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**Case Identifier:** a535fa55-a9b2-56a4-81d3-b3db932541ef
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.07.2020 200 2020 146
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-146_2020-07-04.pdf

## Full Text

200 20 146 IV
ACT/SCM/MAJ/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. Juli 2020

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch B.________, C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 24. Januar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juli 2020, IV/20/146, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1980 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im September 2018 – nachdem eine erste Anmeldung vom 
März 2009 (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Ant-
wortbeilage [AB] 9) mit Verfügung vom 17. November 2009 (AB 31) ab-
schlägig beschieden worden war – unter Hinweis auf eine Polytoxikomanie, 
eine Epilepsie und Tagesschläfrigkeit erneut bei der Eidgenössischen Inva-
lidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (AB 36). In der Folge nahm 
die IVB medizinische und erwerbliche Abklärungen vor (vgl. AB 44 ff.). 
Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (AB 65) verfügte die IVB 
am 24. Januar 2020 (AB 66) mangels eines invalidisierenden Gesundheits-
schadens abermals die Leistungsabweisung.

B.

Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch die B.________, 
C.________, am 19. Februar 2020 Beschwerde mit den folgenden Rechts-
begehren erheben:

• Die Verfügung vom 24. Januar 2020 sei aufzuheben.
• Dem Beschwerdeführer sei eine Rente der Eidgenössischen Invalidenver-

sicherung anzuerkennen.
• Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
• Subeventualiter seien berufliche Massnahmen weiterzuführen resp. zu 

veranlassen.
• Es sei ein zweiter Schriftenwechsel zu gewähren.
• Dem Beschwerdeführer sei der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege 

zu gewähren.

Am 26. Februar 2020 liess der Beschwerdeführer dem Gericht eine weitere 
Eingabe zukommen.

Mit Beschwerdeantwort vom 23. März 2020 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

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Mit prozessleitender Verfügung vom 25. März 2020 hielt der Instruktions-
richter fest, dass ein zweiter Schriftenwechsel nicht nötig sei.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 24. Januar 2020 
(AB 66). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der Invali-
denversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c ATSG, Art. 80 lit. c 
Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Neben den geistigen und körperlichen 
Gesundheitsschäden können auch solche psychischer Natur eine Invali-
dität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 
ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, 
soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu 
erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den An-
spruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b).

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 

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sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

2.4

2.4.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädi-
gung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, 
wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebe-
darfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach 
Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 
S. 351). Dies gilt analog, wenn die versicherte Person nach vorausgegan-
gener rechtskräftiger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmassnahme 
beantragt (BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a).

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 

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nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1). Eine weitere Diagnose-
stellung bedeutet nur dann eine revisionsrechtlich relevante Gesundheits-
verschlechterung oder eine weggefallene Diagnose eine verbesserte ge-
sundheitliche Situation, wenn diese veränderten Umstände den Rentenan-
spruch berühren (BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12). Unerheblich unter revisions-
rechtlichem Gesichtswinkel ist nach ständiger Praxis die unterschiedliche 
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes 
(BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 11; SVR 2018 UV Nr. 22 
S. 79 E. 2.2.1).

2.4.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4.5 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

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3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom September 
2018 (AB 36) eingetreten, womit die Eintretensfrage gerichtlich nicht zu 
beurteilen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob eine für 
den Leistungsanspruch relevante Veränderung in den tatsächlichen Ver-
hältnissen eingetreten ist (vgl. E. 2.4.3 hiervor), wobei der Sachverhalt zum 
Zeitpunkt der leistungsablehnenden Verfügung vom 17. November 2009 
(AB 31) mit demjenigen, der sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfü-
gung vom 24. Januar 2020 (AB 66) entwickelt hat, zu vergleichen ist (vgl. 
E. 2.4.4 hiervor).

3.2 Der leistungsabweisenden Verfügung vom 17. November 2009 
(AB 31) lagen im Wesentlichen die folgenden medizinischen Berichte zu-
grunde:

3.2.1 Im Bericht der psychiatrischen Dienste D.________ vom 31. März 
2009 (AB 27/4 ff.) stellten die Behandler nach stationärem Aufenthalt vom 
10. bis 20. März 2009 folgende Diagnosen (AB 27/4):

• Kokainhalluzinose (ICD-10 F14.5)
• Polytoxikomanie (Benzodiazepine, Heroin, Kokain und Cannabinodie), ge-

genwärtig Teilnahme an einem ärztlich überwachten Ersatzdrogenpro-
gramm mit Methadon (ICD-10 F19.22)

• Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) bei 
psychosozialer Belastungssituation (Arbeitslosigkeit, Wohnungsverlust, Al-
leinleben)

• Status nach Suizidversuch (ICD-10 X62)
• V.a. akzentuierte Persönlichkeitszüge mit emotional instabilen Anteilen 

(ICD-10 Z73.1)

3.2.2 In einem weiteren Bericht vom 7. Juli 2009 (AB 27/1 ff.) stellten die 
Behandler der psychiatrischen Dienste D.________ nach stationärem Auf-
enthalt vom 24. Mai bis 16. Juni 2009 folgende Diagnosen (AB 27/1):

• Störung durch Opioide, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig Teilnahme an 
einem ärztlich überwachten Heroinabgabeprogramm (ICD-10 F19.22)

• Störung durch multiplen Substanzgebrauch (Kokain, Alkohol, Cannabis, 
Nikotin), schädlicher Gebrauch (ICD-10 F19.11)

• DD: residuale depressive Störung (ICD-10 F19.72)
• Narzisstische Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
• DD: residuale Persönlichkeits- oder Verhaltensstörung (ICD-10 F19.71)
• Status nach Kokainhalluzinose

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Obgleich der Beschwerdeführer über anhaltende depressive Beschwerden 
berichten würde, hätten sich die Antriebsstörung, die eingeschränkte Af-
fektmodulation, das Morgentief und die Suizidalität nach Entlastung durch 
eine Hospitalisation und die damit verbundene Beikonsumabstinenz schnell 
zurückgebildet. Eine Anhedonie, ein Gefühl der Leere und Schlafstörungen 
würden persistieren. Ätiologisch werde eine residuale depressive Störung 
infolge eines anhaltenden Substanzkonsumes vermutet, welche sich je-
doch schwer von einer genuinen Depression abgrenzen lasse. Ziel solle 
eine Abstinenz von Beikonsum sein, um die Beschwerden auch in einer 
stabileren Phase ohne Einfluss von unterschiedlichen psychotropen Sub-
stanzen beurteilen zu können. Bereits im Vorfeld seien unter Kokain schi-
zophrene Symptome aufgetreten (AB 27/2 f.).

3.2.3 Mit Stellungnahme vom 30. September 2009 (AB 28/3) hielt Dr. 
med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler 
Ärztlicher Dienst (RAD), fest, mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
bestehe eine Polytoxikomanie. Ein gesundheitlicher Schaden sei beim Be-
schwerdeführer nicht ausgewiesen, sondern das Suchtproblem stünde im 
Vordergrund. Sobald dieser abstinent sei, würden die übrigen Krankheiten 
verschwinden.

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 24. Januar 2020 (AB 66) basiert 
in medizinischer Hinsicht hauptsächlich auf dem Bericht von Dr. med. 
F.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberärztin 
Zentrum G.________, vom 27. März 2019 (AB 59). Diese hielt die folgen-
den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (AB 59/4 
Ziff. 2.5):

• Rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33)
• Status nach mehreren psychotischen Episoden; zuletzt Ende 2018
• Psychische und Verhaltensstörungen durch Kokain: Status nach psychoti-

scher Störung 03/2009 (ICD-10 F14.5), derzeit abstinent (ICD-10 F14.20)
• Opioidabhängigkeit; gegenwärtig Teilnahme an einem ärztlich überwach-

ten Abgabeprogramm (ICD-10 F11.22)
• V.a. monosymptomatische Narkolepsie; NREM-Parasomnie und REM-

Schlaf-Verhaltensstörung
• Epilepsie (ICD-10 G40) unklarer Ätiologie; DD: primär generalisierte Epi-

lepsie, symptomatische Epilepsie

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Der Beschwerdeführer habe ab dem 11. März 2019 bei der H.________ 
AG eine Festanstellung gehabt. Im Rahmen dieser Tätigkeit werde sich 
zeigen, ob und wie lange dieser in der Lage sei, auf dem freien Arbeits-
markt eine Arbeit im Pensum von 100 % auszuführen. Der bisherige Ver-
lauf lasse vermuten, dass eine gewisse Zeitspanne durchaus realistisch 
sei, insbesondere da der Beschwerdeführer sich sehr motiviert äussere. 
Jedoch scheine er Mühe zu haben, über einen längeren Zeitraum eine 
Tätigkeit aufrecht zu erhalten (AB 59/4 Ziff. 2.7). Er leide intermittierend 
unter depressiven und psychotischen Episoden. Während dieser Phasen 
bestünden diverse Einschränkungen wie z.B. eine verminderte Stress- und 
Drucktoleranz, eine verminderte Ausdauer, die Zunahme von körperlichen 
Beschwerden und die Verkennung der Realität; dann leide er zum Teil un-
ter einem Verfolgungs- und Beobachtungsgefühl sowie Halluzinationen, 
was zu Schwierigkeiten in der Interaktion mit anderen Menschen, aber 
auch zu einer verminderten Fähigkeit, sich auf die aktuelle Arbeit zu kon-
zentrieren, führe. In depressiven Phasen bestünden eine Rückzugsten-
denz, Lebensmüdigkeit, wiederkehrende Suizidgedanken (oft mit konkreten 
Plänen) und immer wieder psychiatrische Klinikaufenthalte. Im Intervall (wie 
zum Untersuchungszeitpunkt) bestehe hingegen ein recht gutes Funktions-
niveau und der Beschwerdeführer könne seinen verschiedenen Interessen 
mit Freude nachgehen (AB 59/3 Ziff. 2.2).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-

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nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.5

3.5.1 In somatischer Hinsicht liegt kein Gesundheitsschaden mit Auswir-
kung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit vor, verweist doch der Hausarzt 
Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, in seinem 
Bericht vom 21. Dezember 2018 allein auf die Einschätzungen der psychia-
trischen Dienste D.________ und der Dr. med. F.________ (AB 54/4 ff. 
Ziff. 1.4 ff.), das heisst er weist allein auf psychiatrische Beschwerden hin. 
Der Beschwerdeführer macht denn auch keine somatischen Einschränkun-
gen geltend. Im Übrigen wurde insbesondere der Verdacht auf eine Narko-
lepsie (AB 59/4 Ziff. 2.5) bereits im Alter von 18 Jahren erstmals diagnosti-
ziert (vgl. Bericht des Spitals J.________ aus dem Jahr 2010 [AB 45/45]). 
In somatischer Hinsicht ist deshalb ein Neuanmeldungsgrund nicht erstellt.

3.5.2 In psychiatrischer Hinsicht erfüllt der Bericht der Dr. med. 
F.________ vom 27. März 2019 (AB 59) die vorerwähnten höchstrichterli-
chen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.4 hiervor) und überzeugt. Die darin 
enthaltenen Feststellungen beruhen auf persönlichen Untersuchungen 
(AB 59/2 Ziff. 1.1 f.) und sind unter Berücksichtigung der geklagten Be-
schwerden getroffen worden (AB 59/3 Ziff. 2.2). Die Ausführungen der 
Fachärztin sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum 
Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet, so dass darauf abgestellt 
werden kann. Es sind keine wesentlichen Veränderungen gegenüber 2009 
ersichtlich, insbesondere bestanden schon damals Halluzinationen (Bericht 
der psychiatrischen Dienste D.________ vom 31. März 2009 [AB 27/5] re-
sp. Bericht der Dr. med. F.________ vom 27. März 2019 [AB 59/3 Ziff. 2.2]) 
und der Beschwerdeführer ist seit April 2009 in Substitutionsbehandlung 
(AB 23/14 f., 59/3 Ziff. 2.1). Die von Dr. med. F.________ diagnostizierte 
rezidivierende depressive Störung (AB 59/4 Ziff. 2.5) ist ebenso kein aus-

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reichender Neuanmeldungsgrund. So führten die Ärzte der psychiatrischen 
Dienste D.________ bereits im Bericht vom 7. Juli 2009 (AB 27/1 ff.) aus, 
dass der Beschwerdeführer über anhaltende depressive Beschwerden be-
richte und ätiologisch eine residuale depressive Störung infolge eines an-
haltenden Substanzkonsums vermutet werde, welche sich jedoch schwer 
von einer genuinen Depression abgrenzen lasse (vgl. AB 27/2). So wurde 
denn auch schon im undatierten Bericht des Spitals J.________ aus dem 
Jahre 2009 ausdrücklich festgehalten, dass eine rezidivierende depressive 
Störung anamnestisch bekannt sei (vgl. AB 12/9). Die Diagnose von Dr. 
med. F.________ ist damit allein eine unterschiedliche Beurteilung eines im 
Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts, was praxisgemäss keinen 
Neuanmeldungsgrund darstellt (vgl. E. 2.4.3 hiervor). Anhaltspunkte dafür, 
dass sich der medizinische Sachverhalt anderweitig verändert hätte, sind 
aus den Akten nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend gemacht. 
Unter diesen Umständen erwies sich der (medizinische) Sachverhalt im 
hier massgeblichen Verfügungszeitpunkt (24. Januar 2020 [AB 66]) als 
hinreichend abgeklärt, weshalb entgegen der Annahme des Beschwerde-
führers (Beschwerde S. 7) in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere 
Beweisvorkehrungen verzichtet werden konnte (vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5 
S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 
S. 163 E. 4). So zeigt denn auch die eingereichte Arbeitsbestätigung vom 
22. März 2019 (Akten des Beschwerdeführers, Beschwerdebeilage [BB] 4), 
dass dem Beschwerdeführer nicht aus gesundheitlichen Gründen gekün-
digt worden ist, erwähnt die ehemalige Arbeitgeberin doch explizit, dass 
sich im Laufe der Einarbeitung gezeigt habe, dass das Aufgabengebiet den 
Fähigkeiten des Beschwerdeführers nicht in allen Bereichen entsprochen 
habe. Auch deren Aktennotiz vom 1. April 2019 (BB 10) lässt keine ande-
ren Schlüsse zu. Damit ist auch in psychiatrischer Hinsicht kein Neuanmel-
dungsgrund nachgewiesen; die vom Beschwerdeführer erwähnte Indikato-
renprüfung (Beschwerde S. 5 ff.) kommt nicht zum Tragen.

3.5.3 Schliesslich ist auch hinsichtlich der erwerblichen oder anderer 
tatsächlicher Verhältnisse keine wesentliche Änderung eingetreten, da der 
Beschwerdeführer in den beiden Vergleichszeitpunkten (vgl. E. 3.1 hiervor) 
arbeitslos ist resp. war (vgl. AB 59/3 Ziff. 2.1). Falls der Beschwerdeführer 
im Übrigen in der neuen Rechtsprechung zu Suchtkrankheiten (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juli 2020, IV/20/146, Seite 12

BGE 145 V 215 E. 5.3.3 S. 226 und E. 7 S. 228) einen Neuanmeldungs-
grund sieht, sei darauf hingewiesen, dass eine Praxisänderung für sich 
allein keinen Neuanmeldungsgrund bzw. Revisionsgrund darstellt 
(vgl. BGE 141 V 585 E. 5 S. 587 ff. betreffend somatoformen Schmerz-
störungen).

4.

Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegeh-
ren zu Recht abgelehnt, womit die Beschwerde abzuweisen ist.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Vorliegend sind die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festzusetzen und – 
unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 5.3 hiernach) – 
dem unterliegenden Beschwerdeführer zur Bezahlung aufzuerlegen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG).

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

5.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

5.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juli 2020, IV/20/146, Seite 13

5.3.2 Die Bedürftigkeit im Sinne der Prozessarmut ist aktenkundig (vgl. 
BB 5). Zudem kann das Verfahren nicht als von vornherein aussichtslos 
bezeichnet werden. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist dem-
nach gutzuheissen. Somit ist der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der 
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweize-
rischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (Zivilprozessord-
nung, ZPO; SR 272) – von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrens-
kosten zu befreien.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege betreffend die Verfah-
renskosten wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird er – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________, C.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juli 2020, IV/20/146, Seite 14

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.