# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e813ffb7-9a48-5455-9bb5-7e612e06a350
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-23
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Zivilabteilung 23.02.2024 Z1 2023 23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_001_Z1-2023-23_2024-02-23.pdf

## Full Text

20230926_160243_ANOM.docx

I. Zivilabteilung Z1 2023 23

Oberrichter P. Huber, Abteilungspräsident
Oberrichter A. Staub
Ersatzrichterin A. Amsler Mercier
Gerichtsschreiberin F. Wiget

Urteil vom 23. Februar 2024 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________,
vertreten durch Rechtsanwältin B.________,
Kläger und Berufungsbeklagter,

gegen

C.________ S.A.,
vertreten durch Rechtsanwalt D.________,
Beklagte und Berufungsklägerin,

betreffend

Forderung aus Arbeitsvertrag
(Berufung gegen den Entscheid des Kantonsgerichts Zug, 2. Abteilung, vom 15. Mai 2023)

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Rechtsbegehren

Beklagte und Berufungsklägerin 

1. Es sei der Entscheid des Kantonsgerichts Zug vom 15. Mai 2023 aufzuheben und es sei die Klage des 
Klägers und Berufungsbeklagten abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers und Berufungsbeklagten.

Kläger und Berufungsbeklagter

1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu Lasten der Berufungsklägerin.

Sachverhalt

1. A.________ (nachfolgend: Kläger) ist britischer Staatsangehöriger mit Wohnsitz in Zug. Die 
in E.________ domizilierte C.________ S.A. (nachfolgend: Beklagte) ist eine nach luxembur-
gischem Recht bestehende "Société anonyme" (vgl. act. 1/3). Geschäftsführer der Beklagten 
ist G.________.

2.1 Die Beklagte beabsichtigte im Jahr 2020 in der Schweiz eine Gesellschaft mit der Firma 
H.________ zu gründen. Hierfür suchte sie einen Geschäftsführer (act. 1 Rz 7; act. 1/2; 
act. 10 Rz 4 und 7). Mit Bewerberbericht ("Candidate Report") vom 12. Juni 2020 schlug 
I.________, ein auf die Suche von Führungskräften spezialisiertes Unternehmen, der Beklag-
ten vor, den Kläger als Geschäftsführer von H.________ einzusetzen (act. 10/1).

2.2 Mit Schreiben vom 15. August 2020 führte G.________ namens der Beklagten aus, dass sie 
sich sehr freuen würden, dem Kläger ihr Angebot für die Position als Geschäftsführer von 
H.________ bestätigen zu können ("We are very pleased to confirm our offer for you to be-
come CEO of H.________"). Zudem hielt er fest, dass der Kläger in den ersten drei Monaten 
dieser Tätigkeit über eine Lohnbuchhaltungsfirma in der Schweiz angestellt sein werde, bis 
die finanziellen Mittel für die Kapitalisierung des Unternehmens als unabhängige Einheit auf-
gebracht seien ("For the first three months of this role, you will be contracted via a payroll 
company in Switzerland until the finances have been raised to capitalise H.________ as an 
independent entity."). Ferner wurden für die ersten drei Monate der Vertragslaufzeit folgende 
Konditionen geregelt: (1.) Anstellung als CEO; (2.) Arbeitsort in der Schweiz mit häufigen 
Reisen in ganz Europa und Nordamerika; (3.) dreimonatige Beschäftigungsdauer ab 1. Sep-
tember 2020; (4.) Kündigungsfrist von 30 Tagen; (5.) Bruttolohn von monatlich 
CHF 21'500.00, wovon ("out of which") sämtliche Sozialversicherungsabgaben und Steuern 
von der ausgewählten Lohnbuchhaltungsfirma im Namen des Arbeitnehmers zu zahlen sind; 
(6.) Antrittsbonus von CHF 21'500.00; (7.) monatlicher Ersatz von angemessenen Auslagen 
sowie (8.) Ferienanspruch von zwei Tagen pro Monat (act. 1/2).

2.3 Der Kläger hatte bereits ab Juli 2020 verschiedene Arbeiten erledigt, wobei zwischen den 
Parteien umstritten ist, in welchem Umfang und für welche Gesellschaften der Kläger in die-

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ser Zeit tätig war (act. 64 E. 7 ff. und 8.3.1). Lohnzahlungen bzw. sonstige Vergütungen sei-
tens der Beklagten blieben aus.

3.1 Nach durchgeführtem Schlichtungsverfahren (act. 1/4 f.) reichte der Kläger am 29. Juni 2021 
beim Kantonsgericht Zug gegen die Beklagte eine Klage ein und beantragte, es sei die Be-
klagte unter dem Vorbehalt der Nachklage zu verpflichten, dem Kläger CHF 64'000.00 brutto 
nebst Zins zu 5 % seit dem 1. November 2020 [Bruttolohn für drei Monate], CHF 21'500.00 
brutto nebst Zins zu 5 % seit dem 1. September 2020 [Antrittsbonus] sowie CHF 3'021.75 
netto nebst Zins zu 5 % seit dem 1. Dezember 2020 [Spesenersatz] zu bezahlen. Zur Be-
gründung brachte der Kläger vor, er habe von Juli bis November 2020 für die Beklagte ge-
arbeitet, weshalb ihm diese Zahlungen zustehen würden (act. 1).

3.2 In der Klageantwort vom 27. September 2021 beantragte die Beklagte die kostenfällige 
Abweisung der Klage, soweit darauf eingetreten werden könne. Zur Begründung führte sie 
zusammengefasst aus, der Kläger sei nie von ihr angestellt worden. Er habe von Anfang an 
darauf bestanden, nicht von der Beklagte direkt angestellt zu werden. Das Arbeitsverhältnis 
sollte mit einer schweizerischen Gesellschaft ("payroll company") eingegangen werden. Ein 
solches Konstrukt sei scheinbar für den Kläger hinsichtlich seiner Ansprüche gegenüber der 
Arbeitslosenkasse von Vorteil gewesen (act. 10).

3.3 In der Replik vom 8. November 2021 reduzierte der Kläger seine Spesenforderung infolge 
Währungsschwankung auf CHF 2'380.90. Im Übrigen hielt er an seinem Rechtsbegehren fest 
(act. 16). Die Beklagte hielt in der Duplik vom 4. Januar 2022 ebenfalls an ihren Anträgen 
fest (act. 20).

3.4 Am 17. Januar 2022 reichte der Kläger eine Noveneingabe ein (act. 22), zu der die Beklagte 
mit Eingabe vom 31. Januar 2022 Stellung nahm (act. 23).

3.5 Am 12. Oktober 2022 fand eine Parteibefragung statt, bei der für die Beklagte G.________ 
befragt wurde (act. 29).

3.6 Auf Ersuchen des Referenten vom 10. Januar 2023 stellte die Arbeitslosenkasse Zug dem 
Kantonsgericht am 11. Januar 2023 die Taggeldabrechnung betreffend den Kläger für die 
Monate Juli und August 2020 zu (act. 44-46).

3.7 In der Folge verzichteten die Parteien auf die Durchführung einer mündlichen Hauptverhand-
lung (act. 48 f.) und reichten stattdessen am 28. März 2023 je einen schriftlichen Schlussvor-
trag ein (act. 59 [Kläger] und 61 [Beklagte]). Gestützt auf das allgemeine Replikrecht nahm 
die Beklagte am 6. April 2023 zum Schlussvortrag des Klägers Stellung (act. 62).

3.8 Mit Entscheid vom 15. Mai 2023 verpflichtete das Kantonsgericht, 2. Abteilung, die Beklagte, 
dem Kläger CHF 73'100.00 nebst Zins zu 5 % auf CHF 36'550.00 seit dem 1. November 
2020 [Nettolohn für den Monat September 2020 sowie Antrittsbonus netto] und Zins zu 5 % 
auf CHF 36'550.00 seit dem 1. Dezember 2020 [Nettolohn für die Monate Oktober und No-
vember 2020] sowie CHF 2'380.90 nebst Zins zu 5 % seit dem 1. Dezember 2020 [Spesener-
satz] zu bezahlen. Die Gerichtskosten von CHF 6'000.00 wurden der Beklagten auferlegt. 
Weiter wurde diese verpflichtet, dem Kläger die Kosten des Schlichtungsverfahrens in der 

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Höhe von CHF 600.00 zu ersetzen und ihr für das erstinstanzliche Verfahren eine Parteien-
tschädigung von CHF 15'656.00 zu bezahlen. Die Mehrwertsteuer wurde mangels eines 
rechtzeitigen Antrags nicht hinzugerechnet (act. 64; Verfahren A2 2021 23).

4. Gegen diesen Entscheid liess die Beklagte mit Eingabe vom 23. Juni 2023 beim Obergericht 
des Kantons Zug innert Frist Berufung mit dem eingangs erwähnten Rechtsbegehren einrei-
chen (act. 66). In der Berufungsantwort vom 11. August 2023 schloss der Kläger auf kosten-
fällige Abweisung der Berufung (act. 72).

Es wurden kein zweiter Schriftenwechsel und keine Berufungsverhandlung durchgeführt.

Erwägungen

1. Die internationale, örtliche, sachliche und funktionelle Zuständigkeit der angerufenen Ge-
richte sowie die Anwendbarkeit von Schweizer Recht sind (unbestrittenermassen) gegeben, 
weshalb diesbezüglich ohne Weiteres auf die zutreffenden Ausführungen in E. 1 des ange-
fochtenen Entscheids (act. 64) verwiesen werden kann (zur Zulässigkeit eines solchen Ver-
weises vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_88/2020 vom 11. Februar 2021 E. 3.4 m.w.H.). 

2. In prozessualer Hinsicht ist vorab Folgendes festzuhalten:

2.1 Die Berufung ist bei der Rechtsmittelinstanz innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten 
Entscheids schriftlich und begründet einzureichen (vgl. Art. 311 Abs. 1 ZPO). Das Berufungs-
verfahren ist als eigenständiges Verfahren ausgestaltet. Es dient nicht der Vervollständigung 
des vorinstanzlichen Verfahrens, sondern der Überprüfung und Korrektur des erstinstanzlichen 
Entscheids im Lichte konkret dagegen vorgebrachter Beanstandungen. Entsprechend ist die 
Berufung nach Art. 311 Abs. 1 ZPO begründet einzureichen. Dabei muss die Berufungsklägerin 
aufzeigen, inwiefern und weshalb sie den angefochtenen Entscheid in tatsächlicher oder recht-
licher Hinsicht als fehlerhaft erachtet bzw. weshalb (zulässige) Noven oder neue Beweismittel 
einen anderen Schluss aufdrängen. Um diesen Anforderungen nachzukommen, genügt es 
nicht, wenn die Berufungsklägerin lediglich auf ihre Vorbringen vor erster Instanz verweist, sich 
mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zufriedengibt oder den angefochtenen Entscheid 
in allgemeiner Weise kritisiert. Vielmehr muss sie im Einzelnen die vorinstanzlichen Erwägun-
gen bezeichnen, die sie beanstandet, sich mit ihnen argumentativ auseinandersetzen und die 
Aktenstücke nennen, auf denen ihre Kritik beruht. Die Begründung muss hinreichend explizit 
sein, sodass sie von der Berufungsinstanz einfach nachvollzogen werden kann (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 4A_72/2021 vom 28. September 2021 E. 7.3.2 m.w.H., insbesondere auf BGE 
142 III 413 E. 2.2.2 und 138 III 374 E. 4.3.1).

Die Begründung ist eine gesetzliche, von Amtes wegen zu prüfende Zulässigkeitsvorausset-
zung für die Berufung. Lässt die Berufung insgesamt oder hinsichtlich eines bestimmten 
Streitpunkts eine (hinreichende) Begründung vermissen, so tritt die Berufungsinstanz darauf 
nicht ein. Die gerichtliche Fragepflicht nach Art. 56 ZPO entbindet nicht von einer gehörigen 
Begründung der Rechtsmitteleingabe. Ebenso wenig besteht eine Pflicht des Berufungsge-
richts, die Berufung zur Verbesserung zurückzuweisen. Dabei handelt es sich nicht um einen 
verbesserlichen Mangel im Sinne von Art. 132 Abs. 1 ZPO (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

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5A_350/2019 vom 26. Oktober 2020 E. 4.1 und 5A_342/2020 vom 4. März 2021 E. 3.3, je 
m.w.H.).

2.2 In den Rz 6 bis 24 der Berufungsschrift trägt die Beklagte lediglich den Sachverhalt aus ihrer 
Sicht vor. Dabei setzt sie sich weder mit den Erwägungen der Vorinstanz auseinander noch 
zitiert sie Belegstellen für ihre Behauptungen, weshalb darauf nicht einzutreten ist. Soweit die 
Berufung an weiteren Stellen keine genügende Begründung aufweist, ist darauf in den nach-
folgenden Erwägungen einzugehen.

2.3 Gemäss Art. 310 ZPO können mit Berufung die unrichtige Rechtsanwendung (lit. a) und die 
unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) geltend gemacht werden. Die Berufung ermög-
licht demnach eine umfassende Überprüfung des erstinstanzlichen Entscheids. Dies bedeutet 
aber nicht, dass die Berufungsinstanz gehalten ist, alle sich stellenden tatsächlichen und recht-
lichen Fragen zu untersuchen, wenn die Parteien diese in oberer Instanz nicht mehr vortragen. 
Sie hat sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der 
in der schriftlichen Begründung gegen das erstinstanzliche Urteil erhobenen Beanstandungen 
zu beschränken (BGE 144 III 394 E. 4.1.4 und 142 III 413 E. 2.2.4, je m.w.H.).

3. Die Beklagte beanstandet den angefochtenen Entscheid zunächst in formeller Hinsicht. 

3.1 Zum einen macht sie geltend, der Hinweis auf die fehlende Vergleichsbereitschaft der Be-
klagten unter Sachverhalt Ziff. 8 im angefochtenen Entscheid offenbare, dass die Vorinstanz 
befangen gewesen sei (act. 66 Rz 27 ff.). 

Dem kann nicht gefolgt werden. Die Vorinstanz hat lediglich die Prozessgeschichte darge-
stellt und erklärt, weshalb im Anschluss an die Parteibefragung keine Vergleichsgespräche 
geführt wurden. Dies wurde auch im Protokoll vermerkt (act. 29 S. 12) und ist nicht ausser-
gewöhnlich, wird doch beispielsweise auch im Rahmen der Prozessgeschichte festgehalten, 
wenn eine Partei einen (gerichtlichen) Vergleich innert der Bedenkfrist widerrufen hat. Solche 
Feststellungen vermögen weder eine tatsächliche Befangenheit der Vorinstanz zu belegen, 
noch vermögen sie den Anschein der Befangenheit zu erwecken. Die Berufung erweist sich 
in diesem Punkt als unbegründet.

3.2 Zum anderen stellt sich die Beklagte auf den Standpunkt, die Vorinstanz habe in E. 4.2 des 
angefochtenen Entscheids das rechtliche Gehör verletzt. Die Vorinstanz führe dort aus, die 
Beklagte würde mit der Eingabe vom 6. April 2023 zwar von ihrem Replikrecht Gebrauch 
machen, die daraus hervorgehenden Behauptungen und Beweisofferten seien aber erst nach 
Aktenschluss erfolgt. Die Vorinstanz – so die Beklagte weiter – bezeichne jedoch nicht, wel-
che Behauptungen aus dem Recht gewiesen würden. Zudem würden in der Eingabe vom 
6. April 2023 gar keine Beweisofferten gestellt. Schon allein dieser Umstand zeige, dass die 
Erwägung der Vorinstanz nicht stimmen könne. Die Vorinstanz hätte im Einzelnen aufzeigen 
müssen, welche Behauptungen und Belege nach Aktenschluss erfolgt seien. Anderenfalls sei 
die Anfechtung dieser Erwägung nicht möglich (act. 66 Rz 34 ff.). 

Die Beklagte gibt den Sachverhalt nicht vollständig wieder. Zunächst bezieht sich die Formu-
lierung der Vorinstanz ("Behauptungen und Beweisofferten") offensichtlich auch auf die Stel-
lungnahme der Beklagten vom 31. Januar 2022, welche Beweisofferten enthält (act. 23), und 

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nicht nur auf die Eingabe vom 6. April 2023. Sodann ist den erstinstanzlichen Erwägungen 
(insbesondere E. 4.2) eindeutig zu entnehmen, weshalb es die Vorinstanz abgelehnt hat, auf 
die in der Eingabe vom 6. April 2023 aufgestellten Behauptungen der Beklagten im Entscheid 
weiter einzugehen: Entweder handelt es sich um Wiederholungen von bereits vor Akten-
schluss ins Verfahren eingebrachten Behauptungen oder um neue Behauptungen, die jedoch 
nicht zu berücksichtigen sind, weil die Beklagte nicht dargelegt hat, inwiefern es ihr nicht 
möglich gewesen sein soll, diese Behauptungen vor Aktenschluss zu machen. Eine Verlet-
zung des rechtlichen Gehörs ist nicht ersichtlich. Somit erweist sich die Berufung auch in die-
sem Punkt als unbegründet. 

4. In materieller Hinsicht ist streitig, ob dem Kläger gegenüber der Beklagten eine Forderung in 
der Höhe von gesamthaft CHF 75'480.90 (drei Monatslöhne von netto CHF 54'825.00; An-
trittsbonus von netto CHF 18'275.00 sowie Spesenersatz von CHF 2'380.90) nebst Zins zu-
steht.

Die Vorinstanz bejahte dies und führte zur Begründung zusammengefasst aus, der Kläger 
habe aufgrund des Verhaltens der Beklagten sowie des Schreibens vom 15. August 2020 
davon ausgehen dürfen, dass er mit der Beklagten ein befristetes Arbeitsverhältnis nach 
Art. 319 ff. i.V.m. Art. 334 Abs. 1 OR abgeschlossen habe (act. 64 E. 6.3). Wie sich aus den 
im Recht liegenden Unterlagen ergebe, habe das Arbeitsverhältnis zwischen den Parteien 
von Anfang Juli bis Ende November 2020 gedauert (act. 64 E. 7.2 ff.). Da die Einwände der 
Beklagten (Nichterfüllung des Vertrages, gemeinsame Vertragsaufhebung bzw. Verrech-
nung) nicht verfingen (act. 64 E. 8.3.4), schulde die Beklagte den vereinbarten Gesamtlohn 
sowie den Antrittsbonus in der Höhe von total CHF 86'000.00 brutto bzw. CHF 73'100.00 
netto (act. 64 E. 8.4.1). Zudem habe die Beklagte dem Kläger die geltend gemachten Aus-
lagen von total CHF 2'380.90 zu ersetzen (act. 64 E. 8.4.3 f.). 

5. Ob dem Kläger gegenüber der Beklagten Forderungen zustehen, hängt zunächst davon ab, 
ob zwischen den Parteien ein Arbeitsvertrag zustande gekommen ist. 

5.1 Die Vorinstanz führte dazu aus, die Parteien seien sich einig, dass mit dem Bestätigungs-
schreiben vom 15. August 2020 [vgl. vorne Sachverhalt Ziff. 2.2] ein Arbeitsverhältnis begrün-
det worden sei. Streitig geblieben sei jedoch die Frage, ob der Kläger und die Beklagte oder 
der Kläger und die "payroll company" die Vertragsparteien seien (act. 64 E. 5). Infolge der un-
terschiedlichen Vorstellungen der Parteien über die Bedeutung des Bestätigungsschreibens 
bestimme sich der Inhalt der Erklärung nach dem Vertrauensprinzip, dem Kontext und den 
Begleitumständen. Mithin sei das Bestätigungsschreiben einer objektiven Auslegung zuzu-
führen, soweit sich nicht feststellen lasse, dass sich die Parteien hinsichtlich eines Er-
klärungsverhaltens der einen Partei tatsächlich richtig verstanden hätten (act. 64 E. 6). We-
sentlich sei zunächst, dass das Schreiben von der Beklagten, handelnd durch G.________, 
unterzeichnet worden sei, was auf ihre Arbeitgeberstellung hindeute. Weiter halte das unter-
zeichnende Organ fest, dass "wir uns sehr freuen, Dir unser Angebot zu bestätigen, CEO von 
H.________ zu werden". Das "wir" beziehe sich im Kontext des Bestätigungsschreibens auf 
die Beklagte und nicht auf einen anderen Vertragspartner. Danach werde ausgeführt, dass 
der Kläger während der ersten drei Monate über eine Lohnbuchhaltungsgesellschaft in der 
Schweiz unter Vertrag genommen werde, bis die finanziellen Mittel für die Kapitalisierung der 
H.________ als unabhängige Einheit aufgebracht seien. Die wörtliche Auslegung des Satzes 

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spreche zu gleichen Teilen für die Sichtweise des Klägers, wonach die Abwicklung der Lohn-
buchhaltung an ein externes Unternehmen ausgelagert werden sollte, als auch für diejenige 
der Beklagten, wonach ein Arbeitsverhältnis zwischen der schweizerischen Lohnbuchhal-
tungsgesellschaft und dem Kläger abgeschlossen werden sollte. Im Übrigen deute der Inhalt 
der Erklärung vom 15. August 2020 jedoch darauf hin, dass die Beklagte gegenüber dem Klä-
ger sämtliche Bestandteile eines gemeinsamen Arbeitsverhältnisses aufgelistet habe. Die 
Formulierung "deines Vertrages" sowie die Auflistung der acht Konditionen würden nur Sinn 
ergeben, wenn ein gemeinsames Arbeitsverhältnis habe begründet werden wollen. Zudem 
würden im zu qualifizierenden Bestätigungsschreiben konstant Begriffe wie "Arbeitnehmer", 
"Beschäftigung", "Lohn", "Urlaub", "Kündigungsfrist", "angestellt", "Arbeitsort" etc. verwendet, 
was ebenfalls für ein Arbeitsverhältnis zwischen den Parteien spreche. Aus all diesen Grün-
den habe der Kläger gestützt auf die Erklärung vom 15. August 2020 objektiv betrachtet da-
von ausgehen dürfen, dass er damit einen Arbeitsvertrag mit der Beklagten samt den darin 
aufgeführten Konditionen geschlossen habe (act. 64 E. 6.1). Auch gestützt auf sämtliche wei-
teren Umstände (wie etwa das Verhalten der Parteien) habe der Kläger auf das Vorliegen ei-
nes befristeten Arbeitsverhältnisses schliessen dürfen. So sei es die Beklagte (und nicht eine 
schweizerische Lohnbuchhaltungsgesellschaft) gewesen, welche einen geeigneten CEO für 
die zu gründende H.________ gesucht habe. Zudem hätten sich G.________ von der Beklag-
ten und der Kläger im Juli und August 2020 mehrmals in J.________ und K.________ getrof-
fen. Im Übrigen habe der Kläger der Beklagten am 14. August 2020 mitgeteilt, dass er jeweils 
20 Tage pro Monat arbeiten werde. Hieraus sei zu folgern, dass der Kläger davon ausgegan-
gen sei, den Arbeitsvertrag mit der Beklagten abzuschliessen; andernfalls hätte die Anzahl 
Arbeitstage nicht miteinander vereinbart werden müssen. Zudem stelle die Vereinbarung über 
die Anzahl zu leistender Arbeitstage pro Monat eine exemplarische Arbeitsvertragsklausel 
dar. Ferner sollte der Kläger eng mit dem "Beklagtenorgan" zusammenarbeiten, welches dem 
Kläger direkte Arbeitsanweisungen erteilt und ihn darauf hingewiesen habe, sich an die An-
weisungen zu halten. Zudem habe der Kläger die Auslagenrapporte – wie im Bestätigungs-
schreiben vom 15. August 2020 vereinbart – jeweils an die Beklagte gesandt und von ihr die 
Bezahlung seiner Aufwendungen verlangt. All dies spreche dafür, dass die Beklagte die An-
sprechperson und Vorgesetzte des Klägers bzw. der Kläger weisungsgebunden gewesen sei. 
Für die organisatorische Eingliederung des Klägers bei der Beklagten – und damit für ein Ar-
beitsverhältnis – spreche weiter der Umstand, dass der Kläger vom Beklagtenvertreter den 
Zugang zu seinem E-Mail-Account erhalten habe. Auch sei es die Beklagte gewesen, die den 
E-Mail-Zugang des Klägers im Nachhinein wieder habe sperren lassen. Alle diese Gründe 
würden dafür sprechen, dass die geplante "payroll company" lediglich für die Lohnabrechnun-
gen zuständig gewesen wäre (act. 64 E. 6.2).

5.2 In der Berufung bringt die Beklagte demgegenüber vor, sie habe nicht eingeräumt, dass mit 
dem Schreiben vom 15. August 2020 ein Arbeitsverhältnis begründet worden sei. Sie habe 
vielmehr darauf hingewiesen, dass der Kläger ausdrücklich mit einer "payroll company" einen 
Vertrag habe abschliessen wollen. Der fragliche "offer letter", welcher vom Kläger verfasst 
worden sei, sehe ausdrücklich vor, dass das Angebot für eine "payroll company" gelte, nicht 
aber für ihn direkt. Mit anderen Worten sei der Kläger gar nicht in der Lage gewesen, das An-
gebot anzunehmen. Er hätte zuerst die fragliche "payroll company" einschalten müssen 
(act. 66 Rz 38 f.). Weiter gehe die Vorinstanz beim Schreiben vom 15. August 2020 fälsch-
licherweise von einem Bestätigungsschreiben aus. Dieses sei aber nicht so, sondern als "of-
fer letter" betitelt. Dies bedeute übersetzt Angebotsschreiben. Es werde also bloss ein Ange-

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bot gemacht. Es stelle sich aber die Frage von wem. Es sei auch zu berücksichtigen, dass 
der Kläger das Schreiben verfasst habe. Damit spiele die Unklarheitenregel eine wesentliche 
Rolle, welche die Vorinstanz einfach beiseiteschiebe (act. 66 Rz 43 ff.). Der "offer letter" 
spreche von einer Anstellung als CEO von H.________, nicht als solcher bei der Beklagten. 
Diesen Punkt würdige die Vorinstanz mit keinem Wort. Weiter gehe die Vorinstanz mit dem 
Kläger davon aus, dass mit der "payroll company" lediglich die Lohnbuchhaltung ausgelagert 
worden sei. Dies treffe nicht zu. Wenn festgehalten werde, dass jemand unter Vertrag ge-
nommen werde, so sei damit gemeint, dass er von diesem Unternehmen auch angestellt 
werde. Es sei das gemeinsame Verständnis der Parteien gewesen, dass der Kläger von 
einer Drittfirma angestellt werde. Ferner stelle ein "offer letter" gar keinen eigenen Vertrag, 
sondern lediglich ein Angebot dar. Der Kläger habe hierzu festgehalten, dass er dereinst 
nicht durch den "offer letter" von einer "payroll company" "contracted" werde. Diese Formulie-
rung bedeute nichts anderes, als dass der Abschluss eines zusätzlichen Vertrages ausdrück-
lich vorbehalten worden sei (act. 66 Rz 49 ff.). Der Kläger habe zudem eingeräumt, dass der 
Beizug einer "payroll company" seine Idee gewesen sei. Es sei somit Aufgabe des Klägers 
gewesen, sich darum zu kümmern. Ihm sei sogar vom RAV eine Adresse gegeben worden. 
Er habe diese jedoch nie kontaktiert. Auf die Frage, weshalb der Kläger keine "payroll com-
pany" eingeschaltet habe, habe er sich [bei der Parteibefragung] in Ausreden geflüchtet. Er 
habe darauf hingewiesen, dass sein E-Mail-Konto deaktiviert worden sei. Das solle aber erst 
am 23. September 2020, also mehr als drei Wochen nach dem angeblichen Vertragsbeginn, 
geschehen sein. Der Kläger habe auf der "payroll company" bestanden, weil er grösste Zwei-
fel daran gehabt habe, ob H.________ ein echtes Unternehmen sei. Er sei auch nicht sicher 
gewesen, ob sich das Unternehmen je in der Schweiz etablieren würde. Mit anderen Worten 
habe der Kläger ein tiefes Misstrauen gegenüber der Beklagten und ihren Produkten gehegt. 
Ausdruck dieses Misstrauens sei die Tatsache gewesen, dass der Kläger mit der Beklagten 
eben gar keinen Arbeitsvertrag habe abschliessen wollen und lediglich eine auf drei Monate 
befristete Tätigkeit angeboten habe (act. 66 Rz 54 ff.). Auch die Auflistung von acht Konditio-
nen bedeute nicht, dass zwischen den Parteien ein Vertrag zustande gekommen sei (act. 66 
Rz 59). Die Vorinstanz habe den "offer letter" falsch ausgelegt. Es sei zwar richtig, dass die 
Beklagte einen geeigneten CEO gesucht habe. Indes verkenne die Vorinstanz, dass das Ein-
schalten einer Drittgesellschaft unstreitig vom Kläger vorgeschlagen worden sei (act. 66 
Rz 61 ff., 66). 

5.3 Der Kläger bestreitet die Vorbringen der Beklagten. Er weist insbesondere darauf hin, dass 
die Beklagte in der Berufungsschrift erstmals und damit verspätet behaupte, dass gar kein 
Arbeitsverhältnis vorliege. Sie habe lediglich immer bestritten, dass ein Arbeitsverhältnis mit 
der Beklagten begründet worden sei (act. 72 Rz 21 ff.). Weiter sei die Bezeichnung des "offer 
letter" als Bestätigungsschreiben sachgerecht, da darin im ersten Satz festgehalten werde, 
dass schriftlich bestätigt werde, was zuvor (mündlich) offeriert worden sei (act. 72 Rz 25). 
Die Ausführungen der Beklagten zum eigenen Verständnis des Begriffs "contracted" seien 
weder relevant noch nachvollziehbar (act. 72 Rz 34).

5.4 Ist ein Vertrag zustande gekommen und gültig, wird er für die Parteien zur verbindlichen Re-
gelung (Huguenin, Obligationenrecht, Allgemeiner und Besonderer Teil, 3. A. 2019, Rz 273). 
Entscheidend für den Vertragsinhalt ist in erster Linie der übereinstimmende wirkliche Wille 
der Vertragsparteien und in zweiter Linie – falls ein solcher nicht festgestellt werden kann – 
die Auslegung der Erklärungen der Parteien aufgrund des Vertrauensprinzips. Dabei ist vom 

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Wortlaut der Erklärungen auszugehen, welche jedoch nicht isoliert, sondern aus ihrem kon-
kreten Sinngefüge heraus zu beurteilen sind. Auch wenn der Wortlaut auf den ersten Blick 
klar erscheint, darf es also nicht bei einer reinen Wortauslegung sein Bewenden haben. Viel-
mehr sind die Erklärungen der Parteien so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zu-
sammenhang sowie den gesamten Umständen verstanden werden durften und mussten 
(BGE 148 III 57 E. 2.2.1).

Abzugrenzen ist die Vertragsauslegung vom Streit der Parteien über das Zustandekommen 
des Vertrags (Konsensstreit). Besteht zwischen den Parteien grundsätzlich Einigkeit darüber, 
dass ein Vertrag zustande gekommen ist, ist jedoch dessen Inhalt kontrovers, liegt ein sog. 
reiner Auslegungsstreit vor. Auslegungs- und Konsensstreit können in der Praxis nahe bei-
einander liegen und bisweilen ineinander übergehen, so z.B. wenn ein Auslegungsstreit 
einen Konsensstreit auslöst (Huguenin, a.a.O., Rz 276 f.). 

5.4.1 Vorliegend ist gerade ein solcher Grenzfall zwischen Auslegungs- und Konsensstreit gege-
ben. Die Beklagte bringt zu Recht vor, dass die Aussage der Vorinstanz, wonach die Par-
teien sich einig seien, dass mit dem Bestätigungsschreiben vom 15. August 2020 ein Arbeits-
verhältnis begründet worden sei, nicht zutrifft. Besteht Uneinigkeit hinsichtlich der Vertrags-
parteien, kann zwischen den Parteien auch keine Einigkeit darüber bestehen, dass mit dem 
Bestätigungsschreiben vom 15. August 2020 ein Arbeitsverhältnis begründet wurde, zumal 
mit dem Bestätigungsschreiben offensichtlich kein Vertrag zu Lasten eines Dritten abge-
schlossen werden konnte. Gemeint hatte die Vorinstanz wohl vielmehr, dass sich die Par-
teien darüber einig sind, dass ein arbeitsrechtliches Verhältnis in Frage steht und sich somit 
keine Abgrenzungsfragen zu anderen Vertragstypen (wie z.B. dem Auftrag) ergeben. Vorlie-
gend handelt es sich somit um einen Konsensstreit, welcher mittels Auslegung der Willenser-
klärungen zu lösen ist.

5.4.2 Nachdem weder das Vorgehen der Vorinstanz bei der Vertragsauslegung noch deren Er-
gebnis zu beanstanden sind, kann vorab auf die erstinstanzlichen Erwägungen verwiesen 
werden (vgl. vorne E. 1). Diesen Erwägungen vermag die Beklagte in der Berufung nichts 
Stichhaltiges entgegenzusetzen. Zunächst verfängt die Kritik am Begriff Bestätigungsschrei-
ben nicht. So führte die Beklagte im Schreiben vom 15. August 2020 aus, "we are very plea-
sed to confirm our offer for you to become CEO of H.________" (act. 1/2). "confirm" bedeutet 
übersetzt "bestätigen", womit es sich bei diesem Schreiben tatsächlich um ein Bestätigungs-
schreiben handelt. Im Übrigen ist das Schreiben auch nicht mit "offer letter" betitelt (vgl. 
act. 1/2), wie die Beklagte behauptet. Sodann trifft es zwar offenkundig zu, dass der Kläger 
CEO von H.________ (und nicht von der Beklagten) werden sollte. Dennoch war es – wie die 
Vorinstanz zutreffend ausführt – die Beklagte, die einen CEO für H.________ suchte. Dies 
wird denn auch von der Beklagten im Berufungsverfahren nochmals selbst bestätigt (vgl. 
act. 66 Rz 66). 

5.4.3 Nicht nachvollziehbar ist im Weiteren die Darstellung der Beklagten hinsichtlich der Rolle der 
"payroll company". Bereits im allgemeinen Sprachgebrauch ist ein Payroll-Service-Anbieter 
ein Unternehmen, das für seine Kunden die Aufgaben, die mit dem Lohn verbunden sind, 
teilweise oder komplett übernimmt. Solche Dienstleistungen sind weit verbreitet und werden 
beispielsweise von KMPG oder auch von der Handelskammer Deutschland Schweiz für deut-
sche Unternehmen angeboten, die ohne eigene Niederlassung in der Schweiz Arbeitnehmer 

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beschäftigen (vgl. https://assets.kpmg.com/content/dam/kpmg/ch/pdf/ch-payroll-oursourcing-
de.pdf; <https://handelskammer-d-ch.ch/de/dienstleistungen/rechts-und-steuerfragen/lohn-
buchhalutng-fuer-die.schweiz> [beide besucht am 12. Januar 2024]). Entsprechendes führte 
der Kläger auch an der Parteibefragung aus ("Im Jahr 2006 habe ich während sechs Mona-
ten für L.________ gearbeitet. Ich hatte einen Vertrag mit L.________, aber eine 'payroll 
company' hat den Lohn verwaltet und bezahlt" [act. 29 Frage 6]; "Die 'payroll company' ist 
wie ein 'Mittelsmann', um sich um die Administration zu kümmern." [act. 29 Frage 9]). Für 
diese Lösung spricht im Übrigen auch Ziff. 5 des Bestätigungsschreibens vom 15. August 
2020 (act. 1/2), in welcher das monatliche Salär auf CHF 21'500.00 festgelegt wurde, "out of 
which all social insurance and tax should be paid by the selected payroll company on behalf 
of employee" (Hervorhebung hinzugefügt). Dies ist unter den gegebenen Umständen so zu 
verstehen, dass die "selected payroll company" (wenn nicht den ganzen Lohn) zumindest 
sämtliche für den "employee" [Kläger] geschuldeten Sozialversicherungsabgaben und Steu-
ern aus dem von der Beklagten [als Arbeitgeberin] geschuldeten Salär abführen sollte, wobei 
die Beklagte offenbar davon ausging, dass ihr die "payroll company" die für sie erbrachten 
Leistungen in Rechnung stellen werde (vgl. hinten E. 5.4.5). 

5.4.4 Soweit die Beklagte in diesem Zusammenhang eine unrichtige Protokollierung rügt (act. 66 
Rz 51), kann darauf nicht eingetreten werden. Zwar kann ein Protokollberichtigungsentscheid 
auch im Rahmen des Hauptrechtsmittels angefochten werden (Willisegger, Basler Kommen-
tar, 3. A. 2017, Art. 235 ZPO N 48). Die Vorinstanz hielt im Rahmen des Protokollberichti-
gungsverfahrens nach erneuter Konsultation der Audioaufzeichnung der Verhandlung jedoch 
klar fest, dass die Aussagen des Klägers zu den Fragen 6 und 9 wörtlich im Protokoll festge-
halten worden seien und nicht habe festgestellt werden können, dass der Dolmetscher ver-
sucht hätte, dem Kläger "eine Antwort in den Mund" zu legen (act. 42 f.). Damit setzt sich die 
Beklagte in der Berufung mit keinem Wort auseinander. Sie schildert lediglich aus ihrer Sicht, 
was an der Parteibefragung gesagt worden sein soll. Damit fehlt es offenkundig an einer 
gehörigen Begründung, weshalb in diesem Punkt auf die Berufung nicht einzutreten ist (vgl. 
vorne E. 2.1 f.).

5.4.5 Zudem erschliesst sich nicht, weshalb ein völlig unabhängiges, in keiner Weise an der neu zu 
gründenden Firma H.________ beteiligtes Drittunternehmen mit dem Kläger einen Vertrag zu 
den im Schreiben vom 15. August 2020 festgelegten Konditionen abschliessen sollte. Die 
Beklagte scheint von einer Art Personalverleih auszugehen. Bei einer solche Konstellation 
präsentieren sich die Rechtsverhältnisse jedoch völlig anders. Die Beklagte macht denn auch 
keinerlei Ausführungen dazu, wie dieses Dreiecksverhältnis (Beklagte/Kläger/"payroll com-
pany") hätte vertraglich ausgestaltet werden sollen. Sie hielt einzig fest, sie sei davon ausge-
gangen, dass die "payroll company" ihre Leistungen der Beklagten in Rechnung stellen 
werde (act. 10 Rz 8). Auch der Hinweis der Beklagten, es liege allenfalls eine Vereinbarung 
unter den Parteien über die Garantierung eines Arbeitsverhältnisses mit einer Drittpartei vor, 
ist nicht nachvollziehbar (act. 66 Rz 69). Darauf ist indes ohnehin nicht einzugehen, da es 
sich um eine neue Behauptung im Berufungsverfahren handelt und die Beklagte weder dar-
legt hat noch ersichtlich ist, dass sie diese trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster In-
stanz vorbringen konnte (vgl. Art. 317 Abs. 1 ZPO, Urteil des Bundesgerichts 5A_763/2018 
vom 1. Juli 2019 E. 2.1.3.2 f. m.w.H.).

5.4.6 Schliesslich geht auch der Hinweis der Beklagten auf die Unklarheitenregel (vgl. act. 66 
Rz 43, 46 und 48) an der Sache vorbei. Diese Regel besagt, dass mehrdeutige Wendungen 

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in allgemeinen Geschäftsbedingungen im Zweifel zu Lasten jener Partei auszulegen sind, die 
sie verfasst hat (vgl. BGE 148 III 57 E. 2.2.2). Wie eben erwähnt, findet sie hauptsächlich im 
Bereich der vorformulierten Vertragsbestimmungen Anwendung und kommt auch dort nur 
zum Zug, wenn die Auslegung nicht bereits zu einem eindeutigen Ergebnis geführt hat (vgl. 
Wiegand, Basler Kommentar, 7. A. 2020, Art. 18 OR N 40; Gauch/Schluep/Schmid, OR AT 
Band I, 11. A. 2020, Rz 1231 f. m.w.). Beides ist vorliegend nicht der Fall.

5.5 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass zwischen den Parteien ein befristetes Arbeits-
verhältnis zustande gekommen ist.

6. Weiter ist zwischen den Parteien die Dauer des Arbeitsverhältnisses strittig.

6.1 Die Vorinstanz stellte fest, dass das Arbeitsverhältnis zwischen den Parteien von Anfang Juli 
bis Ende November 2020 gedauert habe (act. 64 E. 7.4). Im Hinblick auf den Beginn des Ar-
beitsverhältnisses zwischen dem Kläger und der Beklagten sei zu berücksichtigen, dass die 
geschäftliche E-Mail-Adresse des Klägers bereits ab dem 17. Juli 2020 aktiviert und benutzt 
worden sei. Zudem gehe aus dem Nachrichtenverlauf zwischen dem Kläger und der Beklagten 
hervor, dass sich der Kläger mit dem "Organ der Beklagten" sowohl Mitte Juli 2020 als auch 
Anfang August 2020 arbeitsbedingt in J.________ getroffen habe. Den weiteren im Recht lie-
genden Nachrichten sei zu entnehmen, dass der Kläger für die Beklagte während den Monaten 
Juli und August 2020 zwei Mal in K.________ gearbeitet habe und von M.________ am 17. Juli 
2020 im Team willkommen geheissen worden sei. Auch aus der E-Mail vom 14. August 2020 
sei abzuleiten, dass der Kläger bereits im Juli und August 2020 für die Beklagte tätig gewesen 
sei. Damit sei dargetan, dass der Kläger bereits ab Juli 2020 für die Beklagte gearbeitet habe 
(act. 64 E. 7.2). 

Weiter hielt die Vorinstanz fest, dass gemäss dem Bestätigungsschreiben vom 15. August 
2020 das Arbeitsverhältnis zwischen der Beklagten und dem Kläger bis Ende November 
2020 andauern sollte. Eine ausgesprochene (ordentliche oder ausserordentliche) Kündigung 
liege ebenso wenig im Recht wie eine gemeinsame Erklärung, den Arbeitsvertrag aufzuhe-
ben. Zudem könne aus der Geltendmachung von arbeitsrechtlichen Ansprüchen während 
des Arbeitsverhältnisses nicht auf dessen Beendigung geschlossen werden. Demnach habe 
das befristete Arbeitsverhältnis grundsätzlich bis zum 30. November 2020 gedauert (act. 64 
E. 7.3). Die Behauptung der Beklagten, wonach das Arbeitsverhältnis bereits per 23. Sep-
tember 2020 einvernehmlich aufgehoben worden sei, sei erstmals im Rahmen des Schluss-
vortrags und mithin verspätet erfolgt (act. 64 E. 7.1).

6.2 Die Beklagte wendet dagegen ein, die Vorinstanz gehe davon aus, dass das Arbeitsverhält-
nis im Juli 2020 begonnen habe. Sie äussere sich aber mit keinem Wort dazu, dass der "offer 
letter" erst vom 15. August 2020 datiere. Wenn der Kläger tatsächlich bereits ab Juli 2020 für 
die Beklagte gearbeitet hätte, verlöre der "offer letter" jegliche Relevanz. In diesem Zusam-
menhang habe die Vorinstanz auch ihre Begründungspflicht verletzt (act. 66 Rz 73 ff.).

Weiter sei die einvernehmliche Vertragsaufhebung per 23. September 2020 keine Behaup-
tung, sondern eine rechtliche Interpretation eines Sachverhalts. Dies sei auch im Schlussvor-
trag zulässig (act. 66 Rz 71). Der Kläger habe sich verschiedentlich beschwert, dass ihm ab 
dem 23. September 2020 der Zugang zu seinem E-Mail-Konto verwehrt worden sei. Er habe 

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aber in der Klageschrift weder ausgeführt noch belegt, dass er nach dem 23. September 
2020 seine Arbeit angeboten habe. Das Gesetz sehe keine Formvorschriften für den Ab-
schluss einer Aufhebungsvereinbarung vor. Der Kläger sei von sämtlichen Ressourcen der 
Beklagten ausgeschlossen worden. Dies zeige, dass er nicht mehr erwünscht gewesen sei. 
Er habe von einem "Rauswurf" ausgehen müssen. Wenn die Arbeit unter solchen Umstän-
den nicht angeboten werde, sei von einer einvernehmlichen Auflösung des Arbeitsverhält-
nisses auszugehen. Erst im Verlauf des Verfahrens habe der Kläger aus prozesstaktischen 
Gründen unvermittelt geltend gemacht, seine Arbeit immer wieder angeboten zu haben. Mit 
der E-Mail vom 23. September 2020 habe er aber nicht etwa seine Arbeit angeboten, son-
dern einzig geltend gemacht, dass er weiterarbeiten würde. Er habe jedoch nie darlegen kön-
nen, was er genau mache (act. 66 Rz 78 ff.). Im Oktober habe der Kläger sodann einige Wo-
chen frei genommen bzw. sei er krank gewesen. Er habe eingeräumt, dass er im Oktober 
2020 nicht mehr gearbeitet habe, diesen Umstand der Beklagten jedoch nie mitgeteilt. In der 
E-Mail vom 23. September 2020 stehe nichts von einer Krankheit. Der Kläger flüchte sich in 
Ausreden, wonach er im Hintergrund gearbeitet habe. Was er aber genau gemacht habe, 
könne er nicht sagen. Wäre der Kläger bei der Beklagten noch beschäftigt gewesen, hätte er 
ihr ein Arztzeugnis vorgelegt. Mit Brief vom 20. Oktober 2020 habe der Kläger von der Be-
klagten das offene Honorar sowie den Sign-in-Bonus verlangt und auf die offenen Auslagen 
hingewiesen. Auch in diesem Schreiben habe er weder seine Arbeit angeboten noch habe er 
seine Krankheit erwähnt. Erst mit E-Mail vom 2. November 2020 wolle der Kläger seine Ar-
beit wieder angeboten haben. Darin habe er erwähnt, dass er nun wieder zurück bei der Ar-
beit sei. Damit bestätige er lediglich, dass er [vorher] nicht gearbeitet habe. Die Beklagte 
habe darauf zu Recht nicht reagiert. Sie habe davon ausgehen dürfen, dass die "payroll com-
pany" für solche Belange zuständig gewesen sei (act. 66 Rz 83 ff.). Tatsache sei, dass der 
Kläger seine Arbeit ohne Grund und ohne Mitteilung an den Arbeitgeber einfach so unterbro-
chen habe. Die Krankheit sei denn auch nicht belegt (act. 66 Rz 88). Wer einen Arbeitgeber 
über eine Krankheit nicht informiere, gehe davon aus, dass ein Arbeitsverhältnis nicht be-
stehe (act. 66 Rz 89). Der Kläger habe selber mit E-Mail vom 14. August 2020 klargemacht, 
dass die monatlichen Zahlungen gekürzt würden, wenn er nicht 20 Tage pro Monat arbeite. 
Er habe zugestanden, dass er ab 23. September 2020 nicht mehr für die Beklagte tätig ge-
wesen sei. Die angebliche Krankheit sei nicht belegt. Entsprechend müsse der Lohn des Klä-
gers gekürzt werden, wenn von einem Arbeitsvertrag ausgegangen werde (act. 66 Rz 90). 

6.3 Der Kläger hält dem entgegen, dass ein Arbeitsverhältnis selbstverständlich bereits bestehen 
könne und die Modalitäten erst später schriftlich festgehalten würden (act. 72 Rz 43). Ausser-
dem werde eine einvernehmliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses per 23. September 
2020 bestritten. Abgesehen davon, dass ein fehlendes Arbeitsangebot noch keine einver-
nehmliche Beendigung bewirke, sei das Arbeitsangebot dokumentiert. In der E-Mail vom 
23. September 2020 (act. 22/6) habe der Kläger zudem ausdrücklich auf die Gültigkeit des 
Vertrags bis Ende November 2020 hingewiesen (act. 72 Rz 44). Ferner mache die Beklagte 
neue und damit unzulässige Ausführungen zu den Geschehnissen in den Monaten Septem-
ber und Oktober 2020. Der Kläger habe seine Arbeit am 23. September und am 2. Novem-
ber 2020 angeboten. Die Beklagte habe darauf nie reagiert. Der Kläger habe seine Arbeit 
nicht unterbrochen bzw. sei nicht an der Arbeitsleistung verhindert gewesen. Mangels Lohn-
zahlungen sei er gemäss Art. 82 OR nicht zur Arbeitsleistung verpflichtet gewesen (act. 72 
Rz 46 ff.). 

Seite 13/16

6.4 Entgegen der Darstellung der Beklagten verliert das Bestätigungsschreiben vom 15. August 
2020 nicht an Relevanz, wenn das Arbeitsverhältnis bereits im Juli 2020 begonnen hat. Die 
Vorinstanz hat diesen Umstand in ihren Erwägungen denn auch explizit berücksichtigt. So 
kam sie zum Schluss, dass der Kläger aufgrund des Verhaltens der Beklagten (unter ande-
rem mehrmalige Treffen zwischen dem Kläger und G.________ im Juli und August 2020) so-
wie des Schreibens vom 15. August 2020 davon habe ausgehen dürfen, dass er mit der Be-
klagten ein befristetes Arbeitsverhältnis nach Art. 319 ff. i.V.m. Art. 334 Abs. 1 OR abge-
schlossen habe (vgl. vorne E. 5.1). Wie der Kläger zutreffend vorträgt, können die Moda-
litäten der Anstellung auch nachträglich schriftlich festgehalten werden. Dies widerspiegelt 
sich auch im Schreiben vom 15. August 2020, welches eine zuvor unterbreitete Offerte 
bestätigt ("We are very pleased to confirm our offer for you to become CEO of H.________"; 
vgl. act. 1/2). 

Weiter handelt es sich beim Argument der einvernehmlichen Vertragsaufhebung per 23. Sep-
tember 2020 um eine tatsächliche Behauptung und nicht bloss um eine rechtliche Interpreta-
tion des Sachverhalts. Eine einvernehmliche Vertragsaufhebung setzt einen entsprechenden 
Willen beider Parteien voraus, welcher behauptet werden muss. Zudem argumentiert die Be-
klagte widersprüchlich, wenn sie von einer einvernehmlichen Vertragsaufhebung spricht, 
gleichzeitigt aber ausführt, der Kläger habe von einem "Rauswurf" ausgehen müssen. Abge-
sehen davon führt die Beklagte selbst aus, der Kläger habe mit E-Mail vom 23. September 
2020 (nachdem ihm der Zugang zu seinem E-Mail-Konto gesperrt wurde) geltend gemacht, er 
würde weiterarbeiten. Mithin bestehen keine Anhaltspunkte für eine einvernehmliche Ver-
tragsaufhebung. Weiter legte die Vorinstanz ausführlich dar, dass der Kläger ab dem 1. Okto-
ber 2020 mangels Lohnzahlung berechtigt war, seine Arbeit niederzulegen (act. 64 E. 8.3.2). 
Mit diesen Erwägungen, auf die wiederum verwiesen werden kann (vgl. vorne E. 1), setzt sich 
die Beklagte nicht auseinander. Sie fasst in der Berufungsschrift in Bezug auf diese Thematik 
einzig ihre bisherigen Argumente zusammen bzw. wiederholt teils wörtlich ihre Ausführungen 
im Schlussvortrag, ohne konkret darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid in 
tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht fehlerhaft sein soll (vgl. act. 66 Rz 77 ff. und 61 Rz 24 
ff.). Mangels gehöriger Begründung ist mithin auch in diesem Punkt auf die Berufung nicht 
einzutreten (vgl. vorne E. 2.1). Im Übrigen erweist sie sich als unbegründet.

7. Weiter stellt die Beklagte im Berufungsverfahren in Abrede, dass der Kläger seine Arbeit 
überhaupt angetreten habe (act. 66 Rz 93 ff.). In der Berufungsschrift schildert die Beklagte 
den Sachverhalt jedoch einzig aus ihrer Sicht und versäumt es erneut, sich mit den Erwägun-
gen der Vorinstanz auseinanderzusetzen. Diese hat ausführlich und mit Hinweis auf diverse 
Belegstellen aufgezeigt, weshalb der Kläger seine Arbeit angetreten hat (act. 64 E. 8.3.1). 
Somit ist die Berufung auch diesbezüglich nicht gehörig begründet, weshalb nicht darauf ein-
zutreten ist (vgl. vorne E. 2.1).

8. Ferner bemängelt die Beklagte, die Vorinstanz habe die von ihr geltend gemachte Verrech-
nungsforderung zu Unrecht nicht berücksichtigt (act. 66 Rz 102 f.).

8.1 Die Vorinstanz erwog, die Beklagte habe die Verrechnungsforderung mit keinem Wort bezif-
fert. Aus den Ausführungen gehe nicht hervor, woraus sich die Verrechnungsforderung er-
gebe, wie sie sich zusammensetze oder in welcher Höhe der Beklagten ein Schaden bzw. 
ein Anspruch entstanden sein sollte. Damit werde die Beklagte ihrer Substanziierungslast 
nicht gerecht (act. 64 E. 8.3.3).  

Seite 14/16

8.2 Die Beklagte hält dem entgegen, dies treffe nicht zu, und verweist auf die Rz 78 ff. der Duplik 
sowie die Rz 42 ff. des Schlussvortrages.

8.3 Die Beklagte brachte in der Duplik vor, der Arbeitgeber könne "Nichterfüllung mittels Verrech-
nung" geltend machen. Dabei ging sie davon aus, dass der Kläger nie willens gewesen sei, 
für das Projekt H.________ eine Tätigkeit zu entfalten, und er keinerlei Bemühungen für die-
ses Projekt an den Tag gelegt habe. Sie sei damit berechtigt gewesen, jede Zahlung an den 
Kläger zurückzubehalten (act. 20 Rz 80 ff.). Erst im Schlussvortrag – und damit verspätet – 
substanziierte sie diese Behauptung noch (vgl. act. 61 Rz 42 ff. und zum Aktenschluss 
act. 64 E. 4). Im Weiteren ist zu beachten, dass sich die Beklagte bei ihrer Argumentation fäl-
schlicherweise auf eine Verrechnung im Sinne von Art. 120 OR beruft. Eine Verrechnungs-
forderung hat die Beklagte – entgegen ihren Ausführungen in der Berufungsschrift – nämlich 
nicht geltend gemacht. Sie erhebt vielmehr die Einrede, dass der Kläger den Vertrag nicht er-
füllt habe. Indessen hat der Kläger – wie bereits dargelegt – nicht nur seine Arbeit angetreten 
und diverse Arbeiten für die Beklagte erledigt, sondern war ab dem 1. Oktober 2020 mangels 
Lohnzahlung auch berechtigt, seine Arbeit niederzulegen (vgl. vorne E. 6.4 und 7). Die Beru-
fung erweist sich somit auch in diesem Punkt als unbegründet, soweit überhaupt darauf ein-
getreten werden kann.

9. Weiter stellt sich die Beklagte auf den Standpunkt, die Vorinstanz habe sie zu Unrecht dazu 
verpflichtet, Auslagen in der Höhe von CHF 2'380.90 zu ersetzen (act. 66 Rz 104 ff.).

Die Vorinstanz bejahte den Auslagenersatz mit einer ausführlichen Begründung (act. 64 
E. 8.4.3), worauf wiederum verwiesen werden kann (vgl. vorne E. 1). Dabei hielt sie – entge-
gen der Behauptung der Beklagten (act. 66 Rz 104) – keineswegs lapidar fest, aus den 
vollständigen, nachvollziehbaren und detaillierten Spesenabrechnungen sowie aus den klä-
gerischen Ausführungen seien die Auslagen belegt. Sie zeigte vielmehr detailliert und unter 
Hinweis auf Belegstellen auf, dass die Beklagte die Reisen selbst angeordnet hatte und die 
geltend gemachten Auslagen im Aufgabenbereich des Klägers lagen. Die Beklagte versäumt 
es, sich mit dieser Begründung auseinanderzusetzen und äussert sich auch nicht im Einzel-
nen zu den von der Vorinstanz zitierten Belegstellen. Sie weist lediglich wiederholt darauf 
hin, dass die Spesen vernünftig sein und vom Arbeitgeber angeordnet werden müssten (act. 
66 Rz 105 ff.). Dabei verkennt sie, dass nicht jede einzelne Ausgabe vom Arbeitgeber ange-
ordnet werden muss. Gemäss Art. 327a Abs. 1 OR hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer 
alle durch die Ausführung der Arbeit notwendig entstehenden Auslagen zu ersetzen, bei Ar-
beit an auswärtigen Arbeitsorten auch die für den Unterhalt erforderlichen Aufwendungen. 
Bei der Tätigkeit des Klägers gehörten Geschäftsreisen und Auslagen für geschäftliche Mit-
tagessen zu den notwendigen Auslagen, sieht das Schreiben vom 15. August 2020 häufige 
Reisen in Europa und Nordamerika doch ausdrücklich vor (act. 1/2). Mithin ist die Berufung in 
diesem Punkt ebenfalls abzuweisen, soweit überhaupt darauf eingetreten werden kann (vgl. 
vorne E. 2.1).

10. Auf den von der Vorinstanz geäusserten Verdacht, wonach der Kläger Arbeitslosenentschä-
digung bezogen hat, obwohl er gleichzeitig in einem Arbeitsverhältnis stand, ist vorliegend 
nicht weiter einzugehen (act. 64 E. 9). Entgegen der Auffassung der Beklagten (vgl. act. 66 
Rz 116 f.) führt dieser Verdacht nicht dazu, dass dem Kläger im Rahmen des vorliegenden 

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Prozesses pauschal keine Glaubwürdigkeit zukommt. Das Konzept einer "allgemeinen 
Glaubwürdigkeit" wird beispielsweise auch in der Aussagepsychologie als wenig brauchbar 
bewertet. Der allgemeinen Glaubwürdigkeit eines Zeugen (oder einer Partei) im Sinne einer 
dauerhaften personalen Eigenschaft kommt nach heutiger Erkenntnis bei der Würdigung von 
Aussagen kaum mehr relevante Bedeutung zu. Weitaus bedeutender für die Wahrheitsfin-
dung als die allgemeine Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 6B_323/2021 vom 11. August 2021 E. 2.3.3). Auch lässt sich, ent-
gegen der Auffassung der Beklagten (vgl. act. 66 Rz 115), aus dem Umstand, dass das vor-
instanzliche Urteil der Staatsanwaltschaft erst nach Rechtskraft zugestellt werden soll, offen-
kundig keine Befangenheit der Vorinstanz ableiten.

11. Unbegründet ist schliesslich die Rüge der Beklagten, wonach die Vorinstanz die Prozess-
kosten falsch verteilt habe (act. 66 Rz 118 ff.). Zwar trifft es zu, dass die Vorinstanz nicht die 
ganzen eingeklagten Beträge zugesprochen hat. Wie den vorinstanzlichen Erwägungen zu 
entnehmen ist, resultiert die Differenz daraus, dass nach konstanter Praxis des Kantonsge-
richts bei arbeitsrechtlichen Forderungen nicht Brutto-, sondern Nettobeträge zugesprochen 
werden (vgl. act. 64 E. 8.4.1). In der Sache hat der Kläger indes vollumfänglich obsiegt. Dass 
der Kläger Brutto- anstatt Nettobeträge eingeklagt hat, kann ihm nicht zum Vorwurf gemacht 
werden, zumal keine gesetzliche Bestimmung regelt, ob der Lohnanspruch netto oder brutto 
eingeklagt werden bzw. ob das Gericht dem Arbeitnehmer einen Netto- oder Bruttolohn zu-
sprechen muss (vgl. Urteil des Obergerichts Bern ZK 17 441 vom 30. Oktober 2017 E. 11; 
s. zu dieser umstrittenen Frage auch von Kaenel, in: Portmann/von Kaenel [Hrsg.], Fach-
handbuch Arbeitsrecht, N 23.13 - 23.26). Folglich ist die Berufung auch in diesem Punkt 
abzuweisen.

12. Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist, 
soweit darauf eingetreten werden kann. Zugleich ist der erstinstanzliche Entscheid vollum-
fänglich zu bestätigen.

12.1 Bei diesem Ausgang hat die Beklagte die gesamten Prozesskosten des Berufungsverfahrens 
zu tragen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).

12.2 Ausgehend vom massgebenden Streitwert von CHF 87'880.90 (vgl. act. 64 E. 10.1) rechtfer-
tigt es sich, die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren wie im vorinstanzlichen Verfah-
ren auf CHF 6'000.00 festzusetzen (§ 15 Abs. 1 i.V.m. § 11 Abs. 1 und § 3 KoV OG).

12.3 Da der Kläger anwaltlich vertreten ist, richtet sich die Höhe der Parteientschädigung nach der 
Verordnung des Obergerichts über den Anwaltstarif (AnwT). Bei dem noch in Betracht kom-
menden Streitwert von CHF 73'100.00 beträgt das Grundhonorar der Rechtsanwälte 
CHF 9'079.00 (§ 3 Abs. 1 AnwT). Dieses Honorar ist im vorliegenden Fall auf zwei Drittel, 
d.h. gerundet CHF 6'053.00, zu reduzieren (§ 8 Abs. 1 AnwT). Zum Grundhonorar hinzuzu-
rechnen sind gemäss § 25 und § 25a AnwT eine Auslagenpauschale von 3 % sowie die 
Mehrwertsteuer zum bis 31. Dezember 2023 anwendbaren Satz von 7,7 %, woraus eine Par-
teientschädigung von gerundet CHF 6'715.00 resultiert. 

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Urteilsspruch

1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird, und der Entscheid des Kan-
tonsgerichts Zug, 2. Abteilung, vom 15. Mai 2023 wird bestätigt.

2. Die Entscheidgebühr für das vorliegende Verfahren von CHF 6'000.00 wird der Beklagten 
auferlegt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe verrechnet.

3. Die Beklagte hat den Kläger für das Berufungsverfahren mit CHF 6'715.00 (inkl. MWST) zu 
entschädigen.

4. Gegen diesen Entscheid mit einem Streitwert von über CHF 15'000.00 ist die Beschwerde in Zi-
vilsachen nach den Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerde-
gründe richten sich nach den Art. 95 ff. BGG. Eine allfällige Beschwerde ist innert 30 Tagen seit 
Zustellung des Entscheids schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Bei-
lage des Entscheids und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Die Beschwerde hat nach Art. 103 Abs. 1 BGG in der 
Regel keine aufschiebende Wirkung.

5. Mitteilung an:
- Parteien
- Kantonsgericht Zug, 2. Abteilung (A2 2021 23) 
- Schlichtungsbehörde Arbeitsrecht (im Doppel; zur Kenntnisnahme) 
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Zivilabteilung

P. Huber F. Wiget
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

versandt am: