# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 838bbb3e-1acf-5587-8e1c-b116b6af7a22
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-11
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 11.07.2023 BK 2023 269
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2023-269_2023-07-11.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 23 269

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 11. Juli 2023

Besetzung Oberrichter Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichter Horisberger
Gerichtsschreiberin Kurt

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigte

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

B.________

Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer

Gegenstand Nichtanhandnahme

Strafverfahren wegen Anzeige vom 20. April 2023

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Bern-Mittelland vom 8. Juni 2023 (BM 23 16502)

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Erwägungen:

1. Mit Verfügung vom 8. Juni 2023 nahm die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-
Mittelland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) das Verfahren gegen die Beschuldigte 
nicht an die Hand. Mit Eingabe vom 12. Juni 2023 an die Staatsanwaltschaft teilte 
der Straf- und Zivilkläger mit, dass er die Verfügung nicht anerkenne. Die Staats-
anwaltschaft setzte dem Straf- und Zivilkläger mit Schreiben vom 20. Juni 2023 
Frist um mitzuteilen, ob er eine Beschwerde machen möchte oder nicht und er-
suchte ihn darum, sofern er eine Beschwerde einreichen wolle, diese zu begrün-
den. Der Beschwerdeführer machte am 22. Juni 2023 eine weitere Eingabe, worin 
er ausführte, er sei gegen die Nichtanhandnahmeverfügung. Mit Schreiben vom 
28. Juni 2023 übermittelte die Staatsanwaltschaft die Akten an die Beschwerde-
kammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Bern (nachfolgend: Be-
schwerdekammer) mit der Bitte um Prüfung der Beschwerde. 

Mit Blick auf die folgenden Erwägungen ergeht ein direkter Beschluss (Art. 390 
Abs. 2 StPO).

2. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei 
der Beschwerdekammer innert zehn Tagen schriftlich und begründet Beschwerde 
geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 StPO, Art. 35 des Ge-
setzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 
[GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Ober-
gerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene 
Nichtanhandnahmeverfügung unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Interes-
sen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). 
Die Beschwerde ist fristgerecht erfolgt und genügt mit Blick auf die Begründungs-
anforderungen an eine Laienbeschwerde ganz knapp den Formvorschriften, wes-
halb darauf einzutreten ist. 

3. Die Staatsanwaltschaft verzichtet gemäss Art. 309 Abs. 4 StPO auf die Eröffnung 
einer Untersuchung, wenn sie sofort eine Nichtanhandnahmeverfügung oder einen 
Strafbefehl erlässt. Nach Art. 310 Abs. 1 StPO verfügt sie die Nichtanhandnahme 
der Untersuchung, sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports fest-
steht, dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen ein-
deutig nicht erfüllt sind (Bst. a) oder wenn Verfahrenshindernisse bestehen (Bst. b). 
Die Nichtanhandnahme eines Strafverfahrens kann mithin in sachverhaltsmässig 
und rechtlich klaren Fällen erfolgen, so etwa bei offensichtlicher Straflosigkeit, 
wenn der Sachverhalt mit Sicherheit nicht unter einen Straftatbestand fällt oder bei 
eindeutig fehlenden Prozessvoraussetzungen. Ein Straftatbestand gilt dann als 
eindeutig nicht erfüllt, wenn kein zureichender Verdacht auf eine strafbare Hand-
lung besteht oder der zu Beginn der Strafverfolgung gegebene Anfangsverdacht 
sich vollständig entkräftet hat. Ergibt sich indes aus den Informationen und Berich-
ten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus den eigenen Feststellungen der 
Staatsanwaltschaft ein hinreichender Tatverdacht, so eröffnet sie eine Strafunter-
suchung (Art. 309 Abs. 1 Bst. a StPO). Die Hinweise auf eine strafbare Handlung 
müssen allerdings erheblich und konkreter Natur sein. Blosse Gerüchte oder Ver-
mutungen genügen nicht. Der Anfangsverdacht muss auf einer plausiblen Tatsa-

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chengrundlage beruhen, aus welcher sich die konkrete Möglichkeit der Begehung 
einer Straftat ergibt (BGE 141 IV 87 E. 1.3.1). Im Zweifelsfall, wenn die Nichtan-
handnahmegründe nicht mit absoluter Sicherheit gegeben sind, muss das Verfah-
ren eröffnet werden (BGE 143 IV 241 E. 2.2; 138 IV 86 E. 4.1; 137 IV 219 E. 7 und 
285 E. 2.3; vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 6B_724/2021 vom 10. Ja-
nuar 2022 E. 3.1).

4. Mit Blick auf seine eingereichten Anzeigen und Eingaben bei der Staatsanwalt-
schaft, den dazugehörigen Beilagen sowie den Ausführungen in der Beschwerde 
ist der Beschwerdeführer offensichtlich nicht mit der für ihn vorsorglich errichteten 
Vertretungsbeistandschaft einverstanden und erblickt in diesem Vorgehen der Be-
schuldigten eine Nötigung. Aus den vorhandenen Akten geht hervor, dass dem 
Entscheid betreffend vorsorgliche Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft vom 
27. April 2023 eine Anhörung vorausgegangen ist. Zudem erfolgte die Errichtung 
einer Beistandschaft in einem rechtskonformen Verfahren. Konkrete oder erhebli-
che Hinweise auf ein eigenmächtiges oder strafrechtlich relevantes Vorgehen der 
Beschuldigten sind daher nicht ersichtlich, unabhängig davon, ob für den Be-
schwerdeführer zu Recht oder Unrecht eine Beistandschaft errichtet wurde. Dem 
Beschwerdeführer steht oder stand es offen, Beschwerde gegen den Entscheid der 
Beschuldigten beim Kindes- und Erwachsenenschutzgericht einzureichen. Weder 
die Staatsanwaltschaft noch die Beschwerdekammer sind zuständig, die Recht-
mässigkeit des Entscheids der Beschuldigten zu überprüfen. Einzig der Umstand, 
dass der Beschwerdeführer den Entscheid als falsch erachtet, reicht zur Begrün-
dung eines Tatverdachts bzw. Eröffnung eines Strafverfahrens nicht aus. 

Die Beschwerde ist abzuweisen. 

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Entsprechend ist ihm keine Entschädigung auszurichten. 
Der Beschuldigten ist mangels entschädigungswürdiger Nachteile ebenfalls keine 
Entschädigung auszurichten (Art. 430 Abs. 1 Bst. c i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO).

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 300.00, werden dem Be-
schwerdeführer zur Bezahlung auferlegt.

3. Es wird keine Entschädigung ausgerichtet. 

4. Zu eröffnen:
- dem Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer (per Einschreiben)
- der Beschuldigten (per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Leitender Staatsanwalt 

C.________ (mit den Akten – per Kurier)

Bern, 11. Juli 2023 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Kurt

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Die Zustellung von Vorladungen, Verfügungen und Entscheiden gilt bei eingeschriebenen Sendungen, die 
nicht abgeholt werden, am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt, sofern die Person 
mit einer Zustellung rechnen musste (Art. 85 Abs. 4 Bst. a StPO). Daran ändern besondere Abmachungen mit 
der Schweizerischen Post – wie etwa Postrückbehalteaufträge oder Abholfristverlängerungen – nichts. Auch in 
diesen Fällen gilt die Sendung am siebten Tag nach Eingang der Sendung bei der Poststelle am Ort des Emp-
fängers als zugestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.