# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd30fcb0-d1ba-5ca3-8e8e-9814012d2290
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.10.2014 100 2013 404
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2013-404_2014-10-24.pdf

## Full Text

100.2013.404U
KEP/GEU/LIR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 24. Oktober 2014

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Daum und Keller
Gerichtsschreiberin Geiser Keller

Burgergemeinde Busswil
handelnd durch den Burgerrat, Postfach 150, 3292 Busswil b. Büren
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführerin 

gegen

Wasserbauverband Alte Aare
p.A. Herrmann Käser, Längfeldweg 33, 3294 Büren an der Aare
vertreten durch Fürsprecher …
Beschwerdegegner 

und

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern
Reiterstrasse 11, 3011 Bern

betreffend Wasserbauvorhaben «Hochwasserschutz und Revitalisierung Alte Aare» 
(Entscheid der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern vom 
18. Oktober 2013; RA Nr. 140/2013/23)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2014, Nr. 100.2013.404U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der Wasserbauverband Alte Aare legte vom 1. Februar 2012 bis 2. März 2012 den 
Wasserbauplan «Hochwasserschutz und Revitalisierung Alte Aare» (nachfolgend: 
Wasserbauplan Alte Aare) in den zehn betroffenen Gemeinden (Aarberg, Büetigen, 
Büren a.A., Dotzigen, Kappelen, Lyss, Meienried, Schwadernau, Studen, Worben) 
öffentlich auf. Aufgrund von Einsprachen erfolgte eine Projektanpassung, worauf eine 
zweite öffentliche Auflage vom 30. November 2012 bis 11. Januar 2013 in den von der 
Änderung betroffenen Gemeinden, darunter die Einwohnergemeinde (EG) Lyss, 
stattfand. Die Burgergemeinde Busswil erhob als Eigentümerin der Grundstücke Lyss 2 
(Busswil BE) Gbbl. Nrn. 1___-3___ gegen das geänderte Projekt am 8. Januar 2013 
nebst anderen Einsprache. Nachdem die Stimmberechtigten der betroffenen 
Gemeinden dem Wasserbauplan Alte Aare zugestimmt hatten, genehmigte das 
Tiefbauamt des Kantons Bern (TBA) den Plan am 4. Juli 2013 und wies die 
Einsprachen ab.

B.

Dagegen führte die Burgergemeinde Busswil am 5. August 2013 Beschwerde bei der 
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE), welche das 
Rechtsmittel am 18. Oktober 2013 abwies, soweit darauf eingetreten werden könne. 
Einer allfälligen Beschwerde gegen diesen Entscheid entzog sie die aufschiebende 
Wirkung. 

C.

Gegen diesen Entscheid hat die Burgergemeinde Busswil am 19. November 2013 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie stellt die folgenden Rechtsbegehren:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2014, Nr. 100.2013.404U, Seite 3

«1. Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und der Wasserbauplan 
"Hochwasserschutz und Revitalisierung Alte Aare" sei nicht zu genehmigen.

2. Ziffer 2 des angefochtenen Entscheids sei aufzuheben und der Beschwerde sei 
die aufschiebende Wirkung zu erteilen. 

unter Kosten und Entschädigungsfolgen»

Mit Beschwerdeantwort vom 27. November 2013 beantragt der Wasserbauverband 
Alte Aare, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Die BVE 
beantragt mit Vernehmlassung vom 29. November 2013 ebenfalls die Abweisung der 
Beschwerde. 

Das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung hat der 
Instruktionsrichter am 20. Dezember 2013 gutgeheissen, soweit es die bestrittene 
Überflutungsfläche im Projektteil «Entlastung Grossried-Nord» mit Installationsplatz 
und die davon betroffenen Parzellen Nrn. 1___-3___ betrifft. Soweit weitergehend hat 
er das Gesuch abgewiesen. 

Am 11. August 2014 hat der Instruktionsrichter die im Rahmen des Wasser-
bauplanverfahrens erstellten Amts- und Fachberichte zu den Akten erkannt und den 
Verfahrensbeteiligten Gelegenheit gegeben, Bemerkungen dazu einzureichen. Die 
Burgergemeinde Busswil hat am 11. September 2014 Stellung genommen. Der 
Wasserbauverband Alte Aare und die BVE haben sich nicht geäussert. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Die 
Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den 
angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2014, Nr. 100.2013.404U, Seite 4

1.2 Gemäss Art. 32 Abs. 2 VRPG müssen Parteieingaben unter anderem eine 
Begründung enthalten. An die Begründung einer Beschwerde werden praxisgemäss 
(insbesondere bei Laieneingaben) keine hohen Anforderungen gestellt. Es reicht aus, 
wenn aus dem Rechtsmittel ersichtlich ist, inwiefern und weshalb der angefochtene 
Entscheid beanstandet wird. Die Begründung muss sich allerdings wenigstens in 
minimaler Form mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzen und sinngemäss 
darauf schliessen lassen, inwiefern dieser unrichtig sein soll (statt vieler BVR 2006 
S. 470 E. 2.4; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, 
Art. 32 N. 15). Entgegen der Auffassung des Beschwerdegegners sind diese 
Begründungsanforderungen hier erfüllt: Aus den Ausführungen der 
Beschwerdeführerin geht ohne weiteres hervor, dass sie die von der BVE geschützte 
Genehmigung des Wasserbauplans beanstanden will. Zur Begründung ihres 
Standpunkts führt sie zwar im Wesentlichen dieselben Argumente an wie im 
vorinstanzlichen Verfahren. Sie verweist aber weder global auf ihre früheren 
Rechtsschriften noch hat sie ihre damaligen Ausführungen wortwörtlich abgeschrieben. 
Auch wenn sich die Beschwerdeführerin nicht eingehend mit den Erwägungen der BVE 
auseinandersetzt, ist darin kein Begründungsmangel zu erblicken, der das 
Nichteintreten auf die Beschwerde zur Folge hätte (vgl. auch 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O, Art. 32 N. 15 sowie etwa BVR 2003 S. 534 
[VGE 21608 vom 27.8.2003], nicht publ. E. 2.1). Auf die form- und fristgerecht 
eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG). Es auferlegt sich eine gewisse Zurückhaltung, 
soweit für die Beurteilung besondere Sach- oder Fachkenntnisse erforderlich sind, über 
die es nicht gleichermassen verfügt wie die Verwaltungsbehörden mit ihren Fachleuten 
und -stellen (BVR 2014 S. 451 E. 1.3, 2013 S. 5 E. 5.6; Merkli/Aeschlimann/Herzog, 
a.a.O., Art. 80 N. 9).

2.

2.1 Der umstrittene Wasserbauplan ist das Ergebnis des kombinierten Projekts 
Hochwasserschutz und Revitalisierung Alte Aare. Er sieht dementsprechend 
verschiedene Massnahmen des Hochwasserschutzes vor (u.a. Dämme, Entlastungen, 
Objektschutz). Gleichzeitig sind verschiedene ökologische Massnahmen zur 

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Revitalisierung der Alten Aare geplant (z.B. Gerinnestrukturierungen und Reaktivierung 
von Seitenarmen, Aufwertung Giessen/Teiche, Neuschaffung von 
Amphibiengewässern; vgl. Übersichtsplan 1:10ʹ000, Beilage 1 zum Wasserbauplan 
[Vorakten TBA, act. 4D]; Technischer Bericht zum Wasserbauplan Alte Aare [Vorakten 
TBA, act. 4E; nachfolgend: Technischer Bericht], S. 44 ff.). Teile des Wasserbauplans 
liegen im Naturschutzgebiet NSG Nr. 043 «Auengebiet Alte Aare» (nachfolgend: 
Kantonales Naturschutzgebiet), im Auengebiet von nationaler Bedeutung Nr. 48 «Alte 
Aare: Lyss-Dotzigen» (nachfolgend: Auengebiet von nationaler Bedeutung) sowie im 
Gebiet Nr. 1302 «Alte Aare, Alte Zihl» des Bundesinventars der Landschaften und 
Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN; nachfolgend: BLN-Gebiet). 

2.2 Die Grundstücke Nrn. 1___-3___ der Beschwerdeführerin liegen im Bereich der 
im Wasserbauplan Alte Aare vorgesehenen «Entlastung Grossried-Nord», im Gebiet 
mit der Flurbezeichnung Algier. Dort ist vorgesehen, Teile der landwirtschaftlichen 
Fläche, darunter die genannten Parzellen, für die sog. fliessende Retention (Bauwerke 
und Freihaltekorridor) zu erschliessen. Das bedeutet, dass Wasser auf 
Überflutungsflächen geleitet wird und anschliessend langsam abfliesst. Die Entlastung 
erfolgt ab einem 20-jährlichen Hochwasser (HQ20). Die Dotierung der Ausleitwasser-
menge erfolgt über eine ca. 120 m lange Überfallkante bzw. Entlastungskante 
(überströmbare Kante) entlang der parallel zur Alten Aare verlaufenden Bielstrasse. 
Danach quert das Wasser die um einen Meter abgesenkte Bielstrasse und durchfliesst 
die Gebiete Algier, Bielstrassacher, Grossried und Neufundland in Richtung Dotzigen. 
Es mündet in den Büetigenbach und wird über diesen wieder in die Alte Aare 
zurückgeleitet. Um die Überflutung zu ermöglichen, ist vorgesehen, auf den genannten 
Grundstücken der Beschwerdeführerin Terrainabgrabungen bis auf die Kote 433,2 
m.ü.M. vorzunehmen. Das Grundstück Nr. 3___ (Wald) grenzt direkt an die Bielstrasse 
und diese wiederum an das rechte Ufer der Alten Aare. Die Parzellen Nrn. 2___ und 
1___ schliessen östlich an die Waldparzelle Nr. 3___ bzw. aneinander an (vgl. zum 
Ganzen Gesamtentscheid TBA vom 4.7.2013 [Vorakten BVE, act. 4A, pag. 22 ff.; 
nachfolgend: Gesamtentscheid TBA], S. 10; Technischer Bericht, S. 47 f.; Situation 
Teilstrecke 2 1:2ʹ000, Detailplan Entlastung Grossried-Nord sowie Detailplan 
Entlastungsmulde Grossried-Nord, Beilagen 2.2, 4.3 und 4.4 zum Wasserbauplan 
[Vorakten TBA, act. 4D]). Die Waldparzelle Nr. 3___ befindet sich im Kantonalen 
Naturschutzgebiet, im Auengebiet von nationaler Bedeutung und im BLN-Gebiet; 
Letzteres erfasst auch die Parzelle Nr. 2___. Teile der Parzelle Nr. 1___ werden 
ausserdem vorübergehend in Anspruch genommen, um das abgetragene Terrain zu 

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lagern (nachfolgend: Installationsplatz; vgl. Situation Teilstrecke 2 1:2ʹ000 und 
Landerwerb Teilstrecke 2 1:2ʹ000, Beilagen 2.2 und 5.2 zum Wasserbauplan [Vorakten 
TBA, act. 4D]; Technischer Bericht, S. 70 Ziff. 7.2). 

3.

3.1 Umstritten ist eine Massnahme des Hochwasserschutzes. Der 
Hochwasserschutz bezweckt den Schutz von Menschen und erheblichen Sachwerten 
vor schädlichen Auswirkungen des Wassers, insbesondere vor Überschwemmungen, 
Erosionen und Feststoffablagerungen (Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 21. Juni 
1991 über den Wasserbau [nachfolgend: eidg. WBG; SR 721.100]; Art. 2 des Gesetzes 
vom 14. Februar 1989 über Gewässerunterhalt und Wasserbau [Wasserbaugesetz, 
WBG; BSG 751.11]). Die Kantone gewährleisten den Hochwasserschutz in erster Linie 
durch den Unterhalt der Gewässer und durch raumplanerische Massnahmen (Art. 3 
Abs. 1 eidg. WBG). Reicht dies nicht aus, so müssen Massnahmen wie Verbauungen, 
Eindämmungen, Korrektionen, Geschiebe- und Hochwasserrückhaltevorrichtungen 
sowie alle weiteren Vorkehrungen, die Bodenbewegungen verhindern, getroffen 
werden (Art. 3 Abs. 2 eidg. WBG). Das WBG sieht dementsprechend vor, dass von 
einem Gewässer ausgehende Gefahren für Personen oder erhebliche Sachwerte in 
erster Linie durch Unterhalts- oder Planungsmassnahmen abgewendet werden sollen; 
erst wenn diese das Schutzziel nicht erreichen, sind unter Beachtung der 
Planungsgrundsätze von Art. 15 WBG geeignete Massnahmen zu treffen (vgl. Art. 7 
Abs. 1 WBG). Wird die Gefährdung von Sachwerten in Kauf genommen, sind gemäss 
Art. 7 Abs. 2 Satz 1 WBG im Wasserbauplan Überflutungsgebiete zu bezeichnen, 
sofern keine Menschen gefährdet sind (Bst. a) und keine grossen Schäden zu 
befürchten sind (Bst. b). Die Ausscheidung von Gefahren- und Schutzgebieten in der 
Nutzungsplanung, Bauverbote und Auflagen für Bauten und Anlagen sowie Vorkehren 
zum Schutz einzelner Objekte sind weitere mögliche Massnahmen des passiven 
Hochwasserschutzes (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 WBG). Hauptgegenstand des aktiven 
Hochwasserschutzes bilden der Gerinneausbau, die Rückhaltemassnahmen, die 
Ableitung von Hochwasserspitzen, die Umleitung eines Gewässers und die 
Erneuerung oder der Ersatz vorhandener Schutzbauten, womöglich unter gleichzeitiger 
Wiederherstellung eines naturnahen Zustands des Gewässers (Art. 7 Abs. 3 WBG). 
Passive und aktive Hochwasserschutzmassnahmen können kombiniert werden (Art. 7 
Abs. 5 WBG). Im Sinn der Verhältnismässigkeit ist der Hochwasserschutz in erster 

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Linie mittels passiver Massnahmen zu erreichen (vgl. BGE 140 I 168 E. 4.2.1 
[URP 2014 S. 374]; BGer 1C_741/2013 vom 16.7.2014, E. 3.1; vgl. zur 
Prioritätenordnung auch BGer 2C_461/2011 vom 9.11.2011, E. 5.3, in ZBl 2012 S. 617 
und URP 2012 S. 255).

3.2 Unter dem Titel «Planungs- und Handlungsgrundsätze» bestimmt Art. 15 Abs. 1 
WBG, dass diejenige Massnahme des aktiven Hochwasserschutzes getroffen werden 
soll, welche verhältnismässig ist und die Gefahr bannt. Im Umgang mit dem Gewässer 
und seiner Umgebung ist insbesondere darauf zu achten, dass nach Möglichkeit den 
Anliegen des Gewässer-, Landschafts-, Natur- und Umweltschutzes, der Fischerei, der 
Land- und der Forstwirtschaft Rechnung getragen und den Grundsätzen der Wirt-
schaftlichkeit nachgelebt wird (Art. 15 Abs. 2 Bst. f und k WBG). Art. 6 Abs. 1 der 
Wasserbauverordnung vom 15. November 1989 (nachfolgend: WBV; BSG 751.111.1) 
führt zu den Überflutungsgebieten aus, dass diese ausgeschieden werden können, 
wenn keine Menschen und keine wesentlichen Bauten oder Anlagen ernsthaft 
gefährdet werden und die zu erwartende Überflutungshäufigkeit die landwirtschaftliche 
Nutzung nicht in unzumutbarem Mass beeinträchtigt. Nach dem in der Schweiz 
praktizierten und von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung anerkannten Standard 
soll intensiv genutztes Landwirtschaftsland vor einem 20-jährlichen Hochwasser 
(HQ20), Siedlungsgebiet vor einem 100-jährlichen Hochwasser (HQ100) geschützt 
werden (BGer 1C_741/2013 vom 16.7.2014, E. 3.2, 1C_148/2008 vom 11.12.2008, in 
URP 2009 S. 150 E. 4.5.1, 1A.157/2006 vom 9.2.2007, E. 3.4.1). 

3.3 Im Verfahren zur Genehmigung des Wasserbauplans ist somit eine 
umfassende Interessenabwägung vorzunehmen (BVR 2013 S. 354 E. 2.4 a.E.). Beim 
Erlass des Wasserbauplans handelt es sich um eine raumwirksame Tätigkeit, die als 
solche einer gesamthaften Abwägung und Abstimmung aller räumlich wesentlichen 
Gesichtspunkte und Interessen unterliegt (Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 
22. Juni 1979 über die Raumplanung [Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700]; Art. 1-3 
der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 [RPV; SR 700.1]; statt vieler BGE 
136 II 204 E. 7.1; BVR 2012 S. 334 E. 6.3, 2011 S. 259 E. 5.5, je mit weiteren Hinwei-
sen). Nach Art. 3 Abs. 1 RPV haben die Behörden im Rahmen ihrer Hand-
lungsspielräume alle betroffenen Interessen zu ermitteln und zu beurteilen. Darunter 
fallen neben den Zielen und Grundsätzen des Planungsrechts auch die öffentlichen 
Interessen ausserhalb der Raumplanung sowie private Interessen. Den Interessen ist 
aufgrund der Beurteilung im Entscheid möglichst umfassend Rechnung zu tragen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2014, Nr. 100.2013.404U, Seite 8

(Waldmann/Hänni, Handkommentar RPG, 2006, Art. 3 N. 4; BVR 2013 S. 31 E. 3.2 mit 
Hinweisen). Gemäss Art. 2 Abs. 1 Bst. b RPV sind in diese umfassende 
Interessenabwägung Alternativen und Varianten miteinzubeziehen. Dies ergibt sich 
auch aus Art. 3 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Hei-
matschutz (NHG; SR 451), Art. 5 Abs. 2 Bst. a des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 
1991 über den Wald (Waldgesetz, WaG; SR 921.0) sowie Art. 18 Abs. 1ter NHG i.V.m. 
Art. 14 Abs. 6 der Verordnung vom 16. Januar 1991 über den Natur- und Heimatschutz 
(NHV; SR 451.1). Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob andere, Landschaft bzw. Wald 
und Umwelt schonendere Standorte vorhanden sind. Die Behörde ist allerdings nur 
verpflichtet, ernsthaft in Betracht fallende Varianten näher zu prüfen; Varianten, die 
gewichtige Nachteile oder keine wesentlichen Vorteile aufweisen, können bereits 
aufgrund einer summarischen Prüfung ausgeschieden werden (BGer 1C_648/2013 
vom 4.2.2014, in URP 2014 S. 309 E. 4.1 [betreffend Strassenplan] mit Hinweisen auf 
BGE 139 II 499 E. 7.3.1, 137 II 266 E. 4). 

4.

4.1 Unbestritten ist, dass sowohl Massnahmen des passiven als auch des aktiven 
Hochwasserschutzes zu ergreifen sind (vgl. vorne E. 3.1). Die Beschwerdeführerin 
macht geltend, die geplanten Massnahmen, insbesondere die grossräumige Rodung 
des Waldes und Abtragung des Bodens im Kantonalen Naturschutzgebiet missachte 
die Anliegen des Natur- und Umweltschutzes (Beschwerde, Ziff. IV/3). Es bestehe eine 
Variante zur geplanten Überflutungsfläche, welche die Beschwerdeführerin als 
Grundeigentümerin weniger belaste, den Anliegen des Natur- und Heimatschutzes 
besser entspreche, der Wirtschaftlichkeit mehr Rechnung trage und die Schutzziele 
des Wasserbauplans ebenfalls erreiche. Bei der Variante müsste die Entlastungskante 
und Überflutungsfläche weiter flussaufwärts verschoben werden (ca. zwischen km 
5ʹ887 und 5ʹ784), sodass das Wasser auf der Parzelle Lyss 2 (Busswil BE) 
Gbbl. Nr. 4___ über das Ufer treten und anschliessend dem natürlichen 
Geländeverlauf folgen würde. So könne auf die Abgrabungen und den Bau des 
Dammes Büetigen-Busswil zum Schutz der Giessen verzichtet werden. Das als 
Überflutungsfläche ausgeschiedene Land würde zudem erst ab einem 30-jährlichen 
Hochwasser überflutet (Beschwerde, Ziff. IV/4 und IV/5). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2014, Nr. 100.2013.404U, Seite 9

4.2 Die BVE hat dazu ausgeführt, dass nach der ersten öffentlichen Planauflage 
weitere Varianten geprüft worden seien. Das aktuelle Projekt beanspruche gegenüber 
jenem der ersten Auflage weniger Kulturland und ermögliche es, die notwendigen 
Terrainabsenkungen vorwiegend im Wald zu realisieren. Ausserdem habe man 
Kunstbauten auf ein Minimum beschränkt. Die Massnahme des Hochwasserschutzes 
sei folglich rechtmässig (angefochtener Entscheid, E. 3f und g). Die Bewirtschaftung 
der Kulturlandparzellen der Beschwerdeführerin sei auch nach den Abgrabungen noch 
möglich (angefochtener Entscheid, E. 3d). 

4.3 Das TBA hat zur Entlastung Grossried-Nord ausgeführt, ohne diese 
Hochwasserschutzmassnahme könnten die Schutzziele für die angrenzenden Wohn-, 
Industrie- und Gewerbezonen nicht erreicht und somit der Hochwasserschutz nicht 
gewährleistet werden. Ein anderer Standort stehe nicht zur Verfügung. Alternative 
Linienführungen der fliessenden Retention würden zu einer wesentlich grösseren 
Beeinträchtigung der intensiv genutzten Landwirtschaftsflächen führen. Die Rodung sei 
erforderlich, um den Waldboden absenken zu können; eine standortgerechte neue 
Bestockung sei möglich. Der Damm Büetigen-Busswil bezwecke den Schutz der Gies-
sen, welche sich im Kantonalen Naturschutzgebiet, im Auengebiet von nationaler 
Bedeutung und im BLN-Gebiet befänden. Das öffentliche Interesse an den 
umstrittenen Massnahmen des Hochwasserschutzes gehe den gegenläufigen 
Interessen von Privatpersonen vor (Gesamtentscheid TBA, S. 11). 

4.4 Nach der ersten Auflage wurden im Auftrag des Beschwerdegegners zwei 
Varianten für die Entlastung Grossried-Nord geprüft. Die von der Beschwerdeführerin 
bevorzugte Variante entspricht der Variante 1, Gegenstand der zweiten Auflage war 
die Variante 2, die auch hier umstritten ist. Bei der Variante 1 würde die Bielstrasse 
nicht überschwemmt, sondern das Wasser durch drei Öffnungen unter der Strasse 
hindurchgeleitet. Dabei würde bei Überlast die Brückenquerung mit Schwemmholz 
oder Siloballen verklaust werden, was zu einem Rückstau ins Grossried und dessen 
Entleerung über den tiefsten Punkt (Bielstrasse und SBB-Unterführung Busswil) führen 
würde (vgl. Papier Variante der Entlastung Grossried Nord der Flussbau AG, Vorakten 
TBA [act. 4B], Register B; Protokoll Projektteam-Sitzung vom 14.8.2012, Beilage 2 zur 
Beschwerdeantwort vom 26.8.2013, Vorakten BVE [act. 4A], S. 2 und Folien; 
angefochtener Entscheid, E. 3f).

4.5 Daraus geht hervor, dass bei der Variante 1 eine erhebliche Ver-
klausungsgefahr besteht. Wie der Beschwerdegegner zu Recht vorbringt, spricht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2014, Nr. 100.2013.404U, Seite 10

bereits dieser Gesichtspunkt gegen die Variante 1 (Beschwerdeantwort, S. 13); die 
Beschwerdeführerin äussert sich nicht dazu. Die Feststellung des TBA, ein anderer 
Standort für die Entlastung Grossried-Nord stehe nicht zur Verfügung, ist damit 
nachvollziehbar. Ob die Variante 1 – wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht 
– deutlich wirtschaftlicher wäre, ist zweifelhaft, erfordert sie doch bauliche 
Massnahmen zur Unterquerung der Bielstrasse und benötigt ebenfalls eine grosse 
Retentionsfläche (vgl. Protokoll Projektteam-Sitzung vom 14.8.2012, Beilage 2 zur Be-
schwerdeantwort vom 26.8.2013, Vorakten BVE [act. 4A], S. 2 und Folien). Die Frage 
kann unter den gegebenen Umständen offenbleiben, da ein Vergleich mit der von ihr 
bevorzugten Variante 1 bereits an der Verklausungsgefahr scheitert (vgl. auch vorne 
E. 3.3). Die Beschwerdeführerin macht sodann zu Recht nicht geltend, dass die 
vorgesehenen Massnahmen der Entlastung Grossried-Nord nicht wirksam oder nicht 
wirtschaftlich seien (dazu Technischer Bericht, S. 75 ff. und 89 f.; Vortrag des Regie-
rungsrats vom 23.10.2013 zum Antrag um Verpflichtungskredit [einsehbar unter: 
<http://www.gr.be.ch> Rubriken «Geschäfte/Finanzgeschäfte»], Ziff. 3.2 und 3.4). 

4.6 Es ist unbestritten, dass die hier umstrittene Massnahme des Hoch-
wasserschutzes eine Rodung sowie Terrainabtragungen in verschiedenen 
Schutzgebieten erfordert. Das TBA hat gestützt auf die entsprechenden Amtsberichte 
der Abteilung Naturförderung (ANF) des Amtes für Landwirtschaft und Natur (LANAT) 
und des Amtes für Wald (KAWA) die Rodungsbewilligung sowie die 
naturschutzrechtlichen Ausnahmebewilligungen unter Bedingungen und Auflagen 
erteilt (vgl. Gesamtentscheid TBA, S. 29 Ziff. 5 und S. 30 Ziff. 8; Amtsberichte ANF und 
KAWA, act. 8A). Das Amt für Umweltkoordination und Energie (AUE) hat den 
Wasserbauplan gestützt auf die Beurteilungen der Umweltschutzfachstellen, darunter 
die ANF und das KAWA, als umweltverträglich beurteilt (vgl. Gesamtbeurteilung der 
Umweltverträglichkeit vom 27.6.2013 [act. 8A]); das TBA hat in seinem 
Gesamtentscheid auf diese Beurteilung abgestellt (vgl. S. 3 Ziff. I und S. 17 Ziff. 4). 
Gemäss dem Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) vom April 2013 überwiegt das 
öffentliche Interesse an den Hochwasserschutzmassnahmen und der ökologischen 
Aufwertung im Auenwald das Interesse an der Walderhaltung. Die vorgesehenen 
Massnahmen seien das Ergebnis von Variantenvergleichen und Projektoptimierungen. 
Die Auswirkungen auf den Wald würden durch die gewählten 
Hochwasserschutzmassnahmen und die ökologischen Aufwertungen minimiert. Aus 
ökologischer Sicht führten die gewählten Massnahmen zu einer deutlichen 
Verbesserung gegenüber dem heutigen Zustand (Beilage 7 zum Wasserbauplan, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2014, Nr. 100.2013.404U, Seite 11

Vorakten TBA [act. 4D], S. 12 f. Ziff. 5.11). Dem UVB ist sodann zu entnehmen, dass 
die Vorschriften des Kantonalen Naturschutzgebiets und des Auengebiets von 
nationaler Bedeutung im Projekt berücksichtigt worden sind. Dasselbe gilt für das BLN-
Objekt (UVB, S. 13 ff. Ziff. 5.12 f.). Der Wasserbauplan sieht denn auch verschiedene 
ökologische Massnahmen vor (UVB, S. 14 Ziff. 5.12; vorne E. 2.1). Zudem hat auch 
das Bundesamt für Umwelt (BAFU) das Vorhaben positiv beurteilt (Stellungnahme vom 
15.5.2013 [act. 8A]). Die Beschwerdeführerin bringt nicht vor, welche Schutzziele der 
genannten Schutzgebiete sie als verletzt erachtet. Sie führt auch nicht aus, weshalb 
die Rodung unzulässig sein soll. Allein der Verweis auf die Variante 1 lässt keine 
Zweifel an den überzeugenden Ausführungen der Fachbehörden aufkommen (vgl. 
auch vorne E. 1.3). Wie gesehen würde die Variante 1 das gewichtige öffentliche 
Interesse des Hochwasserschutzes deutlich schlechter erreichen. Ihr wäre deshalb 
selbst dann nicht der Vorzug zu geben, wenn sie die Natur bzw. den Wald 
möglicherweise weitergehend schonen würde als die vorgesehene Variante (vorne 
E. 4.4). 

4.7 Es bleibt zu prüfen, ob die privaten Interessen der Beschwerdeführerin an der 
ungestörten Nutzung ihres Landwirtschaftslands der Hochwasserschutzmassnahme 
entgegenstehen. 

4.7.1 Die Beschwerdeführerin weist darauf hin, dass der Grundwasserspiegel im 
Bereich ihrer Parzellen sehr hoch sei und bereits heute zu Einschränkungen in der 
Bewirtschaftung führe. Bei einer zusätzlichen Absenkung würde das Kulturland auch 
ohne Hochwasser regelmässig durchnässt bzw. überflutet. Sie wirft der Vorinstanz vor, 
sie habe die Auswirkungen der geplanten Massnahmen auf die Bewirtschaftung des 
Kulturlands nicht näher geprüft und damit den Sachverhalt unrichtig und unvollständig 
festgestellt. Auch in den Akten befänden sich keine Hinweise zu den Auswirkungen der 
Terrainabgrabung auf die landwirtschaftliche Nutzung (Beschwerde, Ziff. IV/2). – Die 
BVE hat dazu ausgeführt, dass der Grundwasserspiegel durch die Terrainabgrabungen 
zwar näher an die Oberfläche gelange. Von den Kulturlandparzellen Nrn. 1___ und 
2___ sei nur Letztere von grösseren Abgrabungen betroffen. Das fertige Terrain werde 
jedoch auf beiden Parzellen mindestens 80 cm über dem mittleren Grundwasser-
spiegel liegen und damit dem heutigen Niveau der Parzelle Nr. 1___ entsprechen. Die 
Bewirtschaftung sei folglich auch nach der Terrainabgrabung noch möglich 
(angefochtener Entscheid, E. 3d).  

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2014, Nr. 100.2013.404U, Seite 12

4.7.2 Dem Längenprofil des von den Abgrabungen betroffenen Gebiets ist zu 
entnehmen, dass das Terrain der Parzellen Nrn. 1___ und 2___ auch nach den 
Abtragungen 80 cm über dem mittleren Grundwasserspiegel liegen wird (vgl. 
Detailplan Entlastungsmulde Grossried-Nord, Beilage 4.4 zum Wasserbauplan, 
Vorakten TBA [act. 4D]). Das betroffene Gebiet ist im kantonalen Inventar der 
Fruchtfolgeflächen (FFF) verzeichnet (vgl. Richtplan-Informationssystem [einsehbar 
unter: <http://www.be.ch/richtplan>, Rubriken «Richtplaninformationssystem/Mehr zum 
Thema», die FFF finden sich unter dem Titel Siedlung]). Gemäss Art. 26 Abs. 1 RPV 
sind FFF Teil der für die Landwirtschaft geeigneten Gebiete (Art. 6 Abs. 2 Bst. a RPG); 
sie umfassen das ackerfähige Kulturland, vorab das Ackerland und die Kunstwiesen in 
Rotation sowie die ackerfähigen Naturwiesen, und werden mit Massnahmen der 
Raumplanung gesichert. Massgebendes Kriterium für die Aufnahme von Flächen in 
das Inventar der FFF ist insbesondere eine Gründigkeit von mindestens 0,5 m. Zur 
Bestimmung der Gründigkeit sind von der gesamten Bodenschicht von der 
Terrainoberfläche bis zum nicht durchwurzelten C-Horizont sämtliche Teile 
abzuzählen, die nicht durchwurzelbar sind oder ein Hindernis für die Pflanzenwurzeln 
darstellen. Dazu zählen insbesondere das Bodenskelett sowie vernässte und 
verdichtete Horizonte (sog. pflanzennutzbare Gründigkeit; Sachplan Fruchtfolgeflächen 
FFF, Vollzugshilfe 2006 vom März 2006, hrsg. vom Bundesamt für Raumentwicklung 
[einsehbar unter: <http://www.are.admin.ch>, Rubriken «Themen/Raumordnung und 
Raumplanung/Landschaft/Landwirtschaftsland»], S. 15 mit Hinweisen; vgl. auch Art. 26 
Abs. 2 RPV). 

4.7.3 Dem UVB ist zu entnehmen, dass sich 46,5 ha FFF im Überflutungsbereich für 
den Überlastfall befinden, diese jedoch weiterhin als FFF nutzbar sind (Ziff. 4.2 S. 8). 
Die Abteilung Strukturverbesserungen und Produktion (ASP) des LANAT hat dem 
Projekt mit Auflagen zugestimmt. Insbesondere hat sie verlangt, dass im Fall der 
Beeinträchtigung der zweckmässigen Bewirtschaftung des Meliorationsgebiets 
Busswil-Büetigen (Überflutungsgebiet) zu Lasten des Wasserbauprojekts geeignete 
Gegenmassnahmen getroffen werden (vgl. Fachbericht Bodenverbesserung vom 
22.9.2011, Beilage 6 zum Vorprüfungsbericht, Vorakten TBA [act. 4E]; vgl. auch 
Fachbericht vom 28.3.2012, act. 8A). Das TBA hat diese Auflage in den 
Gesamtentscheid aufgenommen (S. 24 Ziff. 4.4). Dem geänderten, hier umstrittenen 
Projekt hat die ASP vorbehaltlos zugestimmt (Fachbericht vom 4.12.2012, act. 8A). Es 
ist folglich davon auszugehen, dass die Terrainabtragung die für FFF verlangte 
Gründigkeit nicht beeinträchtigt (vgl. auch vorne E. 1.3), zumal die Terrainoberfläche 

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nach der Abgrabung weiterhin 80 cm über dem mittleren Grundwasserspiegel liegen 
wird (vorne E. 4.7.2). 

4.7.4 Die Beschwerdeführerin machte im Verlauf des Verfahrens sodann selber 
geltend, dass es sich bei der vom Installationsplatz betroffenen Parzelle Nr. 1___, auf 
welcher das Terrain bereits heute 80 cm über dem mittleren Grundwasserspiegel liegt, 
um bestes Kulturland handle (vgl. Einsprache vom 8.1.2013, Vorakten TBA, act. 4B, 
Register H). Es ist ihr zwar zuzustimmen, dass den Akten nebst der genannten 
Feststellung im UVB keine weiteren Hinweise auf die Auswirkungen der 
Erdabtragungen auf die landwirtschaftliche Nutzbarkeit ihrer Parzellen zu entnehmen 
sind. Die Ausführungen der BVE dazu (vorne E. 4.7.1) vermögen jedoch insbesondere 
unter Berücksichtigung des UVB, der von der weiteren Nutzung als FFF und damit 
wertvollem Landwirtschaftsland ausgeht, und der positiven Beurteilung der ASP zu 
überzeugen. Zwar hat sich die ASP nicht ausdrücklich zu den Auswirkungen der 
Terrainabsenkung geäussert (vgl. Stellungnahme Beschwerdeführerin vom 11.9.2014 
[act. 11]); mit ihrer Zustimmung zum Projekt hat sie jedoch zu erkennen gegeben, dass 
sie für die landwirtschaftliche Nutzung des Gebiets keine Vorbehalte (mehr) hat (vgl. 
vorne E. 4.7.3). Die Beschwerdeführerin beschränkt sich demgegenüber darauf, 
pauschal auf die Gefahr der Überschwemmung der Parzelle Nr. 2___ hinzuweisen, 
ohne sich mit den Argumenten der BVE auseinanderzusetzen. Auch ihren Hinweis, die 
Trüffelplantage ihres Pächters werde zerstört, führt sie nicht näher aus. Sie gibt 
insbesondere nicht an, auf welchem Grundstück sich diese befindet und ob die 
Terrainabtragung oder eine Überflutung die befürchteten Schäden verursachen würde. 
Unter den gegebenen Umständen ist nicht davon auszugehen, dass das 
Landwirtschaftsland der Beschwerdeführerin stark beeinträchtigt oder die Nutzung als 
FFF verunmöglicht wird. Ihre Einwände sind nicht geeignet, die Fachmeinung der ASP 
in Zweifel zu ziehen. Auch wenn keine Angaben über die genauen Auswirkungen der 
Absenkung des Terrains im Zusammenhang mit dem Grundwasserspiegel vorliegen, 
ist jedenfalls gesichert, dass die landwirtschaftliche Nutzung der Fläche weiterhin 
möglich bleibt. Gewisse Einschränkungen in der Bewirtschaftung sind – wie das TBA 
zutreffend ausführt – aufgrund des gewichtigen öffentlichen Interesses am 
Hochwasserschutz hinzunehmen; zudem besteht aufgrund des Gesamtentscheids des 
TBA eine Verpflichtung, nötigenfalls geeignete Gegenmassnahmen zu ergreifen (vorne 
E. 4.7.3). Vorliegend hat sich zudem gezeigt, dass die gewählte Variante Grossried-
Nord das Ziel des Hochwasserschutzes am besten erreicht bzw. die einzig mögliche ist 
(vorne E. 4.5). Es erübrigte sich demnach, weitere Abklärungen zu den genauen 

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Folgen für das Landwirtschaftsland der Beschwerdeführerin vorzunehmen; folglich 
konnte auch die BVE darauf verzichten und es ist ihr keine unrichtige oder 
unvollständige Feststellung des Sachverhalts vorzuwerfen. Soweit die 
Beschwerdeführerin zudem im Zusammenhang mit ihren privaten Interessen den 
Damm Büetigen-Busswil zum Schutz der Giessen beanstandet, ist ihr entgegenzuhal-
ten, dass dieser insbesondere im Interesse des Auenschutzes erstellt werden soll 
(vorne E. 4.3 sowie E. 2.1). Die landwirtschaftliche Nutzung ist weder durch das 
Abtragen von Erde noch im Überlastfall ab einem HQ20 unzumutbar beeinträchtigt. 

4.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Entlastung Grossried-Nord mit den 
Vorgaben der Wasserbaugesetzgebung vereinbar ist. Nichts anderes ergibt sich aus 
dem Vergleich mit der von der Beschwerdeführerin bevorzugten Variante, welche 
aufgrund der Verklausungsgefahr und damit eines wesentlichen Nachteils bereits nach 
einer summarischen Prüfung ausgeschieden werden konnte (vorne E. 4.5, E. 4.6 a.E.). 
Sodann überwiegt das Interesse am Hochwasserschutz und damit an der Entlastung 
Grossried-Nord die gegenläufigen Interessen des Natur- und Waldschutzes bzw. ist 
damit vereinbar (vorne E. 4.6). Dasselbe gilt für die von der Beschwerdeführerin 
geltend gemachten privaten Interessen (vorne E. 4.7). Im Ergebnis hat die BVE die 
Entlastung Grossried-Nord demnach zu Recht als zulässig bezeichnet. 

5.

5.1 Schliesslich ist die Beschwerdeführerin der Ansicht, die vorübergehende 
Beanspruchung des Installationsplatzes (vgl. vorne E. 2.2) verstosse gegen die 
Eigentumsgarantie. Die Grösse des Platzes überschreite bei Weitem das erforderliche 
Mass und sei unverhältnismässig; es sei zudem nicht geprüft worden, welche Fläche 
tatsächlich benötigt werde (Beschwerde, Ziff. IV/6). – Die BVE hat dazu ausgeführt, 
dass zum Zeitpunkt der Genehmigung des Enteignungstitels die tatsächlich für den 
Installationsplatz benötigte Fläche nicht genau bestimmt werden könne; zuerst müsse 
die Detailplanung erfolgen. Unzulässig wäre nur, wenn eine mit Sicherheit nicht 
benötigte Fläche auf Vorrat beansprucht würde, was vorliegend nicht der Fall sei 
(angefochtener Entscheid, E. 5h).

5.2 Der Installationsplatz gemäss Wasserbauplan, welcher auf der Parzelle 
Nr. 1___ der Beschwerdeführerin liegt und mit dem Enteignungsrecht zugunsten des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2014, Nr. 100.2013.404U, Seite 15

Beschwerdegegners verbunden ist (vgl. Art. 26 Abs. 4 Satz 1 WBG), stellt eine 
öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung dar. Eine solche ist mit der 
Eigentumsgarantie (Art. 26 der Bundesverfassung [BV; SR 101]; Art. 24 der 
Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]) nur vereinbar, wenn sie auf einer 
genügenden gesetzlichen Grundlage beruht, im öffentlichen Interesse liegt und sich 
unter den gegebenen Umständen als verhältnismässig erweist (Art. 36 BV; Art. 28 KV). 
Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verlangt im Allgemeinen, dass eine in das 
Eigentum eingreifende Massnahme geeignet ist, das angestrebte Ergebnis herbei-
zuführen, und dass dieses nicht durch eine mildere Massnahme erreicht werden kann. 
Er verbietet alle Einschränkungen, die über das angestrebte Ziel hinausgehen, und 
erfordert ein vernünftiges Verhältnis zwischen diesem und den betroffenen öffentlichen 
und privaten Interessen (statt vieler BGE 140 I 176 E. 9.3; BVR 2013 S. 105 E. 5.1). 

5.3 Es ist unbestritten, dass für den Eigentumseingriff eine gesetzliche Grundlage 
besteht und er im öffentlichen Interesse liegt (vgl. angefochtener Entscheid, E. 5d und 
e). Mit ihrer Rüge betreffend die Grösse des Installationsplatzes bestreitet die 
Beschwerdeführerin, dass der Eigentumseingriff verhältnismässig ist. Das TBA hat 
dazu ausgeführt, der abgetragene Oberboden werde gemäss den Vorgaben der 
Fachstelle Bodenschutz des Amtes für Wasser und Abfall (AWA) zwischengelagert, 
wobei der Landwirtschaftsboden nicht mit dem Waldboden vermischt werden dürfe. Es 
sei deshalb ein genügend grosser Installationsplatz als Zwischenlager vorzusehen 
(Gesamtentscheid TBA, S. 10). Die Beschwerdeführerin bringt nicht substantiiert vor, 
weshalb der Installationsplatz zu gross bemessen sein soll; ihre Ausführungen 
vermögen die nachvollziehbare Begründung des TBA und der BVE für die Grösse des 
Installationsplatzes nicht in Frage zu stellen: Das Enteignungsrecht wird nur temporär 
für die Dauer der Arbeiten beansprucht, welche nach Angaben des 
Beschwerdegegners ca. eine Saison dauern werden (Beschwerdeantwort, S. 13 f.); der 
Eigentumseingriff wiegt demnach weit weniger schwer als bei einer definitiven 
Enteignung. Dass eine gewisse Reserve einberechnet wird, solange die Detailplanung 
noch nicht erfolgt ist, ist nicht zu beanstanden. Jedenfalls wird die Fläche so zu 
beanspruchen sein, dass der Eingriff in das Eigentum der Beschwerdeführerin 
möglichst schonungsvoll erfolgt (vgl. auch VGE 22153 vom 24.9.2007, E. 4.4.1, 21831 
vom 11.3.2004, E. 4.3.3 [beide betreffend Detailierungsgrad des Verlaufs von 
Uferwegen]). Wie die BVE einleuchtend angeführt hat, hat der Beschwerdegegner kein 
Interesse, eine grössere Fläche zu beanspruchen als benötigt (angefochtener 
Entscheid, E. 5h). Wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt (E. 3 f.), ist die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2014, Nr. 100.2013.404U, Seite 16

Abtragung des Terrains zur Ermöglichung der Entlastung Grossried-Nord zulässig. 
Anders als die Beschwerdeführerin vorbringt, ist der Installationsplatz demnach 
voraussichtlich in der vom Wasserbauplan vorgesehen Grösse von 9ʹ986 m2 
erforderlich. 

5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Grösse des Installationsplatzes 
nicht zu beanstanden ist. Insbesondere im Hinblick auf das gewichtige Interesse des 
Hochwasserschutzes erscheint der vorübergehende Eigentumseingriff als 
verhältnismässig. Der Entscheid der BVE hält demnach auch betreffend den 
Installationsplatz der Rechtskontrolle stand. 

6.

Die Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet und ist abzuweisen. In der 
Hauptsache gilt die Beschwerdeführerin demnach als unterliegend. Das Gesuch um 
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung wurde demgegenüber teilweise 
gutgeheissen, soweit der hier umstrittene Teil des Wasserbauplans betroffen war (vgl. 
Verfügung vom 20.12.2013, act. 6; vorne Bst. C). Die Beschwerdeführerin, welche die 
aufschiebende Wirkung insgesamt beantragt hatte, gilt insoweit als zur Hälfte 
obsiegend. Die Verfahrenskosten entfallen dem Aufwand entsprechend zu drei Vierteln 
auf die Hauptsache und zu einem Viertel auf das Gesuchsverfahren. Der 
Beschwerdeführerin sind entsprechend ihrem teilweisen Obsiegen sieben Achtel der 
Verfahrenskosten aufzuerlegen; Art. 108 Abs. 2 VRPG ist nicht anwendbar, da die 
Burgergemeinde hier nicht hoheitlich gehandelt hat, sondern wie eine Privatperson 
betroffen ist. Die verbleibenden Verfahrenskosten sind nicht zu erheben, da der 
Beschwerdegegner als Behörde nicht in vermögensrechtlichen Interessen betroffen ist 
(Art. 108 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 2 VRPG). Der obsiegende Gemeindeverband hat 
gemäss Art. 104 Abs. 4 i.V.m. Art. 2 Abs. 1 Bst. b VRPG keinen Anspruch auf Par-
teikostenersatz. Er hat jedoch der Beschwerdeführerin die Parteikosten entsprechend 
ihrem Obsiegen im Gesuchsverfahren zu einem Achtel zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 
i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). Ist die Burgergemeinde wie eine Privatperson betroffen, 
ist sie parteikostenberechtigt und findet Art. 104 Abs. 4 VRPG keine Anwendung 
(vgl. BVR 2001 S. 563 E. 4b; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 104 N. 15). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.10.2014, Nr. 100.2013.404U, Seite 17

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 4ʹ000.--, werden der Beschwerdeführerin zu sieben 
Achteln, ausmachend Fr. 3ʹ500.--, auferlegt. Die verbleibenden Kosten werden nicht 
erhoben.

3. Der Beschwerdegegner hat der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor dem 
Verwaltungsgericht die Parteikosten, bestimmt auf Fr. 5ʹ486.30 (inkl. Auslagen und 
MWSt), zu einem Achtel, ausmachend Fr. 685.80, zu ersetzen. 

4. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin
- dem Beschwerdegegner
- der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern
- dem Bundesamt für Umwelt
- dem Bundesamt für Landwirtschaft

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.