# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e4e89f33-e69d-5d6e-ba4f-8b2f57248c71
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.04.2015 IV 2013/185
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-185_2015-04-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/185

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 26.05.2020

Entscheiddatum: 28.04.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 28.04.2015
Art. 28a Abs. 3 IVG. Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode. 
Würdigung medizinischer Akten (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 28. April 2015, IV 2013/185).

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug,

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Andrea Wepfer

Entscheid vom 28. April 2015

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Jakob, rohner thurnherr wiget & partner,

Rosenbergstrasse 42b, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

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A.      

A.a  A.___ meldete sich im Oktober 2006 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 2). Die IV-Stelle holte 

bei Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, und Dr. med. C.___, 

Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Arztberichte ein (IV-act. 12, 15) 

und gab bei der MEDAS Ostschweiz eine polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag. Im 

Gutachten vom 31. Oktober 2007 werden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die 

Diagnosen rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode ohne 

somatisches Syndrom, Störung durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom, Verdacht auf 

Persönlichkeitsstörung sowie verheilte Frakturen thorakal 11 und 12 und 

Osteochondrose thorakal 11/12 und L4/5 genannt. Die Versicherte sei aus 

psychiatrischer Sicht seit ca. Juni 2006 in der bisherigen Tätigkeit (Versicherungs-

Sachbearbeiterin) wie auch adaptiert zu 50% arbeitsunfähig (IV-act. 30-14 ff.). Am 

21. Dezember 2007 erstatteten die Ärzte der Psychiatrischen Tagesklinik D.___, wo die 

Versicherte vom 28. August 2007 bis 11. Januar 2008 behandelt wurde, der IV-Stelle 

Bericht. Sie gingen von einer bleibenden Leistungseinschränkung von 50% aus (IV-

act. 36; siehe auch den Austrittsbericht vom 15. Januar 2008, IV-act. 38).

A.b  Am 27. Mai 2008 führte die IV-Stelle eine Haushaltabklärung bei der Versicherten 

durch. Diese ergab in Anwendung der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung 

eine Einteilung von 20% Haushalt (mit einer Einschränkung von 16%) und 80% Erwerb 

(mit einer Einschränkung von 59.43%; Bericht vom 11. Juli 2008, IV-act. 45-11). Nach 

einer Abklärung durch die IV-Eingliederungsberatung (vgl. IV-act. 48) teilte die IV-Stelle 

der Versicherten am 2. Dezember 2008 mit, dass keine Arbeitsvermittlung 

vorgenommen werde (IV-act. 54). Gleichentags eröffnete sie der Versicherten einen 

Vorbescheid, worin ihr die Zusprache einer Viertelsrente ab 1. April 2007, einer ganzen 

Rente ab 1. September 2007 und wiederum einer Viertelsrente ab 1. Februar 2008 in 

Aussicht gestellt wurde (IV-act. 56). Dagegen liess die Versicherte am 16. Januar 2009 

Einwand erheben und die Zusprache einer ganzen Rente ab 1. April 2007 durchgehend 

beantragen (IV-act. 61). Am 4. Januar 2009 hatte Dr. med. E.___, Facharzt FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, der IV-Stelle auf Anfrage Bericht erstattet (Eingang IV-

Stelle am 9. Februar 2009, IV-act. 63).

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A.c  Im Auftrag der IV-Stelle erstatteten Ärzte der Klinik F.___ am 30. Juni 2010 ein 

psychiatrisches Gutachten, basierend insbesondere auf Explorationsgesprächen vom 

Januar, März und April 2010 sowie einer testpsychologischen Untersuchung vom April 

2010. Sie nannten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnosen 

Alkoholabhängigkeitssyndrom mit ständigem Substanzgebrauch und ängstlich 

(vermeidende) Persönlichkeitsstörung und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert. Aktuell bestehe höchstens 

eine geringe Restarbeitsfähigkeit von 20%. Es sei eine kontrollierte dauerhafte 

Abstinenz vom Alkoholkonsum anzustreben. Man empfehle anschliessend die 

Eingliederung über einen geschützten Arbeitsplatz (IV-act. 77-31; 77-35). Mit Schreiben 

vom 28. Juli 2010 erteilte die IV-Stelle der Versicherten insbesondere die Auflage, eine 

Alkoholabstinenz von mindestens sechs Monaten einzuhalten, und dies mittels Blut- 

und Urinproben zu beweisen (IV-act. 79). Nach ausgedehntem Disput zwischen dem 

Rechtsvertreter der Versicherten und der IV-Stelle darüber, ob dafür ein teilstationäres 

Setting notwendig bzw. überhaupt möglich sei (vgl. IV-act. 85, 89, 91, 97, 100, 101, 

106, 108, 111 f., 116 f.), akzeptierte die IV-Stelle am 2. Februar 2011 schliesslich den 

nicht teilstationär erbrachten Nachweis der Alkoholkarenz (IV-act. 119) und gab am 

16. März 2011 eine Verlaufsbegutachtung bei der Klinik F.___ in Auftrag (IV-act. 135). 

Das Gutachten wurde – basierend auf Explorationen vom April 2011, Dezember 2011 

und Juni 2012 sowie einer testpsychologischen Untersuchung vom Mai 2011 – am 

25. Oktober 2012 erstattet. Es nennt dieselben Diagnosen wie das erste Gutachten. Die 

Gutachter verneinten eine verwertbare Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft (IV-

act. 153).

A.d  Mit Vorbescheid vom 7. Januar 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Zusprache einer Viertelsrente ab 1. April 2007, einer ganzen Rente ab 1. September 

2007, wiederum einer Viertelsrente ab 1. Mai 2008 sowie einer ganzen Rente ab 1. Juli 

2011 in Aussicht (IV-act. 163). Trotz Einwands des Rechtsvertreters der Versicherten 

vom 11. Februar 2013 mit dem Antrag auf Zusprache einer durchgehenden ganzen 

Rente ab 1. April 2007 (IV-act. 167) verfügte die IV-Stelle am 4. April 2013 gemäss 

Vorbescheid (act. G 1.2 f.).

B.      

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B.a  Am 26. April 2013 erhob Rechtsanwalt lic.iur. Jürg Jakob für die Versicherte 

Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügungen betreffend die Zeiträume 1. April bis 

31. August 2007 sowie 1. Mai 2008 bis 30. Juni 2011 seien aufzuheben und der Ver­

sicherten sei ab 1. April 2007 durchgehend eine ganze Rente zuzusprechen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge. In formeller Hinsicht sei festzuhalten, dass der 

Vorbescheid vom 2. Dezember 2008 aufgrund des Einwands vom 16. Januar 2009 

nicht in Rechtskraft erwachsen sei. Die Erwerbsunfähigkeit der Beschwerdeführerin sei 

im Lichte sämtlicher zur Verfügung stehender medizinischer Erkenntnisse neu zu 

beurteilen. Das Medas-Gutachten vom 30. Oktober 2007 weise (einzeln genannte) 

formelle und materielle Mängel auf. Die beiden Gutachten der Klinik F.___ zeigten, dass 

im Zeitraum 1. April 2007 bis 30. Juni 2011 keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit 

bestanden habe. Dies sei auch die Ansicht sämtlicher behandelnder Ärzte. Die 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die gemäss Verlaufsgutachten der Klinik F.___ 

für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf dem 

freien Arbeitsmarkt verantwortlich seien, hätten nachweislich bereits im Zeitpunkt der 

Medas-Begutachtung vorgelegen (act. G 1).

B.b  Nach einer IV-internen Besprechung von Regionalem Ärztlichem Dienst (RAD), 

Rechtsdienst und Sachbearbeitung (act. G 6.1) beantragte die IV-Stelle in der 

Beschwerdeantwort vom 22. August 2013 die teilweise Gutheissung der Beschwerde. 

Der Beschwerdeführerin sei ab 1. April 2010 eine ganze Rente zuzusprechen. Der RAD-

Arzt habe am 1. April 2009 festgehalten, dass sich der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin gemäss dem behandelnden Psychiater seit der tagesklinischen 

Behandlung (28. August 2007 bis 11. Januar 2008) stabilisiert und eher gebessert 

habe. Eine grundlegende Verschlechterung seit der Medas-Begutachtung sei nicht 

ausgewiesen. Ab der ersten Untersuchung durch die Ärzte der Klinik F.___ am 

13. Januar 2010 sei hingegen nicht mehr von einer verwertbaren Restarbeitsfähigkeit 

auszugehen (act. G 6).

B.c  Die Beschwerdeführerin liess in der Replik vom 13. September 2013 unverändert 

an ihren Rechtsbegehren festhalten. Während im Medas-Gutachten erst der Verdacht 

auf eine Persönlichkeitsstörung geäussert worden sei, sei diese Diagnose im 

Austrittsbericht der psychiatrischen Tagesklinik vom 15. Januar 2008 bestätigt worden. 

Der Alkoholkonsum habe keinen massgeblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der 

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Beschwerdeführerin. Die ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung, die 

alkoholbedingte Wesensveränderung und die kognitiven Leistungsdefizite der 

Beschwerdeführerin, die für die fehlende Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit in der 

freien Wirtschaft verantwortlich zeichneten, seien nachweislich bereits im Zeitpunkt der 

Medas-Begutachtung vorhanden gewesen (act. G 9).

B.d  Die Beschwerdegegnerin hielt am 23. September 2013 an ihrem Antrag fest und

verzichtete auf weitere Ausführungen (act. G 11).

Erwägungen:

1.      

1.1   Entgegen der vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin offenbar vertretenen 

Ansicht ist ein Vorbescheid der IV-Stelle kein eigentlicher rechtsgestaltender, 

rechtskraftfähiger Akt, sondern dient vielmehr der Gewährung des rechtlichen Gehörs. 

Folglich kann keine Rede davon sein, dass der Vorbescheid vom 2. Dezember 2008 

hätte rechtskräftig werden können. Über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin 

wurde am 4. April 2013 erstmals verfügt. Diese Verfügungen bilden 

Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens. Entsprechend sind die 

Leistungsansprüche der Beschwerdeführerin gestützt auf eine umfassende 

Sachverhaltserhebung und -würdigung – und nicht etwa unter einschränkenden 

verfahrensrechtlichen (z.B. revisionsrechtlichen) Prämissen – zu prüfen.

1.2   Die rückwirkende Zusprache der Invalidenrente ist von der Beschwerdegegnerin 

auf mehrere Verfügungen, alle datiert mit 4. April 2013, aufgeteilt worden. Diese 

Aufteilung erfolgt in der Praxis offenbar aus computertechnischen Gründen. Die 

rückwirkende abgestufte Rentenzusprache darf jedoch nicht für bestimmte Perioden je 

getrennt verfügt werden (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.3). Sämtliche Verfügungen vom 

4. April 2013 bilden deshalb nur Teile ein und derselben Rentenverfügung. Die 

einzelnen Verfügungsteile sind für sich allein nicht rechtskraftfähig und damit auch 

nicht für sich allein anfechtbar. Obwohl der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

ausdrücklich nur die Verfügungen betreffend die Zeiträume 1. April 2007 bis 31. August 

2007 und 1. Mai 2008 bis 30. Juni 2011 angefochten hat, ist im vorliegenden Verfahren 

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grundsätzlich auch der Rentenanspruch in der davor und danach liegenden Zeit zu 

überprüfen (vgl. m.w.H. den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 

St. Gallen IV 2008/359 vom 26. Februar 2010 E. 2).

2.       

2.1   Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht 

zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt 

gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der 

konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht 

geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20): Es ist darauf abzustellen, in welchem Mass die 

betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als 

Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche 

Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische 

Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 

Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die so genannte gemischte Methode der 

Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum Teil im 

Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind der Anteil der 

Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 

Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40% auf eine Viertelsrente.

2.2   Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

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gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich 

des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

3.       

3.1   Vorab ist die für die Invaliditätsbemessung massgebende Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin zu überprüfen. Ihr Rechtsvertreter stellt sich auf den Standpunkt, 

im Rahmen der psychiatrischen Exploration durch die Ärzte der Klinik F.___ habe sich 

gezeigt, dass bei der Beschwerdeführerin bereits seit April 2007 keine verwertbare 

Restarbeitsfähigkeit mehr bestanden habe. Die Beschwerdegegnerin erachtet dies erst 

ab Januar 2010 als bewiesen.

3.2   Die echtzeitlichen medizinischen Akten vermitteln folgendes Bild: Die Psychiaterin 

Dr. C.___ nannte am 17. November 2006 die Diagnose rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode. Seit 9. März 2006 bestehe eine volle 

Arbeitsunfähigkeit, es sei aber vorstellbar, dass die Versicherte nach einer gewissen 

Einarbeitung wieder voll arbeitsfähig wäre. Die Prognose schätzte sie explizit als 

günstig ein (IV-act. 15-3 bis 15-6). Der psychiatrische Medas-Teilgutachter med. pract. 

G.___ hielt zu seiner Begutachtung der Versicherten am 29. August 2007 fest, dass 

zusätzlich zur von ihm festgestellten mittelgradigen depressiven Episode und zur 

Alkoholabhängigkeit wahrscheinlich auch eine Persönlichkeitsproblematik bestehe, 

wobei dies in einer einmaligen Exploration nicht geklärt werden könne. Zum einen 

könnte es sich um eine vorbestehende Persönlichkeitsstörung handeln, zum anderen 

sei im Augenblick noch nicht klar, inwieweit auch bereits eine alkoholbedingte 

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Wesensveränderung eingetreten sei. Seit Juni 2006 sei die Versicherte aufgrund der 

mittelgradigen depressiven Störung zu 50% arbeitsunfähig, wobei während der 

tagesklinischen Therapie von voller Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei (IV-act. 32). 

Seitens der psychiatrischen Tagesklinik wurden nach der vom 28. August 2007 bis 

11. Januar 2008 erfolgten Behandlung die Diagnosen kombinierte 

Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-selbstunsicheren und anankastischen Anteilen 

und leichte depressive Episode gestellt. Im Austrittsbericht vom 15. Januar 2008 wurde 

zwar festgehalten, die volle Arbeitsunfähigkeit während der tagesklinischen Therapie 

sei nach deren Ende am 11. Januar 2008 neu zu beurteilen (IV-act. 38-3). Im Rahmen 

der konkreten Anfrage der IV-Stelle im Beiblatt zum Arztbericht hatten die Ärzte der 

Tagesklinik am 21. Dezember 2007 jedoch festgehalten, die Versicherte könnte 

Büroarbeiten, die Genauigkeit erforderten, ohne Zeitdruck ausführen. Bei ganztägiger 

Tätigkeit bestehe eine bleibende Leistungseinschränkung von 50% (IV-act. 36-4). Der 

Psychiater Dr. E.___ hatte die Behandlung im Mai 2007 aufgenommen. Er erwähnte im 

Bericht vom 4. Januar 2009 insbesondere Angst und Depression gemischt und eine 

leichte depressive Episode bei ängstlich-vermeidender Persönlichkeitsstörung. Für die 

Zeit vom 7. Mai 2007 bis 28. August 2007 (Eintritt Tagesklinik) attestierte er eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50%, seither eine solche von 100%. Nach einem beruflichen 

Wiedereinstieg im geschützten Rahmen sei später eventuell eine Wiedereingliederung 

über das Bürozentrum der H.___ möglich mit einer Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-

act. 63-4). Wie diese Akten zeigen, trifft es nicht zu, dass alle behandelnden Ärzte der 

Einschätzung des psychiatrischen Medas-Gutachters widersprochen hätten, wie der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin behauptet. Im Übrigen ist auch entgegen 

seiner Darstellung, der Hausarzt Dr. B.___ habe eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert, 

dessen Bericht vom 25. Oktober 2006 zu entnehmen, dass dieser sich nicht in der 

Lage fühlte, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit 

zu schätzen. Er empfahl eine Nachfrage bei Dr. C.___, allenfalls auch eine 

psychiatrische Begutachtung (IV-act. 12-4).

3.3   Im ersten Gutachten der Klinik F.___ vom 30. Juni 2010 wurde eine relevante 

verwertbare Restarbeitsfähigkeit verneint. Insbesondere die kognitive 

Leistungsfähigkeit zeige derzeit starke Beeinträchtigungen in verschiedenen Bereichen. 

Auch die Defizite im sozialen Bereich seien derart ausgeprägt, dass eine Tätigkeit in 

der freien Wirtschaft derzeit nicht realisierbar erscheine. Die Gutachter stellten die 

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Prognose, nach Alkoholabstinenz von etwa sechs Monaten sollte eine 50%-ige 

Arbeitsfähigkeit zu erreichen sein (IV-act. 77-34). Diese Prognose bestätigte sich nicht; 

im Verlaufsgutachten vom 25. Oktober 2012 hielten dieselben Gutachter fest, auf der 

psychisch-geistigen wie auch auf der sozialen Ebene hätten sich auch nach einer 

sechsmonatigen Alkoholkarenz deutliche Beeinträchtigungen gezeigt. Sie verneinten 

eine verwertbare Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft (IV-act. 153-37).

3.4   Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ist der Ansicht, dass die ängstlich 

(vermeidende) Persönlichkeitsstörung der Beschwerdeführerin und deren kognitive 

Leistungsdefizite, die für die fehlende Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit verantwortlich 

seien, bereits im Zeitpunkt der Medas-Begutachtung vorgelegen hätten. Ihm ist 

zuzustimmen, dass dafür mehrere Anhaltspunkte bestehen. Der Verdacht auf eine 

Persönlichkeitsstörung war bereits von med. pract. G.___ geäussert worden. Auch er 

hatte beispielsweise von der Beschwerdeführerin beschriebene diffuse Angst erwähnt 

(S. 5 des Teilgutachtens, IV-act. 32). Seitens der Gutachter der Klinik F.___ waren 

Angst und Unsicherheit als stark ausgeprägt und den Alltag bestimmend beschrieben 

worden (vgl. etwa S. 31 f. jenes Gutachtens, IV-act. 77). Zwar ist durchaus 

wahrscheinlich, dass die Persönlichkeitsstörung die Beschwerdeführerin bereits seit 

vielen Jahren beeinträchtigt. Dies lässt aber noch keine direkten Rückschlüsse auf ihre 

Arbeitsfähigkeit bzw. auf deren Verwertbarkeit zu.

3.5   Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim Berufseinstieg gelang es der 

Beschwerdeführerin während vieler Jahre, erfolgreich als Sachbearbeiterin bei 

verschiedenen Versicherungen zu bestehen. Nach Lage der Akten zogen die 

psychischen Probleme erstmals im Jahr 2004 eine Arbeitsunfähigkeit nach sich (vgl. IV-

act. 77-28, 32-5, 15-3, 12-3). Diesbezüglich kam es jedoch offenbar wieder zu einer 

Verbesserung: Dr. B.___ attestierte ab 1. Dezember 2004 wieder eine volle 

Arbeitsfähigkeit (IV-act. 12-3) und Dr. C.___ hielt am 17. November 2006 fest, erst nach 

Abschluss des Einsatzprogramms der Arbeitslosenversicherung (offenbar im April 

2006, vgl. IV-act. 3-1) hätten die psychischen Probleme wieder zugenommen (IV-

act. 15-3). Die Akten legen den Schluss nahe, dass nach der ersten längeren 

Manifestation einer Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2004 ein instabiler Verlauf einsetzte, 

während dem die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin weder 

dauerhaft noch vollumfänglich aufgehoben war. Die unbestrittenermassen 

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nachvollziehbare und überzeugende Einschätzung der Gutachter der Klinik F.___. vom 

30. Juni 2010, wonach die Arbeitsfähigkeit der Versicherten nicht mehr verwertbar war, 

erscheint vor diesem Hintergrund erst ab dem Datum der Begutachtung genügend 

verlässlich erwiesen. Das erste Explorationsgespräch fand am 13. Januar 2010 statt 

(IV-act. 77-3). Die erwähnte relativ günstige Prognose, die das erste Gutachten der 

Ärzte der Klinik F.___ noch enthielt, hat sich nicht bewahrheitet. Dennoch liegt auch 

darin ein Hinweis darauf, dass der Verlauf im Jahr 2010 noch nicht derart chronifiziert 

war, dass nicht mehr mit einer Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit hätte gerechnet 

werden können. Folglich überzeugt insgesamt die von der Beschwerdegegnerin in der 

Beschwerdeantwort vertretene Auffassung, dass die volle Arbeitsunfähigkeit erst im 

Januar 2010 hinreichend bewiesen war (vgl. act. G 6.1).

3.6   Dr. B.___ erwähnte im Bericht vom 25. Oktober 2006, laut Angaben der 

Beschwerdeführerin habe Dr. C.___ sie ab 18. April 2006 voll arbeitsunfähig 

geschrieben (IV-act. 12-4). Die Beschwerdegegnerin hat dieses Datum als das 

Wartejahr auslösend betrachtet (vgl. IV-act. 160-1). Dr. C.___ hatte ihr gegenüber 

jedoch bereits seit 9. März 2006 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 15-3). 

Daher ist es angezeigt, den Beginn des Wartejahrs (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG in der bei IV-

Anmeldung geltenden bzw. Art. 28 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2008 geltenden 

Fassung) auf den 9. März 2006 zu legen.

3.7   Bei Ablauf des Wartejahrs im März 2007 ist mit Blick auf das Medas-Gutachten 

eine Arbeitsunfähigkeit von 50% ausgewiesen. Während der tagesklinischen 

Behandlung (25. Juni 2007 bis 11. Januar 2008; der Behandlungsunterbruch zwischen 

19. Juli und 27. August 2007 [vgl. IV-act. 36-1, 38-2] war zu kurz, um zur Verwertbarkeit 

der Arbeitsfähigkeit zu führen) war keine verwertbare Arbeitsfähigkeit vorhanden. Ab 

12. Januar 2008 ist mit Blick auf die Einschätzung der Ärzte der Tagesklinik (IV-

act. 36-4) sowie von med. pract. G.___ wiederum eine Arbeitsunfähigkeit von 50% 

bewiesen.

3.8   Dr. E.___ ging gemäss Bericht vom 4. Januar 2009 zwar auch für die Zeit nach 

Austritt aus der Tagesklinik von einer vollen Arbeitsunfähigkeit aus (vgl. IV-act. 63-4). 

Als behandelnder Psychiater setzte er aber aufgrund der grösseren Nähe zur Patientin 

möglicherweise einen weniger strengen Massstab betreffend Zumutbarkeit der 

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Erwerbsaufnahme an als die lediglich zur Begutachtung beigezogene Medas und nahm 

keine rein medizinisch-theoretische Betrachtungsweise ein. So ist denn etwa seinem 

Schreiben vom 19. Juli 2007 zuhanden des Vertrauensarztes der Allianz Versicherung 

zu entnehmen, dass er anfänglich eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert und sich 

damit Dr. C.___ angeschlossen habe, um der Patientin nicht schon am Anfang "einen 

Bonus für den Arztwechsel zu geben und die Bereitschaft für eine Wiedereingliederung 

zu erhalten" (IV-act. 63-8). Dies hat offensichtlich einen therapeutischen Hintergrund 

und entspricht nicht einer objektiven medizinischen Sichtweise. Die von ihm attestierte 

aufgehobene Leistungsfähigkeit begründete er unter anderem mit "zu lange weg vom 

Beruf" (IV-act. 63-4). Damit beeinflusste offenbar auch sein Bild des realen 

Arbeitsmarkts seine Zumutbarkeitsbeurteilung. Im Übrigen sind seine Atteste nicht 

durchwegs konsistent: Anders als im IV-Arztbericht sprach er gegenüber dem 

Gutachter der Klinik F.___ auf dessen telefonische Anfrage am 22. Juni 2010 hin 

offenbar von einer Arbeitsunfähigkeit von 70%, allenfalls senkbar auf 50% (IV-

act. 77-16). Am Rande bemerkt relativierte Dr. E.___ seine Atteste selbst, indem er im 

Schreiben vom 29. November 2010 an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

(allerdings in anderem Zusammenhang) festhielt, ob die Beschwerdeführerin mit einem 

50%-igen Arbeitspensum auch wieder eine 50%-ige Erwerbsfähigkeit erreichen könne, 

sei eine andere Frage, die nicht von ihm beurteilt werden müsse (IV-act. 101-6). 

Insgesamt bilden die Atteste von Dr. E.___ für die Rentenprüfung keine hinreichende 

Beweisgrundlage. Der Beweis einer 50% übersteigenden Arbeitsfähigkeit vor dem 

13. Januar 2010 ist damit jedenfalls nicht erbracht. Von weiteren diesbezüglichen 

Abklärungen sind keine aussagekräftigen neuen Erkenntnisse zu erwarten, sodass sie 

unterbleiben können.

3.9   Zusammenfassend ist folglich nach Ablauf des Wartejahrs ab 9. März 2007 von 

einer Arbeitsunfähigkeit von 50%, vom 25. Juni 2007 bis 11. Januar 2008 von einer 

solchen von 100%, vom 12. Januar 2008 bis 12. Januar 2010 wiederum von 50% und 

ab 13. Januar 2010 bis auf weiteres von 100% auszugehen.

4.       

4.1   Die Beschwerdegegnerin hat den Invaliditätsgrad der Beschwerdefüherin in 

Anwendung der gemischten Methode mit einer Qualifikation 80% Erwerb und 20% 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

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Haushalt berechnet. Eine Haushaltabklärung hatte sie am 27. Mai 2008 vorgenommen. 

Im Abklärungsbericht wurde festgehalten, ohne Behinderung würde die 

Beschwerdeführerin auf der Basis des früheren Einkommens weiterhin mit einem 80%-

Pensum erwerbstätig sein, d.h. sich einen Tag pro Woche für die Haushaltführung und 

die Erledigung der persönlichen Angelegenheiten frei halten (IV-act. 45-3).

4.2   Die Akten lassen es zwar nicht als ausgeschlossen erscheinen, dass die 

Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Einschränkungen vollerwerbstätig wäre. So 

hielten die Gutachter der Klinik F.___ fest, die Beschwerdeführerin habe ihre Tätigkeit 

bei einer Rechtsschutzversicherung auf 80% reduzieren wollen, da sie die Arbeit als zu 

belastend empfunden habe (IV-act. 77-12 f.; bei der Rechtsschutzversicherung war die 

Beschwerdeführerin gemäss IK-Auszug Ende der 1980er-Jahre tätig gewesen, IV-

act. 9-2). In ihrer Beurteilung kamen die Gutachter rückblickend zum Schluss, dass sie 

damals aufgrund ihrer leitenden Position in einer chronischen Überforderungs- und 

Überlastungssituation gestanden sei (IV-act. 77-28). Allerdings wählte sie bei der auf 

die Tätigkeit bei der Rechtsschutzversicherung folgenden Arbeitsstelle bei der Alpina 

Versicherung, die sie als weniger belastend beschrieb, offenbar ebenfalls "lediglich" ein 

80%-Pensum (IV-act. 77-13), das sie nach einem weiteren Arbeitsplatzwechsel im Jahr 

1990 bis zur Kündigung im Jahr 2004 beibehielt (vgl. IV-act. 45-11, 45-13). Vor diesem 

Hintergrund ist zwar möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich bewiesen, dass 

die Beschwerdeführerin bereits aus gesundheitlichen Gründen seit Beginn der 1990er-

Jahre nicht mehr im Vollzeitpensum erwerbstätig war. Plausibler ist, dass sie ihr 

Pensum aus freien Stücken auf 80% reduzierte bzw. auf diesem Pensum beliess. 

Folglich ist die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Qualifikation der 

Beschwerdeführerin als 80% erwerbstätig und zu 20% im Haushalt tätig nicht zu 

beanstanden.

4.3  

4.3.1         Im Jahr 2003, also vor Eintritt der ursprünglichen Arbeitsunfähigkeit, erzielte 

die Beschwerdeführerin gemäss IK-Auszug ein Einkommen von Fr. 57'637.- (IV-

act. 9-2). Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2007, dem Jahr des 

Rentenbeginns, ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr. 60'600.- (Nominallohnindex 

Frauen 2003: 2'334, 2007: 2'454).

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4.3.2         Wie in der Stellungnahme der IV-Abklärungsperson zur Haushaltabklärung 

nachvollziehbar festgehalten wurde, fehlt der Beschwerdeführerin, die keinen 

Berufsabschluss und keinen Fachausweis hat, auf dem Arbeitsmarkt die berufliche 

Kompetenz, was die Abklärungsperson dazu veranlasste, beim Invalideneinkommen 

auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE), Niveau 4, 

Frauen, abzustellen. Im Jahr 2007 verdienten Frauen in diesem tiefsten 

Anforderungsniveau bei der durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 

Wochenstunden im Durchschnitt Fr. 51'047.- (vgl. Anhang 2 der von der 

Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen Textausgabe IVG, 2015). Ein 

Tabellenlohnabzug (vgl. BGE 126 V 75) ist jedenfalls angezeigt, weist die 

Beschwerdeführerin doch gegenüber gesunden Konkurrenten klarerweise 

Konkurrenznachteile auf (überwiegend wahrscheinlich bereits vor 2010 eingeschränkte 

kognitive Fähigkeiten mit Verlangsamung, höhere Risiken von Überforderung und 

krankheitsbedingten Ausfällen etc.). Ein Abzug von mindestens 10% erscheint als 

angemessen. Dadurch ergibt sich bei einer Arbeitsfähigkeit von 50% ein 

Invalideneinkommen von Fr. 22'971.- (Fr. 51'047.- x 0.5 x 0.9).

4.3.3         Die Einschränkung im Erwerb liegt folglich bei 62% (100 / Fr. 60'600.- x 

Fr. 22'971.-). Dies ergibt beim Anteil Erwerb von 80% einen Behinderungsgrad von 

49.6% (62% x 0.8).

4.4   Im Haushalt ermittelte die Abklärungsperson im Mai 2008 eine Einschränkung von 

16% (IV-act. 45-6). Dies erscheint plausibel und wurde von der Beschwerdeführerin 

denn auch nie beanstandet. Bei einem Anteil Hausarbeit von 20% ergibt sich ein 

Behinderungsgrad von 3.2% (16% x 0.2).

4.5   Bei 49.6% Behinderung im Erwerb und 3.2% im Haushalt beläuft sich der 

Invaliditätsgrad insgesamt gerundet auf 53%.

4.6   In Berücksichtigung der jeweiligen Verzögerungen von 3 Monaten gemäss 

Art. 88a IVV ergibt sich basierend auf den Arbeitsfähigkeiten gemäss E. 3.9 ab 1. März 

2007 Anspruch auf eine halbe, ab 1. Oktober 2007 auf eine ganze, ab 1. Mai 2008 auf 

eine halbe und ab 1. Mai 2010 wiederum auf eine ganze Invalidenrente.

5.       

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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5.1   Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

Verfügungen vom 4. April 2013 teilweise gutzuheissen und der Beschwerdeführerin 

vom 1. März 2007 bis 30. September 2007 eine halbe, vom 1. Oktober 2007 bis 

30. April 2008 eine ganze, vom 1. Mai 2008 bis 30. April 2010 eine halbe und ab 1. Mai 

2010 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen.

5.2   Da sich die Verfügungen vom 4. April 2013 in Bezug auf den Rentenbeginn und 

teilweise auch die Rentenhöhe als rechtswidrig erwiesen haben und da die 

Beschwerdeführerin auf jeden Fall gezwungen gewesen ist, Beschwerde zu führen, um 

nicht rechtswidrig behandelt zu werden, ist in Bezug auf die Kostentragungspflicht 

unabhängig vom konkreten Beschwerdebegehren (in Analogie zur entsprechenden 

Regelung bei einer Rückweisung zur weiteren Abklärung, vgl. ZAK 1987 S. 266 E. 5a) 

von einem vollumfänglichen Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen. Dies 

rechtfertigt sich auch vor dem Hintergrund, dass der Rechtsvertreter mit seinen 

Ausführungen keinen unnötigen (Begründungs- oder sonstigen) Aufwand des Gerichts 

verursacht hat.

5.3   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Sie ist vollumfänglich der Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- 

zurückzuerstatten.

5.4   Die Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine ungekürzte Parteientschädigung, 

die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache 

und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. 

auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

beantragt eine Entschädigung von pauschal Fr. 3'750.- zuzüglich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer, insgesamt Fr. 4'200.- (Replik S. 7). Eine detaillierte Kostennote hat er 

nicht eingereicht. Die Streitsache hat sich jedoch weder in Bezug auf den Sachverhalt 

noch auf die sich stellenden Rechtsfragen als überdurchschnittlich aufwändig oder 

komplex erwiesen. Zum Hinweis des Rechtsvertreters auf das umfangreiche 

Aktenstudium ist festzuhalten, dass der Aktenumfang denjenigen vergleichbarer Fälle, 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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in denen praxisgemäss ein Pauschalhonorar von Fr. 3'500.- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zugesprochen wird, nicht überschreitet. 

Entsprechend ist die Parteientschädigung auf diesen Betrag zu beschränken.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird unter Aufhebung der Verfügungen vom 4. April 2013 

teilweise gutgeheissen; die Beschwerdeführerin hat vom 1. März 2007 bis 

30. September 2007 Anspruch auf eine halbe, vom 1. Oktober 2007 bis 30. April 2008 

auf eine ganze, vom 1. Mai 2008 bis 30. April 2010 auf eine halbe und ab 1. Mai 2010 

auf eine ganze Invalidenrente.

2.      Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.- zu bezahlen. Der 

Beschwerdeführerin wird der Kostenvorschuss von Fr. 600.- zurückerstattet.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.04.2015
	Art. 28a Abs. 3 IVG. Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode. Würdigung medizinischer Akten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. April 2015, IV 2013/185).

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