# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6877aeb-60f5-5b44-abb3-3fb4c36d8ae9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.02.2021 200 2020 370
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-370_2021-02-05.pdf

## Full Text

200 20 370 IV
LOU/REL/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. Februar 2021

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Bischof

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsdienst, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 16. April 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Feb. 2021, IV/20/370, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1982 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) ist 
ausgebildete … mit Fähigkeitsausweis und meldete sich im Januar 2011 
unter Hinweis auf einen schweren psychogenen Tremor mit Gangstörung 
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an (Antwortbeilage der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; 
AB] 1). Nach Durchführen von erwerblichen und medizinischen Abklärun-
gen sowie einer Arbeitsmarktlich-Medizinischen Abklärung (AMA [AB 16 
und AB 30]) verneinte die IVB am 27. September 2011 bei einem Invali-
ditätsgrad (IV-Grad) von 25 % den Anspruch auf eine Invalidenrente (IV-
Rente [AB 59]). Diese Verfügung blieb unangefochten. Vom 5. September 
bis zum 4. Dezember 2011 wurde zudem ein Arbeitstraining durchgeführt 
(AB 56, 62). Im Rahmen einer Neuanmeldung im Januar 2013 (AB 68) ge-
währte die Beschwerdegegnerin zunächst ein Belastungs- und dann ein 
Aufbautraining (AB 81 und AB 82). Dieses wurde – nach einem Unterbruch 
aus gesundheitlichen Gründen (AB 91) – im Februar 2014 definitiv abge-
brochen (AB 113). Die IVB holte aktuelle medizinische Berichte sowie eine 
Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) ein (AB 124 und 
AB 125) und verneinte mangels eines Gesundheitsschadens mit Verfügung 
vom 29. September 2014 (AB 135) den Anspruch auf Leistungen der IV. 
Nach der Neuanmeldung vom 14. Dezember 2015 (AB 145) liess die IVB 
im August 2018 ein psychiatrisches Gutachten (AB 195.1) und – nachdem 
die Versicherte im Februar 2019 eine Tochter geboren hatte – einen Ab-
klärungsbericht Beruf und Haushalt erstellen (AB 209). Gestützt darauf 
stellte sie mit Vorbescheid vom 11. Dezember 2019 (AB 210) die Abwei-
sung des Leistungsbegehrens mangels revisionsrelevanter Veränderungen 
seit dem 29. September 2014 in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte – 
vertreten durch D.________, E.________, Sozialversicherungsfachfrau – 
Einwand und beantragte die Ausrichtung einer ganzen IV-Rente (AB 213). 
Mit Verfügung vom 16. April 2020 (AB 215) verneinte die IVB den Anspruch 
auf Leistungen der IV.

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B.

Hiergegen erhob die Versicherte – nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt 
C.________, B.________ – am 20. Mai 2020 Beschwerde. Sie beantragt 
die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer IV-
Rente. Gleichzeitig ersucht sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt C.________ als amtlichen An-
walt. Am 22. Juni 2020 liess sie Unterlagen hierzu nachreichen.

Mit Beschwerdeantwort vom 24. Juni 2020 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. 

Am 6. Juli 2020 reichte die Beschwerdeführerin weitere in Aussicht gestell-
te medizinische Unterlagen zu den Akten und nahm in der Eingabe vom 
9. Juli 2020 Stellung zur Beschwerdeantwort.

Mit Eingabe vom 14. Juli 2020 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem An-
trag auf Abweisung der Beschwerde fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

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gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 16. April 2020 
(AB 215). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der IV. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221).

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2.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

2.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 
und 2.2.1 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.2.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden IV-Grades ist nur zulässig, 
wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten ge-
sundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindi-
katoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der 
Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen 
(E. 6 S. 308).

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2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4 Für die Bestimmung des IV-Grades wird bei einer erwerbstätigen 
versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG). 

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe-
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
IV-Grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 
145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

2.5

2.5.1 Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädigung oder ein Assistenz-
beitrag wegen eines zu geringen IV-Grades, wegen fehlender Hilflosigkeit 
oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen 

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Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die Voraussetzung nach Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) erfüllt 
ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). Dies gilt 
analog, wenn die versicherte Person nach vorausgegangener rechtskräfti-
ger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmassnahme beantragt (BGE 113 
V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a). Erheblich ist eine Sachver-
haltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine 
Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend 
gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 
S. 121 E. 2). 

2.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des IV-Grades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der IV-
Grad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung 
erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätz-
lich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr 
eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu 
bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die glei-
che materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a 
S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.5.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur 
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die 
Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich 
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Da-
zu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewöh-
nung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist ferner 
unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemes-
sung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Auf-

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gabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 
S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.5.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den IV-Grad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5.5 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.5.6 Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente zugespro-
chen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und anderseits der 
in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeit-
punkt der Anspruchsänderung die massgebenden Vergleichszeitpunkte 
(BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; SVR 2019 IV Nr. 2 S. 4 E. 2).

2.6 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1).

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3.

3.1 Nachdem die Beschwerdegegnerin zunächst in Aussicht gestellt 
hatte, mangels Glaubhaftmachung einer Veränderung des Gesundheitszu-
standes nicht auf die Neuanmeldung vom 14. Dezember 2015 (AB 145) 
einzutreten (vgl. AB 153 und AB 164), ist sie – nachdem die Beschwerde-
führerin durch ihre Hausärztin weitere medizinische Unterlagen hatte ein-
reichen lassen (AB 177) – doch darauf eingetreten und hat mit der ange-
fochtenen Verfügung (AB 215) materiell über den Anspruch entschieden. 
Die Eintretensfrage ist deshalb praxisgemäss vom Gericht nicht zu über-
prüfen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). 

Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden Vergleichszeitraum zwischen der 
leistungsabweisenden Verfügung vom 29. September 2014 (AB 135) und 
der hier angefochtenen Verfügung vom 16. April 2020 (AB 2015) eine Ver-
änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet 
ist, den IV-Grad in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise zu 
beeinflussen (vgl. E. 2.5.3 vorstehend). Erst wenn dies zu bejahen ist, ist 
der Rentenanspruch frei zu prüfen (vgl. E. 2.5.5 hiervor).

3.2 Die Beschwerdegegnerin hat sowohl in der angefochtenen Verfü-
gung vom 16. April 2020 (AB 215), in der Beschwerdeantwort vom 24. Juni 
2020 (S. 2) wie auch in der Stellungnahme vom 14. Juli 2020 (S. 2) das 
Vorliegen eines Neuanmeldungsgrundes verneint. Es liege keine Verände-
rung im Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin vor, weshalb kein 
medizinischer Revisionsgrund ersichtlich sei (AB 215 S. 2, Beschwerdeant-
wort S. 2 Ziff. 4 - 6, Eingabe vom 14. Juli 2020 S. 2). Zudem stelle eine 
allfällige Statusänderung keine revisionsrelevante Veränderung der 
tatsächlichen Verhältnisse und damit ebenfalls keinen Revisionsgrund dar 
(Beschwerdeantwort S. 2 f. Ziff. 7). Dem kann nicht gefolgt werden. Bei der 
Beschwerdeführerin liegt zweifellos ein Statuswechsel von Vollzeit- zur 
Teilzeiterwerbstätigkeit mit Aufgabenbereich vor. Da unbestritten einzig die 
Geburt der Tochter im Februar 2019 zum Statuswechsel führte, ist nach 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein Revisionsgrund zu bejahen (Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 27. Oktober 2020, 9C_82/2020 E. 7 
[zur Publikation vorgesehen], vgl. auch BVR 2020 S. 270). Überdies ist mit 
Blick auf die nachfolgenden Erwägungen und insbesondere gestützt auf 

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das psychiatrische Gutachten vom 27. August 2018 (AB 195.1) entgegen 
der Annahme der Beschwerdegegnerin (AB 215 und Beschwerdeantwort 
S. 2 Ziff. 5) auch eine revisionsrechtlich relevante Veränderung der medizi-
nischen Situation im hier massgeblichen Zeitpunkt (Beginn des Wartejah-
res im Mai 2015 [vgl. E. 7.2 hiernach]) anzunehmen (vgl. BGE 141 V 9 
E. 5.2 S. 12; SVR 2020 IV Nr. 25 S. 84 E. 3). Der Rentenanspruch ist damit 
frei zu prüfen (vgl. E. 2.5.5 hiervor).

4.

4.1 Bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführe-
rin finden sich in den Akten insbesondere folgende Angaben:

4.1.1 In der Stellungnahme vom 22. April 2016 (AB 155) führte (der mitt-
lerweile verstorbene) Dr. med. F.________ von der Klinik G.________ aus, 
dass die Ablehnung des Leistungsanspruchs im September 2014 aufgrund 
der Diagnosen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und einer 
dissoziativen Störung erfolgt sei mit der Begründung, diese Krankheitsbil-
der seien mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbar. Während des 
Aufenthalts in ihrer Spezialstation für Traumafolgestörungen sei jedoch 
deutlich geworden, dass eine komplexe Posttraumatische Belastungs-
störung (ICD-10: F43.1) im Vordergrund stehe und die dissoziativen Bewe-
gungsstörungen und die anhaltenden somatoformen Schmerzen haupt-
sächlich als Folgen dieser Hauptdiagnose interpretiert werden müssten. 
Zusätzlich sei neu die Diagnose einer emotional instabilen Persönlich-
keitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10: F60.31) gestellt worden. Aus 
diesen Gründen sei die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Aufenthaltes 
in ihrer Klinik 100 % arbeitsunfähig gewesen, eine Überprüfung des Ren-
tenanspruchs sei unbedingt angezeigt (S. 2).

4.1.2 Der behandelnde Psychiater Dr. med. H.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in seinem Bericht vom 20. Mai 
2016 (AB 159 S. 3 ff.) die folgenden Diagnosen (S. 4): Anhaltende depres-
sive Störung, fluktuierend zwischen mittelgradig und schwer depressiv, 
aktuell schwer depressiv mit wiederholten suizidalen Krisen und Status 
nach mindestens vier Suizidversuchen, eine emotional instabile Persön-

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lichkeitsstörung vom Borderline-Typ, eine komplexe posttraumatische Be-
lastungsstörung, eine dissoziative Bewegungsstörung mit Zitteranfällen, 
Bewegungs- und Gangblockaden sowie aktenanamnestisch weitere soma-
tische Diagnosen (Hypophysenmikroadenom, polyzystisches Ovarialsyn-
drom, Reizdarmsyndrom mit Laktoseintoleranz, Diabetes mellitus Typ II, 
Restless Legs Syndrom). Der aktuelle Zustand weise schwer invalidisie-
renden Charakter auf und sei mit keiner Tätigkeit auf dem ersten Arbeits-
markt vereinbar. Das Zustandsbild sei medikamentös wenig beeinflussbar, 
wobei bisher ausgeprägte Unverträglichkeiten gegenüber mehreren Medi-
kamenten – sowohl Psychopharmaka als auch somatischen Medikamenten 
– aufgefallen seien. Auch auf der Funktionalitätsebene sei die Beschwerde-
führerin beispielsweise keineswegs in der Lage, sich regelrecht um den 
Haushalt für zwei Personen zu kümmern.

4.1.3 Im Bericht vom 9. August 2016 (AB 161) fasste die RAD-Ärztin 
Dr. med. I.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, die im 
Rahmen des Vorbescheidverfahrens eingereichten Berichte zusammen 
und hielt fest, dass auf den aktuellen psychiatrischen Austrittsbericht nach 
der Hospitalisation in der Klinik G.________ vom 7. Dezember 2015 bis 
zum 13. Januar 2016 (AB 155 S. 3 ff.) nicht abgestellt werden könne, da 
nicht klar sei, ob die beigefügte Mini-ICF-Testung überhaupt die Beschwer-
deführerin betreffe und es nichts über die Gesundheit aussage, wenn je-
mand plan- und ziellos sei und sich nicht an die Regeln halte (AB 161 S. 3). 
Auch auf den Bericht des behandelnden Psychiaters vom 20. Mai 2016 
(AB 159 S. 3 ff.) könne nicht abgestellt werden, da eingehend beschrieben 
sei, was sie höchstens an einem Tag leisten könne und was nicht. Gleich-
zeitig habe sie aber einen Ehemann finden und ihn heiraten und während 
der psychiatrischen Hospitalisation in ihr Heimatland zur Beerdigung einer 
Grosstante reisen können. Seit der letzten ablehnenden Verfügung im Sep-
tember 2014 sei keine Veränderung des Gesundheitszustandes eingetre-
ten (S. 4). Die Hospitalisation in der Psychiatrie über längere Zeit, die am-
bulante psychiatrische Behandlung und die besonderen Verhaltensweisen 
der Beschwerdeführerin belegten keine Verschlechterung, sondern unter-
strichen den bisher bereits beschriebenen Zustand. Auch wenn jetzt andere 
Diagnosen aufgeführt würden, sei der Zustand der gleiche geblieben, denn 

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schon bei der Anmeldung im Jahr 2011 sei als Gesundheitsstörung "psy-
chogener schwerer Tremor mit Gangstörung" angegeben worden.

4.1.4 Am 8. Februar 2017 nahm Dr. med. H.________ Stellung (AB 165 
S. 3 ff.) zum ablehnenden Vorbescheid vom 6. Januar 2017 (AB 164) und 
führte aus, dass sich die Heirat der Beschwerdeführerin im Januar 2013 im 
Kontext der vorliegenden Borderline-Störung durchaus erklären lasse. Die 
ebenfalls im gleichen abwertenden Ton erwähnte Reise zur Beerdigung der 
Grosstante sei unter der Voraussetzung einer vertieften Auseinanderset-
zung mit dem Verhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und der Ver-
storbenen würdigend zu legitimieren (S. 4). Die Beschwerdeführerin habe 
sich unter denkbar engmaschiger Obhut ihrer Familienangehörigen befun-
den und oftmals zusätzliche sedierende Medikamente einnehmen müssen. 
Die zusammenfassende Beurteilung der Beschwerdegegnerin, wonach 
neue Diagnosen aber ein unveränderter Zustand vorlägen, sei keineswegs 
haltbar. Ihr Zustand habe sich in den letzten eineinhalb Jahren bedeutsam 
verschlechtert. Aktuell bestehe seit einigen Monaten eine anhaltende, 
schwere depressive Störung, in deren Rahmen die Beschwerdeführerin 
mindestens wöchentlich deutlich suizidale Krisen erlebe. Es müsse betont 
werden, dass die von der Beschwerdegegnerin sowohl für die Zentraldia-
gnose als auch für die funktionelle Haupteinschränkung als zentral gehal-
tenen Zitteranfälle und Blockaden weiterhin zeitweise aufträten, jedoch 
aktuell seit einigen Monaten nicht die vordergründige funktionelle Ein-
schränkung im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit darstellten. Die Be-
schwerdeführerin sei primär durch die stark ausgeprägten, negativen kogni-
tiven Phänomene im Rahmen des vorliegenden depressiven Syndroms 
eingeschränkt. Trotz des krankheitsbedingt erheblich eingeschränkten Zu-
standes gelinge es im Rahmen der Behandlung, Betreuung und Begleitung 
zeitweise noch, bestimmte progressive Ressourcen bei der Beschwerde-
führerin zu fördern, so dass sie grundsätzlich zur Erwerbsintegration moti-
viert sei. Unter dem Gesichtspunkt des vorliegenden Zustandes seien die 
prognostischen Aussichten im Hinblick auf eine Reintegration über das 
RAV zum gegenwärtigen Zeitpunkt ungünstig und es werde sowohl an ei-
ner relevanten Zustandsverschlechterung in den letzten eineinhalb Jahren 
als auch an der Notwendigkeit von Eingliederungsmassnahmen durch die 
IV festgehalten. Wenn den behandelnden psychiatrischen Institutionen und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Feb. 2021, IV/20/370, Seite 13

Psychiatern nicht geglaubt werde, müsse zumindest eine umfassende 
psychiatrische Begutachtung durch einen neutralen Gutachter erfolgen.

4.1.5 Im Bericht vom 28. August 2017 (AB 168) hielt der RAD-Arzt 
Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Facharzt für 
Arbeitsmedizin und Facharzt für Kardiologie, fest, dass aus somatischer 
Sicht keine validen Anhaltspunkte für eine körperliche Erkrankung, die ak-
tuell zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen könnte, aktenkun-
dig sei (S. 4). Als gesicherte endokrinologische Diagnosen mit Nachsorge-
bedarf beständen ein zystisches Mikroprolaktinom und ein polyzystisches 
Ovarialsyndrom sowie ein Diabetes mellitus Typ II. Aufgrund der deskripti-
ven Darlegung des behandelnden Psychiaters Dr. med. H.________ er-
scheine eine "seit einigen Monaten" bestehende depressive Symptomatik 
mit umfassend hohem Betreuungsbedarf glaubhaft gemacht. Die dargeleg-
te Entwicklung der depressiven Symptomatik könne bezüglich ihres Aus-
prägungsgrades, der therapeutischen Potenziale und der Arbeitsfähigkeit 
erst nach endokrinologischer Abklärung und allenfalls Therapieoptimierung 
beurteilt werden.

4.1.6 Dr. med. J.________ fasste im Bericht vom 26. März 2018 (AB 184) 
die neu vorgelegten medizinischen Berichte zusammen und hielt fest, dass 
in gesamthafter Betrachtung des Verlaufs der körperlichen Symptome und 
Erkrankungen sowie unter Würdigung der Befunde eine leistungsrelevante 
funktionelle Einschränkung der Körperfunktionen bei der Beschwerdeführe-
rin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu keinem Zeitpunkt vorgelegen 
habe und auch aktuell nicht vorliege (S. 6). In gesamthafter versiche-
rungsmedizinischer Sicht sei anhand der vorliegenden Berichte nicht aus-
zuschliessen, dass der psychische Gesundheitszustand der Beschwerde-
führerin auf der Grundlage einer seit 2015 und zuvor bestehenden "sekun-
dären depressiven Entwicklung" seit Frühjahr 2016 im Sinne einer "ausge-
prägten depressiven Symptomatik" verschlechtert habe (S. 7). Aus den 
Diskrepanzen zwischen der fachärztlich-psychiatrischen Beurteilung des 
behandelnden Psychiaters Dr. med. H.________ und den Diagnosen und 
Einschätzungen der Psychiater der psychiatrischen Dienste K.________ 
resultiere aus Sicht des RAD die Empfehlung, die aktuelle diagnostische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Feb. 2021, IV/20/370, Seite 14

Zuordnung des Leidens und das dauerhaft bestehende Restleistungsver-
mögens durch ein psychiatrisches Gutachten abklären zu lassen.

4.1.7 Der Gutachter Dr. med. L.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten vom 27. Au-
gust 2018 (AB 195.1) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kombi-
nierte Persönlichkeitsstörung mit vor allem selbstunsicheren, ängstlichen 
und emotional instabilen (Borderline) Anteilen (ICD-10: F61.0), eine rezidi-
vierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit soma-
tischem Syndrom (ICD-10: F33.11), eine Angststörung im Sinne einer Ago-
raphobie ohne Panikstörung (ICD-10: F40.00 [vgl. auch S. 19]), eine disso-
ziative Bewegungsstörung und dissoziative Krampfanfälle im Sinne einer 
dissoziativen Störung (Konversionsstörung) gemischt (ICD-10: F44.7) so-
wie Essattacken bei anderen psychischen Störungen (ICD-10: F50.4 
[S. 21]). Neben den psychischen Störungen leide die Beschwerdeführerin 
auch an körperlichen Problemen im Sinne eines Hypophysenmikroade-
noms mit Erstdiagnose im August 2009, welches keine Insuffizienz der Hy-
pophysen-Hormonachsen, sondern lediglich eine leichte Hyperprolaktinä-
mie zur Folge hatte, sowie an einem polyzystischen Ovarsyndrom mit Oli-
gomenorrhoe und leichtem Hyperandrogenismus (S. 21). Seit 2010 sei die 
Beschwerdeführerin in regelmässiger psychiatrischer Behandlung aufgrund 
von anhaltender emotionaler Instabilität und dissoziativen Anfällen mit im-
mer wiederkehrenden suizidalen Krisen und auch Suizidversuchen und sei 
mehrfach psychiatrisch sowohl stationär als auch teilstationär in einer Ta-
gesklinik hospitalisiert gewesen (S. 22). Es sei ihr nicht gelungen, länger-
fristig im ersten Arbeitsmarkt Fuss zu fassen und auch sämtliche berufli-
chen Massnahmen seien aufgrund der psychiatrischen Störungsbilder 
letztendlich gescheitert (S. 23). In der angestammten Tätigkeit bestehe 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit 2010 (S. 25 Ziff. 8.1). Es gebe 
vermutlich keine ideale leidensangepasste Tätigkeit für die Beschwerdefüh-
rerin, weshalb die Arbeitsunfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit 
100 % betrage, vermutlich ebenfalls seit 2010 (Ziff. 8.2).

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Feb. 2021, IV/20/370, Seite 15

ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

4.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
in medizinischer Hinsicht massgeblich auf das psychiatrische Gutachten 
von Dr. med. L.________ vom 27. August 2018 (AB 195.1) gestützt. Dieses 
ist für die streitigen Belange umfassend und beruht auf einer einlässlichen 
klinischen Exploration inklusive jeweils eines klinischen standardisierten 
Testverfahrens zur Erfassung und Einordnung der Borderline- sowie der 
depressiven Symptomatik (AB 195.3). Die Einschätzung wurde in Berück-
sichtigung der geklagten Beschwerden und in Kenntnis der zahlreichen 
Vorakten erstattet und deckt sich diagnostisch weitgehend mit Letzteren. 
Sie überzeugt inhaltlich, indem die darin enthaltenen Darlegungen der me-
dizinischen Zusammenhänge sowie der Beurteilung der medizinischen Si-
tuation einleuchtet und die Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet 
sind. So untermauert Dr. med. L.________ zum Beispiel die Glaubwürdig-
keit seiner Einschätzung, indem er zwar das Vorhandensein eines gewis-
sen sekundären Krankheitsgewinns im Sinne einer Entlastung der Be-
schwerdeführerin bejahte, gleichzeitig aber auch festhielt, dass die Beein-
trächtigung und der Leidensdruck durch die psychische Störung diesen bei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Feb. 2021, IV/20/370, Seite 16

weitem überwiegen würden (AB 195.1 S. 24). Damit erfüllt das psychiatri-
sche Gutachten von Dr. med. L.________ (AB 195.1) die vorerwähnten 
höchstrichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 4.2 hiervor) und erbringt 
vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Der Gutachter hat 
ausführlich begründet, dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit nicht mehr auf 
die im Zeitpunkt der letzten rentenabweisenden Verfügung hauptsächlich 
massgebende dissoziative Bewegungsstörung (vgl. AB 135 S. 2) zurückzu-
führen sei, sondern auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit vor 
allem selbstunsicheren, ängstlichen und emotional instabilen (Borderline) 
Anteilen (ICD-10: F61.0), eine rezidivierende depressive Störung, gegen-
wärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11), 
eine Angststörung im Sinne einer Agoraphobie ohne Panikstörung (ICD-10: 
F40.00 [vgl. auch S. 19]), eine dissoziative Bewegungsstörung und disso-
ziativen Krampfanfälle im Sinne einer dissoziativen Störung (Konversions-
störung) gemischt (ICD-10: F44.7) sowie Essattacken bei anderen psychi-
schen Störungen (ICD-10: F50.4 [S. 21]). Weiter hat Dr. med. L.________ 
nachvollziehbar dargelegt, dass in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit wie 
auch in jeder anderen angepassten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit besteht (S. 25). Diese Einschätzung ist nachvollziehbar und über-
zeugend und findet Rückhalt in den vorliegenden Akten. 

Es ist im Übrigen vorliegend nicht zu beanstanden, dass eine monodiszi-
plinäre Begutachtung erfolgte, zumal der RAD-Arzt Dr. med. J.________ 
die Hormonproblematik nach Eingang der medizinischen Akten der behan-
delnden Fachärzte am 26. März 2018 als stabil eingestuft (vgl. AB 184) 
hatte und deshalb eine diesbezügliche Klärung nicht erforderlich war.

Wenn die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 
16. April 2020 (AB 215 S. 2) ausführt, dass die von Dr. med. L.________ 
diagnostizierte kombinierte Persönlichkeitsstörung durch den RAD ausge-
schlossen worden sei, überzeugt das nicht. Denn die der Begutachtung 
vorangehende Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr. med. I.________ vom 
9. August 2016 (AB 161) vermag den Beweiswert des Gutachtens von 
Dr. med. L.________ vom 27. August 2018 (AB 195.1) in keiner Weise zu 
schmälern: Die RAD-Ärztin stufte die mehrfachen längeren Klinikaufenthal-
te und die dort gestellten Diagnosen (AB 155) als nicht relevant und die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Feb. 2021, IV/20/370, Seite 17

Einschätzung des behandelnden Psychiaters Dr. med. H.________ 
(AB 159 S. 3 ff.) pauschal als nicht qualifiziert ein (AB 161 S. 3 f.). Dabei ist 
zu berücksichtigen, dass die RAD-Ärztin die Beschwerdeführerin zu keinem 
Zeitpunkt selbst untersucht hat und zudem als Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin nicht über einen zur Beurteilung und insbesondere auch 
Differenzierung von psychiatrischen Erkrankungen und der damit einherge-
henden Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit notwendigen 
Facharzttitel verfügt (vgl. statt vieler: Entscheid des BGer vom 22. März 
2010, 8C_83/2010, E. 3.2.3, wonach die fachliche Qualifikation der Ärzte 
hinsichtlich des Beweiswertes ihrer Aussage von erheblicher Bedeutung 
ist). Entsprechend hatte Dr. med. H.________ in seiner Stellungnahme 
vom 8. Februar 2017 (AB 165 S. 3 f.) die Ausführungen von Dr. med. 
I.________ kritisiert und in überzeugender Weise widerlegt. 

4.4 Soweit Dr. med. L.________ aufgrund der festgestellten Diagnosen 
in der angestammten sowie in einer angepassten Tätigkeit eine 100%-ige 
Arbeitsunfähigkeit attestiert hat (AB 195.1 S. 25 Ziff. 8.1 und Ziff. 8.2), ist 
deren rechtlicher Bestand nachfolgend nach Massgabe der einschlägigen 
Indikatoren zu prüfen (vgl. E. 2.2 hiervor): 

4.4.1 Diesbezüglich ist vorab festzuhalten, dass hier keine Ausschluss-
gründe im Sinne der höchstrichterlichen Rechtsprechung vorliegen (BGE 
141 V 281 E. 2.2 S. 287 f. unter Hinweis auf BGE 131 V 49). Insbesondere 
finden sich in den Akten keine Hinweise für eine Aggravation oder Simula-
tion. Diskrepanzen im Rahmen der Konsistenzprüfung wurden vom Gut-
achter explizit verneint (AB 195.1 S. 24). Soweit der Gutachter zwar das 
Vorhandensein eines gewissen sekundären Krankheitsgewinns im Sinne 
einer Entlastung der Beschwerdeführerin feststellte, führte er dazu über-
zeugend aus, dass dieser durch die Beeinträchtigung und den Leidens-
druck der diagnostizierten psychischen Störungen bei weitem überwiegt 
werde. 

4.4.2 Im Rahmen der Kategorie "funktioneller Schweregrad" (BGE 141 V 
281 E. 4.3 S. 298) ist zunächst der Komplex "Gesundheitsschädigung" zu 
beurteilen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1 S. 298). Zum Indikator Ausprägung der 
diagnoserelevanten Befunde und Symptome hielt der Gutachter folgendes 
fest: Das Leben der Beschwerdeführerin sei geprägt von anhaltender 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Feb. 2021, IV/20/370, Seite 18

emotionaler Instabilität und von seit 2010 ärztlich dokumentierten 
dissoziativen Krampfanfällen (S. 18), von seit der Jugendzeit auftretenden 
rezidivierenden depressiven Episoden (wobei sich diese und die 
Persönlichkeitsstörung gegenseitig in ungünstiger Weise beeinflussen 
[S. 19]), von so starken Ängsten bei grossen Menschenansammlungen, 
dass eine eigenständige Angststörung zu codieren war, sowie von seit der 
Jugend immer wieder dissoziativ anmutenden Bewegungsstörungen und 
Krampfanfällen (S. 20). Unter Berücksichtigung dieser zahlreichen Befunde 
ist die psychische Störung gemäss dem Gutachter insbesondere im Hin-
blick auf die Persönlichkeitsstörung als schwer zu qualifizieren (AB 195.1 
S. 23 Ziff. 7.2) und die diagnoserelevanten Befunde erweisen sich als aus-
geprägt. Betreffend den Indikator „Behandlungs- und Eingliederungserfolg 
oder -resistenz“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) steht fest, dass die 
Beschwerdeführerin während des jahrelangen, zunehmend schlechteren 
Verlaufs seit 2010 in regelmässiger psychiatrischer Behandlung steht und 
infolge anhaltender emotionaler Instabilität und dissoziativer Anfälle mit 
wiederkehrenden suizidalen Krisen und mehreren Suizidversuchen mehr-
fach psychiatrisch hospitalisiert werden musste (AB 195.1 S. 22 Ziff. 7.1). 
Die Beschwerdeführerin verfügt über eine sehr hohe Krankheitseinsicht 
und auch Therapiemotivation, jedoch konnten sämtliche therapeutischen 
Behandlungsversuche (sowohl stationär als auch ambulant) keinen nen-
nenswerten Erfolg bewirken (S. 23 Ziff. 7.2). Sämtliche therapeutischen 
Versuche sind gemäss Dr. med. L.________ lege artis durchgeführt wor-
den. Der Gutachter hielt es für auffallend, dass die Beschwerdeführerin im 
Zeitpunkt der Begutachtung zwar als Medikation Sequase bis zu viermal 
täglich 25mg sowie Valium in Reserve angab, jedoch kein Antidepressivum 
einnahm (S. 10 Ziff. 3.2.1). Er regte an, ein weiterer medikamentöser The-
rapieversuch – zum Beispiel mit einem SSRI – sei aufgrund der noch be-
stehenden zumindest mittelgradigen, teilweise vermutlich auch schweren 
depressiven Symptomatik in Erwägung zu ziehen. Zudem sei die regel-
mässige Einnahme von Valium längerfristig auch als problematisch zu wer-
ten (S. 23). Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Beschwerdeführerin im 
Zeitpunkt der Begutachtung bei Dr. med. L.________ schon schwanger 
war und die Behandlung mit Psychopharmaka retrospektiv differenziert zu 
beurteilen ist. Auch wenn noch gewisse medikamentöse Therapieoptionen 
bestanden, ist dennoch von einer Behandlungsresistenz auszugehen. Ob-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Feb. 2021, IV/20/370, Seite 19

wohl die Beschwerdeführerin "hochmotiviert" gewesen sei, im ersten Ar-
beitsmarkt Fuss zu fassen (S. 23 Ziff. 7.2), sind zudem sämtliche berufli-
chen Massnahmen aufgrund der psychiatrischen Störungsbilder gescheitert 
(S. 23 Ziff. 7.1 und S. 27 Ziff. 3), weshalb auch eine Eingliederungsresis-
tenz anzunehmen ist. Eine massgebende somatische Komorbidität (BGE 
141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) besteht nicht, nachdem der RAD-Arzt 
Dr. med. J.________ in seinem Bericht vom 26. März 2018 (AB 184 S. 6) 
die Hormonproblematik überzeugend als stabil eingestuft hatte (vgl. E. 4.3 
hiervor).

Hinsichtlich des Komplexes "Persönlichkeit" ist festzuhalten, dass das ge-
samte Leben der Beschwerdeführerin von anhaltender emotionaler Instabi-
lität geprägt war und ist, so dass der psychiatrische Gutachter die Diagnose 
einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit vor allem selbstunsicheren, 
ängstlichen und emotional instabilen (Borderline) Anteilen nach ICD-10 
stellte (S. 18). Daneben waren die Symptome einer Angstsymptomatik so 
stark ausgeprägt, dass der psychiatrische Gutachter diese als eigenständi-
ge Angststörung im Sinne einer Agoraphobie ohne Panikstörung (ICD-10: 
F40.00) codierte (S. 19). Dieser Komplex weist damit auf stark ressourcen-
hemmende Faktoren hin.

Der Komplex "Sozialer Kontext" (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) zeigt, 
dass die Beschwerdeführerin grundsätzlich relativ gute Unterstützung im 
sozialen Umfeld durch ihren Ehemann und teilweise auch ihre Schwester 
erhält und auch Verständnis für ihre psychische Erkrankung erfährt 
(AB 209 S. 1, S. 5 und S. 7 Ziff. 6.7). Festzuhalten ist jedoch, dass beide 
Elternteile vorbelastet sind und eine IV-Rente beziehen (AB 195.1 S. 12 
Ziff. 3.2.3). Psycho-heredopathisch bestehen zudem Belastungsfaktoren, 
da die Mutter, eine Tante und die Grossmutter mütterlicherseits an Depres-
sionen gelitten hatten (AB 195.1 S. 22 Ziff. 7.1). In diesem Umfeld ist die 
offenkundig nicht geplante und nicht gewünschte Tochter (vgl. AB 213 S. 4) 
eher als belastender und ressourcenhemmender Faktor denn als stützend 
einzustufen.

4.4.3 Zum Indikator "Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus 
in allen vergleichbaren Lebensbereichen" (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 
f.) bemerkte der Experte, dass die Beschwerdeführerin sowohl einen Rück-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Feb. 2021, IV/20/370, Seite 20

zug von unangenehmen als auch angenehmen Tätigkeiten ihres Lebens 
geboten habe und vor allem auch im Privatleben sehr eingeschränkt sei 
(AB 195.1 S. 24 f.). Dabei habe sie keine manipulativen Verhaltensweisen 
im Sinne eines Beibehaltens von Führungs- oder Kontrollfunktionen über 
Drittpersonen gezeigt (S. 25). Gegenüber dem Gutachter gab die Be-
schwerdeführerin zum Tagesablauf an, dass sie meist mit ihrem Mann um 
3.30 Uhr aufstehe und danach nicht mehr schlafen könne (S. 13). Sie erle-
dige am Vormittag und am Nachmittag den Haushalt und gehe manchmal 
einkaufen. Nach dem Abendessen gehe sie mit ihrem Mann spazieren oder 
sehe mit ihm fern und gehe gegen 22.00 Uhr ins Bett. Als Hobby gab sie 
vor allem Lesen an. Diese spärlichen Aktivitäten und fehlenden ausserfami-
liären sozialen Kontakte sind mit der attestierten vollständigen Arbeitsun-
fähigkeit vereinbar. Es ist von einem konsistenten Verhalten auszugehen.

In Bezug auf den "Behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausge-
wiesenen Leidensdruck" und in diesem Zusammenhang die Inanspruch-
nahme von therapeutischen Optionen (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) ist 
festzuhalten, dass dieser Indikator angesichts der zahlreichen längerdau-
ernden stationären und tagesklinischen Hospitalisationen sowie der seit 
Jahren in Anspruch genommenen ambulanten Behandlung mit wöchentli-
chen Therapiesitzungen (AB195.1 S. 10) ausgewiesen ist. 

4.4.4 In der Gesamtbetrachtung sind die geltend gemachten funktionellen 
Auswirkungen der medizinisch festgestellten psychischen Beeinträchtigung 
anhand der Standardindikatoren überwiegend wahrscheinlich erstellt, wes-
halb das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens zu beja-
hen ist. Vor diesem Hintergrund ist auf die gutachterlich attestierte vollstän-
dige Arbeitsunfähigkeit auch aus rechtlicher Optik abzustellen.

5.

Umstritten ist vorliegend der Status der Beschwerdeführerin resp. der Um-
fang, in welchem sie als Gesunde erwerbstätig wäre. Im Abklärungsbericht 
Beruf und Haushalt vom 24. Juli 2019 (AB 209) wurde eine Erwerbstätigkeit 
von 60 % und Hausarbeit im Umfang von 40% festgelegt (S. 3 Ziff. 2.6).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Feb. 2021, IV/20/370, Seite 21

Mit dieser Beurteilung zeigt sich die Beschwerdeführerin nicht einverstan-
den und macht geltend, dass sie nie Kinder geplant habe und davon habe 
ausgehen müssen, keine Kinder bekommen zu können, weshalb sie nach 
der Lehre ihre Ausbildung weitergeführt und nahtlos ein Studium ange-
schlossen habe. Ihr Leben hätte sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 
auch mit Kind entsprechend gestaltet, so dass sie als Gesunde und Mutter 
in einem Pensum von 80% arbeiten würde (Beschwerde vom 20. Mai 2020 
S. 8 Ziff. 11). Unter Berücksichtigung der im Sozialversicherungsrecht gel-
tenden Beweismaxime, wonach die sogenannten spontanen "Aussagen der 
ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als 
spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen 
Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein 
können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 47), ist auf die 
Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich des Abklärungsgesprächs 
vom 9. Juli 2020 abzustellen. Dort hatte sie ausgeführt, dass es ihr Traum 
gewesen sei, sich bei guter Gesundheit im … weiterzubilden und dass sie 
zudem aufgrund der knappen finanziellen Verhältnissen des Ehepaares 
auch mit der Tochter 80 % arbeitstätig sein würde (AB 209 S. 2 Ziff. 2.5). 
Zudem besuche die Tochter selbst jetzt – ohne dass die Beschwerdeführe-
rin einer Arbeitstätigkeit nachgeht – an drei Tagen pro Woche die Kinderta-
gesstätte und würde dies bei guter Gesundheit der Beschwerdeführerin an 
allen ihren Arbeitstagen ebenfalls tun. Dies erscheint glaubwürdig und 
nachvollziehbar. Wenn hingegen die Abklärungsfachperson im Ab-
klärungsbericht vom 24. Juli 2017 (AB 209 S. 3 Ziff. 2.6.1) festhält, dass 
"finanzielle Aspekte für die Aufnahme einer 80 %igen Tätigkeit […] nicht im 
Vordergrund" ständen, ohne dass diese Annahme in irgendeiner Weise 
begründet würde, kann dem nicht gefolgt und darauf nicht abgestellt wer-
den, zumal auch in den Akten keine entsprechenden Hinweise bestehen. 
Vielmehr ist im Gesundheitsfalle bis zur Geburt der Tochter im Februar 
2019 von einer ausschliesslichen Erwerbstätigkeit auszugehen. Mit der 
Geburt ist ein Revisionsgrund gegeben und ab März 2019 ein neuer Status 
von 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Haushalt anzunehmen. Damit ist zur 
Invaliditätsbemessung für die Zeit bis Februar 2019 zunächst die allgemei-
ne Methode des Einkommensvergleichs und ab diesem Zeitpunkt die ge-
mischte Methode anzuwenden (vgl. E. 2.4 hiervor). Letzten Endes kann die 
Statusfrage jedoch offengelassen werden, da selbst die Annahme eines 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Feb. 2021, IV/20/370, Seite 22

Status von 60 % Erwerbstätigkeit und 40 % Haushalt am Ausgang des Ver-
fahrens nichts zu ändern vermöchte (vgl. hierzu E. 8.2 nachfolgend).

6.

Nachfolgend sind zunächst die Einschränkungen im Bereich Haushalt seit 
der Geburt der Tochter im Februar 2019 zu prüfen (vgl. E. 2.4 und E. 3.2 
hiervor). 

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

6.2 Der Abklärungsbericht Beruf und Haushalt vom 24. Juli 2019 
(AB 209) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung gemäss E. 6.1 
hiervor und überzeugt hinsichtlich der Einschränkungen der Beschwerde-
führerin im Aufgabenbereich (S. 4 ff. Ziff. 6). Die Feststellungen der fach-
kundigen Abklärungsperson basieren auf eigenen, vor Ort und in Anwe-
senheit der Beschwerdeführerin durchgeführten Erhebungen und berück-
sichtigen die bestehenden gesundheitlichen Einschränkungen. Der Ab-
klärungsbericht ist zudem hinsichtlich der Gewichtung der Tätigkeitsberei-
che ausreichend detailliert und den Einschränkungen sowie den Angaben 
der Beschwerdeführerin wurde angemessen Rechnung getragen. Abgese-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Feb. 2021, IV/20/370, Seite 23

hen von der Statusfrage (vgl. E. 5 vorstehend) liegen keine klaren Fehlein-
schätzungen vor und werden auch nicht geltend gemacht. Die festgestell-
ten Einschränkungen in der Haushaltsführung von 27.5 % (S. 6 Ziff. 6.6) 
sind einleuchtend und unbestritten geblieben. Dementsprechend ist davon 
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung der Mit-
wirkungspflicht ihres Ehemannes und ihrer Schadenminderungspflicht in 
diesem Ausmass eingeschränkt ist, was ausgehend von einem Status 
20 % Haushalt (vgl. E. 5 hiervor) einer gewichteten Einschränkung von 
5.5 % (27.5 x 0.2) bzw. bei einem Status von 40 % Haushalt einer solchen 
von 11 % entspricht (27.5 x 0.4). 

7.

Weiter ist zu prüfen, wie es sich mit der Invalidität im Erwerbsbereich ver-
hält. Dabei ist die Einschränkung nach der allgemeinen Methode des Ein-
kommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.4 hiervor).

7.1

7.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

7.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Feb. 2021, IV/20/370, Seite 24

7.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). 

Unter Berücksichtigung der Neuanmeldung zum Leistungsbezug im De-
zember 2015 (AB 145 ff.) war die halbjährige Karenzfrist nach Art. 29 
Abs. 1 IVG im Juni 2016 abgelaufen. Ob die Einschränkung in diesem 
Ausmass tatsächlich bereits 2010 vorgelegen hat, wie der psychiatrische 
Gutachter festgehalten hat (AB 195.1 S. 25 Ziff. 8.1 f.) – und insofern im 
Widerspruch zur Verfügung vom 29. September 2014 (AB 135) stehen 
würde –, braucht nicht abschliessend geklärt zu werden, zumal eine we-
sentliche Arbeitsunfähigkeit nach den aktuellen medizinischen Akten im 
Mai 2015 bestanden hat und damit das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 IVG 
ohne weiteres erfüllt ist. Der frühestmögliche Rentenbeginn ist deshalb auf 
Juni 2016 festzusetzen.

7.3

7.3.1 Für die Zeit ab Juni 2016 (vgl. E. 7.2 vorstehend) bis zur Nieder-
kunft im Februar 2019 (AB 207) erübrigt sich die Ermittlung der Vergleichs-
einkommen, da in jeglicher Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 
bestand (vgl. E. 4.3 und E. 4.4.4 vorstehend). Der IV-Grad betrug damit ab 
dem 1. Juni 2016 100 % (vgl. E. 2.3 vorstehend).

7.3.2 Die Geburt der Tochter im Februar 2019 stellt einen Revisionsgrund 
dar (vgl. E. 3.2 vorstehend) und es ist deshalb der IV-Grad ab Mai 2019 
neu zu ermitteln (vgl. E. 2.5.6 hiervor). Der Gesundheitszustand präsentier-
te sich auch nach der Niederkunft unverändert und die Beschwerdeführerin 
ist seither weiterhin vollständig arbeitsunfähig in jeglicher Tätigkeit (vgl. 
E. 4.3 und E. 4.4.4 vorstehend). Im Erwerbsbereich besteht deshalb auch 
nach Eintreten des Revisionsgrundes ein IV-Grad von 100 %, was gewich-
tet einen solchen von 80 % (100 x 0.8) resp. 60 % (100 x 0.6) ergibt (vgl. 
E. 5 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Feb. 2021, IV/20/370, Seite 25

8.

8.1 In der Zeit vom frühestmöglichen Rentenbeginn im Juni 2016 bis zur 
Geburt der Tochter im Februar 2019 besteht bei der Beschwerdeführerin 
gestützt auf die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs ein IV-
Grad von 100 % (vgl. E. 7.3.1 vorstehend). Mit der Niederkunft und dem 
daraus folgenden Statuswechsel gelangt die gemischte Methode zur An-
wendung: Seit Februar 2019 beträgt der gewichtete IV-Grad der Be-
schwerdeführerin im Bereich Erwerbstätigkeit 80 % (vgl. E. 7.3.2 hiervor) 
und im Bereich Haushalt 5.5 % (vgl. E. 6.2 vorstehend), woraus ein IV-
Grad von gerundet 86 % resultiert (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 
und 3.3 S. 123). Die Beschwerdeführerin hat deshalb auch nach der Sta-
tusänderung im Februar 2019 Anspruch auf eine ganze IV-Rente. 

8.2 Selbst wenn – wie von der Beschwerdegegnerin angenommen – 
von einem Status von 60 % Erwerbstätigkeit und 40 % Haushalt ausge-
gangen würde, änderte dies nichts am Ausgang des Verfahrens. Bei einem 
gewichteten IV-Grad von 60 % im Erwerbsbereich (vgl. 7.3.2 hiervor) und 
einem solchen im Bereich Haushalt von 11 % (vgl. E. 6.2 hiervor) resultier-
te ein IV-Grad von 71 %. Auch diesfalls hätte die Beschwerdeführerin ab 
Februar 2019 weiterhin Anspruch auf eine ganze IV-Rente (vgl. E. 2.3 vor-
stehend).

9.

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde vom 20. Mai 2020 gutzuheissen 
und die angefochtene Verfügung vom 16. April 2020 (AB 215) aufzuheben. 
Der Beschwerdeführerin ist ab dem 1. Juni 2016 eine ganze IV-Rente zu-
zusprechen. 

Anzufügen bleibt, dass die zur Invalidität führende Arbeitsunfähigkeit zwar 
allenfalls bereits im Jahr 2010 eingetreten war (vgl. E. 7.2 hiervor), die Be-
schwerdeführerin in ihrer letzten kurzen Erwerbstätigkeit im Jahr 2011 den 
Mindestjahreslohn (Eintrittsschwelle) nach Art. 7 des Bundesgesetzes vom 
25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvor-
sorge (BVG; SR 831.40) jedoch nicht erreicht hatte (AB 204 S. 2). Es be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Feb. 2021, IV/20/370, Seite 26

steht demnach keine Vorsorgeeinrichtung, welcher die angefochtene Ver-
fügung hätte eröffnet bzw. welche im Beschwerdeverfahren hätte beigela-
den werden können (vgl. dazu SVR 2007 IV Nr. 8 S. 27).

10.

10.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.–, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

10.2 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf Ersatz der 
Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und oh-
ne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und 
nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG).

Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikostenersatz 
bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechtsschutzversi-
cherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund eines allge-
meingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, welcher im 
konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. Der Stunden-
ansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung festgelegt, wobei 
als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juristinnen und Juristen 
sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversicherungsexpertinnen 
und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertretung gelten alle übri-
gen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rundschreiben der Sozialver-
sicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für französischsprachige 
Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dezember 
2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle der Vertretung durch eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Feb. 2021, IV/20/370, Seite 27

gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im Sinne der Rechtsprechung 
(BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenansatz bei einer fachlich quali-
fizierten Vertretung auf Fr. 130.– festgelegt.

Vorliegend wurde die Beschwerdeführerin durch Rechtsanwalt C.________ 
vom Rechtsdienst B.________, einer gemeinnützig tätigen Rechtsbera-
tungsstelle im Sinne von BGE 135 I 1, vertreten. 

Mit Kostennote vom 9. Juli 2020 hat Rechtsanwalt C.________ einen Auf-
wand von 11.3 Stunden à Fr. 130.–, ausmachend Fr. 1'469.–, und die 
Mehrwertsteuer von Fr. 113.10, total Fr. 1‘582.10, geltend gemacht, was 
nicht zu beanstanden ist. Die Parteientschädigung wird damit auf 
Fr. 1‘582.10 festgesetzt; diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin zu ersetzen.

10.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege als gegenstandslos geworden 
vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 16. April 2020 aufgehoben und der Beschwerdefüh-
rerin wird ab dem 1. Juni 2016 eine ganze IV-Rente zugesprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘582.10 (inkl. MwSt.), zu ersetzen.

4. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als erledigt vom Ge-
schäftsverzeichnis abgeschrieben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Feb. 2021, IV/20/370, Seite 28

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.