# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5d73f08-9355-50c7-b40f-c99cf54c71b5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.11.2025 E-8186/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8186-2025_2025-11-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-8186/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König, 

mit Zustimmung von Richter Grégory Sauder;  

Gerichtsschreiberin Karin Parpan. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch Dr. iur. Barbara Kammermann,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 24. September 2025 / N (…). 

 

 

 

E-8186/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der kurdische Beschwerdeführer mit letztem Wohnsitz in der Provinz Ga-

ziantep verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge letztmals am 

(…) Mai 2024. Am 17. Mai 2024 sei er in die Schweiz eingereist, wo er am 

selben Tag um Asyl nachsuchte. 

B.  

B.a Der damals noch minderjährige Beschwerdeführer wurde am 5. Juni 

2024 im Rahmen der sogenannten Erstbefragung für unbegleitete minder-

jährige Asylsuchende sowie am 28. Juni 2024 jeweils im Beisein seiner 

vormaligen Rechtsvertretung und Vertrauensperson zu seinen Asylgrün-

den angehört. Dabei machte er im Wesentlichen Folgendes geltend: 

B.b Als er noch sehr klein gewesen sei, hätten sich seine Eltern getrennt. 

Sein Vater sei noch vor seiner Geburt in die Schweiz gereist. Er sei zusam-

men mit seinem Zwillingsbruder, der sich mittlerweile ebenfalls in der 

Schweiz aufhalte und hier um Asyl nachgesucht habe, bei der Grossmutter 

väterlicherseits aufgewachsen, weil die Mutter sich nicht um sie gekümmert 

habe. Mit seinem Vater in der Schweiz habe er regelmässigen Kontakt ge-

habt. Der Vater habe für ihn und seinen Zwillingsbruder ein Familiennach-

zugsverfahren einleiten wollen, um sie zu sich in die Schweiz zu holen. Die 

Grossmutter sei mittlerweile zu alt, um für sie zu sorgen. Aufgrund seiner 

Aktivitäten in den Sozialen Medien sei dann aber ein Ermittlungsverfahren 

gegen ihn eingeleitet worden, weshalb er die Türkei schliesslich auf Anra-

ten seines Onkels väterlicherseits illegal verlassen habe. Ein Jahr zuvor 

habe er die Türkei bereits einmal auf legalem Weg verlassen, sei anschlies-

send aber in Kroatien aufgegriffen worden und auf illegale Weise wieder in 

die Türkei zurückgekehrt. Bis zur definitiven Ausreise im Mai 2024 habe er 

sich bei einer Tante väterlicherseits aufgehalten. Die türkischen Behörden 

hätten sich nach der letzten Ausreise ausserdem einmal telefonisch bei 

seinem Zwillingsbruder nach seinem Verbleib erkundet. 

C.  

Am 2. Juli 2024 wurde die Behandlung des Asylgesuchs dem erweiterten 

Verfahren zugeteilt, woraufhin die zugewiesene Rechtsvertretung ihr Man-

dat niederlegte. 

  

E-8186/2025 

Seite 3 

D.  

Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer im 

Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens unter anderem folgende Beweis-

mittel zu den Akten: 

• einen Antrag auf Ausstellung eines Vorführbefehls der Staatsan-

waltschaft B._______ vom (…) 2023; 

• einen Vorführbefehl des 1. Friedensstrafgerichts B._______ vom 

(…) 2023; 

• einen Vorführbefehl des Friedensstrafgerichts C._______ vom (…) 

2024. 

E.  

Mit Verfügung vom 24. September 2025 – eröffnet am Folgetag – verneinte 

das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, wies sein 

Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung sowie den Vollzug der Weg-

weisung an. 

F.  

Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht 

vom 24. Oktober 2025 Beschwerde gegen die vorinstanzliche Verfügung 

erheben. Darin beantragte er die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

und die Asylgewährung unter Anerkennung seiner Flüchtlingseigenschaft; 

eventualiter sei seine vorläufige Aufnahme anzuordnen, subeventualiter 

sei die Sache zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung sowie zur 

neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses sowie um Beiordnung seiner Rechtsvertreterin als amtliche 

Rechtsbeiständin. 

G.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 27. Oktober 2025 den Ein-

gang der Beschwerde. 

H.  

Am 3. November 2025 setzte das kantonale Migrationsamt das Bundes-

verwaltungsgericht von einem Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

D._______ vom 23. Oktober 2025 in Kenntnis (eine Beschwerde des Va-

ters des Beschwerdeführers in Sachen Familiennachzug betreffend). 

E-8186/2025 

Seite 4 

I.  

Mit Eingabe vom 4. November 2025 ersuchte der Beschwerdeführer das 

Bundesverwaltungsgericht um genauere Abklärung der Umstände unter 

denen abgewiesene Asylsuchende aus der Schweiz bei ihrer Rückkehr in 

die Türkei inhaftiert worden seien sowie erforderlichenfalls um Anpassung 

der Asylpraxis der Schweiz. Vor diesem Hintergrund sei sein Beschwerde-

verfahren bis zum Abschluss dieser Untersuchungen zu sistieren.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 2 AsylG, 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

  

Soweit in der ergänzenden Eingabe vom 4. November 2025 beantragt 

wird, das vorliegende Beschwerdeverfahren sei zu sistieren, bis Klarheit 

über die Umstände herrsche, unter denen Landsleute des Beschwerde-

führers nach der Abweisung ihrer Asylgesuche und der Rückkehr in die 

Türkei verhaftet worden seien, erweist sich dies nicht als erforderlich: Den 

Akten ist nichts zu entnehmen, das aktuell auf den Bedarf einer Anpassung 

der Praxis bei der Behandlung von Asylbeschwerden von Türkinnen und 

Türken hindeuten würde. Der Sistierungsantrag ist abzuweisen. 

E-8186/2025 

Seite 5 

  

Der Zwillingsbruder des Beschwerdeführers ersuchte seinerseits am 

11. Dezember 2023 in der Schweiz um Asyl. Angesichts der Minderjährig-

keit der beiden Brüder im Zeitpunkt der Einreichung ihrer Asylgesuche so-

wie der Anwesenheit ihres Vaters in der Schweiz teilen sich beide die  

N-Nummer mit diesem. Das Asylgesuch des Bruders wurde vom SEM mit 

separater Verfügung vom 24. September 2025 ebenfalls abgewiesen und 

anschliessend mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht angefoch-

ten. Dieses Verfahren E-8128/2025 wird koordiniert und gleichzeitig mit 

dem vorliegenden behandelt. Mit Urteil vom heutigen Datum weist das 

Bundesverwaltungsgericht auch diese Beschwerde ab. 

  

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb sie 

im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zwei-

ten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG) ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summarischer 

Begründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

  

6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist sie, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tat-

sachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

E-8186/2025 

Seite 6 

  

7.1 Das SEM begründete seinen ablehnenden Asylentscheid mit der man-

gelnden asylrechtlichen Relevanz der geltend gemachten Vorbringen. Aus 

den eingereichten Justizdokumenten – soweit überhaupt von deren Au-

thentizität auszugehen sei – könne insbesondere angesichts des mangeln-

den politischen Profils des Beschwerdeführers nicht darauf geschlossen 

werden, dass ihm mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine langjährige 

Haftstrafe drohe. Seine Beiträge in den Sozialen Medien ständen sodann 

in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit seiner Ausreise und insge-

samt liege die Vermutung nahe, dass er die Ermittlungsverfahren gegen 

ihn in rechtsmissbräuchlicher Absicht bewusst selbst eingeleitet habe oder 

habe einleiten lassen.  

7.2 Der Beschwerdeführer führte zur Begründung seines Rechtsmittels 

und in der ergänzenden Eingabe vom 4. November 2025 im Wesentlichen 

aus, es sei in Anbetracht aktueller Entwicklungen fraglich, ob die Einschät-

zung der Vorinstanz, wonach er bei seiner Einreise zwar voraussichtlich 

angehalten, zwecks Einvernahme der zuständigen Behörde zugeführt und 

anschliessend aber wieder freigelassen werde, noch zutreffe. Es seien zwi-

schenzeitlich Fälle bekannt geworden, in denen Personen mit einem 

rechtskräftig abgewiesenen Asylentscheid bei ihrer Rückkehr in die Türkei 

inhaftiert worden seien. Derzeit könne noch nicht abgeschätzt werden, ob 

und in wieweit die laufenden Abklärungen des SEM in diesen Fällen sich 

auf die offenbar überholte Asylpraxis in diesem Zusammenhang auswirken 

würden. Insgesamt sei davon auszugehen, dass er bei seiner Rückkehr 

festgenommen, der der zuständigen Strafverfolgungsbehörde zugeführt 

und anschliessend in Untersuchungshaft genommen werde, wo er als 

Kurde einem hohen Risiko für Misshandlungen in Polizeigewahrsam aus-

gesetzt sei. 

  

8.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die vorinstanzliche Verfügung zu bestätigen ist. Die Ausfüh-

rungen in der Beschwerde vermögen den Erwägungen des SEM letztlich 

nichts Stichhaltiges entgegenzusetzen. Somit kann vorab auf die  

zutreffenden Erwägungen der angefochtenen Verfügung verwiesen wer-

den. 

Ergänzend hält das Bundesverwaltungsgericht Folgendes fest: 

E-8186/2025 

Seite 7 

8.2 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ergibt sich aus den 

eingereichten Justizdokumenten im Zusammenhang mit Vorwürfen zu sei-

nen Aktivitäten in den Sozialen Medien – insbesondere den beiden Vor-

führbefehlen – nicht, dass ihm bei einer Rückkehr mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit eine langjährige Haftstrafe oder gar unmenschliche Behand-

lung droht. Derzeit ist offen, ob die Staatsanwaltschaft aufgrund der ihm 

vorgeworfenen Handlungen in den Sozialen Medien überhaupt Anklage er-

heben wird, ob das Gericht eine solche Anklage als begründet erachten 

und ein Gerichtsverfahren gegen den strafrechtlich unbescholtenen Be-

schwerdeführer eröffnet würde, ob er in der Folge (aus flüchtlingsrechtlich 

relevanten Motiven) zu einer Strafe (flüchtlingsrechtlich relevanter Intensi-

tät) verurteilt würde und ob ein solches Urteil vor den türkischen Rechts-

mittelinstanzen bestehen könnte. In diesem Zusammenhang ist auch da-

rauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer kein relevantes politisches 

Profil aufweist. Unter diesen Umständen ist – ungeachtet der Authentizität 

der eingereichten Justizdokumente – nicht von einer ihm in absehbarer Zu-

kunft mit erheblicher Wahrscheinlichkeit drohenden Verfolgung auszuge-

hen (vgl. dazu das Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts  

E-4103/2024 vom 8. November 2024 E. 8 m.w.H.). Der pauschale Verweis 

auf Einzelfälle in den Personen nach ihrer Rückkehr in die Türkei inhaftiert 

worden seien, vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern, zumal da-

raus keinerlei Bezug zum Beschwerdeführer und seinen persönlichen Vor-

bringen ersichtlich wird. Für eine Sistierung des vorliegenden Verfahrens 

besteht demnach im heutigen Zeitpunkt, wie eingangs erwähnt, keine Ver-

anlassung. 

8.3 Nach den vorstehenden Erwägungen ist abschliessend festzuhalten, 

dass der – mittlerweile volljährige – Beschwerdeführer aus der Dauer des 

vorinstanzlichen Verfahrens nichts zu seinen Gunsten abzuleiten ver-

möchte (vgl. Beschwerde S. 14 und untenstehende E. 10.3.3). 

8.4 Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die Vorinstanz zu 

Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein 

Asylgesuch abgelehnt hat. 

  

9.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

E-8186/2025 

Seite 8 

9.2 Der Beschwerdeführer verfügt namentlich bisher weder über eine aus-

länder-rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-

teilung einer solchen. Einem durch das kantonale Migrationsamt einge-

reichten Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons D._______ vom 

23. Oktober 2025 zufolge, wurde mit diesem Entscheid eine Beschwerde 

des Vaters der Zwillingsbrüder gegen die Verweigerung des für die beiden 

Kinder beantragten Familiennachzugs (respektive das Nichtreintreten auf 

das entsprechende Gesuch) abgewiesen; dieses Urteil ist noch nicht 

rechtskräftig. 

9.3 Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; 

vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

  

10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

10.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

10.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

10.2.2 Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers ist in Beach-

tung dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen 

zulässig, da es ihm nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, womit das in Art. 5 

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Seite 9 

AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement im 

vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet. 

10.2.3 Sodann sind keine Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Her-

kunftsstaat drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinn von 

Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK ersichtlich. 

10.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

10.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

10.3.1 Auch unter Berücksichtigung der Entwicklungen nach dem versuch-

ten Militärputsch im Juli 2016 ist gemäss konstanter Praxis des Bundes-

verwaltungsgerichts nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt oder von 

bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen in der Türkei – auch nicht für Angehö-

rige der kurdischen Ethnie – auszugehen (vgl. Referenzurteil E-4103/2024 

a.a.O. E. 13.2).  

10.3.2 Die verheerenden Auswirkungen der starken Erdbeben vom 6. Feb-

ruar 2023 vermögen ebenfalls keine generelle Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs in die betroffene Heimatprovinz des Beschwerdeführers 

zu begründen (vgl. Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts  

E-1308/2023 vom 19. März 2024 E. 11.3.1). Die Beurteilung der Zumutbar-

keit von Wegweisungen in das betroffene Gebiet ist im Rahmen einer ein-

zelfallweisen Prüfung der individuellen Lebenssituation der Betroffenen 

vorzunehmen, wobei der Situation vulnerabler Personen gebührend Rech-

nung zu tragen ist.  

10.3.3 Trotz des noch jungen Alters ist aufgrund der Akten nicht davon aus-

zugehen, dem Beschwerdeführer drohe bei einer Rückkehr aus individuel-

len Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Hinsicht eine 

existenzielle Notlage. In diesem Zusammenhang erscheint insbesondere 

zentral, dass der Beschwerdeführer über Familienangehörige in der Türkei 

E-8186/2025 

Seite 10 

(und der Schweiz) verfügt und er nicht überzeugend darzulegen ver-

mochte, diese seien nicht in der Lage ihn zu unterstützen.  

10.3.4 Der Beschwerdeführer verfügt über zehn Jahre Schulbildung. So-

dann gibt es keinen Grund zur Annahme, dass das Erdbeben im Februar 

2023 der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs entgegenstehen könnte, 

zumal er sich damals selbst noch in der Türkei aufgehalten und er keinerlei 

Probleme in diesem Zusammenhang geltend gemacht hat.  

10.3.5 Angesichts der zwischenzeitlich erreichten Volljährigkeit des Be-

schwerdeführers besteht im Übrigen keine Veranlassung, die Verfügung 

zur Abklärung seiner konkreten Lebensumstände in der Türkei an die Vor-

instanz zurückzuweisen. In diesem Zusammenhang ist insbesondere da-

rauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer, falls er kein Rechtsmittel 

eingelegt hätte, noch vor Eintreten der Rechtskraft der angefochtenen Ver-

fügung volljährig geworden wäre. Für die eventualiter beantragte Rückwei-

sung der Sache an die Vorinstanz (vgl. Beschwerde S. 12 f.) – die ange-

sichts der klaren Aktenlage im Urteilszeitpunkt einen unnötigen prozessu-

alen Leerlauf darstellen würde – besteht unter diesen Umständen keine 

Veranlassung. 

10.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 

E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeich-

nen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

10.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellen und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

  

12.1 Mit dem vorliegenden Urteil ist das Beschwerdeverfahren abge-

schlossen. Die mit der Beschwerde gestellten Gesuche um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) und amtliche 

Rechtsverbeiständung (Art. 102m Abs. 1 Bst. a AsylG) sind unbesehen der 

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Seite 11 

finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers abzuweisen, da die Be-

gehren gemäss den vorstehenden Erwägungen als aussichtslos zu be-

zeichnen waren und es daher an einer gesetzlichen Voraussetzung zu de-

ren Gewährung fehlt. Das Gesuch um Verzicht auf eine Kostenvorschuss-

erhebung ist mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos geworden. 

12.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1000.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

  

Der Antrag auf Sistierung des Beschwerdeverfahrens wird abgewiesen. 

  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amt-

liche Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1000.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Markus König Karin Parpan 

 

 

Versand: