# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee24a0c3-bdb3-5ea9-87b6-351eb08bafcc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.12.2021 100 2019 303
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2019-303_2021-12-17.pdf

## Full Text

100.2019.303U
HER/ZUD/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Dezember 2021

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichter Daum
Gerichtsschreiber Zürcher

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin …
Beschwerdeführer

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung 
infolge Straffälligkeit (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des 
Kantons Bern vom 6. August 2019; 2018.POM.194)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.12.2021, Nr. 100.2019.303U, 
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Sachverhalt:

A.

Der türkische Staatsangehörige A.________ (Jg. 1964) reiste im Oktober 
1983 in die Schweiz ein und ersuchte um Asyl. Dieses wurde ihm gewährt, 
jedoch im Jahr 1993 unter Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft 
widerrufen. A.________ lebte im Kanton Zürich, wo er über eine 
Niederlassungsbewilligung verfügte. 1994 wurde er nach zweimaliger 
Verurteilung zu unbedingten Gefängnisstrafen wegen Betäubungsmittel-
delikten fremdenpolizeilich verwarnt. Er hat aus erster Ehe (1990-2004) 
zwei Söhne (Jgg. 1991 und 1992). 2007 wurde er im Kanton Zürich wegen 
Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfacher Übertretung 
desselben und Vergehens gegen das Waffengesetz zu einer Freiheitsstrafe 
von 20 Monaten verurteilt, wobei die Freiheitsstrafe zugunsten einer (vor-
zeitig angetretenen) stationären Massnahme (Suchtbehandlung) aufge-
schoben wurde. 2008 wurde ihm, nachdem er bedingt aus der Massnahme 
entlassen worden war, im Interesse der Distanzierung von seinem Zürcher 
Drogenumfeld der Wechsel in den Kanton Bern bewilligt, wo er weiterhin 
niederlassungsberechtigt war; gleichzeitig wurde er verwarnt. Im Kanton 
Bern lebte er mit einer Schweizer Bürgerin zusammen. Das Paar heiratete 
im Januar 2013. Im Dezember 2018 ist die Ehefrau verstorben. Aus dieser 
Ehe gingen keine Kinder hervor.

Am 3. November 2016 verurteilte das Regionalgericht Emmental-
Oberaargau A.________ wegen mengenmässig und gewerbsmässig 
qualifiziert begangener Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelge-
setz und Konsums von Heroin und Marihuana zu einer bedingten Freiheits-
strafe von 24 Monaten (Probezeit fünf Jahre) und einer Übertretungsbusse. 

Mit Verfügung vom 1. Februar 2018 widerrief das Amt für Migration und 
Personenstand des Kantons Bern (MIP; heute: Amt für Bevölkerungsdiens-
te [ABEV]), Migrationsdienst (MIDI), die Niederlassungsbewilligung von 
A.________ und wies ihn unter Ansetzung einer Ausreisefrist aus der 
Schweiz weg.

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B.

Hiergegen erhob A.________ am 5. März 2018 Beschwerde bei der 
Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM; heute: Sicherheitsdi-
rektion [SID]). Diese wies die Beschwerde mit Entscheid vom 6. August 
2019 ab und setzte A.________ eine neue Ausreisefrist auf den 
19. September 2019.

C.

Gegen diesen Entscheid hat A.________ am 6. September 2019 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er beantragt, der angefochtene 
Entscheid sei aufzuheben. Eventuell sei die Aufhebung des Entscheids mit 
einer Verwarnung zu verbinden. Subeventuell sei die Sache unter Aufhe-
bung des angefochtenen Entscheids an die Vorinstanz zurückzuweisen 
und diese anzuweisen, ihn zu verwarnen und seine Niederlassungsbewilli-
gung durch eine Aufenthaltsbewilligung zu ersetzen.

Mit Eingabe vom 11. September 2019 hat A.________ um unentgeltliche 
Rechtspflege unter Beiordnung seiner Rechtsvertreterin als amtliche 
Anwältin ersucht. Am 24. September 2019 hat er dazu Unterlagen nachge-
reicht.

Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 4. Oktober 2019 die 
Abweisung der Beschwerde. Zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
hat sie sich mit Eingabe vom 18. Oktober 2019 eines Antrags enthalten.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letz-
te kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Ge-

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setzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen 
Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid beson-
ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 
oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und 
Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Am 1. Januar 2019 ist eine Teilrevision des Bundesgesetzes vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländerge-
setz, AuG; SR 142.20) in Kraft getreten, welche unter anderem den Ge-
setzestitel und die offizielle Abkürzung änderte (neu: Ausländer- und Integ-
rationsgesetz, AIG). Das vorliegende Verfahren wurde vor Inkrafttreten 
dieser Gesetzesänderung eingeleitet, weswegen das alte Recht (AuG und 
Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Er-
werbstätigkeit [VZAE; SR 142.201], je in der bis zum 31.12.2018 gültigen 
Fassung [AS 2007 S. 5437 bzw. AS 2007 S. 5497]) anwendbar bleibt 
(Art. 126 Abs. 1 AIG analog; BVR 2020 S. 231 E. 4 mit Hinweisen [Ge-
suchsverfahren]; VGE 2019/162 vom 23.6.2021 E. 3.3 [Widerrufsverfah-
ren]).

3.

In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer unter verschiedenen Titeln 
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. 

3.1 Er bringt zunächst vor, das MIP habe seine Beweisanträge nicht 
(förmlich) abgewiesen und sowohl das MIP als auch die Vorinstanz hätten 
eingereichte Beweismittel nicht berücksichtigt und dadurch den Sachverhalt 
unvollständig festgestellt. Das Vorgehen der Vorinstanzen sei zudem will-

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kürlich und treuwidrig. – Diese Vorwürfe sind unbegründet: Der bereits im 
Verfahren vor dem MIP anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat im 
Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs Beilagen eingereicht, in-
des keine Beweisanträge gestellt, nur bei Bedarf weitere Angaben oder 
Dokumente angeboten (Akten MIDI pag. 188 ff.). Im Beschwerdeverfahren 
hat die instruierende Behörde den mit Beschwerde gestellten Editionsan-
trägen durch Einholen der Akten des MIDI im ersten Schriftenwechsel ent-
sprochen (Akten POM pag. 14-26, 28-29). Den eingereichten Arztbericht 
zum Gesundheitszustand der Ehefrau hat sie antragsgemäss zu den Akten 
erkannt (Akten POM pag. 45-49), einen bloss anerbotenen Arztbericht zum 
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hat sie nebst verschiedenen 
weiteren von Amtes wegen getroffenen Beweisanordnungen einverlangt 
(Akten POM pag. 16, 54-55). Der pauschal erhobene Vorwurf, Beweise 
seien bei der Entscheidfindung nicht (genügend) berücksichtigt worden, 
beschlägt den weiteren Vorwurf, die Behörden hätten die Begründungs-
pflicht verletzt und den Sachverhalt falsch gewürdigt (vgl. E. 3.2 hiernach). 
Ein Verstoss gegen Treu und Glauben ist nicht erkennbar.

3.2 Zur Rüge der Verletzung der Begründungspflicht bringt der Be-
schwerdeführer vor, an die Begründungsdichte seien hier sehr hohe Anfor-
derungen gestellt, denen die Ausländerbehörde in ihrer Verfügung nicht 
nachgekommen sei (Beschwerde S. 6). Er übt aber nur pauschal Kritik und 
führt nicht näher aus, inwiefern und unter welchen Aspekten die Verfügung 
unzulänglich begründet sei. Nicht verlangt ist, dass sich die Begründung 
mit allen Parteistandpunkten und jedem eingereichten Aktenstück (einläss-
lich) auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wider-
legt (vgl. statt vieler BGE 140 II 262 E. 6.2, 138 I 232 E. 5.1, 136 I 229 
E. 5.2; BVR 2018 S. 341 E. 3.4.2, 2013 S. 407 E. 3.2, 2012 S. 326 E. 4.1). 
Insofern lässt sich der Behörde auch keine Verletzung des Grundsatzes 
der Rechtsanwendung von Amtes wegen («iura novit curia») vorwerfen 
(vgl. Beschwerde S. 5). Es war dem Beschwerdeführer jedenfalls möglich, 
sowohl die Verfügung als auch den vorinstanzlichen Entscheid sachgerecht 
anzufechten. Die Rüge des Beschwerdeführers beinhaltet denn auch 
hauptsächlich den Vorwurf, das MIP und die Vorinstanz hätten den mass-
gebenden Sachverhalt falsch, d.h. einseitig zu seinen Lasten gewürdigt 
(Beschwerde S. 6). Dies beschlägt die materielle Frage der Rechtmässig-

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keit der durchgeführten Interessenabwägung, was nachfolgend zu prüfen 
ist.

4.

In der Sache strittig sind der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und 
die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz.

4.1 Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen werden, wenn die 
Ausländerin oder der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe ver-
urteilt wurde (Art. 63 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 Bst. b AuG). 
Längerfristig ist eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr, wobei keine 
Rolle spielt, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt 
ausgesprochen wurde (BGE 139 I 16 E. 2.1, 139 I 31 E. 2.1, 139 I 145 
E. 2.1). Vorausgesetzt ist, dass das Strafurteil in Rechtskraft erwachsen ist 
(BVR 2015 S. 391 E. 3.1, 2013 S. 543 E. 3.1). Der Widerrufsgrund der 
längerfristigen Freiheitsstrafe ist auch bei Ausländerinnen und Ausländern 
mit Niederlassungsbewilligung anwendbar, die sich seit mehr als 15 Jahren 
ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufgehalten haben 
(Art. 63 Abs. 2 AuG; vgl. BGE 139 I 16 E. 2.1, 139 I 31 E. 2.1; 
BGer 2C_826/2018 vom 30.1.2019 E. 7.1; nicht anders verhält es sich 
nach Art. 63 AIG).

4.2 Der Beschwerdeführer wurde am 3. November 2016 rechtskräftig zu 
einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt (vorne Bst. A). Damit hat er 
unstrittig den Widerrufsgrund der längerfristigen Freiheitsstrafe gesetzt. Der 
Tatbestand der längerfristigen Freiheitsstrafe bildet nach Art. 63 Abs. 1 
AuG allgemein und nach Art. 63 Abs. 2 AuG ausdrücklich auch in Fällen, in 
denen Betroffene sich wie der Beschwerdeführer mehr als 15 Jahre in der 
Schweiz aufhalten, Grund für den Widerruf der Niederlassungsbewilligung 
(vgl. E. 4.1 hiervor). Dass die Ausländerbehörde in ihrer Verfügung allein 
Art. 63 Abs. 1 Bst. a AuG für den (unstrittig vorliegenden) Widerrufsgrund 
der längerfristigen Freiheitsstrafe genannt hat, vermag die Aufhebung des 
angefochtenen Entscheids nicht zu begründen (vgl. Beschwerde S. 8), zu-
mal sie die Massnahme im Licht des zutreffenden Widerrufsgrunds geprüft 

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hat und die Privilegierung anderer Widerrufsgründe bei Anwesenheitsdauer 
über 15 Jahre im Sinn von Art. 63 Abs. 2 AuG beim Beschwerdeführer ge-
rade nicht greift. Unbegründet ist mit der Vorinstanz (Vernehmlassung S. 1) 
auch der Vorwurf, diese habe durch «Zuwarten […] auf Ablösung des AuG 
durch das AIG offensichtlich versucht, das Problem der falschen Rechts-
anwendung durch das MIP zu umgehen» (Beschwerde S. 8): Einerseits ist 
für das anwendbare Recht (hier das AuG) die Verfahrenseröffnung, nicht 
der Entscheidzeitpunkt massgebend (vgl. vorne E. 2). Andererseits hat sich 
die Rechtslage für Personen, denen die Aufenthaltsbeendigung wegen 
längerfristiger Freiheitsstrafe droht, mit dem AIG nicht geändert (vgl. E. 4.1 
hiervor). – Strittig ist, ob die Entfernungsmassnahme verhältnismässig ist.

4.3 Der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung 
sind auch bei Vorliegen eines Widerrufsgrunds nur zulässig, wenn sie auf-
grund einer Interessenabwägung als verhältnismässig erscheinen (Art. 5 
Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101] und Art. 96 AuG bzw. AIG). Im 
Rahmen dieser Prüfung sind die öffentlichen Interessen an der Entfer-
nungsmassnahme aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung 
und die privaten Interessen der betroffenen Person am weiteren Verbleib in 
der Schweiz gegeneinander abzuwägen. Zu berücksichtigen ist die Ge-
samtheit der rechtswesentlichen Umstände im Einzelfall (vgl. BGE 139 I 31 
E. 2.3.1; BVR 2013 S. 543 E. 4.1, je mit Hinweisen). Beeinträchtigt die Ent-
fernungsmassnahme die weitere Pflege familiärer Beziehungen oder das 
Privatleben (Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention 
[EMRK; SR 0.101]; Art. 13 Abs. 1 BV), bilden Grundlage dieser Interessen-
abwägung Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 36 BV (BGE 144 II 1 E. 6.1, 143 I 21 
E. 5.1; BVR 2015 S. 391 E. 4.1). Wird eine Person weggewiesen, die – wie 
hier – zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde, muss die 
Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs Teil der umfassenden 
bewilligungsrechtlichen Interessenabwägung bilden (vgl. BGE 135 II 110 
E. 4.2; BVR 2013 S. 543 E. 4.1).

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5.

Das öffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und 
der Wegweisung richtet sich nach der Schwere des Verschuldens, dem 
Verhalten gegenüber der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Allgemei-
nen und der Rückfallgefahr.

5.1 Zum Verschulden ist Folgendes zu erwägen:

5.1.1 Das Verschulden, welches die betroffene Person mit der länger-
fristigen Freiheitsstrafe auf sich geladen hat, ist Ausgangspunkt der Beur-
teilung des öffentlichen Interesses. Die Schwere des Verschuldens bemisst 
sich regelmässig nach der Höhe der vom Strafgericht verhängten Strafe 
(BGE 134 II 10 E. 4.2 [Pra 97/2008 Nr. 87], 129 II 215 E. 3.1; BVR 2013 
S. 543 E. 4.2). Praxisgemäss sprechen Freiheitsstrafen ab 24 Monaten für 
ein schweres Verschulden, da diese Fälle bereits als so gravierend einge-
stuft werden, dass der vollständige Aufschub der Strafe nicht mehr infrage 
kommt und mindestens ein Teil zwingend vollzogen werden muss. Auch 
aus fremdenpolizeilicher Sicht bedeutet die Verurteilung zu einer Freiheits-
strafe ab 24 Monaten in jedem Fall einen sehr schwerwiegenden Verstoss 
gegen die schweizerische Rechtsordnung (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.3 und 
3.4, 135 II 377 E. 4.4 [zur hier infolge langer Aufenthaltsdauer zwar nicht 
anwendbaren sog. «Reneja-Praxis»; in Bezug auf die Beurteilung des Ver-
schuldens sind die Erwägungen aber dennoch massgeblich]; BVR 2013 
S. 543 E. 4.2.3).

5.1.2 Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau verurteilte den Be-
schwerdeführer am 3. November 2016 wegen (1) mengen- und gewerbs-
mässig qualifiziert begangener Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz 
vom 3. Oktober 1951 über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stof-
fe (Betäubungsmittelgesetz, BetmG; SR 812.121) in der Zeit von August 
2014 bis Dezember 2015 sowie (2) Konsums von Heroin und Marihuana in 
der Zeit von November 2013 bis Juni 2016 zu einer Freiheitsstrafe von 
24 Monaten. Deren Vollzug schob das Strafgericht auf und setzte die Pro-
bezeit auf 5 Jahre fest; für die Dauer der Probezeit wurde Bewährungshilfe 
angeordnet. Dem Beschwerdeführer wurde die Weisung erteilt, die begon-
nene ambulante Psychotherapie solange weiterzuführen, als die Ärzte-

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schaft dies als nötig erachtet, längstens bis zum Ablauf der Probezeit (Ak-
ten MIDI pag. 149 ff., 150). Dem Urteil – es liegt keine schriftliche Begrün-
dung vor – lässt sich hinsichtlich der Tatumstände entnehmen, dass der 
Beschwerdeführer ca. 720 Gramm Heroingemisch mit einem Reinheitsgrad 
von ca. 15 % erwarb, besass und an diverse Abnehmerinnen und Abneh-
mer verkaufte bzw. Anstalten zum Verkauf traf. Laut seiner Aussage vor 
der Polizei kaufte er das Heroin bei einer Albaner Gruppierung, portionierte 
und verpackte es. Er erzielte dabei einen erheblichen Gewinn (vgl. Anzei-
gerapport vom 15.2.2016, Akten MIDI pag. 139 ff., insb. 142 und 150). Wie 
die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, spricht bereits das Strafmass im 
Licht der massgebenden Praxis für ein schweres Verschulden. Dass die 
Strafe nicht mehr als der Richtwert von 24 Monaten beträgt und ihr Vollzug 
deshalb vollständig aufgeschoben werden konnte, ändert daran grundsätz-
lich nichts (vgl. für eine vergleichbare Würdigung bei Drogendelinquenz 
VGE 2018/299 vom 6.11.2019 E. 3.1.2). Dem Beschwerdeführer ist vorab 
der Verkauf von ca. 720 Gramm Heroingemisch mit einem Reinheitsgrad 
von ca. 15 % an verschiedene Abnehmerinnen und Abnehmer anzulasten 
(Akten MIDI pag. 150). Er hat damit die Gesundheit einer Vielzahl von Per-
sonen gefährdet. 

5.1.3 Keine andere Einschätzung des Verschuldens ergibt sich aus dem 
Umstand, dass der Beschwerdeführer damals selber drogensüchtig war 
(vgl. Beschwerde S. 10 f., 20): Anzuerkennen ist, dass die verfahrensaus-
lösende Betäubungsmitteldelinquenz im Zusammenhang mit seiner Dro-
genabhängigkeit steht, was praxisgemäss namentlich bei reiner Beschaf-
fungskriminalität zu einer gewissen Relativierung des Verschuldens führt 
(vgl. BGE 139 II 121 E. 5.3 [Pra 103/2014 Nr. 1]; BGer 2C_336/2015 vom 
21.4.2016 E. 3.2.1, 2C_1046/2014 vom 5.11.2015 E. 4.2). Jedoch hat der 
Beschwerdeführer mengen- und gewerbsmässig qualifiziert mit Drogen 
gehandelt und damit auch erhebliche Gewinne erzielt (vgl. E. 5.1.2 hiervor). 
Seine deliktische Aktivität ging damit deutlich über die Beschaffung der 
selbst benötigten Drogen hinaus und mit der Vorinstanz ist davon auszu-
gehen, dass finanzielle Beweggründe sehr wohl eine Rolle gespielt haben 
(angefochtener Entscheid E. 5b). Der Einwand, der Gewinn habe der De-
ckung seines Lebensunterhalts gedient (Beschwerde S. 11), entlastet den 
Beschwerdeführer nicht, war doch sein Lebensbedarf und jener seiner Ehe-

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frau (auch) in der Deliktsphase 2013-2016 durch Sozialhilfe bzw. bevor-
schusste Rentenleistungen gedeckt (vgl. Akten MIDI pag. 166; hinten 
E. 5.3.4). Er bringt im Übrigen selber nicht vor, dass er sich in einer eigent-
lichen Zwangslage befunden habe. Es darf schliesslich ohne weiteres da-
von ausgegangen werden, dass die Drogenabhängigkeit des Beschwerde-
führers in die gerichtliche Strafzumessung eingeflossen ist: Das verfah-
rensauslösende Urteil erfasst explizit auch den Eigenkonsum (vgl. E. 5.1.2 
hiervor) und es erging u.a. in Anwendung von Art. 19 Abs. 2, Art. 47 und 
48a des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR SR 311.0). Das 
Strafgericht nahm mithin eine Strafmilderung aufgrund verminderter 
Schuldfähigkeit vor. Im ausländerrechtlichen Verfahren besteht denn auch 
regelmässig kein Raum, die strafgerichtliche Beurteilung in Bezug auf das 
Verschulden zu relativieren (vgl. etwa BGer 2C_609/2020 vom 1.2.2021 
E. 4.2 [betrifft VGE 2019/387 vom 17.6.2020], 2C_393/2017 vom 5.4.2018 
E. 3.3.3; BVR 2012 S. 193 E. 4.4.4 am Ende). Anhaltspunkte, dass es sich 
hier ausnahmsweise anders verhalten könnte (vgl. VGE 2018/299 vom 
6.11.2019 E. 3.1.3), bringt der Beschwerdeführer nicht vor und ergeben 
sich auch nicht aus den Akten.

5.1.4 Mit den mengen- und gewerbsmässig qualifiziert begangenen Wi-
derhandlungen gegen das BetmG hat der Beschwerdeführer die Gefähr-
dung der Gesundheit vieler Menschen in Kauf genommen. Qualifizierte 
Drogendelikte aus finanziellen Motiven wiegen besonders schwer (vgl. 
BGE 139 II 65 E. 5.2 [Pra 102/2013 Nr. 43]), weshalb die Rechtsprechung 
insofern ausländerrechtlich eine strenge Praxis verfolgt (vgl. BGE 139 I 16 
E. 2.2.1; BGer 2C_609/2020 vom 1.2.2021 E. 3.4; BVR 2013 S. 543 
E. 4.2.3). Art. 66a Abs. 1 Bst. o StGB führt bei derartigen Delikten grund-
sätzlich zur obligatorischen Landesverweisung. Diese Vorschrift ist hier 
zwar nicht anwendbar, unterstreicht aber die Schwere der Gesetzesverlet-
zung (zur Berücksichtigung dieser Wertung im ausländerrechtlichen Ver-
fahren statt vieler BGE 139 I 31 E. 2.3.2). Hat die Vorinstanz das Verschul-
den des Beschwerdeführers als schwer beurteilt (angefochtener Entscheid 
E. 5a), ist dies nach dem Erwogenen nicht rechtsfehlerhaft.

5.2 Zu berücksichtigen ist sodann das Verhalten gegenüber der öffent-
lichen Sicherheit und Ordnung im Allgemeinen.

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5.2.1 Bei Personen, die mehrfach oder sogar regelmässig delinquiert ha-
ben, besteht aufgrund ihrer Einsichtslosigkeit ein erhebliches sicherheits-
polizeiliches Interesse, sie aus der Schweiz wegzuweisen. Wiederholte 
oder gar notorische Delinquenz zeigt in besonderer Weise, dass sich die 
betreffende Person von Strafurteilen nicht hat beeindrucken lassen, und 
führt zum Schluss, dass sie nicht willens oder fähig ist, sich an die hiesige 
Rechtsordnung zu halten (vgl. BGE 139 I 145 E. 3.8; BVR 2013 S. 543 
E. 4.3 mit Hinweisen).

5.2.2 Der Beschwerdeführer hat im Zeitraum von 1992 bis 2016 vielfach 
delinquiert. Er bringt vergeblich vor, die im Strafregister gelöschten Verur-
teilungen dürften nicht mehr in die Beurteilung einbezogen werden (Be-
schwerde S. 10). Zwar trifft zu, dass gemäss Art. 369 Abs. 7 StGB eine 
aufenthaltsbeendende Massnahme nicht direkt gestützt auf eine gelöschte 
Straftat verfügt werden soll. Laut ständiger Rechtsprechung im Ausländer-
recht ist in der Verhältnismässigkeitsprüfung jedoch das deliktische Verhal-
ten der von einer derartigen Massnahme bedrohten Person einer Gesamt-
betrachtung zu unterziehen, bei welcher strafrechtlich relevante Daten, die 
sich in den Akten befinden, auch nach deren Löschung im Strafregister in 
die Beurteilung des Verhaltens miteinzubeziehen sind (vgl. BGer 
2C_255/2021 vom 2.8.2021 E. 4.3, 2C_861/2018 vom 21.10.2019 E. 3.2, 
2C_477/2008 vom 24.2.2009 E. 3.2.2; BVR 2013 S. 543 E. 4.3.1; VGE 
2020/349 vom 6.9.2021 E. 6.3.1). 

5.2.3 Für die Zeit vor der verfahrensauslösenden Verurteilung aus dem 
Jahr 2016 sind insgesamt fünfzehn Urteile und Strafbefehle aktenkundig. 
Der Beschwerdeführer wurde hauptsächlich wegen Widerhandlungen ge-
gen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt, aber auch mehrfach wegen 
Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, einmal wegen Sachbeschädi-
gung und zweimal wegen Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrs-
gesetzgebung. In drei Fällen (darunter die Strassenverkehrsdelikte) wurden 
bloss Bussen ausgefällt, in den weiteren Fällen wurde er zu Haft oder Ge-
fängnisstrafen von bis zu drei Monaten verurteilt (vgl. den Deliktskatalog im 
angefochtenen Entscheid E. 3b; Akten MIDI pag. 14 ff., 51 ff., 58 ff., 62 ff., 
66 ff., 90, 98 ff., 135 f.). Den Abschluss der Deliktserie aus den 90er- und 
Nullerjahren bildete das Strafurteil des Bezirksgerichts Zürich vom 

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28. November 2007. Hiermit wurde der Beschwerdeführer wegen Verbre-
chens gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfacher Übertretung dessel-
ben und Vergehens gegen das Waffengesetz zu einer Freiheitsstrafe von 
20 Monaten verurteilt, wobei der Vollzug zugunsten einer stationären the-
rapeutischen Massnahme nach Art. 60 StGB (Suchtbehandlung) aufge-
schoben wurde (Akten MIDI pag. 14 ff., 34 [vollständiges Urteilsexemplar in 
Akten POM pag. 104-76]). Der Beschwerdeführer war bis zu diesem Zeit-
punkt verschiedentlich während noch laufender Probezeit erneut straffällig 
geworden (vgl. Akten MIDI pag. 31). Ebenso wenig Wirkung zeigte die im 
November 1994 (Kanton Zürich) ausgesprochene förmliche ausländer-
rechtliche Verwarnung (Akten MIDI pag. 90). Diese wie auch die zweite 
Verwarnung aus dem Jahr 2008 (vgl. hiernach) liegen zwar etliche Jahre 
zurück (vgl. Beschwerde S. 12 f.), sind aber im vorliegenden Widerrufsver-
fahren insofern wesentlich, als dem Beschwerdeführer bereits wiederholt 
ausländerrechtliche Konsequenzen (Widerruf der Niederlassungsbewilli-
gung) im Fall weiterer Delinquenz förmlich angedroht worden sind. Die 
früheren, vor der verfahrensauslösenden Drogendelinquenz der Jahre 
2013-2016 begangenen Straftaten sind zudem insgesamt keineswegs von 
untergeordneter Bedeutung, zumal sie auch Widerhandlungen gegen das 
Waffengesetz und Sachbeschädigung umfassen. Es lässt sich insoweit 
zwar nicht übersehen, dass jene Delinquenz direkt im Zusammenhang mit 
der damaligen durch Drogensucht geprägten Lebenssituation des Be-
schwerdeführers stand (Leben auf der Strasse, Beschaffungskriminalität), 
weshalb das Strafgericht mit Urteil vom 28. November 2007 den Vollzug 
der 20-monatigen Freiheitsstrafe zugunsten einer stationären Suchtbe-
handlung aufgeschoben hatte (vgl. Beschwerde S. 10; Strafurteil vom 
28.11.2007 S. 17 und 22 [Akten MIDI pag. 28, 29]). Es bleibt aber dabei, 
dass der Beschwerdeführer sich von den zahlreichen strafrechtlichen Ver-
urteilungen und der dabei erstandenen (Untersuchungs-)Haft (Akten MIDI 
pag. 31, 135 f.) nicht nachhaltig beeindrucken liess. Mittelfristig keine Wir-
kung zeigte auch die zweite mit der Bewilligung des Kantonswechsels ver-
bundene Verwarnung im September 2008, als der Beschwerdeführer be-
dingt aus der stationären Massnahme nach Art. 60 StGB entlassen war 
(Mai 2008) und im Kanton Bern, fernab von seinem Zürcher Drogenumfeld, 
die Chance auf einen Neuanfang hatte (vgl. Akten MIDI pag. 108 ff., 110 
[Bewilligung Kantonswechsel mit Verwarnung], pag. 104 ff. [Entlassungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.12.2021, Nr. 100.2019.303U, 
Seite 13

verfügung]). Diese Verwarnung lag zwar im Zeitpunkt, als er die Anlassta-
ten beging (ab 2013), schon einige Jahre zurück, darf aber entgegen dem, 
was vorgebracht ist (Beschwerde S. 12 f.), durchaus in die ausländerrecht-
liche Gesamtbetrachtung einbezogen werden.

5.2.4 Vor diesem Hintergrund wird mit der Vorinstanz deutlich, dass das 
Verhalten des Beschwerdeführers gegenüber der öffentlichen Sicherheit 
und Ordnung im Allgemeinen dem öffentlichen Interesse an der strittigen 
Entfernungsmassnahme zusätzliches Gewicht verleiht (angefochtener Ent-
scheid E. 5b).

5.3 Weiter ist die Rückfallgefahr zu beurteilen:

5.3.1 Aus fremdenpolizeilicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso 
weniger hinzunehmen, je schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische 
Person verübt hat. Nach der Rechtsprechung besteht bei schweren Strafta-
ten, bei Rückfall und wiederholter Delinquenz – Sachumstände, wie sie hier 
verwirklicht sind (vgl. vorne E. 5.1.2-5.1.4 und E. 5.2.2 f.) – ein gewichtiges 
öffentliches Interesse an der Wegweisung bzw. Fernhaltung des Täters. In 
solchen Fällen muss angesichts der von den begangenen Delikten ausge-
henden potenziellen Gefahr für die Gesellschaft ausländerrechtlich selbst 
ein relativ geringes Rückfallrisiko nicht hingenommen werden 
(BGE 139 I 16 E. 2.2.1, 139 I 31 E. 2.3.2; BGer 2C_488/2019 vom 4.2.2020 
E. 5.4.2; BVR 2013 S. 543 E. 4.4.1). Das freizügigkeitsrechtliche Erforder-
nis einer konkreten gegenwärtigen Gefahr (Art. 5 Anhang I des Freizügig-
keitsabkommens [FZA; SR 0.142.112.681]) ist hier zudem nicht Vorausset-
zung einer Wegweisungsmassnahme; es dürfen vielmehr auch generalprä-
ventive Überlegungen mitberücksichtigt werden (vgl. BGE 136 II 5 E. 4.2 im 
Umkehrschluss; BGer 2C_1045/2019 vom 30.1.2020 E. 5.6, 2C_393/2017 
vom 5.4.2018 E. 3.3.3). Der konkreten Prognose über das Wohlverhalten 
(und somit der Rückfallgefahr) sowie dem Resozialisierungsgedanken des 
Strafrechts ist zwar im Rahmen der umfassenden fremdenpolizeilichen 
Interessenabwägung ebenfalls Rechnung zu tragen; die beiden Umstände 
geben aber nicht den Ausschlag (BGE 136 II 5 E. 4.2; zum Ganzen 
BVR 2013 S. 543 E. 4.4.1 mit Hinweisen).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.12.2021, Nr. 100.2019.303U, 
Seite 14

5.3.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei letztmals im Dezember 
2015 strafrechtlich in Erscheinung getreten und seither «absolut straffrei». 
Er habe sich komplett von seiner kriminellen Vergangenheit distanziert und 
es werde künftig zu keinen weiteren Straftaten kommen (Beschwerde 
S. 13). Die wiederholte Delinquenz sei auf seine Drogenabhängigkeit zu-
rückzuführen gewesen, er sei nun aber «seit Jahren clean» (Beschwerde 
S. 14). Seine Lebensumstände seien heute wesentlich anders als im Zeit-
punkt der Delinquenz; er habe bereits vor vielen Jahren einen positiven 
Weg eingeschlagen (Beschwerde S. 16, 18). 

5.3.3 Der Beschwerdeführer erklärt seine Delinquenz im Wesentlichen mit 
seiner damaligen Drogenabhängigkeit. Gemäss den Akten führte er die 
offenbar bereits zuvor installierte Substitutionsbehandlung mit Methadon 
nach seinem Umzug in den Kanton Bern im Jahr 2008 weiter (Akten MIDI 
pag. 4); er nimmt mithin bereits viele Jahre an einem Methadonprogramm 
teil (vgl. auch Hausarztbericht vom 27.8.2019, Beschwerdebeilage [BB] 4 
act. 1C). Schon daher ist fraglich, inwiefern er als «clean» zu gelten hat. 
Trotz Methadonsubstitution hat er mindestens im Zeitraum November 2013 
bis Juni 2016 weiterhin Heroin und Marihuana konsumiert und sich über-
dies von August 2014 bis Dezember 2015 gewerbsmässig im Drogenhan-
del betätigt (vgl. vorne E. 5.1.2; Arztbericht vom 17.10.2016, Akten POM 
pag. 34). Zugunsten des Beschwerdeführers spricht, dass er den illegalen 
Nebenkonsum gemäss dem Bericht seines Hausarztes vom 27. August 
2019 seit 2016 «glaubhaft sistiert» habe (BB 4 act. 1C) und es gemäss den 
Akten seit 2017 auch zu keinen strafrechtlichen Verurteilungen mehr ge-
kommen ist. Weiter arbeitet er seither mit einem Pensum von rund 50 % in 
einer geschützten Werkstätte im Bereich Verpackung und Montage und hat 
sich dort gut integriert (Arbeitsbestätigung vom 22.8.2019, BB 5 act. 1C). 
Die in den letzten Jahren aufgebaute Stabilität konnte er trotz des Verlusts 
seiner Ehefrau Ende 2018 halten (Kurzbericht Contact Mobil vom 
23.8.2019, BB 7 act. 1C). Eine gewisse positive Entwicklung seit der Verur-
teilung im November 2016 ist ihm daher nicht abzusprechen.

5.3.4 Soweit der Beschwerdeführer der Sache nach geltend machen woll-
te, die Voraussetzungen einer «biographischen Kehrtwende» (offensichtlich 
glaubwürdig gemachte besonders tiefgreifende Veränderung bisherigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.12.2021, Nr. 100.2019.303U, 
Seite 15

Verhaltens) zu erfüllen (vgl. hierzu BGer 2C_468/2020 vom 27.2.2020 
E. 7.2.3, 2C_846/2018 vom 26.3.2019 E. 5.5, 2C_634/2018 vom 5.2.2019 
E. 6.3 mit vielen Hinweisen), könnte ihm jedoch nicht gefolgt werden: Er hat 
eine sich über nahezu drei Jahrzehnte hinziehende Deliktskarriere hinter 
sich und unternahm mehrere (erfolglose) Versuche, von den Drogen weg-
zukommen. Aktenkundig ist ein Drogenentzug in der Türkei in den 90er 
Jahren mit Rückfall nach etwa vier Jahren (Akten POM pag. 87; Akten MIDI 
pag. 78), die Einweisung in die Drogenentzugs- und Übergangsstation des 
Psychiatriezentrums … nach Entweichen aus der Therapiegemeinschaft … 
(Akten MIDI pag. 9, 10, 122) und der Rückfall in den Drogenkonsum 2013-
2016 nach durchgeführter stationärer Suchtbehandlung (vgl. vorne E. 5.2.3; 
s. auch Beschwerde S. 10, 14; Vernehmlassung S. 2 f.). Nach der 
Entlassung aus dieser Massnahme lebte der Beschwerdeführer bereits 
einmal mehrere Jahre deliktsfrei, bis es zu den Anlasstaten kam, die eine 
noch schwerere Verurteilung als jene aus dem Jahr 2007 nach sich zogen: 
Keine (Drogen-)Delikte sind für die Zeit ab seiner bedingten Entlassung aus 
dem stationären Massnahmenvollzug von Mai 2008 bis November 2013 
aktenkundig (endgültige Entlassung zufolge Bewährung im Juni 2010 
[Akten MIDI pag. 124 ff.]), bis es zum neuerlichen Rückfall von November 
2013 bis Juni 2016 kam. Das Jahr 2008 markierte einen Neuanfang im 
Kanton Bern. Der Beschwerdeführer lebte ab jenem Zeitpunkt nicht mehr 
auf der Strasse, sondern in geordneten Verhältnissen, hatte eine Wohnung, 
führte die angeordnete Psychotherapie weiter wie auch die 
Methadonsubstitution, er hatte eine Partnerin, die er 2013 heiratete, und für 
seinen Lebensbedarf war über Sozialhilfe bzw. die Bevorschussung von 
Rentenleistungen der Invalidenversicherung (IV) durch den Sozialdienst 
gesorgt (vgl. Bericht der Bewährungshilfe vom 15.9.2009, Akten MIDI 
pag. 121 f.). Sein Wohlverhalten in den letzten fünf Jahren lässt daher kei-
ne gesicherte positive Prognose für die Zukunft zu. Der Beschwerdeführer 
steht zudem seit November 2016 aufgrund der erst im November dieses 
Jahres abgelaufenen Probezeit und des hängigen ausländerrechtlichen 
Verfahrens unter erheblichem Druck, sich tadellos zu verhalten (vgl. etwa 
BGer 2C_488/2019 vom 4.2.2020 E. 5.5; VGE 2019/40 vom 31.10.2019 
E. 3.4). Zwar ist ihm positiv anzurechnen, dass er sich in der Probezeit 
weisungsgemäss (weiterhin) einer ambulanten Psychotherapie unterzogen 
hat (Strafurteil 3.11.2016 Ziff. 1, Akten MIDI pag. 150; Arztbericht Ambula-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.12.2021, Nr. 100.2019.303U, 
Seite 16

torium … 2.9.2019, BB 3 act. 1C), sich des Nebenkonsums von Heroin 
während weiterlaufender Methadonbehandlung enthielt (vgl. E. 5.3.3 
hiervor), und er nach dem Tod seiner Ehefrau Ende 2018 nicht «abstürz-
te», sondern sich ein Helfernetz aufbauen konnte (vgl. hinten E. 6.3). Unter 
den konkreten Umständen kann aber nicht auf eine besonders tiefgreifende 
Veränderung bisherigen Verhaltens geschlossen werden, welche ein Rück-
fallrisiko hinsichtlich Drogenkonsums und damit verbundener Delinquenz 
weitgehend ausschliesst. Das fortbestehende Risiko ist möglicherweise 
nicht allzu gross, indes mit Blick auf die potenzielle Gefahr für die Allge-
meinheit nicht hinzunehmen.

5.4 Mit der Vorinstanz ist insgesamt davon auszugehen, dass ein er-
hebliches öffentliches Interesse an der Entfernungsmassnahme besteht 
(angefochtener Entscheid E. 5d).

6.

Bei den privaten Interessen, welche der Entfernungsmassnahme entgegen-
stehen können, sind die Dauer der Anwesenheit, die Integration in der 
Schweiz sowie die dem Beschwerdeführer und seinen Angehörigen dro-
henden Nachteile zu berücksichtigen.

6.1 Je länger eine Ausländerin oder ein Ausländer in der Schweiz an-
wesend war, desto strengere Anforderungen sind grundsätzlich an die An-
ordnung eines Widerrufs der Niederlassungsbewilligung zu stellen. Zu be-
rücksichtigen ist auch, in welchem Alter sie oder er in die Schweiz ein-
gereist ist. Die Anwesenheitsbewilligung einer ausländischen Person, die 
sich schon sehr lange in der Schweiz aufhält, soll nur mit besonderer Zu-
rückhaltung widerrufen werden; allerdings ist dies bei wiederholter bzw. 
schwerer Straffälligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn sie hier 
geboren ist und ihr ganzes Leben in der Schweiz verbracht hat (Auslände-
rin oder Ausländer der «zweiten Generation»; BGE 139 I 16 E. 2.2.1, 
139 I 31 E. 2.3.1). Der Bewilligungswiderruf ist auch nach längerem Auf-
enthalt in der Schweiz eher zulässig, wenn die ausländische Person in der 
Schweiz nicht integriert ist (vgl. BGE 139 I 31 E. 3.2; BVR 2015 S. 487 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.12.2021, Nr. 100.2019.303U, 
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[VGE 2014/339 vom 23.3.2015] nicht publ. E. 4.1; zum Ganzen BVR 2013 
S. 543 E. 5.1). Der Dauer des Aufenthalts im Strafvollzug und des Aufent-
halts, der aufgrund der aufschiebenden Wirkung eines Rechtsmittels ledig-
lich toleriert wird, ist kein besonderes Gewicht beizumessen (BGE 137 II 1 
E. 4.3, 134 II 10 E. 4.3 [Pra 97/2008 Nr. 87]; BVR 2013 S. 543 E. 5.1). 

6.2 Der Beschwerdeführer ist 1983 im Alter von 19 Jahren in die 
Schweiz eingereist (Akten MIDI pag. 1). Er erhielt Asyl und lebte zunächst 
in Lugano, ab etwa 1987/88 in Zürich, wo er Arbeit fand (Akten MIDI 
pag. 78 und Akten POM pag. 87). 1990-2004 war er in erster Ehe verheira-
tet; aus dieser Ehe stammen zwei Söhne, geb. 1991 und 1992. Etwa 1990 
begann er, Drogen zu konsumieren (Akten MIDI pag. 78, 165; Akten POM 
pag. 87). Das ihm in der Schweiz gewährte Asyl wurde 1993 widerrufen 
und die Flüchtlingseigenschaft aberkannt (Akten MIDI pag. 91). In der Fol-
ge kehrte er für einige Zeit in die Türkei zurück, wo er einen Drogenentzug 
machte. Zurück in Zürich wohnte er bei seinem Bruder und hatte verschie-
dene Arbeitsstellen. In dieser Zeit begann er erneut, Drogen zu konsumie-
ren, und gab schliesslich seine Arbeitstätigkeit auf. Seit 2000 war er von 
Sozialhilfe abhängig (Akten POM pag. 87). In der Folge hielt sich der Be-
schwerdeführer soweit erkennbar ohne festen Wohnsitz im Kanton Zürich 
auf bzw. lebte auf der Strasse (vgl. Akten MIDI pag. 53, 62, 78), verfügte 
indes offenbar (weiterhin) über eine Niederlassungsbewilligung (vgl. Akten 
MIDI pag. 90). Im September 2008 bewilligte der Kanton Bern dem Be-
schwerdeführer den Kantonswechsel, beliess ihm die Niederlassungsbewil-
ligung und verwarnte ihn für den Fall, dass er erneut deliktisch auffällig ist 
(vgl. Akten MIDI pag. 108 ff., 110). Unterstützt wurde der Kantonswechsel 
durch den Zürcher Justizvollzug, der als äusserst gefährlich einschätzte, 
wenn der Beschwerdeführer nach seiner bedingten Entlassung aus der 
Massnahme in der alten Umgebung rund um Zürich verbliebe (Akten MIDI 
pag. 104 ff., 105). Während seiner Anwesenheit in der Schweiz hielt sich 
der Beschwerdeführer verschiedentlich im Straf- oder Massnahmenvollzug 
auf (vgl. vorne E. 5.2.3; Akten MIDI pag. 124 f.). Seit Februar 2018 hält er 
sich nur noch aufgrund des laufenden Rechtsmittelverfahrens hier auf (vgl. 
vorne Bst. A). – Trotz mehrerer die Aufenthaltsdauer relativierender Fakto-
ren ist der massgebende Aufenthalt des Beschwerdeführers vergleichswei-
se sehr lang und schliesst die Vorinstanz unter diesem Aspekt zu Recht auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.12.2021, Nr. 100.2019.303U, 
Seite 18

ein gewichtiges privates Interesse am weiteren Verbleib in der Schweiz 
(angefochtener Entscheid E. 6a). 

6.3 Die Vorinstanz schloss weiter, die Integration des Beschwerdefüh-
rers sei insgesamt nicht gelungen (angefochtener Entscheid E. 6b und d). 
Diese Einschätzung ist nicht rechtsfehlerhaft: Für eine gesamthaft betrach-
tet misslungene Integration spricht bereits seine erhebliche, wiederholte 
und langjährige Delinquenz, stellt doch die Respektierung der rechtsstaatli-
chen Ordnung grundlegender Aspekt jeglicher Integration dar (vgl. Art. 4 
Bst. a der hier noch anwendbaren Verordnung vom 24. Oktober 2007 über 
die Integration von Ausländerinnen und Ausländern [VIntA; AS 2007 
S. 5551]; nun ausdrücklich Art. 58a Abs. 1 Bst. a AIG). Im Kanton Zürich 
hat er viele Jahre (seit 2000) von Sozialhilfe gelebt (vgl. E. 6.2 hiervor). 
Auch im Kanton Bern hat er (ebenso seine verstorbene Ehefrau) in erhebli-
chem Umfang Leistungen der Sozialhilfe bezogen; dieser Leistungsbezug 
konnte indes (weitgehend) mit der rückwirkenden Gewährung von Renten-
leistungen der IV verrechnet werden, weshalb er nicht wesentlich nachteilig 
ins Gewicht fällt (vgl. Akten MIDI pag. 166, 199 ff.; angefochtener Ent-
scheid E. 6b). Nennenswerte Schulden sind mit zwei Verlustscheinen im 
Gesamtbetrag von Fr. 2ʹ448.10 nicht aktenkundig (Betreibungsregisteraus-
zug vom 24.3.2017, Akten MIDI pag. 158 f.). Positiv zu vermerken ist, dass 
der Beschwerdeführer seit einigen Jahren einer Teilzeitbeschäftigung in 
einer geschützten Werkstätte, Bereich Verpackung und Montage, nachgeht 
(Arbeitsbestätigung vom 22.8.2019, BB 5 act. 1C). In sozialer Hinsicht ist 
anzuerkennen, dass es dem Beschwerdeführer gelang, sich nach dem Tod 
der Ehefrau Ende 2018 ein (Helfer-)Netz aufzubauen, welches ihm Halt 
gibt. Es besteht aus Kontakten am Arbeitsplatz und in seiner Kirchgemein-
de; zudem holt er sich bei Bedarf Hilfe und Rat bei der Contact Stiftung für 
Suchtberatung (Contact), wo er auch beim Aufbau eines Vereins für Rand-
ständige mitgewirkt hat (Beschwerde S. 14 ff.; Kurzberichte der Arbeitgebe-
rin, von Pfarrer K. von der Evangelisch-methodistischen Kirche und von 
Contact sowie Zeitungsberichte zum «Club der Randständigen», BB 5-8 
act. 1C). Vertiefte Bindungen zur einheimischen Bevölkerung, deren Ab-
bruch ihn besonders hart treffen würde, sind aber nicht spezifiziert; die vor-
gebrachten Freundschaften (Beschwerde S. 14, 17) werden ebenfalls nicht 
näher substanziiert. Wie es sich schliesslich in sprachlicher Hinsicht mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.12.2021, Nr. 100.2019.303U, 
Seite 19

Blick auf den funktionellen Analphabetismus des Beschwerdeführers (Arzt-
bericht Ambulatorium … S. 2, BB 3 act. 1C; uR-Eingabe S. 3 act. 4) und die 
«deutlich verbesserte Kommunikation in deutscher Sprache» (Kurzbericht 
Contact, BB 7 act. 1C) verhält, muss nicht vertieft werden. Jedenfalls kann 
sich der Beschwerdeführer mündlich hinreichend verständigen. Angesichts 
der insgesamt unzureichenden Integration wären selbst gute 
Deutschkenntnisse nicht von entscheidender Bedeutung.

6.4 Zu würdigen sind schliesslich die dem Beschwerdeführer und sei-
nen Angehörigen durch die Entfernungsmassnahme drohenden Nachteile:

6.4.1 Der Beschwerdeführer hält eine Rückkehr in seine Heimat in mehr-
facher Hinsicht für unzumutbar. Vorab bringt er vor, er könnte sich in der 
Türkei nicht reintegrieren. In der Schweiz verfüge er über einen geschütz-
ten Arbeitsplatz und sei sein Existenzbedarf durch Sozialversicherungsleis-
tungen abgesichert; ein vergleichbares System fehle in der Türkei. Dort 
würde er vor dem Nichts stehen, auf der Strasse landen und allenfalls 
sogar wieder drogenabhängig werden (Beschwerde S. 18, 21). – Der Be-
schwerdeführer verbrachte seine Kindheit und Jugend in der Heimat; dort 
wurde er sozialisiert. In den 90er Jahren kehrte er freiwillig für einen Dro-
genentzug in die Türkei zurück (vgl. vorne E. 6.2). Er beherrscht die tür-
kische Sprache (Beschwerde S. 18 f.) und ist mit den wesentlichen kulturel-
len und sozialen Gepflogenheiten unbestrittenermassen nach wie vor ver-
traut. Wohl trifft zu, dass es für ihn insbesondere aufgrund seiner gesund-
heitlichen Einschränkungen nicht einfach sein dürfte, in der Türkei beruf-
lich-wirtschaftlich Fuss zu fassen. Gewisse niederschwellige Tätigkeiten 
sind ihm indes möglich und es darf ihm zugemutet werden, dort (zumindest 
teilzeitlich) einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, wie er es auch hier tut (vgl. 
vorne E. 6.3); sein vor vielen Jahren unfallbedingt geschädigter Rücken ist 
seit einer Wirbelsäulenoperation stabil (Hausarztbericht vom 27.8.2019, 
BB 4 act. 1C). Opioid-Substitutionsbehandlung und psychotherapeutische 
Unterstützung sind auch in der Türkei erhältlich (vgl. hinten E. 6.4.3). Die 
im Vergleich zur Schweiz schwierigere Wirtschaftslage im Herkunftsland 
lässt für sich genommen die Rückkehr nicht unzumutbar erscheinen (vgl. 
BGE 137 II 345 E. 3.2.3; BGer 2C_515/2017 vom 22.11.2017 E. 3.2.2; 
jünger auch VGE 2019/187 vom 15.1.2020 E. 4.3.1). In der Schweiz be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.12.2021, Nr. 100.2019.303U, 
Seite 20

zieht der Beschwerdeführer zusätzlich zu einem Durchschnittseinkommen 
von rund Fr. 350.-- / Monat eine halbe ordentliche IV-Rente und Ergän-
zungsleistungen (EL), ausmachend monatlich Fr. 2'543.-- (uR-Formular, 
act. 4A). Die EL könnte er, was unabhängig von der Staatsbürgerschaft gilt, 
nicht exportieren (vgl. BKSE-Handbuch Stichwort «AHV/IV und EL-
Leistungen für Ausländerinnen und Ausländer», Vers. 14.11.2019; Merk-
blatt AHV/IV «Die Schweiz verlassen», Stand 1.1.2021, S. 21, je konsultiert 
am 1.12.2021). Hingegen bliebe ihm seine halbe ordentliche IV-Rente, 
basierend auf einem IV-Grad von 54 %, derzeit monatlich Fr. 952.-- (IV-
Verfügung vom 8.5.2019, act. 4A Beilage 3), bei Wohnsitz in der Türkei 
voraussichtlich erhalten (vgl. Art. 10 Ziff. 2 des Abkommens vom 1. Mai 
1969 zwischen der Schweiz und der Republik Türkei über soziale Sicher-
heit [SR 0.831.109.763.1]; Merkblatt AHV/IV «Soziale Sicherheit in der 
Schweiz», Stand 1.1.2021, S. 6 und 7, konsultiert am 1.12.2021). Gegen-
teiliges bringt er nicht vor. Aus dem Umstand, dass das volle (Schweizer) 
Existenzminimum in der Türkei nicht gesichert ist, lässt sich im Übrigen 
kein Bleiberecht ableiten. Der Beschwerdeführer stünde nicht anders da als 
die meisten seiner Landsleute, die in einem Staat mit einem weniger aus-
gebauten System sozialer Sicherheit leben und dennoch kein Anwesen-
heitsrecht in der Schweiz verlangen können (vgl. BGer 2C_396/2014 vom 
27.3.2015 E. 4.5 [Türkei], 2C_418/2015 vom 21.12.2015 E. 4.6.4 [Kosovo]; 
VGE 2016/141 vom 6.7.2017 E. 5.2 [Bosnien und Herzegowina]). Der 
Rückkehr stehen insoweit keine unüberwindbaren Hindernisse entgegen. 
Auf ein breiteres familiäres Netz könnte er in der Türkei zwar wohl nicht 
zurückgreifen. Es lebt aber zumindest eine Schwester mit Familie in der 
Türkei, welche ihm jedenfalls in der Anfangsphase zur Seite stehen könnte. 
Nahe Verwandte könnten ihn zudem anderweitig unterstützen (vgl. hinten 
E. 6.4.4 a.E. und 6.4.5). 

6.4.2 Weiter wendet der Beschwerdeführer ein, die Rückkehr in die Türkei 
sei ihm auch wegen der instabilen politisch-rechtlichen Lage und der men-
schenrechtlichen Situation nicht zumutbar. Als Christ gehöre er überdies 
einer religiösen Minderheit an, deren Rechte durch die Regierung fortlau-
fend eingeschränkt würden, und wäre in seiner Religions-, Meinungs- und 
Versammlungsfreiheit stark gefährdet (Beschwerde S. 19). – In der Türkei 
herrschen weder eine landesweite Situation allgemeiner Gewalt noch bür-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.12.2021, Nr. 100.2019.303U, 
Seite 21

gerkriegsähnliche Verhältnisse; auch die allgemeine Menschenrechtssitua-
tion lässt die Rückkehr dorthin nicht als unzulässig oder unzumutbar er-
scheinen (vgl. BVGer D-416/2018 vom 7.1.2020 E. 8.2 f., E-1948/2018 vom 
12.6.2018 E. 7.2.3, 7.3). Wohl trifft zu, dass sich die Christen als religiöse 
Minderheit in der Türkei in einer schwierigen Lage befinden (vgl. United 
States Department of State, Turkey 2020 Human Rights Report, S. 79, 87, 
einsehbar unter: <https://www.state.gov/wp-content/uploads/2021/10/
TURKEY-2020-HUMAN-RIGHTS-REPORT.pdf> [besucht am 1.12.2021]). 
Hingegen darf mit dem Bundesverwaltungsgericht davon ausgegangen 
werden, dass sie keiner Verfolgung ausgesetzt sind (vgl. BVGer E-
290/2015 vom 22.1.2015 E. 6.2, D-2735/2013 vom 25.10.2013 E. 7.4). 
Entgegen dem Beschwerdeführer (Beschwerde S. 19) gibt es in der Türkei 
schliesslich auch staatlich anerkannte christliche Minderheiten (vgl. 
BVGE 2013/11 E. 5.4.5). Der Beschwerdeführer belässt es im Übrigen bei 
pauschalen Vorbringen, ohne näher zu substanziieren, weshalb und in 
welcher Form ihm bei der Rückkehr aus den genannten Gründen Nachteile 
drohen könnten. Konkrete Hinweise für eine Gefährdung sind nicht geltend 
gemacht und auch nicht ersichtlich. Dem Beschwerdeführer ist die 
Rückkehr damit auch insoweit zumutbar.

6.4.3 Zu prüfen bleibt, ob die Wegweisung aus gesundheitlichen Gründen 
unzumutbar ist. Der Beschwerdeführer macht geltend, der mit der Rück-
kehr verbundene Wegfall seines sozialen (Helfer-)Netzes (vgl. dazu vorne 
E. 6.3) würde auf einen «massiven oder sogar fatalen Gesundheitsscha-
den» hinauslaufen; er habe Suizidgedanken aufgrund seiner Angst, in die 
Türkei zurückkehren zu müssen (Beschwerde S. 15, 17 f.). – Der Be-
schwerdeführer befindet sich mindestens seit 2008 in einem Methadonpro-
gramm und nahm die bereits zuvor begonnene ambulante Psychotherapie, 
zu deren Weiterführung er mit Strafurteil vom 3. November 2016 längstens 
bis zum Ablauf der Probezeit (November 2021) angewiesen worden war 
(vgl. vorne E. 5.1.2), im psychiatrischen Ambulatorium des Spitals … wahr. 
Er leidet nach dem Bericht der behandelnden Ärztin an wiederkehrenden 
depressiven Episoden aufgrund einer posttraumatischen Belas-
tungsstörung. Die Türkei sei eng mit den erlittenen Traumata assoziiert. 
Der Beschwerdeführer könne in der Türkei nicht auf ein soziales Netz 
zurückgreifen, auf welches er zur Erhaltung seiner psychischen und physi-

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schen Gesundheit dringend angewiesen sei; ein Wegfall münde mit gröss-
ter Wahrscheinlichkeit in einen massiven oder sogar fatalen Gesundheits-
schaden (Arztbericht vom 2.9.2019, BB 3 act. 1C). Sein Hausarzt diagnos-
tizierte eine akzentuierte Persönlichkeit mit ängstlichen Zügen und einen 
Verdacht auf eine zugrundeliegende posttraumatische Belastungsstörung. 
Er leide weiter an einer psychischen Verhaltensstörung durch Alkohol und 
Opioide. Den multiplen Substanzgebrauch (Heroin und Kokain) habe er seit 
2016 glaubhaft sistiert. Seit dem Tod seiner Ehefrau bestehe beim Be-
schwerdeführer vermehrt eine depressive Symptomatik mit der Angst vor 
einer Wegweisung in die Türkei (Hausarztbericht vom 27.8.2019, BB 4 
act. 1C).

6.4.4 Medizinische Gründe stehen der Wegweisung nur dann entgegen, 
wenn die notwendigen Behandlungsmöglichkeiten im Heimatland gänzlich 
fehlen, sodass die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Be-
einträchtigung des Gesundheitszustands führt. Dabei wird als wesentlich 
die allgemeine und dringende medizinische Behandlung erachtet, welche 
zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut notwendig 
ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls nicht schon dann vor, wenn die im Hei-
mat- oder Herkunftsstaat erhältliche medizinische Behandlung nicht dem 
schweizerischen Standard entspricht (vgl. BGE 139 II 393 E. 6, 137 II 305 
E. 4.3; BVR 2013 S. 543 E. 5.3.2 mit Hinweisen). – In der Türkei sind lan-
desweit sowohl psychiatrische Einrichtungen als auch ausgebildetes Fach-
personal und Psychopharmaka vorhanden (vgl. BVGer D-2735/2013 vom 
25.10.2013 E. 9.3.2; s. auch BGer 2C_396/2014 vom 27.3.2015 E. 4.5). 
Der Beschwerdeführer könnte sich folglich auch in seiner Heimat psycho-
therapeutisch angemessen weiterbehandeln lassen. Dass ihm der Zugang 
zu diesen Angeboten verwehrt sei, macht er nicht geltend. In der Türkei 
werden zudem seit 2010 Substitutionsbehandlungen für Drogenabhängige 
angeboten (vgl. European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction, 
Turkey Country Drug Report 2019, S. 15, WHO Regional O for Europe, 
How to improve Opioid Substitution Therapy implementation, 2014, S. 9, [je 
besucht am 1.12.2021]). Die allfällige Weiterführung einer solchen Behand-
lung kann dabei durch medizinische Ansprechpersonen von der Schweiz 
aus vorbereitet werden (vgl. VGE 2017/309 vom 13.7.2018 E. 4.3.3, 
2016/141 vom 6.7.2017 E. 5.3). Selbst wenn keine Substitutionsbehand-

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lung mit Methadon erhältlich wäre – in der Türkei wird (hauptsächlich) mit 
Buprenorphin behandelt (WHO, a.a.O., S. 12) –, würde dies für sich be-
trachtet die Rückkehr nicht als unzumutbar erscheinen lassen (vgl. 
BGer 2C_396/2014 vom 27.3.2015 E. 4.5). Auch insofern macht der Be-
schwerdeführer im Übrigen selber nicht geltend, es seien keine geeigneten 
Behandlungen verfügbar oder ihm sei der Zugang zu diesen verwehrt. 
Dass ihm die Vorstellung einer Rückkehr Sorgen bereitet, ist verständlich. 
Einem allfälligen Suizidrisiko ist im Rahmen der Rückkehrvorbereitung 
Rechnung zu tragen. Die schweizerischen Behörden sind gehalten, im 
Rahmen der konkreten Rückkehrmassnahmen alles ihnen Zumutbare vor-
zukehren, um medizinisch bzw. betreuungsweise sicherzustellen, dass das 
Leben und die Gesundheit des Beschwerdeführers nicht beeinträchtigt 
werden; eine allfällige Selbstgefährdung begründet jedoch für sich allein 
keinen Anspruch auf einen weiteren Verbleib im Land (vgl. BGE 139 II 393 
E. 5.2.2; BGer 2C_672/2015 vom 14.3.2016 E. 3.2.1; VGE 2017/309 vom 
13.7.2018 E. 4.3.5). Dass die Rückkehr in die Türkei beim Beschwerdefüh-
rer zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Ge-
sundheitszustands führen würde, ist nicht anzunehmen. Die Rückkehr ist 
ihm nach dem Erwogenen insgesamt auch gesundheitlich zumutbar. Einzu-
räumen ist, dass der Beschwerdeführer ein unterstützendes soziales Netz 
erst wiederaufbauen müsste; dazu scheint er allerdings fähig angesichts 
seiner persönlichen Entwicklung seit dem Tod der Ehefrau. Er wäre in der 
Türkei zudem familiär nicht völlig auf sich allein gestellt. Eine Schwester 
lebt mit Familie in Istanbul. Es ist davon auszugehen, dass sie, die mit den 
örtlichen Verhältnissen vertraut ist, dem Bruder zumindest in der Anfangs-
zeit zur Seite stehen kann, auch wenn zwei ihrer drei Kinder offenbar «psy-
chisch behindert» sind; die gegenteilige Behauptung blieb auch vor Verwal-
tungsgericht völlig unsubstanziiert (vgl. Beschwerde S. 19). Die drei Brüder 
des Beschwerdeführers sollen bereits verstorben sein, zur Situation einer 
offenbar in den Niederlanden lebenden Schwester führt er nichts weiter aus 
(vgl. Eingabe vom 8.11.2017, Akten MIDI pag. 191). Anzunehmen ist, dass 
gewisse Unterstützung auch durch die zwei in der Schweiz lebenden Söh-
ne erhältlich ist (vgl. E. 6.4.5 hiernach). 

6.4.5 Die Ehefrau des Beschwerdeführers ist im Dezember 2018 verstor-
ben (Akten POM pag. 65). Hingegen hat er zwei erwachsene Söhne aus 

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erster Ehe, zu welchen er seit einigen Jahren (wieder) Kontakt pflegt (Be-
schwerde S. 3, 15; Bericht der Bewährungshilfe vom 15.9.2009, Akten MIDI 
pag. 121 f.; Arztbericht vom 2.9.2019 S. 1, BB 3 act. 1C). Die Söhne leben 
in Zürich, das Verhältnis ist gut und sie pflegen regelmässig telefonischen 
und persönlichen Kontakt (Eingabe vom 8.11.2017, Akten MIDI pag. 191). 
Es darf ohne weiteres angenommen werden, dass die Söhne den Vater 
zumindest moralisch oder praktisch unterstützen könnten, sollte er die 
Schweiz verlassen müssen. Mittelfristig sind sie wohl auch in der Lage, ihn 
bei Bedarf finanziell zu unterstützen. Weshalb dem nicht so sein sollte, 
bleibt unerklärt (Beschwerde S. 19) und widerspricht der allgemeinen Le-
benserfahrung. Vom Schutz des Familienlebens im Sinn von Art. 8 Ziff. 1 
EMRK erfasst sind die Vater-Sohn-Beziehungen mangels besonderen 
Abhängigkeitsverhältnisses (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1) unbestrittenermassen 
nicht. Hingegen ist angesichts der langen Anwesenheitsdauer des Be-
schwerdeführers sein Recht auf Privatleben tangiert und bedarf die Aufent-
haltsbeendigung in seinem Fall besonderer Gründe (BGE 144 I 266 E. 3.4 
und 3.9). Massgebend bleibt aber eine Gesamtabwägung der Interessen, 
wobei insbesondere dem Grad der (effektiven) Integration eine wesentliche 
Bedeutung zukommt (vgl. BVR 2019 S. 314 E. 5.2, insb. E. 5.2.3 mit Hin-
weisen). Ist die Integration – wie hier (vorne E. 6.3) – trotz langer Aufent-
haltsdauer missglückt und überwiegen die öffentlichen Interessen an der 
Entfernungsmassnahme insgesamt die privaten Interessen der betroffenen 
Person an einem Verbleib in der Schweiz (hinten E. 7.1), ist das Recht auf 
Privatleben nicht verletzt. 

6.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Beschwerdefüh-
rer zwar sehr lange in der Schweiz aufhält. Er hat sich hier aber nicht er-
folgreich integrieren können. Die Rückkehr in die Türkei würde ihn zwar 
hart treffen, es stehen ihr aber keine unüberwindbaren Hindernisse entge-
gen. Auch sonst drohen im Fall des Widerrufs der Niederlassungsbewilli-
gung keine nicht hinnehmbaren (familiäre oder persönliche) Nachteile.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.12.2021, Nr. 100.2019.303U, 
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7.

7.1 Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interes-
sen ergibt Folgendes: Der Beschwerdeführer wurde 2016 wegen qualifiziert 
begangener Betäubungsmitteldelikte zu einer Freiheitsstrafe von 
24 Monaten verurteilt. Er hat damit ein schweres Verschulden auf sich ge-
laden, zumal er nebst der Befriedigung des Eigenkonsums mengenmässig 
und gewerbsmässig qualifiziert mit Heroin gehandelt hat. Bereits zuvor hat-
te er über einen langen Zeitraum hauptsächlich im Betäubungsmittelbe-
reich vielfach delinquiert und ergingen gegen ihn zahlreiche strafrechtliche 
Verurteilungen. Auch die 2007 bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe von 
20 Monaten unter Anordnung einer stationären Suchtbehandlung und die 
zweite ausländerrechtliche Verwarnung 2008 hatten längerfristig keinen 
nachhaltigen Effekt. Der Beschwerdeführer konnte die ihm nach der be-
dingten Entlassung aus dem Massnahmenvollzug mit dem Kantonswechsel 
gebotene Chance eines Neuanfangs trotz des Entzugs in der stationären 
Massnahme, fortbestehender Substitutionsbehandlung, Partnerschaft und 
Heirat, geregelter Lebensverhältnisse, in denen sein Existenzbedarf gesi-
chert war, nicht auf Dauer nutzen. Auf eine biographische Kehrtwende in 
jüngerer Zeit, welche ein Rückfallrisiko hinsichtlich Drogenkonsums und 
damit verbundener Delinquenz weitgehend ausschliesst, kann nicht ge-
schlossen werden. Die sehr lange Aufenthaltsdauer des Beschwerdefüh-
rers in der Schweiz wird durch die insgesamt missglückte Integration er-
heblich relativiert, auch wenn gewisse Integrationsleistungen in neuerer 
Zeit anzuerkennen sind. Die Rückkehr in die Türkei erscheint ihm persön-
lich, gesundheitlich und wirtschaftlich zumutbar und es drohen auch keine 
anderen nicht hinnehmbaren (familiären oder sonstigen) Nachteile, welche 
den Vollzug der Wegweisung als unzulässig oder unzumutbar erscheinen 
lassen würden. Die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem 
Verbleib in der Schweiz haben in einer Gesamtbetrachtung gegenüber dem 
gewichtigen öffentlichen Interesse an der Entfernungsmassnahme, in die 
auch generalpräventive Überlegungen einfliessen dürfen, zurückzustehen. 
Die Aufenthaltsbeendigung erweist sich auch im Licht des Rechts auf Pri-
vatleben als verhältnismässig; der Schutz des Familienlebens ist im Fall 
des Beschwerdeführers nicht tangiert.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.12.2021, Nr. 100.2019.303U, 
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7.2 Gegen den Beschwerdeführer ist 2008 eine (zweite) deutliche aus-
länderrechtliche Verwarnung ergangen. Unter diesen Umständen fällt die 
vom Beschwerdeführer im Eventualstandpunkt beantragte Verwarnung 
unter (blosser) Androhung des Bewilligungswiderrufs gestützt auf Art. 96 
Abs. 2 AuG ausser Betracht (vgl. vorne Bst. C); eine weitere Verwarnung 
würde den öffentlichen Interessen an der Entfernungsmassnahme nicht 
gerecht. Einen Anspruch darauf, dass er erneut bloss verwarnt wird, kann 
der Beschwerdeführer entgegen dem, was er vorbringt (vgl. Beschwerde 
S. 22), auch nicht aus der mit «Dossierübergabe» überschriebenen Akten-
notiz vom 22. Mai 2017 ableiten (Akten MIDI pag. 168 f.). Daraus geht her-
vor, dass als Ergebnis einer Fallbesprechung im zuständigen Amt zunächst 
erneut bloss eine Verwarnung in Aussicht genommen worden war; ver-
merkt ist dazu, dass die in der Verwarnung aus dem Jahr 2008 angeführten 
Delikte nicht mehr im Strafregisterauszug erscheinen würden. Die Aktenno-
tiz stellt lediglich eine innerdienstliche Anordnung ohne Aussenwirkung dar 
(vgl. zum Begriff Markus Müller, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum 
bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 49 N. 40 f.). Namentlich lässt sich aus 
ihr aber nicht ableiten, dass bei Erlass der Verfügung gar kein Ermessen 
ausgeübt oder Ermessen überschritten worden wäre (Beschwerde S. 22). 
Die Aufenthaltsbeendigung wurde erst am 1. Februar 2018 verfügt. Zum 
Zeitpunkt der Erstellung der Aktennotiz war nach allgemeiner Lebenserfah-
rung die definitive Meinungsbildung innerhalb der zuständigen Behörde 
noch nicht abgeschlossen. Die «Dossierübergabe» führte am 10. August 
2017 zur Gewährung des rechtlichen Gehörs, wobei auch auf die Verwar-
nung im Jahr 2008 Bezug genommen wurde (vgl. Akten MIDI pag. 170 ff.); 
zudem wird in der Verfügung deutlich, dass in der Interessenabwägung 
(zulässigerweise) auch auf die Verurteilung aus dem Jahr 2007 abgestellt 
wurde, wiewohl die diesem Strafurteil zugrundeliegenden Delikte nicht 
mehr im Strafregisterauszug erschienen. Dass es sich bei der Aktennotiz 
schliesslich um eine vertrauensbegründende behördliche Zusicherung 
(Art. 9 BV; Art. 11 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; 
BSG 101.1]) handeln würde, macht der Beschwerdeführer zu Recht nicht 
geltend.

7.3 Auch die im Subeventualpunkt angestrebte Verwarnung in Kombi-
nation mit der Rückstufung auf eine Aufenthaltsbewilligung gestützt auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.12.2021, Nr. 100.2019.303U, 
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Art. 63 Abs. 2 AIG (vgl. vorne Bst. C) fällt nicht in Betracht. Zwar gilt die 
Massnahme nach Art. 63 Abs. 2 AIG mangels einer gesetzlichen Über-
gangsregelung grundsätzlich auch für altrechtlich erteilte Niederlassungs-
bewilligungen; die Rückstufung kann aber nicht als «mildere» Massnahme 
angeordnet werden, wenn die Voraussetzungen für den Widerruf der Nie-
derlassungsbewilligung erfüllt sind (BGE 2C_667/2020 vom 19.10.2021 
E. 2.3.1 und 2.5). So verhält es sich hier: Die Niederlassungsbewilligung 
wird wegen schwerer Delinquenz widerrufen und die Erteilung einer Auf-
enthaltsbewilligung anstelle der Niederlassungsbewilligung ist nicht geeig-
net, der vom Beschwerdeführer nach wie vor ausgehenden Rückfallgefahr 
zu begegnen (vgl. BGer 2C_450/2019 vom 5.9.2019 E. 5.3, 2C_782/2019 
vom 10.2.2020 E. 3.3.4; VGE 2018/350 vom 28.6.2019 E. 4.5). Die in die-
sem Zusammenhang angerufenen Verfassungs- und Verfahrensvorschrif-
ten (Beschwerde S. 23 f.) sind daher nicht verletzt.

7.4 Der angefochtene Entscheid hält nach dem Erwogenen der Rechts-
kontrolle stand. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist ab-
zuweisen. Da die vorinstanzlich angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist 
praxisgemäss eine neue festzulegen. Sie beträgt nach der Praxis des Ver-
waltungsgerichts in der Regel sechs Wochen, wobei bei der Bemessung 
besondere Umstände zu berücksichtigen sind (Art. 64d Abs. 1 AuG bzw. 
AIG). Die gegenwärtige besondere Lage aufgrund des Coronavirus 
rechtfertigt eine etwas längere Frist bis Mitte März 2022. Sollte die Ausreise 
bis zu diesem Zeitpunkt aufgrund Reisebeschränkungen nicht möglich sein, 
ist es Sache der Ausländerbehörde, eine neue Frist anzusetzen.

8.

Bei diesem Verfahrensausgang wird der Beschwerdeführer an sich kosten-
pflichtig und hat keinen Anspruch auf Parteikostenersatz (Art. 108 Abs. 1 
und 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). Er hat aber um unentgeltliche Rechts-
pflege unter Beiordnung seiner Rechtsvertreterin als amtliche Anwältin er-
sucht.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.12.2021, Nr. 100.2019.303U, 
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8.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 
Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung 
vom 19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Unter den 
gleichen Voraussetzungen kann einer Partei überdies eine Anwältin oder 
ein Anwalt beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen 
Verhältnisse es rechtfertigen (Art. 111 Abs. 2 VRPG). Ein Prozess ist nicht 
aussichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, das 
heisst, wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die 
Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos 
sind nach der bundesgerichtlichen Praxis demgegenüber Prozessbegehren 
anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als 
die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden 
können. Massgebend ist dabei, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel 
verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen 
oder aber davon absehen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie 
auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb austra-
gen können, weil er sie nichts kostet. (BVR 2019 S. 128 E. 4.1; 
BGE 142 III 138 E. 5.1; Lucie von Büren, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kom-
mentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 111 N. 29 ff.).

8.2 Der Beschwerdeführer bezieht neben einem kleinen Lohn eine hal-
be IV-Rente und Ergänzungsleistungen (uR-Formular und Beilagen 3-5 
act. 4A); früher lebte er von Sozialhilfe (vgl. vorne E. 6.2 f.). Vor diesem 
Hintergrund ist ohne weiteres von seiner Prozessbedürftigkeit auszugehen. 
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist sodann nicht als von vornherein 
aussichtslos zu bezeichnen. Der Beschwerdeführer hält sich sehr lange in 
der Schweiz auf und angesichts der Umstände (insb. Drogenabhängigkeit 
und damit zusammenhängende Delinquenz) kann nicht gesagt werden, von 
einem Prozess hätte bei vernünftiger Überlegung abgesehen werden müs-
sen (vgl. zum Massstab auch BVR 2015 S. 487 E. 7.2). Die Verhältnisse 
rechtfertigten auch den Beizug einer Rechtsvertreterin oder eines Rechts-
vertreters. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist somit gutzu-
heissen. Die Verfahrenskosten hat vorerst der Kanton Bern zu tragen und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.12.2021, Nr. 100.2019.303U, 
Seite 29

dem Beschwerdeführer ist für das verwaltungsgerichtliche Beschwerdever-
fahren seine Rechtsvertreterin als amtliche Anwältin beizuordnen.

8.3 Die Rechtsvertreterin macht ausgehend von einem Zeitaufwand von 
19 Stunden à Fr. 250.-- pro Stunde ein Honorar von Fr. 4ʹ750.-- zuzüglich 
Auslagen und MWSt geltend (act. 9A). Dieser Betrag erscheint mit Blick auf 
den in der Sache gebotenen Zeitaufwand, die Bedeutung der Streitsache 
und die Schwierigkeit des Prozesses (vgl. Art. 41 Abs. 3 i.V.m. Art. 42a 
Abs. 3 des Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 [KAG; 
BSG 168.11]) als übersetzt, zumal im verwaltungsgerichtlichen Verfahren 
neben der Beschwerdeschrift – diese gibt zu grossen Teilen lediglich Er-
wägungen aus dem angefochtenen Entscheid wieder – keine weitere Ein-
gabe zur Sache verfasst wurde und die Rechtsvertreterin, welche den 
Beschwerdeführer (u.a.) auch im erstinstanzlichen Beschwerdeverfahren 
vertreten hatte, mit der Sache bereits vertraut war. Das Honorar ist daher 
für den tarifmässigen Parteikostenersatz zu kürzen, wobei ein Honorar von 
pauschal Fr. 3ʹ500.-- angemessen erscheint. Zuzüglich Auslagen von 
Fr. 123.80 und MWSt von Fr. 279.05 (7,7 % von Fr. 3ʹ623.80) ist dieser auf 
insgesamt Fr. 3ʹ902.85 festzusetzen.

8.4 Die amtliche Entschädigung bestimmt sich nach Art. 112 Abs. 1 
VRPG i.V.m. Art. 42 KAG. Demnach bezahlt der Kanton den amtlich be-
stellten Anwältinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die 
sich nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Hono-
rar gemäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht (Art. 42 
Abs. 1 Satz 1 KAG). Der Stundenansatz beträgt Fr. 200.-- (Art. 42 Abs. 4 
KAG i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschä-
digung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte [EAV; BSG 168.711]). Aus-
lagen und Mehrwertsteuer werden zusätzlich entschädigt (Art. 42 Abs. 1 
Satz 3 KAG). Bei einem massgeblichen Zeitaufwand von 14 Stunden ist die 
amtliche Entschädigung auf Fr. 2ʹ800.-- (14 x Fr. 200.--), zuzüglich 
Fr. 123.80 Auslagen und Fr. 225.15 MWSt (7,7 % von Fr. 2ʹ923.80), insge-
samt Fr. 3ʹ148.95, festzusetzen. Die Rechtsvertreterin ist vorerst aus der 
Gerichtskasse zu entschädigen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.12.2021, Nr. 100.2019.303U, 
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8.5 Der Beschwerdeführer ist gegenüber dem Kanton bzw. der Rechts-
vertreterin zur Nachzahlung verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist 
(Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 42a Abs. 2 KAG und Art. 123 ZPO).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Dem Beschwerdeführer wird eine 
neue Ausreisefrist gesetzt auf den 15. März 2022.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3ʹ000.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Die Kosten trägt vorerst der Kanton Bern. Vorbehalten bleibt 
die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers.

4. Für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht wird dem Beschwerde-
führer Rechtsanwältin …, …, als amtliche Anwältin beigeordnet. Der 
tarifmässige Parteikostenersatz wird in diesem Verfahren auf 
Fr. 3ʹ902.85 (inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzt. Davon wird 
Rechtsanwältin … aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 3ʹ148.95 (inkl. 
Auslagen und MWSt) festgesetzte Entschädigung vergütet. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers.

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.