# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8dcdc4c5-e7d2-5dff-93ca-a8dbfa69344f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.04.2024 200 2023 828
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-828_2024-04-26.pdf

## Full Text

200 23 828 IV
FUE/SHE/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 26. April 2024

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. Oktober 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1988 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. 
Beschwerdeführerin) erlangte 2012 in ... das „Diplom der allgemeinen …“, 
wurde seit der Einreise in die Schweiz im Jahr 20.. durch das Sozialamt 
unterstützt und nahm im Juni 2021 eine Arbeitsstelle als … im Stundenlohn 
ohne fixes Arbeitspensum an. Im März 2022 (Postaufgabe) meldete sie 
sich unter Verweis namentlich auf eine Posttraumatische 
Belastungsstörung (PTBS), körperliche Beschwerden (vor allem im 
Unterleib) sowie eine seit September 2021 bestehende Arbeitsunfähigkeit 
bei der IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB oder Beschwerdegegnerin) zum 
Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1, 3/2, 12/2, 14.2, 
23, 27). Die IVB tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen, 
insbesondere veranlasste sie bei der D.________ ag (MEDAS) eine 
Begutachtung (vgl. interdisziplinäre Expertise vom 19. April 2023 [AB 53.1 
ff.]). Am 14. Dezember 2022 (AB 44) teilte die IVB der Versicherten mit, 
zurzeit seien keine Eingliederungsmassnahmen möglich. Mit Vorbescheid 
vom 12. Juni 2023 (AB 57) stellte die IVB bei einem in Anwendung der 
gemischten Methode (Erwerb 80%, Haushalt 20%) errechneten 
Invaliditätsgrad von 29% die Verneinung eines Rentenanspruchs in 
Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
C.________, Einwand (AB 62 f., 65; Stellungnahme von Dr. med. 
E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 15. Augst 
2023 [AB 65/5] sowie Bericht von Dr. med. F.________, Fachärztin für 
Gynäkologie und Geburtshilfe, vom Spital G.________, vom 22. August 
2023 [AB 65/7]). Am 28. September 2023 nahm die MEDAS zu den 
Einwänden bzw. den damit eingereichten medizinischen Unterlagen 
Stellung (AB 67). Die IVB gewährte der Versicherten mit Schreiben vom 2. 
Oktober 2023 (AB 68) die Möglichkeit, sich bis 13. Oktober 2023 zu dieser 
Stellungnahme zu äussern. Die Rechtsvertreterin ersuchte am 13. Oktober 
2023 (AB 69) um Fristverlängerung, um die MEDAS-Stellungnahme dem 
behandelnden Psychiater Dr. med. E.________ zu unterbreiten. Mit 
Verfügung vom 20. Oktober 2023 (AB 70) lehnte die IVB das 

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Fristverlängerungsgesuch ab und entschied dem Vorbescheid 
entsprechend. 

B.

Mit Eingabe vom 22. November 2023 erhob die Versicherte, weiterhin 
vertreten durch Rechtsanwältin C.________, Beschwerde gegen die 
Verfügung vom 20. Oktober 2023 (AB 70) mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung vom 20. Oktober 2023 sei aufzuheben.

2. Es sei der Beschwerdeführerin angemessen Zeit zu geben, eine 
Beurteilung ihres behandelnden Psychiaters zur Stellungnahme der 
MEDAS vom 28. September 2023 einzureichen.

3. Eventualiter sei eine Invalidenrente zuzusprechen.

4. Subeventualiter sei der medizinische Sachverhalt angemessen 
abzuklären und auf dessen Grundlage der Rentenanspruch neu zu 
prüfen.

– unter Kosten und Entschädigungsfolge –

Weiter ersuchte die Beschwerdeführerin um die Erteilung der 
unentgeltlichen Rechtspflege. Der Beschwerde beigelegt war u.a. eine 
Stellungnahme von Dr. med. E.________ vom 20. November 2023 (Akten 
der Beschwerdeführerin, Beschwerdebeilage [BB] 5).

Mit prozessleitender Verfügung vom 23. November 2023 stellte der 
Instruktionsrichter u.a. fest, dass sich der behandelnde Psychiater Dr. med. 
E.________ am 20. November 2023 bereits ausführlich zur MEDAS-
Stellungnahme vom 28. September 2023 geäussert habe, weshalb die 
Notwendigkeit von Rechtsbegehren Ziff. 2 derzeit nicht erkennbar sei und 
daher auch keine entsprechende Frist angesetzt werde. Die Einreichung 
weiterer Beweismittel bleibe der Beschwerdeführerin unbenommen. 

Mit Eingabe vom 13. Dezember 2023 (vgl. prozessleitende Verfügung vom 
23. November 2023) zog die Beschwerdeführerin das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege zurück.

Mit Beschwerdeantwort vom 20. Dezember 2023 schloss die 
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch 
den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse 
an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 
ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. Oktober 2023 (AB 
70). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Vorab rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör. Konkret sei das Vorbescheidverfahren nicht 
angemessen durchgeführt worden (Beschwerde S. 4 Ziff. 8). Zwar habe die 
Beschwerdegegnerin einen Vorbescheid erlassen und der 
Beschwerdeführerin Zeit gegeben, innert 30 Tagen dagegen Einwand zu 
erheben, was die Beschwerdeführerin auch getan habe. Die wegen einer 
Ferienabwesenheit sowie der grossen Arbeitslast ihres behandelnden 
Psychiaters beantragte Fristverlängerung zur Nachreichung von 
Arztberichten von 30 Tagen habe die Beschwerdegegnerin ohne 
sachlichen Grund nur im Rahmen von zehn Tagen gewährt (Beschwerde 
S. 4 Ziff. 10). Nachdem die Beschwerdegegnerin die Stellungnahme des 
behandelnden Psychiaters Dr. med. E.________ vom 15. August 2023 (AB 
65/5) der MEDAS vorgelegt habe, habe diese sich vier Wochen Zeit 
genommen zur Verfassung ihrer Beurteilung. Die Beschwerdegegnerin 
habe alsdann der Beschwerdeführerin wiederum bloss zehn Tage Zeit 
gewährt, sich zur siebenseitigen MEDAS-Stellungnahme zu äussern. Einen 
Grund für die kurze Frist habe sie wiederum nicht genannt. Infolge 
Ferienabwesenheit und Arbeitslast des behandelnden Psychiaters sei es 
der Beschwerdeführerin nicht gelungen, von diesem innert Frist eine 
ärztliche Stellungnahme zu erhalten. Sie habe daher erneut um eine 
Fristverlängerung ersucht, welche von der Beschwerdegegnerin abgelehnt 
worden sei. (S. 4 f. Ziff. 11). Damit habe diese das rechtliche Gehör verletzt 
(S. 6 Ziff. 13). 

2.2 Die IV-Stelle teilt der versicherten Person den vorgesehenen 
Entscheid über ein Leistungsbegehren, den Entzug oder die Herabsetzung 
einer bisher gewährten Leistung sowie den vorgesehenen Entscheid über 
die vorsorgliche Einstellung von Leistungen mittels Vorbescheid mit. Die 
versicherte Person hat Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 
42 ATSG (vgl. Art. 57a Abs. 1 IVG). Gemäss Art. 57a Abs. 3 IVG können 
die Parteien innerhalb einer Frist von 30 Tagen Einwände zum 
Vorbescheid vorbringen. Diese gesetzliche Frist ist nach dem Willen des 
Gesetzgebers nicht erstreckbar (vgl. Botschaft vom 2. März 2018 zur 
Änderung des ATSG, BBl 2018 1648).

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2.3 Der Rüge einer Verletzung des rechtlichen Gehörs kann nicht 
gefolgt werden: Zunächst ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin 
das am 12. Juni 2023 begonnene Vorbescheidverfahren korrekt 
durchführte, insbesondere erstreckte sie die Frist auf Gesuch hin – 
obschon diese grundsätzlich nicht verlängerbar ist (E. 2.2 hiervor) – bis am 
31. August 2023 (AB 62, 64). Folglich standen der Beschwerdeführerin de 
facto zweieinhalb Monate (vom Erlass des Vorbescheids vom 12. Juni 
2023 bis zum 31. August 2023) zur Verfügung, um sich zum in Aussicht 
gestellten Entscheid zu äussern, was sie denn auch tat. Ob die Verwaltung 
nach Eingang der MEDAS-Stellungnahme vom 28. September 2023 (AB 
67) zu den einwandweise aufgelegten Arztberichten nicht nur Frist zur 
Stellungnahme hätten setzen sollen, sondern ein weiteres 
Vorbescheidverfahren hätte vornehmen müssen, was gemäss 
Rechtsprechung von den einzelfallweisen Umständen abhängt, kann hier 
offenbleiben, stellte doch eine allfällige diesbezügliche Gehörsverletzung 
jedenfalls keinen unheilbaren Verfahrensfehler dar (zum Ganzen: 
MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 4. Aufl. 
2022, Art. 57a N. 4). Die Beschwerdeführerin war in der Lage, die erneute 
Stellungnahme ihres Psychiaters Dr. med. E.________ vom 20. November 
2023, die sie im Verwaltungsverfahren einreichen wollte, beschwerdeweise 
ins Recht zu legen (BB 5). Die Beschwerdegegnerin ihrerseits konnte sich 
hierzu äussern und das angerufene Gericht, das über volle Kognition 
verfügt, kann die Stellungnahme in ihrer Beurteilung einbeziehen. Damit 
wäre eine allfällige Gehörsverletzung im Rahmen des hiesigen 
Beschwerdeverfahrens geheilt. Folglich bedarf es so oder anders keiner 
Rückweisung der Sache, zumal dies einem formalistischen Leerlauf 
gleichkäme (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197; SVR 2021 IV Nr. 43 S. 140 E. 
4.4.1, 2020 IV Nr. 57 S. 194 E. 3.3.1).

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

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und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen 
Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung 
verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der 
volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als 
Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

3.2

3.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch 
nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zu-
trifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Ein-
fluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 
106 E. 4.4 S. 110).

3.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 

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4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E. 7.2 S. 429).

3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 
8 ATSG) sind (lit. c). Eine Rente nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, 
solange die Möglichkeiten zur Eingliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1bis 
und 1ter nicht ausgeschöpft sind (Art. 28 Abs. 1bis IVG).

Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in 
prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem 
Invaliditätsgrad von 50 bis 69% entspricht der prozentuale Anteil dem 
Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), bei einem Invaliditätsgrad ab 70% 
besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem 
Invaliditätsgrad zwischen 40 und 49% gelten die prozentualen Anteile nach 
Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG).

3.4

3.4.1 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG richtet sich die Bemessung des Invali-
ditätsgrades von erwerbstätigen Versicherten nach Art. 16 ATSG. Der Bun-
desrat umschreibt die zur Bemessung des Invaliditätsgrades massgeben-
den Erwerbseinkommen sowie die anwendbaren Korrekturfaktoren. Für die 
Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die 
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage er-

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zielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie er-
zielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

3.4.2 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil er-
werbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, der Invaliditätsgrad für diesen Teil nach Art. 16 
ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so 
wird der Invaliditätsgrad für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festge-
legt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltli-
chen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil 
der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in 
beiden Bereichen zu bemessen.

Gemäss Art. 27bis Abs. 1 IVV werden für die Bestimmung des Invaliditäts-
grades von Teilerwerbstätigen die Invaliditätsgrade in Bezug auf die Er-
werbstätigkeit (lit. a) und in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich 
(lit. b) zusammengezählt. Für die Berechnung des Invaliditätsgrades in Be-
zug auf die Erwerbstätigkeit wird gemäss Art. 27bis Abs. 2 IVV das Einkom-
men ohne Invalidität auf eine Erwerbstätigkeit, die einem Beschäftigungs-
grad von 100% entspricht, hochgerechnet (lit. a), das Einkommen mit Inva-
lidität auf der Basis einer Erwerbstätigkeit, die einem Beschäftigungsgrad 
von 100% entspricht, berechnet und entsprechend an die massgebliche 
funktionelle Leistungsfähigkeit angepasst (lit. b) und die prozentuale Er-
werbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrades, den die Person hätte, 
wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (lit. c). Für die Berechnung 
des Invaliditätsgrades in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird 
nach Art. 27bis Abs. 3 IVV der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei 
der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die 
versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt (lit. a) und der An-
teil nach lit. a anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad 
nach Abs. 2 lit. c und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Abs. 3 lit. b).

Nach der zu aArt. 28a Abs. 3 IVG (in Kraft gestanden bis 31. Dezember 
2021) ergangenen und weiterhin gültigen Rechtsprechung sind im Rahmen 
der gemischten Methode Erwerbstätigkeit und nichterwerblicher Aufgaben-
bereich in dem Sinne komplementär, als was nicht Erwerbstätigkeit ist, un-
ter die Besorgung des Haushaltes fällt. Mit anderen Worten geben die bei-

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den Bereiche zusammen einen Wert von 100%. Der Haushaltsanteil darf 
somit nicht in Abhängigkeit vom Umfang der im Aufgabenbereich anfallen-
den Arbeiten festgesetzt werden. Auch ist nicht entscheidend, wie viel Zeit 
sich die versicherte Person für die Haushaltsarbeiten nimmt. Dass die 
Haushaltsgrösse kein massgebendes Kriterium ist, trifft auch auf die aus-
schliesslich im Haushalt tätigen Versicherten zu, deren Aufgabenbereich 
rechtsprechungsgemäss in jedem Fall mit 100% zu veranschlagen ist (vgl. 
BGE 141 V 15 E. 4.5 S. 22)

3.4.3 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode, welche sich aus dem Status ergibt. Dieser bestimmt 
sich nach Art. 24septies Abs. 1 IVV nach den erwerblichen Verhältnissen, in 
denen sich die versicherte Person befinden würde, wenn sie nicht gesund-
heitlich beeinträchtigt wäre. Gemäss Art. 24septies Abs. 2 IVV gilt eine versi-
cherte Person als erwerbstätig nach Art. 28a Abs. 1 IVG, wenn sie im Ge-
sundheitsfall eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, die einem Beschäfti-
gungsgrad von 100% oder mehr entspricht (lit. a). Die versicherte Person 
gilt als nicht erwerbstätig nach Art. 28a Abs. 2 IVG, wenn sie im Gesund-
heitsfall keine Erwerbstätigkeit ausüben würde (lit. b) respektive als teiler-
werbstätig nach Art. 28a Abs. 3 IVG, wenn sie im Gesundheitsfall eine Er-
werbstätigkeit ausüben würde, die einem Beschäftigungsgrad von weniger 
als 100% entspricht (lit. c).

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

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4.

4.1 Was den Gesundheitszustand betrifft, ist den Akten im 
Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

4.1.1 In der interdisziplinären MEDAS-Gesamtbeurteilung vom 19. April 
2023 (AB 53.1) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit gestellt (S. 5 Ziff. 4.3.1):

- chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
(ICD-10 F45.41)

- Angst und depressive Störung, gemischt (ICD-10 F41.2)

- leichte bis mittelgradige neuropsychologische Störung

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden chronische, teils 
Zyklus modulierte Abdominalgien (intermittierende Obstipation, 
Meteorismus, Nausea, leichte Schwindelsymptomatik), eine Atopie sowie 
eine substituierte Hypothyreose (S. 6 Ziff. 4.3.2). 

Aus allgemein-internistischer Sicht hätten sich keine Erkrankungen von Re-
levanz und mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gefunden. Die 
Bauchbeschwerden seien im Rahmen des gynäkologischen Leidens bzw. 
als funktionelle Beschwerden zu deuten. Die Versicherte befinde sich in 
regelmässiger adäquater fachärztlicher Betreuung. Aus 
neuropsychologischer Sicht sei aus der Zusammenschau des kognitiven 
Leistungsprofils, der Verhaltensbeobachtung und den Ergebnissen der 
Leistungsvalidierung von einer guten Anstrengungsbereitschaft 
auszugehen. Die Ergebnisse würden daher als valide eingeschätzt. Aktuell 
würden sich Hinweise auf eine leichte bis mittelgradige 
neuropsychologische Störung ergeben. Bei der psychiatrischen Exploration 
hätten sich Symptome und Beschwerden gefunden, die die Diagnose einer 
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
rechtfertigten. Des Weiteren fänden sich Symptome und Beschwerden, die 
die Diagnose Angst und Depression, gemischt untermauerten. Es lägen in 
mittlerer Ausprägung Angst und Depression ohne Vorherrschen des einen 
oder anderen vor. Weiter würden vegetative Symptome auftreten. Die 
Symptome erfüllten jeweils nicht die Kriterien einer Angststörung oder einer 
depressiven Episode, sodass die Diagnose Angst und depressive Störung, 

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gemischt gestellt werde. Typische Merkmale für das wiederholte Erleben 
von Traumata wie ausgeprägte „flashbacks“, emotionale Stumpfheit, 
„betäubt sein“, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, die 
Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das 
Trauma wachrufen könnten, Furcht vor und Vermeidung von Stichworten, 
die an das ursprüngliche Trauma erinnern könnten, hätten sich bei der 
Exploration nicht gefunden. Ein Zustand erhöhter vegetativer Erregbarkeit 
mit Schlafproblemen werde noch beschrieben, Suizidalität werde verneint, 
sodass auch von einem wechselhaften Verlauf und auch einer 
zwischenzeitlichen Stabilisierung ausgegangen werden könne. Insgesamt 
sei davon auszugehen, dass eine schrittweise Stabilisierung und 
Kompensierung stattfinde und dass die ursprünglich erlebten als 
„traumatisch“ beschriebenen psychischen Belastungen zu einer erhöhten 
psychischen Vulnerabilität führten, auf deren Grundlage sich die nun 
gestellten Diagnosen entwickelten. Als Ausgangspunkt werde die erhöhte 
Vulnerabilität in der Folge einer möglichen PTBS betrachtet, die jedoch 
zumindest grösstenteils als kompensiert zu betrachten sei und nicht 
(diagnostisch) in einen chronischen Verlauf im Sinne einer dauernden 
Persönlichkeitsänderung übergegangen sei (S. 4 Ziff. 4.1).

Bei der Versicherten handle es sich um eine durchaus differenzierte, 
engagierte, motivierte Persönlichkeit mit einer erhöhten Verausgabungs- 
und Durchhaltebereitschaft auch unter Zurückstellung eigener Bedürfnisse. 
Gemäss Mini-ICF-App fänden sich in den zu beurteilenden Fähigkeiten 
mässig ausgeprägte Beeinträchtigungen im Bereich Flexibilität und 
Umstellungsfähigkeit sowie Widerstands- und Durchhaltefähigkeit wie auch 
eine leicht bis mässig ausgeprägte Beeinträchtigung im Bereich Anpassung 
an Regeln und Routinen, Planung und Strukturierung von Aufgaben, 
Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, Umsetzung von Proaktivität und 
Spontanaktivitäten sowie Gruppenfähigkeit (S. 5 Ziff. 4.3). Es lägen multiple 
Belastungen vor. Als positive Faktoren/Ressourcen seien die grundsätzlich 
differenzierte und motivierte Persönlichkeit der Versicherten zu sehen, die 
sehr gut Deutsch gelernt habe, die sich auch beruflich weiterentwickeln und 
„ein normales Leben“ mit beruflichem Alltag („Freizeit und Erholung“) leben 
möchte (S. 6 Ziff. 4.4).

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In der Beurteilung der Gesamtarbeitsfähigkeit sei die psychiatrische 
Beurteilung führend, da internistisch keine Einschränkungen der 
Arbeitsfähigkeit vorlägen. Sowohl in der angestammten als auch in einer 
leidensangepassten Tätigkeit habe vom 2. September 2021 bis 31. Oktober 
2021 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden, danach vom 1. 
November 2021 bis 30. November 2021 eine solche von 60% bzw. vom 1. 
Dezember bis 
15. Dezember 2021 von 50%. Im weiteren Verlauf lägen keine 
(psychiatrischen) Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit mehr vor. Es werde 
empfohlen, ab 16. Dezember 2021 die jetzt erfolgte Beurteilungen 
betreffend angestammte und leidensangepasste Tätigkeit zu übernehmen: 
In der bisherigen Tätigkeit auf Stundenbasis in der ambulanten … bestehe 
eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Eine leidensangepasste Tätigkeit (klar 
strukturierte vorgegebene Tätigkeit mit klarer Zuordnung der Aufgaben 
sowie Vorgabe mit klarer Einweisung und Einschulung, ohne Schicht- und 
Nachtdienst, ohne erhöhte Anforderungen an die Flexibilität und 
Durchhaltefähigkeit, die Selbstbehauptungsfähigkeit sowie die 
Widerstands- und Durchhaltefähigkeit) sei der Versicherten zu 70% 
zumutbar (S. 7 Ziff. 4.5 ff.). 

4.1.2 Dr. med. E.________ nahm am 15. Augst 2023 (AB 65/5) Stellung 
zum MEDAS-Gutachten. Er könne die darin in Prozenten ausgedrückte 
Leistungseinschränkung nicht nachvollziehen. Formal sei das Gutachten 
nicht zu beanstanden, der Inhalt und die daraus gezogenen Schlüsse 
schienen aber zu sehr ergebnisorientiert (S. 5 Ziff. 1). Die 
psychopathologische Befunderhebung, die Anamnese und die spontanen 
Äusserungen der Versicherten entsprächen durchaus dem, was er auch 
erhoben habe. Die Zusammenfassung, Deutung und Schlussfolgerung der 
erfragten Symptome könne er hingegen nicht nachvollziehen. Diese 
würden sich nur sehr unzureichend aus den erhobenen Daten ergeben. Die 
vom psychiatrischen Gutachter erhobenen Befunde seien Symptome einer 
komplexen PTBS. In der kurzen Zusammenfassung zähle dieser dann die 
Symptome einer PTBS auf und schreibe, diese hätten sich bei der 
Untersuchung nicht finden lassen. Wenn der Gutachter in der Folge von 
„Stabilisierung und Kompensierung“ spreche, frage er (Dr. med. 
E.________) sich von was, wenn doch nach gutachterlicher Einschätzung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 14

nichts gewesen sei. Weiter negiere der psychiatrische Gutachter die von 
ihm selbst erhobene Symptomatik und den Leidensdruck, wenn er bei der 
ausgeprägten selbst erhobenen Symptomatik von Kompensation schreibe. 
Darüber hinaus halte er nun doch die Diagnose PTBS für möglich, um sie 
dann aber als kompensiert zu betrachten. Dies könne als Fehlschluss 
betrachtet werden. Die Versicherte habe wiederholt Traumatisierungen 
erfahren und weise auch vom Gutachter erhobene Symptome einer PTBS 
auf. Warum diese dann bei der Gutachtensdiagnose negiert oder aber vom 
Gutachter als kompensiert betrachtet würden, scheine ihm willkürlich. Aus 
seiner (Dr. med. E.________) Sicht rechtfertigten die Symptome die 
Diagnose einer PTBS. Der Gutachter hätte die Symptome noch genauer 
erfragen müssen. Die Auswirkungen der erhobenen Befunde und der 
gestellten Diagnosen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit seien nicht 
richtig festgestellt worden. Aus seiner Sicht bestehe eine PTBS. Die 
komplexe Symptomatik sei vom Gutachter selbst erhoben worden. Der 
Versicherten sei in der „Gynäkologie“ die Diagnose einer Endometriose 
mitgeteilt worden. Die Befundlage sei aber offenbar nicht vollständig. Es 
frage sich, warum keine gynäkologische Begutachtung durchgeführt 
worden sei. In Anbetracht des Leidensdrucks sei die Arbeitsfähigkeit nicht 
richtig festgestellt. Zur gutachterlich diagnostizierten Angst und Depression, 
gemischt ergebe sich das Folgende: Die Versicherte erfülle weder die 
Kriterien einer Angststörung noch die einer Depression. Aber daraus die 
Diagnose Angst und Depression, gemischt zu machen sei ein Konstrukt, 
wenn man die naheliegende und durch die Symptome belegte Diagnose 
vermeiden wolle. 

4.1.3 Die Gynäkologin Dr. med. F.________ stellte im Bericht vom 22. 
August 2023 (AB 65/7) folgende Diagnose:

Adenomyosis uteri mit/bei 

- Chronic pelvic pain und Dysmenorrhoe

- 18. Oktober 2021: MR Becken: Kein Anhalt einer TIE. Verbreiterte 
junktionale Zone der Korpushinterwand, vereinbar mit einer diffusen 
Adenomyose

- Status nach sexuellem Missbrauch

Sonographisch zeige sich bei der Versicherten eine Adenomyosis uteri, 
welche sich auch im MRI vom Oktober 2021 bestätigt habe. Die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 15

Adenomyose sei eine chronisch entzündliche Erkrankung, welche mit 
rezidivierenden starken Unterbauchschmerzen und einer Subfertilität 
einhergehe. Bei der Versicherten zeigten sich in Folge der 
wiederkehrenden Schmerzen Symptome der Chronifizierung. Dies führe zu 
generalisierten Muskelschmerzen und invalidisierenden Beckenschmerzen. 
Bei ausgeprägten myofaszialen Beckenbodenschmerzen werde eine 
intensive Physiotherapie empfohlen. Die hormonelle Therapie solle 
weitergeführt werden, um die Schmerzauslöser möglichst zu reduzieren.

4.1.4 In der ergänzenden MEDAS-Stellungnahme vom 28. September 
2023 (AB 67) wurde zu den vorgebrachten Einwänden und eingereichten 
medizinischen Unterlagen Stellung bezogen: 

Im Rahmen des MEDAS-Gutachtens sei eine ausführliche und 
differenzierte Herleitung, Darstellung und Beurteilung erfolgt. Die von Dr. 
med. E.________ in der Stellungnahme vom 15. August 2023 aufgeführten 
und erwähnten Beschwerden und Symptomen könnten im Rahmen einer 
PTBS auftreten, sie würden aber nahezu alle den anamnestischen 
Angaben und Beschreibungen seitens der Versicherten entsprechen. Diese 
seien in der Gesamtheit im zeitlichen Zusammenhang und Verlauf 
angegeben und entsprechend in der Darstellung im Schreiben summiert 
worden, obwohl es sich auch um Angaben handle, die sich zum Teil auf 
länger zurückliegende Inhalte beziehen würden und teils nicht mehr oder in 
geringer Ausprägung aktuell präsent seien. Angaben über zum Teil 
auftretende Träume mit Blut und Gewalt, Schmerzen, Angst, Panik führten 
nicht automatisch zur Diagnosestellung einer PTBS, auch wenn es 
entsprechende frühere Ereignisse gegeben habe. Sie könnten auch in 
anderen Kontexten (Psychose, Schmerzerkrankung, Angststörung, 
Depression) auftreten. Aus Schilderungen erlebter häuslicher Gewalt, auch 
wenn es möglicherweise zu früherer Zeit (...) weitere Belastungen gegeben 
habe, lasse sich nicht automatisch auf eine präsente und „floride“ PTBS 
schliessen. Angaben wie „…Zittern, wenn ich daran denke oder mehr 
davon erzählte“ seien rein subjektiver, beschreibender Natur (wobei sich in 
der konkreten Untersuchungssituation kein Zittern habe erkennen lassen) 
und seien nicht als Befunde verwertbar. In der Beurteilung eines 
Gutachters sei es wesentlich, gerade bei der vorliegenden Thematik 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 16

zwischen vorliegenden Untersuchungsbefunden und den 
Schilderungen/Beschreibungen der versicherten Person zu unterscheiden. 

Dass traumatische Erlebnisse in ... im Verlauf auch auf der Flucht in die 
Schweiz aufgetreten seien, könne selbstverständlich nicht negiert werden. 
Bei der Ankunft in der Schweiz sei allerdings keine akute psychiatrische 
Behandlung notwendig geworden. Im weiteren Verlauf im Zusammenhang 
mit der belastenden Beziehung zum Ex-Partner sei dann über den 
Sozialdienst/die Caritas eine Registrierung erfolgt. Die Versicherte sei 2017 
im Spital G.________ bei einer Psychiaterin gewesen, wo sie zunächst 
einmal die Woche hingegangen sei. 

Eine Vermeidung möglicher alter belastender „Traumatisierungsorte und 
Personen etc. …“ habe nicht wirklich eruiert werden können. Der Ex-Part-
ner, mit dem die Versicherte zu tun gehabt habe, der sie angeschrien, 
geschlagen habe etc., würde sie heute manchmal noch anrufen; dies sei 
aber alles kein Problem mehr. Sie habe selbst damit abgeschlossen, es 
gebe keine Zeiten, um etwas zu überlegen. Es sei kein grosses Thema 
mehr. Sie habe hier auch selbst die Grenze gesetzt, dies sei schon seit gut 
anderthalb Jahren abgeschlossen. Ferien habe sie zuletzt vor ca. fünf 
Jahren im Sinne einer Reise in die Heimat gemacht, dort sei sie für einen 
Monat gewesen. Sie sei alleine dorthin gereist; als sie dann allerdings 
zurückgekommen sei, sei es ihr am Flughafen in der Schweiz schlecht 
ergangen. Da habe sie gesagt, dass sie nicht mehr alleine dorthin gehen 
könne.

In der Zwischenzeit (Erlebnisse in der Heimat, Flucht, auch in der 
Beziehung zum Ex-Freund) seien abgesehen von deutlichen 
psychosozialen Belastungen keine „traumatischen Ereignisse“ beschrieben 
worden. Die Versicherte habe ca. 2017/2018 Angst erlebt, keine suizidalen 
Gedanken, aber auch keine Freude gehabt, sei einfach traurig gewesen, 
dass es so nicht gehe. Sie sei deprimiert gewesen; damals habe sie keine 
Medikamente erhalten. Dann sei sie ca. 2020 zum Psychiater Dr. med. 
E.________ gekommen. 

Zusammenfassend hätten sich keine gravierenden Störungen zentraler 
psychischer Funktionen oder relevante Störungen des Bewusstseins (z.B. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 17

Dissoziation), keine entsprechenden gravierenden psychovegetativen 
Reaktionen (z.B. nicht nachlassende Übererregung oder ähnliches), keine 
Auffälligkeiten der Psychomotorik (z.B. Stupor) und keine Eigen- oder 
Fremdgefährdung ebenso wenig selbstschädigendes Verhalten gefunden. 
Es habe eine emotionale Auslenkbarkeit und Schwingungsfähigkeit bestan-
den. Es hätten sich (leichte) affektive Symptome wie Angst und 
Depressivität gefunden. Diese seien erfasst und entsprechend diagnostisch 
eingeordnet worden. 

Betreffend die Diagnose PTBS nach ICD-10 F43.1 habe im gesamtem 
Verlauf bisher keine längerfristige stationäre spezifische 
Traumabehandlung stattgefunden. Im Rahmen vorausgegangener 
stationärer und teilstationärer psychiatrischer Behandlungen, d.h. in 
Phasen längerer Beobachtung und Beurteilung, seien ähnliche Diagnosen 
wie jetzt vom Gutachter gestellt worden. Es sei lediglich der Hinweis auf 
eine „aktenanamnestische posttraumatische Belastungsstörung“ erfolgt. 
Die Diagnose einer PTBS sei aber nicht gestellt worden, auch hätten sich 
in den entsprechenden Entlassberichten auch im Rahmen der Aufenthalte 
und Verlaufsbeschreibungen keine entsprechenden Bemerkungen, 
Befunde oder Symptombeschreibungen dazu gefunden. Im Gutachten sei 
eine adäquate entsprechend ausführliche und angemessene 
Anamneseerhebung und Auseinandersetzung mit den Vordiagnosen und 
Befunden erfolgt. Die Herleitung sei differenziert und klar. Zudem sei 
ausdrücklich auf erhebliche invaliditätsfremde psychosoziale 
Belastungsfaktoren hingewiesen worden. Ergänzend zu den 
gutachterlichen Ausführungen sei der Umstand zu erwähnen, dass die 
Versicherte offensichtlich auch noch entsprechend berufstätig sei, was 
deutlich gegen eine „Progredienz und Dekompensierung“ spreche. Zumal 
die Versicherte dann auch noch im psychisch belasteten Bereich der … 
tätig geworden sei, was grundsätzlich gute psychische Stabilität 
voraussetze. Ebenfalls sei im Gutachten ausführlich dargestellt worden, 
dass die aktuell laufende Behandlung als unzureichend und nicht adäquat 
betrachtet werde. Bezüglich Arbeitsfähigkeit lägen multiple und erheblich 
belastende psychosoziale Belastungsfaktoren vor, die als invaliditätsfremd 
nicht in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einfliessen könnten. Dass 
seitens Behandlern allgemein eine hohe Identifikation mit den Versicherten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 18

bestehe, sei gerade in Anamnesen mit Traumaerfahrungen 
nachvollziehbar. Häufig würden allerdings dabei in der Betrachtung der 
Arbeitsfähigkeit invaliditätsfremde psychosoziale Faktoren miteinbezogen, 
was aus Gutachterperspektive nicht erfolgen könne. 

Soweit den Bericht von Dr. med. F.________ betreffend führten die 
Gutachter aus, im Rahmen der allgemein-internistischen Begutachtung 
hätten keine objektiven Befunde und Funktionsstörungen erhoben werden 
können, aus denen eine versicherungsmedizinisch relevante 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden könnte. Die im 
gynäkologischen Bericht von Dr. med. F.________ mitgeteilten Befunde 
seien nicht geeignet, aus versicherungsmedizinischer Sicht eine relevante 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu postulieren. Nachdem keine 
objektivierbaren Befunde und Funktionsstörungen hätten erhoben werde 
können, erübrige sich eine gesonderte gynäkologische Beurteilung. 

Zusammenfassend ergäben sich keine Änderungen an der 
interdisziplinären Gesamtbeurteilung. 

4.1.5 Dr. med. E.________ führte in der Stellungnahme vom 20. 
November 2023 (BB 5) aus, die Versicherte leide nach wie vor unter einer 
schwerwiegenden und floriden psychischen Störung (komplexe PTBS), die 
er aufgrund ihrer Ausprägung und des Schweregrades als 
invaliditätsrelevant betrachte. Viele Angaben und Feststellungen im 
MEDAS-Gutachten seien fehlerhaft, inkonsistent, nicht plausibel, zum Teil 
widersprüchlich und einige wichtigen kausalen und/oder zeitlichen 
Zusammenhänge fehlerhaft interpretiert, was im Schlusseffekt natürlich zu 
einer nicht korrekten Beurteilung und Diagnoseerhebung führe, mit einem 
direkten negativen Einfluss auf den Entscheid der Invalidenversicherung 
und dadurch auf die Situation der Versicherten. Sein Ziel sei es, bei der 
Versicherten die Anerkennung der vorhandenen Störung, d.h. der 
komplexen PTBS, zu erreichen und ihr dadurch die notwendige komplexe 
Unterstützung zu gewährleisten. Das Gutachten stütze sich auf 
„Persönlichkeitsmerkmale“, die weder einer klinischen Exploration zu 
entnehmen seien noch im Rahmen der Begutachtung z.B. mithilfe 
beispielsweise von Testpsychologie weiter untersucht oder spezifiziert 
worden seien. Auf der anderen Seite werde gleichzeitig die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 19

Gesamtpersönlichkeit der Versicherten als „durchaus differenziert, 
engagiert und motiviert“ beschrieben. Diese Angaben seien nicht 
konsistent, widersprächen sich und zeigten, dass der Gutachter nicht über 
einen komplexen Eindruck über die Persönlichkeit der Versicherten oder 
deren Entwicklung verfüge. Vielmehr werde im Gutachten eine Versicherte 
beschrieben, die im Vorbesitz gewisser Persönlichkeitsmerkmale gewesen 
sei, die eine Entwicklung einer psychischen Störung begünstigen oder eine 
solche zumindest aufrechterhalten könnten. Dies erwecke den Anschein, 
als ob die Versicherte bereits vor den traumatischen Erlebnissen eine 
Prädisposition und Vulnerabilität besessen habe. Diese 
Schlussfolgerungen entsprächen nicht den Tatsachen. 

Bezüglich Traumata, Retraumatisierung ergebe sich das Folgende: Die 
Versicherte habe kurz vor und während ihrer Inhaftierung, bei der Flucht in 
die … und auch nach der Ankunft in die Schweiz eindeutige Ereignisse 
erlebt (unmittelbare Ersthelferin bei Kriegsverletzten, Beobachterin von 
Kriegsszenen mit verstümmelten Leichen und Körperteilen, gewaltsame In-
haftierung, Demütigung, sexuelle Gewalt, brachiale Gewalt, Flucht ins 
Ungewisse, Gewalt und psychische Gewalt nach Ankunft in der Schweiz 
durch den Ex-Partner, währenddessen körperlicher und seelischer 
Schmerz, Angst, Hilflosigkeit und Ohnmacht etc.), die laut der Definition der 
ICD-10, des DSM-V, des Schweizer Institutes für Psychotraumatologie und 
schlussendlich auch der Swiss Insurance Medicine ein eindeutiges 
traumatisierendes Potential hätten, wobei eines vom Erlebten hier schon 
dieses Potential besässe. Das Vollbild der PTBS habe sich dann nach ihrer 
Ankunft in der Schweiz manifestiert, nachdem sie über lange Zeit im 
Flüchtlingslager hilflos der körperlichen und seelischen Gewalt auch ihres 
damaligen Partners ausgesetzt gewesen sei. Die erlebten Ereignisse seien 
einschneidend und traumatisierend, unabhängig davon, ob die 
Persönlichkeit eines Menschen als vorher „vulnerabil“ oder nicht eingestuft 
werde. Im Gutachten würden die Traumata, die die Versicherte erlebt habe, 
zwar anerkannt, jedoch fehlerhaft und bagatellisierend interpretiert. Das 
traumatisierende Potential werde ihnen nicht zugeschrieben, es werde 
schlichtweg ignoriert. Diese fehlerhafte Interpretation gelte im Gutachten 
als einer der Gründe, warum der Versicherten die vorhandene PTBS, an 
der sie leide, nicht attestiert werde. Diese Diskrepanz der Fakten und der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 20

Beurteilung im Gutachten lasse sich jedoch einfach und klar mit dem 
bereits Dargelegten widerlegen und seien zum Glück nicht von der 
subjektiven Betrachtung des beurteilenden Facharztes abhängig. 

Die Situation um den Ex-Partner der Versicherten werde im Gutachten gar 
nicht erwähnt bzw. erneut bagatellisiert. Sie werde lediglich als eine 
„psychosoziale Belastung ohne IV-Relevanz“ eingestuft. In Wirklichkeit 
zeige die Tatsache, dass die Versicherte bereit gewesen sei, aus ihrer 
Heimat zu flüchten und so auch ihre Familie zu verlassen, zu einem 
Menschen, den sie nur via Facebook gekannt habe, das Ausmass ihrer 
existentiellen Angst und Verzweiflung. Anders als im Gutachten dargelegt, 
suche der Ex-Partner der Versicherten weiterhin aktiv Kontakt zu ihr, 
wodurch sie immer wieder retraumatisiert werde. Sie habe wiederholt 
erfolglos (auch mittels KESB und Polizei) versucht, diesen Kontakt zu 
unterbinden. Der Ex-Partner halte die Versicherte sozusagen als Geisel, 
denn er sei der einzige, der einen Kontakt in ... habe, der gegen Bezahlung 
Informationen über den sich im Gefängnis befindende Bruder beschaffen 
könne. Wenn die Versicherte den Kontakt abbreche, sehe sie sich 
Drohungen des Ex-Partners ausgesetzt, er werde seine dortigen Kontakte 
gegen den inhaftierten Bruder einsetzen. Die Versicherte werde durch 
anhaltenden und unfreiwilligen Täterkontakt immer wieder getriggert und 
retraumatisiert, was zur Aufrechterhaltung der Symptomatik der floriden 
PTBS führe. Weder im MEDAS-Gutachten noch in deren Stellungnahme 
vom 28. September 2023 würden diese wichtigen Fakten und 
Zusammenhänge erwähnt oder berücksichtigt. 

Was die zeitlichen Zusammenhänge betreffe, ergebe sich das Folgende: 
Das Leben der Versicherten sei bis zu den traumatisierenden Ereignissen 
relativ harmonisch und reibungslos verlaufen. Sie hätte Unterstützung 
durch ihr Umfeld und eine ausgereifte, gut differenzierte Persönlichkeit 
ohne Hinweise auf Störungen oder Akzentuierungen gehabt und über sehr 
gute eigene als auch interpersonelle Ressourcen verfügt. Bis zu den 
einschneidenden Kriegs- und Gewalterfahrungen habe die Versicherte 
komplett beschwerde- und symptomfrei gelebt. Einige Zeit vor der 
Inhaftierung habe sie zum ersten Mal Verstörendes (Kriegsbilder, Blut und 
tote Menschen) erlebt. Bis zum Zeitpunkt der Inhaftierung habe sie jedoch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 21

keine persönlichen Gewalterfahrungen erlebt. Die verschiedenen Angaben 
bezüglich Beschwerdemanifestierung im Gutachten widersprächen sich. 
Das Gutachten könne weder zum Beginn noch zur Dauer der Beschwerden 
bzw. Symptome genauer Auskunft geben, was einer genauen 
Diagnosestellung im Weg stehe. 

Im vorliegenden Fall seien die Kernsymptome und Zusatzsymptome einer 
komplexen PTBS eindeutig gegeben. Um der Diagnostik gerecht zu 
werden, müssten diese Symptome länger als einen Monat andauern, im 
vorliegenden Fall sei dies schon über zwei Jahre der Fall. Da die 
Beschwerden auch über sechs Monate anhielten, müsse von einer 
chronifizierten PTBS gesprochen werden. Eines der entscheidenden 
Massstäbe des Gutachtens, um die Diagnose einer PTBS zu verneinen, sei 
die Krankengeschichte bzw. Aktenlage. Der Gutachter zitiere die gestellten 
Diagnosen der Austrittsberichte ab dem Jahr 2021, in denen lediglich 
„aktenanamnestisch PTSD“ erwähnte werde. D.h. diese Diagnose sei 
sozusagen vom Hören und Sehen übernommen, aber nicht wirklich näher 
angegangen worden. Natürlich unterstütze diese Interpretation der Akten 
das Resultat, die PTBS als nicht erwiesen zu betrachten. Allerdings werde 
im Gutachten der Abschlussbericht der Psychiatrischen Dienste 
H.________ vom 28. Mai 2019, in welchem Symptome einer PTBS, 
konkret Flashbacks und Hyperarousal und Vermeidungsverhalten 
beschrieben würden und als Austrittsdiagnose u.a. eine PTBS (ICD-10 
F43.1) diagnostiziert werde, weder erwähnt noch gewürdigt. Das Gutachten 
weise gravierende Mängel auf. Die Würdigung der Akten sei lückenhaft. 
Die Anamnese zeige ebenfalls Lücken auf, die Symptomatik sei nicht 
korrekt erfasst oder werde übersehen. Die im Gutachten gestellten 
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sehe er auch als gegeben 
und diese würden der Grunddiagnose einer komplexen PTBS nicht 
widersprechen. Im Gegenteil. Alle drei Diagnosen könnten als im Rahmen 
der Grunddiagnose PTBS verstanden werden (sozusagen als ihre 
Langzeitfolgen) oder nach dem Komorbiditätsprinzip (ICD-11) gleichzeitig 
gestellt werden. Die Differentialdiagnostik stütze sich lediglich auf nicht 
plausibel nachvollziehbares „Widerlegen“ der Beschwerden und deren 
Nichtbeobachtung, was dazu führe, dass das Gutachten lediglich eine 
Querschnitt- und keine Längsschnittdiagnostik berücksichtige. Ebenfalls 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 22

fehle die Berücksichtigung von möglichen klinischen Varianten einer PTBS, 
wie z.B. „PTBS mit Leitsymptom Schmerz“. Die Versicherte leide unter 
einer chronischen komplexen PTBS mit zum Teil floriden Symptomatik mit 
einer zugleich qualitativen als auch quantitativen Minderung der 
Leistungsfähigkeit. Mit seiner (Dr. med. E.________) Stellungnahme hoffe 
und möchte er das Anerkennen der Diagnose einer PTBS erzielen und 
seiner Patientin dadurch auch die notwendige Unterstützung durch die 
Invalidenversicherung (Massnahme, Rente) sichern. 

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezial-
ärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 23

E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

4.3 Das MEDAS-Gutachten vom 19. April 2023 mit interdisziplinärer 
Gesamtbeurteilung und Teilgutachten in drei Disziplinen (Psychiatrie und 
Psychotherapie, Allgemeine Innere Medizin sowie Neuropsychologie; AB 
53.1 ff.) sowie die MEDAS-Stellungnahme vom 28. September 2023 (AB 
67) zu den im Vorbescheidverfahren vorgetragenen Einwänden (AB 65/1 
ff.) und eingereichten Berichten von Dr. med. E.________ vom 15. August 
2023 (AB 65/5) und Dr. med. F.________ vom 22. August 2023 (AB 65/7) 
erfüllen die Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 
4.2. hiervor). Die Feststellungen der Gutachter beruhen auf eigenen 
spezialärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten (AB 53.4) 
sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen 
worden. Die Beschwerdeführerin wurde in den betroffenen Disziplinen 
untersucht und beurteilt. Die Gutachter haben ihre Befunde und Diagnosen 
im Rahmen einer interdisziplinären Beurteilung diskutiert und darauf 
basierend das Leistungsprofil erstellt. Sie kamen zum nachvollziehbaren 
und überzeugenden Schluss, dass mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine 
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
(ICD-10 F45.41), eine Angst und depressive Störung, gemischt (ICD-10 
F41.2) sowie eine leichte bis mittelgradige neuropsychologische Störung 
besteht (AB 53.1/5 Ziff. 4.3.1). Aus diesen Diagnosen leitete der 
psychiatrische Gutachter in der bisherigen Tätigkeit auf Stundenbasis in 
der ambulanten … eine 50%-ige und in einer leidensangepassten Tätigkeit 
eine 70%-ige Arbeitsfähigkeit ab, dies seit dem 16. Dezember 2021 bei 
zuvor kurzzeitigen Arbeitsunfähigkeiten (AB 53.1/7 Ziff. 4.5 ff.). Die 
Beurteilungen der medizinischen Zusammenhänge sind für die streitigen 
Belange umfassend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum 
Gesundheitszustand werden nachvollziehbar und einleuchtend begründet. 
Dem Gutachten kommt damit auch unter Berücksichtigung der übrigen 
ärztlichen Berichte sowie der Vorbringen der Beschwerdeführerin 
(Beschwerde S. 6 ff. Ziff. 14 ff.) voller Beweiswert zu und es ist darauf 
abzustellen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 24

Soweit Dr. med. E.________ in der Stellungnahme vom 20. November 
2023 (BB 5) eingangs postuliert, viele Angaben und Feststellungen im 
psychiatrischen MEDAS-Teilgutachten seien fehlerhaft, inkonsistent, nicht 
plausibel und zum Teil widersprüchlich, ist festzuhalten, dass diese 
Einschätzung erstaunt, hatte er doch in seiner ersten Stellungnahme vom 
15. August 2023 noch angegeben, die psychopathologische 
Befunderhebung, die Anamnese und die spontanen Äusserungen der 
Beschwerdeführerin entsprächen durchaus dem, was er auch erhoben 
habe (AB 65/5 Ziff. 2). 

Auch die von ihm näher ausgeführten Kritikpunkte vermögen keine Zweifel 
an der Beweiskraft des Gutachtens zu wecken. Insbesondere der Kritik, die 
Gutachter postulierten eine bereits vorhandene Vulnerabilität der 
Beschwerdeführerin, die sich traumatisiert fühle, obwohl eigentlich nichts 
Schlimmes hätte passieren müssen (BB 5/3), kann nicht gefolgt werden: 
Gegenteils hielt der psychiatrische Gutachter es für möglich, dass die 
Beschwerdeführerin in ... stark belastet, möglicherweise auch traumatisiert 
wurde und es mit der „schwierigen“ Partnerschaft in der Schweiz 
möglicherweise erneut zu traumatischem Erleben kam, sie möglicherweise 
eine PTBS entwickelt hatte, die nunmehr jedoch zumindest grösstenteils 
als kompensiert zu betrachten sei und nicht in einen chronischen Verlauf im 
Sinne einer andauernden Persönlichkeitsänderung übergegangen sei. Auf 
der Grundlage dieser Annahme folgerte der Gutachter, die ursprünglich er-
lebten traumatisch beschriebenen psychischen Belastungen hätten zu 
einer erhöhten Vulnerabilität geführt bzw. diese sei Folge einer möglichen 
PTBS (AB 53.2/9 Ziff. 6.3.1), womit er gerade nicht von einer von Beginn 
weg vulnerablen Persönlichkeit ausging. Nach dem eben Dargelegten trifft 
auch der Vorwurf nicht zu, der Gutachter ignoriere das traumatisierende 
Potential der erlebten Traumata (BB 5/5), ansonsten er nicht von einer 
möglichen früher stattgehabten, nun grösstenteils kompensierten PTBS 
ausgegangen wäre. Auch dass sich der Gutachter nicht klar festlegte, ob 
zu einem früheren Zeitpunkt eine PTBS bestand, ist nicht zu beanstanden, 
spricht doch die Offenlegung von derlei Unsicherheiten in Bezug auf 
weniger gut dokumentierte Zeiträume bzw. der Grenzen der 
Diagnosestellung gerade für den Beweiswert seiner Expertise (vgl. hierzu 
SUSANNE BOLLINGER, Der Beweiswert psychiatrischer Gutachten in der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 25

Invalidenversicherung, Jusletter vom 31. Januar 2011, Rz. 24 mit 
Hinweisen; vgl. auch Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 10. Januar 
2023, 9C_452/2022, E. 4.1 e contrario). 

Sodann bemängelt Dr. med. E.________, der psychiatrische MEDAS-
Gutachter habe betreffend den Ex-Partner der Beschwerdeführerin nicht 
erwähnt und auch nicht berücksichtigt, dass dieser weiterhin aktiv Kontakt 
zur Beschwerdeführerin suche und sie quasi seine „Geisel“ sei, weil er der 
einzige sei, der über einen Kontakt in ... gegen Bezahlung Informationen 
über ihren im Gefängnis inhaftierten Bruder beschaffen könne. Deshalb 
könne sie den Kontakt zu ihrem Ex-Partner nicht abbrechen (BB 5/5 f.). Die 
Beschwerdeführerin, die gegenüber dem psychiatrischen Gutachter 
aufgrund ihrer Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 28 ATSG) im Rahmen einer 
psychiatrischen Exploration gehalten war, bedeutsame biografische 
Umstände in der persönlichen Lebensgeschichte offen zu legen (vgl. 
Entscheid des BGer vom 19. März 2015, 8C_671/2014, E. 4.2.2), hat 
jedoch keine derartigen Umstände geschildet. Vielmehr gab sie anlässlich 
der psychiatrischen Exploration am 8. März 2023 an, sie rufe den Ex-
Partner manchmal noch an, dies sei alles kein Problem mehr, sie habe 
damit abgeschlossen, es sei „kein grosses Thema mehr“. Sie habe 
diesbezüglich auch „die Grenze gesetzt“, dies sei schon seit gut anderthalb 
Jahren abgeschlossen (AB 53.2/4 Ziff. 3.2.8). Soweit den Bruder der 
Beschwerdeführerin betreffend gab diese anlässlich der gutachterlichen 
psychiatrischen Exploration an, vom Bruder im Gefängnis wisse man seit 
über neun Jahren nichts (AB 53.2/3 Ziff. 3.2.3), wobei auch hier kein Bezug 
zum Ex-Partner erwähnt wurde. Auch in der einwandweise aufgelegten 
Stellungnahme des Dr. med. E.________ vom 15. August 2023 zum 
Gutachten (AB 65/5) wurde von einem solchen – von ihm als wichtig 
bezeichneten (BB 5/6) – „Geisel-Verhältnis“ zum Ex-Partner nicht berichtet, 
vielmehr wurde die gutachterliche Anamneseerhebung ausdrücklich als 
korrekt qualifiziert. Sollte es sich – wovon nach dem Dargelegten nicht 
auszugehen ist – wider Erwarten so verhalten haben, dass die 
Beschwerdeführerin es unterliess, die Problematik mit dem Ex-Partner 
wahrheitsgetreu zu schildern, und dies auch von Dr. med. E.________ 
unbeanstandet geblieben wäre, so könnte dem Gutachter entgegen der 
Kritik des nämlichen behandelnden Psychiaters jedenfalls nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 26

vorgeworfen werden, er habe diese Umstände zu Unrecht unberücksichtigt 
gelassen. Schliesslich bliebe auch diesfalls die korrekt erhobene 
(psychiatrische) Befundlage massgeblich, aus der gutachterlich 
überzeugend eine aktuell wirksame PTBS wie auch eine darauf basierende 
Persönlichkeitsänderung bzw. Persönlichkeitsstörung ausgeschlossen 
wurde. 

Was sodann die Einschätzung des Dr. med. E.________ betrifft, wonach 
sowohl die Kern- wie auch die Zusatzsymptome einer komplexen PTBS 
eindeutig gegeben seien (BB 5/8 ff.), hat der psychiatrische Gutachter – im 
Gegensatz zu Dr. med. E.________, der die Schilderungen der 
Beschwerdeführerin über Triggersituationen und Flashbacks offenbar als 
hinreichend für die Bejahung der Klassifikationskriterien gemäss ICD-10 
einstufte (BB 5/9: „Tatsache ist, dass Frau A. glaubwürdig über 
Triggersituationen und Flashbacks berichten kann“) – konsequent zwischen 
den Angaben der Beschwerdeführerin und den von ihm erhobenen 
Befunden unterschieden, wobei er bei der Exploration keine expliziten 
Hinweise auf die typischen Merkmale einer PTBS (vgl. 
DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation 
psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische 
Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 207 f.) wie Nachhallerinnerungen oder 
Flashbacks fand und ebenso wenig ein andauerndes Gefühl von 
Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit, wie auch keine gravierenden 
psychovegetativen Reaktionen und kein Auffälligkeiten in der 
Psychomotorik feststellen konnte, hingegen eine emotionale Auslenkbarkeit 
und Schwingungsfähigkeit (AB 53.2/6 Ziff. 4.3, 53.2/9 Ziff. 6.3.1, 67/3). 
Weiter berücksichtigte er namentlich den Behandlungsverlauf, die 
aktenmässig dokumentierten Psychostatus und Vordiagnosen (AB 67/4 f.) 
sowie die Aktivitäten der Beschwerdeführerin in der Schweiz (Absolvieren 
von Integrationskursen, Deutschkursen, …-Kurs, Beschäftigung bei einer 
…; AB 67/2). Sein daraus gezogener Schluss, die Diagnose einer PTBS 
könne (zum Gutachtenszeitpunkt) nicht gestellt werden, leuchtet ein. 

Alsdann weist Dr. med. E.________ in seiner zweiten Stellungnahme auf 
einen – von der Beschwerdeführerin nicht ins Recht gelegten (obschon Dr. 
med. E.________ diesen der Rechtsvertreterin beigelegt habe; BB 5/12 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 27

a.A.) und auch in den amtlichen Akten nicht enthaltenen – Abschlussbericht 
der Psychiatrischen Dienste H.________ vom 28. Mai 2019 hin, in dem 
angeblich Symptome einer PTBS beschrieben würden und die Diagnose 
einer PTBS gestellt werde (BB 5/12). Selbst wenn der nämliche Bericht 
diese Befunde und Diagnose enthielte, änderte sich am Beweiswert des 
Gutachtens nichts, weshalb sich eine Edition dieses Berichts im Rahmen 
der antizipierten Beweiswürdigung (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 
E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) 
erübrigt. Es kann nämlich unter dem Blickwinkel der bundesrechtlichen 
Anforderungen an die Beweiskraft fachärztlicher Expertisen nicht 
unbesehen verlangt werden, dass der begutachtenden Arztpersonen stets 
sämtliche allenfalls vorhandenen Akten vorliegen müssen (Entscheid des 
BGer vom 26. November 2018, 8C_716/2018, E. 4.2). Es kommt vielmehr 
auf die Umstände des Einzelfalles an, insbesondere ob bei Kenntnis der 
unberücksichtigt gebliebenen ärztlichen Berichte eine andere Beurteilung 
erwartet werden konnte. Dies ist hier nicht der Fall. Der erwähnte 
Abschlussbericht der Psychiatrischen Dienste H.________ datiert nämlich 
angeblich vom 28. Mai 2019. Selbst wenn zu diesem Zeitpunkt eine PTBS 
bestanden hätte, liesse sich dies ohne Weiteres in Einklang mit dem vom 
psychiatrischen Gutachter skizzierten bzw. für möglich gehaltenen 
Krankheitsverlauf bringen, wonach nach einer eventuell stattgehabten 
PTBS eine Stabilisierung bzw. Kompensierung stattfand und sich das 
Geschehen grösstenteils remittierte (AB 53.2/9 Ziff. 6.3.1). Mithin spräche 
der Bericht gerade nicht gegen die gutachterliche Beurteilung, dass 
(spätestens) im hier massgebenden Zeitraum (September 2022 
[frühestmöglicher Rentenbeginn; vgl. E. 6.4 hiernach]) keine PTBS (mehr) 
vorlag. 

Abgesehen vom erwähnten Abschlussbericht der Psychiatrischen Dienste 
H.________ vom 28. Mai 2019 wurden von Dr. med. E.________ keine 
Aspekte vorgebracht, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder 
unberücksichtigt geblieben wären. Überdies ist zu beachten, dass der 
behandelnde Psychiater, der mit seinen Stellungnahmen die Sicherung der 
notwendigen „Unterstützung durch die IV (Massnahme, Rente)“ 
beabsichtigte (BB 5/13), einen eigentlichen Rollenwechsel vom 
behandelnden Arzt zum Parteivertreter vollzog, was den Beweiswert seiner 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 28

Ausführungen schmälert bzw. ihnen daher nur begrenzter Beweiswert 
zukommt (Entscheid des BGer vom 6. Juni 2018, 8C_79/2018, E. 4.2).

Soweit schliesslich den Bericht von Dr. med. F.________ vom 22. August 
2023 (AB 65/7) betreffend, enthält dieser ebenfalls keine neuen oder 
ungewürdigten Aspekte (vgl. hierzu insbesondere MEDAS-Beurteilung vom 
28. September 2023 [AB 67/6 f.]). Insbesondere waren der allgemein-
internistischen Gutachterin die von Dr. med. F.________ in nämlichen 
Bericht erwähnten Bauch- bzw. Beckenbeschwerden sowie die in diesem 
Zusammenhang gestellte Diagnose einer Adenomyosis uteri bekannt, 
wobei die Gutachterin die Adenomyose resp. die Abdominalgien unter den 
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufführte (AB 53.3 S. 5 
Ziff. 6.3.3 erstes Lemma sowie „Gynäkologisch“). Zudem erfolgte von der 
unterzeichnenden Gynäkologin des Spitals G.________ eine Überweisung 
an das Schmerzzentrum bei Verdacht auf eine generalisierte 
Schmerzstörung („Procedere“), womit sie offenkundig eine massgebende 
psychische Beteiligung der von ihr als „invalidisierend“ postulierten 
Schmerzen vermutete. Mit dem psychiatrischen Aspekt der Schmerzen 
setzte sich der psychiatrische Gutachter denn auch hinlänglich 
auseinander. Mithin besteht kein Anlass für eine gynäkologische 
Begutachtung.

4.4 Dem Voranstehenden zufolge bildet das MEDAS-Gutachten inkl. in-
terdisziplinärer Gesamtbeurteilung und Teilgutachten in drei medizinischen 
Disziplinen vom 19. April 2023 (AB 53.1 ff.) sowie die ergänzende Stellung-
nahme vom 28. September 2023 (AB 67) eine zuverlässige Grundlage für 
die Beurteilung des anspruchsrelevanten medizinischen Sachverhalts. Die 
Beschwerdegegnerin hat diesen somit hinreichend abgeklärt und von 
weiteren medizinischen Abklärungen sind keine entscheidrelevanten 
Erkenntnisse zu erwarten, sodass keine Weiterungen angezeigt sind. 
Damit ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit 
(Tätigkeit in der … auf Stundenbasis) zu 50% arbeits- und leistungsfähig ist 
[AB 53.1/7 Ziff. 4.6]), wogegen in einer leidensangepassten Tätigkeit (klar 
strukturierte vorgegebene Tätigkeit mit klarer Zuordnung und Vorgabe der 
Aufgaben, mit klarer Einweisung und Einschulung, ohne Schicht- und 
Nachtdienst, ohne erhöhte Anforderungen an die Flexibilität und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 29

Durchhaltefähigkeit sowie an die Selbstbehauptungsfähigkeit sowie an die 
Widerstands- und Durchhaltefähigkeit) eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
von 70% besteht (AB 53.1/7 Ziff. 4.7). Ob der aus psychiatrischer Sicht 
attestierten Arbeitsunfähigkeit von 30% in einer angepassten Tätigkeit auch 
aus rechtlicher Sicht zu folgen ist, braucht mit Blick auf das Ergebnis – so 
oder anders resultiert kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (vgl. E. 6.9 
hiernach) – nicht geprüft zu werden bzw. ist eine Indikatorenprüfung 
entbehrlich (vgl. E. 3.3.2 hiervor), kann doch eine grössere 
Arbeitsunfähigkeit als die gutachterlich attestierte aus der 
Indikatorenprüfung nicht resultieren (vgl. Entscheid des BGer vom 25. 
September 2018, 8C_241/2018, E. 7.5.2).

5.

Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 
20. Oktober 2023 (AB 70), davon aus, die Beschwerdeführerin wäre im 
Gesundheitsfall zu 80% erwerbstätig. Diese Feststellung deckt sich mit der 
sog. Aussage der ersten Stunde (vgl. Protokoll Erstgespräch vom 14. März 
2022 [AB 13/2]) und wird von der Beschwerdeführerin nicht infrage gestellt. 
Überdies ist gerichtsnotorisch und entspricht es einer Erfahrungstatsache, 
dass im …bereich überwiegend Teilzeit gearbeitet wird (Entscheid des 
Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Januar 2021, IV/2020/309, 
E. 4, mit Hinweisen). Folglich ist die Invaliditätsgradbemessung anhand der 
gemischten Methode (E. 2.5.2 hiervor) vorzunehmen.

6.

6.1 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 30

ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG Nr. 16 
S. 64 E. 4.4.2).

Soweit für die Bestimmung der massgebenden Erwerbseinkommen statisti-
sche Werte herangezogen werden, sind die Zentralwerte der Lohnstruktur-
erhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) massgebend. Andere 
statistische Werte können beigezogen werden, sofern das Einkommen im 
Einzelfall nicht in der LSE abgebildet ist. Es sind altersunabhängige und 
geschlechtsspezifische Werte zu verwenden (Art. 25 Abs. 3 IVV). Die sta-
tistischen Werte nach Abs. 3 sind an die betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen und an die Nominallohnentwicklung anzupassen 
(Art. 25 Abs. 4 IVV).

6.2 Für die Ermittlung des Einkommens ohne Invalidität (Validenein-
kommen; Art. 16 ATSG) ist entscheidend, was die versicherte Person im 
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte 
(BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325). Das Valideneinkommen bestimmt sich an-
hand des zuletzt vor Eintritt der Invalidität tatsächlich erzielten Erwerbsein-
kommens. Unterlag das in den letzten Jahren vor Eintritt der Invalidität er-
zielte Erwerbseinkommen starken Schwankungen, so wird auf ein ange-
messenes Durchschnittseinkommen abgestellt (Art. 26 Abs. 1 IVV). Kann 
das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen nicht oder nicht hinreichend ge-
nau bestimmt werden, so wird das Einkommen ohne Invalidität nach statis-
tischen Werten nach Art. 25 Abs. 3 IVV für eine Person bei gleicher Ausbil-
dung und entsprechenden beruflichen Verhältnissen festgelegt (Art. 26 
Abs. 4 IVV). Nicht massgebend ist, was sie bestenfalls verdienen könnte 
(BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59, 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53; SVR 2021 IV Nr. 29 
S. 91 E. 2.2).

6.3 Erzielt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität ein Er-
werbseinkommen, so wird ihr dieses als Einkommen mit Invalidität (Art. 16 
ATSG) angerechnet, sofern sie damit ihre verbliebene funktionelle Leis-
tungsfähigkeit in Bezug auf eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit bestmög-
lich verwertet (Art. 26bis Abs. 1 IVV). Liegt kein anrechenbares Erwerbsein-
kommen vor, so wird das Einkommen mit Invalidität nach statistischen Wer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 31

ten gemäss Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt. Kann die versicherte Person auf-
grund ihrer Invalidität nur noch mit einer funktionellen Leistungsfähigkeit 
nach Art. 49 Abs. 1bis IVV von 50% oder weniger tätig sein, so werden vom 
statistisch bestimmten Wert 10% für Teilzeitarbeit abgezogen (Art. 26bis 
Abs. 3 IVV in der bis 31. Dezember 2023 gültig gewesenen Fassung). 
Andere Abzugsgründe wurden mit der Einführung des neuen 
Rentensystems im Rahmen der Weiterentwicklung der 
Invalidenversicherung per 1. Januar 2022 weder im IVG noch in der IVV 
vorgesehen (BVR 2023 S. 552).

6.4 Der frühestmögliche Rentenbeginn liegt unter Berücksichtigung der 
Karrenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. E. 3.3. hiervor) und der Leistungs-
anmeldung im März 2022 (AB 1) im September 2022. Dannzumal war das 
Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG erfüllt, wurde doch spätestens ab 
Anfang September 2021 eine relevante Arbeitsunfähigkeit attestiert (AB 
14.2/1 ff.; vgl. auch AB 53.1/7 Ziff. 4.5). Damit ist der Einkommensvergleich 
auf das Jahr 2022 hin vorzunehmen.

6.5 Die Beschwerdeführerin arbeitete ab Juni 2021 als … im 
Stundenlohn ohne fixes Arbeitspensum (AB 1/6 Ziff. 5.4, 23, 27) und war 
bereits ab anfangs September 2021 zu unterschiedlichen Prozentansätzen 
krankgeschrieben (AB 14.2). Das tatsächlich erzielte Einkommen kann da-
her nicht hinreichend genau bestimmt werden, weshalb die Beschwerde-
gegnerin zu Recht statistischer Werte herangezogen hat (vgl. E. 6.2 hier-
vor). Gemäss der Tabelle TA1_tirage_skill_level, Ziff. 86-88 (Gesundheits- 
u. Sozialwesen), Frauen, Kompetenzniveau 1, hätte die Beschwerdeführe-
rin im Jahr 2020 ein monatliches Gehalt von Fr. 4'700.-- erzielt. Hochge-
rechnet auf ein Jahr, angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Ar-
beitszeit von 41.6 Stunden (vgl. Tabelle Betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen, in Stunden pro Woche, Ziff. 86 [Gesundheitswe-
sen]) und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung per 2022 
(Ziff. 86-88 [Gesundheitswesen, Heime und Sozialwesen] der Tabelle 
T1.2.20, Nominallohnindex, Frauen 2021-2022, 2020 [100], 2022 [100.9]) 
ergibt sich ein massgebendes Valideneinkommen von Fr. 59'183.90 (Fr. 
4'700.-- x 12 Monate / 40 Stunden x 41.6 Stunden / 100 x 100.9). Soweit 
die Beschwerdeführerin die Berücksichtigung einer betriebsüblichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 32

wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden beantragt (vgl. Beschwerde S. 
9 f. Ziff. 23), ist ihr nicht zu folgen. Ihre Tätigkeit als … im …bereich fällt 
gemäss NOGA 2008, Allgemeine Systematik der Wirtschaftszweige, Erläu-
terungen, S. 225 zu Ziff. 869003, unter Ziff. 869003 (Aktivitäten der …, …) 
und damit unter Ziff. 86 der Tabelle Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt-
schaftsabteilungen, in Stunden pro Woche, womit die berücksichtigte 
wöchentliche Arbeitszeit von 41.6 Stunden nicht zu beanstanden ist.

6.6 Weil die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsfähigkeit in Bezug auf eine 
ihr zumutbare Erwerbstätigkeit im Umfang von 70% nicht bestmöglich ver-
wertet, ist das Invalideneinkommen anhand statistischer Werte zu bestim-
men, nämlich des Totalwerts der Tabelle TA1_tirage_skill_level, Frauen, 
Kompetenzniveau 1 (Fr. 4'276; vgl. E. 6.3 hiervor). Bei Aufrechnung auf ein 
Jahr, unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeits-
zeit von 41.7 Stunden, einer Anpassung an die Nominallohnentwicklung 
pro 2022 (Totalwert der Tabelle T1.2.20, Nominallohnindex, Frauen 2021-
2022, 2020 [100], 2022 [101.4]) und einer Arbeitsfähigkeit von 70% resul-
tiert ein Invalideneinkommen von Fr. 37'969.15 (Fr. 4'276.-- x 12 Monate / 
40 Stunden x 41.7 Stunden / 100 x 101.4 x 0.7). Hiervon ist mit Blick auf 
das unter E. 6.3 hiervor Dargelegte, kein Abzug vorzunehmen. Mit Blick auf 
den seit dem 1. Januar 2024 vorzunehmenden 10%-igen Abzug vom – 
anhand statistischer Werte bestimmten – Invalideneinkommen nach 
Art. 26bis Abs. 3 IVV (vgl. dazu auch Übergangsbestimmungen zur Ände-
rung vom 18. Oktober 2023 Abs. 2) ist im Übrigen festzuhalten, dass sich 
auch unter Berücksichtigung dieses Abzugs am Ergebnis nichts änderte. 

6.7 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 59'183.90 (vgl. E. 6.5 hiervor) 
und einem Invalideneinkommen von Fr. 37'969.15 resultiert eine Einkom-
menseinbusse von Fr. 21'975.85, was einen Invaliditätsgrad von gerundet 
35.85% ([Fr. 59'183.90 ./. Fr. 37'969.15] / Fr. 59'183.90 x 100) ergibt. Bei 
einem Erwerbsanteil von 80% (vgl. E. 5 hiervor) ergibt dies einen gewichte-
ten Invaliditätsgrad im Erwerb von 28.67% (35.85% x 80%).

6.8 Im Haushalt geht die Beschwerdegegnerin von einem Invaliditäts-
grad von 0% aus, was von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht bemän-
gelt wird. So erledigt die Beschwerdeführerin die in ihrer 2-Zimmerwohnung 
(AB 53.2/4 Ziff. 3.2.8) anfallenden Haushaltsarbeiten weitestgehend selbst 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 33

bzw. zum Teil mit Unterstützung von Bekannten und Freunden sowie der 
… (AB 53.2/5 Ziff. 3.2.10 f.), wobei die intensive Spitexbegleitung gemäss 
Gutachten für die Eigenständigkeit eher als kontraproduktiv gewertet 
wurde. Allein im Bereich Finanzen/Administration ortete der Gutachter 
allfälligen Unterstützungsbedarf (AB 53.2/12 Ziff. 8.3). Im Einklang mit der 
weitgehenden Selbständigkeit im Haushalt führte der behandelnde Dr. 
med. E.________ im Bericht vom 5. August 2022 aus, diesbezüglich 
bestünden keine Einschränkungen (AB 30/8 Ziff. 4.5), welche Einschätzung 
von Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, im 
Bericht vom 18. März 2022 [AB 15/7 Ziff. 4.5]) geteilt wurde. Der gewichtete 
Invaliditätsgrad im Aufgabenbereich beträgt damit 0%.

6.9 Bei einer gewichteten Einschränkung von 28.67% im erwerblichen 
Bereich (vgl. E. 6.7 hiervor) und einer solchen von 0% im Aufgabenbereich 
(Vgl. E. 6.8 hiervor) resultiert ein gesamthaft rentenausschliessender 
Invaliditätsgrad von gerundet 29%.

7.

Aufgrund des Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 20. Oktober 
2023 (AB 70) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene 
Beschwerde abzuweisen. 

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 34

zahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
entnommen.

8.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

8.3 Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist infolge Rückzugs 
vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
wird vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsdienst B.________, Rechtsanwältin C.________ z.H. 

der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. April 2024, IV/23/828, Seite 35

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.