# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8dbcf7b2-0ee7-5bfd-8225-225bade5a476
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.06.2018 200 2018 209
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-209_2018-06-27.pdf

## Full Text

200 18 209 IV
FUE/IMD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. Juni 2018

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 21. Februar 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2018, IV/18/209, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1958 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 24. Juli 2014 unter Hinweis auf diverse Gesundheitsschä-
den bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbe-
zug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 1). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen, 
insbesondere gewährte sie eine dreimonatige Grundabklärung bei der Ab-
klärungsstelle B.________ für berufliche Integration (Abklärungsstelle 
B.________; AB 59, 67), und sprach der Versicherten mit Verfügung vom 
7. September 2016 (AB 68) eine von 1. Juli bis 31. Dezember 2015 befris-
tete ganze Invalidenrente zu. Alsdann gewährte die IVB Arbeitsvermittlung 
(AB 71), die sie am 3. April 2017 mit der Begründung abschloss, eine Ein-
gliederung in die freie Wirtschaft sei nicht realisierbar (AB 83).

Mit Schreiben vom 14. März 2017 (AB 80) meldete sich die Versicherte 
erneut zum Leistungsbezug an und machte eine Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes geltend. Die IVB tätigte hierauf wiederum medizini-
sche Abklärungen und liess die Versicherte durch die Dres. med. 
C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und 
D.________, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, bidisziplinär 
untersuchen (Gutachten vom 28. November 2017 [AB 113.1, 114.1]). Ge-
stützt darauf und nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 116) 
verneinte sie mit Verfügung vom 21. Februar 2018 (AB 117) den Anspruch 
auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 0 %.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 12. März 2018 Be-
schwerde mit dem sinngemässen Antrag auf Zusprache einer Invalidenren-
te. Zugleich ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
im Sinne der Befreiung von den Verfahrenskosten.

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Mit Beschwerdeantwort vom 5. April 2018 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 21. Februar 2018 
(AB 117). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente der Invali-
denversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades Erwerbstätiger wird das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

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und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-
chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1).

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2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

2.7 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädi-
gung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, 
wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebe-
darfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach 
Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 
S. 351). Dies gilt analog, wenn die versicherte Person nach vorausgegan-
gener rechtskräftiger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmassnahme 
beantragt (BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a). Erheblich 
ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der An-
spruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls 
sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 
2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, 
dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher 
begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Ren-
tengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsgesuch ein, 
so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die 
von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali-
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invali-

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ditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän-
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie 
zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um 
nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invali-
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung 
vom 14. März 2017 (AB 80) eingetreten ist und den Rentenanspruch in der 
angefochtenen Verfügung vom 21. Februar 2018 (AB 117) materiell geprüft 
hat. Die Eintretensfrage ist – da nicht streitig – vom Gericht nicht zu beur-
teilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im massge-
benden Vergleichszeitraum zwischen der Verfügung vom 7. September 
2016 (AB 68) und der Verfügung vom 21. Februar 2018 (AB 117) eine Ver-
änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet 
ist, den Invaliditätsgrad in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise 
zu beeinflussen.

3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der Verfügung 
vom 7. September 2016 (AB 68) massgeblich auf den Bericht des RAD-
Arztes Dr. med. E.________, Facharzt für Innere Medizin, Physikalische 
Medizin und Rehabilitation, Tropenmedizin und Reisemedizin, vom 17. Fe-
bruar 2016 (AB 52), worin dieser die folgenden Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit attestierte:

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- Posttraumatische Handgelenksarthrose rechts mit/bei
- Ulna-Verkürzung und CT-Release 21.10.2013
- Proximale Row-Carpektomie und Capitatum-Prothese 02.07.2014

- Rhizarthrose links mit/bei
- Sattelgelenksarthroplastik 20.05.2015

- Status nach beidseitiger Vorfusskorrektur wegen Hallux valgus am 
10.09.2014 mit gutem Resultat.

Bei erhaltener Beweglichkeit sei die Kraft in beiden Händen leicht bis mäs-
sig vermindert; die Geh- und Stehfähigkeit sei leicht vermindert. Es habe 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit dem 2. Juli 2014 bestanden. Ab 
dem 1. Mai 2015 sei wieder eine Arbeitsfähigkeit von 50 % zumutbar (gan-
zes Pensum, 50 % Leistung in der angestammten Tätigkeit als …) gewe-
sen. Ab dem 20. Mai 2015 sei die Arbeitsunfähigkeit wiederum anhaltend 
100 % gewesen. Ab dem 1. Juli 2015 sei die Tätigkeit als … nicht mehr 
zumutbar gewesen. Eine angepasste Tätigkeit sei ab dem 1. September 
2015 zumutbar gewesen. Nach einer Steigerungsphase von 50 % auf 100 
% bis zum 1. Oktober 2015 sei ein vollzeitiges Pensum angepasst zumut-
bar gewesen. Die Arbeit sollte leicht sein, mit wenig Belastung der Hände 
(maximal 5 kg), wechselbelastend oder sitzend, mit der Möglichkeit von 
Positionswechseln. Nachtarbeit sei nicht zumutbar. Eine normale Leis-
tungsfähigkeit sei bei guter Anpassung zumutbar. Vom 2. Juli 2014 bis 31. 
Dezember 2014 und vom 20. Mai 2015 bis 31. August 2015 sei auch keine 
angepasste Tätigkeit zumutbar gewesen.

3.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustandes seit Erlass 
der Verfügung vom 7. September 2016 (AB 68) lässt sich den Akten im 
Wesentlichen das Folgende entnehmen:

3.3.1 Im Bericht von Dr. med. F.________, Facharzt für Rheumatologie 
und Innere Medizin, vom 4. April 2017 (AB 84 S. 2 ff.) wurden die folgen-
den Diagnosen festgehalten:

- Lumbospondylogenes Syndrom
- Leichte Torsions-Skoliose lumbal mit Anterolisthese L4/L5
- Fragliche klinische Instabilität, radiologisch nicht bestätigt
- Muskuläre Dysbalance

- Bilaterale Knieschmerzen bei Retropatellär-Arthrose
- Konventionell-radiologisch Knorpelminderung retropatellär

- Arthrosen beider Hände
- Ulna-Verkürzungsosteotomie bds.
- Capitatumkopfprothese rechts 2014

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- Pyrocardan-Implantation bei fortgeschrittener symptomatischer Rhiz-
arthrose links 5/15

- DRUG-Arthrose links
- Leichte Fingerpolyarthrosen.

Eine Arbeitsfähigkeit im Service sei wegen den Handoperationen nicht 
mehr gegeben. Die Diagnose einer Fibromyalgie sei zu bestätigen, wobei 
die Arthrosen und muskulären Dysbalancen im Vordergrund stünden. Auf 
Massnahmen wie eine antidepressive Therapie oder eine ausgedehnte 
Analgesie sei zu verzichten, da die Patientin nicht dem typischen Bild einer 
chronisch leidenden Fibromyalgie-Patientin entspreche.

3.3.2 Dr. med. G.________, Facharzt für Innere Medizin, hielt im Bericht 
vom 18. April 2017 (AB 84) fest, der Gesundheitszustand seiner Patientin 
habe sich in den letzten Monaten erheblich verschlechtert. Wegen massiv 
zunehmenden lumbalen Rückenbeschwerden habe er eine Röntgenab-
klärung der Lendenwirbelsäule veranlasst, welche eine Skoliose mit Ante-
rolisthesis sowie Lateralgleiten von LWK2 nach links ergeben habe. Dies-
bezügliche weitere Abklärungen und Behandlungsversuche seien zurzeit 
im Gange, jedoch könne glaubhaft bestätigt werden, dass die Patientin 
auch in einer angepassten Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt nicht arbeits-
fähig sei.

3.3.3 Dem Bericht des Spitals H.________ vom 6. Juni 2017 (AB 88 S. 
1 f.) ist zu entnehmen, dass in der klinischen Untersuchung vor allem eine 
bandförmige Druckschmerzhaftigkeit in der Lendenwirbelsäule mit Reklina-
tionsschmerzen imponiere. Die Triggerpunkte bei Fibromyalgie seien prak-
tisch alle positiv. Eine diagnostisch/therapeutische Infiltration der Facetten-
Gelenke L4/5 und L5/S1 sei auf beiden Seiten durchgeführt worden. Zehn 
Minuten nach der Infiltration habe die Patientin über eine komplette 
Schmerzfreiheit im Sinne einer positiven Lokalanästhetikum-Antwort be-
richtet. In einem weiteren Bericht vom 3. Juli 2017 (AB 92) wurde festgehal-
ten, die Infiltrationen hätten lediglich während vier Tagen gewirkt, was auf-
grund der chronischen Schmerzproblematik nicht erstaunlich sei. Die 
Schmerzen seien mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht facettogener Gene-
se.

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3.3.4 Dr. med. C.________ hielt im psychiatrischen Gutachten vom 
28. November 2017 (AB 113.1) fest, die Explorandin habe bei der Untersu-
chung einen aktiven, energischen Eindruck gemacht; es hätten keine psy-
chopathologischen Befunde erhoben werden können. Sie fühle sich einzig 
durch ihre Schmerzen beeinträchtigt, gestalte den Alltag recht aktiv und 
berichte, dass sie mit ihren Schmerzen gut zurechtkomme, wenn sie sich 
nicht übermässig belaste. Es fänden sich somit keine Hinweise auf eine 
wesentliche psychische Überlagerung der geklagten Beschwerden. Die 
Arbeitsfähigkeit müsse aus somatischer Sicht beurteilt werden. Eine psych-
iatrische Diagnose könne nicht gestellt werden (S. 20).

3.3.5 Dem rheumatologischen Gutachten des Dr. med. D.________ vom 
28. November 2017 (AB 114.1) sind die folgenden Diagnosen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (S. 29):

- Persistierende belastungsabhängige Handgelenksschmerzen rechts 
mit/bei
- St. n. Ulnaverkürzungs-Osteotomie rechts, CT-Release rechts bei Ul-

naplus-Variante rechts, posttraumatisch erst als Ulnaimpaction-
Syndrom symptomatisch geworden, CTS rechts am 21.10.2013

- St. n. proximal-row-Carpektomie rechts, Einsatz einer Capitatumkopf-
prothese RCPI bei Handgelenks-Panarthrose rechts bei SLAC-Wrist 
Grad 2/3 am 02.07.2014

- Persistierende belastungsabhängige Handgelenksschmerzen links 
mit/bei
- St. n. Ulnaverkürzungs-Osteotomie links 4 mm bei symptomatisch 

ausgeprägter Ulnaplus-Variante links am 20.02.2015
- St. n. Sattelgelenksarthroplastik mittels Einsatz einer Pyrocardan-

Implantation bei fortgeschrittener symptomatischer Sattelgelenks-
Arthrose links am 20.05.2015

- leichtgradigem CTS links (Diagnose 15.08.2013).

In der bisherigen Tätigkeit als …, welche doch einer körperlich belastenden 
Tätigkeit entspreche, da sie als Allrounderin tätig sei und nicht nur Geträn-
ke einschenken müsse, sondern z.B. auch für den Getränkenachschub aus 
dem Keller zuständig sei und diverse andere Allrounder-Funktionen im kör-
perlich mittleren, wahrscheinlich auch schweren Bereich tätigen müsse, 
bestehe aufgrund der Handgelenkspathologie beidseits eine Arbeitsfähig-
keit von 0 %. Bezüglich der Hände bestünden in einer Verweistätigkeit fol-
gende Einschränkungen: Es seien keine Arbeiten im körperlich schweren 
und mittelschweren, sondern lediglich im sehr leichten Bereich möglich. Mit 
den Händen sei kein Heben, Stossen oder Ziehen über 5 kg möglich. Ge-

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wichtsbelastungen unter dieser Limite seien zulässig. Für eine körperlich 
sehr leichte Tätigkeit, welche diese Restriktionen berücksichtige, bestehe 
gesamthaft eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bezogen auf ein Ganztages-
pensum (S. 32 f.). Dies gelte seit dem 1. Oktober 2015, während die 
vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit seit dem 1. Juli 
2015 bestanden habe (S. 34).

3.3.6 Im Rahmen der Konsensbeurteilung hielten die Gutachter Dres. 
med. C.________ und D.________ fest, da aus psychiatrischer Sicht keine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe, gelte die rheumatologische 
Beurteilung als Gesamtbeurteilung für die Fächer Rheumatologie und 
Psychiatrie (AB 114.1 S. 39).

3.4 Die Beschwerdegegnerin stützte die vorliegend angefochtene Ver-
fügung vom 21. Februar 2018 (AB 117) auf die interdisziplinäre Expertise 
der Dres. med. C.________ und D.________ vom 28. November 2017 (AB 
113.1 und 114.1). Darin haben sich die Experten in Kenntnis der medizini-
schen Vorakten sorgfältig mit den geklagten Beschwerden auseinanderge-
setzt und ihre Schlussfolgerungen auch gestützt auf die eigenen Untersu-
chungen in den Fachrichtungen Psychiatrie und Rheumatologie getroffen. 
Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 
sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesund-
heitszustand nachvollziehbar begründet. Somit erfüllt das Gutachten die 
von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines me-
dizinischen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.5 hiervor), weshalb 
ihm volle Beweiskraft zukommt.

3.4.1 Die überzeugende gutachterliche Einschätzung, wonach aus 
psychiatrischer Sicht weder Diagnosen mit noch Diagnosen ohne Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit zu attestieren sind (AB 113.1 S. 20 Ziff. 7.1 f.), 
steht in Einklang mit der Aktenlage, wird doch von den behandelnden Ärz-
ten weder eine psychiatrische Erkrankung noch eine diesbezügliche Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit postuliert. Gegenteiliges wird denn auch 
von der Beschwerdeführerin nicht vorgebracht.

3.4.2 Die gegen das rheumatologische Gutachten von Dr. med. 
D.________ vorgebachten Einwände der Beschwerdeführerin verfangen 

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nicht. Soweit sie geltend macht, Dr. med. I.________, Facharzt für Radio-
logie, habe neu eine "verkrümmte Wirbelsäule" und damit einen von Dr. 
med. D.________ nicht gewürdigten bzw. unerkannten Aspekt diagnosti-
ziert (Beschwerde S. 2), bleibt unklar, worauf sie sich bezieht. Einerseits 
hat der Gutachter die bereits von Dr. med. F.________ diagnostizierte 
leichte Torsions-Skoliose (AB 84 S. 2) in der Aktenzusammenfassung wie-
dergegeben (AB 114.1 S. 12), ihr jedoch keinen Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit beigemessen (AB 114.1 S. 29 Ziff. 4.2 und S. 35); andererseits 
hat er in der klinischen Untersuchung eine diskrete Hyperlordose der Len-
denwirbelsäule festgestellt (AB 114.1 S. 31). Mithin liegt so oder anders 
kein neuer medizinischer Aspekt vor, der die somatische Beurteilung des 
Dr. med. D.________ in Zweifel zu ziehen vermöchte. Dasselbe gilt für die 
Behauptung der Beschwerdeführerin, nach wissenschaftlichen Standards 
durchgeführte arbeitsmedizinische Belastungstests würden aufzeigen, dass 
eine vollschichtige Verweistätigkeit nicht möglich sei (Beschwerde S. 2). 
Um welche Tests es sich dabei handeln soll, belässt sie im Dunkeln.

Soweit die Beschwerdeführerin die Einschätzung einer vollständigen Ar-
beitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit unter Verweis auf den 
Bericht der Abklärungsstelle B.________ vom 16. August 2016 (AB 67) 
kritisiert (Beschwerde S. 2), ist festzustellen, dass der entsprechende Be-
richt vor Erlass der Verfügung vom 7. September 2016 (AB 68) erstellt 
worden ist und diesem damit für die Frage, ob seither bis zur angefochte-
nen Verfügung vom 21. Februar 2018 (AB 117) eine gesundheitliche Ver-
schlechterung eingetreten ist (vgl. E. 3.1 hiervor), von vornherein keine 
Relevanz zukommt. Hinzu kommt, dass die im Bericht festgehaltenen Er-
gebnisse bezüglich der durchgeführten Grundabklärung die Einschätzung 
der Gutachter nicht widerlegen, basiert dieser doch nicht auf vertieften me-
dizinischen Untersuchungen, sondern auf berufspraktischen Beobachtun-
gen, welche in erster Linie die subjektive Arbeitsleistung der versicherten 
Person wiedergeben. Die abschliessende Beurteilung der sich aus einem 
Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen Leistungsfähigkeit obliegt 
denn auch in der Hauptsache den ärztlichen Fachkräften (vgl. Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 16. März 2017, 9C_646/2016, E. 4.2.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2018, IV/18/209, Seite 13

3.4.3 Der von den behandelnden bzw. konsiliarisch berichtenden Ärzten 
diagnostizierten Fibromyalgie (AB 84 S. 2 und S. 9, 88 S. 1, 92) hat Dr. 
med. D.________ keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen 
(AB 114.1 S. 29 Ziff. 4.2), was überzeugt. Der Gutachter fand einerseits 
keine Hinweise für das Vorliegen einer entzündlich-rheumatologischen Er-
krankung (AB 114.1 S. 32) und stellte andererseits gewisse Diskrepanzen 
zwischen den subjektiven Angaben und den objektiv erhobenen Befunden 
fest (AB 114.1 S. 35). Eine diesbezügliche psychosomatisch-psychiatrische 
Affektion liegt gemäss dem psychiatrischen Gutachter Dr. med. 
C.________ nicht vor, konnte dieser doch keine psychopathologischen 
Befunde erheben (AB 113.1 S. 20). Bei dieser Ausgangslage erübrigt sich 
die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 
281 (vgl. Entscheid des BGer vom 19. März 2018, 9C_96/2018, E. 3.3).

3.4.4 Gestützt auf die nach dem Gesagten schlüssige und beweiskräfti-
ge Expertise der Dres. med. C.________ und D.________ ist erstellt, dass 
die Beschwerdeführerin seit dem 1. Juli 2015 in ihrer bisherigen Tätigkeit 
vollständig arbeitsunfähig ist. Seit dem 1. Oktober 2015 und damit bereits 
vor Erlass der Verfügung vom 7. September 2016 (AB 68) gilt das vorste-
hend wiedergegebene Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 3.3.5 hiervor). Hiervon 
ausgehend war bzw. ist die Invaliditätsbemessung vorzunehmen, wobei 
aufgrund der nachfolgenden Darlegungen offen bleiben kann, ob im mass-
gebenden Vergleichszeitraum (vgl. E. 3.1 hiervor) überhaupt eine gesund-
heitliche Verschlechterung eingetreten ist.

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4.1 
S. 223, 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300). Aufgrund der im März 2017 erfolgten 
Neuanmeldung (AB 80) ist der (hypothetische) Beginn des Rentenan-
spruchs auf September 2017 festzusetzen (Art. 29 Abs. 1 IVG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2018, IV/18/209, Seite 14

4.2.

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

4.2.2 Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen für das Jahr 
2017 gestützt auf das zuletzt erzielte Einkommen als … in der Höhe von Fr. 
42'868.-- im Jahr 2013 (AB 10) festgesetzt (AB 117 S. 1). Dies ist nicht zu 
beanstanden, da keine Hinweise dafür vorliegen, dass die Beschwerdefüh-
rerin bei guter Gesundheit nicht weiterhin ihre angestammte Tätigkeit aus-
üben würde. Unter Einbezug der Nominallohnentwicklung ergibt sich für 
das Jahr 2017 ein im Rahmen der Invaliditätsbemessung zu berücksichti-
gendes Valideneinkommen von Fr. 44'017.-- (Fr. 42'868.-- / 2'648 x 2'719 
[BFS, Tabelle T39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise 
und der Reallöhne, Frauen, Index 2013 bzw. 2017]).

4.3

4.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei-
tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2018, IV/18/209, Seite 15

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

4.3.2 Das Invalideneinkommen wurde von der Beschwerdegegnerin – 
da die Beschwerdeführerin keine ihrem Zumutbarkeitsprofil (E. 3.3.5 hier-
vor) entsprechende Erwerbstätigkeit aufgenommen hat – korrekterweise 
anhand des Totalwertes der LSE-Tabelle TA1 2014 im Kompetenzniveau 1 
bestimmt (AB 117 S. 1). Dabei ist rechtsprechungsgemäss nicht erforder-
lich, dass die Verwaltung die noch zumutbaren Tätigkeiten explizit aufzählt 
(vgl. Beschwerde S. 1), vielmehr ist davon auszugehen, dass der für die 
Invaliditätsbemessung als ausgeglichen zu betrachtende Arbeitsmarkt 
(Art. 16 ATSG) leichte Kontroll-, Überwachungs- oder administrative Tätig-
keiten und dergleichen anbietet (vgl. Entscheide des BGer vom 20. April 
2018, 9C_833/2017, E. 4 und vom 7. April 2015, 9C_728/2014, E. 7). Inde-
xiert auf das massgebende Jahr 2017 ergibt sich ein Jahreseinkommen 
von Fr. 54'728.-- (Fr. 4'300.-- x 12 Monate / 40 Wochenstunden x 41.7 Wo-
chenstunden [BUA, Total, 2016] / 103.6 x 105.4 [Tabelle T1.2.10, Total, 
Frauen, 2017]). Unter Berücksichtigung des von der Beschwerdegegnerin 
gewährten angemessenen Abzuges von 10 % vom Tabellenlohn (AB 117 
S. 1) resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 49'255.--. Gründe für einen 
höheren Abzug vom massgebenden Tabellenlohn als 10 % sind keine er-
sichtlich, zumal die Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätig-
keit vollumfänglich einsatzfähig ist. Invaliditätsfremde Gründe, welche einen 
Abzug rechtfertigen würden (vgl. E. 4.3.1 hiervor), liegen ebenfalls nicht 
vor. Soweit der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug von 10 % 
bzw. das entsprechend berechnete Invalideneinkommen als realitätsfremd 
bemängelt wird, ist festzuhalten, dass selbst der maximal zulässige Abzug 
von 25 % am Ergebnis nichts änderte (vgl. E. 4.4 hiernach).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2018, IV/18/209, Seite 16

4.4 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen 
(Fr. 44'017.-- bzw. Fr. 49'255.--) resultiert keine Erwerbseinbusse bzw. ein 
Invaliditätsgrad von 0 %, was einen Rentenanspruch ausschliesst (vgl. 
E. 2.2 hiervor). Würde statt eines Abzuges von 10 % vom Tabellenlohn ein 
solcher von 25 % gewährt, resultierte ein ebenfalls nicht zu einem Renten-
anspruch berechtigender Invaliditätsgrad von (aufgerundet) 7 % 
([Fr. 44'017.-- - {Fr. 54'728.-- x 0.75}] / Fr. 44'017.-- x 100).

4.5 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 21. Fe-
bruar 2018 (AB 117) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Be-
schwerde abzuweisen.

5.

5.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG). 

Die Prozessarmut ist aufgrund der eingereichten Unterlagen ausgewiesen 
(Verfügung des Sozialdienstes Bern vom 19. September 2017 [Beschwer-
debeilage 1]). Da der Prozess nicht zum vornherein als aussichtslos er-
schien sind die Voraussetzungen für die Erteilung des Rechts auf unent-
geltliche Rechtspflege betreffend die Verfahrenskosten erfüllt. Das entspre-
chende Gesuch ist somit gutzuheissen.

5.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. Vorliegend werden die Verfahrens-
kosten auf Fr. 800.-- festgesetzt und der unterliegenden Beschwerdeführe-
rin auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege ist sie – 
unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – je-
doch von der Zahlungspflicht zu befreien (Art. 113 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2018, IV/18/209, Seite 17

5.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird sie – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.