# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ae0910ea-6b5d-5837-a475-a4edd300a24c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 24.08.2017 120 2017 14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_120-2017-14_2017-08-24.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 120/2017/14 Bern, 24. August 2017

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

beide vertreten durch Herrn Rechtsanwalt C.________

und

D.________

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

betreffend die Verfügung der Baupolizeibehörde der Gemeinde Auswil vom 15. März 2017 
(Baugesuch-Nr. 2016/10; Anbau Waschküche, Hangsicherung mit Stützmauer)

I. Sachverhalt

1. Am 7. Juli 2009 erteilte die Gemeinde den Beschwerdeführenden die Baubewilligung 

für den Einbau eines Heizraums unter der Hocheinfahrt ihres Bauernhauses. Gleichzeitig 

eröffnete sie die Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 ff. RPG1 des Amts für Gemeinden 

und Raumordnung (AGR). Das Bauernhaus datiert von 1789 und ist im Bauinventar als 

erhaltenswert eingestuft. Das Grundstück Auswil Gbbl. Nr. E.________ liegt in der 

1 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)

RA Nr. 120/2017/14 2

Landwirtschaftszone und im Landschaftsschutzgebiet G.________. Seit 1996 wird das 

Bauernhaus nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. 

Anlässlich der Baukontrolle vom 18. Mai 2016 stellte die Gemeinde fest, dass das 

Bauvorhaben nicht nach der Baubewilligung ausgeführt wurde. Erstellt wurde nicht nur der 

bewilligte Heizraum, sondern zusätzlich ein rund 20 m2 grosser Anbau aus Beton für die 

Waschküche. Ausserdem wurde in Verlängerung dieses Anbaus hangseitig eine rund 

2.50 m hohe Betonmauer erstellt, die nach einem rechten Winkel und mit abnehmender 

Höhe bis vor das Bauernhaus gezogen wurde und die Terrasse einfasst. Die ostseitige 

Mauer vor dem Bauernhaus wird durch eine kleine Betontreppe unterbrochen, die den 

etwas höher gelegenen Umschwung erschliesst. Mit Schreiben vom 6. Juni 2016 eröffnete 

die Gemeinde ein Wiederherstellungsverfahren und gab den Beschwerdeführenden 

Gelegenheit, eine Stellungnahme oder ein nachträgliches Baugesuch einzureichen.

2. Die Beschwerdeführenden reichten bei der Gemeinde am 14. Juli 2016 ein 

nachträgliches Baugesuch für den Einbau der Waschküche und die Hangsicherung mit 

Stützmauern ein und stellten ein Ausnahmegesuch nach Art. 24 ff. RPG. 

Das AGR verweigerte mit Verfügung vom 20. Dezember 2016 eine Ausnahmebewilligung 

nach Art. 24 ff. RPG. Es begründete dies insbesondere damit, dass der Anbau Bedürfnisse 

befriedige, die den Rahmen von Art. 24c Abs. 4 RPG sprengten. Aufgrund der Unterlagen 

könne nicht beurteilt werden, ob nicht auch eine Umnutzung innerhalb des 

Gebäudevolumens möglich sei. In jedem Fall setze das Erscheinungsbild die Grenze der 

Ausbaumöglichkeiten. Das bereits ausgeführte Bauvorhaben stelle eine unübliche und 

ortsfremde Baugestaltung dar und führe nicht zu einer Verbesserung des 

Erscheinungsbildes. Ein solches Bauelement widerspreche dem allgemeinen 

Gestaltungsgrundsatz von Art. 9 BauG2 und den Gestaltungsgrundsätzen für das Bauen 

ausserhalb der Bauzone. 

3. Mit Verfügung vom 15. März 2017 erteilte die Gemeinde den Bauabschlag. Zur 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes ordnete sie in Ziffer 7 Folgendes an:

2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)

RA Nr. 120/2017/14 3

a) «Die Betondecke zwischen der Stützmauer und der Abtrennung zum Schopf sowie die neu 

erstellte Mauer mit dem Fenster (siehe Eintragungen vom 19. Januar 2017 auf den 

beiliegenden Kopien des Projektplanes sowie einer Foto) sind bis zum 31. August 2017 

vollständig abzubrechen. 

b) Aus Gründen der Verhältnismässigkeit und unter Beachtung des Sicherheitsaspektes wird 

auf den Rückbau der ausgeführten Stützmauer zwecks Hangsicherung verzichtet. Die 

Stützmauer ist auf der ganzen Länge mit einem Zaun oder einem Geländer zu versehen, 

da die Absturzhöhe zu gross ist.» 

Gleichzeitig drohte die Gemeinde die Ersatzvornahme und Straffolgen bei Nichtbefolgung 

an.

4. Gegen diese Verfügung reichten die Beschwerdeführenden am 6. April 2017 

Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie 

machen geltend, die bestehende Mauer sei einsturzgefährdet gewesen. Der von der 

Gemeinde beauftragte Herr F.________ habe das Schnurgerüst so abgenommen, wie der 

Raum heute bestehe. Auf Rückfrage habe auch die Gemeindeschreiberin mündlich die 

Erlaubnis erteilt, mit dem Bau fortzufahren. Sie hätten sich auf die Richtigkeit dieser 

Aussagen verlassen. Erst nach fast sieben Jahren habe die Bauabnahme stattgefunden. 

Resultat seien nun die Abweisung des nachträglichen Baugesuchs und die 

Wiederherstellungsverfügung. Es sei ihnen finanziell nicht möglich, diesen Rückbau zu 

bewältigen. Da die obere Dachhälfte auf dem angebauten Raum aufliege, sei ihr Haus 

ohne diesen Anbau einsturzgefährdet. Sie müssten daher alles neu bauen, was ihre 

finanziellen Möglichkeiten übersteige. Als Beilage reichten sie einen Fassadenplan mit der 

Bezeichnung "Vorschlag zur optischen Verschönerung" ein, der beim Anbau eine 

Fassadenverkleidung und ein Schrägdach vorsieht.

 

5. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet3, holte die 

Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Die Gemeinde nahm mit Eingabe vom 

3. Mai 2017 Stellung, ohne einen expliziten Antrag zu stellen. Das AGR beantragt mit 

3 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)

RA Nr. 120/2017/14 4

Stellungnahme vom 3. Mai 2017, die Beschwerde sei abzuweisen. Das Rechtsamt edierte 

beim AGR Fotos des Vorzustandes sowie der aktuellen Situation.

6. Am 12. Juni 2017 reichten die inzwischen anwaltlich vertretenen 

Beschwerdeführenden eine Stellungnahme samt Projektänderung "Vorschlag zur 

optischen Verbesserung" ein und stellten folgende Rechtsbegehren: 

1. «Der angefochtene Entscheid (…) sei ‒ mit Ausnahme von Ziff. 7 Bst. b 

(Hangsicherung) ‒ aufzuheben und es sei das nachträgliche Baugesuch (…) vom 20. 

Juni/5. Juli 2016 betr. Anbau Waschküche mit Projektänderung vom 9./17. Mai 2017 

nachträglich zu bewilligen. 

2. Eventualiter 

Der angefochtene Entscheid (…) sei ‒ mit Ausnahme von Ziff. 7 Bst. b 

(Hangsicherung) ‒ aufzuheben und die Sache sei zur weiteren Behandlung, insbesondere 

zur vollständigen Ermittlung des Sachverhalts und Prüfung der Projektänderung vom 

9./17. Mai 2017, an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

3. Subeventualiter 

Der angefochtene Entscheid (…) sei insoweit aufzuheben, als eine Wiederherstellung 

angeordnet wird. Auf eine Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes (Abbruch der 

Betondecke zwischen der Stützmauer und der Abtrennung zum Schopf sowie der neu 

erstellten Mauer mit Fenster) sei zu verzichten. 

4. Subsubeventualiter 

Ziff. 7 Bst. a des angefochtenen Entscheids (…) sei dahingehend abzuändern, dass die 

Frist für die Wiederherstellung mit einer Dauer von neun Monate auf Ende des 

betreffenden Monats nach Rechtskraft des Beschwerdeentscheids neu anzusetzen ist.»

7. Das Rechtsamt teilte den Beteiligten mit, dass erwogen werde, den gesamten 

angefochtenen Entscheid (d.h. inklusive Ziff. 7 Bst. b) aufzuheben und die Sache zur 

Fortsetzung des Verfahrens an die Gemeinde zurückzuweisen. Mit Hinweis auf Art. 73 

VRPG4 (reformatio in peius) gab es den Beschwerdeführenden Gelegenheit, sich dazu zu 

äussern. Die Beschwerdeführenden wehrten sich mit Eingabe vom 18. Juli 2017 gegen die 

Aufhebung von Ziff. 7 Bst. b des angefochtenen Entscheids. 

4 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)

RA Nr. 120/2017/14 5

8. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Bauentscheide und baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48 BauG können 

gemäss Art. 40 BauG und Art. 49 Abs. 1 BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 

Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Der Entscheid des AGR nach Art. 24 ff. 

RPG ist zusammen mit dem Bauentscheid anfechtbar (Art. 84 Abs. 4 BauG). Die BVE ist 

somit für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. Die Beschwerdeführenden sind durch 

den Bauabschlag und die Wiederherstellungsverfügung beschwert und daher zur 

Beschwerdeführung legitimiert. 

b) Bei fristgebundenen Eingaben müssen Antrag und Begründung innert der Frist 

eingereicht sein (Art. 32 Abs. 2 i.V.m. Art. 33 Abs. 3 VRPG5). Nach Ablauf der 

Rechtsmittelfrist dürfen grundsätzlich keine neuen Anträge eingereicht werden (Art. 33 

Abs. 3 VRPG). Vorbehalten bleibt die zulässige Änderung der Rechtsbegehren oder des 

Klagegrunds, wofür gemäss Art. 26 VRPG die Vorschriften der ZPO6 über die 

Klageänderung sinngemäss anwendbar sind. Die Beschwerdeführenden haben in ihrer 

Beschwerde keine expliziten Anträge gestellt. Praxisgemäss werden an Eingaben von 

juristischen Laien aber keine hohen Anforderungen gestellt (Verbot des überspitzten 

Formalismus). Die Beschwerdeführenden wehren sich insbesondere gegen die 

angeordneten Wiederherstellungsmassnahmen, die sie als ungerechtfertigt und 

unverhältnismässig beurteilen. Sinngemäss beantragen sie zumindest die Aufhebung der 

Wiederherstellungsverfügung, soweit der Rückbau des Anbaus angeordnet wird. Es ist 

fraglich, ob das später gestellte Hauptbegehren auf Erteilung der Baubewilligung nicht über 

das fristgerecht gestellte Begehren hinausgeht. Dies kann aber offenbleiben, weil die 

Prüfung der Bewilligungsfähigkeit des Bauvorhabens ohnehin noch einmal vorzunehmen 

sein wird. Die übrigen Rechtsbegehren bewegen sich im Rahmen der ursprünglichen 

5 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
6 Schweizerische Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272)

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Begehren bzw. betreffen die später eingereichte Projektänderung. Auf die form- und 

fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Bauen ausserhalb der Bauzone 

a) Bauten und Anlagen können nur bewilligt werden, wenn sie dem Zweck der 

Nutzungszone entsprechen (Art. 22 Abs. 2 RPG). Die Liegenschaft der 

Beschwerdeführenden liegt in der Landwirtschaftszone und damit im Nichtbaugebiet. In 

dieser Zone sind grundsätzlich nur Bauten und Anlagen zonenkonform, die zur 

landwirtschaftlichen Bewirtschaftung oder für den produzierenden Gartenbau nötig sind 

(Art. 16a RPG i.V.m. Art. 34 RPV7). Der landwirtschaftliche Betrieb wurde vor über 20 

Jahren aufgegeben. Das Bauvorhaben ist daher nicht zonenkonform und bedarf einer 

Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 ff. RPG. 

b) Für das Baugesuch von 2009 hatte das AGR eine Ausnahmebewilligung nach 

Art. 24d RPG erteilt. Die Beschwerdeführenden rügen, das vorliegende Bauvorhaben sei 

ohne nähere Begründung nach Art. 24c RPG in der Fassung vom 23. Dezember 2011 

beurteilt worden. Massgebend sei jedoch das Recht im Zeitpunkt der Bauausführung, 

ausser wenn das neuere Recht milder sei. Offenbar gehe das AGR davon aus, dass die 

neue Voraussetzung von Art. 24c Abs. 4 RPG, wonach Veränderungen am äusseren 

Erscheinungsbild für eine zeitgemässe Wohnnutzung nötig sein müssten, weniger streng 

sei als die Voraussetzung von Art. 42a Abs. 1 RPV. Letztere erlaubt im Rahmen von Art. 

24d Abs. 1 RPG Erweiterungen, die für eine zeitgemässe Wohnnutzung unumgänglich 

sind. 

Nachträgliche Baugesuche sind grundsätzlich nach dem Recht zu beurteilen, das zur Zeit 

der unbewilligten Ausführung des Bauvorhabens anwendbar war. Späteres Recht ist nur 

anzuwenden, wenn es für die Bauherrschaft günstiger ist oder wenn die Bauherrschaft das 

Baubewilligungserfordernis in der Absicht missachtet hat, dem späteren strengeren Recht 

zuvorzukommen.8 Nach Angaben der Beschwerdeführenden wurde das Bauvorhaben in 

den Jahren 2009/2010 realisiert.

7 Raumplanungsverordnung des Bundesrates vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1)
8 BGer 1C_179/2013 vom 15.08.2013, E. 1.2

RA Nr. 120/2017/14 7

c) Gemäss Art. 24c Abs. 1 und 2 RPG werden altrechtliche Bauten, die 

bestimmungsgemäss nutzbar sind, aber ausserhalb der Bauzone liegen und nicht mehr 

zonenkonform sind, in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt. Solche Bauten können mit 

Bewilligung der zuständigen Behörde erneuert, teilweise geändert, massvoll erweitert oder 

wiederaufgebaut werden, sofern sie rechtmässig erstellt oder geändert worden sind 

(Art. 24c Abs. 1 und 2 RPG). Bis zur Teilrevision des RPG von 2011 galt die erweiterte 

Bestandesgarantie von Art. 24c RPG nur für Bauten, die seinerzeit rechtmässig erstellt 

wurden und durch eine nachträgliche Rechtsänderung, insbesondere eine 

Zonenplanänderung, zonenwidrig wurden. Stichtag zur Bestimmung der altrechtlichen 

Bauten ist der 1. Juli 1972. Wurde das Gebäude nicht durch eine Rechtsänderung 

zonenwidrig, sondern durch eine tatsächliche Umnutzung wie beispielsweise die Aufgabe 

des landwirtschaftlichen Betriebs, war Art. 24c RPG nicht anwendbar. Soweit ersichtlich 

diente das Bauernhaus der Beschwerdeführenden nach dem 1. Juli 1972 weiterhin zur 

landwirtschaftlichen Nutzung; der Landwirtschaftsbetrieb wurde erst im Oktober 1996 

aufgegeben.9 Als das Bauvorhaben erstellt wurde (2009/2010), war Art. 24c RPG beim 

Bauernhaus der Beschwerdeführenden somit nicht anwendbar. Das Bauvorhaben wäre 

nach Art. 24d Abs. 1 RPG i.V.m. Art. 42a RPV in der damals geltenden Fassung beurteilt 

worden. 

d) Art. 24d Abs. 1 RPG i.V.m. Art. 42a RPV (in der Fassung vom 21. Mai 2003) erlaubt 

die Umnutzung von landwirtschaftlichen Wohnbauten in landwirtschaftsfremde Nutzungen 

mit baulichen Massnahmen ("Wohnen bleibt Wohnen"). Erweiterungen sind zulässig, wenn 

sie für eine zeitgemässe Wohnnutzung unumgänglich sind (vgl. Art. 42a Abs. 1 RPV). 

Nach der Rechtsprechung galt für solche Erweiterungen ein strenger Massstab. Es kommt 

nicht auf die individuellen Wohnbedürfnisse der Gesuchsteller an. Massgeblich ist 

vielmehr, ob die Platzverhältnisse derart eng sind, dass die Hauptbaute den allgemeinen 

Ansprüchen an eine Wohnbaute nicht mehr genügt und deshalb auch nicht zu 

Wohnzwecken vermietet oder verkauft werden kann. Grosszügigere 

Erweiterungsmöglichkeiten bestehen für altrechtliche landwirtschaftliche Wohnbauten nur 

innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens, wo sie bis zu den quantitativen Grenzen 

von Art. 42 Abs. 3 Bst. a und b RPV erweitert werden können (Art. 42a Abs. 2 RPV). Die 

Bestimmung von Art. 42a Abs. 2 RPV ist aber nicht für Umbauten ausserhalb des 

Gebäudevolumens anwendbar.10 Der freiwillige Abbruch und Wiederaufbau ist 

9 Baubewilligungsakten 2009/4, Formular Bauen ausserhalb der Bauzonen, pag. 29 Rückseite
10 Waldmann/Hänni, Handkommentar RPG, 2006, Art. 24d N. 9

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ausgeschlossen (Art. 42a Abs. 3 RPV e contrario). Eine Ausnahmebewilligung nach Art. 

24d Abs. 1 RPG setzt in jedem Fall auch voraus, dass die äussere Erscheinung und 

bauliche Grundstruktur im wesentlichen unverändert bleiben und der Bewilligung keine 

überwiegenden Interessen entgegenstehen (vgl. Art. 24d Abs. 3 RPG).

   

e) Mit der Teilrevision des RPG von 2011, die am 1. November 2012 in Kraft trat, wurde 

der Anwendungsbereich von Art. 24c RPG auf alle Wohnbauten und angebauten 

Ökonomieteile erstreckt, die vor dem 1. Juli 1972 rechtmässig erstellt oder geändert 

wurden (vgl. Art. 24c Abs. 3 RPG), unabhängig davon, ob sie 1972 landwirtschaftlich 

genutzt oder bewohnt wurden. Somit können altrechtliche Bauernhäuser heute von der 

erweiterten Besitzstandsgarantie von Art. 24c RPG profitieren, die auch Erweiterungen 

ausserhalb des bestehenden Gebäudevolumens zulässt. Im Gegenzug wurden die Vor-

aussetzungen für solche Erweiterungen verschärft: Veränderungen am äusseren 

Erscheinungsbild müssen für eine zeitgemässe Wohnnutzung nötig oder darauf 

ausgerichtet sein, die Einpassung in die Landschaft zu verbessern (vgl. Art. 24c Abs. 4 

RPG). 

 

Da alle landwirtschaftlichen Wohnbauten, die vor dem 1. Juli 1972 erstellt wurden, nun in 

den Anwendungsbereich von Art. 24c RPG fallen, hat Art. 24d RPG i.V.m. Art. 42a RPV 

nur noch für neurechtliche Bauten Bedeutung. Entsprechend steht Art. 42a RPV neu unter 

dem Titel "Änderung neurechtlicher landwirtschaftlicher Wohnbauten".11

f) Wird das Bauvorhaben nach altem Recht beurteilt, ist demnach Art. 24d i.V.m. 

Art. 42a RPV (in der Fassung vom 21. Mai 2003) massgebend. Kommt das neue Recht zur 

Anwendung, beurteilt sich das Vorhaben nach Art 24c RPG in der revidierten Fassung. 

Grundsätzlich ist das neue Recht milder, weil es bei altrechtlichen Bauernhäusern explizit 

Erweiterungen ausserhalb des Gebäudevolumens sowie den freiwilligen Abbruch und 

Wiederaufbau zulässt. Auch bezogen auf den vorliegenden Fall ist davon auszugehen, 

dass das neue Recht grundsätzlich milder ist. Die Beschwerdeführenden machen in ihrer 

Eingabe vom 12. Juni 2017 selber geltend, es sei eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24c 

RPG oder nach Art. 39 RPV zu erteilen.

11 Muggli in Praxiskommentar RPG: Bauen ausserhalb der Bauzone, 2017, Art. 24d N. 14; AGR, Themenblatt 
A2 "Änderung von neurechtlichen landwirtschaftlichen Wohnbauten, Art. 24d Abs. 1 RPG", abrufbar unter 
www.jgk.be.ch > Baubewilligungen > Bauen ausserhalb Bauzonen > Themen in der Übersicht

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g) In Bezug auf eine Ausnahme nach Art. 39 RPV bringen die Beschwerdeführenden 

vor, es handle sich nur um eine geringfügige Gebäudeerweiterung, da früher bereits ein 

Schopf angebaut gewesen sei und der Heizraum kleiner erstellt worden sei als bewilligt. 

Die Praxis lasse bei Gebäuden im Streusiedlungsgebiet auch nach Art. 39 Abs. 1 Bst. a 

RPV geringfügige Erweiterungen zu, wenn diese Bauteile aus objektiven Gründen nicht 

innerhalb des bestehenden Bauvolumens realisierbar seien. Dazu verweisen sie auf eine 

Wegleitung des AGR zum Bauen ausserhalb der Bauzone von 2008. Art. 39 Abs. 1 RPV 

erlaubt in Streusiedlungsgebieten unter bestimmten Voraussetzungen die Umnutzung von 

bestehenden Bauten mit Wohnungen zu landwirtschaftsfremden Wohnzwecken, wenn die 

Bauten nach der Änderung ganzjährig bewohnt werden. Eine solche Umnutzung gilt als 

standortgebunden im Sinne von Art. 24 Bst. a RPG. Die Bestimmung lässt aber weder den 

Abbruch und Wiederaufbau noch eine Volumenerweiterung zu.12 Eine davon abweichende 

kantonale Praxis besteht nicht.13 Das Bauvorhaben wurde vom AGR somit zu Recht nach 

Art. 24c RPG in der Fassung vom 23. Dezember 2011 beurteilt.

h) Eine teilweise Änderung oder massvolle Erweiterung gemäss Art. 24c Abs. 2 RPG 

liegt vor, wenn die Identität der Baute einschliesslich ihrer Umgebung in den wesentlichen 

Zügen gewahrt bleibt (Art. 42 Abs. 1 RPV). Massgeblicher Vergleichszustand für die 

Beurteilung der Identität ist der Zustand, in dem sich die Baute oder Anlage im Zeitpunkt 

der Zuweisung zum Nichtbaugebiet befand (Art. 42 Abs. 2 RPV). Erweiterungen 

ausserhalb des Gebäudevolumens sind gemäss Art. 24c Abs. 4 RPG unter anderem dann 

zulässig, wenn sie für eine zeitgemässe Wohnnutzung nötig sind. Dafür legt die 

Rechtsprechung aber einen strengen Massstab an.14 

Es ist deshalb zuerst zu prüfen, ob es Raumreserven innerhalb des bestehenden 

Gebäudevolumens gibt. Die Beschwerdeführenden hatten bereits 2009 einen 

vergleichbaren Anbau für die Waschküche vorgesehen, wie er nun unbewilligt realisiert 

wurde. Das AGR hielt anlässlich der Besichtigung vom 1. April 2009 fest, 

Volumenerweiterungen seien nicht zulässig. In erster Linie seien bestehende 

Raumreserven zu Nebennutzungsflächen umzunutzen. Der Vertreter des AGR empfahl, 

eine Gesamtplanung für das ganze ehemalige Bauernhaus vorzunehmen. Im Bereich der 

Einfahrt könnte unter Einbezug der bestehenden Lukarne eine Wohnung eingebaut 

12 Muggli in Praxiskommentar RPG: Bauen ausserhalb der Bauzone, 2017, Art. 24 N. 34 ff.
13 Vgl. AGR, Themenblatt A4 "Bauwerke in Streusiedlungsgebieten - Wohnen oder örtliches Kleingewerbe"
14 BVR 2016 S. 471 E. 3.5 f.

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werden. Im Stallbereich könnten idealerweise Nebenräume wie Garage, Bastelraum, 

Heizung, Waschküche etc. untergebracht werden.15 Innerhalb des Gebäudevolumens sind 

offenbar Raumreserven vorhanden. Die Beschwerdeführenden bestreiten aber, dass sich 

diese Räume für eine Waschküche eignen. Da die räumlichen Verhältnisse im Bauernhof 

in den Akten nicht dokumentiert sind, lässt sich dies vorliegend nicht beurteilen. Es bedarf 

noch einer Abklärung und Dokumentierung der Raumreserven innerhalb des bestehenden 

Gebäudevolumens. Aber selbst wenn keine geeigneten Räumlichkeiten vorhanden sind, 

bleibt zu prüfen, ob ein eigener Raum als Waschküche für eine zeitgemässe Wohnnutzung 

nötig ist.  

i) In jedem Fall darf eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG nur erteilt werden, 

wenn die Identität des Gebäudes gewahrt bleibt. Dies ist nicht nur in quantitativer Hinsicht, 

sondern auch in Bezug auf die gestalterischen Aspekte zu beurteilen. Zudem muss die 

Ausnahmebewilligung mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vereinbar sein 

(Art. 24c Abs. 5 RPG), was eine Interessenabwägung erfordert. Dabei sind auch die 

ästhetischen Interessen des Orts- und Landschaftsbildes zu berücksichtigen. Stehen 

spezialgesetzliche Normen, beispielsweise des Denkmalschutzes, der Bewilligung absolut 

entgegen, so entfällt die Interessenabwägung.16 

3. Baudenkmal

a) Das über 200-jährige Bauernhaus der Beschwerdeführenden ist im Bauinventar der 

Gemeinde grundeigentümerverbindlich als erhaltenswert eingestuft, (vgl. Art. 34 Abs. 1 und 

Anhang V GBR17). Im Kurzbeschrieb des Bauinventars steht dazu: 

"Bauernhaus von 1789. Regelmässige Ständerkonstruktion über umlaufender 

Eichenschwelle, unter Dreiviertelwalmdach. Durchgehende Fensterbank im EG und OG. 

Bohlenständer im OG mit teilweise stehender Ausfachung. Längsseitig breite eingewandete 

Terrasse im S mit jüngerem Zimmeranbau im OG unter Schleppdach. Eingewandete Anhenke 

im N mit originalem, dekorativem Laubenbrüstungsmotiv. Starke, profilierte Büge. Steht am 

Hang vor dem Wald mit mächtiger Linde hinter dem Ökonomieteil." 

15 Baubewilligungsakten 2009/4, pag. 28
16 Muggli, in Praxiskommentar RPG: Bauen ausserhalb der Bauzone, 2017, Art. 24c N. 45-47; Bernhard 
Waldmann / Peter Hänni, Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 24c N. 22
17 Baureglement der Gemeinde Auswil, vom AGR genehmigt am 3. März 2011

RA Nr. 120/2017/14 11

Das Bauernhaus ist ein Baudenkmal im Sinne von Art. 10b Abs. 3 BauG. Baudenkmäler 

sind herausragende Objekte und Ensembles von kulturellem, historischem oder 

ästhetischem Wert. Sie sind erhaltenswert, wenn sie wegen ihrer ansprechenden 

architektonischen Qualität oder ihrer charakteristischen Eigenschaften geschont werden 

sollen (Art. 10a Abs. 1 und 3 BauG). Baudenkmäler können nach den Bedürfnissen des 

heutigen Lebens und Wohnens für bisherige oder passende neue Zwecke genutzt und 

unter Berücksichtigung ihres Wertes verändert werden. Sie dürfen durch Veränderungen in 

ihrer Umgebung nicht beeinträchtigt werden. Erhaltenswerte Baudenkmäler sind in ihrem 

äusseren Bestand und mit ihren bedeutenden Raumstrukturen zu bewahren. Ein Abbruch 

ist zulässig, wenn die Erhaltung unverhältnismässig ist; im Falle einer Neubaute ist das 

Baudenkmal durch ein gestalterisch ebenbürtiges Objekt zu ersetzen (vgl. Art. 10b Abs. 1 

und 3 BauG). Veränderungen sind somit nur zulässig, wenn sie gestalterisch auf den 

Baustil, die Materialisierung, die Baustruktur und -substanz Rücksicht nehmen. Auch eine 

neue Umgebungsgestaltung darf ein Baudenkmal nicht beeinträchtigen (Art. 10b Abs. 1 

BauG).

 

b) Die Beschwerdeführenden rügen, das AGR sei nicht zuständig zur 

denkmalschutzrechtlichen Beurteilung. Das Vorhaben hätte durch die im GBR genannte 

Fachstelle abgeklärt werden müssen. Das erhaltenswerte Bauernhaus liegt ausserhalb des 

Ortsbildschutzperimeters. Gemäss Art. 34 Abs. 8 GBR müssen bauliche Massnahmen, 

wozu auch die Umgebungsgestaltung gehört, durch die vom Gemeinderat bezeichnete 

neutrale Fachstelle, d.h. den Bauberater des Berner Heimatschutzes, beurteilt werden. 

Vorliegend hätte der Berner Heimatschutz somit die baulichen Änderungen am 

Bauernhaus sowie die neue Umgebungsgestaltung mit der Betonmauer in ästhetischer 

Hinsicht beurteilen müssen. Dies ist unterblieben, was eine Rechtsverletzung darstellt. Im 

Weiteren verlangt Art. 7 GBR, dass mit dem Bauvorhaben eine gute Gesamtwirkung 

entsteht, dass es sich gut in das Orts- und Landschaftsbild einordnet und auf 

erhaltenswerte Eigenarten Rücksicht nimmt. Das Bauvorhaben muss daher zusätzlich dem 

positiven Einfügungsgebot genügen. 

 

4. Mängel des vorinstanzlichen Verfahrens und Entscheids 

 

RA Nr. 120/2017/14 12

a) Als Bauvorhaben wurden auf dem Formular 1.0 lediglich der Anbau einer 

Waschküche und die Hangsicherung mit Stützmauern genannt. Auf dem Plan sind auch 

die versetzte Schopftüre sowie die Betonmauer in der gesamten Länge (d.h. mit der 

ostseitigen Verlängerung vor das Bauernhaus samt Treppe) als neue Bauteile 

eingezeichnet. Das im Baugesuch genannte Vorhaben und der Plan stimmen somit nicht 

überein, was eine Verbesserung erfordert hätte. In den angefochtenen Entscheiden der 

Gemeinde und des AGR wurde nur über den "Anbau Waschküche" und die 

"Hangsicherung mit Stützmauer" entschieden. Die Verlängerung der Betonmauer vor der 

Ostseite des Bauernhauses samt kleiner Treppe stellt aber keine Hangstützmauer dar und 

wurde in den angefochtenen Entscheiden der Gemeinde und des AGR nicht eigens 

erwähnt. Es ist deshalb unklar, ob dieser Mauerabschnitt vom Bauabschlag und 

Wiederherstellungsverzicht mitumfasst ist. Auch nicht entschieden wurde über das 

Versetzen der Schopftüre.

b) Im nachträglichen Baubewilligungsverfahren hat die Behörde gegebenenfalls zu 

prüfen, ob das Bauvorhaben wenigstens teilweise bewilligt werden kann (Art. 46 Abs. 2 

Bst. d BauG). Dies ist vorliegend unterblieben. Die Betonmauer zum Hang hin und die 

Verlängerung vor dem Bauernhaus samt kleiner Treppe können unabhängig vom 

Waschküchenanbau auf ihre Bewilligungsfähigkeit hin überprüft werden. Auch bei der 

Mauer ist noch eine teilweise Bewilligung denkbar, da sich die einzelnen Abschnitte 

separat beurteilen lassen. Sofern das Vorhaben aus ästhetischer und 

raumplanungsrechtlicher Sicht (teilweise) bewilligungsfähig erscheint, muss das Vorhaben 

noch veröffentlicht werden.

c) Nebst dem Waschküchenanbau, der Betonmauer und der versetzten Schopftüre 

(siehe Erwägung 4 a oben) haben die Beschwerdeführenden beim nordöstlichen Teil des 

Bauernhauses folgende Veränderungen vorgenommen, wie sich aus dem Fotovergleich 

ergibt:18

- Verkürzung des Dachs über dem Anbau auf der Nordseite

- Versetzen der Flugpfette gegen oben, Abstützung auf dem Anbau

- Betonfassade bis zur neuen Schopftüre 

18 Vom AGR am 24. Mai 2017 eingereichte Fotos des Vorzustandes und aktuellen Zustandes, 
Beschwerdeakten RA 120/2017/14; Plan Schnitt Waschküche 1:100, Beilage Nr. 2 zur Eingabe der 
Beschwerdeführenden vom 12. Juni 2017

RA Nr. 120/2017/14 13

- Neue Holzverkleidung beim Schopf, Ersatz der im Bauinventar genannten 

Laubenbrüstung mit gleichem Motiv (Jahrzahl 2014 )

Diese Änderungen am Bauernhaus waren nicht Gegenstand des nachträglichen 

Baugesuchs und blieben im vorinstanzlichen Baupolizeiverfahren soweit ersichtlich 

unberücksichtigt. Die Dachverkürzung, die Versetzung der Pfette und die Betonfassade bis 

zur neuen Schopftüre stehen aber in direktem Zusammenhang mit dem streitigen Anbau. 

Im Folgenden werden sie zusammenfassend als Dach- und Fassadenänderungen 

bezeichnet.

  

d) Die Gemeinde hat als Wiederherstellungsmassnahme angeordnet, dass die Mauer 

mit dem Fenster sowie die Betondecke des Anbaus zurückzubauen sind, und die zu 

entfernenden Bauteile auf einem Foto gelb markiert. Wie die Beschwerdeführenden zu 

Recht vorbringen, zieht die Umsetzung des angeordneten Abbruchs aus statischen 

Gründen weitere bauliche Anpassungen beim Bauernhaus nach sich, da dort auch 

Änderungen erfolgt sind. Der Grundriss des früheren Schopfes wurde verschmälert, die 

Dachpfette wurde nach oben versetzt und liegt nun offenbar auf dem Anbau auf, der 

entfernt werden soll. Mit dem verfügten Abbruch des Anbaus allein ist es somit nicht getan. 

Die zusätzlichen Anpassungsarbeiten beim Bauernhaus spielen jedoch nicht nur im 

Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung eine Rolle. Da die Gemeinde die 

Wiederherstellungsmassnahmen beim Bauernhausdach offenbar bewusst nicht definiert 

hat,19 ist unklar, was die Wiederherstellung baulich und finanziell bedeuten würde bzw. 

welcher Zustand überhaupt hergestellt werden soll und darf. Es kann nicht den 

Beschwerdeführenden überlassen werden, die nötigen Anpassungen nach eigenem 

Gutdünken vorzunehmen, zumal solche Änderungen wiederum baubewilligungspflichtig 

sein dürften, sofern nicht der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt wird. Die 

Wiederherstellungsmassnahmen sind zu wenig präzis bzw. nicht vollständig definiert. Die 

Gemeinde hätte (unter Einbezug des Berner Heimatschutzes) bestimmen müssen, wie das 

Dach abgestützt werden soll, ob es wieder verlängert werden muss und wie die Fassade 

des Bauernhauses neben der Schopftüre wiederherzustellen ist. Würde nämlich die 

Frontseite des Anbaus und das Dach des Anbaus wie von der Gemeinde eingezeichnet 

entfernt, hätte dies zur Folge, dass rechts neben der Schopftüre ein Stück Betonwand an 

der Fassade des Bauernhauses verbleiben würde, da der Anbau nur bis zur heutigen 

19 Baubewilligungsakten 2016/10, pag. 8

RA Nr. 120/2017/14 14

Innenmauer des Schopfs zurückgebaut werden muss. Zusammenfassend sind die 

angeordneten Wiederherstellungsmassnahmen nicht ausreichend konkretisiert und liessen 

sich im Rahmen einer Ersatzvornahme nicht vollziehen.

e) Grundsätzlich ist es den Beschwerdeführenden unbenommen, nur für Teile des 

Vorhabens ein nachträgliches Baugesuch einzureichen. Vorliegend ist unklar, ob sie 

bewusst darauf verzichtet haben, für die Dach- und Fassadenänderungen ein 

nachträgliches Baugesuch einzureichen. Auch ein allenfalls bewusst unvollständiges 

Baugesuch entbindet die Behörde nicht davon, das Wiederherstellungsverfahren über alle 

unrechtmässigen Änderungen zu eröffnen, die wie hier einen engen Sachzusammenhang 

haben, und im Rahmen des Wiederherstellungsentscheides darüber zu befinden. Weil die 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes beim Anbau nicht losgelöst von den 

Dach- und Fassadenänderungen beurteilt werden kann, hätte das vorinstanzliche 

Verfahren nicht auf die Gegenstände beschränkt werden dürfen, die im nachträglichen 

Baugesuch explizit genannt wurden. Dieser Verfahrensmangel verunmöglicht vorliegend 

eine korrekte Entscheidfindung. Die verfügte Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustandes beim Anbau (Ziff. 7 Bst. a des angefochtenen Entscheids) ist daher von Amtes 

wegen aufzuheben (Art. 40 Abs. 1 VRPG). 

f) Bei der Stützmauer wurden die denkmalpflegerischen bzw. ästhetischen Interessen 

soweit ersichtlich nicht berücksichtigt. Die Gemeinde hat den Wiederherstellungsverzicht 

einzig mit dem Interesse an der Hangsicherung begründet, obwohl auch die hangseitige 

Mauer teilweise freistehend ist20 und nicht in voller Höhe und Länge eine Stützfunktion hat. 

Bei der Interessenabwägung wurden somit nicht alle berührten Interessen einbezogen und 

gewichtet. 

g) Die Vorinstanz hat als Wiederherstellungsmassnahme angeordnet, dass die 

Stützmauer auf der ganzen Länge mit einem Zaun oder Geländer zu versehen ist, da die 

Absturzhöhe zu hoch sei. Mit der Wiederherstellungsverfügung wird somit die Erstellung 

eines neuen baulichen Elements angeordnet, das nicht konkret bestimmt ist. Je nach 

Ausgestaltung ist eine solche Absturzsicherung baubewilligungspflichtig (z.B. ein Geländer) 

und bedarf einer Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. RPG. Die Absturzsicherung müsste 

daher konkret definiert und vorgängig daraufhin geprüft werden, ob sie den ästhetischen 

20 Vgl. Fotos AGR in den Beschwerdeakten; Beilage Nr. 4 zur Eingabe der Beschwerdeführenden vom 12. Juni 
2017

RA Nr. 120/2017/14 15

Anforderungen nach Art. 10b BauG und Art. 7 GBR genügt und mit dem 

Raumplanungsrecht vereinbar ist. 

5. Rückweisung

 

a) Zusammenfassend bestehen Unklarheiten beim nachträglichen Baugesuch; es ist 

unklar, ob über die ostseitige Mauer samt kleiner Treppe entschieden wurde; über die 

Versetzung der Schopftüre wurde soweit ersichtlich nicht entschieden. Im vorinstanzlichen 

Verfahren wurde nicht geprüft, ob Teile des Bauvorhabens bewilligungsfähig sind. Die 

inneren Raumreserven des Bauernhauses sind nicht bekannt, so dass vorliegend nicht 

beurteilt werden kann, ob die Waschküche nicht auch innerhalb des bestehenden 

Gebäudevolumens erstellt werden könnte. Weil das Bauernhaus ein Baudenkmal ist, hätte 

der zuständige Berner Heimatschutz das Vorhaben (Anbau, Betonmauer) sowie die 

Wiederherstellungsmassnahmen ästhetisch beurteilen müssen. Die ästhetischen 

Interessen hätten zudem beim Wiederherstellungsentscheid (Anbau und Betonmauer) in 

der Interessenabwägung berücksichtigt werden müssen. 

Beim Bauernhaus sind Dach- und Fassadenänderungen vorgenommen worden, die in 

engem Zusammenhang mit dem streitigen Anbau stehen, aber nicht Gegenstand des vor-

instanzlichen Verfahrens waren. Die Dach- und Fassadenänderungen hätten in das 

baupolizeiliche Verfahren einbezogen werden müssen, da sie für den Entscheid 

unabdingbar sind. Die Wiederherstellungsmassnahmen betreffend Anbau sind nicht 

genügend konkretisiert und lassen offen, welcher Zustand beim Bauernhaus, insbesondere 

beim Dach und der Fassade, hergestellt werden soll. Eine allfällige Absturzsicherung auf 

der Betonmauer hätte näher definiert und darauf hin geprüft werden müssen, ob sie 

bewilligungsfähig ist. 

Über die Beschwerdesache kann somit aus verschiedenen Gründen nicht entschieden 

werden. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführenden im Beschwerdeverfahren eine 

Projektänderung "zur optischen Verbesserung" eingereicht haben, die noch zu beurteilen 

ist. Die Sache ist demnach an die Vorinstanz zurückzuweisen.

    

b) Zuungunsten der Beschwerdeführenden darf der angefochtene Entscheid bzw. die 

Wiederherstellungsverfügung nur wegen Rechtsverletzung geändert werden (sog. 

RA Nr. 120/2017/14 16

reformatio in peius, Art. 73 VRPG). Die Beschwerdeführenden bringen vor, eine Aufhebung 

des nicht angefochtenen Wiederherstellungsverzichts bei der Stützmauer (Ziffer 7 Bst. b) 

sei nicht erforderlich, da der Wiederherstellungsverzicht die Erteilung einer nachträglichen 

Baubewilligung nicht präjudiziere und ihr auch nicht entgegenstehe. Dem kann nicht gefolgt 

werden. Im Bereich des Anbaus handelt es sich um die Aussenmauer dieses Baukörpers; 

diese kann nicht isoliert betrachtet werden. Ist noch die Bewilligungsfähigkeit des 

gesamten Bauvorhabens zu prüfen ‒ was die Beschwerdeführer auch beantragen ‒ kann 

nicht bereits rechtskräftig über die Wiederherstellung (bzw. den Verzicht auf 

Wiederherstellung) entschieden sein. Zudem würde in diesem Fall auch die angeordnete 

Sicherheitsmassnahme auf der Mauer rechtskräftig, deren Zulässigkeit nach Art. 24 ff. 

RPG nicht feststeht. Die Betonmauer wurde vom Berner Heimatschutz nicht beurteilt, und 

im Rahmen des Wiederherstellungsverzichts wurden die denkmalpflegerischen Aspekte 

und die Ästhetik nicht als öffentliches Interesse berücksichtigt. Es liegen somit 

verschiedene Rechtsverletzungen vor, die eine Aufhebung von Ziffer 7 Bst. b und eine 

Neubeurteilung erfordern. Diese kann sowohl zum Ergebnis führen, dass die Mauer bzw. 

Teile davon bewilligt werden, als auch dazu, dass die Mauer oder Teile davon entfernt 

werden müssen.

c) Der gesamte angefochtene Entscheid der Gemeinde sowie die Verfügung nach 

Art. 24 ff. des AGR sind demnach aufzuheben und die Sache zur Fortsetzung des 

Verfahrens im Sinne der Erwägungen an die Gemeinde zurückzuweisen (Art. 40 Abs. 1 

und Art. 72 Abs. 1 VRPG). 

d) Hinweise für das weitere Vorgehen: 

- Den Beschwerdeführenden ist Gelegenheit zu geben, für die Dach- und Fassaden-

änderungen am Bauernhaus ein nachträgliches Baugesuch einzureichen. Zudem ist 

das vorliegende Baugesuch mit den auf dem Grundrissplan vom 20.06.2016 

dargestellten Vorhaben zu ergänzen (Versetzen der Schopftüre, gesamte 

Betonmauer samt kleiner Treppe). 

- Die Vorhaben und die eingereichte Projektänderung sind durch das AGR und den 

Berner Heimatschutz zu beurteilen. 

- Sofern die Vorhaben bzw. einzelne davon bewilligungsfähig erscheinen, sind sie zu 

publizieren. 

RA Nr. 120/2017/14 17

- Über alle Vorhaben ist zu entscheiden. Sofern und soweit ein Bauabschlag erteilt 

wird, ist über die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes zu entscheiden. 

Dabei sind die ästhetischen Interessen und raumplanungsrechtlichen 

Voraussetzungen zu berücksichtigen. Die Wiederherstellungsmassnahmen sind 

konkret zu definieren. 

6. Kosten

a) Die Verfahrenskosten werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 900.– 

(Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV21). Bei diesem Ausgang des Verfahrens 

unterliegen die Beschwerdeführenden teilweise, da der gesamte angefochtene Entscheid 

aufgehoben wird (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Die Beschwerdeführenden berufen sich auf die 

neuere Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts, wonach im Kostenpunkt dennoch von 

einem vollumfänglichen Obsiegen auszugehen ist, sofern bei Vorliegen eines 

reformatorischen (Haupt-)Antrags ein Rückweisungsentscheid ergeht und die 

Neubeurteilung zu einer vollständigen Gutheissung des Begehrens führen kann.22 Weil 

auch Ziff. 7 Bst. b des angefochtenen Entscheids aufgehoben wird, ist der Ausgang des 

Verfahrens in beiden Richtungen offen, d.h. es ist nicht nur eine Gutheissung, sondern 

auch eine Verschlechterung der Rechtsposition möglich. Ausserdem wird Ziffer 7 Bst. a 

von Amtes wegen aufgehoben; das Wiederherstellungsverfahren muss auf die Dach- und 

Fassadenänderungen ausgedehnt werden. Die neue Praxis des Verwaltungsgerichts ist 

daher nicht einschlägig. Den Beschwerdeführenden wird demnach die Hälfte der 

Verfahrenskosten, ausmachend Fr. 450.– auferlegt. Die restlichen Verfahrenskosten trägt 

der Kanton (Art. 108 Abs. 2 i.V.m. Art. 2 Abs.1 Bst. b VRPG). 

 

b) Die Verlegung der Parteikosten folgt ebenfalls dem Unterliegerprinzip. Die Gemeinde 

hat zwar keinen expliziten Antrag gestellt. Als verfügende Behörde ist sie aber notwendige 

Partei und trägt ein Kostenrisiko.23 Demnach hat die Gemeinde den Beschwerdeführenden 

die Hälfte der Parteikosten zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote des 

Anwaltes der Beschwerdeführenden im Betrag von Fr. 4'226.05 (inkl. Auslagen und MWSt) 

21 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)
22 BVR 2016 S. 222, E. 4.1
23 BVR 2012 S. 424 E. 54; BVR 2015 S. 541 E. 8

RA Nr. 120/2017/14 18

gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Die Gemeinde hat somit den Beschwerdeführenden 

einen Parteikostenanteil von Fr. 2'113.‒ zu ersetzen.

RA Nr. 120/2017/14 19

III. Entscheid

1. Der Bauentscheid mit Wiederherstellungsverfügung der Gemeinde Auswil vom 

15. März 2017 und die Verfügung des AGR vom 20. Dezember 2016 werden 

aufgehoben. Die Sache wird zur Fortführung des Verfahrens im Sinne der 

Erwägungen an die Gemeinde zurückgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 900.– werden zur Hälfte den Beschwerdeführenden zur 

Bezahlung auferlegt, ausmachend Fr. 450.–. Sie haften solidarisch für den gesamten 

Betrag. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist. Die restlichen Verfahrenskosten werden nicht erhoben.

3. Die Gemeinde hat den Beschwerdeführenden einen Parteikostenanteil im Betrag von 

Fr. 2'113.‒ (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu ersetzen. 

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt C.________, eingeschrieben

- D.________, eingeschrieben

- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), per Kurier

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin