# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0d3f10f3-8286-59e1-8150-2622325f2aea
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.09.2025 D-2387/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2387-2022_2025-09-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2387/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), 

Richter Thomas Segessenmann, Richter Simon Thurnheer,    

Gerichtsschreiberin Sandra Bisig. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch lic. iur. Johan Göttl,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 22. April 2022. 

 

 

 

D-2387/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Mutter des Beschwerdeführers (B._______) suchte – zusammen mit 

zwei seiner Schwestern – am 24. Juli 2019 und sein Vater (C._______) am 

4. Januar 2021 in der Schweiz um Asyl nach. Die entsprechenden Asylge-

suche wurden jeweils in der Folge (rechtskräftig) abgelehnt und die Fami-

lienmitglieder des Beschwerdeführers wegen Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs vorläufig in der Schweiz aufgenommen. 

B.  

Der Beschwerdeführer selbst gelangte eigenen Angaben zufolge am 

19. Mai 2021 in die Schweiz und reichte hier am 31. Mai 2021 ein Asylge-

such ein. Gemäss einer Mitteilung der griechischen Behörden vom 16. Juli 

2021 hatte der Beschwerdeführer am 3. Oktober 2018 bereits in Griechen-

land ein Asylgesuch gestellt, welches am 14. April 2020 in zweiter Instanz 

negativ entschieden worden war.  

C.  

C.a Am 20. August 2021 fand – im Beisein der vormaligen (zugewiesenen) 

Rechtsvertretung – die Befragung respektive eine erste Anhörung des Be-

schwerdeführers statt. In der Folge teilte das SEM das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers dem erweiterten Verfahren zu. Am 21. Januar 2022 führte 

es sodann – im Beisein der (mittlerweile mandatierten) rubrizierten Rechts-

vertretung – eine ergänzende Anhörung durch. 

C.b Der Beschwerdeführer brachte im Wesentlichen vor, er sei aus 

D._______ und habe dort zwölf Jahre die Schule besucht. Wenige Monate 

nach seinem Schulabschluss sei er zum Militär gegangen. Die Ausbildung 

habe am (…) 2012 begonnen. Er habe zuerst etwas mehr als drei Monate 

ein Kampftraining erhalten. Danach habe er drei Monate eine Ausbildung 

zum (…) gemacht. In der Folge habe er hauptsächlich (beim Militär) als 

(…) gearbeitet. Manchmal sei er aber auch für militärische Operationen 

eingesetzt worden. Während einer solchen sei im April 2013 sein damaliger 

Kommandant bei einer Bombenexplosion getötet worden. Er und weitere 

Soldaten seien verletzt worden. Danach sei er ein paar Tage lang in einem 

Krankenhaus medizinisch versorgt worden. In der Folge habe er wieder im 

"technischen Bereich" gearbeitet. Nach einiger Zeit sei er von einem 

Dienstkameraden (E._______) ein erstes Mal aufgefordert worden, die Ta-

liban mit Informationen zu unterstützen. Es sei dann immer wieder zu sol-

chen Aufforderungen gekommen. Er habe sich jedoch geweigert, mit den 

Taliban zusammenzuarbeiten.  

D-2387/2022 

Seite 3 

Ende 2016 habe die (…) den Auftrag erhalten, ein (…) abzuholen und in 

die (…) zu bringen. Als er und seine Dienstkameraden sich dem Zielort 

genähert hätten, sei ihr Fahrzeug auf eine Mine gefahren. Durch die Ex-

plosion sei sein Freund getötet und ein weiterer Freund verletzt worden. Er 

selbst sei ebenfalls verletzt worden und sei daher für eine Woche im Spital 

gewesen. Er vermute, dass es sich um einen gezielten Anschlag auf ihn 

gehandelt habe. Damit habe man ihn wegen seiner Weigerung, die Taliban 

zu unterstützen, bestrafen wollen. Nach diesem Anschlag habe er sich 

dazu entschieden, das Militär zu verlassen, was er seinen Eltern mitgeteilt 

habe. Er habe noch etwa zwei Monate in der (…) weitergearbeitet und 

habe dann – gegen Ende Februar 2017 – Urlaub gehabt. Während seines 

Urlaubs habe er namentlich zusammen mit seinen bereits in der Schweiz 

lebenden Familienangehörigen, die sonstige Probleme in Afghanistan ge-

habt hätten, sein Heimatland verlassen. Nach seiner Ausreise sei seinem 

Onkel ein Brief für ihn überbracht worden, in welchem er aufgefordert wor-

den sei, wieder zur Arbeit zu erscheinen, ansonsten er festgenommen wer-

de. 

Im Falle einer Rückkehr nach Afghanistan befürchte er, von den Taliban 

getötet zu werden, da er nicht mit ihnen kooperiert habe. Er habe zudem 

Angst vor der Regierung, weil er seine Arbeit verlassen habe. Auch wegen 

seiner Ethnie – er sei Hazara – wäre er in Gefahr. Weitergehend wird auf 

die Protokolle in den Akten und die nachfolgenden Erwägungen verwiesen. 

C.c Der Beschwerdeführer reichte bis anhin folgende Unterlagen zu den 

vorinstanzlichen Akten: Fotografien von zwei Seiten seines Reisepasses, 

seiner Dienstkarte und mehreren Dokumenten im Zusammenhang mit ei-

nem Ausreisegrund seiner Eltern (Wegnahme eines Landgrundstücks 

durch eine mächtige Person), drei Fotografien von ihm in Militäruniform und 

eine "Medizinische Dokumentation" der Pflege im Bundesasylzentrum 

F._______ sowie zwei ärztliche Schreiben.  

D.  

Mit Schreiben vom 25. Januar 2022 seiner Rechtsvertretung reichte der 

Beschwerdeführer eine Fotografie seines afghanischen Schulausweises 

zu den vorinstanzlichen Akten. Gleichzeitig teilte er dem SEM mit, dass die 

Verständigung bei der ergänzenden Anhörung etwas schwierig gewesen 

sei, weil der Dolmetscher Farsi und nicht Dari gesprochen habe. 

 

D-2387/2022 

Seite 4 

E.  

E.a Mit Verfügung vom 22. April 2022 – eröffnet am 27. April 2022 – ver-

neinte die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, 

lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 

an. Gleichzeitig schob sie den Vollzug der Wegweisung wegen Unzumut-

barkeit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. 

E.b Zur Begründung des negativen Asylentscheids führte das SEM im We-

sentlichen an, es sei aufgrund der Aktenlage zwar glaubhaft, dass der Be-

schwerdeführer vor längerer Zeit Militärdienst geleistet habe, jedoch wür-

den mehrere Unstimmigkeiten den Schluss nahelegen, dass er bedeutend 

früher – als von ihm angegeben – aus der Armee ausgeschieden sei und 

er sich auf eine konstruierte Asylbegründung abstütze. So hätten seine El-

tern in ihren Anhörungen weder von seiner Bedrohungslage und dem auf 

ihn verübten Anschlag berichtet, noch hätten sie überhaupt erwähnt, dass 

er in der Armee gedient habe. Sie hätten vielmehr erklärt, dass sein Vater 

ein Geschäft für (…) besessen habe und er (der Beschwerdeführer) als 

(…) gearbeitet habe; dies sei quasi der Familienjob gewesen. Auf Nach-

frage hätten sie erklärt, ausser den Problemen wegen einer Tochter keine 

weiteren Probleme gehabt zu haben. Die diesbezügliche Erklärung des Be-

schwerdeführers, wonach er seiner Familie kulturbedingt nichts von seinen 

unzähligen Problemen erzählt habe, überzeuge nicht, zumal er zuvor wie-

derholt angegeben habe, dass er seinen Eltern detailliert von der ihm dro-

henden Gefährdung berichtet und ihnen mitgeteilt habe, dass er das Militär 

verlassen möchte. Ferner habe er unstimmige Angaben zur Dienstdauer, 

zur Häufigkeit und den Begleitumständen der angeblichen Aufforderungen 

zur Zusammenarbeit mit den Taliban, zur Dauer der Reise von seinem 

Stützpunkt nach Hause und zum Zeitpunkt respektive der Anzahl seiner 

(versuchten) Ausreise(n) aus seinem Heimatland gemacht. Die eingereich-

ten Beweismittel (Dienstkarte, Fotografien von ihm in Uniform und ärztliche 

Schreiben) vermöchten nichts an dieser Einschätzung zu ändern, da sie 

die von ihm angeführten Gründe für seine Ausreise nicht ausreichend zu 

belegen vermöchten. Seine Ausreisegründe würden mithin den Anforde-

rungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG (SR 142.31) nicht 

standhalten. Im Hinblick auf die zwischenzeitlich erfolgte Machtübernahme 

durch die Taliban sei sodann festzuhalten, dass er auch keine begründete 

Furcht vor künftigen Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG 

habe, da ein erhöhtes Risikoprofil für sich alleine eine solche Furcht nicht 

zu begründen vermöge, sondern es zusätzlicher risikoschärfender Ele-

mente bedürfe, welche in seinem Fall jedoch keine ersichtlich seien. 

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Seite 5 

Weitergehend wird auf die angefochtene Verfügung und die nachfolgenden 

Erwägungen verwiesen. 

F.  

F.a Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe 

vom 27. Mai 2022 – handelnd durch seinen Rechtsvertreter – Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte dabei in materieller Hin-

sicht, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm in der 

Schweiz Asyl zu gewähren, eventualiter sei er als Flüchtling vorläufig auf-

zunehmen, allenfalls sei die Sache zur erneuten Abklärung des rechtser-

heblichen Sachverhalts und zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er (eventualiter) 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit seinem Rechtsver-

treter als unentgeltlicher Rechtsbeistand sowie um Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses. 

F.b Zur Begründung seiner materiellen Rechtsbegehren führte er im We-

sentlichen an, es sei vorliegend offenbar neben Fehlinterpretationen seiner 

Aussagen auch zu Missverständnissen gekommen, die für den Entscheid 

von Relevanz seien. Daher sei davon auszugehen, dass der rechterhebli-

che Sachverhalt nicht korrekt erhoben worden sei und – unter Hinweis auf 

seinen Einwand in der Eingabe vom 25. Januar 2022 bezüglich Verständi-

gungsschwierigkeiten bei der ergänzenden Anhörung – Übersetzungs-

probleme dabei eine Rolle gespielt hätten. Die vom SEM vorgehaltenen 

Vorbringen seiner Eltern würden sich sodann dadurch erklären lassen, 

dass sein Vater gemäss eigenen Aussagen – die Asylakten seiner Eltern 

würden noch nicht vorliegen – in der Anhörung darauf hingewiesen worden 

sei, nicht für ihn (den Beschwerdeführer) zu sprechen, da er als Volljähriger 

seine Asylgründe selber vorbringen könne. Es sei nicht statthaft, jetzt dar-

aus einen Nachteil für ihn zu konstruieren. Zudem habe sein Vater dem 

SEM mitgeteilt, dass er (der Beschwerdeführer) ins Militär gegangen sei; 

er habe bereits als Siebenjähriger und bis zur Beendigung der Schule mit 

18 Jahren in der (…) mitgeholfen. Die Probleme, die er im Militär gehabt 

habe, habe er zuhause ohnehin nicht im Detail besprochen. Das SEM habe 

seine diesbezüglichen Aussagen zu seinen Ungunsten interpretiert. So-

dann vermöge die Tatsache, dass er die Dauer seines Dienstes falsch an-

gegeben habe und sich mithin bei der Angabe über die Zeit im Militär um 

ein Jahr geirrt habe, die Glaubhaftigkeit seines durch einen Militärausweis 

belegten Dienstes nicht zu schmälern. Was die Diskrepanz in seinen An-

gaben zum Zeitpunkt respektive der Anzahl der (versuchten) Ausreise(n) 

betreffe, sei festzuhalten, dass er sich einen protokollierten Satz nicht er-

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Seite 6 

klären könne und das SEM es nicht für nötig gehalten habe, ihn auf die 

vorgeworfene Widersprüchlichkeit anzusprechen. Die weiteren angebli-

chen Unglaubhaftigkeitselemente in seinen Aussagen seien schliesslich 

vom SEM konstruiert und nicht haltbar. Insoweit sei auch der rechtserheb-

liche Sachverhalt offensichtlich falsch erhoben worden. Dies gelte auch be-

treffend Ausführungen des SEM zu einem der ärztlichen Schreiben, welche 

er eingereicht habe. Betreffend die Untauglichkeit der eingereichten 

Dienstkarte habe das SEM sodann seine Aussagen zur Verlängerung des 

Militärdienstes und die Folgerichtigkeit seiner zeitlichen Angaben nicht be-

rücksichtigt. Angesichts der nach dem Gesagten glaubhaft gemachten Vor-

verfolgung und mithin seiner berechtigten Befürchtung, bei einer Rückkehr 

nach Afghanistan von den Taliban als Verräter angesehen zu werden, seien 

vorliegend risikoschärfende Elemente gegeben, welche die abstrakte Ge-

fährdung der Gruppe der (ehemaligen) Armeeangehörigen individuell kon-

kretisieren würden. Damit sei eine begründete Furcht vor zukünftigen Ver-

folgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG zu bejahen. Weiterge-

hend wird auf die Beschwerde und die nachfolgenden Erwägungen verwie-

sen.  

G.  

Mit Beschwerdeergänzung vom 1. Juni 2022 machte der Beschwerdefüh-

rer – nach ihm vom SEM gewährter Einsicht in die Anhörungsprotokolle 

seiner Eltern – im Wesentlichen (erneut) geltend, dass die vom SEM an-

gegebenen Widersprüche zwischen seinen und den Aussagen seiner El-

tern nicht aufrechtzuerhalten seien. Seine Eltern hätten ihre eigenen Aus-

reisegründe angegeben, weshalb es nicht angehe, ihm vorzuwerfen, sie 

hätten nichts von seinen Asylgründen berichtet.  

H.  

H.a Mit Zwischenverfügung vom 22. Juni 2022 hiess die Instruktionsrichte-

rin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung – unter 

der Voraussetzung des Nachreichens einer Fürsorgebestätigung – gut und 

forderte den Beschwerdeführer unter der Androhung des Nichteintretens 

im Unterlassungsfall auf, bis zum 7. Juli 2022 eine Fürsorgebestätigung 

nachzureichen oder einen Kostenvorschuss von Fr. 750.– zu leisten. 

H.b Mit Eingabe vom 6. Juli 2022 reichte der Beschwerdeführer eine Für-

sorgebestätigung (in Kopie) nach. 

I.  

Mit Verfügung vom 11. Juli 2022 hiess die Instruktionsrichterin das Gesuch 

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Seite 7 

um amtliche Rechtsverbeiständung gut und setzte den Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers als amtlichen Rechtsbeistand ein. 

J.  

Am 13. Juli 2022 reichte der Rechtsvertreter eine Kostennote zu den Ak-

ten. 

K.  

Die vorinstanzlichen Akten der Eltern (sowie der beiden Schwestern) des 

Beschwerdeführers (N […]), denen vom SEM nach Einreichung eines 

Mehrfachgesuchs mit Verfügung vom 26. Juli 2024 in der Schweiz Asyl ge-

währt worden war, wurden von Amtes wegen (in elektronischer Form) bei-

gezogen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist – nach fristgerechter Einreichung einer Fürsorgebestäti-

gung – einzutreten. 

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Seite 8 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

3.1 Die formelle Rüge der fehlerhaften beziehungsweise unvollständigen 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts ist vorab zu prüfen, da sie 

allenfalls geeignet ist, eine Kassation der angefochtenen Verfügung zu be-

wirken. 

3.2 Konkret wird in der Beschwerde im Wesentlichen gerügt, dass die Ver-

ständigung bei der ergänzenden Anhörung schwierig verlaufen sei, da der 

Dolmetscher Farsi und nicht Dari gesprochen habe. Es sei daher davon 

auszugehen, dass der rechtserhebliche Sachverhalt nicht korrekt erhoben 

worden sei, zumal sich offenbar neben Fehlinterpretationen von Aussagen 

des Beschwerdeführers auch Missverständnisse ergeben hätten. 

3.3 Dem ist zunächst entgegenzuhalten, dass sich dem Protokoll der er-

gänzenden Anhörung keine Anhaltspunkte dafür entnehmen lassen, dass 

es zwischen dem Beschwerdeführer und dem Dolmetscher – abgesehen 

allenfalls von einem protokollierten Satz, welcher der Beschwerdeführer 

sich nicht erklären kann (vgl. Akten SEM […]-34/12 F35) – zu relevanten 

Verständigungsschwierigkeiten gekommen wäre (vgl. Akten SEM […]-

34/12 insb. F1 und S. 11). Daher ist von einem rechtsgenüglich erstellten 

rechtserheblichen Sachverhalt auszugehen. Daran vermag eine allenfalls 

abweichende Würdigung der Aussagen nichts zu ändern.  

3.4 Nach dem Gesagten ist das Begehren auf Rückweisung der Sache an 

die Vorinstanz abzuweisen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

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Seite 9 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1  

5.1.1 Das Gericht schliesst sich nach Prüfung der Akten der vorinstanzli-

chen Einschätzung an, wonach die Ausreisegründe des Beschwerdefüh-

rers den Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG 

nicht standzuhalten vermöchten. 

5.1.2 Dabei fällt zunächst ins Gewicht, dass die Eltern des Beschwerde-

führers in ihren Anhörungen kein Wort über seine angebliche Bedrohungs-

lage vor der behaupteten gemeinsamen Ausreise aus Afghanistan verloren 

hatten, noch überhaupt erwähnt hatten, dass er zu jenem Zeitpunkt in der 

Armee diente. Dies konnte der Beschwerdeführer nicht plausibel erklären. 

Zur Vermeidung von unnötigen Wiederholungen kann auf die entsprechen-

den Erwägungen in der angefochtenen Verfügung und die darin zitierten 

Stellen in den Anhörungsprotokollen der Eltern verwiesen werden (vgl. im 

Übrigen Akten SEM […]-25/16 F61 [und 58]). Die diesbezüglichen Be-

schwerdevorbringen überzeugen nicht. Auch wenn es bei den Anhörungen 

der Eltern hauptsächlich um ihre eigenen Ausreisegründe ging und der Be-

schwerdeführer sie – bei Wahrunterstellung seiner Vorbringen – nicht im 

Detail (vgl. dagegen Akten SEM […]-24/22 F84) über seine konkreten 

Probleme im Militär informierte, wäre zu erwarten gewesen, dass sie zu-

mindest seinen Ausreisewillen aufgrund seiner angeblichen Furcht, im Mi-

litärdienst getötet zu werden, erwähnt hätten. Dem Anhörungsprotokoll des 

Vaters lassen sich jedenfalls keine Anhaltspunkte für die Behauptung ent-

nehmen, dieser sei angehalten worden, nicht für den Beschwerdeführer zu 

sprechen. Auch das Beschwerdevorbringen, wonach der Vater dem SEM 

mitgeteilt habe, dass der Beschwerdeführer ins Militär gegangen sei, findet 

im Anhörungsprotokoll keine Stütze. Dagegen ist auch dessen Aussagen 

zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer im (…) arbeitete (vgl. Akten 

SEM […]-25/16 F52 ff.). Dabei erwähnte der Vater jedoch nicht, dass der 

Beschwerdeführer in den Jahren vor der Ausreise nicht für das eigene Ge-

schäft, sondern für das Militär tätig gewesen sei, was erstaunt. Eine ent-

sprechende Konkretisierung wäre – bei Wahrunterstellung der Vorbringen 

D-2387/2022 

Seite 10 

des Beschwerdeführers – zu erwarten gewesen (vgl. insb. auch Akten SEM 

[…]-34/15 F75 f.). Soweit in der Beschwerde schliesslich vorgebracht wird, 

der Vater habe dem SEM angegeben, dass der Beschwerdeführer bereits 

als Siebenjähriger und bis zur Beendigung der Schule mit 18 Jahren in der 

(…) mitgeholfen habe, findet auch dieses Vorbringen im Anhörungsproto-

koll keine Stütze.  

5.1.3 Das SEM hat des Weiteren zu Recht auf die Unstimmigkeiten in den 

Aussagen des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit seiner Dienst-

dauer hingewiesen. Die entsprechenden vorinstanzlichen Erwägungen 

sind vollumfänglich zu bestätigen und die diesbezüglichen Beschwerdevor-

bringen sind nicht stichhaltig. So ist in keiner Weise nachvollziehbar, dass 

der Beschwerdeführer wiederholt – und zwar sowohl in der ersten als auch 

der ergänzenden Anhörung – von einer Dienstdauer von drei Jahren und 

acht Monaten sprach (vgl. die bereits in der angefochtenen Verfügung er-

wähnten Protokollstellen sowie Akten SEM […]-34/12 F13), wenn er tat-

sächlich ein Jahr länger Dienst geleistet hätte. Im Übrigen ist darauf hinzu-

weisen, dass die von ihm genannte Dauer von drei Jahre und acht Monaten 

in etwa (aufgerundet) der Dauer zwischen dem von ihm angegebenen 

Dienstbeginn ([…] 2012) und dem Ablaufdatum des Militärdienstausweises 

([…] 2016) entspricht. Aus seiner unbelegten Behauptung in der ergänzen-

den Anhörung, wonach Dienstkarten in Afghanistan "nach Beendigung der 

Dienstzeit" nicht ausgetauscht würden und er daher ein Blatt Papier (Ver-

trag) erhalten habe, gemäss welchem er weiter fürs Militär "hätte" tätig blei-

ben müssen (vgl. Akten SEM […]-34/12 F48), vermag er sodann nichts zu 

seinen Gunsten abzuleiten. Schliesslich vermag auch die Tatsache, dass 

er – entgegen dem Vorhalt in der angefochtenen Verfügung und wie in der 

Beschwerde zu Recht geltend gemacht – übereinstimmende Angaben zur 

Dauer der Reise von seinem Stützpunkt nach Hause machte, sein Vorbrin-

gen, wonach er bis Ende Februar 2017 Militärdienst geleistet habe, nicht 

glaubhaft zu machen. 

5.1.4 Nach dem bereits Ausgeführten schliesst sich das Gericht der vorin-

stanzlichen Schlussfolgerung an, wonach der Beschwerdeführer – sofern 

er tatsächlich Militärdienst leistete – bedeutend früher, als von ihm behaup-

tet, aus der Armee ausgeschieden war und er sich auf eine konstruierte 

Asylbegründung abstützte. Diese Einschätzung wird durch seine wenig de-

taillierten und teilweise unstimmigen beziehungsweise unlogischen Vor-

bringen zu den behaupteten Aufforderungen zur Zusammenarbeit seitens 

der Taliban sowie im Zusammenhang mit dem Vorfall Ende 2016 bestätigt. 

So ist etwa seine freie Schilderung der Asylgründe sehr oberflächlich aus-

D-2387/2022 

Seite 11 

gefallen. Er erklärte lediglich in pauschaler Weise im Plural, dass im Militär 

auch "andere" Leute gearbeitet hätten, welche den Taliban geholfen und 

von ihm verlangt hätten, dass er auch den Taliban helfe. Weiter gab er an, 

jemand habe für die Taliban spioniert, dass er nicht helfen möchte. Diese 

Aussagen sind angesichts dessen, dass er im späteren Verlauf der ersten 

Anhörung lediglich eine Person (E._______) nannte, welche von ihm ver-

langt haben soll, die Taliban zu unterstützen, nicht nachvollziehbar (vgl. 

Akten SEM […]-24/22 F55, 85). Wie bereits in der angefochtenen Verfü-

gung festgehalten, sind sodann seine Vorbringen zur Häufigkeit der angeb-

lichen Aufforderungen zur Zusammenarbeit seitens der Taliban als nicht 

sonderlich stimmig zu bezeichnen. So erklärte er in der ersten Anhörung, 

E._______ habe dies manchmal alle zwei Wochen oder manchmal ein 

paarmal in der Woche verlangt (vgl. Akten SEM […]-24/22 F87). In der 

zweiten Anhörung erklärte er zur Häufigkeit der Aufforderungen zur Zusam-

menarbeit, diese hätten alle 15 bis 20 respektive 30 Tage beziehungsweise 

zwei bis drei Mal im Monat stattgefunden. Obwohl er zuvor im Zusammen-

hang mit dem Vorfall im Jahr 2016 noch vorbrachte, er sei gegen Ende 

2016 oft um Zusammenarbeit gebeten worden, erwähnte er keine mehr-

mals wöchentlich erfolgten Aufforderungen mehr, was erstaunt (vgl. Akten 

SEM […]-34/12 F29, 42, 45, 59). Auch machte er zum Beginn und der Zeit-

spanne der Aufforderungen lediglich unsubstanziierte respektive mit der 

von ihm angeblich geleisteten Dienstzeit nicht vereinbare Angaben (vgl. 

Akten SEM […]-34/12 F58 f.). Schliesslich sind auch die Ausführungen 

zum angeblichen Vorfall Ende 2016 als oberflächlich und wenig detailliert 

zu bezeichnen (vgl. Akten SEM […]-24/22 F11, 55; […]-34/12 F29, 31). 

5.1.5 Nur am Rande ist sodann festzuhalten, dass die Unglaubhaftigkeit 

des angeblichen Vorfalls Ende 2016 dadurch bestätigt wird, dass dieser im 

ärztlichen Schreiben vom 11. Januar 2022 betreffend den psychischen Ge-

sundheitszustand des Beschwerdeführers nicht erwähnt wird, obwohl der 

Beschwerdeführer seine Schlafprobleme anlässlich der ersten Anhörung 

noch auf den Verlust seines Freundes bei diesem Vorfall zurückführte (vgl. 

Akten SEM […]-24/22 F7 ff.). Im genannten ärztlichen Schreiben wird da-

gegen davon gesprochen, dass der Beschwerdeführer aufdrängenden Er-

innerungen von einer Szene bei der Flucht habe, bei welcher er Freunde 

und Bekannte bei einer Überschwemmung verloren habe, was er dem 

SEM gegenüber an keiner Stelle erwähnte. Dass in einem weiteren ärztli-

chen Schreiben (vom 20. September 2021) sodann festgehalten wird, dass 

der Beschwerdeführer vor zirka drei Jahren mehrere Granatsplitter ins Ge-

sicht und am Hals abbekommen habe, wobei einer noch nicht entfernt wor-

den sei, lässt den Vorfall nicht in einem glaubhafteren Licht erscheinen. In 

D-2387/2022 

Seite 12 

Übereinstimmung mit dem SEM ist festzuhalten, dass dieser Befund auch 

auf eine andere als die von ihm angegebene Ursache zurückzuführen sein 

könnte. Zu denken ist dabei nicht – wie in der Beschwerde dem SEM zu 

Unrecht unterstellt wird – an das oben erwähnte Erlebnis auf der Flucht, 

sondern etwa an einen Arbeitsunfall oder einen Bombenanschlag zu einem 

früheren Zeitpunkt. So erwähnte der Beschwerdeführer einen Vorfall, bei 

welchem seine Einheit im Jahr 2013 auf eine Bodenmine getreten sei (vgl. 

Akten SEM […]-24/22 F22 ff.). Vor diesem Hintergrund erübrigt es sich, die 

behandelnden Ärzte um eine Einschätzung zur angeblichen Mutmassung 

des SEM zu ersuchen, weshalb das entsprechende Gesuch abzuweisen 

ist. 

5.1.6 Angesichts dessen, dass sich der Beschwerdeführer nach dem Ge-

sagten auf eine konstruierte Asylbegründung stützte, ist nicht davon aus-

zugehen, dass er vor seiner Ausreise im Zusammenhang mit seiner (frühe-

ren) Militärdienstleistung irgendwelche flüchtlingsrechtlich relevanten 

Massnahmen zu gewärtigen hatte. Mithin ist es ihm nicht gelungen, nach-

zuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, im Zeitpunkt seiner Aus-

reise aus Afghanistan im Jahr 2017 flüchtlingsrechtlich relevanter Verfol-

gung insbesondere seitens der Taliban und der damaligen Regierung aus-

gesetzt gewesen zu sein. Es erübrigt sich, auf die weiteren vorinstanzli-

chen Erwägungen – etwa die nicht alle aktenkundigen Angaben berück-

sichtigende Behauptung des SEM, der Beschwerdeführer habe dargelegt, 

er sei von der Türkei wieder zurückgereist (vgl. Akten SEM […]-34/12 F35 

S. 5 und S.11) – und die Entgegnungen in der Beschwerde sowie die wei-

teren Beschwerdevorbringen einzugehen, da sie nicht geeignet sind, eine 

Änderung dieser Einschätzung zu bewirken. 

5.2  

5.2.1 Es bleibt zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer wegen seiner (be-

haupteten) Tätigkeit in der afghanischen Armee bei einer heutigen (hypo-

thetischen) Rückkehr nach Afghanistan asylrelevante Verfolgung durch die 

Taliban drohen würde. 

5.2.2 Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts lassen 

sich bei der Beurteilung der Sicherheitslage in Afghanistan Gruppen von 

Personen definieren, die aufgrund ihrer Exponiertheit einem erhöhten Ver-

folgungsrisiko ausgesetzt sind. Dazu gehören unter anderem Personen, 

die der afghanischen Regierung oder der internationalen Gemeinschaft na-

hestehen oder als Unterstützer derselben wahrgenommen werden sowie 

westlich orientierte oder der afghanischen Gesellschaft aus anderen 

D-2387/2022 

Seite 13 

Gründen nicht entsprechenden Personen (vgl. Urteile des BVGer D-

4268/2022 vom 29. März 2023 E. 7.1, D-1350/2022 vom 29. März 2023 E. 

7.2 je mit weiteren Hinweisen und analog F-800/2022 vom 5. Juni 2023 E. 

6.2 [betreffend Visum aus humanitärem Gründen]). Dies gilt insbesondere 

in Bezug auf Angehörige der Polizei und der Sicherheitskräfte, Regierungs-

beamte oder der Regierung nahestehende Personen (vgl. Update der 

Schweizerischen Flüchtlingshilfe [SFH] – Länderanalyse vom 2. November 

2022, Afghanistan: Gefährdungsprofile S. 15 f. sowie Human Rights Watch 

[HRW], “No Forgiveness for People Like You”: Executions and Enforced 

Disappearances in Afghanistan under the Taliban, 30. November 2021). 

Für die Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft ist jedoch erforderlich, dass 

sich die abstrakte Gefährdung aufgrund eines erhöhten Risikoprofils indi-

viduell konkretisiert (vgl. Urteil des BVGer D-2118/2022 vom 2. September 

2022 E. 4.3.2). Die konkrete Einschätzung ist im jeweiligen Einzelfall vor-

zunehmen. 

5.2.3 Zwar trifft es zu, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner (be-

haupteten) Tätigkeit für die Armee ein erhöhtes Risikoprofil aufweist. Dies 

allein reicht aber gemäss der soeben zitierten Rechtsprechung für die An-

nahme einer begründeten Furcht vor Verfolgung durch die Taliban nicht 

aus. Vorliegend ist aufgrund der Akten nicht ersichtlich, inwiefern die Tali-

ban ein aktuelles Verfolgungsinteresse am Beschwerdeführer haben soll-

ten. So lag und liegt seine Tätigkeit als einfacher Soldat respektive als 

"Chef" im Bereich "Technik" – bei Wahrunterstellung – nach obigen Aus-

führungen im Zeitpunkt der Machtergreifung durch die Taliban über fünf 

und im aktuellen Zeitpunkt über neun Jahre zurück. Inwiefern der Be-

schwerdeführer sodann glaubhaft risikoschärfende Elemente geltend ge-

macht haben soll, ist aufgrund der Akten – sowie nach den vorherigen Aus-

führungen zur Unglaubhaftigkeit der Ausreisegründe – nicht ersichtlich und 

wird insbesondere in der Beschwerde auch nicht weiter ausgeführt. Die 

Zugehörigkeit zur Ethnie der Hazara vermag sein Risikoprofil sodann nicht 

massgeblich zu schärfen (vgl. Urteil des BVGer E-3099/2023 vom 26. Juli 

2023 E. 4.3). 

5.3 Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, 

nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, im Zeitpunkt seiner 

Ausreise aus Afghanistan im Jahr 2017 flüchtlingsrechtlich relevanter Ver-

folgung ausgesetzt gewesen zu sein. Konkrete Anhaltspunkte für eine ob-

jektiv begründete Furcht vor künftiger gezielter, asylrechtlich relevanter 

Verfolgung des Beschwerdeführers liegen aufgrund der Aktenlage 

D-2387/2022 

Seite 14 

ebenfalls nicht vor. Das SEM hat demnach zu Recht die Flüchtlingseigen-

schaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 

5.4 Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 

aus dem seinen Familienangehörigen gewährten Flüchtlingsstatus (origi-

näre Flüchtlingseigenschaft der Mutter und der Schwestern angesichts der 

Lage von Frauen und Mädchen in Afghanistan) aufgrund seiner Volljährig-

keit nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag (Art. 51 Abs. 1 AsylG e 

contrario). 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

7.2 Nachdem das SEM den Beschwerdeführer wegen Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs vorläufig in der Schweiz aufgenommen hat, stellt 

sich die Frage nach dem Vorliegen von anderen Vollzugshindernissen im 

vorliegenden Fall nicht (vgl. zur alternativen Natur der Wegweisungsvoll-

zugshindernisse: BVGE 2011/7 E. 8 und 2009/51 E. 5.4). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und auch sonst nicht zu beanstanden ist. Die Be-

schwerde ist abzuweisen. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da jedoch mit 

D-2387/2022 

Seite 15 

Zwischenverfügung vom 22. Juni 2022 das Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung unter der Voraussetzung des Nach-

reichens einer Fürsorgebestätigung gutgeheissen wurde, der Gesuchstel-

ler mit Fürsorgebestätigung vom 6. Juli 2022 seine Bedürftigkeit belegte 

und aufgrund der Aktenlage weiterhin von seiner Mittellosigkeit auszuge-

hen ist, ist auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

9.2  

9.2.1 Nachdem der rubrizierte Rechtsvertreter mit Instruktionsverfügung 

vom 11. Juli 2022 als amtlicher Rechtsbeistand des Beschwerdeführers 

eingesetzt wurde, ist er für seinen Aufwand unbesehen des Ausgangs des 

Verfahrens zu entschädigen (vgl. für die Grundsätze der Bemessung der 

Parteientschädigung Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Bei amtlicher Vertretung geht das Gericht in der 

Regel von einem Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nicht-an-

waltliche Vertreterinnen und Vertreter aus (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 

VGKE), wobei nur der notwendige Aufwand zu entschädigen ist (vgl. Art. 8 

Abs. 2 VGKE). 

9.2.2 In der am 13. Juli 2022 eingereichten Kostennote wird ein Aufwand 

von total 12.25 Stunden sowie Auslagen (Dolmetscherkosten und Porti) 

von Fr. 139.80 geltend gemacht. Der ausgewiesene Stundenansatz von 

Fr. 100.– beziehungsweise Fr. 150.– bewegt sich dabei im zuvor genann-

ten Rahmen und die Auslagen erscheinen angemessen. Der zeitliche Auf-

wand erscheint insgesamt eher hoch aber ebenfalls noch angemessen. 

Daher ist das dem amtlichen Rechtsbeistand auszurichtende Honorar auf 

pauschal Fr. 1959.80 (inklusive Auslagen) festzusetzen.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

D-2387/2022 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand, lic. iur. Johan Göttl, wird zulasten der Ge-

richtskasse ein Honorar von Fr. 1959.80 zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Sandra Bisig