# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 84adf3fc-5e4d-572b-8ebe-047c741b266f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 28.05.2015 110 2015 13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2015-13_2015-05-28.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2015/13 Bern, 28. Mai 2015

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

und

Herrn C.________
Beschwerdegegner 1

Frau D.________
Beschwerdegegnerin 2

beide vertreten durch Herrn Rechtsanwalt E.________

sowie

Baubewilligungsbehörde der Stadt Thun, Bauinspektorat, Industriestrasse 2, Postfach 
145, 3602 Thun

Amt für Wasser und Abfall (AWA), Rechtsdienst, Reiterstrasse 11, 3011 Bern

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Stadt Thun vom 19. Januar 
2015 (942/2014-0319; Abbruch Wohnhaus)

2

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegner reichten am 12. Mai 2014 bei der Gemeinde Thun ein 

Baugesuch für den Abbruch des Gebäudes F.________Strasse 16 und den Neubau eines 

Mehrfamilienhauses mit fünf Wohnungen und einer Einstellhalle mit zwölf Abstellplätzen 

sowie für das Bauen im Grundwasser und die temporäre Grundwasserabsenkung sowie 

ein Konzessionsgesuch für den Betrieb einer Wärmepumpe auf den Parzellen Thun 2 

(Strättligen) Grundbuchblatt Nrn. G.________ und H.________ ein. Die Parzellen liegen in 

der Wohnzone W2 und in der Gewässerschutzzone Au. Gegen das Bauvorhaben erhoben 

unter anderen die Beschwerdeführenden Einsprache. Mit Schreiben vom 16. Oktober 2014 

stellte die Gemeinde den Beschwerdegegnern nach der materiellen Prüfung die Erteilung 

des Bauabschlags in Aussicht, worauf die Beschwerdegegner das Neubauprojekt mit 

Schreiben vom 27. November 2014 bis auf das Abbruchgesuch und das Ausnahmegesuch 

für das Bauen im Grundwasser und für die Grundwasserabsenkung zurückzogen. Die 

Beschwerdeführenden hielten an ihren Einsprachen fest. Mit Gesamtentscheid vom 

19. Januar 2015 erteilte die Gemeinde Thun die Baubewilligung für den Abbruch des 

Gebäudes F.________Strasse 16 und die Ausnahmebewilligung für das Bauen im 

Grundwasser.

2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer 1 am 11. Februar 2015 und die 

Beschwerdeführerin 2 am 13. Februar 2015 Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und 

Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Beide beantragen die Aufhebung des 

Gesamtentscheides vom 19. Januar 2015. Sie machen insbesondere geltend, das 

Gebäude sei noch bewohnbar bzw. könne renoviert werden und der Abbruch stelle einen 

Eingriff in das Quartier und das Ortsbild dar. Zudem sei ein Abbruch im Hinblick auf den 

neuen Zonenplan und die geplante Aufnahme des Gebäudes F.________Strasse 16 in das 

Bauinventar nicht gerechtfertigt.

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Die Beschwerdegegner und die 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)

3

Gemeinde beantragen die Abweisung der Beschwerde. Auf die Rechtsschriften wird, 

soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann er –

unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide 

können nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei 

der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen 

den Gesamtentscheid zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die 

Einsprecher im Rahmen ihrer Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde 

(Art. 10 KoG in Verbindung mit Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden, deren 

Einsprachen abgewiesen wurden, sind durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid 

beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf ihre form- und fristgerecht 

eingereichten Beschwerden ist einzutreten.

2. Abbruchbewilligung und Denkmalschutz

a) Der Beschwerdeführer 1 macht geltend, der Abbruch stelle einen massiven Eingriff 

dar und er verstehe nicht, weshalb ein nicht baufälliges Haus abgebrochen werden solle, 

wenn es stattdessen renoviert oder verkauft werden könne. Auch sei ein Abbruch auf 

Vorrat im Hinblick auf den neuen Zonenplan und das geplante Bauinventar nicht 

angebracht.

Die Beschwerdeführerin 2 bringt vor, nach Ansicht der Denkmalpflege des Kantons Bern 

(KDP) könne das Haus ins Inventar der schützenswerten Objekte aufgenommen werden. 

2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

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Es fehle der Beweis, dass das Gebäude nicht saniert werden könne. Das Objekt sei 

während Jahrzehnten benutzt worden und der letzte Bewohner habe es erst vor kurzem 

verlassen. Vor Bekanntwerden des neuen Zonenplans dürfe nichts unternommen werden, 

was diesen vorwegnehme.

Die Beschwerdegegner machen geltend, ein Abbruchgesuch müsse nicht besonders 

begründet werden. Es sei zu bewilligen, wenn die massgebenden gesetzlichen 

Bestimmungen eingehalten seien und die Abbruchbewilligung sei zu Recht erteilt worden. 

Angesichts der negativen Rückmeldung der Gemeinde hätten sie das Neubauprojekt 

zurückgezogen und das Verfahren auf die Grundsatzfrage nach der Zulässigkeit des 

Abbruchs beschränkt. Sie befürchteten die Besetzung des leerstehenden Hauses. Beim 

Abbruchobjekt handle es sich nicht um ein Denkmal im Sinn von Art. 10a ff. BauG.

Die Gemeinde verweist für die Begründung auf die Vorakten und den angefochtenen 

Entscheid. Darin wurde ausgeführt, dass es sich beim Abbruchobjekt nicht um ein 

Baudenkmal handle. Anwendbar seien der gültige Zonenplan und das Baureglement aus 

dem Jahr 2002.

b) Nach Art. 1a Abs. 2 BauG ist der Abbruch von Bauten baubewilligungspflichtig. Die 

Bewilligung wird gemäss Art. 2 Abs. 1 BauG erteilt, wenn die bau- und planungsrechtlichen 

Vorschriften und anderen im Baubewilligungsverfahren zu prüfenden Vorgaben 

eingehalten werden, die öffentliche Ordnung nicht gefährdet wird und dem Vorhaben keine 

Hindernisse der Planung im Sinne der Art. 36 und 62 BauG entgegenstehen. 

Zu den Vorschriften, die im Baubewilligungsverfahren zu prüfen sind, gehören auch die 

Bestimmungen zum Ortsbild- und Denkmalschutz. Dabei dürfen Ortsbildschutz und 

Denkmalschutz nicht gleichgesetzt werden. Vielmehr ist zu unterscheiden zwischen dem 

allgemeinen Ortsbildschutz nach Art. 9 BauG und der Denkmalpflege nach Art. 10a ff. 

BauG.

c) Die Denkmalpflege befasst sich mit dem Schutz und der Erhaltung von kulturell, 

historisch oder ästhetisch besonders wertvoller Bausubstanz. Schützenswerte und 

erhaltenswerte Baudenkmäler sind zu inventarisieren und geniessen als Folge davon einen 

besonderen Schutz (Art. 10d f. BauG). Schützenswerte Baudenkmäler dürfen nicht 

abgebrochen werden (absolutes Abbruchverbot; Art. 10b Abs. 2 BauG), während 

5

erhaltenswerte Baudenkmäler nur abgebrochen werden dürfen, wenn die Erhaltung 

unverhältnismässig ist. Im Fall eines Neubaus ist das Baudenkmal durch ein gestalterisch 

ebenbürtiges Gebäude zu ersetzen (relatives Abbruchverbot; Art. 10b Abs. 3 BauG). Die 

Aufnahme in das Bauinventar ist nach Art. 10e Abs. 1 BauG Voraussetzung für den 

denkmalpflegerischen Schutz nach Art. 10b BauG. Bauinventare haben somit negative 

Rechtswirkung, das heisst, Objekte, die nicht im Bauinventar verzeichnet sind, gelten von 

vornherein nicht als schützens- oder erhaltenswert. Im Baubewilligungsverfahren kann ein 

Objekt nicht als schützens- oder erhaltenswert eingestuft werden.4 Ergänzungen des 

Bauinventars sind in einem bereits laufenden Baubewilligungsverfahren nur beachtlich, 

wenn sie entweder im Rahmen einer Gesamtrevision des Inventars oder (als 

Einzelrevision) mehr als sechs Monate vor dem Einreichen des Baugesuchs erfolgt sind 

(Art. 10e Abs. 2 BauG). Wird das Inventar anlässlich einer Gesamtrevision ergänzt, so 

kann sich diese Ergänzung auf ein Baubewilligungsverfahren nur auswirken, wenn sie im 

Entwurf vor dem Einreichen des Baugesuchs öffentlich aufgelegen hat (Art. 13a Abs. 1 und 

Art. 13d BauV5).6

d) Es ist unbestritten, dass das Abbruchobjekt kein Inventarobjekt darstellt. Ein 

Abbruchverbot kann sich damit nicht aus Art. 10b BauG ergeben. Zwar ist eine Revision 

des Bauinventars gegenwärtig im Gange und gemäss Fachbericht der KDP vom 30. 

September 2014 ist im Zuge dieser Revision die Aufnahme des Abbruchobjekts in das 

Bauinventar als schützenswert vorgesehen.7 Das Stadium der öffentlichen Auflage ist 

jedoch noch nicht erreicht. Für das vorliegende Baubewilligungsverfahren ist daher allein 

massgebend, dass das Abbruchobjekt nicht im geltenden Bauinventar verzeichnet ist. Für 

die Beurteilung der Abbruchbewilligung ist es unerheblich, ob die KDP das Gebäude als 

schutzwürdig betrachtet und es erübrigt sich daher auch der Beizug der KDP.

e) Bauvorhaben sind gemäss Art. 36 BauG nach dem zur Zeit der Einreichung des 

Baugesuchs geltenden Recht zu beurteilen. Der Entscheid ist nur zurückzustellen und es 

ist nach Art. 62a Abs. 3 BauG vorzugehen, wenn das Bauvorhaben Nutzungsplänen 

(Art. 57 Abs. 2 BauG) widerspricht, die bei der Gesuchseinreichung öffentlich aufgelegen 

4 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 10a–10f N. 11. Vorbehalten bleiben Entdeckungen, Art. 10f BauG.
5 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 
6 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 10a–10f N. 11a
7 Vorakten, pag. 163

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haben. Gemäss Website der Gemeinde Thun ist zwar eine Überarbeitung der Ortsplanung 

vorgesehen. Dieses Vorhaben wird jedoch mehrere Jahre dauern und es sind noch keine 

Nutzungspläne öffentlich aufgelegt.8 Die geplante Zonenplanrevision hat daher auf die 

vorliegende Abbruchbewilligung keine Wirkung.

3. Abbruchbewilligung und Ortsbildschutz

a) Sowohl der Beschwerdeführer 1 als auch die Beschwerdeführerin 2 machen geltend, 

es gehe um die Erhaltung des Quartiers wie es in den 1920/30er Jahren von Thuner 

Architekten als Ganzes geplant und gebaut worden sei und sie bemängeln, dass ein 

Abbruch bewilligt werde, ohne dass ein konkretes Neubauprojekt vorliege. Der 

Beschwerdeführer 1 macht geltend, das Haus könne – ohne den Charakter des Quartiers 

und der Strassenflucht zu zerstören – auf der Seite des Gartens erheblich um- und 

angebaut werden. Werde der Abbruch bewilligt, so stelle dies ein Präjudiz für den Abbruch 

jedes weiteren Gebäudes im Quartier dar. Der Abbruch stelle einen massiven Eingriff in 

das Ortsbild dar. Beide Beschwerdeführenden machen weiter geltend, es sei wegen der 

Nachbarschaft zu Schlossgut, Scherzligkirche und Schadaugärtnerei das bestehende 

Gutachten von Frau I.________ und die kantonale Kommission zur Pflege der Orts- und 

Landschaftsbilder (OLK) beizuziehen.

Die Beschwerdegegner bringen vor, die Frage der Ortsbildverträglichkeit stelle sich nicht 

und auf den Beizug der OLK sei zu verzichten. Die Gemeinde macht geltend, massgebend 

sei allein die gute Gesamtwirkung nach Art. 5 GBR9, welche erst bei Neubauten überprüft 

werde.

b) Die Beschwerdeführenden wollen aus den Ortsbildvorschriften ein Abbruchverbot 

ableiten. Sie legen damit die Ortsbildschutzvorschriften hinsichtlich der Rechtsfolgen so 

aus, dass sie sich auf das streitige Abbruchprojekt faktisch wie eine 

Denkmalschutzvorschrift auswirken. Die Abbruchbewilligung soll an das Vorliegen eines 

bewilligungsfähigen Neubauprojekts geknüpft werden. Nach der Rechtsprechung ist nicht 

restlos geklärt, ob es gemäss Art. 10b Abs. 3 BauG zulässig wäre, die Abbruchbewilligung 

für ein erhaltenswertes Baudenkmal an das Vorliegen eines bewilligungsfähigen 

8 http://www.thun.ch/news/news-detail/article/2014/10/24/title/ortsplanungs.html
9 Baureglement der Stadt Thun vom 2. Juni 2002

http://www.thun.ch/news/news-detail/article/2014/10/24/title/ortsplanungs.html

7

Neubauprojekts zu knüpfen.10 Die Frage kann hier jedoch offen bleiben, da – wie bereits in 

Erwägung 2 gezeigt wurde – kein als erhaltenswert eingestuftes und inventarisiertes 

Baudenkmal vorliegt.

c) Der allgemeine Ortsbild- und Landschaftsschutz gilt anders als der Denkmalschutz 

nicht nur für besonders bezeichnete Objekte, sondern überall.11 Art. 9 Abs. 1 BauG stellt 

eine „ästhetische Generalklausel“ im Sinne eines allgemeinen Beeinträchtigungsverbots 

auf. Eine Beeinträchtigung liegt vor, wenn ein Bauvorhaben einen Gegensatz zur 

bestehenden Überbauung schafft, der erheblich stört. Schutzobjekt des allgemeinen 

Ortsbildschutzes sind Orts- und Strassenbilder. Die Gemeinden dürfen eigene 

Ästhetikvorschriften erlassen, die über die kantonalen Vorschriften hinausgehen können 

(Art. 9 Abs. 3 BauG).

Die Gemeinde Thun hat in Art. 5 GBR festgelegt, welche Anforderungen an die Qualität 

des Bauens gestellt werden: Bauten und Anlagen sind so zu gestalten, dass zusammen 

mit ihrer Umgebung eine gute Gesamtwirkung entsteht; dies betrifft insbesondere die 

prägenden Elemente und Merkmale des Strassen-, Orts- und Landschaftsbildes, die 

Eigenheiten des Quartiers oder die bestehende und bei Vorliegen einer entsprechenden 

Planung auch die beabsichtigte Gestaltung der benachbarten Bebauung.

Sowohl die ästhetische Generalklausel als auch die weitergehenden kommunalen 

Vorschriften zum Ortsbildschutz greifen jedoch erst und nur dann, wenn ein Gesuch für 

einen Neubau (oder Umbau) eingereicht wird. Die aus Art. 9 Abs. 3 BauG fliessende 

Regelungskompetenz der Gemeinde umfasst nur die ästhetisch motivierte 

Störungsabwehr, welche in Bezug auf die eigentumsrechtliche Eingriffstiefe weniger weit 

geht als der Schutz von kulturhistorisch wertvoller Bausubstanz. Aus den kantonalen und 

kommunalen Vorschriften zum Ortsbild- und Landschaftsschutz kann kein Abbruchverbot 

abgeleitet werden. Damit erübrigt sich auch der Beizug der OLK oder des Gutachtens von 

I.________.

4. Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS)

10 Vgl. den vor Inkrafttreten der geltenden baurechtlichen Denkmalschutzvorschriften ergangenen Entscheid 
des Verwaltungsgerichts in BVR 1995 64 E. 2.
11 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 1

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a) Die Beschwerdeführerin 2 macht geltend, das ISOS empfehle eine 

Gesamtbeurteilung und setze Leitlinien zur Erhaltung und Schonung eines Objekts und zur 

Respektierung von dessen Position in der Umgebung. Sinngemäss will sie damit aus dem 

ISOS ein Abbruchverbot ableiten.

b) Das Abbruchobjekt befindet sich gemäss ISOS in einem Gebiet mit einer gewissen 

Bedeutung, mit Erhaltungsziel B.

c) Wie die Gemeinde im angefochtenen Entscheid richtig ausführte, ist das ISOS 

aufgrund der bundesstaatlichen Kompetenzausscheidung im Bereich des Natur- und 

Heimatschutzes (Art. 78 BV12) und nach der ausdrücklichen Vorschrift von Art. 6 Abs. 2 

NHG13 nur bei der Erfüllung von Bundesaufgaben unmittelbar verbindlich. Die Erteilung 

einer Baubewilligung nach kantonalem Recht stellt nicht die Erfüllung einer Bundesaufgabe 

dar. Das ISOS kann daher bei der Beurteilung der Abbruchbewilligung nicht direkt 

berücksichtigt werden. Das ISOS gilt jedoch nach Art. 13e BauV als anderes Inventar. Als 

solches gilt es für die Behörden von Kanton und Gemeinden auch im 

Baubewilligungsverfahren zumindest als Empfehlung und es ist bei der Beurteilung der 

guten Gesamtwirkung zu berücksichtigen. Wie bereits ausgeführt wurde, ist die gute 

Gesamtwirkung jedoch erst bei einem Neubau zu prüfen. Auch das ISOS steht der 

Abbruchbewilligung damit nicht entgegen.

5. Bauen im Grundwasser

a) Die Beschwerdeführerin 2 bringt vor, die Natur sei unberechenbar. Naturereignisse 

geschähen unabhängig von Messungen und könnten durch Einwirkungen in Grund und 

Wasser provoziert werden. Studien seien nur bedingt aussagekräftig und künftige 

Bauprojekte blieben ein Risiko. Infolge der problematischen Grundwassersituation sei das 

Bauen im Grundwasser nicht zu gestatten.

b) Bauten im Grundwasser, Grundwasserabsenkungen und Spezialtiefbauarbeiten im 

Grundwasserbereich (Anker, Pfählungen etc.) benötigen eine Gewässerschutzbewilligung 

12 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101)
13 Bundesgesetz vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451)

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(Art. 11 KGSchG14 und 26 Abs. 2 Bst. d und g KGV15). Im Gewässerschutzbereich Au sind 

Bauten unter dem mittleren Grundwasserspiegel verboten; das AWA kann Ausnahmen 

bewilligen, soweit die Durchflusskapazität des Grundwassers gegenüber dem 

unbeeinflussten Zustand um höchstens 10 % vermindert wird (Anhang 4 Ziffer 211 Abs. 2 

GSchV16).

c) Das Bauvorhaben umfasste ursprünglich neben dem Abbruch des Gebäudes 

F.________Strasse 16 den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Einstellhalle und 

Wärmepumpe. Der Pumpschacht der Wärmepumpe wäre unter dem mittleren 

Grundwasserspiegel zu liegen gekommen. Mit Amtsbericht vom 14. Juli 2014 hat das AWA 

sich zum Grundwasserschutz geäussert. Die Ausführungen des AWA beziehen sich auf 

das Neubauprojekt, welches die Beschwerdegegner bereits im vorinstanzlichen Verfahren 

zurückgezogen haben. Im Bericht des AWA gibt es keinen Hinweis darauf, dass das 

Grundwasser durch den Abbruch tangiert würde. In Bezug auf den im 

Beschwerdeverfahren zu beurteilenden Abbruch sind die Vorbringen bezüglich 

Grundwasserschutz somit unbegründet. 

Anzufügen ist, dass die Vorinstanz nach dem Rückzug des Neubauprojekts die 

Ausnahmebewilligung für das Bauen im Grundwasser eigentlich nicht mehr hätte erteilen 

müssen. Bei einem allfälligen neuen Bauprojekt muss der Schutz des Grundwassers 

jedenfalls neu beurteilt werden.

6. Zusammenfassung und Kosten

a) Zusammengefasst stehen dem beantragten Abbruch weder der Denkmalschutz noch 

der Ortsbildschutz oder das ISOS entgegen und die Vorbringen betreffend 

Grundwasserschutz sind unbegründet. Die Beschwerden sind damit abzuweisen.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie 

haben die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf 

eine Pauschalgebühr von Fr. 1'200.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 

14 Kantonales Gewässerschutzgesetz vom 11. November 1996 (KGSchG; BSG 821.0)
15 Kantonale Gewässerschutzverordnung vom 24. März 1999 (KGV; BSG 821.1)
16 Gewässerschutzverordnung des Bundesrates vom 28. Oktober 1998 (GSchV; SR 814.201)

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Abs. 1 GebV17). Dem Beschwerdeführer 1 und der Beschwerdeführerin 2 wird davon je die 

Hälfte, ausmachend Fr. 600.00, zur Bezahlung auferlegt.

c) Die Beschwerdeführenden haben zudem den Beschwerdegegnern die Parteikosten 

zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote des Anwaltes der Beschwerdegegner 

im Betrag von Fr. 2'511.00 (Honorar Fr. 2'300.00; Auslagen Fr. 25.00; Mehrwertsteuer 

Fr. 186.00) gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Die Beschwerdeführenden haben somit 

den Beschwerdegegnern die Parteikosten von Fr.  2'511.00 je zur Hälfte, ausmachend 

Fr. 1'255.50, zu ersetzen.

III. Entscheid

1. Die Beschwerden werden abgewiesen. Der Gesamtentscheid der Gemeinde Thun 

vom 19. Januar 2015 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.00 werden den Beschwerdeführenden je zur 

Hälfte, ausmachend je Fr. 600.00, zur Bezahlung auferlegt. Eine separate 

Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Die Beschwerdeführenden haben den Beschwerdegegnern die Parteikosten im 

Betrag von Fr. 2'511.00 (inkl. Mehrwertsteuer) je zur Hälfte, ausmachend je 

Fr. 1'255.50, zu ersetzen.

17 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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IV. Eröffnung

- Herrn A.________, eingeschrieben

- Frau B.________, eingeschrieben

- Herrn Rechtsanwalt E.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Stadt Thun, Bauinspektorat, eingeschrieben

- Amt für Wasser und Abfall (AWA), Rechtsdienst, im Haus

- Regierungsstatthalter von Thun, zur Kenntnis

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

B. Egger-Jenzer,

Regierungspräsidentin

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 

allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in vier Exemplaren einzureichen ist, muss 

einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 

Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 

beizulegen.

Rf