# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1bb6cb9-ca8b-5d5f-8687-10b82b537e45
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-04-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.04.2010 UV 2009/81
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-81_2010-04-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/81

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 02.04.2020

Entscheiddatum: 21.04.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 21.04.2010
Art. 6 UVG: Verneinung einer überwiegend wahrscheinlichen klar 
ausgewiesenen neuen, bleibenden Gesundheitsschädigung im Sinn einer 
strukturellen Veränderung sowie einer richtunggebenden Verschlimmerung 
des degenerativen Vorzustands nach Rückenkontusion. Wegfall des 
unfallkausalen Anteils bei vorübergehender Verschlimmerung des 
degenerativen Vorzustands spätestens sechs Monate nach dem Unfall 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. April 
2010, UV 2009/81).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 21. April 2010

in Sachen

H.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Sutter, Haus Eden, Paradiesweg 2, 

Postfach, 9410 Heiden,

gegen

Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft, Hohlstrasse 552, Postfach, 8048 Zürich,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a   Der 1951 geborene H.___ war bei der A.___ als Schausteller tätig und dadurch bei 

der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Allianz) gegen die Folgen 

von Unfällen versichert.

A.b   Am 13. November 2005 erlitt der Versicherte einen Auffahrunfall. Der am 

folgenden Tag konsultierte Arzt, Dr. med. B.___, FMH Physikalische Medizin, stellte mit 

Arztzeugnis vom 5. Januar 2006 eine leichte schmerzhafte Bewegungseinschränkung 

im zervikalen und lumbalen Abschnitt ohne wesentlichen Hartspann, ohne 

neurologische Symptome fest und diagnostizierte ein posttraumatisches zerviko- und 

lumbovertebrales Syndrom bei Status nach Auffahrunfall (act. G 3.1/III). Am 16. Februar 

2006 wurde der Versicherte im Auftrag der Allianz durch Prof. Dr. med. C.___, Neuro­

logie FMH, untersucht (act. G 3.1VII). Am 10. April 2006 erging ein ärztlicher 

Zwischenbericht durch Dr. med. D.___, FMH Innere Medizin/Rheumatologie (act. G 3.1/

VIII). Dieser hielt fest, dass im Heilungsverlauf psychosoziale Faktoren mitspielen 

würden, von somatischer Seite die Behandlung jedoch vorerst abgeschlossen sei.

A.c   Mit Unfallmeldung vom 11. August 2008 liess der Versicherte durch seine 

Arbeitgeberin melden, er sei am 3. Dezember 2007 beim Verlassen der Wohnung auf 

einem vereisten Weg bzw. einer vereisten Treppe ausgerutscht und habe sich verletzt. 

Als Verletzung wurde eine Prellung der Wirbelsäule festgehalten. Es wurde sodann 

vermerkt, dass die Arbeit zufolge des Unfalls habe ausgesetzt werden müssen und ab 

April 2008 wieder teilweise aufgenommen worden sei (act. G 3.1/6). Dr. D.___ 

bestätigte im Arztzeugnis vom 18. August 2008 eine Erstbehandlung am 7. Januar 

2008 unter Erwähnung des Unfalls vom 3. Dezember 2007 wegen andauernder Kreuz- 

und Hinterkopfschmerzen und verwies auf einen von ihm am 10. März 2008 erstellten 

Arztbericht (act. G 3.1/7). Die Allianz erbrachte für den Unfall vom 3. Dezember 2007 

die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen).

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A.d   Im Rahmen einer Einzel-Unfallversicherung hatte der Versicherte den fraglichen 

Unfall der Allianz bereits am 12. Februar 2008 gemeldet. Er sei auf einem eisglatten 

Weg ausgeglitten und auf das Hinterteil sowie den Rücken gefallen (act. G 3.1/A). In 

der Folge hatte die Allianz die Akten beigezogen und von Dr. D.___ einen Arztbericht - 

denjenigen vom 10. März 2008 - verlangt (act. G 3.1/B). Anlässlich einer am 9. Januar 

2008 in der Klinik Stephanshorn, St. Gallen, durchgeführten radiologischen 

Untersuchung waren als Befunde eine angedeutete, linkskonvexe, grossbogige 

thorako-lumbale Skoliose mit nicht messbarem Cobbwinkel, eine Antiposition von 

LWK4 gegenüber LWK5 um 12 mm, eine Osteochondrose L4/5 mit höhengeminderter 

Bandscheibe, Boden-/Deckplattenirregularitäten (vermehrte Sklerosierung), ventral und 

dorsal eine Spondylophytenbildung, leichtgradige Zeichen einer Chondrose im 

Segment L5/S1, eine ventrale spondylophytäre Ausziehung der Deckplatte SWK1 

sowie eine Spondylarthrose in den Segmenten L4/5 und L5/S1 erhoben worden (act. G 

3.1/M3). Gegenüber Dr. D.___ hatte der Versicherte laut Arztbericht vom 10. März 2008 

als Unfallereignis ein Ausrutschen auf einer vereisten Rampe mit Sturz auf die 

Kreuzregion und den Hinterkopf beschrieben, wo eine grosse Beule entstanden sei mit 

darauf folgenden Nacken- und Kreuzschmerzen mit Ausstrahlungen zum Kopf bzw. 

rechten Oberschenkel. Dr. D.___ hatte als Befunde Tendomyosen des Musculus 

iliolumbalis beidseits, Ligamentosen präsakral beidseits, Tendomyosen des 

Schulterblatthebers und okzipital beidseits sowie eine zu einem Drittel schmerzhaft 

eingeschränkte Beweglichkeit von Hals- und Lendenwirbelsäule (HWS, LWS) erhoben. 

Aufgrund der Sturzanamnese und der radiologischen Befunde habe für schwer 

belastende Tätigkeiten bis aktuell eine weitgehende, für Bürotätigkeiten keine 

wesentliche und für lange Autofahrten bis aktuell eine Arbeitsunfähigkeit von 

schätzungsweise 50% bestanden (act. G 3.1/B). Mit Schreiben vom 11. Juli 2008 hatte 

die Allianz den Schadenfall ihrer beratenden Ärztin Dr. med. E.___, Spezialärztin FMH 

für Neurologie, zur ärztlichen Beurteilung unterbreitet bzw. um Beantwortung 

verschiedener Fragen ersucht (act. G 3.1/D). In ihrem Bericht vom 22. Juli 2008 hatte 

Dr. E.___ insbesondere festgehalten, dass der Unfall vom 3. Dezember 2007 zu einer 

vorübergehenden unfallbedingten Verschlimmerung unfallfremder Faktoren geführt 

habe, der Status quo sine bzw. ante jedoch sechs Monate nach dem Unfall, d.h. im 

Juni 2008, erreicht gewesen sei (act. G 3.1/5).

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A.e   Am 20. November 2008 reichte die Klinik am Rosenberg, Heiden, bei Indikations­

diagnose einer Spondylarthrose L4 und Olisthesis L4/5 ein Kostengutsprache-Gesuch 

für einen durch Dr. med. F.___, Wirbelsäulenzentrum am Rosenberg, St. Gallen, 

durchzuführenden operativen Eingriff (mikroskopassistierte Dekompression foraminal 

L4/5 beidseits, dorsolaterale Spondylodese L4/5, Eigenspong. USS) ein (act. G 3.1/13). 

Nach Einholung einer weiteren Beurteilung durch Dr. E.___ (act. G 3.1/15) lehnte die 

Allianz am 15. Januar 2009 eine Kostengutsprache ab (act. G 3.1/17).

A.f    Mit Verfügung vom 11. Februar 2009 eröffnete die Allianz dem Versicherten, dass 

ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 3. Dezember 2007 und 

den heute geltend gemachten Beschwerden nicht überwiegend wahrscheinlich sei. 

Zufolge Erreichens des Status quo sine spätestens per Ende Juni 2008 entfalle die 

Leistungsvoraussetzung der natürlichen Kausalität. Die Versicherungsleistungen 

würden daher per 30. Juni 2008 eingestellt (act. G 3.1/20).

B.     

Die gegen diese Verfügung vom Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt Dr. iur. 

P. Sutter, Heiden, am 19. Februar 2009 unter Beilage von (Sprechstunden-)Berichten 

von Dr. F.___ vom 4. September 2008 und 20. Januar 2009 erhobene Einsprache (act. 

G 3.1/25) wies die Allianz mit Einspracheentscheid vom 30. Juni 2009 ab (act. G 

3.1/33). Der Krankenversicherer (Helsana Versicherungen AG) hatte seine vorsorglich 

erhobene Einsprache (act. G 3.1/23) nach Einsicht in die Akten wieder zurückgezogen 

(act. G 3.1/27).

C.       

C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch seinen 

Rechtsvertreter mit Eingabe vom 21. Juli 2009 Beschwerde erheben. Darin wird 

beantragt, der Einspracheentscheid sei aufzuheben. Es seien dem Beschwerdeführer 

die gesetzlichen Leistungen aus UVG (inkl. Taggelder) weiterhin, d.h. auch über den 30. 

Juni 2008 hinaus, zu erbringen. Es sei sodann dem Wirbelsäulenzentrum am 

Rosenberg eine Kostengutsprache für eine dorsolaterale Spondylodese L4/5 und 

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mikroskopassistierte Dekompression L4/5 zu erteilen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge.

C.b   In der Beschwerdeantwort vom 5. August 2009 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.

C.c   Mit Replik und Duplik vom 3. bzw. 16. September 2009 hielten die Parteien 

unverändert an ihren Anträgen fest. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers legte 

seiner Eingabe (Sprechstunden-)Berichte von Dr. F.___ vom 1. April 2008 und 7. Juli 

2009 bei.

C.d   Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen 

Rechtsschriften bzw. medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den 

nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.        

Vorliegend ist streitig, ob die vom Beschwerdeführer ab dem 1. Juli 2008 geklagten 

Rückenbeschwerden immer noch auf den Unfall vom 3. Dezember 2007 

zurückzuführen sind und der Beschwerdeführer damit weiterhin Anspruch auf 

Versicherungsleistungen der Beschwerdegegnerin hat. Unbestritten ist, dass die 

Beschwerdegegnerin den Unfall vom 3. Dezember 2007 anerkannt und für dessen 

Folgen Taggelder und Heilbehandlungen erbracht hat.

2.        

2.1    Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die 

rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens eines natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und gesundheitlicher Schädigung 

gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20; BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen), die Grundsätze hinsichtlich des 

Entfallens der Leistungspflicht des Unfallversicherers bzw. des Dahinfallens des 

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leistungsbegründenden Kausalzusammenhangs sowie der diesbezüglichen 

Beweislastverteilung zutreffend dar. Darauf ist zu verweisen. Während es die Aufgabe 

des Arztes ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem 

Gericht, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (PVG 

1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat jedoch die Adäquanz gegenüber 

dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 

118 V 291 f. E. 3a). Beim Vorliegen eines krankhaften Vorzustands umfasst die Frage 

nach dem Vorliegen des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und 

der Schädigung auch die Frage, ob dem Unfall natürliche Kausalität im Sinn einer 

bleibenden richtungweisenden Verschlimmerung des vorbestandenen 

Gesundheitsschadens zukommt oder ob der Unfall neu eine bleibende 

Gesundheitsschädigung im Sinn eines pathologischen Befunds am vorgeschädigten 

Körperteil verursacht hat (RKUV 1994 Nr. U 185 S. 80 E. 3b). Die Beschwerdegegnerin 

legte im Weiteren dar, welches die Voraussetzungen für das Ende des Anspruchs auf 

Heilbehandlung und Taggeld sind. Eine Prüfung derselben hat jedoch nur dann zu 

erfolgen, wenn zwischen dem Unfall und den geklagten Beschwerden sowohl die 

natürliche als auch die adäquate Kausalität zu bejahen ist. Andernfalls entfällt zum 

Vornherein ein Anspruch auf Heilbehandlung und Taggeld. In Bezug auf die 

Heilbehandlung muss demnach auch nicht mehr geprüft werden, ob von der 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustands erwartet werden kann (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 116 V 44 E. 

2c; A. Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1989, S. 274). In 

diesem Sinn gilt es auch den Endzustand gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG und den Begriff 

des Status quo sine bzw. ante auseinanderzuhalten.

2.2    Für die Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge (und ihres Dahinfallens) 

ist das Gericht im Bereich der Medizin wesensmässig auf Angaben ärztlicher Experten 

angewiesen. Liegen zur Frage, ob zwischen einem Unfall und einem geklagten 

Beschwerdebild nach wie vor ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht oder nicht, 

voneinander abweichende ärztliche Berichte oder Gutachten vor, haben Verwaltung 

und Sozialversicherungsgericht nach dem das ganze sozialversicherungsrechtliche 

Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren beherrschenden 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung alle Beweismittel unabhängig davon, von wem 

sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren 

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Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Insbesondere darf das Sozialversicherungsgericht bei einander widersprechenden 

medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte 

Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum auf die eine und nicht 

auf die andere medizinische These abgestellt wird. Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend 

ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sowie 

nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit 

weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 

in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern nur die 

Zuverlässigkeit der Aussage (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 30. Juli 2002 [U 38/02] i.S. A., E. 3.2; PVG 1996 

Nr. 89, 267).

2.3    Wenn es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als 

vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und 

Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. BGE 125 V 352 E. 3b), 

sind diese nicht als Hierarchievorgaben, sondern als reine Beweiswürdigungsregeln zu 

betrachten, denen im Rahmen der materiellen Würdigung der jeweiligen ärztlichen 

Beurteilungen Rechnung zu tragen ist. Eine Hierarchie ist somit letztlich nur im Resultat 

der Beweiswürdigung zu sehen. - Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der 

Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das 

Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert. Selbst den Berichten 

und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt durchaus Beweiswert zu, sofern sie 

als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei 

sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass 

der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt 

nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf 

vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der 

Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee). Die 

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Rechtsprechung erachtet schliesslich auch Aktengutachten als zulässig, wenn die 

Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status 

ergeben und diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser 

Untersuchungsbefund, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen 

Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (PVG 1996 Nr. 89, 265 E. 3b). - 

Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine formellrechtlichen Gründe gegen 

den Einbezug der ärztlichen Aktenbeurteilung von Dr. E.___ vom 22. Juli 2008 (act. G 

3.1/5). Ebenso sind die ärztlichen Beurteilungen von Dr. F.___ (act. G 3.1/25, G 5.1/2 

und 3) in die nachfolgende materiellrechtliche Beurteilung bzw. Beweiswürdigung 

einzubeziehen. Der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer 

Beweiswürdigung letztlich zum Schluss kam, es sei auf die ärztliche Beurteilung von 

Dr. E.___ abzustellen (vgl. act. G 3.1/20, Ziff. 4), kann nicht derart ausgelegt werden, 

dass sie dieser formellrechtlich einen besonderen bzw. unanfechtbaren Stellenwert 

beigemessen hätte.

3.        

3.1    Der Beschwerdeführer klagt seit dem Ereignis vom 3. Dezember 2007 über 

fortdauernde Schmerzen im Bereich der LWS. Damals glitt er auf einer Eisfläche aus 

und stürzte auf die Kreuzregion, wobei er offensichtlich eine LWS-Kontusion erlitt (act. 

G 3.1/3, Ziff. 5). Der erstbehandelnde Arzt Dr. D.___ stellte Tendomyosen des Musculus 

iliolumbalis beidseits und der Ligamente präsakral beidseits sowie eine eingeschränkte 

Beweglichkeit der LWS fest (act. G 3.1/3). Eine Röntgenuntersuchung in der Klinik 

Stephanshorn vom 9. Januar 2008 (act. G 3.1/1) hat keine ossären Läsionen gezeigt. 

Hingegen waren eine linkskonvexe, grossbogige thorako-lumbale Skoliose, eine 

Osteochondrose mit höhengeminderter Bandscheibe, eine Antelisthesis von 12 mm auf 

Höhe L4/5 sowie eine Spondylarthrose in den Segmenten L4/5 und L5/S1 sichtbar (act. 

G 3.1/1). Bei den vorgenannten Gesundheitsschäden handelt es sich zweifelsohne um 

klare organische Substrate, die grundsätzlich als Ursache der geklagten Schmerzen im 

Bereich der LWS in Erwägung zu ziehen sind (vgl. dazu A. Debrunner, Orthopädie, 

Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl., Bern 2002, S. 827 ff., S. 848 ff., 879 ff.). Im Falle des 

Beschwerdeführers ist denn auch auf Höhe der Segmente L4/5 ein operativer Eingriff 

im Wirbelsäulenzentrum am Rosenberg geplant (act. G 3.1/9, 13). Zu prüfen ist 

demnach im Folgenden, inwieweit sie durch den Unfall bzw. die Kontusion vom 3. 

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Dezember 2007 verursacht wurden oder inwieweit der Unfall bzw. die Kontusion auf sie 

eingewirkt hat. In Frage kommt eine durch den Unfall verursachte organische 

Gesundheitsschädigung, eine richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen 

Vorzustandes oder ein durch den Unfall lediglich ausgelöster (nicht verursachter) oder 

vorübergehend verschlimmerter degenerativer Vorzustand. Beim Unfall als 

Auslösefaktor interessiert im Weiteren die Frage, ob der Beschwerdeschub noch 

andauert bzw. bis zu welchem Zeitpunkt er angedauert hat (vgl. dazu RKUV 2000 Nr. U 

378 S. 190 und Nr. U 379 S. 192).

3.2     

3.2.1           Aktenmässig erstellt (act. G 3.1/VII), von den Ärzten Dr. D.___, Dr. E.___ 

und Dr. F.___ bestätigt (act. G 3.1/3, act. G 3.1/5, act. G 3.1/7, act. G 5.1/2 und 3) und 

von beschwerdeführender Seite unbestritten geblieben ist, dass der Beschwerdeführer 

im Bereich der LWS bereits vor dem Unfall vom 3. Dezember 2007 unter einer 

Skoliose, einem Glissement antérieur (= Antelisthesis, Spondylolisthesis) sowie unter 

weiteren degenerativen Veränderungen auf Höhe L4/5 litt. Bei der Skoliose handelt es 

sich um eine vorbestehende Wachstumsdeformität (A. Debrunner, a.a.O., S. 827 ff.). 

Bei der Antelisthesis, der Osteochondrose sowie der Spondylarthrose handelt es sich 

sodann um häufige degenerative, also nicht traumatisch bedingte, Veränderungen an 

der Wirbelsäule, die gerade auch eine Folgeerscheinung der Skoliose bilden können, 

aber auch insgesamt verschiedene Stadien einer Wirbelsäulendegeneration darstellen 

(vgl. dazu A. Debrunner, a.a.O., S. 852 ff., ; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 261. 

Aufl., S. 1400, 1812; Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl., S. 134). Zusammenfassend ist 

damit festzuhalten, dass beim Beschwerdeführer im Bereich der LWS von einer 

umfassenden degenerativen Problematik auszugehen und eine durch den Sturz auf 

den Rücken verursachte neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer 

strukturellen Veränderung auszuschliessen ist.

3.2.2           Ebenfalls auszuschliessen ist im Fall des Beschwerdeführers eine 

richtunggebende, mithin dauernde, unfallbedingte Verschlimmerung seiner 

degenerativen Gesundheitsschäden im Bereich der Wirbelsäule. Es ist eine 

medizinische Erfahrungstatsache, dass eine solche Verschlimmerung nur dann als 

erwiesen gelten kann, wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der 

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Wirbel und das Auftreten bzw. die Vergrösserung von Randzacken nach einem Trauma 

aufzeigt (E. Morscher, in: Baur/Nigst [Hrsg.], Versicherungsmedizin, 2. Aufl. Bern 1985, 

S. 191). Die medizinischen Akten enthalten keine Hinweise darauf, dass sich der 

degenerative Zustand der LWS im Zeitpunkt des Unfalls vom 3. Dezember 2007 massiv 

verändert hätte. Bei einer Röntgenuntersuchung vom 16. November 2005 stellte sich 

das Glissement antérieur zwar geringer dar als im Januar 2008 (act. G 3.1/VII, act. G 

3.1/1). Diesbezüglich ist jedoch zu beachten, dass die chronische 

Wirbelsäulendegeneration ein laufender Prozess ist, der unmerklich schleichend, aber 

auch unvermittelt und schlagartig, kompliziert werden kann (A. Debrunner, a.a.O., S. 

878). Zwischen den obigen Röntgenuntersuchungen liegen rund zwei Jahre, während 

denen ein rein degenerativer Prozess wie der vorliegende durchaus denkbar ist. 

Zumindest drängt sich die Annahme einer unfallkausalen Teilursächlichkeit in keiner 

Weise auf. Eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung muss röntgenologisch 

ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben; bei einem 

Unfall ohne strukturelle Läsion am Achsenskelett ist die Chronifizierung der 

Beschwerden zunehmend auf andere (unfallfremde) Faktoren zurückzuführen 

(Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 [1994], S. 45 ff.). Allgemein kann eine 

Kontusion der Wirbelsäule eine bisher stumme, vorbestehende Spondylarthrose, 

Spondylose oder andere Wirbelsäulenerkrankung symptomatisch machen, wobei es 

sich aber meistens nur um eine vorübergehende Verschlimmerung handelt (Debrunner/

Ramseier, Die Begutachtung von Rückenschäden, Bern 1990, S. 52). Entsprechend 

den obigen Ausführung wird das Vorliegen einer richtunggebenden Verschlimmerung 

einer degenerativen Erkrankung in den medizinischen Akten auch nirgends diskutiert.

3.2.3           Dr. E.___ stellt in ihrem Bericht vom 22. Juli 2008 die Diagnose eines 

lumbovertebralen Syndroms bei Osteochondrose und Antelisthesis L4/5 (act. G 3.1/5), 

die mit der von Dr. F.___ in seinem Bericht vom 7. Juli 2009 angeführten Diagnose 

einer posttraumatischen Lumboischialgie rechts bei vorbestehender Spondylose L4 mit 

Olisthesis L4/5 übereinstimmt (act. G 5.1/2; vgl. dazu A. Debrunner, a.a.O., S. 860 f.; 

Roche, a.a.O., S. 948). Mit diesen Diagnosen sind ebenfalls keine unfallspezifischen, 

organisch begründbaren Ursachen der geklagten Kreuzschmerzen festgehalten. Das 

Vorliegen von Schmerzsyndromen bedeutet keinesfalls automatisch auch das 

Vorliegen unfallkausaler struktureller Gesundheitsschädigungen. Laut Roche (S. 1791) 

handelt es sich bei einem Syndrom um ein sich stets mit etwa den gleichen 

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Krankheitszeichen, d.h. einer Symptomatik mit weitgehend identischem 

"Symptommuster" manifestierendes Krankheitsbild mit unbekannter, vieldeutiger, 

durch vielfältige Ursachen - eben auch degenerative Ursachen - bedingter oder nur 

teilweise bekannter Ätiogenese. Gerade ein Lumbovertebralsyndrom ist typisch für die 

beim Beschwerdeführer erhobenen Degenerationen (vgl. dazu A. Debrunner, a.a.O., S. 

852 ff.).

3.2.4           Nach dem Gesagten steht fest, dass der Beschwerdeführer mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch den fraglichen Unfall weder 

eine klar ausgewiesene neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer 

strukturellen Veränderung noch eine richtunggebende Verschlimmerung des 

degenerativen Vorzustandes erlitten hat.

3.3     

3.3.1           Wie bereits erwähnt, kann ein Vorzustand durch einen Unfall auch 

ausgelöst oder vorübergehend verschlimmert werden. In diesem Fall übernimmt die 

Unfallversicherung jedoch lediglich den durch das Unfallereignis ausgelösten 

Beschwerdeschub (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193 E. 2a mit Hinweisen). - Demgemäß 

hält Dr. E.___ in ihrem Bericht vom 22. Juli 2008 (act. G 3.1/5) fest, dass die bekannten 

vorbestehenden Veränderungen in der lumbalen Wirbelsäule durch den Unfall vom 3. 

Dezember 2007 aktiviert worden seien. Unter Berücksichtigung des massiven 

röntgenologischen Befundes einer Fehlstellung von 12 mm verwundere es nicht, dass 

die durchgeführte Physiotherapie ungenügend gewesen und es zu einem 

orthopädischen Konsilium gekommen sei. Der fragliche Unfall habe zu einer 

vorübergehenden Verschlimmerung der unfallfremden Faktoren geführt, deren 

Zeitraum auf sechs Monate (Juni 2008) anzusetzen sei. Gemäss dieser Beurteilung 

stellte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 30. Juni 2008 ein.

3.3.2           Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass Prellungen, 

Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule ohne strukturelle Läsionen 

normalerweise innert kurzer Zeit, in der Regel nach sechs bis neun Monaten, 

spätestens aber nach einem Jahr abheilen und sich die damit verbundenen 

Beschwerden gänzlich zurückbilden. Dieser medizinische Erfahrungssatz darf, zumal er 

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der herrschenden medizinischen Lehrmeinung entspricht, im Rahmen des 

Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt werden. Dies hat insbesondere für den 

Nachweis des Status quo sine zu gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen 

Zustand handelt, welcher sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil 

des EVG vom 18. September 2002 [U 60/02] i/S H., E. 2.2, E. 3.2 mit Hinweisen auf die 

medizinische Literatur; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007 [U 357/06] i/S 

B., E. 4.5). In den Medizinischen Mitteilungen der Suva Nr. 79 (2008), S. 101 hält der 

Autor E. Bär sogar fest, dass Weichteilzerrungen bzw. -prellungen am Rücken (mithin 

Verletzungen ohne objektivierbaren strukturellen Schaden) ungeeignet seien, länger als 

einige Wochen bis wenige Monate Beschwerden zu machen, die mit organischen 

Folgen der ursprünglichen Verletzung zu erklären wären, und weist auf zahlreiche 

weitere Publikationen hin (E. Bär, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule. 

Ein Update. in Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 79 [2008], S. 100 ff.). Insofern 

zeichnet sich eine vorübergehende Verschlimmerung eines Vorzustands im Bereich der 

Wirbelsäule im Regelfall durch stetige Besserung des unfallkausalen 

Beschwerdeanteils aus (vgl. dazu Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der 

Wirbelsäule. in Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 [1994], S. 45). Schliesslich 

spricht der Umstand, dass seit dem Unfall anhaltende, zu Beginn als unfallkausal 

taxierte Schmerzen sowie eine damit verbundene Arbeitsunfähigkeit - hinsichtlich einer 

solchen sind die Akten zumindest widersprüchlich (vgl. act. G 3.1/4, G 3.1/5, G 3.1/6, G 

3.1/8, G 5.1/2) - bestehen, nicht automatisch für das Vorliegen anhaltender 

Unfallrestfolgen bzw. eine andauernde unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit. Die 

Leistungseinstellung des Unfallversicherers bedingt keine Beschwerdefreiheit bzw. 

volle Arbeitsfähigkeit. Entscheidend ist allein, ob der durch den Unfall ausgelöste 

Beschwerdeschub seine kausale Bedeutung verloren hat (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 

E. 3b). Diesfalls können anhaltende Beschwerden mit unfallfremden Befunden, 

beispielsweise degenerativer Art, erklärt werden. Aufgrund der Akten steht fest, dass 

es sich bei der am 3. Dezember 2007 erlittenen Schädigung der LWS um ein eher 

leichtes Kontusionstrauma gehandelt hat. Zum einen ist dem geschilderten 

Unfallmechanismus - der Beschwerdeführer rutschte auf einer eisigen Fläche aus und 

fiel auf den Rücken - keine besondere Schwere zu entnehmen (Suva-act. G 3.1/A, G 

3.1/B, G 3.1/6), zum andern erlitt der Beschwerdeführer weder strukturelle Läsionen 

noch ist im Bereich der Wirbelsäule eine Hämatombildung dokumentiert. Die 

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Erstbehandlung fand ausserdem erst rund einen Monat nach dem fraglichen 

Unfallereignis statt (act. G 3.1/3).

3.3.3           Angesichts der obigen Erwägungen sind keine Gründe ersichtlich, welche 

Anlass gäben, die Richtigkeit der Beurteilung von Dr. E.___ in Zweifel zu ziehen, 

weshalb auf sie abzustellen ist. Ihr Bericht vom 22. Juli 2008 (act. G 3.1/5) erfüllt die an 

den Beweiswert eines Arztberichts gestellten Voraussetzungen (vgl. dazu BGE 125 V 

352 E. 3a mit Hinweis). Eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten, wie vorliegend 

diejenige von Dr. E.___, ist - wie bereits erwähnt (vgl. Erwägung Ziff. 2.3) - nicht an sich 

unzuverlässig, wenn genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen 

(RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371, 1993 Nr. U 167 S. 95). Bei Dr. E.___ handelt es sich um 

eine Fachärztin der Neurologie und damit um eine Ärztin mit einer im konkreten Fall 

angemessenen Fachkompetenz. Anders als der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers einwendet, kann davon ausgegangen werden, dass Dr. E.___ 

sämtliche in diesem Fall aufgelaufenen Akten zur Verfügung standen (vgl. act. G 3.1/D), 

zumal sie in ihrem Bericht die Vorakten bzw. Anamnese ausführlich darlegte. Inwiefern 

Dr. E.___ einen widersprüchlichen und unvollständigen, zum Teil inhaltlich falschen, 

zumindest aber nicht schlüssig und nicht nachvollziehbaren Bericht abgeliefert haben 

soll, ist weder erkennbar noch von Seiten des Rechtsvertreters konkretisiert und kann 

angesichts der obigen Erwägungen nicht bestätigt werden. Die Schlussfolgerungen 

von Dr. E.___ überzeugen, indem sie in der Erfahrungsmedizin und in der konkreten 

Anamnese eine eindeutige Stütze finden.

3.3.4           Die Ausführungen von Dr. F.___ hinsichtlich einer über den 30. Juni 2008 

hinaus andauernden Unfallkausalität vermögen demgegenüber nicht zu überzeugen, 

zumal sie sich teilweise widersprüchlich darstellen und letztlich lediglich eine mögliche 

Unfallkausalität belegen (vgl. dazu Th. Locher, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 451). - In seinem 

Sprechstundenbericht vom 4. September 2008 (act. G 3.1/25) hielt Dr. F.___ fest, er sei 

weiterhin der Ansicht, dass die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden, 

welche unmittelbar nach dem Sturz auf Eis am 3. Dezember 2007 begonnen hätten und 

bis heute anhalten würden, als überwiegend wahrscheinlich unfallbedingt zu beurteilen 

seien. Der Beschwerdeführer habe vor diesem Unfall keine Rückenprobleme gehabt 

und sei als Schausteller voll leistungsfähig gewesen. Zu dieser Argumentation an sich 

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ist festzuhalten, dass es im Rahmen der Kausalitätsbeurteilung allgemein von 

Bedeutung ist, dass eine gesundheitliche Schädigung nicht schon dann als durch den 

Unfall verursacht gelten kann, wenn sie zeitlich nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V 

341 f.). Die Aussage von Dr. F.___ betreffend Rückenanamnese entspricht ohnehin 

nicht den Akten. So hatte Dr. F.___ zuvor im Sprechstundenbericht vom 1. April 2008 

noch selber festgehalten, dass der Beschwerdeführer während der Rekrutenschule 

regelmässig Behandlungen wegen seiner Rückenbeschwerden benötigt habe (act. G 

5.1/2). Bis zum Sturz vom 3. Dezember 2007 war der Beschwerdeführer sodann - 

entgegen der weiteren Feststellung von Dr. F.___ - nicht beschwerdearm. In Folge der 

Auffahrkollision vom 13. November 2005 litt er ebenfalls unter einem lumbovertebralen 

Syndrom, obwohl eine Traumatisierung der LWS nur als möglich erachtet worden war. 

Die degenerativen Vorzustände im Bereich der LWS des Beschwerdeführers wurden 

bereits damals zum Thema gemacht (act. G 3.1/VII). Die vorgenannte Anamnese wird 

von Dr. F.___ in seinem Bericht vom 7. Juli 2009 bestätigt (act. G 5.1/2). Die besagten 

Umstände sprechen nun aber massgebend gegen eine fortdauernde Unfallkausalität 

bzw. vermögen die Schlussfolgerungen von Dr. E.___ nicht in Frage zu stellen. Die 

Tatsache, dass der Beschwerdeführer durch frühere LWS-Beschwerden in seiner 

Leistungsfähigkeit nie in einem relevanten Ausmass beeinträchtigt war, bildet - 

genauso wie die oben angeführte zeitliche Komponente - kein massgebendes Kriterium 

für eine Unfallkausalität. Dr. D.___ hat zwar den Beschwerdeführer tatsächlich erstmals 

einen Monat nach dem Unfall gesehen. In dieser Zeit können sich eine Prellmarke oder 

ein Bluterguss zurückbilden. Trotz allem ist es eine Tatsache, dass solche 

Verletzungsfolgen im konkreten Fall nicht aktenkundig sind. Insbesondere auch der 

Umstand, dass erst ein Monat nach einem Unfall ein Arzt konsultiert wird, spricht 

gegen eine schwerwiegendere Verletzung. Medizinische Erfahrungssätze beziehen sich 

auf den Regelfall, d.h. auf medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten Fall gleich 

dargestellt haben. Eine Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht 

ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren. Im vorliegenden Fall 

liegen keine Hinweise für einen Ausnahmefall vor und die gegenteilige Auffassung von 

Dr. F.___ wird nicht konkretisiert. Seine Aussage im Sprechstundenbericht vom 4. 

September 2008 (act. G 3.1/25), eine Spondylolyse mit Olisthesis Grad I nach 

Meyerding könne ein Leben lang asymptomatisch bleiben und es müssten nicht mit 

Sicherheit irgendwann Beschwerden auftreten, braucht nicht grundsätzlich in Abrede 

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gestellt zu werden. Mit der Kann-Formulierung macht Dr. F.___ jedoch selber deutlich, 

dass das Gegenteil ebenso möglich ist. Im Übrigen ist zu beachten, dass sich beim 

Beschwerdeführer durch die Rückenkontusion vom 3. Dezember 2007 

unbestrittenermassen eine vorübergehende Verschlimmerung seines Vorzustands 

entwickelt hat und es vorliegend um die Frage ging, in welchem Zeitpunkt der 

unfallkausale Anteil abgeheilt war.

3.3.5           Aufgrund des Gesagten ist mithin nach Massgabe der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt der Leistungseinstellung, d.h. sechs Monate nach dem 

Unfallereignis bzw. per 30. Juni 2008, von einem Wegfall der Prellungsfolgen als 

Ursache der noch geklagten lumbalen Beschwerden auszugehen. Sie sind somatisch 

nicht mehr oder dann mit den nicht unfallbedingten Befunden degenerativer Art 

erklärbar.

4.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 30. Juni 2009 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 21.04.2010
	Art. 6 UVG: Verneinung einer überwiegend wahrscheinlichen klar ausgewiesenen neuen, bleibenden Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen Veränderung sowie einer richtunggebenden Verschlimmerung des degenerativen Vorzustands nach Rückenkontusion. Wegfall des unfallkausalen Anteils bei vorübergehender Verschlimmerung des degenerativen Vorzustands spätestens sechs Monate nach dem Unfall (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. April 2010, UV 2009/81).

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