# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 72475db6-ff06-5e67-bdd0-3bb2dc248823
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-11-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.11.2016 D-1804/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1804-2016_2016-11-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1804/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  N o v e m b e r  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richter Thomas Wespi, Richter Gérald Bovier,    

Gerichtsschreiberin Anne Kneer. 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (…), 

Staat unbekannt (angeblich China [Volksrepublik]),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 19. Februar 2016 / N (…). 

 

 

 

D-1804/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge seinen Heimat-

staat am 17. März 2012 und reiste mit dem Flugzeug über ihm unbekannte 

Länder am 23. Juli 2012 in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl er-

suchte. Am 14. August 2012 wurde er durch das dem SEM vorangehende 

Bundesamt für Migration (BFM) zu seinen Asylgründen befragt und am 

11. April 2014 einlässlich angehört. 

Dabei gab er bezüglich seiner Person im Wesentlichen an, er sei chinesi-

scher Staatsangehöriger tibetischer Ethnie, verfüge aber über kaum Chi-

nesischkenntnisse. Er stamme aus der Gemeinde B._______, Kreis 

C._______, in der Nähe von Lhasa und habe dort von Geburt bis zur Aus-

reise mit seinen Eltern und seiner Schwester gelebt. Er habe zwei bis drei 

Jahre lang die Schule besucht, bevor er zu Hause in der Landwirtschaft 

habe helfen müssen. 

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er in der Befragung im We-

sentlichen geltend, er habe mit einigen Freunden im Bezirkshauptort an 

einer Demonstration teilnehmen wollen. Bevor sie aber angekommen 

seien, habe sein Vater erfahren, dass bereits Leute festgenommen worden 

seien. Er habe sich danach versteckt und abgewartet, bis sich die Situation 

wieder beruhigt hätte. Dies sei jedoch nicht geschehen, weshalb er in der 

Folge geflohen sei.  

In der Anhörung machte er im Wesentlichen geltend, er habe am (…) mit 

Freunden im Bezirkshauptort demonstriert. Zu den bereits von Beginn an 

anwesenden Soldaten seien plötzlich weitere dazugekommen, welche auf 

die Demonstranten eingeschlagen und einige festgenommen hätten. Da-

her seien alle Leute – auch er – geflohen. Sein Vater habe ihn anschlies-

send zu Verwandten gebracht, wo er sich einige Tage versteckt habe, be-

vor er ausgereist sei.  

B.  

Mit Verfügung vom 30. April 2014 – eröffnet am 6. Mai 2014 – lehnte das 

BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete die Wegwei-

sung aus der Schweiz sowie den Vollzug an, wobei der Vollzug der Weg-

weisung in die Volksrepublik China explizit ausgeschlossen wurde. 

D-1804/2016 

Seite 3 

C.  

Der Beschwerdeführer erhob gegen diesen Entscheid am 24. Mai 2014 

(Poststempel) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht.  

D.  

Im Rahmen des Schriftenwechsels legte die Vorinstanz ein als "vertraulich" 

gekennzeichnetes Dokument mit dem Titel "Hintergrundinformation zum 

geprüften Länderwissen" ins Recht. Dabei evaluierte die Vorinstanz in vier 

Themenbereichen (Angaben zu den Verwaltungseinheiten, Ausstellung 

der Identitätskarte, Beschrieb Familienbüchlein, Schulbesuch) die jeweili-

gen Antworten des Beschwerdeführers und gab an, ob diese Antworten 

nach ihrer Ansicht korrekt sind sowie auf welche Informationen sie sich bei 

der Beurteilung dieser Antworten stützte. 

E.  

Die Beschwerde wurde mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  

D-2824/2014 vom 14. Oktober 2015 gutgeheissen, die Verfügung des SEM 

vom 30. April 2014 wurde aufgehoben und die Sache zur vollständigen und 

richtigen Sachverhaltsabklärung – unter rechtsgenüglicher Gewährung des 

rechtlichen Gehörs – an die Vorinstanz zurückgewiesen.  

F.  

Am 21. Oktober 2015 wurde vom SEM amtsintern die Durchführung einer 

Sprach- und Herkunftsanalyse mit dem Beschwerdeführer (sogenannte 

LINGUA-Analyse) in Auftrag gegeben. In der Folge verfasste ein Experte 

respektive eine Expertin der Fachstelle LINGUA auf der Grundlage der Auf-

zeichnung eines gut einstündigen Telefongesprächs mit dem Beschwerde-

führer vom 27. November 2015 einen LINGUA-Bericht. Im Bericht datie-

rend vom 1. Februar 2016 gelangte die vom Staatssekretariat beauftragte 

Person zum Schluss, durch die Analyse könne festgestellt werden, dass 

die Sozialisation des Beschwerdeführer sehr wahrscheinlich in der exiltibe-

tischen Gemeinschaft ausserhalb der Volkrepublik China und eindeutig 

nicht im vom Beschwerdeführer behaupteten geografischen Raum stattge-

funden habe.   

G.  

Am 18. Februar 2016 wurde dem Beschwerdeführer mündlich das rechtli-

che Gehör zur LINGUA-Analyse gewährt.  

H.  

Mit Verfügung vom 19. Februar 2016 – eröffnet am 25. Februar 2016 –

D-1804/2016 

Seite 4 

lehnte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete 

die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an, wobei der Vollzug 

der Wegweisung in die Volksrepublik China explizit ausgeschlossen wurde. 

I.  

Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

22. März 2016 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und bean-

tragte zur Hauptsache die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und 

die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz, eventualiter die Feststel-

lung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl, subeventua-

liter die Feststellung der Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglich-

keit des Wegweisungsvollzuges und die Anordnung einer vorläufigen Auf-

nahme in der Schweiz. In formeller Hinsicht ersuchte er um unentgeltliche 

Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie um eine (eventuali-

ter) Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und 

um Anordnungen an das SEM betreffend die Nicht-Kontaktnahme mit den 

Behörden des Heimatstaates und eventualiter um eine diesbezügliche In-

formation mittels Verfügung.  

Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er insbesondere einen Brief seiner 

Eltern (in chinesischer Sprache inkl. Übersetzung auf Deutsch sowie der 

dazugehörende Umschlag), eine Auskunft der Schweizerischen Flücht-

lingshilfe, China/Tibet: Tibetische Sprachen und Kenntnis der chinesischen 

Sprache, vom 10. Dezember 2015 sowie zwei Arbeitseinsatzbestätigungen 

zu den Akten.  

J.  

Mit Instruktionsverfügung vom 29. März 2016 stellte die Instruktionsrichte-

rin fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten, hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut, verzichtete auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses und wies das Gesuch um Anordnun-

gen an das SEM betreffend die Nicht-Kontaktnahme mit den Behörden des 

Heimatstaates ab. Ferner forderte sie die Vorinstanz auf, sich zur Sache 

vernehmen zu lassen. 

K.  

In seiner Vernehmlassung vom 1. April 2016 – welche dem Beschwerde-

führer am 19. April 2016 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde – hielt das 

SEM an seinen bisherigen Ausführungen fest und beantragte die Abwei-

sung der Beschwerde. 

D-1804/2016 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 

AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

1.3 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.  

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

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Seite 6 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

3.  

3.1 Die Vorinstanz hielt zur Begründung des ablehnenden Asylentscheides 

im Wesentlichen fest, bereits aufgrund der Befragungen sei das SEM zum 

Schluss gekommen, dass die geltend gemachte Herkunft nicht glaubhaft 

sei. Auch der externe Experte sei in seiner Analyse zum Schluss gekom-

men, dass die Sozialisierung des Beschwerdeführers eindeutig nicht in der 

Autonomen Region Tibet stattgefunden habe, sondern sehr wahrscheinlich 

ausserhalb der Volksrepublik China. Dies schliesse der Experte aus fol-

genden Feststellungen: Der Beschwerdeführer habe zwar gewisse landes-

kundlich-kulturelle Kenntnisse zur Heimatregion nachweisen könne, wobei 

diese unerwartete Lücken enthalten hätten. So habe er die Namen von ei-

nigen Siedlungen gekannt, habe aber nicht gewusst, welcher Kreis zwi-

schen seinem Heimatkreis und der Stadt Lhasa liege. Er habe die geogra-

phische Lage der Kreise nicht gekannt und habe den Weg zum Flughafen 

nicht korrekt beschreiben können. Die Namen einiger Gewässer und Se-

henswürdigkeiten in Lhasa seien ihm bekannt gewesen, (…). Er habe Na-

men von Feldfrüchten, die Herstellung von Tsampa, die Schulstufen in Ti-

bet sowie einen Schulfeiertag korrekt nennen können. Seine Angabe zum 

Schulgeld sei aber nicht zutreffend gewesen, was angesichts seines Schul-

besuchs erstaune. Seine Berichte über den Personalausweis seien mehr-

heitlich realitätsfremd und die Angaben der Preise von gängigen Nahrungs-

mitteln zu tief oder viel zu tief gewesen. Seine landeskundlich-kulturellen 

Kenntnisse könnten auch erlernt sein. Mit solchen Wissens- und Erfah-

rungslücken seien bei einer einheimischen Person mit seinem Hintergrund 

nicht zu rechnen. Aufgrund seiner Biographie wäre davon auszugehen, 

dass er den tibetischen Dialekt des Kreises C._______ spreche und eine 

tibetisch-chinesische Bilingualität vorliege. Jedoch weise sein Dialekt 

Merkmale des Exiltibetischen auf, insbesondere im Bereich der Morpholo-

gie, was ungewöhnlich sei. Er habe unter anderem das Geburtsdatum auf 

ausländische und nicht auf tibetische Art und Weise angegeben und habe 

sich weitaus überwiegend mit Lexemen des Lhasa-Tibetischen bedient. Er 

habe zudem keine Chinesischkenntnisse, was nicht einem Bewohner Ti-

bets seines Alters entspreche, welcher so nahe an Lhasa gelebt haben 

wolle. Sein Dialekt stimme grösstenteils mit dem Dialekt von Lhasa, auf 

welchem die exiltibetische Koine beruhe, überein. Das Ergebnis der Eva-

luation seiner landeskundlich-kulturellen Kenntnisse werde somit durch die 

linguistische Analyse gestützt. Seine Antworten anlässlich des rechtlichen 

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Gehörs zur LINGUA-Analyse seien ausweichend und insgesamt nicht 

schlüssig gewesen und daher als Schutzbehauptung zu werten. Seinen 

Zweifeln an der Kompetenz des Experten könne entgegnet werden, dass 

es sich um eine geprüfte und einer ständigen Qualitätskontrolle unterlie-

genden Person handle, weshalb auch bei einem weiteren Interview kein 

anderes Ergebnis zu erwarten sei. Die Feststellung, er sei ausserhalb Ti-

bets sozialisiert worden, entziehe den geltend gemachten Ausreise- und 

Asylvorbringen die Grundlage. Die diesbezüglich gemachten, der Logik 

und der allgemeinen Erfahrung zuwiderlaufenden, widersprüchlichen und 

ohne Realkennzeichen versehenen Aussagen würden die Ergebnisse der 

Analyse zusätzlich untermauern. Auch die Schilderung des Reisewegs 

falle ohne jegliche Realkennzeichen und daher unglaubhaft aus. Es sei ihm 

demnach nicht gelungen, seine Herkunft aus der Volksrepublik China so-

wie seine Asylgründe glaubhaft zu machen. Es werde davon ausgegangen, 

dass keine flüchtlings- oder wegweisungsbeachtlichen Gründe gegen eine 

Rückkehr an den bisherigen Aufenthaltsort vorliegen würden.  

3.2 Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitte-

leingabe im Wesentlichen vor, er sei nur einmal in Lhasa gewesen, als er 

noch ein Kind gewesen sei, weshalb er damals nicht nach den zu durch-

querenden Kreisen oder nach dem Namen des Rundgangs im Tempel ge-

fragt habe. Er sei auch noch nie am Flughafen gewesen, habe den Weg 

aber korrekt beschrieben. Anlässlich des rechtlichen Gehörs sei ihm ge-

sagt worden, dass er den Weg korrekt beschrieben habe. In der Verfügung 

stehe nun das Gegenteil, was ihn verwirre. Er sei nie in eine klassische 

Schule gegangen, sondern habe eher eine Art Privatunterricht mit anderen 

gleichaltrigen Kindern genossen, wo sie lediglich tibetisch schreiben und 

lesen gelernt hätten. Dies gehe auch aus dem Telefoninterview hervor. Er 

kenne das Schulsystem nicht und wisse auch nicht, ob und wieviel seine 

Eltern für die Schule bezahlt hätten. Weiter habe er das Aussehen der Iden-

titätskarte genau beschrieben und könne nicht nachvollziehen, was reali-

tätsfern daran sein solle. Weiter gebe es andere Sorten Reis als denjeni-

gen, den sie gekauft hätten, welcher teurer oder günstiger sei. Der 

C._______-Dialekt unterscheide sich überdies nicht so sehr vom Lhasa-

Dialekt wie der D._______- oder E._______-Dialekt. Er spreche kein Chi-

nesisch, da seine Eltern die Wichtigkeit der tibetischen Sprache immer be-

tont hätten. Deshalb habe er auch kein Interesse gehabt, Chinesisch zu 

lernen. Zudem hätten alle Freunde und Verwandten nur Tibetisch gespro-

chen. Auch der beigelegte Bericht bestätige, dass nicht alle Tibeterinnen 

und Tibeter in Tibet automatisch Chinesisch sprechen würden. Er wehre 

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sich gegen die Anschuldigung, er habe sich anlässlich des rechtlichen Ge-

hörs hinter Schutzbehauptungen versteckt. Er habe auch verschiedene 

landeskundlich-kulturelle Kenntnisse vorweisen können. Der Brief seiner 

Eltern aus Tibet beweise seine Herkunft. Die Erlebnisse der Flucht seien 

psychisch sehr schwierig zu verarbeiten gewesen. Er habe nicht auf die 

Umgebung geachtet, sondern sei einfach seinem Schlepper gefolgt. Bis zu 

seiner Flucht habe er in Tibet gelebt und er besitze die chinesische Staats-

bürgerschaft. Es gebe keinen einzigen Hinweis auf die Herkunft aus Indien 

oder Nepal. Alleine aus der Tatsache, dass er keine gültigen tibetischen 

Reisepapiere vorlegen könne, könne nicht einfach auf eine Herkunft aus 

Indien oder Nepal geschlossen werden. Er habe nie seine Mitwirkungs-

pflicht verletzt und könne seine Familie nur unter grosser Gefahr für sie 

kontaktieren, da sie dann verdächtigt würde, Kontakte zu Separatisten zu 

pflegen. Er habe es trotzdem gewagt, weshalb er nun den Brief habe ein-

reichen können.  

Personen, die sich illegal aus Tibet begeben und sich längere Zeit in Indien 

oder Nepal aufgehalten hätten, in die Schweiz weiter gereist seien und dort 

um Asyl ersucht hätten, hätten bei einer Rückkehr in die Volksrepublik 

China mit flüchtlingsrechtlich relevanter Verfolgung zu rechnen. Er habe 

gemäss seinen glaubhaften Aussagen die Volksrepublik China illegal und 

ohne Reisepass verlassen, weshalb von einer begründeten Furcht vor Ver-

folgung im Sinne von Art. 3 AsylG auszugehen sei. Er wisse gar nicht wohin 

er ausreisen sollte, da er von Geburt bis zur Ausreise in Tibet gelebt habe. 

Er besitze keine Aufenthaltsbewilligung eines anderen Staates und seine 

Familie lebe auch in Tibet. Zudem habe er sich mit der Schweiz bereits 

vertraut gemacht, fühle sich wohl und könne die tibetische Kultur pflegen.  

4.  

4.1 Im BVGE 2014/12 präzisierte das Bundesverwaltungsgericht seine 

Praxis dahingehend, dass bei Personen tibetischer Ethnie, die ihre wahre 

Herkunft verschleiern oder verheimlichen, vermutungsweise davon auszu-

gehen sei, dass keine flüchtlings- oder wegweisungsbeachtlichen Gründe 

gegen eine Rückkehr an ihren bisherigen Aufenthaltsort beständen, denn 

die Abklärungspflicht der Asylbehörden finde ihre Grenze an der Mitwir-

kungspflicht der asylsuchenden Person. Für asylsuchende Personen tibe-

tischer Ethnie, welche unglaubhafte Angaben über ihren angeblichen So-

zialisierungsraum in China machen würden und vermutungsweise im Exil, 

vorab in Indien oder Nepal, gelebt hätten, beständen grundsätzlich fol-

gende mögliche Konstellationen bezüglich der Staatsangehörigkeit: 

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Seite 9 

a. Besitz der chinesischen Staatsangehörigkeit ohne Aufenthaltsbewilli-

gung in Nepal oder Indien (blosse Duldung im betreffenden Drittstaat); 

b. Besitz der chinesischen Staatsangehörigkeit mit entsprechender Auf-

enthaltsbewilligung im Drittstaat Nepal oder Indien; 

c. Besitz der Staatsangehörigkeit von Nepal oder Indien (mit dem damit 

einhergehenden Verlust der chinesischen Staatsangehörigkeit). 

Daraus ergebe sich folgendes Prüfschema: Besitzt die betreffende Person 

die chinesische Staatsangehörigkeit und verfügt sie gleichzeitig über eine 

Aufenthaltsberechtigung im Drittstaat Nepal oder Indien (Konstellation b) 

oder wird die Person im betreffenden Drittstaat zumindest gelduldet (Kons-

tellation a), wäre eine Prüfung der Drittstaatenregelung im Sinne von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG durch die Asylbehörden möglich, vorausge-

setzt die asylsuchende Person legt den schweizerischen Behörden alle 

Fakten im Verfahren dar. Bei der Konstellation b dürften im Regelfall die 

Voraussetzungen der Drittstaatenregelung gegeben sein. Hat die asylsu-

chende Person die Staatsangehörigkeit von Nepal oder Indien erlangt 

(Konstellation c), besitzt sie die chinesische Staatsangehörigkeit nicht res-

pektive nicht mehr, da sie gemäss chinesischer Rechtslage durch den Er-

werb einer anderweitigen Staatsbürgerschaft die chinesische Nationalität 

verliert. Diesfalls wäre die Flüchtlingseigenschaft in Bezug auf Nepal be-

ziehungsweise Indien zu prüfen. Vermutungsweise gelte, dass die asylsu-

chende Person im Land ihrer (neu erlangten) Staatsangehörigkeit keine 

asylrelevante Gefährdung zu befürchten hat, wenn sie keine entsprechen-

den Vorbringen glaubhaft vorträgt (BVGE 2014/12 E. 5.8). Zusammenfas-

send wurde demnach festgestellt, dass für Angehörige der tibetischen Eth-

nie sowohl in Nepal als auch in Indien die Möglichkeit bestehe, unter ge-

wissen Bedingungen eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten beziehungs-

weise dass es unter engen Voraussetzungen auch möglich sei, die ent-

sprechende Staatsangehörigkeit zu erwerben, womit infolge Erwerbs einer 

neuen die chinesische Staatsangehörigkeit untergehe. Allerdings müsse 

davon ausgegangen werden, dass ein grosser Teil der in Nepal und Indien 

lebenden Exil-Tibeterinnen und -Tibeter keine neue Staatsangehörigkeit 

erworben habe und diese nach wie vor chinesische Staatsangehörige 

seien.  

4.2 Verunmögliche eine tibetische asylsuchende Person durch die Verlet-

zung ihrer Mitwirkungspflicht allerdings die Abklärung, welchen effektiven 

Status sie in Nepal respektive in Indien innehabe, könne aber namentlich 

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Seite 10 

keine Drittstaatenabklärung im Sinne von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG statt-

finden. Im Übrigen werde durch die Verheimlichung und Verschleierung der 

wahren Herkunft auch die Prüfung der Flüchtlingseigenschaft der betref-

fenden Person in Bezug auf ihr effektives Heimatland verunmöglicht 

(BVGE 2014/12 E. 5.9 f.).  

5.  

5.1 Aufgrund der vorliegenden Aktenlage besteht Grund zur Annahme, 

dass der Beschwerdeführer seine wahre Herkunft zu verschleiern ver-

sucht, weshalb das Bundesverwaltungsgericht der Ansicht der Vorinstanz, 

die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung vermöge nicht zu überzeugen, 

folgt.  

5.2  

5.2.1 Die Vorinstanz hat mit der LINGUA-Analyse, welche von einer amts-

externen fachkundigen Person vorgenommen worden ist, in ausführlicher, 

nachvollziehbarer und inhaltlich überzeugender Weise die Zweifel an der 

behaupteten Herkunft des Beschwerdeführers begründet. Weder die Qua-

lifikation der sachverständigen Person noch die Nachvollziehbarkeit und 

Schlüssigkeit der Analyse sind zu beanstanden. Mithin ist der Vorinstanz 

zuzustimmen, dass überwiegende Zweifel an der Hauptsozialisation des 

Beschwerdeführers in Tibet bestehen.  

5.2.2 So ist mit dem SEM und dem Spezialisten respektive der Spezialistin 

einig zu gehen, dass der Beschwerdeführer einige der geographischen 

respektive landeskundlich-kulturellen Fragen oftmals richtig zu beantwor-

ten vermochte. Seine anderen Angaben sind aber in der Tat meist unzu-

reichend. Seine diesbezüglichen Argumente in der Beschwerde, er kenne 

Lhasa nicht, da er nur einmal als Kind dort gewesen sei, vermögen nicht 

zu überzeugen, zumal von einer Person mit seiner Biographie sowie in 

Kombination mit der Bekanntheit der Sehenswürdigkeiten auch zumindest 

ein Wissen vom Hörensagen erwartet werden dürfte. Entgegen den Aus-

führungen in der Beschwerde wurde dem Beschwerdeführer anlässlich der 

Gewährung des rechtlichen Gehörs klar vorgehalten, dass er den Weg zum 

Flughafen nicht korrekt angegeben habe (siehe act. SEM A42/9 S. 4), wo-

bei dem Beschwerdeführer das Protokoll dieser Befragung rückübersetzt 

wurde und er die korrekte Protokollierung mit seiner Unterschrift auf jeder 

Seite bestätigte. Auch wenn er selber nicht alle Schuljahre durchlaufen 

hätte respektive er nicht in einer normalen Schule gewesen wäre, ist davon 

auszugehen, dass er den grundsätzlichen Aufbau des Schulsystems be-

schreiben könnte, zumal er sich auch bei Freunden und Bekannten hätte 

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Seite 11 

informieren können. Schliesslich wurden bei der Evaluation der Preisanga-

ben Preisschwankungen sowie verschiedene Sorten vom Experten res-

pektive von der Expertin berücksichtigt, weshalb das Argument, es gebe 

auch teurere und günstigere Sorten Reis, nicht zu überzeugen vermag. 

Dazu kommt, dass seine Chinesischkenntnisse im Hinblick auf einen Sozi-

alisationsort in der Nähe von Lhasa ungenügend erscheinen. Der pau-

schale Einwand, sie hätten Zuhause nie Chinesisch gesprochen und er 

habe Chinesisch nie gebraucht, vermag nicht zu überzeugen.  

5.2.3 Im Übrigen hat der Beschwerdeführer keinerlei Ausweispapiere oder 

andere Beweismittel ins Recht gelegt, die geeignet wären, etwas zur Klä-

rung seiner Identität und seines Herkunftslandes beizutragen. Das einge-

reichte Schreiben seiner Eltern verfügt bereits aufgrund der fehlenden Si-

cherheitsmerkmale und als Schreiben naher Angehöriger des Beschwer-

deführers über einen sehr geringen Beweiswert. Zudem ist es nicht geeig-

net, die Identität und Herkunft des Beschwerdeführers glaubhaft zu ma-

chen. Ferner erstaunt es, dass der Beschwerdeführer zwar diesen Brief ins 

Recht legen konnte, es ihm jedoch nicht möglich war, zumindest eine Kopie 

zum Beispiel des Familienbüchleins beizulegen.  

5.2.4 Vor dem Hintergrund dieser Erwägungen erscheint die Wahrschein-

lichkeit – wie von der sachverständigen Person überzeugend dargelegt – 

klein, dass der Beschwerdeführer bis ins Jahr 2012 im behaupteten geo-

graphischen Raum gelebt hat. An diesem Gesamteindruck vermögen auch 

seine Einwände nichts zu ändern.  

5.3 Ferner sind auch die vom Beschwerdeführer vorgetragenen Flucht-

gründe unglaubhaft. So ist seine Beschreibung der Demonstration als sehr 

kurz und unsubstanziiert zu bezeichnen. Der Beschwerdeführer vermag 

denn auch keine Details zu beschreiben, welche darlegen würden, dass er 

das Erzählte selbst erlebt hatte. Vielmehr erscheinen die Beschriebe in der 

freien Erzählung bezüglich des Moments, als die chinesischen Behörden 

auf die Demonstranten eingeschlagen und diese festgenommen hätten, 

äusserst distanziert und allgemein, so dass kein Bild des Erlebten entste-

hen kann. Dazu kommt, dass der Beschwerdeführer in der Befragung noch 

aussagte, er habe lediglich an der Demonstration teilnehmen wollen, es 

aber aufgrund der vorangehenden Verhaftungen im Bezirkshauptort nie 

dazu gekommen sei, in der Anhörung jedoch zu Protokoll gab, er habe rund 

eine Stunde lang mitdemonstriert (A7/11 S. 7 zu A13/20 F124 f.). Als ihm 

in der Anhörung dieser Widerspruch vorgehalten wurde, vermochte er die-

sen nicht in überzeugender Weise aufzuklären, sondern beharrte darauf, 

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dass er an der Demonstration teilgenommen habe (A13/20 F125). Auch die 

Rolle seines Vaters schilderte der Beschwerdeführer sehr unterschiedlich 

(A7/11 S. 7 zu A13/20 F128 f.). Somit ist durchaus von wesentlichen Wi-

dersprüchen zwischen Befragung und Anhörung auszugehen, welche nicht 

nur durch die vereinfachte Protokollierung sowie allfällige Missverständ-

nisse und Übersetzungsschwierigkeiten erklärt werden können. Auch der 

Beschrieb bezüglich des Entscheids zur Ausreise, ohne dass er direkt in 

den Fokus der chinesischen Behörden geraten sei, ist als unplausibel zu 

werten.  

5.4 Aufgrund der schlüssig begründeten LINGUA-Analyse und der wenig 

überzeugenden Erklärungsversuche des Beschwerdeführers ist mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er vor seiner An-

kunft in der Schweiz nicht in der Volksrepublik China, sondern in der exilti-

betischen Diaspora gelebt hat; dies wird durch die Tatsache, dass er kei-

nerlei Identitätsdokumente eingereicht hat, sowie die Unglaubhaftigkeit der 

von ihm vorgetragenen Fluchtgründe untermauert. Namhafte exiltibetische 

Gemeinschaften gibt es – nebst der Schweiz und Nordamerika – lediglich 

in Indien und Nepal. Es ist somit im Sinne einer Vermutung anzunehmen, 

dass der Beschwerdeführer in Indien oder Nepal aufgewachsen ist respek-

tive dort gelebt hat. Folglich wäre grundsätzlich zu prüfen, ob er über die 

chinesische Staatsangehörigkeit verfügt, was eine Prüfung der Drittstaa-

tenregelung im Sinne von Art. 31a Abs. 1 AsylG mit sich bringen würde, 

oder ob er die indische oder nepalesische Staatsangehörigkeit erworben 

hat, was zur Folge hätte, dass das Vorliegen einer asylrelevanten Gefähr-

dung hinsichtlich eines jener Staaten zu prüfen wäre. Das Gericht ist indes 

wie die Vorinstanz der Auffassung, dass der Beschwerdeführer die Mitwir-

kungspflicht in nicht entschuldbarer Weise verletzt hat und dadurch den 

Behörden nähere Abklärungen – die Abklärungspflicht der Asylbehörden 

findet, wie bereits festgehalten, ihre Grenze bei der Mitwirkungspflicht der 

asylsuchenden Person – sowie eine Rückschaffung in seinen tatsächlichen 

Heimatstaat verunmöglicht. Der Beschwerdeführer hat die Folgen dieses 

Verhaltens zu verantworten (vgl. BVGE 2014/12 E. 5.10). 

5.5 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass zwar davon auszu-

gehen ist, dass der Beschwerdeführer tibetischer Ethnie ist. Jedoch ent-

behren seine Vorbringen hinsichtlich des Ortes seiner hauptsächlichen So-

zialisation sowie seine Asylvorbringen insgesamt der Glaubhaftigkeit. Folg-

lich ist es ihm nicht gelungen, für den Zeitpunkt seiner Ausreise eine asyl-

rechtlich relevante Verfolgung, die er in seiner Heimat vor seiner Ausreise 

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erlitten hat oder in begründeter Weise zukünftig befürchten müsste, aufzu-

zeigen oder glaubhaft zu machen. Der Beschwerdeführer vermag weder 

die Flüchtlingseigenschaft im Zeitpunkt seiner Ausreise noch subjektive 

Nachfluchtgründe nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die 

Vorinstanz hat somit zu Recht seine Flüchtlingseigenschaft verneint und 

das Asylgesuch abgelehnt. 

6.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatssekretariat in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das Asylge-

such ablehnt oder darauf nicht eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt we-

der über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen 

Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu 

Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, 

je m.w.H.).  

7.   

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

7.2 Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit eines Wegweisungsvoll-

zugs sind zwar von Amtes wegen zu prüfen, die Untersuchungspflicht fin-

det aber, wie bereits vorstehend ausgeführt, ihre Grenzen an der Mitwir-

kungspflicht des Beschwerdeführers. Es ist nicht Sache der Behörden, bei 

fehlenden Hinweisen nach etwaigen Wegweisungsvollzugshindernissen in 

hypothetischen Herkunftsländern zu forschen. Der Beschwerdeführer hat 

die Folgen seiner fehlenden Mitwirkung insofern zu tragen, als seitens der 

Asylbehörden der Schluss gezogen werden muss, es spreche nichts ge-

gen eine Rückkehr an den bisherigen Aufenthaltsort, da er keine konkre-

ten, glaubhaften Hinweise geliefert hat, die gegen eine entsprechende 

Rückkehr sprechen würden.  

In Übereinstimmung mit der Dispositivziffer 5 der angefochtenen Verfügung 

ist im Übrigen darauf hinzuweisen, dass für alle Exil-Tibeterinnen und -Ti-

beter ein Vollzug der Wegweisung nach China im Sinne von Art. 45 Abs. 1 

Bst. d AsylG ausgeschlossen wird, da ihnen dort gegebenenfalls Verfol-

gung im flüchtlingsrechtlichen Sinn beziehungsweise eine menschenun-

würdige Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK droht (BVGE 2014/12 

E. 5.11).  

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Seite 14 

7.3 Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich die für eine Rückkehr allenfalls 

benötigten Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist.  

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüg-

lich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist demnach abzuwei-

sen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der Beschwerdeführer stellte 

in seiner Rechtsmitteleingabe vom 22. März 2016 jedoch ein Gesuch um 

unentgeltliche Prozessführung, welches das Gericht mit Instruktionsverfü-

gung vom 29. März 2016 guthiess. Folglich sind vom Beschwerdeführer 

keine Verfahrenskosten zu erheben. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Anne Kneer 

 

 

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