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**Case Identifier:** 326a34b7-947f-51fa-a786-15c90a9370e5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.06.2008 A-1542/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1542-2006_2008-06-30.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1542/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  J u n i  2 0 0 8

Richter Thomas Stadelmann (Kammerpräsident), 
Richterin Salome Zimmermann, Richter Michael Beusch, 
Gerichtsschreiber Jürg Steiger.

A._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV), 
Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, 
Verrechnungssteuer, Stempelabgaben, Eigerstrasse 65, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Verrechnungssteuer; geldwerte Leistung, 
Liquidationsüberschuss, Haftung des Liquidators

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1542/2006

Sachverhalt:

A.
Am  14.  Dezember  1976  wurde  die  B._______AG  gegründet.  Mit 
Statutenänderung  vom  2.  November  1981  änderte  die  Firma  in 
C._______AG  und  der  Zweck  der  Gesellschaft  lautete  neu  auf 
Vermögensverwaltung,  Durchführung  von  Finanzierungen,  Vergabe 
und  Erwerb  von  Lizenzen.  Mit  Handelsregistereintrag  vom 
19. November  1996  wurde  –  nach  dem Ausscheiden  der  bisherigen 
Verwaltungsräte – A._______ alleiniger Verwaltungsrat.

B.
Mit Schreiben vom 19. Juni 2001 forderte die ESTV die C._______AG 
auf,  verschiedene  Unterlagen  einzureichen.  Nach  mehreren 
Fristerstreckungen  und  weiteren  Schriftenwechsel,  die  jedoch  aus 
Sicht der ESTV nicht zu den gewünschten Auskünften führten, nahm 
die  ESTV am 18. November  2002  eine  Buchprüfung   vor. Aufgrund 
dieser Kontrolle vor Ort forderte die ESTV am 20. November 2002 Fr. 
4'080'832.30.--  Verrechnungssteuern  und Emissionsabgaben von der 
Gesellschaft  nach.  Die  ESTV  begründete  ihre  Steuerforderung  mit 
einem  Mantelhandel  im  Jahr  1996,  geldwerten  Leistungen  im 
Zusammenhang mit Beteiligungskäufen in den Jahren 1996 und 1997 
sowie  verdeckten  Gewinnausschüttungen  in  Form  von  Honoraren, 
Provisionen und Erfolgsbeteiligungen. Mit Eingabe vom 17. März 2003 
bestritt die C._______AG die Nachforderungen.

C.
Am 1. Juli  2003 fand eine Besprechung zwischen der ESTV und der 
C._______AG statt. Ein Konsens konnte jedoch nicht erreicht werden. 
Nach  der  Löschung  des  Domizils  der  Gesellschaft  (vgl. 
Handelsregistereintrag vom 8. Oktober 2003) wurde die C._______AG 
am 25. November 2003 von Amtes wegen für aufgelöst erklärt. In der 
Folge stellte die ESTV mit Schreiben vom 26. Juli 2004 A._______ als 
solidarisch haftendem Liquidator der C._______AG eine Rechnung zu, 
mit der sie von ihm zusätzlich zum Steuerbetrag von Fr. 4'080'832.30 
noch  Verrechnungssteuern  von Fr. 892'150.--  auf  dem Liquidations-
überschuss  von  Fr. 2'549'000.--  nachforderte.  Insgesamt  belief  sich 
der  nachgeforderte  Betrag  somit  auf  Fr. 4'972'982.30  zuzüglich 
Verzugszinsen. Die ESTV ersuchte um Überweisung dieses Betrages 
innert  30  Tagen  bzw.  um  begründete  und  belegte  Einwendungen 
innerhalb  der  gleichen  Frist.  Auf  Antrag  erstreckte  die  ESTV  mit 

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Schreiben vom 1. September 2004 diese Frist bis zum 30. September 
2004.  A._______  liess  sie  jedoch  unbenutzt  verstreichen.  Nach 
erfolgter Mahnung setzte die ESTV ihre Forderung in Betreibung. Am 
11. Dezember 2004 erhob A._______ Rechtsvorschlag.

D.
Am  6.  Januar  2005  traf  die  ESTV  einen  anfechtbaren  Entscheid 
gemäss Art. 41 Bst. a des Bundesgesetzes vom 13. Oktober 1965 über 
die  Verrechnungssteuer  (SR  642.21;  VStG).  Sie  erkannte,  dass 
A._______  der  ESTV Fr. 4'847'585.40  Verrechnungssteuer  zuzüglich 
Verzugszinsen  zu  5%  sowie  Betreibungskosten  von  Fr. 410.--  zu 
bezahlen  habe.  Im  Weiteren  beseitigte  sie  den  erhobenen 
Rechtsvorschlag.  Zur  Begründung  verwies  die  ESTV  auf  ihre 
Steuerrechnung vom 26. Juli 2004.

E.
Gegen  diesen  Entscheid  erhob  A._______  am  11.  Februar  2005 
Einsprache. Er wandte insbesondere ein, dass auf den 1996 und 1997 
erworbenen  Beteiligungen  im  damaligen  Zeitpunkt  erhebliche  stille 
Reserven  vorhanden  gewesen  seien  und  die  Honorare,  Provisionen 
und  Erfolgsbeteiligungen  als  angemessen  und  geschäftsmässig 
begründet  zu qualifizieren seien. Es lägen deshalb keine geldwerten 
Leistungen  der  C._______AG  an  nahestehende  Personen  vor.  Im 
Weiteren sei für die Ermittlung des Liquidationsergebnisses nicht auf 
den Abschluss per 31. Dezember 1999 abzustellen, sondern auf  die 
Verhältnisse  im  Zeitpunkt  der  Liquidation  der  C._______AG per  25. 
November 2003. Der massgebliche Abschluss 2003 liege jedoch leider 
noch nicht vor. Er bemühe sich aber, die nötigen Zahlen zu beschaffen 
und nachzureichen.

F.
Mit  Schreiben vom 9. November  2005 machte  die ESTV A._______ 
auf  eine  beabsichtigte  reformatio  in  peius  aufmerksam und  bot  ihm 
nochmals  Gelegenheit  zur  Stellungnahme  und  zum  Einreichen  von 
Beweismitteln,  wovon  er  jedoch  nicht  Gebrauch  machte.  Mit  ihrem 
Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2005 hiess die ESTV sodann 
die  Einsprache  betreffend  die  im  Jahr  1996  verwirklichten 
Sachverhalte  infolge  Verjährung gut,  wies  sie  im übrigen jedoch ab. 
Sie erkannte, dass A._______ solidarisch mit der C._______AG hafte 
und  ihr  insgesamt  Fr. 1'570'017.05  Verrechnungssteuer  zuzüglich 
Verzugszins  zu  5%  sowie  Betreibungskosten  von  Fr.  410.--  zu 

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bezahlen  habe.  Im  Weiteren  hob  sie  den   Rechtsvorschlag  in  der 
Betreibung Nr. 20419732 des Betreibungsamtes (...) im Betrag von Fr. 
1'570'017.05  nebst  Verzugszinsen  auf.  Die  ESTV  begründete  ihren 
Einspracheentscheid  im  Wesentlichen  damit,  dass  die  Einsprache 
hinsichtlich des allfälligen Mantelhandels sowie der Beteiligungskäufe 
1996  infolge  Verjährung  gutzuheissen  sei.  Hingegen  sei  mit  der 
Steuerrechnung  vom  20. November  2002  die  Verjährung  derjenigen 
Steuerforderungen, welche auf Sachverhalten beruhten, die sich nach 
dem  31.  Dezember  1996  ereignet  haben,  rechtsgültig  unterbrochen 
worden. Der bezahlte Kaufpreis der D._______AG  von Fr. 2'150'000.-- 
sei im Umfang von Fr. 1'450'000.--  geschäftsmässig nicht begründet 
gewesen. In dieser Höhe liege eine geldwerte Leistung vor, worauf die 
Verrechnungssteuer in der Höhe von Fr. 507'500.-- geschuldet sei. Im 
Weiteren akzeptiere die ESTV, dass A._______ in seiner Funktion als 
Verwaltungsrat  Verwaltungsratshonorar  zustünde.  Honorare  von 
Fr. 20'000.-- (1997), Fr. 24'000.-- (1998) und Fr. 64'000.-- (1999) seien 
daher geschäftsmässig begründet und die Einsprache könne insoweit 
gutgeheissen werden. Hingegen sei die geschäftsmässige Begründet-
heit der übrigen unter den Titeln Provisionen (1997: Fr. 60'000.-- und 
1999:  Fr. 25'000.--),  Erfolgsbeteiligungen  (1997:  Fr. 217'241.--  und 
1998:  Fr. 11'038.--)  sowie  Reisespesen  (1997:  81'437.--,  1998: 
26'910.--  und  1999: Fr. 64'150.--)  erfolgten  Zahlungen  nicht  nachge-
wiesen. Da die Reisespesen der Jahre 1997 bis 1999 bisher nicht in 
der  Steuerforderung  enthalten  gewesen  seien,  fordere  sie  deshalb 
zusätzlich  die  Verrechnungssteuer  auf  diesen  Beträgen  nach.  Diese 
Schlechterstellung  (reformatio  in  peius)  sei  im  Einspracheverfahren 
zulässig.  Im  Weiteren  bestätigte  die  ESTV  die 
Verrechnungssteuerforderung  von  Fr. 892'482.85  auf  dem  Liqui-
dationsüberschuss  der  im  Oktober  2003  formell  aufgelösten 
C._______AG.  Da  keine  Liquidationsschlussbilanz  vorhanden 
gewesen  sei,  habe  sie  für  die  Berechnung  des  Liquidations-
ergebnisses  auf  die  letzte  rechtsgültig  unterzeichnete  und  revidierte 
Jahresrechnung  per  31. Dezember  1999  abgestellt.  Zugunsten  von 
A._______  sei  ein  Abschreibungsbedarf  auf  den  Beteiligungen  im 
Betrag  von Fr. 4'251'000.--  berücksichtigt  worden. Da A._______  bis 
zum 25. November 2003 Verwaltungsrat der C._______AG und danach 
bis zum 14. April 2004 Liquidator der Gesellschaft gewesen sei, hafte 
er  für  die  Steuerforderung  im  Gesamtbetrag  von  Fr. 1'570'017.05 
zuzüglich Verzugszinsen solidarisch mit der C._______AG.

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G.
A._______ (Beschwerdeführer) führte am 30. Januar 2006 gegen den 
Einspracheentscheid der ESTV vom 13. Dezember 2005 Beschwerde 
an  die  Eidgenössische  Steuerrekurskommission  (SRK)  mit  den 
folgenden Anträgen: "(1) Der Einspracheentscheid vom 13. Dezember 
2005  betreffend  C._______AG  und  A._______  sowie  der  Entscheid 
vom 6. Januar  2005 betreffend C._______AG seien aufzuheben. (2) 
Die Verfügung betreffend Rechtsöffnung in  der  beim Betreibungsamt 
(...) angehobenen Betreibung Nr. 20419732 sei aufzuheben. (3) unter 
o/e Kostenfolge". Der Beschwerdeführer brachte im Wesentlichen vor, 
der  massgebliche  Kaufpreis  der  D._______AG  habe  nicht  Fr. 
2'150'000.--, sondern Fr. 1'850'000.-- betragen. Im Zusammenhang mit 
dem  Erwerb  habe  sich  die  C._______AG  verpflichtet,  bei  der 
D._______AG  eine  Kapitalerhöhung  im  Umfang  von  Fr.  300'000.-- 
vorzunehmen.  Dieser  Betrag  dürfe  nicht  als  Teil  des  Kaufpreises 
betrachtet werden. In diesem Sinn sei auch Ziff. 3 des Kaufvertrages 
vom  20.  Januar  1997  zu  verstehen.  Die  rein  buchhalterische 
Abwicklung dürfe auf die rechtliche Beurteilung keinen Einfluss haben. 
Im  Weiteren  nehme  der  Kaufvertrag  vom 20. Januar  1997  in  Ziff.  3 
ausdrücklich  Bezug  auf  stille  Reserven  der  D._______AG  von  Fr. 
450'000.--  und  einen  Goodwill  von  Fr.  700'000.--.  Das  dem 
Vorsichtsprinzip  entsprechende  und  steuerrechtlich  akzeptierte 
Warendrittel  würde  beim  ausgewiesenen  Warenbestand  per  31. 
Dezember 1996 von Fr. 1'045'000.-- die Annahme von stillen Reserven 
von  sogar  Fr. 522'500.--  rechtfertigen.  Zudem  habe  die 
Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft die D._______AG im 
Jahr 1997 für einen bei der Staatssteuer steuerbaren Gewinn von rund 
Fr. 165'000.--  veranlagt.  Die  Veranlagung  habe  im  Wesentlichen  auf 
der Aufrechnung von gebildeten Warenreserven beruht. Der Kaufpreis 
halte deshalb einem Drittvergleich stand und es liege keine steuerbare 
geldwerte  Leistung  an  nahestehende  Personen  vor. Hinsichtlich  der 
aufgerechneten  Provisionen,  Erfolgsbeteiligungen  und  Reisespesen 
legte der Beschwerdeführer ins Recht, bei der Beurteilung der Ange-
messenheit sei nicht auf ein einzelnes Jahr abzustellen, sondern eine 
Gesamtbetrachtung vorzunehmen. Die in der fraglichen Zeit verfolgten 
Projekte  und  getätigten  Investitionen  bedingten  einen  beträchtlichen 
Einsatz von ihm für die C._______AG. Als Honorar sei ein Prozentsatz 
des  jährlichen  "Cash  Flow"  vereinbart  gewesen.  Dies  erkläre  die 
grossen  Unterschiede  der  Vergütungen.  Im  Übrigen  habe  er  die 
Einkünfte  in  seiner  persönlichen  Buchhaltung  erfasst  und  als 
Einkommen  deklariert,  deshalb  könne  auch  das  Meldeverfahren  zur 

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Anwendung  kommen.  Die  Aufrechnung  der  Bezüge  entbehre  somit 
jeglicher  Grundlage.  Im  Weiteren  sei  das  Liquidationsergebnis 
aufgrund des Abschlusses per 31. Dezember 2003 zu ermitteln. Dieser 
weise Aktiven von Fr. 12'395.95 und einen Verlust von Fr. 7'387'651.90 
aus.  Als  Beweismittel  legte  der  Beschwerdeführer  u.a.  die 
Jahresrechnungen 2000-2003 der C._______AG bei. 

In  ihrer  Vernehmlassung  vom  8.  Mai  2006  schloss  die  ESTV  auf 
Abweisung der Beschwerde unter  Kostenfolge. Auf die Eingaben der 
Parteien  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  im  Rahmen  der 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Sodann erhielt  das Bundesverwaltungsgericht  aufgrund eines bei ihr 
hängigen Parallelverfahrens davon Kenntnis, dass das Bezirksgericht 
(...) mit Verfügung vom 17. Juni 2008 über den Beschwerdeführer den 
Konkurs eröffnet hat.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht  (Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG, 
SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern 
keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche liegt nicht 
vor und die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  zuständig.  Es  übernimmt  die  Beurteilung 
der Ende 2006 bei  der  SRK hängigen Rechtsmittel  und wendet  das 
neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.2 Der  Beschwerdeführer  hat  den  Einspracheentscheid  vom 
19. Dezember 2005 frist- und formgerecht angefochten (Art. 50 und 52 
VwVG). Er  ist  durch die  angefochtene Verfügung beschwert  und zur 
Anfechtung  berechtigt  (Art.  48  VwVG).  Anfechtungsobjekt  ist  im 
vorliegenden  Verfahren  jedoch  einzig  der  Einspracheentscheid  der 
ESTV vom 13. Dezember 2005. Soweit der Beschwerdeführer auch die 
Aufhebung des Entscheides vom 6. Januar 2005 verlangt, ist auf die 
Beschwerde nicht einzutreten.

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1.3 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Ein-
spracheentscheid  grundsätzlich  in  vollem  Umfange  überprüfen.  Der 
Beschwerdeführer  kann  neben  der  Verletzung  von  Bundesrecht 
(Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder unvollständigen Fest-
stellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  (Art.  49  Bst.  b  VwVG) 
auch die Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49 Bst. c VwVG; 
ANDRÉ MOSER,  in  André  Moser/Peter  Uebersax,  Prozessieren  vor 
eidgenössischen Rekurskommissionen, Basel und Frankfurt  am Main 
1998, Rz. 2.59; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz. 1758 ff.).

1.4
1.4.1 Vorab ist  festzustellen, dass die ESTV im Gegensatz zu ihrem 
Einspracheentscheid  vom 13.  Dezember  2005  im  Erstenscheid  vom 
6. Januar 2005 die Reise- und Repräsentationsspesen der Jahre 1997 
bis  1999  im  Betrag  von  insgesamt  Fr.  172'533.--  noch  nicht  als 
geldwerte  Leistungen  aufgerechnet  hatte.  Von  Amtes  wegen  ist  zu 
prüfen, ob diese Ausweitung des Streitgegenstandes zulässig war.

1.4.2 Das Einspracheverfahren  wird  der  nachträglichen  verwaltungs-
internen  Rechtspflege  zugerechnet  und  nicht  der  eigentlichen 
streitigen Verwaltungsrechtspflege. Die Einsprache ist daher auch kein 
devolutives Rechtsmittel, das die Entscheidungszuständigkeit an eine 
Rechtsmittelinstanz übergehen lässt (vgl. BGE 132 V 368 E. 6.1). Das 
Einspracheverfahren zielt  darauf ab, ungenügende Abklärungen oder 
Fehlbeurteilungen,  aber  auch  Missverständnisse,  die  den  angefoch-
tenen Verwaltungsverfügungen zugrunde liegen, in einem kostenlosen 
und  weitgehend  formlosen  Verfahren  auszuräumen,  ohne  dass  die 
übergeordneten Gerichte angerufen werden müssen (BGE 131 V 407 
E.  2.1.2.1  mit  Hinweisen).  Damit  soll  ein  einfaches  und  rasches 
verwaltungsinternes  Verfahren  gewährleistet  werden.  Dies  schliesst 
ergänzende Sachverhaltsabklärungen im Einspracheverfahren jedoch 
nicht  aus.  Denn  in  diesem  Verfahren  kann  die  Verwaltung  die 
angefochtene Verfügung nochmals überprüfen und über die strittigen 
Punkte entscheiden, bevor allenfalls die Beschwerdeinstanz angerufen 
wird. Spätestens im Einspracheverfahren hat die Verwaltung jedoch in 
rechtsgenüglicher Form Gelegenheit zu geben, sich zum Verfahren zu 
äussern  (BGE 132  V  387  E.  4.1,  121  V  155  E. 5b;  BVGE 2007/27 
E. 5.5.1  S.  321).  Es  ist  deshalb  der  ESTV  zwar  verwehrt,  Steuer-
perioden zum Gegenstand des Einspracheverfahrens zu machen, über 
die sie noch nicht in einem Entscheid befunden hat,  denn in diesem 

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Fall  würde  eine  unzulässige  Ausdehnung  des  Streitgegenstandes 
vorliegen (Entscheide der SRK vom 24. August 1999 [SRK 1998-083] 
E.  2b  und  vom 4.  Februar  1998  [SRK 051/97]  E. 1b).  Aufgrund  der 
Besonderheit  des  Einspracheverfahrens  als  verwaltungsinternes 
Verfahren  ist  es  dagegen  nach  der  bundesgerichtlichen  Recht-
sprechung zulässig,  wenn der Verfahrensgegenstand im Einsprache-
entscheid  –  im  Vergleich  zum  Erstentscheid  –  auf  andere  Steuer-
nachforderungen (innerhalb der gleichen Steuerperioden) ausgedehnt 
wird  (BGE  123  II  385  E. 2,  nicht  publiziert;  Urteil  des  Bundes-
verwaltungsgerichts A-1418/2006 vom 14. Mai 2008 E. 3.3, betreffend 
die Mehrwertsteuer).

1.4.3 Im  vorliegenden  Fall  waren  nach  dem  Gesagten  die  von  der 
ESTV  im  Einspracheentscheid  vorgenommenen  zusätzlichen  Nach-
belastungen zulässig, da er die gleichen Steuerperioden umfasst wie 
der  Erstentscheid. Mit  Schreiben  vom 9. November  2005  wurde der 
Beschwerdeführer von der ESTV auf eine beabsichtigte "reformatio in 
peius"  aufmerksam  gemacht,  und  es  wurde  ihm  Gelegenheit  zur 
Stellungnahme gegeben. Er liess die ihm dafür angesetzte Frist aber 
unbenutzt  verstreichen.  In  der  Folge  dehnte  die  ESTV  den 
Streitgegenstand  im  Einspracheentscheid  vom  13. Dezember  2005 
hinsichtlich  der  Aufrechnung  der  Reise-  und  Repräsentationsspesen 
als  geldwerte  Leistungen  aus.  Die  Einsprache  konnte  indessen 
trotzdem  teilweise  gutgeheissen  werden.  Der  Einspracheentscheid 
lautete  für  den  Beschwerdeführer  im  Vergleich  zum  Erstentscheid 
insgesamt  nicht  ungünstiger  (der  Einspracheentscheid  erkennt  auf 
eine  Nachforderung  von  Fr. 1'570'017.05  zuzüglich  Verzugszins  und 
der  Erstentscheid  auf  eine  solche  von  Fr. 4'847'585.40  zuzüglich 
Verzugszins),  weshalb  –  entgegen  der  Ansicht  der  ESTV  –  keine 
eigentliche reformatio in peius gegeben ist (ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, 
Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes, 
2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 687). Im Übrigen liegt keine Verletzung des 
rechtlichen  Gehöranspruchs  vor,  da  der  Beschwerdeführer  vor  dem 
Erlass  des  Einspracheentscheides  Gelegenheit  zur  Stellungnahme 
erhalten  hat.  Zudem  stellen  sich  bei  den  zusätzlichen  Nachfor-
derungen die gleichen oder zumindest ähnliche Rechtsfragen wie bei 
den bereits mit dem Erstentscheid vom 6. Januar 2005 aufgerechneten 
Provisionen  und  Erfolgsbeteiligungen.  Im  Weiteren  müsste  eine 
Verletzung des rechtlichen Gehörs nach der Rechtsprechung ohnehin 
als  geheilt  gelten,  da  der  Beschwerdeführer  im  vorliegenden 
Beschwerdeverfahren vor einer Instanz mit umfassender Kognition die 

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Möglichkeit hatte, sich zu äussern (vgl. BGE 133 I 201 E. 2.2, 127 V 
431 E. 3d,  126 V 130 E. 2b; Urteile  des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1418/2006  vom 14.  Mai  2008  E.  3.3,  A-1681/2006  vom 13.  März 
2008 E. 2.4, A-1737/2006 vom 22. August 2007 E. 2.2,  A-1621/2006 
vom 6. März 2007 E. 4.2.2).

2.
2.1
2.1.1 Der  Bund  erhebt  unter  anderem  eine  Verrechnungssteuer  auf 
dem  Ertrag  beweglichen  Kapitalvermögens  (Art.  1  Abs.  1  VStG). 
Gemäss Art. 4 Abs. 1 Bst. b VStG unterliegen der Verrechnungssteuer 
unter  anderem  die  Zinsen,  Renten,  Gewinnanteile  und  sonstigen 
Erträge der  von einem Inländer  ausgegebenen Aktien. Nach Art. 20 
Abs.  1  der  Vollziehungsverordnung  vom  19.  Dezember  1966  zum 
Bundesgesetz  über  die  Verrechnungssteuer  (VStV; SR 642.211)  gilt 
als  steuerbarer  Ertrag  von  Aktien  jede  geldwerte  Leistung  der 
Gesellschaft an die Inhaber gesellschaftlicher Beteiligungsrechte oder 
ihnen  nahestehende  Dritte,  die  sich  nicht  als  Rückzahlung  der  im 
Zeitpunkt der Leistung bestehenden Anteile am Grundkapital darstellt.

Gegenstand der Verrechnungssteuer sind somit nicht bloss Leistungen 
aus  dem  handelsrechtlich  verteilungsfähigen  Reingewinn  einer 
Aktiengesellschaft; massgebend ist einzig und allein, ob eine auf dem 
Beteiligungsrecht  beruhende,  aus  ihm fliessende geldwerte  Leistung 
vorliegt. Was das Beteiligungsrecht an geldwerten Leistungen abwirft, 
ist  verrechnungssteuerlich  Ertrag,  unbekümmert  um  die  Form  oder 
Bezeichnung  und  ohne  Rücksicht  auf  die  Herkunft  der  Mittel 
(W. ROBERT PFUND,  Die  Eidgenössische  Verrechnungssteuer,  I.  Teil, 
Basel 1971, N 3.12 zu Art. 4 Abs. 1 Bst. b VStG;  ERNST HÖHN/ROBERT 
WALDBURGER,  Steuerrecht,  Band  I,  9.  Auflage,  Bern  2001  [Nachdruck 
2003], § 21, S. 522 ff. Rz. 9 ff.).

2.1.2 Zu  den  geldwerten  Leistungen  in  diesem  Sinne  gehören  bei 
Aktiengesellschaften  neben  den  auf  Grund  eines  entsprechenden 
Gewinnverteilungsbeschlusses  ausgerichteten  Dividenden,  allfälligen 
ausserordentlichen Ausschüttungen (Bonus etc.), den Bauzinsen, dem 
Liquidationsüberschuss  anlässlich  der  Auflösung  der  Gesellschaft 
(soweit  nicht  in  einer  Rückzahlung  der  Anteile  am  einbezahlten 
Aktienkapital  bestehend),  der  Ausgabe  von  Gratisaktien  und 
dergleichen,  insbesondere  auch  die  üblicherweise  (namentlich  im 
Recht  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  auch  des  Bundes; 

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vgl. Art. 58 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 
über  die  direkte  Bundessteuer  [DBG;  SR  642.11])  als  "verdeckte 
Gewinnausschüttungen" bezeichneten Leistungen. Nach der ständigen 
Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
vom  4.  Mai  1999,  veröffentlicht  in  Archiv  für  Schweizerisches 
Abgaberecht [ASA] 68 S. 742 E. 2a, vom 5. März 1999, veröffentlicht in 
ASA 68 S. 599 f. E. 2, vom 29. Juni 1992, in ASA 61 S. 540 f. E. 2; 
BGE 119 Ib 431 E. 2b, BGE 115 Ib 274 E. 9b und c) gehören ohne 
Rücksicht auf Form und Bezeichnung solche freiwilligen Zuwendungen 
der  Gesellschaft  zu  den  geldwerten  Leistungen,  die  den Aktionären 
oder diesen nahe stehenden Personen ausgerichtet werden und ihren 
Rechtsgrund  im  Beteiligungsverhältnis  haben,  mithin  einem  Dritten 
nicht  oder  zumindest  nicht  in  gleichem  Masse  gewährt  würden.  Es 
handelt  sich  dabei  somit  um  Leistungen,  die  nicht  geschäftsmässig 
begründeten  Aufwand  darstellen.  Als  Geschäftsaufwand  verbuchte 
Leistungen hingegen,  die  gestützt  auf  einen vertraglich vereinbarten 
Leistungsaustausch  entweder  an  unabhängige  Dritte  oder  aber  zu 
Konditionen  erfolgen,  wie  sie  auch  unter  unabhängigen  Dritten 
vereinbart  worden wären,  gelten als geschäftsmässig begründet  und 
stellen  keine steuerbaren Kapitalerträge im Sinne von Art.  4  Abs. 1 
Bst.  b  VStG  und  Art.  20  VStV  dar  (Urteil  des  Bundesgerichts  vom 
29. Januar 1999, veröffentlicht in ASA 68 S. 250 E. 3a mit Hinweisen). 
Dies  gilt  auch  dann,  wenn  sich  eine  Massnahme,  die  an  sich  im 
Interesse  der  Unternehmung  getroffen  wurde,  nachträglich  als 
Fehldisposition erweist, welche sich zu Gunsten eines Gesellschafters 
(bzw. einer  einem  solchen  nahe  stehenden  Person)  auswirkt  (ANTON 
PESTALOZZI-HENGGELER,  Die  verdeckte  Gewinnausschüttung  im  Steuer-
recht,  Diss.  Zürich  1947,  S.  22;  MAX IMBODEN,  Die  gesetzmässigen 
Voraussetzungen  einer  Besteuerung  verdeckter  Gewinnaus-
schüttungen, in ASA 31 S. 182 ff.).

2.1.3 Im Einzelnen setzt  die  Annahme einer  geldwerten  Leistung  in 
Form  einer  verdeckten  Gewinnausschüttung  voraus,  dass  die 
folgenden  Voraussetzungen  (kumulativ)  erfüllt  sind  (Urteile  des 
Bundesgerichts 2A.192/1996 vom 5. März 1999 E. 2, vom 29. Januar 
1999, veröffentlicht in ASA 68 S. 249 f. E. 3a; Entscheide der SRK vom 
8. Juni 2006 [SRK 2005-114] E. 2c, vom 11. Juni 2004, veröffentlicht in 
Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  68.163  E.  2c,  vom 
8. März  2004,  in  VPB 68.98  E. 3b  mit  Hinweisen;  HÖHN/WALDBURGER, 
a.a.O.,  §  21 Rz. 13 ff.;  PFUND,  a.a.O.,  S. 117 ff. N 3.53 ff.  zu  Art.  4 
Abs. 1 Bst. b VStG):

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1. Eine  Leistung,  die  keine  Rückzahlung  des  einbezahlten 
Grundkapitals  darstellt,  wird  ohne  entsprechende,  gleich-
wertige  Gegenleistung erbracht,  was eine Entreicherung der 
Gesellschaft zur Folge hat (vgl. dazu MARCO DUSS/JULIA VON AH, 
in:  Martin  Zweifel/Peter  Athanas/Maja  Bauer-Balmelli,  Kom-
mentar zum Schweizerischen Steuerrecht II/2, Bundesgesetz 
über  die  Verrechnungssteuer,  Basel  2005,  Art. 4  Rz. 132; 
IMBODEN, a.a.O., S. 181;  PESTALOZZI-HENGGELER, a.a.O., S. 37 ff.). 
Dies ist  beispielsweise  dann der  Fall,  wenn beim Abschluss 
eines  zweiseitig  verpflichtenden  (synallagmatischen)  Vertra-
ges  die  beiden  Leistungen  in  einem  wirtschaftlichen  Miss-
verhältnis stehen.

2. Die  Leistung  wird  einem  Inhaber  gesellschaftlicher 
Beteiligungsrechte  direkt  oder  indirekt  (z.B.  über  eine  ihm 
nahe stehende Person oder Unternehmung) zugewendet und 
sie  hat  ihren  Rechtsgrund  im  Beteiligungsverhältnis,  das 
heisst sie wäre – eben weil die Gesellschaft keine oder keine 
gleichwertige Gegenleistung erhält  – unter den gleichen Ver-
hältnissen einem unbeteiligten Dritten nicht erbracht worden. 
Insoweit  erscheint  die  Leistung  als  ungewöhnlich  (vgl. Urteil 
des  Bundesgerichts  vom  5.  März  1999,  veröffentlicht  in 
ASA 68 S. 599 f. E. 2 mit Hinweisen). Bei den nahe stehenden 
Personen  handelt  es  sich  häufig  um  dem  Aktionär 
verwandtschaftlich  verbundene natürliche Personen oder  um 
vom gleichen Aktionär beherrschte juristische Personen. Nach 
der  Rechtsprechung  gelten  aber  auch  Personen  als  nahe 
stehend,  zu  denen  der  Aktionär  wirtschaftliche  oder 
persönliche  Beziehungen  unterhält,  welche  nach  den 
gesamten Umständen als eigentlicher Grund für die Leistung 
an  den  Dritten  betrachtet  werden  müssen  sowie  Personen, 
denen der Aktionär erlaubt, die Gesellschaft wie eine eigene 
zu benützen (Urteile des Bundesgerichts vom 5. März 1999, in 
ASA 68  S. 599  f. E. 2,  vom 7. November  1995,  in  ASA 65 
S. 401  E.  2a  mit  Hinweisen;  CONRAD STOCKAR/HANS PETER 
HOCHREUTENER,  Die  Praxis  der  Bundessteuern,  II.  Teil: 
Stempelabgaben und Verrechnungssteuer, Band 2, Loseblatt, 
Basel, Nr. 155 zu Art. 4 Abs. 1 Bst. b VStG).

3. Der ungewöhnliche Charakter der Leistung, insbesondere das 
Missverhältnis  zwischen  der  gewährten  Leistung  und  der 

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erhaltenen  Gegenleistung,  muss  für  die  handelnden 
Gesellschaftsorgane  erkennbar  gewesen  sein  (Urteil  des 
Bundesgerichts  vom  4.  Mai  1999,  veröffentlicht  in  ASA  68 
S. 742 E. 2a mit  Hinweisen; vgl. zum Ganzen  PFUND,  a.a.O., 
N 3.53 zu Art. 4 Abs. 1 Bst. b VStG, mit weiteren Hinweisen; 
FRED VUILLEMIN,  Zum  Begriff  des  steuerbaren  Ertrages  im 
Verrechnungssteuer-Recht, in: Der Schweizer Treuhänder [ST] 
1981 S. 22 f.). Das Missverhältnis zwischen der Leistung der 
Gesellschaft  und  der  Gegenleistung  muss  indessen 
offensichtlich  sein;  eine  bloss  geringfügige  Differenz  genügt 
nicht  (FRANCIS CAGIANUT/ERNST HÖHN,  Unternehmungssteuer-
recht, 3. Aufl., Bern 1993, § 12, S. 462 f. Rz. 64).

2.1.4 Eine  steuerbare  geldwerte  Leistung  liegt  unter  anderem  dann 
vor, wenn die Gesellschaft Vermögenswerte zu einem wesentlich über 
dem  Verkehrswert  liegenden  Preis  von  Aktionären  oder  ihnen  nahe 
stehenden  Personen  erwirbt  (BGE 113  Ib  23;  vgl.  HÖHN/WALDBURGER, 
a.a.O.,  §  21  N  15).  Der  Steuer  unterliegt  diesfalls  die  Differenz 
zwischen  dem  Verkehrswert  des  übertragenen  Vermögensgegen-
standes und dem entrichteten Preis (vgl. dazu  CAGIANUT/HÖHN,  a.a.O., 
§ 12 Rz. 68 f.). Eine steuerbare geldwerte Leistung liegt sodann vor, 
wenn  die  Gesellschaft  vom  Anteilsinhaber  oder  von  einer  diesem 
nahestehenden  Person  für  erbrachte  Leistungen  weniger  Ertrag 
fordert, als sie von einem unabhängigen Dritten in jedem Fall fordern 
und  auch  erhalten  würde  (sog.  Gewinnvorwegnahme; Entscheid  der 
SRK  vom  8.  Juni  2006,  veröffentlich  in  VPB  70.85  E.  2d; 
vgl. HÖHN/WALDBURGER,  a.a.O., § 21 N 16;  BARBARA DESAX,  Die Behand-
lung  von  Leistungsbeziehungen  zu  unangemessenen  Bedingungen 
[geldwerte Leistungen und verdeckte Kapitaleinlagen] im Rahmen der 
risikoorientierten  Abschlussprüfung,  Zürich  2000,  S. 50  ff.;  vgl.  RETO 
HEUBERGER,  Die  verdeckte  Gewinnausschüttung  aus  Sicht  des 
Aktienrechts und des Gewinnsteuerrechts, Bern 2001, S. 268 ff.).

2.2
2.2.1 Steuerpflichtig ist  nach Art. 10 Abs. 1 VStG der Schuldner der 
steuerbaren  Leistung.  Bei  Kapitalerträgen  entsteht  die  Steuer-
forderung  im  Zeitpunkt,  in  dem  die  steuerbare  Leistung  fällig  wird 
(Art. 12 Abs. 1 Satz 1 VStG). Gemäss Art. 16 Abs. 1 Bst. c VStG wird 
die  Steuer  auf  Erträgen  von  (unter  anderem)  Aktien  30  Tage  nach 
Entstehung  der  Steuerforderung  fällig.  Die  Steuer  ist  der  ESTV auf 
Grund  einer  Aufstellung  nach  amtlichem  Formular  innert  30 Tagen 

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nach  Genehmigung  der  Jahresrechnung  –  für  die  mit  dieser 
Genehmigung fällig gewordenen Erträge – zu entrichten. Bei Erträgen, 
die  nicht  mit  Genehmigung  der  Jahresrechnung  fällig  werden  oder 
nicht  auf  Grund  der  Jahresrechnung  ausgerichtet  werden,  hat  die 
Entrichtung  der  Steuer  innert  30  Tagen  nach  der  Fälligkeit  des 
Ertrages (bei nicht bestimmtem Fälligkeitstermin nach dem Beschluss 
der  Ausrichtung  des  Ertrages  bzw.  der  erfolgten  Ausrichtung)  zu 
erfolgen (Art. 21 Abs. 1 bis 3 VStV).

2.2.2 Nach Art. 15 Abs. 1 Bst. a VStG haften die mit  der Liquidation 
betrauten  Personen  für  die  Steuer  einer  aufgelösten  juristischen 
Person  solidarisch  mit  dieser  bis  zum  Betrage  des  Liquidations-
ergebnisses.  Die  Liquidatoren  haften  nur  für  Steuer-,  Zins-  und 
Kostenforderungen,  die  während  ihrer  Geschäftsführung  entstehen, 
geltend gemacht  oder  fällig  werden; ihre Haftung entfällt,  soweit  sie 
nachweisen,  dass  sie  alles  ihnen  Zumutbare  zur  Feststellung  und 
Erfüllung  der  Steuerforderung  getan  haben  (Art.  15  Abs.  2  VStG; 
vgl. Urteil des Bundesgerichtes vom 23. September 1999, publiziert in 
Revue de droit administratif et de droit fiscal [RDAF] 2000 II S. 227 ff., 
E.  4e  und  7,  mit  weiteren  Hinweisen).  Art.  15  VStG  statuiert  eine 
Garantenhaftung  zur  rechtzeitigen  Erfüllung  der  Steuerpflicht,  wenn 
das Ende der  Steuerpflicht  infolge  Auflösung  oder  Sitzverlegung ins 
Ausland zu nahen scheint  (THOMAS MEISTER,  Kommentar zum Schwei-
zerischen Steuerrecht II/2, a.a.O., Art. 15 Rz. 3 ff. mit Hinweisen, auch 
zum  Folgenden).  Der  Garant  nach  Art.  15  VStG  ist  nicht  bloss 
verantwortlich,  durch geeignete  Massnahmen dafür  zu  sorgen,  dass 
seiner  Aufsicht  oder  Gewalt  unterworfene  Dritte  sich  keiner 
Rechtsverletzung  schuldig  machen,  sondern  er  trägt  Ergebnis-
verantwortung.  Der  Garant  muss  von  Gesetzes  wegen  dafür  ein-
stehen, dass eine Drittperson (die Gesellschaft) die von ihr geschulde-
te Steuer tatsächlich  entrichten kann. Tritt  das angestrebte Ergebnis 
nicht  ein  und  kann  die  Gesellschaft  die  geschuldete  Steuer  nicht 
entrichten, muss der Garant dafür einstehen, selbst ohne dass ihn ein 
Verschulden trifft (MEISTER, a.a.O. S. 445 f., Art. 15 Rz. 5 mit Hinweis). 
Die Bestimmung von Art. 15 VStG stellt  demnach gegenüber Art. 55 
Abs.  1  des  Obligationenrechts  vom  30.  März  1911  (OR,  SR 220) 
strengere  Anforderungen  an  den  Exkulpationsbeweis;  «alles 
Zumutbare»  reicht  über  das  hinaus,  was  die  nach  den  Umständen 
gebotene Sorgfalt  verlangt. Um sich  von der  Liquidatorenhaftung zu 
befreien, muss der Liquidator seine Aufgabe nach bestem Wissen und 
Gewissen  erfüllt  und  für  die  Sicherstellung  und  Bezahlung  der 

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Steuerforderung  alles  getan  haben,  was  vernünftigerweise  verlangt 
werden kann. An den Entlastungsbeweis sind höhere Anforderungen 
zu stellen,  wenn der  Liquidator  besondere  berufliche Qualifikationen 
besitzt  (Rechtsanwalt,  Notar,  Ökonom, Bücherexperte usw.) und das 
Geschäftsleben  kennt  (Urteil  des  Bundesgerichts  vom  20.  Oktober 
1989, veröffentlicht in ASA 59 S. 316 f.; BGE 106 Ib 375 E. 2.b.bb mit 
Hinweisen;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1506/2006  vom 
3. Juni  2006  E. 5.2;  PETER BÖCKLI,  Schweizer  Aktienrecht,  3.  Aufl., 
Zürich 2004, S. 1619 f., § 13 Rz. 570 f.;  CONRAD STOCKAR, Die Solidar-
haftung  des  Verwaltungsrats  bei  der  Verrechnungssteuer,  in:  ST 
6/1990, S. 325 f.).

2.3
2.3.1 Nach Art. 20 VStG kann dem Steuerpflichtigen gestattet werden, 
die Steuerpflicht durch Meldung der steuerbaren Leistung zu erfüllen, 
wo bei Kapitalerträgen die Steuerentrichtung zu unnötigen Umtrieben 
oder  zu  einer  offenbaren  Härte  führen  würde.  Die  Verordnung 
umschreibt die Fälle, in denen dieses Verfahren zulässig ist, und zwar 
abschliessend in Art. 24 Abs. 1 VStV.

2.3.2 Der Gesellschaft  kann,  neben anderen Fällen,  auf  Gesuch hin 
das  Meldeverfahren  bewilligt  werden,  wenn  die  anlässlich  einer 
amtlichen Kontrolle oder Buchprüfung geltend gemachte Steuer eine 
Leistung betrifft, die in einem Vorjahr fällig geworden ist (Art. 24 Abs. 1 
Bst.  a  VStV),  insbesondere,  wenn  es  sich  um  die  Steuer  von 
geldwerten Leistungen (Art. 20 Abs. 1 VStV) handelt. Trotz der "Kann"- 
Formulierung  besteht  unter  den  in  Art.  24  VStV  umschriebenen 
Voraussetzungen  kein  Ermessensspielraum  der  ESTV,  sondern  ein 
Anspruch auf  Bewilligung des Meldeverfahrens (BGE 94 I  472 E. 2; 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1486/2006 vom 11. Juli 2007 
E. 5.1 in fine; Entscheid der SRK vom 3. Februar 2004, veröffentlicht in 
VPB 68.99 E. 2d; IVO P. BAUMGARTNER, Kommentar zum Schweizerischen 
Steuerrecht II/2, a.a.O., Art. 20 Rz. 19).

2.3.3 Das  Meldeverfahren  ist  aber  nach  Art.  24  Abs.  2  VStV  nur 
zulässig,  wenn  feststeht,  dass  die  Personen,  auf  die  die  Steuer  zu 
überwälzen wäre (Leistungsempfänger), nach Gesetz oder Verordnung 
Anspruch auf Rückerstattung dieser Steuer hätten, und wenn ihre Zahl 
zwanzig  nicht  übersteigt.  Die  ESTV  hat  jedoch  über  den 
Rückerstattungsanspruch  natürlicher  Personen  als  solchen  nicht  zu 
entscheiden.  Natürliche  Personen  haben  ihren  Antrag  auf  Rück-

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erstattung vielmehr bei  der Steuerbehörde des Kantons, in welchem 
sie  wohnen,  zu  stellen  (Art. 30  Abs.  1  VStG).  Dieser  kantonalen 
Behörde  steht  der  Entscheid  über  den  Rückerstattungsanspruch  zu 
(Art. 52 Abs. 2 VStG). Die vorfrageweise Überprüfung der ESTV, ob 
der  Rückerstattungsanspruch  der  Leistungsempfänger  allenfalls 
verwirkt  sein könnte, kann daher nur summarisch und ohne Verbind-
lichkeit  für  das kantonale Rückerstattungsverfahren erfolgen. Verwirkt 
ist  der Rückerstattungsanspruch gemäss Art. 23 VStG insbesondere, 
wenn der Leistungsempfänger die mit der Verrechnungssteuer belas-
teten  Einkünfte  entgegen  gesetzlicher  Vorschrift  der  zuständigen 
Steuerbehörde nicht deklariert hat (Urteil des Verwaltungsgerichts des 
Kantons  Waadt  vom  11.  Oktober  1994,  veröffentlicht  in  ASA  63 
S. 834). Lässt sich der Rückerstattungsanspruch nicht ohne weiteres 
feststellen,  weil  eine  Verwirkung  der  Rückerstattungsansprüche 
ernstlich  in  Betracht  fällt,  so  kommt  die  Bewilligung  des  Meldever-
fahrens  nicht  in  Betracht  (BGE 115  Ib  274 E. 20c,  BGE 110  Ib  319 
E. 6b).

3.
3.1
3.1.1 Im  Steuerveranlagungsverfahren  herrscht  grundsätzlich  die 
Untersuchungsmaxime  (ROMAN TRUOG,  Die  natürliche  Vermutung  im 
Steuerrecht, in ASA 49 S. 99). Diese wird allerdings modifiziert durch 
die in Art. 39 VStG geregelte Mitwirkungspflicht des Steuerpflichtigen. 
Diese Bestimmung sieht vor, dass der Steuerpflichtige der ESTV über 
alle Tatsachen, die für die Steuerpflicht oder für die Steuerbemessung 
von  Bedeutung  sein  könnten,  nach  bestem  Wissen  und  Gewissen 
Auskunft  erteilen  und  insbesondere  seine  Geschäftsbücher 
ordnungsgemäss führen muss. Er hat  diese,  die Belege und andere 
Urkunden  auf  Verlangen  beizubringen  (vgl. Entscheid  der  SRK  vom 
26. Februar 1996 [SRK 1995-003] E. 3). Indem die Steuerbehörde den 
Untersuchungsgrundsatz  anwendet  und  der  Steuerpflichtige  seine 
Mitwirkungspflicht  erfüllt,  werden  die  tatsächlichen  Voraussetzungen 
für eine richtige und vollständige Veranlagung geschaffen (Entscheid 
der SRK vom 8. Juni 2006, veröffentlicht in VPB 70.85 E. 2e).

3.1.2 Verletzt  der  Steuerpflichtige  seine  Mitwirkungspflichten,  indem 
er über das Ausmass der steuerbaren Leistungen keine zuverlässigen 
Angaben  macht,  sind  diese  nach  Ermessen  festzusetzen,  was  sich 
implizit  aus  Art.  39  und  41  Bst.  a  VStG  ergibt  (Urteil  des 
Bundesgerichts  vom  1.  November  1974,  veröffentlicht  in  ASA  44 

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S. 394 E. 1). Dabei haben die Steuerbehörden auf den gewöhnlichen 
Lauf  der  Dinge  und  auf  das  Verhalten  des  Steuerpflichtigen  abzu-
stellen.  Sie  müssen  von  haltbaren  Grundlagen  ausgehen.  Die 
Ermessenstaxation  soll  dem  wirklichen  Sachverhalt  möglichst  nahe 
kommen.  Fehlen  schlüssige  Anhaltspunkte,  ist  auf  Erfahrungswerte 
abzustellen  (Urteil  des  Bundesgerichts  vom  30.  August  1988,  ver-
öffentlicht in ASA 57 S. 516 E. 2a mit Hinweisen; vgl. auch HANS PETER 
HOCHREUTENER,  Verfahrensfragen im Bereich  der Stempelabgaben und 
der  Verrechnungssteuer,  in  ASA  57  S. 610  f.  mit  Hinweisen).  Das 
Bundesverwaltungsgericht auferlegt sich jedoch – wie bereits die SRK 
– bei  der  Überprüfung  zulässigerweise  vorgenommener  Ermessens-
veranlagungen eine gewisse Zurückhaltung, soweit die Zweckmässig-
keit der Entscheidung in Frage steht, welche rechtlich nicht fassbar ist, 
sondern vielmehr eine Angelegenheit  der Sachkunde und von deren 
praktischer  Anwendung  darstellt.  Grundsätzlich  setzt  das  Bundes-
verwaltungsgericht  nur  dann  sein  eigenes  Ermessen  an  die  Stelle 
desjenigen der  Vorinstanz,  wenn dieser  bei  der  Schätzung grössere 
Ermessensfehler  unterlaufen  sind  (Urteil  des  Bundesverwaltungs-
gerichts A-1506/2006 vom 3. Juni 2006 E. 3.2; Entscheid der SRK vom 
27. Oktober 2004, veröffentlicht in VPB 69.43 E. 4a).

3.1.3 Von  der  Ermessenstaxation  ist  die  Schätzung  des  Verkehrs-
wertes eines Vermögensgegenstandes zu unterscheiden, welche nicht 
unbedingt eine Verletzung der Mitwirkungspflicht des Steuerpflichtigen 
voraussetzt. Auch hier geht es grundsätzlich um die Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts.  Allerdings  ist  die  Festsetzung  eines 
Verkehrswertes nicht eine reine Tatfrage. Sie hat sich nach materiell-
rechtlichen Grundsätzen – hier des Bundesrechts – zu richten. Soweit 
die  gesetzliche  Ordnung  keine  Vorschriften  über  die  massgebenden 
Bewertungsgrundsätze enthält, sind diese vom Richter zu bestimmen. 
Entspricht ihnen die Schätzung der Steuerbehörden, was vom Gericht 
frei zu prüfen ist, so ist sie hinzunehmen, sofern sie im Übrigen nicht 
offensichtlich  unhaltbar  ist  (Urteil  des  Bundesgerichts  vom 22. März 
1974,  veröffentlicht  in  ASA  43  S.  241  E.  4,  betreffend  die  direkte 
Bundessteuer).  Auf  dem  Gebiet  der  Stempelabgaben  und  der 
Verrechnungssteuer ergibt  sich die Notwendigkeit  zur  Ermittlung von 
Vermögenswerten namentlich  im Zusammenhang mit  Zugängen und 
Abgängen von Unternehmensvermögen, welche ihre Ursache in  den 
Beziehungen  der  Beteiligten  zur  Unternehmung  haben  (vgl. 
CAGIANUT/HÖHN, a.a.O., § 12, S. 433 Rz. 1). Je nach dem Verhältnis des 
Verkehrswertes  der  Vermögensgegenstände  zur  Höhe  des  für  diese 

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entrichteten  Entgelts  kann  sich  eine  der  Verrechnungssteuer 
unterliegende  geldwerte  Leistung  der  Gesellschaft  an  Inhaber  von 
Beteiligungsrechten  oder  ihnen  nahe  stehende  Personen  oder  aber 
eine der Emissionsabgabe (Art. 5 ff. des Bundesgesetzes vom 27. Juni 
1973  über  die  Stempelabgaben  [StG,  SR  641.10])  unterliegende 
Zuführung  von  Eigenkapital  ergeben  (Entscheid  der  SRK  vom 
27. Oktober 2004, veröffentlicht in VPB 69.43).

3.1.4 Was  insbesondere  die  Bewertung  von  Aktien  betrifft,  so  ist 
grundsätzlich  auf  den  Börsen-  oder  Marktpreis  abzustellen,  falls  die 
Papiere an der Börse kotiert sind oder für sie Kursnotierungen bekannt 
sind (Urteile des Bundesgerichts vom 9. Dezember 1974, veröffentlicht 
in ASA 44 S. 401 E. 2, vom 25. März 1974, in ASA 44 S. 310 f. E. 2). 
Dies  gilt  jedenfalls,  soweit  nicht  im  Einzelfall  Gründe  bestehen, 
anzunehmen,  dass  die  Kursnotierung  –  entgegen  der  Regel  –  nicht 
Ausdruck  des  wirklichen  Verkehrswertes  sei.  Im  Übrigen  hat  eine 
Wertermittlung  mittels  schematischer  Schätzungsregeln  auch  dann 
zurückzutreten, wenn sich der Verkehrswert mit genügender Sicherheit 
aus  tatsächlich  getätigten  Geschäften,  die  zu  den  Verkehrswert 
repräsentierenden  Preisen  abgewickelt  worden  sind,  ableiten  lässt, 
von denen die ESTV Kenntnis erhalten hat (Urteil des Bundesgerichts 
vom 13. Oktober 1978, veröffentlicht in ASA 48 S. 347 E. 6). Erweist 
sich eine Schätzung als nötig, so muss der Preis ermittelt werden, der 
mutmasslich im Verkehr mit unbeteiligten Dritten für die Titel vereinbart 
worden  wäre  (Urteil  des  Bundesgerichts  vom  9. Dezember  1974, 
a.a.O., E. 2). Der Wert nicht kotierter Aktien wird insbesondere durch 
deren  bisherigen  und  erwarteten  Ertrag,  die  Ertragsintensität  der 
Gesellschaft  sowie  durch  weitere  Faktoren  wie  das  Vermögen  der 
Gesellschaft,  die  Liquidität  des Unternehmens und die Stabilität  des 
Geschäftsbetriebes  usw.  bestimmt  (Urteil  des  Bundesgerichts  vom 
25. März  1974,  a.a.O.,  E. 2). Die Ermittlung des Verkehrswertes  von 
Aktien hat daher grundsätzlich auf Grund des Substanzwertes und des 
Ertragswertes zu erfolgen (Urteil  des Bundesgerichtes vom 22. März 
1974,  in  ASA  43  S.  242  f.  E.  5  und  6;  DUSS/VON AH,  a.a.O.,  Art.  4 
Rz. 142).  Zumindest  im  Falle  eines  industriellen  Unternehmens 
widerspräche  es  jeder  Bewertungserfahrung,  den  Ertragswert  ganz 
ausser acht zu lassen. Der Ertrag beeinflusst jedoch den Wert einer 
Aktie  nicht  in  jedem  Fall  gleich.  Bei  Familien-  und  Einmann-
Aktiengesellschaften  ist  sein  Einfluss  geringer  als  bei  Publikums-
Aktiengesellschaften,  an  denen  zahlreiche  Aktionäre  beteiligt  sind 
(Urteil des Bundesgerichts vom 25. März 1974, a.a.O., E. 2). Darüber, 

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ob  auf  das  einfache  oder  auf  ein  gewogenes  Mittel  zwischen 
Substanzwert  und Ertragswert  abzustellen sei,  haben denn auch die 
Steuerbehörden  nach  Ermessen  auf  Grund  einer  Würdigung  der 
tatsächlichen Verhältnisse zu befinden (Urteil des Bundesgerichts vom 
22. März  1974,  a.a.O.,  E. 6; zum Ganzen: Entscheid  der  SRK vom 
27. Oktober  2004,  veröffentlicht  in  VPB 69.43 E. 4a;  MICHAEL BEUSCH, 
Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht  II/2,  a.a.O.,  Art.  13 
Rz. 7 ff.).

3.2
3.2.1 Die  Beweiswürdigung  endet  mit  dem  richterlichen  Entscheid 
darüber, ob eine rechtserhebliche Tatsache als erwiesen zu gelten hat 
oder nicht. Der Beweis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die 
freie  Beweiswürdigung  zur  Überzeugung  gelangt  ist,  dass  sich  der 
rechtserhebliche  Sachumstand  verwirklicht  hat.  Gelangt  das  Gericht 
nicht  zu  diesem  Ergebnis,  kommen  die  Beweislastregeln  zur 
Anwendung;  es  ist  zu  Ungunsten  desjenigen  zu  urteilen,  der  die 
Beweislast  trägt  (statt  vieler:  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1354/2006 vom 24. August 2007 E. 2, A-1429/2006 vom 29. August 
2007  E. 2.4).  Die  Steuerbehörde trägt  die  Beweislast  für  Tatsachen, 
welche  die  Steuerpflicht  als  solche  begründen  oder  die 
Steuerforderung erhöhen, das heisst für die steuerbegründenden und 
– mehrenden Tatsachen. Demgegenüber ist der Steuerpflichtige für die 
steueraufhebenden  und  -mindernden  Tatsachen  beweisbelastet,  das 
heisst  für  solche  Tatsachen,  welche  Steuerbefreiung  oder  Steuer-
begünstigung  bewirken  (statt  vieler:  Urteil  des  Bundesgerichts  vom 
14. Juli  2005,  veröffentlicht  in  ASA 75  S. 495  ff.  E. 5.4;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1410/2006  vom 17. März  2008  E. 2.2, 
A-1373/2006  vom  16.  November  2007  E. 2.1,  A-1429/2006  vom 
29. August 2007 E. 2.4, A-1354/2006 vom 24. August 2007 E. 2).

3.2.2 Ist  bezüglich  einer  allfälligen  verdeckten  Gewinnausschüttung 
streitig, ob einer Leistung der steuerpflichtigen Gesellschaft überhaupt 
eine  Gegenleistung  des  Aktionärs  bzw.  Gesellschafters  gegenüber-
steht,  trägt  nach  der  vorstehenden  Grundregel  die  Gesellschaft  die 
Beweislast  für  das  Vorhandensein  einer  solchen  Gegenleistung,  ist 
doch diese Leistung nur dann geschäftsmässig begründet und damit 
steuermindernd,  wenn  ihr  eine  Gegenleistung  entspricht  (MARTIN 
ZWEIFEL,  Die  Sachverhaltsermittlung  im  Steuerveranlagungsverfahren, 
Zürich 1989, S. 111 f.). Liegt bei Vorhandensein einer Gegenleistung 
der Verdacht auf eine verdeckte Gewinnausschüttung vor, hat grund-

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A-1542/2006

sätzlich die Veranlagungsbehörde aufgrund ihrer Untersuchungen auf-
zuzeigen,  dass  zwischen  den  gegenseitigen  Leistungen  ein  offen-
sichtliches  Missverhältnis  besteht  und  mithin  die  Leistungen  der 
Gesellschaft ganz oder teilweise nicht geschäftsmässig begründet sein 
können (vgl. SteuerEntscheid [StE] 1991 B 72.13.22 Nr. 21 E. 3a und 
b).  Hat  die  Steuerbehörde  den  Beweis  für  das  Vorliegen  eines 
offensichtlichen  Missverhältnisses  erbracht,  spricht  eine  natürliche 
Vermutung  für  die  Bejahung  einer  verdeckten  Gewinnausschüttung. 
Alsdann  trägt  grundsätzlich  die  steuerpflichtige  Gesellschaft  die 
Beweislast  dafür,  dass  gleichwohl  keine  verdeckte  Gewinnaus-
schüttung anzunehmen ist (ZWEIFEL, a.a.O., S. 112). Diese im Recht der 
direkten  Bundessteuer  entwickelten  Grundsätze  über  die  Beweis-
lastverteilung sind auch bei der Verrechnungssteuer sinngemäss an-
wendbar (vgl. Entscheid der SRK vom 21. Mai 1999 [SRK 1998-061] 
E. 4a). Dies bedeutet, dass die Steuerbehörden nicht über die Zweck-
mässigkeit  von  Aufwandpositionen  der  steuerpflichtigen  Unterneh-
mung  zu  entscheiden  und  so  ihr  eigenes  Ermessen  anstelle  des-
jenigen  der  Geschäftsleitung  zu  stellen  haben.  Dennoch  hat  die 
steuerpflichtige  Gesellschaft  bei  offensichtlichem  Missverhältnis 
zwischen  Leistung  und  Gegenleistung  nachzuweisen,  dass  die  in 
Frage  stehenden  Leistungen  geschäftsmässig  begründet  sind.  So 
können  sich  die  Steuerbehörden  vergewissern,  dass  geschäftliche 
Gründe und nicht die engen persönlichen und wirtschaftlichen Bezie-
hungen  zwischen  Gesellschaft  und  Leistungsempfänger  für  die 
geldwerte Leistung ausschlaggebend waren (vgl. Urteil  des Bundes-
gerichts vom 29. Januar 1999, veröffentlicht in ASA 68 S. 250 f. E. 3b; 
zum Ganzen: Entscheid der SRK vom 8. Juni  2006,  veröffentlicht  in 
VPB 70.85 E. 2e).

4.
Im vorliegenden Fall ist die verrechnungssteuerrechtliche Qualifikation 
verschiedener  Sachverhalte  strittig.  Zunächst  erblickt  die  Vorinstanz 
eine  steuerbare  geldwerte  Leistung  bzw.  eine  verdeckte  Gewinn-
ausschüttung  im  Umstand,  dass  die  C._______AG  von  der 
E._______AG  sämtliche  Inhaberaktien  der  D._______AG  für  einen 
Kaufpreis von Fr. 2'150'000.-- erworben hat.

4.1 Gemäss  Aktienkaufvertrag  vom  20.  Januar  1997  kaufte  die 
C._______AG von  der  E._______AG 700  Aktien  der  D._______AG. 
Als  Kaufpreis  wurde  nach  Ziff.  3  des  Vertrages  Fr.  2'150'000.-- 
vereinbart,  der  sich  wie  folgt  zusammensetzt:  Aktienkapital 

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Fr. 700'000.--,  stille  Reserven  Fr. 450'000.--,  Goodwill  Fr. 700'000.--, 
Erhöhung  Aktienkapital  Fr. 300'000.--. Gemäss  Ziff.  4  bestätigte  die 
Verkäuferin mit  der Unterzeichnung des Vertrages, für den Kaufpreis 
von  Fr.  1'850'000.--  vollumfänglich  befriedigt  worden  zu  sein.  Die 
Käuferin  ihrerseits  verpflichtete  sich,  die  für  die  Erhöhung  des 
Aktienkapitals nötigen Mittel der Gesellschaft direkt zur Verfügung zu 
stellen.  Im  Weiteren  geht  aus  den  Buchhaltungsunterlagen  hervor, 
dass  die  C._______AG  am  1.  Januar  1997  dem  (Aktiv-)Konto 
"Darlehen Aktionär" Fr. 2'150'000.-- mit  dem Buchungsvermerk "Kauf 
D._______AG"  belastete  und  sich  somit  ihre  Forderung  gegenüber 
dem/den Aktionär(en) entsprechend reduzierte.

4.2 Als  erstes  ist  zu  prüfen,  ob  die  C._______AG  die  Aktien  der 
D._______AG zu einem wesentlich über dem Verkehrswert liegenden 
Preis erworben hat und somit die C._______AG entreichert worden ist 
(vgl. E. 2.1.3 Ziff. 1 und 2.1.4). Dafür ist der effektive Kaufpreis sowie 
der Verkehrwert (Drittpreis) der Aktien zu bestimmen.

4.2.1
4.2.1.1 Im  Gegensatz  zur  ESTV,  die  insbesondere  aufgrund  der 
vorgenommenen Verbuchung von einem massgeblichen Kaufpreis von 
Fr. 2'150'000.--  ausgeht,  macht  der Beschwerdeführer einen solchen 
von  Fr.  1'850'000.--  geltend.  Er  begründet  dies  damit,  dass  die 
C._______AG  sich  im  Zusammenhang  mit  dem  Erwerb  verpflichtet 
habe,  bei  der  D._______AG eine Kapitalerhöhung von Fr. 300'000.-- 
vorzunehmen. Der auf die Kapitalerhöhung entfallende Betrag von Fr. 
300'000.--  dürfe  daher  nicht  als  Teil  des  Kaufpreises  betrachtet 
werden. In diesem Sinn sei auch Ziff. 3 des Aktienkaufvertrages vom 
20. Januar 1997 zu verstehen. Die Kapitalerhöhung sei im Jahr 1998 
vollzogen  worden.  Die  rein  buchhalterische  Abwicklung  des 
Kaufvertrages  dürfe  auf  die  rechtliche  Beurteilung  keinen  Einfluss 
haben.

4.2.1.2 Entgegen Ziff. 4 des Aktienkaufvertrages vom 20. Januar 1997 
bezahlte die C._______AG vorliegend gemäss ihrer Buchhaltung nicht 
einen Kaufpreis von Fr. 1'850'000.-- und stellte der D._______AG Fr. 
300'000.--  für  eine  Aktienkapitalerhöhung  direkt  zur  Verfügung, 
sondern sie schrieb einem Aktionär (offenbar der E._______AG oder 
einer ihr nahestehenden Person) einen Betrag von Fr. 2'150'000.-- gut. 
Eine  Erklärung  für  die  Abweichung  dieser  Verbuchung  von  der 
getroffenen  Vereinbarung  konnte  der  Beschwerdeführer  nicht 

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beibringen. Er begnügt sich mit  dem allgemeinen Einwand, dass die 
rein  buchhalterische  Abwicklung  keinen  Einfluss  auf  die  rechtliche 
Beurteilung haben dürfe.

4.2.1.3 Entgegen  der  Ansicht  des  Beschwerdeführers  ist  für  die 
Bestimmung  des  Kaufpreises  nicht  in  erster  Linie  auf  den 
Aktienkaufvertrag vom 20. Januar 1997, sondern auf die tatsächliche 
Abwicklung,  d.h. das  effektive  Entgelt  abzustellen. Dieses  lässt  sich 
vorliegend  aus  der  Verbuchung  des  Kaufpreises  eruieren.  Der 
tatsächlichen Abwicklung kommt vorliegend zudem eine umso höhere 
Bedeutung  zu,  da  der  Aktienkaufvertrag  vom  Beschwerdeführer 
sowohl  für  die  Käuferin  wie  auch  für  die  Verkäuferin  unterzeichnet 
worden  ist  und  deshalb  eine  Änderung  der  Vereinbarung  ohne 
grössere Transparenz möglich  gewesen wäre. Massgebend ist  somit 
ein (effektiver) Kaufpreis von Fr. 2'150'000.--.

4.2.2
4.2.2.1 Die  Ermittlung  des  Verkehrswertes  von  an  der  Börse  nicht 
kotierten Aktien hat grundsätzlich auf Grund des Substanzwertes und 
des Ertragswertes zu erfolgen (E. 3.1.4). Zur Unternehmensbewertung 
der  D._______AG  für  den  Zeitpunkt  des  Kaufes  der  Aktien  liegen 
ausser  dem  Abschluss  1996  keine  relevanten  Unterlagen  vor.  Der 
massgebliche  Jahresabschluss  1996  weist  ein  Eigenkapital  von 
Fr. 700'000.--  und einen Jahresgewinn von Fr. 2'679.59 aus. Für den 
Zeitpunkt  des  Aktienkaufs  ist  folglich  von  einem  Substanzwert  von 
Fr. 700'000.--  und  einem  sehr  bescheidenen  Ertragswert  der 
Unternehmung auszugehen. Die ESTV legte ihrer  Berechnung somit 
zu Recht einen Verkehrswert von Fr. 700'000.-- zugrunde.

4.2.2.2 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nahm die ESTV 
keine  "ex  post"  Betrachtung  vor,  sondern  berücksichtigte  die 
(vorhandenen)  Unterlagen  zum  Zeitpunkt  des  Aktienkaufes.  Im 
Weiteren  kann  der  vom  Beschwerdeführer  eingereichte  Artikel  "25 
Jahre (...), Schmuck-Tradition mit neuem Image", der offenbar bereits 
aus dem Jahr 1993 datiert (vgl. Text, S. 1, "Jubiläumsjahr 1993") und 
als  Werbebotschaft  beurteilt  werden  muss,  in  keiner  Weise  für  die 
vorliegende Verkehrswertberechnung massgebend sein.

4.2.2.3 Ebenso  nicht  stichhaltig  ist  das  Argument  des  Beschwerde-
führers,  dass  der  Kaufvertrag  vom  20.  Januar  1997  ausdrücklich 
Bezug nehme auf stille Reserven von Fr. 450'000.-- und zudem der per 
31. Dezember 1996 ausgewiesene Warenbestand von Fr. 1'045'000.-- 

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gemäss dem steuerlich akzeptierten "Warendrittel" sogar die Annahme 
von  stillen  Reserven  von  Fr. 522'500.--  rechtfertigen  würde.  Der 
Beschwerdeführer  verkennt,  dass  er  seine  Behauptung  von 
vorhandenen stillen Reserven in keiner Form rechtsgenügend belegt 
hat. Wie die ESTV in ihrer Vernehmlassung vom 8. Mai 2006 zu Recht 
ausführt,  hat er insbesondere kein Wareninventar vorgelegt,  welches 
eine Beurteilung darüber zuliesse, ob denn tatsächlich stille Reserven 
auf dem Warenlager vorhanden gewesen sind.

4.2.2.4 Der Beschwerdeführer wendet schliesslich ein, die ESTV habe 
unberücksichtigt  gelassen,  dass  die  Steuerverwaltung  des  Kantons 
Basel-Landschaft  die  D._______AG im  Jahr  1997  für  einen  bei  der 
Staatssteuer  steuerbaren  Gewinn  von  rund  Fr. 165'000.--  veranlagt 
habe.  Aus  diesem  Gewinn  und  dem  Kaufpreis  von  Fr.  1'850'000.-- 
resultiere ein Kapitalisierungsfaktor von rund 9%. Ein Faktor von 7,5% 
würde  zu  einem  Unternehmenswert  von  Fr. 2'200'000.--  führen.  Der 
veranlagte  steuerbare  Gewinn  habe  sich  im  Wesentlichen  aus  der 
Aufrechnung von gebildeten Warenreserven ergeben.

Dem  Einwand  des  Beschwerdeführers  ist  zunächst  zu  entgegnen, 
dass  Feststellungen  im  Verfahren  der  direkten  Steuern  nicht 
unbesehen auf das vorliegende Verfahren übertragen werden können 
(vgl. Entscheid der SRK vom 8. Juni 2006, veröffentlicht in VPB 70.85 
E.  3a/dd).  Zudem  hat  die  D._______AG  gemäss  dem  von  ihm 
eingereichten  Entscheid  der  Steuerrekurskommission  des  Kantons 
Basel-Landschaft  vom  10.  September  1999  die  Veranlagung  der 
Staatssteuern  1996  und  1997,  auf  welche  er  sich  heute  beruft, 
angefochten.  Nach  den  Erwägungen  dieses  Entscheids  hat  sie  in 
ihrem  Rekurs  vom  25.  Februar  1999  beantragt,  die  bei  der 
Steuerberechnung  aufgerechnete  Bildung  von  Warenreserven  von 
Fr. 455'000.--  zu  streichen.  Der  Betrag  von  Fr. 455'000.--  für 
Warenreserven  entspreche  nicht  dem  effektiven  Wert.  Beim 
Warenlager  habe  es  sich  sowohl  um  Modeschmuck  als  auch  um 
Neukollektionen gehandelt,  welche nicht  als handelsübliche Ware zu 
bezeichnen  seien  und  somit  keine  Bildung  von  effektiven 
ertragswirksamen  Reserven  ergeben  würden.  Der  Modeschmuck 
unterliege  grossen  Schwankungen.  Die  Neukollektionen  seien  nach 
der Präsentation nur mit grossen Rabatten von ca. 50% zu verkaufen 
(vgl.  Entscheid  der  Steuerrekurskommission  des  Kantons  Basel-
Landschaft  vom  10.  September  1999,  Seite  3).  Die  Steuer-
rekurskommission des Kanton Basel-Landschaft wies den Rekurs ab, 

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da die Steuerverwaltung zu Recht in ihrem Einspracheentscheid vom 
26. Januar 1999 auf  die Einsprache vom 27. Dezember 1998 gegen 
die Veranlagung der  Staatssteuern  1996 und 1997 nicht  eingetreten 
sei. Vorliegend legt der Beschwerdeführer somit die Veranlagung der 
Staatssteuern  1997  als  Nachweis  für  einen  erzielten  Gewinn  von 
Fr. 165'000.-- bzw. für vorhandene stille Reserven auf dem Warenlager 
der D._______AG ins Recht,  obwohl  diese die  Bildung dieser  stillen 
Reserven  und  somit  den  veranlagten  Gewinn  explizit  bestritten  hat. 
Aus der Steuerveranlagung 1997 kann der Beschwerdeführer deshalb 
nichts  zu  seinen  Gunsten  ableiten;  dies  insbesondere  auch  unter 
Berücksichtigung,  dass die Steuerrekurskommission den Rekurs aus 
formellen Gründen abwies und ihn materiell überhaupt nicht prüfte.

4.2.3 Zusammenfassend  bezahlte  die  C._______AG  der 
E._______AG  für  die  700  Aktien  der  D._______AG  Fr. 2'150'000.--, 
obwohl  der  Verkehrwert  bloss  Fr.  700'000.--  betragen  hat.  Es  liegt 
somit  ein  offensichtliches  Missverhältnis  zwischen  der  Leistung  der 
Käuferin und derjenigen der Verkäuferin bzw. eine Entreicherung der 
C._______AG  vor.  Da  der  Beweis  für  das  Vorliegen  eines 
offensichtlichen Missverhältnisses erbracht ist,  spricht eine natürliche 
Vermutung für die Bejahung einer verdeckten Gewinnausschüttung (E. 
3.2.2). Dies hat zur Folge, dass die steuerpflichtige Gesellschaft bzw. 
der Beschwerdeführer die Beweislast dafür trägt, das gleichwohl keine 
verdeckte Gewinnausschüttung anzunehmen ist.

4.3 Zu  prüfen  ist  im  Weiteren,  ob  die  geldwerte  Leistung  einem 
Inhaber  gesellschaftlicher  Beteiligungsrechte  direkt  oder  indirekt 
zugewendet  worden  ist  und  sie  ihren  Rechtsgrund  im  Beteiligungs-
verhältnis  hat  (E.  2.1.3  Ziff.  2).  Dafür  spricht  zweifellos,  dass  der 
(überhöhte)  Kaufpreis  für  die  Aktien  dem  (Aktiv-)Konto  "Darlehen 
Aktionär" der C._______AG belastet worden ist. Im Übrigen bringt der 
beweisbelastete Beschwerdeführer diesbezüglich keine Einwände vor. 
Es ist folglich von einer geldwerten Leistung in der Höhe der Differenz 
zwischen dem Kaufpreis (Fr. 2'150'000.--)  und dem Verkehrswert  (Fr. 
700'000.--)  von Fr. 1'450'000.--  an einen Aktionär  der  C._______AG 
auszugehen.

4.4 Letztlich  ist  auch  die  Erkennbarkeit  des  Missverhältnisses 
zwischen  Leistung  und  Gegenleistung  für  die  handelnden  Gesell-
schaftsorgane  (E.  2.1.3  Ziff.  3)  zu  bejahen.  Die  Differenz  zwischen 
dem  bezahlten  Kaufpreis  (Fr.  2'150'000.--)  und  dem  Verkehrswert 

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(Fr. 700'000.--)  von  Fr.  1'450'000.--  ist  nicht  nur  absolut,  sondern 
insbesondere  in  Relation  zum  Verkehrswert  sehr  hoch;  beträgt  die 
Differenz  doch  mehr  als  den  doppelten  Verkehrswert.  Im  Weiteren 
handelte  vorliegend  der  Beschwerdeführer  beim  Abschluss  des 
Kaufvertrages  nicht  nur  für  die  Käuferin,  sondern  auch  für  die 
Verkäuferin als Organ und musste somit über das erforderliche Wissen 
hinsichtlich  der  Bewertung  der  fraglichen  Beteiligung  verfügt  haben; 
dies nicht zuletzt auch aufgrund seines Berufes als Anwalt. Damit ist 
auch  die  dritte  Voraussetzung  für  die  Annahme  einer  steuerbaren 
geldwerten  Leistung  in  Form  einer  verdeckten  Gewinnausschüttung 
erfüllt.  Die  Differenz  zwischen  Kaufpreis  und  Verkehrswert  von 
Fr. 1'450'000.--  unterliegt demnach gemäss Art. 4 Abs. 1 Bst. b VStG 
i.V. mit Art. 20 Abs. 1 VStV der Verrechnungssteuer.

5.
Strittig ist sodann die von der ESTV vorgenommene Aufrechnung von 
Provisionen,  Erfolgsbeteiligungen  und  Reise-/Repräsentationsspesen 
als verdeckte Gewinnausschüttung.

5.1 Der  Beschwerdeführer  war  in  der  fraglichen  Zeit  (1997-1999) 
einziger  Verwaltungsrat  der  C._______AG,  ohne  nach  eigenen 
Angaben  über  eine  (massgebliche)  Beteiligung  verfügt  zu  haben. 
Aufgrund seiner Eigenschaft als Verwaltungsrat akzeptierte die ESTV 
die  verbuchten  und  offensichtlich  ihm  ausgerichteten  Honorare  als 
geschäftsmässig  begründet.  Neben  den  Honoraren  (1997: 
Fr. 20'000.--,  1998: Fr. 24'000.--,  1999:  Fr. 64'000.--)  richtete  die 
C._______AG  gemäss  ihrer  Buchhaltung  aber  auch  Provisionen 
(1997:  Fr.  60'000.--  und  1999:  Fr. 25'000.--),  Erfolgsbeteiligungen 
(1997:  Fr.  217'241.--  und  1998:  Fr. 11'038.--)  sowie 
Reise-/Repräsentationsspesen (1997: Fr. 81'473.--, 1998: Fr. 26'910.-- 
und 1999: Fr. 64'150.--)  aus. Als Belege für deren geschäftsmässige 
Begründetheit  reichte der Beschwerdeführer bloss je eine Rechnung 
vom 17. Februar 1998 betreffend die Erfolgsbeteiligung 1997 und vom 
22. Januar  1997 betreffend die (vorliegend indessen nicht  relevante) 
Erfolgsbeteiligung 1996 ein. Diese Belege zeigen auf, dass er für das 
Jahr  1997  "gemäss  Vereinbarung"  50%  des  Reingewinns  von 
Fr. 434'482.--,  ausmachend  Fr.  217'241.--,  und  für  das  Jahr  1996 
"gemäss  Vereinbarung"  25%  des  Reingewinns  von  Fr. 720'616.--, 
ausmachend  Fr. 180'154.--,  als  Erfolgsbeteiligung  erhalten  hat. 
Weitere  Unterlagen  (insbesondere  auch  die  erwähnte  Vereinbarung) 
legte  die  C._______AG  und  auch  der  Beschwerdeführer  –  trotz 

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mehrfacher Aufforderung durch die ESTV sämtliche Buchungsbelege 
einzureichen – nicht vor.

5.2 Der  Beschwerdeführer  macht  geltend,  dass  die  1996-1999 
verfolgten  Projekte  und  getätigten  Investitionen  einen  beträchtlichen 
Einsatz  von  ihm  für  die  C._______AG  bedingten.  Eine 
Durchschnittsberechnung  der  Bezüge  für  die  Jahre  1997-1999, 
ausgehend  von  einem  Total  von  Fr.  593'812.--  (Verwaltungs-
ratshonorare, Erfolgsbeteiligungen, Provisionen und Spesen), würden 
pro  Jahr  weniger  als  Fr. 200'000.--  ergeben.  Dies  sei  für  leitende 
Angestellte  einer  Unternehmensgruppe  durchaus  angemessen.  Bei 
der Beurteilung der Angemessenheit dürfe nicht auf ein einzelnes Jahr 
(wie  z.B. 1997)  abgestellt  werden. Als  Honorar  sei  ein  Prozent-Satz 
des  jährlichen  "Cash-Flow"  vereinbart  worden.  Da  in  den  besagten 
Jahren  der  "Cash-Flow"  gross  gewesen  sei,  resultierten  auch 
entsprechend  höhere  Erfolgshonorare.  Aufgrund  der  in  den 
Folgejahren  erwirtschafteten  Verlusten,  seien  danach  die  Entschädi-
gungen kleiner ausgefallen bzw.  ganz weggefallen.

5.3 Entgegen  der  Ansicht  des  Beschwerdeführers  ist  nicht  auf  den 
Durchschnitt  aller  Bezüge  über  drei  Jahre  abzustellen  bzw.  eine 
Gesamtbetrachtung  vorzunehmen,  sondern  die  einzelnen  auch 
unterschiedlich  verbuchten  Positionen  (neben  dem  Honorar:  Provi-
sionen, Erfolgsbeteiligungen, Reise-/Repräsentationsspesen) sind auf 
ihre geschäftsmässige Begründetheit  zu überprüfen. Zudem hätten – 
auch  wenn  alles  als  Honorar  verbucht  worden  wäre  –  die 
ausgerichteten  Entschädigungen  ebenso  innerhalb  der  einzelnen 
Jahre  daraufhin  untersucht  werden  müssen,  ob  sie  einem 
Drittvergleich  standhalten  bzw.  eine  verdeckte  Gewinnausschüttung 
vorliegt. Zu prüfen ist demnach, ob die Behauptung des Beschwerde-
führers  zutrifft,  dass  die  Provisionen und  Erfolgsbeteiligungen sowie 
Reise-/Repräsentationsspesen – neben den Verwaltungsratshonoraren 
–  Entgelt  für  seine  Tätigkeit  als  Verwaltungsrat  darstellen.  Aus  den 
Akten geht dies indessen nicht hervor. Die eingereichten Belege über 
die  Erfolgsbeteiligungen  für  das  Jahr  1997  und  (des  ohnehin  nicht 
relevanten) 1996 belegen dies nicht, zeigen sie doch nur die Höhe und 
die  Berechnung  der  Erfolgsbeteiligung  auf.  Zudem  fehlt  die  darin 
ausdrücklich  erwähnte  Vereinbarung.  Auch  der  Umstand,  dass  die 
C._______AG über kein Personal verfügt habe, führt  – entgegen der 
Ansicht des Beschwerdeführers – nicht zum Schluss, dass die Provi-
sionen,  Erfolgsbeteiligungen sowie Reise-/Repräsentationsspesen für 

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seine Tätigkeit  als Verwaltungsrat ausgerichtet  worden sind. Ob eine 
Gegenleistung für die Zahlungen vorliegt, ist somit nicht erwiesen. Da 
bei  Streitigkeiten,  ob  bei  einer  allfälligen  verdeckten  Gewinnaus-
schüttung überhaupt eine Gegenleistung für die von der Gesellschaft 
ausgerichtete  Leistung  gegeben  ist,  die  Beweislast  der  Gesellschaft 
bzw. vorliegend dem Beschwerdeführer obliegt (E. 3.2.2), muss folglich 
bei diesem Beweisergebnis eine Gegenleistung verneint  werden. Die 
betreffenden  Zahlungen  der  C._______AG  müssen  demnach  als 
geschäftsmässig  unbegründet  qualifiziert  werden.  Fehl  geht  das 
Argument  des  Beschwerdeführers,  es  sei  nicht  dargetan,  dass 
zwischen ihm und der  C._______AG enge persönliche Beziehungen 
vorlägen.  Soweit  er  damit  seine  Eigenschaft  als  einem  Inhaber 
gesellschaftlicher Beteiligungsrechte nahe stehende Person bestreitet, 
ist ihm zu entgegnen, dass er in der fraglichen Zeit (1997 bis 1999) als 
einziger  Verwaltungsrat  mit  Einzelzeichnungsberechtigung  sowie 
Geschäftsführer in der Lage war, die C._______AG wie seine eigene 
Gesellschaft  zu  benützen.  Bei  dieser  Konstellation  ist  nach  der 
Rechtsprechung  die  Qualifikation  als  nahestehende  Person  zu  be-
jahen (Urteil  des Bundesgerichts  vom 5. März 1999,  veröffentlicht  in 
ASA 68 S. 600; E. 2.1.3 Ziff. 2). Im Übrigen konnte der Beschwerde-
führer, ausser der Erfolgsbeteiligung für das Jahr 1997, nicht belegen, 
dass  die  betreffenden  Zahlungen  überhaupt  an  ihn  –  und  nicht  an 
einen Aktionär oder eine andere nahestehende Person – ausgerichtet 
worden sind.

Zusammenfassend  waren  die  von  der  C._______AG  in  den  Jahren 
1997-1999  ausgerichteten  Provisionen,  Erfolgsbeteiligungen  und 
Reise-/Repräsentationsspesen  im  Betrag  von  Fr. 485'812.-- 
geschäftsmässig nicht  begründet. Sie müssen deshalb als geldwerte 
Leistungen qualifiziert werden und sind nach Art. 4 Abs. 1 Bst. a VStG 
i.V. Art. 20 Abs. 1 VStV zu versteuern.

5.4
5.4.1 Der  Beschwerdeführer  macht  (eventualiter)  geltend,  dass  das 
Meldeverfahren  zur  Anwendung  komme,  da  er  die  betreffenden 
Einkünfte  in  seiner  persönlichen  Buchhaltung  erfasst  und  als 
Einkommen versteuert  habe. Die  ESTV legt  hingegen  dar,  dass  die 
Rückerstattungsberechtigung nicht zweifelsfrei  feststehe und deshalb 
das Meldeverfahren keine Anwendung finde.

Seite 26

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5.4.2 Mit seiner Beschwerde reichte der Beschwerdeführer aus seiner 
persönlichen Buchhaltung die Erfolgsrechnungen 1997 und 1998, die 
Kontenblätter  "a.o.  Einnahmen/Ausgaben"  für  1997  und  1998  sowie 
das  Kontoblatt  "Honorar"  für  das  Jahr  1999  und  einen  Auszug  aus 
seiner Steuererklärung 1999/2000  ein. Die einzelnen Buchungsbelege 
sind jedoch (wiederum) nicht vorhanden. Der einzig vorhandene und 
relevante Buchungsbeleg bleibt vorliegend derjenige vom 17. Februar 
1998 betreffend die Erfolgsbeteiligung 1997 des Beschwerdeführers in 
der  Höhe  von  Fr. 217'241.--.  Doch  selbst  dieser  Beleg  kann  den 
eingereichten  Kontenblätter  der  persönlichen  Buchhaltung  nicht 
einwandfrei zugeordnet werden. Aus dem Kontoblatt "a.o. Einnahmen/
Ausgaben" für  das Jahr 1998 ist  bloss per  31. Dezember 1998 eine 
"Umbuchung  Erfolgsbeteiligung"  mit  einem  Betrag  von  Fr.  53'000.-- 
und eine Verbuchung eines "Rest  EB C._______"  von Fr. 144'241.-- 
ersichtlich, wobei per 31. Dezember 1998 schliesslich auch noch eine 
Korrekturbuchung von Fr. 180'000.-- (auf der Sollseite) vorgenommen 
wurde. Betreffend den Reise-/Repräsentationsspesen ist anzumerken, 
dass der Beschwerdeführer solche in seiner persönlichen Buchhaltung 
im Umfang von Fr. 26'745.90 im Jahr 1997 und von Fr. 33'427.60 im 
Jahr  1998  (Angaben  zum  Jahr  1999  fehlen)  als  Aufwandpositionen 
(Konto 4800 "Reise- und Rep.-Spesen") in Abzug brachte, obwohl ihm 
–  wie  er  behauptet  –  von  der  C._______AG  Reise-  und 
Repräsentationsspesen erstattet worden sind. Ein Abgleich, ob es sich 
um die  gleichen Spesen handelt,  kann indessen aufgrund fehlender 
Belege nicht vorgenommen werden.

5.4.3 Aufgrund  der  vorhandenen  Unterlagen  kann  somit  nicht 
festgestellt werden, ob die bei der C._______AG als geschäftsmässig 
unbegründet  aufgerechneten  Provisionen,  Erfolgsbeteiligungen  und 
Reisespesen dem Beschwerdeführer ausgerichtet worden sind und er 
sie als Einkommen in seiner persönlichen Buchhaltung verbucht und 
schliesslich  in  seiner  Steuererklärung  deklariert  hat.  Die  Verwirkung 
des  Rückerstattungsanspruch  gemäss  Art.  23  VStG  fällt  damit 
ernstlich in Betracht und das Meldeverfahren kann deshalb nicht zur 
Anwendung kommen (E. 2.3.3). Da die persönliche Buchhaltung des 
Beschwerdeführers  (die  die  Basis  für  die  Steuererklärung  bildet), 
insbesondere aufgrund der fehlenden Buchungsbelege nicht überprüf-
bar ist,  kann im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung von dem 
vom  Beschwerdeführer  beantragten  Beizug  der  Steuererklärungen 
1997 bis  1999 abgesehen werden,  vermöchten sie am vorliegenden 
Beweisergebnis  doch  ohnehin  nichts  zu  ändern  (zum  Begriff  der 

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antizipierten  Beweiswürdigung  vgl.  statt  vieler:  Urteil  des  Bundes-
verwaltungsgerichts  A-1567/2006  vom  28. Dezember  2007  E. 5.1; 
MOSER, a.a.O., S. 122 ff. Rz. 3.68 ff.).

6.
Schliesslich liegt die Höhe des Liquidationsüberschusses der im No-
vember 2003 von Amtes wegen aufgelösten C._______AG im Streit.

6.1 Da  nach  Angaben  der  ESTV  keine  Liquidationsschlussbilanz 
vorhanden gewesen sei,  nahm sie die Berechnung des Liquidations-
ergebnisses  aufgrund  einer  ermessensweisen  Schätzung  vor  und 
stützte  sich  dabei  auf  den  Abschluss  der  C._______AG  per  Ende 
1999. Der  Beschwerderführer  wendet  dazu ein,  dass die Liquidation 
der  C._______AG  unbestritten  per  25. November  2003  von  Amtes 
wegen erfolgt sei. Für die Berechnung des Liquidationsergebnisses sei 
deshalb der Abschluss per 31. Dezember  2003 massgebend. Dieser 
weise Aktiven von Fr. 12'395.95 und einen Verlust von Fr. 7'387'651.90 
aus. Mit seiner Beschwerde reichte der Beschwerdeführer Abschlüsse 
der C._______AG der Jahre 2000-2003 ein.

6.2 Zu  prüfen  ist  zunächst,  ob  die  ESTV  zurecht  eine  Ermessens-
einschätzung  des  Liquidationsergebnisses  vornahm.  Das  wäre  der 
Fall,  wenn  der  Beschwerdeführer  diesbezüglich  seine  Mitwirkungs-
pflichten  verletzt  hat,  indem  er  über  das  Ausmass  der  steuerbaren 
Leistungen keine zuverlässigen Angaben gemacht hat  (E. 3.1.2). Da 
zumindest  bis  zur  Beschwerdeeingabe  unbestrittenermassen  kein 
Buchhaltungsabschluss  auf  den  Zeitpunkt  der  Liquidation  der 
Gesellschaft (25. November 2003) vorhanden war, ist das zu bejahen 
und  die  ESTV  musste  somit  eine  Schätzung  des  Liquidations-
ergebnisses nach pflichtgemässem Ermessen vornehmen.

6.3
6.3.1 Fraglich ist weiter, ob aufgrund der mit  der Beschwerde einge-
reichten Abschlüsse 2000-2003 eine Korrektur der Schätzung erfolgen 
kann. Die betreffenden Abschlüsse enthalten jedoch alle keinen dazu-
gehörigen Revisionsbericht; dies im Gegensatz zu den ebenfalls mit 
der  Beschwerde  eingereichten  Jahresrechnungen  der  D._______AG 
betreffend  die  Jahre  1997,  1999  und  2000,  der  F._______AG 
betreffend  das  Jahr  2000  sowie  der  G._______AG  für  die  Jahre 
2001-2003.  Die  ESTV  stellte  deshalb  zurecht  fest,  dass  davon 
ausgegangen  werden  muss,  dass  die  nachgereichten 
Jahresrechnungen 2000-2003 der C._______AG nicht revidiert worden 

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sind.  Da  gegen  den  Beschwerdeführer  am  15. September  2004  ein 
Strafbescheid  wegen  Nichteinreichen  der  Jahresabschlüsse 
2000-2002 der C._______AG ergangen ist,  liegt ebenso der Schluss 
nahe,  dass  die  fraglichen  Jahresrechnungen  erst  im  Nachhinein 
erstellt worden sind.

6.3.2 Auch  für  die  verrechnungssteuerliche  Betrachtung  von 
Konstellationen wie der vorliegenden gilt das Massgeblichkeitsprinzip, 
d.h. die Massgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz. Dieses 
Prinzip  setzt  jedoch  zunächst  die  Handelsrechtskonformität  der 
Handelsbilanz  voraus  (ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER,  System  des 
schweizerischen  Steuerrechts,  6. Aufl.,  Zürich  2002,  S. 269).  Das 
Massgeblichkeitsprinzip stellt  folglich bei einer Aktiengesellschaft  auf 
die revidierte,  d.h. auf  ihre Handelsrechtskonformität  überprüfte, und 
von den Organen verabschiedete Jahresrechnung ab (vgl. auch Art. 21 
Abs.  1  VStV,  der  sich  auf  die  revidierte  und  genehmigte  Jahres-
rechnung  bezieht).  Vorliegend  muss  deshalb  einem nicht  revidierten 
Abschluss  für  die  Feststellung  des  Liquidationsergebnisses  der 
erforderliche Beweiswert abgesprochen werden. Bei diesem Ergebnis 
kann  die  Frage  offen  bleiben,  ob  die  Abschlüsse  erst  nachträglich 
erstellt worden sind.

6.3.3 Die  ESTV  legte  ihrer  Schätzung  des  Liquidationsergebnisses 
demnach zurecht die Jahresrechnung per Ende 1999 zugrunde, da es 
sich bei dieser um den letzten revidierten Abschluss der C._______AG 
handelt.  Er  weist  Aktiven  von  Fr. 7'712'240.--,  Schulden  von 
Fr. 611'289.-- und ein Aktienkapital  von Fr. 300'000.-- aus. Die ESTV 
berücksichtigte zudem auf den Beteiligungen mit einem Buchwert von 
Fr.  5'751'000.--  einen  Abschreibungsbedarf  von  Fr. 4'251'000.--  und 
ermittelte  so  einen  steuerbaren  Liquidationsüberschuss  von 
Fr. 2'549'951.--  (Aktiven  abzüglich  Schulden,  Aktienkapital  und 
Abschreibungsbedarf)  bzw.  eine  Steuernachforderung  von 
Fr. 892'482.85 (35% von Fr. 2'549'951.--).

6.4
6.4.1 Der Beschwerdeführer bringt gegen diese Schätzung vor, dass 
im  Zeitpunkt  der  Liquidation  der  C._______AG  die  Beteiligungen 
keinen  Wert  mehr  gehabt  hätten,  weshalb  sie  in  der  Bilanz  per  31. 
Dezember 2003 mit  einem pro memoria Franken aktiviert  seien. Die 
D._______AG  sei  überschuldet  gewesen.  Die  G._______AG  habe 
gemäss ihrer Bilanz Ende 2003 einen Bilanzverlust aufgewiesen und 

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befinde  sich  seit  dem  27.  September  2005  im  Konkurs.  Die 
F._______AG  habe  per  31.  Dezember  2003  noch  über  ein 
ausgewiesenes Eigenkapital  von Fr. 50'796.--  verfügt  und sei  per  2. 
September 2005 von Amtes wegen aus dem Handelsregister gelöscht 
worden. Die H._______AG habe in der letzten Zwischenbilanz (per 15. 
März 2001) ein  Eigenkapital  von Fr. 74'960.20 ausgewiesen und am 
22. Mai 2001 sei der über die Gesellschaft am 1. Mai 2001 eröffnete 
Konkurs  mangels  Aktiven  eingestellt  worden.  Die  Bilanz  der 
I._______AG  im  Jahr  2000  sei  überschuldet  gewesen  und  im  Jahr 
2001  habe  die  C._______AG  diese  Beteiligung  verkauft.  Als 
Beweismittel  reichte  der  Beschwerdeführer verschiedene Abschlüsse 
der genanten Gesellschaften ein.

6.4.2 Bis  auf  die  Jahresabschlüsse  der  G._______AG (1999-2003), 
der  F._______AG  für  das  Jahr  2000  und  der  D._______AG 
(1997-2000)  fehlen  die  jeweiligen  Revisionsberichte  und  es  muss 
(wieder)  davon  ausgegegangen  werden,  dass  die  betreffenden  Ab-
schlüsse  nicht  revidiert  und  somit  auch  nicht  von  der  General-
versammlung  genehmigt  worden  sind.  Mangels  genügender 
Beweiskraft  vermögen  diese  (nicht  revidierten)  Abschlüsse  die 
Richtigkeit  der Ermessensveranlagung von vornherein nicht  in  Frage 
zu  stellen.  Im  Weiteren  nahm  die  ESTV  aufgrund  der  vorhandenen 
ordentlich  revidierten  Jahresabschlüsse  der  Beteiligungen  eine 
Vergleichsrechnung  vor.  Bei  dieser  Berechnung  legte  sie  für  die 
Bewertung der  Beteiligungen das jeweilige  Eigenkapital  gemäss der 
letzten  revidierten  Jahresrechnung  zugrunde. Bei  der  G._______AG 
war  dies  die  Jahresrechnung  2003,  welche  eine  Überschuldung 
ausweist  (somit  Eigenkapital  von  0),  bei  der  D._______AG  die 
Jahresrechnung 2000 mit  einem Eigenkapital  von Fr. 876'787.67 und 
bei der F._______AG die Jahresrechnung 2000 mit einem solchen von 
Fr. 185'911.55. Bei  der I._______AG liegt  überhaupt  keine revidierte 
Jahresrechnung  vor,  weshalb  die  ESTV  vom  Wert  der  Beteiligung 
gemäss  der  (letzten  revidierten)  Jahresrechnung  1999  der 
C._______AG von Fr. 1'601'000.-- ausging. Bei der H._______AG liegt 
ebenfalls  kein  revidierter  Abschluss  vor.  Am  22.  Mai  2001  wurde 
jedoch  das  gegen  die  H._______AG  eingeleitete  Konkursverfahren 
mangels  Aktiven  eingestellt  und  diese  per  17.  Dezember  2001  im 
Handelsregister gelöscht. Entgegen der ESTV ist damit dargetan, dass 
der  Wert  dieser  Beteiligung  im  Zeitpunkt  der  Liquidation  der 
C._______AG  (25. November  2003)  sich  auf  0  (statt  Fr.  74'960.-- 
gemäss  Vernehmlassung  der  ESTV)  belaufen  hat.  Gemäss  dieser 

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(korrigierten)  Vergleichsrechnung  resultiert  im  Zeitpunkt  der 
Liquidation  der  C._______AG  ein  massgebender  Wert  der 
Beteiligungen  von  insgesamt  Fr.  2'663'700.--  (statt  Fr.  2'738'660.-- 
gemäss  Vernehmlassung  der  ESTV)  und  damit  aufgrund  des 
Buchwertes  der  Beteiligungen in  der  Bilanz  der  C._______AG 1999 
von Fr. 5'751'000.-- eine notwendige Wertkorrektur von Fr. 3'087'300.--. 
Diese Wertkorrektur ist somit kleiner als der Abschreibungbedarf, der 
bei  der  (ursprünglichen)  Ermessenseinschätzung  der  ESTV 
(Fr. 4'251'000.--) berücksichtigt worden ist und die Vergleichsrechnung 
führt  deshalb  zu  einem  höheren  Liquidationsergebnis  von 
Fr. 4'013'651.-- .

6.5 Zusammenfassend  ist  die  von  der  ESTV  vorgenommene 
Schätzung  des  Liquidationsergebnisses  in  der  Höhe  von 
Fr. 2'849'951.-- demnach nicht zu beanstanden. Sie stützt sich auf die 
letzte ordentlich revidierte Jahresrechnung der C._______AG und die 
vorgenommene  (korrigierte)  Vergleichsrechnung,  die  die  ordentlich 
revidierten  Abschlüsse  der  Beteiligungsgesellschaften  berücksichtigt, 
bestätigt  die  Sachgerechtigkeit.  Der  Liquidationsüberschuss  in  der 
Höhe  von  Fr. 2'549'951.--  (Liquidationsergebnis  abzüglich 
Aktienkapital von Fr. 300'000.--) unterliegt somit gemäss Art. 4 Abs. 1 
Bst. b VStG i.V. mit Art. 20 Abs. 1 VStV der Verrechnungssteuer.

7.
Der  Beschwerdeführer  war  unbestrittenermassen  Liquidator  der 
C._______AG. Er haftet deshalb gemäss Art. 15 Abs. 1 Bst. a VStG für 
die  Steuer  der  aufgelösten  Gesellschaft  solidarisch  bis  zum  Betrag 
des Liquidationsergebnisses. Dieses beläuft  sich wie oben dargelegt 
auf Fr. 2'849'951.--. Da die Steuerforderung von total Fr. 1'570'017.05 
(35%  von  Fr.  4'485'763.--)  unter  diesem  Wert  liegt,  haftet  der 
Beschwerdeführer folglich für die gesamte Steuerforderung solidarisch 
mit  der  C._______AG.  Im  Weiteren  liegt  kein  Haftungsaus-
schlussgrund nach Art. 15 Abs. 2 VStG vor und der Beschwerdeführer 
macht auch keinen solchen geltend. Die Berechnung der Steuer und 
der Verzugszinsen ist im Übrigen nicht strittig.

8.
Dem Gesagten zufolge ist die Beschwerde – soweit darauf einzutreten 
ist  – abzuweisen. Die Kosten für  das Beschwerdeverfahren vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  sind  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen 
(vgl.  Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die  Verfahrenskosten  werden  mit 

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Fr. 7'000.--  festgesetzt  und  dem  Beschwerdeführer  zur  Zahlung 
auferlegt.  Eine  Parteientschädigung  ist  nicht  zuzusprechen  (Art. 64 
Abs. 1 VwVG).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 7'000.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 7'000.-- verrechnet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)
- Konkursamt (...) (Einschreiben)

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Stadelmann Jürg Steiger

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

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Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

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