# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 33d1bbff-44d4-5dd0-9404-375c33e2979e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Gesundheits-, Sozial und Integrationsdirektion 26.02.2025 2025.GSI.16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Weitere/BE_VB_003_2025-GSI-16_2025-02-26.pdf

## Full Text

Kanton Bern  
Canton de Berne  

  

   

Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion 

Rathausplatz  1  
Postfach  
3000  Bern  8 
+41 31 633 79 41  (Telefon)  
+41 31 633 79 56 (Fax)  
info.ra.gsi@be.ch  
www.be.ch/gsi  

Referenz: 2025.GSI.16 / wam, ang, vb 

Beschwerdeentscheid vom  26.  Februar  2025 

in der  Beschwerdesache  

A.  

Beschwerdeführer 

gegen  

B.  

Vorinstanz 

betreffend Sozialhilfebudget 

(Verfügung  der  Vorinstanz vom  18.  Dezember  2024) 

Kanton Bern 	 Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion  
Canton de Berne 	 2025.GSI.16  

I. 	Sachverhalt  

1. A. 	(nachfolgend: Beschwerdeführer) ist schutzbedürftig ohne Aufenthaltsbewilligung 

(Schutzstatus  S)  und wird seit dem  2.  Oktober  2023  vom  B. 	 (fortan: Vorinstanz) mit Asylsozi- 

alhilfe unterstützt.1  

2. Am 18.  Oktober  2024  bewilligte das Staatssekretariat für  Migration  (SEM)  der  Partnerin  

des  Beschwerdeführers,  die  ebenfalls über  den  Schutzstatus  S  verfügt und bis anhin dem Kanton  

C. 	zugewiesen war, auf Gesuch hin  den  Wechsel  in den  Kanton Bern.2  

3. Seit dem  1.  November  2024  lebt  der  Beschwerdeführerin mit seiner Partnerin  in  einer 

gemeinsamen Wohnung.3  

4. Mit Verfügung vom  18.  Dezember  2024  passte  die  Vorinstanz aufgrund  der  veränderten 

persönlichen Verhältnisse  des  Beschwerdeführers  den  Grundbedarf für  den  Lebensunterhalt 

(GBL)  per 1.  November  2024  auf CHF  548.50 an. 

5. Gegen diese Verfügung erhob  der  Beschwerdeführer  am 6.  Januar  2025  Beschwerde 

bei  der  Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion  des  Kantons Bern (GSI). Darin beantragt 

er sinngemäss,  die  angefochtene Verfügung sei aufzuheben und  es  sei ihm  der  GBL für eine 

Person  in  einem Einpersonenhaushalt zu gewähren.  

6. Die  Rechtsabteilung  des  Generalsekretariats, welche  die  Beschwerdeverfahren für  die  

GSI leitet,4  holte  die  Vorakten ein und führte  den  Schriftenwechsel durch.  

7. Die  Vorinstanz beantragt  in  ihrer Beschwerdevernehmlassung vom  23.  Januar  2025 die  

Abweisung  der  Beschwerde. 

Auf  die  Rechtsschriften und Akten wird, soweit für  den  Entscheid wesentlich,  in den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.  

1  Angefochtene Verfügung vom  18.  Dezember  2024  (Vorakten)  
2  Verfügung SEM vom  18.  Oktober  2024  (Vorakten) 

Angefochtene Verfügung vom  18.  Dezember  2024  (Vorakten); E-Mail vom  29.  Oktober  2024  (Vorakten);  Intake-Ein-
trag vom  6.  November  2024  (Vorakten)  
4  Art. 7  Abs.  1  Bst.  m  der  Verordnung vom  30.  Juni  2021  über  die Organisation  und  die  Aufgaben  der  Gesundheits-, 
Sozial-  und  Integrationsdirektion (Organisationsverordnung GSI, OrV GSI; BSG  152.221.121)  i.V.m.  Art. 14a der  Direk-
tionsverordnung  über  die  Delegation  von  Befugnissen  der  Gesundheits-, Sozial-  und  Integrationsdirektion vom  17.  Ja-
nuar  2001  (DelDV GSI; BSG  152.221.121.2)  und  Art. 6  Abs.  1  Bst.  e  des  Organisationsreglements  des  Generalsekre-
tariats  der  Gesundheits-, Sozial-  und  Integrationsdirektion (OrgR  GS  GSI)  

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Erwägungen  

1. 	Sachurteilsvoraussetzungen 

1.1 	Die  Vorinstanz ist gestützt auf einen Leistungsvertrag mit dem Amt für Integration und Sozi-

ales  (AIS)  im Rahmen  der  ihr übertragenen Aufgaben als Trägerschaft verfügungsberechtigt  (Art. 5  

Abs.  1  i.V.nn.  Art. 10  Abs.  2  SAFG5). Diese Verfügungen sind gemäss  Art. 57  Abs.  1  SAFG bei  der  

GSI anfechtbar. Angefochten ist  die  Verfügung  der  Vorinstanz vom  18.  Dezember  2024. Die  GSI ist 

damit zur Beurteilung  der  Beschwerde vom  6.  Januar  2025  zuständig.  

1.2 	Der  Beschwerdeführer ist als Adressat  der  Verfügung ohne Weiteres zur Beschwerdefüh-

rung befugt  (Art. 65  VRPG6).  

1.3 	Auf  die  gemäss  Art. 67  VRPG form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutre-

ten.  

1.4 	Die  GSI prüft, ob  die  Vorinstanz  von  einer unrichtigen oder unvollständigen Feststellung  des  

Sachverhalts ausgegangen ist, ob sie Recht verletzt hat (einschliesslich allfälliger Rechtsfehler bei  der  

Ausübung  des  Ermessens) und ob  die  angefochtene Verfügung unangemessen ist  (Art. 66  VRPG).  

Der  GSI steht somit volle Kognition zu.  

2. Streitgegenstand 

Anfechtungsobjekt bildet vorliegend  die  Verfügung  der  Vorinstanz vom  18.  Dezember  2024.  Streitge-

genstand und damit zu prüfen ist, ob  die  Vorinstanz  den  GBL  des  Beschwerdeführers zu Recht auf 

CHF  548.50  angepasst hat.  

3. Argumente  der  Verfahrensbeteiligten  

3.1 	In der  Beschwerde vom  6.  Januar  2025  macht  der  Beschwerdeführer zusammengefasst gel-

tend, dass er  in  einer Zweck-Wohngemeinschaft lebe und ihm somit  der  Grundbedarf für einen Ein-

personenhaushalt zustehe und nicht auf ein Zweipersonenhaushalt abgestellt werden dürfe.  Er  lebe 

mit seiner Partnerin  in  derselben Wohnung, jedoch  in  getrennten Zimmern. Auch würden sie getrennt 

wirtschaften. Sie hätten niemals ein gemeinsames  Budget  gehabt. Jeder  von  ihnen habe stets separat 

verdient und  seine  Ausgaben individuell bestritten. Weiter führt  der  Beschwerdeführer aus, dass  seine  

Partnerin Veganerin sei, während er Fleisch und andere Produkte konsumiere,  die seine  Partnerin  

5  Gesetz vom  3.  Dezember  2019  über  die  Sozialhilfe im Asyl- und Flüchtlingsbereich (SAFG; BSG  861.1) 
6  Gesetz vom  23. Mai 1989  über  die  Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG  155.21) 

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nicht esse. Sie würden daher ihre Lebensmittel jeweils getrennt kaufen, kochen und essen. Eine ähn-

liche  Situation  bestehe bei  den  Hygieneartikeln.  Seine  Partnerin verwende ein Waschmittel, das er 

aufgrund einer Allergie nicht vertrage. Auch  die  Anschaffung  von  Kleidung und Schuhen erfolge ge-

trennt. Sie hätten weder früher  in  ihrem Heimatland noch jetzt  in der  Schweiz je ein gemeinsames  
Ci•-• 	 •Fnkrrs, •-• 	rse,  

I  ICAUJIICAILJULAUMGL gri ICUJL. VIG JUIGI  I I  CII  LI  'GI , VVLINUGI  I  CIIJUI INGII IG  L—I  IG  11-11 II  GI  I  UI IU JGIGI  I  KGII IG VUIIVVGILIMG 

rechtliche Familie.  

3.2 	In der  Beschwerdevernehmlassung vom  23.  Januar  2025  hält  die  Vorinstanz dem im We- 

sentlichen entgegen, dass als familienähnliche Wohn- und Lebensgemeinschaft Paare und Gruppen 

gelten würden, welche  die  Haushaltsfunktionen gemeinsam ausüben würden, d.h. zusammenleben 

würden, ohne eine Unterstützungseinheit zu bilden. Das zivilrechtliche Verhältnis, eine enge persönli-

che Beziehung oder das  Alter,  spiele dabei keine  Rolle.  Durch das gemeinsame Wohnen würden 

neben  der  Miete einzelne Kosten, welche im GBL enthalten seien, geteilt und somit verringert (z.B. Ab-

fallentsorgung, Energieverbrauch, Festnetz, Internet, TV-Gebühren, Zeitungen, Reinigung).  Es  sei zu 

berücksichtigen, dass  der  Kantonswechsel  der  Mitbewohnerin  des  Beschwerdeführers aufgrund eines 

Konkubinats mit dem Beschwerdeführer bewilligt geworden sei, weshalb nicht  von  einer Zweck-Wohn-

gemeinschaft auszugehen sei.  Der  GBL betrage  pro  Monat für Personen  in  einer individuellen Unter-

kunft für eine Haushaltsgrösse  von  zwei Personen CHF  548.50 pro  Person.  

4. 	Rechtliche Grundlagen  

4.1 	Wer  in  Not gerät und nicht  in der  Lage ist, für sich zu sorgen, hat Anspruch auf Hilfe und 

Betreuung und auf  die  Mittel,  die  für ein menschwürdiges Dasein unerlässlich sind  (Art. 12  BV7). Jede 

Person hat bei Notlagen Anspruch auf ein Obdach, auf  die  für ein menschwürdiges Leben notwendi-

gen Mittel und auf grundlegende medizinische Versorgung  (Art. 29  KV8). Das Recht auf Sozialhilfe-

leistungen gilt unabhängig vom aufenthaltsrechtlichen Status.8  Personen,  die  sich gestützt auf das 

AsylGl°  in der  Schweiz aufhalten und  die  ihren Unterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können, 

haben  von  Bundesrechts wegen Anspruch auf Sozialhilfe oder Nothilfe  (Art. 81  AslyG). Diese wird 

vom Zuweisungskanton gewährleistet und richtet sich nach kantonalem Recht  (Art. 80a  i.V.m.  Art. 82  

Abs.  1  AsylG). Im Kanton Bern gelten für  die  Gewährung  der  Sozialhilfe im Asyl- und Flüchtlingsbe-

reich  die  Bestimmungen  des  SAFG  (Art. 1  Abs.  1  EG  AIG  und AsyIG11). Darüber hinausgehend ist, im  

Sinn  einer Vollzugshilfe, grundsätzlich das BKSE-Handbuch12  anwendbar, wenn  es  im Einklang mit  

7  Bundesverfassung vom  18.  April  1999 der  Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV;  SR 101)  
Verfassung  des  Kantons Bern vom  6.  Juni  1993  (KV; BSG  101.1) 

9  Urteil  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons Bern Nr.  100.2022.138  vom  3.  November  2022  E.  3.2  
Asylgesetz vom  26.  Juni  1998  (AsylG;  SR 142.31) 

11  Einführungsgesetz zum Ausländer- und lntegrationsgesetz sowie zum Asylgesetz vom  9.  Dezember  2019  (EG  AIG  
und AsylG; BSG  122.20) 
12  Handbuch Sozialhilfe  der Berner  Konferenz für Sozialhilfe, Kindes- und Erwachsenenschutz (BKSE-Handbuch)  

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den  gesetzlichen Vorgaben steht und diese auf überzeugende und praktikable  Art  und Weise konkre-

tisiert.13  

4.2 	Die  Asylsozialhilfe umfasst Leistungen  der  persönlichen Hilfe  in  Form  von  Beratung, Betreu- 

ung, Vermittlung und  Information  sowie  der  wirtschaftlichen Hilfe  in  Form  von  Geld- und Sachleistun-

gen, Kostengutsprachen oder Gutscheinen  (Art. 21  Abs.  1  SAFG).  Die  wirtschaftliche Hilfe umfasst 

insbesondere  den  Grundbedarf für  den  Lebensunterhalt  (Art. 21  Abs.  2  Bst.  a  SAFG).  Der  Grundbe-

darf für  den  Lebensunterhalt (nachfolgend: GBL) dient zur Deckung  der  Kosten für  die  Verpflegung,  

die  Bekleidung,  die  Hygiene sowie für  die  persönlichen Auslagen  (Art. 23  Abs.  1  SAFV).  Die  GSI hat  

in der  SADV14  die  genauen Beiträge für  den  GBL festgelegt  (Art. 23  Abs.  2  SAFV). Dabei wird insbe-

sondere unterschieden zwischen Personen  in  einer Kollektivunterkunft und Personen  in  einer indivi-

duellen Unterkunft.  

4.3 	Der  Grundbedarf für Personen  in  einer individuellen Unterkunft wird unabhängig vom  Alter  

nach Haushaltsgrösse festgelegt  (Art. 2  SADV). Einzig  in  Zweck-Wohngemeinschaften entfallen im 

Vergleich zu familienähnlichen Wohn- und Lebensgemeinschaften  die  Synergieeffekte grösstenteils.  

Dies  ist bei  der  Festlegung  des  Grundbedarfs angemessen zu berücksichtigen. Als Grundlage für  die  

Berechnung  des  Grundbedarfs für Personen  in  Zweck-Wohngemeinschaften ist deshalb unabhängig  

von der  Anzahl Personen im Haushalt  der  Grundbedarf für einen Einpersonenhaushalt respektive der-

jenige für  die  tatsächliche Grösse  der  Unterstützungseinheit (z.B. Grundbedarf für einen Zweiperso-

nenhaushalt für Mutter mit minderjährigem Kind  in  einer Wohngemeinschaft) zu nehmen.  Der  so be-

messene Grundbedarf wird um sieben Prozent reduziert, um  den in  reduziertem Umfang bestehenden 

Synergieeffekten  in  einer Zweck-Wohngemeinschaft Rechnung zu tragen.15  Auch  die  ordentliche So-

zialhilfe orientiert sich bei  der  Bemessung  des  Grundbedarfs  an der  Haushaltsgrösse (vgl.  Art. 8  Abs.  2  

SHV18). Für  den  Vollzug  der  ordentlichen Sozialhilfe verweist  Art. 8  Abs.  1  SHV verbindlich auf  die  

SKOS-Richtlinien17  in der  Fassung  der  fünften Ausgabe vom  1.  Januar  2021.  Obwohl  die  SKOS-Richt-

linien vorliegend nicht anwendbar sind, können  die  nachfolgenden Erläuterungen zur Zweck-Wohn-

gemeinschaft respektive zur Wohn- und Lebensgemeinschaft aufgrund  der  vergleichbaren Ausgangs-

lagen analog beigezogen werden.  Die  SKOS-Richtlinien definieren eine Zweck-Wohngemeinschaft 

als Gemeinschaft  von  Personen,  die  mit dem Ziel zusammenwohnen,  die  Miet- und Nebenkosten ge-

ring zu halten.  Die  Ausübung und  die  Finanzierung  der  Haushaltsfunktionen (Wohnen,  Essen,  Wa-

schen, Reinigen usw.) erfolgt vorwiegend getrennt.18  Indizien für eine Zweck-Wohngemeinschaft sind  

13  BVR  2021 S. 159,  E.  4.3;  vgl. Urteil  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons Bern Nr.  100.2018.86U  vom  7.  Septem-
ber  2018  E.  2.1 
14  Direktionsverordnung vom  10.  Juni  2020  über  die  Sozialhilfe im Asylbereich (SADV; BSG  861.111.1) 
15  Handbuch Asyl-  und  Flüchtlingssozialhilfe,  Ziff. 5.7 
16  Verordnung vom  24.  Oktober  2001  über  die  öffentliche Sozialhilfe (Sozialhilfeverordnung, SHV; BSG  860.111) 
17  Richtlinien für  die  Ausgestaltung  und  Bemessung  der  Sozialhilfe  der  Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe 
(SKOS-Richtlinien)  
18  Ziff. C.3.2 der  SKOS-Richtlinien, Erläuterung  b 

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etwa eine weitgehende räumliche Trennung  der  benutzten Räume, häufige Abwesenheit  der  Mitbe-

wohnenden, das Bewohnen einer Mansarde mit Mitbenützung  der  Küche oder ein Untermietverhält-

nis.19  Keine Zweck-Wohngemeinschaften sind hingegen familienähnliche Wohn- und Lebensgemein-

schaften. Darunter fallen Paare oder Gruppen, welche  die  Haushaltsfunktionen (Wohnen,  Essen,  Wa-

schIen, Reinigen usw.) gemeinsam ausüben und/oder finanzieren, also zusammenleben, ohine eine 

Unterstützungseinheit zu bilden (z.B. Konkubinatspaare, Eltern mit volljährigen Kindern).26  Indizien für 

eine familienähnliche Wohngemeinschaft sind beispielsweise langjährige Wohngemeinschaften mit  

den  gleichen Personen oder gemeinsame Freizeitaktivitäten. Entscheidend sind  die  Verhältnisse im 

Einzelfall (z.B. besondere persönliche Verbundenheit) und eine Gesamtwürdigung  der  Umstände.21  

Das Vorliegen oder Fehlen eines einzelnen Indizes kann indes nicht ausschlaggebend sein — vielmehr 

ist eine Gesamtwürdigung  der  Umstände erforderlich.22  Das Halten getrennter Schlafzimmer und  die  

getrennte Einnahme  von  Mahlzeiten ist auch bei vielen Gemeinschaftshaushalten, wie etwa im Fami-

lienverband, nicht unüblich und rechtfertigt allein keine andere Betrachtungsweise.23  Das zentrale Kri-

terium, ob eine Wohngemeinschaft als familienähnliche Wohn- und Lebensgemeinschaft und damit 

als Mehrpersonenhaushalt zu behandeln ist, ist  die  gemeinsame Ausübung und Finanzierung aller 

oder mindestens wichtiger Haushaltsfunktionen wie  Essen,  Waschen und Reinigen.24  Massgebend ist 

somit inwieweit tatsächlich gemeinschaftlich gewirtschaftet wird, da nur dieser Umstand zu Spareffek-

ten führt.25  

5. 	Würdigung  

5.1 	Der  GBL für Personen  in  individuellen Unterkünften richtet sich nach  der  Haushaltsgrösse  

(Art. 2  SADV). Einzig bei einer Zweck-Wohngemeinschaft kann  von  diesem Grundsatz abgewichen 

werden.26  Strittig und nachfolgend zu prüfen ist, ob  der  Beschwerdeführer mit seiner Mitbewohnerin  

in  einer Zweck-Wohngemeinschaft oder  in  einer familienähnlichen Wohn- und Lebensgemeinschaft 

mit gemeinsamer Haushaltsführung lebt beziehungsweise ob sein GBL auf  der  Basis eines Einperso-

nenhaushalts oder auf  der  Basis eines Zweipersonenhaushalts zu bemessen ist.  Die  Abgrenzung zwi-

schen einer Zweck-Wohngemeinschaft und einer familienähnlichen Wohn- und Lebensgemeinschaft 

ist  in der Praxis  bisweilen schwierig. Zum einen verläuft  die  Grenze zwischen getrennter und gemein-

samer Ausübung  der  Haushaltsfunktionen fliessend, zum anderen ist  es  für eine aussenstehende  Be- 

19  Urteil  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons Bern Nr.  100.2021.26  vom  24.  August  2021  E.  2.4;  VVizent, Sozialhilfe- 
recht,  2.  Auflage  2023,  N.  674 
29  Ziff. C.3.1 der  SKOS-Richtlinien, Erläuterung  b 
21  Urteil  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons Bern Nr.  100.2021.26  vom  24.  August  2021  E.  2.4;  VVizent, a.a.O.,  
N.  674 
22  Urteil  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons Bern Nr.  100.2021.26  vom  24.  August  2021  E.  2.4 
23  Urteil  des  Bundesgerichts  8C_645/2015  vom  10.  Dezember  2015  E.  2.2. 
24  Leben  in  einer Wohngemeinschaft: Wie berechnet sich  der  Grundbedarf? SKOS Praxisbeispiel ZESO  1/15, S. 8 
25  Urteil  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons Bern Nr.  100.2021.26  vom  24.  August  2021  E.  2.4 
26  Vgl. Handbuch Asyl-  und  Flüchtlingssozialhilfe,  Ziff. 5.7 

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hörde schwierig,  die  konkreten Verhältnisse  der  Haushaltsführung mit vernünftigem Aufwand festzu-

stellen.  Die  sich aus  Art. 18  Abs.  1  VRPG ergebende Untersuchungspflicht stösst hier  an  ihre Grenzen.  

Die  Behörde ist oftmals darauf angewiesen, im Rahmen  der  vorzunehmenden Gesamtwürdigung  die  

Verhältnisse aufgrund äusserer Indizien abzuschätzen.  Die  Vermutung  der  gemeinsamen Haushalts-

führung drängt sich auf, sobald mehrere Personen mit engen familiären oder partnerschaftlichen Bin-

dungen  in  einer Wohnung oder einer entsprechenden Unterkunft zusammenleben. Damit ist  es  gege-

benenfalls Sache  der  unterstützten Person, eine ganz oder teilweise getrennte Haushaltsführung 

nachzuweisen und so  die  Vermutung umzustossen.27  

5.2 	Der  Beschwerdeführer lebt mit seiner Partnerin  in  einer Zweizimmerwohnung.28  Gegenüber 

dem SEM haben  der  Beschwerdeführer und  seine  Partnerin angegeben, dass sie sich im Jahr  2000  

respektive  2001  kennengelernt hätten und seit  2011 in  ihrem Heimatland  in  einer gemeinsamen Woh-

nung gelebt hätten. Ihr langfristiges Ziel sei  es,  ihre Beziehung weiter zu vertiefen, dauerhaft zusam-

menzuleben und  den  Haushalt gemeinsam zu führen.29  Weiter ergibt sich aus  den  Akten, dass  der  

Beschwerdeführer während  der  Zeit, als  seine  Partnerin noch dem Kanton  C. 	zugewiesen war, 

häufig nach  C. 	gefahren ist, um sie zu besuchen.3° Aufgrund  der  langjährigen bzw.  der  engen 

partnerschaftlichen Beziehung  des  Beschwerdeführers und seiner Partnerin drängt sich vorliegend  die  

Vermutung  der  gemeinsamen Haushaltsführung auf.31  

5.3 	Der  Beschwerdeführer macht ein Zusammenleben  mit  getrennter Haushaltsführung geltend, 

indem er festhält, dass er  und  seine  Partnerin innerhalb  der  Zweizimmerwohnung  in  getrennten Zim-

mern leben würden, aufgrund unterschiedlicher Ernährungsweisen getrennt einkaufen, kochen  und  

essen würden sowie auch separate Waschmittel hätten,  da  er  an  einer  Allergie  leide  und  das Wasch-

mittel seiner Partnerin nicht vertrage.  Auch  würden sie Kleidung  und  Schuhe  und  Hygieneartikel ge-

trennt besorgen.32  Der  Beschwerdeführer hat keine Belege eingereicht,  die  eine getrennte Haushalts-

führung untermauern würden (z.B. Einkaufsquittungen, Fotodokumentation  etc.).  Im Übrigen ist das 

Halten getrennter Schlafzimmer  und  die  getrennte Einnahme  von  Mahlzeiten auch bei vielen Gemein-

schaftshaushalten, wie etwa im Familienverband, nicht unüblich  und  vermag  an der  Vermutung, dass 

das  in der  gleichen Wohnung lebende Liebespaar eine familienähnliche Wohn-  und  Lebensgemein-

schaft  mit  gemeinsamer Haushaltsführung  und  keine Wohn-Zweckgemeinschaft bildet, nichts zu än-

dern.33  Der  Umstand, dass sich  die  Partnerin  vegan  ernährt  und  der  Beschwerdeführer Fleisch isst, 

schliesst eine gemeinsame Haushaltsführung ebenso wenig aus wie eine  Allergie  des  Beschwerde-

führers auf das Waschmittel  der  Partnerin. Ferner ist weder geltend gemacht noch ersichtlich, dass  

27  Wizent, a.a.O., Rz.  492;  Vgl. Urteil  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons Zürich VB.2023.00229 vom  14. Mai 2024  
E.  2.2.5 
28  Vgl. Mietvertrag vom  28.  Februar  2024  /  4.  März  2024  (Vorakten)  
29  Verfügung SEM vom  18.  Oktober  2024  (Vorakten)  
3°  Vgl.  Intake-Einträge vom  17.  November  2023  und  28.  November  2023  (Vorakten)  
31  Vgl. Wizent, a.a.O., Rz.  492 
32  Beschwerde vom  6.  Januar  2025  (Vorakten)  
33  Vgl. Urteil  des  Bundesgerichts  8C_645/2015  vom  10.  Dezember  2015  E.  2.2 

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ein getrenntes Reinigen  der  Wohnung stattfinden würde. Weitere Indizien,  die  für eine Zweck-Wohn-

gemeinschaft sprechen würden, wie etwa eine häufige Abwesenheit  der  Mitbewohnerin oder ein Un-

termietverhältnis, werden ebenfalls nicht geltend gemacht und gehen aus  den  Akten auch nicht hervor.  

5.4 	In  Anbetracht  der  Gesamtumstände ist vorliegend davon auszugehen, dass  der  Beschwer- 

deführer und  seine  Partnerin eine familienähnliche Wohn- und Lebensgemeinschaft bilden und wich-

tige Haushaltsfunktionen (Wohnen,  Essen,  Waschen, Reinigung) gemeinsam ausüben und/oder fi-

nanzieren, sodass  der  Beschwerdeführer  von  Synergieeffekten und gewissen Einsparungen profitiert. 

Durch das gemeinsame Führen  des  Haushalts werden nebst  der  Miete auch einzelne, im GBL enthal-

tene Kosten (etwa Abfallentsorgung, Energieverbrauch, Festnetztelefon, Internet- oder TV-Gebühren) 

geteilt und somit verringert.  

5.5 	Soweit  der  Beschwerdeführer einwendet, dass er und  seine  Partnerin lediglich Partner seien, 

keine Ehe führen würden und keine vollwertige rechtliche Familie seien, verkennt er, dass eine ge-

meinsame Haushaltsführung keine Ehe voraussetzt. Schliesslich gilt festzustellen, dass  der  Be-

schwerdeführer und  seine  Partnerin gegenüber dem SEM schriftlich mitgeteilt haben, dass  es  ihr Ziel 

sei, dauerhaft zusammenzuleben und  den  Haushalt gemeinsam zu führen.34  Auch vor diesem Hinter-

grund ist vorliegend nicht  von  einer getrennten Haushaltsführung auszugehen.  

5.6 	Aus dem Vorstehenden ergibt sich, dass für  den  monatlichen GBL  des  Beschwerdeführers 

auf  die  Pauschale  pro  Person eines Zweipersonenhaushalts abzustellen ist  (Art. 2  SADV).  Die  Vor-

instanz hat  den  GBL  des  Beschwerdeführers aufgrund  der  veränderten persönlichen Verhältnisse da-

mit zu Recht auf CHF  548.50 pro  Monat angepasst.  

6. Ergebnis 

Nach dem Geschriebenen erweist sich  die  Verfügung  der  Vorinstanz vom  18.  Dezember  2024  als 

rechtmässig und ist nicht zu beanstanden.  Die  Beschwerde vom  6.  Januar  2025  ist daher abzuweisen.  

7. Kosten  

7.1 	Die  Verfahrenskosten bestehen aus einer Pauschalgebühr. Diese beträgt für Entscheide  in  

Verwaltungsjustizsachen CHF  200.00  bis  4000.00 (Art. 103  Abs.  1  VRPG i.V.m.  Art. 19  Abs.  1  und  

Art. 4  Abs.  2  GebV35).  Die  Verfahrenskosten werden  der  unterliegenden Partei auferlegt,  es  sei denn, 

das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder  die  besonderen Um-

stände rechtfertigen, keine Verfahrenskosten zu erheben  (Art. 108  Abs.  1  VRPG). Vorliegend ist  der 

34  Verfügung vom  18.  Oktober  2204  (Vorakten)  
35  Verordnung vom  22.  Februar  1995  über  die  Gebühren  der  Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG  154.21) 

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Beschwerdeführer unterliegend und damit grundsätzlich kostenpflichtig. Praxisgemäss hat  der  

Beschwerdeführer jedoch keine Verfahrenskosten zu tragen.36  Entsprechend sind vorliegend keine 

Verfahrenskosten zu erheben.  

7.2 	Parteikosten sind keine angefallen  (Art. 104  VRPG) und demzufolge keine zu sprechen  

(Art. 108  Abs.  3  VRPG).  

36  Vgl. Urteil  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons Bern Nr.  100.2022.193  vom  5.  April  2023  E.  3  mit Hinweis auf 
BVR  2019 S. 360 

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Entscheid  

1. 	Die  Beschwerde vom  6.  Januar  2025  wird abgewiesen.  

LJIG  V  GI ICII  II  GI Jorm.../aLci vvci LicI  I  I\GII IG GI  I  IVIJGI  I. 

3. 	Parteikosten werden keine gesprochen.  

IV. 	Eröffnung 

— Beschwerdeführer,  per  Einschreiben 

— Vorinstanz,  per  Einschreiben 

Gesundheits-, Sozial- und 
Integrationsdirektion  

Pierre Alain  Schnegg 
Regierungsrat 

Rechtsmittelbelehrung 
Dieser Entscheid kann innert  30  Tagen seit seiner Eröffnung mit schriftlicher und begründeter Beschwerde beim Ver-
waltungsgericht  des  Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, Speichergasse  12, 3011  Bern, angefochten 
werden.  Die  Verwaltungsgerichtsbeschwerde,  die  mindestens  in 3  Exemplaren einzureichen ist, muss einen Antrag,  die  
Angabe  von  Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift enthalten;  der  angefochtene Ent-
scheid und greifbare Beweismittel sind beizulegen.  

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