# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 03f56b42-6534-5362-a233-393a046432aa
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-13
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Sonstiges 13.04.2022 BS 2022 29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_999_BS-2022-29_2022-04-13.pdf

## Full Text

20220331_155026_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2022 29

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. F. Ulrich
Oberrichter lic.iur. St. Dalcher
Gerichtsschreiber lic.iur. C. Schwegler

Beschluss vom 13. April 2022 [rechtskräftig]

in Sachen

B.________,
amtlich verteidigt durch RA lic.iur. C.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, I. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch STA lic.iur. E.________,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Untersuchungshaft

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Sachverhalt

1. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, I. Abteilung, führt eine Strafuntersuchung gegen 
B.________ wegen Nötigung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte und 
Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Verfahren 1A 2022 493). B.________ wurde am 
21. März 2022 festgenommen. Mit Eingabe vom 23. März 2022 beantragte die 
Staatsanwaltschaft beim Zwangsmassnahmengericht die Anordnung der Untersuchungshaft 
für die vorläufige Dauer von zwei Monaten. Mit Verfügung vom 25. März 2022 hiess das 
Zwangsmassnahmengericht den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Anordnung von 
Untersuchungshaft gut und versetzte B.________ einstweilen bis zum 23. Mai 2022 in 
Untersuchungshaft (Verfahren SZ 2022 24). Das Zwangsmassnahmengericht erachtete den 
allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts und den besonderen Haftgrund der 
Ausführungsgefahr als gegeben.

2. Gegen diese Verfügung liess B.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 
29. März 2022 Beschwerde bei der I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts erheben mit 
folgenden Anträgen:

1. Die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts vom 25. März 2022 sei aufzuheben und der 
Beschwerdeführer sei unverzüglich aus der Untersuchungshaft zu entlassen.

2. Eventualiter seien Ersatzmassnahmen anzuordnen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich der gesetzlichen MWST zu Lasten der 
Staatskasse.

3. Das Zwangsmassnahmengericht verzichtete am 31. März 2022 auf eine Vernehmlassung.

4. Die Staatsanwaltschaft beantragte in der Vernehmlassung vom 5. April 2022 die kostenfällige 
Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen

1. Die verhaftete Person kann Entscheide über die Anordnung, die Verlängerung und die 
Aufhebung der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft bei der Beschwerdeinstanz anfechten 
(Art. 222 StPO).

2. Nach Art. 221 Abs. 1 StPO sind Untersuchungs- und Sicherheitshaft nur zulässig, wenn die 
beschuldigte Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtigt ist und 
ernsthaft zu befürchten ist, dass sie sich durch Flucht dem Strafverfahren oder der zu 
erwartenden Sanktion entzieht (lit. a), Personen beeinflusst oder auf Beweismittel einwirkt, 
um so die Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen (lit. b), oder durch schwere Verbrechen oder 
Vergehen die Sicherheit anderer erheblich gefährdet, nachdem sie bereits früher gleichartige 
Straftaten verübt hat (lit. c). Haft ist auch zulässig, wenn ernsthaft zu befürchten ist, eine 
Person werde ihre Drohung, ein schweres Verbrechen auszuführen, wahrmachen (Art. 221 
Abs. 2 StPO). Das zuständige Gericht ordnet gemäss Art. 237 Abs. 1 StPO an Stelle der 

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Untersuchungs- oder Sicherheitshaft eine oder mehrere Massnahmen an, wenn sie den 
gleichen Zweck wie die Haft erfüllen.

3. Die Staatsanwaltschaft führte in ihrem Haftantrag an das Zwangsmassnahmengericht zum 
allgemeinen Haftgrund Folgendes aus:

B.________ wird dringend verdächtigt, am 21. März 2022, 14.14 Uhr, gegenüber dem auf der 
Polizeidienststelle A.________ tätigen Polizisten D.________, welcher telefonisch einen 
Befragungstermin mit B.________ vereinbaren wollte, folgende schwere Drohung ausgesprochen zu 
haben: "Ich werde morgen zur PDS A.________ kommen und alle erschiessen. Das Ganze ist ein 
Kindergarten und ich bin bereit, wenn man mich erschiessen will." Die zu vereinbarende Befragung 
steht im Zusammenhang mit einer Einsprache, welche B.________ Mitte Februar 2022 gegen eine 
Busse erhoben hatte. Bereits in dieser Einsprache sprach B.________ folgende Drohung aus: "Falls 
diese Beweise nicht geliefert werden, drohe ich Ihnen mit ernsthaften Konsequenzen, die für Sie sehr 
schmerzhaft sein werden." Dieser Umstand wurde von der Zuger Polizei der Staatsanwaltschaft 
mitgeteilt, welche am 8. März 2022 ein Strafverfahren wegen Nötigung, evtl. Gewalt und Drohung 
gegen Beamte gegen B.________ eröffnete und am 15. März 2022 der Zuger Polizei einen 
Ermittlungsauftrag erteilte. Wie eingangs dargelegt, nahm der Polizist D.________ in der Folge am 21. 
März 2022, 14.14 Uhr, telefonisch Kontakt mit B.________ auf, um in Ausführung des erwähnten 
Ermittlungsauftrages Letzteren zu befragen […].

Nach Auffassung des Zwangsmassnahmengerichts im angefochtenen Entscheid besteht 
insbesondere der dringende Verdacht der mehrfachen versuchten Gewalt und Drohung 
gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB. Da der 
Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift ausführt, er bestreite nicht, die ihm 
vorgeworfenen Äusserungen getätigt zu haben, kann auf die zutreffenden Erwägungen des 
Zwangsmassnahmengerichts verwiesen und festgestellt werden, dass diese 
Haftvoraussetzung gegeben ist (Art. 82 Abs. 4 StPO).

4. Es bleibt nachfolgend zu prüfen, ob auch der besondere Haftgrund der Ausführungsgefahr im 
Sinne von Art. 221 Abs. 2 StPO zu bejahen ist, was der Beschwerdeführer in Abrede stellt.

4.1 Die Ausführungsgefahr stellt einen selbständigen gesetzlichen Haftgrund dar. Er verlangt 
nicht zwangsläufig noch zusätzlich einen dringenden Tatverdacht eines bereits begangenen 
(untersuchten) Delikts. Die Haft wegen Ausführungsgefahr als freiheitsentziehende 
Zwangsmassnahme muss verhältnismässig sein (Art. 36 Abs. 3 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 BV). Die 
rein hypothetische Möglichkeit der Verübung von Delikten sowie die Wahrscheinlichkeit, dass 
nur geringfügige Straftaten verübt werden, reichen nicht aus, um Haft wegen 
Ausführungsgefahr zu begründen. Bei der Annahme, dass eine Person ein schweres 
Verbrechen begehen könnte, ist Zurückhaltung geboten. Erforderlich ist eine sehr ungünstige 
Prognose. Nicht Voraussetzung ist hingegen, dass die verdächtige Person bereits konkrete 
Anstalten getroffen hat, um die befürchtete Tat zu vollenden. Vielmehr genügt es, wenn die 
Wahrscheinlichkeit einer Ausführung aufgrund einer Gesamtbewertung der persönlichen 
Verhältnisse sowie der Umstände als sehr hoch erscheint. Besonders bei drohenden 
schweren Gewaltverbrechen ist dabei auch dem psychischen Zustand der verdächtigen 
Person bzw. ihrer Unberechenbarkeit oder Aggressivität Rechnung zu tragen. Je schwerer 
die angedrohte Straftat ist, desto eher rechtfertigt sich eine Inhaftierung, wenn die 

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vorhandenen Fakten keine genaue Risikoeinschätzung erlauben (BGE 140 IV 19 E. 2.1.1 
m.H.).

4.2 Das Zwangsmassnahmengericht führte zur Ausführungsgefahr aus, der Beschwerdeführer 
habe nicht nur eine, sondern zwei schwere Drohungen an die Zuger Polizei gerichtet. Dabei 
falle auf, dass die jüngere Drohung vom 21. März 2022 deutlich bestimmter sei und schwerer 
wiege, weshalb von einer Intensivierung des Konfliktgeschehens auszugehen sei. Am 
21. März 2022 habe der Beschwerdeführer direkt mit dem Erschiessen und damit mit einem 
tödlichen Angriff auf den/die Polizeibeamten gedroht. An der Ernsthaftigkeit der Drohungen, 
an welche angesichts der erheblichen Schwere der vorliegend angedrohten Gewalttaten kein 
allzu hoher Massstab angelegt werden dürfe, sei jedenfalls im aktuellen Verfahrensstadium 
nicht zu zweifeln. Dazu komme, dass es sich beim Beschwerdeführer um eine waffenaffine 
Person handle. So seien bei ihm acht Messer sichergestellt worden, bei welchen es sich 
aufgrund ihrer Eigenschaften um Waffen im Sinne des Waffengesetzes handeln könnte. Der 
Beschwerdeführer sei sodann im Waffenregister der Zuger Polizei mit acht Faustfeuerwaffen 
verzeichnet, wobei er den Erwerb dieser Waffen nicht bestreite, jedoch angebe, diese schon 
längst wieder verkauft zu haben. Diese Umstände würden dafür sprechen, dass der 
Beschwerdeführer waffenaffin und sicher im Umgang mit (Schuss-)Waffen sei. Bei den 
persönlichen Verhältnissen sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer invalid sei, 
derzeit mit gesundheitlichen Problemen kämpfe und unter Schmerzen leide. Aufgrund der 
Intensivierung des Konfliktgeschehens erscheine jedoch als unwahrscheinlich, dass die 
Drohungen bloss auf einer schmerzbedingten Kurzschlussreaktion beruht hätten. Vielmehr 
sei derzeit generell von einer mangelhaften Belastbarkeit auszugehen. Im Rahmen einer 
Gesamtbeurteilung sei daher – zumindest aktuell – von einer sehr ungünstigen Prognose in 
Bezug auf Gewaltdelikte auszugehen, so dass der Haftgrund der Ausführungsgefahr zu 
bejahen sei. 

4.3 Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, entgegen der Auffassung des 
Zwangsmassnahmengerichts bestehe keine "sehr ungünstige Risikoprognose". Die beim 
Beschwerdeführer durchgeführte Hausdurchsuchung habe gezeigt, dass dieser keine 
Faustfeuerwaffen besitze, welche es ihm ermöglichen würden, seine Äusserungen in die Tat 
umzusetzen. Die Waffenaffinität des Beschwerdeführers beziehe sich nicht auf das 
Schiessen an sich, sondern auf die Mechanik der Waffen. Im Übrigen bestehe diese 
Waffenaffinität aktuell ohnehin nicht mehr. Vielmehr habe es sich dabei um ein Hobby des 
Beschwerdeführers gehandelt, als er noch jung gewesen sei. Die Tatsache, dass der 
Beschwerdeführer vor über 20 Jahren im Besitz von acht Faustfeuerwaffen gewesen sei und 
mit diesen damals auch schon ein paar Mal geschossen habe, vermöge jedenfalls nicht die 
ernsthafte Befürchtung, der Beschwerdeführer werde einen tödlichen Anschlag auf eine 
Polizeistation verüben, zu begründen.

Das Zwangsmassnahmengericht habe beide Drohungen als "schwer" bezeichnet. Dies treffe 
auf die Drohung vom 21. März 2022 zu, könne aber für die im Rahmen der Einsprache Mitte 
Februar 2022 schriftlich geäusserte Drohung nicht gelten. Aus dem Wortlaut dieser Drohung 
gehe jedenfalls nicht hervor, dass der Beschwerdeführer jemandem dadurch Gewalt 
angedroht habe. Die angesprochenen "schmerzhaften Konsequenzen" würden sich wohl 
vielmehr auf solche finanzieller oder juristischer Art beziehen. 

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Auch die Mitberücksichtigung des psychischen Zustandes des Beschwerdeführers stütze die 
Einschätzung des Zwangsmassnahmengerichts nicht. Beim Beschwerdeführer handle es 
sich nicht um eine aggressive Person, was sich bereits aus dem Umstand ergebe, dass er 
noch nie wegen eines Gewaltvorfalls mit dem Gesetz oder den Behörden in Konflikt geraten 
sei. Eine Fremdgefährdung gehe vom viel eher als lethargisch denn als aggressiv zu 
bezeichnenden Beschwerdeführer jedenfalls nicht aus. Der Beschwerdeführer schäme sich 
für seine Drohungen und würde diese am liebsten wieder unausgesprochen machen. 
Spätestens seit der Verhaftung und seiner Einvernahme habe sich die Gefahr, dass der 
Beschwerdeführer seine Drohung wahrmachen könnte, noch einmal deutlich verringert.

Das Zwangsmassnahmengericht argumentiere, dass an die Ernsthaftigkeit der Drohungen 
angesichts der erheblichen Schwere der vorliegend angedrohten Gewalttaten kein allzu 
hoher Massstab angelegt werden dürfe. Damit übersehe es die Tatsache, dass der 
Haftgrund der Ausführungsgefahr ohnehin nur greife, wenn schwere Straftaten drohten. 
Indem der
Massstab an die Risikoprognose im vorliegenden Fall herabgesetzt werde, werde die 
Voraussetzung des Vorliegens einer sehr ungünstigen Risikoprognose, wie sie das Gesetz 
verlange, ausgehöhlt.

4.4 Der Beschwerdeführer erhob Mitte Februar 2022 Einsprache gegen eine ihm auferlegte 
Busse. In diesem an die Zuger Polizei gerichteten Schreiben führte er unter anderem 
Folgendes aus: "Falls diese Beweise nicht geliefert werden, drohe ich Ihnen mit ernsthaften 
Konsequenzen, die für Sie sehr schmerzhaft sein werden." Dieses Schreiben liess die Zuger 
Polizei der Staatsanwaltschaft zukommen, welche am 15. März 2022 eine Strafuntersuchung 
wegen Nötigung und eventualiter Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 
eröffnete und der Zuger Polizei einen Ermittlungsauftrag erteilte. Als der auf der 
Polizeidienststelle A.________ tätige Polizist D.________ am 21. März 2022 in dieser Sache 
einen Befragungstermin mit dem Beschwerdeführer vereinbaren wollte, sprach dieser 
telefonisch folgende Drohung aus: "Ich werde morgen zur Polizeidienststelle A.________ 
kommen und alle erschiessen. Das Ganze ist ein Kindergarten und ich bin bereit, wenn man 
mich erschiessen will." Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, diese beiden Drohungen 
ausgesprochen zu haben. Beide Drohungen richteten sich somit gegen die Polizei und waren 
eine Reaktion auf die dem Beschwerdeführer auferlegte Busse, mit welcher sich dieser nicht 
einverstanden erklärte. 

4.4.1 Gemäss den Ausführungen des Beschwerdeführers soll es sich nur bei der zweiten Drohung 
um eine solche schwerer Art handeln, nicht aber bei der ersten Drohung. Dieser Auffassung 
kann jedoch nicht gefolgt werden. Dass die "schmerzhaften Konsequenzen" gemäss erster 
Drohung sich auf solche finanzieller oder juristischer Art beziehen sollen, ist wenig glaubhaft 
und erscheint als blosse Schutzbehauptung. Zu beachten ist nämlich, dass sich die beiden 
Drohungen wie erwähnt auf denselben Sachverhalt beziehen. Weshalb der 
Beschwerdeführer der Polizei zunächst mit juristischen und finanziellen Folgen gedroht 
haben will und in einem zweiten Schritt mit einer schweren Gewalttat, ist nicht 
nachvollziehbar. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass sich das Konfliktgeschehen von der 
ersten zur zweiten Drohung intensivierte und der Beschwerdeführer, mit der Angelegenheit 
telefonisch ein weiteres Mal konfrontiert, seine Drohung nochmals verschärfte und sich 
detaillierter ausdrückte, indem er dem betreffenden Polizisten mit "Erschiessen" gedroht hat, 

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währenddem die erste Drohung noch allgemeiner gefasst war. Es ist somit davon 
auszugehen, dass es sich inhaltlich bei beiden Drohungen um solche schwerer Art handelt.

4.4.2 Angesichts der wiederholten und sich intensivierenden Drohungen muss im aktuellen 
Stadium der Untersuchung sodann davon ausgegangen werden, dass diese Drohungen 
ernst gemeint waren. Daran vermag nichts zu ändern, dass bei der Hausdurchsuchung am 
Wohnort des Beschwerdeführers, welche unmittelbar nach dessen Verhaftung durchgeführt 
wurde, die auf den Beschwerdeführer registrierten Faustfeuerwaffen nicht gefunden wurden. 
Der Beschwerdeführer macht zwar geltend, diese gemäss den Akten im Jahr 2004 
erworbenen Waffen zwei bis drei Jahre nach dem Kauf wieder verkauft zu haben, vermag 
dafür allerdings keine Verkaufsunterlagen bzw. Quittungen vorzulegen. Fraglich ist somit, ob 
ein Verkauf dieser Waffen tatsächlich stattgefunden hat oder ob der Beschwerdeführer die 
Waffen einfach an einem anderen Ort aufbewahrt. Selbst wenn er sie aber verkauft haben 
sollte, ändert dies nichts an einer offensichtlichen Waffenaffinität des Beschwerdeführers, 
auch wenn sich diese, folgt man seiner Argumentation, nur auf die Mechanik von 
Schusswaffen beziehen soll. So wurden beim Beschwerdeführer zu Hause acht Messer 
sichergestellt, welche mutmasslich dem Waffengesetz unterliegen. Somit erscheint es 
durchaus als wahrscheinlich, dass dem Beschwerdeführer Möglichkeiten bekannt sind, um 
schnell an eine Waffe zu gelangen. 

4.4.3 Der Beschwerdeführer gibt an, derzeit grosse gesundheitliche Probleme zu haben und an 
starken Schmerzen zu leiden und begründet die zweite Drohung mit einer schmerzbedingten 
Kettenreaktion. Aufgrund der von ihm selber geschilderten gesundheitlichen Situation ist 
damit beim Beschwerdeführer aktuell von einer geringen Belastbarkeit auszugehen. Es 
besteht vor allem aber eine grosse Unsicherheit hinsichtlich des psychischen Zustandes des 
Beschwerdeführers bzw. seiner Unberechenbarkeit und Aggressivität, welche er anlässlich 
des Telefonats mit dem Polizisten D.________ an den Tag gelegt hatte. Eine genaue 
Risikoeinschätzung lässt sich aktuell nicht vornehmen, sondern kann erst nach Vorliegen der 
von der Staatsanwaltschaft am 24. März 2022 beim Sachverständigen Dr.med. G.________ 
in Auftrag gegebenen fachärztlichen Vorabeinschätzung zur Gefährlichkeit des 
Beschwerdeführers, welche in wenigen Wochen vorliegen wird, erfolgen.

4.4.4 Im Sinne einer Gesamtbeurteilung (mehrfach ausgesprochene schwere Drohungen, 
Waffenaffinität, Unklarheit in Bezug auf den psychischen Zustand des Beschwerdeführers) 
muss aktuell von einer ungünstigen Prognose in Bezug auf Gewaltdelikte ausgegangen 
werden, welche die Wahrscheinlichkeit einer Ausführung der angedrohten schweren 
Gewaltverbrechen als sehr hoch erscheinen lässt. Daran vermag nichts zu ändern, dass der 
Beschwerdeführer bis vor diesen Vorfällen nie wegen eines Gewaltvorfalls mit dem Gesetz in 
Konflikt geraten ist und angibt, sich für die ausgesprochenen Drohungen zu schämen. Das 
Zwangsmassnahmengericht hat damit den besonderen Haftgrund der Ausführungsgefahr zu 
Recht bejaht.

5. Der Beschwerdeführer beantragt eventualiter die Anordnung von Ersatzmassnahmen 
anstelle von Untersuchungshaft. 

Gemäss Art. 237 Abs. 1 StPO ordnet das zuständige Gericht an Stelle der strafprozessualen 
Haft eine oder mehrere mildere Massnahmen an, wenn sie den gleichen Zweck erfüllen. 

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Der Beschwerdeführer beanstandet, das Zwangsmassnahmengericht habe sich mit der 
Frage von geeigneten Ersatzmassnahmen für Präventivhaft nur ungenügend befasst. Dies ist 
unzutreffend, hat das Zwangsmassnahmengericht doch hinreichend dargetan, dass bis zum 
Vorliegen einer fachärztlichen Vorabbeurteilung und Gefährlichkeitsprognose mildere 
Massnahmen anstelle der Haft aufgrund der im heutigen Zeitpunkt anzunehmenden 
Ausführungsgefahr zu verneinen seien. Der Beschwerdeführer selber zählt lediglich 
beispielhaft einige mögliche Ersatzmassnahmen bzw. eine Kombination von mehreren 
Ersatzmassnahmen (Rayonverbot und striktes Waffenverbot, Durchführung einer ambulanten 
Therapie) auf. Es kann offengelassen werden, ob die Beschwerde in diesem Punkt 
überhaupt hinreichend begründet ist, da vorliegend nicht davon auszugehen ist, dass 
Ersatzmassnahmen, einzeln oder in Kombination, die Ausführungsgefahr bannen könnten.

6. Entsprechend den vorstehenden Erwägungen hat das Zwangsmassnahmengericht den 
Antrag der Staatsanwaltschaft auf Anordnung von Untersuchungshaft wegen dringenden 
Tatverdachts und Ausführungsgefahr zu Recht gutgeheissen. Die Beschwerde erweist sich 
somit als unbegründet und ist abzuweisen.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Kosten zu tragen 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Der amtliche Verteidiger ist für das Beschwerdeverfahren 
unabhängig von den Erfolgsaussichten der Beschwerde angemessen aus der Gerichtskasse 
zu entschädigen, nachdem es sich um eine notwendige Verteidigung handelt (Urteil des 
Obergerichts Zug vom 20. Juli 2017, in: CAN 2017 S. 246 ff. = GVP 2017 S. 182 ff.). Der 
Beschwerdeführer hat dem Staat diese Kosten zu ersetzen, sobald es seine wirtschaftlichen 
Verhältnisse zulassen (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO).

Beschluss

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 800.00 Gebühren
CHF 20.00 Auslagen
CHF 820.00 Total

und werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic.iur. C.________, wird für das 
Beschwerdeverfahren mit CHF 1'200.00 (inkl. MWST) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

Der Beschwerdeführer hat dem Staat die Kosten der amtlichen Verteidigung von 
CHF 1'200.00 zu vergüten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

4. Gegen Ziff. 3 Abs. 1 dieses Entscheides ist die Beschwerde gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b in 
Verbindung mit Art. 393 ff. StPO zulässig. Die Beschwerde ist innert 10 Tagen seit Zustellung 

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des Entscheids schriftlich und begründet sowie unter Beilage des Entscheids beim 
Bundesstrafgericht, Postfach 2720, 6501 Bellinzona, einzureichen.

5. Gegen die übrigen Ziffern dieses Entscheides ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss 
Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich 
nach Art. 95 ff. BGG. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids 
schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und 
der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen.

6. Mitteilung an:
- Parteien (an die Staatsanwaltschaft unter Rückgabe der eingereichten Akten 

1A 2022 493)
- RA lic.iur. C.________ (amtlicher Verteidiger)
- Zwangsmassnahmengericht des Kantons Zug (SZ 2022 24; unter Rückgabe der 

eingereichten Akten)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug
I. Beschwerdeabteilung

lic.iur. St. Scherer lic.iur. C. Schwegler
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am: