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**Case Identifier:** a7455bf7-26b0-5f02-a0e8-13790a5db7a6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.03.2016 200 2015 1013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-1013_2016-03-30.pdf

## Full Text

200 15 1013 IV
SCP/SAW/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 30. März 2016

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Winiger

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 16. Oktober 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2016, IV/15/1013, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1977 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
erlitt 1994 eine Pilonfraktur, welche mittels einer oberen und unteren 
Sprunggelenksarthrodese (OSG- und USG-Arthrodese) behandelt wurde. 
Seither leidet sie an einer Pseudarthrose des Talushalses links (Akten der 
IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 7; 23 S. 10). Am 
15. August 2012 meldete sie sich bei der Eidgenössischen Invalidenversi-
cherung (IV) zum Leistungsbezug für Hilfsmittel an (act. II 1) und erhielt mit 
Schreiben der IVB vom 8. November 2012 (act. II 8) Kostengutsprache für 
die Anfertigung von orthopädischen Schuhen.

Am 4. März 2013 (act. II 10) meldete sich die Versicherte erneut zum Leis-
tungsbezug an und beantragte berufliche Massnahmen und eine Rente. In 
der Folge führte die IVB medizinische sowie erwerbliche Erhebungen durch 
und stellte mit Vorbescheid vom 12. Februar 2014 (act. II 53) die Abwei-
sung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Zur Begründung legte sie dar, 
die Anspruchsvoraussetzungen gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgeset-
zes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG; SR 831.20) 
seien nicht erfüllt, weil seit dem 24. Juni 2013 wieder eine volle Arbeits-
fähigkeit bestehe. Damit zeigte sich die Versicherte nicht einverstanden 
und erhob am 20. Februar 2014 Einwand (act. II 54). Die IVB veranlasste 
daraufhin eine Aktenbeurteilung durch Dr. med. C.________, Fachärztin für 
Allgemeine Innere Medizin FMH, des Regionalen Ärztlichen Dienstes der 
IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn (RAD) vom 20. Mai 2014 (act. II 57) 
sowie einen Abklärungsbericht Haushalt (vgl. Bericht vom 29. Dezember 
2014, act. II 61). Mit Vorbescheid vom 21. Januar 2015 (act. II 62) stellte 
sie der Versicherten wiederum die Abweisung des Leistungsbegehrens in 
Aussicht. Dabei ermittelte sie unter Berücksichtigung der gemischten Inva-
liditätsbemessungsmethode (Erwerb: 50%, Haushalt: 50%; vgl. E. 2.4 hier-
nach) einen Invaliditätsgrad von 2%. Nachdem die Versicherte hiergegen 
erneut Einwand (act. II 63) erhoben hatte, führte die IVB weitere medizini-
sche Abklärungen – insbesondere betreffend eine am 29. August 2014 
operativ durchgeführte Rearthrodese (act. 69 ff.) – durch und verfügte am 

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16. Oktober 2015 (act. II 86) nach Rücksprache mit dem RAD vom 20. Mai 
2015 (act. II 77) wie im Vorbescheid angekündigt.

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 17. November 2015 Beschwerde. Sie beantragt die Auf-
hebung der Verfügung vom 16. Oktober 2015 sowie die Zusprechung einer 
100%-igen Invalidenrente. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung 
an die Vorinstanz zurückzuweisen; subeventualiter sei die Vorinstanz an-
zuweisen, Massnahmen zur Wiedereingliederung zu verfügen. Ferner sei 
ihr das Recht auf unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung ihrer 
Rechtsvertreterin zu gewähren. Mit Eingabe vom 15. Dezember 2015 reich-
te sie zudem einen weiteren Arztbericht vom 10. Dezember 2015 (Akten 
der Beschwerdeführerin [act. I] 10) zu den Akten.

Mit Beschwerdeantwort vom 15. Januar 2016 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Dabei stützte sie sich u.a. auf 
eine weitere Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr. med. C.________ vom 12. 
Januar 2016 (act. II 92).

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 
1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde 
grundsätzlich einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 16. Oktober 2015 
(act. II 86). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der IV.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

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2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 
der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Me-
thode; BGE 141 V 15 E. 3.2 S. 20, 125 V 146 E. 2a S. 150).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen das 
Folgende entnehmen:

3.1.1 Bei symptomatischer Pseudarthrose des Talushalses nach OSG- 
und USG-Arthrodese im Rahmen einer Fraktur des Pilon tibiale 1994 wurde 

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der Beschwerdeführerin von den involvierten Ärzten eine Rearthrodese 
empfohlen (act. II 7; 22 S. 2 f.; 23 S. 3, 9, 11; 29.2 S. 7; 40 S. 6; 51 S. 3; 
59.2 S. 4). Dieser Eingriff erfolgte am 29. August 2014 (vgl. kombinierter 
Operations- und Austrittsbericht vom 16. September 2014, act. II 75 S. 2). 
Mit Bericht vom 19. Februar 2015 (act. II 69 S. 2) teilte der Operateur, 
Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates FMH, mit, die Sanierung der talonavi-
culären Pseudarthrose habe keine Linderung erbracht (vgl. dazu auch 
Sprechstundenverlauf ab 10. September 2014, act. II 71 S. 2 f.). Wegen 
den Beschwerden im Alltag sei die Patientin als ... zu 100% arbeitsunfähig, 
was vorderhand auch bleibe. Falls die Schmerzen durch eine spezialisierte 
Behandlung reduziert werden könnten, bestehe die Möglichkeit einer Be-
schäftigung zu maximal 30%. Sinnvoller wäre allerdings, bei gelinderten 
Schmerzen eine Umschulung an die Hand zu nehmen, da in einer rein sit-
zenden Tätigkeit eine deutlich höhere Arbeitsfähigkeit denkbar wäre. 

3.1.2 Am 30. März 2015 (act. II 72) diagnostizierten die Ärzte der or-
thopädischen Klink E.________ Dres. med. F.________, Facharzt für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, 
und G.________ einen Status nach Arthrodese einer symptomatischen 
Pseudarthrose des Talushalses und einen Status nach Arthrodese einer 
Fraktur des Pilon tibiale. Angesichts der Knochenmark-Anreicherung und 
der Klinik mit anhaltenden Schmerzen im Bereich der Pseudarthrose des 
Talushalses sei davon auszugehen, dass die Pseudarthrose die Schmer-
zen und deren Zunahme verursache. Nach Vorliegen der radiologischen 
Berichte sei die Situation nochmals zu Beurteilen und im Fall einer Persis-
tenz der Pseudarthrose eine Rearthrodese zu besprechen.

3.1.3 Die RAD-Ärztin Dr. med. C.________ führte in der Stellungnahme 
vom 20. Mai 2015 (act. 77 S. 2) aus, die Operation vom 29. August 2014 
sei nicht ausreichend gewesen; die Versicherte habe immer noch Probleme 
beim Gehen sowie Stehen für eine längere Zeit. Trotzdem sei es der Versi-
cherten möglich, ohne Einschränkungen in einer sitzenden Tätigkeit zu 
arbeiten. Hingegen sei die bisherige Arbeit als ... solange die Pseudarthro-
se bestehe nicht mehr zumutbar. 

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3.1.4 Im Bericht der Fusschirurgie des Spitals H.________ vom 17. Sep-
tember 2015 (act. II 87 S. 2) nannte Dr. med. I.________, Facharzt für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, 
als Diagnose einen Verdacht auf eine Pseudarthrose 13 Monate nach Ar-
throdese des Talonavikulargelenks (TN-Arthrodese) bei Status nach kom-
plexer Trümmerfraktur des Rückfusses mit OSG- und USG-Arthrodese im 
Jahre 1994. In einer im März 2015 durchgeführten Einzelphotonen-Emis-
sionscomputertomographie (SPECT-CT) zeige sich der TN-Spalt noch 
nicht verheilt mit deutlicher Knochenmark-Anreicherung am selben Punkt 
(vgl. act. II 72 S. 4). Die SPECT-CT-Untersuchung sei daher nochmals zu 
wiederholen. Sollte sich eine persistierende TN-Pseudarthrose zeigen, so 
wäre diese zu revidieren. Die Patientin sei bereits darauf aufmerksam ge-
macht worden, dass damit lediglich die mechanischen Schmerzen der 
Pseudarthrose behandelt werden könnten. Die Hyposensibilität, welche sie 
deutlich störe, werde dadurch nicht behoben, da diese am ehesten durch 
eine Nervenirritation oder -verletzung bedingt sei.

3.1.5 Die Hausärztin Dr. med. J.________, Fachärztin für Allgemeine In-
nere Medizin FMH, erläuterte in der Stellungnahme vom 30. Oktober 2015 
(act. II 88 S. 18), die Patientin habe seit der letzten Operation nicht nur 
stärkere Schmerzen, sondern (neu) auch eine Hypoästhesie am Fussrü-
cken entwickelt, die sie im Gangbild noch mehr beeinträchtige. Nebst der 
körperlichen Läsion des Fusses seien in den letzten Monaten zudem Fol-
gekrankheiten entstanden; die Patientin leide nunmehr an Rückenschmer-
zen (aufgrund der monatelangen Krückenbenutzung) und an einer Depres-
sion. Für sie als Hausärztin sei klar, dass die Patientin niemals mehr in 
ihrem Beruf als ... tätig sein könne. Sie brauche dringend eine Umschulung, 
um gegebenenfalls einen Beruf in sitzender Position zu maximal 50% fin-
den zu können. Dies weil die Schmerzen im Fuss auch beim Sitzen nach 
vier Stunden unerträglich würden. Schliesslich gab die Hausärztin an, be-
vor über einen Rentenanspruch entschieden werden könne, sei eine 
fachärztliche Begutachtung (Orthopäde/ Fussspezialist und Psychiater) 
durchzuführen.

3.1.6 Mit Schreiben vom 10. Dezember 2015 (act. I 10) berichtete 
Dr. med. D.________, die Operation vom 29. August 2014 habe trotz kon-

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sequenter Nachbehandlung nicht zum gewünschten Ziel geführt; es 
beständen Restbeschwerden, zu denen im SPECT-CT vom März 2015 ein 
anatomisches Korrelat gefunden worden sei. Es handle sich also kaum um 
einen „erfundenen“ Schmerz. Bei ausbleibender Schmerzreduktion im All-
tag sei die Evaluation einer geeigneten Tätigkeit leider noch immer nicht 
möglich. Im Weiteren ergänzte Dr. med. D.________, wäre das Behand-
lungsziel erreicht worden, so bliebe trotzdem ein äusserst steifer Rückfuss. 
Solche Füsse seien auch bei voll ausgebauter orthopädischer Schuhver-
sorgung im Regelfall delikat und minder belastbar. Eine stehend-gehende 
Tätigkeit sei daher in jungen Jahren mit funktionierenden Kompensations-
mechanismen noch möglich, hingegen im mittleren Lebensalter und später 
zunehmend schwieriger bis unmöglich. In Bezug auf eine rein sitzende 
Tätigkeit legte er dar, die Anforderungen an den Bewegungsapparat seien 
diesbezüglich nicht zu unterschätzen, insbesondere das Achsenskelett und 
der Schultergürtel könnten hier Beschwerden verursachen. Patienten, wel-
che ein annähernd normales Aktivitätsverhalten zeigten, seien in der Regel 
genügend trainiert, um solche Arbeiten ohne Beschwerden durchführen zu 
können, Patienten in einem schlechten Trainingszustand hätten hier jedoch 
ebenfalls Beschwerden. Er zweifle daran, dass eine solche Tätigkeit bei der 
Patientin problemlos umsetzbar wäre. Mit Sicherheit müsste vor einem sol-
chen Entscheid eine strukturierte und transparente Abklärung erfolgen.

3.1.7 Im Bericht vom 12. Januar 2016 (act. II 92 S. 2) nahm die RAD-
Ärztin Dr. med. C.________ zu den Ausführungen von Dr. med. 
D.________ vom 10. Dezember 2015 und von Dr. med. I.________ vom 
17. September 2015 Stellung und erläuterte, ein korrekt arthrodesiertes 
Fussgelenk müsse grundsätzlich ein Gehen und Stehen, mithin auch eine 
Arbeit in der ..., ohne relevante Einbusse wieder zulassen. Das Ziel der 
Arthrodese sei ja gerade, dass die Person wieder schmerzfrei gehen und 
stehen könne, indem Fussgelenke, die durch Abnutzung oder Fehlstellung 
Schmerzen verursachten, zusammenwachsen, womit die schmerzverursa-
chende Bewegung in den Gelenken ausgeschaltet werde. Grundsätzlich 
sei also davon auszugehen, dass ein arthrodesiertes Sprunggelenk nicht 
mehr schmerzen könne – weil es steif und knöchern verwachsen sei – und 
die Person zumindest auf ebenem Boden ohne relevante Einschränkung 
wieder gehen und stehen könne. Man finde hierzu auch Informationen von 

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Chirurgen im Internet. Im Weiteren teilte die RAD-Ärztin auch die Bedenken 
von Dr. med. D.________ in Bezug auf eine sitzende Tätigkeit nicht und 
entgegnete, in der Versicherungsmedizin könnten nicht die (immer subjek-
tiven) „Beschwerden“ über die Arbeitsfähigkeit entscheiden. Wo es an Trai-
ning fehle, sei ein solches eben nachzuholen; das gehöre zur Mitwirkungs-
pflicht. Die Zweifel von Dr. med. D.________ stünden vielmehr im Zusam-
menhang mit der Person und nicht mit dem objektiven medizinischen Be-
fund. Mit der Fussproblematik könne er die Zweifel an einer sitzenden 
Tätigkeit nicht begründen, weshalb er andere diffuse Beschreibungen her-
anziehe, die nichts mit dem eigentlichen gesundheitlichen Problem dieser 
Person zu tun hätten, wie Schulter- und mögliche Rückenbeschwerden. 
Unter Hinweis auf den Bericht von Dr. med. I.________ legte sie zudem 
dar, es sei davon auszugehen, dass nach einer weiteren Operation, wenn 
es wirklich zu einem knöchernen Durchbau gekommen sei, der Fuss wie-
der belastbar sei und entsprechend auch stehende und gehende Tätigkei-
ten wieder ausführbar seien. Vorläufig seien sitzende Tätigkeiten vollum-
fänglich zumutbar. Zudem sei auch klar, dass diese chronische Schmerz-
patientin nach einer weiteren kleinen Teiloperation nicht schmerzfrei werde. 
Die nicht organgebundenen Schmerzen beständen weiterhin. 

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2016, IV/15/1013, Seite 10

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 
E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-
achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b 
ee S. 354).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 16. Oktober 2015 (act. II 86) in medizinischer Hinsicht massge-
blich auf die Einschätzungen von Dr. med. C.________ vom 20. Mai 2015 
(act. 77 S. 2) gestützt.

3.3.1 Dem ist entgegen zu halten, dass die Aktenbeurteilung der RAD-
Ärztin die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert 
eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2.2 hier-
vor) nicht erfüllt, weshalb sie nicht als Grundlage zur Invaliditätsbemessung 
herangezogen werden kann. Dabei ist festzustellen, dass – worauf auch in 
der Beschwerde zutreffend hingewiesen wird (vgl. S. 7) – Dr. med. 
C.________ als Allgemeinmedizinerin nicht über die fachärztliche Qualifika-
tion für die Beurteilung orthopädischer Belange verfügt und es unterlassen 
hat, einen Orthopäden des RAD beizuziehen. Ihre Beurteilung, wonach die 
Beschwerdeführerin in einer sitzenden Tätigkeit voll arbeits- und leistungs-

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fähig sein soll, hat sie zudem weder schlüssig begründet noch beruht diese 
auf einer fachmedizinisch und mit den klinischen Befunden abgestützten 
Untersuchung. Denn die Berichte der behandelnden Fachärzte sprechen 
sich weder zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit mit der hier 
zu fordernden Klarheit aus noch können sich diese Ärzte der Beurteilung 
der RAD-Ärztin anschliessen (act. II 69 S. 2; 72 S. 1; 87 S. 2; act. I 10). Die 
medizinischen Schlussfolgerungen und Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit 
von Dr. med. C.________ sind daher nicht hinreichend beweiskräftig. Dar-
an ändern die Ergänzungen in der Stellungnahme vom 12. Januar 2016 
(act. II 92 S. 2 f.) nichts, denn Dr. med. C.________ hat sich hierbei im 
Rahmen einer antizipierten Beweiswürdigung lediglich auf allgemeine ver-
sicherungsmedizinische Erfahrungstatsachen gestützt und sich nicht fallbe-
zogen mit dem tatsächlichen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 
auseinandergesetzt. Vielmehr ist hervorzuheben, dass Dr. med. 
D.________ in seiner Stellungnahme vom 10. Dezember 2015 (act. I 10) 
festhielt, für die Beschwerdesymptomatik sei im SPECT-CT vom März 
2015 ein anatomisches Korrelat gefunden worden, weshalb es sich vorlie-
gend kaum um einen „erfundenen“ Schmerz handle. Diese Feststellung 
steht im Einklang mit der Beurteilung der Dres. med. F.________ und 
G.________ vom 30. März 2015 (act. II 72) und deckt sich mit dem Bericht 
von Dr. med. I.________ vom 17. September 2015 (act. II 87 S. 2), wonach 
der TN-Spalt nach 13 Monaten noch nicht verheilt war mit deutlicher Kno-
chenmark-Anreicherung am selben Punkt. Letzterer empfahl zudem weite-
re Abklärungen, insbesondere die Wiederholung der SPECT-CT-
Untersuchung, und im Fall einer persistierenden TN-Pseudarthrose eine 
Revisions-Operation. Ferner wies er darauf hin, dass damit einzig die me-
chanisch bedingten Schmerzen, nicht aber die Hyposensibilität, welche am 
ehesten durch eine Nervenirritation oder -verletzung bedingt sei, behoben 
werden könnten. Demnach ist nicht davon auszugehen, dass die vorlie-
gend zu beurteilende Beschwerdesymptomatik einem herkömmlichen „Ar-
throdesen-Fall“, für welchen die von Dr. med. C.________ angerufenen 
versicherungsmedizinischen Erfahrungswerte allenfalls Gültigkeit hätten, 
entspricht. Dies umso mehr, als den Akten und insbesondere dem Bericht 
der Hausärztin vom 30. Oktober 2015 (act. II 88 S. 18) zu entnehmen ist, 
die Beschwerdeführerin leide neben der körperlichen Läsion des Fusses 

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auch an Folgekrankheiten, namentlich an Hypoästhesie, Rückenschmerzen 
und an einer Depression (act. II 23 S. 2; 29.2 S. 1; 40 S. 4). 

3.3.2 Nach dem Dargelegten kann auf die Ausführungen der RAD-Ärztin 
Dr. med. C.________ vom 20. Mai 2015 (act. II 77 S. 2) nicht abgestellt 
werden. Zur Beurteilung der medizinischen Situation resp. der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit können jedoch auch nicht die – weitgehend überein-
stimmenden – Berichte der Fachärzte (act. II 69 S. 2; 72; 87 S. 2; act. I 10) 
oder der Hausärztin (act. II 88 S. 18) herangezogen werden, äussern sich 
diese doch nicht abschliessend zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten 
Tätigkeit sondern verwiesen vielmehr auf die Notwendigkeit weiterer Ab-
klärungen. 

Über den streitigen Rentenanspruch kann folglich noch nicht entschieden 
werden. In Gutheissung des Eventualbegehrens ist die Sache deshalb in 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 16. Oktober 2015 (act. II 86) 
an die Verwaltung zurückzuweisen, damit diese in Nachachtung der Unter-
suchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 ATSG) den medizinischen Sachverhalt 
unter Einbezug der Fachrichtungen Orthopädie, Neurologie und der Psych-
iatrie umfassend abklärt und anschliessend neu verfügt. Dabei hat sie ins-
besondere unter dem Aspekt der Zumutbarkeit auch die Chancen und Risi-
ken von weiteren Operationen zu beurteilen. 

Bei dieser Ausgangslage erübrigen sich weitere Ausführungen zu allfälligen 
Einschränkungen im Haushalt (vgl. Beschwerde S. 7  Ziff. 4) und zur Invali-
ditätsbemessung (Statusfrage). Insbesondere ist der Umstand unerheblich, 
dass – je nach Status-Beurteilung – allenfalls selbst bei Annahme einer 
vollen Erwerbstätigkeit kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2016, IV/15/1013, Seite 13

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

4.2 Angesichts ihres Unterliegens hat die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin die Parteikosten zu ersetzen. Diese werden ohne 
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach 
der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). 

In der Kostennote vom 4. Februar 2016 hat Rechtsanwältin B.________ ein 
Honorar von Fr. 2'062.50 sowie Auslagen von Fr. 26.-- und die Mehrwert-
steuer von Fr. 167.08 geltend gemacht. Diese Beträge sind nicht zu bean-
standen. Der gesamte Parteikostenersatz wird somit auf Fr. 2'255.60 (inkl. 
Auslagen und MWSt.) festgesetzt.

4.3 Da der Beschwerdeführerin keine Verfahrenskosten auferlegt und 
die Parteikosten ersetzt werden, ist ihr Rechtsschutzinteresse an der Beur-
teilung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege dahingefallen. Ent-
sprechend ist das Verfahren um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege 
gegenstandslos geworden und vom Geschäftsverzeichnis als erledigt ab-
zuschreiben (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen 
VRPG, 1997, Art. 39 N. 1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. März 2016, IV/15/1013, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Bern vom 16. Oktober 2015 aufgehoben und 
die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit sie 
– nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu 
verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'255.60 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Beiordnung von Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin 
wird als erledigt vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.