# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a4c9b17c-928f-5395-89c2-0f56022b6d19
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-29
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2013 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2013
**Docket/Reference:** DB.2015.246
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2015_246_ou.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2015.246 
2 ST.2015.298 

Entscheid 

29. Februar 2016 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Alexander Widl und Gerichtsschreiberin Christina Hefti 

1.  A ,  
2.  B ,    

vertreten durch Treuhandbüro C,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/  
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,   

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2013 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2013 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige) und B (nachfolgend die Pflichtige, zusammen 

die  Pflichtigen)  deklarierten  in  der  Steuererklärung  2013  nach  Abzug  eines  Selbstbe-

halts  Krankheits-  und  Unfallkosten  von  insgesamt  Fr.  6'606.-  (direkte  Bundessteuer) 

bzw.  Fr. 6'781.-  (Staats-  und  Gemeindesteuern).  Darin  enthalten  waren  Kosten  für 

mehrere Kuraufenthalte in der Casa D, E, in Höhe von Fr. 3'020.- (= Fr. 3'560.- abzüg-

lich eines Anteil für Lebenshaltungskosten von Fr. 540.-). 

Mit  Einschätzungsentscheid  und  Veranlagungsverfügung  vom  16.  März  2015 

anerkannte das Steueramt F die deklarierten Kosten für Kuraufenthalte nicht und liess 

nur  Krankheitskosten  von  Fr. 3'045.-  (direkte  Bundessteuer)  resp.  Fr.  3'220.-  (Staats- 

und  Gemeindesteuern)  zum  Abzug  zu.  Dementsprechend  bemass  es  das  steuerbare 

Einkommen  der  Pflichtigen  auf  Fr  45'500.-  (direkte  Bundessteuer)  bzw.  Fr. 36'900.- 

(Staats- und Gemeindesteuern); das steuerbare Vermögen setzte es auf Fr. 224'000.- 

fest. 

B.  Eine  hiergegen  erhobene  Einsprache  wies  das  kantonale  Steueramt  nach 

Durchführung einer Untersuchung am 14. Oktober 2015 ab.  

C.  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  vom  10.  November  2015  liessen  die  Pflichti-

gen dem Steuerrekursgericht beantragen, die in der Steuererklärung deklarierten Kur-

aufenthaltskosten  einkommensmindernd  zu  berücksichtigen.  Dementsprechend  sei 

das  steuerbare  Einkommen  auf  Fr. 41'900.-  (direkte  Bundesteuer)  resp.  Fr. 33'400.- 

(Staats- und Gemeindesteuern) herabzusetzen. 

In  seiner  Beschwerde-/Rekursantwort  vom  1.  Dezember  2015  schloss  das 

kantonale Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. Mit Replik vom 13. Januar 2013 

hielten die Pflichtigen an ihren Anträgen fest. Das kantonale Steueramt verzichtete auf 

eine Duplik. 

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Auf die Parteivorbringen wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwä-

gungen zurückgekommen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a) Von den steuerbaren Einkünften werden gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. h des 

Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezember  1990/13.  Dezem-

ber  2002  (in  Kraft  seit  1.  Januar  2005;  DBG)  die  Krankheits-  und  Unfallkosten  des 

Steuerpflichtigen  und  der  von  ihm  unterhaltenen  Personen  abgezogen,  soweit  der 

Steuerpflichtige  die  Kosten  selber  trägt  und  diese  5%  der  um  die  Aufwendungen  ge-

mäss Art. 26 - 33 DBG verminderten steuerbaren Einkünfte übersteigen. Die nämliche 

Regel statuiert § 32 lit. a des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) für das kantonale 

Recht.  Das  Steuergesetz  berücksichtigt  damit  solche  Aufwendungen  ausnahmsweise 

steuermindernd, obschon sie grundsätzlich zu den nicht abziehbaren Lebenshaltungs-

kosten gehören.  

Als  abzugsfähig  gelten  alle  Kosten  zur  Erhaltung  und  Wiederherstellung  der 

körperlichen  oder  psychischen  Gesundheit,  bei  welchen  ein  adäquater  Kausalzusam-

menhang  zwischen  den  Kosten  und  einer  gesundheitlichen  Beeinträchtigung  besteht 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 33 N 147 

DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 32 N 12 StG). 

b) Laut Kreisschreiben Nr. 11 der Eidgenössischen Steuerverwaltung zur Ab-

zugsfähigkeit  von  Krankheits-,  Unfall-  und  Invaliditätskosten  vom  31. August  2005 

(ZStB II Nr. 63/701) sowie dem Merkblatt des kantonalen Steueramts zu den Abzügen 

der  Krankheits-  und  Unfallkosten  sowie  der  behinderungsbedingten  Kosten  vom 

19. Juli  2005  (ZStB I  Nr. 19/002;  Merkblatt)  sind  als  Krankheitskosten  insbesondere 

Auslagen für Arzt und von diesem verordnete Medikamente, Zahnarzt, Pflegepersonal, 

Aufenthalt in Spitälern und Heilstätten usw., ärztlich verordnete Therapien, Kuraufent-

halte usw. sowie medizinische Apparate, Korrekturgläser und dergleichen abzugsfähig. 

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Auch  Erholungskuren  ohne  weitergehende medizinische  Behandlung  können 

unter Umständen als Krankheitskosten in Abzug gebracht werden, sofern ein adäqua-

ter Kausalzusammenhang zwischen den Kosten des Kuraufenthalts und einer gesund-

heitlichen  Beeinträchtigung  besteht  und  der  Aufenthalt  ärztlich  verordnet  ist  (VGr,  

1. Oktober 2014, SB.2014.00093+94, www.vgrzh.ch, auch zum Folgenden). Die ärztli-

che  Verordnung  muss  jedoch  vor  Antritt  des  Kuraufenthalts  erfolgen.  Eine  erst  nach-

träglich ausgestellte ärztliche Bescheinigung genügt nicht, selbst wenn der betreffende 

Aufenthalt zweckmässig war und sogar zu einem Heilerfolg führte (BGr, 10. Juli 2009, 

2C_103/2009, www.bger.ch).  

Ärztlich  verordnete  Kur-  und  Erholungsaufenthalte  bewegen  sich  in  einem 

"Graubereich", in welchem die Abzugsfähigkeit der entsprechenden Kosten nicht ohne 

weiteres bejaht oder verneint werden kann (VGr AG, 20. Januar 2006, StE 2007 B 27.5 

Nr. 12; VGr, 1. Oktober 2014, SB.2014.00093+94, www.vgrzh.ch,). Sie sind insbeson-

dere  von  den  steuerlich  nicht  abzugsfähigen  Lebenshaltungskosten  und  präventiven 

Gesundheitsmassnahmen  abzugrenzen,  welche  letztlich  auch  der  Gesunderhaltung 

dienen.  Da  der  Begriff  der  Krankheitskosten  restriktiv  auszulegen  ist,  da  es  sich  um 

eine Ausnahme vom Grundsatz handelt, dass Lebenshaltungskosten nicht abzugsfähig 

sind,  können  somit  nur  jene  Kur-  und  Erholungsaufenthalte  als  krankheitsbedingt  an-

gesehen werden, die medizinisch indiziert waren.  

c) Krankheitskosten im Sinn von Art. 33 Abs. 1 lit. h DBG bzw. § 32 lit. a StG 

stellen  steuermindernde Tatsachen  dar,  welche  gemäss  den  allgemeinen  Beweislast-

regeln  vom  Steuerpflichtigen  darzutun  und  nachzuweisen  sind  (vgl.  RB 1987  Nr. 35, 

auch  zum  Folgenden).  Wegen  der  Abgrenzungsproblematik  zu  den  nicht  abzugsfähi-

gen  Lebenshaltungskosten  sind  an  die  Substanziierung  der  gesundheitlichen  Beein-

trächtigung  und  der  zur  Behebung  oder  Linderung  vorgesehenen  Massnahmen  ver-

gleichsweise strenge Anforderungen zu stellen (VGr, 1. Oktober 2014, SB.2014.00093 

und  SB.2014.00094,  E.  2.4,  www.vgrzh.ch).  Der  Steuerpflichtige  hat  bis  zum  Ablauf 

der Rekursfrist die zum Beweis für seine Darstellung erforderlichen Beweismittel einzu-

reichen  oder  zumindest  anzubieten  (RB 1975  Nr. 55,  1986  Nr. 49).  Fehlt  es  an  einer 

hinreichenden  Sachdarstellung  oder  Beweismittelofferte,  trifft  das  Steuerrekursgericht 

keine weitere Untersuchungspflicht. Es hat den Steuerpflichtigen weder zur Ergänzung 

seiner mangelhaften Sachdarstellung noch zur Beibringung besserer Beweismittel an-

zuhalten.  

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d)  Ein  vom  Steuerpflichtigen  eingereichtes  Arztzeugnis  bzw.  eine  ärztliche 

Verordnung  hat  den  Stellenwert  eines  Parteigutachtens.  Dieses  unterliegt  wie  jedes 

andere  Gutachten  der  freien  Beweiswürdigung.  Der  Beweiswert  eines  solchen  Zeug-

nisses  ist  jedoch  herabgemindert,  wenn  darin  wesentliche  Angaben  zur  Erkrankung 

und  zum  Behandlungskonzept  fehlen  oder  die  Umstände  darauf  hindeuten,  dass  ein 

Gefälligkeitsgutachten ausgestellt wurde. 

2. Vorliegend ist einzig streitig, ob die (betragsmässig nicht streitigen) Kosten 

von Fr. 3'560.- für vier Kuraufenthalte in der Casa D, E, zu den abzugsfähigen Krank-

heitskosten gehören. 

a)  Im  Einspracheverfahren  reichten  die  Pflichtigen  ein  Arztzeugnis  von 

Dr.med. G, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom … 2015 ein. Darin bestä-

tige  dieser,  dass  er  der  Pflichtigen  in  der  Zeit  vom  …  -  …,  …  -  …,  ...  -  ...  sowie  ...  - 

... 2013 vier Rehabilitationsaufenthalte in der Casa D, E, verordnet habe. Zur Begrün-

dung führte er aus, dass die Casa D das beste Behandlungskonzept für die Pflichtige 

und  ihre  Erkrankung  anbieten  konnte.  Zur  Erkrankung  selber  und  zum  Behandlungs-

konzept  machte  er  jedoch  keine  Angaben.  Aus  diesem  Grund  beweist  dieses  Arzt-

zeugnis nicht schlüssig, dass die vier Aufenthalte in der Casa D nicht bloss Erholungs-

aufenthalte, sondern medizinisch notwendig waren. Letzteres ist schon deswegen nicht 

ohne weiteres nachvollziehbar, weil es sich bei Casa D um eine christlich geführte In-

stitution handelt, welche auf den christlichen Glaubenswerten der Dreieinigkeit Gottes 

– Vater, Sohn und Heiliger Geist – gründet und auf der Grundlage dieses christlichen 

Menschen- und Weltbildes arbeitet. Ihr Angebot umfasst verschiedene Kurse, Lebens-

beratung, Time Out und WG-Lebensschule. Zudem ist die Casa D keine von der Kran-

kenkasse anerkannte Kuranstalt. Aufgrund dieser unklaren Sachlage forderte das kan-

tonale  Steueramt  die  Pflichtige  zu  Recht  auf,  nähere  Angaben  zum  Krankheitsbefund 

und  zu  den  in  der  Casa  D  und  in  der  Zwischenzeit  anderswo  durchgeführten "Thera-

pien  etc."  zu  machen,  weil  blosse  Erholungsaufenthalte  ohne  medizinische  Indikation 

nicht  als  Krankheitskosten  gelten,  sondern  zu  den  nicht  abzugsfähigen  Lebenshal-

tungskosten gehören. Die Pflichtige hielt es im Einspracheverfahren nicht für geboten, 

die  mit  Auflage  vom  15.  April  und  3. Juli  2015  verlangten  Auskünfte  zu  ihrer gesund-

heitlichen  Beeinträchtigung  und  zu  den  durchgeführten  Massnahmen  in  und  ausser-

halb der Casa D in ausreichendem Mass zu beantworten. 

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b)  Nähere  Ausführungen  zum  Krankheitsbefund  und  zu  den  durchgeführten 

Behandlungen  machte  die  Pflichtige  erst  im  Beschwerde-/Rekursverfahren.  Aus  dem 

Behandlungsbericht  ihres  Therapeuten  an  den  vertrauensärztlichen  Dienst  der  Kran-

kenkasse H vom … 2014 geht hervor, dass die Pflichtige als Mutter von drei Kindern, 

einem  damals  sechsjährigen  Sohn  und  einem  Zwillingspaar  im  Alter  von  vier  Jahren 

zunehmend  überfordert  gewesen  sei  und  in  einen  Erschöpfungszustand  (Burn-out) 

geraten  sei.  Ausserdem  leide  sie  episodenweise  an  einer  mittelgradigen  Depression. 

Sie  habe  sich  immer  nur  zwei  Kinder  gewünscht  und  wäre  gerne  noch teilzeitlich  be-

rufstätig  geblieben.  Mit  den  drei  lebhaften  Kindern,  die  untereinander  häufig  streiten, 

fühle sie sich sehr ausgelaugt und am Anschlag. Aufgrund von Abgrenzungsproblemen 

könne  sie  über  ihre  Kinder  kaum  noch  Autorität  ausüben.  Ihre  Nerven  seien  blank. 

Folglich  würde  sie  ihre  Kinder  häufig  nur  noch  anschreien,  was  zu  konfliktreichen  Si-

tuationen und zu Schuldgefühlen fühle. Hinzu kämen ungelöste Konflikte mit ihrer zeit-

weise  unzuverlässigen  und  launischen  Mutter,  von  der  sie  nicht  immer  die  erwartete 

Unterstützung erhalte. Ohne die Hilfe ihres Mannes, ihrer Mutter, ihrer Schwiegermut-

ter und einer Putzfrau würden die Pflichtige und der Haushalt zusammenbrechen. Sie 

habe sich deshalb ab … 2012 zur Durchführung einer psychotherapeutischen Therapie 

bei Dr.med. G entschlossen. Diese beinhalte einerseits eine antidepressive Medikation. 

Andererseits seien nach Einschätzung ihres Facharztes wöchentliche Einzelsitzungen 

notwendig,  damit  die  erkrankte  Pflichtige  an  ihren  Problemen  arbeiten  und  ihre  drei 

Kinder  gesund  heranwachsen  können.  Die  Therapie  umfasse  die  Stärkung  des 

Selbstwertgefühls,  das  Erlernen  von  Copingstrategien  hinsichtlich  Abgrenzungs-  und 

Durchsetzungsfähigkeiten, den Abbau von überhöhten Ansprüchen, Erziehungsidealen 

und unbrauchbaren Prinzipien, die Suche nach Entlastung und den Einbau von regel-

mässigen Entspannungsmöglichkeiten. Ferner sei die konfliktreiche Beziehung zu ihrer 

Mutter  aufzuarbeiten.  Soweit  aus  der  Leistungszusammenstellung  der  Krankenkasse 

pro  2013  ersichtlich  ist,  wurden  diese  therapeutischen  Massnahmen  auch  tatsächlich 

durchgeführt.  

Dass er der Pflichtigen zur Behandlung ihrer Probleme ein Resilienz-Training 

vom  …  bis  …  2013  sowie  regelmässige  Coachings,  Beratungsgespräche  und  Erho-

lungspausen in der Casa D ärztlich verordnet habe, bei welchen Massnahmen es sich 

laut  Arztzeugnis  vom  …  2015  um  "das  beste  Behandlungskonzept"  für  die  Pflichtige 

und ihre Erkrankung handeln soll, kann dem Arztbericht nicht genommen werden. Dar-

in ist lediglich von einer dreiwöchigen Erholungspause ….. in einem christlich geführten 

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Kurhaus die Rede. Das in der dritten …woche 2013 absolvierte Resilienz-Training so-

wie  die  weiteren  Massnahmen  (Coaching  und  Beratungsgespräche)  während  ihrer 

Aufenthalte in der Casa D vom …, …, … und … 2013 wurden im Bericht nicht einmal 

aufgeführt.  Auch  aus  der  erstmals  im  vorliegenden  Verfahren  eingereichten  Bestäti-

gung der Stiftung  D vom … 2015 geht nicht hervor, dass die in der Casa D durchge-

führten Massnahmen ärztlich verordnet waren. Wie sich all diese in der Casa D durch-

geführten  Massnahmen  gestaltet  haben  und  inwiefern  diese  Massnahmen  zur 

Behebung oder Linderung der Krankheit medizinisch notwendig waren, geht aus dem 

Arztzeugnis  nicht  hervor  und  wurde  auch  von  der  Pflichtigen  nicht  näher  erläutert. 

Ebenso  fehlt  ein  Bericht  der  Stiftung  D  zu  Handen  des  behandelnden  Arztes.  Damit 

fehlt es weiterhin am erforderlichen Nachweis des adäquaten Kausalzusammenhangs 

zwischen  den  Kosten  des  Kuraufenthalts  und  der  gesundheitlichen  Beeinträchtigung, 

was zur Folge hat, dass die geltend gemachten Kuraufenthaltskosten nicht als Krank-

heitskosten abzugsfähig sind. 

Hinzu  kommt,  dass  das  kurz  vor  Erhebung  der  Einsprache  verfasste  Arzt-

zeugnis  sowie  die  weiteren  oben  aufgeführten  Umstände  stark  dafür  sprechen,  dass 

die Aufenthalte in der Casa D nicht vor Antritt der dort absolvierten Massnahmen ärzt-

lich verordnet, sondern erst im Nachhinein als medizinisch notwendig bezeichnet wur-

den. Eine nachträgliche Bestätigung des Arztes genügt dem Erfordernis der ärztlichen 

Verordnung  nicht,  selbst  wenn  die  durchgeführten  Behandlungen  medizinisch  zweck-

mässig  waren  und  zu  einer  Linderung  oder  Heilung  der  Krankheit  führten  (BGr,  10. 

Juli 2009, 2C_103/2009, www.bger.ch).  

c)  In  einem  Punkt  sind  die  Rechtsmittel  dennoch  teilweise  gutzuheissen.  In 

der  Aufstellung  über  Krankheits-  und  Unfallkosten  pro  2013  machten  die  Pflichtigen 

nicht  die  gesamten  Kuraufenthaltskosten  von  Fr.  3'560.-,  sondern  lediglich  einen  Be-

trag von Fr. 3'020.- geltend, weil sie einen Anteil von Fr. 540.- für Lebenshaltungskos-

ten in Abzug brachten. Letzteres wurde sowohl bei der Veranlagung/Einschätzung als 

auch  im  Einspracheverfahren  übersehen.  In  den  Einspracheentscheiden  wurden  die 

Kuraufenthaltskosten  im  vollen  Umfang  von  Fr. 3'560.-  anstatt  im  korrekten  Umfang 

von  Fr. 3'020.-  aufgerechnet.  Dieser  Fehler  ist  zu  beheben.  In  teilweiser  Gutheissung 

der  Rechtsmittel  ist  das  steuerbare  Einkommen  in  der  Steuerperiode  2013  somit  um 

Fr. 540.- wie folgt herabzusetzen, wobei anzumerken ist, dass diese Korrektur auf die 

zu  bezahlende  Bundessteuer  2013  keine  Auswirkungen  hat,  da  die  Pflichtigen  auf-

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grund  der  Abzüge  gemäss  Art.  214  Abs.  2bis  DBG  –  unabhängig  vom  Ausgang  des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens – keine Bundessteuern zu bezahlen haben: 

Bundessteuer 

Staatssteuer 

Fr. 

Fr. 

steuerbares Einkommen laut Einspracheentscheid 

45'551  

      36'976  

./. aufgerechneter Privatanteil für Kuraufenthalte 

       -540  

       -540  

steuerbares Einkommen 

      45'011  

        36'436  

3.  Bei  diesem  Verfahrensausgang  sind  die  Kosten  des  Beschwerdeverfah-

rens,  das  die  Pflichtigen  –  weil  es  im  Jahr  2013  um  nichts  geht  –  offenkundig  nur  in 

grundsätzlicher  Hinsicht  ergriffen  haben,  um  in  künftigen  Steuerperioden  Kuraufent-

haltskosten in Abzug bringen zu können, den Pflichtigen aufzuerlegen und bleibt ihnen 

die  Zusprechung  einer  Parteientschädigung  versagt  (Art. 144  Abs.  1  und  Art.  144  

Abs. 4 DBG i.V. mit Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfah-

ren  vom  20.  Dezember  1968).  Die  Kosten  des  Rekursverfahrens  sind  ausgangsge-

mäss  zu  5/6  den  Rekurrenten  und  zu  1/6  dem  Rekursgegner  aufzuerlegen  (§  151  

Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Beschwerdeführer werden für die 

direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2013, mit einem steuerbaren Einkommen von 

Fr. 45'000.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif). 

2.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  Rekurrenten  werden  für  die  Staats- 

und  Gemeindesteuern,  Steuerperiode  2013,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen 

von  Fr. 36'400.-  und  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr. 224'000.-  eingeschätzt 

(Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 StG; Verheiratetentarif). 

[…] 

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2 ST.2015.298