# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c4e79f28-1a2e-570f-8dfa-37ad680c4bfd
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.10.2021 IV 2020/180
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-180_2021-10-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/180

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 03.05.2022

Entscheiddatum: 20.10.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 20.10.2021
Art. 28 und 29 IVG: Gutachten beweiskräftig, enthält jedoch keine 
ausdrückliche retrospektive Arbeitsfähigkeitsschätzung. Würdigung 
ärztlicher Berichte und Festsetzung des Beginns der Arbeitsfähigkeit. 
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bejaht. Befristeter Anspruch auf eine 
ganze Invalidenrente und auf eine unbefristete Viertelsrente. Teilweise 
Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 20. Oktober 2021, IV 2020/180). Das Bundesgericht 
ist auf die Beschwerde nicht eingetreten 8C_708/2023, 8C_713/2023.

Entscheid vom 20. Oktober 2021

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

IV 2020/180

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Silvan Meier Rhein, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

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St.Galler Gerichte

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente (Erhöhung / Beginn)

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 26. Januar 2016 für berufliche 

Massnahmen und Rentenleistungen bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen 

(nachfolgend: IV-Stelle) an (IV-act. 1). Die ursprünglich gelernte Z.___, welche sich zur 

Y.___ weitergebildet hatte (vgl. IV-act. 2-2), war in diesem Zeitpunkt noch bei der B.___ 

AG in einem Pensum von 100 % als Sachbearbeiterin angestellt gewesen, jedoch war 

seitens der Arbeitgeberin "leistungsbedingt" bereits die Kündigung per .___ 

ausgesprochen worden (vgl. IV-act. 23-2 ff. und 23-21). Seit dem 15. Juli 2015 war die 

Versicherte von Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, von einer kurzen Phase 

mit 50%iger Arbeitsfähigkeit abgesehen, zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden 

(vgl. IV-act. 23-12 ff.). Vom 22. Oktober bis 20. November 2015 hatte sich die 

Versicherte für eine stationäre Behandlung in der Klinik D.___ aufgehalten, wo die 

Diagnosen rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, 

Arteriosklerose der hirnzuführenden Gefässe, Petit-Mal-Epilepsie in Vorgeschichte, 

Migräne, Status nach einer Handoperation 1999, Status nach einer Varizenoperation 

vor Jahren sowie rezidivierende Harnwegsinfekte gestellt worden waren und bis zum 4. 

Dezember 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden war. Im 

entsprechenden Austrittsbericht war überdies festgehalten worden, dass die 

Versicherte davon berichtet habe, seit ca. einem Jahr häufig schlaflose Nächte zu 

haben. Aufgrund der Schlafstörung wäre sie tagsüber müde und hätte eine verminderte 

Konzentration, was bei der Arbeit zu einer höheren Fehlerquote geführt hätte. Sie wäre 

A.a. 

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zudem vergesslich geworden. Wenn sie einmal eine Arbeit begonnen habe, würde sie 

vergessen, diese zu Ende zu führen, ohne es zu bemerken. Gleichzeitig hätten die ihr 

bekannten Migräneattacken an Frequenz zugenommen. Die Vergesslichkeit, 

Konzentrationsstörungen und erhöhte Fehlerquote hätten dazu geführt, dass auch die 

Arbeitgeberin auf eine Abklärung bestanden habe. Zudem war im Austrittsbericht 

angemerkt worden, dass eine Schlafabklärung im KSSG eine Durchschlafstörung mit 

unbefriedigender Tagesform, wahrscheinlich psychogen, ergeben habe. Eine 

Schlafapnoe sei ausgeschlossen und eine psychosomatische Rehabilitation empfohlen 

worden (IV-act. 24 und 54-26 ff.). Zwischen dem 11. Januar und 5. Februar 2016 hatte 

die Versicherte an einer integrativen tagesklinischen Behandlung in der Tagesklinik 

E.___ teilgenommen (vgl. IV-act. 37-2, unten, und 37-7 ff.). Eine am 30. März 2016 

durchgeführte MRT-Untersuchung des Neurokraniums ergab verglichen mit einer 

Voruntersuchung vom 9. Juli 2015 eine grössen- und formkonstante Darstellung der 

bilateralen Signalstörungen in der weissen Substanz, vereinbar mit kleinen narbigen 

Strukturalterationen weiterhin frontal betont, und eine grössen- und formkonstante 

Darstellung einer wahrscheinlich eingebluteten Corpus spinalis-Zyste. Es fand sich kein 

Hinweis auf ein pathologisches Kontrastmittelenhancement und es zeigte sich ein 

normales und symmetrisches Ventrikelsystem (IV-act. 54-7).

Anlässlich eines Assessmentgesprächs vom 6. April 2016 hielt der IV-Einglie­

derungsverantwortliche fest, dass sich die Versicherte bereits 2007 aufgrund einer 

lange andauernden Arbeitslosigkeit in schlechter psychischer Verfassung befunden 

habe. Mit dem Antritt der neuen Stelle im Jahr 20__ habe sich die Situation verbessert, 

jedoch hätten weiterhin Schwankungen bestanden. Gegen Ende des Jahres 20__ habe 

die Versicherte eine neue Vorgesetzte bekommen. Dadurch habe sich bei der Arbeit 

viel verändert. Die Versicherte habe sich nicht mehr wohl gefühlt und sei gemobbt 

worden. Die Situation habe sich immer mehr verschlechtert, sodass es zu 

Schlafstörungen und Migräneattacken gekommen sei. Im Sommer 2015 sei der 

Versicherten alles zu viel geworden und es seien erstmals Suizidgedanken aufgetreten, 

weshalb sie ihren Hausarzt aufgesucht habe. Sodann sei sie für einen stationären 

Aufenthalt an die Klinik D.___ überwiesen worden. Nach dem stationären Aufenthalt sei 

sie in der Tagesklinik E.___ behandelt worden. Seit dem Austritt fände die Therapie 

noch wöchentlich im Ambulatorium der Klinik E.___ statt. Vom Hausarzt sei sie 

A.b. 

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überdies noch im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) zu einer neuropsychologischen 

Untersuchung angemeldet worden. Sie fühle sich antriebslos, freudlos und lustlos. Der 

Gesundheitszustand sei sehr schwankend, wobei sie sich etwa zweimal wöchentlich 

sehr schlecht fühle. Suizidgedanken würden noch immer etwa einmal monatlich 

auftreten. Sie fühle sich rasch müde, erschöpft und die Konzentrationsfähigkeit sei 

eingeschränkt. Seit etwa drei Jahren bestünden auch Kniebeschwerden links und 

rechts, die zugenommen hätten. Es seien Meniskusrisse und eine Arthrose festgestellt 

worden. Es werde eine Operation erfolgen (IV-act. 20).

Am 25. April 2016 wurden bei den Diagnosen einer Femoropatellaarthrose Knie 

links und einer degenerativen medialen Meniskusläsion Knie links eine 

Kniearthroskopie links und eine mediale Teilmeniskektomie links durchgeführt (IV-act. 

54-17 ff.). Mit Mitteilung vom 27. April 2016 informierte die IV-Stelle die Versicherte 

darüber, dass aufgrund des Gesundheitszustandes aktuell keine beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen möglich seien. Der Anspruch auf eine Rentenleistung 

werde mit der Einleitung von weiteren Abklärungen im Juni 2016 geprüft werden. Ein 

Rentenanspruch könne erst nach einem Jahr Wartezeit entstehen (IV-act. 22). Am 17. 

Juni 2016 fanden bei der Diagnose einer Meniskusläsion am medialen Hinterhorn Knie 

rechts eine Kniearthroskopie und eine mediale Teilmeniskektomie Knie rechts statt (IV-

act. 54-21 ff.).

A.c. 

Nach einer telefonischen Besprechung mit der zuständigen Therapeutin der Klinik 

E.___ im August 2016 (vgl. IV-act. 26 und 27-2) hielt der regionale ärztliche Dienst 

(RAD) am 1. September 2016 fest, dass aktuell eine berufliche Wiedereingliederung in 

einem Pensum von 50 % zu befürworten sei, anfänglich jedoch mit einer 

Leistungsminderung während der Präsenzzeiten zu rechnen sei. Die Empfehlung der 

behandelnden Psychotherapeutin, wonach die Eingliederung in einem geschützten 

Rahmen stattfinden sollte, sei plausibel. Es bestehe die Aussicht, dass innerhalb von 

sechs bis zwölf Monaten eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % im ersten 

Arbeitsmarkt erreicht werden könne (IV-act. 27-1). Anlässlich eines 

Assessmentgesprächs mit der Versicherten vom 23. September 2016 protokollierte der 

IV-Eingliederungsverantwortliche, dass sich der Zustand nach der letzten Operation 

gebessert habe, jedoch weiterhin Beschwerden im linken Knie bestünden. Die 

Schmerzen seien ständig vorhanden und das Knie schwelle oft an. Seit etwa zwei 

A.d. 

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Monaten bestünden wieder Schlafstörungen. Die psychische Verfassung sei weiterhin 

schwankend und werde auch von der Schmerzsituation beeinflusst. Am Morgen 

komme die Versicherte teilweise kaum aus dem Bett und müsse sich stark überwinden. 

Die Konzentrationsfähigkeit sei vermindert. Auch sei sie vergesslicher geworden. Im 

Spital F.___ seien keine Termine mehr vorgesehen. Bei Dr. C.___ fänden monatliche 

Kontrollen statt und die Versicherte sei weiterhin in der Klinik E.___ in Behandlung (IV-

act. 33). In einer Notiz vom 29. September 2016 hielt der RAD fest, dass er seine 

versicherungsmedizinische Bewertung anpassen müsse. Die zuständige Therapeutin 

der Klinik E.___ habe sich am Tag zuvor mit der zuständigen Psychiaterin sowie Dr. 

C.___ zusammengesetzt. Die bereits vom IV-Eingliederungsberater als kritisch 

eingestufte psychische Instabilität habe sich nun auch in der Behandlung deutlicher 

gezeigt. Die Therapeutin bitte daher in nachvollziehbarer Weise darum, den Beginn der 

Eingliederungsmassnahmen zu verschieben. Zunächst sei eine Änderung der 

Psychopharmaka vorgesehen, gleichzeitig sollte eine Lymphdrainage der Beine 

stattfinden. Die Klinik E.___ wolle sich ausserdem mit Dr. C.___ hinsichtlich der 

somatischen Behandlung bzw. des Eingliederungspotentials im geschützten Rahmen 

absprechen. Die Therapeutin hoffe, bis Anfang nächsten Jahres eine entsprechende 

Stabilisierung erreichen zu können. Falls sich nichts Grundlegendes ändere, rechne der 

RAD damit, dass Anfang 2017 ein Eingliederungsversuch im geschützten Rahmen mit 

einer Präsenzzeit von 50 % befürwortet werden könne (IV-act. 34).

In einem Bericht vom 3. Januar 2017 nannten die Behandler der Klinik E.___ als 

Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach einer 

rezidivierenden depressiven Störung, mittelgradige depressive Episode (IV-act. 37-2). 

Weiter hielten sie fest, bei der Versicherten bestünden eine Selbstwertproblematik, eine 

teilweise Verbitterung, eine körperliche Dekonditionierung, eine verringerte emotionale 

Belastbarkeit, eine eingeschränkte Selbstbehauptungsfähigkeit und eine 

eingeschränkte Leistungsfähigkeit bei einer depressiven Residualsymptomatik. Die 

bisherige Tätigkeit sei ihr im Rahmen eines Wiedereinstiegs mit ansteigendem Pensum 

zumutbar, wobei die Leistungsfähigkeit anfänglich reduziert sei. In wohlwollender 

Arbeitsumgebung sei die volle Leistungsfähigkeit bald wieder erreichbar (IV-act. 37-4). 

Aus psychiatrischer Sicht wäre eine behinderungsangepasste Tätigkeit ab Januar 2017 

A.e. 

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im Umfang von rund vier Stunden pro Tag möglich, ab ca. Februar 2017 wäre eine 

Tätigkeit in einem Pensum von 50 % denkbar (IV-act. 37-5).

Am 31. Januar 2017 gelangte die Versicherte mit einer E-Mail an die IV-Stelle. Sie 

erklärte, dass eine grössere Zahnsanierung geplant sei, die in etwa bis Ende März 2017 

dauern werde. Anschliessend würde sie gerne mit dem zuständigen Psychologen und 

der IV-Stelle zusammensitzen, um ihre Möglichkeiten für einen beruflichen 

Wiedereinstieg zu evaluieren. Sie bat um einen Termin für Anfang April 2017 (IV-act. 

39). Anlässlich einer Besprechung vom 3. März 2017 verblieben der IV-

Eingliederungsverantwortliche und die Versicherte dahingehend, dass die 

Arbeitsfähigkeit mit der Klinik E.___ abzustimmen sei. Sobald eine Teilarbeitsfähigkeit 

vorliege, solle sich die Versicherte beim regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) 

anmelden und erneut Kontakt zum Eingliederungsverantwortlichen aufnehmen (IV-act. 

55-2). In einer E-Mail vom 14. Juni 2017 informierte eine Personalberaterin des RAV die 

IV-Stelle darüber, dass die Versicherte an diesem Tag zum Erstgespräch erschienen sei 

und ein gemeinsames Gespräch auch mit dem Eingliederungsverantwortlichen der IV-

Stelle in die Wege geleitet werden sollte (IV-act. 42).

A.f. 

Aufgrund im Verlauf des Frühlings aufgetretener Schwindelbeschwerden und 

Sehstörungen (vgl. dazu IV-act. 55-3) wurde die Versicherte am 3. Juli 2017 auf 

Zuweisung von Dr. C.___ bei Dr. med. G.___, Neurologie FMH, Psychiatrie und 

Psychotherapie, Schlafmedizin, vorstellig. Dieser nannte im entsprechenden 

Untersuchungsbericht als Diagnose "klinisch zumindest mittelschwere kognitive 

Defizite und beginnende funikuläre Myelose bei Vitamin B12-Mangel". Weiter hielt er 

fest, dass eine intensive Vitamin B12-Substitution eingeleitet worden sei, eine 

Wiedervorstellung in ca. drei Monaten geplant sei und wahrscheinlich eine 

Überweisung ans KSSG für eine neuropsychologische Abklärung erfolgen werde (IV-

act. 54-6). Am .__ Juli 2017 fand eine Besprechung auf dem RAV statt, anlässlich 

welcher der IV-Eingliederungsverantwortliche protokollierte, dass sich der 

Gesundheitszustand der Versicherten im Frühling 2017 verschlechtert habe. Die 

Therapie des festgestellten Vitamin B12-Mangels werde drei Monate dauern. 

Anschliessend seien weitere neurologische Untersuchungen geplant. Bis dahin bestehe 

eine Arbeitsfähigkeit von 20 %. In diesem Rahmen suche die Versicherte aktuell nach 

Arbeitsstellen (IV-act. 55-3; zur Arbeitsfähigkeit vgl. IV-act. 46 f.).

A.g. 

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Am 15. Juli 2017 unterzeichnete die Versicherte einen Eingliederungsplan der IV-

Stelle zur Arbeitsvermittlung (IV-act. 48). Mit Mitteilung vom 18. Juli 2017 gewährte die 

IV-Stelle Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch die 

Eingliederungsberatung (IV-act. 49).

A.h. 

Eine MRT-Kontrolluntersuchung des Neurokraniums vom 17. August 2017 ergab 

gegenüber der Voruntersuchung vom März 2016 stationäre unspezifische 

Marklagergliosen frontoparietal beidseits ohne neue Läsionen (IV-act. 54-11). Am 28. 

August 2017 berichtete Dr. G.___, dass die Versicherte anlässlich der Vorstellung vom 

3. Juli 2017 Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, eine ausgeprägte 

Müdigkeit, eine schnelle Erschöpfung, eine mässig ausgeprägte Gangstörung sowie 

erhebliche Nacken- und Rückenschmerzen beklagt habe. Bei beginnender funikulärer 

Myelose und einer wahrscheinlich vitaminbedingten Zunahme der kognitiven Defizite 

sei eine intensive Substitutionstherapie mit Vitamin B12 eingeleitet worden. Am 14. 

August 2017 habe sich die Versicherte erneut vorgestellt, da es tendenziell zu einer 

Verschlechterung ihrer Befindlichkeit mit einer Zunahme der Gedächtnisstörungen, 

Missempfindungen in den Extremitäten und der Nacken- und Rückenschmerzen 

gekommen sei. Es sei eine MRT-Kontrolluntersuchung des Schädels durchgeführt 

worden, welche bezüglich der zerebralen gliotischen Läsionen (am ehesten 

mikroangiopathischer Genese) im Vergleich zu den Voruntersuchungen vom 30. März 

2016 und 9. Juli 2015 unveränderte Befunde gezeigt habe. Im Rahmen ausgedehnter 

elektroneurographischer Untersuchungen seien in Bezug auf die Extremitäten keine 

Auffälligkeiten festgestellt worden. Eine MRT-Untersuchung der LWS habe 

Diskushernien auf der Höhe LWK4/5 und LWK5/SWK1 mit L5-Neuroforamina-

Einengung rechts und S1-Neuroforamina-Einengung beidseits zum Vorschein 

gebracht. Eine HWS-MRT-Untersuchung habe Diskushernien auf der Höhe HWK5/6 

und HWK6/7 zur Darstellung gebracht. Die Versicherte habe berichtet, die 

antidepressive Therapie aufgrund fehlender Wirksamkeit abgesetzt zu haben, wobei es 

zu erheblichen Stimmungsschwankungen gekommen sei. Am 17. August 2017 habe 

die Versicherte im HAMD21 einen Punktewert von 24 erreicht, was für eine 

mittelschwere Depression spreche. Bei der aktuellen Ausprägung der depressiven 

Symptomatik sei die Durchführung einer neuropsychologischen Untersuchung zur 

A.i. 

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Erfassung der kognitiven Ausfälle wenig ergiebig. Eine engmaschige psychiatrisch-

psychotherapeutische Betreuung sei zwingend erforderlich (IV-act. 65-6 ff.).

Anlässlich einer Besprechung auf dem RAV vom .__ September 2017 hielt der IV-

Eingliederungsverantwortliche fest, dass sich die gesundheitliche Situation der 

Versicherten weiter verschlechtert habe, zumal Bandscheibenvorfälle festgestellt 

worden seien. Aktuell bestehe seit September 2017 wieder eine volle 

Arbeitsunfähigkeit, weshalb die Eingliederungsbemühungen abgeschlossen würden 

(vgl. IV-act. 55-3 f.).

A.j. 

Auf eine entsprechende Anfrage der IV-Stelle, bei wem sie in psychiatrischer 

Behandlung stehe (vgl. IV-act. 70; zur entsprechenden Empfehlung des RAD vgl. IV-

act. 67-2), teilte die Versicherte in einer Mail vom 4. Dezember 2017 mit, dass sie, 

solange sie Krankentaggelder erhalten habe, bei der Klinik E.___ in Behandlung 

gewesen sei. Nachher habe die Krankenversicherung wegen Prämienausständen ihre 

Arztrechnungen nicht mehr bezahlen wollen. Aus diesem Grund und weil es sich bei 

der Klinik E.___ um eine Privatklinik handle, habe man beabsichtigt, sie an die Klinik 

H.___ zu überweisen, sobald die Probleme mit der Krankenversicherung behoben 

seien. Die Sperrung durch die Krankenversicherung sei erst kürzlich aufgehoben 

worden. Eine Anmeldung bei einem Psychiater sei nun geplant (vgl. IV-act. 71). In 

einem Bericht vom 7. Dezember 2017 teilten die Behandler der Klinik E.___ mit, dass 

die letzte ärztliche Konsultation am 6. Juni 2017 stattgefunden habe. Da die 

Krankentaggeldversicherung ihre Leistungen per Ende Juli 2017 eingestellt habe, seien 

bei der Versicherten Ängste aufgekommen, sich beim RAV anzumelden. In der Folge 

hätten die soziale und die psychotherapeutische Betreuung überdacht werden müssen, 

wobei am 6. Juni 2017 der Behandlungsabschluss an der Klinik E.___ und die 

Überweisung ans Ambulatorium in H.___ beschlossen worden seien. Die Situation habe 

sich blockiert gezeigt und therapeutische Fortschritte seien unter den gegebenen 

Umständen kaum möglich gewesen. Eine sozialpsychiatrische Betreuung sei 

notwendig geworden (IV-act. 73-2 f.). In einem Bericht der Psychiatrie I.___ vom 23. 

Mai 2018 hielten die Behandelnden fest, dass sie die Arbeitsunfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht auf ca. 50-60 % schätzten. Zur 

Überprüfung der Arbeitsfähigkeit empfahlen sie Abklärungsmassnahmen bzw. eine 

Eingliederung im geschützten Rahmen (IV-act. 84). Nach einer entsprechenden 

A.k. 

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Kontaktaufnahme der IV-Eingliederungsverantwortlichen teilte die Versicherte dieser in 

einer Mail vom 27. Juli 2018 mit, dass aus ihrer Sicht die Vereinbarung eines 

Besprechungstermins aktuell nicht sinnvoll sei (vgl. IV-act. 93).

Am 20. Dezember 2018 berichtete Dr. C.___ davon, dass die Versicherte an 

mittelschweren kognitiven Störungen sowie an Depressionen leide und zu 100 % 

arbeitsunfähig sei (vgl. IV-act. 99-1 ff.). Er reichte der IV-Stelle neben anderen 

medizinischen Unterlagen (vgl. IV-act. 99) einen Bericht der Klinik für Neurologie des 

KSSG über einen tagesklinischen Aufenthalt in der Memory Clinic vom .__ Juli 2018 

sowie dessen Nachbesprechung vom .__ Juli 2018 ein, in dem als Diagnose 

mittelschwere kognitive Störungen sowie als Differentialdiagnose eine Lewy-Körper-

Demenz oder kognitive Störungen im Rahmen einer Depression festgehalten worden 

waren (vgl. IV-act. 99-19 ff.; zur Untersuchung vgl. auch IV-act. 113). Weiter legte Dr. 

C.___ eine seinerseits verfasste Rückfrage an die Klinik (vgl. IV-act. 99-17) sowie deren 

Stellungnahme vom .__ Oktober bzw. .__ November 2018 bei, in welcher das Vorliegen 

einer Demenz verneint und die kognitiven Störungen am ehesten im Rahmen einer 

psychiatrischen Erkrankung interpretiert worden waren (vgl. IV-act. 99-15 f.). In einer 

ebenfalls beigelegten weiteren Stellungnahme vom 10. November 2018 hatte Dr. C.___ 

gewisse Zweifel daran geäussert, dass die kognitiven Einschränkungen wirklich 

psychiatrischer Natur seien, und festgehalten, sie stellten jedenfalls das Leitsymptom 

dar und die Versicherte sei unabhängig von deren Ursache seit 2015 nicht mehr 

arbeitsfähig (vgl. IV-act. 99-14).

A.l. 

Mit Mitteilung vom 16. Januar 2019 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren um 

weitere berufliche Massnahmen ab, da solche aufgrund des Gesundheitszustandes 

aktuell nicht möglich seien (IV-act. 106).

A.m. 

In einem Schreiben vom 17. Januar 2019 berichtete Dr. C.___, dass bei der 

Versicherten unbestrittenermassen eine deutliche kognitive Beeinträchtigung bestehe, 

die aktuell zu einer vollen Arbeitsunfähigkeit führe. Einigkeit bestehe mit dem 

psychiatrischen Behandler auch darin, dass ein vierwöchiger stationärer Aufenthalt 

sinnvoll wäre. Während der behandelnde Psychiater die Versicherte aber in einer 

psychiatrischen Abteilung untersuchen lassen möchte, sei er der Ansicht, dass sie in 

einer neurologisch ausgerichteten Abteilung untersucht werden sollte. Er gehe davon 

A.n. 

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aus, dass den Beschwerden der Versicherten keine psychische Erkrankung zu Grunde 

liege, sondern es sich um eine neurologische Erkrankung handle, z.B. um eine 

funikuläre Myelose oder ein Frontalhirn-Syndrom mit sekundär auftretenden 

depressiven Verstimmungen. Die bisherigen antidepressiven Therapien hätten denn 

auch keine Verbesserung gebracht (vgl. IV-act 108). Gleichentags informierte die 

Versicherte die IV-Stelle darüber, dass die antidepressive Medikation mangels 

Wirksamkeit eingestellt worden sei (vgl. IV-act. 109). In einem Bericht vom 15. Februar 

2019 nannten die Behandler der Psychiatrie I.___ als Diagnosen eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig remittiert, sowie den Verdacht auf eine 

Persönlichkeitsveränderung. Die Frage der Arbeitsfähigkeit konnten sie nicht 

beantworten. Schliesslich hielten sie fest, dass das Behandlungsangebot und die 

Therapie von der Versicherten nicht weiter gewünscht würden. Die Medikation habe die 

Versicherte Ende Dezember 2018 abgesetzt. Eine versicherungsmedizinische 

Begutachtung erscheine sinnvoll (vgl. IV-act. 116). Am 29. April 2019 reichte Dr. C.___ 

einen Untersuchungsbericht zu einer kontrastmittelunterstützten MRA der Halsarterien 

vom 15. März 2019 ein (vgl. IV-act. 126).

Am 24. September 2019 erstattete das Begutachtungszentrum BL (BEGAZ) im 

Auftrag der IV-Stelle ein polydisziplinäres (allgemeinmedizinisches, psychiatrisches, 

orthopädisches, neurologisches und neuropsychologisches) Gutachten (vgl. IV-act. 146 

ff.). In ihrer Konsensbeurteilung nannten die Sachverständigen als Diagnose mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kognitive Funktionsstörung (Verdacht auf 

mikroangiopathisch bedingte Enzephalopathie; Leistungsminderung bei Schlafstörung 

unklarer Ätiologie; IV-act. 146-9). Sodann kamen sie zum Schluss, dass der 

Versicherten ab Juli 2018 in der angestammten sowie in einer vergleichbaren anderen 

Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % und in einer optimal 

leidensangepassten Tätigkeit von 30 % attestiert werden müsse (vgl. IV-act. 146-12 ff.).

A.o. 

Am 8. Januar 2020 brachte die Versicherte gegenüber der IV-Stelle zum Ausdruck, 

mit dem Gutachten nicht einverstanden zu sein. Sie wies darauf hin, dass sie am 24. 

Januar 2015 einen Unfall mit einer Hirnerschütterung erlitten habe und ihr Arzt davon 

ausgehe, dass alle ihre Beschwerden auf diesen Unfall zurückzuführen seien. Die 

entsprechende Unfallmeldung vom .__ Februar 2015 reichte die Versicherte 

gleichentags ein (vgl. IV-act. 158). In einem Bericht vom 14. Januar 2020 schilderte Dr. 

A.p. 

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B.  

C.___, dass die Versicherte sich bei ihm im Juli 2015 erstmals auf Drängen der 

damaligen Arbeitgeberin vorgestellt habe, da sich ihre Arbeitsleistung und ihr Auftreten 

zwei bis drei Monate zuvor deutlich verändert hätten. Die Symptome seien mit einem 

Frontalhirn-Syndrom vereinbar gewesen. Zur weiteren Abklärung sei eine MRT-

Untersuchung durchgeführt worden. Da eine Ursache zum damaligen Zeitpunkt nicht 

zu eruieren gewesen sei, sei der neurologische Befund nicht ernst genommen und die 

Versicherte auf die psychische Schiene gelenkt worden. Zwar habe sie in der Zeit nach 

ihrer Kündigung an einer depressiven Verstimmung, im häuslichen Bereich jedoch vor 

allem unter den kognitiven Störungen gelitten. Nun habe sich die Versicherte an ihren 

Unfall erinnert. Ein Schädel-Hirn-Traumata könne verschiedene Veränderungen 

hervorrufen (vgl. IV-act. 160).

Mit Vorbescheid vom 28. Januar 2020 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Ausrichtung einer Viertelsrente ab dem 1. Juli 2019 in Aussicht (IV-act. 164).

A.q. 

Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte am 26. Februar 2020 einen 

Einwand (vgl. IV-act. 177).

A.r. 

Am 24. April 2020 reichte die Versicherte Berichte von Dr. G.___ ein (vgl. IV-act. 

183 ff.). Der RAD kam in seiner Beurteilung vom 20. Mai 2020 zum Schluss, dass mit 

den erhobenen Einwänden und eingereichten Unterlagen keine neuen Befunde oder 

Erkenntnisse, welche die Einschätzung der funktionellen Einschränkungen betreffen 

würden, vorgelegt worden seien (vgl. IV-act. 193).

A.s. 

Mit Verfügung vom 29. Juni 2020 wurde der Versicherten ab dem 1. Juli 2019 eine 

Viertelsrente zugesprochen (IV-act. 207 i.V.m. 197 f.).

A.t. 

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin), 

vertreten durch Rechtsanwalt S. Meier Rhein, Procap St. Gallen-Appenzell, am 31. 

August 2020 Beschwerde (act. G 1). Sie beantragte, die Verfügung der IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 29. Juni 2020 sei aufzuheben und ihr sei eine 

höhere Invalidenrente mit Beginn ab 1. August 2016 auszurichten. Eventualiter sei die 

Angelegenheit zur Durchführung weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin 

B.a. 

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zurückzuweisen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 

Beschwerdegegnerin. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte die 

Beschwerdeführerin die Sistierung des Verfahrens bis zum Abschluss der Abklärungen 

durch die SWICA-Unfallversicherung (vgl. act. G 1. S. 2). Weiter beantragte sie die 

Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor Versicherungsgericht (act. G 1 S. 2 und G 

5 f.).

Mit Schreiben vom 28. September 2020 legte die Beschwerdegegnerin dar, 

weshalb aus ihrer Sicht eine Verfahrenssistierung nicht angezeigt sei (vgl. act. G 4).

B.b. 

Am 6. Oktober 2020 entsprach der verfahrensleitende Richter dem Gesuch um 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor 

Versicherungsgericht (act. G 7). Mit gleichentags verfasstem Schreiben sah er von einer 

Verfahrenssistierung einstweilen ab mit dem Hinweis, aufgrund der zu erwartenden 

Verfahrensdauer könne ohnehin davon ausgegangen werden, dass die 

Beschwerdeführerin auch ohne Sistierung Gelegenheit haben werde, die 

Abklärungsergebnisse der Unfallversicherung nachzureichen (vgl. act. G 8).

B.c. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 9. Dezember 2020 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 10).

B.d. 

In ihrer Replik vom 19. April 2021 hielt die Beschwerdeführerin an den in der 

Beschwerde gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich fest (act. G 16). Zusammen mit 

ihrer Beschwerde reichte sie ein im Auftrag der SWICA-Unfallversicherung von der 

SMAB AG St. Gallen am 29. Januar 2021 erstelltes Gutachten (act. G 16.2 f.) sowie 

weitere Unterlagen ein (vgl. act. G 16.1 und 16.4 ff.).

B.e. 

In ihrer Duplik vom 5. Mai 2021 hielt die Beschwerdegegnerin am in der 

Beschwerdeantwort gestellten Antrag fest (act. G 18) und gab eine RAD-

Stellungnahme vom 29. April 2021 zu den Akten (act. G 18.1), die in der Folge der 

Beschwerdeführerin zur allfälligen Stellungnahme zugestellt wurde (vgl. act. G 19).

B.f. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/25

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Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist die Höhe sowie der Beginn des Rentenanspruchs 

der Beschwerdeführerin.

2.  

Mit Schreiben vom 21. Juli 2021 reichte die Beschwerdegegnerin eine ergänzende 

Stellungnahme der SMAB AG vom 21. Juni 2021 sowie die Verfügung der SWICA-

Unfallversicherung vom 6. Juli 2021, mit welcher diese eine Leistungspflicht für die 

aktuell von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden mangels 

Kausalzusammenhangs abgelehnt hatte, ein (vgl. act. G 20 und 20.1). Die Eingaben 

wurden der Beschwerdeführerin zur Kenntnis gebracht (act. G 21).

B.g. 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen 

Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen 

Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Art. 16 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht ein Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/25

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3.  

von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im 

Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).

2.2. 

In beweisrechtlicher Hinsicht gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. 

Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an 

förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (BGE 125 V 

352 E. 3a). Der im Sozialversicherungsrecht geltende Untersuchungsgrundsatz 

schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im 

Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur 

insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. 

Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen 

Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 

Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen und 138 V 221 f. E. 6 

mit Hinweisen). Die Verwaltung resp. das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als 

bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im 

Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht 

etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen).

2.3. 

Zunächst ist zu prüfen, ob der Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin 

gestützt auf die Aktenlage überwiegend wahrscheinlich feststeht.

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/25

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Die Beschwerdegegnerin beruft sich in medizinischer Hinsicht in erster Linie auf 

das von ihr eingeholte BEGAZ-Gutachten (vgl. act. G 10). Demgegenüber ist die 

Beschwerdeführerin der Ansicht, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung der BEGAZ-

Sachverständigen mit Blick auf ihr gesamtes gesundheitliches Beschwerdebild nicht 

nachvollziehbar sei. Ihr werde im Gutachten infolge der neuropsychologischen 

Beeinträchtigung eine 70%ige Arbeitsfähigkeit für optimal angepasste Tätigkeiten 

attestiert. Die vorab bestehende Unkonzentriertheit und Vergesslichkeit sowie die 

fehlende Fähigkeit, in mehreren Bereichen gleichzeitig zu arbeiten, bildeten jedoch nur 

einen die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Aspekt. Zu wenig gewichtet werde, dass 

sie zusätzlich unter Schlafproblemen und Kopfschmerzen leide, weshalb sie tagsüber 

reduziert sei. Hinzu kämen ein cervicales Syndrom sowie cervicogene und 

lumbospondylogene Beschwerden, die ihre Möglichkeiten, mit den 

neuropsychologischen Einschränkungen umzugehen, zusätzlich einschränkten. Das 

gutachterlich festgelegte Zumutbarkeitsprofil und die attestierte Arbeitsfähigkeit von 70 

% trügen der Gesamtproblematik nicht genügend Rechnung (vgl. act. G 1 S. 4 f.).

3.2. 

In ihrem interdisziplinären Konsens haben die BEGAZ-Sachverständigen als 

Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kognitive Funktionsstörung bei 

Verdacht auf mikroangiopathisch bedingte Enzephalopathie und Leistungsminderung 

bei Schlafstörung unklarer Ätiologie genannt (IV-act. 146-9). Dass die Tagesmüdigkeit 

eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hat, haben die Sachverständigen somit 

ausdrücklich anerkannt und auch bei der Schätzung der Arbeitsfähigkeit 

berücksichtigt. Dies ergibt sich auch aus der von ihnen angeführten Begründung der 

Arbeitsfähigkeit. Sie haben unter anderem festgehalten, dass unter Berücksichtigung 

der neuropsychologischen Evaluation infolge der Tagesmüdigkeit und der kognitiven 

Funktionseinschränkung von einer 50%igen Leistungseinschränkung in der 

angestammten sowie in einer vergleichbaren anderen Tätigkeit auszugehen sei (IV-act. 

146-14). In einer angepassten Tätigkeit könne aus neuropsychologischer Sicht eine 

leichte bis mittelgradige Einschränkung attestiert werden. Es sei von einer 30%igen 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten auszugehen (IV-

act. 146-14 f.). Auch den von der Beschwerdeführerin angesprochenen cervicogenen 

und lumbospondylogenen Beschwerden haben die Sachverständigen im Rahmen der 

BEGAZ-Begutachtung Beachtung geschenkt. Sie haben diesen jedoch in 

nachvollziehbarer Weise keine eigenständige Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

beigemessen (vgl. IV-act. 146-10). Die Sachverständigen haben ihre Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit sodann unter Berücksichtigung des von der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung vorgegebenen, Indikatoren geleiteten Beweisverfahrens abgegeben, 

wobei auch den Ressourcen und Belastungsfaktoren der Beschwerdeführerin 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/25

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Beachtung geschenkt worden ist. Anhaltspunkte dafür, dass die orthopädischen 

Probleme bzw. die Schmerzproblematik oder sonstige wesentlichen Aspekte im 

Rahmen der Begutachtung unberücksichtigt geblieben wären, liegen nicht vor. 

Vielmehr erscheint das Gutachten als umfassend. Es trägt den von der 

Beschwerdeführerin geklagten Leiden ausreichend Rechnung. Auch beruht das 

Gutachten auf eigenständigen Abklärungen (vgl. IV-act. 146 ff.). Sodann leuchtet die 

gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung, wonach (spätestens) ab Juli 2018 in der 

angestammten Tätigkeit eine 50%ige und in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit 

eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege (vgl. IV-act. 146-12 ff.), angesichts der 

dargelegten medizinischen Zusammenhänge und der Beurteilung der medizinischen 

Situation ein, zumal sie auch mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Sachverständigen 

der SMAB AG übereinstimmt (vgl. act. G 16.2). Folglich kann darauf abgestellt werden.

Dass die Sachverständigen den Zeitpunkt für den Beginn der Arbeitsunfähigkeit 

auf Juli 2018 gelegt haben, leuchtet ein. Denn im Juli 2018 sind die kognitiven 

Einschränkungen der Beschwerdeführerin erstmals durch eine neuropsychologische 

Testung objektiviert worden (vgl. IV-act. 99-19 ff. und 113). Für die Zeit vor Juli 2018 

enthält das BEGAZ-Gutachten jedoch keine explizite, konsensuale Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit. Aus der Sicht einzelner Fachdisziplinen sind gewisse Verläufe 

festgehalten worden. Aus orthopädischer Sicht sind beispielsweise temporäre 

Arbeitsunfähigkeiten von sechs bis acht Wochen nach den jeweiligen operativen 

Arthroskopien attestiert worden. Aus psychiatrischer Sicht ist festgehalten worden, es 

sei anzunehmen, dass in der Vergangenheit zwar teilweise Arbeitsunfähigkeiten 

vorhanden gewesen seien, spätestens ab Mai 2018 jedoch wieder eine volle 

Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Schliesslich haben die Sachverständigen ausgeführt, 

dass anamnestisch Hinweise für kognitive Ursachen der eingetretenen 

Arbeitsunfähigkeit vorlägen. Das konkrete Ausmass der kognitiv bedingten 

Einschränkung müsse massgeblich unter Berücksichtigung der neuropsychologischen 

Abklärung beurteilt werden. Aus rein somatisch-neurologischen Gesichtspunkten 

bestehe keine Arbeitsunfähigkeit (vgl. IV-act. 146-13). Daraus ist zu schliessen, dass 

die Gutachter, die der Beschwerdeführerin ab Juli 2018 die 30%ige Arbeitsunfähigkeit 

in leidensangepassten Tätigkeiten im Wesentlichen gestützt auf die 

neuropsychologischen Einschränkungen attestiert haben, nicht in der Lage gewesen 

sind, die Ursache der kognitiven Defizite und damit auch deren Beginn exakt zu 

eruieren. Über die genauen Ursachen der neuropsychologischen Einschränkungen sind 

sich auch die behandelnden Ärzte nicht im Klaren (vgl. dazu insbesondere IV-act. 

99-15 ff.). Im neuropsychologischen Fachgutachten der SMAB AG ist ebenfalls 

festgehalten worden, dass aus neuropsychologischer Sicht keine Angaben über die 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/25

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Ursächlichkeit der kognitiven Störungen gemacht werden könnten (vgl. act. G 16.3-14). 

Retrospektiv könne aufgrund der neuropsychologischen Vorbefunde vom .__ Juli 2018 

und .__ September 2019 davon ausgegangen werden, dass es seither zu keiner 

Veränderung gekommen sei. Angaben zum Zeitraum vor der ersten 

neuropsychologischen Untersuchung könnten aus neuropsychologischer Sicht nicht 

gemacht werden (vgl. act. G 16.3-15, unten).

Ob die kognitiven Einschränkungen der Beschwerdeführerin und die damit 

einhergehende Arbeitsunfähigkeit bereits vor Juli 2018 vorhanden gewesen sind, lässt 

sich also nicht mit Sicherheit sagen. Unbestritten ist allerdings, dass bereits vor Juli 

2018 teilweise Arbeitsunfähigkeiten bestanden haben (vgl. dazu das BEGAZ-Gutachten 

IV-act. 146-13). Wie die Beschwerdeführerin zu Recht vorbringt (vgl. act. G 1 S. 5 f.), ist 

die Invalidenversicherung eine finale Versicherung. Die exakten Ursachen einer 

Arbeitsunfähigkeit sind für den Rentenanspruch grundsätzlich nicht relevant (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts vom 5. August 2020, 8C_207/2020, E. 5.2.2 mit Hinweisen; BGE 

127 V 299 E. 5a). Die Unklarheiten darüber, ob die Einschränkungen der 

Beschwerdeführerin zunächst auf einer psychischen, namentlich einer depressiven 

Symptomatik beruht haben oder ob schon seit Beginn der geltend gemachten 

Beeinträchtigungen die neuropsychologischen Probleme, psychischen oder 

somatischen Ursprungs, im Vordergrund gestanden haben, stehen einem 

Rentenanspruch somit grundsätzlich nicht entgegen. In medizinischer Hinsicht 

entscheidend für den Beginn des Rentenanspruchs ist, ab welchem Zeitpunkt mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 % 

vorgelegen hat und wie lange diese angedauert hat (vgl. Art. 28 Abs. 1 IVG).

3.5. 

Die Beschwerdeführerin ist von Dr. C.___ zwischen dem 15. und 25. Juli 2015 zu 

100 % (IV-act. 23-12), vom 27. Juli bis 31. August 2015 zu 50 % (IV-act. 23-13 f.) und 

ab dem 1. September 2015 wiederum zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden 

(vgl. IV-act. 23-16 ff.). Zwischen dem 22. Oktober und 20. November 2015 hat sich die 

Beschwerdeführerin stationär in der Klinik D.___ aufgehalten (IV-act. 24), weshalb für 

diesen Zeitraum naturgemäss von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist. Die 

Behandelnden der Klinik D.___ haben zwischen dem 22. Oktober und 4. Dezember 

2015 auch explizit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (vgl. IV-act. 24-5). 

Zwischen dem 11. Januar und 5. Februar 2016 hat die Beschwerdeführerin in 

tagesklinischer Behandlung der Klinik E.___ gestanden (vgl. IV-act. 37-2) und dort 

anschliessend eine ambulante Therapie weitergeführt, wobei ihr weiterhin eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden ist (vgl. IV-act. 37-4). Am 25. April und 17. 

Juni 2016 hat sich die Beschwerdeführerin zwei Kniearthroskopien unterziehen müssen 

3.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/25

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(vgl. IV-act. 54-17 ff. und 54-21 ff.), die gemäss Einschätzung des orthopädischen 

BEGAZ-Gutachters jeweils sechs- bis achtwöchige Phasen von Arbeitsunfähigkeit 

nach sich gezogen haben (vgl. IV-act. 146-13). Noch im September 2016 hat die 

psychologische Behandlerin der Klinik E.___ eine Arbeitsfähigkeit erst im geschützten 

Rahmen in einem Pensum von 50 % für möglich gehalten (vgl. IV-act. 27-1 und 31), 

wobei sie diese Einschätzung in Absprache mit der zuständigen Psychiaterin und Dr. 

C.___ noch im selben Monat revidiert hat. Eine Eingliederung ist aufgrund der 

psychischen und somatischen Gesamtsituation noch für verführt erachtet worden (vgl. 

IV-act. 32). Der RAD hat diese Einschätzung in einer Stellungnahme vom 29. 

September 2016 geteilt und damit gerechnet, dass anfangs des Jahres 2017 ein 

Eingliederungsversuch im geschützten Rahmen mit einer Präsenzzeit von 50 % 

gestartet werden könne (vgl. IV-act. 32-1). In einem Bericht vom 3. Januar 2017 haben 

die Behandler der Klinik E.___ die bis zu diesem Zeitpunkt bestehende 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit bestätigt (vgl. IV-act. 37-4), ab Januar 2017 aber eine 

leidensangepasste Tätigkeit für rund vier Stunden täglich und ab ca. Februar 2017 in 

einem Pensum von 50 % für möglich gehalten. Von einem geschützten Rahmen haben 

sie nicht mehr gesprochen (vgl. IV-act- 37-5) und als Diagnose einen Status nach einer 

rezidivierenden depressiven Störung angegeben (vgl. IV-act. 37-2). Folglich ist 

anzunehmen, dass mindestens bis Dezember 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

bestanden hat, ab anfangs des Jahres 2017 aber zumindest aus psychiatrischer Sicht 

wieder eine Teilarbeitsfähigkeit vorgelegen hat.

Für die Zeit zwischen Januar 2017 und Juli 2018 ergibt sich aufgrund der 

Aktenlage kein eindeutiges Bild bezüglich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. 

Einerseits existiert die soeben erwähnte Einschätzung der Behandelnden der Klinik 

E.___, wonach ab Januar bzw. Februar 2017 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit 

auszugehen sei. Die Beschwerdeführerin ist denn auch im Juni 2017 zu einem 

Erstgespräch im RAV erschienen (vgl. IV-act. 42) und die psychiatrische Behandlung ist 

im Juni 2017 komplett eingestellt worden (vgl. IV-act. 73-2 f.), wobei die Gründe hierfür 

nicht ganz klar sind (vgl. dazu IV-act. 71 und 73-2 f.). Andererseits scheint die 

Beschwerdeführerin subjektiv bereits im Frühling 2017 wieder eine Verschlechterung 

ihres Gesundheitszustandes bemerkt zu haben, wobei es nach ihren Angaben neu zu 

Schwindelanfällen und Sehstörungen gekommen ist (vgl. IV-act. 55-3). Im Juli 2017 ist 

ein Vitamin B12-Mangel festgestellt worden, der nach Einschätzung von Dr. G.___ 

durchaus auch für eine Verschlechterung der kognitiven Situation verantwortlich 

gewesen sein könnte. Er hat unter anderem die Diagnose einer funikulären Myelose in 

den Raum gestellt (vgl. IV-act. 54-6 und 65-6 f.). Durch die Vitaminsubstitution scheint 

es dann allerdings zu keiner wesentlichen Verbesserung gekommen zu sein. Im 

3.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/25

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Gegenteil hat die Beschwerdeführerin anlässlich einer Vorstellung bei Dr. G.___ vom 

14. August 2017 eine Verschlechterung bemerkt (vgl. IV-act. 65-6 f.), wobei die 

anschliessend durchgeführte MRT-Untersuchung des Neurokraniums vom 17. August 

2017 stationäre Marklagergliosen gezeigt hat (vgl. IV-act. 54-11 und 65-7). Dr. G.___ ist 

im August 2017 wiederum von einer depressiven Symptomatik ausgegangen. Aus 

diesem Grund hat er eine neuropsychologische Abklärung zu diesem Zeitpunkt nicht 

als zielführend erachtet (vgl. IV-act. 65-7). Ab Januar 2018 hat die Beschwerdeführerin 

daher erneut eine psychiatrische bzw. psychologische Behandlung aufgenommen. Die 

Behandler haben ihr ab dann aus psychiatrischer Sicht eine 50-60%ige 

Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit attestiert. Zur Überprüfung der 

Arbeitsfähigkeit haben sie Abklärungsmassnahmen im geschützten Rahmen empfohlen 

(vgl. IV-act. 84). Im Mai 2018 ist die psychiatrische Behandlung bereits wieder 

abgebrochen worden (vgl. IV-act. 116-4, unten), weshalb die BEGAZ-Gutachter davon 

ausgehen, dass spätestens ab diesem Zeitpunkt wieder eine volle Arbeitsfähigkeit aus 

psychiatrischer Sicht bestanden habe (vgl. IV-act. 146-13). Dies ist denkbar, geht aber 

aus den Akten nicht schlüssig hervor, zumal sich die Ärzte über die psychische 

Komponente der neuropsychologischen Störungen gerade nicht einig sind (vgl. dazu 

namentlich IV-act. 99-14 ff., 108, 126, 160 und 183 ff.). Wie bereits erwähnt, scheint 

auch den BEGAZ-Gutachtern die Ursache der neuropsychologischen 

Einschränkungen, für die sie ab Juli 2018 eine Arbeitsunfähigkeit attestiert haben, nicht 

eindeutig klar zu sein, weshalb sie sich eben nicht explizit zur Arbeitsfähigkeit vor Juli 

2018 geäussert haben (vgl. IV-act. 146-12 ff.). Da die Beschwerdeführerin die 

Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeitsprobleme aktenkundig bereits im Juli 

2015 beklagt hatte (vgl. IV-act. 54-26 ff. und 160), sodass bereits anfangs 2016 eine 

neuropsychologische Abklärung angedacht, aber wegen fehlender Kostengutsprache 

durch die Krankenversicherung infolge von Prämienausständen nicht durchgeführt 

worden war (vgl. IV-act. 19-1, 20-2 und 30-1), und insbesondere, weil Dr. G.___ bereits 

im Juli 2017 kognitive Störungen festgestellt hat (vgl. IV-act. 54-6 und 65-6 ff.), ist es 

als überwiegend wahrscheinlich einzustufen, dass die erstmals im Juli 2018 im Rahmen 

einer neuropsychologischen Abklärung festgestellten kognitiven Einschränkungen (vgl. 

IV-act. 99-19 ff. und 113) im Januar 2017 bereits vorhanden gewesen sind. Daher 

rechtfertigt es sich, die von den Gutachtern attestierte 30%ige Arbeitsunfähigkeit in 

leidensangepassten Tätigkeiten bereits ab Januar 2017 anzunehmen (vgl. IV-act. 

146-15). Ob darüber hinaus im Zeitraum von Januar 2017 bis Juli 2018 (z.B. wegen des 

Vitamin B12-Mangels) noch eine höhere Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hat, dürfte sich 

retrospektiv nicht mehr schlüssig feststellen lassen, wie auch die Begutachtung bei der 

BEGAZ gezeigt hat (vgl. IV-act. 146 ff.), weshalb von weiteren diesbezüglichen 

Abklärungen abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 136 I 236 ff. E. 5.3 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/25

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4.  

und 5.5 mit weiteren Hinweisen). Ob im Zeitraum zwischen Januar 2017 und Juli 2018 

noch eine höhere als die 30%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden hat, bleibt somit 

beweislos. Die Folgen der Beweislosigkeit hat die Beschwerdeführerin zu tragen (vgl. 

E. 2.3).

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass ab dem 15. Juli 2015 (abgesehen von 

einem kurzen, nicht wesentlichen Unterbruch mit 50%iger Arbeitsunfähigkeit zwischen 

Ende Juli und August 2015; vgl. IV-act. 23-13 f.) bis 31. Dezember 2016 von einer 

100%igen Arbeitsunfähigkeit und ab Januar 2017 von einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit 

in leidensangepassten Tätigkeiten auszugehen ist.

3.8. 

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin den von der 

Beschwerdegegnerin auf den 1. Juli 2019 festgesetzten Beginn des Rentenanspruchs 

zu Recht kritisiert (vgl. act. G 1 S. 5 f.). Die IV-Anmeldung der Beschwerdeführerin ist 

bei der Beschwerdegegnerin nämlich bereits am 26. Januar 2016 eingegangen (vgl. IV-

act. 1). Der frühestmögliche Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs im Sinne von Art. 

29 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 IVG fällt somit auf den 1. Juli 2016. Da das Wartejahr i.S.v. Art. 

28 Abs. 1 IVG nach obigen Feststellungen (vgl. E. 3.8) am 15. Juli 2015 seinen Lauf 

genommen und am 15. Juli 2016 verstrichen ist, steht es einem Rentenbeginn am 1. 

Juli 2016 nicht entgegen (vgl. Art. 29 Abs. 3 IVG). Der Rentenbeginn ist demnach auf 

den 1. Juli 2016 festzusetzen.

3.9. 

In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin die ihr 

verbliebene Restarbeitsfähigkeit von 70 % in leidensangepassten Tätigkeiten noch 

sozialpraktisch verwerten kann. Sie macht in ihrer Replik nämlich geltend, bei allen 

ihren Einschränkungen und den damit vorprogrammierten Fehlleistungen könne nicht 

davon ausgegangen werden, dass ihre Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt noch 

nachgefragt werde (vgl. act. G 16 S. 3 f.).

4.1. 

Die Zumutbarkeit der Ausschöpfung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit ist unter 

Annahme eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes zu bestimmen. Der Begriff des 

ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 ATSG ist ein theoretischer und 

abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt (BGE 134 

V 70 f. E. 4.2.1). Er umschliesst einerseits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem 

Angebot von Stellen und der Nachfrage nach solchen. Andererseits bezeichnet er einen 

Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen 

offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und 

intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/25

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110 V 276 E. 4b; Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 

2.2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 3. Dezember 2003, I 

349/01, mit Hinweisen). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte 

Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen mit einem 

sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers gerechnet werden kann (Urteil 

des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2.2 mit Hinweis auf 

Urteil vom 29. August 2007, 9C_95/2007, E. 4.3). Von einer Arbeitsgelegenheit kann 

allerdings nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so 

eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch 

nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines 

durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden 

Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts 

vom 28. April 2010, 8C_1050/2009, E 3.3 mit weiteren Hinweisen).

Gemäss dem von den BEGAZ-Sachverständigen definierten Zumutbarkeitsprofil ist 

ein kaufmännisches Anforderungsprofil im Back-Office zu empfehlen mit 

Arbeitsabläufen, die nach vorgegebenem Muster exakt, aber ohne verstärkten 

äusseren Zeitdruck abgearbeitet und kontrolliert werden können. Wo erforderlich, 

könnten Hilfsmittel eingesetzt werden (z.B. Checklisten, schriftlich festgehaltene 

Aufträge und To-do-Listen), die konsequent angewendet werden sollten. Komplexere 

figural-räumliche Anforderungen, bei denen die Defizite der Beschwerdeführerin 

hinderlich wären, sind gemäss den BEGAZ-Sachverständigen bei kaufmännischen 

Tätigkeiten nicht zu erwarten (vgl. IV-act. 146-14). Weshalb eine solche Tätigkeit auf 

dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt, der sogar Stellen mit sozialem 

Entgegenkommen des Arbeitgebers umfasst (vgl. E. 4.2), nicht auffindbar sein sollte, 

legt die Beschwerdeführerin nicht dar. Es ist anzunehmen, dass der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt gerade im kaufmännischen Bereich eine Vielzahl verschiedener Stellen 

mit unterschiedlichen Arbeitsabläufen und Anforderungen bereithält. Folglich erscheint 

die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit jedenfalls nicht als ausgeschlossen. Etwas 

anderes ergibt sich auch nicht aus dem im Beschwerdeverfahren eingereichten 

Gutachten der SMAB AG, wonach Tätigkeiten zumutbar sind, welche keine hohen 

Anforderungen an die verbale Lern- und Gedächtnisleistung für Einzelinformationen, an 

die Aktvierungsbereitschaft (Reaktionsgeschwindigkeit), an die fokussierte 

Aufmerksamkeit (Konzentrationsfähigkeit), an die geteilte Aufmerksamkeit, an die 

verbale Ideenproduktion, an die visuelle Explorationsfähigkeit bzw. visuell-räumliche 

Aufmerksamkeitsausrichtung, an die Handlungsplanung und an die Belastbarkeit 

stellen (act. G 16.2-43). Trotz dieser als beachtlich imponierenden Einschränkungen 

kann die Beschwerdeführerin gemäss dem Gutachten der SMAB AG nämlich neue 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/25

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5.  

sprachliche Informationen mit Kontext (Geschichten, Texte mit Zusammenhang) 

aufnehmen und längerfristig behalten. Auch figurale Informationen könnten 

aufgenommen und längerfristig behalten werden. Weiter heisst es im Gutachten, die 

Beschwerdeführerin könne mehrere Informationen temporär speichern, aktiv halten und 

damit manipulieren. Auch könne die Beschwerdeführerin auf Gegebenheiten reagieren, 

sei jedoch in den Reaktionen verlangsamt. Sie könne sich zwar auf eine Aufgabe oder 

Tätigkeit konzentrieren, die Fehlerkontrolle sei unauffällig, jedoch benötige sie aufgrund 

der Konzentrationsschwierigkeiten mehr Zeit. Sie könne Ideen generieren, verbale 

Impulse unterdrücken und auch flexibel von einer Aufgabe zur anderen wechseln und 

Aufgaben lösen, welche Anforderungen an das logische Denken stellten (vgl. act. G 

16.2-10). Die Beschwerdeführerin verfügt somit auch nach der Einschätzung der 

SMAB-Sachverständigen über beträchtliche Ressourcen. Weshalb deren 

Verwertbarkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausgeschlossen sein sollte, ist 

nicht ersichtlich.

Ausgehend von der ermittelten Arbeitsfähigkeit bleiben die erwerblichen 

Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Dabei ist der Invaliditätsgrad 

anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.1). Entscheidend für den 

Einkommensvergleich sind grundsätzlich die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns 

des Rentenanspruchs (vgl. BGE 129 V 222). Massgebend ist somit das Jahr 2016 (vgl. 

E. 3.9).

5.1. 

Für das Valideneinkommen ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund 

ihrer beruflichen und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen 

Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; 

BGE 135 V 59 E. 3.1 und 139 V 30 E. 3.3.2, je mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin 

hat sich zur Ermittlung des Valideneinkommens auf das von der Beschwerdeführerin im 

Jahr 2014 gemäss Auszug aus dem individuellen Konto der Sozialversicherungsanstalt 

(SVA) erzielte Einkommen gestützt und dieses der Nominallohnentwicklung bis zum 

Jahr 2016 angepasst (vgl. IV-act. 163 und 7-1). Das so ermittelte Valideneinkommen 

von Fr. 67'590.-- ist nicht zu beanstanden (vgl. IV-act. 163-1 und 197-1).

5.2. 

Für das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin auf den statistischen 

Jahresverdienst der im Kompetenzniveau 1 tätigen Frauen gemäss der 

schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2016 

abgestellt und diesen der 70%igen Arbeitsfähigkeit angepasst (vgl. IV-act. 163-1 und 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/25

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197-1), was nicht zu beanstanden ist. Das gewählte Kompetenzniveau ist passend, da 

die Beschwerdeführerin nur in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit eine 

Arbeitsfähigkeit von 70 % erreichen kann (vgl. IV-act. 146-12 ff.). Ausgehend von der 

Tabelle TA1 der LSE 2016 ergibt sich auf der Basis eines Arbeitspensums von 100 % 

und angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden ein 

Jahresgehalt von gerundet Fr. 54'581.-- (Fr. 4'363.-- x 12 = Fr. 52'356.--; Fr. 52'365.-- / 

40 x 41.7 = gerundet Fr. 54'581.--). Angepasst an die 70%ige Arbeitsfähigkeit, wie sie 

ab Januar 2017 anzunehmen ist (vgl. E. 3.8), resultiert ein jährliches 

Invalideneinkommen von gerundet Fr. 38'207.--. Weshalb die Beschwerdegegnerin auf 

ein um wenige Franken abweichendes Invalideneinkommen von Fr. 38'203.-- 

gekommen ist (vgl. IV-act. 163-1 und 197-1), erschliesst sich dem Gericht nicht. 

Gründe, die im konkreten Fall einen Tabellenlohnabzug rechtfertigen würden, sind 

vorliegend entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht ersichtlich und werden 

von ihr auch nicht dargelegt. Der Hinweis auf allgemein gehaltene Studien ohne 

Bezugnahme zum konkreten Fall vermag nichts Gegenteiliges aufzuzeigen (vgl. act. G 

16 S. 4 f.). Der etwas verlangsamten Arbeitsweise der Beschwerdeführerin ist bereits 

im Rahmen der attestierten 30%igen Arbeitsunfähigkeit Rechnung getragen worden 

(vgl. IV-act. 146-14). Dem Umstand, dass sie in einer angepassten Tätigkeit arbeiten 

muss, um eine Arbeitsfähigkeit von 70 % zu erreichen (vgl. IV-act. 146-12 ff.), ist 

überdies durch das Heranziehen des LSE-Tabellenlohns für Tätigkeiten im 

Kompetenzniveau 1 Beachtung geschenkt worden. Demnach ist für die Zeit ab Januar 

2017 von einem Invalideneinkommen von Fr. 38'207.-- auszugehen. Für die Zeit 

zwischen dem 15. Juli 2015 und 31. Dezember 2016 ist das Invalideneinkommen auf 

Fr. 0.-- festzusetzen, da in diesem Zeitraum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

anzunehmen ist (vgl. E. 3.8).

Bei einer Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt sich für 

den Zeitraum zwischen dem 15. Juli 2015 und dem 31. Dezember 2016 eine 

Erwerbseinbusse von Fr. 67'590.-- und ein Invaliditätsgrad von 100 %. Ab Januar 2017 

beträgt die Erwerbseinbusse Fr. 29'383.-- (Fr. 67'590.-- minus Fr. 38'207.--), sodass 

ein Invaliditätsgrad von gerundet 43 % (Fr. 29'383.-- x 100 / Fr. 67'590.--) resultiert. 

Folglich hat die Beschwerdeführerin von Juli bis Dezember 2016 Anspruch auf eine 

ganze Invalidenrente und ab Januar 2017 noch auf eine Viertelsrente (bzgl. 

Arbeitsunfähigkeiten und Zeitpunkt Rentenbeginn vgl. E. 3.8 f.), wobei die ganze Rente 

aufgrund der Übergangsfrist von Art. 88a der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) noch bis zum 31. März 2017 auszubezahlen 

ist.

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/25

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6.  

7.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde teilweise gutzuheissen ist 

und die Beschwerdeführerin für die Dauer vom 1. Juli 2016 bis 31. März 2017 Anspruch 

auf eine ganze Invalidenrente und ab dem 1. April 2017 noch auf eine Viertelsrente hat. 

Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Da die 

Beschwerdeführerin mit ihrem Begehren bezüglich Rentenbeginn vollständig 

durchgedrungen ist und ihrem Begehren um Ausrichtung einer höheren Invalidenrente 

mindestens für einen begrenzten Zeitraum entsprochen wird, während sie mit ihrem 

Antrag um generelle Erhöhung der Rente unterlegen ist (zu den Anträgen vgl. act. G 1 

S. 2; bzgl. Rentenbeginn vgl. auch act. G 1 S. 6), rechtfertigt sich eine hälftige 

Aufteilung der Gerichtskosten, wobei die Beschwerdeführerin aufgrund der gewährten 

unentgeltlichen Rechtspflege von der Bezahlung ihres Anteils in der Höhe von Fr. 

300.-- zu befreien ist.

6.2. 

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). Im hier zu beurteilenden Fall erschiene bei vollem Obsiegen eine 

mittlere pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) als angemessen. Entsprechend dem Ausmass des Obsiegens ist die 

Parteientschädigung auf Fr. 2'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

festzusetzen. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin somit mit Fr. 

2'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Die Differenz zur 

Parteientschädigung, die bei vollem Obsiegen geschuldet wäre, bezahlt der Staat 

zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung, jedoch ist der Differenzbetrag (Fr. 

2'000.--) um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 

963.70]). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit 

Fr. 1'600.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/25

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Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung 

aufgehoben und der Beschwerdeführerin rückwirkend für die Zeit vom 1. Juli 2016 bis 

31. März 2017 eine ganze Invalidenrente und für die Zeit ab 1. April 2017 eine 

Viertelsrente zugesprochen. Die Sache wird zur Festsetzung und Ausrichtung der 

geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden den Parteien hälftig auferlegt, wobei die 

Beschwerdeführerin zufolge unentgeltlicher Rechtspflege von der Bezahlung befreit 

wird.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 2'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

4. Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 1'600.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 20.10.2021
	Art. 28 und 29 IVG: Gutachten beweiskräftig, enthält jedoch keine ausdrückliche retrospektive Arbeitsfähigkeitsschätzung. Würdigung ärztlicher Berichte und Festsetzung des Beginns der Arbeitsfähigkeit. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bejaht. Befristeter Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und auf eine unbefristete Viertelsrente. Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Oktober 2021, IV 2020/180). Das Bundesgericht ist auf die Beschwerde nicht eingetreten 8C_708/2023, 8C_713/2023.

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		2025-07-19T02:22:10+0200
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