# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d712165b-7826-516a-bb0c-2dc10be41224
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-07-06
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 06.07.2006 AGVE_2006_38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_AGVE-2006-38_2006-07-06.pdf

## Full Text

2006 Submissionen 195 

3.2. 
Der Gemeinderat hat in der Folge bei der B. AG eine Offerte für 

einen Traktor eingeholt und diesem Angebot schliesslich den Zu-
schlag erteilt, sich also für eine freihändige Vergabe entschieden. Da 
sich bereits aufgrund der beim Beschwerdeführer eingeholten Richt-
offerten gezeigt hat, dass die Kosten der beabsichtigten Beschaffung 
den Schwellenwert von Fr. 150'000.--, der ein Einladungsverfahren 
notwendig macht, nicht erreichten, mithin eine freihändige Vergabe 
(im Sinne einer Direktvergabe) rechtlich ohne Weiteres zulässig war 
und die Vergabe überdies auch nicht den (materiellen) Vorschriften 
des SubmD untersteht (§ 5 Abs. 1 lit. d SubmD), lässt sich der Zu-
schlag an die B. AG nicht als vergaberechtswidrig beanstanden. Wie 
schon erwähnt, ist es nicht Sache des Verwaltungsgerichts zu prüfen, 
ob die Gemeindebehörde durch ihr Verhalten allenfalls gegen die 
vorvertragliche Treuepflicht (culpa in contrahendo) gegenüber dem 
Beschwerdeführer verstossen hat. 

38 Varianten (§ 16 SubmD). 
- Anforderungen an Varianten (Erw. 2.1). 
- Indem die Vergabebehörde vorliegend die Unternehmervariante be-

rücksichtigt hat, hat sie nicht gegen das ihr zustehende Ermessen 
verstossen (Erw. 2.2). 

- Es ist Sache des Anbieters, seine Unternehmervariante so detailliert 
auszuarbeiten und ausgereift zu formulieren, dass allfällige Kosten-
vorteile bzw. entstehende Mehrkosten für die Vergabestelle klar er-
sichtlich sind. Dies schliesst es jedoch nicht aus, dass die Vergabebe-
hörde ihrerseits im Rahmen der Bereinigung der Angebote die (zu-
lässigen) Unternehmervarianten einer vertieften Prüfung unterzieht 
(Erw. 2.3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts, 4. Kammer, vom 6. Juli 2006 in Sachen J. 
gegen das Departement Bau, Verkehr und Umwelt. 

196 Verwaltungsgericht 2006 

Aus den Erwägungen 

2. 
2.1. 
Den Anbietenden steht es frei, Offerten für Varianten und Teil-

angebote einzureichen (§ 16 Abs. 1 SubmD). Die Vergabestelle be-
zeichnet in den Ausschreibungsunterlagen die Mindestanforderungen 
an Varianten und Teilangebote (§ 16 Abs. 2 SubmD). Das Angebot 
einer Variante ist ungültig, wenn damit nicht eine Offerte für das 
Grundangebot eingereicht wird (§ 16 Abs. 3 SubmD in der hier an-
wendbaren bis zum 31. Dezember 2005 geltenden Fassung [siehe 
§ 42 lit. a SubmD]). 

2.1.1. 
In der Baubranche wird als Variante üblicherweise jeder Offert-

vorschlag bezeichnet, der inhaltlich von der ausgeschriebenen Bau-
leistung abweicht. Bei der Projektvariante offeriert ein Unternehmer 
die Werkausführung mit einer Projektierung, die von den ausge-
schriebenen Planunterlagen ganz oder teilweise abweicht. Bei einer 
Ausführungsvariante bietet ein Unternehmer die Ausführung in einer 
Art und Weise an, die sich von den Ausschreibungsunterlagen (z.B. 
bezüglich Baumethode, Konstruktionsart, Reihenfolge der Arbeiten) 
unterscheidet (siehe Roland Hürlimannn, Unternehmervarianten 
- Risiken und Problembereiche, in: BR 1996, S. 3 f.; AGVE 2001, 
S. 337 mit Hinweisen). Beim Entscheid, ob sie einer Variante den 
Zuschlag erteilen oder auf der von ihr erarbeiteten Amtslösung be-
harren will, kommt der Vergabestelle ein grosser Ermessensspiel-
raum zu, und sie ist nicht verpflichtet, irgendwelche mit der Variante 
verbundenen Risiken in Kauf zu nehmen (AGVE 2001, S. 339 mit 
Hinweis).  

2.1.2. 
Nicht unproblematisch ist im Einzelfall die Abgrenzung, ob 

überhaupt noch eine Variante (des Grundangebots) oder etwas völlig 
anderes angeboten wird. Auch wird die Vergleichbarkeit der Ange-
bote zunehmend erschwert, je weiter sich eine Variante vom 
Grundangebot bzw. vom Leistungsverzeichnis entfernt. Aus § 15 
Abs. 3 IVöB ergibt sich, dass die Variante dem Amtsvorschlag be-

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züglich der technischen Spezifikationen gleichwertig sein sollte, wo-
bei die Gleichwertigkeit von der Anbieterin oder vom Anbieter zu 
beweisen ist (Entscheid des Verwaltungsgerichts Zug vom 
24. September 1998, in: BR 2000, S. 62; AGVE 2001, S. 338 f.).  

Ein Sonderfall sind Varianten, die nicht der Erbringung der aus-
geschriebenen Leistung dienen bzw. eine andere technische Lösung 
vorschlagen, sondern einzig eine Reduktion des ausgeschriebenen 
Leistungsinhalts in quantitativer oder qualitativer Hinsicht zum Ge-
genstand haben (z.B. Reduktion einer Wandstärke). Solche Varianten 
sind nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Zürich grundsätzlich ebenfalls zulässig, da sie der Vergabebehörde 
Gelegenheit geben, eine allenfalls diskutable Vorgabe nochmals zu 
überprüfen. Gelangt die Behörde jedoch zum Schluss, dass die An-
forderungen entsprechend der Variante zu reduzieren sind, muss auch 
den andern Anbietern Gelegenheit gegeben werden, ihre Offerten im 
Blick auf die neue Umschreibung des Leistungsinhalts zu ergänzen 
(Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 
17. Februar 2000 [VB.1999.00015], Erw. 8c; Entscheid des Verwal-
tungsgerichts des Kantons Zürich vom 20. Juli 2004 
[VB.2004.00006], Erw. 2.2.2). Mit der Gelegenheit zur Anpassung 
der Konkurrenzofferten soll gewährleistet werden, dass die als Vari-
ante offerierte Minderleistung nicht zu einem Kostenvorteil gegen-
über den Mitbewerbern ausgenützt werden kann. Diese Gefahr be-
steht allerdings dann nicht, wenn das Angebot, welches die Minder-
leistung enthält, so weit vor den Angeboten der Mitbewerber liegt, 
dass es selbst unter Aufrechnung der Preisdifferenz, die für eine volle 
Leistung zu veranschlagen wäre, noch seinen Vorsprung behält. 
Denn bei dieser Sachlage werden die Mitbewerber durch die Zulas-
sung des Angebots mit der Minderleistung nicht benachteiligt (er-
wähnter Entscheid vom 20. Juli 2004, Erw. 2.2.2). 

2.2. 
2.2.1. 
Die Ausschreibungsunterlagen enthalten unter dem Titel „Ein-

gabe des Angebots“ folgende Vorschriften: 
„Auf Verlangen der Bauherrschaft gelten folgende Bestimmun-

gen: 

198 Verwaltungsgericht 2006 

- Die Leistungsverzeichnisse sind unverändert auszufüllen. Es wer-
den keinerlei Abänderungen in Bezug auf vorgegebene Masse und 
Materialien akzeptiert. Unbegründete Abänderungen der Aus-
schreibung führen zum Ausschluss des Wettbewerbes. 

- Unternehmervarianten sind mit ausführlichem Beschrieb (unter 
Verwendung derselben Positionsnummern wie in der Vorgabe) und 
mit Planunterlagen (Grundriss und Ansichten) einzureichen. Es ge-
nügt nicht auf einem beigelegten Katalog und eine darin enthaltene 
Produktebenennung hinzuweisen!“ 

Im Sinne von § 16 Abs. 2 SubmD hat die Vergabebehörde somit 
in den Ausschreibungsunterlagen in der zweitgenannten Bestimmung 
ihre Mindestanforderungen an die Varianten näher umschrieben. 
Hingegen bezieht sich die erste Bestimmung, wonach die Leistungs-
verzeichnisse unverändert auszufüllen seien und keinerlei Abände-
rungen in Bezug auf vorgegebene Masse und Materialien akzeptiert 
würden, klarerweise nur auf die Amtslösung. Dem von der Be-
schwerdeführerin vertretenen Standpunkt, sämtliche Vorgaben von 
Materialien und Massen seien auch von den Unternehmervarianten 
zwingend einzuhalten gewesen, kann nicht gefolgt werden. Die Aus-
schreibungsunterlagen enthalten keine Anhaltspunkte für eine derar-
tige einschränkende Interpretation. Eine solche Auslegung stünde im 
Übrigen auch im Widerspruch zu Sinn und Zweck von Varianten, mit 
denen der Anbieter gerade bewusst von den Vorgaben des Leistungs-
verzeichnisses abweicht und der Vergabestelle einen Alternativvor-
schlag unterbreitet. Anders verhält es sich bei Rahmenbedingungen 
für Varianten, welche die Vergabebehörde ausdrücklich als zwingend 
einzuhalten vorgibt (z.B. Vorgabe oder Ausschluss bestimmter Mate-
rialien auch für Varianten).  

Der in den Ausschreibungsunterlagen enthaltene Ausführungs-
beschrieb hält in Ziff. 15 fest, dass die Leistungsverzeichnisse unver-
ändert auszufüllen seien. Allfällige Bemerkungen, Vorbehalte, kon-
struktive Änderungen und Ergänzungen seien vom Bewerber in be-
sonderer Beilage anzubringen. Auch der Ausführungsbeschrieb ent-
hält keine Vorgaben, die auch von Varianten zwingend erfüllt sein 
müssen bzw. einzuhalten sind. 

 

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2.2.2. 
Die Zuschlagsempfängerin hat ihre Variante (Angebot II) zu-

sätzlich zum vollständig und korrekt ausgefüllten Leistungsverzeich-
nis für das Grundangebot eingereicht. Die Variante erweist sich im 
Hinblick auf § 16 Abs. 3 SubmD somit als gültig. Ebenfalls erfüllt 
sind die von der Vergabestelle in den Ausschreibungsunterlagen an 
die Varianten gestellten Anforderungen.  

2.2.3. 
Als Unternehmervariante (Angebot II) bietet die Y. AG ein 

Standardprodukt des deutschen Laborherstellers Z. an. Dieses Ange-
bot weicht unbestrittenermassen in verschiedenen Punkten von den 
Vorgaben des Leistungsverzeichnisses ab. So trifft etwa die Vermu-
tung der Beschwerdeführerin zu, dass teilweise die Lieferung von be-
schichteten (und nicht von belegten) Möbeln (Schrankfronten, Sicht-
seiten) vorgesehen ist. Ebenfalls werden für die Tablare 19 mm (statt 
22 mm) starke, mit Aluminiumkanten verstärkte Spanplatten gelie-
fert. An Stelle einer VE-Glas Blattabdeckung ist die Lieferung einer 
mit Ceradur beschichteten Abdeckung vorgesehen. Bei den Unter-
bauten und Schränken bestehen Abweichungen bei der Farbgebung 
der Fronten und Sichtseiten sowie des Sockels, bei der Stärke der 
Tablare und bei der Materialisation der Tablare, der Griffleisten und 
des Sockels. Weitere Abweichungen ergeben sich hinsichtlich des 
(Unter-)Lieferanten der Glasschiebefronten, in Bezug auf die Stärke 
der Blattabdeckung aus Kunstharz und Polypropylen sowie hinsicht-
lich der Materialisation der Blattabdeckung aus VE-Glas (siehe obige 
Ausführungen) und der Korpusseiten. Die Variante weicht bei der 
Beleuchtung, hinsichtlich der Metallteile und der Becken und bei der 
Materialisation und der Lage des Armaturenbands von der Amtsvari-
ante ab. 

Derartige Abweichungen von der Amtslösung sind indessen ty-
pisch für eine Variante und erscheinen als durchaus zulässig. Insge-
samt ist die vorliegende Unternehmervariante als eigenständiger Lö-
sungsvorschlag der Y. AG für die von der Vergabebehörde ausge-
schriebene Laboreinrichtung zu beurteilen und nicht als eine blosse 
Reduktion des ausgeschriebenen Leistungsinhalts in quantitativer 
oder qualitativer Hinsicht. Es lässt sich auch nicht sagen, die Zu-

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schlagsempfängerin habe mit der Variante in Bezug auf Umfang und 
Qualität etwas völlig anderes offeriert, als die Vergabestelle ausge-
schrieben hat, weshalb die Variante hätte als submissionswidrig aus-
geschlossen werden müssen. Wie bereits festgehalten, enthalten die 
Ausschreibungsunterlagen entgegen der Auffassung der Beschwer-
deführerin keine auch von Varianten zwingend zu erfüllende Anfor-
derungen. Im Übrigen ist festzuhalten, dass es auch der Beschwerde-
führerin offen stand, mit einer Variante ihre Chancen im Wettbewerb 
zu erhöhen. 

2.2.4. 
Die Vergabebehörde hat im vorliegenden Fall vom Fachplaner 

eine Stellungnahme zur Variante der Y. AG eingeholt. Darin werden 
zwar gewisse Vorbehalte (Farbgebung; Fragezeichen bezüglich Voll-
auszug und Einzugdämpfung) angebracht; insbesondere wird darauf-
hin gewiesen, dass es sich um ein Standardprodukt handle. In Bezug 
auf den markanten Preisunterschied wird festgehalten, dieser gehe 
darauf zurück, dass die Firma Z. zum Teil andere Produkte einsetze 
oder diese in grösseren Mengen zu besseren Konditionen einkaufen 
könne, wobei diese durchwegs dem heutigen Laboreinrichtungsstan-
dard entsprechen und die nötigen Normen erfüllen würden. Seitens 
des Fachplaners ist als Referenzobjekt das von der Firma Z. im 
Sommer 2004 eingerichtete Labor der Kantonsschule S. besichtigt 
worden. Dabei zeigte sich eine saubere Verarbeitung der Materialien, 
die eingesetzten Armaturen (Produkt Ila) erschienen einwandfrei und 
die Qualität in Ordnung. Die befragte Kontaktperson zeigte sich sehr 
zufrieden mit der Einrichtung. Am 28. Oktober 2005 besichtigte auch 
eine Delegation der Kantonsschule X. zusammen mit Vertretern der 
Vergabebehörde und dem Generalplaner das Referenzobjekt in 
S. und kam - in Kenntnis der Differenzen der Unternehmervariante 
zur ausgeschriebenen Amtslösung - zum Schluss, dass das Labor den 
Ansprüchen voll und ganz entspreche. Schliesslich wurden von der 
Y. AG im Rahmen der Bereinigung der Angebote für die Variante 
nachträglich Materialmuster und der Nachweis verlangt, dass keine 
toxischen Stoffe (in den Spanplatten und in anderen Materialien) aus-
dünsten oder sich verflüchtigen.  

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Wie bereits ausgeführt, steht der Vergabestelle bei der Frage, ob 
sie eine Unternehmervariante berücksichtigen will oder nicht, ein 
grosser Ermessensspielraum zu (siehe vorne Erw. 2.1.1). Dies gilt 
namentlich in auch in Bezug auf die Frage der Gleichwertigkeit 
(nicht Gleichheit oder Identität) der vorgeschlagenen Variante mit 
der ausgeschriebenen Amtslösung. Im vorliegenden Fall hat sich die 
Vergabestelle bzw. der von ihr beigezogene Fachplaner mit der Un-
ternehmervariante der Y. AG und deren Vor- und Nachteilen im Ver-
gleich zum Hauptangebot eingehend auseinandergesetzt und die da-
mit verbundenen Risiken überprüft. Sie ist aufgrund der Prüfung zum 
Schluss gelangt, dass auch die Variante die gestellten Anforderungen 
in Bezug auf die Qualität und Gebrauchstauglichkeit der zu beschaf-
fenden Laboreinrichtung in durchaus ausreichendem Mass erfüllt. 
Das Verwaltungsgericht hat sich insbesondere bei der Überprüfung 
technischer und betrieblicher Aspekte, welche die Vergabebehörde 
aufgrund ihres Fachwissens besser beurteilen kann, Zurückhaltung 
aufzuerlegen. Es kann nicht Sache des Verwaltungsgerichts, dem 
keine Ermessenskontrolle zusteht, sein, diesbezüglich an Stelle der 
Vergabebehörde eine eigene Beurteilung vorzunehmen. Die Abwei-
chungen in der Unternehmervariante begründen jedenfalls keine der-
artigen Differenzen zu den Leistungsanforderungen, wie sie das 
Grundangebot umschreibt, dass die Gleichwertigkeit zu verneinen 
und eine Berücksichtigung der Variante daher ausgeschlossen ist. Es 
trifft zwar zu, dass die Unternehmervariante in erheblichem Mass 
kostengünstiger ist als die eingereichten Hauptangebote. Dies hat 
seine Ursache indessen nicht einer ungenügenden Qualität der offe-
rierten Einrichtung, sondern vor allem im Umstand, dass es sich 
weitgehend um ein Standard- bzw. Serienprodukt handelt. 

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Verga-
bebehörde als massgebende Zuschlagskriterien einzig den Preis (mit 
einem Gewicht von 95 %) und die Lehrlingsausbildung (mit einem 
Gewicht von 5 %) festgelegt hat. Die Qualität ist hingegen kein Zu-
schlagskriterium. Aufgrund der hohen Gewichtung des Preises ist 
davon auszugehen, dass der Kostenfaktor der vorliegenden Beschaf-
fung für die Vergabestelle von erheblicher Bedeutung ist. Dies war 
aufgrund der Bekanntgabe der Zuschlagskriterien in den Ausschrei-

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bungsunterlagen auch für die Anbietenden erkennbar (und wird im 
Übrigen auch von der Beschwerdeführerin anerkannt). Aus dem Um-
stand, dass die Beschwerdeführerin möglicherweise eine qualitativ 
hochwertigere Lösung (siehe Beilagen 1 bis 4 zu den Bemerkungen) 
angeboten hat als die Zuschlagsempfängerin in ihrem berücksichtig-
ten Angebot, kann die Beschwerdeführerin daher letztlich nichts zu 
ihren Gunsten herleiten.  

2.3. 
2.3.1. 
Die Beschwerdeführerin vertritt den Standpunkt, dass die Zu-

schlagsempfängerin den Nachweis für die Gleichwertigkeit der Vari-
ante spätestens bis zum Zeitpunkt des Eingabetermins hätte erbrin-
gen müssen. Dies sei nicht der Fall gewesen. Vielmehr habe die Ver-
gabebehörde die Gleichwertigkeit erst aufgrund des von ihr einge-
holten Gutachten bejaht; dies stelle eine unzulässige Begünstigung 
der Zuschlagsempfängerin dar. Eine unzulässige Begünstigung sei 
auch darin zu sehen, dass es die Vergabestelle der Zuschlags-
empfängerin ermöglicht habe, den Nachweis zu erbringen, dass keine 
toxischen Stoffe ausdünsteten oder sich verflüchtigten. Eine unzuläs-
sige Bevorzugung der Zuschlagsempfängerin bedeute auch die Be-
sichtigung der Laboreinrichtung in der Kantonsschule S. durch Ver-
treter der Vergabestelle und der Kantonsschule X.  

2.3.2. 
Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ist es Sache 

des Anbieters, seine Unternehmervariante so detailliert auszuarbeiten 
und ausgereift zu formulieren, dass allfällige Kostenvorteile bzw. 
entstehende Mehrkosten für die Vergabestelle klar ersichtlich sind. 
Es kann nicht ihre Aufgabe sein, unvollständig eingereichte Unter-
nehmervarianten selbst so weit entwickeln zu müssen, bis die Ko-
stenvorteile bzw. -nachteile in Zahlenform zum Ausdruck kommen 
(AGVE 2001, S. 339 mit Hinweis). Es ist auch Sache des Anbieters, 
die Gleichwertigkeit der Variante mit der Amtslösung nachzuweisen. 
Die Folgen der Nichtbeweisbarkeit von Tatsachen bzw. der nicht 
ohne übermässigen Aufwand zu führenden Beweise hat zu tragen, 
wer eine Variante einreicht (AGVE 2001, S. 338). Dies schliesst es 
selbstverständlich nicht aus, dass die Vergabebehörde ihrerseits im 

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Rahmen der Bereinigung der Angebote (§ 17 SubmD) die (zulässi-
gen) Unternehmervarianten - auch im Hinblick auf das Herstellen der 
Vergleichbarkeit sowie auf das mit der Berücksichtigung einer Vari-
ante möglicherweise verbundene erhöhte Risiko - einer vertieften 
Prüfung unterzieht. Grundsätzlich erscheint es auch zulässig, dass 
sich die Vergabebehörde die Unternehmervariante vom betreffenden 
Anbieter noch näher erläutern lässt und allfällige Unklarheiten und 
offene Fragen klärt. Auch die Besichtigung eines entsprechenden Re-
ferenzobjekts kann sich hier aufdrängen. Ebenso kann sich der Bei-
zug einer Fachinstanz zur Beurteilung der Variante als zweckmässig 
erweisen.  

2.3.3. 
Die Zuschlagsempfängerin hat - wie von der Vergabestelle in 

den Ausschreibungsunterlagen verlangt - eine auf den Positionen des 
Leistungsverzeichnisses basierende, vollständig ausgearbeitete Un-
ternehmervariante (mit entsprechender Dokumentation) eingereicht. 
Damit hat sie den an eine Variante gestellten Anforderungen Genüge 
getan. Die Vergabestelle hat die gültige und für den Zuschlag grund-
sätzlich in Betracht kommende Variante in der Folge von einem un-
abhängigen externen Fachplaner (A. AG) fachlich prüfen und mit 
dem Angebot der Beschwerdeführerin (der preisgünstigsten Amtslö-
sung) vergleichen lassen. Besichtigt wurde mit der Kantonsschule 
S. sodann eine der Variante entsprechende Referenzeinrichtung. 
Schliesslich wurde von der Beschwerdeführerin noch der Nachweis 
verlangt, dass das verwendete Material keine toxischen Stoffe aus-
dünstet. In den Ausschreibungsunterlagen waren derartige Nach-
weise weder für das Hauptangebot noch für allfällige Unternehmer-
varianten verlangt worden. Die Zuschlagsempfängerin hatte daher 
keine Veranlassung, entsprechende Bestätigungen ihrer Lieferanten-
firmen bereits ihren beiden Angeboten beizulegen. Es ist durchaus 
nachvollziehbar, dass die Vergabestelle die entsprechenden Belege 
im Rahmen der Bereinigung von der Zuschlagsempfängerin für das 
günstigere Variantenangebot einforderte. Um eine nachträgliche Än-
derung des Angebots handelt es sich hierbei entgegen der Auffassung 
der Beschwerdeführerin nicht. 

204 Verwaltungsgericht 2006 

Die im Vergleich zu den Amtslösungen vertieften Abklärungen 
bezüglich der Variante (Qualität der Einrichtung, Schadstoffe) waren 
angesichts der Tatsache, dass die Berücksichtigung einer Variante für 
die Vergabestelle regelmässig, namentlich wenn es sich um ein deut-
lich preisgünstigeres Alternativangebot handelt, mit einem erhöhten 
Risiko bezüglich vorhandener Qualität der Materialien und der Ver-
arbeitung verbunden ist, durchaus sachlich gerechtfertigt und gebo-
ten. Es handelt sich hierbei um eine verschärfte sachliche Überprü-
fung und entgegen der Beschwerdeführerin nicht um eine unzuläs-
sige Bevorzugung der Zuschlagsempfängerin gegenüber den Offer-
ten der Amtslösung. Das Vorgehen der Vergabebehörde ist daher 
sachgerecht und nicht zu beanstanden. 

39 Legitimation Dritter. 
- Legitimation im Falle einer Drittbeschwerde zugunsten des Verfü-

gungsadressaten (Erw. I/3). 
- Ausstand eines Gemeinderats, der von Amtes wegen Präsident der 

Forstbetriebskommission Y. ist und dessen Forstbetrieb Y. für den 
Flurstrassenunterhalt seiner Einwohnergemeinde ein Angebot einge-
reicht hat (Erw. II/4.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 17. Januar 2006 in Sachen 
A und B gegen den Gemeinderat X. 

Aus den Erwägungen 

I. 
1.-2. (…) 
3. 
3.1. 
Der Gemeinderat bestreitet die Beschwerdelegitimation des Be-

schwerdeführers 1. Da er nicht zum Kreis der zur Offertabgabe Ein-
geladenen gehöre, sei er weder am Verfahren beteiligt noch von den 
angefochtenen Verfügungen betroffen.