers in Togo; 

- Formular F2 (Zuweisung zur medizinischen Abklärung) vom 4. März 2020; 

- Formular F2 vom 18. März 2020; 

- Formular F2 vom 3. April 2020; 

- Vorläufiger Austrittsbericht des (…) vom 11. Mai 2020; 

- Formular F2 vom 20. Mai 2020; 

- Formular F2 vom 25. Mai 2020; 

- Formular F2 vom 2. Juni 2020; 

- Formular F2 vom 5. Juni 2020; 

- Zwei Formulare F2 vom 12. Juni 2020; 

- Ärztlicher Bericht der (…) vom 28. Juli 2020; 

- Bericht der FIZ vom 30. Juli 2020; 

- Ärztlicher Bericht des (…), K._______, vom 1. September 2020; 

- Formular F2 vom 4. September 2020; 

- Austrittsbericht der (…) vom 17. September 2020; 

- Formular F2 vom 23. Oktober 2020; 

- Ärztlicher Bericht der (…) vom 4. Januar 2021; 

- Ärztlicher Bericht der (…) vom 18. Januar 2021; 

- Ärztlicher Bericht der (…) vom 19. Januar 2021; 

- Ärztlicher Bericht der (…) vom 20. Januar 2021; 

- Ärztlicher Bericht der (…) vom 8. Februar 2021; 

- E-Mail von Dr. med. L._______, (…), vom 1. Februar 2022. 

L.  

Das SEM stellte mit Verfügung vom 15. Februar 2022 – eröffnet am 

19. Februar 2022 – fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht (Dispositivziffer 1), lehnte sein Asylgesuch ab (Dispositivzif-

fer 2) und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz (Dispositivziffer 3). 

Sodann stellte es fest, der Beschwerdeführer sei verpflichtet, das Staats-

gebiet der Schweiz sowie den Schengen-Raum bis am Tag nach Eintritt 

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Seite 7 

der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen; dies zur Rückreise in seinen 

Heimatstaat oder zur Weiterreise in ein Land, das sich ausserhalb des 

Schengen-Raumes befinde und in dem er aufgenommen werde, verbun-

den mit dem Hinweis, dass die Wegweisung unter Zwang vollzogen wer-

den könne, wenn er seiner Verpflichtung innert Frist nicht nachkomme (Dis-

positivziffer 4). Im Weiteren beauftragte es den Kanton C._______ mit dem 

Vollzug der Wegweisung (Dispositivziffer 5) und händigte dem Beschwer-

deführer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus (Dis-

positivziffer 6). 

M.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 21. März 2022 liess der Be-

schwerdeführer gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde erheben. In dieser wurde beantragt, die Verfügung der Vor-

instanz sei im Wegweisungspunkt (Dispositiv-Ziffern 3 bis 5) aufzuheben 

(Rechtsbegehren 1), es sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

festzustellen und die Vorinstanz anzuweisen, den Beschwerdeführer vor-

läufig aufzunehmen (Rechtsbegehren 2). Eventualiter sei die angefoch-

tene Verfügung aufzuheben, der Beschwerdeführer durch das Bundesver-

waltungsgericht anzuhören und das SEM anschliessend anzuweisen, ihn 

vorläufig aufzunehmen (Rechtsbegehren 3). Subeventualiter sei die ange-

fochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur vollständigen Feststel-

lung des Sachverhalts an das SEM zurückzuweisen (Rechtsbegehren 4). 

In prozessualer Hinsicht wurde beantragt, es sei dem Beschwerdeführer 

die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, insbesondere sei von der 

Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen (Rechtsbegehren 5). 

Der Beschwerde lagen die angefochtene Verfügung (inkl. Sendungsverfol-

gung der Post), eine Vollmacht, ein ärztlicher Bericht der (…) vom 4. März 

2022, eine Fürsorgebestätigung vom 7. März 2022 und eine Honorarnote 

bei. 

N.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte der Rechtsvertreterin mit Schrei-

ben vom 22. März 2022 den Eingang der Beschwerde. 

O.  

Mit Verfügung vom 5. April 2022 stellte der Instruktionsrichter fest, der Be-

schwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwar-

ten. Gleichzeitig hiess er das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung unter Vorbehalt der Veränderung der finanziellen Verhält-

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Seite 8 

nisse des Beschwerdeführers gut und verzichtete auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses. Gleichzeitig wurde das SEM eingeladen, bis zum 

20. April 2022 eine Vernehmlassung zur Beschwerde einzureichen. 

P.  

Das SEM liess sich am 19. April 2022 zur Beschwerde vernehmen. 

Q.  

Die damalige Rechtsvertreterin nahm in der Replik vom 29. April 2022 zur 

Vernehmlassung Stellung. 

R.  

Mit Eingabe vom 22. Juni 2022 reichte die Rechtsvertreterin ein Schreiben 

der togolesischen NGO «(…)» vom 1. Juni 2022 zu den Akten. 

S.  

Am 30. September 2022 liess der Beschwerdeführer durch seine Rechts-

vertretung die Ausgabe Nr. (…) der togolesischen Zeitung «(…)» vom (…) 

2022 einreichen. Im Artikel «(…)» werde der Beschwerdeführer zweimal 

namentlich genannt. Es stehe darin, dass er aufgrund seiner politischen 

Verfolgung in der Folge der Teilnahme an Demonstrationen gegen das Re-

gime ausser Landes habe fliehen müssen. Weiter werde ausgeführt, dass 

andere politisch Verfolgte, welche an denselben Demonstrationen teilge-

nommen hätten, nicht hätten fliehen können und inhaftiert worden seien. 

Diese politischen Gefangenen seien nach wie vor im Gefängnis. 

T.  

Sodann reichte die Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 17. Februar 2023 

die Ausgabe Nr. (…) der togolesischen Zeitung «(…)» vom (…) 2022 zu 

den Akten. Im Artikel «(…)» werde der Beschwerdeführer namentlich er-

wähnt. Es stehe darin, dass er aufgrund seines politischen Engagements 

im Exil lebe, und es werde gefordert, dass der Präsident ermögliche, dass 

er und andere ins Exil geflüchtete Personen wieder sicher ins Land zurück-

kehren könnten. 

U.  

Mit Eingabe vom 26. Februar 2024 reichte die rubrizierte Rechtsvertreterin 

einen Verlaufsbericht der (…) vom 2. Februar 2024 nach und erkundigte 

sich gleichzeitig nach dem Verfahrensstand. Der Instruktionsrichter antwor-

tete mit Schreiben vom 5. März 2024. 

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Seite 9 

V.  

Die rubrizierte Rechtsvertreterin reichte mit Eingabe vom 10. Juli 2024 die 

Ausgabe Nr. (…) der togolesischen Zeitung «(…)» vom (…) 2024 ein. Im 

Artikel «(…)» werde der Beschwerdeführer namentlich erwähnt. Es stehe 

darin, dass er – zusammen mit anderen Oppositionsanhängern, die in der 

Diaspora leben würden – eine Petition gegen die neu verabschiedete Ver-

fassung unterzeichnet habe und diese an verschiedene europäische In-

stanzen weiterzuleiten gedenke. Gleichzeitig erkundigte sich die Rechts-

vertreterin erneut nach dem Verfahrensstand. Der Instruktionsrichter ant-

wortete mit Schreiben vom 12. Juli 2024. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgül-

tig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 6 

AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. 

BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

In der Beschwerde vom 21. März 2022 wird beantragt, die Verfügung der 

Vorinstanz sei in den Dispositivziffern 3 bis 5 aufzuheben, es sei die Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die Vorinstanz sei 

D-1333/2022 

Seite 10 

anzuweisen, den Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen. Eventualiter 

sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, der Beschwerdeführer durch 

das Bundesverwaltungsgericht anzuhören und das SEM anschliessend 

anzuweisen, ihn vorläufig aufzunehmen (Rechtsbegehren 1 bis 3; vgl. 

Sachverhalt Bst. M). In der Begründung wird sodann erläutert, weshalb der 

Vollzug der Wegweisung für den Beschwerdeführer unzulässig und unzu-

mutbar sei (vgl. Beschwerde Ziff. II. 5). Dementsprechend bildet Gegen-

stand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens einzig die Frage, ob das 

SEM die Wegweisung zu Recht angeordnet und den Wegweisungsvollzug 

zu Recht als zulässig und zumutbar erachtet hat oder ob – wie in der Be-

schwerde geltend gemacht – allenfalls anstelle des Wegweisungsvollzugs 

die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers anzuordnen ist bezie-

hungsweise ob – entsprechend dem Subeventualbegehren 4 – die Sache 

zur vollständigen Feststellung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurück-

zuweisen ist. 

4.  

4.1 In formeller Hinsicht wird in der Beschwerde eine Verletzung des An-

spruchs des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör sowie eine unvoll-

ständige Sachverhaltserstellung geltend gemacht. Dazu wird ausgeführt, 

der Beschwerdeführer sei nur einmal vertieft zu seinen Erlebnissen in 

Deutschland befragt worden, und dies lediglich neun Tage, nachdem er aus 

seinem zweiten stationären psychiatrischen Aufenthalt entlassen worden 

sei. In den späteren Anhörungen seien hauptsächlich seine Asylgründe 

thematisiert worden, nicht jedoch die Erlebnisse im Zusammenhang mit 

Menschenhandel. Er sei zu keinem späteren Zeitpunkt erneut aufgefordert 

worden, detaillierter von den Erlebnissen oder den Umständen zu berich-

ten. Somit sei ihm keine Gelegenheit gewährt worden, in einem stabileren 

Zustand vertieft über Deutschland zu erzählen. Ferner habe er nicht zum 

Vorhalt der Unglaubhaftigkeit der Menschenhandelsvorbringen Stellung 

nehmen können. Im Gegenteil sei ihm am Ende der Anhörung Menschen-

handel mitgeteilt worden: «[Die Vorinstanz stellt] fest, dass Ihre Aussagen 

einige Anhaltspunkte dafür enthalten, dass Sie Opfer einer Straftat im Zu-

sammenhang mit Menschenhandel in Deutschland geworden sein könn-

ten. [...]». Im Weiteren sei sein psychischer Zustand in der angefochtenen 

Verfügung unzureichend berücksichtigt worden. Zwar seien die Diagnosen 

genannt worden, hingegen seien diese mit pauschalen Floskeln kommen-

tiert und nicht ausreichend in Zusammenhang mit seinem Aussageverhal-

ten gebracht worden. Sodann sei in Bezug auf die Frage der Zulässigkeit 

des Wegweisungsvollzugs mit keinem Wort die Möglichkeit von Re-Traffi-

cking oder Vergeltungsmassnahmen erwähnt oder gewürdigt worden. 

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Seite 11 

Hinsichtlich der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung sei seine per-

sönliche Lebens- und Arbeitssituation nicht vollständig gewürdigt worden. 

Auch seien die Behandlungsmöglichkeiten seiner psychischen Beschwer-

den nicht seriös geprüft worden (vgl. Beschwerde Ziff. II. 7.2). 

4.2 Es trifft zu, dass die geltend gemachte Zwangsprostitution in Deutsch-

land in den Anhörungen vom 12. Oktober 2020 und 15. Juli 2021 nicht 

mehr thematisiert wurde. Der rechtlich stets vertretene Beschwerdeführer 

brachte jedoch im Verlaufe des vorinstanzlichen Verfahrens zu keinem 

Zeitpunkt vor, er habe anlässlich der Anhörung «Menschenhandel (MH)» 

vom 19. August 2020 nicht alles Wesentliche vorbringen können. Auch in 

den im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Eingaben wer-

den keine zusätzlichen Einzelheiten zur geltend gemachten Zwangsprosti-

tution in Deutschland erwähnt, obwohl dies vom Beschwerdeführer auf-

grund seiner Mitwirkungspflicht erwartet werden darf, nachdem sein Zu-

standsbild gemäss Arztbericht vom 2. Februar 2024 als weitgehend stabil 

bezeichnet wird und in der Beschwerde eventualiter beantragt wird, er sei 

zu einer Anhörung vorzuladen. Im Umstand, dass das SEM den Beschwer-

deführer lediglich einmal – neun Tage nach seiner Entlassung aus der Kli-

nik – zum Thema Menschhandel anhörte, ist demnach keine Verletzung 

seines Anspruchs auf rechtliches Gehör zu erblicken. Aus demselben 

Grund ist der Eventualantrag, der Beschwerdeführer sei durch das Bun-

desverwaltungsgericht anzuhören und das SEM anschliessend anzuwei-

sen, ihn vorläufig aufzunehmen (Rechtsbegehren 3; vgl. Beschwerde 

Ziff. II. 6), abzuweisen. 

4.3 Das SEM war sodann nicht verpflichtet, dem Beschwerdeführer zur Ab-

sicht, seine Vorbringen betreffend Menschenhandel als unglaubhaft zu be-

urteilen, vorgängig Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Aus dem 

Umstand, dass das SEM den Beschwerdeführer als potentielles Opfer von 

Menschenhandel behandelte und einen Selbsteintritt verfügte (vgl. Sach-

verhalt Bst. C und H), durfte er zudem nicht ableiten, seine diesbezüglichen 

Aussagen seien vom SEM bereits einer vertieften Glaubhaftigkeitsprüfung 

unterzogen oder gar als glaubhaft erachtet worden. Auch wird der psychi-

sche Zustand des Beschwerdeführers in der angefochtenen Verfügung 

entgegen der in der Beschwerde geäusserten Ansicht hinreichend berück-

sichtigt und es wird begründet, weshalb sich seine unsubstantiierten Aus-

sagen nicht durch seinen psychischen Zustand erklären lassen würden. 

Weiter bestand für die Vorinstanz keine Veranlassung, sich im Rahmen des 

Wegweisungsvollzugs zur Möglichkeit von Re-Trafficking oder Vergel-

tungsmassnahmen zu äussern, zumal sie seine Vorbringen betreffend 

D-1333/2022 

Seite 12 

Menschenhandel als unglaubhaft erachtete. Dasselbe gilt vor dem Hinter-

grund der für unglaubhaft befundenen Asylvorbringen im Zusammenhang 

mit der Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Schliess-

lich hat das SEM auch hinsichtlich der medizinische Behandlungsmöglich-

keiten in Togo die wesentlichen Sachverhaltsaspekte berücksichtigt und in 

genügender Ausführlichkeit und Begründungsdichte dargelegt, von wel-

chen Überlegungen es sich hat leiten lassen. Der blosse Umstand, dass 

der Beschwerdeführer beziehungsweise seine Rechtsvertretung die Auf-

fassung des SEM nicht teilen, stellt keine formelle Rechtsverletzung dar, 

sondern betrifft eine Frage der materiellen Würdigung der Sache (vgl. 

nachfolgend E. 11). 

4.4 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die Verfügung aus 

formellen Gründen aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzu-

weisen. Der entsprechende Subeventualantrag (Rechtsbegehren 4) ist ab-

zuweisen. 

5.  

5.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

5.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungenüber die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

6.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). Glaubhaftma-

chung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Gegensatz zum strik-

ten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für 

D-1333/2022 

Seite 13 

gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Ent-

scheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdar-

stellung sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte 

Sichtweise abzustellen. Eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaft-

machung ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substantiierte, im 

Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten 

Vorkommnisse. Eine wahrheitsgemässe Schilderung ist gekennzeichnet 

durch Korrektheit, Originalität, hinreichende Präzision und innere Überein-

stimmung. Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen insbeson-

dere bei wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachgescho-

benen Vorbringen. Bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung geht es um 

eine Gesamtbeurteilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüglich des 

wesentlichen Sachverhaltes, Substantiiertheit und Plausibilität der Anga-

ben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen das Geschil-

derte sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die posi-

tiven Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftmachung reicht es demnach 

nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdi-

gung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände ge-

gen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1; Urteil des BVGer D-5779/2013 vom 23. Februar 2015 

E. 5.6.1 [als Referenzurteil publiziert] m.w.H.). 

7.  

7.1 Das SEM stellt in seiner Verfügung und mit Verweis auf verschiedene 

Protokollstellen fest, die Aussagen des Beschwerdeführers, wonach er an-

lässlich einer politischen Demonstration im Jahr 2018 in D._______ ent-

führt, festgehalten und misshandelt worden sei, nach seiner Flucht weiter-

hin gesucht worden sei und versteckt habe leben müssen, würden nicht die 

Qualität aufweisen, welche zu erwarten wäre, wenn eine Person mit seinen 

individuellen Fähigkeiten ein solches Ereignis unter den geltend gemach-

ten Umständen tatsächlich erlebt hätte. Deshalb erachte das SEM diese 

Vorbringen – inklusive die angeblich erlittenen Misshandlungen in Haft – 

als nicht glaubhaft. An dieser Einschätzung vermöchten die eingereichten 

Beweismittel nichts zu ändern. Eine Mitgliedschaft bei der PNP, einer lega-

len Partei, sei sodann nicht per se flüchtlingsrechtlich relevant. Auch die 

Angaben des Beschwerdeführers zum Vorbringen, er sei im (…)  2019 von 

seiner Familie bestimmt worden, ein Amt als Voodoo-Priester anzuneh-

men, wobei er aufgrund seiner Weigerung mehrmals bedroht worden sei 

und als Rache des Voodoo eine Krankheit oder den Tod befürchte, seien 

unsubstantiiert ausgefallen. 

D-1333/2022 

Seite 14 

7.2 Auch hinsichtlich seines Vorbringens, Opfer von Menschenhandel zwi-

schen Togo und Deutschland zum Zweck der Zwangsprostitution geworden 

zu sein, würden seine Aussagen nicht die Qualität aufweisen, welche zu 

erwarten wäre, wenn eine Person ein solches Ereignis unter den geltend 

gemachten Umständen tatsächlich erlebt hätte. In der themenspezifischen 

Anhörung Menschenhandel vom 19. August 2020 sei ihm mehrmals die 

Gelegenheit gegeben worden, spontan und auch auf Nachfrage die Ge-

schehnisse in Deutschland zu schildern. Seine spontane Erzählung zur 

Rekrutierung in Deutschland, zu seiner Anwesenheit im Haus der Zuhälte-

rin und zur erzwungenen Sexarbeit bis zu seiner Flucht sei zwar kohärent, 

enthalte aber sehr wenige persönliche und erlebnisgeprägte Details, wel-

che die Qualität seiner Aussagen untermauern würden. Obwohl es sich bei 

diesen geltend gemachten Vorbringen offenkundig um sehr einschnei-

dende und prägende Erlebnisse handle, habe er beispielsweise die Begeg-

nung mit der angeblichen Täterin, die Reise bis zu seinem angeblichen 

Wohnort sowie die Ankunft im Zimmer, in dem er festgehalten worden sei, 

nur einsilbig wiedergeben können. Auch sei auffällig, dass seine Beschrei-

bung der angeblichen Täterin respektive der Frau, die er angesprochen 

und ihn zu sich nach Hause mitgenommen habe, trotz mehrerer Nachfra-

gen und Hinweise auf die Wichtigkeit möglichst substantiierter Angaben 

sehr knapp ausgefallen sei. Seine Schilderung, das Haus sei nur diens-

tags, donnerstags und samstags für Kundschaft geöffnet gewesen, mute 

merkwürdig an. Da er angeblich in einem Moment der Verwirrung und für 

nur zwei Wochen dort gewesen sei, wäre es überdies grundsätzlich 

schwierig, solche unüblichen Öffnungszeiten überhaupt als Muster zu er-

kennen. Auch wäre zu erwarten, dass er im Rahmen dieser ausserordentli-

chen und belastenden Situation viel mehr zu den Tagen ohne Kundschaft 

hätte schildern können, dies sowohl zum Tagesablauf als auch zu seinem 

persönlichen Befinden. Die Zwangsprostitution habe er zwar beschreiben 

können und die Eckdaten zu Protokoll gegeben, jedoch würden seine Aus-

sagen keine Realitätsindizien enthalten und nicht der zu erwartenden Qua-

lität entsprechen. Auch wenn für betroffene Personen Fragen zu diesem 

Thema verständlicherweise schwierig zu beantworten seien, würden die 

Antworten des Beschwerdeführers äusserst knapp ausfallen. Aufgefordert, 

die Zwangsprostitution detailliert zu beschreiben, habe er nur in zwei Sät-

zen und ohne jeglichen persönlichen Bezug geantwortet. Auch auf Nach-

frage habe er keine weiteren konkreten Details zu Protokoll gegeben, die 

seine Situation erläutern könnten. Danach gefragt, ob er die Zwangspros-

titution hätte verweigern können, sei seine Antwort sehr vage ausgefallen, 

indem er einzig betont habe, er sei in einer gewissen Abhängigkeitssitua-

tion gewesen. Seine Angabe, er sei einmal mit einer Pistole bedroht 

D-1333/2022 

Seite 15 

worden, vermöge diese für zwei Wochen andauernde Zwangs- und Bedro-

hungssituation nicht genügend und nachvollziehbar zu erklären. Auch die 

Schilderung der Flucht aus diesem Haus sei sehr oberflächlich ausgefal-

len. Obwohl er mehrmals und in Form offener Fragen aufgefordert worden 

sei, diesen Punkt zu beschreiben und zu erklären, sei er nicht imstande 

gewesen, diese Ereignisse mit persönlichen Details und erlebnisbasierten 

Angaben zu untermauern. Eine Gesamtwürdigung ergebe, dass sein Vor-

bringen die Anforderungen an die Glaubhaftmachung gemäss Art. 7 AsylG 

nicht erfülle. 

7.3 Den Aussagen anlässlich der Anhörung komme bei der Beurteilung der 

Glaubhaftmachung erhöhte Bedeutung zu. Wenn eine asylsuchende Per-

son in der Anhörung über ihre Rechte und Pflichten informiert werde, ein 

hinreichendes Gefühl von Sicherheit vorherrsche und ihr mehrfach Gele-

genheit gegeben werde, ihre Erinnerungen frei abzurufen, habe das SEM 

ihr hinreichend Möglichkeit gegeben, sich zu ihren – mitunter belastenden 

– Asylgründen zu äussern und gegebenenfalls Erinnerungslücken offenzu-

legen. Es würden keine Hinweise vorliegen, dass diese Voraussetzungen 

anlässlich der Anhörungen nicht gegeben gewesen wären. Das SEM gehe 

von Rahmenbedingungen an der Anhörung aus, die es dem Beschwerde-

führer ermöglicht hätten, effektiv erlebte Geschehnisse hinreichend zu be-

gründen und allfällige Gedächtnislücken und Unsicherheiten offenzulegen. 

Ferner seien den Akten keine Hinweise zu entnehmen, dass er sich unsi-

cher oder unwohl gefühlt habe. Aus dem Anhörungsprotokoll sei zudem 

nicht ersichtlich, dass es ihm aufgrund seines psychischen Zustandes nicht 

möglich gewesen wäre, sich frei zu seinen Vorbringen zu äussern oder Er-

innerungslücken zu deklarieren. Das SEM gehe davon aus, dass in den 

Aussagen von Personen, die unter einer Traumafolgestörung leiden wür-

den, durchaus gewisse Unstimmigkeiten und Lücken auftreten könnten. 

Bei sich diametral widersprechenden Aussagen oder Aussagen von tiefer 

Qualität zum Kerngeschehen könne hingegen nicht leichthin von einem Er-

lebnisbezug ausgegangen werden. Die vorliegenden Arztberichte, gemäss 

welchen der Beschwerdeführer gesundheitliche Probleme habe, welche 

auf die geltend gemachten Erlebnisse schliessen lassen könnten, seien 

nicht geeignet, die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen zu belegen. Seine 

qualitativ nicht ausreichenden und unsubstantiierten Aussagen zu seinen 

Vorbringen würden sich somit nicht durch seinen psychischen Zustand er-

klären lassen. Dem Bericht der FIZ vom 30. Juli 2020, der nach mehreren 

Gesprächen verfasst worden sei, seien keine weiteren Hinweise zu ent-

nehmen, welche die Einschätzung zur Unglaubhaftigkeit dieser Vorbringen 

zu ändern vermöchten. Im Gegenteil falle auf, dass der Beschwerdeführer 

D-1333/2022 

Seite 16 

laut dem Bericht der FIZ keine weitergehenden Details zu seiner Situation 

in Deutschland bekannt gegeben habe. Die Qualifizierung als Opfer von 

Menschenhandel falle im Bericht sehr knapp aus. Sie basiere zudem auf 

Vorfällen, die vom SEM als unglaubhaft erachtet würden, oder auf Ereig-

nissen, die der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörungen ganz anders 

geschildert habe. Laut Bericht der FIZ sei die Anwerbung in Togo durch 

G._______, welche offensichtlich über ein gut organisiertes Netzwerk ver-

fügt haben solle, erfolgt. Der Beschwerdeführer habe jedoch angegeben, 

er sei dieser Frau, die er schon lange vor seiner Ausreise kennen gelernt 

habe, für ihre Hilfe und Grosszügigkeit sehr dankbar. Seine Reise nach 

Deutschland, das Flugticket und die Formalitäten für das Visum habe er 

selber bezahlt. Die angebliche Kontaktperson in H._______ sei gemäss 

seinen Aussagen gar nie aufgetaucht. Stattdessen habe er zufällig eine 

Person aktiv angesprochen. Das SEM komme somit zum Schluss, er sei 

von G._______ in keiner Weise angeworben und über den Zweck und die 

Kosten dieser Reise, die er allein und frei angetreten habe, getäuscht wor-

den. Der Titel des dritten Abschnitts des FIZ-Berichts («Anwerben durch 

Madame») suggeriere einen organisierten Menschenhandel, der sich nicht 

mit den Ausführungen des Beschwerdeführers anlässlich der Anhörungen 

zu den Asylgründen vereinbaren lasse. Auf eine Verbindung zwischen sei-

nem Herkunftsland und dem Vorbringen der Zwangsprostitution in 

H._______ gebe es keine Hinweise. Das Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers, Opfer von Menschenhandel zum Zweck der Zwangsprostitution zu 

sein, halte den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG 

nicht stand. 

7.4 Sodann sei der Wegweisungsvollzug zulässig, zumutbar und möglich. 

Der Beschwerdeführer habe eine Grundschulausbildung und einige Jahre 

berufliche Erfahrung. Es könne ihm somit zugemutet werden, sich bei einer 

Rückkehr in den Heimatstaat erneut um eine Arbeit zu bemühen. Er ver-

füge über Verwandte im Heimatstaat beziehungsweise an seinem Woh-

nort. Somit habe er ein soziales Netz, welches ihm nach der Rückkehr in 

den Heimatstaat bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft behilflich 

sein könne. Folglich gehe das SEM davon aus, dass er bei seiner Rückkehr 

in Togo über ein tragfähiges Beziehungsnetz, eine gesicherte Wohnsitua-

tion und die konkrete Möglichkeit des Aufbaus einer wirtschaftlichen Le-

bensgrundlage verfügen werde. 

Gemäss Arztbericht vom 18. Januar 2021 seien eine (…), eine Depression 

mit Angststörung und eine (…) diagnostiziert worden. Bei Letzterer handle 

es sich um eine (…), die nicht gravierend sei und zu deren Behandlung er 

D-1333/2022 

Seite 17 

eine (…) erhalten habe. Die (…), deren Ursache eventuell medikamentös 

bedingt sei (aufgrund der Einnahme von Citalopram und Quetiapin), erfor-

dere regelmässige Verlaufskontrollen und Blutanalysen. Gemäss Bericht 

der (…) vom 20. Januar 2021 leide der Beschwerdeführer an einer mittel-

gradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1) vor dem Hintergrund diver-

ser psychosozialer Belastungsfaktoren (unter anderem kulturelle Entwur-

zelung mit Migrationsproblematik/Flüchtlingsstatus) und es bestehe vor al-

lem (recte: der Verdacht auf) eine posttraumatische Belastungsstörung 

(PTBS; ICD-10 F43.1). Auch sei er zweimal stationär hospitalisiert worden. 

Es würden die Weiterführung der integrierten psychiatrischen Behandlung 

und die Beibehaltung der Medikation (gegebenenfalls Anpassung im Ver-

lauf) empfohlen. Der eingereichte Erstkonsultationsbericht der (…) vom 

2. Februar 2021 (recte: 8. Februar 2021) bestätige die vorgeschlagene Be-

handlung mit Medikamenten und integrierter Psychotherapie. Der Kurzmit-

teilung der zuständigen Psychiaterin der (…) vom 1. Februar 2022 sei zu 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer alle zwei Monate zum Gespräch 

gehe. Unter der aktuellen Medikation sei sein psychischer Zustand stabil. 

Die PTBS bestehe weiterhin. Er leide ungefähr einmal im Monat an Alb-

träumen/Flashbacks und sei zudem noch misstrauisch. Die depressive 

Symptomatik habe sich deutlich verbessert. Sein psychischer Zustand 

habe sich somit in letzter Zeit verbessert und sei aktuell als stabil zu be-

zeichnen. 

In der Hauptstadt Lomé würden mehrere psychiatrische Versorgungsstruk-

turen existieren. 40 Kilometer von Lomé entfernt befinde sich das staatli-

che «Psychiatrie-Hospital Aneho» mit 150 Betten, in welchem Patienten 

hospitalisiert, behandelt und gepflegt würden. Am «Centre Hospitalier Uni-

versitaire CHU Tokoin» in Lomé gebe es zehn Betten für Psychiatrie-Pati-

enten. In Togo seien zudem nahezu alle Medikamente erhältlich. Die gröss-

ten Apotheken von Lomé, Yem Bla und Bel Air, könnten zudem Medika-

mente innerhalb einer Frist von ungefähr zehn Tagen aus Europa bestellen. 

Zwar seien die reale Versorgungslage und der Zugang zu Fachpersonal in 

Togo, insbesondere auf dem Land, relativ schlecht, jedoch seien fast alle 

medizinischen Dienstleistungen erhältlich, wenn der Patient/die Patientin 

in der Lage sei, die Kosten selber zu bezahlen. Das SEM gehe somit davon 

aus, dass der Beschwerdeführer in Togo angemessen und dauerhaft be-

handelt werden könne. Es sei zwar möglich und nachvollziehbar, dass der 

bevorstehende Vollzug der Wegweisung eine grosse Belastung für ihn dar-

stellen könne. Dies rechtfertige indes nicht, den Wegweisungsvollzug we-

gen des Vorliegens einer medizinischen Notlage als unzumutbar zu quali-

fizieren. Einer möglichen Verschlechterung des Gesundheitszustands bei 

D-1333/2022 

Seite 18 

einem allfälligen zwangsweisen Wegweisungsvollzug könne die Vollzugs-

behörde mit angemessener Vorbereitung Rechnung tragen und durch ge-

eignete medizinische Massnahmen und Betreuung entgegenwirken. Es 

stehe dem Beschwerdeführer zudem offen, ein Gesuch um individuelle me-

dizinische Rückkehrhilfe zu stellen, die nicht nur in der Form des Mitgebens 

von Medikamenten, sondern beispielsweise auch in der Organisation und 

Übernahme von Kosten für notwendige Therapien bestehen könne. Somit 

würden sich aus den Akten weder individuelle Gründe noch besondere 

Umstände ergeben, welche auf eine medizinische Notlage schliessen und 

den Wegweisungsvollzug nach Togo als unzumutbar erscheinen lassen 

würden. 

8.  

8.1 In der Beschwerde wird vorgebracht, zwar sei die gesamte Einschät-

zung der Vorinstanz zur Unglaubhaftigkeit aller Vorbringen des Beschwer-

deführers zu dementieren. Indessen werde hauptsächlich auf dessen Vor-

bringen als Opfer von Menschenhandel und den damit nicht zu vereinba-

renden Wegweisungsvollzug eingegangen. Bis zum Moment der Bespre-

chung des Asylentscheids (mit der Rechtsvertretung; Anmerkung des Ge-

richts) habe sich der Beschwerdeführer gedanklich nicht mit dem Ursprung 

seiner Opferstellung im Zusammenhang mit Menschenhandel auseinan-

dersetzen wollen. Er habe zuvor nie genau erklärt, inwiefern seine Reise-

organisation durch Madame G._______ mit seiner Zwangsprostitution in 

Deutschland zusammenhänge. Erst als ihm erklärt worden sei, dass die 

Vorinstanz ihm nicht glaube und er deswegen einen negativen Asylent-

scheid in den Händen halte, habe er ausgeführt, dass er sehr wohl von 

einer Verbindung zwischen Madame G._______ und der Madame, welche 

ihn in Deutschland zur Prostitution gezwungen habe, ausgehe. Dieser Kon-

nex sei bereits im Bericht der FIZ vom 30. Juli 2020, basierend auf mehre-

ren Gesprächen mit dem Beschwerdeführer, dargelegt worden. Der Be-

schwerdeführer habe grosse Angst vor Madame G._______ und ihrem ein-

flussreichen Ehemann, M._______, welche ihn beide erheblich mit die Be-

hörden hintergehenden Tricks bei der Ausreise unterstützt hätten. Madame 

G._______ habe ihm mit einer erfundenen Geschichte zum deutschen Vi-

sum verholfen. Ihr Ehemann, ein (…), habe ihn an den Pass- und Sicher-

heitskontrollen am Flughafen vorbeigeschleust. Sie hätten ihm gesagt, er 

würde grosse Probleme bekommen, wenn er sie verrate, da sie von all 

seinen Problemen in Togo wüssten. Der Beschwerdeführer habe ihre Un-

terstützung nicht vereiteln und auch nicht hinterfragen wollen, da er Angst 

vor Repressalien gehabt habe. Diese Angst zeige sich auch darin, dass er 

erst in der ergänzenden Anhörung vom 15. Juli 2021 vom Ehemann und 

D-1333/2022 

Seite 19 

von dessen Unterstützung bei der Ausreise berichtet habe. Aufgrund dieser 

Angst sei auch nicht von nachgeschobenen Aussagen auszugehen. Es sei 

davon auszugehen, dass die Frau, welche er am Bahnhof in H._______ 

getroffen habe, sehr wohl eine Verbindung zu Madame G._______ gehabt 

habe. Er sei somit sehr wohl von Madame G._______ angeworben und 

über den Zweck der Reise getäuscht worden. Madame G._______ habe 

seine Angst vor Repressalien aufgrund seines politischen Engagements in 

Togo sowie aufgrund seiner Voodoo-Angelegenheiten schamlos instru-

mentalisiert, um den hilflosen Beschwerdeführer in ihrem Menschenhan-

delsgefälle auszunutzen. Sie habe grosse Macht über ihn gehabt und er 

habe ihr fälschlicherweise vertraut. Gemäss dem Bericht der FIZ sei «[...] 

offensichtlich, dass "G._______" über ein gut organisiertes Netzwerk ver-

fügt, welches international tätig ist. Ihr eigener Bruder arbeitet bei der (…) 

und sie hat auch gute Kontakte in H._______. Auch wenn er in H._______ 

eventuell nicht von der Frau abgeholt wurde, die "G._______" dafür orga-

nisierte, muss davon ausgegangen werden, dass die Frau, welche ihn in 

dieses Haus in H._______ brachte und dort festhielt, Teil des Netzwerkes 

von "G._______" ist.» Folglich sei der Konnex zwischen dem Herkunfts-

staat und dem Vorbringen der Zwangsprostitution erstellt und die Opfer-

stellung des Beschwerdeführers als Opfer von Menschenhandel gegeben. 

8.2 Sodann würden sich die Argumentation und die Vorgehensweise des 

SEM widersprechen. Einerseits habe es das Vorliegen von Hinweisen, 

dass der Beschwerdeführer Opfer von Menschenhandel geworden sein 

könnte, anerkannt und eine ergänzende Befragung dazu durchgeführt. In 

der Folge habe das SEM aufgrund der besonderen Verletzlichkeit des Be-

schwerdeführers als Opfer von Menschenhandel und wegen seines fragi-

len Gesundheitszustands einen Selbsteintritt verfügt. Indem die Vorinstanz 

den Menschenhandelsvorbringen nun jegliche Glaubhaftigkeit aberkenne, 

widerspreche sie sich selbst. Das Aussagevermögen und -verhalten des 

Beschwerdeführers anlässlich der Befragungen seien klar geprägt von sei-

nen traumatischen Erlebnissen in Togo und Deutschland. Seine Rahmen-

geschichte habe er relativ ausgiebig und die zwei Wochen in Deutschland 

in groben Zügen geschildert, jedoch sei es ihm nicht möglich gewesen, weit 

auszuholen. Sein Aussageverhalten vermittle den Eindruck, dass er die 

Fragen so schnell wie möglich habe beantworten und hinter sich lassen 

wollen. Den Befragungsprotokollen lasse sich zudem entnehmen, dass er 

eher misstrauisch gewesen sei. So habe er etwa generell langsam gespro-

chen und sei teilweise sehr laut geworden. Daneben habe er auch oft mit 

Gesten kommuniziert, um seine Aussagen zu unterstreichen und sich ver-

ständlich zu machen. Er sei auch sehr darauf bedacht gewesen, nichts 

D-1333/2022 

Seite 20 

Ungenaues zu antworten aus Angst, Missverständnisse zu kreieren. Zum 

Teil habe er aktiv nachgefragt, ob der Dolmetscher denn auch wirklich alles 

übersetzt habe. Jedes Gespräch mit dem Beschwerdeführer, sei es mit 

dem Ewe-Dolmetscher in den Befragungen oder mit der Rechtsvertretung 

auf Französisch, habe langsam geführt werden müssen. Seine Gedanken-

gänge seien eher langsam und er sei sehr bemüht, dass er und sein Ge-

genüber alles richtig verstehen. Dies verlangsame die Kommunikation 

merklich. Inwiefern dies auf den Intellekt, auf die persönliche Art oder die 

traumatisierenden Erlebnisse des Beschwerdeführers zurückzuführen sei, 

lasse sich nicht eindeutig eruieren. Es handle sich wohl um eine Kombina-

tion all dieser Gründe. Dieser Kontext sei elementar, um die Befragungs-

protokolle und die Gesprächsatmosphäre effektiv nachvollziehen zu kön-

nen. Für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit müsse auch der psychische 

und physische Gesundheitszustand der asylsuchenden Person berück-

sichtigt werden. Eine diagnostizierte PTBS habe in die Glaubhaftigkeits-

prüfung einzufliessen, zumal sich gemäss Lehre und Rechtsprechung ge-

wisse Ungenauigkeiten in den Aussagen durch eine erlittene Traumatisie-

rung erklären lassen würden. Es sei zudem wissenschaftlich belegt, dass 

traumatisierte Menschen häufig Schwierigkeiten hätten, spontan und um-

fassend über erlittene Übergriffe zu berichten. Gemäss Arztberichten seien 

in psychischer Hinsicht vor allem eine schwere depressive Episode und 

eine PTBS festgestellt worden, welche regelmässiger psychiatrischer Be-

handlung bedürften. Im neusten Arztbericht führe die Psychiaterin aus, der 

Beschwerdeführer sei tendenziell eher wortkarg und habe wenig detailliert 

über gewisse traumatisierenden Ereignisse berichten können. Er habe 

auch an regelmässigen Flashbacks gelitten, was er über die Behandlungs-

dauer hinweg immer wieder erwähnt habe. Wenn er versucht habe, sich 

auf seine schlimmen Erlebnisse zu fokussieren, sei es vorgekommen, dass 

er in einen dissoziativen Zustand geraten und anschliessend mehrere Mi-

nuten nicht ansprechbar gewesen sei. Im Arztbericht werde weiter erklärt, 

dass es gut möglich sei, dass sich der Beschwerdeführer im Rahmen der 

Anhörung in einem ähnlichen Zustand befunden haben und seine Fähig-

keit, über die Ereignisse zu berichten, dadurch beeinträchtigt gewesen sein 

könnte. Die Psychiaterin bestätige zudem, dass Patienten, welche an einer 

depressiven Störung leiden würden, typischerweise von Konzentrations- 

und Gedächtnisstörungen geplagt seien. Diese schwerwiegenden gesund-

heitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers seien bei der Beur-

teilung der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen zwingend eingehend zu be-

rücksichtigen. In der angefochtenen Verfügung sei der psychische Zustand 

des Beschwerdeführers zwar genannt, jedoch mit pauschalen Floskeln 

kommentiert und nicht ausreichend in Zusammenhang mit seinem 

D-1333/2022 

Seite 21 

Aussageverhalten gebracht worden. Letzteres lasse sich durch seinen psy-

chischen Zustand erklären. Im Weiteren habe der Beschwerdeführer sehr 

wohl vereinzelte Details genannt, welche die Glaubhaftigkeit seiner Aus-

führungen unterstreichen würden. Er habe viele Namen von Personen nen-

nen und die Frau, welche ihn zur Prostitution gezwungen habe, detailliert 

beschreiben können. Zudem habe er ausgeführt, dass ihm am Ort, wo er 

in Deutschland festgehalten worden sei, jeweils zu Essen gebracht worden 

sei, wobei ihm manchmal auch ein paar Früchte auf den Tisch gelegt wor-

den seien. Solche Ausführungen seien als Realkennzeichen für die Glaub-

haftigkeit zu werten. Im Weiteren sei der Beschwerdeführer nur einmal ver-

tieft zu seinen Erlebnissen in Deutschland befragt worden, nämlich am 

19. August 2020 – lediglich neun Tage nach der Entlassung aus dem zwei-

ten stationären Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik. Zu jenem Zeitpunkt 

sei er noch extrem aufgewühlt gewesen. In den späteren Anhörungen 

seien hauptsächlich seine Asylgründe thematisiert worden, nicht jedoch die 

Erlebnisse im Zusammenhang mit Menschenhandel. Es sei ihm somit 

keine Gelegenheit gewährt worden, in einem stabileren Zustand vertieft 

über Deutschland zu erzählen. Insofern scheine es ungerechtfertigt, ihm 

undetaillierte, einsilbige und zu wenig persönliche Schilderungen vorzuhal-

ten. Seine Vorbringen zu seiner Stellung als Opfer von Menschenhandel 

seien daher als überwiegend glaubhaft einzustufen. Er sei Opfer von Men-

schenhandel und im Rahmen eines international organisierten Netzwerkes 

durch Madame G._______ rekrutiert und ausgebeutet worden. 

8.3 Da er Madame G._______ und vor allem auch ihrem Ehemann bekannt 

sei, wäre er bei einer Rückkehr nach Togo in grosser Gefahr. Der Ehemann 

von Madame G._______ könnte aufgrund seiner Funktion sehr einfach In-

formationen über seine Einreise erhalten und ihn aufspüren. So würde er 

wiederum in den Händen seiner Menschenhändler landen und wäre ihnen 

aufgrund seiner vulnerablen und hilflosen Position ausgeliefert. Insgesamt 

bestehe die konkrete Gefahr, dass dem Beschwerdeführer bei einer Rück-

kehr nach Togo Re-Trafficking und Vergeltungsmassnahmen seitens sei-

ner Menschenhändler drohen. Aus diesem Grund sei der Wegweisungs-

vollzug nach Togo vorliegend unzulässig. 

8.4 Der Vollzug der Wegweisung nach Togo sei überdies unzumutbar. Der 

Beschwerdeführer verfüge zwar über eine Grundschulausbildung und ei-

nige Jahre Berufserfahrung als (…). Indessen habe er entgegen der Aus-

führungen in der angefochtenen Verfügung kein Beziehungsnetz und keine 

Verwandten, auf deren Unterstützung er sich bei einer Wiedereingliede-

rung in Togo stützen könnte. Seine Verwandtschaft verlange von ihm, dass 

D-1333/2022 

Seite 22 

er Voodoo-Priester werde. Da er diese Aufgabe nicht habe übernehmen 

wollen, sei er von seiner Familie aktiv und regelmässig massiv bedroht 

worden. Seine Familie würde bei seiner Rückkehr nicht davon ablassen, 

ihn in diese Tätigkeit zu drängen, zumal dies eine Lebensaufgabe darstelle 

für den dritten Sohn der Familie nach dessen vierzigsten Geburtstag, was 

genau dem Profil des Beschwerdeführers entspreche. Sodann sei davon 

auszugehen, dass sich seine Ehefrau und Kinder nicht mehr in Togo, son-

dern in Benin bei der Mutter der Ehefrau aufhalten würden. Da er alle Kon-

taktdetails in einem Notizbuch gehabt habe, welches er in Deutschland bei 

seiner unerwarteten und plötzlichen Flucht zurückgelassen habe, habe er 

seit (…) 2019 keinen Kontakt mehr zu seiner Ehefrau und seinen Kindern 

herstellen können. Er könnte sich somit auch nicht auf deren Unterstützung 

verlassen. Seine Wohnsituation sei zudem bereits vor seiner Flucht nicht 

mehr gesichert gewesen aufgrund seiner Verfolgung aus politischen Grün-

den und wegen der Voodoo-Angelegenheiten. Er habe sich bereits damals 

ein kleines Zimmer suchen müssen, um sich zu verstecken. Selbst da sei 

er nicht immer sicher gewesen, weshalb er sich zum Teil über Nacht an 

seinem Arbeitsort aufgehalten habe. Folglich verfüge er weder über ein 

tragfähiges Beziehungsnetz noch über eine gesicherte Wohnsituation bei 

einer Rückkehr nach Togo. 

8.5 Hinsichtlich des gesundheitlichen Zustands sei insbesondere auf die 

psychischen Probleme des Beschwerdeführers – eine schwere depressive 

Episode und eine PTBS – hinzuweisen. Im neusten Arztbericht nenne 

seine Psychiaterin zwar eine leichte Stabilisierung seiner Beschwerden im 

Vergleich zum Zustand anlässlich der Erstkonsultation. Indessen habe sich 

sein psychischer Zustand deutlich verschlechtert, nachdem er über den 

negativen Asylentscheid informiert worden sei. Seine depressive und post-

traumatische Symptomatik habe stark zugenommen und es sei erneut zu 

Suizidgedanken gekommen. Der Beschwerdeführer habe mehrfach ge-

äussert, er würde aufgrund der Verfolgung im Heimatland lieber in der 

Schweiz sterben als zurückkehren. Er sei dringend auf eine kontinuierliche 

psychiatrische Behandlung angewiesen. Die Aufzählung der angeblichen 

psychiatrischen Einrichtungen in Togo in der angefochtenen Verfügung 

stütze sich auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Februar 

2011. Diese Informationen seien somit über zehn Jahre alt und nicht mehr 

aktuell. Es sei anmassend, gestützt darauf zu behaupten, es gäbe genü-

gend psychiatrische Einrichtungen, in welchen der Beschwerdeführer mit 

seinen gravierenden psychischen Leiden die nötige Behandlung erhalten 

könnte. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz verfüge er zudem weder über 

die notwendigen finanziellen Mittel noch um die Möglichkeit, sich solche zu 

D-1333/2022 

Seite 23 

beschaffen, weshalb er sich eine entsprechende Behandlung vor Ort nicht 

leisten könnte, sollte eine Behandlungsmöglichkeit effektiv existieren. Es 

bestehe eine medizinische Notlage, welche zu einer raschen und lebens-

gefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes des Be-

schwerdeführers führen würde. Dementsprechend sei der Vollzug der 

Wegweisung nach Togo unzulässig respektive zumindest unzumutbar. 

9.  

In seiner Vernehmlassung hält das SEM fest, die Oberärztin teile im neu 

eingereichten Bericht der (…) vom 4. März 2022 mit, es bestehe kein Hin-

weis darauf, dass die von den Ärzten festgestellte depressive und posttrau-

matische Symptomatik simuliert sei. Diese werde auch vom SEM nicht in 

Frage gestellt und sei in der angefochtenen Verfügung berücksichtigt wor-

den. Gemäss gefestigter Praxis stelle eine diagnostizierte Traumafolgestö-

rung für sich allein noch keinen Beweis für ein behauptetes traumatisieren-

des Vorkommnis dar. Gleichwohl könne die Einschätzung eines Facharz-

tes oder einer Fachärztin ein Indiz für die Plausibilität von Ereignissen bil-

den. In diesem Sinne seien ärztliche Berichte bei der Beurteilung der 

Glaubhaftigkeit von Verfolgungsgründen zu berücksichtigen. Diesem Um-

stand sei in der angefochtenen Verfügung Rechnung getragen worden. 

Das SEM sei nach Berücksichtigung aller vorliegenden Informationen zum 

Schluss gelangt, dass die Traumafolgestörung einen anderen Ursprung 

haben müsse als den, der im Asylverfahren geltend gemacht worden sei. 

Im Weiteren erfülle das dem Beschwerdeführer Widerfahrene nach den 

vom SEM getroffenen Abklärungen die Definition von Menschenhandel 

nicht. Einer Verschlechterung seines gesundheitlichen Zustandes sowie 

allfälligen suizidalen Tendenzen könne ferner im Falle einer Rückführung 

bei der Ausgestaltung der Modalitäten Rechnung getragen werden. Da sich 

der Beschwerdeführer in der Schweiz in ärztlicher Behandlung befinde, 

könne einer allfällig erneut auftretenden akuten Suizidalität medikamentös 

und therapeutisch entgegengewirkt werden. 

10.  

In der Replik wird der Vorinstanz vorgehalten, dem psychischen Zustand 

des Beschwerdeführers sei insbesondere im Rahmen der Glaubhaftig-

keitsprüfung seiner Vorbringen nicht ausreichend Rechnung getragen wor-

den. Die psychischen Probleme des Beschwerdeführers und insbesondere 

deren Einfluss auf sein Aussageverhalten seien in der angefochtenen Ver-

fügung mit pauschalen Floskeln kommentiert und nicht ausreichend vertieft 

geprüft worden. Die Vorinstanz nehme die Gelegenheit, sich im Rahmen 

der Vernehmlassung differenzierter mit diesem Thema auseinanderzu-

D-1333/2022 

Seite 24 

setzen, nicht wahr; dies trotz des Arztberichts vom 4. März 2022. In diesem 

Sinne werde gänzlich auf die entsprechenden Ausführungen in der Be-

schwerdeschrift verwiesen. 

11.  

11.1  

11.1.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

11.1.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Vorliegend ist rechts-

kräftig festgestellt, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft 

nicht erfüllt, weshalb das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von 

Art. 5 Abs. 1 AsylG nicht anwendbar ist. Eine Rückkehr nach Togo ist dem-

nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

11.1.3 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. Gemäss Praxis des 

Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des 

UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete 

Gefahr («real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall 

einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen 

würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse 

Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). 

11.1.4  

11.1.4.1 In der Beschwerde wird ausgeführt, der Beschwerdeführer be-

fürchte im Falle seiner Rückkehr nach Togo Re-Trafficking oder Vergel-

tungsmassnahmen durch seine Menschenhändler, was gegen Art. 3 und 4 

EMRK verstosse (mit Verweis auf die Urteile des Europäischen Gerichts-

hofes für Menschenrechte [EGMR] V.F. gegen Frankreich vom 

D-1333/2022 

Seite 25 

29. November 2011, Nr. 7196/10 E. 1c ii, und des BVGer D-2759/2018 vom 

2. Juli 2018 S. 8; vgl. Beschwerde Ziff. II.5.1). 

11.1.4.2 Gemäss den ärztlichen Berichten der (…) vom 28. Juli 2020 und 

17. September 2020 sowie des (…) vom 1. September 2020 litt der Be-

schwerdeführer zur Zeit der Durchführung der Anhörung Menschenhandel 

vom 19. August 2020 und der Anhörung vom 12. Oktober 2020 in psychi-

atrischer Hinsicht an einer schweren depressiven Episode ohne psychoti-

sche Symptome (ICD-10 F32.2) und an einer PTBS (ICD-10 F43.1; SEM-

act. […]-45/3, 55/2 und 64/6). Wenige Monate vor der Anhörung vom 

15. Juli 2021 hatte sich gemäss dem ärztlichen Bericht der (…) vom 8. Feb-

ruar 2021 und der E-Mail von Dr. med. L._______, (…), vom 1. Februar 

2021 – bei weiterhin bestehender PTBS – die depressive Symptomatik 

deutlich gebessert (mittelgradige depressive Episode [lCD-10 F32.1]; 

SEM-act. […]-97/5). Eine PTBS kann sich auf das Aussageverhalten der 

traumatisierten Person auswirken und ist entsprechend bei der Beurteilung 

der Glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen zu beachten (vgl. Urteil des BVGer D-

4145/2021 vom 18. Juli 2022 E. 7.4 m.w.H.). Die Diagnose der PTBS kann 

für sich allein jedoch nicht als taugliches Beweismittel für die als unglaub-

haft erkannten Vorfälle gelten. Die Einschätzung eines Facharztes in Be-

zug auf die Plausibilität von Ereignissen, welche als Ursache für die diag-

nostizierte PTBS in Betracht fallen, bildet lediglich ein Indiz (und keinen 

Beweis), welches im Rahmen der Beweiswürdigung zu berücksichtigen ist 

(vgl. zum Ganzen BVGE 2015/11 E. 7.2.1 f.). Dass dem Beschwerdeführer 

in der Vergangenheit ein traumatisierendes Ereignis widerfahren ist, ist auf-

grund der Akten nicht zu bezweifeln. Mit Verweis auf die Erwägungen des 

SEM in der angefochtenen Verfügung und die nachfolgenden Erwägungen 

ist jedoch nicht glaubhaft, dass sich die geltend gemachten Vorkommnisse 

in Deutschland wie vorgetragen ereignet haben. Im Bericht der (…) vom 

4. März 2022 (vgl. Sachverhalt Bst. M, Beschwerdebeilage 4) wird ausge-

führt, dass bei einer PTBS Erinnerungslücken in Bezug auf die traumati-

schen Ereignisse typisch seien. Dem ist entgegenzuhalten, dass Untersu-

chungen zeigen, dass traumatische Erlebnisse unabhängig vom Vorliegen 

einer PTBS-Symptomatik in der Regel gut und langfristig erinnert werden 

können. Bedeutende Beeinträchtigungen der expliziten Erinnerung sind 

nur für Einzelfälle nachgewiesen. Anders als bei neutralen Ereignissen 

werden jedoch bei traumatischen Ereignissen aufgrund der Fokussierung 

der Aufmerksamkeit auf relevante Details benachbarte Details oder mit 

dem Kern des Ereignisses nicht in Beziehung stehende Details – zumin-

dest in zeitlicher Nähe zum Ereignis – schlechter erinnert als bei neutralen 

Ereignissen (vgl. RENATE VOLBERT, Aussagen über Traumata, in: 

D-1333/2022 

Seite 26 

Aussagepsychologie für die Rechtspraxis, Hrsg. LUDEWIG/BAUMERT/TA-

VOR, Zürich 2017, S. 399 ff.). In der Beschwerde wird darauf hingewiesen, 

dass den Befragungsprotokollen zu entnehmen sei, dass der Beschwerde-

führer generell eher misstrauisch gewesen sei, was sich darin äussere, 

dass er langsam gesprochen habe, teilweise laut geworden und bemüht 

gewesen sei, richtig verstanden zu werden. Ob dies – wie von der Rechts-

vertretung gemutmasst wird – auf den Intellekt, auf die persönliche Art oder 

die traumatisierenden Erlebnisse des Beschwerdeführers zurückzuführen 

ist (vgl. Beschwerde Ziff. II.4.3), kann vorliegend offenbleiben. Den Anhö-

rungsprotokollen ist nämlich nicht zu entnehmen, dass der Beschwerde-

führer im Rahmen der Anhörungen Mühe gehabt hätte, die gestellten Fra-

gen zu beantworten, oder sich in einem dissoziativen Zustand befunden 

haben könnte (vgl. Bericht der […] vom 4. März 2022 S. 2). Auch hat der – 

rechtlich stets vertretene – Beschwerdeführer während des vorinstanzli-

chen Verfahrens zu keinem Zeitpunkt geltend gemacht, seine Fähigkeit, 

sich zu konzentrieren, zu erinnern und über traumatische Erlebnisse zu 

berichten, sei während der Anhörungen beeinträchtigt gewesen (vgl. Be-

richt der […] vom 4. März 2022 S. 2). Das SEM gelangte nach dem Gesag-

ten mit hinreichender Begründung zum zutreffenden Schluss, dass sich die 

qualitativ nicht ausreichenden und unsubstantiierten Angaben des Be-

schwerdeführers nicht durch seinen psychischen Zustand erklären lassen 

(vgl. auch vorstehend E. 4.2). Es kann demnach auf die Befragungsproto-

kolle, insbesondere auch auf das Protokoll der Anhörung Menschenhandel 

vom 19. August 2020, abgestellt werden. 

11.1.4.3 In Einklang mit dem SEM kommt auch das Gericht zum Ergebnis, 

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach er in H._______ zur 

Prostitution gezwungen worden sei, als unglaubhaft zu qualifizieren sind. 

Zur Vermeidung von Wiederholungen kann diesbezüglich vollumfänglich 

auf die ausführliche und überzeugende Argumentation des SEM in der an-

gefochtenen Verfügung verwiesen werden. Allein aus dem Umstand, dass 

der Beschwerdeführer einige Namen von Personen nannte, die Ohrringe 

und Rasta-Haare der Frau, welche ihn zur Prostitution gezwungen habe, 

erwähnte und ausführte, ihm seien manchmal ein paar Früchte auf den 

Tisch gelegt worden (vgl. Beschwerde Ziff. II. 4.5), kann vor dem Hinter-

grund der weiteren für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit wesentlichen 

Elemente nicht auf tatsächlich Erlebtes geschlossen werden. Ergänzend 

ist festzuhalten, dass auch die Ausführungen des Beschwerdeführers, er 

sei am Bahnhof H._______ wahllos in einen Zug eingestiegen und dadurch 

unbeabsichtigt in die Schweiz gelangt, wenig überzeugend ist. So fällt etwa 

auf, dass er im Zusammenhang mit den Zugfahrten von N._______ nach 

D-1333/2022 

Seite 27 

H._______ beziehungsweise von der Deutschschweiz nach O._______ 

unaufgefordert von Fahrkartenkäufen sprach (vgl. SEM-act. […]-47/18 

F39 f.), nicht jedoch hinsichtlich der mehrstündigen Fahrt von H._______ 

in die Schweiz, obwohl davon auszugehen ist, er hätte beim Zugpersonal 

ein Ticket kaufen müssen. In diesem Fall hätte er überdies eine bestimmte 

Destination angeben müssen, weshalb wiederum kaum vorstellbar ist, er 

habe sich an einem Ort, wo viele Leute ausgestiegen seien, entschieden 

auszusteigen und erst danach erfahren, dass er in der Schweiz sei (vgl. 

SEM-act. […]-47/18 F40, F109, F118). Mit Verweis auf die Erwägung 4.2 

ist sodann nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdeführer kein zweites 

Mal zu seinem Menschenhandelsvorbringen befragt wurde. Auch ist im 

Umstand, dass das SEM einen Selbsteintritt verfügte und in der angefoch-

tenen Verfügung das Menschenhandelsvorbringen als unglaubhaft erach-

tete, kein Widerspruch auszumachen (vgl. vorstehend E. 4.3). Ungeachtet 

der vorstehenden Ausführungen ist der Vollständigkeit halber festzuhalten, 

dass die vorgebrachte Zwangsprostitution in Deutschland selbst bei Wahr-

unterstellung vor dem Hintergrund der nachfolgenden Erwägung 11.1.4.4 

nicht geeignet wäre, den Wegweisungsvollzug als unzulässig erscheinen 

zu lassen. 

11.1.4.4 Das SEM verneint zu Recht einen Konnex zwischen Madame 

G._______ und der vorgebrachten Zwangsprostitution in Deutschland. Es 

weist zutreffend darauf hin, dass die angebliche Kontaktperson in 

H._______ gemäss den eigenen Angaben des Beschwerdeführers gar nie 

aufgetaucht sei und er stattdessen eine Person aktiv angesprochen habe 

(vgl. vorstehend E. 7.3). In der Anhörung Menschenhandel gab der Be-

schwerdeführer denn auch zu Protokoll: «Es ist so, ich kann keinen Zu-

sammenhang zwischen Madame G._______ und dieser Frau feststellen. 

Es ist aber so, dass Madame G._______ gesagt hat, die Frau, die mich 

eigentlich abholen soll, heisse Madame I._______. Die Frau in H._______ 

hat aber nie etwas von Frau Madame G._______ erzählt. Es gibt also keine 

Spur von Madame G._______.» (vgl. SEM-act. […]-47/18 F113). Im Bericht 

der FIZ vom 30. Juli 2020 wird im Wesentlichen der vom Beschwerdeführer 

anlässlich der Anhörung Menschenhandel geltend gemachte Sachverhalt 

wiederholt und der – nicht nachvollziehbare – Schluss gezogen, er sei ein 

Opfer von Menschenhandel, wobei die Anwerbung in D._______ stattge-

funden habe. Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht wird im 

Bericht der FIZ keineswegs schlüssig begründet, weshalb «offensichtlich» 

sei, dass «G._______ über ein gut organisiertes Netzwerk verfügt, welches 

international tätig ist» und davon ausgegangen werden müsse, «dass die 

Frau, welche ihn [den Beschwerdeführer] in dieses Haus in H._______ 

D-1333/2022 

Seite 28 

brachte und dort festhielt, Teil des Netzwerkes von G._______ ist» (vgl. 

SEM-act. […]-50/7 Ziff. 7). Nach Ansicht des Gerichts erscheint vielmehr 

äusserst unwahrscheinlich, dass die vom Beschwerdeführer am Bahnhof 

H._______ aktiv angesprochene, ihm nicht bekannte Frau (zufällig) eine 

Verbindung mit Madame G._______ haben könnte. Diese Schlussfolge-

rung wird erhärtet durch den Umstand, dass der Beschwerdeführer anläss-

lich der ergänzenden Anhörung vom 15. Juli 2021, notabene ein Jahr nach 

der Erstellung des FIZ-Berichts, Madame G._______ noch immer nicht mit 

der angeblichen Zwangsprostitution in Verbindung brachte, sondern im Ge-

genteil ausführte: «[…] Also wollten sie [Madame G._______ und ihr Ehe-

mann] mich auch unterstützen und zur Ausreise verhelfen, damit ich quasi 

sorgenlos das Land verlassen konnte. Das war ihr grossartiger Beitrag für 

meine Flucht.» (vgl. SEM-act. […]-92/19 F54). Auch bezeichnete der Be-

schwerdeführer Madame G._______ damals als «grossartige Frau» (vgl. 

SEM-act. […]-92/19 F55). Entgegen der in der Beschwerde vertretenen 

Ansicht ist seinen Aussagen keine Angst vor Repressalien seitens Madame 

G._______ oder ihres Ehemannes zu entnehmen: «[…] Er hat mich davor 

gewarnt, er möchte nicht, dass der Name irgendwo auftaucht. Weil sonst 

könnte er Probleme haben als (…) oder so. Und das will ich nicht, weil 

dieses Ehepaar mir sehr grosszügig geholfen hat.» (vgl. SEM-act. […]-

92/19 F118, vgl. auch F50 und F52). Abschliessend ist festzuhalten, dass 

der Einwand, der Beschwerdeführer habe sich erst nach der Eröffnung der 

angefochtenen Verfügung mit dem Ursprung seiner Opferstellung im Zu-

sammenhang mit Menschenhandel auseinandersetzen wollen (vgl. Be-

schwerde Ziff. II.3), insbesondere vor dem Hintergrund des FIZ-Berichts 

vom 30. Juli 2020 nicht zu überzeugen vermag. 

11.1.4.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass das SEM zu Recht das Vor-

bringen des Beschwerdeführers, aufgrund von Machenschaften von Ma-

dame «G._______» Opfer von Menschenhandel zum Zweck der Zwangs-

prostitution geworden zu sein, als unglaubhaft qualifiziert hat. Folglich ist 

nicht davon auszugehen, es bestehe für den Beschwerdeführer im Falle 

der Rückkehr nach Togo im Zusammenhang mit Menschenhandel die Ge-

fahr von Re-Trafficking oder Vergeltungsmassnahmen. 

11.1.5 Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Vorver-

folgung wegen politischen Engagements in Togo wird in der Beschwerde 

lediglich vorgebracht, die Einschätzung der Unglaubhaftigkeit durch das 

SEM werde dementiert (vgl. Beschwerde Ziff. II.2). Im Verlauf des Be-

schwerdeverfahrens wurden drei Zeitungsberichte eingereicht, in denen 

(unter anderem) der Beschwerdeführer namentlich erwähnt werde und 

D-1333/2022 

Seite 29 

dazu im Wesentlichen ausgeführt, er lebe aufgrund seines politischen En-

gagements für die PNP im Exil (vgl. Sachverhalt Bst. S, T und V). Diese 

Medienberichte sind vor dem Hintergrund der überzeugenden Ausführun-

gen des SEM in der angefochtenen Verfügung (vgl. vorstehend E. 7.1 bzw. 

angefochtene Verfügung S. 5 ff.) für sich allein nicht geeignet, eine Gefähr-

dung des Beschwerdeführers infolge eines politischen Engagements zu 

belegen. Es wird denn auch nicht dargelegt, aufgrund welcher Informatio-

nen beziehungsweise wessen Initiative der Name des Beschwerdeführers 

Eingang in die Berichte gefunden haben könnte, weshalb diesen keine we-

sentliche Beweiskraft beigemessen werden kann. Insbesondere erscheint 

denkbar, dass es sich bei der Veröffentlichung seines Namens um eine 

Gefälligkeit handeln könnte. Sodann handelt sich bei «(…)» und «(…)» um 

Zeitungen mit einer – wie den eingereichten Exemplaren zu entnehmen ist 

– kleinen Auflage von (…) beziehungsweise (…) Exemplaren in einem 

Land mit einer reichen Medienlandschaft (vgl. RSF Reporters without Bor-

ders, https://rsf.org/en/country/ 

togo#:~:text=With%20234%20newspapers%20and%20magazines,Pat-

rie%20is%20also%20well%20respected, abgerufen am 10.07.2025) und 

über neun Millionen Einwohnern (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Togo, 

abgerufen am 10.07.2025), weshalb nicht davon auszugehen ist, der Be-

schwerdeführer sei wegen dieser Berichte in den Fokus der togolesischen 

Behörden geraten. Auch das Schreiben der NGO (…) vom 1. Juni 2022, 

gemäss welchem freiwillig oder unfreiwillig nach Togo zurückkehrende po-

litische Flüchtlinge und Asylsuchende gefährdet seien (vgl. Sachverhalt 

Bst. R), ist nicht geeignet, eine Verfolgung des Beschwerdeführers aus po-

litischen Gründen zu belegen. 

11.1.6 Was die geltend gemachten befürchteten Übergriffe durch Familien-

angehörige anbelangt, hat das SEM die Vorbringen im Zusammenhang mit 

Voodoo mit überzeugender Begründung als unglaubhaft qualifiziert (vgl. 

vorstehend E. 7.1 bzw. angefochtene Verfügung S. 7). Abgesehen von ei-

ner pauschalen Bestreitung fehlen in der Beschwerde zu diesem Thema 

weitergehende Ausführungen (vgl. Beschwerde Ziff. II.2), weshalb auf die-

ses Vorbringen nicht weiter einzugehen ist. 

11.1.7 Schliesslich lässt gemäss Rechtsprechung des Bundesverwal-

tungsgerichts auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Togo den 

Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erschei-

nen (vgl. die Urteil des BVGer E-1410/2021 vom 9. Februar 2024 E. 9.2.3 

und E-6120/2020 vom 15. August 2023 E. 9.2.3). Nach dem Gesagten ist 

D-1333/2022 

Seite 30 

der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völ-

kerrechtlichen Bestimmungen zulässig.  

11.2  

11.2.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren.  

11.2.2 In Togo herrscht kein Krieg, Bürgerkrieg oder eine Situation allge-

meiner Gewalt, aufgrund derer die Zivilbevölkerung als konkret gefährdet 

bezeichnet werden müsste. Der Wegweisungsvollzug dorthin ist gemäss 

Rechtsprechung daher grundsätzlich zumutbar (vgl. die Urteile des BVGer 

E-4174/2024 vom 27. August 2024 E. 9.2, E-4795/2021 vom 7. Juni 2024 

E. 6.3.2, D-2313/2023 vom 16. April 2024 E. 10.2.2, E-244/2024 vom 

7. März 2024 E. 6.3.2 und E-1410/2021 vom 5. Februar 2024 E. 9.3.2). 

11.2.3  

11.2.3.1 Aus gesundheitlichen Gründen kann nur dann auf Unzumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG geschlossen 

werden, wenn eine notwendige Behandlung im Heimatland schlicht nicht 

zur Verfügung steht und die fehlende Möglichkeit der (Weiter-)Behandlung 

bei einer Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträch-

tigung des Gesundheitszustands, zur Invalidität oder gar zum Tod der be-

troffenen Person führt. Dabei wird als wesentlich die allgemeine und drin-

gende medizinische Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung ei-

ner menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit 

liegt jedenfalls dann noch nicht vor, wenn im Heimat- oder Herkunftsstaat 

eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische 

Behandlung grundsätzlich möglich ist (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3; 2009/52 

E. 10.1; 2009/51 E. 5.5; 2009/28 E. 9.3.1; 2009/2 E. 9.3.2). 

11.2.3.2 Gemäss den psychiatrischen Berichten der (…) vom 4. März 2022 

und 2. Februar 2024 leidet der Beschwerdeführer an einer depressiven 

Störung und einer PTBS (vgl. auch vorstehend E. 11.1.4.2). Gemäss letz-

terem Bericht würden alle zwei Monate Gespräche zur Stabilisierung statt-

finden und es bestehe eine medikamentöse Behandlung mit Escitalopram 

10mg und Sequase 25mg in Reserve. Das Zustandsbild des Beschwerde-

führers sei im aktuellen Setting weitgehend stabil; positiv würden sich 

D-1333/2022 

Seite 31 

soziale Kontakte in der Unterkunft und in einer Kirche auswirken. Mittelfris-

tig sei eine traumaspezifische Behandlung auf Französisch zu evaluieren. 

Es sei davon auszugehen, dass eine Rückführung ins Heimatland zu einer 

deutlichen Verschlechterung des Zustandsbildes mit erneuter Suizidalität 

führen würde (vgl. Berichten der […] vom 2. Februar 2024). Älteren Arzt-

berichten sind darüber hinaus im Wesentlichen die Diagnosen (…) zu ent-

nehmen (vgl. etwa SEM-act. […]-30/7, 45/3, 64/6, 75/4). Ohne die gesund-

heitlichen Beschwerden des Beschwerdeführers zu verharmlosen, muss 

festgestellt werden, dass diese im Sinne der oben erwähnten Rechtspre-

chung (vgl. E. 11.2.3.1) nicht so schwerwiegend sind, dass sie dem Vollzug 

der Wegweisung nach Togo entgegenstehen. Zwar stützt sich, worauf in 

der Beschwerde zu Recht hingewiesen wird, das SEM in seiner Verfügung 

auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2011. Gleich-

wohl ist festzuhalten, dass auch nach aktueller Rechtsprechung von der 

grundsätzlichen Behandelbarkeit der Krankheiten in Togo, insbesondere in 

Lomé, ausgegangen wird (vgl. etwa die Urteile des BVGer E-4174/2024 

vom 27. August 2024 E. 9.4 und E-1410/2021 vom 5. Februar 2024 

E. 9.3.3, je m.w.H.). Der Umstand, dass die Behandlungsmöglichkeiten im 

Herkunftsland nicht dem medizinischen Standard in der Schweiz entspre-

chen, macht den Vollzug der Wegweisung für den Beschwerdeführer noch 

nicht unzumutbar; dies wäre einzig dann der Fall, wenn die ungenügende 

Möglichkeit der Weiterbehandlung eine drastische und lebensbedrohende 

Verschlechterung seines Gesundheitszustands nach sich ziehen würde, 

was vorliegend nicht zutrifft. Ergänzend kann sodann darauf verwiesen 

werden, dass es dem Beschwerdeführer freisteht, sich vor seiner Ausreise 

aus der Schweiz einen Medikamentenvorrat anzulegen und, falls notwen-

dig, nach Abschluss des vorliegenden Verfahrens beim SEM ein Gesuch 

um Rückkehrhilfe zu stellen (Art. 93 AsylG und Art. 73 ff. der Asylverord-

nung 2 über Finanzierungsfragen vom 11. August 1999 [AsylV 2, 

SR 142.312]), um beispielsweise für eine angemessene Zeit die Kosten für 

die notwendige medizinische Versorgung zu übernehmen. Zudem darf mit 

Verweis auf die nachfolgende Erwägung 11.2.3.3 von einem intakten Be-

ziehungsnetz in der Heimat ausgegangen und angenommen werden, der 

Beschwerdeführer könne bei Bedarf mit der Unterstützung seiner Ver-

wandten im Zusammenhang mit allfälligen Behandlungskosten rechnen. 

11.2.3.3 Soweit ausgeführt wird, eine Rückführung ins Heimatland würde 

wohl zu einer deutlichen Verschlechterung des Zustandsbildes mit erneuter 

Suizidalität führen, ist darauf hinzuweisen, dass vom Vollzug der Wegwei-

sung gemäss konstanter Rechtsprechung nicht Abstand zu nehmen ist, so-

lange Massnahmen zur Verhütung der Umsetzung einer Suiziddrohung 

D-1333/2022 

Seite 32 

getroffen werden können (vgl. etwa die Urteile des BVGer D-6784/2024 

vom 13. Juni 2025 E. 7.3.3 und E-2167/2025 vom 12. Juni 2025 E. 9.3.3; 

vgl. auch Urteil des BGer 2C_856/2015 vom 10. Oktober 2015 E. 3.2.1). 

Sollten sich die suizidalen Tendenzen des Beschwerdeführers (erneut) ver-

schärfen, wäre dem mit entsprechenden Massnahmen bei der Vollzugsor-

ganisation, beispielsweise durch fachärztliche sowie medikamentöse Vor-

bereitung und Begleitung, Rechnung zu tragen. Über die Transportfähigkeit 

haben die Vollzugsbehörden im gegebenen Zeitpunkt zu befinden. 

11.2.4 Es sind auch im Übrigen keine individuellen Gründe ersichtlich, wel-

che gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen würden. 

Da sich die Ausreisegründe des Beschwerdeführers (massive Bedrohung 

durch Familienangehörige wegen deren Forderung, der Beschwerdeführer 

müsse Voodoo-Priester werden; Verfolgung aus politischen Gründen) als 

unglaubhaft erwiesen haben, ist vom Vorhandensein eines Beziehungsnet-

zes und einer gesicherten Wohnsituation in der Heimat auszugehen. Ob 

sich die Ehefrau und Kinder des Beschwerdeführers, wie geltend gemacht, 

tatsächlich in Benin aufhalten, kann vor diesem Hintergrund offenbleiben. 

Im Übrigen kann vollumfänglich auf die Erwägungen in der angefochtenen 

Verfügung verwiesen werden (vgl. vorstehend E. 7.4). 

11.2.5 Insgesamt sind den Akten keine Hinweise zu entnehmen, dem Be-

schwerdeführer drohe bei einer Rückkehr nach Togo aus individuellen 

Gründen in wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Hinsicht eine 

existenzielle Notlage, die als konkrete Gefährdung im Sinne des Art. 83 

Abs. 4 AIG zu werten wäre. Dem Gesundheitszustand des Beschwerde-

führers ist jedoch bei der Vollzugsorganisation mit einer angemessenen 

Vorbereitung Rechnung zu tragen. 

11.2.6 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung nicht 

als unzumutbar. 

11.3 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig und zumutbar bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufi-

gen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

12.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im 

Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist 

demnach abzuweisen. 

  

D-1333/2022 

Seite 33 

13.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit Instruktionsverfügung vom 

5. April 2022 wurde das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung unter Vorbehalt der Veränderung der finanziellen Verhältnisse 

des Beschwerdeführers gutgeheissen. Den Akten sind keine Hinweise zu 

entnehmen, dass sich die finanzielle Lage des Beschwerdeführers seither 

geändert hätte. Es sind daher keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 65 

Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-1333/2022 

Seite 34 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

Walter Lang Barbara Gysel Nüesch 

 

 

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