# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e8a93876-2623-502e-aa6c-5d0464ed6886
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.06.2010 D-4243/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4243-2010_2010-06-25.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4243/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  J u n i  2 0 1 0

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;
Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy.

A._______, geboren _______,
Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 23. April 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4243/2010

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer, ein aus B._______ stammender srilankischer 
Staatsangehöriger  tamilischer  Ethnie  und  christlichen  Glaubens,  er-
suchte  erstmals  mit  Schreiben  vom  2.  Januar  2010  an  die 
Schweizerische  Botschaft  in  C._______  (Eingangsstempel  vom 
7. Januar 2010) um Asyl in der Schweiz.

B.

B.a Mit  Schreiben  vom  12.  Januar  2010  erkundigte  sich  die 
Schweizerische Botschaft nach den Ausreisegründen und spezifischen 
Problemen  des  Beschwerdeführers  sowie  deren  Ursache.  Ebenso 
fragte sie nach,  welche Schritte  der  Beschwerdeführer bisher  unter-
nommen habe, um sich zu schützen, und ob ihm eine innerstaatliche 
Fluchtalternative offenstehe. Der  Beschwerdeführer wurde unter Hin-
weis auf die Säumnisfolge aufgefordert, alle Beweggründe im Detail zu 
schildern sowie allfällige Beweismittel einzureichen.

B.b Mit  Schreiben  vom  5.  Februar  2010  (Eingangsstempel  vom 
6. Februar 2010) erteilte der Beschwerdeführer die gewünschten Aus-
künfte.

C.
Am 24. März 2010 hörte die Schweizer Vertretung in C._______ den 
Beschwerdeführer zu  seinen  Asylgründen  an  und  überwies  an-
schliessend die  Akten dem BFM, welches zuständigkeitshalber  über 
die  Einreisebewilligung  in  die  Schweiz  gemäss  Art.  20  des  Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) entscheidet.

D.

D.a Der  Beschwerdeführer machte  zur  Begründung  seines  Asyl-
gesuchs im Wesentlichen geltend, er sei im Alter von sieben Jahren 
mit seiner Familie nach D._______ gezogen. Von 1991 bis 1995 habe 
er  in  E._______  gelebt  und  gearbeitet.  Im  Jahre  1999  sei  er  von 
D._______  nach  F._______  gezogen.  Seine  Frau  und  seine  Kinder 
habe  er  in  D._______  zurückgelassen.  Im  Jahr  2006  sei  er  nach 
D._______ zurückgekehrt. Im folgenden Jahr sei er mit seiner Familie 
nach F._______ geflüchtet,  weil  die Liberation Tigers of Tamil Eelam 
(LTTE)  seine  Söhne  hätten  rekrutieren  wollen.  Derzeit  lebe  er  in 

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F._______, wo seine Söhne studierten. Am 12. Januar 2009 sei er bei 
einer  Razzia  in  G._______/C._______  vom  Criminal  Investigation 
Departement  (CID)  verhaftet  und  mit  Plastikrohren  geschlagen 
worden, da er unter dem Verdacht gestanden habe, mit den LTTE in 
Verbindung  zu  stehen.  Er  sei  anderthalb  Monate  lang  auf  dem 
Polizeiposten  festgehalten  worden.  Danach  habe  man  ihn  in  das 
Gefängnis  von  H._______  überführt.  Anschliessend  sei  er  bis  zum 
30. Dezember 2009 in C._______ im I._______ Gefängnis gewesen. 
Der Richter [eines Gerichts] von C._______ habe ihn ohne Auflagen 
freigesprochen,  nachdem  das  "Home  for  Human  Rights" eine 
Menschenrechtsklage  eingereicht  habe.  Er  sei  dann  zurück  nach 
F._______  gegangen,  habe  seine  Arbeit  wieder  aufgenommen  und 
regelmässig seinen Schwager  im Rehabilitationslager  besucht. Nach 
seiner  Haftentlassung  sei  er  zweimal  von  Unbekannten  aufgesucht 
und bedroht worden. Diese Leute hätten von ihm verlangt, Namen von 
Anhängern der LTTE preiszugeben. Seither lebe er in Furcht. Er leide 
auch unter dem Druck, der als Ernährer der Familie auf ihm laste. 

D.b Zur  Stützung  seiner  Vorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer 
diverse Dokumente in Kopie zu den Akten.

E.

E.a Mit Verfügung des BFM vom 23. April 2010 verweigerte das BFM 
dem  Beschwerdeführer die  Einreise  in  die  Schweiz  und  lehnte  das 
Asylgesuch ab.

E.b Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, dass ge-
mäss konstanter Schweizer Asylpraxis für die Gewährung der Einreise 
die  Gefährdung  einer  asylsuchenden  Person  im  Zeitpunkt  der  Ein-
reisebewilligung  massgebend  sei.  Vergangene  Verfolgung  und  die 
damit  einhergehenden Beeinträchtigungen seien somit  nur  dann be-
achtlich, wenn sie noch andauerten oder konkrete Hinweise auf eine 
zukünftige  Verfolgung  bestünden.  Das  CID  habe  den  Beschwerde-
führer im Januar 2009 verhaftet. Anschliessend sei er rund elf Monate 
von  den  Sicherheitskräften  festgehalten  und  vom  CID  auch  ge-
schlagen worden. Er habe also massive Eingriffe in seine Bewegungs-
freiheit und körperliche Integrität erlitten. Am 30. Dezember 2009 sei 
er  ohne Auflagen freigesprochen worden. Seither  lebe er  mit  seiner 
Familie in F._______ und arbeite als Automechaniker. Diese Tatsache 
belege, dass ihn die srilankische Justiz keiner strafrechtlich relevanten 
Tätigkeiten mehr verdächtige. Bei der Befragung habe er zudem aus-

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gesagt, er besuche regelmässig seinen Schwager im Rehabilitations-
lager der Armee, wo er sich jeweils ausweisen müsse. Weil jedoch er 
und  seine  Familie  unbehelligt  in  F._______  leben  könnten,  sehe  es 
das  BFM  als  erwiesen  an,  dass  die  srilankischen  Sicherheitskräfte 
kein Interesse mehr an seiner Person hätten, da es ihnen ein Leichtes 
wäre, ihn zu verhaften. Die Bewilligung der Einreise diene nicht dem 
Ausgleich vergangenen Unrechts, deshalb habe die geltend gemachte 
Inhaftierung keine einreiserelevante Bedeutung. Auch seien Übergriffe 
Dritter  oder  Befürchtungen,  künftig  solchen  ausgesetzt  zu  sein,  nur 
dann  asylrelevant,  wenn  der  Staat  seiner  Schutzpflicht  nicht  nach-
komme oder nicht in der Lage sei, Schutz zu gewähren. Generell sei 
der  Schutz  gewährleistet,  wenn  der  Staat  geeignete  Massnahmen 
treffe, um die Verfolgung zu verhindern. Anlässlich der Befragung bei 
der schweizerischen Vertretung in C._______ vom 24. März 2010 habe 
der  Beschwerdeführer geltend gemacht,  zu Beginn des Jahres 2010 
von Unbekannten mit dem Tode bedroht worden zu sein, wenn er nicht 
die  Namen  von  Anhängern  der  LTTE  bekannt  gebe.  Nach  diesem 
Vorfall habe er die Polizei um Schutz ersucht, welche ihn angewiesen 
habe, bei einer erneuten Belästigung Anzeige zu erstatten. Diese Tat-
sache zeige, dass der srilankische Staat grundsätzlich schutzwillig sei  
und  ihn  gegen  eventuelle  Bedrohungen  seitens  der  LTTE schützen 
würde. Es sei zu erwarten, dass der srilankische Staat seine Schutz-
pflicht im Rahmen des Möglichen wahrnehme. Hierzu sei festzuhalten, 
dass  eine  faktische  Garantie  der  Schutzgewähr  für  langfristigen, 
individuellen  Schutz  der  bedrohten  Bürger  nicht  verlangt  werden 
könne. Keinem Staat gelinge es, die absolute Sicherheit  aller Bürger 
jederzeit  und  überall  zu  garantieren.  Das  BFM komme folglich  zum 
Schluss, dass die diesbezüglichen Vorbringen keine asylrelevante Ver-
folgung nach Art. 3 AsylG darstellten.

Befürchtungen,  künftig  staatlichen  Verfolgungsmassnahmen  aus-
gesetzt zu sein, seien nur dann asylrelevant, wenn begründeter Anlass 
zur  Annahme  bestehe,  dass  sich  die  Verfolgung  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  verwirklichen  werde. 
Anlässlich der Befragung vom 24. März 2010 bei der schweizerischen 
Botschaft  in C._______ habe der  Beschwerdeführer zu Protokoll  ge-
geben, keine Aktivitäten für  die LTTE ausgeübt zu haben. Einzig im 
Jahre 2007 hätten ihn die LTTE kontaktiert  und verlangt,  dass seine 
Söhne für die Bewegung in den Kampf zögen. Seinen Aussagen zu-
folge habe er sich dieser Forderung durch den Umzug nach F._______ 
entzogen und keine weiteren Probleme mit den LTTE gehabt. Gemäss 

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den  dem  BFM  vorliegenden  Informationen  habe  sich  die 
Sicherheitslage  der  Tamilen  in  den  letzten  Jahren  sukzessive 
verbessert. Seit  Kriegsende habe es keine terroristischen Aktivitäten 
seitens der LTTE mehr gegeben und es scheine vielmehr, dass diese 
Organisation völlig zerschlagen sei und demzufolge gegenwärtig über 
keine  handlungsfähige  Struktur  mehr  verfüge.  Eine  landesweite 
Verfolgung  einer  Person  durch  die  LTTE  sei  demnach 
auszuschliessen.  Deshalb  komme  das  BFM  zu  Schluss,  dass 
gegenwärtig weder der Beschwerdeführer noch seine Söhne durch die 
LTTE gefährdet seien. Der  Beschwerdeführer sei nicht akut gefährdet 
und zusammenfassend sei festzustellen, dass seinen Vorbringen keine 
Hinweise zu entnehmen seien, welche erwarten liessen, dass er heute 
mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  von 
einreiserelevanter Verfolgung betroffen sein werde. Er sei daher nicht 
auf  den  Schutz  der  Schweiz  angewiesen.  An  diesen  Erwägungen 
könnten  auch  die  von  ihm  eingereichten  Dokumente  nichts  ändern, 
stützten  sie  doch  lediglich  seine  Vorbringen,  deren  Glaubhaftigkeit 
nicht in Frage gestellt sei. 

F.
Mit  Beschwerde vom 19. Mai  2010 (Eingangsstempel  21. Mai  2010) 
beantragte  der  Beschwerdeführer sinngemäss  die  Gewährung  von 
Asyl in der Schweiz. Gleichzeitig machte er geltend, er sei am 24. April  
2010 – nach seiner  Rückkehr von der  Befragung in C._______ – in 
Kotahena von zwei  Personen  angehalten  worden. Diese  hätten  sich 
ihm gegenüber als Mitarbeiter des CID ausgegeben und ihn gefragt, 
wohin er gehen möchte. Er habe ihnen erklärt, dass er sich auf dem 
Heimweg von der Befragung befinde, woraufhin sie seinen Personal-
ausweis,  seinen  Reisepass  sowie  seine  Botschaftsdokumente  über-
prüft und ihm dann zurückgegeben hätten. Sie hätten ihn gefragt, ob 
es  in  F._______  Personen  gebe,  die  mit  den  LTTE 
zusammenarbeiteten,  was  er  verneint  habe.  Sie  hätten  seine 
Mobiltelefonnummer  notiert  und  ihm  weitere  Kontakte  in  Aussicht 
gestellt.  In  F._______  hätten  ihn  sechs  Personen  in  Zivilkleidung 
angehalten, die er als Singhalesen erkannt habe, obwohl sie tamilisch 
gesprochen hätten. Auf entsprechende Nachfrage hin, hätten sie ihm 
bestätigt,  dass  sie  Polizeibeamte  des  CID  seien.  Trotz  seiner 
gegenteiligen Beteuerungen hätten sie ihn immer noch verdächtigt, mit 
den LTTE in Verbindung zu stehen. Sie  hätten ihn unter  Drohungen 
aufgefordert,  seine  Verbindungen  darzulegen,  sowie  Namen  und 
Verbleib von deren Anhänger zu nennen, weshalb er ihrem Ersuchen 

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nachgekommen  sei.  Deshalb  könne  er  nicht  mehr  in  F._______ 
bleiben. Es sei wichtig für ihn, Sri Lanka verlassen zu können, bis sich 
die  Lage  wieder  normalisiert  habe.  Das  BFM  sei  nämlich  in  der 
angefochtenen Verfügung zu Unrecht davon ausgegangen, dass sich 
die dortige Sicherheitslage verbessert habe.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  in 
diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 1  AsylG,  Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 52  VwVG).  Der  Beschwerde-
führer  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise  Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde 
legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 48  Abs. 1  VwVG).  Auf  die  Be-
schwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.

4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

4.2 Das Bundesamt  kann  ein  im Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ab-
lehnen,  wenn  die  asylsuchende  Person  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden 
kann  (vgl.  Art. 3,  Art. 7  und  Art. 52  Abs. 2  AsylG).  Gemäss 
Art. 20 Abs. 2  AsylG  bewilligt  das  Bundesamt  einem Asylsuchenden 
die Einreise zur Abklärung des Sachverhalts,  wenn ihm nicht  zu ge-
mutet  werden  kann,  im  Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben 
oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen.  Gestützt  auf 
Art. 20 Abs. 3 AsylG  kann  das  Eidgenössische  Justiz-  und 
Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, 
Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass 
eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. Hinsichtlich des Ver-
fahrens  bei  der  schweizerischen  Vertretung  im  Ausland  sieht 
Art. 10 der  Asylverordnung 1  vom 11. August  1999  über  Verfahrens-
fragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden 
Person  in  der  Regel  eine  Befragung  durchführt  (Art. 10 Abs. 1 

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AsylV 1). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person auf-
gefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art. 10 
Abs. 2 AsylV 1;  vgl.  hierzu  auch  Entscheide  des  Schweizerischen 
Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2007/30).  Vorliegend  führte  die 
Schweizer Botschaft in C._______ am 24. März 2010 eine persönliche 
Befragung  des  Beschwerdeführers  gemäss  Art. 10  Abs. 1 
AsylV 1durch. 

4.3 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vor-
aussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum 
zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von 
Art. 3 AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die 
Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die 
Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  und  objektive 
Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussicht-
lichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht  zu 
ziehen  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr. 15  E. 2.e.-g.  S. 131  ff., 
welcher  angesichts  bloss  redaktioneller  Änderungen  bei  der  letzten 
Totalrevision des Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit hat). 

5.
Die  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe  vom 19.  Mai  2010 (Ein-
gangsstempel vom 21. Mai 2010)  sind nicht geeignet, eine Änderung 
der  vorinstanzlichen  Verfügung  zu bewirken. Der  Argumentation  des 
BFM  werden  keine  stichhaltigen  und  substanziierten  Gründe  ent-
gegengesetzt.  Eine  diesbezügliche  Auseinandersetzung  unterbleibt 
zwar  nicht  gänzlich,  die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers ver-
mögen jedoch die  in  den wesentlichen Punkten  substanziierten  und 
nachvollziehbaren Erwägungen des BFM nicht umzustossen. Was die 
in  der  Beschwerdeeingabe angeführten Behelligungen vom 24. April 
2010  anbelangt,  sind  diese  für  sich  allein  betrachtet  asylirrelevant. 
Seinen  eigenen  Angaben  zufolge  wurde  der  Beschwerdeführer von 
den beiden Männern lediglich einer Ausweiskontrolle unterzogen und 
gefragt,  wo er gewesen sei und wohin er gehen möchte. Ausserdem 
hätten  sie  sich  erkundigt,  ob  es  seines  Wissens  in  F._______ 
Personen  gebe,  die  mit  den  LTTE zusammenarbeiten  würden,  nach 
seiner  Mobiltelefonnummer  verlangt  und  ihm  weitere  Kontakte  in 
Aussicht  gestellt.  Was  die  geltend  gemachten  Behelligung  und 
Drohungen  durch  sechs  vermeintliche  Polizeibeamte  des  CID  in 
F._______  angelangt,  kann  sich  der  Beschwerdeführer an  die  zu-

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ständigen  höheren  Amtsstellen  in  seiner  Heimat  wenden,  die  einen 
allfälligen  Amtsmissbrauch  ihrer  Beamten  beziehungsweise  Unter-
gebenen ahnden. Aus den Akten geht nicht hervor, dass ein derartiges 
Begehren  des  Beschwerdeführers  von  den  srilankischen  Behörden 
nicht entgegengenommen worden wäre, noch dass er sich überhaupt 
an  eine  entsprechende  Dienststelle  gewandt  hat.  Den  srilankischen 
Behörden  kann  somit  keine  Schutzverweigerung  unterstellt  werden, 
zumal  wie  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  festgestellt 
worden  ist,  der  srilankische  Staat  grundsätzlich  schutzfähig  und 
schutzwillig  ist. Es  kann  somit  davon  ausgegangen  werden,  dass 
seitens  der  srilankischen  Behörden  kein  Verfolgungsinteresse  mehr 
besteht. In casu ist deshalb weder eine aktuelle Verfolgung im Sinne 
von  Art.  3  AsylG  noch  eine  objektiv  begründete  Furcht  davor 
auszumachen. 

6.
Unter diesen Umständen erübrigt es sich, auf die weiteren Vorbringen 
in der Beschwerde sowie die eingereichten Beweismittel im Einzelnen 
einzugehen,  da sie  am Ergebnis nichts  zu ändern vermögen. Es ist 
dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine Verfolgung im Sinne von 
Art. 3 AsylG nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die 
Schutzbedürftigkeit des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 20 i.V.m. 
Art. 3 AsylG ist mithin als nicht gegeben zu qualifizieren, und es liegen 
auch keine anderen Gründe vor, welche die Erteilung einer Einreise-
bewilligung indizieren würden.

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). 
Aus  verwaltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von 
Art. 63 Abs. 1  in  fine  VwVG und Art. 2  und 6  des Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  vorliegend  auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung der schweizerischen Ver-
tretung in C._______ (per EDA-Kurier)

- die schweizerische Vertretung in C._______ [...] verbunden mit der 
Bitte um Eröffnung des Urteils an den Beschwerdeführer sowie um 
Zustellung  der  beiliegenden  Empfangsbestätigung  an  das 
Bundesverwaltungsgericht; (per EDA-Kurier; in Kopie)

- das  BFM,  Abteilung  Asylverfahren  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  N 
_______ (per Kurier; in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Ulrike Raemy

Versand: 

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