# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 82492b24-7085-5681-86f9-68c1e16666ef
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-25
**Language:** de
**Title:** Aufheben einer Kiste weder Unfall noch unfallähnliche Körperschädigung
**Docket/Reference:** UV.2016.00196
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2016.00196.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2016.00196
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiberin Lanzicher
Urteil vom 25. April 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1993 geborene
X.___
ist seit dem
1.
Mai 2014 bei der
von ihm als Gesellschafter und Geschäftsführer geleiteten Y.___
GmbH angestellt und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Schadenmeldung UVG liess er der Suva
am 21. Januar 2016
mitteilen, dass er am
8.
Januar 2016 beim Aufheben ei
ner schweren Kiste einen stechenden Schmerz im rechten Unterarm verspürt
habe (Urk. 11/
1
).
Der am 20. Januar 2016 konsultierte erstbehandelnde Dr. med. Z.___, Facharzt Innere Medizin FMH, stellte die Diagnose ei
ner peripheren Radialisparese rechts (Bericht vom 5. März 2016; Urk. 11/15).
Mit Verfügung vom 1
1.
März 2016 verneinte die Suva ihre Leistungspflicht
im Zusammenhang mit dem Ereignis vom
8.
Januar 2016, da es sich dabei nicht um einen Unfall gehandelt habe und weder eine unfallähnliche
Kör
perschädigung noch eine Berufskrankheit vorliege (Urk. 11/17). Die vom Versicherten gegen diesen Entscheid erhobene Einsprache vom 1
4.
April 2016 (Urk. 11/20
/1
) wies die Suva am 1
8.
Juli 2016
ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 12. September 2016 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die
Vorinstanz
sei zur Übernahme der Kostenfolgen aus dem Unfall zu verpflichten. Am
18. Oktober 2016
(Urk.
10
) beantragte die Suva
die
Abweisung der Beschwerde
. Mit Eingabe vom 28. Oktober 2016 (Urk. 13) beantragte der Beschwerdeführer die Durchführung eines weiteren Schrif
tenwechsels und reichte eine Schilderung des Ereignisses vom 8. Januar 2016 sowie der anschliessenden ärztlichen Behandlungen ein (Urk. 14/3). In der Folge liess er sich nicht mehr vernehmen.
Von der am 20. Januar 2017 durch den Rechtsvertreter angezeigten Mandats
niederlegung (Urk. 15) ist mittels Anpassung des Rubrums Vormerk genommen worden.
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getre
ten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Än
derung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Das
hier zu beurteilende
Ereignis
hat sich am
8.
Januar 2016 ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegen
den Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.
2.1
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigun
gen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbe
ziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
2.2
2.2.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
2.2.2
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist so
mit, dass der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72     E. 4.3.1 mit Hinweis).
2.2.3
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100 E. 2d mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungs
recht, S. 176 f.) bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam „programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer sol
chen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aus
senwelt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein unge
wöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1; RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183      E. 4.1, Nr. U 510 S. 275, Nr. U 523 S. 541 E. 3.1).
2.3
2.3.1
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Er
krankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne unge
wöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, a.a.O., S. 202).
2.
3.2
Bei den unfallähnlichen Körperschädigungen im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV entfällt daher im Vergleich zu den eigentlichen Unfällen nach
Art.
4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Kör
per einwirkenden äusseren Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hingegen auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt namentlich für das Erfordernis des einwirkenden äusse
ren Faktors an sich, worunter ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, sinnfälliger – eben unfallähnlicher – Einfluss auf den Körper zu verstehen ist. Dabei kann die schädigende Einwirkung auch in einer kör
pereigenen Bewegung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 327 E.
3.1, 3.3.1; 129 V 466 E. 2.2, 4.1; 123 V 43 E. 2b).
Dies gilt
allerdings nur in jenen Fällen, in denen ein gesteigertes Gefährdungspotential
vorhanden
ist. Ein solches ist bei alltäglichen
Lebensverrichtungen zu verneinen, so dass etwa blosses Aufstehen und Weggehen nicht zu einer Leistungspflicht des Unfallversiche
rers führt.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Einspracheentscheid (Urk. 2) da
mit, dass das Ereignis vom 8. Januar 2016 wegen des Fehlens eines unge
wöhnlichen äusseren Faktors nicht als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu qualifizieren sei (S. 2 f.). Das Tragen einer schweren Kiste während der Arbeit stelle kein sinnfälliges Ereignis im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung dar. Bewegungsabläufe im üblichen Rahmen der beruflichen Tätigkeit als alltägliche Verrichtungen gälten nicht als unfallähnliche Ereignisse, weil es ihnen an der gesteigerten Gefahrenlage mangle. Es bestehe damit auch keine Leistungspflicht unter dem Titel der unfallähnlichen Körperschädigung. Unter diesen Umständen könne offen bleiben, ob der am 19. April 2016 ge
äusserte Verdacht einer Muskelzerrung tatsächlich zutreffe (S. 4 ff.).
3.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
er habe eine schwere Last angehoben, nicht wie im angefochtenen Entscheid ausgeführt lediglich eine solche getragen. Dr.
med.
A.___
,
Neurologie FMH, habe zudem bestätigt, dass die Verletzung eine Unfallfolge sei.
4.
4.1
Gestützt auf die Hergangsschilderungen ist davon auszugehen, dass der Be
schwerdeführer am
8.
Januar 2016 bei der Arbeit eine Kiste
hochgehoben und dabei einen stechenden Schmerz im rechten Unterarm verspürt hat (Urk. 11/1).
4.2
Eine vom gewöhnlichen Ablauf abweichende, unkoordinierte Bewegung wird vom Beschwerdeführer nicht dargelegt. So verneinte er im Formular der Be
schwerdegegnerin vom 1
0.
Februar 2016 ausdrücklich ein besonderes Ge
schehnis (vgl. Antwort auf Frage 3
in
Urk. 11/7
)
. Zudem kann allein daraus, dass bei oder nach einer Körperbewegung Schmerzen auftreten, nicht auf eine ungewöhnliche Ursache im Sinne eines programmwidrig gestörten Ab
laufs geschlossen werden (Urteil des damaligen Eidgenössischen Versiche
rungsgerichts U 258/04 vom 2
3.
November 2006 E. 3.2 mit Hinweisen).
Dem vorliegend zu beurteilenden Ereignis fehlt es folglich an einem – für die Qualifikation als Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG erforderlichen – unge
wöhnlichen äusseren Faktor. Davon scheinen im Übrigen auch der Be
schwerdeführer und die behandelnden Ärzte implizit auszugehen.
5.
Z
u prüfen bleibt, ob das Geschehnis vom
8.
Januar 2016 unfallähnlich war.
5.1
5.1.1
Gemäss MRI des rechten Ellbogens vom 23. Januar 2016 (Urk. 11/11) be
stand kein Hämatom der Weichteile im abgebildeten Bereich.
5.1.2
Dr. A.___ stellte in seinem Bericht vom 3. Februar 2016 (Urk. 11/12) die Diagnose einer akuten/subakuten motorischen Radialisparese mit Läsionsort im Bereich des rechten Ellbogens bei schmerzhaftem Trauma desselben am 8. Januar 2016. Es bestehe eine intakte Ellbogen-Extension und ansonsten intakte motorische Funktionen des rechten Arms sowie eine intakte Sensibi
lität im Radialis-Versorgungsgebiet rechts. Die neurographische Konstellation zeige rechts bei intakter Medianus- und Ulnaris-Funktion eine axonale mo
torische Radialis-Schädigung rechts bei erhaltener Durchgängig
keit/Nervenkontinuität. Die ergänzende Untersuchung mit Radialis-evozier
ten Potentialen sei seitengleich normal und zeige eine intakte sensible Radi
alis-Funktion (S. 1). In der Folge des Hochhebens einer schweren Kiste mit dem rechten Arm und akutem Schmerz im Bereich des rechten Ellbogens müsse es dort zu einer Traumatisierung des Radialis-Nerven gekommen sein (S. 2).
5.1.3
Mit Stellungnahme vom 19. April 2016 (Urk. 11/22/2) führte Dr. A.___ aus,  am 8. Januar 2016 sei es zu einem Weichteiltrauma (wahrscheinlich Muskel
zerrung) gekommen, mit sekundärer wahrscheinlich hämatombedingter Radi
alisdruckläsion.
5.
2
Die behandelnden Ärzte diagnostizierten zunächst allesamt eine Radialis
parese; ein Weichteilhämatom im Bereich des rechten Ellbogens konnte im entsprechenden MRI nicht nachgewiesen werden. Eine Schädigung des
Radi
alis-Nervs
entspricht
indes
keiner Listendiagnose gemäss
Art.
9
Abs.
2 UVV und vermag demgemäss keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin aus
zulösen.
Erst in seiner Stellungnahme vom 19. April 2016
(Urk. 11/22/2)
äusserte
Dr. A.___
den Verdacht auf eine Muskelzerrung
. Eine solche würde unter die Listendiagnose nach Art. 9 Abs. 2 UVV fallen. M
it Blick auf die nachfol
genden Ausführungen
kann jedoch offen bleiben, o
b sich der Beschwerde
führer
am 8. Januar 2016
tatsächlich eine
Muskelzerrung zuzog.
5.
3
5.3.1
Das Bundesgericht äusserte sich
bereits mehrfach zur Frage des Vorliegens einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne von
Art. 9
Abs.
2 UV
V
und hielt etwa fest, dass die schädigende äussere Einwirkung in einer körper
eigenen Bewegung bestehen könne, wie dem plötzlichen Aufstehen aus der Hocke (BGE 116 V 148 E. 2c mit Hinweisen) oder einem Fehlschlag beim Fussballspiel (RKUV 1990 Nr. U 112 S. 375 E. 3), im Aufheben oder Abstellen von Gewichten von 40 bis 50 kg (BGE 116 V 149 E. 4), im Umlagern eines Heizkörpers von über 5 m Länge und einem Gewicht von über 100 kg von einem Wagen auf einen Arbeitsbock (nicht publizierte E. 3b von BGE 123 V 43), im Bruch eines Rückenwirbels zufolge Kontraktionen bei einem epilep
tischen Anfall (SVR 1998 UV Nr. 22 S. 81), im Verschieben eines schweren Wäschekorbes mit dem linken Fuss, Ausführung einer ruckartigen Bewegung und Verdrehung des rechten Knies (RKUV 2000 Nr. U 385 S. 267), in einem Sprung von einer Verpackungskiste (RKUV 2001 Nr. U 435 S. 332), im Be
mühen, balgende Hunde zu trennen, worauf die versicherte Person auf un
ebenem Gelände ausrutschte und sich das Knie verdrehte (Urteil U 127/00 vom 27. Juni 2001), im Stolpern, einer unkoor
dinierten Ausweichbewegung des Beines und daraufhin erfolgtem Anschlagen des linken Knies an einem Anhängerwagen (Urteil U 158/00 vom 27. Juni 2001), im Misstritt beim Vol
leyballspiel mit einschiessendem Zwick im linken Knie (Urteil U 92/00 vom 27. Juni 2001), in einem Sprung aus einer Höhe von 60 cm aus einem Bahn
gepäckwagen (Urteil U 266/00 vom 21. September 2001), im Erleiden einer Zerrung der Adduktorenmuskeln im Rahmen eines Fussballtrainings (Urteil
U 20/00 vom 10. Dezember 2001) und in einem brüsken Umdre
hen beim Ko
chen in Richtung Küchenschrank mit einschiessenden Schmer
zen im Knie (Urteil U 5/02 vom 21. Oktober 2002).
Hingegen hat das Gericht den äusseren schädigenden Faktor bei vermehrter Arbeitsbelastung, welche zu kontinuierlicher Zunahme und Verschlechterung der Kniebeschwerden führte (Urteil U 198/00 vom 30. August 2001), und bei wiederholten Anstrengungen wie bei Arbeiten mit Hammer oder Bohrer (er
wähnt in der nicht publizierten E. 3b von BGE 123 V 43) verneint; ebenso verneint hat das Gericht den äusseren Faktor beim Auftreten von Schmerzen „nachts bei Drehbewegungen und nach längerem Gehen" (Urteil U 458/00 vom 24. Oktober 2001; BGE 129 V 466 E. 4.1). Weiter hat das Bundesgericht den äusseren schädigenden Faktor verneint bei einem Knacken im Knie beim in die Hocke gehen ohne unkontrollierte Bewegung (Urteil 8C_186/2008 vom 4. November 2008 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen).
Darüber hinaus hat das hiesige Gericht das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung in den folgenden Fällen verneint: leichtes Verdrehen des Knies beim Treppensteigen (Urteil UV.2012.00261 vom 9. April 2013), Dre
hung des Knies unter Belastung bei Patiententransfer (Urteil UV.2011.00070 vom 13. Juli 2012), Aufstehen von einem Stuhl (Urteil UV.2007.00332 vom 25. November 2008), Verdrehen des Knies mit anhaltendem stechendem Schmerz (Urteil UV.2006.00213 vom 11. Mai 2007), Absitzen bei beengten Platzverhältnissen mit Abdrehung des Knies (Urteil UV.20
04.00234 vom 14. Februar 2006).
5.3.2
Die Kasuistik zeigt, dass ein gesteigertes Gefährdungspotential etwa bei sportli
chen Aktivitäten mit ausserplanmässigem Bewegungsablauf ange
nommen wird oder immer dann, wenn eine plötzliche, brüske, ruckartige
oder unkontrollierte Bewegung durchgeführt wurde.
Bewegungsabläufe im üblichen Rahmen der beruflichen Tätigkeit als alltägliche Verrichtungen gel
ten hingegen nicht als unfallähnliche Ereignisse, weil es ihnen an der gestei
gerten Gefahrenlage mangelt.
Die vom Beschwerdeführer durchgeführte Be
wegung des Aufhebens einer Kiste kann nicht als plötzlich oder
unkontrol
liert bezeichnet werden.
Vielmehr
wurde diese Bewegung im Rahmen der Ar
beit wohl bereits häufig ausgeführt.
Das Gewicht der Kiste wurde vom
Be
schwerdeführer
zudem
als nicht
besonders gross
bezeichnet
(Urk. 14/3).
Ent
sprechend blieb der
Bewegungsablauf
beim Aufheben
natürlich, ist doch – bei fehlendem entsprechendem Vorbringen seitens des Beschwerdeführers – davon auszugehen, dass dieser
dabei
nicht nachgreifen oder seine Position korrigie
ren musste.
Solche Umstände fasst die Rechtsprechung nicht als gesteigerte Gefahrenlage (Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom 8. Mai 2014
E. 3.3).
Zudem trat
auch kein sinnfälliges Ereignis in Form eines in der Aus
senwelt begründeten Umstandes hinzu
, gab der
Beschwerdeführer
doch we
der in der Unfallmeldung vom 21. Januar 2016 (Urk. 11/1) noch im Fragebo
gen der
Beschwerdegegner
in vom 10. Februar 2016 (Urk. 11/7) eine
unkon
trollierte Bewegung, einen Sturz oder Ähnliches an.
Das Auftreten von Schmerzen als solches ist kein äusserer schädigender Faktor.
Auch Dr. A.___ vermochte in seiner Stellungnahme vom
1
9.
April 2016 (E. 5.2.3 hievor
)
nicht darzulegen, worin das sinnfällige Ereignis bestanden haben sollte
.
5.4
Das
Vorliegen einer
unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne von
Art. 9 Abs. 2 UVV ist damit ebenfalls
zu vernei
nen.
Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung demnach zu Recht ver
neint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Suva unter Beilage
je einer Kopie
von
Urk.
13
-
15
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesge
richt Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubLanzicher
r