# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b8612fa6-1f29-53bf-a280-4ce3f4e38d64
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-04
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 04.11.2022 BS 2022 84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BS-2022-84_2022-11-04.pdf

## Full Text

20221017_153528_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2022 84

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. P. Huber
Oberrichter lic.iur. M. Siegwart
Gerichtsschreiberin MLaw J. Berweger 

Beschluss vom 4. November 2022 [rechtskräftig]

in Sachen

B.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, I. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch STA lic.iur. E.________, 
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Einstellung

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Sachverhalt

1. Am 2. Dezember 2020 reichte B.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) eine 
Strafanzeige gegen den Gutachter Dr.med. A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) 
betreffend Urkundenfälschung ein. Sie machte darin geltend, der Beschuldigte habe in 
seinem psychiatrischen Gutachten ihre Aussagen unzutreffend wiedergegeben und im 
Gutachten aufgeführte Testverfahren gar nicht durchgeführt. Die zugleich eingereichten 
Strafanzeigen gegen die Gutachter der C._____ AG (________) wurden von der 
Staatsanwaltschaft in einem separaten Verfahren behandelt (1A 2020 1969). 

2. Am 12. September 2022 stellte die Staatsanwaltschaft die Strafuntersuchung gegen den 
Beschuldigten ein, nahm die Kosten auf die Staatskasse und sprach dem Beschuldigten 
keine Entschädigung und keine Genugtuung zu.

3. Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 24. September 2022 (Postaufgabe: 
26. September 2022) Beschwerde beim Obergericht Zug und stellte folgende Anträge:

1. Die Einstellungsverfügung sei aufzuheben.

2. Aufnahme einer korrekten Strafuntersuchung.

3. Alle Akten des Verfahrens als integralen Bestandteil der vorliegenden Beschwerde beizuziehen 
und zu berücksichtigen.

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegner.

5. Unentgeltliche Rechtspflege.

4. Am 28. September 2022 forderte das Obergericht die Beschwerdeführerin auf, ihr Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege zu begründen und zu belegen. Mit Eingabe vom 7. Oktober 
2022 zog die Beschwerdeführerin ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zurück.

5. Am 10. Oktober 2022 beantragte die Staatsanwaltschaft die Abweisung der Beschwerde, 
unter Kostenfolgen zulasten der Beschwerdeführerin, und verzichtete im Übrigen auf eine 
Stellungnahme.

Erwägungen

1. Die Staatsanwaltschaft verfügt die vollständige oder teilweise Einstellung des Verfahrens, 
wenn kein Straftatbestand erfüllt oder kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage 
rechtfertigt (Art. 319 Abs. 1 lit. a und b StPO). Der Entscheid über die Einstellung eines 
Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz "in dubio pro duriore" zu richten. Die 
Untersuchungsbehörden dürfen nicht leichthin eine Verfahrenseinstellung vornehmen; im 
Zweifel, d.h. wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch, ist 
grundsätzlich Anklage zu erheben. Der Staatsanwaltschaft steht in diesem Zusammenhang 
ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Halten sich die Wahrscheinlichkeit einer 

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Verurteilung durch den Strafrichter und diejenige eines Freispruchs in etwa die Waage, muss 
umso eher angeklagt werden, je schwerer das Delikt wiegt (BGE 143 IV 241 E. 2.2.1; 138 IV 
186 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 1B_122/2012 vom 12. April 2012 E. 5 m.H.). 

2. Die Staatsanwaltschaft begründete die Einstellung der Strafuntersuchung zusammengefasst 
wie folgt:

2.1 Der Beschuldigte habe über die Beschwerdeführerin gestützt auf die Untersuchung vom 
4. Februar 2019 ein psychiatrisches Gutachten zuhanden der Sozialversicherungsanstalt 
Zürich erstellt. Das Gutachten enthalte nach Ansicht der Beschwerdeführerin mehrere 
unzutreffenden Angaben bzw. Diskrepanzen zur von der Beschwerdeführerin angefertigten 
Audiodatei der Untersuchung. Zudem seien im Gutachten aufgeführte Untersuchungen 
teilweise nicht getätigt worden.

2.2 Aufgrund der Ergebnisse der detaillierten Befragung des Beschuldigten seien keine Hinweise 
ersichtlich, welche rechtsgenüglich auf ein vorsätzliches Handeln des Beschuldigten 
schliessen liessen. Die Kritikpunkte hätten aus Sicht der Staatsanwaltschaft geklärt und die 
geltend gemachten Unstimmigkeiten zwischen der von der Beschwerdeführerin erlebten 
Begutachtung und dem im Anschluss erstellten Gutachten ausgeräumt werden können. 
Insbesondere könne dem Beschuldigten nicht vorgeworfen werden, bewusst rechtlich 
erhebliche Tatsachen unwahr beurkundet zu haben, von denen er wisse, dass sie zum 
Beweis geeignet oder bestimmt seien. Der Beschuldigte sei weiterhin der Ansicht, den 
damaligen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sorgfältig abgeklärt und in seinem 
Gutachten korrekt wiedergegeben zu haben.

2.3 Selbst wenn angenommen werden müsste, der psychiatrische Gutachter hätte sich 
hinsichtlich des Wahrheitsgehalts seiner Diagnosen geirrt, könne ihm alleine aufgrund der 
von der Privatklägerin eingereichten Unterlagen kein Vorsatz nachgewiesen werden. Weder 
die Tondokumente noch die Erlebnisprotokolle würden belegen, dass im Gutachten 
dokumentierte Testverfahren nicht durchgeführt oder Explorationen bewusst unvollständig 
gemacht worden seien. Weitere Beweise würden fehlen. Auch könne dem Beschuldigten 
keine Täuschungsabsicht nachgewiesen werden.

3. Die Beschwerdeführerin bringt hiergegen zusammengefasst Folgendes vor:

3.1 Der Beschuldigte habe die im Gutachten aufgeführten psychologischen Tests nicht 
durchgeführt, was anhand der Tonaufnahmen bewiesen sei. Diese Tests seien notwendig, 
um eine korrekte Diagnose zu stellen. Es könne nicht sein, dass der Beschuldigte die Tests 
nachträglich aufgrund der anamnestischen Angaben im Gespräch objektiv beurteilen könne, 
da er die Aussagen der Beschwerdeführerin gar nicht bzw. nicht korrekt dokumentiert habe. 

3.2 Die falschen Angaben im Gutachten hätten sicherlich einen Einfluss auf das Ergebnis des 
Gutachtens gehabt. Es handle sich bei den falschen Angaben nicht bloss um Diskrepanzen, 
sondern um Verfälschungen ihrer Antworten. So ergebe sich aus den Tonaufnahmen, dass 
sie nie gesagt habe, sie konsumiere Cannabistropfen. Auch habe sie deutlich bejaht, 
Schlaftabletten zu nehmen. Ebenso falsch seien die Angaben zu den angeblich intakten 
Sozialkontakten, insbesondere zu ihren Eltern. Es sei für sie auch nicht nachvollziehbar, wie 

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der Beschuldigte zum Schluss komme, sie habe eine vollständige Tagesstruktur – eine 
solche ergebe sich jedenfalls nicht aus ihren Antworten anlässlich der Exploration. Diese 
Verfälschungen seien mehr als eine blosse Fehlinterpretation. Der Beschuldigte habe die 
Pflicht, ihre Antworten korrekt zu dokumentieren und nicht bloss eine allgemeine 
Gesamtbeurteilung abzugeben.

3.3 Der Beschuldigte habe keine Untersuchungen, insbesondere keine psychologischen Tests, 
durchgeführt und deren Befunde seien auch nicht bei den Akten. Der Beschuldigte habe 
anlässlich der Einvernahme mehrfach zugegeben, dass er ihre Antworten "falsch oder 
anders interpretiert" habe. Der Bericht von Dr. D.________ (act. 1/3) widerlege sodann die 
angeblichen Befunde des Beschuldigten. Der Beschuldigte habe sich deshalb der 
Urkundenfälschung im Amt gemäss Art. 317 StGB schuldig gemacht.

4. Die Staatsanwaltschaft bezieht sich bei der rechtlichen Beurteilung in der 
Einstellungsverfügung einzig auf Art. 251 StGB (Urkundenfälschung), während die 
Beschwerdeführerin geltend macht, es müsse eine Strafbarkeit nach Art. 317 StGB 
(Urkundenfälschung im Amt) geprüft werden. 

Besteht die Funktion der Verrichtungen einer Person in der Erfüllung öffentlicher Aufgaben, 
so sind die Tätigkeiten amtlich und die sie verrichtenden Personen Beamte im Sinne des 
Strafrechts (BGE 135 IV 198 E. 3.3). Ersteller eines von der kantonalen IV-Stelle in Auftrag 
gegebenen polydisziplinären medizinischen Gutachtens sind mit einer öffentlich-rechtlichen 
Aufgabe betraut und haben deshalb eine beamtenähnliche Stellung inne (Urteil des 
Bundesgerichts 1C_506/2019 vom 28. Februar 2020 E. 2). Der Beschuldigte war somit im 
Rahmen der Begutachtung der Beschwerdeführerin im Auftrag der 
Sozialversicherungsanstalt Zürich funktionell Beamter im Sinne von Art. 317 StGB. Die 
Vorwürfe gegen den Beschuldigten sind deshalb nicht hinsichtlich des allgemeinen 
Tatbestands der Urkundenfälschung nach Art. 251 StGB, sondern gemäss Art. 317 StGB 
wegen Urkundenfälschung im Amt zu prüfen.

5. Vorliegend hat die Staatsanwaltschaft eine fahrlässige Urkundenfälschung nicht geprüft und 
deshalb auch nicht die hierfür erforderlichen Beweismittel erhoben, weshalb der Sachverhalt 
nicht genügend klar ist, um gestützt darauf das Strafverfahren gegen den Beschuldigten 
einzustellen.

5.1 Gemäss Art. 317 StGB werden Beamte oder Personen öffentlichen Glaubens mit 
Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wenn sie vorsätzlich eine rechtlich 
erhebliche Tatsache unrichtig beurkunden. Handelt der Täter fahrlässig, so ist die Strafe 
Busse. Anders als bei der Urkundenfälschung gemäss Art. 251 StGB machen sich Beamte 
und Personen öffentlichen Glaubens gemäss Art. 317 StGB somit auch strafbar, wenn die 
Falschbeurkundung fahrlässig erfolgt. Die Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten kann 
somit nicht allein mit dem Hinweis auf den fehlenden Vorsatz eingestellt werden.

5.2 Die Staatsanwaltschaft äusserte sich in der Einstellungsverfügung und anlässlich der 
Vernehmlassung nicht zur Frage, inwiefern der Beschuldigte sich der fahrlässigen 
Urkundenfälschung im Amt schuldig gemacht haben könnte. Die bisherige Strafuntersuchung 
scheint sich dabei ebenfalls auf vorsätzlich begangene Delikte fokussiert zu haben.

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5.3 Aus den Akten ergibt sich jedoch zumindest der Verdacht auf eine fahrlässige 
Urkundenfälschung im Amt. 

5.3.1 Das unrichtige Beurkunden einer rechtlich erheblichen Tatsache, d.h. das Falschbeurkunden, 
bedeutet das Errichten einer echten, aber unwahren Urkunde, bei welcher der wirkliche und 
der in der Urkunde enthaltene Sachverhalt nicht übereinstimmen (BGE 142 IV 119 E. 2.1 
m.H.). Die Urkundsperson trifft insofern eine Ermittlungspflicht, wobei bei 
Prüfungshandlungen die Vornahme der ordnungsgemässen Untersuchung als mitbeurkundet 
gilt. Fahrlässigkeit bei der Erstellung einer Urkunde liegt vor, wenn der Täter aus 
pflichtwidriger Unvorsichtigkeit die inhaltliche Unrichtigkeit seiner Erklärung nicht erkennt 
(Boog, Basler Kommentar, 4. A. 2019, Art. 317 StGB N 5 und 21).

5.3.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass der Beschuldigte gewisse ihrer Ausführungen 
anlässlich des Explorationsgesprächs im Gutachten falsch wiedergegeben habe. Der 
Beschuldigte hat anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme eingeräumt, dass 
seine Ausführungen im Gutachten teilweise nicht mit den Angaben der Beschwerdeführerin 
übereinstimmten, oder konnte die Abweichung des Gutachtens von den Angaben der 
Beschwerdeführerin im Anamnesegespräch nicht erklären (vgl. Vi act. 2 Fragen 12, 13, 16, 
17, 18). Darüber hinaus ist nicht nachvollziehbar, wie der Beschuldigte entgegen den 
Aussagen der Beschwerdeführerin zum Schluss kommt, sie habe sehr gute soziale 
Interaktion im Familien- und Freundeskreis (vgl. Vi act. 2 Frage 21) und verfüge über eine 
vollständige Tagesstruktur (Vi act. 2 Frage 20). Der blosse Hinweis, dies sei seine 
Beurteilung, vermag diese Diskrepanzen jedenfalls nicht zu entkräften. Auch die 
Widersprüche bezüglich Schlaftabletten und der (gemäss Tonaufnahmen nie so 
geäusserten) Bemerkung im Gutachten, die Beschwerdeführerin konsumiere 
Cannabistropfen, konnte der Beschuldigte nicht nachvollziehbar auflösen (Vi act. 2 Fragen 
13, 14, 18). Es ist somit möglich, dass im psychiatrischen Gutachten des Beschuldigten 
Tatsachen aufgeführt werden, welche nicht der Wirklichkeit entsprechen. Entsprechende 
Feststellungen der Staatsanwaltschaft fehlen jedoch in der Einstellungsverfügung. Ebenso 
blieb unklar, ob bzw. inwiefern diese Tatsachen rechtlich erheblich sind und ob dadurch eine 
inhaltlich falsche Urkunde geschaffen wurde.

5.3.3 Nicht nachvollziehbar ist, wie die Staatsanwaltschaft zum Schluss gelangt, es könne nicht 
nachgewiesen werden, dass dokumentierte Testverfahren anlässlich des 
Explorationsgesprächs nicht durchgeführt worden seien. Der Beschuldigte hat nicht 
bestritten, die psychologischen Testverfahren nicht anlässlich der Begutachtung mit der 
Beschwerdeführerin, sondern erst nachträglich durchgeführt zu haben (Vi act. 2 Frage 19). 
Soweit ersichtlich, nahm die Staatsanwaltschaft das Ergebnis dieser nachträglichen 
Beurteilung nicht zu den Akten. Somit lässt sich nicht nachvollziehen, ob die relevanten 
Parameter vom Beschuldigten abgefragt oder – wie die Beschwerdeführerin geltend macht – 
wichtige Informationen gar nicht erhoben wurden. Zudem ist nicht ersichtlich, ob der 
Beschuldigte bei der Beurteilung von einem Sachverhalt ausging, welcher den Schilderungen 
der Beschwerdeführerin widersprach oder zu welchem sie nicht befragt worden war. Auch 
fehlen Abklärungen, ob das nachträgliche Ausfüllen der testpsychologischen Verfahren den 
gutachterlichen Standards entspricht. 

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5.3.4 Es besteht somit der Verdacht, dass das Gutachten unrichtige rechtlich erhebliche Tatsachen 
enthält. Aus den Akten ist zudem nicht zu entnehmen, ob die allfälligen unrichtigen 
Tatsachen aufgrund eines fahrlässigen Verhaltens des Beschuldigten Eingang in das 
psychiatrische Gutachten fanden. Dementsprechend wird der Verdacht gegen den 
Beschuldigten auf Urkundenfälschung im Amt weiter zu untersuchen und insbesondere auch 
eine fahrlässige Tatbegehung zu prüfen sein. 

5.4 Die Beschwerde ist deshalb gutzuheissen und die Einstellungsverfügung gemäss Art. 397 
Abs. 2 StPO aufzuheben.

6. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf die Staatskasse zu 
nehmen (Art. 428 Abs. 4 StPO).

Die Beschwerdeführerin beantragte eine Entschädigung. Die Privatklägerschaft hat Anspruch 
auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, wenn sie 
obsiegt (Art. 436 StPO i.V.m. Art. 433 StPO), wobei Aufwendungen in erster Linie die 
Anwaltskosten betreffen (Griesser, in: Donatsch et al. [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. A. 2020, Art. 433 N 1b). Für den blossen Zeit- und 
Arbeitsaufwand der nicht anwaltlich vertretenen Partei besteht hingegen gemäss StPO 
grundsätzlich kein Anspruch auf Entschädigung (Griesser, a.a.O., Art. 429 N 6a; vgl. auch 
Urteil des Bundesgerichts 6B_251/2015 vom 24. August 2015 E. 2.3 zur dort 
offengelassenen Frage, ob bei besonderen Verhältnissen ausnahmsweise eine 
Entschädigung ausgerichtet werden kann). Die Beschwerdeführerin ist nicht anwaltlich 
vertreten und es sind keine Umstände ersichtlich, welche auf besondere Verhältnisse im 
Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hindeuten. Der Beschwerdeführerin ist 
deshalb keine Entschädigung zuzusprechen.

Beschluss

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 
12. September 2022 (Verfahren 1A 2022 487) aufgehoben.

2. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 800.00 Gebühren
CHF 40.00 Auslagen
CHF 840.00 Total

und werden auf die Staatskasse genommen.

3. Die Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren nicht entschädigt.

4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach Art. 95 ff. 
BGG. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, 
begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und der 

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Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 
einzureichen.

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5. Mitteilung an:
- Parteien (an die Staatsanwaltschaft unter Rückgabe der eingereichten Akten)
- A.________
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

lic.iur. St. Scherer MLaw J. Berweger
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

versandt am: