# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9edca0d1-15b7-5193-982a-103fd7652ad2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.05.2015 200 2014 1240
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1240_2015-05-12.pdf

## Full Text

200 14 1240 IV
MAW/ZID/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 12. Mai 2015

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Fürsprecherin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. Dezember 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1969 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) erlitt bei einer Heckauffahrkollision vom TT.MMMM.1995 ein 
Schleudertrauma (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin], Akten vor 1999 [Vorakten] 68). In der Folge führte die 
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) Abklärungen (u.a. 
kreisärztliche Untersuchungen vom 3. Juli 1995 [Vorakten 68], 25. Januar 
1996 [Vorakten 42], 25. September 1996 [Vorakten 64] und 3. März 1997 
[Vorakten 60], zwei neuropsychologische Gutachten vom 26. März 1996 
[Vorakten 67] und 12. April 1997 [Vorakten 52], ein neuropsychologischer 
Bericht vom 27. November 1997 [Vorakten 56] sowie ein neuropsychiatri-
sches Gutachten vom 3. September 1998 [Vorakten 12]) durch. Im Rah-
men einer unfallmedizinischen Beurteilung vom 29. September 1998 (Vor-
akten 10) wurde zusammenfassend festgehalten, dass aufgrund der um-
fassenden Untersuchungsbefunde sowohl somatischer, bildgebender und 
neuropsychiatrischer Art ein organischer Schaden ausgeschlossen werden 
könne und dass die geklagten Beschwerden psychosomatischer Genese 
seien, deren Adäquanzbeurteilung durch die Administration zu erfolgen 
habe. Nachdem die SUVA in ihrer Verfügung vom 17. Dezember 1998 (Ak-
ten der IVB, Antwortbeilage [AB] 6/55 f.) die Adäquanz noch verneint hatte, 
bejahte sie diese mit Einspracheentscheid vom 4. August 2000 (AB 4) und 
sprach der Versicherten ab 1. Januar 1999 eine 50%-Rente zu.

Zwischenzeitlich meldete sich die Versicherte im Juni 1996 bei der Invali-
denversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Vorakten 50), welche der 
Versicherten – gestützt auf die Abklärungen der SUVA – mit Verfügungen 
vom 2. und 23. Mai 2001 (AB 13) eine halbe Rente ab 1. März 1996 zu-
sprach. Diese Rente wurde im Rahmen der in den Jahren 2003 (AB 20) 
und 2008 (AB 26) von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevisionen 
bestätigt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 3

B.

Im Rahmen einer weiteren Revision von Amtes wegen machte die Versi-
cherte im Juni 2011 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
aufgrund eines erneuten Heckauffahrunfalls vom TT.MMMM.2010 geltend 
(AB 34/1 Ziff. 1). Nach Aktualisierung der medizinischen Unterlagen 
(AB 37 ff., insbesondere kreisärztliche Untersuchung vom 7. September 
2011 [AB 44.16] und Beurteilung vom 2. März 2012 [AB 74.1]) verfügte die 
SUVA am 19. März 2012, die Versicherungsleistungen infolge Unfalls vom 
TT.MMMM.2010 würden per 31. März 2012 eingestellt und es würden 
"mangels Vorliegen adäquater Unfallfolgen" auch keine zusätzlichen Leis-
tungen (Invalidenrente und/oder Integritätsentschädigung) ausgerichtet 
(AB 47).

Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) hin (AB 50) 
ordnete die IVB ihrerseits zusätzliche Abklärungen an (AB 51, 53), welchen 
sich die Beschwerdeführerin zuvor mit der Begründung, es läge gar keine 
wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen vor, zu widerset-
zen versuchte (AB 54 ff.). Gestützt auf den neuropsychologischen Bericht 
vom 3. Juli 2013 (AB 69) und den ärztlichen Bericht des RAD vom 12. Juli 
2013 (AB 71/2 ff.) sowie das psychiatrische Gutachten vom 23. Oktober 
2013 (AB 76.1) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 18. Dezember 2013 die 
Aufhebung der Rente in Aussicht (AB 77). Auf Einwand hin (AB 80) verfüg-
te die IVB nach Konsultation des RAD (AB 86) mit Verfügung vom 3. De-
zember 2014 die Aufhebung der Rente per 31. Januar 2015; zur Begrün-
dung hielt sie fest, gegenüber der ursprünglichen Verfügung sei eine ge-
sundheitliche Verbesserung eingetreten und es liege keine psychiatrisch 
bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr vor (AB 87).

C.

Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Fürsprecherin 
B.________, am 30. Dezember 2014 Beschwerde erheben und beantra-
gen, unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihr weiterhin (über 
den 31. Januar 2015 hinaus) eine halbe Rente auszurichten, eventuell sei 
die Streitsache zur MEDAS-Begutachtung an die Beschwerdegegnerin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 4

zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung 
liess sie im Wesentlichen vorbringen, im Vergleichszeitraum sei mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit keine erhebliche Veränderung des Gesund-
heitszustandes eingetreten und trotzdem habe die Beschwerdegegnerin 
eine voraussetzungslose Überprüfung des Rentenanspruchs vorgenom-
men. Die in mehrfacher Hinsicht nicht rechtmässige Vorgehensweise der 
Beschwerdegegnerin sei umso unverständlicher, als sie die bis zum Errei-
chen des ordentlichen Rentenalters kapitalisierten IV-Rentenleistungen im 
Rahmen des Regresses vom haftpflichtigen Dritten bereits zurückbezahlt 
erhalten habe.

Mit Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2015 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Stellungnahme vom 23. März 2015 hielt die Beschwerdeführerin an den 
mit Beschwerde gestellten Rechtsbegehren fest unter zusätzlichem Hin-
weis darauf, dass die geltend gemachte Verbesserung des Gesundheitszu-
standes einzig auf einer Neubeurteilung des Sachverhalts beruhe. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 5

zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 3. Dezember 2014, mit welcher 
die Rente per 31. Januar 2015 aufgehoben wurde (AB 87). Streitig und zu 
prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente und dabei insbesondere, ob 
die Beschwerdegegnerin die bisherige halbe Rente zu Recht auf den 
31. Januar 2015 revisionsweise aufgehoben hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin vorab eine Ver-
letzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend, weil ihr die Akten nur 
unvollständig (namentlich ohne die Akten vor 1999 [Vorakten]) ausgehän-
digt worden seien. Deshalb sei die Zustellung der vollständigen Akten 
nachzuholen und ihr hiernach eine Frist zur Ergänzung ihrer Eingabe ein-
zuräumen (Beschwerde, S. 3 ff.). Die Beschwerdegegnerin stellte die feh-
lenden Vorakten der Beschwerdegegnerin am 8. Januar 2015 von sich aus 
zu (AB 93) und wies in der Beschwerdeantwort (S. 2 Ziff. 3) darauf hin, 
dass der Beschwerdeführerin bereits im vorgängigen Beschwerdeverfahren 
am 16. November 2011 (vgl. AB 41) alle verfügbaren Akten und somit ver-
mutlich auch die Vorakten zugestellt worden seien. Letzteres stellte die 
Beschwerdeführerin mit Eingaben vom 19. Februar und 23. März 2015 
ausdrücklich in Abrede.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 6

2.2 Das Akteneinsichtsrecht gemäss Art. 47 Abs. 1 lit. a ATSG ist Teil 
des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung 
[BV; SR 101]). Die Aktenführungspflicht von Verwaltung und Behörden bil-
det das Gegenstück zum (aus Art. 29 Abs. 2 BV fliessenden) Aktenein-
sichts- und Beweisführungsrecht, indem die Wahrnehmung des Aktenein-
sichtsrechts durch die versicherte Person eine Aktenführungspflicht der 
Verwaltung voraussetzt. Die Behörde ist verpflichtet, ein vollständiges Ak-
tendossier über das Verfahren zu führen, um gegebenenfalls ordnungs-
gemäss Akteneinsicht gewähren und bei einem Weiterzug diese Unterla-
gen an die Rechtsmittelinstanz weiterleiten zu können. Die Behörde hat 
alles in den Akten festzuhalten, was zur Sache gehört. Der verfassungs-
mässige Anspruch auf eine geordnete und übersichtliche Aktenführung 
verpflichtet die Behörden und Gerichte, die Vollständigkeit der im Verfahren 
eingebrachten und erstellten Akten sicherzustellen. Für die dem Allgemei-
nen Teil des Sozialversicherungsrechts unterstellten Versicherer wurde in 
Art. 46 ATSG die Aktenführungspflicht auf Gesetzesstufe konkretisiert. Da-
nach sind für jedes Sozialversicherungsverfahren alle Unterlagen, die 
massgeblich sein können, vom Versicherungsträger systematisch zu erfas-
sen (BGE 138 V 218 E. 8.1.2 S. 223). Geringfügige Unzulänglichkeiten bei 
der Dossierverwaltung rechtfertigen die Annahme einer Verletzung der Ak-
tenführungspflicht nicht (BGE 138 V 218 E. 8.3 S. 225).

2.3 Aufgrund der Akten lässt sich nicht feststellen, ob der Rechtsvertre-
terin der Beschwerdeführerin die als fehlend gerügten Vorakten nicht schon 
vorgängig zugestellt worden waren, wie dies die Beschwerdegegnerin ver-
mutet: Auf das Akteneinsichtsgesuch vom 8. Dezember 2014 (AB 89) hin 
sind die Akten am 10. Dezember 2014 ausschliesslich in elektronischer 
Form zugestellt worden (AB 90). Darin waren die Vorakten unbestrittener-
massen nicht enthalten (vgl. AB 93). Seinerzeit erfolgte die Zustellung in 
Papierform (vgl. AB 41) und die Rechtsvertreterin beanstandete die Akten 
in der Folge denn auch nicht als unvollständig. Wie es sich damit verhält, 
braucht nicht abschliessend geklärt zu werden. So oder anders verfügt sie 
mittlerweile über alle Akten und konnte ihre Ausführungen mit Stellung-
nahme vom 23. März 2015 (insbesondere S. 4 f.) ergänzen. Ihrem entspre-
chenden (formellen) Antrag ist damit genüge getan. Eine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs liegt damit nicht (mehr) vor.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 7

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsunmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem aus-
geglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

3.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 8

bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

3.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung ge-
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in-
valid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.5

3.5.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In-
validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Unerheblich 
unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel ist nach ständiger Praxis die 
unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen 
Sachverhaltes (BGE 112 V 371 E. 2b S. 372; SVR 2014 UV Nr. 7 S. 22 
E. 2.2).

3.5.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 9

sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 
1961 [IVV; SR 831.201]). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit 
oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die an-
spruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne we-
sentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV).

3.5.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369, SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114).

3.5.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV 
Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

4.

Zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der umstrittenen Rentenaufhebung. Hier-
zu ist der Sachverhalt im Zeitpunkt der rentenzusprechenden Verfügungen 
vom 2. und 23. Mai 2001 (AB 13) mit demjenigen im Zeitpunkt der hier an-
gefochtenen rentenaufhebenden Verfügung vom 3. Dezember 2014 
(AB 87) zu vergleichen und zu prüfen, ob in dieser Zeit eine Änderung in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 10

den medizinischen oder erwerblichen Verhältnissen eingetreten ist, welche 
geeignet ist, den bisherigen Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 3.5 
hiervor). Dass die Beschwerdegegnerin in den Jahren 2003 (AB 20) und 
2008 (AB 26) auf eine unveränderte Invalidenrente geschlossen hat, ist 
revisionsrechtlich unbeachtlich, erfolgte doch damals keine umfassende 
Prüfung (vgl. E. 3.5.3 hiervor).

4.1 Die ursprünglichen Verfügungen vom 2. und 23. Mai 2001, mit de-
nen der Beschwerdeführerin eine halbe Rente zugesprochen worden ist 
(AB 13), stützten sich in medizinischer Hinsicht massgeblich auf das neu-
ropsychiatrische Gutachten von Prof. Dr. med. C.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 3. September 1998 zuhanden 
der SUVA (Vorakten 12). Diesem Gutachten gingen zwei neuropsychologi-
sche Gutachten des Spitals G.________ vom 26. März 1996 (Vorakten 67) 
und 12. April 1997 (Vorakten 52) voraus, gemäss welchen zwischen der 
ersten (Befund eines in Teilleistungen als leicht bis maximal mittelschwer 
beeinträchtigten kognitiven Leistungsvermögens mit leichter bis maximal 
mittelschwerer Arbeitseinschränkung [Vorakten 67/7 f.]) und der zweiten 
Begutachtung (Befund eines mittelschwer bis schwer beeinträchtigten ko-
gnitiven Leistungsprofils mit stark abgenommenem Leistungsvermögen 
[Vorakten 52/6 f.; ähnlich dann auch der neuropsychologische Bericht der 
Klinik H.________ vom 27. November 1997 {Vorakten 56}]) eine massive 
Verschlechterung der Leistungen festgestellt wurde, ohne dass ein ein-
schlägiges Ereignis stattgefunden hatte.

Anlässlich der Untersuchungen im Rahmen der neuropsychiatrischen Be-
gutachtung machte die Beschwerdeführerin Schmerzen im Nacken und 
Kopf mit Ausstrahlung in die Schulter geltend. Die Schmerzen würden 
durch rasche Bewegungen bzw. Überkopfbewegungen oder durch das 
Tragen von schweren Lasten ausgelöst bzw. verstärkt; teilweise würden die 
Schmerzen auch ohne einen ersichtlichen Grund auftreten. Dem entspre-
chend seien die Schmerzen unberechenbar. Der Kopfschmerz sei am 
meisten limitierend. Unter den Kopfschmerzen fühle sie sich eigenartig be-
duselt, unkonzentriert und habe sie eine veränderte Wahrnehmung. Hinzu 
komme ein extremer Kopfschmerz, aufgrund dessen sie sich dann zurück-
ziehen und niederlegen müsse. Die Intensität der Schmerzen schwanke 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 11

stark; auf einer Skala von 0 bis 10 Punkten seien Intensitäten zwischen 2 
und 10 Punkten möglich. Bislang habe keine Therapie einen anhaltenden 
Erfolg gebracht (Vorakten 12/3 ff.).

Zusätzlich beklagte die Beschwerdeführerin mentale Probleme (Konzentra-
tionsschwierigkeiten, verminderte Belastbarkeit, Unwohlsein in der Men-
schenmenge), die entsprechend den Schmerzen im Laufe des Tages 
zunähmen. Bei Auftreten dieser Zustände würde sie am liebsten abliegen 
und schlafen; es sei, als ob sie spüre, dass die zur Verfügung stehende 
Energiemenge verbraucht wäre und sie vollständig erschöpft sei. Die 
Scheu vor Menschenansammlungen scheine schon vorbestehend zu sein 
und zeige sich etwa darin, dass sie im Einkaufszentrum starke Angstzu-
stände bekomme. Entsprechend meide sie solche Situationen oder versu-
che sonst irgendeinen Gegenstand zu fixieren, was ihr dann jeweils helfe. 
Sie selber bezeichne sich nicht als ängstliche Person, wobei das In-
Kontakt-Treten nie ihre Stärke gewesen sei. In diesem Zusammenhang 
habe sie auch betont, dass die Tatsache, dass sie die berufsbegleitende 
Ausbildung nach dem Unfall (wegen Beschwerden) habe aufgeben müs-
sen, ihr doch deutliche Schwierigkeiten bereite (Vorakten 12/5 ff.).

Unter Berücksichtigung all dessen stellte Prof. Dr. med. C.________ im 
neuropsychologischen Bereich eine leichte bis mässige Beeinträchtigung 
fest, die vorwiegend, aber nicht konstant, bei komplexerer Aufmerksam-
keitszuwendung zum Ausdruck komme. Nach der Traumatisierung vom 
MMMM 1995 habe sich die Beschwerdeführerin innerhalb des ersten Jah-
res anscheinend vergleichsweise gut erholt. Seit jenem Zeitpunkt sei eine 
Restsymptomatik zurückgeblieben, die trotz intensiven Behandlungen weit-
gehend unbeeinflusst geblieben sei und sich gemäss ärztlicher Beurteilung 
im Sinne einer 50%igen Minderung der Arbeitsfähigkeit manifestiert habe. 
Bei der Verarbeitung der Beschwerden dürfte sich das Zusammentreffen 
von unfallbedingten (mutmassliche Verletzung der Weichteile der HWS; für 
eine relevante Hirnschädigung dürfte es anhand der anamnestischen An-
gaben keine sicheren Hinweise geben) und unfallfremden Faktoren (Per-
sönlichkeitsmerkmale: selbstunsichere Persönlichkeit mit anankastischen 
Zügen) nachteilig ausgewirkt haben; Menschen ohne diese Persönlich-
keitsmerkmale würden ein vergleichbares Trauma mit grosser Wahrschein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 12

lichkeit nicht in dieser Form bzw. mit diesen Auswirkungen verarbeiten. Es 
müsse allerdings auch gesagt werden, dass die Beschwerdeführerin dank 
der Möglichkeit, reduziert zu arbeiten, in der Lage sei, ihr psychophysi-
sches Gleichgewicht aufrecht zu erhalten und bei einer Steigerung der Ar-
beitsleistung allenfalls vollständig zusammenbrechen würde. Auf der 
phänomenologischen Ebene müsse von einer anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie einer Neurasthenie (ICD-10 F48.0) 
gesprochen werden. Gemäss Akten habe die Beschwerdeführerin nach 
dem Tod des Vaters zudem eine depressive Reaktion entwickelt und sei 
während rund zwei Jahren psychotherapeutisch behandelt worden, wobei 
der Erfolg der Behandlung als gut angegeben worden sei. Soweit eruierbar 
seien die aktuellen psychischen Beschwerden Hand in Hand mit den soma-
tischen Beschwerden aufgetreten bzw. hätten sich verfestigt, nachdem die 
somatischen Beschwerden therapeutisch erfolglos hätten angegangen 
werden können. Eine hirnorganische Genese müsse eindeutig verneint 
werden, da das Trauma gemäss Beschreibung zu keiner nennenswerten 
Schädigung des Gehirns habe führen können. Eine 50%ige Arbeitsfähigkeit 
dürfte unter Berücksichtigung aller Faktoren als adäquat beurteilt werden 
(Vorakten 12/10 ff.).

4.2 Hinsichtlich der Entwicklung seit Erlass der Verfügungen vom 2. und 
23. Mai 2001 (AB 13) wurde zunächst ohne einlässliche Abklärungen (vgl. 
E. 4 hiervor) von einem stationären Gesundheitszustand ohne Änderung 
der Diagnose und einem Verlauf auf insgesamt gleichem Niveau ausge-
gangen (AB 17, 24). Unter Verweis auf den am TT.MMMM.2010 erlittenen 
Heckauffahrunfall machten die Beschwerdeführerin und ihr Hausarzt als-
dann eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit protrahiertem 
Verlauf geltend (AB 34/1 Ziff. 1, 37/3, 38, 46/1 ff.). Aufgrund dessen liess 
die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin neuropsychologisch und 
psychiatrisch abklären:

4.2.1 Im Rahmen der neuropsychologischen Abklärung im RAD durch 
Dr. phil. D.________, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP (Bericht 
vom 3. Juli 2013; AB 69), schilderte die Beschwerdeführerin chronische, in 
der Intensität variierende Schmerzen im Schultergürtel, Rücken, Nacken 
und Kopf; die Kopfschmerzen würden sich manchmal bis zur Migräne stei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 13

gern. Sie sei wetterfühlig geworden und habe v.a. bei Föhn vermehrte Be-
schwerden. Bezüglich ihrer mentalen Leistungsfähigkeit stelle sie fest, dass 
sie deutlich weniger belastbar sei. Sie gerate rasch in Stress, weshalb sie 
beispielsweise Menschenmengen meide. Bei jeder Art geistiger Anstren-
gung werde sie rasch müde, kraftlos und erschöpft. Die Konzentrations-
fähigkeit nehme ab und sie könne Informationen nicht mehr aus dem Ge-
dächtnis abrufen. Sie fahre zwar Auto, aber nur noch kurze Strecken 
(AB 69/3).

Unter Berücksichtigung, dass aufgrund von Studien, wonach in neuropsy-
chologischen Untersuchungen, die im Rahmen eines gutachterlichen Kon-
textes durchgeführt würden, bei einem erheblichen Teil der Untersuchten 
funktionelle Faktoren bzw. Selbstlimitierung Ursache der mangelhaften 
Testleistungen sei, weshalb diese als solche erkannt werden müssten und 
nicht unkritisch als neuropsychologische Dysfunktion interpretiert werden 
dürften, erachtete der Neuropsychologe die von der Beschwerdeführerin 
produzierten Befunde aufgrund ihrer Widersprüchlichkeit und Inkonsistenz 
als nicht verwertbar. Die beklagten und produzierten Störungen in der men-
talen Leistungsfähigkeit könnten weder objektiviert noch plausibilisiert wer-
den; sie liessen sich mit keinem neuropsychologischen Störungsbild ver-
einbaren bzw. widersprächen auf logisch zwingende Weise den möglichen 
Folgen von zerebralen Dysfunktionen. Sie entzögen sich insbesondere 
auch einer Erklärung im Rahmen eines chronischen Schmerzsyndroms. Es 
habe in diversen Studien gezeigt werden können, dass authentisch koope-
rierende Schmerzpatienten auf Testebene keine kognitiven Minderfunktio-
nen produzierten. Bei der Beschwerdeführerin deckten sich die sechs Pa-
rameter eines spezifischen Beschwerdevalidierungsverfahrens insgesamt 
am besten mit einer gesunden Personengruppe, die angewiesen wurde, 
kognitive Störungen vorzutäuschen. Aufgrund der Konstruktion des Verfah-
rens und der darin von der Beschwerdeführerin geforderten Reaktion sei 
eine andere Interpretation als die der bewussten oder mindestens be-
wusstseinsnahen Selbstlimitierung nur im Rahmen entsprechender psych-
iatrischer Störungen möglich, welche die Handlungs- und Willensfreiheit 
(Steuerungsfähigkeit) oder den Realitätsbezug aufheben. Ein derartiger 
Verlust müsste sich selbstverständlich nicht nur in einer psychometrischen 
Testung, sondern im gesamten Leben niedergeschlagen und eine selbst-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 14

ständige, eigenverantwortliche Lebensführung in Frage gestellt bzw. ver-
unmöglicht haben. Dies sei bei der Beschwerdeführerin, die selber Auto 
fahre, arbeiten gehe und ein eigenverantwortliches Leben führe, offensicht-
lich nicht der Fall. Entsprechend müssten indirekt auch die Glaubwürdigkeit 
der anamnestisch angegebenen Beschwerden und die Authentizität der 
Beschwerdepräsentation grundlegend in Frage gestellt werden. Ein Ver-
gleich der nunmehr erhobenen Befunde mit den Befunden der früheren 
neuropsychologischen Untersuchungen sei insofern nicht möglich, als völlig 
unklar sei, ob die damals erhobenen Befunde valide gewesen seien oder 
ob es sich schon damals um funktionelle Artefakte gehandelt habe, wie 
dies heute nachweisbar der Fall sei (AB 69/5 ff.).

4.2.2 Die RAD-Ärztin med. pract. E.________, Fachärztin für Physikali-
sche Medizin und Rehabilitation, äusserte sich im Bericht vom 12. Juli 2013 
(AB 71) zur Frage einer allfälligen dauerhaften Veränderung des Gesund-
heitszustandes. Dabei verneinte sie unter Berücksichtigung der medizinisch 
objektivierbaren Folgen des Unfalls vom TT.MMMM.2010 und des unfall-
analytischen Gutachtens (AB 44.26) eine IV-medizinisch anerkannte lan-
gandauernde Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus rein soma-
tischen Gründen; wenn überhaupt habe eine kurze Verschlechterung von 
maximal vier bis sechs Wochen bestanden. Es sei auch keine psychiatri-
sche Mitbetreuung erfolgt, da selbst der Hausarzt keine Anzeichen einer 
Depression habe feststellen können. Die Angaben der Beschwerdeführerin 
zu ihren subjektiven Beschwerden seit dem letzten Unfall seien äusserst 
kritisch zu sehen, dies einerseits mit Blick auf die Ergebnisse der aktuellen 
neuropsychologischen Begutachtung (vgl. E. 4.2.1 hiervor) und anderer-
seits aufgrund des Umstandes, dass sie trotz ihrer Scheu vor Menschen-
ansammlungen ohne Probleme mit dem Flugzeug auf die … in die Ferien 
geflogen sei (AB 71/8 f.). 

Statt der (geltend gemachten) Verschlechterung sei vielmehr eine Verbes-
serung des Gesundheitszustandes eingetreten: Die nach dem Unfall von 
1995 festgehaltene neuropsychologische Störung im Bereich der geteilten 
Aufmerksamkeit (vgl. E. 4.1 hiervor), die sich insbesondere auch beim Au-
tofahren ausgewirkt habe, scheine sich seit längerem gebessert zu haben. 
Hätte die Beschwerdeführerin am TT.MMMM.2010 noch immer unter einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 15

mittelschweren kognitiven Einschränkung der Leistungsfähigkeit gelitten, 
wäre ihr damals die Heimfahrt mit ihrem Personenwagen im Feieraben-
dverkehr bei Dunkelheit und Schneefall (vgl. AB 44.32) nicht möglich ge-
wesen. Auch sei es nach dem Unfall vom TT.MMMM.2010 zu keiner Ver-
schlechterung der kognitiven Fähigkeiten mehr gekommen. Die kognitiven 
Defizite dürften aber schon früher nicht mehr bestanden haben, denn der 
Beschwerdeführerin sei es möglich gewesen, ab 1. Januar 2001 in der ... 
mitzuwirken (vgl. AB 18). Im Jahr 2005 habe sie an einer sechsmonatigen 
Weiterbildung zur ... teilgenommen (vgl. AB 69/3 Mitte) und berufsbeglei-
tend habe sie das Diplom als ... (Juli 2009; vgl. AB 72/2) und den entspre-
chenden eidgenössischen Fachausweis (November 2010; vgl. AB 72/3) 
erlangt. Aufgrund dessen müsse sich die somatoforme Schmerzstörung 
deutlich gebessert haben und von somatischer Seite müsse von einer Wie-
dererlangung der vollen Arbeitsunfähigkeit ohne Leistungsminderung ab 
2005 bzw. spätestens ab 2008 ausgegangen werden (allfällige psychiatri-
sche Einschränkungen seien durch ein entsprechendes Gutachten abzu-
klären). Weder somatisch noch neuropsychologisch bestehe ein Grund, die 
1998 dauerhaft festgelegte Arbeitsunfähigkeit von 50% (vgl. E. 4.1 hiervor) 
weiterhin aufrecht zu erhalten. Wenn schon ein orthopädischer Facharzt 
der SUVA keinen paravertebralen Hartspann, muskulären Hypertonus oder 
Myogelosen als objektivierbaren Befund festhalten und auch sonst keine 
objektivierbaren Befunde stellen könne (vgl. kreisärztliche Untersuchung 
vom 7. September 2011; AB 44.16), die die gezeigten Bewegungsein-
schränkungen oder Beschwerden erklären könnten, erübrigten sich bei 
schon diversen neurologischen Voruntersuchungen jegliche weiteren so-
matischen Untersuchungen (AB 71/9 ff.)

4.2.3 Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie FMH, konnte im psychiatrischen Gutachten vom 23. Oktober 2013 kei-
ne psychiatrischen Diagnosen stellen (AB 76.1/20 f. Ziff. 4). 1992 sei es 
nach dem Verlust des Vaters (Tod an Herzversagen im Alter von XX Jah-
ren) zu einer depressiven Reaktion gekommen; die Psychotherapie sei 
1994 erfolgreich abgeschlossen worden (AB 76.1/21 f.). Aktuell klage die 
Beschwerdeführerin über chronische Kopf- und Nackenschmerzen; sie sei 
ausserordentlich wetterfühlig. Bezogen auf die kognitiven Fähigkeiten klage 
sie über Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisstörungen, geistige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 16

Erschöpfung und erhöhte Ermüdbarkeit; ihre Belastbarkeit sei vermindert 
(AB 76.1/17 f. Ziff. 2.7). Bei der aktuellen Untersuchung seien die psycho-
pathologischen Befunde unauffällig gewesen. Nach ihrer Frage nach dem 
weiteren Vorgehen hätten sich in der Untersuchungssituation plötzlich un-
plausible Aufmerksamkeitsstörungen gezeigt, die kurz vor der Verabschie-
dung wieder verschwunden seien. Hinweise auf Gedächtnisstörungen hät-
ten nicht erhoben werden können. Die gezeigten Funktionsdefizite seien 
weder als Folge von Schmerzen noch von Erschöpfung zu erklären. Die 
Angaben der Beschwerdeführerin seien oberflächlich. Bei der aktuellen 
Untersuchung habe sie spontan eine gute Beweglichkeit gezeigt. Die sub-
jektiv beklagte Konzentrationsstörung und die beklagte Vergesslichkeit hät-
ten sich nicht objektivieren lassen. Die kognitiven Fähigkeiten seien 
während der Untersuchung nicht beeinträchtigt gewesen. Eine hirnorga-
nisch bedingte Läsion könne mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Es 
bleibe ein vielgestaltiges Schmerzsyndrom, das sich in seiner Ausprägung 
nur zum Teil durch myofasziale Befunde erklären lasse. In Stresssituatio-
nen komme es zu einer Somatisierung, die sich in Muskelverspannung und 
in Erschöpfung äusserten. Durch die Symptomatik komme es zu einer 
Selbstlimitierung mit sekundärem Krankheitsgewinn. Nach kurzen Fehlzei-
ten könne die Beschwerdeführerin die üblichen Tätigkeiten wieder durch-
führen; in den Freizeitaktivitäten hätten keine klaren Einschränkungen eru-
iert werden können (AB 76.1/24 ff.).

Differentialdiagnostisch seien die Vordiagnosen einer anhaltenden somato-
formen Schmerzstörung, einer Persönlichkeitsstörung und einer Neuras-
thenie zu diskutieren. Insgesamt würden die Diagnosekriterien einer soma-
toformen Schmerzstörung nicht erfüllt. Vielmehr sei es so, dass es bei 
Stress zu einer vorübergehenden Somatisierung komme. Eine Persönlich-
keitsstörung könne verneint werden; bezüglich der Persönlichkeitsentwick-
lung habe die Beschwerdeführerin im Vergleich zum Vorgutachten grosse 
Schritte gemacht. So zeige sich keine Unsicherheit mehr im Kontakt mit 
Mitmenschen und sie habe zwei höhere Ausbildungen erfolgreich absch-
liessen können. Schliesslich zeige die Beschwerdeführerin keine Neuras-
thenie, habe sie doch viele Interessen (AB 76.1/26 ff.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 17

Die von der Beschwerdeführerin beklagten kognitiven Einschränkungen 
liessen sich weder durch die neuropsychologische Untersuchung noch in 
der psychiatrischen Untersuchung objektivieren. Es ergäben sich Inkonsis-
tenzen zwischen den Klagen der Beschwerdeführerin und den objektivier-
baren Befunden im psychischen und körperlichen Bereich. Der langwierige 
Verlauf mit anhaltenden Beschwerden nach den beiden Heckkollisionen 
lasse sich medizinisch nicht erklären. Seit der letzten Begutachtung habe 
sich die Beschwerdeführerin beruflich mit einer Fachhochschulbildung sehr 
gut entwickelt; für den Prüfungserfolg habe sie viel aufwenden müssen. Sie 
habe keine Mühe mehr mit zwischenmenschlichen Kontakten und sie kön-
ne allein ins Einkaufszentrum. Insgesamt sei im Vergleich zum Gutachten 
von 1998 (vgl. E. 4.1 hiervor) von einer deutlichen Verbesserung auszuge-
hen. Aus psychiatrischer Sicht sei es der Beschwerdeführerin zumutbar, im 
vollen Umfang zu arbeiten (AB 76.1/27 f.).

4.3

4.3.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

4.3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 18

dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.3.3 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

Nach gefestigter Rechtsprechung führen der regelmässige Beizug eines 
Gutachters oder einer Begutachtungsinstitution durch den Versicherungs-
träger, die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen Gutachten 
und Berichte sowie das daraus resultierende Honorarvolumen für sich al-
lein genommen nicht zum Ausstand (BGE 137 V 210 E. 1.3.3 S. 227; 
SVR 2009 UV Nr. 32 S. 113 E. 6.2). Entscheidend ist, dass fachlich-
inhaltlich eine Weisungsunabhängigkeit der begutachtenden Ärzte besteht 
(Entscheid des BGer vom 20. Juni 2007, I 885/06, E. 5.1).

4.3.4 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-
trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-
scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-
lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen 
(BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354).

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 19

erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren 
Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 
E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicher-
ten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der ver-
sicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht 
eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale 
Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc 
S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht 
entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versi-
cherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 
S. 469).

Die versicherte Person hat von Bundesrechts wegen keinen formellen An-
spruch auf Beizug eines versicherungsexternen Gutachtens, wenn Leis-
tungsansprüche streitig sind. Es ist auch im Lichte der von Art. 6 Ziff. 1 der 
Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) gewährleiste-
ten Verfahrensgarantien grundsätzlich zulässig, den Entscheid ausschlag-
gebend oder gar ausschliesslich auf verwaltungsinterne Abklärungen zu 
stützen (BGE 123 V 175 E. 3d S. 176, 122 V 157 E. 2c S. 165).

Urteilt das Gericht indessen abschliessend gestützt auf Beweisgrundlagen, 
die aus dem Verfahren vor dem Sozialversicherungsträger stammen, sind 
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch 
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen 
Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 
465 E. 4.4 S. 470, 122 V 157 E. 1d S. 162).

4.4

4.4.1 Die versicherungsexterne (psychiatrische) Begutachtung (vgl. 
E. 4.2.3 hiervor) erweist sich als schlüssig. Das Gutachten erfüllt die von 
der Rechtsprechung an den Beweiswert von Gutachten gestellten Anforde-
rungen (vgl. E. 4.3.2 hiervor), weshalb ihm volle Beweisraft zukommt (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 20

E. 4.3.3 hiervor). Es beruht auf eigens durchgeführten Untersuchungen, ist 
für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben. Im Weiteren ist es in der Darlegung der medizini-
schen Zusammenhänge einleuchtend und die Schlussfolgerungen sind 
begründet. Was in der Beschwerde, S. 16 ff., dagegen vorgebracht wird, ist 
nicht stichhaltig. So schadet es dem Gutachten nicht, dass die Gutachterin 
vor Jahren RAD-Ärztin war (vgl. E. 4.3.3 f. hiervor). Soweit ihr Gutachten 
eine gewisse Kritik am Gutachten von Prof. Dr. med. C.________ (vgl. 
E. 4.1 hiervor) enthält, scheint diese nicht vollständig unberechtigt, hat sich 
dieser doch tatsächlich auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin ab-
gestützt (er selber spricht von phänomenologischer Ebene; vgl. Vorak-
ten 12/12), obschon die neuropsychologischen Gutachten des Spitals 
G.________ eine Leistungsverschlechterung bei der Beschwerdeführerin 
auswiesen, welche sich nicht wirklich erklären liess (vgl. Vorakten 52 und 
67; vgl. auch E. 4.1 hiervor).

4.4.2 In diesem Zusammenhang ist auch der Bericht von Dr. phil. 
D.________ (vgl. E. 4.2.1 hiervor) schlüssig. Die von ihm gezogenen 
Schlussfolgerungen der Inkonsistenz der gezeigten Leistungen erscheinen 
als begründet. Entsprechende Tendenzen haben sich bereits im neuropsy-
chologische Bericht der Klinik H.________ vom 27. November 1997 (Vor-
akten 56) und im zweiten neuropsychologischen Gutachten des Spitals 
G.________ vom 12. April 1997 (Vorakten 52; vgl. auch E. 4.1 hiervor) ab-
gezeichnet. Hinzu kommt, dass sich die von der Beschwerdeführerin an-
lässlich der Abklärung gezeigte Leistung auch nicht mit ihrer beruflichen 
Tätigkeit und ihren absolvierten Weiterbildungen vereinbaren lässt.

4.4.3 Die Beurteilung der RAD-Ärztin med. pract. E.________ (vgl. 
E. 4.2.2 hiervor) deckt sich mit den neuropsychologischen und psychiatri-
schen Feststellungen (vgl. E. 4.2.1 und 4.2.3 hiervor). Dass nebst diesen 
fachspezifischen Abklärungen auch noch ein Bericht des RAD eingeholt 
worden ist, ist nicht zu beanstanden. 

4.5 Gestützt auf diese voll beweiskräftigen Beurteilungen (vgl. 
E. 4.4.1 ff. hiervor) ist entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin in 
der Beschwerde, S. 20 Ziff. 3.4, der Nachweis, dass sich ihr Gesundheits-
zustand seit der Rentenzusprechung erheblich verbessert hat, mit überwie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 21

gender Wahrscheinlichkeit erstellt. So muss sich die Beschwerdeführerin 
die ursprüngliche Diagnose entgegen halten lassen; denn gestützt auf ihre 
Ausführungen anlässlich der Begutachtung diagnostizierte Prof. Dr. med. 
C.________ damals phänomenologisch insbesondere eine anhaltende 
somatoforme Schmerzstörung bei gleichzeitigem Vorliegen einer Neuras-
thenie (Vorakten 12/12), weshalb ihr seinerzeit eine Rente zugesprochen 
worden ist. Inwieweit schon damals (bewusste oder mindestens bewusst-
seinsnahen) Selbstlimitierungen vorgelegen haben, lässt sich aus heutiger 
Sicht nicht mehr beurteilen (vgl. E. 4.2.1 a.E. hiervor). Dessen ungeachtet 
finden sich in den Akten klare Hinweise, dass sich der Gesundheitszustand 
der Beschwerdeführerin erheblich verbessert hat: So ist keine Unsicherheit 
im Kontakt mit Mitmenschen mehr auszumachen (vgl. E. 4.2.2 erster Ab-
schnitt a.E. und 4.2.3 zweiter Abschnitt hiervor). Die Beschwerdeführerin 
fährt Auto, geht arbeiten und führt ein eigenverantwortliches Leben (vgl. 
E. 4.2.1 zweiter Abschnitt hiervor). Sie wirkt nebst ihrem Arbeitspensum 
auch in der ... mit (seit 2001) und hat zwei höhere Ausbildungen erfolgreich 
abschliessen können (2005 und 2009/10; vgl. E. 4.2.3 zweiter Abschnitt 
hiervor), auch wenn das mit einer teilweisen Pensumsreduktion und einem 
einmaligen Prüfungsversagen einher ging (Beschwerde, S. 7 E. 5.3; Stel-
lungnahme vom 23. März 2015, S. 3); zuvor hatte sie eine (berufsbeglei-
tende) Ausbildung noch abbrechen müssen (vgl. E. 4.1 dritter Abschnitt 
hiervor). Entsprechend ist die Diagnose einer anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung wie auch diejenige einer Neurasthenie nicht (mehr) gege-
ben (vgl. E. 4.2.3 zweiter Abschnitt hiervor).

4.6 Damit ist eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustands 
seit dem Gutachten von 1998 (vgl. E. 4.1 hiervor) erstellt. Insoweit wurde 
die entscheidende Frage für die Revision (vgl. E. 3.5.1 hiervor) – anders als 
die Beschwerdeführerin meint – beantwortet. Entgegen deren Auffassung 
(vgl. Eventualantrag gemäss Beschwerde) müssen keine zusätzlichen Ab-
klärungen getroffen werden. Auch wenn ursprünglich Untersuchungen bzw. 
Abklärungen in den in der Beschwerde (S. 15 f. Ziff. 2.2 und S. 20 f. Ziff. 5) 
genannten Sachgebieten stattgefunden haben, so haben diese doch erge-
ben, dass keine somatischen Befunde von IV-rechtlicher Bedeutung (mehr) 
gegeben sind. Die Beschwerdeführerin selbst macht denn auch nicht gel-
tend, dass solche Befunde vorlägen. Es kann somit auf das Ergebnis der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 22

Begutachtung durch Dr. med. F.________ (vgl. E. 4.2.3 hiervor) abgestellt 
werden, dies mit der Folge, dass eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
zu verneinen ist. Damit sind der Beschwerdeführerin aus gesamtmedizini-
scher Sicht sämtliche Tätigkeiten, welche ihrer Konstitution, ihrem Ausbil-
dungsstand und ihrem Berufswissen angepasst sind, uneingeschränkt zu-
mutbar. Als Folge davon resultiert keine invaliditätsbegründende Erwerbs-
einbusse (vgl. E. 3.1 f. hiervor) mehr.

4.7 Was das Vorbringen der Beschwerdeführerin betrifft, die Beschwer-
degegnerin hebe die beim Haftpflichtigen regressweise vereinnahmten 
Rentenleistungen auf (vgl. Beschwerde, S. 13 Ziff. 10.2.5, und Stellung-
nahme vom 23. März 2015, S. 4), ist darauf hinzuweisen, dass nach der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine Rentenaufhebung selbst dann 
nicht ausgeschlossen ist, wenn die Invalidenversicherung den kapitalisier-
ten Rentenanspruch von der Haftpflichtversicherung erhalten hat (vgl. zur 
Publikation bestimmter Entscheid des Bundesgerichts vom 12. Februar 
2015, 9C_189/2014).

5.

Nach dem Dargelegten ist die Rentenaufhebung somit gerechtfertigt und 
die hiergegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

6.

6.1 Abweichend von Art. 61 lit. a ATSG ist das Beschwerdeverfahren 
bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig 
(Art. 69 Abs. 1bis IVG). 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700--, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnom-
men.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2015, IV/14/1240, Seite 23

6.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem in gleicher Höhe geleisteten Kosten-
vorschuss entnommen.

3. Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecherin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe der Beschwerdeführerin vom 23. März 

2015)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.