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**Case Identifier:** 0e5f0ac8-3639-5e13-a1f9-06f6280c999e
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-03-05
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 05.03.2021 SK.2020.56
**Docket/Reference:** SK.2020.56
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2020-56_2021-03-05

## Full Text

Strafbare Vorbereitungshandlungen, Art. 260bis Abs. 1 StGB; Versuchtes Herstellen von Sprengstoffen, Art. 226 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB; Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen, Art. 292 StGB; Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, Art. 33 Abs. 1 WG;;Strafbare Vorbereitungshandlungen, Art. 260bis Abs. 1 StGB; Versuchtes Herstellen von Sprengstoffen, Art. 226 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB; Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen, Art. 292 StGB; Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, Art. 33 Abs. 1 WG;;Strafbare Vorbereitungshandlungen, Art. 260bis Abs. 1 StGB; Versuchtes Herstellen von Sprengstoffen, Art. 226 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB; Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen, Art. 292 StGB; Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, Art. 33 Abs. 1 WG;;Strafbare Vorbereitungshandlungen, Art. 260bis Abs. 1 StGB; Versuchtes Herstellen von Sprengstoffen, Art. 226 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB; Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen, Art. 292 StGB; Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, Art. 33 Abs. 1 WG

Urteil vom 5. März 2021 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Martin Stupf, Vorsitz 

Joséphine Contu Albrizio und Stefan Heimgartner,     

Gerichtsschreiber Hanspeter Lukács  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staats-

anwalt des Bundes Johannes Rinnerthaler, 

 

 

 
gegen 

  A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Georges 

Müller, 

 

Gegenstand  
Strafbare Vorbereitungshandlungen; Versuchtes Her-

stellen von Sprengstoffen; Ungehorsam gegen amtli-

che Verfügungen; Widerhandlungen gegen das Waf-

fengesetz 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2020.56 

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SK.2020.56 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

1. A. sei schuldig zu sprechen:  

– der strafbaren Vorbereitungshandlungen (Art. 260bis Abs. 1 StGB);  

– des versuchten Herstellens von Sprengstoffen (Art. 226 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB);  

– des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen (Art. 292 StGB);  

– der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a 

WG). 

2. A. sei mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten zu bestrafen. 

Die ausgestandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 225 Tagen sei auf die 

Strafe anzurechnen (Art. 51 StGB). 

3. Es sei eine Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB, eventualiter eine stationäre thera-

peutische Massnahme nach Art 59 StGB anzuordnen. 

Der mit der als Ersatzmassnahme angeordneten, stationären Sucht- und psycho-

therapeutischen Behandlung verbundene Freiheitsentzug von 52 Tagen sei an die 

Massnahme anzurechnen (Art. 51 StGB). 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei zugunsten der Massnahme aufzuschieben, und 

der mit der Massnahme verbundene Freiheitsentzug sei auf die Strafe anzurechnen 

(Art. 57 Abs. 2 und 3 StGB). 

4. Der Kanton Basel-Stadt sei als Vollzugskanton zu bestimmen (Art. 74 Abs. 2 StBOG 

i.V.m. Art. 34 Abs. 1 StPO). 

5. A. sei in Sicherheitshaft zu behalten (Art. 231 Abs. 1 StPO). 

6. Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände seien A. zurückzugeben (Art. 267 

Abs. 3 StPO): 

 

Ass.-Nr. Beschreibung 

21014 1 Feldstecher mit Etui Bushnell 

21015 1 Stirnlampe, grau schwarz mit Band 

7. Die folgenden beschlagnahmten Schriftstücke seien als Beweismittel in den Akten 

zu belassen: 

 

Ass.-Nr. Beschreibung 

12383 1 Schreiben vom 11.02.2020 

12389 1 handschriftliche Notizen 

21018 1 Notizbuch, Tigermuster 

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SK.2020.56 

21019 1 undatiertes Testament 

21020 1 Quittung (Schwarzfahren), ID …, 11.02.2020 Basel-Zürich 

21021 1 Quittung (Schwarzfahren) ID …, 04.02.2020 Basel-Z. 

21028 1 Couvert mit Liste Essensgeldauszahlung 

8. Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände seien einzuziehen und zu vernichten 

(Art. 267 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 69 StGB): 

 

Ass.-Nr. Beschreibung 

21002 1 Metallbox mit Bestandteilen einer Waffenattrappe 

21003 1 Hämmerli CO2-Pistole, Cal. 4.5, Nr. 3 

21004 1 Metalldose, Kugeln für Luftdruck, 4.5 mm, Händler & Natermann 

21006 1 kleine schwarze Blechdose, beinhaltend Papier mit weissem Pulver 

(A013526493) 

21016 1 Kunststoffseil, schwarz 

21017 7 Kabelbinder, schwarz 

21024 12 Tabletten Valium 

21027 1 blaues Kugelschreiberrohr, mit weissen Pulverrückständen 

21030 1 Dolch (A013517094) 

21031 1 Dolch (A013517072) 

21032 1 Küchenmesser 

21033 1 Glasbrecher, rot 

A013520246 4 USBV 

A013520280 Frischhaltedose 

A013520326 USBV 1, mit Rohrkörper (A013520495) und Inhalt (A013520519) 

A013520348 USBV 2, mit Rohrkörper (A013520531) und Inhalt (A013520542) 

A013520440 USBV 3, mit Rohrkörper (A013520575) und Inhalt (A013'520597) 

A013520451 USBV 4, mit Rohrkörper (A013520622) und Inhalt (A013520633) 

A013521034 Papier und Klebeband 

A013527407 1 Klebebandrolle 

A013527485 1 Glasscherbe 

A013527532 1 Packung Carat Wunderkerzen 

A013527543 1 Wirbel, grau 

A013527598 1 Weinbrandflasche Napoleon, French Brandy 

A013527690 3 Glasscherben 

A013527714 1 Wirbel, grau 

A013527781 1 Deckel einer Aufbewahrungsbox 

9. Die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens in der Höhe 

von Fr. 55’8575.60 (Gebühren Fr. 12'000.--, Auslagen Fr. 43'875.60) und den ge-

richtlich zu bestimmenden Kosten des Hauptverfahrens, seien A. aufzuerlegen 

(Art. 426 Abs. 1 StPO). 

10. Rechtsanwalt Georges Müller sei für die amtliche Verteidigung von A., unter Berück-

sichtigung der bereits durch die Bundesanwaltschaft geleisteten Akontozahlung in 

der Höhe von Fr. 16'000.--, in gerichtlich zu bestimmender Höhe aus der Bundes-

kasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO). 

A. sei zu verpflichten, dem Bund die Entschädigung zurückzuzahlen, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

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11. A. sei zu verpflichten, dem Bund den an Rechtsanwältin B. bezahlten Betrag von 

Fr. 1'201.95 für die amtliche Verteidigung im Haftverfahren KZM 20 1164/1170 zu-

rückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 

Abs. 4 StPO). 

12. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Lö-

schung der von A. erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach 

Ablauf der gesetzlichen Frist zu erteilen (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art 19 Abs. 1 der 

Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten). 

Anträge der Verteidigung: 

1. Der Beschuldigte sei von sämtlichen Anklagevorwürfen vollumfänglich freizuspre-

chen. 

2. Der Beschuldigte sei mit sofortiger Wirkung aus der Haft zu entlassen. 

3. Der Beschuldigte sei für den zu Unrecht erstandenen Freiheitsentzug angemessen 

zu entschädigen, mindestens jedoch mit Fr. 200.--/Tag Freiheitsentzug. 

4. Folgende beschlagnahmte Gegenstände seien dem Beschuldigten auf erstes Ver-

langen herauszugeben: 

 

Ass.-Nr.*) Beschreibung 

21014 Feldstecher mit Etui Bushnell 

21015 Stirnlampe, grau schwarz mit Band 

12383 Schreiben vom 11.02.2020 

12389 handschriftliche Notizen 

21018 Notizbuch, Tigermuster 

21019 handschriftliches «Testament» 

21028 Couvert mit Liste Essensgeldauszahlung 

A013526211 Mobiltelefon Wiko Sunny 2 

A013526233 SIM-Karte M-Budget Mobile 

*) Beifügung der Asservatennummer durch die Urteilsredaktion 

5. Die Kosten des Verfahrens und der amtlichen Verteidigung seien auf die Staats-

kasse zu nehmen. 

  

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Prozessgeschichte: 

A. A. (nachfolgend: Beschuldigter) wurde am 11. Februar 2020 um ca. 16.00 Uhr, 

nachdem er ohne Fahrkarte mit dem Zug von Basel nach Zürich gefahren war, 

im Hauptbahnhof Zürich von der Kantonspolizei Zürich kontrolliert und in der 

Folge festgenommen. Anlässlich der Effektenkontrolle wurden unter anderem 

zwei Dolche und vier sogenannte unkonventionelle Spreng- und/oder Brandvor-

richtungen (nachfolgend: USBV), welche der Beschuldigte in einem Rucksack 

mit sich führte, sichergestellt ([BA] pag. 10-01-0001 ff.).  

B. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat eröffnete am 11. Februar 2020 eine Straf-

untersuchung gegen den Beschuldigten wegen strafbarer Vorbereitungshandlun-

gen zu einem Tötungsdelikt etc. im Sinne von Art. 260bis StGB (pag. 01-01-0003).  

Die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat ersuchte am 12. Februar 2020 die Bun-

desanwaltschaft um Übernahme des Verfahrens (pag. 02-00-0001). Diese über-

nahm am 19. Februar 2020 das zürcherische Strafverfahren (pag. 02-00-0005) 

und dehnte es am 20. Februar 2020 auf die Straftatbestände des Herstellens, 

Verbergens, Weiterschaffens von Sprengstoffen (Art. 226 StGB) sowie auf die 

Vorwürfe der Widerhandlungen gegen Art. 37 ff. des Bundesgesetzes vom 

25. März 1977 über explosionsgefährliche Stoffe (Sprengstoffgesetz, SprstG; SR 

941.41) und gegen Art. 33 ff. des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1997 über Waf-

fen, Waffenzubehör und Munition (Waffengesetz, WG; SR 514.54) aus (pag. 01-

01-0001, 01-01-0002).  

Am 16. September 2020 hielt die Bundesanwaltschaft fest, dass keine Anklage 

im Sinne der Tatbestände gemäss Art. 37 ff. SprstG erhoben werde, diesbezüg-

lich jedoch keine formelle Verfahrenseinstellung erfolge (pag. 01-01-0003 f.). 

Am 9. November 2020 dehnte sie das Verfahren auf den Tatbestand des Unge-

horsams gegen amtliche Verfügungen (Art. 292 StGB) aus (pag. 01-01-0005). 

Mit Vereinigungsverfügung vom 13. November 2020 verfügte die Bundesanwalt-

schaft, dass die der kantonalen Zuständigkeit unterliegenden Verfahrensgegen-

stände in der Hand der Bundesbehörden vereinigt werden (pag. 02-00-0011 f.). 

C. Das Bezirksgericht Zürich, Zwangsmassnahmengericht, ordnete auf Antrag der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat mit Verfügung vom 13. Februar 2020 Unter-

suchungshaft an (pag. 06-01-0018 ff.). Eine vom Beschuldigten dagegen erho-

bene Beschwerde schrieb das Obergericht des Kantons Zürich infolge Rückzugs 

der Beschwerde mit Beschluss vom 17. März 2020 ab (pag. 06-01-0073 ff.). Das 

Kantonale Zwangsmassnahmengericht Bern wies mit Entscheid vom 30. März 

2020 ein Haftentlassungsgesuch des Beschuldigten ab (pag. 06-01-0086 ff.).  

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Die Bundesanwaltschaft beantragte am 5. Mai 2020 beim Kantonalen Zwangs-

massnahmengericht Bern eine Haftverlängerung um drei Monate bzw. bis zum 

10. August 2020 (pag. 06-01-0105 ff.). Mit Entscheid vom 18. Mai 2020 ordnete 

das Zwangsmassnahmengericht an Stelle von Untersuchungshaft Ersatzmass-

nahmen, worunter eine ambulante psychiatrische Behandlung sowie ein Kon-

sumverbot bezüglich Drogen/Betäubungsmittel (inklusive Alkohol), an, welche es 

bis zum 17. August 2020 befristete. Es ordnete an, dass die Haftentlassung spä-

testens am 2. Juni 2020 zu erfolgen habe (pag. 06-01-0127 ff.). Der Beschuldigte 

wurde in der Folge am 28. Mai 2020 aus der Haft entlassen (pag. 06-01-0147 ff.).  

Mit Entscheid vom 17. Juli 2020 verlängerte das Zwangsmassnahmengericht 

Bern die Ersatzmassnahmen bis zum 16. Oktober 2020. Es ordnete zusätzlich 

bzw. an Stelle der ambulanten psychiatrischen Behandlung eine stationäre Ent-

zugs- und Entwöhnungsbehandlung mit Abstinenzkontrolle des Beschuldigten 

sowie eine begleitende psychotherapeutische Behandlung an. Die Bundesan-

waltschaft wurde beauftragt, für den möglichst raschen Antritt der stationären Be-

handlung besorgt zu sein (pag. 06-02-0082 ff.). Am 10. September 2020 ordnete 

die Bundesanwaltschaft die Durchführung der stationären Entzugsbehandlung 

mit Abstinenzkontrolle und der begleitenden psychotherapeutischen Behandlung 

in den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel an (pag. 06-02-0127 ff.). Am 

9. September 2020 trat der Beschuldigte die Behandlung an (pag. 06-02-0134 

f.). Die Hospitalisierung dauerte bis zum 11. Oktober 2020 (pag. 06-02-0145 f.). 

Am 11. Oktober 2020 wurde der Beschuldigte – gestützt auf einen Haftbefehl der 

Bundesanwaltschaft (pag. 06-03-0011) – von der Kantonspolizei Basel-Stadt in 

den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel festgenommen (pag. 06-03-

0001 ff.). Mit Entscheid vom 14. Oktober 2020 ordnete das Zwangsmassnah-

mengericht Bern auf Antrag der Bundesanwaltschaft Untersuchungshaft bis zum 

10. Januar 2021 an und widerrief die Ersatzmassnahmen (pag. 06-03-0037 ff.).  

Mit Entscheid vom 2. Dezember 2020 ordnete das Zwangsmassnahmengericht 

Bern auf Antrag der Bundesanwaltschaft vom 23. November 2020 – im Zusam-

menhang mit der zwischenzeitlich erfolgten Anklageerhebung (nachfolgend Bst. 

D) – gegen den Beschuldigten Sicherheitshaft bis zum Zeitpunkt des erstinstanz-

lichen Urteils, längstens jedoch bis zum 23. Februar 2021, an, und wies gleich-

zeitig ein Haftentlassungsgesuch des Beschuldigten ab (TPF pag. 6.231.7.1 ff.).  

Die Sicherheitshaft wurde auf Antrag der Verfahrensleitung der Strafkammer des 

Bundesstrafgerichts mit Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts Bern vom 

19. Februar 2021 bis zum Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils, längstens je-

doch bis zum 12. März 2021 verlängert (TPF pag. 6.231.7.63 ff.). 

D. Die Bundesanwaltschaft erhob am 23. November 2020 beim Bundesstrafgericht 

gegen den Beschuldigten Anklage wegen strafbarer Vorbereitungshandlungen 

(Art. 260bis Abs. 1 StGB), versuchten Herstellens von Sprengstoffen (Art. 226 

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SK.2020.56 

Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen 

(Art. 292 StGB) und Widerhandlungen gegen Art. 33 Abs. 1 lit. a WG. 

E. Die Parteien stellten auf Einladung der Verfahrensleitung keine Beweisanträge.  

Die Akten wurden von Amtes wegen um einen Straf- und einen Betreibungsre-

gisterauszug, einen Leumundsbericht, die aktuellen Steuerunterlagen, einen 

Führungsbericht der Haftanstalten, einen amtsärztlichen Bericht über den Ge-

sundheitszustand und die Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten, einen Amts-

bericht betreffend die Öffnungszeiten von Waffengeschäften in Basel-Stadt so-

wie eine Auskunft zu den Entscheiden des Kreisgerichts See-Gaster/SG betref-

fend den Beschuldigten ergänzt (TPF pag. 6.250.1, 6.262.2.3 ff., 6.264.1.3 ff.).  

F. Die Hauptverhandlung vor dem Bundesstrafgericht fand am 4. März 2021 in An-

wesenheit des Beschuldigten, seines Verteidigers und der Bundesanwaltschaft 

statt. Das Urteil wurde den Parteien am 5. März 2021 mündlich eröffnet.  

G. Mit separatem Beschluss der Strafkammer vom 5. März 2021 (Geschäftsnummer 

SN.2021.6) wurde der Beschuldigte in Sicherheitshaft behalten (Art. 231 StPO). 

Die Strafkammer erwägt: 

1. Zuständigkeit 

Das Gericht prüft seine Zuständigkeit von Amtes wegen. Die Anklage lautet auf 

strafbare Vorbereitungshandlungen (Art. 260bis Abs. 1 StGB), versuchtes Herstel-

len von Sprengstoffen (Art. 226 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), Ungehorsam 

gegen amtliche Verfügungen (Art. 292 StGB) und Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 WG). 

Gemäss Art. 35 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Organisation der Strafbe-

hörden des Bundes vom 19. März 2010 (StBOG; SR 173.71) i.V.m. Art. 23 Abs. 1 

lit. d StPO unterstehen vorliegend einzig Verbrechen und Vergehen gemäss 

Art. 224 bis 226ter StGB der Bundesgerichtsbarkeit. Für die Verfolgung der wei-

teren angeklagten Delikte sind die Kantone zuständig (Art. 22 StPO). lst in einer 

Strafsache sowohl Bundes- als auch kantonale Zuständigkeit gegeben, kann die 

Staatsanwaltschaft des Bundes die Vereinigung der Verfahren in der Hand der 

Bundesbehörden oder der kantonalen Behörden anordnen (Art. 26 Abs. 2 StPO).  

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Die Bundesanwaltschaft vereinigte mit Verfügung vom 13. November 2020 die 

Verfahren in der Hand der Bundesbehörden (Prozessgeschichte Bst. B). Die Zu-

ständigkeit des Bundesstrafgerichts für die Beurteilung aller Anklagepunkte ist 

gegeben. 

2. Anklagesachverhalt 

2.1 Dem Beschuldigten wird in Anklage-Ziff. 1.1 in Bezug auf den Tatbestand der 

strafbaren Vorbereitungshandlungen (Art. 260bis Abs. 1 StGB) vorgeworfen, er 

habe planmässig konkrete technische und organisatorische Vorkehrungen ge-

troffen, deren Art und Umfang zeigen würden, dass er sich angeschickt habe, 

eine vorsätzliche Tötung (Art. 111 StGB), eine schwere Körperverletzung 

(Art. 122 StGB), eine Freiheitsberaubung und Entführung (Art. 183 StGB) oder 

eine Brandstiftung (Art. 221 StGB) auszuführen. Konkret habe der Beschuldigte 

im Zeitraum von ca. Mitte Dezember 2019 bis 11. Februar 2020 an seinem Woh-

nort in U. vier USBV angefertigt, zwei Dolche mit symmetrischer Klinge gekauft 

und auf seiner Schleifmaschine geschärft sowie einen roten Glasbrecher 

(Nothammer), sieben schwarze Kunststoffkabelbinder, einen Feldstecher, eine 

Stirnlampe sowie ein Küchenmesser (Rüstmesser) bereitgestellt. Sodann habe 

er handschriftlich ein Testament, ein auf den 11. Februar 2020 datiertes Schrei-

ben mit Bezug auf seine beiden Töchter C. und D. und die N. Gemeinde in Z. 

sowie einen Notizbucheintrag mit folgendem Wortlaut verfasst: „Wir schreiben 

das Jahr 2020 und der 11. 2. Ich hoffe, dass es alles gut geht und ich E. helfen 

kann, dass sie frei ist […]“. Die aufgeführten Gegenstände sowie die drei schrift-

lichen Aufzeichnungen habe der Beschuldigte am 11. Februar 2020 in einem 

Rucksack mit sich geführt, als er um 15.06 Uhr mit dem Zug von Basel nach 

Zürich gefahren sei.  

Nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung 

seien diese Handlungen bzw. Gegenstände zur Verwirklichung der vorgenannten 

Tatbestände geeignet. Insbesondere seien die vier USBV zur Tötung oder 

schweren Verletzung von Menschen, als Droh- bzw. Nötigungsmittel für eine 

Freiheitsberaubung und Entführung oder als Brandvorrichtung zur Herbeiführung 

einer Feuersbrunst und die zwei Dolche zur Tötung oder schweren Verletzung 

von Menschen oder als Droh- bzw. Nötigungsmittel für eine Freiheitsberaubung 

und Entführung geeignet. Der Glasbrecher, die Kabelbinder, der Feldstecher, die 

Stirnlampe sowie das Küchenmesser seien geeignet, sich dem Tatort anzunä-

hern, sich Zutritt zu einem Gebäude (oder Fahrzeug) zu verschaffen respektive 

Menschen zu fesseln. Das Testament, das Schreiben und der Notizbucheintrag 

seien als formulierter Tatplan sowie als letztwillige Verfügung für den Fall des 

Versterbens bei der Tatausführung zu verstehen. Die vorgenannten Vorbereitun-

gen, das Bereitstellen und Packen der Ausrüstung in den Rucksack für den 

Transport an den Tatort und die Reise mit dem Zug nach Zürich zur Annäherung 

an den Tatort seien auf das gemeinsame Ziel ausgerichtet gewesen, bei der 

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N. Gemeinde in Z. eine Tötung, eine schwere Körperverletzung, eine Freiheits-

beraubung und Entführung oder eine Brandstiftung zu begehen. Die Vorkehrun-

gen seien nach Art und Umfang soweit gediehen, dass vernünftigerweise ange-

nommen werden könne, der Beschuldigte hätte seine manifestierte Deliktsab-

sicht in Richtung Ausführung der Tat weiterverfolgt, insbesondere nachdem er 

am 11. Februar 2020 nach Zürich gereist sei, wo er von der Transportpolizei an-

gehalten worden sei. 

In subjektiver Hinsicht wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe wissentlich 

und willentlich gehandelt. Insbesondere habe er direkt angestrebt, die geeigne-

ten Vorkehrungen zur Begehung einer Tötung, einer schweren Körperverletzung, 

einer Freiheitsberaubung und Entführung oder einer Brandstiftung zu treffen. Er 

habe in der Absicht gehandelt, diese Straftatbestände in Z. zu verwirklichen; ins-

besondere habe er den Zug nach Zürich in der Absicht bestiegen, direkt nach Z. 

weiterzureisen, um dort seine Töchter C. und D. (und eventuell seine ehemalige 

Ehefrau E.) nötigenfalls mit erheblicher Gewalt und unter Inkaufnahme von 

schweren Verletzungen oder Tötungen aus der N. Gemeinde in Z. zu befreien 

oder gegen ihren Willen von dort zu entführen. 

2.2 Dem Beschuldigten wird in Anklage-Ziff. 1.2 in Bezug auf den Tatbestand des 

versuchten Herstellens von Sprengstoffen (Art. 226 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB) vorgeworfen, er habe versucht Sprengstoffe herzustellen, die, wie er ge-

wusst habe, zu verbrecherischem Gebrauch bestimmt gewesen seien. Konkret 

habe er in den Tagen vor dem 11. Februar 2020 an seinem Wohnort in U. (und 

in der Umgebung von U.) vier USBV – wobei er die explosiven Gemische jeweils 

aus kommerziellen, pyrotechnischen Gegenständen (Feuerwerkskörper der Ka-

tegorie F 1) delaboriert und zusammengestellt habe – wie folgt angefertigt: 

1) USBV 1: der Beschuldigte habe einen Rohrkörper von ca. 18 cm Länge und 

ca. 7,5 cm Durchmesser aus der unteren Hälfte einer Weinbrandflasche, 5 Lagen 

A 4-Kopierpapier und braunem Kunststoffklebeband konstruiert, diesen mit ei-

nem explosiven Gemisch (bestehend aus ca. 51 g Schwarzpulversatz mit Effekt-

sternen aus Feuerwerksvulkanen, ca. 7 g Lady Cracker, 15 Wunderkerzen, 

3 Wirbeln und 2 Effektkörpern) sowie mit ca. 156 g Glasscherben befüllt, mittels 

mehrerer Lagen geknickten Druckerpapiers und braunen Kunststoffklebebands 

verschlossen und die Anzündlitzen zweier Effektkörper als pyrotechnische An-

zündung durch die Papierschichten des Rohrkörpers nach aussen geführt; 

2) USBV 2: der Beschuldigte habe einen Rohrkörper von ca. 16 cm Länge und 

ca. 7 cm Durchmesser aus 6 Lagen A 4-Kopierpapier und braunem Kunststoff-

klebeband konstruiert, diesen mit einem explosiven Gemisch (bestehend aus ca. 

313 g Schwarzpulversatz mit Effektsternen aus Feuerwerksvulkanen, ca. 20 g 

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Lady Cracker, 5 Wunderkerzen, 2 Meteoriten, 12 Wirbeln und 3 Effektkörpern) 

sowie mit ca. 255 g Glasscherben befüllt, mittels mehrerer Lagen geknickten Dru-

ckerpapiers und braunen Kunststoffklebebands verschlossen und die Anzündlit-

zen zweier Effektkörper als pyrotechnische Anzündung durch die Papierschich-

ten des Rohrkörpers nach aussen geführt; 

3) USBV 3: der Beschuldigte habe einen Rohrkörper von ca. 16 cm Länge und 

ca. 7 cm Durchmesser aus 7 Lagen A 4-Kopierpapier und braunem Kunststoff-

klebeband konstruiert, diesen mit einem explosiven Gemisch (bestehend aus ca. 

128 g Schwarzpulversatz mit Effektsternen aus Feuerwerksvulkanen, ca. 14 g 

Lady Cracker, 4 Wunderkerzen, 7 Wirbeln und 3 Effektkörpern) sowie mit ca. 

340 g Glasscherben befüllt, mittels mehrerer Lagen geknickten Druckerpapiers 

und braunen Kunststoffklebebands verschlossen und die Anzündlitzen zweier Ef-

fektkörper als pyrotechnische Anzündung durch die Papierschichten des Rohr-

körpers nach aussen geführt; 

4) USBV 4: der Beschuldigte habe einen Rohrkörper von ca. 16 cm Länge und 

ca. 6 cm Durchmesser aus 10 Lagen A 4-Kopierpapier und braunem Kunststoff-

klebeband konstruiert, diesen mit einem explosiven Gemisch (bestehend aus ca. 

76 g Schwarzpulversatz mit Effektsternen aus Feuerwerksvulkanen, ca. 9 g Lady 

Cracker, 7 Wunderkerzen, 3 Wirbeln und 1 Effektkörper) sowie mit ca. 155 g 

Glasscherben befüllt, mittels mehrerer Lagen geknickten Druckerpapiers und 

braunen Kunststoffklebebands verschlossen und die Anzündlitze eines Effekt-

körpers und eine Wunderkerze als pyrotechnische Anzündung durch die Papier-

schichten des Rohrkörpers nach aussen geführt. 

In subjektiver Hinsicht wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe wissentlich 

und willentlich gehandelt. Er habe direkt angestrebt (oder zumindest billigend in 

Kauf genommen), dass die vier USBV durch Zündung zur Explosion gebracht 

und sie gefährliche zerstörerische Kräfte entfalten würden. Er habe insbesondere 

direkt angestrebt, mit den vier USBV in Z. eine Tötung, eine schwere Körperver-

letzung, eine Freiheitsberaubung und Entführung oder eine Brandstiftung und 

eine Sachbeschädigung zu begehen (oder auch andernorts Leib und Leben von 

Menschen oder zumindest fremdes Eigentum in Gefahr zu bringen). 

Die vier USBV hätten laut Anklage durch Zündung zu einem heftigen Abbrand, 

jedoch aufgrund der bloss geringen Verdämmung (mit einigen Lagen Papier und 

Klebeband) nicht zu einer Explosion mit gefährlichen zerstörerischen Kräften ge-

bracht werden können, und wären daher zur Zerstörung nicht geeignet gewesen. 

- 11 - 

SK.2020.56 

2.3 Dem Beschuldigten wird in Anklage-Ziff. 1.3 in Bezug auf den Tatbestand der 

Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG) vorgeworfen, 

er habe im Zeitraum von ca. Mitte Dezember 2019 bis 11. Februar 2020 an sei-

nem Wohnort in U. (und in der Umgebung von U.) von einem F. zwei Dolche mit 

symmetrischer Klinge gekauft, in der Folge bei sich aufbewahrt und auf seiner 

Schleifmaschine geschärft. Am 11. Februar 2020 habe er die zwei Dolche, wie 

vorstehend (in E. 2.1) beschrieben, in seinem Rucksack mitgeführt. Die Dolche 

würden je eine feststehende, spitz zulaufende, mehr als 5 cm und weniger als 

30 cm lange symmetrische Klinge (exakte Klingenlänge: 23,5 cm bzw. 23,8 cm) 

aufweisen und seien zwischen 1920 und 1930 hergestellt worden. Der Beschul-

digte habe keine Ausnahmebewilligung für den Erwerb dieser Dolche und keine 

Waffentragbewilligung für deren Transport besessen.  

In subjektiver Hinsicht wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe wissentlich 

und willentlich gehandelt. 

2.4 Dem Beschuldigten wird in Anklage-Ziff. 1.4 in Bezug auf den Tatbestand des 

Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen (Art. 292 StGB) vorgeworfen, er 

habe in der Zeit um den 2. Oktober 2020 in U. drei handschriftliche Schreiben an 

seine Töchter C. und D. sowie an seine ehemalige Ehefrau E. verfasst, d.h. einen 

auf den 2. Oktober 2020 datierten Brief und eine Karte an C. und D. sowie einen 

undatierten Brief an E., und diese Schreiben C. und D. per Briefpostsendung 

(Postaufgabe: 5. Oktober 2020) per Adresse Y., Z., zukommen lassen. Damit 

habe er entgegen dem Entscheid des Kreisgerichts See-Gaster/SG vom 8. März 

2019 gehandelt, mit welchem ihm unter Hinweis auf die Strafdrohung von 

Art. 292 StGB (u.a.) verboten worden sei, mit seinen Töchtern und der ehemali-

gen Ehefrau schriftlich Kontakt aufzunehmen. 

In subjektiver Hinsicht wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe wissentlich 

und willentlich gehandelt. 

2.5 Hinsichtlich sämtlicher Vorwürfe soll der Beschuldigte laut Anklage nur teilweise 

fähig gewesen sein, gemäss der vorhandenen Einsicht in das Unrecht seiner Ta-

ten zu handeln; er sei somit in leichtem Grade vermindert schuldfähig gewesen. 

2.6 Der Beschuldigte bestreitet sämtliche Anklagevorwürfe. 

- 12 - 

SK.2020.56 

3. Feststellungen zum äusseren Sachverhalt 

A)  Sachbeweise 

3.1 Sicherstellungen vom 11. Februar 2020 

3.1.1 Gemäss Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 12. Februar 2020 wurde der Be-

schuldigte von der Transportpolizei am 11. Februar 2020 um 16.00 Uhr im Haupt-

bahnhof Zürich angehalten, weil er ohne Fahrkarte mit dem Zug von Basel nach 

Zürich reiste. Anlässlich der nachfolgenden polizeilichen Kontrolle wurden bei 

ihm vier USBV und zwei Dolche sichergestellt. Die vier USBV führte der Beschul-

digte in einem Rucksack mit sich (pag. 10-01-0001 ff.). Ausserdem wurden ein 

Glasbrecher, rot, und ein Küchenmesser sichergestellt (pag. 10-01-0014). Die 

Gegenstände sind in einer Fotodokumentation abgebildet (pag. 10-01-0022 ff.). 

3.1.2 Gemäss Verzeichnis der persönlichen Effekten führte der Beschuldigte unter an-

derem folgende Gegenstände in einem Rucksack mit sich (pag. 08-01-0001): 

–  1 Feldstecher, Marke Bushnell  

–  1 schwarzes Kunststoffseil  

– 7 schwarze Kunststoffkabelbinder  

– 1 Stirnlampe, grau/schwarz, Marke unbekannt  

– 1 Notizbuch, Tigermuster  

– diverse handschriftliche Notizen: 

-- undatiertes Testament  

-- Schreiben vom 11. Februar 2020 

-- Notizzettel mit diversen Telefonnummern 

– 1 Quittung (Schwarzfahren) ID-Nr. … vom 4. Februar 2020 Basel SBB-Z.  

– 1 Quittung (Schwarzfahren) ID-Nr. … vom 11. Februar 2020 Basel SBB-

Zürich HB 

– 1 Sony-Ladegerät  

– 1 WIKO-Akku für Natel  

– diverse Tabletten  

– 1 Blechschachtel, grau, Calligrapher (Inhalt: diverses Schreibmaterial; 1 Ja-

panmesser, 2 Fotos (zwei Kinder), 1 USB-Stick, diverses Büromaterial) 

– 1 leeres Kugelschreiberrohr, blau, mit weissen Pulverrückständen 

– 1 weisses Couvert mit Liste Essensgeldauszahlung 

- 13 - 

SK.2020.56 

3.2 Dolche 

Gemäss Sicherstellungsliste der Kantonspolizei Zürich vom 12. Februar 2020 

handelt es sich bei den Dolchen um einen Dolch mit 23,5 cm Klingenlänge, Ge-

samtlänge 36 cm, mit Zubehör Etui (Asservat Nr. A013'517'072), und einen Dolch 

mit 23,8 cm Klingenlänge, Gesamtlänge 38 cm, mit Zubehör Etui (Asservat Nr. 

A013'517'094); beide Dolche sind unbekannten Fabrikats (pag. 10-01-0013). 

Im Beurteilungsbericht des Bundesamts für Polizei fedpol, Zentralstelle Waffen, 

vom 1. Mai 2020 werden die beiden Dolche wie folgt beurteilt (pag. 10-02-0012):  

– Asservat Nr. A013'517'072: Dolch Gesamtlänge 36 cm mit feststehender 

spitz zulaufender symmetrischen beidseitig geschliffenen Klinge von einer 

Länge von 23,5 cm; 

– Asservat Nr. A013'517'094: Dolch Gesamtlänge 38 cm mit feststehender 

spitz zulaufender symmetrischen beidseitig geschliffenen Klinge von einer 

Länge von 23,8 cm. 

Laut Bericht stammen beide Dolche aus dem nordafrikanischen Raum. Es han-

delt sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um sogenannte „Telek“, welche von den 

Tuareg noch heute hergestellt und getragen werden. Die Hersteller der sicherge-

stellten Dolche sind unbekannt. Die Qualität der Dolche ist nicht sehr hoch. Die 

Zentralstelle Waffen hält weiter fest, es sei aufgrund der verwendeten Materialien 

davon auszugehen, dass die Dolche zwischen 1920 und 1930 hergestellt worden 

seien; sie würden somit nicht als antik im Sinne von Art. 2 Abs. 2 WG gelten.  

3.3 USBV 

3.3.1 In der Sicherstellungsliste der Kantonspolizei Zürich vom 14. Februar 2020 – wel-

che eine Beilage zum Rapport vom 12. Februar 2020 bildet – sind die vier USBV 

als Asservat-Nr. A013'520'246 erfasst (pag. 10-01-0007); deren Bestandteile 

sind in Unter-Asservaten aufgelistet (pag. 10-01-0008–0010). Das Forensische 

Institut Zürich (FOR) erstellte am 17. Februar 2020 zu den vier USBV einen Kurz-

bericht (pag. 10-01-0028 ff.). Die einzelnen USBV sind darin wie folgt erfasst: 

USBV 1: Asservaten-Nr. A013‘520‘326; USBV 2: Asservaten-Nr. A013‘520‘348; 

USBV 3: Asservaten-Nr. A013‘520‘440; USBV 4; Asservaten-Nr. A013‘520‘451.  

3.3.2 Aus dem Bericht der Kantonspolizei Zürich vom 12. Februar 2020 geht hervor, 

dass zur Spurensicherung die vom Beschuldigten mitgeführten USBV durch den 

„FOR-ZED“ (Zürcher Entschärfungsdienst des Forensischen Instituts Zürich) si-

chergestellt und asserviert worden seien. Zwecks Auswertung und Feststellung 

der Brisanz werde dazu ein separater Bericht erstellt (pag. 10-01-0003). Mit die-

ser Auswertung wurde das FOR beauftragt. Dieses hält im Kurzbericht vom 

- 14 - 

SK.2020.56 

17. Februar 2020 fest, sein Dienst sei am 12. Februar 2020 um 07.30 Uhr auf 

den Polizeiposten des Hauptbahnhofs Zürich aufgeboten worden, um vier unkon-

ventionelle Spreng- und/oder Brandvorrichtungen (USBV) zu sichern und der Un-

tersuchung zuzuführen. Vom Pikett des Zürcher Entschärfungsdienstes des FOR 

seien drei Beamte ausgerückt; diese hätten den Polizeiposten um 08.20 Uhr er-

reicht. Vor Ort sei eine Röntgenkontrolle der verdächtigen Gegenstände und ei-

ner Frischhaltedose gemacht worden. Danach seien die Vorrichtungen in den 

Delaborierstand nach Kloten transportiert worden, wo sie unter Spurenschutz 

auseinandergenommen und die Komponenten getrennt worden seien. Die Un-

tersuchungen des FOR seien mit der vorliegenden Materialzusammenstellung 

vorläufig abgeschlossen (pag. 10-01-0029). Der Kurzbericht (Materialzusam-

menstellung) sei kein Gutachten im Sinne von Art. 184 StPO (pag. 10-01-0028).  

3.3.3 Gemäss Kurzbericht des FOR bestanden die vier Vorrichtungen (USBV 1 = As-

servaten-Nr. A013‘520‘326; USBV 2 = Asservaten-Nr. A013‘520‘348; USBV 3 = 

Asservaten-Nr. A013‘520‘440; USBV 4 = Asservaten-Nr. A013‘520‘451) jeweils 

aus einem Rohrkörper mit einem explosiven Gemisch und Glasscherben; die 

Vorrichtungen 2, 3 und 4 waren dabei mit einer pyrotechnischen Anzündung, die 

wenige Zentimeter aus dem Rohrkörper führten, versehen (pag. 10-01-0032). 

Der Bericht enthält Fotos sowie Röntgenbilder der einzelnen USBV, die vor dem 

Delaborieren der Vorrichtungen erstellt wurden (pag. 10-01-0032). Auf den Fotos 

ist ersichtlich, dass es sich bei den vier USBV um rundliche, längsförmige Ge-

genstände handelte, die fast vollständig mit braunem Klebeband umwickelt wa-

ren. Die USBV werden im Kurzbericht wie folgt beschrieben (pag. 10-01-0032 f.): 

–  USBV 1: Gegenstand von ca. 18 cm Länge und ca. 7,5 cm Durchmesser. 

Der Rohrkörper der USBV 1 bestand aus der unteren Hälfte einer Wein-

brandflasche, die mit 5 Lagen weissem Kopierpapier A4 und braunem 

Kunststoffklebeband umwickelt war. Die Rohrkörperenden wurden mittels 

mehrerer Lagen geknicktem Druckerpapier und Verkleben mit braunem 

Kunststoffklebeband verschlossen. Der Inhalt des Rohrkörpers bestand 

aus ca. 51 g Schwarzpulversatz und Effektsternen, ca. 7 g Lady Cracker, 

15 Wunderkerzen, 3 Wirbeln, 2 Effektkörpern und ca. 156 g Glasscherben. 

– USBV 2: Gegenstand von ca. 16 cm Länge und ca. 7 cm Durchmesser. Der 

Rohrkörper der USBV 2 bestand aus 6 Lagen Kopierpapier A 4, die zu einer 

Rolle gewickelt und mehrfach mit braunem Kunststoffklebeband umwickelt 

waren. Die Rohrkörperenden wurden mittels mehrerer Lagen geknicktem 

Druckerpapier und Verkleben mit braunem Kunststoffklebeband verschlos-

sen. Der Inhalt des Rohrkörpers bestand aus ca. 313 g Schwarzpulversatz 

und Effektsternen, ca. 20 g Lady Cracker, 5 Wunderkerzen, 2 Meteoriten, 

12 Wirbeln, 3 Effektkörpern und ca. 255 g Glasscherben.  

- 15 - 

SK.2020.56 

–  USBV 3: Gegenstand von ca. 16 cm Länge und ca. 7 cm Durchmesser. Der 

Rohrkörper der USBV 3 bestand aus 7 Lagen Kopierpapier A4, die zu einer 

Rolle gewickelt und mehrfach mit braunem Kunststoffklebeband umwickelt 

waren. Die Rohrkörperenden wurden mittels mehrerer Lagen geknicktem 

Druckerpapier und Verkleben mit braunem Kunststoffklebeband verschlos-

sen. Der Inhalt des Rohrkörpers bestand aus ca. 128 g Schwarzpulversatz 

und Effektsternen, ca. 14 g Lady Cracker, 4 Wunderkerzen, 7 Wirbeln, 

3 Effektkörpern und ca. 340 g Glasscherben. 

– USBV 4: Gegenstand von ca. 16 cm Länge und ca. 6 cm Durchmesser. Der 

Rohrkörper der USBV 4 bestand aus 10 Lagen Kopierpapier A4, die zu 

einer Rolle gewickelt und mehrfach mit braunem Kunststoffklebeband um-

wickelt waren. Die Rohrkörperenden wurden mittels mehrerer Lagen ge-

knicktem Druckerpapier und Verkleben mit braunem Kunststoffklebeband 

verschlossen. Der Inhalt des Rohrkörpers bestand aus ca. 76 g Schwarz-

pulversatz und Effektsternen, ca. 9 g Lady Cracker, 7 Wunderkerzen, 

3 Wirbeln, 1 Effektkörper und ca. 155 g Glasscherben. 

Zu allen USBV wird ausgeführt, dass mutmasslich der Satz (Schwarzpulver und 

Effektsterne) aus Feuerwerksvulkanen entnommen und zerkleinert worden war. 

Zu den USBV 2 und 3 wird zusätzlich ausgeführt: Die Anzündlitzen zweier Effekt-

körper wurden so durch die Papierschichten des Rohrkörpers (nach aussen) ge-

führt, dass diese als pyrotechnische Anzündung für die jeweilige USBV dienen 

können. Zu USBV 4 wird ausgeführt, dass die Anzündlitze eines Effektkörpers 

und einer Wunderkerze auf die vorgehend beschriebene Art verarbeitet wurden.  

Die für die USBV verwendeten Materialien (Lady Cracker, Wunderkerzen, Mete-

orite, Silberwirbel, Feuerwirbel, Effektkörper, Glasscherben, Weinbrandflasche, 

Druckerpapier A4, Kunststoffklebeband) werden im Bericht detailliert umschrie-

ben und anhand von Beispielbildern fotografisch dargestellt (pag 10-01-0036 ff.).  

Zur sichergestellten Frischhaltedose (Asservaten-Nr. A013‘520‘280) ist im Kurz-

bericht festgehalten, dass der Deckel zu dieser Dose fehlt (pag 10-01-0039). 

3.3.4 Am 17. Februar 2020 wurde am Wohnort des Beschuldigten (Haus R. […], U.) 

eine Hausdurchsuchung durchgeführt (pag. 08-02-0010 ff.). Dabei wurden di-

verse Gegenstände – darunter 1 Weinbrandflasche, 1 Klebebandrolle, Drucker-

papier, 1 und 3 Glasscherben, 1 Packung Wunderkerzen, 2 Wirbel, 1 Deckel ei-

ner Aufbewahrungsbox – beschlagnahmt (pag. 08-02-0006 f.). Diese Gegen-

stände wurden durch das FOR untersucht und mit den Gegenständen der Mate-

rialzusammenstellung vom 17. Februar 2020 (E. 3.1.3.3) auf materialtechnische 

Zusammenhänge hin verglichen. Im Kurzbericht vom 19. März 2020 hält das 

FOR fest, dass sämtliche Gegenstände mit den korrespondierenden Materialien 

der vier USBV visuell und – je nach Gegenstand – in ihren Abmessungen bzw. 

- 16 - 

SK.2020.56 

Beschaffenheit nicht unterschieden werden können; bei der Weinbrandflasche 

trifft dies auf jene zu, welche bei der USBV 1 verwendet wurde. Beim Deckel der 

Aufbewahrungsbox steht fest, dass er zur Frischhaltedose passt, die am 11. Feb-

ruar 2020 sichergestellt wurde (pag. 08-02-0054 f.). 

3.3.5 Die Bundesanwaltschaft erteilte einem Mitarbeiter des FOR am 26. Mai 2020 ge-

mäss Art. 184 StPO einen Auftrag zur Erstellung eines sprengstoffanalytischen 

Gutachtens betreffend die vier USBV. Sie unterbreitete dem Gutachter insbeson-

dere Fragen zu Inhalt, Konstruktion, Funktion, Wirkung und Gefährlichkeit der 

USBV, ausserdem Fragen zur Identifikation des Herstellers (pag. 11-02-0002 ff.). 

Der Gutachter erstattete sein Gutachten am 15. Juli 2020 (pag. 11-02-0011 ff.).  

a) Der Gutachter kam insbesondere zu folgenden Untersuchungsergebnissen: 

Alle vier USBV enthalten schwarzes Pulver. Die Analysenresultate der schwar-

zen Pulver und der Abbrandrückstände lassen sich mit einem energetischen Pul-

vergemisch mit einem wesentlichen Anteil von Kalium, Nitrat, Schwefel und Koh-

lenstoff (Schwarzpulver) vereinbaren. Die Abbrandversuche – für welche eine 

geringe Menge des schwarzen Pulvers aus jeder USBV mit einem glühenden 

Metalldraht berührt wurde – zeigten einen teils heftigen Abbrand, was auf ein 

energetisches Material hinweist (pag. 11-02-0016 f.; vgl. 11-02-0017, -0058).  

In den schwarzen Pulvern der vier USBV wurden unterschiedliche Mengen von 

rotbraunen Kügelchen mit einem Durchmesser von ca. 3 bis 4 mm gefunden 

(USBV 1 ca. 2.1 g, USBV 2 ca. 20.1 g, USBV 3 ca. 11.5 g, USBV 4 ca. 4.4 g). 

Diese Kügelchen werden als Effektsätze („Sterne“) bezeichnet. Sie weisen beim 

Entzünden einen intensiven Abbrand auf. Dabei kann eine grüne Flammenfär-

bung beobachtet werden, was typisch ist für Effektsätze mit Barium-Zusatz. Beim 

Abbrand von Effektsätzen entstehen hohe Temperaturen. Dadurch können auf 

der Haut lokal schwere Verbrennungen verursacht werden (pag. 11-02-0018). 

Die schwarzen Pulver aus den vier USBV dürften aufgrund der aufgefundenen 

Effektsätze („Sterne“) und der Analysenresultate aus kommerziellen, pyrotechni-

schen Gegenständen (Feuerwerk) delaboriert worden sein (pag. 11-02-0018). 

Die aus den USBV separierten Glasscherben sind materialspezifisch in Klarglas-

flaschenscherben und Flachglasscherben aus Fensterglas/Ornamentglas zu un-

terscheiden. Die Klarglasflaschenscherben stammen von mindestens zwei Wein-

brandflaschen gleicher Marke. Mehrere Scherben konnten aufgrund von Pass-

spuren (Bruchkanten) untereinander (in der gleichen USBV) sowie überkreuzend 

- 17 - 

SK.2020.56 

(in verschiedenen USBV) zugeordnet werden; in Bezug auf die Flachglasscher-

ben wurde auf diese Untersuchung verzichtet (pag. 11-02-0018). Mehrere Klar- 

glasflaschenscherben weisen an den Bruchkanten eine hohe Übereinstimmung 

mit den bei der Hausdurchsuchung beim Beschuldigten sichergestellten gleich-

artigen Scherben auf (pag. 11-02-0019). Bei zwei Scherben konnte anhand der 

Bruchflächenstrukturen eine Übereinstimmung festgestellt werden, was auf ihre 

ursprüngliche Zusammengehörigkeit (Glasscherbe aus USBV 1 und Glas-

scherbe aus Hausdurchsuchung) schliessen lässt. Das Gleiche kann in Bezug 

auf je eine Glasscherbe aus der USBV 2 und der USBV 3 gesagt werden. Diese 

Vergleiche stellen eine sog. Passspuren-Identifizierung dar (pag. 11-02-0019 f.). 

In Bezug auf das Klebeband konnte ein übereinstimmender Abrissverlauf (Ab-

rissstellen am Klebeband auf der Frischhaltedose und an der bei der Hausdurch-

suchung sichergestellten Klebebandrolle) festgestellt werden, was auf eine ur-

sprüngliche Zusammengehörigkeit schliessen lässt (Passspuren-Identifizierung). 

Zudem zeigten sich weitere übereinstimmende, individuelle „Gemeinsamkeiten" 

(Kratzer und Fertigungsspuren) auf der jeweiligen Oberfläche (pag. 11-02-0020).  

Auf den USBV 1, 2 und 4 konnten sodann mehrere daktyloskopische Spuren 

festgestellt werden, die dem Beschuldigten zuzuordnen sind (pag. 11-02-0021). 

b) Der Gutachter beantwortete die gestellten Fragen zusammenfassend wie folgt: 

Zur Frage nach dem Inhalt der USBV (Frage 1.1): Die Interpretation sämtlicher 

Resultate der Untersuchungen der schwarzen Pulver lässt sich mit einem ener-

getischen Pulvergemisch mit einem wesentlichen Anteil von Kalium, Nitrat, 

Schwefel und Kohlenstoff (z.B. Schwarzpulver) vereinbaren. Energetische Sätze, 

die auf der Basis von Kalium, Nitrat, Schwefel und Kohlenstoff bestehen, werden 

als geeignet erachtet, um eine Explosion herbeizuführen (pag. 11-02-0021 f.). 

Zur Frage, ob es sich bei den in den vier USBV gefundenen Schwarzpulversätzen 

um Schwarzpulver zu Sprengzwecken (Sprengpulver) handle (Frage 1.2): Auf-

grund der fehlenden Markiersubstanz, der nicht vorhandenen Körnung und der 

nachgewiesenen Komponenten Barium und Perchlorat – die nicht in Sprengpul-

ver enthalten sind – handelt es sich nicht um Schwarzpulver zu Sprengzwecken 

(Sprengpulver) (pag. 11-02-0022). 

Zur Frage, ob die in den USBV gefundenen Stoffe, insbesondere die Schwarz-

pulversätze, durch Zündung (oder auf andere Weise) zur Explosion gebracht wer-

den könnten (Frage 1.3): Die Abbrandgeschwindigkeit ist von der Konzentration 

der Schwarzpulverkomponenten und der Verdämmung dieses Pulvers abhängig. 

- 18 - 

SK.2020.56 

Abbrandversuche der Pulvergemische haben gezeigt, dass die Konzentration der 

Schwarzpulverkomponenten hoch genug ist, dass ein glühender Metalldraht das 

Gemisch zu entzünden vermag und der Abbrand sich selbstständig fortsetzt. Mit 

einem solchen Gemisch lässt sich mit entsprechender Verdämmung (Einschluss) 

eine Explosion herbeiführen. Ob es bei der Entzündung von Schwarzpulver zu 

einer Explosion kommt, ist abhängig von der Verdämmung (pag. 11-02-0022 f.). 

Zur Frage, ob explosionsfähige pyrotechnische Gegenstände in den USBV ge-

wesen seien, welche eine mit einem Knall verbundene Druck- oder Stosswelle 

erzeuge (Frage 1.4): In allen vier USBV befanden sich pyrotechnische Gegen-

stände, wobei einzig die Lady Cracker einen Knall erzeugen. Die weiteren pyro-

technischen Gegenstände (Wunderkerzen, Silberwirbel, Feuerwirbel, Effektkör-

per aus Fontänen, Meteorite) erzeugen Leucht-, Sprüh- und/oder Knattereffekte. 

Bei den Lady Crackern handelt es sich um pyrotechnische Gegenstände der Ka-

tegorie F1, welche einen Knall erzeugen (pag. 11-02-0023).  

Zur Frage der Funktionsfähigkeit, d.h., ob die vier USBV durch Zündung oder auf 

andere Weise zur Explosion gebracht werden konnten (Frage 2.1), ob durch eine 

Explosion Druck- oder Stosswellen erzeugt (Frage 2.2) bzw. eine zerstörerische 

Kraft entfaltet würde (Frage 2.3): Bei drei der vier USBV hat je eine Anzündschnur 

(Green Fuse) in die Vorrichtung geführt; auch die Umhüllung mit Papierbögen 

könne entfacht werden. Die Vorrichtungen enthielten als Effektsatz energetische, 

pyrotechnische Sätze. Sobald ein Funke oder eine Flamme den Effektsatz errei-

che oder eine genügend grosse Zündenergie zugeführt werde, werde der Effekt-

satz entzündet. Ob durch die Entzündung des Effektsatzes eine Explosion ent-

stehe, sei abhängig von der Verdämmung des Effektsatzes. Um diese Frage – 

sowie jene zu den Auswirkungen einer Explosion – zu beantworten, müssten auf-

wändige Versuche mit den sichergestellten Effektsätzen und entsprechenden, 

nachgebauten USBV durchgeführt werden (pag. 11-02-0023 f.). Aufgrund der 

Bauweise der USBV (geringe Verdämmung mittels einiger Lagen Papier, teil-

weise mit Klebeband umwickelt, kein hermetisch abgeschlossener Körper) sei 

davon auszugehen, dass bei der Umsetzung der Lady Cracker Explosionen 

wahrnehmbar seien. Falls die USBV an einem Ort deponiert würde, an dem sie 

eine zusätzliche Verdämmung erführe, wäre eine erhöhte Abbrandgeschwindig-

keit und dadurch eine Explosion möglich (pag. 11-02-0024).  

Die in den USBV enthaltenen pyrotechnischen Gegenstände – Feuerwerkskör-

per der Kategorie F1 – seien bei entsprechender Verwendung nicht zum Zerstö-

ren geeignet (Frage 2.5, pag. 11-02-0025). Zur Gesundheitsgefährdung von 

Menschen hielt der Gutachter fest, dass allenfalls weggeschleuderte, bei hoher 

Temperatur abbrennende Effektsätze beim Auftreffen auf die Haut lokal schwere 

- 19 - 

SK.2020.56 

Verbrennungen verursachen können. Eine Gefährdung durch Abbrandgase sei 

abhängig von der Masse des abbrennenden pyrotechnischen Gegenstandes, der 

Konzentration der Gase und der Verweildauer (Frage 2.4, pag. 11-02-0024 f.).  

Zur Frage nach der Verursachung eines Brandes durch Zünden der USBV ver-

wies der Gutachter auf entsprechende, durchzuführende Versuche. Nach seiner 

Beurteilung brenne der Effektsatz im offenen Abbrand oder bei geringer Verdäm-

mung eher langsam ab. Dadurch könnten die weiteren Feuerwerkskörper der Ka-

tegorie F1 entzündet werden. Bei einem langsamen Abbrand eines Satzes dau-

ere die Hitzeeinwirkung auf die Umgebung bedeutend länger als bei einer Explo-

sion des gleichen Satzes. Daher bestehe die Möglichkeit, dass leicht entzündba-

res Material in unmittelbarer Nähe entzündet werde (Frage 2.7, pag. 11-02-0026).  

Der Gutachter führte aus, die Frage nach der Funktion, der Wirkung und der Ge-

fährlichkeit der in den USBV enthaltenen Glasscherben könne nicht abschlies-

send beantwortet werden. Ein Wegschleudern der Glasscherben sei aufgrund 

des Aufbaus der vier USBV eher nicht zu erwarten (Frage 2.8, pag. 11-02-0026). 

Die Fragen zur Konstruktion der vier USBV beantwortete der Gutachter wie folgt:  

Aufgrund des Aufbaus (Konstruktion), insbesondere der geringen Verdämmung, 

seien die vier USBV zur direkten Zerstörung eher ungeeignet (Frage 3.1), ebenso 

wenig seien sie als Brandsatz oder Brandvorrichtung geeignet (Frage 3.2). An-

hand der Konstruktion lasse sich nicht sagen, zu welchem Zweck die USBV an-

gefertigt worden seien; die angebrachte Anzündung lasse vermuten, dass die 

Möglichkeit des Anzündens gewünscht war. Die Verwendung von bis über 300 g 

eines Gemenges aus einem energetischen Gemisch und diversen pyrotechni-

schen Gegenständen lasse vermuten, dass ein effektvoller, kurzer Abbrand ge-

wünscht oder erwartet war. Wie schnell der Abbrand geplant war, lasse sich an-

hand der Konstruktion nicht beantworten. Die gewählte Verdämmung mit einigen 

Lagen Papier und Klebeband eigne sich eher nicht, um das Gemenge zur Explo-

sion zu bringen oder die Vorrichtungen zum Zweck der Zerstörung einzusetzen. 

Aufgrund der kurzen Brenndauer seien die vier Vorrichtungen als Brandsatz oder 

als Brandvorrichtung eher schlecht geeignet (Frage 3.3, pag. 11-02-0027 f.).  

Zur Frage der Identifikation des Herstellers hielt der Gutachter fest, dass die dak-

tyloskopischen Spuren unter den Klebebändern auf den USBV 1, 2 und 4 dem 

Beschuldigten zugeordnet werden konnten (Frage 5.1, pag. 11-02-0030). Er 

machte sodann Feststellungen zu materialtechnischen Zusammenhängen zwi-

schen den Bestandteilen der USBV und den bei der Hausdurchsuchung beim 

Beschuldigten sichergestellten Gegenständen (Frage 5.2, pag. 11-02-0030 ff.). 

- 20 - 

SK.2020.56 

3.4 Zivilrechtliche Entscheide und Verfügungen 

3.4.1 Mit Entscheid vom 30. September 2005 betreffend Eheschutzmassnahmen be-

rechtigte das Kreisgericht See-Gaster/SG E. (damals Ehefrau des Beschuldig-

ten) ab dem 7. August 2005 zum Getrenntleben (Dispositiv Ziff. 1) und wies ihr 

die eheliche Wohnung in Y., Z., zur alleinigen Benützung zu (Ziff. 2). Dem Be-

schuldigten wurde das Betreten der Wohnung sowie deren Umgebung im Um-

kreis von 100 m verboten (Ziff. 3), unter Androhung von Bestrafung mit Haft oder 

Busse gemäss Art. 292 StGB bei Zuwiderhandlung (Ziff. 5). Die gemeinsamen 

Kinder C., geb. [… 2001], und D., geb. [… 2003], wurden in die Obhut der Mutter 

gestellt (Ziff. 6). Es wurde verfügt, dass die Kinder ihren Vater in Begleitung der 

Mutter jeden zweiten Sonntag des Monats besuchen können, sobald sich der 

Vater in einer Klink aufhalte. Andernfalls sei das Recht auf persönlichen Verkehr 

aufgehoben (Ziff. 7; pag. B1-18-02-0006). Das Kantonsgericht St. Gallen wies 

mit Entscheid vom 15. November 2005 einen vom Beschuldigten erhobenen Re-

kurs ab (pag. B1-18-02-0024 ff.). 

Vom Betretungsverbot hatte der Beschuldigte Kenntnis (pag. B1-18-02-0020).  

3.4.2 Mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde […]/SG vom 15. Mai 2007 wurde für 

die Kinder C. und D. eine Beistandschaft zur Überwachung des Besuchsrechts 

des Beschuldigten gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB angeordnet (vgl. pag. B1-

18-07-0019 und B1-18-07-0025). 

3.4.3 Mit Urteil des Zivilgerichts Basel-Stadt vom 13. Oktober 2010 wurde die am 

29. September 2000 in Z. geschlossene Ehe zwischen dem Beschuldigten und 

E. geschieden (Dispositiv Ziff. 1). Die elterliche Sorge über die beiden Töchter C. 

und D. wurde der Mutter zugeteilt. Die bestehende Erziehungsbeistandschaft für 

die beiden Kinder gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB wurde bestätigt. Dem Be-

schuldigten wurde ein Besuchsrecht an zwei Samstagen jeden Monats zuerkannt 

(Ziff. 2) (pag. B1-18-02-0047). 

3.4.4 Mit Verfügung des Zivilgerichts Basel-Stadt vom 13. Oktober 2010 wurde dem 

Beschuldigten, unter Vorbehalt des Besuchsrechts für die Kinder, verboten, die 

Wohnung von E. in Z. zu betreten und sich in einem Umkreis von 100 m aufzu-

halten. Dieses Verbot wurde nicht mit der Androhung der Straffolgen nach Art. 

292 StGB verbunden (vgl. pag. B1-18-02-0049). 

3.4.5 Die Gemeinde Z. zeigte dem Beschuldigten mit Schreiben vom 22. Februar 2013 

gemäss Art. 35bis des kantonalen Einführungsgesetzes zum ZGB ein Hausverbot 

an. Sie hielt darin fest, dass ihm auf Ersuchen der Schulleitung hin das Betreten 

- 21 - 

SK.2020.56 

der G. Schule in Z. amtlich verboten sei. Eine Widerhandlung könne eine Straf-

anzeige wegen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB zur Folge haben 

(pag. B1-18-02-0179). Der Beschuldigte bestätigte, dieses Verbot erhalten zu ha-

ben (pag. B1-18-02-0055). 

3.4.6 Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde […]/SG (nachfolgend: KESB) re-

gelte am 20. März 2014 – in Abänderung des Scheidungsurteils vom 13. Oktober 

2010 – das Besuchsrecht des Beschuldigten zu seinen Kindern vorerst für eine 

Dauer von sechs Monaten neu. Dem Beschuldigten wurde ein monatliches, be-

gleitetes Besuchsrecht von zwei, später drei bzw. vier Stunden eingeräumt (sog. 

begleitete Besuchstage). Gleichzeitig ernannte die KESB für die Kinder eine 

neue Beiständin, unter Entlassung des bisherigen Beistandes, und beauftragte 

diese mit der Organisation der Besuchstage. Auf die Anordnung eines allgemei-

nen Kontaktverbots verzichtete sie unter Hinweis auf das durch die Gemeinde Z. 

angeordnete Hausverbot (pag. B1-18-07-0002 ff., B1-18-07-0010 ff.). 

Im Rechenschaftsbericht über C. und D. für die Zeit vom 17. September 2014 bis 

30. September 2016 hielt die Beiständin fest, dass am 19. September 2014 letzt-

mals ein begleiteter Besuchskontakt stattgefunden habe. Dieser Kontakt sei sehr 

schwierig verlaufen. Der Kindsvater sei unterschwellig „recht“ aggressiv gewe-

sen; er habe diverse Vorwürfe bezüglich des Y. [N. Gemeinde in Z.] und gegen-

über der Kindsmutter gemacht. Von Mitte November 2014 bis Mitte März 2015 

sei der Kindsvater in Haft gewesen. Die Kinder hätten ihn dort nicht besuchen 

wollen. Anfang April 2015 sei der Kindsvater in einem äusserst aggressiven Zu-

stand im Regionalen Beratungszentrum […]/SG erschienen. Unter solchen Um-

ständen sei auch ein begleitetes Besuchsrecht für die Mädchen nicht zumutbar. 

Anlässlich eines gemeinsamen Gesprächs mit den Kindern vom 24. April 2015 

hätten diese der Beiständin mitgeteilt, dass sie ihren Vater derzeit nicht mehr 

sehen möchten. Sie habe in der Folge bei der KESB Antrag auf Sistierung des 

Besuchsrechts für sechs Monate eingereicht. Danach seien die Kinder zu Skype-

Gesprächen mit dem Vater bereit gewesen. Nach einem ersten Skype-Gespräch 

der Kinder mit ihrem Vater von Ende Oktober 2015 hätten die Kinder keine sol-

chen Gespräche mehr gewünscht. Der Kindsvater habe dies nicht verstanden 

und in der Folge mehrere Male den Y. [N. Gemeinde in Z.] aufgesucht, wobei es 

zu polizeilichen Interventionen gekommen sei (pag. B1-18-07-0031 f.).  

Mit separaten Beschlüssen der KESB vom 24. Januar 2017 wurde die Beistand-

schaft über die Kinder C. und D. gemäss Art. 308 Abs. 1 ZGB (Erziehungsbei-

standschaft: Beratung) aufgehoben. Die Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 

ZGB (Beistandschaft mit besonderen Befugnissen: persönlicher Verkehr) wurde 

– solange als nötig, längstens bis zur Volljährigkeit der Kinder – in dem Sinne 

- 22 - 

SK.2020.56 

beibehalten, dass die Beiständin dem Beschuldigten auf Begehren Auskunft über 

Kinderbelange zu erteilen und seine Anliegen oder Briefe den Kindern zur Kennt-

nis zu bringen hatte (pag. B1-18-07-0018 ff., B1-18-07-0024 ff.). Aus der Begrün-

dung geht hervor, dass die Kinder zusammen mit ihrer Mutter bis dato in einer 

freikirchlichen Gemeinschaft auf Y. [N. Gemeinde in Z.] lebten. Diese Gemein-

schaft führe eine interne Privatschule [G. Schule], in welcher die Kinder die obli-

gatorische Schulzeit absolvieren würden. Der Vater habe sich als ehemaliger Be-

wohner von dieser Gemeinschaft abgewendet. Er sorge sich um das Wohl der 

Kinder aufgrund der rigiden Erziehungsmethoden; aufgrund seiner Erfahrung sei 

er sicher, dass die Kinder in der Schule geschlagen würden. Das Besuchsrecht 

sei in den vergangenen Jahren unregelmässig ausgeübt worden und für die Kin-

der wie für den Vater je länger desto unbefriedigender verlaufen. Mehrmals habe 

die Polizei intervenieren müssen, weil der Vater unbefugt auf dem Gelände des 

Y. [N. Gemeinde in Z.] erschienen sei. Die langjährig geführte Beistandschaft 

habe weder zu einer Beruhigung auf der Elternebene noch zu regelmässigen 

Kontakten der Kinder zum Vater geführt; sie habe nicht zu einer nachhaltigen 

Lösung des Konflikts geführt, weshalb sie aufzuheben und an ihrer Stelle andere 

Massnahmen zu prüfen seien (pag. B1-18-07-0019 f., B1-18-07-0025 f.). Die 

KESB hebt dabei hervor, dass der Vater die von der Mutter gewählte Lebensform 

in der religiösen Gemeinschaft nicht akzeptieren könne und er dagegen in ob-

sessiver Art und Weise interveniere. Beide Kinder würden mittlerweile jeglichen 

Kontakt zum Vater ablehnen. Eine Weiterführung der Beistandschaft sei nicht 

geeignet, den Besuchsrechtskonflikt zu beheben. Die Beistandschaft sei lediglich 

als Auskunftsstelle für den Vater in Bezug auf Kinderbelange – aufgrund des 

Rechts auf Information – fortzuführen. Die Gemeinschaft auf Y. [N. Gemeinde in 

Z.] sei ein geschlossenes System, zu welchem der Vater keinen Zugang mehr 

habe; er könne sich weder an die Mutter noch an die Schule wenden (pag. B1-

18-07-0020 f., B1-18-07-0026 f.). 

Im Rechenschaftsbericht über C. und D. für die Zeit vom 1. Oktober 2016 bis 30. 

September 2018 hielt die Beiständin fest, sie habe dem Kindsvater jeweils über 

die Lebenssituation seiner Töchter und deren Anliegen, dass sie derzeit keinerlei 

persönlichen Kontakt wünschten, berichtet. Dies sei für ihn nur sehr schwierig 

nachvollziehbar gewesen. Der Kindsvater habe sich des Öfteren bei ihr gemeldet 

und jeweils sein Unverständnis ausgedrückt, dass seine Töchter gegen ihren Wil-

len immer noch auf Y. [N. Gemeinde in Z.] leben müssten. Er habe Gefährdungs-

meldungen bei verschiedenen Stellen gemacht (pag. B1-18-07-0036).  

Die Beiständin erstattete am 15. August 2019 ihren Schlussbericht zur Beistand-

schaft über C. für die Zeit vom 1. Oktober 2018 bis 15. August 2019. Sie hielt 

- 23 - 

SK.2020.56 

fest, C. und D. hätten ihr je in einem Brief mitgeteilt, dass es ihnen auf Y. [N. Ge-

meinde in Z.] gefalle und dass dieser kein „geschlossenes System“ darstelle; sie 

würden sich dort wohlfühlen und hätten vor, dort wohnen zu bleiben. Die Beistän-

din bemerkte, vom Kindsvater seien keine konkreten Anfragen betreffend C. ein-

gegangen. Aufgrund der Volljährigkeit sei die Beistandschaft über C. aufzuheben 

(pag. B1-18-07-0043 ff.).  

Im Schlussbericht vom 30. September 2020 zur Beistandschaft über D. für die 

Zeit vom 1. Oktober 2018 bis 30. September 2020 hielt die Beiständin fest, sie 

habe am 27. April 2019 D. und C. auf Y. [N. Gemeinde in Z.] besucht und mit 

ihnen ihre aktuelle Lebenssituation besprochen. Im Anschluss habe sie dem 

Kindsvater entsprechend Bericht erstattet. Beide Kinder hätten ihr gegenüber klar 

zum Ausdruck gebracht, dass sie keinerlei Kontakt zum Kindsvater wünschten. 

Beide Kinder hätten Kenntnis davon, dass sie jederzeit auf Wunsch in Kontakt zu 

ihrem Vater treten dürfen. Der Kindsvater habe sporadisch die Beiständin brief-

lich und telefonisch kontaktiert. Dabei sei es ihm nicht um Nachfragen zum Be-

finden von D. gegangen, sondern um Ereignisse, die sich auf Y. [N. Gemeinde in 

Z.] in der Vergangenheit zugetragen hätten; ausserdem habe er bedauert, dass 

er keinen Kontakt zu seinen Töchtern pflegen könne. Die Beiständin beantragte 

der KESB die Aufhebung der Beistandschaft (pag. 10-02-0223 ff.). 

3.4.7 Mit Entscheid vom 13. Juli 2018 betreffend vorsorgliche Massnahmen gemäss 

Art. 28b ZGB auferlegte der Einzelrichter des Kreisgerichts See-Gaster/SG dem 

Beschuldigten ein Annäherungs- und Kontaktverbot gegenüber E. und den Kin-

dern C. und D. (Ziff. 1). Für den Fall der Widerhandlung wurde Bestrafung mit 

Busse gemäss Art. 292 StGB angedroht (Ziff. 2). Den Gesuchstellerinnen (E., C. 

und D.) wurde Frist bis 30. September 2018 angesetzt, um den Prozess in der 

Hauptsache anhängig zu machen (pag. B1-18-08-0004). Dieser Entscheid wurde 

dem Beschuldigten am 25. Juli 2018 eigenhändig zugestellt (TPF pag. 

6.262.1.3). 

Mit Entscheid vom 8. März 2019 betreffend Personenrecht gemäss Art. 28b ZGB 

verbot der Einzelrichter des Kreisgerichts See-Gaster/SG dem Beschuldigten, 

sich E. und den Kindern C. und D. auf Sichtweite im Umkreis von 200 m zu nä-

hern sowie die Wohnung in Y., Z., zu betreten oder sich im Umkreis von 200 m 

um diese Liegenschaft aufzuhalten; C. und D. während ihres Schulbesuchs (ak-

tuell: G. Schule, Y., Z.) aufzusuchen oder sich ihnen auf dem Schulweg oder in 

der Schule zu nähern; mit E. und den Kindern C. und D. auf telefonischem, schrift-

lichem oder elektronischem Weg (Briefe, Skype, E-Mails, etc.) oder über Drittper-

sonen Kontakt aufzunehmen oder sie in anderer Weise zu belästigen (Ziff. 1). 

- 24 - 

SK.2020.56 

Für den Fall der Nichtbeachtung dieser Anordnung wurde der unmittelbare Voll-

zug angeordnet und die Polizei angewiesen, den Beschuldigten wegzuweisen. 

Zudem wurde angedroht, dass eine Widerhandlung nach Art. 292 StGB mit 

Busse bestraft werde (Ziff. 2). Der Entscheid wurde dem Beschuldigten einge-

schrieben per Adresse c/o Haus R. in U. zugestellt und dort am 14. März 2019 

von H. entgegengenommen (TPF pag. 6.262.1.3). Der Entscheid ist laut Rechts-

kraftbescheinigung vom 27. März 2020 rechtskräftig (pag. B1-18-08-0008). 

3.5 Strafrechtliche und polizeiliche Vorakten; Polizeiberichte 

Auf die strafrechtlichen Vorakten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Straf-

zumessung näher eingegangen. An dieser Stelle ist Folgendes festzuhalten:  

3.5.1 Das Polizeikommando des Kantons St. Gallen verbot dem Beschuldigten mit Ver-

fügung vom 7. März 2006 unter Androhung der Straffolgen gemäss Art. 292 

StGB, Waffen zu erwerben oder zu besitzen (Dispositiv Ziff. 3). Es beschlag-

nahmte aus dessen Besitz eine Selbstladepistole Glock, 2 Magazine zur Glock-

pistole, 65 Patronen und drei Klappmesser (Ziff. 1). Aus der Begründung ergibt 

sich, dass der Beschuldigte die Voraussetzungen für einen Waffenerwerbsschein 

gemäss Art. 8 Abs. 2 lit. c WG nicht (mehr) erfülle (pag. B1-18-05-0235 ff.). 

3.5.2 Mit Bussenverfügungen des Untersuchungsamts Uznach, Zweigstelle Flums, 

vom 4. Juli 2006, 11. Oktober 2006 und 9. November 2010 wurde der Beschul-

digte zufolge Widerhandlung gegen das Betretungsverbot gemäss Entscheid des 

Kreisgerichts See-Gaster vom 30. September 2005 (vorne E. 3.4.1) wegen Un-

gehorsams gegen amtliche Verfügungen gemäss Art. 292 StGB mit Busse be-

straft (pag. B1-18-02-0003 f., -0007 f., 0030 f.). Wie sich aus den Akten ergibt, 

wollte der Beschuldigte jeweils seine Kinder sehen. Er gab an, dass er sie einfach 

habe sehen wollen bzw. Angst hatte, ob es ihnen gut gehe (pag. B1-18-02-0037).  

3.5.3 Gemäss Strafbefehl des Untersuchungsamts Uznach, Zweigstelle Flums, vom 

22. Dezember 2015 missachtete der Beschuldigte am 28. November 2015 und 

am 9./10. Dezember 2015 das Betretungsverbot (pag. B1-18-02-0098 ff.). Ge-

mäss Bericht der Kantonspolizei St. Gallen vom 16. Dezember 2015 gab der Be-

schuldigte zum Vorfall vom 28. November 2015 an, er vermute, dass seine bei-

den Töchter auf Y. [N. Gemeinde] in Z. geschlagen würden. Er habe sie seit rund 

zehn Monaten nicht mehr sehen bzw. treffen können. Die geplanten begleiteten 

Besuche würden von der Mutter immer wieder hinausgezögert oder nicht einge-

halten. Die Mutter lasse auch keinen telefonischen und brieflichen Kontakt zu 

seinen Kindern zu. Er möchte die Kinder sehen und sich vergewissern, dass es 

ihnen gut gehe. Die Polizei ermöglichte im Anschluss an die Befragung auf dem 

Polizeiposten, dass der Beschuldigte mit seinen Töchtern auf Y. [N. Gemeinde] 

- 25 - 

SK.2020.56 

kurz sprechen und sich davon überzeugen konnte, dass es ihnen gut gehe. Laut 

Bericht zeigte sich der Beschuldigte danach erleichtert (pag. B1-18-06-0015). 

3.5.4 Gemäss Journal der Kantonspolizei Glarus hielt sich der Beschuldigte am 26. De-

zember 2017 auf dem Gelände der Y. [N. Gemeinde in Z.] auf, obwohl er dort 

unerwünscht sei; eine Patrouille sei aufgeboten worden. Der Beschuldigte sei 

des Geländes verwiesen worden. Am 5. Januar 2018 erstattete der Beschuldigte 

Meldung, seine 16-jährige Tochter habe ihn angerufen und ihm gesagt, sie sei 

von einer Person auf Y. [N. Gemeinde in Z.] niedergeschlagen und vergewaltigt 

worden. Er befinde sich jetzt am Bahnhof W. und sei auf dem Weg nach V. Er 

möchte, dass die Polizei einschreite. Der ausgerückten Polizei erklärte der Be-

schuldigte, dass er mit seiner Tochter das letzte Mal im Oktober 2014 Kontakt 

gehabt habe. Es konnte erhoben werden, dass es gar nie zu einem Telefonat mit 

seiner Tochter gekommen war (pag. B1-18-05-0002 f.). 

3.5.5 Mit (rechtskräftigem) Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 

22. Juni 2018 wurde der Beschuldigte wegen einer Vielzahl von Delikten, darun-

ter mehrfacher Hausfriedensbruch, verurteilt, weil er u.a. am 24./25. April 2016 

gegen das Betretungsverbot gemäss Verfügung des Zivilgerichts Basel-Stadt 

vom 13. Oktober 2010 sowie das Hausverbot gemäss Schreiben der Gemeinde 

Z. vom 22. Februar 2013 verstossen hatte (pag. B1-18-03-0002 ff.).  

Im Strafverfahren vor dem Strafgericht Basel-Landschaft (zufolge Einsprache ge-

gen den vorgenannten Strafbefehl) gab der Beschuldigte am 27. Mai 2019 zu 

Protokoll, dass es ihm derzeit nicht so gut gehe, weil er seine Kinder schon lange 

nicht mehr gesehen habe. Alle Delikte seien aus Angst um seine Kinder gesche-

hen, weil sie „dort“ geschlagen würden. Er habe schon dreimal Anzeige wegen 

Misshandlung gemacht. Die Kinder würden immer noch geschlagen. Das sei der 

Grund, weshalb er „dorthin“ gegangen sei. Die Schule sei auch einmal geschlos-

sen gewesen. Dass Kinder geschlagen würden, belaste ihn schon seit langem. 

Er habe mit Alkohol, Medikamenten und Drogen ein gesundheitliches Problem; 

dies, weil er seine Kinder nicht sehen könne (pag. B1-18-03-0065). Zum Hinweis 

auf das lange Strafregister „mit zig Einträgen“ erklärte der Beschuldigte: „Wenn 

ich meine Kinder sehen könnte, wenn ich wüsste, dass es ihnen gut [geht], sie 

nicht geschlagen werden.“ Auf die Frage, wenn dies nicht gehe, erklärte der Be-

schuldigte, es sei sehr schwierig für ihn; er möchte schon wegkommen „von 

dem“. Bevor er hinausgeworfen worden sei, habe er gehört, wie seine Kinder 

geschlagen worden seien; das sei so schlimm für ihn. Er habe seine Kinder nie 

geschlagen oder an den Haaren gezogen oder sonst angefasst. Jetzt wisse er, 

dass sie an einem Ort seien, wo sie Körperstrafen erfahren würden. Das einzige, 

was dort interessiere, sei, dass ihre Persönlichkeit gebrochen werde; das habe 

- 26 - 

SK.2020.56 

er vom Hörensagen erfahren. Auf die Frage nach seiner Zukunft erklärte der Be-

schuldigte, nur wenn er Angst um seine Kinder habe, werde es schwierig (pag. 

B1-18-03-0066). Die Einsprache gegen den Strafbefehl wurde zurückgezogen. 

3.5.6 Aus diversen Nichtanhandnahmeverfügungen des Untersuchungsamts Uznach 

betreffend Strafanzeigen gegen den Beschuldigten wegen Drohung gemäss 

Art. 180 StGB, Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB bzw. Ungehorsams 

gegen amtliche Verfügungen gemäss 292 StGB geht hervor, dass sich der Be-

schuldigte wiederholt im Bereich der Liegenschaft Y. – dem Wohnort seiner Kin-

der und ehemaligen Ehefrau – und der Privatschule G., Y., in Z. aufgehalten hat. 

Dabei hat er kundgetan, seine Kinder sehen zu wollen. Ein strafrechtlich relevan-

tes Verhalten wurde jeweils verneint, unter anderem, weil das Betretungsverbot 

gemäss Verfügung des Zivilgerichts Basel-Stadt vom 13. Oktober 2010 (E. 3.4.4 

vorstehend) nicht strafbewehrt ist (Nichtanhandnahmeverfügungen vom 1. März 

2011, 28. Februar 2013, 4. Juni 2014, 15. Januar 2018; pag. B1-18-02-0039 ff., 

-0050 ff., -0063 ff., -0225 ff.).  

Gemäss Angabe im Polizeirapport vom 14. März 2014 hatte sich die Polizei in Z. 

seit Jahren immer wieder wegen ähnlichen Vorfällen (Missachtung des Betre-

tungsverbots) mit dem Beschuldigten zu befassen (pag. B1-18-02-0055). 

3.5.7 Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt vom 8. Juni 2011 wurde der 

Beschuldigte wegen Vergehen gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG) 

bestraft, weil er unberechtigterweise eine Waffe – Wurfmesser mit symmetrischer 

Klinge von 11 cm – in seinem Rucksack mit sich führte (pag. B1-18-04-0002 f.). 

3.5.8 Mit Strafbefehl des Untersuchungsamts Uznach vom 15. Januar 2018 wurde der 

Beschuldigte wegen Übertretung des Waffengesetzes (Art. 33 Abs. 2 i.V.m. 

Art. 33 Abs. 1 lit. a WG) mit Fr. 300.-- Busse bestraft, weil er fahrlässig ohne 

Berechtigung eine Waffe – einen Schlagring – trug (pag. B1-18-02-0223 f.). 

3.5.9 Die Strafkammer liess durch die Kantonspolizei Basel-Stadt die Öffnungszeiten 

der Waffengeschäfte in Basel für die Zeit vom 1. Januar 2020 bis 29. Februar 

2020 abklären. Sie wies darauf hin, dass der Beschuldigte angegeben habe, dass 

er am 11. Februar 2020 in einem Waffengeschäft in Basel zwei Dolche habe ver-

kaufen wollen, das Geschäft aber geschlossen gewesen sei (TPF pag. 6.262.2.1, 

6.262.2.3). Im Leumundsbericht vom 23. Januar 2021 hielt die Kantonspolizei 

Basel-Stadt unter Bemerkungen fest: Waffengeschäft Basel-Stadt: I. Waffen, […] 

Basel; Tel.: 061 […]; Öffnungszeiten: Montag geschlossen, Dienstag-Freitag 

1000-1830 Uhr, Samstag 1000-1600 Uhr, Sonntag geschlossen (TPF pag. 

6.231.5.3). Im Nachtrag zum Leumundsbericht vom 17. Februar 2021 hielt die 

- 27 - 

SK.2020.56 

Kantonspolizei Basel-Stadt ergänzend fest, dass noch ein weiteres, seit Ende 

2019 dauerhaft geschlossenes Waffengeschäft existiert habe, das Waffenge-

schäft/Büchsenmacherei J., […] Basel. Die Öffnungszeiten seien gewesen: Mon-

tag geschlossen, Dienstag-Freitag 0800-1200 / 1330-1830 Uhr, Samstag 0900-

1600 Uhr, Sonntag geschlossen. Das Geschäft sei während des angefragten 

Zeitraums vom 1. Januar 2020 bis 29. Februar 2020 nicht mehr in Betrieb gewe-

sen. Es sei immer noch mit „Waffengeschäft/Büchsenmacherei“ beschriftet und 

für die Öffentlichkeit visuell als solches wahrnehmbar. Die Tramlinien 6, 16 (Bas-

ler Verkehrsbetriebe) und 10, 17 (Baselland Transport) würden daran vorbeifüh-

ren (TPF pag. 6.262.2.5 f.). 

3.6 Persönliche Effekten des Beschuldigten vom 11. Februar 2020 (vgl. E. 3.1.2) 

3.6.1 In einem Notizbuch (Umschlag mit Tigermuster) steht handschriftlich: „Wir schrei-

ben das Jahr 2020 und der 11.2. Ich hoffe, dass es alles gut geht und ich E. 

helfen kann, dass sie frei ist! Dabei ist mir sehr wichtig, dass“ (pag. 08-01-0016). 

3.6.2 In einem handschriftlichen, undatierten Schreiben steht („/“ = neue Zeile/Absatz): 

„A. geb. […] / Vater von C. + D./ An die Gemeinde / Y. / Z. / Hiermit bitte ich, 

meine Verfehlungen zu vergeben! / Das ist mein Testament und mögen meine 

Töchter, und alle Kinder dieser Gemeinde weder geschlagen noch sonst irgend-

welchen Schaden erleiden oder erlitten haben! / Ansonsten wie ich heute über 

das Internet erfahre, ist aber dass leider nicht so! / Sollten meine Kinder nicht auf 

dem […Y.] sein, oder nicht zu erreichen werde ich dies ALLEN schreiben + er-

zählen und“ (pag. 08-01-0010). 

3.6.3 Ein mehrere Seiten umfassendes handschriftliches Schreiben mit der Überschrift 

bzw. ersten Zeile „A. 11.02.2020“ enthält Hinweise zu den Kindern C. und D. 

sowie zur ehemaligen Ehefrau sowie offensichtliche Bezüge zur Schule bzw. zur 

Gemeinschaft auf Y. [N. Gemeinde in Z.]. Insbesondere wird darin auf Misshand-

lungen gegenüber den Kindern und die diesbezüglichen Anzeigen des Verfas-

sers an diverse Behörden hingewiesen, wobei „nichts“ gegen diese Misshand-

lungen unternommen worden sei (pag. 08-01-0002 bis -0009). 

3.6.4 Auf einem Notizzettel mit handschriftlich notierten Telefonnummern findet sich 

unter anderem folgende Adresse: Kinderbüro Basel, Auf der Lyss 20, 4051 Basel, 

mit Angabe der Telefonnummer und der E-Mail-Adresse dieser Institution (pag. 

08-01-0013). Auf der Webseite https://bildungslandschaften-basel.ch (letztmals 

besucht am 22. März 2021) findet sich folgende Angabe: „Das Kinderbüro Basel 

ist seit 15 Jahren die Anlaufstelle für Kinderanliegen und Kinderrechte in Basel. 

Es setzt sich für die wirkungsvolle und nachhaltige Umsetzung der Beteiligungs-

rechte in allen Lebensbereichen von Kindern ein“. Als Kontaktdaten sind jene 

- 28 - 

SK.2020.56 

aufgeführt, welche sich auf dem Notizzettel des Beschuldigten finden. Weitere 

Informationen zum Kinderbüro Basel finden sich auch auf der Webseite 

https://www.kinderbuero-basel.ch (letztmals besucht am 22. März 2021). 

3.6.5 Die Belege der SBB AG betreffend „Reise ohne gültigen Fahrausweis“ wurden 

auf A., […] U., ausgestellt, am 4. Februar 2020, 13:33 Uhr, für die Strecke Basel 

SBB-Z. und am 11. Februar 2020, 15:38 Uhr, für die Strecke Basel SBB-Zürich 

HB (pag. 08-01-0017). 

3.7 Auswertung des Mobiltelefons des Beschuldigten 

3.7.1 Der Beschuldigte schrieb in einer SMS an K. – seinen damaligen Arbeitgeber – 

vom 6. Dezember 2019, 16:28 Uhr, er könne heute nicht kommen, es sei ein sehr 

schlimmes Ereignis mit den Kindern passiert und er werde nächste Woche am 

Dienstag und Donnerstag am Morgen nacharbeiten. Er müsse „zu ihnen gehen 

und dann noch zu einem Anwalt um dort Hilfe und sie wieder sehen zu können!!! 

Erst dann kann ich wieder leben!!!“ (pag. 10-02-0090 Nr. 284).  

In einer SMS an K. vom 4. Februar 2020, 13:42 Uhr, schrieb der Beschuldigte: 

„Hole ab morgen wieder die Zeit die ich nicht kommen kann ein. Versuche mit 

dem Weg zu meinen Lieben zurück in mein Leben zu können. Tut mir leid aber 

ich muss mich jetzt nach sehen wie es ihnen geht! LG A.“ (pag. 10-02-0092 Nr. 

776).  

In einer SMS an K. vom 10. Februar 2020, 13:02 Uhr, schrieb der Beschuldigte: 

„Komme heute aber bin leider 10 min. zu spät. geht mir nicht gut und hoffe dass 

ich es schaffe. Tut mir leid aber ich habe wirklich keine Absicht, es ist nicht gut 

und geht mir nicht gut. LG A.“ (pag. 10-02-0092 Nr. 846).  

3.7.2 Der Beschuldigte teilte in einer SMS an L. vom 10. Februar 2020, 18:10 Uhr, mit: 

„Ist das so okay dann bis nachher. Ich muss dann aber nachher, gleich zu meinen 

Kindern gehen und wissen wie es ihnen geht. Ich habe niemanden, der mir hilft, 

um zu wissen dass es ihnen gut geht!!! Ich habe sie nun schon seit über 5 Jahren 

nicht mehr gesehen! Ich vermisse sie und es zerreisst mir jeden Tag mein Herz. 

Das mir meine Familie nicht hilft, ist das Schlimmste. Also bis gleich LG A.“ (pag. 

10-02-0092 Nr. 858).  

3.8 Briefsendung des Beschuldigten an seine Kinder bzw. seine ehemalige Ehefrau 

Mit Schreiben vom 9. November 2020 übermittelte E. der Bundesanwaltschaft 

mehrere Briefe, die sie vom Beschuldigten erhalten hatte. Daraus geht hervor, 

dass der Beschuldigte mit Postaufgabe 5. Oktober 2020 in einem „An C. + D.“, 

- 29 - 

SK.2020.56 

Y., Z., adressierten Briefumschlag zwei jeweils eine A4-Seite umfassende hand-

schriftliche Briefe sandte, wovon einer undatiert an „E.“ gerichtet und einer auf 

den 2. Oktober 2020 datiert an C. und D. gerichtet ist; zudem befand sich darin 

eine handschriftlich beschriebene Karte mit der Anschrift „An meine liebsten C. + 

D.“. Im Brief an „E.“ bittet der Beschuldigte darum, seinen Töchtern „den Brief 

und die Karte zu geben“. Auf der Rückseite des Briefumschlags steht: „Ein Brief 

für E. andere für C. + D.“; darunter befindet sich die Absenderadresse des Be-

schuldigten (pag. 10-02-0241 [Schreiben von E., mit zwei Briefen, einer Karte 

und Briefumschlag im Original, unpaginiert]). 

B)  Personalbeweise 

3.9 Aussagen des Beschuldigten 

3.9.1 Der Beschuldigte bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Anklage. Er 

räumt grundsätzlich ein, dass er am 11. Februar 2020 mit dem Zug von Basel 

nach Zürich reiste und in seinem Rucksack insbesondere zwei Dolche und vier 

von ihm konstruierte Vorrichtungen, welche unter anderem aus pyrotechnischen 

Gegenständen und Bestandteilen von solchen sowie aus Glasscherben bestan-

den hätten, mit sich führte. Er macht indessen geltend, dass er auf dem Weg zur 

Arbeit gewesen sei, wobei er die beiden Dolche in einem Waffengeschäft in Basel 

habe verkaufen wollen. Weil dieses Geschäft geschlossen gewesen sei, sei er 

spontan nach Zürich gefahren, um die Dolche dort in einem Waffengeschäft zu 

verkaufen. Die vier Vorrichtungen habe er an seinem Arbeitsplatz in einem Con-

tainer zur Zündung bringen und dabei das Ganze filmen wollen. Der Beschuldigte 

bestreitet, dass er auf dem Weg nach Z. gewesen sei. Er habe weder seinen 

Kindern noch seiner ehemaligen Ehefrau noch anderen Personen Schaden zu-

fügen bzw. eine der in der Anklage geschilderten Taten ausführen wollen. 

3.9.2 In der Einvernahme durch die Kantonspolizei Zürich vom 11. Februar 2020 gab 

der Beschuldigte zu Protokoll, er sei mit dem Zug von Basel nach Zürich gefahren 

und um ca. 15:58 Uhr in Zürich angekommen. Zum Grund der Reise gab er an, 

dass er eigentlich in Basel auf dem Weg zur Arbeit gewesen sei. Auf dem Ar-

beitsweg habe es früher einen Waffenhändler gegeben, welchem er die Dolche 

habe verkaufen wollen. Da es diesen nicht mehr gegeben habe, sei er nach Zü-

rich gefahren, da es hier sicherlich möglich wäre, die Gegenstände zu verkaufen. 

Den ersten Dolch habe er vor zwei bis drei Wochen und den zweiten Dolch eine 

Woche später von einem Kollegen gekauft, welcher ebenfalls im Haus R. in U. 

wohne. Er habe für beide Dolche Fr. 30.-- bis Fr. 40.-- bezahlt und habe sie mit 

Gewinnabsicht verkaufen wollen, da er gedacht habe, dass sie wertvoll seien. Er 

habe den Zustand der Dolche nicht verändert, aber versucht, sie zu polieren. Auf 

Nachfrage gab der Beschuldigte an, er habe sie auf einer Schleifmaschine, die 

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SK.2020.56 

er von seinem Vater geerbt habe, geschliffen (pag. 13-01-0002 ff.). Auf Hinweis, 

dass Dolche mit einer symmetrischen, geschliffenen Klinge gemäss Waffenge-

setz verboten seien, erklärte der Beschuldigte, das habe er nicht gewusst. Er 

habe sich auch nicht vor dem Kauf darüber informiert. Er habe gedacht, dass es 

sich um einen legalen, antiken Gegenstand handle (pag. 13-01-0004).  

Auf die Frage, welche weiteren Gegenstände er mit sich geführt habe, erklärte 

der Beschuldigte, er habe selbst gebastelte Knallkörper bei sich gehabt; er habe 

diese selber angefertigt. Er habe Schwarzpulver aus einem Vulkan genommen 

und mit pyrotechnischen Gegenständen angereichert. Des Weiteren habe er 

Glasscherben hinzugefügt; es sei möglich, dass er Nägel, Schrauben oder an-

dere Gegenstände hinzugefügt habe. Zum Grund der Anfertigung der Knallkörper 

gab der Beschuldigte an, er habe verstehen wollen, was „daraus“ passiere. Es 

gäbe viele Länder, in welchen Personen selbstgebastelte Bomben herstellten. Er 

habe selber probieren wollen, ob dies mit Schwarzpulver aus einem Vulkan mög-

lich sei. Die Knallkörper habe er bei der Arbeit in einem grossen Container „aus-

probieren“ wollen. Zum Zündmechanismus befragt erklärte der Beschuldigte, bei 

einem der Knallkörper rage eine Zündschnur von ca. 1 cm hervor. Er hätte eine 

Zündschnur kaufen müssen oder mit Petrol eine Zündquelle herstellen müssen. 

Aufgrund der kurzen Zündschnüre bestehe die Gefahr, dass man sich beim Zün-

den verletze. Auf die Frage, was passiere, wenn man einen solchen Gegenstand 

in einer Menschenmenge umsetze, erklärte der Beschuldigte, es könnten Men-

schen verletzt werden; ob es Tote geben könnte, wisse er nicht. Deshalb habe 

er die Knallkörper in einer sicheren Umgebung „ausprobieren“ wollen. Er habe 

sich damit das Wissen aneignen wollen, was passiere, wenn jemand einen An-

schlag begehe. Er habe die Knallkörper mehrfach sicher verpackt, sodass sie 

sicher nicht zündbar seien. Er habe sie sicher transportiert; das Schwarzpulver 

hätte sich nicht unabsichtlich umsetzen können. Es sei ihm bewusst, dass man 

mit diesen Gegenständen Menschen hätte verletzen können. Er wisse nicht mehr 

genau, wann er die Knallkörper hergestellt habe; es sei mehr als ein Jahr her. Er 

habe die Materialien auf der Strasse gefunden. Die Knallkörper habe er in seinem 

Kleiderschrank versteckt gelagert. Er habe sie nach Zürich mitgenommen, weil 

er die Dolche in Basel nicht habe verkaufen können. Die Knallkörper seien in 

einem Papier eingepackt und in einem Plastiksack gewesen. Er habe sie noch in 

ein Tupperware gepackt und in seinem Rucksack, den er mit Textilien ausgeklei-

det habe, transportiert (pag. 13-01-0005 bis -0007). Zum Glasbrecher erklärte er, 

diesen habe er einmal gefunden. Er wisse, dass solche Glasbrecher üblicher-

weise in Trams oder Bussen seien, wo sie fest montiert seien (pag. 13-01-0006). 

3.9.3 In der Einvernahme durch die Kantonspolizei Zürich vom 25. Februar 2020 be-

stätigte der Beschuldigte im Wesentlichen seine Aussagen (pag. 13-01-0009 ff.).  

- 31 - 

SK.2020.56 

Zu den Bestandteilen der USBV erklärte er, er habe vier Stück hergestellt und 

dazu das Schwarzpulvergemisch von einem grossen, intakten Vulkan verwendet, 

ein bisschen Scherben, nicht allzu grosse Schrauben, Frauenfürze, kleine Bo-

denknaller und Wunderkerzen hineingetan. Die Bodenknaller seien nicht solche, 

die in die Luft gehen und einen riesigen Knall verursachen würden. Er habe das 

Ganze mit Papier gut verklebt, nur nicht in der Mitte, damit es zur Seite hin „aus-

blasen“ würde. In der Mitte habe er nur zwei oder drei Blätter verwendet; dort sei 

die dünnste Schicht, mit wenig Klebeband. Auf der Seite habe es nur Klebeband 

gehabt, damit das Ganze seitwärts „ausblase“. Die Enden habe er mit Klebeband 

zugeklebt. Er habe keine Anleitung zur Herstellung der USBV gehabt, sondern 

dies „von sich aus“ gemacht. Er habe gewusst, dass sie nicht explosiv seien. 

Wenn ein Vulkan explodieren würde, könnte man ihn ja nicht abbrennen. Diese 

spritzten nach oben, es gäbe ein Farbenspektakel. Die Glasscherben habe er 

hineingetan, damit es mehr funkle (pag. 13-01-0010 ff.). Am 11. Februar 2020 

habe er auf dem Weg zur Arbeit die Dolche in Basel verkaufen wollen. Der Laden 

sei noch angeschrieben, weshalb er davon ausgegangen sei, dass er noch exis-

tiere. Der Laden existiere aber nicht mehr. Er habe zuerst zur Arbeit gehen und 

die USBV dort in einem etwa 9 m langen und 4 m hohen Container „ausprobieren“ 

wollen. Er arbeite bei M. in X.; dort habe es hohe Container (pag. 13-01-0009 f.). 

Er habe die USBV auf gar keinen Fall gegen Menschen, Tiere oder Sachen oder 

in deren Nähe einsetzen wollen. Er habe ja die Kamera dabeigehabt und hätte 

das gefilmt und dann auf Facebook getan (pag. 13-01-0012). 

Der Beschuldigte bestätigte sodann, dass er einen Nothammer und ein Rüstmes-

ser bei sich gehabt habe. Den Nothammer habe er einmal gefunden; man könnte 

diesen ja einmal brauchen. Er hätte dann noch unter Umständen das Klebeband 

aufgeschnitten und weggenommen. Durch das Papier hätte kein Druck aufge-

baut werden können. Zu den weiteren Gegenständen in seinen Effekten erklärte 

er, mit dem Kabelbinder habe er die Kamera in der Höhe montieren und dann 

den Effekt im Container filmen wollen. Wozu er das Seil bei sich gehabt habe, 

wisse er nicht mehr. Die Stirnlampe habe er oft dabei. Oft sei er mit den Inline-

Skates unterwegs; dieses Mal habe er das Trotti dabeigehabt (pag. 13-01-0014).  

Auf die Frage, weshalb er ein undatiertes Testament in seinen Effekten gehabt 

habe, erklärte der Beschuldigte, das Schreiben sei von etwa Sommer 2019. Er 

habe noch weitere Schreiben dabeigehabt. Er habe einfach das Schreibpapier 

zusammengepackt und sei gegangen. Er schreibe oft solche Sachen für sich auf. 

Er habe viele Situationen, in welchen er Angst habe; er könne nicht mit Angst 

umgehen. Es sei ihm einfach wichtig, dass es den Kindern gut gehe. Er habe seit 

fünf Jahren keinen Besuch mehr bei seinen Kindern gehabt. Er denke, das 

Hauptziel der Schule in Z. sei, die Kinder zu brechen (pag. 13-1-0015).  

- 32 - 

SK.2020.56 

Der Beschuldigte erklärte auf Vorhalt einer Quittung der SBB AG vom 4. Februar 

2020 betreffend Reisen ohne gültigen Fahrausweis, dass er am 4. Februar 2020 

seine Kinder habe sehen wollen. In Zürich sei er dann umgekehrt (pag. 13-01-

0014). Er erklärte weiter, dass er wisse, dass er in Z. einen Mindestabstand von 

200 m einhalten müsse. Seine Ex-Frau habe schon mehrere Anzeigen gegen ihn 

gemacht; er habe ca. sieben Strafbefehle erhalten (pag. 13-01-0015). 

3.9.4 Der Beschuldigte bestätigte in den delegierten Einvernahmen durch die Bundes-

kriminalpolizei vom 7. April und 8. April 2020 (pag. 13-01-0033 ff., -0045 ff.) im 

Wesentlichen seine früher gemachten Aussagen und ergänzte seine Aussagen.  

In Bezug auf den Zeitpunkt der Herstellung der vier USBV erklärte er, er habe 

alle am Abend vor der Reise von Basel nach Zürich, mutmasslich am 9. oder 

10. Februar 2020, in seinem Zimmer im Haus R. hergestellt (13-01-0036). Auf 

die Frage, wie er diese USBV hergestellt habe, beschrieb er detailliert, wie er 

vorgegangen war und was für Material er dazu verwendet hatte. Er habe zuerst 

den Papierboden gefertigt. Dazu habe er eine Cognacflasche genommen, Papier 

darum herumgewickelt und mit Klebeband festgeklebt. Den Mittelteil habe er aus 

Papier gefertigt; dieses habe er zusammengerollt und in den Papierboden ge-

stellt. Dann habe er erneut die Cognacflasche gebraucht, damit diese das Papier 

ausfülle und er die Papierrolle mit dem Boden verkleben könne. Für den Inhalt 

habe er einen Vulkan aufgeschnitten und dessen Inhalt verwendet. Er habe noch 

eineinhalb Stangen Frauenfürze, ca. 10 Stück „Chlöpfer“, Glitzerstengel, welche 

man oben anzünden könne, Glasscherben einer Cognacflasche sowie Schrau-

ben verwendet. Dieses Material habe er in Papier eingewickelt, wobei die Zünd-

schnüre der „Chlöpfer“ herausgeschaut hätten. Mit Papier habe er den Abschluss 

oben gemacht; dazu habe er Papier herumgewickelt und verklebt. Es handle sich 

bei dieser Art Konstruktion um die Anzündvorrichtung. Von unten nach oben habe 

er die Papierkörper mit Klebebändern versehen. Der Durchmesser der USBV sei 

ca. 5-6 cm und die Länge ca. 20 cm gewesen. Auf Vorhalt, dass bei der USBV 1 

noch eine halbe Weinbrandflasche gefunden worden sei, erklärte der Beschul-

digte, das überrasche ihn, da er doch alle gleich gefertigt habe (pag. 13-01-0037). 

Der Beschuldigte erklärte weiter, man brauche nicht viel Kenntnis zur Herstellung 

der USBV. Man schaue darauf, wo die Wirkung erzeugt werden solle, dort mache 

man es schwächer. Ihm sei wichtig, dass die USBV oben und unten stabil seien. 

Zur Seite habe er es schwächer gebaut, da seine Absicht gewesen sei, dass es 

aus der Mitte den Sprinkler geben solle. Anhand einer in der Einvernahme ange-

fertigten Skizze (pag. 13-01-0042 bis -0044) erläuterte der Beschuldigte die Kon-

struktions- und Funktionsweise der USBV näher, listete die verwendeten Materi-

alien auf und zeichnete einen Plan des von ihm angegebenen Verwendungsorts, 

den Containerbereich bei der Firma M. in X. (pag. 13-01-0038). Auf die Frage 

- 33 - 

SK.2020.56 

nach der von ihm erwarteten Wirkung erklärte der Beschuldigte, es hätte ein Rie-

senfarbenspektakel geben sollen, ein schönes Bild; akustisch hätte es beim An-

zünden eventuell einen kleinen Knall gegeben. Die USBV seien in diesem Zu-

stand jedoch noch nicht zündfertig gewesen. Die Anzündstellen seien zu kurz 

gewesen, um sie im grossen Container zu zünden. Es hätte eine längere Zünd-

schnur gebraucht, sonst wäre es zu gefährlich gewesen; man hätte sich nicht 

zeitgerecht aus dem Container entfernen können (pag. 13-01-0039).  

Auf Vorhalt der Fotodokumentation der Kantonspolizei Zürich (pag. 10-01-0022 

ff.) erklärte der Beschuldigte, das seien nicht seine USBV, er habe das ganz an-

ders gebaut. Sie (seine USBV) seien alle gleich gross und gleich gebaut gewe-

sen. Auf den Fotos sehe man die Einzelheiten und die Bauweise nicht (pag. 13-

01-0040). Auch auf Vorhalt des Berichts des FOR vom 17. Februar 2020 (pag. 

10-01-0028 bis 10-01-0039) erklärte der Beschuldigte, dass – und weshalb – es 

sich nicht um die von ihm hergestellten USBV handle (pag. 13-01-0054). Zu den 

Fotos der Dolche und des Messers (pag. 10-01-0022 ff.) erklärte er, es seien 

wahrscheinlich seine Sachen. Der Notfallhammer sei nicht seiner; er sehe neu 

aus, während seiner ein alter mit abgebrochener Stelle sei (pag. 13-01-0040). 

Der Beschuldigte erklärte, auf dem Weg zur Arbeit in X. habe er die Dolche in 

einem Waffengeschäft, bei einer der Umsteigestationen in Basel, verkaufen wol-

len. Er habe gesehen, dass der Rollladen wieder oben sei und gedacht, das Ge-

schäft sei wieder offen; es sei aber noch geschlossen gewesen. Deshalb sei er 

nach Zürich gefahren, um die Messer dort anzubieten (pag. 13-01-0036, -0047).  

Der Beschuldigte erklärte zu den in seinen Effekten vorgefundenen Notizen, er 

schreibe immer wieder solche Sachen. In der Verzweiflung, wenn man seine Kin-

der fünf bis sechs Jahre nicht gesehen habe, schreibe man solche Sachen (pag. 

13-01-0048). Auf Vorhalt, dass eines der Papiere mit „Testament“ bezeichnet sei, 

erklärte er, das sei kein Testament; er habe mit Testament eine Zusammenfas-

sung von Ereignissen gemeint, ein Zeugnis „halt“, damit es festgehalten sei. Er 

habe geschrieben, dass Kinder immer noch geschlagen würden. Er habe in dem 

Schreiben, das an die Gemeinde Y. [N. Gemeinde in Z.] adressiert sei „meine 

Verfehlungen zu vergeben“ geschrieben, weil er schon oft versucht habe, Frieden 

mit dem Leiter zu schliessen; es sei ein Friedensversuch gewesen. Im Internet 

habe er auf einer Webseite Berichte von Ehemaligen gesehen; diese würden von 

ihren Erfahrungen berichten, dass man die Leute brechen wolle (pag. 13-01-0049 

f.).  

Der Beschuldigte erklärte auf Vorhalt einer SMS-Nachricht an K. – seinen dama-

ligen Arbeitgeber in X. – vom 6. Dezember 2019 (pag. 10-02-0090 Nr. 284), seit-

dem seine Ex-Frau ihm die Kinder weggenommen habe, sei alles drunter und 

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SK.2020.56 

drüber gegangen. Er wolle Kontakt zu seinen Kindern haben. Es sei schlimm, 

dass er sie nicht mehr sehen könne, wirklich schlimm. Er wisse deshalb nie, ob 

es seinen Kindern wirklich gut gehe. Er sei schon seit langem verzweifelt. Er 

wisse, dass in der Gemeinde eine starke Hierarchie herrsche und gelebt werde 

und dass der Wille der Kinder gebrochen werden solle (pag. 13-01-0051 f.).  

Auf Vorhalt, er habe mit einer SMS-Nachricht vom 10. Februar 2020 L. mitgeteilt, 

dass er gleich zu seinen Kindern gehen müsse, da er wissen müsse, wie es ihnen 

gehe (pag. 10-02-0092 Nr. 858 f.), erklärte der Beschuldigte, dass sie (L.) wisse, 

dass er die Kinder schon “so lange“ nicht mehr gesehen habe. Sie habe ihm auch 

schon Hilfe angeboten (pag. 13-01-0048).  

3.9.5 Der Beschuldigte berief sich in der delegierten Einvernahme durch die Bundes-

kriminalpolizei vom 6. Mai 2020 (pag. 13-01-0057 ff.) in weiten Teilen auf sein 

Aussageverweigerungsrecht. Im Übrigen verwies er auf die früheren Aussagen.  

3.9.6 In der Schlusseinvermahme durch die Bundesanwaltschaft vom 13. November 

2020 (pag. 13-01-0073 ff.) bestritt der Beschuldigte den Vorwurf des versuchten 

Herstellens von Sprengstoffen. Er bestritt namentlich, die am 11. Februar 2020 

aus seinem Rucksack sichergestellten USBV zu verbrecherischem Gebrauch 

hergestellt zu haben. Er habe am 11. Februar 2020 auch nicht die Absicht gehabt, 

nach Z. zu fahren. Er habe lediglich in Basel, wo er normalerweise umgestiegen 

sei, ins Waffengeschäft gehen wollen (pag. 13-01-0074). Er habe die USBV her-

gestellt, um damit Aufnahmen zu machen. Falls das Waffengeschäft offen gehabt 

hätte, wäre er nachher zur Arbeit gegangen und hätte dort in einem riesigen Con-

tainer Aufnahmen gemacht. Auch die Dochte seien viel zu kurz und nicht fertig 

gewesen. Er habe die Kabelbinder mitgenommen, um die Kamera oberhalb des 

Containers an den Bäumen zu befestigen. Er hätte aber zuerst seinen Chef ge-

fragt, ob er dies machen dürfe (pag. 13-01-0075). Auf Vorhalt der Zusammenset-

zung und der Konstruktionsweise jeder einzelnen der vier USBV erklärte der Be-

schuldigte, dass dies nicht seine vier USBV seien; eine sei etwas kleiner und 

sonst seien alle gleich gewesen. Pro USBV habe er drei bis vier Blatt 80g-Ko-

pierpapier verwendet, mit einem separaten „Bödeli“, alles aus Papier, nichts Gla-

siges. Er habe alle vier USBV aus Papier gemacht, keine mit einer Flasche. Er 

habe insgesamt nicht einmal eine ganze Stange Lady Cracker gehabt; das seien 

eineinhalb Reihen, sicher nicht mehr, und sicher nicht mehr als 10 g. Alle vier 

USBV habe er mit einem einzigen Vulkan hergestellt. Der Vulkan habe vielleicht 

400 g gewogen; er wisse nicht, wie viel Schwarzpulver drin gewesen sei. Es seien 

höchstens 15 g Scherben pro USBV gewesen (pag. 13-01-0075 f.). Auf Vorhalt 

der Fotos der USBV (pag. 10-01-0032) bestritt der Beschuldigte, dass das seine 

USBV seien; sie seien niemals so gross gewesen; alle hätten praktisch identisch 

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SK.2020.56 

ausgesehen und seien niemals so verklebt gewesen. Er sei nicht so ein Pfuscher, 

er sei exakt und handwerklich „geschickt“ (pag. 13-01-0076 f.). Er habe sieben 

Funkelstäbchen auf vier USBV aufgeteilt und oben elf Männerfürze integriert; 

diese seien um einen Viertel grösser als Frauenfürze (pag. 13-01-0077).  

Der Beschuldigte bestritt den Vorwurf, dass er die vier USBV durch Zündung 

habe zur Explosion bringen und gefährliche zerstörerische Kräfte entfalten wol-

len. Er erklärte, ein Vulkan spritze, er explodiere nicht; man müsse 15 m Abstand 

halten wegen der glühenden „Sternli“, die oben herauskämen (pag. 13-01-0077). 

Bei der Zündung hätten die USBV zerstörerische Kräfte vom Feuer, das sie ent-

fachen könnten, aber nicht von der Explosivität. Weil er sie im Container seitlich 

aufgeschnitten hätte, wäre das „Flashfeuer“ seitwärts herausgekommen; hätte er 

sie nicht seitlich durchgeschnitten, dann wäre es für die Bäume ringsum gefähr-

lich geworden. Er habe bestimmt niemanden verletzen wollen (pag. 13-01-0078). 

Im Übrigen bestritt der Beschuldigte verschiedene Aussagen in den polizeilichen 

Einvernahmeprotokollen und machte geltend, dass die diversen handschriftli-

chen Korrekturen nicht von ihm seien. Insbesondere bestritt er die (gedruckten) 

Aussagen, dass er habe probieren wollen, ob man mit Schwarzpulver aus einem 

Vulkan eine Bombe herstellen könne, dass es beim Zünden der USBV in einer 

Menschenmenge Verletzte geben könnte, weshalb er die USBV in einer sicheren 

Umgebung habe ausprobieren wollen, dass er von „Knallkörpern“ gesprochen 

habe, und dass er habe ausprobieren wolle, was „passiere“ (pag. 13-01-0078 ff.).  

Der Beschuldigte bestritt den Vorwurf der Widerhandlungen gegen das Waffen-

gesetz (pag. 13-01-0080 ff.). Zum Vorwurf, er habe zwei Dolche mit symmetri-

scher Klinge ohne Berechtigung erworben und getragen sowie auf seiner Schleif-

maschine geschärft, erklärte er, man dürfe diese Dolche zum Verkaufen mitneh-

men. Er habe sie nicht geschärft, sondern lediglich poliert oder versucht zu po-

lieren. Der Beschuldigte anerkannte, dass er die Dolche zum angegebenen Zeit-

punkt – d.h. zwischen ca. Mitte Dezember 2019 und 11. Februar 2020 – von F. 

gekauft und in seinem Zimmer im Haus R. aufbewahrt hat. Er wisse nicht mehr, 

wann es genau gewesen sei, er denke eher im Januar 2020 (pag. 13-01-0080 f.). 

Er denke, die Dolche seien etwa 120 Jahre alt, so um die 100 Jahre herum. Er 

sei sich nicht ganz sicher (pag. 13-01-0082). Der Beschuldigte bestätigte, dass 

er die Dolche am 11. Februar 2020 im Zug von Basel nach Zürich mitgenommen 

hat; er habe sie in Zürich in einem Laden verkaufen wollen. Er sei zum Waffen-

händler unterwegs gewesen, das sei legal (pag. 13-01-0082).  

Der Beschuldigte bestritt den Vorwurf der strafbaren Vorbereitungshandlungen 

(pag. 13-01-0083 ff.). Er erklärte zu den einzelnen Vorhalten, er habe die vier 

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SK.2020.56 

USBV einen Tag vor dem 11. Februar 2020 hergestellt; alle hätten gleich ausge-

sehen. Die beiden Dolche habe er nicht geschärft, sondern nur geputzt. Die auf-

geführten Gegenstände (1 Glasbrecher [Nothammer], 7 Kunststoffkabelbinder, 

1 Feldstecher, 1 Stirnlampe, 1 Küchenmesser) habe er bereitgestellt, um Film-

aufnahmen zu machen. Das handschriftliche „Testament“ sei kein Testament, 

sondern wie ein „Testimony“; das habe er schon öfters gemacht. Er habe alle 

aufgeführten Gegenstände am 11. Februar 2020 ca. um 13 Uhr in den Rucksack 

gepackt. Das ganze Material habe er auf keinen Fall schon am 4. Februar 2020 

dabeigehabt, allenfalls die Kamera und den Feldstecher (pag. 13-01-0083 f.). Der 

Beschuldigte bestritt, dass er am 11. Februar 2020 nach Z. habe reisen wollen. 

Er habe nur nach Zürich fahren wollen, um die Dolche zu verkaufen, was auch 

legal sei. Hätte er nach Z. fahren wollen, dann hätte er ein Billett nach Z. gelöst 

und nicht nur eines bis nach Zürich (pag. 13-01-0084 f.).  

In Bezug auf den Vorwurf des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen aner-

kannte der Beschuldigte auf Vorhalt der Briefkopien hin, die fraglichen Briefe, 

datiert 2. Oktober 2020 (Postaufgabe: 5. Oktober 2020), geschrieben zu haben, 

und zwar einen Brief und eine Karte an seine beiden Kinder und einen Brief an 

E. (pag. 13-01-0089). Er erklärte, den Entscheid des Kreisgerichts See-Gaster 

vom 8. März 2019 noch nie gesehen zu haben (pag. 13-01-0090).  

3.9.7 Aussagen in der Hauptverhandlung 

Der Beschuldigte bestritt in der Hauptverhandlung vom 4. März 2021 sämtliche 

Anklagevorwürfe. Er verwies grundsätzlich auf seine Aussagen im Vorverfahren 

und machte zu den einzelnen Anklagevorwürfen im Wesentlichen gleichlautende 

Angaben wie im Vorverfahren (TPF pag. 6.731.1 ff.). Soweit erforderlich, wird 

darauf bei den einzelnen Anklagepunkten Bezug genommen. 

3.10 Zeugen und Auskunftspersonen 

3.10.1 E., ehemalige Ehefrau des Beschuldigten, erklärte in der Einvernahme vom 19. 

März 2020 als Zeugin (pag. 12-03-0003 ff.) auf die Frage, ob der Beschuldigte 

ihr gegenüber jemals Rachegefühle ausgedrückt habe, dass sie in diesen 15 

Jahren nur das gehört habe, Bedrohung und Schimpfwörter. Am Anfang habe er 

ihr gegenüber per Telefon verbal Gewalt ausgedrückt, und dann mehr durch die 

Besuche mit den Kindern gegen sie geredet und sie aufgewühlt. Die Kinder 

hätten ihr gesagt, wenn sie dabeigewesen wäre, dann hätte er sie gepackt, 

erwürgt oder getötet. Dadurch hätten die Kinder sehr Angst um sie gehabt. Sie 

selber habe eigentlich eine ständige Angst gehabt (pag. 12-03-0006). Die Zeugin 

verneinte, vom Beschuldigten konkret bedroht oder geschlagen worden zu sein, 

oder dass er ihr gegenüber Gewalt angewendet habe; sie sei vorher „geflohen“. 

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Sie habe festgestellt, dass er Alkohol und Drogen konsumiere. Sie habe versucht 

ihm zu helfen, aber sie habe gemerkt, dass sie wegmüsse. Im August 2005 sei 

sie vor ihm „geflohen“ (pag. 12-03-0007). Sie wisse nicht, ob der Beschuldigte 

den Kindern gedroht, ihnen gegenüber Gewalt angewendet oder sie geschlagen 

habe (pag. 12-03-0007). Bei der Ausübung des Besuchsrechts habe es keine 

Regelmässigkeit gegeben; manchmal sei der Beschuldigte nicht gekommen. Sie 

hätten jahrelang vieles versucht. Die Sozialpädagogin habe vieles organisiert und 

versprochen, wenn es nicht gut sei für die Kinder, würden die Besuche 

abgebrochen. Es habe Situationen gegeben, in denen der Vater aufgewühlt 

geschrien habe. Die Kinder hätten dann Angst gehabt, sie hätten aber die 

Besuche trotzdem weiterhin machen müssen. Als eine der Töchter 14 oder 15 

Jahre alt gewesen sei, seien sie gefragt worden, ob sie die Besuche weiterführen 

wollten. Beide Kinder hätten geäussert, dass sie keinen Besuch mehr wollten 

(pag. 12-02-0007 f.). Der letzte Besuch habe vor zwei oder drei Jahren 

stattgefunden; es sei im Zusammenhang mit der Befragung der Kinder durch die 

Behörde gewesen (pag. 12-03-0009). Die Zeugin erklärte, dass es zu Verstössen 

gegen das Hausverbot gemäss der Eheschutzmassnahme von 2005 gekommen 

sei; einmal, vor 10 oder 14 Jahren, habe der Beschuldigte die Haustüre mit 

Gewalt aufgebrochen. Dann sei er immer wieder gekommen, in den Gang oder 

ins Treppenhaus oder in den verbotenen Umkreis von 100 m, später von 200 m. 

Bei jedem Verstoss habe sie die Polizei gerufen (pag. 12-03-0008). Die Zeugin 

erklärte, sie wohne seit der Heirat auf dem Areal der N. Kirche auf Y. Der 

Beschuldigte habe schon dort gewohnt, bevor sie geheiratet hätten. Es gäbe 

keine Mitgliedschaft in der Kirche; es werde nichts protokolliert. Jeder sei frei, 

reinzukommen oder zu gehen (pag. 12-03-0009). 

3.10.2 O., Präsident der Schule G. (heute: P. Schule), erklärte in der Einvernahme vom 

22. April 2020 als Zeuge (pag. 12-06-0005 ff.), er kenne den Beschuldigten seit 

Ende der 1990er Jahre; sie seien Nachbarn gewesen und hätten im gleichen 

Haus gewohnt (pag. 12-06-0006). Der Zeuge bestätigte, dass ihm die Misshand-

lungsvorwürfe des Beschuldigten gegenüber der Schule G. bekannt seien; er 

habe mit dem Beschuldigten verschiedentlich darüber Gespräche geführt, zum 

Teil direkt, zum Teil am Telefon, zum Teil seien diese Vorwürfe auch schriftlich 

eingetroffen. Der Beschuldigte habe vorgeworfen, dass seine Töchter geschla-

gen würden oder dass er (der Zeuge) seine Töchter geschlagen habe. Er habe 

dem Beschuldigten versichert, dass so etwas nie geschehen sei oder passiere. 

Konkrete Beweise für seine Vorwürfe habe der Beschuldigte nie vorgelegt (pag. 

12-06-0007). Auf Vorhalt, dass gemäss Aussage des Beschuldigten Misshand-

lungsvorwürfe gegenüber der Schule bestünden, bestätigte der Zeuge, dass es 

circa 1999 einen konkreten Fall gegeben habe; der damalige Präsident der Trä-

gerschaft habe einem Knaben eine Ohrfeige gegeben. Dieser Vorfall sei in der 

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Presse wiederholt zur Sprache gebracht worden. Der Präsident habe diesen Fall 

im Rahmen einer Aussprache dem Amt für Volksschule mitgeteilt. Die Behörde 

habe daraufhin im Rahmen der Neuorganisation der Aufsicht über Privatschulen 

und Internate eine Beurteilung vorgenommen; die Aufsicht sei dabei professio-

nalisiert worden. Zu