# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b321262-39e5-5a39-8169-2b74a7f2db0e
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-01-18
**Language:** de
**Title:** Stauchung der HWS bei Sturz. Diskushernie mit Neurokompression bei vorbestehendem degenerativem Zustand der HWS. Vorübergehende, keine richtunggebende Verschlechterung. Fallabschluss rechtens.
**Docket/Reference:** UV.2014.00136
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00136.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00136
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Muraro
Urteil
vom
18. Januar 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Stefan
Wehrenberg
Blum&Grob
Rechtsanwälte AG
Neumühlequai 6, Postfach 3954, 8021 Zürich 1
zusätzlich vertreten durch Rechtsanwalt Lukas Rich
Blum&Grob
Rechtsanwälte AG
Neumühlequai 6, Postfach 3954, 8021 Zürich 1
gegen
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
Rechtsdienst, Generaldirektion Schweiz
Postfach, 8085 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1965 geborene
X.___
war ab dem 1. November 1997 bei der
Y.___
als Partner angestellt und bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (Zürich Versicherung)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
. Mit der Schadenmeldung vom 17. Juli 2012 meldete die Arbeitgeberin der Zürich Versicherung, der Versicherte habe
sich am 20. Februar 2012
beim S
kifahren bei einem Sturz auf die
Skipiste
eine Ver
letzung an der
Halswirbelsäule
durch Verstauchung zugezogen
(Urk. 8/Z1).
Dr. med.
Z.___
, Facharzt
FMH
für Allgemeine Medizin, stellte im Bericht vom 16. August 2012 (Urk. 8
/ZM1) über die Erstbehandlung vom
11. Juni 2012 die Diagnose einer Diskushernie C6/C7 mit Neurokompression C7 rechts, wobei die Beschwerden seit dem Skiunfall vom 20. Februar 2012
bestünden
.
Ab dem 22. Oktober 2012 attestierte
Dr.
Z.___
dem Versi
cher
ten eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %
(Urk. 8/ZM5-6), wobei der Versicherte gemäss Auskunft der Arbeitgeberin erst ab dem 1. November 2012 reduziert gearbeitet
hat
(
Urk. 8/Z19).
Der versicherungsinterne beratende Arzt der Zürich Versicherung, Dr.
med. A.___
, Facharzt FHM für Rheumatologie, kam in seiner medizinischen Beurteilung vom 26. November 2012 (Urk. 8/ZM7) auf
grund der Akten, insbesondere auch aufgrund des am 12. Juli 2012 angefertig
ten MRI der Halswirbelsäule
(Urk. 8/ZM2)
, zum Schluss, das Unfallereignis vom 20. Februar 2012 sei nicht geeignet, eine Diskushernie zu verursachen. An der Halswirbelsäule fänden sich ausgeprägte degenerative Veränderungen mit schwerer
Osteochondrose
und
Unkovertebralarthrosen
C5/6 und C6/7 mit
neu
roforaminaler
Stenose bei Beeinträchtigung der Nervenwurzel C6 sowie einer Diskushernie C6/
7.
Der Skiunfall könne zu einer vorübergehenden Traumati
sierung der vorbestehenden degenerativen Veränderungen geführt haben. Aus rheumatologischer Sicht könne spätestens per Ende Juli 2012 von einem Status quo sine ausgegangen werden.
Nachdem der Versicherte mit dieser Beu
rteilung nicht einverstanden gewesen war
(Urk. 8/Z21 und Urk. 8/Z27), veranlasste die Zürich Versicherung eine
spe
zialärztliche
Untersuchung
bei
Dr.
med.
B.___
, Facharzt FMH für Innere Medizin und Rheumatologie
(Urk. 8/Z29).
Dieser
erstattete seinen Konsi
liarber
icht am 18. April 2013 (Urk. 8/ZM9)
, worin er
von einer vorübergehenden und nicht richtunggebenden Verschlimmerung eines vorbestehenden Zustandes aus
ging
und dafür
hielt
, der Status quo ante
werde
voraussichtlich Ende Juli 2013 erreicht.
Die Zürich Versicherung erbrachte in der Folge die gesetzli
chen Leistungen (Urk. 8/Z39-41 und Urk. 8/Z54). Am 16. August 2013 veranlasste sie eine weitere Untersuchung bei Dr.
B.___
(Urk. 8/Z59), da Dr.
Z.___
weiterhin eine
Arbeitsunfähigkeit
,
ab dem 12. August 2013 bis auf weiteres eine
solche
vo
n 20 %
,
(Urk. 8/ZM14) attestiert hatte
.
Dr.
B.___
ging
in seinem Kon
siliarbericht vom 17. September 2013 (Urk. 8/ZM16) unfallbedingt von einem
Endzustand aus.
Mit Verfügung vom 1. November 2013 stellte die Zürich Versi
cherung die Leistungen für Heil
behandl
ung und das Tagg
eld spätestens per 17
. September 2013 ein (Urk. 8/Z66). Die dagegen erhobene Einsprache vom 28. November 2013 (Urk.
8/
Z68) wies sie mit Entscheid vom 30. April
2014
ab (Urk. 2 [= Urk. 8/Z75]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2. Juni 2014 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu ver
pflichten, die Leistungen für Heilungskosten und das Taggeld weiterhin
und solange
zu bezahlen, bis der Status quo ante
vel
sine tatsächlich erreicht sei. Eventuell sei die Sache zu weitere
n Abklärungen an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2).
Mit der Beschwerde reichte der Beschwerdeführer
unter anderem
zu seinen Händen ausgestellte Berichte der
C.___
ein (vom 9
. Dezember 2013 [Urk. 3/7],
20. Januar 2014 [Urk. 3/8-10] und vom 5. März 2014 [Urk. 3/11]).
Mit Beschwerdeantwort vom 4. Juli 2014
beantragte
die Beschwerdegegnerin
, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit auf diese ein
zutreten sei (Urk. 7).
Mit Eingabe vom 22. Juli 2014 reichte der Beschwerde
führer unaufgefordert eine
Ergänzung zur Beschwerdeschrift und
zur
Beschwer
deantwort
ein (Urk. 10), welche der Beschwerdegegnerin am 28. Juli 2014 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (Urk. 11).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
dem Bundesgesetz über die
Unfallversicherung (UVG) setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfall
er
eig
nis
und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natür
li
cher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kau
sal
zu
sam
menhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der einge
tre
tene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bezie
hungs
weise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sam
men
hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereig
nis zusam
men mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
ge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung
entfiel
e (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
wal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt
erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht pub
li
ziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheits
scha
dens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45;
BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursäch
licher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hie
r
bei um eine an
spruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zu
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfal
l
versicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S.
328 f. E.
3b, 1992 Nr. U 142 S.
76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rück
fällen und
Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bun
des
gerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
status
quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
status
quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf
Art.
36
Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und
Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach
Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das überwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61
lit
. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) und der
Beweis
wür
digung
einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahr
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b in
fine
S. 264 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen
hänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun
gen des
Experten begründet und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den
Beweis
wert
ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a). Den Berichten
versiche
rungs
in
terner
Ärztinnen und Ärzten kommt rechtsprechungsgemäss zwar nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gut
achten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtig
keit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 4.7).
1.5
Die Rechtsprechung geht in Bezug auf die Würdigung von ärztlichen Berichten,
welche ein Unfallversicherer im Administrativverfahren einholt, seit je davon aus,
dass die Versicherung, solange sie in einem konkreten Fall noch nicht Pro
zess
par
tei ist, als Verwaltungsorgan dem Gesetzesvollzug dient. Wenn die von der Un
fallversicherung beauftragten Ärzte und Ärztinnen zu schlüssigen Ergeb
nissen
gelangen, darf das Gericht in seiner Beweiswürdigung auch solchen Gut
achten folgen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 104 V 209 E. c; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer auch über den
17
. September 2013 hinaus Anspruch auf Leistungen der Beschwerdegegnerin hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
führ
te im angefochtenen
Einsprachee
ntscheid
vom 30. April 2014
zusammengefasst
aus
,
es sei auf die Beurteilung von
Dr.
B.___
abzustellen, wonach die noch andauernden Beschwerden unfallfremd seien und der
status
quo sine
vel
ante erreicht sei (Urk. 2).
2.3
Dem hielt der Beschwerdeführer am 2. Juni 2014 beschwerdeweise im Wesent
lichen entgegen,
er habe vor dem Skiunfall weder Beschwerden an der Wirbel
säule noch am Rücken gehabt und sei auch in seiner Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt gewesen (Urk. 1 S. 5).
Dr.
B.___
habe in seinem Konsiliarbericht ausdrücklich festgehalten, mit fortgesetzter Physiotherapie und Schmerzmittel-Einnahme könne eine kontrollierbare Schmerzsituation erwartet und erreicht werden (Urk. 1 S. 6). Er habe
aufgrund des Verlaufs und der Untersuchungsbe
funde
zudem
ausdrücklich empfohlen, es se
i eine Zweitmeinung bei
Dr.
med.
D.___
, Chefarzt Wirbelsäulenchirurgie an der
C.___
,
einzuholen und eine elektrophysiologische Untersuchung durchzuführen. Diese
Zweitmei
nung
liege seit März 2014 vor (Urk. 1 S. 4).
Dr.
D.___
habe in seinem Bericht konstatiert, der Beschwerdeführer könne derzeit lediglich 80 % der Arbeitsleistung erbringen. Die Beschwerden seien in erster Linie unfallbedingt. Die Beschwerden hätten sich zwar gebessert, aber die Behandlung könne noch nicht abgeschlossen werden (Urk. 1 S. 7).
3.
3.1
Dr.
B.___
hielt in seinem Konsiliarbericht vom 18. April 2013 die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 8/ZM9 S. 3 f.):
-
Status nach C6- und wahrscheinlich auch C7-Nervenwurzelreizung rechts bei
-
fortgeschrittenen mehrsegmentalen degenerativen HWS-Veränderun
gen mit
neuroforaminaler
Stenose und Diskushernie C6/C7 rechts
-
aktuell noch lokalisierte Hypästhesie im
Dermatom
C6
radialseits
Vorderarm rechts bei im Übrigen wiederum unauffälligen neuro
logischen Befunden
-
bewegungs- und belastungsabhängigen Restbeschwerden
cervikal
, ver
einzelten
myofascialen
Dysbalancen
paracervikal
rechts und in der
Schu
ltergürtelregion rechts
-
Status nach nicht richtunggebender HWS-Distorsion am 20.2.2012
Dr.
B.___
hielt im Konsiliarbericht fest, durch den Sturz beim Skifahren mit entsprechender Erschütterung und nicht kontrollierter Krafteinwirkung auf die Halswirbelsäule (HWS) sei es zu einer Dekompensation eine
s
vorher kompen
sierten stabilen Systems an der HWS gekommen, im Sinne einer vorübergehen
den und nicht richtunggebenden Verschlimmerung. Das Ereignis sei unmittelbar
verbunden gewesen mit schmerzhaften Missempfindungen im rechten Arm, wobei es sich nicht um ein Schultergelenksleiden, sondern um eine
radikuläre
Reizproblematik ausgehend von der HWS handle. Erwartungsgemäss seien bei solchen degenerativen Veränderungen mit
radikulärer
Reizkomponente die Verläufe langwierig und protrahiert, wie auch in diesem Fall, wobei seit vier Wochen eine relevante Verbesserung eingetreten sei nach intensiver Physio
therapie, zweimaliger Wurzelinfiltration und Facettengelenks-Infiltration. Bis vor vier Wochen habe der Beschwerdeführer
Tramal
als
Schmerzmedikation eingenommen (Urk. 8/ZM9 S. 4). Prognostisch sei von einer weiteren Besserung in den kommenden drei bis vier Monaten auszugehen, weshalb er die Weiter
führung der etablierten Physiotherapie bis Ende Juli 2013
bei
Übernahme der Kosten durch die Unfallversicherung empfehle. Der Status quo ante sei voraus
sichtlich Ende Juli 2013 erreicht. Falls dann noch Beschwerden persistierten, sei von einem Endzustand auszugehen. Die Hypästhesie am Vorderarm rechts werde noch lange persistieren, ohne dass sie therapeutisch zu beeinflussen wäre. Sie sei aber ohne Einschränkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/ZM9 S. 5).
3.2
Im Konsiliarbericht vom 17. September 2013 führte
Dr.
B.___
aus, im Verlauf nach dem Konsilium vom April 2013 habe sich die Situation
nach Schilderun
gen des Beschwerdeführers
günstig entwickelt mit Beschwerdeabnahme. Dieser gute Verlauf habe nach Wiederaufnahme der
Arbeitst
ätigkeit nur kurz ange
halten. Am 1. September 2013 habe der Beschwerdeführer eine Sitzung von 4 ½ Stunden leiten müssen, wonach die Situation wieder wesentlich schlechter gewesen sei mit Missempfindungen in beiden oberen Extremitäten und wiede
rum notwendiger Tramadol-Einnahme. In den vergangenen zwei Wochen habe sich die Situation nicht gebessert. Die
myofascialen
Dysbalancen
und
Hart
spann
bildungen
würden
paracervikal
und in der Schultergürtelregion anhaltend ein- bis zweimal pro Woche in der Physiotherapie behandelt, wobei der Beschwerdeführer angebe, dass der Therapeut die Verspannungen lösen könne.
Die
Entwicklung belaste den Beschwerdeführer psychologisch, da er im Betrieb aufgrund seiner verminderten Leistungsfähigkeit und Teilarbeitsunfähigkeit in der Hierarchie zurückgestuft worden sei mit einem erheblichen Einkommens
verlust. Hinzu komme eine psychosoziale Belastungssituation mit einem aktu
ellen Scheidungsverfahren bei schulpflichtigen Kindern (Urk. 8/ZM16 S. 2).
Dr.
B.___
kam zum Schluss, unfallbedingt sei ein Endzustand erreicht. Auf
grund des Verlaufes und der radiologisch feststellbaren degenerativen und unfallfremden Veränderungen gehe er nicht von einer zusätzlichen relevanten weiteren Verbesserung bei anhaltenden Therapien aus, allenfalls könne man unter fortgesetzter Physiotherapie und Schmerzmittel-Einnahme eine einiger
massen kontrollierbare Schmerzsituation erwarten und erreichen. Es habe sich
um eine vorübergehende Verschlimmerung und nicht um eine richtunggebende gehandelt. Eine chirurgische Intervention sei zwar diskutiert, aber nicht weiter verfolgt worden. Prof.
E.___
habe eher davon abgeraten. Aufgrund des Ver
laufs und der heutigen Untersuchungsbefunde empfehle er
,
diese Thematik noch einmal aufzunehmen mit Durchführungen einer elektrophysiologischen Unter
suchung und Inanspruchnahme einer Zweitmeinung bei Herrn Prof.
D.___
, der in der schwierigen Beurtei
lung einer Halswirbelsäulenprob
l
e
matik eine grosse Erfahrung anbieten könne. Der Beschwerdeführer wolle das Thema Ope
ration noch einmal diskutieren. Diese empfohlenen Massnahmen seien
unfall
fremd
und könnten nicht als unfallbedingte Leistungen beansprucht werden (Urk. 8/ZM16 S. 3).
4
.
4.1
Dass sich die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf die Beurteilung
von
Dr.
B.___
abstützte, ist nicht zu beanstanden. Es bestehen keine
k
onkrete
n
Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit
seiner Beurteilung
spre
chen.
Dr.
B.___
begründete in schlüs
siger Weise,
dass
bereits vor
dem Sturz degenerative und unfallfremde Veränderungen an der HWS
bestanden
h
atten
,
wobei es durch den Unfall zu einer vorübergehenden
,
aber nicht zu einer rich
tunggebenden Verschlimmerung gekommen sei
(
E. 3
).
4.2
Das Vorliegen degenerativer Veränderungen wurde ber
eits im Bericht von Dr. med. F.___
, Facharzt FMH für Radiologie, vom 13. Juli 2012 festgehalten (Urk. 8/ZM2) und im Bericht von
Dr.
med.
G.___
, ebenfalls Facharzt FMH für Radiologie, vom 11. März 2013 (Urk. 8/ZM10) bestätigt.
Auch die Ärzte der
C.___
berichteten von degenerativen Veränderungen (Bericht
e
vom 22. November 2012 [Urk. 8/ZM12 S. 2],
23. November 2012 [Urk. 8/ZM13 S. 1]
,
28. November 2012 [Urk. 8/ZM13 S. 3
] und 24. Januar 2013 [Urk. 8/ZM15 S. 1]
)
.
4.3
Die Behauptung des Beschwerdeführers,
Dr.
B.___
habe im Zusammenhang mit der Frage, ob ein Endzustand erreicht sei, die Einholung einer Zweimeinung bei Dr.
D.___
empfohlen (Urk. 1 S. 4), erweist sich als unzutreffend.
Dr.
B.___
brachte unmissverständlich zum Ausdruck, seiner Ansicht nach sei
(
unfallbe
dingt
)
der Endzustand erreicht
; diese Feststellung relativierte er in keiner Weise
.
Zwecks
Linderung der
krankheits
bedingten Beschwerden zog er allerdings eine chirurgische Intervention als unfallfremde Massnahme in Betracht. Die Einho
lung einer
Zweitmeinung bei
Dr.
D.___
sollte also lediglich dazu dienen, die Indikation einer unfallfremden chirurgischen Intervention abzuklären (E. 3.2).
4.
4
4.4
.1
Der Beschwerdeführer reichte im Beschwerdeverfahren diverse Berichte der
C.___
zu den Akten (Urk. 3/7-11).
4.4
.2
Im Bericht vom 9. Dezember 2013 hielt
Dr.
D.___
von
der
C.___
fest, der Beschwerdeführer habe sich
bei ihm
vorgestellt, damit weitere diagnostische Massnahmen ergriffen werden könnten und die Frage einer ope
ra
tiven Versorgung geklärt werden könne. Zur näheren Abklärung würden weitere Untersuchungen getätigt. Darüber, ob ein Endzustand erreicht wurde, äusserte sich
Dr.
D.___
nicht (Urk. 3/7). Im Bericht vom 20. Januar 2014 führte
Dr.
D.___
aus, es würden weitere Abklärungen vorgenommen (Urk. 3/8).
Dr.
med. H.___
, Leitender Oberarzt Neurologie der
C.___
, erklärte in seinem Bericht vom 20. Januar 2014, aus neurologischer Sicht bestehe zum jetzigen Zeitpunkt keine zwingende Operationsindikation (Urk. 3/9).
Diesen Berichten ist
somit
nichts zu entnehmen,
was
der Einschät
zung
von
Dr.
B.___
widerspräche.
4.4
.3
Dr.
D.___
untersuchte den Beschwerdeführer am 5. März 2014 erneut und
hielt in seinem
gleichentags verfassten Bericht (U
rk. 3/11) fest,
computertomo
graphisch
fänden sich keine Engen mit knöcherner Beeinträchtigung der
ner
va
len
Strukturen. Die Beschwerden würden doch in erster Linie von den wei
chen traumatisch bedingten Diskusprolapsen herrühren. Da sich eine langsame Besse
rung innert des letzten Jahres eingestellt habe, solle weiterhin konservativ vorgegangen werden. Der Beschwerdeführer werde weiterhin intensive Physio
therapie betreiben. Sollten die Beschwerden wieder zunehmen und insbesondere Ausstrahlungen wieder permanent auftreten, könne eine erneute
Infiltrationsbe
handlung
vereinbart werden.
Dr.
D.___
ging in allen seinen Berichten ohne Begründung seinerseits davon aus, dass die Diskushernie C6/7 unfallbedingt sei, wobei er (vgl. Anam
nese im Bericht vom
9.
Dezember 2012;
Urk.
3/7) anzunehmen schien, der
Dis
kusprolaps
C6/7 rechts sei als traumatisch (verursacht) versicherungsrechtlich anerkannt, was nicht zutraf. Eine medizinische Beurteilung, wonach der Sturz vom 2
0.
Februar 2012 zu einem Diskusprolaps oder einer Diskushernie geführt hat oder zumindest hierzu geeignet gewesen wäre, liegt nicht vor.
Z
ur Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom
20. Februar 2012
und der Diskusher
nie
ist
auf die bundesgerichtliche Rechtspre
chung zu verweisen, wonach es einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts entspricht, dass praktisch alle
Diskusher
nien
bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigent
liche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann ein
Band
scheibenvorfall betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder
radikuläres
Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetreten sind. In solchen Fällen hat die Unfallversicherung praxisgemäss auch für Rezidive und allfällige Operationen aufzukommen (SVR 2009 UV Nr. 1 S. 1 E. 2.3 [8C_677/2007]; Urteil des Bundesgerichts 8C_209/2014 v
om
3.
September 2014, E.
5.2).
Wird die Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall lediglich akti
viert, nicht aber (weitgehend) verursacht, hat die Unfallversicherung nur Leis
tungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende
Schmerz
syndrom
zu erbringen. Nach derzeitigem Wissensstand kann das Errei
chen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und
Lumboischial
gien
nach drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige rich
tunggebende Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben muss. Eine traumatische Verschlimme
rung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (SVR 2009 UV Nr. 1 S. 1 E. 2.3.1 f.; Urteil des Bundesgerichts 8C_326/2013 vom
4.
Juni 2014 E. 2.3).
Gegen eine
durch den Unfall verursachte Schädigung der HWS
spricht also, dass degenerative Veränderungen vorbestehend waren (E. 4.2), die erste medi
zinische Behandlung erst am 11. Juni 2012 stattfand (Urk. 8/ZM1)
, in den medizinischen Beurteilungen bildgebender Unterlagen eine unfallbedingte Pro
gression der degenerativen Veränderungen nie festgehalten
und
dem Beschwer
deführer erst ab dem 22. Oktober 2012 eine (teilweise) Arbeitsunfähigkeit attes
tiert wurde (Urk. 8/ZM5-6). Die Beurteilung von Dr.
B.___
, wonach es durch den Unfall zu einer
vorübergehenden
Dekompensation eines vorher kompen
sierten stabilen Systems an der HWS gekommen sei, erweist sich somit als nachvollziehbar.
Dass bloss von einer vorübergehenden und nicht von einer richtunggebenden Verschlim
merung auszugehen sei
, erscheint
ebenfalls
als
schlüssig.
Der Beschwerdeführer berichtete im April 2013, also rund ein Jahr nach dem Unfallereignis, von einer relevanten Verbesserung der Situation (Urk. 8/ZM9 S. 4).
Auch die von
Dr.
B.___
im weiteren Verlauf prognostizierte zusätzliche Besserung (Urk. 8/ZM9 S. 5) stellte sich in der Folge ein. Der Beschwerdeführer berichtete von einer günstigen Entwicklung ab April 2013 (Urk. 8/ZM16 S. 2)
. Während der dreiwöchigen Ferien in
I.___
sei
er
beinahe beschwerdefrei gewesen und habe keine Schmerzmittel mehr einnehmen müssen. Er habe sich gut gefühlt, wobei während dieser Zeit (bis Anfang August) regelmässig
kontrollierte Bewegungen hätten gemacht werden können
, ohne monotone HWS-Belastungen
(Urk. 8/ZM16 S. 2)
.
Die
Verbesserung
brachte
Dr.
B.___
des
halb
in Verbindung mit den
ergonomischeren Bewegungsabläufe
n
sowie
dem
Wegfallen der St
resskomponente am Arbeitsplatz.
Von einer anhaltenden
Unfall
kausalität
ist somit nicht auszugehen.
Der Bericht von
Dr.
D.___
vom 5. März 2014 (
Urk. 3/11)
vermag daher nichts an der Überzeugungskraft der Konsiliarberichte
von Dr.
B.___
zu ändern
.
4.5
Aus dem Um
stand, dass der Beschwerdeführer vor dem Skiunfall vom 20. Februar 2012 keine Beschwerden an der Wirbel
säule oder am Rücken gehabt haben
und auch in seiner Bewegungsfreiheit nicht eingeschränk
t gewesen sein soll
(Urk. 1 S. 4 f.), lässt sich sodann keine Unfallkausalität herleiten.
Die
Argu
mentation nach der Formel „
post
hoc ergo
propter
hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist
beweis
rechtlich
nicht zulässig und vermag zum Beweis natürlicher Kausalzu
sammen
hänge nic
ht zu genügen (BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
., Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1).
4.6
Nach dem Gesagten ist auf die konsiliarischen Bericht
e
von
Dr.
B.___
abzustel
len und vom Erreichen eines
status
quo
sine
vel
ante per 17. September 2013 auszu
gehen. Damit
sind
keine weiteren Abklärungen angezeigt
.
5.
D
ie Beschwerde
erweist sich
als unbegründet und ist abzuweisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Lukas Rich
-
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still:
vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstMuraro