# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 69b29071-1e78-5138-960d-a109a40a6ba0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 12.05.2020 IV 2018/127
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2018-127_2020-05-12.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/127

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 27.08.2020

Entscheiddatum: 12.05.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 12.05.2020
Art. 28 Abs. 1 IVG. Rentenanspruch. Beweiskraft des bidsiziplinären 
Gutachtens bejaht. Ein rückwirkender Anspruch bleibt beweislos. 
Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 12. Mai 2020, IV 2018/127).

Entscheid vom 12. Mai 2020

Besetzung

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und 

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

IV 2018/127

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Frischknecht, Gmünder Frischknecht & 

Partner, Bahnhofstrasse 7, 9630 Wattwil,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend Versicherter) meldete sich im März 2015 unter Hinweis auf ein 

Burnout zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) bei der IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen an (IV-act. 1).

A.a. 

Der Versicherte hatte nach dem Besuch der obligatorischen Schulen eine Lehre 

als Automonteur absolviert und anschliessend eine Weiterbildung zum technischen 

Kaufmann mit Diplom abgeschlossen. In der Folge hatte er diverse Tätigkeiten, 

vorwiegend temporär, ausgeübt (auf dem Bau, in einem Restaurant, als 

Automechaniker, in einer Fabrik für Kaffeemaschinen, als Logistiker bei B.___, in einem 

Callcenter, bei C.___) und war zuletzt bei der D.___ AG als technischer Sachbearbeiter 

(seit 1. Juli 2011) angestellt (IV-act. 1-4, 9-2, 63-18). Dort hatte er zuletzt ein 

Jahreseinkommen von Fr. 65'000.-- erzielt (Fr. 5'000.-- x 13; IV-act. 9-4). Am 22. 

Januar 2015 war dem Versicherten per 30. April 2015 gekündigt worden (IV-act. 9-9), 

nachdem er am 12. September 2014 seinen letzten effektiven Arbeitstag gehabt hatte 

(IV-act. 9-2).

A.b. 

Dr. med. E.___, Facharzt für Allgemeine Medizin, hatte dem Versicherten seit dem 

15. September 2014 bis 31. Mai 2015 eine 100%-Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (IV-

act. 2, 12-3 ff. 19-4 ff.) und mit Bericht vom 8. April 2015 eine reaktive Depression bzw. 

prolongierte depressive Episoden diagnostiziert. Beim Versicherten bestehe aktuell 

eine relativ realitätsnegierende Wahrnehmung mit komplett umgekehrtem Tag- und 

Nachtrhythmus. Eine Wiedereingliederung sei derzeit aufgrund der massiven 

Depression nicht möglich (IV-act. 12-1 f.).

A.c. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 3/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Am 17. April 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund seines 

Gesundheitszustands zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich 

seien (IV-act. 16).

A.d. 

In der Folge holte die IV-Stelle weitere Arztberichte ein. Dr. med. F.___, 

Psychotherapeut und Supervisor, führte mit Bericht vom 24. November 2015 aus, dass 

der Versicherte auffallende Symptome wie Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und 

Antriebslosigkeit aufweise. Er leide an einer depressiven Störung. Bei adäquater 

antidepressiver Therapie sei mit einer Besserung innert Jahresfrist wohl zu rechnen (IV-

act. 30-2).

A.e. 

Am 15. Januar 2016 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, dass er zusätzlich an 

einem Bandscheibenvorfall gemäss MRI vom 22. Dezember 2015 sowie 

Kopfschmerzen leide (IV-act. 36).

A.f. 

Mit Arztbericht vom 5. Juli 2016 führte Dr. E.___ aus, dass es sowohl für ihn als 

auch den Psychologen aktuell vollkommen unmöglich sei einzuschätzen, inwieweit der 

Versicherte einfach nur alles lethargisch-depressiv schleifen lasse und alle 

Notwendigkeiten negiere oder eine ernsthafte psychiatrische Erkrankung in Richtung 

religiöser Wahn oder Persönlichkeitsstörung vorliege. Es werde eine psychiatrische 

Begutachtung empfohlen. Eine IV-relevante Einschränkung bestehe ausserhalb der 

psychiatrischen Problematik auf keinem anderen Gebiet (IV-act. 47).

A.g. 

Der regionale ärztliche Dienst (RAD) sah mit Stellungnahme vom 4. August 2016 

eine medizinische Abklärung im Sinne eines bidisziplinären Gutachtens (orthopädisch/

psychiatrisch) für angezeigt (IV-act. 51). Ein solches gab die IV-Stelle in der Folge bei 

Dr. med. G.___, Facharzt für Orthopädie, und Dr. med. H.___, Fachärztin für Psychiatrie 

und Psychotherapie, in Auftrag (IV-act. 52 ff.). Die Untersuchungen fanden am 7. 

Oktober 2016 statt (IV-act. 63 S. 1). In ihrem Gutachten vom 15. November 2016 (IV-

act. 63) diagnostizierten die Fachärzte 1. ein chronisches Cervicalsyndrom (ICD-10: 

M54.82) bei degenerativen Veränderungen discogener (ICD-10: M50.3) und ossärer 

(ICD-10: M47.82) Art im Bereich der Halswirbelsäule und 2. eine undifferenzierte 

Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1). Diesen Befunden massen sie Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit zu. Weiter diagnostizierten die Ärzte akzentuierte Persönlichkeitszüge 

A.h. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 4/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

mit schizoid/schizotypen und eigenwillig/paranoiden Anteilen (ICD-10: Z73.1), 

differentialdiagnostisch eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0) sowie 

chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp. Diesen Befunden massen sie keinen 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu (IV-act. 63 S. 40). Aus Sicht beider Fachgebiete 

würden Gesundheitsschädigungen vorliegen, die sich negativ auf die Arbeitsfähigkeit 

auswirkten. Die morphologisch nachweisbaren degenerativen Veränderungen an der 

Halswirbelsäule seien als höchstens mittelgradig anzusehen und schränkten den 

Versicherten in gewissen Aktivitäten ein. Unter den gegebenen Umständen ergänzten 

und verstärkten sich die Auswirkungen der somatischen und der psychischen 

Gesundheitsschädigungen. Die Schmerzen würden die Psyche negativ beeinflussen, 

wodurch die körperlich begründeten Schmerzen stärker empfunden würden, womit 

insgesamt die Leistungsfähigkeit vermindert sei. Aus Sicht beider Fachgebiete sei 

davon auszugehen, dass eine gewisse Verlangsamung des Arbeitstempos und eine 

raschere Ermüdbarkeit vorliegen würden. In diesem Sinne bestünden 

Wechselwirkungen zwischen den orthopädischen und den psychiatrischen Diagnosen, 

die sich aber in Bezug auf die Leistungs- und damit auch die Arbeitsfähigkeit nicht 

addierten. Aus orthopädischer Sicht sei in der angestammten Tätigkeit als technischer 

Sachbearbeiter von einer Arbeitsunfähigkeit von 20% auszugehen, nämlich ganztätig, 

indes mit der Möglichkeit zu längeren und betriebsunüblichen Pausen. Wegen der 

verminderten Belastbarkeit sei auch in psychiatrischer Hinsicht in der angestammten 

Tätigkeit von einer Einschränkung von 20% auszugehen. Da die Einschränkungen 

identisch seien, könne der Versicherte die zusätzlichen Pausen sowohl für die 

somatische als auch die psychische Erholung nutzen. Aus bidisziplinärer Sicht sei der 

Versicherte in der bisherigen Tätigkeit also zu 20% eingeschränkt. In 

leidensangepassten Tätigkeiten sei in somatischer Sicht von einer 100%-igen 

Arbeitsfähigkeit auszugehen. In psychiatrischer Hinsicht bestehe aber auch dort eine 

20%-igen Arbeitsunfähigkeit. Damit sei der Versicherte auch in einer gut adaptierten 

Tätigkeit in seiner Leistungsfähigkeit zu 20% eingeschränkt (IV-act. 63 S. 40 f.).

Im Assessmentgespräch vom 26. Januar 2017 gab der Versicherte an, dass es ihm 

seit Monaten wieder viel schlechter gehe und er sich nur etwa 10% arbeitsfähig 

erachte (IV-act. 70-3). Am 30. Januar 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, 

A.i. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 5/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

dass berufliche Massnahmen nicht angezeigt seien, weil er sich lediglich in 

beschränktem Masse (10%) arbeitsfähig erachte (IV-act. 74).

Mit Vorbescheid vom 9. Februar 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten bei 

einem Invaliditätsgrad von 20% die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht 

(IV-act. 79). Dagegen liess der Versicherte mit mehreren E-Mails Einwand erheben. Seit 

Anfang 2016 hätten sich die Einschränkungen vermehrt. Er habe Kopfschmerzen, 

Wasseransammlungen in den Beinen, Konzentrationsprobleme und es bestehe eine 

Bewegungseinschränkung des linken Armes (IV-act. 80 ff.). In der Folge ersuchte die 

IV-Stelle um Arztberichte der neu den Versicherten behandelnden Ärzte Dr. med. I.___, 

FMH Allgemeine Innere Medizin, und Dr. med. J.___, Kantonsspital St. Gallen (KSSG), 

Zentrum für Integrative Medizin (IV-act. 86 ff.). Diese gaben an, dass sie aufgrund 

mangelnder Kontakte zum Versicherten keine Berichte und Beurteilungen verfassen 

könnten (IV-act. 90, 95). Mit Verfügung vom 9. März 2017 verneinte die IV-Stelle bei 

einem Invaliditätsgrad von 20% einen Rentenanspruch (IV-act. 100).

A.j. 

Gegen diese Verfügung reichte der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

am 4. April 2018 (act. G 1) bzw. am 31. Mai 2018 (act. G 3), vertreten durch 

Rechtsanwalt Daniel Frischknecht, Wattwil, eine Beschwerde ein. Es wird beantragt, 

dass die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 9. März 

2017 aufzuheben und dem Beschwerdeführer für den Zeitraum vom 1. September 

2015 bis 6. Oktober 2016 eine ganze Invalidenrente und ab 7. Oktober 2016 eine 

Viertelsrente auszurichten sei. Eventualiter seien berufliche Eingliederungsmassnahmen 

durchzuführen. Subeventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung derart zu gewähren, dass der unterzeichnende Rechtsanwalt als 

Rechtsbeistand eingesetzt und dass der Beschwerdeführer von jeglichen 

Verfahrenskosten und Kostenvorschüssen befreit werde. Alles unter Kosten und 

Entschädigungsfolge (act. G 1 S. 2).

B.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 23. Juli 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 7).

B.b. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 6/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein Rentenanspruch 

des Beschwerdeführers.

2.  

Mit Schreiben vom 20. August 2018 wurde dem Gesuch des Beschwerdeführers 

um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege, umfassend die Befreiung von den 

Gerichtskosten und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung, entsprochen (act. 8).

B.c. 

In der Replik vom 19. September 2018 liess der Beschwerdeführer unverändert an 

der Beschwerde festhalten (act. G 10). Die Beschwerdegegnerin hat auf die 

Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 12).

B.d. 

Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit 

verstanden. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird 

gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das 

Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der 

Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

2.1. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 7/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 

Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das 

gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und 

das Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens formgerecht eingeholten Gutachten 

von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 

Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien 

gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; vgl. ferner 

Thomas Flückiger, Medizinische, insbesondere hausärztliche Berichte und ihre 

Beweiskraft – mit einem Seitenblick auf die medizinischen Gutachten, in: Kieser/

Lendfers [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2013, St. Gallen 2014, S. 138 ff.). In 

Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache 

Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 

125 V 351 E. 3b/bb und cc). Dies gilt auch für Stellungnahmen behandelnder 

Spezialärzte (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 6. April 

2006, I 803/05, E. 5.5). Widersprechen Berichte behandelnder Ärzte dem von der 

Verwaltung bei externen Spezialärzten eingeholten Gutachten, ist die unterschiedliche 

Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Ärzte einerseits und 

Begutachtungsauftrag der amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits zu 

beachten (Urteil des EVG vom 18. April 2006, I 783/05, E. 2.2). Es ist deshalb nicht 

zulässig, ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu 

stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 8/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.

Um den Invaliditätsgrad festlegen zu können, muss die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

feststehen.

Ärzte später zu anderslautenden Einschätzungen gelangen oder an vorgängig 

geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Vorbehalten bleiben aber Fälle, in 

denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte 

wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte 

benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben 

sind (Urteil des Bundegerichts vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2).

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 f. E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Die Verwaltung resp. das Gericht dürfen eine Tatsache nur 

dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im 

Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht 

etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts 

genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als 

die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen).

2.4. 

Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Ablehnung des Rentenanspruchs 

entscheidend auf das bidisziplinäre (orthopädische/psychiatrische) Gutachten der Dres. 

G.___ und H.___ vom 15. November 2016 (IV-act. 63), welches dem Beschwerdeführer 

sowohl in der angestammten Tätigkeit als technischer Sachbearbeiter als auch in 

adaptierten Tätigkeiten eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt. Zu prüfen ist 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 9/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nachfolgend, ob dem Gutachten materiell-rechtlich gefolgt werden kann oder ob 

konkrete Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen (vgl. vorstehende E. 2.3).

Dem orthopädischen Gutachten von Dr. G.___ (IV-act. 63 S. 11 bis 24) liegt eine 

umfassende persönliche klinische Untersuchung des Beschwerdeführers zugrunde (IV-

act. 63 S. 15 ff.). Die somatische (Kranken-)Geschichte und deren dazugehörende 

Dokumente waren bekannt und wurden berücksichtigt (IV-act. 63 S. 2 ff.). Auch konnte 

sich der Beschwerdeführer zu seinen Beschwerden und deren Entwicklung ausführlich 

äussern (IV-act. 63 S. 11 f.). Der Beschwerdeführer hat in somatischer Hinsicht 

Kopfschmerzen und Beschwerden an der Halswirbelsäule angegeben (IV-act. 63 S. 

11). Diese Beschwerden wurden umfassend und nachvollziehbar in der Beurteilung 

berücksichtigt. Die nach der Exploration geltend gemachten weiteren somatischen 

Beschwerden (Wasseransammlungen in den Beinen und eine 

Bewegungseinschränkung des linken Armes; IV-act. 80 f.) wurden seitens des 

Beschwerdeführers anlässlich der Begutachtung nicht thematisiert und ergeben sich 

auch nicht aus den weiteren medizinischen Akten, weshalb diesbezüglich – entgegen 

der Auffassung des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers – kein Mangel am 

orthopädischen Gutachten ersichtlich ist. Letztlich hat Dr. G.___ gestützt auf die 

somatischen Diagnosen die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auf 80% 

und in einer angepassten Tätigkeit als uneingeschränkt geschätzt und auch ein 

begründetes Belastungsprofil erstellt (IV-act. 63 S. 23). Gründe bzw. konkrete Indizien, 

weshalb auf das orthopädische Gutachten nicht abgestellt werden könnte, sind auf 

jeden Fall nicht ersichtlich und werden auch seitens der behandelnden Ärzte nicht 

vorgebracht (vgl. IV-act. 47).

3.2. 

Auch bezüglich des psychiatrischen Gutachtens von Dr. H.___ (IV-act. 63 S. 25 bis 

39) ist festzuhalten, dass es unter Einbezug und Diskussion der Vorgeschichte bzw. der 

vorhandenen (medizinischen) Aktenlage erging (IV-act. 63 S. 2 ff.). Anlässlich der 

Exploration konnte sich der Beschwerdeführer zu seinen Beschwerden und deren 

Entwicklung eingehend äussern (IV-act. 63 S. 25 f.). Die psychiatrische 

Befunderhebung erfolgte in Anlehnung an das anerkannte AMDP-System (IV-act. 63 S. 

29 f.). Auch wurde zusätzlich eine externe testdiagnostische Untersuchung durch lic. 

phil. K.___ durchgeführt (IV-act. 63 S. 30 bis 33) und deren Ergebnisse, gerade auch in 

Bezug auf die geltend gemachten Konzentrationsprobleme, wurden in die Beurteilung 

miteinbezogen. Auf der Basis der erhobenen Befunde stellte Dr. H.___ nachvollziehbar 

die Diagnosen einer undifferenzierten Somatisierungsstörung und von akzentuierten 

Persönlichkeitszügen (IV-act. 63 S. 34) bzw. beschrieb die damit einhergehenden 

Beeinträchtigungen in Abhandlung der Kriterien nach BGE 141 V 281 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(leistungshindernde äussere Belastungsfaktoren einerseits und 

Kompensationspotentiale [Ressourcen] anderseits; IV-act. 63 S. 36 ff.). Schliesslich hat 

auch Dr. H.___ in Würdigung sämtlicher Umstände die Arbeitsfähigkeit in sämtlichen 

Tätigkeiten auf 80% festgelegt (IV-act. 63 S. 38 f.). Das psychiatrische Teilgutachten 

erscheint gestützt auf das Gesagte umfassend, medizinisch nachvollziehbar und 

schlüssig begründet. Gründe bzw. konkrete Indizien, weshalb auf das psychiatrische 

Gutachten nicht abgestellt werden könnte, sind nicht ersichtlich und werden vom 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auch nicht substantiiert vorgetragen.

 3.4. 

Letztlich erachtet der Beschwerdeführer den interdisziplinären Konsens in Bezug 

auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 63 S. 40 bis 42) als widersprüchlich, nicht 

nachvollziehbar und nicht schlüssig. Er vertritt den Standpunkt, dass die jeweils 

geschätzten Arbeitsunfähigkeiten von je 20% in somatischer und psychiatrischer 

Hinsicht zu addieren seien, nachdem im Gutachten ausdrücklich ausgeführt werde, 

dass sich die Gesundheitsstörungen gegenseitig ergänzten und verstärkten. Die 

Begründung, dass die Einschränkungen angeblich identisch seien und der 

Beschwerdeführer die notwendigen Pausen zur Erholung sowohl in körperlicher wie 

auch in psychischer Hinsicht nutzen könne, widerspreche der allgemeinen 

Lebenserfahrung diametral. Bei Addition resultiere ein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von 40%.

3.4.1. 

Die Kritik am interdisziplinären Konsens, dass die Arbeitsunfähigkeiten in den 

zwei Teilbereichen nicht addiert worden seien, womit dem Gutachten nicht gefolgt 

werden könne, zielt ins Leere. Es leuchtet durchaus ein, dass mit zusätzlichen Pausen 

von 20% (was in zeitlicher Hinsicht über 90 Minuten pro Tag entspricht) sowohl der 

somatischen als auch der psychischen Problematik Rechnung getragen werden kann, 

beispielsweise mit gezielten körperlich-gymnastischen und/oder geistig-meditativen 

Übungen mit Erholungscharakter. Entsprechend erweist sich die Begründung für das 

Nichtaddieren als nachvollziehbar. Diesbezüglich gilt es aber auch zu beachten, dass 

Arbeitsunfähigkeitsschätzungen insgesamt ein Ermessensspielraum inhärent ist (Urteil 

des Bundesgerichts vom 18. Juni 2019, 9C_28/2019, E. 4.1) und eine andere allenfalls 

auch vertretbare Beurteilung nicht dazu führt, dass dem lege artis erstellten Gutachten 

der Dres. G.___ und H.___ nicht gefolgt werden könnte.

3.4.2. 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt per 

Verfügungszeitpunkt rechtsgenüglich abgeklärt wurde, keine konkreten Indizien gegen 

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.

Nach dem Gesagten ist gestützt auf das Gutachten vom 15. November 2016 davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer für die angestammte Tätigkeit als technischer 

Sachbearbeiter als auch in leidensangepassten Tätigkeiten spätestens seit der 

Exploration über eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit verfügt. Da auch die angestammte 

Tätigkeit weiterhin zumutbar bleibt, kann auf eine konkrete Ermittlung der 

Vergleichseinkommen verzichtet und stattdessen ein Prozentvergleich vorgenommen 

werden. Anlass für die Vornahme eines Tabellenlohnabzugs besteht aufgrund dessen, 

dass der Beschwerdeführer bei der Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit auf keinen 

Tätigkeitswechsel angewiesen ist, nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. August 

2011, 8C_10/2011, E. 7). Der Invaliditätsgrad beträgt damit 20% und eine Rente ist 

nicht geschuldet. Schliesslich würde auch ein unter Berücksichtigung allfälliger weiterer 

persönlicher oder beruflicher Abzugsmerkmale (vgl. BGE 129 V 481 f. E. 4.2.3 mit 

Hinweisen) maximal möglicher Abzug von 10 % zu keinem rentenbegründenden 

Invaliditätsgrad führen. Die Beschwerde ist in diesem Punkt (Rente ab 

Begutachtungszeitpunkt) abzuweisen.

5.  

die Zuverlässigkeit der Expertise vorliegen und damit auf die 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen der Gutachter abgestellt werden kann.

Der Beschwerdeführer beantragt für den Zeitraum vom 1. September 2015 bis 6. 

Oktober 2016 eine ganze befristete Invalidenrente (vgl. vorstehende lit. B.a). Die Dres. 

E.___ und F.___ würden in dieser Zeit eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigen.

5.1. 

Der frühestmögliche Rentenbeginn fällt bei Anmeldung im März 2015 auf den 1. 

September 2015 (vgl. Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG). Was die retrospektive Arbeitsfähigkeit 

anbelangt, führt Dr. G.___ aus, dass in somatischer Hinsicht der Beginn der im 

Gutachten festgelegten Arbeitsunfähigkeit per Mitte September 2014 zu datieren sei 

(IV-act. 63 S. 23). Dr. H.___ führt lediglich die bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten der 

behandelnden Ärzte auf. Diesbezüglich notiert sie und ist aktenkundig, dass Dr. E.___ 

dem Beschwerdeführer von September 2014 bis Juni 2015 eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hat (vgl. vorstehende lit. A.c). Danach liege bis Juli 2016 

keine Beurteilung im Recht. Aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht liege spätestens 

seit dem aktuellen Untersuchungsdatum eine Arbeitsfähigkeit von 80% vor (IV-act. 63 

S. 38 f.).

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.

Im Weiteren beantragt der Beschwerdeführer eventualiter berufliche 

Eingliederungsmassnahmen. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass einzig der 

Rentenanspruch Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildet. Nachdem, wie 

vorstehend ausgeführt, kein rentenbegründender Invaliditätsgrad vorliegt, war die 

Frage betreffend Eingliederungsmassnahmen nach dem Grundsatz "Eingliederung vor 

Rente" grundsätzlich auch nicht notwendigerweise Gegenstand der angefochtenen 

Verfügung. Auf die Beschwerde ist in diesem Punkt damit nicht einzutreten (vgl. dazu 

Entscheid des Versicherungsgerichts vom 19. Oktober 2018, IV 2018/165, E. 1.2 und 

6.1). Es bleibt dem Beschwerdeführer indes unbenommen, sich bei der 

Beschwerdegegnerin wieder anzumelden, sofern er sich ausreichend 

eingliederungsfähig fühlt. Dies war im Zeitpunkt des Verfügungserlasses betreffend 

Rente offensichtlich nicht der Fall (vgl. IV-act. 63 S. 13 und 27, 70-3, 74).

7.  

Wie vorstehend dargelegt, bescheinigte Dr. E.___ eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 

von September 2014 bis Juni 2015. Danach liegt keine ausdrückliche Bescheinigung 

mehr im Recht. Dr. F.___ führt eine solche – entgegen der Annahme des 

Beschwerdeführers – auch in seinem Schreiben vom 24. November 2015 nicht auf (IV-

act. 30). Seine Ausführungen lassen zwar darauf schliessen, dass zu jener Zeit eine 

erhebliche psychische Einschränkung bestand (vgl. dazu im Sachverhalt lit. A.e); wie 

hoch diese war, beziffert er indes nicht. Mit Arztbericht vom 5. Juli 2016 führte Dr. 

E.___ aus, dass es ihm in Absprache mit dem Psychologen vollkommen unmöglich sei, 

eine verlässliche psychiatrische Beurteilung abzugeben, weshalb eine psychiatrische 

Begutachtung empfohlen werde (IV-act. 47). Gestützt auf das Gesagte bleibt damit 

zumindest ab Juni 2015 eine relevante Arbeitsunfähigkeit in psychiatrischer Hinsicht 

beweislos. Die Folgen daraus hat der Beschwerdeführer zu tragen (vgl. dazu unter 

anderem das Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2018, 8C_676/2017, E. 6.3). 

Damit besteht auch kein Anspruch auf eine befristete Rente. Die Beschwerde ist auch 

in diesem Punkt abzuweisen.

5.3. 

Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 9. März 2018 nicht zu beanstanden 

und die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

7.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

7.2. 

bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

8.

Da der Gerichtsschreiber verhindert ist, wird der Entscheid für diesen stellvertretend 

von einer mitwirkenden Richterin unterzeichnet (Art. 39  Abs. 2 VRP).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. vorstehende lit. B.c) ist er von der 

Bezahlung zu befreien.

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte 

und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der 

Vertreter des Beschwerdeführers hat eine nach Zeitaufwand bemessene (11.90 h zu Fr. 

200.--) und bereits um einen Fünftel gekürzte (Art. 31 Abs. 3 Anwaltsgesetz [AnwG; 

sGS 963.70]) Honorarnote über Fr. 2'665.80 (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) eingereicht (act. G 10.2). Ein Honorar nach Zeitaufwand sieht die 

Honorarordnung im Verfahren vor dem Versicherungsgericht zwar grundsätzlich nicht 

vor. Nachdem die Honorarnote nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO tarifkonform ist und sie 

sich im Rahmen dessen bewegt, was praxisgemäss bei einem Fall wie diesem 

zugesprochen wird, kann trotzdem darauf abgestellt werden. Somit entschädigt der 

Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal (vgl. BGE 125 V 201) mit 

Fr. 2'665.80 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

7.3. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] in Verbindung mit Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

7.4. 

ter

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.

Der Beschwerdeführer wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 

600.-- befreit.

3.

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'665.80 (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 12.05.2020
	Art. 28 Abs. 1 IVG. Rentenanspruch. Beweiskraft des bidsiziplinären Gutachtens bejaht. Ein rückwirkender Anspruch bleibt beweislos. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Mai 2020, IV 2018/127).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte