# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 94d8293c-4502-5229-b233-c9f1473d1a4c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-19
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 19.01.2023 715 2022 195 / 10 (715 22 195 / 10)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-2022-195---10_2023-01-19.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 19. Januar 2023 (715 22 195 / 10) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
Ablehnung des Anspruchs auf Kurzarbeitsentschädigung nach vier Monaten mit einem 
Arbeitsausfall von jeweils mehr als 85% Es lässt sich nicht mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit belegen, dass die einzige von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiterin tatsächlich Fe-
rien bezogen hat und somit von einer ursprünglich fehlerhaften Deklaration der massge-
benden Ausfallstunden auszugehen ist. 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiber Stephan Paukner 
 
 

Parteien A.____ GmbH, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Kurzarbeitsentschädigung Corona  

 
 
 
A. Die A.____ GmbH (nachfolgend: GmbH) bezweckt gemäss Handelsregistereintrag den 
Verleih von Geschirr und Möbeln zur Durchführung von Festanlässen aller Art. Einziger Gesell-
schafter und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift ist B.____. Neben ihm war im September 
2021 C.____ als einzige Mitarbeiterin bei der Gesellschaft angestellt. Auf entsprechendes Be-
gehren hat die Kantonale Amtsstelle für die Arbeitslosenversicherung (nachfolgend: KAST) der 

 
 
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GmbH erstmals mit Verfügung vom 11. März 2020 den Bezug von Kurzarbeitsentschädigung 
(KAE) für die Zeit vom 6. März bis 5. Juni 2020 bewilligt. In der Folge hat die KAST die Kurzarbeit 
für weitere Bezugsperioden bewilligt, so namentlich mit Verfügung vom 24. März 2021 auch für 
die Zeit vom 8. April bis 7. Oktober 2021. Die GmbH hat anschliessend entsprechende KAE innert 
der Bezugsrahmenfrist vom 1. März 2020 bis 28. Februar 2022 bezogen. Gemäss den Selbstde-
klarationen durch die GmbH in den monatlichen Abrechnungsformularen hat der Arbeitsausfall in 
der Zeit von April bis Juli 2021 jeweils mehr als 85 % betragen. Mit Verfügung vom 5. Oktober 
2021 hat die Öffentliche Arbeitslosenkasse (nachfolgend: Kasse) die Ausrichtung der KAE für 
den Monat September 2021 aber in der Folge mit der Begründung abgelehnt, dass der Arbeits-
ausfall innerhalb der Rahmenfrist während vier monatlichen Abrechnungsperioden von April bis 
Juli 2021 jeweils mehr als 85% betragen habe und den gesetzlichen Bestimmungen zufolge für 
den Monat September 2021 mit einem Arbeitsausfall von ebenfalls über 85% kein Anspruch mehr 
auf KAE bestehe. 
 
B. Eine gegen diese Verfügung erhobene Einsprache der GmbH hat die Einspracheinstanz 
der Kasse mit Einspracheentscheid vom 27. Juni 2022 im Wesentlichen mit der Begründung ab-
gewiesen, dass die Einsprecherin ihren Einwand, wonach deren einzige Angestellte C.____ im 
Monat September 2021 eine Woche Ferien bezogen habe und der Arbeitsausfall im September 
2021 daher letztlich unter 85% gelegen habe, nicht rechtsgenüglich nachweisen könne. Die Be-
stätigung der Treuhänderin, wonach das entsprechende Formular ursprünglich fehlerhaft erfasst 
worden sei, belege diesen Ferienbezug nicht. Die nachträgliche Behauptung eines Ferienbezugs 
stehe vielmehr im Widerspruch zu den Aussagen der ersten Stunde. 

 
C. Hiergegen hat die GmbH mit Eingabe vom 11. Juli 2022 Beschwerde beim Kantonsge-
richt des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), erho-
ben und sinngemäss beantragt, es sei ihr für den Monat September 2021 ein Anspruch auf KAE 
einzuräumen. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, ihre Treuhänderin habe schrift-
lich bestätigt, dass sie beim Ausfüllen des Formulars die Ferien ihrer Mitarbeiterin versehentlich 
nicht deklariert habe. Die Geschäftsleitung habe sich beim Unterzeichnen des Formulars auf die 
Kenntnisse ihres Treuhandbüros verlassen. Ausserdem habe C.____ ihren Ferienbezug im Sep-
tember 2021 schriftlich bestätigt. 

 
D. Die Kasse schloss mit Vernehmlassung vom 5. Oktober 2022 auf Abweisung der Be-
schwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 AVIG in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann 
gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung Beschwerde beim 
kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 
Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 der Verord-
nung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) 

 
 
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vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht am Ort des Betriebes. Vorliegend liegt der Ort 
des Betriebes der Beschwerdeführerin im Kanton Basel-Landschaft, weshalb die örtliche Zustän-
digkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas-
sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons-
gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge-
gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch 
sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und 
formgerecht erhobene – Beschwerde vom 11. Juli 2022 ist demnach einzutreten. 
 
2.1  Anspruch auf KAE besteht, wenn der Arbeitsausfall anrechenbar sowie voraussichtlich 
vorübergehend ist und erwartet werden darf, dass durch Kurzarbeit die Arbeitsplätze erhalten 
werden können (Art. 31 Abs. 1 lit. b und d AVIG). Der Zweck der KAE besteht darin, einerseits 
den versicherten Personen einen angemessenen Ersatz für Erwerbsausfälle wegen Kurzarbeit 
zu garantieren und eine Ganzarbeitslosigkeit, d.h. deren Kündigungen und Entlassungen, zu ver-
hindern. Anderseits dient die KAE der Erhaltung der Arbeitsplätze im Interesse sowohl der Ar-
beitnehmer als auch der Arbeitgeber, indem die Möglichkeit der Erhaltung eines "intakten Pro-
duktionsapparates" über die Zeit der Kurzarbeit hinweg sichergestellt wird (BGE 121 V 371 E. 3a 
S. 375). Innerhalb von zwei Jahren wird die KAE während höchstens zwölf Abrechnungsperioden 
ausgerichtet. Diese Frist gilt pro Betrieb und beginnt mit dem ersten Tag der ersten Abrechnungs-
periode, für die KAE ausgerichtet wird (Art. 35 Abs. 1 AVIG).  
 
2.2  Der Arbeitsausfall darf während längstens vier Abrechnungsperioden 85% der normalen 
betrieblichen Arbeitszeit überschreiten (Art. 35 Abs. 1bis AVIG). Überschreitet er innerhalb der 
Rahmenfrist während mehr als vier zusammenhängenden oder einzelnen Abrechnungsperioden 
85% der normalen betrieblichen Arbeitszeit, besteht nur für die vier ersten Abrechnungsperioden 
ein Anspruch auf KAE (Art. 57a Abs. 1 AVIV). Für eine fünfte Abrechnungsperiode, in welcher 
der Arbeitsausfall 85% der normalen betrieblichen Arbeitszeit überschreitet, wird somit nicht etwa 
eine nur reduzierte, sondern gar keine KAE ausbezahlt.  
 
2.3 Als vorübergehende Ausnahme von dieser Bestimmung wurde in Art. 8g Abs. 1 und 2 
der der Verordnung vom 20. März 2020 über Massnahmen im Bereich der Arbeitslosenversiche-
rung im Zusammenhang mit dem Coronavirus [COVID-19-Verordnung Arbeitslosenversicherung; 
SR 837.033]) festgelegt, dass in Abweichung von Art. 35 Abs. 1bis AVIG der Arbeitsausfall von 
mehr als 85% der normalen betrieblichen Arbeitszeit zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. 
März 2021 sowie zwischen dem 1. Januar 2022 und dem 31. März 2022 vier Abrechnungsperio-
den überschreiten durfte. Die Abrechnungsperioden für KAE, für die zwischen dem 1. März 2020 
und dem 31. März 2021 sowie zwischen dem 1. Januar 2022 und dem 31. März 2022 der Ar-
beitsausfall von 85% der betrieblichen Arbeitszeit überschritten wurde, wurden für die Berech-
nung des Anspruchs von vier Abrechnungsperioden nach Artikel 35 Absatz 1bis AVIG vom 1. April 
2021 bis zum 31. Dezember 2021 und ab dem 1. April 2022 somit vorübergehend nicht berück-
sichtigt. 
 
3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerde-
verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und 

 
 
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Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhaltes zu sorgen (BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in Bezug 
auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu aufgrund 
der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender 
Anlass besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 mit weiteren Hin-
weisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mit-
wirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 
2009, 8C_412/2009, E. 1; THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversiche-
rungsrechts, 4. Aufl., Bern 2014, § 70 Rz. 3 und 20ff.). 
 
3.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü-
fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 
Satz 1 ATSG vom 6. Oktober 2000; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz 
und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache erst und nur dann als bewiesen anneh-
men, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (RENÉ WIEDERKEHR / KASPAR PLÜSS, Praxis 
des öffentlichen Verfahrensrechts, Eine systematische Analyse der Rechtsprechung, Bern 2020, 
Rz. 1313 m.w.H.). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach dem Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimm-
ten Sachverhaltes genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener Sachverhalts-
darstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahr-
scheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a, 121 V 208 E. 6b).  
 
4. Entsprechend der Ausnahmebestimmung gemäss Art. 8g Abs. 1 und 2 der Covid-19-
Verordnung Arbeitslosenversicherung hat die Beschwerdeführerin für ihre Mitarbeiterin C.____ 
von März bis August 2020 sowie erneut in der Zeit von Oktober 2020 bis Ende März 2021 basie-
rend auf einem Arbeitsausfall von jeweils mehr als 85% entsprechende KAE ausbezahlt erhalten. 
In Anwendung dieser Ausnahmebestimmung hat die Kasse diese insgesamt zwölf Abrechnungs-
perioden mit jeweils mehr als 85% Arbeitsausfall korrekterweise nicht angerechnet. Zeitgleich mit 
der Aufhebung der Ausnahmebestimmung in der Covid-19-Verordnung Arbeitslosenversicherung 
per 31. März 2021 (oben, Erwägung 2.3) hat sie vielmehr mit der Zählung der Abrechnungsperi-
oden ab 1. April 2021 neu begonnen. Für die folgenden vier Abrechnungsperioden April, Mai, 
Juni und Juli 2021 hat sie für C.____ sodann ebenfalls eine KAE ausbezahlt, die sich erneut auf 
einen von der Beschwerdeführerin deklarierten Arbeitsausfall von mehr als 85% abgestützt hat 
(Kassen-Dok 298, 315, 335 und 347). Auch wenn die GmbH für die Abrechnungsperiode August 
2021 zuvor noch einen Arbeitsausfall von 78,28% geltend gemacht hat (Kassen-Dok 431-436), 
war das maximal zulässige Kontingent von vier Abrechnungsperioden mit Arbeitsausfällen von 
über 85 % in der bis 28. Februar 2022 laufenden Rahmenfrist demnach erschöpft. Für den Monat 
September 2021 hat die Beschwerdeführerin mit den am 28. September 2021 datierten Formu-
laren, welche durch den Geschäftsführer der Beschwerdeführerin unterzeichnet worden und am 
1. Oktober 2021 bei der Kasse eingegangen sind, einen Arbeitsausfall von 100% geltend ge-
macht (Kassen-Dok 440-448). Erst nachdem die Kasse in ihrer Verfügung vom 5. Oktober 2021 
den Folge-Anspruch auf KAE für den Monat September 2021 verneint hatte (Kassen-Dok 489), 
korrigierte die GmbH ihre Angaben, indem sie die entsprechenden Formulare am 12. Oktober 
2021 nochmals ausfüllte und für den September 2021 wie bereits zuvor im August 2021 einen 

 
 
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korrigierten Arbeitsausfall von 78.28% mit der Begründung deklariert hat, ihre Treuhänderin habe 
bedauerlicherweise nicht berücksichtigt, dass die von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiterin im Sep-
tember 2021 eine Woche Ferien bezogen habe (Kassen-Dok 732 f.). Gleichzeitig hat sie zusam-
men mit dieser korrigierten Eingabe eine Einsprache gegen die Verfügung vom 5. Oktober 2021 
erhoben (Kassen-Dok 500).  
 
5.1 Die eingangs dargelegte arbeitslosenversicherungsrechtliche Regelung (oben, Erwä-
gungen 2.1. ff.) wird von der Beschwerdeführerin weder bestritten noch ist sie der Auffassung, 
der dort genannte Schwellenwert von 85% sei willkürlich oder führe zu Ungerechtigkeiten, indem 
er beispielsweise mittels Falschangaben oder Optimierungen umgangen werden könne. Letzte-
res mag zwar zutreffen, wäre jedoch gegebenenfalls als Rechtsumgehung oder gar als Rechts-
missbrauch zu qualifizieren. Die Prozentgrenze von 85% wurde vom Gesetzgeber bewusst fest-
gelegt, um leichtfertige Umgehungen just zu verhindern. Bei einem Prozentsatz von 100% würde 
andernfalls bereits eine einzige Arbeitsstunde pro Betrieb und monatliche Abrechnungsperiode 
genügen, um eine Sperre nach vier Monaten Bezug entsprechender KAE unwirksam zu machen 
(Amtliches Bulletin Ständerat 1994 S. 314; Botschaft zur zweiten Teilrevision des Arbeitslosen-
versicherungsgesetzes, Bundesblatt [BBl] 1994 I S. 350, 361). Nachdem auch das Bundesgericht 
bezüglich dieses Schwellenwerts erkannt hat, dass bei einem zuvor während länger als vier Ab-
rechnungsperioden ausgewiesenen Ausfall von über 85% kein Anspruch mehr auf KAE in der 
fraglichen Abrechnungsperiode resultiert (Urteil des Bundesgerichts 8C_617/2022 vom 27. Ok-
tober 2022), besteht hinsichtlich eines diesen Wert übersteigenden Arbeitsausfalls weder für die 
Verwaltung noch für das Gericht ein Ermessens- oder Beurteilungsspielraum. 
 
5.2 Die Beschwerdeführerin bringt jedoch vor, dass sie für die Abrechnungsperiode Septem-
ber 2021 Anspruch auf KAE besitze, weil sie den tatsächlichen Arbeitsausfall nachträglich korri-
giert habe. Diese Korrektur sei verbindlich, weil ihre Treuhänderin, die das Formular ursprünglich 
ausgefüllt habe, den im September 2021 erfolgten Ferienbezug der von Kurzarbeit betroffenen 
Mitarbeiterin aus Irrtum zunächst nicht deklariert habe. Mit Blick auf den bereits im August 2021 
geltend gemachten Arbeitsausfall von ebenfalls nur 78,28% (Kassen-Dok 431, 434) würde eine 
Berücksichtigung der behaupteten Ferien tatsächlich zu einem erneuten Arbeitsausfall für den 
Monat September 2021 von unter 85% und damit zu einem Anspruch auf KAE auch in dieser 
Abrechnungsperiode führen. Strittig und zu prüfen ist jedoch, ob mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit tatsächlich davon auszugehen ist, dass die betroffene Mitarbeiterin – wie von der Be-
schwerdeführerin behauptet – vom 6. bis zum 10. September 2021 im Urlaub war und die ur-
sprüngliche Meldung aufgrund einer Nachlässigkeit der Treuhänderin der GmbH mithin unterblie-
ben ist.  
 
5.3.1 Sowohl die betroffene Mitarbeiterin als auch die Treuhänderin der GmbH haben entspre-
chende schriftliche Erklärungen abgegeben (Kassen-Dok 732 f.). Auch wenn nicht leichthin von 
falschen Angaben ausgegangen werden darf, ist aufgrund der Nähe der einzigen Mitarbeiterin 
zur Beschwerdeführerin sowie aufgrund ihrer Eigeninteressen am Ausgang dieses Verfahrens 
generell eine gewisse Vorsicht gegenüber ihren Bestätigungen anzubringen. Dabei fällt auf, dass 
die GmbH den deklarierten Arbeitsausfall für September 2021 unter Hinweis auf bezogene Ferien 
auf unter 85% erst korrigiert hat, nachdem sie am 5. Oktober 2021 verfügungsweise von der 

 
 
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Kasse auf die Bestimmung von Art. 35 Abs. 1bis AVIG bzw. Art. 57a AVIV hingewiesen worden 
war. Auffällig ist auch, dass der deklarierte Arbeitsausfall mit Ausnahme der Abrechnungsperiode 
im August bis und mit September 2021 bis zu diesem Zeitpunkt ausnahmslos über 85 % gelegen 
hat, in der Folge aber dann aber ein massgebender Arbeitsausfall von unter 85% deklariert wor-
den ist, wobei der zulässige Schwellenwert mit Werten zwischen 84% und 85% weiterhin jeweils 
äusserst knapp unterschritten worden ist (Kassen-Dok 520, 540, 560). Schliesslich fällt auf, dass 
die fragliche Mitarbeiterin bereits in der Abrechnungsperiode August 2021 während einer Arbeits-
woche als abwesend gemeldet worden war. Entgegen der von der Beschwerdeführerin vertrete-
nen Auffassung legen diese Umstände nahe, dass die nachträgliche Korrektur der GmbH sehr 
wohl von Überlegungen versicherungsrechtlicher Natur beeinflusst waren.  
 
5.3.2 Daran können die ebenfalls erst nachträglich eingereichten Bestätigungen der betroffe-
nen Mitarbeiterin einerseits und der Treuhänderin der GmbH andererseits nichts ändern. Nament-
lich erweist sich die nur wenige Tage nach Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids er-
gangene Bestätigung von C.____ vom 4. Juli 2022 in beweismässiger Hinsicht als zu dünn (Kas-
sen-Dok 732), um darauf abstellen zu können. C.____ behauptet darin, im Urlaub gewesen zu 
sein, ohne allerdings zu spezifizieren, wo sie den Urlaub verbracht hat. In ihrer Kürze erweckt die 
Bestätigung der einzigen von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiterin der GmbH damit den Eindruck 
einer Gefälligkeitsaussage, zumal es EDV-technisch im gleichen Format wie auch die Bestäti-
gung der Treuhänderin der GmbH (Kassen-Dok 733) abgefasst worden ist. Aus jener Bestätigung 
wiederum geht lediglich hervor, dass das Formular betreffend die Ausfallstunden im September 
2021 fehlerhaft erfasst worden sei. Eine Erklärung, dass der Fehler darin bestanden habe, dass 
die fragliche Mitarbeiterin in Tat und Wahrheit vom 6. bis 10. September 2021 Urlaub bezogen 
habe, ist diesem Schreiben nicht zu entnehmen, obschon dies gerade von einer Treuhänderin, 
welche sich den eigenen Aussagen zufolge selbst um die Meldungen an die unterschiedlichen 
Ämter kümmere, umso mehr zu erwarten gewesen wäre. In diesem Zusammenhang ist im Ge-
genteil denn auch festzustellen, dass die Meldungen und Gesuche betreffend Kurzarbeit stets 
durch die GmbH und entgegen deren Aussage in der Bestätigung vom 7. Juli 2022 (Kassen-Dok 
733) gerade nicht durch ihre Treuhänderin erfolgt sind. Auch wenn C.____ schliesslich aber nicht 
im Urlaub war, sondern wie die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde nunmehr nachträglich 
vorgebracht hat, die Zeit vom 6. bis 10. September 2021 für die Kinderbetreuung genutzt hat, so 
hätte diese Behauptung durch eine Bestätigung der Stelle oder Person untermauert werden kön-
nen, welche für die Kinderbetreuung üblicherweise besorgt war. Auch dies gilt umso mehr, weil 
die betroffene Mitarbeiterin zwei Wochen zuvor bereits als abwesend gemeldet worden war (Kas-
sen-Dok 431). In diesem Zusammenhang erscheint auch die implizite Behauptung, wonach die 
Kinder von C.____ üblicherweise fremdbetreut sind, zumindest für die Zeit ab März 2020 wenig 
glaubhaft, nachdem der bisherige Arbeitsausfall ausnahmslos über 85% gelegen hat. Vor allem 
aber überzeugt es nicht, dass die erstmalige Deklaration der massgebenden Ausfallstunden am 
28. September 2021 (Kassen-Dok 440-448) irrtümlicherweise falsch erfasst worden ist, nachdem 
die einzige von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiterin der GmbH bereits zwei Wochen vor ihrem 
behaupteten Ferienbezug im August 2021 zwischen dem behaupteten Ferienbezug im Septem-
ber 2021 und der erstmaligen Deklaration am 28. September 2021 keine drei Wochen verstrichen 
sind. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die GmbH trotz pandemiebedingter Betriebsaus-
fälle im September generell hohe Monatsumsätze und speziell im September 2021 den bisher 

 
 
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höchsten Monatsumsatz im Jahr 2021 erzielt hat (Kassen-Dok 479). Dies vermag nicht zu erstau-
nen, finden Firmen- und Festanlässe, mit welchen die GmbH ihren Umsatz erzielt, notorisch je-
weils nicht in den Sommerferien, sondern danach und um den Jahreswechsel statt. Umso weni-
ger vermag es zu überzeugen, dass die einzige Mitarbeiterin der GmbH just nach den Sommer-
ferien zu Beginn einer im Vergleich zu den Sommermonaten zuvor deutlich umsatzstärkeren Pe-
riode Ferien bezogen haben soll, nachdem sie zwei Wochen zuvor schon einmal abwesend war. 
Bei dieser Ausgangslage lässt sich jedenfalls nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bele-
gen (oben, Erwägung 3.2), dass die einzige von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiterin der GmbH in 
der Abrechnungsperiode September 2021 tatsächlich Ferien bezogen hat und demnach von einer 
ursprünglich fehlerhaften Deklaration der massgebenden Ausfallstunden auszugehen ist. 
 
5.4 Zusammenfassend hat die Kasse die Anspruchsberechtigung der GmbH auf KAE für 
den Monat September 2021 zu Recht verneint. Damit ist der angefochtene Einspracheentscheid 
vom 27. Juni 2022 nicht zu beanstanden, und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuwei-
sen. 
 
6. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben. Auf die Ausrichtung einer Parteientschädigung ist bei diesem Verfahrensausgang zu 
verzichten.  
 

 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.