# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 614ab8c4-5803-51a4-bc08-447730a92787
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-08-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 03.08.2010 SK1 2009 41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2009-41_2010-08-03.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 03. August 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 09 41 [nicht mündlich eröffnet]          07. Oktober 2010

Beschluss 
I. Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Präsident Brunner und Kantonsrichterin Michael Dürst
Redaktion Aktuarin Duff Walser

In der Strafsache

des A., vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Werner Jörger, Alexanderstrasse 
1/Bahnhofstrasse 11, 7001 Chur, 

betreffend stationäre Massnahme

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Mit Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 16. Januar 2006, 
mitgeteilt am 12. April 2006, wurde A. des mehrfachen Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 
1 Abs. 1 StGB, des mehrfachen unvollendeten Raubversuchs gemäss Art. 140 Ziff. 
1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB, der einfachen Körperverlet-
zung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Tätlichkeiten gemäss 
Art. 126 Abs. 1 StGB, der Drohung gemäss Art. 180 StGB, des mehrfachen Dieb-
stahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 
StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB sowie der 
mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig gesprochen und 
gestützt auf Art. 100bis aStGB in eine Arbeitserziehungsanstalt eingewiesen. 

Der Vollzug der angeordneten stationären Arbeitserziehungsmassnahme 
wurde in der Folge ab 6. Juni 2006 im Arxhof, Massnahmezentrum für junge Er-
wachsene, in Niederdorf durchgeführt. 

B. Die Notwendigkeit der stationären Massnahme gemäss Art. 61 StGB 
(Art. 100 bis aStGB) wurde bis anhin mehrfach überprüft.

Mit Verfügung des Amts für Justizvollzug Graubünden vom 25. April 2008  
wurde auf einen vorzeitigen Abbruch der stationären Massnahme vorerst verzichtet 
und die bedingte Entlassung von A. aus dem stationären Massnahmevollzug erst-
mals abgelehnt. 

Mit Verfügung vom 6. Februar 2009 entschied das Amt für Justizvollzug so-
dann erneut, die bedingte Entlassung nicht zu gewähren. Darin kam das Amt für 
Justizvollzug zum Schluss, dass A. die verbleibende Zeit im Massnahmevollzug nut-
zen solle, um mit dem geplanten Wechsel in die Aussenwohngruppe mehr Selbst-
verantwortung zu übernehmen, sich zu festigen und die Lehre abzuschliessen.

C. Aufgrund diverser Verfehlungen wurde A. indes bereits am 19. Fe-
bruar 2009 vom Arxhof ausgeschlossen und zur Sicherung der Massnahme in die 
Justizvollzugsanstalt Sennhof nach Chur überführt, wo er sich bis heute aufhält.

Im Abschlussbericht vom 3. März 2009 stellten die verantwortlichen Thera-
peuten des Arxhofes A. in der Folge eine schlechte Legalprognose aus. Sie gelang-
ten in ihrem Bericht zum Schluss, dass die im Gutachten diagnostizierte dissoziale 
Persönlichkeitsstörung (F60.2) nach ICD-10 auf den gesamten Therapieverlauf be-
zogen bekräftigt werden müsse. Dabei sei aufgrund der Psychopathy Checkliste 

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(PCL) von Hare davon auszugehen, dass diese Störung bei A. in Richtung Psycho-
pathie gehe. Zusammenfassend wurde die Fortführung des Behandlungsvertrages 
aufgrund der festgestellten Verleugnungsfixierung und der Festlegung auf kriminelle 
Bewältigungsstile als unmöglich erachtet. Die Gefahr weiterer, auch gewaltorientier-
ter, Delinquenz  wurde bei A. zudem als gross eingestuft.

In der ergänzenden Stellungnahme der Psychiatrischen Dienste Graubünden 
vom 11. März 2009 gelangte auch Dr. med. S. zur Einschätzung, dass die Gefahr 
neuer Gewalttaten und neuerlicher Delinquenz bei A. weiterhin sehr hoch sei. Aller-
dings empfahl er eine strafvollzugsbegleitende Behandlung im Sinne einer ambu-
lanten therapeutischen Massnahme gemäss Art. 63 StGB, wie er sie bereits in sei-
nem Gutachten vom 1. Juni 2005 als angezeigt erachtet hatte.

D. Das Amt für Justizvollzug erachtete in der Folge weitere Abklärungen 
als notwendig. Es holte daher zunächst beim Arxhof einen Ergänzungsbericht zum 
Abschlussbericht vom 3. März 2009 ein, wobei auf den Inhalt dieser ergänzenden 
Stellungnahme vom 25. Juni 2009, soweit erforderlich, in den Erwägungen einzu-
gehen sein wird. 

Am 24. März 2009 beauftragte das Amt für Justizvollzug sodann den Sach-
verständigen Dr. med. C., Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Zert. 
Forensischer Psychiater SGFP, in Zürich mit der Erstellung eines forensisch-psych-
iatrischen Gutachtens über A.. 

Da sich A. einer persönlichen Exploration durch Dr. med. C. verweigerte, hat 
der Experte in der Folge das vom 28. Oktober 2009 datierende Gutachten einzig 
aufgrund der Aktenlage erstellt. Dabei wurde die Diagnose einer dissozialen Per-
sönlichkeitsstörung mit narzisstischen und psychopathischen Merkmalen (ICD-10 
F60.2) vom Sachverständigen bestätigt. Überdies stufte Dr. med. C. die Rückfallge-
fahr für weitere Gewalthandlungen wie Tätlichkeiten, Körperverletzungen etc. als 
erheblich und jene für Eigentumsdelikte wie Einbruchdiebstahl und Raub ebenso 
wie für Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz als hoch ein. Aus gutachterli-
cher Sicht sei daher die Umwandlung der bisherigen Massnahme nach Art. 61 StGB 
in eine stationäre  Massnahme nach Art. 59 Abs. 3 StGB zu empfehlen.

E. Gestützt auf die Ausführungen im Gutachten vom 28. Oktober 2009 
beantragte das Amt für Justizvollzug Graubünden dem Kantonsgericht Graubünden 
am 16. November 2009 die gegenüber A. angeordnete stationäre Massnahme nach 
Art. 61 StGB aufzuheben und in eine stationäre Massnahme nach Art. 59 Abs. 3 
StGB umzuwandeln.

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F. In seiner Stellungnahme vom 25. Januar 2010 stellte der Rechtsver-
treter von A., Rechtsanwalt  Dr. iur. Werner Jörger, folgende Rechtsbegehren:

„.1. Es sei A. mit Wirkung ab 1. April 2009 der unterzeichnende Rechtsan-
walt als amtlicher Verteidiger zu bestellen.

2. a) Es sei eine ergänzende Stellungnahme bzw. Empfehlung von Dr. med. 
S. von den psychiatrischen Diensten Graubünden zur vom Amt für Jus-
tizvollzug beantragten Umwandlung der bisherigen in eine andere sta-
tionäre Massnahme einzuholen.

b) Es sei ein Führungsbericht von der Justizvollzugsanstalt Sennhof in  
Chur einzuholen.

3. a) Die bisherige stationäre Massnahme nach Art. 61 StGB (100bis 
aStGB) sei aufzuheben.

b) Von der Verhängung einer restlichen Freiheitsstrafe sei abzusehen; 
eventuell sei eine bedingte, subeventuell eine teilbedingte restliche 
Freiheitsstrafe unter Anrechnung des mit der bisherigen Massnahme 
verbundenen Freiheitsentzugs gemäss Art. 57 Abs. 3 StGB auszuspre-
chen.

c) Es sei eine ambulante Behandlung in Verbindung mit einer Be-
währungshilfe für die Dauer der Behandlung gemäss Art. 63 StGB an-
zuordnen.“

Demgegenüber hielt das Amt für Justizvollzug in seiner Stellungnahme vom 
2. Februar 2010 fest, dass es die von Rechtsanwalt Jörger beantragte Anordnung 
einer ambulanten Behandlung in Verbindung mit einer Bewährungshilfe für nicht 
verantwortbar halte.

G. Mit Verfügung vom 8. Februar 2010 ersuchte der Vorsitzende der I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden daraufhin die Justizvollzugsan-
stalt Sennhof um Abgabe eines Führungsberichts über A., welcher am 19. Februar 
2010 erstattet wurde. Gleichzeitig verfügte der Vorsitzende, dass über den Antrag 
des Verteidigers um ergänzende Stellungnahme beziehungsweise Empfehlung von 
Dr. med. S. anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung zu entscheiden sei.

H. Anlässlich der Hauptverhandlung vor Kantonsgericht vom 2. März 
2010 waren A., sein Verteidiger sowie die Eltern und die Schwester von A. anwe-
send. Es wurden keine Einwände betreffend die Zusammensetzung und die Zustän-
digkeit des Gerichtes erhoben. Nach dem Verlesen des Führungsberichts der Jus-
tizvollzugsanstalt Sennhof vom 19. Februar 2010 sowie der anschliessenden form-
freien richterlichen Befragung von A. zur Person und zur Sache wurde das Beweis-
verfahren geschlossen. In der Folge hielt der Verteidiger seinen Vortrag, wobei er 
seine Anträge gemäss Stellungnahme vom 25. Januar 2010 bestätigte. In seinem 
Schlusswort betonte A. schliesslich, dass er heute täglich bereue, was passiert sei.  

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Er habe seine Fehler eingesehen und mit seinem kriminellen Verhalten abgeschlos-
sen. Er bitte daher um eine letzte Chance, damit er aus seinem Leben noch etwas 
machen könne. 

I. Im Anschluss an die Hauptverhandlung erkannte die I. Strafkammer 
des Kantonsgerichts von Graubünden mit Beschluss vom 2. März 2010:

„1. Es wird die Erstellung eines forensisch-psychiatrischen Zusatzgutach-
tens über A. durch Dr. med. C., Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, Zert. Forensischer Psychiater SGFP, , 8008 Zürich, ange-
ordnet.

2. A. wird aufgefordert, innert 10 Tagen seit Mitteilung dieses Beschlusses 
schriftlich mitzuteilen, ob er bereit ist, sich der Begutachtung durch Dr. 
med. C. zu unterziehen und an derselben teilzunehmen.

3. Wird die Teilnahme an der angeordneten Begutachtung durch Dr. med. 
C. von A. abgelehnt, erfolgt die Beurteilung der Sache gestützt auf die 
vorliegenden Akten. 

4. Die Kosten bleiben bei der Prozedur.

5. (Mitteilung an).“

J. Mit Schreiben vom 11. März 2010 erklärte sich A. innert erstreckter 
Frist bereit, sich der Begutachtung durch Dr. med. C. zu unterziehen und an dersel-
ben teilzunehmen. In der Folge beauftragte der Vorsitzende der I. Strafkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden Dr. med. C. mit der Erstellung eines forensisch-
psychiatrischen Zusatzgutachtens über A.. Dabei ersuchte er den Sachverständi-
gen um dessen Einschätzung, ob sich mit Bezug auf das Psychiatrische Gutachten 
vom 28. Oktober 2009 eine veränderte Sicht ergebe beziehungsweise ob seine da-
malige Beurteilung nach dem neuesten Kenntnisstand sowie nach der durchgeführ-
ten Untersuchung von A. eine Veränderung erfahre und falls ja inwieweit. Insbeson-
dere sei dabei auch die Frage zu beantworten, ob sich die vom Verteidiger bean-
tragte ambulante Behandlung in Verbindung mit einer Bewährungshilfe für die 
Dauer der Behandlung gemäss Art. 63 StGB aus forensisch-psychiatrischer Sicht 
vertreten lasse oder nicht. 

Das gestützt auf den Auftrag des Kantonsgerichts von Dr. med. C. ausgear-
beitete Zusatzgutachten datiert vom 15. Juni 2010 und ging am 16. Juni 2010 beim 
Kantonsgericht ein. Darin hält der Gutachter im Ergebnis weiterhin an seiner im Gut-
achten vom 28. Oktober 2009 abgegebenen Empfehlung der Anordnung einer sta-
tionären Massnahme nach Art. 59 StGB fest. Auf den weiteren Inhalt des Zusatz-
gutachtens wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen zurückzukommen sein.

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K. A. sowie dem Amt für Justizvollzug wurde in der Folge Gelegenheit 
gegeben, sich zum eingeholten Zusatzgutachten zu äussern.

In seiner Stellungnahme vom 30. Juni 2010 hielt das Amt für Justizvollzug 
nochmals fest, dass es im vorliegenden Fall die Anordnung einer ambulanten Be-
handlung in Verbindung mit einer Bewährungshilfe für nicht verantwortbar halte.

Demgegenüber liess A. mit Vernehmlassung vom 28. Juli 2010 beantragen, 
es sei eine ergänzende Stellungnahme respektive Empfehlung von Dr. med. S. von 
den Psychiatrischen Diensten Graubünden zur vom Amt für Justizvollzug beantrag-
ten und vom Gutachter nach wie vor empfohlenen Anordnung einer stationären 
Massnahme nach Art. 59 StGB einzuholen. Überdies seien die Auswertungen be-
ziehungsweise Fragen- und Antwortenlisten der Prognoseinstrumente „Fotres“ und 
„VRAG“ (u. a. Psychopathiecheckliste), auf die im Haupt- und Zusatzgutachten von 
Dr. med. C. Bezug genommen werde, von diesem herauszuverlangen und ins Recht 
zu nehmen. Schliesslich ersuchte der Verteidiger um Durchführung einer zweiten 
Hauptverhandlung zu der A. vorzuladen sei und an der auch materiell zum Zusatz-
gutachten Stellung genommen werden könne.

Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften sowie auf die weiteren Schluss-
folgerungen in den vorliegenden Gutachten und Berichten wird, soweit erforderlich, 
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

II. Erwägungen

1. Das Amt für Justizvollzug Graubünden beantragt dem Kantonsgericht 
gestützt auf Art. 62c Abs. 6 StGB, die gegenüber A. angeordnete Massnahme nach 
Art. 61 StGB aufzuheben und in eine stationäre Massnahme nach Art. 59 Abs. 3 
StGB umzuwandeln. Bevor allerdings die materielle Frage der Aufhebung und Um-
wandlung der angeordneten Massnahme für junge Erwachsene nach Art. 61 StGB 
zu prüfen sein wird, ist auf den formellen Antrag der Verteidigung um Durchführung 
einer zweiten Hauptverhandlung mit Vortritt von A. einzugehen. 

Das Kantonsgericht hat bereits am 2. März 2010 eine mündliche Hauptver-
handlung betreffend Aufhebung und Umwandlung der gegenüber A. angeordneten 
Massnahme nach Art. 61 StGB durchgeführt, wobei daran sowohl letzterer persön-
lich als auch dessen Verteidiger teilgenommen haben und zum Gutachten von Dr. 
med. C. vom 28. Oktober 2009 und dessen Empfehlung, die Massnahme für junge 
Erwachsene in eine solche gemäss Art. 59 Abs. 3 StGB umzuwandeln, Stellung 

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nehmen konnten. Dabei bleibt festzustellen, dass sich aufgrund der Zusatzbegut-
achtung von Dr. med. C. vom 15. Juni 2010 (act. 21) keine neuen Erkenntnisse 
ergeben haben, welche eine neuerliche Anhörung von A. vor Schranken angezeigt 
erscheinen liessen. Vielmehr bestätigt der Sachverständige nach persönlicher Ex-
ploration des Betroffenen sowohl die bereits im früheren Gutachten vom 28. Oktober 
2009 (act. 6.19) gestellte Diagnose einer dissozialen Persönlichkeitsstörung mit na-
rzisstischen und psychopathischen Merkmalen (ICD-10 F60.2) als auch die darauf 
sowie auf das Verhalten von A. während des Massnahmevollzugs gründende 
schlechte Legalprognose (vgl. act. 6.19 S. 37, 39, 43, 44: act. 21 S. 5, 6). Dem-
gemäss bleibt Dr. med. C. auch im Zusatzgutachten vom 28. Oktober 2009 bei sei-
ner Empfehlung, die angeordnete Massnahme nach Art. 61 StGB aufzuheben und 
an deren Stelle eine stationäre Massnahme gemäss Art. 59 StGB anzuordnen (vgl. 
act. 21 S. 5, 6). Soweit die Verteidigung die Durchführung einer zweiten Hauptver-
handlung verlangt, ist ihr Antrag folglich aus den dargelegten Gründen abzuweisen.

2. Gemäss Art. 62c Abs. 1 lit. a StGB wird die Massnahme aufgehoben, 
wenn deren Durch- oder Fortführung als aussichtslos erscheint. Das Scheitern einer 
Massnahme soll dabei gerade bei Massnahmen für junge Erwachsene nicht leicht-
hin angenommen werden. Die Massnahme kann – und muss – jedoch dann aufge-
hoben werden, wenn sie sich als definitiv undurchführbar erweist. Davon ist  auszu-
gehen, wenn sie nach der Lage der Dinge keinen Erfolg mehr verspricht, das heisst, 
wenn es nicht mehr möglich erscheint, das mit deren Anordnung angestrebte Voll-
zugsziel zu erreichen (vgl. dazu Marianne Heer, in: Basler Kommentar zum Straf-
recht I, Art.1-110 StGB, 2. Aufl., Basel 2007 N 17 ff. zu Art. 62c StGB; Stefan Trech-
sel/Barbara Pauen Borer, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 
Zürich/St. Gallen 2008, N 2 f. zu Art. 62c StGB). 

Das Amt für Justizvollzug vertritt mit seinem Antrag an das Kantonsgericht 
vom 16. November 2009 um Aufhebung und Umwandlung der angeordneten stati-
onären Massnahme nach Art. 61 StGB die Auffassung, dass die Weiterführung der 
gegenüber A. angeordneten stationären Massnahme nach Art 61 StGB aussichtslos 
ist (vgl. act. 01). Dass die angeordnete Massnahme für junge Erwachsene im Falle 
von A. erfolglos geblieben ist, wird denn auch durch deren Verlauf klar belegt. So 
wurde vom therapeutischen Leiter des Arxhofes im Abschlussbericht vom 3. März 
2009 (act. 5.33) zusammenfassend festgestellt, dass der Aufenthalt von A. auf dem 
Arxhof immer wieder durch Krisen, Suchtrückfälle, Fluchten sowie Regelverletzun-
gen geprägt gewesen sei. Es sei deutlich geworden, dass sich A. nur eine gewisse 
Zeit an die Strukturen des Arxhofes anpassen konnte, wobei es dazu enger Struk-
turen und Kontrollen bedürfe, welche den jungen Mann aufgrund seiner dissozialen 

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und narzisstischen Persönlichkeitsstruktur gleichzeitig schnell langweilen, kränken 
und in eine versteckte Opposition bringen würden. Aufgrund dieser Persönlich-
keitsstruktur habe A. die Resozialisierungsmassnahme des Arxhofes somit nur un-
zureichend für sich nutzen können. Gemäss Fazit des Arxhofes konnten daher die 
immer wieder hoffnungsvollen prosozialen Entwicklungsphasen während der Mass-
nahme, durchbrochen von Krisen und Rückfällen, längerfristig keinen entwicklungs-
fördernden Charakter hervorbringen (vgl. act. 5.33 S. 6 Ziff. 6). A. habe sodann 
keine Bereitschaft gezeigt, seine Konsumrückfälle konstruktiv aufzuarbeiten, ob-
schon er wusste, dass diese Bereitschaft eine Bedingung für den weiteren Aufent-
halt im Arxhof darstellte. Stattdessen habe er versucht, den Konsum mit dissozialen 
Mustern und subkulturellen Machenschaften in grossem Ausmass zu verheimli-
chen. Im Abschlussbericht wird daher der Schluss gezogen, dass sich die dissozia-
len Werthaltungen von A. als zu resistent für eine weitere Bearbeitung erwiesen 
haben, womit die Fortführung der Massnahme weder zweckmässig noch sinnvoll 
sei. Es wird ganz klar festgehalten, dass sich die destruktiven Anteile in einem sol-
chen Mass manifestiert haben, dass die Indikationsfrage betreffend die Behandlung 
von A. und den Vollzug auf dem Arxhof negativ beantwortet werden muss (vgl. act. 
5.33 S. 7 Ziff. 7). Zusammenfassend wird daher die Fortführung des Behandlungs-
vertrages aufgrund der bei A. festgestellten Verleugnungsfixierung und dessen 
Festlegung auf kriminelle Bewältigungsstile von den zuständigen Therapeuten des 
Arxhofs als unmöglich erachtet. Dabei wird festgehalten, dass die Gefahr weiterer 
gewaltorientierter Delinquenz als gross einzustufen sei (vgl. act. 5.33 S. 7 Ziff. 8). 
Das Massnahmezentrum Arxhof für junge Erwachsene legt mithin in seinem Ab-
schlussbericht eben so deutlich wie nachvollziehbar dar, dass die gegenüber A. an-
geordnete Massnahme nach Art. 61 StGB gescheitert ist. 

Entsprechend beurteilt auch Dr. med. S. von den Psychiatrischen Diensten 
Graubünden den Verlauf der Massnahme in seinem Bericht vom 11. März 2009 als 
zwiespältig (vgl. act. 6.10 S. 8). Zwar habe sich der Explorand wohl teilweise auf die 
Behandlung eingelassen, wenn man ihm das nicht nur als manipulatives Taktieren 
unterstellen wolle. Allerdings seien die Veränderungen kaum verhaltenswirksam ge-
worden. Demgemäss gelangt Dr. med. S. ebenfalls zur Einschätzung, dass die Ge-
fahr neuer Gewalttaten und neuerlicher Delinquenz bei A. weiterhin sehr hoch sei 
(vgl. act. 6.10, S. 8) und bestätigt, dass der zusammenfassenden Beurteilung des 
Arxhofes weitgehend gefolgt werden könne (vgl. act. 6.10 S. 7).

In Übereinstimmung dazu gelangte schliesslich auch Dr. med. C. in seinem 
Gutachten vom 28. Oktober 2009 zur Auffassung, dass die angeordnete Mass-
nahme nach Art. 61 StGB als gescheitert betrachtet werden müsse, zumal sie in-

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nerhalb mehrerer Jahre nicht in der Lage gewesen sei, die Legalprognose signifi-
kant günstig zu beeinflussen (vgl. act.  6.19 S. 48 Zu 4). Wie Dr. med. C. weiter 
zutreffend feststellte (vgl. act. 6.19 S. 46, S. 48 f. Zu 6, S. 49), entspricht sie zudem 
auch nicht mehr dem Alter von A. und dem Chronifizierungsgrad der Problematik. 
Überdies sei aufgrund des vorliegenden Störungsbildes von einer verlängerten Be-
handlungsdauer auszugehen, weshalb die Massnahme für junge Erwachsene auch 
bezüglich des möglichen Zeitrahmens zu kurz greife. Diese Einschätzung  bekräf-
tigte Dr. med. C. sodann auch in seinem Zusatzgutachten vom 15. Juni 2010, worin 
er klar festhielt, dass die diagnostische Einschätzung des Hauptgutachtens zu 
bestätigen sei. Auch die Exploration habe Befunde erbracht, welche die aus den 
Akten erhobenen prognoserelevanten Defizite bekräftigen würden. Aus dem Verlauf 
der letzten Monate könne daher keine relevante Veränderung bezüglich Prognose 
und daraus resultierender Massnahmeempfehlung entstehen (vgl. act. 21 S. 5).

Von der Aussichtslosigkeit respektive dem Scheitern der Massnahme geht 
im Übrigen neben dem Amt für Justizvollzug (vgl. act. 01) auch A. selbst (vgl. act. 
07 S. 4 Ziff. 3 und 4) aus, welcher vor Schranken deutlich darlegte, dass er mit dem 
System überfordert gewesen sowie mit den Leuten nicht zu Recht gekommen sei 
und es demzufolge  – wie er sich ausdrückte – mit der Massnahme einfach nicht 
gegangen sei.

In Anbetracht der dargelegten Umstände sowie der einhelligen Beurteilung 
seitens des Gutachters Dr. med. C. und des Arxhofes wie auch der Psychiatrischen 
Dienste Graubünden gelangt die I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubün-
den folglich in Übereinstimmung mit dem Amt für Justizvollzug und dem Betroffenen 
zum Schluss, dass die Ziele der angeordneten stationären Massnahme nicht er-
reicht werden konnten und dass auch nicht zu erwarten ist, dass sich daran im Rah-
men der laufenden Massnahme etwas ändern liesse. Angesichts dessen ist die an-
geordnete stationäre Massnahme nach Art. 61 StGB somit als gescheitert zu be-
trachten und infolge Aussichtslosigkeit gemäss Art. 62c Abs. 1 lit. a StGB aufzuhe-
ben.

3. Das Amt für Justizvollzug stützt seinen Antrag auf Umwandlung der 
gescheiterten Massnahme für junge Erwachsene in eine stationäre Massnahme 
gemäss Art. 59 Abs. 3 StGB auf Art. 62c Abs. 6 StGB. Im Folgenden ist daher ge-
stützt auf die vorliegenden Berichte und Gutachten zu prüfen, ob im konkreten Fall 
die Voraussetzungen für die Anordnung der beantragten Massnahme gegeben sind 
oder ob allenfalls eine andere Massnahme in Frage kommt. Der Klarheit halber 
bleibt allerdings in diesem Zusammenhang vorweg anzumerken, dass bei Aufhe-

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bung einer Massnahme infolge deren Scheiterns hinsichtlich der Rechtsfolgen der 
Aufhebung nicht Art. 62c Abs. 6 StGB, sondern Art. 62c Abs. 3 StGB zur Anwen-
dung gelangt. Während der Ersatz einer gescheiterten und damit ungeeigneten 
durch eine geeignete Massnahme auf Abs. 3 der genannten Bestimmung abzustüt-
zen ist, stellt nämlich Abs. 6 lediglich eine Ergänzung von Art. 62c Abs. 3 StGB dar, 
welche zusätzlich auch den Ersatz einer geeigneten durch eine offensichtlich bes-
sere Massnahme erlaubt. Offensichtlich wollte der Gesetzgeber mit der Regelung 
von Art. 62c Abs. 6 StGB sicherstellen, dass der Wechsel der Massnahme im Ge-
gensatz zum alten Recht nicht zwingend an die Feststellung eines Scheiterns einer 
begonnenen Behandlung gebunden ist. Vorliegend ist jedoch – wie vorstehend dar-
gelegt – vom Scheitern der gerichtlich angeordneten Massnahme auszugehen, 
weshalb die allfällige Anordnung einer anderen Massnahme, wie sie das Amt für 
Justizvollzug beantragt, auf Art. 62c Abs. 3 StGB zu stützen ist. Danach kann das 
Gericht anstelle des Strafvollzugs eine andere Massnahme anordnen, wenn zu er-
warten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit dem Zustand des Täters in 
Zusammenhang stehender Verbrechen und Vergehen begegnen (Art. 62c Abs. 3 
StGB).

a) aa) Dr. med. C. bestätigte in seinem Gutachten vom 28. Oktober 
2009 die im Vorgutachten gestellte Diagnose einer dissozialen Persönlichkeitss-
törung mit narzisstischen und psychopathischen Merkmalen (vgl. act. 6.19 S. 47 Zu 
1). Eine weitere psychische Störung, welche die Diagnoseschwelle überschreite, 
könne bei A. derzeit nicht festgestellt werden. Es müsse jedoch auf den problema-
tischen, zum Teil exzessiven Konsum von Alkohol und illegalen Drogen mit teilwei-
sem Kontrollverlust hingewiesen werden, wobei die Gefahr, dass sich dieses Kon-
summuster in Freiheit zu einer Suchtproblematik entwickeln werde, als erheblich zu 
betrachten sei, falls eine solche nicht bereits vorliege (vgl. act. 6.19 S. 47 Zu 1). 
Ausgehend von der diagnostizierten dissozialen Persönlichkeitsstörung mit psycho-
pathischen und narzisstischen Zügen, den zahlreichen, daraus resultierenden pro-
gnoserelevanten Defiziten und der zunehmenden Suchtproblematik beurteilte der 
Gutachter sodann auch die Rückfallgefahr für Gewalthandlungen ähnlich den bis-
herigen Gewalthandlungen als erheblich sowie für den Konsum illegaler Drogen und 
Eigentumsdelikte als hoch (vgl. act. 6.19 S. 48 zu 5, S. 43 f., S. 45). Dabei machte 
der Sachverständige deutlich, dass die psychopathischen Merkmale im Falle von A. 
ausgeprägt sind. In der Schweiz gebe es indes keine ausschliesslich auf deutlich 
psychopathische Persönlichkeiten ausgerichtete Psychotherapien. Vielmehr müsse 
dieser Befund bei einer deliktpräventiven Psychotherapie in Einzel- und Gruppen-
settings berücksichtigt werden, wobei Dr. med. C. klar darlegte, dass die festgestell-

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ten psychopathischen Merkmale eine Behandlung zwar erschweren, sie jedoch 
nicht generell verunmöglichen würden. Entsprechend stelle dieser Umstand aus 
therapeutischer Sicht eine Herausforderung dar und es sei von einer verlängerten 
und intensiveren Behandlung auszugehen, um bestenfalls relevante Fortschritte er-
zielen zu können (vgl. act. 6.19 S. 47 zu 2).

Der Anordnung einer ambulanten Behandlung nach Art. 63 StGB bei Aufhe-
bung der Massnahme für junge Erwachsene ohne verbleibende Reststrafe, das 
heisst in Freiheit, wie sie der Verteidiger von A. beantragt, stand der Sachverstän-
dige daher bereits in seinem Hauptgutachten vom 28. Oktober 2009 skeptisch ge-
genüber. So brachte er darin klar zum Ausdruck, dass eine Behandlung in Freiheit 
angesichts des heutigen Stands bezüglich Behandlungsfortschritten beziehungs-
weise Rückfallgefahr und Compliance derart ungünstig sei, dass sie aus gutachter-
licher Sicht nicht zu empfehlen ist. Zu hoch sei die Gefahr einer Rückfälligkeit be-
züglich Gewalthandlungen als auch bezüglich der Entwicklung einer Suchtproble-
matik (act. 6.19 S. 47 zu 3). Dr. med. C. vermochte aber auch keine Empfehlung für 
eine vollzugsbegleitende Durchführung einer ambulanten Behandlung auszuspre-
chen. Diesbezüglich fehlt es nämlich am milieutherapeutischen Aspekt, wie er bei 
einer Massnahme für junge Erwachsene oder bei einer stationären Massnahme 
nach Art. 59 StGB integriert ist und welcher gemäss den nachvollziehbaren Aus-
führungen des Sachverständigen bei A. förderlich und notwendig wäre (vgl. act. 
6.19 S. 47 zu 3). Gestützt auf seine Feststellung, wonach die psychotherapeutische 
Einflussnahme mit Hilfe einer deliktpräventiven Behandlung im Einzel- und Grup-
pensetting unter weiterhin geschützten Bedingungen und im milieutherapeutischen 
Rahmen fortgeführt werden sollte sowie mit Blick auf die Einschätzung, dass auf-
grund des vorliegenden Störungsbildes von einer längeren, intensiveren Behand-
lung auszugehen ist, sprach sich Dr. med. C. infolgedessen ebenso klar wie schlüs-
sig begründet für die Anordnung einer stationären Massnahme nach Art. 59 Abs. 3 
StGB aus. Dabei brachte er nachvollziehbar zum Ausdruck, dass eine Massnahme 
nach Art. 59 StGB sowohl dem Alter und der Reife von A. wie auch der dargestellten 
Problematik optimal gerecht werde (vgl. act. 6.19 S. 48 f. zu 6). 

Zwar vermochte sich der Sachverständige Dr. C. bei der Erstellung seines 
Gutachtens vom 28. Oktober 2009 lediglich auf die vorliegenden Akten abzustützen, 
da sich A. geweigert hat, an der persönlichen Begutachtung durch ihn teilzunehmen. 
So liess letzterer – ohne eigentliche Ausstandsgründe geltend zu machen – mit Brief 
vom 18. Juni 2009 an das Amt für Justizvollzug (vgl. act. 5.41) mitteilen, dass er bei 
der Begutachtung durch Dr. med. C. in keiner Weise kooperieren und insbesondere 
keine Aussagen, Tests, oder ähnliches machen werde, weil er kein Vertrauen in den 

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bestellten Gutachter habe. In der Folge wurde das Gutachten vom 28. Oktober 2009 
– da Dr. med. C. die Frage der Verantwortbarkeit eines Aktengutachtens klar bejaht 
hat (vgl. act. 6.18) – gestützt auf die vorliegenden Unterlagen erstellt. Wenn sich  
aber – wie im zu beurteilenden Fall –  der zu begutachtende Betroffene der persön-
lichen Untersuchung durch den bestellten Sachverständigen verweigert und es für 
den Experten verantwortbar erscheint, lediglich auf vorhandene Unterlagen abzu-
stellen, ist gemäss Lehre und bundesgerichtlicher Rechtsprechung gegen ein reines 
Aktengutachten nichts einzuwenden. Ein Anspruch auf Bestellung eines bestimm-
ten Sachverständigen ergibt sich weder aus dem materiellen Bundesrecht noch aus 
der EMRK oder der BV. Gesetzes- oder Verfassungsrecht ist nicht verletzt, wenn 
eine Person zum Sachverständigen ernannt wird, gegen den der Betroffene Ein-
wendungen erhebt, die nicht einen eigentlichen Ausstandsgrund (wie etwa Befan-
genheit) begründen. Weigert sich der Betroffene am Verfahren beziehungsweise an 
der Begutachtung teilzunehmen, trägt somit – trotz des im Gesetz verankerten Be-
gutachtungsobligatoriums – letztlich er die Konsequenzen seiner fehlenden Mitwir-
kung, zumal er gegen seinen Willen nicht zur Teilnahme an der Begutachtung ge-
zwungen werden kann (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 16. Februar 2009 
[6B 937/2008], Erw. 2; BGE 127 I 54. Erw. 2. f S. 5; BGE 116 II 406, Erw. 2 S. 407 
sowie Marianne Heer, a.a.O., N 61 zu Art. 56 StGB). Auf die schlüssigen und klaren 
gutachterlichen Feststellungen von Dr. med. C. in seinem Gutachten vom 28. Okto-
ber 2009 darf folglich trotz fehlender persönlicher Untersuchung des Betroffenen 
ohne weiteres abgestellt werden. 

bb) Dies im Übrigen um so mehr, als A. am 11. März 2010 (vgl. act. 18.1) 
der persönlichen Teilnahme einer Zusatzbegutachtung durch den nämlichen Sach-
verständigen zugestimmt beziehungsweise nachfolgend daran teilgenommen hat 
und die Schlussfolgerungen im Zusatzgutachten von Dr. med. C. vom 15. Juni 2010 
(act. 21) mit jenen im Aktengutachten vom 28. Oktober 2009 in Einklang stehen. 

Gemäss Beurteilung durch Dr. med. C. vom 15. Juni 2010 ist nämlich nach 
persönlicher Begutachtung des Exploranden nicht nur die diagnostische Einschät-
zung des Hauptgutachtens einer dissozialen Persönlichkeitsstörung mit narzissti-
schen und ausgeprägt psychopathischen Merkmalen zu bestätigen (vgl. act. 21 S. 
5), sondern auch die legalprognostische Beurteilung im Sinne einer erheblich be-
lasteten Legalprognose sowie die festgestellte deutlich eingeschränkte Behandel-
barkeit. In diesem Zusammenhang betonte der Gutachter zudem erneut, dass ge-
rade letztere einen ausreichend langen Interventionszeitraum auch im geschützten 
beziehungsweise strukturierten Rahmen bedinge (vgl. act. 21 S. 6). Dabei berück-
sichtigte er, dass das Betragen von A. während der aktuellen Haft konform, ohne 

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Disziplinierungen und gesamthaft positiv zu bewerten sei (vgl. act. 21 S. 5), was 
auch durch den vom Kantonsgericht auf Antrag des Verteidigers eingeholten Voll-
zugsbericht der Justizvollzugsanstalt Sennhof (vgl. act. 13) bestätigt wird. Der Gut-
achter stellt jedoch ausdrücklich fest, dass das Betragen in Haft im positiven Fall 
keine hohe Aussagekraft bezüglich des Legalverhaltens habe. Dazu führt er er-
klärend aus, dass ein solches bei Klienten mit ausgeprägten psychopathischen 
Merkmalen häufiger beobachtet werde. Überdies ergebe sich dieses positive Ver-
halten im vorliegenden Fall auch aus dem Umstand, dass die Hoffnung auf Entlas-
sung in Freiheit und Antritt einer ambulanten Massnahme A. mittelfristig zu motivie-
ren vermöge. Abgesehen davon setze der geschlossene Rahmen eine höhere 
Hürde vor erneutem Drogenkonsum. Wenn der Sachverständige in der Schlussfol-
gerung ausführt, dass daher aus dem Verlauf der letzten Monate keine relevante 
Veränderung bezüglich Prognose und daraus resultierender Massnahmeempfeh-
lung entstehen könne (vgl. act. 21 S. 5, 6), erscheint dies folglich schlüssig und 
nachvollziehbar. Darüber hinaus stellt der Gutachter fest, dass auch die Exploration 
Befunde ergeben habe, welche die aus den Akten erhobenen prognoserelevanten 
Defizite bekräftigen würden. Um diese Defizite anzugehen, erachtet Dr. med. C. 
entsprechend seiner Empfehlung im Hauptgutachten bei A. eine Gruppentherapie 
als angebracht, welcher der Explorand jedoch ablehnend gegenüber stehe. Aus gut-
achterlicher Sicht erweise sich daher ein gestuftes Vorgehen als angezeigt, bei dem 
anfänglich von einer Einzeltherapie im Sinne einer Vorbereitung auf das gruppen-
therapeutische Setting auszugehen sei, bevor im Sinne von Belastungsproben und 
Erhöhung der Freiheitsgrade und damit auch der Stressbelastung nach und nach 
der jeweilige status quo der Behandlungsfortschritte ausgetestet werden könne. Da-
bei hält der Sachverständige dezidiert fest, dass nur eine stationäre Massnahme 
das geeignete Instrumentarium biete, um schrittweise sowohl eine anhaltende Mo-
tivation für den Exploranden als auch die entsprechende Sicherheit gegenüber der 
Öffentlichkeit bieten zu können (vgl. act. 21 S. 5). Er empfiehlt daher in Bestätigung 
seiner Schlussfolgerung gemäss Hauptgutachten vom 28. Oktober 2009 aus den 
dargelegten nachvollziehbaren Gründen auch weiterhin die Anordnung einer stati-
onären Massnahme gemäss Art. 59 StGB, welche auch den vom Gutachter als un-
abdingbar erachteten längerfristigen Interventionszeitraum im geschützten respek-
tive strukturierten Rahmen gewährleistet (vgl. act. 21 S. 5 unten f.). Davon ausge-
hend könnten dann im Rahmen der Massnahme je nach Engagement des Explo-
randen in der deliktpräventiven Psychotherapie nach und nach schrittweise die oben 
dargelegten Lockerungen vorgenommen werden (vgl. act. 21 S. 6).     

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cc) Der Gutachter spricht sich also auch nach persönlicher Exploration 
von A. klar für die Anordnung einer stationären Massnahme nach Art. 59 Abs. 3 
StGB aus, wobei festzustellen bleibt, dass seine diesbezüglichen Schlussfolgerun-
gen im Gutachten vom 28. Oktober 2009 wie auch im Zusatzgutachten vom 15. Juni 
2010 klar, nachvollziehbar und schlüssig erscheinen und demzufolge für das Ge-
richt keinerlei Anlass besteht, an der gutachterlichen Empfehlung zu zweifeln. 

So gilt es in diesem Zusammenhang insbesondere  auch festzuhalten, dass 
der Sachverständige bei seiner Einschätzung hinsichtlich der Legalprognose auch 
den Umstand mitberücksichtigt hat, dass A. den im Abschlussbericht des Massnah-
mezentrums Arxhof geschilderten gewalttätigen     Übergriff auf einen anderen Be-
wohner des Arxhofs (vgl. 5.33 S. S. 4) vehement abstreitet (vgl. act. 21 S. 3, 4; act. 
6.19 S. 20). Wie nämlich aus dem Zusatzgutachten klar hervorgeht, wurde das Ver-
halten von A. im Arxhof und insbesondere auch die von ihm bestrittene Gewalthand-
lung anlässlich des Explorationsgesprächs ausdrücklich thematisiert, wobei A. 
diese abstritt und in diesem Zusammenhang ausführte, dass der Arxhof Weltmeister 
im Lügen sei. Dort werde mit den Leuten nur gespielt und sie würden fertig gemacht 
(vgl. act. 21 S. 3). Dabei sei der Vollständigkeit halber angefügt, dass der Gutachter 
zur Einschätzung gelangte, dass der Explorand deutliche Denkverzerrungen, ins-
besondere Bagatellisierungen hinsichtlich seiner Problematik und Externalisie-
rungstendenzen (Verantwortungszuschreibungen nach Aussen) vor allem den Arx-
hof betreffend zeige (vgl. act. 21 S. 4). Der Experte gelangte also eindeutig im Wis-
sen um die Negierung und den fehlenden Nachweis der fraglichen Gewalthandlung 
zu der von der Verteidigung angezweifelten schlechten Gefährlichkeitsprognose. 
Die entsprechende Kritik der Verteidigung hinsichtlich der schlechten Legalpro-
gnose, welche im Übrigen neben dem Arxhof (vgl. act. 5.33 S. 7 Ziff. 8; act. 5.43 S. 
7 Ziff. 5) auch von Dr. med. Christian S.  (vgl. act. 6.10 S. 8 Ziff. 3.1; act. 21 S. 4) 
bestätigt wird (vgl. dazu auch eingehender unten Erw. 3.b), stösst daher ins Leere. 
Dasselbe gilt für die Einwände der Verteidigung in Zusammenhang mit den vom 
Sachverständigen angewandten Prognoseinstrumenten „FOTRES“ (Forensisches 
Operationalisiertes Therapie-Risiko-Evaluationssystem) und „VRAG“ (Violence 
Risk Appraisal Guide). Dabei handelt es sich nämlich um in der Praxis allgemein 
gängige und grundsätzlich anerkannte statistische Auswertungsinstrumente (vgl. 
Marianne Heer, a.a.O., N 70 zu Art. 64 StGB; act. 6.19 S. 30 f. Ziff. 2.2.2. und 2.1.2), 
wobei laut Gutachter insbesondere „VRAG“ als sehr zuverlässiges Prognoseinstru-
ment gilt (vgl. act. 6.19 S. 31 f). Zwar wird die Validität der verschiedenen Progno-
seinstrumente, insbesondere der statistischen, in Fachkreisen unter verschiedenen 
Aspekten kontrovers diskutiert. Dabei besteht allerdings Einigkeit darüber, dass die 

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klinisch krisengeleiteten und die statistischen Methoden sehr viel zuverlässiger sind, 
als intuitive Methoden (vgl. Marianne Heer, a.a.O., N 71 zu Art. 64 StGB). Soweit 
sich den aus den genannten Prognoseinstrumenten gewonnenen Erkenntnissen 
zusätzlich eine differenzierte klinische Beurteilung anschliesst, ist deren Anwen-
dung folglich nicht zu beanstanden, zumal sie dem Sachverständigen helfen, wich-
tige Aspekte nicht zu übersehen und die psychiatrische Einschätzung leichter nach-
vollziehbar zu machen (vgl. Marianne Heer, a.a.O., N 72 zu Art. 64 StGB). Entspre-
chend hat sich entgegen der Behauptung der Verteidigung auch der Sachverstän-
dige Dr. med. C. nicht auf den mittels der genannten Prognoseinstrumente errech-
neten Gefährlichkeitsbefund beschränkt. Vielmehr liegt der gutachterlichen Progno-
sestellung eine persönliche und individuelle Begutachtung unter Einbezug sämtli-
cher Akten, Vorgutachten und Berichte sowie eines fast zweistündigen explorativen 
Untersuchungsgesprächs mit A. und eines Austauschs mit Dr. med. S. zu Grunde 
(vgl. act. 21 S. 2, 3 f, 5; act. 6.19 S. 4 ff., S. 33 ff.). In seinem Gutachten vom 28. 
Oktober 2009 legt Dr. med. C. demgemäss ausdrücklich dar, dass seine prognosti-
sche Einschätzung ausschliesslich auf klinischer Urteilsfindung erfolgt ist und die 
angewandten Prognoseinstrumente diese lediglich bestätigen (vgl. act. 6.19 S. 44). 
Der Einwand der Verteidigung, der Gutachter habe sich ohne individuelle Begutach-
tung auf den vom Computer berechneten standardisierten Befund abgestützt, er-
weist sich daher als haltlos. Hat sich der Gutachter der kritisierten Prognoseinstru-
mente lediglich als Hilfsmittel zur Überprüfung der in differenzierter klinischer Ana-
lyse gewonnenen und, wie oben dargelegt, schlüssigen Erkenntnisse bedient und 
werden diese durch die hilfsweise herangezogenen Instrumente bestätigt, erweist 
sich im Übrigen auch der Antrag der Verteidigung um Herausgabe der Auswertun-
gen beziehungsweise Fragen- und Antwortenlisten dieser Prognoseinstrumente als 
unbehelflich. Bei dieser Sachlage ist nämlich nicht ersichtlich, inwiefern anhand der 
herausverlangten Akten, welche den klinischen Befund ja bestätigen (vgl. act. 6.19, 
S. 44), abweichende Schlüsse hinsichtlich der durch die klinische Beurteilung ab-
gestützten und schlüssigen Gefährlichkeitsprognose gezogen werden könnten. Der 
diesbezügliche Antrag von A. ist daher abzuweisen.

Nicht anders ist denn auch hinsichtlich seines Begehrens um Einholung einer 
ergänzenden Stellungnahme von Dr. med. S. von den Psychiatrischen Diensten 
Graubünden zu entscheiden. Diesbezüglich gilt es nämlich einerseits zu bedenken, 
dass letzterer zwar das dem Urteil des Kantonsgerichts vom 16. Januar 2006 (act. 
2.13 [SF 05 35]) zugrundeliegende Gutachten über A. vom 1. Juni 2005 (act. 6.3) 
verfasst hat und damit ehemals als Gutachter fungierte, mittlerweile aber die Stel-
lung eines den Betroffenen behandelnden Therapeuten eingenommen hat. Wie aus 

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dem Zusatzgutachten von Dr. med. C. (act. 21 S. 4 f.) hervorgeht und A. auch selbst 
einräumt (vgl. act. 26  Ziff. 1 S. 2; act. 07 S. 7 Ziff. 12), ist der junge Mann nämlich 
seit längerer Zeit regelmässig in therapeutischer Behandlung bei Dr. med. S.. Die 
behandelnde, therapeutische Position sollte jedoch von der gutachterlichen immer 
getrennt sein. Das Bundesgericht hat bereits vor der Revision des AT StGB in stän-
diger Praxis klar festgehalten, dass Therapeuten zufolge ihrer Beziehungsnähe zum 
Betroffenen als befangen gelten und daher als Sachverständige ausser Betracht 
fallen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 18. November 2004 [6A.57/2004, Erw. 2.2; 
vom 4. Oktober 2000 [6S.444/1999], Erw. 2.a]; vom 24. März 1995 [6S.711/1994], 
Erw. 1 d sowie Marianne Heer, a.a.O., N. 60 zu Art. 56 StGB mit weiteren Hinwei-
sen). Dabei hat es auch immer wieder auf die Erfahrungstatsache hingewiesen, 
dass behandelnde Ärzte und Therapeuten im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 
Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. 
Marianne Heer, a.a.O., N 60 zu Art. 56 StGB mit Hinweisen auf die bundesgericht-
liche Rechtssprechung). Demgemäss bestimmt nun auch Art. 56 Abs. 4 StGB, für 
den Fall dass der Straftäter eine Tat im Sinne von Art. 64 Abs. 1 StGB begangen 
hat, dass die Begutachtung durch einen Sachverständigen vorzunehmen ist, der 
den Täter weder behandelt noch in anderer Weise betreut hat, wobei darüber hinaus 
in der Literatur zu Recht darauf hingewiesen wird, dass auch in den anderen Fällen 
solche Experten möglichst nicht heranzuziehen sind (Marianne Heer, a.a.O. N 60 
zu Art. 56 StGB; Stefan Trechsel/Barbara Pauen Borer, a.a.O., N 24 zu Art. 56 
StGB). Der Antrag um Einholung einer ergänzenden Stellungnahme beziehungs-
weise Empfehlung von Dr. med. S. von den Psychiatrischen Diensten Graubünden 
ist folglich schon unter diesem Gesichtspunkt betrachtet abzulehnen. Abgesehen 
davon sind die Schlussfolgerungen von Dr. med. S. sowie die diesen zugrundelie-
genden Überlegungen und die darauf gestützte Empfehlung einer ambulanten 
Massnahme gemäss Art. 63 StGB aus dem Ergänzungsbericht der Psychiatrischen 
Dienste Graubünden vom 11. März 2009 (act. 6.10) ersichtlich und damit bekannt – 
wobei darauf weiter unten nochmals näher einzugehen sein wird (vgl. Erw. 3.b) – 
und es besteht vorliegend keine Notwendigkeit für die Einholung eines Zusatzgut-
achtens. Ein solches Zusatzgutachten müsste dann in Erwägung gezogen werden, 
wenn Zweifel an der Schlüssigkeit der vorliegenden Expertisen von Dr. med. C. be-
stehen würden (vgl. Marianne Heer, a.a.O., N 73 und 74 zu Art. 56 StGB). Davon 
kann jedoch vorliegend nicht die Rede sein. Der Experte hat sich – wie dargelegt – 
eingehend mit den Akten, den Vorgutachten und den vorliegenden Berichten aus-
einandergesetzt und darüber hinaus eine persönliche Exploration auf der Grundlage 
einer direkten Begegnung mit A. im Rahmen eines explorativen Untersuchungsge-
sprächs durchgeführt. Dabei hat er in differenzierter klinischer Analyse ebenso klare 

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wie nachvollziehbare und einleuchtende Schlüsse gezogen, welche darüber hinaus 
unter Zuhilfenahme statistischer Prognoseinstrumente   überprüft wurden. Es sind 
daher keinerlei Gründe ersichtlich, welche Zweifel an den fundierten Feststellungen 
von  Dr. med. C. zu begründen vermöchten und damit die Überzeugungskraft seiner 
gutachterlichen Empfehlung, eine stationäre Massnahme nach Art. 59 Abs. 3 StGB 
anzuordnen, in Frage stellen würden. 

b) Wohl bleibt entsprechend dem Einwand der Verteidigung festzuhalten, 
dass Dr. med. S. von den Psychiatrischen Diensten Graubünden in Abweichung 
dazu die Anordnung einer ambulanten Massnahme gemäss Art. 63 StGB empfiehlt 
(vgl. Bericht vom 11. März 2009 [act. 6.10 S. 8 Ziff. 3. 2]) und damit seine Empfeh-
lung gemäss Gutachten vom 1. Juni 2005 (vgl. act. 6.3 S. 34 f.) bestätigt. Dabei 
äussert er die Auffassung, dass die Diagnose der narzisstischen Persönlichkeitss-
törung nicht notwendig sei. Vielmehr könnten die im Abschlussbericht des Arxhofes 
genannten Persönlichkeitszüge, welche für eine narzisstische Persönlichkeitss-
törung sprechen, ebenso gut unter der dissozialen Persönlichkeitsstörung subsu-
miert werden. Überdies sei auch der vom Arxhof auf der Psychopathie-Checkliste 
ermittelte Wert von 31 Punkten (vgl. act. 5.33 S. Ziff. 5, S. 6) aus therapeutischer 
Sicht kritisch zu hinterfragen (vgl. act. 6.10  Ziff. 3.1 S. 7 f.). Darüber hinaus gab Dr. 
med. S. anlässlich des im Zusatzgutachten dokumentierten Telefonats vom 7. Mai 
2010 mit Dr. med. C. an, dass er nach erneuter Anwendung der Psychopa-
thy–Checkliste nunmehr auf einen PCL-Score von nur noch 17 Punkten komme, 
womit sich seiner Auffassung nach bereits etwas getan habe (vgl. act. 21 S. 4.). 
Dazu bleibt einzuräumen, dass auch die aktuelle Kontrolle der Psychopathy-Check-
liste durch Dr. med. C. gemäss seinen Ausführungen im Zusatzgutachten vom 15. 
Juni 2010 einen leicht niedrigeren Wert ergeben hat, als jener gemäss Hauptgut-
achten. Dabei hält der Experte allerdings ausdrücklich fest, dass der neu ermittelte 
Wert von nunmehr 27 anstelle von 29 Punkten weiterhin deutlich ausgeprägt sei, 
weshalb ausgeprägte psychopathische Merkmale weiter zu bestätigen seien. Über-
dies lag der vom Experten im Oktober letzten Jahres ermittelte Wert von 29 Punkten 
nur minimal unter dem Ergebnis gemäss Abschlussbericht des Arxhofs vom 3. März 
2009, womit die oben dargelegte Kritik von Dr. med. S. nicht nachvollziehbar er-
scheint. Ganz abgesehen davon fällt auf, dass der vom Therapeuten ermittelte PCL-
Score von 17 nicht nur im Vergleich zum Ergebnis des Arxhofes, sondern auch ge-
genüber dem Wert gemäss Hauptgutachten vom 28. Oktober 2009 und dem aktu-
ellen Score gemäss Zusatzgutachten, welche untereinander lediglich eine Spanne 
von maximal 4 Punkten aufweisen, erheblich nach unten abweicht. In Anbetracht 
dessen erscheint somit auch die Feststellung des Gutachters, wonach die vom The-

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rapeuten durchgeführte Wertung auch bei restriktiver Krisenhandhabung nicht re-
produzierbar gewesen sei (vgl. act. 21 S. 5), nachvollziehbar und schlüssig. Unab-
hängig von den dargelegten Abweichungen gelangte Dr. med. S. im Übrigen – und 
das erscheint wesentlich – ebenfalls zur Einschätzung, dass die Gefahr neuer Ge-
walttaten und neuerlicher Delinquenz bei A. weiterhin sehr hoch sei. Demgemäss 
hielt er denn auch ausdrücklich fest, dass er die zusammenfassende Beurteilung 
des Arxhofes weitgehend teile. Somit schätzte er den Verlauf der Therapie ebenfalls 
als zwiespältig ein und stellte fest, dass die Veränderungen trotz teilweiser Einlas-
sung auf die Behandlung vor allem in Situationen der Belastung kaum verhaltens-
wirksam geworden seien. Die Gefahr eines raschen Rückfalles in die Drogendelin-
quenz mit den darin verbundenen Problemen wurde seitens des Therapeuten daher 
ebenfalls als hoch eingestuft. Selbst Dr. med. S. stellt also A. in Übereinstimmung 
mit dem Gutachter und den Therapeuten des Arxhofs eine belastete Legalprognose 
aus, wobei seine Empfehlung, eine ambulante Behandlung nach Art. 63 StGB an-
zuordnen, nicht nur angesichts dessen wenig schlüssig erscheint. Zu bemerken ist 
nämlich auch die Tatsache, dass die Empfehlung von Dr. med. S. (vgl. act. 6.10 S. 
8 Ziff. 3.2) ausdrücklich auf eine ambulanten Massnahme nach Art. 63 StGB in Form 
einer strafvollzugsbegleitenden weiterführenden Behandlung lautet (welche auch 
den vom Gutachter C. als unabdingbar erachteten geschützten und strukturierten 
Rahmen bieten würde). Eine strafvollzugsbegleitende Massnahme steht im konkre-
ten Fall jedoch nicht zur Diskussion, zumal sich A. – auch wenn seine Behandelbar-
keit als deutlich eingeschränkt erachtet wird – nach einhelliger Meinung des Gut-
achters wie auch des Therapeuten und der Verantwortlichen im Arxhof immer noch 
als massnahmebedürftig erweist (vgl.  act. 6.19 S. 47 zu 2, S. 48 f. zu 5 und 6, S. 
46, S. 44 Ziff. 3.5, S. 45 unten f.; act. 6.10 S. 7 f. Ziff. 3.1, S. 8 Ziff. 3.2; act. 6.7 S. 
11 f. Ziff. 3.1; act. 5.33 S. 6 Ziff. 6, S. 7 Ziff. 7, Ziff. 2.1.2 S. 32; act. 5.43 S . 4), 
womit der Strafvollzug ohnehin nicht opportun ist (vgl. Marianne Heer, a.a.O., N 38 
zu Art. 62c StGB). Ausgehend von der gutachterlich festgestellten deutlich einge-
schränkten Behandelbarkeit ist zudem auf die vom Experten bestätigte Notwendig-
keit eines ausreichend langen Interventionszeitraums im geschützten beziehungs-
weise strukturierten Rahmen hinzuweisen (vgl. act. 21 S. 6; act. 6.19 S. 45), welcher 
im Falle einer ambulanten Massnahme nicht gewährleistet werden kann. 

Wie Dr. med. C. ausdrücklich und einleuchtend festhält, bietet nur eine stati-
onäre Massnahme das geeignete Instrumentarium, um schrittweise sowohl eine an-
haltende Motivation für den Exploranden als auch die entsprechende Sicherheit ge-
genüber der Öffentlichkeit gewährleisten zu können (vgl. act. 21 S. 5 f.). Dazu führt 
der Gutachter erklärend aus, dass sich Therapieerfolge aufgrund der narzisstischen 

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und psychopathischen Begleitkomponenten der dissozialen Persönlichkeitsstörung 
nur verlangsamt einstellen, womit die Indikation für eine längerfristige Behandlungs-
dauer klar gegeben sei. Dabei würden die deutlich ausgeprägten psychopathischen 
Merkmale der Persönlichkeit von A. einerseits eine besondere Ausrichtung der psy-
chotherapeutischen Behandlung bedingen, aber andererseits auch Risiken bergen 
(vgl. act. 6.19 Ziff. 3.5 S. 44). Die Problematik liege nämlich unter anderem darin, 
dass in der Therapie erworbene Kompetenzen zum Beispiel im Bereich Selbstsi-
cherheit oder Empathie bei Personen mit psychopathischen Merkmalen häufig in 
den Dienst der dissozialen Motivation gestellt würden, anstatt diese konstruktiv zu 
nutzen. Diese Gefahr bestehe auch bei A., solange für ihn dissoziale Verhaltens-
weisen eine hohe Attraktivität besässen und er sich durch eine konstruktive Lebens-
gestaltung und eine prosoziale Ausrichtung überfordert sehe beziehungsweise 
diese nicht als ausreichend gratifizierend annehmen könne. Der Vermittlung von 
derartigen Moral- und Wertvorstellungen seien häufig Grenzen gesetzt, respektive 
bedinge diese eine langfristige Interventionszeit. Es liege somit bei A. eine hohe 
Rückfallgefahr für Gewaltdelikte bei gleichzeitig deutlich eingeschränkter Behandel-
barkeit vor. Entsprechend sei weder an eine bedingte Entlassung noch an eine dau-
erhafte Erhöhung von Freiheitsgraden im Sinne von Vollzugslockerungen zu den-
ken, da A. gezeigt habe, dass er bis anhin nicht in der Lage sei, mit diesen Frei-
heitsgraden sinnvoll umzugehen. Hingegen ist laut klarer Einschätzung des Gutach-
ters die Indikation gegeben, eine deliktpräventive Therapie unter strukturierten und 
geschützten Bedingungen weiterzuführen, weshalb Dr. med. C. aus den dargeleg-
ten überzeugenden Gründen ausdrücklich die Anordnung einer stationären Mass-
nahme nach Art. 59 Abs. 3 StGB empfiehlt (vgl. act. 6.19 S. 45).

Dabei darf zwar nicht ausser Acht gelassen werden, dass die abweichende 
Empfehlung von Dr. med. S. zumindest insofern Bestätigung findet, als auch der 
therapeutische Leiter des Arxhofes die Anordnung einer ambulanten Massnahme 
im Sinne von Art. 63 StGB grundsätzlich als vertretbar erachtet (vgl. act. 5.43 S. 5). 
Dazu gilt es jedoch zunächst festzuhalten, dass letzterer selbst seine diesbezügli-
che Aussage durch weitere Ausführungen in mehrerer Hinsicht klar relativiert. So 
unterstreicht er in diesem Zusammenhang zum einen deutlich, dass der letzte Kon-
takt mit A. zu lange zurückliege, um der genannten Einschätzung aktuelle Gültigkeit 
zu verleihen. Überdies plädiert auch der Arxhof für einen eng begleiteten, struktu-
rierten Rahmen mit engmaschiger und regelmässiger Kontrolle (vgl. act. 5.43 S. 5) 
und legt entsprechend deutlich dar, dass eine ambulante Massnahme im Sinne von 
Art. 63 StGB nur unter Anordnung einer Vielzahl von präzisen Bedingungen und 
regelmässigen (Kontroll-)Auflagen in Frage komme, welche im Ergänzungsbericht 

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vom 25. Juni 2009 detailliert aufgeführt werden und eine ganze A4-Seite (vgl. act. 
5.43 S. 6) füllen. Konkret erachten die zuständigen Therapeuten des Arxhofs dies-
bezüglich eine Wohnsituation mit angeleitetem Charakter beziehungsweise alterna-
tiv die Anordnung eines Wohnortwechsels ausserhalb der Region Chur, die Auf-
nahme einer Lehrstelle, die Anordnung, auf Alkohol- und Drogen zu verzichten so-
wie damit einhergehend die engmaschige und kontrollierte Abgabe von Urin- und 
Alkoholproben, die Sicherstellung engmaschiger therapeutischer Begleitung durch 
eine Fachperson mit forensischer Erfahrung, regelmässige Gespräche mit der Be-
währungshilfe, einen regelmässig durchzuführenden Check der sozialen Situation 
vor Ort, die Sicherstellung eines Notfallmanagements und eine schnelle Reaktion 
seitens der Bewährungshilfe bei Verletzung der Auflagen als dringend notwendig 
(vgl. act. 5.43 S. 6). Dabei stellen die Therapeuten des Arxhofs selbst in Frage, ob 
das beschriebene Auflagenpaket respektive dessen Durchführbarkeit überhaupt zu 
verwirklichen ist (vgl. act. 5.43 S. 5, 6) und verweisen für den gegenteiligen Fall in 
Übereinstimmung mit Dr. med. C. auf die ihres Erachtens ebenfalls vertretbare An-
ordnung einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB (vgl. act. 5.43 S. 
5, 7). Dies nach Auffassung des Kantonsgerichtes denn auch zu Recht, zumal eine 
ambulante Behandlung mit Blick auf die Vielzahl der einzuhaltenden Auflagen, de-
ren teilweise fragliche Umsetzbarkeit (z. B. schnelle Reaktion der Bewährungshilfe 
bei Verletzung der Auflagen [vgl. dazu act. 5.42 S. 8 Ausführungen zum letzten 
Punkt]) und deren Kontrollierbarkeit völlig unpraktikabel erscheint. Entsprechend 
weist auch der Gutachter in diesem Zusammenhang auf den deutlich erhöhten Auf-
wand für eine solche Fallführung sowohl für die Justizbehörden als auch für den 
Therapeuten hin, welcher – wie Dr. med. C. einleuchtend ausführt – häufig langfris-
tig nicht fehlerfrei zu leisten ist. Die alternative Empfehlung des Massnahmezen-
trums Arxhof, im Falle einer Fortsetzung der Behandlung in Freiheit im Rahmen 
einer psychotherapeutischen Massnahme nach 63 StGB zahlreiche Auflagen anzu-
ordnen, signalisiere deutlich, wie viele Variablen kontrolliert werden müssten, um 
diesem Ansatz gewisse Erfolgsaussichten zuschreiben zu können. Die Aussichten 
für den erfolgreichen Verlauf einer ambulanten Massnahme erachtet der Experte 
daher zu Recht als ungünstig (vgl. act. 6.19 S. 46; act. 6.19 S. 47 zu 3) und rät 
dementsprechend klar von dieser Variante ab. A. erweise sich als unzureichend 
bündnisfähig und weise eine hohe Rückfallgefahr auf. Darüber hinaus sei die Gefahr 
der Suchtentwicklung gerade unter erhöhten Freiheitsgraden immanent. Entspre-
chend ist die Variante einer ambulanten Massnahme gemäss Art. 63 StGB – selbst 
wenn diese von zahlreichen Auflagen flankiert und diversen Bedingungen abhängig 
gemacht würde – angesichts der schlechten Legalprognose als zu riskant zu be-
trachten. Diese Auffassung wird nicht nur durch die Ausführungen von Dr. med. C. 

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im Zusatzgutachten vom 15. Juni 2010 (vgl. act. 21 S. 6) einleuchtend bestätigt, 
sondern findet sich auch bereits im Hauptgutachten vom 28. Oktober 2009. So 
führte Dr. med. C. darin aus, dass der Stand bezüglich Behandlungsfortschritten 
beziehungsweise Rückfallgefahr und Compliance derart ungünstig sei, dass eine 
ambulante Behandlung in Freiheit nicht zu empfehlen sei. Zu hoch ist gemäss gut-
achterlicher Einschätzung die Gefahr einer Rückfälligkeit von A. bezüglich Gewalt-
handlungen als auch bezüglich der Suchtproblematik (vgl. act. 6.19 S. 47 zu 3; act. 
21 S. 5 f.). Zwar räumte der Sachverständige im Hauptgutachten immerhin ein, dass 
eine ambulante Behandlung allenfalls in vollzugsbegleitender Form – welche vorlie-
gend jedoch ohnehin nicht zur Diskussion steht – als Fortsetzung der bisherigen  
Behandlung denkbar wäre, weil zum Beispiel in der Strafanstalt Pöschwies auch bei 
ambulanter Massnahme Einzel- und Gruppentherapie angeboten werde und damit 
bei ausreichend langer Reststrafe eine gewisse Aussicht auf Erfolg der Behandlung 
bestehe. Selbst dann fehlt jedoch nach gutachterlicher Einschätzung der milieuthe-
rapeutische Aspekt, wie er bei einer stationären Massnahme nach Art. 59 StGB 
integriert und bei A. förderlich wäre (vgl. act. 6.19 S. 47 Zu 3). 

Auch wenn die empfohlenen Auflagen und Bedingungen eine gewisse Kon-
trolle und Begleitung von A. unter bloss ambulanter Behandlung zu bieten vermö-
gen, fehlt es also diesbezüglich sowohl teilweise an den gutachterlich geforderten 
therapeutischen Gesichtspunkten wie auch am Erfordernis eines eng strukturierten 
und geschützten Rahmens, welcher sowohl eine anhaltende Motivation für den jun-
gen Mann als auch die angesichts der Legalprognose unabdingbare Sicherheit ge-
genüber der Öffentlichkeit zu gewährleisten vermag (vgl. act. 6.19 S. 5). Dass es 
einer Therapie in geschlossener Einrichtung bedarf, zeigt im Übrigen auch der The-
rapieverlauf im Arxhof mehr als deutlich, zumal dieser gemäss Schlussbericht vom 
3. März 2009 (act. 5.33) durch unzählige Entweichungen von A. aus dem Massnah-
mezentrum geprägt war. So hat sich der junge Mann der Therapie im Arxhof insge-
samt durch fünf Fluchten entzogen, wobei er im Jahre 2008 einmal gar über vier 
Monate am Stück auf der Flucht war (vgl. act. 5.33 S. 3 Ziff. 2.1). Wie im Abschluss-
bericht ebenfalls bestätigt wird, vermochte er also die Anpassung an die Strukturen 
des Arxhofs nicht über einen längeren Zeitraum durchzuhalten (vgl. act. 5.33 S. 6 
Ziff. 6). Angesichts dessen wird mithin deutlich, dass es einer Behandlung von A. in 
viel engeren Strukturen in einem geschlossenen und geschützten Rahmen bedarf, 
welcher keine Möglichkeit der Entziehung durch Flucht zulässt. Dies insbesondere 
auch mit Blick auf die in den Gutachten und Berichten einhellig bestätigte erheblich 
belastete Legalprognose (act. 5.33 S. 7 Ziff. 8; act. 21 S. 5, 6; act. 5.43 S. 7 Ziff. 5; 
act. 6.19 S. 43 f. Ziff. 3.4, S. 48 zu 5) und der gutachterlich festgestellten prognose-

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relevanten Problembereiche wie unter anderem einer chronischen Gewaltbereit-
schaft, einer Waffenaffinität und der Tendenz zu unverhältnismässig hohem Gewalt-
einsatz (vgl. act. 6.19 S. 45 Ziff. 3.4), besteht doch angesichts dessen eine zu 
grosse Gefahr, dass A. wiederum flieht und dabei erneut Gewaltdelikte verübt. Ent-
sprechend wird denn auch im Ergänzungsbericht des Arxhofs klar festgehalten, 
dass A. der Gruppe der potentiell gefährlichen Täter zuzurechnen ist, wobei insbe-
sondere die Gewaltproblematik im Mittelpunkt der Bearbeitung zu stehen habe (act. 
5.43 S. 7). Bei Anordnung einer ambulanten Massnahme muss folglich angesichts 
der festgestellten hohen Rückfallgefahr für Gewaltdelikte mit allfällig verheerenden 
Folgen gerechnet werden, womit eine solche angesichts des erheblichen Risikos 
einer erneuten Gewaltdelinquenz nach Auffassung des Kantonsgerichts nicht ver-
antwortbar und damit abzulehnen ist. Dass eine Anpassung an die Strukturen bei 
A. derzeit nur im geschlossenen Rahmen funktioniert, bekräftigt im Übrigen nicht 
zuletzt auch der Führungsbericht der Justizvollzugsanstalt Sennhof vom 19. Fe-
bruar 2010 (act. 13), welcher dem jungen Mann durchwegs ein gutes Betragen im 
dortigen geschützten und geschlossenen Rahmen bescheinigt. In Übereinstimmung 
dazu bestätigte denn auch Dr. med. S. von den Psychiatrischen Diensten Graubün-
den in seinem Bericht vom 4. Juni 2008, dass A. sich in den klaren Strukturen des 
Sennhofes geborgen und sicher fühle. Dazu führte er erläuternd aus, dass die Struk-
turen dort von aussen gegeben würden. A. müsse sich diese folglich nicht selber 
vorgeben, so dass diesbezüglich keine grösseren Anforderungen an ihn gestellt 
würden (vgl. act. 6.7 S. 12). 

Aufgrund der dargelegten Erwägungen gelangt das Kantonsgericht daher zur 
Überzeugung, dass im Falle von A. entsprechend der Empfehlung im Haupt- und 
Zusatzgutachten von Dr. med. C. vom 28. Oktober 2009 und 15. Juni 2010 eine 
stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 3 StGB anzuordnen ist. 

c) Die Verteidigung wendet ein, dass die nachträgliche Umwandlung der 
Massnahme nach Art. 61 StGB in eine solche nach Art. 59 Abs. 3 StGB sowohl das 
Verbot der reformatio in peius wie auch das Rückwirkungsverbot verletze und auch 
mit Blick auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit und das Doppelbestrafungs-
verbot (ne bis in idem) in Frage zu stellen sei.

Sie verkennt dabei jedoch, dass das Gesetz den Austausch von Massnah-
men gemäss Art. 59 ff. StGB ausdrücklich zulässt (Art. 62c Abs. 3 und 6 StGB). Das 
neue Massnahmenrecht basiert auf einem grossen Bedürfnis nach flexiblen Lösun-
gen. Die verschiedenen stationären therapeutischen Massnahmen nach Art. 59 ff. 
StGB – und dazu gehört auch die Massnahme nach Art. 61 StGB – stehen in einem 

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systematischen Zusammenhang. Sie sind durch das Gericht wechselseitig aus-
tauschbar. Entsprechend hat auch das Bundesgericht in einem wegweisenden Ur-
teil die Durchlässigkeit von Massnahmen aufgezeigt und festgehalten, dass jede 
davon nachträglich in eine andere umgewandelt werden kann (vgl. BGE 123 IV 
100). Damit wird dem Bedürfnis Rechnung getragen, das System des Massnah-
menrechts möglichst Zweckmässigkeitsüberlegungen unterzuordnen und weitge-
hend eine situationsgerechte Anwendung des Massnahmenrechts zu ermöglichen. 
Die Erfahrung zeigt, dass es sich oft erst im Vollzug herausstellt, welche besondere 
Behandlung für die Resozialisierung des Täters am ehesten geeignet erscheint. An-
ders als bei Strafen, wo primär am Verschulden und damit an zum Urteilszeitpunkt 
definitiv feststehenden Kriterien angeknüpft wird, besteht hier ein Bedürfnis, solche 
Fakten im Verlauf des Vollzugs noch zu berücksichtigen. Die Unsicherheiten, die 
dem Verlauf der seelischen Störung beziehungsweise der entsprechenden Behand-
lung generell anhaften, eine Veränderung der Haltung des Betroffenen in Bezug auf 
seine Motivation oder Kooperation im Rahmen der Therapie, die mit einer Gefähr-
lichkeitsbeurteilung verbundenen fachlichen Schwierigkeiten grundsätzlicher Natur, 
die kurze „Halbwertszeit“ von Gefährlichkeitsprognosen etc. sind nur ein paar Fak-
toren, die in diesem Zusammenhang erwähnt sein sollen. Entsprechend kann nach 
der Praxis des Bundesgerichts jede Massnahme gemäss Art. 59 ff. StGB durch das 
Gericht nachträglich in eine andere solche Massnahme umgewandelt werden (vgl. 
Marianne Heer, a.a.O., N 2 zu Art. 62 c StGB, N 5 zu Art. 65 StGB; Art. 64 N 60 ff. 
StGB). 

Abgesehen davon handelt es sich vorliegend nicht um die nachträgliche Um-
wandlung einer Freiheitsstrafe in eine stationäre therapeutischen Massnahme 
gemäss der Neuregelung von Art. 65 Abs. 1 StGB, welche von der Lehre als pro-
blematisch angesehen wird (vgl. Marianne Heer, a.a.O., N 14 ff. zu Art. 65 StGB; 
Stefan Trechsel/Barbara Pauen Borer, a.a.O., N 1 ff. zu Art. 65 StGB). Vielmehr 
wurde ursprünglich eine stationäre Massnahme nach Art. 61 StGB angeordnet, wel-
che jetzt in eine solche nach Art. 59 Abs. 3 StGB umgewandelt werden soll. Es 
erfolgt somit schon unter diesem Gesichtpunkt betrachtet keine Doppelbestrafung 
und es liegt mithin auch kein Verstoss gegen den Grundsatz des Verbotes der re-
formatio in peius vor. Im Übrigen stellt sich das Problem der reformatio in peius 
ohnehin nur, wenn der Betroffene ein Rechtsmittel einlegt (vgl. Marianne Heer, 
a.a.O., N 85 zu Art. 64 StGB,  N 22 zu Art. 56 StGB), was vorliegend nicht der Fall 
ist. Dabei bleibt nochmals darauf hinzuweisen, dass nach der bisher publizierten 
Rechtsprechung des Bundesgerichts der Anordnung einer anderen als der ur-
sprünglich als indiziert erachteten Massnahme durch die Rechtsmittelinstanz gene-

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rell und ohne Differenzierung nichts entgegen steht (vgl. BGE 123 IV 1, 8; Marianne 
Heer, a.a.O., N 24 zu Art. 56 StGB). Ebenso wenig liegt eine (im Vergleich zur Um-
wandlung einer Freiheitsstrafe in eine stationäre therapeutischen Massnahme 
grundrechtlich ähnlich problematische) nachträgliche Umwandlung einer ambulan-
ten in eine stationäre Massnahme vor (vgl. Marianne Heer, a.a.O., N 10 f. zu Art. 
62c StGB mit Hinweisen), wobei allerdings gemäss der Rechtsprechung des Bun-
desgerichts schon unter der Herrschaft des alten Rechts selbst die Umwandlung 
einer ambulanten in eine stationäre Massnahme auch dann noch zulässig war, 
wenn die Strafe vollständig verbüsst war (vgl. BGE 128 I 184, Erw. 2.3.2 mit Hin-
weis). Wohl sollte diese Möglichkeit gerade im Hinblick auf Fälle, wo es von einem 
zeitlich begrenzten Freiheitsentzug zu einer zeitlich möglicherweise unbeschränk-
ten therapeutischen Massnahme kommt, nur in klaren Ausnahmefällen und unter 
strenger Berücksichtigung des Verhältnismässigkeitsgebotes zulässig sein (vgl. 
Marianne Heer, a.a.O., N 10 zu Art. 62c StGB mit Hinweisen auf die bundesgericht-
liche Rechtsprechung). Dabei bleibt zu berücksichtigen, dass eine Massnahme 
nach Art. 61 StGB höchstens vier respektive im Falle der Rückversetzung höchs-
tens sechs Jahre dauert (vgl. Art. 61 Abs. 4 StGB), währenddem der mit einer sta-
tionären Massnahme nach Art. 59 Abs. 3 StGB verbundene Freiheitsentzug – wie 
von der Verteidigung zutreffend dargelegt – nach Ablauf der regulären Höchstdauer 
von fünf Jahren bei Vorliegen der Voraussetzungen durch das Gericht jeweils um 
höchstens fünf Jahre verlängert werden kann (vgl. Art. 59 Abs. 4 StGB). Die unein-
geschränkte Verlängerungsmöglichkeit lässt mithin letztere Massnahme als faktisch 
unbefristet erscheinen (vgl. Marianne Heer, a.a.O., N 124 zu Art. 59 StGB). Eine die 
Umwandlung dennoch rechtfertigende Ausnahmesituation wurde aber etwa dann 
angenommen, wenn ein Straftäter nach dem Scheitern der Therapie die öffentliche 
Sicherheit zufolge des erheblichen Rückfallrisikos in schwerer Weise gefährdete 
und nur eine langfristige stationäre Behandlung diese hohe Rückfallgefahr vermin-
dern konnte (vgl. ZR 109 2010 Nr. 50 Erw. 3; Marianne Heer, a.a.O. N 10 zu Art 62c 
StGB mit Hinweisen auf die Rechtsprechung; Urteil des Bundesgerichts vom 23. 
Januar 2006 [6S.408/2005], Erw. 2 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 
vom 21. Oktober 2008 [6B_375/2008], Erw. 4.2). Entsprechend erwog das Bundes-
gericht im zuletzt zitierten Entscheid, welcher unter dem neuen Recht zur Anwen-
dung von Art. 65 Abs.1 StGB erging, die Vorinstanz habe es bei der Prüfung der 
Verhältnismässigkeit unterlassen, das deutliche bis sehr hohe Risiko weiterer Ge-
waltdelikte in ihre Gewichtung mit einzubeziehen und wies das Verfahren deshalb 
zur Prüfung der nachträglichen Anordnung einer stationären Massnahme an die 
Vorinstanz zurück, wobei es in diesem Vorgehen offenbar auch keinen Konflikt mit 
dem Grundsatz ne bis in idem gesehen hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. 

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Oktober 2008 [6B_375/2008], Erw. 4.5). Wesentlich erscheint in diesem Zusam-
menhang jedoch die Feststellung, dass das Bundesgericht selbst die Umwandlung 
einer ambulanten in eine stationäre Massnahme als verhältnismässig und gerecht-
fertigt erachtet, sofern vom Betroffenen eine anhaltende schwere Gefährdung der 
öffentlichen Sicherheit ausgeht, welcher sich nur durch die Anordnung einer statio-
nären Massnahme begegnen lässt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Oktober 
2008 [6B_375/2008], Erw. 4.5). Davon ist aber gestützt auf die Einschätzung des 
Gutachters gerade auch im Falle von A. auszugehen, zumal Dr. med. C. das Risiko 
weiterer Gewaltdelikte klar als hoch respektive erheblich und jenes für Eigentums-
delikte wie Einbruchdiebstahl und Raub wie auch für Verstösse gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz als hoch einstuft (vgl. act. 6.19 S. 48 zu 5, S. 43 f., S. 45). Über-
dies hält der Experte  – wie bereits mehrfach erwähnt – ausdrücklich fest, dass allein 
eine stationäre Massnahme nach Art. 59 Abs. 3 StGB das geeignete Instrumenta-
rium biete, um die notwendige Sicherheit gegenüber der Öffentlichkeit zu gewähr-
leisten sowie den jungen Mann Schritt für Schritt anhaltend motivieren zu können 
(vgl. act. 21 S. 5). Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit ist mithin im Fall von A. 
ebenfalls gewahrt und der Wechsel von einer Massnahme gemäss Art. 61 StGB zu 
einer solchen nach Art. 59 Abs. 3 StGB erscheint gerechtfertigt, zumal angesichts 
der gutachterlich bestätigten Gefährlichkeit, des hohen Rückfallrisikos und der so-
wohl im Therapieschlussbericht wie in den Gutachten ausführlich dargestellten 
Sucht- und Fluchtproblematik keine mildere Therapieform in Betracht fällt. 

Was schliesslich das Rückwirkungsverbot betrifft, wurde mit Ziff. 2 Abs. 1 der 
Schlussbestimmungen eine besondere Regelung getroffen, welche die rückwir-
kende Anwendung des gesamten Massnahmerechts vorsieht. Diese Regelung geht 
als lex specialis vor, wobei sich diesbezüglich keine Probleme ergeben, soweit das 
neue Recht gleichwertig oder günstiger ist als das alte. Dabei bleibt festzustellen, 
dass das neue Recht auch mit Bezug auf die spätere Anpassung einer bereits an-
geordneten therapeutischen Massnahme an die therapeutischen Bedürfnisse des 
Betroffenen gemäss Art. 62c Abs. 3 und 6 StGB, wie sie im vorliegenden Fall zur 
Diskussion steht, regelmässig dem alten Recht entspricht. Mit anderen Worten 
konnten die therapeutischen Massnahmen schon unter dem altem Massnahme-
recht wechselseitig ausgetauscht werden. Geändert hat sich hier einzig die vorlie-
gend nicht interessierende Möglichkeit der Umwandlung einer vollzugsbegleitenden 
ambulanten Massnahme in eine Verwahrung, deren nunmehriger Wegfall (Ziff. 2 
Abs. 1 lit. a Schlussbestimmungen) für den Betroffenen naturgemäss günstiger ist. 
Es ergeben sich daher in diesem Zusammenhang keinerlei übergangsrechtlichen 
Probleme (vgl. Marianne Heer, a.a.O., N 32 zu Art. 65 StGB sowie Marianne Heer, 

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in: Basler Kommentar zum Strafrecht II, Art. 111-392 StGB, 2. Aufl., Basel 2007, N 
5, 11 zu Ziff 2 Schlussbestimmungen). Der Einwand der Verteidigung, die nunmeh-
rige Umwandlung der nach altem Recht angeordneten Massnahme für junge Er-
wachsene in eine stationäre Massnahme gemäss Art. 59 Abs. 3 StGB verstosse 
gegen das Rückwirkungsverbot, stösst daher ins Leere. Unabhängig von den vor-
stehenden Erwägungen gilt es im Übrigen – wie bereits eingangs betont – noch 
einmal klar festzuhalten, dass der Gesetzgeber den Austausch von therapeutischen 
Massnahmen gemäss Art. 59 ff. StGB – ohne Dogmatik – ausdrücklich zulässt. 

Die dargelegte Kritik der Verteidigung hinsichtlich der Vereinbarkeit der An-
ordnung einer Massnahme nach Art. 59 Abs. 3 StGB mit den genannten Rechts-
grundsätzen erweist sich nach dem Gesagten somit als unbegründet.

d) Dasselbe gilt für den Einwand, wonach die von Dr. med. C. gestellte 
Diagnose nicht als geistige Abnormität im rechtlichen Sinne gemäss Art. 59 StGB 
zu qualifizieren sei.

Der Verteidiger führt zwar zutreffend aus, dass die Anordnung einer Mass-
nahme gemäss Art. 59 StGB das Vorliegen einer schweren psychischen Störung 
voraussetze (Art. 59 Abs. 1 StGB). Damit von einer rechtlich relevanten psychischen 
Beeinträchtigung im Sinne von Art. 59 StGB ausgegangen werden kann, muss eine 
Anomalie vorliegen, die von einigem Krankheitswert ist (vgl. Marianne Heer, a.a.O., 
N 8 zu Art. 59 StGB). Erforderlich ist, wie gesagt, eine schwere psychische Störung 
(vgl. Marianne Heer, a.a.O., N 12 zu Art. 59 StGB). Mit anderen Worten vermögen 
einzig psychopathologische Zustände von einer gewissen Ausprägung diesen An-
forderungen zu genügen (vgl. Marianne Heer, a.a.O., N 21 zu Art. 59 StGB). Aller-
dings nimmt der Gesetzgeber nicht Stellung zur Frage einer allfälligen Klassifikation 
und bringt damit zum Ausdruck, dass die ganze Bandbreite der nach wissenschaft-
lichen Kriterien diagnostizierbaren, vom sogenannten Normalen abweichenden psy-
chischen Phänomenen zu einer therapeutischen Massnahme führen können. Ins-
besondere soll dabei die Massnahme auch bei Tätern angeordnet werden können, 
welche an einer tief greifenden Persönlichkeitsstörung leiden und somit in eine the-
rapeutische Einrichtung gehören (vgl. Marianne Heer, a.a.O., N 12 zu Art. 59 StGB; 
Stefan Trechsel/Barbara Pauen Borer, a.a.O., N 5 zu Art. 59 StGB). Zu diesen 
Tätern ist entgegen dem Einwand des Verteidigers auch A. zu zählen. Bei letzterem 
stellte der Gutachter die Diagnose einer „dissozialen Persönlichkeitsstörung mit na-
rzisstischen und psychopathischen Merkmalen (ICD-10 F 60.2)“, wobei Dr. med. C. 
sowohl im Haupt- wie auch im Zusatzgutachten ausdrücklich festhält, dass die psy-
chopathischen Merkmale im Falle von A. deutlich ausgeprägt sind und eine Behand-

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lung erheblich erschweren (vgl. act. 21 S. 5; act. 6.19 S. 47 Zu 2, S. 39). Entspre-
chend sei aufgrund des vorliegenden Störungsbildes von der Notwendigkeit einer 
verlängerten und intensiveren Behandlung und Einflussnahme auszugehen, um 
bestenfalls relevante Fortschritte erzielen zu können (vgl. act. 6.19 S. 47 zu 5, S. 48 
f. Zu 6, S. 42). Dabei stellte der Sachverständige fest, dass die Kriterien zur Dia-
gnose einer Persönlichkeitsstörung bei A. sowohl nach ICD-10 wie auch nach dem 
amerikanischen Klassifikationssystem gegeben seien, wobei sich die diagnosti-
zierte Problematik bis in die frühere Pubertät zurückverfolgen lasse und sich im 
Laufe der biographischen Entwicklung chronifiziert beziehungsweise verfestigt 
habe. Entsprechend führe sie auch auf verschiedenen Ebenen zur deutlichen Be-
einträchtigung nicht nur für den Exploranden selbst, sondern auch für dessen sozi-
ale Umgebung (vgl. act. 6.19 S. 36, 43). Wie aus dem Gutachten weiter hervorgeht, 
ergeben sich somit aus der bei A. festgestellten dissozialen Persönlichkeitsstörung 
eine Vielzahl von (prognoserelevanten) Problembereichen wie eine verminderte 
Frustrationstoleranz respektive Stressresilienz, eine unzureichende Impulskon-
trolle, eine chronische Gewaltbereitschaft, eine Waffenaffinität, eine unzureichende 
Beeindruckbarkeit durch Sanktionen und die Tendenz zu unverhältnismässig ho-
hem Gewalteinsatz, eine stark defizitäre Opferempathie sowie eine erhöhte Kränk-
barkeit und ein anhaltend deutliches Geltungs- und Machtbedürfnis (vgl. act. 6.19 
S. 41, 43). Dabei würden die deutlich ausgeprägten psychopathischen Merkmale 
der Persönlichkeit von A. sowohl eine besondere Ausrichtung der psychotherapeu-
tischen Behandlung bedingen als auch Risiken bergen (vgl. act. 6.19 S. 44 Ziff. 3.5). 
Demgemäss  sei, wie Dr. med. C. weiter darlegt, von einer verzögerten Ansprech-
barkeit und einer längeren Behandlungsbedürftigkeit auszugehen (vgl. act. 6.19 S. 
45 f.). Laut Gutachter liegt demnach im Falle von A. ein derart deutlich ausgeprägtes 
und bereits seit der Kindheit über Jahre hinweg gefestigtes Störungsbild vor, dass 
nur unter erschwerten Voraussetzungen und verstärkter Einflussnahme mittels ei-
ner über einen längerfristigen Zeitraum dauernden, besonders intensiven und spe-
ziell ausgerichteten Therapie überhaupt Aussicht auf eine relevant günstige Beein-
flussung besteht (vgl. auch act. 6.19 S. 42 f.). In Anbetracht dessen kann daher 
auch mit Blick auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit kein Zweifel darüber be-
stehen, dass das Ausmass der durch die psychiatrische Diagnose beschriebenen 
Störung ausreicht, um die juristischen Kriterien gemäss Art. 59 StGB zu erfüllen. 
Dies wird nicht zuletzt auch durch die Vielzahl der seitens des Gutachters aufge-
zeigten und oben dargelegten Problemfaktoren, wie der geringen Frustrationstole-
ranz, der niedrigen Schwelle für aggressives einschliesslich gewalttätiges Verhalten 
etc., bekräftigt (vgl. act. 6.19 S. 41, 43), welche gemäss Fachliteratur eben gerade 
bei Tätern mit einer dissozialen Persönlichkeitsstörung auffallen, die zwingend einer 

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lang dauernden psychiatrisch-psychotherapeutischen Intervention bedürfen (vgl. 
Marianne Heer, a.a.O., N 32 zu Art. 59 StGB mit Hinweisen). Soweit die Verteidi-
gung in diesem Zusammenhang einwendet, dem Gutachten von Dr. med. C. vom 
28. Oktober 2009 sei expressis verbis keine schwere psychische Störung zu ent-
nehmen, verkennt sie im Übrigen, dass die Frage nach der rechtlichen Relevanz 
der gutachterlichen Diagnose im Zusammenhang mit einer konkreten Massnahme, 
also die Frage nach der Schwere der psychischen Störung im Sinne von Art. 59 
StGB rein juristischer Natur ist (vgl. Marianne Heer, a.a.O., N 9 zu Art. 59 StGB). 
Der Gutachter hat sich also, auch wenn die gutachterlichen Feststellungen im Zen-
trum der Beurteilung stehen, nicht darüber zu äussern, ob die festgestellte psychi-
sche Anomalie als schwer im Sinne des Gesetzes einzustufen ist (vgl. Marianne 
Heer, a.a.O., N 9 zu Art. 59 StGB). Entscheidend ist einzig, dass er eine in allen 
Teilen nachvollziehbare psychiatrische Diagnose stellt, was vorliegend ohne Zweifel 
gegeben ist. Die Beurteilung der rechtlichen Relevanz der gutachterlichen Diagnose 
im Sinne von Art. 59 StGB ist demgegenüber Sache des Richters, im vorliegenden 
Fall also der I. Strafkammer des Kantonsgerichts, welche aufgrund der dargelegten 
Ausführungen entgegen der Auffassung der Verteidigung zur klaren Überzeugung 
gelangt, dass vorliegend die Voraussetzungen einer schweren psychischen Störung 
im Sinne des Gesetzes gegeben sind.

e) Schliesslich wendet der Verteidiger ein, dass die Anordnung einer 
Massnahme nach Art. 59 Abs. 3 StGB auch mit Blick auf das fehlende Einverständ-
nis des Betroffenen nicht sinnvoll erscheine, zumal sich bei ständigem Zwang kein 
Therapieerfolg erwarten lasse.

  Der Verteidiger übersieht dabei jedoch, dass an die Therapiewilligkeit des 
Betroffenen im Einklang mit der forensisch-psychiatrischen Lehre nicht allzu strenge 
Anforderungen zu stellen sind. Danach gilt es nämlich zu bedenken, dass die feh-
lende Motivation bei einer schweren, lang dauernden Störung, wie sie auch im Falle 
von A. gegeben ist, regelmässig zum typischen Krankheitsbild gehört. Würde hier 
mangels Motivation unbesehen auf die Anordnung einer Massnahme verzichtet, 
könnten solche Täter überhaupt nie in den Genuss von Massnahmen kommen. Ent-
sprechend stellt die Erreichung der Therapiemotivation und Einsicht denn auch nicht 
selten das erste Therapieziel dar, welches gerade im Rahmen von stationären 
Massnahmen auch Aussicht auf Erfolg hat (vgl. Marianne Heer, a.a.O., N 78 f. zu 
Art. 59 StGB mit Hinweisen). Entgegen der Auffassung der Verteidigung erscheint 
die Anordnung einer Massnahme gemäss Art. 59 Abs. 3 StGB gegenüber A. folglich 
auch unter diesem Gesichtspunkt betrachtet als gerechtfertigt.

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Die mit Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 16. Januar 
2006 gegenüber A. angeordnete stationäre Massnahme gemäss Art. 61 StGB ist 
daher aufzuheben und es ist an deren Stelle eine stationäre Massnahme nach Art. 
59 Abs. 3 StGB anzuordnen. Dabei hat die Platzierung von A. entsprechend der 
Empfehlung des Gutachters möglichst in einer Institution zu erfolgen, welche dem 
jungen Mann die Möglichkeit bietet, seine fortgeschrittene Lehre abzuschliessen 
(vgl. act. 6.19 S. 47). In diesem Zusammenhang bleibt überdies festzuhalten, dass 
die anzuordnende stationäre Massnahme nach Art. 59 Abs. 3 StGB – wie vom Gut-
achter ebenfalls ausgeführt (vgl. act. 21 S. 6; act. 6.19 S. 46) – ausgehend von 
einem zunächst geschlossenen Rahmen nach Ablauf eines gewissen Zeitraums ab-
hängig vom Engagement des jungen Mannes in der deliktpräventiven Psychothera-
pie schrittweise gelockert werden kann. 

4. Die Kosten des Verfahrens vor dem Kantonsgericht von Graubünden, 
bestehend aus der Gerichtsgebühr und den Kosten des forensisch-psychiatrischen 
Zusatzgutachtens, gehen zu Lasten des Kantons Graubünden. Was sodann die 
Entschädigung des amtlichen Verteidigers anbelangt, ist in Lehre und Praxis 
zunächst unbestritten, dass der Anspruch auf einen amtlichen Verteidiger respek-
tive auf unentgeltliche Verbeiständung auch im Vollzugsverfahren besteht, das 
heisst also auch im Verfahren betreffend Anordnung einer anderen Massnahme, 
wie es im konkreten Fall vorliegt (vgl. Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches 
Strafprozessrecht, Basel 2005, 6. Aufl., § 40 N 16 S. 165). Es darf nicht vom Zufall 
des vom Gesetzgeber gewählten Verfahrenswegs abhängen, ob ein Anspruch auf 
einen amtlichen Verteidiger besteht oder nicht (BGE 117 Ia 277 Erw. 5 S. 280; BGE 
112 Ia Erw. 3 b). Die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche zu Lasten von A. 
gehen, werden daher vorschussweise vom Kanton Graubünden übernommen (Art. 
155 StPO). Dies allerdings nur im Umfang des für das Verfahren vor Kantonsgericht 
geltend gemachten Aufwands in Höhe von Fr. 8'369.15 einschliesslich Mehrwert-
steuer (vgl. act. 29.1). Soweit der amtliche Verteidiger darüber hinaus eine Hono-
rarnote von Fr.  3'379.70 (inklusive Mehrwertsteuer) für seine anwaltlichen 
Bemühungen im Verfahren vor dem Amt für Justizvollzug geltend macht (vgl. act. 
29.2), bleibt demgegenüber festzuhalten, dass es sich dabei um ein eigenständiges 
Verfahren vor einer Verwaltungsinstanz handelt, welche entsprechende Gesuche 
gestützt auf Art. 76 VRG selbständig zu beurteilen hat. Rechtsanwalt Jörger ist da-
her betreffend die von ihm anbegehrte Einsetzung als amtlicher Verteidiger im Ver-
fahren vor dem Amt für Justizvollzug und die Entschädigung der in diesem Zusam-
menhang entstandenen Kosten unter Hinweis auf Art. 76 VRG an das Amt für Jus-
tizvollzug zu verweisen. 

Seite  30 — 30

III. Demnach wird erkannt

1. Die mit Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 16. Januar 2006 ge-
genüber A. angeordnete stationäre Massnahme gemäss Art. 61 StGB (Art. 100 
bis aStGB) wird aufgehoben.

2. Es wird eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 3 StGB angeord-
net.

3. a) Die Kosten des Verfahrens vor dem Kantonsgericht von Graubünden, beste-
hend aus

- der Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.00 

- und den Kosten des psychiatrischen Gutachtens von Fr. 1'732.36

total somit Fr. 4'732.36

gehen zu Lasten des Kantons Graubünden.

b) Die im Verfahren vor dem Kantonsgericht entstandenen Kosten der amtlichen 
Verteidigung von Fr. 8'369.15 gehen zu Lasten von A.. Die Kosten der amtlichen 
Verteidigung werden vorschussweise vom Kanton Graubünden bezahlt.  

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsgesetzes 
(BGG) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, 
innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung 
in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an: