# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b29b82be-5281-5723-8412-a2f933ffba3e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.06.2017 100 2016 338
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2016-338_2017-06-12.pdf

## Full Text

100.2016.338U   publiziert in BVR 2017 S. 399
DAM/BAE/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 12. Juni 2017

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichterin Herzog
Gerichtsschreiberin Barben

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführerin

gegen

Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli
Schloss 1, 3800 Interlaken

sowie

Einwohnergemeinde Lauterbrunnen
handelnd durch den Gemeinderat, Haus Adler, 3822 Lauterbrunnen

betreffend Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland 
(Verfügung des Regierungsstatthalteramts Interlaken-Oberhasli vom 
12. Oktober 2016; BewG 27/2016)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12.06.2017, Nr. 100.2016.338U, 
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Sachverhalt:

A.

A.________, deutsche Staatsangehörige, erhielt mit Vertrag vom 
29. August 2016 von ihrem schweizerischen Lebenspartner ein Kaufsrecht 
an dessen 4-Zimmer-Wohnung in Lauterbrunnen eingeräumt 
(Stockwerkeinheit Lauterbrunnen Gbbl. Nr. 1___). Am 29. September 2016 
ersuchte sie das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli (RSA) um 
eine Bewilligung gemäss dem Bundesgesetz vom 16. Dezember 1983 über 
den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland (BewG; 
SR 211.412.41) und den kommunalen Bestimmungen der 
Einwohnergemeinde (EG) Lauterbrunnen.

Das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli erteilte A.________ mit 
Verfügung vom 12. Oktober 2016 die Bewilligung für die Einräumung des 
Kaufsrechts und hielt fest, für den tatsächlichen Erwerb der Stockwerkein-
heit sei ein separates Bewilligungsverfahren notwendig; in einem solchen 
Verfahren werde, falls benötigt, auch ein kantonales Kontingent eingeholt.

B.

Dagegen hat A.________ am 14. November 2016 Verwaltungsgerichts-
beschwerde erhoben. Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei auf-
zuheben und es sei ihr zur Einräumung eines Kaufsrechts an der Stock-
werkeinheit Nr. 1___ die Bewilligung zu erteilen, wobei dafür ein kantonales 
Kontingent einzuholen sei. Als vorsorgliche Massnahme hat sie beantragt, 
das Grundbuchamt Oberland sei superprovisorisch anzuweisen, auf dem 
Grundstück Lauterbrunnen Gbbl. Nr. 2___ eine Grundbuchsperre anzumer-
ken.

Mit Verfügung vom 15. November 2016 hat der Abteilungspräsident das 
Gesuch um Erlass einer vorsorglichen Massnahme abgewiesen.

Das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli beantragt mit Ver-
nehmlassung vom 24. November 2016 die Abweisung der Beschwerde. 

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Die EG Lauterbrunnen verweist mit Eingabe vom 16. November 2016 auf 
ihre Stellungnahme im vorinstanzlichen Verfahren, wonach die maximale 
Bruttogeschossfläche (BGF), die nach kommunalem Recht an Personen 
aus dem Ausland verkauft werden dürfe, mit dem hier zur Diskussion ste-
henden Geschäft nicht überschritten werde.

Auf Ersuchen des Instruktionsrichters hat die EG Lauterbrunnen am 
30. März 2017 die kommunalen Rechtsgrundlagen betreffend Grundstück-
erwerb durch Personen im Ausland eingereicht. Das Bundesamt für Justiz 
(BJ) hat zudem am 13. April 2017 einen Fachbericht erstattet. A.________ 
hat sich dazu am 1. Mai 2017 geäussert. Die übrigen Beteiligten haben sich 
nicht mehr vernehmen lassen.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 15 Abs. 1 Bst. c BewG i.V.m. Art. 3 
Abs. 1 des Einführungsgesetzes vom 25. September 1988 zum BewG 
[EG BewG; BSG 215.126.1]). Das Regierungsstatthalteramt Interlaken-
Oberhasli hat mit der angefochtenen Verfügung dem Antrag der Beschwer-
deführerin insoweit entsprochen, als es die Bewilligung erteilt hat. Es hat 
diese jedoch entgegen dem Begehren der Beschwerdeführerin nicht an das 
kantonale Kontingent für den Erwerb von Ferienwohnungen durch auslän-
dische Personen angerechnet, weshalb nicht gesichert ist, dass die allfäl-
lige Ausübung des Kaufsrechts – auch bei sonst unveränderten Verhält-
nissen – bewilligungsfähig ist (vgl. auch hinten E. 3.3). Die Beschwerde-
führerin hat insoweit ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung der 
angefochtenen Verfügung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und frist-
gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

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1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2.

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 BewG bedürfen Personen im Ausland für den 
Erwerb von Grundstücken einer Bewilligung der zuständigen kantonalen 
Behörde, soweit nicht eine Ausnahme nach Art. 2 Abs. 2 oder Art. 7 BewG 
vorliegt (vgl. BVR 2012 S. 209 E. 3 mit Hinweisen). Personen im Ausland 
sind unter anderem Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Europäi-
schen Gemeinschaft (heute: Union) oder der Europäischen Freihandels-
assoziation, die ihren rechtmässigen und tatsächlichen Wohnsitz nicht in 
der Schweiz haben (Art. 5 Abs. 1 Bst. a BewG). Für die Bewilligungspflicht 
ist unter anderem massgebend, welchem Nutzungszweck das Grundstück 
dient. Das Gesetz unterscheidet zwischen Haupt-, Zweit- und Ferienwoh-
nungen. Bewilligungsfrei erworben werden kann nur eine Hauptwohnung, 
während der Erwerb einer Zweit- oder Ferienwohnung grundsätzlich bewil-
ligungspflichtig ist (Art. 2 Abs. 2 Bst. b BewG i.V.m. Art. 5 der Verordnung 
vom 1. Oktober 1984 über den Erwerb von Grundstücken durch Personen 
im Ausland [BewV; SR 211.412.411]; vgl. BGE 139 II 243 E. 10.1). Als Er-
werb eines Grundstücks gilt auch die Begründung und Ausübung eines 
Kaufs-, Vorkaufs- oder Rückkaufsrechts an einem Grundstück (Art. 4 
Abs. 1 Bst. f BewG).

2.2 Für Ferienwohnungen können die Kantone gemäss Art. 9 Abs. 2 
BewG durch Gesetz bestimmen, dass einer natürlichen Person der Erwerb 
im Rahmen des kantonalen Kontingents bewilligt werden kann. Die Kan-
tone bestimmen die Orte, die des Erwerbs von Ferienwohnungen durch 
Personen im Ausland bedürfen, um den Fremdenverkehr zu fördern (Art. 9 
Abs. 3 BewG). Sie können durch Gesetz den Erwerb einschränken, indem 
sie insbesondere für eine Gesamtheit von Ferienwohnungen den Erwerb 
nur bis zu einer bestimmten Quote des Wohnraums zulassen (Art. 13 
Abs. 1 Bst. c BewG). Die Gemeinden können diese Einschränkung von 
sich aus einführen (Art. 13 Abs. 2 BewG).

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2.3 Der Kanton Bern und die EG Lauterbrunnen haben von den 
bundesrechtlichen Ermächtigungen Gebrauch gemacht und sehen für 
Ferienwohnungen einen kantonalen Bewilligungsgrund bzw. weitergehende 
Einschränkungen des Erwerbs vor. In Fremdenverkehrsgemeinden, zu 
denen die EG Lauterbrunnen gehört, kann der Erwerb einer solchen 
Wohnung im Rahmen des kantonalen Kontingents bewilligt werden (Art. 6 
Abs. 3 i.V.m. Art. 7 Abs. 1 und Anhang 1 Art. A1-1 Bst. d Ziff. 11 EG 
BewG). Die Fremdenverkehrsgemeinden können durch Beschluss der 
Stimmberechtigten die in Art. 13 Abs. 1 BewG festgehaltenen 
Einschränkungen einführen (Art. 9 Abs. 1 EG BewG). Dies hat die EG 
Lauterbrunnen getan: Sie sieht unter anderem vor, dass in nicht 
hotelmässig bewirtschafteten Gebäuden höchstens 50 % der auf die 
Wohneinheiten entfallenden BGF an Personen im Ausland verkauft werden 
dürfen (Beschluss der Gemeindeversammlung vom 21.6.2010 Bst. b; 
act. 9A).

3.

3.1 Der Beschwerdeführerin wurde mit Vertrag vom 29. August 2016 
ein Kaufsrecht an einer 4-Zimmer-Wohnung in Lauterbrunnen eingeräumt 
(Stockwerkeinheit Gbbl. Nr. 1___; vorne Bst. A). Das Kaufsrecht ist un-
entgeltlich, auf fünf Jahre befristet und vererblich, aber nicht übertragbar 
(act. 1C). Es soll der Beschwerdeführerin unbestrittenermassen ermög-
lichen, die Wohnung als Ferienwohnung zu erwerben. Die Beteiligten ge-
hen weiter übereinstimmend davon aus, dass die Einräumung des 
Kaufsrechts als Erwerb im Sinn von Art. 4 Abs. 1 Bst. f BewG der 
Bewilligungspflicht untersteht, da die Beschwerdeführerin deutsche 
Staatsangehörige mit Wohnsitz in Deutschland ist. Umstritten ist hingegen, 
ob die Bewilligung an das kantonale Kontingent und die kommunale BGF-
Begrenzung für den Erwerb von Ferienwohnungen durch Personen im 
Ausland anzurechnen ist.

3.2 Das Regierungsstatthalteramt hat in der angefochtenen Verfügung 
erwogen, es handle sich nicht um den Verkauf einer Wohnung, sondern 
lediglich um die Erteilung eines Kaufsrechts. Dadurch sei die Stockwerk-

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einheit (noch) nicht tatsächlich erworben und demzufolge auch kein kanto-
nales Kontingent eingeholt worden. Bei dieser Ausgangslage könne im 
vorliegenden Verfahren auf eine Berechnung der BGF, wie sie das kom-
munale Recht vorsehe, verzichtet werden. Bei einem zukünftigen Verkauf 
einer Wohnung auf dem Grundstück Nr. 2___ an eine Person im Ausland 
sei die Stockwerkeinheit Nr. 1___ nicht an die für das Gebäude insgesamt 
geltende BGF-Quote von 50 % anzurechnen. Diese Anrechnung erfolge 
erst beim tatsächlichen Erwerb der Stockwerkeinheit Nr. 1___ durch eine 
Person im Ausland. Die Gemeinde habe die BGF trotzdem berechnet; da-
nach würde die zulässige Quote durch den Erwerb der streitbetroffenen 
Stockwerkeinheit zum heutigen Zeitpunkt nicht überschritten.

3.3 Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, das Bun-
desrecht unterscheide nicht zwischen der Einräumung eines Kaufsrechts 
und dem tatsächlichen Kauf eines Grundstücks. Es sei daher auch bei der 
vertraglichen Vereinbarung eines Kaufsrechts das kantonale Kontingent zu 
belasten und die auf die Stockwerkeinheit Nr. 1___ entfallende BGF an die 
kommunale Quote anzurechnen. Andernfalls sei kein Grund ersichtlich, 
warum bereits zu diesem Zeitpunkt ein Bewilligungsverfahren durchlaufen 
werden müsse. Die Beschwerdeführerin weist weiter darauf hin, dass sie 
ihr Kaufsrecht nicht mehr ausüben könnte, wenn während dessen Dauer 
eine zusätzliche Stockwerkeinheit des Grundstücks Nr. 2___ an eine aus-
ländische Person verkauft würde, da diesfalls der Maximalanteil von 50 % 
der BGF in ausländischem Eigentum nach kommunalem Recht bereits 
überschritten wäre.

4.

4.1 Als Grundstückerwerb gilt nach dem BewG nicht nur der Erwerb des 
Eigentums an einem Grundstück im Sinn von Art. 655 des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210), wie dies Art. 4 Abs. 1 Bst. a BewG vor-
sieht. Zur Verhinderung von Umgehungsmöglichkeiten sind auch ver-
wandte Tatbestände der Bewilligungspflicht unterstellt. Der Grundgedanke 
der gesetzlichen Regelung wird in Art. 4 Abs. 1 Bst. g BewG verdeutlicht. 
Danach gilt als Erwerb eines Grundstücks jeder Erwerb von Rechten, die 

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der Erwerberin oder dem Erwerber eine ähnliche Stellung wie der Eigen-
tümerin oder dem Eigentümer eines Grundstücks verschaffen, wobei auf 
eine wirtschaftliche Betrachtungsweise abzustellen ist (BGer 4C.14/2003 
vom 22.4.2003 E. 2.1, u.a. mit Hinweis auf BGE 107 Ib 12 E. 4). Erfasst 
wird mithin jedes Rechtsgeschäft, das einer Person – objektiv und wirt-
schaftlich gesehen – erlaubt, die Verfügungsmacht über ein Grundstück zu 
erlangen (ühlebach/Geissmann, Lex F., Kommentar zum BewG, 1986, 
Art. 4 N. 3; Geissmann/Huber/Wetzel, Grundstückerwerb in der Schweiz 
durch Personen im Ausland, 1998, N. 52; Merkblatt «Erwerb von Grund-
stücken durch Personen im Ausland» des BJ vom 1.7.2009 S. 6, einsehbar 
unter: <http://www.bj.admin.ch>, Rubrik «Grundstückerwerb durch Perso-
nen im Ausland»). Mit der Aufzählung von Art. 4 Abs. 1 Bst. a-f BewG un-
terstellt das Gesetz den Erwerb dinglicher oder realobligatorischer Rechte 
sowie den Erwerb von Anteilen an Immobilienanlagefonds und -gesell-
schaften der Bewilligungspflicht (vgl. BGer 2C_854/2012 vom 12.3.2013 
E. 5.2).

4.2 Nach Art. 4 Abs. 1 Bst. f BewG sind sowohl die Begründung als 
auch die Ausübung eines Kaufs-, Vorkaufs- oder Rückkaufsrechts als 
Grundstückerwerb bewilligungspflichtig (vorne E. 2.1), obwohl diskutabel 
sein mag, ob es sich rechtlich oder wirtschaftlich gesehen um einen Erwerb 
handelt (kritisch deshalb Manuel Müller, Aus dem Tagebuch des Eidgenös-
sischen Amtes für Grundbuch- und Bodenrecht, in ZBGR 2001 S. 337 ff., 
353 f.; ferner Wegleitung des Eidgenössischen Grundbuchamtes vom 
29.1.1985 für die Grundbuchverwalter betreffend Erwerb von Grundstücken 
durch Personen im Ausland, in ZBGR 1985 S. 183 ff., 185 hinsichtlich der 
Begründung von Vorkaufsrechten). Ein Kaufsrecht gibt der Inhaberin oder 
dem Inhaber die Befugnis, unabhängig vom Willen der verpflichteten Per-
son die Sache durch einseitige Willenserklärung zu kaufen 
(BGer 4A_24/2008 vom 12.6.2008, in ZBGR 2009 S. 228 E. 3.1; Christian 
Brückner, Verwandte Verträge, in Alfred Koller [Hrsg.], Der Grundstückkauf, 
2. Aufl. 2001, § 11 N. 131). Art. 4 Abs. 1 Bst. f BewG unterscheidet nicht 
zwischen vertraglichen Rechten und solchen, die von Gesetzes wegen – 
namentlich nach Art. 681 ff. ZGB – bestehen und daher nicht eigens be-
gründet werden. Die Regelung des BewG führt daher dazu, dass bei ver-
traglichen Kaufs-, Vorkaufs- und Rückkaufsrechten für denselben Eigen-

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tumsübergang zwei bewilligungspflichtige Erwerbstatbestände gegeben 
sind. Im Zusammenhang mit dem Kontingent für Ferienwohnungen be-
stimmt Art. 9 Abs. 4 BewG, dass eine Bewilligung nicht angerechnet wird, 
wenn bereits der veräussernden Person der Erwerb der Ferienwohnung 
bewilligt worden ist (Bst. a). Ebenso wird eine Bewilligung für den Erwerb 
eines Miteigentumsanteils an einer Ferienwohnung nicht angerechnet, 
sofern der Erwerb eines anderen Miteigentumsanteils an derselben Woh-
nung bereits an das Kontingent angerechnet worden ist (Bst. c). Daraus ist 
zu schliessen, dass pro Wohnung grundsätzlich nur eine Anrechnung an 
das kantonale Kontingent erfolgen soll, auch wenn zwei verschiedene 
Erwerbstatbestände vorliegen wie bei der Begründung und der Ausübung 
eines vertraglichen Kaufsrechts. Es fragt sich, in welchem Zeitpunkt die 
Anrechnung an das Kontingent vorzunehmen ist.

4.3 Abgesehen vom (hier nicht in Frage stehenden) Fall einer Grund-
satzbewilligung ist der entscheidende Zeitpunkt für die Anrechnung an das 
Kontingent die Erteilung der Einzelbewilligung an die Erwerberin oder den 
Erwerber (Art. 9 Abs. 2 BewV; Mühlebach/Geissmann, a.a.O., Art. 11 N. 7). 
Da bereits die Begründung eines Kaufsrechts einen bewilligungspflichtigen 
Erwerb im Sinn des BewG darstellt und nicht erst dessen Ausübung, ist für 
die Erteilung der entsprechenden Einzelbewilligung das kantonale Kontin-
gent zu belasten. Im Bewilligungsverfahren betreffend die Ausübung eines 
solchen Rechts hat hingegen keine Anrechnung mehr zu erfolgen. Dies 
entspricht auch der Auffassung des BJ (vgl. Fachbericht vom 13.4.2017 
S. 2; act. 10). Die gegenteilige Sichtweise der Vorinstanz unterscheidet für 
die Anrechnung an das Kontingent zwischen verschiedenen Tatbeständen 
des bewilligungspflichtigen Grundstückerwerbs, obwohl Art. 9 Abs. 2 BewV 
keine solche Unterscheidung vorsieht. Gleiches gilt für Art. 9 Abs. 2 BewG, 
der die Kantone ermächtigt, den Erwerb eines Grundstücks als Ferienwoh-
nung nur im Rahmen des Kontingents zu bewilligen. Der weite Erwerbsbe-
griff des BewG ist somit auch im Zusammenhang mit der Anrechnung an 
das Kontingent massgebend; die engere zivilrechtliche Optik der Vor-
instanz widerspricht dem gesetzlichen Regelungskonzept. Dasselbe gilt für 
die Anrechnung an die kommunale BGF-Quote, die sich als weitergehende 
Beschränkung auf Art. 13 Abs. 1 Bst. c BewG stützt und damit ebenfalls an 
den Erwerbsbegriff dieses Gesetzes anknüpft.

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4.4 Die Bewilligung für die Einräumung des Kaufsrechts kann folglich 
nur im Rahmen des kantonalen Kontingents und der kommunalen BGF-
Quote erteilt werden. Die angefochtene Verfügung ist somit rechtsfehler-
haft. Für die Zuteilung des kantonalen Kontingents ist das beco Berner 
Wirtschaft zuständig (Art. 11 Abs. 1 EG BewG). Das Regierungsstatthalter-
amt hat im Bewilligungsverfahren einen Mitbericht des beco einzuholen, 
sofern das kantonale Bewilligungskontingent beansprucht werden soll 
(Art. 14 Abs. 2 Bst. b EG BewG). Dies ist im vorliegenden Fall unterblieben. 
Es ist nicht Aufgabe des Verwaltungsgerichts, das Bewilligungsverfahren 
als erste Instanz weiterzuführen. Die Akten sind deshalb zur Fortsetzung 
des Verfahrens an das Regierungsstatthalteramt zurückzuweisen. Dieses 
hat einen Mitbericht des beco einzuholen und zu klären, ob die kommuna-
len Bewilligungsvoraussetzungen, wie in der Stellungnahme der Gemeinde 
vom 11. Oktober 2016 dargelegt (Vorakten RSA pag. 48; vgl. vorne E. 3.2), 
nach wie vor erfüllt sind. Die Beschwerde ist in diesem Sinn unter Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung gutzuheissen; soweit weitergehend ist 
sie abzuweisen.

5.

5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens dringt die Beschwerdeführerin 
mit ihrem Rechtsmittel nur teilweise durch. Praxisgemäss ist indes im Kos-
tenpunkt von einem vollumfänglichen Obsiegen auszugehen, sofern bei 
Vorliegen eines reformatorischen (Haupt-)Antrags ein Rückweisungsent-
scheid ergeht und die infolge Rückweisung vorzunehmende Neubeurtei-
lung noch zu einer vollständigen Gutheissung des Begehrens führen kann 
(BVR 2016 S. 222 E. 4.1). Demnach ist die Beschwerdeführerin für die 
Kostenverlegung als vollständig obsiegend zu betrachten. Es sind daher 
vorbehältlich der Kosten für das Gesuchsverfahren (Verfügung vom 
15.11.2016; vorne Bst. B) keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 
Abs. 1 und 2 VRPG). Der Kanton Bern (Regierungsstatthalteramt Interla-
ken-Oberhasli) hat der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin die Par-
teikosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht zu ersetzen (Art. 108 
Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG).

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5.2 Gemäss Art. 41 Abs. 1 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 
28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) i.V.m. Art. 11 Abs. 1 der Verordnung 
vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Partei-
kostenverordnung, PKV; BSG 168.811) beträgt das Honorar in Beschwer-
deverfahren Fr. 400.-- bis 11'800.-- pro Instanz. Innerhalb dieses Rahmen-
tarifs bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebote-
nen Zeitaufwand, der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des 
Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführe-
rin macht für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht ein Honorar von 
Fr. 6'100.-- zuzüglich Auslagen und MWSt geltend. Dies erscheint nach 
den obgenannten Kriterien überhöht. Im Verfahren war eine einzige 
Rechtsfrage umstritten. Der gebotene Aufwand ist als unterdurchschnittlich 
zu bezeichnen, zumal kein weitläufiges Beweisverfahren durchgeführt wor-
den ist. Ebenso verhält es sich mit der Bedeutung der Sache. Schliesslich 
können die Aufwendungen für das Gesuch um Erlass einer vorsorglichen 
Massnahme nicht entschädigt werden (vorne Bst. B; Verfügung vom 
15.11.2016). Unter Berücksichtigung aller Umstände erweist sich ein Par-
teikostenersatz von Fr. 3'500.-- zuzüglich Fr. 150.-- Auslagen und Fr. 292.-- 
MWSt, insgesamt Fr. 3'942.--, als angemessen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird dahin gutgeheissen, dass die Verfügung des Re-
gierungsstatthalteramts Interlaken-Oberhasli vom 12. Oktober 2016 auf-
gehoben und die Sache zur Fortsetzung des Verfahrens im Sinn der Er-
wägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. Soweit weitergehend 
wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Der Kanton Bern (Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli) hat 
der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht 

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die Parteikosten, bestimmt auf Fr. 3'942.-- (inkl. Auslagen und MWSt), 
zu ersetzen.

4. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin
- dem Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli
- der Einwohnergemeinde Lauterbrunnen
- dem beco Berner Wirtschaft
- dem Bundesamt für Justiz

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.