# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9fd80a39-6e94-5328-930d-53a4a9b41794
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 19.08.2014 ZK1 2014 81
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2014-81_2014-08-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 19. August 2014 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 14 81 20. August 2014

(Mit Urteil 5A_732/2014 vom 26. Februar 2015 hat das Bundesgericht die gegen 
diesen Entscheid erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten 
war.)

Entscheid
I. Zivilkammer

Vorsitz Brunner
RichterInnen Michael Dürst und Schlenker
Aktuar ad hoc Bott

In der zivilrechtlichen Beschwerde

der X._____ und der Y._____, Beschwerdeführerinnen, beide vertreten durch 
Rechtsanwalt lic. iur. Willy Bolliger-Kunz, Bahnhofplatz 1, 5400 Baden,

gegen

den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden vom 20. 
Mai 2014, mitgeteilt am 22. Mai 2014, in Sachen der Beschwerdeführerin Y._____,

betreffend Errichtung Erziehungsbeistandschaft mit besonderen Vertretungs-
befugnissen etc.,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Am 6. März 2014 ging bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
(KESB) Nordbünden telefonisch eine Gefährdungsmeldung von A._____, Schul-
ratspräsidentin der Schule O.1_____, betreffend Y._____, geboren am 
_____2002, ein (vgl. Akten KESB act. 1). Am 7. März 2014 erhielt die KESB 
Nordbünden eine schriftliche Gefährdungsmeldung mit Beilagen von A._____ be-
treffend Y._____ (vgl. Akten KESB act. 10). In den Gefährdungsmeldungen und 
Beilagen wurde insbesondere ausgeführt, dass Y._____ innerhalb eines Jahres 
viermal die Schule gewechselt habe (O.3_____, O.4_____, O.2_____, O.1_____). 
Die Leistungen von Y._____ in der Schule würden nicht dem Stand der Klasse, in 
welcher sie sich momentan befinde (4. Primarklasse), entsprechen, zumal sie be-
reits die 1. Primarklasse repetiert habe. Y._____ brauche dringend angepasste 
Lernziele und vermutlich weitere Massnahmen, doch ihre Mutter X._____ weigere 
sich, eine schulpsychologische Abklärung durchführen zu lassen. X._____ habe 
anlässlich eines Gesprächs am 5. Dezember 2013 (vgl. Akten KESB act. 9) aus-
geführt, als Y._____ noch in O.3_____ zur Schule ging, sei sie aufgrund des Ver-
haltens einer Lehrperson traumatisiert worden. Seit Mitte Februar 2014 besuche 
Y._____ die Schule nicht mehr. Es sei zu befürchten, dass Y._____ den Schulun-
terricht in der Schule O.1_____ nicht mehr aufnehmen und mit ihrer Mutter 
X._____ wieder an einen neuen Ort umziehen werde.

B. Mit Schreiben vom 11. März 2014 teilte die KESB Nordbünden X._____ mit, 
dass sie aufgrund einer Meldung gestützt auf Art. 57 EGzZGB ein Abklärungsver-
fahren eröffnet habe (vgl. Akten KESB act. 11), und lud sie zu einer Anhörung ein.

C. Am 25. März 2014 wurde X._____ durch B._____ und C._____ von der 
KESB Nordbünden in Anwesenheit ihres Lebenspartners D._____ und der von 
X._____ zur Unterstützung in Schulrechtsfragen beigezogenen lic. iur. E._____ 
unter anderem zu ihrer aktuellen familiären Situation, zur möglichen Errichtung 
einer Erziehungsbeistandschaft sowie zur Haltung bezüglich eines Schulinternats 
angehört (vgl. Akten KESB act. 18). Anlässlich der Anhörung führte X._____ ins-
besondere aus,

– dass sie seit dem 1. Oktober 2013 zusammen mit ihrem Lebenspartner 
D._____ und ihrer Tochter Y._____ in O.1_____ wohnhaft sei und 60% im 
F._____ O.5_____ arbeite,

– dass D._____ 100% und ihre Mutter 80% arbeite,

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– dass ihre Tochter seit Mitte Februar 2014 nicht mehr zur Schule gehe, 

– dass Dr. med. G._____, Facharzt FMH für Kinder- und Jugendmedizin, gesagt 
habe, er könne nur die physische Gesundheit ihrer Tochter untersuchen,

– dass D._____ telefonisch mit Dr. med. H._____, Facharzt FMH für Psychiatrie 
und Psychotherapie, gesprochen habe,

– dass dieser ihm mitgeteilt habe, ihre Tochter müsse nicht zur Schule gehen,

– dass ihre Tochter in der Schule O.1_____ psychisch belastet gewesen sei,

– dass ihre Tochter von ihrem Lehrer in der Schule O.1_____ nicht respektvoll 
behandelt worden sei,

– dass sie selbst, D._____ und ihre Mutter ihre Tochter momentan zu Hause 
unterrichten würden,

– dass ihnen I._____ (ein befreundeter, pensionierter Lehrer) Unterrichtsmateri-
alien zur Verfügung stelle und Anweisungen gebe,

– dass sie nicht wisse, wo ihre Tochter zukünftig zur Schule gehen solle,

– dass sie ihre Tochter nicht vom Schulpsychologen untersuchen lassen wolle,

– dass sie selbst entscheiden wolle, von wem ihre Tochter behandelt werde,

– dass eine Erziehungsbeistandschaft nicht notwendig sei,

– dass sie keine Unterstützung von der KESB Nordbünden wolle,

– dass sie in der Lage sei, ihre Tochter selbst zu erziehen,

– und dass sie ihre Tochter niemals in einem Schulinternat unterbringen würde.

D. Am 27. März 2014 fand ein Telefongespräch zwischen C._____ und Dr. 
med. G._____ statt (vgl. Akten KESB act. 21). Letzterer führte dabei aus, dass er 
Y._____ seit vier Jahren nicht mehr behandelt habe. Kürzlich habe ihre Mutter mit 
ihm telefonisch einen Termin für einen Gesundheitscheck am 20. März 2014 ver-
einbart. Den Termin habe sie aufgrund einer Autopanne nicht wahrnehmen kön-
nen, weshalb er mit ihr einen neuen Termin am 4. April 2014 festgelegt habe. 
C._____ vereinbarte mit Dr. med. G._____, dass dieser sie telefonisch über das 
Gespräch und die Untersuchung am 4. April 2014 informieren solle. In der Folge 

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wurde auch der neu vereinbarte Termin vom 4. April 2014 von Y._____ und ihrer 
Mutter nicht wahrgenommen (vgl. Akten KESB act. 51).

E. Anlässlich des Telefongesprächs vom 31. März 2014 (vgl. Akten KESB act. 
26) führte Dr. med. H._____ gegenüber B._____ aus, er habe Y._____ erst einmal 
persönlich gesehen. Ein detailliertes Arztzeugnis vom 27. März 2014 (vgl. Akten 
KESB act. 40.4), mit welchem er bei Y._____ eine akute, reaktive Angsterkran-
kung nach Schultraumatisierung diagnostiziert und festgestellt hatte, dass sie seit 
dem 10. März 2014 nicht mehr in der Lage sei, dem normalen Schulunterricht zu 
folgen, sowie empfohlen hatte, bei ihr eine Sonderschulung zu Hause durch die 
Eltern bis Ende Sommerferien 2014 durchzuführen, wobei anschliessend mit einer 
Wiedereinschulung gerechnet werden könne, habe er der Mutter bereits zuge-
stellt. Y._____ leide an einer reaktiven Depression und solle momentan entlastet 
werden. Sie habe Antidepressiva-Medikamente erhalten und sei nicht dazu fähig 
in die Volksschule zu gehen. Ein stationärer Aufenthalt (z. B. im Therapiehaus 
J._____) sei möglich, dies habe er der Mutter aufgezeigt. Sie wolle dies jedoch 
nicht und habe ihm mitgeteilt, dass sie ihre Tochter zu Hause beschulen werde.

F. Am 25. März 2014 wurde Y._____ durch B._____ in der Familienwohnung 
in O.1_____ unter anderem zu ihrer aktuellen familiären Situation, zur möglichen 
Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft sowie zur Haltung bezüglich eines 
Schulinternats angehört (vgl. Akten KESB act. 30). Anlässlich der Anhörung führte 
Y._____ insbesondere aus,

– dass ihre Mutter montags, donnerstags und freitags ganztägig und D._____ 
100% arbeite,

– dass sie während der Arbeitstätigkeit von ihrer Mutter und D._____ von ihren 
Grosseltern (mütterlicherseits) betreut werde,

– dass sie auch von D._____ unterstützt werde,

– dass sie sich körperlich gesund und zu Hause wohl fühle,

– dass sie sich in der Schule O.1_____ insbesondere bei ihrem Klassenlehrer 
K._____ nicht wohl fühle, da dieser ihr nicht zuhöre, wenn sie etwas sage,

– dass ihre Handarbeitslehrerin nicht nett sei,

– dass sie sich wünsche, von ihrer Mutter und D._____ schulisch unterrichtet zu 
werden,

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– dass sie sich in ihrer Freizeit mit Kolleginnen aus O.1_____ und O.3_____ 
treffe, in die "Jugi" O.1_____ gehe, male oder in ihrem Zimmer Zeit verbringe,

– dass ihre Kolleginnen sie nicht zu ihrer Schulabsenz ausfragen würden,

– dass sie in O.3_____, als sie dort die erste Primarklasse besucht habe, eine 
Lehrerin gehabt habe, welche immer radiert und Seiten herausgerissen habe,

– dass es ihr in den anderen Klassen in O.3_____ und O.4_____ gut gefallen 
habe,

– dass in der Schule in O.2_____ eine Lehrerin immer schlechte Laune gehabt 
habe, was ihr nicht gefallen habe,

– dass sie sich von ihrem Lehrer wünsche, dass er ihr mehr am Arbeitsplatz hel-
fe, den Bauch nicht zeige, nicht herumsitze und sie nicht blossstelle,

– dass sie einmal zu Dr. med. H._____ gegangen sei,

– dass sie schon lange nicht mehr bei Dr. med. G._____ gewesen sei,

– dass sie sich wünsche, zu Hause von ihrer Mutter und D._____ unterrichtet zu 
werden, da sie sich dort wohl fühle,

– dass sie eher keine Erziehungsbeistandschaft brauche, da sie diesbezüglich 
nicht so ein gutes Gefühl habe,

– und dass sie nicht in ein Schulinternat wolle.

G. Mit Schreiben vom 4. April 2014 wurde X._____ zur Sitzung der KESB 
Nordbünden vom 20. Mai 2014 vorgeladen (vgl. Akten KESB act. 32). Gleichzeitig 
wurde sie über die Möglichkeit einer schriftlichen Stellungnahme bis zum 19. Mai 
2014 informiert und gebeten, die dem Schreiben beigelegte Erklärung bezüglich 
geplante Massnahmen sowie die Unterlagen zu ihren Einkommens- und Vermö-
gensverhältnissen einzureichen. In der Folge reichte X._____ keine der von ihr 
verlangten Unterlagen ein und liess sich auch anderweitig nicht zu ihrer Einkom-
mens- und Vermögenssituation vernehmen.

H. Mit Schreiben vom 1. April 2014 (vgl. Akten KESB act. 36) teilte K._____ 
X._____ mit, dass ihre Tochter Y._____ seit letztem Herbst seiner Klasse zugeteilt 
sei und er ihr an den beiden Standortgesprächen vom 5. Dezember 2013 und 11. 
Februar 2014 mitgeteilt habe, dass die schulischen Leistungen von Y._____ nicht 

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den Anforderungen einer 4. Regelklasse entsprechen würden. Y._____ bleibe 
dem Unterricht seit Februar 2014 fern. Er gehe davon aus, dass sich ihre Leistun-
gen seither nicht verändert hätten und nach wie vor im ungenügenden Bereich 
liegen würden. Deshalb müsse er ihr mitteilen, dass die Promotion von Y._____ 
für das Ende des Schuljahres 2013/2014 gefährdet sei.

I. Mit Schreiben vom 11. April 2014 (vgl. Akten KESB act. 40) und beigelegter 
Vollmacht vom 9. April 2014 (vgl. Akten KESB act. 40.1) informierte Rechtsanwalt 
lic. iur. Willy Bolliger-Kunz die KESB Nordbünden darüber, dass X._____ ihn mit 
der Vertretung und Wahrung ihrer Interessen in Bezug auf die Ereignisse um ihre 
Tochter Y._____ betraut habe, und beantragte Einsicht in die Akten der KESB 
Nordbünden.

J. Am 14. April 2014 fand ein Telefongespräch zwischen B._____ und 
L._____, dem Vater von Y._____, statt (vgl. Akten KESB act. 42). Letzterer führte 
dabei insbesondere aus, er sei von der Mutter X._____ und seiner Tochter 
Y._____ über die aktuelle Schulsituation seiner Tochter informiert worden und es 
sei schade, dass seine Tochter nicht in die Schule gehen könne oder wolle. Es sei 
jedoch nicht gut, wenn Druck auf seine Tochter ausgeübt werde. Seine Tochter 
sage ihm seit einem Jahr, dass es ihr in der Schule nicht mehr so gut gehe. Früher 
habe sie positiver von der Schule gesprochen. Er sei grundsätzlich der Ansicht, 
dass seine Tochter in einer Schule und nicht zu Hause unterrichtet werden solle.

K. Mit Schreiben vom 26. April 2014 informierte der Schulrat der Schule 
O.1_____ X._____ über gesetzlich mögliche Beschulungsvarianten der weiteren 
Beschulung von Y._____ (Sonderschulung, Sonderschulunterricht durch Erzie-
hungsberechtigte, Privatunterricht) und deren Voraussetzungen (vgl. Akten KESB 
act. 44.1).

L. Mit schriftlicher Stellungnahme vom 30. April 2014 (vgl. Akten KESB act. 
45) führte der Rechtsvertreter von X._____ aus, dass die KESB Nordbünden ge-
halten sei, den gesunden Menschenverstand zu beachten. Emotionalität dürfe 
nicht beachtet werden. Ein gutes Augenmass und Zurückhaltung seien bei allen 
Gefährdungsmeldungen angezeigt. Im konkreten Fall von Y._____ seien keine 
Massnahmen im Sinne des ZGB oder des Schulgesetzes und so weiter anzeigt. 
Der Fall sei ad acta zu legen.

M. Mit Schreiben vom 9. Mai 2014 an B._____ (vgl. Akten KESB act. 48) führte 
der Rechtsvertreter von X._____ aus, er und seine Mandantin würden an der Sit-
zung der KESB vom 20. Mai 2014 nicht teilnehmen. Im vorliegenden Fall würden 

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solche Sitzungen grundsätzlich keinen Sinn machen, da gar kein Handlungsbedarf 
bestehe. Die KESB Nordbünden mische sich in die inneren Angelegenheiten einer 
Familie ein, was ihr nicht zustehe.

N. Mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 20. Mai 2014 ordnete die KESB 
Nordbünden was folgt an:

"1. Für Y._____ wird eine Beistandschaft errichtet.

2. Der Beistand erhält folgende Aufgaben und Kompetenzen:

a. die Mutter und Y._____ im Rahmen einer 
Erziehungsbeistandschaft (Art. 308 Abs. 1 ZGB) angemessen zu 
beraten und tatkräftig zu unterstützen; insbesondere in den Be-
reichen:
- Erziehung/Schule
- (falls nötig) Unterstützung der Mutter in Suche nach alternativer 

Beschulungsmöglichkeit, falls Y._____ nicht mehr in die Schule 
in O.1_____ reintegriert werden kann;

- (falls nötig) Unterstützung der Mutter in der Sicherstellung der 
Finanzierung einer alternativen Beschulungsmöglichkeit;

- Gesundheit;

b. die Mutter im Rahmen einer Erziehungsbeistandschaft mit be-
sonderen Aufgaben (Art. 308 Abs. 2 ZGB) nötigenfalls in folgen-
den Bereichen zu vertreten:
- Erziehung/Schule
- (falls nötig) Unterstützung der Mutter bei der Suche nach alter-

nativer Beschulungsmöglichkeit, falls Y._____ nicht mehr in die 
Schule in O.1_____ reintegriert werden kann;

- (falls nötig) Unterstützung der Mutter in der Finanzierung der al-
ternativen Beschulungsmöglichkeit;

- Gesundheit;

c. sämtlichen Beteiligten in Kinderbelangen als Ansprechperson zur 
Verfügung zu stehen 

3. Der Mutter wird die Weisung erteilt (Art. 307 Abs. 3 ZGB):
- Y._____ bis spätestens bis 31. Mai 2014 beim Schulpsychologi-

schen Dienst Graubünden in O.3_____ für eine Abklärung anzu-
melden im Sinne der Erwägungen und nach Vorgabe von M._____ 
an einer schulpsychologischen Abklärung mitzuwirken.

4. M._____ (Schulpsychologischer Dienst Graubünden) wird im Rah-
men seiner Mitwirkungspflicht ersucht:
- die KESB und den Beistand unverzüglich zu informieren, falls die 

Mutter ihre Tochter nicht für die vorgesehene schulpsychologische 
Abklärung anmeldet und/oder Y._____ die Termine nicht wahr-
nimmt;

- der KESB und dem Beistand nach Beendigung der Abklärung, 
spätestens per Ende Juni 2014 einen Bericht über die Ab-
klärungsergebnisse einzureichen.

5. Der Beistand wird aufgefordert, unverzüglich nach Erhalt dieses 
Entscheids sich die zur Erfüllung der Aufgaben nötigen Kenntnisse 

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zu verschaffen und mit der Mutter und mit Y._____ persönlich Kon-
takt aufzunehmen.

6. Der Beistand wird aufgefordert:
- der KESB nach zwei Jahren einen schriftlichen Rechenschaftsbe-

richt (Ausführungen über die Entwicklung von Y._____ und die 
Ausübung der Beistandschaft) einzureichen;

- bei Hinweisen auf massgebliche Veränderungen der Lebensum-
stände von Y._____ während der Berichtsperiode die KESB mit 
einem Bericht zu informieren und allenfalls eine geeignete Anpas-
sung oder die Aufhebung der Massnahme zu beantragen.

7. Die Mutter und Y._____ haben sich weder mündlich noch schriftlich 
zu ihrem Vorschlagsrecht (eigener Vorschlag oder Einverständnis 
mit der Einsetzung einer professionellen Betreuungsperson der Be-
rufsbeistandschaft O.5_____) geäussert. Nach Absprache mit deren 
Leitung wird N._____ (geb. _____1981, von O.6_____ / Berufsbei-
standschaft O.5_____) zum Beistand für Y._____ ernannt.

8. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 1ʻ962.50 festgesetzt und 
X._____ (Mutter von Y._____) auferlegt. Sie sind innert 30 Tagen 
zu bezahlen.

9. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Mitteilung 
schriftlich und begründet Beschwerde beim Kantonsgericht von 
Graubünden, Poststrasse 14, 7002 Chur, erhoben werden (Art. 314 
Abs. 1 i.V.m. Art. 450 ff. ZGB, Art. 60 Abs. 1 EGzZGB). Die Be-
schwerde hat keine aufschiebende Wirkung (Art. 450c ZGB).

10. (Mitteilung)."

Begründend wurde insbesondere ausgeführt, Y._____ besuche seit Februar 2014 
keinen Schulunterricht mehr. Dr. med. H._____ habe nach sehr kurzer Behand-
lungszeit (eine Woche) mit Arztzeugnis vom 27. März 2014 bei Y._____ eine aku-
te, reaktive Angsterkrankung nach Schultraumatisierung diagnostiziert und festge-
stellt, dass sie seit dem 10. März 2014 nicht mehr in der Lage sei, dem normalen 
Schulunterricht zu folgen. Des Weiteren habe er empfohlen, bei ihr eine Sonder-
schulung zu Hause durch die Eltern bis Ende Sommerferien 2014 durchzuführen. 
Sein Vorschlag, Y._____ könnte für weitere Abklärungen in das Therapiehaus 
J._____ eintreten, habe X._____ abgelehnt. Da Y._____ nun schon länger der 
Schule fernbleibe und keine Anzeichen dafür vorliegen würden, dass bei ihr weite-
re medizinische Abklärungen getätigt worden seien, sowie aufgrund der fehlenden 
Einsichts- und Kooperationsbereitschaft ihrer Mutter X._____ sei aktuell von einer 
erheblichen Kindeswohlgefährdung auszugehen. Zwar seien X._____, D._____ 
und Y._____ der Meinung, die Beschulung durch Familienangehörige mit Unter-
stützung des pensionierten Lehrers I._____ fange diesbezügliche Risiken auf. Es 
sei jedoch klar, dass die zur Beschulung von Y._____ zu Hause beigezogenen 
Familienangehörigen nicht die fachlichen Voraussetzungen mitbringen würden, 
um ihr einen rechtmässigen Privatunterricht gewähren zu können. Es bleibe uner-

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klärlich, weshalb sich X._____ zu den angebotenen alternativen Beschulungsopti-
onen gegenüber der Schule nicht äussere, Gesprächstermine nicht einhalte und 
eine Zusammenarbeit mit der Schule inzwischen vollständig verweigere. Das Wohl 
von Y._____ sei ernsthaft gefährdet und die nötige Unterstützung sei von einer 
Fachperson zu erbringen, da sich bisherige Anstrengungen im freiwilligen Bereich 
nicht als ausreichend erwiesen hätten. Für Y._____ sei deshalb eine Beistand-
schaft zu errichten (vgl. Akten KESB act. 61).

O. Mit Schreiben vom 28. Mai 2014 teilte K._____ X._____ mit, dass Y._____ 
für das kommende Schuljahr (2014/2015) nicht promoviert sei und die 4. Klasse 
wiederholen müsse (vgl. act. B. 7). Begründend führte er aus, er habe X._____ mit 
Schreiben vom 1. April 2014 fristgerecht darüber informiert, dass die Promotion 
von Y._____ in die 5. Klasse gefährdet sei, da ihre schulischen Leistungen im ers-
ten Semester des Schuljahres 2013/2014 nicht den Anforderungen der 4. Regel-
klasse entsprochen hätten. Y._____ habe den Schulunterricht im zweiten Semes-
ter des Schuljahres 2013/2014 lediglich während der ersten beiden Wochen be-
sucht und er habe keine Kenntnisse über ihre aktuellen schulischen Leistungen.

P. Mit E-Mail vom 6. Juni 2014 an B._____ führte der mit Entscheid der KESB 
Nordbünden vom 20. Mai 2014 mit der Durchführung einer schulpsycho-logischen 
Abklärung bei Y._____ beauftrage M._____, Psychologe FSP, Leiter Schulpsy-
chologischer Dienst Graubünden, aus, X._____ habe ihm telefonisch mitgeteilt, 
dass sie aktuell keinen Termin mit ihm vereinbaren wolle (vgl. Akten KESB act. 
67).

Q. Gegen den Entscheid der KESB Nordbünden vom 20. Mai 2014 liessen 
X._____ und Y._____ mit Eingabe vom 20. Juni 2014 Beschwerde beim Kantons-
gericht von Graubünden erheben (vgl. act. A. 1) und stellten folgende Anträge:

"1. Es sei der Entscheid der KESB Nordbünden vom 20.05.2014 voll-
umfänglich aufzuheben.

2. ev. Es sei festzustellen, dass i.S. Y._____ (geb. _____2002) keine Bei-
standschaft errichtet werden darf und keine Kindesschutzmass-
nahmen verfügt werden dürfen.

3. Es sei der vorliegenden Beschwerde – gemäss Art. 450c ZGB – die 
aufschiebende Wirkung zu erteilen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. Gewährung unent-
geltliche Rechtspflege für die Gerichtskosten i.S.v. Art. 118 Abs. 1 
lit. a und b ZPO). "

R. Die KESB Nordbünden reichte am 25. Juli 2014 ihre Beschwerdeantwort 
ein (vgl. act. A. 2) und beantragte:

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"1. Die Beschwerde sei bezüglich Rechtsbegehren 1 und evtl. 2 abzu-
weisen, sofern darauf eingetreten werden kann.

2. Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung (Ziff. 3 des 
Rechtsbegehrens) sei abzuweisen.

3. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien nach Gesetz zu verle-
gen."

S. Auf die weiteren Ausführungen in den Akten und im angefochtenen Ent-
scheid sowie auf die Begründungen in der Beschwerde und der Beschwerdeant-
wort wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Im vorliegenden Fall geht es um ein Kindesschutzverfahren gemäss Art. 
307 ff. ZGB. Dabei sind die Bestimmungen über das Verfahren vor der Erwachse-
nenschutzbehörde sinngemäss anwendbar (Art. 314 Abs. 1 ZGB). Zu beachten 
sind somit die Verfahrensbestimmungen von Art. 450 ff. ZGB, welche im Rahmen 
des neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrechts am 1. Januar 2013 in Kraft ge-
treten sind.

2.a) Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der Erwachsenen-
schutzbehörde beim zuständigen Gericht Beschwerde erhoben werden. Nach 
Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 
210.100) ist das Kantonsgericht von Graubünden die einzige kantonale Be-
schwerdeinstanz. Zur Beschwerde legitimiert sind nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB 
die am Verfahren beteiligten Personen und damit in erster Linie die von der An-
ordnung der KESB direkt betroffene Person, wobei im Bereich des Kindesschut-
zes nebst den Kindern auch deren Eltern betroffene Personen sein können (Daniel 
Steck, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, 
Basel 2012, N 29 zu Art. 450 ZGB; Hermann Schmid, Erwachsenenschutz   
Kommentar, Zürich/St. Gallen 2010, N 21 zu Art. 450 ZGB). Y._____ ist als unmit-
telbar Betroffene des Entscheids klar zu dessen Anfechtung legitimiert. Dies gilt 
nach dem Gesagten auch für ihre Mutter X._____.

b) Die Beschwerdefrist beträgt gemäss Art. 450b Abs. 1 ZGB dreissig Tage 
seit Mitteilung des Entscheids der KESB. Die Beschwerde ist beim Gericht schrift-
lich und begründet einzureichen (Art. 450 Abs. 3 ZGB), wobei in formeller Hinsicht 
keine hohen Anforderungen gestellt werden dürfen (Botschaft zur Änderung des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und  

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Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBI 2006 7001, S. 7085; Steck, a.a.O., N 42 zu 
Art. 450 ZGB). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen reichte innert der 
Rechtsmittelfrist eine schriftliche und begründete Beschwerde beim Kantons-
gericht von Graubünden ein, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.

c) Die Beschwerde hat aufschiebende Wirkung, sofern die Erwachsenen-
schutzbehörde oder die gerichtliche Beschwerdeinstanz nichts anderes verfügt 
(Art. 450c ZGB). Vorliegend wurde die aufschiebende Wirkung des Rechtsmittels 
gemäss Ziffer 9 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids entzogen. Das in 
der Beschwerde gestellte Gesuch um (Wieder-) Erteilung der aufschiebenden 
Wirkung wird durch die Mitteilung des Hauptentscheids obsolet.

3.a) Für das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz gelten primär 
die bundesrechtlichen Verfahrensbestimmungen des ZGB und subsidiär die vom 
Kanton erlassenen Verfahrensbestimmungen. Sofern weder das ZGB noch das 
EGzZGB etwas geregelt haben, sind die Schweizerische Zivilprozessordnung 
(ZPO; SR 272) sowie die entsprechenden kantonalen Ausführungsbestimmungen 
sinngemäss anwendbar (Art. 450f ZGB und Art. 60 Abs. 2 EGzZGB). Demnach 
kann die Rechtsmittelinstanz gemäss Art. 316 Abs. 1 bzw. Art. 327 Abs. 2 ZPO 
aufgrund der Akten und ohne Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung 
entscheiden.

b) Zu beachten sind im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz die 
allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. 
ZGB), soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften 
enthält (Steck, a.a.O., N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in 
Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime 
und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von 
Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze 
bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde und erstreckt sich nach dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch 
auf die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (Christoph Au-
er/Michèle Marti, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachse-
nenschutz, Basel 2012, N 1 zu Art. 446 ZGB mit weiteren Hinweisen; Schmid, 
a.a.O., N 7 zu Art. 446 ZGB; Daniel Steck, in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler, Fam-
Kommentar Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 7 zu Art. 446 ZGB). Da die Behör-
de nur erforderliche Massnahmen verfügen darf und das Recht von Amtes wegen 
anzuwenden hat (Art. 446 Abs. 4 ZGB), ist die Beurteilung des Betroffenen über 
die Notwendigkeit einer Massnahme grundsätzlich ohne Bedeutung für den Ent-

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scheid der KESB bzw. der Beschwerdeinstanz (vgl. Auer/Marti, a.a.O., N 40 zu 
Art. 446 ZGB).

c) Mit der Beschwerde können gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB Rechtsverlet-
zungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-
chen Sachverhalts (Ziff. 2) und die Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Die 
Beschwerde ist ein vollkommenes Rechtsmittel, womit das erstinstanzliche Urteil 
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend überprüft werden kann (Bot-
schaft Erwachsenenschutz, a.a.O., S. 7085; Schmid, a.a.O., N 1 zu Art. 450a 
ZGB).

4.a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der Ent-
scheid der KESB Nordbünden vom 20. Mai 2014 betreffend insbesondere die in 
Sachen der Beschwerdeführerin Y._____ zu errichtende Erziehungsbeistand-
schaft mit besonderen Vertretungsbefugnissen nach Art. 308 Abs. 1 ZGB und Art. 
308 Abs. 2 ZGB sowie die Weisung nach Art. 307 Abs. 3 ZGB an die Beschwerde-
führerin X._____, ihre Tochter Y._____ bis spätestens 31. Mai 2014 beim Schul-
psychologischen Dienst Graubünden in O.3_____ für eine Abklärung anzumelden 
und nach Vorgabe von M._____ an einer schulpsychologischen Abklärung mitzu-
wirken. Die Beschwerdeführerinnen beantragen in Ziffer 1 der Rechtsbegehren 
ihrer Beschwerde die vollumfängliche Aufhebung des Entscheids der KESB Nord-
bünden vom 20. Mai 2014 und in Ziffer 2 ev. die Feststellung, dass in Sachen der 
Beschwerdeführerin Y._____ keine Beistandschaft errichtet werden dürfe und kei-
ne Kindeschutzmassnahmen verfügt werden dürften. Es wird geltend gemacht, 
dass die Verhältnisse die Einsetzung eines Beistands nicht erfordern würden, da 
X._____ keine Unterstützung benötige und auch nicht darum ersucht habe. Dem 
Beistand zudem noch gewisse Befugnisse zu übertragen, sei komplett falsch und 
unverhältnismässig. Es liege überhaupt keine Gefährdung des Kindeswohls vor. 
Ausserdem könne bei einer Gefährdung erst dann von den Behörden eingegriffen 
werden, wenn die Eltern von sich aus nichts unternehmen würden. Vorliegend sei 
aber bekannt, dass Y._____ beim Kinderpsychiater in regelmässiger Behandlung 
stehe. Ausserdem sei X._____ weder drogensüchtig, noch Alkoholikerin, noch 
tablettensüchtig, noch psychisch auffällig und gehöre auch keiner Sekte an. 
Y._____ werde weder vernachlässigt noch geschlagen.

b/aa) Gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB trifft die Kindesschutzbehörde die geeigneten 
Massnahmen zum Schutz des Kindes, wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist 
und die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe sorgen oder dazu ausserstande sind. 
In Abs. 3 dieser Bestimmung werden sodann mögliche Massnahmen wie Er-

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mahnungen und Weisungen für die Pflege etc. aufgezählt. Wie das Gesetz selbst 
zum Ausdruck bringt, bedarf es für die Anordnung einer derartigen Kindesschutz-
massnahme einer konkreten Gefährdung des Kindeswohls, sei es körperlicher 
oder geistiger Art (Peter Breitschmid, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler 
Kommentar zum Zivilgesetzbuch I, 4. Auflage, Basel 2010, N 18 zu Art. 307 ZGB). 
Bei der Prüfung einer Kindes- oder Erwachsenenschutzmassnahme sind sodann 
von der Behörde immer die allgemeinen Grundsätze zu beachten (Art. 388 f. 
ZGB). Insbesondere dürfen die Prinzipien der Subsidiarität und der Verhältnis-
mässigkeit nicht aus den Augen verloren werden. Die KESB darf eine Massnahme 
nämlich nur anordnen, wenn die Unterstützung der hilfsbedürftigen Person durch 
die Familie, andere nahestehende Personen oder private oder öffentliche Dienste 
nicht ausreicht oder von vornherein als ungenügend erscheint. Jede behördliche 
Massnahme muss erforderlich und geeignet sein (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 und 
Abs. 2 ZGB). Insbesondere beim Kindesschutz dürfen Massnahmen nur erfolgen, 
wenn die Eltern die ihnen obliegenden Pflichten nicht oder nicht ausreichend 
wahrnehmen. Indessen rechtfertigt nicht jede Unzulänglichkeit ein behördliches 
Eingreifen. Der Vorrang privater Verantwortung und Freiheit privater Lebensge-
staltung lassen eine behördliche Intervention nur dort als geeignete Massnahme 
erscheinen, wo sich dadurch zumindest mittelfristig eine Besserung relevanter, 
objektiver Missstände erreichen lässt. Nur wenn eine insofern qualifizierte Gefähr-
dung des Kindeswohls vorliegt, lässt sich eine Massnahme auch mit Art. 8 Abs. 2 
EMRK vereinbaren (Breitschmid, a.a.O., N 6 zu Art. 307 ZGB). Sind die Voraus-
setzungen zur Errichtung einer Beistandschaft erfüllt, ist die Beistandschaft im 
konkreten Einzelfall nach Mass zu gestalten. Zunächst ist die geeignete Art der 
Beistandschaft zu bestimmen und anschliessend sind die Aufgabenbereiche sowie 
die einzelnen Aufgaben und Kompetenzen mit Blick auf die Bedürfnisse der hilfs-
bedürftigen Person festzulegen (Helmut Henkel, in: Geiser/Reusser, Basler Kom-
mentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 8 zu Art. 388-399 ZGB).

b/bb) Gemäss Art. 301 Abs. 1 ZGB leiten die Eltern im Blick auf das Wohl des 
Kindes seine Pflege und Erziehung und treffen unter Vorbehalt seiner eigenen 
Handlungsfähigkeit die nötigen Entscheidungen. Nach Art. 302 ZGB haben die 
Eltern das Kind ihren Verhältnissen entsprechend zu erziehen und seine körper-
liche, geistige und sittliche Entfaltung zu fördern und zu schützen (Abs. 1). Sie ha-
ben dem Kind, insbesondere auch dem körperlich oder geistig gebrechlichen, eine 
angemessene, seinen Fähigkeiten und Neigungen soweit möglich entsprechende 
allgemeine und berufliche Ausbildung zu verschaffen (Abs. 2). Zu diesem Zweck 
sollen sie in geeigneter Weise mit der Schule und, wo es die Umstände erfordern, 

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mit der öffentlichen und gemeinnützigen Jugendhilfe zusammenarbeiten (Abs. 3). 
Der Kernbereich des Kindeswohls wird in Art. 302 Abs. 1 ZGB mit der körperli-
chen, geistigen und sittlichen Entfaltung umschrieben. In einer pluralistischen, 
multikulturellen Gesellschaft sind nur noch wenige, allgemein gültige Aussagen 
möglich, wenn es um die Präzisierung des geistigen, sittlichen und seelischen 
Wohls des Kindes geht. Gewisse Grundaussagen können jedoch aus dem Verfas-
sungsrecht wie auch aus der Gesamtheit der familienrechtlichen Normen ab-
geleitet werden, wie z.B. der Wert höherer Bildung und das Aufwachsen in einer 
harmonischen Beziehung, das Erziehungsziel der Eigenverantwortlichkeit und 
Gemeinschaftsfähigkeit sowie das Bedürfnis des Kindes nach Stabilität und Konti-
nuität (vgl. Ingeborg Schwenzer in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommen-
tar zum Zivilgesetzbuch I, 4. Auflage, Basel 2010, N 5 zu Art. 301 ZGB mit Hin-
weisen). Art. 302 Abs. 2 ZGB erwähnt besonders die Pflicht der Eltern, dem Kind 
eine angemessene, seinen Fähigkeiten und Neigungen soweit wie möglich ent-
sprechende allgemeine und berufliche Ausbildung zu verschaffen. Zur allgemei-
nen Ausbildung gehört der Besuch der Primarschule- und Oberstufenschule sowie 
bei entsprechenden Anlagen des Kindes der Mittelschule. Grundsätzlich genügen 
die Eltern ihrer Verpflichtung, wenn sie den Besuch einer staatlichen Schule er-
möglichen (vgl. Schwenzer, a.a.O., N 8 f. zu Art. 302 ZGB mit Hinweisen). Nach 
Art. 302 Abs. 3 ZGB sollen die Eltern in geeigneter Weise mit der Schule und – 
soweit erforderlich – mit der öffentlichen und gemeinnützigen Jugendhilfe zusam-
menarbeiten. Die Vorschrift beschneidet nicht die Entscheidungskompetenz der 
Eltern in Erziehungsfragen. Können sich die Eltern jedoch z.B. untereinander oder 
mit dem Kind nicht einigen, ist das Kind behindert oder treten schulische oder er-
zieherische Schwierigkeiten auf, haben die Eltern die Pflicht, nötigenfalls den Rat 
fachkundiger Stellen der Schule oder der Vormundschaftsbehörde einzuholen (vgl. 
Schwenzer, a.a.O., N 13 zu Art. 302 ZGB). Die Erziehung und Ausbildung des 
Kindes ist nicht Sache der Eltern allein. Einen bedeutenden Anteil an dieser Auf-
gabe hat unter anderem die Schule. Wenn sich ihre Arbeit zum Wohle des Kindes 
auswirken soll, ist sie auf die Unterstützung der Eltern angewiesen (vgl. Cyrill He-
gnauer, Grundriss des Kindesrechts, 5. Aufl., Bern 1999, N 26.15 f. mit Hinwei-
sen).

b/cc) Art. 19 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
(BV; SR 101) gewährleistet im Kapitel Grundrechte einen Anspruch auf aus-
reichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht. Dieses soziale Grundrecht 
verleiht einen individuellen subjektiven Anspruch auf eine staatliche Leistung, 
nämlich auf eine grundlegende Ausbildung. Es dient insbesondere der Verwirkli-

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chung der Chancengleichheit, indem in der Schweiz alle Menschen ein Mindest-
mass an Bildung erhalten, das nicht nur für ihre Entfaltung, sondern auch für die 
Wahrnehmung der Grundrechte unabdingbar ist. Die Ausbildung muss genügen, 
um die Schüler auf ein selbstverantwortliches Leben im modernen Alltag vor-
zubereiten. Aus Art. 19 BV ergibt sich ein Anspruch auf eine den individuellen 
Fähigkeiten des Kindes und seiner Persönlichkeitsentwicklung entsprechende un-
entgeltliche Grundschulausbildung. Der Anspruch wird verletzt, wenn die Aus-
bildung des Kindes in einem Masse eingeschränkt wird, dass die Chancen-
gleichheit nicht mehr gewahrt ist, bzw. wenn es Lehrinhalte nicht vermittelt erhält, 
die in der hiesigen Wertordnung als unverzichtbar gelten (vgl. BGE 129 I 12 E. 4.1 
f. mit Hinweisen). Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Gesetzes für die Volksschulen des 
Kantons Graubünden (Schulgesetz [SchulG]; BR 421.000) ist die Volksschule be-
strebt, in Berücksichtigung der historisch gewachsenen sprachlich-kulturellen Ei-
genart der Gemeinschaft die Schülerinnen und Schüler zu einer Haltung zu erzie-
hen, die sich an christlichen, humanistischen und demokratischen Wertvorstellun-
gen orientiert. Die Volksschule fördert die Urteilsfähigkeit, die schöpferischen Kräf-
te, das Wissen und die Leistungsbereitschaft der Kinder und Jugendlichen. Dabei 
unterstützt sie diese in ihrer Entwicklung zu eigenständigen Persönlichkeiten, beim 
Erwerb sozialer Kompetenzen sowie auf dem Weg zu verantwortungsvollem Ver-
halten gegenüber Mitmenschen und Umwelt (Abs. 2). Die Volksschule unterstützt 
und ergänzt die Erziehung in der Familie (Abs. 3). In der Volksschule erwerben 
und entwickeln alle Schülerinnen und Schüler grundlegende Kenntnisse und 
Kompetenzen, welche es ihnen erlauben, lebenslang zu lernen und ihren Platz in 
der Gesellschaft und im Berufsleben zu finden (Abs. 4). Die in der Volksschule 
vermittelte Bildung umfasst insbesondere Pflege und Kenntnis der Schulsprache 
sowie grundlegende Kompetenzen in weiteren Sprachen, Mathematik und Natur-
wissenschaften, Sozial- und Geisteswissenschaften, Musik, Kunst und Gestaltung, 
Bewegung und Gesundheit (Abs. 5). Die Volks-schule berücksichtigt die Interes-
sen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbe-
darf, mit besonderen Begabungen und mit fremdsprachigem Hintergrund (Abs. 6). 
Gemäss Art. 10 Abs. 2 SchulG ist der Schul-besuch auf der Primarstufe und auf 
der Sekundarstufe I obligatorisch. Die Schulpflicht umfasst in der Regel neun 
Schuljahre. Schülerinnen und Schüler, die den lehrplanmässigen Unterricht der 
Volksschule schneller absolvieren, werden vorzeitig aus der Schulpflicht entlassen 
(Art. 13 Abs. 1 SchulG). Mit Erfüllung der neunjährigen Schulpflicht oder mit vor-
zeitiger Absolvierung der Volksschule endet das Recht auf Besuch der Volksschu-
le (Art. 13 Abs. 2 SchulG). Mit dieser grundsätzlichen Ausgestaltung der Volks-
schule erfüllt der Kanton Graubünden die sich aus Art. 19 BV ergebenden Mindes-

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tanforderungen. Aufgrund des Obligatoriums des Grundschulunterrichts besteht 
ein gewichtiges Interesse an einem geordneten Schulbetrieb und der regelmässi-
gen Erfüllung der Schulpflicht. Auch an der Wiedereingliederung schwieriger 
Schüler in den weiteren Bildungsgang besteht ein erhebliches öffentliches Interes-
se. Die Schule erbringt ihre Leistungen nicht im eigenen Interesse, sondern im 
Interesse der Schüler. Die dabei verfolgten Ziele bilden in diesem Sinne Gesichts-
punkte des Kindeswohls, weshalb der Schul-besuch auch gegen den Willen der 
Eltern durchgesetzt werden kann (vgl. BGE 129 I 16 E. 8.3 f.)

b/dd) Gemäss Art. 18 Abs. 1 SchulG gelten als Privatunterricht der Einzel-
unterricht und der Unterricht in einer Gruppe von bis zu vier Schülerinnen und 
Schülern. Privatunterricht bedarf einer Bewilligung des Departements. Diese wird 
erteilt, wenn das Bildungsangebot demjenigen der öffentlichen Volksschule ent-
spricht und der Lehrplan erfüllt wird (Abs. 2). Die Aufsicht obliegt dem Amt (Abs. 
3). Nach Art. 12 der Verordnung zum Schulgesetz (Schulverordnung; [SchulV]; BR 
421.010) müssen Lehrpersonen an Privatschulen und für den Privatunterricht die 
gleichen Voraussetzungen für die Unterrichtsberechtigung erfüllen wie Lehr-
personen der öffentlichen Volksschule. Nach Art. 28 Abs. 1 SchulG können die 
Schulträgerschaften Schülerinnen und Schüler pro Schuljahr während maximal 15 
Schultagen beurlauben. Zudem können sie bestimmen, dass die Erziehungsbe-
rechtigten davon höchstens drei Schultage als Urlaubstage frei festlegen dürfen. 
Das Amt kann darüber hinaus gehenden Urlaub gewähren (Abs. 2). In begründe-
ten Fällen kann das Amt Schülerinnen und Schüler vorübergehend ganz oder teil-
weise vom Unterricht dispensieren (Abs. 3). Nach Art. 53 SchulG haben die Schü-
lerinnen und Schüler Anspruch auf Bildung auf der Grundlage des aktuellen Wis-
senstandes und Lehrplanes (lit. a) sowie auf Achtung und Stärkung ihrer Persön-
lichkeit (lit. b). Gemäss Art. 54 Abs. 1 SchulG erfüllen die Schülerinnen und Schü-
ler ihre Pflichten und beteiligen sich aktiv und kooperativ am Schulbetrieb. 
Gemäss Art. 54 Abs. 2 SchulG haben die Schülerinnen und Schüler den Unterricht 
und die Schulveranstaltungen zu besuchen (lit. a) sowie altersgemäss Verantwor-
tung für den eigenen Lernprozess und Mitverantwortung für denjenigen der Lern-
gemeinschaft zu tragen (lit. b). Laut Art. 68 Abs. 1 SchulG sind die Erziehungsbe-
rechtigten für die Erziehung sowie für den regelmässigen Schulbesuch, für die 
Erfüllung der Schulpflicht und der damit verbundenen Aufgaben ihrer Kinder erst-
verantwortlich. Die Erziehungsberechtigten pflegen ein kooperatives Verhältnis zu 
Lehrpersonen und Schulbehörden. Sie können verpflichtet werden, bei wichtigen 
Beschlüssen, die ihr Kind individuell betreffen, mitzuwirken und an vorbereitenden 
Gesprächen teilzunehmen (Abs. 2). Die Erziehungsberechtigten informieren die 

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Lehrpersonen über das Verhalten ihrer Kinder und über Ereignisse in deren Um-
feld, soweit dies für die Schule von Bedeutung ist (Abs. 3). Gemäss Art. 73 Abs. 1 
SchulV berät und unterstützt der Schulpsychologische Dienst Kinder und Jugend-
liche, Eltern, Lehrpersonen, Schulleitungen, kommunale Schulbehörden und Insti-
tutionen der Kinder- und Jugendhilfe bei der Bewältigung von Schul-, Ent-
wicklungs- und Erziehungsproblemen. Der Schulpsychologische Dienst führt Ab-
klärungen und Beratungen durch bei Lern-, Leistungs-, Verhaltens- und Ent-
wicklungsschwierigkeiten sowie bei Fragen der Bildungslaufbahn von Kindern und 
Jugendlichen (Abs. 2). Neben der Hilfe im Einzelfall wirkt der Schulpsychologische 
Dienst bei der Prävention von Schul-, Entwicklungs- und Erziehungsproblemen mit 
(Abs. 3). Das Amt erlässt Richtlinien über die Organisation, Pflichten und Auf-
gaben des Schulpsychologischen Dienstes und teilt das Kantonsgebiet in Bera-
tungsregionen ein (Abs. 4)

b/ee) Diesen zitierten Bestimmungen aus der Schulgesetzgebung ist zu ent-
nehmen, dass es beim Besuch des obligatorischen Schulunterrichts bei weitem 
nicht nur um reine Wissensvermittlung geht. Vielmehr übernimmt die Schule we-
sentliche Aufgaben im Hinblick auf die Entwicklung eines Kindes zu einem ver-
antwortungsvollen Erwachsenen, der sich im künftigen Berufsleben und in ande-
ren wesentlichen sozialen Bereichen in der heutigen Welt zurechtfinden soll. Äus-
serungen in der Beschwerdeschrift, wonach sich die Behörden in die inneren An-
gelegenheiten der Familie einmischen würden oder dass der Staat nicht Eigentü-
mer der ihm in der Schule anvertrauten Kinder sei, verkennen diese wichtige Auf-
gabe der Schule grundlegend. Vielmehr gilt, dass es nicht dem alleinigen Gutdün-
ken der Eltern überlassen ist, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken sollen und 
welche Erziehung sie ihren Kindern angedeihen lassen wollen. Wird die vom Staat 
vorgegebene Schwelle bei der Erfüllung der Erziehungspflichten durch die Eltern 
unterschritten, so hat die zuständige Behörde zu prüfen, ob eine Kindeswohlge-
fährdung vorliegt und sie hat allenfalls die nötigen Massnahmen zu ergreifen. Die-
se Voraussetzung ist im vorliegenden Fall zweifelsfrei gegeben. Y._____ bleibt 
seit Februar 2014 der Schule fern. Vorliegend empfahl ein privat beigezogener 
Psychiater eine Sonderschulung durch die Eltern bis Ende Sommerferien 2014. 
Gestützt darauf wurde Y._____ nicht mehr in die Schule geschickt. Es liegt jedoch 
– wie dargelegt – nicht in der Kompetenz eines privat beigezogenen Psychiaters, 
ein Kind vom Schulbesuch zu dispensieren. Dieser kann höchstens eine diesbe-
zügliche Empfehlung zuhanden der zuständigen Schulbehörde abgeben. Y._____ 
wird zwar nach Angaben ihrer Mutter, deren Lebenspartner, ihrer Grossmutter und 
ihren eigenen Angaben zu Hause unterrichtet. Jedoch verfügt keine dieser Perso-

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nen über die dazu erforderlichen fachlichen und pädagogischen Qualifikationen. 
Dass ein befreundeter, pensionierter Lehrer Unterrichtsmaterialien zur Verfügung 
stellt und Anweisungen gibt, ist unbeachtlich. Entscheidend ist, dass – wenn wie 
vorliegend ein privater Unterricht zu Hause erfolgt – dieser durch eine Person 
durchgeführt wird, welche die gleichen Voraussetzungen für die Unterrichtsbe-
rechtigung erfüllt wie eine Lehrperson der öffentlichen Volksschule. Ausserdem 
bedarf der Privat-unterricht einer Bewilligung des Erziehungs-, Kultur- und Um-
weltschutz-departements. X._____, die Mutter von Y._____, wurde über die Ge-
fährdung der Promotion ihrer Tochter informiert und hat dagegen nichts unter-
nommen, so dass schlussendlich die Nichtpromotion von  Y._____ verfügt wurde. 
Den Akten ist zu entnehmen, dass sich insbesondere die Mutter von Y._____ reni-
tent und uneinsichtig verhält und den Anweisungen der Behörden keine Folge leis-
tet. Mit ihrem Verhalten gefährdet sie das Kindeswohl von Y._____ in grober Art 
und Weise, indem sie diese vom für ihre Entwicklung wichtigen Schulbesuch fern-
hält und auch nähere psychologische Abklärungen durch die zuständige Instanz 
verhindert.

b/ff) Massnahmen der KESB haben, wie dargelegt, auch das Subsidiaritäts- und 
Verhältnismässigkeitsprinzip zu beachten. Die Vorinstanz stellte zu Recht fest, 
dass sich X._____ zu den angebotenen alternativen Beschulungsoptionen ge-
genüber der Schule nicht geäussert, Gesprächstermine nicht eingehalten und eine 
Zusammenarbeit mit der Schule verweigert hat. Auch haben sich bisherige An-
strengungen im freiwilligen Bereich nicht als ausreichend erwiesen, so dass die 
nötige Unterstützung von einer Fachperson zu erbringen ist. Daher vermögen die 
mit Entscheid der KESB Nordbünden vom 20. Mai 2014 verfügten Kindeschutz-
massnahmen dem Subsidiaritäts- und Verhältnismässigkeits-prinzip Stand zu hal-
ten. Die Beschwerde erweist sich somit als offensichtlich unbegründet und ist da-
her abzuweisen.

5.a) Schliesslich ersucht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen in Zif-
fer 4 seiner Rechtsbegehren um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
nach Art. 118 Abs. 1 lit. a und b ZPO und somit um Befreiung von Vorschuss- und 
Sicherheitsleistungen sowie von den Gerichtskosten. Kein Gesuch um unentgeltli-
che Rechtspflege wurde demnach für die Kosten der Rechtsverbeiständung der 
Beschwerdeführerinnen gestellt. Nach Art. 63 Abs. 1 EGzZGB werden für das Ver-
fahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (grundsätzlich) Kosten 
erhoben (vgl. auch Art. 27 Abs. 1 der Verordnung zum Kindes- und Erwachsenen-
schutz [KESV; BR 215.010]). Dieser Grundsatz wird in Abs. 3 der benannten Be-
stimmung durchbrochen, indem bei Vorliegen besonderer Umstände (vgl. dazu 

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Art. 28 KESV) auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet werden kann. 
Nach Art. 28 lit. b KESV rechtfertigt sich ein Kostenverzicht bei Kindesschutz-
massnahmen, sofern das Vermögen der Eltern unter dem Freibetrag von 10‘000.-- 
liegt und deren Einkommen nur knapp ausreicht, um ihren Verpflichtungen nach-
zukommen und ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Dazu ist die KESB selbst in 
ihrem Entscheid befugt (vgl. Botschaft der Regierung an den Grossen Rat betref-
fend die Teilrevision des EGzZGB [Umsetzung neues Kindes- und Erwachsenen-
schutzrecht] vom 20. September 2011 S. 1071). Für den Verzicht auf die Erhe-
bung von Kosten ist somit nicht vorgängig ein Verfahren um unentgeltliche 
Rechtspflege durchzuführen, sondern die Kindes- und Erwachsenenschutzbehör-
de selber kann nach Prüfung allfälliger besonderer Umstände in ihrem Hauptent-
scheid auf eine Kostenauflage verzichten. Damit knüpft das revidierte Ein-
führungsgesetz zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch an die frühere Regelung 
zum alten Vormundschaftsrecht an. Die Praxis des Kantonsgerichts von Graubün-
den zur früheren Gesetzgebung hält diesbezüglich sodann fest: Die Rechtsgrund-
lage für die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege im vormundschaftlichen 
Verfahren findet sich in den Art. 46, 58 und 63 EGzZGB. Art. 58 Abs. 2 EGzZGB 
verweist für die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes und deren Fol-
gen für alle Verfahren vor vormundschaftlichen Instanzen (Art. 58 Abs. 4 EGz-
ZGB) auf die Bestimmungen von Art. 42 ff. der Zivilprozessordnung. Dass diese 
Verweisung nur den unentgeltlichen Rechtsbeistand als den einen Aspekt der un-
entgeltlichen Rechtspflege zum Gegenstand hat, geht nach richtiger Lesart neben 
dem Wortlaut von Abs. 2 auch aus dem Marginale „Rechtsvertretung und Partei-
kosten“ der Bestimmung hervor. Von den amtlichen Verfahrenskosten ist dort nir-
gends die Rede. Demgegenüber regeln die Art. 46 und 63 EGzZGB die amtlichen 
Kosten im vormundschaftlichen Verfahren selbst und dabei auch den Fall der Be-
dürftigkeit des Betroffenen. Dafür wird nicht auf die Zivilprozessordnung verwie-
sen, sondern eine autonome Regelung getroffen, indem, neben dem Prinzip der 
Verlegung dieser Verfahrenskosten, auch geregelt ist, dass sie im Falle der Be-
dürftigkeit erlassen werden können (Art. 46 Abs. 2 Satz 1 und 63 Abs. 3 EGzZGB 
[vgl. zum Ganzen PKG 2002 Nr. 16 E. 1]). Ein Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege ist demnach lediglich für die Kosten der Rechtsvertretung und nicht für die 
Verfahrenskosten notwendig. 

b) Grundsätzlich ist von Amtes wegen zu prüfen, ob bei der Beschwerde-
führerin X._____ besondere Umstände im Sinne von Art. 63 Abs. 3 EGzZGB vor-
liegen. Allerdings besteht im Rahmen der Zumutbarkeit und insbesondere bei an-
waltlicher Vertretung eine Mitwirkungspflicht der betreffenden Partei. Vorliegend ist 

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X._____ anwaltlich vertreten. Ihr Rechtsvertreter ist sich seiner Mitwirkungspflicht 
offenbar bewusst, hat er doch in der Beschwerdeschrift die Nachreichung entspre-
chender Unterlagen bezüglich Existenzminimum/Einkommen von X._____ in Aus-
sicht gestellt. Diese ist jedoch bis zur Entscheidfindung nicht erfolgt. Vor der KESB 
Nordbünden hat X._____ ihre Mitwirkungspflicht ebenfalls trotz Aufforderung ver-
weigert. Unter diesen Umständen rechtfertigt sich eine Befreiung von den Verfah-
renskosten nicht. Im Übrigen sind die Angaben des Rechtsvertreters, wonach 
X._____ Alimente in Höhe von monatlich CHF 1'000.-- und Kinderzulagen von 
monatlich CHF 200.-- erhalte, unzutreffend. Mit Entscheid des Einzelrichters in 
Zivilsachen am Bezirksgericht Plessur vom 17. Oktober 2013 (Proz. Nr. 135-2013-
433), mitgeteilt am 18. Oktober 2013, wurde die Ehe zwischen X._____ und 
L._____ geschieden (vgl. Akten KESB act. 55.1). Aus den Ziffern 5 und 6 des Dis-
positivs ergibt sich aber, dass X._____ zurzeit monatlich einen Unterhaltsbeitrag 
von CHF 700.-- für sich selbst und von CHF 1ʻ000.-- für Y._____ erhält. Wie der 
Rechtsvertreter in der Begründung ausserdem ausführt, teilt sich X._____ momen-
tan die Kosten mit ihrem Lebenspartner D._____, welcher rund CHF 4ʻ300.-- mo-
natlich verdient. Es ist deshalb davon auszugehen, dass kein Fall von Art. 28 lit. b 
KESV vorliegt.

6. Nach Art. 10 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Zivilverfahren 
(VZG; BR 320.210) beträgt die Entscheidgebühr in Verfahren der zivilrechtlichen 
Beschwerde zwischen CHF 500.-- und CHF 8'000.--. Die Kostenverteilung richtet 
sich nach den allgemeinen Regeln der Schweizerischen Zivilprozessordnung (Art. 
60 Abs. 2 EGzZGB i.V.m. Art. 104 ff. ZPO), wobei allerdings auch die Spezialbe-
stimmungen von Art. 63 (insbesondere Abs. 2 und 3) EGzZGB für das Beschwer-
deverfahren anwendbar sind (vgl. die Marginalie zu Art. 61 ff. EGzZGB). In Ange-
legenheiten des Kindesschutzes sind die Verfahrenskosten gemäss Art. 63 Abs. 2 
EGzZGB von den Eltern zu tragen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden 
vorliegend auf CHF 1'500.-- festgesetzt und der Beschwerdeführerin X._____ 
überbunden.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.-- werden der Be-
schwerdeführerin X._____ auferlegt.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 
173.110) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht 
schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der 
Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzu-
reichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Vor-
aussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 
ff. und Art. 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: