# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4380fb6a-cdca-5ec9-b371-a995371b84a7
**Source:** Bern (entscheidsuche) (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-12-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.12.2025 200 2024 812
**Docket/Reference:** 200 2024 812
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2024-812_2025-12-22.pdf

## Full Text

IV 200 2024 812 
WIS/NUS/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. Dezember 2025

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Isliker, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Nussbaumer

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern  
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 4. November 2024

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 2 -

Sachverhalt:

A.

Die 1989 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin), gelernte … …, arbeitete zuletzt Teilzeit im Stundenlohn als … 
(Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin; 
act. II] 4/13, 3/2 ff., 1/6). Im März 2020 meldete sie sich unter Hinweis auf 
eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung und eine rezidivieren-
de depressive Störung, aktuell schwergradig, bei der IVB zum Leistungs-
bezug an (act. II 1). Diese tätigte medizinische und erwerbliche Abklärun-
gen und holte insbesondere das psychiatrische Gutachten von Dr. med. 
C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 3. Juli 2021 
(act. II 55.1; zudem act. II 58) ein. Nach Abschluss der beruflichen Einglie-
derung (act. II 65) veranlasste die IVB eine Abklärung Haushalt/Erwerb 
(vgl. Abklärungsbericht vom 9. November 2021 [act. II 68]). Nach durchge-
führtem Vorbescheidverfahren (act. II 71 ff.) verneinte die IVB mit Verfü-
gung vom 6. Januar 2022 (act. II 77) den Rentenanspruch bei einem Invali-
ditätsgrad (IV-Grad) von 30 %. Diese Verfügung blieb unangefochten.

B.

Im März 2024 (act. II 81) meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf 
rezidivierende Depressionen, eine ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyper-
aktivitätsstörung) sowie einen Status nach Lendenwirbelkörperfraktur 
(LWK2) als Folge eines Unfalles vom 31. Mai 2023 erneut bei der IVB zum 
Leistungsbezug an. Daraufhin tätigte die IVB wiederum medizinische und 
berufliche Abklärungen und holte die Beurteilungen des Regionalen Ärztli-
chen Dienstes (RAD) vom 11. und vom 12. September 2024 ein 
(act. II 105 f.). Mit Vorbescheid vom 13. September 2024 (act. II 107) stellte 
die IVB die Verneinung des Rentenanspruchs bei einem IV-Grad von 37 % 
in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte Einwand (act. II 109). In der 
Folge holte die IVB eine weitere RAD-Beurteilung vom 24. Oktober 2024 
ein (act. II 114) und verfügte am 4. November 2024 (act. II 115) wie mit 
Vorbescheid angekündigt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 3 -

C.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 6. Dezember 2024 Beschwerde mit folgenden Rechtsbe-
gehren:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 4. November 2024 ist 
aufzuheben und die Akten sind zwecks vollständiger Erhebung des 
medizinisch relevanten Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zur 
Neubeurteilung zurückzuweisen.

2. Die Beschwerdegegnerin ist anzuweisen, vorgängig dem Erlass einer 
verfahrensabschliessenden Verfügung eine medizinische Begutachtung 
bezüglich des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin und de-
ren Arbeits- und Leistungsfähigkeit im Fachbereich Psychiatrie anzu-
ordnen.

3. Eventualiter ist bezüglich des Gesundheitszustandes, und daraus ablei-
tend bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdefüh-
rerin, ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben.

4. Der Beschwerdeführerin ist für das vorliegende Beschwerdeverfahren 
das Recht zur unentgeltlichen Rechtspflege zu erteilen, unter Beiord-
nung des unterzeichnenden Rechtsanwaltes.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 17. Januar 
2025 auf Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeantwort beigelegt 
war eine weitere RAD-Aktenbeurteilung vom 8. Januar 2025 (in den Ge-
richtsakten bzw. act. II 125).

Mit Eingaben vom 3. und vom 20. Februar 2025 reichte die Beschwerde-
führerin den aktualisierten Bericht zu ihrem Gesundheitszustand vom 
28. Januar 2025 (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 7) und die Stellung-
nahme der behandelnden Ärztin Dr. med. D.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 6. Februar 2025 ein (act. I 8). 

Mit Eingabe vom 7. März 2025 reichte die Beschwerdegegnerin die RAD-
Stellungnahme vom 3. März 2025 ein (in den Gerichtsakten) und hielt an 
ihrem Abweisungsantrag fest.

Am 16. April 2025 reichte die Beschwerdeführerin eine E-Mail der behan-
delnden Fachärztin zu den Akten (act. I 9).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 4 -

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 4. November 2024 
(act. II 115). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführe-
rin auf eine Invalidenrente und dabei insbesondere das Vorliegen eines 
Neuanmeldungsgrundes.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 Abs. 1 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 5 -

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221).

Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass 
dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 
gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Gesund-
heitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, 
ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr zu-
mutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechts-
anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben 
tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die 
Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 
S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E. 7.2 S. 429).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 6 -

2.3 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades be-
reits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die 
versicherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der Grad der Invalidität 
in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 
Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversi-
cherung [IVV; SR 831.201]). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, 
wenn angenommen werden kann, der Leistungsanspruch sei begründet, 
falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (vgl. 
BGE 149 V 177 E. 4.7 S. 184).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsgesuch ein, 
so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die 
von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali-
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invali-
ditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän-
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie 
zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um 
nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invali-
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117, I 822/06 E. 2.1).

Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächli-
chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 109, 8C_280/2020 E. 3.1). Eine weite-
re Diagnosestellung bedeutet nur dann eine revisionsrechtlich relevante 
Gesundheitsverschlechterung oder eine weggefallene Diagnose eine ver-
besserte gesundheitliche Situation, wenn diese veränderten Umstände den 
Rentenanspruch berühren (BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12; SVR 2020 IV Nr. 25 
S. 83, 9C_357/2019 E. 3). Unerheblich unter revisionsrechtlichem Ge-
sichtswinkel ist nach ständiger Praxis die unterschiedliche Beurteilung ei-
nes im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes (BGE 147 V 161 
E. 4.2 S. 164, 144 I 103 E. 2.1 S. 105).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 7 -

fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 180, 9C_540/2020 E. 2.3).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom März 2024 
(act. II 81) eingetreten. Die Eintretensfrage ist – da nicht streitig – vom Ge-
richt nicht zu beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden Vergleichszeitraum zwischen der 
Verfügung vom 6. Januar 2022 (act. II 77), mit welcher der Anspruch der 
Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente bei einem IV-Grad von 30 % 
abgelehnt worden war, und der hier angefochtenen Verfügung vom 4. No-
vember 2024 (act. II 115), mit welcher bei einem IV-Grad von 37 % ein An-
spruch auf eine Invalidenrente verneint wurde, eine wesentliche Verände-
rung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten ist, die geeignet ist, den 
Invaliditätsgrad in einer für den Leistungsanspruch erheblichen Weise zu 
beeinflussen (vgl. E. 2.3 hiervor).

3.2 Die Verfügung vom 6. Januar 2022 (act. II 77) stützte sich in medi-
zinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das psychiatrische Gutachten von 
Dr. med. C.________ vom 3. Juli 2021 (act. II 55.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 8 -

Darin hielt der psychiatrische Gutachter folgende Diagnose mit Einfluss auf 
die Arbeitsfähigkeit fest (S. 12 Ziff. 6.1):

– Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradi-
ge Episode (ICD-10 F33.00/F33.10)

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielt er folgende Diagnosen fest 
(S. 12 Ziff. 6.2):

– Psychische und Verhaltensstörungen durch multiplen Substanzge-
brauch, gegenwärtig Cannabinoide, Nikotin, anamnestisch auch Kokain 
und Amphetamine (ICD-10 F19.25)

– Akzentuierte emotional instabile Persönlichkeitszüge vom Borderline-
Typ (ICD-10 Z73.1)

Bei der Beschwerdeführerin seien die diagnostischen Kriterien einer leich-
ten bis mittelgradigen depressiven Episode erfüllt, gekennzeichnet durch 
depressive Verstimmung mit verminderter Freude, erhöhter Ermüdbarkeit, 
Schlafstörungen, Appetitstörung und vermindertem Selbstwert mit Insuffizi-
enzgedanken (S. 12 Ziff. 6.3).

Die Beschwerdeführerin konsumiere kein Kokain und keine Amphetamine 
mehr, greife aber weiterhin auf Cannabis zurück, um in der Nacht schlafen 
zu können. Die urintoxikologische Untersuchung sei positiv auf Cannabis 
gewesen. Irreversible konsumbedingte Sekundärschäden im Sinne eines 
deutlichen amotivationalen Syndroms und eines hirnorganischen Abbaus 
seien nicht erwiesen. Der Konsum von Cannabis sei jedoch früh entstan-
den, was mit einer besonders hohen Gefahr der Entwicklung einer Abhän-
gigkeit verbunden sei. Auch wenn die Beschwerdeführerin auf das Canna-
bisrauchen verzichten wolle, könne sie nicht einfach so darauf verzichten, 
da ihr die Droge helfen würde, in der Nacht zu schlafen, was auf eine Ab-
hängigkeit hinweise (S. 13 Ziff. 6.3). Auf eine kontrollierte Abstinenz von 
abhängigkeitserzeugenden Substanzen sollte geachtet werden (S. 15 
Ziff. 7.2).

Die Achse-II-Diagnose einer Persönlichkeitsstörung könne nicht gestellt 
werden, aufgrund des Längsverlaufs mit doch einem Berufsabschluss und 
auch mehreren Jahren Berufstätigkeit, aber auch bei erreichter gewisser 
Stabilisierung und des Querschnittbefundes mit nicht allen Auffälligkeiten, 
die bei einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, die differenzialdiagnostisch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 9 -

in Betracht zu ziehen sei, zu erwarten wären. So würden häufige wech-
selnde oberflächliche Partnerbeziehungen, also die Instabilität in den Be-
ziehungen, ein anhaltender Konsum psychotroper Substanzen, der deutlich 
mit multiplen Substanzen einhergehe und eine deutlichere Instabilität in der 
Selbstidentität bis hin zu kurzen psychotischen Desintegrationen, auch mit 
Wut, fehlen. Auch das selbstverletzende Verhalten mit sich Zufügen von 
Schnittwunden, die auch nie hätten genäht werden müssen, wie die Be-
schwerdeführerin angegeben habe, sei deutlich in den Hintergrund getre-
ten. Diagnostisch handle es sich um akzentuierte Persönlichkeitszüge vom 
Borderline-Typ. Auch eine posttraumatische Belastungsstörung könne nicht 
diagnostiziert werden (S. 13 Ziff. 6.3). Eine Hyperaktivitätsstörung, die in 
den Akten auch aufgeführt sei, könne aufgrund der aktuellen Untersuchung 
und des Längsverlaufs nicht diagnostiziert werden (S. 16 Ziff. 7.3).

Die Prognose sei bei zwar durchaus guter Motivation, aber eigenen Vor-
stellungen bezüglich einer beruflichen Tätigkeit, die sich zuerst als realis-
tisch erweisen müssten, und dem sich chronifizierenden Verlauf ungewiss 
(S. 15 Ziff. 7.2). Die Beschwerdeführerin könne sowohl in der zuletzt aus-
geübten als auch in einer angepassten Tätigkeit acht Stunden anwesend 
sein, wobei aufgrund der durch die Depression bestehenden erhöhten Er-
müdbarkeit eine Leistungseinschränkung von 30 % bestehe. Die Arbeits-
fähigkeit werde insgesamt auf 70 % eines 100 % Pensums geschätzt 
(S.17 f. Ziff. 8.1 und 8.2).

3.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustandes seit Erlass 
der Verfügung vom 6. Januar 2022 (act. II 77) lässt sich den Akten im We-
sentlichen das Folgende entnehmen:

3.3.1 Dem Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. med. D.________ 
über das Erstgespräch vom 11. Mai 2022 (act. II 97/9 f.) können folgende 
Diagnosen entnommen werden:

– Rezidivierende depressive Erkrankung mit anamnestischen Hinweisen 
auf eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F33.1, F41)

– Status nach schädlichem Gebrauch von Kokain und Alkohol, aktuell ab-
stinent, ständiger Gebrauch von THC (ICD-10 F12.25)

Aktuell fühle sich die Beschwerdeführerin weitgehend stabil, sie sei jedoch 
nicht belastbar und habe Angst vor einer nächsten depressiven Phase. Der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 10 -

Schlaf sei ungestört, die Tagesstruktur könne sie sich im Moment selbst 
geben. Im ersten Gespräch sei es der Beschwerdeführerin nicht möglich 
gewesen über ihre Traumatisierungen zu sprechen. Es bestünden keine 
Hinweise für Wahrnehmungsstörungen bzw. Ich-Störungen. Suizidgedan-
ken würden verneint und ein affektiver Rapport sei herstellbar. 

3.3.2 Dem ambulanten Bericht des Notfallzentrums der E.________, Spi-
tal E.________ (nachfolgend Spital E.________), vom 3. Juni 2023 
(act. II 100/38 ff.) kann die Diagnose einer LWK-Impressionsfraktur ohne 
Beteiligung der Hinterkante nach einem Sturz vom Pferd am 31. Mai 2023 
entnommen werden. Nach telefonischer Rücksprache mit der diensthaben-
den Wirbelsäulenchirurgin sei der Entscheid für eine konservative Therapie 
gefallen.

Aus dem Sprechstundenbericht des Spitals E.________ vom 14. Juni 2023 
(act. II 100/36 f.) geht hervor, dass klinisch-radiologisch eine Nachsinterung 
der bekannten LWK2-Fraktur festgestellt worden sei. Aufgrund des Alters 
und der bildgebenden Kontrolluntersuchung werde der Beschwerdeführerin 
eine Stabilisierungsoperation LWK1 bis LWK3 empfohlen.

Dem Austrittsbericht des Spitals E.________ vom 22. Juni 2023 
(act. II 100/27 ff.) über den stationären Aufenthalt vom 18. bis zum 22. Juni 
2023 kann entnommen werden, dass die operative dorsale Stabilisierung 
am 19. Juni 2023 (vgl. act. II 100/31 ff.) komplikationslos habe durchgeführt 
werden können. 

Aus dem Sprechstundenbericht des Spitals E.________ vom 27. Juli 2023 
(act. II 100/23 ff.) geht hervor, anlässlich der postoperativen Kontrolle sei 
vereinbart worden, dass ab dem 15. August 2023 wieder die volle Belas-
tung aufgenommen werden könne. Eine Wiedervorstellung zur Planung der 
Metallentfernung werde Anfang des Folgejahres vereinbart. 

Aus dem Austrittsbericht des Spitals E.________ vom 4. April 2024 
(act. II 100/6 ff.) über den stationären Aufenthalt vom 3. bis zum 4. April 
2024 geht hervor, dass die Metallentfernung am 3. April 2024 durchgeführt 
wurde (vgl. act. II 100/10 ff.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 11 -

3.3.3 Dem ärztlichen Bericht von Dr. med. D.________ vom 14. Juni 2024 
(act. II 102) können folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit entnommen werden:

– Rezidivierende depressive Erkrankung mit anamnestischen Hinweisen 
auf eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F33.1, F41)

– Differenzialdiagnostisch (DD): Anhaltende Persönlichkeitsveränderung 
nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0)

– ADHS im Erwachsenenalter, bereits in der Kindheit bestehend, jedoch 
nicht diagnostiziert (ICD-10 F90.0), seit Juli 2023 bekannt

Neu sei die Diagnose der ADHS im Erwachsenenalter. Psychisch unterlie-
ge die Beschwerdeführerin immer noch sehr grossen Schwankungen, die 
sie sehr viel Kraft kosten würden. Für sie sei fraglich, ob die Beschwerde-
führerin im ersten Arbeitsmarkt noch bestehen könne. Auf dem ersten Ar-
beitsmarkt werde es sehr schwierig für die Beschwerdeführerin eine Arbeit 
im Sinne eines Nischenarbeitsplatzes zu finden. Sie habe jetzt bereits eine 
geschützte Arbeit und schaffe regelmässig nur 40 % an Präsenzzeit. Auf-
grund der psychischen Situation sei die Beschwerdeführerin sehr instabil, 
die Prognose werde als sehr schlecht eingeschätzt. 

3.3.4 Laut der RAD-Beurteilung von Dr. med. F.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
vom 11. September 2024 (act. II 105) liegen keine neuen Diagnosen 
und/oder Befunde vor, welche die Arbeitsfähigkeit seit der Verfügung vom 
6. Januar 2022 (act. II 77) in einem höheren Mass beeinträchtigen; durch 
die LWK2-Fraktur habe jeweils nur kurzfristig eine Arbeitsunfähigkeit im 
Rahmen der Rekonvaleszenz bestanden.

3.3.5 Gemäss der RAD-Beurteilung von Dr. med. G.________, Fachärztin 
für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 12. September 2024 (act. II 106) 
ist in der Gesamtschau bei fehlenden krankheitswertigen objektiv erhobe-
nen Befunden und fehlenden neuen Diagnosen im psychiatrischen Fach-
gebiet von einem unveränderten Gesundheitszustand seit der Verfügung 
vom 6. Januar 2022 auszugehen.

Nachdem die behandelnde Dr. med. D.________ zusammen mit der Be-
schwerdeführerin gegen den Vorbescheid der Beschwerdegegnerin vom 
13. September 2024 (act. II 107) Einwand erhoben hatte (vgl. act. II 109), 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 12 -

hielt die RAD-Ärztin Dr. med. G.________ in der Stellungnahme vom 
24. Oktober 2024 (act. II 114) an ihrer Einschätzung fest, dass auf psychia-
trischem Fachgebiet keine neuen objektiven Befunde bzw. Diagnosen ge-
nannt würden.

3.3.6 Dem ärztlichen Bericht von Dr. med. D.________ vom 19. Novem-
ber 2024 (act. I 4 f.) sind folgende Diagnosen zu entnehmen:

– Rezidivierende depressive Erkrankung aktuell schweren bis mittel-
schweren Ausmasses, mit anamnestischen Hinweisen auf eine post-
traumatische Belastungsstörung (ICD-10 F33.1, F41)

– Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung im Erwachsenenalter 
noch bestehend (ICD-10 F90.0)

– DD: Anhaltende Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung 
(ICD-10 F62.0)

Die Beschwerdeführerin wirke in der Stimmung sehr gedrückt und verzwei-
felt. Der ablehnende Bescheid der IV-Stelle habe wieder das Gefühl in ihr 
bestärkt, in ihrem Leiden nicht ernst genommen zu werden, bzw. dass dies 
für niemanden eine Rolle spiele. Sie leide derzeit unter einer depressiven 
Stimmung und neige aufgrund ihres psychischen Leidens wieder zu selbst-
verletzendem Verhalten. Der Schlaf sei nicht mehr erholsam und sie habe 
ihren Appetit verloren. Sie berichte über Gedankenkreisen und schwere 
Insuffizienzgefühle. Die Beschwerdeführerin zeige immer wieder eine redu-
zierte psychische wie auch physische Belastbarkeit. Suizidgedanken wür-
den zurzeit verneint. Hinweise auf Wahrnehmungsstörungen bzw. Ich-
Störungen seien keine vorhanden.

Aktuell sei die Beschwerdeführerin erneut depressiv dekompensiert und 
habe für 14 Tage zu 100 % krankgeschrieben werden müssen. Die Pro-
gnose für eine Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt werde als äusserst 
schlecht eingeschätzt.

In ihrer Stellungnahme vom 6. Februar 2025 (act. I 8) führte Dr. med. 
D.________ bezüglich der ADHS-Diagnose aus, der psychiatrische Gut-
achter Dr. med. C.________ habe aufgrund des Verhaltens der Beschwer-
deführerin und der anamnestischen Angaben darauf geschlossen, dass sie 
keine ADHS habe. Eine spezifische Testung, wie z.B. das strukturierte In-
terview DIVA 2.0, habe er nicht durchgeführt. Dieses Interview habe sie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 13 -

(Dr. med. D.________) am 12. Juli 2023 durchgeführt und es habe sich ein 
kombinierter ADHS-Typ gezeigt. Zum AMDP-Psychostatus vom 28. Januar 
2024 führte Dr. med. D.________ aus, insgesamt habe die Beschwerde-
führerin das Bild einer depressiven Pseudodemenz gezeigt. Ihre Stimmung 
sei objektiv mittelschwer gedrückt und ratlos gewesen. Insgesamt sei die 
affektive Schwingungsfähigkeit herabgesetzt gewesen mit einzelnen Af-
fektdurchbrüchen (Weinen). Die Beschwerdeführerin habe sich aktuell 
glaubhaft von akuter Suizidalität distanziert.

3.3.7 In der RAD-Stellungnahme vom 3. März 2025 (in den Gerichtsak-
ten) führte die RAD-Ärztin Dr. med. G.________ aus, die behandelnde Ärz-
tin Dr. med. D.________ habe in ihrer Stellungnahme vom 6. Februar 2025 
(act. I 8) festgehalten, dass sie am 12. Juli 2023 mit der Beschwerdeführe-
rin ein Interview (DIVA 2.0) durchgeführt habe, in dem diese selbst habe 
einschätzen sollen, ob bei ihr ADHS-Symptome vorliegen würden und in 
der Kindheit vorgelegen hätten. Die Diagnose einer ADHS sei bereits vor 
der psychiatrischen Begutachtung am 3. Juli 2021 aktenkundig gewesen. 
Der psychiatrische Gutachter habe die Diagnose nicht bestätigen können, 
unter anderem weil die Beschwerdeführerin während der knapp zweistün-
digen Untersuchung "bis am Schluss aufmerksam und konzentriert geblie-
ben" sei (act. II 55.1/15). Auch unter Berücksichtigung des neu eingereich-
ten Berichts von Dr. med. D.________ vom 6. Februar 2025 (act. I 8) mit 
Psychostatus vom 28. Januar 2025 könne die Diagnose einer ADHS nicht 
überwiegend wahrscheinlich plausibilisiert werden. Nach der Verfügung 
vom 4. November 2024 (act. II 115) sei es im psychiatrischen Fachgebiet 
zu einer vorübergehenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
der Beschwerdeführerin gekommen, welche eine vorübergehend 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit vom 18. November 2024 bis zum 11. Februar 2025 be-
gründet habe. Unter Berücksichtigung des medizinisch-theoretischen Ver-
laufs einer rezidivierenden depressiven Störung vermöge das Auftreten 
einer erneuten mittelgradigen depressiven Episode jedoch keine langdau-
ernde und erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes im 
psychiatrischen Fachgebiet zu begründen.

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 14 -

unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV Nr. 3 
S. 7, 8C_131/2021 E. 3.2). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung 
kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen 
praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder 
im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten 
Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne 
Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur 
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs-
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu-
nehmen. Insbesondere sind die von der versicherten Person aufgelegten 
Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird 
die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fachperso-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 15 -

nen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in 
Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftrags-
rechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zwei-
fel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutach-
ten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuwei-
sen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutach-
tung veranlasst (BGE 145 V 97 E. 8.5 S. 105, 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 
225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin-
tergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stel-
lungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 133, 
9C_651/2019 E. 4.3).

3.5 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der Verfügung vom 4. Novem-
ber 2024 (act. II 115) im Wesentlichen auf die RAD-ärztliche orthopädische 
Aktenbeurteilung vom 11. September 2024 (act. II 105) sowie auf die RAD-
ärztliche psychiatrische Aktenbeurteilung vom 12. September 2024 
(act. II 106; siehe zudem act. II 114) gestützt. Diese erbringen für die sich 
vorliegend stellenden medizinischen und revisionsrechtlichen Fragen vollen 
Beweis und überzeugen. Die darin enthaltenen Feststellungen und Aus-
führungen sind in Kenntnis bzw. Würdigung der Vorakten sowie unter 
Berücksichtigung der geklagten Einschränkungen getroffen worden. Dass 
keine eigene klinische Exploration der Beschwerdeführerin durchgeführt 
wurde, ist nicht zu beanstanden, konnten sich die RAD-Ärzte aufgrund der 
vorhandenen umfassenden Unterlagen doch ein gesamthaft lückenloses 
Bild verschaffen (vgl. E. 3.4 hiervor) und wären aus einer persönlichen Un-
tersuchung keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten gewesen. Damit 
kommt den RAD-Beurteilungen voller Beweiswert zu, sodass darauf abzu-
stellen ist.

3.5.1 In somatischer Hinsicht ist gestützt auf die überzeugende RAD-
Beurteilung vom 11. September 2024 (act. II 105) keine massgebende an-
dauernde Veränderung des Gesundheitszustandes mit anspruchsrelevan-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 16 -

ter Auswirkung auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit bzw. den Invaliditätsgrad 
erstellt. Der RAD-Arzt Dr. med. F.________ legte nachvollziehbar und 
schlüssig dar, dass die nach der ersten leistungsablehnenden Verfügung 
vom 6. Januar 2022 (act. II 77) neu hinzugekommene LWK2-Fraktur regel-
recht behandelt wurde und folgenlos ausgeheilt ist. In diesem Zusammen-
hang wurde einzig im Rahmen der postoperativen Rekonvaleszenz kurz-
fristig eine somatisch begründete Arbeitsunfähigkeit attestiert, während 
eine weitergehende bzw. andauernde Einschränkung der Arbeits- und/oder 
Leistungsfähigkeit aus den Akten nicht hervorgeht. Zusammenfassend liegt 
auf somatischem Gebiet weiterhin kein Gesundheitsschaden mit invalidisie-
rendem Charakter vor. Anders als von der Beschwerdeführerin angenom-
men (Beschwerde S. 4 Rz. 13), wurde die LWK2-Fraktur bei der Beurtei-
lung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit in der angefochtenen Verfügung 
(act. II 115) daher auch nicht berücksichtigt, was aufgrund der nachvoll-
ziehbaren Ausführungen des RAD-Arztes einleuchtet.

3.5.2 In psychiatrischer Hinsicht legte die RAD-Ärztin Dr. med. 
G.________ in ihrer Beurteilung vom 12. September 2024 (act. II 106) 
schlüssig und überzeugend dar, dass in der Gesamtschau bei fehlenden 
krankheitswertigen objektiv erhobenen Befunden und fehlenden neuen 
Diagnosen im psychiatrischen Fachgebiet von einem unveränderten Ge-
sundheitszustand seit der Verfügung vom 6. Januar 2022 (act. II 77) aus-
zugehen ist. So begründete sie nachvollziehbar und – entgegen den Aus-
führungen in der Beschwerde (S. 8 Rz. 28) – ausführlich, dass die Arbeits-
unfähigkeit von der behandelnden Psychiaterin Dr. med. D.________ ein-
zig durch die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin begründet wird, 
welche über Stimmungsschwankungen, fehlende Belastbarkeit und eine 
schwierige Lebensgeschichte klagt (vgl. act. II 102, 97/9 f.).

Die bereits gutachterlich gestellte Diagnose einer rezidivierenden depressi-
ven Störung sowie der ständige Gebrauch von Cannabinoiden wird von der 
behandelnden Psychiaterin Dr. med. D.________ bestätigt, wohingegen 
medizinisch nicht plausibel erneut die Diagnose eines ADHS genannt wird 
(act. II 106/10). Dr. med. D.________ führte in ihrem Bericht vom 13. De-
zember 2023 (act. II 84) aus, die ADHS-Diagnose sei neu hinzugekommen. 
Aus den vorliegenden Akten geht hervor, dass eine ADHS erstmals im Bei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 17 -

blatt zum Austrittsbericht des Spitals E.________ vom 30. April 2020 
(act. II 18/11 ff.) erwähnt wurde. Während des stationären Aufenthaltes der 
Beschwerdeführerin vom 8. Februar bis zum 20. März 2020 wurde eine 
ADHS-Diagnostik begonnen, jedoch nicht abgeschlossen. Auch im Aus-
trittsbericht der Klinik H.________ vom 15. Dezember 2020 (act. II 37) wird 
erwähnt, die Beschwerdeführerin habe anamnestisch angegeben, Anfang 
2020 eine ADHS-Abklärung gemacht zu haben, welche einen positiven 
Befund ergeben habe. Sie habe die Abklärung/Behandlung jedoch vorzeitig 
abgebrochen, da ihr eine medikamentöse Behandlung empfohlen worden 
sei. Berichte über diese Abklärungen würden keine vorliegen. Bereits der 
psychiatrische Gutachter hat sich in seiner Expertise vom 3. Juli 2021 
(act. II 55.1) ausführlich zu dieser Diagnose geäussert und hat diese – ent-
gegen den Vorbringen in der Beschwerde (S. 7 Rz. 23) – nicht einzig ge-
stützt auf das Untersuchungsgespräch ausgeschlossen. Der Gutachter hat 
ausdrücklich auch den Längsverlauf berücksichtigt und weiter ausgeführt, 
dass bei dieser Diagnose Auffälligkeiten bereits im Kindesalter vorhanden 
sein müssen. So werde bei der Erhebung der Kindheitsanamnese jeweils 
über Unkonzentriertheit oder einen Hang zum Träumen mit entsprechen-
den Problemen in der Schule und einem ständigen Bewegungsdrang, oft 
auch mit Raufereien berichtet. Die Beschwerdeführerin habe aber im Un-
tersuchungsgespräch auf explizite Nachfrage hin entsprechende Auffällig-
keiten, die auf die Diagnose hinweisen würden, verneint (act. II 55.1/16 
Ziff. 7.3). Zudem müssen, wie die RAD-Ärztin Dr. med. G.________ 
schlüssig ausführt (act. II 106), die Symptome der ADHS unter Zugrunde-
legung des ICD-10 Klassifikationssystems vor dem sechsten Lebensjahr 
auftreten. Es ist somit ausgeschlossen, dass die Beschwerdeführerin nach 
erfolgter gutachterlicher Untersuchung neu eine ADHS entwickelt hat. Das 
von der behandelnden Psychiaterin Dr. med. D.________ durchgeführte 
strukturierte Interview DIVA 2.0 (act. II 102/12 ff.) vermag daran nichts zu 
ändern, handelt es sich dabei doch um einen Fragebogen für das Diagno-
segespräch (jetzt ersetzt durch DIVA 5; <www.divacenter.eu>), welcher 
dazu bestimmt ist, dem Patienten gezielt Fragen zu stellen, um den dia-
gnostischen Prozess oder die therapeutische Behandlung zu lenken, dieser 
alleine aber nicht die Diagnosestellung ADHS ermöglicht. Hinzu kommt, 
dass Testverfahren im Rahmen einer psychiatrischen Abklärung höchstens 
eine ergänzende Funktion zukommt, entscheidend ist aber die klinische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 18 -

Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhal-
tensbeobachtung (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 8C_534/2021 vom 
18. November 2021 E. 4.1). Auch unter Berücksichtigung des neu einge-
reichten Berichtes der behandelnden Psychiaterin Dr. med. D.________ 
vom 6. Februar 2025 (act. I 8) kann gemäss der RAD-Ärztin Dr. med. 
G.________ unter Zugrundelegung des DSM-5 Klassifikationssystems die 
Diagnose einer ADHS nicht überwiegend wahrscheinlich plausibilisiert wer-
den (RAD-Stellungnahme vom 3. März 2025 [in den Gerichtsakten]). An 
objektiv erhobenen Befunden dokumentierte Dr. med. D.________ im Psy-
chostatus vom 28. Januar 2025 (act. I 8) lediglich eine Ablenkbarkeit (Irrita-
bilität durch Unvorhergesehenes im Gesprächsverlauf [Nebengeräusche, 
Versprecher]) und leichte Konzentrationsstörungen. Weitere für eine ADHS 
im Erwachsenenalter typische und für die Diagnosestellung erforderliche 
Symptome wurden durch Dr. med. D.________ nicht berichtet. Vorliegend 
fehlt es somit bereits an einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Ge-
sundheitsschädigung (vgl. E. 2.2 hiervor). Doch selbst wenn von einer AD-
HS-Diagnose ausgegangen würde, würde es sich letztlich um eine revisi-
onsrechtlich irrelevante diagnostische Neubeurteilung der bereits zum Zeit-
punkt der Verfügung vom 6. Januar 2022 (act. II 77) beschriebenen Sym-
ptomatik handeln (vgl. E. 2.3 hiervor), während auf Basis der für die Frage 
nach einer potenziell anspruchsrelevanten Veränderung des medizinischen 
Sachverhaltes massgebenden medizinischen Befundlage (vgl. Urteil des 
BGer 8C_247/2022 vom 24. März 2023 E. 3.2.2) keine Veränderung erstellt 
ist.

Zur Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung ist sodann festzu-
halten, dass diese bereits vom Gutachter (act. II 55.1) gestellt wurde, wobei 
zum Zeitpunkt der gutachterlichen Beurteilung die depressive Episode 
leicht bis mittelgradig ausgeprägt war (act. II 55.1/12 Ziff. 6.3). Die Arbeits-
fähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätig-
keit hat der Gutachter auf 70 % eingeschätzt, wobei sich die Leistungsmin-
derung von 30 % aufgrund der depressionsbedingt erhöhten Ermüdbarkeit 
ergab. Die RAD-Ärztin Dr. med. G.________ führte in ihrer Stellungnahme 
vom 3. März 2025 (in den Gerichtsakten) sodann aus, dass die behandeln-
de Psychiaterin Dr. med. D.________ die Diagnose einer rezidivierenden 
depressiven Störung, aktuell mittelgradige Episode, mit dem am 28. Januar 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 19 -

2025 erhobenen Psychostatus medizinisch plausibel begründet habe. Bei 
der Beschwerdeführerin ist es gemäss der RAD-Ärztin Dr. med. 
G.________ durch die rentenablehnende Verfügung – mithin erst nach 
dem hier massgeblichen Vergleichszeitraum (vgl. E. 3.1 hiervor) – über-
wiegend wahrscheinlich zu einer vorübergehenden Verschlechterung des 
psychischen Zustandes mit einer temporär attestierten aktenkundigen Ar-
beitsunfähigkeit vom 18. November 2024 bis zum 11. Februar 2025 ge-
kommen (act. I 4 f., 7). Diese Beurteilung des funktionellen Leistungsver-
mögens ist bei Auftreten einer erneuten mittelgradig ausgeprägten depres-
siven Episode medizinisch nachvollziehbar (RAD-Stellungnahme vom 
3. März 2025 [in den Gerichtsakten]), vermag jedoch unter Berücksichti-
gung des medizinisch-theoretischen Verlaufs keine langdauernde und er-
hebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu begründen (vgl. 
Art. 88a Abs. 2 IVV) und wäre überdies offensichtlich als reaktiv zu werten, 
wobei einer dergestalten Verschlechterung des psychischen Gesundheits-
zustandes keine invalidisierende Wirkung zukommen kann, ansonsten der 
gesetzliche Invaliditätsbegriff seine Konturen verlöre (vgl. Urteil des BGer 
8C_143/2019 vom 21. August 2019 E. 4.4.2.3).

Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. D.________ erwähnte in ihren Be-
richten mehrfach anamnestische Hinweise auf eine posttraumatische Be-
lastungsstörung (act. II 102, 97/9 f.; act. I 4). Differenzialdiagnostische 
Überlegungen, ein gedankliches Abwägen zwischen verschiedenen Krank-
heitsbildern und die Feststellung, in der Vorgeschichte der Beschwerdefüh-
rerin habe es lediglich Hinweise auf ein weiteres Krankheitsbild gegeben, 
vermögen jedoch keine langanhaltende Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes zu begründen (RAD-Stellungnahme vom 8. Januar 2025 [in 
den Gerichtsakten bzw. act. II 125/4]). Überdies hat sich bereits Dr. med. 
C.________ im psychiatrischen Gutachten vom 3. Juli 2021 (act. II 55.1) 
mit der Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung auseinander-
gesetzt. Er führte dazu aus, die ICD-10 fordere nicht nur das wiederholte 
Erleben traumatischer Erinnerungen in sich aufdrängenden Gedanken und 
Träumen und zwar so, als ob das traumatische Ereignis unmittelbar statt-
finden würde, sondern auch eine Abstumpfung der Umgebung gegenüber 
oder Phasen der Erregtheit. Die Beschwerdeführerin habe im Untersu-
chungsgespräch über die erlebten Traumatisierungen sprechen können, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 20 -

insbesondere sei sie dabei affektiv gut zugänglich gewesen und habe keine 
emotionale Abstumpfung aber auch kein Erregungszustand gezeigt 
(act. II 55.1/13 Ziff. 6.3). Dass sich an der vom Gutachter geschilderten 
Situation bzw. Befundlage im hier massgebenden Zeitraum etwas grundle-
gend geändert hätte, ist nicht ausgewiesen. 

Weiter ergeben sich auch aus der im Rahmen der von der Beschwerdefüh-
rerin ausgeübten Tätigkeit in der I.________ in … erbrachten Arbeitsleis-
tung (vgl. dazu act. II 102/5 Ziff. 2.2, 84) weder ein weiterer Abklärungsbe-
darf noch Zweifel an der versicherungsmedizinischen Beurteilung durch 
den RAD. Die dabei gezeigte Arbeitsleistung beruht nicht auf vertieften 
medizinischen Untersuchungen, sondern auf berufspraktischen Beobach-
tungen, welche in erster Linie die subjektive Arbeitsleistung der Beschwer-
deführerin wiedergeben (Urteil des BGer 8C_217/2023 vom 1. September 
2023 E. 4.1.1 und 4.1.4), während die Prüfung der Zumutbarkeit aufgrund 
von objektiven Kriterien zu erfolgen hat (vgl. BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

3.6 Zusammenfassend liegen keine Anhaltspunkte vor, die auch nur 
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit der Beurteilungen der RAD-Ärzte 
(RAD-Stellungnahme vom 3. März 2025 [in den Gerichtsakten], RAD-
Stellungnahme vom 8. Januar 2025 [in den Gerichtsakten bzw. act. II 125], 
RAD-Beurteilung vom 24. Oktober 2024 [act. II 114], RAD-Beurteilungen 
vom 11. und vom 12. September 2024 [act. II 105 f.]) zu begründen vermö-
gen. Der Sachverhalt ist somit hinreichend abgeklärt und auf weitere Be-
weismassnahmen (namentlich auf das von der Beschwerdeführerin even-
tualiter beantragte Gerichtsgutachten [Beschwerde S. 2 Rechtsbegehren 
3]) kann in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 144 V 
361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; in BGE 
151 III 28 nicht publ. E. 5.2 des Urteils des BGer 9C_298/2024 vom 
14. August 2024; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 162, 9C_296/2018 E. 4). 

3.7 Aufgrund des Dargelegten ist im hier massgebenden Zeitraum (vgl. 
E. 3.1 hiervor) keine revisionsrechtlich massgebende Veränderung des 
medizinischen Sachverhaltes erstellt. Weitere Revisionsgründe, insbeson-
dere erwerbliche, sind ebenfalls nicht ersichtlich. Insgesamt ist damit kein 
Revisionsgrund erstellt. Es ist daher weder ein strukturiertes Beweisverfah-
ren nach BGE 141 V 281 noch ein Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 21 -

durchzuführen (vgl. Urteil des BGer 8C_295/2021 vom 3. August 2021 
E. 7). Schliesslich besteht auch unter Berücksichtigung des Pauschalabzu-
ges von 10 % beim Invalideneinkommen (Art. 26bis Abs. 3 IVV in der ab 
dem 1. Januar 2024 gültigen Fassung) gemäss der im Ergebnis (zur Nomi-
nallohnentwicklung: Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 
IV 200 2025 46 vom 5. Mai 2025 E. 3.3) nicht zu beanstandenden Berech-
nung der Beschwerdegegnerin (vgl. act. II 115/1 f.) weiterhin kein Renten-
anspruch.

Die angefochtene Verfügung vom 4. November 2024 (act. II 115) ist damit 
nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuwei-
sen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin – vorbehält-
lich der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 4.3 hier-
nach) – zur Bezahlung auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG).

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

4.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

4.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 22 -

werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61, 9C_432/2010 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 21, 8C_22/2010 E. 6.1).

4.3.2 Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist aufgrund der Akten 
ausgewiesen (vgl. act. I 5). Zudem kann das Verfahren nicht als von vorn-
herein aussichtslos bezeichnet werden und die Notwendigkeit einer 
Rechtsverbeiständung ist zu bejahen. Das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege und die Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtli-
cher Anwalt ist demnach gutzuheissen.

4.3.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer (MWST) werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen 
für die Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach 
den gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG 
i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung 
der amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der 
Stundensatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 24. März 2025 macht Rechtsanwalt B.________ ein 
Honorar von Fr. 4'526.45 (16.17 Stunden à Fr. 280.--) zuzüglich Auslagen 
von Fr. 209.10 und MWST von Fr. 383.60 (8.1 % von Fr. 4'735.55) geltend, 
was nicht zu beanstanden ist. Demnach wird der tarifmässige Parteikos-
tenersatz auf Fr. 5'119.15 festgesetzt. Davon ist Rechtsanwalt B.________ 
nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtli-
ches Honorar von Fr. 3'233.55 (16.17 Stunden à Fr. 200.--) zuzüglich Aus-
lagen von Fr. 119.10 und MWST von Fr. 271.60 (8.1 % von Fr. 3'352.65), 
insgesamt ausmachend Fr. 3'624.25, auszurichten. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin nach Art. 113 VRPG i.V.m. 
Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
(ZPO; SR 272).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 23 -

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Rechtsanwalt B.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses 
Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 3'624.25 (inkl. Auslagen und 
MWST) festgesetzte Entschädigung vergütet. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dez. 2025, IV 200 2024 812

- 24 -

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.