# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dd1b7b1b-1f79-52e8-a010-f78a5861342b
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-17
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 17.03.2016 VG.2014.00086 (VG.2016.364)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2014-00086_2016-03-17.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 17. März 2016

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2014.00086

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Pro Natura –
    Schweizerischer Bund

    	
    Beschwerdeführerinnen

    
	
     

    	
    für Naturschutz

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Pro Natura Glarus

    

  

  
	
   

  
	
  	
    3.

    	
    Stiftung Landschaftsschutz Schweiz

    

  

  
	
   

  
	
  	
    4.

    	
    mountain wilderness Schweiz

    	
     

    

  

  
	
  	
    alle vertreten durch Pro Natura Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Elm Ferienregion

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt A.______

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Gemeinde Glarus Süd

    

  

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwältin B.______

    

  

  
	
   

  
	
  	
    3.

    	
    Departement Bau und Umwelt des Kantons Glarus

    

  

  
	
   

  
	
  	
    4.

    	
    Regierungsrat des Kantons
    Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Baubewilligung

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 Der Verein Elm Ferienregion plant im Rahmen des
  Tourismuskonzepts Avanti die Erstellung des Panoramawegs Schabell.
  Bestandteile des Bauvorhabens sind der Ausbau des bestehenden Wanderwegs über
  den Schabellgrat, der Neubau eines Höhenwegs Pleus, der Bau einer Hängebrücke
  auf dem Schabellgrat sowie das Erstellen einer Aussichtsplattform auf dem
  Schabellgipfel. Das Baugebiet liegt gemäss dem Zonenplan Sernftal (mit
  Änderungen 2012) in der Land- und Alpwirtschaftszone, gehört gemäss dem
  kantonalen Richtplan 2004 aber zum touristischen Extensivgebiet bzw. zum
  touristischen Intensivgebiet Winter.

  
	
   

  
	
  1.2 

  
	
  1.2.1 Am 20. Dezember 2012 ersuchte die Elm Ferienregion
  die Gemeinde Glarus Süd um Bewilligung des geplanten Bauvorhabens.
  Gleichentags ersuchte sie das Departement Bau und Umwelt (DBU) um Erteilung
  einer Ausnahmebewilligung für das Bauen ausserhalb der Bauzone. Das Baugesuch
  wurde im Amtsblatt vom 31. Januar 2013 publiziert. Gegen das Bauvorhaben
  erhoben die Pro Natura – Schweizerischer Bund für Naturschutz, die Pro Natura
  Glarus, die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz sowie die mountain wilderness
  Schweiz (nachfolgend: Beschwerdeführerinnen) am 28. Februar 2013 bei der
  Gemeinde Glarus Süd Einsprache und beantragten, dass das Bauvorhaben nicht zu
  bewilligen sei.

  
	
   

  
	
  1.2.2 Am 20. Juni 2013 führte das DBU im Beisein der
  Parteien einen Augenschein durch, wobei es auf dessen Protokollierung
  verzichtete. In der Folge erteilte es am 15. Oktober 2013 die
  Ausnahmebewilligung für das Bauvorhaben (Disp.-Ziff. 1). Dabei legte es fest,
  dass die Aussichtsplattform unterhalb des Schabellgipfels am "anlässlich
  der Begehung präsentierten Standort" zu platzieren sei. Vor der Realisierung
  seien den kantonalen und kommunalen Baubewilligungsbehörden detaillierte Plangrundlagen
  vorzulegen (Disp.-Ziff. 2). Der Höhenweg Pleus sei von der Abzweigung vom
  heutigen Weg im Pleus bis zum Lauchboden ca. 25 Höhenmeter tiefer anzulegen.
  Vor der Realisierung seien den kantonalen und kommunalen Baubewilligungsbehörden
  detaillierte Plangrundlagen vorzulegen (Disp.-Ziff. 3). Für Hängebrücke, Aussichtsplattform und
  Sicherungseinrichtungen seien nicht glänzende Materialien und
  schwermetallfreie Beschichtungen und Farben zu verwenden (Disp.-Ziff. 4). Die
  in den Stellungnahmen der Abteilung Landwirtschaft vom 31. Januar 2013, der
  Abteilung Jagd und Fischerei vom 13. Februar 2013 sowie der Fachstelle
  Wanderwege vom 9. April 2013 formulierten Auflagen wurden zum integrierenden
  Bestandteil der Bewilligung erklärt (Disp.-Ziff. 5). Schliesslich wies das
  DBU die Einsprache gegen die grundsätzliche Zulässigkeit des Vorhabens ab
  (Disp.-Ziff. 6).

  
	
   

  
	
  1.2.3 Der Gemeinderat Glarus Süd trat am 6. November 2013
  auf die Einsprache der Beschwerdeführerinnen nicht ein, da diese bereits
  durch das DBU abgewiesen worden sei. Am 13. November 2013 eröffnete die
  Gemeinde Glarus Süd der Elm Ferienregion die Baubewilligung bzw. die
  kantonale Ausnahmebewilligung.

  
	
   

  
	
  1.3 In der Folge gelangten die Beschwerdeführerinnen am
  12. Dezember 2013 mit Beschwerde an den Regierungsrat und beantragten die
  Aufhebung der Baubewilligung bzw. der Ausnahmebewilligung. Der Regierungsrat
  wies die Beschwerde unter Ausstand des Vorstehers des DBU am 19. August 2014
  ab.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gegen den Entscheid des Regierungsrats erhoben die
  Beschwerdeführerinnen am 15. September 2014 Beschwerde beim
  Verwaltungsgericht und beantragten dessen Aufhebung, soweit er die
  Bewilligung für den Bau der Aussichtsplattform und der Hängebrücke betreffe.
  Für diese beiden Bauvorhaben sei die baurechtliche Bewilligung nicht zu
  erteilen. Eventualiter sei die Sache bezüglich der Aussichtsplattform und der
  Hängebrücke an den Regierungsrat zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
  zu Lasten der Beschwerdegegner.

  
	
   

  
	
  2.2 Der Regierungsrat beantragte am 16. Oktober 2014 die
  Abweisung der Beschwerde; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten
  der Beschwerdeführerinnen. Das DBU schloss am 15. Oktober 2014 ebenfalls auf
  Abweisung der Beschwerde; unter Kostenfolge. Die Gemeinde Glarus Süd und die
  Elm Ferienregion beantragten am 16. Oktober 2014 bzw. 17. November 2014 die
  Abweisung der Beschwerde; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten
  der Beschwerdeführerinnen.

  
	
   

  
	
  2.3 Das Verwaltungsgericht zeigte den Parteien am 21.
  November 2014 an, dass ein Augenschein vor Ort notwendig sei. Dazu lud es auch
  die kantonale Natur- und Heimatschutzkommission ein. Anlässlich des
  Augenscheins vom 15. September 2015 zeigte sich, dass die geplante
  Aussichtsplattform nicht den ursprünglich eingereichten Plänen entsprach. Mit
  Einverständnis der Parteien sistierte der Präsident des Verwaltungsgerichts
  deshalb am 28. September 2015 das Verfahren bis zur Einreichung der
  abgeänderten Baupläne durch die Elm Ferienregion. 

  
	
   

  
	
  2.4 Am 23. November 2015 reichte die Elm Ferienregion
  die Pläne für die Aussichtsplattform ein, wobei eine Variante ohne und eine
  mit Terrainabtrag entwickelt worden waren. Die Beschwerdeführerinnen hielten
  in ihrer Replik vom 11. Januar 2016 an ihren Beschwerdeanträgen fest.
  Die Natur- und Heimatschutzkommission nahm gleichentags zum Bauvorhaben
  Stellung. Bezüglich der Aussichtsplattform beantragte sie die Realisierung
  der Variante ohne Terrainabtrag. Den Bau der Hängebrücke und den Ausbau des
  Gratwegs vom Schabellgipfel Richtung Westen lehnte sie ab. Das DBU hielt in
  der Duplik vom 9. Februar 2016 am Antrag auf Abweisung der Beschwerde
  ebenso fest wie die Gemeinde Glarus Süd am 10. Februar 2016 und die Elm Ferienregion
  am 11. Februar 2016. Der Regierungsrat liess sich innert Frist nicht
  vernehmen.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 79 Abs. 1 des
  Raumentwicklungs- und Baugesetzes vom 2. Mai 2010 (RBG) i.V.m. Art. 105 Abs.
  1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG)
  zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 

  
	
   

  
	
  1.2 Nach Art. 12 Abs. 1 lit. b des
  Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz vom 1. Juli 1966 (NHG)
  steht Organisationen, die sich dem Heimatschutz, der Denkmalpflege oder
  verwandten Zielen widmen, das Beschwerderecht gegen Verfügungen der
  kantonalen Behörden oder der Bundesbehörden zu. Dabei wird vorausgesetzt,
  dass die Organisation gesamtschweizerisch tätig ist (Ziff. 1) und rein
  ideelle Zwecke verfolgt, wobei allfällige wirtschaftliche Tätigkeiten der
  Erreichung der ideellen Zwecke dienen müssen (Ziff. 2). Gemäss Art. 12 Abs. 5
  NHG können die Organisationen ihre rechtlich selbständigen kantonalen und
  überkantonalen Unterorganisationen für deren örtliches Tätigkeitsgebiet
  generell zur Erhebung von Einsprachen und im Einzelfall zur Erhebung von
  Beschwerden ermächtigen.

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdeführerin 2
  wurde durch die Beschwerdeführerin 1 zur Beschwerdeerhebung ermächtigt.
  Überdies kommt ihr das Beschwerderecht auch gemäss Art. 5 des
  (kantonalen) Gesetzes über den Natur- und Heimatschutz vom 2. Mai 1971
  (kNHG) zu. Im Übrigen erfüllen sämtliche Beschwerdeführerinnen die
  Voraussetzungen von Art. 12 Abs. 1 lit. b NHG. Sodann ergibt sich die
  Beschwerdebefugnis der Beschwerdeführerinnen auch aus Art. 1 i.V.m. Ziff. 6,
  Ziff. 13 und Ziff. 31 des Anhangs der Verordnung
  über die Bezeichnung der im Bereich des Umweltschutzes sowie des Natur- und
  Heimatschutzes beschwerdeberechtigten Organisationen vom 27. Juni 1990
  (VBO). Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde
  einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.3 Gemäss Art.
  107 Abs. 1 VRG können mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde Mängel des
  angefochtenen Entscheids oder des Verfahrens geltend gemacht werden. Dazu
  gehören die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
  Sachverhalts (lit. a) und die unrichtige Rechtsanwendung einschliesslich eines
  Missbrauchs des Ermessens (lit. b). Eine Ermessenskontrolle obliegt dem Verwaltungsgericht
  hingegen nur bei Vorliegen eines Ausnahmefalls gemäss der abschliessenden
  Aufzählung in Art. 107 Abs. 2 VRG. Ein solcher Ausnahmefall ist vorliegend
  nicht gegeben.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die
  Beschwerdeführerinnen machen geltend, der Schabellgrat sei Teil des weitgehend
  unberührten Naturraums und räumlich deutlich abgegrenzt vom mit touristischen
  Anlagen erschlossenen, tiefer gelegenen Gebiet. Für die Aussichtsplattform
  gebe es geeignetere Alternativstandorte, weshalb sie nicht beim Schabellgrat
  gebaut werden dürfe. Insofern sei sie nicht standortgebunden. Die
  Standortgebundenheit der Hängebrücke sei nicht nachgewiesen. Die Brücke sei
  auch aufgrund der bereits bestehenden attraktiven Kretenwegführung nicht
  nötig. Der Kretenweg würde abgewertet, wenn eine technische Brückenstruktur,
  die keine Brückenfunktion habe, hineingebaut würde. Die Brücke diene nicht
  der Aussicht auf die Tektonikarena, sondern primär dem Erlebnis des Abgrunds,
  der zudem nicht sehr gross sei. Es sei fraglich, ob ein Bedarf bestehe.
  Jedenfalls seien aber an die Standortgebundenheit hohe Anforderungen zu
  stellen, welche vorliegend nicht erfüllt seien. Schliesslich habe der Beschwerdegegner
  4 das öffentliche Interesse am Schutz der Landschaft und am Wildschutz nur
  ungenügend berücksichtigt.

  
	
   

  
	
  2.2 Die
  Beschwerdegegnerin 1 weist auf die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus
  für die Gemeinde Glarus Süd hin. Indem die Aussichtsplattform nicht mehr auf
  dem Gipfel zu stehen komme, sondern etwas nach unten versetzt werde, werde
  dem Landschaftsschutz Genüge getan. Die von den Beschwerdeführerinnen
  vorgeschlagenen Alternativstandorte seien nicht zielführend und widersprächen
  dem Projektkonzept. Der Rundumblick über die Alpenlandschaft lasse sich nur
  realisieren, wenn die Aussichtsplattform am Schabellgipfel erstellt werde.
  Auch Gebiete ausserhalb der Bauzonen dürften touristisch erschlossen werden.
  Der gültige Zonenplan Sernftal sehe für das betroffene Gebiet kein
  touristisches Ausschlussgebiet, sondern in der überlagernden Nutzungsplanung
  die Zonen Wintersportzone und Intensiverholungsgebiet vor. Die Hängebrücke
  und die Aussichtsplattform seien integrale Bestandteile des Projekts Avanti,
  welche die Attraktivität der Berglandschaft für Wanderer steigern sollten.
  Die Standortgebundenheit der Hängebrücke ergebe sich aus dem Umstand, dass
  ihr eine wichtige Funktion im Sinne des Tourismuskonzepts zukomme. Zu beachten
  sei dabei, dass Hängebrücken im Schweizer Alpenraum verbreitet seien. Vorliegend
  sei der Eingriff minimal und die Landschaft werde nicht möbliert.

  
	
   

  
	
  2.3 Die
  Beschwerdegegnerin 2 weist darauf hin, dass das betroffene Gebiet in einem
  touristischen Intensiverholungsgebiet liege. In diesem seien Freizeitanlagen
  wie beispielsweise Klettersteige oder Gebirgsunterkünfte erwünscht. Eine
  Intensivnutzung werde geradezu angestrebt. Sodann habe sich anlässlich des
  Augenscheins klar ergeben, dass einzig auf dem Schabellgipfel die angestrebte
  Rundumsicht über die Glarner Hauptüberschiebung erreicht werden könne. Die Aussichtsplattform
  und die Hängebrücke stellten einen Teil des geplanten Rundwegs dar und seien
  in den Wanderweg integriert.

  
	
   

  
	
  2.4 Der
  Beschwerdegegner 3 vertritt die Ansicht, bei der positiven Standortgebundenheit
  werde nicht der Nachweis verlangt, dass der gewählte Standort der einzig mögliche
  sei. Soweit die Beschwerdeführerinnen geltend machten, der Schabellgrat und
  -gipfel würden in einem weitgehend unberührten Naturraum liegen, sei ihnen
  entgegenzuhalten, dass die gesamte Landschaftskammer, welche im touristischen
  Intensivgebiet Winter liege, durch die bereits bestehenden touristischen
  Infrastrukturen beeinträchtigt werde. Das gesamte Gebiet gehöre zu einem der
  vier Haupttourismusgebiete des Kantons Glarus. Bei der Aussichtsplattform und
  der Hängebrücke handle es sich um vergleichsweise kleine Anlagen, welchen
  keine überwiegenden öffentlichen Interessen entgegenstünden.

  
	
   

  
	
  2.5 Der
  Beschwerdegegner 4 führt aus, der touristische Zweck des Bauvorhabens bestehe
  darin, die Glarner Hauptüberschiebung einem breiteren Publikum näher zu bringen.
  Dies erfordere eine sehr gute Aussicht, weshalb es trotz der damit verbundenen
  höheren Auswirkungen auf das Landschaftsbild gerechtfertigt sei, die Aussichtsplattform
  beim Schabellgipfel zu erstellen. Die Hängebrücke sei standortgebunden und
  als Teil des Konzepts notwendig. Diese diene nämlich auch dazu, dass der
  Rundweg aufgewertet werde und so die Glarner Hauptüberschiebung einem
  breiteren Publikum bekannt gemacht werden könne. 

  
	
   

  
	
  2.6 Die Natur-
  und Heimatschutzkommission führte in ihrer Stellungnahme aus, das Vorhaben
  als Ganzes bedeute einen unverhältnismässigen Eingriff in die Landschaft. Die
  Nachhaltigkeit des Vorhabens sei fraglich. Die Aussichtsplattform werde von
  weither sichtbar sein. Die geplante Hängebrücke sei etwas abgesenkt und daher
  von etwas weniger Orten aus gut sichtbar. Für die Aussichtsplattform sei die
  Variante ohne Terrainveränderungen vorzuziehen. Diese sei mit einigen
  Anpassungen zu realisieren. Die Hängebrücke sei am geplanten Ort technisch
  nicht notwendig. Der Grassattel könne problemlos zu Fuss überwunden werden.
  Anlagen, die nicht notwendig seien, sollten in der Landschaft nicht
  realisiert werden. Diesbezüglich sei die Standortgebundenheit nicht gegeben.
  Damit der jetzt nur für schwindelfreie Berggänger begehbare Grat zum
  Familienbergweg werde, seien aufwendige Sicherungsmassnahmen notwendig,
  welche einen deutlich zu grossen Eingriff zur Folge hätten. Zusammenfassend
  sei auf den Bau der Hängebrücke und den Ausbau des Gratwegs vom Schabellgipfel
  Richtung Westen zu verzichten.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Die
  Beschwerdegegnerin 1 bezweckt mit dem Tourismuskonzept Avanti die Förderung
  des Sommertourismus in der Elm Ferienregion. Teil des Konzepts ist die Erstellung
  eines Panoramawegs Schabell, welcher den Bekanntheitsgrad des Unesco
  Weltnaturerbes der Glarner Hauptüberschiebung (Tektonikarena Sardona)
  steigern soll. Dazu soll der westlich des Schabellgipfels gelegene Gratweg
  ausgebaut und namentlich verbreitert werden. Zur Erstellung eines
  Rundwanderwegs erweist sich zudem der Neubau eines Höhenwegs Pleus als
  notwendig. Weiter ist der Bau einer rund 45 m langen Hängebrücke auf dem
  Schabellgrat und einer Aussichtsplattform mit Informationstafeln beim Schabellgipfel
  vorgesehen.

  
	
   

  
	
  3.2 Mit der
  vorliegenden Beschwerde beantragen die Beschwerdeführerinnen nur noch, dass
  für die Aussichtsplattform und die Hängebrücke die Baubewilligung zu
  verweigern sei. Damit ist der Aus- bzw. Neubau des Wanderwegs nicht Gegenstand
  des vorliegenden Verfahrens, da der Streitgegenstand einerseits durch den
  Gegenstand der angefochtenen Anordnung und anderseits durch die
  Parteibegehren bestimmt wird (Martin Bertschi, in Alain Griffel [Hrsg.],
  Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. A.,
  Zürich/Basel/Genf 2014, Vorbemerkungen zu §§ 19–28a N. 44). Somit ist auf die
  Bedenken der Natur- und Heimatschutzkommission hinsichtlich des Ausbaus des
  Gratwegs vom Schabellgipfel Richtung Westen nicht weiter einzugehen.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Voraussetzung
  einer Baubewilligung ist gemäss Art. 22 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über
  die Raumplanung vom 22. Juni 1979 (RPG) unter anderem, dass die Bauten und
  Anlagen dem Zweck der Nutzungszone entsprechen. Abweichend von dieser
  Bestimmung können nach Art. 24 RPG Bewilligungen erteilt werden, Bauten und
  Anlagen zu errichten oder ihren Zweck zu ändern, wenn der Zweck der Bauten
  und Anlagen einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert (lit. a) und
  keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b).

  
	
   

  
	
  4.2 Die
  Standortgebundenheit gemäss Art. 24 lit. a RPG ist zu bejahen, wenn
  die Baute aus technischen oder betriebswirtschaftlichen Gründen oder wegen
  der Bodenbeschaffenheit auf einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen
  ist (positive Standortgebundenheit) oder wenn ein Werk aus bestimmten Gründen
  in einer Bauzone ausgeschlossen ist (negative Standortgebundenheit). Dabei
  genügt eine relative Standortgebundenheit. Es ist nicht erforderlich, dass
  überhaupt kein anderer Standort in Betracht fällt; es müssen jedoch besonders
  wichtige und objektive Gründe vorliegen, die den vorgesehenen Standort
  gegenüber anderen Standorten innerhalb der Bauzone als viel vorteilhafter
  erscheinen lassen (BGE 136 II 214 E. 2.1). Die Frage, ob eine
  Baute auf einen bestimmten Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen ist,
  beurteilt sich stets nach objektiven Massstäben und Kriterien, wobei es weder
  auf die subjektiven Vorstellungen und Wünsche des Einzelnen noch auf die
  persönliche Zweckmässigkeit oder Bequemlichkeit ankommt.
  Generell ist bei der Beurteilung der Voraussetzungen ein
  strenger Massstab anzulegen (BGE 129 II 63 E. 3.1, 124 II 252 E. 4a).
  Eine Prüfung der Standortgebundenheit erscheint unvollständig, wenn dabei
  keine Auseinandersetzung mit möglichen Alternativstandorten oder -lösungen
  stattfindet (BGE 136 II 214 E. 2.2). Sodann muss die Standortgebundenheit
  einem aktuellen und tatsächlichen Bedarf entsprechen (Bernhard Waldmann/Peter
  Hänni, Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 24 N. 11).

  
	
   

  
	
  Die Erteilung einer Ausnahmebewilligung im
  Sinne von Art. 24 RPG stellt eine Bundesaufgabe gemäss Art. 2 Abs. 1 lit. b
  NHG dar. Bund und Kantone sorgen bei der Erfüllung von Bundesaufgaben dafür,
  dass unter anderem das heimatliche Landschafts- und Ortsbild geschont wird
  und, wo das allgemeine Interesse daran überwiegt, ungeschmälert erhalten
  bleibt (Art. 3 Abs. 1 NHG). Diese Vorgabe ist nicht nur im Rahmen der
  Interessenabwägung nach Art. 24 lit. b RPG zu beachten, sondern bereits bei
  der Beurteilung der Standortgebundenheit im Sinne von Art. 24 lit. a
  RPG von Bedeutung (BGE 136 II 214 E. 3.1). Das
  Bauen auf den Bergen und im alpinen Raum ist dabei besonders heikel, weshalb
  bei standortgebundenen und zwingend notwendigen Bauten besonderes hohe
  Kriterien an deren Standort, Dimension und Architektur zu stellen sind (BGE
  136 II 214 E. 6). 

  
	
   

  
	
  4.3 Art. 24
  lit. b RPG erfordert eine umfassende Abwägung aller für und gegen das
  Vorhaben sprechenden privaten und öffentlichen Interessen. Lenkender Massstab
  bilden dabei namentlich die Ziele der Raumplanung gemäss Art. 1 RPG und die
  Planungsgrundsätze von Art. 3 RPG (Waldmann/Hänni, Art. 24 N. 22).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Soweit die
  Beschwerdegegner wiederholt darauf hinweisen, dass das Baugebiet gemäss dem
  kantonalen Richtplan im touristischen Intensivgebiet Winter bzw. im touristischen
  Extensivgebiet liege, trifft dies zwar zu. Daraus lässt sich aber kein Freipass
  für sämtliche Bauten ableiten, vielmehr müssen die bundesrechtlichen Voraussetzungen
  für das Bauen ausserhalb der Bauzone gemäss Art. 24 RPG erfüllt sein. 

  
	
   

  
	
  5.2 Die
  umstrittene Hängebrücke soll auf einer Länge von 45 m ein im Nordwesten des
  Schabellgipfels gelegenes Sattelstück überspannen. Sie wäre von verschiedenen
  Orten, namentlich vom Talboden (Skipiste Pleus), einsehbar und käme aufgrund
  der Distanz zur Pleus- und Schabellbahn in eine weitgehend unberührte
  Landschaft zu liegen. Insofern kann entgegen der Auffassung der
  Beschwerdegegner nicht mehr von einem minimalen Eingriff in die Landschaft
  gesprochen werden. Dies unabhängig davon, dass das Gebiet im touristischen
  Intensivgebiet Winter bzw. im touristischen Extensivgebiet liegt.

  
	
   

  
	
  5.3 Es trifft
  zu – und wird von den Beschwerdeführerinnen auch nicht bestritten –, dass der
  Tourismus in der Gemeinde Glarus Süd ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor
  ist. Mit dem Projekt Avanti soll das im Sommer vorhandene Potential
  ausgeschöpft werden. Dabei kommt dem Unesco Weltnaturerbe eine wesentliche
  Bedeutung zu. Ziel ist es, die Ferienregion Elm mit Fokus auf das
  Wanderwegnetz und das Unesco Weltnaturerbe zu stärken (vgl. auch vorne E.
  II/3.1). Gerade hinsichtlich der wirtschaftlichen Schwierigkeiten der
  Gemeinde ist das Bedürfnis, das brachliegende Potential im Sommertourismus
  auszuschöpfen, ausgewiesen. Zu beachten ist indessen, dass die Standortgebundenheit
  nicht undifferenziert für das Gesamtprojekt Rundwanderweg Schabell bejaht
  oder verneint werden darf. Besteht ein Bauvorhaben nämlich aus mehreren
  Bauten, muss die Standortgebundenheit und damit auch das Bedürfnis für jede
  einzelne Anlage einzeln geprüft werden (Waldmann/Hänni, Art. 24 N. 12).

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdegegner leiten ein Bedürfnis
  und so auch die Standortgebundenheit der Hängebrücke daraus ab, dass sie Teil
  des Gesamtkonzepts sei. Sie diene der Steigerung der Attraktivität des Wanderwegs
  und damit der Bekanntmachung des Weltnaturerbes der Glarner
  Hauptüberschiebung. Mit ihrer Argumentation verkennen die Beschwerdegegner,
  dass die Standortgebundenheit nicht leichthin bejaht werden darf (vgl. vorne
  E. II/4.2). Vorliegend erscheint der Zusammenhang der Hängebrücke mit dem
  Hauptziel des Konzepts, welches auf der Ausstrahlungskraft des Weltnaturerbes
  basiert, eher lose. Dass durch die Hängebrücke die Attraktivität des Rundwanderwegs
  gesteigert wird, ist dabei eine unsubstantiierte Behauptung. So fehlt ein eigentlicher
  Bedürfnisnachweis gänzlich. Eine besondere Attraktivität der Hängebrücke ist
  nicht ersichtlich, kommt sie doch im Vergleich zu zahlreichen anderen Hängebrücken
  nicht sehr weit über dem Grund zu liegen. Sodann ist zu berücksichtigen, dass
  eine solche Brückenkonstruktion für Wanderer durchaus auch als störend
  empfunden werden kann, gerade wenn die Wanderroute mit dem Weltnaturerbe in
  Verbindung stehen soll und der Kretenweg ohne Hängebrücke bereits spektakulär
  ist. Die Hängebrücke verschafft auch nicht etwa einen besseren Einblick in
  das Weltnaturerbe. Besonders ins Gewicht fällt zudem, dass die Hängebrücke
  keine technische Funktion hat, da der Grassattel problemlos ohne Brücke
  passiert werden kann. Insofern unterscheidet sie sich wesentlich von den
  meisten der durch die Beschwerdegegnerin 1 eingereichten Beispielen. Es lässt
  sich dabei gar fragen, ob einer Brücke ohne Brückenfunktion nicht von
  vornherein der Bedürfnisnachweis und damit die Standortgebundenheit abzusprechen
  ist. Jedenfalls ist vorliegend ein Bedürfnis an der Hängebrücke nicht rechtsgenüglich
  ausgewiesen. Vielmehr ist die Auffassung der Natur- und Heimatschutzkommission
  zu teilen, dass das Erstellen der Hängebrücke eine unerwünschte Möblierung
  der Landschaft zur Folge hätte. Insofern ist die Standortgebundenheit der
  geplanten Hängebrücke zu verneinen, weshalb für deren Erstellung keine
  Ausnahmebewilligung im Sinne von Art. 24 RPG hätte erteilt werden dürfen.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Die
  Aussichtsplattform war ursprünglich auf dem Schabellgipfel geplant. Sie sollte
  in der Form eines Kreises mit einem Durchmesser von 5 m erstellt werden. Für
  die Seitenwände war eine Glaskonstruktion und für den Boden ein Gitterrost
  vorgesehen. Daneben sollte eine Informationstafel über das Unesco Weltnaturerbe
  angebracht werden. In der Ausnahmebewilligung vom 15. Oktober 2013 wurde verlangt,
  dass die Aussichtsplattform unterhalb des Schabellgipfels am anlässlich der
  Begehung präsentierten Standort zu platzieren sei. Aus der kommunalen
  Baubewilligung vom 13. November 2013 ergibt sich, dass die
  Aussichtsplattform mehr nach Westen zu verschieben und im Felsabtrag zu
  erstellen sei. Die anfallenden Steine sollten für die Errichtung einer Mauer
  für die Begrenzung der Aussichtsplattform verwendet werden. Die Grösse der
  Aussichtsplattform sei auf die vor Ort zur Verfügung stehende Fläche zu
  reduzieren. Mangels genauer Angaben in den Akten und da der durch den Beschwerdegegner
  3 durchgeführte Augenschein nicht protokolliert wurde, lässt sich der
  bewilligte Standort der Aussichtsplattform nicht genau eruieren. 

  
	
   

  
	
  Anlässlich des durch das Verwaltungsgericht
  durchgeführten Augenscheins präsentierte die Beschwerdegegnerin 1 einen neuen
  Standort für die Aussichtsplattform. Diese sollte neu südlich und ein wenig
  unterhalb des Schabellgipfels erstellt werden. Geplant war eine
  Stahlkonstruktion mit Informationstafeln der Unesco. Die Aussichtsplattform
  sollte nicht mehr rund, sondern ein wenig eckig sein und eine Länge von ca.
  2,5 m aufweisen. Aus den in der Folge eingereichten Handskizzen ergibt sich,
  dass die Aussichtsplattform entweder mit oder ohne Terrainabtrag erstellt
  werden soll. Dabei soll sie im Querschnitt eine Länge von ca. 2,6 m (Variante
  1 ohne Terrainabtrag) bzw. 3,0 m (Variante 2 mit Terrainabtrag) aufweisen.

  
	
   

  
	
  6.2 Im Baurecht
  sind Projektänderungen im Laufe des Rechtsmittelverfahrens nur zulässig, wenn
  sie im Verzicht auf die Ausführung von klar umschriebenen Teilen des Projekts
  bestehen und keine wesentlichen Änderungen an den beibehaltenen Teilen
  bedingen. Dies ergibt sich aus der funktionellen Zuständigkeit. Die
  Rechtsmittelinstanz darf nämlich nicht in die Lage versetzt werden, dass sie
  sozusagen als erstinstanzliche Behörde zu entscheiden hätte (Marco Donatsch,
  in Alain Griffel (Hrsg.), Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des
  Kantons Zürich, 3. A., Zürich/Basel/ Genf 2014, § 20a N. 11). Insofern
  sind einer Projektänderung im Rechtsmittelverfahren enge Grenzen gesetzt
  (Christian Mäder, Das Baubewilligungsverfahren, Zürich 1991, S. 114).

  
	
   

  
	
  Die vorliegend strittige Ausführung der
  Aussichtsplattform unterscheidet sich wesentlich vom Projekt, für welches die
  Beschwerdegegner 2 und 3 die baurechtliche Bewilligung erteilt haben. Neu ist
  es an einem anderen Standort (südlich statt westlich des Gipfels) geplant und
  weist eine andere Form und Dimension aus. Würde das Verwaltungsgericht
  darüber entscheiden, handelte es quasi als erstinstanzliche Baubewilligungsbehörde,
  was sich nach dem Dargelegten mit dem Grundsatz der funktionellen
  Zuständigkeit nicht verträgt. Überdies ist zu beachten, dass sich im Rahmen
  der Erteilung einer Ausnahmebewilligung durchaus auch Ermessensfragen stellen
  können, deren Beantwortung nicht dem Verwaltungsgericht obliegt. 

  
	
   

  
	
  Da vorliegend die Erteilung einer
  Ausnahmebewilligung strittig ist, für welche gemäss Art. 67 Abs. 2 RBG der
  Beschwerdegegner 3 zuständig ist, rechtfertigt es sich, die Sache an diesen
  zurückzuweisen. Dieser wird seinen Entscheid der Beschwerdegegnerin 2
  mitteilen, welche ihn zusammen mit der geänderten Baubewilligung (ohne
  Hängebrücke) den Parteien eröffnen wird.

  
	
   

  
	
  Dabei gilt es zu beachten, dass dem
  Beschwerdegegner 3 anhand der eingereichten Handskizzen eine Beurteilung des
  strittigen Bauvorhabens nicht möglich sein wird. Er hat die
  Beschwerdegegnerin 2 aufzufordern, sämtliche Unterlagen einzureichen, welche
  zur sachgemässen Beurteilung des Bauvorhabens notwendig sind (vgl. Art. 5
  Abs. 1 der Verordnung über den Vollzug der Raumentwicklungs- und
  Baugesetzgebung vom 7. Juni 2011 [RBGVV]). Neben Plänen, welche Aufschluss
  über den exakten Standort und das genaue Ausmass der Aussichtsplattform
  geben, ist namentlich auch ein detaillierter Materialbeschrieb nötig, da
  dieser für die Beurteilung der Standortgebundenheit der Aussichtsplattform
  notwendig ist (vgl. dazu nachfolgend E. II/6.3).

  
	
   

  
	
  6.3 Auch wenn die Sache hinsichtlich der
  Ausnahmebewilligung für dem Bau der Aussichtsplattform an den
  Beschwerdegegner 3 zurückzuweisen ist, rechtfertigen sich aus
  prozessökonomischen Gründen einige Überlegungen zur Bewilligungsfähigkeit der
  Aussichtsplattform.

  
	
   

  
	
  Unbestritten ist im
  Grundsatz, dass für die Aussichtsplattform – im Gegensatz zur Hängebrücke –
  ein Bedürfnis besteht. Sie steht in direktem Zusammenhang mit dem Ziel, das
  Unesco Weltnaturerbe bekannter zu machen und so letztlich den Tourismus zu
  stärken. Die auf der Aussichtsplattform geplanten Informationstafeln dienen sodann
  dem Verständnis der Glarner Hauptüberschiebung, was für das ganze Projekt
  bedeutend ist. Strittig ist hingegen der Standort der Aussichtsplattform.

  
	
   

  
	
  Die Aussichtsplattform
  soll leicht unterhalb des Schabellgipfels erstellt werden. Damit tritt sie
  deutlicher in Erscheinung, als wenn sie an den von den Beschwerdeführerinnen
  eingebrachten Standorten bei der Bergstation der Schabellbahn oder in der
  Nähe des Lawinensprengmastes gebaut würde. Die Beschwerdeführerinnen führen
  diesbezüglich zu Recht an, dass im Rahmen der Prüfung des Gesuchs um eine
  Ausnahmebewilligung Alternativstandorte geprüft hätten werden müssen, was der
  Beschwerdegegner 3 unterlassen hatte. Indessen wurde eine solche Prüfung
  im vorinstanzlichen Verfahren nachgeholt und es standen die
  Alternativstandorte namentlich auch beim durch das Verwaltungsgericht
  durchgeführten Augenschein zur Diskussion. Das Verwaltungsgericht konnte am
  Augenschein feststellen, dass die aus Sicht des Projekts erforderliche
  Rundumsicht nur gewährleistet ist, wenn die Aussichtsplattform beim Schabellgipfel erstellt wird. Bei der
  Bergstation wie auch beim Lawinensprengmast ist die Aussicht auf die Glarner
  Hauptüberschneidung um einiges schlechter; eine Aussichtsplattform würde an
  diesen Standorten keinen Sinn machen.

  
	
   

  
	
  Zu berücksichtigen ist
  sodann, dass der Lawinensprengmast und die Bergstation sich durchaus in der
  Nähe des Schabellgipfels befinden. Von einer völlig unberührten Landschaft
  kann daher nicht gesprochen werden, auch wenn der Schabellgipfel imposant in
  Erscheinung tritt. Berücksichtigt man das Fehlen eines vernünftigen Alternativstandorts,
  steht das Gebot der Schonung des heimatlichen Landschaftsbilds gemäss Art. 3
  Abs. 1 NHG der Erstellung der Aussichtsplattform beim Schabellgipfel nicht
  grundsätzlich entgegen. Indessen ist diesem bundesrechtlich vorgeschriebenen
  Auftrag bei der konkreten Ausgestaltung der Aussichtsplattform Rechnung zu
  tragen, indem hohe Anforderungen an deren Dimension und Architektur zu
  stellen sind (vgl. vorne E. II/4.2). Deshalb ist es erforderlich,
  dass die Beschwerdegegnerin 1 detaillierte Unterlagen einreicht, aus
  welchen unter anderem auch ersichtlich wird, mit welchen Materialien die
  Aussichtsplattform erstellt werden soll. Massgebend für die Prüfung des
  Gesuchs um eine Ausnahmebewilligung wird für den Beschwerdegegner 3
  sein, ob sich die Aussichtsplattform schonend in die Landschaft integrieren
  lässt. Dabei wird er neben der von ihm eingeholten Stellungnahmen seiner
  Fachbehörden insbesondere auch die Stellungnahme der Natur- und
  Heimatschutzkommission berücksichtigen, welche der Aussichtsplattform nicht
  grundsätzlich ablehnend gegenübersteht, aber konkrete Angaben bezüglich deren
  Gestaltung macht. Schliesslich ist auch dem Schutz vor wildlebenden Tieren
  die gebührende Beachtung zu schenken.

  
	
   

  
	
  Zusammenfassend ergibt
  sich, dass eine Ausnahmebewilligung für eine Aussichtsplattform beim
  Schabellgipfel nicht grundsätzlich ausgeschlossen ist. Entscheidend ist, ob
  sich der geplante Neubau in die Landschaft integriert oder nicht, wobei der
  konkreten Ausgestaltung der Aussichtsplattform hinsichtlich Dimension,
  Architektur und Materialien für die durch den Beschwerdegegner 3
  vorzunehmende Beurteilung eine herausragende Bedeutung zukommt.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Demgemäss ist die
  Beschwerde gutzuheissen. Der Beschwerdeentscheid des Beschwerdegegners 4 vom
  19. August 2014, der Baubewilligungsentscheid der Beschwerdegegnerin 2 vom
  13. November 2013 sowie die Teilverfügung des Beschwerdegegners 3 vom 15.
  Oktober 2013 sind aufzuheben, soweit damit der Bau der Hängebrücke und der
  Aussichtsplattform bewilligt wird. Die Sache ist im Sinne der Erwägungen dem
  Beschwerdegegner 3 zur Prüfung, ob für die Aussichtsplattform eine
  Ausnahmebewilligung zu erteilen ist, zurückzuweisen.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1. 

  
	
  Gemäss Art. 134 Abs. 1
  lit. c VRG sind die Kosten des vorinstanzlichen Beschwerdeverfahrens in der
  Höhe von Fr. 1'200.- der unterliegenden Beschwerdegegnerin 1 aufzuerlegen.
  Sie hat überdies die pauschale Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 3'000.- zu
  tragen. Den Beschwerdeführerinnen ist der von ihnen in gleicher Höhe geleistete
  Kostenvorschuss zurückzuerstatten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Da die
  Beschwerdeführerinnen nicht anwaltlich vertreten waren, ist ihnen keine Parteientschädigung
  zuzusprechen (Art. 138 Abs. 1 VRG e contrario). Eine solche steht auch den
  unterliegenden Beschwerdegegnern nicht zu.

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschwerdeentscheid des Beschwerdegegners
    4 vom 19. August 2014, der Baubewilligungsentscheid der Beschwerdegegnerin
    2 vom 13. November 2013 sowie die Teilverfügung des Beschwerdegegners 3 vom
    15. Oktober 2013 werden aufgehoben, soweit damit der Bau der Hängebrücke
    und der Aussichtsplattform bewilligt wird. Die Sache wird im Sinne der Erwägungen
    dem Beschwerdegegner 3 zur Prüfung, ob für die Aussichtsplattform eine
    Ausnahmebewilligung zu erteilen ist, zurückgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Kosten des vorinstanzlichen Beschwerdeverfahrens in der Höhe von
    Fr. 1'200.- werden der Beschwerdegegnerin 1 auferlegt.

    
	
    3.

    	
    Die
    pauschale Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.- wird der Beschwerdegegnerin 1 auferlegt.
    Den Beschwerdeführerinnen wird der von ihnen in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss
    zurückerstattet.

    
	
    4.

    	
    Es
    werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

    
	
    5.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]