# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e751f65d-b016-5a5e-a46c-f98e66877518
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-02-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 13.02.2004 130 2003 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_130-2003-7_2004-02-13.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION

Ÿ

RA Nr. 130/2003/7 Bern, 13. Februar 2004

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer

vertreten durch Herrn Fürsprecher Dr. B.________

und

C.________
sonstige Beteiligte

Hochbauamt des Kantons Bern (HBA), Reiterstrasse 11, 3011 Bern
Beschwerdegegner

sowie

betreffend die Submissionsverfahren, Einspracheentscheid des Hochbauamtes vom 
4. Dezember 2002 (D.________, Zellenbau)

I. Sachverhalt

1. Nach einer Serie von erfolgreichen Fluchten beschloss der Kanton Bern, die 

Sicherheit der Strafanstalten D.________ mit Sofortmassnahmen zu verstärken. Nach 

umfangreichen Abklärungen der eigens eingesetzten Arbeitsgruppe "Verstärkung der 

Sicherheit" schrieb das HBA am 21. August 2002 unter anderem Metallbauarbeiten 

(Vergitterung) für das Verwahrungsgebäude (D.________ Nr. 52) und für den Zellenbau 

mit Mehrzweckgebäude (D.________ Nr. 33) aus. Mit Verfügung vom 15. November 2002 

erteilte das HBA den Zuschlag für die Metallbauarbeiten am Verwahrungsgebäude der in 

2

der Arbeitsgruppe "Verstärkung der Sicherheit" mitwirkenden C.________. Die 

Metallbauarbeiten am Zellenbau mit Mehrzweckgebäude vergab es freihändig,  d.h. ohne 

Verfügung, ebenfalls an die C.________. 

2. Gegen die Vergabe dieser Arbeiten erhob der Beschwerdeführer beim HBA am 

23. November 2002 Einsprache. 

Mit Verfügung vom 4. Dezember 2002 trat das HBA auf die Einsprache, soweit den 

Zellenbau mit Mehrzweckgebäude betreffend, nicht ein. Im Übrigen wies es die Einsprache 

ab. Zur Begründung führte das HBA im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer bringe 

die verlangte rechnerische Darstellung nicht bei, und eine Nachprüfung zeige, dass seine 

Offerte die Sicherheitsanforderungen nicht erfülle.

3. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 16. Dezember 2002 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Er beantragte, die Verfügung des HBA sei aufzuheben 

und es sei ihm der Zuschlag für die Metallbauarbeiten am Verwahrungsgebäude und am 

Zellenbau mit Mehrzweckgebäude zu erteilen. Ausserdem sei der Beschwerde die 

aufschiebende Wirkung zu erteilen. 

Mit Verfügung vom 6. Januar 2003 wies das Verwaltungsgericht das Gesuch um Erteilung 

der aufschiebenden Wirkung ab. Am 9./10. Januar 2003 schloss das HBA die 

Werkverträge für die Vergitterungen der beiden Gebäude D.________ Nrn. 52 und 33 mit 

der C.________ ab. 

Mit Urteil vom 30. April 2003 hiess das Verwaltungsgericht die Beschwerde, soweit die 

Metallbauarbeiten am Verwahrungsgebäude (D.________ Nr. 52) betreffend, gut, und 

stellte fest, dass die Einspracheverfügung des HBA vom 4. Dezember 2002 diesbezüglich 

rechtswidrig war. Es kam zum Schluss, die C.________ habe am Submissionsverfahren 

nicht bloss untergeordnet mitgewirkt. Den Mitbewerbenden sei diese Mitwirkung nicht 

bekannt gemacht worden, und es seien auch keine Vorkehren getroffen worden, das 

projektbezogene Vorwissen der C.________ gegenüber den Konkurrentinnen und 

Konkurrenten auszugleichen. Zur Gewährleistung eines diskriminierungsfreien 

Vergabeentscheids hätte die C.________ daher wegen Vorbefassung vom Verfahren 

3

ausgeschlossen werden müssen. 

Im Übrigen trat das Verwaltungsgericht auf die Beschwerde, soweit die Metallbauarbeiten 

am Zellenbau mit Mehrzweckgebäude (D.________ Nr. 33) betreffend, nicht ein und leitete 

die Beschwerde in Anwendung von Art. 4 Abs. 1 VRPG1 an die kantonale Bau-, Verkehrs- 

und Energiedirektion (BVE)  weiter. Das Verwaltungsgericht erwog, der nach Art. 11 Abs. 1 

SubV2 massgebende Schwellenwert von 500'000 Franken werde für die 

Vergitterungsarbeiten am Zellenbau mit Mehrzweckgebäude nicht erreicht. Das 

Verwaltungsgericht sei daher zur Beurteilung der Beschwerde nicht zuständig. Die BVE 

werde zu prüfen haben, ob es sich bei der Vergabe der Arbeiten am Zellenbau mit 

Mehrzweckgebäude überhaupt um eine mit Einsprache anfechtbare Verfügung im Sinne 

von Art. 4 Abs. 1 BeitrittsG3 handelte.

4. Das Rechtsamt der BVE gab dem Beschwerdeführer, dem HBA und der C.________ 

Gelegenheit, zur Frage Stellung zu nehmen, ob es sich bei der Vergabe der Arbeiten am 

Zellenbau mit Mehrzweckgebäude überhaupt um eine mit Einsprache anfechtbare 

Verfügung im Sinne des früheren Rechts (Art. 4 Abs. 1 BeitrittsG) handelte. 

Das HBA beantragt, auf die Einsprache des Beschwerdeführers vom 23. November 2002 

sei nicht einzutreten, da der massgebende Schwellenwert nach Art. 11 Abs. 1 SubV für die 

Arbeiten am Zellenbau mit Mehrzweckgebäude nicht erreicht wurde.

Der Beschwerdeführer weist darauf hin, das HBA habe die Metallbauarbeiten am 

Verwahrungstrakt und am Zellenbau mit Mehrzweckgebäude anfänglich selber als Einheit 

betrachtet und für sämtliche Arbeiten das offene Verfahren durchgeführt. Das Vorgehen 

des HBA, nur die Arbeiten für das Verwahrungsgebäude mittels einer Verfügung zu 

vergeben, die Arbeiten am Zellenbau dagegen nicht, verstosse gegen den Grundsatz von 

Treu und Glauben. Die Einsprachemöglichkeit nach Art. 4 Abs. 1 BeitrittsG sei daher auch 

gegen die freihändige Vergabe der Arbeiten am Zellenbau zu bejahen. Selbst wenn die 

submissionsrechtliche Anfechtungsmöglichkeit nicht bestehe, sei der Zuschlag für die 

1 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (BSG 155.21) 
2 Submissionsverordnung vom 29. April 1998 (BSG 731.21), ausser Kraft seit 1.1.2003
3 Gesetz vom 27. November 1997 über den Beitritt des Kantons Bern zur interkantonalen Vereinbarung über 
das öffentliche Beschaffungswesen (BSG 731.2), ausser Kraft sei 1.1.2003 

4

Arbeiten am Zellenbau nach Lehre und Rechtsprechung als anfechtbare Verfügung 

anzusehen. Hinzu komme, dass Art. 9 Abs. 2 BGBM4 ungeachtet der Höhe des 

Auftragswerts eine Weiterzugsmöglichkeit an eine verwaltungsunabhängige Instanz 

verlange. Die Einsprache bezüglich der Arbeiten am  Zellenbau  mit Mehrzweckgebäude 

hätte von der BVE gemäss Art. 62 Abs. 1 Bst. a VRPG von Amtes wegen als 

Verwaltungsbeschwerde behandelt werden müssen. Die Tatsache, dass das Rechtsmittel 

als Einsprache und nicht als Beschwerde betitelt gewesen sei, ändere daran nichts.

Das Rechtsamt gab den Verfahrensbeteiligten abschliessend Gelegenheit, 

Schlussbemerkungen zum Verfahren einzureichen. Von dieser Möglichkeit machten der 

Beschwerdeführer und das HBA Gebrauch.           

II. Erwägungen

1. Prozessvoraussetzungen, Eintreten

a) Auf den 1. Januar 2003 sind mit dem ÖBG5 und der ÖBV6 im Beschaffungsrecht 

neue kantonale Rechtsgrundlagen in Kraft getreten. Das ÖBG enthält keine 

übergangsrechtlichen Vorschriften, hingegen sind laut Art. 44 ÖBV bei Inkrafttreten der 

Verordnung hängige Verfahren nach bisherigem Recht zu Ende zu führen. In 

Übereinstimmung mit den allgemeinen Regeln des Intertemporalrechts sind somit auf den 

vorliegenden Sachverhalt, der vor dem Inkrafttreten der neuen Rechtsgrundlagen 

abgeschlossen war, grundsätzlich noch die alten Vorschriften anwendbar7. 

b) Der Beschwerdeführer macht geltend, das HBA hätte auf seine Einsprache vom 

23. November 2002 auch bezüglich der Vergabe der Vergitterungsarbeiten am Zellenbau 

mit Mehrzweckgebäude eintreten müssen, da diese Arbeiten zusammen mit den übrigen 

Baumeisterarbeiten der Anstalten D.________ im offenen Verfahren ausgeschrieben 

worden seien. Das Vorgehen des HBA, die beiden Vergitterungen am Verwahrungstrakt 

4 Bundesgesetz vom 6. Oktober 1995 über den Binnenmarkt (SR 943.02)
5 Gesetz vom 11. Juni 2002 über das öffentliche Beschaffungswesen (BSG 731.2)
6 Verordnung vom 16. Oktober 2002 über das öffentliche Beschaffungswesen (BSG 731.21)
7 VGE 21589 vom 30.4.2003, E. 1.2

5

und am Zellenbau zunächst als Einheit zu behandeln und sie dann erst im 

Rechtsmittelstadium "aufzusplitten", damit auf das Rechtsmittel bezüglich des kleineren 

Auftrags nicht mehr eingetreten werden müsse, verstosse gegen den Grundsatz von Treu 

und Glauben. 

c) Das Verwaltungsgericht hat in seinem Urteil vom 30. April 2003 erwogen, die 

Aufteilung von Bauarbeiten in mehrere Lose sei im Baugewerbe nicht aussergewöhnlich. 

Aus den Vorakten gehe nicht klar hervor, ob mit der Ausschreibung vom 21. August 2002 

beide Aufträge oder nur derjenige für die Arbeiten am Verwahrungsgebäude 

ausgeschrieben werden sollten. Entscheidend sei, dass im Baugewerbe die Aufteilung von 

Bauarbeiten in mehrere Lose nicht aussergewöhnlich sei. Das HBA habe sich bei der 

Vergabe der Baumeisterarbeiten zwar unklar und zum Teil sogar widersprüchlich 

verhalten. Es bestünden jedoch keine Anhaltspunkte dafür, dass es mit der Aufteilung der 

beiden Aufträge die Anwendung der Vergabebestimmungen umgehen wollte. Die Vergabe 

von zwei Einzelaufträgen sei daher nicht zu beanstanden, auch wenn dadurch der eine 

Auftrag unter den massgebenden Schwellenwert zu liegen komme8.   

Aus den Erwägungen des rechtskräftigen Entscheids des Verwaltungsgerichts geht hervor, 

dass das Vorgehen des HBA, den Auftrag für die Vergitterungsarbeiten am Zellenbau mit 

Mehrzweckgebäude freihändig zu vergeben, zulässig war. Nach Art. 4 Abs. 1 BeitrittsG 

kann gegen submissionsrechtliche Verfügungen bei der Auftraggeberin oder dem 

Auftraggeber Einsprache erhoben werden, sofern die in Art. 3 BeitrittsG i.V.m. Art. 11 Abs. 

1 SubV festgelegten Schwellenwerte erreicht werden. Der Auftragswert für die Arbeiten am 

Zellenbau mit Mehrzweckgebäude liegt unbestritten unter dem Schwellenwert von 500'000 

Franken, den Art. 11 Abs. 1 SubV bei Bauaufträgen vorsieht. Eine Anfechtungsmöglichkeit 

mittels Einsprache nach Art. 4 Abs. 1 BeitrittsG scheidet somit aus.

d) Nach Art. 62 Abs. 1 Bst. a VRPG beurteilt die in der Sache zuständige Direktion des 

Regierungsrates Verwaltungsbeschwerden gegen Verfügungen von ihr untergeordneten 

Verwaltungseinheiten (Ämtern, Abteilungen, Dienststellen), sofern nicht die Gesetzgebung 

ein Rechtsmittel unmittelbar an eine andere Rechtsmittelinstanz vorsieht. Es ist zu prüfen, 

ob die Einsprache des Beschwerdeführers vom 23. November 2002 bezüglich der Vergabe 

der Vergitterungsarbeiten am Zellenbau mit Mehrzweckgebäude allenfalls als 

Verwaltungsbeschwerde im Sinne dieser Vorschrift zu behandeln ist.

8 VGE 21589 vom 30.4.2003, E. 1.4

6

Das Verwaltungsgericht hat mit Bezug auf eine Arbeitsvergabe einer Gemeinde 

festgehalten, das BeitrittsG verstosse nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

insofern gegen Bundesrecht, als es für "unterschwellige" Vergaben dem in Art. 9 Abs. 2 

BGBM verankerten Anspruch auf "wenigstens ein Rechtsmittel an eine 

verwaltungsunabhängige kantonale Beschwerdeinstanz" nicht Rechnung trage. Zuschläge 

kommunaler Vergabestellen, welche die Schwellenwerte gemäss Art. 3 BeitrittsG nicht 

erreichen, seien daher nach wie vor gemäss den Vorschriften des VRPG und nicht nach 

den speziellen, nur für Vergaben oberhalb der Schwellenwerte geltenden Regeln des 

BeitrittsG anwendbar. Dies bedeute, dass gegen solche Verfügungen der Gemeinden 

Beschwerde beim Regierungsstatthalter oder der Regierungsstatthalterin geführt werden 

könne9. Da dem BGBM sowohl die Kantone als auch die Gemeinden unterstehen, ist diese 

Praxis auch bei kantonalen Beschaffungsentscheiden anwendbar. Die Einsprache des 

Beschwerdeführers bezüglich dem Zellenbau mit Mehrzweckgebäude ist somit nach Art. 

62 Abs. 1 Bst. a VRPG als Beschwerde gegen die Verfügung des HBA vom 4. Dezember 

2002 zu behandeln.

2. Anwendbarkeit des BGBM auf "unterschwellige" Vergaben

Dem BGBM kommt für das Beschaffungswesen der Kantone und Gemeinden insofern eine 

grosse Bedeutung zu, als es Grundsätze von elementarer Bedeutung aufstellt und 

diesbezüglich einen materiellen und formellen Mindeststandard vorgibt. Das BGBM enthält 

zwar lediglich eine Grundsatzregelung; es hat aber im Vergleich zu den 

Beschaffungsvorschriften der Kantone nicht bloss subsidiären Charakter. Insbesondere 

dem in Art. 3 in Verbindung mit Art. 5 BGBM statuierten Grundsatz des 

diskriminierungsfreien Zugangs zu den öffentlichen Beschaffungen durch Kantone und 

Gemeinden auch für ortsfremde Anbietende kommt eine wesentliche Bedeutung zu. Das 

Bundesgericht geht in seiner jüngeren Rechtsprechung überdies davon aus, das das 

BGBM auch für ortsansässige Anbietende uneingeschränkt gilt, also auch die 

Gleichbehandlung Ortsansässiger untereinander sicherstellt. Insoweit kommt ihm die 

Bedeutung eines allgemein geltenden Diskriminierungsverbots bzw. 

Gleichbehandlungsgebots für das kantonale und kommunale öffentliche 

9 BVR 2000 S. 572

7

Beschaffungswesen zu10. Neben dem BGBM sind aber auch die aus der Verfassung 

hergeleiteten Grundsätze verwaltungsmässigen Handelns wie zum Beispiel das Verbot von 

Willkür und rechtsungleicher Behandlung, der Grundsatz von Treu und Glauben sowie das 

Gebot eines fairen Verfahrens bzw. Wettbewerbs zu beachten11. Das BGBM, welches 

ausschliesslich die Kantone und Gemeinden verpflichtet, enthält in Bezug auf seinen 

Anwendungsbereich keine Schwellenwerte und gilt somit für sämtliche kantonalen und 

kommunalen Beschaffungen, ungeachtet des Auftragswertes. Die BVE vertritt allerdings 

die Auffassung, dass es einen unteren Schwellenwert gibt, der die umfangreichen 

Beschaffungen, für welche nach Art. 5 Abs. 2 BGBM die Pflicht zur Ausschreibung besteht, 

von den übrigen Beschaffungen trennt. Es kann nicht sein, dass eine "Beschaffung" mit 

einem Auftragswert von 1 Franken eine Verfügung darstellt und damit anfechtbar ist12. 

Hinzu kommt, dass Aufträge, die nicht im Sinne von Art. 5 Abs. 2 BGBM umfangreich sind, 

in der Regel nicht in einem Verfahren, sondern freihändig vergeben werden. Es bestehen 

somit - ausser dem Diskriminierungsverbot - auch keine Regeln, die in einem 

Beschwerdeverfahren gerügt werden könnten. Aus diesen Gründen wurde für die 

anfechtbaren Verfügungen im ÖBG mit dem Schwellenwert für das Einladungsverfahren 

von 100'000 Franken eine betragsmässige Grenze festgelegt. Im Beitrittsgesetz fehlt 

dagegen eine gesetzliche Grundlage, welche die Anfechtbarkeit von Vergaben unterhalb 

eines bestimmten Schwellenwerts ausschliessen würde. Im Übrigen bewegt sich der 

geschätzte Auftragswert der vorliegenden Beschaffung im Bereich von 100'000 Franken, 

so dass sie ohnehin als umfangreich im Sinne von Art. 5 Abs. 2 BGBM gilt und somit eine 

Verfügung darstellt. 

Im Folgenden gilt es somit zu prüfen, ob das HBA durch die Zulassung der vorbefassten 

C.________ und die freihändige Vergabe der Vergitterungsarbeiten für den Zellenbau an 

diese Firma die erwähnten verfassungsmässigen Verfahrensgrundsätze sowie diejenigen 

des BGBM verletzt hat.    

3. Vorbefassung

10 Peter Galli/André Moser/Elisabeth Lang, Praxis des öfentlichen Beschaffungsrechts, Schulthess 2003, N 38 
bis 41 mit Hinweisen
11 Baurecht 2/99 S. 56 (S 9)
12 vgl. Vortrag der BVE zum ÖBG, August 2001, S. 3

8

Der Beschwerdeführer macht geltend, die C.________ habe bei der Erarbeitung der 

Ausschreibungsunterlagen für die Vergitterungsarbeiten des Verwahrungsgebäudes und 

des Zellenbaus mit Mehrzweckgebäude massgeblich mitgewirkt und hätte deshalb vom 

Vergabeverfahren ausgeschlossen werden müssen. 

a) Das Verwaltungsgericht hat in seinem Urteil vom 30. April 2003 die Rechtsprechung 

und Lehre zur Problematik der Vorbefassung eingehend beleuchtet. Es hat festgehalten, 

die C.________ sei massgeblich an der Vorbereitung des Beschaffungsverfahrens für die 

Vergitterungsarbeiten der beiden fraglichen Gebäude der Anstalten D.________ beteiligt 

gewesen. So habe etwa ein Vertreter der C.________ an mehreren Sitzungen der 

Projektverantwortlichen teilgenommen.  Sowohl für die Vergitterung des 

Verwahrungsgebäudes als auch für diejenige des Zellenbaus mit Mehrzweckgebäude sei 

die C.________ - teils in Zusammenarbeit mit der beigezogenen Sicherheitsfirma - mit 

bedeutenden Vorarbeiten und Abklärungen betraut worden. Ausserdem habe die 

C.________ einen Spezifikationsentwurf für die Gitter an beiden Gebäuden D.________ 

Nrn. 33 und 52 verfasst. Die Ausschreibungsunterlagen stimmten zum Teil wörtlich mit 

diesem Entwurf überein, ohne dass dies seitens des HBA offen gelegt worden wäre. Das 

Verwaltungsgericht kam zum Schluss, von einer lediglich untergeordneten Mitwirkung der 

C.________ am Submissionsverfahren könne keine Rede sein. Den Mitbewerbenden sei 

diese Mitwirkung zudem nicht bekannt gewesen, und es seien auch keine Vorkehren 

getroffen worden, das projektbezogene Vorwissen der C.________ gegenüber den 

anderen auszugleichen. Zur Gewährleistung eines diskriminierungsfreien 

Vergabeentscheids hätte die C.________ deshalb wegen Vorbefassung vom Verfahren 

ausgeschlossen werden müssen.

b) Es ist unbestritten, dass das HBA sowohl Metallbauarbeiten für das 

Verwahrungsgebäude (D.________ Nr. 52) als auch für den Zellenbau mit 

Mehrzweckgebäude (D.________ Nr. 33) öffentlich ausgeschrieben hat. Es hat somit den 

Auftrag für den Zellenbau nicht von vornherein freihändig vergeben. Innerhalb der 

Eingabefrist haben mehrere Unternehmen Angebote eingereicht. Diese Unternehmen 

standen somit in einem Wettbewerb zueinander. Aus dem rechtskräftigen Urteil des 

Verwaltungsgerichts folgt, dass eine unzulässige Vorbefassung der C.________ auch 

bezüglich der Vergabe der Arbeiten am Zellenbau mit Mehrzweckgebäude zu bejahen ist. 

Die Pflicht, massgeblich vorbefasste Unternehmen vom Beschaffungsverfahren 

auszuschliessen, leitet sich im Wesentlichen aus dem Gebot der Gleichbehandlung der 

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Anbietenden ab. Wer massgeblich in einer Arbeitsgruppe bei der Vorbereitung des 

Beschaffungsverfahrens mitgewirkt hat, verfügt im Vergleich zu den Konkurrentinnen und 

Konkurrenten über einen bedeutenden Wissensvorsprung. Darin liegt eine Verletzung des 

Gebotes der Gleichbehandlung der Anbietenden. Hinzu kommt, dass die Anbietenden über 

die Mitwirkung der C.________ an der Vorbereitung des Beschaffungsverfahrens nicht 

informiert wurden. Der Informationsvorsprung der C.________ wurde somit nicht 

ausgeglichen. Damit wurde gleichzeitig auch der Grundsatz der Verfahrenstransparenz, 

der im Beschaffungsrecht zentrale Bedeutung hat und auf dem Fairness- und 

Vertrauensprinzip gründet, verletzt.

 

c) Zusammenfassend folgt, dass auch die Vergabe der Metallbauarbeiten am Zellenbau 

mit Mehrzweckgebäude an die C.________ rechtswidrig war. Die Beschwerde ist daher 

gutzuheissen.  

4. Kosten

Bei diesem Verfahrensausgang obsiegt der Beschwerdeführer. Dem Kanton können keine 

Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 108 Abs. 2 VRPG) und die C.________ wird nicht 

kostenpflichtig, weil sie im Beschwerdeverfahren vor der BVE keine Anträge gestellt hat13. 

Es werden somit keine Verfahrenskosten erhoben. Der Kanton Bern hat dem 

Beschwerdeführer dagegen die Parteikosten in der Höhe von Fr. 3'653.25 (Honorar: Fr. 

3'220.00, Auslagen: 175.20, Mehrwertsteuer: Fr. 258.05) zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 

VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Es wird festgestellt, dass die Vergabe der 

Metallbauarbeiten (Vergitterung) am Zellenbau mit Mehrzweckgebäude (D.________ 

Nr. 33) an die C.________ durch das Hochbauamt des Kantons Bern rechtswidrig 

war.

13 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 108 N. 3

10

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Der Kanton Bern (Hochbauamt) hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten in der 

Höhe von Fr. 3'653.25 zu ersetzen. 

IV. Eröffnung

- Herrn Fürsprecher Dr. B.________ (mit Gerichtsurkunde) 

- C.________ (mit Gerichtsurkunde)

- Hochbauamt des Kantons Bern  

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

B. Egger-Jenzer, Regierungsrätin