# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e274c33f-28fd-5bad-99c6-26e9ca0a69af
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 13.03.2015 BO.2013.41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_BO-2013-41_2015-03-13.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: BO.2013.41

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 13.03.2015

Entscheiddatum: 13.03.2015

Entscheid Kantonsgericht, 13.03.2015
Art. 28 und Art. 28a ZGB (SR 210), Art 106 ZPO (SR 272).Wer in seiner 
Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, kann verlangen, dass eine 
drohende Verletzung verboten, eine bestehende Verletzung beseitigt und die 
Widerrechtlichkeit einer Verletzung festgestellt wird, wobei Letzteres 
voraussetzt, dass sich die Verletzung weiterhin störend auswirkt. Eine 
Verletzung der Persönlichkeit liegt vor, wenn die Ehre einer Person durch 
Herabsetzung ihres gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder beruflichen 
Ansehens beeinträchtigt wird. Eine Persönlichkeitsverletzung ist 
grundsätzlich widerrechtlich, es sei denn, sie werde durch die Einwilligung 
der Verletzten respektive ein überwiegendes privates oder öffentliches 
Interesse gerechtfertigt oder es liege ein gesetzlicher Rechtfertigungsgrund 
vor. Bei der Verlegung der Prozesskosten kann der Frage der 
grundsätzlichen Klagegutheissung ein höheres Gewicht beigemessen 
werden als der konkreten Ausgestaltung der zu treffenden Anordnung 
(Kantonsgericht, I. Zivilkammer, 13. März 2015, BO.2013.41).

II.

[…]

4.a) Die Feststellungsklage nach Art. 28a Abs. 1 Ziff. 3 ZGB – die Anwendbarkeit 

schweizerischen Rechts blieb unbestritten – zielt darauf ab, gerichtlich festzustellen, 

dass ein bestimmtes, zurückliegendes Verhalten der Beklagten die 

Persönlichkeitsrechte der Klägerin widerrechtlich verletzt. Festgestellt wird also in 

erster Linie eine rechtliche Qualifikation (widerrechtliche Verletzung des 

Persönlichkeitsrechts) und nicht eine Tatsache (z.B. Unwahrheit einer Behauptung). 

Jedoch muss das Klagebegehren (und in der Folge das Entscheiddispositiv) 

konkretisieren, inwiefern die Persönlichkeit verletzt wurde (Hausheer/Aebi-Müller, Das 

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Personenrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, N 14.27; Pedrazzini/

Oberholzer, Grundriss des Personenrechts, S. 155 f.; Brückner, Das Personenrecht des 

ZGB, N 711 f.; BSK ZGB I-Meili, Art. 28a N 6 f.). Auf die Bezeichnung einzelner 

Ausdrücke, Formulierungen oder Passagen kann nur dann verzichtet werden, wenn 

sich die Verletzung aus dem gesamten Inhalt einer Publikation oder aus dem 

Zusammenhang einer Darstellung ergibt (BSK ZGB I-Meili, Art. 28a N 6). Unbestimmte, 

allgemein formulierte Feststellungsbegehren sind nicht zulässig und scheitern am 

(Eintretens-)Erfordernis des schützwürdigen Interesses (vgl. BGer 4C.138/2003 E. 2.3 

f., nicht publiziert in BGE 129 III 715). Mit einer Feststellungsklage sollen lediglich 

individuelle und konkrete Rechtsbeziehungen geklärt werden.

Die Klägerin K. beantragte mit ihrer Klage, es sei festzustellen, "dass die Beklagte in 

der Vergangenheit wiederholt die Persönlichkeit der Klägerin gemäss Art. 28 Abs. 1 

ZGB verletzt hat, indem sie durch wahrheitswidrige Aussagen gegenüber Behörden, 

Medien und Privatpersonen das persönliche Ansehen der Klägerin herabgesetzt hat". 

Dabei handelt es sich um eine allzu pauschale Formulierung, welche nicht ins 

Entscheiddispositiv aufgenommen werden könnte, da sie nicht aufzeigt (weder zeitlich 

noch örtlich oder inhaltlich), welche konkreten Aussagen der Beklagten betroffen sind. 

Das Rechtsbegehren genügt daher den vorstehenden Erfordernissen grundsätzlich 

nicht.

b)    Die Rechtsfolge des Nichteintretens wegen eines ungenügenden Rechtsbegehrens 

steht jedoch unter dem Vorbehalt des überspitzten Formalismus. Auf eine Klage mit 

formell mangelhaften Rechtsbegehren ist ausnahmsweise einzutreten, wenn sich aus 

der Begründung zweifelsfrei bzw. ohne weiteres ergibt, was in der Sache verlangt wird 

(BGE 137 III 617 E. 6.2; BGer 5A_380/2012 E. 3.2.3). Unklare oder unbestimmte 

Rechtsbegehren sind nach Treu und Glauben und im Lichte der Begründung 

auszulegen (Leuenberger, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 

Art. 221 N 38).

In ihrer Klagebegründung führt die Klägerin die einzelnen Briefe, Berichte, Artikel und 

beklagtischen Äusserungen auf und erläutert, welche konkreten Ausdrücke, 

Formulierungen oder Passagen ihrer Ansicht nach ihr Persönlichkeitsrecht 

widerrechtlich verletzt haben. Unter Einbezug der Begründung ist der Klage somit zu 

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entnehmen, was in der Sache verlangt wird und welche präzisere Formulierung für das 

Dispositiv des Entscheids gegebenenfalls zu verwenden ist. Die Vorinstanz, die (nach 

der Zählweise der Beklagten [Berufung, S. 17 Ziff. 68]) 19 Vorwürfe geprüft hat, ist 

folglich im Ergebnis zu Recht auf die Klage eingetreten.

5.    Im Rahmen der Berufung sind – entgegen der klägerischen Bemerkung in der 

Berufungsantwort (S. 5), wonach "sämtliche von der Berufungsklägerin getätigten 

Äusserungen" auf ihren persönlichkeitsverletzenden Gehalt zu prüfen seien – mangels 

einer Anschlussberufung durch die Klägerin und mangels Auseinandersetzung mit der 

Begründung der Vorinstanz in den Punkten, in denen diese eine widerrechtiche 

Persönlichkeitsverletzung verneint hatte, lediglich noch die Äusserungen zu prüfen, 

welche von der Vorinstanz als widerrechtliche Persönlichkeitsverletzungen festgestellt 

wurden. Zudem ist das Unterlassungsbegehren, auf das die Vorinstanz nicht 

eingetreten ist, nicht mehr im Streit.

 

III.

1.    Die Beklagte B. rügt (implizit), die Vorinstanz habe Art. 28 und 28a ZGB unrichtig 

angewandt. Zwar habe sie, die Beklagte, mehrere kritische Aussagen über die Arbeit 

und Person der Klägerin gemacht, allerdings handle es sich dabei ausschliesslich um 

wahre Tatsachenbehauptungen. Sofern die Aussagen überhaupt geeignet gewesen 

seien, die Persönlichkeit der Klägerin zu verletzen, seien sie durch ein überwiegendes 

privates und öffentliches Interesse gerechtfertigt gewesen und deshalb nicht 

persönlichkeitsverletzend im Sinne von Art. 28 ZGB (Berufung, S. 5 Ziff. 14 und S. 15 

Ziff. 60 f.).

a)    Gemäss Art. 28 Abs. 1 ZGB kann diejenige, die in ihrer Persönlichkeit 

widerrechtlich verletzt wird, zu ihrem Schutz gegen jeden, der an der Verletzung 

mitwirkt, das Gericht anrufen. Dabei kann sie unter anderem beantragen, dass eine 

drohende Verletzung verboten (Art. 28a Abs. 1 Ziff. 1 ZGB), eine bestehende Verletzung 

beseitigt (Art. 28a Abs. 1 Ziff. 2 ZGB) und die Widerrechtlichkeit einer Verletzung 

festgestellt wird, wobei Letzteres voraussetzt, dass sich die Verletzung weiterhin 

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störend auswirkt (Art. 28a Abs. 1 Ziff. 3 ZGB). Daneben kann die Verletzte auf 

Schadenersatz und Genugtuung sowie, nach den Bestimmungen über die 

Geschäftsführung ohne Auftrag, auf Herausgabe eines allfälligen Gewinns klagen (Art. 

28a Abs. 3 ZGB).

Eine Verletzung der Persönlichkeit liegt namentlich vor, wenn die Ehre einer Person 

beeinträchtigt wird, indem ihr gesellschaftliches, wirtschaftliches oder berufliches 

Ansehen herabgesetzt wird (BSK ZGB I-Meili, Art. 28 N 28; Bucher, Natürliche 

Personen und Persönlichkeitsschutz, N 468 ff.). Die Frage ist einzelfallweise zu klären. 

Massgebend ist dabei nicht das subjektive Empfinden der Betroffenen, sondern die 

objektive Betrachtungsweise des "durchschnittlichen Dritten" (BSK ZGB I-Meili, Art. 28 

N 42; Hausheer/Aebi-Müller, a.a.O., N 12.95).

Persönlichkeitsverletzend sind in erster Linie unwahre Tatsachenbehauptungen, aber 

auch gemischte Werturteile (Verbindung einer Tatsachenbehauptung mit einem 

Werturteil), die auf unzutreffenden Tatsachenbehauptungen beruhen, sowie reine 

Werturteile, die sich einer unangemessenen Form bedienen, völlig unsachlich und 

damit unnötig verletzend ausfallen (Hausheer/Aebi-Müller, a.a.O., N 12.103 ff.). 

Ausserdem ist auch die Verbreitung wahrer Tatsachen nicht uneingeschränkt zulässig. 

Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn diese dem Geheim- und Privatbereich 

entstammen oder die betroffene Person in unzulässiger Weise herabgesetzt wird, 

indem beispielsweise die Form der Darstellung unnötig verletzend ist (BGE 138 III 641 

E. 4.1.1; BGE 126 III 305 E. 4.b/aa; BGE 122 III 449 E. 3.a).

b)    Liegt eine Persönlichkeitsverletzung vor, ist sie grundsätzlich widerrechtlich, es sei 

denn, sie werde durch die Einwilligung der Verletzten respektive ein überwiegendes 

privates oder öffentliches Interesse gerechtfertigt oder es liege ein gesetzlicher 

Rechtfertigungsgrund vor (BSK ZGB I-Meili, Art. 28 N 45; Hausheer/Aebi-Müller, a.a.O., 

N 12.12 ff.; Bucher, a.a.O., N 492 ff.). Das Gericht hat die auf dem Spiel stehenden 

Interessen im Rahmen eines Ermessensentscheids (Art. 4 ZGB) gegeneinander 

abzuwägen und auch zu prüfen, ob sowohl die Ziele, welche die Urheberin einer 

Persönlichkeitsverletzung verfolgt, als auch die Mittel, derer sie sich bedient, 

schutzwürdig und dem Interesse der Verletzten an der Unversehrtheit der 

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Persönlichkeit mindestens gleichwertig sind (BGE 138 III 641 E. 4.1.1; BGE 126 III 305 

E. 4a; BGE 122 III 449 E. 3.c; BGer 5A_376/2013 E. 3.3).

Die Beweislast für die Sachumstände, aus denen sich die Persönlichkeitsverletzung 

ergibt, liegt bei der Verletzten, während die Urheberin der Verletzung die Tatsachen zu 

beweisen hat, die das Vorliegen eines Rechtfertigungsgrundes erschliessen (BGE 136 

III 410 E. 2.3; BSK ZGB I-Meili, Art. 28 N 56).

Nachfolgend sind die einzelnen, von der Vorinstanz als persönlichkeitsverletzend 

eingestuften und damit umstritten gebliebenen Äusserungen entsprechend den 

genannten Grundsätzen zu prüfen, also einerseits, ob eine Persönlichkeitsverletzung, 

und anderseits, ob ein Rechtfertigungsgrund vorliegt.

2.    Die Vorinstanz hat verschiedene gegen die Person der Klägerin gerichtete 

Äusserungen im Schreiben der Beklagten vom 28. Oktober 1999 (kläg.act. 4) als 

widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung beurteilt (vi-Entscheid, S. 11 ff.). Die Beklagte 

bestreitet nicht, Urheberin des Briefes vom 28. Oktober 1999 zu sein (Berufung, S. 6 

Ziff. 22). Allerdings sei das Schreiben bereits vor 14 Jahren und im Zusammenhang mit 

der Einladung der Klägerin als Referentin zu einem damals geplanten Frauenfest 

verfasst worden und nur an eine Person gerichtet gewesen, weshalb keine Äusserung 

bestehe, die geeignet sei, die Persönlichkeitsrechte der Klägerin weiterhin zu 

beeinträchtigen (Berufung, S. 6 Ziff. 20). Ausserdem entsprächen die im Schreiben 

gemachten Vorwürfe der Wahrheit, was durch Zeugenaussagen belegt werden könne 

(Berufung, S. 6 Ziff. 22 f.).

a)    Grundsätzlich unterstehen Persönlichkeitsrechte keiner Verjährungs- oder 

Verwirkungsfrist (Bucher, a.a.O., N 489; BSK ZGB I-Meili, Art. 28 N 8; Hofer/Hrubesch-

Millauer/Bosshardt, Einleitungsartikel und Personenrecht, N 20.87; Lüchinger, Die 

weiterhin störende Auswirkung einer Persönlichkeitsverletzung als Voraussetzung der 

Feststellungsklage nach Art. 28a Abs. 1 Ziff. 3 ZGB, in: Geiser et al., Festschrift für 

Heinz Hausheer zum 65. Geburtstag, S. 125). Der Verfolgung des 

Feststellungsanspruchs ist durch die gesetzliche (Eintretens-) Voraussetzung der 

weiterhin störenden Auswirkung dennoch eine zeitliche Grenze gesetzt (Art. 28a Abs. 1 

Ziff. 3 ZGB).

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aa)  Die bundesgerichtliche Rechtsprechung betrifft mehrheitlich Fälle von 

Persönlichkeitsverletzungen durch Äusserungen in der Presse oder anderen 

Massenmedien. Danach ist ein Störungszustand, der mit der auf Beseitigung zielenden 

Feststellungsklage behoben werden soll, im Fortbestand der verletzenden Äusserung 

auf einem Äusserungsträger zu erblicken, der geeignet ist, die Verletzung fortwährend 

kundzutun und hierdurch Persönlichkeitsgüter der Verletzten unablässig oder erneut zu 

beeinträchtigen. Die in Art. 28a Abs. 1 Ziff. 3 ZGB vorausgesetzte "weiterhin störende 

Auswirkung" meint nichts anderes als den eben umschriebenen Störungszustand. Das 

gesetzliche Erfordernis soll sicherstellen, dass die Feststellungsklage nur erhoben 

werden kann, wenn die Klägerin einer anhaltenden Beeinträchtigung ihres Ansehens 

ausgesetzt ist, die mittels gerichtlicher Feststellung beseitigt werden kann. Die 

Feststellungsklage gemäss Art. 28a Abs. 1 Ziff. 3 ZGB setzt somit voraus, dass die 

Klägerin ein schutzwürdiges Interesse an der Beseitigung eines fortbestehenden 

Störungszustandes geltend machen kann (BGer 5A_286/2012 E. 2.2; BGE 127 III 481 

E. 1c/aa; Hausheer/Aebi-Müller, a.a.O., N 14.31 f.).

Die gleichen Grundsätze gelten sinngemäss für Fälle selbst einmaliger 

Persönlichkeitsverletzungen unter vier Augen oder in einem beschränkten Kreis von 

Personen. Die in der Vergangenheit geschehene (abgeschlossene) 

Verletzungshandlung kann eine Ungewissheit über ihre Rechtmässigkeit hervorrufen 

und dadurch das Verhältnis zwischen den Beteiligten belasten. An der Beseitigung 

dieser ungewissen Rechtslage durch gerichtliche Feststellung der Widerrechtlichkeit 

besteht dann ein schutzwürdiges Interesse, wenn die betroffene Person zwar nicht 

unmittelbar befürchten muss, aber doch davon ausgehen darf, dass sich dieselbe 

Frage nach der Rechtmässigkeit einer zurückliegenden Persönlichkeitsverletzung in 

Zukunft erneut oder in ähnlicher Weise stellen wird (BGer 5A_286/2012 E. 2.3).

bb)  Der von der Beklagten verfasste und primär an V. – Frauenkultur, die Veranstalterin 

des Frauenfestes auf dem P. vom Mai 2000, adressierte Brief enthält unter anderem 

folgende Passagen (kläg.act. 4):

"Wie vereinbahrt Ihr es also mit diesem berechtigten Anliegen, dass Ihr einer Frau einen 

bedeutsamen Platz einzuräumt, wie ich Eurem gelben Plakat entnommen habe, die ich 

selber prügelnd auf andere Frauen habe losgehen sehen? Die versucht hat, Frauen um 

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ihre Gelder zu betrügen und geistigen Diebstahl bei anderen Forscherinnen betrieb? 

Für beide letzteren Sachen hat sie nachweislich gerichtliche Verfahren verloren! Die in 

ihren Ritualen autoritäre Strukturen tradiert, in ihren Theorien gewalttätige 

Gesellschaftsformen (Menschenopfer, wenn auch bloss von Männern/Heroen!?!) als 

positiv besetzte Struktur matriarchaler Gesellschaften hochlobt und über die Aussagen 

betroffener Frauen vorliegen, die ihr sexuelle Gewalt und Missbrauch im Rahmen von 

Ritualen und anderen Aktionen vorwerfen? […]

Ich glaube nicht, dass Frauenprojekte und Initiativen K. ein solch grosses Forum bieten 

sollten, wo sie ihre menschenverachtenden Ideen und Rituale weiter in Ruhe 

propagieren kann."

Die im Schreiben enthaltenen Äusserungen, die Klägerin habe andere Frauen 

verprügelt und um ihr Geld betrogen, sie habe geistigen Diebstahl betrieben, lobe 

gewalttätige Gesellschaftsformen mit Menschenopfern und habe angeblich sexuelle 

Gewalt und Missbrauch ausgeübt, beeinträchtigen das gesellschaftlich-soziale und 

berufliche Ansehen der Klägerin ohne Zweifel schwer und sind damit 

persönlichkeitsverletzend.

Der Brief war zwar nur an eine Person gerichtet, ging jedoch in Kopie an "einige 

Referentinnen" sowie an "betroffene Frauen" und damit an einen grösseren, 

einschlägigen Personenkreis (kläg.act. 4, S. 1). Im selben Schreiben werden "für eine 

gemeinsame Aktion" Frauen gesucht, die "durch K. in den letzten fünfzehn Jahren 

diese oder andere Formen von Gewalt erleiden mussten: Ausbeutung ihrer Arbeitskraft; 

Wegnahme finanzieller oder anderer Sachressourcen; Diebstahl von Ideen, geistigem 

Eigentum; Körperliche Gewalt wie Schläge, harte Griffe, lautes Anbrüllen; seelische 

Gewalt; sexuelle Gewalt; anderweitige Formen der Gewaltausübung im Rahmen von 

Ritualen". Als "Anlaufstelle" folgt die Adresse der Beklagten (kläg.act. 4, S. 1). Diese 

wiederholte damit nicht nur die Gewaltvorwürfe gegen die Klägerin, sondern versuchte 

offensichtlich, weitere Frauen für eine Aktion gegen die Klägerin zu motivieren. Zwar ist 

nicht bekannt, ob sich (nebst dem engsten Kreis um die Beklagte) weitere Personen, 

die dazu bereit waren, gemeldet haben und welche "Aktionen" geplant oder 

durchgeführt worden sind, jedoch zeigt das heutige Verhalten der Beklagten deutlich, 

dass sie ihr Vorhaben nicht aufgegeben hat, auch wenn seit dem fraglichen Schreiben 

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mehr als 15 Jahre vergangen sind. So verbreitet sie weiterhin das Bild der Klägerin als 

gewalttätige Frau, indem sie dieselben Vorwürfe bis heute immer wieder vorbringt und 

zwar einerseits gezielt gegenüber Personen im Umfeld der Klägerin oder mit Einfluss 

auf dieses (kläg.act. 6, 7, 8) und andererseits breit gestreut mittels Massenmedien 

(kläg.act. 8, 11, 12). Auch die mehr oder weniger öffentliche Suche nach durch die 

Klägerin geschädigten Personen "physisch, psychisch, finanziell, arbeitsmässig, 

etc." (kläg. act. 6, S. 2) verfolgt die Beklagte offensichtlich weiter.

Die Parteien verbindet eine gemeinsame Vergangenheit in der in den späten 1980er 

Jahren gelebten Frauengemeinschaft im X-Hofprojekt, in welchem es 1990 zum 

definitiven Zerwürfnis zwischen den Parteien kam, wobei die Ursachen unterschiedlich 

dargestellt werden. Die Beklagte scheint es sich seither zur Aufgabe gemacht zu 

haben, die Öffentlichkeit vor der Klägerin zu "warnen". Die Parteien beschäftigen sich 

auch heute noch mit ähnlichen Themen. Die im umstrittenen Schreiben erhobenen 

Vorwürfe gegen die Klägerin sind weiterhin präsent. Unter diesen Umständen steht 

nicht nur fest, dass sich die persönlichkeitsverletzenden Äusserungen weiterhin 

störend auswirken, sondern liegt es auch nahe, dass sich die Frage nach der 

Rechtmässigkeit der eingeklagten Äusserungen der Beklagten in Zukunft erneut oder in 

ähnlicher Weise stellen wird. Insgesamt ist somit von einem fortbestehenden 

Störungszustand und einer ungewissen Rechtslage auszugehen, an deren Beseitigung 

durch gerichtliche Feststellung der Widerrechtlichkeit die Klägerin ein schutzwürdiges 

Interesse hat.

b)    Anders als vor Vorinstanz bestreitet die Beklagte im Berufungsverfahren zu Recht 

nicht mehr, auch behauptet zu haben, die Klägerin habe andere Frauen um ihr Geld 

betrogen und geistigen Diebstahl betrieben, äussert sich jedoch erneut dahingehend, 

dass die im fraglichen Schreiben erhobenen Vorwürfe gegen die Klägerin alle wahr 

seien, und führt dazu die bereits vor Vorinstanz angerufenen Zeuginnen und Zeugen, 

insbesondere aus der Zeit der Frauengemeinschaft auf dem X-Hof Ende der 1980er, 

Anfang der 1990er Jahre, auf (Klageantwort, S. 5 ff. mit der zusätzlichen Behauptung, 

sie, die Beklagte, bzw. die Rechtsanwältin R. habe eine Sammlung "beglaubigter 

Aussagen von Aussteigerinnen und Geschädigten", die nach ihrer Zeit dort gewesen 

seien, ohne diese weiteren Personen zu nennen oder die Belege einzureichen; 

Berufung, S. 6 Ziff. 22 ff.). Auf die Einholung der Zeugnisse kann jedoch verzichtet 

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werden. Wie schon die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat, wäre auch die Äusserung 

wahrer, die Persönlichkeit verletzender Tatsachen nicht vorbehaltlos zulässig. Denn 

auch wenn es um (im Kern) wahre Tatsachen oder um darauf gestützte 

Schlussfolgerungen ginge, wäre im Rahmen der umfassenden Interessenabwägung zu 

klären, ob und allenfalls in welchem Ausmass deren Mitteilung an Dritte durch 

schutzwürdige Interessen gerechtfertigt wäre bzw. richtiges Mittel zum richtigen Zweck 

darstellen würde. Die Beklagte setzt sich in der Berufung nicht näher mit der 

eingehenden Begründung der Vorinstanz auseinander, weshalb hier die 

schwerwiegenden, vorwiegend auf den Charakter und die Person der Klägerin, jedoch 

auch auf ihr berufliches Ansehen zielenden Vorwürfe nicht durch schutzwürdige 

öffentliche Interessen gerechtfertigt seien und daher nicht zu prüfen sei, inwieweit die 

behaupteten Tatsachen der Wahrheit entsprechen würden.

Die hier umstrittenen Tatsachenbehauptungen entstammen weitgehend dem 

besonders geschützten Privatbereich der Klägerin und die behaupteten Vorfälle aus der 

Zeit, als die Parteien in einer Wohngemeinschaft lebten und sich schliesslich im Streit 

trennten, lagen bei Verfassen des Briefes bereits ca. zehn Jahre zurück. Ein 

gescheitertes Projekt des Zusammenlebens und -arbeitens und eine Trennung im Streit 

erlauben zehn Jahre später eine persönliche Herabsetzung der Person in der 

Öffentlichkeit kaum; ein rechtfertigendes öffentliches Interesse müsste sich im Einzelfall 

als besonders ausgewiesen darstellen. Wie erläutert (E. III. 1b), trägt die Beklagte die 

Beweis- und damit auch die Behauptungslast für Tatsachen, die das Vorliegen von 

Rechtfertigungsgründen erschliessen. Erstmals im Berufungsverfahren erwähnt sie 

auch ein privates Interesse als Rechtfertigungsgrund. Davon war vor Vorinstanz nie die 

Rede, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. Vor Vorinstanz hatte die Beklagte 

lediglich pauschal und ohne Bezug zum Schreiben vom 28. Oktober 1999 vorgebracht, 

es liege zweifelsohne im öffentlichen Interesse, wenn sie andere Frauen vor 

Missbrauch, Gewalt und Ausbeutung in der A. warne (Klageantwort, S. 36 Ziff. 113; vgl. 

auch Duplik S. 19 und vi-act. 48, Plädoyer, S. 8). Im Berufungsverfahren präzisiert die 

Beklagte, es habe ein öffentliches Interesse bestanden, über die Hintergründe und die 

Person der Klägerin zu informieren und einer Person mit diesen Hintergründen die 

Möglichkeit eines öffentlichen Auftritts am Frauenfest zu verwehren (Berufung, S. 7 

Ziff. 24). Wie bereits die Vorinstanz aufzeigte (vi-Entscheid, S. 12) und die Beklagte in 

ihrer Duplik – zumindest implizit – selber ausführt (Duplik, S. 10 Ziff. 4.1), bezweckte sie 

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mit ihrem Schreiben in erster Linie, die Teilnahme der Klägerin am Frauenfest zu 

verhindern (vgl. auch kläg. act. 9, S. 15 Ziff. 7). Im umstrittenen Schreiben drückte sie 

ihre Motivation dazu noch damit aus, dass man der Klägerin nicht ein solch grosses 

Forum bieten sollte, wo sie ihre menschenverachtenden Ideen und Rituale weiter in 

Ruhe propagieren könne. Insgesamt entsteht der Eindruck, das Verhalten der 

Beklagten habe vor allem der persönlichen Abrechnung und der Isolierung der Klägerin 

und damit einem nicht schutzwürdigen Ziel gedient. Wenn es das Ziel der Beklagten 

gewesen wäre, vermeintliche Opfer zu schützen, hätte sie dies mit einer (rechtzeitigen) 

Strafanzeige wohl besser erreicht, denn die im umstrittenen Schreiben gegen die 

Klägerin erhobenen Vorwürfe wären überwiegend auch strafrechtlich relevant gewesen. 

Es ist nicht die Aufgabe von Privatpersonen, andere Personen in der Öffentlichkeit 

noch nach vielen Jahren (nie verfolgter) schwerer strafbarer Handlungen zu 

beschuldigen und gleich auch noch die geeigneten Sanktionen festzulegen und 

durchzusetzen.

Insgesamt hat die Beklagte nicht dartun können, dass sie mittels schwer 

persönlichkeitsverletzender Äusserungen im erwähnten Schreiben und mit dem Ziel, 

eine Teilnahme der Klägerin am Frauenfest als Referentin und Anbieterin eines Rituals 

zu verhindern, gewichtige öffentliche Interessen verfolgte. Es ging weder um eine 

zulässige (harte) Kritik an der beruflichen Tätigkeit der Klägerin als 

Matriarchatsforscherin noch ist ersichtlich, weshalb über den "Hintergrund" der 

Klägerin eine breitere Öffentlichkeit im Umfeld der Frauenbewegung gewarnt oder 

wovor diese verschont werden sollte. Die Verletzung der klägerischen Persönlichkeit 

wird folglich nicht durch ein überwiegendes öffentliches Interesse oder einen anderen 

Rechtfertigungsgrund gerechtfertigt und ist damit widerrechtlich.

3.    Die Vorinstanz hat weiter eine der Aussagen der Klägerin im Vorfeld des von der 

Akademie A. bzw. der Klägerin veranstalteten Matriarchatskongresses vom Mai 2011 in 

St. Gallen in einem Schreiben vom 8. März 2011 sowie in einer E-Mail vom 21. April 

2011 (kläg.act. 6 und 7) als (widerrechtlich) persönlichkeitsverletzend beurteilt (vi-

Entscheid, S. 15 f.). Die Beklagte bestreitet nicht, den Brief vom 8. März 2011 (kläg.act. 

6) sowie die E-Mail vom 21. April 2011 (kläg.act. 7) verfasst und an "verschiedene 

Leute und politische Parteien" versandt zu haben. Beiden Schreiben ist die eingeklagte 

Aussage, die Klägerin entwerfe "in ihren Theorien Bilder theokratischer Gesellschaften, 

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inklusive Idealisierung von Menschenopfern", zu entnehmen (kläg.act. 6, S. 1 unten; 

kläg.act. 7, S. 2 Mitte). Die Beklagte ist jedoch der Ansicht, bei dieser Aussage handle 

es sich um eine wahre Tatsachenbehauptung, die ausserdem nicht gegen die Person 

der Klägerin, sondern gegen ihre Theorien gerichtet sei (Berufung, S. 8 Ziff. 26 und 28).

a)    Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass die Befürwortung theokratischer 

Gesellschaftsformen mit der Idealisierung von Menschenopfern dem allgemeinen 

gesellschaftlichen Wertverständnis und den rechtstaatlichen Grundsätzen unserer 

Rechtsordnung widerspricht (vi-Entscheid, S. 15). Dies bestreitet auch die Beklagte 

nicht, hält sie doch gleich im Anschluss an ihre Behauptungen fest, dass sich diese 

"schlecht mit den Idealen der Menschenrechte und einem modernen Verständnis von 

Demokratie vereinbaren lassen" (kläg.act. 6 und 7). Die Opferung von Menschen würde 

– wörtlich verstanden – zudem ein strafrechtlich relevantes Verhalten darstellen, was 

auch blosse Sympathien mit solchen Praktiken als anstössig erscheinen lässt. 

Entgegen der Ansicht der Beklagten sind die Aussagen keineswegs nur gegen die im 

Schreiben bzw. in der E-Mail der Beklagten lediglich plakativ umschriebenen Theorien 

der Klägerin gerichtet, was bereits aus den fraglichen Schreiben selbst eindeutig 

hervorgeht. Die Beklagte führt darin nämlich aus: "Es geht jedoch nicht nur um 

abstruse Theorien. Die Gruppe erhebt auch Anspruch darauf, ihr Welt- und 

Menschenbild in die Praxis umzusetzen" (kläg.act. 6; ähnlich in kläg.act. 7). Damit 

unterstellt die Beklagte der Klägerin ein gesellschaftlich verpöntes und verwerfliches 

Ansinnen. Das gesellschaftliche und berufliche Ansehen der Klägerin wird dadurch 

stark herabgesetzt. Die Aussage ist demnach persönlichkeitsverletzend.

b)    Wer pointierte, allenfalls für unsinnig gehaltene Theorien mit dem Anspruch auf 

Wissenschaftlichkeit vertritt, dabei aber sachlich bleibt, muss mit möglicherweise 

harter, aber sachlicher Kritik rechnen. Er hat aber nicht in Kauf zu nehmen, dabei auch 

persönlich verunglimpft zu werden (BGE 106 II 92 E. 2c). Auf eine wissenschaftliche 

Auseinandersetzung oder sachliche Kritik kann sich die Beklagte jedoch nicht berufen 

(Berufung, S. 8 f. Ziff. 29 ff.), setzt sie sich doch in ihren Schreiben in keiner Weise 

wissenschaftlich mit den Theorien der Klägerin auseinander, um ihre plakativen 

Vorwürfe zu belegen. Eine schlichte Verunglimpfung stellt noch keine Kritik dar und 

lässt sich nur mit ausserordentlichen Gründen rechtfertigen. Wenn die Beklagte eine 

"interessierte Öffentlichkeit" über den Hintergrund der von der Klägerin vertretenen 

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Theorien hätte informieren wollen, wäre es angebracht gewesen, dies gerade nicht in 

einer verkürzten und pointierten, sondern in einer sachlichen und differenzierten Art 

und Weise zu tun (Berufung, S. 9 Ziff. 33). Die Schreiben der Beklagten insgesamt sind 

klar darauf ausgerichtet, die Klägerin persönlich und ihre Arbeit in ein schlechtes Licht 

zu stellen sowie die Durchführung des von der Klägerin mit organisierten 

Matriarchatskongresses zu stören oder zu behindern, namentlich indem die Beklagte 

den nachträglichen Entzug erteilter Bewilligungen und zugesprochener Gelder sowie 

die Absage des Kongresses forderte (kläg.act. 6, S. 2; kläg.act. 7, S. 3). Unabhängig 

davon, ob die Behauptungen der Beklagten der Wahrheit entsprechen – was in keiner 

Weise dargetan ist – oder nicht, erweisen sich die von ihr mit den Schreiben verfolgten 

Ziele als nicht schutzwürdig und vermögen damit auch keine Persönlichkeitsverletzung 

zu rechtfertigen.

4.    Eine weitere widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung sah die Vorinstanz in der 

Aussage der Beklagten gegenüber dem Leiter der Kantonsbibliothek, die Klägerin habe 

eine gewalttätige Seite. Unbestritten ist, dass die Beklagte im April 2011 den Leiter der 

Kantonsbibliothek Vadiana St. Gallen aufsuchte und ihn, so führt es die Beklagte in 

ihrem an einen sehr breiten Adressatenkreis versandten Abschlussbericht "Mutterrecht 

statt Menschenrechte? Nein Danke" vom 8. Juni 2011 aus (kläg.act. 8 und 9, S. 8), 

"über die problematische Persönlichkeit" der Klägerin aufklärte, ihm "einige Beispiele 

ihrer physischen Attacken auf Frauen" erzählte und ihn dringend bat, die öffentliche 

Annahme des "Matriarchivs", die damit verbundene Ehrung der Klägerin und ihre 

Einladung auf den Matriarchatskongress zu verhindern. Es sei ihr jedoch im Gespräch 

mit dem Leiter der Kantonsbibliothek nicht gelungen, ihre Argumente gegen die Person 

der Klägerin anzubringen. Wann immer sie von der gewalttätigen Seite der Klägerin 

gesprochen habe, habe er versucht, von diesem heiklen und zentralen Thema 

abzulenken, indem er auch die mögliche Unwissenschaftlichkeit der 

Matriarchatstheorien nicht als Grund habe gelten lassen, das Archiv nicht anzunehmen.

a)    Gegen die zutreffende vorinstanzliche Feststellung, die gegenüber dem Leiter der 

Kantonsbibliothek geäusserte Behauptung, die Klägerin habe ein gewalttätige Seite, 

beeinträchtige das Gefühl und den Ruf der Klägerin, ein ehrbarer und anständiger 

Mensch zu sein, und sei daher persönlichkeitsverletzend (vi-Entscheid, S. 18), wendet 

sich die Beklagte nicht. Sie bringt lediglich vor, es handle sich bei den genannten 

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Äusserungen um Tatsachenbehauptungen, welche sie durch Zeugen und Zeuginnen 

nachweisen könne (Berufung, S. 10 Ziff. 35). Zwar handle es sich hier nicht um eine 

Kritik an der wissenschaftlichen Arbeit der Klägerin, die Vorinstanz habe aber zu 

Unrecht angenommen, es habe kein öffentliches Interesse bestanden, diese Tatsachen 

öffentlich zu machen.

Mit den vorinstanzlichen Erwägungen, dass auch die Äusserung wahrer Tatsachen 

nicht ohne Weiteres zulässig sei und es vorliegend gerade keine Rolle spiele, ob die 

Behauptungen wahr sind oder nicht (vi-Entscheid, S. 19), setzt sich die Beklagte 

wiederum nicht auseinander (vgl. E. III. 2b).

b)    Zur Rechtfertigung der persönlichkeitsverletzenden Äusserungen hatte die 

Beklagte bereits im vorinstanzlichen Verfahren pauschal vorgebracht, es liege 

zweifelsohne im öffentlichen Interesse, wenn sie andere Frauen vor Missbrauch, Gewalt 

und Ausbeutung in der A. warne. Zudem käme beim Matriarchatskongress als weiteres 

öffentliches Interesse an der Aufklärung dazu, dass dafür (sensible) öffentliche Räume 

genutzt sowie öffentliche Gelder gesprochen worden seien (Klageantwort, S. 36 Ziff. 

113, vgl. auch Duplik, S. 19 und vi-act. 48, Plädoyer, S. 8). Im Berufungsverfahren 

ergänzt die Beklagte, die Klägerin setze sich durch ihre Publikationen, ihren Auftritt am 

Matriarchatskongress und auch ihre (halböffentliche) Lebensweise selber der 

Öffentlichkeit aus und müsse daher auch mit öffentlicher Kritik daran rechnen. Es habe 

ein öffentliches Interesse bestanden, zumindest die der Matriarchatsforschung nahe 

stehenden Kreise auch über die Person, die sozusagen hinter dem Kongress stehe, zu 

informieren, da eine strikte Trennung zwischen Forschung und Person nicht gemacht 

werde (Berufung, S. 10 f. Ziff. 36 ff.). Die Vorinstanz hat korrekt aufgezeigt, dass das 

Engagement der Beklagten rund um den Matriarchatskongress zum Ziel hatte, den 

Auftritt der Klägerin am Kongress und die öffentliche Annahme des Matriarchivs zu 

verhindern (vgl. dazu insb. kläg.act. 7), die Beklagte diese Auseinandersetzung (auch) 

mit dem Leiter der Kantonsbibliothek aber nicht auf einer sachlichen Ebene führen 

wollte. Sie griff vielmehr auch zum Mittel der persönlichen Herabwürdigung der 

Klägerin, indem sie die Person in ein schlechtes Licht stellte. Ihre nachgeschobene 

Begründung dazu, es bestehe ein legitimes öffentliches Interesse, in den der 

Matriarchatsforschung nahe stehenden Kreisen auch über die hinter dem Kongress 

stehende Person zu informieren, überzeugt schon deshalb nicht, da sie die angeblich 

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gewalttätige Seite weit über den Kreis der am Matriarchatskongress hinaus 

interessierten Personenkreis erwähnte. Die Tatsache, dass die Veranstaltung sich teils 

im öffentlichen Raum abspielte und öffentliche Gelder gesprochen worden waren, 

erlaubte zwar ohne Weiteres eine kritische Auseinandersetzung mit den Ideen und 

Inhalten der klägerischen Arbeit, jedoch nicht die immer wiederkehrende Betonung 

einer gewalttätigen Seite der Klägerin (vgl. dazu auch E. III. 2b). Was unter 

halböffentlicher Lebensweise der Klägerin zu verstehen ist und inwiefern diese die 

Verletzung der klägerischen Persönlichkeit durch die Äusserung (auch) gegenüber dem 

Leiter der Kantonsbibliothek, die Klägerin sei gewalttätig, rechtfertigen soll, ist nicht 

ersichtlich. Insgesamt ist ein gewichtiges öffentliches Interesse daran, über die Klägerin 

persönlich herabsetzende, auf strafbares Verhalten hinweisende Äusserungen im 

Vorfeld des Matriarchatskongresses zu verbreiten, nicht dargetan (vgl. auch E. III. 2b). 

Die Persönlichkeitsverletzung ist somit widerrechtlich. 

5.    Im Nachgang zum Matriarchatskongress vom 12. - 15. Mai 2011 verfasste die 

Beklagte den genannten Abschlussbericht (vgl. vorne E. 4; kläg.act. 9) und sandte 

diesen an zahlreiche Behörden, Medien, Organisationen und Privatpersonen (vgl. 

kläg.act. 8). Im Abschnitt mit der Überschrift "Die autoritäre Persönlichkeitsstruktur der 

Anführerin" schreibt die Beklagte: "Die 'Gura' selber neigt zu sehr dramatischen und 

lauten Wutanfällen, die teilweise auch in physischen Attacken gipfelten".

a)    Wie die Vorinstanz zutreffend feststellte und was auch die Beklagte nicht 

bestreitet, lässt der Abschlussbericht eindeutig erkennen, dass mit "Anführerin" und 

"Gura" nur die Klägerin gemeint sein kann, auch wenn sie im fraglichen Abschnitt nicht 

namentlich genannt wird (vi-Entscheid, S. 20).

Die Beklagte bringt vor, es handle sich bei der zitierten Äusserung "Gura" um eine 

wahre Tatsachenbehauptung; die autoritäre Führung einer sektenähnlichen 

Gemeinschaft werde landläufig als Guru bezeichnet (Berufung, S. 11 Ziff. 40 ff.).

Die eingeklagte Äusserung ist in ihrer Gesamtheit und im Kontext, in welchem sie 

gemacht wurde, zu beurteilen, und es geht hier nicht in erster Linie um den Begriff 

"Gura", der isoliert betrachtet wohl tatsächlich nicht zwingend auf eine 

Persönlichkeitsverletzung schliessen lassen müsste. Allerdings gibt die Beklagte in 

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dieser Passage des Abschlussberichts selbst an, den Begriff "Guru" (bzw. das daraus 

absichtlich grammatikalisch unkorrekt abgeleitete "Gura") in seiner populären und eher 

negativen Konnotation zu verwenden (kläg.act. 9, S. 5 Fn 12). Entscheidend ist aber, 

dass nach der Beklagten die als die Klägerin erkennbare "Gura" als unbeherrschte, 

aufbrausende und gewalttätige (Wutanfälle, die teilweise in physischen Attacken 

gipfelten) Persönlichkeit dargestellt wird. Wie bereits die Vorinstanz ausführte (vi-

Entschied, S. 20), wird ihr damit nicht nur ein schlechter Charakter, sondern auch ein 

gesellschaftlich verpöntes und gar ein strafrechtlich relevantes Verhalten unterstellt, 

was fraglos ihr gesellschaftliches Ansehen herabsetzt und somit 

persönlichkeitsverletzend ist.

b)    Die Beklagte rechtfertigt die betreffenden Äusserungen im Abschlussbericht im 

Berufungsverfahren mit einem öffentlichen Interesse an der Aufklärung über 

sektenähnliche Organisationen und deren geistige Führer (Berufung, S. 11 Ziff. 43). Vor 

Vorinstanz hatte die Beklagte ohne konkreten Bezug zu dieser Passage im 

Abschlussbericht bereits die Sektenprävention als öffentliches Interesse genannt 

(Klageantwort, S. 36, Ziff. 111 f.; Duplik, S. 19). Es ist allerdings nicht ersichtlich, wie 

die auf die Person zielende Äusserung, die Klägerin neige – durch viele Zeuginnen über 

die Jahre hin sowie durch die eigenen Familienmitglieder zu bezeugende Tatsache – 

"zu sehr dramatischen und lauten Wutanfällen, die teilweise auch in physischen 

Attacken gipfelten", der Aufklärung über die Struktur der A. und deren angebliche 

aktuelle Gefahr dienen könnte. Denn die Beklagte nennt im vorliegenden Verfahren 

keine Familienmitglieder und als Zeuginnen keine, die über Ereignisse Zeugnis ablegen 

könnten, die nicht auf die Zeit der gescheiterten Frauenwohngemeinschaft Ende der 

1980er, Anfang der 1990er Jahre zurückgehen. Wenn sie zudem erklärt (Duplik, S. 11 

Ziff. 4.7 und S. 19), sie hätte sich seit 2002 nicht mehr mit der Klägerin bzw. der 

Gruppierung um sie herum befasst, liegt die Sektenprävention als Motiv für ihr 

Vorgehen gegen die Klägerin nicht nahe. Eine kritische Beleuchtung der aktuellen 

Organisationsstruktur oder eine sachliche Auseinandersetzung mit möglichen Gefahren 

findet sich im Abschlussbericht, selbst im Abschnitt "Struktur und politische Ansprüche 

der Gruppierung Akademie A.", denn auch nicht. Die angebliche Aufklärung über die A. 

und ihr Wirken gleicht vielmehr einer stark subjektiv gefärbten Bewertung der von ihr 

vertretenen Ansichten. Auch ein grundsätzlich vorhandenes öffentliches Interesse an 

Sektenprävention und Aufklärung über sektenähnliche Organisationen kann die auf die 

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persönliche Verunglimpfung der Person zielende Äusserung in diesem sehr weit 

gestreuten Abschlussbericht nicht rechtfertigen. Folglich ist die 

Persönlichkeitsverletzung widerrechtlich. 

6.    Die Beklagte wird in der NZZ vom 8. Mai 2011 mit folgender Aussage über die 

Klägerin zitiert: "Sie verbreitet höchst undemokratisches Gedankengut, in dem sie die 

Priesterinnen-Herrschaft propagiert und Menschenopfer glorifiziert" (kläg.act. 11; 

Klage, S. 5 f.). Das St. Galler Tagblatt vom 10. Mai 2011 greift diese Aussage der 

Beklagten, wonach die Klägerin Menschenopfer glorifiziere, auf (kläg.act. 12).

Die Beklagte behauptet erstmals im Berufungsverfahren, ihre Aussage sei in der 

Zeitung zusammengezogen und zugespitzt wiedergegeben worden (Berufung, S. 12 

Ziff. 45 und 47 f.). Diese Behauptung erfolgt verspätet und ist daher unbeachtlich. Im 

Übrigen ist sie auch wenig glaubhaft, formulierte doch die Beklagte in ihren eigenen 

Schreiben die inhaltlich selbe Behauptung nicht weniger komprimiert und zugespitzt 

(kläg.act. 6, S. 1 unten; kläg.act. 7, S. 2 Mitte). Ausserdem erläutert die Beklagte nicht, 

welche Differenzierung oder Erläuterung ihre Aussage gegenüber den Journalisten 

noch beinhaltet hätte. Sie macht vielmehr geltend, es handle sich dabei um eine wahre 

Tatsachenbehauptung, welche durch ein öffentliches Interesse an der Information über 

öffentliche Veranstaltungen und deren Organisatorinnen gerechtfertigt sei 

(Klageantwort, S. 20 f. Ziff. 67 ff.; Berufung, S. 12 Ziff. 45).

a)    Die in der Presse zitierte Äusserung der Beklagten entspricht inhaltlich der 

Behauptung, welche sie in ihren Schreiben vom 8. März 2011 und 21. April 2011 

(kläg.act. 6 und 7) im Hinblick auf den Matriarchatskongress formuliert hatte, wonach 

die Klägerin in ihren Theorien Bilder theokratischer Gesellschaften, inklusive 

Idealisierung von Menschenopfern, entwerfe. Dass durch solche Aussagen die 

Persönlichkeit der Klägerin verletzt wird, wurde bereits festgestellt (vgl. E. III. 3a).

b)    Die Beklagte rügt, die Vorinstanz habe verkannt, dass die breite Öffentlichkeit rund 

um den Matriarchatsprozess in St. Gallen sehr wohl an der Matriarchatsbewegung 

interessiert gewesen sei und aufgrund dieses Anlasses ein grosses Medieninteresse 

bestanden habe. Die Klägerin müsse als relative Person der Zeitgeschichte verstanden 

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werden, welche sich stärkerer Kritik ausgesetzt sehen müsse als andere Personen 

(Berufung, S. 12 Ziff. 46).

Zu keinem anderen Schluss kommt allerdings auch die Vorinstanz, wenn sie in ihrem 

Entscheid ausführt, die Klägerin sei in den an der Matriarchatsforschung interessierten 

Kreisen bekannt und müsse mehr als ein gewöhnlicher Bürger ertragen, dass sie 

kritisiert und beurteilt werde (vi-Entscheid, S. 22 f.). Somit stösst diese Rüge der 

Beklagten ins Leere. In den Medien erfolgte denn auch eine durchaus kritische 

Berichterstattung rund um den Matriarchatskongress. 

Weitere Einwände, weshalb der vorinstanzliche Entscheid betreffend die Feststellung, 

die zu beurteilende Persönlichkeitsverletzung sei widerrechtlich (vi-Entscheid, S. 23), 

falsch sei, bringt die Beklagte nicht vor, womit es dabei bleibt.

7.    In der NZZ am Sonntag vom 15. Mai 2011 wird die Beklagte wie folgt zitiert: "K. ist 

eine gewalttätige Guru-Frau" (kläg.act. 15; Klage, S. 5 f.). Die Beklagte bestreitet 

grundsätzlich nicht, diese Aussage gemacht zu haben (vgl. aber nachstehend vor b).

a)    Die Beklagte wendet ein, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz in 

Bezug auf den Artikel der NZZ am Sonntag es als relevant erachte, dass sie, die 

Beklagte, in ihrem Abschlussbricht in Bezug auf den Ausdruck "Guru" in einer Fussnote 

von einer "populären und eher negativen Konnotierung" spreche. Für den vorliegend zu 

beurteilenden Sachverhalt habe der Abschlussbericht absolut keine Relevanz 

(Berufung, S. 13 Ziff. 50).

Im vorinstanzlichen Entscheid wird differenziert dargelegt, was unter dem Begriff 

"Guru" verstanden werden kann und dass die Bezeichnung einer Person als "Guru" 

bewundernd und anerkennend oder aber spöttisch und abwertend gemeint sein kann 

(vi-Entscheid, S. 23 f.). Ob der Begriff "Guru" eine positive oder negative Wertung 

impliziere – so führt die Vorinstanz weiter aus –, hänge letztlich vom Zusammenhang 

ab, in dem der Begriff konkret verwendet werde. Vorliegend habe die Beklagte die 

Klägerin als "gewalttätige Guru-Frau" bezeichnet. In dieser Kombination könne auch 

dem Begriff "Guru" nichts Positives mehr abgewonnen werden. Lediglich in einer 

Anmerkung – was die Einleitung "überdies" verdeutlicht – erwähnt die Vorinstanz, dass 

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die Beklagte den Ausdruck "Guru" im Abschlussbericht vom 8. Juni 2011 nach eigenen 

Angaben in einer negativen Konnotation verwendet habe. Für die Vorinstanz war dies 

also gerade nicht entscheidrelevant. Dass die eingeklagte Behauptung, "K. ist eine 

gewalttätige Guru-Frau", die Ehre der Klägerin nicht beeinträchtigt, behauptet auch die 

Beklagte nicht. 

Weiter bringt die Beklagte vor, der gesamte Artikel sei in einem sehr zynischen Ton 

geschrieben. Die Klägerin werde darin mit der Aussage zitiert, "B. ist eine latent 

gewalttätige Denunziantin". Diese Aussage sei genauso oder genauso wenig 

persönlichkeitsverletzend wie diejenige, die sie, die Beklagte, gemacht habe. Es sei 

daher davon auszugehen, dass der Journalist die Aussagen bewusst zugespitzt habe, 

weshalb ihr die Art und Weise der Aussage nicht angelastet werden könne (Berufung, 

S. 13 Ziff. 51).

Es mag sein, dass die Journalistin in ihrem Artikel unterschwellig durchblicken lässt, 

dass sie die Anliegen und Ansichten der Kongressbesucherinnen nicht ganz teilt. 

Dennoch ist ihr Bericht grundsätzlich in einem sachlich-beschreibenden Stil gehalten. 

Ob die darin enthaltene, der Klägerin zugeschriebene Aussage ebenfalls 

persönlichkeitsverletzend ist oder nicht, ist für den vorliegenden Entscheid nicht 

relevant. Dass die Aussagen in zugespitzter und damit den zitierten Personen nicht 

anzulastender Form wiedergegeben werden, bringt die Beklagte im Berufungsverfahren 

erstmals und damit verspätet vor; vor Vorinstanz hatte sie jedenfalls nicht bestritten, 

die zitierte Aussage gemacht zu haben (vgl. Klageantwort, S. 23 Ziff. 79 f.). Im Übrigen 

hat sich die Beklagte bereits mehrfach in ähnlicher Form geäussert (vgl. kläg.act. 9, 

S. 5 und 8), weshalb kein Grund zur Annahme besteht, dass die Art und Weise der 

Aussage auf die Journalistin und nicht auf die Klägerin zurückzuführen ist.

b)    Den differenzierten und nachvollziehbaren Ausführungen der Vorinstanz, weshalb 

die persönlichkeitsverletzende Äusserung der Beklagten ausserdem widerrechtlich ist, 

ist zuzustimmen (vi-Entscheid, S. 24). Die Beklagte legt denn auch nicht dar, weshalb 

die entsprechenden Erwägungen unrichtig sein sollten. Folglich hat die Beklagte auch 

mit der Behauptung in der Presse im Zusammenhang mit dem Matriarchatskongress, 

die Klägerin sei "eine gewalttätige Guru-Frau", diese widerrechtlich in ihrer 

Persönlichkeit verletzt.

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8.    Die Klägerin hält der Beklagten vor, sie habe gegenüber Z. behauptet, sie, die 

Klägerin, habe junge Mädchen vergewaltigt, Frauen eingesperrt und verprügelt (Klage, 

S. 6). Dies soll sich am letzten Tag des Kongresses in St. Gallen beim Zug durch die 

Stadt, der am 15. Mai 2011 stattgefunden und den die Beklagte mit dem Fahrrad 

verfolgt habe, ereignet haben (Replik, S. 50 ff.). Die Beklagte bestreitet, jemals solche 

Aussagen gemacht zu haben (Klageantwort, S. 25 Ziff. 86; Berufung, S. 14 Ziff. 53). Die 

Vorinstanz habe es zu Unrecht als erwiesen angesehen, dass diese Aussagen so 

gemacht worden seien (Berufung, S. 14 Ziff. 56). Die Klägerin weist darauf hin, dass sie 

Z. als Zeugin angerufen habe, das Kreisgericht habe eine Anhörung jedoch zu Recht 

nicht als nötig befunden (Berufungsantwort, S. 11).

a)    Wie bereits erläutert, obliegt der Nachweis der Persönlichkeitsverletzung der 

Klägerin (E. III. 1b). Der Beweis ist erbracht, wenn vernünftigerweise nicht mehr mit der 

Möglichkeit des Gegenteils gerechnet werden muss (Leuenberger/Uffer-Tobler, 

Schweizerisches Zivilprozessrecht, N 9.160). Das Gericht bildet seine Überzeugung 

nach freier Würdigung der Beweise (Art. 157 ZPO). Zu beweisen sind jedoch nur 

streitige Tatsachen (Art. 150 Abs. 1 ZPO). Tatsachenbehauptungen, die nicht bestritten 

werden, können grundsätzlich ohne Beweisverfahren dem Entscheid zugrunde gelegt 

werden (Leuenberger/Uffer-Tobler, a.a.O., N 9.3). Die Bestreitung hat substantiiert zu 

erfolgen, das heisst die Gegenpartei hat im Einzelnen und im Hinblick auf jede 

Behauptung darzulegen, was bestritten wird. Pauschalbestreitungen genügen nicht 

(Leuenberger/Uffer-Tobler, a.a.O., N 9.4).

aa)  Zum Vorwurf der Vergewaltigung ist vorab anzumerken, dass es sich dabei um 

einen Straftatbestand handelt, der einen erzwungenen Beischlaf und als Opfer eine 

Personen weiblichen Geschlechts voraussetzt (Art. 190 StGB); als unmittelbarer Täter 

fällt nur ein Mann in Betracht. Umgangssprachlich können unter einer Vergewaltigung 

aber auch andere Arten von sexueller Gewalt verstanden werden, bei welchen ebenso 

Frauen als Täterinnen oder Männer als Opfer denkbar sind. Vorliegend braucht nicht 

geklärt zu werden, was genau unter der behaupteten Äusserung, die Klägerin habe 

Frauen vergewaltigt, zu verstehen ist, da der Vorwurf ein Sexualdelikt begangen zu 

haben – welcher Art auch immer –, die Ehre einer Person ohne Zweifel ohnehin stark 

beeinträchtigt.  

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bb)  Die Klägerin legt als Beweis für die behaupteten Aussagen unter anderem einen 

Auszug aus dem handschriftlich geführten Tagebuch von Z. ins Recht (kläg.act. 74). 

Auf dem Kalenderblatt des 15. Mai beschreibt Z. die Begegnung mit der Beklagten. 

Diese habe "wüste Beschimpfungen gegen K." losgelassen, "so voller Hass mit 

lächelndem Gesicht". Weiter liegt ein undatiertes "Gedächtnisprotokoll" in den Akten, 

in welchem Z. den Vorfall vom 15. Mai 2011 detailliert schildert und Aussagen beider 

als wörtlichen Dialog zwischen ihr und der Beklagten festhält, unter anderem, dass 

diese gesagt habe, die Klägerin habe Frauen geschlagen, eingesperrt und vergewaltigt 

(kläg.act. 74). Die Beklagte bestreitet pauschal, "jemals gegenüber Z. solche Aussagen 

gemacht zu haben" (Klageantwort, S. 25 Ziff. 86; Berufung, S. 14 Ziff. 53). Konkret führt 

sie aus, die Aufzeichnungen von Z. widerspiegelten nur deren subjektive Interpretation 

einer Begegnung, eine Interpretation, die sich von ihrer, jener der Beklagten, ziemlich 

unterscheide (Replik, S. 15). In der Folge greift die Beklagte einzelne Behauptungen 

aus der Replik auf, dementiert diese allerdings nicht, sondern bestätigt sie implizit. So 

bemerkt sie zur klägerischen Feststellung, sie, die Beklagte, habe den Zug durch die 

Stadt auf dem Fahrrad verfolgt, lediglich, sie habe immer gedacht, dass es der Sinn 

einer Demonstration sei, von möglichst vielen Leuten "verfolgt" zu werden (Replik, S. 

50 Ziff. 4.8; Duplik, S. 15). Zur Behauptung der Klägerin, sie, die Beklagte, habe schon 

auf dem Klosterplatz durch ihr Geschrei: "Sekte!" die Leute aufgehetzt, folgen lediglich 

Ausführungen, weshalb der Klosterplatz nicht der geeignete Platz für eine solche 

Veranstaltung gewesen sei. Unter anderem seien katholische Gläubige in ihren 

religiösen Gefühlen verletzt worden. Auch sie, die Beklagte, habe sich durch 

Bemerkungen von Z. in ihren religiösen Gefühlen sehr verletzt gefühlt (Duplik, S. 15). 

Welche Bemerkungen damit gemeint sind, erläutert die Beklagte nicht, gesteht damit 

jedoch zu, mit Z. ein Gespräch geführt zu haben. Zur Äusserung, die Klägerin habe 

Frauen geschlagen und eingesperrt, beantragt die Beklagte die Einvernahme der 

Zeugin S. (Duplik, S. 15 unten). Da die Beklagte selber ausführt, für die fragliche 

Begegnung gebe es keine weiteren Zuhörer oder andere Zeugen (Duplik, S. 15 oben), 

und sie die genannte Zeugin bereits mehrfach anführte, um die behauptete 

Gewalttätigkeit der Klägerin zu beweisen (vgl. Klageantwort, Ziff. 12, 19 f., 48 f., 55 f. 

und 80), können die beklagtischen Ausführungen nur so verstanden werden, dass die 

Beklagte anerkennt, gegenüber Z. behauptet zu haben, die Klägerin habe Frauen 

geschlagen und eingesperrt, diese Behauptungen jedoch für inhaltlich wahr hält. Von 

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sämtlichen von Z. im Gedächtnisprotokoll geschilderten Details bestreitet die Beklagte 

ausdrücklich einzig die Behauptung, sie habe die Klägerin beschuldigt, Frauen 

vergewaltigt zu haben (Duplik, S. 15).

Das von Z. verfasste Gedächtnisprotokoll zum Nachmittag vom 15. Mai 2011 schildert 

detailliert, auf verschiedenen Ebenen (äussere Begleitumstände, Gesprächsinhalt, 

Mimik, eigene Gedanken und Gefühle, Interaktionen), in sich schlüssig und plausibel 

die Begegnung mit der Beklagten. Anlässlich ihrer Zeugenaussage vom 13. März 2015 

bestätigte Z., dieses Protokoll verfasst und unterzeichnet zu haben 

(Einvernahmeprotokoll [B/30], S. 4). Sie führte zudem aus, sie habe sich sofort nach der 

fraglichen Begegnung mit der Beklagten Notizen gemacht. Sie habe nämlich der 

Klägerin davon erzählen wollen, diese aber zuerst nicht erreicht und deshalb alles 

aufgeschrieben, "damit das hängen bleibt" (Einvernahmeprotokoll [B/30], S. 5). Das 

Gedächtnisprotokoll sei dann, direkt nachdem sie von der Veranstaltung in St. Gallen 

wieder nach Hause gekommen sei, aus den vorgängig gemachten handschriftlichen 

Notizen entstanden. Heute könne sie sich zwar nicht mehr an alles so genau erinnern – 

ausser an den einen Satz mit der Vergewaltigung, weil das so grotesk sei –, aber die in 

direkter Rede festgehaltenen Sätze im Protokoll habe sie genau so aufgeschrieben, wie 

sie gefallen seien (Einvernahmeprotokoll [B/30], S. 4 f.). Sie sei sich ganz sicher, dass 

ihr die Beklagte damals über die Klägerin gesagt habe: "Sie hat Frauen eingesperrt, 

geschlagen und vergewaltigt" (Einvernahmeprotokoll [B/30], S. 5).

Die Zeugin hat zwar seit Jahrzehnten eine freundschaftliche Beziehung zu der Klägerin 

und hat das Gedächtnisprotokoll insbesondere deshalb erstellt, um es dieser zu 

übergeben, damit sie sich – allenfalls vor Gericht – gegen die Vorwürfe wehren könne. 

Insgesamt sind jedoch keine Gründe ersichtlich, weshalb das Protokoll gerade in 

diesem einen, noch beweisbedürftigen Punkt nicht den Tatsachen entsprechen sollte. 

Die Verfasserin hat glaubhaft geschildert, wie das Protokoll entstanden ist und weshalb 

sie in der Lage war, aus dem Gedächtnis den fraglichen Satz wörtlich wiederzugeben. 

Die Bestreitung der Beklagten, "jemals die von Z. behaupteten Aussagen gemacht zu 

haben", erscheint dagegen wenig glaubhaft (Berufung, S. 14 Ziff. 53), ist doch bereits 

aus den Akten ersichtlich, dass dies nicht zutrifft. So brachte die Beklagte schon im 

Schreiben vom 28. Oktober 1999 den Vorwurf sexueller und anderer körperlicher 

Gewalt vor (kläg.act. 4). Die Bestreitungen der Beklagten wirken ausserdem sehr 

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pauschal, ausweichend und widersprechen sich teilweise. So bestreitet sie zuerst "alle 

[…] aufgestellten Behauptungen, Projektionen, Gedächtnisprotokolle und subjektive 

Einschätzungen, besonders jene von Z." (Duplik, S. 14 unten), stellt diesen allerdings 

keine eigene Sachverhaltsdarstellung der Begegnung gegenüber, sondern bestätigt mit 

ihren punktuellen Anmerkungen implizit die Aufschriebe von Z. inhaltlich. Wenn die 

Beklagte anführt, die Tagebuchnotizen und das Gesprächsprotokoll von Z. gäben 

lediglich deren "subjektive Interpretation einer Begegnung" wieder, sie, die Beklagte, 

interpretiere diese Begegnung aber anders (Duplik, S. 15 oben), so bekennt sie damit, 

dass ihre von der Klägerin abweichende Vorstellung des Sachverhalts lediglich auf eine 

unterschiedliche Interpretation der Begebenheit zurückzuführen ist. Während die 

Schilderung von gewissen Beobachtungen oder inneren Vorgängen durchaus subjektiv 

gefärbt sein kann, trifft dies auf die Wiedergabe von Wortlauten gerade nicht zu. Der 

Bericht von Z. betreffend die Äusserungen der Beklagten ist klar und deutlich und lässt 

keinen Raum für Interpretationen.

Kein anderes Bild ergibt sich aus der Beweisaussage der Beklagten vom 15. März 

2015. Dabei bringt diese erstmals vor, es sei Z. gewesen, welche ihr, der Beklagten, 

wegen angeblicher Kritik an der Klägerin Vorwürfe gemacht habe. Sie habe sich 

gegenüber Z. nicht über die Klägerin geäussert und auch deren Projekt oder den 

Kongress nicht kritisiert (Einvernahmeprotokoll [B/31], S. 3 f.). Auf Nachfragen, was sie 

denn zu Z. gesagt oder auf deren Vorwürfe erwidert habe, erklärt die Beklagte, sie habe 

ganz sicher nicht gesagt, die Klägerin habe Frauen vergewaltigt, weil das nicht stimme. 

Frauen könnten Frauen gar nicht vergewaltigen. Man könne ja einen Menschen oder 

eine Institution kritisieren, aber man müsse nicht etwas sagen, was nicht stimme. Es sei 

ihr ja sowieso nur um die Stadt und die Behörden gegangen, die da Gelder gesprochen 

hätten, für Dinge, die da nicht hingehörten (Einvernahmeprotokoll [B/31], S. 3). Sie, die 

Beklagte, habe bei diesem Gespräch eigentlich gar nicht viel gesagt, es habe ihr die 

Sprache verschlagen. Sie habe dann nur gemeint, sie sei ja nicht die einzige, die die 

Klägerin kritisiere. Deshalb habe sie Z. dann auch die Telefonnummer von U.– eine 

ehemalige Kaderfrau der A. – gebracht. Sie habe sich gedacht, wenn die Wahrheit nicht 

aus ihrem Mund gehört werde, dann vielleicht aus einem anderen 

(Einvernahmeprotokoll [B/31], S. 5). Die Aussagen der Beklagten erscheinen als wenig 

glaubhaft, wenn sie einerseits ausführt, sie habe sich gar nicht über die Klägerin 

geäussert, andererseits aber Z. entgegnet haben will, es gebe ja noch andere 

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Personen, welche die Klägerin kritisieren würden. Es überzeugt auch nicht, wenn die 

Beklagte von der Wahrheit aus ihrem Mund spricht, welche von Z. nicht gehört worden 

sei, aber möglicherweise aus dem Mund einer ehemaligen Kaderfrau der A. gehört 

werde, obwohl sie sich – wie gesagt – nicht über die Klägerin geäussert und auch die 

A. nicht kritisiert haben will. Ausserdem lässt das gesamte Verhalten der Beklagten – 

wie bereits mehrfach festgestellt wurde (E. III. 2b, 3b, 4b, 5b) – darauf schliessen, dass 

für sie sehr wohl die Herabsetzung der Klägerin als Person und nicht das Führen eines 

sachlichen Diskurses über verschiedene Weltanschauungen oder die 

Bewilligungspraxis der Behörden im Zentrum stand. 

Mit der Möglichkeit, dass die Beklagte die umstrittenen Äusserungen nicht gemacht 

hat, ist in Anbetracht der Umstände, der Parteibehauptungen und der vorliegenden 

Beweise nicht zu rechnen. Folglich ist davon auszugehen, dass die Beklagte 

gegenüber Z. geäussert hat, die Klägerin habe Frauen geschlagen, eingesperrt und 

vergewaltigt. Dass eine solche Behauptung persönlichkeitsverletzend ist, bestreitet 

auch die Beklagte nicht.

b)    Die Beklagte bringt keine Gründe vor, weshalb die persönlichkeitsverletzenden 

Äusserungen der Beklagten sich rechtfertigen liessen. Folglich steht fest, dass die 

Beklagte die Persönlichkeit der Klägerin auch mit den genannten Aussagen gegenüber 

Z. widerrechtlich verletzt hat.

9.    Schliesslich hat die Vorinstanz im wiederholten Sekten-Vorwurf der Beklagten eine 

widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung der Klägerin gesehen. Die Klägerin wirft der 

Beklagten vor, sie habe die von ihr, der Klägerin, betriebene Akademie A. mehrfach in 

der Öffentlichkeit als Sekte oder sektenähnliche Organisation bezeichnet; dies 

insbesondere auch im Abschlussbericht zum Matriarchatskongress (Klage, S. 7; Replik, 

S. 74 f. unter Aufführung mehrerer Zitate aus dem Bericht). Die Beklagte bestreitet 

nicht, diese Aussagen gemacht zu haben.

a)    Zur Feststellung der Vorinstanz, die Beklagte bringe die Klägerin im 

Abschlussbericht explizit mit den negativen Aspekten einer Sekte in Verbindung, stelle 

sie mit den genannten Äusserungen in ein schlechtes Licht und verletze damit ihre 

Persönlichkeit (vi-Entscheid, S. 26 f.), bringt die Beklagte nichts vor. Folglich bestreitet 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/32

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sie die durch sie verursachte Persönlichkeitsverletzung nicht, weshalb sich weitere 

Erwägungen dazu erübrigen.

b)    Wie bereits vor Vorinstanz beruft sich die Beklagte jedoch auf die sachliche 

Begründetheit ihrer Behauptung und zur Rechtfertigung der Persönlichkeitsverletzung 

auf das öffentliche Interesse an der Sektenprävention (Berufung, S. 14 f. Ziff. 58 f.). 

Während sie noch in der Duplik festgehalten hatte, es sei nicht Aufgabe von Gerichten, 

sondern von unabhängigen Sachverständigen, zu beurteilen, ob eine Gruppierung oder 

eine "Akademie" sektenartige Eigenschaften besitze (Duplik, S. 17), betont sie in der 

Berufung (S. 14 Ziff. 57 ff. unter Verweis auf die Klageantwort) wiederum, man könne 

sich für die Beurteilung der A. auf sachliche Argumente der Sektenprävention stützen, 

und sie selber besitze die Sachkompetenz, um Gruppierungen als sektenartig zu 

qualifizieren. Zudem beruft sie sich auf eine in der Berichterstattung zum 

Matriarchatskongress zitierte Einschätzung des Sektenexperten E., welcher jedoch 

trotz kritischer Einschätzung der Veranstaltung dahin zitiert wird, dass er nicht zu 

beurteilen vermöge, ob es sich bei der Akademie um eine Sekte handle (kläg.act. 13). 

Weitere von der "Anzahl von Fachleuten" aus der Schweiz, Deutschland und Österreich 

(vgl. Duplik, S. 17) nennt sie nicht. Die Sektenprävention erscheint jedoch vor dem 

ganzen Hintergrund nicht als Motivation für die im weit verbreiteten Abschlussbericht 

mehrfach vorzufindenden Sektenvorwürfe ohne fundierte Abstützung auf von der 

Beklagten behauptete unabhängige Fachleute. Die Beklagte selber will sich seit 2002 

nicht mehr mit der Gruppierung um K., mit ihrem Verein und der Akademie befasst 

oder dafür interessiert haben (Duplik, S. 11 Ziff. 4.7), weshalb fraglich ist, wie sie aus 

eigener Beurteilung die Qualifikation abgeben konnte. Im Abschlussbericht sind als 

"Ziele des Whistleblowing" u.a. die "Vision, dass der Kongress [...] nicht statt findet", 

und "keine weiteren öffentlichen Plattformen für sie und ihre Anhängerinnen" formuliert 

(S. 10), so dass die wirkliche Motivation der Beklagten es wiederum war, auf die Person 

der Klägerin und ihre Arbeit zu zielen und ein weiteres Mal einen Auftritt der Klägerin zu 

verhindern. Bei aller Berechtigung einer kritischen Beurteilung des Kongresses an sich 

erscheint der mit der Klägerin und ihrer Akademie A. im Abschlussbericht gestreute 

Sektenvorwurf durch kein öffentliches Interesse am Schutz vor Vereinnahmung durch 

Sekten oder sektenähnliche Organisationen gerechtfertigt. Mit den vorinstanzlichen 

Erwägungen, weshalb die Absicht und der Zweck, mit dem die Beklagte die Klägerin 

mit den negativen Aspekten einer Sekte in Verbindung brachte, nicht schutzwürdig 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/32

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seien, kein überwiegendes privates oder öffentliches Interesse darstellten und daher 

widerrechtlich seien (vi-Entscheid, S. 27), setzt sich die Beklagte denn auch nicht 

auseinander. Folglich steht fest, dass die Beklagte die Persönlichkeit der Klägerin 

widerrechtlich verletzt hat, indem sie die von der Klägerin betriebene Akademie A. 

mehrfach als Sekte oder sektenähnliche Organisation bezeichnete.  

10.  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beklagte mit sämtlichen im 

Berufungsverfahren noch zu beurteilenden Äusserungen die Persönlichkeit der Klägerin 

ohne Rechtfertigungsgrund verletzt hat, namentlich indem sie mit Schreiben vom 28. 

Oktober 1999 (kläg.act. 4) behauptete, die Klägerin habe andere Frauen verprügelt, um 

ihr Geld betrogen, geistigen Diebstahl betrieben, lobe gewalttätige Gesellschaftsformen 

mit Menschenopfern und habe sexuelle Gewalt und Missbrauch ausgeübt, mit Brief 

vom 8. März 2011 (kläg.act. 6) sowie E-Mail vom 21. April 2011 (kläg.act. 7) 

behauptete, die Klägerin entwerfe "in ihren Theorien Bilder theokratischer 

Gesellschaften, inklusive Idealisierung von Menschenopfern", im April 2011 gegenüber 

dem Leiter der Kantonsbibliothek Vadiana St. Gallen behauptete, die Klägerin sei 

gewalttätig, im Abschlussbericht vom 8. Juni 2011 (kläg.act. 9) schrieb, "Die 'Gura' 

selber neigt zu sehr dramatischen und lauten Wutanfällen, die teilweise auch in 

physischen Attacken gipfelten", in der NZZ am Sonntag vom 8. Mai 2011 mit folgender 

Aussage über die Klägerin zitiert wurde: "Sie verbreitet höchst undemokratisches 

Gedankengut, in dem sie die Priesterinnen-Herrschaft propagiert und Menschenopfer 

glorifiziert" (kläg.act. 11), in der NZZ am Sonntag vom 15. Mai 2011 wie folgt zitiert 

wurde: "K. ist eine gewalttätige Guru-Frau" (kläg.act. 15), am 15. Mai 2011 gegenüber 

Z. behauptete, die Klägerin habe Frauen geschlagen, eingesperrt und vergewaltigt, und 

schliesslich die von der Klägerin betriebene Akademie A. mehrfach in der Öffentlichkeit 

als Sekte oder sektenähnliche Organisation bezeichnete.

11.  Die Klägerin verlangte vor erster Instanz für die erlittenen 

Persönlichkeitsverletzungen gestützt auf Art. 28a Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 49 Abs. 1 OR 

eine Genugtuungssumme von Fr. 10'000.– samt 5% Zins seit Klageeinleitung (Klage, 

Rechtsbegehren Ziffer 3). Sie führt aus, die Vorwürfe der Beklagten seien für sie schwer 

zu ertragen und störten ihr Selbstbildnis und ihr Selbstvertrauen. Es werde ihr 

verunmöglicht, ungezwungen auf ihre Mitmenschen zuzugehen, da sie immer damit 

rechnen müsse, dass diese ihr aufgrund der Aussagen der Beklagten mit grosser 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/32

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Zurückhaltung, Angst und Ablehnung begegnen würden. Ihre sozialen Kontakte würden 

getrübt und gestört. Ihre Ehre als Mensch und als Wissenschaftlerin werde 

herabgesetzt. In der Welt der Wissenschaft verliere sie an Glaubwürdigkeit und 

Anziehungskraft, denn wer lade schon eine Wissenschaftlerin zu einem Kongress oder 

Vortrag ein, wenn von vornherein mit einem medialen Eklat zu rechnen sei. Sie werde 

nicht nur sozial, sondern auch wissenschaftlich und wirtschaftlich isoliert, erleide 

dadurch namhafte materielle und immaterielle Einbussen. Die Verletzungen ihrer 

Person seien nicht nur schwerwiegend bezüglich der Schwere der getätigten Vorwürfe, 

sondern auch bezüglich der Dauer und der Ausbreitung (Klage, S. 8 f.). Die Vorinstanz 

bejahte den Anspruch auf Genugtuung im Grundsatz, hielt jedoch eine solche in Höhe 

von Fr. 5'000.– als angemessen (vi-Entscheid, S. 30 ff.). Die Beklagte wendet dagegen 

ein, eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 5'000.– erschiene selbst dann nicht als 

gerechtfertigt, wenn einzelne Aussagen als persönlichkeitsverletzend zu qualifizieren 

wären, da diese Verletzungen nicht geeignet seien, eine seelische Unbill in einer 

Schwere zu verursachen, die eine Genugtuung in dieser Höhe rechtfertigen würde. Eine 

Genugtuung in dieser Höhe erscheine – insbesondere mit Blick auf die 

Rechtsprechung, welche selbst bei schweren Körperverletzungen kaum höhere 

Genugtuungssummen zuspreche – auf jeden Fall unverhältnismässig (Berufung, S. 15 f. 

Ziff. 62). Die Klägerin hält den Vergleich mit Genugtuungssummen bei Körperverletzung 

nicht für einschlägig und die zugesprochenen Fr. 5'000.– eher an der unteren Grenze 

und keinesfalls unverhältnismässig angesichts der über Jahre verbreiteten 

persönlichkeitsverletzenden Äusserungen (Berufungsantwort, S. 13 f.).  

a)    Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, hat Anspruch auf Leistung 

einer Geldsumme als Genugtuung, sofern die Schwere der Verletzung es rechtfertigt 

und diese nicht anders wiedergutgemacht worden ist (Art. 49 Abs. 1 OR). Das Gericht 

kann anstatt oder neben der Geldleistung auch auf eine andere Art der Genugtuung 

wie z.B. die Publikation des Entscheids erkennen (Art. 49 Abs. 2 OR; vgl. BGE 131 III 

26 E. 12; BGer 5C.66/2006 E. 4.3 [nicht publiziert in BGE 133 III 153]; BSK ZGB I-Meili, 

Art. 28a N 17; BK-Brehm, N 102 ff. zu Art. 49 OR). Die Zusprechung von Genugtuung 

setzt nach der Rechtsprechung voraus, dass eine (objektiv) schwere 

Persönlichkeitsverletzung vorliegt, die zugleich auch subjektiv von der Verletzten als 

schwerer seelischer Schmerz empfunden wird (Hausheer/Aebi-Müller, a.a.O., N 14.63; 

BGer 5A_376/ 2013 E. 8.1; BGE 120 II 97 E. 2). Ist eine Verletzung nach der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/32

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allgemeinen Lebenserfahrung geeignet, einen schweren seelischen Schmerz zu 

verursachen, genügt dabei der Beweis der Verletzung (BGer 5A_376/2013 E. 8.2). 

Schliesslich muss zwischen der verletzenden Handlung und der eingetretenen 

seelischen Unbill ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen sowie die Verletzerin 

wenigstens ein leichtes Verschulden treffen (Hausheer/Aebi-Müller, a.a.O., N 14.65 f.).

b)    Die Vorinstanz sah die Voraussetzungen für das Zusprechen einer Genugtuung als 

gegeben an. Die von der Beklagten gegenüber Einzelpersonen, grösseren 

Personenkreisen und auch in den Medien geäusserten Behauptungen seien 

schwerwiegend, sehr verletzend und belastend. Sich in der Öffentlichkeit damit 

konfrontiert zu sehen, übersteige das Mass dessen, was zum Leben gehöre und 

hinzunehmen sei. Die persönliche und berufliche Entfaltung der Klägerin sei dadurch 

erheblich gestört worden, zumal die Äusserungen der Beklagten keine sachliche Kritik 

dargestellt, sondern einzig darauf abgezielt hätten, die Klägerin zu verunglimpfen und 

ihre öffentliche Auftritte zu verhindern oder mindestens zu stören. Hinzu komme, dass 

die persönlichkeitsverletzenden Angriffe der Beklagten über Jahre hinweg und meist im 

Vorfeld eines Auftritts der Klägerin an einem Fest oder Kongress erfolgt seien. Es sei 

nachvollziehbar, dass die Klägerin aufgrund dieser bislang gemachten Erfahrungen 

schon jetzt einen erneuten Eklat bei einer zukünftigen Veranstaltung befürchte. Der 

Kausalzusammenhang zwischen den Persönlichkeitsverletzungen der Beklagten und 

der bei der Klägerin eingetretenen seelischen Unbill sei ohne weiteres gegeben. Das 

Verschulden der Beklagten wiege aufgrund der wiederholten, gezielten und erheblichen 

Persönlichkeitsverletzung nicht mehr leicht (vi-Entscheid, S. 31). Gegen diese 

zutreffenden Feststellungen der Vorinstanz sowie die Schlussfolgerung, unter diesen 

Umständen seien die Voraussetzungen für das Zusprechen einer Genugtuung 

gegeben, wendet die Beklagte nichts ein, womit diese unbestritten bleiben.

Die Beklagte bringt jedoch vor, die von der Vorinstanz festgesetzte Höhe der 

Genugtuung wäre auch dann unverhältnismässig, wenn einzelne Aussagen als 

persönlichkeitsverletzend zu qualifizieren wären, ohne jedoch zu beziffern, welche 

Summe ihrer Ansicht nach angemessen wäre, aber auch ohne geltend zu machen, 

mittels Feststellung und Urteilspublikation wäre die Genugtuung bereits auf andere 

Weise geleistet (Berufung, S. 15 Ziff. 62). Berücksichtigt man die Schwere, die Dauer 

und die Anzahl der Persönlichkeitsverletzungen, welchen die Klägerin ausgesetzt war, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/32

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erscheint eine Genugtuungssumme von Fr. 5'000.– (zusätzlich zur Urteilspublikation, 

vgl. nachfolgend E. 12) keineswegs als zu hoch. Auch ein Blick auf die Rechtsprechung 

in ähnlichen Fällen lässt keinen anderen Schluss zu. So erhielt ein Künstler, dessen 

Persönlichkeit durch die einmalige Veröffentlichung einer Fotomontage in einer 

Tageszeitung verletzt wurde, eine Summe von Fr. 5'000.– (BGer 5A_376/2013). In 

einem anderen Fall, der eine Persönlichkeitsverletzung durch Textpassagen in einem 

Buch betrifft, wurde eine Genugtuungssumme von Fr. 10'000.– zugesprochen (BGer 

5A_188/2008). Folglich ist der vorinstanzliche Entscheid auch in diesem Punkt zu 

bestätigen.

12.  Die Vorinstanz schützte das Publikationsbegehren der Klägerin (Klage, 

Rechtsbegehren Ziffer 4) im Grundsatz und ordnete die Veröffentlichung der Ziffern 1 

bis 3 ihres Entscheids samt einer einleitenden Erklärung im St. Galler Tagblatt und in 

der NZZ am Sonntag an (vi-Entscheid, S. 32 f.). Die Beklagte wendet dagegen ein, eine 

Publikation käme schon deshalb nicht in Betracht, weil kein Störungszustand bestehe, 

der beseitigt werden müsse (Berufung, S. 16 Ziff. 64). Selbst wenn aber einzelne 

Persönlichkeitsverletzungen bejaht werden müssten, sei nicht ersichtlich, weshalb eine 

Publikation des Entscheids notwendig sein sollte. Es sei nicht nachgewiesen, dass die 

eingeklagten Aussagen zu einem falschen Gedankenbild der Klägerin (gemeint ist wohl 

bei Dritten in Bezug auf die Klägerin) geführt hätten, welches mittels einer Publikation 

beseitigt werden müsste (Berufung, S. 16 Ziff. 64).

a)    Gemäss Art. 28a Abs. 2 ZGB kann die widerrechtlich in ihren 

Persönlichkeitsrechten verletzte Person verlangen, dass der richterliche Entscheid oder 

aber eine Berichtigung der persönlichkeitsverletzenden Tatsachendarstellung auf 

Kosten der Beklagten veröffentlicht wird (Hausheer/Aebi-Müller, a.a.O., N 14.40). Ein 

Publikationsanspruch setzt also die Gutheissung einer Klage nach Art. 28a Abs. 1 ZGB 

voraus. Zudem steht er unter dem Vorbehalt der Verhältnismässigkeit (Bucher, a.a.O., 

N 568; Hausheer/ Aebi-Müller, a.a.O., N 14.39a; BSK ZGB I-Meili, Art. 28a N 10 und 

12). Das heisst, dass die Publikation für den angestrebten Zweck geeignet, erforderlich 

und zumutbar sein muss. Die Publikation zielt darauf ab, die Folgen der 

Persönlichkeitsverletzung, in erster Linie den Störungszustand, zu beseitigen. 

Gleichzeitig kann ihr aber auch Genugtuungsfunktion zukommen (Bucher, a.a.O., N 

567; Hausheer/Aebi-Müller, a.a.O., N 14.37; BGE 131 III 26 E. 12.2; BGer 5C.66/2006 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 29/32

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E. 4.3 [nicht publiziert in BGE 133 III 153]). Aus der Beseitigungsfunktion folgt zunächst, 

dass die Veröffentlichung möglichst die gleichen Adressaten erreichen sollte, die auch 

von der Persönlichkeitsverletzung erfahren hatten (BGE 126 III 209 E. 5a). Ausserdem 

haben der Inhalt und die Art der Publikation den in der Öffentlichkeit entstandenen 

nachteiligen Eindruck von der verletzten Person zu korrigieren.   

b)    Es wurde bereits festgestellt, dass die Äusserungen der Beklagten das Ansehen 

der Klägerin herabgesetzt und mithin ihre Persönlichkeit widerrechtlich verletzt haben 

(E. III. 1-9). Auch ein diesbezügliches Feststellungsinteresse, welches einen 

Störungszustand bedingt, wurde bejaht (E. III. 2) oder im Berufungsverfahren nicht 

mehr bestritten (E. III. 3-9). Folglich erweisen sich die Einwände der Beklagten als 

unbegründet. Zu Recht bringt sie nicht vor, die Vorinstanz habe das 

Verhältnismässigkeitsprinzip nicht beachtet.

Nachdem das Feststellungsbegehren der Klägerin zu unbestimmt und allgemein 

formuliert war und das Dispositiv dieses Entscheides entsprechende, vorinstanzlich 

noch nicht berücksichtigte Präzisierungen enthalten muss (vgl. E. II. 4), ist auch der 

Publikationsinhalt neu zu bestimmen. Dieser ist – nachdem der Entscheid im St. Galler 

Tagblatt und in der NZZ am Sonntag veröffentlicht werden soll – einzuschränken auf 

diejenigen Persönlichkeitsverletzungen durch die Beklagte, welche über ebendiese 

Medien verbreitet wurden (vgl. E. III. 6 und 7). Es wäre weder erforderlich, noch 

geeignet und damit unverhältnismässig, den Entscheid betreffend die übrigen 

persönlichkeitsverletzenden Äusserungen der Beklagten, die einen engeren und 

teilweise auch anderen Personenkreis erreicht haben, in den genannten Massenmedien 

zu veröffentlichen, um die Folgen dieser Verletzungen zu beseitigen.

c)    Im Streitfall ist es Aufgabe des Gerichts, in Anbetracht der gesamten Umstände 

und des angestrebten Zwecks über den Inhalt und die Art der Berichtigung zu 

entscheiden oder die zur Veröffentlichung bestimmten Teile des Entscheids zu 

bezeichnen. Dabei ist die Publikation im Dispositiv des Entscheids so präzis 

vorzuschreiben, dass eine Vollstreckung möglich ist (Bucher, a.a.O., N 569; BGE 126 III 

209 E. 5b; BGE 100 II 177 E. 6). Das Gericht kann die Publikation direkt anordnen, die 

Beklagte dazu verurteilen oder der Klägerin eine solche erlauben (Bucher, a.a.O., 

N 569).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 30/32

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Demzufolge ist die Klägerin zu ermächtigen, auf Kosten der Beklagten als Anzeige in 

der NZZ am Sonntag, unter der fett und 0,5 cm gross geschriebenen Überschrift 

"Urteilspublikation zugunsten Dr. K." folgenden Text in der gleichen Schriftgrösse wie 

die Artikel vom 8. und 15. Mai 2011 erscheinen zu lassen: Die Klägerin Dr. K. und die 

Beklagte Dr. B. haben vor dem Kreisgericht St. Gallen und dem Kantonsgericht St. 

Gallen einen Zivilprozess betreffend Persönlichkeitsverletzung geführt. Dabei waren 

unter anderem die in der NZZ am Sonntag vom 8. und 15. Mai 2011 zitierten 

Äusserungen der Beklagten zu beurteilen, wonach die Klägerin die Priesterinnen-

Herrschaft propagiere, Menschenopfer glorifiziere und eine gewalttätige Guru-Frau sei. 

Das Kreisgericht wie auch das Kantonsgericht beurteilten diese Äusserungen als 

widerrechtliche Verletzung der Persönlichkeit der Klägerin und verpflichteten die 

Beklagte, der Klägerin für diese und weitere Persönlichkeitsverletzungen eine 

Genugtuung von insgesamt Fr. 5'000.– zu bezahlen.

Die Klägerin ist ausserdem zu ermächtigen, auf Kosten der Beklagten als Anzeige im 

St. Galler Tagblatt unter der fett und 0,5 cm gross geschriebenen Überschrift 

"Urteilspublikation zugunsten Dr. K." folgenden Text in der gleichen Schriftgrösse wie 

der Artikel vom 10. Mai 2011 erscheinen zu lassen: Die Klägerin Dr. K. und die Beklagte 

Dr. B. haben vor dem Kreisgericht St. Gallen und dem Kantonsgericht St. Gallen einen 

Zivilprozess betreffend Persönlichkeitsverletzung geführt. Dabei war unter anderem die 

im St. Galler Tagblatt vom 10. Mai 2011 zitierte Äusserung der Beklagten zu beurteilen, 

wonach die Klägerin Menschenopfer glorifiziere. Das Kreisgericht wie auch das 

Kantonsgericht beurteilten diese Äusserung als widerrechtliche Verletzung der 

Persönlichkeit der Klägerin und verpflichteten die Beklagte, der Klägerin für diese und 

weitere Persönlichkeitsverletzungen eine Genugtuung von insgesamt Fr. 5'000.– zu 

bezahlen.

13.  Die Vorinstanz auferlegte die Prozesskosten zu 1/3 der Klägerin und zu 2/3 der 

Beklagten mit der Begründung, das Feststellungsbegehren (Rechtsbegehren Ziffer 1) 

der Klägerin sei im Wesentlichen geschützt, auf das Unterlassungsbegehren 

(Rechtsbegehren Ziffer 2) dagegen nicht eingetreten worden, die 

Genugtuungsforderung (Rechtsbegehren Ziffer 3) sei zur Hälfte und das 

Publikationsbegehren (Rechtsbegehren Ziffer 4) weitgehend gutgeheissen worden, 

womit die Klägerin mit ihren Rechtsbegehren insgesamt überwiegend durchgedrungen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 31/32

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sei (vi-Entscheid, S. 33). Die Beklagte ist der Ansicht, diese Verteilung der 

Prozesskosten sei nicht nachvollziehbar (Berufung, S. 16 f. Ziff. 66 und 68). Mit dem 

Feststellungsbegehren sei die Klägerin höchstens zur Hälfte durchgedrungen, auf das 

Unterlassungsbegehren sei nicht eingetreten worden, das Genugtuungsbegehren sei 

zur Hälfte und auch das Publikationsbegehren sei nur teilweise gutgeheissen worden. 

Somit habe die Klägerin in erster Instanz mit lediglich etwa der Hälfte der 

Rechtsbegehren und Anträge obsiegt. 

a)    Rechtsbegehren, die auf einen Geldbetrag lauten, müssen nach ständiger 

Rechtsprechung beziffert werden. Dies gilt auch, wenn der Kostenentscheid 

selbstständig angefochten wird (Jenny, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, 

ZPO Komm., Art. 110 N 3; Seiler, a.a.O., N 884). Ein nicht bezifferter Antrag genügt 

nicht, um eine Abänderung des erstinstanzlichen Kostendispositivs unabhängig vom 

Erfolg der Berufung in der Sache zu verlangen. Geht jedoch aus der 

Berufungsbegründung klar hervor, in welchem Sinne der angefochtene Entscheid 

abgeändert werden soll, ist dem Erfordernis Genüge getan (BGE 134 III 235 E. 2; BGer 

4A_360/2012 E. 5.3; BGer 5D_155/ 2013 E. 4.3).

Der Berufungsbegründung lässt sich nicht direkt entnehmen, in welchem prozentualen 

oder betragsmässigen Verhältnis die Verlegung der Prozesskosten neu erfolgen soll. 

Allerdings erwähnt die Beklagte, ihrer Ansicht nach habe die Klägerin lediglich mit etwa 

der Hälfte der Rechtsbegehren und Anträge obsiegt (Berufung, S. 17 Ziff. 68). Daraus 

kann geschlossen werden, dass die Beklagte eine hälftige Teilung der Prozesskosten 

begehrt. Gegen die Höhe der Gerichtskosten oder der Parteientschädigung wendet die 

Beklagte nichts ein.

b)    Die Prozesskosten (Art. 95 ZPO) sind der unterliegenden Partei aufzuerlegen 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Obsiegt keine Partei vollständig, sind die Kosten entsprechend 

dem Ausgang des Verfahrens verhältnismässig zu verteilen (Art. 106 Abs. 2 ZPO). 

Angesichts der nicht vermögensrechtlichen Natur der Streitigkeit ist das Mass des 

Obsiegens und Unterliegens nach Ermessen festzulegen. Dabei kann analog 

entsprechenden vermögensrechtlichen Streitigkeiten der Frage der grundsätzlichen 

Klagegutheissung ein höheres Gewicht beigemessen werden als der konkreten 

Ausgestaltung der zu treffenden Anordnung (Urwyler, DIKE-Komm-ZPO, Art. 106 N 5; 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 32/32

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vgl. auch Art. 107 Abs. 1 lit. a ZPO). Werden von verschiedenen Rechtsbegehren nur 

einzelne gutgeheissen, sind diese angemessen zu gewichten, wobei auch der mit der 

Beurteilung verbundene Prozessaufwand berücksichtigt werden kann (BK-Sterchi, N 7 

zu Art. 106).

c)    Die Klägerin drang mit ihrem Antrag, es sei festzustellen, dass die Beklagte in der 

Vergangenheit wiederholt die Persönlichkeit der Klägerin verletzt habe, im Grundsatz 

durch, wobei sich rund die Hälfte der geprüften Aussagen als widerrechtlich 

persönlichkeitsverletzend erwiesen. Auch der Genugtuungsanspruch der Klägerin 

wurde im Grundsatz gänzlich und in der Höhe zur Hälfte bejaht. Dem 

Publikationsbegehren wurde grundsätzlich ebenfalls entsprochen. Allein auf das 

Unterlassungsbegehren trat die Vorinstanz nicht ein, wobei damit lediglich ein geringer 

Prozessaufwand verbunden war. Eine Verlegung der erstinstanzlichen Prozesskosten 

im Verhältnis 1/3 zu 2/3 erscheint bei diesem Ausgang des Verfahrens durchaus als 

angemessen. Nachdem das Berufungsverfahren daran nichts geändert hat, ist der 

erstinstanzliche Kostenentscheid zu bestätigen.

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	Entscheid Kantonsgericht, 13.03.2015
	Art. 28 und Art. 28a ZGB (SR 210), Art 106 ZPO (SR 272).Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, kann verlangen, dass eine drohende Verletzung verboten, eine bestehende Verletzung beseitigt und die Widerrechtlichkeit einer Verletzung festgestellt wird, wobei Letzteres voraussetzt, dass sich die Verletzung weiterhin störend auswirkt. Eine Verletzung der Persönlichkeit liegt vor, wenn die Ehre einer Person durch Herabsetzung ihres gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder beruflichen Ansehens beeinträchtigt wird. Eine Persönlichkeitsverletzung ist grundsätzlich widerrechtlich, es sei denn, sie werde durch die Einwilligung der Verletzten respektive ein überwiegendes privates oder öffentliches Interesse gerechtfertigt oder es liege ein gesetzlicher Rechtfertigungsgrund vor. Bei der Verlegung der Prozesskosten kann der Frage der grundsätzlichen Klagegutheissung ein höheres Gewicht beigemessen werden als der konkreten Ausgestaltung der zu treffenden Anordnung (Kantonsgericht, I. Zivilkammer, 13. März 2015, BO.2013.41).

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