# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2be8ecb7-791c-596a-bc3f-b0aefc8dc72a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 30.09.2021 ZK2 2019 71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2019-71_2021-09-30.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 30. September 2021

(Mit Urteil 4A_581/2021 vom 03. Mai 2022 hat das Bundesgericht die gegen die-
ses Urteil erhobene Beschwerde gutgeheissen und das Urteil des Kantonsgerichts 
von Graubünden aufgehoben. Die Sache wurde zur Neuregelung der Kosten- und 
Entschädigungsfolgen des kantonalen Verfahrens an das Kantonsgericht von 
Graubünden zurückgewiesen.)

Referenz ZK2 19 71

Instanz II. Zivilkammer 

Besetzung Hubert, Vorsitzender
Nydegger und Bergamin
Richter, Aktuarin

Parteien A._____ AG
Berufungsklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. David Horàk
Feldeggstrasse 12, Postfach, 8008 Zürich 

gegen

B._____
Berufungsbeklagte
vertreten durch Betreibungs- und Konkursamt der Region Plessur
Grabenstrasse 15, Postfach 55, 7001 Chur
wiederum vertreten durch Rechtsanwalt Dominik Gasser
Länggassstrasse 7, Postfach 7161, 3001 Bern 

Gegenstand gesellschaftsrechtliche Verantwortlichkeit

Anfechtungsobj. Entscheid des Regionalgerichts Plessur vom 21. Mai 2019, mitge-
teilt am 22. Juli 2019 (Proz. Nr. 115-2018-80)

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Mitteilung 11. Oktober 2021

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Sachverhalt

A. Die B._____ war ein im Jahre _____ gegründetes, überregional bekanntes 
Treuhand-, Revisions- und Beratungsunternehmen mit Sitz in C._____. Die 
A._____ AG amtete vom 8. Dezember 2009 bis zum 8. Januar 2015 als Revisi-
onsstelle der B._____. Am _____ 2015 wurde über Letztere Konkurs eröffnet.

B. Am 16. Mai 2017 leitete die Konkursmasse der B._____ in Liquidation beim 
Vermittleramt Plessur ein Schlichtungsverfahren gegen die A._____ AG ein. Sie 
beantragte, die Revisionsstelle sei zu verpflichten, ihr CHF 10'000'000.00 nebst 
Zins zu 5 % seit dem 30. Januar 2015 zu bezahlen, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen. Die Schlichtungsverhandlung blieb erfolglos. Am 31. August 2017 
stellte der Vermittler die Klagebewilligung aus. Infolge Vergleichsverhandlungen 
liess die Konkursmasse der B._____ in Liquidation die Klagefrist unbenutzt ver-
streichen. Die Parteien vereinbarten, auf ein neuerliches Schlichtungsverfahren zu 
verzichten.

C. Am 12. Dezember 2018 reichte die Konkursmasse der B._____ in Liquida-
tion beim Regionalgericht Plessur eine Klage mit folgendem Rechtsbegehren ein:

Die Beklagte sei zu verurteilen, der Klägerin einen CHF 100'000.00 über-
steigenden Betrag zu bezahlen, nebst Zins zu 5 % seit dem 30. Januar 
2015.

Verfahrensantrag: Vor Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels sei eine 
Instruktionsverhandlung durchzuführen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

D. Mit Eingabe vom 22. Januar 2019 stellte die A._____ AG den Antrag, auf 
die Klage sei nicht einzutreten, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die Frist 
zur Erstattung der Klageantwort sei ihr bis zum rechtskräftigen Entscheid über den 
Antrag auf Nichteintreten abzunehmen.

E. Mit prozessleitender Verfügung vom 25. Januar 2019 wurde der Konkurs-
masse der B._____ in Liquidation Frist zur Einreichung einer Stellungnahme zum 
Antrag auf Nichteintreten angesetzt. Die Frist zur Klageantwort wurde der A._____ 
AG einstweilen abgenommen. 

F. Die Konkursmasse der B._____ in Liquidation nahm hierzu am 12. März 
2019 Stellung und schloss auf kosten- und entschädigungsfällige Abweisung des 
Antrags auf Nichteintreten.

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G. Nach Durchführung der auf die Eintretensfrage beschränkten Hauptver-
handlung am 21. Mai 2019 erkannte das Regionalgericht Plessur mit Entscheid 
vom gleichen Tag, den Parteien mitgeteilt am 22. Juli 2019, wie folgt:

1. Der Antrag der A._____ AG auf Nichteintreten wird abgewiesen.

2. Der A._____ AG wird nach Eintritt der Vollstreckbarkeit des vorliegen-
den Zwischenentscheids mit separater Verfügung Frist zur Einreichung 
einer Klageantwort angesetzt.

3.a) Die Gerichtskosten von CHF 4'000.00 gehen zu Lasten der A._____ 
AG und sind dem Kanton Graubünden zu bezahlen.

  b) Die A._____ AG hat der Konkursmasse der B._____ in Liquidation ei-
ne Parteientschädigung von CHF 10'782.50 (inkl. Barauslagen und 
MwSt.) zu bezahlen.

4. (Rechtsmittelbelehrungen Hauptentscheid und Kostenentscheid)

5. (Mitteilung)

H. Gegen diesen Entscheid erhob die A._____ AG (fortan: Berufungsklägerin) 
mit Eingabe vom 5. September 2019 beim Kantonsgericht von Graubünden Beru-
fung. Sie stellte folgende Anträge:

Es sei der Entscheid des Regionalgerichts Plessur vom 21. Mai 2019 
(Proz. Nr. 115-2018-80) aufzuheben und es sei auf die Klage nicht einzu-
treten;

Eventualiter sei unter Eintreten auf die Klage der vorläufige Mindestwert 
der Klage auf CHF 5'000'000.-- festzusetzen;

jeweils unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (letztere zuzüglich Mehr-
wertsteuer) zu Lasten der Klägerin.

I. Am 7. Oktober 2019 erstattete die B._____ (fortan: Berufungsbeklagte) ihre 
Berufungsantwort. Sie ersuchte um kosten- und entschädigungsfällige Abweisung 
der Berufung, soweit darauf einzutreten sei. Das Doppel der Berufungsantwort 
samt Honorarnote wurde der Berufungsklägerin zur Kenntnisnahme zugestellt. 
Das Verfahren ist spruchreif.

Erwägungen

1. Prozessuales

1.1. Die Berufung richtet sich gegen einen erstinstanzlichen Zwischenentscheid 
(Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Sie wurde form- und fristgerecht erhoben (Art. 311 
i.V.m. Art. 145 Abs. 1 lit. b ZPO; Art. 7 Abs. 1 EGzZPO [BR 320.100]; act. A.1; 
act. B.1). Der einverlangte Kostenvorschuss wurde rechtzeitig geleistet (act. D.1). 
Zwischenentscheide weisen keinen eigenen Streitwert auf, sondern folgen diesbe-
züglich der Hauptsache. Der für die Berufung vorausgesetzte Streitwert ist daher 

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ohne Weiteres erreicht (Art. 308 Abs. 2 ZPO; RG act. I.1). Die übrigen Eintretens-
voraussetzungen geben zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass. Unter dem 
Vorbehalt rechtsgenügender Begründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist auf die Beru-
fung einzutreten. Deren Beurteilung fällt in die Zuständigkeit der erkennenden 
Kammer (Art. 7 Abs. 1 lit. a KGV [BR 173.100]).

1.2. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichti-
ge Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Das 
Verfahren untersteht vorliegend der Partei- und Dispositionsmaxime. Die Berufung 
stellt daher keine Fortsetzung des erstinstanzlichen Verfahrens dar. Sie dient 
vielmehr der Überprüfung des angefochtenen Entscheides und des Verfahrens der 
ersten Instanz. Dabei obliegt es den Parteien, hinreichend genau aufzuzeigen, 
inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehler-
haft zu betrachten ist (BGE 144 III 394 E. 4.1.4; 142 III 413 E. 2.2.4; je m.w.H.).

1.3. Neue Tatsachen und Beweismittel (Noven) können im Berufungsverfahren 
nur unter den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO und längstens bis zum 
Beginn der Phase der Urteilsberatung berücksichtigt werden.

2. Überblick

Das vorliegende Berufungsverfahren ist auf die Eintretensfrage beschränkt. Die 
Berufungsklägerin vertritt den Standpunkt, die Vorinstanz habe die Voraussetzun-
gen einer unbezifferten Forderungsklage im engeren Sinne (fortan i.e.S.) zu Un-
recht bejaht. Auf die Klage hätte nicht eingetreten werden dürfen (nachstehend 
E. 3 f.).

3. Zeitpunkt der Darlegung der Voraussetzungen von Art. 85 Abs. 1 ZPO

3.1. Die Berufungsklägerin wirft der Vorinstanz zunächst vor, auf die Klage ein-
getreten zu sein, obwohl Begründung und Nachweis der Zulässigkeit der unbezif-
ferten Forderungsklage in der Klageschrift vom 12. Dezember 2018 gefehlt hätten 
(act. A.1, Rz. 17 ff., 46 ff., 52 ff., ferner 139 ff.). Dabei geht die Berufungsklägerin 
von der These aus, die Berufungsbeklagte hätte bereits in ihrer Klageschrift im 
Detail behaupten, substantiieren und beweisen müssen, dass die Voraussetzun-
gen einer unbezifferten Forderungsklage i.e.S. (Unmöglichkeit oder Unzumutbar-
keit der Bezifferung) erfüllt seien. Später gebe es hierzu keine Möglichkeit mehr. 
Die Berufungsklägerin leitet dies insbesondere aus dem Gesetzeswortlaut von 
Art. 85 ZPO ab ("zu Beginn des Prozesses"; act. A.1, Rz. 23 ff., 59 ff., ferner 
139 ff.).

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3.2. Die richtige, gehörige Klageeinleitung gilt als Prozessvoraussetzung. Hierzu 
gehört das Stellen eines zulässigen Rechtsbegehrens. Inhaltlich muss ein Rechts-
begehren genügend bestimmt sein. Leistungsklagen auf Geld sind zudem in der 
Regel zu beziffern (Art. 84 Abs. 2 ZPO). Für eine richtige Klageeinleitung bei einer 
auf Geld gerichteten Leistungsklage liegt somit grundsätzlich ein zulässiges 
Rechtsbegehren vor, wenn dieses beziffert ist. Die Anforderung der Bezifferung 
gilt allerdings nicht absolut, sondern hat in Form der unbezifferten Forderungskla-
ge eine Ausnahme erfahren. Nach Art. 85 Abs. 1 ZPO kann die klagende Partei 
eine unbezifferte Forderungsklage erheben, wenn es ihr unmöglich oder unzumut-
bar ist, ihre Forderung bereits zu Beginn des Prozesses zu beziffern. Sie muss 
dabei einen Mindeststreitwert angeben, der als vorläufiger Streitwert gilt. Damit 
wird ein temporärer Bezifferungsaufschub zugelassen. Die Prüfung der Bestimmt-
heit bzw. der Bezifferung wird zeitlich nach hinten verschoben. Mit anderen Wor-
ten definiert Art. 85 Abs. 1 ZPO, unter welchen Bedingungen auch ein unbeziffer-
ter Antrag ein zulässiges Rechtsbegehren darstellt (BGE 140 III 409 E. 4.3 f.; fer-
ner BGer 4A_375/2015 v. 26.01.2016 E. 3, 5.3.1; vgl. Sabine Baumann Wey, Die 
unbezifferte Forderungsklage nach Art. 85 ZPO, Rz. 541 ff.; je m.w.H.).

Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, prüft das Gericht von Amtes wegen 
(Art. 60 ZPO). Für deren Prüfung ist es aber in der Praxis teilweise auf entspre-
chende Vorbringen der Parteien angewiesen. Nicht geregelt wird in Art. 60 ZPO, 
wie die Prüfung der Prozessvoraussetzungen zeitlich ablaufen soll. Grundsätzlich 
müssen die Prozessvoraussetzungen erst im Zeitpunkt der Fällung des Sachur-
teils vorliegen (vgl. indes Art. 101 Abs. 3 ZPO [Vorschuss und Sicherheit]). Aus 
Gründen der Prozessökonomie hat das Gericht deren Prüfung aber möglichst 
frühzeitig vorzunehmen und das Verfahren allenfalls vorerst auf entsprechende 
Fragen zu beschränken. Hervorzuheben ist alsdann, dass ein Nichteintretentsent-
scheid erst ergehen darf, wenn definitiv feststeht, dass eine Prozessvorausset-
zung fehlt (BGer 4A_229/2017 v. 07.12.2017 E. 3.2 [endgültiges Feststehen] 
m.w.H.; Simon Zingg, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zur Schwei-
zerischen Zivilprozessordnung, Bd. I, Art. 1–149 ZPO, Bern 2012, N 33 zu Art. 60 
ZPO; Baumann Wey, a.a.O., Rz. 557).

3.3. Die These der Berufungsklägerin, wonach bereits in der Klageschrift als 
erste Rechtsschrift erschöpfend und exklusiv dargetan werden müsse, dass die 
Voraussetzungen von Art. 85 Abs. 1 ZPO für die unbezifferte Forderungsklage 
i.e.S. (Unmöglichkeit oder Unzumutbarkeit der Bezifferung) erfüllt seien, findet 
weder in der Rechtsprechung noch in der Lehre ihre Bestätigung. Es ist keine 
höchstrichterliche Rechtsprechung oder Lehrmeinung bekannt, welche das Replik-

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recht einer Klägerin in diesem Sinne beschränken oder gar verweigern würden. So 
äussern sich denn auch die von der Berufungsklägerin zitierten Fundstellen nicht 
in ihrem Sinne (vgl. act. A.1, Fn. 20-22, Fn. 57 mit Verweis u.a. auf 
BGE 140 III 159 E. 4.2.4; BGer 4A_462/2017 v. 12.03.2018 E. 3.1; Daniel Fülle-
mann, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessord-
nung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2016, N 2 zu Art. 85 ZPO; Sophie Dorschner, 
in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilpro-
zessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 2 zu Art. 85 ZPO; Lukas Bopp/Balthasar 
Bessenich, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 11 zu Art. 85 
ZPO). Namentlich lässt sich dergleichen dem seitens der Berufungsklägerin mehr-
fach angerufenen BGE 140 III 159 nicht entnehmen (vgl. act. A.1, Fn. 21 f.). Im 
Gegenteil betont das Bundesgericht in besagtem Leitentscheid, dass es 
grundsätzlich keine gesetzliche Regelung gebe, wann die Prüfung der Prozess-
voraussetzungen stattzufinden habe. Entsprechend bestehe in Art. 60 ZPO keine 
zeitliche oder verfahrensmässige Vorgabe, aus der abgeleitet werden könne, das 
Verfahren dürfe nicht fortgesetzt werden, bis sämtliche in diesem Stadium bzw. 
nach einem Zuwarten abklärbaren Prozessvoraussetzungen vorlägen (BGE 140 III 
159 E. 4.2.4). 

3.4. Für die Frage, bis zu welchem Zeitpunkt die klagende Partei die Vorausset-
zungen einer unbezifferten Forderungsklage i.e.S. spätestens darzulegen hat, ist 
auf das allgemeine Novenrecht zurückzugreifen. 

3.4.1. Im vorliegenden ordentlichen Verfahren hatten die Parteien vor Erstinstanz 
zweimal die Möglichkeit, sich unbeschränkt zu äussern, während sie danach nur 
noch unter den eingeschränkten Voraussetzungen von Art. 229 Abs. 1 ZPO gehört 
werden konnten (BGE 144 III 117 E. 2.2; 140 III 312 E. 6.3.2; vgl. auch BGE 144 
III 67 E. 2). Dass das Verfahren auf die Eintretensfrage beschränkt wurde, hatte 
hierauf keinen Einfluss. Entgegen dem Dafürhalten der Berufungsklägerin durfte 
die Berufungsbeklagte somit aufgrund des Anspruchs, sich zweimal unbeschränkt 
zur Sache vernehmen zu lassen, in ihrer erstinstanzlichen Stellungnahme zur Ein-
tretensfrage (Replik) auch neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen. Die Vor-
instanz konnte vor Einsicht in den zweiten Vortrag der Berufungsbeklagten als 
klagende Partei nicht definitiv beurteilen, dass Letztere das Vorliegen der Voraus-
setzungen von Art. 85 ZPO nicht hinreichend dargetan hätte.

Zu keinem anderen Schluss führt die Auslegung des Gesetzeswortlautes von 
Art. 85 ZPO (vorstehend E. 3.1; act. A.1). Die Passage "zu Beginn des Prozesses" 
bezieht sich nicht auf den Zeitpunkt der Darlegung der Zulässigkeitsvoraussetzun-

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gen der unbezifferten Forderungsklage, sondern vielmehr auf die Unmöglich-
keit/Unzumutbarkeit der Bezifferung der Forderung an sich. Der präzisierende Zu-
satz von Art. 85 Abs. 1 Satz 1 ZPO "zu Beginn des Prozesses" macht deutlich, 
dass die Bezifferung nicht so früh wie normalerweise zu erfolgen hat. Nicht schon 
zu Beginn muss beziffert werden, sondern erst später. Die gegenteilige Auffas-
sung der Berufungsklägerin überzeugt nicht. Sie vermag denn auch keine An-
haltspunkte für ihre Interpretation des insoweit klaren, eindeutigen Gesetzestextes 
vorzuweisen (vgl. act. A.1, Rz. 23 ff., 59 ff., ferner 139 ff.).

Vergeblich argumentiert die Berufungsklägerin ferner mit der Klageart (act. A.1, 
Rz. 18 f., 24 ff.). Sowohl die unbezifferte Forderungsklage i.e.S. als auch die Stu-
fenklage stellen keine eigentlichen Klagearten dar; beide Institute ordnen sich den 
Leistungsklagen zu. Wie eingangs aufgezeigt, handelt es sich vielmehr um Aus-
nahmen vom Grundsatz, dass Rechtsbegehren bei der Klageanhebung bestimmt 
sein müssen (vorstehend E. 3.2; Alexander R. Markus, in: Hausheer/Walter 
[Hrsg.], Berner Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Bd. I, 
Art. 1–149 ZPO, Bern 2012, N 1 zu Art. 85 ZPO). Folgerichtig ist die nachträgliche 
Bezifferung eine Präzisierung des Rechtsbegehrens. Eine Klageänderung im 
technischen Sinne der Art. 227 und 230 ZPO liegt nicht vor. Art. 85 ZPO geht als 
Sonderregelung vor (Markus, a.a.O., N 23 zu Art. 85 ZPO; Christoph Leuenberger, 
in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 9 zu Art. 227 ZPO).

Im Übrigen blieb der Anspruch der Berufungsklägerin auf rechtliches Gehör – im 
Rahmen von Art. 85 ZPO – gewährleistet. Der Prozessgegenstand war durch die 
Klage hinreichend individualisiert. Die Klage bezieht sich auf ein bestimmtes Revi-
sionsmandat. Mittels Mindeststreitwert waren die sachliche Zuständigkeit, die Ver-
fahrensart sowie allfällige künftige Rechtsmittel festgelegt (vgl. ferner nachstehend 
E. 5). Die Berufungsklägerin als Beklagte war mithin in der Lage, ihre tatsächli-
chen Verteidigungsrechte wahrzunehmen (vgl. RG act. I.2; RG act. VII.1; 
RG act. VII.3). Erinnert sei daran, dass die unbezifferte Forderungsklage letztlich 
stets in einem gewissen Spannungsfeld zwischen der Prozessökonomie und dem 
Schutz der beklagten Partei steht. Solange Rechtsbegehren unbeziffert sind, ste-
hen sie in Konflikt mit dem sich aus dem rechtlichen Gehör ergebenden Anspruch 
der beklagten Partei auf Orientierung. Dies nahm der Gesetzgeber mit Art. 85 
ZPO indes bewusst in Kauf.

3.4.2. Ob die Unmöglichkeit bzw. Unzumutbarkeit der Bezifferung bereits in der 
Klage hinreichend dargetan worden ist, erweist sich mithin als unerheblich und 
braucht nicht vertieft zu werden (vgl. act. A.1, insb. Rz. 52 ff.). Die Berufungsbe-

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klagte als Klägerin hat in ihrer Klageschrift das Vorliegen der Voraussetzungen 
von Art. 85 Abs. 1 ZPO jedenfalls zumindest behauptet. In der Folge durfte sie 
sich in ihrer Replik bzw. ihrer Stellungnahme zu den Voraussetzungen der unbe-
zifferten Forderungsklage erneut unbeschränkt äussern. 

3.5. Aus diesen Erwägungen folgt, dass die Vorinstanz weder den Sachverhalt 
unrichtig feststellte noch Art. 55 ZPO verletzte, indem sie in ihrem Zwischenent-
scheid Vorbringen der Berufungsbeklagten aus deren Replik vom 12. März 2019 
berücksichtigte (vgl. act. A.1, Rz. 52 ff.). Dies gilt namentlich für Ausführungen der 
Vorinstanz zu den Einnahmen/Ausgaben und Transaktionen im Zusammenhang 
mit der G.________ als eine geschädigte Kundin der B._____ (act. A.1, Rz. 65; 
act. B.1, E. 4.2). Inwiefern sich die Berufungsbeklagte hierzu bereits in ihrer Klage 
rechtsgenügend vernehmen liess, kann offengelassen werden (act. A.2, 
Rz. 18 ff.). Wie soeben erläutert, durfte und musste die Vorinstanz die Ausführun-
gen der Berufungsbeklagten in ihrer Stellungnahme bei der Entscheidfindung 
berücksichtigen (vorstehend E. 3.4.2).

3.6. Zu Ende ihrer Berufung hält die Berufungsklägerin der Vorinstanz zudem 
vor, sowohl Art. 132 ZPO als auch Art. 56 ZPO verletzt zu haben. Die Berufungs-
beklagte sei nicht befugt gewesen, ihre Klageschrift im Hinblick auf Art. 85 Abs. 1 
ZPO nachträglich zu verbessern (act. A.1, Rz. 45, Rz. 139-150). Dies beschlägt 
primär ebenfalls den Zeitpunkt der Darlegung der Voraussetzungen von Art. 85 
Abs. 1 ZPO und ist in diesem Kontext zu behandeln.

Richtig ist, dass nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts die fehlende 
Bezifferung des Rechtsbegehrens keinen verbesserlichen Mangel im Sinne von 
Art. 132 ZPO darstellt (BGE 140 III 409 E. 4.3.2; 137 III 617 E. 6.4; BGer 
4A_375/2015 v. 26.01.2016 E. 7.2 [unpubl. in BGE 142 III 102]). Es ist nicht Sache 
des Gerichts, prozessuale Nachlässigkeiten der Parteien auszugleichen (BGer 
5A_855/2012 v. 13.02.2013 E. 5.4 m.w.H.). Was die gerichtliche Fragepflicht an-
belangt, so bediente sich die anwaltlich vertretene Berufungsbeklagte bewusst des 
Instruments der unbezifferten Forderungsklage. Es wäre somit in der Tat vor Ers-
tinstanz kein Raum für eine Ausübung der gerichtlichen Fragepflicht verblieben 
(vgl. Art. 56 ZPO). Wie dargelegt, durfte sich die Berufungsbeklagte im Rahmen 
ihres zweiten Vortrages, konkret der Stellungnahme vom 12. März 2019, erneut 
unbeschränkt zu den Voraussetzungen der unbezifferten Forderungsklage äus-
sern (vorstehend E. 3.2 ff.). Weder die Vorinstanz noch die Berufungsbeklagte 
haben daher Art. 132 ZPO oder Art. 56 ZPO bemüht. Die diesbezüglichen Rügen 
der Berufungsklägerin erweisen sich von vornherein als unbehelflich (vgl. act. A.1, 
Rz. 144-150). Weiterungen hierzu erübrigen sich.

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3.7. Nach dem Gesagten liegt in Bezug auf den Zeitpunkt der Darlegung der 
Voraussetzungen einer unbezifferten Forderungsklage i.e.S. keine Verletzung von 
Art. 85 ZPO, keine unrichtige Feststellung des Sachverhalts bzw. Verletzung von 
Art. 55 ZPO sowie keine Verletzung von Art. 132 oder Art. 56 ZPO vor.

4. Voraussetzungen der unbezifferten Forderungsklage (Art. 85 Abs. 1 ZPO)

4.1. Weiter beanstandet die Berufungsklägerin, die Vorinstanz sei auf die Klage 
eingetreten, obwohl die Möglichkeit und die Zumutbarkeit der Bezifferung der For-
derungsklage seitens der Berufungsbeklagten tatsächlich gegeben gewesen sei-
en. So verfüge die Berufungsbeklagte über sämtliche Informationen, um ihren An-
spruch zu substantiieren, zu beziffern und mit Beweismitteln zu untermauern. In-
dem die Vorinstanz die Voraussetzungen einer unbezifferten Forderungsklage 
dennoch bejaht habe, habe sie Art. 85 Abs. 1 ZPO verletzt (act. A.1, Rz. 86 ff.).

4.2. Die Vorinstanz legte die Voraussetzungen einer unbezifferten Forderungs-
klage i.e.S. gemäss Art. 85 Abs. 1 ZPO dar. Die Berufungsklägerin rügt diese Er-
wägungen zu Recht nicht (act. A.1). Darauf kann verwiesen werden (act. B.1, 
E. 4).

4.3. Die Berufungsbeklagte klagt einen Schaden aus Pflichtverletzungen der 
Berufungsklägerin als Revisionsstelle ein (Art. 755 OR). Die Revisoren haften der 
Gesellschaft bzw. im Falle des Gesellschaftskonkurses den Gläubigern für den 
Schaden, den sie aufgrund unsorgfältiger Kontrolle absichtlich oder fahrlässig ver-
ursachten. Der ehemalige Verwaltungsrat und zuletzt Verwaltungsratspräsident 
der B._____, D._____, war börsensüchtig. Ein Strafverfahren gegen ihn ist hängig. 
Ihm wird vorgeworfen, zur Finanzierung seiner Börsentätigkeit Gelder sowohl der 
B._____ als auch ihrer Kunden veruntreut zu haben. Hierdurch habe er die 
B._____ und ihre Kunden geschädigt. Gegenüber der Berufungsklägerin als ehe-
malige Revisionsstelle macht die Berufungsbeklagte in diesem Zusammenhang 
pflichtwidrige Unterlassungen geltend (fehlende Unabhängigkeit und Objektivität; 
fehlende Sorgfalt bei der Revision der Jahresrechnung 2009; fehlende Sorgfalt 
und fehlende Rechtzeitigkeit bei der Revision der Jahresrechnungen 2010 ff.). Der 
eingeklagte Schaden setzt sich aus zwei Positionen zusammen: einerseits aus der 
Schädigung der Berufungsbeklagten in ihrem Aktivvermögen bezüglich Valuta bei 
der E._____ und der F._____ (Verminderung der Aktiven) und andererseits aus 
den Rückforderungsansprüchen der B._____-Kunden gegenüber der Berufungs-
beklagten (Vermehrung der Passiven; vgl. zum Ganzen RG act. I.1; RG act. I.3). 
Die Vor-instanz erachtete die Bedingungen einer unbezifferten Forderungsklage 

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bezüglich beider Schadenspositionen als erfüllt (act. B.1, E. 4.2 ff.). Die Beru-
fungsklägerin bestreitet deren Vorliegen (act. A.1, Rz. 86 ff.).

4.4. Was die Verminderung der Aktiven anbelangt, macht die Berufungsklägerin 
geltend, mit Blick auf das von der Berufungsbeklagten präsentierte Schadensbe-
stimmungskonzept sei es ihr möglich und zumutbar, die Verminderung der Aktiven 
bis auf den letzten Franken zu bestimmen. Die hierfür nötigen Informationen kön-
ne die Berufungsbeklagte aus den Geschäftsunterlagen der B._____ eruieren, zu 
denen sie dank des Konkursverfahrens Zugang habe (act. A.1, Rz. 86-99, ferner 
73 ff.).

4.4.1. Dieser Einwand ist nicht stichhaltig. Die Berufungsbeklagte führte in ihrer 
Klage zwar eine (denkbare) Methode zur Schadensberechnung auf (RG act. I.1, 
Rz. 94). Nach besagter Methode seien (1) alle E._____ und (2) alle F._____-
Geschäftskonti zu analysieren und (3) die rechtmässigen von den (4) unrechtmäs-
sigen Belastungen zu trennen. Auf diese Weise würde schliesslich (5) der Delikts-
betrag ermittelt. Entgegen der berufungsklägerischen Darstellung ist damit eine 
konkrete Berechnung allerdings (noch) nicht möglich. Zu Recht weisen die Vor-
instanz und die Berufungsbeklagte nämlich darauf hin, dass D._____ nicht einfach 
nur Geld von einem fremden Konto für sich abgezweigt hat, sondern sich die 
Sachlage erheblich komplizierter gestaltet. So griff D._____ unbestrittenermassen 
eine Vielzahl von Konti der B._____ an. Dabei nahm er regelmässig Ketten- und 
Retrotransaktionen vor, welche nicht selten über mehrere Kunden- und Ge-
schäftskonti der B._____ führten. Die Valuta sind meist über mehrere Konti hin 
und her geschoben, den einen Konti belastet und anderen wieder gutgeschrieben 
worden. D._____ bediente sich mithin des sog. Smurfings. Zudem wählte D._____ 
die Zahlungszwecke jeweils so, dass aufgrund der Bezeichnung der Transaktio-
nen nicht darauf geschlossen werden kann, ob jene rechtmässig oder unrecht-
mässig erfolgt sind. Viele der Zahlungszwecke dürften wahrheitswidrig eingege-
ben worden und die überwiesenen Beträge letztlich D._____ selbst zugeflossen 
sein (act. B.1, E. 4 ff.). Hinzu kommt das ausserordentliche Umsatzvolumen der 
Transaktionen. Das Transaktionsgeschiebe von D._____ führte nach unbestritte-
nen Angaben der Berufungsbeklagten zu Kontoumsätzen bei der E._____ von 
CHF 8.4 Mio. im Jahr 2011, CHF 6.5 Mio. im Jahr 2012, CHF 5.1 Mio. im Jahr 
2014. Bei der F._____ betrugen die Umsätze CHF 2.1 Mio. im 4. Quartal 2012, 
CHF 4.1 Mio. im Jahr 2013 (RG act. I.3, Rz. 25). Daraus erhellt sich, dass die 
Banktransaktionen von D._____ nicht selbsterklärend sind (vgl. auch act. B.1, 
E. 4.2). Dass die Vorinstanz die Entflechtung der rechtmässigen und unrechtmäs-
sigen Transaktionen hinsichtlich der Verminderung der Aktiven als "äusserst auf-

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wändig" bezeichnet, mag mit Blick auf den Umstand, dass die blosse Schwierig-
keit einen Schaden zu quantifizieren, für sich genommen keine Unzumutbarkeit 
darstellt, missverständlich anmuten (act. A.1, Rz. 80, ferner 71; vgl. auch sogleich 
nachstehend). Aus dem Gesamtkontext des angefochtenen Entscheids ergibt sich 
jedoch klar, dass die Vorinstanz die Rekonstruierung und Analyse der Banktrans-
aktionen vielmehr als unzumutbar im Sinne von Art. 85 Abs. 1 ZPO erachtete.

Ungeachtet des laufenden Konkursverfahrens ist es im Übrigen – entgegen der 
Behauptung der Berufungsklägerin – bestritten, dass die Berufungsbeklagte im 
Besitze der gesamten Buchhaltung der B._____ sei (act. A.1, Rz. 69 f., 78 f., 
92 ff.; RG act. I.1, Rz. 10). Die Berufungsbeklagte stellte denn auch in ihrer Klage 
einen Editionsantrag betreffend die Buchhaltung (RG act. I.1, Rz. 10 in fine). 
Selbst wenn erstellt wäre oder gestützt auf Art. 223 Abs. 2 SchKG (Sicherungs-
massnahmen) davon ausgegangen werden müsste, dass die Berufungsbeklagte 
aufgrund des Konkursverfahrens Zugang zur gesamten Buchhaltung der B._____ 
hätte oder haben müsste (quod non), ändert dies an den obigen Erwägungen 
nichts. Aufgrund der Vorgehensweise von D._____ wäre nach wie vor nicht er-
sichtlich, inwiefern die Berufungsbeklagte im Stande wäre, die Banktransaktionen 
auf ihre geschäftsmässige und damit rechtmässige Begründetheit zu analysieren. 

Demgegenüber hat die Berufungsbeklagte inzwischen unbestrittenermassen Zu-
gang zu den Konti der Konkursitin (act. A.1, Rz. 92; act. A.2, Rz. 51; act. B.1, 
E. 4.3; RG act. I.3, Rz. 13). Die Berufungsbeklagte reichte denn auch mit ihrer 
Replik diverse Kontiauszüge ins Recht (RG act. II.2.30-34 [zwei Bundesordner]). 
Nach dem Gesagten kann das konkrete Schadenswachstum auf den einzelnen 
Konti indessen nicht erkannt, auf der Zeitachse nachvollzogen und betragsmässig 
definiert werden (fingierte Zahlungszwecke; Smurfing etc.). Mit der Vorinstanz und 
der Berufungsklägerin bedarf es für das Verständnis und die Auswertung der 
massgeblichen Banktransaktionen, mithin für die Rekonstruierung und Bezifferung 
der Schadensentstehung, vielmehr der Zuhilfenahme Dritter (Zeugenbefragung 
von D._____ und allfällige Expertise; act. B.1, E. 4 ff.). Zwar befreit Art. 85 Abs. 1 
ZPO die klagende Partei nicht davon, auch aufwändige Schadensberechnungen 
selbst vornehmen zu müssen (soeben vorstehend). Sie muss aber dazu in der 
Lage sein, was die Berufungsbeklagte gerade nicht ist. Die Berufungsbeklagte 
vermag (wenn überhaupt) die erforderlichen Erkenntnisse erst durch das Beweis-
verfahren zu erlangen (vgl. auch nachstehend E. 4.7). Die dazugehörigen Beweis-
anträge, inkl. Gutachten, wurden gestellt (RG act. I.1; RG act. I.3). Betont sei zu-
dem, dass die klagende Partei nicht verpflichtet ist, vor Prozesseinleitung ein Pri-
vatgutachten in Auftrag zu geben oder vorsorglich Beweis oder ein anderes sepa-

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rates Verfahren führen zu müssen (Baumann Wey, a.a.O., Rz. 454; 
Bopp/Bessenich, a.a.O., N 13 zu Art. 85 ZPO; Füllemann, a.a.O., N 3 zu Art. 85 
ZPO; Dorschner, a.a.O., N 20 zu Art. 85 ZPO; Adrian Staehelin/Daniel Staehe-
lin/Pascal Grolimund, Zivilprozesssrecht, 3. Aufl., Zürich 2019, § 14 Rz. 5). 

Aus dem gleichen Grund verfängt auch die Argumentation der Berufungsklägerin 
nicht, wonach der für die vorliegende Klage relevante Prüfungszeitraum für 
D._____ Transaktionen taggenau begrenzt sei und die Berufungsbeklagte deshalb 
zumindest die Schadensposition der Verminderung der Aktiven hätte beziffern 
müssen (act. A.1, Rz. 97 f., ferner 115 ff.). Klar ist, dass der Prüfungszeitraum 
dem Revisionsmandat entspricht (08. Dezember 2009 bis 08. Januar 2015; 
act. B.1, E. 4.2; RG act. I.1; act. RG act. I.3). Zudem geht die Berufungsbeklagte 
als Stichdatum für das Entdeckenmüssen des kriminellen Verhaltens von D._____ 
durch die Berufungsklägerin vom 1. März 2010 (Jahresrechnung 2009) oder even-
tualiter vom 30. April 2011 (Jahresrechnung 2010) aus. Korrekt wirft die Beru-
fungsbeklagte jedoch ein, dass die Mittelabflüsse in Bezug auf ihre geschäftsmäs-
sige und damit rechtmässige Begründetheit analysiert werden müssen. Es muss 
auf den 01. März 2010 (Jahresrechnung 2009) bzw. auf den 30. April 2011 (Jah-
resrechnung 2010) ein Ausgangswert bestimmt werden; diesem Wert ist der Ends-
tand der Bankkonti per Konkurseröffnung gegenüberzustellen (vgl. act. A.2, 
Rz. 50). Dies ist vor dem Beweisverfahren nicht möglich, was die Berufungskläge-
rin übersieht.

4.4.2. Kam die Vorinstanz vor diesem Hintergrund zum Schluss, die Vorausset-
zungen einer unbezifferten Forderungsklage i.e.S. seien in Bezug auf die Scha-
densposition der Verminderung der Aktiven erfüllt, ist dies nicht zu beanstanden.

4.5. Hinsichtlich der Schadensposition der Vermehrung der Passiven stellt sich 
die Berufungsklägerin ebenfalls auf den Standpunkt, deren Bezifferung sei der 
Berufungsbeklagten ohne Weiteres möglich und zumutbar (act. A.1, Rz. 53-72, 
99-123). Dies will die Berufungsklägerin (wiederum) insbesondere aus dem lau-
fenden Konkursverfahren ableiten (act. A.1, Rz. 100 ff.).

4.5.1. Der Auffassung der Berufungsklägerin kann nicht gefolgt werden. Zu Recht 
ging die Vorinstanz davon aus, dass in Bezug auf die Vermehrung der Passiven 
anhand der Bankkontiauszüge der Kunden der B._____ zu verifizieren sein wird, 
welche Geldflüsse geschäftsmässig begründet waren und welche nicht. Dass die 
Berufungsbeklagte keinen Zugriff auf die besagten Kundenkonti hat, blieb unstrit-
tig. Zur Analyse der fraglichen Transaktionen ist eine Edition der Geschäftskonti 
der Kunden der B._____ somit unerlässlich. Die entsprechenden Editionsanträge 

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der Berufungsbeklagten sind mithin nicht beliebig (act. A.1, Rz. 67, 76; RG act. I.1, 
Rz. 100). Die Bezifferung der Vermehrung der Passiven hängt von notwendigen 
Informationen (Bankdaten) ab, über welche die Berufungsbeklagte nicht verfügt 
und auch nicht verfügen müsste, da sich diese bei Dritten (Bankkunden, Banken) 
befinden. Bereits aus diesem Grund erweist sich die Bezifferung der Schadenspo-
sition der Vermehrung der Passiven als unmöglich. Dies erkannte auch die Vor-
instanz (act. B.1, E. 4.2). 

Kommt hinzu, dass die beschafften Informationen anschliessend aufgeschlüsselt 
werden müssen. Mit Blick auf die dargelegte Vorgehensweise von D._____ (so-
eben vorstehend E. 4.4.1) ist der Vorinstanz zuzustimmen, wenn sie die Triage 
der rechtmässigen und der unrechtmässigen Transaktionen auch bezüglich der 
Vermehrung der Passiven als "nicht einfach vorzunehmen" und die Analyse der 
Geldflüsse als "äusserst aufwendig" bezeichnet (act. B.1, E. 4.2). Wenngleich die 
Formulierung der Vorinstanz, wie bereits erwähnt, missverständlich anmutet, sind 
ihre diesbezüglichen Erwägungen im Gesamtkontext klar und im Ergebnis nicht zu 
beanstanden (vorstehend E. 4.4.1; act. A.1, Rz. 71, ferner 80). Daraus folgt, dass 
zur Bezifferung der Schadensposition der Vermehrung der Passiven nebst einer 
Informationsbeschaffung bei Dritten ebenfalls eine Zuhilfe-nahme Dritter (Zeugen-
befragung von D._____ und allfällige Expertise) erforderlich sein wird. Die dazu-
gehörigen Beweisanträge, inkl. Gutachten, wurden wiederum gestellt (RG act. I.1; 
RG act. I.3; vorstehend E. 4.4.1). 

Das laufende Konkursverfahren ändert daran nichts. Wenn die Berufungsklägerin 
unterstellt, die Schadensposition der Vermehrung der Passiven würde sich aus 
dem vorhandenen und eingereichten Kollokationsplan ergeben (act. A.1, 
Rz. 99 ff.), verkennt sie folgendes: D._____ griff ab dem Jahre 2008 für seine Bör-
sentätigkeit das Geschäftsvermögen der B._____ und spätestens ab dem Jahre 
2011 auch die Kundengelder an. Die Berufungsklägerin fungierte aber erst am 
dem 8. Dezember 2009 als Revisionsstelle. Wie bereits erwähnt, nimmt die Beru-
fungsbeklagte als Stichdatum für das Entdeckenmüssen durch die Berufungsklä-
gerin den 1. März 2010 (Jahresrechnung 2009) oder eventualiter den 30. April 
2011 (Jahresrechnung 2010) an. Infolge dessen ergibt sich sowohl in Bezug auf 
die Verminderung der Aktiven als auch hinsichtlich der Vermehrung der Passiven 
die Problematik, dass am 1. März 2010 resp. am 30. April 2011 bereits ein Scha-
den entstanden war, für welchen die Berufungsklägerin nicht einzustehen hat 
(act. B.1, E. 4.2). Die Berufungsklägerin wird mithin nicht für den ganzen Schaden 
(abgebildet im Totale der kollozierten Ersatzforderungen der B._____-Kunden) 
haftbar gemacht, sondern nur für den Fortsetzungsschaden, d.h. für den Scha-

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densteil, der ab der Pflichtverletzung durch die Berufungsklägerin eingetreten ist 
(d.h. ab dem 1. März 2010 bzw. 30. April 2011). Einzig wenn der gesamte Kun-
denschaden, d.h. deren gesamte kollozierte Ersatzforderungen, in der fraglichen 
Zeit (nachdem die Berufungsklägerin hätte eingreifen müssen) entstanden wäre, 
könnte für die Bezifferung der Vermehrung der Passiven ohne jede weitere Analy-
se auf das kollozierte Total der Ersatzforderung abgestellt werden. Ob dies 
tatsächlich zutrifft, wird jedoch erst das Beweisverfahren zeigen. Derzeit wäre das 
kollozierte Forderungstotal höchstens ein Indiz für eine Schätzung des Kunden-
schadens (vgl. RG act. I.1, Rz. 103 ff.; RG act. I.3, Rz. 7, 41; RG II.1.9; act. A.2, 
Rz. 48, 58). Dies erkannte im Ergebnis auch die Vorinstanz zu Recht (act. B.1, 
E. 4.2 ff.). Irrelevant sind in diesem Zusammenhang die terminologischen Aus-
führungen der Berufungsklägerin zu den Begriffen des Fortsetzungsschadens, 
Fortführungsschaden (bei Konkursverschleppung) und Ausgangsschadens 
(act. A.1, Rz. 110 f.).

Nichts anderes ergibt sich mit Blick auf die Stellung und Funktion der Berufungs-
beklagten im Konkursverfahren (act. A.1, Rz. 105 ff.). Die Berufungsklägerin for-
dert eigene Erhebungen durch die Berufungsbeklagte im Zuge des Konkursverfah-
rens. Es wäre jedoch verfehlt, dem Konkursamt in der vorliegenden Angelegenheit 
die Kompetenzen einer Strafuntersuchungsbehörde oder gar eines Zivilgerichtes 
zuzugestehen (vgl. act. A.2, Rz. 53 ff.). Das Konkursamt vertritt vielmehr die Kon-
kursmasse ohne staatliche Prärogative bzw. hoheitliche Befugnisse gegenüber 
Privaten. Selbst wenn ein Konkursamt zwecks Verfolgung von Ansprüchen der 
Konkursmasse selbst Ermittlungen, samt Einvernahmen, durchführen könnte 
(quod non), wäre damit für die Berufungsklägerin nichts gewonnen. Denn wie be-
reits erwähnt, besteht für die klagende Partei gerade keine Pflicht, allfällige ihr zu-
stehende sachrechtlichen Informationsansprüche in einem separaten Prozess gel-
tend zu machen oder eine vorsorgliche Beweisführung zu veranlassen, bevor sie 
eine unbezifferte Forderungsklage erhebt (vgl. vorstehend E. 4.4.1 m.H.). Ange-
sichts des Umfangs und der Komplexität des vorliegenden Konkursverfahrens 
entsprächen eigenständige Ermittlungen im Konkursverfahren einem solchen se-
paraten Verfahren.

4.5.2. Vor diesem Hintergrund ist die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach 
die Voraussetzungen einer unbezifferten Forderungsklage auch in Bezug auf die 
Schadensposition der Vermehrung der Passiven erfüllt seien, wiederum nicht zu 
beanstanden.

4.6. Abschliessend ist auf weitere Rügen der Berufungsklägerin – Informations-
beschaffung im Strafverfahren (E. 4.6.1), Anwendungsbereich von Art. 85 ZPO bei 

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aktienrechtlichen Verantwortlichkeitsklagen (E. 4.6.2), Bezifferung "soweit wie 
möglich" (E. 4.6.3), Verkennung des Inhalts des vorliegenden Zivilprozesses 
(E. 4.6.4) sowie Verkennung des Wesens des Beweisverfahrens (E. 4.6.5) – ein-
zugehen.

4.6.1. Die Berufungsklägerin bringt vor, die Berufungsbeklagte hätte als geschä-
digte Partei nach Massgabe von Art. 101 StPO ihr Informationsdefizit bei den zu-
ständigen Strafverfolgungsbehörden im Zuge der Strafuntersuchung decken müs-
sen (act. A.1, Rz. 124-132). 

Die entsprechenden Ausführungen der Berufungsklägerin sind unzutreffend. Die 
Berufungsklägerin übergeht erneut, dass für die klagende Partei keine Pflicht zur 
Informationsbeschaffung im Rahmen eines separaten Prozesses besteht (vorste-
hend E. 4.4.1 [m.H.], 4.5.1). Der Berufungsbeklagten ist betreffend ihr Informati-
onsdefizit denn auch kein treuwidriges Verhalten im Sinne von Art. 52 ZPO vorzu-
werfen (vgl. Baumann Wey, a.a.O., Rz. 455). Weiter übersieht die Berufungsklä-
gerin, dass es im Strafverfahren um die Ansprüche der Geschädigten gegen 
D._____ und nicht gegen die Berufungsklägerin als Revisionsstelle geht. D._____ 
wird – anders als vermutlich die Berufungsklägerin – für den Gesamtschaden zur 
Verantwortung gezogen. Das Strafverfahren dient nicht der Verfolgung eines 
Schadens aus Revisionshaftung und somit auch nicht der Ermittlung des Scha-
dens, für welchen die Berufungsklägerin als Drittpartei zivilrechtlich verantwortlich 
gemacht wird. Die Aussage der Berufungsklägerin, die Berufungsbeklagte könne 
die ihr fehlenden Informationen durch simple Akteneinsicht im Strafverfahren zu-
sammentragen, greift somit zu kurz. Dies hält auch die Vor-instanz zu Recht fest 
(act. B.1, E. 4.4). Im Übrigen weist die Vorinstanz zutreffend darauf hin, dass es 
der Berufungsbeklagten nicht zum Vorwurf gereichen kann, die im vorliegenden 
Verfahren beantragte Befragung von D._____ nicht im Rahmen des Strafverfah-
rens vorgenommen zu haben. Entsprechende Anträge der Berufungsbeklagten 
wären mangels Relevanz abgewiesen worden. Es ginge nicht an, im Rahmen ei-
nes Strafverfahrens (grundsätzlich) auf Kosten des Beschuldigten oder des Staa-
tes zusätzlich komplexe Ansprüche aus gesellschaftsrechtlicher Verantwortlichkeit 
zu klären, und zwar, wie bereits erwähnt, für einen Zivilprozess der Geschädigten 
gegen eine Drittpartei (vgl. act. B.1, E. 4.4; vgl. Art. 426 Abs. 1 und 2 StPO). 

4.6.2. Weiter macht die Berufungsklägerin geltend, aktienrechtliche Verantwort-
lichkeitsklagen seien regelmässig keine Anwendungsfälle für unbezifferte Forde-
rungsklagen im Sinne von Art. 85 ZPO. Namentlich im Konkursfall, bei dem die 
Geschäftsaktivitäten der Konkursitin im Zeitpunkt des Konkursdekrets ex lege ein-
gestellt werden, sei eine Schadensbestimmung ohne weiteres möglich. Sie zitiert 

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hierfür insbesondere BGE 140 III 409 und BGer 4A_355/2018 (act. A.1, Rz. 38 f.; 
vgl. auch RG act. III.1.2). 

Beiden Entscheiden lässt sich nichts zugunsten der Berufungsklägerin entneh-
men. Im Leitentscheid verneint das Bundesgericht die sachliche Zuständigkeit des 
Handelsgerichts des Kantons St. Gallen für eine Stufenklage. Dies zum einen weil 
der Beklagte nur in seiner Eigenschaft als Organ, nicht jedoch als Unternehmer 
unter seiner Firma im Handelsregister eingetragen war (Art. 6 Abs. 2 ZPO; E. 2). 
Zum anderen da sich aus der Treuepflicht des Geschäftsführers nach Art. 812 OR 
kein materiellrechtlicher Auskunftsanspruch der GmbH auf Auskunftserteilung er-
gibt (Art. 6 Abs. 4 lit. b ZPO; E. 3). Alternativ prüfte das Bundesgericht, ob ein Teil 
der Klage als unbezifferte Forderungsklage i.e.S. hätte behandelt werden müssen. 
Dies lehnte das Bundesgericht mangels gehöriger Substantiierung der Unmöglich-
keit oder Unzumutbarkeit der Bezifferung ab (E. 4). Dass aktienrechtliche Verant-
wortlichkeitsklagen einer unbezifferten Forderungsklage nicht zugänglich wären, 
ergibt sich daraus nicht. Zum Konkursfall einer Gesellschaft äussert sich besagter 
Leitentscheid ebenso wenig. Ähnlich verhält es sich mit BGer 4A_355/2018. Mit 
Letzterem bestätigt das Bundesgericht lediglich seine bisherige Rechtsprechung 
bezüglich der Berechnung und der Substantiierungspflicht zum Fortführungsscha-
den bei Konkursverschleppung (BGer 4A_355/2018 v. 03.01.2019 mit Verweis auf 
BGE 136 III 322). Am Rande sei bemerkt, dass das Bundesgericht in der Folge 
feststellte, die im Kollokationsplan aufgeführten, nicht angefochtenen Forderungen 
könnten höchstens als Indiz für die Höhe des Gesellschaftsschadens herangezo-
gen werden – keinesfalls handle es sich dabei um den Fortführungsschaden 
(BGer 4A_355/2018 v. 03.01.2019 E. 7; vgl. ferner vorstehend E. 4.5.1).

4.6.3. Die Rüge der Berufungsklägerin, wonach die Berufungsbeklagte es unter-
lassen habe, ihre Forderung "soweit möglich zu beziffern" (act. A.1, Rz. 114-120), 
hält einer näheren Prüfung ebenfalls nicht stand. Sie beschlägt letztlich den Min-
deststreitwert, der, wie darzulegen sein wird, nicht Gegenstand des vorliegenden 
Verfahrens ist (nachstehend E. 5). Betreffend die Vorbringen zur Festlegung des 
Prüfungszeitraumes in diesem Kontext kann überdies auf das Gesagte verwiesen 
werden (vorstehend E. 4.4.1).

4.6.4. Soweit die Berufungsklägerin mehrfach einwendet, die Vorinstanz verkenne 
den Inhalt des vorliegenden Zivilprozesses (act. A.1, Rz. 84 f.; Rz. 111-113), er-
hellt sich nicht, inwiefern dies die Eintretensfrage betrifft. Für die Frage der Erfül-
lung der Voraussetzungen der unbezifferten Forderungsklage vermag sie daraus 
jedenfalls nichts zu gewinnen (vgl. auch vorstehend E. 4.5.1 [Rüge Terminologie]).

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4.6.5. Schliesslich moniert die Berufungsklägerin, die Vorinstanz und die Beru-
fungsbeklagte würden das Wesen des Beweisverfahrens verkennen. Das Beweis-
verfahren dürfe von den Parteien nicht missbraucht werden, um das eigene Un-
vermögen bei der Begründung des eingeklagten Anspruchs zu heilen. Indem die 
Vorinstanz die (Un-)Rechtmässigkeit der Transaktionen im Beweisverfahren durch 
eine Befragung von D._____ und eine Expertise zu klären und die Berufungsbe-
klagte erst danach zu einer Aussage über (Un-)Rechtmässigkeit der Transaktio-
nen anzuhalten gedenke, verletze sie zusätzlich den Verhandlungsgrundsatz bzw. 
führe gar die Untersuchungsmaxime ein (act. A.1, Rz. 133-138).

Die Berufungsklägerin missversteht mit ihrer Rüge Sinn und Zweck des Instituts 
der (vorerst) unbezifferten Forderungsklage i.e.S. Bei Letzterer wird die Beziffe-
rung als Ergebnis des Beweisverfahrens nachträglich möglich bzw. zumutbar, wo-
bei die klagende Partei entsprechende Begehren auf Edition von Urkunden oder 
Einvernahmen von Zeugen stellt, die ihr zur notwendigen Information zur Beziffe-
rung verhelfen (Markus, a.a.O., N 3 zu Art. 85 ZPO). Sie wird vor diesem Hinter-
grund auch als "nachträglich zu beziffernde Forderungsklage aufgrund des Bewei-
sergebnisses" bezeichnet (Dorschner, a.a.O., N 2 zu Art. 85 ZPO; Nicolas Gut, 
Die unbezifferte Forderungsklage nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung, 
Basel 2014, Rz. 274). Nach korrekter Auffassung der Vorinstanz soll das Beweis-
verfahren der Berufungsbeklagten vorliegend ermöglichen, die Triage von ge-
schäftsmässig begründeten und unrechtmässigen Transaktionen vorzunehmen 
und aufgrund dieser Erkenntnisse den Schaden in der zeitlichen Entwicklung fest-
zustellen (act. B.1, E. 4 ff.; vorstehend E. 4.4.1, 4.5.1). Erst das Beweisverfahren 
liefert die Grundlage für die nachträglich von der klagenden Partei vorzunehmende 
Bezifferung; es dient mithin unmittelbar dem Erkenntnisgewinn (vgl. Gut, a.a.O., 
Rz. 274; act. A.2, Rz. 63-65). Die Berufung erweist sich auch in diesem Punkt als 
unbegründet.

4.7. Ob die beantragten Editionen und die Zeugenbefragung von D._____ letzt-
lich zur Bezifferung des Schadens ausreichend sein werden oder ob eine Experti-
se angefertigt werden muss bzw. der Schaden sogar gerichtlich zu schätzen sein 
wird (vgl. Art. 42 Abs. 2 OR), wird das Hauptverfahren zeigen. Diese Fragen be-
schlagen jedoch nicht das Eintreten, sondern das materielle Klagefundament. Sie 
brauchen (vorerst) nicht beantwortet zu werden.

4.8. Zusammenfassend liegen die Voraussetzungen einer unbezifferten Forde-
rungsklage i.e.S. nach Art. 85 Abs. 1 ZPO vor. Das (unbeziffert) gestellte Rechts-
begehren der Berufungsbeklagten erweist sich als zulässig. Das 
Haupt(rechtsmittel)begehren der Berufungsklägerin ist abzuweisen.

19 / 21

5. Eventualbegehren der Berufungsklägerin

Im Eventualstandpunkt kritisiert die Berufungsklägerin die Höhe des Mindest-
streitwerts von CHF 100'000.00. Der vorläufige Streitwert sei unrealistisch und mit 
der Klagebegründung unvereinbar. Der Mindeststreitwert sei auf CHF 5 Mio. fest-
zusetzen (act. A.1, Rz. 151-158). Die Berufungsbeklagte hält dem zu Recht ent-
gegen, dass hinsichtlich des Mindeststreitwerts kein anfechtbarer Zwischenent-
scheid vorliegt (act. A.2, Rz. 4-6, 70 f.). Auf das Eventualbegehren ist daher nicht 
einzutreten. 

Dem Eventualbegehren wäre aber auch in materieller Hinsicht kein Erfolg be-
schieden. Eine Erhöhung des Mindeststreitwertes drängt sich nämlich aufgrund 
des Zwecks der erforderlichen Angabe nicht auf. Mit der Festsetzung des Min-
deststreitwertes auf CHF 100'000.00 ergibt sich in Bezug auf die Zuständigkeit des 
Gerichts, Verfahrensart und Zulässigkeit von Rechtsmitteln kein Unterschied zu 
einem Streitwert von CHF 5 Mio. Was die Kostenvorschüsse anbelangt, so kön-
nen diese im Verlaufe des Verfahrens ohnehin angepasst werden, sofern sich ein 
wesentlich höherer Streitwert ergeben sollte. Soweit in diesem Zusammenhang 
der Gehörsanspruch der Berufungsklägerin als Beklagte tangiert sein könnte, so 
ist darauf hinzuweisen, dass anhand der Ausführungen in den Rechtsschriften 
genügend erkennbar ist, mit was die Berufungsklägerin zu rechnen hat. Dies er-
gibt sich bereits daraus, dass sie offenbar selbst von einem Mindeststreitwert von 
CHF 5 Mio. ausgeht (vgl. ferner vorstehend E. 3.4.1).

6. Eventualstandpunkt der Berufungsbeklagten

Ausführungen zum Eventualstandpunkt der Berufungsbeklagten erübrigen sich bei 
diesem Verfahrensausgang (RG act. I.3, Rz. 44; act. A.2, Rz. 74-81 [Art. 42 Abs. 2 
OR]).

7. Fazit

Im Ergebnis ist die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

8. Kosten- und Entschädigungsfolgen

8.1. Der erstinstanzliche Kostenentscheid ist zu bestätigen. Die Berufungskläge-
rin greift die Festsetzung der Prozesskosten durch die Vorinstanz denn auch nur 
als Folge ihres allfälligen Obsiegens (quod non) mit Berufung an (act. A.1, 
Rz. 162 ff.).

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8.2. Für das Berufungsverfahren wird die Berufungsklägerin ebenfalls kosten- 
und entschädigungspflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Gebühr ist in Anwendung 
von Art. 9 VGZ (BR 320.210) auf CHF 8'000.00 festzusetzen. Damit ist nebst der 
Höhe des (vorläufigen) Streitwerts der Hauptsache auch berücksichtigt, dass das 
vorliegende Verfahren einzig die Eintretensfrage betraf. Die Berufungsklägerin hat 
einen Kostenvorschuss geleistet, was bei der Liquidation der Gerichtskosten zu 
berücksichtigen ist (act. D.1; vgl. Art. 111 Abs. 1 ZPO). Die Berufungsbeklagte 
reichte eine Honorarnote über insgesamt CHF 7'476.30 ins Recht (act. G.2 
[27 Std. 30 Min. à CHF 250.00, zzgl. Barauslagen und MwSt.]). Der Aufwand er-
scheint angemessen, zumal die zu beantwortende Berufungsschrift umfangreich 
war. Am Rande sei erwähnt, dass die Gegenpartei für das Berufungsverfahren 
einen Aufwand von 55.68 Stunden veranschlagte (act. G.1). Indes liegt für den 
verrechneten Stundenansatz von CHF 250.00 keine Honorarvereinbarung bei den 
Akten. Praxisgemäss ist deshalb von einem mittleren Stundenansatz in Höhe von 
CHF 240.00 auszugehen (vgl. Art. 3 Abs. 1 HV [BR 310.250]). Entsprechend ist 
die Berufungsklägerin zu verpflichten, der Berufungsbeklagten eine Parteien-
tschädigung von CHF 7'306.20 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu bezahlen. 

9. Rechtsmittel

Dem Berufungsverfahren liegt ein erstinstanzlicher Zwischenentscheid zugrunde. 
Die Qualifizierung des Entscheids betreffend Rechtsmittel an das Bundesgericht 
richtet sich allein nach dem erstinstanzlichen Verfahren (BGE 141 III 395 E. 2.2).

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Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 8'000.00 gehen zulasten der 
A._____ AG und werden mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in 
selbiger Höhe verrechnet.

3. Die A._____ AG hat der B._____ für das Berufungsverfahren eine Parteien-
tschädigung von CHF 7'306.20 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu bezahlen.

4. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens CHF 30'000.00 betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG Beschwerde in 
Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, ge-
führt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 
30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und 
Art. 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an: