# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9d8c1507-d540-58ee-b581-24deac0ced47
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-17
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 17.05.2013 LE130004
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE130004_2013-05-17.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: LE130004-O/U 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, Dr. G. Pfister und  

Ersatzoberrichterin lic. iur. Blesi Keller sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. E. Iseli 

Beschluss und Urteil vom 17. Mai 2013 

 

in Sachen 
 

A._____,  
Gesuchsteller und Berufungskläger 
 

vertreten durch Rechtsanwalt ass. jur. X._____ 
 

gegen 
 

B._____,  
Gesuchsgegnerin und Berufungsbeklagte 
 

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Y._____ 

 
 

betreffend Eheschutz (Zuweisung eheliche Wohnung),  
Kosten- und Entschädigungsfolgen 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 
am Bezirksgericht Bülach vom 10. Januar 2013 (EE120110) 

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Rechtsbegehren: 

Anträge des Gesuchstellers (Urk. 17 S. 2): 

"1. Der gemeinsame Haushalt der Parteien sei nach Art. 175 ZGB für 
unbestimmte Zeit aufzuheben. 

 2. Die eheliche Wohnung samt Hausrat in der …-Strasse .., C._____ 
sei dem Kläger zur alleinigen Nutzung und Gebrauch zuzuweisen. 
Der Beklagten sei lediglich zu gestatten, ihre persönlichen Ge-
brauchsgegenstände mitzunehmen. 

 3. Es sei festzustellen, dass die Parteien mangels Leistungsfähigkeit 
einander keinen Unterhalt schulden. 

 4. Zwischen den Parteien sei ab dem 31. August 2012 die Güter-
trennung anzuordnen. 

 5. Dem Kläger sei die unentgeltliche Rechtspflege gem. Art. 118 
ZPO zu gewähren und ihm ein unentgeltlicher Rechtsbeistand in 
der Person des Rechtsanwalts X._____, … [Adresse] zu bestel-
len. 

 6. Alles unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten." 
 

Anträge der Gesuchsgegnerin (Urk. 19 S. 1, sinngemäss): 

1. Die eheliche Wohnung an der …-Strasse .. in C._____ sei für die 
Dauer des Getrenntlebens der Beklagten zur alleinigen Benüt-
zung zuzuweisen. 

 2. Der Kläger sei zu verpflichten, die eheliche Wohnung bis spätes-
tens 31. Januar 2013 zu verlassen. 

 3. Mangels finanzieller Leistungsfähigkeit seien beidseitig keine Un-
terhaltsbeiträge festzusetzen. 

 4. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten den Antritt einer Ar-
beitsstelle unter Vorlage des Arbeitsvertrages unverzüglich 
schriftlich mitzuteilen und ihr unaufgefordert jeweils bis spätes-
tens Ende Januar den Lohnausweis des vorangegangenen Jah-
res zuzustellen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWST) zu Lasten 
des Klägers. 

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Es sei der Beklagten die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und 
ihr in der Person von Rechtsanwältin MLaw Y._____ eine unentgeltli-
che Rechtsvertreterin zu bestellen. 

 

Urteil des Bezirksgerichtes Bülach: 
(Urk. 23 = Urk. 26) 

"1. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien auf unbestimmte 
Dauer zum Getrenntleben berechtigt sind. 

 2. Die eheliche Wohnung an der …-Strasse .. in C._____ wird für die Dauer 
des Getrenntlebens der Beklagten zur alleinigen Benützung zugewiesen. 
Der Kläger wird verpflichtet die eheliche Wohnung bis spätestens 31. März 
2013 zu verlassen.  

 3. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger auf erstes Verlangen den Haus-
rat, das Mobiliar sowie seine persönlichen Gegenstände herauszugeben. 

 4. Es wird davon Vormerk genommen, dass sich die Parteien mangels finanzi-
eller Leistungsfähigkeit beidseitig keine persönlichen Unterhaltsbeiträge 
schulden. 

 5. Es wird die Gütertrennung mit Wirkung ab 31. August 2012 angeordnet.  

 6. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten unverzüglich den Antritt einer Ar-
beitsstelle unter Vorlage des Arbeitsvertrages mitzuteilen und ihr jeweils per 
Ende März den Lohnausweis des vorangegangenen Jahres zuzustellen. 

 7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 
Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 
Fr. 337.50  Dolmetscherkosten 

 8. Die Kosten werden zu 3/4 dem Kläger und zu 1/4 der Beklagten auferlegt, 
jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf 
die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung gestützt auf Art. 123 
ZPO bleibt vorbehalten.  

 9. Der Kläger wird verpflichtet, Rechtsanwältin MLaw Y._____ eine reduzierte 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'750.– zu bezahlen (inkl. Mehr-
wertsteuer). 
Da diese Entschädigung vom Kläger voraussichtlich nicht erhältlich sein 
wird, wird sie der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Beklagten, MLaw 
Y._____, direkt aus der Gerichtskasse ausbezahlt. Die Forderung geht auf 
die Gerichtskasse über. Die Nachforderung gemäss Art. 123 ZPO bleibt vor-
behalten.  

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10. [Mitteilung] 

11. [Rechtsmittel]" 
 

Berufungsanträge: 

des Berufungsklägers (Urk. 25 S. 2): 
 
"1. Das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 10. Januar 2013 Prozess 

Nr. EE120110-C sei im Dispositiv Ziff. 2 und 3 derart aufzuheben, als dass 
die eheliche Wohnung samt Hausrat in der …-Strasse .., C._____ dem Be-
rufungskläger zur alleinigen Benützung und Gebrauch zuzuweisen und der 
Beklagten lediglich zu gestatten sei, ihre persönlichen Gebrauchsgegen-
stände mitzunehmen. 

 
 2. Dem Berufungskläger sei für die Berufung die unentgeltliche Rechtspflege 

gem. Art. 118 ZPO zu gewähren und ihm ein unentgeltlicher Rechtsbeistand 
in der Person des Rechtsanwalts X._____, … [Adresse] zu bestellen. 

 
 3. Das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 10. Januar 2013 Prozess 

Nr. EE120110-C sei im Dispositiv Ziff. 8 und 9 derart aufzuheben, als dass 
alles, also sowohl erstinstanzlich wie auch im Berufungsverfahren, unter 
Parteikosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungsbeklagten 
sei." 

 
 
der Berufungsbeklagten (Urk. 34 S. 2): 
 
" Die Berufung sei abzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüg-

lich MwSt.) zulasten des Berufungsklägers. 

 Der Gesuchsgegnerin und Berufungsbeklagten sei die unentgeltliche Rechts-
pflege zu gewähren und ihr in der Person der Unterzeichneten eine unentgeltli-
che Rechtsvertreterin zu bestellen." 

 
 

Erwägungen: 

I. 

 1. Die Parteien sind seit tt. September 2010 verheiratet und haben keine 

gemeinsamen Kinder. Mit Eingabe vom 31. August 2012 gelangte der Gesuch-

steller und Berufungskläger (fortan: Gesuchsteller) an das Bezirksgericht Bülach 

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und ersuchte um Anordnung von Eheschutzmassnahmen (Urk. 1). Betreffend den 

Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens kann auf die Erwägungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 26 S. 3). Die Vorinstanz fällte am 10. Januar 2013 das 

eingangs wiedergegebene Urteil (Urk. 26). 

 2. Gegen dieses Urteil erhob der Gesuchsteller am 18. Januar 2013 in-

nert Frist Berufung, wobei er die oben angeführten Anträge stellte (Urk. 25 S. 2). 

Mit Beschluss vom 4. Februar 2013 wurde dem Gesuchsteller für das Berufungs-

verfahren die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und in der Person von Rechts-

anwalt ass. jur. X._____ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt (Urk. 32). Die 

Berufungsantwort der Gesuchsgegnerin und Berufungsbeklagten (fortan: Ge-

suchsgegnerin) datiert vom 11. März 2013 (Urk. 34). Mit Eingabe vom 12. März 

2013 stellte der Gesuchsteller das Gesuch, es sei der Berufung die aufschieben-

de Wirkung zu erteilen (Urk. 37). Mit Verfügung vom 13. März 2013 wurde der Be-

rufung des Gesuchstellers die aufschiebende Wirkung erteilt und das Doppel der 

Berufungsantwortschrift dem Gesuchsteller zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 39 

Dispositiv-Ziffern 1 und 2). 

II. 

 1. Die Berufung hemmt die Rechtskraft des angefochtenen Entscheides 

im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Die Dispositivziffern 1 und 4 bis 7 

des vorinstanzlichen Urteils blieben unangefochten. In diesem Umfang ist das  

vorinstanzliche Urteil am 22. Januar 2013 in Rechtskraft erwachsen. Dies ist vor-

zumerken. 

 2. Was die allgemeinen Erwägungen der Vorinstanz zur Natur des sum-

marischen Verfahrens und zur Geltung der Dispositionsmaxime zwischen den 

Ehegatten im Eheschutzverfahren anbelangt, so sind diese zutreffend, und es 

kann darauf verwiesen werden (Urk. 26 S. 4 f.). 

III. 

 1. Die Vorinstanz begründete die Zuweisung der Wohnung an die Ge-

suchsgegnerin mit den folgenden Argumenten: Keine der Parteien könne ein 

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grösseres Interesse an der ehelichen Wohnung glaubhaft machen. Die Parteien 

hätten keine Kinder, weshalb bei der Wohnungszuteilung keine Kindesinteressen 

zu berücksichtigen seien. Sodann sei weder der Gesuchsteller noch die Ge-

suchsgegnerin aufgrund ihres Alters oder infolge beruflicher sowie gesundheitli-

cher Gründe auf die Wohnung angewiesen. Der Gesuchsteller sei arbeitslos und 

werde seit einigen Jahren vom Sozialamt C._____ finanziell unterstützt. Die Ge-

suchsgegnerin arbeite seit Juni 2012 in D._____ und der Stadt E._____ als 

Raumpflegerin in einem Teilzeitpensum auf Abruf. Ihrem Vorbringen, wonach ihr 

die eheliche Wohnung besser diene, weil sich die öffentlichen Verkehrsmittel, mit 

denen sie zur Arbeit gelange, in unmittelbarer Nähe befänden, könne aufgrund 

der guten öffentlichen Verkehrsmittelerschliessung im Grossraum Zürich nicht ge-

folgt werden. Auch der Einwand der Gesuchsgegnerin, sie finde sich in einer neu-

en Umgebung schlecht zurecht, sei nicht nachvollziehbar, zumal sie ihre Arbeiten 

an verschiedenen Orten in der Stadt E._____ verrichte, was darauf schliessen 

lasse, dass sie das öffentliche Verkehrsmittelsystem kenne und demzufolge auch 

von einem anderen Ort als C._____ an ihre Arbeitsstelle gelangen könne. Dem 

Gesuchsteller könne es aber eher zugemutet werden, aus der ehelichen Woh-

nung auszuziehen, obschon sein Affektionsinteresse im Vergleich zur Gesuchs-

gegnerin höher zu werten sei, da er acht Jahre länger als sie in der Wohnung le-

be. Er habe sich in der Umgebung einen Bekannten- und Freundeskreis aufge-

baut. Sodann lebe sein mündiger Sohn F._____ ebenfalls in C._____. Die Ge-

suchsgegnerin hingegen habe bis zu ihrem 52. Lebensjahr in einer kleinen Stadt 

in F._____ in G._____ [Staat] gelebt. Sie sei vor zweieinhalb Jahren in die 

Schweiz gezogen, um den Gesuchsteller im September 2010 zu heiraten. Den 

Aussagen des Gesuchstellers zufolge sei es der Gesuchsgegnerin verboten ge-

wesen, Leute ausserhalb seines Freundes- sowie Bekanntenkreises kennenzu-

lernen. Die Gesuchsgegnerin verfüge damit im Gegensatz zum Gesuchsteller 

über keinen eigenen Bekannten- und Freundeskreis in der näheren Umgebung, 

der sie bei der Wohnungssuche unterstützen oder ihr vorübergehend eine Wohn-

gelegenheit bieten könnte. Die Gesuchsgegnerin verfüge des Weiteren lediglich 

über eine Niederlassungsbewilligung B und über keine Deutschkenntnisse, wes-

halb sie bei der Wohnungssuche erheblich benachteiligt sei. Sodann falle ihr die 

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Integration in einem neuen Quartier im Gegensatz zum Gesuchsteller, der seit 

35 Jahren in der Schweiz lebe, ungleich schwerer. Da beide Parteien wirtschaftli-

che Sozialhilfe erhielten, werde es in finanzieller Hinsicht für beide Parteien gleich 

schwer sein, für sich eine erschwingliche Wohnung zu finden. Dem Vorbringen 

des Gesuchstellers, es sei zu berücksichtigen, dass die Gesuchsgegnerin über 

keinen gesicherten Aufenthaltsstatus verfüge, weshalb die Wohnungszuteilung an 

sie unverhältnismässig wäre, weil sie die Schweiz sowieso verlassen werde, kön-

ne nicht gefolgt werden. Solange nicht feststehe, dass die Gesuchsgegnerin die 

Schweiz verlassen müsse, sei dieser Umstand in der vorliegenden Abwägung 

nicht weiter zu berücksichtigen (Urk. 26 S. 9 f.).  

 2. Der Gesuchsteller rügt zuerst eine Missachtung des rechtlichen Gehörs 

durch die Vorinstanz. Nach Klagebegründung und -antwort habe die Vorinstanz 

den Parteien einen Vergleichsvorschlag unterbreitet, welcher den Auszug des 

Gesuchstellers vorgesehen habe. Erst als dieser Aspekt strittig geblieben sei, hät-

ten die Parteien die Möglichkeit zum mündlichen zweiten Parteivortrag erhalten. 

Mit dieser Vorgehensweise habe die Vorinstanz dem Gesuchsgegner nicht die 

Möglichkeit gegeben, zu den in der Klageantwort aufgeworfenen neuen Behaup-

tungen Stellung zu nehmen, bevor sie sich in einem Vergleichsvorschlag auf eine 

Ansicht festgelegt und in der Urteilsbegründung immer noch daran festgehalten 

habe. Die Vorinstanz habe mit ihrer vorgefassten Auffassung die Parteien nur 

"pro forma" zu Replik und Duplik eingeladen. Dieses Vorgehen deute auf eine 

Voreingenommenheit und Befangenheit der Vorinstanz hin, womit dem Gesuch-

steller keine Möglichkeit auf einen fairen Prozess gewährt worden sei (Urk. 25 

S. 3 f.). 

Zudem habe die Vorinstanz die logische Prüfungsreihenfolge der Rechtsprechung 

betreffend Wohnungszuteilung missachtet: Obwohl die Vorinstanz in der Ur-

teilserwägung richtig festgehalten habe, dass keine der Parteien ein grösseres In-

teresse an der ehelichen Wohnung habe glaubhaft machen können, habe die  

Vorinstanz das Kriterium, welcher Partei der Auszug aus der ehelichen Wohnung 

eher zugemutet werden könne, falsch geprüft. Die Argumentation der Vorinstanz 

sei nicht nachvollziehbar, wenn die Gesuchsgegnerin trotz fehlender Bindung zur 

ehelichen Wohnung nicht ausziehen müsse. Ihr könne es eher zugemutet wer-

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den, aus der ehelichen Wohnung auszuziehen und mithilfe der wirtschaftlichen 

Sozialfürsorge eine neue Wohnung zu finden. Der Gesuchsteller lebe seit zehn 

Jahren in der ehelichen Wohnung und habe einen Bekannten- und Freundeskreis 

aufgebaut sowie in unmittelbarer Nähe zur Wohnung im Familiengartenverein drei 

Parzellen gepachtet. Er verschaffe sich durch die Gartenarbeit den notwendigen 

Ausgleich für seine angeschlagene Gesundheit (Urk. 25 S. 5 f.). Die Gesuchs-

gegnerin werde sich genauso gut in einer anderen Gegend im Grossraum Zürich 

zu Recht finden. Die Vorinstanz unterschätze zudem den Freundes- und Bekann-

tenkreis der Gesuchsgegnerin, der es ihr bereits ermöglicht habe, eine …-

sprechende [Sprache in G._____] Anwältin zu organisieren und den Schriftver-

kehr mit den Behörden abzuwickeln. Auf diesen Freundeskreis könne sich die 

Gesuchsgegnerin auch bei der Wohnungssuche verlassen. Dass der Gesuchstel-

ler der Gesuchsgegnerin das Kennenlernen untersagt haben solle, sei unrichtig 

protokolliert worden (und sei für sie kein Grund gewesen, doch neue Freunde und 

Bekannte kennenzulernen). Die Vorinstanz argumentiere zudem widersprüchlich, 

wenn sie ausführe, dass der Gesuchsteller die Gesuchsgegnerin über gemeinsa-

me Bekannte kennengelernt habe, gleichzeitig aber schreibe, dass die Gesuchs-

gegnerin im Gegensatz zum Gesuchsteller über keinen Bekannten- sowie Freun-

deskreis verfügen würde (Urk. 25 S. 6). Letztlich hätte die Vorinstanz das Affekti-

onsinteresse des Gesuchstellers höher werten müssen und selbst wenn dem 

nicht so wäre, auf seinen Mietvertrag abstellen müssen (Urk. 25 S. 7). 

 3. Die Gesuchsgegnerin macht geltend, der Gesuchsteller versuche mit 

bereits vor Vorinstanz vorgebrachten Erklärungen darzulegen, weshalb ihm die 

eheliche Wohnung zugeteilt werden solle (Urk. 34 S. 3). Keinesfalls könne bei der 

Gesuchsgegnerin von einer fehlenden Bindung zur ehelichen Wohnung gespro-

chen werden, wie dies der Gesuchsteller in der Berufung ausführe. Im Gegenteil 

sei die eheliche Wohnung neben der Ehe mit dem Gesuchsteller die einzige feste 

Bindung, welche die Gesuchsgegnerin habe, seit sie in der Schweiz lebe. Auch 

wenn der Gesuchsteller schon länger in der Wohnung lebe, sei zu bedenken, 

dass die Gesuchsgegnerin ihre Heimat und ihr bisheriges Leben aufgegeben ha-

be, um mit dem Gesuchsteller zusammenzuleben (Urk. 34 S. 6). Die Hobbytätig-

keit des Gesuchstellers im Familiengarten könne nicht als Zuweisungsgrund an 

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ihn ins Gewicht fallen; er sei auch aus gesundheitlichen Gründen nicht auf die 

Wohnung angewiesen, wie dies bei einer Behinderung der Fall sei. Der Gesuch-

steller könne sich eine neue Wohnung in C._____ oder Umgebung suchen und 

somit seine Gärten weiterhin pflegen (Urk. 34 S. 6 f.). Es treffe nicht zu, dass sich 

die Gesuchsgegnerin genauso gut in einer anderen Gegend im Grossraum Zürich 

zu Recht finden werde. Sie habe bis zu ihrem 52. Lebensjahr in einer kleinen 

Stadt F._____s gelebt. Mit ihrem Eifer, ihrer Offenheit und ihrem Optimismus ha-

be die Gesuchsgegnerin zwar versucht, sich schnell an die neue Umgebung und 

die Verhältnisse in der Schweiz anzupassen. So habe sie mit der Zeit (trotz den 

Verboten des Gesuchstellers) ein paar Bekanntschaften schliessen und eine Teil-

zeitarbeitsstelle finden können, wo man mit ihr sehr zufrieden sei. Eine Integration 

in einem neuen Quartier sei für sie im Gegensatz zum Gesuchsteller, der seit 

35 Jahren in der Schweiz lebe, ungleich schwerer (Urk. 34 S. 7 mit Hinweis auf 

Urk. 36/1). Die …-sprechende Rechtsanwältin habe die Gesuchsgegnerin via ihre 

Nachbarin und Deutschlehrerin sowie die Beratungsstelle für Frauen "…" gefun-

den (Urk. 34 S. 8). Die Gesuchsgegnerin verfüge im Gegensatz zum Gesuchstel-

ler über keinen Verwandten- oder Bekanntenkreis, welcher ihr vorübergehend ei-

ne Wohngelegenheit bieten könnte. Der Gesuchsteller hingegen habe zwei Töch-

ter und zwei Söhne in der Schweiz, wovon drei sogar in je separaten Wohnungen 

in H._____ und C._____ lebten. Auch der jüngere Bruder des Gesuchstellers 

wohne in der Schweiz. Zutreffend habe die Vorinstanz in ihrem Entscheid berück-

sichtigt, dass die Gesuchsgegnerin über eine Niederlassungsbewilligung B verfü-

ge und im Gegensatz zum Gesuchsteller keine Deutschkenntnisse habe, weshalb 

sie bei der Wohnungssuche erheblich benachteiligt sei (Urk. 34 S. 8). 

 4. Nachdem den Parteien von der Vorinstanz nach den nur teilweise er-

folgreichen Vergleichsgesprächen die Gelegenheit zu Replik und Duplik einge-

räumt worden ist (Prot. I S. 10 bis 14), kann von vorneherein nicht von einer Ver-

letzung des rechtlichen Gehörs gesprochen werden. Das Gericht versucht im 

Eheschutzverfahren, zwischen den Parteien eine Einigung herbeizuführen 

(Art. 273 Abs. 3 ZPO). Die Versöhnung steht im Eheschutzverfahren damit im 

Vordergrund (BEK ZPO-Spycher, Art. 273 N 11 unter Hinweis auf Art. 172 Abs. 2 

und 3 ZGB). Das Gericht versucht in jeder Phase eines Verfahrens, die Einigung 

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zwischen den Parteien herbeizuführen (vgl. BSK ZPO-Siehr, Art. 273 N 5). Dabei 

sind Vergleichsgespräche insbesondere nach den ersten Parteivorträgen sinnvoll 

(vgl. § 62 ZPO/ZH). In diesem Stadium ist der Aufwand der Parteien im Prozess 

noch verhältnismässig klein. Zudem ist das Ergebnis des Prozesses vielfach be-

reits in Umrissen sichtbar, auch wenn der Umfang des Obsiegens und Unterlie-

gens noch nicht immer klar feststeht (Leuenberger, in: Sutter-Somm/Hasen-

böhler/Leuenberger, ZPO Komm., Art. 226 N 18). Die freie Erörterung des Streit-

gegenstandes stellt grundsätzlich keinen Verstoss gegen die richterliche Neutrali-

tät und keinen Befangenheitsgrund im Sinne von Art. 47 Abs. 1 lit. f ZPO dar. 

Vielmehr handelt es sich um eine zulässige vorläufige und unverbindliche (d.h. 

unter dem Vorbehalt einer Änderung der Behauptungs- und Aktenlage, einer ei-

genen besseren Erkenntnis etc.) Einschätzung (vgl. Pahud, DIKE-Komm-ZPO, 

Art. 226 N 6). Die Vorbringen des Gesuchstellers sind zudem unsubstantiiert, 

wenn er nicht einmal ausführt, der vorinstanzliche Richter habe es anlässlich der 

Vergleichsgespräche an der notwendigen Zurückhaltung mangeln lassen und 

nicht weiter schildert, womit der Vorderrichter den Eindruck erweckt haben soll, er 

habe in der Sache unabhängig vom weiteren Verfahren bereits eine gefestigte 

Meinung gefasst. Auch hat der Gesuchsteller nicht geltend gemacht, welche an-

lässlich seiner Replik neu vorgebrachten Aspekte nicht beachtet worden sein sol-

len (vgl. KUKO ZPO-Naegeli, Art. 226 N 6). Zusammenfassend ist deshalb fest-

zuhalten, dass der Vorinstanz weder eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor-

geworfen werden kann, noch objektive Anhaltspunkte für die Befangenheit des 

vorinstanzlichen Richters bestehen. 

 5.1. Gemäss Art. 176 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB muss der Eheschutzrichter als Fol-

ge des Getrenntlebens unter anderem die Benützung der Wohnung und des 

Hausrates regeln. Um über die Zuteilung der ehelichen Liegenschaft entscheiden 

zu können, ist es Aufgabe des Gerichtes, alle bestehenden Interessen der Partei-

en nach freiem Ermessen gegeneinander abzuwägen und die Liegenschaft dem-

jenigen Ehegatten zuzuweisen, dem sie besser dient (ZK-Bräm/Hasenböhler, 

Art. 176 ZGB N 36 ff.; BK-Hausheer/Reusser/Geiser, Art. 176 ZGB N 29 ff.; Gloor, 

Die Zuteilung der ehelichen Wohnung nach schweizerischem Recht, Diss. Zürich 

1987, S. 9 f.; Bachmann, Die Regelung des Getrenntlebens nach Art. 176 und 

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179 ZGB sowie nach zürcherischem Verfahrensrecht, Diss. St. Gallen 1995, S. 81 

f.). Es ist für die Zuweisung der ehelichen Liegenschaft nicht notwendig, dass eine 

Partei Argumente vorbringen kann, welche kein anderes Ergebnis zulassen, als 

ihr die eheliche Liegenschaft zuzuweisen. Vielmehr ist zu entscheiden, welche 

Partei unter Abwägung aller Vorbringen ein grösseres Interesse glaubhaft ma-

chen kann. Nur wenn nicht ausgemacht werden kann, wem die Liegenschaft den 

grösseren Nutzen bringt, hat derjenige auszuziehen, dem ein Auszug eher zu-

mutbar ist (BGE 120 II 1 E. 2c; BGer 5A_575/2011 vom 12. Oktober 2011, 

E. 5.1.2; BGer 5A_416 vom 13. September 2012, E. 5.1.2.2). Führt auch dies zu 

keinem eindeutigen Ergebnis, ist schliesslich den Eigentums- oder anderen recht-

lich geordneten Nutzungsverhältnissen Rechnung zu tragen (BGer 5A_575/2011 

vom 12. Oktober 2011, E. 5.1.3; BGer 5A_416 vom 13. September 2012, 

E. 5.1.2.3). 

Zur Ermittlung des grösseren Nutzens hat die Lehre verschiedene Zuteilungskrite-

rien entwickelt. Als übergeordnete relevante Zuteilungskriterien gelten die Zutei-

lung an den Ehegatten, unter dessen Obhut die Kinder gestellt werden und an 

denjenigen, der aus beruflichen (z.B. Geschäftsausübung im Haus) oder gesund-

heitlichen (z.B. behinderter Ehegatte) Gründen auf die eheliche Wohnung ange-

wiesen ist (Bachmann, a.a.O., S. 81). Als untergeordnete – aber immer noch rele-

vante – Zuteilungskriterien gelten das affektive Interesse (z.B. Vorfahren eines 

Ehegatten bewohnten schon die eheliche Wohnung oder dieser ist sonst wie mit 

dieser gefühlsmässig mehr verbunden; vgl. BGer 5A_766/2008 vom 4. Februar 

2009, E. 3.2; BGer 5A_710/2009 vom 22. Februar 2010, E. 3.1; andere Bundes-

gerichtsentscheide ordnen jedoch das affektive Interesse dem Kriterium der Zu-

mutbarkeit zu: BGer 5A_575/2011 vom 12. Oktober 2011, E. 5.1.2; BGer 5A_416 

vom 13. September 2012, E. 5.1.2.2) sowie die Geeignetheit für den Unterhalt der 

ehelichen Liegenschaft. Einem Ehegatten kann die eheliche Wohnung auch bes-

ser dienen, weil diese sich näher bei seinem Arbeitsort befindet oder er sie zeitlich 

mehr nutzen kann. Den untergeordneten Zuteilungskriterien kommt entscheiden-

de Bedeutung zu, wenn die Ehegatten keine Kinder haben und keiner der Ehegat-

ten aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen auf die eheliche Wohnung 

angewiesen ist (Bachmann, a.a.O., S. 83 f.). 

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 5.2. Das Hauptargument der Vorinstanz für die Zuteilung der ehelichen 

Wohnung an die Gesuchsgegnerin ist der Umstand, dass es dem Gesuchsteller 

eher als ihr zumutbar sei, eine neue Wohnung zu finden. Die Zumutbarkeit spielt 

aber gemäss BGE 120 II 1 als Zuteilungskriterium erst eine Rolle, wenn nicht 

festgestellt werden kann, wem die Wohnung einen grösseren Nutzen bringt. Ob 

die Wohnung für eine der Parteien einen grösseren Nutzen hat, soll im Folgenden 

deshalb zuerst geprüft werden: Die Parteien haben keine Kinder, welche in der 

ehelichen Wohnung leben und auf die es bei der Zuteilung der Wohnung Rück-

sicht zu nehmen gälte. Auch übt keine der Parteien in der Wohnung ihren Beruf 

aus bzw. betreibt ein Geschäft und ist die Wohnung nicht auf die Bedürfnisse ei-

nes gebrechlichen oder invaliden Familienmitglieds zugeschnitten. Von den Par-

teien ist einzig die Gesuchsgegnerin in einem Teilzeitpensum erwerbstätig; das 

untergeordnete Kriterium der Nähe zum Arbeitsplätzen wurde von der Vorinstanz 

im Ergebnis zu Recht als Zuteilungskriterium verworfen, weist doch die Wohnung 

trotz der Nähe zu den Arbeitsorten der Gesuchsgegnerin für den nicht arbeitstäti-

gen Gesuchsteller dafür einen höheren zeitlichen Nutzungswert auf. Weiter führt 

der Gesuchsteller unter Nennung der Nähe der Wohnung zu den gemieteten Fa-

miliengärten gesundheitliche Gründe an, die für die Zuteilung der Wohnung an ihn 

sprächen. Die Gesuchsgegnerin weist jedoch zu Recht auf den Widerspruch hin, 

dass dem Gesuchsteller trotz angeblicher körperlicher Gesundheitsbeschwerden 

die Bewirtschaftung von gleich drei Gartenparzellen möglich sei (Urk. 34 S. 6). Da 

damit die Zuteilungskriterien Sorgerecht, Beruf und Gesundheit die Interessens-

abwägung nicht zugunsten einer Partei zu entscheiden vermögen, ist im Folgen-

den das affektive Interesse der Parteien an der Wohnung zu prüfen. Der Gesuch-

steller hatte die eheliche Wohnung bereits gut acht Jahre bewohnt (Urk. 2/19), 

bevor die Gesuchsgegnerin in die Schweiz zog, um ihn im September 2010 zu 

heiraten. Die Vorinstanz schloss deshalb zu Recht darauf, dass sein Affektionsin-

teresse grösser als dasjenige der Gesuchsgegnerin sei; etwas anderes macht 

selbst die Gesuchsgegnerin nicht geltend. Wie oben unter Ziff. 5.1 erwähnt, prüft 

das Bundesgericht das affektive Interesse einerseits unter dem Titel "Nutzen" an-

dererseits unter demjenigen der "Zumutbarkeit". Weitere Ausführungen dazu er-

übrigen sich jedoch, da aus nachfolgend aufzuzeigenden Gründen in beiden Fäl-

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len die Wohnung dem Gesuchsteller zuzusprechen sein wird. 

Im ersten Fall (Prüfung des affektiven Interesses unter dem Titel "Nutzen") fällt 

die Interessensabwägung aufgrund des grösseren affektiven Interesses zu Guns-

ten des Gesuchstellers aus und die Zumutbarkeit eines Auszugs muss gar nicht 

erst geprüft werden. 

Im zweiten Fall (Prüfung des affektiven Interesses unter dem Titel "Zumutbarkeit") 

ist das grössere affektive Interesse des Gesuchstellers gegen die Benachteiligung 

der Gesuchsgegnerin bei der Wohnungssuche abzuwägen. Diese Benachteili-

gung ist auf ihren Aufenthaltsstatus, die mangelnden Deutschkenntnisse sowie ih-

re mangelnde Vernetzung in der Schweiz zurückzuführen. Was letzteres betrifft, 

führte der Gesuchsteller vor Vorinstanz aus, dass er nicht gewollt habe, dass die 

Gesuchsgegnerin andere Leute, als jene die sie bereits gekannt hätten, kennen 

lerne (Prot. I S. 7). Die Gesuchsgegnerin erklärte jedoch, es sei ihr trotz Wider-

ständen gelungen, Bekanntschaften zu schliessen und eine Teilzeitarbeitsstelle 

zu finden. Aufgrund dieser Ausführungen kann aber dem vorinstanzlichen Argu-

ment, wonach der Gesuchsgegnerin die Integration in einem neuen Quartier im 

Gegensatz zum Gesuchsteller ungleich schwerer falle, nicht gefolgt werden. Ihre 

eigenen Erklärungen zeigen, dass sich die Gesuchsgegnerin innert verhältnis-

mässig kurzer Zeit in ihrer neuen Umgebung zu integrieren vermochte. Dem Ge-

suchsteller ist schliesslich entgegen zu halten, dass der Umstand, wonach sich 

die Parteien über gemeinsame Bekannte kennenlernten, nicht heisst, dass diese 

in der Schweiz wohnen und die Gesuchsgegnerin bei der Wohnungssuche unter-

stützen könnten. Die diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen können des-

halb nicht als widersprüchlich bezeichnet werden. Obschon die Gesuchsgegnerin 

damit wenigstens einige Bekannte in der Schweiz hat, steht jedenfalls fest, dass 

sie hier über keine Familienangehörigen verfügt, bei denen sie kurzfristig unter-

kommen könnte oder welche sie bei der Wohnungssuche unterstützen könnten. 

Damit können beide Parteien unter dem Stichwort der Zumutbarkeit Argumente 

für den Verbleib in der ehelichen Wohnung vorbringen – der Gesuchsteller das af-

fektive Interesse, die Gesuchsgegnerin ihre Benachteiligung auf dem Woh-

nungsmarkt wegen ihres Aufenthaltsstatus, den mangelnden Deutschkenntnissen 

und den fehlenden Familienbanden –, ohne dass eines der Argumente darüber zu 

- 14 - 

entscheiden vermag, welcher Partei der Auszug eher zumutbar ist. Somit kommt 

schliesslich mit dem auf den Gesuchsteller lautenden Mietvertrag (Urk. 2/19) dem 

rechtlich geordneten Nutzungsverhältnis das entscheidende Gewicht zu, womit 

auch im zweiten Fall die Wohnung für die Dauer des Getrenntlebens dem Ge-

suchsteller zuzusprechen ist. 

 5.3. Zusammenfassend ist die Berufung des Gesuchstellers gutzuheissen 

und die eheliche Wohnung an der …-Strasse .., C._____, für die Dauer des Ge-

trenntlebens dem Gesuchsteller zur alleinigen Benützung zuzuweisen. Dabei ist 

der Gesuchsgegnerin eine angemessene Frist – nämlich bis zum nächsten orts-

üblichen Kündigungstermin – anzusetzen, um die eheliche Wohnung zu verlas-

sen. Der Gesuchsteller ist im Gegenzug zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin auf 

erstes Verlangen ihre persönlichen Gegenstände (sie erhob vor Vorinstanz keinen 

Anspruch auf den Hausrat und das Mobiliar, Prot. I S. 8) herauszugeben. 

IV. 

 1.1. Die Gesuchsgegnerin beantragt, es sei ihr für das Berufungsverfahren 

die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und in der Person von Rechtsanwäl-

tin MLaw Y._____ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen (Urk. 34 S. 2 

und 9 ff.). 

 1.2. Mit Verfügung der Vorinstanz vom 10. Januar 2013 wurde den Parteien 

die unentgeltliche Rechtspflege gewährt sowie dem Gesuchsteller Rechtsanwalt 

ass. jur. X._____ und der Gesuchsgegnerin Rechtsanwältin MLaw Y._____ als 

unentgeltliche Rechtsbeistände bestellt (Urk. 26 S. 15). In finanzieller Hinsicht 

ergibt sich seit dem vorinstanzlichen Entscheid bei der Gesuchsgegnerin seit dem 

1. März 2013 ein höheres Einkommen aufgrund ihrer zusätzlichen Tätigkeit als 

Teilzeitreinigungskraft für die I._____ GmbH. Damit verdient sie bei einer wö-

chentlichen Arbeitszeit von elf Stunden monatlich Fr. 900.– brutto (Urk. 36/6). Sie 

ist aber trotzdem nach wie vor auf die Unterstützung durch die Sozialhilfe ange-

wiesen (Urk. 34 S. 10 und Urk. 36/7). Über Vermögen verfügt sie nicht (Urk. 36/8-

10). Sodann waren die Gewinnaussichten der Gesuchsgegnerin im Berufungsver-

fahren nicht beträchtlich geringer als die Verlustgefahren. Ausserdem ist sie auf 

- 15 - 

einen Rechtsbeistand zur Wahrung ihrer Rechte angewiesen, insbesondere auch 

da der Gesuchsteller anwaltlich vertreten ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Der Ge-

suchsgegnerin ist somit auch im Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechts-

pflege i.S.v. Art. 118 ZPO zu gewähren. 

 2. Die Gerichtskosten – deren Höhe unangefochten blieb, weshalb sie 

gem. Ziff. II.1 oben in Rechtskraft erwuchsen – von Fr. 3'000.– (zuzüglich Ausla-

gen von Fr. 337.50 für Dolmetscherkosten) wurden zu ¾ dem Gesuchsteller und 

zu ¼ der Gesuchsgegnerin auferlegt, jedoch zufolge der ihnen gewährten unent-

geltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Weiter 

wurde der Gesuchsteller verpflichtet, Rechtsanwältin MLaw Y._____ eine redu-

zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'750.– zu bezahlen (inkl. MwSt.). 

Da diese Entschädigung vom Gesuchsteller voraussichtlich nicht erhältlich sein 

werde, sei sie der unentgeltlichen Rechtsvertreterin direkt aus der Gerichtskasse 

auszubezahlen (Urk. 22 Dispositiv-Ziffern 8 und 9). Zur Begründung wurde ange-

führt, in Anbetracht dessen, dass die Parteien hinsichtlich dreier Anträge eine 

Vereinbarung geschlossen hätten und die Gesuchsgegnerin bei den strittig ge-

bliebenen Anträgen vollumfänglich obsiegt habe, erscheine es als angemessen, 

den Gesuchsteller als zu ¾ unterliegende Partei zu betrachten. Sodann sei der 

Gesuchsteller zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin eine auf die Hälfte reduzierte 

Parteientschädigung zu bezahlen (Urk. 26 S. 13). 

Aufgrund des vorliegenden Berufungsausgangs obsiegt der Gesuchsteller bei den 

strittig gebliebenen Punkten betreffend die Wohnungszuteilung, die Gesuchsgeg-

nerin obsiegt betreffend das Auskunftsbegehren. Damit rechtfertigt es sich, den 

Parteien die Kosten für das erstinstanzliche Verfahren je hälftig aufzuerlegen, zu-

folge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege jedoch einstweilen auf die Ge-

richtskasse zu nehmen. Entsprechend der Kostenverteilung sind für das erstin-

stanzliche Verfahren keine Parteientschädigungen zuzusprechen. 

 3.1. Die Höhe der Gerichtsgebühr richtet sich für das vorliegende Verfahren 

nach § 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit §§ 2, 5 Abs. 1, 6 Abs. 2 lit. b der Ge-

bührenverordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG). Unter 

Berücksichtigung des tatsächlichen Streitinteresses, dem Zeitaufwand des Ge-

- 16 - 

richts und der Schwierigkeit des Falles erscheint einen Gerichtsgebühr von 

Fr. 3'000.– angemessen. 

 3.2. Die Parteien tragen die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen 

(Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO). Damit sind die Kosten für das Berufungsverfahren 

vollumfänglich der Gesuchsgegnerin aufzuerlegen, jedoch zufolge der Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu 

nehmen. 

 4. Entsprechend der Kostenverteilung ist die Gesuchsgegnerin zu ver-

pflichten, dem Gesuchsteller eine volle Prozessentschädigung zu bezahlen. Die 

für die Festsetzung der Parteientschädigung massgeblichen Bestimmungen fin-

den sich in der Verordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 

(AnwGebV). Die volle Prozessentschädigung ist in Anwendung von § 5 Abs. 1, 

§ 6 Abs. 3, § 11 und § 13 der AnwGebV auf Fr. 2'000.– (inkl. Barauslagen; der 

Gesuchsteller verlangte keinen Zuschlag für die Mehrwertsteuer) festzusetzen. 

Da die zuzusprechende Prozessentschädigung von Fr. 2'000.– bei der Gesuchs-

gegnerin voraussichtlich nicht einbringlich sein wird (vgl. Ziff. IV.1.2 oben), ist die-

se Rechtsanwalt ass. jur. X._____ direkt aus der Gerichtskasse auszurichten, 

wobei der Anspruch mit der Ausrichtung auf den Kanton übergeht (Art. 122 Abs. 2 

ZPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird vorgemerkt, dass die Dispositivziffern 1 und 4 bis 7 des Urteils des 

Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 

10. Januar 2013 am 22. Januar 2013 in Rechtskraft erwachsen sind. 

2. Der Gesuchsgegnerin wird für das Berufungsverfahren die unentgeltliche 

Rechtspflege gewährt und in der Person von Rechtsanwältin MLaw Y._____ 

eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt. 

- 17 - 

Die Gesuchsgegnerin wird darauf hingewiesen, dass sie zur Nachzahlung 

der ihr einstweilen erlassenen Auslagen für die Rechtsvertretung verpflichtet 

ist, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 Abs. 1 ZPO). 

3. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit dem nachfolgenden 

Erkenntnis. 

Es wird erkannt: 

1. Die eheliche Wohnung an der …-Strasse .., C._____, wird für die Dauer des 

Getrenntlebens dem Gesuchsteller zur alleinigen Benützung zugewiesen. 

Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, die eheliche Wohnung bis spätestens 

30. September 2013 zu verlassen. 

2. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin ihre persönlichen 

Gegenstände auf erstes Verlangen herauszugeben. 

3. Die Kosten für das erstinstanzliche Verfahren von Fr. 3'000.–, zuzüglich 

Fr. 337.50 Dolmetscherkosten, werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, 

jedoch zufolge der ihnen gewährten unentgeltlichen Rechtspflege einstwei-

len auf die Gerichtskasse genommen. 

Die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten. 

4. Für das erstinstanzliche Verfahren werden keine Parteientschädigungen zu-

gesprochen. 

5. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt. 

6. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Gesuchsgegne-

rin auferlegt, jedoch zufolge der ihr gewährten unentgeltlichen Rechtspflege 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. 

Die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten. 

- 18 - 

7. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, dem Gesuchsteller für das Beru-

fungsverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.– zu bezahlen. Diese 

Entschädigung wird dem unentgeltlichen Rechtsbeistand des Gesuchstel-

lers, ass. jur. X._____, direkt aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Der An-

spruch auf die Parteientschädigung von Fr. 2'000.– geht auf den Kanton Zü-

rich über. 

8. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, das Migrationsamt des Kantons Zü-

rich (nach Eintritt der Rechtskraft) sowie an das Bezirksgericht Bülach, je 

gegen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

9. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid über vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG. 

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.  

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
Zürich, 17. Mai 2013 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin 
 

 
lic. iur. E. Iseli 

  

 
versandt am: js 

	Beschluss und Urteil vom 17. Mai 2013
	Rechtsbegehren:
	Anträge des Gesuchstellers (Urk. 17 S. 2):
	Anträge der Gesuchsgegnerin (Urk. 19 S. 1, sinngemäss):
	Urteil des Bezirksgerichtes Bülach: (Urk. 23 = Urk. 26)
	"1. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien auf unbestimmte Dauer zum Getrenntleben berechtigt sind.
	2. Die eheliche Wohnung an der …-Strasse .. in C._____ wird für die Dauer des Getrenntlebens der Beklagten zur alleinigen Benützung zugewiesen. Der Kläger wird verpflichtet die eheliche Wohnung bis spätestens 31. März 2013 zu verlassen.
	3. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger auf erstes Verlangen den Hausrat, das Mobiliar sowie seine persönlichen Gegenstände herauszugeben.
	4. Es wird davon Vormerk genommen, dass sich die Parteien mangels finanzieller Leistungsfähigkeit beidseitig keine persönlichen Unterhaltsbeiträge schulden.
	5. Es wird die Gütertrennung mit Wirkung ab 31. August 2012 angeordnet.
	6. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten unverzüglich den Antritt einer Arbeitsstelle unter Vorlage des Arbeitsvertrages mitzuteilen und ihr jeweils per Ende März den Lohnausweis des vorangegangenen Jahres zuzustellen.
	7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: Fr. 337.50  Dolmetscherkosten
	8. Die Kosten werden zu 3/4 dem Kläger und zu 1/4 der Beklagten auferlegt, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung gestützt auf Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.
	9. Der Kläger wird verpflichtet, Rechtsanwältin MLaw Y._____ eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'750.– zu bezahlen (inkl. Mehrwertsteuer). Da diese Entschädigung vom Kläger voraussichtlich nicht erhältlich sein wird, wird sie de...
	10. [Mitteilung]
	11. [Rechtsmittel]"
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird vorgemerkt, dass die Dispositivziffern 1 und 4 bis 7 des Urteils des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 10. Januar 2013 am 22. Januar 2013 in Rechtskraft erwachsen sind.
	2. Der Gesuchsgegnerin wird für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und in der Person von Rechtsanwältin MLaw Y._____ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt.
	Die Gesuchsgegnerin wird darauf hingewiesen, dass sie zur Nachzahlung der ihr einstweilen erlassenen Auslagen für die Rechtsvertretung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 Abs. 1 ZPO).
	3. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit dem nachfolgenden Erkenntnis.
	Es wird erkannt:
	1. Die eheliche Wohnung an der …-Strasse .., C._____, wird für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsteller zur alleinigen Benützung zugewiesen. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, die eheliche Wohnung bis spätestens 30. September 2013 zu verlassen.
	2. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin ihre persönlichen Gegenstände auf erstes Verlangen herauszugeben.
	3. Die Kosten für das erstinstanzliche Verfahren von Fr. 3'000.–, zuzüglich Fr. 337.50 Dolmetscherkosten, werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch zufolge der ihnen gewährten unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse ge...
	Die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.
	4. Für das erstinstanzliche Verfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt.
	6. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Gesuchsgegnerin auferlegt, jedoch zufolge der ihr gewährten unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
	Die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.
	7. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, dem Gesuchsteller für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.– zu bezahlen. Diese Entschädigung wird dem unentgeltlichen Rechtsbeistand des Gesuchstellers, ass. jur. X._____, direkt aus ...
	8. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, das Migrationsamt des Kantons Zürich (nach Eintritt der Rechtskraft) sowie an das Bezirksgericht Bülach, je gegen Empfangsschein.
	9. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...