# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 73247ea7-360e-57e5-aa2a-15e515ba69bf
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-10-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.10.2008 UV 2007/60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2007-60_2008-10-06.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2007/60

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 06.10.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 06.10.2008
Art. 6 UVG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Einschränkungen im 
Nachgang zu einer HWS-Distorsion. Typisches Beschwerdebild mit einer 
Häufung von Beschwerden nach dem Unfall bejaht. Die zum typischen 
Beschwerdebild gehörenden physischen Anteile haben relativ bald nach 
dem Unfall an Bedeutung verloren. Adäquanzbeurteilung der ganz im 
Vordergrund stehenden psychischen Störungen gemäss BGE 115 V 138 ff 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. 
Oktober 2008, UV 2007/60).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Franz Schlauri; Gerichtsschreiber Marcel Kuhn 

Entscheid vom 6. Oktober 2008

in Sachen

S.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Fürsprecher Luigi R. Rossi, Oberer Graben 3, 9000 St. Gallen,

gegen

SWICA Versicherungen, Römerstrasse 37, Postfach, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.         

A.a    Die 1951 geborene S.___ war an der Primarschule in A.___ als Kindergärtnerin 

tätig und dadurch bei der SWICA Versicherungen AG (nachfolgend: SWICA) 

obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert (SWICA-act. 2). Am 

23. November 2000 wurde sie als Lenkerin eines Personenwagens in einen 

Verkehrsunfall mit zweifacher Kollision verwickelt (SWICA-act. 8). Nach einer 

Erstbehandlung im Spital Wil wurden im Arztzeugnis vom 5. Dezember 2000 (SWICA-

act. 6) die Diagnosen Commotio cerebri, HWS-Distorsion, Thoraxkontusion und 

psychische Traumatisierung durch Unfall erhoben. Die röntgenologische Untersuchung 

der HWS, des Thorax, des Beckens und des Schädels ergab keinen pathologischen 

Befund. Ein MRI der HWS zeigte unfallfremde degenerative Veränderungen. Dr. med. 

B.___, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, hielt am 16. Januar 2001 (SWICA-act. 20) 

zusätzlich fest, dass es bei der Thoraxkontusion klinisch um Frakturen der Rippen 3 

und 4 rechts gehe. Vom 17. Januar bis 14. Februar 2001 und vom 15. Mai bis 12. Juni 

2001 erfolgten stationäre Rehabilitationsbehandlungen in der Rehaklinik Rheinfelden. 

Ergänzend zu den bestehenden Diagnosen wurden u.a. ein Panvertebralsyndrom, ein 

ängstliches Zustandsbild und neuropsychologische Funktionsstörungen diagnostiziert 

(SWICA-act. 23 und 48). Dr. med. C.___, führte im Bericht vom 4. Mai 2001 (SWICA-

act. 31) zusätzlich die Diagnose einer Anpassungsstörung bei Angst und Depression 

gemischt auf. Am 17. Dezember 2001 erfolgte eine polydisziplinäre Untersuchung im 

Ärztlichen Begutachtungsinstitut (ABI) Basel. Im Gutachten vom 22. Mai 2002 (SWICA-

act. 83) wurden die Diagnosen eines Status nach Verkehrsunfall mit/bei HWS-

Distorsion, Rippenfrakturen 3 und 4 rechts, konsekutiv mit ausgedehnter Tendomyose 

mit Generalisierungstendenz, verhaltensneurologischen Störungen, einer 

Anpassungsstörung mit Angst und depressiven Phasen, eines zerviko-zephalen 

Schmerzsyndroms und eines chronifizierten Lumbovertebralsyndroms erhoben. Es 

bestehe noch kein Residualzustand, der Zustand sei noch besserungsfähig. Der Unfall 

vom 23. November 2000 sei an den bestehenden gesundheitlichen Störungen, welche 

die Arbeitsfähigkeit entscheidend beeinträchtigten, überwiegend wahrscheinlich 

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mitbeteiligt. Vom 11. bis 15. April 2005 erfolgte eine Begutachtung im Zentrum für 

Medizinische Begutachtung (ZMB), Basel. Im Gutachten vom 20. September 2005 

(SWICA-act. 147) werden u.a. ein ausgeprägtes Schmerzsyndrom im Bereich des 

Nackens und des Kopfs, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, akzentuierte 

Persönlichkeitszüge, eine kognitive Störung sowie ein Status nach Anpassungsstörung 

nach Verkehrsunfall diagnostiziert. Auf somatischer Ebene könnten keine 

objektivierbaren Befunde erhoben werden. Es bestehe bloss ein möglicher 

Zusammenhang zwischen dem Unfall und der somatischen Gesundheitsstörung. Auf 

der psychiatrischen Ebene seien die angegebenen Beschwerden überwiegend 

wahrscheinlich auf den Unfall vom 23. November 2000 zurückzuführen. Aufgrund der 

somatischen Beschwerden bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. 

Bezüglich der psychischen Beschwerden betrage die Arbeitsunfähigkeit 20%. 

Insgesamt betrage somit die Arbeitsfähigkeit 80%.

A.b   Mit Verfügung vom 14. November 2006 eröffnete die SWICA der Versicherten, 

dass wegen Fehlens der natürlichen Kausalität zwischen Unfall und somatischen 

Beschwerden und der adäquaten Kausalität zu den psychischen Beschwerden der 

Leistungsfall per 31. Mai 2006 abgeschlossen werden müsse. Ab 1. Juni 2006 bestehe 

kein Anspruch mehr auf Heilbehandlungen, Kostenvergütungen und Taggelder. 

Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bestehe nicht. Die gegen diese Verfügung 

erhobene Einsprache wies die SWICA mit Einspracheentscheid vom 19. März 2007 ab.

B.        

B.a   Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. 

Andreas Brauchli, Weinfelden, im Namen der Versicherten erhobene Beschwerde vom 

4. Mai 2007 mit den Anträgen, der Entscheid vom 19. März 2007 sei aufzuheben und 

die Vorinstanz sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin rückwirkend ab 1. Juni 2006 

wieder Leistungen (Taggelder/Invalidenrente, Heilungskosten, 

Integritätsentschädigung) zu erbringen. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme 

weiterer Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter Entschädigungsfolge. 

Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, dass aufgrund der Aktenlage 

ersichtlich sei, dass die psychische Problematik erst mit der Zeit aufgekommen sei. Es 

handle sich dabei um Folgen und Symptome des erlittenen Traumas und nicht um eine 

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selbständige sekundäre Gesundheitsschädigung. Angesichts der massiven 

Schmerzproblematik könne auch keine Rede davon sein, dass die somatischen 

Beschwerden im Verlauf der ganzen Entwicklung nur eine sehr untergeordnete Rolle 

gespielt hätten. Die Adäquanz sei dementsprechend nach BGE 117 V 359 zu beurteilen 

und nicht nach BGE 115 V 133. Der Unfall sei als mittelschwer i.e.S., allenfalls sogar als 

Grenzfall zu den schweren Unfällen zu qualifizieren. Die Vorinstanz habe bei der 

Beurteilung der Adäquanzkriterien zu Unrecht auf den Zeitpunkt Mai 2002 abgestellt. 

Die Behauptung, spätestens ab diesem Datum habe nicht mehr mit einer namhaften 

Besserung gerechnet werden können, widerspreche dem ABI-Gutachten klar, welches 

gerade im Mai 2002 verfasst worden sei. Von den zu beurteilenden Adäquanzkriterien 

seien mindestens drei eindeutig und zwei weitere teilweise erfüllt, weshalb der 

adäquate Kausalzusammenhang zwischen den heutigen Beschwerden und dem Unfall 

vom 23. November 2000 eindeutig gegeben sei.

B.b In der Beschwerdeantwort vom 6. Juni 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde. Aufgrund des zeitlichen Unterschieds von immerhin ca. 

3.5 Jahren sei es nachvollziehbar, dass die natürliche Kausalität der somatischen 

Beschwerden im Zeitpunkt der Erstellung des ABI-Gutachtens noch gegeben gewesen 

sei, im Untersuchungszeitpunkt beim ZMB jedoch nicht mehr. Die somatischen, nicht 

objektivierbaren Beschwerden seien im gesamten Verlauf gesehen in den Hintergrund 

getreten. Die Behandlungsbedürftigkeit und Arbeitsunfähigkeit sei massgebend 

psychisch bedingt gewesen. Die Prüfung der Adäquanz sei deshalb zu Recht gemäss 

BGE 115 V 133 erfolgt. Seit der Begutachtung durch das ABI sei es zu keiner 

namhaften Besserung des Gesundheitszustands mehr gekommen. Im Mai 2002 sei 

bereits der Endzustand erreicht gewesen. Die Adäquanzbeurteilung habe somit zu 

diesem Zeitpunkt stattfinden müssen. Da keines der Kriterien erfüllt sei, müsse die 

Adäquanz verneint werden.

B.c   Im Sinn einer Replik legte der neu mandatierte Fürsprecher Luigi R. Rossi, St. 

Gallen, ein neurologisches Gutachten des nerv!-Zentrums für Neurologie, Zürich, vom 

4. Juni 2007 ins Recht.

B.d Mit Duplik vom 26. Mai 2008 hielt die Beschwerdegegnerin an den gestellten 

Anträgen fest. Das Gutachten des nerv!-Zentrums vermöge an der Leistungseinstellung 

mangels Adäquanz nichts zu ändern.

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Erwägungen:

1.         

Streitig und zu prüfen ist, ob für die Zeit ab 31. Mai 2006 (Datum der 

Leistungseinstellung) ein Gesundheitsschaden auszumachen ist, der in natürlich- und 

adäquat-kausaler Weise auf den Unfall vom 23. November 2000 zurückzuführen ist und 

ob somit die Beschwerdegegnerin weiterhin zur Ausrichtung von 

Versicherungsleistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen) verpflichtet ist. Soweit 

der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin darüber hinaus die Ausrichtung von 

Rentenleistungen beantragt, kann darauf nicht eingetreten werden, da diese 

Leistungsart nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids bildet. Die Ausrichtung 

einer Integritätsentschädigung bildet insofern Streitgegenstand, als die 

Beschwerdegegnerin einen Anspruch aufgrund fehlender Kausalität verneinte. Diese 

Schlussfolgerung ist grundsätzlich nicht zu beanstanden. Sollte das urteilende Gericht 

hingegen zum Schluss gelangen, die Kausalität sei weiterhin gegeben, hätte die 

Vorinstanz über die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung neu zu verfügen.

2.         

2.1    Gemäss ständiger Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit 

1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) kann ein nach einem 

versicherten Unfall aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, 

wenn und soweit es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von 

jenem Unfall herrührt (natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 und 399 sowie 117 V 359 

und 369). Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung 

eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 119 V 338 und 118 V 289). Der Unfallversicherer 

haftet sodann nur für jene Folgen, die mit dem Unfall adäquat-kausal 

zusammenhängen, wobei für die Adäquanz nicht die subjektive, sondern die objektive 

Voraussehbarkeit des eingetretenen Erfolgs entscheidend ist (SVR 2000 UV Nr. 14 

S. 45). Adäquat ist der Kausalzusammenhang dann, wenn ein Ereignis geeignet ist, den 

eingetretenen Erfolg zu bewirken, so dass an andere Ursachen vernünftigerweise nicht 

zu denken ist (BGE 117 V 359 und 112 V 30). Während es Aufgabe des Arztes oder der 

Ärztin ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, 

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die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 

110 E. 3a). Nicht jeder natürliche Kausalzusammenhang ist zugleich in rechtlicher 

Hinsicht adäquat. Der adäquate Kausalzusammenhang ist ein Korrektiv zum 

naturwissenschaftlichen Ursachenbegriff, der vom Recht als natürliche Kausalität 

übernommen wurde, aber der Einschränkung bedarf, um für die rechtliche 

Verantwortlichkeit tragbar zu sein und eine vernünftige Begrenzung der Haftung zu 

ermöglichen (BGE 122 V 415 E. 2c und 123 III 110 E. 3a).

2.2    Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von 

nachweisbaren strukturellen Veränderungen (organisches Substrat konnte mit Bild 

gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] 

nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus 

dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu 

bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/

bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, 

bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung 

der adäquaten Kausalität, können doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss 

auch psychisch ausgelöst werden. In diesen Fällen ist eine eigenständige 

Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist 

zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein HWS-Schleudertrauma, 

eine diesem äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Ist dies 

nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur 

Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass die versicherte Person eine der 

soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum 

typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 

zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den 

Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 

115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze 

massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz 

gemäss den in BGE 117 V 366 E. 6a und 382 E. 4b festgelegten (und in BGE 134 V 109 

präzisierten) Kriterien (BGE 127 V 103 E. 5b/bb). Die Anwendung der Rechtsprechung 

zum adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, 

dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen und zusammen mit 

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den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen 

sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b).

3.         

Aus den Akten geht hervor, dass die von der Beschwerdeführerin über den 31. Mai 

2006 hinaus geklagten, unfallbedingten Beschwerden nicht mit klar ausgewiesenen 

organischen Befunden im Sinn nachweisbarer struktureller Veränderungen erklärbar 

sind. Bei der Erstbehandlung im Spital Wil ergaben sich radiologisch keine ossären 

Läsionen an HWS, Thorax, Becken und Schädel. An der HWS und LWS wurden 

vorbestehende, degenerative Veränderungen festgestellt. Die erstmals von Dr. B.___ 

diagnostizierten Rippenfrakturen 3 und 4 rechts stellen nach dem Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung keine strukturellen Veränderungen mehr dar. Anlässlich der am 1. 

November 2001 erstellten Computertomographie des Thorax/Rippenthorax wurde eine 

normale Struktur der 1. bis 10. Rippe beidseits nachgewiesen (SWICA-act. 49). Die am 

10. Mai 2001 durchgeführte vertebrospinale Kernspintomographie der HWS und LWS 

bestätigte degenerative Veränderungen. Als Befunde wurden eine mediolinkslaterale 

Diskushernie C5/C6 mit Eindellung des Duralschlauches und vermuteter 

Nervenwurzelirritation und leichte Diskusprotrusionen C6/C7 erhoben. Die übrige 

zervikale Wirbelsäule sei abgesehen von einer S-förmigen Skoliosefehlhaltung normal 

dargestellt. Im LWS-Bereich wurden eine Diskushernie L4/L5 mit Spinalkanaleinengung 

bzw. Eindellung des Duralschlauches und eine leichte linkskonvexe Skoliosefehlhaltung 

im Bereich der lumbalen Wirbelsäule sowie Dehydration der Bandscheibe L4/L5, 

weniger auch im Bereich L3/L4 und L2/L3 festgestellt. Bereits im ABI-Gutachten vom 

22. Mai 2002 wurde festgehalten, dass das Ausmass des subjektiv stark ausgeprägten 

und zur Generalisierung neigenden Schmerzsyndroms durch die klinischen und die 

radiologischen Befunde nicht erklärt werden könne. Es sei wahrscheinlich eine 

Anpassungsstörung mitbeteiligt. Das Lumbovertebralsyndrom sei mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als nicht unfallkausal einzuordnen. Im Gutachten des ZMB vom 20. 

September 2005 wurde diesbezüglich ausgeführt, dass keine objektivierbaren 

somatische Befunde hätten erhoben werden können.

4.         

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4.1    Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei 

Schleuderverletzungen sowie bei äquivalenten Distorsionen der HWS (vgl. dazu RKUV 

1999 Nr. 341 S. 408 E. 3b), d.h. bei sogenannten Beschleunigungsverletzungen der 

HWS, oder bei einem Schädel-Hirntrauma auch ohne nachweisbare pathologische 

bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle 

verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein Schleudertrauma 

oder eine Distorsion der HWS typischen Beschwerden nicht mit entsprechenden 

Untersuchungsmethoden (Röntgen, Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, 

rechtfertigt für sich allein nicht, die diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen 

(BGE 117 V 359 E. 5d/aa). Gemäss den medizinischen Akten sowie mit Blick auf den 

Unfallmechanismus vom 23. November 2000 ist davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin eine Distorsion der HWS erlitten hat. Entsprechend hat die 

Beschwerdegegnerin den diesbezüglichen Leistungsanspruch auf Heilkosten- und 

Taggeldleistungen bis zum 31. Mai 2006 denn auch anerkannt. Hingegen ist den 

medizinischen Akten nicht eindeutig zu entnehmen, ob die Beschwerdeführerin beim 

Unfall eine Commotio cerebri erlitten hat. Im Arztzeugnis vom 5. Dezember 2000 wurde 

ein leichtes Schädel-Hirntrauma diagnostiziert. Aufgrund des Fragebogens der 

Beschwerdegegnerin vom 29. Dezember 2000 (SWICA-act. 19) hat allerdings kein 

Kopfanprall stattgefunden. Die am 1. November 2001 durchgeführte cranio-zerebrale 

Computertomographie ergab - bei bekannter Shuntimplantation 1996 - ein 

altersentsprechendes Bild, ohne Nachweis einer intrakraniellen Hämorrhagie oder einer 

Schädelkalottenfraktur (SWICA-act. 49). Bei den am 23. Mai und 26. Juni 2002 

durchgeführten cranio-zerebralen Computertomographien wurde eine ausgeprägte 

Signalstörung des mittleren und posterioren Drittels des Corpus callosum festgestellt 

(SWICA-act. 69). In der neurologischen Beurteilung im ABI-Gutachten wurde 

ausgeführt, dass der im Anschluss an den Unfall erlittene Bewusstseinsverlust 

wahrscheinlich Folge einer vegetativen Kreislaufreaktion (Kollaps) und nicht einer 

leichten traumatischen Hirnverletzung - wie im Spital Wil diagnostiziert - gewesen sei. 

Im Gutachten des ZMB wurde ebenfalls festgehalten, dass aufgrund der 

anamnestischen Angaben eine leichte traumatische Hirnschädigung bzw. eine 

Commotio cerebri nicht diagnostiziert werden könne. Ob aufgrund dieser Aktenlage 

von einer Commotio cerebri als Unfallfolge auszugehen ist, ist fraglich, kann indessen 

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offen bleiben, nachdem bereits eine HWS-Distorsion ausgewiesen ist (vgl. Urteil des 

EVG vom 27. April 2006, U 393/05, E. 4.1.2). 

4.2    Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert 

und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von 

Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und 

Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, 

Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der natürliche 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- 

und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch 

BGE 117 B 369 E. 3e). Nach der aktuellen Rechtsprechung der 

Sozialversicherungsrechtlichen Abteilungen des Bundesgerichts (Urteile vom 30. 

Januar 2007 [U 215/05] i/S T. und vom 15. März 2007 [U 258/06] i/S G.) muss bei einer 

HWS-Verletzung das typische Beschwerdebild (mit einer Häufung von Beschwerden) 

nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden 

nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum 

Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestieren (RKUV 2000 Nr. 359 S. 

29 E. 5e). Die andern im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer HWS-Distorsion 

typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem 

Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs auszugehen.

4.3     Unmittelbar an das Unfallereignis erfolgte eine Hospitalisation im Spital Wil. Ein 

ausführlicher ärztlicher Bericht aus dieser Zeit mit Anamnese und Befunderhebung 

befindet sich nicht in den Akten. Dem Arztzeugnis an den Unfallversicherer vom 5. 

Dezember 2000 sind lediglich die Diagnosen Commotio cerebri, HWS-Distorsion, 

Thoraxkontusion und psychische Traumatisierung durch Unfall zu entnehmen. Obwohl 

somit innerhalb der erforderlichen Latenzzeit explizit keine Beschwerden in der 

Halsregion oder an der HWS geltend gemacht werden, ist aufgrund der gestellten 

Diagnosen von deren Vorhandensein auszugehen. Die schlechte ärztliche 

Dokumentation des Krankheitsverlaufs darf der Beschwerdeführerin nicht zum Nachteil 

werden. Im Zusatzfragebogen bei HWS-Verletzungen teilten die Ärzte des Spitals Wil 

am 29. Dezember 2000 (SWICA-act. 19) mit, dass bei der Beschwerdeführerin mit einer 

Latenzzeit von einer Stunde nach dem Unfallereignis Schwindel, Benommenheit, 

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Bewusstlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schlafstörung und Depression aufgetreten 

seien. Bei der Untersuchung im Herz- und Neuro-Zentrum Bodensee vom 19. Juni 

2001 (SWICA-act. 40) teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie am meisten an dem 

wahnsinnigen Kopfschmerz sowie an Alpträumen und Angstzuständen leide. Daneben 

wurden Schmerzen an der Wirbelsäule und thorakale Schmerzen angegeben. Das 

Gedächtnis habe nachgelassen und die Orientierung sei schlechter geworden. Dem 

Austrittsbericht der Rehaklinik Rheinfelden vom 26. Juni 2001 ist zu entnehmen, dass 

die Beschwerdeführerin an Kopfschmerzen und dadurch bedingte Übelkeit und 

Sehstörungen, Schmerzen im Nacken-, Schulter- und Rückenbereich, Kribbeln im 

linken Arm und in den Beinen, Gleichgewichtsstörungen sowie an Konzentrations- und 

Gedächtnisstörungen leide, sich sozial zurückziehe und sich verunsichert und ängstlich 

fühle. Auch bei der Anamnese im ABI-Gutachten standen die Kopf- und 

Nackenschmerzen im Vordergrund. Schmerzbedingt sei es zu einer Depression 

gekommen. Ausserdem leide sie weiterhin unter Konzentrations- und 

Gedächtnisschwierigkeiten, sei labil und überhaupt ein ganz anderer Mensch 

geworden. Gestützt auf diese Aktenlage kann davon ausgegangen werden, dass die 

Beschwerdeführerin im Anschluss an den Unfall das für eine HWS-Distorsion typische 

Beschwerdebild mit einer Häufung von gesundheitlichen Störungen aufwies. Obwohl 

das Beschwerdebild nicht besonders ausgeprägt und die Latenzzeit der Beschwerden 

teilweise recht lang ist, kann mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Unfall vom 23. November 

2000 zumindest eine Teilursache der als Folge der erlittenen HWS-Distorsion 

andauernden gesundheitlichen Störungen bildet, was für die Bejahung der natürlichen 

Kausalität genügt.

4.4    Wenn die Beschwerdegegnerin nun geltend macht, ab 1. Juni 2006 sei der 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 23. November 2000 und den 

geklagten Beschwerden nicht mehr gegeben, so ist darauf hinzuweisen, dass die 

Leistungspflicht des Unfallversicherers erst entfällt, wenn das Dahinfallen jeder 

kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit 

dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich um eine anspruchaufhebende 

Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein 

leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der 

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versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 

mit Hinweisen). Dabei muss nicht etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht 

werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es 

Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen sind, ist 

unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter 

Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte 

Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also 

dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Ebenso wenig geht es darum, 

vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein 

Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die versicherte Person nun bei voller 

Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 18. Dezember 2003 [U 258/02] i/S Z., 25. Oktober 

2002 [U 143/02] i/S L. und vom 31. August 2001 [U 285/00] i/S O.).

4.5    Bei der Untersuchung im ZMB klagte die Beschwerdeführerin weiterhin über 

Schmerzen am ganzen Körper, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Lärm- und 

Lichtempfindlichkeit und Müdigkeit. Im ZMB-Gutachten vom 20. September 2005 

wurde festgehalten, dass auf somatischer Ebene keine objektivierbaren Befunde hätten 

erhoben werden können. Es bestehe lediglich ein zeitlicher Zusammenhang, indem die 

Beschwerdeführerin vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen sei. Somit stelle der Unfall 

bloss eine mögliche Ursache der aktuellen somatischen Gesundheitsstörung dar. Ob 

bei dieser Aktenlage davon ausgegangen werden kann, dass das Beschwerdebild - im 

Zeitpunkt der Leistungseinstellung - weiterhin eine fortdauernde natürlich-kausale 

Unfallfolge darstellt, ist fraglich. Allerdings braucht die Frage der natürlichen Kausalität 

zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis nicht abschliessend 

beurteilt zu werden, da - wie die folgenden Erwägungen zweigen werden – jedenfalls 

die Adäquanz im vorliegenden Fall zu verneinen ist.   

5.         

5.1    Bezüglich der für die Adäquanzbeurteilung notwendigen Abgrenzung der 

Anwendung von BGE 117 V 359 E. 6 (Schleudertrauma-Praxis) und BGE 115 V 133 ff. 

(Praxis zu psychischen Fehlentwicklungen nach Unfällen) gilt es zu beachten, dass die 

typische Symptomatik nach Schleudertraumen organische und psychische 

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Komponenten aufweist. Daher erfolgt die Adäquanzbeurteilung nach Distorsionen der 

HWS (ohne nachweisbare organische Unfallfolgeschäden) grundsätzlich nach der 

Rechtsprechung gemäss BGE 117 V 359 E. 6a und 369 E. 4b mit ihrer fehlenden 

Unterscheidung zwischen körperlichen und psychischen Beschwerden. Kann hingegen 

nicht von einem vielschichtigen somatisch-psychischen Beschwerdebild - d.h. von 

einem komplexen Gesamtbild unfallbedingter psychischer Beschwerden und ebenfalls 

unfallkausaler organischer Störungen - gesprochen werden, hat die Prüfung der 

adäquaten Kausalität praxisgemäss unter dem Gesichtspunkt einer psychischen 

Fehlentwicklung nach Unfall gemäss BGE 115 V 133 ff. zu erfolgen. Dieses Vorgehen 

greift Platz, wenn die zum typischen Beschwerdebild eines HWS-Schleudertraumas 

gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zur 

ausgeprägten psychischen Problematik aber unmittelbar nach dem Unfall ganz in den 

Hintergrund getreten sind oder die physischen Beschwerden im Verlauf der ganzen 

Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft nur eine sehr 

untergeordnete Rolle gespielt haben (Urteil des Bundesgerichts vom 17. April 2008 

8C_181/2007, E. 2.4).

5.2    Bereits im Arztbericht vom 5. Dezember 2000 führen die Ärzte des Spitals Wil als 

Diagnose eine psychische Traumatisierung durch den Unfall auf. Dr. C.___ 

diagnostizierte am 4. Mai 2001 (SWICA-act. 31) eine Anpassungsstörung mit Angst und 

Depression gemischt. Im ABI-Gutachten wurde festgehalten, dass die 

Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht - infolge der Anpassungsstörung - 

glaubhaft in ihrer Leistungsfähigkeit schwer reduziert sei. Die ehrgeizige 

Persönlichkeitsstruktur erschwere einerseits die adäquate Verarbeitung der 

Beschwerden, wirke sich andererseits aber auch positiv aus, indem sich die 

Beschwerdeführerin nicht einfach mit ihrem Zustand abfinde und dagegen ankämpfe. 

Derzeit sei jedoch das Resultat des erfolglosen Ankämpfens, dass sie in rezidivierende 

und depressive Zustände gerate. Zum jetzigen Zeitpunkt sei aus psychiatrischer Sicht 

eine Arbeitsfähigkeit nicht verwertbar. Dass bei festzustellender 

Generalisierungstendenz die geklagten Beschwerden an der HWS und LWS nicht 

ausreichend erklärt werden könnten, müsse im Rahmen der Anpassungsstörung 

eingeordnet werden. Die Prognose diesbezüglich sei unsicher und es bestehe die 

Gefahr einer sich chronifizierenden Schmerzstörung im Sinn einer somatoformen 

Problematik. In der psychiatrischen Untersuchung im ZMB-Gutachten wurden die 

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Diagnosen anhaltende somatoforme Schmerzstörung, akzentuierte 

Persönlichkeitszüge, kognitive Störung und Status nach Anpassungsstörung erhoben. 

Die somatischen Gesundheitsstörungen im Zusammenhang mit dem typischen 

Beschwerdebild nach HWS-Distorsionstrauma würden gegenüber den psychischen 

Beschwerden stark in den Hintergrund treten. Aufgrund der somatischen Beschwerden 

bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit, aus psychischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit 

von 80%. Aus den Akten ergibt sich somit, dass die organischen Beschwerden schon 

früh durch eine somatoforme Schmerzstörung unterhalten wurden und schlussendlich 

im Vergleich zu den psychischen Problemen gänzlich in den Hintergrund gelangt sind. 

Die zum typischen Beschwerdebild gehörenden physischen Anteile bilden somit mit 

den psychischen Beschwerden kein komplexes Gesamtbild, weshalb die Beurteilung 

des adäquaten Kausalzusammenhangs dementsprechend praxisgemäss nicht nach 

den für Schleudertraumen der HWS (BGE 117 V 359 ff.), sondern nach den für 

psychische Unfallfolgen (BGE 115 V 133 ff.) geltenden Regeln zu erfolgen hat.

6.         

6.1    Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und einer 

anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der 

Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 138 ff. Erw. 6, 

bestätigt unter anderem in SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31) vom Unfallereignis auszugehen. 

Dabei besteht ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und 

dem Unfall, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der 

Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle nach 

ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in 

banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und in einen 

dazwischen liegenden mittleren Bereich der mittelschweren Unfälle. Bei banalen 

Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und 

psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil 

auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden darf, dass ein 

solcher Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen 

Gesundheitsschaden zu verursachen. Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in 

der Regel zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 

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allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische 

Gesundheitsschäden zu bewirken. Dabei gelten als schwer nur solche Unfälle, bei 

denen sämtliche Umstände, insbesondere die Dramatik des Unfallereignisses und die 

Dauer desselben wie auch die somatischen Unfallfolgen eine für die versicherte Person 

aussergewöhnliche Eindrücklichkeit aufweisen. Mithin können auch Unfälle, die im 

Volksmund als schwer bezeichnet werden, keine der Rechtsprechung zur 

obligatorischen Unfallversicherung entsprechende Schwere aufweisen. Bei Unfällen im 

mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und psychisch bedingter 

Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des 

Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr sind weitere, objektiv fassbare 

Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als 

direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung 

einzubeziehen (BGE 115 V 139 Erw. 6a-c). Dabei müssen rechtsprechungsgemäss (vgl. 

BGE 115 V 140 Erw. 6c; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 Erw. 2, 2001 UV Nr. 8 S. 32, je mit 

Hinweisen) die weiteren unfallbezogenen Kriterien entweder in gehäufter oder 

auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt 

sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Als wichtigste Kriterien gelten dabei: 

besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, 

die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre 

erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, die 

ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, körperliche Dauerschmerzen, 

ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, schwieriger 

Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen und Grad und Dauer der physisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit.

6.2    Die Parteien sind sich einig, dass der Unfall der Beschwerdeführerin bei der im 

Rahmen des adäquaten Kausalzusammenhangs vorzunehmenden Katalogisierung den 

mittelschweren Unfällen zuzuordnen ist. Uneinigkeit besteht hingegen bei der 

Zuordnung innerhalb der mittelschweren Unfälle. Diese Frage braucht allerdings 

vorliegend nicht abschliessend beurteilt zu werden, da die Kriterien ohnehin nicht im 

erforderlichen Ausmass gegeben sind.

6.3    Trotz zweifacher Kollision hat sich der Unfall vom 23. November 2000 weder 

unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet noch war er - objektiv 

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betrachtet - von besonderer Eindrücklichkeit. Gemäss Polizeirapport ist insbesondere 

die zweite Kollision mit dem entgegenkommenden Fahrzeug nur ein leichter 

Zusammenstoss gewesen. Die Diagnose einer HWS-Distorsion vermag das Kriterium 

der Schwere oder der besonderen Art der erlittenen Verletzung für sich allein nicht zu 

begründen. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma 

typischen Beschwerden oder besondere Umstände, welche das Beschwerdebild 

beeinflussen können. Solche Umstände sind vorliegend nicht gegeben, zumal die 

Kopfstellung beim Unfall gerade gewesen ist und die Beschwerdeführerin auf die 

Kollision gefasst war (SWICA-act. 10). An dieser Beurteilung vermögen auch die beim 

Unfall erlittenen Frakturen der Rippen 3 und 4 rechts nichts zu ändern. Das Kriterium 

wäre selbst dann nicht gegeben, wenn zusätzlich von einer Commotio cerebri 

auszugehen wäre (vgl. Urteil des EVG vom 6. Februar 2007, U 479/05, E. 8.2). 

Anzeichen für eine fachärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert hat, sind aus den medizinischen Akten nicht ersichtlich. Im 

Zusammenhang mit der Frage der Dauer der ärztlichen Behandlung ist zu beachten, 

dass das nach der HWS-Verletzung aufgetretene Beschwerdebild bereits im Zeitpunkt 

der Untersuchung beim ABI (Dezember 2001) nicht mehr vorwiegend durch 

organische, sondern vielmehr durch psychische Faktoren aufrechterhalten wurde, der 

psychische Gesundheitsschaden aber nicht in die Adäquanzbeurteilung einbezogen 

werden darf. Bei dieser Zeitspanne kann somit nicht von einer ungewöhnlich langen 

Dauer der ärztlichen Behandlung gesprochen werden. Der Umstand, dass die 

psychischen Probleme schon relativ früh die organischen Beschwerden unterhalten 

haben, gilt es auch bei den Kriterien der körperlichen Dauerschmerzen und beim Grad 

und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit zu berücksichtigen. Gemäss 

ZMB-Gutachten ist davon auszugehen, dass für die beim Unfall erlittenen somatischen 

Beschwerden eine Behandlung von zumindest sechs Monaten notwendig gewesen 

wäre. Während dieser Zeit kann davon ausgegangen werden, dass die 

Beschwerdeführerin an körperlichen Dauerschmerzen gelitten hat und eine 

Arbeitsunfähigkeit gegeben war. Die Kriterien können somit für diese Zeitspanne oder 

höchstens bis zum Zeitpunkt der Untersuchung im ABI als erfüllt betrachtet werden, 

allerdings nicht in besonders ausgeprägter Weise. Mangels bleibender physischer, 

objektivierbarer Verletzung erübrigen sich die Fragen nach der Schwierigkeit des 

Heilungsverlaufs und der Erheblichkeit von diesbezüglichen Komplikationen. Somit 

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sind höchstens zwei der Kriterien erfüllt, weshalb mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass der Unfall vom 23. November 2000 

nicht geeignet war, die bestehenden psychisch bedingten Beschwerden der 

Beschwerdeführerin auch über den 31. Mai 2006 hinaus adäquat-kausal zu 

beeinflussen. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die Leistungspflicht für die Zeit ab 

1. Juni 2006 zu Recht verneint.

7.         

Dem Eventualbegehren, die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die 

Vorinstanz zurückzuweisen, ist nicht stattzugeben. Da nicht anzunehmen ist, dass 

weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung des vorliegend relevanten 

Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen und auf das schlüssige und nachvollziehbare 

Gutachten des ZMB vom 20. September 2005 abgestellt werden kann, kann darauf 

verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 E. 4b; Pra 88 Nr. 

117; SVR-UV 1996 Nr. 62.211). Im Übrigen geht selbst das von der 

Beschwerdeführerin veranlasste Gutachten des nerv!-Zentrums ebenfalls von einem 

chronifizierten psychosomatischen Beschwerdebild aus, weshalb auch diesbezüglich 

kein Anlass besteht, weitere Abklärungen zu tätigen.  

8.         

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.        Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.        Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 06.10.2008
	Art. 6 UVG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Einschränkungen im Nachgang zu einer HWS-Distorsion. Typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden nach dem Unfall bejaht. Die zum typischen Beschwerdebild gehörenden physischen Anteile haben relativ bald nach dem Unfall an Bedeutung verloren. Adäquanzbeurteilung der ganz im Vordergrund stehenden psychischen Störungen gemäss BGE 115 V 138 ff (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Oktober 2008, UV 2007/60).

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