# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca1e5849-b3d0-54a5-a08b-527536f61fff
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 08.12.2011 SB110614
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110614_2011-12-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr. SB110614-O/U/eh 

 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Vorsitzender, und lic. iur. R. Naef, 

Ersatzoberrichter lic. iur. E. Leuenberger sowie die juristische  

Sekretärin lic. iur. S. Schwarzwälder 

Urteil vom 8. Dezember 2011 

 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. ... 

Angeklagter und Appellant 

1  verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft See/Oberland,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. J. Vollenweider, 

Anklägerin und Appellatin 

 

betreffend  

Vergehen gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und  
Ausländer (AuG) 

Berufung gegen ein Urteil des Einzelrichters in Strafsachen des  
Bezirkes Uster vom 28. Oktober 2010 (GG100027) 

Anklage:  
(Urk. 33) 

 

-   2   - 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 14. April 2010 ist 

diesem Urteil angeheftet. 

 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 61) 

Die Einzelrichterin erkennt: 

1. Der Angeklagte 1 ist schuldig des Vergehens gegen das Bundesgesetz über 

die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) im Sinne von dessen Art. 117 

Abs. 1. 

2. Der Angeklagte 1 wird bestraft mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 

Fr. 130.– sowie mit einer Busse von Fr. 3'000.–.  

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre 

festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Angeklagte 1 die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 30 Tagen. 

5. Der Angeklagte 2 ist der mehrfachen Anstiftung zum Vergehen gegen das 

Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) im Sinne von 

dessen Art. 115 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 StGB nicht 

schuldig und wird freigesprochen. 

 

 

6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 2'400.– ; die weiteren Kosten betragen: 

-   3   - 

Fr. 0.–   Untersuchungskosten 

7. Die Kosten, inklusive diejenigen der Untersuchung, werden im Umfang von 

Fr. 1'200.– dem Angeklagten 1 auferlegt, im weiteren Betrag auf die Staats-

kasse genommen. 

8. Dem Angeklagten 2 wird eine Umtriebsentschädigung von Fr. 500.– aus der 

Gerichtskasse zugesprochen. 

9. - 11. (....) 

 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Angeklagten: 

 (schriftlich, Urk. 72) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 28. Oktober 2010 sei aufzuheben. 

2. Es sei der Angeklagte freizusprechen. 

3. Es seien die erst- und zweitinstanzlichen Kosten inklusive Kosten für die 

Verteidigung des Angeklagten zulasten des Staates zu regeln. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich, Urk. 67) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

-   4   - 

Das Gericht erwägt: 

I. Prozessuales 

1. Verfahrensgang  

1.1. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 28. Oktober 2010 (Urk. 61) wurde 
der Angeklagte A._____ des Vergehens gegen das Bundesgesetz über  

Ausländerinnen und Ausländer (AuG) im Sinne von Art. 117 Abs. 1 schuldig ge-

sprochen und mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu Fr. 130.-- sowie einer 

Busse von Fr. 3'000.-- bestraft. Der Vollzug der Geldstrafe wurde unter Ansetzung 

einer Probezeit von 3 Jahren aufgeschoben. Der Mitangeklagte, B._____,  

wurde der mehrfachen Anstiftung zum Vergehen gegen das Bundesgesetz über 

die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) im Sinne von dessen Art. 115 Abs. 1 lit. 

c in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 StGB freigesprochen 

1.2. Mit Eingabe vom 29. Oktober 2010 liess der Angeklagte A._____ fristgerecht 
Berufung anmelden (Urk. 51). Nach Zustellung des begründeten Entscheids (Urk. 

54), welche erst am 20. Juni 2011 erfolgte (Urk. 55), liess er innert der angesetz-

ten Frist am 6. Juli 2011 seine Beanstandungen nennen (Urk. 56).  

Die Staatsanwaltschaft See/Oberland erhob gegen das Urteil bezüglich keinem 

der beiden Angeklagten Berufung. Eine Anschlussberufung gegen jene des  

Angeklagten A._____ wurde nicht erhoben. Mit Eingabe vom 14. Oktober 2011  

beantragte die Anklagebehörde sodann Bestätigung des vorinstanzlichen Ent-

scheids und verzichtete gleichzeitig darauf, Beweisanträge zu stellen (Urk. 67).  

2. Umfang der Berufung 

Der Angeklagte A._____ (inskünftig nur noch: der Angeklagte) beantragt, das  

vorinstanzliche Urteil sei aufzuheben und verlangt einen Freispruch unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zulasten des Staates (Urk. 56 S. 2 und Urk. 72 S. 1). 

Das vorinstanzliche Urteil ist hinsichtlich des Angeklagten A._____ insgesamt  

angefochten, wie jedoch der Verteidiger an der Berufungsverhandlung bestätigte, 

-   5   - 

ist die Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziffer 6) nicht beanstandet (Prot. II S. 4). Die 

Kostenfestsetzung ist damit in Rechtskraft erwachsen. Ebenfalls in Rechtskraft 

erwachsen ist das Urteil, soweit es B._____ (Angeklagter 2 vor Vorinstanz)  

betrifft (Dispositiv-Ziffer 5 und 8, vgl. auch Prot. II S. 4). Die Rechtskraft in den 

genannten Punkten ist vorab festzustellen (§ 413 Abs. 3 StPO). 

3. Anwendbares Recht 

Das angefochtene Urteil datiert vom 28. Oktober 2010. Am 1. Januar 2011 ist  

die Schweizerische Strafprozessordnung in Kraft getreten. Gemäss Art. 453  

Abs. 1 StPO ist ein Rechtsmittel gegen einen Entscheid, der vor Inkrafttreten  

dieses Gesetzes gefällt wurde, nach bisherigem Recht von den bisher zuständi-

gen Behörden zu beurteilen. Vorliegend kommt demgemäss das kantonale  

Prozessrecht zur Anwendung (StPO/ZH und GVG/ZH). 

II. Sachverhalt 

1. Allgemeines 

1.1. Der Sachverhalt wurde vom Angeklagten in der Untersuchung und auch vor 
Vorinstanz zumindest teilweise bestritten. Im Berufungsverfahren wird die Sach-

verhaltserstellung durch die Vorinstanz jedoch nicht gerügt. Die Beanstandungen 

der Verteidigung beziehen sind allesamt auf die rechtliche Würdigung (vgl.  

Urk. 56 und 72). Es ist daher an der Erstellung des Sachverhalts, wie sie die  

Vorinstanz vorgenommen hat, grundsätzlich festzuhalten - auf eine Ausnahme ist 

nachfolgend einzugehen. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Beteiligten sorg-

fältig zusammengefasst und die vorhandenen Beweismittel umfassend gewürdigt, 

ihre Ausführungen sind nachvollziehbar und zutreffend, weshalb auf diese  

verwiesen werden kann (Urk. 61 S. 4 f.; § 161 GVG/ZH). 

1.2. Zusammenfassend ist erstellt, dass der Angeklagte bei der Polizeikontrolle 
vom 21. Oktober 2008 Inhaber des Clubs C._____ in D._____ war, wo E._____, 

F._____, G._____, H._____, I._____ und J._____ tätig waren, welche zum dama-

ligen Zeitpunkt über keine Aufenthaltsbewilligungen verfügten, was der Angeklag-

-   6   - 

te auch wusste. Erstellt ist sodann, dass B._____ dem Angeklagten zugesichert 

hat, dass die Damen als selbständig Erwerbende bereits während des hängigen 

Bewilligungsverfahrens arbeiten dürften (Urk. 61 S. 11 f.; § 161 GVG/ZH und  

Urk. 71 S. 4 f.). Sogar der Verteidiger erklärte an der Berufungsverhandlung, dass 

B._____ ihm gegenüber bestätigt habe, dass das Amt für Wirtschaft und Arbeit 

(AWA) ihm gesagt habe, dass die Frauen während des laufenden Bewilligungs-

verfahrens arbeiten dürften (Urk. 72 S. 3).  

2. Zu erstellender Sachverhalt 

2.1. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz ist jedoch nicht erstellt, dass der 
Polizeibeamte K._____ dem Angeklagten nach der Kontrolle im Club L._____ 

vom 12. September 2008 mitgeteilt habe, dass die damals angetroffenen Frauen 

bis zur Erteilung der Bewilligung nicht arbeiten dürften (Urk. 61 S. 12). Der Poli-

zeibeamte K._____ sagte als Zeuge befragt aus, dass er dem Angeklagten  

gesagt habe, dass die Frauen nicht arbeiten dürften, bis ein Entscheid von einem 

der Ämter da sei, bzw. bis eines der Ämter Stellung genommen habe (Urk. 28  

S. 3).  

Der Angeklagte dagegen sagte aus, dass man ihm in keiner Weise gesagt habe, 

dass es nicht rechtens gewesen sei, was er gemacht habe. Die Polizei habe das 

auch mit dem Migrationsamt abgeklärt, wobei seine Aussagen gestützt worden 

seien (Urk. 16 S. 2). An der Hauptverhandlung vor Vorinstanz erklärte der Ange-

klagte, dass er zur Zeit der Kontrolle im Club L._____ in M._____ in N._____ 

[Land in Europa] in den Ferien gewesen sei. Es stimme nicht, dass Herr K._____ 

ihm im Anschluss an diese Kontrolle gesagt habe, die Damen dürften nicht arbei-

ten (Prot. I S. 8). Er sei der ehrlichen Meinung, dass der Polizeibeamte K._____ 

ihn weder zum Zeitpunkt der Kontrolle noch zu einem Zeitpunkt zwischen der ers-

ten und der zweiten Kontrolle darauf hingewiesen habe (Prot. I S. 9). An der Beru-

fungsverhandlung sagte der Angeklagte auf Frage, dass er nicht direkt mit einem 

der Polizeibeamten, welcher an der ersten Kontrolle teilgenommen habe, gespro-

chen habe. Er habe dafür mit deren Vorgesetzten O._____ Kontakt aufgenom-

men. Zum Zeitpunkt der Kontrolle sei er (der Angeklagte) in N._____ in den Feri-

en gewesen und er habe erst nach seiner Rückkehr erfahren, dass eine "Verwar-

-   7   - 

nung" ausgesprochen worden sei. Er sei aber davon ausgegangen, dass alles  

legal sei und habe beim Polizeibeamten O._____ nachgefragt, welcher ihm das  

bestätigt habe (Urk. 71 S. 8).  

B._____, dessen Aussagen zu Gunsten des Angeklagten verwendet werden dür-

fen (§ 14 und 15 StPO/ZH e contrario), antwortete auf die Feststellung, dass er 

bei der Kontrolle in M._____ Glück gehabt habe und es bei einer mündlichen 

Verwarnung geblieben sei, es ihm jedoch habe klar sein müssen, dass es ab da 

nicht mehr viel Toleranz geben würde, dass ihm nichts davon bekannt sei (Urk. 20 

S. 2). Vor Vorinstanz erklärte er sodann auf die Frage, ob der Polizeibeamte 

K._____ ihm mitgeteilt habe, dass die Damen während des pendenten Bewilli-

gungsverfahrens in diesen Etablissements nicht arbeiten dürften, dass Herr 

K._____ ihm das nicht gesagt habe. Er könne im Einzelnen nicht mehr nachvoll-

ziehen, was er (der Polizeibeamte K._____) ihm (B._____) gesagt habe, vielleicht 

habe Herr K._____ ihm gegenüber so etwas in der Art erwähnt, es sei aber nicht 

als offizielle Verwarnung angekommen (Prot. I S. 22 f.).  

Der Polizeibeamte O._____ erklärte als Zeuge zwar, dass ihm von seinem Kolle-

gen K._____ bestätigt worden sei, dass die Polizei den Angeklagten und B._____ 

angewiesen habe, dass die Frauen ihre Tätigkeit sofort einstellen und die ent-

sprechenden Arbeitsbewilligungen beschaffen müssten (Urk. 22 S. 3). Auf  

diese Aussage vom Hörensagen kann aber nicht abgestellt werden, zumal der 

Polizeibeamte O._____ selber nicht vor Ort war und er lediglich das wiedergeben 

kann, was ihm sein Kollege gesagt hat.  

Richtig ist, dass der Verteidiger vor Vorinstanz ausführte, dass der Angeklagte die 

Polizei kontaktiert habe und der Polizeibeamte K._____ ihn darauf hingewiesen  

habe, dass Arbeitnehmerinnen während des Bewilligungsverfahrens nicht  

arbeiten dürften. Es sei aber offen geblieben, was für selbständig anschaffende 

Frauen zu gelten habe (Urk. 46 S. 14). Dazu sagte der Polizeibeamte K._____, 

als Zeuge befragt, jedoch aus, dass er nicht mehr wisse, ob er mit dem Angeklag-

ten zwischen den beiden Kontrollen nochmals telefonisch Kontakt gehabt habe 

(Urk. 28 S. 4).  

-   8   - 

2.2. Als Beweismittel liegen einzig die sich widersprechenden Aussagen vor, 
Schriftlichkeiten existieren nur in Form des anlässlich der Kontrolle im Club 

C._____ in D._____ erstellten Polizeirapports. Bezüglich der im September 2008 

erfolgten Kontrolle im Club L._____ gibt dieser die Aussagen des Polizeibeamten 

K._____ wieder (Urk. 1 S. 11). Es ist dazu jedoch zu bemerken, dass der als 

Zeuge einvernommene Polizeibeamte P._____, welcher den Rapport erstellt hat-

te, selber nicht mehr sagen konnte, was oder von wem er bezüglich der Telefon-

gespräche wusste (Urk. 24 S. 3). Es kann damit nicht erstellt werden, was dem 

Angeklagten in diesem mündlichen Telefongespräch gesagt worden ist. Es darf 

aber nicht zu Ungunsten des Angeklagten davon ausgegangen werden, dass ihm 

gesagt worden sei, dass die Frauen bis zur Bewilligungserteilung bzw. bis zur 

Stellungnahme der Ämter nicht arbeiten dürften, weshalb der Sachverhalt in die-

sem Punkt nicht erstellt werden kann.  

III. Rechtliche Würdigung 

1. Allgemeines 

1.1. Die Vorinstanz hat das Verhalten des Angeklagten mit der Staatsanwaltschaft 
als Vergehen gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer 

(AuG) im Sinne von dessen Art. 117 Abs. 1 gewürdigt.  

1.2. Die Verteidigung stützt sich darauf, dass die im Club des Angeklagten tätigen 
Damen selbständig Erwerbende gewesen seien, weshalb der Angeklagte nicht 

Arbeitgeber im Sinne von Art. 117 Abs. 1 AuG sei. Der Angeklagte habe die sich 

stellenden rechtlichen Fragen durch einen Spezialisten abklären lassen, da er  

erkannt habe, dass die Bewilligungspraxis und die Rechtslage ungewiss gewesen 

seien und er keinen Durchblick gehabt habe. So habe er die Firma Q._____ damit 

beauftragt, die für die Erwerbstätigkeit der Damen erforderlichen Bewilligungen 

einzuholen. Er habe den Auskünften dieser Firma vertraut, weil sie von B._____, 

welcher in ausländerrechtlichen Belangen äusserst erfahren sei, da er jahrelang 

beim Arbeitsamt M._____ gearbeitet und sich zum Chef der für  

 

-   9   - 

die Arbeitsbewilligungen zuständigen Amtsstelle hochgearbeitet habe, geführt 

worden sei (Urk. 56 S. 4 f.). Der Angeklagte bekräftigte an der Berufungsver-

handlung seine Ansicht, dass er nicht der Arbeitgeber dieser Frauen gewesen sei, 

vielmehr habe es sich um Selbständige gehandelt. Er begründete dies damit, 

dass damals sowohl die B-Bewilligung als auch die kurze Bewilligung mit  

"selbständig erwerbend" ausgefüllt worden seien. Alle Gesuche seien so einge-

reicht worden, man habe eine Bestätigung der AHV sowie ein Konto haben  

müssen (Urk. 71 S. 5 f.).  

Schliesslich hat der Angeklagte in der Untersuchung ausgeführt, dass er nach der 

Polizeikontrolle im Club L._____ in M._____ davon habe ausgehen dürfen, dass 

alles in Ordnung sei, zumal die Kontrolle keine Konsequenzen gehabt habe  

(Urk. 16 S. 3 und Urk. 19 S. 4). 

2. Arbeitgebereigenschaft des Angeklagten 

2.1. Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass nach Art. 117 Abs. 1 AuG bestraft 
werde, wer als Arbeitgeber vorsätzlich Ausländerinnen und Ausländer beschäftigt, 

die in der Schweiz nicht zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit berechtigt sind.  

Die Vorinstanz hat die nunmehr geltenden Regeln für Staatsangehörige der  

EU-8 Staaten, welchen die im Club L._____ anwesenden … [aus N._____] und … 

[aus R._____] Damen angehören, ebenfalls zutreffend dargelegt und festgehal-

ten, dass Arbeitnehmer vom ersten Tag ihrer Arbeitsaufnahme an eine gültige Ar-

beits- und Aufenthaltsbewilligung brauchen. Selbständig Erwerbende dagegen 

sind bezüglich des Zugangs zu einer selbständigen Erwerbstätigkeit und deren 

Ausübung grundsätzlich gleich wie schweizerische Staatsangehörige zu  

behandeln. Die selbständige Erwerbstätigkeit ist jedoch zunächst nachzuweisen  

(Urk. 61 S. 13 f.). Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass zu prüfen sei, um  

welche Art von Erwerbstätigkeit es sich im vorliegenden Fall handle. Es ist indes 

etwas anders vorzugehen: 

Zutreffend hat die Vorinstanz festgehalten, dass bei Art. 117 AuG von einem  

faktischen Arbeitgeberbegriff auszugehen sei (Urk. 61 S. 15; § 161 GVG/ZH). 

Auch das Bundesgericht hat festgehalten, dass es nicht auf die Natur des 

-   10   - 

Rechtsverhältnisses ankomme: "Beschäftigen" im Sinne von Art. 117 Abs. 1 AuG 

(resp. Art. 23 Abs. 4 aANAG) bedeutet, jemanden eine Erwerbstätigkeit ausüben 

zu lassen. Auf die Natur des Rechtsverhältnisses kommt es nicht an (BGE 

6B_277/2011 vom 3. November 2011, E. 1.3, unter Verweis auf BGE 128 IV 170 

E. 4.1). Der Inhaber eines Massage-Salons gelte als Arbeitgeber. Dabei sei uner-

heblich, dass er den Prostituierten keine Weisungen betreffend die Arbeitszeit, die 

Anzahl der zu bedienenden Freier, die Art der zu erbringenden Dienstleistungen 

etc. erteile. Eine solche Weisungsbefugnis, bei deren Ausübung ein solcher  

Inhaber übrigens Gefahr liefe, wegen Förderung der Prostitution im Sinne von  

Art. 195 StGB verfolgt zu werden, könne nicht Voraussetzung für die Annahme 

eines Beschäftigungsverhältnisses sein. Das Bundesgericht wies sodann darauf 

hin, dass das Arbeitsamt der Stadt Z._____ und die Fremdenpolizei des Kantons 

Zürich Ausländerinnen "Stellenantrittsbewilligungen" für die "selbständige Er-

werbstätigkeit als Masseuse" in den Salons erteilten (BGE 128 IV 170, E. 4). Dar-

aus folgt, dass - obschon das Bundesgericht den Inhaber eines Erotiketablisse-

ment als Arbeitgeber im Sinne von Art. 117 Abs. 1 AuG bezeichnet - im Kanton 

Zürich offenbar die Praxis bestand, den dort tätigen Damen Bewilligungen für die  

selbständige Erwerbstätigkeit zu erteilen. Nach dieser bundesgerichtlichen Recht-

sprechung kommt dem Angeklagten im vorliegenden Fall jedenfalls Arbeit-

geberstellung im Sinne von Art. 117 Abs. 1 AuG zu, was aber noch nicht heisst, 

dass die bei ihm tätigen Damen fremdenpolizeilich als unselbständig Erwerbende 

gelten.  

Dafür, dass im Kanton Zürich im Jahr 2008 diese Bewilligungspraxis weiterbe-

stand, spricht die Aussage der Zeugin S._____, Abteilungsleiterin beim Amt für 

Wirtschaft und Arbeit, wonach man im Erotikgewerbe eine spezielle Regelung ge-

troffen habe und solche Personen als selbständig gälten, auch wenn sie in einem 

Salon arbeiteten (Urk. 18 S. 2). Sie sagte sodann aus, dass die  

Praxis des Amtes für Wirtschaft und Arbeit eine andere sei als diejenige des  

Migrationsamtes und des Bundesgerichts (Urk. 18 S. 3). Dass die Bewilligungs-

praxis für selbständig Erwerbende offensichtlich nicht einheitlich ist, geht auch 

aus der Korrespondenz des Migrationsamtes des Kantons Zürich hervor: In einem 

Schreiben des Migrationsamtes an G._____ vom 8. April 2008 wird festgehalten, 

-   11   - 

dass es für die Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit des Nachweises 

eines eigenen Studios oder einer Wohnung bedürfe oder aber es würde, sollte die 

Gesuchstellerin kein eigenes Studio betreiben, ein Arbeitsvertrag resp. eine Ar-

beitsbescheinigung und eine Benutzervereinbarung zwischen ihr und dem Betrei-

ber des Clubs oder Studios benötigt (Urk. 10/1/32, vgl. auch Schreiben an 

E._____ vom 29. April 2008, Urk. 10/2/28, und an T._____ vom 7. Mai 2008, Urk. 

11/6). Am 25. August 2008 schrieb das Migrationsamt dann jedoch an H._____ 

(Urk. 10/4/28) und F._____ (Urk. 10/3/23), dass für die Aufnahme der selbständi-

gen Erwerbstätigkeit nur noch der Nachweis über die Einrichtung eines eigenen 

Unternehmens oder Betriebsstätte mit aktiver Geschäftstätigkeit genüge.  

Das Bundesamt für Migration wiederum schrieb mit Datum vom 30. Juni 2008 an 

B._____, dass eine selbständige Erwerbstätigkeit nur möglich sei, wenn die Pros-

titution effektiv ausserhalb eines geführten Betriebs/Etablissements ausgeübt 

werde, wobei nicht die Anwesenheit im gleichen Gebäude, sondern der effektive 

Einfluss des Leiters des Betriebs entscheidend sei (Urk. 3/4 S. 2). Daraus lässt 

sich schliessen, dass Masseusen, welche im gleichen Gebäude wie das Eroti-

ketablissement arbeiten, als selbständig Erwerbende gelten, wenn sie nicht  

weisungsgebunden sind. Vorliegend konnten die Damen ihre Arbeitszeiten, die 

von ihnen bedienten Freier, die Praktiken sowie letztlich auch die Bezahlung frei 

bestimmen, weshalb davon auszugehen ist, dass sie gemäss diesem Schreiben 

des Bundesamtes für Migration als selbständig Erwerbende anzusehen sind. 

Es ist der Verteidigung demnach Recht zu geben, wenn sie geltend macht, dass 

nicht einmal die zuständigen Amtsstellen gewusst haben, ob Dienstleistungs-

erbringerinnen im erotischen Bereich als selbständig oder unselbständig  

Erwerbende zu qualifizieren waren (Urk. 56 S. 3). So zeigte sie an der Berufungs-

verhandlung auch auf, wie viele unterschiedliche Auffassungen im Kanton Zürich 

bezüglich ausländischen Prostituierten bestehen: Während das Amt für Wirtschaft 

und Arbeit und die AHV diese Frauen als selbständig Erwerbende betrachten,  

gelten sie beim Migrationsamt und bei den Steuerbehörden hinsichtlich der  

Quellensteuer als unselbständig Erwerbende (Urk. 72 S. 4 f.). Auch der Polizei-

beamte O._____ konnte bestätigen, dass verschiedene Rechtsauffassungen  

-   12   - 

zwischen dem Amt für Wirtschaft und Arbeit und dem Migrationsamt bestünden 

(Urk. 22 S. 2). Dass hinsichtlich der Bewilligungspraxis Unsicherheit herrschte, 

ergibt sich schliesslich aus der Aussage des Polizeibeamten K._____, wonach 

sogar möglich sei, dass Bewilligungen mündlich erteilt würden (Urk. 28 S. 2).  

2.2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist vorliegend klar, dass der 
Angeklagte, welcher den Damen den Arbeitsort zur Verfügung stellte und im 

Rahmen einer Hausordnung gewisse Bedingungen vorgab, sodann von den  

Prostituierten prozentmässig nach Anzahl Kunden entschädigt wurde, Arbeitgeber 

im Sinne von Art. 117 Abs. 1 AuG ist. Es kann ihm jedoch nicht angelastet  

werden, dass er für die bei ihm tätigen Damen Bewilligungen für selbständig  

Erwerbende anfordern liess, da dies offenbar der Praxis im Kanton Zürich  

entsprach bzw. sich die diesbezügliche Zürcher Praxis offensichtlich von Amt zu 

Amt unterschied. Diese uneinheitliche Praxis, insbesondere zwischen dem  

Migrationsamt und dem Amt für Wirtschaft und Arbeit, kann nicht dem Angeklag-

ten angelastet werden. Es ist daher - zu Gunsten des Angeklagten - davon aus-

zugehen, dass er die in seinen Clubs tätigen Frauen als selbständig Erwerbende 

betrachten durfte bzw. für diese Bewilligungen für selbständig Erwerbende  

beantragen lassen durfte - ob sie tatsächlich selbständig Erwerbende sind, kann 

dahingestellt bleiben. Auf jeden Fall ist der Angeklagte als Arbeitgeber im Sinne 

von Art. 117 Abs. 1 AuG zu betrachten.  

2.3. Nicht richtig ist die Argumentation der Vorinstanz, wonach der Angeklagte 
sich widersprüchlich verhalten habe, indem er einerseits 90-Tagesbewilligungen 

beantragt hatte und die Damen sodann als selbständig Erwerbende bezeichnete. 

Es ist erneut auf die Aussage der Zeugin S._____ hinzuweisen, wonach für  

selbständig erwerbende Masseusen das Meldeverfahren, das heisst, die  

90-Tagesbewilligungen, genügten. Sie sagte weiter auch aus, dass wenn nach 

Ablauf der 90-Tagesbewilligung ein Antrag auf längere Bewilligung gestellt werde, 

das AWA prüfe, ob eine selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vor-

liege (Urk. 18 S. 2 ff.). Daraus ergibt sich, dass sich aus dem Umstand, dass  

zunächst eine 90-Tagesbewilligung beantragt wird, nicht darauf schliessen lässt, 

ob eine selbständige oder eine unselbständige Erwerbstätigkeit ausgeübt wird. 

-   13   - 

Dies wird auch aus dem Anhang zum Rundschreiben des Bundesamtes für  

Migration über die vollständige Personenfreizügigkeit vom 7. März 2007 deutlich, 

wonach sowohl für unselbständig als auch für selbständig Erwerbende das  

Meldeverfahren im Falle einer Erwerbstätigkeit von höchstens 3 Monaten oder  

90 Tagen im Kalenderjahr beibehalten werde (Urk. 4). Der Angeklagte führte an 

der Berufungsverhandlung zudem aus, dass die 90-Tagesbewilligungen für  

selbständig Erwerbende ausgestellt worden seien und dies auch so auf den  

Bewilligungen vermerkt worden sei (Urk. 71 S. 5). Damit lässt sich aus dem  

Umstand, dass zunächst 90-Tagesbewilligungen beantragt worden sind,  nichts 

ableiten.  

Ebenfalls nichts ableiten lässt sich daraus, dass der Angeklagte den Damen  

geholfen hat, zu ihren Bewilligungen zu kommen (vgl. Urk. 61 S. 17 f.). Dieser 

machte - an der Berufungsverhandlung dazu befragt - geltend, dass diese Frauen 

einfach hier stünden und erwarteten, dass man ihnen helfe. Sie kämen ohne  

Bewilligung in die Schweiz und seien über die nötigen Schritte bis zur Bewilligung 

nicht informiert (Urk. 71 S. 6). Auch die Verteidigung stellte sich auf den Stand-

punkt, dass der Angeklagte hilfsbereit gewesen sei und im Sinne eines Entgegen-

kommens bzw. Geschenkes für die Frauen auch die Kosten für die Bewilligungen 

übernommen habe (Prot. II S. 6). Diese Aussagen können nicht widerlegt werden, 

weshalb die Mithilfe im Bewilligungsverfahren nicht zu Lasten des Angeklagten 

ausgelegt werden kann. 

3. Sachverhaltsirrtum 

3.1. Der Angeklagte stellte sich insbesondere an der vorinstanzlichen Hauptver-
handlung auf den Standpunkt, dass er von B._____ die Information erhalten habe, 

welche er im Übrigen auch der Website des Migrationsamtes entnommen habe, 

dass die Damen als selbständig Erwerbende mit Einreichung des Gesuchs um Er-

teilung der Aufenthaltsbewilligung ihre Arbeitstätigkeit aufnehmen dürften (Prot. I 

S. 6 f.).  

 

-   14   - 

3.2. Die Vorinstanz führte dazu aus, dass ein Sachverhaltsirrtum geprüft werden 
müsse, wenn der Angeklagte der Überzeugung sei, dass es sich bei den Damen 

um selbständig Erwerbende handle und er deswegen davon ausgehe, dass ihm 

keine Arbeitgeberstellung zukomme (Urk. 61 S. 17). Ein Sachverhaltsirrtum liegt 

vor, wenn dem Täter das Wissen um das Vorliegen eines von ihm objektiv ver-

wirklichten Merkmals des Tatbestandes und damit der gemäss Art. 12 Abs. 1 

StGB geforderte Vorsatz fehlt. Bedeutsam sind falsche Vorstellungen über alle 

Tatbestandselemente, die vom Vorsatz erfasst sein müssen (Donatsch, in: 

Schweizerisches Strafgesetzbuch, Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, 18. A., 

2010, Zürich, Art. 13 N 1 f.). Der Angeklagte ging davon aus, dass die Damen, 

welche in seinen Salons arbeiteten, selbständig Erwerbende seien - wovon er 

nach obigen Ausführungen hat ausgehen dürfen - und nahm an, dass selbständig 

Erwerbende bereits ab Gesuchstellung arbeiten dürften. Der Sachverhalt steht 

damit nicht in Frage, vielmehr ging der Angeklagte davon aus, dass sein  

Verhalten erlaubt sei. Es stellt sich damit die Frage des Rechtsirrtums.  

4. Rechtsirrtum 

4.1. Wer bei Begehung der Tat nicht weiss und nicht wissen kann, dass er sich 
rechtswidrig verhält, handelt nicht schuldhaft (Art. 21 StGB). Unvermeidbar ist der 

Rechtsirrtum gemäss Art. 21 StGB, wenn dem Täter daraus kein Vorwurf ge-

macht werden kann, weil er auf Tatsachen beruht, durch die sich auch ein gewis-

senhafter Mensch hätte in die Irre führen lassen. Auf den Rechtsirrtum kann sich 

nur berufen, wer zureichende Gründe zur Annahme hatte, er tue überhaupt nichts 

Unrechtes, und nicht schon, wer die Tat bloss für straflos hielt. Für den Aus-

schluss des Rechtsirrtums genügt schon das unbestimmte Empfinden, dass das 

in Aussicht genommene Verhalten gegen das verstösst, was recht ist. Vom Täter 

wird eine gewissenhafte Überlegung oder ein Erkundigen bei Behörden oder  

vertrauenswürdigen Personen verlangt (Donatsch, a.a.O., Art. 21 N 2 f. mit  

weiteren Hinweisen). 

4.2. Gemäss Rundschreiben des Bundesamts für Migration vom 7. März 2007 zur 
Personenfreizügigkeit ab dem 1. Juni 2007 (Urk. 4) müssen Ausländer, welche 

sich in der Schweiz niederlassen, mit der Absicht, eine selbständige Erwerbstätig-

-   15   - 

keit auszuüben, den Nachweis der Selbständigkeit bei Einreichung des Gesuchs 

erbringen, worauf sie eine Aufenthaltsbewilligung mit einer Gültigkeitsdauer von 

fünf Jahren erhalten. Dasselbe gilt für selbständig erwerbstätige Angehörige der 

neuen Mitgliedstaaten (EG-8). Damit besteht zwar ein Anspruch auf Erteilung der 

Aufenthaltsbewilligung, dass die Arbeit ab dem Zeitpunkt der Gesuchstellung auf-

genommen werden dürfe, ist damit aber nicht gesagt und dies wird auch von  

S._____ klar verneint (Urk. 18 S. 2). Es ist daher zu prüfen, ob der  

Angeklagte hinsichtlich der Rechtmässigkeit der Arbeitstätigkeit während des  

laufenden Bewilligungsverfahrens einen Rechtsirrtum geltend machen kann.  

4.3. Der Angeklagte erklärte an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung, dass er 
felsenfest davon überzeugt gewesen sei, dass die Damen arbeiten dürften. Sie 

seien seit mehr als einem Jahr angemeldet gewesen und ihre Verfahren seien 

beim Migrationsamt hängig gewesen. Zu seiner Überzeugung sei er aufgrund der 

Informationen von B._____ und derjenigen auf der Website des Migrationsamtes 

gelangt (Prot. I S. 6 f.). Diese Aussagen wiederholte der Angeklagte später auch 

im Berufungsverfahren (Urk. 71 S. 7). Wie schon die Vorinstanz ausgeführt hatte, 

ist erstellt, dass B._____ dem Angeklagten mitgeteilt hatte, dass die  

Damen bereits ab Einreichung der Bewilligung arbeiten dürften, dies hat 

B._____ zugegeben (Urk. 20 S. 3 und Urk. 61 S. 12; § 161 GVG/ZH). B._____ 

war lange Zeit beim Arbeitsamt M._____ tätig, wo er sich bis zum Chef der Amts-

stelle, welche Arbeitsbewilligungen ausstellte, hochgearbeitet hat (Urk. 46 S. 15). 

Der Angeklagte hatte daher gute Gründe, den Angaben von B._____ zu  

vertrauen und keine weiteren Abklärungen zu treffen, vielmehr ist er damit seiner 

Abklärungspflicht genügend nachgekommen.  

Dem Angeklagten ist ebenfalls zugute zu halten, dass die Angaben auf der  

Internetseite des Bundesamts für Migration offen formuliert sind: Der Text spricht  

davon, dass selbständig Erwerbende bereits bei Einreichung des Gesuchs den 

Nachweis ihrer Selbständigkeit zu erbringen haben. Sind die Aufenthalts-

bedingungen erfüllt, wird die fünfjährige Aufenthaltsbewilligung erteilt (Urk. 4 und 

Urk. 45/1). Dies lässt sich tatsächlich dahingehend interpretieren, dass ein  

Anspruch auf Erwerbstätigkeit bereits ab Erfüllen der Aufenthaltsbedingungen und 

-   16   - 

Stellung des Gesuches besteht. Dass der Nachweis der Selbständigkeit zu er-

bringen ist, lässt sich ebenfalls so verstehen, dass die gesuchstellende Person 

beim Nachweis der Selbständigkeit bereits erwerbstätig ist und sein darf.  

4.4. Aufgrund dieser Informationen, verbunden mit den Angaben von B._____, 
durfte der Angeklagte aus guten Gründen davon ausgehen, dass sein Verhalten 

rechtmässig sei.  

4.5. Aus den bei den Akten liegenden Unterlagen geht zwar hervor, dass ein Teil 
der Aufenthaltsbewilligungen bereits vor der Kontrolle im Club L._____ im Sep-

tember 2008 abgelehnt worden sind (Ablehnungen betr. E._____ vom 

10.06.2008, Urk. 10/2/20, und betr. G._____ vom 01.07.2008, Urk. 10/1/21). Der 

Angeklagte hatte dazu ausgesagt, dass er B._____ mit den Anmeldungen beauf-

tragt habe, dieser sei ein Fachmann. Er (der Angeklagte)  

habe sich nie irgendwelche Papiere vorlegen lassen (Prot. I S. 7 und 11). An der 

Berufungsverhandlung bestätigte der Angeklagte dies: Er sei nicht sehr gut  

darüber informiert gewesen, was man tun müsse, um die Bewilligung zu erhalten, 

deswegen habe er eine Beratungsfirma beigezogen (Urk. 71 S. 6). Damit ist klar, 

dass der Angeklagte alles, was die Bewilligungsverfahren betraf, an B._____ ab-

getreten hat, bzw. diesen von den Damen beauftragen liess. Soweit der  

Angeklagte somit geltend macht, dass er die ablehnenden Entscheide der  

zuständigen Ämter nicht kannte, kann ihm dies nicht widerlegt werden (Prot. I  

S. 9 ff., Urk. 19 S. 2).  

4.6. Nicht erstellt werden kann gemäss obigen Ausführungen sodann, dass dem 
Angeklagten nach der Kontrolle im Club L._____ in M._____ klar gesagt worden 

sei, dass die Damen bis zur Erteilung der Bewilligung bzw. zur Stellungnahme der 

Ämter nicht arbeiten dürften. Der Angeklagte stellte sich auf den Standpunkt, dass 

aufgrund der Tatsache, dass die Damen nach der ersten Kontrolle - trotz der  

hängigen Bewilligungsverfahren - nicht verzeigt worden seien und insbesondere 

des Umstands, dass die damals involvierten Polizeibeamten die Situation hätten 

abklären wollen und in der Folge nichts mehr passiert sei, er davon habe  

ausgehen dürfen, dass alles rechtens sei (Prot. I S. 13 f. und Urk. 16 S. 3). Zwar 

wusste der Angeklagte nicht mehr, ob er nach dieser ersten Kontrolle die  

-   17   - 

Situation mit B._____ geklärt habe, er wusste aber noch, dass er in dieser Zeit in-

tensiven Kontakt mit B._____ gehabt habe (Prot. I S. 13 f.). Diesen allfälligen 

Aussagen B._____s zu misstrauen, dafür bestanden für den Angeklagten, wie be-

reits ausgeführt, keine Anhaltspunkte. 

Damit hatte der Angeklagte auch aufgrund des Verhaltens der Polizeibeamten zu-

reichende Gründe zur Annahme, dass er nichts Unrechtes tue, wenn er die  

Masseusen während des hängigen Bewilligungsverfahrens bei sich beschäftige.  

5. Fazit 

Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist der Angeklagte infolge unvermeid-

baren Verbotsirrtums im Sinne von Art. 21 StGB vom Vorwurf des Vergehens  

gegen das Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer im Sinne von  

Art. 117 Abs. 1 frei zu sprechen. 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Kosten 

Ausgangsgemäss sind sowohl die Kosten der Untersuchung als auch diejenigen 

des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens sowie des Berufungsverfahrens auf die 

Gerichtskasse zu nehmen (§ 189 Abs. 5 und § 396a StPO/ZH). 

2. Entschädigung 

2.1. Der freigesprochene Angeklagte, welchem die Kosten nicht auferlegt werden, 
und dem wesentliche Kosten und Umtriebe erwachsen sind, hat sodann Anspruch 

auf Entschädigung (§ 191 StPO/ZH in Verbindung mit § 43 StPO/ZH). 

2.2. Vorliegend ist dem Angeklagten für seine anwaltliche Vertretung eine ange-
messene Entschädigung aus der Gerichtskasse zuzusprechen. Die Entschädi-

gung ist grundsätzlich nach dem Anwaltstarif, d.h. nach der Verordnung über die 

Anwaltsgebühren zu bestimmen. Vorliegend anwendbar ist die Anwaltsgebühren-

verordnung vom 21. Juni 2006 (vgl. § 25 der Verordnung über die Anwalts-

-   18   - 

gebühren vom 8. September 2010). Allerdings kommt die Zusprechung von  

Pauschalentschädigungen nur zur Abgeltung der üblichen Handlungen bei  

einfachen Standardfällen in Betracht (ZR 101 Nr. 19 Ziff. 3 b und c). In Verfahren, 

welche nicht zu den einfachen Standardfällen gehören, ist gestützt auf eine  

sachgerechte Auslegung der Anwaltsgebührenverordnung grundsätzlich von der 

Honorarnote auszugehen. Kriterien für einen einfachen Standardfall sind: Akten-

umfang, Komplexität und Schwierigkeit des Falles, Bedeutung für die betroffene 

Person, Anzahl der vorgeworfenen Delikte (vgl. Entscheid des Kassationsgerich-

tes vom 23. Dezember 2004, Kass.-Nr. AC040089, S. 7). Vorliegend ist von  

einem Standardfall auszugehen, was die Zusprechung einer Pauschalentschädi-

gung rechtfertigt. 

2.3. Der Verteidiger macht Kosten im Umfang von Fr. 10'000.-- für das ganze  
Verfahren geltend (Prot. II S. 9). Dieser Aufwand erscheint für ein Standardver-

fahren von nicht allzu hoher Komplexität wie das vorliegende als etwas übersetzt. 

2.4. Unter Berücksichtigung des Aufwands des Verteidigers betreffend notwendi-
ge Eingaben, Aktenstudium, Anwesenheit bei Einvernahmen und gerichtlichen 

Verfahren etc. rechtfertigt es sich, dem Angeklagten für seine Rechtsvertretung in 

der Untersuchung, im erstinstanzlichen Verfahren und im Berufungsverfahren  

eine Pauschalentschädigung von insgesamt Fr. 8'000.– (inklusive 7.6 bzw.  

8 % Mehrwertsteuer und Auslagen) zuzusprechen. Wesentliche persönliche  

Umtriebe oder Einbussen des Angeklagten werden nicht geltend gemacht und 

sind nicht ersichtlich, weshalb ihm keine persönliche Umtriebsentschädigung  

zuzusprechen ist. 

 

 

 

 

 

-   19   - 

Das Gericht beschliesst: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom  

28. Oktober 2010 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Die Einzelrichterin erkennt: 

1. - 4.  … 

5. Der Angeklagte 2 ist der mehrfachen Anstiftung zum Vergehen gegen das Bundes-
gesetz über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) im Sinne von dessen Art. 115 
Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 StGB nicht schuldig und wird 
freigesprochen. 

6.  Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf 
Fr. 2'400.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 0.–   Untersuchungskosten 

7. … 

8. Dem Angeklagten 2 wird eine Umtriebsentschädigung von Fr. 500.– aus der  
Gerichtskasse zugesprochen. 

9. - 12. … 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv sowie in voll-

ständiger Ausfertigung gemäss nachfolgendem Urteil. 

Das Gericht erkennt: 

1. Der Angeklagte A._____ wird vollumfänglich freigesprochen. 

2. Die Kosten der Untersuchung, des erstinstanzlichen Verfahrens sowie des 

Berufungsverfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen. 

3. Dem Angeklagten A._____ wird für die Kosten seiner Verteidigung in der 

Untersuchung, im erstinstanzlichen Verfahren und im Berufungsverfahren 

eine Entschädigung von Fr. 8'000.-- aus der Gerichtskasse zugesprochen.  

4. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung (im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten) 
(übergeben) 

-   20   - 

− die Staatsanwaltschaft See/Oberland (versandt) 

in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung (im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten) 
− die Staatsanwaltschaft See/Oberland 
− das Bundesamt für Migration 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechts-

mittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 

Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA unter Beilage einer Kopie von Urk. 63 
− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben  
 (§ 34a POG) 

5. Rechtsmittel: 

 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

-   21   - 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

I. Strafkammer 

 Der Vorsitzende: Die juristische Sekretärin: 

 

 

 Oberrichter lic. iur. P. Marti lic. iur. S. Schwarzwälder 
 

	Urteil vom 8. Dezember 2011
	Die Einzelrichterin erkennt:
	1. Der Angeklagte 1 ist schuldig des Vergehens gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) im Sinne von dessen Art. 117 Abs. 1.
	2. Der Angeklagte 1 wird bestraft mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu Fr. 130.– sowie mit einer Busse von Fr. 3'000.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Angeklagte 1 die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 30 Tagen.
	5. Der Angeklagte 2 ist der mehrfachen Anstiftung zum Vergehen gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) im Sinne von dessen Art. 115 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 StGB nicht schuldig und wird freigesprochen.
	6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
	7. Die Kosten, inklusive diejenigen der Untersuchung, werden im Umfang von Fr. 1'200.– dem Angeklagten 1 auferlegt, im weiteren Betrag auf die Staatskasse genommen.
	8. Dem Angeklagten 2 wird eine Umtriebsentschädigung von Fr. 500.– aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	9. - 11. (....)
	Berufungsanträge:
	1. Das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 28. Oktober 2010 sei aufzuheben.
	2. Es sei der Angeklagte freizusprechen.
	3. Es seien die erst- und zweitinstanzlichen Kosten inklusive Kosten für die Verteidigung des Angeklagten zulasten des Staates zu regeln.
	Das Gericht erwägt:
	I.  Prozessuales
	1. Verfahrensgang
	1.1. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 28. Oktober 2010 (Urk. 61) wurde der Angeklagte A._____ des Vergehens gegen das Bundesgesetz über  Ausländerinnen und Ausländer (AuG) im Sinne von Art. 117 Abs. 1 schuldig gesprochen und mit einer Geldstr...
	1.2. Mit Eingabe vom 29. Oktober 2010 liess der Angeklagte A._____ fristgerecht Berufung anmelden (Urk. 51). Nach Zustellung des begründeten Entscheids (Urk. 54), welche erst am 20. Juni 2011 erfolgte (Urk. 55), liess er innert der angesetzten Frist a...
	Die Staatsanwaltschaft See/Oberland erhob gegen das Urteil bezüglich keinem der beiden Angeklagten Berufung. Eine Anschlussberufung gegen jene des  Angeklagten A._____ wurde nicht erhoben. Mit Eingabe vom 14. Oktober 2011  beantragte die Anklagebehörd...
	2. Umfang der Berufung
	Der Angeklagte A._____ (inskünftig nur noch: der Angeklagte) beantragt, das  vorinstanzliche Urteil sei aufzuheben und verlangt einen Freispruch unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Staates (Urk. 56 S. 2 und Urk. 72 S. 1). Das vorinstan...
	3. Anwendbares Recht
	II.  Sachverhalt
	1. Allgemeines
	1.1. Der Sachverhalt wurde vom Angeklagten in der Untersuchung und auch vor Vorinstanz zumindest teilweise bestritten. Im Berufungsverfahren wird die Sachverhaltserstellung durch die Vorinstanz jedoch nicht gerügt. Die Beanstandungen der Verteidigung ...
	1.2. Zusammenfassend ist erstellt, dass der Angeklagte bei der Polizeikontrolle vom 21. Oktober 2008 Inhaber des Clubs C._____ in D._____ war, wo E._____, F._____, G._____, H._____, I._____ und J._____ tätig waren, welche zum damaligen Zeitpunkt über ...
	2. Zu erstellender Sachverhalt
	2.1. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz ist jedoch nicht erstellt, dass der Polizeibeamte K._____ dem Angeklagten nach der Kontrolle im Club L._____ vom 12. September 2008 mitgeteilt habe, dass die damals angetroffenen Frauen bis zur Erteilung d...
	Der Angeklagte dagegen sagte aus, dass man ihm in keiner Weise gesagt habe, dass es nicht rechtens gewesen sei, was er gemacht habe. Die Polizei habe das auch mit dem Migrationsamt abgeklärt, wobei seine Aussagen gestützt worden seien (Urk. 16 S. 2). ...
	B._____, dessen Aussagen zu Gunsten des Angeklagten verwendet werden dürfen (§ 14 und 15 StPO/ZH e contrario), antwortete auf die Feststellung, dass er bei der Kontrolle in M._____ Glück gehabt habe und es bei einer mündlichen Verwarnung geblieben sei...
	Der Polizeibeamte O._____ erklärte als Zeuge zwar, dass ihm von seinem Kollegen K._____ bestätigt worden sei, dass die Polizei den Angeklagten und B._____ angewiesen habe, dass die Frauen ihre Tätigkeit sofort einstellen und die entsprechenden Arbeits...
	Richtig ist, dass der Verteidiger vor Vorinstanz ausführte, dass der Angeklagte die Polizei kontaktiert habe und der Polizeibeamte K._____ ihn darauf hingewiesen  habe, dass Arbeitnehmerinnen während des Bewilligungsverfahrens nicht  arbeiten dürften....
	2.2. Als Beweismittel liegen einzig die sich widersprechenden Aussagen vor, Schriftlichkeiten existieren nur in Form des anlässlich der Kontrolle im Club C._____ in D._____ erstellten Polizeirapports. Bezüglich der im September 2008 erfolgten Kontroll...
	III.  Rechtliche Würdigung
	1. Allgemeines
	1.1. Die Vorinstanz hat das Verhalten des Angeklagten mit der Staatsanwaltschaft als Vergehen gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) im Sinne von dessen Art. 117 Abs. 1 gewürdigt.
	1.2. Die Verteidigung stützt sich darauf, dass die im Club des Angeklagten tätigen Damen selbständig Erwerbende gewesen seien, weshalb der Angeklagte nicht Arbeitgeber im Sinne von Art. 117 Abs. 1 AuG sei. Der Angeklagte habe die sich stellenden recht...
	die Arbeitsbewilligungen zuständigen Amtsstelle hochgearbeitet habe, geführt worden sei (Urk. 56 S. 4 f.). Der Angeklagte bekräftigte an der Berufungsverhandlung seine Ansicht, dass er nicht der Arbeitgeber dieser Frauen gewesen sei, vielmehr habe es...
	Schliesslich hat der Angeklagte in der Untersuchung ausgeführt, dass er nach der Polizeikontrolle im Club L._____ in M._____ davon habe ausgehen dürfen, dass alles in Ordnung sei, zumal die Kontrolle keine Konsequenzen gehabt habe  (Urk. 16 S. 3 und U...
	2. Arbeitgebereigenschaft des Angeklagten
	2.1. Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass nach Art. 117 Abs. 1 AuG bestraft werde, wer als Arbeitgeber vorsätzlich Ausländerinnen und Ausländer beschäftigt, die in der Schweiz nicht zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit berechtigt sind.  Die Vorin...
	Zutreffend hat die Vorinstanz festgehalten, dass bei Art. 117 AuG von einem  faktischen Arbeitgeberbegriff auszugehen sei (Urk. 61 S. 15; § 161 GVG/ZH). Auch das Bundesgericht hat festgehalten, dass es nicht auf die Natur des Rechtsverhältnisses ankom...
	Dafür, dass im Kanton Zürich im Jahr 2008 diese Bewilligungspraxis weiterbestand, spricht die Aussage der Zeugin S._____, Abteilungsleiterin beim Amt für Wirtschaft und Arbeit, wonach man im Erotikgewerbe eine spezielle Regelung getroffen habe und sol...
	Das Bundesamt für Migration wiederum schrieb mit Datum vom 30. Juni 2008 an B._____, dass eine selbständige Erwerbstätigkeit nur möglich sei, wenn die Prostitution effektiv ausserhalb eines geführten Betriebs/Etablissements ausgeübt werde, wobei nicht...
	Es ist der Verteidigung demnach Recht zu geben, wenn sie geltend macht, dass nicht einmal die zuständigen Amtsstellen gewusst haben, ob Dienstleistungserbringerinnen im erotischen Bereich als selbständig oder unselbständig  Erwerbende zu qualifiziere...
	2.2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist vorliegend klar, dass der Angeklagte, welcher den Damen den Arbeitsort zur Verfügung stellte und im Rahmen einer Hausordnung gewisse Bedingungen vorgab, sodann von den  Prostituierten prozentmässig ...
	2.3. Nicht richtig ist die Argumentation der Vorinstanz, wonach der Angeklagte sich widersprüchlich verhalten habe, indem er einerseits 90-Tagesbewilligungen beantragt hatte und die Damen sodann als selbständig Erwerbende bezeichnete. Es ist erneut au...
	Ebenfalls nichts ableiten lässt sich daraus, dass der Angeklagte den Damen  geholfen hat, zu ihren Bewilligungen zu kommen (vgl. Urk. 61 S. 17 f.). Dieser machte - an der Berufungsverhandlung dazu befragt - geltend, dass diese Frauen einfach hier stün...
	3. Sachverhaltsirrtum
	3.1. Der Angeklagte stellte sich insbesondere an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung auf den Standpunkt, dass er von B._____ die Information erhalten habe, welche er im Übrigen auch der Website des Migrationsamtes entnommen habe, dass die Damen als ...
	3.2. Die Vorinstanz führte dazu aus, dass ein Sachverhaltsirrtum geprüft werden müsse, wenn der Angeklagte der Überzeugung sei, dass es sich bei den Damen um selbständig Erwerbende handle und er deswegen davon ausgehe, dass ihm keine Arbeitgeberstellu...
	4. Rechtsirrtum
	4.1. Wer bei Begehung der Tat nicht weiss und nicht wissen kann, dass er sich rechtswidrig verhält, handelt nicht schuldhaft (Art. 21 StGB). Unvermeidbar ist der Rechtsirrtum gemäss Art. 21 StGB, wenn dem Täter daraus kein Vorwurf gemacht werden kann,...
	4.2. Gemäss Rundschreiben des Bundesamts für Migration vom 7. März 2007 zur Personenfreizügigkeit ab dem 1. Juni 2007 (Urk. 4) müssen Ausländer, welche sich in der Schweiz niederlassen, mit der Absicht, eine selbständige Erwerbstätigkeit auszuüben, de...
	4.3. Der Angeklagte erklärte an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung, dass er felsenfest davon überzeugt gewesen sei, dass die Damen arbeiten dürften. Sie seien seit mehr als einem Jahr angemeldet gewesen und ihre Verfahren seien beim Migrationsamt h...
	Dem Angeklagten ist ebenfalls zugute zu halten, dass die Angaben auf der  Internetseite des Bundesamts für Migration offen formuliert sind: Der Text spricht  davon, dass selbständig Erwerbende bereits bei Einreichung des Gesuchs den Nachweis ihrer Sel...
	4.4. Aufgrund dieser Informationen, verbunden mit den Angaben von B._____, durfte der Angeklagte aus guten Gründen davon ausgehen, dass sein Verhalten rechtmässig sei.
	4.5. Aus den bei den Akten liegenden Unterlagen geht zwar hervor, dass ein Teil der Aufenthaltsbewilligungen bereits vor der Kontrolle im Club L._____ im September 2008 abgelehnt worden sind (Ablehnungen betr. E._____ vom 10.06.2008, Urk. 10/2/20, und...
	4.6. Nicht erstellt werden kann gemäss obigen Ausführungen sodann, dass dem Angeklagten nach der Kontrolle im Club L._____ in M._____ klar gesagt worden sei, dass die Damen bis zur Erteilung der Bewilligung bzw. zur Stellungnahme der Ämter nicht arbei...
	Damit hatte der Angeklagte auch aufgrund des Verhaltens der Polizeibeamten zureichende Gründe zur Annahme, dass er nichts Unrechtes tue, wenn er die  Masseusen während des hängigen Bewilligungsverfahrens bei sich beschäftige.
	5. Fazit
	Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist der Angeklagte infolge unvermeidbaren Verbotsirrtums im Sinne von Art. 21 StGB vom Vorwurf des Vergehens  gegen das Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer im Sinne von  Art. 117 Abs. 1 frei zu sprechen.
	IV.  Kosten- und Entschädigungsfolgen
	1. Kosten
	Ausgangsgemäss sind sowohl die Kosten der Untersuchung als auch diejenigen des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens sowie des Berufungsverfahrens auf die Gerichtskasse zu nehmen (§ 189 Abs. 5 und § 396a StPO/ZH).
	2. Entschädigung
	2.1. Der freigesprochene Angeklagte, welchem die Kosten nicht auferlegt werden, und dem wesentliche Kosten und Umtriebe erwachsen sind, hat sodann Anspruch auf Entschädigung (§ 191 StPO/ZH in Verbindung mit § 43 StPO/ZH).
	2.2. Vorliegend ist dem Angeklagten für seine anwaltliche Vertretung eine angemessene Entschädigung aus der Gerichtskasse zuzusprechen. Die Entschädigung ist grundsätzlich nach dem Anwaltstarif, d.h. nach der Verordnung über die Anwaltsgebühren zu bes...
	2.3. Der Verteidiger macht Kosten im Umfang von Fr. 10'000.-- für das ganze  Verfahren geltend (Prot. II S. 9). Dieser Aufwand erscheint für ein Standardverfahren von nicht allzu hoher Komplexität wie das vorliegende als etwas übersetzt.
	2.4. Unter Berücksichtigung des Aufwands des Verteidigers betreffend notwendige Eingaben, Aktenstudium, Anwesenheit bei Einvernahmen und gerichtlichen Verfahren etc. rechtfertigt es sich, dem Angeklagten für seine Rechtsvertretung in der Untersuchung,...

	Das Gericht beschliesst:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom  28. Oktober 2010 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Die Einzelrichterin erkennt:
	1. - 4.  …
	5. Der Angeklagte 2 ist der mehrfachen Anstiftung zum Vergehen gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) im Sinne von dessen Art. 115 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 StGB nicht schuldig und wird freigesprochen.
	6.  Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
	7. …
	8. Dem Angeklagten 2 wird eine Umtriebsentschädigung von Fr. 500.– aus der  Gerichtskasse zugesprochen.
	9. - 12. …

	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv sowie in vollständiger Ausfertigung gemäss nachfolgendem Urteil.
	Das Gericht erkennt:
	1. Der Angeklagte A._____ wird vollumfänglich freigesprochen.
	2. Die Kosten der Untersuchung, des erstinstanzlichen Verfahrens sowie des Berufungsverfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen.
	3. Dem Angeklagten A._____ wird für die Kosten seiner Verteidigung in der Untersuchung, im erstinstanzlichen Verfahren und im Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 8'000.-- aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	4. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung (im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten) (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland (versandt)
	 die Verteidigung (im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten)
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 das Bundesamt für Migration
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA unter Beilage einer Kopie von Urk. 63
	 die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben
	(§ 34a POG)

	5. Rechtsmittel:  Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.