# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd64a822-5bb0-5110-9f8d-daf931d94131
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-06
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 06.12.2023 BK 2023 291
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2023-291_2023-12-06.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 23 291+292

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 6. Dezember 2023

Besetzung Oberrichter Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichterin Hubschmid
Gerichtsschreiberin Beldi

Verfahrensbeteiligte unbekannte Täterschaft

Beschuldigte

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin 1

C.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer 2

Gegenstand Nichtanhandnahme

Strafverfahren wegen eines Delikts gegen Leib und Leben bzw. 
eines mutmasslichen Tötungsdelikts

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Emmental-Oberaargau vom 28. Juni 2023 (EO 23 8940)

2

Erwägungen:

1. Am 28. Juni 2023 nahm die Regionale Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau 
(nachfolgend: Staatsanwaltschaft) das Verfahren EO 23 8940 gegen unbekannte 
Täterschaft, evtl. D.________, wegen eines Delikts gegen Leib und Leben bzw. ei-
nes mutmasslichen Tötungsdelikts in der Zeit ab 16. März 2023 an einem unbe-
kannten Ort zum Nachteil von E.________ nicht an die Hand. Dagegen erhoben 
die Eltern von E.________ (A.________ und C.________; nachfolgend: Beschwer-
deführerin 1 und Beschwerdeführer 2 bzw. Beschwerdeführende), vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, am 10. Juli 2023 bei der Beschwerdekammer in Straf-
sachen des Obergerichts des Kantons Bern (nachfolgend: Beschwerdekammer) 
Beschwerde und beantragten unter Kosten- und Entschädigungsfolgen was folgt:

1. Die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft vom 28. Juni 2023 sei aufzuheben, die 
Eröffnung der Untersuchung gegen unbekannte Täterschaft, evtl. D.________, sei festzustellen 
und die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, das Strafverfahren weiterzuführen; 

2. Eventualiter zu Ziff. 1 sei die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft vom 28. Juni 
2023 aufzuheben und die Staatsanwaltschaft anzuweisen, eine Untersuchung unbekannte Täter-
schaft, evtl. D.________, zu eröffnen; 

3. Subeventualiter zu Ziff. 1 sei die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft Bern-
Mittelland [recte: Emmental-Oberaargau] vom 28. Juni 2023 aufzuheben und die Sache zur 
Durchführung ergänzender Ermittlungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Im anschliessend mit Verfügung vom 14. Juli 2023 eröffneten Beschwerdeverfah-
ren beantragte die Generalstaatsanwaltschaft innert gewährter Fristerstreckung am 
7. August 2023 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerde-
führenden replizierten am 11. August 2023 und hielten an ihren Anträgen fest.

2.

2.1 Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei 
der Beschwerdekammer innert zehn Tagen schriftlich und begründet Beschwerde 
geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]; Art. 35 des Gesetzes über die Organisation 
der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. 
Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 
162.11]). Die Beschwerde erfolgte frist- und formgerecht.

2.2

2.2.1 Zur Beschwerdeführung legitimiert ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes In-
teresse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat (Art. 382 Abs. 1 
StPO, vgl. betreffend die Nichtanhandnahme auch Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 
Abs. 2 StPO). Die Parteien des Strafverfahrens sind in Art. 104 StPO geregelt. 
Gemäss Art. 104 Abs. 1 Bst. b StPO ist die Privatklägerschaft Partei. Als Privatklä-
gerschaft gilt die geschädigte Person, welche ausdrücklich erklärt, sich am Straf-
verfahren als Straf- oder Zivilkläger zu beteiligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). Geschä-
digt ist, wer durch die Straftat in seinen Rechten unmittelbar verletzt worden ist 
(Art. 115 Abs. 1 StPO), d.h. wer Träger des durch die verletzte Strafnorm geschütz-

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ten oder zumindest mitgeschützten Rechtsguts ist (BGE 143 IV 77 E. 2.2). Nicht als 
Geschädigte im Sinne des Gesetzes gelten demnach die indirekt betroffenen An-
gehörigen einer geschädigten Person (LIEBER, in: Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 1a zu Art. 115 StPO mit Verweis auf das Ur-
teil des Bundesgerichts 1B_82/2012 vom 2. April 2012 E. 2.3.2; MAZZUCCHEL-
LI/POSTIZZI, in: Basler Kommentar, Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 49 zu 
Art. 115 StPO; je auch zum Folgenden). Eine besondere Stellung nehmen Angehö-
rige des Opfers ein, das heisst sein Ehegatte, seine Kinder und Eltern sowie ande-
re Personen, die ihm in ähnlicher Weise nahestehen (Art. 116 Abs. 2 StPO). Sie 
gelten als indirekte Opfer und haben als solche selbstständige Verfahrensrechte 
(Art. 117 Abs. 3 StPO). So haben sie das Recht, sich eigenständig als Privatkläger 
zu konstituieren, wenn sie eigene privatrechtliche Ansprüche adhäsionsweise gel-
tend machen (Art. 122 Abs. 2 StPO). 

Betreffend den Umfang der Rechte hat das Bundesgericht bereits entschieden, 
dass sich dem Wortlaut von Art. 117 Abs. 3 StPO keine Einschränkung in dem Sin-
ne entnehmen lasse, dass den Angehörigen, die Zivilansprüche geltend machen, 
nur insoweit die gleichen Rechte wie dem Opfer zukommen, als dies die Durchset-
zung der Zivilansprüche erleichtere. Vielmehr hätten die Angehörigen nach Art. 117 
Abs. 3 StPO (uneingeschränkt) die gleichen Rechte wie das Opfer (vgl. BGE 139 
IV 121 E. 5.2 zur Meldung einer erfolgten Aufhebung der Untersuchungshaft 
gemäss Art. 214 Abs. 4 StPO an die Angehörigen des Opfers). Entsprechend sind 
Angehörige von Opfern, welche Zivilansprüche geltend machen, zur StPO-
Beschwerde gegen eine Einstellung – resp. vorliegend einer Nichtanhandnahme 
(vgl. Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO) – legitimiert (Urteil des Bundesge-
richts 6B_89/2018 vom 1. Februar 2019 E. 2.2). 

2.2.2 Die Beschwerdeführenden sind die Eltern des vermissten und ihrer Ansicht nach 
mutmasslich durch ein Gewaltverbrechen getöteten E.________. Ihnen stehen so-
mit als Angehörige die gleichen Rechte wie dem mutmasslichen Opfer zu. Sie ha-
ben sich in ihrer Anzeige als Privatkläger konstituiert und die Begründung und Be-
legung ihrer Zivilforderung zu einem späteren Zeitpunkt in Aussicht gestellt. In der 
Beschwerde verweisen sie insoweit auf ihren potentiellen Genugtuungsanspruch. 

Vor diesem Hintergrund ist die Beschwerdelegitimation von A.________ und 
C.________ zu bejahen. Daran ändert nichts, dass E.________ bisher nicht gefun-
den werden konnte und somit unklar ist, ob er überhaupt Opfer eines Gewaltdelikts 
geworden ist. 

Auf die Beschwerde ist demzufolge – unter Vorbehalt von E. 2.3 – einzutreten.

2.3 Es gilt der allgemeine prozessuale Grundsatz, dass derjenige, welcher ein Leis-
tungsbegehren stellen kann, kein rechtlich geschütztes Interesse an einem Fest-
stellungsbegehren hat (BGE 137 IV 87 E. 1; Urteile des Bundesgerichts 
1B_103/2014 vom 16. April 2014 E. 1.2 und 6B_1459/2019 vom 15. Juni 2020 
E. 2.2). Da das Interesse an der beantragten Feststellung, wonach die Untersu-
chung eröffnet worden sei, vom Leistungsbegehren (Weiterführung des Strafver-
fahrens) vollständig umfasst und das Feststellungsinteresse subsidiär zu einem 

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Leistungsbegehren ist, kann insofern auf die Beschwerde (bzw. das Hauptbegeh-
ren [vgl. Beschwerdeantrag 1]) nicht eingetreten werden. 

3.

3.1 Der Nichtanhandnahme liegt folgender Sachverhalt zugrunde:

E.________ gilt seit 16. März 2023 als vermisst. Er ist 33 Jahre alt und französi-
scher Staatsangehöriger. Gemäss Anzeige seiner Eltern vom 13. Juni 2023 soll er 
vor rund sechs Jahren in die Schweiz eingereist sein. Hier lebte er bis zu seinem 
Verschwinden bei der Familie von F.________ in G.________ (Ort) und wurde von 
dieser finanziell unterstützt. In einer im Besitz der Familie F.________ stehenden 
Liegenschaft in H.________ (Ort) (Nähe I.________) soll E.________ diverse Tiere 
(Truthähne, Fische, Hühner, Hunde und Katzen) halten resp. gehalten haben. Wei-
ter soll er sich oft beim Bahnhof in J.________ (Ort) aufgehalten haben, wo er 
Freunde habe und wo er am 16. März 2023 um 21.50 Uhr letztmals auf einem 
Bänkli gesichtet worden sei. Zu jenem Zeitpunkt soll er seinen Schlafsack dabeige-
habt haben, was jedoch nicht unüblich gewesen sei. Verabredungen für den Folge- 
und Nachfolgetag habe er nicht eingehalten. Die bisherige Suche der Familie 
F.________ und der Beschwerdeführenden verlief ergebnislos. Aktuell werden un-
ter der Leitung von K.________, Regionalfahndung Langenthal, polizeiliche Ermitt-
lungen zum Vermisstenfall «E.________» getätigt. Am 13. Juni 2023 erstatteten 
die Eltern bzw. die Beschwerdeführenden, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, bei der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland Strafanzeige wegen eines 
Delikts gegen Leib und Leben, mutmasslich eines Tötungsdelikts, zum Nachteil ih-
res Sohnes E.________. Den Verdacht eines Gewaltdelikts und gegen 
D.________ begründete Rechtsanwalt B.________ wie folgt:

[…]

Meine Klientschaft – die Eltern von E.________ – haben für das Verschwinden ihres Sohnes vier Hy-
pothesen: 

1. er ist „weitergezogen"; 

2. er hat Suizid begangen; 

3. er verstarb eines natürlichen Todes; 

4. er wurde Opfer eines Gewaltverbrechens/Tötungsdelikt. 

Hypothese 3 ist sehr unwahrscheinlich, denn dann wäre E.________ gefunden worden (in der Nähe 
des Bahnhofs J.________ (Ort) resp. zwischen G.________ (Ort)/I.________/Bern). Hypothese 2 ist 
sehr unwahrscheinlich, denn der 36 Jahre [recte: 33] alte E.________ war nie suizidal und hatte 
auch keine entsprechenden psychischen Erkrankungen. Er hatte ein gutes Leben mit und bei der Fa-
milie F.________ und hatte auch Verantwortung über seine Tiere. Bei einem Suizid wäre er zudem 
unmittelbar gefunden worden (Wohnort etc.). 

Hypothese 1 ist ebenfalls unwahrscheinlich, denn – wie oben erwähnt – hatte E.________ in 
G.________ (Ort) resp. I.________ ein gutes Leben. Er war mit etwas Geld versorgt und hatte ein 
Dach über dem Kopf sowie zu essen. Er verfügte über Freunde und Bekannte und tauschte sich mit 
diesen regelmässig aus. Meine Klientschaft hat zudem bei der Polizei in Frankreich eine Vermissten-
anzeige gemacht und dort wurden sämtliche Register überprüft, inkl. die beiden Banken, wo 

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E.________ über Geld verfügt (seit dem Verschwinden wurde nichts abgehoben) sowie bei allen 
Spitälern in Frankreich (er wurde nirgends behandelt). Auch in der Schweiz wurde eine Vermissten-
anzeige aufgegeben (EL-Fall: Herr K.________, Regionalfahndung in Langenthal); auch dies ohne 
Ergebnis. Ein „Weiterziehen" ist vor allem auch deshalb unwahrscheinlich, weil E.________ seine 
sehr geliebten Tiere, für die er Verantwortung übernahm, zurückgelassen hätte. Auch hat er seine Ef-
fekten und eine gute Beinprothese zu 100% bei F.________ zurückgelassen, was atypisch ist für ein 
Weiterziehen. Wäre er weitergezogen, hätte er dies vorbereitet (Kleider/Effekten mitnehmen, weitere 
Wundpflaster in der Apotheke holen, etc.) und die Familie F.________ darüber informiert. Zudem er-
schien er zu zwei konkret vereinbarten Treffen nicht. 

Die für die Eltern des E.________ wahrscheinlichste Version ist die Hypothese 4. Dies aus folgenden 
Gründe: 

Vor dem Verschwinden hatte E.________ grossen Streit mit einem D.________ aus J.________ (Ort) 
(wohnhaft an der L.________-Strasse in J.________ (Ort); der Polizei in diesem Zusammenhang be-
kannt; hiernach „D.________"). Der Streit war örtlich auch im Migrolino beim Bahnhof J.________ 
(Ort). Ein Polizist aus M.________ (Ort) hatte dies (wohl auf dem Arbeitsweg beim Tanken an der 
Landi) beobachtet und die beiden auch einer Ausweiskontrolle unterzogen. D.________ wurde – ein-
gestandenermassen – auch handgreiflich gegenüber E.________. 

Vor seinem Verschwinden äusserte E.________ gegenüber verschiedenen Personen die Worte: 
«D.________, Probleme, Polizei». 

F.________ berichtet, dass D.________ eifersüchtig auf E.________ gewesen sei, dies weil 
E.________ einen sehr guten Kontakt zu F.________ gehabt habe und von dieser unterstützt worden 
sei. 

Seit dem Verschwinden von E.________ gibt es weitere Hinweise auf ein Gewaltverbrechen: 

Eine gewisse „N.________" aus J.________ (Ort) (Tel. xxx) berichtete am 23. Mai 2023 gegenüber 
F.________ mündlich, D.________ habe ihr gegenüber angegeben, er habe E.________ „zerstü-
ckelt". Dies bestätigte sie sinngemäss auch in einem WhatsApp-Chat (vgl. WhatsApp-Chat 
N.________ / F.________ vom 23.05.2023 als Beilage 2). 

Ein gewisser O.________ (oder so ähnlich) (Tel. xxx), wohnhaft an der P.________-Strasse in 
Q.________(Ort), berichtet, dass D.________ ihm gegenüber geäussert habe, dass es E.________ 
jetzt besser gehe, dort wo er jetzt sei. Dies ist als Hinweis für ein Versterben zu werten. 

Ein älterer Mann aus R.________(Ort) (der sich ab und zu am Bahnhof J.________ (Ort) aufhält und 
einen Opel S.________ fährt), sagt ebenfalls, dass er gehört habe, dass es E.________ jetzt besser 
gehe, dort wo er jetzt sei. Auch hier scheint D.________ zu wissen, dass E.________ tot ist. 

D.________ ist bekannt dafür, dass er aggressiv ist. Zudem hatte er vor dem Verschwinden nach-
weislich Streit mit E.________, was diverse Personen berichten. D.________ hält sich in letzter Zeit 
oft im Wald auf. 

D.________ sandte F.________ via WhatsApp auch drei Fotos, welche er „auf der Suche nach 
E.________" gemacht habe. Diese sind wohl östlich von J.________ (Ort), in der Nähe der 
T.________ aufgenommen worden (ca. L.________-Strasse, J.________ (Ort)). Sie zeigen einen 
Weiher resp. Wald (vgl. Beilage 3). Es ist nicht ersichtlich, weshalb D.________ genau wissen sollte, 
wo E.________ zu finden wäre resp. derart spezifisch in dieser Region „suchte". Auch dies ist ver-
dächtig. 

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Nachdem D.________ vor dem Verschwinden Streit hatte mit E.________, er gegenüber Drittperso-
nen die – absolut untypische (!!!) – Bemerkung machte, dass er E.________ zerstückelt hatte, und er 
weiter äusserte, dass E.________ nun an einem Ort sei, an dem es ihm besser gehe (womit im Sinne 
des Sprachgebrauchs nur der Tod gemeint sein kann), besteht (nach Ausschluss der weiteren Hypo-
thesen) der dringende Tatverdacht, dass D.________ etwas mit dem Verschwinden von E.________ 
zu tun hat, etwas darüber weiss oder sogar ein Delikt gegen Leib und Leben begangen hat resp. ein 
Tötungsdelikt verübt hat.

[…]

Die Anzeige wurde am 15. Juni 2023 zuständigkeitshalber an die Staatsanwalt-
schaft Emmental-Oberaargau überwiesen, welche am 28. Juni 2023 die hier inter-
essierende Nichtanhandnahmeverfügung erliess.

3.2 Die Staatsanwaltschaft verneinte in der angefochtenen Verfügung das Bestehen 
eines hinreichenden Tatverdachts hinsichtlich eines Tötungsdelikts. Sie begründete 
die Nichtanhandnahme zusammengefasst damit, dass das Verschwinden einer 
Person nicht per se darauf hindeute, dass eine Fremdeinwirkung stattgefunden ha-
be oder haben könnte. Die von den Beschwerdeführenden als wenig wahrschein-
lich genannten Hypothesen (Weiterziehen, Suizid, natürlicher Tod) würden ebenso 
wahrscheinlich erscheinen, zumal es durchaus Fälle gebe, in welchen der Leich-
nam nie gefunden werde oder aufgefundene Skelettteile erst nach Jahren einer 
Vermisstensache zugeordnet werden könnten. Bei den mutmasslich gegen 
D.________ genannten Gründen handle es sich um Behauptungen, welche zwar 
einen Anfangsverdacht, nicht aber einen für eine Eröffnung einer Strafuntersu-
chung erforderlichen «hinreichenden» Tatverdacht zu begründen vermöchten. Die 
in der Anzeige aufgestellten Behauptungen seien im Rahmen eines polizeilichen 
Ermittlungsverfahrens (Vermisstenfall) zu überprüfen und zu verifizieren. Sinn und 
Zweck des polizeilichen Ermittlungsverfahrens gemäss Art. 306 StPO liege gerade 
darin, der Staatsanwaltschaft im Sinne einer ersten Aufklärung die Grundlagen für 
deren allfällige Strafuntersuchung zu liefern; namentlich das Bestehen eines hinrei-
chenden (konkretisierten) Tatverdachts. Sollten im vorliegenden Fall die polizeili-
chen Ermittlungen einen hinreichenden Tatverdacht hinsichtlich eines Tötungsde-
likts ergeben, mithin ernsthafte Gründe für das Vorliegen einer Straftat vorhanden 
sein, werde durch die Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung zu eröffnen sein.

4.

4.1 Eine Nichtanhandnahme erfolgt, sobald (u.a.) aufgrund der Strafanzeige oder des 
Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvor-
aussetzungen eindeutig nicht gegeben sind (Art. 310 Abs. 1 Bst. a StPO). Ein 
Straftatbestand gilt nur dann als eindeutig nicht erfüllt, wenn kein zureichender 
Verdacht auf eine strafbare Handlung besteht oder der zu Beginn der Strafverfol-
gung gegebene Anfangsverdacht sich vollständig entkräftet hat. Ergibt sich indes 
aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus 
den eigenen Feststellungen der Staatsanwaltschaft ein hinreichender Tatverdacht, 
so eröffnet sie eine Untersuchung (Art. 309 Abs. 1 Bst. a StPO). Gemeint ist ein 
«mittlerer Verdacht» (Urteil des Bundesgerichts 6B_472/2020 vom 13. Juli 2021 
E. 2.2.1). Die zur Eröffnung einer Strafuntersuchung erforderlichen tatsächlichen 

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Hinweise auf eine strafbare Handlung müssen erheblich und konkreter Natur sein. 
Blosse Gerüchte oder Vermutungen genügen nicht. Der Anfangsverdacht muss auf 
einer plausiblen Tatsachengrundlage beruhen, aus welcher sich die konkrete Mög-
lichkeit der Begehung einer Straftat ergibt (Urteile des Bundesgerichts 
6B_572/2021 vom 10. Februar 2022 E. 3.1, 6B_700/2020 vom 17. August 2021 
E. 3.3, 6B_472/2020 vom 13. Juli 2021 E. 2.2.1 und 6B_585/2019 vom 25. Oktober 
2019 E. 3.1 mit Verweis auf BGE 141 IV 87 E. 1.3.1).

4.2 Gemäss Art. 309 Abs. 2 StPO kann die Staatsanwaltschaft noch vor Eröffnung ei-
ner Untersuchung polizeiliche Berichte und Strafanzeigen, aus denen der Tatver-
dacht nicht deutlich hervorgeht, der Polizei zur Durchführung ergänzender Ermitt-
lungen überweisen. In diesem Verfahrensstadium geht es erst darum zu prüfen, ob 
ein hinreichender Tatverdacht besteht, der die Eröffnung einer Untersuchung recht-
fertigt (Entscheid des Bundesstrafgerichts TPF 2019 48 vom 28. März 2019; BÜR-
GE, Polizeiliche Ermittlung und Untersuchung, 2018 S. 142 f.). 

4.3 Wurden bereits Untersuchungshandlungen vorgenommen, die grundsätzlich nach 
der Eröffnung des Strafverfahrens zu tätigen sind, hat die Staatsanwaltschaft, wenn 
sie zur Überzeugung kommt, dass kein Straftatbestand erfüllt ist, das Verfahren 
durch Einstellung nach Art. 319 StPO und nicht durch Nichtanhandnahme nach 
Art. 310 StPO abzuschliessen. Dies ist zum Beispiel bei einem Aktenbeizug im 
Sinne von Art. 194 StPO der Fall (Urteil des Bundesgerichts 6B_1362/2020 vom 
20. Juni 2022 E. 6.3 mit Hinweisen). Anders verhält es sich bei der blossen Ertei-
lung eines Ermittlungsauftrags an die Polizei nach Art. 309 Abs. 2 StPO. Eine 
Nichtanhandnahme des Strafverfahrens ist auch nach einem polizeilichen Ermitt-
lungsverfahren im Sinne von Art. 306 f. StPO noch zulässig (Urteil des Bundesge-
richts 6B_264/2017 vom 26. Oktober 2017 E. 2.2.2 mit Hinweisen). 

5.

5.1 Die Beschwerdeführenden rügen zunächst die von der Staatsanwaltschaft gewähl-
te Erledigungsart der Nichtanhandnahme. Bekannt sei, dass nach Einreichung der 
Strafanzeige – wie von ihnen beantragt – eine polizeiliche Einvernahme von 
F.________ und einer «N.________ aus J.________ (Ort)» stattgefunden habe. 
Die Einvernahme von F.________ habe fast vier Stunden gedauert und es werde 
davon ausgegangen, dass sie umfassend zu den Vorwürfen gemäss Strafanzeige 
befragt worden sei. Somit handle es sich nicht mehr um eine polizeiliche Vorab-
klärung. Sie (die Beschwerdeführenden) gingen davon aus, dass die zwei Einver-
nahmen in Absprache mit der Staatsanwaltschaft erfolgt seien. Es dürfte sich somit 
um Untersuchungshandlungen gehandelt haben, die nach Eröffnung einer Strafun-
tersuchung zu tätigen seien. Mit der Durchführung der genannten Einvernahmen 
sei das Verfahren somit faktisch eröffnet worden und die Staatsanwaltschaft hätte 
das Verfahren nicht mit einer Nichtanhandnahme, sondern mittels Einstellungsver-
fügung – unter vorgängiger Gewährung der Teilnahmerechte und des rechtlichen 
Gehörs – erledigen sollen.

5.2 Dieser Einwand ist unbegründet. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die 
Strafuntersuchung faktisch eröffnet worden ist. Insbesondere lässt sich den amtli-
chen Akten nicht entnehmen, dass die Staatsanwaltschaft die Polizei mit der Ein-

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vernahme von F.________ und/oder von «N.________ aus J.________ (Ort)» be-
auftragt hätte. Allein der Umstand, dass die Staatsanwaltschaft Kenntnis davon ge-
habt hat, dass die Regionalfahndung Langenthal mit der Vermisstensache 
«E.________» befasst ist, bedeutet nicht, dass sie – wie in der Beschwerde ausge-
führt – die Bemühungen der Polizei koordiniert. Aktenkundig bedienten die Be-
schwerdeführerenden auch den mit dem Vermisstenfall betrauten Polizeibeamten 
mit einer Kopie der Anzeige, so dass mangels gegenteiliger Anzeichen davon aus-
gegangen werden darf, dass die Polizei gestützt auf diese von sich aus tätig ge-
worden sein dürfte. Die von ihr (mutmasslich) veranlassten Einvernahmen der bei-
den Frauen sind denn auch nicht zu beanstanden (Art. 306 Abs. 2 Bst. b i.V.m. Art. 
142 Abs. 2 und 179 Abs. 1 StPO). Vor diesem Hintergrund bedarf es im Beschwer-
deverfahren keiner Edition der Protokolle der mutmasslich durchgeführten Einver-
nahmen von F.________ und «N.________ aus J.________ (Ort) (Beschwerde Rz. 
14 f. und abschliessende Bemerkungen vom 11. August 2023) resp. der Akten der 
Vermisstensache «E.________». Der entsprechende Antrag ist demzufolge abzu-
weisen.

Daneben sei Folgendes angemerkt: Selbst wenn die Staatsanwaltschaft der Polizei 
einen entsprechenden Auftrag erteilt hätte, wäre dieses Vorgehen bzw. wären die 
von der Polizei durchgeführten Einvernahmen – und zwar unabhängig von deren 
Dauer – im Sinne von Art. 309 Abs. 2 StPO und damit vor der förmlichen Eröffnung 
erfolgt und entsprechend nicht zu beanstanden (vgl. Beschluss des Obergerichts 
des Kantons Bern BK 18 179 vom 27. Juni 2018 E. 11.4, wonach im Rahmen von 
«ergänzenden polizeilichen Ermittlungen» im Sinne von Art. 309 Abs. 2 StPO auch 
die Befragung [dort des Beschuldigten] zur Sache und zur Person erlaubt ist), be-
stand doch allein gestützt auf die Anzeige samt Beilagen kein hinreichender Tat-
verdacht, welcher die Eröffnung einer Strafuntersuchung angezeigt hätte (dazu 
nachfolgend E. 6.1; ferner VOGELSANG, in: Basler Kommentar, Schweizerische 
Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 33 zu Art. 309 StPO, wonach ein Vorgehen 
nach Art. 309 Abs. 2 StPO dann gerechtfertigt sei, wenn Zweifel daran bestehen, 
dass überhaupt ein strafbares Verhalten vorliegt). Es hätte sich diesfalls nicht um 
einen Auftrag um ergänzende Ermittlungen im Sinne von Art. 312 Abs. 2 StPO ge-
handelt. Eine Verletzung der Teilnahmerechte oder des rechtlichen Gehörs im All-
gemeinen ist somit im vorliegenden Verfahren nicht auszumachen.

6.

6.1 Anders als die Beschwerdeführenden meinen, lässt sich gestützt auf die Akten re-
sp. ihre Ausführungen zumindest derzeit kein hinreichender Tatverdacht auf ein 
Gewaltdelikt begründen. Wie sie selbst ausführen, bedarf es hierfür erheblicher und 
konkreter Hinweise. Die Beschwerdekammer geht mit der Staatsanwaltschaft einig, 
dass sich das Verschwinden von E.________ nicht nur mit einem Gewaltdelikt re-
sp. Fremdeinwirkung erklären lässt. Auch wenn die Beschwerdeführenden darauf 
hinweisen, dass ein Weiterziehen ihres Sohnes (Hypothese 1) mit Blick auf seine 
«Einbettung» in der Familie F.________, deren Unterstützung, seine Tiere und die 
zurückgelassenen persönlichen Gegenstände wenig wahrscheinlich sei, ist ein sol-
ches – auch unangekündigt – angesichts des doch als unstet zu bezeichnenden 
Lebenswandels von E.________ nicht ausgeschlossen. Der mutmasslich ausge-

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bliebene Bargeldbezug von seinen beiden Konten mag zwar ungewöhnlich er-
scheinen, steht aber einem «Weiterziehen» auch nicht von vornherein entgegen. 
Auch ist ein allfälliger Suizid (Hypothese 2) nicht von vornherein als unmöglich ein-
zustufen, bestehen doch für einen solchen nicht zwingend vorgängig Anzeichen 
und kann ein solcher auch fernab von allgemein zugänglichen Orten begangen 
werden. Im Weiteren kann – was von den Beschwerdeführenden nicht erwähnt 
wird – auch ein Unfallgeschehen nicht von vornherein ausgeschlossen werden. 
Dass die Beschwerdeführenden gestützt auf die ihnen vorliegenden Informationen 
bezüglich D.________, wonach ein Streit zwischen diesem und ihrem Sohn be-
standen und D.________ gegenüber Drittpersonen geäussert habe, er hätte 
E.________ «zerstückelt» und es ginge diesem nun besser, wo er jetzt sei, die 
Vermutung haben, dieser könnte etwas mit dem Verschwinden ihres Sohnes zu tun 
haben, ist verständlich. Wie die Staatsanwaltschaft aber zu Recht ausführt, vermö-
gen die vorgenannten, ihnen via Drittpersonen zugetragenen «Informationen» bzw. 
die von ihnen geäusserten Vermutungen indes lediglich einen Anfangsverdacht zu 
begründen. Es handelt sich hierbei nicht um Hinweise erheblicher und konkreter 
Natur. Von einem für eine Strafuntersuchungseröffnung erforderlichen hinreichen-
den Tatverdacht kann somit nicht gesprochen werden. Dasselbe gilt selbstredend 
für den vom Rechtsvertreter in der Replik geltend gemachten dringenden Tatver-
dacht. Nicht von vornherein verdächtig erscheinen im Übrigen der Umstand, dass 
D.________ bei der Suche mitgeholfen resp. sich selbständig auf die Suche ge-
macht hat und die angebliche Aussage des Vermissten «D.________, Probleme, 
Polizei». Zum einen steht ein Streit nicht im Widerspruch zu einer späteren Suche, 
zum anderen kann sich die angebliche Aussage «D.________, Probleme, Polizei» 
auch lediglich auf die Auseinandersetzung beziehen, in welche mutmasslich ein 
Polizist aus M.________ (Ort) eingegriffen haben soll. Auch das Vorbringen, wo-
nach D.________ angeblich aggressiv sein soll und sich in letzter Zeit oft im Wald 
aufhalte, ist nach Ansicht der Beschwerdekammer weder von vornherein noch un-
ter Berücksichtigung der konkreten Umstände verdachtsbegründend.

Als Zwischenergebnis ist vor diesem Hintergrund festzuhalten, dass die Vorausset-
zungen für die Eröffnung einer Strafuntersuchung zumindest derzeit nicht vorlie-
gen. Das Eventualbegehren ist demzufolge abzuweisen.

6.2 In der vorliegenden Ausgangslage sind jedoch auch die Voraussetzungen für eine 
Nichtanhandnahme nicht erfüllt. Eine solche ist in der hier interessierenden Aus-
gangslage nur zulässig (vgl. E. 4.1 hiervor), wenn ein Straftatbestand eindeutig 
nicht gegeben ist, was dann der Fall ist, wenn kein zureichender Verdacht auf eine 
strafbare Handlung besteht oder der zu Beginn der Strafverfolgung gegebene An-
fangsverdacht sich vollständig entkräftet hat. Abgesehen davon, dass es sich vor-
liegend um ein potentiell schweres Delikt handelt, dementsprechend strenge An-
forderungen an eine Nichtanhandnahme zu stellen sind, vermögen die den Be-
schwerdeführenden zugetragenen «Informationen» (so die angeblichen Äusserun-
gen der von ihr verdächtigten Person betreffend «Zerstückeln» und «es gehe 
E.________ nun besser, wo er jetzt sei [E. 6.1 hiervor]) einen Anfangsverdacht zu 
begründen. Dieser wurde bisher nicht entkräftet. Liegt ein Anfangsverdacht vor, 
besteht ein Verfolgungszwang (Art. 7 Abs. 1 StPO). Gestützt auf die Ausführungen 
in der Anzeige dräng(t)en sich weitere Ermittlungen auf. Die Staatsanwaltschaft hat 

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in der vorliegenden Situation vorschnell eine Nichtanhandnahme verfügt, statt 
zunächst gestützt auf Art. 309 Abs. 2 StPO die Polizei mit ergänzenden Ermittlun-
gen zu beauftragen. Aus der Anzeige geht hervor, dass die beiden in der Anzeige 
genannten Frauen einfach zu kontaktieren sind und (mutmasslich) sachdienliche 
Auskünfte geben könnten. Die Anzeige war insoweit deutlich und klar (jedoch – wie 
gesagt – nicht dergestalt, dass sie einen hinreichenden Tatverdacht begründet und 
Ermittlungen im Sinn von Art. 312 bedingt hätten). 

6.3 Die Nichtanhandnahmeverfügung erfolgte demzufolge (zumindest derzeit) verfrüht 
und ist aufzuheben. 

Gemäss Ausführungen der Beschwerdeführenden sollen mindestens zwei Einver-
nahmen durch die Polizei durchgeführt worden sein. Ob sich nach der Edition und 
der anschliessenden Würdigung der entsprechenden Einvernahmeprotokolle be-
reits ein abschliessendes Bild über Eröffnung oder Nichteröffnung einer Strafunter-
suchung ergibt oder sich allenfalls weitere Abklärungen aufdrängen, kann an dieser 
Stelle offengelassen werden. Die erstmalige Abklärung des Sachverhalts fällt nicht 
in die Zuständigkeit der Beschwerdeinstanz, zumal den Beschwerdeführenden 
hierdurch eine Instanz verloren ginge. Die entsprechende Prüfung erfolgt durch die 
Staatsanwaltschaft. Den Antrag auf Beizug der Akten der Vermisstensache 
«E.________» und insbesondere der Protokolle der mutmasslich durchgeführten 
Einvernahmen von F.________ und «N.________ aus J.________ (Ort) (Be-
schwerde Rz. 14 f. und abschliessende Bemerkungen vom 11. August 2023) ist 
dementsprechend auch in diesem Punkt abzuweisen. 

Sofern die Beschwerdeführenden mit ihrem Hinweis auf die nach ihrem Dafürhalten 
erforderlichen Untersuchungshandlungen (Beschwerde Rz. 60) sinngemäss auch 
auf die Erteilung von Weisungen abzielen sollten, ist festzuhalten, dass es der 
Staatsanwaltschaft nach einer Rückweisung im Sinne von Art. 397 Abs. 2 StPO 
grundsätzlich freisteht, wie sie das Verfahren weiterführen will. Zwar kann die Be-
schwerdeinstanz bei Aufhebung einer Einstellungsverfügung der Staatsanwalt-
schaft für den weiteren Gang des Verfahrens Weisungen erteilen (Art. 397 Abs. 3 
StPO). Die Frage, ob diese Bestimmung analog auch in Bezug auf Nichtanhand-
nahmeverfügungen gilt, ist weder höchstrichterlich geklärt noch – soweit ersichtlich 
– Gegenstand der Diskussion in der Lehre. Auch vorliegend braucht der Frage 
nicht näher nachgegangen zu werden. Die Beschwerdeführenden haben einerseits 
keinen entsprechenden (expliziten) Antrag gestellt. Andererseits auferlegt sich die 
Beschwerdeinstanz bei der Ausübung des Weisungsrechts aufgrund der strafver-
fahrensrechtlichen Gewaltenteilung ohnehin eine gewisse Zurückhaltung und sind 
vorliegend keine Gründe erkennbar, welche eine Weisungserteilung aufdrängten 
(vgl. Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 19 335 vom 3. September 
2019 E. 8 [Leitentscheid] sowie Beschluss des Kantonsgerichts des Kantons 
Graubünden SK2 22 15 vom 10. Januar 2023 E. 5.3).

7. Zusammengefasst ist die Beschwerde insofern gutzuheissen, als die Nichtanhand-
nahmeverfügung der Staatsanwaltschaft vom 28. Juni 2023 aufzuheben und die 
Sache im Sinne der Erwägungen an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen ist. 

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Weitergehend ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf diese eingetreten wer-
den kann. 

8.

8.1 Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Beschwerdeführenden 
sind insoweit als obsiegend zu betrachten, als dass die Nichtanhandnahmeverfü-
gung aufgehoben wird bzw. sich gestützt auf die von ihnen eingereichte Anzeige 
derzeit eine Erledigung mittels Nichtanhandnahme nicht rechtfertigen lässt. Indes 
unterliegen sie mit ihrem Feststellungsbegehren sowie ihrem Antrag auf Eröffnung 
einer Strafuntersuchung, in deren Folge ihnen Parteirechte eingeräumt werden 
müssten. Vor diesem Hintergrund – und insbesondere aufgrund der Tatsache, dass 
das Verfahren fortgeführt wird, was letztlich das Hauptanliegen der Beschwerde-
führenden gewesen ist – rechtfertigt sich eine hälftige Teilung der Verfahrenskos-
ten von pauschal CHF 1'200.00. Damit werden CHF 600.00 den Beschwerdeführe-
renden (diesen unter solidarischer Haftbarkeit [Art. 418 Abs. 2 StPO]) zur Bezah-
lung auferlegt. Die verbleibenden CHF 600.00 trägt der Kanton Bern. 

8.2 Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage. Die Beschwerdeführen-
den haben somit Anspruch auf eine Teilentschädigung für die angemessene Ausü-
bung ihrer Verfahrensrechte. Da Rechtsanwalt B.________ trotz zweimaliger Auf-
forderung keine Kostennote eingereicht hat, wird die Entschädigung von Amtes 
wegen pauschal und unter Berücksichtigung der massgeblichen Rechtsgrundlagen 
(Art. 41 des Kantonalen Anwaltsgesetzes [KAG; BSG 168.11] und Art. 17 der Par-
teikostenverordnung [PKV; BSG 168.811]) festgesetzt und vorliegend bezüglich 
des Gesamthonorars bestimmt auf CHF 1’800.00 (inkl. Auslagen und MWST). Den 
Beschwerdeführenden ist somit für ihre Aufwendungen im Beschwerdeverfahren 
vom Kanton Bern eine Teilentschädigung von 1/2 des Gesamthonorars, ausma-
chend CHF 900.00, auszurichten. Die Teilentschädigung wird mit den von ihnen zu 
tragenden Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 600.00 verrechnet (vgl. Art. 442 
Abs. 4 StPO), so dass ihnen vom Kanton Bern noch eine Entschädigung von 
CHF 300.00 auszurichten ist.

12

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Der Antrag auf Edition der Akten der Vermisstensache «E.________» (einschliesslich 
der Einvernahmeprotokolle) wird abgewiesen.

2. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Nichtanhandnahmeverfügung der 
Staatsanwaltschaft vom 28. Juni 2023 im Verfahren EO 23 8940 wird aufgehoben und 
die Sache im Sinne der Erwägungen an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Wei-
tergehend wird die Beschwerde abgewiesen, soweit auf diese einzutreten ist.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1’200.00, werden zur Hälf-
te, ausmachend CHF 600.00, der Beschwerdeführerin 1 und dem Beschwerdeführer 2 
unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt. Den Rest der Verfahrenskosten, ausma-
chend CHF 600.00, trägt der Kanton Bern. 

4. Der Beschwerdeführerin 1 und dem Beschwerdeführer 2 wird für ihre Aufwendungen 
im Beschwerdeverfahren eine anteilsmässige Entschädigung in der Höhe von 
CHF 900.00 (inkl. Auslagen und MWST) zugesprochen. Die Entschädigung wird mit 
den ihnen auferlegten Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 600.00 verrechnet. 
Entsprechend ist der Beschwerdeführerin 1 und dem Beschwerdeführer 2 vom Kanton 
Bern noch eine Entschädigung von CHF 300.00 auszurichten.

5. Zu eröffnen:
- den Straf- und Zivilklägern/Beschwerdeführern 1+2, beide v.d. Rechtsanwalt 

B.________ (per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaaragau, Staatsanwalt 

U.________ (mit den Akten – per Einschreiben)

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Bern, 6. Dezember 2023 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Beldi
i.V. Gerichtsschreiberin Lienhard

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.