# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b107809b-1457-590e-aa70-701c9c22c1c2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.04.2025 100 2023 170
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2023-170_2025-04-07.pdf

## Full Text

100.2023.170U
SEH/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. April 2025

Verwaltungsrichter Daum, Abteilungspräsident
a.o. Verwaltungsrichter Seiler, Verwaltungsrichterin Steinmann
Gerichtsschreiberin Nuspliger

1. A.________
2. B.________
3. C.________
4. D.________
alle vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführende

gegen

E.________ SA
handelnd durch die statutarischen Organe
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdegegnerin 1

Einwohnergemeinde Biel
Stadtkanzlei, Rechtsdienst, Mühlebrücke 5, 2501 Biel/Bienne
Beschwerdegegnerin 2

und

Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
Rechtsamt, Reiterstrasse 11, 3013 Bern

betreffend Baubewilligung; Abbruch bestehender Gebäude und Neubau 
von zwei Mehrfamilienhäusern mit gemeinsamer Einstellhalle (Entscheid 
der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern vom 24. Mai 2023; 
BVD 110/2021/176)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 2

Prozessgeschichte:

A.

A.a Die E.________ SA reichte am 31. Oktober 2019 (Eingang) bei der 
Einwohnergemeinde (EG) Biel ein Baugesuch ein für den Abbruch von be-
stehenden Gebäuden und den Neubau von zwei Mehrfamilienhäusern mit 
zwölf bzw. fünf Wohnungen und gemeinsamer Einstellhalle mit 25 Autoab-
stellplätzen auf den Parzellen Biel Gbbl. Nrn. 1________ und 2________, 
Bauzone 2, Mischzone A. Gegen das Vorhaben erhoben unter anderen 
A.________, B.________, C.________ und D.________ Einsprache. Mit 
Gesamtentscheid vom 6. September 2021 erteilte die EG Biel die Baubewil-
ligung.

A.b Mit Gesamtentscheid vom 4. Oktober 2021 erteilte die EG Biel so-
dann der F.________ AG die Baubewilligung für den Abbruch von zwei Ein-
familienhäusern samt Nebengebäuden und den Neubau eines Mehrfamilien-
hauses mit zehn Wohnungen und einer Einstellhalle mit 17 Autoabstellplät-
zen auf den nördlich an die Parzellen Nrn. 1________ und 2________ an-
grenzenden Parzellen Biel Gbbl. Nrn. 3________, 4________ und 
5________, Bauzone 2, Mischzone A. Gegen dieses Vorhaben hatten 
A.________, B.________ und D.________ ebenfalls Einsprache erhoben. 

B.

B.a Gegen den Gesamtentscheid vom 6. September 2021 erhoben 
A.________, B.________, C.________ und D.________ am 5. Oktober 
2021 Beschwerde an die Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern 
(BVD; Verfahren BVD 110/2021/176). Das Rechtsamt holte einen Fachbe-
richt beim kantonalen Tiefbauamt (TBA), Oberingenieurkreis III, zur stras-
senmässigen Erschliessung sowie Berichte der Abteilung Naturförderung 
(ANF) des Amtes für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern (LANAT) 
und des Amtes für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern (AGR) 
ein.

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B.b Am 3. November 2021 erhoben A.________, B.________ und 
D.________ Beschwerde an die BVD gegen den Gesamtentscheid vom 
4. Oktober 2021 (Verfahren BVD 110/2021/191). Auch in diesem Verfahren 
holte das Rechtsamt Fachberichte beim TBA und bei der ANF ein.

B.c Am 10. August 2022 führte das Rechtsamt der BVD einen gemeinsa-
men Augenschein für die beiden Verfahren durch. Mit Verfügung vom 
19. August 2022 forderte es die E.________ SA auf, aktualisierte Pläne be-
treffend Baustelleneinrichtung und Umgebungsgestaltung einzureichen so-
wie sich zur möglicherweise beabsichtigten Bedingung zu äussern, den Be-
ginn der Bauarbeiten von der rechtskräftigen Aufhebung von Parkfeldern in 
der blauen Zone abhängig zu machen. Zugleich holte es einen Amtsbericht 
des kantonalen Fischereiinspektorats (FI) ein, der am 21. September 2022 
einging. Am 7. bzw. 8. November 2022 reichte die E.________ SA einen 
überarbeiteten Umgebungsgestaltungsplan ein (Projektänderung). Mit Ver-
fügung vom 8. November 2022 forderte das Rechtsamt die Baubewilligungs-
behörde auf, das Baugesuch nachträglich im kantonalen Amtsblatt zu publi-
zieren, was am 7. Dezember 2022 erfolgte. Mit Schreiben vom 16. Januar 
2023 teilte die Baubewilligungsbehörde dem Rechtsamt mit, es seien keine 
weiteren Einsprachen mehr eingegangen. Nach weiteren Schriftenwechseln 
hiess die BVD mit Entscheid vom 24. Mai 2023 die Beschwerde im Verfahren 
BVD 110/2021/176 teilweise gut. Es bewilligte die Projektänderung vom 
8. November 2022 und ergänzte den Gesamtentscheid von Amtes wegen in 
einigen Punkten. Im Übrigen bestätigte es den Gesamtentscheid.

B.d Ebenfalls am 24. Mai 2023 entschied die BVD im Verfahren 
BVD 110/2021/191. Es hiess die Beschwerde teilweise gut und ergänzte den 
Gesamtentscheid von Amtes wegen in einigen Punkten, bestätigte diesen 
aber im Übrigen.

C.

C.a A.________, B.________, C.________ und D.________ haben am 
22. Juni 2023 gemeinsam Beschwerde an das Verwaltungsgericht erhoben 
(Verfahren 100.2023.170) mit dem Antrag, der Entscheid der 
BVD 110/2021/176 vom 24. Mai 2023 sei aufzuheben und dem Baugesuch 
inklusive sämtlicher Projektänderungen sei die Bewilligung zu verweigern 

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(Bauabschlag). Eventuell sei die Angelegenheit im Sinn der Erwägungen des 
Verwaltungsgerichts zur Neubeurteilung zurückzuweisen.

Die E.________ SA und die EG Biel beantragen mit Beschwerdeantworten 
vom 27. bzw. 24. Juli 2023 je die Abweisung der Beschwerde. Die BVD 
schliesst mit Vernehmlassung vom 13. Juli 2023 mit Verweis auf den ange-
fochtenen Entscheid ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde. Die ein-
gangs Genannten haben mit Eingabe vom 26. April 2024 auf eine Replik ver-
zichtet und an ihren Rechtsbegehren festgehalten.

C.b Parallel dazu haben A.________, B.________ und D.________ auch 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben (Verfahren 100.2023.171) gegen 
den Entscheid der BVD 110/2021/191 vom 24. Mai 2023. Sie beantragen, 
die Verfahrensakten der beiden Verfahren wechselseitig zu edieren.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen, sind als Eigentümer und Eigentümerin sowie Bewohner und 
Bewohnerin der von den Baugrundstücken weniger als hundert Meter ent-
fernten Liegenschaften Biel Gbbl. Nrn. 6________, 7________ bzw. 
8________ durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und ha-
ben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 40 Abs. 5 i.V.m. Abs. 2 des Baugeset-
zes vom 9. Juni 1985 [BauG; BSG 721.0]). Die Bestimmungen über Form 
und Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.

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1.2 Die sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen sind in den bei-
den Verfahren 100.2023.170 und 100.2023.171 weitgehend dieselben, da 
die beiden Bauprojekte unmittelbar benachbart sind. Eine Vereinigung der 
beiden Verfahren ist aber nicht angezeigt, da sie nicht den gleichen Gegen-
stand betreffen (Art. 17 Abs. 1 VRPG). Soweit das eine Projekt auf das an-
dere Bezug nimmt, wird in den folgenden Erwägungen darauf eingegangen.

1.3 Trotz Rechtsanwendung von Amtes wegen (Art. 20a VRPG; vgl. 
Art. 110 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht 
[Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110]) ist das Verwaltungsgericht nicht 
verpflichtet, wie die Baubewilligungsbehörde alle möglicherweise relevanten 
Rechtsfragen von Amtes wegen aufzugreifen; es kann sich grundsätzlich 
darauf beschränken, sich mit den Argumentationen der Parteien auseinan-
derzusetzen (BGE 141 II 307 E. 6.5; Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], 
Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 84 N. 5, Art. 80 N. 2, 
Art. 66 N. 2). In der Einsprache und in der Beschwerde an die BVD haben 
die Beschwerdeführenden mehrere Punkte thematisiert, mit denen sich die 
Vorinstanzen auseinandergesetzt haben, die aber in der Beschwerde vor 
dem Verwaltungsgericht nicht mehr aufgegriffen werden (Anzahl Parkplätze, 
Bauten im Grundwasser und Bausicherheit, Wärmepumpengrundwasse-
rentnahme und -rückführung, fischereirechtliche Bewilligung, Spiel- und Auf-
enthaltsflächen). Auf diese Punkte wird nicht mehr eingegangen.

2.

Die Beschwerdeführenden rügen, die vorgesehene strassenmässige Er-
schliessung genüge den gesetzlichen Anforderungen nicht.

2.1 Die Bauparzellen werden von der Stadt her via Badhausstrasse oder 
Fischerweg über den Schilfweg erschlossen, welcher die Badhausstrasse 
und den Fischerweg verbindet. Eine Zufahrt ist auch über den parallel zum 
Schilfweg verlaufenden Seehofweg und den Ziegeleiweg möglich. Etwa in 
der Mitte des Schilfwegs, vor den Bauparzellen, befindet sich ein öffentlicher 
Platz von ca. 20x23 m, in dessen Mitte ein Baum in einer Rabatte steht. Der 
nördliche Teil des Schilfwegs (von der Badhausstrasse bis zum öffentlichen 

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Platz) ist 5,02-5,07 m breit, im südlichen Abschnitt (vom Fischerweg bis zum 
öffentlichen Platz) beträgt die Breite 4,85-5,44 m. Längs des Schilfwegs be-
stehen auf dem nördlichen Teil zwei blaue Parkfelder für je zwei Fahrzeuge, 
auf dem südlichen Teil zwei blaue Parkfelder für je 3-4 Fahrzeuge. Die Park-
felder weisen eine Breite von 1,9 m auf, so dass die daneben liegende 
Durchfahrtsbreite 2,9-3,55 m beträgt (vgl. angefochtener Entscheid E. 4e; 
vgl. auch Streetview auf <www.google.ch/maps>).

2.2 Die BVD hat erwogen, gemäss Art. 1 Abs. 4 der Verkehrsregelnver-
ordnung vom 13. November 1962 (VRV; SR 741.11) sei die Fahrbahn der 
dem Fahrverkehr dienende Teil der Strasse. Für die Bestimmung der Fahr-
bahnbreite im Sinn von Art. 7 der Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; 
BSG 721.1) sei daher auf die ganze Fahrbahn inklusive Parkfelder abzustel-
len. Die Fahrbahnbreite liege daher deutlich über 4,2 m (angefochtener Ent-
scheid E. 4f). Sie hat sodann gestützt auf den beim TBA eingeholten Fach-
bericht vom 17. März 2022 und auf den Augenschein vom 10. August 2022 
erwogen, die Erschliessung sei verkehrssicher: Der Verkehrsfluss auf dem 
Schilfweg funktioniere trotz der eher engen Verhältnisse gut. Beide Ab-
schnitte des Schilfwegs seien gerade und gut übersichtlich. Zwar sei ein 
Kreuzen von Fahrzeugen nicht möglich, wenn auf den Parkfeldern Autos par-
kiert seien. Aufgrund der guten Übersichtlichkeit könnten aber die entgegen-
kommenden Verkehrsteilnehmenden früh genug wahrgenommen werden 
und es könne an einer Stelle ohne Parkfelder gewartet werden. Aufgrund der 
Parkfelder und der dort abgestellten Fahrzeuge werde der Schilfweg sehr 
langsam und mit der nötigen Rücksichtnahme befahren. Da im Gebiet «Zu-
bringerdienst gestattet» signalisiert sei, könne davon ausgegangen werden, 
dass die meisten Verkehrsteilnehmenden das Quartier kennen und entspre-
chend Rücksicht nehmen. Dieser Eindruck sei auch am Augenschein ent-
standen. Die Zufahrt sei schliesslich auch für Rettungsfahrzeuge und Feuer-
wehr genügend (angefochtener Entscheid E. 4g und h).

2.3 Die Beschwerdeführenden kritisieren die Aussage der BVD, die 
während des Augenscheins auf dem Schilfweg angetroffenen Fahrzeuge 
seien mit einer Geschwindigkeit von 20-30 km/h unterwegs gewesen. Am 
Augenschein seien keine Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen wor-
den, teilweise seien höhere Geschwindigkeiten gefahren worden. Aktenkun-

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dig gebe es Fahrzeuge, die mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 
50 km/h fahren würden. Zudem seien nicht genügend Ausweichstellen für 
Fussgängerinnen und Fussgänger sowie Fahrradfahrerinnen und Fahrrad-
fahrer vorhanden. Diese könnten sich zumindest auf dem nördlichen Ab-
schnitt des Schilfwegs nicht sicher bewegen. Das Quartier werde trotz der 
Signalisation «Zubringerdienst gestattet» stark von Seebesuchenden fre-
quentiert und nicht nur von Ortskundigen. Der Suchverkehr werde zudem 
noch zunehmen. Insgesamt sei die Verkehrssicherheit unter diesen Umstän-
den nicht gewährleistet. Die Fahrbahnbreite sei mit 2,9 m deutlich unter den 
geforderten 4,2 m und auch unter dem Wert, der bei besonderen Verhältnis-
sen einzuhalten wäre. Weiter fehle ein Trottoir. Die Vorinstanz gehe zu Un-
recht davon aus, dass auf die Fahrbahnbreite ohne die blauen Parkfelder 
abzustellen sei, da diese praktisch immer besetzt seien. Das Lichtraumprofil 
von 0,5 m werde nicht eingehalten. Die Parkfelder lägen zudem auf beiden 
Seiten der Strasse, was normwidrig sei und eine zusätzliche Gefahr dar-
stelle. Zudem sei die zu erwartende Mehrbelastung nicht verhältnismässig 
gering. Für die Beurteilung der Erschliessung sei auf die beiden projektierten 
Vorhaben gemeinsam abzustellen, insgesamt 27 Wohnungen und 42 neue 
Autoabstellplätze sowie 64 neue Veloabstellplätze. Daraus resultiere rund 
eine Verdoppelung des Quartierverkehrs, was nicht mehr verhältnismässig 
gering sei, so dass die Anforderungen an eine neue Erschliessung erfüllt sein 
müssten (Beschwerde S. 6 ff.).

2.4 Bauvorhaben dürfen nur bewilligt werden, wenn sichergestellt ist, 
dass das Baugrundstück auf den Zeitpunkt der Fertigstellung des Baus oder 
der Anlage, wenn nötig bereits bei Baubeginn, genügend erschlossen sein 
wird (Art. 7 Abs. 1 BauG). Die Erschliessung ist strassenmässig genügend, 
wenn die Zufahrtsstrasse hinreichend nahe an Bauten und Anlagen heran-
führt und diese für Feuerwehr und Sanität gut erreichbar sind (Art. 7 Abs. 2 
Bst. a BauG). Die Erschliessungsanlagen müssen den Beanspruchungen 
gewachsen sein, die sich aus der Nutzung des Baugrundstücks und der wei-
teren Grundstücke ergeben können, denen sie nach der Planung zu dienen 
bestimmt sind (Art. 7 Abs. 3 BauG). Gemäss Art. 6 Abs. 3 BauV ist bei der 
Strassengestaltung, insbesondere bei der Bemessung der Fahrbahnbreite, 
auf die Verkehrssicherheit sowie auf Landschaft und Ortsbild Rücksicht zu 
nehmen. Besonderen Verhältnissen, wie ungünstigen topographischen Ge-

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gebenheiten, vorhandenen baulichen Hindernissen, gebotener Verlangsa-
mung des Verkehrs, zu erwartender geringer Verkehrsbelastung (Zufahrt für 
nicht mehr als 20 Wohnungen oder verkehrsmässig gleichbedeutende Nut-
zung), sowie besonderen Verkehrsbedürfnissen ist im Rahmen der Art. 7-10 
Rechnung zu tragen. Gemäss Art. 7 Abs. 1 BauV ist die Fahrbahnbreite im 
Rahmen von Art. 6 Abs. 3 nach Massgabe der Verkehrsbelastung (fliessen-
der und ruhender Verkehr) zu bestimmen. Sie soll – abweichende Gemein-
devorschriften und Art. 6 Abs. 4 vorbehalten – bei Einbahnstrassen 3 m und 
bei Strassen mit Gegenverkehr 4,2 m nicht unterschreiten (Art. 7 Abs. 2 
BauV). Wenn besondere Verhältnisse im Sinn von Art. 6 Abs. 3 es erfordern, 
kann die Fahrbahnbreite auch für Strassen mit Gegenverkehr bis auf 3 m 
herabgesetzt werden; ist die Strasse auf einer grösseren Strecke nicht über-
blickbar, so sind Ausweichstellen anzulegen (Art. 7 Abs. 3 BauV). Diese An-
forderungen gelten nur für die Errichtung neuer Erschliessungsanlagen. Für 
bestehende Strassen kann der Regierungsrat anordnen, dass sie genügen, 
obgleich sie den Anforderungen an eine Neuerschliessung nicht entspre-
chen (Art. 8 Abs. 2 Bst. a BauG). Gestützt darauf bestimmt Art. 5 Abs. 1 
Bst. a BauV, dass bestehende Erschliessungsanlagen genügen für Bauvor-
haben in einem weitgehend überbauten Gebiet oder ausserhalb der Bau-
zone, wenn die insgesamt zu erwartende Mehrbelastung verhältnismässig 
gering ist und Verkehrssicherheit und Brandbekämpfung gewährleistet sind. 
Eine Verdoppelung des Verkehrsaufkommens bedeutet nicht automatisch, 
dass die Mehrbelastung nicht mehr verhältnismässig gering ist. Für die Be-
urteilung der Verhältnismässigkeit der insgesamt zu erwartenden Mehrbe-
lastung ist entscheidend, ob der Mehrverkehr mit Blick auf die konkreten ört-
lichen und baulichen Verhältnisse (insb. bisherige Nutzung, Fahrbahnbreite) 
gering ist (VGE 2021/117 vom 9.9.2022 E. 4.3.2 mit Hinweisen; Zaugg/Lud-
wig, Kommentar zum bernischen BauG, Band I, 5. Aufl. 2020, Art. 7/8 N. 10). 
Die Verkehrssicherheit ist nicht mehr gewährleistet, wenn die Normen für 
neue Anlagen massiv unter- bzw. überschritten werden (VGE 2012/208 vom 
31.1.2013 E. 3.2, 21028 vom 11.6.2001 E. 4a). Die Frage, ob die Verkehrs-
sicherheit auf einer bestehenden Erschliessungsstrasse gewährleistet ist, ist 
grundsätzlich aufgrund einer Würdigung der tatsächlichen Verhältnisse vor 
Ort zu beurteilen (BVR 2019 S. 151 E. 4.4.3; VGE 2020/269 vom 20.12.2021 
E. 7.6.2, 2010/301 vom 19.10.2010 E. 3.3 [bestätigt durch 
BGer 1C_532/2010 vom 29.3.2011]).

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2.5 Da es hier um bestehende Erschliessungsanlagen geht, wäre Art. 5 
BauV anwendbar. Die BVD hat sich aber nicht auf Art. 5 BauV gestützt, da 
sie die Anforderungen für eine Neuerschliessung nach Art. 7 Abs. 2 BauV 
als erfüllt betrachtet. Geht man mit der BVD davon aus, dass Parkfelder 
ebenfalls zur Fahrbahn zählen, trifft dies ohne weiteres zu. Nach Art. 1 
Abs. 4 VRV ist die Fahrbahn der dem Fahrverkehr dienende Teil der Strasse. 
Gemäss Art. 19 Abs. 3 VRV dürfen in schmalen Strassen Fahrzeuge nur auf 
einer Seite parkiert werden, wenn sonst die Vorbeifahrt anderer Fahrzeuge 
erschwert würde. Das spricht dafür, dass die Fläche, auf welcher Fahrzeuge 
parkiert werden, ebenfalls als Teil der Fahrbahn zu betrachten ist. Ebenso 
ist Bestandteil der (öffentlichen) Strasse die Fahrbahn einschliesslich Park-
plätze (Art. 5 des Strassengesetzes vom 4. Juni 2008 [SG; BSG 732.11] 
i.V.m. Art. 1 Abs. 1 Bst. a Strassenverordnung vom 29. Oktober 2008 [SV; 
BSG 732.111.1]). Wenn Parkplätze als Teil der Fahrbahn gelten, kann 
logischerweise auch das seitlich an die Fahrbahn angrenzende 
Lichtraumprofil von 0,5 m (Art. 83 Abs. 3 SG) dafür keine Anwendung finden. 
Zwar kann auf dem Schilfweg nicht überall gekreuzt werden, wenn auf den 
Parkfeldern Autos abgestellt sind. Dies räumt auch die BVD ein. Sie geht 
jedoch gestützt auf die Stellungnahme des Fachamts und ihren eigenen Ein-
druck am Augenschein davon aus, dass aufgrund des Verkehrsaufkommens 
und der örtlichen Verhältnisse der Verkehrsfluss dennoch gut funktioniert. 
Dass Fussgängerinnen und Fussgänger oder Radfahrerinnen und Radfahrer 
gelegentlich hinter oder zwischen parkierten Autos warten müssen, bis ein 
durchfahrendes Auto passiert hat, bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Ver-
kehrssicherheit beeinträchtigt wäre. Von Bedeutung ist auch, dass es sich 
um kurze Abschnitte handelt (im südlichen Teil ca. 100 m, im nördlichen Teil 
ca. 60 m). Zudem entspricht es einer Erfahrungstatsache, dass eine schmale 
Strasse mit Parkfeldern im Allgemeinen eine Reduktion der gefahrenen Ge-
schwindigkeiten zur Folge hat. Dass einzelne Verkehrsteilnehmende mit 
mehr als 20-30 km/h fahren mögen, ändert daran nichts. Sollte sich die Si-
tuation wider Erwarten als problematisch erweisen, besteht abgesehen da-
von immer noch die Möglichkeit, die Durchfahrtsverhältnisse mittels Aufhe-
bung einzelner Parkplätze zu verbessern (vgl. z.B. VGE 2023/33 vom 
23.5.2024). Insgesamt vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführenden 
die ausführliche, auf Fachberichte und Augenschein gestützte Argumenta-
tion der Vorinstanz nicht in Frage zu stellen. Mit der Vorinstanz erübrigen 

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sich damit Ausführungen zur Frage, ob die insgesamt zu erwartende Mehr-
belastung verhältnismässig gering ist (vgl. angefochtener Entscheid E. 4f).

3.

Die Beschwerdeführenden beanstanden die Strassenanschlussbewilligung 
und die Einstellhallenzufahrt.

3.1 Auf dem Baugrundstück Nr. 2________ steht aktuell ein Einfamilien-
haus mit Strassenanschluss auf den Schilfweg. Das Bauvorhaben sieht eine 
gemeinsame Einstellhalle mit 25 Autoabstellplätzen für die beiden Mehrfa-
milienhäuser vor, mit Zufahrt vom öffentlichen Platz in der Mitte des Schilf-
wegs. Im Gesamtentscheid der Gemeinde wurde die Einstellhallenzufahrt 
nicht besonders thematisiert. Die BVD hat in ihrem Entscheid erwogen, nach 
Art. 85 Abs. 1 SG bedürften Zufahrten auf öffentliche Strassen einer Stras-
senanschlussbewilligung. Da hier mit der Einstellhalle gegenüber dem aktu-
ellen Zustand eine gesteigerte Nutzung des bestehenden Strassenanschlus-
ses einhergehe, sei eine solche Bewilligung erforderlich. Diese sei weder 
von der Gemeinde erteilt noch im Dispositiv des Gesamtentscheids aufge-
nommen worden. Es sei im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob eine solche 
Bewilligung erteilt werden könne (angefochtener Entscheid E. 5b). Voraus-
setzung sei, dass die Verkehrssicherheit gewährleistet sei. Gemäss den Nor-
men des Schweizerischen Verbands der Strassen- und Verkehrsfachleute 
(VSS; im Folgenden VSS-Normen), hier VSS-Norm 40 273 «Knoten, Sicht-
verhältnisse in Knoten in einer Ebene» vom September 2024 (soweit hier 
interessierend übereinstimmend mit VSS-Norm 40 273a vom März 2019), 
müsse die Knotensichtweite bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h 50-70 m 
betragen, bei einer Zufahrtgeschwindigkeit von 30 km/h zwischen 20 und 
35 m und bei einer Zufahrtgeschwindigkeit von 20 km/h zwischen 10 und 
20 m. Gestützt auf die Stellungnahme des TBA und den Augenschein erach-
tete die BVD die Verkehrssicherheit als genügend. Im Plan «Sichtweiten Zu-
fahrt» vom 8. Februar 2021 (Akten Gemeinde 3C pag. 624) sei für von der 
Einstellhalle nach links, in den nördlichen Teil des Schilfwegs einbiegende 
Fahrzeuge eine Sichtweite von 50 m angegeben. Für von der Einstellhalle 
nach rechts, in den südlichen Teil des Schilfwegs fahrende Autos, sei im Plan 

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keine Sichtweite angegeben. Es sei davon auszugehen, dass vom südlichen 
Teil des Schilfwegs herkommende Verkehrsteilnehmende den öffentlichen 
Platz aus ihrer Sicht auf der rechten Seite des Baumes befahren, so dass 
keine Kollision mit ausfahrenden Autos zu erwarten sei. Nach links, Richtung 
Badhausstrasse, sei die Sichtweite genügend. Die Sichtweite für ausfah-
rende Autos könne allerdings durch Autos, die in die Einstellhalle einfahren 
wollen, sowie durch Autos, die auf den zwei Parkfeldern vor dem Grundstück 
Nr. 3________ stehen, behindert werden. Letzteres sei aber unproblema-
tisch, da diese Parkfelder ohnehin aufgehoben würden, um die Einstellhal-
lenzufahrt für das dort projektierte Gebäude zu ermöglichen, was allerdings 
mit einer Bedingung sicherzustellen sei. Hinsichtlich der in die Einstellhalle 
einfahrenden Autos plane die Bauherrin ein Ampelsystem, welches die ein-
fahrenden Autos priorisiere, so dass die Sicht für die ausfahrenden Autos 
nicht behindert werde. Die Erstellung einer Ampelanlage sei allerdings mit 
einer Auflage zu sichern. Die Freihaltung des Sichtfelds sei durch eine Auf-
lage im Verfahren BVD 110/2021/191 sichergestellt. Dementsprechend er-
gänzte die BVD im Dispositiv ihres Entscheids den Gesamtentscheid dahin, 
dass die Strassenanschlussbewilligung nach Art. 85 Abs. 1 SG erteilt wird, 
mit der Bedingung, dass mit den Bauarbeiten erst begonnen werden darf, 
wenn die Entfernung der Parkfelder im entsprechenden Verfahren rechts-
kräftig verfügt und die Markierungen entfernt wurden, und mit der Auflage, 
dass die Einstellhallenzufahrt mit einer Ampelanlage versehen wird, welche 
die einfahrenden Fahrzeuge priorisiert (angefochtener Entscheid E. 5c-f so-
wie Dispositiv Ziff. 4.3.1 und 4.3.2).

3.2 Die Beschwerdeführenden bringen vor, für die Beurteilung der erfor-
derlichen Sichtweiten sei die zulässige Höchstgeschwindigkeit massgebend, 
nicht etwa die von einzelnen Verkehrsteilnehmenden gefahrene geringere 
Geschwindigkeit. Auf dem Schilfweg gelte eine Höchstgeschwindigkeit von 
50 km/h. Die Sichtweite gegen Norden sei mit 50 m theoretisch genügend, 
doch sei das Sichtfeld nicht frei (einfahrende Autos, zwei Parkfelder, Einfrie-
dung Nachbarparzelle; Beschwerde S. 10 f.).

3.3 Voraussetzung für die Erteilung einer Strassenanschlussbewilligung 
nach Art. 85 Abs. 1 SG ist, dass die öffentliche Strasse nicht beeinträchtigt 
wird (Art. 73 Abs. 1 SG) und die allgemeinen baurechtlichen Sicherheitsan-

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forderungen gewährleistet sind (Art. 21 Abs. 1 BauG sowie Art. 57 Abs. 1 
und 2 BauV). Was als hinreichende Zufahrt gilt, hängt von der beanspruchten 
Nutzung des Grundstücks sowie von den konkreten Umständen des Einzel-
falls ab. Dabei sind die örtlichen Verhältnisse zu berücksichtigen und die Ver-
kehrssicherheit aller Benutzerinnen und Benutzer muss gewährleistet sein. 
Den zuständigen Behörden steht bei der Beurteilung der Verkehrssicherheit 
ein erhebliches Ermessen zu. Soweit der Ausbaustandard von Strassen zu 
beurteilen ist, können die VSS-Normen als Entscheidhilfe beigezogen wer-
den. Da es sich bei diesen indessen nicht um Rechtsnormen, sondern ledig-
lich um Richtlinien handelt, deren Anwendung im Einzelfall vor den allgemei-
nen Rechtsgrundsätzen, insbesondere vor dem Grundsatz der Verhältnis-
mässigkeit, standhalten muss, dürfen sie nicht unbesehen der konkreten 
Verhältnisse der Entscheidung zugrunde gelegt werden (VGE 2020/199 vom 
15.6.2021 E. 5.2, 2015/306 vom 15.6.2016 E. 2.1; Zaugg/Ludwig, a.a.O., 
Art. 21/21a N. 7, je mit Hinweisen; vgl. auch BGer 1C_315/2021 vom 
22.3.2022 E. 2.3.3).

3.4 Die Vorinstanz hat einlässlich und unter Würdigung der örtlichen Ver-
hältnisse dargelegt, dass und inwiefern die Sichtweiten genügend seien. Der 
pauschale Hinweis der Beschwerdeführenden, dass die Sicht behindert 
werde, ist nicht geeignet, diese ausführliche Beurteilung in Zweifel zu ziehen. 
Unbehelflich ist die Bemerkung, es stehe in den Sternen, ob das benach-
barte Bauvorhaben realisiert werden könne. Die Vorinstanz hat die Vorkeh-
ren zur Gewährleistung der Sichtweite als Bedingung bzw. Auflage in die 
Strassenbaubewilligung aufgenommen, so dass unerheblich ist, ob das 
Nachbarprojekt realisiert wird.

4.

Die Beschwerdeführenden rügen, die Einstellhallenzufahrt sei nicht mit der-
jenigen des benachbarten Bauvorhabens abgestimmt, wodurch Art. 7 Abs. 4 
BauG verletzt sei.

4.1 Das hier im Verfahren 100.2023.170 zu beurteilende Vorhaben sieht 
eine Einstellhalle mit Zufahrt auf den Schilfweg vor. Das benachbarte, im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 13

Verfahren 100.2023.171 zu beurteilende Vorhaben sieht ebenfalls eine Ein-
stellhalle mit Zufahrt auf den Schilfweg vor. Die BVD hat erwogen, der Sinn 
von Art. 7 Abs. 4 BauG liege darin, dass durch die Erschliessung des einen 
Grundstücks nicht diejenige eines anderen Grundstücks vereitelt werde. Hier 
würden sich die beiden Einstellhallenzufahrten gegenseitig nicht behindern. 
Es bestehe keine Pflicht, die Erschliessung gemeinsam zu planen (ange-
fochtener Entscheid E. 6c).

4.2 Die Beschwerdeführenden bringen vor, Sinn und Zweck von Art. 7 
Abs. 4 BauG liege darin, im Interesse einer haushälterischen Bodennutzung 
die Erschliessungsbedürfnisse nach Möglichkeit durch gemeinsame Er-
schliessungsanlagen zu decken. Im vorliegenden Fall entspräche die Erstel-
lung einer gemeinsamen Einstellhalle mit gemeinsamer Zufahrt nicht nur ei-
ner haushälterischen Bodennutzung, sondern würde auch die Verkehrssi-
cherheit wesentlich erhöhen. Gemäss Art. 7 Abs. 4 BauG wären die benach-
barten Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer daher verpflichtet ge-
wesen, eine gemeinsame Einstellhallenzufahrt zu erstellen (Beschwerde 
S. 11 f.).

4.3 Gemäss Art. 7 Abs. 4 BauG haben benachbarte Grundeigentümerin-
nen und Grundeigentümer ihre Erschliessungsanlagen aufeinander abzu-
stimmen und, soweit nötig, gemeinsam zu erstellen. Darin ist das Gebot der 
Rücksichtnahme enthalten. Eine Grundeigentümerin oder ein Grundeigentü-
mer soll durch das eigene Bauvorhaben die Erschliessung der Nachbarpar-
zellen nicht unnötig erschweren oder gar vereiteln. Das Verwaltungsgericht 
hat die Frage, ob Art. 7 Abs. 4 BauG im Baubewilligungsverfahren direkt an-
wendbar ist oder es sich dabei um ein planungsrechtliches Instrument han-
delt, bisher wiederholt offengelassen (VGE 2020/296 vom 16.3.2023 E. 4.1, 
m.H.). Sie kann auch hier offenbleiben: Die Pflicht zur gemeinsamen Erstel-
lung von Erschliessungsanlagen kann sich von vornherein nur beziehen auf 
Erschliessungsanlagen, deren Projektierung und Bau Sache der Grundei-
gentümerinnen und Grundeigentümer sind. Dazu gehören die 
Hauszufahrten und Hausanschlüsse, welche ein Gebäude oder eine 
zusammengehörige Gebäudegruppe mit dem Erschliessungsnetz 
verbinden, sowie die Detailerschliessungsanlagen, die den 
Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern gemäss Art. 108a und 109 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 14

BauG zur Planung und Erstellung übertragen sind (Art. 106 Abs. 3 BauG; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 7/8 N. 13 Bst. a). Gemeinsame 
Erschliessungsanlagen im Sinn von Art. 7 Abs. 4 BauG stellen in der Regel 
Detailerschliessungsanlagen dar (BVR 2019 S. 264 E. 3.2). Zufahrt ist die 
Strassenverbindung zwischen dem Baugrundstück und dem allgemeinen 
Strassennetz (Art. 6 Abs. 1 BauV). Die Einstellhalle als solche ist 
offensichtlich keine Erschliessungsanlage, sondern vielmehr Teil des zu 
erschliessenden Gebäudes (vgl. Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 7/8 N. 2). Art. 7 
Abs. 4 BauG kann daher von vornerein keine Grundlage bilden für eine 
Pflicht zur Erstellung einer gemeinsamen Einstellhalle. Auch die 
Einstellhallenzufahrt befindet sich vollumfänglich auf dem Bauareal und stellt 
damit keine Zufahrt im Sinn von Art. 6 Abs. 1 BauV dar. Einzig der Anschluss 
der Einstellhallenzufahrt an den Schilfweg im Sinn von Art. 85 Abs. 1 SG 
kann als Teil der Erschliessungsanlagen betrachtet werden. 
Bewilligungskriterium ist, ob die Anforderungen an die Verkehrssicherheit 
erfüllt sind (vgl. Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 7/8 N. 18; VGE 2020/296 vom 
16.3.2023 E. 4.2), was hier der Fall ist (vorne E. 3). Der Anschluss vereitelt 
auch nicht die Erschliessung anderer Parzellen. Es ist daher nicht ersichtlich, 
inwiefern es «nötig» im Sinn von Art. 7 Abs. 4 BauG sein soll, eine 
gemeinsame Einstellhallenzufahrt zu erstellen. Der blosse Umstand, dass 
die Vertreterin des TBA am Augenschein ausgeführt hat, sie fände es 
schade, dass keine gemeinsame Einstellhallenzufahrt geprüft worden sei, 
vermag keine entsprechende Rechtspflicht zu begründen. Im Übrigen hat 
der Architekt der Bauherrschaft am Augenschein darauf hingewiesen, dass 
eine gemeinsame Erstellung der Einstellhallenzufahrt baurechtlich nicht 
realisierbar sei (vgl. Beschwerdeantwort Gemeinde S. 7).

5.

Die Beschwerdeführenden rügen, die geplante Baustellenerschliessung sei 
nicht bewilligungsfähig.

5.1 Im Gesamtentscheid hat die Gemeinde erwogen (E. 3.6.2.c), gemäss 
den Bedingungen und Auflagen der städtischen Dienststelle Tiefbau sei 
bestimmt worden, dass die verkehrsintensiven Arbeiten ausserhalb der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 15

Schifffahrtsbetriebszeiten von der Westseite her (Badhausstrasse und 
Schiffländte) zu erfolgen hätten. Für den Ausbau habe die Zufahrt via 
Fischerweg und Schilfweg zu erfolgen. Die Vorinstanz hat dazu erwogen, die 
Badhausstrasse und die Schiffländte seien breit genug und das Befahren mit 
grösseren Lastwagen sei problemlos möglich. Indessen sei diese Regelung 
im Gesamtentscheid, welcher auf den Amtsbericht Tiefbau vom 31. März 
2021 verweise, nicht als verbindliche Auflage angeordnet worden 
(angefochtener Entscheid E. 8e). Die BVD ergänzte daher im Dispositiv ihres 
Entscheids den Gesamtentscheid um die Auflage, dass die 
Baustellenerschliessung für die verkehrsintensiven Arbeiten (Abbruch, 
Pfählung, Aushub und Rohbau) von der Westseite her (via Badhausstrasse 
und Schiffländte) geschehen müsse und nur ausserhalb der 
Schifffahrtsbetriebszeiten (Oktober bis April) erfolgen dürfe (Dispositiv-
Ziff. 4.3.3.). Weiter erwog die BVD, die Bauherrschaft des benachbarten 
Bauvorhabens am Schilfweg … habe einen Plan eingereicht, der eine 
gemeinsame Baustellenzufahrt vorsehe, wobei die Lastwagen über das 
Grundstück Schilfweg … in den Baustellenbereich einfahren und diesen 
über das Grundstück Schilfweg … wieder verlassen. Dadurch könne das 
Wenden auf den Grundstücken vermieden werden. Die Bauherrschaft biete 
zu einer solchen Lösung Hand, sofern zeitliche Übereinstimmung gegeben 
sei. Dies könne den Bauherrschaften der beiden Bauvorhaben dienen, sei 
aber nicht zwingend, da die Baustellenerschliessung gemäss bewilligtem 
Plan genügend sei (angefochtener Entscheid E. 8f).

5.2 Die Beschwerdeführenden begrüssen ausdrücklich, dass der 
Baustellenverkehr für den Schwerverkehr von Westen her erfolgt. Sie 
erachten jedoch diese Lösung als nicht realisierbar, da der Schwerverkehr 
auf der Bauparzelle nicht wenden könne und daher entweder rückwärts in 
die Baustelle hineinfahren oder aus ihr herausfahren müsste, was gemäss 
Amtsbericht Tiefbau vom 31. März 2021 den Anforderungen der 
Verkehrssicherheit widerspreche (Beschwerde S. 12 f.). Aus dem Plan 
«Baustelleneinrichtung», bewilligt am 6. September 2021 (Akten Gemeinde 
3E1), ergibt sich jedoch nicht, dass die Fahrzeuge auf der Bauparzelle nicht 
wenden könnten. Vielmehr besteht zwischen der grün eingezeichneten 
«Baumschutzzone» und dem Gebäude hinreichender Platz zum Wenden. In 
der von der BVD formulierten Auflage ist im Übrigen nicht aufgenommen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 16

worden, dass die Ein- oder Ausfahrt auf die oder aus der Bauparzelle nicht 
rückwärts erfolgen dürfe. Das macht die Erschliessung aber nicht 
unrechtmässig: Es ist nicht ersichtlich, weshalb die Verkehrssicherheit nicht 
gewährleistet werden könnte, wenn die Regeln für das Rückwärtsfahren 
(Art. 36 Abs. 4 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 
[SVG; SR 741.01]; Art. 17 Abs. 1-3 VRV) eingehalten werden. Diese Regeln 
gelten allgemein, auch ohne dass sie in die Baubewilligung aufgenommen 
werden.

6.

Die Beschwerdeführenden rügen eine Verletzung der Bestimmungen über 
den Gewässerraum.

6.1 Die Bauparzelle Nr. 2________ grenzt im Südosten an die Parzellen 
Biel Gbbl. Nrn. 9________, 10________, 11________ und 12________. Auf 
diesen befindet sich unmittelbar an das Baugrundstück angrenzend ein ca. 
80 m langer Seitenarm der Zihl. Auf der gegenüberliegenden Seite des 
Seitenarms befinden sich auf der Parzelle Nr. 9________ 
Bootsanlegestellen, auf den Parzellen Nrn. 10________ und 11________ je 
ein Bootshaus und auf der Parzelle Nr. 12________ eine Bootswerft. Der 
Seitenarm steht also vollumfänglich im Privateigentum (vgl. Streetview auf 
<www.google.ch/
maps>; Auszüge aus dem Grundstückdaten-Informationssystem des 
Kantons Bern [GRUDIS]).

6.2 Im Baubewilligungsverfahren wurde ein Amtsbericht 
Wasserbaupolizei und Fachbericht Naturgefahren des TBA vom 6. März 
2020 eingeholt (Akten Gemeinde 3E pag. 109), welcher beantragte, für die 
neuen Leitungen zur Wasserentnahme und -rückgabe sowie den 
Pumpenschacht der geplanten Wasser-Wasser-Wärmepumpe eine 
Ausnahmebewilligung nach Art. 48 des Gesetzes vom 14. Februar 1989 
über Gewässerunterhalt und Wasserbau (Wasserbaugesetz, WBG; 
BSG 751.11) zu erteilen, unter Auflagen, welche unter anderem den 
Hochwasserschutz und den Zugang zum Gewässer für Unterhaltsarbeiten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 17

betrafen. Zudem enthielt der Bericht den Hinweis, dass für die Beurteilung 
von Bauten und Anlagen im Gewässerraum kantonales Recht (Art. 5b WBG; 
Art. 11 BauG) und Bundesrecht (Art. 41c der Gewässerschutzverordnung 
vom 28. Oktober 1998 [GSchV; SR 814.201]) massgebend seien. Mit 
Fachbericht Naturgefahren vom 26. Juni 2020 (Akten Gemeinde 3E 
pag. 118) kam das TBA sodann zum Ergebnis, das Projekt erfülle die 
Anforderungen an den Hochwasserschutz unter bestimmten Auflagen. 
Nachdem die Einsprechenden mit Eingabe vom 22. Oktober 2020 moniert 
hatten, das Baugesuch müsse bezüglich Gewässerraum nachgebessert 
werden, forderte die Baubewilligungsbehörde die Gesuchstellerin mit 
Schreiben vom 27. November 2020 auf, ein Ausnahmegesuch (u.a.) für 
Anlagen innerhalb des Gewässerraums einzureichen. Die Gesuchstellerin 
reichte daraufhin am 8. Dezember 2020 ein Gesuch ein um eine Ausnahme 
von Art. 48 WBG für eine Wasserentnahme und -abgabe für die Wasser-
Wasser-Wärmepumpe (Akten Gemeinde 3E pag. 188). Das Gesuch wurde 
in der Folge im Amtsanzeiger publiziert und die Baubewilligungsbehörde 
holte eine Stellungnahme des kantonalen TBA zum Thema 
«Gewässerraum» ein. Mit Fachbericht Wasserbau vom 8. Januar 2021 
(Akten Gemeinde 3C pag. 546) kam das TBA zum Ergebnis, dass die 
Hafenanlage auf den vier Parzellen weder ein privates noch ein stehendes 
Gewässer, sondern eine technische Anlage darstelle. In Zusammenarbeit 
zwischen dem TBA und dem AGR sei im Kanton Bern definiert worden, wie 
mit dem den Kantonen zustehenden Spielraum bei der Definition der 
Uferlinie umgegangen werden soll. Es sei bestimmt worden, dass kleine 
technische Anlagen bei der Ziehung der Uferlinie nicht berücksichtigt 
werden. In Anwendung dieser Regelung könnte die Gemeinde gemäss 
Art. 41a Abs. 5 Bst. c GSchV an künstlichen Gewässern auf die 
Ausscheidung des Gewässerraums an der hier betroffenen Hafenanlage 
verzichten. Im Gesamtentscheid führte die Baubewilligungsbehörde in 
E. 3.4.2 zum Aspekt «Ausnahmebewilligung für Anlagen innerhalb des 
Gewässerraums» unter Berufung auf den Amtsbericht des TBA vom 6. März 
2020 aus, die Ausnahmebewilligung nach Art. 48 WBG könne mit den dort 
genannten Auflagen erteilt werden. In der materiellen Auseinandersetzung 
mit den Einsprachen verwies der Entscheid zur Kritik der mangelhaften 
Definition des Gewässerraums (E. 3.6.2.e) auf den Amtsbericht des TBA 
vom 6. März 2020 und die Stellungnahme vom 6. (richtig wohl: 8.) Januar 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 18

2021. Im Dispositiv des Entscheids wurden u.a. die 
Wasserbaupolizeibewilligung nach Art. 48 WBG erteilt (Ziff. 4.1.3) und die 
Auflagen in den Amtsberichten vom 6. März 2020 und 26. Juni 2020 
aufgenommen (Ziff. 4.3 i.V.m. Anhang Ziff. 2).

6.3 In der Beschwerde an die BVD rügten die Beschwerdeführenden, das 
Baugesuch sei formell mangelhaft gewesen, weil auf den Plänen nicht 
ersichtlich gewesen sei, welche Anlagenteile im Gewässerraum liegen. 
Materiell könne gemäss Art. 41c GSchV keine Bewilligung erteilt werden. Mit 
Verfügung vom 2. Februar 2022 bat das Rechtsamt das AGR, mitzuteilen, 
ob die Bauparzellen in einem dicht überbauten Gebiet im Sinn von Art. 41c 
Abs. 1 Bst. a GSchV liegen. Mit Stellungnahme vom 1. März 2022 beurteilte 
das AGR das Gebiet als dicht überbaut (Akten BVD pag. 86). Zugleich wies 
es darauf hin, dass das Bauvorhaben ausserhalb des Gewässerraums liege 
und daher keiner Ausnahme nach Art. 41c GSchV bedürfe. Mit E-Mail vom 
5. Mai 2022 bestätigte das AGR diese Einschätzung und ergänzte, dass der 
Seitenarm der Zihl als künstliches Gewässer gelte und als Anlage beurteilt 
werde (Akten BVD pag. 100). Am Augenschein vom 10. August 2022 war 
der Gewässerraum kein Thema (vgl. S. 8 des Augenscheinprotokolls; Akten 
BVD pag 113). Mit Verfügung vom 19. August 2022 forderte das Rechtsamt 
die Beschwerdegegnerin 1 auf, einen aktuellen Umgebungsgestaltungsplan 
einzureichen, was diese am 3. Oktober bzw. 7. November 2022 tat (Akten 
BVD pag. 165 und 169, je Beilage). Zudem erwog das Rechtsamt, aufgrund 
einer ersten summarischen Einschätzung sei davon auszugehen, dass die 
Ausnahmegesuche betreffend Gewässerraum im kantonalen Amtsblatt 
publiziert werden müssten, und bat die Gemeinde um Mitteilung, ob dies 
erfolgt sei. Nachdem die Gemeinde dies mit Schreiben vom 12. September 
2022 verneint hatte, forderte das Rechtsamt mit Verfügung vom 
8. November 2022 die Baubewilligungsbehörde auf, das Gesuch im 
kantonalen Amtsblatt zu publizieren, was in der Folge geschah, ohne dass 
weitere Einsprachen eingingen (Akten BVD pag. 176). In ihrem Entscheid 
hat die BVD ausgeführt, es sei umstritten, ob der Seitenarm der Zihl ein 
Gewässer sei, für welches der Gewässerraum gelte. Grundsätzlich müsse 
auch für künstlich angelegte Gewässer ein Gewässerraum festgelegt 
werden. Die Praxis des TBA, wonach kleinere technische Anlagen bei der 
Ziehung der Uferlinie nicht zu berücksichtigen seien, erscheine aber als 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 19

nachvollziehbar. Ob der private Seitenarm zur Zihl ein Gewässer sei, für das 
ein Gewässerraum festgelegt werden müsse, könne indes offengelassen 
werden, da eine Ausnahmebewilligung nach Art. 41c Abs. 1 GSchV möglich 
wäre (E. 9d). Gemäss revidiertem Situationsplan vom 28. Oktober 2022 
seien innerhalb des Streifens von 20 m von der Zihl ein Pumpenschacht für 
die Wärmepumpe, die Rohre zur Wasserentnahme und -rückgabe, ein 
künstlich angelegter Teich, ein Weg sowie eine Treppe zum Seitenarm der 
Zihl und die Sanierung der Ufermauer geplant (E. 9e). Die Bauten und 
Anlagen im Zusammenhang mit der Wärmepumpe könnten gemäss Art. 41c 
Abs. 1 Bst. c GSchV bewilligt werden, die übrigen Anlagen gestützt auf 
Art. 41c Abs. 1 Bst. a GSchV, da es sich um dicht überbautes Gebiet handle 
und überwiegende entgegenstehende Interessen nicht ersichtlich seien. Die 
Vorinstanz habe aber fälschlicherweise nur die Wasserbaupolizeibewilligung 
nach Art. 48 WBG erteilt, nicht aber diejenige nach Art. 41c GSchV. Dies sei 
mit dem vorliegenden Entscheid nachzuholen (E. 9f). Im Dispositiv ihres 
Entscheids ergänzte die BVD dementsprechend den Gesamtentscheid um 
die Bestimmung:

«4.1.6 Die Ausnahmebewilligung für das Bauen im Gewässerraum 
nach Art. 41c Abs. 1 GSchV.»

6.4 Die Beschwerdeführenden beanstanden zunächst in formeller 
Hinsicht, das Baugesuch leide an einem schweren formellen Mangel, da in 
den aufgelegten Plänen der Gewässerraum nicht eingezeichnet und 
vermasst gewesen sei, so dass auf den Plänen nicht ersichtlich sei, welche 
Bauteile im Gewässerraum liegen. Weiter habe die Bauherrschaft nie ein 
Ausnahmegesuch nach Art. 41c Abs. 1 GSchV gestellt, sondern nur ein 
solches nach Art. 48 WBG, das sich auf die Erstellung einer Wärmepumpe 
und die Wasserentnahme und -abgabe beschränkt habe. Eine 
Ausnahmebewilligung könne nicht von Amtes wegen erteilt werden 
(Beschwerde S. 14).

6.4.1 Das Baugesuch ist auf dem amtlichen Formular einzureichen (Art. 34 
Abs. 1 BauG in der bis Ende Februar 2022 geltenden Fassung; BAG 94-
076). Erfordert das Bauvorhaben Ausnahmen, so ist dem Baugesuch das 
begründete Ausnahmegesuch beizufügen (Art. 34 Abs. 2 BauG; Art. 10 
Abs. 4 des Dekrets vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren 
[Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1]). Mit dem Baugesuch sind der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 20

Situationsplan, die Projektpläne und die allenfalls erforderlichen weiteren 
Unterlagen einzugeben (Art. 10 Abs. 3 BewD). Der Situationsplan soll u.a. 
Aufschluss geben über die Nutzungszone, in welcher das Baugrundstück 
liegt, das Gefahrengebiet, das Schutzgebiet, den Gewässerraum, das 
Immissionsgebiet oder den Übergangsbereich (Art. 13 Abs. 1 Bst. b BewD, 
in der Fassung vom 9. Juni 2016, in Kraft seit 1.4.2017 [BAG 17-009]). 
Gemäss Art. 36a Abs. 1 GSchG legen die Kantone die Gewässerräume fest. 
Im Kanton Bern bestimmen die Gemeinden den Gewässerraum in ihrer 
baurechtlichen Grundordnung oder in Überbauungsordnungen (Art. 5b 
Abs. 1 WBG). Es gibt mithin keine besonderen Gewässerraumpläne, 
sondern der Gewässerraum bildet Gegenstand der normalen baurechtlichen 
Pläne (Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 11 N. 5a). Gemäss den 
Übergangsbestimmungen zur Änderung der GSchV vom 4. Mai 2011 legen 
die Kantone den Gewässerraum bis zum 31. Dezember 2018 fest (Abs. 1). 
Viele bernische Gemeinden, darunter auch die EG Biel, haben diese Frist 
nicht eingehalten, so dass noch kein rechtskräftig festgelegter 
Gewässerraum besteht. Daraus folgt, dass der Situationsplan, der dem 
Baugesuch beizulegen ist, logischerweise noch keinen Gewässerraum 
enthalten kann. Vielmehr sieht für diesen Fall Abs. 2 der 
Übergangsbestimmungen zur Änderung der GSchV eine Ersatzregelung 
vor: Es gilt ein Streifen von 8 bzw. 20 m (je nach Art der Gewässer) beidseits 
der Gewässer als Gewässerraum. Diese Regelung gilt unmittelbar von 
Bundesrechts wegen, ohne dass es dazu einer kantonalen Regelung 
bedürfte (vgl. VGE 2023/52 vom 9.2.2024 E. 2.2 mit Hinweisen). Auch wenn 
auf dem Situationsplan nicht ausdrücklich ein Gewässerraum eingetragen 
ist, gilt somit der bundesrechtliche Abstand von (max.) 20 m vom Gewässer. 
Hier enthalten die dem Baugesuch beigelegten Pläne zwar nicht einen 
Gewässerraum, wohl aber die projektierten Gebäude und Anlagen sowie die 
Gewässer. Aus dem auf den Plänen angegebenen Massstab lässt sich 
sodann für alle Beteiligten ohne Mühe feststellen, ob die Anlagen mehr oder 
weniger als 20 m vom Gewässer entfernt stehen. Streitig ist im vorliegenden 
Verfahren nicht, wo die Anlagen liegen oder wie gross die Distanz zum 
Gewässer ist, sondern die Frage, ob der Seitenarm zum Zihlkanal als 
Gewässer gilt oder nicht. Dazu würde auch eine Einzeichnung der 
beidseitigen Streifen im Sinn der Übergangsbestimmungen in einem Plan 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 21

nichts aussagen. Es liegt mithin kein formeller Mangel darin, dass in den 
aufgelegten Plänen kein Gewässerraum eingetragen war.

6.4.2 Art. 41c GSchV regelt die Fälle, in denen Anlagen im Gewässerraum 
bewilligt werden können. Über die rechtliche Behandlung dieser Bewilligung 
bestehen einige Unsicherheiten. Von Bundesrechts wegen handelt es sich 
nicht um eine besondere Bewilligungsart, sondern um eine bundesrechtliche 
Voraussetzung, die auch im ordentlichen Baubewilligungsverfahren im 
Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen angewendet werden kann 
(vgl. BGE 1C_416/2022 vom 21.3.2024 E. 2.2, 2.6 und 2.8, 1C_481/2020 
vom 3.11.2021 E. 3.4, 1C_13/2020 vom 13.10.2020 Bst. A., E. 1.1 und 4.3.4, 
1C_106/2018 vom 2.4.2019 Bst. A. und E. 5, 1C_332/2017 vom 23.2.2018 
Bst. A und E. 3, 1C_384/2016 vom 16.1.2018 E. 7.6, 1C_164/2012 vom 
30.1.2013 E. 7.2, 1C_505/2011 vom 1.2.2012 E. 3). Das kantonale Recht 
kennt ebenfalls keine besondere Bewilligung für Bauten im Gewässerraum, 
sondern geht davon aus, dass Bauten im Gewässerraum im Rahmen der 
ordentlichen Baubewilligung beurteilt werden (Art. 7 Abs. 2 BewD; vgl. 
VGE 2023/12 vom 27.6.2023 E. 5.1.3 [bestätigt durch BGer 1C_432/2023 
vom 15.8.2024], 2022/163 vom 7.11.2023 E. 5.1.2 [bestätigt durch 
BGer 1C_667/2023 vom 3.6.2024], 2018/332/346 vom 26.3.2019 E. 2.2; 
BVR 2019 S. 550 [VGE 2017/220 vom 6.8.2019] nicht publ. E. 7.4.2). In der 
Rechtsprechung ist zwar oft von einer Ausnahmebewilligung nach Art. 41c 
GSchV die Rede. Die Verordnung spricht allerdings nicht von einer 
Ausnahmebewilligung. Vielmehr hat der Verordnungsgeber in genereller 
Weise festgelegt, was für Bauten und Anlagen im Gewässerraum zulässig 
sind; er hat damit bestimmte Tatbestände von der Grundregel des 
Bauverbots ausgenommen und mit einer anderen Rechtsfolge verknüpft, 
weshalb es sich bei den Bewilligungen nach Art. 41c GSchV nicht um echte 
Ausnahmebewilligungen handelt (VGE 2023/239 vom 11.2.2025 E. 4.4.2 
[noch nicht rechtskräftig]; Jeannette Kehrli, Bauen im Gewässerraum und 
Uferstreifen, in URP 2015 S. 681 ff., 692). Inhaltlich beschlagen die 
Voraussetzungen von Art. 41c GSchV Aspekte, welche teilweise schon vor 
dem Inkrafttreten der revidierten GSchV kantonalrechtlich im Rahmen der 
wasserbaupolizeilichen Bewilligung gemäss Art. 48 WBG geprüft wurden, 
teilweise allerdings darüber hinausgehen (VGE 2023/239 vom 11.2.2025 
E. 3.3.4 [noch nicht rechtskräftig]). Im obligatorisch zu verwendenden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 22

amtlichen Formular für Baubewilligungsgesuche (in der hier zur Zeit der 
Einreichung des Baugesuchs geltenden Fassung) sind Ausnahmegesuche 
(u.a.) für Ausnahmen vom WBG vorgesehen, aber nicht für Ausnahmen von 
der GSchV. Aus all dem ergibt sich, dass es jedenfalls keinen 
schwerwiegenden formellen Mangel darstellt, wenn nicht ausdrücklich ein 
Ausnahmegesuch gemäss Art. 41c GSchV gestellt wurde. Die 
Beschwerdeführenden wurden dadurch auch nicht gehindert, ihre auf 
Art. 41c GSchV gestützten materiellrechtlichen Einwände gegen das Projekt 
vorzubringen. Unter diesen Umständen wäre es ein sinnloser Formalismus, 
den Bauentscheid wegen eines fehlenden Ausnahmegesuchs aufzuheben.

6.5 In materieller Hinsicht bringen die Beschwerdeführenden vor, auch 
der Seitenarm der Zihl gelte als Gewässer. Da das Gebiet nicht als dicht 
überbaut gelten könne, scheide eine Ausnahmebewilligung nach Art. 41c 
Abs. 1 GSchV aus (Beschwerde S. 14 f.).

6.5.1 Die Beschwerdeführenden berufen sich auf das Urteil des 
Bundesgerichts 1C_821/2013 und 1C_825/2013 vom 30. März 2015 
(URP 2015 S. 301), wonach ein Gewässerraum auch für künstlich angelegte 
und im Privateigentum stehende Gewässer gelte, mithin auch für den 
Seitenarm der Zihl, welcher als Zufahrt zu den im Privateigentum stehenden 
Bootsstegen und Bootshäusern dient. Diese Frage braucht nicht weiter 
vertieft zu werden, wenn sich erweist, dass die Anlage auch dann 
bewilligungsfähig ist, wenn man mit den Beschwerdeführenden davon 
ausgeht, dass auch für diesen Seitenarm ein Gewässerraum gilt.

6.5.2 Gemäss Art. 41c Abs. 1 GSchV dürfen im Gewässerraum nur 
standortgebundene, im öffentlichen Interesse liegende Anlagen wie Fuss- 
und Wanderwege, Flusskraftwerke oder Brücken erstellt werden. Sofern 
keine überwiegenden Interessen entgegenstehen, kann die Behörde 
ausserdem die Erstellung folgender Anlagen bewilligen:

a. zonenkonforme Anlagen in dicht überbauten Gebieten;

abis zonenkonforme Anlagen ausserhalb von dicht überbauten Gebieten 
auf einzelnen unüberbauten Parzellen innerhalb einer Reihe von 
mehreren überbauten Parzellen;

b. land- und forstwirtschaftliche Spur- und Kieswege mit einem 
Abstand von mindestens 3 m von der Uferlinie des Gewässers, 
wenn topografisch beschränkte Platzverhältnisse vorliegen;

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
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c. standortgebundene Teile von Anlagen, die der Wasserentnahme 
oder ‑einleitung dienen;

d. der Gewässernutzung dienende Kleinanlagen.

Die Beschwerdeführenden beanstanden nicht, dass die BVD gestützt auf 
Bst. c dieser Bestimmung diejenigen Anlagenteile bewilligt hat, welche der 
Wasserentnahme oder -einleitung für die Wasserpumpe dienen. Sie 
kritisieren aber die Anwendung von Bst. abis (richtig: a) für die übrigen 
Anlagen.

6.5.3 Die BVD hat erwogen, dass (abgesehen von den Anlagen im 
Zusammenhang mit der Wasserpumpe) nur ein künstlich angelegter Teich, 
ein Weg, eine Treppe zum Seitenarm der Zihl und die Sanierung der 
Ufermauer geplant seien (angefochtener Entscheid E. 9e), also nur die 
Anlagen im südlichsten Zipfel der Bauparzelle Nr. 2________. Sie ist dabei 
offensichtlich davon ausgegangen, dass der Gewässerraum von 20 m nur 
ab der Uferlinie der Zihl zu bemessen ist, nicht aber vom Seitenarm der Zihl 
aus. Geht man hingegen davon aus, dass auch dafür ein Gewässerraum gilt 
(vorne E. 6.5.1), befinden sich darin weitere Anlagen, nämlich das Haus M1 
in einem Abstand von 6,5 m vom Wasser, das Haus M2 in einem Abstand 
von 17,5 m sowie diverse Spielgeräte in einem Abstand von ca. 7 m (vgl. 
Situationsplan vom 8.11.2022, Akten BVD hinter pag. 169). Es ist also zu 
prüfen, ob auch dafür eine Bewilligung nach Art. 41c Abs. 1 Bst. a GSchV 
erteilt werden kann. Voraussetzung dafür ist einerseits, dass es sich um dicht 
überbautes Gebiet handelt (E. 6.5.4 hiernach) und andererseits, dass keine 
überwiegenden Interessen entgegenstehen (hinten E. 6.5.5).

6.5.4 Zu prüfen ist zunächst, ob die Bauparzelle Nr. 2________ im dicht 
überbauten Gebiet liegt.

6.5.4.1 Der Begriff «dicht überbautes Gebiet» ist ein Begriff der GSchV und 
damit des Bundesrechts, der schweizweit einheitlich auszulegen ist 
(BGE 140 II 437 E. 5, 140 II 428 E. 7). Er wird nicht nur in Art. 41c Abs. 1 
GSchV verwendet, sondern auch in Art. 41a Abs. 4 und Art. 41b Abs. 3 
GSchV im Zusammenhang mit der planerischen Festlegung des 
Gewässerraums. Da eine sachgerechte Planung einen genügend gross 
gewählten Perimeter voraussetzt, umfasst dieser, zumindest in kleineren 
Gemeinden, in der Regel das gesamte Gemeindegebiet. Der Fokus liegt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
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dabei auf dem Land entlang des Gewässers und nicht auf dem Siedlungs- 
oder Baugebiet als Ganzem (BGE 143 II 77 E. 2.7, 140 II 437 E. 5.1, 
140 II 428 E. 7; BGer 1C_106/2018 vom 2.4.2019, in URP 2019 S. 745 
E. 5.7). Das Hauptaugenmerk ist nicht auf das Baugrundstück und die 
unmittelbar angrenzenden Parzellen zu richten, sondern es muss mit Blick 
auf die bestehende Baustruktur des Gemeindegebiets eine 
Gesamtbetrachtung angestellt werden (BGE 140 II 437 E. 5.1). Der 
Verordnungsgeber wollte eine Anpassung des Gewässerraums bzw. 
Ausnahmebewilligungen im Einzelfall vorab in dicht überbauten städtischen 
Quartieren und Dorfzentren zulassen, die von Flüssen durchquert werden. 
In solchen Gebieten sollen die raumplanerisch erwünschte städtebauliche 
Verdichtung und die Siedlungsentwicklung nach innen ermöglicht sowie 
Baulücken geschlossen werden können. Dagegen besteht in peripheren 
Gebieten, die an ein Fliessgewässer angrenzen, regelmässig kein 
überwiegendes Interesse an einer verdichteten Überbauung des 
Gewässerraums. Hier muss der minimale Raumbedarf des Gewässers 
gemäss Art. 41a Abs. 2 und Art. 41b Abs. 1 GSchV respektiert und von nicht 
standortgebundenen Anlagen freigehalten werden. Der Verordnungsgeber 
hat mit dem Begriff «dicht überbaut» zum Ausdruck gebracht, dass eine 
«weitgehende» Überbauung (wie in Art. 36 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 
22. Juni 1979 über die Raumplanung [Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700]) 
nicht genügt (BGE 143 II 77 E. 2.7, 140 II 428 E. 7; BGer 1C_106/2018 vom 
2.4.2019, in URP 2019 S. 745 E. 5.7; VGE 2020/23 vom 17.12.2020 E. 4.2 
[bestätigt durch BGer 1C_41/2021 vom 1.4.2021]).

6.5.4.2 Als dicht überbaut gelten in der Rechtsprechung

̶ Bereiche, die zwar bei isolierter Betrachtung über viel Grünraum 
verfügen mögen, aber nicht peripher, sondern im 
Hauptsiedlungsgebiet der Agglomeration an einem Seeufer liegen, das 
praktisch durchgehend überbaut ist, so dass das Ufer auch vom See 
aus betrachtet als dicht überbaut erscheint (BGE 140 II 437 E. 5.4; 
BGer 1C_490/2023 vom 1.11.2024 E. 2.4).

̶ Ein Grundstück, welches sich in einer Dorfkernzone befindet und von 
weiteren Dorfkern-, Kern- und Hotelzonen umgeben ist, zentral 
inmitten des Siedlungsgebiets liegt und gut erschlossen ist und dessen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
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Umgebung weitgehend überbaut ist (VGE 2017/112 vom 15.11.2017 
E. 3.4).

̶ Ein Grundstück, das eine Baulücke innerhalb von grösstenteils 
überbautem Gebiet bildet, die mit dem projektierten Gebäude 
geschlossen werden soll, auch wenn östlich und südöstlich davon 
Landwirtschaftsland vorhanden ist, aber das Baugrundstück von 
bestehenden Gebäuden umgeben ist und sich im Dorfkern einer 
Gemeinde mit über 15'000 Einwohnern an einer zentralen und gut 
erschlossenen Lage befindet (VGE 2016/266 vom 30.10.2017 E. 5.6; 
weitere Hinweise auf die Rechtsprechung anderer Kantone bei 
Cordelia Christiane Bähr, Neun Jahre Gewässerraum – ein 
Rechtsprechungsbericht, in URP 2020 S. 1 ff., 34 ff.).

Nicht als dicht überbaut gelten hingegen 

̶ Bereiche, die zwar auf einigen Parzellen oder in einem kleinen Gebiet 
– allenfalls auch relativ dicht – überbaut sind, aber peripher, abgelegen 
vom Hauptsiedlungsgebiet einer Ortschaft liegen und von diesem 
allenfalls durch einen Grüngürtel getrennt oder sonstwie von 
Grüngebieten bzw. nicht überbauten Gebieten umgeben sind 
(BGE 143 II 77 E. 2.8, 140 II 428 E. 8; BGer 1C_540/2021 vom 
9.8.2022 E. 3.6, 1C_13/2020 vom 13.10.2020 E. 4.3.4).

̶ Ein Grundstück, das rund 300 m vom Kern eines kleinen Dorfes 
entfernt am Rand eines locker bebauten Siedlungsgebiets liegt 
(VGE 2020/23 vom 17.12.2020 E. 4.4 [bestätigt durch 
BGer 1C_41/2021 vom 1.4.2021]).

6.5.4.3 Fehlt eine Festlegung des dicht überbauten Gebiets in der 
baurechtlichen Grundordnung der Gemeinde oder in einer 
Überbauungsordnung, entscheidet die zuständige Stelle der Direktion für 
Inneres und Justiz des Kantons Bern (DIJ) im Baubewilligungsverfahren, ob 
ein Gebiet dicht überbaut ist (Art. 5b Abs. 3 WBG). Hier hat das AGR als 
zuständige Stelle im Beschwerdeverfahren vor der BVD bejaht, dass das 
Gebiet dicht überbaut ist. Mit Recht: Ein Blick auf die Karte zeigt, dass es 
sich beim fraglichen Gebiet um einen Teil des städtisch geprägten 
Siedlungsgebiets der Stadt Biel handelt (vgl. Zonenplan der EG Biel, 
einsehbar unter: <www.biel-bienne.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 26

mapplus.ch>; Geoportal des Kantons Bern, einsehbar unter: <www.topo.
apps.be.ch/pub/map/>). Der ganze Bereich zwischen Bahnhof, Zihl und See 
ist Bauzone, östlich der Ländtestrasse Kerngebiet, westlich der 
Ländtestrasse zwischen Badhausstrasse, See und Zihl Bauzone 2. Westlich 
des Quartiers liegt die Schiffländte der Bielersee-Schifffahrtsgesellschaft mit 
einem breiten Uferquai, nördlich davon der Bootshafen Biel. Nördlich an die 
Badhausstrasse grenzt eine Mischzone A mit Überbauungsordnung, weiter 
nördlich eine Bauzone K (Kleinbauten) und Bauzone 3. Südlich des 
Quartiers, auf der südlichen Seite der Zihl, befinden sich ein Parkplatz, der 
auch als Abstellplatz für Boote verwendet wird, sowie Industriebauten, weiter 
südwestlich das Strandbad von Biel. Das ganze Quartier ist weitgehend 
gemäss der Zonenordnung überbaut. Entgegen der Darstellung der 
Beschwerdeführenden ist auch das Nordufer der Zihl weitgehend überbaut. 
Nebst dem Garten des Kindergartens Schilfweg ist einzig die Bauparzelle 
Nr. 2________ mit dem bestehenden Einfamilienhaus eher extensiv 
überbaut. Für die Beurteilung ist jedoch nicht nur auf die Bauparzelle 
abzustellen (vorne E. 6.5.4.1). Diese bildet vielmehr eine Art Baulücke 
innerhalb der bestehenden Umgebung und gehört damit ebenfalls zum dicht 
überbauten Gebiet. Die Erteilung der Bewilligung richtet sich somit nicht nach 
Art. 41c Abs. 1 Bst. abis GSchV, sondern nach Bst. a.

6.5.5 Unbestritten ist das Bauprojekt zonenkonform. Es kann somit nach 
Art. 41c Abs. 1 Bst. a GSchV bewilligt werden, wenn keine überwiegenden 
Interessen entgegenstehen. 

6.5.5.1 Art. 41c Abs. 1 Bst. a GSchV will dem Umstand Rechnung tragen, 
dass in städtischen Gebieten vielfach seit je die Überbauungen direkt an 
Gewässer angrenzen und deshalb die Ausscheidung von Gewässerräumen 
oft nicht sinnvoll ist (BGE 143 II 77 E. 2.4; BGer 1C_282/2020 vom 
10.2.2021 E. 6.1). Würde verlangt, dass auch in solchen städtischen 
Verhältnissen bei Neu- und Ersatzbauten jeweils ein Uferabstand 
einzuhalten sei, würde dies zu städtebaulich höchst unerwünschten 
Situationen führen. Ferner liegt es im öffentlichen Interesse, dass in dicht 
überbauten städtischen Quartieren und Dorfzentren eine raumplanerisch 
erwünschte städtebauliche Verdichtung und die Siedlungsentwicklung nach 
innen ermöglicht und Baulücken geschlossen werden können 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
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(BGE 139 II 470 E. 4.5; BGer 1C_558/2015 vom 30.11.2016 E. 2.4, 
1C_289/2017 vom 16.11.2018 E. 5.4). Dabei handelt es sich um gewichtige 
Planungsgrundsätze (Art. 1 Abs. 2 Bst. abis und Art. 3 Abs. 3 Bst. abis RPG), 
die nicht durch Art. 36a GSchG vereitelt werden sollen. Deshalb sehen 
Art. 41a Abs. 4 Bst. a sowie Art. 41b Abs. 3 GSchV vor, dass die Breite des 
Gewässerraums in dicht überbauten Gebieten den baulichen 
Gegebenheiten angepasst werden kann, wenn der Schutz vor Hochwasser 
gewährleistet ist. Art. 41c Abs. 1 Bst. a GSchV dient dem gleichen Zweck: 
Er will ausdrücklich die Erstellung von Bauten im Gewässerraum erlauben. 
Der sonst geltende Grundsatz, dass im Gewässerraum keine neuen Bauten 
und Anlagen erstellt werden sollen, ist in Bezug auf das dicht überbaute 
Gebiet somit gerade nicht massgebend. Eine Bewilligung kann deshalb nicht 
schon verweigert werden mit der Begründung, die Baute stehe im 
Gewässerraum. Es sind auch nicht positiv besondere Interessen 
erforderlich, damit eine Bewilligung erteilt werden kann. Vielmehr reicht es 
nach dem klaren Wortlaut der Verordnung für die Zulässigkeit einer 
Bewilligung aus, dass keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (vgl. 
VGE 2018/332/346 vom 26.3.2019 E. 5.3, 2017/112 vom 15.11.2017 E. 4.3). 
Art. 41c Abs. 1 GSchV gewährt den zuständigen Behörden einen 
Ermessensspielraum. Dies bedeutet aber nicht, dass die Bewilligung nach 
freiem Belieben verweigert werden darf; das Ermessen ist pflichtgemäss 
auszuüben (Christoph Fritzsche, in Hettich/Jansen/Norer [Hrsg.], 
Kommentar zum GSchG und WBG, 2016, Art. 36a N. 121). Zwar nennt 
Art. 41c Abs. 1 Bst. a GSchV die in Frage kommenden Interessen nicht. Bei 
gesetzeskonformer Auslegung der Verordnung kommen aber für eine 
Verweigerung der Bewilligung in erster Linie diejenigen Interessen in Frage, 
denen Art. 36a Abs. 1 GSchG mit dem Gewässerraum dient (vgl. auch 
Christoph Fritzsche, a.a.O., Art. 36a N. 125; Hans W. Stutz, Uferstreifen und 
Gewässerraum – Umsetzung durch die Kantone, in URP 2012 S. 90 ff., 
124 f.). Im Rahmen der Interessenabwägung ist auch sicherzustellen, dass 
die Erteilung der Ausnahmebewilligung die künftige Gewässerraum- und 
Revitalisierungsplanung (vgl. Art. 38a GSchG) nicht erschwert bzw. ihr 
(soweit sie bereits konkretisiert ist) nicht widerspricht (BGE 140 II 437 E. 6.2, 
148 II 198 [BGer 1C_453/2020 und 1C_693/2020 vom 21.9.2021] nicht publ. 
E. 9.3). In der Rechtsprechung wird bisweilen gesagt, die Bauherrschaft 
habe grundsätzlich nachzuweisen, dass keine weniger starke 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 28

Beanspruchung des Gewässerraums durch die vorgesehenen Bauten 
möglich sei, da dieser Raum so wenig wie möglich in Anspruch zu nehmen 
sei (BGE 139 II 470 E. 4.5; BGer 1C_402/2020 vom 25.1.2021 E. 4.3). 
Diese Auffassung steht zumindest in Bezug auf die Tatbestandsvariante von 
Art. 41c Abs. 1 Bst. a GSchV in einem Spannungsfeld zu Wortlaut sowie 
Sinn und Zweck der Verordnung. Jedenfalls kann entgegen einer in der 
Literatur vertretenen Auffassung (Jeannette Kehrli, a.a.O., S. 697; Hans W. 
Stutz, a.a.O., S. 125) nicht verlangt werden, dass die Gesuchstellerin oder 
der Gesuchsteller nachweist, dass sie oder er auf einen Standort im 
Gewässerraum angewiesen sei. Eine Standortgebundenheit ist nur im 
Rahmen von Art. 41c Abs. 1 Satz 1 GSchV erforderlich, aber (ausser bei 
Bst. c) gerade nicht im Rahmen von Satz 2 (vgl. VGE 2017/112 vom 
15.11.2017 E. 3.5; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 11 N. 9). Dieser klare 
Entscheid des Verordnungsgebers darf nicht im Rahmen der 
Rechtsanwendung ausgehebelt werden.

6.5.5.2 Im vorliegenden Fall haben im ganzen Verfahren weder die 
involvierten kommunalen und kantonalen Amtsstellen noch die 
Beschwerdeführenden irgendwelche konkreten Interessen genannt, welche 
gegen das geplante Vorhaben sprechen. Solche sind denn auch nicht 
ersichtlich: In Bezug auf die natürlichen Funktionen der Gewässer (Art. 36a 
Abs. 1 Bst. a GSchG) ist der bisherigen Natur des Seitenarms Rechnung zu 
tragen. Dieser dient als Zufahrt zu den dort angelegten Bootsstegen und 
Bootshäusern und wird auf seiner Südostseite vollumfänglich von diesen 
umfasst. Auf der nordwestlichen Seite ist der Seitenarm durch eine 
Ufermauer vom Baugrundstück abgetrennt (vgl. etwa Fotos, Akten 
Gemeinde 3E pag. 234, 236). Der Seitenarm hat insofern keine natürliche 
Funktion, zumindest keine, die durch das geplante Bauprojekt beeinträchtigt 
werden könnte, und es besteht auch langfristig keine Aussicht, dass sich 
daran etwas ändern könnte. Im Übrigen haben im Rahmen des 
Baubewilligungsverfahrens das FI unter dem Aspekt der fischereirechtlichen 
Bewilligung (Amtsbericht vom 20.2.2020, bestätigt durch den im 
Beschwerdeverfahren eingereichten Amtsbericht vom 16.9.2022; Akten BVD 
pag. 161) sowie das kantonale Amt für Wasser und Abfall unter dem Aspekt 
der Wasserentnahme für den Betrieb der Wärmepumpe (Amtsbericht vom 
30.8.2021; Akten Gemeinde 3E pag. 32) und unter dem Aspekt des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
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Gewässerschutzes (Amtsbericht vom 7.1.2021; Akten Gemeinde 3E 
pag. 51) dem Vorhaben zugestimmt. Der Schutz vor Hochwasser (Art. 36a 
Abs. 1 Bst. b GSchG) wurde im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens 
eingehend geprüft (Amtsbericht des TBA vom 6.3.2020 und Fachbericht 
Naturgefahren vom 26.6.2020; Akten Gemeinde 3E pag. 109 und 118). Die 
Gewässernutzung (Art. 36a Abs. 1 Bst. c GSchG) wird jedenfalls in Bezug 
auf die bisherige Nutzung (Benützung als Zufahrt für die Kleinschifffahrt) 
durch das Bauvorhaben nicht tangiert. In Literatur und Rechtsprechung wird 
bisweilen das Interesse der Öffentlichkeit an einem erleichterten Zugang 
zum Gewässer als Interesse genannt, das im Rahmen von Art. 41c Abs. 1 
Bst. a GSchV zu berücksichtigen sei (BGE 140 II 437 E. 6, 139 II 470 E. 4.5; 
BGer 1C_402/2020 vom 25.1.2021 E. 4.1; Christoph Fritzsche, a.a.O., 
Art. 36a N. 126; vgl. auch Art. 3 Abs. 2 Bst. c RPG). Im vorliegenden Fall ist 
allerdings der Seitenarm durch eine Ufermauer vom Baugrundstück 
abgetrennt, so dass der Zugang direkt ans Gewässer von vornherein nicht 
möglich wäre. Zudem sieht Art. 36a GSchG kein Enteignungsrecht vor, um 
den Zugang zu Privateigentum am Ufer von Gewässern für das Publikum zu 
ermöglichen. Ein solcher Zugang ist daher nur dort möglich oder absehbar, 
wo der Uferbereich als öffentliche Sache (Art. 664 des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]) oder als Sache im Gemeingebrauch dem 
Publikum zugänglich ist oder allenfalls dort, wo ein Plan für einen Uferweg 
besteht (so in der Konstellation von BGE 140 II 437 E. 6), im Übrigen aber 
nur im Rahmen des Privatrechts. Hier stehen sowohl die Bauparzellen als 
auch die angrenzenden Parzellen, auf denen das Gewässer liegt, im 
Privateigentum und können so oder anders vom Publikum nicht begangen 
werden. Insgesamt sind keine Interessen ersichtlich, welche gegen die 
Erteilung der Bewilligung sprechen würden. Umgekehrt bestehen an der 
Erteilung der Bewilligung evidente und erhebliche private Interessen der 
Beschwerdegegnerin 1 sowie ein gewichtiges öffentliches Interesse an einer 
verdichteten Überbauung der bestehenden Bauzone (E. 6.5.5.1 hiervor). 
Dabei ist auch von Bedeutung, dass bei Einhaltung des Gewässerabstands 
von 20 m eine sinnvolle Überbauung des Grundstücks wesentlich erschwert 
würde (vgl. BGer 1C_384/2016 vom 16.1.2018 E. 7.6), würde doch bis zum 
nordwestlichen Grenzabstand eine Bautiefe von bloss ca. 12 m verbleiben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 30

6.6 Insgesamt stehen auch die Bestimmungen über den Gewässerraum 
(Art. 36a GSchG; Art. 41c GSchV) der Bewilligung nicht entgegen.

7.

Die Beschwerdeführenden beanstanden, das Bauvorhaben hätte 
unzulässige Eingriffe in Lebensräume geschützter Tiere und Pflanzen zur 
Folge.

7.1 Im Baubewilligungsverfahren hatten einige Einsprecherinnen und 
Einsprecher vorgebracht, das Bauvorhaben würde Lebensräume 
gefährdeter Pflanzen und Tiere beeinträchtigen. Die ANF kam mit 
Amtsbericht vom 5. März 2020 zum Ergebnis, die Gesuchunterlagen seien 
in Bezug auf die Naturschutzgesetzgebung nicht vollständig (Akten 
Gemeinde 3E pag. 104). Es sei eine Erhebung der geschützten und 
bedrohten Arten durchzuführen. Gestützt darauf forderte die 
Baubewilligungsbehörde die Gesuchstellerin auf, die geforderten 
Erhebungen der geschützten und bedrohten Arten durchführen und 
dokumentieren zu lassen. Die Gesuchstellerin reichte daraufhin ein 
«Fachgutachten Naturschutz» eines Umweltbüros vom 15. Juli 2020 ein. Die 
ANF kam mit Amtsbericht vom 25. September 2020 zum Ergebnis, es sei 
eine Ausnahmebewilligung für technische Eingriffe in Lebensräume 
geschützter Tiere erforderlich (Art. 20 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 
über den Natur- und Heimatschutz [NHG; SR 451]; Art. 20 der Verordnung 
vom 16. Januar 1991 über den Natur- und Heimatschutz [NHV; SR 451.1]; 
Art. 15 des Naturschutzgesetzes vom 15. September 1992 [NSchG; 
BSG 426.11] sowie Art. 25, 26 und 27 der Naturschutzverordnung vom 
10. November 1993 [NSchV; BSG 426.111]). Unter bestimmten Auflagen 
könne der Erteilung der Bewilligung zugestimmt werden, da die 
Standortgebundenheit und das überwiegende Interesse des Vorhabens 
begründet seien. Zudem müsse ein Gesuch um Ausnahmebewilligung 
öffentlich bekannt gemacht werden (Akten Gemeinde 3E pag. 60). Die 
Baubewilligungsbehörde forderte die Gesuchstellerin auf, ein 
entsprechendes Ausnahmegesuch einzureichen, was diese am 
7. Dezember 2020 unter Hinweis auf das Fachgutachten des Umweltbüros 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 31

tat, worauf das ergänzte Baugesuch erneut publiziert wurde. Es gingen keine 
weiteren Einsprachen ein. Die ANF erwog mit Stellungnahme vom 
17. Januar 2021 (Akten Gemeinde 3C pag. 550) erneut, das Projekt sei 
standortgebunden. Die ungeschmälerte Erhaltung der Lebensräume und 
damit die Verhinderung einer Überbauung seien unverhältnismässig. Im 
Gesamtentscheid erwog die Baubewilligungsbehörde (E. 3.4, 3.5 und 
3.6.2.f), die Ausführungen der ANF im Amtsbericht vom 25. September 2020 
und in der Stellungnahme vom 17. Januar 2021 seien schlüssig. Sie erteilte 
deshalb die beantragte Ausnahmebewilligung mit den von der ANF im 
Amtsbericht vom 25. September 2020 beantragten Auflagen (Ziff. 4.1.2 und 
4.3 i.V.m. Anhang Ziff. 3).

7.2 Im Beschwerdeverfahren vor der BVD äusserte sich die ANF mit 
Stellungnahme vom 9. November 2021 zur Beschwerde, hielt an ihren 
bisherigen Berichten fest und betrachtete die vorgesehenen 
Wiederherstellungs- und Ersatzmassnahmen als ausreichend und 
angemessen (Akten BVD pag. 72). Mit Verfügung vom 2. Februar 2022 
stellte das Rechtsamt der ANF weitere detaillierte Fragen, welche diese mit 
Stellungnahme vom 7. April 2022 beantwortete (Akten BVD pag. 97). Am 
Augenschein vom 10. August 2022 wurden die Naturschutzaspekte in 
Anwesenheit einer Vertretung der ANF eingehend behandelt (vgl. S. 3-9 des 
Augenscheinprotokolls; Akten BVD pag. 108 ff.). Die Beschwerdegegnerin 1 
reichte sodann am 3. Oktober 2022 Erläuterungen des Umweltbüros ein. Mit 
Verfügung vom 8. November 2022 forderte das Rechtsamt der BVD die EG 
Biel auf, das Ausnahmegesuch zugleich mit demjenigen betreffend 
Gewässerraum (vgl. vorne E. 6.3) nachträglich im kantonalen Amtsblatt zu 
publizieren, was in der Folge geschah, ohne dass weitere Einsprachen 
eingingen (Akten BVD pag. 176).

7.3 Gestützt auf all diese Unterlagen hat die BVD im angefochtenen 
Entscheid erwogen (E. 10k), es sei unbestritten, dass sich auf der 
Bauparzelle Nr. 2________ Lebensräume für geschützte Bienenarten und 
Landlebensräume für Fadenmolche befinden. Zudem würden Mauersegler 
am aktuell bestehenden Gebäude nisten und Fledermäuse würden den 
Garten als Jagdgebiet nutzen. Aus der Lage der Parzelle in der Bauzone 
folge die Standortgebundenheit der Baute. Der Grundeigentümer oder die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 32

Grundeigentümerin habe den Anspruch, seine oder ihre Parzelle im nach 
den Bauvorschriften zulässigen Mass zu bebauen. Zudem entspreche die 
dichtere Überbauung der Verdichtung der Siedlungsflächen, welche das 
Raumplanungsrecht vorschreibe. Das Interesse, die kleinflächigen 
Lebensräume auf der Bauparzelle zu erhalten, falle bei der 
Interessenabwägung weniger ins Gewicht. Die Lebensräume seien nicht von 
nationaler, regionaler oder lokaler Bedeutung und es könne auch nicht von 
einem aussergewöhnlichen Lebensraum gesprochen werden, zumal sich die 
Bauparzelle inmitten eines überbauten Gebiets befinde. Das Interesse der 
Grundeigentümerin an der Überbauung ihrer Parzelle überwiege und der 
technische Eingriff in die Lebensräume geschützter Tiere und Pflanzen 
könne nicht vermieden werden. Weiter hat die BVD erwogen (E. 10l), die 
Verursacherin der Eingriffe sei verpflichtet, Wiederherstellungs- oder 
Ersatzmassnahmen zu treffen. Die ANF habe Massnahmen definiert, welche 
im revidierten Umgebungsplan weitestgehend umgesetzt worden seien 
(artenreiche Talfettwiesen; Bereiche mit einheimischen Stauden, die ein 
grosses Nahrungsangebot für Insekten und Landlebensräume für 
Fadenmolche bieten; Erhaltung eines grossen Teils des aktuellen 
Baumbestands; Steinpflaster-Trittflur; Teich mit Schwimmblattgesellschaft 
als Lebensraum für Fadenmolche; Integration des Dachbalkens, in welchem 
die Bienenart Xylocopa valga niste, in die Ersatzmassnahmen). Die 
geplanten naturnahen Flächen wiesen einen höheren ökologischen Wert auf 
als die aktuelle Bepflanzung, welche aus vielen nicht standortgerechten und 
sogar invasiven Pflanzen bestehe. Die Erstellung eines naturnahen Teichs 
biete Lebensraum für die Fadenmolche. Mit einer zusätzlichen Auflage 
ordnete die BVD an, dass zum Schutz der Fadenmolche der bestehende 
Betonteich ausschliesslich zwischen September und November 
abgebrochen werden dürfe (Ziff. 4.3.4 des Dispositivs). Insgesamt böten die 
definierten Massnahmen und die Auflagen genügend Ersatz für den Eingriff 
in die Lebensräume. Zwar werde während der Bauphase tatsächlich ein Teil 
der auf der Parzelle vorkommenden Lebensräume zerstört. Das sei aber 
eine nicht zu vermeidende Konsequenz aus dem Recht, eine Parzelle in der 
Bauzone bebauen zu dürfen. Zudem seien auf der Parzelle mehrere 
Baumschutzzonen vorgesehen, mittels welcher die aktuell vorhandenen und 
zu erhaltenden Bäume während der Bauphase geschützt würden. Die 
Talfettwiese westlich und nördlich des bestehenden Gebäudes bestehe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
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bereits heute und werde aktuell teilweise beschattet. Gemäss Erläuterungen 
zur Naturschutzbilanz sei eine Talfettwiese nördlich und westlich des 
Gebäudes vorgesehen. Die ANF habe die Erläuterung zur Naturschutzbilanz 
und damit auch den Standort der geplanten Talfettwiese zur Kenntnis 
genommen, ohne daran Kritik zu üben, was als Zustimmung gewertet 
werden könne. Zusammenfassend seien die definierten Massnahmen 
notwendig, aber auch ausreichend, um für den technischen Eingriff in die 
Lebensräume geschützter Tiere und Pflanzen Ersatz zu bieten. Zwar sei der 
Ersatz flächenmässig nicht gleichwertig, werte aber die Umgebung qualitativ 
deutlich auf und biete auf kleinerem Raum in hoher Qualität Lebensraum für 
einheimische Tiere und Pflanzen.

7.4 Die Parteien haben sich dazu wie folgt geäussert:

7.4.1 Die Beschwerdeführenden bestreiten die Annahme der Vorinstanz 
und der ANF, wonach die Standortgebundenheit und ein überwiegendes 
Interesse für den Eingriff in Lebensräume gegeben seien. Primär seien 
Beeinträchtigungen zu vermeiden und erst in letzter Priorität 
Wiederherstellungs- und Ersatzmassnahmen anzuordnen. Es bestehe kein 
Anspruch, eine Parzelle in der Wohnzone unter voller Ausnützung der 
baupolizeilichen Masse zu überbauen, wenn nicht vorgängig eine 
umfassende Interessenabwägung vorgenommmen worden sei. Das sei hier 
nicht erfolgt: Beschwerdegegnerin 1 und Vorinstanzen sowie das 
Fachgutachten des Umweltbüros seien von Beginn weg davon 
ausgegangen, dass das Interesse an einer maximalen Ausnützung einer 
Parzelle Vorrang gegenüber dem Erhalt der geschützten Lebensräume 
habe. In einem ersten Schritt sei der Baukörper geplant und erst nachträglich 
seien geschützte Lebensräume thematisiert worden. Richtigerweise wäre 
zuerst eine Schutzabklärung durchzuführen und nach erfolgter 
Interessenabwägung ein Konzept zu erarbeiten, wie die Lebensräume 
bestmöglich erhalten werden können. Zudem sei die Zonenordnung im 
vorliegenden Fall über 15 Jahre alt, nicht aktuell und akzessorisch zu 
überprüfen, da seit ihrem Erlass das RPG (Art. 1 und 15) geändert worden 
sei und auf der Parzelle geschützte Lebensräume festgestellt worden seien. 
Ungeachtet der Anpassung der Zonenordnung lasse sich eine 
Beeinträchtigung der geschützten Lebensräume nur halten, wenn eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
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rechtsgenügliche Interessenabwägung vorgenommen werde. Es sei 
unzutreffend, dass die Lebensräume nicht von nationaler, regionaler oder 
lokaler Bedeutung seien; die entsprechenden Schutzabklärungen seien 
bisher nicht vorgenommen worden, es lägen mindestens Lebensräume von 
lokaler Bedeutung vor. Es sei auch unzutreffend, dass die Lebensräume 
nicht aussergewöhnlich und einzigartig seien. Die Talfettwiese sei auf der 
Roten Liste Lebensräume des Bundesamts für Umwelt (BAFU) aufgeführt 
und die Fledermaus- und Wildbienenarten seien teilweise in der Roten Liste 
der gefährdeten Arten aufgeführt. Es bestehe ein grosses Interesse am 
Erhalt der Lebensräume. Selbst wenn aufgrund der Interessenabwägung ein 
Eingriff zulässig wäre, wären die Vorgaben für die erforderlichen 
Wiederherstellungsmassnahmen verletzt: Erstmals mit dem 
Umgebungsgestaltungsplan vom 24. Oktober 2022 und der 
Naturschutzbilanz hätten Unterlagen vorgelegen, die eine Überprüfung der 
naturschutzrechtlichen Belange erlaubten. Diese seien aber von der ANF 
nicht beurteilt worden, was nachzuholen sei. Die Beschwerdeführenden 
beantragen ausdrücklich die Einholung eines aktualisierten Amtsberichts der 
ANF. Weiter seien die angeordneten Ersatzmassnahmen nicht gleichwertig: 
Die bestehenden Talfettwiesen würden beim Bau vollständig zerstört. In der 
Bilanz fehle unter «Ausgangszustand» ein grosser Teil der bestehenden 
Talfettwiese; diese sei ebenfalls aufzunehmen und im Endzustand mit 0 zu 
bewerten. Zudem befinde sich ein grosser Teil der neu projektierten 
Talfettwiese nördlich und unmittelbar angrenzend an das projektierte 
Gebäude. Dort könne kein mit dem bisherigen gleichwertiger Lebensraum 
entstehen. Zudem kämen auch den grossen Einzelbäumen auf der Parzelle 
Biotopwert zu. Dieser waldähnliche Baumbestand werde grösstenteils 
verschwinden und müsste flächenmässig wieder hergestellt werden 
(Beschwerde S. 15 ff.).

7.4.2 Die Gemeinde und die Beschwerdegegnerin 1 gehen davon aus, 
dass der Zonenplan nicht akzessorisch zu überprüfen sei: Nutzungs- und 
Bauzonenplan seien zwar älter als 15 Jahre, aber unter der Herrschaft des 
RPG entstanden. Es seien seit ihrem Erlass keine hier massgebenden 
geänderten tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnisse eingetreten. Das 
Interesse der Eigentümerschaft an der Planbeständigkeit und an der 
Überbauung ihrer im Siedlungsgebiet gelegenen Bauparzelle überwiege den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
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technischen Eingriff in die Lebensräume. Die angeordneten Massnahmen 
seien ausreichend, um für den Eingriff Ersatz zu bieten.

7.5 Zum Natur- bzw. Biotopschutz ergibt sich Folgendes:

7.5.1 Gemäss Art. 18 Abs. 1 NHG ist dem Aussterben einheimischer Tier- 
und Pflanzenarten durch die Erhaltung genügend grosser Lebensräume 
(Biotope) und andere geeignete Massnahmen entgegenzuwirken. Bei diesen 
Massnahmen ist schutzwürdigen land- und forstwirtschaftlichen Interessen 
Rechnung zu tragen. Besonders zu schützen sind Uferbereiche, Riedgebiete 
und Moore, seltene Waldgesellschaften, Hecken, Feldgehölze, 
Trockenrasen und weitere Standorte, die eine ausgleichende Funktion im 
Naturhaushalt erfüllen oder besonders günstige Voraussetzungen für 
Lebensgemeinschaften aufweisen (Art. 18 Abs. 1bis NHG). Ein technischer 
Eingriff, der schützenswerte Biotope beeinträchtigen kann, darf nur bewilligt 
werden, sofern er standortgebunden ist und einem überwiegenden Bedürfnis 
entspricht (Art. 14 Abs. 6 NHV). Lässt sich eine Beeinträchtigung 
schutzwürdiger Lebensräume durch technische Eingriffe unter Abwägung 
aller Interessen nicht vermeiden, so hat der Verursacher oder die 
Verursacherin für besondere Massnahmen zu deren bestmöglichem Schutz, 
für Wiederherstellung oder ansonst für angemessenen Ersatz zu sorgen 
(Art. 18 Abs. 1ter NHG; Art. 14 Abs. 7 NHV). Der Bundesrat bezeichnet nach 
Anhören der Kantone die Biotope von nationaler Bedeutung (Art. 18a Abs. 1 
NHG) in besonderen Verordnungen (Inventare; Art. 16 Abs. 1 NHV). Die 
Kantone sorgen für Schutz und Unterhalt der Biotope von regionaler und 
lokaler Bedeutung (Art. 18b Abs. 1 NHG). Nach Art. 20 Abs. 1 NHG kann 
sodann der Bundesrat das Pflücken, Ausgraben, Ausreissen, Wegführen, 
Feilbieten, Verkaufen, Kaufen oder Vernichten seltener Pflanzen ganz oder 
teilweise untersagen. Ebenso kann er entsprechende Massnahmen zum 
Schutz bedrohter oder sonst schützenswerter Tierarten treffen. Die Kantone 
können solche Verbote für weitere Arten erlassen (Art. 20 Abs. 2 NHG). 
Gestützt darauf hat der Bundesrat in Art. 20 Abs. 1 NHV festgelegt, dass das 
unberechtigte Pflücken, Ausgraben, Ausreissen, Wegführen, Anbieten, 
Verkaufen, Kaufen oder Vernichten, insbesondere durch technische 
Eingriffe, von wildlebenden Pflanzen der im Anhang 2 aufgeführten Arten 
untersagt ist. Gemäss Art. 20 Abs. 2 NHV gelten zusätzlich zu den im 

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Bundesgesetz vom 20. Juni 1986 über die Jagd und den Schutz 
wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz, JSG; SR 922.0) genannten 
die wildlebenden Tiere der im Anhang 3 aufgeführten Arten als geschützt. 
Es ist untersagt, Tiere dieser Arten zu töten, zu verletzen oder zu fangen 
sowie ihre Eier, Larven, Puppen, Nester oder Brutstätten zu beschädigen, zu 
zerstören oder wegzunehmen (Bst. a) oder sie lebend oder tot, 
einschliesslich der Eier, Larven, Puppen oder Nester, mitzuführen, zu 
versenden, anzubieten, auszuführen, andern zu überlassen, zu erwerben, in 
Gewahrsam zu nehmen oder bei solchen Handlungen mitzuwirken. Die 
zuständige Behörde kann gemäss Art. 20 Abs. 3 NHV 
Ausnahmebewilligungen erteilen, wenn dies der Erhaltung der biologischen 
Vielfalt dient (Bst. a) oder für technische Eingriffe, die standortgebunden sind 
und einem überwiegenden Bedürfnis entsprechen. Ihr Verursacher oder ihre 
Verursacherin ist zu bestmöglichen Schutz- oder ansonst angemessenen 
Ersatzmassnahmen zu verpflichten (Bst. b). Die Voraussetzungen für 
technische Eingriffe nach Art. 20 Abs. 3 NHV stimmen damit weitgehend 
überein mit denjenigen nach Art. 14 Abs. 6 NHV (BGer 1C_164/2012 vom 
30.1.2013 E. 6.1; VGE 2022/371 vom 10.6.2024 E. 3.2.5 [noch nicht 
rechtskräftig]).

7.5.2 Das NHG enthält keine eigentliche Legaldefinition eines Biotops 
(Karl-Ludwig Fahrländer, in Keller/Zufferey/Fahrländer [Hrsg.], Kommentar 
NHG, 2. Aufl. 2019, Art. 18 N. 13), sondern nur einerseits eine Liste von 
besonders schützenswerten Bereichen (Art. 18 Abs. 1bis NHG) und 
andererseits qualitative Kriterien, nach denen Biotope als schützenswert 
bezeichnet werden (Art. 14 Abs. 3 NHV). Der Schutz von Art. 18 NHG gilt 
jedoch nicht für jedes biotische Milieu, das einem bestimmten Tier- und 
Pflanzenbestand relativ stabile Lebensraumbedingungen bietet; der Begriff 
des Biotops im Sinn des NHG bezieht sich auf einen «genügend grossen 
Lebensraum», der eine bestimmte Funktion ausübt, eine ökologische 
Qualität aufweist und schutzwürdig ist (BGE 133 II 220 E. 2.3, 121 II 161 
E. 2b/bb [Pra 85/1996 Nr. 96], 116 Ib 203 E. 4b [Pra 80/1991 Nr. 132]). Eine 
nähere Bundesgerichtspraxis zur Abgrenzung der Schutzwürdigkeit hat sich 
bisher nicht entwickelt (Nina Dajcar, in Keller/Zufferey/Fahrländer [Hrsg.], 
Kommentar NHG, 2. Aufl. 2019, Art. 18b N. 15). Anders als bei den in 
besonderen Verordnungen bezeichneten Biotopen von nationaler 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
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Bedeutung (Art. 16 Abs. 1 NHV) regelt das Bundesrecht auch nicht, welche 
Biotope eine regionale oder lokale Bedeutung haben (Jeannerat/Moor, in 
Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, 2016, Art. 17 N. 70). Die feh-
lende Präzision des Begriffs des genügend grossen Lebensraums (Art. 18 
Abs. 1 NHG) macht es unmöglich, direkt aus dem Bundesrecht ein einheitli-
ches, für die ganze Schweiz geltendes Konzept des schutzwürdigen Lebens-
raums abzuleiten (BGer 1C_653/2019 vom 15.12.2020 E. 3.6.2). Dass auf 
einem bestimmten Grundstück eine geschützte Tier- oder Pflanzenart 
vorkommt, macht dieses Grundstück noch nicht zwingend zu einem 
(mindestens lokal) schützenswerten Biotop (VGE 2022/371 vom 10.6.2024 
E. 3.2.5 [noch nicht rechtskräftig]).

7.5.3 Das Bundesrecht bestimmt nicht im Einzelnen, wie die Kantone den 
Schutz der Biotope regeln. Schutz und Unterhalt der Biotope sollen wenn 
möglich aufgrund von Vereinbarungen mit den Grundeigentümerinnen und 
Grundeigentümern sowie Bewirtschafterinnen und Bewirtschaftern sowie 
durch angepasste land- und forstwirtschaftliche Nutzung erreicht werden 
(Art. 18c Abs. 1 NHG). Sodann sehen die Kantone gemäss Art. 14 Abs. 5 
NHV ein zweckmässiges Feststellungsverfahren vor, mit dem möglichen Be-
einträchtigungen schützenswerter Biotope sowie Verletzungen der Arten-
schutzbestimmungen vorgebeugt werden kann. Das Feststellungsverfahren 
muss den Betroffenen ermöglichen, mit hinreichender Bestimmtheit den Um-
fang des Schutzes zu erkennen und gegebenenfalls die Massnahmen an-
fechten zu können (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]; 
BGE 133 II 220 E. 3.3-3.5). Abgesehen von den Vereinbarungen und beson-
deren Schutzbeschlüssen erfolgt die Unterschutzstellung primär im Rahmen 
der Nutzungsplanung d.h. durch Schutzzonen im Sinn von Art. 17 RPG 
(BGE 146 II 347 E. 3.2, 118 Ib 485 E. 3c; BGer 1C_338/2021 vom 
25.1.2022 E. 8.4; Karl-Ludwig Fahrländer, a.a.O., Art. 18 N. 7, 23; Nina Daj-
car, a.a.O., Art. 18b N. 9 f., 22; Jeannerat/Moor, a.a.O., Art. 17 N. 69 ff.). Im 
Rahmen der Zonenplanung sind die Anliegen des Biotopschutzes zu berück-
sichtigen (Alexandra Gerber, Biotopschutz und ökologischer Ausgleich im 
Siedlungsgebiet: dringend benötigt und rechtlich geboten, in URP 2018 
S. 1 ff., 6 f.). Der Schutz regionaler und lokaler Biotope gilt nicht schon auf-
grund von Bundesrecht (Nina Dajcar, a.a.O., Art. 18b N. 1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 38

7.5.4 Im Kanton Bern werden diese bundesrechtlichen Vorgaben mit dem 
NSchG umgesetzt (Art. 1 i.V.m. Art. 3 Abs. 1 Bst. a NSchG). Als Biotope 
gelten schutzwürdige wichtige natürliche und naturnahe Lebensräume der 
einheimischen Tier- und Pflanzenarten, wie bedeutende Einstandsgebiete 
für Tiere, seltene Waldgesellschaften, artenreiche Wiesen und Waldsäume, 
ökologisch wertvolle hochstämmige Obstgärten, Moore, Riede, 
Uferbereiche, Bäche und stehende Kleingewässer (Art. 20 Abs. 1 NSchG). 
Der Kanton sorgt für Schutz und Unterhalt der Biotope von nationaler und 
regionaler Bedeutung (Art. 19 Abs. 1 NSchG). Soweit die 
Unterschutzstellung nicht durch Vertrag erfolgt, sichert der Kanton Bern die 
schutzwürdigen Gebiete von nationaler oder regionaler Bedeutung durch 
Unterschutzstellung mit entsprechendem Beschluss (Art. 4 Abs. 1 Satz 1 
und Art. 6 Abs. 1 Bst. b sowie Art. 36 Abs. 1 NSchG). Der Schutzbeschluss 
obliegt der Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion (WEU; Art. 14 Abs. 2 
und Art. 40 NSchG) und muss die in Art. 36 Abs. 2 NSchG und Art. 7 NSchV 
genannten Bestimmungen enthalten. Die Gemeinden sorgen für Schutz und 
Unterhalt der Biotope von lokaler Bedeutung (Art. 19 Abs. 2 NSchG). Die 
Unterschutzstellung von schutzwürdigen Gebieten und Objekten von lokaler 
Bedeutung richtet sich nach den Vorschriften der Baugesetzgebung über 
den Erlass der baurechtlichen Grundordnung (Art. 41 Abs. 1 NSchG). 
Abgesehen von den unmittelbar bundesrechtlich geschützten 
Ufervegetationen (Art. 21 NHG), Mooren und Moorlandschaften (Art. 23a ff. 
NHG) sowie den von Gesetzes wegen geschützten Hecken und 
Feldgehölzen (Art. 27 NSchG; vgl. BVR 2002 S. 400 E. 2d) sind also Biotope 
nach bernischem Recht nicht unmittelbar von Gesetzes wegen geschützt, 
sondern nur aufgrund eines Vertrags oder eines kantonalen oder 
kommunalen Beschlusses. In Ausübung der durch Art. 20 Abs. 2 NHG 
eingeräumten kantonalen Kompetenz ermächtigt sodann Art. 31 Abs. 2 
NSchG den Regierungsrat, durch Verordnung die Pflanzen und Tiere zu 
bezeichnen, die zusätzlich zu den vom Bundesrecht genannten geschützt 
sind. Die gestützt darauf erlassene NSchV unterscheidet unbedingt 
geschützte Pflanzen gemäss Anhang 1.1, die vollständig geschützt sind 
(Art. 19), und bedingt geschützte Pflanzen gemäss Anhang 1.2 (Art. 20). Es 
ist untersagt, die unbedingt geschützten Pflanzen oder Teile davon zu 
pflücken, auszugraben, auszureissen oder auf andere Weise zu schädigen, 
mitzunehmen, zu versenden, feilzubieten, zu veräussern oder sich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 39

anzueignen (Art. 19 Abs. 2 NSchV). Die bedingt geschützten Pflanzen 
dürfen weder ausgegraben noch ausgerissen oder geschädigt werden; 
sofern die Art am Standort und in der näheren Umgebung häufig ist, dürfen 
höchstens fünf Blütentriebe, fünf Fruchttriebe oder fünf Zweige sorgfältig 
gepflückt werden (Art. 20 NSchV). Ferner gelten gemäss Art. 25 NSchV die 
in Anhang 2 aufgeführten Tierarten als geschützt. Gemäss Art. 26 NSchV ist 
es verboten, geschützte Tiere absichtlich zu fangen, zu verletzen oder zu 
töten, ihre Eier, Larven, Puppen sowie ihre Nester zu beschädigen oder 
wegzunehmen, ihre Brutstätten oder bevorzugten Aufenthaltsorte zu stören 
oder zu beschädigen oder sie lebend oder tot mitzuführen, zu versenden, 
anzubieten, auszuführen, anderen zu überlassen, zu erwerben, in 
Gewahrsam zu nehmen oder bei solchen Handlungen mitzuwirken; dies gilt 
auch für die Eier, Larven, Puppen und Nester dieser Tiere. Die ANF kann für 
technische Eingriffe in Brutstätten oder bevorzugte Aufenthaltsorte 
Ausnahmebewilligungen erteilen, wenn die Eingriffe standortgebunden sind 
und einem überwiegenden Bedürfnis entsprechen. Die Verursacherin bzw. 
der Verursacher ist zu verpflichten, die erforderlichen Schutz-, Ersatz- oder 
Wiederherstellungsmassnahmen zu treffen (Art. 27 Abs. 2 NSchV).

7.5.5 Für die streitbetroffene, nicht vertraglich unter Schutz gestellte 
Parzelle Nr. 2________ liegt weder ein kantonaler Schutzbeschluss noch 
eine kommunale Unterschutzstellung in der baurechtlichen Grundordnung 
vor. Es fragt sich daher, ob im Baubewilligungsverfahren eine solche 
Unterschutzstellung erfolgen kann. Diese Frage wird in der Literatur 
unterschiedlich beantwortet (Hinweise bei Karl-Ludwig Fahrländer, a.a.O., 
Art. 18 N. 25).

7.5.6 Die Rechtsprechung zu dieser Frage ist nicht widerspruchsfrei:

7.5.6.1 Nach der amtlich publizierten Rechtsprechung des Bundesgerichts 
ergeben sich die Bezeichnung als Biotop und die damit verbundenen 
Eigentumsbeschränkungen – anders als etwa in Bezug auf den Wald – nicht 
schon aus Bundesrecht (Art. 18 NHG), sondern erst aus dem 
entsprechenden kantonalen Recht (BGE 133 II 220 E. 2.3, 118 Ib 485 E. 3a, 
116 Ib 203 E. 4b und 5f-j [Pra 80/1991 Nr. 132]). Die Kantone sind zwar 
aufgrund von Bundesrecht verpflichtet, Biotope zu schützen 
(BGE 116 Ib 203 E. 5d). Aber wenn die Anliegen des Biotopschutzes in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
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Konflikt treten mit einer geltenden Zonenplanung, müssen die Kantone 
zunächst die Biotope und die Schutzziele festlegen (BGE 116 Ib 203 E. 5e). 
Eine schwere Eigentumsbeschränkung, namentlich ein Verbot einer 
bestimmungsgemäss möglichen Nutzung bzw. ein Bauverbot, bedarf einer 
formellgesetzlichen Grundlage (Art. 36 Abs. 1 BV), die sich nicht schon aus 
Art. 18 NHG ergibt (BGE 133 II 220 E. 2.5, 118 Ib 485 E. 3c). Es gäbe eine 
grosse Rechtsunsicherheit, wenn direkt aufgrund der allgemeinen 
Schutzpflicht gemäss den Bestimmungen zum Biotopschutz die geltenden 
Zonenordnungen ihrer Substanz beraubt würden (BGE 116 Ib 203 E. 5i).

7.5.6.2 In BGE 118 Ib 485 ging es um einen Quartierplan. Das 
Bundesgericht führte aus, dass die Voraussetzungen von Art. 21 Abs. 2 
RPG erfüllt sein müssen, soweit die Unterschutzstellung von Biotopen die 
Änderung geltender Nutzungspläne erfordert (E. 3c). Alsdann prüfte es 
(E. 4), ob der Kanton für den Schutz des Quartierplangebiets als Biotop 
regionaler oder lokaler Bedeutung zu sorgen hat und bejahte dies, weil das 
Gebiet Lebensraum einer vom Aussterben bedrohten Tierart (Eisvogel) war. 
Der Regionalplan Landschaft, mit welchem der Quartierplan übereinstimmte, 
stammte aus einer Zeit vor dem Erlass der geänderten Bestimmungen von 
Art. 18 ff. NHG (E. 4c/aa). Weiter führte das Bundesgericht aus, die 
Anordnung einer Massnahme zum Schutz des fraglichen Brutbiotops des 
Eisvogels führe zumindest für einen Teil des Quartierplangebiets zu einer 
Einschränkung der nach dem geltenden Zonenplan (aus dem Jahr 1968) 
zulässigen baulichen Nutzung. Die Erhaltung eines Biotops von regionaler 
Bedeutung rechtfertige jedoch eine Einschränkung baulicher Möglichkeiten, 
zumal zum Schutz des Lebensraums des Eisvogels das Bauen nicht im 
ganzen Quartierplangebiet untersagt werden müsse (E. 5a). Das 
bedeutende öffentliche Interesse an der Erhaltung eines natürlichen 
Lebensraums der einheimischen Tierwelt überwiege das Interesse an einer 
uneingeschränkten baulichen Nutzung (E. 5b). Der Quartierplan verletze 
demnach Art. 18 und 18b NHG (E. 5c).

7.5.6.3 Im Urteil 1A.173/2001 vom 26. April 2002 (ZBl 2003 S. 166), in dem 
es um eine Baubewilligung für eine Waldstrasse (ausserhalb der Bauzone) 
ging und somit schon aus waldrechtlichen Gründen eine Interessenabwä-
gung im Einzelfall erforderlich war, erwog das Bundesgericht, die Abklärun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 41

gen betreffend Schutzwürdigkeit dürften auch dann nicht unterbleiben, wenn 
das betreffende Gebiet keiner formellen Schutzzone zugewiesen sei. Die 
förmliche Bezeichnung sei nicht zwingende Voraussetzung für den Biotop-
schutz. Vielmehr sei im Planungs- oder Bewilligungsverfahren für einen 
«technischen Eingriff» abzuklären, ob ein schutzwürdiges Biotop vorliege 
(E. 4.3). Im Urteil BGer 1C_653/2019 vom 15. Dezember 2020, in dem es 
um eine Baubewilligung in einer Bauzone ging, erwog das Bundesgericht 
unter Berufung auf das Urteil BGer 1A.173/2001 und ohne weitere Begrün-
dung, Art. 18b NHG sei direkt anwendbar. Art. 18 Abs. 1ter NHG verlange 
nicht, dass die Biotope formell bezeichnet worden seien; sie könnten auch 
erst im Stadium der Baubewilligung festgelegt werden (E. 3.6). Im Urteil 
BGer 1C_126/2020 vom 15. Februar 2021 (URP 2021 S. 368) erwog das 
Bundesgericht sodann, im Rahmen der Nutzungsplanung sei der Existenz 
eines Biotops nicht Rechnung getragen worden; eine akzessorische Über-
prüfung des Plans sei daher zulässig (E. 5.2.1) und die Interessenabwägung 
könne im Rahmen der Baubewilligung vorgenommen werden (E. 6.2). Im Ur-
teil BGer 1C_182/2022 vom 20. Oktober 2023 erinnerte das Bundesgericht 
an die allgemeinen Voraussetzungen für die akzessorische Überprüfung ei-
ner Nutzungsplanung im Baubewilligungsverfahren (BGE 148 II 417 E. 3.2, 
144 II 41 E. 5.1) und bestätigte, dass auch die Entdeckung eines schutzwür-
digen Biotops die Anpassung des Plans rechtfertigen könne (E. 4.1).

7.5.6.4 Das Verwaltungsgericht erwog mehrmals unter Berufung auf die bun-
desgerichtliche Praxis, Art. 18 NHG bewirke keinen unmittelbaren Schutz 
der Biotope (BVR 2002 S. 400 E. 2b/aa, 2006 S. 224 [VGE 21812 vom 
1.10.2004] nicht publ. E. 11.2; VGE 2018/263 vom 7.11.2019 E. 3.2). In 
VGE 21424 vom 20. Dezember 2002 (bestätigt durch BGer 1A_29/2003 
vom 9.7.2003), in dem es um eine Baubewilligung innerhalb einer Bauzone 
ging, prüfte (und verneinte) das Verwaltungsgericht auf entsprechende Rüge 
der Beschwerdeführenden hin vorfrageweise, ob die Bauparzelle einen 
schutzwürdigen Lebensraum im Sinn von Art. 18 Abs. 1ter NHG darstellt 
(E. 5d), wobei es dort aber primär um die unmittelbar von Gesetzes wegen 
geschützten Hecken und Feldgehölze (Art. 27 f. NSchG) ging. In VGE 21929 
vom 29. Juni 2006 (bestätigt durch BGer 1A.185/2006 vom 5.3.2007, in 
URP 2007 S. 461), in dem es um ein Wegprojekt in einem im Bundesinventar 
der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) aufgenommenen Gebiet ging, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.04.2025, Nr. 100.2023.170U, 
Seite 42

erwog das Verwaltungsgericht (E. 7.3.3), zwar sei das Biotop (noch) nicht im 
Sinn einer grundeigentümerverbindlichen Vorkehr unter Schutz gestellt wor-
den, doch müssten solche Gebiete nicht in jedem Fall durch einen behördli-
chen Akt als schützenswert bezeichnet werden, bevor ihnen der gesetzliche 
Schutz gewährt werden könne. Art. 18 NHG verschaffe zwar keinen kraft 
Bundesrechts rechtswirksamen Biotopschutz. Die grundeigentümerverbind-
liche Durchsetzung des Biotopschutzes im Sinn von Art. 18 Abs. 1 und 1bis 
NHG erfordere grundsätzlich eine den jeweiligen Lebensraum betreffende 
Anordnung der dafür zuständigen Behörde. Soweit diese jedoch noch nicht 
erfolgt, unterblieben oder ungenügend sei, könne die unzulässige Beein-
trächtigung eines im Sinn von Art. 18 Abs. 1 und 1bis NHG schutzwürdigen 
Biotops auch in dem den Eingriff in den Lebensraum betreffenden Verfahren 
geltend gemacht werden. Analog erwog das Verwaltungsgericht in 
VGE 22500 vom 11. Juli 2007 E. 4.2 (URP 2008 S. 265; Projekt ausserhalb 
der Bauzone) unter Berufung auf Literaturstimmen sowie die zitierten Urteile 
BGer 1A.173/2001 und VGE 21929, die förmliche Bezeichnung eines Le-
bensraums sei nicht zwingende Voraussetzung für den Biotopschutz. Auch 
ohne vorherige Bewertung und darauf abgestützte Bezeichnung seien tech-
nische Eingriffe in schutzwürdige Biotope nur unter den Voraussetzungen 
von Art. 18 Abs. 1ter NHG zulässig. Im Planungs- oder Baubewilligungsver-
fahren für einen solchen Eingriff sei abzuklären, ob ein schutzwürdiges Bio-
top vorliege. In VGE 2021/245 vom 3. Mai 2022 erwog das Verwaltungsge-
richt (E. 7.5.2, unter Hinweis auf BGer 1C_653/2019 vom 15.12.2020 E. 3.6), 
für den Schutz von Biotopen sei nicht zwingend vorausgesetzt, dass diese 
in einem Richt- oder Nutzungsplan bezeichnet seien. Ausserhalb der Bau-
zone seien auch technische Eingriffe in nicht vorher bezeichnete schutzwür-
dige Biotope grundsätzlich nur nach einer Abwägung aller Interessen zuläs-
sig. In rechtskräftig ausgeschiedenen Bauzonen könne die Frage der 
Schutzwürdigkeit eines Biotops bei der Beurteilung konkreter Bauvorhaben 
Gegenstand des Bewilligungsverfahrens bilden. Wenn Abkl