# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e9818739-dfef-531e-82c5-e98d699374c6
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-19
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 19.12.2014 OG.2013.00052 (OGS.2015.24)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2013-00052_2014-12-19.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil
  vom 19. Dezember 2014

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2013.00052 und OG.2013.00053

  
	
   

  
	
   

  
	
  1.
  A.______                                                                                Beschuldigter
  und

  
	
                                                                                                     Berufungskläger                                                                                                    (OG.2013.00052)

  
	
  vertreten
  durch C.______

  
	
   

  
	
   

  
	
  2.
  B.______                                                                                Beschuldigter
  und

  
	
                                                                                                     Berufungskläger

  
	
                                                                                                     (OG.2013.00053)

  
	
  vertreten
  durch D.______

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  1.
  Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus                          Anklägerin und

  
	
                                                                                                     Berufungsbeklagte

  
	
   

  
	
   

  
	
  2.
  XY.______ Versicherungen AG                                          Privatklägerin
  und

  
	
                                                                                                     Berufungsbeklagte

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  fahrlässige
  Tötung

  
	
   

  
	
   

  
	
  über die Anträge:

  
	
   

  
	
  A. des
  Beschuldigten und Berufungsklägers A.______ (gemäss
  Beru­fungserklärung vom 28. August 2013 sowie den Ausführungen des
  Vertei­digers an der Ver­handlung vom 22. Mai 2014):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es
    seien Ziff. 4 und Ziff. 9 des Urteils der Strafgerichtskommission
    des Kantonsge­richts Glarus vom 3. Juli 2013 vollumfänglich aufzuheben
    und es sei der Beschuldigte A.______ von Schuld und Strafe freizusprechen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Es
    sei Ziff. 10 des angefochtenen Urteils aufzuheben, soweit sie den
    Beschuldig­ten A.______ betrifft, und es sei die Zivilforderung der
    XY.______ Ver­sicherungen AG von Fr. 540‘319.25, soweit sie sich gegen
    den Beschuldigten A.______ richtet, vollumfänglich abzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Es
    sei Ziff. 11 des angefochtenen Urteils, soweit sie sich gegen den
    Beschuldig­ten A.______ richtet, vollumfänglich aufzuheben, und es sei
    festzustellen, dass der Beschuldigte A.______ den Angehörigen des Opfers
    keine Genugtuung schuldet.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Eventualiter
    seien die Schadenersatzforderungen der XY.______ Versicherungen AG sowie
    die Genugtuungsforderungen der Angehörigen des Opfers auf den Zivil­weg zu
    verweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Es
    sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Beschuldigte A.______ für die
    Zivilforderung sowohl dem freigesprochenen Z.______ wie auch den rechts­kräftig
    verurteilten W.______, X.______ und Y.______ den Streit ver­kündet hat bzw.
    den Streit verkünden will.

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    Es
    seien die Ziffn. 16, 18 und 19 des vorinstanzlichen Urteils vollumfänglich
    aufzu­heben, soweit sie den Beschuldigten A.______ betreffen, und es seien
    A.______ weder Gerichtsgebühren noch Verfahrenskosten aufzuer­legen.

    
	
     

    	
     

    
	
    7.

    	
    Es
    sei dem Beschuldigten A.______ für das erst- und das zweitinstanzliche
    Verfahren eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Staatskasse zu­zusprechen.

     

    

  

  
	
  B. des
  Beschuldigten und Berufungsklägers B.______ (gemäss
  Beru­fungserklärung vom 28. August 2013 sowie den Ausführungen des
  Vertei­digers an der Ver­handlung vom 22. Mai 2014):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    B.______
    sei vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freizusprechen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die
    gegen B.______ gemäss Ziffer 6 des Dispositivs des Urteils der Strafge­richtskommission
    des Kantonsgerichts Glarus vom 3. Juli 2013 verhäng­ten Strafen seien
    aufzuheben.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Die
    Klage der Privatklägerin gemäss Ziffer 10 des Dispositivs sei abzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Die
    Klagen der Privatklägerinnen gemäss Ziffer 11 des Dispositivs seien
    abzuwei­sen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Die
    Verurteilung von B.______ zur Bezahlung der Gerichtsgebühr gemäss
    Ziffer 13 des Dispositivs sei aufzuheben.

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    Die
    Verurteilung von B.______ zur Bezahlung der weiteren Verfahrenskos­ten
    gemäss Ziffer 19 des Dispositivs sei aufzuheben.

    
	
     

    	
     

    
	
    7.

    	
    B.______
    sei zu Lasten des Staats eine Entschädigung nach richterlichem Ermessen
    auszurichten.

    

  

  
	
   

  
	
  C. der
  Anklägerin und Berufungsbeklagten (gemäss den Ausführungen
  des Staatsanwalts an der Verhandlung vom 22. Mai 2014):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es seien die
    Berufungen der beiden Beschuldigten A.______ und B.______  abzuweisen und
    das angefochtene Urteil zu bestätigen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Alles
    unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschuldigten und
    Berufungskläger.

     

    

  

  
	
  D. der
  Privatklägerin XY.______ Versicherungen AG (gemäss
  Eingabe vom 26. März 2014):

  
	
   

  
	
  Es sei Dispositiv
  Ziff. 10 des Urteils der Strafgerichtskommission des Kantonsge­richts
  Glarus vom 3. Juli 2013 zu bestätigen.

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
  Das
  Gericht zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I.

  
	
  Unfallereignis und Prozessgeschichte

  
	
   

  
	
  1.— a) Vom Tierfehd
  (810 m.ü.M.) südlich von Linthal führt eine Personen- und Transportseilbahn
  zum Kalktrittli auf 1870 m.ü.M. Der vom Tal aus gesehen erste Mast der Bahn
  (Stütze 1) befindet sich auf etwas mehr als halber Distanz unmittel­bar
  auf der Kante einer rund 300 m hohen Felswand. Die einspurige Windenbahn
  wurde Ende der 1950er Jahre im Zusammenhang mit dem Bau der Wasserkraft­werkanlagen
  Linth-Limmern errichtet. Das Fahrwerk der Seilbahn bewegt sich über zwei
  Tragseile, welche in einem Abstand von rund einem halben Meter zueinander
  verlaufen. Die Seilbahn dient vorwiegend dem Materialtransport
  sowie der Beförde­rung der Mitarbeiter der Kraftwerke; bis zur Inbetriebnahme
  der Bauseilbahn 1 anfangs 2010 wurden auch die Bauarbeiter der
  Grossbaustelle „Linthal 2015“ mit dieser Bahn befördert. Für das Ausführen
  von Materialtransporten kann die Perso­nenkabine abgehängt werden; es
  befindet sich dann – so auch auf der Unfallfahrt – einzig noch das sogenannte
  Joch mit einer Barelle als Aufladefläche für das Trans­portgut am Gehänge,
  welches zudem mit einer einplätzigen Kabine für eine Begleit­person versehen
  ist. Die eben beschriebene Seilbahn wird in den vorliegenden Akten auch als
  „Windenseilbahn“ oder „5-Tonnen-Seilbahn“ bezeichnet. Nachfolgend wird für
  diese Bahn ausschliesslich die Bezeichnung „Seilbahn“ verwendet.

  
	
   

  
	
  b) Im Hinblick auf die
  Einrichtung der Bauinstallationsplätze im Hochgebirge für das
  Pumpspeicherwerk „Linthal 2015“ wurde Mitte der 2000er Jahre eine zweite
  Seilbahn rein für den Lastentransport vom Tierfehd zum Kalktrittli erstellt.
  Diese Materialseilbahn führte ebenfalls über die oben erwähnte Felskante,
  wobei sich deren Stütze knapp 20 Meter südlich von der Stütze der Seil­bahn
  befand. Im Jahr 2008 war geplant, die betreffende Materialseilbahn durch eine
  wesentlich leis­tungsfähigere Bahn zu ersetzen; die neue sogenannte
  Bauseilbahn 1 (BSB 1) sollte in der Folge Lasten bis zu 40 Tonnen
  für die Bauarbeiten am 

  Pump­speicherwerk
  transportieren können (siehe dazu http://www.axpo.com/content/dam/axpo/switzerland/erleben/dokumente/

  100504-_Axpo_-Newsletter_10_1.pdf;
  besucht am 20. Oktober 2014).

  
	
   

  
	
  c) Für die Errichtung der
  Bauseilbahn 1 musste auf der Kante der mächtigen Felswand ein massiver
  Seilbahnmast erstellt werden, und zwar rund 30 Meter süd­lich der bestehenden
  Stütze 1 der Seilbahn bzw. rund 10 Meter südlich der Stütze der
  Materialseilbahn. In diesem Zusammenhang installierte Ende Juni 2008 das
  Kranunternehmen Wolffkran Schweiz AG auf dem Felsgrat einen 42 Meter
  hohen Turmkran. Der Standort des Krans befand sich dabei zwi­schen der Stütze
  der Materialseilbahn und dem Bereich, wel­cher für die neue Stütze der
  Bauseilbahn 1 vorgesehen war. Der 24 Meter lange Ausleger des frei
  drehbaren Krans reichte in nördli­cher Richtung über die Materialseilbahn
  hinweg bis in das Profil der Seilbahn hinein; im Bereich der Stütze 1
  konnte die Laufkatze des Krans über das Tragseil der Seil­bahn hinaus
  ausgefahren werden. Nach erfolgter Instruktion des bauseitig vorgese­henen
  Kran­führers W.______ am Montag, 30. Juni 2008, überliess die Wolffkran
  Schweiz AG den Kran mietweise der die für die Baumeisterarbeiten zuständigen
  Arbeitsge­meinschaft „ARGE Bauseilbahnen Limmern“ zur Inbetrieb­nahme ab
  1. Juli 2008.

  
	
   

  
	
  d) Am Dienstagmorgen,
  1. Juli 2008, beauftragte B.______, damals Bau­führer bei der ARGE
  Bauseilbahnen Limmern, den Vorarbeiter A.______, vor Ort auf dem Felsgrat die
  erforderlichen Vorkehrungen im Hinblick auf die Betonie­rung des Fundaments
  für den Mast der neuen Bauseilbahn 1 zu treffen. Vor Ort fand A.______
  einen Abbauhammer vor, der unmit­telbar im Bereich des Kranfundaments lag und
  dort im Wege war. Er wies daher gegen 10.30 Uhr den Kranführer W.______
  an, den Abbauhammer mithilfe des Turmkrans wegzuheben und unmittelbar bei der
  Stütze 1 der Seilbahn zu depo­nie­ren. Um den Abbauhammer am
  vorgegebenen Zielort ab­zulegen, musste W.______ mit dem Kran über die
  Tragseile der Seilbahn schwenken und das Kranhub­seil mit der Last hinter den
  Tragseilen herablassen. Während die­ses Manövers hielt sich W.______ nicht in
  der Kran-Hochkabine auf, sondern bediente den Kran per Funk vom Boden aus;
  A.______ stand dabei praktisch unmittelbar neben ihm.

  
	
   

  
	
  e) Zur gleichen Zeit, als
  A.______ und W.______ bei der Stütze 1 mit der Umplatzierung des
  Abbauhammers beschäftigt waren, bestieg der Seilbahnan­gestellte G.______ in
  der Bergstation der Seilbahn die einplätzige Gehängekabine (Joch) und fuhr
  damit talwärts; bedient wurde die Bahn dabei von der Bergstation aus durch
  den Maschinisten X.______. Als sich die Gehängeka­bine der Stütze 1
  näherte, hatten A.______ und W.______ den Abbauham­mer eben gerade vom
  Seilhaken genommen und hing das Kranseil (Hubseil) mit dem Flaschenzug direkt
  neben dem Seilbahntragseil. In der Folge verfing sich die Gehängekabine mit
  dem Kranseil und zog dieses talwärts mit. Als das Kranseil nicht mehr weiter
  nach­gab, wurde das Laufwerk mit der Gehängekabine aus den Tragseilen
  gerissen und stürzte ab. Beim Aufprall der Transportgondel auf den steilen Ab­hang
  wurde G.______ aus der Kabine geschleudert, worauf er über die mehrere
  hundert Meter hohe Felswand abstürzte und tödlich verletzt wurde.

  
	
   

  
	
  2.— Am 14. Juli 2011
  erliess die Glarner Staatsanwaltschaft gegen die folgen­den sechs Personen je
  einen Strafbefehl und erkannte sie darin im Zusammenhang mit dem
  Seilbahnunglück vom 1. Juli 2008 für schuldig der fahrlässigen Tötung im
  Sinne von Art. 117 StGB:

  
	
   

  
	
  1) B.______, Bauführer

  
	
  (Verurteilung zu einer bedingten
  Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je Fr. 160.‑ und einer Busse
  von Fr. 1‘280.‑);

  
	
   

  
	
  2) A.______, Vorarbeiter 

  
	
  (Verurteilung zu einer bedingten
  Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 110.‑ und einer Busse
  von Fr. 660.‑);

  
	
   

  
	
  3) W.______, Kranführer

  
	
  (Verurteilung zu einer bedingten
  Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 60.‑ und einer Busse
  von Fr. 360.-);

  
	
   

  
	
  4) X.______, Seilbahnmaschinist

  
	
  (Verurteilung zu einer bedingten
  Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 80.‑ und einer Busse
  von Fr. 480.-);

  
	
   

  
	
  5) Y.______, Leiter der Unfallseilbahn
  (Seilbahnchef)

  
	
  (Verurteilung zu einer bedingten
  Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 140.‑ und einer Busse
  von Fr. 840.‑);

  
	
   

  
	
  6) Z.______, als Serviceleiter der Firma
  Wolffkran Schweiz AG zuständig für die Installation des Baukrans an der
  Unfallstelle

  
	
  (Verurteilung zu einer bedingten
  Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 210.‑ und einer Busse
  von Fr. 1‘260.‑).

  
	
   

  
	
  3.— a) Mit Ausnahme
  des Kranführers W.______ haben alle Beschuldigten gegen den Schuldspruch
  Einsprache erhoben. Die Staatsanwalt­schaft hielt in der Folge an den
  Strafbefehlen fest und überwies gestützt auf Art. 356 Abs. 1 StPO
  die Angelegenheit an die Strafgerichtskommission des Kantonsgerichts Glarus
  zur Durchführung des Hauptverfahrens.

  
	
   

  
	
  b) Im Falle von W.______
  ist der Strafbefehl und damit dessen Verurteilung zu einer bedingten
  Geldstrafe, zuzüglich einer Busse, wegen fahrlässiger Tötung in Rechtskraft
  erwachsen.

  
	
   

  
	
  4.1.— a) Die
  Strafgerichtskommission des Kantonsgerichts folgte in ihrem Ent­scheid vom
  3. Juli 2013 hinsichtlich der Beschuldigten B.______, A.______, X.______
  und Y.______ dem Standpunkt der Staatsanwaltschaft, sprach die genannten vier
  Personen schuldig der fahrlässigen Tötung im Sinne von Art. 117 StGB 
  und verhängte im Einzelnen die folgende Strafen:

  
	
   

  
	
  1)         B.______, Bauführer:

  Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je Fr. 180.‑, bedingt
  aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie Busse von
  Fr. 900.‑ (Dispositiv-Ziff. 6);

  
	
   

  
	
  1)    A.______,
  Vorarbeiter:

  Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je Fr. 120.‑, bedingt
  aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie Busse von
  Fr. 500.‑ (Dispositiv-Ziff. 9);

  
	
   

  
	
  2)    X.______,
  Seilbahnmaschinist:

  Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 140.‑, bedingt
  aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie Busse von
  Fr. 700.‑ (Dispositiv-Ziff. 7);

  
	
   

  
	
  3)    Y.______, Leiter der
  Unfallseilbahn (Seilbahnchef):

  Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 190.‑, bedingt
  aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie Busse von
  Fr. 900.‑ (Dispositiv-Ziff. 8).

  
	
   

  
	
  b) In
  Dispositiv-Ziff. 10 des Urteils verpflichtete die
  Strafgerichtskommission die Beschuldigten B.______ und A.______ unter
  solidarischer Haftbarkeit, der XY.______ Versicherungen AG Schadenersatz in
  der Höhe von Fr. 540‘319.25 zu leisten.

  
	
   

  
	
  c) Sodann verurteilte die
  Strafgerichtskommission die Beschuldigten B.______, A.______, X.______ und
  Y.______ unter solidarischer Haftung zur Leistung von Genugtu­ungszahlungen
  zu je gleichen Teilen einerseits an die Mutter (insgesamt Fr.______) und
  andererseits an die drei Schwestern (insge­samt je Fr.______) des tödlich
  verunglückten G.______ (Dispositiv-Ziff. 11). Mit weiter­gehenden
  Ansprüchen wurden die Angehörigen auf den Zivilweg verwiesen (Dispo­sitiv-Ziff. 12).

  
	
   

  
	
  d) Dem Ausgang des
  Verfahrens entsprechend überband die Strafgerichts­kommission den
  Verurteilten B.______, A.______, X.______ und Y.______ die Gerichts- und
  Untersuchungskosten anteilmässig (Dispositiv-Ziff. 13‑16 sowie
  Ziff. 18 und Ziff. 19).

  
	
   

  
	
  4.2.— Demgegenüber
  gelangte die Strafgerichtskommission des Kantonsge­richts in Bezug auf den
  ebenfalls beschuldigten Krantechniker Z.______ zu einem Freispruch
  (Dispositiv-Ziff. 5). Zugleich befreite sie ihn von jeglicher
  Kostenfolge und erkannte ihm eine Parteientschädigung zu (Dispositiv‑Ziff. 17
  und Ziff. 20).

  
	
   

  
	
  5.— a) In der Folge
  erhoben die Beschuldigten B.______ und A.______ mit Eingabe je
  vom 28. August 2013 gegen das Urteil der Strafgerichtskom­mission des
  Kantonsgerichts fristgerecht Berufung (Art. 399 Abs. 3 StPO),
  nachdem sie den Weiterzug zuvor bereits bei der Vor­instanz recht­zeitig
  angemeldet hatten Art. 399 Abs. 1 StPO).

  
	
   

  
	
  b) Die Staatsanwaltschaft beliess den Freispruch von Z.______ unangefoch­ten.
  Hinsichtlich der Rechtsmittel von B.______ und A.______ verzichtete die
  Staatsanwaltschaft auf eine Anschlussberufung, zumal die Vor­instanz hier
  ihren Anträgen gefolgt bzw. im Strafpunkt sogar darüber hinausgegangen war.

  
	
   

  
	
  c) Die erstinstanzlich ebenfalls verurteilten X.______ und Y.______
  haben den Entscheid der Vorinstanz nicht an das Obergericht weitergezogen;
  deren Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung ist damit in Rechtskraft
  erwachsen (Art. 437 Abs. 1 lit. a StPO).

  
	
   

  
	
  6.— a) Der Beschuldigte A.______ beantragte in seiner
  Berufungseingabe an das Obergericht unter anderem, es sei der erstinstanzlich
  erfolgte Freispruch des Mitbeschuldigten Z.______ aufzuheben.

  
	
   

  
	
  b) Das Obergericht erwog mit Zwischenentscheid vom 24. Januar 2014 im
  Verfahren nach Art. 403 StPO, dass A.______ zur Anfechtung des
  Freispruchs von Z.______ nicht legitimiert sei, weshalb auf seine Berufung in
  diesem Punkt nicht eingetreten werde. Gegen diesen Beschluss des Obergerichts
  ist in der Folge beim Bundesgericht keine Beschwerde erhoben worden.

  
	
   

  
	
  7.— Am 22. Mai 2014 fand die mündliche Hauptverhandlung vor
  Obergericht statt. In der Folge fällte das Obergericht am 19. Dezember 2014
  seinen Entscheid, der gestützt auf Art. 84 Abs. 3
  StPO im Einver­ständnis mit den Parteien  schriftlich eröffnet wird.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  Beurteilung der Anklage gegen A.______ und B.______

  
	
   

  
	
  1.— Massgeblicher Sachverhalt

  
	
   

  
	
  1.1.— Funktion und Stellung von B.______

  
	
   

  
	
  a) Der Beschuldigte B.______  arbeitete als Bauführer bei der Baufirma
  Züblin Murer AG (später Strabag AG). Er war in dieser Funktion ab März 2008
  verantwortlicher Baustellenleiter beim Bau der neuen Materialseilbahn (Bau­seilbahn 1)
  vom Tierfehd zum Kalktrittli und zuständig für den
  ganzen operativen Bereich. So hatte er auch die Verantwortung inne für die
  Arbeiten an der neuen Seilbahnstütze 1 im Bereich der Unfallstelle. Zum
  Unfallzeitpunkt verfügte B.______, gerechnet ab seiner Lehrzeit als
  Tiefbauzeichner, über eine rund 14-jährige Erfahrung in der Baubranche.

  
	
   

  
	
  b) B.______ beauftragte am 1. Juli 2008 A.______, bei der
  Stütze 1 der Seilbahn den Bauplatz für die Errichtung eines Mastes für
  die neue Bauseil­bahn 1 einzurichten. Vorab sollte der Platz rund um den
  am Felsgrat positionierten Kran freigeräumt werden, da vorgesehen war, dort
  das Terrain aufzuschütten und einen Materialplatz zu installieren. B.______
  erwähnte gegenüber dem Untersuchungsrichter, dass er bezüglich des konkreten
  Auftrags keine näheren Anweisungen erteilt habe, „weil sie [A.______ und der
  Kranführer W.______] von ihrer Ausbildung her selber wussten, was zu tun
  war“.

  
	
   

  
	
  1.2.— Funktion und Stellung von A.______

  
	
   

  
	
  a) Der Beschuldigte A.______ ist gelernter Maurer. Nach Abschluss der
  Lehre 1991 arbeitete er zunächst rund drei Jahre im Lehrbetrieb weiter,
  wechselte dann die Stelle und war ungefähr sechs Jahre als Betontrenn­techniker
  tätig. Danach war er rund sieben Jahre bei der Seilbahnbaufirma
  Inauen-Schätti AG als Monteur angestellt. Im Jahr 2006 machte er sich
  selbständig und gründete im Juni 2007 seine Firma; seither verdient er, jeden­falls
  wäh­rend der Sommermonate, sein Einkommen als freischaffender Polier.

  
	
   

  
	
  b) Bis zum Unfallereignis hatte A.______ insgesamt schon rund ein Jahr
  auf der Grossbaustelle „Linthal 2015“ gearbeitet. Konkret am Unfallort selber
  bei der Seilbahnstütze 1 nahm er die ihm zugewiesene Funktion als
  Vorarbeiter allerdings erst unmittelbar am Unfalltag auf; an jenem Morgen
  hielt er sich zunächst bei der Stütze 2 auf und begab sich dann zu Fuss
  auf die Baustelle bei der Stütze 1, wo er rund eine halbe Stunde vor dem
  Unfallereignis eintraf.

  
	
   

  
	
  1.3.— Ablauf des verhängnisvollen Kranmanövers

  
	
   

  
	
  a) A.______ übernahm als Polier am Vormittag des 1. Juli 2008 die Lei­tung
  auf der Baustelle bei der Stütze 1. Mit ihm vor Ort waren da­mals der
  Kranführer W.______ sowie ein Baggerführer und ein Bau­arbeiter. Auf
  Anweisung des Bauführers B.______ sollte A.______ die notwendigen
  Vorbereitungen treffen, damit auf dem Felsgrat die Betonfundation für den
  Mast der neuen Bauseilbahn (BSB 1) errichtet werden konnte. Dabei war
  vorgesehen, zunächst den Platz rund um den Kranstandort frei zu bekommen, um
  diesen mit Aushubmaterial aufzufüllen, damit die Fläche anschliessend als
  Materialplatz genutzt werden konnte. Am Fusse des Kranturms lag an jenem
  Morgen der Abbau­hammer des auf der Baustelle im Einsatz stehenden Baggers
  (Menzi Muck). Nach seiner Ankunft vor Ort ordnete A.______ an, den
  Abbauhammer mithilfe des Krans umzuplatzieren. Als neuen Ablageort für den
  Abbauhammer entschied er sich für eine ebene Stelle unmittelbar beim
  Mastsockel (Stütze 1) der Seilbahn. A.______ erklärte nach dem Unfall
  gegenüber der Polizei, dass der Abbauhammer auch anderswo hätte deponiert
  werden können; der Platz bei der Stütze 1 sei ihm „einfach am idealsten“
  erschienen.

  
	
   

  
	
  b) In der Folge hängten A.______ und W.______ den Abbauhammer, welcher
  im Bereich des Kranturms gelegen hatte, am Seilhaken des Krans ein; hier­bei
  war ihnen auch ein Bauarbeiter behilflich. Anschliessend zog W.______, der
  den Kran vom Boden aus per Funk bediente, das Kranhubseil mit dem angehängten
  Abbauhammer ganz nach oben und schwenkte den Kranausleger in nördliche
  Richtung hin zur Seilbahn; während dieses Manövers befand sich die Laufkatze
  des Krans noch nahe beim Kranturm. Daraufhin liefen A.______ und W.______ zur
  vorgesehenen Abladestelle beim Mast der Seilbahn, wobei sie hierzu eine
  kleine Felskuppe zu überwinden hatten.

  
	
   

  
	
  c) Bei der vorgesehenen Abladestelle beim Mast der Seilbahn angekommen,
  liess W.______ die Laufkatze am Kranausleger ganz nach vorne über die Trag­seile
  der Seilbahn hinaus fahren und senkte daraufhin den Abbauhammer unmittel­bar hinter
  den Tragseilen ab, also auf der kranabgewandten Seite der Seilbahnfahr­bahn;
  das Herablassen der Last erfolgte knapp neben dem äusseren (nördlichen) Tragseil,
  sodass beim Absenken der Last das Kranhubseil gelegentlich leicht das
  Tragseil touchierte, was allerdings für das Absenkmanöver selber unprob­lematisch
  war.

  
	
   

  
	
  d) Sowohl A.______ als auch W.______ führten in der Untersuchung aus,
  sie hätten sich vor dem Absenkmanöver von ihrem Standort beim Mast aus
  vergewissert, dass von der Bergstation her nicht die Seilbahn herannahen
  würde; allerdings sei ihre Sicht nach oben beeinträchtigt gewesen, da sie von
  der Sonne stark geblendet worden seien. Der Augenschein der Polizei an der
  Unfallstelle ergab zudem, dass W.______ und A.______ bei der Seilbahnstütze
  zufolge der dort durch Bäume einge­schränkten Sicht die Tragseile der
  Seilbahn bergwärts nur auf einer ganz kurzen Strecke von wenigen Metern sehen
  konnten; W.______ schätzte anlässlich der Befragung kurz nach dem Unfall die
  einsehbare Strecke auf 5-6 Meter, während A.______ knapp ein Jahr nach dem
  Unfall erklärte, die Seilbahnkabine sei noch etwa 50 Meter von der
  Stütze entfernt gewe­sen, als er sie bemerkt habe. A.______ erwähnte im
  Übrigen in der Unter­suchung, dass man vom Bereich der Baustelle aus „im
  Prinzip bis zur Bergstation“ der Seilbahn habe sehen können. Anhand der poli­zeilichen
  Fotos lässt sich erwägen, dass er freie Sicht bis zur Bergstation gehabt hätte,
  wenn er sich vom Mast weg auf der Geländekuppe einige Meter weiter auf­wärts
  in nördliche Richtung begeben hätte. W.______ führte in der Untersuchung aus,
  am Unfallmor­gen seien nur wenige Lastenzüge mit dem Kran zu verrichten
  gewesen, weshalb er bei anderen Arbeiten auf der Baustelle mitgeholfen habe.
  Aus diesem Grund habe er den Kran vom Boden aus mit der Fernsteuerung
  bedient. Es treffe aber zu, dass er vom Füh­rerstand aus eine bessere
  Übersicht über die Seilbahn gehabt hätte.

  
	
   

  
	
  e) A.______ und W.______ hatten den Abbauhammer eben gerade vom
  Seilhaken des Krans genommen und beim Mast (Stütze 1) deponiert und lies­sen
  den Kranhaken bereits wieder hochziehen, als just in dem Moment die Seil­bahn
  von oben herannahte und praktisch schon über ihnen war. A.______ ver­suchte
  noch, mit einem Griff an den Kranhaken das Kranseil von den Tragseilen der
  Seil­bahn wegzuschwingen, jedoch erfolglos. Das Seilbahngefährt verfing sich
  mit dem Kran­seil, zog die­ses auf der Weiterfahrt talwärts mit und wurde
  schliesslich, letztlich bedingt durch das
  Verheddern mit der Kranflasche (Flaschenzug und Haken des Kranseils),
  aus den Tragseilen gehoben und stürzte ab; zugleich wurde auch eines der
  beiden Tragseile vom Mast gerissen.

  
	
   

  
	
  f) Zur Klarheit bleibt noch Folgendes anzufügen: In den
  Untersuchungsakten sowie in deren Wiedergabe im angefochtenen Entscheid wird
  verschiedentlich aus­geführt, A.______ und W.______ hätten das Kranseil mit
  dem angehängten Abbauhammer innerhalb der Fahrspur der Seilbahn zu
  Boden gelassen. Der Rechtsvertreter von A.______ machte in diesem
  Zusammenhang anlässlich der Berufungsverhandlung eine unzu­treffende
  Sachverhaltsfeststellung geltend, indem offensichtlich davon ausgegangen
  werde, das Kranseil mit dem Abbauhammer sei zwischen den beiden Tragseilen
  heruntergelassen worden. Dies trifft jedoch nicht zu. In der
  Fotodokumentation der Polizei ist klar ersichtlich, dass das Kranseil mit dem
  Ab­bauhammer, vom Kranturm aus betrachtet, hinter den beiden
  Tragseilen der Seil­bahn abgesenkt wurde. Mit der Formulierung „innerhalb der
  Fahr­spur“ ist denn auch nichts anderes gemeint, als dass der Abbauhammer
  mithilfe des Krans im Bereich der Fahrspur bzw. innerhalb des Trassees der
  Seilbahn abgelegt wurde.

  
	
   

  
	
  1.4.—         Der Betrieb der Seilbahn am Unfalltag sowie Koordination
  zwischen                    Kran und Seilbahn

  
	
   

  
	
  a) Die Unfallseilbahn hatte seit Sonntag, 29. Juni 2008, eine Störung,
  welche durch ein Gewitter verursacht worden war. Konkret war die Verbindung
  der Steuer­befehle (Funksteuerung) von der Gehängekabine zur Antriebssteuerung
  unterbro­chen, sodass die Bedienung der Seilbahn von der Kabine aus nicht
  mehr möglich war. Der Betrieb der Bahn erfolgte daher mittels Handsteuerung
  vom Kommando­raum an der Bergstation aus; von der Kabine aus konnte auf die
  Fahrt der Seilbahn einzig noch durch das Ziehen der Notbremse (Fangbremse)
  Einfluss genommen werden. Vom Seilbahnchef Y.______ war ange­ordnet, dass der
  Maschinist im Kommandoraum an der Bergstation und der Maschi­nist in der
  Seilbahnkabine zueinander Funkkontakt haben müssen; auf der Unfallfahrt trug
  jedoch der tödlich verunglückte G.______ sein Funkgerät nicht auf sich.

  
	
   

  
	
  b) Zufolge der ausgefallenen Funksteuerung fuhr die Seilbahn
  „überbrückt“ und hierbei automatisch mit einer stark reduzierten
  Geschwindigkeit von rund 2m/sec. statt der sonst üblichen 5m/sec. Die
  Fahrzeit für eine Fahrt betrug bei Überbrückung ungefähr 25 Minuten,
  während bei Normalbetrieb eine Fahrt 10 Minuten dauert. Allein der Um­stand,
  dass am Unfalltag die Funksteuerung der Seilbahn defekt war und daher die
  Bahn mit Handbetrieb von der Bergstation aus gefahren wurde, hatte auf das
  Unfallgeschehen keinen kausalen Einfluss. Im Gegenteil: Hätte der
  verunglückte G.______ von der Kabine aus die durch die Kollision mit dem
  Kranseil entstan­dene akute Gefahrenlage eher bemerkt, wäre ihm bis zum
  Absturz der Kabine auf­grund der reduzierten Fahrgeschwindigkeit mehr Zeit
  zur Verfügung gestanden, um die Bahn noch vorzeitig mit der Notbremse zu
  stoppen.

  
	
   

  
	
  c) Der Betrieb der Seilbahn folgte nicht einem starren Fahrplan,
  sondern die Bahn zirkulierte für Material- und Personentransporte nach
  Bedarf. Dies war auch dem Beschuldigten A.______ und dem Kranführer W.______
  bewusst, die selber ebenfalls mit der Unfallbahn zur Baustelle gelangt waren.
  In der Untersuchung erklärten beide, dass sie vor dem fatalen Kranmanöver
  nach der Seilbahn Ausschau gehalten hätten. Dazu aber hätte wohl kaum
  Veranlassung bestanden, wären sie im Glauben gewesen, die Bahn fahre nur zu
  genau bestimmten Zeiten und es bestehe momentan ein Zeitfenster, um ohne
  Kollisionsgefahr den Abbauhammer bei der Stütze 1 der Seilbahn zu
  deponieren. In der gesamten Untersuchung sowie im bisherigen gerichtlichen
  Verfahren wurde denn auch nie von einem Beteiligten geäussert, dass die
  Seilbahn auf ihrer Unfallfahrt zu einem Zeitpunkt unterwegs gewesen sei, als
  mit einem Bahnbetrieb überhaupt nicht habe gerechnet werden müssen.

  
	
   

  
	
  d) aa) Der Baukran an der Felskante im Bereich der
  Seilbahnstütze 1 wurde am Freitag und Samstag, 27. und 28. Juni
  2008, aufgebaut; am Montag, 30. Juni 2008 erfolgte der Einzug des
  Kranseils und fand die Instruktion des Kranführers W.______ statt. Vonseiten
  der Bauleitung bestanden in Bezug auf den Umgang des Bau­krans mit der
  Seilbahn keine Anweisungen. Der Beschuldigte B.______ (Bauführer) erklärte
  sowohl in der Untersuchung als auch vor Ober­gericht, dass beim geplanten
  Einsatz des Krans bei den Bauarbeiten an der Stütze für die neue leistungs­starke
  Bauseilbahn 1 keine Notwendigkeit bestanden habe, mit der Laufkatze des
  Baukrans auf den von der Baustelle abgewandten Bereich der Seil­bahn zu gelan­gen
  („wir haben dort mit unserem Kran eigentlich nichts zu suchen“), weshalb dies­bezüglich
  auch keine Sicherheitsüberlegungen angestellt worden seien. Auch der
  Seilbahnbauer, welcher zusammen mit B.______ den Standort für den Kran
  festgelegt hatte, gab in der Untersuchung zu Protokoll, der Kran sei nicht
  dafür vor­gesehen gewesen, bei der Seilbahn Mate­rial ab- und aufzuladen.
  Ebenso erwähnte der Bag­gerführer, der vor dem Unfaller­eignis bereits ca.
  vier Wochen auf der Baustelle bei der Stütze 1 tätig war und von
  A.______ als Vorarbeiter abgelöst wurde, dass er nie gedacht habe, der Kran
  würde die Seilbahn tangieren. Einzig der Krantechniker Z.______ äusserte sich
  in der Untersuchung fast zwei Jahre nach dem Unfall erstmals dahingehend, der
  Kran sei auch für den Lastenumschlag bei der Seilbahn vorgesehen gewesen.

  
	
   

  
	
  bb) Zwischen den zuständigen Personen für die Seilbahn und den
  Bauarbeitern bei der Stütze 1 bestand keine eigens angeordnete Funkverbindung,
  über welche miteinander über den Betrieb der Seilbahn bzw. die konkreten
  Vorgänge auf der Baustelle kommuniziert worden wäre. Die Bahnverant­wortli­chen
  erklärten zudem in der Untersuchung, ihnen sei zum Unfallzeitpunkt gar nicht
  bewusst gewesen, dass der Baukran bei der Stütze 1 überhaupt schon in
  Betrieb genommen worden sei.

  
	
   

  
	
  e) Der Beschuldigte A.______ erwähnte anlässlich seiner Befragung vor
  Verhöramt, dass er unmittelbar nach dem Absturz der Seilbahnkabine über Funk
  „Kontakt mit der Bahn aufgenommen“ und sich erkundigt habe, ob in der Kabine
  eine Begleitperson mitgefahren sei. Auch der an der Unfall­stelle anwesende
  Baggerführer gab zu Protokoll, dass er nach dem Un­glück sogleich per Funk
  den Beschuldigten B.______ (Bauführer) kontaktiert habe. Insofern steht fest,
  dass es von der Baustelle bei der Stütze 1 aus möglich war,
  Funkverbindung sowohl zu den Verantwortlichen der Seilbahn wie auch zur
  Baulei­tung aufzunehmen.

  
	
   

  
	
  1.5.— Sicherheitsanweisungen betreffend die Materialseilbahn

  
	
   

  
	
  a) Zwischen dem Standort des Baukrans und dem Trassee der Unfallseilbahn
  führte zum Unfallzeitpunkt noch die ausschliesslich für Lastentransporte
  errichtete Materialseilbahn Tierfehd-Kalktrittli vorbei. Der Baukran an der
  Felskrete war denn auch besonders dafür vorgesehen, die Baumaterialien
  umzuladen, welche mit der Mate­rialseilbahn zur Errichtung des neuen Mastes
  für die Bauseilbahn 1 angeliefert wer­den sollten.

  
	
   

  
	
  b) Die Bauleitung hatte mit Bezug auf die Materialseilbahn und den
  Baukran verbindlich angeordnet, wie diese nebeneinander zu operieren hatten.
  Konkret musste der Maschinist der Seilbahn sich über Funk vor jedem
  Lastentransport vom Kranführer bestätigen lassen, dass das Trassee an der
  Baustelle bei der Stütze 1 frei ist.

  
	
   

  
	
  1.6.— Keine Dreh- und Ausladungsbegrenzung am Kran

  
	
   

  
	
  a) Der auf der Unfallbaustelle installierte Turmkran hatte eine Höhe von
  42 Metern; dessen Ausleger mit einer Länge von 24 Metern  reichte
  bis zur Stütze 1 der Seilbahn  und die Kran-Laufkatze konnte in diesem Sektor, wie das
  Unfallgeschehen konkret zeigte, knapp über das Tragseil der Seilbahn hinweg
  ausgefahren werden.

  
	
   

  
	
  b) aa) Zum
  Unfallzeitpunkt war am Kran keine Dreh- und Ausladungsbegren­zung eingebaut.
  Der Turmkran war somit rundum frei drehbar und im Aktionsbereich des Krans
  konnte die Laufkatze am Ausleger uneingeschränkt ausgefahren werden bzw.
  konnten an beliebiger Stelle mit der Kranflasche Lasten ab- und aufgeladen
  werden.

  
	
   

  
	
  bb) Mit der Technologie
  der Dreh- und Ausladungsbegrenzung ist es möglich, innerhalb des Aktionsradius
  eines Krans Bereiche zu definieren, in welche der Kran in der Folge mit
  seinem Ausleger entweder überhaupt nicht mehr hineinschwenken oder aber dort
  zumindest keine Lasten mehr absenken kann, indem entweder die Laufkatze
  überhaupt nicht dahin ausgefahren werden kann oder
  aber an der betreffenden Stelle jedenfalls der Absenkmechanismus blockiert
  ist.

  
	
   

  
	
  c) Der Beschuldigte
  B.______ führte in der Untersuchung aus, es sei vor­gesehen gewesen, beim
  Kran eine Schwenkbegrenzung einzubauen. Allerdings hätten die Sperrbereiche
  überhaupt erst evaluiert werden müssen; dazu habe vorab einmal beobachtet
  werden müssen, wie sich die Seile der Mate­rialseilbahn und der Seilbahn im
  Lichtraumprofil unter Vollbelastung effektiv verhal­ten würden. Die Bedenken
  von B.______ wegen einer mögli­chen Kollision des Kranauslegers mit den
  Seilen der Seilbahn und der Materialseil­bahn bezogen sich indes, wie dessen
  Rechtsvertreter an der Beru­fungsverhandlung darlegte, nicht auf die
  Unglücksstelle bei der Stütze 1, sondern auf einen Bereich weiter
  bergwärts; weil dort die Seile der Bahnen steil anstiegen, sei erkannt
  worden, dass der Kranausleger bei entsprechender Anspan­nung der Seile unter
  Belastung [also während der Fahrt eines Seilbahngefährts] die Seile
  touchieren könnte.

  
	
   

  
	
  d) Der Baukran war nur
  wenige Meter südlich der Materialseilbahn installiert. Der Kran sollte die
  mit der Materialseilbahn angelieferten Baumaterialien vom Abladebereich auf
  den weiter südlich gelegenen Bauplatz der neuen Stütze trans­portieren. Damit
  der Kran den Abladeraum der Materialseilbahn, welcher praktisch an das
  Kranfundament anschloss, bedienen konnte, musste der Kran in nördliche
  Richtung schwenken. In dieser Position reichte dann der Ausleger des Krans
  über die weiter nördlich verankerte Stütze 1 der Seil­bahn hinaus, wobei
  der Ausleger die Stütze 1 sowie das Bahntragseil um mehrere Meter
  überragte. Demgemäss wies der Beschuldigte B.______ darauf hin, dass der
  Kranausleger „automa­tisch auch in den Bereich“ der Seilbahn gelange, wenn
  mit dem Kran eine Last von der Materialseilbahn angeho­ben werde.

  
	
   

  
	
  e) Nach dem Unfallereignis
  wurde am Kran eine Dreh- und Ausladungsbegren­zung eingebaut. Überdies wurden
  auch von Seiten der Bauherrschaft zusätzliche Sicherheitsanordnungen
  getroffen.

  
	
   

  
	
  1.7.— Hubgeschwindigkeit
  des Krans

  
	
   

  
	
  a) Die Kranflasche am
  Hubseil des Unfallkrans wurde mit vierfacher Windung in Betrieb genommen
  (Flaschenzug mit vier Strängen). Bei vierfacher Windung des Hubseils kann der
  Kran Lasten von weniger als drei Tonnen mit einer Geschwindig­keit von
  mindestens 17,5 m/min anheben oder absenken.

  
	
   

  
	
  b) Der Rechtsvertreter des
  Beschuldigten B.______ führte anlässlich der Berufungsverhandlung aus, der
  Unfallkran habe mit einer Hubgeschwindigkeit von 7,5 m/min operiert.
  Diese Darlegung lässt sich allerdings an­hand der in den Akten verfügbaren
  technischen Angaben so nicht erhärten. Ebenso dürfte auch B.______ selber bei
  seiner Befragung vor Obergericht eher von einer zu geringen
  Hubgeschwindigkeit ausgegangen sein, als er die Dauer der ein­zelnen
  Sequenzen des fatalen Kranmanövers zeitlich einschätzte. Immerhin aber ist zu
  bedenken, dass A.______ und W.______ beim Unfallmanöver den am Kranhubseil
  hängenden Abbauhammer nachgerade am Tragseil der Seilbahn vorbeizirkeln
  mussten, weshalb sie die Last unmöglich mit maximaler Senkgeschwindigkeit
  herunterlassen konnten.

  
	
   

  
	
  2.— Rechtliche Ausgangslage 

  
	
   

  
	
  2.1.— a) Gemäss Art. 117 StGB ist strafbar, wer fahrlässig den
  Tod eines Men­schen verursacht. Fahrlässigkeit liegt vor, wenn der Täter die
  Folgen seines Ver­haltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt
  oder darauf nicht Rück­sicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit,
  wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und
  nach seinen persönlichen Verhältnis­sen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3
  StGB).

  
	
   

  
	
  b) Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung setzt somit voraus, dass
  der Täter den Er­folg [dieser im allgemeinen Sprachgebrauch positiv besetzte
  Begriff meint im Strafrecht die Folge des Delikts, hier also die Tötung]
  durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Sorgfaltswidrig ist
  ein Verhalten, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umstände
  sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit bewirkte Gefährdung der
  Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und müssen und wenn er zugleich
  die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat (Trechsel/Jean-Richard, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.],
  Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Auflage,
  Zürich/St. Gallen 2013, N 29 zu Art. 12, mit Hinweisen).

  
	
  Wo besondere Normen
  ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der zu beachtenden
  Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften. Dies schliesst nicht aus,
  dass der Vorwurf der Fahrlässigkeit auch auf allgemeine Rechtsgrundsätze
  gestützt werden kann wie namentlich den allgemeinen Gefahren­satz, wonach
  derjenige, welcher einen Gefahrenzustand schafft, alles Zumutbare tun muss,
  dass die Gefahr zu keiner Verletzung fremder Rechtsgüter führt. Denn
  einerseits begründet nicht jeder Verstoss gegen eine gesetzliche oder für
  bestimmte Tätigkeiten allgemein anerkannte Verhaltensnorm den Vorwurf der
  Fahrlässigkeit, und andererseits kann ein Verhalten sorgfaltswidrig sein,
  auch wenn nicht gegen eine bestimmte Verhaltensnorm verstossen wurde. Die
  Vorsicht, zu der ein Täter verpflichtet ist, wird letztlich durch die
  konkreten Umstände und seine persönlichen Verhältnisse bestimmt, weil
  naturgemäss nicht alle tatsächlichen Gegebenheiten in Vorschriften gefasst
  werden können (BGE 140 II 7 E. 3.4 S. 10; BGE 135 IV
  56 E. 2.1. S. 64; Trechsel/Jean-Richard,
  a.a.O., N 30 zu Art. 12 StGB).

  
	
   

  
	
  2.2.— a) Grundvoraussetzung für das Bestehen einer
  Sorgfaltspflichtverletzung und damit für die Fahrlässigkeitshaftung bildet
  somit die Voraussehbarkeit des Er­folgs. Die zum Erfolg führenden
  Geschehensabläufe müssen für den konkreten Täter mindestens in ihren
  wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Zunächst ist daher stets zu fragen, ob
  der Täter eine Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte voraussehen
  beziehungsweise erkennen können und müssen (BGE 140 II 7
  E. 3.4 S. 10 f.; BGE 135 IV 56 E. 2.1.
  S. 64 f.; sind auch Belegstellen zum Folgen­den).

  
	
   

  
	
  b) Für die Frage der Voraussehbarkeit eines Geschehensablaufs gilt der
  Mass­stab der Adäquanz. Danach muss das Verhalten des Täters geeignet sein,
  nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen
  Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen.
  Die Adä­quanz ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände, wie
  das Mit­verschulden des Opfers beziehungsweise eines Dritten oder Material-
  oder Kon­struktionsfehler, als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin
  nicht gerechnet werden musste. Diese Umstände müssen derart schwer wiegen,
  dass sie als wahr­scheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs
  erscheinen und so alle ande­ren mitverursachenden Faktoren – namentlich das
  Verhalten des Beschuldigten – in den Hintergrund drängen.

  
	
   

  
	
  c) Ist auch die Frage der Adäquanz in Bezug auf die Voraussehbarkeit
  des Geschehensablaufs zu bejahen, so ist abschliessendes Erfordernis für die
  Strafbar­keit des Verhaltens, dass der Erfolg auch vermeidbar war. Geprüft
  wird, ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblieben
  wäre, wobei für die Zurechnung des Erfolgs ausreichend ist, dass das
  Verhalten des Täters mindestens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit
  die Ursache des Erfolgs bildete.

  
	
   

  
	
  d) Ob eine Handlung im Sinne der Adäquanztheorie nach dem gewöhnlichen
  Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, einen
  Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen oder zu begünstigen, muss
  ex ante, d.h. vom Zeitpunkt des Handelns aus, entschieden werden; denn die
  nach­trägliche (bessere) Kenntnis der Zusammenhänge kann nicht darüber
  entscheiden, ob eine Handlung im Zeitpunkt ihrer Vornahme erlaubt oder
  verboten war. Demge­genüber ist die für die Erfolgszurechnung ebenfalls
  wesentliche Frage, aus welcher Gefahr der Erfolg hervorgegangen ist, ob sich
  mithin im Erfolg gerade die vom Täter geschaffene oder gesteigerte Gefahr
  verwirklicht hat, unter Auswertung aller ex post bekannten Umstände zu
  beantworten. Der Erfolg ist dem Täter zuzurechnen, wenn dessen Verhalten
  mindestens mit einem hohen Grad der Wahrscheinlichkeit oder mit an Sicherheit
  grenzender Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bildete (BGE 135
  IV 56 E. 2.2. S. 65).

  
	
   

  
	
  2.3.— Mit Blick auf die Anklage gegen den Beschuldigten B.______ ist
  sodann hinzuzufügen, dass die eben aufgezeigten Grundsätze – insbesondere die
  Vorhersehbarkeit des Erfolgs als Grundvoraussetzung – auch für das unechte
  Unterlassungsdelikt gelten. Steht ein solches zur Diskussion, ist anhand
  eines hypothetischen Kausalzusammenhangs zu prüfen, ob bei Vornahme der
  gebotenen Handlung der Erfolg mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit
  ausgeblieben wäre und ob deren Nichtvornahme für den eingetretenen Erfolg
  adäquat kausal war (Urteil des Bundesgerichts 6B_611/2011 vom 31. Januar
  2012, E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 117 IV 130
  E. 2a S. 133).

  
	
  3.— Beurteilung des Tatverschuldens von A.______

  
	
   

  
	
  3.1.— Die Staatsanwaltschaft sowie die Vorinstanz lasten dem Beschuldigten
  A.______ an, dass er durch das von ihm als Vorarbeiter veranlasste Kranma­növer,
  den Abbauhammer bei der Stütze 1 direkt unter den Tragseilen der
  Seilbahn zu deponieren, eine Gefahrensituation geschaffen habe, was er bei
  pflichtgemässer Sorgfalt hätte erkennen müssen.

  
	
   

  
	
  3.2.— Der Standpunkt von Staatsanwaltschaft und Vorinstanz ist zutreffend.
  A.______ hätte aus den nachfolgenden Gründen bei pflichtgemässer Sorgfalt den
  Geschehensablauf, welcher vorliegend zum Tod des Seilbahnmaschinisten G.______
  geführt hat, erkennen können und müssen:

  
	
   

  
	
  3.2.1.— a) A.______ hatte am Unfalltag in seiner Funktion als
  Vorarbeiter den Auftrag, die Baustelle für den Aufbau eines neuen
  Seilbahnmastes (Bauseil­bahn 1) einzurichten. Zu diesem Zweck ordnete er
  an, den Abbauhammer von sei­nem Lageplatz am Kranfundament mithilfe des Krans
  wegzuschaffen und in nördli­cher Richtung beim Mastsockel der Stütze 1
  der Seilbahn zu deponieren. Für die Wahl des Ablageortes bei der
  Stütze 1 bestand keine zwingende Notwendigkeit. Der Abbauhammer hätte
  auch an eine andere Stelle verbracht werden können; der Platz bei der
  Stütze 1 schien A.______ „einfach am idealsten“ (siehe oben E. II.
  1.3. Bst. a). 

  
	
   

  
	
  b) In der Folge standen A.______ und der Kranführer W.______ am Fuss
  der Seilbahnstütze und schickten sich an, über ihnen den Abbauhammer prak­tisch
  um Handbreite am Seilbahntragseil vorbei herabgleiten zu lassen; effektiv war
  es dann auch so, dass während des Absenkens der Last das Kranseil das
  Tragseil sogar touchierte (oben E. II. 1.3. Bst. c). Spätestens in
  diesem Moment hätte A.______ die Gefährlichkeit des Manövers ins Auge
  springen müssen. Es ist, wenn nicht gar für jedermann, zumindest für eine
  Person mit der beruflichen Erfah­rung von A.______ als langjähriger
  Bauarbeiter und Seilbahnmonteur (oben E. 1.2. Bst. a)
  offensichtlich, dass ein am Tragseil einer Seilbahn streifendes Kran­seil
  eine Gefahr bedeutet, sollte genau in dem Augenblick die Seilbahnkabine vor­beifahren.
  Konkret musste A.______ bedenken, das Kranseil könnte sich am Seilbahngehänge
  verheddern und würde in der Folge von der Seilbahn mitgezogen, so dass
  dadurch – sobald das Kranseil nicht mehr weiter nachgibt bzw. die Kranfla­sche
  unter das Fahrgestell der Seilbahn gerät – die Kabine aus dem Tragseil geho­ben
  und zudem auch der Kran umgerissen werden könnte, mit entsprechend fatalen
  Folgen für das Leben von in der Bahn mitfahrenden Personen sowie der vor Ort
  tätigen Bauarbeiter. Wie A.______ selber unmittelbar nach dem Unfall gegen­über
  der Polizei einräumte, war ihm geläufig, dass an einem Kran gewöhnlich eine
  Drehbegrenzung aktiviert wird, wenn der Kran im Bereich von Leitungen im Ein­satz
  steht. Gerade im Wissen darum aber hätte A.______ erst recht vorsichtig sein
  müssen und dabei das Risiko seines Vor­habens, bei laufendem Seilbahnbetrieb
  den Abbauhammer mithilfe des Krans innerhalb des Trassees der Seilbahn zu
  deponieren, erkennen sollen.

  
	
   

  
	
  c) A.______ konnte sodann auch nicht darauf spekulieren, das Kranseil
  würde von einer vorbeifahrenden Seilbahnkabine auf die Seite abgelenkt. Weil
  näm­lich die Krankatze bis zum Ende des Auslegers ausgefahren war und das
  Kranseil ‑ vom Kranturm aus gesehen ‑ hinter dem Tragseil
  der Seilbahn herabhing bzw. nahezu am Tragseil angelegt war, war für A.______
  erkennbar, dass die Seilbahnkabine das Tragseil nicht einfach seitlich
  wegschieben würde, sondern sich das Kranseil unweigerlich im Fahrwerk der
  Kabine verfangen würde. Indem das Kranseil derart nahe am Seilbahntragseil
  herabhing, scheiterte A.______ schliesslich auch mit seinem letzten
  verzweifelten Versuch, das Kranseil vom Boden aus mit den Händen nach aussen
  am Seilbahngefährt vorbei wegzuschwenken (siehe oben E. II. 1.3.
  Bst. e). 

  
	
   

  
	
  d) Ebenso musste A.______ bewusst sein, dass es bei einem plötzlichen
  Auftauchen der Seilbahn auch nicht möglich sein würde, mit dem Kranausleger
  umgehend wegzudrehen und damit das herabhängende Kranhubseil noch rechtzei­tig
  aus dem Gefahrenbereich zu bringen. Denn weil das Kranhubseil hinter
  dem Seilbahntragseil herabhing, konnte der Kran weder nach links noch nach
  rechts abdrehen, ohne zuvor das Hubseil wieder bis über das Seilbahntragseil
  hinauf eingezogen zu haben.

  
	
   

  
	
  e) Der an der Unfallstelle eingesetzte Kran konnte Lasten mit einer
  Hubge­schwindigkeit von ca. 17,5 m/min anheben oder absenken (siehe oben
  E. II. 1.7. Bst. a). A.______ war sich über die
  Arbeitsgeschwindigkeit des Krans im Kla­ren, stand er doch dabei, als der
  Abbauhammer zunächst mit dem Kranseil hochge­zogen wurde, ehe er sich dann
  zusammen mit dem Kranführer W.______ zum vorgesehenen Abladeplatz beim Masten
  der Seilbahn begab (siehe oben E. II. 1.3. Bst. b). Als er daher
  entschied, den Abbauhammer hinter den Tragseilen der Seil­bahn zu deponieren,
  obwohl er wusste, dass jederzeit mit einer vorbeifahrenden Seilbahn zu rechnen
  war (siehe oben E. II. 1.4. Bst. c), musste ihm bewusst sein, dass
  bei diesem Manöver das Kranhubseil sich für einige Zeit im Lichtraumprofil
  der Seilbahn befinden und damit die Durchfahrt des Seilbahngefährts
  blockieren würde. Es ist hierfür bei optimistischer Einschätzung mit einer
  Zeitspanne von mindestens zwei Minuten zu rechnen (Absenken des Abbauhammers
  ab Tragseilhöhe bis Boden [knapp 10 Meter], Positionieren der Last am Boden,
  Hochziehen des Hub­seils bis auf das Niveau der Tragseile). Gleichzeitig
  konnte A.______ gemäss eigener Darstellung von seinem Standort beim
  Mastsockel aus die Tragseile der Seilbahn bergwärts auf einer Strecke von
  50 Metern einsehen (siehe oben E. II. 1.3. Bst. d; tatsächlich
  allerdings dürfte es eine wesentlich kürzere Strecke gewesen sein). Bei einer
  Fahrgeschwindigkeit von damals 2m/sec (siehe oben E. II. 1.4.
  Bst. b) benötigte die Seilbahn für eine Strecke von 50 Metern rund
  25 Sekunden. Als vormals langjähriger Seilbahnmonteur wusste A.______
  generell um die Betriebsgeschwindigkeiten von Seilbahnen; konkret kannte er
  aber insbesondere auch das Tempo der Unfallbahn, war er doch am Morgen mit
  dieser zur Baustelle hochgefahren. Insofern musste A.______ bei gehöriger
  Vorsicht davon ausgehen, dass es unmöglich sein würde, die Fahrbahn der
  Seilbahn recht­zeitig wieder freizugeben, sollte just während des Absetzens
  des Abbauhammers beim Mastsockel ein Seilbahngefährt den von ihm
  überblickbaren Streckenabschnitt passieren.

  
	
   

  
	
  3.2.2.— a) Wie soeben dargelegt, war das von A.______ angeordnete
  Kranmanöver (Abladen des Abbauhammers unmittelbar bei der Seilbahnstütze,
  obwohl der Seilbahnbetrieb nicht eingestellt war) nach dem gewöhnlichen Lauf
  der Dinge und den Erfahrungen des Lebens objektiv geeignet, den Absturz einer
  heran­nahenden Seilbahnkabine mit tödlichen Folgen für einen mitfahrenden
  Passagier zu bewirken oder jedenfalls zu begünstigen.

  
	
   

  
	
  b) A.______ als langjähriger Bauarbeiter und zudem mit mehrjähriger
  Berufserfahrung auch im Seilbahnbau (siehe oben E. II. 1.2.) wäre in subjektiver
  Hinsicht in der Lage gewesen, den fatalen Geschehensablauf zumindest in
  groben Zügen vorherzusehen. Indem er das Risiko jedoch nicht bedacht und
  insofern ohne Bedenken den Abbauhammer mithilfe des Krans bei der
  Seilbahnstütze deponierte, handelte er pflichtwidrig unvorsichtig (unbewusste
  Fahrlässigkeit; siehe dazu BSK-Niggli/Maeder,
  N 85 zu Art. 12 StGB).

  
	
   

  
	
  3.3.— Vorliegend haben auch nicht Umstände ausserhalb der Verantwortung
  von A.______ in einer Weise zum Unfall beigetragen, dass allein diese Fakto­ren,
  und nicht die von A.______ bewirkte Gefahrensituation, als wahrschein­lichste
  und unmittelbarste Ursache des Unfalltodes von G.______ erscheinen und dabei
  das eben als sorgfaltswidrig erkannte Verhalten von A.______ in den
  Hintergrund drängen würden:

  
	
   

  
	
  a) Es ist erstellt, dass zum Unfallzeitpunkt am Kran weder eine
  Drehbegren­zung noch eine Ausladungsbegrenzung eingebaut war (siehe oben
  E. II. 1.6. Bst. b). Zudem bestanden auch keine Anweisungen zur
  Koordination der Krantätigkeiten mit dem Betrieb der Seilbahn (siehe oben
  E. II. 1.4. Bst. d). Zwar ist gewiss, dass jeden­falls dann, wenn
  der Kran im Bereich der Seilbahnstütze keine Lasten hätte absen­ken können
  (sektorale Ausladungssperre; siehe dazu oben E. II. 1.6.
  Bst. b/bb), der Unfall nicht hätte geschehen können. Ausserdem hätten
  verbindliche Sicherheits­anweisungen zum Betrieb des Krans im Bereich der
  Seilbahn auf jeden Fall bewirkt, dass alle Beteiligten vor Ort betreffend
  mögliche Gefahren sensibilisiert gewesen wären. Dennoch bleibt hier
  festzuhalten, dass A.______ mit seiner Anordnung, den Abbauhammer mithilfe
  des Krans bei der Seilbahnstütze abzulegen, eine derart evidente Gefahren­situation
  herbeigeführt hat, dass er das Risiko seines Vorhabens aufgrund der Um­stände
  sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten ohne weiteres selber hätte erken­nen
  und deshalb davon hätte absehen müssen. Aufgrund der ins Auge springenden
  Offensichtlichkeit der Gefahr kann er sich darum entgegen der Auffassung
  seines Rechtsvertreters  nicht damit exkulpieren, dass am Kran keine
  Ausladungsbegrenzung installiert war und zudem keine klare
  Sicherheitsanweisungen bestanden.

  
	
   

  
	
  b) aa) Der Rechtsvertreter von A.______ führte an der
  Berufungsverhand­lung aus, der Kranführer W.______, welcher das
  risikobehaftete Manöver effektiv ausgeführt hat, sei seinem Mandanten
  überhaupt nicht unterstellt gewesen. Folglich sei A.______ gegenüber W.______
  auch nicht weisungsbefugt gewesen und habe ihm daher nicht vorschreiben
  können, wie er den Kran zu bedienen habe. Somit sei andererseits W.______
  auch nicht verpflichtet gewesen, Anweisungen von A.______ entgegenzunehmen
  und dabei Kranmanöver auszuführen, wel­che der Sicherheit des Betriebs eines
  Krans wider­sprochen hätten. Aber selbst wenn A.______ gegenüber W.______ ein
  Weisungsrecht gehabt hätte, so wäre es an W.______ gelegen, die Ausführung
  des von ihm als „saugefährlich“ erkannten Manövers zu verweigern.

  
	
   

  
	
  bb) W.______ hat in der Untersuchung rund ein Jahr nach dem Unfallereig­nis
  zu Protokoll gegeben, sein unmittelbarer Vorgesetzter auf der Unfallbaustelle
  sei der Bauführer. Es ist in diesem Zusam­menhang zu bemängeln, dass der
  Untersuchungsrichter vor dem Hintergrund der gesamten damaligen
  Ermittlungsergebnisse über die Widersprüchlichkeit dieser Aussage von
  W.______ einfach hinweggegangen ist und sie nicht geklärt hat. Gleichwohl
  steht hier ausser Frage und wurde von A.______ selber mehrmals bestä­tigt,
  dass er auf der Unfallbaustelle als Vorarbeiter eingesetzt war und in dieser
  Funktion am Unfalltag den Auftrag hatte, den Bauplatz einzurichten, damit die
  Beto­nierungsarbeiten für den neuen Seilbahnmast in Angriff genommen werden
  kön­nen (oben E. II. 1.2. und 1.3. Bst. a). Als Vorar­beiter
  aber war A.______ gegenüber den damals auf der Unfallstelle tätigen insge­samt
  drei Arbeitern, darunter auch der Kranführer W.______ (siehe oben E. II.
  1.3. Bst. a), durchaus weisungsbefugt; die drei Arbeiter waren A.______
  zuge­teilt bei der Ausführung des ihm übertragenen Auftrags. Infolgedessen
  hat A.______ die Auswirkung seiner Anweisung, den Abbauhammer mit dem Kran
  zur Seilbahn­stütze hinüber zu verlegen, in strafrechtlicher Hinsicht zu
  vertreten. Der Umstand, dass er von W.______ nicht auf die Gefährlichkeit des
  Kranmanövers hingewie­sen worden ist, vermag ihn ebenfalls nicht zu entlasten,
  wurde doch oben einge­hend dargelegt, dass er die Risikohaftigkeit des
  Manövers selber hätte erken­nen können und müssen.

  
	
   

  
	
  c) An der Fahrlässigkeitshaftung von A.______ ändert ebenso wenig der
  Umstand etwas, dass der Maschinist an der Bergstation das Seilbahngefährt wäh­rend
  der verhängnisvollen Talfahrt nicht ununterbrochen überwacht hat bzw. dass
  der tödlich verunglückte G.______ kein Funkge­rät auf sich trug und während
  der Fahrt in der Kabine die Gefahrenlage mutmasslich zu spät erkannt hat und
  daher nicht mehr rechtzeitig die Notbremse hat ziehen kön­nen. Der Absturz
  der Seilbahnkabine wurde durch das fatale Kranmanöver bewirkt, welches von
  A.______ angeordnet worden war. Er hat vor Ort zusammen mit dem Kranführer
  W.______ eine offenkundige Gefahrensituation geschaffen; im Unfalltod von
  G.______ hat sich in der Folge das sorgfaltswidrig und damit uner­laubt
  herbeigeführte Risiko verwirklicht. Weil er die Gefahr geschaffen hat, kann
  er sich daher nicht darauf berufen, bei erhöhter Vorsicht anderer wäre es
  nicht zum Unfall gekommen. Damit ist zugleich auch erklärt, dass allfällige
  Aufmerksamkeits­defizite der Bahnangestellten nicht als vordringliche
  Unfallursache erscheinen, wel­che das Fehlverhalten von A.______ in den
  Hintergrund drängen würde.

  
	
   

  
	
  d) Bereits in den obigen Erwägungen zum Sachverhalt wurde schliesslich
  dar­gelegt, dass die am Unfalltag defekte Funksteuerung an der Seilbahn
  keinen kau­salen Einfluss auf das Unfallgeschehen hatte.

  
	
   

  
	
  3.4.— Das Unfallereignis, welches zum Ableben von G.______ geführt hat,
  wäre bei sorgfaltsgemässem Verhalten von A.______ vermeidbar gewesen.

  
	
   

  
	
  a) Vorab hätte das Unglück verhindert werden können, wenn A.______ sich
  entschieden hätte, den Abbauhammer an einem anderen Ort als bei der Seil­bahnstütze
  zu deponieren. Dass dazu eine Möglichkeit bestanden hätte, räumte er in der
  Untersuchung selber ein (siehe oben E. II. 1.3. Bst. a).

  
	
   

  
	
  b) Indes ist die Entscheidung von A.______, den Abbauhammer bei der
  Seilbahnstütze abzulegen, weil ihm dieser Platz „einfach am idealsten“
  erschien (siehe oben E. II. 1.3. Bst. a), nicht von Grund auf als
  waghalsig zu bezeichnen. Nur hätte er zuvor die ihm möglichen Massnahmen
  treffen müssen, um zu verhindern, dass es zu einer Kollision mit der Seilbahn
  kom­mt. Zunächst hätte er vom Kranfüh­rer verlangen müssen, dass er sich für
  die Ausführung des betreffenden Kranmanö­vers in den Führerstand auf dem Kran
  be­gibt, von wo aus er das Seilbahntrassee auf einer erheblich grösseren
  Distanz als vom Boden aus hätte überblicken können (siehe oben E. II.
  1.3. Bst. d). Der Kranführer hätte diesfalls eine drohende Kolli­sionsgefahr
  frühzeitig erkennen und die Gefahrenlage noch rechtzeitig abwenden können. Im
  Übrigen aber hätte auch A.______ selber im Gelände sich eine kurze Strecke in
  nördliche Richtung be­geben können, wo er freie Sicht bis zur Berg­station
  der Seilbahn gehabt und sich so hätte vergewissern können, dass die Fahr­spur
  der Bahn für die Dauer des vorgesehenen Ablademanövers bei der Seilbahn­stütze
  frei bleiben würde (siehe oben E. II. 1.3. Bst. d). Vor allem aber
  wäre der Unfall vermeidbar gewesen, wenn A.______ über Funk (siehe oben
  E. II. 1.4. Bst. e) mit den Ver­antwortlichen der Seilbahn Kontakt
  aufgenommen und sicherge­stellt hätte, dass für die Dauer des Abladens des
  Abbauhammers bei der Seilbahn­stütze die Seilbahn überhaupt nicht in Betrieb
  genommen wird.

  
	
   

  
	
  3.5.— Schuldausschliessungs- oder Rechtfertigungsgründe sind in Bezug auf
  das angeklagte Verhalten von A.______ keine ersichtlich.

  
	
   

  
	
  3.6.— Aus alldem ergibt sich somit in Übereinstimmung mit der Vorinstanz,
  dass der Beschuldigte A.______ sich der fahrlässigen Tötung im Sinne von
  Art. 117 StGB schuldig gemacht hat. Die Berufung von A.______ ist daher
  in diesem Punkt abzuweisen.

  
	
   

  
	
  4.— Beurteilung des Tatverschuldens von B.______

  
	
   

  
	
  4.1.— B.______ wird in der Anklage vorgeworfen, er hätte vor der Inbe­triebnahme
  des Krans dafür besorgt sein müssen, dass am Kran eine Drehbegren­zung
  angebracht werde; hierzu wäre er speziell nach Massgabe von Art. 4
  Abs. 3 und Abs. 4 der Kranverordnung verpflichtet gewesen.
  Zumindest aber hätte er den Vorarbeiter A.______ und den Kranführer W.______
  auf die mögliche Kolli­sionsgefahr mit der Seilbahn aufmerksam machen müssen.
  Ausserdem hätte er im Rahmen der ihm gemäss Art. 9 der Verordnung über
  die Unfallverhütung obliegen­den Koordinationspflichten die Verantwortlichen
  der Seilbahn auf die Inbetrieb­nahme des Baukrans im Bereich der Seilbahn
  hinweisen müssen. Auf­grund seiner Ausbildung als Bauführer sei er in der
  Lage gewesen, die in Frage ste­henden Risi­ken und Zusammenhänge zu erkennen
  und entsprechende Vorsichts­massnahmen zu treffen. Indem er dies
  pflichtwidrig unvorsichtig unterlassen habe, habe er sich der fahrlässigen
  Tötung im Sinne von Art. 117 StGB strafbar gemacht. Die Vorinstanz übernahm
  im an­gefochtenen Entscheid im Ergebnis den Standpunkt der Anklage. Die
  Sorgfaltswid­rigkeit von B.______ erkannte sie im Wesentlichen darin, dass er
  nicht sichergestellt habe, dass am Kran noch vor der Inbetriebnahme eine
  Schwenkbegrenzung einge­baut wird, nachdem während der Installation des Krans
  die Notwendigkeit einer Drehbegrenzung erkennbar geworden sei.

  
	
   

  
	
  4.2.— a) Pflichtwidrig unvorsichtig – und damit fahrlässig –
  handelt, wer die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach
  seinen persönli­chen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3
  StGB). Als Rechtsquelle der gebotenen Sorgfaltspflicht sind insbesondere
  einschlägige Normen von Bedeutung, die ein bestimmtes Verhalten gebieten. In
  einem solchen Fall bestimmt sich das Mass der zu beachtenden Sorgfalt in
  erster Linie nach diesen Vorschriften (Trechsel/Jean-Richard,
  a.a.O., N 30 zu Art. 12 StGB; siehe sodann oben E. II. 2.1.
  Bst. b).

  
	
   

  
	
  b) Als sachbezogene Bestimmungen sind vorliegend zu beachten:

  
	
   

  
	
  Art. 4
  Abs. 3 und Abs. 4 der Kranverordnung (SR 832.312.15):

  
	
   

  
	
  3 Bevor Krane in der Nähe Strom führender
  blanker elektrischer Leiter oder von Bahnanlagen verwendet werden, sind mit
  den Leitungseigentümern oder den Bahngesellschaften die zu treffenden
  zusätzlichen Schutzmass­nahmen zu vereinbaren. Können sich die Beteiligten
  nicht einigen, so ist das Durchführungsorgan zu informieren.

  
	
   

  
	
  4 Ist der Aktionsbereich von Kranen durch
  Hindernisse eingeschränkt, sind Schutzmassnahmen zur Verhinderung von
  Kollisionen zu treffen.

  
	
   

  
	
  Art. 7 der
  Kranverordnung:

  
	
   

  
	
  Wer sich den Kran von einem
  Drittunternehmen zur Verfügung stellen lässt, ist dafür verantwortlich, dass
  die Bestimmungen dieser Verordnung eingehalten werden, sofern die
  betreffenden Unternehmen nicht schriftlich etwas Abweichendes vereinbaren.

  
	
   

  
	
  Art. 9 Abs. 1
  der Verordnung über die Unfallverhütung, VUV (SR 832.30):

  
	
   

  
	
  1 Sind an einem Arbeitsplatz Arbeitnehmer
  mehrerer Betriebe tätig, so haben deren Arbeitgeber die zur Wahrung der
  Arbeitssicherheit erforderli­chen Absprachen zu treffen und die notwendigen
  Massnahmen anzuord­nen. Sie haben sich gegenseitig und ihre jeweiligen
  Arbeitnehmer über die Gefahren und die Massnahmen zu deren Behebung zu
  informieren.

  
	
   

  
	
  c) B.______ war in seiner Funktion als Bauführer verantwortlich für die
  Baustelle, auf der sich der Seilbahnunfall zutrug (siehe oben E. II.
  1.1. Bst. a). Von daher war er insbesondere auch für die Einhaltung der
  massgeblichen Sicherheits­vorgaben zuständig. Es steht dabei ausser Frage,
  dass er aufgrund seiner Ausbil­dung als Bauführer die vorgenannten
  Schutzbestimmungen kennen musste; dem­nach war ihm auch bekannt, dass er im
  Lichte von Art. 7 der Kranverordnung kon­kret die Verantwortung für
  einen sicheren Betrieb des hier angemieteten Baukrans (siehe oben E. I.
  1. Bst. c) trug. Gemäss den Untersuchungsergebnissen steht je­doch fest,
  dass zum einen die am Unfallmorgen erfolgte Aufnahme des Kranbe­triebs nicht
  mit den Verantwortlichen der Seilbahn abgesprochen war (siehe oben
  E. II. 1.4. Bst. d/bb). Zum anderen war am Kran auch keine Dreh-
  bzw. Ausladungs­begrenzung angebracht; dadurch konnte der Kran – wie sich
  beim Unfall schicksal­haft zeigte – in den Bereich der Seilbahnstütze drehen
  und dort innerhalb des Seil­bahntrassees Lasten ablassen (siehe oben
  E. II. 1.6. Bst. b/aa).

  
	
   

  
	
  d) aa) B.______ wies in der Untersuchung allerdings zutreffend
  darauf hin, dass es nicht dienlich gewesen wäre, am Kran eine Drehbegrenzung
  in der Weise vorzusehen, dass der Kranausleger nicht mehr in Richtung der
  Seilbahnstütze hätte drehen können. Denn in diesem Fall hätte der Kran den
  Abladeplatz der Mate­rial­seilbahn, welcher sich vom Kranturm aus gesehen in
  der Flucht zur Seilbahn­stütze befand, gar nicht bedienen können (siehe oben
  E. II. 1.6. Bst. d). Im Übrigen barg allein der Umstand, dass das
  Ende des Kranauslegers während eines Güter­um­schlags bei der
  Materialseilbahn bis zur Stütze der Seilbahn reichte, noch keine Kol­lisionsgefahr
  in sich, überragte doch der Ausleger die Stütze in der Vertikalen um mehrere
  Meter (siehe oben E. II. 1.6. Bst. d).

  
	
   

  
	
  bb) Dass der Ausleger des Krans mit einer Länge von 24 Metern konzipiert
  war, hatte seine Bewandtnis darin, dass es nur mit diesem Ausmass möglich
  war, den äussersten Bereich der Baustelle für die Errichtung des neuen Mastes
  zu bedienen. Dies aber hatte umgekehrt zur Folge, dass der Ausleger auf der
  der Baustelle ab­gewandten Seite bis in das Profil der Seilbahn hineinragen
  konnte. Immerhin aber wäre es möglich gewesen, das Ausfahren der Laufkatze
  insoweit zu begrenzen, dass der Kran jedenfalls im Bereich der Seilbahnstütze
  keine Lasten hätte absenken können (sektorale Ausla­dungssperre; siehe dazu
  oben E. II. 1.6. Bst. b/bb).

  
	
   

  
	
  e) Wäre daher B.______ als für die Sicherheit auf der Baustelle verant­wortlicher
  Bauführer darauf bedacht gewesen, dass vor Inbetriebnahme des Krans an diesem
  zumindest eine entsprechend begrenzte Ausladungssperre installiert worden
  wäre, hätte für A.______ und W.______ überhaupt keine Möglich­keit bestanden,
  den Abbauhammer mithilfe des Krans beim Sockel der Seilbahn­stütze abzulegen.
  Denn es hätte bei einer Positionierung des Kranauslegers in Richtung
  Seilbahnstütze die Laufkatze gar nicht bis dahin ausgefahren werden kön­nen.

  
	
   

  
	
  f) Letztlich bleibt zu bemerken, dass am Unglückstag überhaupt kein
  Sicher­heitskonzept vorlag, welches speziell auch auf den Betrieb des Krans
  in nächster Nähe zur Seilbahn ausgerichtet war. Während nämlich die
  Bauleitung noch vor Inbetriebnahme des Krans Massnahmen festgelegt hatte, wie
  der Kran und die Materialseilbahn gefahrlos nebeneinander zu betreiben
  waren (siehe dazu oben E. II. 1.5.), so bestanden in Bezug auf die
  entferntere, aber ebenfalls noch im Schwenkbereich des Krans verlaufende
  Seilbahn keinerlei Anweisungen. B.______ kann das Unterbleiben dieser
  Vorkehrungen nicht damit rechtfertigen, dass der Kran im Profil der Seilbahn
  „eigentlich nichts zu suchen“ gehabt habe (siehe dazu oben E. II. 1.4.
  Bst. d/aa). Gerade weil aus Sicht der Bauleitung keine Veran­lassung
  bestand, mit dem Kran im Bereich der Seilbahn zu operieren, wäre es zu­mindest
  erforderlich gewesen, dies gegenüber den Bauarbeitern vor Ort explizit zu
  kommu­nizieren und hierbei dem Vorarbeiter A.______ und dem Kranführer
  W.______ insbesondere zu verordnen, keine am Kran angehängten Lasten in
  Richtung Seilbahntrassee zu schwenken und schon gar nicht, dort Lasten
  abzusen­ken. Ein wirksames und vollständiges Sicherheitskonzept, wie es im
  Sinne von Art. 4 Abs. 3 und Abs. 4 der Kranverordnung beim Betrieb
  eines Krans verlangt wird, hätte vorausgesetzt, dass hinsichtlich aller
  Leitungen innerhalb des Aktionsra­dius des Krans vorbeugende Massnahmen zur
  Verhinderung einer Kollision getrof­fen wer­den. Erforderlich wäre dabei
  gewesen, die Inbetriebnahme des Krans mit den Betreibern der Seilbahn
  vorgängig abzusprechen und hierbei insbesondere auch die Kommunikation
  (Funkverbindung) zwischen den Verantwortlichen der Seil­bahn und den
  Bauarbeitern vor Ort sicherzustellen. Endlich wäre auch notwendig gewesen,
  vor Ort auf der Baustelle, konkrete Verhaltensregeln für alle Beteiligten in
  Bezug auf den Umgang mit dem Kran verbindlich festzulegen.

  
	
   

  
	
  g) Es bedeutete daher eine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit des
  verantwortlichen Bauführers B.______, dass er vor Inbetriebnahme des Krans
  kein Sicherheits­konzept im eben dargelegten Sinne entworfen und speziell
  nicht wenigstens ein­deutige Sicherheitsanweisungen in Bezug auf die Seilbahn
  erlassen hatte. Diese Massnahme wäre in der Perspektive von Art. 4
  Abs. 3 und Abs. 4 der Kranverord­nung auf jeden Fall geboten
  gewesen. Hätte B.______ kategorisch bestimmt, der Kran dürfe unter keinen
  Umständen im Bereich der Seilbahn operieren, wären A.______ und W.______ vor
  Ort hinsichtlich einer möglichen Kollisionsge­fahr mit der Seilbahn
  sensibilisiert gewesen. Wäre ihnen das Trassee der Seilbahn sozusagen als
  Tabuzone befohlen worden, so ist mit an Sicherheit grenzender
  Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie den Platz bei der
  Seilbahnstütze von vornherein nicht in Betracht gezogen hätten, um an dieser
  Stelle mithilfe des Krans den Abbauhammer zu deponieren. Bei dieser Sachlage
  ist demnach der Risi­kozusammenhang zwischen dem sorgfaltswidrigen Verhalten
  von B.______ (unterlassene Sicherheitsanweisungen) und dem eingetretenen
  Unglück offensicht­lich; hätte B.______ wenigstens nur schon befohlen, dass
  Kranmanöver im Bereich des Seilbahntrassees verboten seien, so hätte sich der
  Unfall mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zugetragen.

  
	
   

  
	
  h) Selbst wenn für B.______ der genaue Ablauf, wie er vorliegend zum
  Unfall geführt hat, nicht vorhersehbar war, so ändert dies nichts an seiner
  strafrecht­lichen Verantwortlichkeit. Es ist nämlich im Anwendungsbereich der
  oben darge­legten Sicherheitsbestimmungen für die Strafbarkeit von B.______
  unerheblich, ob er konkret hätte erahnen müssen, dass A.______ und W.______
  auf die kühne Idee kommen würden, mit dem Kran den Abbauhammer trotz
  laufendem Seilbahnbetrieb innerhalb des Bahntrasses zu deponieren. Die
  Sicherheitsbestim­mungen verlangen vom verantwortlichen Bauführer, dass beim
  Einsatz eines Krans im Bereich einer Seilbahn generell Schutzmassnahmen zur
  Vermeidung einer Kolli­sion zu treffen sind. Die Notwendigkeit zum Erlass von
  Schutzvorkehrungen zur Kollisionsvermeidung hängt dabei nicht davon ab, ob
  sich die hierfür zuständige Person im Einzelnen vorstellen kann, wie genau
  sich eine mögliche Kollision abspielen könnte. Ausschlaggebend für die
  Verpflichtung zur Anordnung präventiver Schritte ist bereits der Umstand,
  dass der Kran in das Profil einer Seil­bahn hinein­ragt und damit offenkundig
  ist, dass eine Kollision möglich ist. Wenn immer sich da­her der
  Aktionsradius eines Krans mit dem Profil einer Seilbahn über­schneidet, liegt
  per se eine erkennbare Gefahrenlage vor, welche Schutzmassnah­men
  erforderlich macht. Wird in dieser Situation die Verantwortung zur Risikover­meidung
  nicht wahr­genommen, liegt eine durch Unterlassung begangene strafbare
  pflichtwidrige Unvorsichtigkeit vor. Entscheidend ist dabei einzig und
  allein, dass die Kollisions­gefahr an sich vorhersehbar war; es kommt
  dabei nicht darauf an, ob ebenso das aufgrund der unterlassenen
  Sicherheitsvorkehrungen konkret abgelau­fene Unfallge­schehen erkennbar war.

  
	
   

  
	
  4.3.— In Bezug auf den Anklagesachverhalt, welcher vorliegend B.______
  angelastet wird, liegen keine Schuldausschliessungs- oder
  Rechtfertigungsgründe vor.

  
	
   

  
	
  4.4.— Diesen Ausführungen zufolge ist der erstinstanzlich gegenüber
  B.______ ergangene Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung im Sinne von
  Art. 117 StGB zu bestätigen. Es ist hierzu ergänzend auch auf die
  Ausführungen der Vor­instanz im angefochtenen Entscheid zu verweisen. Dies
  führt in diesem Punkt zur Abweisung der Berufung von B.______.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  Strafzumessung

  
	
   

  
	
  1.—          Strafe gegenüber A.______

  
	
   

  
	
  1.1.— a) Wer im Sinne von Art. 117 StGB fahrlässig den Tod
  eines Menschen verursacht, wird mit einer Freiheitsstrafe von in der Regel
  sechs Monaten bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe von einem bis zu
  360 Tagessätzen bestraft (Art. 34 Abs. 1 und Art. 40
  StGB). Wird der Vollzug der Strafe unter Ansetzung einer Probe­zeit aufgeschoben,
  kann die bedingte Strafe mit einer Busse bis zu Fr. 10‘000.‑ ver­bunden
  werden, bei deren Nichtbezahlung eine Ersatzfreiheitsstrafe zu verbüssen ist
  (Art. 42 Abs. 4 in Verbindung mit Art. 106 StGB).

  
	
   

  
	
  b) Vorliegend hat die Staatsanwaltschaft kein Rechtsmittel gegen die
  erstin­stanzliche Strafzumessung ergriffen. Infolgedessen darf das
  Obergericht die von der Vorinstanz in Bezug auf den Beschuldigten A.______
  festgelegte bedingte Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je Fr. 120.‑
  zuzüglich einer Busse von Fr. 500.‑ nicht verschärfen
  (Art. 391 Abs. 2 StPO). Innerhalb der aufgezeigten Bandbreite ist
  die konkret auszufällende Strafe nach dem Ver­schulden des Beschuldigten zu
  bemessen; hierbei sind die Beweg­gründe, das Vor­leben und die persönlichen
  Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Beschuldigten zu
  berücksichtigen (Art. 47 Abs. 1 StGB und Art. 106 Abs. 3
  StGB). 

  
	
   

  
	
  1.2.— a) Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid die persönlichen
  Verhältnisse sowie das Vorleben des Beschuldigten unter Berücksichtigung der
  vorhandenen Akten zutreffend beschrieben. Es kann daher an dieser Stelle
  vollumfänglich auf die entsprechenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid
  verwiesen werden, zumal der Beschuldigte selber anlässlich der
  Berufungsverhandlung erklärt hat, dass sich in der Zwischenzeit nichts
  verändert habe.

  
	
   

  
	
  b) Das Verschulden des Beschuldigten wiegt erheblich. Das von ihm
  angeord­nete und in der Folge zusammen mit dem Kranführer W.______ umgesetzte
  Vorhaben, mit dem Kran den Abbauhammer unmittelbar bei der Seilbahnstütze zu
  deponieren, ist aufgrund der gesamten Umstände als leichtfertig und verwegen
  zu taxieren. Obschon er nämlich von seinem damals eingenommenen Standort bei
  der Seilbahnstütze aus das Trassee der Seilbahn bergwärts nur wenige Meter
  weit überblicken konnte und er überdies damit rechnen musste, dass jederzeit
  die Seil­bahnkabine herannahen könnte, liess er dennoch den Abbauhammer
  unmittelbar neben dem Seilbahntragseil absenken. Er handelte dabei sozusagen
  im blinden Vertrauen darauf, es würde schon nichts geschehen. Fatalerweise
  hat er sich darin geirrt. Dadurch, dass er das naheliegende und akute
  Kollisionsrisiko ganz offen­sichtlich nicht bedachte und er jede Vorsicht
  ausser Acht liess, lag seinem Verhalten eine ziemliche Gleichgültigkeit, wenn
  nicht gar Rücksichtslosigkeit zugrunde. Dies fällt verschuldensmässig stark
  ins Gewicht. Zur Entlas­tung des Beschuldigten ist aber immerhin anzufügen,
  dass auf Baustellen regelmässig eine nicht unerhebliche Hektik herrscht und
  die Bauarbeiter bei der Arbeitserledigung unter enormem Zeit­druck stehen.
  Kommt hinzu, dass die vorliegende Baustelle unmittel­bar an einem Felsgrat
  extrem exponiert war; es war wenig Platz vorhanden und die Arbeiter vor Ort
  hatten bei ihrer anspruchsvollen Tätigkeit permanent auch auf sich selber
  acht­zugeben, um nicht zu verunfallen.

  
	
   

  
	
  c) Hier konkret strafmindernd zu berücksichtigen ist die insgesamt
  lange Ver­fahrensdauer seit der Deliktsverübung, worin im Ergebnis ein
  Verstoss gegen das Beschleunigungsgebot gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK
  bzw. Art. 29 Abs. 1 BV liegt.

  
	
   

  
	
  d) Zusätzliche Strafminderungsgründe liegen keine vor. Es sind überdies
  auch keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche beim Beschuldigten auf eine
  besondere Strafempfindlichkeit hinweisen würden.

  
	
   

  
	
  1.3.— Aufgrund der dargelegten Strafzumessungselemente erscheint eine Geld­strafe
  in der bereits erstinstanzlich ausgesprochenen Höhe von 50 Tages­sätzen als
  dem Verschulden, den persönlichen Verhältnissen sowie der Straf­emp­findlichkeit
  des Beschuldigten angemessen. In Über­einstimmung mit der Vor­instanz ist die
  Tagessatzhöhe bei der Geldstrafe auf Fr. 120.‑ festzulegen, zumal
  der Beschuldigte selber an der Berufungsverhandlung gegen die entsprechende
  Berechnung nichts eingewendet und die Verdienstanga­ben im erst­instanzlichen
  Entscheid als nach wie vor gültig bestätigt hat.

  
	
   

  
	
  1.4.— a) Wie bereits die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, kann
  dem Beschuldigten im Lichte von Art. 42 Abs. 1 StGB der bedingte
  Strafvollzug eingeräumt werden. Dabei ist gestützt auf Art. 44
  Abs. 1 StGB die Probezeit ebenso im Einklang mit der Vorinstanz auf zwei
  Jahre zu befristen.

  
	
   

  
	
  b) In Bezug auf die Verbindungsbusse von hier Fr. 500.‑ ist
  als Umwandlungs­schlüssel für die Bemessung der Ersatzfreiheitsstrafe im
  Falle der Nichtbezahlung der Busse (Art. 106 Abs. 2 StGB) die bei
  der Geldstrafe ermittelte Tagessatzhöhe von Fr. 120.‑ heran­zuziehen,
  indem der Betrag der Verbindungsbusse durch jene dividiert wird (BGE 134
  IV 60 E. 7.3.3 S. 75 ff.). Dies ergibt im Ergebnis, dass
  der Beschuldigte eine Ersatzfreiheitsstrafe von vier Tagen [nicht fünf Tage,
  wie von der Vorinstanz festgesetzt] zu gewärtigen hätte, sollte er die Busse
  schuldhaft nicht begleichen.

  
	
   

  
	
  1.5.— Nachdem im Übrigen der Beschuldigte A.______ an der Berufungs­verhandlung
  keine konkreten Einwendungen gegenüber der vorinstanzli­chen Bemessung der
  Strafe erhoben hat, ist zusammenfassend festzuhalten, dass das angefochtene
  Urteil im Strafpunkt zu bestätigen ist, abgesehen von einer geringfü­gigen
  Korrektur bei der Ersatzfreiheitsstrafe.

  
	
   

  
	
  2.—          Strafe gegenüber B.______

  
	
   

  
	
  2.1.— a) Der Beschuldigte B.______ hat sich ebenfalls der
  fahrlässigen Tötung im Sinne von Art. 117 StGB schuldig gemacht, weshalb
  er der gleichen abs­trakten Strafandrohung unterliegt wie A.______ (siehe
  dazu oben E. III. 1.1.).

  
	
   

  
	
  b) Die Vorinstanz hat den Beschuldigten B.______ im Zusatz zu einer Vor­strafe
  zu einer bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je Fr. 180.‑
  sowie einer Verbindungsbusse von Fr. 900.‑ verurteilt. Die
  Staatsanwaltschaft hat hiergegen kein Rechtsmittel ergriffen, was eine
  strengere Bestrafung ausschliesst (Art. 391 Abs. 2 StPO), wenn
  nachfolgend nun das Oberge­richt die Strafe nach dem konkreten Verschulden
  des Beschuldigten unter Berück­sichtigung seiner Beweg­gründe, seines
  Vorlebens und seiner persönlichen Verhält­nisse sowie der Wirkung der Strafe
  auf sein Leben festzusetzen hat (Art. 47 Abs. 1 StGB und
  Art. 106 Abs. 3 StGB). 

  
	
   

  
	
  2.2.— a) Mit Bezug auf die persönlichen Verhältnisse und das
  Vorleben des Beschuldigten B.______ kann auf die Angaben im angefochtenen
  Entscheid verwiesen werden. Gemäss Erklärung des Be­schuldigten vor
  Obergericht ist seine persönliche Situation nach wie vor dieselbe.

  
	
   

  
	
  b) Entgegen der Auffassung der Vorinstanz wiegt das Verschulden des Be­schuldigten
  B.______ im Vergleich zu demjenigen des Mitbeschuldigten A.______ nicht
  schwerer. Dessen Verschulden ist andererseits aber auch nicht geringer. Ihm
  ist unter dem Verschuldensgesichtspunkt anzulasten, dass er es trotz der
  exponierten und gefahrenträchtigen Lage der Baustelle in nächster Nähe zu
  einer Personenseilbahn versäumt hat, ein klares Sicherheitskonzept zu
  erstellen, bevor der Baukran in Betrieb genommen wurde. Sein Standpunkt, der
  Kran habe im Bereich der Seilbahn gar nichts zu suchen gehabt, weshalb in
  dieser Hin­sicht keine Sicherheitsanweisungen notwendig gewesen seien,
  gründet auf einer tadelnswerten Sorglosigkeit. Allein schon aufgrund der
  Tatsache, dass sich der Radius des Krans mit der Seilbahnachse überschnitt,
  musste dem Beschuldigten B.______ namentlich auch im Lichte der weiter vorne
  erwähnten einschlägigen Schutznormen (siehe oben E. II. 4.2.
  Bst. b) klar geworden sein, dass prä­ventive Massnahmen notwendig sein
  würden, um mögliche Gefahren abzuwenden. Darüber hat er sich hinweggesetzt,
  wobei er letztlich ähnlich leichtfertig handelte wie A.______ bei seinem
  fatalen Kranmanöver, indem er ebenfalls darauf ver­traute, es werde nichts
  geschehen.

  
	
   

  
	
  c) Strafmindernd zu berücksichtigen ist die insgesamt lange
  Verfahrensdauer seit der Deliktsverübung, worin im Ergebnis ein Verstoss
  gegen das Beschleuni­gungsgebot gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK bzw.
  Art. 29 Abs. 1 BV liegt.

  
	
   

  
	
  d) Zusätzliche Strafminderungsgründe liegen keine vor. Es sind überdies
  auch keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche beim Beschuldigten auf eine
  besondere Strafempfindlichkeit hinweisen würden.

  
	
   

  
	
  2.3.— Bei einer Gesamtwürdigung der dargelegten Strafzumessungsfaktoren
  erscheint eine Geld­strafe von 50 Tagessätzen in Verbindung mit einer
  Busse von Fr. 900.‑ als angemessen. Dies bedeutet gegenüber dem
  vorinstanzlichen Ent­scheid eine Reduktion der Strafe um 30 Tagessätze,
  was mit Blick auf die gegen­über dem Mitbeschuldigten A.______ ausgesprochene
  Geldstrafe von eben­falls 50 Tagessätzen in Anbetracht der durchaus
  vergleichbaren Verschuldenslage gerechtfertigt ist. Sodann ist, hierin
  wiederum in Über­einstimmung mit der Vor­instanz, die Höhe des einzelnen
  Tagessatzes auf Fr. 180.‑ zu bemessen, zumal der Beschuldigte
  selber an der Berufungsverhandlung gegen die entsprechende Berechnung keine
  Einwendungen vorgebracht und sich überdies sein Einkommen seit der
  erstinstanzlichen Verhandlung gemäss eige­nen Angaben nicht verändert hat.

  
	
   

  
	
  2.4.— a) Bereits die Vorinstanz hat in Anwendung von Art. 42
  Abs. 1 StGB und Art. 44 Abs. 1 StGB dem Beschuldigten zu Recht
  den bedingten Strafvollzug ge­währt bei einer minimalen Probezeit von zwei
  Jahren. Darauf kann hier verwiesen werden. 

  
	
   

  
	
  b) Für den Fall, dass der Beschuldigte die Verbindungsbusse von
  Fr. 900.‑ schuldhaft nicht bezahlen sollte, wird gestützt auf
  Art. 106 Abs. 2 StGB eine unbe­dingt vollziehbare
  Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen festgesetzt (siehe dazu BGE 134 IV
  60 E. 7.3.3 S. 75 ff.).

  
	
   

  
	
  2.5.— Als Ergebnis ist damit festzuhalten, dass das erstinstanzliche
  Urteil im Sinne einer teilweisen Gutheissung der Berufung in Bezug auf den
  Strafpunkt zu ändern ist, indem der Beschuldigte B.______ zu einer tieferen
  Geldstrafe von noch 50 Tagessätzen zu Fr. 180.‑ zu
  verurteilen ist. Wie bereits im angefochtenen Entscheid ist sodann die Geldstrafe
  mit einer Busse im Betrag von Fr. 900.‑ zu ver­knüpfen. 

  
	
   

  
	
  IV.

  
	
  Zivilansprüche

  
	
   

  
	
  1.— Zivilforderung der XY.______
  Versicherungen AG

  
	
   

  
	
  1.1.— Die XY.______ Versicherungen AG macht im vorliegenden Strafprozess
  adhä­sionsweise einen Schadenersatzanspruch von Fr. 540‘319.25 geltend,
  resultierend aus den Kosten für die Reparatur der beim Unfall beschädigten
  Seilbahn. Die Vorinstanz hat in Dispositiv-Ziff. 10 des hier
  angefochtenen Ent­scheids die Beschuldigten A.______ und B.______ unter
  solidarischer Haftbarkeit zur Bezahlung von Schadenersatz in verlangter Höhe
  an die XY.______ Versi­cherungen AG ver­pflichtet. Beide Beschuldigten
  beantragen in ihrer Berufung, es sei die Forderungsklage der XY.______
  Versicherungen AG abzuweisen bzw. eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen
  (siehe dazu die eingangs aufge­führten Parteianträge).

  
	
   

  
	
  1.2.— a) Gemäss Art. 122 Abs. 1 StPO kann die geschädigte
  Person zivilrecht­liche Ansprüche aus der Straftat als Privatklägerschaft
  adhäsionsweise im Strafver­fahren geltend machen. Zur Adhäsionsklage
  legitimiert ist demnach, wer durch die Straftat in seinen Rechten unmittelbar
  verletzt worden und damit berechtigt ist, sich im Strafverfahren als
  Privatklägerschaft zu konstituieren (siehe Art. 115 Abs. 1 in Ver­bindung
  mit Art. 118 StPO; siehe dazu BSK-Dolge,
  N 51 zu Art. 122 StPO).

  
	
   

  
	
  b) Gleich wie im gewöhnlichen Zivilprozess hat das Gericht auch im
  Adhäsions­prozess von Amtes wegen zu prüfen, ob die Prozessvoraussetzungen
  zur Behand­lung einer Forderungsklage erfüllt sind. Zu den
  Prozessvoraussetzungen gehört namentlich, dass die Klagelegitimation des
  Adhäsionsklägers, d.h. dessen Geschä­digtenstellung im Sinne von
  Art. 122 Abs. 1 StPO, gegeben ist (BSK-Dolge, N 18 f. zu Art. 122 StPO).

  
	
   

  
	
  c) Im Rahmen eines Strafverfahrens kann gegenüber dem Beschuldigten
  zivil­rechtliche Ansprüche nur erheben, wer durch die Straftat
  geschädigt worden ist (Art. 122 Abs. 1 StPO). Mit anderen Worten
  muss sich der zivilrechtliche Anspruch unmittelbar aus der konkret
  eingeklagten Straftat herleiten (siehe dazu BSK-Dolge, N 5 und N 65 zu Art. 122 StPO). Im
  vorliegenden Strafprozess betraf die Anklage gegenüber den Beschuldigten den
  Tatbestand der fahrlässigen Tötung im Sinne von Art. 117 StGB. Die von
  der XY.______ Versicherungen AG hier gegenüber den Beschuldigten geltend
  gemachte Schadenersatzforderung ist indes nicht eine Folge des inkriminierten
  Straftatbestandes der fahrlässigen Tötung; viel­mehr gründet dieser
  Ersatzanspruch auf der im vorliegenden Prozess strafrechtlich nicht zu
  beurteilenden Beschädigung der Seilbahn. Die XY.______ Versicherungen AG ist
  mithin durch den hier einzig zu beurteilenden Straftatbestand der
  fahrlässigen Tötung in ihren Rechten überhaupt nicht betroffen. Sie ist daher
  nicht Geschädigte im Sinne von Art. 115 StPO und demnach nicht
  berechtigt, im vorliegenden Straf­prozess gestützt auf Art. 122
  Abs. 1 StPO gegenüber den Beschuldigten adhäsi­onsweise eine
  Ersatzforderung geltend zu machen.

  
	
   

  
	
  1.3.— Aus alldem ergibt sich, dass auf die Forderungsklage der XY.______
  Versiche­rungen AG mangels Klagelegitimation nicht einzutreten ist. Insoweit
  sind die Beru­fungen der Beschuldigten gutzuheissen und ist
  Dispositiv-Ziff. 10 des angefochte­nen Entscheids aufzuheben. 

  
	
   

  
	
  2.— Zivilforderungen der Angehörigen von G.______ sel.

  
	
   

  
	
  2.1.— Die Angehörigen des tödlich verunfallten G.______ machten im
  vorinstanzlichen Verfahren gegenüber allen Beschuldigten adhä­sionsweise
  (siehe dazu Art. 122 Abs. 1 und Abs. 2 StPO) zivilrechtliche
  Forderun­gen, hauptsächlich Genugtuungsansprüche, geltend. In der Folge
  verpflichtete die Vorinstanz mit hier angefochtenem Urteil vom 3. Juli
  2013 die im Schuldpunkt verurteilten B.______, A.______, X.______, Y.______
  dazu, den Angehörigen des Unfallopfers zu gleichen Teilen sowie unter
  solidarischer Haftung Genugtuungszahlungen zu leisten. Im Übrigen wurden die
  Angehörigen mit weitergehenden Zivilan­sprüchen auf den Zivilweg verwiesen.
  Die Beschuldigten A.______ und B.______ beantragen in ihren Berufungen, es
  seien die Zivilklagen der Angehörigen abzuweisen (siehe die eingangs
  wiedergegebenen Anträge).

  
	
   

  
	
  2.2.— a) Die Vorinstanz hat bei ihrem Entscheid über die
  adhäsionsweise ein­geklagten Zivilforderungen der Angehörigen übersehen, dass
  diese mit Eingabe ihres Rechtsvertreters bereits vom 25. April 2012 erklärt
  haben, sie nähmen Ab­stand von den geltend gemachten Begehren, da sie sich
  mit dem Haftpflichtversi­cherer der Bauherrin aussergerichtlich über ihre
  Ansprüche geeinigt hätten. Mit Schreiben vom 16. September 2013 hat der
  Rechtsvertreter der Angehörigen diesen Sachverhalt auf Anfrage des
  Obergerichts ausdrücklich bestätigt.

  
	
   

  
	
  b) Mit Schreiben vom 18. September 2013 hat das Obergericht
  sämtlichen betroffenen Parteien angezeigt, dass die Zivilansprüche der
  Angehörigen des Unfallopfers nicht mehr Gegenstand des Berufungsverfahrens
  bildeten und zudem vorgesehen sei, im Sinne einer Berichtigung den
  vorinstanzlichen (materiellen) Ent­scheid hinsichtlich der erwähnten
  Ansprüche in einen formellen Prozesserledi­gungsentscheid abzuändern.
  Hiergegen hat in der Folge keine Partei Ein­wendungen erhoben. Anlässlich der
  Berufungsverhandlung vom 22. Mai 2014 ist denn auch zu den
  Zivilansprüchen der Angehörigen nicht mehr inhaltlich plädiert worden.

  
	
  2.3.— Die Angehörigen von G.______ sel. haben sich ausserhalb des Straf­prozesses
  mit der Haftpflichtversicherung über ihre zivilrechtlichen Ansprüche geei­nigt
  und haben hierauf ihre zuvor anhängig gemachten Adhäsionsklagen zurückge­zogen.
  Die Vorinstanz hätte deshalb im Rahmen ihres Strafurteils vom 3. Juli
  2013  über diese Klagen nicht mehr materiell befinden dürfen. Denn zu diesem
  Zeitpunkt war der Prozess über die Zivilansprüche der Angehörigen aufgrund
  des zwischenzeitlich erfolgten Klagerückzugs bereits von Rechts wegen beendet
  (siehe dazu BK-Killias,
  N 40 zu Art. 241 ZPO); das betreffende Adhäsionsverfahren wäre
  richtigerweise als durch Rückzug der Zivilklagen gegenstandslos geworden am
  Geschäftsverzeichnis abzuschreiben gewesen. Bei dieser Sachlage sind daher
  Dis­positiv-Ziff. 11 und Ziff. 12 des Urteils der Strafgerichtskommission
  des Kantonsge­richts aufzuheben und ist der Adhäsionsprozess betreffend die
  Zivilansprüche der Angehörigen von G.______ sel. im dargelegten Sinne als
  erle­digt zu vermerken. In Anwendung von Art. 392 StPO erfolgt die
  Aufhebung von Dis­positiv-Ziff. 11 und Ziff. 12 des
  kantonsgerichtlichen Urteils zugleich auch zugunsten der vorinstanzlich
  ebenfalls verurteilten bzw. beschuldigten X.______, Y.______ und Z.______,
  welche kein Rechtsmittel ergriffen haben; den eben ge­nannten Personen ist
  daher der obergerichtliche Entscheid auszugsweise ebenfalls zuzustellen.

  
	
   

  
	
  V.

  
	
  Zusammenfassung
  und Kostenregelung

  
	
   

  
	
  Formal fällt das
  Obergericht hinsichtlich der Beschuldigten A.______ und B.______ ein neues
  Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO).

  
	
   

  
	
  1.— Berufung des Beschuldigten A.______

  
	
   

  
	
  1.1.— Als Ergebnis ist festzuhalten, dass A.______ mit seinem hauptsäch­lichen
  Berufungsantrag auf Freispruch von Schuld und Strafe unterliegt. In
  teilweiser Gutheissung der Berufung ist jedoch das angefochtene Urteil in
  Bezug auf die erst­instanzlich behandelten Zivilklagen zugunsten von A.______
  abzuändern. Zudem ist die Ersatzfreiheitsstrafe für den Fall der
  Nichtbezahlung der Busse von fünf auf vier Tage zu reduzieren (Berichtigung
  eines Umrechnungsfehlers).

  
	
   

  
	
  1.2.— a) Bei diesem Ausgang sind die für die Behandlung der
  Berufung im Schuld- und Strafpunkt fälligen Gerichtskosten für das
  obergerichtliche Verfahren auf Fr. 2‘500.‑ anzusetzen und dem
  Beschuldigten A.______ aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO).

  
	
   

  
	
  b) Zusätzlich ist über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung
  zu befinden (Art. 428 Abs. 3 StPO). Erstinstanzlich sind A.______
  Verfahrens­kosten von insgesamt Fr. 4‘879.40 überbunden worden. Es ist
  kein sach­licher Grund ersichtlich, welcher eine Änderung an dieser
  Kostenregelung nahele­gen würde, zumal der Beschuldigte dagegen keine
  konkreten Einwendungen vorge­bracht hat (siehe dazu auch Urteil des
  Bundesgerichts 6B_574/2012 vom 28. Mai 2013, E. 2.4.4).

  
	
   

  
	
  1.3.— Indem auf die Zivilklage der XY.______ Versicherungen AG nicht
  eingetreten wird, besitzt der Beschuldigte A.______ als in diesem Punkt
  obsiegende Partei gegenüber der Privatklägerin einen Anspruch auf eine
  angemessene Entschädigung für die durch die Anträge zum Zivilpunkt
  verursachten Aufwendungen (Art. 432 Abs. 1 StPO). Die entspre­chende
  Entschädigung ist vorliegend für beide Instanzen auf insgesamt
  Fr. 2‘000.‑ festzusetzen.

  
	
   

  
	
  1.4.— Der Beschuldigte A.______ hat in seiner Berufung sodann bean­tragt,
  es sei vorzumerken, dass er gegenüber verschiedenen namentlich genannten
  Verfahrensbeteiligten den Streit verkündet habe bzw. den Streit verkünden
  wolle (siehe oben S. 2, Antrag Ziff. 5). Das Obergericht hat
  bereits mit Schreiben vom 18. September 2013 klargestellt, dass eine
  Streitverkündung im Rahmen eines Strafprozesses nicht vorgesehen ist. Damit
  hat es sein Bewenden; es ist keine gesetzliche Grundlage ersichtlich,
  inwiefern diesbezüglich im nachfolgenden Urteilsdispositiv noch eine
  Anmerkung erforderlich sein sollte. Im Übrigen ist die Thematik der
  Streitverkündung vorliegend ohnehin gegenstandslos geworden, nachdem auf die
  Forderungsklage der XY.______ Versicherungen AG nicht eingetreten wird.

  
	
   

  
	
  2.— Berufung des Beschuldigten B.______

  
	
   

  
	
  2.1.— B.______ ist im Berufungsverfahren mit seinem Hauptantrag auf
  Freispruch von Schuld und Strafe unterlegen. In teilweiser Gutheissung der
  Beru­fung ist indes das erstinstanzlich festgelegte Strafmass zu reduzieren
  und ist über­dies zugunsten von B.______ das angefochtene Urteil in Bezug auf
  die erstin­stanzlich behandelten Zivilklagen abzuändern.

  
	
   

  
	
  2.2.— a) Für die Behandlung der Berufung von B.______ im Schuld-
  und Strafpunkt ist für das obergerichtliche Verfahren eine von B.______ zu
  bezah­lende reduzierte Gerichtsgebühr von Fr. 2‘000.‑ festzulegen
  (Art. 428 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b StPO). Von der
  Zusprechung einer Parteientschädigung an B.______ aus der Staatskasse ist
  abzusehen, da sein Rechtsvertreter im Berufungs­verfahren spezifisch zur
  Strafzumessung keine Ausführungen gemacht hat, weshalb ihm in diesem
  Zusammenhang auch kein Aufwand erwachsen ist (siehe Art. 436 Abs. 2
  StPO). 

  
	
   

  
	
  b) Sodann ist auch über die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens zu
  ent­scheiden (Art. 428 Abs. 3 StPO). Die Vorinstanz hat B.______
  Verfahrenskos­ten von insgesamt Fr. 4‘879.40 überbunden. Es ist kein
  sachlicher Grund ersichtlich, welcher eine Änderung an dieser Kostenregelung
  nahelegen würde, nachdem auch der Beschuldigte selber dagegen keine konkreten
  Einwen­dungen erhoben hat (siehe dazu auch Urteil des Bundesgerichts
  6B_574/2012 vom 28. Mai 2013, E. 2.4.4).

  
	
   

  
	
  2.3.— Auf die Zivilklage der XY.______ Versicherungen AG wird nicht
  eingetreten, womit B.______ im Berufungsverfahren in diesem Punkt obsiegt.
  Demnach hat er gegenüber der XY.______ Versicherungen AG Anspruch auf eine
  angemessene Ent­schädigung für die durch die Anträge zum Zivilpunkt
  verursachten Aufwendungen (Art. 432 Abs. 1 StPO). Die entsprechende
  Entschädigung für beide Instanzen ist hier auf insgesamt Fr. 2‘000.‑
  festzusetzen.

  
	
   

  
	
  3.— Gerichtskosten zu Lasten der XY.______ Versicherungen AG

  
	
   

  
	
  Da vorliegend auf
  die Zivilklage der XY.______ Versicherungen AG nicht eingetreten und die
  Klägerin demnach im Ergebnis auf den Zivilweg verwiesen wird, sind ihr in
  Anwendung von Art. 427 Abs. 1 lit. c StPO jene
  Verfahrenskosten zu überbinden, welche durch ihre Anträge zum Zivilpunkt
  verursacht worden sind. Konkret sind hier die entsprechenden Gerichtskosten
  unter Berücksichtigung des Streitwerts auf Fr. 1‘000.‑ zu
  bemessen.

  
	
   

  
	
  4.— Aufhebung der Solidarhaftung 

  
	
   

  
	
  Die Vorinstanz hat
  in Dispositiv-Ziff. 19 ihres Entscheids  ange­ordnet, dass die
  Beschuldigten B.______, A.______, X.______ und Y.______ in Bezug auf einen
  Teil der Verfahrenskosten solidarisch haften. Nachdem im vorliegenden
  Berufungsverfahren hinsichtlich der Beschuldigten B.______ und A.______ eine
  neue Kostenregelung zu erlassen ist, erweist sich die Umsetzung der
  erstinstanzlich vorgesehenen Solidarhaft bezüglich eines Teils der Kosten als
  nicht mehr praktikabel. Diese Anordnung ist daher aufzuheben.

  
	
   

  
	
  ¾¾¾¾¾¾¾¾¾¾¾

  
	
   

  
	
  Das
  Gericht erkennt:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es wird vorgemerkt, dass die
    folgenden Ziffern des Dispositivs des Urteils der Strafgerichtskommission
    des Kantonsgerichts Glarus vom 3. Juli 2013 im Ver­fahren SG.2011.00073
    unangefochten in Rechtskraft erwachsen sind und nicht Gegenstand des
    Berufungsverfahrens bildeten:

    

  

  
	
  	
     

    	
    Dispositiv-Ziff. 2:

    	
    Schuldspruch gegenüber
    X.______;

    
	
     

    	
    Dispositiv-Ziff. 3:

    	
    Schuldspruch gegenüber
    Y.______;

    
	
     

    	
    Dispositiv-Ziff. 5

    	
    Freispruch gegenüber Z.______;

    
	
     

    	
    Dispositiv-Ziff. 7:

    	
    Strafe in Bezug auf X.______;

    
	
     

    	
    Dispositiv-Ziff. 8:

    	
    Strafe in Bezug auf Y.______;

    
	
     

    	
    Dispositiv-Ziff. 14:

    	
    Gerichtsgebühr in Bezug auf
    X.______;

    
	
     

    	
    Dispositiv-Ziff. 15:

    	
    Gerichtsgebühr in Bezug auf
    Y.______;

    
	
     

    	
    Dispositiv-Ziff. 17:

    	
    Kostenbefreiung in Bezug auf
    Z.______;

    
	
     

    	
    Dispositiv-Ziff.
    18:

    	
    Kostenregelung, soweit davon
    X.______ und Y.______ betroffen sind;

    
	
     

    	
    Dispositiv-Ziff. 20:

    	
    Parteientschädigung zugunsten
    von Z.______.

    

  

  
	
  	
    2.

    	
    Der Beschuldigte A.______ ist
    schuldig der fahrlässigen Tötung im Sinne von Art. 117 StGB.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    im Zusatz zur Verfügung des
    Untersuchungsamtes Altstät­ten vom 17. Dezember 2008 bestraft mit
    einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu Fr. 180.‑
    sowie mit einer Busse von Fr. 900.‑.

    
	
     

    	
    Der Vollzug der
    Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest­gesetzt.
    Die Busse ist zu bezahlen. Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so
    tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    A.______ wird
    bestraft mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu
    Fr. 120.‑ sowie mit einer Busse von Fr. 500.‑.

    
	
     

    	
    Der Vollzug der
    Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest­gesetzt.
    Die Busse ist zu bezahlen. Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so
    tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen.

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    Dispositiv-Ziff. 10
    des Urteils der Strafgerichtskommission des Kantonsgerichts vom
    3. Juli 2013 wird aufgehoben. Auf die Forderungsklage der XY.______
    Versiche­rungen AG gemäss Eingabe vom 14. Januar 2011 an das Verhöramt
    des Kan­tons Glarus (heute Staatsanwaltschaft) wird nicht eingetreten.

    
	
     

    	
     

    
	
    7.

    	
    Dispositiv-Ziff. 11
    und Ziff. 12 des Urteils der Strafgerichtskommission des Kan­tonsgerichts
    vom 3. Juli 2013 werden aufgehoben. Die von den Angehörigen
    adhäsionsweise er­hobenen Zivilklagen werden im Sinne der Erwägungen als
    gegenstandslos ge­worden am Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

    
	
     

    	
     

    
	
    8.

    	
    Die
    Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren in Bezug auf die Behandlung der
    Berufung von A.______ im Schuld- und Strafpunkt wird festgesetzt auf
    Fr. 2‘500.‑; sie wird zusammen mit den Kosten der Untersuchung
    und des vor­instanzlichen Verfahrens von insgesamt Fr. 4‘879.40
    A.______ auferlegt und von ihm bezogen.

    
	
     

    	
     

    
	
    9.

    	
    Die XY.______
    Versicherungen AG wird verpflichtet, dem Beschuldigten A.______ für das
    Adhäsionsverfahren vor beiden Instanzen eine Parteientschädi­gung von
    insgesamt Fr. 2‘000.‑ zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    10.

    	
    Die reduzierte
    Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren in Bezug auf die Be­handlung der
    Berufung von B.______ im Schuld- und Strafpunkt wird fest­gesetzt auf
    Fr. 2‘000.‑; sie wird zusammen mit den Kost