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**Case Identifier:** dfb78e37-01a1-58bc-a44b-03803b591fb8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.10.2020 200 2020 454
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-454_2020-10-06.pdf

## Full Text

200 20 454 IV publiziert in BVR 2021 S. 70
KOJ/GET/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 6. Oktober 2020

Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Germann

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. Mai 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Okt. 2020, IV/20/454, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.a.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin) meldete sich im Juli 2014 unter Hinweis auf eine Borreliose-
Erkrankung und andere bakterielle Infektionen, Schmerzen im Körper, eine 
Gehunfähigkeit, starke Müdigkeit sowie Verlust der Muskelkraft bei der 
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten 
der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II] 2). 
Die IVB klärte den Sachverhalt in erwerblicher Hinsicht ab und holte Berich-
te behandelnder Ärzte ein. Ferner liess sie die Versicherte in der MEDAS 
B.________ polydisziplinär begutachten (Expertise vom 7. September 2015 
[act. II 62.1]), zog eine Beurteilung von Dr. med. C.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) bei 
(Stellungnahme vom 4. April 2016 [act. II 73]) und stellte dem psychiatri-
schen Gutachter der MEDAS B.________ Zusatzfragen (Stellungnahme 
vom 7. Juni 2016 [act. II 84]). Mit Verfügung vom 16. Februar 2017 (act. II 
101) verneinte die IVB einen Anspruch auf Leistungen der IV mit der Be-
gründung, es liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden im Rechts-
sinne vor. Mit zwei weiteren Verfügungen vom 17. Februar 2017 (act. II 
102) und 21. Februar 2017 (act. II 103) verneinte sie zudem einen An-
spruch auf Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung bzw. eines Assistenz-
beitrages. Die gegen alle drei Verfügungen erhobene Beschwerde (act. II 
106 S. 3 – 16) hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialver-
sicherungsrechtliche Abteilung, mit Urteil vom 28. Januar 2019 (VGE 
IV/2017/308 bis 310 [act. II 134]) insoweit gut, als es die Sache zwecks 
Durchführung medizinischer Massnahmen und anschliessender Anordnung 
einer Verlaufsbegutachtung sowie Neuprüfung der geltend gemachten 
Leistungsansprüche an die IVB zurückwies (vgl. E. 4.3 [S. 18 f.]). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Okt. 2020, IV/20/454, Seite 3

A.b.

In der Folge liess sich die Versicherte vom …. bis …. 2019 durch die Klinik 
D.________ im Rahmen eines Home Treatments behandeln (act. II 164 S. 
2). Nach Abschluss der Behandlung teilte die IVB der Versicherten (bzw. 
deren damaligen Rechtsvertreterin) nach Rücksprache mit dem RAD (act. 
II 170) am 8. April 2020 (act. II 171) mit, zur Klärung der Leistungsan-
sprüche sei eine polydisziplinäre Begutachtung mit den Fachdisziplinen 
Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, Neuropsychologie, Neurologie und 
Rheumatologie notwendig. Am 1. Mai 2020 (act. II 174) beauftragte die IVB 
– entsprechend der Zuweisung durch SuisseMED@P (act. II 173) – die 
MEDAS E.________ mit der Durchführung der Begutachtung. Mit Schrei-
ben vom 6. Mai 2020 (act. II 175 S. 1 f.) liess die Versicherte geltend ma-
chen, es sei ihr aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, an der 
vorgesehenen interdisziplinären Abklärung durch die MEDAS E.________ 
teilzunehmen, woraufhin die IVB bei der RAD-Ärztin Dr. med. F.________, 
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, eine Stellungnahme einholte 
(act. II 177). Mit Verfügung vom 14. Mai 2020 (act. II 178) hielt die IVB an 
der vorgesehenen polydisziplinären Begutachtung durch die MEDAS 
E.________ fest.

B.

Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 12. Juni 2020 Beschwer-
de. Sie stellt die folgenden Anträge: 

1. Es sei die Verfügung vom 14. Mai 2020 aufzuheben. 

2. Es soll ermöglicht werden, dass die Begutachtungsstelle von … nach … 
gewechselt wird.

3. Die Gutachten sollen erst durchgeführt werden, wenn die Mindestabs-
tandsregelung von zwei Metern aufgehoben wurde.

Gleichzeitig stellte sie ein Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen 
Rechtspflege (Akten der Beschwerdeführerin [act. IA]). Ferner legte sie 
einen Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. G.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin, vom 10. Juni 2020 ins Recht (Akten der Be-
schwerdeführerin [act. I], 1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Okt. 2020, IV/20/454, Seite 4

Mit Beschwerdeantwort vom 23. Juli 2020 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Am 15. August 2020 (Postaufgabe) reichte die Beschwerdeführerin eine 
Stellungnahme ein mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Beschwerde vom 12. Juni 2020 sei gutzuheissen. 

2. Die Verfahrenskosten seien der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

3. Es soll ermöglicht werden, dass die Begutachtungsstelle von … nach … 
gewechselt wird.

Im Übrigen hielt sie an den beschwerdeweise geäusserten Standpunkten 
fest. 

Mit Eingabe vom 27. August 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf 
eine umfassende Stellungnahme im Rahmen einer Duplik und hielt an ihren 
mit Beschwerdeantwort vom 23. Juli 2020 gestellten Rechtsbegehren und 
den dortigen Ausführungen fest. 

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. 

Bei der Anordnung des Gutachtens handelt es sich um eine Zwischenver-
fügung (Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundes-
gesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Okt. 2020, IV/20/454, Seite 5

SR 172.021]); eine solche ist unter anderem dann selbständig anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann 
(BGE 138 V 271 E. 1.2.1 S. 275, 132 V 93 E. 6.1 S. 106). Diese Anfecht-
barkeitsvoraussetzung ist für das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren in 
IV-Angelegenheiten zu bejahen (BGE 138 V 271 E. 1.2.3 S. 276), womit 
die entsprechende Verfügung unter Erhebung aller gesetzlich vorgesehe-
nen Rügen rechtlicher und tatsächlicher Natur angefochten werden kann 
(vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7 S. 256).

Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesge-
setzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Ge-
setzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 
155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Zwischenverfügung vom 14. Mai 
2020 (act. II 178). Streitig und zu prüfen ist die Durchführung – insbesonde-
re die Zumutbarkeit – einer polydisziplinären Begutachtung der Beschwer-
deführerin durch die MEDAS E.________.

1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Zwischenverfügungen und Zwi-
schenentscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. b GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung setzt unter 
anderem voraus, dass die versicherte Person invalid oder von Invalidität 
unmittelbar bedroht ist. Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die vor-
aussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist nach Art. 7 Abs. 1 ATSG der 

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durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Für die Beurtei-
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus 
objektiver Sicht nicht überwindbar ist.

2.2

2.2.1 Der Versicherungsträger prüft in Anwendung von Art. 43 ATSG die 
Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und 
holt die erforderlichen Auskünfte ein. Mündlich erteilte Auskünfte sind 
schriftlich festzuhalten (Abs. 1). Muss der Versicherungsträger zur Ab-
klärung des Sachverhaltes ein Gutachten einer oder eines unabhängigen 
Sachverständigen einholen, so gibt er der Partei deren oder dessen Namen 
bekannt. Diese kann den Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen und 
kann Gegenvorschläge machen (Art. 44 ATSG). Soweit ärztliche oder fach-
liche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat 
sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG).

2.2.2 Zumutbar ist die Mitwirkung, wenn der verfolgte Zweck in einem 
vernünftigen Verhältnis zur Beeinträchtigung des Pflichtigen steht. Für die-
se Beurteilung sind sowohl die objektiven als auch die subjektiven Umstän-
de zu berücksichtigen. Dabei ist die Frage der subjektiven Zumutbarkeit 
ebenfalls objektiv zu klären: Es geht mithin nicht etwa darum, ob die betref-
fende Person aus ihrer eigenen, subjektiven Wahrnehmung heraus die 
Untersuchung als zumutbar erachtet, sondern darum, dass die subjektiven 
Umstände, etwa Alter, Gesundheitszustand, bisherige Erfahrungen mit Ab-
klärungen, in einer objektiven Betrachtung dahingehend gewürdigt werden, 
ob diese Umstände die Untersuchung zulassen oder nicht. Die objektive 
Zumutbarkeit hängt unter anderem damit zusammen, dass eine medizini-
sche Untersuchung oder gar eine Begutachtung die persönliche Freiheit 
einer versicherten Person tangieren kann, wobei lediglich leichte Eingriffe 
in die Grundrechte der persönlichen Freiheit von den Versicherten in Kauf 
genommen werden müssen. Die üblichen Untersuchungen in einer Gutach-

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tensstelle sind ohne konkret entgegenstehende Umstände generell als zu-
mutbar zu betrachten (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
4. August 2020, 8C_283/2020, E. 4.2.1). Die Frage, ob eine gutachtliche 
Abklärung medizinisch verantwortbar (respektive zumutbar) ist, ist vom 
ärztlichen Sachverständigen zu beantworten (vgl. Entscheid des BGer vom 
18. Dezember 2015, 9C_918/2015, E. 2).

2.3 Polydisziplinäre Gutachten, das heisst solche, an denen drei oder 
mehr Fachdisziplinen beteiligt sind, haben nach Art. 72bis Abs. 1 der 
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 
831.201) bei einer Gutachterstelle zu erfolgen, mit welcher das Bundesamt 
für Sozialversicherungen (BSV) eine Vereinbarung getroffen hat. Gemeint 
sind die Medizinischen Abklärungsstellen (MEDAS) im Sinne von Art. 59 
Abs. 3 IVG. Die Vergabe der Aufträge erfolgt nach dem Zufallsprinzip 
gemäss dem Zuweisungssystem „SuisseMED@P“ (Art. 72bis Abs. 2 IVV; 
vgl. BGE 139 V 349 E. 2.2 S. 351). Die Beschränkung der Auftragsvergabe 
nach dem Zufallsprinzip auf Begutachtungen mit drei und mehr 
Fachdisziplinen nach Art. 72bis IVV ist rechtmässig (BGE 139 V 349 E. 5.4 
S. 357). Die Gutachterwahl bei polydisziplinären Gutachten hat immer nach 
dem Zufallsprinzip zu erfolgen. Für eine einvernehmliche Benennung der 
Experten bleibt kein Raum (BGE 140 V 507 E. 3.1 S. 510 und E. 3.2.1 S. 
511).

3.

3.1 Nachdem das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 
28. Januar 2019 (VGE IV/2017/308 bis 310 [act. II 134]) die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zwecks Durchführung medizinischer Massnahmen 
und anschliessender Anordnung einer Verlaufsbegutachtung zurückgewie-
sen hat (vgl. lit. A.a. vorne), steht grundsätzlich fest, dass zwecks Ab-
klärung der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten und mit einer 
Invalidität (vgl. E. 2.1 vorne) begründeten Leistungsansprüche (act. II 2) ein 
medizinisches Verlaufsgutachten durchzuführen und damit das Kriterium 
der Notwendigkeit dieser Abklärungsmassnahme (vgl. E. 2.2.1 vorne) ohne 
weiteres gegeben ist. Dies stellt denn auch die Beschwerdeführerin nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Okt. 2020, IV/20/454, Seite 8

grundsätzlich in Frage, zumal sie eine Verschlechterung des Gesundheits-
zustandes seit der letzten Begutachtung in der MEDAS B.________ gel-
tend macht (vgl. Eingabe vom 12. Juni 2020, S. 2, Ziff. 3). Sodann wird 
weder vorgebracht noch bestehen Anhaltspunkte dafür, dass die 
Gutachtensanordnung in verfahrensmässiger Hinsicht (vgl. BGE 140 V 507 
E. 3.1 S. 510, 139 V 349 E. 5.2.2.2 S.355, 138 V271 E. 1.1 S. 274, 137 
V210 E. 3.4.2.7 S. 257 und E. 3.4.2.9 S. 258) rechtsfehlerhaft erfolgt wäre. 
Im Weiteren hat die Beschwerdegegnerin nach Rücksprache mit dem RAD 
(act. II 170) eine polydisziplinäre Untersuchung, bestehend aus den Fach-
richtungen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, Neuropsychologie, Neu-
rologie und Rheumatologie (in Bezug auf Letztere wurde seitens der 
Experten ein Wechsel zur Orthopädie empfohlen [vgl. act. II 180]), für not-
wendig erachtet, was die Beschwerdeführerin – zu Recht – ebenso wenig 
beanstandet. Auch macht sie keine materiellen oder formellen personenbe-
zogenen Einwendungen gegen die Sachverständigen (vgl. act. II 180) der 
(mittels „SuisseMED@P“ zufallsbasiert zugeteilten [act. II 173]) 
Gutachterstelle MEDAS E.________ geltend. 

3.2 Die Beschwerdeführerin bringt jedoch vor, eine Begutachtung in … 
sei ihr aufgrund der ihres Erachtens langen Anreise aus gesundheitlichen 
Gründen nicht zumutbar (Eingabe vom 12. Juni 2020, S. 2, Ziff. 4; Eingabe 
vom 14. August 2020, S. 2, Ziff. 3); sodann sei die Begutachtung erst 
durchzuführen, wenn die durch Covid-19 bedingte Mindestabstandsrege-
lung aufgehoben sei (vgl. Eingabe vom 12. Juni 2020, Antrag Ziff. 3; Ein-
gabe vom 14. August 2020, S. 2 f., Ziff. 6). 

Zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin lässt sich den (medizini-
schen [vgl. E. 2.2.2 vorne]) Akten Folgendes entnehmen: 

3.2.1 Im die ambulante Behandlung (Home Treatment) vom …. bis …. 
2019 betreffenden Bericht der Klinik D.________ vom 19. September 2019 
(act. II 164 S. 2 ff.) wurde in psychiatrischer Hinsicht eine Somatisierungs-
störung (ICD-10 F45.0) und eine Neurasthenie (ICD-10 F48.0) sowie – un-
ter "Differentialdiagnostisch somatische Diagnosen" – ein chronisches 
Müdigkeitssyndrom (Chronic fatigue syndrome [CFS])/Myalgische Enze-
phalomyelitis (ME; ICD-10 G93.3) diagnostiziert (S. 2). Psychopathologisch 
habe sich bei Eintritt eine psychisch flexible und gut regulierte Stimmungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Okt. 2020, IV/20/454, Seite 9

lage sowie eine im Kontakt freundlich zugewandte, schwingungsfähige Be-
schwerdeführerin gezeigt. Auffällig sei die rasche Erschöpfbarkeit gewe-
sen, mit gewisser Fixierung darauf, sowie auf weitere körperliche Sympto-
me, welche die Beschwerdeführerin gesamthaft als unter der ME-Diagnose 
gut erklärbar gesehen habe (S. 4).

3.2.2 Dr. med. G.________ hielt im Bericht vom 5. Mai 2020 (act. II 175 
S. 3 f.) fest, die Beschwerdeführerin leide unter der chronischen Krankheit 
ME/CFS. Dies bedeute, dass jegliche Belastung die körperlichen Be-
schwerden über eine längere Zeit verstärken könne. Aufgrund ihrer Krank-
heit sei sie auf einen Rollstuhl mit elektrischem Antrieb angewiesen. Sie 
könne sich nicht länger als 15 Minuten in einer aufrechten Position halten. 
Jegliche Transporte zu Terminen verursache eine Verschlimmerung der 
chronischen Krankheit. Da die Beschwerdeführerin zur Covid-19-
Risikogruppe gehöre, wäre eine Untersuchung im Moment nicht möglich, 
könne doch der Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden. 
Eine Maskenpflicht wäre auch keine Garantie, dass sich die Beschwerde-
führerin nicht anstecken würde. Würde die Mindestabstandsregelung auf-
gehoben, wäre es ihr eher möglich, an einer interdisziplinären Abklärung 
teilzunehmen. Diese sollte entweder bei der Beschwerdeführerin zuhause 
stattfinden, oder – falls dies nicht möglich sein sollte – wäre das "medizini-
sches Gutachteninstitut Medas-…" zu empfehlen (S. 3). 

3.2.3 Die RAD-Ärztin Dr. med. F.________ hielt in der Stellungnahme 
vom 13. Mai 2020 (act. II 177) fest, aus medizinischer Sicht sei die Forde-
rung der Beschwerdeführerin nicht nachvollziehbar. Eine zuverlässige Be-
urteilung ihres Gesundheitszustandes und der aus dieser folgenden 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei nur ausserhalb der Wohnung der 
Beschwerdeführerin möglich. Sie sei ihr, wenn nötig mit Hilfe eines Kran-
kentransportes, zumutbar. Es gebe keinen medizinischen Grund, die Be-
gutachtungsstelle zu wechseln. 

3.2.4 Dr. med. G.________ hielt im Bericht vom 10. Juni 2020 (act. I 1) 
fest, die Symptome beeinträchtigten die Fähigkeit der Beschwerdeführerin, 
die täglichen Aufgaben zu erledigen sowie ihre Mobilität. Sie sei meist 
"hausgebunden" und bettlägerig. Sie könne nicht gehen und benutze einen 
Rollstuhl mit elektrischem Zusatzantrieb für die Mobilität in ihrer Wohnung. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Okt. 2020, IV/20/454, Seite 10

Um eine Verschlechterung ihres Zustandes zu vermeiden, sei es für sie 
wichtig, den körperlichen und kognitiven Energieaufwand zu minimieren, 
wie dies bei den wiederholten Explorationsterminen in … zu erwarten wäre 
(S. 2). Die fünf Gutachter-Termine (vgl. S. 3) sollten daher in … durchge-
führt werden, wobei zwischen jedem Termin mindestens zwei Wochen Er-
holungszeit liegen sollten. Die Beschwerdeführerin gehöre zur 
Risikogruppe für Covid-19 (S. 2). Eine Ansteckung mit dem Virus sei auf-
grund des reduzierten Allgemeinzustandes unbedingt zu vermeiden (S. 2 
f.). 

3.3 Was die objektive Zumutbarkeit anbelangt, so sind – wie in 
E. 2.2.2 vorne dargelegt – die üblichen Untersuchungen in einer Gutachter-
stelle ohne konkret entgegenstehende Umstände generell als zumutbar zu 
erachten. Die Beschwerdeführerin legt nicht dar und es ist auch nicht er-
sichtlich, inwiefern dies hier anders sein sollte. Es bestehen den auch keine 
Hinweise dafür, dass im vorliegenden Fall über das für eine Begutachtung 
übliche, objektiv zumutbare Ausmass hinausgehende Untersuchungen zu 
erfolgen hätten. 

3.4 Was die – nach objektiven Kriterien zu beurteilende – Frage der 
subjektiven Zumutbarkeit der Begutachtung anbelangt (vgl. E. 2.2.2 vorne), 
so hielt die RAD-Ärztin Dr. med. F.________ – im Lichte der gestellten 
Diagnosen (vgl. E. 3.2.1 ff.) nachvollziehbar – fest, es gebe keinen medizi-
nischen Grund, die Begutachtung in einer anderen Gutachterstelle als in 
der MEDAS E.________ durchführen zu lassen. Was die Beschwerdefüh-
rerin dagegen vorbringt, verfängt nicht: 

3.4.1 Was zunächst das (noch im Verwaltungsverfahren, jedoch nicht 
mehr im vorliegenden Beschwerdeverfahren) gemachte Vorbringen anbe-
langt, die Begutachtung sei bei der Beschwerdeführerin zu Hause durch-
führen zu lassen (act. II 175 S. 1, 3), so erhellt ohne weiteres, dass dies 
nicht möglich ist, muss doch – wenn und soweit dies im Rahmen der Be-
gutachtung als indiziert erachtet wird – auch die Möglichkeit allfälliger appa-
rativer oder anderweitiger Untersuchungen, bei denen die Gutachter auf 
medizinische Instrumente und Werkzeuge sowie eine zweckmässige Infra-
struktur angewiesen sind, gewährleistet sein. Sodann ist mit der Reise vom 
Wohnort der Beschwerdeführerin (…) nach … (Sitz der MEDAS 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Okt. 2020, IV/20/454, Seite 11

E.________) keine übermässige bzw. unzumutbare körperliche Belastung 
verbunden, so dass für einen Wechsel der Gutachterstelle in medizinischer 
Hinsicht kein Anlass besteht. Daran ändern auch die von der Beschwerde-
führerin geschilderten und von Dr. med. G.________ in seinen (im Wesent-
lichen auf den Angaben der Beschwerdeführerin beruhenden) Berichten 
wiedergegebenen Beschwerden nichts: Zunächst ist darauf hinzuweisen, 
dass für die polydisziplinäre Begutachtung eine einmalige, allenfalls maxi-
mal zweimalige Anreise nach … genügt und nicht – wie von Dr. med. 
G.________ angenommen (act. I 1 S. 3) – fünf Termine bzw. fünf Anreisen 
nach … erforderlich sind. Sodann kann die Beschwerdeführerin für die An-
reise öffentliche Verkehrsmittel oder, soweit erforderlich, ein Taxi benützen 
(vgl. Art. 90 Abs. 2 IVV; Merkblatt 4.05 Leistungen der IV, Vergütung der 
Reisekosten in der IV, Ziffer 2). Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Be-
schwerdeantwort vom 23. Juli 2020 zudem festhält (vgl. S. 3, Ziff. 6) und 
worauf sie zu behaften ist, ist – wenn nötig – auch eine Anreise mit Hilfe 
eines Krankentransportes möglich (vgl. dazu Ziff. 43 des Kreisschreibens 
über die Vergütung der Reisekosten in der Invalidenversicherung [KSVR]). 

3.4.2 Ebenso wenig ist die Begutachtung aufgrund der durch Covid-19 
bedingten Mindestabstandsregelung (von mittlerweile 1.5 Metern) aufzu-
schieben: Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringt (Beschwerde-
antwort, S. 3, Ziff. 7), folgt aus dem vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) 
veröffentlichten und laufend nachgeführten Dokument "Kategorien beson-
ders gefährdeter Personen" (vgl. www.bag.admin.ch/bag), dass die Be-
schwerdeführerin nicht zu den Corona-Risikopatienten gehört – und dies 
weder im Lichte der anlässlich der-Begutachtung der MEDAS B.________ 
im Jahr 2015 gestellten noch in Anbetracht der von Dr. med. G.________ 
im Bericht vom 5. Mai 2020 aufgeführten Diagnosen (vgl. act. II 62.1 S. 53; 
175 S. 3). Soweit Letzterer dennoch eine besondere Gefährdung der Be-
schwerdeführerin postuliert (act. I 1 S. 2 f.), legt er die Gründe nicht dar, 
weshalb dies entgegen der hiervor genannten Auflistung durch das BAG 
der Fall sein soll. Doch selbst wenn die Beschwerdeführerin zu den Risiko-
patientinnen zählen sollte, änderte sich an der Zumutbarkeit der Begutach-
tung nichts: Wie aus dem "MERKBLATT für Menschen mit 
Vorerkrankungen" (vgl. www.bag.admin.ch/bag) folgt, empfiehlt das BAG 
betroffenen Personen, geplante Termine beim Arzt, aber auch solche bei 

http://www.bag.admin.ch/bag

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Okt. 2020, IV/20/454, Seite 12

nichtärztlichen Gesundheitsfachpersonen (Ernährungsberatung, Physiothe-
rapie, Psychotherapie, etc.) wahrzunehmen (S. 2). Dass dabei der Min-
destabstand von derzeit 1.5 Metern nicht immer gewährleistet werden 
kann, liegt auf der Hand, stellt jedoch gemäss der gegenwärtigen Lagebe-
urteilung durch die zuständigen Behörden auch für Risikopatienten gerade 
keinen Grund dar, deswegen auf Arztbesuche zu verzichten. Es ist kein 
Grund ersichtlich, weshalb es sich in Bezug auf (polydisziplinäre) Begut-
achtungen, in deren Rahmen die auch bei Arztbesuchen üblichen Untersu-
chungen erfolgen, anders verhalten sollte, zumal durch eine – gerade auch 
bei Arztbesuchen empfohlene (vgl. /www.bag.admin.ch/bag) – Verwendung 
einer geeigneten Maske (in Kombination mit den Hygienemassnahmen) ein 
adäquater Schutz vor einer Ansteckung zu erwarten ist. Nichts Anderes 
folgt aus der von der Beschwerdeführerin eingereichten Aufstellung von 
swissmedic (vgl. act. I 4). Schliesslich ist auch unklar, wie lange die aktuel-
len Einschränkungen aufgrund von Covid-19 noch weiterbestehen, so dass 
ein Aufschub der Begutachtung einzig aus diesem Grund auch in Anbe-
tracht der gebotenen Raschheit des Verfahrens (BGE 139 V 349 E. 5.2.3 
S. 356) nicht angezeigt ist.

3.4.3 Weitere Kriterien, welche auf eine subjektive Unzumutbarkeit der 
vorgesehenen Begutachtung der heute …jährigen Beschwerdeführerin 
durch die Ärzte der MEDAS E.________ schliessen liessen (vgl. E. 2.2.2 
vorne), sind nicht ersichtlich und werden auch nicht vorgebracht. Somit ist 
die (objektive und subjektive) Zumutbarkeit der vorgesehenen Begutach-
tung zu bejahen (vgl. E. 3.3 und 3.4.1 f. vorne). Im Übrigen besteht in Be-
zug auf die Vergabe von polydisziplinären Begutachtungen keine 
Wahlmöglichkeit (vgl. E. 2.3 vorne), weshalb bei – wie hier – gegebener 
Zumutbarkeit der Begutachtung ein Wechsel der Gutachterstelle ausser 
Betracht fällt.

3.5 Nach dem Gesagten ist es nicht zu beanstanden, dass die 
Beschwerdegegnerin mit Zwischenverfügung vom 14. Mai 2020 (act. II 
178) an der (mit Schreiben vom 1. Mai 2020 [act. II 174]) in Auftrag 
gegebenen polydisziplinären Begutachtung durch die MEDAS E.________ 
festgehalten hat. Die dagegen erhobene Beschwerde ist somit abzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Okt. 2020, IV/20/454, Seite 13

Es obliegt demnach der Beschwerdeführerin, sich den entsprechenden 
Untersuchungen zu unterziehen. 

4.

Mit der Abweisung der Beschwerde ist die Beschwerdeführerin als unterlie-
gend zu betrachten. Damit wird sie grundsätzlich kostenpflichtig (Art. 108 
VRPG). 

4.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 
Abs. 1 VRPG). Vorliegend sind die entsprechenden formellen und materiel-
len Voraussetzungen erfüllt. 

4.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 500.-- festgesetzt 
und der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt. Aufgrund der ge-
währten unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 4.1 hiervor) wird die Be-
schwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss 
Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
(ZPO; SR 272) –  vorläufig von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

4.3 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) hat die (nicht rechtskundig vertretene) Beschwerdeführe-
rin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die obsiegende Be-
schwerdegegnerin hat als Sozialversicherungsträgerin nach allgemeinem 
sozialversicherungsrechtlichem Prozessgrundsatz ebenfalls keinen An-
spruch auf eine Parteientschädigung (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Okt. 2020, IV/20/454, Seite 14

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):

- A.________
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom «D_END», 
«D_RGB»/«D_DNJ»/«D_DNN», Seite 15