# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e3431a40-ce28-5d68-9ded-812358e717b0
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-14
**Language:** de
**Title:** Aargau Verwaltungsbehörden Departement Gesundheit und Soziales 14.06.2024 EDGS.2023.19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_VB_001_EDGS-2023-19_2024-06-14.pdf

## Full Text

DEPARTEMENT  

GESUNDHEIT UND SOZIALES 

Generalsekretariat 

 

Aarau, 14. Juni 2024 

 

(B.2023.19) B._____, Q._____, vertreten durch Rechtsanwalt C._____, R._____; Beschwerde vom 

5. September 2023 gegen den Entscheid des Amts für Verbraucherschutz, Veterinärdienst, vom 

3. August 2023 betreffend Tierschutz, Neuplatzierung oder Euthanasie des Hundes "E._____"; 

Abweisung 

 

Erwägungen 

1. 

a) 

Entscheide können nach § 41 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (Verwaltungs-

rechtspflegegesetz, VRPG) vom 4. Dezember 2007 mit Beschwerde angefochten werden. Gemäss 

§ 12 Abs. 1 lit. b und e der Verordnung über die Delegation von Kompetenzen des Regierungsrats 

(Delegationsverordnung, DelV) vom 10. April 2013 ist das Departement Gesundheit und Soziales 

(DGS) zuständig für die Behandlung von Beschwerden gegen Verfügungen und Entscheide des VeD 

im Vollzugsbereich der Hunde- und der Tierschutzgesetzgebung. 

b) 

Die Beschwerdeführerin hat als Adressatin ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Än-

derung des angefochtenen Entscheids i.S.v. § 42 Abs. 1 VRPG. Sie ist somit zur Erhebung der Be-

schwerde befugt. 

c) 

Die Beschwerdefrist von 30 Tagen gemäss § 44 Abs. 1 VRPG ist gewahrt. 

Damit sind alle Voraussetzungen erfüllt, und auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2. 

a) 

Der VeD listete in der angefochtenen Verfügung seit 2014 insgesamt 19 Meldungen, Vorfälle und 

Kontrollen mit kritischen Feststellungen auf, einschliesslich desjenigen vom tt.mm.jjjj. Er führte weiter 

aus, beim Hund der Beschwerdeführerin handle es sich um einen Rottweiler-Rüden und damit um ei-

nen Hund mit erhöhtem Gefährdungspotential im Sinn von § 11 Abs. 1 lit. e der Verordnung zum Hun-

degesetz (Hundeverordnung, HuV) vom 7. März 2012. 

 

 

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Neben dieser Rassedisposition sei "E._____" auch aufgrund seines Charakters und übermässigen 

Aggressionsverhaltens als sehr anspruchsvoller Hund einzustufen. Gemäss Beurteilung verschiede-

ner Fachpersonen habe er fehlende Selbstregulation und wolle Konflikte auf seine Art lösen. Bei der 

Prüfung zum Hundehalterbrevet habe er einen Maulkorb tragen müssen und sei vom Trainingslager 

2015 ausgeschlossen worden. Ob die Beschwerdeführerin ihn an der Leine kontrollieren und halten 

könne, wenn er mit vollem Körpereinsatz losrenne, sei fraglich, verschiedene Meldungen sprächen 

dagegen. "E._____" verhalte sich auch territorial aggressiv, insbesondere gegenüber Menschen, und 

zeige Jagdverhalten, vor allem gegenüber Katzen. 

Die Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage, ihren anspruchsvollen Hund ausreichend zu kontrollie-

ren und ihre Halterpflichten jederzeit wahrzunehmen. Zwar sei sie bemüht und nehme auch Hilfe in 

Anspruch, jedoch mangle es an Umsetzungsvermögen und Zuverlässigkeit. Bezüglich des Aggressi-

onsverhaltens ihres Hundes zeige sie wenig Einsicht. Sie habe direkt nach dem Vorfall gegen die Lei-

nen- und die Führhilfepflicht verstossen. Ihre Unfähigkeit zur sicheren Haltung komme sehr deutlich im 

Vorfall vom tt.mm.jjjj zum Ausdruck. Auch in Zukunft müssten Vorfälle mit Schaden an Menschen er-

wartet werden. 

Der VeD prüfe in solchen Fällen die geeigneten Massnahmen, wozu insbesondere Auflagen, vorsorg-

liche oder definitive Beschlagnahmung und Hundehalteverbot zählten. Man habe die Haltung der Be-

schwerdeführerin bereits mehrfach überprüft und mit Auflagen verbunden. Trotzdem sei es zu neuen 

Vorfällen und gefährlichen Situationen gekommen. Weitere Auflagen seien daher ungeeignet, viel-

mehr sei die weitere Haltung von "E._____" zu verbieten. 

Eine Umplatzierung an geeignete Neuhalter sei jedoch unter bestimmten Umständen möglich und da-

mit verhältnismässiger als eine Euthanasierung. Mit der entsprechenden Auflage zu verbinden sei ein 

Halte- und Betreuungsverbot für die Beschwerdeführerin mit Bezug auf "E._____". 

Zu den früheren Anordnungen habe sie stets Stellung nehmen können, der umstrittene Vorfall vom 

tt.mm.jjjj werde nicht berücksichtigt, und die Bestätigungen von Bekannten, Freunden, Tierärzten, 

Hundetrainern und weiteren Personen hätten geringe Beweiskraft und könnten den Vorfall vom 

tt.mm.jjjj nicht ungeschehen machen. 

b) 

Die Beschwerdeführerin lässt zusammengefasst vorbringen, der VeD stufe ihren Hund offensichtlich 

nicht per se als so gefährlich ein, dass eine sichere Haltung nicht möglich sei. Andernfalls hätte sie 

direkt seine Euthanasierung angeordnet. Dennoch attestiere sie ihm ein übermässiges Aggressions-

potential. 

Zahlreiche qualifizierte Fachpersonen, darunter der Hundetrainer A._____, beurteilten den Hund als 

nicht aggressiv. Dr. med. vet. D._____ vermute den Grund des kürzlichen Beissvorfalls im Verhalten 

der gebissenen Person. Dem VeD sei insoweit zuzustimmen, als diese Einschätzungen den Beissvor-

fall vom tt.mm.jjjj nicht negieren könnten. Dieser sei aber klar nicht vorhersehbar gewesen. Dies er-

gebe sich bereits daraus, dass der VeD bis dann nie eine Maulkorbpflicht angeordnet habe und auch 

keine Massnahmen betreffend die Haltung des Hundes auf dem Privatgrund der Beschwerdeführerin, 

insbesondere mit Bezug auf Drittpersonen. Die Voraussehbarkeit könne auch nicht aus ihrem Befehl 

an den Hund abgeleitet werden, an seinen Platz zu gehen. 

 

 

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Die Beschwerdeführerin habe weiter den Vorfall und die verursachte Bisswunde nicht verharmlost, 

sondern sie so beschrieben, wie sie sie zu diesem Zeitpunkt wahrgenommen habe, d.h. vor Kenntnis 

von Bildern und ärztlichen Berichten. 

Der VeD deute die mit der Stellungnahme vom 25. Juli 2023 eingereichten Videos völlig falsch. Sie 

stammten aus dem Jahr 2020 und seien auf Anregung und im Beisein von Hundetrainer A._____ auf-

genommen worden. Er habe damit zeigen wollen, dass der Hund trainiert sei und gehorche. Dies 

könne der Beschwerdeführerin nicht vorgeworfen werden, zumal A._____ bereits 2016 vergleichbare 

Trainingsvideos eingereicht habe. Dass der VeD ihr dies erst jetzt vorhalte, widerspreche Treu und 

Glauben. 

Ihre Aussage, teilweise die Leinenpflicht nicht einzuhalten, beziehe sich nur auf Notwehrsituationen, 

wenn sie und ihr Hund durch andere Hunde angegriffen würden. Auch darüber sei der VeD seit 2016 

informiert gewesen, habe die Beschwerdeführerin deswegen aber bis 2020 nicht abgemahnt. Ihr sei 

auch nicht bewusst gewesen, dass ihr weiterhin die Verwendung einer Führhilfe vorgeschrieben sei. 

In der Verwarnung vom tt.mm.jjjj habe der VeD zwar den Entzug der Haltebewilligung bei der nächs-

ten Meldung angedroht. Dies sei aber in dieser Form rechtswidrig und nur bei Verstössen gegen Vor-

schriften oder Auflagen zulässig. Ein solcher liege der Reklamation der Nachbarn und damit auch der 

Verwarnung jedoch nicht zugrunde. Der VeD habe die Beschwerdeführerin ermahnt betreffend der 

Gefährdung Dritter. Erneut sei jedoch festzuhalten, dass sie den Angriff ihres Hundes nicht habe vor-

aussehen können. 

Die angeordneten Massnahmen erwiesen sich als unverhältnismässig, weil mit einer Maulkorbpflicht 

auf öffentlich zugänglichem Gebiet, der Anweisung, den Hund auf dem Privatgrundstück in Anwesen-

heit Dritter gesichert zu halten, sowie der Auflage, mit geeigneten baulichen Mitteln das unkontrollierte 

Entweichen des Hundes zu verhindern, mildere Massnahmen ausreichten. Zudem sei die Fremdplat-

zierung an einen "geeigneten Halter" fraglich, weil der VeD damit in Kauf nähme, dass der Hund er-

neut ohne genügende behördliche Auflagen gehalten werde. 

Zusammengefasst überschiesse der VeD jetzt, nachdem er davor zu lax gewesen sei. 

c) 

In der Beschwerdeantwort vom 15. September 2023 beantragte der VeD die Abweisung der Be-

schwerde. Er betonte nochmals die Gefährlichkeit von "E._____" gegenüber Menschen, anderen Hun-

den und Katzen. Dass verschiedene Bekannte der Beschwerdeführerin dieses Aggressionsverhalten 

nicht wahrgenommen hätten, sie nicht erstaunlich, da es sich nur gegenüber bestimmten Personen 

und in bestimmten Situationen zeige. Zu vermuten sei eine stark territoriale Aggression. Dem VeD lie-

gen mindestens gleich viele Meldungen vor, welche die Gefährlichkeit des Hundes bestätigten. Dass 

die Beschwerdeführerin den Vorfall vom tt.mm.jjjj als unvorhersehbar bezeichne, sei schwer nachvoll-

ziehbar. Immerhin gebe sie selbst an, es handle sich um einen schwierigen Hund. Ihr Verhalten unter-

streiche dies. Zu wiederholen sei auch, dass der VeD bereits vier Verfügungen mit Auflagen und Mas-

snahmen sowie eine Verwarnung habe erlassen müssen. Falls die eingereichten Videos tatsächlich 

aus dem Jahr 2020 stammten, sei ihnen jede Aussagekraft abzusprechen. Zusammenfassend sei die 

Gefährlichkeit von "E._____" nicht nur in seiner Persönlichkeit begründet, sondern auch in der Unfä-

higkeit der Beschwerdeführerin, ihn sicher zu halten. 

 

 

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3. 

a) 

Zur Begründung der angeordneten Massnahmen führt der VeD eine Reihe als mehr oder weniger 

gravierend geschilderter Vorfälle mit dem Hund der Beschwerdeführerin an. 

aa) 

Aufgrund von Ausbrüchen des Hundes aus dem Garten der Beschwerdeführerin und Jagd auf Nach-

barskatzen machte der VeD sie im Herbst 2014 telefonisch auf ihre Halterpflichten aufmerksam mit 

dem Hinweis, der Garten müsse ausbruchssicher sein. In den eingereichten Akten ist dieser Vorfall 

allerdings nicht verzeichnet. Bereits deshalb und wegen des Zeitablaufs kann ihm kaum eine Bedeu-

tung beigemessen werden. 

bb) 

Auch die nächsten drei Vorkommnisse aus dem Frühling 2015 sind selbst nicht aktenkundig, sie ha-

ben jedoch zum Verhaltenstest vom 8. Juni 2015 und zur ersten Verfügung vom 3. September 2015 

geführt, in welcher der VeD mit Bezug auf die Haltung des Hundes durch die Beschwerdeführerin eine 

ganze Reife einschränkender Massnahmen anordnete. Diese erwuchs offenbar unangefochten in 

Rechtskraft. Weil darüber kaum etwas aktenkundig ist, aber auch wegen des längeren Zurückliegens 

kann ihnen in der Gesamtbetrachtung keine grosse Bedeutung zukommen. Immerhin zeigen sie, dass 

die Probleme bereits recht kurz nach Anschaffung des Hundes begannen. 

cc) 

Gemäss einer Meldung vom 26. Juni 2017 habe sich "E._____" am Zaun aggressiv verhalten, wenn 

jemand den öffentlichen Weg entlang des Grundstücks ging. Da die eingereichten Akten dazu 

ebenfalls nichts enthalten und der beschriebene Vorgang nicht besonders gravierend ist, erübrigen 

sich dazu nähere Prüfungen und Ausführungen. 

dd) 

Grundsätzlich bedeutender ist der auch polizeilich aktenkundige Vorfall vom 15. März 2020, der zwar 

keine strafrechtlichen Folgen hatte, vorliegend aber trotzdem relevant ist. Die Bilder im Polizeibericht 

sind zwar nicht überaus scharf, belegen aber klar den Angriff eines Hundes, der durch die Polizei zu-

nächst auch "E._____" zugeordnet wurde. Gemäss den Akten des VeD hat die Beschwerdeführerin 

trotz Einladung nicht zu dem dadurch ausgelösten Verfügungsentwurf Stellung genommen. Dieses 

Verhalten konnte als stillschweigende Bestätigung der Darstellung im Schreiben des VeD und damit 

als Eingeständnis der Urheberschaft ihres Hundes bezüglich des Vorfalls aufgefasst werden. In ihrer 

letzten bzw. einzigen Stellungnahme vom 25. Juli 2023 streitet sie die Urheberschaft für den Vorfall 

allerdings ab, insbesondere mit dem Argument, die Pfotenabdrücke auf der Hose des Geschädigten 

seien für ihren Hund zu klein. In ihrer Nichtanhandnahmeverfügung vom 31. August 2020 führte die 

Staatsanwaltschaft dann aus, die Urheberschaft des Ehemannes der Beschwerdeführerin stelle eine 

reine Vermutung dar ohne konkrete Hinweise auf seine Täterschaft. 

Zudem war am Vorfall nach übereinstimmenden Darstellungen direkt nicht die Beschwerdeführerin, 

sondern ihr Ehemann beteiligt und sprach der VeD in der Verfügung vom 25. September 2020 ein 

Führungsverbot mit Bezug auf "E._____" nur für ihn aus, während sie erneut zu regelmässigem 

 

 

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Training verpflichtet wurde. Aufschluss über ihre Fähigkeit zur Führung des Hundes erbringt der 

Vorfall nicht. 

ee) 

Letzter aktenkundiger Vorfall vor dem verfügungsauslösenden war die Meldung von Nachbarn der 

Beschwerdeführerin, die sich am tt.mm.jjjj beim VeD schriftlich über aggressives, angsteinflössendes 

Verhalten von "E._____" beschwerten und zudem einen Zwischenfall vom Vortag meldeten, bei dem 

sich der Hund beim Verlassen des Hauses losgerissen und über das eigene Grundstück hinaus eine 

Katze gejagt habe. Danach habe sich die Beschwerdeführerin und ihr Mann gegenüber den Anzeigern 

uneinsichtig betreffend seine Gefährlichkeit gezeigt und sich geweigert, ihm einen Maulkorb 

anzulegen. 

Die Beschwerdeführerin hat den gemeldeten Sachverhalt mit E-Mail vom 12. Juli 2022 grundsätzlich 

bestätigt und nur in Einzelheiten anders dargestellt bzw. ergänzt. Auch in der Beschwerde wird der 

Vorgang nicht in Frage gestellt, nur die darauf durch den VeD ausgesprochene "Verwarnung". 

b) 

Die Beschwerdeführerin beruft sich auf mehrere Zeugnisse ihr nahestehender Personen, ihr Hund sei 

nicht gefährlich. Der VeD wendet diesbezüglich zu Recht ein, dass der Beweiswert solcher Aussagen 

gering ist, namentlich wenn sie im Widerspruch stehen zu gut dokumentierten Vorfällen, in denen sich 

die Gefährlichkeit deutlich gezeigt hat. 

Dies gilt insbesondere auch für das Zeugnis des Hundetrainers A._____, der die Beschwerdeführerin 

aktenkundig seit vielen Jahren kennt und bei dem daher zu vermuten ist, dass er keine ausreichende 

kritische Distanz zu ihr hat. Zwar spricht er den Vorfall vom tt.mm.jjjj nicht direkt an, jedoch ist davon 

auszugehen, dass er ihm bekannt ist. Trotzdem ist seine Stellungnahme völlig undifferenziert, so dass 

von einem reinen Gefälligkeitszeugnis auszugehen ist. 

Die Aussagen von F._____, G._____, H._____ sowie I._____ und J._____ beziehen sich nicht auf die 

Gefährlichkeit des Hundes, sondern enthalten subjektive Schilderungen der eigenen Erfahrungen mit 

ihm. 

Zutreffend ist auch der Einwand, dass sich die Gefährlichkeit eines Hundes nicht ununterbrochen und 

nicht gegenüber allen Personen zeigen muss, insbesondere, wenn diese mit der Halterin bzw. dem 

Halter schon lange und gut bekannt oder befreundet sind. 

Unterstrichen wird die Gefährlichkeit von "E._____" ganz im Gegensatz dazu aber auch durch den 

Umstand, dass dem Vorfall vom tt.mm.jjjj eine Bekannte der Beschwerdeführerin zum Opfer fiel, die 

das Haus zusammen mit ihr betrat. Diese Faktoren hätten eine solche Eskalation eigentlich verhin-

dern müssen, auch wenn der Hund vermutlich sein Territorium verteidigen wollte. 

Ob der Vorfall für die Beschwerdeführerin voraussehbar war, ist nachträglich nicht klar festzustellen, 

erscheint aber auch nicht ausschlaggebend: Bei vorhandener Voraussehbarkeit ist als Gefahren-

moment vor allem ihre Nachlässigkeit anzusehen, bei fehlender die Unberechenbarkeit des Hundes, 

die seine Gefährlichkeit noch erhöht. In beiden Fällen erschüttert das Ereignis fundamental das 

Vertrauen insbesondere in ihre Fähigkeit, ihren Hund ausreichend zu führen, zu beherrschen und zu 

kontrollieren, aber auch in den Willen, alles Mögliche und Nötige dafür zu tun. 

c) 

 

 

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Die Beschwerdeführerin erklärte bei der in der Verfügung vom 10. Juli 2020 geschilderten Kontrolle in 

ihrem Haus gemäss Schilderung des VeD, bei Begegnungen mit unangeleinten anderen Hunden 

"E._____" von der Leine zu lassen. Inwieweit sie auch eingestand, dem Hund das Halti nicht 

anzulegen, ist unklar. Als gesichert kann nur erster Sachverhalt gelten, der von ihr bestätigt wurde. 

In diesen Zusammenhang sind aber auch die neu eingereichten Videos mit Hundetrainer A._____ zu 

stellen. Sie zeigen die Beschwerdeführerin mit ihrem Hund einerseits in und bei ihrem Haus in 

Mägenwil im Winter, anderseits in der Nähe des Trainers in S._____ im Sommer, wobei die 

Aufnahmezeitpunkte unklar sind. Vor allem in S._____ sind auch Szenen in belebter Umgebung zu 

sehen, z.B. vor einem Coop-Supermarkt, in denen sie "E._____" teilweise ganz von der Leine lässt. 

Damit verstiess sie – mit oder ohne Trainer bzw. weitere Personen – gegen die Auflagen in der 

Verfügung vom 3. September 2015. Diese wurden nicht nur angeordnet, weil bereits zu diesem 

Zeitpunkt das Vertrauen in ihre Fähigkeiten als Halterin eines Listenhundes eingeschränkt war, 

sondern auch, weil der Hund schon nach damaligem Kenntnisstand im öffentlichen Raum allgemein 

eine Gefahr darstellte. 

Dass A._____ in einem Schreiben vom 11. Mai 2016 an den VeD bereits ganz ähnliche Übungen mit 

der Beschwerdeführerin und ihrem Hund beschrieben hatte, führt nicht zu einer grundsätzlich anderen 

Würdigung. Einmal liegt dieses Schreiben schon etliche Jahre zurück und hat dadurch seine 

Bedeutung grossteils eingebüsst, zumal der damals angeschriebene Mitarbeiter in der Zwischenzeit 

nicht mehr für den VeD tätig ist und gegenüber der Beschwerdeführerin längst andere Personen auf-

treten. Eine schriftliche Reaktion ist zwar nicht aktenkundig, jedoch kann zumindest für die Gegenwart 

nicht einfach eine fortdauernde stillschweigende Gutheissung der beschriebenen Aktivitäten unterstellt 

werden. Zudem hatten in der Zwischenzeit weitere Vorfälle stattgefunden und der VeD der Beschwer-

deführerin weitere Auflagen auferlegt. Es liegt daher eine Missachtung rechtskräftiger Anordnungen 

durch die Beschwerdeführerin vor, die ihre Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit in Frage stellt. 

Auf der anderen Seite vermögen diese Aufnahmen den Befund hoher Gefährlichkeit von "E._____" 

nicht zu entkräften, da die Übungen zwar in der Öffentlichkeit durchgeführt wurden, 

Beschwerdeführerin und Trainer aber trotzdem eine weitgehende Kontrolle über das Umfeld und das 

Geschehen ausüben und zudem den Hund eingehend vorbereiten konnten. Die Gefährlichkeit kann 

sich hingegen, wie der letzte und auslösende Vorfall vom tt.mm.jjjj zeigt, vor allem sehr plötzlich und 

unerwartet zeigen. Hinzu kommt, dass die Aufnahmezeitpunkte der Videos nicht bekannt sind. 

Namentlich bei einer Erstellung bereits 2020 wäre ihre Aussagekraft stark eingeschränkt. 

d) 

Mit Bezug auf den Vorfall vom tt.mm.jjjj wirft der VeD soweit ersichtlich der Beschwerdeführerin nicht 

die Verletzung ihr gegenüber verfügter Auflagen vor. Nach ihren eigenen Angaben konnte sich 

"E._____" beim Anleinen vor einem Spaziergang losreissen, weil der Karabinerhaken der Leine 

gerissen (oder eher gebrochen) war. Tatsache ist damit nicht nur, dass die Beschwerdeführerin nicht 

in der Lage war, ihren Hund zu beherrschen und zu kontrollieren. Vielmehr räumt sie von sich aus 

zusätzlich eine Sorgfaltspflichtverletzung ein, indem sie nämlich trotz seiner genügend erwiesenen 

Gefährlichkeit nicht darauf achtete, für seine Führung und Haltung nur einwandfrei gebrauchs-

taugliches und sicheres Material zu verwenden. 

 

 

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e) 

Die Beschwerdeführerin hat am 25. Juli 2023 ihre Stellungnahme zum Vorfall vom tt.mm.jjjj erstattet, 

d.h. ca. einen Monat danach. Darin führte sie aus, es (d.h. die Bisswunde ihrer Besucherin) habe nicht 

geblutet, das T-Shirt oder die Bluse habe nur ein kleines Löchlein gehabt und habe nicht ersetzt 

werden müssen. Bei einem richtigen schweren Biss wäre die Bluse zerrissen gewesen und es hätte 

auch geblutet. Diese Aussage ist durchaus als Herunterspielen des Vorfalls zu verstehen. Es ist 

davon auszugehen, dass sie zu diesem Zeitpunkt genauere Kenntnis seiner Folgen hatte. Sie führte 

jedoch nicht aus, die Verletzung habe für sie unmittelbar nach dem Biss nicht gravierend gewirkt, son-

dern beurteilte ihn insgesamt als "nicht schwer". Die Beschwerdeführerin hatte genug Zeit, sich die 

Formulierungen zu überlegen, trotzdem entschied sie sich für eine, die vom VeD zu Recht als ver-

harmlosend beurteilt wird. 

Diesem Punkt ist allerdings keine allzu hohe Bedeutung beizumessen. Wesentlich wichtiger sind die 

Gefährlichkeit des Hundes an sich sowie Fähigkeit und Willen der Beschwerdeführerin, alles zu deren 

Kontrolle Notwendige zu unternehmen. Ihr Verhalten bestätigt allerdings den sich vor allem aus den 

eigentlichen Vorfällen mit Drittbeteiligung ergebenden Befund, dass sie zu einer genügend sicheren 

Haltung nicht fähig und/oder nicht ausreichend willig ist. 

f) 

Der Einwand der Beschwerdeführerin, die an der angefochtenen Verfügung angeordneten Massnah-

men seien unverhältnismässig, eine Maulkorbpflicht und die Auflage solcher baulicher Veränderungen 

an ihrer Liegenschaft, dass für E._____ kein Entweichen mehr möglich ist, genügten, trifft nur dann 

zu, wenn von ihr mit genügender Sicherheit deren Einhaltung und überhaupt die Verhinderung neuer 

gravierender Vorfälle erwartet werden kann. 

Aufgrund der vorangehend geprüften Vorfälle und ihres Verhaltens kann davon allerdings nicht mehr 

ausgegangen werden. Zum einen fehlt es am Vertrauen in die genügende Sorgfalt der Beschwerde-

führerin im Umgang mit ihrem Hund, zum anderen kann auch ihre Fähigkeit, diesen in genügender 

Weise zu beherrschen und zu kontrollieren, nicht mehr bejaht werden. 

Dispositiv-Ziff. I. und II. der angefochtenen Verfügung sind daher grundsätzlich zu bestätigen. 

g) 

Der Einwand der Beschwerdeführerin, bei einem anderem Halter sei ohne Auflagen auch keine ge-

nügend sichere Haltung von "E._____" gewährleistet, trifft zwar grundsätzlich zu. Er ist aber nicht 

durch Verzicht auf Umplatzierung zu berücksichtigen, sondern mittels deren Beaufsichtigung durch 

den VeD und die Anordnung von Auflagen gegenüber dem neuen Halter. Das Dispositiv des 

angefochtenen Entscheids ist entsprechend zu ergänzen, ohne dass dies eine auch nur teilweise 

Gutheissung der Beschwerde bedeuten würde. 

Entsprechend ist der VeD zu beauftragen, die Neuplatzierung zu überwachen und dem neuen Halter 

die angemessenen und nötigen Auflagen zu erteilen, nötigenfalls unter Mitwirkung der zuständigen 

Behörden anderer Kantone. 

 

 

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h) 

Im Vordergrund steht dabei eine weitere Unterbringung des Hundes bei A._____, da sich "E._____" in 

der Zwischenzeit daran gewöhnt haben dürfte und eine weitere Umplatzierung gerade in diesem 

fortgeschrittenen Alter möglichst zu vermeiden ist. 

i) 

Es trifft zu und wird durch den VeD auch nicht in Abrede gestellt, dass er den Hund "E._____" nicht 

als schlechthin zu gefährlich für eine Haltung beurteilt hat, sondern nur die Haltung durch die Be-

schwerdeführerin. Da der VeD entsprechend aber keine bzw. nur eine subsidiäre Euthanasierung 

angeordnet hat für den Fall, dass die Beschwerdeführerin ihren Hund nicht umplatziert, ergibt sich 

daraus mit Bezug auf die Rechtmässigkeit des Halteverbots und der Fremdplatzierung nichts. 

i) 

Unerheblich ist auch die Kritik in der Beschwerde an der Verwarnung vom tt.mm.jjjj. Zwar trifft 

grundsätzlich zu, dass auch nach dem auslösenden Vorfall vom tt.mm.jjjj und dem Schreiben der 

Nachbarn vom tt.mm.jjjj nicht jede beliebige weitere Meldung den Entzug der Halteberechtigung sowie 

die Beschlagnahmung und Umplatzierung des Hundes rechtfertigen konnte. 

In dieser Form unzutreffend ist jedoch, dass es dazu weiterer Verstösse gegen Rechtsnormen oder 

Auflagen bedurfte. Vielmehr konnte jeder weitere Vorfall in der Gesamtbeurteilung den Ausschlag 

dafür geben, der Beschwerdeführerin gestützt auf § 18 lit. b und e des Hundegesetzes (HuG) vom 

15. März 2011 die Hundehaltung zu verbieten und entsprechend "E._____" zu beschlagnahmen und 

bei einem anderen Halter zu platzieren. 

Vor allem aber handelte sich beim Vorfall vom tt.mm.jjjj um ein gravierendes Ereignis, das eine solche 

Neubeurteilung vollumfänglich rechtfertigte, ja notwendig machte. 

4. 

a) 

Im Beschwerdeverfahren sind die Kosten in der Regel nach Massgabe von Obsiegen und Unterliegen 

auf die Parteien zu verlegen (§ 31 Abs. 2 Satz 1 VRPG). Die Beschwerdeführerin unterliegt, die Ver-

fahrenskosten sind daher ihr aufzuerlegen. 

Innerhalb des Rahmens von Fr. 200.- bis Fr. 5'000.- gemäss § 22 As. 1 lit. a des Dekrets über die Ver-

fahrenskosten (Verfahrenskostendekret, VKD) vom 24. November 1987 wird die Staatsgebühr auf 

Fr. 1'000.- festgesetzt, hinzu kommt gemäss § 25 Abs. 1 VKD eine Kanzleigebühr von Fr. 100.-. 

b) 

Weil die Beschwerdeführerin unterliegt, hat sie auch keinen Anspruch auf Ersatz für Parteikosten 

(§ 32 Abs. 2 VRPG). 

 

 

 9 von 9 

Entscheid 

1. 

1.1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

1.2. 

Der Veterinärdienst wird beauftragt, die Neuplatzierung des Hundes zu überwachen und dem neuen 

Halter die angemessenen und notwendigen Auflagen zu erteilen, nötigenfalls unter Mitwirkung der zu-

ständigen Behörden anderer Kantone. 

2. 

Die Beschwerdeführerin hat die Kosten des Verfahrens, bestehend aus einer Staatsgebühr von 

Fr. 1'000.–, der Kanzleigebühr und den Auslagen von Fr. 100.–, zusammen Fr. 1'100.–, zu bezahlen. 

3. 

Ersatz für Parteikosten wird nicht zugesprochen. 

Departement Gesundheit und Soziales 

Roger Lehner 

Leiter Rechtsdienst