# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 389ec475-0905-5422-9687-968d3fe57710
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-08-13
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 13.08.2020 BB.2019.278
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2019-278_2020-08-13.pdf

## Full Text

Beschluss vom 13. August 2020 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Cornelia Cova, Vorsitz, 

Giorgio Bomio-Giovanascini und Stephan Blättler,  

Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 

Parteien 

  

A. LTD, vertreten durch  

Rechtsanwältin Bettina Aciman, 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

1. BUNDESANWALTSCHAFT,  

 

2. B., vertreten durch 

Rechtsanwalt Jean-François Ducrest, 

Beschwerdegegner 

 

Gegenstand  Akteneinsicht (Art. 101 f. i.V.m. Art. 107 Abs. 1 lit. a 

StPO); Geheimhaltungspflicht (Art. 73 Abs. 2 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2019.278 

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Am 27. Juli 2015 eröffnete die Bundesanwaltschaft gegen C. die Strafunter-

suchung mit der Verfahrensnummer SV.15.0902 wegen des Verdachts der 

Veruntreuung und weiterer Delikte (Akten SV.17.1581, pag. 01.100-0001 f.). 

Diese Untersuchung wurde am 6. Juni 2017 auf D. und E. (Akten 

SV.17.1581, pag. 01.100-0003 f.) sowie auf B. ausgedehnt (Akten 

SV.17.1581, pag. 01.100-0005 ff.).  

 

 

B. Mit Eingabe vom 2. August 2017 liess der Beschuldigte B. der Bundesan-

waltschaft die Durchführung des abgekürzten Verfahrens gemäss Art. 358 

ff. StPO beantragen (act. 7.1). Diesbezüglich verfügte die Bundesanwalt-

schaft am 15. September 2017 Folgendes (act. 7.2): 

 

1. Der Antrag von B. vom 2. August 2017 auf Durchführung des abgekürzten Verfahrens wird 

gutgeheissen. 

2. Die gegen B. geführte Strafuntersuchung wegen Verdachts der Anstiftung zur Veruntreu-

ung (Art. 138 StGB i.V.m. Art. 24 StGB), der Anstiftung zur ungetreuen Geschäftsbesorgung 

(Art. 158 StGB i.V.m. Art. 24 StGB), der Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB) sowie der 

Anstiftung zur Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 24 StGB) und der Geldwä-

scherei (Art. 305bis StGB) wird vom Verfahren SV.15.0902 abgetrennt und das abgekürzte 

Verfahren gegen ihn unter einer neu zu eröffnenden Verfahrensnummer [SV.17.1581] weiter-

geführt. 

3. Die gegen D. und E. geführte Strafuntersuchung wegen Verdachts der Urkundenfälschung 

(Art. 251 Ziff. 1 StGB) wird unter der Verfahrensnummer SV.15.0902 fortgeführt. 

(…) 

 

 

C. Am 29. August 2018 teilte die Bundesanwaltschaft der A. Ltd mit, ihre sich 

auf der Bankverbindung Nr. 1 (vormals Nr. 2) der Bank F. befindenden Ver-

mögenswerte würden neu auch im Verfahren SV.17.1581 beschlagnahmt 

(Akten SV.17.1581, pag. 16.103-0070 ff.; 07.104-0002 ff.). Eine entspre-

chende Mitteilung erging an D. bezüglich der auf E. und/oder D. lautenden 

Bankverbindung Nr. 3 bei der Bank G. (Akten SV.17.1581, pag. 16.103-0049 

ff.; pag. 07.102-0054 ff.). Der A. Ltd und D. kommt daher im Verfahren 

Nr. SV.17.1581 die Stellung von durch Verfahrenshandlungen beschwerten 

Dritten im Sinne von Art. 105 Abs. 1 lit. f StPO zu. Mit Verfügung vom 21. No-

vember 2018 liess die Bundesanwaltschaft die Fédération Internationale de 

Football Association (nachfolgend «FIFA») im Verfahren SV.17.1581 als Pri-

vatklägerin im Straf- und Zivilpunkt zu (act. 7.3). Nachdem B. die von der 

- 3 - 

 

 

 

FIFA ihm gegenüber erhobenen Zivilansprüche bestritt, führte die Bundes-

anwaltschaft das Verfahren gestützt auf Art. 360 Abs. 5 StPO im ordentli-

chen Verfahren weiter. Am 29. Juli 2019 erliess sie diesbezüglich die nach-

folgende Verfügung (act. 1.2 und 7.7): 

 

1. Die von B. im Verfahren SV.17.1581 gemachten Eingaben vom 29. September 2017 

(SV.17.1581 04.100-0026 bis 0032 inkl. Beilagen unter SV.17.1581 B04.100.001-0001 bis 

0205), 27. Dezember 2017 (SV.17.1581 16.101-0031 bis 0038 inkl. Beilagen unter 

SV.17.1581 B04.100.002-0001 bis 0953) und vom 12. Juli 2019 (SV.17.1581 16.101-0226) 

sowie das Protokoll der rechtshilfeweise durchgeführten Einvernahme vom 19. Juli 2018 

(SV.17.1581 B.18.101.001-0001 bis 0046) werden aus den Akten des rubrizierten Verfahrens 

entfernt und bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens unter separatem Verschluss 

gehalten. 

2. (…) 

 

Mit Schreiben vom selben Tag an den Verteidiger von B. führte die Bundes-

anwaltschaft u.a. Folgendes aus (act. 7.8): 

 

Anbei lassen wir Ihnen unsere Verfügung von diesem Tage zukommen. Wir stellen fest, dass 

– mangels Anerkennung der Zivilansprüche der FIFA durch Ihren Klienten – das rubrizierte 

Verfahren ex lege im ordentlichen Verfahren weitergeführt wird und sämtliche im Hinblick auf 

das abgekürzte Verfahren abgegebenen Erklärungen der Parteien nicht verwertbar sind. 

 

Damit die von Ihrem Mandanten gemachten Aussagen und eingegebenen Stellungnahmen 

verwertet werden können, ersuchen wir Sie höflich (…) (i) um die erneute Einreichung der von 

den Akten entfernten Dokumente oder (ii) um Bestätigung, dass Ihr Mandant mit der Verwer-

tung der gemachten Aussagen und eingegebenen Stellungnahmen im ordentlichen Strafver-

fahren einverstanden ist. (…)  

 

B. liess der Bundesanwaltschaft diesbezüglich am 28. und am 29. Oktober 

2019 je eine Eingabe zugehen. In seinem ersten Schreiben liess er 

ausführen (act. 1.3 und 7.9): 

 

Monsieur B. est prêt à accepter que soient versés à la nouvelle procédure pénale ordinaire 

ouverte par ordonnance du 29 juillet 2019 les documents issus de la procédure simplifiée 

SV.17.1581 sollicités dans votre courrier du 29 juillet 2019 (soit nos courriers des 29 sep-

tembre 2017 et 27 décembre 2017, le procès-verbal d’audition de Monsieur B. du 19 juillet 

2018 intervenue par voie de commission rogatoire, ainsi que notre lettre du 12 juillet 2019) 

ceci à la condition formelle qu’il soit fait strictement interdiction à toutes les parties et/ou tiers 

qui pourraient avoir accès à ces pièces, de faire usage de ces documents à d’autres fins que 

pour les besoins de la procédure pénale ordinaire suisse susvisée, sous menace de l’article 

292 CP et sans préjudice d’une violation de l’article 271 CP. (…) 

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Tags darauf ergänzte er Folgendes (act. 1.4 und 7.10): 

 

(…) Monsieur B. sollicite, comme condition supplémentaire pour aller de l’avant avec le ver-

sement des pièces sollicité dans votre courrier du 29 juillet 2019, que soient intégralement 

caviardés les numéros de relations bancaires, titulaires et banques dans lesquelles sont ou-

vertes dites relations, qui figurent dans (i) le Cooperation Agreement versé en pièce 5 du 

courrier que nous vous avons adressé le 27 décembre 2017, respectivement dans les an-

nexes de ce document (Exhibits A & B), ainsi que (ii) dans notre courrier du 27 décembre 

2017 lui-même (soit à tout le moins les pièces SV.17.1581 – B16.101-0034 à 0037 pour les 

§ 8, 14, 15 du courrier du 27 décembre 2017 et les pièces SV.17.1581 – B04.100.002-0952 

et 0953 pour les Exhibits A & B du Cooperation Agreement). 

 

Le Cooperation Agreement est un document confidentiel qui vous avait été communiqué alors 

qu’aucune autre partie n’était impliquée dans la procédure simplifiée. Rien ne justifie que les 

autres parties et/ou tiers impliqués qui pourraient avoir accès à ces pièces n’aient connais-

sance de ces relations bancaires, ces informations ayant été caviardées par les autorités éta-

suniennes sur lesdits documents. (…) 

 

Mit Schreiben vom 30. Oktober 2019 räumte die Bundesanwaltschaft dies-

bezüglich der Privatklägerin FIFA sowie den durch Verfahrenshandlungen 

beschwerten Dritten D. und A. Ltd die Gelegenheit zur Stellungnahme ein 

(act. 7.11). Mit jeweiliger Eingabe vom 5. November 2019 widersetzten sich 

D. und die A. Ltd den Anträgen von B. (act. 7.12 und 7.13). B. nahm diesbe-

züglich mit Eingabe vom 14. November 2019 Stellung (act. 7.14).  

 

 

D. Am 21. November 2019 verfügte die Bundesanwaltschaft hierzu das Fol-

gende (act. 1.1 und 7.15): 

 

1. Die mit Verfügung vom 29. Juli 2019 aus den Verfahrensakten entfernten Dokumente wer-

den nach Massgabe der nachfolgenden Ziff. 2 zu den Akten genommen.  

2. Sämtliche Angaben zu Bankkonten in der Eingabe von B. vom 27. Dezember 2017, 

«Cooperation Agreement» inkl. «Exhibits A & B», Beilage 5 (SV.17.1581 B04.100-002-0952 

f.) sowie Eingabe von B. vom 27. Dezember 2017, Ziff. 8, 14 und 15 (SV.17.1581 16.101-

0034 bis 0037), werden geschwärzt. 

3. D., einschliesslich seinem Rechtsvertreter, der A. Ltd, einschliesslich ihrem Rechtsvertre-

ter, sowie der FIFA, einschliesslich ihrem Rechtsvertreter, wird es untersagt, die folgenden 

Unterlagen ausserhalb des vorliegenden Verfahrens zu verwenden: Eingabe von B. vom 

29. September 2017 (SV.17.1581 04.100-0026 bis 0032 inkl. Beilagen unter SV.17.1581 

B04.100.001-0001 bis 0205), Eingabe von B. vom 27. Dezember 2017 (SV.17.1581 16.101-

0031 bis 0038 inkl. Beilagen unter SV.17.1581 B04.100.002-0001 bis 0953), Eingabe von B. 

- 5 - 

 

 

 

vom 12. Juli 2019 (SV.17.1581 16.101-0226) sowie das Protokoll der rechtshilfeweise durch-

geführten Einvernahme vom 19. Juli 2018 (SV.17.1581 B18.101.001-0001 bis 0046). 

4. D., einschliesslich seinem Rechtsvertreter, der A. Ltd, einschliesslich ihrem Rechtsvertre-

ter, sowie der FIFA, einschliesslich ihrem Rechtsvertreter, werden unter Strafandrohung nach 

Art. 292 StGB die Verwendung der in vorstehender Ziffer (Ziff. 3) genannten Akten ausserhalb 

des vorliegenden Verfahrens bis 31. Dezember 2020 untersagt. 

(…) 

 

 

E. Dagegen gelangte die A. Ltd mit Beschwerde vom 2. Dezember 2019 an die 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts. Sie beantragt in materieller 

Hinsicht Folgendes (act. 1): 

 

Annuler la décision du Ministère public de la Confédération du 21 novembre 2019. 

 

Ordonner au Ministère public de la Confédération de verser l’entier des documents afférents 

à la procédure simplifiée conduite à l’encontre de B. à la présente procédure sans aucune 

condition et/ou restriction. 

 

Avec suite de frais et dépens. 

 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 16. Dezember 2019 schliesst die Bundes-

anwaltschaft auf kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde, soweit auf 

diese einzutreten sei (act. 5).  

 

In seiner Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2019 stellt B. die folgenden 

Anträge (act. 7): 

 

Principalement 

 

1. Rejeter le recours formé par A. Ltd en date du 2 décembre 2019; 

Ce faisant, 

2. Confirmer la décision rendue par le Ministère public de la Confédération en date du 21 no-

vembre 2019; 

3. Avec suite de frais et dépens. 

 

Subsidiairement 

 

4. Prendre acte du refus de B., prévenu, de verser les pièces issues de la procédure simplifiée 

SV.17.1581 en tant qu’elles ne seraient pas caviardées; 

- 6 - 

 

 

 

5. Prendre acte du refus de B., prévenu, de verser les pièces issues de la procédure simplifiée 

SV.17.1581, en tant que ledit versement ne serait pas assorti de la restriction à l’utilisation 

des documents en dehors de la procédure pénale susvisée jusqu’au 31 décembre 2020; 

6. Constater la non-exploitabilité absolue des pièces issues de la procédure simplifiée 

SV.17.1581 à défaut de l’accord de B.; 

Ce faisant, 

7. Débouter la Recourante des conclusions prises en-tête de son mémoire de recours daté 

du 2 décembre 2019; 

8. Avec suite de frais et dépens. 

 

Mit Replik vom 10. Januar 2020 hält die A. Ltd vollumfänglich an ihren Be-

schwerdebegehren fest (act. 9). Die Replik wurde der Bundesanwaltschaft 

und B. am 13. Januar 2020 zur Kenntnis gebracht (act. 10). 

 

 

F. Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft 

kann bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde er-

hoben werden (Art. 393 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 20 Abs. 1 lit. b StPO und 

Art. 37 Abs. 1 StBOG). Zur Beschwerde berechtigt ist jede Partei oder jeder 

andere Verfahrensbeteiligte, welche oder welcher ein rechtlich geschütztes 

Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheides 

haben (Art. 382 Abs. 1 StPO; BGE 146 IV 76 E. 2.2.2; siehe auch die Bot-

schaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozess-

rechts, BBl 2006 1085, 1308). Die Beschwerde gegen schriftlich oder münd-

lich eröffnete Entscheide ist innert zehn Tagen schriftlich und begründet ein-

zureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Mit ihr gerügt werden können gemäss 

Art. 393 Abs. 2 StPO Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung 

und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzöge-

rung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts 

(lit. b) sowie die Unangemessenheit (lit. c). 

 

1.2 Die Beschwerdeführerin macht sinngemäss geltend, die angefochtene Ver-

fügung verletze ihren Anspruch auf Akteneinsicht. Zudem wehrt sie sich mit 

- 7 - 

 

 

 

der Beschwerde gegen die ihr auferlegte Geheimhaltungspflicht nach Art. 73 

Abs. 2 StPO. Als durch Verfahrenshandlungen beschwerte Dritte im Sinne 

von Art. 105 Abs. 1 lit. f StPO ist sie durch beide Teilgehalte der angefoch-

tenen Verfügung betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (vgl. 

die Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BB.2019.187 vom 3. März 2020 

E. 1.3 [Akteneinsicht] und BB.2018.50 vom 20. Juni 2018 E. 1.2 [Geheimhal-

tungspflicht]). Auf deren frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten. 

 

 

2.  

2.1 Die vorliegend umstrittenen Schwärzungen von Teilen der Akten betreffen 

ausschliesslich die Eingabe des Beschwerdegegners 2 vom 27. Dezem-

ber 2017. Diese erfolgte in einer Phase des Verfahrens SV.17.1581, in wel-

cher dieses als abgekürztes Verfahren nach den Bestimmungen von 

Art. 358 ff. StPO geführt wurde. Nach Beendigung des abgekürzten Verfah-

rens entfernte die Beschwerdegegnerin 1 diese Eingabe mit Verfügung vom 

29. Juli 2019 aus den Akten des Verfahrens und ordnete an, diese werde bis 

zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens unter separatem Verschluss 

gehalten (act. 1.2 und 7.7). Aufgrund des entsprechenden Einverständnisses 

des Beschwerdegegners 2 wurde die entsprechende Eingabe mit der ange-

fochtenen Verfügung mit teilweiser Schwärzung (neu) zu den Akten genom-

men. Die Beschwerdegegnerin 1 geht in der angefochtenen Verfügung of-

fenbar davon aus, es handle sich bei den Schwärzungen um Einschränkun-

gen des Rechts auf Akteneinsicht im Sinne von Art. 108 Abs. 1 lit. b StPO 

(vgl. act. 1.1, Rz. 10 ff.). Entsprechend rügt die Beschwerdeführerin im Rah-

men ihrer Beschwerde eine Verletzung der Bestimmungen zur Akteneinsicht 

und deren Einschränkung (act. 1, Rz. IV.13 ff.).  

 

2.2 Vorbedingung des aus dem grundrechtlichen Anspruch auf rechtliches Ge-

hör abgeleiteten Akteneinsichtsrechts ist das Bestehen von Akten sowie de-

ren vollständige und korrekte Führung (TPF 2016 114 E. 3.3 mit Hinweis auf 

SCHMUTZ, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 100 StPO N. 1). Für jede 

Strafsache wird gemäss Art. 100 Abs. 1 StPO ein Aktendossier angelegt. 

Dieses enthält die Verfahrens- und die Einvernahmeprotokolle (lit. a), die von 

der Strafbehörde zusammengetragenen Akten (lit. b) und die von den Par-

teien eingereichten Akten (lit. c).  

 

2.3 Gemäss Art. 362 Abs. 4 StPO sind demgegenüber Erklärungen, die von den 

Parteien im Hinblick auf das abgekürzte Verfahren abgegeben worden sind, 

nach der Ablehnung eines Urteils im abgekürzten Verfahren in einem folgen-

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den ordentlichen Verfahren nicht verwertbar. Diese Bestimmung ist sinnge-

mäss anwendbar, wenn das bereits eingeleitete abgekürzte Verfahren – wie 

im vorliegenden Fall – noch vor der gerichtlichen Beurteilung beendet wird 

(BGE 144 IV 189 E. 5.2.2 m.w.H.). Art. 362 Abs. 4 StPO statuiert einen ge-

setzlichen Fall der Unverwertbarkeit eines Beweises im Sinne von Art. 141 

Abs. 1 zweiter Satz StPO. Demzufolge ist Art. 141 Abs. 5 StPO auf die von 

Art. 362 Abs. 4 StPO betroffenen Urkunden anwendbar (BGE 144 IV 189 

E. 5.2.3). Somit werden diese aus den Strafakten entfernt, bis zum rechts-

kräftigen Abschluss des Verfahrens unter separatem Verschluss gehalten 

und danach vernichtet.  

 

2.4 Nach dem Gesagten handelt es sich bei den geschwärzten Teilen der Ein-

gabe vom 27. Dezember 2017 bzw. einer von deren Beilagen um Unterla-

gen, welche mit Verfügung vom 29. Juli 2019 gestützt auf Art. 362 Abs. 4 

StPO aus den Strafakten entfernt wurden. Diese Verfügung blieb soweit er-

sichtlich unangefochten. Daher können sie nunmehr auch nicht mehr Ge-

genstand einer Akteneinsicht im Sinne der Art. 101 ff. StPO sein. Damit die 

Eingabe vom 27. Dezember 2017 und deren Beilagen auch im ordentlichen 

Verfahren verwertet werden können, ersuchte die Beschwerdegegnerin 1 

den Beschwerdegegner 2 ebenfalls am 29. Juli 2019 um deren erneute Ein-

reichung oder um Bestätigung, dass er mit deren Verwertung auch im or-

dentlichen Verfahren einverstanden ist (Akten SV.17.1581, pag. 16.101-

0229 ff.). Der Beschwerdegegner 2 erklärte sich – unter Vorbehalt gewisser 

Passagen in der Eingabe vom 27. Dezember 2017 und einer Beilage – mit 

deren Verwertung einverstanden. Ohne dieses Einverständnis käme die Ver-

wertung der Eingabe mitsamt den Beilagen nicht in Betracht. Es wäre dem 

Beschwerdegegner 2 auch freigestanden, eine neue Eingabe ohne die ent-

sprechenden Passagen und Beilage einzureichen (vgl. hierzu act. 5, S. 2). 

Dass die ungeschwärzten Teile der und die ungeschwärzten Beilagen zur 

Eingabe vom 27. Dezember 2017 nun Bestandteile der Akten im ordentli-

chen Verfahren bilden, ist auf das Einverständnis des Beschwerdegegners 

2 zu deren Verwertung im ordentlichen Verfahren zurückzuführen. Als Be-

schuldigtem steht diesem das Recht zu, sich im Strafverfahren frei zu äus-

sern. Dieses Vorgehen ist entgegen der Kritik der Beschwerdeführerin (siehe 

act. 9, S. 2) nicht zu beanstanden. Die geschwärzten Informationen hinge-

gen bilden gestützt auf Art. 362 Abs. 4 StPO nicht mehr Teil der Strafakten 

und unterliegen daher nicht den Bestimmungen zur Akteneinsicht oder deren 

Einschränkung. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegrün-

det. 

 

 

  

- 9 - 

 

 

 

3.  

3.1 Mit der angefochtenen Verfügung wurde der Beschwerdeführerin und ihrer 

Rechtsvertretung zudem unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB und bis 

31. Dezember 2020 untersagt, die vom Beschwerdegegner 2 im Rahmen 

des abgekürzten Verfahrens eingereichten (und auch im ordentlichen Ver-

fahren verwertbaren) Eingaben ausserhalb des vorliegenden Verfahrens zu 

verwenden. Das entsprechende Verbot erfolgte zur Vermeidung der Verei-

telung und Umgehung der Rechtshilfe (act. 1.1, Rz. 15 ff.). Die Beschwerde-

führerin rügt diesbezüglich eine Verletzung von Art. 73 Abs. 2 StPO (act. 1, 

Rz. IV.27 ff.).  

 

3.2 Gemäss Art. 73 Abs. 2 StPO kann die Verfahrensleitung die Privatkläger-

schaft und andere Verfahrensbeteiligte und deren Rechtsbeistände unter 

Hinweis auf Art. 292 StGB verpflichten, über das Verfahren und die davon 

betroffenen Personen Stillschweigen zu bewahren, wenn der Zweck des 

Verfahrens oder ein privates Interesse es erfordert. Die Verpflichtung ist zu 

befristen. Von der förmlichen Auferlegung einer strafbewehrten Stillschwei-

geverpflichtung an Parteien und ihre Rechtsvertreter zur Wahrung des Ver-

fahrenszweckes oder privater Interessen ist nur mit Zurückhaltung und in 

ausreichend begründeten Fällen Gebrauch zu machen (Urteile des Bundes-

gerichts 1B_435/2019 vom 16. Januar 2020 E. 3.1; 1B_315/2014 vom 

11. Mai 2015 E. 4.3). 

 

3.3 In den von der Stillschweigeverpflichtung betroffenen Dokumenten äussert 

sich der Beschwerdegegner 2 verschiedentlich konkret zu Gegenstand der 

Strafuntersuchung bildenden Finanztransaktionen. In den Akten befinden 

sich Rechtshilfeersuchen des U.S. Department of Justice, mit welchen nebst 

anderem um Herausgabe von Unterlagen zu auf den Beschwerdegegner 2 

bzw. auf diesem zuzurechnende Gesellschaften lautenden Konten ersucht 

wird (Akten SV.17.1581, pag. 18.201-0003 ff., 18.201-0060 f.). Den Akten ist 

jedoch nirgends zu entnehmen, ob das den Beschwerdegegner 2 betref-

fende Rechtshilfeverfahren zwischenzeitlich erledigt ist oder nicht. Die in der 

angefochtenen Verfügung erwähnten übrigen Hinweise auf «verschiedene 

Strafverfahren» im Ausland erweisen sich zudem als vage. Es ist bei dieser 

Ausgangslage dennoch plausibel, dass die vom Beschwerdegegner 2 im 

vorliegenden Verfahren gemachten Aussagen auch im durch die Strafverfol-

gungsbehörden der USA geführten Verfahren von Relevanz sein können. 

Würden die betroffenen Unterlagen ins in den USA geführte Verfahren ein-

fliessen, bevor das schweizerische Rechtshilfeverfahren abgeschlossen ist, 

so könnte dies eine Umgehung des hierzulande geführten Rechtshilfever-

fahrens und damit eine Vereitelung des dem Beschwerdegegner 2 zustehen-

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den Rechtsschutzes zur Folge haben. Es besteht damit auf Seiten des Be-

schwerdegegners 2 ein privates Interesse, welches ein den anderen Par-

teien und Verfahrensbeteiligten auferlegtes und bis 31. Dezember 2020 be-

fristetes Verbot der Verwendung dieser Unterlagen ausserhalb des hierzu-

lande geführten Strafverfahrens zu rechtfertigen vermag. Bei der Abwägung 

der entsprechenden Interessen ist auch zu berücksichtigen, dass die betref-

fenden Unterlagen der Beschwerdeführerin im Rahmen des vorliegenden 

Strafverfahrens vollumfänglich und ohne Einschränkungen zur Verfügung 

stehen. Ein Interesse auf Seiten der Beschwerdeführerin an einer Verwen-

dung dieser Unterlagen ausserhalb des vorliegenden Verfahrens ist demge-

genüber weder dargetan noch ersichtlich. Die Beschwerde erweist sich da-

mit auch in diesem Punkt als unbegründet. 

 

 

4. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde in all ihren Punkten als 

unbegründet. Sie ist abzuweisen. 

 

 

5. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Gerichtskosten der mit 

ihren Anträgen unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 428 

Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist festzusetzen auf Fr. 2’000.– (vgl. 

Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafge-

richts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigun-

gen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). 

 

 

6. Wird das ausschliesslich von der oder dem durch Verfahrenshandlungen be-

schwerten Dritten erhobene Rechtsmittel abgewiesen, hat sie oder er die 

durch die adäquate Wahrnehmung der Verfahrensrechte entstandenen Ver-

teidigungskosten der beschuldigten Person zu tragen (vgl. zur analogen Si-

tuation der unterliegenden Privatklägerschaft das Urteil des Bundesgerichts 

6B_273/2017 vom 17. März 2017 E. 2 m.w.H.). Die Entschädigung ist pau-

schal auf Fr. 1'000.– festzusetzen (Art. 10 und 12 Abs. 2 BStKR). 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 2’000.– wird der Beschwerdeführerin auferlegt. 

 

3. Die Beschwerdeführerin hat dem Beschwerdegegner 2 für das vorliegende 

Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 1‘000.– zu bezahlen. 

 

 

Bellinzona, 13. August 2020 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Die Vizepräsidentin: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwältin Bettina Aciman 

- Bundesanwaltschaft 

- Rechtsanwalt Jean-François Ducrest  

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach 
der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das 
Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der 
Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).