# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 41df230f-79a5-5749-a2f1-7037af49afbb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.03.2025 D-1142/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1142-2025_2025-03-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1142/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richterin Constance Leisinger;   

Gerichtsschreiberin Regula Frey. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Yannic Schmezer,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung  

(sicherer Drittstaat, Wiedererwägung);  

Verfügung des SEM vom 4. Februar 2025 / N (…). 

 

 

 

D-1142/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin suchte am 5. September 2024 zusammen mit ih-

rem Bruder B._______ (N […]) in der Schweiz um Asyl nach. Abklärungen 

des SEM ergaben, dass sie am 27. November 2023 in Griechenland um 

Asyl nachgesucht hatte. Die griechischen Behörden informierten das SEM 

auf dessen Nachfrage, dass die Beschwerdeführerin am 12. April 2024 in 

Griechenland als Flüchtling anerkannt worden sei und sie dort über eine 

bis am 11. April 2027 gültige Aufenthaltsbewilligung verfüge. Mit Verfügung 

vom 5. November 2024 trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. a AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht 

ein und ordnete gleichzeitig die Wegweisung nach Griechenland und den 

Vollzug an. Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wurde vom 

Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-7111/2024 vom 25. November 2024 

abgewiesen. Darin wurde auch der Gesundheitszustand der Beschwerde-

führerin thematisiert, wobei das Gericht zum Schluss gelangte, dass es 

sich bei ihr angesichts der von ihr geltend gemachten gesundheitlichen 

Problemen (insb. Abdominalschmerzen, Nierenschmerzen und psychische 

Probleme) nicht um eine äusserst vulnerable Person im Sinne des Refe-

renzurteils E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 handle.  

B.  

Mit Eingabe vom 21. Januar 2025 reichte die Beschwerdeführerin beim 

SEM ein Wiedererwägungsgesuch ein. Dabei beantragte sie, die Verfü-

gung vom 5. November 2024 sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass 

der Vollzug der Wegweisung unzumutbar sei und sie sei vorläufig aufzu-

nehmen. Zur Begründung beruft sie sich auf eine drastische Verschlechte-

rung ihres Gesundheitszustandes. Wegen suizidaler Gedanken sei sie vom 

15. November 2024 bis am 14. Januar 2025 in stationärer Behandlung ge-

wesen. Zwar sei bei der Entlassung festgehalten worden, dass keine akute 

Selbst- oder Fremdgefährdung bestehe. Gleichzeitig sei aber darauf hin-

gewiesen worden, aufgrund der posttraumatischen Belastungsstörung 

(PTBS) könne eine intermittierende Aktualisierung der PTBS-Symptomatik 

beziehungsweise Suizidalität nicht ausgeschlossen werden. Diese Suizi-

dalität hänge stark mit den glaubhaft berichteten Erlebnissen in Griechen-

land zusammen, sodass eine psychotherapeutische Behandlung in der 

Schweiz für sinnvoll gehalten werde. 

Mit dem Wiedererwägungsgesuch reichte die Beschwerdeführerin insbe-

sondere einen (undatierten) psychiatrischen Notfallbericht der (…) ([…]) 

D-1142/2025 

Seite 3 

sowie einen Austrittsbericht des Psychiatriezentrums für junge Erwach-

sene der Privatklinik C._______ vom 17. Januar 2025 zu den Akten.  

C.  

Mit Verfügung vom 4. Februar 2025 – eröffnet am 6. Februar 2025 – wies 

die Vorinstanz das Wiedererwägungsgesuch ab, erklärte die Verfügung 

vom 5. November 2024 als rechtskräftig und vollstreckbar und stellte fest, 

einer allfälligen Beschwerde gegen die Verfügung komme keine aufschie-

bende Wirkung zu. 

D.  

Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 

19. Februar 2025 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie bean-

tragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Dispositivziffern 3 

und 4 der Verfügung des SEM vom 5. November 2024 seien aufzuheben 

und die Vorinstanz sei anzuweisen, die Beschwerdeführerin vorläufig auf-

zunehmen; eventualiter sei die Sache zur vollständigen Abklärung des 

Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um einstweilige Aussetzung des 

Wegweisungsvollzugs im Sinne einer vorsorglichen Massnahme sowie um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses sowie Beiordnung des Rechtsvertreters als amt-

lichen Rechtsbeistand ersucht. 

Mit der Beschwerde reichte sie die bereits dem Wiedererwägungsgesuch 

beigelegten Dokumente ein. 

E.  

Die Instruktionsrichterin setzte den Vollzug der Wegweisung mit Verfügung 

vom 21. Februar 2025 per sofort einstweilen aus. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem Wiedererwägungsentscheide ge-

mäss Lehre und Praxis grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung auf 

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Seite 4 

dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist das 

Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil gestützt auf Art. 111a Abs. 2 AsylG nur summarisch zu begrün-

den ist. Auf die Durchführung eines Schriftenwechsels ist zu verzichten 

(Art. 111a Abs. 1 AsylG). 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

4.  

Prozessgegenstand ist gemäss dem darauf beschränkten Rechtsbegehren 

im Wiedererwägungsgesuch vom 21. Januar 2025 die Frage des Vollzugs 

der Wegweisung. 

5.  

Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich geregelt 

(vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM innert 

30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schriftlich und 

begründet einzureichen (Art. 111b Abs. 1 AsylG). 

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Seite 5 

In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwägungs-

gesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine 

nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage 

(vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Die Beschwerdeführerin begründet 

ihre Eingabe vom 21. Januar 2025 mit der Verschlechterung ihres Gesund-

heitszustandes und stützt sich dabei insbesondere auf den (undatierten) 

Notfallbehandlungsbericht des (…) und den Austrittsbericht der Privatklinik 

C._______ vom 17. Januar 2025. Sie macht damit Umstände und jeden-

falls mit dem Austrittsbericht ein Beweismittel geltend, die nach dem Urteil 

D-7111/2024 vom 25. November 2024, mit dem die Beschwerde gegen die 

Verfügung vom 5. November 2024 abgewiesen wurde, eingetreten respek-

tive entstanden sind. Die Vorinstanz hat das Gesuch der Beschwerdefüh-

rerin demnach zu Recht als Wiedererwägungsgesuch im Sinne von 

Art. 111b AsylG entgegengenommen. 

Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist demnach zu prüfen, ob die Vor-

instanz in zutreffender Weise das Bestehen von Wiedererwägungsgründen 

verneint und an ihrer ursprünglichen Verfügung vom 5. November 2024 

festgehalten hat. 

6.  

6.1 In ihrem Wiedererwägungsentscheid führte die Vorinstanz im Wesent-

lichen aus, bei den zuletzt diagnostizierten gesundheitlichen Beschwerden 

handle es sich nicht um eine besondere Vulnerabilität im Sinne der ein-

schlägigen Rechtsprechung. Der Austritt aus der stationären Behandlung 

sei in ausreichend stabilisiertem Zustand erfolgt und die Beschwerdefüh-

rerin habe sich von akuter Selbst- oder Fremdgefährdung distanzieren kön-

nen. Sie sei zur ambulanten psychotherapeutischen Nachsorge angemel-

det und es sei aufgrund der Behandlung mit Psychopharmaka eine Kon-

trolluntersuchung (in drei bis sechs Monaten) empfohlen worden. Gemäss 

Rechtsprechung verfüge Griechenland über eine ausreichende medizini-

sche Versorgung und es lägen keine Hinweise vor, wonach die griechi-

schen Behörden der Beschwerdeführerin diese verweigert hätte oder ver-

weigern würde. Es sei nicht auszuschliessen, dass es bei einer Rückkehr 

nach Griechenland zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

beziehungsweise zu einem Anstieg der Suizidalität kommen könne, die 

Wiederaufnahme respektive Weiterführung der psychotherapeutischen 

Behandlung und Psychopharmakatherapie sei in Griechenland jedoch 

möglich und zumutbar. Dass die behandelnden Ärzte eine psychothera-

peutische Behandlung in der Schweiz für sinnvoller hielten, ändere daran 

nichts. Zur geltend gemachten sexuellen Gewalt in Griechenland habe sich 

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Seite 6 

das Bundesverwaltungsgericht bereits in seinem Urteil D-7111/2024 vom 

25. November 2024 geäussert. Zudem könne aus der Diagnosestellung 

einer PTBS nicht zwingend der Schluss gezogen werden, das geschilderte 

Ereignis sei in dieser Form auch tatsächlich geschehen oder die durch die 

Patienten subjektiv geschilderten Beschwerdeursachen träfen wirklich zu. 

Die Beschwerdeführerin sei eigenen Angaben zufolge während ihres frühe-

ren Aufenthalts in Griechenland trotz ihres jugendlichen Alters und des gel-

tend gemachten sexuellen Übergriffs in der Lage gewesen, mithilfe der Be-

treuer des Camps eine Unterkunft zu organisieren und ihre existenziellen 

Bedürfnisse zu decken, was ihr erneut möglich sein müsste. Zudem müsse 

ihr Bruder die Schweiz ebenfalls verlassen und sie könne mit ihm nach 

Griechenland zurückkehren. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass 

keine Gründe vorlägen, welche die Rechtskraft der Verfügung vom 5. No-

vember 2024 beseitigen könnten. 

6.2  

6.2.1 Die Beschwerdeführerin hält dem entgegen, bei umfassender Würdi-

gung aller Umstände hätte die Vorinstanz das Vorliegen einer besonderen 

Vulnerabilität im Sinne der Rechtsprechung bejahen müssen. So habe sie 

bereits mehrere Suizidversuche unternommen, im Iran, in Griechenland 

und selbst während des stationären Aufenthalts in der Schweiz. Diese Su-

izidversuche seien immer als Antwort auf eine – in den Augen der Be-

schwerdeführerin – ausweglose Situation erfolgt. Deshalb gehe die Vor-

instanz zu Unrecht davon aus, im Falle der Rückschaffung nach Griechen-

land sei nur mit einer kurzzeitigen Verschlechterung des Gesundheitszu-

stands zu rechnen. Sie habe während ihres Aufenthalts in Griechenland 

keine eigentliche Therapie gehabt, mithin sei sie nicht fähig gewesen, sich 

Zugang zu einer psychotherapeutischen Behandlung zu verschaffen und 

sie sei dies heute umso weniger. Angesichts der engen Verzahnung der 

psychischen Probleme mit den Ereignissen in Griechenland sei fraglich, ob 

eine Therapie dort – sofern überhaupt erhältlich – geeignet wäre, der Sui-

zidalität beizukommen. Bei dieser Sachlage lasse sich die Regelvermu-

tung, wonach eine Rückführung nach Griechenland grundsätzlich zulässig 

und zumutbar sei, nicht aufrechterhalten. 

6.2.2 Zur Begründung ihres Eventualbegehrens führt die Beschwerdefüh-

rerin aus, das SEM scheine angesichts seiner Ausführungen in der ange-

fochtenen Verfügung an der Objektivität der im Austrittsbericht enthaltenen 

medizinischen Feststellungen zu zweifeln. Gleichzeitig habe es darauf ver-

zichtet, eigene medizinische Abklärungen in Auftrag zu geben. Ein solches 

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Seite 7 

Vorgehen sei nicht schlüssig und auch nicht mit der Untersuchungsmaxime 

vereinbar. 

7.  

Zur formellen Rüge und dem entsprechenden eventualiter gestellten Rück-

weisungsantrag ist festzuhalten, dass entgegen der Auffassung der Be-

schwerdeführerin keine Veranlassung für die Annahme einer Verletzung 

der Untersuchungsmaxime besteht. Das SEM hat die aufgeführten ärztli-

chen Diagnosen nicht in Zweifel gezogen, sondern einzig im Rahmen der 

ihm obliegenden Beweiswürdigung festgehalten, dass und gestützt auf 

welche Überlegungen aus der Diagnosestellung nicht zwingend auf tat-

sächliche Erlebnisse als Ursache für die festgestellten gesundheitlichen 

Beschwerden geschlossen werden könne. Eine Veranlassung zur Vor-

nahme weiterer medizinischer Abklärungen bestand und besteht nicht. Der 

Rückweisungsantrag ist abzuweisen. 

8.   

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Vorliegend ist der Wegweisungsvollzug in 

Bezug auf Griechenland zu prüfen.  

8.2 Gemäss Austrittsbericht des (…) ([…]) vom 17. Januar 2025 wurde bei 

der Beschwerdeführerin eine Posttraumatische Belastungsstörung (F43.1; 

Symptomatik nach sexuellem Übergriff und Flucht: Vermeidungsverhalten, 

Intrusionen, Panikattacken), eine rezidivierende depressive Störung, ge-

genwärtig mittelgradige Episode Somatisch (F33.1), eine Harnwegsinfek-

tion (28.11.2024), prämenstruelles Syndrom (01/2025), Obstipation, Öso-

phagealer Reflux sowie eine Eisenmangelanämie diagnostiziert.  

8.3  

8.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich in seinem Beschwerdeurteil 

D-7111/2024 vom 25. November 2024 (E. 9.2) bereits ausführlich zur 

Frage der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs geäussert. Auf die dorti-

gen Ausführungen kann grundsätzlich verwiesen werden.  

8.3.2 Die Beschwerdeführerin begründet das Wiederwägungsgesuch im 

Wesentlichen mit der Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes. 

Ohne die diagnostizierten gesundheitlichen Probleme (vgl. E. 8.2) zu ver-

kennen, kann nach wie vor nicht von einem gravierenden Krankheitsbild, 

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Seite 8 

welches die Annahme der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs im 

Sinne der Rechtsprechung rechtfertigen würde, ausgegangen werden, was 

die Beschwerdeführerin im Übrigen auch nicht (explizit) behauptet. Zur 

Thematik der Suizidalität ist immerhin festzuhalten, dass Art. 3 EMRK ei-

nen Konventionsstaat grundsätzlich nicht dazu verpflichtet, bei einer Kon-

frontation mit suizidalen Neigungen von einer zu vollziehenden Weg- oder 

Ausweisung Abstand zu nehmen. Solange der Konventionsstaat Massnah-

men ergreift, um die Umsetzung der Suiziddrohung zu verhindern, vermag 

die Ausschaffung nicht gegen Art. 3 EMRK zu verstossen (vgl. den Unzu-

lässigkeitsentscheid des EGMR vom 7. Oktober 2004 i.S. D. und andere 

gegen Deutschland, Nr. 33743/03, angeführt in Entscheidungen und Mit-

teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 

Nr. 23 E. 5.1 S. 212). Auch gemäss konstanter Praxis des Bundesverwal-

tungsgerichts können Suiziddrohungen für sich alleine den Vollzug einer 

Wegweisung nicht in Frage stellen, solange konkrete Massnahmen zur 

Verhütung der Umsetzung einer Drohung getroffen werden (vgl. statt vieler 

das Urteil des BVGer D-2644/2021 vom 28. Januar 2022 E. 7.3.4.6, vgl. 

auch die Rechtsprechung des Bundesgerichts: Urteil des BGer 

2C_856/2015 vom 10. Oktober 2015 E. 3 m.w.H., BGE 139 II 393 E. 5.2.2). 

Allenfalls weiterhin bestehenden oder sich gar akzentuierenden suizidalen 

Tendenzen ist im Hinblick auf einen zwangsweisen Wegweisungsvollzug 

durch geeignete medizinische Massnahmen und Betreuung entgegenzu-

wirken. 

8.4  

8.4.1 Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, bei ihr 

handle es sich um eine besonders vulnerable Person, weshalb ein Weg-

weisungsvollzug für sie unzumutbar sei. 

8.4.2 Entgegen der Auffassung in der Beschwerde sind die medizinischen 

Leiden der Beschwerdeführerin nicht als schwerwiegende Erkrankung im 

Sinne des Referenzurteils E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022, 

die zu einer besonderen Vulnerabilität führen würden, einzustufen. So geht 

das Bundesverwaltungsgericht in seiner Rechtsprechung denn auch davon 

aus, dass Behandlungsangebote, insbesondere bei psychischen Störun-

gen, in Griechenland verfügbar sind (vgl. etwa Urteil des BVGer 

E-4776/2024 vom 28. August 2024 E. 8.2.2). Der Beschwerdeführerin ist 

es trotz der festgestellten Diagnosen zuzumuten, sich bei der Rückkehr 

nach Griechenland mittels der ihr zustehenden griechische Sozialversiche-

rungsnummer Zugang zum griechischen Gesundheits- und Versicherungs-

wesen zu verschaffen. Zudem haben in lebensbedrohlichen Situationen 

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Seite 9 

alle Personen in Griechenland, unabhängig von ihrem rechtlichen Status, 

Zugang zu Notfallstationen (vgl. Referenzurteil a.a.O., E. 9.8.2). Festzuhal-

ten ist sodann, dass die Beschwerdeführerin selber gemäss Austrittsbe-

richt (vgl. S. 2) offenbar gegenüber der medizinischen Betreuung angab, 

sie sei bereits in Griechenland ambulant psychotherapeutisch betreut wor-

den. Das Bundesverwaltungsgericht stellt nicht in Abrede, dass die psychi-

schen Beschwerden und insbesondere die Suizidalität der Beschwerdefüh-

rerin (auch) mit den behaupteten Erlebnissen in Griechenland zusammen-

hängen können. Indessen ist ein ausschliesslicher Bezug offensichtlich zu 

verneinen, nachdem die Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift sel-

ber vorbringt, sie habe bereits im Iran einen Suizidversuch unternommen. 

Die Vorinstanz hat sodann zutreffend darauf hingewiesen, dass von einer 

Rückkehr der Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem Bruder auszuge-

hen ist. Schliesslich könnte für die Zeit vor und während der Rückreise 

nach Griechenland einer allfälligen zeitweiligen Verschlechterung des psy-

chischen Zustandes der Beschwerdeführerin medikamentös und mit einer 

persönlichen Betreuung begegnet werden. Die mit dem Vollzug der Weg-

weisung beauftragten schweizerischen Behörden werden sodann die grie-

chischen Behörden vor der Durchführung der Wegweisung über die beson-

deren medizinischen Bedürfnisse der Beschwerdeführerin zu informieren 

und diesen Umständen bei der Bestimmung geeigneter Vollzugsmodalitä-

ten Rechnung zu tragen haben. Die Beschwerdeführerin ist ihrerseits ge-

halten, bei der Vorbereitung ihrer Rückkehr mit den Vollzugsbehörden zu 

kooperieren. Es steht ihr auch frei, von den Möglichkeiten der Rückkehr-

hilfe Gebrauch zu machen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG, Art. 75 der der 

Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312]).  

8.4.3 Auch wenn nicht in Abrede zu stellen ist, dass eine adäquate Einglie-

derung der Beschwerdeführerin in die sozialen Strukturen Griechenlands 

als Person mit internationalem Schutzstatus möglicherweise mit nicht zu 

verkennenden Erschwernissen verbunden sein könnte, vermögen ihre Vor-

bringen im Wiedererwägungsverfahren die hohen Anforderungen an eine 

konkrete Gefährdung nach wie vor nicht zu erfüllen. Es darf auch unter 

Berücksichtigung ihrer psychischen Beschwerden – wie bereits ausgeführt 

– von ihr erwartet werden, sich bei Unterstützungsbedarf an die griechi-

schen Behörden zu wenden und die erforderliche Hilfe nötigenfalls auf dem 

Rechtsweg einzufordern. Nichtregierungsorganisationen können ihr in die-

ser Hinsicht behilflich sein. Im Übrigen ist im Zusammenhang mit der Zu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs der Beschwerdeführerin nach Grie-

chenland auf die Ausführungen im Entscheid des Bundesverwaltungsge-

richts D-7111/2024 vom 25. November 2024 zu verweisen. 

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Seite 10 

8.4.4 Bei dieser Ausgangslage ist deshalb festzustellen, dass es sich bei 

der Beschwerdeführerin auch unter Berücksichtigung der nach Abschluss 

des ordentlichen Verfahrens erfolgten Entwicklung nicht um eine beson-

ders vulnerable Person handelt, welcher die Überstellung nach Griechen-

land nicht zuzumuten wäre. 

8.5 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich schliesslich als möglich, zu-

mal die griechischen Behörden der Rückübernahme der Beschwerdefüh-

rerin zugestimmt haben (vgl. Urteil des BVGer D-7111/2024 vom 25. No-

vember 2024 Bst. C.b).  

9.  

Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz zu Recht das Vorliegen einer wie-

dererwägungsrechtlich relevanten Veränderung der Aktenlage verneint. 

Die Beschwerde ist abzuweisen. Mit dem vorliegenden Urteil fällt der am 

21. Februar 2025 angeordnete Vollzugsstopp dahin. 

10.  

Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wird 

mit dem vorliegenden Endentscheid gegenstandslos. 

11.   

11.1 Die Begehren waren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen 

ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen, weshalb die Gesuche um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung und Beiordnung einer amtlichen 

Rechtsvertretung unbesehen der geltend gemachten Bedürftigkeit und der 

Frage der Notwendigkeit einer Rechtsvertretung abzuweisen sind. 

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr 2’000.– 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Regula Frey