# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 59668a6c-4679-5935-a1d4-772e012e4e1c
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-02-16
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 16.02.2023 SK.2022.51
**Docket/Reference:** SK.2022.51
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2022-51_2023-02-16

## Full Text

Rückzug der Einsprache; Abschreibung des Verfahrens (Art. 356 Abs. 4 StPO);;Rückzug der Einsprache; Abschreibung des Verfahrens (Art. 356 Abs. 4 StPO);;Rückzug der Einsprache; Abschreibung des Verfahrens (Art. 356 Abs. 4 StPO);;Rückzug der Einsprache; Abschreibung des Verfahrens (Art. 356 Abs. 4 StPO)

Verfügung vom 16. Februar 2023 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Martin Stupf, Einzelrichter 

Gerichtsschreiberin Elena Inhelder  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsan-

wältin des Bundes Simone Meyer-Burger 

  

 
gegen 

  
 

A., 

 

Gegenstand 
 

Rückzug der Einsprache; Abschreibung des Verfahrens 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2022.51 

- 2 - 

SK.2022.51 

Der Einzelrichter erwägt, dass: 

− die Bundesanwaltschaft (nachfolgend: BA) mit Strafbefehl vom 19. Juli 2022 A. 

(nachfolgend: der Beschuldigte) wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden 

und Beamte (Art. 285 Ziff. 1 StGB) zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 

Fr. 100.--, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 3 Jahren und unter Anrech-

nung der ausgestandenen Polizeihaft von 2 Tagen, zu einer Verbindungsbusse 

von Fr. 1’200.-- sowie zur Bezahlung der Verfahrenskosten von Fr. 500.-- verur-

teilte, gleichzeitig vom Widerruf der mit Urteil des Bezirksgerichts Willisau vom 

16. Juli 2018 bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 35 Tagessätzen verzich-

tete und die Probezeit um 1 Jahr verlängerte (TPF pag. 2.100.004 ff.); 

− der Strafbefehl dem Beschuldigten am 8. September 2022 durch die Stadtpolizei 

Zürich persönlich zugestellt wurde; 

− der Beschuldigte mit Schreiben vom 16. September 2022 (Postaufgabe: 19. Sep-

tember 2022) Einsprache gegen den Strafbefehl erhob (TPF pag. 2.100.007); 

− die Bundesanwaltschaft den Beschuldigten mit Vorladung vom 4. Oktober 2022 

zur Einvernahme als beschuldigte Person auf den 7. November 2022, 13:30 Uhr, 

vorlud; 

− sich der Beschuldigte am 7. November 2022 um ca. 08:30 Uhr telefonisch bei der 

BA meldete und diese darüber informierte, dass er in einem Hotel in U. feststecke 

und Schmerzen habe, weshalb er den Termin der Einvernahme nicht wahrneh-

men könne; die Bundesanwaltschaft ihm daraufhin mitteilte, er müsse bis spä-

testens am Mittag des gleichen Tages ein Arztzeugnis einreichen; der Beschul-

digte der BA mit E-Mail vom 7. November 2022, 23:32 Uhr, ein Arztzeugnis zu-

sandte; 

− die BA den Beschuldigten am 7. November 2022 neu für den 16. November 2022, 

13:30 Uhr, vorlud (Akten BA, nicht paginiert); 

− die BA in der Folge am Strafbefehl festhielt, diesen am 30. November 2022 der 

Strafkammer des Bundesstrafgerichts (nachfolgend: Strafkammer) als Anklage-

schrift zwecks Durchführung eines Hauptverfahrens überwies (Art. 356 Abs. 1 

StPO) und gleichzeitig auf die Teilnahme an derselben verzichtete (TPF 

pag. 2.100.001 ff.); 

− die Strafkammer vorfrageweise über die Gültigkeit des Strafbefehls und der Ein-

sprache entscheidet (Art. 356 Abs. 2 StPO); 

- 3 - 

SK.2022.51 

− der Strafbefehl vom 19. Juli 2022 die in Art. 353 Abs. 1 StPO aufgelisteten Krite-

rien beinhaltet und gemäss Art. 353 Abs. 3 StPO formgerecht eröffnet wurde; 

− die Einsprache vom 16. September 2022 form- und fristgerecht erfolgte (Art. 354 

Abs. 1 lit. a und Abs. 2 StPO); 

− die Strafkammer den Beginn der Hauptverhandlung auf den 16. Februar 2023, 

09:30 Uhr, festsetzte (TPF pag. 2.310.001) und den Beschuldigten sowie den 

Transportpolizisten B. als Zeugen auf dieses Datum vorlud (TPF 

pag. 2.331.001 ff.; 2.351.001 ff.; 2.361.001 ff.); 

− dem Beschuldigten die Vorladung infolge Nichtabholens bei der Post am 9. Ja-

nuar 2023 durch die Kantonspolizei V. ordnungsgemäss zugestellt wurde (TPF 

pag. 2.331.004; 2.331.006 ff.); 

− der Beschuldigte der Strafkammer am 13. Februar 2023, 09:07 Uhr telefonisch 

mitteilte, dass es ihm nicht möglich sei, an der Hauptverhandlung vom 16. Feb-

ruar 2023 teilzunehmen, da er seit August 2022 eine gebrochene Nase habe und 

aus diesem Grund «nicht wirklich reisefähig» sei, wobei er auf Nachfrage, wes-

halb er dem Gericht dies nicht bereits früher mitgeteilt habe, angab, er sei nicht 

dazu gekommen, da sein WG-Zimmer in seiner Wohnung in V. ausgebrannt und 

er mit administrativen Angelegenheiten belastet gewesen sei (TPF 

pag. 2.310.002 f.); 

− dem Beschuldigten während besagtem Telefonat mitgeteilt wurde, dass er dem 

Gericht schnellstmöglich, jedoch spätestens bis vor Beginn der Hauptverhand-

lung ein Arztzeugnis einreichen müsse, in welchem die behauptete Reise- 

und/oder Einvernahmeunfähigkeit von einem Arzt bescheinigt wird, ansonsten 

die Vorladung zur Hauptverhandlung nicht abgenommen und sein Nichterschei-

nen als unentschuldigt zu qualifizieren ist, womit seine Einsprache als zurückge-

zogen gelten würde (TPF pag. 2.310.002 f.); 

− im Schreiben der Strafkammer vom 13. Februar 2023, welches dem Beschuldig-

ten vorab per E-Mail zugestellt wurde, dieser erneut auf die Säumnisfolgen bei 

unentschuldigtem Nichterscheinen, insbesondere bei fehlendem oder nicht recht-

zeitig eingereichtem Arztzeugnis, hingewiesen wurde (TPF pag. 2.310.004 f.); 

− der Beschuldigte sich mit E-Mail vom 13. Februar 2021, 13:21 Uhr für die Zustel-

lung des vorgenannten Schreibens bedankte und ausführte «Zeugnis folgt, spä-

testens Morgen Vormittag» (TPF pag. 2.310.006 f.); 

− dem Gericht am 14. Februar 2023 entgegen den Angaben des Beschuldigten 

kein Arztzeugnis eingereicht wurde, woraufhin sich die zuständige 

- 4 - 

SK.2022.51 

Gerichtsschreiberin mit E-Mail vom 14. Februar 2023, 15:29 Uhr, beim Beschul-

digten erkundigte, ob dieses noch gleichentags eintreffen werde (TPF 

pag. 2.310.008); 

− der Beschuldigte mit E-Mail vom 14. Februar 2023, 20:32 Uhr, mitteilte, dass er 

das Zeugnis «Morgen bis 11.00 h senden könne[n]» sollte, er es am Vortag nicht 

mehr geschafft habe, zum Arzt zu gehen, der Arzt «jedoch informiert [sei] über 

die Sache» (TPF pag. 2.310.010); 

− der Beschuldigte sich tags darauf, am 15. Februar 2023, um 14:36 Uhr, telefo-

nisch an die Strafkammer wandte und mitteilte, dass er bis anhin keinen Arztter-

min bekommen habe und noch über kein Arztzeugnis verfüge, seine Hausärztin 

in den Ferien sei, die anderen Ärzte in der Gemeinschaftspraxis wegen Notfällen 

keine Zeit für ihn hätten, er seinem Psychiater eine E-Mail geschrieben aber noch 

keine Antwort von diesem erhalten habe und er versuche, so schnell wie möglich 

ein Arztzeugnis wegen seiner gebrochenen Nase zu bekommen (TPF 

pag. 2.310.017 f.); 

− dem Beschuldigten anlässlich des vorgenannten Telefonats erneut die Säumnis-

folgen bei unentschuldigtem Fernbleiben an der Hauptverhandlung im Strafbe-

fehlsverfahren erläutert und er abermals darauf hingewiesen wurde, dass das 

Gericht ein Arztzeugnis bis zum Beginn der Hauptverhandlung benötigte, worauf-

hin der Beschuldigte bestätigte dies zu wissen und beiläufig erwähnte, er habe 

noch kein Arztzeugnis, könne deshalb keines einreichen, sonst müsste er eines 

fälschen (TPF pag. 2.310.017); 

− der Beschuldigte anlässlich des besagten Telefonats zudem ausführte, er würde 

sich, wenn «alle Stricke reissen», in den Zug setzen und anreisen, sei dann aber 

«wohl nicht einvernahmefähig», woraufhin die zuständige Gerichtsschreiberin 

ihm mitteilte, dass bei bestehender Reisefähigkeit auch keine Zweifel an seiner 

Einvernahme- und Verhandlungsfähigkeit bestünden, zumal es sich vorliegend 

um einen überschaubaren strafrechtlichen Vorwurf handle (TPF pag. 2.310.017); 

− der Beschuldigte sich in der Folge über den Beginn der Hauptverhandlung infor-

mierte und nach Nennung der Uhrzeit ausführte, dies sei «schon früh», schliess-

lich müsse er aus der Deutschschweiz anreisen (TPF 2.310.017 f.); 

− der Beschuldigte mit E-Mail vom 15. Februar 2023, um 19:14 Uhr der Strafkam-

mer mitteilte, er habe vor drei Stunden bei seinem Psychiater versucht, ein Zeug-

nis zu bekommen, dieser ihm aber kein Zeugnis ausstellen werde, weil es kein 

psychisches, sondern ein körperliches, «mechanisches» Leiden sei und er in der 

Gemeinschaftspraxis seiner Hausärztin zwar einen Termin am 16. Februar 2023 

- 5 - 

SK.2022.51 

um 16:15 Uhr erhalten hätte, alle in dieser Praxis aber wissen würden, «dass 

dies zu spät» sei (TPF pag. 2.310.13); 

− sich der Beschuldigte am 16. Februar 2023 weder vor Beginn der Hauptverhand-

lung noch während derselben (bzw. während der laufenden Respektsviertel-

stunde) telefonisch oder per E-Mail bei der Strafkammer meldete; 

− die Hauptverhandlung nach Ablauf der Respektsviertelstunde infolge der unent-

schuldigten Abwesenheit des Beschuldigten am 16. Februar 2023 um 09:49 Uhr 

als geschlossen, die Einsprache i.S.v. Art. 356 Abs. 4 StPO für zurückgezogen 

und der Strafbefehl vom 19. Juli 2022 für rechtskräftig erklärt wurde (TPF 

pag. 2.720.001 f.); 

− der Beschuldigte mit E-Mail vom 16. Februar 2023 um 12:06 Uhr mitteilte, er sei 

seit «gut 2 h» auf dem Notfall im Kantonsspital V. und werde in ca. einer Stunde 

das «Austrittszeugnis» senden; er sich zudem entschuldigte, dass es nicht 

schneller gegangen sei und anfügte, er habe erst um 5 Uhr morgens einschlafen 

können und habe beide Wecker nicht gehört (TPF pag. 2.310.019); 

− der Beschuldigte mit E-Mail vom 16. Februar 2023, 14:46 Uhr, ein Arztzeugnis 

einreichte (TPF pag. 2.310.020 ff.); 

− die Einsprache als zurückgezogen gilt, wenn die Einsprache erhebende Person 

der Hauptverhandlung unentschuldigt fernbleibt und sich auch nicht vertreten 

lässt (Art. 356 Abs. 4 StPO); 

− nach der Rechtsprechung ein konkludenter Rückzug der Einsprache nur ange-

nommen werden darf, wenn sich aus dem gesamten Verhalten des Betroffenen 

der Schluss aufdrängt, er verzichte mit seinem Desinteresse am weiteren Gang 

des Verfahrens bewusst auf den ihm zustehenden Rechtsschutz, womit der von 

Art. 356 Abs. 4 StPO an das unentschuldigte Fernbleiben geknüpfte (fingierte) 

Rückzug der Einsprache voraussetzt, dass sich der Beschuldigte der Konse-

quenzen seiner Unterlassung bewusst ist und er in Kenntnis der massgebenden 

Rechtslage auf die ihm zustehenden Rechte verzichtet, weshalb er hinreichend 

über die Folgen des unentschuldigten Fernbleibens in einer ihm verständlichen 

Weise zu belehren ist (BGE 146 IV 286 E. 2.2; BGE 146 IV 30 E. 1.1.1; Urteile 

des Bundesgerichts 6B_324/2022 vom 16. Dezember 2022 E. 2.4.3; 

6B_1456/2021 vom 7. November 2022 E. 2.1; 6B_1143/2017 vom 1. Juni 2018, 

E. 1.2);  

− bei unentschuldigtem Fernbleiben der Einsprache erhebenden Person der Straf-

befehl zum Urteil wird und in Rechtskraft erwächst (Art. 356 Abs. 4 i.V.m. Art. 354 

Abs. 3 StPO); 

https://bger.li/146-IV-286

- 6 - 

SK.2022.51 

− der Beschuldigte in der Vorladung vom 2. Januar 2023 und mit Schreiben vom 

13. Februar 2023 sowie anlässlich der obgenannten Telefonate explizit auf die 

Rechtsfolgen gemäss Art. 356 Abs. 4 StPO, wonach die Einsprache als zurück-

gezogen gilt, wenn die Einsprache erhebende Person der Hauptverhandlung un-

entschuldigt fernbleibt und sich auch nicht vertreten lässt, aufmerksam gemacht 

wurde und er sich folglich der Konsequenzen seiner Unterlassung bewusst war; 

− der Beschuldigte hinreichend und mehrmals über die Folgen des unentschuldig-

ten Fernbleibens in einer ihm verständlichen Weise belehrt wurde und dennoch 

der Hauptverhandlung fernblieb; 

− der Beschuldigte der Strafkammer das seit Tagen in Aussicht gestellte Arztzeug-

nis nachweislich erst nach dem Abschluss der Hauptverhandlung und somit ver-

spätet zugestellt hatte (TPF pag. 2.310.019 ff.; 2.720.001 f.); 

− der Beschuldigte sich indes darüber im Klaren war, dass das Arztzeugnis vor 

Beginn der Hauptverhandlung der Strafkammer hätte zugestellt werden müssen, 

zumal er in seiner E-Mail vom 15. Februar 2016 selbst festhielt, er wisse, dass 

ein Arzttermin am Tag der Hauptverhandlung um 16:15 Uhr zu spät sei; 

− der Beschuldigte bereits Anfang Januar 2023 über den Hauptverhandlungstermin 

vom 16. Februar 2023 in Kenntnis gesetzt worden war; 

− sein, das Fernbleiben begründende, gesundheitliche Leiden gemäss seinen An-

gaben schon seit August 2022 (bzw. seit sechs Monaten) besteht und es ihm 

somit ohne Weiteres möglich gewesen wäre, sein Nichterscheinen mit einem 

Arztzeugnis rechtzeitig zu belegen; 

− das eingereichte Arztzeugnis zudem lediglich belegt, dass sich der Beschuldigte 

am 16. Februar 2023 in ambulanter Behandlung befand und ihm eine hundert-

prozentige Arbeitsunfähigkeit für diesen Tag attestiert, sich indes nicht zur Frage 

äussert, ob es dem Beschuldigten möglich gewesen wäre, an der Verhandlung 

teilzunehmen (TPF 2.310.021 f.); 

− der Beschuldigte denn auch in keiner Weise begründet, inwiefern von der attes-

tierten Arbeitsunfähigkeit auf eine Reise- oder Einvernahme- respektive Ver-

handlungsunfähigkeit geschlossen werden muss; 

− nicht ersichtlich ist, weshalb dem Beschuldigten in Folge eines seit rund sechs 

Monaten bestehenden Nasen(bein)bruchs die Verhandlungsfähigkeit abgehen 

sollte; 

− sich die Abwesenheit des Beschuldigten an der Hauptverhandlung unter diesen 

Umständen nicht entschuldigen lässt; 

- 7 - 

SK.2022.51 

− der Beschuldigte mit seinen diversen Kontaktaufnahmen in der Zeit vom 13. bis 

15. Februar 2023 unmissverständlich zu erkennen gab, nichts unversucht zu las-

sen, ein Arztzeugnis erhältlich zu machen, um keinesfalls an der Hauptverhand-

lung erscheinen zu müssen; 

− der Beschuldigte der Strafkammer die Zustellung eines Arztzeugnisses mehrfach 

in Aussicht stellte, das Arztzeugnis dennoch entgegen den wiederholten Zusiche-

rungen des Beschuldigten bis zur Hauptverhandlung ausblieb; 

− es dem Beschuldigten indes ohne Weiteres möglich gewesen wäre, die Straf-

kammer am 16. Februar 2023 vor oder unmittelbar nach Beginn der Hauptver-

handlung telefonisch oder per E-Mail zu kontaktieren und über die Verhinderung 

zu informieren; 

− sich das gesamte Verhalten des Beschuldigten unter den gegebenen Umständen 

als Hinhaltetaktik und somit als rechtmissbräuchlich im Sinne eines widersprüch-

lichen Verhaltens erweist; was umso mehr gilt, weil er bereits im Rahmen des 

Vorverfahrens bei der BA das geforderte Arztzeugnis erst nach Beginn der Ein-

vernahme, zu welcher er damals ebenfalls nicht erschienen ist, einreichte; 

− aus der Kenntnis der Säumnisfolgen und dem gesamten Verhalten des Beschul-

digten sowie seinem tatsächlichen Fernbleiben von der Hauptverhandlung nach 

Treu und Glauben auf ein Desinteresse im vorgenannten Sinne zu schliessen ist, 

wobei sein Verhalten nicht anders gedeutet werden kann, als dass er in Kenntnis 

der massgebenden Rechtslage bewusst auf seine Rechte verzichtet hat; 

− im Ergebnis ein konkludenter Rückzug der Einsprache gegen den Strafbefehl 

vorliegt (Art. 356 Abs. 4 StPO); 

− der Strafbefehl der Bundesanwaltschaft vom 19. Juli 2022 somit zum Urteil wird 

und in Rechtskraft erwächst; 

− das Verfahren SK.2022.51 infolgedessen als gegenstandslos abzuschreiben ist; 

− bei Säumnis die Frist wiederhergestellt werden kann, wenn die Partei eine Frist 

versäumt und ihr daraus ein erheblicher und unersetzlicher Rechtsverlust er-

wachsen würde, wobei sie glaubhaft zu machen hat, dass sie an der Säumnis 

kein Verschulden trifft (Art. 94 StPO); 

− eine Krankheit dann ein unverschuldetes, zur Wiederherstellung führendes Hin-

dernis darstellt, wenn und solange sie jegliches auf die Fristwahrung gerichtetes 

Handeln verunmöglicht, es somit auf den Zeitpunkt des Krankheitseintritts und 

dessen Ausmass ankommt (Urteile des Bundesgerichts 6B_1329/2020 vom 

- 8 - 

SK.2022.51 

20. Mai 2021 E. 1.3.3; 6B_1039/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 3.2; 

1B_741/2012 vom 14. Januar 2013 E. 3; je mit Hinweisen); 

− ein solcher Krankheitszustand nicht bewiesen ist und darüber hinaus auch nicht 

geltend gemacht wird; 

− auch sonst keine Wiederherstellungsgründe im Sinne von Art. 94 StPO ersicht-

lich sind und solche auch nicht geltend gemacht werden; 

− die Säumnis als dann zum vornherein nicht unverschuldet ist, will der Beschul-

digte nach eigenen Angaben insbesondere seine Wecker am Morgen des 

16. Februars 2023 nicht gehört haben; 

− sich die Kosten des gerichtlichen Verfahrens und deren Verlegung grundsätzlich 

nach den Art. 422 ff. StPO bestimmen; 

− zur Regelung der Kostenfolge bei der Gegenstandslosigkeit des Verfahrens 

grundsätzlich auf das allgemeine Kriterium abzustellen ist, wonach die entstan-

denen Verfahrenskosten von jener Partei zu tragen sind, die das gegenstandslos 

gewordene Verfahren verursacht hat (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 2C_237/2009 vom 28. September 2009, E. 3.3); 

− der Beschuldigte demnach – neben den ihm im (nun rechtskräftigen) Strafbefehl 

auferlegten Kosten des Strafbefehlsverfahrens – die Gerichtskosten zu tragen 

hat; 

− infolge der Anreise des Zeugen, der zwecks Wahrung des Konfrontationsan-

spruchs des Beschuldigten zur Hauptverhandlung vorgeladen wurde, Auslagen 

in der Höhe von Fr. 27.50.-- entstanden sind (TPF pag. 2.861.001); 

− in Anwendung von Art. 73 Abs. 1 lit. a und b des Bundesgesetzes über die Orga-

nisation der Strafbehörden des Bundes vom 19. März 2010 (StBOG; SR 173.71) 

i.V.m. Art. 1 Abs. 4, Art. 5, Art. 7 lit. a und Art. 17 f. des Reglements des Bun-

desstrafgerichts über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundes-

strafverfahren vom 31. August 2010 (BStKR; SR 173.713.162) eine minimale Ge-

bühr von Fr. 300.-- festzusetzen und dem Beschuldigten, neben den Auslagen 

für den Zeugen von Fr. 27.50, entsprechend insgesamt Fr. 327.50.-- aufzuerle-

gen sind. 

  

- 9 - 

SK.2022.51 

Der Einzelrichter verfügt: 

1. Das Verfahren SK.2022.51 wird infolge Rückzugs der Einsprache als gegen-

standslos abgeschrieben. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 327.50 werden A. auferlegt. 

3. Diese Verfügung wird den Parteien schriftlich eröffnet. 

 

Im Namen der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Einzelrichter Die Gerichtsschreiberin 

 
 
 
Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an 

− Bundesanwaltschaft als Vollzugsbehörde (vollständig) 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

Gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie die Verfahrenshandlungen der Strafkammer des Bundesstrafge-

richts als erstinstanzliches Gericht, ausgenommen verfahrensleitende Entscheide, kann innert 10 Tagen 

schriftlich und begründet Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts geführt werden 

(Art. 393 Abs. 1 lit. b und Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 

 

 

Mit der Beschwerde können gerügt werden: a. Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-

brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; b. die unvollständige oder unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts; c. Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 StPO). 

Einhaltung der Fristen 

Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist bei der Strafbehörde abgegeben oder zu deren Handen 

der Schweizerischen Post, einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder, im 

Falle von inhaftierten Personen, der Anstaltsleitung übergeben werden (Art. 91 Abs. 2 StPO). 

 

 

Versand: 17. Februar 2023