# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 769048a9-2f5c-5b85-97f7-9eb0d5ba85b6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 20.11.2023 UE230256
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE230256_2023-11-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UE230256-O/U/GRO 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Flury, Präsident, Oberrichterin 

lic. iur. K. Eichenberger und Ersatzoberrichterin lic. iur. R. Hürlimann 

sowie Gerichtsschreiber lic. iur. S. Bucher 

 

Beschluss vom 20. November 2023 
 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschwerdeführerin 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, 
Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Nichtanhandnahme / Entschädigungsfolgen / Genugtuung  
 
Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt-
schaft Zürich-Limmat vom 30. Juni 2023, C-7/2020/10028708 (Dossier 6) 
 
  

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1.1 Am 4. Januar 2022 rapportierte die Stadtpolizei Zürich gegen A._____ 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) wegen Sachbeschädigung (Urk. 7/6/1). Die 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) verfügte am 

30. Juni 2023 die Nichtanhandnahme einer Strafuntersuchung (Urk. 3/1 = Urk. 5).  

1.2 Im fraglichen Zeitpunkt waren mehrere Strafanzeigen bzw. Rapporte gegen 

die Beschwerdeführerin pendent, wobei die vorliegende Angelegenheit als Dossi-

er 6 geführt wurde.  

2. Mit Eingabe vom 13. Juli 2023 erhob die Beschwerdeführerin persönlich ge-

gen die Nichtanhandnahmeverfügung Beschwerde und stellte folgende Anträge 

(Urk. 2 S. 1 sinngemäss): 

 1. Die Staatsanwaltschaft sei gerichtlich anzuweisen, das Strafverfahren 
wegen Sachbeschädigung (Dossier 6) einzustellen.  

 2. Die Staatsanwaltschaft sei gerichtlich anzuweisen, der Beschwerdefüh-
rerin eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 500.– zu bezahlen sowie 
eine Genugtuung von Fr. 500.–.  

 3. Alles unter Kostenfolgen zu Lasten der Staatsanwaltschaft. 

3. Mit Verfügung vom 18. August 2023 wurde die Beschwerdeschrift dem 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin übermittelt, zur freigestellten Ergänzung 

oder Äusserung (Urk. 8-9). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin liess sich 

im vorliegenden Verfahren nicht vernehmen. Die (in elektronischer Form vorlie-

genden) Akten der Staatsanwaltschaft wurden in das vorliegende Verfahren bei-

gezogen (Urk. 6-7).  

4 In Anwendung von Art. 390 Abs. 2 StPO konnte auf das Einholen von Stel-

lungnahmen verzichtet werden. Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

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5. Lediglich soweit erforderlich, d. h. für die Entscheidfindung notwendig, ist 

nachfolgend auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin und die Begründung 

der Staatsanwaltschaft sowie die weiteren Akten einzugehen. 

II. 

1.1 Die Staatsanwaltschaft nahm vorliegend keine Strafuntersuchung betreffend 

Sachbeschädigung gegen die Beschwerdeführerin an die Hand (Urk. 5). Die Be-

schwerdeführerin verlangt in ihrer Beschwerde zunächst, dass das gegen sie ge-

führte Strafverfahren betreffend Sachbeschädigung eingestellt werde (Urk. 2 S. 1-

3 [nicht nummeriert]).  

1.2 Nachdem betreffend Sachbeschädigung im Dossier 6 gegen die Beschwer-

deführerin kein Strafverfahren an die Hand genommen wurde (Urk. 5 S. 2, Dispo-

sitiv-Ziffer 1), läuft diesbezüglich kein Strafverfahren gegen sie, das eingestellt 

werden könnte. Es ist sodann nicht ersichtlich – auch nicht aus den Vorbringen 

der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin –, inwiefern sie über ein rechtlich 

geschütztes Interesse verfügen würde, dass in der Sache statt einer Nichtan-

handnahme eine Einstellung ergeht.  

1.3 Entsprechend ist damit auf den Antrag, es sei das Strafverfahren betreffend 

Sachbeschädigung (Dossier 6) einzustellen, nicht einzutreten.  

2.1 Die Beschwerdeführerin verlangt sodann im vorliegenden Verfahren für das 

Strafverfahren eine Entschädigung von Fr. 500.– sowie eine Genugtuung in glei-

cher Höhe (Urk. 2 S. 1).  

2.2.1 Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird 

das Verfahren gegen sie eingestellt oder nicht an die Hand genommen, hat sie 

u. a. Anspruch auf Entschädigung der wirtschaftlichen Einbussen, die ihr aus ihrer 

notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind (Art. 429 Abs. 1 lit. b 

StPO). Die Gesetzesbestimmung begründet eine Kausalhaftung des Staates. 

Dieser muss den gesamten Schaden wiedergutmachen, der mit dem Strafverfah-

ren in einem Kausalzusammenhang im Sinne des Haftpflichtrechts steht (Urteil 

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des Bundesgerichts 6B_1189/2016 vom 16. November 2017 E. 4.3.1. m. H. auf 

BGE 142 IV 237 E. 1.3.1 m. H.; BBl 2006, S. 1329 Ziff. 2.10.3.1). Es obliegt der 

beschuldigten Person, ihre Ansprüche zu begründen und auch zu belegen (BGE 

142 IV 237 E. 1.3.1 m. H.). Dies entspricht der zivilrechtlichen Regel, wonach wer 

Schadenersatz beansprucht, den Schaden zu beweisen hat (Art. 42 Abs. 1 OR). 

2.2.2 Um Anspruch auf eine Genugtuung nach Art. 429 Abs. 1 Bst. c StPO zu ha-

ben, muss die Intensität der Persönlichkeitsverletzung analog zu der im Kontext 

von Art. 49 OR geforderten Intensität sein. Eine Genugtuung wird regelmässig 

zugesprochen, wenn sich der Beschuldigte in Untersuchungs- oder Sicherheits-

haft befunden hat. Neben der Inhaftierung kann eine schwere Persönlichkeitsver-

letzung beispielsweise auch eine in der Öffentlichkeit oder mit grossem Medien-

echo durchgeführte Verhaftung oder Hausdurchsuchung, eine sehr lange Verfah-

rensdauer oder eine grosse Medienpräsenz darstellen, ebenso wie familiäre, be-

rufliche oder politische Folgen eines Strafverfahrens oder persönlichkeitsrechts-

verletzende Behauptungen, die von den Strafbehörden im Laufe der Ermittlungen 

verbreitet werden könnten. Unannehmlichkeiten, die mit jedem Strafverfahren 

einhergehen, wie die psychische Belastung, die ein Strafverfahren normalerweise 

bei einer beschuldigten Person auslöst, müssen hingegen nicht berücksichtigt 

werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_853/2021 vom 16. November 2021 

E. 5.1.3). 

2.3 Zur Begründung ihrer Entschädigungs- und Genugtuungsbegehren führt die 

anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin aus, für eine polizeiliche Einvernahme 

am 10. Dezember 2021 habe sie insgesamt zwei Stunden ihrer kostbaren Zeit 

verschwendet. Auch ihr Rechtsvertreter, Rechtsanwalt MLaw X._____, habe sei-

ne kostbare Zeit mit "diesem unsinnigen Strafantrag" verschwendet (Urk. 2 S. 3 f. 

[nicht nummeriert]). Mit diesen Darlegungen vermag sie allerdings weder zu sub-

stantiieren, inwiefern ihr durch die Teilnahme an der genannten Einvernahme eine 

wirtschaftliche Einbusse entstanden ist, noch belegt sie eine solche. Insbesonde-

re macht sie nicht geltend, sie hätte für dessen Bemühungen in Zusammenhang 

mit dem am 4. Januar 2022 rapportierten Sachverhalt eine Rechnung von ihrem 

Rechtsvertreter erhalten. Auch ist weder ersichtlich noch legt die Beschwerdefüh-

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rerin dar, inwiefern sie durch die Geschehnisse in ihrer Persönlichkeit verletzt 

worden wäre. Wie dargelegt ist für Unannehmlichkeiten, welche für eine beschul-

digte Person mit jedem Strafverfahren einhergehen, grundsätzlich keine Genug-

tuung auszurichten.  

2.4 Es gelingt der Beschwerdeführerin nicht aufzuzeigen, dass ihr in der Nicht-

anhandnahmeverfügung zu Unrecht weder eine Entschädigung noch eine Genug-

tuung zugesprochen worden ist.  

3. Zusammenfassend ist die Beschwerde damit abzuweisen, soweit darauf 

eingetreten werden kann.  

III. 

1. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist in 

Anwendung von § 17 Abs. 1 i. V. m. § 2 Abs. 1 lit. b–d GebV OG angesichts der 

Bedeutung und der Schwierigkeit des Falls sowie des Zeitaufwandes auf 

Fr. 800.– festzusetzen.  

2. Der Beschwerdeführerin ist zufolge Unterliegens keine Entschädigung zuzu-

sprechen.  

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 800.– festgesetzt und der Beschwerdeführe-

rin auferlegt.  

3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.  

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− Rechtsanwalt MLaw X._____, zweifach, für sich und die Beschwerde-
führerin (per Gerichtsurkunde) 

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− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, ad C-7/2020/10028708, unter 
Beilage einer Kopie von Urk. 2 (gegen Empfangsbestätigung) 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 
Rechtsmittel an: 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, ad C-7/2020/10028708 (gegen 

Empfangsbestätigung) 
− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch) 

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
gemäss Art. 35 und 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-
reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-

matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden. 

 
 
Zürich, 20. November 2023 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. A. Flury 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. S. Bucher 
 

	Beschluss vom 20. November 2023
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.

	Es wird beschlossen:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 800.– festgesetzt und der Beschwerdeführerin auferlegt.
	3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 Rechtsanwalt MLaw X._____, zweifach, für sich und die Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, ad C-7/2020/10028708, unter Beilage einer Kopie von Urk. 2 (gegen Empfangsbestätigung)
	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, ad C-7/2020/10028708 (gegen Empfangsbestätigung)
	 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch)

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schrif...
	Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes.
	Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.