# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca2e1885-369c-555e-aaec-d6de45537a38
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-03-07
**Language:** de
**Title:** Medizinische Massnahmen
**Docket/Reference:** IV.2004.00312
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2004.00312.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2004.00312
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Weibel-Fuchs als Einzelrichterin
Gerichtssekretär Brügger
Urteil vom 23. Februar 2005
in Sachen
X.___
, geb. 2002
Beschwerdeführer
gesetzlich vertreten durch den Vater Dr.
Y.___
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA)
IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 2002, leidet seit seiner Geburt unter neurologischen Auffälligkeiten sowie unter einer leichten Entwicklungsverzögerung (Urk. 7/15). Er wurde deshalb am 25. Januar 2003 von seiner Mutter,
Z.___
, bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Medizinische Massnahmen) an
gemeldet (Urk. 7/25). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte die Arztberichte von Dr. med.
A.___, Kinderarzt FMH
vom 10. Februar 2003 (Urk. 7/15) sowie vom 5. März 2003 (Urk. 7/14) ein. Ausserdem forderte sie von
B.___
, Heilpädagogische Früherziehung und Bobath-Physiotherapie für
Kinder
, den Bericht zur heilpädago
gischen Früherziehung vom 25. März 2003 ein (Urk. 7/22). Mit Verfügung vom 31. März 2003 (Urk. 7/11) sprach sie dem Versicherten die Übernahme der Kos
ten für die Behandlung des Geburtsgebrechens Nr. 395 (leichte cerebrale Bewe
gungsstörungen) sowie ärztlich verordnete Behandlungs
geräte ab dem 22. Januar 2003 bis längstens zum vollendeten 2. Altersjahr am 31. Januar 2004 und mit Verfügung vom 1. April 2003 (Urk. 7/21) die Übernahme der Kosten für heilpädagogische Früherziehung vom 1. Januar 2003 bis zum 31. Januar 2004 zu. Am 28. August 2003 teilte Dr.
A.___
der IV-Stelle mit, der Versicherte zeige eine auffällige Mundmotorik (Sensorik). Es sei deshalb eine logopädische Abklärung angezeigt, welche durch
C.___
, Logopä
d
ische Praxis/Sprachtherapie,
erfolgen könne und um Übernahme deren Kosten er erbete (Urk. 7/20). Diesem Gesuch kam die IV-Stelle mit Verfü
gung
vom 8. September 2003 nach und
erteilte Kostengutsprache für eine  Ess-,
Trink- und Schlucktherapie durch Frau
C.___
(Urk. 7/9). Am 20. Januar 2004 stellte sodann
B.___
den Antrag, es seien die Kosten für eine Ab
klärung am Zentrum
D.___
in St. Gallen zu überneh
men, damit sie mehr Klarheit über die weiteren Therapieschwerpunkte erhalten könne. Gleichzeitig ersuchte sie auch um eine Verlängerung der Kostengutspra
che für die heilpädagogische Früherziehung (Urk. 7/19). Die IV-Stelle wies mit Verfügung vom 6. Februar 2004 das Gesuch um Übernahme der Kosten für die Abklärung am Zentrum
D.___
ab, da es sich dabei um eine nicht von der Invalidenversicherung angeordnete Abklärungsmassnahme handle (Urk. 7/7). Die dagegen von der Mutter des Versicherten am 20. Februar 2004 (Urk. 7/6) erhobene Einsprache wies die IV-Stelle mit Entscheid vom 13. April 2004 (Urk. 2 = Urk. 7/2) ab.
2.
Gegen diesen
Einspracheentscheid
erhob der Vater von
X.___
, Dr.
Y.___
, am 8. Mai 2004 unter Beilage des Abklärungsberichts des Zentrums
D.___
vom 7. Mai 2004 (Urk. 3) Beschwerde mit dem Antrag, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die IV
Stelle zu verpflichten, die Kosten der neurologischen Abklärung zu über
nehmen (Urk. 1). Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdeantwort vom 17. Juni 2004 auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Mit Verfügung vom 21. Juni 2004 wurde der Schriftenwechsel geschlossen (Urk. 8). Auf Aufforderung des Gerichts reichte die IV-Stelle am 16. Februar 2005 die Verfügung vom 30. Sep
tember 2004 ein, mit welcher sie dem Versicherten die Übernahme der Kosten für die Sprachheilbehandlung gemäss Therapieplan (höchstens 1 bis 3 Lektionen pro Woche) ab dem 7. Januar 2004 bis zum 31. Juli 2006 zusprach (Urk. 9).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den Erwägungen eingegangen.
Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
Nicht erwerbstätige Personen vor dem vollendeten 20. Altersjahr gelten als inva
lid, wenn die Beeinträchtigung ihrer körperlichen oder geistigen Gesundheit voraussichtlich eine ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit zur Folge haben wird (Art. 8 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 IVG).
1.3
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) unmittelbar bedrohte Versi
cherte haben Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben
bereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Dabei ist die gesamte noch zu erwartende Arbeitsdauer zu berücksichtigen. Nach Massgabe der Arti
kel 13, 19 und 21 besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer
Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Art. 8 Abs. 1 und 2 IVG).
1.4
Die versicherte Person hat gemäss Art. 12 Abs. 1 IVG Anspruch auf medizini
sche Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des Leidens an sich, sondern unmittelbar auf die Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbe
reich gerichtet und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher Beeinträchtigung zu bewahren.
Nicht erwerbstätige Personen vor dem vollendeten 20. Altersjahr gelten als inva
lid, wenn die Beeinträchtigung ihrer körperlichen oder geistigen Gesundheit voraussichtlich eine ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit zur Folge haben wird (Art. 5 Abs. 2 IVG, seit 1. Januar 2003 in Verbindung mit Art. 8 Abs. 2 ATSG). Nach der Rechtsprechung können daher medizinische Vorkehren bei Ju
gendlichen schon dann überwiegend der beruflichen Eingliederung dienen und trotz des einstweilen noch labilen Leidenscharakters von der Invalidenversi
cherung übernommen werden, wenn ohne diese Vorkehren eine Heilung mit Defekt oder ein sonst wie stabilisierter Zustand einträte, welcher die Berufsbil
dung oder die Erwerbsfähigkeit oder beide wahrscheinlich beeinträchtigen würde (vgl. BGE 105 V 20; AHI 2003 S. 104
Erw
. 2, 2000 S. 64
Erw
. 1). Vor
aussetzung bleibt auch in diesen Fällen, dass die Massnahmen nicht zum vorn
herein in den Bereich der Krankenversicherung fallen, wie beispielsweise zeit
lich unbegrenzte Vorkehren, die der Behandlung des Leidens an sich dienen und denen somit kein überwiegender Eingliederungscharakter im Sinne des IVG zu
kommt (vgl. BGE 100 V 107 f.; ZAK 1984 S. 502
Erw
. 1, je mit Hinweisen). Handelt es sich nur darum, die Entstehung eines stabilisierten Zustandes mit Hilfe von Dauertherapie hinauszuschieben oder den Krankheitszustand zu lin
dern, liegt keine Heilung oder Verhinderung eines stabilen Defekts vor. In einem solchen Fall ist deshalb bei nichterwerbstätigen Personen vor dem vollendeten 20. Altersjahr kein Leistungsanspruch unter dem Titel von Art. 12 Abs. 1 IVG gegeben (vgl. ZAK 1989 S. 452
Erw
. 2 mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes in Sachen S. vom 7.
April 1995, I 10/95).
1.5
Versicherte haben bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf die zur Be
handlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 ATSG) notwendigen medizini
schen Massnahmen (Art. 13 Abs. 1 IVG). Der Bundesrat bezeichnet die Gebre
chen, für welche diese Massnahmen gewährt werden. Er kann die Leistung ausschliessen, wenn das Gebrechen von geringfügiger Bedeutung ist (Art. 13 Abs. 2 IVG).
Als Geburtsgebrechen gelten diejenigen Krankheiten, die bei vollendeter Geburt
bestehen (Art. 3 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 Satz 1 der Ver
ordnung über Geburtsgebrechen [
GgV
]). Die blosse Veranlagung zu einem Lei
den gilt nicht als Geburtsgebrechen. Der Zeitpunkt, in dem ein Geburtsgebre
chen als solches erkannt wird, ist unerheblich (Art. 1 Abs. 1
GgV
). Die Geburts
gebrechen sind in der Liste im Anhang aufgeführt. Das Eidgenössische Depar
tement des Innern kann eindeutige Geburtsgebrechen, die nicht in der Liste im Anhang enthalten sind, als Geburtsgebrechen im Sinne von Art. 13 IVG be
zeichnen (Art. 1 Abs. 2
GgV
). Als medizinische Massnahmen, die für die Be
handlung eines Geburtsgebrechens notwendig sind, gelten sämtliche Vorkehren, die nach bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft angezeigt sind und den therapeutischen Erfolg in einfacher und zweckmässiger Weise anstre
ben (Art. 2 Abs. 3
GgV
).
1.6
Nach Art. 19 Abs. 1 IVG werden an die Sonderschulung bildungsfähiger versi
cherter Personen, die das 20. Altersjahr noch nicht vollendet haben und denen infolge Invalidität der Besuch der Volksschule nicht möglich oder nicht zumut
bar ist, Beiträge gewährt. Zur Sonderschulung gehört die eigentliche Schulaus
bildung sowie, falls ein Unterricht in den Elementarfächern nicht oder nur be
schränkt möglich ist, die Förderung in manuellen Belangen, in den Verrichtun
gen des täglichen Lebens und der Fähigkeit des Kontaktes mit der Umwelt. Art. 19 Abs. 3 IVG ermächtigt den Bundesrat, die erforderlichen Voraussetzun
gen für die Gewährung der Beiträge im Einzelnen zu umschreiben.
Die Rechtsprechung versteht unter pädagogisch-therapeutischen Massnahmen im Sinne von Art. 19 Abs. 2
lit
. c IVG in Verbindung mit Art. 8
ter
und 9 IVV (in der seit 1. Januar 1997 geltenden Fassung) die Gesamtheit der Vorkehren, die nicht unmittelbar der Vermittlung schulischer, theoretischer oder praktischer Kenntnisse dienen. Sie treten ergänzend zum Sonderschulunterricht hinzu und sind hauptsächlich darauf ausgerichtet, die Schulung beeinträchtigende Auswir
kungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu mildern oder zu beseitigen. Der Begriff "therapeutisch" verdeutlicht, dass
hiebei
die Behandlung des Leidens im Vordergrund steht. Wie der Massnahmenkatalog (gemäss den erwähnten Bestimmungen) zeigt, geht es dabei vornehmlich um die Verbesserung gewisser körperlicher oder psychischer Funktionen im Hinblick auf den Sonderschulun
terricht. Die Abgrenzung gegenüber den medizinischen Massnahmen anderseits erfolgt danach, ob das pädagogische oder das medizinische Moment überwiegt. Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht in anderem Zusammenhang bes
tätigt hat, kommt dem Erfordernis der Unterrichtsmässigkeit eine wichtige Funktion zu, um Sonderschulunterricht von pädagogisch-therapeutischen Massnahmen abzugrenzen, für welche der akzessorische, d.h. zum Sonderschul- oder Volksschulunterricht hinzutretende Charakter typisch ist. Im Verhältnis zum
Sonderschulunterricht stellen pädagogisch-therapeutische Massnahmen eine "Extraleistung" dar (BGE 122 V 210 f.
Erw
. 3a, 121 V 14
Erw
. 3b, 114 V 27 f.
Erw
. 3a, SVR 1997 IV Nr. 100
Erw
. 2; AHI 2000 S. 74
Erw
. 3a und 200
Erw
. 1, ZAK 1984 S. 506
Erw
. 3b, 1982 S. 192
Erw
. 2a, 1980 S. 502
Erw
. 4, 1971 S. 601).
1.7
Gemäss Art. 78 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) werden die Kosten von Abklärungsmassnahmen von der Versicherung getragen, wenn die Massnahmen durch die IV-Stelle angeordnet wurden oder, falls es an einer solchen Anordnung fehlt, soweit sie für die Zusprechung von Leistungen unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Eingliede
rungsmassnahmen bilden. Die wörtliche Anwendung dieser Bestimmung be
deutet, dass die Invalidenversicherung grundsätzlich keine Abklärungsmass
nahmen zu übernehmen hat, die nicht von ihr angeordnet worden sind und die zudem weder zur Gewährung von Leistungen geführt haben noch Bestandteil nachträglich zugesprochener Eingliederungs
massnahmen sind (BGE 101 V 213, 97 V 235).
1.8
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des
Einspracheentscheides
ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungsaktes gegeben war. Tatsachen, die den Sachverhalt nach dem Verfügungs
zeitpunkt verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Ver
waltungsverfügung bilden (BGE 130 V 140
Erw
. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, berücksichtigt werden, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 161 f.
Erw
. 2d; ZAK 1984 S. 349
Erw
. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen (BGE 99 V 102
Erw
. 4 mit Hinweisen).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist im vorliegenden Verfahren die Frage, ob die Be
schwer
degegnerin die Kosten der Abklärung des Beschwerdeführers am Zentrum
D.___ in
vom 6. April 2004 (vgl. Abklä
rungsbericht vom 7. Mai 2004, Urk. 3) zu übernehmen hat. Entgegen der im
Einspracheentscheid
vertretenen Ansicht der Beschwerdegegnerin steht dabei nicht im Vordergrund, ob diese Untersuchung als medizinische Massnahme im Sinne von Art. 12 IVG qualifiziert werden kann, sondern ob es sich um eine von der Invalidenversicherung zu tragende Abklärungsmassnahme im Sinne von Art. 78 Abs. 3 IVV handelt, wie die
Beschwerdegegnerin dies in der dem
Einspracheentscheid
zugrundeliegenden Verfügung vom 6. Februar 2004
(Urk. 7/7) ebenfalls noch getan hat. Die Beschwerdegegnerin hat die Abklärung am Zentrum
D.___
unbestrittenermassen nicht angeord
net, womit sie die Kosten nur zu übernehmen hat, wenn die Abklärung für die Zusprechung von Leistungen unerlässlich war oder Bestandteil nachträglich zu
gesprochener Eingliederungsmassnahmen bildet. Die Beschwerdegegnerin hat denn in der Verfügung vom 6. Februar 2004 auch noch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass erneut an sie gelangt werden könne, wenn die Abklärungs
resultate zu IV-Leistungen führen sollten.
2.2
Die Abklärung am Zentrum
D.___
wurde am 6. April 2004 im Beisein der Logopädin
C.___
, welche die mit Verfügung vom 8. September 2003 (Urk. 7/9) gewährten medizinischen Massnahmen (Ess-, Trink- und Schlucktherapie) durchführte, und der heilpädagogischen Früherzie
herin
B.___
, welche die mit Verfügung vom 1. April 2003 (Urk. 7/21) gewährte heilpädagogische Früherziehung durchführte, vorgenommen. Auf
grund der Untersuchungen und nach gemeinsamer Besprechung mit dem Vater des Beschwerdeführers kam man zum Schluss, dass der Beschwerdeführer wie bis anhin zuhause durch
B.___
mit Frühförderung unterstützt werden solle. Bis Ende Juni 2004 solle ausserdem die Sprachtherapie bei
C.___
im Zweiwochenrhythmus fortgesetzt werden. Anschliessend sei die Sprach
förderung unter besonderer Berücksichtigung der schweren Probleme im Be
reich der Wahrnehmungs
organisation und Anleitung der Eltern durch das Zentrum
D.___
zu übernehmen (vgl. Abklärungsbericht vom 7. Mai 2004; Urk. 3).
2.3
Gestützt auf dieses Ergebnis stellte
C.___
am 6. Juni 2004 bei der Beschwerdegegnerin den Antrag auf Kostenübernahme einer wahrnehmungs
ori
entierten Logopädie, welche vom 7. Januar 2004 bis zum 30. Juni 2004 noch von ihr und danach vom Zentrum
D.___
durchgeführt werde (Urk. 7/16). Die Beschwerdegegnerin bewilligte dieses Gesuch und sprach dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 30. September 2004 die Übernahme der Kosten für die Sprachheilbehandlung gemäss Therapieplan (höchstens 1 bis 3 Lektionen pro Woche) vom 7. Januar 2004 bis zum 31. Juli 2006 zu, wobei als Durchführungsstellen
C.___
sowie das Zentrum
D.___
bezeichnet wurden (Urk. 9).
2.4
Damit ergibt sich, dass die Abklärung am Zentrum
D.___
nachträglich zur Zusprechung einer Eingliederungsmassnahme geführt hat. Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer erstmals eine Sprach
heilbehandlung im Sinne einer Sonderschulmassnahme zu, wobei diese nach der in der Abklärung erarbeiteten Lösung durchgeführt wird. Insbesondere hat sich ergeben, dass die schwere Sprachentwicklungsstörung des Beschwerdefüh
rers in erster Linie auf dem Hintergrund der schweren zentralen Störung der
tatktil
-kinästhetischen Wahrnehmungsorganisation besteht und die von der Lo
gopädin
C.___
begonnene Therapie durch das Zentrum
D.___
fortzuführen ist. Die Leistungszusprechung ist zwar erst nach Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheides
erfolgt, es besteht jedoch ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang zum im Zeitpunkt des
Ein
spracheentscheides
beurteilten Sachverhalt, und deren Beachtung drängt sich aus prozessökonomischen Gründen auf. Die Leistungspflicht der Beschwerde
gegnerin für die Abklärung des Zentrums
D.___
vom 6. April 2004 ist somit zu bejahen.
3.
Zusammenfassend ist demnach in Gutheissung der Beschwerde der angefoch
tene
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 13. April 2004 aufzuhe
ben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die Kosten der Abklärung am Zentrum
D.___
vom 6. April 2004 (Abklä
rungsbericht vom 7. Mai 2004; Urk. 3) zu übernehmen.
Die Einzelrichterin erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene
Einspracheentscheid
der Sozi
al
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 13. April 2004 aufgeho
ben und die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, die Kosten der Abklärung am Zentrum
D.___
vom 6. April 2004 (Abklärungsbe
richt vom 7. Mai 2004; Urk. 3) zu übernehmen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Dr.
Y.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherung
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Eidgenössi
schen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden.
Die Beschwerdeschrift ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, Schweizerhof
quai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift der
beschwerdeführenden
Person oder ihres Vertreters zu enthalten; die Ausfertigung des angefochtenen Entscheides und der dazugehörige Briefumschlag sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, so
weit die
beschwerdeführende
Person sie in Händen hat (Art. 132 in Verbindung mit Art. 106 und 108 OG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die EinzelrichterinDer Gerichtssekretär
Weibel-FuchsBrügger