# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2662d42e-8395-5468-bc3d-cf74ca0dbccf
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.05.2013 IV 2012/133
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-133_2013-05-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/133

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.05.2013

Entscheiddatum: 08.05.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 08.05.2013
Art. 42sexies IVG. Art. 39e IVV. Umfang des Assistenzbeitrages. Für die 
Ermittlung des Assistenzbedarfs ist der effektive Bedarf im Einzelfall 
massgebend. Den vom Bundesamt für Sozialversicherungen 
herausgegebenen abstrakten Werten kommt bloss Richtwertcharakter zu. 
Rz. 4099 KSAB erweist sich als gesetzwidrig. Auch der von teilstationären 
oder stationären Institutionen gedeckte Bedarf ist konkret zu ermitteln 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Mai 
2013, IV 2012/133).

Versicherungsrichterinnen Lisbeth Mattle Frei (Vorsitz), Karin Huber-Studerus, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

 

Entscheid vom 8. Mai 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Hilflosenentschädigung/Assistenzbeitrag

 

Sachverhalt:

A.     

A.___, geboren 1988, leidet seit Geburt an einer beinbetonten spastischen Tetraparese, 

einer zentralen Sehstörung sowie an einer Skoliose (vgl. IV-act. 190). Er bezieht 

deshalb von der Invalidenversicherung unter anderem seit dem 1. Oktober 2006 eine 

ganze Rente (IV-act. 175) und eine Hilflosenentschädigung entsprechend einer 

Hilflosigkeit mittleren Grades (IV-act. 228).

B.     

B.a   Am 11. Januar 2007 meldete sich der Versicherte für den Pilotversuch 

„Assistenzbudget“ an (IV-act. 201). Er gab im entsprechenden Fragebogen, der der IV-

Stelle am 26. Januar 2007 zuging, unter anderem an, an einer Lähmung in beiden 

Beinen, Zittern der Hände bei Nervosität oder Überforderung, einer Spastik und einer 

sehr starken Sehbehinderung zu leiden und deshalb täglich auf Assistenz während 20 

Minuten beim Aus- und Ankleiden, 20 Minuten beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen und 

der Fortbewegung in der Wohnung, 15 Minuten beim Essen, 58 Minuten bei der 

Körperpflege, 15 Minuten bei der Verrichtung der Notdurft, 15 Minuten bei der 

Haushaltsführung, 15 Minuten bei der Essenszubereitung und -versorgung, 7,32 

Minuten bei der Wohnungspflege, 3,33 Minuten beim Einkauf und weiteren 

Besorgungen, 47,98 Minuten bei der Wäsche- und Kleiderpflege und 13,62 Minuten bei 

der gesellschaftlichen Teilhabe und Freizeitgestaltung angewiesen zu sein, insgesamt 

230,25 Minuten pro Tag (IV-act. 211).

B.b   Mit Vorbescheid vom 6. Februar 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, 

dass vorgesehen sei, ein Assistenzgeld von Fr. 2’115.-- pro Monat zuzusprechen, das 

sich aus einer Pauschale von Fr. 600.-- und einem Budget von Fr. 1’515.-- 

zusammensetze (IV-act. 214). Einer Notiz vom selben Tag lässt sich entnehmen, dass 

für das Aufstehen/Absitzen/Abliegen nur ein Bedarf von fünf Minuten, für die 

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Körperpflege nur ein solcher von 15 Minuten und für die Verrichtung der Notdurft sowie 

das Essen kein Bedarf berücksichtigt wurden, ansonsten aber auf die deklarierten 

Zeitangaben des Versicherten abgestellt wurde (offenbar anerkannter Bedarf pro Tag: 

142,25 Minuten; IV-act. 215).

B.c   Am 19. Februar 2007 teilte der Versicherte mit, dass er mit der Zusprache eines 

Assistenzbudgets von Fr. 1’515.-- pro Monat einverstanden sei, solange er bei seinem 

Patenonkel wohne. Sollte er später in eine eigene Wohnung ziehen, müsse die Höhe 

des Assistenzbudgets neu beurteilt werden (IV-act. 216).

B.d   Am 16. April 2007 ging der IV-Stelle eine Bestätigung des B.___ zu, wonach der 

Versicherte seinen Wohnvertrag per 30. April 2007 gekündigt habe und ab 1. Mai 2007 

von Montag bis Freitag (als externer Besucher) die Tagesstätte benutzen werde (IV-

act. 234).

B.e   Mit Verfügung vom 17. April 2007 wurde dem Versicherten ein Assistenzgeld von 

maximal Fr. 2’115.-- pro Monat mit Wirkung ab dem 1. Mai 2007 zugesprochen (IV-

act. 230). Gleichentags wurde die Sistierung der Hilflosenentschädigung mit Wirkung 

ab dem 1. Mai 2007 verfügt (IV-act. 231).

B.f    In der Folge reichte der Versicherte monatlich Rechnungen für das Assistenzgeld 

ein. Gemäss diesen beliefen sich die belegbaren Ausgaben für direkte 

Assistenzleistungen im Mai 2007 auf Fr. 668.40 (IV-act. 239), im Juni 2007 auf 

Fr. 731.10 (IV-act. 242), im Juli auf Fr. 739.25 (IV-act. 243) plus Fr. 232.-- für 

(ausnahmsweise in Anspruch genommene) Spitex-Dienstleistungen (vgl. IV-act. 247 f.), 

im August 2007 auf Fr. 1’221.-- (IV-act. 250), im September 2007 auf Fr. 1’878.40 (IV-

act. 256), im Oktober 2007 auf Fr. 2’430.75 (IV-act. 265), im November 2007 auf 

Fr. 1’458.30 (IV-act. 267) und im Dezember 2007 auf Fr. 1’715.-- (IV-act. 270), 

insgesamt in den Monaten Mai bis und mit Dezember 2007 auf Fr. 11’074.20.

B.g   Am 9. Januar 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass der Pilotversuch 

um ein Jahr (bis Ende 2009) verlängert worden sei. Es werde zu einem späteren 

Zeitpunkt entschieden, ob nach Ablauf des Pilotversuchs ein Assistenzbudget 

eingeführt werde. Aufgrund der Evaluationsergebnisse sei aber damit zu rechnen, dass 

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für ein künftiges Assistenzbudget Anpassungen bei den Leistungen vorgenommen 

würden. Auch sei noch unklar, ob sämtliche Personen, die am Pilotversuch teilnehmen 

würden, bei einem künftigen Assistenzbudget berücksichtigt werden könnten (IV-

act. 271).

B.h   Die belegbaren Ausgaben beliefen sich im Januar 2008 auf Fr. 1’497.10 (IV-

act. 272), im Februar 2008 auf Fr. 1’466.15 (IV-act. 278), im März 2008 auf Fr. 1’459.50 

(IV-act. 281), im April 2008 auf Fr. 1’768.05 (IV-act. 283), im Mai 2008 auf Fr. 1’239.50 

(IV-act. 286), im Juni 2008 auf Fr. 1’622.95 (IV-act. 288), im Juli 2008 auf Fr. 1’830.85 

(IV-act. 290), im August 2008 auf Fr. 1’031.50 (IV-act. 293), im September 2008 auf 

Fr. 1’031.55 (IV-act. 294), im Oktober 2008 auf Fr. 2’227.60 (IV-act. 295), im November 

2008 auf Fr. 1’031.45 (IV-act. 296) und im Dezember 2008 auf Fr. 1’021.70 (IV-

act. 297), insgesamt im Jahr 2008 auf Fr. 17’227.90.

B.i     Mit Schreiben vom 5. Januar 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass 

die Rechnungskontrolle ergeben habe, dass er bis Ende 2008 Fr. 2’570.70 Reserven 

habe bilden können. Da die angesparte Reserve den Betrag des verfügten monatlichen 

Assistenzbudgets nicht übersteigen dürfe, werde für die beiden nächsten Monate je nur 

die Pauschale ausgerichtet (IV-act. 298).

B.j     Die belegbaren Ausgaben beliefen sich im Januar 2009 auf Fr. 1’564.10 (IV-

act. 301), im Februar 2009 auf Fr. 1’031.50 (IV-act. 302), im März 2009 auf Fr. 931.70 

(IV-act. 303), im April 2009 auf Fr. 1’812.95 (IV-act. 305), im Mai 2009 auf Fr. 1’250.70 

(IV-act. 306), im Juni 2009 auf Fr. 1’031.50 (IV-act. 307), im Juli 2009 auf Fr. 1’491.80 

(IV-act. 308), im August 2009 auf Fr. 1’031.45 (IV-act. 310), im September 2009 auf 

Fr. 1’031.45 (IV-act. 318), im Oktober 2009 auf Fr. 2’728.80 (IV-act. 323), im November 

2009 auf Fr. 1’031.45 (IV-act. 325) und im Dezember 2009 auf Fr. 998.20 (IV-act. 331), 

insgesamt im Jahr 2009 auf Fr. 15’935.60.

B.k   Am 30. März 2009 war der IV-Stelle ein Arbeitsvertrag des C.___ zugegangen, 

gemäss welchem der Versicherte per 1. April 2009 eine Arbeitsstelle als 

Industriearbeiter mit einem Pensum von 90 % (36 Stunden pro Woche) und einem Lohn 

von Fr. 180.-- brutto pro Monat angetreten hatte (IV-act. 304).

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B.l     Die belegbaren Ausgaben beliefen sich im Januar 2010 auf Fr. 1’525.05 (IV-

act. 332), im Februar 2010 auf Fr. 1’108.95 (IV-act. 333), im März 2010 auf Fr. 931.65 

(IV-act. 334), im April 2010 auf Fr. 1’542.75 (IV-act. 335), im Mai 2010 auf Fr. 998.20 

(IV-act. 337), im Juni 2010 auf Fr. 1’031.45 (IV-act. 338), im Juli 2010 auf Fr. 3’249.55 

(IV-act. 340), im August 2010 auf Fr. 2’025.80 (IV-act. 341), im September 2010 auf 

Fr. 1’284.-- (IV-act. 342), im Oktober 2010 auf Fr. 2’030.90 (IV-act. 344), im November 

2010 auf Fr. 1’276.05 (IV-act. 345) und im Dezember 2010 auf Fr. 1’237.30 (IV-

act. 346), insgesamt im Jahr 2010 auf Fr. 18’241.65. Für die Monate Juni und Juli 2010 

wurde dem Versicherten wiederum aufgrund zu hoher Reserve nur je die Pauschale 

ausgerichtet (IV-act. 336).

B.m Am 15. Oktober 2010 war der IV-Stelle ein Arbeitsvertrag zugegangen, wonach 

der Versicherte per 1. Oktober 2010 sein Pensum von 90 % auf 50 % (20 Stunden pro 

Woche) und der Bruttolohn sich entsprechend auf Fr. 100.-- reduziert hatten (IV-

act. 343).

B.n   Die belegbaren Ausgaben beliefen sich im Januar 2011 auf Fr. 1’691.70 (IV-

act. 347), im Februar 2011 auf Fr. 1’163.80 (IV-act. 348), im März 2011 auf Fr. 1’043.60 

(IV-act. 352), im April 2011 auf Fr. 1’669.45 (IV-act. 353), im Mai 2011 auf Fr. 1’050.-- 

(IV-act. 358), im Juni 2011 auf Fr. 1’118.30 (IV-act. 359), im Juli 2011 auf Fr. 4’843.30 

(IV-act. 360), im August 2011 auf Fr. 925.50 (IV-act. 361), im September 2011 auf 

Fr. 1’330.70 (IV-act. 367), im Oktober 2011 auf Fr. 1’973.20 (IV-act. 373), im November 

2011 auf Fr. 1’130.50 (IV-act. 382) und im Dezember 2011 auf Fr. 1’657.90 (IV-

act. 390), insgesamt im Jahr 2011 auf Fr. 19’597.95.

C.     

C.a   Am 26. Oktober 2011 hatte die IV-Stelle dem Versicherten mitgeteilt, dass die 

Hilflosenentschädigung ab dem 1. Januar 2012 wieder ausbezahlt und der 

Assistenzbeitrag neu festgesetzt werde. Die Höhe des Assistenzbeitrages betrage neu 

Fr. 380.60. Obwohl der Versicherte ab 1. Januar 2012 alleine wohnen werde, sei der 

Betrag gesamthaft tiefer, unter anderem auch, weil neu Aufenthalte in einer Institution 

tagsüber einen bestimmten Abzug des pflegerischen Aufwandes zur Folge hätten (IV-

act. 369).

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C.b   Mit Vorbescheid vom 9. Januar 2012 teilte die IV-Stelle mit, dass per 1. Juli 2012 

die Zusprache eines Assistenzgeldes von monatlich Fr. 380.60 und die 

Wiederausrichtung der Hilflosenentschädigung von Fr. 1’160.-- vorgesehen sei (IV-

act. 396).

C.c   Am 27. Januar 2012 reichte der Versicherte eine Rechnung für das Assistenzgeld 

für den Monat „Februar“ 2012 ein, gemäss welcher sich die belegbaren Ausgaben auf 

Fr. 1’303.45 beliefen (IV-act. 399).

C.d   Am 12. Februar 2012 erhob der Versicherte Einwand gegen den Vorbescheid vom 

9. Januar 2012. Mit dem in Aussicht gestellten Betrag könne er eine Hilfsperson nur für 

etwas mehr als eineinhalb Stunden pro Tag anstellen. Von Montag bis Freitag benötige 

er aber während je drei Stunden Assistenz, nämlich morgens eine Stunde (aufstehen, 

duschen, ankleiden, sonstige Pflege, essen und trinken sowie Jacke anziehen) und 

abends zwei Stunden (kochen, gründliche Reinigung der Küche, Tisch putzen, 

Elektrorollstuhl an den Strom anschliessen, Getränke im Keller holen und in den 

Kühlschrank stellen sowie Grundpflege). Am Samstagmorgen benötige er eine 

Hilfsperson während zweieinhalb Stunden, da dann auch noch Wäsche gewaschen 

werden müsse. Am Samstagmittag und Samstagabend sowie Sonntagmittag und 

Sonntagabend benötige er während sechs Stunden Assistenz; dieser Bedarf werde 

zurzeit kostenlos von seinem Onkel gedeckt. Zusätzlich benötige er pro Woche 

während zwei Stunden eine Hilfsperson für die Wohnungspflege. Der vorgeschlagene 

Beitrag reiche dafür bei Weitem nicht aus, weshalb mit der entsprechenden Reduktion 

des Assistenzbeitrages eine Rückkehr ins Heim notwendig werden würde (IV-act. 400).

C.e   Am 25. Februar 2012 reichte der Versicherte eine Rechnung für das Assistenzgeld 

für den Monat „März“ 2012 ein, gemäss welcher sich die belegbaren Ausgaben auf 

Fr. 1’767.30 beliefen (IV-act. 402).

C.f    Mit Vorbescheid vom 5. März 2012 stellte die IV-Stelle die Zusprache eines 

Assistenzbeitrages von Fr. 627.60 pro Monat in Aussicht. Zwischenzeitlich sei das Ab­

klärungssystem „FAKT“ fertiggestellt worden, was zu Korrekturen mit Einfluss auf die 

Höhe des Assistenzbeitrages geführt habe (IV-act. 403). Dem Vorbescheid lag ein 

Auszug der Abklärungen mittels „FAKT“ bei, wonach sich der anerkannte Hilfsbedarf 

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auf 55 Stunden pro Monat belief, wovon 35,69 Stunden als durch die 

Hilflosenentschädigung abgegolten in Abzug gebracht wurden. Im anerkannten 

Hilfsbedarf von 55 Stunden waren 10,39 Stunden bei den alltäglichen 

Lebensverrichtungen und im Haushalt wegen Aufenthalts in einer Institution bereits in 

Abzug gebracht worden (IV-act. 405 f.).

C.g   Gegen diesen Vorbescheid erhob der Versicherte am 11. März 2012 Einwand. Die 

Differenz zur Realität sei nach wie vor enorm. Er ersuche deshalb um Festlegung des 

Assistenzbeitrages anhand des effektiven Bedarfs, den er auf insgesamt 28,5 Stunden 

pro Woche bezifferte (IV-act. 408).

C.h   Am 22. März 2012 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid vom 5. März 2012. 

Es könne nicht der gesamte Aufwand berücksichtigt werden, da dem Versicherten 

zumutbar sei, Teilbereiche der Verrichtungen und Haushaltstätigkeiten selber 

vorzunehmen. Zudem werde in den Verwaltungsweisungen ein Höchstbetrag 

festgelegt, der sich aus dem Grad der Hilflosigkeit und der Anzahl zu 

berücksichtigender alltäglicher Lebensverrichtungen ergebe. Dieser betrage bei 

mittlerer Hilflosigkeit 30 Stunden pro Verrichtung. Beim Versicherten würden vier 

Verrichtungen berücksichtigt, mithin ein Höchstbetrag von 120 Stunden. Wegen des 

Aufenthalts in der C.___ werde dieser Betrag um 50 % auf 60 Stunden gekürzt. Die 

Abklärung habe einen Aufwand von 55 Stunden pro Monat ergeben (IV-act. 409).

C.i     Am 5. April 2012 reichte der Versicherte eine Rechnung für das Assistenzgeld für 

den Monat „April“ 2012 ein, gemäss welcher sich die belegbaren Ausgaben auf 

Fr. 1’968.05 beliefen (IV-act. 414). Am 5. Mai 2012 reichte der Versicherte eine 

entsprechende Rechnung für den Folgemonat ein, gemäss welcher sich „das 

Assistenzbudget gemäss Verfügung“ auf Fr. 1’472.85 belief (IV-act. 417).

D.     

D.a   Gegen die Verfügung vom 22. März 2012 richtet sich die am 16. April 2012 

(Postaufgabe) erhobene Beschwerde, mit der die Zusprache eines höheren 

Assistenzbeitrages entsprechend dem effektiven Bedarf an Assistenz beantragt wird 

(act. G 1).

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D.b   Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde. In ihrer 

Beschwerdeantwort vom 22. Juni 2012 führte sie zur Begründung aus, das Bundesamt 

für Sozialversicherungen habe im Kreisschreiben über den Assistenzbeitrag (KSAB) 

Verwaltungsanweisungen für die Bemessung des Assistenzbedarfs im Einzelfall 

getroffen, die verbindlich seien. Der Hilfebedarf werde mit Hilfe eines standardisierten 

Abklärungsinstrumentes („FAKT“) sowohl für direkte als auch für indirekte 

Hilfeleistungen ermittelt. Die beantragte Ermittlung des Assistenzbeitrages aufgrund 

der effektiv benötigten bzw. vom Beschwerdeführer angegebenen Stunden komme 

daher von vorneherein nicht in Frage. Die im Oktober 2011 durchgeführte Abklärung 

habe bei den Alltagsverrichtungen einen Bedarf von 38 Minuten pro Tag ergeben. Darin 

inbegriffen seien Abzüge aufgrund der auswärtigen Tätigkeit im geschützten Rahmen. 

Im Bereich „Haushalt/gesellschaftliche Teilhabe/Freizeit“ hätten 71 Minuten pro Tag 

berücksichtigt werden können. Auch da seien Abzüge aufgrund der Abwesenheit 

tagsüber notwendig. Der gesamte Hilfebedarf belaufe sich auf 109 Minuten pro Tag 

oder 55 Stunden im Monat. Nach Abzug des Gegenwertes der Hilflosenentschädigung 

(35,69 Stunden) verbleibe ein Hilfebedarf von 19,31 Stunden pro Monat. Der 

festgelegte Assistenzbeitrag sei daher nicht zu beanstanden (act. G 4).

D.c   Mit Replik vom 21. August 2012 hielt der Beschwerdeführer an seinem mit 

Beschwerde vom 16. April 2012 gestellten Antrag fest (act. G 6).

D.d   Mit Duplik vom 10. September 2012 hielt auch die Beschwerdegegnerin an ihrem 

Antrag gemäss Beschwerdeantwort vom 22. Juni 2012 fest (act. G 8).

 

Erwägungen:

1.

1.1  Am 1. Januar 2012 sind im Zuge des ersten Massnahmenpaketes der 6. IV-

Revision unter anderem Bestimmungen über den Assistenzbeitrag ins Bundesgesetz 

über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) aufgenommen worden. Diese lösten 

einen während der Jahre davor durchgeführten Pilotversuch über den Assistenzbeitrag 

ab. Der im vorliegenden Verfahren Streitgegenstand bildende Anspruch des 

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Beschwerdeführers auf einen Assistenzbeitrag richtet sich daher – nach Ablauf der 

Übergangsfrist gemäss den Schlussbestimmungen zum IVG vom 18. März 2011 (in 

fine) bzw. ab dem 1. Juli 2012 – nach neuem Recht, d.h. nach Art. 42  ff. IVG und 

nicht mehr nach der ausser Kraft gesetzten Verordnung über den Pilotversuch 

Assistenzbeitrag.

1.2  Die Anspruchsvoraussetzungen sind vorliegend unbestrittenermassen erfüllt. 

Strittig ist der Umfang des Assistenzbeitrages. Gemäss Art. 42  Abs. 1 IVG bildet 

die für die Hilfeleistungen benötigte Zeit Grundlage für die Berechnung des 

Assistenzbeitrages. Davon abzuziehen ist die Zeit, die der Hilflosenentschädigung, den 

Beiträgen für Dienstleistungen Dritter anstelle eines Hilfsmittels und dem für 

Grundpflege ausgerichteten Beitrag der obligatorischen Krankenpflegeversicherung an 

Pflegeleistungen entspricht. Bei einem Aufenthalt in stationären und teilstationären 

Institutionen wird der für Hilfeleistungen im Rahmen des Assistenzbeitrages 

anrechenbare Zeitbedarf entsprechend reduziert (Art. 42  Abs. 2 IVG). Unter 

anderem hinsichtlich der einzelnen Bereiche und der minimalen und maximalen Anzahl 

Stunden, für die ein Assistenzbeitrag ausgerichtet wird, sowie der Pauschalen für 

Hilfeleistungen pro Zeiteinheit ist die Regelung auf dem Verordnungsweg vorgesehen 

(Art. 42  Abs. 4 IVG).

1.3  Gemäss Art. 39c der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) 

kann in folgenden Bereichen ein Hilfebedarf anerkannt werden: alltägliche 

Lebensverrichtungen, Haushaltsführung, gesellschaftliche Teilhabe und 

Freizeitgestaltung, Erziehung und Kinderbetreuung, Ausübung einer gemeinnützigen 

oder ehrenamtlichen Tätigkeit, berufliche Aus- und Weiterbildung, Ausübung einer 

Erwerbstätigkeit auf dem regulären Arbeitsmarkt, Überwachung während des Tages 

und Nachtdienst. Die Bestimmung des anerkannten Hilfebedarfs wird in Art. 39e IVV 

geregelt. Gemäss Art. 39e Abs. 2 lit. a IVV kann pro Monat höchstens ein Bedarf von 

30 Stunden pro alltägliche Lebensverrichtung, die bei der Festsetzung der 

Hilflosenentschädigung mittleren Grades festgehalten wurde, für Assistenz bei 

alltäglichen Lebensverrichtungen, Haushaltsführung, gesellschaftlicher Teilhabe und 

Freizeitgestaltung berücksichtigt werden. Für die Bereiche nach Art. 39c lit. d–g 

(Erziehung und Kinderbetreuung, Ausübung einer ehrenamtlichen Tätigkeit, berufliche 

Aus- und Weiterbildung, Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen 

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Arbeitsmarkt) werden monatlich insgesamt höchstens 60 Stunden berücksichtigt. 

Gemäss Art. 39e Abs. 4 IVV werden die Höchstansätze für jeden Tag und jede Nacht, 

die die versicherte Person pro Woche in einer Institution verbringt, um zehn Prozent 

gekürzt.

1.4  Gestützt auf diese Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen hat das Bundesamt 

für Sozialversicherungen das Kreisschreiben über den Assistenzbeitrag (KSAB) er­

lassen. Darin sind Unterteilungen der in Art. 39c IVV genannten Bereiche in Teilbereiche 

(KSAB, Rz 4002), dieser Teilbereiche in verschiedene Tätigkeiten (KSAB, Rz 4003) und 

jeder Tätigkeit in verschiedene Verrichtungen (Teilhandlungen; KSAB, Rz 4004) 

enthalten. Sodann sieht das KSAB ein Stufensystem für die einzelnen Bereiche bzw. 

Teilbereiche vor. Gemäss diesem System ist für jeden Teilbereich festzulegen, ob die 

versicherte Person nicht (Stufe 0), unwesentlich oder sporadisch (Stufe 1), in mehreren 

Teilhandlungen regelmässig (Stufe 2), weitgehend (Stufe 3) oder vollständig (Stufe 4) 

auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist (KSAB, Rz 4009 ff.). Jeder 

Kombination von Teilhandlung und Stufe wird schliesslich ein Minutenwert zugeordnet 

(KSAB, Rz 4015). Ein im KSAB enthaltenes Beispiel illustriert die Bemessung des 

Assistenzbedarfs: Der Bereich der alltäglichen Lebensverrichtungen enthält unter 

anderem den Teilbereich des An- und Auskleidens, der seinerseits unter anderem die 

Teilhandlung des Zusammenstellens der Kleider enthält. Kann eine versicherte Person 

lediglich noch kleinere Kleidungsstücke aus der Schublade nehmen, ist für diese 

Teilhandlung Stufe 3 festzulegen (vgl. KSAB, Rz 4013), womit der Hilfebedarf für diese 

Teilhandlung auf drei Minuten pro Tag festgesetzt wird (vgl. KSAB, Rz 4015). Ermittelt 

wird der Hilfebedarf in der Praxis mithilfe eines standardisierten elektronischen 

Abklärungssystems, dem so genannten FAKT (vgl. KSAB, Rz 4005).

2.

2.1  In Bezug auf das KSAB gilt, was allgemein für Verwaltungsweisungen, 

Kreisschreiben und dergleichen zu beachten ist: Es handelt sich dabei nicht um 

Rechtsnormen; sie sind für das Gericht nicht verbindlich. Allerdings berücksichtigt das 

Gericht die Lösung gemäss Verwaltungsweisung, wenn sie eine überzeugende 

Interpretation des Gesetzes durch die Aufsichtsbehörde zum Zweck der rechtsgleichen 

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Anwendung des Gesetzes darstellt (vgl. etwa BGE 122 V 249 E. 3d S. 253 mit 

zahlreichen Hinweisen).

2.2  Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat bei der Ausarbeitung des KSAB 

offenbar einen erheblichen Aufwand betrieben, indem es sämtliche für die Ermittlung 

eines Assistenzbedarfs massgebenden Bereiche systematisch in Teilbereiche, 

Tätigkeiten und Teilhandlungen aufgegliedert, ein einheitliches Stufensystem für die 

Ermittlung des Hilfebedarfs für die einzelnen Teilhandlungen eingeführt und für 

sämtliche sich daraus ergebenden Kombinationen von Teilhandlungen und Stufen 

Minutenwerte festgelegt hat. Die Intention war offenbar, damit ein systematisches, 

standardisiertes und damit möglichst rechtsgleiches Vorgehen der Verwaltung im 

Einzelfall zu forcieren, nicht zuletzt auch mittels Bereitstellung eines elektronischen 

Abklärungssystems mit entsprechenden Vorgaben. Diese Vorgaben und Hilfsmittel 

bergen allerdings die Gefahr einer zu weit gehenden Abstrahierung von den 

tatsächlichen Verhältnissen. Die Rechtsanwender werden damit tendenziell dazu 

angehalten, abstrakt anhand der vorgegebenen Erläuterungen und Beispiele einen 

Assistenzbedarf zu ermitteln, was gleichzeitig bedeuten kann, dass den Umständen 

des Einzelfalles nicht genügend Rechnung getragen wird. Das KSAB kennt zwar 

diverse Ausnahmebestimmungen. So heisst es etwa in KSAB, Rz 4016, dass in jedem 

Bereich ein Zusatzaufwand gewährt werden könne, wenn der Bedarf der betroffenen 

Person im entsprechenden Bereich über dem verfügbaren Zeitrahmen liege. Das KSAB 

lässt also die Möglichkeit zu, sich unter gewissen Voraussetzungen von den Richtlinien 

zu lösen und eine dem Einzelfall angemessenere Lösung zu wählen. Solche 

Ausnahmebestimmungen sind notwendig, denn nicht nur die Ungleichbehandlung von 

Gleichem verletzt das Rechtsgleichheitsgebot, sondern auch die Gleichbehandlung von 

Ungleichem.

2.3  Das Argument der Beschwerdegegnerin, die Anwendung des KSAB bzw. des 

elektronischen Abklärungssystems lasse von vorneherein keine Berücksichtigung des 

effektiven Bedarfs im Einzelfall zu, überzeugt daher nicht. Wenn aber das KSAB den 

Ermessensspielraum der Verwaltung – ohne entsprechende gesetzliche Grundlage – 

derart einschränken würde, wäre es als gesetzwidrig und daher für das Gericht insofern 

als unverbindlich zu qualifizieren. Aufgabe von Verwaltung und Gericht ist es nämlich in 

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erster Linie, das Gesetz unter Berücksichtigung sämtlicher massgebender Umstände 

des Einzelfalles anzuwenden.

3.

3.1  Offenbar fand die Ermittlung des Assistenzbedarfs vorliegend im Rahmen einer 

Abklärung vor Ort am 11. bzw. 12. Oktober 2011 statt (vgl. IV-act. 368, 391 und 405). 

Ein entsprechender Abklärungsbericht liegt in Form eines (schlecht lesbaren) 

Ausdrucks aus dem elektronischen Abklärungssystem vor (vgl. IV-act. 391 ff. und 405). 

Die Abklärungsbeauftragte hielt im Bericht vom 12. Oktober 2011 unter anderem fest, 

der Beschwerdeführer könne seine Kleidung grundsätzlich selbständig 

zusammenstellen (einzelne Kleidungsstücke müssten gereicht werden), sei beim An- 

und Ausziehen hinsichtlich des Oberkörpers weitgehend selbständig, benötige aber 

mehrheitlich Unterstützung hinsichtlich des Unterkörpers, sei bei den Transfers 

mehrheitlich selbständig, benötige Unterstützung beim Einschenken, Schöpfen und 

Zerkleinern fester Speisen, könne aber ansonsten selbst essen, brauche Unterstützung 

bei der Wäsche des Unterkörpers und beim Transfer in die und aus der Badewanne, 

ebenso beim Haare waschen und der Nagelpflege, benötige Anleitung beim Rasieren 

und Unterstützung beim Eincremen und Frisieren, könne Telefongespräche selbständig 

führen, benötige aber Unterstützung bei schriftlicher Korrespondenz, könne kleinere 

Mahlzeiten bereiten und beim Rüsten mithelfen, den Tisch decken, Sachen auf den 

Tisch stellen, eine Spülmaschine ein- und ausräumen und die Küche oberflächlich 

reinigen, ebenso das Badzimmer, benötige aber Unterstützung beim Bett machen, 

könne leichtere Arbeiten wie Staub wischen auf Sitzhöhe ausführen, eine Einkaufsliste 

erstellen, wenige kleinere Dinge einkaufen, sei in der Fortbewegung weitgehend 

selbständig, könne Teilhandlungen der Kleiderwäsche übernehmen und Aktivitäten 

nachgehen, die keiner grösseren körperlichen Anstrengung bedürften. Die 

Abklärungsbeauftragte ermittelte einen durch die festgehaltenen Einschränkungen 

bedingten Assistenzbedarf von 65,4 Stunden pro Monat. Davon zog sie wegen der 

täglichen Arbeit in der C.___ bei den alltäglichen Lebensverrichtungen (Mobilität 

drinnen, Essen und Trinken, An- und Auskleiden) insgesamt 5,5 Minuten pro Tag bzw. 

2,79 Stunden pro Monat (5,5 Minuten/Tag × 30,4 Tage/Monat ÷ 60 Minuten/Stunde) 

sowie im Bereich „Haushalt/Gesellschaftliche Teilhabe/Freizeit“ wegen der auswärtigen 

Ernährung 15 Minuten pro Tag bzw. 7,6 Stunden pro Monat (15 Minuten/Tag × 30,4 

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Tage/Monat ÷ 60 Minuten/Stunde) ab. Damit reduzierte sich der Assistenzbedarf auf 

55 Stunden pro Monat (65,4 – 2,79 – 7,6 = 55,01 Stunden). Nach Abzug des Gegen­

wertes der Hilflosenentschädigung (35,69 Stunden pro Monat) ergab sich ein 

Assistenzbedarf von 19,31 Stunden pro Monat (vgl. IV-act. 406–1).

3.2  Der Beschwerdeführer stellt sich in seinen Eingaben auf den Standpunkt, er 

benötige während mehr als 55 bzw. 65,4 Stunden Assistenz, nämlich während rund 

123,5 Stunden pro Monat (vgl. IV-act. 408). Zur Begründung führte er unter anderem 

an, dass die Beschwerdegegnerin teilweise zu Unrecht Selbständigkeit hinsichtlich 

bestimmter Verrichtungen angenommen habe. Er könne das Badezimmer und die 

Küche nicht alleine reinigen, nicht kochen und nicht rüsten. Ausserdem habe die 

Beschwerdegegnerin nicht berücksichtigt, dass er Hilfspersonen auch während 

bestimmter Wartezeiten entschädigen müsse. Er könne beispielsweise die Hilfsperson 

nicht während der zehn Minuten, in denen er seinen Oberkörper abtrockne und 

gewisse Kleidungsstücke anziehe, nach Hause schicken bzw. nur jene Zeiten 

entschädigen, in denen die Hilfspersonen ihm effektiv helfen (vgl. act. G 6).

3.3  Die Frage, wie hoch der benötigte Assistenzbedarf ist, kann aufgrund der Akten 

nicht beantwortet werden, weil die Beschwerdegegnerin den massgebenden 

Sachverhalt nicht genügend abgeklärt hat. Die Abklärung im Haushalt des 

Beschwerdeführers fand am 10./11. Oktober 2011 statt. Damals wohnte der 

Beschwerdeführer noch bei seinem Patenonkel. Rund zwei Wochen später, am 

27. Oktober 2011, meldete der Beschwerdeführer, er werde ab dem 1. Januar 2012 

alleine wohnen (IV-act. 368 und 370). Damit war klar, dass die im Rahmen der 

Abklärung vom 10./11. Oktober 2011 festgestellten tatsächlichen Verhältnisse im 

massgebenden Zeitpunkt – der Übergang vom Pilotprojekt zur definitiven Regelung 

erfolgte ebenfalls per 1. Januar 2012 – nicht mehr aktuell sein würden. Trotzdem führte 

die Beschwerdegegnerin keine weitere Abklärung mehr durch, weshalb die 

angefochtene Verfügung auf veralteten, nicht mehr relevanten Abklärungen beruht bzw. 

sich der massgebende Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erweist. Bevor über den 

Anspruch auf einen Assistenzbeitrag ab dem 1. Januar 2012 verfügt werden kann, ist 

zwingend eine weitere Abklärung im (neuen, eigenen) Haushalt des Beschwerdeführers 

durchzuführen. Die angefochtene Verfügung ist bereits aus diesem Grund aufzuheben 

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und die Angelegenheit ist an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung einer solchen 

Abklärung und anschliessenden Neuverfügung zurückzuweisen.

4.

4.1  Der Wechsel vom Pilotprojekt zur definitiven Regelung des Assistenzbeitrages ist 

mit bestimmten Modifikationen der Leistungen verbunden. Eine wesentliche Änderung 

stellt die Reduktion des anrechenbaren Zeitbedarfs bei einem Aufenthalt in stationären 

und teilstationären Institutionen (Art. 42  Abs. 2 IVG) dar. Eine solche Reduktion 

war im Rahmen des Pilotprojekts nicht vorgesehen. In seiner Botschaft zum ersten 

Massnahmenpaket der 6. IV-Revision vom 24. Februar 2010 führte der Bundesrat 

diesbezüglich aus, die Leistungen bei Aufenthalt in solchen Institutionen (stationär: 

Heime, Spitäler und psychiatrische Kliniken; teilstationär: Werkstätten, Tagesstätten, 

Sonderschulen und berufliche Eingliederungsstätten) seien durch die Kantone bzw. im 

Rahmen der beruflichen Eingliederungsstätten durch die Invalidenversicherung bereits 

geregelt. Der Aufenthalt in stationären Einrichtungen schliesse den Anspruch auf einen 

Assistenzbeitrag aus. Bei einem Aufenthalt in einer teilstationären Institution (ohne 

Übernachtung) würden nur Hilfeleistungen vor und nach der Inanspruchnahme des 

institutionellen Angebots berücksichtigt, wie etwa beim Aufstehen und Waschen am 

Morgen (BBl 2010, 1903 und 1948). Weder der vorgesehene Text von 

Art. 42  Abs. 2 IVG noch die Ausführungen des Bundesrates dazu gaben im 

Parlament Anlass zu Diskussionen; der Text wurde lediglich – ohne Begründung – 

leicht modifiziert (Amtl. Bull. StR 2010, 660; Amtl. Bull. NR 2010, 2103 ff.). Der 

Grundgedanke von Art. 42  Abs. 2 IVG ist, den Umfang des Assistenzbeitrages 

näher zu spezifizieren. Sinn und Zweck des Assistenzbeitrages ist es, den Betroffenen 

ein selbständiges Leben ausserhalb stationärer Institutionen zu ermöglichen. Halten sie 

sich dennoch zeitweise in stationären oder teilstationären Institutionen auf, soll der 

Assistenzbeitrag entsprechend gekürzt werden. Für die Leistungen, welche durch die 

Institutionen erbracht und entsprechend von den Kantonen oder im Rahmen der 

beruflichen Eingliederungsstätten von der Invalidenversicherung vergütet werden, 

sollen die Versicherten nicht zusätzlich Anspruch auf Vergütung im Rahmen des 

Assistenzbeitrages haben. Insofern kann Art. 42  Abs. 2 IVG auch als 

Koordinationsnorm verstanden werden. Die Kürzung stellt zudem einen negativen 

Anreiz dar, der verhindern soll, dass der Zweck des Assistenzbeitrages teilweise 

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vereitelt wird. Zur Art und Weise, wie dieser Zweck erreicht werden soll, enthält 

Art. 42  Abs. 2 IVG keine Anordnungen. Gemäss Wortlaut ist der anrechenbare 

Zeitbedarf „entsprechend“ dem Aufenthalt in der Institution zu kürzen. Konkretisiert 

wird Art. 42  Abs. 2 IVG durch Art. 39e Abs. 4 IVV. Dort wird festgehalten, dass für 

jeden Tag und für jede Nacht, die die versicherte Person in einer Institution verbringt, 

die Höchstansätze um 10 % gekürzt werden. Anstelle einer konkreten Kürzung soll also 

eine pauschale Kürzung erfolgen. Überdies soll nicht der ermittelte Bedarf gekürzt 

werden, sondern der Höchstansatz, wobei damit nur die in Art. 39e Abs. 2 IVV 

genannten Höchstansätze gemeint sein können. Diese Konkretisierung ist zwar nicht 

naheliegend, aber mit dem Wortlaut und dem Sinn und Zweck von Art. 42  Abs. 2 

IVG letztlich vereinbar. Die Kürzung um je 10% pro Tag und Nacht führt dazu, dass bei 

einem Aufenthalt in einer Institution während der Woche (Montag bis Freitag) kein 

Anspruch auf Assistenzbeitrag mehr verbleibt. Er lässt vertreten, in einem solchen Fall 

davon auszugehen, dass die betroffene Person nicht mehr selbständig wohnt, wenn sie 

nur die Wochenenden ausserhalb der Institution verbringt.

4.2  Problematisch ist allerdings, dass das Bundesamt für Sozialversicherung in 

Rz 4099 KSAB explizit vorgesehen hat, dass halbe Tage wie ganze Tage „verrechnet“ 

werden. Dadurch wird nämlich weder der Dauer des Aufenthaltes in einer stationären 

oder teilstationären Institution noch dem Umfang der in dieser Zeit erbrachten Assi­

stenzleistungen Rechnung getragen. Versicherte, die in einem Teilpensum in einer 

geschützten Werkstätte arbeiten und dieses Teilpensum auf fünf Tage pro Woche 

verteilen (wie etwa der Beschwerdeführer), werden gleich behandelt wie Versicherte, 

die vollzeitig in einer geschützten Werkstätte arbeiten. Diese rechtsungleiche 

Behandlung findet keine Stütze im Gesetz und lässt sich nicht rechtfertigen. Würde der 

in Art. 39e Abs. 4 IVV vorgesehene Raster im Sinne von Rz 4099 KSAB verstanden, 

erwiese er sich deshalb als gesetzwidrig. Wird allerdings der Raster in dem Sinne 

verfeinert, als nur eine Kürzung um 5 % erfolgt, wenn sich eine versicherte Person nur 

maximal einen halben Tag in einer teilstationären Institution aufhält, werden stossende 

Rechtsungleichheiten vermieden. So spielt es keine Rolle, ob eine versicherte Person 

ein halbes Pensum auf zweieinhalb aufeinanderfolgende Tage oder auf fünf Halbtage 

verteilt – in beiden Fällen beläuft sich die Kürzung auf 25 %, während sich gemäss 

Rz 4099 KSAB die Kürzung im einen Fall auf 50 % und im andern auf 30 % belaufen 

würde.

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4.3  Aus diesem Grund ist Rz 4099 KSAB als gesetzeswidrig zu qualifizieren. Hält sich 

eine versicherte Person an einem bestimmten Tag höchstens während eines Halbtages 

in einer teilstationären Einrichtung auf, ist der Höchstansatz nur um 5 % zu kürzen.

4.4  Da der Beschwerdeführer an fünf Halbtagen pro Woche in der C.___ arbeitet, ist 

der Höchstansatz von 120 Stunden entsprechend der oben festgelegten Regel um 

25 % zu kürzen (5 × 5 %). Der massgebende Höchstansatz beträgt demnach 90 

Stunden (75 % × 120 Stunden). Die Beschwerdegegnerin hat ihrer neuen Verfügung 

(vgl. E. 3.3) diesen Höchstansatz zugrunde zu legen.

5.   

5.1  Die Beschwerdegegnerin hat nebst dem Höchstansatz auch den effektiven Bedarf 

teilweise – nämlich bei den alltäglichen Lebensverrichtungen und im Haushalt – 

pauschal um 50 % gekürzt. Diese Kürzung von 5,5 plus 15 Minuten pro Tag hat sie für 

jeden Tag im Monat vorgenommen, indem sie die Kürzung mit 30,4 Tagen/Monat 

multipliziert hat. Dieses Vorgehen ist als gesetzwidrig zu qualifizieren. Erstens ist 

gemäss Art. 42  Abs. 2 IVG und Art. 39e Abs. 4 IVV einzig eine pauschale Kürzung 

des Höchstansatzes zulässig; eine doppelte Kürzung – nämlich des Höchstansatzes 

und des effektiven Bedarfs – ist unzulässig. Zweitens ist es unzulässig, die Kürzung für 

jeden Tag im Monat vorzunehmen. Auch wenn eine Doppelkürzung zulässig wäre, 

dürfte die Kürzung des effektiven Bedarfs nur für die Tage erfolgen, an denen sich die 

versicherte Person effektiv in der teilstationären Institution aufhält.

5.2  Da ohnehin in jedem Fall eine eingehende Abklärung vor Ort zur Ermittlung des

effektiven Assistenzbedarfs erforderlich ist, rechtfertigt sich eine pauschale Kürzung 

des effektiven Bedarfs sowieso nicht. Kürzungen sind nur insoweit vorzunehmen, als 

ein Anteil des Assistenzbedarfs effektiv durch die fragliche Institution gedeckt wird. Es 

ist mit anderen Worten im Einzelfall konkret zu ermitteln, für welche im Rahmen der 

(konkreten) im Assistenzbedarf enthaltenen Tätigkeiten die versicherte Person effektiv 

Hilfe durch die Mitarbeiter der Institution erhält. Diese aus dem Assistenzbedarf 

auszuklammernden Hilfeleistungen sind sodann nur für die Tage zu berücksichtigen, an 

denen sie effektiv durch die Mitarbeiter der Institution erbracht werden. Die 

Beschwerdegegnerin hat entsprechend bei der Ermittlung des Assistenzbedarfs dafür 

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zu sorgen, dass keine pauschalen Kürzungen des Bedarfs erfolgen. Andererseits hat 

sie die Hilfeleistungen, die effektiv durch die C.___ erbracht werden, vom Bedarf 

auszunehmen – und zwar für die Tage, an denen diese Hilfeleistungen effektiv erbracht 

werden, das sind die Wochentage, ohne Ferien.

6.   

6.1  In grundsätzlicher Hinsicht ist zuletzt darauf hinzuweisen, dass die Zusprache 

eines ungenügenden Assistenzbeitrages sich im Ergebnis wie die Abweisung eines 

Gesuchs um einen Assistenzbeitrag auswirken wird. Wenn die betroffene Person 

längerfristig nicht in der Lage ist, die für die Deckung des Assistenzbedarfs effektiv – 

unter Berücksichtigung der zumutbaren Schadenminderungspflicht – benötigte 

Dritthilfe zu entschädigen, wird sie faktisch gezwungen sein, sich (wieder) in ein Heim 

zu begeben, weil die selbständige Lebensführung nicht mehr gewährleistet ist. Der 

Sinn und Zweck des Instruments des Assistenzbeitrages würde dadurch vereitelt. 

Gerade auch deshalb ist es zwingend notwendig, den Assistenzbeitrag soweit als 

möglich anhand der tatsächlichen Verhältnisse im Einzelfall festzulegen.

6.2  Das bedeutet insbesondere auch, dass die IV-Stelle das ihr vom Gesetz 

eingeräumte Ermessen pflichtgemäss ausüben muss. Sie hat – bei Verwendung des 

elektronischen Abklärungssystems FAKT – Gebrauch zu machen von den 

Möglichkeiten, allfälligen besonderen Verhältnissen Rechnung zu tragen, um so den im 

konkreten Einzelfall unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände benötigten 

Assistenzbedarf zu ermitteln. Kann etwa eine versicherte Person eine bestimmte 

Teilhandlung selbst ausführen, darf nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, 

eine Hilfsperson müsse entsprechend weniger lang anwesend sein. Entscheidend ist 

letztlich nämlich, wie lange eine Hilfsperson anwesend sein und entschädigt werden 

muss. Selbstverständlich kann dies auch „Leerzeiten“ umfassen, während derer eine 

versicherte Person Teilhandlungen selbst vornimmt, denn es wäre unrealistisch, eine 

Hilfsperson beispielsweise für zehn Minuten aus dem Haus zu schicken und diese Zeit 

nicht zu entschädigen. Bei der Ermittlung des Assistenzbedarf ist diesen Umständen 

hinreichend Rechnung zu tragen. Die Abklärungsperson wird entsprechend mit der 

versicherten Person die typischen Tagesabläufe, etwa für Werktage, Wochenendtage 

und Tage mit vermehrten Haushaltsarbeiten (Waschtag, Putztag etc.), durchzugehen 

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haben. Danach wird sie unter Berücksichtigung der zumutbaren 

Schadenminderungspflicht zu beurteilen haben, wofür im konkreten Einzelfall welcher 

Zeitbedarf – unter Berücksichtigung der erwähnten „Leerzeiten“ – anzurechnen ist. Den 

vom Bundesamt für Sozialversicherungen festgelegten Minutenwerten kann dabei 

Richtwertcharakter zukommen, massgebend sind letztlich aber die Verhältnisse im 

konkreten Einzelfall.

6.3  Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Ange­

legenheit zur Durchführung weiterer Abklärungen und anschliessender Neuverfügung 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sie hat namentlich eine erneute 

Abklärung an Ort und Stelle durchzuführen. Dabei hat sie den Assistenzbedarf in 

Ausübung ihres Ermessens bedarfsgerecht zu ermitteln, das heisst beispielsweise 

Leerzeiten zu berücksichtigen und Kürzungen aufgrund des Aufenthaltes in der 

teilstationären Einrichtung nur insoweit vorzunehmen, als ein entsprechender Bedarf 

tatsächlich durch die Institution gedeckt wird. Der massgebende Höchstansatz von 120 

Stunden ist sodann lediglich um 25 % bzw. 30 Stunden auf 90 Stunden zu kürzen, weil 

sich der Beschwerdeführer bloss an fünf Halbtagen in der geschützten Werkstätte 

aufhält.

6.4  Die gemäss Art. 69 Abs. 1  IVG zu erhebenden und angesichts des durchschnitt­

lichen Aufwands auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten sind ausgangsgemäss 

der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Dem Beschwerdeführer wird der von ihm 

geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe zurückerstattet.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

22. März 2012 aufgehoben und die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen im Sinne 

der Erwägungen und anschliessender Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

bis

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2.       Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dem 

Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

zurückerstattet.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.05.2013
	Art. 42sexies IVG. Art. 39e IVV. Umfang des Assistenzbeitrages. Für die Ermittlung des Assistenzbedarfs ist der effektive Bedarf im Einzelfall massgebend. Den vom Bundesamt für Sozialversicherungen herausgegebenen abstrakten Werten kommt bloss Richtwertcharakter zu. Rz. 4099 KSAB erweist sich als gesetzwidrig. Auch der von teilstationären oder stationären Institutionen gedeckte Bedarf ist konkret zu ermitteln (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Mai 2013, IV 2012/133).

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