# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 763d52c0-c22e-51a9-b5b3-ceba605d4dd2
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 23.09.2020 SB200020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200020_2020-09-23.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB200020-O/U/cwo 
 
Mitwirkend: der Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, die Ersatzoberrichter 

lic. iur. Th. Vesely und lic. iur. R. Amsler sowie der Gerichtsschreiber 

M.A. HSG M. Wolf-Heidegger 

 

 
Urteil vom 23. September 2020 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. C. Kasper, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Gefährdung des Lebens etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 2019 
(DG190007) 
  

- 2 - 

 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 1. Februar 

2019 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 23). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 51 S. 42 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1.  Der Beschuldigte ist schuldig 

− der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB, 

− der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 in 
Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 2 StGB bzw. Art. 123 Ziff. 1 in Verbindung mit 

Ziff. 2 Abs. 3 StGB, 

− der versuchten Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a StGB 
in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, 

− der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in 
Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 4a Abs. 1 VRV und Art. 22 Abs. 1 

SSV, 

− des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG 
in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 1 VRV, 

− des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b 
SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG sowie 

− der mehrfachen Übertretung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2.  Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 23 Tage 

durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Busse von Fr. 400.00.  

3.  Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten aufgeschoben und 

die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (12 Monate, abzüglich 23 Tage, 

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die durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. Die 

Busse ist zu bezahlen. 

4.  Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen. 

5.  Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 5 Jahre des Landes verwie-

sen. 

6.  Von der Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem 

wird abgesehen. 

7.  Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger (B._____) Fr. 1'000.00 

zuzüglich 5 % Zins ab 23. September 2017 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

8.  Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger (B._____) 

aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. 

Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der 

Privatkläger (B._____) auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

9.  Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin (C._____) Fr. 8'000.00 

zuzüglich 5 % Zins ab 1. Januar 2018 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

10.  Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin (C._____) 

aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. 

Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die 

Privatklägerin (C._____) auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

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11.  Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'500.00;   die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'000.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 3'205.05   Auslagen (Gutachten) 

Fr. 396.00   Auslagen 

Fr. 60.00   Auslagen (Gutachten) 

Fr. 140.80   Blutalkoholuntersuchung Spital Bülach 

12.  Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidi-

ger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 15'501.05 (inkl. Barauslagen 

und 7.7 % MwSt.) entschädigt. 

13.  Rechtsanwältin MLaw Y1._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltliche Ver-

treterin der Privatklägerin (C._____) aus der Gerichtskasse mit Fr. 11'178.80 (inkl. 

Barauslagen und 7.7 % MwSt.) entschädigt. 

14.  Der Antrag der Vertreterin des Privatklägers (B._____), Dr. iur. Z1._____, für eine 

Aufwandsentschädigung wird abgewiesen. 

15.  Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Pri-

vatklägerin (C._____), werden dem Beschuldigten auferlegt. 

16.  Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerin (C._____) werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten 

bleibt eine Nachforderung zu Lasten des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO (teilweise i.V.m. Art. 138 StPO).  

17.  (Mitteilung) 

18.  (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 
(Prot. S. 6 ff.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 83 S. 1 f.) 

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1. Ziff. 1 des Dispositivs des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 2019 

(DG.190007-M) sei aufzuheben und Herr A._____ vom Vorwurf 

– der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB freizu-

sprechen, 

– der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 2 StGB bzw. Art. 123 

Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 3 freizusprechen, 

- der versuchten Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 

lit. a StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB freizusprechen. 

2. Ziff. 2 des Dispositivs des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 2019 

(DG.190007-M) sei aufzuheben und Herr A._____ mit einer Geldstrafe 

zu bestrafen. 

3. Ziff. 3 des Dispositivs des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 2019 

(DG.190007-M) sei aufzuheben und Herr A._____ sei der bedingte 

Vollzug zu gewähren unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren. 

4. Ziff. 5 des Dispositivs des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 2019 

(DG.190007-M) sei aufzuheben und es sei von einer Landesverwei-

sung abzusehen. 

5. Ziff. 7 des Dispositivs des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 2019 

(DG.190007-M) sei aufzuheben und die Zivilforderung abzuweisen. 

6. Ziff. 8 des Dispositivs des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 2019 

(DG.190007-M) sei aufzuheben und die Zivilforderung abzuweisen. 

7. Ziff. 9 des Dispositivs des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 2019 

(DG.190007-M) sei aufzuheben und die Zivilforderung abzuweisen. 

- 6 - 

8. Ziff. 10 des Dispositivs des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 

2019 (DG.190007-M) sei aufzuheben und die Zivilforderung abzuwei-

sen. 

9. Ziff. 15 des Dispositivs des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 

2019 (DG.190007-M) sei aufzuheben und die Kosten und Gebühren 

seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 57) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c) Der Vertreterin des Privatklägers B._____: 

(Urk. 85 S. 1) 

1. Die Berufung sei abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil zu bestäti-

gen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Berufungs-

klägers. 

d) Der unentgeltlichen Vertreterin der Privatklägerin C._____: 

(Urk. 86 S. 1 f.) 

1. Es seien die Berufungsanträge des Beschuldigten vollumfänglich 

abzuweisen, insbesondere, was die Zivilansprüche der Privatklägerin 2 

betrifft, sofern sie nicht mit unseren Anträgen übereinstimmen. 

2. Es sei Ziff. 5 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon 

vom 26. Juni 2019 (DG190007-M) aufzuheben und es sei von einer 

Landesverweisung abzusehen. 

3. Das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 26. Juni 2019 (DG190007-

M) sei im Übrigen zu bestätigen. 

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4. Dem Beschuldigten seien sämtliche Kosten des Verfahrens, inklusive 

der Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin 2, 

aufzuerlegen. 

5. Es sei Frau RAin Y1._____ für die Aufwendungen als unentgeltliche 

Rechtsvertretung der Privatklägerin 2 ein Gesamtbetrag von 

CHF 2'117.55 (inkl. gesetzlicher MwSt.) zuzüglich der Aufwendungen 

für die heutige Verhandlung sowie die Nachbereitung aus der Staats-

kasse zu entrichten. 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1.  Am 5. Januar 2018 erstattete die Privatklägerin C._____ gegen ihren Ehe-

mann, den Beschuldigten A._____, bei der Kantonspolizei Zürich Strafanzeige 

wegen eines gewaltsamen Übergriffs am Morgen des 1. Januar 2018 in der eheli-

chen Wohnung D._____ … in E._____. Zudem gab sie an, dass der Beschuldigte 

bereits zu einem früheren Zeitpunkt dem gemeinsamen Sohn und Privatkläger 

B._____ das Schlüsselbein gebrochen habe (Urk. 1). Am 9. Januar 2018 wurde 

der Beschuldigte verhaftet (Urk. 18/1) und befand sich in der Folge bis am 1. Feb-

ruar 2018 in Untersuchungshaft (Urk. 18/28). Nach Eingang zweier weiterer Dos-

siers betreffend Strassenverkehrsdelikten des Beschuldigten am 11. und 13. No-

vember 2018 (Urk. 17/1-6; D2 und D3) sowie nach Abschluss der Untersuchung 

erhob die Staatsanwaltschaft schliesslich am 1. Februar 2019 Anklage gegen den 

Beschuldigten an das Bezirksgericht Dietikon (nachfolgend: Vorinstanz; Urk. 23). 

Dieses führte am 26. Juni 2019 die Hauptverhandlung durch (Prot. I S. 6 ff.). 

2.  Am 12. Juli 2019 meldete der Beschuldigte fristgerecht Berufung gegen das 

eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil der Vorinstanz vom 26. Juni 2019 

an (Urk. 46), welches den Parteien am 11. Juli 2019 schriftlich eröffnet worden 

war (vgl. Urk. 42-45). Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 49 = Urk. 51) 

am 8. Januar 2020 (Urk. 50/4) reichte der Beschuldigte dem Obergericht am 

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22. Januar 2020 (Poststempel) fristgerecht die Berufungserklärung ein und stellte 

Beweisanträge (Urk. 53). 

3.  Mit Präsidialverfügung vom 5. Februar 2020 wurden der Staatsanwaltschaft 

und den Privatklägern in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO sowie 

Art. 401 StPO eine Kopie der Berufungserklärung des Beschuldigten zugestellt 

und Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten 

auf die Berufung zu beantragen. Zugleich wurde der Staatsanwaltschaft Frist an-

gesetzt, um zu den Beweisanträgen des Beschuldigten obligatorisch Stellung zu 

nehmen; selbiges wurde den Privatklägern freigestellt (Urk. 55). Sowohl die 

Staatsanwaltschaft als auch die Privatkläger verzichteten mit Eingaben vom 

12. bzw. 28. Februar 2020 explizit auf eine Anschlussberufung. Die Privatkläger 

beantragten überdies die Abweisung der vom Beschuldigten gestellten Beweisan-

träge (Urk. 57, 59 und 61). Nachdem sich die Staatsanwaltschaft trotz der obliga-

torischen Fristansetzung nicht hatte zu den Beweisanträgen des Beschuldigten 

vernehmen lassen, wurde ihr mit Präsidialverfügung vom 2. März 2020 hierzu er-

neut Frist angesetzt (Urk. 64). Mit Eingabe vom 4. März 2020 zog die Verteidi-

gung den Beweisantrag betreffend Befragung von F._____ und G._____ zurück, 

da dieser versehentlich gestellt worden sei (Urk. 66). Die Staatsanwaltschaft be-

antragte schliesslich mit Eingabe vom 5. März 2020 die Abweisung der vom Be-

schuldigten gestellten Beweisanträge (Urk. 68). 

4.  Mit Präsidialverfügung vom 12. März 2020 wurden die verbleibenden Be-

weisanträge des Beschuldigten (Einvernahme der Privatklägerin C._____ und von 

H._____) abgewiesen (Urk. 70). 

5.  Am 24. Juni 2020 wurden die Parteien zur heutigen Berufungsverhandlung 

vorgeladen, wobei der Staatsanwaltschaft und den Privatklägern das Erscheinen 

freigestellt wurde (Urk. 72). 

6.  Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte A._____ in 

Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ sowie 

Rechtsanwältin lic. iur. Z2._____ als neue Beiständin des Privatklägers B._____ 

und Rechtsanwältin MLaw Y2._____, substitutionsbevollmächtigt durch die sich 

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im Mutterschaftsurlaub befindende Rechtsanwältin MLaw Y1._____, als Vertrete-

rin der Privatklägerin C._____. Es waren keine Vorfragen zu entscheiden und es 

wurden keine weiteren Beweisanträge gestellt. In der Sache selbst stellten die 

Parteien die eingangs wiedergegebenen Anträge (Prot. II S. 6 ff.). Das Verfahren 

ist spruchreif. 

II. Prozessuales 

1. Antrag der Privatklägerin betreffend Landesverweisung 

1.1. Anlässlich der Berufungsverhandlung liess die Privatklägerin den Antrag 

stellen, es sei das vorinstanzliche Urteil, soweit dieses eine Landesverweisung 

des Beschuldigten anordne, aufzuheben und es sei von einer Landesverweisung 

abzusehen (Urk. 86 S. 2). 

1.2. Da die Privatklägerin weder eine eigenständige Berufung noch eine An-

schlussberufung gegen das erstinstanzliche Urteil erhoben hat, da sie durch den 

besagten Entscheid auch nicht persönlich beschwert ist und da sie insbesondere 

auch über keine Legitimation verfügt, eine ausgesprochene Sanktion anzufechten 

(Art. 382 Abs. 2 StPO), ist auf den entsprechenden Antrag der Privatklägerin nicht 

einzutreten. 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Die Berufungserklärung des Beschuldigten richtet sich gegen seine Ver-

urteilung wegen Gefährdung des Lebens, mehrfacher einfacher Körperverletzung 

und versuchter Drohung (Dispositiv-Ziffer 1, 1. bis 3. Lemma), die Strafzumes-

sung mit Ausnahme der ausgefällten Übertretungsbusse (Dispositiv-Ziffer 2 und 

3), die Anordnung der Landesverweisung (Dispositiv-Ziffern 5 und 6), die Zivilfor-

derungen der Privatkläger (Dispositiv-Ziffern 7 bis 10) sowie die Kostenauflage 

(Dispositiv-Ziffern 15 und 16; Urk. 83 S. 1 f.). 

2.2. Nicht angefochten und somit in Rechtskraft erwachsen sind die Dispositiv-

Ziffer 1, 4.-7. Lemma (Schuldsprüche betreffend SVG-Delikte und mehrfache 

Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes), Dispositiv-Ziffer 2, 2. Halbsatz (Aus-

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fällung einer Übertretungsbusse), Dispositiv-Ziffer 3, letzter Satz (Vollzug der 

Übertretungsbusse), Dispositiv-Ziffer 4 (Festsetzung der Ersatzfreiheitsstrafe) so-

wie die Dispositiv-Ziffern 11 bis 14 (Festsetzung der Gerichtskosten und der Ent-

schädigung der amtlichen Verteidigung bzw. der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatkläger) des vorinstanzlichen Urteils, was vorab festzustellen ist. 

2.3. Nachdem der Beschuldigte als einziger Berufung führt, steht die Überprü-

fung des angefochtenen Urteils im Übrigen unter dem Vorbehalt des Verschlech-

terungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

3. Formelles 

3.1. Soweit nachfolgend auf Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen 

Entscheid verwiesen wird, erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO 

(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 6B_570/2019 vom 23. September 2019, 

E. 4.2, m.w.H.), auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung findet. 

3.2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und je-

des einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249, 

E. 1.3.1, mit Hinweisen). Die Berufungsinstanz kann sich somit in der Begründung 

auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. 

III. Schuldpunkt 

A. Vorfall vom 1. Januar 2018 (Anklageziffer I.; Privatklägerin: C._____) 

1. Die Vorinstanz erachtete diesen Anklagesachverhalt gestützt auf ihre 

Würdigung der vorliegenden Beweismittel "im Wesentlichen" als erstellt, mit der 

Einschränkung, dass nicht erstellt sei, dass die Privatklägerin durch Äusserungen 

des Beschuldigten in Angst versetzt worden sei. Ferner ergänzte die Vorinstanz 

den Anklagesachverhalt zu Gunsten des Beschuldigten dahingehend, dass als 

erstellt betrachtet werden könne, dass der Beschuldigte zusammen mit den Kin-

dern ins Kinderzimmer geflüchtet sei und dort von innen die Tür zugehalten habe, 

während die Privatklägerin gegen die Tür gepoltert habe, sich Zugang zum Kin-

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derzimmer habe verschaffen wollen und dabei auch das Küchenmesser in der 

Hand gehalten habe. Auf diese zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz kann 

vorab grundsätzlich verwiesen werden (Urk. 51 S. 6 bis 15). 

2.1 Der Beschuldigte wandte im Berufungsverfahren einerseits dagegen ein, 

dass eine Lebensgefahr der Privatklägerin aufgrund der Ereignisse am 1. Januar 

2018 nicht zweifelsfrei erstellt werden könne. Der Beschuldigte habe die Privat-

klägerin nicht am Hals gepackt und in die Luft gehoben. Zwar seien die bekannten 

und ärztlich festgestellten Verletzungen (Schädelprellung, Verstauchung an der 

Halswirbelsäule, Blutergüsse am Becken, der rechten Hand, an beiden Oberar-

men und am Oberschenkel sowie Kratzwunden am rechten Oberarm) unstrittig 

und nach Aussage der Verteidigung dem Gerangel um das Messer geschuldet; 

diese hätten jedoch keine Lebensgefährdung bei der Privatklägerin zur Folge ge-

habt. Eine folgende Magnet-Resonanz-Bildgebung habe zudem keine Anzeichen 

einer Schädigung von Hals, Hirn oder grosser Blutgefässe gezeigt und solche 

seien auch nicht den ärztlichen Berichten des Hausarztes der Privatklägerin oder 

dem Bericht des erstbehandelnden Arztes im Kantonsspital Zug zu entnehmen. 

Erst anlässlich der Begutachtung durch das Rechtsmedizinische Institut der Uni-

versität Zürich (nachfolgend "IRM"), habe die Privatklägerin über Sehstörungen, 

Halsschmerzen und Schluckbeschwerden geklagt. Da objektiv daher keine Ver-

letzungsfolgen sichtbar seien, die auf ein Würgen hindeuten würden, sei die Le-

bensgefahr im Gutachten des IRM lediglich aufgrund der subjektiven Angaben der 

Privatklägerin betreffend ihre Sehstörungen, Schluckbeschwerden und dem an-

haltenden Schwindel seit dem Ereignis bejaht worden. Hierbei handle es sich um 

Aussagen der Privatklägerin, welche nicht anlässlich einer rechtskonformen Be-

fragung gemacht worden und entsprechend unverwertbar seien. Daher könne für 

die Bejahung einer Lebensgefahr nicht auf diese Aussagen abgestellt werden. 

Sollte sodann ein Anheben der Privatklägerin stattgefunden haben, so hätte dies 

auch so vorgenommen werden können, dass der Beschuldigte die Privatklägerin 

weniger am Hals als vielmehr am Kopf hochgehoben habe (Urk. 83 S. 6 ff.).  

2.2 Andererseits habe der Beschuldigte mit seinen eingestanden Handlungen 

lediglich auf einen widerrechtlichen Angriff der Privatklägerin reagiert, da diese 

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sich wütend mit einem Messer bewaffnet Zutritt zum Kinderzimmer, wohin sich 

der Beschuldigte mit den gemeinsamen Kindern zurückgezogen habe, habe ver-

schaffen wollen. Aufgrund der hierdurch verursachten Gefahrenlage für die kör-

perliche Unversehrtheit der Kinder der Parteien und des Beschuldigten seien sei-

ne Handlungen nachvollziehbar und plausibel gewesen und er habe lediglich mit 

dem Willen gehandelt, den andauernden Angriff abzuwenden, weshalb nicht von 

einer skrupellosen Tatbegehung gesprochen werden könne. Vielmehr habe der 

Beschuldigte, da der Angriff noch im Gange gewesen sei, in rechtfertigender Not-

wehr gehandelt, als er versuchte, der Privatklägerin das Messer zu entwenden, 

zumal mit der körperlichen Unversehrtheit beider Beteiligten gleichwertige 

Rechtsgüter betroffen gewesen seien. Ginge man davon aus, dass der Beschul-

digte nach der Messerentwendung nicht genügend besonnen und verantwortlich 

reagiert habe, so sei dies auf eine entschuldbare Aufregung und Bestürzung des 

Beschuldigten zurückzuführen. Ginge man weiter davon aus, dass der Beschul-

digte bei der Abwehr die zeitlichen Grenzen der Notwehr überschritten habe, so 

sei eine Strafmilderung angezeigt, eventualiter der Beschuldigte wegen einfacher 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB zu bestrafen (Urk. 83 S. 2 ff. 

und S. 10 ff.). 

3.1 Was die von der Verteidigung geltend gemachte Notwehrsituation des 

Beschuldigten anbelangt, ist festzuhalten, dass sowohl die Privatklägerin als auch 

der Beschuldigte grundsätzlich übereinstimmend und glaubhaft geschildert haben, 

dass es nach der Rückkehr des Beschuldigten in die eheliche Wohnung am Mor-

gen des 1. Januar 2018 zunächst zu einer heftigen verbalen Auseinandersetzung 

wegen Beziehungsproblemen zwischen den Ehegatten gekommen ist, in deren 

Verlauf die Privatklägerin schliesslich ein Küchenmesser behändigte, worauf der 

Beschuldigte zusammen mit den Kindern in das Kinderzimmer flüchtete und die 

Tür von innen zuhielt, während die Privatklägerin mit der Hand dagegen hämmer-

te und ausrief, sie werde sich umbringen, wenn das so weitergehe (Hervorhebung 

durch das Gericht; Urk. 6/2 S. 3 f.; Urk. 7/1 S. 2; Urk. 7/3 S. 6 f.; Prot. I S. 13 f.). 

Entsprechend erweisen sich sämtliche Vorbringen der amtlichen Verteidigung be-

treffend einen angeblichen widerrechtlichen Angriff der Privatklägerin, welchen 

der Beschuldigte habe abwehren müssen, als unbehilflich. Aufgrund der überein-

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stimmenden Aussagen der Parteien äusserte die Privatklägerin zu keinem Zeit-

punkt einen Schädigungswillen gegenüber dem Beschuldigten oder der Kinder, 

weshalb auch nicht von einem widerrechtlichen Angriff der Privatklägerin ausge-

gangen werden kann. 

Den weiteren Verlauf des Geschehens schilderten die Beteiligten demgegenüber 

unterschiedlich: Während die Privatklägerin zusammengefasst ausführte, sie ha-

be das Messer schliesslich in die Küche zurück gelegt, woraufhin der Beschuldig-

te zu ihr in die Küche gekommen sei und sie dort mehrfach gewürgt, getreten, an 

den Haaren gepackt und gegen die Wand geschlagen sowie an den Armen ge-

packt und gezogen habe (Urk. 7/1 S. 2 f.; Urk. 7/3 S. 8 ff.), gab der Beschuldigte 

im Wesentlichen an, er habe schliesslich die Türe des Kinderzimmers geöffnet, 

die Privatklägerin an den Armen gepackt, ihr das Messer weggenommen und 

dann mit den Kindern die Wohnung verlassen (Urk. 6/2 S. 4; Urk. 6/3 S. 5 f.; 

Urk. 6/4 S. 8; Prot. I S. 14). 

3.2 Bereits die Vorinstanz hat zutreffend dargelegt, dass die Privatklägerin über 

den Verlauf der Auseinandersetzung mit dem Beschuldigten konstante und 

glaubhafte Aussagen gemacht hat (Urk. 51 S. 8 ff.). Dem ist einzig beizufügen, 

dass dies insbesondere auch auf den vom Beschuldigten bestrittenen Würgevor-

gang zutrifft, den die Privatklägerin sehr anschaulich und detailreich aus ihrer 

Perspektive zu schilden vermochte (Urk. 7/1 S. 2 und 3; Urk. 7/3 S. 9 f.). 

3.3 Demgegenüber erweisen sich die Aussagen des Beschuldigten als wenig 

überzeugend. Ergänzend zu den diesbezüglich grundsätzlich zutreffenden Aus-

führungen der Vorinstanz (Urk. 51 S. 10 f.) ist darauf hinzuweisen, dass der Be-

schuldigte zum eigentlichen Kerngeschehen seiner Darstellung nicht nur inhalts-

arme ("an den Armen gepackt und das Messer weggenommen"), sondern auch 

widersprüchliche Angaben machte. So führte er zu seiner Gefühlslage und Moti-

vation, schliesslich die Zimmertüre zu öffnen, um der Privatklägerin das Messer 

wegzunehmen, zunächst aus, er habe verhindern wollen, dass die Privatklägerin 

sich umbringe und er dann "mit den Kindern über ihre Leiche gehen" müsse 

(Urk. 6/2 S. 4). Demgegenüber behauptete er in einer späteren Befragung, er ha-

be sich und die Kinder beschützen wollen (Urk. 6/3 S. 6). Anlässlich der vo-

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rinstanzlichen Hauptverhandlung brachte er sodann zunächst vor, die Privatkläge-

rin habe gedroht, sich umzubringen, er habe aber nicht gewusst, ob sie sich oder 

ihn oder die Kinder habe umbringen wollen (Prot. I S. 14), dann wiederum, er sei 

in "Panik" gewesen und habe nicht gewusst, ob er sich um sich, um die Privatklä-

gerin oder um die Kinder kümmern solle, wobei er vor der Privatklägerin keine 

richtige Angst gehabt habe, weil "eine Frau immer noch eine Frau" sei (Prot. I 

S. 17). Schliesslich bestritt er auf Ergänzungsfrage sogar – entgegen seinen un-

mittelbar vorhergehenden Aussagen – gehört zu haben, dass die Privatklägerin 

gesagt habe, sie wolle sich umbringen. Er habe Angst vor dem Messer gehabt 

(Prot. I S. 18 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung sagte der Beschuldigte auf 

Befragen erneut aus, dass er sich und die Kinder vor dem widerrechtlichen Angriff 

der Privatklägerin habe schützen wollen und lediglich die Türe geöffnet habe, als 

sich der auf der Tür lastende Widerstand, den die Privatklägerin zuvor verursacht 

habe, verringert und er daher angenommen habe, dass die Privatklägerin sich 

nicht mehr gegen die Türe stämmen würde. Als er die Türe aufgemacht habe, sei 

die – weiterhin vor der Türe stehende – Privatklägerin ein wenig nach vorne ins 

Kinderzimmer gestolpert, in welchem Moment er dann versucht habe, ihr das 

Messer zu entwenden (Urk. 82 S. 22 f.). 

Ein weiterer wesentlicher Widerspruch in den Aussagen des Beschuldigten findet 

sich bezüglich des Ablaufs der von ihm behaupteten "Rangelei um das Messer" 

mit der Privatklägerin. Während der Beschuldigte hierzu zunächst ausführte, die-

se habe unmittelbar vor der Tür des Kinderzimmers ("Ich habe die Türe geöffnet 

und sie sofort an beiden Armen gepackt.", Urk. 6/2 S. 4) bzw. "im Korridor" statt-

gefunden – von einem Streit in der Küche könne er nichts sagen – (Urk. 6/4 S. 8), 

brachte er anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung erstmals vor, die 

Privatklägerin und er seien durch das Gerangel in der Küche gelandet, wo es zu 

einer Auseinandersetzung gekommen sei und er sie auch weggeschubst und das 

Messer in die Küchenschublade getan habe (Prot. I S. 14). In der Befragung an-

lässlich der Berufungsverhandlung fügte er neu an, dass er versucht habe, der 

Privatklägerin das Messer zu entwenden, als er die Türe geöffnet habe und diese 

in der Überraschung ein wenig nach vorne gestolpert sei. Er habe dann zuerst ih-

re beiden Hände mit seinen beiden Händen gepackt, um dann auf Ergänzungs-

- 15 - 

frage hin anzugeben, dass er die beiden Hände der Privatklägerin schliesslich mit 

einer Hand festgehalten habe und ihr so habe das Messer entwenden können. 

Dabei hätten sich die Parteien während dieser Rangelei in die Küche verschoben, 

wo er das entwendete Messer in eine Schublade gelegt habe (Urk. 82 S. 21 ff.). 

Bei den vorstehend aufgezeigten Widersprüchen handelt es sich offenkundig 

nicht um bloss unwesentliche Differenzen in den Aussagen, wie sie im Rahmen 

mehrerer Befragungen häufig auftreten können, sondern vielmehr um eine im 

Kern andere Darstellung des vom Beschuldigten geltend gemachten Sachver-

halts, was gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spricht. So ist auch die 

Aussage, er habe der Privatklägerin das Messer entwendet, indem er ihre beiden 

Hände mit einer Hand festgehalten haben will, äusserst unglaubhaft, insbesonde-

re wenn man – gemäss seinen Aussagen – davon ausgehen müsste, dass die 

Privatklägerin zu diesem Zeitpunkt sehr wütend war und erheblichen Widerstand 

leistete. 

Schliesslich haben sowohl die Vorinstanz als auch der Beschuldigte selbst bereits 

richtig erkannt, dass die Aussagen des Beschuldigten (im Gegensatz zu denjeni-

gen der Privatklägerin) die von der Privatklägerin nachweislich erlittenen Verlet-

zungen (insbesondere die zahlreichen Blutergüsse an Kopf, Hals und Rücken, 

vgl. Urk. 9/7 S. 3 ff. sowie Urk. 2) nicht bzw. nur ungenügend zu erklären vermö-

gen (vgl. Urk. 51 S. 11; Urk. 6/2 S. 5; Urk. 6/3 S. 5 f.; Prot. I S. 15 f.). Insbesonde-

re sein Vorbringen, die Privatklägerin habe sich die Verletzungen am Hals in der 

Zeit zwischen der physischen Auseinandersetzung am 1. Januar 2018 und der 

Aufnahme der Beweisbilder durch die Kantonspolizei Zug am 4. Januar 2018 zu-

gezogen, überzeugt nicht, zumal bereits die von der Privatklägerin noch am 

1. Januar 2018 aufgenommenen Bilder ihres Halses entsprechende Verletzungen 

klar dokumentieren (Urk. 2 S. 5). 

3.4 Zusammenfassend ist bezüglich des Ablaufs der Auseinandersetzung vom 

1. Januar 2018 auf die durchwegs glaubhaften Aussagen der Privatklägerin und 

nicht auf die Aussagen des Beschuldigten abzustellen. Nachdem die Privatkläge-

rin das Messer von sich aus in die Küche zurückgebracht hatte, folgte ihr der Be-

schuldigte dorthin, griff sie unvermittelt in der in der Anklage beschriebenen Art 

- 16 - 

und Weise tätlich an und fügte ihr dadurch die in der Anklage beschriebenen Ver-

letzungen zu. Eine Notwehr- oder notwehrähnliche Situation lag dabei bereits in 

tatsächlicher Hinsicht offenkundig nicht (mehr) vor, zumal die Privatklägerin ihren 

"Angriff" bereits von sich aus beendet und ohnehin immer "nur" davon gespro-

chen hatte, sie werde sich (selber) umbringen, wenn das so weitergehe (und nicht 

den Beschuldigten oder die Kinder). Der Anklagesachverhalt unter Ziffer I. ist da-

mit grundsätzlich erstellt, wobei mit der Vorinstanz (in Urk. 51 S. 15) festzuhalten 

ist, dass aufgrund der klar anderslautenden Aussagen der Privatklägerin nicht er-

stellt ist, dass sie durch die vom Beschuldigten anlässlich des Vorfalls geäusserte 

Todesdrohung in Angst versetzt wurde, weshalb hierbei mit der Vorinstanz ledig-

lich von einem Versuch auszugehen ist (vgl. Urk. 7/3 S. 12). 

4. Hinsichtlich des von der Verteidigung bestrittenen Eintritts einer Lebensge-

fahr bei der Privatklägerin (vgl. Prot. I S. 36 ff. und Urk. 83 S. 6 ff.) ist auszufüh-

ren, dass im Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 

30. Januar 2018 über die körperliche Untersuchung der Privatklägerin vom 9. Ja-

nuar 2018 überzeugend dargelegt wurde, dass insbesondere aufgrund des von 

der Privatklägerin beschriebenen Vorgehens des Beschuldigten (beidhändiges 

Hochheben der Privatklägerin am Hals mit Verlust des Bodenkontakts), aber auch 

– unabhängig davon – aufgrund der von der Privatklägerin angegebenen subjekti-

ven Beeinträchtigungen (insbesondere des "Schwarzwerdens vor Augen") in 

rechtsmedizinischer Hinsicht vom Eintritt einer Lebensgefahr bei der Privatkläge-

rin ausgegangen werden muss. Dies, auch wenn im Untersuchungszeitpunkt 

(acht Tage nach dem Ereignis) keine Stauungsblutungen an den Kopfschleimhäu-

ten mehr festgestellt werden konnten. An der Halshaut der Privatklägerin seien 

jedoch Befunde erhoben worden, die als Würgemale interpretiert werden könnten 

(Urk. 9/7 S. 5). Entgegen der Verteidigung kann sodann keine Rede davon sein, 

dass diese gutachterlichen Feststellungen nur auf subjektiven Angaben der Pri-

vatklägerin basieren würden, welche sie nur gegenüber dem Gutachter gemacht 

hätte. Bereits die Vorinstanz hat diesen Einwand zutreffend widerlegt (Urk. 51 S. 

13 f.). Hervorzuheben gilt es hierbei lediglich, dass die Verletzungen auch auf den 

Bildern der Privatklägerin vom 1. Januar 2018 und auf den durch die Kantonspoli-

zei Zug gemachten Bildaufnahmen vom 4. Januar 2018, welche bezüglich Bluter-

- 17 - 

güsse und Abdrücke mit den Bildern vom 1. Januar 2018 übereinstimmen, auf ein 

Würgen hindeuten. Daher verfügte das IRM auch über Sachbeweismittel, welches 

es bei seiner Beurteilung, ob eine Lebensgefahr eingetreten sei, berücksichtigte 

(vgl. Urk. 9/7). 

Somit ist insbesondere auch erstellt, dass der Beschuldigte durch das Würgen 

und Hochheben der Privatklägerin diese in unmittelbare Lebensgefahr brachte. 

5. Zur rechtlichen Würdigung sowie zum Vorliegen des subjektiven Tatbestan-

des hat die Vorinstanz bereits zutreffende Ausführungen gemacht, auf die verwie-

sen werden kann (Urk. 51 S. 18 ff.). Hervorzuheben ist dabei noch einmal, dass 

der Beschuldigte keinen nachvollziehbaren Anlass hatte, mit derart massiver Ge-

walt und insbesondere mit einem offensichtlich lebensbedrohlichen Würgeangriff 

gegen die Privatklägerin vorzugehen, die zuvor aus erkennbarer Verzweiflung 

über die anhaltenden Eheprobleme geäussert hatte, sie werde sich selber um-

bringen, wenn das so weitergehe. Das Messer, welches sie vorübergehend dazu 

benutzt hatte, um ihrer Äusserung Nachdruck zu verleihen, hatte sie bereits selbst 

wieder in die Küche zurückgebracht, als der Angriff des Beschuldigten erfolgte. 

Sie war mithin im Zeitpunkt des Angriffs unbewaffnet und dem Beschuldigten (wie 

dieser auch selber zugab) körperlich unterlegen. Unter diesen Umständen erweist 

sich das gewaltsame Vorgehen des Beschuldigten ohne Weiteres als skrupellos. 

6. Der Beschuldigte ist damit bezüglich Anklageziffer I der Gefährdung des 

Lebens im Sinne von Art. 129 StGB, der einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 3 StGB sowie der versuchten Drohung im 

Sinne von Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB schuldig zu sprechen. 

B. Vorfall vom 23. September 2017 (Anklageziffer II.; Privatkläger: B._____) 

1. Die Vorinstanz erachtete auch diesen Anklagesachverhalt gestützt auf ihre 

Würdigung der vorliegenden Beweismittel als erstellt. Auf diese zutreffenden Aus-

führungen der Vorinstanz kann vorab verwiesen werden (Urk. 51 S. 16 f.). 

- 18 - 

2.1 Der Beschuldigte anerkannte anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhand-

lung, den Schlüsselbeinbruch beim damals 5 ½ - jährigen Privatkläger verursacht 

zu haben, indem er ihn am Abend des 23. September 2017 in der ehelichen 

Wohnung mit beiden Händen an der rechten Schulter gegen ein Bettsofa gedrückt 

habe, um ihn ruhigzustellen, welcher Ablauf als Ursache für den Schlüsselbein-

bruch des Privatklägers gemäss der Beurteilung im Aktengutachten des Instituts 

für Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 27. Juli 2018 plausibel erscheint 

(vgl. Urk. 10/8 S. 5). Der Beschuldigte erklärte, er habe dies getan, nachdem er 

wütend geworden sei, weil der Privatkläger einen Lachanfall während des Be-

suchs eines befreundeten Paars gehabt habe. Er habe dem Privatkläger aber 

nicht das Schlüsselbein brechen wollen und es sei ihm damals auch nicht be-

wusst gewesen, dass er dies getan habe. Heute sei ihm bewusst, dass er zu fest 

gedrückt habe (Prot. I S. 11 ff.; vgl. auch Urk. 10/8 S. 5). 

2.2 Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte in seiner Be-

fragung aus, dass lediglich aufgrund der Akten und der Aussagen habe erstellt 

werden können, dass er dem Privatkläger das Schlüsselbein gebrochen habe. Er 

sei bis zu seiner Verhaftung davon ausgegangen, dass der Privatkläger sich diese 

Verletzung anlässlich eines Sturzes aus dem Bett nach besagtem Vorfall zugezo-

gen habe und dass ihm dies so von der Privatklägerin auch mitgeteilt worden sei. 

Erst anlässlich der Verhaftung am 9. Januar 2018 habe er davon erfahren, dass 

ihm vorgeworfen werde, diese Verletzung beim Privatkläger verursacht zu haben. 

Er habe mit dem Privatkläger eine Auseinandersetzung gehabt und es sei mög-

lich, dass er diesem dabei das Schlüsselbein gebrochen habe, zumal er in diesem 

Zeitpunkt nicht habe abschätzen können, wie viel es vertrage und wie viel nicht 

(Urk. 82 S. 17 ff.).  

2.3 Der amtliche Verteidiger führte im Anschluss daran zum objektiven Tatbe-

stand aus, dass aufgrund der Beweismittel davon ausgegangen werden müsse, 

dass die Verletzung des Privatklägers durch den Beschuldigten verursacht wor-

den sei. Hingegen sei die Voraussetzung der eventualvorsätzlichen Begehung 

nicht gegeben, da gemäss Gutachter keine allgemeine Aussage darüber gemacht 

werden könne, wie gross die auf eine Schlüsselbein eines Fünfjährigen ein-

- 19 - 

wirkende Kraft sein müsse, um einen Bruch zu verursachen. Dies hänge massge-

blich vom einwirkenden Körperteil, von der Einwirkungsdauer, von der Einwir-

kungsfläche, sowie von der Beschaffenheit des Widerlagers ab. Über all diese 

Punkte sei jedoch nichts Genaueres bekannt, weshalb nicht von einer massiven 

Krafteinwirkung ausgegangen werden könne, zumal das Schlüsselbein besonders 

bei Kindern sehr leicht zu brechen tendiere und daher eine Schlüsselbeinbruch 

auch als Kinderverletzung gelte. Der Beschuldigte habe nicht gewusst, dass er 

mit dem Zurückhalten des Privatklägers auf dem Bettsofa eine Verletzung verur-

sachen könne und es sei ausgeschlossen, dass er diese bewusst in Kauf ge-

nommen habe, da offensichtlich sei, dass er den Eintritt des Erfolgs innerlich ab-

gelehnt habe. Es wäre somit höchstens von einer fahrlässigen Körperverletzung 

auszugehen, welche jedoch vorliegend mangels eines Strafantrags nicht bestraft 

werden könne (Urk. 83 S. 12 f.) 

3. Zur rechtlichen Würdigung sowie zum Vorliegen des subjektiven Tatbestan-

des hat die Vorinstanz bereits zutreffende Ausführungen gemacht, auf die vollum-

fänglich verwiesen werden kann (Urk. 51 S. 22 f.). Hervorzuheben gilt es lediglich, 

dass das Gutachten des IRM – entgegen den Vorbringen der amtlichen Vertei-

digung – eben gerade davon spricht, dass Bagatelltraumata, wie der Beschuldigte 

das Ereignis qualifiziert haben möchte, bei gesunden Kindern nicht zu Knochen-

brüchen führen (Urk. 10/8 S. 4). Da es sich beim Privatkläger – in Abwesenheit 

anderslautender Vorbringen – um ein gesundes Kind handelt bzw. handelte, be-

darf es daher keiner vertieften Abklärung betreffend das einwirkende Körperteil, 

die Einwirkungsdauer, die Einwirkungsfläche, sowie die Beschaffenheit des Wi-

derlagers, um festzustellen, dass der Beschuldigte mit übermässiger Kraft auf den 

Privatkläger einwirkte. Dies wiederum entkräftet die Behauptung des Beschuldig-

ten, er habe nicht wissen können, dass seine Handlungen zu einem Knochen-

bruch beim Privatkläger führen könnten, da eben nicht von einer moderaten Ge-

walteinwirkung ausgegangen werden kann. Entsprechend ist die Vorinstanz zu-

recht davon ausgegangen, dass der Beschuldigte die einfache Körperverletzung 

beim Privatkläger in Kauf genommen hat, als er diesen auf das Bettsofa drückte. 

- 20 - 

4. Der Beschuldigte ist damit bezüglich Anklageziffer II. der einfachen Körper-

verletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig zu 

sprechen. 

IV. Strafzumessung und -vollzug 

1. Vorinstanzliches Urteil und Vorbringen des Beschuldigten 

1.1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 

36 Monaten, welche sie im Umfang von 24 Monaten, unter Ansetzung einer Pro-

bezeit von vier Jahren, bedingt aufschob und im Umfang der restlichen 12 Monate 

als vollziehbar erklärte (Urk. 51 S. 32 ff.). 

1.2. Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren dagegen zuerst vor, dass 

die Vorinstanz zu Unrecht das Vorliegen eines widerrechtlichen Angriffs seitens 

der Privatklägerin vernachlässigt habe. Der Beschuldigte habe zuerst vor der sehr 

wütenden und mit einem Messer bewaffneten Privatklägerin flüchten müssen, 

weshalb die folgenden Handlungen des Beschuldigten nicht als Bestrafung der 

Privatklägerin und damit auch nicht als besonders verwerflich betrachtet werden 

könnten und eine Notwehr- oder Notstandssituation dargestellt hätten. Auch wenn 

dies verneint würde, so habe der Beschuldigte doch in schwerer Bedrängnis oder 

in einer entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung gehandelt, weshalb eine Stra-

fe nach Art. 48 lit. a Ziff. 2 oder nach Art. 48 lit. c StGB milder ausfallen müsse. 

Weiter sei der Beschuldigte vor dem besagten Vorfall noch nie gewalttätig gewor-

den, weshalb kein Grund für die Vorinstanz bestanden habe, ihn als Gewaltver-

brecher darzustellen. Insgesamt erachtet die Verteidigung eine Bestrafung des 

Beschuldigten für die vorsätzliche einfache Körperverletzung zulasten der Privat-

klägerin mit 60 Tagessätzen als angemessen (Urk. 83 S. 13). 

2. Grundsätze der Strafzumessung 

2.1. Die Vorinstanz hat zum anwendbaren Recht, zu den Grundsätzen der 

Strafzumessung sowie zum massgeblichen Strafrahmen zutreffende Ausführun-

gen gemacht, auf die vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 51 S. 24 ff.). 

- 21 - 

2.2. Ergänzend bzw. präzisierend dazu ist festzuhalten, dass es das Bundesge-

richt in BGE 144 IV 217, E. 3.5.3 f., nunmehr explizit ausgeschlossen hat, mehre-

re Delikte für die Strafzumessung zu einer "Tateinheit" zusammenzufassen. Viel-

mehr ist zunächst für jedes Delikt innerhalb seines jeweiligen Strafrahmens eine 

Einzelstrafe (zumindest anhand der jeweiligen Tatkomponenten) festzulegen. 

Diese Einzelstrafen sind dann – soweit sie gleichartig ausfallen – erst in einem 

zweiten Schritt gegebenenfalls zu (einer oder mehreren) Gesamtstrafen im Sinne 

von Art. 49 Abs. 1 StGB zusammenzufassen. Bei der Gesamtstrafenbildung ist 

sodann jeweils von der für die schwerste Tat (pro Strafart) festgelegten Einzel-

strafe als Einsatzstrafe auszugehen und diese ist dann für die übrigen Einzelstra-

fen (derselben Strafart) unter Beachtung des Asperationsprinzips angemessen zu 

erhöhen, so dass die Gesamtstrafe höher ausfällt als die Einsatzstrafe, aber tiefer 

als die Summe der verwirkten Einzelstrafen. Zudem darf die Gesamtstrafe nicht 

tiefer ausfallen als die höchste gesetzliche Mindeststrafe aller daran beteiligten 

Strafrahmen (vgl. BGE 144 IV 217, E. 3.5.1 ff. und E. 4.). 

2.3. Sodann trat am 1. Januar 2018 der revidierte Art. 41 StGB in Kraft, welcher 

die Ausfällung einer Freiheitsstrafe anstelle einer ebenfalls möglichen Geldstrafe 

u.a. dann vorsieht, wenn eine Freiheitsstrafe geboten erscheint, um den Täter von 

der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 41 Abs. 1 

lit. a StGB). Diese Bestimmung dient der sog. negativen Spezialprävention, d.h. 

der individuellen Abschreckung von rückfälligen Tätern, die zuvor bereits erfolglos 

mit Geldstrafen belegt wurden und mit ihrem Rückfall bewiesen haben, dass sich 

die aus Verhältnismässigkeitsgrundsätzen primär auszufällende Geldstrafe bei 

ihnen in präventiver Hinsicht als wirkungslos erweist. In solchen Fällen soll eine 

Freiheitsstrafe ausgesprochen werden (vgl. BSK StGB I-MAZZUCCHELLI, 4. Aufl., 

Basel 2019, N 39 f. zu Art. 41 StGB). 

2.3.1. Nachdem der Beschuldigte seit 2013 bereits vier Mal wegen Strassen-

verkehrsdelikten mit Geldstrafen und Bussen belegt werden musste (vgl. Urk. 52), 

jedoch ungeachtet dessen immer wieder rückfällig wurde, ist davon auszugehen, 

dass Geldstrafen bei ihm keine präventive Wirkung entfalten, weshalb beim 

Beschuldigten die Ausfällung einer Freiheitsstrafe immer auch dann im Sinne von 

- 22 - 

Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB geboten erscheint, wenn das Strafmass grundsätzlich 

noch die Ausfällung einer Geldstrafe erlauben würde (d.h. bis zu 180 Tagessät-

zen, Art. 34 Abs. 1 StGB). Dies gilt allerdings infolge des Rückwirkungsverbots 

nur für die Delikte, die ab dem 1. Januar 2018 begangen wurden. Für diese sind 

jedoch  

– ungeachtet des konkreten Strafmasses – Freiheitsstrafen auszufällen und aus 

diesen ist mithin nach Art. 49 Abs. 1 StGB eine Gesamtstrafe zu bilden. 

2.3.2. Für die am 23. September 2017 begangene einfache Körperverletzung zum 

Nachteil des Privatklägers gelten demgegenüber noch die damals anwendbaren 

Bestimmungen bzw. die diesbezügliche Rechtsprechung des Bundesgerichts, 

welche bis zu einem Strafmass von 360 Tagessätzen von einem "Primat der 

Geldstrafe" ausging (vgl. dazu BGE 134 IV 82, E. 4.1, m.w.H.). Wie noch zu zei-

gen ist, führt dies vorliegend dazu, dass für dieses Delikt eine separate Geldstrafe 

auszufällen sein wird, welche zudem als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staats-

anwaltschaft Winterthur/Unterland vom 25. September 2017 auszugestalten ist. 

3. Tatkomponente Gefährdung des Lebens der Privatklägerin 

3.1. Das schwerste der mit Freiheitsstrafe zu ahndenden Delikte ist ohne Zweifel 

die Gefährdung des Lebens gemäss Art. 129 StGB. Diesbezüglich fällt in objekti-

ver Hinsicht in Betracht, dass der Beschuldigte die Privatklägerin am 1. Januar 

2018 in unmittelbare Lebensgefahr brachte, indem er sie zwei Mal mit beiden 

Händen am Hals packte und in die Luft hob, wodurch sie Verletzungen am Hals, 

einhergehend mit Atemnot, Sehstörungen, Schwindel und Schluckbeschwerden 

erlitt, welche zum Teil noch mehrere Tage anhielten. Das objektive Verschulden 

wiegt damit nicht mehr leicht. 

3.2. In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass die Tat zwar im Rahmen 

einer eskalierten ehelichen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten 

und der Privatklägerin erfolgte, es für ein derart brutales und rücksichtsloses Vor-

gehen des Beschuldigten gegen die Privatklägerin jedoch keinen nachvollziehba-

ren Anlass gab. Der Angriff des Beschuldigten konnte unter den gegebenen Um-

ständen nur entweder dazu dienen, gewaltsam die Oberhand im ehelichen Kon-

- 23 - 

flikt zu erlangen, oder allenfalls dazu, seine eigene Frustration über die ehelichen 

Probleme an der wehrlosen Privatklägerin abzureagieren. Beides ist verwerflich 

und vermag das objektive Verschulden nicht zu relativieren. Für eine relevante 

Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit durch den vorgängigen Alkohol- und Mari-

huanakonsum des Beschuldigten bestehen keine konkreten Anhaltspunkte, zumal 

der Beschuldigte angab, der Marihuanakonsum mache ihn nicht aggressiv, son-

dern beruhige ihn vielmehr (Urk. 6/3 S. 7 und Urk. 82 S. 6 f.). Sodann kann – ent-

gegen der Vorinstanz – von einer Provokation dieses Angriffs durch die Privatklä-

gerin keine Rede sein. Betreffend das Vorbringen des Beschuldigten, er habe in 

Notwehr gehandelt, kann, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden auf die 

obenstehenden Erwägungen hierzu verwiesen werden (vgl. E. III.A.3.1). Da keine 

Bedrohung des Beschuldigten oder der Kinder der Parteien ausgemacht werden 

kann, zumal die Privatklägerin jeweils nur androhte, sie werde sich selber umbrin-

gen, besteht zudem weder Anlass für eine Strafmilderung infolge schwerer Be-

drängnis des Beschuldigten im Tatzeitpunkt im Sinne von Art. 48 lit. a Ziff. 2 StGB 

noch infolge einer entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung im Sinne von 

Art. 48 lit. c StGB. 

3.3. Ausgehend von einem gesamthaft nicht mehr leichten Verschulden ist die 

Einsatzstrafe auf 18 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen. 

4. Tatkomponente einfache Körperverletzung zulasten der Privatklägerin 

4.1. Nebst dem soeben behandelten Würgeangriff fügte der Beschuldigte der 

Privatklägerin zudem im Sinne einer einfachen Körperverletzung direktvorsätzlich 

durch zahlreiche Tritte und Schläge diverse Prellungen und Blutergüsse an Kopf, 

Hals, Armen, Händen, Finger, Becken und Oberschenkel zu, welche nach einigen 

Tagen folgenlos abgeheilt sind. Das objektive Verschulden ist im Rahmen des 

Tatbestandes der einfachen Körperverletzung als nicht mehr leicht zu bewerten. 

4.2. In subjektiver Hinsicht kann auf die vorstehenden Ausführungen hinsichtlich 

der Gefährdung des Lebens verwiesen werden. Das objektive Verschulden wird 

durch das subjektive nicht relativiert. 

- 24 - 

4.3. Ausgehend von einem nicht mehr leichten Verschulden, welches zu einer 

Einzelstrafe von ca. 9 Monaten führen würde, jedoch unter Beachtung des 

Asperationsprinzips und des engen Zusammenhangs mit dem Einsatzdelikt der 

Gefährdung des Lebens, ist die Einsatzstrafe um 5 Monate auf 23 Monate zu 

erhöhen. 

5. Tatkomponente versuchte Drohung zulasten der Privatklägerin 

5.1. Der Beschuldigte äusserte im Rahmen der Auseinandersetzung mit der 

Privatklägerin zudem die Drohung, er habe eine Waffe und werde die Privatkläge-

rin umbringen, was die Privatklägerin jedoch unbeeindruckt liess. Wiewohl es sich 

dabei um eine grundsätzlich schwerwiegende Todesdrohung handelte, verfehlte 

diese hier ihren Zweck, weshalb das objektive Verschulden noch als leicht einge-

stuft werden kann. 

5.2. In subjektiver Hinsicht kann auch hier auf die vorstehenden Ausführungen 

hinsichtlich der Gefährdung des Lebens verwiesen werden. Das objektive Ver-

schulden wird durch das subjektive nicht relativiert. 

5.3. Ausgehend von einem leichten Verschulden, welches zu einer Einzelstrafe 

von ca. 2 Monaten führen würde, jedoch unter Beachtung des Asperationsprinzips 

und des engen Zusammenhangs mit dem Einsatzdelikt der Gefährdung des 

Lebens, ist die Einsatzstrafe um 1 weiteren Monat auf 24 Monate zu erhöhen. 

6. Tatkomponente grobe Verletzung der Verkehrsregeln 

6.1. Am 11. November 2018 um 07:16 Uhr lenkte der Beschuldigte seinen 

Personenwagen Seat Ibiza mit einer massiv überhöhten Geschwindigkeit von net-

to 167 km/h auf der Autobahn A1 in I._____, womit er sich einer groben Verlet-

zung der Verkehrsregeln schuldig machte. Trotz des Tempoexzesses kam es zu 

keiner konkreten Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer. Das objektive Ver-

schulden kann innerhalb des Tatbestandes als noch leicht bewertet werden. 

6.2. In subjektiver Hinsicht gab der Beschuldigte an, er habe eine Bekannte aus 

Serbien von St. Gallen nach Zürich gefahren, damit diese nicht mit dem Bus habe 

- 25 - 

fahren müssen. Er sei zu schnell gefahren, weil er Angst gehabt habe, ohne 

Fahrausweis "erwischt" zu werden. Er könne sich sein Verhalten selbst nicht er-

klären (Prot. I S. 9 f.). Diese Angaben sind nicht geeignet, das objektive Verschul-

den zu relativieren. 

6.3. Ausgehend von einem noch leichten Verschulden, welches zu einer Einzel-

strafe von ca. 4 Monaten führen würde, jedoch unter Beachtung des Asperations-

prinzips, ist die Einsatzstrafe um 2 weitere Monate auf 26 Monate zu erhöhen. 

7. Tatkomponente Fahren in fahrunfähigem Zustand 

7.1. Am 13. November 2018 um ca. 00:20 Uhr lenkte der Beschuldigte seinen 

Personenwagen Seat Ibiza von J._____ über die Autobahn nach K._____, obwohl 

er auf dieser Fahrt infolge vorgängigen Konsums von Marihuana einen THC-

Gehalt im Blut von ca. 2,3 Mikrogramm pro Liter aufwies, womit er sich des Fah-

rens in fahrunfähigem Zustand schuldig machte. Trotz seines fahrunfähigen Zu-

stands kam es zu keiner Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer. Das objektive 

Verschulden kann als eher leicht bezeichnet werden. 

7.2. In subjektiver Hinsicht gab der Beschuldigte an, ein Kollege habe ihn darum 

gebeten, ihn nach K._____ zu fahren, wo er dann in die Polizeikontrolle geraten 

sei (Prot. I S. 7 f.). Diese Angaben sind nicht geeignet, das objektive Verschulden 

zu relativieren. 

7.3. Ausgehend von einem eher leichten Verschulden, welches zu einer Einzel-

strafe von ca. 3 Monaten führen würde, jedoch unter Beachtung des Asperations-

prinzips, ist die Einsatzstrafe um 1 weiteren Monat auf 27 Monate zu erhöhen. 

8. Tatkomponente mehrfaches Fahren ohne Berechtigung 

8.1. Die Fahrten vom 11. und 13. November 2018 unternahm der Beschuldigte, 

obwohl ihm der Führerausweis mit Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 

18. Mai 2017 auf unbestimmte Zeit entzogen worden war, womit er sich des 

mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung schuldig machte. Sein Verschulden 

wiegt in objektiver Hinsicht nicht mehr leicht, missachtete er doch das Fahrverbot 

- 26 - 

innert kurzer Zeit mehrfach und in vollem Bewusstsein seiner Tragweite und legte 

dabei erhebliche Strecken zurück. 

8.2. Seine subjektiven Beweggründe, Kollegen einen Gefallen zu tun, wobei es 

sich nicht ansatzweise um Notfälle oder ähnliches handelte, vermögen das 

objektive Verschulden nicht zu relativieren. 

8.3. Ausgehend von einem nicht mehr leichten Verschulden, welches zu einer 

Einzelstrafe von ca. 6 Monaten führen würde, jedoch unter Beachtung des Aspe-

rationsprinzips, ist die Einsatzstrafe um 3 weitere Monate auf 30 Monate zu erhö-

hen. 

9. Täterkomponente 

9.1. Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kann vorab auf 

die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid ver-

wiesen werden (Urk. 51 S. 28 f.). Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung 

erklärte der Beschuldigte, dass er zwischenzeitlich auf die Arbeitslosentaggelder 

verzichtet habe, obwohl ihm noch solche zugestanden wären. Dies unter ande-

rem, weil er nach seinen Aussagen vom entsprechenden Berater unter Druck ge-

setzt worden sei, eine Stelle zu finden. Zwar arbeite er derzeit auf Abruf und im 

Stundenlohn in einer Autogarage, womit er zwischen Fr. 1'700.– und Fr. 2'000.– 

verdiene, da er jedoch die Autoprüfung erneut machen müsse, um eine Festan-

stellung in dieser Branche zu erhalten, hierfür jedoch nicht über genügend Geld 

verfüge, könne er derzeit keine bessere Anstellung finden. Er gehe weiterhin frei-

willig in eine Therapie, in welcher er mindestens einmal wöchentlich mit dem 

Therapeuten über seine Probleme spreche, konsumiere jedoch gelegentlich wei-

terhin Marihuana. Er sei weiterhin mit der Privatklägerin verheiratet und könne 

seine Kinder aufgrund eines im Eheschutz angeordneten gerichtsüblichen Be-

suchsrechts regelmässig einmal bis mehrmals pro Woche sehen. So begleite er 

insbesondere seinen Sohn, den Privatkläger, regelmässig ins Fussballtraining und 

an den Wochenenden an Fussballmatches des FC O._____. Er hole die Kinder 

jeweils ohne direkten Kontakt zur Privatklägerin ab und bringe die Kinder im An-

schluss an die Besuche jeweils auch wieder zu dieser zurück. Er und die Privat-

- 27 - 

klägerin hätten derzeit zudem täglich Kontakt, wenn es um die Kinder ginge, und 

er komme im Rahmen seiner Möglichkeiten für die Kosten, welche bei den Kin-

dern anfielen, auf und kaufte diesen Schulmaterial und Kleider, wenn sie dies be-

nötigten; den gerichtlich festgesetzten Ehegatten- und Kinderunterhalt könne er 

derzeit jedoch nicht bezahlen. Er befinde sich zudem seit vier Monaten in einer 

Beziehung zu einer Frau, welche er bereits seit längerem kenne, er wünsche sich 

jedoch nach wie vor die eheliche Gemeinschaft mit der Privatklägerin und den 

beiden Kindern wieder aufnehmen zu können (Urk. 82 S. 1 ff).  

Mit der Vorinstanz ergeben sich aus den persönlichen Verhältnissen des Be-

schuldigten keine strafzumessungsrelevanten Faktoren. 

9.2. Der Beschuldigte ist mehrfach wegen Strassenverkehrsdelikten vorbestraft: 

So wurde er am 11. Juli 2013 von der Staatsanwaltschaft Baden wegen Fahrens 

ohne Fahrzeugausweis oder Kontrollschilder sowie missbräuchlicher Verwendung 

von Ausweisen und Kontrollschildern mit einer bedingten Geldstrafe von 

10 Tagessätzen zu Fr. 100.–, welche später widerrufen werden musste, sowie mit 

einer Busse von Fr. 520.– bestraft. Am 19. Januar 2015 wurde er von der Staats-

anwaltschaft Limmattal/Albis wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand sowie ei-

ner Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes mit einer bedingten Geldstrafe 

von 20 Tagessätzen zu Fr. 40.–, welche später widerrufen werden musste, sowie 

mit einer Busse von Fr. 300.– bestraft. Am 23. Mai 2017 wurde er wiederum von 

der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis wiederum wegen Fahrens in fahrunfähi-

gem Zustand sowie einer Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes mit einer 

unbedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 60.– bestraft. Schliesslich 

wurde er am 25. September 2017 von der Staatsanwaltschaft Win-

terthur/Unterland wegen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Entzug des Führe-

rausweises mit einer unbedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 60.– be-

straft (Urk. 52). 

Diese für sich genommen zwar nicht schwer wiegenden, jedoch zahlreichen Vor-

strafen des Beschuldigten wirken sich insbesondere hinsichtlich der einschlägigen 

heute zu beurteilenden Strassenverkehrsdelikte straferhöhend aus. Straferhöhend 

- 28 - 

wirkt sich zudem die Delinquenz des Beschuldigten während laufender Unter-

suchung aus. 

9.3. Zum Nachtatverhalten des Beschuldigten ist auszuführen, dass er sich ge-

rade bezüglich der schwerwiegenden Vorwürfe (Gefährdung des Lebens, einfa-

che Körperverletzung) im Wesentlichen nicht geständig zeigte, sondern – soweit 

er einen körperlichen Angriff überhaupt zugab – die Schuld an der Eskalation bis 

zuletzt der Privatklägerin zuzuschieben versuchte. Geständig zeigte er sich dage-

gen bezüglich der ihm vorgeworfenen Strassenverkehrsdelikte, wobei es ange-

sichts der klaren Beweislage (vgl. Urk. D2/4 und Urk. D3/3) auch wenig zu be-

streiten gab. 

9.4. Gesamthaft resultiert aus der Täterkomponente eine Straferhöhung im 

Umfang von 3 Monaten auf 33 Monate Freiheitsstrafe. 

10. Tatkomponente einfache Körperverletzung zulasten des Privatklägers 

10.1. Die Strafzumessung für die am 23. September 2017 begangene Körper-

verletzung zum Nachteil des Privatklägers ist – wie bereits ausgeführt – nach den 

damals geltenden Bestimmungen vorzunehmen. In objektiver Hinsicht ist dabei zu 

berücksichtigen, dass der Beschuldigte seinem damals 5 ½ - jährigen Sohn einen 

Schlüsselbeinbruch zufügte, indem er ihn mit grosser Kraft in ein Bettsofa drückte. 

Bei einem Schlüsselbeinbruch handelt es sich um eine erhebliche Verletzung, 

welche aber vorliegend offenbar folgenlos ausheilte, wobei der Privatkläger 

während vier Wochen einen sogenannten Rucksackverband tragen musste. Der 

Beschuldigte handelte dabei lediglich mit Eventualvorsatz, an der Grenze zur 

groben Fahrlässigkeit. Sein Vorgehen war wohl grob, ungeeignet und unge-

schickt, jedoch nicht in erster Linie darauf ausgerichtet, eine Verletzung zu verur-

sachen, sondern den Privatkläger durch "ins Bett drücken" ruhigzustellen. Insge-

samt ist das objektive Verschulden als noch leicht zu bewerten. 

10.2. In subjektiver Hinsicht kann dem Beschuldigten zu Gute gehalten werden, 

dass er nicht mit böser Absicht, sondern aus Überforderung handelte, nachdem 

der übermütige Privatkläger nicht ins Bett gehen wollte und immer wieder den Be-

- 29 - 

such gestört hatte. Gleichwohl vermag dies das vom Beschuldigten gewählte, 

grobe Vorgehen letztlich nicht zu relativieren. 

10.3. Insgesamt erscheint für dieses Delikt, ausgehend von einem noch leichten 

Verschulden eine Einzelstrafe bzw. Einsatzstrafe im Bereich von 120 Tagessät-

zen als angemessen. Damit ist zwingend eine Geldstrafe auszufällen, nachdem 

eine kurze Freiheitsstrafe nach Art. 41 Abs. 1 aStGB vorliegend aus mehreren 

Gründen nicht in Betracht kommt, ist der Beschuldigte doch zur Bezahlung einer 

Geldstrafe in der Lage und ist ihm überdies auch keine schlechte Legalprognose 

zu stellen (vgl. auch E. IV.13.1). 

10.4. Da der Beschuldigte dieses Delikt vor seiner Bestrafung mittels Strafbefehl 

der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 25. September 2017 mit 

20 Tagessätzen Geldstrafe beging, ist eine Zusatzstrafe zu dieser zu bilden und 

deshalb die vorstehend festgelegte Einsatzstrafe von 120 Tagessätzen in An-

wendung von Art. 49 Abs. 2 StGB sowie in Anwendung des Asperationsprinzips 

um 10 Tagessätze auf 130 Tagessätze zu erhöhen, nachdem die neu auszufäl-

lende Strafe höher ist als die Grundstrafe (vgl. dazu BGE 142 IV 265, E. 2.4.4, 

m.w.H.). 

11. Täterkomponente 

11.1. Bezüglich der Täterkomponente ist grundsätzlich auf die vorstehenden Er-

wägungen 9.1 und 9.2 zu verweisen, wobei sich die Vorstrafe vom 25. September 

2017 im Rahmen der Zusatzstrafenbildung nicht straferhöhend auswirken kann. 

Die drei restlichen Vorstrafen betreffen ausschliesslich Strassenverkehrsdelikte 

und sind damit vorliegend nur leicht straferhöhend zu berücksichtigen. 

11.2. Strafmindernd wirkt sich aus, dass der Beschuldigte die Verantwortung für 

den Schlüsselbeinbruch des Privatklägers früh in der Untersuchung trotz nicht 

restlos klarer Beweislage übernahm, auch wenn er ausführte und auch heute aus-

führt, dies damals nicht bemerkt bzw. nicht damit gerechnet zu haben (vgl. Urk. 

6/2 S. 6 f., Urk. 6/3 S. 3 ff., Urk. 6/4 S. 8, Prot. I S. 11 ff.), womit kein eigentliches 

Geständnis vorliegt. 

- 30 - 

11.3. Insgesamt resultiert aus der Täterkomponente eine leichte Strafminderung 

um 20 Tagessätze auf 110 Tagessätze. 

11.4. Schliesslich ist von der resultierenden Gesamtstrafe von 110 Tagessätzen 

die bereits ausgefällte Grundstrafe von 20 Tagessätzen abzuziehen, weshalb der 

Beschuldigte für die einfache Körperverletzung zum Nachteil des Privatklägers im 

Resultat mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen als Zusatzstrafe zum Strafbe-

fehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 25. September 2017 zu be-

strafen ist. 

11.5. Die Tagessatzhöhe der Geldstrafe ist gestützt auf die aktuellen Angaben 

des Beschuldigten zu seinen finanziellen Verhältnissen (vgl. Urk. 51 S. 28 f.; 

Urk. 82 S. 2) auf Fr. 70.– festzulegen.  

12. Fazit 

Der Beschuldigte ist somit im Ergebnis mit 33 Monaten Freiheitsstrafe sowie – als 

Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

25. September 2017 – mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 70.– zu 

bestrafen. Die vom Beschuldigten erstandene Haft von 23 Tagen ist dabei an die 

Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB). 

13. Strafvollzug 

13.1. Hinsichtlich des Strafvollzugs kann vollumfänglich auf die zutreffenden Aus-

führungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 51 S. 33 f.), welche sinnge-

mäss auch für die heute ausgefällte Strafe Gültigkeit haben. Zusammengefasst 

ging die Vorinstanz von einer positiven Legalprognose aus, zumal der Beschuldig-

te weder zu einer bedingten noch unbedingten Freiheitsstrafe von mehr als sechs 

Monaten verurteilt wurde, sich um Reintegration in den Arbeitsmarkt bemüht, sich 

freiwillg einer Therapie unterzieht und ihn die 23 Tage Untersuchungshaft ausser-

dem bereits in gewisser Weise beeindruckt zu haben scheinen. 

13.2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe ist damit im Umfang von 22 Monaten bedingt 

aufzuschieben, unter Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren, und im restli-

- 31 - 

chen Umfang von 11 Monaten, abzüglich 23 Tagen erstandener Haft, zu vollzie-

hen. 

13.3. Der Vollzug der Geldstrafe ist bedingt aufzuschieben und die Probezeit auf 

vier Jahre festzusetzen. 

V. Landesverweisung 

1. Vorinstanzliches Urteil und Parteistandpunkt 

1.1. Die Vorinstanz verwies den Beschuldigten in Anwendung von Art. 66a 

Abs. 1 lit. b StGB für fünf Jahre des Landes. Sie erwog diesbezüglich zusammen-

gefasst, dass die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung die gewichti-

gen privaten Interessen des Beschuldigten am Verbleib in der Schweiz überwie-

gen würden, zumal der Beschuldigte mehrfach vorbestraft und die neu auszu-

sprechende Freiheitsstrafe erheblich sei (Urk. 51 S. 36). 

1.2. Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren dagegen vor, dass sich die 

Vorinstanz nicht genügend ausführlich mit der Frage auseinandergesetzt habe, ob 

eine Landesverweisung beim Beschuldigten einen persönlichen schweren Härte-

fall bewirken würde. Insbesondere sei nicht in die Beurteilung eingeflossen, dass 

eine besonders affektive und auch wirtschaftlich enge Beziehung zu seinen Kin-

dern vorliege, dass sich ein Verbleiberecht gestützt auf Art. 8 EMRK ergeben 

würde, dass der Beschuldigte beruflich, gesellschaftlich und sozial in der Schweiz 

integriert sei und seit rund 30 Jahren in der Schweiz lebe, weshalb es seine be-

sondere Stellung als Ausländer, der in der Schweiz aufgewachsen ist, zu berück-

sichtigen gälte, und dass er in ein Land ausgewiesen würde, in dem er noch nie 

gelebt habe. Da somit das Interesse des Beschuldigten an einem Verbleib in der 

Schweiz mangelhaft abgeklärt worden sei, habe gar keine konkrete Interessen-

abwägung gegen die öffentlichen Interessen am Verweis des Beschuldigten satt-

finden können. Betreffend dem öffentlichen Interesse an einem Landesverweis 

des Beschuldigten brachte die Verteidigung vor, dass sämtliche Vorstrafen ledig-

lich Widerhandlungen gegen das SVG beinhaltet hätten und mit ganz tiefen Geld-

strafen sanktioniert worden seien. Zudem seien dem Beschuldigten auch noch die 

- 32 - 

ausländerrechtliche Massnahmen in Aussicht gestellt worden. Entsprechend liege 

kein erhebliches öffentliches Interesse an einer Landesverweisung vor, weshalb 

von einer solchen gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB abgesehen werden müsse 

(Urk. 83 S. 14 ff.). 

2. Allgemeines zur Landesverweisung 

2.1. Der Beschuldigte ist serbischer Staatsangehöriger und hat sich unter ande-

rem der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB schuldig gemacht, 

womit er gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB grundsätzlich des Landes zu verwei-

sen ist. 

2.2. Von der Landesverweisung kann nur "ausnahmsweise" abgesehen werden, 

wenn sie kumulativ (1) einen schweren persönlichen Härtefall bewirken würde 

und (2) die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den pri-

vaten Interessen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. 

Dabei ist der besonderen Situation von Ausländern Rechnung zu tragen, die in 

der Schweiz geboren oder aufgewachsen sind (Art. 66a Abs. 2 StGB; sog. Härte-

fallklausel). Die Härtefallklausel dient der Umsetzung des Verhältnismässigkeits-

prinzips (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV; BGE 146 IV 105, E. 3.4.2; 144 IV 332, E. 3.1.2 und 

E. 3.3.1). Sie ist restriktiv anzuwenden (BGE 144 IV 332, E. 3.3.1). Nach der bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung lässt sich zur kriteriengeleiteten Prüfung des 

Härtefalls im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB der Kriterienkatalog der Bestimmung 

über den "schwerwiegenden persönlichen Härtefall" in Art. 31 Abs. 1 der Verord-

nung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit 

(VZAE; SR 142.201) heranziehen. Da die Landesverweisung strafrechtlicher Na-

tur ist, sind auch strafrechtliche Elemente wie die Aussichten auf soziale Wieder-

eingliederung des Täters in die Interessenabwägung miteinzubeziehen (BGE 144 

IV 332, E. 3.3.2, mit Hinweisen). Zu berücksichtigen sind namentlich der Grad der 

(persönlichen und wirtschaftlichen) Integration, einschliesslich familiäre Bindun-

gen des Ausländers in der Schweiz bzw. in der Heimat, Aufenthaltsdauer und Re-

sozialisierungschancen. Ebenso ist der Rückfallgefahr und wiederholten Delin-

quenz Rechnung zu tragen. Dabei darf das Gericht auch vor dem Inkrafttreten 

- 33 - 

von Art. 66a StGB begangene Straftaten berücksichtigen (Urteil des Bundesge-

richts 6B_1070/2018 vom 14. August 2019, E. 6.2.2, mit Hinweisen). 

2.3. Von einem schweren persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 

StGB ist bei einem Eingriff von einer gewissen Tragweite in den Anspruch des 

Ausländers auf das in Art. 13 BV und Art. 8 EMRK verankerte Recht auf Achtung 

des Privat- und Familienlebens auszugehen (Urteile des Bundesgerichts 

6B_1440/2019 vom 25. Februar 2020, E. 5.3; 6B_1044/2019 vom 17. Februar 

2020, E. 2.4.3; 6B_1299/2019 vom 28. Januar 2020, E. 3.3; je mit Hinweis). Das 

durch Art. 13 BV bzw. Art. 8 EMRK geschützte Recht auf Achtung des Familien-

lebens ist berührt, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme 

eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der Schweiz 

gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigt, ohne dass es dieser 

ohne Weiteres möglich bzw. zumutbar wäre, ihr Familienleben andernorts zu 

pflegen (BGE 144 I 266, E. 3.3, E. 4.2 und E. 5.1; 144 II 1, E. 6.1; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1070/2018 vom 14. August 2019, E. 6.3.2). Zum geschützten 

Familienkreis gehört in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der 

Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 145 I 227, E. 5.3; 144 II 1, E. 

6.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_1474/2019 vom 23. März 2020, E. 1.4). Das 

Verhältnis zu volljährigen Kindern fällt nur dann unter das geschützte Familienle-

ben, wenn ein über die üblichen familiären Beziehungen bzw. emotionalen Bin-

dungen hinausgehendes, besonderes Abhängigkeitsverhältnis besteht; nament-

lich infolge von Betreuungs- oder Pflegebedürfnissen bei körperlichen oder geisti-

gen Behinderungen und schwerwiegenden Krankheiten (BGE 145 I 227, E. 5.3; 

144 II 1, E. 6.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_385/2018 vom 29. November 2018, 

E. 3.2; je mit Hinweisen). Der Anspruch auf Schutz des Privatlebens kann auch 

ohne Familienbezug tangiert sein, wenn ein Ausländer ausgewiesen werden soll. 

Aus diesem Anspruch ergibt sich ein Recht auf Verbleib im Land aber nur unter 

besonderen Umständen. Eine lange Anwesenheit und die damit verbundene nor-

male Integration genügen hierzu nicht; erforderlich sind besonders intensive, über 

eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder 

gesellschaftlicher Natur (BGE 144 II 1, E. 6.1; Urteile des Bundesgerichts 

- 34 - 

6B_1314/2019 vom 9. März 2020, E. 2.3.6; 6B_1044/2019 vom 17. Februar 2020, 

E. 2.5.2). 

2.4. Art. 66a StGB ist EMRK-konform auszulegen. Die Interessenabwägung im 

Rahmen der Härtefallklausel von Art. 66a Abs. 2 StGB hat sich daher an der Ver-

hältnismässigkeitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK zu orientieren (BGE 145 IV 

161, E. 3.4; Urteil des Bundesgerichts 6B_1070/2018 vom 14. August 2019, E. 

6.3.4, mit Hinweisen; vgl. auch zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 

6B_396/2020 vom 11. August 2020, E. 2.4.2. ff.). 

3. Landesverweisung in concreto 

3.1. Der heute 33-jährige Beschuldigte kam nach eigenen Aussagen im Alter von 

5 Jahren, gemäss den Angaben im ZEMIS im Alter von 7 Jahren (vgl. Urk. 19/6), 

aus dem Kosovo in die Schweiz. So oder anders durchlief er hernach in L._____ 

sämtliche obligatorischen Schulen und ist damit im Sinne von Art. 66a Abs. 2 

Satz 2 StGB "in der Schweiz aufgewachsen". Er verfügt hier über eine 

Niederlassungsbewilligung C. Nachdem er eine Lehre als Automobilfachmann 

abgeschlossen hatte, arbeitete er bis Mitte September 2018 als Automechaniker 

in seinem Lehrbetrieb, als dieser wegen Geschäftsaufgabe geschlossen wurde. 

Seither war der Beschuldigte mehrheitlich arbeitslos und lebte von Arbeitslosen-

taggeldern und Zwischenverdiensten. Gemäss seinen Angaben verdient er heute 

im Stundenlohn als Automechaniker zwischen Fr. 1'700.– und Fr. 2'000.– pro Mo-

nat, hat jedoch derzeit in seinem gelernten Beruf keine Aussicht auf eine Festan-

stellung, da er aufgrund seiner Delikte mit Bezug zum Strassenverkehrsgesetz 

erst nach einer neuerlichen Führerprüfung einen Führerausweis erhalten würde, 

welcher seinen Aussagen nach Voraussetzung für eine solche wäre (Urk. 82 S. 2 

ff.). Er verfügt nach seinen Angaben über kein nennenswertes Vermögen, hat je-

doch Schulden in der Höhe von rund Fr. 30'000.– (Urk. 82 S. 10). Er sagte aus, 

dass er seit dem Jahr 2010 mit der Privatklägerin verheiratet sei, wobei er seit 

dem 3. Januar 2018 von ihr getrennt lebe (Urk. 82 S. 15). Mit ihr hat er zwei min-

derjährige Kinder, den heute 8-jährigen B._____ (Privatkläger) und die heute 6-

jährige M._____. Sowohl die Ehefrau als auch die beiden Kinder sind Schweizer 

Staatsangehörige (von N._____). Gemäss übereinstimmenden Äusserungen des 

- 35 - 

Beschuldigten, seiner Ehefrau und der Beiständin des Privatklägers besteht zwi-

schen dem Beschuldigten und den beiden Kindern eine enge bzw. innige, gelebte 

Beziehung mit regelmässigen Kontakten (vgl. Urk. 30, 31, 59, 61, 83, 85 und 86). 

Seinen Unterhaltspflichten gegenüber den Kindern kam der Beschuldigte zuletzt 

jedoch offenbar nur noch unregelmässig nach; er übernimmt jedoch nach seiner 

Aussage und der Aussage seiner Ehefrau die Kinderkosten für Hobbies, die 

Sportausrüstung, Schulmaterialien und Kleider der Kinder, soweit es sein Ein-

kommen zulässt (Urk. 82 S. 9 f. und Urk. 86 S. 7). Auch die gesamte nähere Ver-

wandtschaft des Beschuldigten lebt in der Schweiz, wiewohl der Beschuldigte ein-

räumte, im Kosovo über entferntere Verwandte wie z.B. Cousins zu verfügen, zu 

denen er aber keinen Kontakt habe. Er sei das letzte Mal im Jahr 2018 dort ge-

wesen, da seine Ehefrau und die Kinder im Sommer dort bereits Ferien verbracht 

hätten, davor das letzte Mal im Jahr 2016 und fühle sich dort wie ein Fremder. Er 

spreche zwar neben Deutsch auch Albanisch, könne dieses jedoch nicht schrei-

ben. Nach einer Ausschaffung in den Kosovo wäre er "aufgeschmissen" 

(Urk. 19/12 S. 2 ff.; Prot. I S. 20 ff.; Urk. 82 S. 2 ff.). 

3.2. Angesichts der vorstehend dargelegten persönlichen Verhältnisse würde die 

Ausfällung einer – von Gesetzes wegen mindestens fünfjährigen – obligatorischen 

Landesverweisung beim Beschuldigten ohne Weiteres einen schweren persönli-

chen Härtefall im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 66a 

Abs. 2 StGB bewirken. Nicht nur ist der Beschuldigte selbst in der Schweiz auf-

gewachsen, sondern er ist insbesondere auch Vater zweier hier geborener, min-

derjähriger Kinder. Eine Ausschaffung des Beschuldigten in den Kosovo hätte 

unweigerlich einen weitgehenden Abbruch der heute intakten Vater-Kind-

Beziehung zur Folge, zumal den in der Schweiz lebenden Kindern, welche zudem 

Schweizer Staatsangehörige sind, eine Fortsetzung des Familienlebens im Koso-

vo offensichtlich nicht zumutbar ist. Das gute Verhältnis des Beschuldigten zu 

seinen heute noch relativ kleinen Kindern (und umgekehrt das Verhältnis der Kin-

der zu ihrem Vater als wichtige Bezugsperson) würde durch einen so langen Un-

terbruch voraussichtlich irreparabel beschädigt, sofern es dem Beschuldigten 

überhaupt gelingen würde, nach Ablauf der Landesverweisung – welche von Ge-

setzes wegen auch den Verlust der heutigen Niederlassungsbewilligung nach sich 

- 36 - 

zieht – wieder eine Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz zu erhalten. Auch ist 

der Fürsprache seiner Ehefrau und des Sohnes, welche immerhin Opfer tätlicher 

Angriffe seitens des Beschuldigten wurden und sich dennoch stark für seinen 

Verbleib in der Schweiz aussprechen, wenn auch nur marginal, Achtung zu 

schenken. Während der Beschuldigte als sozial integriert bezeichnet werden 

kann, kann ihm dennoch vorgeworfen werden, sich nicht genügend um sein wirt-

schaftliches Fortkommen bemüht zu haben. Er weiss seit geraumer Zeit, dass ei-

ne Festanstellung als Automechaniker jeweils den Besitz des Führerausweises 

voraussetzt; dennoch hat er in den vergangen Monaten nicht erkennbar darauf 

hingewirkt, diesen wieder zu erlangen, was seine wirtschaftliche Integration aus 

heutiger Sicht als doch fragwürdig erscheinen lässt. 

3.3. Es fragt sich somit, ob die öffentlichen Interessen an einer Landesverwei-

sung des Beschuldigten dessen dennoch gewichtige private Interessen zu über-

wiegen vermögen. Diesbezüglich fällt neben der heutigen, gravierenden Verurtei-

lung des Beschuldigten wegen Gewalt- und Strassenverkehrsdelikten zu einer 

Freiheitsstrafe von 33 Monaten nebst einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen in Be-

tracht, dass er bereits vier Vorstrafen wegen Vergehen im Strassenverkehr auf-

weist, auch wenn diese – für sich betrachtet – nicht gravierend waren. Leicht rela-

tivierend ist zu berücksichtigen, dass dem Beschuldigten nach seiner nunmehr 

erstmaligen Verurteilung zu einer (teilweise vollziehbaren) Freiheitsstrafe und an-

gesichts seiner Bemühungen um eine Therapie seines problematischen Alkohol- 

und Marihuanakonsums (vgl. Urk. 82 S. 5 f.) grundsätzlich eine gute Prognose 

gestellt werden kann (vgl. E. IV.13.1). 

3.4. Insgesamt halten sich die erheblichen privaten Interessen des Beschuldigten 

am Verbleib in der Schweiz und die erheblichen öffentlichen Interessen an seiner 

Landesverweisung gegenwärtig in etwa die Waage. Dies führt in Anwendung von 

Art. 66a Abs. 2 StGB zum Absehen von einer obligatorischen Landesverweisung 

im heutigen Zeitpunkt. Der Beschuldigte ist allerdings eindringlich darauf hinzu-

weisen, dass bei jeder weiteren Delinquenz die öffentlichen Interessen seine pri-

vaten Interessen überwiegen und zu einer Landesverweisung führen werden. 

- 37 - 

VI. Zivilansprüche 

1.  Die Vorinstanz stellte fest, dass der Beschuldigte den Privatklägern dem 

Grundsatz nach schadenersatzpflichtig sei, verwies diese jedoch zur genauen 

Feststellung des Umfangs des Schadenersatzanspruches auf den Weg des Zivil-

prozesses. Zudem verpflichtete die Vorinstanz den Beschuldigten zur Leistung 

einer Genugtuung zzgl. 5% Zins seit Ereignisdatum von Fr. 8'000.– an die Privat-

klägerin sowie von Fr. 1'000.– an den Privatkläger. 

2.  Die Verteidigung beantragte im Berufungsverfahren einzig mit der Begrün-

dung, der Beschuldigte sie freizusprechen, die Abweisung der Zivilforderungen. 

Eventualiter seien diese auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen (Urk. 83 

S. 17). 

3.  Es kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-

den (Urk. 51 S. 38 ff.). Der angefochtene Entscheid ist diesbezüglich vollumfäng-

lich zu bestätigen, zumal der Beschuldigte im Berufungsverfahren nichts Konkre-

tes dagegen vorbrachte und vorliegend insbesondere auch kein Freispruch er-

folgt. 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1.  Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Dispositiv-Ziffern 15 und 16) ist ent-

sprechend dem Ausgang des Verfahrens vollumfänglich zu bestätigen (Art. 426 

Abs. 1 StPO). 

2.  Die Kosten des Berufungsverfahrens werden nach Obsiegen und Unterlie-

gen der Parteien verteilt (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

3.  Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung weitgehend, mit Ausnahme 

einer geringfügigen Reduktion der ausgesprochenen Freiheitsstrafe und des 

Absehens von der Landesverweisung, wobei es sich bei Letzterem ohnehin be-

reits um einen wohlwollenden Ermessensentscheid handelt. Die Kosten des 

zweitinstanzlichen Verfahrens sind ihm deshalb, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin, 

- 38 - 

vollumfänglich aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin sind einstweilen auf die Gerichts-

kasse zu nehmen, wobei die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss 

Art. 135 Abs. 4 und Art. 138 Abs. 1 StPO vorzubehalten ist. 

 

4.  Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten machte für das Berufungsver-

fahren einen Aufwand von 33 Stunden (exkl. der geschätzten Dauer für die Beru-

fungsverhandlung von 5 Stunden) und Reisespesen von Fr. 11.60 für die Teil-

nahme an der Berufungsverhandlung geltend, berechnete sein Honorar mit eine 

Stundenansatz von Fr. 250.– und machte daher einen Betrag von Fr. 9'511.60 

zzgl. Fr. 732.40 MwSt., somit gesamthaft von Fr. 10'244.– geltend (Urk. 84). Da 

für amtliche Rechtsvertretungen lediglich ein Stundenansatz von Fr. 220.– zur 

Anwendung gelangt (§ 3 AnwGebV) und unter Berücksichtigung der Dauer der 

Berufungsverhandlung von rund viereinhalb Stunden (vgl. Prot. II. S. 6 und S. 22), 

erscheint eine Entschädigung des amtlichen Verteidigers des Beschuldigten für 

seine Aufwendungen und Auslagen im Berufungsverfahren von pauschal 

Fr. 9'000.– (inkl. Mehrwertsteuer) als angemessen. 

5.  Die unentgeltliche Vertreterin der Privatklägerin machte für das Berufungs-

verfahren Aufwendungen und Auslagen im Betrag von Fr. 2'117.55 (inkl. Mehr-

wertsteuer) geltend. Darin nicht enthalten sind die Aufwendungen für die Teil-

nahme an der Berufungsverhandlung, das Aktenstudium des begründeten Urteils 

sowie die Nachbesprechung mit der Privatklägerin (Urk. 80). Unter Berücksichti-

gung der Dauer der Berufungsverhandlung von rund viereinhalb Stunden (vgl. 

Prot. II. S. 6 und S. 22), der sehr geringen Anreisezeit für die Vertreterin der Pri-

vatklägerin und unter Einbezug einer angemessenen Zeit für das Studium des 

begründeten Entscheids sowie für die Instruktion der Privatklägerin, erscheint ei-

ne Entschädigung der unentgeltlichen Vertreterin der Privatklägerin von pauschal 

Fr. 3'300.– als angemessen. 

  

- 39 - 

Es wird beschlossen: 

1. Auf den Antrag der Privatklägerin C._____, es sei von einer Landesverwei-

sung abzusehen, wird nicht eingetreten. 

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 

26. Juni 2019 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− (…), 

− (…), 

− (…), 

− der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 
SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 4a Abs. 1 VRV und 

Art. 22 Abs. 1 SSV, 

− des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. b 
SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 1 VRV, 

− des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 
Abs. 1 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG sowie 

− der mehrfachen Übertretung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft (…) mit einer Busse von Fr. 400.00. 

3. (…). Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen. 

5.-10.  (…) 

- 40 - 

11.  Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'500.00;   die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'000.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 3'205.05   Auslagen (Gutachten) 

Fr. 396.00   Auslagen 

Fr. 60.00   Auslagen (Gutachten) 

Fr. 140.80   Blutalkoholuntersuchung Spital Bülach 

12. Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 15'501.05 (inkl. 

Barauslagen und 7.7 % MwSt.) entschädigt. 

13. Rechtsanwältin MLaw Y1._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltli-

che Vertreterin der Privatklägerin (C._____) aus der Gerichtskasse mit 

Fr. 11'178.80 (inkl. Barauslagen und 7.7 % MwSt.) entschädigt. 

14. Der Antrag der Vertreterin des Privatklägers (B._____), Dr. iur. Z1._____, 

für eine Aufwandsentschädigung wird abgewiesen. 

15. (…) 

16. (…)  

17. (Mitteilung) 

18. (Rechtsmittel) " 

3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

4. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-
chen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

- 41 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig 

− der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB, 

− der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 und 3 StGB 

sowie 

− der versuchten Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 33 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 23 Ta-

ge durch Untersuchungshaft erstanden sind, sowie – als Zusatzstrafe zum 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 25. September 

2017 – mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 70.–. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 22 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf vier Jahre festgesetzt. Im Übrigen (11 Monate, 

abzüglich 23 Tage erstandener Haft) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf vier 

Jahre festgesetzt. 

5. Von der Anordnung einer obligatorischen Landesverweisung wird in Anwen-

dung von Art. 66a Abs. 2 StGB abgesehen. 

6. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 

B._____ aus dem eingeklagten Ereignis vom 23. September 2017 dem 

Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des 

Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger auf den Weg des Zivilpro-

zesses verwiesen. 

- 42 - 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 1'000.– zu-

züglich 5 % Zins seit 23. September 2007 als Genugtuung zu bezahlen. 

8. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 

C._____ aus dem eingeklagten Ereignis vom 1. Januar 2018 dem Grundsat-

ze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Schaden-

ersatzanspruches wird die Privatklägerin auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen. 

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin C._____ Fr. 8'000.– 

zuzüglich 5 % Zins seit 1. Januar 2018 als Genugtuung zu bezahlen. 

10. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 15 und 16) wird bestätigt. 

11. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 9'000.–   amtliche Verteidigung 

Fr. 3'300.–   unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin  
C._____ 
 

12. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerin, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

13. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerin werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 und 

Art. 138 Abs. 1 StPO vorbehalten. 

14. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt) 
− die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin C._____ im Doppel für 

sich und die Privatklägerschaft (übergeben) 

- 43 - 

− die Vertretung des Privatklägers B._____ im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft (übergeben) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 
− die Vertretung der Privatklägerin C._____ im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft 
− die Vertretung des Privatklägers B._____ im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug und Wiedereingliederung Kanton Zürich,   

Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich,   

Abteilung Administrativmassnahmen, Postfach 8090 Zürich 
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

15. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-
chen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

 

 

- 44 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 23. September 2020 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. S. Volken 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

M.A.HSG M. Wolf-Heidegger 
 

 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 
 

	Urteil vom 23. September 2020
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 51 S. 42 ff.)
	"Es wird erkannt:
	1.  Der Beschuldigte ist schuldig
	 der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB,
	 der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 2 StGB bzw. Art. 123 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 3 StGB,
	 der versuchten Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,
	 der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 4a Abs. 1 VRV und Art. 22 Abs. 1 SSV,
	 des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 1 VRV,
	 des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG sowie
	 der mehrfachen Übertretung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

	2.  Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 23 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Busse von Fr. 400.00.
	3.  Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (12 Monate, abzüglich 23 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. Die Bus...
	4.  Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen.
	5.  Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 5 Jahre des Landes verwiesen.
	6.  Von der Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird abgesehen.
	7.  Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger (B._____) Fr. 1'000.00 zuzüglich 5 % Zins ab 23. September 2017 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	8.  Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger (B._____) aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger ...
	9.  Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin (C._____) Fr. 8'000.00 zuzüglich 5 % Zins ab 1. Januar 2018 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	10.  Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin (C._____) aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatkläg...
	11.  Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	12.  Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 15'501.05 (inkl. Barauslagen und 7.7 % MwSt.) entschädigt.
	13.  Rechtsanwältin MLaw Y1._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltliche Vertreterin der Privatklägerin (C._____) aus der Gerichtskasse mit Fr. 11'178.80 (inkl. Barauslagen und 7.7 % MwSt.) entschädigt.
	14.  Der Antrag der Vertreterin des Privatklägers (B._____), Dr. iur. Z1._____, für eine Aufwandsentschädigung wird abgewiesen.
	15.  Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin (C._____), werden dem Beschuldigten auferlegt.
	16.  Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin (C._____) werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung zu Lasten des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO (teilweise...
	17.  (Mitteilung)
	18.  (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge: (Prot. S. 6 ff.)
	1. Ziff. 1 des Dispositivs des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 2019 (DG.190007-M) sei aufzuheben und Herr A._____ vom Vorwurf
	– der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB freizusprechen,
	– der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 2 StGB bzw. Art. 123 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 3 freizusprechen,
	- der versuchten Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB freizusprechen.
	2. Ziff. 2 des Dispositivs des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 2019 (DG.190007-M) sei aufzuheben und Herr A._____ mit einer Geldstrafe zu bestrafen.
	3. Ziff. 3 des Dispositivs des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 2019 (DG.190007-M) sei aufzuheben und Herr A._____ sei der bedingte Vollzug zu gewähren unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren.
	4. Ziff. 5 des Dispositivs des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 2019 (DG.190007-M) sei aufzuheben und es sei von einer Landesverweisung abzusehen.
	5. Ziff. 7 des Dispositivs des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 2019 (DG.190007-M) sei aufzuheben und die Zivilforderung abzuweisen.
	6. Ziff. 8 des Dispositivs des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 2019 (DG.190007-M) sei aufzuheben und die Zivilforderung abzuweisen.
	7. Ziff. 9 des Dispositivs des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 2019 (DG.190007-M) sei aufzuheben und die Zivilforderung abzuweisen.
	8. Ziff. 10 des Dispositivs des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 2019 (DG.190007-M) sei aufzuheben und die Zivilforderung abzuweisen.
	9. Ziff. 15 des Dispositivs des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Juni 2019 (DG.190007-M) sei aufzuheben und die Kosten und Gebühren seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	1. Die Berufung sei abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.
	2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Berufungsklägers.
	1. Es seien die Berufungsanträge des Beschuldigten vollumfänglich abzuweisen, insbesondere, was die Zivilansprüche der Privatklägerin 2 betrifft, sofern sie nicht mit unseren Anträgen übereinstimmen.
	2. Es sei Ziff. 5 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon vom 26. Juni 2019 (DG190007-M) aufzuheben und es sei von einer Landesverweisung abzusehen.
	3. Das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 26. Juni 2019 (DG190007-M) sei im Übrigen zu bestätigen.
	4. Dem Beschuldigten seien sämtliche Kosten des Verfahrens, inklusive der Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin 2, aufzuerlegen.
	5. Es sei Frau RAin Y1._____ für die Aufwendungen als unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklägerin 2 ein Gesamtbetrag von CHF 2'117.55 (inkl. gesetzlicher MwSt.) zuzüglich der Aufwendungen für die heutige Verhandlung sowie die Nachbereitung aus ...
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang
	1.  Am 5. Januar 2018 erstattete die Privatklägerin C._____ gegen ihren Ehemann, den Beschuldigten A._____, bei der Kantonspolizei Zürich Strafanzeige wegen eines gewaltsamen Übergriffs am Morgen des 1. Januar 2018 in der ehelichen Wohnung D._____ … i...
	2.  Am 12. Juli 2019 meldete der Beschuldigte fristgerecht Berufung gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil der Vorinstanz vom 26. Juni 2019 an (Urk. 46), welches den Parteien am 11. Juli 2019 schriftlich eröffnet worden war (vgl. Urk. ...
	3.  Mit Präsidialverfügung vom 5. Februar 2020 wurden der Staatsanwaltschaft und den Privatklägern in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO sowie Art. 401 StPO eine Kopie der Berufungserklärung des Beschuldigten zugestellt und Frist angesetzt, um A...
	4.  Mit Präsidialverfügung vom 12. März 2020 wurden die verbleibenden Beweisanträge des Beschuldigten (Einvernahme der Privatklägerin C._____ und von H._____) abgewiesen (Urk. 70).
	5.  Am 24. Juni 2020 wurden die Parteien zur heutigen Berufungsverhandlung vorgeladen, wobei der Staatsanwaltschaft und den Privatklägern das Erscheinen freigestellt wurde (Urk. 72).
	6.  Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte A._____ in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ sowie Rechtsanwältin lic. iur. Z2._____ als neue Beiständin des Privatklägers B._____ und Rechtsanwälti...
	II.  Prozessuales

	1. Antrag der Privatklägerin betreffend Landesverweisung
	1.1. Anlässlich der Berufungsverhandlung liess die Privatklägerin den Antrag stellen, es sei das vorinstanzliche Urteil, soweit dieses eine Landesverweisung des Beschuldigten anordne, aufzuheben und es sei von einer Landesverweisung abzusehen (Urk. 86...
	1.2. Da die Privatklägerin weder eine eigenständige Berufung noch eine Anschlussberufung gegen das erstinstanzliche Urteil erhoben hat, da sie durch den besagten Entscheid auch nicht persönlich beschwert ist und da sie insbesondere auch über keine Leg...

	2. Umfang der Berufung
	2.1. Die Berufungserklärung des Beschuldigten richtet sich gegen seine Verurteilung wegen Gefährdung des Lebens, mehrfacher einfacher Körperverletzung und versuchter Drohung (Dispositiv-Ziffer 1, 1. bis 3. Lemma), die Strafzumessung mit Ausnahme der ...
	2.2. Nicht angefochten und somit in Rechtskraft erwachsen sind die Dispositiv-Ziffer 1, 4.-7. Lemma (Schuldsprüche betreffend SVG-Delikte und mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes), Dispositiv-Ziffer 2, 2. Halbsatz (Ausfällung einer Übert...
	2.3. Nachdem der Beschuldigte als einziger Berufung führt, steht die Überprüfung des angefochtenen Urteils im Übrigen unter dem Vorbehalt des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO).

	3. Formelles
	3.1. Soweit nachfolgend auf Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen wird, erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 6B_570/2019 vom 23. September 2019, E. 4.2, m.w.H.), auch ohne dass...
	3.2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249, E. 1.3.1, mit Hinwei...
	III.  Schuldpunkt
	IV.  Strafzumessung und -vollzug

	1. Vorinstanzliches Urteil und Vorbringen des Beschuldigten
	1.1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten, welche sie im Umfang von 24 Monaten, unter Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren, bedingt aufschob und im Umfang der restlichen 12 Monate als vollziehbar erk...
	1.2. Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren dagegen zuerst vor, dass die Vorinstanz zu Unrecht das Vorliegen eines widerrechtlichen Angriffs seitens der Privatklägerin vernachlässigt habe. Der Beschuldigte habe zuerst vor der sehr wütenden und...

	2. Grundsätze der Strafzumessung
	2.1. Die Vorinstanz hat zum anwendbaren Recht, zu den Grundsätzen der Strafzumessung sowie zum massgeblichen Strafrahmen zutreffende Ausführungen gemacht, auf die vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 51 S. 24 ff.).
	2.2. Ergänzend bzw. präzisierend dazu ist festzuhalten, dass es das Bundesgericht in BGE 144 IV 217, E. 3.5.3 f., nunmehr explizit ausgeschlossen hat, mehrere Delikte für die Strafzumessung zu einer "Tateinheit" zusammenzufassen. Vielmehr ist zunächst...
	2.3. Sodann trat am 1. Januar 2018 der revidierte Art. 41 StGB in Kraft, welcher die Ausfällung einer Freiheitsstrafe anstelle einer ebenfalls möglichen Geldstrafe u.a. dann vorsieht, wenn eine Freiheitsstrafe geboten erscheint, um den Täter von der B...
	2.3.1. Nachdem der Beschuldigte seit 2013 bereits vier Mal wegen Strassenverkehrsdelikten mit Geldstrafen und Bussen belegt werden musste (vgl. Urk. 52), jedoch ungeachtet dessen immer wieder rückfällig wurde, ist davon auszugehen, dass Geldstrafen b...
	2.3.2. Für die am 23. September 2017 begangene einfache Körperverletzung zum Nachteil des Privatklägers gelten demgegenüber noch die damals anwendbaren Bestimmungen bzw. die diesbezügliche Rechtsprechung des Bundesgerichts, welche bis zu einem Strafma...

	3. Tatkomponente Gefährdung des Lebens der Privatklägerin
	3.1. Das schwerste der mit Freiheitsstrafe zu ahndenden Delikte ist ohne Zweifel die Gefährdung des Lebens gemäss Art. 129 StGB. Diesbezüglich fällt in objektiver Hinsicht in Betracht, dass der Beschuldigte die Privatklägerin am 1. Januar 2018 in unmi...
	3.2. In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass die Tat zwar im Rahmen einer eskalierten ehelichen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin erfolgte, es für ein derart brutales und rücksichtsloses Vorgehen des Bes...
	3.3. Ausgehend von einem gesamthaft nicht mehr leichten Verschu