# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9d29924f-62de-5c44-89d7-a3370d65d4b3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.07.2010 C-3490/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3490-2009_2010-07-02.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3490/2009/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Beat Weber (Vorsitz), Richter Michael Peterli, 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger.

A._______, Z.________ (Türkei), 
z.H. B._______, Y._______,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
X._______,
Vorinstanz.

Invalidenrente (Revision); Verfügung der IVSTA 
vom 21. April 2009.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3490/2009

Sachverhalt:

A.
A.________, geboren 1970, türkischer Staatsangehöriger, heiratete im 
August 1991 eine in der Schweiz niedergelassene Türkin und reiste im 
November 1991 in die Schweiz ein. Er arbeitete bis Januar 1993 als 
Hilfsarbeiter  in  einer  Druckerei  in  W.________.  Danach  war  er 
arbeitslos. Von April 1994 bis April 1995 arbeitete er in einer anderen 
Druckerei  und  bezog  danach  bis  Ende  April  1996  nochmals 
Arbeitslosenentschädigung.  Insgesamt  leistete  er  während  5  Jahren 
bzw. 60 Monaten Beiträge an die  Alters-,  Hinterlassenen-  und Inva-
lidenversicherung (act. IV/1, 16 S. 2, 31).

Im September 1993 erlitt er ein Subduralhämatom links-hemisphärisch 
[spezielle Form des Schlaganfalls],  welches im Oktober 1993 mittels 
Aneurysma-Clipping  operiert  wurde.  Im  Anschluss  an  den  Eingriff 
traten chronische Kopfschmerzen mit frontaler Betonung auf, die per-
sistierten  und  trotz  analgetischer  und  antidepressiver  Behandlung 
therapieresistent blieben (act. IV/1 S. 6, 5, 9).

Am 27. November 2000 stellte er bei der IV-Stelle V._______ (nach-
folgend: IV V._______) einen Antrag auf eine Invalidenrente (act. IV/1). 
Als Begründung gab er an, aufgrund der sehr starken Kopfschmerzen 
nicht mehr arbeiten zu können.

B.
Die  IV  V._______  erstellte  den  Sachverhalt,  holte  insbesondere 
neurologische  und  psychiatrische  Verlaufsakten  ein  und  klärte  die 
Eingliederungsfähigkeit des Versicherten ab (act. IV/5, 6, 9 – 11, 15 – 
18, 20 – 27).

Mit Beschluss vom 18. März 2002 sprach die IV V._______ dem Ver-
sicherten per 1. November 1999 eine ganze Rente bei einem IV-Grad 
von 100% zu (act. IV/29). Die Ausgleichskasse erliess am 11.  und am 
24. Juni 2002 die Abrechnungsverfügungen zur laufenden Rente und 
zu den Nachzahlungen inklusive drei Kinderrenten, koordiniert mit der 
bereits  laufenden  ganzen  Invalidenrente  der  Ehefrau  (inkl.  Kinder-
renten, act. IV/30 – 34). 

C.
Am  10. März  2006  übermittelte  die  IV  V._______  die  Akten  an  die 

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Invalidenversicherungsstelle für Versicherte im Ausland IVSTA (nach-
folgend: Vorinstanz), da der Versicherte seinen Wohnsitz unterdessen 
in die Türkei verlegt hatte (act. IV/39 – 40).

D.
D.a Am 12. Oktober 2006 teilte die IVSTA dem Versicherten mit, seine 
Invalidenrente werde revidiert (act. IV/47). Sie holte in der Folge einen 
Bericht des behandelnden Arztes in der Türkei vom 8. November 2006 
(act.  IV/51)  ein  und  organisierte  eine  pluridiziplinäre  Begutachtung 
beim Zentrum C._______, U._______ (allgemeinmedizinisch, psychiat-
risch, neurologisch; act. IV/55 – 58). 

D.b Der Versicherte machte gegenüber der Vorinstanz geltend, er kön-
ne wegen der Folgen der Gehirnblutung nicht in die Schweiz reisen,  
ausserdem leide  er  nach  einem überlebten  Flugunglück  unter  Flug-
angst, er könne indes auch nicht mit dem Zug reisen, weil die Reise zu 
weit sei (act. IV/59, 61, 63, 69 – 71). Am 26. November 2007 (Eingang 
bei  der  Vorinstanz)  reichte  er  weitere  spezialärztliche  Berichte  und 
Untersuchungsunterlagen,  jeweils  mit  Teilübersetzung  ins  Deutsche, 
ein (act. IV/72 – 81). 

Nach Einholung einer Stellungnahme ihres ärztlichen Dienstes (nach-
folgend:  RAD)  bestand  die  IVSTA  auf  einer  Begutachtung  in  der 
Schweiz und teilte dem Versicherten mit, sie werde aufgrund der Akten 
entscheiden,  falls  er  ohne  Entschuldigung  der  Untersuchung  keine 
Folge leiste (act. IV/84, 86). Der Beschwerdeführer erklärte sich in der 
Folge einverstanden,  trotz  Bedenken seines behandelnden Arztes in 
die Schweiz zu reisen (act. IV/88).

Die Begutachtung fand am 16. und 17. September 2008 in U._______ 
und  W._______  statt  (act.  IV/99,  103  –  105).  Der  RAD  nahm  am 
13. Dezember 2008 nochmals Stellung.

D.c Mit  Vorbescheid  vom 29.  Dezember  2008  teilte  die  IVSTA dem 
Versicherten mit, seit dem 17. September 2008 könne er wieder eine 
dem Gesundheitszustand angepasste Tätigkeit ausüben, dabei könne 
er mehr als 60% des Erwerbseinkommens erzielen, das er heute errei-
chen würde, wenn keine Invalidität vorliegen würde. Es bestehe des-
halb kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente (act. IV/108).

D.d Der Versicherte wendete mit Schreiben vom 29. Januar 2009 (Ein-
gang  bei  der  Vorinstanz)  unter  Beilage  eines  neuen  medizinischen 

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Attests aus der Türkei sinngemäss ein, er sei nicht in der Lage, irgend 
eine  Tätigkeit  auszuüben,  sein  Gesundheitszustand  habe  sich  nicht 
verbessert. Er verlangte gleichzeitig eine neue ärztliche Untersuchung 
(act. 112 – 115). 

D.e Der RAD nahm am 8. März 2009 nochmals Stellung (act. IV/120). 
Mit Verfügung vom 21. April 2009 hob die IVSTA die bisher ganze Ren-
te per 1. Juni 2009 auf. Den Antrag auf eine neue Untersuchung wies 
sie ab (Zustellung am 2. Mai 2009, act. IV/124, 125).

D.f Gegen diesen Bescheid erhob der Beschwerdeführer am 25. Mai 
2009  (Poststempel,  Eingang  beim  Bundesverwaltungsgericht  am 
2. Juni 2009) unter Beilage von medizinischen Akten aus den Jahren 
2007 und 2009 Beschwerde (act. 1).

D.g Die  Vorinstanz  teilte  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  1.  Oktober 
2009 mit, der RAD hätte sich aufgrund des eingeholten polydisziplinä-
ren Gutachtens ein schlüssiges und nachvollziehbares Bild der vorlie-
genden  Leiden  bilden  und  den  darin  erhobenen  Befunden  und 
Schlussfolgerungen widerspruchsfrei folgen können. Der Beschwerde-
führer sei im Revisionszeitpunkt in seiner letzten Tätigkeit als Drucke-
reimitarbeiter oder ähnlichen Beschäftigungen zu mindestens 75% ar-
beitsfähig.  Deshalb  sei  die  Rentenaufhebung  zu  Recht  erfolgt.  Ent-
sprechend beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde 
und die Bestätigung der angefochtenen Verfügung (act. 10).

D.h Der  Beschwerdeführer  leistete  innerhalb  der  auferlegten  Frist 
einen Kostenvorschuss von Fr. 300.-- (act. 13) und liess am 5. Novem-
ber  2009 replikweise Stellung nehmen  (eingereicht  beim Bundesge-
richt, act. 14). Er stellte fest, er könne sich nicht erklären, weshalb die 
Gutachter  im  September  2008  von  einer  Arbeitsfähigkeit  von  75% 
ausgehen  würden. Er  habe  mehrfach  versucht  zu  arbeiten,  dies  sei 
aber  jeweils  am  zweiten  Tag  aus  gesundheitlichen  Gründen  miss-
lungen. Er  reichte  einen neuen  Arztbericht  ein  und  schlug vor,  eine 
25%-Stelle  zu  suchen,  demgemäss  beantragte  er  bis  auf  Weiteres 
eine Dreiviertelsrente. Sobald es ihm besser gehe, melde er sich und 
werde seinen Lebensunterhalt selber verdienen.

D.i Die Vorinstanz hielt in ihrer Duplik vom 8. Dezember 2009 an ihren 
Anträgen fest. Das Bundesverwaltungsgericht  schloss  den Schriften-
wechsel am 11. Dezember 2009 ab. 

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D.j Auf weitere Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten 
wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  Verwaltungsgerichtsgesetz  vom  17.  Juni  2005 
(VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art.  69 
Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 
19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 des Bundesgesetzes über 
das  Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezember  1968  (VwVG,  SR 
172.021)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  von 
Personen im Ausland gegen Verfügungen der IV-Stelle für Versicherte 
im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Der  Beschwerdeführer  hat  am vorinstanzlichen  Verfahren  teilge-
nommen; er ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 des Bundes-
gesetzes  über  den  allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts 
vom 6. Oktober 2000 [ATSG, SR 830.1]; entsprechend: Art. 48 Abs. 1 
VwVG). Er ist daher zur Beschwerde legitimiert.

1.3 Da die Beschwerde fristgemäss eingereicht wurde (Art. 60 ATSG), 
den  Formerfordernissen  gemäss  Art.  52  VwVG  entspricht  und  der 
Kostenvorschuss innert  der  auferlegten  Frist  gemäss  Art.  63  Abs. 4 
VwVG geleistet wurde, ist darauf einzutreten.

2.
2.1 Nach  Art.  37  VGG richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem Bundes-
verwaltungsgericht  nach  dem  Verwaltungsverfahrensgesetz  (VwVG), 
soweit das VGG nichts anderes bestimmt. 

Indes  findet  das  Verwaltungsverfahrensgesetz  aufgrund  von  Art.  3 
Bst. dbis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit 
das  Bundesgesetz  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversiche-
rungsrechts (ATSG) anwendbar  ist. Nach Art. 1  Abs. 1  IVG  sind die 
Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a – 26 bis 

und 28 – 70) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Ab-
weichung vom ATSG vorsieht.

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2.2 Der  Beschwerdeführer  ist  türkischer  Staatsangehöriger,  weshalb 
das Abkommen vom 1. Mai 1969 zwischen der Schweiz und der Re-
publik Türkei über soziale Sicherheit (SR 0.831.109.763.1; im Folgen-
den: Abkommen) Anwendung findet. Nach Art. 2 Abs. 1 des Abkom-
mens  sind  die  Staatsangehörigen  der  einen  Vertragspartei  in  ihren 
Rechten und Pflichten aus der Gesetzgebung der  anderen Vertrags-
partei – wozu auch die schweizerische Bundesgesetzgebung über die 
Invalidenversicherung gehört (vgl. Art. 1 Bst. B Abs. 1 Bst. b des Ab-
kommens)  – einander  gleichgestellt,  soweit  nichts  anderes bestimmt 
ist. Insbesondere steht  türkischen Staatsangehörigen bei  anwendba-
rem  Schweizer  Recht  ein  Anspruch  auf  ordentliche  Invalidenrenten 
unter  den  gleichen  Voraussetzungen  wie  Schweizer  Bürgern  zu 
(Art. 10  Abs. 1  des  Abkommens).  Vorbehalten  bleibt  die  Regelung, 
dass  ordentliche  Renten  für  Versicherte,  die  weniger  als  zur  Hälfte 
invalid sind,  türkischen Staatsangehörigen,  welche die Schweiz end-
gültig verlassen, nicht ausgerichtet werden können (Art. 10 Abs. 2 Satz 
1 des Abkommens). Weitere, im vorliegenden Verfahren relevante Ab-
weichungen  vom Gleichbehandlungsgrundsatz  finden  sich  weder  im 
Abkommen  selbst  noch  in  der  dazugehörigen  Verwaltungsvereinba-
rung vom 14. Januar 1970 (SR 0.831.109.763.11). Demnach bestimmt 
sich der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invali-
denversicherung nach schweizerischem Recht, insbesondere dem IVG 
sowie der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 
1961 (IVV, SR 831.201).

2.3 Weil  in  zeitlicher  Hinsicht  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze 
massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben, und weil ferner die Gerichte bei der  
Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt  des 
angefochtenen  Verwaltungsaktes,  hier  der  Verfügung  vom  21.  April 
2009, eingetretenen Sachverhalt abstellen (BGE 130 V 329, BGE 129 
V 4 E. 1.2 mit Hinweisen), sind die ab 1. Januar 2003 geltenden Be-
stimmungen des ATSG anwendbar.

Ein  allfälliger  Leistungsanspruch  ist  für  die  Zeit  vor  einem  Rechts-
wechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den 
neuen Normen zu prüfen (pro  rata  temporis;  BGE 130 V 445). Ent-
sprechend  ist  das  IVG für  den  Zeitraum  vom  1.  Januar  2004  bis 
31. Dezember 2007 in der Fassung vom 21. März 2003 (4. IV-Revision; 
AS 2003  3837,  nachfolgend  „aIVG“)  anwendbar,  ab  dem  1.  Januar 
2008 in der Fassung gemäss 5. IV-Revision (Änderungen vom 6. Okto-

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ber 2006 [AS 2007 5129], nachfolgend „IVG“). Die IVV ist für den Zeit-
raum vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 in ihrer Fassung vom 
21.  Mai  2003  (4.  IV-Revision;  AS  2003  3859)  anwendbar,  ab  dem 
1. Januar  2008  in  der  Fassung  gemäss  5.  IV-Revision  (Änderungen 
vom 28. September 2007 [AS 2007 5155]).

3.
3.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde-
verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss der Über-
schreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder 
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie 
die Unangemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).

3.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz 
beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige 
und  vollständige  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  zu 
sorgen. Dieser Grundsatz gilt  indessen nicht  unbeschränkt; er  findet 
sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 
E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen).

Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, so-
fern  das  Gesetz  nicht  etwas Abweichendes vorsieht,  nach  dem Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 
Möglichkeit  eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanfor-
derungen nicht. Das Gericht  hat  vielmehr  jener  Sachverhaltsdarstel-
lung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die 
wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E.  2, je 
mit Hinweisen).

4.
Im  vorliegenden  Verfahren  ist  streitig  und  vom  Bundesverwaltungs-
gericht  zu prüfen, ob die IV-Stelle  die dem Beschwerdeführer bisher 
gewährte ganze Invalidenrente zu Recht aufgehoben hat. 

Zunächst sind jedoch zur Beurteilung der Streitsache massgebenden 
gesetzlichen Grundlagen und die von der Rechtsprechung entwickel-
ten Grundsätze darzulegen.

4.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist 
Invalidität  die  voraussichtlich  bleibende  oder  längere  Zeit  dauernde 
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebre-
chen,  Krankheit  oder  Unfall.  Erwerbsunfähigkeit  ist  gemäss  Art.  7 

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ATSG der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Ge-
sundheit  verursachte  und nach zumutbarer  Behandlung und Einglie-
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich-
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. 
Arbeitsunfähigkeit  ist  die  durch  eine  Beeinträchtigung  der  körperli -
chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil -
weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut-
bare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-
tigkeit  in  einem anderen  Beruf  oder  Aufgabenbereich  berücksichtigt 
(Art. 6 ATSG).

4.2 Die seit  dem 1. Januar  2004 massgeblichen Rentenabstufungen 
geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch 
auf  eine Viertelsrente,  bei  einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 
Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens  60  Prozent  Anspruch  auf  eine  Dreiviertelsrente  und  bei 
einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine 
ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 aIVG, Art. 28 Abs. 2 IVG).

Für  die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkom-
men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche-
ner  Arbeitsmarktlage  erzielen  könnte  (sog.  Invalideneinkommen),  in 
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, 
wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; Art. 16 
ATSG in Verbindung mit Art. 28 Abs. 2 aIVG bzw. Art. 28a Abs. 1 IVG). 

4.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder  der Ärztin  ist  es dabei,  den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen,  in 
welchem Umfang  und  bezüglich  welcher  Tätigkeiten  die  versicherte 
Person arbeitsunfähig  ist. Im Weiteren  sind  die  ärztlichen  Auskünfte 
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits -
leistungen  der  Person  noch  zugemutet  werden  können  (BGE 125  V 
256 E. 4 mit Hinweisen). Die – arbeitsmedizinische – Aufgabe der Ärz -
te und Ärztinnen besteht  darin,  sich  dazu zu äussern,  inwiefern  die 
versicherte Person in ihren körperlichen oder geistigen Funktionen lei-
densbedingt eingeschränkt ist.

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Die  Frage,  welche  konkreten  beruflichen  Tätigkeiten  auf  Grund  der 
medizinischen Angaben und unter  Berücksichtigung der  übrigen Fä-
higkeiten der versicherten Person in Frage kommen, ist demgegenüber 
nicht von der Ärztin oder dem Arzt, sondern von der Verwaltung bzw. 
von  der  Berufsberatung  zu  beantworten  (vgl.  Urteil  des  Eidgenössi-
schen  Versicherungsgerichts  I  457/04  vom  26.  Oktober  2004,  in: 
SVR 2006 IV Nr. 10, E. 4.1 mit Verweis auf BGE 107 V 17 E. 2b).

4.4 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismit-
tel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerde-
verfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach ha-
ben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise 
frei,  das  heisst  ohne  förmliche  Beweisregeln,  sowie  umfassend  und 
pflichtgemäss zu würdigen. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-
tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 
in  Kenntnis  der  Vorakten (Anamnese)  abgegeben worden ist,  in  der 
Darlegung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini-
schen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expert-
innen  und  Experten  begründet  sind.  Ausschlaggebend  für  den  Be-
weiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft des Beweismittels 
noch die  Bezeichnung der  eingereichten oder  in  Auftrag gegebenen 
Stellungnahme als  Bericht  oder  als  Gutachten  (vgl.  dazu  das  Urteil 
des Bundesgerichts vom 26. Januar 2006 [I 268/2005] E. 1.2, mit Hin-
weis auf BGE 125 V 352 E. 3a). In Bezug auf Berichte von Hausärzten 
darf  und  soll  der  Richter  der  Erfahrungstatsache  Rechnung  tragen, 
dass  Hausärzte  mitunter  im Hinblick auf  ihre  auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aus-
sagen. Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der Umstand allein, 
dass eine ärztliche Stellungnahme von einer  Partei  eingeholt  und in 
das  Verfahren  eingebracht  wird,  nicht,  Zweifel  an  ihrem Beweiswert  
(ZAK 1986 S. 189 E. 2a in fine) anzubringen. Den Berichten und Gut-
achten versicherungsinterner Ärzte kommt schliesslich Beweiswert zu, 
sofern  sie  schlüssig  erscheinen,  nachvollziehbar  begründet  sowie  in 
sich widerspruchsfrei sind und keine konkreten Indizien gegen ihre Zu-
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen. Es be-

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darf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Un-
parteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen 
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und 3b, 122 V 160 E. 1c, 123 V 178 E. 3.4 
sowie  UELI KIESER,  ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, Art. 43 
Rz. 35). 

Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gut-
achtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen,  so  sind  ergänzende  Abklärungen  vorzunehmen. Aus 
dem Grundsatz der Waffengleichheit folgt das Recht der versicherten 
Person,  mittels  eigener  Beweismittel  die Zuverlässigkeit  und Schlüs-
sigkeit  der ärztlichen Feststellungen der versicherungsinternen Fach-
personen in Zweifel zu ziehen. Diese Berichte behandelnder Ärzte ver-
folgen nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die 
Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Ge-
sundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen An-
forderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a, weshalb 
im  Streitfall  eine  direkte  Leistungszusprache  einzig  gestützt  auf  die 
Angaben der behandelnden Ärzte denn auch kaum in Frage kommt. 
Diese Erfahrungstatsache befreit das Gericht indessen nicht von sei-
ner Pflicht zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei der auch die von 
der  versicherten  Person  aufgelegten  Berichte  mitzuberücksichtigen 
sind. Es würde einen Verstoss gegen die Waffengleichheit  und somit 
eine Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK bedeuten, die Eignung der Be-
richte  der  behandelnden  Ärzte  zur  Weckung  derartiger  Zweifel  von 
letztlich  unerfüllbaren  Anforderungen  abhängig  zu  machen.  Bei  Be-
stand von Zweifeln an den versicherungsinternen Berichten wird das 
Gericht vielmehr entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die 
Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit die-
ser eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 in fine und 
E. 4.5 f.).

Die fachliche Qualifikation des Experten spielt für die richterliche Wür-
digung einer Expertise eine erhebliche Rolle. Bezüglich der medizini-
schen Stichhaltigkeit  eines  Gutachtens müssen sich  Verwaltung  und 
Gerichte auf die Fachkenntnisse des Experten verlassen können. Des-
halb ist für die Eignung eines Arztes als Gutachter in einer bestimmten 
medizinischen Disziplin ein entsprechender, dem Nachweis der erfor-
derlichen Fachkenntnisse dienender, spezialärztlicher Titel des berich-

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tenden oder zumindest des den Bericht visierenden Arztes vorausge-
setzt (Urteil des Bundesgerichts vom 3. August 2000 [I 178/00] E. 4a).

5.
Ändert  sich der  Invaliditätsgrad  eines  Rentenbezügers  erheblich,  so 
wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 
entsprechend erhöht,  herabgesetzt  oder  aufgehoben (Art.  17  Abs. 1 
ATSG). Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchs-
beeinflussende  Änderung  für  die  Herabsetzung  oder  Aufhebung  der 
Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenom-
men werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. 
Sie ist  in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentli-
che  Unterbrechung  drei  Monate  angedauert  hat  und  voraussichtlich 
weiter andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). 

5.1 Ein Revisionsgrund ergibt sich aus jeder wesentlichen Änderung 
der tatsächlichen Verhältnisse, die geeignet sind, den Invaliditätsgrad 
und  damit  den  Rentenanspruch  zu  beeinflussen  (BGE  130  V  343 
E. 3.5, mit weiteren Hinweisen, SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 E. 2). Keine 
Veränderung  der  tatsächlichen  Verhältnisse  bedeuten  eine  unter-
schiedliche  Beurteilung  eines  im Wesentlichen  unveränderten  Sach-
verhalts (zum Beispiel eine andere Einschätzung der zumutbaren Ar-
beitsleistung, vgl. SVR 2004 IV 5, E. 3.3; 1996 IV Nr. 70 E. 3a). Das 
Eidgenössische Versicherungsgericht hat in seiner älteren Rechtspre-
chung jeweils festgehalten, dass ein Revisionsgrund, welcher zur Auf-
hebung oder Herabsetzung der Rente nach Art. 41 IVG (bzw. heute 
Art. 17 ATSG) führt, aktenmässig zuverlässig ausgewiesen sein muss 
(z.B. Urteil I 559/02 vom 31. Januar 2003 E. 3.2 mit weiteren Hinwei-
sen sowie  THOMAS LOCHER, a.a.O. § 38 Rz. 6 f. und  UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, Rz. 16 f. zu Art. 17). Die Revisionsbestimmungen dürfen 
nicht  als  Grundlage  für  eine  voraussetzungslose  Neuprüfung  des 
Rentenanspruchs verstanden werden (RUDOLF RÜEDI,  Die Verfügungs-
anpassung  als  verfahrensrechtliche  Grundfigur  namentlich  von  In-
validenrevisionen,  in:  RENÉ SCHAFFHAUSER/FRANZ SCHLAURI [HRSG.],  Die 
Revision  von  Dauerleistungen  in  der  Sozialversicherung,  St.  Gallen 
1999, S. 15 mit Verweis auf BGE 112 V 371 E. 4). 

5.2 Zeitlicher  Referenzpunkt  für  die  Prüfung  einer  anspruchserheb-
lichen  Änderung  bildet  die  letzte  der  versicherten  Person  eröffnete 
rechtskräftige  Verfügung,  welche  auf  einer  materiellen  Prüfung  des 
Rentenanspruchs  mit  rechtskonformer  Sachverhaltsabklärung,  Be-

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weiswürdigung  und  Durchführung  eines  Einkommensvergleichs  (bei 
Anhaltspunkten einer Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des 
Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4). 

Eine materielle Abklärung findet sich anlässlich der Rentenzusprache 
mit Beschluss vom 18. März 2002 (act. 5, 9 – 11, 15 f., 20 f., 26 f., 29, 
40.4  f.). Bei  der  Annahme eines Invaliditätsgrades von 100% wurde 
kein  Erwerbsvergleich  erstellt.  Es  ist  somit  auf  diese  Akten  abzu-
stellen.

6.
6.1 Gemäss den Akten erlitt der Beschwerdeführer ca. im September 
1993 eine links-hemisphärische Subarachnoidalblutung (Gelangen von 
Blut in den mit Hirnflüssigkeit gefüllten Subarachnoidalraum ["spinnen-
artige Hirnhaut"]), welche im Oktober 1993 mittels eines Aneurysma-
Clippings operiert wurde (act. IV/1 S. 6, IV/9). 

Die  Akten enthalten Berichte  des Kantonsspitals  W._______ (neuro-
logische Universitätsklinik vom 13. September 2000, act. IV/9; neurolo-
gisch-neurochirurgische Poliklinik vom 27. November 2000 bis 23. April  
2001, act. IV/5, 10, 11, 15; sowie psychiatrische Universitätspoliklinik 
vom 2. Mai 2001, act. IV/16). Weiter finden sich Berichte des Zentrums 
D._______,  W._______,  vom  10.  Oktober  2001  bis  zum  8. Februar 
2002 (act. IV/20, 21, 26 und 27). Ausserdem nahm der IV-Arzt Stellung 
(act. IV/40.4 f., Einträge vom 23. Dezember 2001 bis 9. März 2002).

6.1.1 Im Bericht vom 13. September 2000 stellt die neurologische Uni-
versitätsklinik im Nachgang zu einer zweiwöchigen Hospitalisation die 
aktuellen Diagnosen: (1) chronische therapieresistente Kopfschmerzen 
vom Spannungstyp, (2) reaktive Depression bei Diagnose 1. Trotz aus-
gebauter analgetischer und zuletzt auch antidepressiver Therapie ha-
be keine Regredienz der Kopfschmerzen erreicht werden können. Der 
Patient sei deshalb seit sechs Jahren invalidisiert und arbeitsunfähig. 
Aufgrund der langjährigen Anamnese bei fehlenden morphologischen 
Korrelaten im Zentralnervensystem (ZNS) handle es sich um chronisch 
fixierte  Kopfschmerzen,  die  schwierig  zu  durchbrechen  seien  (act. 
IV/9).

6.1.2 Die  neurologisch-neurochirurgische  Universitätspoliklinik  stellt 
anlässlich  der  Nachkontrollen im November 2000 weiterhin  posttrau-
matische  migräniforme  Kopfschmerzen  und  chronische  Spannungs-

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kopfschmerzen mit Zervikalsyndrom fest, die sich nicht verändert hät-
ten und den Patienten im täglichen Leben wie im Berufs- und Sozial -
leben  stark  behindern  würden.  Der  Patient  sei  bis  zur  nächsten 
Kontrolle / momentan zu 100% arbeitsunfähig (act. IV/5). 

Im IV-Bericht vom 13. März 2001 (act. IV/10) sowie dem Bericht vom 
27. März 2001 (act. IV/11) wurden zusätzlich die Diagnosen Verdacht 
auf  somatoforme  Schmerzstörung  und  rezidivierendes  Lumboverte-
bral-Syndrom ohne Hinweise auf radikuläre Reiz- oder Ausfallerschei-
nungen gestellt. Die Rückenschmerzen hätten seit der Lumbalpunktion 
vom August 2000 zugenommen. Die Kopfschmerzen seien auch unter 
Behandlung  von Surmontil  [Antidepressivum, auch eingesetzt  gegen 
schwere Schmerzzustände] unverändert. Die Motivation des Patienten 
zu  einem neuen  Behandlungsversuch  mit  Surmontil  (Steigerung  zur 
Zieldosis) sei zur Zeit bei depressivem Stimmungszustand und chroni-
fizierter  somatoformer  Schmerzstörung mit  möglicherweise sekundä-
rem Krankheitsgewinn fragwürdig. Aus neurologischer Sicht seien die 
zur  Verfügung  stehenden  Behandlungsoptionen  bald  erschöpft.  Der 
Gesundheitszustand  sei  stationär,  aber  unter  intensiver,  psychiatri-
scher, medikamentöser und physikalischer Therapie potenziell besse-
rungsfähig. Es bestehe seit 1995 eine volle Arbeitsunfähigkeit im an-
gestammten Beruf als Buchbinder und für körperlich schwere Tätigkei-
ten. Die Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess habe nach einer 
ausführlichen Abklärung durch die Invalidenversicherung schrittweise 
zu erfolgen.

6.1.3 Die psychiatrische Universitätsklinik  stellte  in  ihrem Bericht  an 
die  IV-Stelle  unter  Bezugnahme  auf  die  Berichte  der  Poliklinik  vom 
13. März 2001 sowie den Bericht vom 27. März 2001 (act. IV/11) fest, 
der Patient  leide seit  der  Subarachnoidalblutung 1993 an andauern-
den,  schweren und quälenden Kopfschmerzen sowie  an seit  August 
2000 auftretenden lumbalen Schmerzen. Diese seien unter Vorbehalt 
eines Ausschlusses einer neurologischen Erkrankung nicht vollständig 
erklärt. Unter Vorbehalt  eines Ausschlusses einer neurologischen Er-
krankung  leide  der  Patient  an  einer  somatoformen  Schmerzstörung 
(ICD-10: F45.4). Seit 1995 arbeite er nicht mehr. Er habe aufgrund der 
Schmerzen  und  des  Verlusts  der  Tagesstruktur  zunehmend  ein  de-
pressives Zustandsbild entwickelt, das zur Zeit leichtgradig ausgeprägt 
sei (ICD-10: F 32.0). Trotz dieser Beschwerden sei es dem Patienten 
jedoch  gelungen,  einen Hochschulabschluss  in  Betriebswissenschaft 
zu absolvieren, was zeige, dass er durchaus fähig sei, trotz der vor-

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handenen Beschwerden eine beachtenswerte Leistung zu erbringen. 
Der Patient sei aufgrund der Beschwerden in einer den somatischen 
Beschwerden angepassten Tätigkeit  zu maximal  25% arbeitsunfähig. 
Da  er  indessen  jahrelang  nicht  mehr  gearbeitet  habe  und  entspre-
chend dekonditioniert  sei,  empfehle sie dringend eine Wiedereinglie-
derung in das Erwerbsleben mit Hilfe der Invalidenversicherung, wenn 
möglich unter Berücksichtigung des Diploms als Betriebswirtschafter. 
Im Übrigen sei eine neurologische Abklärung angezeigt.

6.1.4 Vom 14. August 2001 bis zum 8. Oktober 2001 wurde der Ver-
sicherte  im  Ambulatorium  des  Zentrums  D.________  interdisziplinär 
abgeklärt (act. IV/40.4). 

Dieses stellte  am 8. Oktober  2001 anlässlich einer interdisziplinären 
Nachsorgeuntersuchung die Diagnosen: Status nach Bohrlochtrepana-
tion eines spontanen chronischen Subduralhämatoms temporopanetal 
links mit maximal 3 cm Ausdehnung 1993, mit den Folgen konsekutive 
(residuelle) chronische therapieresistente Kopfschmerzen (am ehesten 
vom vasomotorischen Typ),  Verdacht  auf  posttraumatische Epilepsie, 
leichte  bis  mittelschwere  Hirnleistungsdefizite  (letzte  Testung  09/01, 
Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnis, Visuellfähigkeit) sowie reaktiv se-
kundär entwickelte depressive Stimmungslage (act. IV/21). In der Zwi-
schenanamnese wird angegeben, dass der Patient nach wie vor über 
persistierende  Kopfschmerzen,  vor  allem  stressbedingt,  klage,  licht-
empfindlich sei und Gedächtnis-, Konzentrationsprobleme, Schwindel-
gefühle und Tinnitus v.a. beim Liegen habe. Bezüglich seiner Arbeits -
fähigkeit sei der Patient derzeit nur in geschütztem Rahmen zu thera-
peutischen Zwecken arbeitsfähig, d.h. auf dem freien Wirtschaftsmarkt 
zur Zeit zu 100% arbeitsunfähig (act. IV/21). Die volle Arbeitsunfähig -
keit bestätigte sie am 31. Oktober 2001 (act. IV/20).

Am 30. Januar 2002 teilte das Zentrum D._______ der IV W._______ 
mit,  es  hätten  sich  bei  den  Untersuchungen  vom  19.  und  27. 
September  2001  erhebliche,  mehrheitlich  multifokale  Hirnleistungs-
defizite  gefunden,  welche  eindeutig  auf  eine  fronto-basale  Hirn-
funktionsstörung  im  Rahmen  des  frontalen  Subduralhämatoms  links 
1993  hinweisen  würden.  Ein  am  15. November  1999  von  einem 
Neurologen  erstelltes  Schlafentzugs-EEG  habe  ebenfalls  eine  dies-
bezügliche hirnlokalisatorische Aussage erbracht. Das Beschwerdebild 
werde aus neurorehabilitationsmedizinischer Sicht als zu einem hohen 
Anteil  hirnorganisch bedingt betrachtet. Diesbezüglich sei der Patient 

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voll erwerbsunfähig, berufliche Aktivitäten seien, wenn überhaupt, nur 
im geschützten Rahmen möglich (act. IV/26).

6.1.5 Der IV-Arzt gab am 23. Dezember 2001 an, die Ergebnisse des 
Zentrums  D._______  würden  stark  mit  den  bisherigen  Akten  di-
vergieren, weshalb er genauere Auskünfte anforderte (act. IV/25 und 
40.4). Am 6. März 2002 stellte er fest, dass die Beurteilung durch das 
Zentrum  D._______  nachvollziehbar  und  in  Ordnung  sei.  Das  hirn-
organische  Syndrom  erkläre  die  therapieresistenten  Beschwerden, 
welche medizinisch kaum beeinflussbar seien (act. IV/40.4).

6.2 Aus den seit 2006 bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung 
erstellten medizinischen Akten ergibt sich folgendes Bild: 

6.2.1 Der behandelnde Arzt, Dr. E._______, schloss in seinem Bericht 
vom 8. November 2006 auf eine gleichbleibende volle Arbeitsunfähig-
keit des Beschwerdeführers seit  Behandlungsbeginn bei ihm (August 
2003). Als Diagnosen gab er eine posttraumatische Epilepsie mit einer 
Depression und eine mittlere kognitive Dysfunktion nach chronischer 
Subdural-Operation  an.  Der  Patient  stehe  unter  Behandlung  von 
Tegretol  [Antiepilepsiemittel,  auch  eingesetzt  zur  Verstärkung  der 
Wirkung von Analgetika].

6.2.2 Der Psychiater und Neurologe Dr. F._______ diagnostizierte in 
seinem  Zeugnis  am  12.  September  2007  ein  posttraumatisches 
Stresssyndrom aufgrund  eines  Flugerlebnisses,  weshalb  der  Patient 
nicht mehr habe fliegen können. Es bestehe die Gefahr, dass dieser 
beim Besteigen eines Flugzeugs in Panik gerate. Die Störung werde 
mit einem Antidepressivum behandelt (Sertralin, SSRI, act. IV/69, 71, 
vgl. auch Bericht vom 23. Oktober 2007, act. 74 f.).

6.2.3 Aufgrund des neuropsychometrischen Testberichts vom 13. No-
vember 2007 von Dr. G._______, Facharzt  für  Neurologie, wurde im 
verbalen Gedächtnis  ein verzögerter  Abruf  (delayed recall)  und eine 
signifikante  Beeinträchtigung  der  betroffenen  frontalen  Region  fest-
gestellt (act. IV/76 f.). Der Bericht wird ergänzt durch eine Stellungnah-
me  der  Dres.  H._______,  Chefarzt,  und  I._______,  Facharzt  für 
Neurologie. Darin  wurde  bei  überstandenem Subduralhämatom eine 
„unangemeldete Art  von epileptischen Anfällen“ beschrieben, welche 
mit Tegretol 200 mg behandelt werde.

Seite 15

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6.2.4 Weiter finden sich in den vom Beschwerdeführer eingereichten 
Akten  ein  Elektroenzephalogramm  (EEG)  vom  19.  November  2007 
(Übersetzungsdatum,  act.  IV/72  f.)  und  ein  Magnetresonanzbericht 
(MR) des Kopfes vom 15. November 2007 (act. IV/78 f.).

6.2.5 Im  Nachgang  zum  Vorbescheid  reichte  der  Beschwerdeführer 
einen einseitigen Bericht des „Erforschungs- und Praxis-Hospital“ der 
türkischen  Republik,  T._______,  vom 21.  Januar  2009  (act.  IV/113, 
115) ein, welcher die Unterschriften von acht Spezialärzten trägt. Der 
Bericht wurde auf Wunsch des Patienten ausgestellt. Es werden darin 
als  klinische  Befunde  aus  neurologischer  Sicht  3  –  5  x  wiederholte 
komplexe partielle [Epilepsie-]Anfälle sowie depressive Stimmung und 
Angstreaktionen,  sowie  aus psychiatrischer  Sicht  Traurigkeit,  Unlust, 
Schlaflosigkeit, übermässige Nervosität und Suizidgedanken angege-
ben.  Die  Befunde  wurden  aufgrund  eines  kranialen  MR  und  eines 
EEGs  erhoben.  Als  Diagnosen  wurden  gestellt:  Erlebtes  Subdural-
hämatom  (ICD-10:  I 69.3),  Epilepsie  (G  40),  Depression:  (F  32.8), 
Spannungskopfschmerzen (G 44.2). Beim Bericht handelt es sich um 
eine Bestandesaufnahme.

Mit der Replik reichte der Beschwerdeführer eine neue Bestandesauf-
nahme vom 27. Oktober 2009 ein (act. IV/14.3).

6.3 Nach Vorlage  der  Akten  aus  der  Türkei  (oben  E.  6.2.2  –  6.2.4) 
stellte Dr. J._______, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, Phlebologie 
SGP, vom RAD am 26. Dezember 2007 zuhanden der Vorinstanz fest, 
aus  den  vorgelegten  Unterlagen  gingen  keine  Elemente  hervor,  die 
gegen eine Flugreise in die Schweiz sprächen, weshalb an der Unter-
suchung in der Schweiz festzuhalten sei (act. IV/84).

6.4
6.4.1 Im später erstellten interdisziplinären Gutachten in der Schweiz 
vom 31.  Oktober  2008  hielt  Dr.  K._______,  FMH für  Allgemeinme-
dizin, nach einer Zusammenfassung der zu Grunde liegenden medizi-
nischen Vorakten, einleitend die Vorgeschichte fest, erhob eine Anam-
nese und äusserte sich zu aktuellen medizinischen Problemen des Ex-
ploranden und dessen derzeitiger Therapie (ärztliche Behandlung und 
Medikamente). Er beschrieb weiter, dass der Explorand im Wartezim-
mer kurzzeitig kollabiert sei (act. IV/105, S. 10 – 12).

6.4.2 In  seinem  psychiatrischen  Teilgutachten  vom  18.  September 
2008 (act. IV/103 und 105 S. 12 ff.)  stellte Dr. L.________, FMH für 

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Psychiatrie und Psychotherapie, einen ähnlichen Zustand fest, wie er 
bereits  im  Gutachten  von  der  psychiatrischen  Universitätspoliklinik 
vom 2. Mai 2001 (act. IV/16) beschrieben worden sei. Die depressive 
Symptomatik  habe nicht  zugenommen,  insbesondere die  objektivier-
baren Befunde seien sehr gering. Aufgrund der mittlerweile seit meh-
reren Jahren dauernden Störung müsse eine chronifizierte depressive 
Störung angenommen werden (ICD 10: F34.1). Die Körperbeschwer-
den seien aus somatischer Sicht  in  diesem  Ausmass nicht  nachvoll-
ziehbar, weshalb die Diagnose einer somatoformen Störung (ICD 10: 
F.45.2) übernommen werde. Gesamthaft könne deshalb aus psychiat-
rischer Sicht  höchstens eine leichte Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit  von 25% begründet werden. Die angegebene Flugangst und die 
Angst vor Erdbeben (ICD-10 F.40.2) halte er nicht für invalidisierend, 
insbesondere  auch  deshalb,  weil  der  Beschwerdeführer  in  der  Lage 
gewesen sei, für die Untersuchung mit dem Flugzeug in die Schweiz 
zu reisen.

6.4.3 Der  Neurologe  Dr. M._______  (act.  IV/104  und  105  S. 16  ff.) 
stützte seine Angaben im neurologischen Teilgutachten auf die eige-
nen Untersuchungen sowie die Vorakten, wobei er angab, weitere Ak-
ten und Auskünfte sowohl  im Kantonsspital  W._______ wie auch im 
Zentrum D._______ eingeholt zu haben. Aufgrund des aktuellen EEGs 
stellte er leichte Allgemeinveränderungen mit Betonung der vorderen 
Hirnregionen fest, aber ohne Nachweis epilepsietypischer Potenziale. 
Die  abgekürzte  orientierende  Testung  (übersetzt  durch  den  Dolmet-
scher)  zeige  hingegen  fast  durchwegs  Leistungsminderungen,  teils 
sehr stark ausgeprägt. Dieses Ergebnis sei indessen mit Vorsicht  zu 
bewerten und stehe im Widerspruch zu den Feststellungen im länge-
ren Explorationsgespräch,  wo keine Verlangsamung oder  Einschrän-
kungen  manifestiert  worden  seien.  Die  von  der  Zentrum  D._______ 
aufgrund von Indizien vermutete  Epilepsie,  welche sich  auch in  den 
türkischen Akten finde,  könne er nicht  sicher  bestätigen. Die beiden 
während des Explorationsgesprächs beschriebenen anfallsartigen Er-
eignisse seien hochgradig verdächtig auf psychogene Episoden (act. 
104 S. 16). In starkem Widerspruch stünden auch die Feststellungen 
des Zentrums D._______, wonach eine leichte bis mittelschwere Hirn-
leistungsstörung vorliege,  der Versicherte aber trotzdem in der  Lage 
gewesen  sei,  ein  Hochschulstudium  in  Betriebswissenschaft  zu  ab-
solvieren und abzuschliessen. 

Aus neurologischer Sicht  bestehe in  der angestammten Tätigkeit  als 

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Betriebsarbeiter in einer Druckerei eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 
80%. Die 20%-ige Einschränkung ergebe sich aufgrund des durchge-
machten chronischen Subduralhämatoms und der raschen Ermüdbar-
keit. Es sei von einer erheblichen funktionellen Überlagerung auszu-
gehen. Gleiches gelte für die (aus heutiger Sicht als unwahrscheinlich 
zu  bezeichnende)  Epilepsie  und  die  formalen  neuropsychologischen 
Störungen. Eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes seit 
der Rentenzusprechung könne nicht postuliert  werden, jedoch könne 
die  frühere  Beurteilung  aus  neurologischer  Sicht  heute  nicht  mehr 
zwanglos nachvollzogen werden. 

6.4.4 In ihrer Zusammenfassung und Beurteilung stellten die Gutach-
ter  fest,  aufgrund der  von Dr. M._______ erhobenen Ergebnisse sei 
aus rein neurologischer Sicht eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit 
nicht nachvollziehbar. Die Diagnose der Epilepsie sei entschieden zu 
bezweifeln,  auch  bezüglich  der  in  den  Berichten  des  Zentrums 
D.________  dokumentierten  neuropsychologischen  Funktionsstörung 
bestünden erhebliche Fragezeichen hinsichtlich deren hirnorganischer 
Relevanz,  trotz  der  auch  von  Dr.  M._______  in  der  orientierenden 
neuropsychologischen  Testung  festgestellten  teilweise  erheblichen 
Leistungsdefizite.  Insbesondere  stünden  die  von  der  Zentrum 
D._______  festgestellten  leichten  bis  mittelschweren  Hirn-
leistungsdefizite in einem Widerspruch mit dem vom Exploranden im 
Jahr 2000 absolvierten Hochschulstudium in Betriebswissenschaft. 

Gesamtmedizinisch  gingen  die  Gutachter  von  einer  zumutbaren  Ar-
beitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit in einer Druckerei von 
75% aus. Sie hielten indes klar fest,  dass grundsätzlich keine Ände-
rung der gesundheitlichen Situation eingetreten sei.

6.5 Dr. J._______ des medizinischen Dienstes der  IVSTA stellte  am 
13. Dezember 2008 gestützt auf das eingeholte Gutachten zu Handen 
der Vorinstanz fest, der Versicherte sei nun also für die angeordnete 
Begutachtung  reisefähig  gewesen.  Die  Gutachter  hätten  wenig  bis 
praktisch keine objektivierbaren Funktionsausfälle feststellen können. 
Es werde klar auf die nicht nachvollziehbare frühere Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit  hingewiesen. Man  müsse  die  damalige  Dauerberen-
tung klar als falsch und unrichtig beurteilen. Der Mann gelte ab Unter-
suchungsdatum sicher zu 75% arbeitsfähig in der bisherigen Tätigkeit,  
ebenso in vielen anderen ähnlichen Tätigkeiten (act. IV/107).

Seite 18

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In  seiner  ergänzenden  Stellungnahme  vom  8.  März  2009  hielt  Dr. 
J._______ insbesondere bezüglich der von den türkischen Ärzten im 
Bericht  vom  21.  Januar  2009  (act.  IV/113,  115)  weiterhin 
diagnostizierten Epilepsie fest, der Schweizer Gutachter habe sich mit 
dieser  behaupteten Diagnose auseinandergesetzt,  es gebe ja bisher 
überhaupt keine Beweise dafür, weder apparativ noch (noch weniger) 
klinischer Natur. Der Versicherte habe ja anlässlich der Begutachtung 
versucht, einen solchen Anfall vorzuspielen, was aber vom Neurologen 
klar  erkannt  worden  sei.  Dr.  J._______  sah  deshalb  keine  Ver-
anlassung,  an  der  Begutachtung  durch  die  Schweizer  Experten  zu 
zweifeln.

Ergänzend stellte er am 28. November 2009 fest, es ergäben sich aus 
den  bereits  aktenkundigen  Unterlagen  und  dem  neuen  Attest  vom 
27. Oktober  2009,  welches  identisch  sei  mit  jenem  vom 21.  Januar 
2009, keine neuen Aspekte.

7.
Die Vorinstanz begründete die Aufhebung der Rente in der Verfügung 
damit,  aufgrund der neu erhobenen Dokumente sei erstellt,  dass der 
Versicherte wieder in der Lage sei, eine angepasste Tätigkeit auszu-
üben. Dabei könne er mehr als 50% des Erwerbseinkommens erzielen, 
das er heute erreichen würde,  wenn er  nicht  invalid  geworden wäre 
(act. IV/124 S. 2). 

In ihrer Vernehmlassung stellte sie fest, sie habe die Rente aufgrund 
einer wesentlichen Verbesserung der Erwerbsfähigkeit aufgehoben. In 
casu  seien  die  gesundheitlichen  Verhältnisse  im  Zeitpunkt  der  ur-
sprünglichen  Verfügung  vom  11.  Juni  2002  mit  denjenigen  vom 
21. Juni 2009 zu vergleichen. Sie verwies weiter auf die Stellungnah-
men des RAD und gab an, der IV-Arzt habe sich gestützt auf das ein-
geholte polydisziplinäre Gutachten ein schlüssiges und nachvollzieh-
bares Bild der vorliegenden Leiden bilden und insofern den darin erho-
benen Befunden und Schlussfolgerungen widerspruchsfrei folgen kön-
nen, weshalb die Rentenaufhebung zu Recht erfolgt sei.

7.1 Da es sich vorliegend um einen Revisionsfall handelt, bei welchem 
dem Beschwerdeführer im Jahr 2002 aufgrund eines hirnorganischen 
Syndroms  nach  chronischem  Subduralhämatom  im  Jahr  1993,  mit 
konsekutiven  (residuellen)  chronischen  therapieresistenten  Kopf-
schmerzen,  Verdacht  auf  posttraumatische  Epilepsie  sowie  reaktiv 

Seite 19

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sekundär  entwickelte  depressive  Stimmungslage (vgl.  act. IV/27 und 
40.4 f.) bei 100% Arbeitsunfähigkeit per 1. November 1999 eine ganze 
Invalidenrente zugesprochen wurde,  ist  –  wie die Vorinstanz in  ihrer 
Vernehmlassung zu Recht ausführt – abzuklären, ob sich der Gesund-
heitszustand  des  Beschwerdeführers  seit  der  Rentenzusprache  in 
einem Mass verbessert hat, dass ihm keine Rente mehr zusteht (BGE 
130 V 343, siehe oben E. 5.1). 

7.2 Bezüglich des für die Vorinstanz entscheidrelevanten Gutachtens 
von Dr. K._______, Dr. M._______ und Dr. L.________ ist vorab fest-
zuhalten, dass es sich um ein verwaltungsexternes Gutachten gemäss 
Art. 44 ATSG handelt. Entscheidend ist demnach, dass das Gutachten 
umfassend ist und den vollständigen Sachverhalt beurteilt, die geklag-
ten  Beschwerden  berücksichtigt  werden,  die  Darlegung  der  Zusam-
menhänge und die Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet 
und die Schlussfolgerungen der Gutachter begründet sind (ausführlich 
siehe oben E. 4.5).

Die Gutachter sind sich im Ergebnis einig, dass sich der Gesundheits -
zustand des Beschwerdeführers seit  der  letzten Beurteilung im Jahr 
2002 kaum verändert habe. Aus neurologischer Sicht werden grosse 
Zweifel  an  der  Beurteilung  des  Zentrum  D._______  in  den  Jahren 
2001  und  2002  angebracht,  sowohl  bezüglich  Vorliegens  einer  Epi -
lepsie – wobei Dr. M._______ aus dem EEG vereinzelte Indizien für 
cerebrale Übererregbarkeit (jedoch ohne Nachweis epilepsietypischer 
Potenziale  dafür)  feststellt  und  zwei  anfallsartige  Ereignisse  mit 
atypischer, nicht organisch anmutender Semiologie beschreibt, welche 
durch  Ansprechen  sofort  hätten  unterbrochen  werden  können  –  als 
auch  der  vom  Zentrum  D._______  dokumentierten  neuropsycho-
logischen Funktionsstörungen. Der Neurologe stellt  zwar im Rahmen 
der  abgekürzten,  orientierenden  neuropsychologischen  Testung  fast 
durchwegs  Leistungsminderungen,  teils  leichtgradig,  teils  stark  aus-
geprägt,  fest.  Diese  stünden  jedoch  im  Widerspruch  zu  den  Fest-
stellungen  im  längeren  Explorationsgespräch.  Die  Zweifel  werden 
unter  anderem  auch  damit  begründet,  dass  der  Beschwerdeführer 
gemäss den Akten nach der Gehirnblutung und trotz der angeblichen 
Hirnleistungsdefizite in der Lage gewesen sei, ein universitäres Fern-
studium in Betriebswissenschaft  (vgl. act. IV/104 S. 7) erfolgreich zu 
absolvieren. 

Aus psychiatrischer Sicht wird eine chronifizierte depressive Störung 

Seite 20

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festgestellt.  Die ebenfalls  geltend gemachte Flugangst  wird als  nicht 
invalidisierend angesehen. Die Anreise in die Schweiz zur Begutach-
tung beweise, dass er diese Angst überwinde, falls es sein müsse (vgl.  
act. IV/105 S. 15 und 107).

7.3 Als Zwischenergebnis ist  festzuhalten, dass aufgrund des extern 
eingeholten Gutachtens – entgegen den Ausführungen der Vorinstanz 
– keine Verbesserung des Gesundheitszustandes festzustellen ist. Die 
Gutachter  gehen  auch  nicht  davon  aus,  dass  aufgrund  der  langjäh-
rigen Situation  und der  Tatsache, dass der  Beschwerdeführer in  der 
Türkei lebt, noch Ressourcen für eine Gesundheitsverbesserung oder 
eine Eingliederungsfähigkeit vorhanden sein könnten. 

Die Gutachter gehen indessen von einer ursprünglich nicht zutreffen-
den Beurteilung des Gesundheitszustandes im Jahr 2002 aus. Auch 
der RAD äussert  sich dahingehend, der Beschwerdeführer habe von 
Anfang an zu Unrecht eine Rente erhalten. Indessen ist fraglich, wie-
weit dessen Ausführungen überhaupt verwertbar sind. Seine Feststel-
lungen  lassen  sich  kaum auf  das  Gutachten  stützen,  sind  unpräzis 
(z.B.  erlitt  der  Beschwerdeführer  im  Jahr  1993  ein  Subarachnoidal -
hämatom und nicht eine "Aneurysmablutung" [act. IV/54]; die Gutach-
ter  finden  sehr  wohl  Indizien  für  eine  Gehirnschädigung,  beurteilen 
diese aber differenziert; act. IV/113/115 und act. 14.2 sind nicht ident-
isch)  und  erscheinen  zudem  tendenziös.  Schliesslich  verfügt  Dr. 
J._______  weder  über  eine  neurologische  noch  über  eine 
psychiatrische Fachausbildung (vgl. E. 4.5).

Gestützt  auf  diese Schlussfolgerungen wurde vorliegend ein  im We-
sentlichen  unveränderter  Sachverhalt  neu  beurteilt.  Die  Aufhebung 
einer  ganzen  Invalidenrente  durch  Revision  gemäss  Art.  17  Abs.  1 
ATSG ist unter diesen Umständen unzulässig (siehe oben E. 5.1).

8.
Da  die  Vorinstanz  aufgrund  der  von  den  Gutachtern  bzw. den  vom 
RAD  ermittelten  Aussagen  offenbar  davon  ausging,  bereits  die  ur -
sprüngliche Rentenzusprache sei zu Unrecht erfolgt, hätte sie korrek-
terweise die Angelegenheit als Wiedererwägung gemäss Art. 53 Abs. 2 
ATSG prüfen müssen. 

8.1 Der Versicherungsträger kann auf formell rechtskräftige Verfügun-
gen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos 

Seite 21

C-3490/2009

unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung 
ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG). 

Die  Wiedererwägung dient  mithin  der  Korrektur  einer  anfänglich  un-
richtigen Rechtsanwendung (unter Einschluss unrichtiger Feststel lung 
im Sinne der Würdigung des Sachverhalts; BGE 117 V 8 E. 2c und 115 
V 314 E. 4a/cc). Dies verhindert, dass die Wiedererwägung nicht zum 
Instrument  einer  voraussetzungslosen  Neuprüfung  formell  zugespro-
chener Dauerleistungen wird, was sich mit dem Wesen der Rechtsbe-
ständigkeit  nicht  verträgt.  Die  formell  rechtskräftige  Rentenzuspre-
chung stünde diesfalls unter dem Vorbehalt einer jederzeit möglichen 
Neubeurteilung  laufender  Ansprüche  zufolge  späterer  besserer  Ein-
sicht der Durchführungsorgane, was nicht dem Sinn einer Wiedererwä-
gung entspricht. Es handelt sich zum Beispiel bei der Invalidität bzw. 
des Invaliditätsgrades um Anspruchsvoraussetzungen, deren Beurtei-
lung in Bezug auf gewisse Schritte und Elemente (z.B. Schätzungen, 
Beweiswürdigungen,  Zumutbarkeitsfragen)  notwendigerweise  Ermes-
senszüge  aufweist.  Erscheint  die  Beurteilung  der  materiellen  An-
spruchsvoraussetzungen  vor  dem  massgeblichen  Hintergrund  der 
Sach-  und Rechtslage,  wie sie sich im Zeitpunkt  der  rechtskräftigen 
Leistungszusprechung darbot (BGE 125 V 383 E. 3 mit Hinweisen), als 
vertretbar,  scheidet  die  Annahme zweifelloser  Unrichtigkeit  aus  (vgl. 
Urteile  des  Eidgenössischen  Versicherungsgerichts  I  222/02  vom 
12. Dezember 2002, E. 3.2 und I 375/02 vom 6. Mai 2003 E. 2.2, je mit  
weiteren Hinweisen sowie Urteil C-4223/2007 des Bundesverwaltungs-
gerichts vom 25. Mai 2009 E. 6.3).

8.2 Demnach ist  zu prüfen,  ob die in Frage stehende Rente wieder-
erwägungsweise aufzuheben gewesen wäre.

Aus den Akten ergeben sich indes für das Bundesverwaltungsgericht 
sowohl im Rentenzuspracheverfahren als auch im aktuellen Verfahren 
Unklarheiten im Sachverhalt, weshalb die Angelegenheit zur weiteren 
Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (E. 9). Dies ist nach-
folgend auszuführen.

8.2.1 Bezüglich  des  ersten  IV-Verfahrens  ist  festzuhalten,  dass  sich 
weder Akten zum Subarachnoidalhämatom und der Operation im Jahr 
1993,  vollständige  (Verlaufs-)Akten  aus  dem  Kantonsspital 
W.________ – wobei sich Dr. M._______ teilweise auf weitere Akten 
bezieht (act. IV/104 S. 15) – noch umfangreiche Daten des Zentrum 

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D._______ finden, obwohl der Beschwerdeführer vom 14. August 2001 
bis 8. Oktober 2001 interdisziplinär abgeklärt wurde. Ebenso fehlen die 
Akten des damals behandelnden Neurologen Dr. N._______, welcher 
am 15. November 1999 epileptische Potenziale festgestellt habe (vgl. 
act. IV/26). Hier ist zu ergänzen, dass im Beschwerdedossier der Ehe-
frau des Beschwerdeführers die Vorakten bereits in den Jahren 1995 – 
1997 Hinweise für die Diagnose und Behandlung einer Epilepsie beim 
Beschwerdeführer durch Dr. N.________ enthalten [C-3623/2008, act. 
IV/71 S. 2, 73 S. 2 und 76 S. 2], vgl. Beschwerdeakten act. 18).

Hinzu kommt, dass die IV V._______ bei ihrer ersten Prüfung grosse 
Divergenzen  zwischen  den  Stellungnahmen  des  Kantonsspitals 
W.________ und des Zentrums D._______ feststellte, weshalb sie die 
Akten dem IV-Arzt zur Stellungnahme unterbreitete, und dieser in der 
nachfolgenden  Stellungnahme vom 6. März  2002  festhielt,  im Nach-
hinein sei die Beurteilung der Situation durch das Zentrum D._______ 
nachvollziehbar,  weshalb  dessen  Einschätzung  in  Ordnung  sei  (act. 
IV/40.4).

Das Zentrum D._______ ist auf Hirnverletzungen spezialisiert und die 
IV V._______ hat sich im Jahre 2002 ohne Vorbehalte auf dessen Ab-
klärungen abgestützt  – welche allerdings nur lückenhaft  aktenkundig 
sind. Unter  Berücksichtigung  der  hohen  Anforderungen,  die  an  eine 
Wiedererwägung  zu  stellen  sind,  erweist  sich  die  Beurteilung  des 
Zentrum  D._______  im  damaligen  Zeitpunkt  aus  Sicht  des  Bundes-
verwaltungsgerichts nicht als zweifellos unrichtig (oben E. 8.1), womit 
eine Aufhebung der rentenzusprechenden Verfügung gestützt auf Art. 
53 Abs. 2 ATSG ausser Betracht fällt.

8.3 Die  im  aktuellen  Verfahren  eingereichten  Arztberichte  aus  der 
Türkei stammen überwiegend von Fachärzten (vgl. act. IV/69 ff., 72 f., 
74 f., 76 f., 78 f., 80 f.; 113, 115, Beschwerdeakte 14.2 – wobei die 
letzten beiden Atteste kaum begründet sind). Sie sind deshalb – soweit  
sie den Anforderungen an Begründung und Nachvollziehbarkeit genü-
gen – grundsätzlich für die Beurteilung massgeblich (oben E. 4.5). Da 
sie  indessen nur  unzureichend ins  Deutsche übersetzt  worden sind, 
wurden sie  von den  Schweizer  Gutachtern  kaum berücksichtigt. Die 
von den Schweizer  Gutachtern  erwähnten,  anlässlich  der  Begutach-
tung mitgebrachten, nicht übersetzten Akten (act. IV/105 S. 9) sind im 
Übrigen nicht aktenkundig.

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Gestützt auf die aktenkundigen türkischen Berichte kann jedoch fest-
gestellt werden, dass Beschwerdeführer in der Türkei weiterhin wegen 
einer Epilepsie und einer Depression/Angstproblematik behandelt wird. 
Bezüglich des von Dr. K._______ beschriebenen Kollapses finden sich 
im Gutachten keine Angaben, wie dieser einzuordnen sei (act. IV/105 
S. 10). Was die beiden von Dr. M._______ beobachteten Ereignisse 
betrifft,  beurteilt  er  diese  als  atypisch,  nicht  organisch  anmutender 
Semiologie.

8.4 Für das Bundesverwaltungsgericht ungeklärt bleibt auch die Frage 
nach dem vom Beschwerdeführer  angeblich absolvierten Fern-Hoch-
schulstudium.  Dieser  Abschluss  ist  in  mehr  als  einem  Arztbericht 
Grundlage dafür zu schliessen, der Bescherdeführer sei in einer Ver-
weistätigkeit arbeitsfähig. Es finden sich in den Akten weder Belege für 
einen  solchen  Abschluss  noch  Angaben über  den  Umfang  und  den 
Zeitrahmen, in welchem dieses Studium absolviert  worden sei. Auch 
fehlen Hinweise dazu, ob der Beschwerdeführer den Studienabschluss 
für seinen weiteren Werdegang einsetzen wollte und konnte. Auch die 
Schweizer Gutachter haben ihn anlässlich der Untersuchung nicht da-
rauf angesprochen. Hingegen finden sich in den aktenkundigen Unter -
lagen  des  Zentrum  D._______  –  welche  im  Jahr  2002  für  die  Zu-
sprache  einer  Rente  ausschlaggebend  waren  –  keine  Hinweise  auf 
einen solchen Abschluss.

Es ist aus der Sicht des Bundesverwaltungsgerichts unter diesen Um-
ständen  nicht  zulässig,  das  Vorliegen  dieses  Diploms  anzunehmen 
und den Umkehrschluss ziehen, die sowohl vom Zentrum D._______ 
wie auch von Dr. M._______ neu festgestellten neurologischen Aus-
fälle seien nicht nachvollziehbar.

8.5 Zur von den Gutachtern als nicht invaliditätsrelevant betrachteten 
Flugangst  ist  zu  ergänzen,  dass  das  vom Beschwerdeführer  einge-
reichte Zeugnis des behandelnden Psychiaters (act. IV/69, 71) sowie 
die  weiteren  eingereichten  türkischen  fachärztlichen  Berichte  (act. 
IV/72  –  81)  nur  von  Dr. J._______  als  Nichtfacharzt  als  nicht  aus-
reichend betrachtet wurden (act. IV/84). Der Versicherte sah sich in der 
Folge gezwungen, in die Schweiz zu reisen, in seiner diesbezüglichen 
Zusage gab er indessen an, sein Arzt übernehme für die Reise keine 
Verantwortung (act. IV/88).

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8.6 Schliesslich ist  festzustellen, dass sich in den Akten – auch aus 
der neuen Begutachtung – kaum Angaben zu den weiterhin geltend 
gemachten Kopf- und Rückenschmerzen finden. 

9.
9.1 Aufgrund dieser Unklarheiten und Widersprüche erachtet  es das 
Bundesverwaltungsgericht als unumgänglich, dass die Vorinstanz die 
medizinische Situation und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähig-
keit  neu prüft. Die Vorinstanz hat vorgängig sowohl im Kantonsspital 
W.________, im Zentrum D._______ sowie vom damals behandelnden 
Neurologen Dr. N.________ fehlende Akten aus den Jahren 1993 – 
2002  sowie  die  fehlenden  Akten  aus  der  Türkei  einzuholen  und  die 
aktenkundigen begründeten Berichte aus der Türkei sachdienlich über-
setzen  zu  lassen. Diese  sind  anschliessend  fachärztlich  neu  zu  be-
urteilen.  Falls  sich  danach  die  Einholung  eines  Obergutachtens  als 
notwendig erweist, ist aus fachärztlicher Sicht zu klären, ob dem Be-
schwerdeführer eine Flugreise in die Schweiz zumutbar ist. Falls dies 
nicht  der  Fall  sein sollte,  ist  ein geeignetes (Ober-)Gutachten in  der 
Türkei  einzuholen  und  dieses  fachgerecht  in  eine  Schweizer  Amts-
sprache übersetzen zu lassen.

9.2 Zusammenfassend gelingt es der Vorinstanz aufgrund der vorlie-
genden Akten nicht,  eine wesentliche Verbesserung der  gesundheit-
lichen  Situation  des  Beschwerdeführers  rechtsgenüglich  darzulegen, 
um die Aufhebung der bisher ganzen Rente zu rechtfertigen. Aufgrund 
der vorliegenden Akten sind auch keine rechtsgenüglichen Gründe er-
sichtlich, die eine wiedererwägungsweise Aufhebung der im Jahr 2002 
zugesprochenen Rente erlauben würden. 

Die  Verfügung  vom 21. April  2009 erweist  sich  deshalb  als  bundes-
rechtswidrig und ist deshalb aufzuheben. Die Vorinstanz hat im Sinne 
der Erwägungen den Gesundheitszustand sowohl per März 2002 als 
auch aktuell ergänzend zu ermitteln. Anschliessend hat sie die Angele-
genheit  neu  zu  beurteilen,  allenfalls  einen  Erwerbsvergleich  zu  er-
stellen, den Invaliditätsgrad zu berechnen und neu zu verfügen.

10.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Partei -
entschädigung.

10.1 Weder  der  unterliegenden  Vorinstanz  noch  dem  obsiegenden 
Beschwerdeführer sind Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

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und 2 VwVG). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr.  300.--  ist  dem 
Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

10.2 Dem obsiegenden, nicht vertretenen Beschwerdeführer, welchem 
durch  die  Beschwerdeführung  keine  notwendigen,  verhältnismässig 
hohen  Kosten  erwachsen  sind,  ist  keine  Parteientschädigung  zuzu-
sprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  in  dem  Sinne  gutgeheissen,  als  dass  die 
Verfügung vom 21. April 2009 aufgehoben und die Angelegenheit an 
die  Vorinstanz  zurückgewiesen  wird,  damit  diese  nach  Vervollstän-
digung der Akten den Sachverhalt neu ermittelt und anschliessend neu 
verfügt.

2.
Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben. Der  geleistete  Kosten-
vorschuss von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Beat Weber Susanne Flückiger

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern,  Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Vor-
aussetzungen gemäss den Art. 82 ff.,  90 ff. und 100 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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