# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a2f83ead-02fd-5fdf-a467-f23632b36e49
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Einzelrichter 28.01.2021 SK2 2020 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_002_SK2-2020-42_2021-01-28.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Verfügung vom 28. Januar 2021

Referenz SK2 20 42

Instanz II. Strafkammer 

Besetzung Hubert, Vorsitzender
Guetg, Aktuar

Parteien A._____
Beschwerdeführer

Gegenstand Übertretung des Waffengesetzes

Anfechtungsobj. Beschluss des Regionalgerichts Engiadina Bassa/Val Müstair vom 
25.06.2020, mitgeteilt am 26.06.2020 (Proz. Nr. 515-2020-2)

Mitteilung 03. Februar 2021

I. Sachverhalt

A. Mit Strafbefehl vom 5. August 2019 erkannte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden A._____ der Übertretung des Waffengesetzes gemäss Art. 33 Abs. 1 
lit. a WG in Verbindung mit Art. 33 Abs. 2 WG schuldig und auferlegte ihm eine 
Busse in Höhe von CHF 200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung der Busse setzte es auf 2 Tage fest. Das sichergestellte Messer 
mit einhändig bedienbarem automatischem Mechanismus "Black Hawk" wurde 
gestützt auf Art. 31 Abs. 1 lit. a und Art. 31 Abs. 3 lit. a WG zur Vernichtung 
eingezogen. Die Gebühren betrugen CHF 275.00, sodass ein 
Gesamtrechnungsbetrag von CHF 475.00 resultierte.

Dem Strafbefehl liegt folgender Sachverhalt zugrunde:

Am _____ 2019, um 17:45 Uhr, reiste A._____ als Lenker des 
Lieferwagens RENAULT Master, Kontrollschilder B._____ in die Schweiz 
ein. Bei der Kontrolle beim Grenzübergang C._____ führte der 
Beschuldigte in einem Rucksack auf der Beifahrerseite ein als Waffe 
geltendes Messer mit einhändig bedienbaren automatischen (sic!) 
Mechanismus mit (vgl. Art. 4 Abs. 1 lit. c WG). Wer eine Waffe an öffentlich 
zugänglichen Orten tragen oder transportieren will, benötigt eine 
Waffentragbewilligung. Zudem ist für die Einfuhr in die Schweiz eine 
Bewilligung erforderlich. A._____ war pflichtwidrig nicht im Besitze der 
entsprechenden Bewilligungen. 

B. Mit Eingabe vom 14. September 2019, welche am 15. September 2019 der 
Finanzverwaltung Graubünden per Email zugesendet wurde, hat A._____ 
Einsprache gegen den Strafbefehl erhoben. 

C. Die Staatsanwaltschaft Graubünden hielt mit Überweisungsverfügung vom 
24. Februar 2019 am Strafbefehl fest und beantragte, die Einsprache wegen 
verspäteter Einreichung für ungültig zu erklären und einen 
Nichteintretensentscheid zu fällen. 

D. Mit Beschluss vom 25. Juni 2020 trat das Regionalgericht Engiadina 
Bassa/Val Müstair auf die Einsprache von A._____ nicht ein. Es stellte fest, dass 
der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 5. August 2019 
rechtskräftig sei. Die Verfahrenskosten von total CHF 2'150.00 (CHF 650.00 
Untersuchungsgebühren der Staatsanwaltschaft Graubünden und CHF 1'500.00 
Gerichtsgebühren) auferlegte es A._____, sodass dieser dem Regionalgericht 
total CHF 2'350.00 schuldet (inkl. Busse von CHF 200.00). 

E. A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) gelangte mit einem auf den 20. 
Juli 2020 datierten Schreiben ans Kantonsgericht von Graubünden und beantragte 
sinngemäss, den Beschluss des Regionalgerichts aufzuheben.  

II. Erwägungen

1.1. Der Beschwerdeführer wendet sich mit seiner Eingabe gegen einen 
Beschluss des Regionalgerichts Engiadina Bassa/Val Müstair, mit welchem es auf 
seine Einsprache gegen den Strafbefehl vom 5. August 2019 nicht eintrat. Gegen 
solche Beschlüsse steht ihm gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO die Beschwerde 
als zulässiges Rechtsmittel zur Verfügung. Dass die Eingabe keine 
Rechtsmittelbezeichnung enthält, gereicht dem Beschwerdeführer nicht zum 
Nachteil (sinngemäss Art. 385 Abs. 3 StPO). Aus der Eingabe geht mit 
genügender Klarheit sein Wille hervor, den betreffenden Beschluss des 
Regionalgerichts durch das Kantonsgericht von Graubünden überprüfen und 
aufheben zu lassen (vgl. Viktor Lieber, in: Donatsch et al. [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung, Bd. II, 3. Auflage, Zürich 2020, N 8 zu Art. 
385 StPO m.w.H.). 

1.2. Beschwerdeinstanz ist nach Art. 22 EGzStPO das Kantonsgericht von 
Graubünden. Die Behandlung der Beschwerde fällt in die Zuständigkeit der 
II. Strafkammer (Art. 10 Abs. 1 der Kantonsgerichtsverordnung [KGV; BR 
173.110]). Ist die Beschwerdeinstanz ein Kollegialgericht − wie es vorliegend der 
Fall ist (vgl. Art. 18 Abs. 1 des Gerichtsorganisationsgesetzes [GOG; BR 173.000]) 
−, so beurteilt deren Verfahrensleitung die Beschwerde in einzelrichterlicher 
Kompetenz, wenn diese ausschliesslich Übertretungen oder die wirtschaftlichen 
Nebenfolgen eines Entscheides von nicht mehr als CHF 5'000.00 zum 
Gegenstand hat (vgl. Art. 395 StPO). Beides trifft vorliegend zu, dürften doch auch 
die wirtschaftlichen Nebenfolgen, bestehend aus den Verfahrenskosten und dem 
Wert des eingezogenen und gemäss Strafbefehl zu vernichtenden Messers 
zweifellos unter CHF 5'000.00 liegen (vgl. oben Sachverhalt A.). Die 
einzelrichterliche Zuständigkeit des Vorsitzenden der II. Strafkammer ergibt sich 
überdies aus Art. 18 Abs. 3 des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG; BR 
173.000), erweist sich die Beschwerde doch als offensichtlich unbegründet (vgl. 
dazu E. 4.1 ff.). 

1.3. Die Beschwerde ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet einzureichen 
(Art. 396 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 385 Abs. 1 StPO ist genau anzugeben, 
welche Punkte des Entscheids angefochten werden (lit. a), welche Gründe einen 
anderen Entscheid nahe legen (lit. b) und welche Beweismittel angerufen werden 
(lit. c). An die Begründungsanforderung ist bei Laienbeschwerden praxisgemäss 
ein grosszügiger Massstab anzuwenden. Es genügt, wenn die Eingabe den 
Rechtsstandpunkt bzw. die Argumente des Beschwerdeführenden hinreichend 
deutlich werden lässt und diese sich in sachlicher sowie gebührender Form auf 

das vorliegende Verfahren beziehen (Urteile des Bundesgerichts 6B_721/2018 
vom 19. November 2018, E. 2.1 und 6B_279/2013 vom 5. September 2013, E. 1).

1.4. Die Beschwerdeschrift enthält, unter Berücksichtigung der Tatsache, dass 
es sich um eine Laienbeschwerde handelt, eine den vorzitierten Anforderungen 
genügende Begründung. Zwar fällt diese relativ rudimentär aus. Aus ihr geht 
jedoch mit der geforderten Deutlichkeit hervor, dass und aus welchen Gründen der 
Beschwerdeführer den Nichteintretensbeschluss aufgehoben haben möchte (vgl. 
dazu E. 4.1 ff.). 

1.5.1. Einer eingehenderen Betrachtung bedarf die Frage der Wahrung der 
Beschwerdefrist. Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist bei der 
Strafbehörde abgegeben oder zu deren Handen der Schweizerischen Post, einer 
schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder, im Falle 
von inhaftierten Personen, der Anstaltsleitung übergeben werden (Art. 91 Abs. 2 
StPO). Bei Benützung der ausländischen Post muss die Sendung entweder am 
letzten Tag der Frist bei der Strafbehörde eingehen oder vor Fristablauf von der 
Schweizerischen Post in Empfang genommen werden. Das Einreichen einer 
Eingabe bei einer ausländischen Post (mit Ausnahme der Liechtensteinischen 
Post) ist nicht fristwahrend (Urteil des Bundesgerichts 6B_640/2017 vom 21. 
August 2017, E. 2.3 m.w.H.). Trotz fehlender ausdrücklicher Regelung muss auch 
im Strafprozess der Grundsatz gelten, dass derjenige die Beweislast trägt, wer an 
die zu wahrende Frist gebunden ist (vgl. Beschluss des Obergerichts Zürich 
UH200133 vom 4. September 2020, E. 3.3.a f.; Christof Riedo, in: 
Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 
Strafprozessordnung, Bd. I, 2. Auflage, Basel 2014, N 68 zu Art. 91 StPO; Daniela 
Brüschweiler/Christa Grünig, in: Donatsch et al. [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung, Bd. I, 3. Auflage, Zürich 2020, N 7 zu Art. 
91 StPO). Dies hat zur Folge, dass im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid 
zuungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Entsprechend trägt der Rechtssuchende die 
Beweislast für die Rechtzeitigkeit der Erhebung eines Rechtsmittels. Die 
Rechtzeitigkeit muss mit Gewissheit feststehen, überwiegende Wahrscheinlichkeit 
genügt nicht (vgl. zum Ganzen BGE 142 V 389 E. 2.2 und E. 3.3).

1.5.2. Der angefochtene Beschluss wurde dem Beschwerdeführer gemäss 
Sendungsverfolgung der Schweizerischen Post am 14. Juli 2020 an seiner 
polnischen Wohnadresse zugestellt (vgl. act. E. 1). Die zehntätige Frist endete 
mithin am 24. Juli 2020. Die Beschwerdeschrift datiert vom 20. Juli 2020 und 
wurde am 21. Juli 2020 (Poststempel) bei der polnischen Post aufgegeben (vgl. 

act. A.1, Briefumschlag). Die Beschwerde ging indessen erst am 28. Juli 2020 
beim Kantonsgericht von Graubünden ein und hat damit grundsätzlich als 
verspätet zu gelten, es sei denn, sie wäre der Schweizerischen Post noch am 
letzten Tag der Frist übergeben worden. Trotz Nachforschungen konnte bzw. kann 
dieser Übergabezeitpunkt nicht eruiert werden (vgl. act. D.2). Die Folgen der 
dadurch unbewiesen gebliebenen rechtzeitigen Sendungsübergabe trägt der 
hierfür beweisbelastete Beschwerdeführer. Abgesehen davon sprechen auch 
Indizien gegen eine rechtzeitige Übergabe. Im Normalfall werden nämlich 
entsprechende Sendungen (Einschreiben), die am Vortag bei der 
Schweizerischen Post eingehen, am Folgetag zugestellt. Dies bedeutet 
vorliegend, dass grundsätzlich von einer am 27. Juli 2020 erfolgten 
Sendungsübergabe an die Schweizerische Post auszugehen ist. Weiter spricht für 
eine erst am 27. Juli 2020 erfolgte Übergabe die Tatsache, dass die Übermittlung 
im Ausland lange dauerte. So verliess die der polnischen Post am 21. Juli 2020 
aufgegebene Sendung erst am 23. Juli 2020 (02:18 Uhr) das polnische 
Staatsgebiet (vgl. act. D.2). Dass die Sendung bereits am darauffolgenden Tag 
der schweizerischen Post übergeben wurde, erscheint zweifelhaft. Dies nicht 
zuletzt auch mit Blick auf die teilweise sehr lange internationale 
Übermittlungsdauer (teils rund 18 Tage zwischen Verlassen der Schweiz bis zur 
Ankunft an der Grenzstelle Polen; vgl. act. E. 1, Sendungsverfolgung). So oder 
anders hat die Beschwerde als verspätet zu gelten. 

1.5.3. Gleichwohl ist auf die Beschwerde einzutreten. Denn anlehnend an die 
Rechtsprechung zum Sozialversicherungsrecht (BGE 125 IV 65 und BGE 144 II 
401) hat das Bundesgericht entschieden, dass dem im Ausland wohnenden 
Rechtsuchenden, der mangels entsprechenden Hinweises keine Kenntnis von der 
in Art. 91 Abs. 2 StPO verankerten (besonderen) Regel über den Fristenlauf bei 
einer Postaufgabe der Eingabe im Ausland hatte, diese Bestimmung nicht 
entgegengehalten werden kann. Wenn ein Zustellungsempfänger im Ausland 
wohnhaft sei, müsse, so das Bundesgericht, in der Rechtsmittelbelehrung 
grundsätzlich ein Hinweis auf Art. 91 Abs. 2 StPO enthalten sein (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_315/2019 vom 5. Juli 2019, E. 1.4 ff.). In der 
Rechtsmittelbelehrung des angefochtenen Beschlusses fehlt ein Hinweis auf die 
besondere Bestimmung von Art. 91 Abs. 2 StPO. Folglich kann, der vorzitierten 
Rechtsprechung folgend, dem in Polen wohnhaften und nicht anwaltlich 
vertretenen Beschwerdeführer nicht vorgeworfen werden, die Beschwerde sei 
verspätet. Auf die bei der polnischen Post noch während laufender 
Beschwerdefrist aufgegebene Beschwerde ist folglich einzutreten, zumal die 
weiteren formellen Voraussetzungen zu keinen Bemerkungen Anlass geben. 

2. Die Beschwerde gemäss Art. 393 ff. StPO stellt ein umfassendes 
Rechtsmittel dar. Die Beschwerdeinstanz verfügt über volle Kognition. Gerügt 
werden können Rechtsverletzungen (des materiellen sowie formellen Rechts), 
einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, 
Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, unvollständige oder unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts und Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 lit. a-c 
StPO). Die Beschwerde wird in einem schriftlichen Verfahren behandelt (Art. 397 
Abs. 1 StPO). 

3. Die Vorinstanz erwog, sie habe gestützt auf Art. 339 StPO vorfrageweise 
über die Gültigkeit des Strafbefehls oder der Einsprache zu entscheiden. Der 
Strafbefehl vom 5. August 2019, mitgeteilt am 12. August 2019, sei dem 
Beschwerdeführer am 19. August 2019 zugestellt worden. Die 10-tägige Frist zur 
Einreichung der Einsprache gegen den Strafbefehl (Art. 354 Abs. 1 StPO) habe 
damit bis zum 29. August 2019 gedauert. Der Beschwerdeführer habe die auf den 
14. September 2019 datierte Einsprache am 15. September 2019 per Email der 
Finanzverwaltung Graubünden geschickt. Die Einsprache sei damit zwei Wochen 
nach Ablauf der Einsprachefrist erfolgt. Auf die verspätete Einsprache könne 
folglich nicht eingetreten werden. Der Strafbefehl sei in Rechtskraft erwachsen. 

4.1. Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend, er sei zum Zeitpunkt der 
Zustellung des Strafbefehls auf einer Geschäftsreise gewesen. Der Strafbefehl sei 
seiner Ehefrau zugestellt worden. Sie beide sprächen nicht Deutsch. Deshalb 
habe sie seine Rückkehr abwarten müssen, um den Strafbefehl zu übersetzen 
und um nötigenfalls zu reagieren. Gemäss Brief (gemeint wohl der Strafbefehl) der 
Staatsanwaltschaft sei es möglich gewesen, per Email oder Brief zu antworten. 
Weil er zwischenzeitlich erneut auf Geschäftsreise gewesen sei, habe er per Email 
geantwortet und die Einsprache als Anhang gesendet. Nach seiner Rückkehr nach 
Hause habe er nach ungefähr zwei Wochen eine schriftliche Bestätigung samt 
Einspruchschreiben übermittelt. Es sei im Strafbefehl nie darauf hingewiesen 
worden, dass nur eine schriftliche Einsprache berücksichtigt werden könne. Er 
habe angenommen, dass eine Einsprache auch per Email zulässig sei. Dies liege 
wohl daran, dass er kein Deutsch spreche (vgl. act. A.1, S. 1, Ziff. 1). Zumindest 
implizit fordert er die Aufhebung des angefochtenen Nichteintretensbeschlusses. 
Mit seinen weiteren Ausführungen in den Ziffern 2, 3, 4 und 6 der Beschwerde 
macht er zudem geltend, weshalb der Strafbefehl materiell aufzuheben sei. 

4.2. Beschwerdegegenstand bildet vorliegend einzig die Frage, ob die Vor-
instanz zu Recht auf eine verspätet erhobene und damit ungültige Einsprache 
erkannte und auf diese nicht eintrat. Die materielle Begründetheit des Strafbefehls 

hat die Vorinstanz in diesem Stadium noch nicht beurteilt. Auf das entsprechende 
materielle Vorbringen des Beschwerdeführers ist daher nicht näher einzugehen. 

5.1. Gemäss Art. 354 Abs. 1 StPO kann gegen den Strafbefehl bei der 
Staatsanwaltschaft innert 10 Tagen schriftlich Einsprache erhoben werden. Der 
Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 5. August 2019, mitgeteilt am 
12. August 2019, wurde dem Beschwerdeführer gemäss Track&Trace der 
Schweizerischen Post am 19. August 2019 zugestellt. Die 10-tägige Frist zur 
Einreichung der Einsprache dauerte damit bis zum 29. August 2019. Gemäss Art. 
91 Abs. 1 StPO ist die Frist eingehalten, wenn die Verfahrenshandlung spätestens 
am letzten Tag bei der zuständigen Behörde vorgenommen wird. Eingaben 
müssen spätestens am letzten Tag der Frist bei der Strafbehörde abgegeben oder 
zu deren Handen der Schweizerischen Post, einer schweizerischen 
diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder, im Falle von inhaftierten 
Personen, der Anstaltsleitung übergeben werden. In casu hat der 
Beschwerdeführer die auf den 14. September 2019 datierte Einsprache mit Email 
vom 15. September 2019 der Finanzverwaltung Graubünden geschickt. Damit ist 
erstellt, dass die Einsprache gegen den Strafbefehl rund 2 Wochen nach Ablauf 
der Frist und damit offensichtlich verspätet erfolgte. Darüber hinaus entsprach die 
besagte Eingabe nicht dem Schriftlichkeitserfordernis und war nicht unterzeichnet 
(Art. 354 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 110 Abs. 1 Satz 2 StPO). Der Vollständigkeit 
halber sei auch erwähnt, dass mangels einer anerkannten elektronischen Signatur 
keine gültige elektronische Übermittlung der Einsprache erfolgte (vgl. Art. 110 Abs. 
2 StPO). 

5.2. Soweit der Beschwerdeführer sinngemäss geltend macht, die Zustellung an 
seine Ehefrau sei nicht rechtsgültig erfolgt, kann ihm nicht gefolgt werden. Die 
Aushändigung einer eingeschriebenen Postsendung an eine im gleichen Haushalt 
lebende, mindestens 16 Jahre alte Person ist – vorbehältlich anderer Anweisung 
durch die Strafbehörde – zulässig und bewirkt eine rechtsgültige Zustellung (Art. 
85 Abs. 3 StPO). Die unmittelbare postalische Übermittlung an seine polnische 
Wohnadresse ist ebenfalls nicht zu beanstanden (Art. 52 Abs. 1 des Schengener 
Durchführungsübereinkommens vom 19. Juni 1990 (SDÜ) und Art. 16 Ziff. 1 des 
zweiten Zusatzprotokolls vom 8. November 2001 zum Europäischen 
Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen (2. ZP zum EUeR; SR 
0.351.12).

6.1. Auch der – zumindest sinngemäss erhobene – Einwand, der Strafbefehl 
hätte ihm in polnischer Sprache eröffnet werden müssen, da er und seine Ehefrau 
kein Deutsch sprechen würden, geht fehl.

6.2. Nach Art. 68 Abs. 2 StPO wird der beschuldigten Person, auch wenn sie 
verteidigt wird, in einer ihr verständlichen Sprache mindestens der wesentliche 
Inhalt der wichtigsten Verfahrenshandlungen mündlich oder schriftlich zur 
Kenntnis gebracht. Ein Anspruch auf Übersetzung aller Verfahrenshandlungen 
sowie der Akten besteht nicht. Bei Strafbefehlen sind nach der Rechtsprechung 
zumindest das Dispositiv und die Rechtsmittelbelehrung zu übersetzen (BGE 145 
IV 197 E. 1.3.3; Urteile des Bundesgerichts 6B_667/20174 vom 15. Dezember 
2017, E. 5.4 und 6B_277/2019 vom 5. Juli 2019, E. 2.2.2). Die blosse Beilage 
eines Informationsblattes (Merkblatt "Information für fremdsprachige Personen") 
genügt bei fehlenden Sprachkenntnissen den Anforderungen von Art. 68 Abs. 2 
StPO grundsätzlich nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1294/2019 vom 8. 
Mai 2020, E. 1.3.1). Auch die vorliegend anwendbaren internationalen Abkommen 
sehen vor, dass die Urkunde - oder zumindest die wesentlichen Passagen - in die 
Sprache oder in eine der Sprachen der Vertragspartei, in deren Hoheitsgebiet der 
Empfänger sich aufhält, übersetzt wird, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen bzw. 
wenn bekannt ist oder Gründe für die Annahme bestehen, dass der 
Zustellungsempfänger der Sprache, in der die Urkunde abgefasst ist, unkundig ist 
(Art. 52 Abs. 2 Satz 1 SDÜ; Art. 16 Ziff. 4 i.V.m. Art. 15 Ziff. 3 des 2. ZP zum 
EUeR). 

6.3. Aus einer unrichtigen Rechtsmittelbelehrung dürfen den Parteien keine 
Nachteile erwachsen. Eine Partei ist freilich nur dann geschützt, wenn sie sich 
nach Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV, Art. 3 Abs. 2 lit. a StPO) auf die 
fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung verlassen durfte (vgl. zum dazu weitergehend 
Urteil des Bundesgerichts 6B_1294/2019 vom 8. Mai 2020, E. 1.3.2 m.w.H.). 
Diese Rechtsprechung findet auch dann Anwendung, wenn die 
Rechtsmittelbelehrung in Missachtung von art. 68 Abs. 2 StPO nicht übersetzt 
wurde (Urteil des Bundesgerichts 6B_667/2017 vom 15. Dezember 2017, E. 5.4).

6.4. Unbestrittenermassen wurde der Strafbefehl vom 5. August 2019 dem in 
Polen wohnhaften Beschwerdeführer nur in deutscher Sprache eröffnet. Eine 
Übersetzung fehlt. Eine solche kann auch nicht im dem Strafbefehl beiliegenden 
Merkblatt "Information für fremdsprachige Personen" (vgl. staatsanwaltschaftliches 
act. 10) erblickt werden (siehe oben E. 6.2). Es stellt sich vorliegend jedoch die 
Frage, ob der Beschwerdeführer aufgrund genügender Deutschkenntnisse 
überhaupt Anspruch auf eine Übersetzung gehabt hätte. 

Im Anzeigerapport der Grenzwachtpolizei Graubünden vom 12. Juni 2019 ist unter 
der Rubrik Verständigungssprache "Englisch&Deutsch" vermerkt 
(staatsanwaltschaftliches act. 2). Aus dem Einvernahmeprotokoll geht hervor, 

dass die Einvernahme des Beschwerdeführers auf Deutsch und Englisch 
durchgeführt wurde, er die – auf Deutsch formulierte – Rechtsmittelbelehrung 
verstanden und auf den Beizug eines Übersetzers verzichtet hat 
(staatsanwaltschaftliche act. 3, S. 1 f. und act. 14). Sodann bestätigte der 
Beschwerdeführer mit seiner Unterschrift die Richtigkeit seiner Ausführungen im 
Protokoll und in der Einvernahme. Beide sind wiederum in deutscher Sprache 
abgefasst (vgl. staatsanwaltschaftliches act. 2 und 3). In seiner Einsprache gegen 
den Strafbefehl macht der Beschwerdeführer zwar sinngemäss geltend, keine 
Übersetzung erhalten zu haben, wodurch sein Recht auf Information verletzt 
worden sei. Gleichwohl geht aus dem Einspracheschreiben hervor, dass er sich zu 
dem im Strafbefehl erhobenen Vorwurf genügend adäquat äussern kann, was auf 
ein Verständnis der deutschen Sprache schliessen lässt. Trotz folgender 
Übermittlung der Einsprache per Email an die Finanzverwaltung des Kantons 
Graubünden hatte er verstanden, an wen die Einsprache eigentlich zu adressieren 
gewesen wäre, ist die im Anhang der Email angefügte Einsprache selbst doch 
korrekt an die Staatsanwaltschaft adressiert (vgl. staatsanwaltschaftliches act. 12). 
Auch der weitere Schriftverkehr lässt darauf schliessen, dass der 
Beschwerdeführer über genügende Deutschkenntnisse verfügt, um den 
Strafbefehl sowie dessen Dispositiv zu verstehen. Jedenfalls war ihm 
offensichtlich der im Strafbefehl gemachte Sachverhaltsvorwurf verständlich und 
bekannt (vgl. staatsanwaltschaftliche act. 20 und act. 21). Nachdem die 
Staatsanwaltschaft Graubünden den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 22. 
Oktober 2019 über die möglicherweise verspätete und formal ungültige 
Einsprache informierte, übermittelte er ihr eine entsprechend "verbesserte" 
Einsprache und wies im Begleitschreiben explizit auf diese Verbesserung hin und 
fragte nach, wann die Frist nun ablaufen würde (vgl. staatsanwaltschaftliches act. 
18). Mithin war er durchaus im Stande, das auf Deutsch formulierte 
staatsanwaltschaftliche Schreiben inhaltlich zu verstehen. Auch die Vorladung der 
Vorinstanz war offensichtlich für ihn genügend verständlich, beantragte er nach 
deren Erhalt doch selbst, ihn von einem persönlichen Erscheinen zu dispensieren. 
Gleichzeitig äusserte er sich nochmalig inhaltlich zum Strafbefehl und wiederholte 
seine Rügen (vgl. vorinstanzliches act. II/1 bis II/4). Sodann war es dem 
Beschwerdeführer offensichtlich möglich, den Nichteintretensbeschluss der 
Vorinstanz samt entsprechender Rechtsmittelbelehrung zu verstehen und – unter 
Berücksichtigung seiner Laienstellung – adäquat anzufechten (act. A.1). 
Jedenfalls hat er diese innert der zehntägigen Frist der polnischen Post 
aufgegeben (21. Juli 2020) und enthält sie auch eine inhaltlich genügende 
Begründung, wenn auch auf Polnisch. Letzteres zeugt lediglich davon, dass der 
Beschwerdeführer sich möglicherweise nicht schriftlich auf Deutsch ausdrücken 

kann, nicht jedoch, dass er nur mangelhaft Deutsch lesen kann bzw. versteht. Der 
Beschwerdeführer weist in seiner Beschwerdeschrift denn auch selbst darauf hin, 
dass er den Strafbefehl übersetzen konnte (vgl. act. A.1, Ziff. 1). Es bleibt 
festzustellen, dass der Beschwerdeführer auf sämtliche auf Deutsch abgefassten 
Schreiben genügend adäquat reagierte und sich zu diesen inhaltlich äussern 
konnte. Er äusserte sich zu diesen jeweils ohne auch nur ansatzweise einen 
Übersetzungsbedarf kundzutun. Lediglich in seiner Einsprache gegen den 
Strafbefehl moniert er pauschal, dass dieser nicht auf Polnisch übersetzt worden 
sei. Mit anderen Worten kann von genügenden Deutschkenntnissen des 
Beschwerdeführers ausgegangen werden, sodass kein Anspruch auf Übersetzung 
gemäss Art. 68 Abs. 2 StPO besteht. Entsprechend liegt keine infolge 
unterbliebener Übersetzung fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung vor, woraus der 
Beschwerdeführer etwas zu seinen Gunsten ableiten könnte. 

6.5. Die beschwerdeführerische Rüge, in der Rechtsmittelbelehrung des 
Strafbefehls werde die elektronische Einspracheerhebung als zulässig bezeichnet, 
entbehrt jeglicher Grundlage. Unter dem Titel "Rechtsbehelf" wird explizit und fett 
hervorgehoben darauf hingewiesen, dass Einsprachen per Fax oder E-Mail 
ungültig sind (vgl. staatsanwaltschaftliches act. 9). 

Es bleibt beim vorinstanzlichen Erkenntnis der versäumten Einspracheerhebung. 
Ein den formellen Voraussetzungen genügendes Fristwiederherstellungsgesuch 
i.S.v. Art. 94 StPO hatte die Vorinstanz nicht zu beurteilen, womit ein solches auch 
nicht Beschwerdegegenstand bildet.

6.6. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die beschwerdeführerische 
Einsprache gegen den Strafbefehl vom 5. August 2019 verspätet erfolgte, was 
deren Ungültigkeit zur Folge hat. Folgerichtig hat die Vorinstanz einen 
Nichteintretensentscheid gefällt und festgestellt, dass der Strafbefehl vom 5. 
August 2019 in Rechtskraft erwachsen ist. Die Beschwerde erweist sich als 
offensichtlich unbegründet und ist abzuweisen. 

7. Infolge Unterliegens trägt der Beschwerdeführer die Kosten (Art. 428 Abs. 1 
StPO). In Anwendung von Art. 8 i.V.m. Art. 10 der Verordnung über die 
Gerichtsgebühren in Strafverfahren (VGS; BR 350.210) wird dem 
Beschwerdeführer eine reduzierte Gebühr in Höhe von CHF 500.00 auferlegt. 

III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 500.00 gehen zulasten 
von A._____.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

4. Mitteilung an:
– A._____