# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 371a0be3-5b0f-5680-a758-070784ae8281
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-02-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.02.2014 D-4726/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4726-2013_2014-02-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-4726/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  F e b r u a r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Fulvio Haefeli, 

mit Zustimmung von Richter François Badoud;   

Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

dessen Ehefrau 

B._______, geboren (…), 

und deren Kinder 

C._______, geboren (…), 

D._______, geboren (…), 

Aserbaidschan,  

(…),   

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des BFM vom 22. Juli 2013 / N _______. 

 

 

D-4726/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Eigenen Angaben zufolge verliessen die Beschwerdeführenden – 

aserbaidschanische Staatsangehörige – ihren Heimatstaat am 7. Dezem-

ber 2012 und gelangten am 11. Dezember 2012 via E._______, 

F._______ und ihnen unbekannte Länder illegal in die Schweiz, wo sie 

gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum G._______ um Asyl 

nachsuchten. Am 3. Januar 2013 fanden die Befragungen zur Person 

statt. Am 21. Juni 2013 wurde der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 29 

Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) zu sei-

nen Asylgründen angehört, wobei diese Anhörung abgebrochen werden 

musste, so dass er am 12. Juli 2013 erneut angehört wurde. Am 12. Juli 

2013 fand auch die Anhörung der Beschwerdeführerin statt.  

 

Zur Begründung der Asylgesuche ist vollumfänglich auf die protokollierten 

Aussagen zu verweisen (vgl. Befragungsprotokolle vom 3. Januar 2013, 

A4, A5; Anhörungsprotokolle vom 21. Juni 2013 und 12. Juli 2013, A11, 

A13, A14). 

A.b Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer dem BFM drei Ausschnit-

te aus der Parteizeitung H._______ zu den Akten. In zweier dieser Artikel 

ist er in Kleinformat unter anderen Demonstrierenden zu sehen, der dritte 

Artikel bezieht sich auf ein Problem, welches er als Gelegenheitstaxifah-

rer mit den Behörden gehabt habe. Ausserdem reichte er einen USB-

Stick und eine Parteibestätigung ein. Der USB-Stick konnte aufgrund ei-

ner Virenwarnung nicht visioniert werden und wurde dem Beschwerdefüh-

rer anlässlich der Anhörung vom 12. Juli 2013 zurückgegeben. 

B.  

B.a Mit Verfügung vom 22. Juli 2013 – eröffnet am 23. Juli 2013 – stellte 

das BFM fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, lehnte deren Asylgesuche vom 11. Dezember 2012 ab und 

ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvoll-

zug an. 

B.b Mit Eingabe vom 22. August 2013 (Poststempel) erhoben die Be-

schwerdeführenden gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsge-

richt Beschwerde und beantragten, die angefochtene Verfügung sei im 

"Dispositionspunkt 2" aufzuheben. Ihnen sei in der Schweiz Asyl zu ge-

währen. Eventualiter sei ihnen die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Es 

sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, die unent-

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Seite 3 

geltliche Prozessführung zu gewähren und eine Parteientschädigung zu-

zusprechen. 

Zur Untermauerung der Vorbringen wurden folgende Beweismittel einge-

reicht: Diverse, bei Veranstaltungen der Partei H._______ und Demonst-

rationen aufgenommene Fotos von dem beim BFM eingereichten USB-

Stick, auf denen teilweise auch der Beschwerdeführer zu sehen ist, Inter-

netausdrucke von AMNESTY INTERNATIONAL vom 6. Februar 2013 

(Überschrift Aserbaidschan: Oppositionelle vor Präsidentschaftswahlen 

festgenommen), vom 15. Januar 2013 (Titel Urgent Action, Konvoi ange-

griffen), vom 15. Juni 2012 (Titel Aserbaidschan: Regierung übt Vergel-

tung an Oppositionellen) und vom 22. Mai 2012 (Überschrift Aserbai-

dschan, Eurovision Song Contest im Zeichen von Protesten und Verhaf-

tungen), der Amnesty Report 2013 Aserbaidschan, das Amnesty Journal 

April 2013 Unter Beobachtung, ein Internetausdruck von SPIEGEL ON-

LINE vom 17. Mai 2013 (Titel Aserbaidschan und der ESC, Der Terror 

nach dem Pop-Zirkus), ein Bericht aus dem UniSPIEGEL 1/2013 (Über-

schrift "Halt einfach deine Klappe"), ein fremdsprachiger Bericht aus dem 

Internet ([…]) vom 4. August 2013, der ein Foto in Kleinformat enthält, auf 

welchem der Beschwerdeführer anlässlich einer Demonstration abgebil-

det ist, sowie eine Fürsorgebestätigung vom 19. August 2013.  

 

Auf die Beschwerdebegründung wird – soweit entscheidrelevant – in den 

Erwägungen eingegangen. 

C.  

Mit Eingabe vom 13. Oktober 2013 (Poststempel) reichte der Beschwer-

deführer eine angebliche Vorladung eines aserbaidschanischen Gerichts 

mit Begleitschreiben seines Bruders inkl. Übersetzungen und Couvert zu 

den Akten. 

D.  

Mit einer weiteren Eingabe vom 11. Dezember 2013 legte der Beschwer-

deführer einen ihn betreffenden, in der Zeitung "I._______" vom 

20. November 2013 veröffentlichten Artikel mit Übersetzung ins Recht. 

 

 

 

 

 

 

D-4726/2013 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Be-

hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Aus-

lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende 

Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus-

nahme liegt in casu nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht 

endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Das Verfahren war im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 

14. Dezember 2012 des Asylgesetzes am 1. Februar 2014 bereits hängig, 

weshalb vorliegend das neue Recht gilt (vgl. Übergangsbestimmungen 

zur Änderung vom 14. Dezember 2012 im Asylgesetz [Stand am 1. Feb-

ruar 2014], Abs. 1). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und 

haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bzw. Änderung. 

Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 

Abs. 1 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

D-4726/2013 

Seite 5 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters bzw. einer zweiten 

Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufge-

zeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwer-

deentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden 

(Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifi-

schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1  

5.1.1 Zur Begründung seines ablehnenden Asylentscheids führte das 

BFM hinsichtlich des Beschwerdeführers im Wesentlichen aus, die im Zu-

sammenhang mit der angeblichen Festnahme vom November 2012 gel-

tend gemachten Vorbringen enthielten widersprüchliche und nachge-

schobene Elemente, so dass die Glaubhaftigkeit der Festnahme in Frage 

gestellt werden müsse. Ausserdem erscheine eine solche Festnahme 

selbst bei Wahrunterstellung nicht asylrelevant, da sie nur kurze Zeit ge-

dauert habe und keine weitergehende Verfolgungsabsicht erkennbar sei. 

 

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Der Umstand, dass der Beschwerdeführer im Vorfeld des Eurovision 

Song Contest 2012 zusammen mit vielen anderen Demonstrierenden in 

einem Bus abtransportiert und ausserhalb der Stadt gebracht worden sei, 

lasse keine asylrelevante Verfolgung bzw. zukünftige Gefährdung erken-

nen. Das Ereignis habe nämlich keine weiteren Konsequenzen nach sich 

gezogen. Hätten die Behörden gegen ihn vorgehen wollen, so wären an-

dere Massnahmen wie die Einleitung eines Gerichtsverfahrens, eine Ver-

urteilung und allenfalls eine Haftstrafe erfolgt. Dies sei nicht geschehen, 

was zeige, dass die Behörden ausser der Unterbindung einer Demonstra-

tion keine Absichten im Sinne einer Verfolgung gehegt hätten.  

  

Dass der Beschwerdeführer bei einer Kontrolle ein Problem als Gelegen-

heitstaxifahrer gehabt habe, habe er erst vorgebracht, als er auf den Arti-

kel in der Parteizeitung angesprochen worden sei. Er erachte somit diese 

Begebenheit von geringer Intensität offensichtlich als nicht entscheidend. 

Sie habe offenbar auch keine weiteren Konsequenzen nach sich gezo-

gen, da Entsprechendes nicht erwähnt worden sei. Angesichts dessen 

seien diese Elemente nicht asylrelevant.  

 

Was die geltend gemachte Haft von einer Woche im April 2011 betreffe, 

so stehe fest, dass dieses Ereignis rund eineinhalb Jahre vor der Ausrei-

se stattgefunden habe. Es sei somit nicht fluchtauslösend gewesen. Hätte 

der Beschwerdeführer darin eine unmittelbare Verfolgungssituation gese-

hen, könne angenommen werden, dass er bereits damals ausgereist wä-

re. Da dies jedoch nicht geschehen sei, komme der sich relativ lange vor 

der Ausreise zugetragenen Begebenheit keine Asylrelevanz zu.  

 

Auch die eingereichten Unterlagen seien nicht dienlich, um von einer Ver-

folgung auszugehen: In zwei Artikeln der Parteizeitung H._______ werde 

der Beschwerdeführer inmitten von anderen Demonstrierenden gezeigt, 

womit lediglich seine Teilnahme feststehe, eine Verfolgung jedoch nicht 

dargetan sei. Die Bestätigung der Partei sei – wie sich bereits aus der 

Bezeichnung ergebe – eine Parteibestätigung, welche als Beweis für eine 

Verfolgung ebenso wenig herangezogen werden könne. 

5.1.2 Bezüglich der Beschwerdeführerin hielt das BFM fest, der Umstand, 

dass sie Bestechungsgeld hätte bezahlen müssen, um als Lehrerin ange-

stellt zu werden, stelle ein Korruptionsproblem dar, vor dem Aserbai-

dschan nicht verschont sei und welches sämtliche Bürger und Bürgerin-

nen mehr oder weniger gleichermassen betreffe. Darin könne keine Ver-

folgung der Beschwerdeführerin erblickt werden, denn abgesehen davon, 

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Seite 7 

dass sie keine Stelle erhalten habe, seien ihr keine Probleme im Sinne 

einer staatlich motivierten Verfolgung erwachsen. Ausserdem habe sie 

die wegen ihres Ehemannes erhaltenen angeblichen Telefonanrufe bei 

der Anhörung zu den Asylgründen nicht genügend präzisiert. Sie habe 

insbesondere zur Anzahl und zu den Zeitpunkten der Anrufe keinerlei An-

gaben machen können, was indessen der Fall gewesen wäre, hätte man 

sie tatsächlich angerufen.  

  

Zusammenfassend hielten die Vorbringen der Beschwerdeführenden we-

der den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch 

an die Asylrelevanz im Sinne von Art. 3 AsylG stand. Die Beschwerdefüh-

renden erfüllten demzufolge die Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb ih-

re Asylgesuche abzulehnen seien.  

 

Den Vollzug der Wegweisung erachtete das Bundesamt als zulässig, zu-

mutbar und möglich. 

5.2 In der Beschwerde macht der Beschwerdeführer im Wesentlichen gel-

tend, er habe bereits bei der Anhörung festgehalten, es sei ein Fehler 

gewesen, anlässlich der Befragung als letzte Festnahme diejenige vom 

Mai 2012 anstatt diejenige vom November 2012 zu erwähnen. Die Befra-

gung sei jedoch in Türkisch durchgeführt worden, einer Sprache, welche 

nicht seiner Muttersprache entspreche.  

 

Der Einschätzung des BFM, wonach das Ereignis vom Mai 2012 keine 

weiteren Konsequenzen nach sich gezogen habe, sei zu entgegnen, dass 

man ihn im November 2012 wiederum festgehalten habe, was auch als 

eine Folge der während des Eurovision Song Contest stattgefundenen 

Demonstration zu betrachten sei.  

 

AMNESTY INTERNATIONAL gehe im Bericht vom 15. Juni 2012 davon 

aus, dass ein gleichentags festgenommener Videoblogger verhaftet wor-

den sei, weil er während des Musikwettbewerbs auf die Menschenrechts-

verletzungen aufmerksam gemacht habe. Diese Festnahme sei im Rah-

men einer besorgniserregenden Zunahme von Übergriffen der Polizei auf 

junge AktivistInnen erfolgt, welche den Musikwettbewerb als Gelegenheit 

genutzt hätten, ihren Protesten Ausdruck zu verleihen. Daneben sei dem 

Jahresbericht 2013 von AMNESTY INTERNATIONAL zu entnehmen, 

dass die Regierung weiterhin mit Einschüchterungen und Inhaftierungen 

gegen regierungskritische Personen und Gruppen vorgehe. Menschen-

rechtsorganisationen und Oppositionsparteien würden von der Regierung 

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eingeschüchtert und bedroht. Im Bericht von SPIEGEL ONLINE vom 

17. Mai 2013 werde festgehalten, dass Nichtregierungsorganisationen, 

Parteien oder Zeitungen kaltgestellt würden, indem man sie mit bürokrati-

schem Druck vom Arbeiten abhalte, ihnen unerfüllbare Auflagen mache 

oder sie mit Klagen in den finanziellen Ruin treibe. Oppositionellen werde, 

so würden es Menschenrechtsorganisationen behaupten, schon mal ein 

Päckchen Heroin in die Tasche gesteckt, um sie unter einem konkreten 

Vorwand verhaften zu können. All dies geschehe ein Jahr nach dem Eu-

rovision Song Contest in Baku, ohne dass die Öffentlichkeit ausserhalb 

von Aserbaidschan davon Notiz nehme.  

 

Mit Blick auf die erwähnten Berichte weist der Beschwerdeführer darauf 

hin, dass er und seine Familie latent gefährdet seien und ein menschen-

würdiges Leben in Aserbaidschan unmöglich sei. Neueren Berichten von 

AMNESTY INTERNATIONAL zufolge habe sich die Situation in Aserbaid-

schan nicht verbessert. Nach wie vor würden Demonstranten willkürlich 

verhaftet und politisch motivierte Strafverfolgungen durchgeführt. Nach 

dem Gesagten seien er und seine Familie als Flüchtlinge anzuerkennen 

und es sei ihnen Asyl zu gewähren, da sie begründete Furcht vor ernst-

haften Nachteilen hätten. 

5.3  

5.3.1 Zur Begründung seines Asylgesuchs erklärte der Beschwerdeführer 

insbesondere, er habe in seinem Heimatland wegen der Teilnahme an 

Demonstrationen der Opposition Schwierigkeiten bekommen. Er sei 

mehrfach festgenommen und bedroht worden. Bei einer Rückkehr müsse 

er mit dem Tod rechnen.  

 

Auf seine letzte Festnahme angesprochen, gab er anlässlich der Befra-

gung zur Person an, diese habe im Mai 2012 stattgefunden, während er 

bei der Anhörung zu den Asylgründen erklärte, letztmals sei er am 

16. November 2012 verhaftet worden. Wie den vorliegenden Akten zu 

entnehmen ist, bestehen hinsichtlich dieser angeblichen letzten Verhaf-

tung vom 16. November 2012 ernsthafte Zweifel. Vor dem Hintergrund, 

dass der Beschwerdeführer nach der Aktion mit dem Tod bedroht worden 

sein will (vgl. A11 S. 3 F14), wäre zu erwarten gewesen, dass er diesen 

Vorfall bereits bei der Befragung zur Person erwähnt hätte. Dies umso 

mehr, als er angab, er habe Angst um sein Leben bekommen, das Gefühl 

gehabt, er könnte sein Leben verlieren und habe seine Kinder nicht ohne 

Vater zurücklassen wollen (vgl. a.a.O., F14/F15). Seine beim BFM vertre-

tene Argumentation, er habe die in Frage stehende Verhaftung nicht er-

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wähnt, weil er keine Möglichkeit dazu gehabt habe (vgl. A11 S. 4 F18), 

muss als unbehelfliche Schutzbehauptung qualifiziert werden. Es trifft 

zwar zu, dass der Sachbearbeiter den Beschwerdeführer darauf hinwies, 

er solle summarisch das Wichtige darlegen, eine Vertiefung könne später 

in einer weiteren Befragung erfolgen (vgl. A4 S. 1). Doch in Anbetracht 

des Umstands, wonach der angebliche Vorfall mit der Angst, umgebracht 

zu werden, verbunden gewesen sein soll, mithin durchaus als wichtiges 

Ereignis zu betrachten ist, hätte der Beschwerdeführer zumindest an-

satzweise von sich aus darüber sprechen müssen. Desgleichen vermag 

er auch aus dem auf Beschwerdeebene geltend gemachten Vorbringen, 

die Befragung sei nicht in seiner Muttersprache, sondern in Türkisch 

durchgeführt worden, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Aufgrund 

dessen, dass er anlässlich der ebenfalls in türkischer Sprache durchge-

führten Anhörung vom 12. Juli 2013 durchaus in der Lage war, die Ereig-

nisse vom November 2012 zu schildern (vgl. A13 S. 2-4), ist nicht ersicht-

lich, weshalb ihm dies nicht bereits bei der Befragung hätte möglich sein 

sollen. Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die erst im Rahmen der An-

hörung geltend gemachte Festnahme als nachgeschoben, mithin un-

glaubhaft zu bewerten ist. Der Vollständigkeit halber ist indessen darauf 

hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer selbst bei Wahrunterstellung 

aus dieser Verhaftung nichts zu seinem Vorteil ableiten könnte, zumal ei-

ne kurze Haftdauer von einem Tag (vgl. A11 S. 3 F9) keine Asylrelevanz 

entfalten würde.  

 

Nachdem sich die angebliche Verhaftung vom November 2012 als un-

glaubhaft erwiesen hat, ist dem Argument in der Beschwerde, diese Fest-

nahme sei eine Folge der Demonstrationen vom Mai 2012, jegliche 

Grundlage entzogen. Da es im Zusammenhang mit den Festnahmen, 

welche anlässlich dieser Demonstrationen stattgefunden haben, jeweils 

noch am selben Tag zur Freilassung gekommen sein soll (vgl. A11 S. 4 

F20), ist im Weiteren nicht davon auszugehen, dass diese Vorfälle für den 

Beschwerdeführer irgendwelche asylrelevanten Konsequenzen hatten. 

 

Hinsichtlich des Vorfalls, bei welchem er als Gelegenheitstaxifahrer ge-

schlagen und das Auto konfisziert wurde, ist festzustellen, dass er dieses 

Ereignis bei der Schilderung seiner Gesuchsgründe im Rahmen der Be-

fragung zur Person mit keinem Wort erwähnte. Er begann erst bei der 

Anhörung davon zu erzählen, als ihn der Befrager auf einen entspre-

chenden Zeitungsartikel vom 30. März 2012 aufmerksam machte (vgl. 

A13 S. 7 F48 ff.). Daraus lässt sich schliessen, dass der Beschwerdefüh-

rer diesen Vorfall selbst als nicht sehr gewichtig erachtete, ansonsten er 

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ihn von sich aus erwähnt hätte. Zudem darf davon ausgegangen werden, 

dass er allfällige sich daraus ergebenden weiteren Nachteile vorgebracht 

hätte, wäre er davon betroffen gewesen. Der Vorfall erweist sich nach 

dem Gesagten als nicht asylrelevant.  

 

Was die im Zusammenhang mit der Demonstration vom 2. April 2011 gel-

tend gemachten Vorbringen anbelangt, so ist darauf hinzuweisen, dass 

auch diese nicht asylrelevant sind. Da die Ausreise erst im Dezember 

2012 erfolgte, fehlt es am erforderlichen Kausalzusammenhang zwischen 

Verfolgung und Flucht. 

5.3.2 Angesichts der Umstände ist insgesamt nicht davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführer im Heimatland flüchtlingsrechtlich relevanten 

Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt sein wird. Seine Furcht, bei einer 

Rückkehr umgebracht zu werden, erweist sich somit als unbegründet.  

 

Auch die eingereichten Beweismittel lassen keine andere Einschätzung 

zu. So vermag der Beschwerdeführer mit den im Rahmen von Veranstal-

tungen und Demonstrationen aufgenommenen Fotos, auf denen er teil-

weise abgebildet ist, lediglich seine Teilnahme zu belegen, nicht jedoch, 

dass gegen ihn in asylrelevanter Weise vorgegangen worden wäre. Dies 

trifft gleichermassen auf das im fremdsprachigen Bericht vom 4. August 

2013 enthaltene Foto zu, weshalb es sich erübrigt, eine Übersetzung ein-

zuholen. Die Berichte von AMNESTY INTERNATIONAL, aus SPIEGEL 

ONLINE und dem UniSPIEGEL haben allesamt keinen konkreten Bezug 

zum Beschwerdeführer, weshalb er daraus ebenso wenig zu seinen 

Gunsten ableiten kann. Gemäss dem Begleitschreiben seines Bruders 

soll der Beschwerdeführer wegen Sachbeschädigung (Zerschlagen einer 

Fensterscheibe während einer Kundgebung im Jahr 2012) angezeigt und 

deswegen am 22. Oktober 2013 gerichtlich vorgeladen worden sein. Da 

diese Sachbeschädigung nicht bereits beim BFM, sondern erst im Be-

schwerdeverfahren erwähnt wurde, sind die entsprechenden Vorbringen 

als nachgeschoben zu bewerten und können dem Beschwerdeführer 

nicht geglaubt werden. Infolgedessen muss auch die Echtheit der einge-

reichten Vorladung bezweifelt werden. Dies umso mehr, als das angebli-

che Gerichtsdokument weder einen Briefkopf noch ein Ausstellungsdatum 

enthält und darin von einem Zivilprozess die Rede ist, obwohl es sich bei 

der Sachbeschädigung um einen Straftatbestand handelt. Auch aus dem 

Zeitungsartikel vom 20. November 2013 vermag der Beschwerdeführer 

nichts zu seinem Vorteil abzuleiten. Nachdem aufgrund der vorstehenden 

Erwägungen davon auszugehen ist, er habe bei der Rückkehr keine asyl-

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Seite 11 

relevanten Nachteile zu befürchten, ist entgegen den Ausführungen im 

Artikel auch nicht davon auszugehen, dass seine in der Heimat verblie-

benen Familienangehörigen tatsächlich unter Druck stehen und die Be-

hörden seine Rückkehr verlangen bzw. ihn unmittelbar danach inhaftieren 

werden. Hinsichtlich der beim BFM eingereichten Beweismittel kann auf 

die als zutreffend erachteten Erwägungen in der angefochtenen Verfü-

gung verwiesen werden. 

Auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde braucht nicht näher 

eingegangen zu werden, da dies zu keiner anderen Betrachtungsweise 

führen würde. Das BFM hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu 

Recht abgelehnt. 

5.4 Zur Begründung ihres Asylgesuchs machte die Beschwerdeführerin 

im Wesentlichen geltend, seit Beendigung ihrer Ausbildung zur Lehrerin 

habe sie keine Arbeit gefunden. Um angestellt zu werden, müsse man 

Bestechungsgeld bezahlen. Ausserdem habe sie wegen des Ehemannes 

anonyme Telefonanrufe erhalten.  

 

Da die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Probleme als un-

glaubhaft bzw. als nicht asylrelevant zu erachten sind (vgl. E. 5.3.1), ist 

nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin deswegen mehr-

mals telefonisch behelligt wurde. Im Übrigen fällt auf, dass sie bei der An-

hörung weder in der Lage war, wenigstens eine ungefähre Anzahl der An-

rufe noch deren Zeitpunkt anzugeben (vgl. A14 S. 5 F32 ff.). Dies wäre 

jedoch zu erwarten gewesen, hätte man sie tatsächlich angerufen. Des 

Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass die Schwierigkeiten der Beschwer-

deführerin bei der Stellensuche keine ernsthaften Nachteile im Sinne von 

Art. 3 AsylG darstellen.  

 

Nach dem Gesagten erfüllt auch die Beschwerdeführerin die Flüchtlings-

eigenschaft nicht. Das BFM hat ihr Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrecht-

liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

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Seite 12 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 

die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie 

bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu bewei-

sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 

den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 

Abs. 3 AuG). 

7.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-

nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr 

läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 

Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 

1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überein-

kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 

1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 

SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 

darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement 

nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den 

Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

D-4726/2013 

Seite 13 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden 

Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerde-

führenden in den Heimatstaat ist somit unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG 

rechtmässig. 

7.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerde-

führenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall 

einer Ausschaffung nach Aserbaidschan dort mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe 

oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss der Praxis des Europäi-

schen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-

Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete 

Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im 

Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen 

würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 

28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124–127, mit weiteren 

Hinweisen). Dies ist ihnen mit Blick auf die vorstehenden Erwägungen 

nicht gelungen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Aserbai-

dschan lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als 

unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegwei-

sung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-

mungen zulässig. 

7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge-

fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

7.3.1 Hinsichtlich der allgemeinen Lage in Aserbaidschan ist festzustel-

len, dass dort weder Krieg noch eine Situation generalisierter Gewalt 

herrscht und auch keine medizinische Notlage besteht, weshalb der 

Wegweisungsvollzug diesbezüglich als zumutbar zu bezeichnen ist. 

7.3.2 Vor diesem Hintergrund bleibt zu prüfen, ob sich der Wegweisungs-

vollzug nach Aserbaidschan auch in individueller Hinsicht als zumutbar 

erweist. 

7.3.2.1 Was ihre Gesundheit anbelangt, machte die Beschwerdeführerin 

geltend, sie habe Atembeschwerden, Schlafstörungen und leide an 

D-4726/2013 

Seite 14 

Angstzuständen. Ausserdem habe ihre Stresssituation zu Blutarmut ge-

führt (vgl. A5 S. 7, A14 S. 3 F8). Der Beschwerdeführer seinerseits erklär-

te, er habe Schwierigkeiten mit der Nase und sei wegen Hautproblemen 

beim Arzt gewesen (vgl. A13 S. 6 F39, S. 8 F61).  

 

Den Erkenntnissen des Gerichts zufolge ist eine medizinische Versor-

gung in Aserbaidschan gewährleistet. Die nötige Infrastruktur mit entspre-

chenden Einrichtungen und ärztlichem Personal ist vorhanden und auch 

die meisten Medikamente sind verfügbar. Somit stehen vorliegend die 

geltend gemachten, indessen nicht belegten gesundheitlichen Probleme 

einem Wegweisungsvollzug nicht entgegen. 

7.3.2.2 Darüber hinaus sind keine weiteren persönlichen Gründe ersicht-

lich, aufgrund derer geschlossen werden könnte, die Beschwerdeführen-

den gerieten im Falle der Rückkehr in eine existenzbedrohende Situation. 

So verfügt die Beschwerdeführerin über eine Berufsausbildung als Lehre-

rin (vgl. A5 S. 4) und der Beschwerdeführer über eine solche als Schnei-

der (vgl. A4 S. 4). Der Beschwerdeführer war zudem als Taxifahrer tätig, 

um ein Zusatzeinkommen zu erzielen (vgl. A13 S. 7 F49). Beim Aufbau 

einer neuen Existenz werden ihnen diese Voraussetzungen von Nutzen 

sein. In diesem Zusammenhang gilt es jedoch anzumerken, dass allein 

wirtschaftliche Schwierigkeiten, von welchen die vor Ort ansässige Bevöl-

kerung generell betroffen ist, wie beispielsweise ein schwieriger Arbeits-

markt oder Wohnungsnot, für sich allein keine konkrete Gefährdung im 

Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darstellt (vgl. EMARK 2005 Nr. 24 E. 10.1 

S. 215). Demzufolge vermögen die Beschwerdeführenden aus dem er-

wähnten Korruptionsproblem und den Vorbringen, sie hätten keine eigene 

Wohnung bzw. der Beschwerdeführer finde keine Arbeit (vgl. A4 S. 8, A5 

S. 7) nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Da sich mehrere Angehörige in 

Aserbaidschan aufhalten (Eltern und Geschwister [vgl. A4 und A5 S. 5]), 

darf auch von einem tragfähigen Beziehungsnetz ausgegangen werden, 

welches den Beschwerdeführenden bei der Wiedereingliederung behilf-

lich sein kann. Ihre rund acht- bzw. neunjährigen Söhne dürften – wie für 

Kinder in diesem Alter üblich – noch stark an die Eltern gebunden sein, 

weshalb für sie eine Rückkehr nach Aserbaidschan keine unüberwindba-

ren Probleme mit sich bringen sollte. Zudem ist davon auszugehen, dass 

die Kinder in schulischer Hinsicht den Anschluss an ihre aserbaidschani-

schen Altersgenossen finden können. Der Vollzug der Wegweisung ist 

somit auch unter dem Aspekt des Kindeswohls zumutbar. 

D-4726/2013 

Seite 15 

7.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zu-

ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendi-

gen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG, dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der Wegweisung 

auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 

fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 

Abs. 1–4 AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

somit abzuweisen. 

9.  

9.1 Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf 

Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr 

Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Dabei ver-

fügt eine Person dann nicht über die erforderlichen Mittel, wenn sie ohne 

Beeinträchtigung des notwendigen Lebensunterhaltes die Prozesskosten 

nicht zu bestreiten vermag. Angesichts des Umstands, wonach sich die 

Rechtsbegehren als aussichtslos erwiesen haben, ist das Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG unbesehen der durch die Fürsorgebestätigung vom 19. August 

2013 ausgewiesenen Bedürftigkeit der Beschwerdeführenden abzuwei-

sen. 

Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wird 

mit dem vorliegenden Urteil gegenstandslos. 

9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf ins-

gesamt Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

9.3 Eine Parteientschädigung wird bei diesem Verfahrensausgang nicht 

ausgerichtet. 

D-4726/2013 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu-

gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig 

 

 

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