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**Case Identifier:** 2b46904e-f600-51a7-a603-79749072aa10
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.04.2022 200 2022 29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-29_2022-04-27.pdf

## Full Text

200 22 29 IV
FUE/PES/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. April 2022

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 25. November 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2022, IV/22/29, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1976 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer), zuletzt bis August 2015 … als … erwerbstätig gewesen, 
meldete sich erstmals am 24. Dezember 2015 unter Hinweis auf Hüftge-
lenk-, Halswirbel- und Kopfbeschwerden, Tinnitus und Schwindel bei der 
Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Antwort-
beilage [AB] 1). Die IV-Stelle Bern (nachfolgend IV-Stelle bzw. Beschwer-
degegnerin) liess den Versicherten bei der MEDAS C.________ polydiszi-
plinär untersuchen (Expertise vom 31. Oktober 2016; AB 38.1) und vernein-
te mit Verfügung vom 9. Januar 2017 einen Rentenanspruch (Invaliditäts-
grad von 24%; AB 47). Nach Aufforderung zur Schadenminderung (AB 59) 
brach die IV-Stelle am 24. Mai 2017 berufliche Massnahmen ab (AB 63).

Am 3. Mai 2018 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug 
an (AB 68). Die IV-Stelle tätigte wiederum erwerbliche und medizinische 
Abklärungen, insbesondere veranlasste sie ein orthopädisch-psychiatri-
sches Verlaufsgutachten bei der MEDAS C.________, das am 3. Dezem-
ber 2019 erstattet wurde (AB 149.2 – 149.6). Nach Rücksprache mit dem 
RAD, der beim Gutachten bedeutsame fachliche Mängel verortete (AB 175, 
180, 188, 190), und nach Beizug von Unterlagen namentlich der obligatori-
schen Krankenpflegeversicherung (AB 195.1 – 195.6 und 209.1 – 209.3; 
vgl. auch AB 178 und 201) sowie Einholung eines forensisch-
toxikologischen Gutachtens vom 9. Juni 2020 (AB 213.1) gab die IV-Stelle 
ein polydisziplinäres Gutachten bei der MEDAS D.________ (seit 22. Fe-
bruar 2021: MEDAS E.________; vgl. www.zefix.ch) in Auftrag (Gutachten 
vom 21. Januar 2021; AB 254.1 – 254.7). Nach Durchführung des Vorbe-
scheidverfahrens (AB 257, 264), in dessen Rahmen weitere medizinische 
Berichte ins Recht gelegt wurden (AB 267, 269), und Stellungnahme der 
MEDAS E.________ vom 7. Juni 2021 (AB 271) sprach die IV-Stelle dem 
Versicherten mit Verfügung vom 25. November 2021 eine vom 1. August 
2019 bis zum 31. Mai 2020 befristete ganze Invalidenrente zu und vernein-
te für die Folgezeit einen Rentenanspruch (Invaliditätsgrad von 15%; 
AB 277 S. 17 f.).

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B.

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsan-
walt B.________, am 14. Januar 2022 Beschwerde mit den Anträgen, die 
angefochtene Verfügung sei aufzuheben, die nach Eintritt der Invalidität 
verbleibende Resterwerbsfähigkeit sei über ein ergänzendes gerichtliches 
polydisziplinäres Gutachten abzuklären und die Beschwerdegegnerin sei 
zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die gesetzlich geschuldeten Leis-
tungen auszurichten – unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Am 21. Januar 2022 kam dem Gericht eine weitere Eingabe des Be-
schwerdeführers mit einer Stellungnahme der Chiropraktorin F.________ 
vom 13. Januar 2022 (Beschwerdebeilage [BB] 5) und einer Stellungnahme 
des behandelnden Arztes G.________ vom 17. Januar 2022 (BB 6) zu.

Mit Beschwerdeantwort vom 31. Januar 2022 beantragte die Beschwerde-
gegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen.

Am 16. Februar 2022 stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als 
amtlicher Anwalt. Mit prozessleitender Verfügung vom 18. Februar 2022 
wurde das Gesuch gutgeheissen. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 
25. November 2021 (AB 277 S. 14 ff.). In anfechtungs- und streitge-
genständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend 
eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur 
die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, wird damit 
die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, 
dass die unbestritten gebliebenen Rentenbezugszeiten von der richterli-
chen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 V 413; SVR 2019 IV Nr. 32 
S. 100 E. 3.2; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Zu prüfen ist demnach der Renten-
anspruch im Rahmen der Neuanmeldung unter Einschluss der für die Zeit 
von 1. August 2019 bis 31. Mai 2020 zugesprochenen befristeten ganzen 
Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher 
Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 

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grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfül-
lung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-
standes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 
S. 213) und die angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der IVG-
Änderung vom 19. Juni 2020 datiert, ist der streitige Rentenanspruch nach 
den bis 31. Dezember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 
Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. Der 
Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ab-
lauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt. 

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2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 

2.6 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der 
Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert 
hat (Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Die Behandlung der Eintretens-
frage durch die Verwaltung ist vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das 
Eintreten streitig ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der 
früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so 
weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prü-
fen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbe-
gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Be-

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schwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge-
richt (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.7 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 3. Mai 
2018 (AB 68) eingetreten und hat in der Folge materiell geprüft, ob der Be-
schwerdeführer nunmehr Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Die Frage 
des Eintretens auf die Neuanmeldung ist deshalb – da nicht streitig – vom 
Gericht nicht zu beurteilen (E. 2.6 erster Absatz i.f. hiervor). Seit der letzten 

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rechtskräftigen Verneinung eines Rentenanspruchs (Verfügung vom 9 Ja-
nuar 2017; AB 47) ist offenkundig eine wesentliche Änderung des medizini-
schen Sachverhaltes in Form des Wirbelsäuleneingriffs vom 6. August 
2019 mit konsekutiver gänzlicher Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten 
von sechs Monaten (AB 254.1 S. 12 Ziff. 4.7.5) eingetreten, weshalb der 
Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht allseitig neu zu 
prüfen ist (E. 2.6 vierter Absatz hiervor). 

3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfü-
gung vom 25. November 2021 (AB 277 S. 14 ff.) in medizinischer Hinsicht 
im Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS 
D.________ vom 21. Januar 2021 (AB 254.1 - 254.7). Diese Begutachtung 
ergab als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches 
zervikalbetontes Panvertebralsyndrom bei einem Status nach kompletter 
Diskektomie und Unkoforaminotomie HWK5/6/7 und Fusion mittels Cages 
und ventraler Platte am 6. August 2019 (ICD-10: M54.80/Z98.8). Als Dia-
gnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fanden sich eine leichte de-
pressive Episode (ICD-10: F32.00), eine Agoraphobie (ICD-10: F40.0), eine 
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
(ICD-10: F45.41), chronische Gesässschmerzen beidseits (ICD-10: 
M79.65) sowie eine Koronarsklerose (ICD-10: I25.1). 

Bei der orthopädischen Untersuchung sei ein chronisches zervikalbetontes 
Panvertebralsyndrom bei einem Status nach Operation HWK5/6/7 bei de-
generativen Veränderungen festgestellt worden. Im übrigen Bereich der 
Wirbelsäule seien keine wesentlichen degenerativen Veränderungen fest-
gestellt worden. Die Belastbarkeit des Achsenskeletts sei aus orthopädi-
scher Sicht vermindert, sodass körperlich schwere und mittelschwere 
Tätigkeiten, wie sie der Explorand auf dem … ausgeübt habe, seit Septem-
ber 2015 nicht mehr möglich seien. Eine neurologische Symptomatik sei 
nicht festgestellt worden. Eine manifeste koronare Herzkrankheit mit Ein-
engungen bestehe trotz festgestellter Koronarsklerose nicht. Weder aus 
neurologischer noch allgemeininternistischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit 
des Exploranden eingeschränkt. Bei der psychiatrischen Untersuchung 
seien eine leichte depressive Episode, eine Agoraphobie und eine chroni-
sche Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren diagnos-

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tiziert worden. Letztere erkläre die Beschwerden des Exploranden, welche 
bei den somatischen Untersuchungen nicht hinreichend hätten objektiviert 
werden können. Die depressive Symptomatik sei nur leichtgradig ausge-
prägt und schränke den Exploranden nicht ein. Insgesamt bestehe aus 
psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit. 

Zusammenfassend sei die bisherige körperlich schwere Tätigkeit auf dem 
… nicht mehr zumutbar. Körperlich leichte Tätigkeiten, wechselbelastend 
und ohne wiederholten Einsatz der oberen Extremitäten über Schulterni-
veau seien der Behinderung des Exploranden optimal angepasst. In einer 
solchen Tätigkeit sei er zu 100% arbeits- und leistungsfähig. Nach dem 
Wirbelsäuleneingriff vom 6. August 2019 habe indes für jegliche Tätigkeiten 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit von höchstens sechs Monaten bestan-
den. Im Übrigen lasse sich retrospektiv keine höhergradige, länger andau-
ernde Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf eine angepasste Tätigkeit feststellen 
(AB 254.1 S. 10 ff.).

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). 

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Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch täti-
gen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestell-
ten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein medizini-
sches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und 
zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden 
Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben 
Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die be-
handelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpreta-
tion entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 
E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3).

3.4

3.4.1 Das Gutachten der MEDAS D.________ vom 21. Januar 2021 
(AB 254.1 - 254.7) erfüllt sämtliche der in Erwägung 3.3 hiervor genannten, 
von der Rechtsprechung an medizinische Expertisen gestellten Anforde-
rungen. Es ist im Hinblick auf die streitigen Belange umfassend, beruht auf 
allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist 
in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und es ist in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini-
schen Situation einleuchtend und die getätigten Schlussfolgerungen sind 
begründet. Desgleichen haben die Gutachter auch überzeugend die seit 
dem 9. Januar 2017 eingetretenen medizinischen Veränderungen darge-
stellt (vgl. SVR 2018 IV Nr. 13 S. 40 f. E. 4.2; AB 254.1 S. 12 f. Ziff. 4.7.5 
und 4.11). Mithin kann auf die voll beweiskräftige Expertise der MEDAS 
D.________ vom 21. Januar 2021 (samt Stellungnahme der Gutachter vom 
7. Juni 2021 zu den erhobenen Einwänden [AB 271]) abgestellt werden.

3.4.2 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, verfängt nicht: 

Soweit sich der Beschwerdeführer auf die Einschätzung seines behandeln-
den Psychiaters Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, beruft (vgl. Beschwerde S. 5 f. Ziff. III/6), der – nebst der auch 
von den Experten der MEDAS D.________ gestellten Diagnose einer chro-
nischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-
10: F45.41) – eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel-

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gradige Episode mit chronischem Verlauf (ICD-10: F33.11), eine posttrau-
matische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), eine generalisierte Angst-
störung mit Panikattacken (ICD-10: F41.1 und F41.0), eine andauernde 
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0) sowie ein 
Hypnotikaabhängigkeitssyndrom mit Z-Substanzen (ICD-10: F13.2) dia-
gnostizierte (AB 193 S. 4; vgl. Beschwerde S. 6 Ziff. III/6) und eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit postulierte (AB 193 S. 5), vermag dies die Ex-
pertise der MEDAS D.________ nicht in Zweifel zu ziehen. Zunächst ist 
festzuhalten, dass die in den Berichten des behandelnden Psychiaters auf-
gelisteten Diagnosen nicht lege artis gestellt worden sind. Während der 
behandelnde Psychiater in den ersten Berichten weder die Diagnosekriteri-
en darlegte noch begründete, weshalb er diese im Falle des Beschwerde-
führers als erfüllt erachte (vgl. AB 193 S. 2 ff., AB 269 S. 2 f.), begnügte er 
sich im beschwerdeweise aufgelegten Bericht vom 17. Januar 2022 (BB 6) 
mit der Auflistung der jeweiligen Diagnosekriterien gemäss ICD-10 und der 
darauffolgenden pauschalen Bejahung der Kriterien, ohne auch nur an-
satzweise aufzuzeigen, weshalb bzw. inwiefern die einzelnen Kriterien er-
füllt sein sollen. Insbesondere bleibt im Dunkeln, welches Ereignis der post-
traumatischen Belastungsstörung – die Herleitung und Begründung der 
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung bedarf nach der 
Rechtsprechung einer besonderen Achtsamkeit (Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 13. Oktober 2021, 8C_415/2021, E. 4.1) – sowie der 
Diagnose der andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelas-
tung zugrunde liegen soll, hat doch der Beschwerdeführer das angebliche 
Trauma offenbar gegenüber dem behandelnden Psychiater gar nie ge-
schildert, sondern hinsichtlich eines solchen Traumas lediglich vage auf 
den … und seine … hingewiesen (vgl. BB 6 S. 1). Hinzu kommt, dass der 
Beschwerdeführer – der sowohl im Rahmen der psychiatrischen Behand-
lung als auch einer Begutachtung bedeutsame biografische Umstände in 
der persönlichen Lebensgeschichte offen zu legen hat (Entscheid des BGer 
vom 19. März 2015, 8C_671/2014, E. 4.2.2) – gegenüber dem Experten 
der MEDAS D.________, Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie, auf explizite Nachfrage hin angegeben hat, er habe 
"keine direkte Gewalt erlebt" (AB 254.4 S. 2). Dies deckt sich mit den An-
gaben des Beschwerdeführers gegenüber den Vorgutachtern der MEDAS 
C.________, wonach er keine expliziten akuten Traumata erfahren habe 

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(AB 149.2 S. 10 Ziff. 4.11/4, AB 149.4 S. 3 Ziff. 3.2.5 und S. 7 Ziff. 6.1; sie-
he auch AB 38.1 S. 46 Ziff. 8.2.1). Was die vom behandelnden Psychiater 
postulierte generalisierte Angststörung mit Panikattacken anbelangt, hat 
der Experte der MEDAS D.________ nachvollziehbar und einleuchtend 
dargelegt, dass eine solche Diagnose beim Beschwerdeführer nicht gestellt 
werden kann, da Panikattacken mit vegetativen Symptomen als Ausdruck 
der Angst auch unabhängig von der Situation in Ruhe auftreten würden, 
der Beschwerdeführer aber Ängste zu Hause in Ruhe verneine (AB 254.4 
S. 5 Ziff. 6.3). Die Berichte des behandelnden Psychiaters, der offenkundig 
unkritisch auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers abstellte 
(namentlich bezüglich der angeblich erlebten Traumata), enthalten nach 
dem Dargelegten keine Aspekte, die von den Gutachtern der MEDAS 
D.________ unerkannt bzw. ungewürdigt geblieben wären und sind daher 
nicht geeignet, die Beweiskraft des Gutachtens in Frage zu stellen (vgl. 
E. 3.3 dritter Absatz hiervor). Im Übrigen schliessen sich verschiedene der 
vom behandelnden Psychiater aufgelisteten Diagnosen schon definitions-
gemäss gegenseitig aus (siehe DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Interna-
tionale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-
diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 199 und 287 sowie AB 180 S. 4).

Auch das Gutachten der MEDAS C.________ vom 3. Dezember 2019 
(AB 149.2 - 149.6), auf das sich der Beschwerdeführer beruft, spricht nicht 
gegen den Beweiswert des Gutachtens der MEDAS D.________ (vgl. Be-
schwerde S. 6 Ziff. III/6), bestehen am ersteren doch erhebliche Mängel, 
weshalb es nicht beweiskräftig ist (vgl. auch die Stellungnahmen des RAD; 
AB 175 f., 180, 188, 190). Namentlich wurde die psychiatrische Exploration 
– entgegen der ausdrücklichen Anweisung der Beschwerdegegnerin 
(AB 131 S. 2 und 6) und trotz schwieriger sprachlicher Verständigung 
(AB 149.2 S. 10 Ziff. 4.11/3, AB 149.4 S. 5 Ziff. 4.2) – nicht verdolmetscht 
und die psychiatrischen Diagnosen wurden auch hier nicht lege artis herge-
leitet, wie der RAD-Psychiater zutreffend feststellte (AB 180 S. 4). Zudem 
war in somatischer Hinsicht wegen einer fehlenden neurologischen Ab-
klärung keine abschliessende Beurteilung möglich (AB 149.3 S. 10 
Ziff. 6.1), wobei der orthopädische Gutachter trotzdem eine Würdigung der 
Fähigkeiten des Beschwerdeführers vornahm (AB 149.3 S. 10 Ziff. 6.1 und 
S. 12 Ziff. 7.4), welche sich jedoch nicht mit der Verhaltensbeobachtung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2022, IV/22/29, Seite 13

und dem ausführlichen Untersuchungsbefund begründen liess (vgl. 
AB 149.3 S. 5 ff. Ziff. 4.3 sowie AB 175 S. 2 und 176 S. 3). Soweit der Be-
schwerdeführer unter Berufung auf das Gutachten der MEDAS 
C.________ vom 3. Dezember 2019 geltend macht, es könne abweichend 
vom Gutachten der MEDAS D.________ auch aus somatischer Sicht nicht 
von einer Arbeitsfähigkeit bei wechselbelastender Tätigkeit ausgegangen 
werden (Beschwerde S. 7 Ziff. III/7), dringt er damit nicht durch. Im – wie 
dargelegt nicht beweiskräftigen – Gutachten der MEDAS C.________ vom 
3. Dezember 2019 wurde zwar angegeben, es müsse aktuell davon ausge-
gangen werden, dass auch in einer adaptierten Tätigkeit eine relevante 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege, doch diese Einschätzung er-
folgte unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, eine abschliessende Beurtei-
lung sei aufgrund des postoperativen Zustands bei einer Versteifungsope-
ration über zwei Etagen an der Halswirbelsäule vor drei Monaten und der 
noch nicht ausreichend abgeklärten neurologischen Ausfälle derzeit nicht 
möglich (AB 149.3 S. 10 Ziff. 6.1 in fine). Bereits aufgrund dieser Vorbehal-
te bzw. des provisorischen Charakters der Beurteilung ist sie nicht geeig-
net, den Beweiswert des Gutachtens der MEDAS D.________, das eine 
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit nach dem am 6. August 2019 
durchgeführten Wirbelsäuleneingriff erst wieder für die Zeit nach einer 
sechsmonatigen Rekonvaleszenzphase attestiert (AB 254.1 S. 12 
Ziff. 4.7.5, AB 254.5 S. 10 Ziff. 8.2.5), in Zweifel zu ziehen. Dasselbe gilt für 
die Berichte der behandelnden Ärzte Dr. med. J.________, Facharzt für 
Anästhesiologie, vom 3. Mai 2021 (AB 267 S. 2) und Dr. med. K.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 8. Januar 2022 (BB 4), wel-
che sich fachfremd äusserten, ohne im Gutachten der MEDAS D.________ 
unerkannte oder ungewürdigte Aspekte aufzuzeigen (vgl. Beschwerde 
S. 7 f. Ziff. III/7). 

3.5 Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt mit dem poly-
disziplinären Gutachten der MEDAS D.________ vom 21. Januar 2021 
(AB 254.1 - 254.7) rechtsgenüglich abgeklärt. Weiterungen namentlich in 
Form eines Gerichtsgutachtens, wie beschwerdeweise beantragt, erübrigen 
sich daher. Gestützt auf das Gutachten der MEDAS D.________ vom 
21. Januar 2021 ist erstellt, dass dem Beschwerdeführer die bisherigen 
körperlich schweren Tätigkeiten auf dem … seit September 2015 nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2022, IV/22/29, Seite 14

mehr zumutbar sind, er aber in Bezug auf körperlich leichte Tätigkeiten, 
wechselbelastend und ohne wiederholten Einsatz der oberen Extremitäten 
über Schulterniveau, 100% arbeits- und leistungsfähig ist, wobei nach dem 
Wirbelsäuleneingriff vom 6. August 2019 für jegliche Tätigkeiten eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit von höchstens sechs Monaten bestand 
(AB 254.1 S. 12 Ziff. 4.6 und 4.7; vgl. E. 3.2 hiervor). Ausgehend davon ist 
nachfolgend der Rentenanspruch zu prüfen. 

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Die Neuanmeldung erfolgte im Mai 2018 (AB 68), wo-
mit gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG angesichts der eingehaltenen einjährigen 
Wartezeit (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG; vollständige Arbeitsunfähigkeit in der 
angestammten Tätigkeit seit September 2015) der frühestmögliche Ren-
tenbeginn im November 2018 liegt. Auf diesen Zeitpunkt hin ist ein erster 
Einkommensvergleich durchzuführen.

Die tatsächlichen Verhältnisse (keine in der Schweiz anerkannte Berufs-
ausbildung [AB 1 S. 5 Ziff. 5.2 f., AB 68 S. 5 Ziff. 5.2 f.], keine längerdau-
ernde angestammte Erwerbstätigkeit [AB 1 S. 6 Ziff. 5.4, AB 6 S. 2, AB 68 
S. 6 Ziff. 5.4]) erlauben es vorliegend nicht, das Einkommen, das der Be-
schwerdeführer im November 2018 ohne Gesundheitsschaden nach dem 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit tatsächlich erzielt hätte, 
hinreichend genau zu beziffern. In der Folge ist für die Ermittlung des Vali-
deneinkommens auf die Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Ta-
bellenlohn nach den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) abzustellen (vgl. BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; 
SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3). Dabei ist vom durchschnittlichen 
monatlichen Bruttolohn für Männer bei einfachen Tätigkeiten im privaten 
Sektor auszugehen, wie es die Beschwerdegegnerin gemacht hat. Glei-

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ches gilt für die Bestimmung des Invalideneinkommens, da der betreffende 
Tabellenlohn eine breite Palette dem Beschwerdeführer noch möglicher 
Tätigkeiten widerspiegelt, kennt der für die Belange der Invalidenversiche-
rung ausgeglichene Arbeitsmarkt doch durchaus zahlreiche körperlich 
leichte Hilfsarbeitstätigkeiten, wechselbelastend und ohne wiederholten 
Einsatz der oberen Extremitäten über Schulterniveau (vgl. BGE 138 V 457 
E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2 sowie E. 3.1.3 hiervor). 

Sind – wie vorliegend – beide Vergleichseinkommen auf der gleichen Basis 
zu berechnen, erübrigt sich ein zahlenmässiger Einkommensvergleich. Der 
Invaliditätsgrad entspricht diesfalls grundsätzlich der medizinisch-theoreti-
schen Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit zuzüglich eines 
allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Da der Beschwerdeführer in Bezug 
auf eine angepasste Tätigkeit in der Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht 
eingeschränkt ist, ihm jedoch Schwerarbeitertätigkeiten nicht mehr möglich 
sind, entspricht der Invaliditätsgrad dem ihm deswegen allenfalls zu ge-
währenden leidensbedingten Abzug. Allfällige invaliditätsfremde Gründe, 
die auf ein unterdurchschnittliches Einkommen schliessen liessen (Alter, 
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie), wären bei beiden statisti-
schen Vergleichseinkommen gleichermassen zu berücksichtigen, weshalb 
diese Faktoren vorliegend unbeachtlich sind (Entscheid des BGer vom 
19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Rechtsprechungsgemäss ist der Um-
stand allein, dass nur noch leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar 
sind, selbst bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen 
zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompe-
tenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätig-
keiten umfasst (Entscheide des BGer vom 29. Oktober 2020, 
9C_507/2020, E. 3.3.3.2, vom 8. Oktober 2019, 9C_447/2019, E. 4.3.2 und 
vom 19. September 2019, 8C_82/2019, E. 6.3.2). Vorliegend sind dem Be-
schwerdeführer zwar nur noch körperlich leichte Tätigkeiten zumutbar, je-
doch ohne Leistungseinschränkung. Ob dies den von der Beschwerdegeg-
nerin gewährten Abzug von 15% rechtfertigt, erscheint fraglich, kann vor-
liegend jedoch offenbleiben. Bei einem Invaliditätsgrad von maximal 15% 
ist ein Rentenanspruch in Bezug auf den frühestmöglichen Rentenbeginn 
so oder anders zu verneinen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2022, IV/22/29, Seite 16

4.2 Aufgrund der erfüllten einjährigen Wartezeit und der gänzlichen 
Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten ab 6. August 2019 ist mit der Be-
schwerdegegnerin ein Anspruch auf eine ganze Rente für die Zeit ab Au-
gust 2019 erstellt. Nach einer sechsmonatigen Rekonvaleszenz, d.h. ab 
6. Februar 2020, bestand wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer 
angepassten Tätigkeit. In Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a 
Abs. 1 IVV ist somit auf Ende Mai 2020 ein weiterer Einkommensvergleich 
durchzuführen (vgl. E. 2.7 hiervor), wobei diesbezüglich auf die Ausführun-
gen in E. 4.1 hiervor verwiesen werden kann. Bei einem sich daraus erge-
benden Invaliditätsgrad von wiederum maximal 15% ab 6. Februar 2020 
hat die Beschwerdegegnerin die Rente unter Berücksichtigung von Art. 88a 
Abs. 1 IVV zu Recht per Ende Mai 2020 befristet.

5.

Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegne-
rin vom 25. November 2021 (AB 277 S. 14 ff.) nicht zu beanstanden und 
die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten sind vorliegend auf Fr. 800.-- festzusetzen und 
– unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege – dem unterliegenden 
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG).

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2022, IV/22/29, Seite 17

6.3 Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechts-
pflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher An-
walt wurde mit Verfügung vom 18. Februar 2022 gutgeheissen. Gemäss 
Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; 
BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen und 
Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebotenen 
Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tariford-
nung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des gebo-
tenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die Schwie-
rigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwertsteuer 
werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die Erlan-
gung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den gleichen 
Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. Art. 1 der 
Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der amtlichen 
Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stundenansatz 
Fr. 200.--.

Die von Rechtsanwalt B.________ eingereichte Kostennote vom 3. März 
2022 gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Gestützt auf diese Kostennote 
ist die amtliche Entschädigung auf Fr. 1'635.65 (Fr. 1'384.-- Honorar, 
Fr. 134.70 Auslagen, Fr. 116.95 Mehrwertsteuer) festzusetzen. Die amtli-
che Entschädigung ist Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils aus der Gerichtskasse zu vergüten. Der Beschwerdeführer 
hat dem Kanton Bern diese Kosten entsprechend den Voraussetzungen 
von Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 
2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) nachzuzahlen (Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2022, IV/22/29, Seite 18

Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Rechtsanwalt B.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses 
Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1'635.65 festgesetzte amtli-
che Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers 
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom «D_END», 
«D_RGB»/«D_DNJ»/«D_DNN», Seite 19