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**Case Identifier:** 8b605c3e-ffac-5943-ba47-2c724908bb1b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.02.2021 100 2019 114
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2019-114_2021-02-04.pdf

## Full Text

100.2019.114U
HER/BIP/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. Februar 2021

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Verwaltungsrichterin Herzog,
Verwaltungsrichter Rolli, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiber Bieri

A.________
vertreten durch Fürsprecher …
Beschwerdeführerin

gegen

Einwohnergemeinde Thun
handelnd durch den Gemeinderat, Rathaus, Postfach, 3602 Thun
Beschwerdegegnerin

und

Regierungsstatthalteramt Thun
Scheibenstrasse 3, 3600 Thun

betreffend Gemeindebürgerrecht; Nichteintreten auf das Einbürgerungs-
gesuch mangels Sprachnachweises (Entscheid des Regierungsstatthalter-
amts Thun vom 26. Februar 2019; vbv 1/2019)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.02.2021, Nr. 100.2019.114U, 
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Sachverhalt:

A.

Die kamerunische Staatsangehörige A.________ (Jg. 2000) reichte am 
18. Juni 2018 bei der Einwohnergemeinde (EG) Thun ein 
Einbürgerungsgesuch ein. Sie ist französischer Muttersprache und hat am 
15. Juni 2018 die Maturität am Gymnase français de Bienne erworben; seit 
September 2018 studiert sie an der Universität Fribourg. Im Einbürgerungs-
verfahren wurde sie ersucht, als Nachweis für die Sprachkompetenz 
Deutsch eine Sprachstandanalyse des geforderten Niveaus einer anerkann-
ten Sprachschule beizubringen. A.________ reichte darauf ihr 
Maturitätszeugnis ein, welches ihr im Fach Deutsch als Fremdsprache 
(«allemand») die Note 4 (genügend) bescheinigt. Am 30. November 2018 
beschloss der Gemeinderat der EG Thun, auf das Einbürgerungsgesuch 
nicht einzutreten, und eröffnete A.________ den Beschluss mit Verfügung 
vom 4. Dezember 2018. Zur Begründung führte der Gemeinderat an, 
A.________ habe den Nachweis ausreichender Deutschkenntnisse einer 
anerkannten Sprachschule («Attest Sprachstandanalyse mündlich B1, 
schriftlich A2») nicht erbracht.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ mit (innert Nachfrist 
verbesserter) Eingabe vom 18. Dezember 2018/8. Januar 2019 Beschwerde 
beim Regierungsstatthalteramt Thun. Der stellvertretende Regierungsstatt-
halter wies die Beschwerde am 26. Februar 2019 ab.

C.

Hiergegen hat A.________ am 28. März 2019 Verwaltungsgerichts-
beschwerde erhoben. Sie beantragt, der angefochtene Entscheid sei 
aufzuheben und die EG Thun sei anzuweisen, das Einbürgerungsgesuch 
vom 18. Juni 2018 an die Hand zu nehmen. Gleichzeitig hat sie um unent-

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geltliche Rechtspflege unter Beiordnung ihres Rechtsvertreters als amtlicher 
Anwalt ersucht. Zur Begründung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde legte 
sie unter anderem ein Schreiben der Erziehungsdirektion des Kantons Bern 
(ERZ; heute: Bildungs- und Kulturdirektion [BKD]), Abteilung Mittelschulen, 
ins Recht, laut dem davon ausgegangen werden könne, dass mit der 
Maturanote 4 die von der Gemeinde geforderten Sprachkompetenzen 
erreicht seien.

Der Regierungsstatthalter von Thun beantragt mit Vernehmlassung vom 
6. Mai 2019 die Abweisung der Beschwerde und des Gesuchs um unentgelt-
liche Rechtspflege. Die Einwohnergemeinde Thun schliesst mit Beschwer-
deantwort vom 22. Mai 2019 unter Beilage einer Liste der vom Staatssekre-
tariat für Migration (SEM) anerkannten Sprachzertifikate auf Abweisung der 
Beschwerde.

Die Instruktionsrichterin hat mit Zwischenverfügung vom 30. August 2019 
das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung des Rechts-
vertreters als amtlicher Anwalt bewilligt.

Das SEM hat am 29. August 2019 auf Ersuchen der Instruktionsrichterin ei-
nen Amtsbericht zur Frage erstattet, ob die im Maturitätszeugnis von 
A.________ ausgewiesene Note 4 im Fach Deutsch als Fremdsprache 
(«allemand») als Sprachnachweis im Sinn der Bürgerrechtsgesetzgebung 
genügt. Zu diesem Bericht hat sich A.________ am 14. Oktober 2019 unter 
Einreichen eines Auszugs aus dem Lehrplan geäussert; sie hält sinngemäss 
an ihrem Antrag fest. Die EG Thun hat mit Eingabe vom 17. September 2019 
darauf verzichtet, sich zum Ergebnis des Beweisverfahrens zu äussern. Der 
Regierungsstatthalter hat sich nicht vernehmen lassen.

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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teil-
genommen, ist durch den angefochtenen (Prozess-)Entscheid besonders 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder 
Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte 
Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Der angefochtene Entscheid hat eine Nichteintretensverfügung der 
Gemeinde zum Gegenstand und fällt daher an sich in die einzelrichterliche 
Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. c des Gesetzes vom 11. Juni 
2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwalt-
schaft [GSOG; BSG 161.1]; Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommen-
tar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 119 N. 35 mit Hinweis auf die 
einschlägige Praxisfestlegung). Handelt es sich bei einer Nichteintretensver-
fügung (bzw. beim dazu ergangenen Rechtsmittelentscheid) aber nach ih-
rem Gehalt – wie hier (hinten E. 6.4) – um einen Sachentscheid, so ist die 
Sache nicht einzelrichterlich, sondern durch den ordentlichen Spruchkörper 
zu behandeln, weil sich nicht nach der Bezeichnung des Entscheids oder 
einer (falschen) Formulierung im Dispositiv entscheidet, ob ein Sach- oder 
Prozessentscheid vorliegt (Ruth Herzog, a.a.O., Art. 119 N. 35; BVR 2015 
S. 309 [VGE 2012/399 vom 16.9.2013] nicht publ. E. 1.3 und 2.2). Da die 
Streitigkeit von grundsätzlicher Bedeutung ist, urteilt das Verwaltungsgericht 
in Fünferbesetzung (Art. 56 Abs. 2 Bst. a GSOG).

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin. Gerügt werden können mithin die unrichtige oder 
unvollständige Feststellung des Sachverhalts sowie andere Rechtsverlet-
zungen einschliesslich Rechtsfehler bei der Ausübung des Ermessens 
(Art. 80 Bst. a und b VRPG).

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2.

Strittig ist die Verweigerung der Zusicherung des Gemeindebürgerrechts 
mangels Nachweises genügender Deutschkenntnisse.

2.1 Hier anwendbar ist das seit 1. Januar 2018 gültige eidgenössische 
und kantonale Einbürgerungsrecht. Schweizerbürgerin oder Schweizerbür-
ger ist, wer das Bürgerrecht einer Gemeinde und eines Kantons besitzt 
(Art. 37 Abs. 1 der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Haben der Kanton und 
die Gemeinde die Einbürgerung zugesichert und das SEM die Einbürge-
rungsbewilligung des Bundes erteilt, trifft die zuständige kantonale Behörde 
den Einbürgerungsentscheid (Art. 13 und Art. 14 Abs. 1 des Bundesgeset-
zes vom 20. Juni 2014 über das Schweizer Bürgerrecht [Bürgerrechtsge-
setz, BüG; SR 141.0]). Mit Eintritt der Rechtskraft des kantonalen Einbürge-
rungsentscheids wird das Gemeinde- und Kantonsbürgerrecht sowie das 
Schweizer Bürgerrecht erworben (Art. 14 Abs. 3 BüG). Die drei Bürgerrechte 
bilden eine untrennbare Einheit (BVR 2016 S. 293 E. 2.1, 2012 S. 193 
E. 2.1, je mit Hinweisen; s. auch BGE 146 I 83 E. 2.3). Das Kantonsbürger-
recht beruht auf dem Gemeindebürgerrecht, welches der Gemeinderat unter 
Vorbehalt der Erteilung des Kantonsbürgerrechts zusichert (vgl. Art. 7 Abs. 2 
der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; Art. 17 Abs. 1 und 2 so-
wie Art. 22 Abs. 1 des Gesetzes vom 13. Juni 2017 über das Kantons- und 
Gemeindebürgerrecht [Kantonales Bürgerrechtsgesetz, KBüG; BSG 121.1]; 
Art. 18 Abs. 3 der Verordnung vom 20. September 2017 über das Kantons- 
und Gemeindebürgerrecht [Kantonale Bürgerrechtsverordnung, KBüV; 
BSG 121.111]). Auf Einbürgerung besteht kein Anspruch (Art. 7 Abs. 4 KV).

2.2 Gemäss Art. 38 Abs. 2 BV erlässt der Bund Mindestvorschriften für 
die Einbürgerung von Ausländerinnen und Ausländern durch die Kantone. 
Diese können davon nicht abweichen (BGE 146 I 83 E. 4.1). Die bundes-
rechtlichen Voraussetzungen sind in Art. 9 ff. BüG niedergelegt. Art. 11 BüG 
bestimmt die sog. materiellen Einbürgerungsvoraussetzungen. Danach er-
fordert die Erteilung der Einbürgerungsbewilligung des Bundes, dass die Be-
werberin oder der Bewerber erfolgreich integriert ist (Bst. a), mit den schwei-
zerischen Lebensverhältnissen vertraut ist (Bst. b) und keine Gefährdung 
der inneren oder äusseren Sicherheit der Schweiz darstellt (Bst. c). Eine er-
folgreiche Integration zeigt sich nach Art. 12 Abs. 1 BüG unter anderem in 

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der Fähigkeit, sich im Alltag in Wort und Schrift in einer Landessprache zu 
verständigen (Bst. c). Die Kantone können weitere Integrationskriterien vor-
sehen (Art. 12 Abs. 3 BüG). Dabei sind sie frei, Anforderungen aufzustellen, 
die über die eidgenössischen hinausgehen. So können die Kantone bei-
spielsweise Kenntnisse der am Wohnort gesprochenen Landessprache oder 
ein höheres Sprachniveau verlangen (Botschaft zur Totalrevision des BüG 
[nachfolgend: Botschaft BüG], in BBl 2011 S. 2825 ff., 2832, 2834; Erläutern-
der Bericht des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements [EJPD] 
vom April 2016 zum Entwurf zur Verordnung zum Bürgerrechtsgesetz [nach-
folgend: Erläuternder Bericht BüV], S. 16; s. auch Caroni et al., Migrations-
recht, 4. Aufl. 2018, S. 541; Barbara von Rütte, das neue Bürgerrechtsge-
setz, in Anwaltsrevue 2017 S. 202 ff., 208 f.; vgl. zum alten BüG BGE 146 I 
49 E. 2.2, 141 I 60 E. 2.1, 140 I 99 E. 2.1; BGer 1D_1/2014 vom 1.10.2014 
E. 2.5-2.9).

2.3 Ausländerinnen und Ausländer haben das Einbürgerungsgesuch bei 
der Einwohnergemeinde oder gemischten Gemeinde einzureichen. Diese 
prüft, ob die kommunalen, kantonalen und eidgenössischen Voraussetzun-
gen erfüllt sind (Art. 15 Abs. 1 KBüG). Hält sie sie für gegeben, sichert die 
Gemeinde das Gemeindebürgerrecht zu und überweist das Gesuch zur Wei-
terbehandlung an die zuständige kantonale Stelle (Art. 15 Abs. 3 KBüG). Die 
Gemeinden überprüfen namentlich die Sprachkenntnisse (vgl. Art. 13 i.V.m. 
Art. 12 Abs. 1 Bst. d KBüG). Dem Einbürgerungsgesuch sind zumindest die 
in Art. 16 Abs. 1 KBüV bezeichneten Unterlagen beizulegen, nach Bst. l un-
ter anderem ein Nachweis der guten Kenntnisse der Amtssprache des jewei-
ligen Verwaltungskreises im Sinn von Art. 12 KBüV. 

2.4 Folgende Sprachkompetenzen sind einbürgerungsrechtlich verlangt: 
Die als bundesrechtliche Mindestvoraussetzung geforderte Fähigkeit, sich 
im Alltag in einer Landessprache zu verständigen (vgl. vorne E. 2.2), ist in 
der Verordnung vom 17. Juni 2016 über das Schweizer Bürgerrecht (Bürger-
rechtsverordnung, BüV; SR 141.01) näher umschrieben. Gemäss Art. 6 
Abs. 1 BüV muss die Bewerberin oder der Bewerber mündliche Sprachkom-
petenzen mindestens auf dem Referenzniveau B1 und schriftliche Sprach-
kompetenzen mindestens auf dem Referenzniveau A2 des in Europa allge-
mein anerkannten Referenzrahmens für Sprachen nachweisen. Nach kanto-

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nalem Recht werden gute mündliche und schriftliche Kenntnisse der Amts-
sprache des Verwaltungskreises der Einbürgerungsgemeinde verlangt, wo-
bei die Gemeinden durch Reglement entsprechende Kenntnisse der ande-
ren Amtssprache zulassen können (Art. 12 Abs. 1 Bst. d KBüG). Nach der 
Ausführungsvorschrift von Art. 12 Abs. 1 KBüV liegen gute Kenntnisse der 
Amtssprache im Sinn von Art. 12 Abs. 1 Bst. d KBüG vor, wenn die Auslän-
derin oder der Ausländer über Sprachkompetenzen auf dem Niveau B1 
(mündlich) und A2 (schriftlich) des Gemeinsamen Europäischen Referenz-
rahmens für Sprachen des Europarats (GER) verfügt; das kantonale Refe-
renzniveau deckt sich also mit der bundesrechtlichen Mindestanforderung. 
Die Stadt Thun hat unbestrittenermassen keine reglementarische Grundlage 
geschaffen, welche gute mündliche und schriftliche Kenntnisse der anderen 
Amtssprache (Französisch) genügen lässt (vgl. Beschwerdeantwort S. 2).

2.5 Wann die geforderten Sprachkompetenzen als nachgewiesen gelten, 
regelt bundesrechtlich Art. 6 Abs. 2 BüV. Sprachnachweis im engeren Sinn 
dieser Vorschrift ist nach Bst. d eine Bescheinigung über die geforderten 
Kompetenzen, die sich auf ein Sprachnachweisverfahren abstützt (vormals 
«auf einen Sprachtest»), welches den allgemein anerkannten Qualitätsstan-
dards für Sprachtests (vormals «für Sprachtestverfahren») entspricht (die in-
direkte Änderung der Vorschrift am 15.8.2018 [AS 2018 S. 317 ff., 3186; in 
Kraft seit 1.1.2019] beinhaltet eine rein terminologische Anpassung an die 
Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbs-
tätigkeit [VZAE; SR 142.201], vgl. Ziff. 8 und 7.6 des Erläuternden Berichts 
des SEM vom 2.8.2018 zur Änderung der VZAE vom 15.8.2018 [nachfol-
gend: Erläuternder Bericht Änderung VZAE]). Das SEM unterstützt die Kan-
tone bei der Prüfung solcher Sprachnachweise und bei der Ausgestaltung 
von kantonalen Sprachtests. Es kann Dritte mit diesen Aufgaben betrauen 
(Art. 6 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 Bst. d BüV). In drei Fällen ist ein Sprachnachweis 
gemäss Bst. d entbehrlich: Der Nachweis der erforderlichen Sprachkompe-
tenzen gilt nach Art. 6 Abs. 2 BüV auch als erbracht, wenn die Bewerberin 
oder der Bewerber eine Landessprache als Muttersprache spricht und 
schreibt (Bst. a), während mindestens fünf Jahren die obligatorische Schule 
in einer Landessprache besucht hat (Bst. b) oder eine Ausbildung auf Se-
kundarstufe II oder Tertiärstufe in einer Landessprache abgeschlossen hat 
(Bst. c). – Der Kanton Bern orientiert sich hinsichtlich des Nachweises aus-

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reichender Sprachkenntnisse unmittelbar an der Regelung des Bundes (vgl. 
für das alte Recht Art. 11b aEbüV, eingeführt mit Änderung vom 12.8.2009 
[BAG 09-092]). Nach Art. 13 und Art. 29 Abs. 2 Bst. b und d KBüG i.V.m. 
Art. 12 Abs. 2 und 3 KBüV haben Ausländerinnen und Ausländer die erfor-
derlichen Sprachkenntnisse im Sinn von Art. 12 Abs. 1 KBüV durch einen 
vom SEM anerkannten Sprachnachweis zu belegen. Der Sprachnachweis 
ist neu erbracht, wenn eine der Voraussetzungen nach Art. 6 Abs. 2 BüV 
erfüllt wird (Vortrag der POM zur KBüV S. 4 [nachfolgend: Vortrag KBüV]). 
Liegt weder der Tatbestand nach Bst. a (Muttersprache) noch jener nach 
Bst. b oder c dieser Bestimmung vor (qualifizierter Schulbesuch; sog. Ver-
mutungsregeln, vgl. BGE 146 I 83 E. 4.4), haben die an der Einbürgerung 
interessierten Personen die erforderlichen Sprachkenntnisse folglich durch 
einen vom SEM anerkannten Sprachnachweis im Sinn von Bst. d darzutun.

2.6 Im Auftrag des SEM bietet die Geschäftsstelle fide verschiedene In-
strumente an, mit denen sich Sprachkompetenzen auf den Niveaus A1-C2 
nachweisen lassen. «fide» steht für «Français, Italiano, Deutsch in der 
Schweiz» und bezeichnet das Programm des Bundes zur Förderung der 
sprachlichen Integration. Es bestehen drei Möglichkeiten, den Sprachnach-
weis nach Art. 6 Abs. 2 Bst. d BüV zu erbringen (vgl. Amtsbericht SEM und 
Beilage [act. 14]):

– Erstens kann der «Sprachnachweis fide», abgelegt werden, heute «fide-
Test». Dies ist ein Sprachtest, der sich aus einem Teil «Sprechen und 
Verstehen» und einem Teil «Lesen und Schreiben» zusammensetzt 
(Reglement vom 11. Februar 2019 für die Teilnahme am Sprachnach-
weis fide sowie Infoblatt; heute Reglement vom 1. Januar 2021 für die 
Teilnahme am fide-Test sowie Infoblatt, einsehbar unter <www.fide-
service.ch>, Rubriken «Sprachnachweise/fide-Test»).

– Zweitens kann ein vom SEM bzw. der Geschäftsstelle fide anerkanntes 
Sprachzertifikat eingereicht werden. Das Zertifikat muss entweder die 
sog. «Q-Mark» der «Association of Language Testers in Europe 
(ALTE)» aufweisen (vgl. dazu <www.alte.org>) oder von der Experten-
gruppe Sprachzertifikate der Geschäftsstelle fide anerkannt sein. Die 
Geschäftsstelle fide führt eine im Internet einsehbare Liste mit den an-
erkannten Sprachzertifikaten (act. 11A; heute <www.fide-service.ch>, 

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Rubriken «Sprachnachweise/Anerkannte Sprachzertifikate»). Der Kan-
ton Bern weist auf seiner Internetseite ebenfalls auf diese Liste hin 
(<www.pom.be.ch>, Rubriken «Zivilstand, Einbürgerung & Pass/ID/Ein-
bürgerung/Ordentliche Einbürgerung/Sprachnachweis»).

– Drittens kann bei der Geschäftsstelle fide ein Validierungsdossier einge-
reicht werden, heute sog. «fide-Dossier». Auf diesem Weg können die 
Sprachkenntnisse mit nicht anerkannten Sprachzertifikaten, Weiterbil-
dungsabschlüssen, Arbeitszeugnissen oder ähnlichen Dokumenten be-
legt werden. Wird die gesuchstellende Person zum Validierungsverfah-
ren zugelassen, überprüft ein Expertenteam die Sprachkenntnisse in ei-
nem Treffen, welches ein Gespräch sowie das Lesen und das Verfassen 
eines schriftlichen Texts beinhaltet. Nach erfolgreichem Durchlaufen 
des Validierungsverfahrens wird ein Sprachenpass B1 ausgestellt (vgl. 
Reglement vom 19. Juni 2019 zum Erwerb eines Sprachenpasses B1 
über ein Validierungsdossier sowie Infoblatt und Wegleitung, heute Reg-
lement vom 1. Januar 2021 zum Erwerb eines Sprachenpasses B1 über 
ein fide-Dossier sowie Infoblatt, einsehbar unter <www.fide-service.ch>, 
Rubriken «Sprachnachweise/fide-Dossier»). 

Da der Kanton Bern für den Sprachnachweis integral auf das Bundesrecht 
verweist, akzeptieren die kommunalen und kantonalen Behörden keine Zer-
tifikate oder Diplome, die weder auf der Liste des Bundes enthalten noch von 
der Geschäftsstelle fide ausgestellt worden sind (vgl. Ziff. 3.3.5 Bst. d der 
Wegleitung der Polizei- und Sicherheitsdirektion [POM], heute Sicherheitsdi-
rektion [SID], zur Einbürgerung und Einburgerung von Schweizerinnen und 
Schweizern sowie ordentliche Einbürgerung von Ausländerinnen und Aus-
ländern für Gesuche ab 1.1.2018 [nachfolgend: Wegleitung Einbürgerung], 
publ. in Bernische Systematische Information Gemeinden [BSIG] 
1/121.1/1.2, <www.bsig.jgk.be.ch>).

3.

Die Beschwerdeführerin rügt, die Gemeinde hätte von ihr keinen Nachweis 
hinreichender Deutschkenntnisse verlangen dürfen, da sie französischer 
Muttersprache sei.

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3.1 Im Kanton Bern sind das Deutsche und das Französische Landes- 
und Amtssprachen (Art. 6 Abs. 1 KV). Eine generelle Zweisprachigkeit 
herrscht im Kanton aber nicht. Im Allgemeinen gilt in den Verwaltungsregio-
nen nur eine Amtssprache (vgl. Art. 6 Abs. 2 KV). Ziel dieser Verfassungsre-
gelung ist, die traditionellen Sprachregionen zu erhalten (Kälin/Bolz, Hand-
buch des bernischen Verfassungsrechts, 1995, Art. 6 N. 3a mit Hinweis auf 
die Materialien; vgl. auch Vortrag S. 5 der POM zur Änderung der alten Ver-
ordnung vom 1. März 2006 über das Einbürgerungsverfahren [aEbüV; 
BAG 06-036], mit der per Anfang 2010 die Sprachanforderungen konkreti-
siert worden sind [BAG 09-092], nachfolgend: Vortrag Änderung aEbüV]). – 
Wie gesehen, dürfen die Kantone bei den Sprachanforderungen über die 
bundesrechtlichen Mindestvorschriften hinausgehen und Kenntnisse der am 
Wohnort gesprochenen Sprachen voraussetzen (vorne E. 2.2). Von diesem 
Spielraum hat der Kanton Bern Gebrauch gemacht. Er verlangt gute Kennt-
nisse der Amtssprache des jeweiligen Verwaltungskreises (Art. 12 Abs. 1 
Bst. d KBüG; vorne E. 2.4). Die Amtssprache in der EG Thun (Verwaltungs-
kreis Thun, Verwaltungsregion Oberland) ist Deutsch (Art. 6 Abs. 2 Bst. c 
KV; Art. A2-1 Ziff. 5 Bst. a des Anhangs 2 zu Art. 39a des Gesetzes vom 
20. Juni 1995 über die Organisation des Regierungsrates und der Verwal-
tung [Organisationsgesetz, OrG; BSG 152.01]). Die Gemeinde Thun lässt 
gute Französischkenntnisse für die Einbürgerung nicht genügen (vgl. vorne 
E. 2.4).

3.2 Es ist sachlich ohne weiteres haltbar, in einem rein deutschsprachi-
gen Verwaltungskreis (wie Thun) für die Einbürgerung den Nachweis ausrei-
chender Deutschkenntnisse zu verlangen: Eine erfolgreiche Integration in 
der Gemeinde setzt voraus, dass eine Person mit den Leuten in ihrem Um-
feld kommunizieren kann (Vortrag Änderung aEbüV S. 5). Dem Erwerb von 
Sprachkompetenzen kommt bei der Integration anerkanntermassen eine 
Schlüsselfunktion zu. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass das Auslän-
derrecht verschiedentlich Kenntnisse der am Wohnort gesprochenen Spra-
che voraussetzt (vgl. Art. 34 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration [Aus-
länder- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20] betreffend vorzeitige Ertei-
lung der Niederlassungsbewilligung, Art. 43 Abs. 1 Bst. d, Art. 44 Abs. 1 
Bst. d und Art. 85 Abs. 7 Bst. d AIG betreffend Familiennachzug; Botschaft 

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des Bundesrats zur Änderung des AuG [Integration], in BBl 2013 S. 2397 ff., 
2405). Die Personen, die sich einbürgern lassen wollen, sollen sprachlich in 
der Lage sein, sich eigenverantwortlich im gesellschaftlichen Umfeld (am 
Wohn- und am Arbeitsort) zu bewegen. Sie müssen sich mit Institutionen und 
Behörden verständigen und die (kommunalen) politischen Rechte ausüben 
können. Dabei dient die Amtssprache dem Verkehr zwischen Bevölkerung 
und Verwaltung (Wegleitung Einbürgerung Ziff. 3.3.5). Namentlich hinrei-
chende mündliche Sprachkenntnisse sollen eine selbständige Kommunika-
tion im Alltag ermöglichen (vgl. Vortrag des Regierungsrats zum KBüG, in 
Tagblattbeilagen zur Junisession 2017 des Grossen Rates [Geschäfts-Nr. 
2014.POM.383; nachfolgend Vortrag KBüG], S. 11; Vortrag Änderung 
aEbüV S. 5, 6; ebenso Botschaft BüG S. 2835 und Erläuternder Bericht BüV 
S. 16; vgl. auch SEM [Hrsg.], Handbuch Bürgerrecht für Gesuche ab 
1.1.2018, Kapitel 3 Ziff. 321/13 [nachfolgend: Handbuch Bürgerrecht]). Nach 
dem bisher Erwogenen ist nicht zu beanstanden, dass die Gemeinde und 
die Vorinstanz von der Beschwerdeführerin den Nachweis von Deutsch-
kenntnissen (auf dem geforderten Niveau) verlangen.

3.3 Die Beschwerdeführerin ist allerdings der Auffassung, der geforderte 
Nachweis stehe in Widerspruch zu Art. 7 Abs. 3 Bst. c KV, wonach nur gute 
Kenntnisse einer Amtssprache nachgewiesen werden müssten. Da ihre Mut-
tersprache Französisch sei, erfülle sie diese Voraussetzung (Beschwerde 
S. 3; Eingabe vom 14.10.2019 S. 1 [act. 18]). – Art. 7 Abs. 3 KV enthält einen 
nicht abschliessenden Katalog von Einbürgerungshindernissen (BVR 2016 
S. 293 E. 2.3; VGE 2018/385 vom 9.5.2019 E. 3.3). Laut dessen Bst. c wird 
namentlich nicht eingebürgert, wer nicht nachweislich über gute Kenntnisse 
einer Amtssprache verfügt. Bei den Voraussetzungen nach Art. 7 Abs. 3 KV 
handelt es sich um Mindest-Kriterien (BVR 2017 S. 7 E. 6.2.2). Liegt kein 
spezifisches Hindernis nach Art. 7 Abs. 3 KV vor, heisst dies nicht, dass die 
Person ohne weiteres einzubürgern ist. Vielmehr erfolgt die Beurteilung dann 
– im Rahmen des Bundesrechts – gestützt auf die kantonale Gesetzgebung 
(Art. 7 Abs. 1 KV; VGE 2016/44 vom 19.8.2016 E. 5.2, 2015/1 vom 
15.6.2015 E. 4.2). Bereits aus dieser Überlegung steht Art. 12 Abs. 1 Bst. d 
KBüG nicht in Widerspruch zu Art. 7 Abs. 3 Bst. c KV. Hinzu kommt Folgen-
des: Art. 7 Abs. 3 KV entstammt der am 24. November 2013 angenomme-
nen Volksinitiative «Keine Einbürgerung von Verbrechern und Sozialhilfe-

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empfängern». Sie trat am 11. Dezember 2013 in Kraft (vgl. BVR 2016 S. 293 
E. 2.3). Bereits vor Einreichung der Initiative war eine Bestätigung der Ver-
ständigungsfähigkeit in der Amtssprache des jeweiligen Verwaltungskreises 
verlangt (vgl. Art. 11 Abs. 2 Bst. h und Art. 11b Abs. 1 aEbüV in der vom 
1.1.2010 bis 31.12.2013 gültigen Fassung [BAG 09-092] und Art. 11e Abs. 1 
aEbüV in der ab 1.1.2014 gültigen Fassung [BAG 12-063]). Es ist nicht er-
kennbar, dass mit der Initiative in Bezug auf die Sprachkenntnisse eine Er-
leichterung der Einbürgerungsvoraussetzungen angestrebt wurde. Im Ge-
genteil: Die Initiative strebte insgesamt eine Verschärfung der kantonalen 
Einbürgerungsvoraussetzungen an und wollte damit das Erlangen des kom-
munalen und kantonalen Bürgerrechts erschweren (vgl. VGE 2016/44 vom 
19.8.2016 E. 5.2, 2015/1 vom 15.6.2015 E. 4.2, je mit weiteren Hinweisen; 
Botschaft des Grossen Rats zur kantonalen Volksabstimmung vom 24. No-
vember 2013 «Keine Einbürgerung von Verbrechern und Sozialhilfeempfän-
gern» S. 9 [Stellungnahme des Initiativkomitees]). Nach dem Gesagten bil-
det Art. 12 Abs. 1 Bst. d KBüG eine zulässige Konkretisierung von Art. 7 
Abs. 3 Bst. c KV (vgl. auch Vortrag KBüG S. 11).

3.4 Weiter hält die Beschwerdeführerin durch den geforderten Sprach-
nachweis Deutsch Art. 6 Abs. 2 Bst. a und c BüV für verletzt. Gemäss dem 
klaren Wortlaut der Bestimmung müsse nur der Nachweis einer Landesspra-
che erbracht werden. Es genüge somit, wenn die Muttersprache eine Lan-
dessprache sei (Bst. a) bzw. wenn eine abgeschlossene Ausbildung auf Se-
kundarstufe II oder Tertiärstufe in einer Landessprache vorliege (Bst. c). Bei-
des sei bei ihr der Fall. In Art. 12 Abs. 3 KBüV werde auf Art. 6 Abs. 2 BüV 
als Ganzes verwiesen. Die Vorinstanz habe Art. 6 Abs. 2 BüV daher zu Un-
recht dahingehend einschränkend ausgelegt, dass ein Nachweis für Kennt-
nisse der Amtssprache des jeweiligen Verwaltungskreises erbracht werden 
müsse (vgl. Beschwerde S. 4 f.; Eingabe vom 14.10.2019 S. 1 f. [act. 18]). – 
Richtig ist, dass Art. 6 Abs. 2 BüV den Nachweis genügender Kenntnisse 
einer Landessprache regelt. Gelingt dieser Nachweis, so sind die sprachli-
chen Voraussetzungen für die Einbürgerungsbewilligung des Bundes erfüllt. 
Daraus kann die Beschwerdeführerin aber nichts für das kommunale und 
das kantonale Bürgerrecht ableiten, da hierfür im Kanton Bern höhere 
Sprachanforderungen gelten (vgl. vorne E. 2.4). Art. 6 Abs. 2 BüV regelt die 
Frage, wie der Nachweis der erforderlichen Sprachkenntnisse erbracht wer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.02.2021, Nr. 100.2019.114U, 
Seite 13

den kann (vgl. vorne E. 2.5). Nur für diese Frage verweist das kantonale 
Recht auf die Bundesnorm. Welche Sprachkenntnisse eine einbürgerungs-
willige Person erfüllen muss, regelt das kantonale Recht hingegen selber: Es 
werden gute Kenntnisse der Amtssprache des Verwaltungskreises verlangt 
(Art. 7 Abs. 3 Bst. c KV i.V.m. Art. 12 Abs. 1 Bst. d KBüG und Art. 12 Abs. 1 
KBüV; vorne E. 2.4). Unter systematischen Gesichtspunkten muss der in 
Art. 12 Abs. 3 KBüV enthaltene Verweis auf Art. 6 Abs. 2 BüV daher so ver-
standen werden, dass nicht der Nachweis für eine «Landessprache» zu er-
bringen ist, sondern jener für die «Amtssprache des jeweiligen Verwaltungs-
kreises». Diese Lesart wird systematisch durch Art. 12 Abs. 1 KBüV gestützt 
und in den Materialien klar bestätigt. Der Verordnungsgeber wollte mit dem 
Verweis festlegen, unter welchen Voraussetzungen der Sprachnachweis für 
die Amtssprache des Verwaltungskreises der Einbürgerungsgemeinde er-
bracht ist (Vortrag KBüV S. 4; vgl. überdies Art. 11e Abs. 7 Bst. a und d 
aEbüV [BAG 12-063 und 14-045]). Die Vorinstanz hat die Norm daher richtig 
ausgelegt (vgl. angefochtener Entscheid S. 5 f. Ziff. 10).

3.5 Die Gemeinde hat somit zu Recht einen Nachweis guter Deutsch-
kenntnisse gefordert.

4.

Für den Fall, dass sie den Nachweis guter Deutschkenntnisse erbringen 
muss, hält die Beschwerdeführerin diesen für erbracht.

4.1 Sie reichte im Gesuchsverfahren mehrere Dokumente ein, um ihre 
Deutschkenntnisse zu belegen. Nebst diversen Schulzeugnissen brachte sie 
den am 15. Juni 2018 erworbenen Maturitätsausweis mitsamt Maturitäts-
zeugnis bei. Danach hat die Beschwerdeführerin am Gymnase français de 
Bienne (einer anerkannten Maturitätsschule) die Maturitätsprüfung mit Erfolg 
ablegt und im Fach «allemand» (als Fremdsprache) die Note 4 (genügend) 
erzielt (Akten Thun pag. 32 [in act. 9A]). Weiter legte sie eine Immatrikula-ti-
onsbestätigung der Universität Freiburg bei, wonach sie auf das Herbstse-
mester 2018 zum Bachelorstudium in … mit Nebenfach «Deutsch als Fremd-
sprache» zugelassen wurde (Akten Thun pag. 48). Das von der Beschwer-

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deführerin im verwaltungsgerichtlichen Verfahren eingereichte Schreiben 
der Abteilung Mittelschulen des Mittelschul- und Berufsbildungsamts der 
BKD (vorne Bst. C) hält fest, es könne davon ausgegangen werden, dass 
mit einer Maturitätsnote 4 die für die Einbürgerung geforderten Sprachkom-
petenzen erreicht sind. Der Abteilungsleiter verweist dazu auf den Lehrplan 
des Gymnase français de Bienne, wonach bis zur Maturität Sprachkennt-
nisse auf dem Niveau B2+ angestrebt werden (Beschwerdebeilage [BB] 4).

4.2 Zunächst ist zu prüfen, ob ein Fall von Art. 12 Abs. 3 KBüV i.V.m. 
Art. 6 Abs. 2 Bst. a-c BüV vorliegt, d.h., ob der Beschwerdeführerin der 
Nachweis guter Deutschkenntnisse ohne Einreichen eines Sprachnachwei-
ses im Sinn von Art. 6 Abs. 2 Bst. d BüV gelingt (vgl. vorne E. 2.5). – Die 
Beschwerdeführerin ist französischer Muttersprache, weshalb der Nachweis 
guter Deutschkenntnisse gestützt auf Art. 6 Abs. 2 Bst. a BüV unbestrittener-
massen ausser Betracht fällt. Die obligatorische Schule hat sie nach eigener 
Angabe an der Ecole Cantonale de langue française in Bern besucht, wes-
halb auch Bst. b nicht erfüllt ist (Akten Thun pag. 23; vgl. auch angefochtener 
Entscheid S. 6 Ziff. 12). Die Beschwerdeführerin ist jedoch der Ansicht, sie 
erfülle den Tatbestand von Art. 6 Abs. 2 Bst. c BüV. Durch ihren in Biel er-
worbenen (französischsprachigen) Maturitätsabschluss seien ihre guten 
Deutschkenntnisse nachgewiesen. Beim Erwerb einer Matura würden zwin-
gend auch Fremdsprachenkenntnisse erworben, welche die Anforderungen 
von Art. 12 Abs. 1 KBüV erfüllten. Sie habe in Deutsch die Note 4 erzielt, 
was gemäss der BKD die geforderten Sprachkenntnisse belege (Be-
schwerde S. 4 f.; Eingabe vom 14.10.2019 S. 2 [act. 18]).

4.3 Mit dieser Argumentation verkennt die Beschwerdeführerin den Ge-
halt von Art. 6 Abs. 2 Bst. c BüV. Art. 6 Abs. 2 Bst. b und c BüV enthalten 
Vermutungsregeln für den Spracherwerb (BGE 146 I 83 E. 4.4). Weist eine 
Person im Sinn von Bst. c einen Ausbildungsabschluss für eine berufliche 
Grundbildung oder eine gymnasiale Maturität (Sekundarstufe II) oder für 
eine universitäre Hochschule oder Fachhochschule (Tertiärstufe II) in der für 
die Einbürgerung geforderten Sprache auf, kann daraus gefolgert werden, 
dass sie über (sehr) gute Sprachkenntnisse verfügt (vgl. Erläuternder Bericht 
BüV S. 17; Handbuch Bürgerrecht Kapitel 3 Ziff. 321/132). Als hinreichender 
Spracherwerb gilt nach Bst. b ebenfalls der mindestens fünfjährige Besuch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.02.2021, Nr. 100.2019.114U, 
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der obligatorischen Schule in dieser Sprache. In diesen Fällen erfolgt der 
Spracherwerb zwar nicht über die Familie, aber in ähnlicher Weise wie im 
Fall von Bst. a (Muttersprache) über das schulische Umfeld und die Unter-
richtssprache. Anders als die Beschwerdeführerin zu meinen scheint, basiert 
die Vermutung genügender Sprachkenntnisse somit nicht auf der Tatsache, 
dass eine Ausbildung auf Sekundarstufe II oder Tertiärstufe Fremdsprachen-
unterricht beinhaltet. Vermutungsbasis ist vielmehr die Tatsache, dass die 
Ausbildung als solche in der geforderten Sprache absolviert und abgeschlos-
sen wurde. Hätte die Beschwerdeführerin den gymnasialen Ausbildungs-
gang in Thun durchlaufen und die deutschsprachige Maturität abgelegt, wür-
den bei ihr ausreichende Deutschkenntnisse vermutet (dahingestellt bleiben 
kann, ob es sich um eine unumstössliche Vermutung handelte). Mit ihrer am 
Gymnase français de Bienne erworbenen Maturität gelingt ihr der Nachweis 
gemäss Art. 6 Abs. 2 Bst. c BüV hingegen nicht.

4.4 Weiter ist zu fragen, ob eine Maturitätsnote einen Sprachnachweis im 
Sinn von Art. 12 Abs. 3 KBüV i.V.m. Art. 6 Abs. 2 Bst. d BüV darstellt: Der 
Sprachnachweis nach Art. 6 Abs. 2 Bst. d BüV muss zum einen die Sprach-
kompetenzen bescheinigen und sich zum anderen auf ein Sprachnachweis-
verfahren abstützen, das den allgemein anerkannten Qualitätsstandards für 
Sprachtests entspricht. Die einbürgerungswillige Person muss also über ein 
Zertifikat, Diplom oder Ähnliches verfügen (vgl. Erläuternder Bericht BüV 
S. 17). Einen Sprachnachweis nach Art. 6 Abs. 2 Bst. d BüV erhält regel-
mässig nur, wer mit Erfolg einen Sprachtest ablegt (zu den Varianten vorne 
E. 2.6; vgl. auch Barbara von Rütte, a.a.O., S. 208). Die Sprachtests müssen 
sich an internationalen Testgütekriterien orientieren, namentlich der ALTE 
(vgl. Erläuternder Bericht BüV S. 17; Handbuch Bürgerrecht Kapitel 3 
Ziff. 321/132). – Ein Maturitätszeugnis ist kein Sprachdiplom; es bescheinigt 
auch nicht ausdrücklich, welche mündlichen und schriftlichen Sprachkennt-
nisse gemäss GER eine Maturandin oder ein Maturand aufweist. Solche 
Schlüsse sind nur implizit möglich. Das SEM hat in seinem dem Verwal-
tungsgericht erstatteten Amtsbericht nach Rücksprache mit der Geschäfts-
stelle fide erklärt, eine Maturitätsnote könne kein anerkanntes Sprachzertifi-
kat gemäss einschlägiger Liste ersetzen. Zwar definiere der gymnasiale 
Lehrplan Lernziele, die in Bezug gesetzt werden zum GER (vgl. auch hinten 
E. 5.1), jedoch sei dieser Bezug nicht durch ein standardisiertes Verfahren 

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abgestützt. Das Erreichen der Lernziele werde während des Schuljahrs und 
an der Maturitätsprüfung selbst geprüft; die dabei angewendeten Prüfungs-
verfahren seien jedoch nicht normiert und entsprächen nicht den Standards, 
die für international anerkannte Prüfungsverfahren gelten. Maturitätszeug-
nisse könnten daher nicht in die Liste anerkannter Sprachzertifikate aufge-
nommen werden. Betroffenen stehe aber das Validierungsverfahren offen 
(Amtsbericht vom 29.8.2019 [act. 14]). Nach diesen in sich schlüssigen Aus-
führungen entspricht eine Maturitätsnote nicht einem Sprachnachweis im 
Sinn von Art. 6 Abs. 2 Bst. d BüV.

4.5 Weder erfüllt die Beschwerdeführerin somit (aufgrund der Maturität) 
einen Tatbestand nach Art. 6 Abs. 2 Bst. a-c BüV (vorne E. 4.2 und 4.3), 
noch reicht die im Maturitätszeugnis ausgewiesene Deutschnote als Sprach-
nachweis im Sinn von Art. 6 Abs. 2 Bst. d BüV (E. 4.4 hiervor). Die weiteren 
beigebrachten Dokumente, namentlich die Bestätigung der Immatrikulation 
im Nebenfach Deutsch (vgl. vorne E. 4.1), vermögen daran nichts zu ändern. 
Dieser Befund erweist sich auch als verfassungskonform (vgl. E. 5 hiernach).

5.

Die Anwendung der Regelung von Art. 12 Abs. 1 KBüG und Art. 12 Abs. 1-
3 KBüV i.V.m. Art. 6 Abs. 2 BüV wirkt sich entgegen dem, was die Beschwer-
deführerin vorzubringen scheint, nicht willkürlich, überspitzt formalistisch 
oder rechtsungleich aus:

5.1 Die für die Maturität geforderten Sprachkenntnisse werden wie im 
Bürgerrecht anhand des Europäischen Referenzrahmens (dazu E. 2.4) defi-
niert. So wird gemäss dem gymnasialen Lehrplan am Ende der Ausbildung 
das Niveau B2+ angestrebt (hier anwendbare Direktionsverordnung vom 
25. August 2016 über den Lehrplan 17 für den gymnasialen Bildungsgang 
[BSG 433.121.2]; Plan d'études cantonal francophone pour la formation 
gymnasiale [act. 18A]). Bei der Zweitsprache Deutsch wird somit ein höheres 
Sprachniveau angestrebt, als es für die Einbürgerung verlangt wird (vgl. auch 
das Bildungsziel gemäss Art. 5 Abs. 3 der Verordnung vom 15. Februar 
1995 über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätsausweisen [Maturi-

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täts-Anerkennungsverordnung, MAV; SR 413.11]; Reglement der Schweize-
rischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren [EDK] vom 16. Ja-
nuar/15. Februar 1995 über die Anerkennung von gymnasialen Maturitäts-
ausweisen [MAR; Rechtssammlung EDK Ziff. 4.2.1.1], abrufbar unter: 
<www.edk.ch>, Rubriken «Die EDK/Offizielle Texte/Rechtssammlung der 
EDK»). Gymnasiale Bildungsgänge werden mit schweizerisch anerkannten 
gymnasialen Maturitätsausweisen abgeschlossen (Art. 7 Abs. 4 des Mittel-
schulgesetzes vom 27. März 2007 [MiSG; BSG 433.12]). Sie gelten als Aus-
weise für die allgemeine Hochschulreife und erlauben u.a. den Zugang zu 
den Universitäten und zu den Studiengängen der Eidgenössischen Techni-
schen Hochschulen (Art. 2 MAV; Art. 2 MAR). Entsprechend müssen die Ma-
turitätsprüfungen und -abschlüsse hohen Qualitätsanforderungen genügen, 
was die Kantonale Maturitätskommission sicherzustellen hat (vgl. Art. 20 
MiSG i.V.m. Art. 14 Abs. 2 und 7 der Mittelschulverordnung vom 7. Novem-
ber 2007 [MiSV; BSG 433.121]; vgl. auch BVR 2013 S. 311 E. 2.1; 
VGE 2016/130 vom 1.3.2017 E. 2.1). – Die Beschwerdeführerin schloss die 
Maturität mit einer genügenden Note im Fach Deutsch ab (Note 4 bei Skala 
1-6). Mit Blick auf das soeben Erwogene erscheint zumindest möglich oder 
wahrscheinlich, dass sie die mit der Maturität angestrebten Sprachkennt-
nisse aufweist oder damit jedenfalls die für die Einbürgerung erforderlichen 
(tiefer angesetzten) Sprachkenntnisse erfüllt (vgl. auch vorne E. 4.1). Vor 
diesem Hintergrund erschiene nicht abwegig, wenn eine genügende (oder 
bessere) Deutschnote in einem (aktuellen) Maturitätszeugnis eines franzö-
sischsprachigen Gymnasiallehrgangs (bzw. eine genügende Franzö-
sischnote bei Abschluss eines deutschsprachigen Gymnasiallehrgangs) 
ebenfalls als Nachweis guter Deutschkenntnisse (bzw. guter Französisch-
kenntnisse) im Sinn einer Vermutungsregel zugelassen würde. 

5.2 Aus dem soeben Gesagten darf aber nicht gefolgert werden, dass 
eine genügende Maturitätsnote bürgerrechtlich als Sprachnachweis akzep-
tiert werden muss: Es ist anerkannt, dass nicht alle möglichen Bestätigungen 
über mündliche oder schriftliche Verständigungsmöglichkeiten zu akzeptie-
ren sind (vgl. BGer 1D_4/2018 vom 11.7.2019 E. 5.4). Die Forderung, den 
Nachweis mit einem Sprachnachweis zu erbringen, der in einem anerkann-
ten Testverfahren erworben wird, dient einer objektivierten, rechtsgleichen 
und praktikablen Praxis im Bürgerrecht (analog die Lösung im Ausländer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.02.2021, Nr. 100.2019.114U, 
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recht, vgl. Art. 58a Abs. 1 Bst. c AIG i.V.m. Art. 77d VZAE). Die Verbindlich-
keit entsprechender Testverfahren erscheint umso mehr gerechtfertigt, als 
die in jüngerer Zeit entwickelten Sprachnachweisverfahren bürgerrechtsspe-
zifisch die sprachlichen Anforderungen im Schweizer Alltag in den Mittel-
punkt stellen (z.B. Gang zu einer Behörde, Verfassen einer Bewerbung, An-
meldung zu einem Arzttermin usw.; vgl. Erläuternder Bericht BüV S. 18; Er-
läuternder Bericht Änderung VZAE S. 20 ff.). Mit seiner Regelung gibt der 
Kanton Bern zudem nach objektiven und sachlichen Kriterien vor, welche 
Zertifikate anerkannt werden (vgl. E. 5.3 und 5.4 hiernach).

5.3 Das eidgenössische Sprachförderungskonzept fide orientiert sich an 
einem standardisierten Testverfahren, um Gewähr zu bieten, dass die 
Sprachnachweise die vorhandenen Sprachkenntnisse korrekt abbilden. Die 
Sprachprüfung im Rahmen des gymnasialen Ausbildungsgangs folgt nicht 
einem solchen Verfahren (vgl. Amtsbericht vom 29.8.2019 [act. 14]; vorne 
E. 4.4). Die Testverfahren sollen internationalen Testgütekriterien entspre-
chen, damit die Ergebnisse möglichst verlässliche Aussagen zu den Sprach-
kompetenzen von Bewerberinnen und Bewerbern ermöglichen. So müssen 
beispielsweise die gestellten Aufgaben geeignet sein, das jeweilige Sprach-
niveau objektiv beurteilen zu können (Erläuternder Bericht BüV S. 17). Vor 
diesem Hintergrund ist nachvollziehbar, dass und weshalb das SEM und die 
Geschäftsstelle fide eine Maturitätsnote generell nicht als Sprachnachweis 
für die Einbürgerungsverfahren akzeptieren. Aus vergleichbaren Überlegun-
gen erscheint statthaft, einen Nachweis guter Deutschkenntnisse nur ganz 
ausnahmsweise anzunehmen, ohne dass ein Sprachtest abgelegt zu wer-
den braucht (Analoges gilt für gute Französischkenntnisse). In den im Ver-
ordnungsrecht vorgesehenen Fällen (nebst Muttersprache: fünf Jahre obli-
gatorische Schulzeit in der Sprache; Ausbildung auf Sekundarstufe II oder 
Tertiärstufe in der Sprache; vgl. vorne E. 2.5) besteht in hohem Mass Ge-
währ für effektiv vorhandene Fremdsprachenkenntnisse; die Bewerberinnen 
oder Bewerber kamen über längere Zeit regelmässig mit der deutschen 
Sprache in Kontakt und brauchten diese aktiv. Solches ist beim Besuch eines 
französischsprachigen Gymnasiums durch eine Schülerin französischer 
Muttersprache nicht zwingend der Fall. Der Kontakt zur deutschen Sprache 
findet hauptsächlich beschränkt auf die Schullektionen statt. Das kantonale 
Recht mit seinem Verweis auf Art. 6 Abs. 2 BüV stützt sich insgesamt auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.02.2021, Nr. 100.2019.114U, 
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ernsthafte sachliche Gründe, wenn es die Maturitätsnote in der Fremdspra-
che Deutsch nicht als Nachweis guter Deutschkenntnisse genügen lässt. Die 
Regelung bzw. deren Anwendung im Sinn der Praxis des SEM (fide bzw. die 
Geschäftsstelle dieses Programms sind keine eigenständigen Akteure, son-
dern als bundeseigene Einrichtung dem SEM zurechenbar) ist daher unter 
Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden (vgl. Art. 9 BV und Art. 11 KV; 
zum Begriff des Willkürverbots etwa BGE 136 II 120 E. 3.3.2). Anzufügen ist, 
dass der Beschwerdeführerin das Validierungsverfahren zur Verfügung steht 
(vgl. Amtsbericht vom 29.8.2019 [act. 14]; vorne E. 4.4). Sie muss somit nicht 
zwingend einen standardisierten Sprachtest ablegen, um einen Sprachnach-
weis zu erlangen (vgl. vorne E. 2.6). Dass von ihr die Teilnahme an einem 
30-minütigen Validierungsgespräch (inklusive einem kurzen Schreibtest) 
verlangt ist, lässt sich wiederum damit begründen, dass die Geschäftsstelle 
fide nur so die Sprachkenntnisse effektiv überprüfen und bescheinigen kann. 
Unter diesen Umständen kann auch keine Rede davon sein, der geforderte 
Sprachnachweis stelle eine unzulässige «formale» Hürde dar oder erweise 
sich als überspitzt formalistisch (vgl. Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 26 Abs. 2 KV; 
zum Begriff des überspitzten Formalismus statt vieler BVR 2015 S. 301 
E. 3.1 mit Hinweisen). 

5.4 Gerügt ist weiter eine rechtsungleichen Behandlung im Vergleich mit 
ausländischen Personen, die keine weitere Landessprache (muttersprach-
lich) beherrschen. Die Beschwerdeführerin sieht sich diesen gegenüber un-
gerechtfertigterweise schlechter gestellt, wenn ihre Deutschkenntnisse nicht 
als genügend anerkannt würden (vgl. act. 18 S. 2). Sie rügt damit eine Ver-
letzung des Rechtsgleichheitsgebots (Art. 8 Abs. 1 BV und Art. 10 Abs. 1 
KV), welche sie darin sieht, dass Unterscheidungen unterlassen würden, die 
sich aufgrund der Verhältnisse aufdrängten (vgl. etwa BGE 142 I 195 E. 6.1 
[Pra 106/2017 Nr. 44], 138 I 225 E. 3.6.1). Allerdings müssen auch Angehö-
rige der Vergleichsgruppe gute Kenntnisse in Deutsch in einem anerkannten 
Testverfahren nachweisen, wenn sie sich in einem deutschsprachigen Amts-
bezirk einbürgern lassen wollen. Weitergehende (Landes-)Sprachkennt-
nisse als jene, welche das einbürgernde Gemeinwesen voraussetzt, werden 
im Einbürgerungsverfahren zudem generell nicht (privilegierend) berücksich-
tigt. Die Rüge, es werde Ungleiches nicht nach Massgabe seiner Ungleich-
heit ungleich behandelt, betrifft daher eine einbürgerungsrechtlich nicht we-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.02.2021, Nr. 100.2019.114U, 
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sentliche Tatsache. Die Beschwerdeführerin übt letztlich erneut Kritik am Er-
fordernis der Amtssprache im Amtsbezirk und in der Gemeinde Thun. Zur 
Rechtmässigkeit, insbesondere der sachlichen Rechtfertigung dieser Lö-
sung kann auf E. 3 (insb. E. 3.2) verwiesen werden. Einbürgerungswillige 
sollen aus den dargelegten Gründen vorab in der Einbürgerungsgemeinde 
hinreichend mündlich und schriftlich kommunizieren können. Entsprechend 
sind das Schweizer Bürgerrecht dreiteilig (vgl. vorne E. 2.1) und das Einbür-
gerungsverfahren föderalistisch mehrstufig ausgestaltet (vgl. BVR 2016 
S. 293 E. 4.3.2). Das Rechtsgleichheitsgebot ist nicht verletzt.

5.5 Es war für die Beschwerdeführerin schliesslich transparent, welche 
Nachweise als genügend erachtet werden (vgl. BGer 1D_4/2018 vom 
11.7.2019 E. 5.4). Sowohl auf der Internetseite des SEM als auch der POM 
(heute: SID) war und ist die Liste akzeptierter Zertifikate auffindbar (vorne 
E. 2.6). Die Gemeinde hat im Übrigen mehrfach darauf hingewiesen, dass 
die Maturitätsnote ihres Erachtens nicht ausreichend ist, und sie hat die Be-
schwerdeführerin mit einer Liste der anerkannten Sprachzertifikate sowie 
den gesetzlichen Grundlagen bedient (vgl. hinten E. 6.2).

6.

6.1 Hielt die Gemeinde den Nachweis guter Deutschkenntnisse für nicht 
erbracht, hat sie nach dem Erwogenen weder Verfassungs- noch Bürger-
recht verletzt. Fraglich erscheint allerdings, ob sie auf Nichteintreten erken-
nen durfte oder ob sie das Einbürgerungsgesuch vielmehr materiell hätte ab-
weisen müssen. Die Vorinstanz hat den Nichteintretensentscheid als recht-
mässig beurteilt, weil die Beschwerdeführerin ihre verfahrensrechtliche Mit-
wirkungspflicht verletzt habe und vorgängig auf die Nichteintretensfolge hin-
gewiesen worden sei (angefochtener Entscheid S. 7 Ziff. 14). 

6.2 Die Gemeinde hielt die beigebrachten Unterlagen nicht für ausrei-
chend. Sie teilte dies der Beschwerdeführerin wiederholt mit und setzte ihr 
jeweils Frist, um eine «Sprachstandanalyse einer anerkannten Institution» 
einzureichen oder das Gesuch zurückzuziehen; für den Fall, dass sie weder 
das eine noch das andere tue, stellte die Gemeinde eine kostenpflichtige 

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Nichteintretensverfügung in Aussicht. Die Gemeinde hatte der Beschwerde-
führerin im Verfahren eine Liste der anerkannten Sprachzertifikate und die 
gesetzlichen Grundlagen zukommen lassen (Schreiben vom 13.9. und 
27.9.2018, in Akten Thun pag. 58 und 57). Schliesslich beschloss der Ge-
meinderat, auf das Einbürgerungsgesuch nicht einzutreten, weil er die Ge-
suchsunterlagen für unvollständig hielt. In seiner Verfügung vom 4. Dezem-
ber 2019 begründete er einlässlich, weshalb die beigebrachten Dokumente 
den Nachweis guter Deutschkenntnisse nicht erbringen können (Akten Thun 
pag. 19 f.).

6.3 Wer aus einem Begehren eigene Rechte ableitet, ist nach Art. 20 
Abs. 1 VRPG verpflichtet, an der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken. 
Nach Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 21 Abs. 1 KBüG hat die gesuchstel-
lende Person die zur Prüfung des Gesuchs erforderlichen Unterlagen einzu-
reichen und vollständig und wahrheitsgemäss Auskunft über die Verhält-
nisse zu geben, welche die gesetzlichen Voraussetzungen betreffen. Art. 16 
Abs. 1 KBüV listet die regelmässig erforderlichen Gesuchsunterlagen detail-
liert auf, darunter den Nachweis der guten Kenntnisse der Amtssprache des 
jeweiligen Verwaltungskreises nach Art. 12 (Bst. l). Nach Art. 20 Abs. 2 
VRPG wird auf ein Begehren nicht eingetreten, wenn die mitwirkungspflich-
tige Partei die zumutbare Mitwirkung verweigert. Mangelnde Mitwirkung, auf 
die mit einem Nichteintreten reagiert werden kann, muss sich dahin auswir-
ken, dass ein entscheiderheblicher Sachumstand nicht (vollständig) erstellt 
werden kann (vgl. Auer/Binder, in Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar 
zum VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 13 N. 36; Krauskopf/Emmeneger/Babey, in 
Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, 
Art. 13 N. 73). Die Rechtsprechung setzt für die Nichteintretensfolge zudem 
voraus, dass die Partei vorgängig auf die Rechtsfolge aufmerksam gemacht 
wurde und das Gesuch nicht aufgrund der bestehenden Aktenlage materiell 
behandelt werden kann (BVR 2016 S. 65 E. 2.8.1; vgl. auch BVR 2009 
S. 225 E. 3.1). Nach ständiger Praxisformel sind die Voraussetzungen eines 
Nichteintretens streng zu handhaben und ist in der Regel aufgrund der Akten 
ein materieller Entscheid zu fällen (BVR 2016 S. 65 E. 2.8.1 mit Hinweisen; 
ebenso BGer 8C_588/2014 11.5.2015, in Pra 105/2016 Nr. 42 E. 6.1; Michel 
Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 
2020, Art. 20 N. 9). Nichteintreten kann sich etwa rechtfertigen, wenn die 

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Seite 22

Partei zum Beweis notwendige Unterlagen nicht beibringt, die sie zumutba-
rerweise beibringen könnte.

6.4 Die Beschwerdeführerin hat verschiedene Dokumente zu ihren 
Deutschkenntnissen eingereicht, die aus ihrer Sicht als Sprachnachweis ge-
nügten und einen andersartigen Sprachnachweis entbehrlich machten. Da 
sie der Meinung war, ihr Gesuch sei aufgrund der eingereichten Unterlagen 
zu bewilligen, sie habe damit den Beweis für die interessierende Tatsache 
(gute Deutschkenntnisse) erbracht, mehr oder anderes dürfe nicht gefordert 
werden, hätte der Gemeinderat auf das Gesuch förmlich eintreten und die-
ses abweisen müssen. Von mangelnder Kooperation, auf die mit einem 
Nichteintreten reagiert werden kann, lässt sich bei dieser Sachlage nicht 
sprechen. Daran ändert nichts, dass Art. 16 Abs. 1 Bst. l KBüV den Nach-
weis guter Sprachkenntnisse als Gesuchsunterlage bezeichnet und der Re-
gierungsrat zur Vorgängernorm (Art. 11 Abs. 2 aEbüV) zum Ausdruck zu 
bringen scheint, dass auf ein Gesuch (mit entsprechend geringerem Auf-
wand) generell nicht eingetreten werden müsse, wenn eine Unterlage nicht 
beigebracht worden ist (Vortrag Änderung aEbüV S. 4). Es stellte sich im 
Gesuchsverfahren vielmehr die materielle Frage, ob der ins Recht gelegte 
Beweis die geforderten Sprachkenntnisse belegen kann. Zu deren Beurtei-
lung war der Gemeinderat aufgrund der vorliegenden Akten ohne weiteres 
in der Lage. Er hat das Gesuch denn auch der Sache nach materiell behan-
delt, indem er der Beschwerdeführerin in Würdigung der beigebrachten Do-
kumente die Einbürgerungsvoraussetzung der guten Deutschkenntnisse ab-
gesprochen hat. Dass er in seiner Verfügung auf Nichteintreten erkannt hat, 
ändert daran nichts.

6.5 Hielt der Gemeinderat das Einbürgerungskriterium der guten 
Deutschkenntnisse für nicht nachgewiesen, hatte er die weiteren Einbürge-
rungsvoraussetzungen nicht zu prüfen, ebenso wenig war ein Einbürge-
rungsgespräch mit der Beschwerdeführerin zu führen (vgl. Art. 18 und 19 
KBüV). Die Beschwerdeführerin hat gegen die abschlägige Verfügung ma-
teriellrechtlich opponiert (Vorakten pag. 17 und 12). Die Vorinstanz und das 
Verwaltungsgericht haben den (materiellen) Rechtsstandpunkt der Ge-
meinde überprüft und bestätigt (die Vorinstanz dessen ungeachtet, dass sie 
das Nichteintreten der Gemeinde als zutreffend beurteilt hat [S. 6 f. Ziff. 13-

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15]). Rechtsnachteile sind der Beschwerdeführerin aus der formalen Ausge-
staltung des Gemeinderatsbeschlusses als Nichteintretensverfügung keine 
erwachsen. Die Verweigerung der Zusicherung des Gemeindebürgerrechts 
hält damit im Ergebnis der Rechtskontrolle stand. Die Beschwerde erweist 
sich als unbegründet und ist abzuweisen. Die von der Beschwerdeführerin 
beantragte Rückweisung an die Gemeinde zur materiellen Beurteilung des 
Gesuchs (vorne Bst. C) fällt vor diesem Hintergrund ausser Betracht (vgl. 
auch BVR 2016 S. 65 E. 2.8.3).

7.

7.1 Bei diesem Verfahrensausgang wird die unterliegende Beschwerde-
führerin an sich kostenpflichtig; Anspruch auf Parteikostenersatz hat sie nicht 
(Art. 108 Abs. 1 und 3 VRPG). Ihr ist indessen für das verwaltungsgerichtli-
che Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung ihres Rechts-
vertreters als amtlicher Anwalt bewilligt worden (vorne Bst. C; act. 15). Die 
Verfahrenskosten sind daher vorläufig vom Kanton Bern zu tragen und der 
amtliche Anwalt ist aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin (Art. 113 VRPG 
i.V.m. Art. 42a Abs. 2 des Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
[KAG; BSG 168.11] und Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung 
vom 19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]).

7.2 Mit Blick auf den in der Sache gebotenen Zeitaufwand, die Bedeutung 
der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses gibt die Kostennote des 
Rechtsvertreters zu keinen Bemerkungen Anlass. Der tarifmässige Partei-
kostenersatz ist entsprechend auf Fr. 4'000.--, zuzüglich Fr. 107.50 Ausla-
gen und Fr. 316.30 MWSt (7,7 % von Fr. 4'107.50), insgesamt Fr. 4'423.80, 
festzusetzen (vgl. Art. 41 Abs. 3 i.V.m. Art. 42a Abs. 3 KAG). 

7.3 Die amtliche Entschädigung bestimmt sich nach Art. 112 Abs. 1 
VRPG i.V.m. Art. 42 KAG. Demnach bezahlt der Kanton den amtlich bestell-
ten Anwältinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich 
nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar ge-
mäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht (Art. 42 Abs. 1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.02.2021, Nr. 100.2019.114U, 
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Satz 1 KAG). Der Stundenansatz beträgt Fr. 200.-- (Art. 42 Abs. 4 KAG 
i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung 
der amtlichen Anwältinnen und Anwälte [EAV; BSG 168.711]). Auslagen und 
Mehrwertsteuer werden zusätzlich entschädigt (Art. 42 Abs. 1 Satz 3 KAG). 
Bei einem massgeblichen Zeitaufwand von 16 Stunden ist die amtliche Ent-
schädigung auf Fr. 3'200.-- (16 x Fr. 200.--), zuzüglich Fr. 107.50 Auslagen 
und Fr. 254.70 MWSt (7,7 % von Fr. 3'307.50), insgesamt Fr. 3'562.20, fest-
zusetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3ʹ000.--, werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Die Kosten trägt vorerst der Kanton Bern. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin.

3. Der tarifmässige Parteikostenersatz wird in diesem Verfahren auf 
Fr. 4'423.80 (inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzt. Davon wird Fürspre-
cher … aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 3'562.20 (inkl. Auslagen und 
MWSt) festgesetzte Entschädigung vergütet. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin.

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin
- Einwohnergemeinde Thun
- Regierungsstatthalteramt Thun
- Staatssekretariat für Migration

und mitzuteilen:
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Bern

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Der Abteilungspräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 
113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; 
SR 173.110) geführt werden.