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**Case Identifier:** 8816d4e5-475a-530a-ba93-3a7c1ef93675
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.10.2020 200 2020 462
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-462_2020-10-08.pdf

## Full Text

200 20 462 IV
JAP/SCM/SCY/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Oktober 2020

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 5. Juni 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Okt. 2020, IV/20/462, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1998 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im September 2019 unter Hinweis auf eine Aufmerksamkeits-
defizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), welche unter Stress zu grossen 
Problemen führe und ihr deshalb das Arbeiten als … verunmögliche, bei 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 48). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) traf medizinische und erwerbliche Abklärungen und 
unterbreitete die Akten dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Beur-
teilung. Gestützt auf die Abklärungen und den Bericht des RAD vom 
8. April 2020 (AB 62) stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 
24. April 2020 (AB 63) die Ablehnung des Anspruchs auf IV-Leistungen 
mangels gesundheitlicher Beeinträchtigung mit invalidisierender Wirkung in 
Aussicht. Am 5. Juni 2020 verfügte sie wie angekündigt (AB 64).

B.

Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 15. Juni 2020 Be-
schwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 
sowie die Gewährung einer Umschulung.

Mit Beschwerdeantwort vom 20. Juli 2020 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Okt. 2020, IV/20/462, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 5. Juni 2020 (AB 64). 
Streitig und zu prüfen ist einzig der Anspruch auf Umschulung zur Gärtne-
rin EFZ mit Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau; soweit in der um-
fassenden Verfügung weitere Ansprüche abgelehnt worden sind, ist sie 
mangels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen (BGE 125 V 413 E. 1b 
S. 414f.).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b).

Drohende Invalidität liegt vor, wenn der Eintritt einer Erwerbsunfähigkeit 
überwiegend wahrscheinlich ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der 
Erwerbsunfähigkeit ist unerheblich (Art. 1novies der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).

2.3 Gemäss Art. 17 IVG besteht Anspruch auf Umschulung auf eine 
neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig 
ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbes-
sert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit 
ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (Abs. 2). 
Unter Umschulung ist nach der Rechtsprechung grundsätzlich die Summe 
der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die not-
wendig und geeignet sind, den vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbs-
tätig gewesenen Versicherten eine ihrer früheren annähernd gleichwertige 
Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (BGE 139 V 399 E. 5.4 S. 403, 130 V 488 
E. 4.2 S. 489; SVR 2016 IV Nr. 10 S. 31 E. 4.1).

2.4 Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend ein-
gegliedert ist, weil der Gesundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht 
hat, welche die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teil-
weise unzumutbar macht. Dabei muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes 

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erhebliches Mass erreicht haben; nach der Rechtsprechung ist dies der 
Fall, wenn die versicherte Person in den ohne zusätzliche berufliche Aus-
bildung noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere 
Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um 
einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 490, 124 V 108 
E. 2b S. 110; SVR 2010 IV Nr. 24 S. 74 E. 4).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und Ärztinnen und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um-
fang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig 
sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 
S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3. 

3.1 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass der mit der Anmeldung im Sep-
tember 2019 (AB 48) sowie beschwerdeweise geltend gemachte Umschu-
lungsanspruch keine Neuanmeldung bei zuvor erfolgter Leistungsableh-
nung darstellt. Der Beschwerdeführerin wurden gestützt auf die früheren 
Leistungsgesuche (AB 1.1/11 ff., 6/1 ff., 8/1 ff.) im Zusammenhang mit ver-
schiedenen Geburtsgebrechen (Ziff. 273, 494, 497, 498, 404 des Anhangs 
zur Verordnung vom 9. Dezember 1985 über Geburtsgebrechen [GgV; SR 
831.232.21]) medizinische Massnahmen sowie heilpädagogische Früher-
ziehung gewährt (AB 1.1/1 f., 1.1/6 f., 9, 14, 20), eine rechtskräftige Ableh-
nung von Eingliederungsmassnahmen erfolgte bis dato jedoch nicht (vgl. 
zum Ganzen: Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 20. September 
2018, 9C_291/2017, 9C_482/2018, E. 7.2.1; BGE 130 V 64 E. 2 S. 66, 
113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a; UELI KIESER, Kommentar 
zum ATSG, 4. Aufl. 2020, Art. 17 N. 17; MICHEL VALTERIO, Loi fédérale sur 
l'assurance-invalidité [LAI], 2018, Art. 31 N. 28; MEYER/REICHMUTH, Bun-

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desgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, Art. 30-31 
N. 127).

3.2 Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin lässt sich den Akten im Wesentlichen das Folgen-
de entnehmen:

3.2.1 Im Bericht vom 3. Januar 2020 (AB 57/1 ff.) diagnostizierte Dr. med. 
B.________, Praktischer Arzt sowie Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie, eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (AB 57/3 
Ziff. 2.5; ICD-10 F 90.0; entsprechend DSM-IV: ADHS). Die Leistungs-
fähigkeit sei allgemein eingeschränkt, die Daueraufmerksamkeit vermindert 
und die Fehlerquote erhöht. Aktuell werde keine medikamentöse Therapie 
durchgeführt. Die Beschwerdeführerin sei voll arbeitsfähig (AB 57/4 
Ziff. 2.7), die bisherige wie auch eine angepasste Tätigkeit seien während 
acht Stunden pro Tag zumutbar (AB 57/6 Ziff. 4.1 f.).

Mit E-Mail vom 13. Januar 2020 (AB 58/1) teilte Dr. med. B.________ der 
Beschwerdegegnerin auf Anfrage mit, dass er keine abschliessenden Aus-
sagen zur Eignung als … machen könne, weil er das Berufsbild gar nicht 
kenne. Er sehe jedoch aus psychiatrischer Sicht keine schwerwiegenden 
Einschränkungen der allgemeinen Arbeitsfähigkeit.

Mit E-Mail vom 9. März 2020 (AB 59/1) meldete sich Dr. med. B.________ 
bei der Beschwerdegegnerin und gab an, dass er nach einem erneuten 
Gespräch mit der Beschwerdeführerin und deren Mutter seine Meinung 
grundlegend revidieren müsse. Mehrfach seien grosse Schwierigkeiten 
beim selbstständigen Arbeiten als …, eine umständliche Herangehenswei-
se an unterschiedliche Aufgabenstellungen und eine deutlich verminderte 
Arbeitsgeschwindigkeit erwähnt worden. Als grösstes Problem sehe er die 
geringe Stressresistenz. Er sei fest davon überzeugt, dass es der Be-
schwerdeführerin aufgrund der ADHS in Zukunft nicht möglich sein werde, 
als … zu arbeiten.

3.2.2 Im Bericht vom 25. März 2020 (AB 60/2 ff.) stellten die Behandler 
des Spitals C.________, Psychiatrischer Dienst, das Vorliegen einer einfa-
chen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung sowie einer durchschnittli-
chen Intelligenz bei einem Wert von 103 fest. Das Fortbestehen der in der 

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Kindheit festgestellten Symptomatik, darunter kognitive Performanzdefizite, 
fluktuierende Leistungen und insbesondere starke Hyperaktivität und Ab-
lenkbarkeit, welche damals einem psychoorganischen Syndrom (POS) zu-
geschrieben worden sei, jedoch auch für eine ADHS passe, liesse sich im 
Erwachsenenalter anamnestisch und mithilfe von Fragebögen nachvollzie-
hen. Die unauffälligen Testungsergebnisse schlössen das Vorliegen einer 
ADHS nicht per se aus. Die Kriterien des Wender Reimherr Interviews, 
welches das entscheidende Instrument zur Diagnostik der ADHS im Er-
wachsenenalter darstelle, seien erfüllt (AB 60/3).

3.2.3  In der Aktenbeurteilung vom 8. April 2020 (AB 62) hielt die RAD-
Ärztin Dr. med. D.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, fest, dass der Beschwerdeführerin in den aktenkundigen medizinischen 
Berichten und testpsychologischen Abklärungen eine einfache Aktivitäts- 
und Aufmerksamkeitsstörung bei durchschnittlicher Intelligenz attestiert 
worden sei. Dr. med. D.________ gelangte zum Schluss, dass die Tätigkeit 
als … aufgrund der höchstens leichten Ausprägung der postulierten Akti-
vitäts- und Aufmerksamkeitsstörung, der fehlenden medikamentösen Be-
handlung, der fehlenden Arbeitsunfähigkeitsatteste im psychiatrischen 
Fachgebiet sowie des erfolgreichen Abschlusses der EFZ-Ausbildung zur 
… weiterhin bis zu einem Pensum von 100 % zumutbar sei.

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

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Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder 
die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger 
steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit 
schliessen (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 2.4). Urteilt das Gericht indessen 
abschliessend gestützt auf Beweisgrundlagen, die aus dem Verfahren vor 
dem Sozialversicherungsträger stammen, sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 
465 E. 4.4 S. 470, 122 V 157 E. 1d S. 162).

3.3.3 Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn 
die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärti-
gen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersu-
chungsbefund muss lückenlos vorliegen. Der Experte oder die Expertin 
muss sich aufgrund vorhandener Unterlagen ein gesamthaft lückenloses 
Bild machen können (RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 
E. 5b).

3.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 5. Juni 2020 (AB 64) massgeblich auf den Aktenbericht von RAD-
Ärztin Dr. med. D.________ vom 8. April 2020 (AB 62) gestützt. Deren 
Schlussfolgerungen erfüllen die vorerwähnten höchstrichterlichen Bewei-
sanforderungen (vgl. E. 3.3.1 hiervor) und erbringen vollen Beweis. Dass 
die RAD-Ärztin auf eine klinische Exploration der Beschwerdeführerin ver-
zichtet hat, ist nicht zu beanstanden, konnte sie sich aufgrund der vorhan-
denen Unterlagen doch ein gesamthaft lückenloses Bild verschaffen (vgl. 

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E. 3.3.3 hiervor). Insbesondere konnte sie aus den im März 2020 seitens 
des Psychiatrischen Dienstes des Spitals C.________ erhobenen klini-
schen Befunden und psychometrischen Testergebnissen (AB 60/2 ff.) 
überzeugende Schlüsse ziehen. Demnach sind die Symptome der als Ge-
burtsgebrechen anerkannten ADHS (AB 14, 20) bei durchschnittlicher Intel-
ligenz (IQ 103; AB 60/3) höchstens leichtgradig ausgeprägt und stehen 
einer Tätigkeit im angestammten Beruf als … EFZ (AB 50/3) nicht entge-
gen. Dies korreliert auch mit der initialen Einschätzung von Dr. med. 
B.________ im Bericht vom 3. Januar 2020 (AB 57/1 ff.). Seine nachträg-
lich gesendeten E-Mails (AB 58/1, 59/1) sind nicht geeignet, auch nur ge-
ringe Zweifel an der Beurteilung von Dr. med. D.________ zu begründen 
(vgl. E. 3.3.2 hiervor). Dr. med. B.________ nennt keine überzeugenden 
Gründe, die eine grundlegende Meinungsänderung rechtfertigen würden. 
Auch erklärt er nicht das Abrücken von seiner in der ersten E-Mail vom 
13. Januar 2020 kommunizierten Auffassung, er könne keine abschlies-
senden Aussagen über die Eignung als … machen, weil er das Berufsbild 
nicht kenne (vgl. AB 58/1). Obschon die noch relativ kurze Dauer und die 
niedrige Frequenz der Behandlung (vgl. AB 57/2 Ziff. 1.1 f.), der initiale 
Bericht zu Ungunsten der Beschwerdeführerin (AB 57/1 ff.) sowie die Kritik 
der Beschwerdeführerin an Dr. med. B.________ (vgl. Beschwerde S. 1) 
ein besonders enges Vertrauensverhältnis zwischen der Beschwerdeführe-
rin und Dr. med. B.________ eher unwahrscheinlich erscheinen lassen, ist 
vorliegend die Erfahrungstatsache, wonach behandelnde Ärzte und Ärztin-
nen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in 
Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten und Patientinnen aussagen, 
zu berücksichtigen (vgl. Entscheid des BGer vom 27. September 2017, 
8C_295/2017, E. 6.4.2; BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV 
Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Es ist im Übrigen davon auszugehen, dass sich Dr. 
med. B.________ bei seiner Beurteilung nachträglich von den subjektiven 
Angaben der Beschwerdeführerin und deren Mutter und nicht den objekti-
ven Untersuchungsbefunden hat leiten lassen.

Weiter wurde der Beschwerdeführerin keine Arbeitsunfähigkeit attestiert 
und es bestehen aktenmässige Anhaltspunkte dafür, dass während der 
Berufslehre bzw. in den Arbeitsverhältnissen arbeitsplatzbezogene Schwie-
rigkeiten vorlagen bzw. motivationale Aspekte mitspielten (vgl. AB 42 f., 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Okt. 2020, IV/20/462, Seite 10

46/2, 50/2 [= Beschwerdebeilage {BB} 3]; IV-Protokoll [im Gerichtsdossier], 
S. 1, Eintrag vom 9. September 2019). So stützt auch die vom E.________ 
ausgestellte Standortbestimmung vom 27. Juli 2019 (AB 50/2 [= BB 3]) – 
entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 1) – 
aus den hiervor genannten Gründen gerade nicht deren eigenes Rechts-
begehren. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 
die berufliche Umorientierung primär aus gesundheitsfremden Überlegun-
gen in Angriff genommen hat, was einen Anspruch auf Umschulung aus-
schliesst (vgl. MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 17 N. 10). Ferner fällt das 
Risiko, dass die Beschwerdeführerin aufgrund früherer Kündigungen allen-
falls Schwierigkeiten beim Finden einer Stelle in ihrem angestammten Be-
ruf haben könnte (vgl. Beschwerde S. 1), grundsätzlich nicht in den Bereich 
der IV und kann deshalb bei der Beurteilung des Anspruchs auf Umschu-
lung nicht berücksichtigt werden.

3.5 Gestützt auf die dargelegte Aktenlage ist die Beschwerdeführerin 
weder invalid noch von einer Invalidität bedroht, womit auch die leistungs-
spezifische Invalidität für den Umschulungsanspruch im Sinne von Art. 17 
IVG (grundsätzlich ein Invaliditätsgrad von 20 % [vgl. E. 2.4 hiervor]) aus-
geschlossen ist. Bei dieser Ausgangslage musste die Beschwerdegegnerin 
im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen (vgl. KIESER, a.a.O., 
Art. 43 N. 10 ff.) den Umschulungsanspruch ablehnen. Die angefochtene 
Verfügung vom 5. Juni 2020 (AB 64) ist folglich nicht zu beanstanden und 
die dagegen erhobene Beschwerde als offensichtlich unbegründet abzu-
weisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 

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(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.