# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ea89add-afb2-52b3-aea6-a8ba5e087c97
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-09-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.09.2021 D-3371/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3371-2021_2021-09-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3371/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  S e p t e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, 

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger,    

Gerichtsschreiberin Sara Steiner. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Irak,   

vertreten durch Lena Weissinger, Rechtsanwältin,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Wiedererwägung);  

Verfügung des SEM vom 17. Juni 2021 / N (…). 

 

 

 

D-3371/2021 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 7. Januar 2016 in der Schweiz ein Asylge-

such stellte und dabei im Wesentlichen geltend machte, er sei von seiner 

Stiefmutter schlecht behandelt und schliesslich vom Vater auf deren Ver-

langen nach Europa geschickt worden, 

dass er zudem bei einer Rückkehr in den Nordirak befürchte, für den Dienst 

bei der Peshmerga eingezogen zu werden, 

dass das SEM mit Verfügung vom 7. März 2017 die Flüchtlingseigenschaft 

des Beschwerdeführers verneinte, dessen Asylgesuch ablehnte sowie 

seine Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug anordnete, 

dass diese Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwuchs, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2. März 2021 (Poststempel) 

beim SEM ein Wiedererwägungsgesuch einreichte und dabei die Feststel-

lung der Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung sowie eventualiter 

die vorläufige Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegwei-

sung beantragte, 

dass er dabei im Wesentlichen geltend machte, ihm sei im Laufe der Aus-

einandersetzung mit seiner Geschichte im Rahmen einer psychotherapeu-

tischen Behandlung und der Befragung seiner Verwandten klargeworden, 

weshalb sein Vater ihn eigentlich nach Europa geschickt habe, 

dass im Jahr 2015 kurz vor seiner Abreise ein Cousin seines Vaters im 

Rahmen eines Rachemordes umgebracht worden sei, nachdem dieser an 

einer Auseinandersetzung betreffend ein Fussballspiel im Jahr 2008, einen 

anderen Jugendlichen mit einem Messer tödlich verletzt habe, und auch 

ein Bruder seines Vaters in diesem Zusammenhang im Jahr 2008 umge-

bracht worden sei, 

dass bei einer weiteren Familienfehde aufgrund eines Grundstücks, das 

sein Grossvater seinen Söhnen vererbt habe, sein Onkel im Jahr 2016 um-

gebracht worden sei, nachdem er zwei Männer der verfeindeten Familie 

umgebracht habe, woraufhin zunächst dessen Bruder nach Deutschland 

und später weitere Familienangehörige geflüchtet seien, 

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Seite 3 

dass seine Eltern inzwischen aus dem Nordirak geflohen jedoch zurückge-

schafft worden seien und heute an einem ihm unbekannten Ort leben wür-

den, um möglichen Racheanschlägen zu entgehen, 

dass ihm sein in der Schweiz lebender Bruder im ordentlichen Verfahren 

geraten habe, die Familienfehde nicht zu erwähnen, da dies das Asylver-

fahren verkomplizieren könnte und dieser überzeugt gewesen sei, er 

würde aufgrund seines jungen Alters ohnehin aufgenommen werden, 

dass er als Minderjähriger die Beweggründe seines Vaters nicht hinterfragt 

und sich an die Anweisungen seines Bruders gehalten habe, 

dass er zur Stützung dieser Vorbringen die Totenscheine des Cousins und 

des Bruders seines Vaters (im Zusammenhang mit der Fehde betreffend 

das Fussballspiel) und das Protokoll der Anhörung seines Onkels vor den 

deutschen Asylbehörden (im Zusammenhang mit der Fehde betreffend die 

Grundstücksstreitigkeit) zu den Akten reichte, 

dass sich sein Gesundheitszustand zudem inzwischen massiv verschlech-

tert habe und nun ein Wegweisungshindernis bilde, 

dass er sich seit Juli 2020 in ambulanter Psychotherapie befinde, in deren 

Rahmen eine anhaltende schwere depressive Störung im Zusammenhang 

mit einer schweren Belastungsreaktion und posttraumatischer Belastungs-

störung (PTBS) diagnostiziert worden sei, wobei seine Krankengeschichte 

geprägt sei von Akten der Selbstverletzung und immer wieder auftretenden 

Suizidgedanken, 

dass er seit Juni 2020 auch eine Gruppentherapie besuche, im Rahmen 

derer ebenfalls eine PTBS festgestellt worden sei, 

dass er im Irak, weder über ein soziales Netzwerk noch ärztliche bezie-

hungsweise psychiatrische Betreuung verfüge, 

dass der Beschwerdeführer zur Stützung dieser Vorbringen einen Bericht 

des behandelnden Psychiaters und einen Bericht bezüglich der Gruppen-

therapie zu den Akten reichte,  

dass das SEM mit Verfügung vom 17. Juni 2021 die Eingabe als Wieder-

erwägungsgesuch entgegennahm, dieses abwies und die Rechtskraft so-

wie die Vollstreckbarkeit des negativen Asylentscheids vom 7. März 2017 

feststellte, 

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Seite 4 

dass es dabei zur Begründung im Wesentlichen ausführte, an der Glaub-

haftigkeit der Vorbringen seien erhebliche Zweifel anzubringen, da diese 

auf nachgeschobenen und unbelegten Behauptungen beruhen würden, 

dass der Hinweis des Beschwerdeführers auf den Rat des Bruders am 

Wahrheitsgehalt der nun geltend gemachten Verfolgungssituation Zweifel 

aufkommen lasse, zumal zu erwarten sei, dass er im Falle einer tatsächli-

chen Bedrohung aus dem Jahr 2015 dies bereits im erstinstanzlichen Ver-

fahren geltend gemacht hätte, 

dass gegen die Glaubhaftigkeit des geltend gemachten Vorbringens auch 

der Umstand spreche, dass sein Vater ebenso wie sein älterer Bruder im 

Zeitpunkt der erstinstanzlichen Anhörung am 27. Februar 2017, also rund 

zwei Jahre nach dem angeblichen Vorfall rund um den Grundstücksstreit, 

gemäss seinen Angaben noch im selben Quartier im selben Haus gewohnt 

hätten, was nicht auf eine die Kernfamilie betreffende Verfolgungssituation 

hindeute, 

dass er erst mit Eingabe des vorliegenden Gesuchs ohne genaue Erklä-

rungen ausführe, seine Familie sei «zwischenzeitlich» aus dem Nordirak 

geflüchtet, dann zurückgeschafft worden und lebe nun an einem ihm un-

bekannten Ort, wobei auch dies eine unbelegte Behauptung bleibe, 

dass der Beweiswert der lediglich in Kopie eingereichten Totenscheine ge-

ring sei und diese keinerlei Rückschlüsse auf eine mögliche flüchtlings-

rechtlich relevante Verfolgung zulassen würden, 

dass an dieser Einschätzung auch das unleserliche Anhörungsprotokoll 

seines Onkels, welcher in Deutschland ein Asylgesuch eingereicht habe, 

nichts zu ändern vermöge und die im Gesuch teilweise transkribierten Aus-

sagen sich keiner Glaubhaftigkeitsprüfung unterziehen lassen würden, 

dass sich die Angabe, wonach ihm nach seiner Ausreise von Familienmit-

gliedern mitgeteilt worden sei, dass ihm eine Gefahr durch Verfolgung 

drohe, nicht überprüfen lasse und alleine keine begründete Furcht vor zu-

künftiger Verfolgung zu belegen vermöge, 

dass nach dem Gesagten die Anforderungen an die Annahme einer be-

gründeten Verfolgungsfurcht nicht gegeben seien, 

dass zu den neu geltend gemachten Wegweisungsvollzugshindernissen – 

den gesundheitlichen Beschwerden – Folgendes festzuhalten sei, 

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dass aus den vorliegend diagnostizierten Beeinträchtigungen nicht ge-

schlossen werden könne, dass er bei einer Rückkehr mangels einer not-

wendigen medizinischen Behandlung einer akuten Lebensgefahr ausge-

setzt wäre, 

dass zudem laut Arztbericht mit einer fachspezifischen Behandlung und 

gesicherten Lebenssituation von einer sehr guten Prognose auszugehen 

sei,  

dass er im Nordirak die für ihn absolut notwendige medizinische Versor-

gung erhalten könne (siehe Urteile des BVGer D-1157/2019 vom 6. April 

2020, E.7.4, E-7074/2018 vom 23. September 2020, E.10.7 sowie  

E-5076/2017 vom 22. August 2019, E.9.3), 

dass es sich bei dem Vorbringen, wonach er nicht wisse, wo sich seine 

Familie aufhalte, um eine unbewiesene Behauptung handle, zumal sich 

diese, wie oben ausgeführt, zwei Jahre nach seiner Ausreise aus dem Irak 

noch am selben Wohnort im selben Haus befunden habe,  

dass sodann gemäss konstanter Praxis bei einer allfälligen Konfrontation 

mit Suiziddrohungen von einer zu vollziehenden Weg- oder Ausweisung 

nicht Abstand genommen werde, solange konkrete Massnahmen zur Ver-

hütung von deren Umsetzung getroffen werden könnten, 

dass zusammenfassend keine Gründe vorlägen, welche die Rechtskraft 

der Verfügung vom 7. März 2017 beseitigen könnten, weshalb das Wieder-

erwägungsgesuch abzuweisen sei, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 23. Juli 2021 (Poststempel) 

gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 

erhob und die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewäh-

rung sowie eventualiter die vorläufige Aufnahme wegen Unzumutbarkeit 

des Vollzugs der Wegweisung und subeventualiter die Rückweisung der 

Sache an die Vorinstanz zwecks Neubeurteilung beantragte, 

dass er in formeller Hinsicht um Gewährung der aufschiebenden Wirkung 

und der unentgeltlichen Rechtspflege ersuchte, 

dass der Beschwerdeführer dabei im Wesentlichen ausführte, es sei nicht 

nachvollziehbar, warum gerade der Hinweis seines Bruders den Wahr-

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Seite 6 

heitsgehalt seiner Aussagen in Frage stellen sollte, da nicht erwartet wer-

den könne, dass er entgegen dem Rat dieser Respektsperson die Famili-

enfehde als Verfolgungsgrund geltend gemacht hätte, 

dass er entgegen den Ausführungen in der Beschwerde den Nordirak be-

reits im Jahr 2015 nach der Ermordung des Cousins seines Vaters verlas-

sen habe und nicht erst nach der Ermordung seines Onkels im Jahr 2016,  

dass er seine Antworten an der Anhörung bewusst kurz gehalten habe, um 

komplizierende Nachfragen zu vermeiden, sodass er die Frage, ob seine 

Eltern noch immer in Dohuk leben würden, der Einfachheit halber bejaht 

habe, während er tatsächlich gar nicht gewusst habe, wo sich diese inzwi-

schen aufgehalten hätten, 

dass die Vorinstanz fälscherweise zum Schluss komme, aus der Tatsache, 

dass seine Familie im selben Quartier gelebt habe, ergebe sich, dass diese 

keiner Verfolgungsgefahr unterlegen seien, 

dass sie in Dohuk zunächst unter dem Schutz eines Bekannten gestanden 

hätten, welcher als Mitglied einer Spezialeinheit im Dienst der herrschen-

den Partei gute Beziehungen gehabt habe und auch in der Fehde rund um 

das Fussballspiel zunächst erfolgreich vermittelt habe, 

dass dieser im Februar 2017 verstorben sei und die Familie daraufhin Do-

huk habe verlassen müssen, er aber nicht wisse, wann genau,  

dass es ihm unmöglich sei, den Aufenthaltsort der Familie zu belegen, da 

sie dort nicht registriert seien und die Kommunikation schwierig sei, 

dass er die Originale der in Kopie eingereichten Totenscheine nicht erlan-

gen könne, da sich diese bei den Familien der Toten befänden, diese Do-

kumente jedoch einen Beweis der von ihm geschilderten Umstände dar-

stellen würden, 

dass die Niederschrift der Asylgründe seines Onkels neuerlich in nun le-

serlicher Version eingereicht werde und sich daraus ergebe, dass dieser 

dieselben Begebenheiten beschreibe, 

dass im Sinne der Unterstützung seiner Glaubwürdigkeit auch ein Schrei-

ben einer Privatperson, welche ihn in der Schweiz begleite, zu den Akten 

gereicht werde, 

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dass der Vollzug der Wegweisung unzumutbar sei, da er nicht wisse, wo 

sich seine Familie aufhalte, somit über kein Beziehungsnetz verfüge, und 

im Irak auch keine angemessene psychiatrische Behandlung möglich 

wäre, 

dass der Vollzug der Wegweisung am 26. Juli 2021 gestützt auf Art. 56 

VwVG per sofort einstweilen ausgesetzt wurde, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 

27. Juli 2021 vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 6 AsylG), 

dass das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung sowie der 

unentgeltlichen Rechtspflege mit Zwischenverfügung vom 2. August 2021 

zufolge Aussichtslosigkeit der Begehren abgewiesen und der Beschwerde-

führer aufgefordert wurde, einen Kostenvorschuss einzubezahlen, 

dass der Kostenvorschuss am 16. August 2021 fristgerecht geleistet 

wurde, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel 

– so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen 

(Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. 

Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

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dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb das Urteil 

nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass der Antrag um Rückweisung der Sache an die Vorinstanz inhaltlich 

nicht begründet wurde, weshalb darauf nicht weiter eingegangen wird, 

dass das Wiedererwägungsverfahren im Asylrecht spezialgesetzlich gere-

gelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG) und ein entsprechendes Gesuch dem SEM 

innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schrift-

lich und begründet einzureichen ist (Art. 111b Abs. 1 AsylG), 

dass das Wiedererwägungsgesuch in seiner praktisch relevantesten Form 

die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine nachträg-

lich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage bezweckt (vgl. 

BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.), 

dass auch Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begrün-

den können, falls die abzuändernde Verfügung unangefochten blieb (zum 

sogenannten "qualifizierten Wiedererwägungsgesuch" vgl. BVGE 2013/22 

E. 5.4 m.w.H.), 

dass die Vorinstanz den Anspruch auf Behandlung als Wiedererwägungs-

gesuch vorliegend nicht in Abrede gestellt hat, weshalb vorliegend zu prü-

fen bleibt, ob sie das Gesuch zu Recht abgewiesen hat, 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

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Abs. 1 AsylG), und die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumin-

dest glaubhaft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), 

dass zunächst nicht von der Hand zu weisen ist, dass der Beschwerdefüh-

rer als Minderjähriger bei seiner Ankunft in der Schweiz in einer gewissen 

Abhängigkeit zu seinen hiesigen Verwandten gestanden hat,  

dass es aber auch das Gericht für nicht nachvollziehbar hält, dass der Be-

schwerdeführer an der Anhörung im Jahr 2017 eine tatsächlich bestehende 

Verfolgung nicht erwähnte beziehungsweise sein Bruder ihm dazu geraten 

hat, 

dass die diesbezügliche Erwägung des SEM zwar etwas unklar formuliert, 

aber inhaltlich überzeugend ist, 

dass die Entgegnung in der Beschwerde, der Beschwerdeführer hätte sich 

dem Rat des Bruders nicht widersetzt, nicht zu verfangen vermag, da 

schon der Rat an sich nicht glaubhaft ist und im Übrigen im Widerspruch 

zur Aussage des Beschwerdeführers steht, ihm seien die Sachverhalte 

rund um die Familienfehden gar nicht bekannt gewesen, 

dass das SEM den Sachverhalt bezüglich des Ausreisezeitpunktes des Be-

schwerdeführers, wie in der Beschwerde moniert, zwar falsch festgehalten 

hat (nach der Ermordung seines Onkels im Jahr 2016 anstatt nach der Er-

mordung des Cousins seines Vaters im Jahr 2015), dies in der Sache aber 

nichts ändert, zumal die Anhörung des Beschwerdeführers, an der er die 

fraglichen Ereignisse eben nicht erwähnte, erst im Jahr 2017 stattgefunden 

hat, 

dass das SEM zu Recht darauf hingewiesen hat, dass der Beschwerdefüh-

rer an der Anhörung im Jahr 2017 angab, seine Familie halte sich weiterhin 

am selben Wohnort in Dohuk auf, und daraus zu Recht auf eine fehlende 

Verfolgungsgefahr geschlossen hat, 

dass der Hinweis des Beschwerdeführers, wonach er an der Anhörung 

nicht wahrheitsgemäss Auskunft zum Aufenthalt seiner Familie gegeben 

habe, um die Anhörung nicht zu verkomplizieren, nicht zu überzeugen ver-

mag, 

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dass der Verweis auf den einflussreichen Bekannten als Schutzbehaup-

tung und wiederum als nachgeschoben zu werten ist, zumal der Beschwer-

deführer dies und auch dessen Rolle in der Schlichtung der Fehde im Wie-

dererwägungsgesuch nicht erwähnt hatte, 

dass insgesamt das SEM zu Recht ausgeführt hat, die Aussagen des Be-

schwerdeführers zum unklaren Aufenthaltsort seiner Familie seien ohne 

genaue Erklärungen ausgefallen und müssten als unbelegte Parteibehaup-

tung bewertet werden, wobei der Hinweis in der Beschwerde, wonach 

diese am Wohnort nicht registriert seien und er keinen Kontakt zu diesen 

habe, nicht glaubhaft ist, 

dass das SEM zu Recht festgehalten hat, dass die Totenscheine (ob in 

Kopie oder im Original) und die Niederschrift der Asylgründe des Onkels 

keine direkten Rückschlüsse auf eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfol-

gungsgefahr in Bezug auf den Beschwerdeführer zulassen würden, woran 

die Einreichung einer leserlichen Version der Niederschrift nichts zu ändern 

vermag, 

dass auch das Schreiben einer Privatperson an dieser Einschätzung nichts 

zu ändern vermag, zumal es als Gefälligkeitsschreiben von geringem Be-

weiswert zu werten ist, 

dass nach dem Gesagten davon auszugehen ist, dass der Beschwerde-

führer nicht aufgrund der nun neu geltend gemachten Ereignisse aus dem 

Irak ausgereist ist, und die Familienfehde vielmehr lediglich die Generation 

des Vaters des Beschwerdeführers und dessen Brüder betraf und er selber 

dadurch nicht einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt war oder ist, weshalb er 

dies im ordentlichen Verfahren auch nicht erwähnt hat, 

dass sich ausserdem seit fünf Jahren offenbar keine weiteren Morde in 

diesem Zusammenhang ereignet haben, sodass davon auszugehen ist, 

dass die Fehden beendet sind, 

dass es dem Beschwerdeführer somit weiterhin nicht gelingt, die Flücht-

lingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen,  

dass auch die Erwägungen des SEM zu den neu geltend gemachten 

Wegweisungsvollzugshindernissen zu überzeugen vermögen, 

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Seite 11 

dass das SEM angesichts der nicht schwergradigen psychischen Prob-

leme des Beschwerdeführers, welche vorwiegend auf seine schwierige Si-

tuation in der Schweiz zurückzuführen seien und sich bei einer gesicherten 

Lebenssituation stabilisieren dürften, zu Recht davon ausgegangen ist, 

dass er im Nordirak die nötige Behandlung erhalten und nicht in eine Not-

situation geraten wird, 

dass dem in der Beschwerde nichts Wesentliches entgegengehalten 

wurde, 

dass in Bezug auf das Beziehungsnetz und den Aufenthalt der Familie des 

Beschwerdeführers auf die Verfügung des SEM und die obigen Erwägun-

gen zu verweisen ist, 

dass das Staatssekretariat das Wiedererwägungsgesuch nach dem Ge-

sagten zu Recht abgelehnt hat, 

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 

AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Be-

schwerde abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten praxisgemäss auf 

Fr. 1500.– festzusetzten (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]) und dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind 

(Art. 63 Abs. 1 VwVG), 

dass der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss zur Begleichung der 

Verfahrenskosten zu verwenden ist. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1500.–  werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Begleichung der Verfah-

renskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner 

 

 

Versand: