# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 89564882-2cc4-5905-8d14-9e97727f1ec2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 14.11.2018 SK1 2017 14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2017-14_2018-11-14.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Ref.: Chur, 14. November 2018 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 17 14 15. Januar 2019

(Mit Urteil 6B 230/2019 vom 27. August 2019 hat das Bundesgericht die gegen 
dieses Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.)

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Pedrotti
RichterInnen Michael Dürst und Pritzi
Aktuar Nydegger

In der strafrechtlichen Berufung

des X._____, Berufungskläger, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. et 
oec. Pius Fryberg, Quaderstrasse 8, 7000 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 29. November 2016, mitgeteilt am 15. 
Februar 2017, in Sachen

der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, 
Berufungsbeklagte,

der Y.1_____, Berufungsbeklagte,

der Y.2_____, Berufungsbeklagte,

der Y.3_____, Berufungsbeklagte,

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der Y.3_____, Beufungsbeklagte,

des Y.5_____, Berufungsbeklagter,

und der Y.6_____, Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto 
Nigg, Reichsgasse 65, 7000 Chur, gegen den Berufungskläger,

betreffend Vergewaltigung etc.,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A.a. X._____ wurde am _____ 1994 in O.1_____geboren. Er wuchs mit drei äl-
teren Brüdern und einer jüngeren Schwester bei seinen Eltern auf. Das Familien-
verhältnis ist sehr gut. Wegen des Krieges floh die Familie im Januar 2001 in die 
Schweiz. In der Schweiz hielt sich die Familie zunächst im Transitzentrum 
A._____ in O.2_____ auf. Ab dem _____ 2014 wohnte die Familie X._____ in 
O.3_____. Dort besuchte X._____ im Schulhaus B._____ die Kleinklasse, wobei 
er die zweite Klasse wiederholte. Von Januar 2009 bis April 2010 wohnte die ge-
samte Familie in O.4_____. Im April 2010 kam die Familie nach O.3_____ zurück. 
Nach der zweiten Realschulklasse verliess X._____ die Schule und absolvierte 
zwischen dem 17. September 2010 und dem 31. Juli 2012 in O.5_____ bei der 
Firma C._____ eine zweijährige Anlehre als Maurer. Dort war er als Wochenauf-
enthalter gemeldet. Er kündigte, fand in O.3_____ aber keine Anstellung. Zwi-
schen dem 1. April 2013 und dem 23. Juli 2013 arbeitete er temporär als Eisenle-
ger bei der inzwischen liquidierten Firma D._____ in O.3_____. Über ein Arbeits-
programm des E._____ konnte er zwischen dem 27. März 2014 und dem 1. Okto-
ber 2014 bei der Firma F._____ in O.3_____ arbeiten. Ab dem 2. März 2015 war 
er wieder für die Firma F._____ in O.3_____ tätig. Ab 1. April 2013 wohnte er al-
leine in einer 1-Zimmerwohnung an der _____gasse in O.3_____. Zwischen März 
2015 und März 2016 arbeitete er für G._____. Er erhielt für seine Tätigkeit monat-
lich CHF 350.00 und wurde im Übrigen von den Sozialen Diensten der Stadt 
O.3_____ finanziell unterstützt. Inzwischen ist X._____ nach O.6_____ gezogen. 
Er muss weiterhin durch die öffentliche Hand unterstützt werden. Vermögen hat 
X._____ keines. Seine Schulden betragen ca. CHF 2'000.00. X._____ ist ledig und 
hat keine Unterhaltspflichten zu erfüllen. Er war nie ernsthaft krank und hatte kei-
nen schweren Unfall erlitten.

In den letzten Jahren beschäftigte er immer wieder die Stadtpolizei O.3_____ und 
die Kantonspolizei Graubünden, was seinen Leumund arg trübt.

A.b. Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X._____ mit einer Verurteilung 
der Jugendanwaltschaft des Kantons Graubünden vom 10. Juli 2012 wegen An-
griffs gemäss Art. 134 StGB zu einem Freiheitsentzug von 30 Tagen, bedingt voll-
ziehbar bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie einer Busse von CHF 150.00 ver-
zeichnet.

B.a. Die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) 
eröffnete am 23. November 2012 die Strafuntersuchung gegen X._____ wegen 
versuchten Raubes. Mit Verfügung vom 18. Februar 2013 wurde die Strafuntersu-

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chung wegen mehrfacher Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 
ausgedehnt.

B.b. Mit Verfügung vom 20. August 2013 wurde das Verfahren gegen X._____ 
wegen Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz und wegen Gewalt und 
Drohung gegen Behörden und Beamte ausgedehnt.

B.c. Am. 30. September 2013 wurde das Verfahren betreffend versuchter Raub 
oder Drohung eingestellt.

B.d. Am 20. Januar 2014 erstattete Y.5_____ Strafanzeige gegen X._____ we-
gen Diebstahls. Gleichzeitig konstituierte er sich als Privatkläger im Zivilpunkt und 
machte eine Zivilforderung in Höhe von CHF 1'100.00 geltend.

B.e. Am 13. März 2014 erstattete H._____, die Mutter von Y.6_____, bei der 
Kantonspolizei Graubünden Strafanzeige gegen X._____ wegen Vergewaltigung. 
Y.6_____ konstituierte sich am 14. März 2014 gegenüber der Staatsanwaltschaft 
als Privatklägerin im Zivilpunkt, wobei sie angab, sie werde die Forderung spätes-
tens im Parteivortrag vor Gericht beziffern und begründen.

B.f. Am 14. März 2014 stellte I._____ Strafantrag gegen X._____ wegen sexu-
eller Belästigung. Gleichzeitig konstituierte sie sich als Privatklägerin im Zivilpunkt, 
wobei sie angab, sie werde die Forderung spätestens im Parteivortrag vor Gericht 
beziffern und begründen.

B.g. Mit Verfügung vom 21. März 2014 ernannte die Staatsanwaltschaft MLaw 
Stephan Bachmann als amtlichen Verteidiger von X._____.

B.h. Im Zusammenhang mit Handlungen gegen die sexuelle Integrität zum 
Nachteil von Y.3_____ konstituierte diese sich am 25. März 2014 als Privatkläge-
rin im Zivilpunkt, wobei sie angab, sie werde die Forderung spätestens im Partei-
vortrag vor Gericht beziffern und begründen.

B.i. Am 27. März 2014 stellte M._____ Strafantrag gegen X._____ wegen se-
xueller Belästigung. Gleichzeitig konstituierte sie sich als Privatklägerin im Zivil-
punkt, wobei sie angab, sie werde die Forderung spätestens im Parteivortrag vor 
Gericht beziffern und begründen.

B.j. Am 11. April 2014 stellte Y.2_____ Strafantrag gegen X._____ wegen 
strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität. Gleichzeitig konstituierte sie 
sich als Privatklägerin im Zivilpunkt, wobei sie angab, sie werde die Forderung 
spätestens im Parteivortrag vor Gericht beziffern und begründen.

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B.k. Am 15. April 2014 stellte Y.3_____ Strafantrag gegen X._____ wegen 
strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität. Gleichzeitig konstituierte sie 
sich als Privatklägerin im Zivilpunkt, wobei sie angab, sie werde die Forderung 
spätestens im Parteivortrag vor Gericht beziffern und begründen.

B.l. Am 18. April 2014 stellte J._____ Strafantrag gegen X._____ wegen sexu-
eller Belästigung und Tätlichkeit. Gleichzeitig konstituierte sie sich als Privatkläge-
rin im Zivilpunkt, wobei sie angab, sie werde die Forderung spätestens im Partei-
vortrag vor Gericht beziffern und begründen.

B.m. Am 25. Juni 2014 erstattete Y.1_____ Strafanzeige gegen X._____ wegen 
sexuellen Handlungen mit Kindern etc. Gleichzeitig konstituierte sie sich als Pri-
vatklägerin im Zivilpunkt, wobei sie angab, sie werde die Forderung spätestens im 
Parteivortrag vor Gericht beziffern und begründen.

B.n. Mit Verfügung vom 14. Dezember 2015 dehnte die Staatsanwaltschaft das 
Verfahren gegen X._____ wegen Vergewaltigung und weiteren Sexualdelikten 
aus.

B.o. Am 1. November 2015 erstattete K._____, die Mutter von L._____, Strafan-
zeige gegen X._____ wegen sexuellen Handlungen mit Kindern etc. zum Nachteil 
ihrer Tochter. Am. 2 November 2015 konstituierte sich L._____, vertreten durch 
K._____, als Privatklägerin im Straf- und Zivilpunkt, wobei sie angab, sie werde 
die Forderung spätestens im Parteivortrag vor Gericht beziffern und begründen.

B.p. Am 5. Januar 2016 stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen 
X._____ wegen sexueller Belästigung zum Nachteil von I._____, M._____ und 
J._____ ein.

B.q. Mit Befehl vom 19. Juli 2016 beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft die 
von der Polizei zuvor sichergestellten 0.1 Gramm Kokain.

B.r. Am 4. August 2016 stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen 
X._____ wegen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz vom 31. Dezem-
ber 2013 sowie wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind zum Nachteil von 
L._____ ein.

C. Am. 23. August 2016 erhob die Staatsanwaltschaft beim Bezirksgericht 
Plessur (seit 1. Januar 2017: Regionalgericht Plessur) Anklage gegen X._____. 
Der Anklageschrift liegt folgender Sachverhalt zugrunde:

1.1 Mehrfache Schändung gemäss Art. 191 StGB und mehrfache sexu-
elle Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB 

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1.1.1 Am 30. November 2012 begaben sich Y.3_____, N._____ und zwei 
ihrer Schwestern zusammen mit ein paar Kollegen ins Lokal 
O._____ im _____ in O.3_____. Später gesellten sich der Beschul-
digte und P._____ dazu. Es wurde reichlich Alkohol konsumiert. Mit 
der Zeit war Y.3_____ so stark alkoholisiert, dass sich die Gruppe 
entschloss, mit ihr in die nahe gelegene elterliche Wohnung von 
N._____ im _____ zu gehen. Auf dem Weg dorthin musste 
Y.3_____ wegen ihres alkoholisierten Zustandes gestützt werden. 
In der Wohnung angekommen, ging die Gruppe in N._____s Zim-
mer, in dem Y.3_____ zu Bett gebracht wurde. Etwas später bega-
ben sich, mit Ausnahme von Y.3_____ und dem Beschuldigten, alle 
anderen in ein anderes Zimmer. Y.3_____ erwachte nach 01.00 Uhr 
des 1. Dezember 2012, weil sie Schmerzen in der Intimgegend ver-
spürte. Es war Y.3_____s erster Geschlechtsverkehr. Der Beschul-
digte hatte sie ausgezogen, lag auf ihr und penetrierte sie vaginal in 
Ausnützung der dem Beschuldigten bekannten Tatsache, dass 
Y.3_____ wegen des konsumierten Alkohols widerstandsunfähig 
war und sich nicht zur Wehr setzen konnte. Y.3_____ sagte zum 
Beschuldigten mehrmals "nein", was dieser ignorierte. 

Nach Angaben des Beschuldigten wollte auch Y.3_____ den Ge-
schlechtsverkehr.

[…]

1.1.2 Am 1. März 2014 war Y.1_____ zusammen mit Q._____ im _____ 
in O.3_____ an der Fasnachtsparty. Y.1_____ trank sehr viel Alko-
hol. Ihr war schwindlig und sie wollte an die frische Luft. Draussen 
trafen Y.1_____ und Q._____ den Beschuldigten. Q._____ sagte zu 
ihm sinngemäss, er solle auf Y.1_____ aufpassen, damit ihr nichts 
passiere. Der Beschuldigte brachte Y.1_____ in der Nacht auf den 
2. März 2014 in seine Studiowohnung an der _____gasse in 
O.3_____, wobei er sie wegen deren konsumierten Alkohols stützen 
musste. Ohne Hilfe konnte sie nicht mehr gut laufen und stützte ih-
ren Arm auf der Schulter des Beschuldigten ab. In seiner Wohnung 
legte der Beschuldigte Y.1_____ aufs Bett. Ihr wurde schlecht. Sie 
musste sich übergeben. Danach legte er sie erneut aufs Bett. Von 
da an fehlt Y.1_____ die Erinnerung bis zum Zeitpunkt, als sie bei 
ihrem ersten Geschlechtsverkehr Schmerzen im Vaginalbereich 
verspürte, weil der Beschuldigte in seiner Wohnung, nachdem er 
Y.1_____ deren Hosen und Unterhosen zumindest heruntergezo-
gen hatte, zwischen ihren gespreizten Beinen kniete und sie vaginal 
penetrierte. Sie sagte zu ihm, er solle aufhören, weil er ihr Schmer-
zen bereite. Dies ignorierte der Beschuldigte. Er wusste, dass 
Y.1_____ wegen ihres alkoholisierten Zustandes zum Widerstand 
unfähig war, es ihr nicht gelang, ihn wegzuschubsen und sich gegen 
den mit ihr vollzogenen Geschlechtsverkehr erfolgreich zu wehren. 
Die nächste Erinnerung von Y.1_____ ist die, dass sie bei sich zu-
hause erwachte. 

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Der Beschuldigte, geboren am 1. Februar 1994, vollzog den ge-
schilderten Geschlechtsverkehr mit Y.1_____, geboren am 6. No-
vember 1998, obwohl sie noch nicht 16 Jahre alt war und der Al-
tersunterschied zwischen ihnen mehr als drei Jahre betrug. Bei 
pflichtgemässer Aufmerksamkeit hätte dem Beschuldigten bewusst 
gewesen sein müssen, dass Y.1_____ das Schutzalter von 16 Jah-
ren noch nicht überschritten hatte.

Der Beschuldigte steckte beim genannten Geschlechtsverkehr 
Y.1_____ mit dem Hepatitis-Virus Typ B an, wobei der Beschuldigte 
zu jenem Zeitpunkt nicht wusste, dass er Träger dieses Virus war. 

Der Beschuldigte bestreitet, mit Y.1_____ den Geschlechtsverkehr 
vollzogen zu haben.

[…]

1.1.3 Y.3_____, geboren am 6. April 2000, hielt sich Mitte Dezember 
2013 oder Mitte Januar 2014 um ca. 16.00 Uhr zusammen mit ihrer 
Schwester Y.2_____ und Kolleginnen gegenüber der Schliessfächer 
im Erdgeschoss des Bahnhofs O.3_____ auf. Der Beschuldigte be-
fand sich bereits dort, als die Gruppe dazukam. Nach ein paar Minu-
ten packte der Beschuldigte Y.3_____ mit den Händen unter deren 
Achselhöhlen und hob sie in die Luft. Um nicht hinunterzufallen, 
schlang Y.3_____ ihre Beine um die Hüfte des Beschuldigten. In 
dieser Position machte der Beschuldigte in Andeutung eines Ge-
schlechtsverkehrs Vor- und Rückwärtsbewegungen und sagte zu 
Y.3_____, dass sie ihn anrufen solle, sobald sie 18 Jahre alt sei. 
Dann würde er sie "bumsen". Y.3_____ wehrte sich durch Zappeln 
und hiess den Beschuldigten, sie in Ruhe zu lassen. Er liess von ihr 
ab. Der Beschuldigte wusste, dass Y.3_____ noch nicht 16-jährig 
war.

Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf.

[…]

1.2 Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB

Y.6_____ befand sich am 12. März 2014 in O.3_____ auf dem 
Bahnhof und verpasste den letzten Zug nach O.7_____. Für den 
teureren Nachtbus hatte sie zu wenig Geld dabei. Der Beschuldigte 
bot Y.6_____ an, bei ihm an der _____gasse in O.3_____ zu über-
nachten. Sie nahm das Angebot an, gab dem Beschuldigten jedoch 
zugleich zu verstehen, dass sie nicht mehr wolle. In der Wohnung 
schloss der Beschuldigte die Türe ab und nahm den Schlüssel ab. 
Später nahm er ihr deren Mobile ab und legte es auf das Tablar am 
Kopfende des Bettes. Sie erhielt von ihm eine Trainerhose, die sie, 

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ohne sich dabei etwas zu denken, anzog. Sie setzten sich aufs Bett 
und schauten fern. Er begann sie zu küssen. Sie drehte den Kopf 
weg. Er fasste sie, ohne zu würgen, am Hals und küsste sie auf den 
Mund. Sie gab ihm zu verstehen, dass sie dies nicht wolle, sie habe 
einen Freund. Sie ging zur Toilette in der Absicht, die Nacht dort zu 
verbringen. Die Toilette hatte aber keinen Schlüssel. Deshalb ging 
sie zurück ins Zimmer und setzte sich neben den Beschuldigten 
aufs Bett. Er fasste sie wieder am Hals und begann sie zu küssen 
und überall anzufassen. Sie drückte immer wieder seine Hand weg. 
Mit der Hand glitt er unter ihre Trainer- und Unterhose und drang mit 
den Fingern in ihre Vagina ein. Y.6_____ drückte immer wieder sei-
ne Hand weg und sagte, dass sie dies nicht wolle. Aus Angst hat sie 
nicht geschrien, weil sie nicht wusste, wie er reagieren würde, wenn 
sie ihn angeschrien oder geschlagen hätte. Sie wehrte sich durch 
das Wegstossen seiner Hand und indem sie ihm sagte, dies nicht 
zu wollen. Der Beschuldigte nahm Y.6_____s Hand und drückte sie 
über den Hosen an seinen Intimbereich. Sie wollte dies nicht und 
sagte ihm dies. Sie sagte ihm auch, dass sie einen Freund habe. Er 
zog seine Hose herunter, packte sie bei den Haaren und drückte ih-
ren Kopf zu seinem Penis. Sie schaute darauf, dass ihre Zähne vor-
ne und dadurch für ihn unangenehm waren, damit er aufhöre. Der 
Beschuldigte äusserte sich, dass ihm dies nicht gefalle und liess los. 
Er drückte dann die Hand von Y.6_____ auf seinen Penis und be-
gann, ihre Hand rauf und runter zu bewegen. Er sagte ihr, dass er 
sie nachher in Ruhe lasse. Als er seine Hand wegzog, machte sie 
noch eine Zeit lang selber weiter. Sie nahm ihre Hand vom Penis 
weg. Er ejakulierte ihr auf ihre Haare sowie auf den Schulter- und 
Brustbereich ihres T-Shirts. Danach blieben die beiden eine Zeit 
lang auf dem Bett sitzen. Unerwartet öffnete der Beschuldigte mit 
seinen beiden Händen Y.6_____s BH und legte sich angezogen 
bäuchlings auf sie, begann sich zu bewegen, zog ihr T-Shirt und BH 
aus, warf beides zu Boden und begann sie an Hals und Brüsten zu 
küssen. Sie sagte dem Beschuldigten, dass sie dies nicht wolle und 
versuchte mehrmals erfolglos, ihn wegzustossen. Dann ging der 
Beschuldigte weg, kam kurze Zeit später nackt zurück, kniete vor 
Y.6_____ nieder und versuchte, ihr die Trainer- und Unterhose aus-
zuziehen. Y.6_____ versuchte durch Festhalten der Trainerhose er-
folglos, dies zu verhindern. Der Beschuldigte kniete in der Folge auf 
dem Bett, drückte Y.6_____s Beine auseinander, hob sie hoch, leg-
te sie über seine Schultern und drang mit seinem Penis in ihre Va-
gina ein. Zu ihr sagte er, sie solle locker bleiben. Ihre wiederholte 
Äusserung, dass sie dies nicht möchte und einen Freund habe, 
ignorierte er. Danach legte sich der Beschuldigte auf den Rücken 
und verlangte von Y.6_____, dass sie auf ihn draufsitze. Sie sagte, 
dass sie dies nicht wolle, kam aber seiner Aufforderung dennoch für 
kurze Zeit nach. Dann sagte sie ihm, dass sie dies nicht könne und 
ging weg. Nach dem Geschlechtsverkehr ging er in die Küche. 
Y.6_____ zog sich möglichst schnell an. Er brachte ihr ein Glas 
Wasser ans Bett. Zusammen schauten sie noch etwas fern. Der 
Vorfall ereignete sich ca. zwischen 01.00 Uhr und 03.00 Uhr. Um 
06.15 Uhr klingelte der Wecker von Y.6_____s Mobile. Sie stand 
auf, begab sich ins Badezimmer und zog sich fertig an. Der Be-
schuldigte stand ebenfalls auf, schloss die Wohnungstüre auf und 
verabschiedete sich von Y.6_____ mit einer Umarmung. Am Ar-
beitsplatz in O.7_____ musste Y.6_____ sich mehrmals übergeben 

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und wurde deshalb nach Hause geschickt, wo sie bis ca. 18.00 Uhr 
schlief.

Der Beschuldigte macht geltend, Y.6_____ sei mit dem Ge-
schlechtsverkehr einverstanden gewesen.

[…]

1.3 Sexuelle Belästigung gemäss Art. 198 Abs. 1 StGB

Y.2_____, geboren am 28. Juli 1997, hielt sich anfangs September 
2013 mit R._____ auf dem Bahnhof in O.3_____ auf. Dort begegne-
ten sie dem offensichtlich stark alkoholisierten Beschuldigten. Er 
fuhr, wie Y.2_____ und R._____, im Zug von O.3_____ nach Fels-
berg. Nach der Haltestelle _____ O.3_____ stand der Beschuldigte 
auf, öffnete den Gurt an seiner Jeanshose, zog die Hose ein Stück 
hinunter, entblösste sein Geschlechtsteil, packte den Kopf von 
Y.2_____ und drückte diesen an seinen entblössten Penis. 

Y.2_____s Mutter S._____ erfuhr am 9. April 2014 von diesem Vor-
fall und stellte am 18. April 2014 Strafantrag gegen den Beschuldig-
ten wegen strafbarer Handlungen gegen die sexuelle Integrität.

Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf.

[…]

1.4 Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 
Ziff. 1 StGB

Am Abend des 8. Mai 2013 stieg der Beschuldigte an der Kaser-
nenstrasse in O.3_____ zwischen der Gitterabsperrung zum HIGA-
Gelände durch. Der mit orangem Polizei-Gilet diensthabende Stadt-
polizist Gfr T._____ forderte ihn mehrmals auf, das Areal wieder zu 
verlassen und stiess ihn mit der flachen Hand leicht zurück. Dieser 
Aufforderung leistete der mit 1.6 ‰ alkoholisierte Beschuldigte kei-
ne Folge und sagte, der Polizist solle ihn nicht anfassen, andernfalls 
würden sie sich auf der Strasse wiedersehen. Dabei trat der Be-
schuldigte mit aggressivem Gesichtsausdruck bis auf ca. 10 cm 
zum Kopf des Polizisten heran. Dieser wich zurück und nahm den 
Beschuldigten am Arm, um ihn auf die Strasse hinauszuführen. Der 
Beschuldigte wollte sich losreissen und drohte T._____, dass er ihn 
fertig machen werde. Der Beschuldigte behinderte ihn in der Ausü-
bung einer Amtshandlung, zu der der Polizist befugt war. Zu dritt ge-
lang es der Stadtpolizei, den Beschuldigten zu Boden zu bringen, 

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ihm Handfesseln anzulegen und auf den städtischen Polizeiposten 
zu bringen. 

Der Beschuldigte bestreitet, dem Stadtpolizisten gedroht zu haben.

[…]

1.5 Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB

Am Abend des 18. November 2013 befand sich Y.5_____ in 
O.3_____ im Imbiss Babylon im _____ und ass etwas. Seine Jacke 
hing über der Stuhllehne. Während er am Essen war, kam der Be-
schuldigte in den Imbissladen. Er griff hinter Y.5_____ in die Innen-
tasche seiner Jacke, in der sich eine lose Banknote zu CHF 50.00 
sowie ein weisses iPhone 5 befanden Danach rannte der Beschul-
digte in Begleitung einer Person aus dem arabischen Raum weg. 
Y.5_____ gelang es nicht, dem Beschuldigten zu folgen. In der Fol-
ge vermisste Y.5_____ sein iPhone 5 im Wert von CHF 899.00 so-
wie eine Banknote à CHF 50.00. Der Beschuldigte griff in die Ja-
ckentasche, um sich einen ihm nicht gebührenden Vermögensvor-
teil zu verschaffen.

Der Beschuldigte bestreitet den Diebstahl.

[…]

1.6 Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. c AuG

Der Beschuldigte arbeitete vom 4. März 2013 bis ca. 7. Juni 2013 
während ca. 3 Monaten bei der Firma D._____ in O.3_____. Auf-
grund seines Ausweises F, der bereits zuvor bei jeder Arbeitsauf-
nahme und -aufgabe stets erneuert worden war, musste er wissen, 
dass der Antritt einer Arbeitsstelle vorgängig der Bewilligung bedurf-
te und diese zum Zeitpunkt der Arbeitsaufnahme am 4. März 2013 
noch nicht vorlag. 

[…]

1.7 Mehrfache Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss 
Art. 19bis BetmG sowie Vergehen gegen das Betäubungsmittelge-
setz gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG

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1.7.1 U._____, geboren am _____ 1996, erfuhr am 13. Oktober 2012 vom 
Beschuldigten, wie Kokain geschnupft wird. Der Beschuldigte 
schätzte damals das Alter von U._____ auf 16 Jahre. Am 13. Okto-
ber 2012, ca. 17.30 Uhr, und am 27. Oktober 2012, ca. 19.00 Uhr, 
stellte der Beschuldigte am Bahnhof in O.3_____ U._____ jeweils 
eine geringe Menge Kokain zur Verfügung, welches sie beide Male 
umgehend auf der Damentoilette schnupfte. 

Der Beschuldigte bestreitet, U._____ Kokain zur Verfügung gestellt 
zu haben.

[…]

1.7.2 Zwischen dem 01. Februar 2014 und dem 08. Mai 2014 schenkte 
der Beschuldigte Q._____, geboren am _____ 1998, eine Linie Ko-
kain. Zudem traf sich der Beschuldigte mit Q._____ und deren da-
maligen Schwager V._____ im genannten Zeitraum in O.3_____ 
beim _____. Dieser gab dem Beschuldigten ca. CHF 120.00. Für 
dieses Geld besorgte der Beschuldigte bei einem Dealer an der 
_____strasse ca. 1 Gramm Kokain, welches die drei genannten 
Personen gemeinsam konsumierten. Anlässlich der Konfronteinver-
nahme am 12. Mai 2016 schätzte der Beschuldigte Q._____ auf 20 
Jahre.

Der Beschuldigte bestreitet, Q._____ eine Linie Kokain geschenkt 
und Betäubungsmittel zum Gemeinschaftskonsum mit ihr und ihrem 
Schwager besorgt zu haben.

[…]

1.7.3 Am 31. Oktober 2015 kaufte der Beschuldigte für sich, K._____ und 
W._____ für CHF 30.00 im O.3_____er _____ von einem unbe-
kannten Schwarzafrikaner 0.2 - 0.3 Gramm Kokain, welches die drei 
Personen um 05.00 Uhr gemeinsam in der Wohnung von K._____ 
an der Rheinstrasse 169 in O.3_____ konsumierten. 

[…]

1.8 Mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 
19a Ziff. 1 BetmG

Zwischen dem 10. November 2013 und dem 31. Oktober 2015 kon-
sumierte der Beschuldigte in O.3_____ an verschiedenen Orten 
nicht quantifizierbare Mengen Marihuana und Kokain. Zudem war er 

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am 10. November 2013 bei einer Personenkontrolle im Besitz von 
0.1 Gramm Kokain, welches für den Eigenkonsum bestimmt war.

[…]

1.9 Rauchen in einem Gebäude des öffentlichen Verkehrs gemäss Art. 
5 Abs. 1 lit. i des Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen

Am 1. März 2015 rauchte der Beschuldigte im Bahnhof O.3_____ 
um 13.40 Uhr in der _____halle trotz signalisiertem Rauchverbot ei-
ne Zigarette. 

[…]

D. Mit Eingabe vom 9. November 2016 bezifferte und begründete Y.6_____ 
ihre Zivilklage und machte eine Genugtuungsforderung in Höhe von CHF 
14'000.00 zuzüglich Zins von 5% seit dem 13. März 2014 geltend.

E. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 29. November 2016 vor dem Be-
zirksgericht Plessur stellten die Parteien folgende Schlussanträge:

Anträge Staatsanwaltschaft
1. X._____ sei

- des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB,

- der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 
Ziff. 1 StGB,

- der Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB,

- der mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 StGB,

- der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 
285 Ziff. 1 StGB,

- der Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. c 
AuG,

- des Vergehens gegen Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG,

- des mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz 
gemäss Art. 19bis BetmG,

- der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss 
Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie

- des Rauchens in einem Gebäude des öffentlichen Verkehrs gemäss 
Art. 5 Abs. 1 lit. i des Bundesgesetzes zum Schutz vor Passivrauchen

schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit einer Freiheitsstrafe von 66 Monaten, unter Anrech-
nung der Polizei- und Untersuchungshaft von 29 Tagen, zu bestrafen.

13 / 84

3. X._____ sei zudem mit einer Busse von CHF 300.00, ersatzweise zu 
einer Freiheitsstrafe von 3 Tagen, zu verurteilen.

4. Das beschlagnahmte Kokain von 0.1 Gramm sei gerichtlich einzuzie-
hen und zu vernichten.

5. Kostenfolge sei die gesetzliche.

Anträge Beschuldigter
1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der mehrfachen Schändung 

gemäss Art. 191 StGB und mehrfachen sexuellen Handlungen mit 
Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB, vom Vorwurf der Vergewalti-
gung z.N. von Y.6_____, vom Vorwurf der sexuellen Belästigung z.N. 
von Y.2_____, vom Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Behörden 
und Beamte, vom Vorwurf des Diebstahls, vom Vorwurf der Erwerbs-
tätigkeit ohne Bewilligung und vom Vorwurf des mehrfachen Verge-
hens gegen das Betäubungsmittelgesetz in zwei Fällen freizuspre-
chen.

2. Im Übrigen beantragen wir, dass der Beschuldigte mit einer bedingten 
Geldstrafe und einer Busse zu bestrafen sei, wobei die erstandene 
Haft anzurechnen ist.

3. Dem Beschuldigten sei eine Entschädigung nach richterlichem Ermes-
sen (für Haft etc.) zuzusprechen.

4. Die Zivilforderungen seien abzuweisen resp. auf den Zivilweg zu ver-
weisen.

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Anträge Privatklägerin Y.6_____
1. X._____ sei zu verpflichten, Y.6_____ unter Nachklagevorbehalt eine 

Genugtuung in Höhe von Fr. 14'000.-, zuzüglich Zins von 5 % seit 13. 
März 2014, zu bezahlen.

2. Unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten 
von X._____.

Anträge Y.5_____ (sinngemäss)
X._____ sei zu verpflichten, Y.5_____ einen Betrag von CHF 1'100.00 als 
Schadenersatz zu bezahlen.

F. Mit Verfügung vom 7. Dezember 2016, mitgeteilt am 16. Januar 2017, wur-
de auf entsprechendes Gesuch hin MLaw Stephan Bachmann aus seinem Amt als 
amtlicher Verteidiger von X._____ entlassen und neu Rechtsanwalt lic. iur. et oec. 
Pius Fryberg als amtlicher Verteidiger ernannt.

G. Mit Urteil vom 29. November 2016, mitgeteilt am 15. Februar 2017, erkann-
te das Bezirksgericht Plessur, was folgt:

14 / 84

1. Das Verfahren gegen X._____ wird bezüglich der Vorwürfe

a. gemäss Ziff. 1.3 der Anklageschrift (sexuelle Belästigung gemäss 
Art. 198 Abs. 1 StGB) sowie

b. gemäss Ziff. 1.8 der Anklageschrift teilweise (mehrfache Übertre-
tung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a Ziff. 1 für den 
Zeitraum vom 10. November 2013 bis 29. November 2013)

eingestellt.

2. X._____ ist schuldig:

- der Vergewaltigung gemäss Art. 190 StGB (recte: Art. 190 Abs. 1 
StGB),

- der mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 StGB,

- der mehrfachen sexuellen Handlung mit Kindern gemäss Art. 187 
Ziff. 1 StGB,

- der versuchten Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 
gemäss Art. 285 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB,

- des versuchten Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 
Abs. 1 StGB,

- der Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. c 
AuG,

- der Widerhandlung gegen Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG,

- der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19bis BetmG,

- der mehrfachen Übertretung gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie

- der Widerhandlung gegen das Bundesgesetz zum Schutz vor 
Passivrauchen gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 1 Abs. 2 lit. i.

3. a) Dafür wird X._____ mit einer Freiheitsstrafe von 63 Monaten sowie 
einer Busse von CHF 300.00 bestraft.

    b) An die Freiheitsstrafe ist die erstandene Polizei- und Untersu-
chungshaft von 30 Tagen anzurechnen.

    c) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 3 Tage. Sie tritt an die 
Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.

4. Der bedingte Vollzug der mit Urteil der Jugendanwaltschaft des 
Kantons Graubünden vom 10. Juli 2012 gegen X._____ ausgespro-
chenen Freiheitsentzugs von 30 Tagen wird widerrufen.

5. Das beschlagnahmte Kokain (0.5 g; Referenz _____; act.1.1.9/6) 
wird gestützt auf Art. 69 StGB gerichtlich eingezogen und ist zu ver-
nichten.

6. a) X._____ wird verpflichtet, Y.6_____ CHF 14'000.00 nebst 5% Zins 
seit 13. März 2014 zu bezahlen.

    b) Die Zivilklage von Y.5_____ gegen X._____ wird auf den Zivilweg 
verwiesen.

7. a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 23'122.75 (Untersuchungsge-
bühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 

15 / 84

15'622.75, Gerichtsgebühren CHF 7'500.00) gehen zu Lasten von 
X._____.

    b) Die Kosten der angerechneten Polizei- und Untersuchungshaft von 
CHF 5'040.00 gehen zu Lasten des Kantons Graubünden. X._____ 
hat sich daran nach Massgabe von Art. 380 Abs. 2 StGB zu beteili-
gen.

8. X._____ wird verpflichtet, Y.6_____ mit Fr. 2'526.10 zu entschädi-
gen.

9. a) Der amtliche Verteidiger, MLaw Stephan Bachmann, wird für das 
erstinstanzliche Verfahren mit CHF 14'710.35 (88.16 Std., inkl. Bar-
auslagen und MwSt.) entschädigt. Diese Entschädigung der amtli-
chen Verteidigung geht zu Lasten des Kantons Graubünden und 
wird aus der Gerichtskasse bezahlt. Vorbehalten bleibt die Rücker-
stattungspflicht von X._____ gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

    b) X._____ wird gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. b StPO verpflichtet, der 
amtlichen Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Ent-
schädigung und dem vollen Honorar von Fr. 33.25 pro Stunde mul-
tipliziert mit der Stundenzahl gemäss Ziff. 9.a) hiervor zu erstatten, 
sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

10. a) Es wird davon Vormerk genommen, dass X._____ gegen dieses Ur-
teil am 29. November 2016 beim Bezirksgericht Plessur die straf-
rechtliche Berufung angemeldet hat.

    b) [Rechtsmittelbelehrung]

11. [Mitteilung]

H. Mit Berufungserklärung vom 7. März 2017 stellte X._____ (nachfolgend: 
Berufungskläger) folgende Rechtsbegehren:

1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 29. November/01. De-
zember 2016, schriftlich mitgeteilt am 15. Februar 2017 sei mit Aus-
nahme von Ziff. 1 des Dispositivs, aufzuheben.

2. Ziff. 2 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben.

X._____ sei von der Anklage

- der Vergewaltigung gemäss Art. 190 StGB,

- der mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 StGB,

- der mehrfachen sexuellen Handlung mit Kindern gemäss Art. 187 
Ziff. 1 StGB,

- der versuchten Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 
gemäss Art. 285 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB,

- des versuchten Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 
Abs. 1 StGB,

- der Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. c 
AuG sowie

- der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19bis BetmG

von Schuld und Strafe freizusprechen.

16 / 84

3. Ziff. 3 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben.

4. Ziff. 4 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und 
auf den Widerruf des Urteils der Jugendanwaltschaft des Kantons 
Graubünden zu verzichten.

5. Ziff. 6a und Ziff. 8 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei auf-
zuheben; die Klage der Y.6_____ sei abzuweisen.

6. Ziff. 7 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben.

Die Kosten des Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.

7. X._____ sei eine angemessene Entschädigung - nach richterlichem 
Ermessen - für erstandene Haft etc. zuzusprechen.

8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

I.a. Mit Schreiben vom 6. Juli 2017 fragte der Vorsitzende der I. Strafkammer 
die Parteien an, ob sie mit der Durchführung des schriftlichen Verfahrens gemäss 
Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO einverstanden seien. Zudem wurde darauf hingewiesen, 
dass ein Stillschweigen der Staatsanwaltschaft und der Privatkläger als Zustim-
mung zum schriftlichen Verfahren gewertet würde.

I.b. Mit Schreiben vom 24. Juli 2017 verzichtete der Berufungskläger auf eine 
mündliche Verhandlung.

I.c. Mit Verfügung vom 12. September 2017 ordnete der Vorsitzende der I. 
Strafkammer gestützt auf Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO das schriftliche Verfahren an 
und forderte den Berufungskläger auf, bis spätestens am 4. Oktober 2017 eine 
schriftliche Berufungsbegründung einzureichen.

J.a. Mit Eingabe vom 2. November 2017 begründete der Berufungskläger seine 
Berufung im Sinne von Art. 406 Abs. 3 StPO. Im Vergleich zur Berufungserklärung 
bezifferte er die geltend gemachte Entschädigung für erstandene Haft etc. mit 
CHF 10'000.00 (vgl. Rechtsbegehren Ziff. 7). Die übrigen Rechtsbegehren blieben 
unverändert.

J.b. Mit Schreiben vom 7. November 2017 verzichtete das Regionalgericht 
Plessur auf die Einreichung einer Stellungnahme.

J.c. In ihrer Stellungnahme vom 23. November 2017 beantragte die Staatsan-
waltschaft die Abweisung der Beschwerde.

J.d. In ihrer Stellungnahme vom 27. November 2017 stellte Y.6_____ als Privat-
klägerin folgende Rechtsbegehren:

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 29. November 2017 (Proz. 
Nr. 515-2016-31) sei (zumindest) insoweit zu bestätigen, als:

17 / 84

- X._____ der Vergewaltigung gemäss Art. 190 StGB zum Nachteil von 
Y.6_____ schuldig gesprochen wurde (Ziff. 2 des Dispositivs),

- X._____ verpflichtet wurde, Y.6_____ CHF 14'000.00 nebst 5% Zins 
seit 13. März 2014 zu bezahlen (Ziff. 6.a des Dispositivs),

- X._____ verpflichtet wurde, Y.6_____ mit Fr. 2'526.10 zu entschädi-
gen (Ziff. 8 des Dispositivs).

Die Berufung sei (zumindest) diesbezüglich abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Berufungsklä-
gers.

J.e. Mit Replik vom 23. Januar 2018 hielt der Berufungskläger an seinen 
Rechtsbegehren fest.

J.f. Mit Duplik vom 19. Februar 2018 hielt die Staatsanwaltschaft ebenfalls an 
ihren Rechtsbegehren fest.

J.g. Am 23. Februar 2018 reichte der Berufungskläger eine Teil-
Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 15./21. Februar 2018 ein, wor-
aus hervorgehe, dass AA._____ ihn zu Unrecht der Vergewaltigung zu ihrem 
Nachteil beschuldigt hätte.

K. Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf die Aus-
führungen im angefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.1. Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-
nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (vgl. Art. 398 
Abs. 1 StPO). Die Berufung bezieht sich somit auf Entscheide, in denen über 
Straf- und Zivilfragen materiell befunden wird (vgl. Art. 80 Abs. 1 Satz 1 StPO), in 
erster Linie auf Urteile, die auf Verurteilung oder Freispruch lauten und der Fall vor 
der ersten Instanz damit abgeschlossen wird (vgl. Luzius Eugster, in: Niggli/Heer/
Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-
ordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 2 zu Art. 398 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 
StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Tagen seit Eröff-
nung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll anzumelden, worauf das 
erstinstanzliche Gericht die Anmeldung nach Ausfertigung des begründeten Urteils 
zusammen mit den Akten dem Kantonsgericht als Berufungsinstanz übermittelt 
(vgl. Art. 399 Abs. 2 StPO, Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen 

18 / 84

Strafprozessordnung [EGzStPO; BR 350.100]). Nach Art. 399 Abs. 3 StPO reicht 
die Partei, die Berufung angemeldet hat, dem Kantonsgericht innert 20 Tagen seit 
der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein, 
worin sie anzugeben hat, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht 
(lit. a), welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und 
welche Beweisanträge sie stellt (lit. c).

1.2. Gegen das am 29. November 2016 gefällte Urteil des Bezirksgerichts Ples-
sur meldete der Berufungskläger - wie der Dispositivziffer 10. a) des angefochte-
nen Entscheides zu entnehmen ist - gleichentags Berufung an. Es liegt zwar we-
der eine schriftliche Berufungsanmeldung mit besagtem Datum bei den Akten 
noch wurde im (nicht unterzeichneten; vgl. RG act. 49) Verhandlungsprotokoll 
vermerkt, dass der Berufungskläger im Anschluss an die mündliche Urteilseröff-
nung vor Schranken Berufung angemeldet hätte. Aufgrund des erwähnten Vor-
merks im angefochtenen Entscheid ist jedoch Letzteres anzunehmen, sodass von 
einer rechtzeitigen Berufungsanmeldung ausgegangen werden kann. Dies gilt um-
so mehr, als der Berufungskläger mit Schreiben vom 6. Dezember 2016 (erneut) 
Berufung anmeldete (vgl. KG act. A.1). Nach Mitteilung des begründeten Urteils 
am 15. Februar 2017 reichte der Berufungskläger am 7. März 2017 und damit 
fristgerecht eine Berufungserklärung ein. Der Berufungskläger ist als beschuldigte 
Person Partei im Strafverfahren (Art. 104 Abs. 1 lit. a StPO) und durch den vor-
instanzlichen Schuldspruch offensichtlich beschwert, sodass er zur Berufungser-
hebung legitimiert ist. Die übrigen Prozessvoraussetzungen geben im vorliegen-
den Zusammenhang zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass, weshalb auf die 
frist- und formgerecht eingereichte Berufung einzutreten ist.

2.1. Als Berufungsgericht kann das Kantonsgericht das erstinstanzliche Urteil in 
allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Die 
Berufung ist somit ein vollkommenes Rechtsmittel, mit welchem erstinstanzliche 
Urteile in sachverhaltsmässiger wie auch in rechtlicher Hinsicht mit freier Kognition 
überprüft werden. Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in 
den angefochtenen Punkten (vgl. Art. 404 Abs. 1 StPO). Die nicht angefochtenen 
Punkte sind rechtskräftig geworden und stehen damit nicht länger zur Diskussion 
(vgl. Eugster, a.a.O., N 3 zu Art. 404 StPO). Tritt das Berufungsgericht auf die Be-
rufung ein, so fällt es ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt 
(Art. 408 StPO). Weist das erstinstanzliche Verfahren aber wesentliche Mängel 
auf, die im Berufungsverfahren nicht geheilt werden können, so hebt das Beru-
fungsgericht das angefochtene Urteil auf und weist die Sache zur Durchführung 

19 / 84

einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstin-
stanzliche Gericht zurück (Art. 409 Abs. 1 StPO).

2.2. Im vorliegenden Fall kann das Berufungsgericht - wie sich nachstehend 
ergibt - selber ein Urteil fällen. Die Vorinstanz verurteilte den Berufungskläger we-
gen diverser Delikte zu einer (unbedingten) Freiheitsstrafe von 63 Monaten sowie 
zu einer Busse von CHF 300.00. Wie den Rechtsbegehren in der Berufungser-
klärung zu entnehmen ist, wendet sich der Berufungskläger gegen einen grossen 
Teil der vorinstanzlichen Schuldsprüche und verlangt diesbezüglich jeweils einen 
Freispruch; davon ausgenommen sind in diesem Zusammenhang lediglich die 
Schuldsprüche wegen der Widerhandlung gegen Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG, der 
mehrfachen Übertretung gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie der Widerhandlung 
gegen das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. 
a i.V.m. Art. 1 Abs. 2 lit. i. In der Berufungsbegründung (KG act. A.4, S. 12) wird 
zwar bestritten, dass der Berufungskläger je Betäubungsmittel abgegeben habe. 
Sofern damit auch der vorinstanzliche Schuldspruch wegen der Widerhandlung 
gegen Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG als mitangefochten gelten soll, ist dem entge-
genzuhalten, dass in der Berufungserklärung verbindlich anzugeben ist, welche 
Punkte des erstinstanzlichen Entscheides angefochten werden und daher eine 
nachträgliche Ausdehnung der Berufungsanträge nicht zulässig ist (Botschaft zur 
Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, vom 21. Dezember 2005, BBl 2006, S. 
1085 ff., S. 1314). Angesichts des grossen Ermessensspielraumes der rechtsan-
wendenden Behörden bei der Frage, was als "geringfügige Menge" im Sinne von 
Art. 19b Abs. 1 BetmG anzusehen ist (vgl. BGE 124 IV 184 E. 2a), lässt sich im 
Übrigen auch nicht sagen, die Abgabe von 0.2 bis 0.3 Gramm Kokain falle offen-
sichtlich unter die Privilegierung von Art. 19b Abs. 1 BetmG bzw. der Schuld-
spruch gestützt auf Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG sei gesetzwidrig oder unbillig. Eine 
Korrektur von Amtes wegen gestützt auf Art. 404 Abs. 2 StPO fällt somit ausser 
Betracht. Ferner nicht angefochten sind die Einstellung des Verfahrens betreffend 
Ziff. 1.3 und teilweise Ziff. 1.8 der Anklageschrift (Urteilsdispositiv Ziff. 1), die Ein-
ziehung und Vernichtung des beschlagnahmten Kokains (Urteilsdispositiv Ziff. 5), 
die Verweisung der Zivilklage von Y.5_____ auf den Zivilweg (Urteilsdispositiv Ziff. 
6b) sowie die Höhe der Entschädigung des amtlichen Verteidigers (vgl. Urteilsdis-
positiv Ziff. 9). Die unangefochten gebliebenen Punkte des erstinstanzlichen Ur-
teils sind in Rechtskraft erwachsen. Darauf ist in den Erwägungen nicht mehr 
zurückzukommen; es genügt im Dispositiv festzuhalten, welche Punkte des erstin-
stanzlichen Urteils bereits rechtskräftig sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_99/2012 vom 14. November 2012, E. 5.3; Eugster, a.a.O., N 3 zu Art. 408 
StPO).

20 / 84

Die Staatsanwaltschaft beantragt die kostenfällige Abweisung der Berufung (KG 
act. A.6). Soweit sie selbst betreffend, verlangt auch Y.6_____ die kostenfällige 
Abweisung der Berufung (KG act. A.7). Die übrigen Privatkläger liessen sich nicht 
vernehmen, die Vorinstanz verzichtete auf eine Stellungnahme (KG act. A.5).

3.1. Das Berufungsverfahren ist grundsätzlich mündlich (Art. 405 StPO). Schrift-
liche Berufungsverfahren sollen nach der Schweizerischen Strafprozessordnung 
die Ausnahme bilden (BGE 139 IV 290 E. 1.1 m.w.H.). Art. 406 StPO zählt absch-
liessend auf, in welchen Fällen das Berufungsgericht die Berufung im schriftlichen 
Verfahren behandeln kann. Gemäss Art. 406 Abs. 1 StPO kann das schriftliche 
Verfahren angeordnet werden, wenn ausschliesslich Rechtsfragen zu entscheiden 
sind (lit. a), wenn der Zivilpunkt angefochten ist (lit. b), wenn Übertretungen Ge-
genstand des erstinstanzlichen Urteils bilden und mit der Berufung nicht ein 
Schuldspruch wegen eines Verbrechens oder Vergehens beantragt wird (lit. c), 
wenn Kosten-, Entschädigungs- und Genugtuungsfolgen (lit. d) oder Massnahmen 
im Sinne von Art. 66-73 StGB angefochten sind (lit. e). Mit dem Einverständnis der 
Parteien kann das schriftliche Verfahren zudem angeordnet werden, wenn die 
Anwesenheit der beschuldigten Person nicht erforderlich ist oder wenn Urteile ei-
nes Einzelgerichts Gegenstand der Berufung sind (Art. 406 Abs. 2 StPO).

3.2.1. Das Rechtsmittelverfahren beruht gemäss Art. 389 Abs. 1 StPO auf den 
Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben 
worden sind. Während Art. 343 Abs. 3 StPO für das erstinstanzliche Verfahren in 
den dort erwähnten Fällen eine (einmalige) Unmittelbarkeit verankert, besteht eine 
solche im Rechtsmittelverfahren grundsätzlich nicht (BGE 140 IV 196 E. 4.4.1). 
Beweisabnahmen des erstinstanzlichen Gerichts sind im Rechtsmittelverfahren 
grundsätzlich nur dann zu wiederholen, wenn Beweisvorschriften verletzt worden 
sind, die Beweiserhebungen unvollständig waren oder die Akten über die Bewei-
serhebungen unzuverlässig erscheinen (Art. 389 Abs. 2 lit. a-c StPO). Eine unmit-
telbare Beweisabnahme im Rechtsmittelverfahren hat nach der Rechtsprechung 
des Bundesgerichts aber auch dann zu erfolgen, wenn eine solche im erstinstanz-
lichen Verfahren unterblieb oder unvollständig war und die unmittelbare Kenntnis 
des Beweismittels für die Urteilsfällung notwendig erscheint (BGE 140 IV 196 E. 
4.4.1). Beim Wort genommen wäre eine unmittelbare Beweisabnahme demnach 
nur unter den kumulativen Voraussetzungen der Notwendigkeit der unmittelbaren 
Kenntnisnahme des Beweismittels einerseits und des Bestehens eines Mangels 
bei der Beweisabnahme (Unterbleiben oder Unvollständigkeit der Beweisabnah-
me) andererseits erforderlich. Das Bundesgericht weist aber darauf hin, dass Art. 
343 Abs. 3 StPO auch im Rechtsmittelverfahren zur Anwendung gelange (vgl. 

21 / 84

BGE 140 IV 196 E. 4.4.1, wobei ungeklärt bleibt, in welchem Verhältnis Art. 389 
StPO zu Art. 405 Abs. 1 StPO steht). Art. 343 Abs. 3 StPO bezieht sich indes ge-
rade nur auf diejenigen Fälle, wo kein Mangel bei der bereits stattgefundenen Be-
weiserhebung besteht, eine Wiederholung der Beweisabnahme jedoch aus ande-
ren Gründen geboten erscheint. Für das Berufungsverfahren dürfte nichts anderes 
gelten, d.h. eine Beweisabnahme bei Notwendigkeit der unmittelbaren Kenntnis-
nahme im Sinne von Art. 343 Abs. 3 StPO hat auch dann zu erfolgen, wenn die 
vorhandenen Beweise ordnungsgemäss und vollständig erhoben worden sind (so 
wohl auch Urteil des Bundesgerichts 6B_484/2012 vom 11. Dezember 2012, E. 
1.2).

3.2.2. Eine unmittelbare Abnahme eines Beweismittels ist notwendig im Sinne von 
Art. 343 Abs. 3 StPO, wenn sie den Ausgang des Verfahrens beeinflussen kann. 
Die entsprechenden Beweismittel müssen "essentielles et décisives", mithin uner-
lässlich, sein (Urteil des Bundesgerichts 6B_484/2012 vom 11. Dezember 2012, 
E. 1.2). Wesentlichkeit genügt nicht (Max Hauri/Petra Venetz, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-
zessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 19 zu Art. 343 StPO). Notwendig muss indes 
nicht das Beweismittel selbst sein, sondern dessen unmittelbare Kenntnisnahme. 
Dies ist namentlich der Fall, wenn die Kraft des Beweismittels in entscheidender 
Weise vom Eindruck abhängt, der bei seiner Präsentation entsteht, beispielsweise 
wenn es in besonderem Masse auf den unmittelbaren Eindruck einer Zeugenaus-
sage ankommt, so wenn die Aussage das einzige direkte Beweismittel (Aussage 
gegen Aussage) darstellt. Alleine der Inhalt der Aussage einer Person (was sie 
sagt), lässt eine erneute Beweisabnahme nicht notwendig erscheinen. Massge-
bend ist, ob das Urteil in entscheidender Weise von deren Aussageverhalten (wie 
sie es sagt) abhängt (BGE 140 IV 196 E. 4.4.2). Widersprüchliche Aussagen an 
sich erfordern damit noch nicht ohne weiteres eine erneute Befragung (Hau-
ri/Venetz, a.a.O., N 24 zu Art. 343 StPO). Sodann ist zu berücksichtigen, dass ei-
ner (erneuten) Befragung angesichts des langen Zeitablaufs zwischen den zur 
Diskussion stehenden Vorfällen und dem Berufungsverfahren regelmässig kaum 
Beweiskraft zukommt (vgl. hierzu auch Jann Six, Das schriftliche Berufungsverfah-
ren im Einverständnis der Parteien, forumpoenale 5/2018, S. 425 ff., S. 429). 
Schliesslich darf auch nicht übersehen werden, dass es einiger aussagepsycholo-
gischer Erfahrung bedarf, um aus dem nonverbalen Aussageverhalten einer Per-
son (Auftreten, Körpersprache etc.) die richtigen Schlüsse ziehen zu können (Hau-
ri/Venetz, a.a.O., N 22 zu Art. 343 StPO). Das Gericht verfügt bei der Frage, ob 
eine erneute Beweisabnahme erforderlich ist, über einen Ermessensspielraum 
(dazu näher Christian Denys, La jurisprudence récente du Tribunal fédéral en ma-

22 / 84

tière d'immédiateté de l'administration des preuves, in: forumpoenale 5/2018, S. 
405 ff., S. 406).

3.2.3. Die Anwesenheit des Beschuldigten ist ganz allgemein immer dann not-
wendig, wenn dem persönlichen Eindruck entscheidendes Gewicht zukommt 
(BGE 143 IV 483 E. 2.1.1). Abgesehen von der Befragung des Beschuldigten zur 
Tat selbst, kann das Verschaffen eines persönlichen Eindrucks auch dann gebo-
ten sein, wenn die allenfalls gezeigte Reue auf ihre Aufrichtigkeit hin überprüft 
werden soll oder bei der Beurteilung der Legalprognose hinsichtlich der Frage, ob 
der (teil-)bedingte Vollzug einer Strafe zu gewähren sei (vgl. auch Six, a.a.O., S. 
427 ff.). Ist jedoch die Befragung des Beschuldigten nicht notwendig im dargeleg-
ten Sinne und werden auch keine weiteren Beweise erhoben, so steht - das Ein-
verständnis der Parteien vorausgesetzt - der Durchführung des schriftlichen Ver-
fahrens grundsätzlich nichts im Wege. Denn die Parteirolle in der (mündlichen) 
Berufungsverhandlung würde sich hier praktisch auf die Plädoyers beschränken, 
die ohne weiteres durch Rechtschriften ersetzt werden können (Niklaus 
Schmid/Daniel Jositsch, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 
3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2017, N 13 zu Art. 406 StPO; vgl. auch Urteil des Bun-
desgerichts 6B_482/2012 vom 3. April 2013, E. 2.4.2).

3.3. Mit Schreiben vom 6. Juli 2017 fragte der Vorsitzende der I. Strafkammer 
die Parteien an, ob sie mit der Durchführung des schriftlichen Verfahrens gemäss 
Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO einverstanden seien. Zudem wurde darauf hingewiesen, 
dass ein Stillschweigen der Staatsanwaltschaft und der Privatkläger als Zustim-
mung zum schriftlichen Verfahren gewertet würde (vgl. KG act. D.3). Mit Schrei-
ben vom 24. Juli 2017 verzichtete der Berufungskläger explizit auf eine mündliche 
Verhandlung (vgl. KG act. A.3). Die Staatsanwaltschaft und die Privatkläger lies-
sen sich innert der bis am 24. Juli 2017 angesetzten Frist nicht vernehmen, was - 
wie im Schreiben vom 6. Juli 2017 angekündigt - ebenfalls als Verzicht auf ein 
mündliches Verfahren gewertet werden kann (BGE 143 IV 483 E. 2.2.1). In Anbe-
tracht dessen verfügte der Vorsitzende der I. Strafkammer die Anordnung des 
schriftlichen Verfahrens gestützt auf Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO (KG act. D.8). Da-
bei ist darauf hinzuweisen, dass die Anordnung des schriftlichen Verfahrens bei 
Einverständnis der Parteien gestützt auf Art. 406 Abs. 2 lit. a oder b StPO durch 
die Verfahrensleitung erfolgen kann (BGE 143 IV 483 E. 2.1.1).

3.4. Anlässlich der Befragung an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung blieb 
der Berufungskläger bei seinen bereits zuvor gemachten Aussagen und hatte die-
sen nichts hinzuzufügen (vgl. RG act. 50). Indem der Berufungskläger auf eine 
mündliche Berufungsverhandlung verzichtet hat, gibt er zu erkennen, dass er auch 

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im Berufungsverfahren von seinen Angaben nicht abweicht und daher aus seiner 
Sicht eine erneute Befragung unnötig wäre. Von Letzterer wären daher keine neu-
en Erkenntnisse zu erwarten, zumal deren Beweiskraft angesichts der seit den 
vorgeworfenen Taten verstrichenen Zeit ohnehin gering wäre. Zwar stehen sich 
bei einer Reihe von Tatvorwürfen die Aussagen des Berufungsklägers und dieje-
nigen der Geschädigten bzw. Opfer gegenüber, sodass deren Würdigung eine 
zentrale Bedeutung zukommt. Es verhält sich jedoch nicht so, dass bei dieser 
Würdigung darauf abgestellt werden müsste, wie die fraglichen Personen gewisse 
Vorkommnisse schildern. Im Vordergrund stehen vielmehr die logische Konsistenz 
der Aussagen des Beschuldigten und der Opfer bzw. Geschädigten sowie die 
Frage nach deren Übereinstimmung mit den vorhandenen objektiven Indizien. 
Was den Berufungskläger selbst betrifft, ist dieser grundsätzlich nicht geständig 
und zeigt dementsprechend auch keine Reue, weshalb deren Aufrichtigkeit von 
vornherein nicht überprüft werden kann. Was schliesslich die Legalprognose bei 
der Frage nach der Gewährung des teilbedingten Vollzugs der Freiheitsstrafe an-
belangt, kann hierfür auf die in den Akten enthaltenen Angaben abgestellt werden 
(vgl. unten Erwägungen 14.6 und 14.17). Ein unmittelbarer Eindruck der bereits 
einvernommenen Personen ist somit nicht erforderlich. Daran ändert vorliegend 
auch nichts, dass gelegentlich von den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellun-
gen abgewichen wird (vgl. auch BGE 140 IV 196 E. 4.4.1, wonach in solchen Fäl-
len eine unmittelbare Beweisabnahme durch das Berufungsgericht erfolgen kann, 
aber nicht muss). Da von den Parteien im Berufungsverfahren ausserdem keine 
Beweisanträge gestellt wurden, würde sich die mündliche Berufungsverhandlung 
faktisch auf das Vortragen der Plädoyers beschränken. Unter diesen Umständen 
erscheint weder die Anwesenheit der beschuldigten Person noch die Durch-
führung einer mündlichen Berufungsverhandlung an sich als notwendig.

4.1. Das Gericht würdigt die Beweise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach sei-
ner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Jede Person gilt bis 
zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig (vgl. Art. 10 Abs. 1 StPO). Be-
stehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzun-
gen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO). Als Beweislastregel folgt aus 
der derart statuierten Unschuldsvermutung, dass es nicht Sache der beschuldig-
ten Person ist, ihre Unschuld zu beweisen, sondern dass die Strafbehörden ver-
pflichtet sind, den Nachweis der Schuld zu führen (vgl. Wolfgang Wohlers, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-
ordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, N 6 zu Art. 10 StPO). An diesen 
Nachweis sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse 

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Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach der aus 
Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 10 Abs. 3 StPO fliessenden Be-
weiswürdigungsregel in dubio pro reo darf sich der Strafrichter nicht von der Exis-
tenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, 
wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen 
für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen. Dabei sind bloss abstrakte und theore-
tische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute 
Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es müssen vielmehr erhebliche und nicht 
zu unterdrückende Zweifel vorliegen. Relevant sind mithin nur unüberwindliche 
Zweifel, das heisst solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen. Die 
Entscheidregel besagt indes nicht, dass bei sich widersprechenden Beweismitteln 
unbesehen auf den für den Angeklagten günstigeren Beweis abzustellen ist; sie 
kommt nur zur Anwendung, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem 
relevante Zweifel verbleiben (Urteil des Bundesgerichts 6B_253/2016 vom 29. 
März 2017, E. 1.3.2, mit Verweis auf BGE 138 V 74 E. 7).

4.2. Der Wahrheitsgehalt der Aussagen ist mittels Aussageanalyse zu bestim-
men. Dabei steht nicht die allgemeine Glaubwürdigkeit der Person, sondern die 
Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage im Vordergrund, welche durch methodi-
sche Analyse ihres Inhalts darauf überprüft wird, ob die auf ein bestimmtes Ge-
schehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben der Person entsprin-
gen. Damit eine Aussage als zuverlässig gewürdigt werden kann, ist sie insbeson-
dere auf das Vorhandensein von Realitätskriterien bzw. Realkennzeichen und 
umgekehrt auf das Fehlen von Phantasiesignalen zu überprüfen. Dabei wird 
zunächst davon ausgegangen, dass die Aussage gerade nicht realitätsbegründet 
ist, und erst wenn sich diese Annahme (Nullhypothese) aufgrund der festgestellten 
Realitätskriterien nicht mehr halten lässt, wird geschlossen, dass die Aussage ei-
nem wirklichen Erleben entspricht und wahr ist (vgl. BGE 133 I 33 E. 4.3 m.w.H.).

5.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Berufungskläger vor, er habe in der Nacht 
vom 30. November/1. Dezember 2012 Y.3_____ in der elterlichen Wohnung von 
N._____ in Ausnützung der ihm bekannten Tatsache, dass Y.3_____ wegen des 
konsumierten Alkohols widerstandsunfähig gewesen sei und sich nicht habe zur 
Wehr setzen können, vaginal penetriert. Y.3_____ habe zu ihm mehrmals "nein" 
gesagt, was dieser ignoriert habe (Anklageziffer 1.1.1.). Die Staatsanwaltschaft 
stützt sich im Wesentlichen auf die Aussagen von Y.3_____. Demgegenüber be-
streitet der Berufungskläger zwar nicht, dass es in besagter Nacht zum Ge-
schlechtsverkehr gekommen sei, er macht jedoch geltend, auch Y.3_____ habe 
den Geschlechtsverkehr gewollt (vgl. KG act. A.4, S. 4).

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5.2. Die Vorinstanz beurteilte die Aussagen von Y.3_____ als glaubwürdig. Ihre 
Schilderungen seien detailliert, stimmig, logisch und von hoher Authentizität. Sie 
würden sodann auch im Einklang mit den Schilderungen von N._____ stehen. Es 
sei kein Motiv ersichtlich, weshalb Y.3_____ den Berufungskläger fälschlicherwei-
se belasten sollte. Demgegenüber seien die Aussagen des Berufungsklägers 
ausweichend, unstimmig und unlogisch (angefochtenes Urteil, E. II.a).

5.3. Der Berufungskläger bringt dagegen vor, die Vorinstanz führe stereotypisch 
aus, dass die Aussagen des Opfers detailliert und stimmig seien, währenddem die 
Aussagen des Beschuldigten als pauschal, gefühlsarm, ausweichend und wenig 
konstant gewürdigt worden seien. Auf Widersprüche in den Aussagen des Opfers 
sei im angefochtenen Urteil nicht eingegangen worden. Die Vorinstanz habe sich, 
wenn auch unbewusst, davon leiten lassen, dass wohl kaum jemand einen ande-
ren einer strafbaren Handlung gegen die sexuelle Integrität bezichtige, wenn diese 
Handlung nicht effektiv vorgenommen worden sei. Es sei jedoch so, dass die Aus-
sagen von Y.3_____ mehrere Widersprüche aufweisen würden. Diese könnten 
nicht damit begründet werden, dass sie während der Tat mehrheitlich weggetreten 
sei. Offensichtlich habe es einzelne Momente gegeben, in denen sie kurzzeitig 
realisiert habe, was gerade geschehe. Dies sei - so die Vorinstanz - bei einem 
durch Alkohol bedingten "black out" nicht ungewöhnlich. Die Vorinstanz sei des-
halb zum Schluss gelangt, es sei nicht erstaunlich, dass sich in ihren Aussagen 
teilweise kleinere Unstimmigkeiten finden würden. Es handle sich indessen kei-
neswegs um kleinere Unstimmigkeiten. Insbesondere dürften diese nicht zu einer 
Verurteilung der beschuldigten Person führen. Y.3_____ habe vorerst ausgesagt, 
sie könne sich an nichts mehr erinnern. Sie sei im Zimmer direkt eingeschlafen 
und erst am nächsten Morgen mit Schmerzen aufgewacht. In einer späteren Ein-
vernahme habe sie deponiert, sie habe mehrmals "nein" zum Geschlechtsverkehr 
gesagt. Sie wisse nicht mehr, ob sie nackt gewesen sei und ob sie beim Ge-
schlechtsverkehr geblutet habe oder nicht. Gemäss ihren Aussagen habe sie so-
mit gewusst, dass sie mehrmals "nein" gesagt habe. Genau daran möge sie sich 
erinnern, nicht jedoch an weitere Tatsachen. Weiter führe sie aus, sie habe sich 
nicht wehren können, weil sie zu betrunken gewesen sei. Unbestrittenermassen 
sei die Türe zum anderen Wohnraum, in welchem sich die weiteren Personen auf-
gehalten hätten, zumindest einen Spalt offen gewesen. Es wäre ihr somit ohne 
weiteres möglich gewesen, sich auch in betrunkenem Zustand bemerkbar zu ma-
chen, wenn sie den Geschlechtsverkehr tatsächlich nicht gewollt hätte. P._____, 
welcher sich in diesem Zimmer nebenan aufgehalten habe, habe deponiert, dass 
er von den angeblichen sexuellen Handlungen nichts mitbekommen habe. 
Y.3_____ habe des Weiteren behauptet, sie habe am gleichen Abend N._____ 

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alles erzählt und sei von ihr getröstet worden. Gemäss Aussagen von N._____ 
habe sich das jedoch nicht so abgespielt. Gegenüber ihr habe Y.3_____ nichts 
von einer Vergewaltigung erzählt. Die Schilderungen des Opfers seien somit nicht 
stimmig, sondern würden mehrere Widersprüche aufweisen. Aus diesen Gründen 
sei von den Aussagen des Beschuldigten auszugehen. Dieser habe den Ge-
schlechtsverkehr nie bestritten, hingegen von Anfang an geltend gemacht, dass 
dieser freiwillig erfolgt sei. Die Vorinstanz führe des Weiteren aus, es sei kein Mo-
tiv ersichtlich, weshalb Y.3_____ den Beschuldigten fälschlicherweise belasten 
sollte. Nach einem solchen Motiv sei indessen auch nie geforscht worden. Es sei 
jedoch während eineinhalb Jahren nicht zur Anzeige gekommen, und es wäre 
wohl gar nie zur Anzeige gekommen, wenn nicht aufgrund einer anderen Anzeige 
das Mobiltelefon des Beschuldigten ausgewertet worden wäre (KG act. A.4, S. 4 
ff.).

5.4. Die Kritik des Berufungsklägers an der Vorinstanz, die Würdigung der Op-
feraussagen falle stereotypisch aus und die Angaben des Beschuldigten würden 
pauschal als unglaubhaft abgetan, ist insofern berechtigt, als die Vorinstanz die 
Glaubhaftigkeit der entsprechenden Aussagen in einer Art "Gesamtbetrachtung" 
für vier jeweils unterschiedliche Sexualstraftaten (Anklageziffer 1.1.1 bis 1.1.4) 
ermittelt und damit im Ergebnis für das einzelne Delikt nur unzureichend darlegt, 
inwiefern die konkreten Aussagen mit Blick auf das jeweilige Delikt glaubhaft bzw. 
nicht glaubhaft seien. Bei einer gesonderten Betrachtung lässt sich denn auch 
nicht sagen, die Aussagen des Beschuldigten seien mit Bezug auf jedes einzelne 
Delikt nicht stimmig und daher unglaubhaft (vgl. unten Erwägung 8.8.1). Die Vor-
gehensweise der Vorinstanz läuft darauf hinaus, nicht die Glaubhaftigkeit der Aus-
sage, sondern die Glaubwürdigkeit der Person zu ermitteln. Dies ist nicht sachge-
recht (vgl. etwa BGE 133 I 33 E. 4.3). Schliesslich kann auch nicht die Rede da-
von sein, dass sich bei den sämtlichen vier vorgeworfenen Delikten (Anklageziffer 
1.1.1 bis 1.1.4) "geradezu ein Verhaltensmuster des Beschuldigten" (angefochte-
nes Urteil, E. II.a.1) erkennen lasse. Nebst der blossen Tatsache, dass es sich in 
allen Fällen um Sexualdelikte handelt, will nicht recht einleuchten und wird auch 
nicht näher begründet, worin etwa die (weiteren) Gemeinsamkeiten zwischen den 
vorgeworfenen Schändungen (Anklageziffer 1.1.1 und 1.1.2) und der sexuellen 
Belästigung (Anklageziffer 1.1.3) liegen sollen. Die Vorinstanz ist deshalb daran zu 
erinnern, dass die Glaubhaftigkeit der Aussagen nicht pauschal, sondern geson-
dert für jedes einzelne Delikt zu ermitteln ist. Das schliesst indessen nicht aus, 
gewisse Gemeinsamkeiten herauszustreichen bzw. aus ihnen bestimmte Schlüsse 
zu ziehen; eine separate Beweiswürdigung für jedes Delikt vermag dies letztlich 
jedoch nicht zu ersetzen. 

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5.5. Im Ergebnis ist der Vorinstanz jedoch darin zuzustimmen, dass die Aussa-
gen von Y.3_____ glaubhaft erscheinen und deshalb auf diese abgestellt werden 
kann. Die Einwände des Berufungsklägers gegen diesen Schluss vermögen nicht 
zu überzeugen.

5.5.1. Zunächst gibt der Berufungskläger die Aussagen von Y.3_____ unrichtig 
wieder. So sagte diese anlässlich ihrer ersten Einvernahme aus, sie sei in der 
Tatnacht am Schlafen gewesen und irgendwann aufgewacht, weil sie Schmerzen 
im Intimbereich gehabt habe. Nachher habe sie mehrfach "nein" gesagt, sich je-
doch wegen ihres (alkoholisierten) Zustandes nicht richtig wehren können (vgl. 
StA act. 2.1.9, Frage 6). Entgegen den Ausführungen des Berufungsklägers ist 
Y.3_____ somit nicht erst am anderen Morgen mit Schmerzen aufgewacht. Auf-
grund der Tatsache, dass sie erst eineinhalb Jahre nach der fraglichen Tat einver-
nommen wurde und vor allem dass sie zu jenem Zeitpunkt stark alkoholisiert war, 
ist im Übrigen nachvollziehbar, dass sie sich nicht an alle Details erinnern kann. 
Ferner vermag der Berufungskläger auch aus der Tatsache nichts zu seinen 
Gunsten abzuleiten, dass die Türe zum anderen Wohnraum, in welchem sich die 
übrigen Personen der Gruppe aufgehalten hatten, während der vorgeworfenen 
Handlungen zumindest einen Spalt offen stand. Denn bei entsprechendem Lärm-
pegel (Gespräche, Musik etc.) ist es ohne Weiteres möglich, dass die Gruppe 
nichts von den nicht einvernehmlichen sexuellen Handlungen mitbekommen hat. 
Der Berufungskläger bringt gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen von Y.3_____ 
weiter vor, diese habe behauptet, sie habe am gleichen Abend N._____ alles er-
zählt und sei von ihr getröstet worden. Gemäss den Angaben von N._____ habe 
es sich jedoch anders abgespielt; Y.3_____ habe ihr gegenüber nichts von einer 
Vergewaltigung erwähnt (vgl. KG act. A.4, S. 5). Dabei gibt der Berufungskläger 
die Aussagen von N._____ jedoch falsch wieder. Diese hat bestätigt, dass 
Y.3_____ ihr bereits in der besagten Nacht von den Vorfällen erzählt hat (vgl. StA 
act. 2.1.10, Frage 7). Unter diesen Umständen ist nicht erkennbar, inwiefern derart 
wesentliche Unstimmigkeiten im Aussageverhalten von Y.3_____ vorliegen soll-
ten, die ihre Angaben als unglaubhaft erscheinen lassen könnten.

5.5.2. Was die Aussagen des Berufungsklägers betrifft, so gab dieser an, 
Y.3_____ sei nur "leicht angetrunken" bzw. "ganz normal" gewesen (vgl. StA act. 
2.1.11, Fragen 23 und 30). Dies stimmt jedoch nicht nur mit den Aussagen des 
Opfers selbst (vgl. StA act. 2.1.9, Frage 6), sondern vor allem auch mit denjenigen 
von N._____ nicht überein. Diese gab nämlich an, dass Y.3_____ auf dem Weg 
zu ihrer Wohnung gestützt werden musste, weil sie so betrunken war (vgl. StA act. 
2.1.10, Frage 21). Nach den Angaben von Y.3_____ brachte der Berufungskläger 

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sie mit den anderen in die Wohnung von N._____ (vgl. StA act. 3.5.10, Frage 1). 
Er konnte somit nicht davon ausgehen, dass Y.3_____ "normal" war bzw. "alles 
gecheckt" hat (vgl. StA act. 2.1.11, Frage). Die Aussagen des Berufungsklägers 
sind dahingehend zu deuten, dass er den Zustand des Opfers schönzureden ver-
sucht, um die Vorfälle in der besagten Nacht als von Y.3_____ bei vollem Be-
wusstsein und klarem Verstand gewollt darzustellen. Im Weiteren gab Y.3_____ 
an, der Berufungskläger sei in der Bar O._____ zur Gruppe von Y.3_____ gestos-
sen und sie alle seien dann gemeinsam zur Wohnung von N._____, wo die sexu-
ellen Handlungen stattgefunden haben, gegangen (vgl. StA act. 3.5.10, Frage 21). 
Auch N._____ glaubt, dass sie den Berufungskläger bereits in der Bar O._____ 
getroffen haben (vgl. StA act. 2.1.10, Frage 23). Der Berufungskläger bestreitet 
jedoch, an jenem Abend in der Bar O._____ gewesen zu sein, und macht geltend, 
er habe Y.3_____ erst bei N._____ zu Hause getroffen (vgl. StA act. 3.5.10, Frage 
12). Schliesslich decken sich die Angaben des Berufungsklägers auch mit denje-
nigen von P._____ nicht. Während der Berufungskläger angibt, N._____ sei zu 
ihm und Y.3_____ ins Zimmer gekommen und habe ihn und P._____ aus der 
Wohnung geschickt (vgl. StA act. 2.1.11, Frage 46; StA act. 3.5.10, Frage 15), 
sagte P._____ aus, sie beide hätten die Wohnung erst am Morgen und freiwillig 
verlassen (vgl. StA act. 2.1.12, Frage 18). Das Aussageverhalten von P._____ 
deutet darauf hin, dass er den Berufungskläger zu decken versucht, indem er von 
einem mehr oder minder überstürzten Verlassen der Wohnung von N._____ ab-
lenken will.

5.5.3. Nach der Argumentation in der Berufungsbegründung scheint die Tatsache, 
dass Y.3_____ erst eineinhalb Jahre nach den Vorfällen Anzeige gegen den Beru-
fungskläger erstattet hat, dafür zu sprechen, dass sie ein Motiv hatte, um den Be-
rufungskläger fälschlicherweise zu belasten (vgl. KG act. A.4, S. 6). Diesbezüglich 
ist festzuhalten, dass Y.3_____ ausgesagt hat, sie habe die ganze Zeit versucht, 
das Vorgefallene zu vergessen, und sei aus Angst nicht zur Polizei gegangen, da 
sie befürchtet habe, ihr würde nicht geglaubt, weil Aussage gegen Aussage ge-
standen hätte. Zudem habe sie Angst vor dem Berufungskläger gehabt. Sie habe 
erst Anzeige erstattet, als sie von der Polizei vorgeladen worden sei (vgl. StA act. 
3.5.10, Ergänzungsfrage 1). Diese Schilderungen wirken plausibel und stehen der 
Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zur Sache selbst nicht entgegen.

5.5.4. Darüber hinaus ist zu beachten, dass die Vorgehensweise des Berufungs-
klägers, wie sie von Y.3_____ geschildert wird, zahlreiche Ähnlichkeiten aufweist 
wie bei der Schändung zum Nachteil von Y.1_____. Betreffend dieses Vorwurfes 
stehen sich nicht nur die Aussagen verschiedener Personen gegenüber, sondern 

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es gibt darüber hinaus starke objektive Indizien dafür, dass der Berufungskläger 
die Tat wie in der Anklageschrift (Ziffer 1.1.2) umschrieben begangen hat (vgl. un-
ten Erwägungen 6). Jedenfalls was diese beiden Taten anbelangt, lässt sich ge-
wissermassen von einem identischen modus operandi sprechen, hat sich doch der 
Berufungskläger in beiden Fällen an stark alkoholisierten Frauen, die er im Aus-
gang getroffen hat, vergangen.

5.5.5. In Anbetracht dieser Umstände ist als erstellt zu betrachten, dass der Beru-
fungskläger Y.3_____ auf dem Bett in der Wohnung von N._____ ausgezogen, 
sich auf sie gelegt und sie vaginal penetriert hat. Der Berufungskläger begann mit 
der Penetration, als das Opfer noch schlief. Während des Geschlechtsverkehrs 
erwachte Y.3_____, weil sie Schmerzen verspürte, konnte sich jedoch aufgrund 
ihres stark alkoholisierten Zustandes nicht richtig wehren. Jedenfalls aber sagte 
sie zum Berufungskläger mehrmals, dass sie dies nicht möchte, was dieser aber 
ignorierte.

5.6.1. Gemäss Art. 191 StGB macht sich der Schändung strafbar, wer eine ur-
teilsunfähige oder eine zum Widerstand unfähige Person in Kenntnis ihres Zu-
standes zum Beischlaf, zu einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen 
Handlung missbraucht. Die Norm stellt - im Unterschied zur sexuellen Nötigung 
(Art. 189 StGB) und der Vergewaltigung (Art. 190 StGB) - das Ausnützen einer 
vorbestehenden Urteils- oder Widerstandsunfähigkeit unter Strafe. Widerstands-
unfähig ist, wer nicht im Stande ist, sich gegen ungewollte sexuelle Kontakte zu 
wehren. Die Bestimmung schützt somit Personen, die einen zur Abwehr ausrei-
chenden Willen zum Widerstand gegen sexuelle Übergriffe nicht oder nicht sinn-
voll bilden, äussern oder betätigen können. Dabei genügt, dass das Opfer nur vor-
übergehend zum Widerstand unfähig ist. Die Gründe für die Widerstandsunfähig-
keit können dauernder oder vorübergehender, chronischer oder situationsbeding-
ter Natur sein, beispielsweise aufgrund einer hochgradigen Intoxikation. Erforder-
lich ist indes, dass die Widerstandsfähigkeit gänzlich aufgehoben und nicht nur in 
irgendeinem Grad beeinträchtigt oder eingeschränkt ist. Bei blosser - z.B. alkohol-
bedingter - Herabsetzung der Hemmschwelle ist keine Widerstandsunfähigkeit 
gegeben (BGE 133 IV 49 E. 7.2). Eine Bewusstlosigkeit im Sinne eines komatö-
sen Zustands wird dagegen nicht vorausgesetzt (Urteile des Bundesgerichts 
6B_316/2012 vom 1. November 2012, E. 3.3; 6B_128/2012 vom 21. Juni 2012, E. 
1.5). Eine schlafende Person ist als solche widerstandsunfähig (Ulrich Weder, in: 
Donatsch [Hrsg.], OFK-Kommentar StGB, 20. Aufl., Zürich 2018, N 5 zu Art. 191 
StGB). Das Bundesgericht bejaht Widerstandsunfähigkeit im Übrigen auch dann, 
wenn sich eine Person alkohol- und müdigkeitsbedingt nicht oder nur schwach 

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gegen die an ihr vorgenommenen sexuellen Handlungen wehren kann (vgl. Urteile 
des Bundesgerichts 6B_128/2012 vom 21. Juni 2012, E. 1.6.4; 6B_232/2016 vom 
21. Dezember 2016, E. 2.2; 6B_17/2016 vom 18. Juli 2017, E. 1.4.2). In subjekti-
ver Hinsicht erfordert der Tatbestand der Schändung, dass der Täter in Kenntnis 
der Widerstandsunfähigkeit des Opfers handelt. Diese Wendung bringt zum Aus-
druck, dass der Täter die Widerstands- bzw. Urteilsunfähigkeit des Opfers wahr-
genommen haben muss. Sie hat den Sinn, das Gericht dazu anzuhalten, mit be-
sonderer Sorgfalt zu prüfen, ob dem Täter der geistige Defekt seines Opfers wirk-
lich bekannt war. Strafbar ist auch der Eventualvorsatz. Eventualvorsätzlich han-
delt, wer zumindest ernsthaft für möglich hält, dass das Opfer aufgrund seines 
physischen oder psychischen Zustandes nicht in der Lage ist, sich gegen das se-
xuelle Ansinnen zur Wehr zu setzen, und es trotzdem zu sexuellen Handlungen 
bestimmt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_128/2012 vom 21. Juni 2012, E. 
1.6.1).

5.6.2. Ausser Frage steht zunächst, dass die vaginale Penetration des Opfers als 
Beischlaf im Sinne von Art. 191 StGB anzusehen ist. Indem der Berufungskläger 
Y.3_____ auf diese Weise in sie eindrang, als sie noch schlief, verging er sich an 
einer zum Widerstand unfähigen Person. Der objektive Tatbestand der Schändung 
war damit bereits erfüllt. Ob Y.3_____ sich in der Folge gewehrt bzw. tatsächlich 
mehrmals "nein" gesagt hat, spielt daher einzig für die Fortführung des strafrecht-
lichen Handelns des Berufungsklägers eine Rolle. Die Argumentation des Beru-
fungsklägers, nach der es Y.3_____ ohne weiteres möglich gewesen wäre, sich 
auch in betrunkenem Zustand gegenüber den weiteren (im Nebenzimmer anwe-
senden) Personen bemerkbar zu machen (vgl. KG act. A.4, S. 5), verfängt deshalb 
schon aus diesem Grund nicht. Da die Aussagen von Y.3_____ jedoch als glaub-
haft anzusehen sind, kann davon ausgegangen werden, dass sie mehrmals "nein" 
gesagt hat, was zur Konsequenz hat, dass der Berufungskläger - zumal das Opfer 
stark alkoholisiert und schlaftrunken war - objektiv und subjektiv mit seinem straf-
baren Verhalten fortfuhr. Dem Berufungskläger konnte offensichtlich nicht entgan-
gen sein, dass das Opfer schlief, als er mit der Penetration begann. Im Weiteren 
ist auch davon auszugehen, dass er erkannte, wie stark alkoholisiert das Opfer 
war und es - in Kombination mit ihrer Schlaftrunkenheit - nicht in der Lage war, 
sich gegen das Verhalten des Berufungsklägers zu wehren. Gerade diese Wehr-
losigkeit wollte der Berufungskläger gezielt ausnutzen, wie er dies auch bei 
Y.1_____ getan hat (vgl. unten Erwägung 6). Dass der Berufungskläger nicht zum 
Orgasmus gekommen war (vgl. StA act. 2.1.11, Frage 10), ändert nichts daran, 
dass der objektive Tatbestand von Art. 191 StGB erfüllt ist (vgl. Philipp Maier, in: 
Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl., Basel 2013, 

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N 13 zu Art. 190 StGB mit Bezug auf die Vergewaltigung). Der Berufungskläger 
hat sich somit, wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, der Schändung im 
Sinne von Art. 191 StGB zum Nachteil von Y.3_____ strafbar gemacht. Die Beru-
fung ist in diesem Punkt abzuweisen.

6.1. Dem Berufungskläger wird von der Staatsanwaltschaft weiter vorgeworfen, 
er habe die stark alkoholisierte Y.1_____ am 1. März 2014 in seiner Wohnung va-
ginal penetriert. Sie habe ihm gesagt, dass er aufhören solle, weil er ihr Schmer-
zen bereitet habe. Dies habe der Berufungskläger jedoch ignoriert. Er habe ge-
wusst, dass Y.1_____ wegen ihres stark alkoholisierten Zustandes zum Wider-
stand unfähig gewesen sei und es ihr nicht gelungen sei, ihn wegzuschubsen bzw. 
sich gegen den mit ihr vollzogenen Geschlechtsverkehr erfolgreich zu wehren. 
Das Opfer sei zum Tatzeitpunkt noch nicht 16 Jahre alt gewesen, was dem Beru-
fungskläger bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit hätte bewusst sein müssen. Der 
Berufungskläger habe bei diesem Geschlechtsverkehr Y.1_____ mit dem Hepa-
tits-Virus Typ B angesteckt, wobei er zu jenem Zeitpunkt nicht gewusst habe, dass 
er Träger des Virus gewesen sei (Anklageziffer 1.1.2).

Die Staatsanwaltschaft folgt damit den Schilderungen von Y.1_____. Der Beru-
fungskläger bestreitet hingegen, mit ihr den Geschlechtsverkehr vollzogen zu ha-
ben.

6.2. Die Vorinstanz folgte der Anklage insoweit, als sie zunächst die Aussagen 
von Y.1_____ als glaubhaft ansah. Darüber hinaus, so die Vorinstanz, würden 
sich diese auch objektiv bestätigen lassen. Die Vorinstanz verweist dabei - zu 
Recht - auf den Bericht des Kantonsspitals Graubünden vom 23. Mai 2016 (StA 
act. 3.1.31), welchem entnommen werden kann, dass sowohl der Berufungskläger 
als auch Y.1_____ mit dem Hepatitis B-Virus, Genotyp D2, infiziert waren. Der 
Bericht kommt zum Schluss, dass die Ansteckung von Y.1_____ "am Ehesten an-
fangs März [2014]" erfolgt ist, dass eine Ansteckung von Y.1_____ mit "sehr ho-
he[r] Wahrscheinlichkeit" durch den Berufungskläger stattgefunden haben dürfte 
und dass - da beim Berufungskläger eine eher tiefe Virusmenge im Blut vorgefun-
den wurde - davon auszugehen ist, dass zwischen den beiden ein "relevanter 
Kontakt" stattgefunden haben muss.

6.3. Die Aussagen des Berufungsklägers erweisen sich dagegen in dieser Hin-
sicht als nicht glaubhaft. Nachdem er das Opfer vor dem _____ getroffen und es 
zu sich nach Hause gebracht hat, soll er es, nachdem es sich bei ihm aufs Bett 
gelegt hatte, alleine in seiner Wohnung zurückgelassen haben (vgl. StA act. 
3.1.12, Frage 4). Angesichts der Tatsache, dass er und das Opfer sich nur wenig 

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kannten, erscheint dies wenig plausibel. Im Weiteren gab der Berufungskläger 
zunächst an, er habe am fraglichen Abend nichts mit Y.1_____ gehabt bzw. es sei 
nichts vorgefallen (StA act. 3.1.12, Frage 10). Er habe sie weder begrapscht noch 
sonst etwas mit ihr gemacht (StA act. 3.5.17, Frage 7). Als er mit den oberwähn-
ten Befunden des Kantonsspitals Graubünden konfrontiert wurde, stellte er sich 
(erstmals) auf den Standpunkt, dass sie in seinem Zimmer Zungenküsse ausge-
tauscht hätten (vgl. StA act. 3.5.20, Frage 19). Dieser Wechsel in seinem Aussa-
geverhalten spricht eindeutig gegen die Glaubhaftigkeit seiner Angaben. Dass der 
Berufungskläger - im Unterschied zum Vorfall mit Y.3_____ - den Geschlechtsver-
kehr mit Y.1_____ zunächst gänzlich abstritt (und nicht bloss dessen Einvernehm-
lichkeit behauptete), dürfte daran liegen, dass sich das Opfer zum Tatzeitpunkt 
noch im Schutzalter befand, wusste der Berufungskläger doch nachweislich be-
reits im Mai 2014 um die gesetzliche Regelung betreffend das Schutzalter im Sin-
ne von Art. 187 StGB (vgl. StA act. 2.3.13, Frage 13).

6.4. Der Berufungskläger stellt die Glaubhaftigkeit der Aussagen von Y.1_____ 
insofern in Frage, als diese selbst anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 
25. Juni 2014 sich nicht im Klaren darüber gewesen sei, ob es tatsächlich zum 
Geschlechtsverkehr gekommen sei oder nicht. Unter diesen Umständen könne 
und dürfe es nicht zu einer Verurteilung kommen (KG act. A.4, S. 6). Anlässlich 
der erwähnten Einvernahme gab Y.1_____ jedoch auch an, sie habe Schmerzen 
im Vaginalbereich verspürt und zum Berufungskläger gesagt, er solle aufhören 
(vgl. StA act. 3.1.11, Frage 2). Hinzu kommt die Ansteckung mit dem Hepatitis B-
Virus, die - wie ausgeführt - faktisch nur durch den Berufungskläger stattgefunden 
haben kann. Aufgrund dieser Umstände kann nicht ernsthaft in Abrede gestellt 
werden, dass es zwischen dem Berufungskläger und Y.1_____ zu Geschlechts-
verkehr gekommen ist. Die Argumentation des Berufungsklägers, es sei möglich, 
dass sich Y.1_____ in seinem Bad angesteckt habe (KG act. A.4, S. 7), erweist 
sich daher als unbehelflich. Im Übrigen ist die Tatsache, dass sich Y.1_____ nicht 
mehr an alle Einzelheiten der Tatnacht erinnern kann, vielmehr gerade ein Indiz 
dafür, dass sie zu jenem Zeitpunkt nicht zum Widerstand fähig war (vgl. hierzu 
unten Erwägung 6.8).

6.5. In der Berufungsbegründung wird zwar - gestützt auf die Aussagen von 
Y.1_____ - an sich zu Recht geltend gemacht, dass sich aufgrund der bei ihr fest-
gestellten Hämatome nicht sagen lasse, die Tathandlung habe sich so wie vom 
Opfer geschildert abgespielt (vgl. KG act. A.4, S. 6 f.). Das hat aber die Vor-
instanz auch nicht getan. Sie ist vielmehr aufgrund der als glaubhaft angesehenen 
Aussagen von Y.1_____ und dem oberwähnten Bericht des Kantonsspitals 

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Graubünden als weiteres objektives Indiz zum Schluss gelangt, dass den Anga-
ben des Opfers zu folgen sei. Diesbezüglich ist auch anzumerken, dass Y.1_____ 
- indem sie in Bezug auf die festgestellten Hämatome ausgesagt hat, es sei auf-
grund ihres Zustandes möglich, dass sie sich alleine verletzt habe (vgl. StA act. 
3.1.11, Frage 2) - den Berufungskläger nicht zielgerichtet belastet, was für die 
Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen spricht. Dasselbe gilt für die Tatsache, dass sie 
nicht mit Sicherheit sagen konnte, ob es zwischen ihr und dem Berufungskläger 
zum Geschlechtsverkehr gekommen sei (vgl. oben Erwägung 6.4).

6.6. Wie bei Y.3_____ hat sich der Berufungskläger als Opfer eine stark alkoho-
lisierte junge Frau ausgesucht, die er im Ausgang getroffen hatte. Er verging sich 
sowohl an Y.1_____ als auch an Y.3_____ im Bewusstsein darum, dass sie sich 
aufgrund ihres Zustandes nicht würden wehren können. Diese Widerstandsun-
fähigkeit nutzte er in beiden Fällen gezielt aus, was einen spezifischen modus 
operandi erkennen lässt (vgl. dazu auch oben Erwägung 5.5.4).

6.7. In Würdigung dieser Umstände ist als erstellt zu betrachten, dass der Beru-
fungskläger Y.1_____ am 1. März 2014 in seiner Wohnung vaginal penetriert hat. 
Sie hat ihm deutlich zu verstehen gegeben, dass er aufhören soll. Er ignorierte 
dies jedoch und setzte den Geschlechtsverkehr fort. Aufgrund ihres stark alkoholi-
sierten Zustandes war Y.1_____ nicht in der Lage, sich gegen ihn zu wehren. 
Namentlich war es ihr nicht gelungen, ihn wegzuschubsen. 

6.8. Bezüglich der tatbestandsmässigen Voraussetzungen der Schändung 
gemäss Art. 191 StGB kann auf die Ausführungen unter Erwägung 5.6.1 verwie-
sen werden. Bei der als erstellt zu betrachtenden vaginalen Penetration handelt es 
sich - wie dargelegt - um Beischlaf im Sinne von Art. 191 StGB. Unbestritten ist im 
Weiteren, dass das Opfer stark alkoholisiert war. Da es sich im vorliegenden Fall 
um mehr als eine blosse Trunkenheit gehandelt hat, ist von einer tatbestandsmäs-
sigen Widerstandsunfähigkeit auszugehen, zumal das Opfer stark betrunken auf 
dem Bett döste bzw. offenbar derart stark alkoholisiert war, dass sie nicht mehr in 
der Lage war, sich - über die explizite Äusserung hinaus, der Berufungskläger sol-
le aufhören - zu wehren. Namentlich gelang es ihr nicht, ihn wegzuschubsen. Das 
Opfer sagte hierzu aus, sie erinnere sich nur noch, dass sie, nachdem der Beru-
fungskläger sie aufs Bett gelegt habe, habe erbrechen müssen. Der Berufungs-
kläger habe sich dann (erneut) aufs Bett gelegt und von diesem Zeitpunkt an wis-
se sie nichts mehr. Sie könne sich nur noch erinnern, dass sie dann Schmerzen 
im Vaginalbereich verspürt und zum Berufungskläger gesagt habe, er solle auf-
hören, da es schmerze. Dann sei sie erst am folgenden Tag bei sich zu Hause 
wieder aufgewacht und habe im Moment des Aufwachens zunächst überhaupt 

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keine Erinnerungen an irgendetwas mehr gehabt (vgl. StA act. 3.1.11, Frage 2). 
Diese Schilderungen sprechen klar dafür, dass es sich beim Alkoholisierungsgrad 
um mehr als eine blosse Trunkenheit gehandelt hat. Das Opfer war vielmehr re-
gelrecht weggetreten bzw. in einem quasi-komatösen Zustand bei nur geringem 
Bewusstsein, der es ihr verunmöglichte, sich zielgerichtet zur Wehr zu setzen. 
Dasselbe ergibt sich auch aus dem Umstand, dass Y.1_____ nicht einmal mehr 
mit Sicherheit sagen konnte, ob es zwischen ihr und dem Berufungskläger zum 
Geschlechtsverkehr gekommen war. Wer dies nicht mehr mitbekommt, weist ein-
deutig mehr als eine blosse Trunkenheit auf. Dem Berufungskläger war der Zu-
stand des Opfers bewusst, bestätigte er doch selbst, das Opfer sei "so besoffen" 
(StA act. 3.1.12, Frage 8) bzw. "recht besoffen" gewesen und hin und her ge-
schwankt (StA act. 3.5.17, Ergänzungsfrage). Er hat Y.1_____ denn auch beim 
Gehen geholfen (vgl. StA act. 3.5.17, Frage 1). Schliesslich wird auch in der Beru-
fungsbegründung anerkannt, dass Y.1_____ an jenem Abend "enorm viel Alkohol" 
getrunken habe (KG act. A.4, S. 6). Damit ist der Tatbestand der Schändung 
gemäss Art. 191 StGB objektiv und subjektiv erfüllt. Der vorinstanzliche Schuld-
spruch ist nicht zu beanstanden und die dagegen gerichtete Berufung insofern 
abzuweisen.

6.9. Betreffend die Vorfälle vom 1. März 2014 klagte die Staatsanwaltschaft den 
Berufungskläger ausserdem wegen sexueller Handlungen mit Kindern gemäss 
Art. 187 Ziff. 1 StGB an. Bei dieser Tatbestandsvariante handelt es sich um eine 
Vorsatztat. Im Anklagesachverhalt wird jedoch ausgeführt, dem Berufungskläger 
hätte bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit bewusst sein müssen, dass Y.1_____ 
das Schutzalter von 16 Jahren noch nicht überschritten habe (vgl. Anklageziffer 
1.1.2). Dies stellt die Umschreibung des Fahrlässigkeitsvorwurfes im Sinne von 
Art. 12 Abs. 3 StGB dar, weshalb die von der Staatsanwaltschaft beantragte Ver-
urteilung auf Art. 187 Ziff. 4 StGB hätte lauten müssen. Ungeachtet der erwähnten 
Umschreibung im Anklagesachverhalt und ohne Ergänzung der Anklage hat die 
Vorinstanz den Berufungskläger wegen sexueller Handlungen mit Kindern gemäss 
Art. 187 Ziff. 1 StGB - mithin wegen vorsätzlicher Begehung des Delikts - verur-
teilt. Dies stellt eine Verletzung des Anklagegrundsatzes dar und ist grundsätzlich 
unzulässig (vgl. zum umgekehrten Fall Urteil des Bundesgerichts 6B_115/2016 
vom 25. Mai 2016, E. 2: Verurteilung wegen fahrlässiger Begehung verstösst ge-
gen den Anklagegrundsatz, wenn nur Vorsatztat angeklagt war).

Gemäss Art. 187 Ziff. 4 StGB macht sich strafbar, wer mit einem Kind eine sexuel-
le Handlung vornimmt, dabei jedoch in der irrigen Vorstellung handelt, das Kind 
sei mindestens 16 Jahre alt, diesen Irrtum bei pflichtgemässer Vorsicht jedoch 

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hätte vermeiden können. Beischlaf stellt eine sexuelle Handlung im Sinne von Art. 
187 StGB dar und das Opfer war zum Tatzeitpunkt erst gut 15 Jahre alt. Zum Alter 
des Opfers gab der Berufungskläger an, er habe zwar gewusst, dass sie minder-
jährig, jedoch nicht, wie alt genau sie gewesen sei (vgl. StA act. 3.5.17, Fragen 15 
und 16). Nach BGE 119 IV 138 verletzt ein 20-jähriger Mann (wie der Berufungs-
kläger im Tatzeitpunkt) seine Sorgfaltspflichten im Sinne von Art. 187 Ziff. 4 StGB 
nicht, wenn er unter den Umständen einer "Jugendliebe" nach mehrmaligem be-
stimmtem Fragen nach dem Alter des Geschlechtspartners auf die erhaltene (fal-
sche) Antwort vertraut und keine weiteren Abklärungen über das Alter des Opfers 
trifft. Im vorliegenden Fall kann jedoch nicht die Rede von einer "Jugendliebe" sein 
und der Berufungskläger hat sich nicht nach dem Alter von Y.1_____ erkundigt, 
sondern wohl auf seine eigene Einschätzung vertraut. Unter diesen Umständen 
hat er seine Sorgfaltspflicht verletzt und daher Art. 187 Ziff. 4 StGB erfüllt. Da der 
Berufungskläger knapp fünf Jahre älter ist als das Opfer, greift die Regel von Art. 
187 Ziff. 2 StGB nicht. Im Übrigen ist auch Art. 187 Ziff. 3 StGB nicht anwendbar, 
da der Berufungskläger zum Tatzeitpunkt das 20. Altersjahr bereits zurückgelegt 
hat und keine besonderen Umstände im Sinne dieser Bestimmung vorliegen.

6.10. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht zwischen Art. 187 
StGB und Art. 191 StGB Idealkonkurrenz, da jeweils unterschiedliche Rechtsgüter 
betroffen sind (vgl. BGE 120 IV 194). In der Lehre wird dies zwar teilweise kriti-
siert; allerdings dürfte (weitgehend) Einigkeit darin bestehen, dass jedenfalls dann 
von echter Konkurrenz auszugehen ist, wenn - wie vorliegend - die Widerstands-
unfähigkeit keine altersbedingten Gründe hatte (vgl. die Nachweise bei Maier, 
a.a.O., N 19 zu Art. 191 StGB). Der Berufungskläger hat sich somit nach Art. 187 
Ziff. 4 StGB (statt - wie von der Vorinstanz angenommen - nach Art. 187 Ziff. 1 
StGB) und nach Art. 191 StGB zum Nachteil von Y.1_____ strafbar gemacht. In-
sofern ist die Berufung teilweise gutzuheissen.

7.1. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft soll der Berufungskläger die damals 
dreizehnjährige Y.3_____ Mitte Dezember 2013 oder Mitte Januar 2014 am 
Bahnhof O.3_____ im Erdgeschoss gegenüber den Schliessfächern mit den Hän-
den unter ihren Achselhöhlen gepackt und sie in die Luft gehoben haben. Um 
nicht hinunterzufallen, habe Y.3_____ ihre Beine um die Hüfte des Berufungsklä-
gers geschlungen. In dieser Position habe der Berufungskläger in Andeutung ei-
nes Geschlechtsverkehrs Vor- und Rückwärtsbewegungen gemacht und zu 
Y.3_____ gesagt, sie solle ihn anrufen, sobald sie 18 Jahre alt sei. Dann würde er 
sie "bumsen". Y.3_____ habe sich durch Zappeln gewehrt und den Berufungsklä-
ger geheissen, sie in Ruhe zu lassen. Er habe dann von ihr abgelassen. Der Beru-

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fungskläger habe gewusst, dass Y.3_____ noch nicht 16-jährig gewesen sei (An-
klageziffer 1.1.3).

Die Staatsanwaltschaft wertet den Vorfall als sexuelle Handlung mit einem Kind 
gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB. Die Anklage basiert im Wesentlichen auf den Aus-
sagen von Y.3_____ (vgl. StA act. 2.3.9) und ihrer Schwester, Y.2_____ (vgl. StA 
act. 2.3.8). Der Berufungskläger bestreitet die Vorwürfe (vgl. StA act. 3.5.13, Fra-
ge 7; StA act. 3.5.20, Frage 10).

7.2. Die Vorinstanz sah zunächst die Angaben von Y.3_____ als glaubwürdig 
an. Sie fänden sodann Bestärkung im Umstand, dass die Anzeige nicht aus eige-
nem Antrieb erfolgt sei, sondern aufgrund der Schilderungen von Y.2_____, wel-
che aufgrund eines anderen Vorfalles polizeilich befragt worden sei. Den Aussa-
gen könne nicht einzig aus dem Grund, dass es sich bei Y.2_____ um die 
Schwester des Opfers gehandelt habe, jeglicher Beweiswert abgesprochen wer-
den. Denn bei der Beweiswürdigung komme es in erster Linie auf die Glaubhaftig-
keit der einzelnen Aussagen an und nicht auf die allgemeine Glaubwürdigkeit des 
Zeugen. Einen konkreten Grund für eine falsche Beschuldigung vermöge der Ver-
teidiger nicht anzugeben. Entsprechend fänden sich auch keine Hinweise auf ein 
Zeugenkomplott (angefochtenes Urteil, E. II.a/cc [S. 21]).

7.3. Der Berufungskläger wendet dagegen ein, neben Y.3_____ seien beim 
fraglichen Vorfall deren Schwester Y.2_____, R._____, BB._____ und CC._____ 
anwesend gewesen. Weder CC._____ noch BB._____ noch R._____ hätten zu 
diesem Vorfall Angaben machen können. Damit werde die Glaubhaftigkeit der 
Aussagen von Y.3_____ und Y.2_____ sehr in Zweifel gezogen (KG act. A.4, S. 
7). Richtig daran ist zwar, dass weder CC._____ noch BB._____ die vorgeworfene 
Tat haben beobachten können (vgl. StA act. 2.3.10 und 2.3.12). CC._____ gab 
jedoch auch an, es könne sein, dass er zwischendurch mal etwas zum Trinken 
geholt habe (vgl. StA act. 2.3.10, Frage 19). Die Schilderungen von Y.2_____ und 
Y.3_____ decken sich jedoch im Wesentlichen (vgl. StA act. 2.3.8, Frage 37, und 
StA act. 2.3.9, Frage 12). Darüber hinaus hat Y.2_____ den Berufungskläger nicht 
zielgerichtet belastet, sondern den Vorfall beiläufig gegenüber der Polizei erwähnt, 
als sie zu einem anderen Deliktsvorwurf befragt wurde. Dies erhöht die Glaubhaf-
tigkeit ihrer Aussagen zusätzlich. Was die Erwägung der Vorinstanz anbelangt, 
einen konkreten Grund für eine falsche Beschuldigung vermöge der Verteidiger 
nicht zu nennen, begegnet der Berufungskläger mit dem Hinweis, darauf könne es 
"nun aber sicherlich nicht ankommen" (KG act. A.4, S. 7). Es versteht sich von 
selbst, dass eine solch lapidare (und im Übrigen an der Sache vorbeigehende) 
Bemerkung kein Motiv für eine Falschbeschuldigung erkennen lassen kann. Auch 

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vermag der Einwand des Berufungsklägers nicht zu überzeugen, wonach die Vor-
instanz die Tatsache nicht gewürdigt habe, dass J._____, eine Kollegin von 
Y.3_____, und M._____ gegenüber ihm dieselben Vorwürfe erhoben hätten, ihre 
Strafanträge im Verlaufe des Verfahrens dann aber zu recht zurückgezogen hät-
ten (vgl. KG act. A.4, S. 7). M._____ hat ausgesagt, der Berufungskläger habe 
einmal an ihren Hintern gefasst, sie wisse aber nicht, ob er das absichtlich getan 
habe (vgl. StA act. 2.5.12, Frage 2). Der von J._____ geschilderte Vorfall ent-
spricht praktisch demjenigen von Y.3_____ (vgl. StA act. 2.6.7, Fragen 10 und 30 
ff.), was ein Indiz dagegen ist, dass J._____ die Geschichte erfunden haben könn-
te. Im Übrigen bestätigte Y.2_____, dass J._____ vom Berufungskläger "be-
grabscht und betatscht" worden sei (vgl. StA act. 2.6.6, Frage 37). Sowohl 
M._____ als auch J._____ zogen ihre gestellten Strafanträge gegen den Beru-
fungskläger zurück, nachdem ihnen mitgeteilt wurde, dass eine Konfronteinver-
nahme mit dem Berufungskläger stattfinden würde (vgl. StA act. 2.5.16, 2.5.17, 
2.6.10 und 2.6.11). J._____ gab in diesem Zusammenhang an, sie hätte Angst vor 
dem Berufungskläger (StA act. 2.6.7, Fragen und 30 ff.). In keinem der beiden Fäl-
le haben sich die Vorfälle indes als völlig haltlos herausgestellt. Der Berufungsklä-
ger vermag daraus somit nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.

Die Einwände des Berufungsklägers gegen die vorinstanzliche Beweiswürdigung 
verfangen demnach nicht.

7.4. Mit der Vorinstanz ist deshalb davon auszugehen, dass der Berufungsklä-
ger Y.3_____ mit den Händen unter den Achseln packte und sie in die Luft hob. 
Als diese ihre Beine um die Hüfte des Berufungsklägers schlang, machte er in An-
deutung eines Geschlechtsverkehrs Vor- und Rückwärtsbewegungen und sagte, 
sie solle ihn anrufen, sobald sie 18 Jahre alt sei. Dann würde er sie "bumsen".

7.5. Nach Art. 187 Ziff. 1 StGB macht sich strafbar, wer mit einem Kind unter 16 
Jahren eine sexuelle Handlung vornimmt. Der Begriff der "sexuellen Handlung" ist 
im Sexualstrafrecht kein einheitlicher, sondern jeweils gesondert in Bezug auf den 
konkreten Tatbestand zu bestimmen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
6B_527/2008 vom 2. Dezember 2008, E. 3.4, und 6B_597/2007 vom 22. April 
2008, E. 4.4.2). Demzufolge ist es möglich, dass die gleiche Handlung unter dem 
Gesichtspunkt des Jugendschutzes und damit im Hinblick auf Art. 187 StGB an-
ders bewertet wird als unter dem Blickwinkel des Schutzes der sexuellen Freiheit 
und damit im Hinblick auf Art. 189 ff. StGB (vgl. zum Ganzen Maier, a.a.O., N 30 
vor Art. 187 StGB m.w.H.). Der Begriff der "sexuellen Handlung" in Art. 187 StGB 
geht weiter als derjenige in Art. 189 ff. StGB. Unter sexueller Handlung im Sinne 
von Art. 187 StGB ist zunächst jede körperliche Betätigung zu verstehen, die nach 

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ihrem äusseren Erscheinungsbild vom Standpunkt eines objektiven Betrachters 
aus betrachtet eindeutig sexualbezogen ist (BGE 125 IV 58 E. 3b). Die Tatmotive, 
das subjektive Empfinden oder die Bedeutung solcher eindeutig sexualbezogenen 
Handlungen für Täter und Opfer sind dabei belanglos (BGE 125 IV 58 E. 3b; Urteil 
des Bundesgerichts 6B_727/2014 vom 7. Oktober 2014, E. 3.3). Tatbestandsmäs-
sig sind sodann nur solche Verhaltensweisen, die im Hinblick auf das jeweils ge-
schützte Rechtsgut erheblich sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_727/2014 
vom 7. Oktober 2014, E. 3.3, 6B_702/2009 vom 8. Januar 2010, E. 5.4, 
6B_597/2007 vom 22. April 2008, E. 4.4.2; ferner die Kasuistik bei Maier, a.a.O., N 
11 f. zu Art. 187 StGB). Ambivalente Handlungen, die äusserlich weder neutral 
noch eindeutig sexualbezogen erscheinen, sind im Lichte der gesamten Umstände 
zu beurteilen: Namentlich eine erhebliche Altersdifferenz zwischen Täter und Op-
fer, qualitativ die Art und quantitativ die Dauer sowie die Intensität des Vorgehens 
und weitere Umstände können äusserlich zunächst ambivalent erscheinende 
Handlungen eindeutig sexualbezogen erscheinen lassen (vgl. Urteile des Bundes-
gerichts 6B_727/2014 vom 7. Oktober 2014, E. 3.3, und 6B_702/2009 vom 8. Ja-
nuar 2010, E. 5.4).

7.6. Die Bewegungen des Berufungsklägers waren im vorliegenden Fall eindeu-
tig sexualbezogen: Seine Verhaltensweise sollte einen Geschlechtsverkehr zwi-
schen ihm und dem Opfer bzw. seinen Wunsch danach andeuten. Dies wurde 
denn auch mit seinen Worten unterstrichen, dass er es - wenn es 18 Jahre alt sei - 
"bumsen" wolle. Das Opfer empfand das Verhalten des Berufungsklägers als 
"gruusig" (StA act. 2.3.9, Frage 18) und "unangenehm" (StA act. 3.5.13, Frage 
Frage 6). Damit wurde ein sexuelles Schamgefühl ausgelöst, was aus objektiver 
Warte ohne weiteres als nachvollziehbar erscheint. Beim entsprechenden Vorfall 
handelte es sich sodann nicht bloss um ein flüchtiges Berühren; vielmehr fand 
während gewisser Zeit ein eigentlicher körperlicher Kontakt statt (anders als etwa 
im Fall, welcher dem Urteil des Bundesgerichts 6B_702/2009 vom 8. Juni 2010 
zugrunde lag). Dabei exponierte Y.3_____ durch die Umklammerung des Beru-
fungsklägers mit ihren Beinen ihren Intimbereich. Das als sexuelle Handlung an-
zusehende Verhalten des Beschuldigten erreichte damit die geforderte Erheblich-
keit im Hinblick auf das von Art. 187 StGB geschützte Rechtsgut. Y.3_____ war 
zum Tatzeitpunkt erst 13-jährig und damit noch im Schutzalter. Dem Berufungs-
kläger war bewusst, dass Y.3_____ noch nicht 16 Jahre alt war, schätzte er ihr 
Alter doch auf 14 bis 15 Jahre (vgl. StA act. 2.3.13, Frage 4). Der Berufungskläger 
hat demnach sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht den Tatbestand 
von Art. 187 Ziff. 1 StGB erfüllt. Da er die gesetzliche Regelung betreffend das 
Schutzalter im Sinne von Art. 187 StGB kannte (vgl. StA act. 2.3.13, Frage 13), 

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erübrigt sich von vornherein die Prüfung eines allfälligen Verbotsirrtums gemäss 
Art. 20 StGB. Anzufügen bleibt, dass der an sich ebenso erfüllte Tatbestand der 
sexuellen Belästigung (Art. 198 StGB) von Art. 187 StGB konsumiert wird (vgl. 
Kaspar Meng, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. 
Aufl., Basel 2013, N 38 zu Art. 198 StGB m.w.H.). Der vorinstanzliche Schuld-
spruch ist damit zu bestätigen und die dagegen gerichtete Berufung abzuweisen.

8. Gemäss Anklageschrift soll der Berufungskläger Y.6_____ in der Nacht 
vom 12. auf den 13. März 2014 in seiner Wohnung in O.3_____ vergewaltigt ha-
ben (Anklageziffer 1.2).

8.1. Y.6_____ schilderte die Tat anlässlich ihrer ersten Einvernahme im We-
sentlichen, wie folgt (vgl. StA act. 3.2.14): Sie sei am Abend des 12. März 2014 
zusammen mit ihrer Kollegin, EE._____, beim Bahnhof O.3_____ gewesen. Dort 
habe sie auch den Berufungskläger getroffen. Sie habe ihm dann etwas zu essen 
aus dem _____ geholt. EE._____ habe den Zug um 22 Uhr nach O.6_____ ge-
nommen. Sie selbst habe jedoch, da sie mit dem Berufungskläger geredet habe, 
den Zug um 23 Uhr in Richtung O.7_____ verpasst. Der Berufungskläger habe sie 
dann gefragt, ob sie zu ihm kommen möchte. Sie habe zugesagt, ihm jedoch er-
läutert, dass sie nur als Kollegin zu ihm komme, da sie einen Freund hätte. Sie 
habe nicht gewollt, dass er sie anfasse. Sie seien dann zusammen zu ihm nach 
Hause gegangen. Unterwegs habe sie noch mit ihrer Kollegin telefoniert. Der Be-
rufungskläger habe ihr jedoch gesagt, sie solle aufhören zu telefonieren und 
schneller laufen. In der Wohnung habe ihr der Berufungskläger das Mobiltelefon 
aus der Hand genommen und es auf der Ablage über dem Bett deponiert. Er habe 
ihr eine Trainerhose von sich gegeben, die sie im Badezimmer angezogen habe. 
Danach hätten sie zusammen einen Film im Fernsehen geschaut, wobei sie ne-
beneinander auf dem Bett gesessen hätten. Er habe sie dann auf einmal küssen 
wollen, worauf sie den Kopf zur Seite gedreht habe. Er habe sie am Hals festge-
halten und seinen Mund auf ihren gedrückt. Sie habe ihm gesagt, dass sie das 
nicht wolle. Sie sei zur Toilette gegangen und habe sich überlegt, ob sie die Nacht 
im Badzimmer verbringen solle. Es habe jedoch keinen Schlüssel an der Toiletten-
tür gehabt, sodass sie wieder zurück ins Zimmer gegangen sei. Dort habe sie ge-
sehen, dass es auch an der Wohnungstür keinen Schlüssel gehabt habe. Sie ha-
be sich dann wieder neben ihn gesetzt und er habe sie eine Weile in Ruhe gelas-
sen. Plötzlich habe er sie jedoch wieder am Hals festgehalten und sie zu küssen 
begonnen. Sie habe sich dagegen gewehrt und ihm mit dem Ellbogen einen Kinn-
hacken verpasst. Er habe begonnen, sie am ganzen Körper über den Kleidern 
anzufassen. Sie habe die ganze Zeit gesagt, dass sie das nicht wolle, und ver-

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sucht, ihn wegzuschubsen. Er habe ihr dann sämtliche Kleider ausgezogen und 
sei in sie eingedrungen. Dabei habe er ein Kondom benutzt. Woher er dieses ge-
habt habe, habe sie nicht gesehen. Er sei dann zum Orgasmus gekommen und 
habe aufgehört. Danach sei er in die Küche gegangen und habe ihr ein Glas Was-
ser geholt. Währenddessen habe sie ihre Kleider angezogen. Sie hätten dann 
noch ein wenig ferngesehen, wobei der Berufungskläger eingeschlafen sei. Sie sei 
die ganze Zeit wach geblieben und habe nicht weiter gewusst. Am Morgen um 
06:15 Uhr habe ihr Wecker geklingelt. Sie habe sich in der Toilette umgezogen, 
habe sich von ihm verabschiedet und sei gegangen. Der Berufungskläger habe sie 
"noch irgendwie umarmt", sich ebenfalls verabschiedet und ihr viel Spass bei der 
Arbeit gewünscht. Sie sei zum Bahnhof in O.3_____ gelaufen, wo sie u