# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ee2637c-95f2-534b-a20a-b914cb12473e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-06-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.06.2009 UV 2008/79
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-79_2009-06-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/79

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 21.04.2020

Entscheiddatum: 22.06.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 22.06.2009
Art. 6 UVG: Verneinung der natürlichen Kausalität zwischen Unfall und 
geklagten Kopf- und Nackenschmerzen als Folgen einer 
schleudertraumaähnlichen Verletzung. Verneinung der Adäquanz nach 
Massgabe der in BGE 115 V 133 begründeten Rechtsprechung zu den 
psychogenen Unfallfolgen (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 22. Juni 2009, UV 2008/79).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 22. Juni 2009

in Sachen

B.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Speck, St. Gallerstrasse 29, 

9032 Engelburg,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Oberer Graben 44, Postfach,

9001 St. Gallen,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a   Die 1972 geborene B.___ war bei der A.___ als Tankstellenverkäuferin tätig und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfallversichert, als 

sie am 7. Juni 2007 als Mitfahrerin auf dem Motorrad ihres Ehemanns in einen 

Verkehrsunfall verwickelt wurde (Suva-act. 1, 14). Dr. med. C.___, Facharzt für Innere 

Medizin, bestätigte im Arztzeugnis vom 20. Juni 2007 eine Erstkonsultation am 8. Juni 

2007 und diagnostizierte Prellungen an der Schulter links, am Knie und Ellbogen links 

sowie an der Hüfte links. Als Befunde erhob er eine Schürfung am linken Knie sowie 

Hämatome am Knie und an der Hüfte links. Dr. C.___ bescheinigte der Versicherten 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 11. Juni 2007 und schloss die Behandlung noch 

am 8. Juni 2007 ab (Suva-act. 8). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht.

A.b   Wegen persistierender Schmerzen, vor allem im Bereich der Nackenmuskulatur, 

stellte sich die Versicherte am 20. Juni 2007 in der Notfallabteilung des Kantonsspitals 

St. Gallen (KSSG) vor (Suva-act. 9). Im weiteren Verlauf klagte sie über ständige 

Nacken-, Kopf- und Brustschmerzen, weshalb sie ihre Tätigkeit als 

Tankstellenverkäuferin nicht mehr aufnahm (Suva-act. 10, 12). Die Versicherte hatte bei 

der A.___ jeweils am Montag bzw. 8.5 Stunden pro Woche gearbeitet und dabei alle 

Gestelle und das Lager aufgefüllt (Suva-act. 1, 22). Die drei Kinder der Versicherten 

wurden an diesen Tagen vom Ehemann betreut (Suva-act. 13). Die Versicherte stand 

sodann noch in zwei weiteren Arbeitsverhältnissen. Bei der D.___ putzte sie ein Mal 

wöchentlich die Büros und bei der E.___ war sie als Zeitungsverträgerin angestellt. Die 

Tätigkeit als Zeitungsverträgerin nahm die Beschwerdeführerin am 12. Juni 2007 

wieder auf. Bei der Putztätigkeit gab es gar keinen Arbeitsausfall. Die Versicherte 

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konnte hier die Arbeitszeit selber einteilen und immer wieder Pausen einlegen. Auch als 

Zeitungsverträgerin konnte sie bei Bedarf Pausen einlegen (Suva-act. 22).

A.c   Am 15. Oktober 2007 fand eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med. F.___, 

Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, statt. Im 

Untersuchungsbericht vom 17. Oktober 2007 diagnostizierte dieser eine HWS-

Distorsion sowie Prellungen an der Schulter und Hüfte sowie am Knie und Ellbogen 

(alle links) (Suva-act. 39). Am 25. Februar 2008 erfolgte eine neurologische Abklärung 

durch Dr. med. G.___, Fachärztin für Neurologie FMH, . Die Ärztin diagnostizierte 

aktuell persistierende Kopfschmerzen, wahrscheinlich im Rahmen der psychosozialen 

Überlastungssituation nach dem Unfallereignis (Suva-act. 65).

A.d   Mit Verfügung vom 2. April 2008 eröffnete die Suva dem Rechtsvertreter der 

Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. D. Speck, Engelburg, dass die noch geklagten 

Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar seien. Der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den geklagten Beschwerden sei in 

Berücksichtigung der Kriterien gemäss BGE 115 V 133 zu verneinen. Im Sinn eines 

Entgegenkommens würden zur Angewöhnung ab dem 7. April bis 31. Mai 2008 

Taggeldleistungen basierend auf einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50% ausgerichtet. 

Ab dem 1. Juni 2008 würden die Leistungen definitiv eingestellt (Suva-act. 66).

B.       

Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (Suva-act. 68, 71) wies die Suva mit 

Entscheid vom 17. Juni 2008 ab (Suva-act. 73).

C.       

C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid liess die Versicherte durch ihren 

Rechtsvertreter mit Eingabe vom 16. Juli 2008 Beschwerde erheben mit dem Antrag, 

der Einspracheentscheid vom 17. Juni 2008 und die Verfügung vom 2. April 2008 seien 

aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr die gesetzlichen 

Leistungen, insbesondere das volle Taggeld ab dem 7. April 2008 zu erbringen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge.

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C.b   In der Beschwerdeantwort vom 23. September 2008 beantragte der 

Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin, Rechtsanwalt Dr. iur. U. Glaus, St. Gallen, 

Abweisung der Beschwerde.

C.c   Mit Replik und Duplik vom 13. bzw. 23. Oktober 2008 hielten die Parteien 

unverändert an ihren Anträgen fest.

C.d   Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften wird, soweit 

entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.        

Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht bezüglich des 

Unfalls vom 7. Juni 2007 und erbrachte entsprechende Versicherungsleistungen. Laut 

ihren Erwägungen in der Verfügung vom 2. April 2008 erachtete sie die natürliche und 

adäquate Kausalität zwischen den geklagten Beschwerden und dem erlittenen Unfall 

im Verfügungszeitpunkt an sich nicht mehr als gegeben. Vom 7. April bis 31. Mai 2008 

richtete jedoch die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin 

entgegenkommenderweise zur Angewöhnung an die Wiederaufnahme der 

Erwerbstätigkeit als Tankstellenverkäuferin Taggelder basierend auf einem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50% aus. Per 1. Juni 2008 erfolgte die definitive 

Leistungseinstellung. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet damit 

vorderhand die Frage, ob über den Zeitpunkt des Verfügungserlasses hinaus natürlich 

und adäquat kausale Unfallrestfolgen vorliegen und unter dem Gesichtspunkt dieser 

Anspruchsvoraussetzung demnach eine weitergehende Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin besteht.

2.        

Gemäss ständiger Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit 

1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) kann ein nach einem 

versicherten Unfall aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, 

wenn und soweit es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von 

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jenem Unfall herrührt (natürliche Kausalität). Die blosse Möglichkeit eines 

Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 

V 177 E. 3.1, 119 V 338 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer 

haftet sodann nur für jene Folgen, die mit dem Unfall adäquat kausal 

zusammenhängen. Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen 

Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 E. 3a). Im Bereich 

klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen 

Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild gebenden 

Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen 

werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 

127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit 

Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, 

bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung 

der adäquaten Kausalität, können doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss 

auch psychisch ausgelöst werden. In diesen Fällen ist eine eigenständige 

Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist 

zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma 

erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 

E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass die versicherte 

Person eine Schleudertraumaverletzung erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum 

typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 

zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den 

Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 

115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze 

massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz 

gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten bzw. den mit BGE 134 V 109 modifizierten 

Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang 

bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus 

dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die 

ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild 

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ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b). Zu präzisieren bleibt, dass die zu den 

Verletzungen nach klassischem Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung zum 

natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang (BGE 119 V 335, 117 V 359) auch 

auf analoge Verletzungen wie Distorsionen der HWS sowie Schädel-Hirntraumata 

anwendbar ist, wenn und soweit sich dessen Folgen mit jenen eines Schleudertraumas 

vergleichen lassen (vgl. Urteil des EVG vom 17. August 2004 i/S O.G. [U 243/03]; RKUV 

2000 Nr. U 395 S. 317, E. 3; BGE 117 V 369).

3.        

3.1    Den medizinischen Akten sind keine Anhaltspunkte zu entnehmen, wonach die 

von der Beschwerdeführerin über den Zeitpunkt des Verfügungserlasses hinaus 

geklagten Beschwerden mit klar ausgewiesenen organischen Befunden im Sinn 

nachweisbarer unfallkausaler struktureller Veränderungen erklärbar wären. 

Insbesondere in Bezug auf die Untersuchungsergebnisse des KSSG vom 22. Juni 2007 

(Suva-act. 9) ist festzuhalten, dass eine manuelle ärztliche Untersuchung der 

versicherten Person klinische, nicht aber objektivierbare Ergebnisse zu Tage fördert. 

Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des 

Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde auf 

Ergebnisse klinischer Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein 

organisches Substrat namhaft gemacht. Folglich kann von organisch objektiv 

ausgewiesenen Unfallfolgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen 

Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 

109 E. 9, 117 V 359 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 

479/05]). Diese Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt 

sein (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweisen). Beispielsweise sind ein Thoracic outlet 

Syndrom (TOS), myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde für 

sich allein nicht als organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. 

Auch Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken 

sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als klar 

ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches 

gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008 i/S H.B.-G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen, 

sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. [U 13/07] E. 3.2 und 3.3).

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3.2    Unbestrittenermassen erlitt die Beschwerdeführerin beim Unfall vom 7. Juni 2007 

verschiedene Prellungen. Diese sind laut medizinischen Akten - wie es auch der 

allgemeinen medizinischen Erfahrung entspricht - abgeheilt bzw. haben zu keinen 

bleibenden Unfallrestfolgen geführt. Selbst die Beschwerdeführerin macht keinerlei 

solche geltend (Suva-act. 37, 39). Die am 19. Juni 2007 durchgeführte 

röntgenologische Untersuchung der HWS, BWS und LWS im Röntgeninstitut und MR-

Zentrum, St. Gallen, ergab sodann keine Hinweise für das Vorliegen posttraumatischer 

Läsionen, insbesondere einer Fraktur oder einer Subluxation (Suva-act. 37). Auch das 

kranio-cerebrale MRT vom 29. Januar 2008 erbrachte keinen Nachweis 

posttraumatischer Läsionen bzw. andersartiger fokaler hirnorganischer Veränderungen. 

Die neurologische Untersuchung durch Dr. G.___ zeigte schliesslich einen unauffälligen 

Hirnnervenstatus. Im Bereich der Extremitäten waren keine sensomotorischen Defizite 

oder Reflexdifferenzen erkennbar (Suva-act. 65).

4.        

4.1    Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei 

Schleudertraumaverletzungen sowie äquivalenten Verletzungen auch ohne 

nachweisbare pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall 

funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für 

ein Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen 

Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, 

Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die 

diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 359 E. 5d/aa).

4.2    Ist ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung 

diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer 

Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- 

und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, 

Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der 

natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen 

Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. 

auch BGE 117 V 369 E. 3e). Nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichts 

(Urteile vom 30. Januar 2007 i/S T. [U 215/05] und vom 15. März 2007 i/S G. [U 

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258/06]) muss bei einer HWS-Verletzung das typische Beschwerdebild mit einer 

Häufung von Beschwerden nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 

bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in 

diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS - bei einem 

Schädel-Hirntrauma in Form von Kopfschmerzen - manifestieren. Die anderen im 

Rahmen eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung typischerweise 

auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem Zeitraum 

manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs auszugehen.

5.        

5.1    Distorsionen der HWS sind Folgen von Beschleunigungskräften, die im Sinn einer 

Überdehnung und Überbiegung auf die HWS einwirken und mit einem Kopfanprall 

verbunden sein können. Ein eigentliches Schleudertrauma liegt nur dann vor, wenn bei 

einer Auffahrkollision durch die plötzliche Beschleunigung des getroffenen Fahrzeugs 

der Kopf des Insassen - ohne anzuprallen - zuerst nach hinten zu knicken scheint und 

anschliessend nach vorne beschleunigt wird. Führt der Beschleunigungsmechanismus 

zu einem Kopfanprall, sollte nicht von einem Schleudertrauma, sondern von einer 

HWS-Distorsion gesprochen werden (vgl. diesbezüglich Thomas Locher, HWS-

Distorsionen [Schleudertrauma] - Einführung in die Rechtslage nach schweizerischem 

Recht, in: Murer/Niederer/Radanov/Rumo-Jungo/Sturzenegger/Walz [Hrsg.], Das 

sogenannte "Schleudertrauma" - medizinische, biomechanische und rechtliche 

Aspekte der Distorsionen der Halswirbelsäule, Bern 2001, S. 31 f.). - Im konkreten Fall 

kollidierte die Beschwerdeführerin als Mitfahrerin auf dem Motorrad ihres Ehemanns 

seitlich-frontal mit einem Personenwagen, wurde in der Folge vom Motorrad 

geschleudert und stürzte zu Boden (Suva-act. 14). Angesichts der obigen Darlegungen 

fällt bei diesem Unfallmechanismus ein eigentliches Schleudertrauma von vornherein 

ausser Betracht. Bei einem Sturz vom Motorrad ohne anschliessenden Kopfanprall 

wäre auch eine HWS-Distorsion ausgeschlossen. Hat jedoch ein Kopfanprall 

stattgefunden, erscheint das Erleiden einer HWS-Distorsion und/oder einer Commotio 

cerebri bzw. eines leichten Schädel-Hirntraumas an sich denkbar. Aufgrund der Akten 

erscheint es allerdings fraglich, ob bei der Beschwerdeführerin nach dem Unfall eine 

schleudertraumaähnliche Verletzung vorgelegen hat. Laut echtzeitlichem Bericht von 

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Dr. C.___ vom 20. Juni 2007 erlitt sie anlässlich des Unfalls einzig verschiedene 

Prellungen. Eine dem Schleudertrauma äquivalente Diagnose ist darin nicht vermerkt 

(Suva-act. 8). Mit der Diagnose einer Myalgie Musculus sternocleidomastoideus 

beidseits und Musculus trapezius beidseits im Bericht des KSSG vom 25. Juni 2005 

haben die Ärzte sodann lediglich ein Beschwerdebild im Bereich der Nackenmuskulatur 

fassbar gemacht (Suva-act. 9). Konkret wurde eine HWS-Distorsion erstmals rund vier 

Monate nach dem Unfall von Kreisarzt Dr. F.___ diagnostiziert (Suva-act. 39). Dr. G.___ 

geht in ihrem Bericht vom 25. Februar 2008 lediglich vermutungsweise von einer 

Commotio cerebri aus (Suva-act. 65). Allgemein kann eine Vermutung nur die 

Möglichkeit einer Commotio cerebri belegen und genügt damit dem im 

Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nicht (Th. Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 2003, S. 451 

f.). Indem Dr. G.___ ihre Vermutung zudem ohne Kenntnis der Vorakten anstellte, kann 

dieser ohnedies keine Beweiskraft zukommen. Die Helmfotos (Suva-act. 68) vermögen 

schliesslich ebenfalls keinen überzeugenden Aufschluss über einen allfälligen 

Kopfanprall zu geben. Die darauf sichtbaren Kratzspuren deuten einzig auf ein 

mögliches Schleifen auf dem Boden hin.

5.2     Selbst wenn von einer schleudertraumaähnlichen Verletzung ausgegangen wird, 

ist festzustellen, dass zu keinem Zeitpunkt von einem Leidensprofil mit einer Häufung 

von für einen Beschleunigungsmechanismus der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma 

typischen Beschwerden ausgegangen werden kann (vgl. Erwägung 4.2). In den Akten 

sind Nacken- und Kopfschmerzen erstmals rund drei bzw. fünf Wochen nach dem 

streitigen Unfall und damit ausserhalb der erforderlichen Latenzzeit von 24 bis 

höchstens 72 Stunden dokumentiert (Suva-act. 9, 12). Laut Angaben der 

Beschwerdeführerin sind diese Beschwerden hingegen bereits kurze Zeit nach dem 

Unfall aufgetreten. Infolge anfänglicher Fokussierung auf andere Probleme - Zustand 

des Ehemanns, Betreuung der Kinder - habe allerdings kein Arzt konsultiert werden 

können. Auch ohne Berücksichtigung der Latenzzeit ist jedoch in den medizinischen 

Akten regelmässig einzig von Nacken- und Kopfschmerzen - die Kopfschmerzen im 

Übrigen überwiegend als Folgeerscheinungen der Nackenproblematik - die Rede. 

Weitere Beschwerden, wie Konzentrationsschwierigkeiten sowie Vergesslichkeit, 

werden erstmals in der Beschwerde angegeben. In den medizinischen Akten sind sie 

überhaupt nicht vermerkt und wurden damit von der Beschwerdeführerin gegenüber 

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den untersuchenden Ärzten offensichtlich auch nicht beklagt (Suva-act. 19, 22, 24, 31, 

34, 39, 65).

6.        

6.1    Angesichts dieser Grundlagen (kein fassbarer pathologischer Befund; keine 

Häufung schleudertraumatypischer Beschwerden) ist davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin zum einen nicht an somatischen Beschwerden leidet und zum 

anderen die natürliche Kausalität zwischen dem Unfallereignis vom 7. Juni 2007 und 

den geklagten Beschwerden als Folgen einer schleudertraumaähnlichen Verletzung 

nicht gegeben ist. Selbst wenn in Bezug auf die geklagten Beschwerden - wie von der 

Beschwerdegegnerin zunächst anerkannt - für die Zeit nach dem Unfall von einer 

natürlichen Kausalität ausgegangen wird, muss diese im Zeitpunkt des Erlasses der 

Verfügung vom 2. April 2008 zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit verneint werden.

6.2    Die in den Akten liegenden medizinischen Berichte bestätigen dieses Bild. Bereits 

die anlässlich der Untersuchung vom 22. Juni 2007 im KSSG erhobenen klinischen 

Befunde waren verhältnismässig geringfügig (Suva-act. 9). Dr. H.___ informierte sodann 

am 24. Juli 2007, dass bei der Beschwerdeführerin durch die Kollision und die 

mittelschwere Verletzung des Ehemanns eine traumatisch bedingte akute 

Belastungsreaktion aufgetreten sei, die sich aktuell bessere. Ebenso würden sich die 

unfallbedingten Schmerzen zurückbilden (Suva-act. 18). Am 31. August 2007 

berichtete Dr. H.___ ebenfalls, dass die Beschwerdeführerin seit dem Unfall an einer 

Belastungsreaktion leide, die durch die Schwere der Unfallverletzung des Ehemanns 

unterhalten werde (Suva-act. 24). Bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 15. 

Oktober 2007 zeigten sich die klinischen Untersuchungsergebnisse organisch ebenfalls 

als eher unauffällig. Im Untersuchungsbericht vom 17. Oktober 2007 hielt Dr. F.___ fest, 

bei der depressiv bis latent aggressiven Beschwerdeführerin habe während der 

Untersuchung klinisch kein muskulärer Hartspann erhoben werden können. Die 

Beweglichkeit des Kopfs sei in abgelenkten Momenten vollumfänglich nach rechts 

möglich, hingegen bei gezielter Untersuchung eingeschränkt gewesen. Intermittierend 

wende die Beschwerdeführerin auch bei der Begrüssung den Kopf gesamthaft. Im 

längeren Gespräch stelle sich in Übereinstimmung mit Hausarzt Dr. H.___ heraus, dass 

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am ehesten der gesamte biopsychosoziale Kontext für die einschränkenden Momente 

verantwortlich sei. Einerseits stille die Beschwerdeführerin noch ihr 1 ½ jähriges Kind, 

andererseits sei der Ehemann wegen der aktuellen Unfallfolgen mehr eingeschränkt als 

er es aufgrund der ursprünglichen IV-relevanten Folgen gewesen sei. Er könne die 

Betreuung der Kinder nicht weiterführen und die Familie sei auf die Mithilfe der Mutter 

der Beschwerdeführerin angewiesen. Die organischen Befunde seien stabil, was sich 

auch dadurch bestätige, dass sie die Reinigungsarbeiten, die sie sich selbst etwas 

einteilen könne, verrichten könne, und bei Spaziergängen mit dem Hund Zeitungen 

vertrage. Hingegen sei die strengere eintägige Tätigkeit im Tankstellenshop mit fester 

Arbeitseinteilung noch nicht möglich. Die Frage, ob sie einen halben Tag im 

Tankstellenshop arbeiten könnte, wenn entsprechende Betreuungshilfen für die Kinder 

vorhanden wären, habe die Beschwerdeführerin verneint. Sie ertrage den Lärm der 

Kühltruhe nicht und werde dabei aggressiv. Diese einschränkenden Momente sowie 

die Kopfschmerzen seien somit am ehesten im Rahmen des erwähnten 

biopsychosozialen Kontextes mit Überlastungsreaktion zu interpretieren. Aus 

chirurgisch-traumatologischer Sicht wäre die Beschwerdeführerin für den Einsatz im 

Tankstellenshop zur Angewöhnung im hälftigen Umfang des ursprünglichen Rahmens 

wieder arbeitsfähig (Suva-act. 39). Dr. G.___ hielt in Folge der neurologischen 

Untersuchung am 25. Februar 2008 fest, dass sich weder klinisch noch radiologisch 

Anhaltspunkte für Verletzungsfolgen intracraniell oder im Bereich der Wirbelsäule 

ergeben hätten. Auf Grund der Gesamtsituation vermutete die Neurologin, dass die in 

Folge des Traumas eskalierte familiäre Situation, indem nicht nur die Unterstützung des 

Ehemanns ausgefallen sei, sondern dieser selbst Beistand benötigt habe, wesentlich 

dazu beigetragen habe, dass sich die Beschwerdeführerin von einer vermutlichen 

Commotio cerebri noch nicht recht erholt habe (Suva-act. 65). Nach Vorliegen des 

Ergebnisses der MRT-Untersuchung vom 29. Januar 2008 und der neurologischen 

Untersuchung hielt Dr. F.___ am 14. März 2008 abschliessend fest, dass es sich bei 

den aktuell geschilderten und diagnostizierten Beschwerden nur noch im 

biopsychosozialen Kontext, sonst jedoch kaum um Unfallfolgen handle. Aufgrund der 

Unfallfolgen könne von einer mindestens teilweisen Arbeitsfähigkeit ausgegangen 

werden (Suva-act. 64). - Die vorgenannten medizinischen Berichte und ärztlichen 

Äusserungen stimmen allesamt überein. Ein somatischer Gesundheitsschaden oder 

Folgen einer schleudertraumaäquivalenten Verletzung lassen sich daraus nicht ableiten. 

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Auch von Seiten der medizinischen Forschung (Gerhard Jenzer, Klinische Aspekte bei 

HWS-Belastungen durch Kopfanprall oder Beschleunigungsmechanismus: 

Grenzbereich zum "leichten" Schädel-Hirn-Trauma, in: SZS 1996 S. 462 ff.) wird 

festgehalten, der typische posttraumatische Verlauf nach einem leichten Schädel-

Hirntrauma bzw. einer Beschleunigungsverletzung entspreche einer Erholung innert 

sechs bis zwölf Wochen. Ungewöhnlich lang dauernde und schwere Verläufe nach 

Beschleunigungsverletzung würden bei Fehlen der klinischen Kriterien einer 

traumatischen Hirn- bzw. HWS-Schädigung nach einer Interpretation ausserhalb einer 

hirnorganischen Schädigung bzw. Schädigung im HWS-Bereich rufen (S. 469 mit 

Hinweis und S. 463; vgl. auch Bogdan P. Radanov, Über den Stellenwert der 

neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion, in: SZS 1996 S. 

471 ff. und S. 475). Im Übrigen ist von Bedeutung, dass eine gesundheitliche 

Schädigung nicht schon dann als durch den Unfall verursacht gelten kann, wenn sie 

zeitlich nach diesem aufgetreten ist (vgl. BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb). Schliesslich lässt 

sich auch den eigenen Aussagen der Beschwerdeführerin wiederholt entnehmen, dass 

sie ihre Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf die Tätigkeit im Tankstellenshop nicht allein 

wegen ihrer Gesundheit, sondern auch aus familiären Gründen eingeschränkt sieht 

(Suva-act. 13, 22, 52).

7.        

7.1    Die in Erwägung 6.2 genannten medizinischen Berichte enthalten einen 

übereinstimmenden Hinweis auf eine psychische Komponente im Sinn eines 

biopsychosozialen Kontextes mit Überlastungsreaktion, die offensichtlich eine natürlich 

kausale Folge des Unfalls vom 7. Juni 2007 ist. Laut Aussagen der Ärzte unterhält sie 

die somatisch wahrgenommenen Beschwerden der Beschwerdeführerin, kommt 

jedoch augenscheinlich keinem eigentlichen psychischen Gesundheitsschaden gleich. 

Eine psychiatrische Untersuchung der Beschwerdeführerin wurde bis anhin nicht 

durchgeführt. Eine Rückweisung der Sache zur Vornahme einer solchen erübrigt sich 

indessen. Eine derartige weitere medizinische Abklärung wäre nämlich lediglich 

geeignet, die Ausprägung der psychischen Komponente weiter auszuleuchten. Trotz 

Bejahung einer natürlichen Kausalität der psychischen Komponente zum Unfallereignis 

muss eine weitergehende Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin letztlich jedoch 

überhaupt deshalb verneint werden, weil es, wie nachfolgend (Erwägung 7.2 f.) zu 

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zeigen ist, am kumulativ vorausgesetzten adäquaten Kausalzusammenhang fehlt. Nach 

dem in Erwägung 2 Gesagten ist die Adäquanzprüfung nach Massgabe der in BGE 115 

V 133 begründeten Rechtsprechung zu den psychogenen Unfallfolgen vorzunehmen. 

Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die rechtlichen 

Voraussetzungen des Vorliegens eines adäquat kausalen Zusammenhangs bei 

psychogenen Unfallfolgen zutreffend dar (Erwägung 4); darauf ist zu verweisen.

7.2    Bezüglich der bei der Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs 

vorzunehmenden Katalogisierung ging die Beschwerdegegnerin beim Unfall vom 7. 

Juni 2007 von einem mittelschweren Ereignis aus. Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin stuft demgegenüber den Unfall als schwer ein. - Die Frage, ob sich 

ein Unfallereignis und eine psychische Fehlentwicklung im Sinn eines adäquaten 

Verhältnisses von Ursache und Wirkung entsprechen, ist im Hinblick auf die Gebote 

der Rechtssicherheit und der rechtsgleichen Behandlung der versicherten Personen 

aufgrund einer objektivierten Betrachtungsweise zu prüfen (BGE 115 V 139 E. 6 mit 

Hinweisen; RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313 ff.). Bei objektivierter Betrachtungsweise 

gelten als schwere Unfälle im Allgemeinen nur solche, bei denen sämtliche Umstände, 

insbesondere die Dramatik und Dauer des Unfallereignisses wie auch die somatischen 

Unfallfolgen eine für die versicherte Person aussergewöhnliche Eindrücklichkeit 

aufweisen. Demzufolge können auch Unfälle, die im Volksmund als schwer bezeichnet 

zu werden pflegen, nach der Rechtsprechung zur obligatorischen Unfallversicherung 

keine entsprechende Schwere aufweisen. Nach der in RKUV 1995 Nr. U 215 S. 90 ff. 

enthaltenen Übersicht wurden als schwere Unfälle etwa qualifiziert: Eine 

Frontalkollision, bei welcher die versicherte Person schwere Verletzungen erlitt und ein 

anderer Fahrzeuginsasse starb (nicht veröffentlichtes Urteil I. vom 15. Dezember 1994 

[U 145/94]), der Zusammenstoss einer Autofahrerin mit einem Zug mit Verlust des 

Unterschenkels (nicht veröffentlichtes Urteil T. vom 13. Dezember 1994 [U 141/94]), ein 

Unfall auf der Autobahn mit schweren Verletzungen (nicht veröffentlichtes Urteil A. vom 

11. Januar 1990 [U 77/89]) sowie der Fall eines Arbeiters, der von einem mit einer 

Geschwindigkeit von 50 km/h vorbeifahrenden Lastwagen am Kopf getroffen und 

weggeschleudert wurde und dabei eine schwere Commotio cerebri erlitt (nicht 

veröffentlichtes Urteil F. vom 17. Oktober 1989 [U 53/86]). Im Licht dieser 

Rechtsprechung kann der hier zur Diskussion stehende Unfall aufgrund des Hergangs 

(seitlich-frontale Kollision eines Motorrads mit einem abbiegenden Personenwagen) 

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und der erlittenen Verletzungen (Prellungen an Schulter, Knie, Ellbogen und Hüfte, 

Ellbogenhämatom, Hämatom an der Hüfte, Schürfungen am Knie; massgebende 

Verletzungen infolge eines Kopfaufpralls sind nicht belegt) (Suva-act. 8, 18; Erwägung 

5.1, 6.2) nicht als schwer qualifiziert werden. Vom objektiven Standpunkt aus lag der 

Unfall für die Beschwerdeführerin in einem Bereich, der vergleichbar mit den vom EVG 

dem mittleren Bereich zugeordneten Unfallereignissen ist: ein Zweiradfahrer, der von 

einem Personenwagen frontal erfasst, auf die Motorhaube gehoben und auf das 

Trottoir geworfen wurde (unveröffentlichtes Urteil C. vom 23. Dezember 1991 [U 

90/90]), Mofafahrerin, die sich bei einem Zusammenstoss mit einem Personenwagen 

eine Tibiakopffraktur zuzog (unveröffentlichtes Urteil P. vom 14. Dezember 1989 [U 

91/87]; vgl. auch die Zusammenstellung der Rechtsprechung in RKUV 2003 Nr. U 481 

S. 204 E. 3.3.2). Die in der Beschwerde vorgetragenen Umstände - die 

Beschwerdeführerin habe als Beifahrerin nicht ins Geschehen eingreifen können und 

habe mit ansehen müssen, wie ihr Ehemann nach der Kollision blutend und 

schmerzschreiend vom Unfallort weggekrochen sei - rechtfertigen keine andere 

Einstufung.

7.3    Ist von einem mittelschweren Unfall auszugehen, müssen 

rechtsprechungsgemäss (BGE 115 V 140 E. 6c; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 E. 2, 2001 

UV Nr. 8 S. 32 E. 3 mit Hinweisen) die weiteren unfallbezogenen Kriterien entweder in 

gehäufter oder auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in besonders 

ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann.

7.3.1           Auch beim Adäquanzkriterium der besonders dramatischen 

Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist nicht auf das 

subjektive Erleben, sondern auf die objektive Eignung der Umstände, bei den 

Betroffenen psychische Beeinträchtigungen auszulösen, abzustellen (RKUV 1999 Nr. U 

335 S. 209 E. 3b/cc). Dementsprechend hat das EVG das Adäquanzkriterium der 

besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls etwa bejaht bei einem Zusammenstoss 

mehrerer Personenwagen in einem Tunnel, bei dem der Lenker des vorausfahrenden 

Fahrzeugs getötet und derjenige des entgegenkommenden Fahrzeugs schwer verletzt 

wurde und ein Fahrzeug an der Tunnelwand hochgetrieben wurde und hierauf in den 

von der Versicherten gesteuerten Personenwagen stiess (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207 

ff.); ferner bei einer Auffahrkollision und anschliessendem Zusammenstoss mit zwei 

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Fussgängern, wovon einer auf die Kühlerhaube des Fahrzeugs gehoben und 

anschliessend auf die Strasse geschleudert wurde (Urteil H. vom 26. Mai 2000 [U 

86/98]); bei einem Unfall auf der Autobahn wegen eines geplatzten Reifens, wobei das 

Fahrzeug ins Schleudern und daraufhin in eine Fahrbahnabschrankung geriet, sich 

überschlug und auf dem Dach liegend zum Stillstand kam (Urteil G. vom 25. März 1998 

[U 137/96]) und bei der Kollision eines Lieferwagens mit einem mit erheblich 

übersetzter Geschwindigkeit herannahenden Motorradfahrer, der am Tag nach dem 

Unfall seinen schweren Verletzungen erlag (Urteil M. vom 18. Februar 1997 [U 137/96]). 

Dem Unfallereignis vom 7. Juni 2007 kann zwar, wie jeder Kollision von 

Motorfahrzeugen in höherem als im Schritttempo, eine gewisse Eindrücklichkeit nicht 

abgesprochen werden. Mit den oben beschriebenen Unfallereignissen vergleichbare 

Umstände sind indessen nicht gegeben. Die Dramatik übersteigt die bei nicht mehr 

leichten Unfällen übliche kaum. Insbesondere war der Unfallablauf ein sehr kurzes 

Ereignis (Suva-act. 24 S. 6). Wie der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin in der 

Beschwerdeantwort zutreffend ausführt, war der Zusammenprall nicht übermässig 

heftig. Eine schwere Verletzung erlitt einzig der Ehemann der Beschwerdeführerin. 

Diese war aber offensichtlich nicht sofort in ihrem Ausmass erkennbar, weil es sich in 

erster Linie um eine lokal begrenzte Beinverletzung handelte. In den Akten finden sich 

schliesslich keine konkreten Aussagen der Beschwerdeführerin, dass sie das 

Unfallereignis an sich seelisch bedrücke.

7.3.2           Von einer ärztlichen Fehlbehandlung kann allein wegen der erst vier Monate 

nach dem Unfall diagnostizierten HWS-Distorsion nicht gesprochen werden. Die einer 

solchen Diagnose insbesondere zugrunde liegenden Nackenbeschwerden wurden von 

der Beschwerdeführerin erstmals anlässlich der Untersuchung im KSSG vom 22. Juni 

2007 beklagt, von den Ärzten durchaus zur Kenntnis genommen und sodann 

entsprechend therapiert (Suva-act. 9). Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass es sich 

bei der Diagnose HWS-Distorsion ohnehin nicht um die überwiegend wahrscheinlich 

zutreffende medizinische Beurteilung handelt (vgl. Erwägung 5.1).

7.3.3           Die Erfüllung weiterer in BGE 115 V 140 E. 6c/aa angeführter 

adäquanzrelevanter Kriterien macht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zu 

Recht nicht geltend.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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7.3.4           Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass die Adäquanz der noch 

geklagten Beschwerden zum Unfall vom 7. Juni 2007 selbst unter Berücksichtigung 

des mit dem streitigen Unfall zusammenhängenden Schicksals des Ehemanns zu 

verneinen ist.

7.4    Der Feststellung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, die 

Beschwerdegegnerin habe wohl nicht wegen der unfallbedingten Prellungen, sondern 

infolge Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den 

Kopf- und Nackenbeschwerden während rund eines Jahres Leistungen erbracht, steht 

grundsätzlich nichts entgegen. Die Beschwerdegegnerin ging offensichtlich von einer 

gewissen schädigenden Wirkung des Unfalls auf den Kopf- und Nackenbereich aus, 

obwohl diese nie wirklich sichtbar gemacht werden konnte. An dieser Beurteilung ist, 

auch wenn die Beschwerdegegnerin nicht von konkreten Folgen einer eigentlichen 

schleudertraumaähnlichen Verletzung ausging, nichts auszusetzen. Rund vier Monate 

nach dem Unfall liess die Beschwerdegegnerin zur Abklärung der Kausalität 

verschiedene medizinische Untersuchungen durchführen. Gestützt auf die 

Untersuchungsergebnisse stellte sie - wie in Erwägung 6.2 dargelegt - ihre Leistungen 

mangels Unfallkausalität zu Recht ein. Inwieweit hierin ein rechtsmissbräuchliches 

Vorgehen liegen sollte, ist nicht auszumachen. Allein der Umstand, dass eine 

versicherte Person nach einem Unfallereignis fortdauernde Beschwerden beklagt, 

begründet nicht auch eine andauernde Leistungspflicht des Unfallversicherers. Da 

Beschwerden häufig auf verschiedenen - ebenso unfallfremden - Ursachen beruhen, 

können sie gerade auch dann gleichartig fortdauern, wenn die unfallbedingten 

Ursachen weggefallen sind. Der Übergang von der Leistungspflicht des 

Unfallversicherers zu deren Entfallen ist hierbei logischerweise immer fliessend. Dass 

der Zeitpunkt der Leistungseinstellung letztlich - auch wenn er offenkundig anhand 

genauer Beurteilungskriterien festgelegt wird - ein Stück weit theoretisch bleibt, 

versteht sich aus der Sache selbst.

8.        

Grundsätzlich entfällt zeitgleich mit dem Wegfall der Kausalität zwischen den geklagten 

Beschwerden und dem Unfallereignis die Leistungspflicht des Unfallversicherers 

gänzlich. Offensichtlich in Anbetracht der kreisärztlichen Beurteilung vom 17. Oktober 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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2007 - aus chirurgisch-traumatologischer Sicht wäre die Beschwerdeführerin für den 

Einsatz im Tankstellenshop zur Angewöhnung im hälftigen Umfang des ursprünglichen 

Rahmens wieder arbeitsfähig (Suva-act. 39) - richtete die Beschwerdegegnerin der 

Beschwerdeführerin für weitere zwei Monate ein Taggeld aufgrund einer 50%igen 

Arbeitsunfähigkeit aus. Im Rahmen des Instituts einer Anpassungszeit ist eine 

Leistungspflicht des Unfallversicherers über den Zeitpunkt des Wegfalls der Kausalität 

möglich. Die Rechtsprechung sieht eine solche aber nur dann vor, wenn eine 

versicherte Person auf einen anderen Tätigkeitsbereich ausweichen muss (BGE 130 V 

345 E. 3.1, 115 V 133 E. 2 mit Hinweisen; RKUV 1987 Nr. U S. 393 E. 2b). In diesem 

Sinn ist die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit der Einräumung einer 

zweimonatigen Angewöhnungszeit eigentlich entgegengekommen. In Anbetracht der 

schwierigen familiären Situation - geschädigte Gesundheit des Ehemanns, Mutter 

dreier betreuungspflichtiger Kinder, Wegfall des Ehemanns als Betreuungsperson - 

erscheint jedoch die erwähnte Taggeldausrichtung nicht zu beanstanden.

9.   

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 22.06.2009
	Art. 6 UVG: Verneinung der natürlichen Kausalität zwischen Unfall und geklagten Kopf- und Nackenschmerzen als Folgen einer schleudertraumaähnlichen Verletzung. Verneinung der Adäquanz nach Massgabe der in BGE 115 V 133 begründeten Rechtsprechung zu den psychogenen Unfallfolgen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Juni 2009, UV 2008/79).

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