# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f3c93e32-0ebe-54e2-ae49-62d926a85aae
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 30.08.2021 KV-Z 2020/8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_KV-Z-2020-8_2021-08-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV-Z 2020/8

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 02.02.2022

Entscheiddatum: 30.08.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 30.08.2021
Krankentaggeld, VVG-Zusatzversicherung zur sozialen 
Krankenversicherung. Eine Arbeitsunfähigkeit, die für den eingeklagten 
Zeitraum Krankentaggeldleistungen begründen würde, ist nicht 
überwiegend wahrscheinlich erstellt. Abweisung der Klage (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. August 2021, KV-Z 
2020/8). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 4A_516/2021.

Entscheid vom 30. August 2021

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

KV-Z 2020/8

Parteien

A.___,

Klägerin,

vertreten durch Rechtsanwältin Silvana Ebneter, M.A. HSG in Law, Amparo Anwälte 

und Notare, Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

gegen

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SWICA Krankenversicherung AG, Rechtsdienst, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,

Beklagte,

Gegenstand

Taggeldleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war seit dem ___ bei der B.___ als […] angestellt 

und dadurch bei der Swica Krankenversicherung AG (nachfolgend: Swica) für ein 

Krankentaggeld von 80 % des effektiven Lohns bei einer Leistungsdauer von maximal 

730 Tagen und einer Wartefrist von 30 Tagen versichert (act. G 3.1-2 ff. und 3.1-46). 

Am 17. November 2017 stellte sich die Versicherte bei Dr. med. C.___, Allgemeine 

Innere Medizin FMH, Sportmedizin SGSM, D.___, aufgrund von Myogelosen sowie 

Kraftlosigkeit vor. Tags zuvor war ihre Mutter ins Spital eingeliefert worden (vgl. act. G 

3.1-66). Nach einem Untersuch der Harnwege mittels Kontrastmittel (vgl. act. G 3.1-80 

f. und 3.1-66) klagte die Versicherte über Kreislaufprobleme und stellte sich aus diesem 

Grund am 27. November 2017 erneut bei Dr. C.___ vor, wobei sich zusätzlich der 

Verdacht auf eine Virusinfektion ergab (vgl. act. G 3.1-66). Ab dem 24. November 2017 

wurde die Versicherte von Dr. C.___ zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben (vgl. act. G 

3.1-49 f. und 3.1-52). In einer Sprechstunde bei Dr. C.___ vom 1. Dezember 2017 

berichtete die Versicherte über anhaltende Kreislaufprobleme mit Übelkeit und 

Präsynkopen, über ein Hungergefühl sowie den Drang, Wasser lösen zu müssen. Am 9. 

Dezember 2017 erfolgte eine notfallmässige Vorstellung bei Dr. C.___ aufgrund von 

Kreislaufproblemen (vgl. act. G 3.1-66). Gleichentags wurde die Versicherte dem Spital 

E.___ zugewiesen, wo sie bis zum 13. Dezember 2017 hospitalisiert wurde. Im 

entsprechenden Austrittsbericht hiess es, dass sich die Versicherte bei Eintritt 

verängstigt sowie initial hyperventilierend mit dazu passender Klinik und 

laborchemischen Befunden in der Blutgasanalyse gezeigt habe. Die weiteren, 

insbesondere auch neurologischen Untersuchungen seien ohne wegweisende 

A.a. 

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Auffälligkeiten geblieben. Ein Scheelong-Test habe eine physiologische Orthostase-

Reaktion gezeigt. Im Langzeit-EKG hätten sich vereinzelt supraventrikuläre 

Extrasystolen, jedoch keine Hinweise für eine relevante Rhythmusstörung als Ursache 

der anamnestischen Kreislaufinstabilität und Palpitation gezeigt. Seit dem unerwarteten 

Ableben ihres Vaters im September 2017 habe die Versicherte über wiederholte 

präsynkopale Zustände mit wechselnden somatischen Beschwerden berichtet. Bereits 

während früherer Hospitalisationen, zuletzt im Juni 2016, seien ausführliche 

neurologische und HNO-ärztliche Abklärungen aufgrund ähnlicher Beschwerdebilder 

erfolgt, wobei damals keine eindeutige Ursache habe gefunden werden können. Auch 

umfassende kardiologische und pneumologische Untersuchungen bei thorakalen 

Schmerzen hätten keine erklärenden Pathologien ergeben. Retrospektiv sehe die 

Versicherte die Beschwerden einer psychosozialen Belastungssituation zum damaligen 

Zeitpunkt geschuldet. In Zusammenschau werde bei fehlenden anderweitigen 

Hinweisen von einer wesentlichen psychosomatischen Komponente der aktuellen 

Beschwerden ausgegangen im Sinne einer Anpassungsstörung nach dem Verlust des 

Vaters, was auch von der Versicherten so wahrgenommen werde (act. G 3.1-84 ff.). Da 

es unter ambulanter Behandlung zu keiner Kreislaufstabilisierung kam, erfolgte am 19. 

Dezember 2017 eine erneute Hospitalisation im Spital E.___ (vgl. act. G 3.1-66 und 

3.1-68 ff.). Am __. Dezember 2017 wurde der Swica die seit dem 24. November 2017 

bestehende Arbeitsunfähigkeit der Versicherten seitens der damaligen Arbeitgeberin 

gemeldet (vgl. act. G 3.1-46). Am 28. Dezember 2017 wurde die Versicherte vom Spital 

E.___ in gebessertem Allgemeinzustand nach Hause bzw. in einen psychosomatischen 

Rehabilitationsaufenthalt entlassen. Im entsprechenden Austrittsbericht wurde 

festgehalten, dass bei Auftreten derselben Symptomatik wie beim letzten stationären 

Aufenthalt und unauffälligem klinischem Status sowie Laborbefund weiterhin von einer 

primär psychosomatischen Genese ausgegangen und auf eine erneute somatische 

Abklärung verzichtet worden sei (act. G 3.1-68 ff.). Vom 29. Dezember 2017 bis 8. 

Februar 2018 hielt sich die Versicherte im Reha Zentrum F.___ auf. Im Austrittsbericht 

wurden folgende Diagnosen genannt: Somatisierungsstörung, funktionelle Magen-

Darm-Störung 1 irritable bowl Syndrome vom Diarrhoetyp, Phobien, Status nach 

grippalem Infekt, Laktose-Intoleranz, rezidivierende Hypokaliämie, Status nach 

allergischer Reaktion 1. Grades 11. Juni 2016 nach Stich unbekannter Ursache in den 

Dig. IV links, Vorhofseptum-Aneurysma, kombinierte Schwerhörigkeit rechts bei 

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partierlier Mittelohratelektase, Status nach TVT Unterschenkel links (Oktober 2012; 

unklarer Genese; unter oraler Kontrazeption) und ampulläres Nierenbeckenkelchsystem 

rechts. Weiter wurde der Versicherten bis zum 25. Februar 2018 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert mit der Empfehlung eines langsamen Wiedereinstiegs in 

den Beruf (vgl. act. G 3.1-73 ff.). In der Sprechstunde bei Dr. C.___ vom 28. Februar 

2018 zeigte sich der Kreislauf der Versicherten stabil, jedoch fühlte sie sich noch immer 

sehr schwach (vgl. act. G 3.1-66). Er attestierte ihr weiterhin eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit (vgl. act. G 3.1-91 f.). Ab Mitte April 2018 war eigentlich ein 

Arbeitsversuch angedacht gewesen, der dann aber wegen fehlender Homeoffice 

Option, einer Liftphobie der Versicherten und einer weiterhin bestehenden körperlichen 

Schwäche, derentwegen sie die vielen Stockwerke bis an ihren Arbeitsplatz nicht 

zurücklegen konnte, nicht zu Stande kam (vgl. act. G 3.1-92, 3.1-94, 3.1-106 ff. und 

3.1-126 ff.).

In einer im Auftrag der Swica erstellten Aktenbeurteilung vom 3. Mai 2018 kam Dr. 

med. G.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, H.___, zum Schluss, dass der 

Kaliummangel bei der Versicherten sicher nicht der Grund für die Arbeitsunfähigkeit sei. 

Es handle sich um eine psychische Problematik, weswegen sie sich ja auch in 

stationärer Rehabilitation befunden habe, wobei die definitive Diagnose nicht 

vollständig klar sei. Aufgrund der Aktenlage könnte auch eine psychotische Störung 

vorliegen. Sollte die Arbeitsunfähigkeit andauern, sei eine psychiatrische Exploration 

empfehlenswert. Die Behandlungsmassnahmen seien aus der Sicht der 

Grundversorgung seines Erachtens erschöpft (vgl. act. G 3.1-102).

A.b. 

Am 25. Juni 2018 nannte Dr. C.___ in einem Bericht an die IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 

Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (DD: Somatisierungsstörung), eine 

funktionelle Magendarmstörung bzw. ein Reizdarmsyndrom vom Diarrhoetyp sowie 

eine Hypokaliämie unklarer Ätiologie, die aktuell in Abklärung sei. Weiter hielt er fest, 

dass die Versicherte aktuell eine Büroarbeit für maximal zwei Stunden pro Tag 

absolvieren könne, sofern diese flexibel eingeteilt werden könne, da sie zwischendurch 

Pausen benötige. Ein langer Anfahrtsweg sei nicht möglich, da die Versicherte danach 

erschöpft sei. Aufgrund einer Panikstörung sei eine Liftbenutzung ebenfalls nicht 

A.c. 

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möglich. Er attestierte ihr weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die 

angestammte Tätigkeit (act. G 3.1-150 ff.).

Am 26. Juni 2018 berichtete Dr. med. I.___, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, gegenüber Dr. C.___ über zwei Abklärungsgespräche vom 12. 

und 25. Juni 2018. Die Versicherte habe erklärt, dass sie aktuell vor allem an ihrer 

muskulären Schwäche und Ermüdbarkeit, die sie als Folge eines unerklärlichen, nicht 

stabilisierbaren Kaliummangels verstehe, leide. Deswegen sei sie körperlich wenig 

belastbar. Belastungen merke sie oft erst verzögert am nächsten Tag mit Erschöpfung 

und Müdigkeit und vor allem weniger Muskelkraft. Manchmal gehe es ihr zeitweise 

besser. In ihrer Arbeit als […] sei sie seit November 2017 zu 100 % arbeitsunfähig 

geschrieben. Sie habe mittlerweile gelernt, die Situation hinzunehmen, und versuche 

sich damit so gut wie möglich zu arrangieren. Der muskulären Schwäche 

vorausgegangen sei eine Phase verschiedenster Belastungen mit körperlichen 

Erkrankungen wie grippalen Infekten und einer Kreislaufinstabilität, was auch durch 

verschiedene invasive Untersuchungen und in einem Spitalaufenthalt ohne 

pathologische Befunde abgeklärt worden sei. Dazu sei die persönliche Belastung des 

unerwarteten Todes ihres Vaters im September 2017 gekommen (vgl. act. G 3.1-137 f.). 

Als vorläufige Diagnosen nannte Dr. I.___ eine dissoziative Störung der Bewegung 

(Veränderung von Bewegungsfunktionen im Sinne einer muskulären Schwäche), 

psychische Traumata in der Kindheit und im Erwachsenenalter (Unfälle), sonstige näher 

bezeichnete Probleme in der primären Bezugsgruppe sowie eine Liftphobie. Weiter 

hielt sie fest, mit der Versicherten besprochen zu haben, dass sie die Symptome im 

Zusammenhang mit einer psychischen und körperlichen Überbelastung und den 

Schwierigkeiten, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und durchzusetzen, verstehen 

könne. Wenn eine körperliche Krankheit als Ursache ausgeschlossen werden könne, 

gehe sie von einer psychischen Ursache aus. Die Versicherte habe sich jedoch 

momentan keine psychotherapeutische Behandlung vorstellen können. Sie nehme eine 

alternativtherapeutische Behandlung wahr, in der es um Achtsamkeits- und 

Wahrnehmungsschulung gehe, und wolle diesen Weg aktuell weiterverfolgen (act. G 

3.1-137 f.).

A.d. 

Am 18. Juli 2018 fand aufgrund der unklaren Hypokaliämie eine Abklärung durch 

Dr. med. J.___, FMH Innere Medizin und Nephrologie, Spital K.___, statt. Diese hielt 

A.e. 

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fest, dass von einem renalen Kaliumverlust unklarer Ätiologie ausgegangen werden 

müsse. Therapeutisch empfehle sich das Absetzen des Kaliumcitrates und die 

Substitution mit Kaliumchlorid (Kaliumcitrat sei aufgrund des renalen 

Elektrolytaustausches eher ungünstig). Wünschenswert wäre auch eine kaliumreiche 

Kost. Erfahrungsgemäss würden Patienten erst hypokaliämisch bedingte Beschwerden 

(Muskelschwäche und anderes) bei Werten unter 3.0 mmol/l beschreiben. Die 

allgemeine Schwäche der Versicherten könne somit nicht der Elektrolytstörung 

zugeordnet werden (vgl. act. G 3.1-155 ff.).

Anfangs August 2018 attestierte Dr. C.___ der Versicherten neu eine 20%ige 

Arbeitsfähigkeit (vgl. act. G 3.1-144 ff.). Auf entsprechende Nachfrage der Swica (vgl. 

act. G 3.1-172 f.) präzisierte er die attestierte Arbeitsfähigkeit dahingehend, dass sie 

nur gegeben sei, wenn kein Lift benützt werden müsse (wegen der Klaustrophobie), der 

Arbeitsweg aufgrund einer Angstproblematik sowie einer Energielosigkeit kurz sei (vgl. 

act. G 3.1-180) und wegen der anhaltenden körperlichen Schwäche kein 

Treppensteigen notwendig sei (vgl. act. G 3.1-197).

A.f. 

Am 29. August 2018 fand im Auftrag der Swica eine spezialärztliche Untersuchung 

bei Dr. med. L.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, FA Vertrauensarzt 

SGV, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, zertifizierter Arbeitsfähigkeitsassessor 

SIM, statt. In seiner gleichentags verfassten Kurzbeurteilung hielt dieser fest, dass die 

geklagten Beschwerden auf somatischem Gebiet nicht objektiviert werden könnten. Es 

falle auf, dass die Versicherte sehr stark auf ihren Kaliumspiegel fixiert sei und darauf, 

dass die Beschwerden mit einer Nierenszinitgraphie begonnen hätten. Gemäss dem 

Bericht der Nephrologie des Spitals K.___ vom Juli 2018 seien die geklagte Schwäche 

und auch allfällige psychische Beschwerden jedoch nicht auf die Elektrolytstörung 

zurückzuführen. Auch die Berichte von Dr. C.___ liessen insgesamt keine somatisch 

fassbare Ursache erkennen. Der Befund eines ampullären Nierenbeckens sei als 

Normvariante aufzufassen und nicht pathologisch. Dr. I.___ sei von einer psychischen 

Ursache der Beschwerden ausgegangen. Zu selbiger Einschätzung sei Dr. G.___ 

gelangt. Bereits in den Austrittsberichten zu den stationären Aufenthalten sei die 

Diagnose einer Somatisierungsstörung bzw. Anpassungsstörung gestellt worden. Eine 

adäquate psychiatrische Therapie habe bislang nicht stattgefunden. In Anbetracht der 

vorliegenden Befunde und der klinischen Präsentation werde gutachterlich 

A.g. 

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eingeschätzt, dass die Ursache der von der Versicherten geklagten Beschwerden auf 

psychiatrischem Gebiet zu suchen sei. Aus somatischer Sicht betrage die 

Arbeitsfähigkeit 100 % (act. G 3.1-200 ff.).

Per ___ 2018 wurde das Anstellungsverhältnis mit der Versicherten seitens der 

Arbeitgeberin gekündigt (vgl. act. G 3.1-130).

A.h. 

Am 3. September 2018 fand im Auftrag der Swica eine psychiatrische 

Untersuchung durch Dr. med. M.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, zertifizierter 

medizinischer Gutachter SIM, Klinik N.___, statt, welcher aus psychiatrischer Sicht 

keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen konnte. Auch kam er 

zum Schluss, dass die Versicherte in ihrer Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nie 

über längere Zeit eingeschränkt gewesen sei (vgl. act. G 3.1-268 ff.).

A.i. 

In einer Stellungnahme vom 13. September 2018 hielt Dr. C.___ fest, dass er sich 

der Beurteilung von Dr. L.___, wonach aus somatischer Sicht eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit bestehe, nicht anschliessen könne. Er bleibe bei seiner Einschätzung, 

wonach eine 20%ige Arbeitsfähigkeit an einem angepassten Arbeitsplatz ohne die 

Notwendigkeit, den Lift zu benutzen oder mehrere Stockwerke per Treppe 

zurückzulegen, gegeben sei. Es bestehe die Aussicht, dass die Versicherte ihre 

Arbeitsfähigkeit innert vier Wochen auf 40 % steigern könne (act. G 3.1-218 f.; zu 

weiteren Berichten von Dr. C.___ vgl. act. G 3.1-222 f; zu einer Stellungnahme der 

Versicherten vgl. act. G 3.1-224 ff.). Nachdem die Swica die Schreiben von Dr. C.___ 

und der Versicherten Dr. L.___ vorgelegt hatte (vgl. act. G 3.1-236), gab dieser am 5. 

Oktober 2018 eine erneute Stellungnahme ab, worin er an seiner Einschätzung, 

wonach aktuell in somatischer Hinsicht keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei, 

festhielt (vgl. act. G 3.1-256 ff.).

A.j. 

Mit Schreiben vom 25. Oktober 2018 teilte die Swica der Versicherten unter 

Verweis auf die ärztlichen Beurteilungen von Dr. L.___ und Dr. M.___ mit, dass sie ihre 

Taggeldleistungen per 31. Oktober 2018 einstellen werde (vgl. act. G 3.1-285).

A.k. 

Mit einem Schreiben vom 28. November 2018 liess die anwaltlich vertretene 

Versicherte ausrichten, mit der Einstellung der Taggeldleistungen nicht einverstanden 

A.l. 

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zu sein (vgl. act. G 3.1-290 f.), und reichte einen Bericht von Dr. C.___ vom 8. 

November 2018 (act. G 3.1-292 f.) ein.

Mit Schreiben vom 4. Dezember 2018 teilte die Swica der Versicherten mit, dass 

aus den eingereichten medizinischen Akten keine neuen medizinischen Erkenntnisse 

hervorgehen würden, die im Zeitpunkt der Untersuchungen durch Dr. L.___ und Dr. 

M.___ nicht schon bekannt gewesen seien. Es würden somit keine neuen 

objektivierbaren Befunde vorliegen, die eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes der Versicherten bestätigen würden. Deshalb werde am 

Entscheid vom 25. Oktober 2018 festgehalten (vgl. act. G 3.1-308).

A.m. 

Mit Eingabe vom 6. Dezember 2018 wandte die Versicherte durch ihren 

Rechtsvertreter ein, keine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend 

gemacht, sondern dargelegt zu haben, dass bei ihr eine deutliche Einschränkung der 

Leistungsfähigkeit bestehe, die bis heute noch nicht überwunden sei. Die Gründe für 

die Einschränkung seien multifaktoriell. Sie mache ständig Fortschritte, jedoch könne 

eine derart massive Einschränkung nicht per sofort behoben werden, sondern nur 

mittels ständigen Trainings. Dabei handle es sich um einen mehrmonatigen Prozess. 

Per Ende Oktober 2018 sei sie noch nicht arbeitsfähig gewesen, weshalb sie weiterhin 

Anspruch auf Krankentaggelder habe (vgl. act G 3.1-309).

A.n. 

Mit Schreiben vom 19. Februar 2019 teilte die Swica der Versicherten mit, die 

Sachlage aufgrund der angeforderten IV-Akten nochmals zu überprüfen (vgl. act. G 

3.1-312 f.).

A.o. 

Mit E-Mail vom 8. März 2019 liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter der 

Swica ausrichten, dass sie gegen den die Leistungsverweigerung ankündigenden IV-

Vorbescheid keinen Einwand erhoben habe. Gleichentags antwortete die Swica per E-

Mail, sie würde angesichts des Verzichts auf einen Einwand gegen den IV-Vorbescheid 

annehmen, dass eine analoge Verfügung erlassen und in Rechtskraft erwachsen 

werde. Demnach sei die Versicherte sowohl in somatischer als auch in psychiatrischer 

Hinsicht zu 100 % arbeitsfähig. Daher werde aus der Sicht der Swica daran 

festgehalten, dass keine weiteren Krankentaggelder geschuldet seien. Da nicht 

anzunehmen sei, dass die Versicherte den Klageweg beschreiten werde, werde das 

A.p. 

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Dossier ohne Gegenbericht in ca. zwei Wochen beim Swica-Rechtsdienst 

abgeschlossen (vgl. act. G 3.1-320).

Am 7. April 2019 wandte sich die Versicherte - offenbar veranlasst durch eine 

Umfrage zur Kundenzufriedenheit - an die Swica. Mit ihrer Eingabe machte sie unter 

anderem geltend, es sei für sie noch immer inakzeptabel, dass die 

Krankentaggeldversicherung und folglich nun auch die IV-Stelle hinter den durch die 

Swica veranlassten ärztlichen Kurzbeurteilungen stehen würden, obwohl diese klar 

fehlerhaft seien. Seit der Anpassung der Medikamente im Oktober 2018 (sechs 

Kaliumtabletten pro Tag) seien die Herzrhythmusstörungen komplett verschwunden 

und die Arbeitsfähigkeit habe sukzessive gesteigert werden können. Ihr solle bitte 

jemand erklären, weshalb da kein medizinisches Problem zu Grunde liegen sollte. Per 

Ende Oktober 2018 sei das Krankentaggeld eingestellt und sie sei an das regionale 

Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) abgeschoben worden. In sehr kleinen Schritten habe 

sie sich ins Berufsleben zurückgekämpft und sich um ein Einsatzprogramm über das 

RAV bemüht. Sie habe eine befristete Anstellung und schliesslich eine Festanstellung 

erhalten. Die Arbeitsfähigkeit habe sie innert weniger Monate von 20 auf 70 % steigern 

können. Von der Swica hätte sie Unterstützung in diesem Prozess erwartet. Sie mache 

ihren Anspruch auf Leistungen aus der Krankentaggeldversicherung gemäss Schreiben 

ihres Rechtsvertreters vom 6. Dezember 2018 geltend (vgl. act. G 3.1-326 ff.).

A.q. 

Mit Schreiben vom 6. Januar 2020 wandte sich die Versicherte, vertreten durch 

Rechtsanwältin S. Ebneter, St. Gallen, erneut an die Swica. Sie führte aus, dass Dr. 

L.___ anhand der ihm zur Verfügung gestellten Unterlagen sowie der Untersuchung 

keine objektivierbaren somatischen Erklärungen für die beklagten Beschwerden habe 

finden können. In der Zwischenzeit hätten weitere medizinische Abklärungen 

stattgefunden, weshalb die Swica darum gebeten werde, den Leistungsanspruch 

erneut zu überprüfen. Nach der nephrologischen Abklärung durch Dr. J.___ im Juli 

2018 sei entsprechend deren Therapieempfehlung das Kaliumcitrat per 1. September 

2018 abgesetzt und durch Kaliumchlorid ersetzt worden. Unter der Substitution mit 

Kaliumchlorid habe sich ihre Leistungsfähigkeit innert weniger Monate verbessert. Bis 

zum 31. Dezember 2018 habe eine 20%ige, zwischen dem 1. und 30. Januar 2019 eine 

40%ige, zwischen dem 21. und 31. Januar 2019 eine 50%ige sowie zwischen dem 1. 

Februar und 12. März 2019 eine 60%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Seit dem 13. März 

A.r. 

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2019 bis zum aktuellen Zeitpunkt liege eine 70%ige Arbeitsfähigkeit vor. Angesichts 

der bei 70 % stagnierenden Arbeitsfähigkeit sowie einer anhaltenden Muskelschwäche 

habe sie weitere Abklärungen durchführen lassen. Im September 2019 sei eine 

endokrinologische Abklärung bei Dr. med. O.___, Endokrinologie-Diabetologie-

Osteologie FMH, P.___, durchgeführt worden, die eine Hashimoto-Thyreoiditis 

diagnostiziert habe. Dies sei eine Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen 

Entzündung der Schilddrüse führe. Sodann sei im Oktober 2019 eine erneute 

Standortbestimmung bei Dr. J.___ durchgeführt worden, die erneut eine 

Elektrolytstörung, die mit sechs Kaliumtabletten pro Tag zu substituieren sei, bestätigt 

habe. Durch die Substitutionstherapie hätten normwertige Serumkaliumwerte erreicht 

werden können, jedoch falle das Urinkalium weiterhin inadäquat hoch aus. 

Gegenwärtig leide sie, die Versicherte, weiterhin unter einer Muskelschwäche und 

Kraftlosigkeit in den Beinen, insbesondere bei bzw. nach körperlicher Anstrengung. 

Inwiefern die Muskelschwäche und Kraftlosigkeit auf die wiederkehrende Hypokaliämie 

oder die Hashimoto-Thyreoiditis zurückzuführen seien, habe nicht abschliessend 

geklärt werden können. Anlässlich der zwischenzeitlich erfolgten Abklärungen dränge 

sich eine Neuevaluation der Leistungseinstellung auf (act. G 3.1-331 ff.). Der Eingabe 

wurden Arbeitsunfähigkeitszeugnisse von Dr. C.___ (vgl. act G 3.1-335 ff.), 

Spiroergometrie-Ergebnisse (vgl. act. G 3.1-341 ff.), Sprechstundenberichte von Dr. 

O.___ vom 23. September und 20. Dezember 2019 (vgl. act. G 3.1-362 ff.) und ein 

Bericht von Dr. J.___ vom 6. November 2019 (act. G 3.1-367 ff.) beigelegt.

Mit Schreiben vom 13. Januar 2020 teilte die Swica der Versicherten mit, dass die 

neu eingereichten medizinischen Berichte nicht den Schluss zulassen würden, dass die 

Arbeitsfähigkeit durch die externen Gutachter falsch beurteilt worden sei oder sich ihr 

Zustand seither verschlechtert habe. Die im September 2019 diagnostizierte 

Hashimoto-Thyreoiditis führe nicht zwangsläufig zu einer Beeinträchtigung der 

Arbeitsfähigkeit, zumal gemäss Dr. O.___ eine Euthyreose (= normale 

Schilddrüsenfunktion) vorliege. Die Swica sehe keine Veranlassung, einen 

Leistungsanspruch anzuerkennen. Der Versicherten stehe der Klageweg offen (act. G 

3.1-384 f.).

A.s. 

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B.  

Am 30. Oktober 2020 reichte die weiterhin durch Rechtsanwältin Ebneter 

vertretene Versicherte (nachfolgend: Klägerin) Klage beim Versicherungsgericht ein 

(act. G 1). Darin beantragte sie, die Swica (nachfolgend: Beklagte) sei zu verpflichten, 

ihr aus der kollektiven Taggeldversicherung Fr. 25'113.95 nebst Zins zu 5 % seit dem 

14. Mai 2019 und aus der SALARIA Taggeldversicherung Fr. 5'295.50 nebst Zins zu 5 

% seit dem 18. Mai 2019 zu bezahlen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der Beklagten (act. G 1 S. 2).

B.a. 

In ihrer Klageantwort vom 11. Dezember 2020 beantragte die Beklagte die 

Abweisung der Klage (act. G 3) und reichte eine erneute Beurteilung von Dr. L.___ vom 

19. November 2020 ein (vgl. act. G 3.2).

B.b. 

Mit Schreiben vom 17. Dezember 2020 stellte die verfahrensleitende Richterin den 

Parteien die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels in Aussicht, sofern auf die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung verzichtet werde (act. G 4). Die Parteien 

verzichteten in der Folge auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung (vgl. act. 

G 5 f.).

B.c. 

In ihrer Replik vom 15. März 2021 hielt die Klägerin an den in der Klage gestellten 

Anträgen fest (act. G 10) und reichte weitere medizinische Berichte ein (vgl. act. G 10.1 

ff.).

B.d. 

In ihrer Duplik vom 21. April 2021 hielt die Beklagte an dem in der Klageantwort 

gestellten Rechtsbegehren fest. Weiter beantragte sie die Edition von zwei von der 

Klägerin angesprochenen Anfrage-E-Mails (act. G 12).

B.e. 

Am 26. April 2021 ersuchte die verfahrensleitende Richterin die Klägerin, dem 

Gericht die beiden von der Beklagten erfragten Anfrage-E-Mails einzureichen (act. G 

13). Dieser Aufforderung kam die Klägerin mit Schreiben vom 30. April 2021 nach (vgl. 

act. G 14, 14.1, 14.2 und 14.3). Am 31. Mai 2021 gab die Beklagte zu den von der 

Klägerin eingereichten Unterlagen eine Stellungnahme ab (vgl. act. G 16).

B.f. 

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Erwägungen

1.  

2.  

Gemäss Art. 36 der vorliegend anwendbaren Allgemeinen 

Versicherungsbedingungen der kollektiven Taggeldversicherung der Beklagten 

(nachfolgend: AVB kollektiv), Ausgabe 2012 (act. G 1.2; zur Police mit dem Verweis auf 

die einschlägigen AVB vgl. act. G 3.1-3 ff.), sowie Art. 29 Ziff. 2 der einschlägigen 

Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Einzeltaggeldversicherung SALARIA 

Krankheit (nachfolgend: AVB SALARIA), Ausgabe 2013 (vgl. act. G 3.1-10 ff.; vgl. 

namentlich act. G 3.1-35 ff.; zu den Policen mit dem Verweis auf die einschlägigen AVB 

vgl. act. G 3.1-42 ff.), anerkennt die Beklagte als Gerichtsstand für Streitigkeiten aus 

dem Versicherungsvertrag unter anderem den schweizerischen Wohnsitz der 

versicherten Person (vgl. dazu auch Art. 32 Abs. 1 lit. a der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]). Die Klägerin hat das für ihren Wohnort zuständige 

Gericht angerufen. Die örtliche Zuständigkeit des Versicherungsgerichts des Kantons 

St. Gallen ist damit gegeben.

1.1. 

Das Versicherungsgericht entscheidet gemäss Art. 9 des Einführungsgesetzes zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG-ZPO; sGS 961.2) i.V.m. Art. 7 ZPO als 

einzige kantonale Instanz über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen 

Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG; SR 

832.10). Darunter werden praxisgemäss auch Zusatzversicherungen wie die vorliegend 

zu beurteilende Kollektiv- und Einzeltaggeldversicherung subsumiert, auf die das 

Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG; SR 221.229.1) zur Anwendung 

gelangt (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. 

Februar 2012, KV-Z 2011/2, E. 1.1; vgl. ferner BGE 138 III 3 E. 1.1). Damit sind 

vorliegend auch die Voraussetzungen der sachlichen und funktionellen Zuständigkeit 

erfüllt.

1.2. 

Vor der Klageanhebung beim Versicherungsgericht ist kein Schlichtungsverfahren 

gemäss Art. 197 ff. ZPO durchzuführen (vgl. BGE 138 III 564 E. 4.6).

1.3. 

Die prozessualen Voraussetzungen sind erfüllt und auf die Leistungsklage ist 

einzutreten.

1.4. 

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu beurteilen ist der Anspruch 

der Klägerin auf Taggelder aus der kollektiven Taggeldversicherung der Beklagten für 

2.1. 

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den Zeitraum vom 1. November 2018 bis 23. November 2019 sowie der Anspruch auf 

Taggelder aus der Einzeltaggeldversicherung SALARIA für den Zeitraum vom 19. 

November 2018 bis 13. November 2019 (vgl. act. G 1 S. 13).

Klagen aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung sind gemäss 

Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO ohne Rücksicht auf den Streitwert im vereinfachten Verfahren 

zu behandeln, wobei gemäss Art. 219 ZPO die Bestimmungen über das ordentliche 

Verfahren sinngemäss gelten (vgl. Christoph Leuenberger/Beatrice Uffer-Tobler, 

Schweizerisches Zivilprozessrecht, 2. Aufl. 2016, N 11.154 und 11.157). Art. 247 Abs. 2 

ZPO sieht vor, dass das Gericht in solchen Streitigkeiten den Sachverhalt von Amtes 

wegen feststellt. Diese sogenannte abgeschwächte oder soziale 

Untersuchungsmaxime gebietet es dem Gericht zwar, bei der Feststellung des 

Sachverhalts und der Beweiserhebung insbesondere durch entsprechende Fragen 

mitzuwirken. Die Parteien werden dadurch aber nicht von der Pflicht zur Mitwirkung an 

der Erhebung der Beweise und der Erstellung des Sachverhalts entbunden. 

Grundsätzlich bleibt es Sache der Parteien, die wesentlichen Tatsachen vorzutragen 

und die Beweismittel zu bezeichnen (vgl. Stephan Mazan, N 3 ff. zu Art. 247, in: Karl 

Spühler/Luca Tenchio/Dominik Infanger [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, 

Basler Kommentar, 3. Aufl. 2017 [nachfolgend zitiert: BSK ZPO], BSK ZPO-Guyan, N 3 

ff. zu Art. 153; vgl. Franz Hasenböhler, N 5 ff. zu Art. 153, in: Thomas Sutter-Somm/

Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl. 2016).

2.2. 

Nach Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) hat, wo es das 

Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten 

Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die 

einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, 

während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder 

rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs 

behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet (vgl. BGE 141 III 

242 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts vom 17. August 2015, 4A_246/2015, E. 2.2). Der 

Eintritt des Versicherungsfalls ist nach diesen Grundsätzen vom 

Anspruchsberechtigten zu beweisen (BGE 141 III 242 E. 3.1 mit Hinweis). Da der 

Nachweis rechtsbegründender Tatsachen im Bereich des Versicherungsvertrags 

regelmässig mit Schwierigkeiten verbunden ist, geniesst die anspruchsberechtigte 

Person insofern eine Beweiserleichterung, als sie nur eine überwiegende 

Wahrscheinlichkeit für das Bestehen des geltend gemachten Versicherungsanspruchs 

darzutun hat. Beim Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist verlangt, 

2.3. 

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3.  

dass die Möglichkeit, es könnte sich auch anders verhalten, zwar nicht ausgeschlossen 

ist, sie aber für die betreffende Tatsache weder eine massgebende Rolle spielen noch 

vernünftigerweise in Betracht fallen darf (Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2015, 

4A_516/2014, E. 4.1 mit Hinweis u.a. auf BGE 130 III 325 E. 3.3).

An der Beweislast der anspruchsberechtigten Person ändert nichts, dass die 

Versicherung zunächst Taggelder ausbezahlt hat; macht sie geltend, die Umstände 

hätten sich geändert oder die Leistungen seien von vornherein zu Unrecht erbracht 

worden und die versicherte Person sei (wieder) arbeitsfähig, so hat die 

anspruchsberechtigte Person zu beweisen, dass sie (weiterhin) arbeitsunfähig ist und 

daher Anspruch auf Taggelder hat. Im Falle der Beweislosigkeit trägt mithin nicht die 

Versicherung, sondern die anspruchsberechtigte Person die Beweislast (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. August 2015, 4A_246/2015, E. 2.2 mit Hinweis).

2.4. 

Im Zivilprozess stellt ein Privatgutachten kein Beweismittel, sondern eine blosse 

Parteibehauptung dar. Bewiesen werden müssen nur Tatsachenbehauptungen, die 

ausdrücklich bestritten sind. Bestreitungen sind so konkret zu halten, dass sich 

bestimmen lässt, welche einzelnen Behauptungen damit bestritten werden. Erforderlich 

ist eine klare Äusserung, dass der Wahrheitsgehalt einer bestimmten und konkreten 

gegnerischen Behauptung infrage gestellt wird. Parteibehauptungen, denen ein 

Privatgutachten zugrunde liegt, sind meist besonders substantiiert. Entsprechend 

genügt eine pauschale Bestreitung nicht; die Gegenpartei ist vielmehr gehalten zu 

substantiieren, welche einzelnen Tatsachen sie konkret bestreitet. Wird jedoch eine 

Tatsachenbehauptung von der Gegenpartei substantiiert bestritten, so vermögen 

Parteigutachten als reine Parteibehauptungen diese allein nicht zu beweisen. Als 

Parteibehauptungen mögen sie allenfalls zusammen mit – durch Beweismittel 

nachgewiesenen – Indizien den Beweis zu erbringen. Werden sie aber nicht durch 

Indizien gestützt, so dürfen sie als bestrittene Behauptungen nicht als erwiesen 

erachtet werden (vgl. zum Ganzen ausführlich BGE 141 III 437 f. E. 2.6).

2.5. 

Das grundsätzlich anwendbare VVG enthält mit Ausnahme von Art. 87 VVG, der 

das selbstständige Forderungsrecht des Begünstigten in der kollektiven Unfall- oder 

Krankenversicherung normiert, keine spezifischen, im vorliegenden Fall 

interessierenden Bestimmungen zum Krankentaggeld. Es sind deshalb vorab die 

vertraglichen Vereinbarungen der Parteien massgebend, vorliegend also die AVB der 

Beklagten.

3.1. 

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4.  

Gemäss Art. 7 Ziff. 1 AVB kollektiv ist Krankheit jede Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalls ist, 

die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine 

Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat. Unter Arbeitsunfähigkeit wird die durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte 

volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare 

Arbeit zu leisten, verstanden. Nach drei Monaten Arbeitsunfähigkeit wird auch die 

zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 

7 Ziff. 2 AVB kollektiv). Als Erwerbsunfähigkeit gilt der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Ziff. 3 AVB kollektiv).

3.2. 

Ist die versicherte Person nach ärztlicher Feststellung arbeitsunfähig, bezahlt die 

Beklagte bei voller Arbeitsunfähigkeit das im Vertrag aufgeführte Taggeld bis zur Höhe 

des nachgewiesenen Erwerbsausfalls (Art. 13 Ziff. 1 AVB kollektiv). Bei teilweiser 

Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25 % wird das Taggeld entsprechend dem Grad der 

Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet (Art. 13 Ziff. 2 AVB kollektiv). Gilt die versicherte Person 

als arbeitslos im Sinne von Art. 10 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) bezahlt die 

Beklagte die Leistungen bis zur Höhe der entgangenen Arbeitslosenentschädigung, 

wobei bei einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als 25 % das halbe Taggeld (lit. a) und bei 

einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als 50 % das volle Taggeld (lit b) ausgerichtet wird 

(Art. 13 Ziff. 3 AVB kollektiv).

3.3. 

Unbestritten ist der Taggeldanspruch bis zum 31. Oktober 2018. Für diesen 

Zeitraum hat die Beklagte bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit am 24. November 2017 

nach Ablauf der 30-tägigen Wartefrist bereits Taggelder aus der kollektiven 

Taggeldversicherung erbracht, während die 360-tägige Wartefrist der 

Einzeltaggeldversicherung SALARIA bis zum 31. Oktober 2018 unbestrittenermassen 

noch nicht verstrichen gewesen ist (vgl. act. G 3.1-285 f. und G 1 S.13). Strittig und zu 

prüfen ist nun aber, ob auch über den 31. Oktober 2018 hinaus eine Arbeitsunfähigkeit 

und damit ein Taggeldanspruch bestanden haben (vgl. act. G 1 S. 13).

4.1. 

Die Beklagte hat sich für die Einstellung der Taggeldleistungen per 31. Oktober 

2018 in erster Linie auf die spezialärztliche Kurzbeurteilung von Dr. L.___ vom 29. 

4.2. 

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August 2018 (act. G 3.1-200 ff.), auf dessen ergänzende Stellungnahme vom 5. 

Oktober 2018 (vgl. act. G 3.1-256 ff.) sowie auf den psychiatrischen 

Untersuchungsbericht von Dr. M.___ vom 9. Oktober 2018 (act. G 3.1-268 ff.) 

abgestützt (vgl. act. G 3.1-285 f.). Dr. L.___ hat aus somatischer Sicht keine 

Arbeitsunfähigkeit als ausgewiesen erachtet (vgl. act. G 3.1-256 ff. und 3.1-268 ff.) und 

Dr. M.___ hat aus psychiatrischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit stellen können (vgl. act. G 3.1-268).

Während die Klägerin gegen die Auffassung von Dr. M.___, wonach sie psychisch 

gesund sei (vgl. act. G 3.1-268 ff.), grundsätzlich nichts einwendet (vgl. act. G 1 und 

10), bestreitet sie den Beweiswert der Beurteilungen von Dr. L.___. Sie macht in der 

Beschwerde im Wesentlichen geltend, für die dokumentierten Einschränkungen ihrer 

Leistungsfähigkeit lägen entgegen der Behauptung von Dr. L.___ durchaus 

objektivierbare Erklärungen vor (vgl. act. G 1 S. 14 ff.). Gestützt auf die 

Arbeitsunfähigkeitsatteste von Dr. C.___ (vgl. act. G 1.7) macht sie zwischen dem 1. 

November und dem 31. Dezember 2018 eine 80%ige, zwischen dem 1. und dem 20. 

Januar 2019 eine 60%ige, zwischen dem 21. und dem 31. Januar 2019 eine 50%ige, 

zwischen dem 1. Februar und dem 12. März 2019 eine 40%ige und zwischen dem 13. 

März und dem 23. November 2019 eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit aus somatischen 

Gründen geltend (vgl. act. G 1 S. 13).

4.3. 

Zu prüfen gilt es somit in erster Linie, inwiefern die von der Klägerin im 

vorliegenden Fall geltend gemachten Arbeitsunfähigkeiten von somatischer Seite mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen sind.

4.4. 

 4.5. 

Als eine Erklärung für ihre Leistungseinschränkungen führt die Klägerin eine 

Hypokaliämie an. Es befinde sich zu wenig Kalium im Blutserum. Während sich bei 

einer leichten Hypokaliämie nur sehr selten Symptome zeigen würden, könnten 

Serumkaliumwerte unter 3 mmol/l im Allgemeinen eine Muskelschwäche verursachen 

und zu Lähmungen und Ateminsuffizienz führen. Andere muskuläre Störungen seien 

zum Beispiel Krämpfe, Faszikulationen, Hypoventilation oder Hypotensionen. Sie habe 

am 9. Dezember 2017 einen Kaliumwert von 3.2 mmol/l aufgewiesen. Es sei mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Verabreichung von 

Lasix zum Abfall des Serumkaliums geführt habe und die behandlungsbedürftigen 

Beschwerden wie Kreislaufprobleme, Übelkeit, Durchfall, Schwindel, Hitze- und 

Kältegefühle mit Schüttelfrost, Abdominalschmerzen, Palpationen (gemeint wohl: 

Palpitationen) sowie Kribbelparesen in der linken Körperhälfte und Hyperventilationen 

4.5.1. 

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verursacht habe. Unter der Substitution mit Kaliumchlorid (ab Mitte Juli 2018) habe sich 

ihre Leistungsfähigkeit innert weniger Monate verbessert. Zurück bleibe eine 

anhaltende Kraftlosigkeit in den Beinen, welche sich unter Belastung noch verstärke 

(vgl. act. G 1 S. 14).

Dass durch die Gabe von Lasix bei der Nierenfunktionsszintigrafie vom 23. 

November 2017 (vgl. act. G 3.1-80 f.), in deren Anschluss die Klägerin über 

Kreislaufprobleme geklagt hatte (vgl. act. G 3.1-66 f.), unerwünschte Nebenwirkungen 

und möglicherweise auch Wechselwirkungen mit einem eher tiefen Kaliumspiegel 

aufgetreten sein könnten, wie es die Klägerin behauptet (vgl. act G 1 S. 14), erscheint 

durchaus denkbar, kann von dem aus medizinischen Laien bestehenden Gericht aber 

nicht beurteilt werden. Diese von der Klägerin aufgeworfene Frage braucht in diesem 

Verfahren aber auch nicht abschliessend geklärt zu werden. Denn aufgrund der im 

November 2017 aufgetretenen Kreislaufprobleme mit Übelkeit und Präsynkopen (vgl. 

act. G 3.1-66 f.) ist es zwischen dem 9. und 13. Dezember 2017 und dem 19. bis 28. 

Dezember 2017 (vgl. act. G 3.1-68 ff. und 3.1-82 ff.) nachweislich zu stationären 

Spitalaufenthalten sowie zu einer vom 29. Dezember 2017 bis 8. Februar 2018 

dauernden stationären Rehabilitation gekommen (vgl. act. G 3.1-73 ff.), weshalb in 

diesen Zeiträumen grundsätzlich naturgemäss von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit 

auszugehen ist. Die Arbeitsunfähigkeit ab November 2017 bis zum Ende des 

stationären Rehabilitationsaufenthaltes wird denn auch von der Beklagten, die für 

diesen Zeitraum die vollen Taggeldleistungen erbracht hat (vgl. dazu act. G 3.1-285 f. 

und G 1 S. 13), nicht bestritten. Inwiefern letztlich wirklich die Kaliumwerte zu den 

Kreislaufproblemen beigetragen haben, bleibt aufgrund der Aktenlage unklar. Im 

Austrittsbericht des Spitals E.___ zur Hospitalisation vom 9. bis 13. Dezember 2017 ist 

festgehalten worden, dass sich die Klägerin verängstigt sowie initial hyperventilierend 

mit dazu passender Klinik und laborchemischen Befunden in der Blutgasanalyse 

präsentiert habe. Die weiteren, insbesondere auch neurologischen Untersuchungen 

seien ohne wegweisende Auffälligkeiten gewesen. Im Langzeit-EKG hätten sich 

vereinzelt Extrasystolen gezeigt, jedoch keine Hinweise für eine relevante 

Rhythmusstörung als Ursache der anamnestischen Kreislaufinstabilität und Palpitation. 

Bereits während früherer Hospitalisationen, zuletzt im Juni 2016, seien ausführliche 

neurologische und HNO-ärztliche Abklärungen aufgrund ähnlicher Beschwerdebilder 

erfolgt, wobei keine eindeutige Ursache habe gefunden werden können. Auch 

umfassende kardiologische und pneumologische Untersuchungen bei thorakalen 

Schmerzen hätten keine erklärenden Pathologien ergeben. Retrospektiv sehe die 

Klägerin die damaligen Beschwerden einer psychosozialen Belastungssituation 

4.5.2. 

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geschuldet. In Zusammenschau werde bei fehlenden anderweitigen Hinweisen von 

einer wesentlichen psychosomatischen Komponente im Sinne einer 

Anpassungsstörung nach Verlust des Vaters im September 2017 ausgegangen (act. G 

3.1-82 ff.). Trotz durchgeführter Labordiagnostik haben die behandelnden Ärzte des 

Spitals E.___ also die Ursache der Beschwerden nicht in einer Hypokaliämie, sondern 

eher in einer psychosomatischen Belastungsreaktion gesehen, was aufgrund der 

Angaben der Klägerin, wonach sie ihren Vater im September 2017 verloren habe, 

durchaus nachvollziehbar erscheint. Im Austrittsbericht des Spitals E.___ zur 

Hospitalisation vom 19. bis 28. Dezember 2017 ist sodann ein unauffälliger klinischer 

Status und Laborbefund genannt worden, weshalb die Ärzte wiederum primär von 

einer psychosomatischen Genese ausgegangen sind (vgl. act. G 3.1-68 ff.). Dazu 

kommt noch, dass im Januar 2018 anscheinend grippale Infekte aufgetreten sind, die 

für die damalige Arbeitsunfähigkeit eine Rolle gespielt haben könnten (vgl. act. G 

3.1-73). Immerhin hat Dr. C.___ den Kreislauf der Klägerin in seiner Sprechstunde vom 

28. Februar 2018 als stabil beurteilt, die Klägerin sei einfach noch sehr schwach (vgl. 

act. G 3.1-66). Eine Besserung des Zustandes scheint sich also entgegen der 

Darstellung der Klägerin in der Beschwerde nicht erst ab Juli 2018 (vgl. act. G 1 S. 14), 

sondern eigentlich bereits ab März 2018 eingestellt zu haben, wobei unklar ist, weshalb 

sich dies in der durch Dr. C.___ ab März 2018 attestierten Arbeitsunfähigkeit kaum 

niedergeschlagen hat, zumal auch die von der Klägerin gefühlte Palpitation gemäss 

Austrittsbericht des Rehazentrums F.___ nach Substitution des knapp unter dem 

Normalwert liegenden Kaliums anscheinend noch während des stationären 

Aufenthaltes verschwunden ist (vgl. act. G 1.20 S. 3). Dass die Kaliumwerte als 

Erklärung für die über den Februar 2018 hinaus geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit 

und vor allem für die vorliegend strittige Arbeitsunfähigkeit ab November 2018 dienen 

können, ist aufgrund der Aktenlage jedenfalls nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erstellt. Bereits am 3. Mai 2018 hat Dr. G.___ in seiner 

Aktenbeurteilung festgehalten, dass der Kaliummangel sicher nicht der Grund für die 

Arbeitsunfähigkeit sei. Er ist - wohl namentlich aufgrund der Austrittsberichte zu den 

stationären Aufenthalten - von einer eher psychischen Problematik ausgegangen, 

wobei er gleichzeitig angemerkt hat, dass die definitive Diagnose für ihn nicht 

vollständig klar sei (vgl. act. G 3.1-104). Damit übereinstimmend hat auch Dr. J.___ in 

ihrem Bericht vom 18. Juli 2018 ausgeführt, dass Patienten erfahrungsgemäss erst 

hypokaliämisch bedingte Beschwerden wie Muskelschwäche und anderes bei Werten 

unter 3.0 mmol/l angeben würden. Die allgemeine Schwäche der Klägerin - mit 

Kaliumwerten von 3.4/3.6/3.8 mmol/l - könne sie somit nicht der Elektrolytstörung 

zuordnen. Sie erwähnte "Evt. Orthostase, psychische Ursache" (vgl. act. G 3.1-158). 

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Schliesslich hat auch Dr. L.___ die Beschwerden in seiner Beurteilung vom 29. August 

2018 nicht auf somatische Ursachen zurückgeführt (vgl. act. G 3.1-202). In seiner 

Stellungnahme vom 5. Oktober 2018 hat er in nachvollziehbarer Weise erneut darauf 

hingewiesen, dass die immer wieder postulierte Elektrolytstörung seitens der 

Nephrologie des Spitals K.___ im Bericht vom Juli 2018 als nicht ursächlich für die 

allgemeine Schwäche eingestuft worden sei (vgl. act. G 1.26 S. 2). In einer 

endokrinologischen Sprechstunde vom 23. September 2019 hat sich sodann ein 

normwertiger Elektrolytspiegel gezeigt (vgl. act. G 1.29). In ihrem Bericht vom 6. 

November 2019 hat Dr. J.___ mit Bezug auf die geklagte Muskelschwäche sodann 

erneut festgehalten, dass Symptome typischerweise erst bei Serumkaliumwerten unter 

3 mmol/l auftreten würden. Solche seien bei der Klägerin kaum je und in letzter Zeit 

nicht nachgewiesen worden (vgl. act. G 1.31 S. 3). Im Bericht der Klinik für 

Endokrinologie, Diabetologie, Osteologie und Stoffwechselerkrankungen des KSSG 

vom __ Juli 2020 ist sodann festgehalten worden, dass die von der Klägerin 

beschriebene störende, beinbetonte Muskelschwäche, die schon nach geringer 

Anstrengung auftrete, kaum im Zusammenhang mit der Hypokaliämie stehe, da die 

Beschwerden auch bei normalisiertem Kalium persistierten und zudem nie schwere 

Hypokaliämien dokumentiert worden seien (vgl. act. G 1. 33 S. 3). Schliesslich leuchtet 

auch nicht ein, warum die Klägerin im September 2019 das Pensum von 70 % auf 60 

% hat reduzieren müssen (vgl. act. G 1 S. 9), wenn der Kaliumwert die Ursache für die 

Beschwerden gewesen sein soll und dieser, wie von der Klägerin behauptet (vgl. act. G 

1 S. 14), durch die ab Juli 2018 eingeleitete Therapie mit Kaliumchlorid massiv 

verbessert worden ist.

 4.6. 

Weiter macht die Klägerin mit Verweis auf einen Bericht des Muskelzentrums des 

KSSG vom __ Juli 2020 geltend, dass mit der Diagnose der belastungsabhängigen 

Myalgien und der deutlichen Belastungsintoleranz im Rahmen der bekannten 

Hashimoto-Thyreoiditis eine objektivierbare Erklärung für ihre 

Leistungseinschränkungen vorliege (vgl. act. G 1 S. 15). Sodann bringt die Klägerin vor, 

in der Klinik Q.___ habe sich ergeben, dass bei ihr eine deutliche chronische Belastung 

mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) bestehe. Gemäss der Infektiologie sprächen die 

Ergebnisse für eine vor längerer Zeit durchgemachte EBV-Infektion oder eine 

Reaktivierung. Eine Reaktivierung bzw. eine chronische aktive EBV-Infektion sei an eine 

Schwächung des Immunsystems gebunden. Aus den Einträgen von Dr. C.___ sei 

ersichtlich, dass sie seit Sommer 2017 immer wieder an Virusinfektionen und 

grippeartigen Symptomen gelitten habe. Die Belastungen durch die Nierenszintigraphie 

4.6.1. 

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und die damit verbundene Hypokaliämie hätten ihr zusätzlich zugesetzt, sodass eine 

Ersterkrankung oder eine Reaktivierung in dieser Zeit gut vorstellbar seien. Bei 

Erwachsenen verlaufe die Erkrankung chronisch über mehrere Monate mit 

ausgeprägter Müdigkeit und Leistungsabfall. Ein Nachweis von Antikörpern im Blut 

gegen das EBV beweise die Infektion. Infolgedessen liege eine weitere somatische 

Erklärung für die objektivierte Beschwerdesymptomatik vor. Zusammenfassend seien 

ihre Beschwerden und die damit verbundenen Leistungseinbussen somatisch 

ausreichend objektiviert (act. G 1 S. 15 f.).

Dr. O.___ hat zwar in ihrem Sprechstundenbericht vom 23. September 2019 eine 

Autoimmunthyreopathie Hashimoto diagnostiziert bei allerdings gleichzeitig 

bestehender Euthyreose ohne aktuelle Notwendigkeit für eine 

Schilddrüsenhormonsubstitutionstherapie. Sie hat lediglich Kontrollen in Abständen 

von sechs Monaten vorgeschlagen, um den Beginn einer Substitutionstherapie nicht zu 

verpassen (vgl. act. G 1.29). Die Verlaufskontrolle bei Dr. O.___ vom 19. Dezember 

2019 hat wieder den Befund einer Euthyreose bei diagnostizierter 

Autoimmunthyreopathie Hashimoto ergeben, sodass der nächste Verlaufstermin auf 

den Juni 2020 angesetzt worden ist (vgl. act. 1.30). Schliesslich hat auch Dr. J.___ in 

ihrem Bericht vom 6. November 2019 festgehalten, dass zwischenzeitlich eine 

endokrinologische Standortbestimmung mit der Diagnose einer Hashimoto-Thyreoiditis 

bei erhöhten TRAK-Antikörpern erfolgt sei. Aktuell bestünden jedoch ein normwertiges 

THS und normwertig freie Schilddrüsenhormone (act. G 1.31 S. 3). Im Bericht des 

Muskelzentrums des KSSG vom __ Juli 2020 ist zwar festgehalten worden, dass sich 

ähnliche Myalgien bei einer chronischen Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto) häufig 

fänden und in Zusammenschau aller Befunde die Belastungsintoleranz sowie die 

schnelle Ermüdung der Muskulatur am ehesten im Rahmen dieser 

Autoimmunerkrankung zu erklären seien (gemäss einer Review lägen in bis zu 62 % der 

Fälle Fibromyalgie-ähnliche Beschwerden vor; vgl. act. G 1.34). Inwiefern sich aufgrund 

der Myalgien oder der Ermüdung der Muskulatur eine Arbeitsunfähigkeit für körperlich 

leichte Bürotätigkeiten ergeben sollte, geht aus dem Bericht jedoch nicht hervor. Zur 

Arbeitsfähigkeit wird generell nicht Stellung genommen (vgl. act. G 1.34). Gerade vor 

diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, dass Dr. L.___ in der von der Beklagten mit 

der Klageantwort eingereichten Beurteilung vom 19. November 2020 angegeben hat, 

dass sich von Seiten der Myopathie bzw. Muskelproblematik für die Frage der 

zumutbaren Arbeitsfähigkeit in einem überwiegend sitzenden Bürojob keine ersichtliche 

Relevanz ergäbe. Ausserdem hat Dr. L.___ festgehalten, dass der Erklärungsversuch 

des Muskelzentrums des KSSG, wonach die Autoimmunthyreoiditis für die 

4.6.2. 

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Muskelproblematik verantwortlich sein sollte, nicht zuletzt angesichts der euthyreoten 

Stoffwechsellage nicht so recht überzeuge (vgl. act. G 3.2 S. 3). Dazu passend ist in 

einem Bericht der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie, Osteologie und 

Stoffwechselerkrankungen des KSSG vom __ Juli 2020 festgehalten worden, die 

chronische Autoimmunthyreoiditis mit aktuell euthyreoter Stoffwechsellage ohne 

Substitution sei sicher nicht für die von der Klägerin beschriebene störende, 

beinbetonte Muskelschwäche verantwortlich. Bezüglich der chronischen 

Autoimmunthyreoiditis bestehe aktuell kein Substitutionsbedarf, da die 

Stoffwechsellage euthyreot sei (vgl. act. G 1. 33). Aus der mit der Replik eingereichten 

Mailnachricht vom 24. Februar 2021 mit dem Verweis auf wissenschaftliche Literatur, 

wonach Erschöpfung und Schmerz trotz normaler Schilddrüsenhormone bestehen 

könnten (vgl. act. G 10.3), kann die Klägerin ebenfalls nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

Der Beklagten ist darin zuzustimmen (vgl. act. G 12 S. 2 f.), dass unklar ist, welche 

Schlüsse aus der Fachliteratur für die Arbeitsfähigkeit im konkreten Fall gezogen 

werden könnten, zumal das Bestehen einer Erschöpfung oder eines Schmerzes nicht 

zwangsläufig zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten 

Tätigkeit führt. Gleiches gilt für den Bericht von Dr. med. R.___, Facharzt für 

Orthopädie, Klinik Q.___, vom 14. Oktober 2020, in welchem eine deutliche chronische 

Belastung mit EBV postuliert worden ist, die oft zu einer Erschöpfung und Müdigkeit 

führen könne (vgl. act. G 1. 35). Der Beklagten ist ferner darin zuzustimmen (vgl. act. G 

12 S. 3), dass auch die E-Mail von Dr. R.___ vom 22. Februar 2021 keine genaueren 

Rückschlüsse auf die Arbeitsfähigkeit zulässt (vgl. act. G 10.5).

Zusammenfassend lassen die von der Klägerin vorgebrachten Befunde (Myalgien 

und deutliche Belastungsintoleranz im Rahmen der bekannten Hashimoto-Thyreoiditis, 

durchgemachte EBV-Infektion und Kaliumspiegel) gewisse körperliche Beschwerden 

wie z.B. eine gewisse erhöhte Ermüdbarkeit zwar als durchaus möglich erscheinen, wie 

dies auch verschiedene behandelnde Ärzte festgestellt haben, liefern aber nicht 

automatisch eine Erklärung für eine nach Oktober 2018 bestehende Arbeitsunfähigkeit. 

Attestierte Arbeitsunfähigkeiten für die Zeit ab November 2018 liegen, soweit 

ersichtlich, lediglich vom Hausarzt Dr. C.___ vor. Seine Arztzeugnisse enthalten 

indessen keine Begründung. Namentlich geht aus seinen Zeugnissen nicht 

nachvollziehbar hervor, weshalb die Arbeitsfähigkeit auch in adaptierten körperlich 

leichten Bürotätigkeiten eingeschränkt sein soll. Auch in den Berichten vom 13. 

September und 8. November 2018, in welchen sich Dr. C.___ gegen die Einschätzung 

von Dr. L.___ gestellt hat, hat er eine nachvollziehbare Begründung für die damals noch 

immer attestierte 80%ige Arbeitsunfähigkeit vermissen lassen (vgl. act. G 1.24 und 

3.1-292 f.). Aus dem Bericht vom 8. November 2018 geht denn auch hervor, dass er 

4.7. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/23

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5.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Klage im Sinne der Erwägungen 

abzuweisen ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 114 lit. e ZPO). Die Klägerin 

hat entsprechend dem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 106 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 95 ZPO). Die Beklagte hat 

mangels anwaltlicher Vertretung und mangels anderweitig geltend gemachten 

Vertretungsaufwandes (vgl. Art. 95 Abs. 3 ZPO) ebenfalls keinen Anspruch auf eine 

die Arbeitsfähigkeit in einem Homeoffice-Setting als höher einschätzen würde, woraus 

zu schliessen ist, dass sich die von ihm attestierten Arbeitsunfähigkeiten nicht auf 

optimal leidensangepasste Tätigkeiten bezogen haben (vgl. act. G 3.1-293). In ihrer 

Klage führt die Klägerin sodann aus, inwieweit sich ihre gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen zurückgebildet hätten und dass eine anhaltende Kraftlosigkeit in 

den Beinen geblieben sei (vgl. act. G 1 S. 14). Inwiefern sich diese auf eine sitzende 

Bürotätigkeit auswirkt, ist fraglich. Wie die Beklagte zutreffend angemerkt hat (vgl. z.B. 

act. G 3 S. 10), ist auch nicht ersichtlich, inwiefern sich aus den Ergebnissen der am 

23. Juli 2019 durchgeführten Spiroergometrie eine Arbeitsunfähigkeit für leichte 

Schreibtischtätigkeiten ergeben soll, ist der Leistungszustand doch im entsprechenden 

Untersuchungsbericht als gut eingeschätzt worden (vgl. act. G 1.28). Schliesslich 

datieren zahlreiche von der Klägerin eingereichte Berichte behandelnder Ärzte nach 

November 2019 (vgl. act. G 1.4 ff.), sodass deren Relevanz für den vorliegend streitigen 

Zeitraum fraglich ist. Beispielsweise kann aus dem Nachweis von EPV-Viren im Jahr 

2020 (vgl. act. G 1.35 und 10.42) nicht ohne Weiteres geschlossen werden, dass die 

Klägerin im Zeitraum der hier eingeklagten Taggelder eine EPV-Infektion durchgemacht 

hat oder es bereits in diesem Zeitraum eine Reaktivierung der Viren gegeben hat, die 

sich auf die Leistungsfähigkeit ausgewirkt haben könnte.

Auch wenn die von der Klägerin subjektiv wahrgenommenen Leiden nicht in 

Abrede gestellt werden sollen, so ist eine über den Oktober 2018 hinausgehende 

Arbeitsunfähigkeit aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage also nicht mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Angesichts der bereits 

umfangreich getätigten medizinischen Abklärungen und des medizinisch nur schwer 

fassbaren Beschwerdebilds sind aktuell von weiteren Abklärungen zur Arbeitsfähigkeit 

im hier interessierenden Zeitraum auch keine besseren Erkenntnisse mehr zu erwarten. 

Weitere medizinische Abklärungen sind somit nicht angezeigt (antizipierte 

Beweiswürdigung; vgl. BGE 136 I 236 ff. E. 5.3 und 5.5 mit weiteren Hinweisen). Die 

Folgen der Beweislosigkeit hat die Klägerin zu tragen (vgl. E. 2.3 f.). Demnach ist die 

Klage abzuweisen.

4.8. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 23/23

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Parteientschädigung. Sie hat eine solche denn auch nicht beantragt (Art. 58 Abs. 1 

ZPO).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 14 des sankt-gallischen Reglements über 

Organisation und Geschäftsgang des Versicherungsgerichtes (OrgR; sGS 941.114)

1.

Die Klage wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 30.08.2021
	Krankentaggeld, VVG-Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung. Eine Arbeitsunfähigkeit, die für den eingeklagten Zeitraum Krankentaggeldleistungen begründen würde, ist nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt. Abweisung der Klage (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. August 2021, KV-Z 2020/8). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 4A_516/2021.

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