# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 87b2a683-c0eb-5b32-bd3b-71522d45f438
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 18.01.2024 720 23 14 / 17 (720 2023 14 / 17)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-23-14---17_2024-01-18.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 18. Januar 2024 (720 23 14 / 17) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Rückweisung der Angelegenheit zur Abklärung des medizinischen Sachverhalts unter 

Zuhilfenahme eines polydisziplinären Gutachtens 

 

 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Daniel Altermatt, 
Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dor-
nach 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
A. A.____, geboren 1984, meldete sich mit Gesuch vom 8. September 2021 zum Bezug 
von Leistungen der Schweizerischen Invalidenversicherung (IV) bei der IV-Stelle Basel-Land-
schaft (IV-Stelle) an. Im Rahmen der Angaben zu den gesundheitlichen Leiden wies sie auf ein 
seit April 2020 bestehendes Chronic-Fatigue Syndrom (CFS) aufgrund eines viralen Infektes hin. 
In der Folge klärte die IV-Stelle die erwerblichen, gesundheitlichen und haushälterischen Verhält-

 

 
 
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nisse ab. Am 29. Dezember 2021 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass keine Eingliede-
rungsmassnahmen möglich seien. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren wies die IV-
Stelle mit Verfügung vom 2. Dezember 2022 das Leistungsbegehren ab. Sie stützte sich in me-
dizinischer Hinsicht auf die Beurteilungen von Dr. med. B.____, Facharzt für Arbeitsmedizin, Re-
gionaler ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), vom 17. Juni 2022 und vom 2. November 2022. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, mit Eingabe vom 
19. Januar 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht, und beantragte unter o/e-Kostenfolge die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 
und die Verpflichtung der Beschwerdegegnerin, den Anspruch auf berufliche Massnahmen, even-
tualiter auf eine Rente, abzuklären. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte die Beschwerde-
führerin um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung mit Rechtsan-
walt Daniel Altermatt. 
 
C. Mit Verfügung vom 28. März 2023 bewilligte der instruierende Präsident der Beschwer-
deführerin die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Rechts-
anwalt Daniel Altermatt. 
 
D. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassung vom 3. April 2023 die Abwei-
sung der Beschwerde. 
 
E. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren Standpunkten 
fest (vgl. Replik vom 5. Juni 2023 und Duplik vom 9. Juni 2023). 
 
F. Mit Verfügung vom 14. Juni 2023 überwies der instruierende Präsident die Angelegen-
heit der Dreierkammer zur Beurteilung. 
 
G. In der Folge zog die Beschwerdeführerin den Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen 
Prozessführung zurück, worauf der instruierende Präsident die Verfügung vom 8. August 2023 
aufhob. 
 
H. Mit Eingabe vom 4. Oktober 2023 liess die Beschwerdeführerin einen Bericht ihrer be-
handelnden Psychiaterin Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 27. Sep-
tember 2023 zu den Akten reichen und machte unter Hinweis auf die diagnostizierte posttrauma-
tische Belastungsstörung (PTBS) geltend, dass der medizinische Sachverhalt nur ungenügend 
abgeklärt worden sei. 
 
I. Mit Eingabe vom 18. Oktober 2023 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Abweisungs-
antrag fest und verwies auf die Stellungnahme von Dr. B.____ vom 17. Oktober 2023. 
 
J. Mit Verfügung des instruierenden Präsidenten vom 24. Oktober 2023 wurde die Angele-
genheit der Dreierkammer erneut zur Beurteilung überwiesen.  
 
 

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Die formellen Voraussetzungen (Einhaltung von Form und Frist, örtliche, sachliche und 
funktionelle Zuständigkeit des angerufenen Gerichts, Beschwerdelegitimation) sind erfüllt, so 
dass auf die Beschwerde vom 19. Januar 2023 einzutreten ist. 
 
2. Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 ("Weiterentwick-
lung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 
2022. Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 1. Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die 
Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 
17. Januar 1961 in der ab dem 1. Januar 2022 geltenden Fassung Anwendung. Vorliegend mel-
dete sich die Beschwerdeführerin im September 2021 an. Aufgrund der sechsmonatigen Warte-
zeit könnte ein Rentenanspruch frühestens am 1. März 2022 entstehen. Damit sind die neuen 
Bestimmungen anwendbar. 
 
3. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfü-
gung vom 2. Dezember 2022 entwickelte. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die 
zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 143 V 409 E. 2.1). Spätere Arzt-
berichte sind aber in die Beurteilung miteinzubeziehen, soweit sie Rückschlüsse auf die im Zeit-
punkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegebene Situation erlauben (BGE 121 V 
362 E. 1b). 
 
4.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 
6 ATSG) gewesen und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind 
(lit. b). 
 
4.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 
2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträch-
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutba-
rer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög-
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 
ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 
ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 
1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 
ist (Satz 2).  

 

 
 
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4.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 143 V 409 E. 4.5.2; 141 V 281 E. 2.1; 130 V 396 
E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht 
ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine 
Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grund-
sätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entschei-
dend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der 
versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1; 
141 V 281 E. 3.7; 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). 
Gemäss BGE 143 V 409 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem struktu-
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Diese Abklärungen enden laut 
Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellun-
gen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit 
schliessen lassen. Auch bei einem Chronic-Fatigue-Syndrom oder dergleichen ist grundsätzlich 
in einem strukturierten Beweisverfahren zu prüfen, ob eine Invalidität vorliegt. Sind hingegen die 
Fatigue und weitere Symptome auf einen somatischen Gesundheitsschaden zurückzuführen, ist 
eine Prüfung nach den Standardindikatoren nicht zulässig (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Au-
gust 2019, 9C_106/2019, E. 2.3.3 mit weiteren Hinweisen).  
 
4.4 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche – insbesondere bei 
der Feststellung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person – ist 
die rechtsanwendende Behörde auf verlässliche medizinische Entscheidungsgrundlagen ange-
wiesen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozialversi-
cherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) frei, d.h. 
ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies 
bedeutet, dass alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 
sind und danach zu entscheiden ist, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung 
des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf bei einander widersprechenden 
medizinischen Berichten der Prozess nicht erledigt werden, ohne das gesamte Beweismaterial 
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum auf die eine und nicht auf die andere medizini-
sche These abgestellt wird (BGE 125 V 351 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe-
richtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen be-
gründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1). Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachper-
sonen kommt nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten 
Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu. An die Beweiswür-
digung sind strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines 
externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver-
lässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergän-
zende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1). Schliesslich bleibt darauf hinzuweisen, 

 

 
 
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dass das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungspro-
zess vom Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG) beherrscht sind. 
Danach haben Verwaltung und Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Gestützt auf den Untersuchungsgrund-
satz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (Urteil des Bun-
desgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2).  
 
5.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen folgende medizinische Unterlagen vor: 
 
5.2 Die Ärzte des Spitals D.____ diagnostizierten im Bericht vom 3. Juni 2021 eine Postvi-
rale-Fatigue Februar 2020, DD Post-Covid-19 Syndrom, ME/CFS, und einen Vitamin D-Mangel. 
Die Patientin habe berichtet, dass sie Ende Februar/Anfang März 2020 an einem viralen Infekt 
erkrankt sei. Damals sei kein Test auf SARS-CoV-2 erfolgt, da die Beschwerden zu gering gewe-
sen seien und sie keinen Test habe machen lassen können. Nach der akuten Erkrankung habe 
sie sich nicht mehr vollständig erholt, sie leide seither an Kopfschmerzen, wiederkehrenden Mus-
kelschmerzen und Muskelzuckungen, Gelenkschmerzen, Engegefühl und Brennen auf der Brust 
sowie ausgeprägter Müdigkeit. Ausserdem bestehe eine kognitive Leistungsintoleranz im Sinne 
einer raschen Überforderung durch gleichzeitiges Auftreten von verschiedenen Reizen. Es sei 
schwierig zu sagen, ob es sich um ein Post-Covid-19 Syndrom handle. Sicherlich bestünden eine 
ausgeprägte Fatigue sowie wiederkehrende Beschwerden nach körperlicher Anstrengung im 
Sinne einer Post-Exertional Malaise, was jedoch auch im Rahmen des CFS bekannt sei. Die 
Patientin beschreibe praktisch alle Symptome, die Long-Covid Betroffene berichten würden. Die 
Ärzte attestierten eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 8. Juni 2021. 
 
5.3 Die Klinik E.____ diagnostizierte im Bericht vom 20. Oktober 2021 im Rahmen der am-
bulanten Long-Covid Sprechstunde vom 4. Oktober 2021 ein Postvirales-Fatigue Syndrom Feb-
ruar 2020, DD Verdacht auf ein Post-Covid-19 Syndrom. In der Beurteilung führten die Behandler 
aus, dass es sich unter Berücksichtigung der Anamnese und der bereits durchgeführten Unter-
suchungen mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein chronisches, eventuell postvirales Fatigue Syn-
drom handle nach stattgehabter viraler Infektion im Jahr 2021 (recte: 2020). Da die molekularbi-
ologischen Untersuchungen zu Beginn der Pandemie nicht routinemässig eingesetzt worden 
seien, sei damals keine PCR-Diagnostik erfolgt. Die mittlerweile durchgeführten Untersuchungen 
inklusive SARS-CoV-2-Serologie hätten keine serologische Narbe nach einer Covid-19-Infektion 
dokumentiert. Die Symptomatik sei sehr stark ausgeprägt, beeinträchtige die Patientin in ihrem 
Leben und benötige auf jeden Fall der weiteren Behandlung. Serologisch zeige sich eine Serum-
narbe nach stattgehabter Epstein-Barr-Virusinfektion, was differentialdiagnostisch auch eine der 
Ursachen der Fatigue sein könne. Zur weiteren Abklärung werde die Patientin physiotherapeu-
tisch und neuropsychologisch untersucht. Aus dem Bericht der Klinik E.____ vom 1. November 
2021, der nach der Sprechstunde vom 20. Oktober 2021 erstellt wurde, ergeben sich keine we-
sentlichen neuen Tatsachen. Es geht aber daraus hervor, dass die Ergebnisse der durchgeführ-
ten Screenings (Physiotherapie und Neuropsychologie) sehr stark auffällige Werte für Fatigue 
sowie deutlich verminderte Werte in den Belastungstests gezeigt hätten. Es bestehe zudem der 
Verdacht auf eine Post-Exertional Malaise. Empfohlen werde eine Eisensubstitution und eine 

 

 
 
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Substitution von Vitamin B12 sowie eine ambulante Therapie, die Physiotherapie und Ergothera-
pie mit Energiemanagement beinhalte. 
 
5.4 Dr. med. F.____, Allgemeine und Innere Medizin FMH, Hausarzt der Beschwerdeführe-
rin, attestierte im IV-Bericht vom 12. Januar 2022 einen unveränderten Zustand und eine Arbeits-
unfähigkeit von 100 % bis auf Weiteres. 
 
5.5 Die Klinik E.____ verwies im Schreiben vom 17. Februar 2022 auf seine Berichte zu den 
Sprechstunden vom 4. und vom 20. Oktober 2021 sowie den KG-Eintrag vom 25. November 
2021. Explizit führten die behandelnden Ärzte aus, dass zum Zeitpunkt der Konsultation anhand 
der erhobenen Befunde eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Seit der letzten Kon-
sultation werde die Versicherte nicht mehr in der Klinik E.____ betreut. Im Rahmen der telefoni-
schen Konsultation vom 25. November 2021 habe die Versicherte mitgeteilt, dass sie mit dem 
Energiemanagementsystem (EMS) nicht habe starten können. Sie sei zu müde, um in die Klinik 
E.____ zu gehen. Die Anfahrtszeiten seien zu lange. Sie habe eine Physiotherapie vor Ort be-
gonnen. Der Schlaf sei weder besonders gut noch erholsam, nach wie vor bestehe eine sehr 
starke Müdigkeit.  
 
5.6 Mit ausführlichem IV-Bericht vom 27. Februar 2022 attestierte die Klinik G.____, bei der 
die Beschwerdeführerin seit dem 13. Dezember 2021 in Behandlung stand, eine Arbeitsunfähig-
keit vom 1. Februar 2022 bis 28. Februar 2022, zuvor sei der Patientin seit Juni 2021 von Dr. 
F.____ und dem Spital D.____ eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert worden. Die Patientin 
sei aktuell nicht fähig, sich neben der Hausarbeit der Arbeitssuche zu widmen. Diagnostiziert mit 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurde ein Chronisches Müdigkeitssyndrom ICD-10 G93.3 
(CFS), bestehend seit Juni 2021. Die Behandlung sei beendet worden. Die Patientin könne von 
einem Training des Energiemanagements, Verarbeitung der Stressoren aus der Vorgeschichte 
und einer Differenzierung der sozialen Kompetenzen profitieren. Eine psychiatrische Behandlung 
lehne sie jedoch ab. Aufgrund der schnellen Ermüdbarkeit könne die Patientin ihre Aufgaben 
nicht mehr in der gleichen Qualität und Quantität wie vorher ausführen. Sie brauche deutlich mehr 
Zeit, um ihre Pflichten zu erledigen. Diesen könne sie teilweise auch nicht mehr gerecht werden. 
Durch die vorhandenen Konzentrationsschwierigkeiten falle es ihr schwer, sich alle Termine und 
Stundenpläne zu merken. Bei einer Überlastung komme es zu einem sogenannten Crash, nach 
welchem die Patientin aufgrund von fehlender Energie und starken Schmerzen ein bis zwei Tage 
nicht mehr aus dem Bett komme. Aufgrund der fehlenden Datenlage zur Genesung eines chro-
nischen Müdigkeitssyndroms sei es schwierig, eine Prognose zur Eingliederung zu stellen. Bei 
den aktuellen Schwierigkeiten sei eine Eingliederung nicht möglich, da der Haushalt die Kapazi-
täten der Patientin bereits erschöpfe. 
 
5.7 Mit Stellungnahme vom 17. Juni 2022 führte Dr. B.____ aus, dass es sich beim chroni-
schen Müdigkeitssyndrom um eine Z-Diagnose handle. Aus versicherungsmedizinischer Sicht 
liege keine psychiatrische Erkrankung vor, stattdessen handle es sich um IV-fremde Faktoren. 
Aus dem Bericht der Klinik E.____ würden ausschliesslich Normalbefunde hervorgehen. Es be-
stehe kein nachvollziehbares und glaubhaftes medizinisches Korrelat. Auch die Voruntersuchung 
in der Long-Covid-Sprechstunde des Spitals D.____ habe durchwegs Normalbefunde und keine 

 

 
 
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erheblichen Pathologien gezeigt. Aufgefallen seien einzig verminderte Werte für Vitamin B12 und 
ein latenter Eisenmangel. Dr. B.____ verneinte das Vorliegen einer Diagnose mit Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielt er ein 
Müdigkeitssyndrom ohne nachweisbare Pathologie, einen latenten Eisenmangel sowie einen Vi-
tamin B12-Mangel fest. Es sei eine volle Arbeitsfähigkeit seit jeher gegeben. Es werde vor allem 
eine postinfektiöse Fatigue geltend gemacht, wobei ein Post-Covid-Syndrom nicht auszuschlies-
sen sei. Eine Corona-Infektion habe aber nie nachgewiesen werden können. Das Ganze basiere 
auf Vermutungen ohne sicheren Nachweis. Ausserdem hätten die Abklärungen keine wesentli-
chen und in nachvollziehbarer Weise stark ausgeprägten Funktionsbehinderungen oder sonstige 
Einschränkungen ergeben. Es mangle aus rein versicherungsmedizinischer Sicht an einem nach-
vollziehbaren und objektivierbaren medizinischen Korrelat für die beklagten Beschwerden. Wei-
tere medizinische Abklärungen seien nicht zielführend. Alle wesentlichen Abklärungen hätten 
stattgefunden (Herz, Lunge, Infektiologie, Innere Medizin, Psychiatrie). Eine Begutachtung würde 
dieselben Abklärungen lediglich wiederholen, was nicht angezeigt sei. Im Grossen und Ganzen 
müsse die Versicherte als weitgehend alterstypisch gesund betrachtet werden. Ein wichtiger Hin-
weis dafür sei der Umstand, dass keine nennenswerte medizinische Diagnose aus einem aner-
kannten Klassifikationssystem habe gestellt werden können. Ferner seien auch die Therapieemp-
fehlungen vage. Selbst unter Berücksichtigung der Standardindikatoren würden sich zahlreiche 
Ausschlussgründe ergeben. So liege keine Diagnose nach einem anerkannten Klassifikations-
system vor, es gebe keine diagnose-spezifische Therapie, keinen Erreger- oder Antikörpernach-
weis sowie zahlreiche Inkonsistenzen zwischen den tatsächlich normalen Befunden und den sub-
jektiven Klagen/Beschwerden. Es liege in allen in Frage kommenden Tätigkeiten eine volle Ar-
beitsfähigkeit vor. An dieser Auffassung hielt Dr. B.____ mit Stellungnahme vom 2. November 
2022 fest. 
 
5.8 Aus dem Bericht der Klinik E.____ vom 18. Oktober 2022, der mit der Beschwerde ein-
gereicht wurde, ergeben sich keine neuen Diagnosen. In der Beurteilung hielt die Klinik E.____ 
fest, dass die Untersuchungen nach wie vor eine stark ausgeprägte Fatigue (körperlich wie auch 
kognitiv) zeigen würden. Es hätten sich auch reduzierte Werte im Belastungstest gezeigt. Die 
Patientin fühle sich psychisch gut. Zum Ausschluss einer psychiatrischen Komorbidität werde die 
Patientin dem Psychotherapeuten vorgestellt. In der aktuellen Exploration würden sich keine Hin-
weise auf eine Depression oder eine Angststörung ergeben. 
 
5.9 Mit Aktennotiz vom 24. März 2023 führte Dr. B.____ aus, dass die Akten keinen Nach-
weis einer stattgehabten Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) enthalten würden. Selbst 
wenn Antikörper nachgewiesen werden könnten, sage dies nichts aus. Ein reiner Laborwert, bei 
dem zudem unklar sei, seit wann der Titer positiv sei, gebe keinerlei Auskunft über die zumutbare 
Restarbeitsfähigkeit. Ein positiver Antikörpertiter auf EBV (löse das Pfeiffersche Drüsenfieber 
aus) sei im mittleren Alter bei fast allen Erwachsenen nachweisbar. Im vorliegenden Fall könne 
durchaus davon ausgegangen werden, dass der positive Titer seit Jahren oder Jahrzehnten be-
stehe und somit nicht für die beklagten Beschwerden herhalten könne. Eine neuropsychologische 
Untersuchung mache keinen Sinn, da deren Ergebnisse immer in einem strikten Zusammenhang 
zu einer medizinisch relevanten Diagnose beurteilt werden müssten. Eine solche fehle hier aber. 

 

 
 
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Eine neuropsychologische Untersuchung würde allenfalls die subjektiven Klagen untermauern, 
ohne dass eine medizinische Erklärung im Sinne eines Gesundheitsschadens vorliege. 
 
5.10 Mit Eingabe vom 4. Oktober 2023 reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht ihrer 
behandelnden Psychiaterin Dr. C.____ vom 27. September 2023 ein. Darin führte Dr. C.____ 
aus, dass die Patientin insbesondere betreffend eine posttraumatische Belastungsstörung PTBS 
(ICD-10 F43.1) im Rahmen von häuslicher Gewalt seit dem 1. Juli 2022 bei ihr in Behandlung sei. 
Daneben bestünden noch weitere Komorbiditäten wie eine post-Virale Fatigue mit Müdigkeit, 
Brain-fog und Leistungsintoleranz sowie Kopfschmerzen und multiple psychosoziale Risikofakto-
ren. Die Diagnosen und insbesondere die Chronifizierung der Symptomatik hätten Auswirkungen 
auf das psychosoziale Funktionsniveau der Patientin. Die Symptomatik mit starker Müdigkeit, 
Konzentrationsstörung, Energielosigkeit, phasenweiser Einschlafstörung, Albträumen und mit 
insgesamt wenig erholsamem Schlaf wirke sich folgendermassen auf die Arbeitsfähigkeit aus: 
Die Patientin gerate schnell unter Druck, die Planung des Alltags falle ihr schwer, sie sei schnell 
überfordert mit unvorhergesehen, wechselnden Anforderungen, insbesondere im Kontakt mit Be-
hörden. Zusätzliche Belastungen würden die Symptomatik verstärken, sie brauche vermehrt Zeit 
für Pausen und Erholung. In der Kontaktfähigkeit sei sie phasenweise eingeschränkt und ziehe 
sich dann zu Hause zurück. Das psychosoziale Funktionsniveau habe sich im weiteren Verlauf 
bis heute nicht verbessert. Insgesamt sei der psychische und körperliche Gesundheitszustand 
instabil. Sie sei weiterhin wenig belastbar, stressintolerant und es könne schnell zu psychischer 
Dekompensation mit Rückzugsverhalten kommen. Krankheitsbedingt bestehe weiterhin eine Ar-
beitsunfähigkeit von 100 %. 
 
5.11 In der Folge äusserte sich Dr. B.____ zum Bericht von Dr. C.____ (vgl. Stellungnahme 
vom 17. Oktober 2023). Er hielt fest, dass die Klinik G.____ trotz der Kenntnisse der vorgeschicht-
lichen häuslichen Schwierigkeiten keine PTBS diagnostiziert habe und auch keine dadurch aus-
gelöste Arbeitsunfähigkeit. Die Einschränkungen seien einer nicht nachgewiesenen Covid-19-
Infektion zugeschrieben worden. Selbst wenn eine PTBS-Situation vorgelegen hätte, so be-
schränke sich diese auf die längst ausgestandene, Jahre zurückliegende häusliche Gewalt. Aus 
welchen Gründen nun eine PTBS für die Arbeitsunfähigkeit verantwortlich sein solle, sei nicht 
nachvollziehbar. 
 
6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der vorliegend angefochtenen Verfügung auf die 
Stellungnahmen von Dr. B.____ und verneinte das Vorliegen eines aus invalidenversicherungs-
rechtlicher Hinsicht relevanten Gesundheitsschadens. Sie wies darauf hin, dass umfangreiche 
medizinische Abklärungen (neurologisch, psychiatrisch, kardiologisch, pulmologisch, nephrolo-
gisch, infektiologisch etc.) betreffend die Ursache der chronischen Müdigkeit erfolgt seien. Dabei 
seien ausschliesslich Normalbefunde erhoben worden. Eine genaue Diagnose, die auf objekti-
vierbare Pathologien und Funktionsbehinderungen zurückgehe, lasse sich nicht darstellen. Selbst 
in der Long-Covid-Sprechstunde des Spitals D.____ hätten sich nur Normalbefunde gezeigt. Eine 
Covid-19-Infektion sei nie nachgewiesen worden. Empfohlen worden sei lediglich ein Training 
des Energiemanagements. Aus versicherungsmedizinischer Sicht liege kein Gesundheitsscha-
den vor. Zwar werde erneut über eine postvirale Fatigue spekuliert. Eine Infektion sei aber nir-
gends klar dokumentiert und nachgewiesen. Die kurzen Ausführungen der Klinik E.____ vom 14. 

 

 
 
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Oktober 2021 würden ebenfalls nichts Neues zeigen und würden lediglich die subjektiven Anga-
ben und Klagen der Versicherten wiedergeben. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei nicht 
nachvollziehbar, weshalb weiter an der Long-Covid-These festgehalten werde. Im Bericht der 
Klinik E.____ vom 20. Oktober 2021 werde ebenfalls festgehalten, dass kein SARS-CoV-2 nach-
gewiesen worden sei, ebenso wenig diesbezügliche Antikörper. Es deute also alles darauf hin, 
dass keine Covid-19-Infektion vorgelegen habe. Aufgrund der Normalbefunde sei eine Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht nachvollziehbar. Die War-
tezeit sei weder eröffnet worden noch abgelaufen. Es liege auch keine langandauernde Arbeits-
unfähigkeit vor. Die Beschwerden würden keine Invalidität begründen. In der Vernehmlassung 
führte sie ergänzend dazu aus, dass der Bericht der Klinik E.____ vom 18. Oktober 2022 keine 
neuen Erkenntnisse bringe, sondern die Feststellungen von Dr. B.____ bestätige. Es werde keine 
Diagnose gestellt. Die Befunde seien alle unauffällig. Es gehe aus dem Bericht klar hervor, dass 
die subjektiven Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit invaliditätsfremden Ur-
sprungs seien (psychosoziale Probleme, finanzielle Sorgen, Überforderung mit der Administra-
tion der Sozialhilfe). Es werde der Versicherten empfohlen, das Energiemanagement umzuset-
zen. Selbst wenn Antikörper einer EBV nachgewiesen werden könnten, könnten daraus keine 
Schlüsse gezogen werden. Eine Aussage über das Funktionsniveau sowie die Arbeitsfähigkeit 
sei allein aufgrund des Laborwertes nicht möglich. Ein positiver Antikörpertiter auf das EBV sei 
darüber hinaus bei nahezu allen Erwachsenen nachweisbar. Somit wäre dieser Nachweis aus 
versicherungsmedizinischer Sicht wertlos. 
 
6.2 Die Beschwerdeführerin rügt die unvollständige Abklärung des medizinischen Sachver-
halts. Bei ihr sei erstmals ein Jahr nach der vermuteten Covid-19-Infektion eine Untersuchung 
bezüglich Antikörper erfolgt. Aufgrund dieser langen Zeitspanne könne aus dem negativen Test-
ergebnis nicht zwingend der Schluss gezogen werden, dass mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit keine Infektion stattgefunden habe. Darüber hinaus habe eine Infektion mit dem EBV nach-
gewiesen werden können. Die Feststellung der Beschwerdegegnerin, es liege aus versicherungs-
medizinischer Sicht keine zu berücksichtigende Arbeitsunfähigkeit vor, da keine genaue Diag-
nose, die auf objektivierbaren Pathologien und Funktionsbehinderungen zurückgehen würde, ge-
stellt worden sei, sei irrelevant. Es sei unbestritten, dass sie unter einer chronischen Erschöpfung 
leide. Diese sei im Bericht der Klinik E.____ vom 18. Oktober 2022 erneut festgestellt worden. 
Die "Arbeitsgruppe Post-Covid-19 Versicherungsmedizin" habe Empfehlungen für die versiche-
rungsmedizinische Abklärung bei Post-Covid-19-Erkrankungen publiziert. Diese würden unter 
anderem eine umfassende neuropsychologische Abklärung der betroffenen Personen empfeh-
len. Es sei nicht einzusehen, weshalb eine solche umfassende neuropsychologische Abklärung 
nur im Falle eines Post-Covid-19 Syndroms erfolgen solle. Die Symptomatik einer Erschöpfung 
aufgrund einer Infektion mit dem EBV sei die Gleiche. Es rechtfertige sich daher, die gleichen 
Anforderungen an eine versicherungsmedizinische Abklärung zu stellen. Weiter sei in den bisher 
vorhandenen medizinischen Berichten nur über die Fatigue-Problematik, nicht aber über die nun 
diagnostizierte PTBS berichtet worden. Eine Ausnahme bilde der Bericht der Klinik G.____ vom 
27. Februar 2022, in welchem die häusliche Gewalt erwähnt werde. Die Beschwerdegegnerin sei 
deshalb zu verpflichten, medizinische Abklärungen vorzunehmen, um das Ausmass der Be-
schwerden und letztlich der Arbeitsfähigkeit abzuklären.  
 

 

 
 
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7.1 Soweit die Beschwerdegegnerin die Auffassung vertritt, es würden durchwegs nur Nor-
malbefunde vorliegen, weshalb sich eine neuropsychologische Untersuchung erübrige, kann ihr 
nicht gefolgt werden. Bei der Beschwerdeführerin wurde in der Klinik E.____ zweimal ein Covid-
19-Screening durchgeführt. Dabei wurden im Rahmen beider Screenings auffällige Werte festge-
stellt. So zeigte das am 14. Oktober 2021 durchgeführte Covid-19 Screening auf der Fatigue 
Severity Scale (FSS) mit sechs Punkten einen auffälligen Wert. Auch auf der Hospital Anxiety 
and Depression Scale (HADS) wurde bei der Erfassung der Angst mit acht Punkten ein grenz-
wertiges Ergebnis festgestellt. Die anderen Testungen fielen unauffällig aus, so auch der Wert 
auf der HADS-Skala betreffend Depression. Im Rahmen des Covid-19-Screenings vom 28. Sep-
tember 2022 wurde ein nach wie vor stark auffälliger Wert auf der FSS-Skala festgestellt. Auch 
auf der Skala des "Würzburger Erschöpfungs-Inventar bei Multipler Sklerose" (WEIMuS) ergab 
sich ein auffälliger Wert. Die Wert der HADS-Skala betreffend Angst war dagegen nicht mehr 
auffällig. In Anbetracht dieser Testergebnisse kann nicht davon ausgegangen werden, dass nur 
Normalbefunde vorliegen. Diese Befunde wurden aber nicht im Rahmen einer vertieften neu-
ropsychologischen Abklärung erhoben, sondern lediglich in einem neuropsychologischen Scree-
ning, wie die Klinik E.____ im Schreiben vom 16. September 2022 explizit festhielt. Erst recht 
wurde keine neuropsychologische Begutachtung durchgeführt. Hinzu kommt, dass labortech-
nisch eine Infektion mit dem EBV nachgewiesen wurde, was nun auch von der Beschwerdegeg-
nerin nicht mehr bestritten wird. Die Klinik E.____ hielt im Bericht vom 20. Oktober 2021 fest, 
dass die Infektion mit dem EBV differenzialdiagnostisch durchaus auch Ursache der Fatigue sein 
könne. Mit dieser Tatsache setzte sich die Beschwerdegegnerin nicht auseinander, sondern sie 
beschränkte sich darauf hinzuweisen, dass keine Covid-19-Infektion nachgewiesen worden sei. 
Da eine Infektion mit dem EBV das Pfeifferschen Drüsenfieber auslösen kann, das wiederum zu 
einem chronischen Müdigkeitssyndrom führen kann, darf dieser Befund bei der Sachverhaltser-
mittlung nicht von vorneherein Ausseracht gelassen werden. 
 
7.2 Die Beschwerdegegnerin stellt sich zudem auf den Standpunkt, dass keine Diagnose 
aus einem anerkannten Klassifizierungssystem gestellt worden sei, weshalb auch keine objekti-
vierbare Pathologie feststellbar sei. Dieser Auffassung kann nur teilweise gefolgt werden. Es trifft 
zu, dass bisher keine Covid-19-Infektion nachgewiesen wurde. Die Klinik E.____ als Fachstelle 
hielt im Bericht vom 20. Oktober 2021 aber fest, dass die Diagnose eines Post-Covid-Syndroms 
nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden könne. An anderer Stelle führte die Klinik 
E.____ aus, dass diese Diagnose wahrscheinlich sei. In seinem letzten Bericht vom 18. Oktober 
2022 bestätigte die Klinik E.____ die Diagnose eines Post-Covid-19-Syndroms. Das Spital 
D.____ sodann hielt die Diagnose einer postviralen Fatigue, DD Post-Covid-19-Syndrom, 
ME/CFS, fest. Bei der Chronischen Müdigkeit (oder Fatigue, chronisches Erschöpfungssyndrom, 
Chronic Fatigue Syndrom, CFS, myalgische Enzephalomyelitis, ME, Systemic Exertion Intole-
rance Disease, SEID, abrufbar unter: https://www.usz.ch/krankheit/ 
chronische-muedigkeit/) handelt sich um ein häufig nicht scharf definiertes Krankheitsbild, dessen 
Leitsymptom die Post-Exertional Malaise ist, bei der es sich um eine lähmende geistige und kör-
perliche Erschöpfung nach geringer körperlicher oder geistiger Anstrengung handelt. Die Chroni-
sche Müdigkeit wird nach dem ICD-10 als neurologische Krankheit unter G93.3 geführt. Vorlie-
gend ergibt sich die Hauptsymptomatik des Erschöpfungszustands deutlich aus den Berichten 
der Klinik E.____. Die von den behandelnden Ärzten gestellte Diagnose ist als eigenständiges 

 

 
 
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Krankheitsbild anerkannt bzw. sie steht zumindest als noch definitiv zu klärende Diagnose im 
Raum. Es besteht folglich ein Abklärungsbedarf, da ein Gesundheitsschaden, der sich auf die 
Arbeitsfähigkeit auswirkt, aufgrund des jetzigen Aktenstands nicht mit dem Beweisgrad der über-
wiegenden Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann. 
 
7.3 Für das im Vordergrund stehende Post-Covid-19-Syndrom ist in Bezug auf die Anforde-
rungen betreffend die medizinische Abklärung auf die Empfehlungen der Swiss Insurance Medi-
cine (SIM) für die versicherungsmedizinische Abklärung in der Schweiz bei Post-Covid-19-Er-
krankungen hinzuweisen (Stand 31. Juli 2023, abrufbar unter: www.swiss-insurance-medi-
cine.ch). Die SIM empfiehlt in Fällen wie dem vorliegenden eine neuropsychologische Begutach-
tung. Darauf weist die Beschwerdeführerin zu Recht hin. Das Kantonsgericht befasste sich im 
Urteil vom 13. April 2023 (725 22 233 / 95) ausführlich mit der Frage der Anforderungen an die 
Abklärung eines Post-Covid-19-Syndroms. Beurteilt werden musste ein Fall, in welchem der Un-
fallversicherer die Covid-19-Erkrankung als Berufskrankheit bereits anerkannt hatte. In Erwägung 
7.1 legte das Kantonsgericht ausführlich die Abklärungserfordernisse bei einem Post-Covid-Syn-
drom dar. Es verwies dabei auch auf den Aufsatz "Long Covid, Eine (vorläufige) interdisziplinäre 
Standortbestimmung" von PHILIPP EGLI/MATTHIAS KRADOLFER/KERSTIN NOËLLE VOKINGER (er-
schienen in der in der SZS 4/2021, Seite 169 ff.). In Erwägung 7.2 gelangte das Kantonsgericht 
zum Schluss, dass es einer ganzheitlichen Abklärung mit einer direkten Befassung mit der versi-
cherten Person bedürfe, da das Krankheitsbild Long-Covid-Syndrom (Post-Covid-Syndrom) ge-
rade wegen der Mischsymptomatiken schwer fassbar sei. Eine Aktenbeurteilung reiche dazu 
nicht aus. 
 
8.1 Aus diesen Gründen ist zum Schluss zu kommen, dass der medizinische Sachverhalt 
nicht rechtsgenüglich abgeklärt wurde. Vorliegend nahm Dr. B.____ eine Aktenbeurteilung vor, 
was unter den vorstehend geschilderten Umständen im vorliegenden Fall nicht genügt. Soweit 
die Beschwerdeführerin geltend macht, es sei auch die psychiatrische Seite abzuklären, ist mit 
der Beschwerdegegnerin zwar davon auszugehen, dass deutliche invaliditätsfremde Faktoren 
bestehen. Ob der psychische Faktor jedoch generell als invaliditätsfremd ausgeschlossen werden 
kann, wie das Dr. B.____ annimmt, ist gestützt auf die derzeitige Aktenlage allerdings fraglich, 
weshalb auch hier ein Abklärungsbedarf besteht. 
 
8.2 Die offenen medizinischen Fragen sind im Rahmen eines polydisziplinären Gutachtens 
abzuklären. Die Beschwerdegegnerin wird angehalten, über die Vergabeplattform SuisseMed@P 
eine polydisziplinäre Begutachtung der Beschwerdeführerin anzuordnen. Die Expertise hat die 
Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, Neurologie, Pneumologie, Rheumatologie 
und Neuropsychologie zu umfassen. Falls die Fachärzteschaft aufgrund ihrer Untersuchungen 
zusätzlich weitere Fachdisziplinen für angezeigt halten sollte, wird sie eine solche anzuordnen 
haben. Hernach ist eine interdisziplinäre Konsensbeurteilung durchzuführen. Gestützt auf die Er-
gebnisse dieser Aktenergänzung wird die Beschwerdegegnerin über das Leistungsbegehren der 
Beschwerdeführerin neu zu befinden haben. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 
 

 

 
 
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9.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu befinden. Beim Ent-
scheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätzlich auf den Pro-
zessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung auf 
und weist es die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass 
einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde 
führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 
V 57 E. 2.1 und 2.2). 
 
9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-
- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand 
entstanden ist, setzt das Kantonsgericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundes-
rechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über 
die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die 
Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. 
Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr 
zu auferlegen sind. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von 
Fr. 800.-- ist ihr zurückzuerstatten. 
 
9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Parteient-
schädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin macht in seiner Honorarnote vom 23. November 2023 einen Zeitaufwand von 
9.5 Stunden geltend. Dieser Aufwand erweist sich umfangmässig und in Anbetracht der vorge-
brachten Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen und ist mit dem im Sozialversiche-
rungsrecht üblichen Stundenansatz von Fr. 250.-- zu vergüten. Unter Berücksichtigung der gel-
tend gemachten Auslagen vom Fr. 88.10 und von 7,7 % Mehrwertsteuer ist der Beschwerdefüh-
rerin eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'652.75 zu Lasten der Beschwerdegegnerin 
zuzusprechen. 
 
10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 
würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich 
bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-
schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 

 

 
 
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dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2).  
 
10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus-
setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung vom 2. Dezember 2022 aufgehoben und die Angelegenheit 
zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zum Erlass ei-
ner neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-
degegnerin auferlegt. 

 3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'652.75 (inkl. Auslagen und 
7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 
 
 
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