# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22637068-7a24-5cfd-934b-916ec0a9af05
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240229-O1
**Docket/Reference:** SB240229-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240229-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240229-O/U/ad

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichter lic. iur. Wenker 

und Oberrichter Dr. iur. Bezgovsek sowie Gerichtsschreiberin 

M.A. HSG Eichenberger 

Urteil vom 13. Juni 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____,

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,

Anklägerin und Berufungsbeklagte

gegen

sowie

1. … 

2.

3.

4.

B._____, 

C._____, 

Bürgschaftsgenossenschaft D._____, 

Privatklägerinnen

2, 3 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____, 

4 vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Y2._____, 

- 2 -

betreffend mehrfachen Diebstahl etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 6. Abteilung, vom 

13. März 2024 (DG230054)

- 3 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 29. März 2023 

(Urk. D1/20) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig









des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB,

des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB,

der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB,

der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 ½ Jahren Freiheitsstrafe sowie mit 120 

Tagessätzen Geldstrafe zu Fr. 250.–.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.

3.

4.

5.

Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 

3. September 2021 beschlagnahmten Vermögenswerte werden an die Pri-

vatklägerinnen 2 und 3 nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes 

Verlangen herausgegeben:

















Fr. 66'000.– (66x 1000; A015'345'956)

Fr. 100'000.– (100x 1000; A015'345'978)

Fr. 13'000.– (13x 1000; A015'346'368)

14 Goldmünzen Krügerrand (A015'346'299)

95 Goldmünzen Krügerrand (A015'346'313)

20 Goldmünzen USA (A015'346'324)

35 Goldmünzen Canada (A015'346'335)

50 10er Goldvreneli (A015'346'346)

- 4 -

6.

Die folgenden einzig als Beweismittel mit Verfügungen der Staatsanwalt-

schaft Zürich-Limmat vom 26. April 2022 und vom 14. Februar 2023 be-

schlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservatetriage, lagern-

den Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben und andernfalls nach 

unbenutztem Ablauf einer Frist von 30 Tagen der Lagerbehörde zur Vernich-

tung zu überlassen:



vier Bundesordner (A016'081'097), namentlich

• 1 diverse Unterlagen,

• 1 Steuererklärungen 2017-2020,

• 1 ZKB Kontoauszüge 2020-2022,

• 1 div. Kontoauszüge 2018-2021.

 Rechnung E._____ AG (A015'346'302),





2 USB-Stick schwarz (A015'346'379),

1 USB-Stick schwarz (A015'346'380),

 SIM-Karte (A015'347'952).

7.

Die folgenden einzig als Beweismittel mit Verfügung der Staatsanwaltschaft 

Zürich-Limmat vom 14. Februar 2023 beschlagnahmten und bei der Kan-

tonspolizei Zürich, Asservatetriage, lagernden Gegenstände werden der La-

gerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zur Vernichtung über-

lassen:



2 Teile Aluminiumfolie (A015'323'485),

 Banderole (A015'345'967),

 Übersichtsaufnahme (A015'347'747),

 Datensicherung Mobiltelefon (A015'347'941),

 Datensicherung SIM-Karte (A015'347'963),

 Banderole (A015'358'802).

8.

Der einzig als Beweismittel mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-

Limmat vom 26. April 2022 beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zü-

rich, Asservatetriage, lagernde USB-Stick (A015'700'115) wird an die Kan-

tonspolizei Zürich, Fw F._____, herausgegeben.

- 5 -

9.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägerinnen 2 und 3 Schaden-

ersatz in der Höhe von Fr. 34'820.10 zuzüglich 5 % Zins ab 5. Dezember 

2020 sowie Fr. 621'000.– zuzüglich Zins ab 4. Juni 2021 zu bezahlen.

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 4 Schadenersatz in der 

Höhe von Fr. 108'980.– zuzüglich Zins ab 6. Juli 2021 zu bezahlen. Es wird 

vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der Privat-

klägerin 4 in der Höhe von Fr. 30'653.90 anerkannt hat.

11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

8'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

4'100.–   Gebühr für das Vorverfahren;

1'600.–   Auslagen (Gutachten);

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt.

13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägerinnen 2 und 3 für das ge-

samte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 57'665.40 (inkl. MwSt.) 

zu bezahlen.

14. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 4 für das gesamte Ver-

fahren eine Prozessentschädigung von Fr. 3'205.– (inkl. MwSt.) zu bezah-

len.

Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 127)

1.

Die Dispositivziffern 1, 2, 3 und 4 des Urteils des Bezirksgerichtes Zü-

rich vom 13. März 2024 seien aufzuheben und der Beschuldigte sei 

vollumfänglich freizusprechen. 

- 6 -

Eventualiter sei der Beschuldigte für eine Übertretung der COVID-19-

Solidarbürgschaftsverordnung mit einer Busse zu bestrafen.

2.

Dispositivziffer 5 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich vom 

13. März 2024 sei aufzuheben und die (Wert-)Gegenstände des Be-

schuldigten herauszugeben.

3.

Die Dispositivziffern 6, 7 und 8 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich 

vom 13. März 2024 seien zu bestätigen.

4.

Dispositivziffer 9 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich vom 

13. März 2024 sei aufzuheben und die Zivilansprüche der Privatkläge-

rinnen 2 und 3 seien abzuweisen.

5.

Dispositivziffer 10 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich vom 

13. März 2024 sei aufzuheben und die den anerkannten Betrag von 

Fr. 30'653.90 übersteigenden Zivilansprüche der Privatklägerin 4 seien 

abzuweisen.

6.

Die Dispositivziffern 11 und 12 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich 

vom 13. März 2024 seien aufzuheben und die Kosten der Untersu-

chung und des erstinstanzlichen Verfahrens seien auf die Staatskasse 

zu nehmen.

7.

Die Dispositivziffern 13 und 14 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich 

vom 13. März 2024 seien aufzuheben und die Prozessentschädigungs-

begehren der Privatklägerinnen 2, 3 und 4 seien abzuweisen.

8.

Dem Beschuldigten sei für die Untersuchung und das erstinstanzliche 

Verfahren eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 28'593.40 (inkl. 

MWST) für Verteidigerkosten zuzusprechen.

9.

Dem Beschuldigten sei für das Berufungsverfahren eine Entschädi-

gung für Verteidigerkosten in der Höhe von Fr. 14'465.85, gemäss bei-

liegender Kostennote und Honoraraufstellung, zuzusprechen.

- 7 -

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu neh-

men.

b)

Der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat:

(Urk. 131)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c)

Der Vertretung der Privatklägerinnen 2 und 3:

(Urk. 132)

1.

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 3. Sep-

tember 2021 beschlagnahmten Vermögenswerte, konkret

















Fr. 66'000.– (66x 1000; A015'345'956)

Fr. 100'000.– (100x 1000; AO15'345'978)

Fr. 13'000.– (13x 1000; A015'346'368)

14 Goldmünzen Krügerrand (A015'346'299)

95 Goldmünzen Krügerrand (A015'346'313)

20 Goldmünzen USA (A015'346'324)

35 Goldmünzen Canada (A015'346'335)

50 10er Goldvreneli (A015'346'346)

seien den Privatklägerinnen 2 und 3 als Erbinnen der †Privatklägerin 1 

zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes auszuhändigen.

2.

Bei Gutheissung des Antrags Ziff. 1 sei der Beschuldigte zu verpflich-

ten, den Privatklägerinnen 2 und 3 als Erbinnen der †Privatklägerin 1 

Schadenersatz in der Höhe von 34'820.10 zuzüglich 5 % Zins seit 

5. Dezember 2020 und Fr. 621'000.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 

4. Juni 2021 zu bezahlen.

- 8 -

3.

Eventualiter für den Fall, dass keine Rückgabe der Vermögenswerte 

gemäss Antrag Ziff. 1 erfolgen kann, sei der Beschuldigte zu verpflich-

ten, den Privatklägerinnen 2 und 3 als Erbinnen der †Privatklägerin 1 

Schadenersatz in der Höhe von Fr. 314'248.50 zuzüglich 5 % Zins seit 

5. Dezember 2020 und Fr. 800'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 4. Juni 

2021 zu bezahlen.

4.

Die Kosten des gesamten Verfahrens (inkl. Berufungsverfahren) seien 

dem Beschuldigten aufzuerlegen.

5.

Der Beschuldigte sei zu verpflichten, den Privatklägerinnen 2 und 3 als 

Erbinnen der †Privatklägerin 1 eine Entschädigung von Fr. 57'665.40 

für die Ausübung ihrer Verfahrensrechte bis und mit erstinstanzlicher 

Hauptverhandlung zu bezahlen. Für das Berufungsverfahren sei der 

Beschuldigte sodann zu verpflichten, den Privatklägerinnen 2 und 3 

Fr. 4'247.70, zuzüglich einer Entschädigung für die heutige Berufungs-

verhandlung, zu bezahlen.

d)

Der Vertretung der Privatklägerin 4:

(Urk. 111, schriftlich)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

_____________________________________

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte

1.

Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 6. Abteilung, 

vom 13. März 2024 (Urk. 105) wegen mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 

Ziff. 1 StGB, Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB, Misswirtschaft im Sinne 

von  Art. 165  Ziff. 1  StGB  sowie  Urkundenfälschung  im  Sinne  von  Art. 251 

Ziff. 1 StGB verurteilt und mit 3 ½ Jahren Freiheitsstrafe sowie mit 120 Tagessätzen 

- 9 -

zu  Fr. 250.–  Geldstrafe  bestraft.  Die  Freiheitsstrafe  wurde  für  vollziehbar  erklärt, 

demgegenüber der Vollzug der Geldstrafe aufgeschoben und die Probezeit auf 2 

Jahre festgesetzt. Weiter wurde der Beschuldigte verpflichtet, den Privatklägerin-

nen 2 und 3 Schadenersatz in der Höhe von Fr. 34'820.10 zuzüglich 5 % Zins ab 

5. Dezember 2020 sowie Fr. 621'000.– zuzüglich Zins ab 4. Juni 2021 zu bezahlen. 

Sodann wurde der Beschuldigte verpflichtet, der Privatklägerin 4 Schadenersatz in 

der Höhe von Fr. 108'980.– zuzüglich Zins ab 6. Juli 2021 zu bezahlen, wobei vor-

gemerkt  wurde,  dass  er  die  Schadenersatzforderung  der  Privatklägerin  4  in  der 

Höhe von Fr. 30'653.90 anerkannt hat. Die Kosten der Untersuchung und des ge-

richtlichen Verfahrens wurden dem Beschuldigten auferlegt. Ausserdem wurde er 

zur Zahlung von Prozessentschädigungen zu Gunsten der Privatklägerinnen 2, 3 

und 4 verpflichtet.

2.

Der Beschuldigte hat Berufung erklärt und beantragt im Berufungsverfahren 

– zusammengefasst – einen vollumfänglichen Freispruch mit den sich daraus er-

gebenden Folgen (vgl. Urk. 107; Urk. 127; Prot. II S. 4 f.).

3. Mit Präsidialverfügung vom 24. Mai 2024 wurde den Privatklägerinnen sowie 

der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (nachfolgend Anklagebehörde oder Staats-

anwaltschaft) jeweils eine Kopie der Berufungserklärung des Beschuldigten zuge-

stellt und Frist zur Anschlussberufung angesetzt (Urk. 109). Die Staatsanwaltschaft 

verzichtete mit Eingabe vom 7. Juni 2024 auf Anschlussberufung (Urk. 113). Die 

Privatklägerin 4 verzichtete mit Eingabe vom 6. Juni 2024 ebenfalls auf Anschluss-

berufung (Urk. 111). Die weiteren Privatklägerinnen 2 und 3 (die von der †Privat-

klägerin 1 eingesetzten Erbinnen) liessen sich im Vorfeld der Berufungsverhand-

lung nicht vernehmen.

4. Mit Präsidialverfügung vom 17. September 2024 wurde der von der Verteidi-

gung am 21. Mai 2024 zusammen mit der Berufungserklärung gestellte Beweisan-

trag auf Zeugeneinvernahme von G._____ gutgeheissen, demgegenüber wurden 

ihre weiteren Beweisanträge einstweilen abgewiesen (Urk. 115).

5.

Die Vorladungen zur heutigen Berufungsverhandlung ergingen am 26. Sep-

tember  2024  (Urk. 117).  An  der  Berufungsverhandlung  erschienen  der  Beschul-

- 10 -

digte in Begleitung seines erbetenen Verteidigers Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ 

und dessen Substitutin Frau MLaw X2._____, wobei der Beschuldigte vor Schran-

ken  des  Berufungsgerichtes  erklärte,  dass  Rechtsanwalt  Dr. iur.  X3._____  nicht 

mehr zu seiner Verteidigung mandatiert sei (Prot. II S. 28), seitens der Anklagebe-

hörde  Staatsanwalt  lic.  iur.  H._____  sowie  Rechtsanwältin  lic.  iur.  Y1._____  na-

mens und in Vertretung der Privatklägerinnen 2 und 3 (Prot. II S. 4). Ausserdem 

erschien die Zeugin G._____ (Prot. II S. 10).

II. Prozessuales

1.1. Gemäss Art. 343 Abs. 1 StPO erhebt das Gericht neue und ergänzt unvoll-

ständig erhobene Beweise. Es erhebt auch Beweise nochmals, die im Vorverfahren 

nicht ordnungsgemäss erhoben wurden oder wenn die unmittelbare Kenntnis des 

Beweismittels  für  die  Urteilsfällung  notwendig  erscheint  (Art. 343  Abs. 2  und 

Abs. 3 StPO). Die Ablehnung des Beweisantrags ist nur zulässig, wenn sich die zu 

beweisende Tatsache als unerheblich, offenkundig, bekannt oder bereits rechtsge-

nügend  erstellt  erweist  (Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_644/2014  vom  28. Ja-

nuar 2015 E. 3.1; 6B_764/2013 vom 26. Mai 2014 E. 4.3). 

1.2. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung stellte die Verteidigung in prozes-

sualer  Hinsicht  den  Antrag,  es  seien  weitere  Beweise  abzunehmen.  So  seien 

I._____,  J._____,  B._____,  K._____  und  F._____  als  Zeugen  einzuvernehmen. 

Ferner seien bei der Willensvollstreckerin B._____ ausserdem die Unterlagen zum 

gesundheitlichen Zustand der †Privatklägerin 1 kurz vor ihrem Ableben zu edieren 

(Urk. 107 S. 3 f. Rz. 2 ff.; Urk. 108/2 S. 2 ff.; Prot. II S. 54). Die Vertretung der Pri-

vatklägerinnen 2 und 3 beantragte im Rahmen der Berufungsverhandlung sodann 

die Befragung von PD Dr. med. L._____ (Prot. II S. 65).

1.3. Die Abnahme der beantragten Beweisanträge erübrigt sich vorliegend, da sie 

sich als unerheblich erweisen und am Beweisergebnis nichts zu ändern vermögen. 

Hinsichtlich der substantiierten Begründung der Abweisung der einzelnen Bewei-

santräge der Verteidigung ist auf die materielle Würdigung im Zusammenhang mit 

den massgebenden Anklagesachverhalten zu verweisen.

- 11 -

2.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschie-

bende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dementspre-

chend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Urteil 

nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das Beru-

fungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein ins-

gesamt  neues  Urteil  (Art. 408  StPO),  worin  es  jedoch  anzugeben  hat,  welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind.

2.2. Seitens des Beschuldigten wurde die Berufung auf die Schuldsprüche (Dis-

positivziffer 1), die Strafzumessung (Dispositivziffer 2), den Strafvollzug (Disposi-

tivziffern 3 und 4), die Herausgabe eingezogener Vermögenswerte an die Privat-

klägerinnen 2 und 3 (Dispositivziffer 5), den Schadenersatz zu Gunsten der Privat-

klägerinnen 2 und 3 (Dispositivziffer 9), den Schadenersatz zu Gunsten der Privat-

klägerin  4  (Dispositivziffer  10)  sowie  das  Kosten-  und  Entschädigungsdispositiv 

(Dispositivziffern  11-14)  beschränkt.  Der  vorinstanzliche  Entscheid  wurde  daher 

hinsichtlich  der  Dispositivziffern  6  (Herausgabe  eingezogener  Beweismittel), 

7 (Vernichtung eingezogener Beweismittel) und 8 (Herausgabe eingezogener Be-

weismittel)  nicht  angefochten,  in  welchem  Umfang  das  vorinstanzliche  Urteil  in 

Rechtskraft erwächst, was mittels Beschluss festzustellen ist (BSK StPO II-BÄHLER, 

3. Auflage, 2023, N 2 zu Art. 402 StPO). In allen übrigen Punkten steht der erstin-

stanzliche Entscheid demgegenüber im Rahmen des Berufungsverfahrens zur Dis-

position.

A.

Tatvorwürfe

III. Materielles

Hinsichtlich  der  berufungsgegenständlichen  Tatvorwürfe  des  mehrfachen  Dieb-

stahls  im  Sinne  von  Art. 139  Ziff.  1  StGB,  des  Betrugs  im  Sinne  von  Art. 146 

Abs. 1 StGB, der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB sowie der Ur-

kundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB ist auf die Anklageschrift vom 

29. März 2023 (Urk. D1/20) zu verweisen.

B.

Beweisgrundsätze

- 12 -

1.

Bestreitet ein Beschuldigter die ihm vorgeworfenen Taten, ist der Sachverhalt 

aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argumente 

nach  den  allgemein  gültigen  Beweisregeln  zu  erstellen.  Gemäss  der  aus  Art. 32 

Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 10 Abs. 3 StPO sowie Art. 6 Ziff. 2 EMRK veran-

kerten Maxime "in dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis ihrer Schuld 

zu vermuten, dass die einer strafbaren Handlung beschuldigte Person unschuldig 

ist (BGE 137 IV 219 E. 7.3 mit Hinweisen; 127 I 38 E. 2a; Urteil des Bundesgerich-

tes 6B_617/2013 vom 4. April 2014 E. 1.2). Angesichts der Unschuldsvermutung 

besteht Beweisbedürftigkeit, d.h. der verfolgende Staat hat dem Beschuldigten alle 

objektiven und subjektiven Tatbestandselemente nachzuweisen (JOSITSCH/SCHMID, 

Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 4. Auflage, 2023, N 216) und 

nicht  der  Beschuldigte  seine  Unschuld  (BGE  127  I  38  E. 2a).  Als  Beweiswürdi-

gungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz 

eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären darf, 

wenn  bei  objektiver Betrachtung  erhebliche  und  nicht zu unterdrückende Zweifel 

bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (BGE 138 V 74 E. 7; 128 I 81 

E. 2 mit Hinweisen). Die Überzeugung des Richters muss auf einem verstandes-

mässig  einleuchtenden  Schluss  beruhen  und  für  den  unbefangenen  Beobachter 

nachvollziehbar  sein  (Urteil  des  Bundesgerichtes  1P.474/2004  vom  3.  Dezem-

ber 2004 E. 2.2). Die Entscheidregel "in dubio pro reo" zwingt sodann auch nicht 

dazu,  jede  entlastende  Angabe  der  beschuldigten  Person,  für  deren  Richtigkeit 

oder Unrichtigkeit kein spezifischer Beweis vorhanden ist, als unwiderlegt zu be-

trachten. Vielmehr darf das Gericht, sofern Anhaltspunkte für die Richtigkeit einer 

entlastenden Behauptung fehlen, in freier Beweiswürdigung zum Schluss kommen, 

dass die Vorbringen unglaubhaft sind. Darin liegt weder eine Missachtung des Aus-

sageverweigerungsrechts  einer  beschuldigten  Person  gemäss  Art. 113  Abs. 1 

StPO bzw. Art. 6 EMRK noch eine verfassungswidrige Umkehr der Beweislast (Ur-

teile  des  Bundesgerichtes  6B_1385/2021  vom  29. August  2023  E. 2.4.1; 

6B_1205/2022  vom  22.  März  2023  E. 2.4.1;  6B_843/2018  vom  8. Januar  2019 

E. 1.4 m.w.H.). Nicht jede aus der Luft gegriffene Schutzbehauptung braucht mithin 

durch einen hieb- und stichfesten Beweis widerlegt zu werden, insbesondere dort 

nicht, wo ein solcher Negativbeweis gar nicht zu erbringen ist. Ein "Gegenbeweis" 

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der  Strafbehörden  ist  vielmehr  nur  dann  zu  verlangen,  wenn  gewisse  Anhalts-

punkte wie konkrete Indizien oder eine natürliche Vermutung für die Richtigkeit der 

Behauptung sprechen bzw. diese zumindest als zweifelhaft erscheinen lassen oder 

wenn die beschuldigte Person sie sonst wie glaubhaft macht. Andernfalls könnte 

jede  Anklage  mit  einer  abstrusen  Schutzbehauptung  zu  Fall  gebracht  werden 

(vgl. Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_824/2016,  6B_844/2016,  6B_946/2016, 

6B_960/2016 vom 10. April 2017 E. 15.3.2). Es liegt in der Natur der Sache, dass 

mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Sicherheit in der Beweisführung 

erreicht werden kann. Daher muss es genügen, dass das Beweisergebnis über je-

den vernünftigen Zweifel erhaben ist. Bloss abstrakte oder theoretische Zweifel dür-

fen dabei nicht massgebend sein, weil solche immer möglich sind (BGE 138 V 74 

E. 7 mit Hinweisen). Es genügt also, wenn vernünftige Zweifel an der Schuld aus-

geschlossen  werden  können.  Hingegen  darf  ein  Schuldspruch  nie  auf  blosser 

Wahrscheinlichkeit beruhen (JOSITSCH/SCHMID, a.a.O., N 227 f.; Urteil des Bundes-

gerichtes 1P.474/2004 vom 3. Dezember 2004 E. 2.2).

2.

Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind diese 

frei zu würdigen (Art. 10 Abs. 2 StPO). Es ist anhand sämtlicher Umstände, die sich 

aus den Akten und den Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, welche Sachdar-

stellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der Aussa-

gen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgten. Nach 

neueren Erkenntnissen kommt der allgemeinen Glaubwürdigkeit der befragten Per-

son im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft kaum mehr Bedeutung zu. 

Weitaus bedeutender für die Wahrheitsfindung als die allgemeine Glaubwürdigkeit 

ist  die  Glaubhaftigkeit  der  konkreten  Aussagen,  welche  durch  eine  methodische 

Analyse ihres Inhaltes darauf zu überprüfen sind, ob die auf ein bestimmtes Ge-

schehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben des Befragten entsprin-

gen (BGE 147 IV 534 E. 2.3.3; 133 I 33 E. 4.3; je mit weiteren Hinweisen).

3. Auf die Argumente der Parteien ist im Rahmen der nachstehenden Erwägun-

gen einzugehen. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass das 

Gericht die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffe-

nen auch tatsächlich hört, prüft und in seiner Entscheidfindung berücksichtigt. Nicht 

- 14 -

erforderlich ist, dass es sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander-

setzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann es sich 

auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es müssen wenigs-

tens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht hat leiten 

lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 139 IV 179 

E.  2.2;  138  IV  81  E.  2.2;  Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_105/2024  vom  9.  Ja-

nuar 2025  E.  2.2;  6B_770/2020  vom  25.  November  2020  E.  1.3.2;  6B_401/2015 

vom 16. Juli 2015 E. 1.1; je mit weiteren Hinweisen).

C. Mehrfacher Diebstahl

1.1. Seitens des Beschuldigten wurde der ihm vorgeworfene Anklagesachverhalt 

betreffend mehrfacher Diebstahl zum Nachteil der inzwischen verstorbenen Privat-

klägerin 1, †M._____, (Urk. D1/20 S. 2 f.) – auch heute – im Wesentlichen bestrit-

ten. 

1.2. Vom  Beschuldigten  wird  anerkannt,  dass  er  im  Besitz  einiger  Vermögens-

werte war, welche ursprünglich der †Privatklägerin 1 gehörten. Allerdings seien ihm 

diese  Vermögenswerte  von  ihr  geschenkt  worden  (insb.  Urk. D1/5/1  S.  11  ff. 

F/A 79 ff.; Urk. D1/5/2 S. 2 ff. F/A 4 ff.; Urk. D1/5/3 S. 2 ff. F/A 12 ff.; Urk. D1/5/4 

S. 3 ff. F/A 17 ff.; Prot. I S. 29 ff.; Prot. II S. 34 u. 36). Konkret habe ihm die †Pri-

vatklägerin 1 25 Kilogramm Gold als Schenkung in Aussicht gestellt und ihm als 

Anzahlung an diese versprochene Schenkung am 5. Dezember 2020 Fr. 200'000.– 

Bargeld, 50 Stück 10er Goldvreneli sowie eine von ihm nicht näher bezifferte An-

zahl "Krügerrand" und Goldmünzen "CAN" geschenkt (Prot. II S. 36, 40 u. 50). 

1.3. Bestritten wird vom Beschuldigten demgegenüber, dass er die anklagegegen-

ständlichen Vermögenswerte in der Wohnung der †Privatklägerin 1 entgegen deren 

Wissen  ohne  deren  Einwilligung  behändigt  und  mitgenommen  haben  soll  (insb. 

Urk. D1/5/1  S.  11  ff.  F/A  79 ff.;  Urk. D1/5/2  S.  2  ff.  F/A  4  ff.;  Urk. D1/5/3  S.  2 ff. 

F/A 12 ff.; Urk. D1/5/4 S. 3 ff. F/A 17 ff.; Prot. I S. 29 ff.; Prot. II S. 35 ff.).

2.

Bei den Akten finden sich insbesondere folgende massgebliche verwertbare 

Beweismittel, um den strittigen Anklagesachverhalt zu prüfen: Die Einvernahmen 

- 15 -

des Beschuldigten (Urk. D1/5/1-4; Urk. D1/5/7; Prot. I S. 26 ff.; Prot. II S. 34 ff.), 

diejenigen der †Privatklägerin 1 (Urk. D1/6/1-3 [Videoaufzeichnung der staatsan-

waltlichen  Einvernahme  vom  14.  April  2022:  Urk. D1/6/4]),  von  N._____ 

(Urk. D1/7/1; Prot. I S. 15 ff.) und von G._____ (Prot. II S. 10 ff.) sowie – zu Gunsten 

des  Beschuldigten  –  die  polizeilichen  Einvernahmen  von  O._____  (Urk. D1/7/2), 

P._____  (Urk. D1/7/3),  Q._____  (Urk. D1/7/4),  R._____  (Urk. D1/7/5),  S._____ 

(Urk. D1/7/6), T._____ (Urk. D1/7/7) und U._____ (Urk. D1/7/8), ferner die Strafan-

zeige der †Privatklägerin 1 (Urk. D1/1), Polizeirapporte vom 18. Oktober 2022 bzw. 

18. Dezember 2020 (Urk. D1/2; Urk. D1/4/1), Fotodokumentationen von Bargeld, 

Bandrollen, Alupaketen und Goldmünzen (Urk. D1/3/1-4; auch enthalten in den Bei-

lagen zu diversen Einvernahmen des Beschuldigten und der †Privatklägerin 1), ein 

Wahrnehmungsbericht der Stadtpolizei Zürich inkl. Beilagen (Urk. D1/4/2), Konto-

unterlagen  des  Beschuldigten  (Urk. D1/8/2-4),  Steuerunterlagen  des  Beschuldig-

ten, der V._____ AG und der †Privatklägerin 1 (Urk. D1/9/1-3), die Sicherstellungen 

und Beschlagnahmen (Urk. D1/11/1-10), die Unterlagen des Forensischen Institu-

tes  Zürich  (Urk. D1/13/1-5),  und  die  Durchsuchungsakten  (Urk. D1/17/1-8),  eine 

Kopie eines Schreibens des Beschuldigten vom 8. Dezember 2020 an die †Privat-

klägerin  1  betreffend  Bestätigung  einer  Schenkung  seitens  der  †Privatklägerin  1 

(Urk. D1/18a/1/3 S. 2 bzw. Beilage 1 zu Urk. D1/5/2), eine Kopie eines Arbeitsrap-

portes des Beschuldigten für den Zeitraum 29. November 2019 bis 7. Dezember 

2020 für die †Privatklägerin 1 (Urk. D1/18a/1/3 S. 3 f.) sowie die vor bzw. anlässlich 

der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und im Rahmen des Berufungsverfahrens 

seitens des Gerichtes vorgenommenen Abklärungen bzw. die seitens der Parteien 

eingereichten Belege (Urk. 42; Urk. 61/1-2; Urk. 68; Urk. 87/1-9; Urk. 90-91; Urk. 

95; Urk. 98/1-12; Urk. 126). 

3.1. Zur allgemeinen Beziehung zwischen dem Beschuldigten und der †Privatklä-

gerin 1 wurde seitens der Vorinstanz gestützt auf die entsprechenden Aussagen 

des  Beschuldigten  und  der  †Privatklägerin  1  zutreffend  dargelegt  (Urk. 105 

E. III.A.2.1.), dass der Beschuldigte die †Privatklägerin 1 ab dem Jahr 2008 in Steu-

erangelegenheiten beraten und sie in dieser Funktion einmal bis mehrere Male pro 

Jahr in ihrer Wohnung in Zürich besucht hatte, um mit ihr zusammen die dort auf-

bewahrten Goldbestände zu zählen, Unterlagen für die Steuererklärung auszufül-

- 16 -

len und anderweitige administrative Belange zu erledigen (Urk. D1/6/1 S. 9 F/A 77; 

Urk. D1/5/1 S. 3 F/A 16 ff.; Urk. D1/5/4 S. 18 F/A 141; Prot. I S. 42), wofür er einmal 

jährlich mit ca. Fr. 30'000.– bis Fr. 35'000.– entschädigt worden sei (Urk. 1/5/1 S. 4 

F/A  23;  Prot.  I  S.  32).  Ebenso  wurde  von  der  Vorinstanz  zutreffend  erwogen 

(Urk. 105 E. III.A.2.1.), dass gemäss den übereinstimmenden Aussagen der †Pri-

vatklägerin 1 und des Beschuldigten zwischen ihnen – vor der Anzeigeerstattung 

durch die †Privatklägerin 1 (vgl. dazu insb. die nachstehenden Erwägungen zu ihrer 

Motivlage  unter  E.  3.3.)  –  ein  sehr  gutes  Vertrauensverhältnis  bestanden  habe 

(vgl. dazu die entsprechenden Aussagen des Beschuldigten und der †Privatkläge-

rin  1:  Urk. D1/5/1  S. 3  f.  F/A  19  u.  23;  Urk. D1/6/1  S.  11  u.  15  F/A  93  u.  121; 

Urk. D1/6/2 S. 6 f. F/A 34; Prot. I S. 27). 

3.2. Hinsichtlich der allgemeinen Glaubwürdigkeit des Beschuldigten ist festzuhal-

ten, dass er als vom Strafverfahren Betroffener naheliegenderweise daran interes-

siert ist, sein Verhalten in einem möglichst positiven Licht darzustellen, was seine 

Glaubwürdigkeit etwas einschränkt. So oder anders steht vorliegend aber die Be-

urteilung der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen im Vordergrund.

3.3. Hinsichtlich der †Privatklägerin 1 ist bei der Würdigung ihrer Glaubwürdigkeit  

zu beachten, dass das vorliegende Strafverfahren auf ihre Strafanzeige zurückgeht 

(Urk. D1/1) und sie – bis zu ihrem Ableben am tt.mm.2022 – offensichtlich ein er-

hebliches – auch finanzielles – Interesse am Ausgang des Verfahrens hatte. Ande-

rerseits ist – einhergehend mit den sich als zutreffend erweisenden Erwägungen 

der Vorinstanz (Urk. 105 E. III.A.4.4.) – festzustellen, dass sie jeweils unter Hinweis 

auf die Strafbestimmungen von Art. 303-305 StGB bzw. deren Inhalt zur wahrheits-

gemässen Aussage ermahnt wurde, was ihre Glaubwürdigkeit stärkt. Ein Motiv für 

eine Falschbelastung durch die †Privatklägerin 1 ist – einhergehend mit der zutref-

fenden Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 105 E. III.A.5.2.) – nicht ersichtlich und 

vermochte auch der Beschuldigte im Rahmen seiner Einvernahmen nicht ansatz-

weise vorzubringen (Urk. D1/5/1 S. 3 F/A 18; Urk. D1/5/2 S. 2 F/A 5 f.); insbeson-

dere sei es gemäss dem Beschuldigten nie zu Differenzen zwischen ihnen beiden 

gekommen und die †Privatklägerin 1 habe seine Arbeit sehr geschätzt (Urk. D1/5/1 

S. 3 f. F/A 19 u. 23 bzw. Urk. D1/5/2 S. 2 F/A 6; vgl. auch die gleichlautenden An-

- 17 -

gaben der †Privatklägerin 1: Urk. D1/6/3 S. 3 F/A 11). Auch vermochte die †Privat-

klägerin  1  konstant  und  ohne  Weiteres  nachvollziehbar  zu  erklären,  weshalb  sie 

nach der Entdeckung der fehlenden Vermögenswerte zwei Monate mit der Erhe-

bung der Strafanzeige zuwartete: Sie habe zuerst einen Anwalt suchen müssen, 

weil  sie  nach  dem  Vorfall  mit  den  vermeintlich  verschwundenen  Goldmünzen  im 

Dezember 2020 nicht gleich wieder zur Polizei wollte, da sie befürchtet habe, dass 

man ihr nicht glauben würde (Urk. D1/6/3 S. 27 f. F/A 154 ff.), bzw. weil sie nicht 

alleine und überstürzt habe handeln wollen, zumal ihr der Beschuldigte im Dezem-

ber 2020 gesagt habe, sie sei ein Fall für die KESB (Urk. D16/1 S. 4 f. F/A 40 ff.), 

bzw.  dass  der  Beschuldigte  sicher  darauf  spekuliert  habe,  dass  sie  "gaga"  bzw. 

unzurechnungsfähig sei, bzw. dass sie befürchtet habe, dass er sie entsprechend 

hinstellen könnte (Urk. D1/6/1 S. 14 f. F/A 114 u. 122). Den anklagegegenständli-

chen Diebstahl habe sie indes bereits am Folgetag, am 5. Juni 2021, ihrer Nachba-

rin N._____ berichtet (Urk. D1/6/1 S. 5 F/A 5 u. S. 13 F/A 107 f.), weshalb die Um-

stände ihrer Entdeckung der fehlenden Vermögenswerte am 4. Juni 2021 grund-

sätzlich unverdächtig erscheinen, zumal ihre Sachdarstellung seitens der vor Vor-

instanz als Zeugin befragten N._____ konstant bestätigt wurde (Urk. D1/7/1 S. 2 ff. 

F/A 16 ff.; Prot. I S. 18 ff.; s. dazu auch nachstehend unter E. 8.4.). Seitens des 

Beschuldigten bzw. seiner Verteidigung wurde mehrfach geltend gemacht, die Ur-

teilsfähigkeit der †Privatklägerin 1 sei – im Zeitpunkt des anklagegegenständlichen 

Vorfalls bzw. im Zeitpunkt ihrer Einvernahmen – insofern eingeschränkt gewesen, 

als sie manchmal in der Situation überfordert gewesen sei, die Übersicht über ihre 

Vermögenswerte verloren gehabt habe oder stets das Gefühl gehabt habe, bestoh-

len  worden  zu  sein  (Urk. D1/5/1  F/A 33,  39,  102,  116;  Urk. 97  S.  3  ff.  Rz.  5 ff.; 

Prot. II  S. 43),  wobei  ihr  die  damalige  Verteidigung  des  Beschuldigten  vor  Vorin-

stanz  misstrauische,  wenn  nicht  gar  paranoide  Züge  zuschrieb  und  ihr  Altersde-

menz  attestierte  (Urk. 97  S.  3  Rz.  5).  Im  Berufungsverfahren  wurde  der  geistige 

Zustand der †Privatklägerin 1 seitens der Verteidigung nicht mehr grundsätzlich in 

Frage gestellt, wobei geltend gemacht wurde, die †Privatklägerin 1 sei einer Feh-

lerinnerung,  in  die  sie  sich  verbissen  habe,  unterlegen  und  gemäss  der  von  der 

Verteidigung  eingereichten  Stellungnahme  von  Dr. phil.  W._____  seien  kognitive 

Einschränkungen zu erkennen und eine paranoide Persönlichkeitsstörung werde 

- 18 -

vermutet (Urk. 127 S. 8). Gegen diese Auffassung spricht, dass der Beschuldigte 

selbst angibt, im Zeitpunkt der Schenkung sei der psychische Zustand der †Privat-

klägerin  1  demgegenüber  "sehr  gut"  gewesen  (Prot. I  S. 39),  bzw.  er  vor  Polizei 

angab, dass sie ihr Augenleiden sehr beschäftige, ihm sonst aber keine gesund-

heitlichen Einschränkungen bekannt seien (Urk. D1/5/1 S. 7 F/A 43). Sodann be-

schrieb der Beschuldigte sie als "wiff" [wohl "vif" gemeint] und als Person, welche 

sich sehr orientiere, was das Weltgeschehen betreffe, sehr viel lese, das Börsen-

geschehen  "extrem"  verfolge  und  am  gesellschaftlichen  Leben 

teilnehme 

(Urk. D1/5/1 S. 7 F/A 44 u. S. 17 F/A 123), wobei er ergänzte, dass sie, was ihr 

Gold  betreffe,  fast  schon  psychotisch  gewesen  sei  (Urk. D1/5/1  S.  17  F/A  123). 

Diese Umschreibung des Wesens der †Privatklägerin 1 durch den Beschuldigten 

lässt insgesamt eine Einschränkung ihrer Urteilsfähigkeit als eher unplausibel er-

scheinen. Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 105 

E. III.A.4.3.) anerbietet es sich, zur Beurteilung der Urteilsfähigkeit der †Privatklä-

gerin 1 im Zeitpunkt des anklagegegenständlichen Vorfalls, zusätzlich auf die wei-

teren Aussagen aus ihrem damaligen Umfeld sowie auf die damalige Einschätzung 

der  Polizei  abzustellen:  Die  Nachbarin  der  †Privatklägerin  1,  N._____,  sagte  bei 

der Polizei aus, sie würde nie behaupten, dass die †Privatklägerin 1 geistig nicht 

mehr auf der Höhe sei, weil sie voll da sei (Urk. D1/7/1 S. 5 F/A 32). Sodann bestä-

tigte sie als Zeugin vor Vorinstanz, dass die †Privatklägerin 1 bei klarem Verstand 

gewesen sei, wobei sie auch angab, noch nie erlebt zu haben, dass die †Privatklä-

gerin 1 etwas vergessen habe (Prot. I S. 18). Auch aus den Angaben des dem Be-

schuldigten  nachfolgenden  Treuhänders  der  †Privatklägerin  1  lässt  sich  nichts 

Massgebliches zu Gunsten der Darstellung ihrer Urteils(-un)fähigkeit durch die Ver-

teidigung ableiten (vgl. Urk. D1/7/7 S. 7 F/A 45: "Im Kopf ist sie für mich wirklich 

klar rübergekommen." bzw. "Manchmal ist sie etwas zerstreut, doch alles im nor-

malen Rahmen, zum Beispiel, wenn mehrere Sachen gleichzeitig passieren."). Ein 

anderes Bild ergibt sich auch aus der seitens der Polizei vorgenommenen Einschät-

zung  der  †Privatklägerin  1  nicht:  So  habe  sich  die  †Privatklägerin  1  im  Untersu-

chungsverfahren betreffend ihre geistigen Fähigkeiten bei mehreren Begegnungen 

dahingehend  präsentiert,  dass  sie  einen  wachen  Geist  beweise,  über  das,  was 

rundherum alles passiert, gut informiert sei und viel Wissen und Erfahrung habe 

- 19 -

(Polizeirapport vom 18. Oktober 2022: Urk. D1/2 S. 7). Auch gestützt auf die seitens 

des Gerichtes vorgenommene Würdigung ihrer Aussagen (s. nachstehend unter E. 

8.1.-8.8.)  und  Visionierung  ihrer  staatsanwaltlichen  Einvernahme  vom  14.  April 

2022 (Videoaufnahme: Urk. D1/6/4) ergibt sich kein anderer Eindruck: Massgebli-

che  Einschränkungen  der  Aussagetüchtigkeit  der  †Privatklägerin  1  sind  nicht  er-

kennbar. An diesem Eindruck vermag auch der Vorfall im Dezember 2020 mit den 

vermeintlich verschwundenen Goldmünzen der †Privatklägerin 1 nichts zu ändern. 

Dass die †Privatklägerin 1 am 4. Dezember 2020 ein paar Goldvreneli nicht auffin-

den konnte, welche der Beschuldigte dann gefunden habe (Urk. D1/6/1 S. 7 F/A 

60; Urk. D1/6/3 S. 16 F/A 92), hat sie plausibel erklärt: Laut ihren Angaben sei dies 

dem  Umstand  geschuldet  gewesen,  dass  sich  die  Goldvreneli  in  einer  weissen, 

"verfötzelten" Verpackung befunden hätten, welche sie nicht beachtet bzw. worin 

sie die Münzen nicht erwartet habe (Urk. D1/6/1 S. 6 F/A 55; Urk. D1/6/3 S. 24 F/A 

137). Auch hätten die von ihr herbeigerufenen Polizisten zwar geschaut, wobei sie 

die  einzelnen  Behältnisse  und  Verpackungen  aber  nicht  geöffnet  hätten 

(Urk. D1/6/1 S. 6 F/A 53; Urk. D1/6/3 S. 16 F/A 91). Unter Mitberücksichtigung der 

auf dem damaligen Foto der Polizei erkennbaren mehreren Behältnisse sowie ihrer 

Bezeichnung des Bildmaterials, woraus hervorgeht, dass sie die Münzen in einem 

unscheinbaren,  zusammen  geknüllten  Couvert  oder  ähnlichem  befunden  haben 

(vgl. Beilage I 1/2 zu Urk. D1/6/1), erscheint dieses geltend gemachte Nichtauffin-

den der Goldvreneli als ohne Weiteres nachvollziehbar. Die †Privatklägerin 1 gab 

in diesem Zusammenhang an, damals Angst bekommen zu haben, da der Beschul-

digte erwähnt habe, dass die Polizei von der KESB gesprochen habe, und sie ein 

Einschreiten der KESB befürchtet habe (Urk. D1/6/3 S. 17 F/A 95), bzw. der Be-

schuldigte gegenüber den Polizisten gesagt habe, eine Anvisierung der KESB sei 

nicht nötig, wofür sie ihm dankbar gewesen sei (Urk. D1/6/2 S. 6 F/A 30), und sie 

daraufhin als Konsequenz aus diesem Vorfall einen neuen, grossen Safe bestellt 

habe (Urk. D1/6/1 S. 7 F/A 62; Urk. D1/6/3 S. 17 F/A 96). Auch aus dem Vorfall mit 

den  vermeintlich  verlorenen  Goldvreneli  und  der  allfälligen  Thematisierung  der 

KESB durch den Beschuldigten im Dezember 2020 lassen sich insgesamt keine 

massgeblichen Rückschlüsse auf eine angeblich bestehende Urteilsunfähigkeit der 

†Privatklägerin 1 im damaligen Zeitpunkt gewinnen. Ebenso wenig vermag die zu 

- 20 -

den Akten gereichte Stellungnahme von Dr. phil. W._____ zur Aussagetüchtigkeit 

bzw. Glaubhaftigkeit der Aussagen der †Privatklägerin 1 an den vorherigen Aus-

führungen etwas zu ändern (Urk. 126), welcher von Vornherein nur die Bedeutung 

einer Parteibehauptung zukommt, ohne die Qualität eines formellen Beweismittels 

für sich beanspruchen zu können (BGE 141 IV 369 E. 6.2.; Urteile des Bundesge-

richtes 6B_1348/2023 vom 20. Februar 2025 E. 2.3.1; 6B_1349/2022 vom 24. Ja-

nuar 2025 E. 3.2.1). Vorab fällt auf, dass angesichts der im Begleitbrief zum Privat-

gutachten  verwendeten  Anrede  zwischen  Dr. phil.  W._____  und  dem  erbetenen 

Verteidiger  des  Beschuldigten  wohl  ein  gewisses  Näheverhältnis  besteht  (vgl. 

Urk. 126). Aus der Stellungnahme von Dr. phil. W._____ wird sodann nicht ersicht-

lich, welche Akten beigezogen wurden, und auch im Übrigen vermag das Privat-

gutachten den wissenschaftlichen Ansprüchen an ein Gutachten nicht zu genügen 

(vgl.  Urteil  des  Bundesgerichtes  6B_567/2020  vom  6.  Dezember  2021  E. 2.3.3), 

zumal auch die getroffene Schlussfolgerung hinsichtlich einer demenziellen Sym-

ptomatik  bei  der  †Privatklägerin  1  wenig  substanziiert  erfolgte.  Die  von  Dr. phil. 

W._____ erwähnte Motivlage der †Privatklägerin 1 einer durch den Beschuldigten 

erlittenen Verschmähung findet sodann in den Akten keine Stütze (Urk. 126). Ein-

hergehend  mit  der  sich  als  zutreffend  erweisenden  Einschätzung  der  Vorinstanz 

(Urk. 105 E. III.A.4.4.) liegen deshalb keinerlei Hinweise vor, dass sie im Rahmen 

des Strafverfahrens massgeblich in ihrer Wahrnehmungs-, Erinnerungs- oder Wie-

dergabefähigkeit beeinträchtigt gewesen wäre. Vor diesem Hintergrund erübrigen 

sich die seitens der Verteidigung beantragte Edition zum gesundheitlichen Zustand 

der †Privatklägerin 1 kurz vor ihrem Tod sowie die Befragung ihrer Willensvollstre-

ckerin  B._____  (der  Privatklägerin  2)  als  Zeugin  zu  diesem  Beweisthema  (vgl. 

Urk. 107 S. 3 f.; Urk. 108/2). Selbiges gilt auch für die von der Vertretung der Pri-

vatklägerinnen 2 und 3 beantragte Einvernahme von PD Dr. L._____ (vgl. Prot. II 

S. 65). Die entsprechenden Beweisanträge sind deshalb abzuweisen.

3.4. Bei  N._____  handelt  es  sich  um  eine  Nachbarin  der  †Privatklägerin 1.  Sie 

habe die †Privatklägerin 1 seit ihrem Einzug in dieselbe Liegenschaft im Jahr 2016 

und näher seit 2017 oder 2018, als jene einen Unfall gehabt und sich an der Hand 

verletzt habe, kennengelernt. Sie habe ihr dann unter anderem angeboten ihre Ein-

käufe hochzutragen. Auch während Corona habe sie sehr viele Dienste für sie er-

- 21 -

ledigt (Urk. D1/7/1 S. 2 F/A 12; Prot. I S. 16 f.). Mit der †Privatklägerin 1 habe sie – 

wie zu den anderen Nachbarn – einen freundschaftlichen Kontakt gepflegt, immer 

wieder mal einen Kaffee getrunken und sei mit ihr vielleicht zwei- bis dreimal im 

Jahr abends essen gegangen (Urk. D1/7/1 S. 2 F/A 13; Prot. I S. 18). Gestützt auf 

die  Aussagen  von  N._____  ist  von  einer  freundschaftlichen,  über  ein  typisches, 

durchschnittliches  nachbarschaftliches  Verhältnis  klar  hinausgehende  Beziehung 

zur †Privatklägerin 1 auszugehen. Den Beschuldigten kennt N._____ gestützt auf 

ihre entsprechenden Angaben hingegen nicht (Prot. I S. 16). Ihre Aussagen sind 

aufgrund dieser persönlichen Verbundenheit zur †Privatklägerin 1 mit einer gewis-

sen Zurückhaltung zu würdigen. N._____ wurde vor Vorinstanz als Zeugin einver-

nommen und war unter der strengen Strafandrohung von Art. 307 StGB zu wahr-

heitsgemässen Aussagen verpflichtet, was ihre Glaubwürdigkeit wiederum zu stär-

ken vermag. Im Vordergrund steht aber die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen.

3.5. Auch G._____ wurde – vor Berufungsinstanz – als Zeugin einvernommen und 

in  dieser  Eigenschaft  unter  der  strengen  Strafandrohung  von  Art. 307 StGB  zu 

wahrheitsgemässen  Aussagen  verpflichtet,  was  ihre  Glaubwürdigkeit  ebenfalls 

stärkt. Auch ihre Aussagen sind ungeachtet dessen mit einer gewissen Zurückhal-

tung zu würdigen, handelt es sich doch bei ihr um die ehemalige Mitarbeiterin und 

damals designierte Nachfolgerin als Geschäftsführerin des Beschuldigten bei der 

V._____  GmbH  und  nunmehr  faktische  Nachfolgerin  des  Beschuldigten  als  Ge-

schäftsführerin bei der AA._____ GmbH (Prot. II S. 11 ff. u. 25 f.; Prot. I S. 25 f.). 

Die †Privatklägerin 1 habe sie gemäss ihren entsprechenden Angaben ebenfalls 

gekannt,  wobei  sie  die  Beziehung  als  rein  geschäftlich,  aber  herzlich  beschrieb 

(Prot.  II  S. 12).  Sodann  ist  zu  berücksichtigen,  dass  G._____  die  vorinstanzliche 

Hauptverhandlung  als  Zuschauerin  im  Gerichtssaal  verfolgt  hat  (Urk. 107  S.  3 

Rz. 5; Prot. I S. 12), weshalb sie genau weiss, um was es im vorliegenden Verfah-

ren geht und was die entscheidenden Fragestellungen sind, zumal sie bereits davor 

seitens des Beschuldigten über die Strafuntersuchung gegen ihn, so z.B. über die 

Hausdurchsuchung, und die – strittige – Schenkung orientiert wurde (vgl. die ent-

sprechende Aussage des Beschuldigten vor Vorinstanz: Prot. I S. 45). Auch dieser 

Umstand beschlägt ihre Unvoreingenommenheit und könnte ihre Glaubwürdigkeit 

- 22 -

weiter  einschränken.  Im  Vordergrund  steht  aber  auch  bei  ihr  die  Glaubhaftigkeit 

ihrer Aussagen.

4.1. Seitens der Vorinstanz wurden (auch) die weiteren massgebenden Aussa-

gen insbesondere des Beschuldigten, der †Privatklägerin 1 und N._____ zusam-

mengefasst  und  zutreffend  wiedergegeben  (Urk. 105  E.  III.A.5.1.-5.8.),  weshalb 

vorab vollumfänglich darauf verwiesen werden kann. 

4.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde sodann G._____ als Zeugin be-

fragt.  Sie  gab  zu  Protokoll,  dass  die  †Privatklägerin 1  einen  gewissen  Hang  zur 

Dramatik gehabt und namentlich die Hausangestellten oder das Reinigungsperso-

nal des Diebstahls verdächtigt habe (Prot. II S. 13). Sie habe immer ein wenig die 

Befürchtung gehabt, dass sich diese Verdächtigungen auch einmal gegen das ... 

[Büro] richten könnten (Prot. II S. 15, 19 u. 21). Der Beschuldigte habe ihr am Mon-

tag nach dem fraglichen Vorfall mit den Goldvreneli anlässlich eines gemeinsamen 

Kaffees  von  den  Geschehnissen  erzählt.  In  diesem  Zusammenhang  habe  er  ihr 

gesagt,  dass  er  beschenkt  worden  sei.  Es  sei  um  Edelmetallmünzen  und  einen 

Bargeldbetrag gegangen, wobei sich die Zeugin nicht mehr an die genaue Zusam-

mensetzung der Schenkung zu erinnern vermochte. Weiter habe der Beschuldigte 

ihr gesagt, dass die †Privatklägerin 1 ihm eine grössere Schenkung in Form von 

Gold in Aussicht gestellt habe (Prot. II S. 15 f., 20 f.). Der Beschuldigte habe ihr den 

finanziellen Wert der Schenkung nicht genannt (Prot. II S. 17). Auf Nachfrage gab 

die  Zeugin  G._____  an,  sich  nicht  an  die  genauen  Worte  des  Beschuldigten  zu 

erinnern,  als  er  ihr  von  der  Schenkung  erzählt  habe.  Sie  habe  sich  aber  für  ihn 

gefreut (Prot. II S. 20 f.). Der Beschuldigte habe ihr im gleichen Zeitpunkt von der 

erhaltenen und der in Aussicht gestellten Schenkung berichtet, wobei sie auf wei-

tere Nachfrage nicht mehr sagen konnte, ob dies im selben Gespräch geschehen 

sei (Prot. II S. 20). Dies sei im Zeitraum vom vermeintlichen Fehlen der Goldvreneli 

bis zur Beendigung ihrer Arbeitstätigkeit Ende Mai 2021 geschehen (Prot. II S. 16). 

Zum Grund der Schenkung konnte G._____ keine Angaben machen, sie beschrieb 

den Beschuldigten aber als sehr engen Vertrauten der †Privatklägerin 1 und dass 

die beiden eine freundschaftliche Beziehung gepflegt hätten (Prot. II S. 17 u. 24). 

Die Frage, ob der Beschuldigte auch anderen Personen von dieser Schenkung er-

- 23 -

zählt habe, konnte die Zeugin nicht beantworten. Sie könne sich aber aufgrund des 

(damals) angeschlagenen gesundheitlichen Zustands des Ehefrau des Beschuldig-

ten und ihrer Alkoholabhängigkeit vorstellen, dass der Beschuldigte ihr nichts von 

der Schenkung erzählt hat (Prot. II S. 18). Sie habe aufgrund eines ihr parallel be-

kannten Falls keine Bedenken gehabt, dass der Beschuldigte die Schenkung an-

genommen gehabt habe (Prot. II S. 22).

4.3. Ferner wurde der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung durch 

das Gericht befragt. Er blieb bei seiner bisherigen Sachdarstellung, dass die †Pri-

vatklägerin 1 ihm nach dem Wiederfinden der verlegten Goldvreneli Fr. 200'000.– 

Bargeld und fünf bis sechs Kilogramm Goldmünzen geschenkt habe (Prot. II S. 34 

u.  40).  Das  in  der  Anklageschrift  umschriebene  Bargeld  von  gesamthaft 

Fr. 800'000.– sei gar nicht vorhanden gewesen. Aufgrund einer festgestellten Dif-

ferenz im Bestand der Goldbarren sei es am 4. Juni 2021 zum Treffen gekommen. 

Er habe das ganze Gold aus dem "Loch" geholt und auf den Boden gelegt. Er habe 

das  Gold  gezählt  und  Datum  sowie  Kilogrammmenge  aufgeschrieben.  Es  habe 

auch noch etwas Bargeld dort drinnen gehabt. Es sei ein "zerkrisseltes" Alupaket 

mit  schätzungsweise  Fr. 200'000.–  bis  Fr. 300'000.–  Bargeld  gewesen.  Er  habe 

den Eindruck gehabt, dass es sich um dasselbe Alupaket wie im Dezember 2020 

gehandelt habe, als sie ihm die Schenkung aus dem Alupaket gemacht habe. Im 

Dezember 2020 hätten sich ca. Fr. 400'000.– bis Fr. 500'000.– in diesem Alupaket 

befunden und davon habe sie ihm Fr. 200'000.– bestehend aus neuen, mit Bande-

role versehenen 1'000er-Noten gegeben (Prot. II S. 41). Zur erhaltenen Schenkung 

gab der Beschuldigte weiter zu Protokoll, er habe Goldmünzen ("Krügerrand", "Ka-

nadische" und 50 Stück 10er Goldvreneli) von der †Privatklägerin 1 erhalten, wobei 

er  sich  – auch  auf  Nachfrage –  an  die  Stückelung  nicht  zu  erinnern  vermochte 

(Prot. II  S. 35 f.  u.  40).  An  die  genauen  Worte,  mit  welchen  die  †Privatklägerin 1 

ihm das Bargeld und die Goldmünzen überreicht habe, könne er sich nicht erinnern. 

Sie sei einfach überglücklich gewesen, dass er die Goldvreneli an diesem Sams-

tagnachmittag gefunden habe. Er habe das Couvert in einem grossen "Puff" vorge-

funden. Er habe eine ganz andere Situation als die Polizei am Tag zuvor angetrof-

fen, da am Boden ein Durcheinander von Dokumenten und Goldbarren gewesen 

sei (Prot. II S. 40 f. u. 50). Auf weitere Nachfrage präzisierte der Beschuldigte, die 

- 24 -

Goldmünzen  seien  – vorbehaltlich  der  Goldvreneli –  Ein-Unzen-Stücke  gewesen 

(Prot. II S. 40). Die †Privatklägerin 1 habe die Goldmünzen in einen von ihr gehol-

ten  Globus-Sack  gepackt,  ohne  dass  er  diese  vorgängig  gewogen  oder  gezählt 

habe (Prot. II S. 37). Diese habe er zuerst im Weinkeller versteckt (Prot. II S. 39), 

wobei  dieser  nicht  verschlossen  gewesen  sei  (Prot. II  S. 43).  Auf  entsprechende 

Frage  ergänzte  der  Beschuldigte,  er  habe  die  Goldmünzen  zuerst  im  Weinkeller 

und später im Untergeschoss in einer Schublade im Flur und das Bargeld hinter 

den Weinflaschen versteckt. Die Goldmünzen seien grösstenteils beschlagnahmt 

worden und einen Teil habe er verkauft (Prot. II S. 38). Weiter habe ihm die †Pri-

vatklägerin 1 eine Schenkung von 25 Kilogramm Gold in Aussicht gestellt (Prot. II 

S. 37 u. 41). Am 4. Juni 2021 sei diese in Aussicht gestellte Schenkung kein Thema 

mehr gewesen (Prot. II S. 42). Die †Privatklägerin 1 habe ihm innerhalb von zwei 

Jahren mehrmals die Schenkung von 25 Kilogramm Gold angekündigt, wobei der 

Beschuldigte auf wiederholte Nachfrage den Zeitpunkt dieser Ankündigungen nicht 

mehr  benennen  konnte  (Prot.  II  S. 46  ff.).  Er  habe  G._____  spontan  von  dieser 

Schenkung  erzählt,  da  sie  die  †Privatklägerin 1  und  die  Situation  gekannt  habe 

(Prot. II S. 37). Sie habe gesehen, dass er gut aufgelegt gewesen sei, und sie habe 

gewusst,  dass  die  vermissten  Goldmünzen  wieder  aufgetaucht  seien.  In  diesem 

Sinne habe er ihr gesagt, dass er von der †Privatklägerin 1 Goldmünzen und Geld 

erhalten  habe,  ohne  die  Höhe  der  Schenkung  zu  nennen.  Das  sei  kurz  danach, 

mutmasslich am 7. Dezember 2020, gewesen (Prot. II S. 48). Er habe gegenüber 

G._____ erwähnt, dass die †Privatklägerin 1 ihm schon seit längerer Zeit 25 Kilo-

gramm Gold mehrfach angetönt habe und er am Samstag, 5. Dezember 2020, ent-

sprechend einen Geldbetrag und Goldmünzen erhalten habe (Prot. II S. 49). Der 

Beschuldigte konnte keine Angaben dazu machen, ob er die Schenkung oder das 

Schenkungsversprechen  einmal  oder  bei  mehreren  Gelegenheiten  gegenüber 

G._____ erwähnt hatte (Prot. II S. 49). Gegenüber weiteren Personen habe er die 

Schenkung nicht erwähnt. Er habe sich wegen der Situation zu Hause geschämt 

und mit seiner alkoholkranken Ehefrau nicht mehr über alles diskutieren können. 

Er habe kein Vertrauen mehr gehabt (Prot. II S. 38). Zwei bis drei Tage später nach 

dem  Besuch  bei  der  †Privatklägerin  1  habe  er  sich  per  Brief  für  die  erhaltene 

Schenkung bedankt. Dass dieses Schreiben nicht bei ihr gefunden werden konnte, 

- 25 -

könne er sich nur damit erklären, dass sie es an einem anderen Ort hingelegt habe 

(Prot. II S. 40). Darauf angesprochen, dass das Schreiben, welches er später über 

seinen damaligen Rechtsvertreter ins Verfahren eingebracht hatte, nicht im Rah-

men  der  Hausdurchsuchung  gefunden  werden  konnte,  brachte  der  Beschuldigte 

vor, er habe das Schreiben zuerst bei den Akten betreffend das Mandatsverhältnis 

mit der †Privatklägerin 1 abgelegt. Nachdem er den Brief seiner Ehefrau gezeigt 

habe, habe er ihn zu seinen privaten Unterlagen gelegt (Prot. II S. 45). Die Compu-

terauswechselung sei geplant im August 2021 nach der ersten Hausdurchsuchung 

erfolgt (Prot. II S. 45). Er habe das elektronisch erstellte Dankesschreiben nicht auf 

den neuen Computer übertragen, was keine Absicht gewesen sei. Die Ermittlerin, 

Frau F._____, habe er auf den alten Computer hingewiesen, dieser sei aber nicht 

mitgenommen worden (Prot. II S. 46). 

5.

Die umfassend vorgenommene Würdigung der Aussagen des Beschuldigten, 

der †Privatklägerin 1, derjenigen von N._____ und der weiteren Beweismittel durch 

die Vorinstanz (Urk. 105 E. III.A.5.1.-5.9.) erweist sich als zutreffend. Darauf kann 

vorgängig verwiesen werden. Die nachfolgende Beweiswürdigung ist deshalb im 

Sinne einer Ergänzung und Präzisierung insbesondere der vorinstanzlichen Erwä-

gungen zu verstehen. 

6.

Hinsichtlich der Umstände, die zum Kennenlernen, zur Bekanntschaft und zur 

Zusammenarbeit  zwischen  dem  Beschuldigten  und  der  †Privatklägerin  1  geführt 

haben sowie zum Vorfall vom 4./5. Dezember 2020, als die Polizei durch die †Pri-

vatklägerin  1  wegen  des  vermeintlichen  Verlusts  etlicher  Goldvreneli  informiert 

wurde,  welche  in  der  Folge  indes  bei  ihr  gefunden  wurden,  kann  –  um  unnötige 

Wiederholungen zu vermeiden – vorab auf die sich als vollumfänglich zutreffend 

erweisenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 105 E. III.A.2.1. 

u. 5.1.).

7.1. Die  Aussagen  des  Beschuldigten  zum  Inhalt  der  Schenkungsurkunde  vom 

8. Dezember 2020 (vgl. Urk. D1/18a/1/3 S. 2 bzw. Beilage 1 zu Urk. D1/5/2) bzw. 

zur Vorgeschichte und dem Motiv für die Schenkung der †Privatklägerin 1 erweisen 

sich als plausibel und glaubhaft. Zum Inhalt der Schenkungsurkunde führte der Be-

schuldigte aus, dass die sich daraus ergebende Dankbarkeit seitens der †Privat-

- 26 -

klägerin 1 seiner Wahrnehmung und ihrer ihm von ihr mündlich übermittelten Wert-

schätzung  entspreche.  Er  habe  durch  die  im  Schreiben  getroffene  Formulierung 

auch aufzeigen wollen, in welchem Zusammenhang er ebendiese Schenkung er-

halten habe (Urk. D1/5/3 S. 4 f. F/A 31 f.), bzw. habe er im Schreiben festgehalten, 

was  ihm  die  †Privatklägerin  1  im  Vorfeld  mehrmals  gesagt  gehabt  habe  (Prot.  I. 

S. 38).

7.2. Die Aussagen des Beschuldigten zum Zustandekommen der Schenkungsur-

kunde  vom  8.  Dezember  2020  erweisen  sich  insgesamt  ebenfalls  als  glaubhaft, 

auch wenn sehr auffällig erscheint, dass sich seine Ausführungen nicht durch – na-

heliegende – Sachbeweise stützen lassen, weil gestützt auf eine nach der ersten 

polizeilichen Hausdurchsuchung vom 31. August 2021 von ihm veranlasste "PC-

Ablösung" nicht mehr nachvollzogen werden konnte, wann und wo die aktenkun-

dige Schenkungsurkunde am Computer erstellt wurde. Der Beschuldigte gab erst-

mals anlässlich der mehr als 1 ½ Monate nach der ersten Hausdurchsuchung statt-

findenden polizeilichen Einvernahme vom 22. Oktober 2021 und hernach konstant 

zu Protokoll, dass er der †Privatklägerin 1 die Schenkung vom 5. Dezember 2020 

ein  paar  Tage  später  brieflich  zusammen  mit  dem  Jahresrapport  2020  bestätigt 

habe (Urk. D1/5/1 S. 12 F/A 82; Prot. I S. 32; Prot. II S. 40), wobei er das entspre-

chende Schreiben am 7. oder 8. Dezember 2020 mit Worddatei auf seinem lokalen 

PC  in  seinem  Büro  in  AB._____  verfasst  bzw.  erstellt  und  abgespeichert  habe 

(Urk. D1/5/2 S. 3 f. F/A 17 u. 20 f.; Urk. D1/5/3 S. 3 F/A 13; Prot. II S. 44). Weshalb 

er das Dokument nicht zusätzlich in einem Dateiordner gespeichert gehabt habe, 

wisse er nicht mehr (Urk. D1/5/3 S. 3 F/A 16). Dieser PC sei bei der Hausdurchsu-

chung vom 31. August 2021 noch vor Ort gewesen, zwischen erster und zweiter 

Hausdurchsuchung  habe  es  dann  eine  "PC  Ablösung"  gegeben,  wobei  das  ent-

sprechende Dokument nicht übernommen worden sei (Urk. D1/3/2 S. 4 F/A 24 ff.; 

Prot. II  S. 46).  Eine  (physische)  Kopie  der  Schenkungsurkunde  habe  er  seiner 

Rechtsvertretung übergeben, welche sie dann den Strafverfolgungsbehörden über-

geben  habe,  eine  andere  habe  er  für  seine  privaten  Steuerunterlagen  gemacht 

(Urk. D1/5/2 S. 4 ff. F/A 27, 29 u. 31 ff.; Urk. D1/5/3 S. 3 F/A 17 ff.; vgl. auch Prot. II 

S. 44), wobei er das Dokument nicht als Beilage seiner Steuererklärung eingereicht 

habe, weil dies eigentlich nicht üblich sei und der Steuerkommissär es bei Bedarf 

- 27 -

verlangen könne (Urk. D1/5/3 S. 4 F/A 26 f.). Eine Quittierung der Schenkungsur-

kunde  bzw.  der  Schenkung  durch  die  †Privatklägerin 1  sei  sodann  gemäss  dem 

Beschuldigten aufgrund ihrer vertrauensvollen Zusammenarbeit nicht als nötig er-

achtet  worden  (Urk. D1/5/3  S.  4  F/A 28  f.),  was  vor  dem  Hintergrund  des  hohen 

Wertes der geschenkten Vermögenswerte zwar erstaunt, aber nicht zwingend er-

scheint.  Einhergehend  mit  der  zutreffenden  Auffassung  der  Vorinstanz  (Urk. 105 

E. III.A.5.4.7.) fällt indes auf, dass der Beschuldigte nicht in der Lage war, eine plau-

sible Erklärung dafür, weshalb er das Schreiben nur lokal abgespeichert haben soll, 

zu  liefern,  welches  Vorgehen  insbesondere  vor  dem  Hintergrund,  dass  er  einen 

elektronischen  Order  betreffend  die  †Privatklägerin 1  unter  der  Bezeichnung 

"M'._____" führte und darin unter anderem diverse Aktennotizen betreffend andere 

Schenkungen abgelegt hatte (vgl. Beilagen zu Urk. D1/5/2), seltsam anmutet, zu-

mal dies aufzeigt, dass der Beschuldigte in administrativer Hinsicht ansonsten bes-

tens  organisiert  zu  sein  scheint.  Auch  ist  der  Vorinstanz  (Urk. 105  E. III.A.5.4.7.) 

darin beizupflichten, dass es unlogisch ist, dass der Beschuldigte keine Kopie des 

Schreibens physisch in den Ordnern mit Unterlagen der †Privatklägerin 1 abgelegt 

hat, welche bereits anlässlich der ersten Hausdurchsuchung vom 31. August 2021 

sichergestellt wurden (Urk. D1/17/5). In Anbetracht dessen, dass der Beschuldigte 

ausführte, dass die †Privatklägerin 1 dazu geneigt habe, Dritte des (vermeintlichen) 

Diebstahls  zu  verdächtigen  (vgl.  Prot. I  S. 28;  Prot. II  S. 43),  wäre  es  denn  auch 

naheliegend gewesen, die angeblich erhaltene Schenkung – auch zur eigenen Ab-

sicherung –  gemeinsam  (notariell)  zu  verschriftlichen.  Das  Fehlen  solch  nahelie-

gender, die Darstellung des Beschuldigten potentiell stützender Sachbeweise er-

weist sich als auffällig. Daran vermag sein Vorbringen, dass er den Schenkungs-

betrag im Wertschriftenverzeichnis der Steuererklärung aufgeführt habe und diesen 

versteuern wollte (Prot. I S. 37), nichts Massgebliches zu ändern, weil die Steuer-

erklärung 2020 erst im Nachgang zur Behauptung der Schenkung in vorliegendem 

Strafverfahren erstellt wurde (vgl. Urk. D1/9/1/2 S. 5 f.). 

7.3. Auffällig erscheint sodann, dass der Beschuldigte vorerst niemandem – nicht 

einmal seiner Ehefrau – von der Schenkung erzählt gehabt hatte (Urk. D1/5/1 S. 12 

F/A 85 f. u. S. 16 F/A 111; Prot. I S. 36; Prot. II S. 38), was er in der Untersuchung 

und vor Vorinstanz damit begründete, dass dadurch das Aufkommen von Begehr-

- 28 -

lichkeiten für Güter im Luxusbereich unterbunden werden sollte (Urk. D1/5/1 S. 12 

F/A 87) bzw. er den Lebensstandard entsprechend gleich beibehalten habe wollen 

(Prot. I S. 35), mit welcher Sachdarstellung sich indes die zumindest teilweise mit 

den Geldern der †Privatklägerin 1 finanzierte Erneuerung des Heim-Soundsystems 

im Betrag von beträchtlichen Fr. 36'000.– (vgl. Prot. I S. 36) nicht mühelos in Über-

einstimmung  bringen  lässt.  Im  Berufungsverfahren  führte  der  Beschuldigte  erst-

mals  an,  er  habe  seiner  Ehefrau  aufgrund  ihres  Alkoholproblems  und  des  damit 

einhergehenden  Vertrauensverlusts  nichts  von  der  Schenkung  erzählt  (Prot. II 

S. 38 f.), wobei der Umstand, dass er den Weinkeller nicht abgeschlossen haben 

will  (Prot. II  S. 43),  vor  diesem  Hintergrund  etwas  seltsam  anmutet.  Als  auffällig 

erweist sich ferner der Umstand, dass der Beschuldigte vor Vorinstanz erklärte, das 

Geld nicht einfach auf ein Bankkonto eingezahlt zu haben, weil er dieses noch nicht 

in seinem privaten Umfeld habe zeigen wollen (Prot. I S. 37). Da nicht ausgeschlos-

sen werden kann, dass seine Ehefrau diesfalls Kenntnis vom Geld erhalten hätte, 

kann  –  entgegen  der  Auffassung  der  Vorinstanz  (Urk. 105  E.  III.A.5.4.7.)  –  nicht 

darauf geschlossen werden, dass er durch die Aufbewahrung des Geldes an sei-

nem Wohnort lediglich den Fragen der Bank ausweichen wollte, um sich nicht dem 

Verdacht  der  Geldwäscherei  auszusetzen.  Sodann  führte  der  Beschuldigte  aus, 

seiner Ehefrau die Schenkungsurkunde eins bis zwei Tage nach der ersten Haus-

durchsuchung – vom 31. August 2021 – gezeigt zu haben (Urk. D1/5/3 S. 5 F/A 36), 

womit sich das aus der Schenkungsurkunde hervorgehende Erstellungsdatum le-

diglich auf seine eigenen Angaben stützt (s. dazu auch die Angaben der †Privat-

klägerin 1 nachstehend unter E. 8.1.-8.2.). In diesem Zusammenhang erweist sich 

als sodann als auffällig, dass der Beschuldigte erst im Laufe seiner ersten Einver-

nahme vom 22. Oktober 2021 auf die Schenkung als Erklärung für die an seinem 

Wohnort  versteckten  Vermögenswerte  hinwies  (s.  dazu  auch  nachstehend  unter 

E. 7.4.). Einhergehend mit der sich als zutreffend erweisenden Einschätzung der 

Vorinstanz (Urk. 105 E. III.A.5.4.7.) ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschul-

digte die Schenkungsurkunde vom 8. Dezember 2020 nicht zur polizeilichen Ein-

vernahme  vom  22.  Oktober  2021  mitbrachte,  sondern  diese  der  Ermittlungsbe-

hörde  erst  mit  Schreiben  der  Verteidigung  vom  15.  November  2021 

(Urk. D1/18a/1/3 S. 1) zuging. Dieses Verhalten des Beschuldigten erweist sich aus 

- 29 -

der Perspektive seiner Sachdarstellung – auch angesichts der ihm bereits damals 

gemachten bekannten massiven Tatvorwürfe – nicht nur als äusserst auffällig, son-

dern als schlichtweg nicht nachvollziehbar. Es erscheint deshalb und in Würdigung 

des übrigen Beweisergebnisses – einhergehend mit der zutreffenden Einschätzung 

der Vorinstanz (Urk. 105 E. III.A.5.4.7.) – als plausibel, dass der Beschuldigte die 

Schenkungsurkunde erst im Nachhinein erstellt hat.

7.4. Als äusserst auffällig erweist sich des Weiteren der Umstand, dass der Be-

schuldigte die Schenkung gegenüber der Polizei anlässlich der Hausdurchsuchung 

vom 31. August 2021 nicht erwähnte (Prot. I S. 36), obschon ihm damals – auch 

gestützt auf seine eigenen Aussagen (Prot. I S. 35 u. 39) – der ihm damals vorge-

worfene dringende Tatverdacht, er soll der †Privatklägerin 1 Fr. 800'000.– gestoh-

len  haben,  bereits  bekannt  war.  Die  im  Polizeirapport  gemachte  Einschätzung, 

dass es merkwürdig anmute, dass der Beschuldigte beim Auffinden des Bargeldes 

keinerlei Reaktion gezeigt habe und keine plausible Erklärung betreffend Herkunft, 

Aufbewahrung und Verwendungszweck bereit hatte (Urk. D1/17/4 S. 4), kann ge-

rade auch vor dem Hintergrund des ihm damals bereits bekannten Vorwurfs geteilt 

werden.  Seine  vor  Vorinstanz  vorgebrachte  Erklärung  für  die  anlässlich  dieser 

Hausdurchsuchung unterbliebene Erwähnung der Schenkung, wonach man in die-

sem  Moment  gar  nicht  an  diese  Schenkung  denke  (Prot.  I  S.  36;  Prot. II  S. 38), 

erweist sich als lebensfremd, zumal er die Polizei gleichzeitig auf – zumindest einen 

Teil  (vgl.  Protokoll  der  Hausdurchsuchung  am  Wohnort  des  Beschuldigten: 

Urk. D1/17/4 S. 2) – der im Weinkeller versteckten Tausendernoten im Gesamtbe-

trag  von  Fr. 166'000.–  aufmerksam  machte  (Prot.  I  S.  35  f.).  Auch  seine  später 

nachgeschobene  Erklärung  für  die  unterbliebene  Erwähnung  der  Schenkungsur-

kunde  anlässlich  der  in  Frage  stehenden  Hausdurchsuchung,  wonach  es  beim 

Diebstahlsvorwurf um einen höheren Betrag gegangen sei (Prot. I S. 39), überzeugt 

nicht. Wie die Polizei auf die sichergestellten Goldmünzen in der Schublade eines 

Schuhregals stiess – ob durch eigene Suchbemühungen oder auf Hinweis des Be-

schuldigten  –  muss  aufgrund  der  Angaben  im  Rapport  der  Hausdurchsuchung 

(Urk. D1/17/4 S. 3) sodann offenbleiben. Das Verhalten des Beschuldigten anläss-

lich dieser ersten Hausdurchsuchung könnte als Indiz dafür gewertet werden, dass 

seine  spätere  Sachdarstellung  betreffend  Schenkung  lediglich  vorgeschoben  ist 

- 30 -

und  nicht  der  Realität  entspricht.  Daran  vermag  auch  der  vorgebrachte  Einwand 

der Verteidigung, dass es unzutreffend sei, dass der Beschuldigte anlässlich der 

Hausdurchsuchung keine plausible Erklärung für die Herkunft des Geldes gegeben 

habe, zumal er bereits "auf Platz" erklärt habe, dass er das Geld von einem Kunden 

erhalten habe (Urk. 41 S. 3; Urk. 107 S. 3 Rz. 3; Urk. 108/2 S. 4), nichts zu ändern. 

Aus dem von ihr referenzierten Polizei-Hauptrapport vom 18. Oktober 2022 geht 

nämlich hervor, dass er die Schenkung erst im Verlaufe seiner polizeilichen Einver-

nahme vom 22. Oktober 2022 erstmals erwähnt habe (Urk. D1/2 S. 4). Sodann ist 

aus dem Polizei-Hauptrapport ebenfalls ersichtlich, dass der Beschuldigte die vor-

gängige  Frage  seitens  der  Polizeibehörden,  ob  er  im  Haus  Bargeld  aufbewahre, 

verneinte,  und  nach  Auffinden  der  Vermögenswerte  (Bargeld  im  Betrag  von 

Fr. 166'000.– sowie eine grössere Anzahl "Krügerrand" und weitere Goldmünzen) 

angegeben habe, die Vermögenswerte würden von einem Kunden stammen, wel-

cher auf diese Art und Weise seine Rechnung bei ihm bezahlt habe (Urk. D1/2 S. 3 

f.), wobei die Verteidigung letzteren Nebensatz im Rahmen ihrer Referenzierung 

geflissentlich zu erwähnen unterlässt. An dieser aktenkundigen Beweislage würde 

auch die seitens der Verteidigung beantragte Zeugenbefragung der anlässlich der 

Hausdurchsuchung  fallführenden  Polizistin  F._____  nichts  zu  ändern  vermögen. 

Auch ihre "allgemeine Haltung zu diesem Fall" (vgl. dieses weitere von der Vertei-

digung im Zusammenhang mit der beantragten Zeugenbefragung von F._____ auf-

geworfene  Beweisthema;  Urk. 108/2  S.  4)  ist  vorliegend  nicht  massgeblich.  Der 

entsprechende Beweisantrag der Verteidigung ist deshalb abzuweisen.

7.5. Zur Übergabe der geschenkten Vermögenswerte durch die †Privatklägerin 1 

erwähnte  der  Beschuldigte  anlässlich  der  polizeilichen  Befragung  vom  22. Okto-

ber 2021  erstmals,  dass  er  am  5.  Dezember  2020  von  der  †Privatklägerin 1 

Fr. 200'000.– in bar geschenkt bekommen habe, welche aus dem "Alupäckli" ge-

stammt hätten (Urk. D1/5/1 S. 11 F/A 79 u. S. 15 F/A 103 ff.). Im Detail gab er zu 

Protokoll, dass sie ihm gesagt habe, er solle das (sinngemäss das "Alupäckli") auf-

machen, dort sei Geld drin. Es habe dann noch ein Gespräch gegeben und danach 

habe ihm die †Privatklägerin 1 diese Fr. 200'000.– gegeben und dazu gesagt, das 

sei  eine  Teilanrechnung  der  Schenkung,  welche  sie  schon  mehrmals  im  Vorfeld 

erwähnt gehabt habe (Urk. D1/5/1 S. 11 f. F/A 80 u. S. 15 F/A 104). In den weiteren 

- 31 -

Einvernahmen bestätigte der Beschuldigte im Wesentlichen (s. allerdings die Wür-

digung seiner divergierenden Aussagen zur Öffnung des Alu-Geld-Pakets; nach-

stehend unter E. 7.8.) konstant diese Sachdarstellung (Urk. D1/5/2 S. 6 f. F/A 39 f. 

u. S. 11 F/A 76 f.; Urk. D1/5/3 S. 7 F/A 48 ff.; Urk. D1/5/4 S. 3 f. F/A 17 ff. u. S. 12 

F/A 91; Prot. I S. 29 ff.; Prot. II S. 40 f.), wobei Fr. 200'000.– im mit Alufolie umwi-

ckelten Geldbündel zurückgeblieben seien (Urk. D1/5/2 S. 6 f. F/A 39 f.; Urk. D1/5/4 

S. 17 F/A 127). Anlässlich seiner staatsanwaltlichen Einvernahme vom 2. Juni 2022 

beschrieb er auf entsprechende Fragen im Detail, wie ihm von der †Privatklägerin 1 

nach der Übergabe von Fr. 200'000.– in bar – nachdem sie zwischenzeitlich kurz-

zeitig aus dem Zimmer gegangen sei, um ihm einen Globus-Papiersack zu holen, 

wo er das Geld verstauen konnte – auch noch Goldmünzen in Form von Münzrol-

len, welche sie aus einer sich im Arbeitszimmer befindlichen Schachtel genommen 

habe, geschenkt worden seien (Urk. D1/5/4 S. 3 ff. F/A 17 ff. u. S. 20 F/A 154 f.; 

vgl. Prot. I S. 32 u. 34; Prot. II S. 36 f. u. 50). Dass der Beschuldigte am 5. Dezember 

2020 von der †Privatklägerin 1 stammende Goldmünzen im Umfang von 50 10er 

Goldvreneli, 125 "Krügerrand" sowie 10 Goldmünzen CAN und USA mit sich ge-

nommen hat, ergibt sich nicht nur aus der von ihm verfassten Schenkungsurkunde 

vom 8. Dezember 2020 (Beilage 7 zu Urk. 1/5/2 bzw. Urk. 18a/1/3 S. 2), sondern 

wird ferner durch seine bereits am 11. Dezember 2020 beginnenden Goldmünzen-

verkäufe  bei  der  Credit  Suisse  und  der  Zürcher  Landbank  plausibilisiert 

(vgl. Urk. D1/2 S. 17 f.; Urk. D1/8/2/4 S. 1 f.; Urk. D1/8/3/2 S. 1). Ob der Beschul-

digte die †Privatklägerin 1 am 5. Dezember 2020 spontan auf eigene Initiative oder 

auf zumindest impliziten Wunsch seitens der †Privatklägerin 1 hin (entsprechend 

der Beschuldigte in Urk. D1/5/3 S 8 f. F/A 61 ff.; Prot. I S. 30) besuchte, ist letztlich 

von  untergeordneter  Bedeutung  hinsichtlich  der  Erstellung  des  Anklagesachver-

halts bzw. wird dies in letzterem auch gar nicht umschrieben. 

7.6. Auffällig  erscheint,  dass  die  seitens  des  Beschuldigten  geltend  gemachte 

Schenkung in keine schriftliche Bestandesaufnahme der Vermögenswerte der †Pri-

vatklägerin 1 Eingang fand. So legte der Beschuldigte dar, dass diese Schenkung, 

wie auch andere, nicht vermerkt worden sei (Urk. D1/5/3 S. 12 F/A 93 ff.). Auffällig 

erscheint sodann, dass der Beschuldigte – soweit ersichtlich – erst im Rahmen der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung erwähnte, dass er die seitens der †Privatkläge-

- 32 -

rin 1 erwähnte Schenkung von 25 Kilogramm Gold "sicher im Vorfeld auch entspre-

chend mit Frau G._____ im Büro besprochen" habe (Prot. I S. 41) und ihr von der 

tatsächlich erfolgten Schenkung hernach – im Rahmen des Jahresgesprächs oder 

im ersten Quartal [2021], und damit vor der Hausdurchsuchung von Ende August 

2021 – erzählt gehabt habe (Prot. I S. 45), was er mit dem bei der †Privatklägerin 

1  dadurch  erfolgenden  Vermögensabbau  begründete  (Prot.  I  S.  46),  demgegen-

über er die tatsächlich erfolgte Schenkung im damaligen Zeitpunkt nicht einmal ge-

genüber seiner Ehefrau offenlegen wollte (Prot. I S. 45) und anlässlich seiner poli-

zeilichen  und  tatnäheren  Einvernahme  im  Widerspruch  dazu  noch  angegeben 

hatte, niemandem von der Schenkung erzählt zu haben (Urk. D1/5/1 S. 12 F/A 85). 

Die Aussagen von G._____ vor Schranken des Berufungsgerichtes erweisen sich 

grundsätzlich  als  stringent,  wobei  auffällt,  dass  ihre  Angaben  zum  Zeitpunkt  und 

Inhalt des Gesprächs bzw. der Gespräche mit dem Beschuldigten, anlässlich dem 

bzw. denen er ihr von der erhaltenen und in Aussicht gestellten Schenkung seitens 

der †Privatklägerin 1 erzählt haben soll, vage ausfielen und sie Erinnerungslücken 

geltend machte (vgl. Prot. II S. 15 ff. u. 19 f.), wobei ihren Aussagen aufgrund ihrer 

Interessenlage  als  Geschäftsnachfolgerin  des  Beschuldigten  mit  einer  gewissen 

Zurückhaltung zu begegnen sind. Weiter fällt in diesem Zusammenhang auch auf, 

dass der Beschuldigte in der Berufungsverhandlung seine Aussagen, namentlich 

bezüglich des Zeitpunkts des Gesprächs, an die Aussagen von G._____ anpasste 

(vgl. Prot. II S. 48) und sich diese damit als widersprüchlich und unglaubhaft erwei-

sen.  Selbst  wenn  davon  ausgegangen  wird,  dass  die  Aussagen  der  Zeugin 

G._____ glaubhaft wären, so würde sich daraus einzig ergeben, dass der Beschul-

digte ihr von der Schenkung erzählt hat, nicht aber, dass eine solche auch tatsäch-

lich  erfolgt  ist.  Hinzu  kommt,  dass  der  Beschuldigte  ihr  auch  aus  strategischen 

Überlegungen von einer angeblichen Schenkung berichtet haben könnte, um die 

Vermögensabnahme bei der †Privatklägerin 1 (u.U. antizipierend) zu rechtfertigen 

(vgl. auch Prot. I S. 46). Demnach lässt sich aus dem Umstand, dass der Beschul-

digte seiner damaligen Mitarbeiterin von der von ihm behaupteten Schenkung be-

richtet haben soll, weder etwas Massgebliches zu seinen Gunsten noch zu seinen 

Lasten ableiten. Massgebliche Aufschlüsse darüber, ob dem Beschuldigten die in 

Frage  stehenden  Vermögenswerte  von  der  †Privatklägerin  1  geschenkt  worden 

- 33 -

sind oder ob er sie ihr gestohlen hat, sind von der seitens des Beschuldigten als 

Zeugin offerierten I._____, welche gemäss der Verteidigung als Mitarbeiterin der 

V._____ GmbH über das "nicht ganz alltägliche Mandat" zwischen dem Beschul-

digten und der †Privatklägerin 1 Auskunft geben könne (vgl. Urk. 107 S. 4 Rz. 5; 

Prot. I S. 13) nicht zu erwarten. Der entsprechende Beweisantrag der Verteidigung 

ist deshalb abzuweisen. Schliesslich ist aufgrund des Umstandes, dass der von der 

Verteidigung als Zeuge beantragte ehemalige Rechtsvertreter des Beschuldigten, 

K._____ (Urk. 107 S. 3 Rz. 3), erst nach der ersten Hausdurchsuchung vom 31. Au-

gust 2021, nämlich am 14. September 2021, von der Schenkung erfahren haben 

soll (entsprechend die Verteidigung: Urk. 108/2 S. 3), nicht auszuschliessen, dass 

ihn der Beschuldigte im Rahmen seiner Verteidigungsstrategie entsprechend infor-

miert hat. Dieser Beweisantrag der Verteidigung ist deshalb auch im Rahmen des 

Berufungsverfahrens abzuweisen. Abgesehen davon, dass die dem Beschuldigten 

seitens der †Privatklägerin 1 angeblich in Aussicht gestellte Schenkung von 25 Ki-

logramm Gold (vgl. z.B. Prot. I S. 32; Prot. II S. 41), welche im Verlaufe des Jahres 

2020 einem Betrag von immerhin weit über Fr. 1 Mio. bis zu einem Maximalwert 

von ca. Fr. 1.5 Mio. entsprach (vgl. www.gold.de/kurse/goldpreis), gerade auch bei 

einer  jeweils  üblichen  Jahresrechnung  in  Höhe  von  Fr. 30'000.–  bis  Fr. 35'000.– 

(vgl. Urk. 1/5/1 S. 4 F/A 23; Prot. I S. 32), absurd hoch erscheint (entsprechend die 

zutreffende Einschätzung der Vorinstanz: Urk. 105 E. III.A.5.4.7.), lassen die erör-

terten widersprüchlichen Aussagen des Beschuldigten seine Angaben zur Schen-

kung  bzw.  zur  seitens  der  †Privatklägerin  1  geäusserten  Schenkungsabsicht  als 

wenig verlässlich erscheinen. Dazu kommt, dass es – einhergehend mit der zutref-

fenden Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 105 E. III.A.5.4.7.) – nicht nachvollzieh-

bar erscheint, dass ihn die damals ausgerichtete Schenkung vor dem Hintergrund 

des  vorgängigen  Schenkungsversprechens  in  einem  wertmässig  vielfachen  Um-

fang "natürlich sehr überrascht" habe, wie es der Beschuldigte im Strafverfahren 

geltend machte (Urk. D1/5/1 S. 15 F/A 103). 

7.7. Zur  Möglichkeit der  Entwendung der anklagegegenständlichen Vermögens-

werte  am  4.  Juni  2021  sagte  der  Beschuldigte  wie  folgt  aus:  Damals  sei  es  zur 

Überprüfung  der  Goldbestände  bei  der  †Privatklägerin  1  gekommen  (Er  sei  von 

30 Kilogramm, sie von 28 Kilogramm Gold ausgegangen; Urk. D1/5/1 S. 5 F/A 33), 

- 34 -

wobei sie das im Schrankboden der †Privatklägerin 1 eingelassene Versteck – von 

welchem  er  sowie  auch  von  den  mit  Alufolien  umwickelten,  gleich  aussehenden 

Geldbündeln von seinem Besuch am 5. Dezember 2020 gewusst habe (Urk. D1/5/1 

S. 7 F/A 45, S. 11 F/A 77 f. u. S. 14 F/A 98; Prot. I S. 32 f.) – geöffnet und das Gold 

– wovon letztlich eine Menge von 33 Kilogramm festgestellt hätten werden können 

(Urk. D1/5/1 S. 5 F/A 37; Prot. I S. 42 f.; Prot. II S. 35) – herausgenommen hätten 

(Urk. D1/5/1  S. 6  F/A  35).  Er  sei  sowohl  am  5.  Dezember  2020  wie  auch  am 

4. Juni 2021  "aktenlos"  –  gemeint  ist  ohne  Mappe  oder  Tragtasche  oder  Ähnli-

ches – bei der †Privatklägerin 1 vorbeigegangen (Urk. D1/5/2 S. 9 f. F/A 62 f.). Der 

Beschuldigte vermochte sich nicht daran zu erinnern, ob die †Privatklägerin 1 ihm 

bei  seinem  Besuch  am  4.  Juni  2021  mehrfach  Wasser  aus  der  Küche  gebracht 

habe oder zwischenzeitlich nicht anwesend gewesen sei, bevor die Tür des Arbeits-

zimmers – worin sich der Tresor befand – seitens der †Privatklägerin 1 verschlos-

sen wurde (Urk. D1/5/1 S. 10 f. F/A 70 ff.), bzw. sie damals das Gold und die Bündel 

Tausendernoten in den Tresor getan hätten, welchen die †Privatklägerin 1 darauf-

hin verschlossen habe (Urk. D1/5/1 S. 8 f. F/A 48 u. 60 ff.; Urk. D1/5/2 S. 10 F/A 67). 

Bei seinen Aussagen fällt in diesem Zusammenhang auf, dass er anderslautende 

Aussagen  der  †Privatklägerin  1  zu  ihrer  durchgängigen  Anwesenheit  im  Arbeits-

zimmer, mit denen er konfrontiert wurde, teilweise vehement verneint (Urk. D1/5/1 

S. 10 F/A 71: "Das trifft einfach nicht zu"; bzw. Urk. D1/5/1 S. 10 f. F/A 72: "Nein!"), 

obschon er gleichzeitig relativierend einräumt, sich nicht mehr daran erinnern zu 

vermögen, ob sie das Zimmer zwischenzeitlich verlassen und ihm nochmals Was-

ser gebracht hatte (Urk. D1/5/1 S. 10 f. F/A 71). Dieses Aussageverhalten erweist 

sich als inkonsistent. Abgesehen davon hatte der Beschuldigte – unabhängig da-

von, ob er damals eine Mappe oder Tragtasche oder Ähnliches dabei hatte oder 

nicht – aufgrund des ihm damals von der †Privatklägerin 1 anerkanntermassen zur 

Verfügung gestellten Globus-Sackes (Urk. D1/5/1 S. 10 F/A 69; Prot. I S. 32) die 

Möglichkeit, die Vermögenswerte aus der Wohnung zu schaffen. Gestützt auf seine 

Aussagen  ist  jedenfalls  nicht  widerlegt,  dass  er  anlässlich  seines  Besuchs  am 

4. Juni  2021  Gelegenheit  zur  Wegnahme  anklagegegenständlicher  Vermögens-

werte der †Privatklägerin 1 hatte.

- 35 -

7.8. Hinsichtlich  der  Existenz  des  mit  Aluminiumfolie  umhüllten  Pakets  mit 

Fr. 1 Mio.  Bargeld  in  Tausendernoten  bestätigte  der  Beschuldigte,  (auch)  am 

4. Juni  2021  eine  Alufolie  aufgemacht  zu  haben,  um  den  Inhalt  zu  kontrollieren, 

wobei zwei oder drei – mit einer Banderole umwickelte – Bündel Tausendernoten 

zum Vorschein gekommen seien (Urk. D1/5/1 S. 7 F/A 45), wobei er schätzte, pro 

Bündel seien es 100x Fr. 1'000.– gewesen (Urk. D1/5/1 S. 8 F/A 47). Das Gold und 

die  Bündel  Tausendernoten  hätten  sie  damals  in  den  Tresor  getan,  welchen  die 

†Privatklägerin 1 daraufhin verschlossen habe (Urk. D1/5/1 S. 8 f. F/A 48 u. 60 ff.). 

Später berichtigte er seine Angaben insofern, als er angab, diese Begebenheiten 

hätten sich bereits am 5. Dezember 2020 so abgespielt; am 4. Juni 2021 seien die 

Geldbündel nicht mehr satt eingewickelt gewesen und die Aluminiumfolie sei ent-

sprechend  zerknittert  und  [die  Geldbündel]  seien  nicht  ganz  verschlossen  gewe-

sen, woraufhin er sie verschlossen und sie in ihren (neuen) Tresor reingelegt habe 

(Urk. D1/5/4 S. 10 f. F/A 77 f. u. 83). Dieses präzisierte Aussageverhalten erweist 

sich  zwar  als  auffällig,  lässt  aber  nicht  darauf  schliessen,  dass  der  Beschuldigte 

sein Aussageverhalten an das sich ihm jeweils präsentierende Beweisergebnis an-

passte, weil ihm das Foto der Nachbarin N._____, woraus ersichtlich wird, dass die 

Aluminiumfolie  am  5.  Juni  2021  an-  bzw.  aufgerissen  war  (Beilage  3  zu 

Urk. D1/5/4), dem Beschuldigten erst nach seinen erwähnten Präzisierungen vor-

gehalten wurde (vgl. Urk. D1/5/4 S. 11 F/A 85). Andererseits könnte sein präzisier-

tes Aussageverhalten auf Täterwissen hindeuten, wenn davon ausgegangen wird, 

dass der Dieb des Geldes die Aluminiumfolie aufgerissen hat. Auch im Weiteren 

erweisen sich die Aussagen des Beschuldigten zu den Alu-Geld-Paketen – auch 

aber  nicht  nur  vor  dem  Hintergrund  des  übrigen  Beweisergebnisses  –  als  wenig 

verlässlich: Bezüglich der Dimension des Alupakets am 5. Dezember 2020 zeigte 

er im Vorverfahren an, das Paket sei ca. 3-4 cm dick gewesen (vgl. Urk. D1/5/3 S. 6 

F/A 46), demgegenüber er anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung eine 

Höhe  von  ca.  15  cm  anzeigte,  als  er  das  Alu-Paket  vom  5. Dezember  2020  be-

schrieb (Prot. I. S. 32). Auch wenn er sich im Vorverfahren hinsichtlich der Dimen-

sion des Alu-Pakets unsicher zeigte, weil es in diesem Zeitpunkt um die fehlenden 

Goldmünzen gegangen sei und er sich darauf fokussiert habe (Urk. D1/5/3 S. 6 F/A 

46),  erweist  sich  diese  erhebliche  Diskrepanz  in  seinen  Schätzungen  als  nicht 

- 36 -

nachvollziehbar. Vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte konstant angab, dass 

das Alu-Geld-Paket am 5. Dezember 2020 in seiner Anwesenheit geöffnet worden 

sei und sich darin ca. Fr. 400'000.– befunden hätten, wovon ihm die †Privatklägerin 

1  Fr. 200'000.–  als  Geschenk  übergeben  habe  (Urk. D1/5/1  S. 16 f.  F/A  116; 

Urk. D1/5/2 S. 7 F/A 40; Urk. D1/5/3 S. 6 f. F/A 45 ff.; Prot. I S. 32; Prot. II S. 36 u. 

41), wären vielmehr einheitlichere Angaben zur Dimension der Alu-Geld-Pakete zu 

erwarten gewesen. Abgesehen davon ist gestützt auf die diesbezüglich divergie-

renden Aussagen des Beschuldigten – einhergehend mit der zutreffenden Auffas-

sung der Vorinstanz (Urk. 105 E. III.A.5.4.4. u. 5.4.7.) – unklar, ob sie das Alu-Geld-

Paket am 5. Dezember 2020 gemeinsam geöffnet haben oder ob diesbezüglich le-

diglich  die  †Privatklägerin  1  alleine  tätig  wurde,  welche  Inkohärenz  ebenfalls  er-

staunt und letztlich nicht nachvollziehbar erscheint.

7.9.  Zusammenfassend  erweist  sich  das  Aussageverhalten  des  Beschuldigten 

– wie z.B. zum Motiv für die Schenkung, zur Übergabe der geschenkten Vermö-

genswerte durch die †Privatklägerin 1 oder zum Inhalt der Schenkungsurkunde – 

als mehrheitlich konstant und glaubhaft. Allerdings sind auch gewisse Inkohären-

zen und Auffälligkeiten erkennbar. Auffällig ist, dass der Beschuldigte gestützt auf 

seine Aussagen bis nach der ersten Hausdurchsuchung an seinem Wohnort nie-

mandem – nicht einmal seiner Ehefrau – von der Schenkung bzw. der Schenkungs-

absicht der †Privatklägerin 1 erzählt gehabt hatte, wobei diesbezüglich auch wider-

sprüchliche,  nachgeschoben  erscheinende  Aussagen  zum  diesbezüglichen  Wis-

sen seiner Mitarbeiterin G._____ erfolgten. Ferner wirft das Verhalten des Beschul-

digten anlässlich der angesprochenen ersten Hausdurchsuchung an seinem Wohn-

ort  Fragen  auf  und  könnte  als  Indiz  dafür  gewertet  werden,  dass  seine  spätere 

Sachdarstellung betreffend Schenkung lediglich vorgeschoben ist und nicht der Re-

alität entspricht. Diese Annahme wird durch den Umstand gestützt, dass der Be-

schuldigte erst im Laufe seiner ersten Einvernahme vom 22. Oktober 2021 auf die 

Schenkung als Erklärung für die an seinem Wohnort versteckten Vermögenswerte 

hinwies, gleichzeitig aber die Schenkungsurkunde vom 8. Dezember 2020 nicht zu 

dieser  Einvernahme  mitbrachte,  sondern  diese  der  Ermittlungsbehörde  erst  mit 

Schreiben der Verteidigung vom 15. November 2021 zuging. Dieses Verhalten des 

Beschuldigten erweist sich – auch angesichts der ihm bereits damals bereits be-

- 37 -

kannten  massiven  Tatvorwürfe  –  nicht  nur  als  äusserst  auffällig,  sondern  als 

schlichtweg nicht nachvollziehbar. Unter Mitberücksichtigung des Beweisergebnis-

ses erscheint es deshalb plausibel, dass der Beschuldigte die Schenkungsurkunde 

vom 8. Dezember 2020 erst im Nachhinein erstellt hat, zumal seine Angaben zum 

Zustandekommen  der  Schenkungsurkunde  auch  nicht  durch  –  naheliegende – 

Sachbeweise  gestützt  wird.  Dass  die  Schenkungsurkunde  bzw.  die  Schenkung 

nicht durch die †Privatklägerin 1 quittiert wurde, erscheint indes nicht zwingend und 

vermag den Standpunkt der Anklagebehörde nicht zu stützen. Demgegenüber er-

weist sich das im Verlauf der Einvernahmen präzisierende Aussageverhalten des 

Beschuldigten zum am 4. Juni 2021 wahrgenommenen Zustand der Aluminiumfolie 

der damit umwickelten Geldbündel als bemerkenswert. Abgesehen davon erweisen 

sich  bereits  seine  divergierenden  Angaben  zur  Dimension  der  am  5. Dezem-

ber 2020  zur  Kenntnis  genommenen  Alu-Geld-Pakete  und  zum  Umstand,  wer 

diese damals geöffnet habe, als wenig verlässlich und letztlich nicht nachvollzieh-

bar.  Gestützt  auf  die  Aussagen  des  Beschuldigten  ist  jedenfalls  nicht  widerlegt, 

dass  er  anlässlich  seines  Besuchs  am  4.  Juni  2021  eine  Gelegenheit  zur  Weg-

nahme  anklagegegenständlicher  Vermögenswerte  der  †Privatklägerin  1  hatte. 

Dass  der  Beschuldigte  bereits  am  5.  Dezember  2020  von  der  †Privatklägerin 1 

stammende  Goldmünzen  im  Umfang  von  50  10er  Goldvreneli,  125  "Krügerrand" 

sowie 10 Goldmünzen CAN und USA mit sich genommen hat, wird von ihm nicht 

in Abrede gestellt, ergibt sich auch aus der von ihm verfassten Schenkungsurkunde 

vom 8. Dezember 2020 und wird ferner durch seine bereits am 11. Dezember 2020 

beginnenden  Goldmünzenverkäufe  bei  der  Credit  Suisse  und  der  Zürcher  Land-

bank plausibilisiert.

8.1. Die  †Privatklägerin  1  bestritt  demgegenüber  sowohl  das  Vorliegen  einer 

Schenkung  wie  auch  den  Bestand  einer  ihr  diesbezüglich  zugestellten  Schen-

kungsurkunde jeweils konstant bzw. bezeichnete die Schenkung zu Gunsten des 

Beschuldigten wie auch eine von ihm verfasste Schenkungsurkunde unter anderem 

als "Witz" (Urk. D1/6/2 S. 3 f. F/A 16 u. 20, S. 6 f. F/A 34 u. S. 9 F/A 55; Urk. D1/6/3 

S. 21 ff. F/A 122 ff. u. S. 26 F/A 159). Sie könne auch nicht nachvollziehen, weshalb 

sie – wie im ihr vorgehaltenen besagten Schreiben umschrieben – dem Beschul-

digten dermassen dankbar sein solle (Urk. D1/6/2 S. 4 F/A 20). Sie habe nie ein 

- 38 -

entsprechendes Bedürfnis gehabt (Urk. D1/6/2 S. 9 f. F/A 57). Auch gab die †Pri-

vatklägerin 1 konstant zu Protokoll, die Jahresrechnung 2020 (Beilage 7 S. 2 f. zu 

Urk. D1/6/3)  vom  Beschuldigten  nicht  erhalten  zu  haben  (Urk. D1/6/2  S.  4  f. 

F/A 21 f. u. S. 9 F/A 56; Urk. D1/6/3 S. 21 ff. F/A 122 ff.). 

8.2. Die †Privatklägerin 1 bestritt sodann konstant, dem Beschuldigten – mit Aus-

nahme eines vor Jahren übergebenen Tafelservices bzw. Silberbestecks – jemals 

eine Schenkung in Aussicht gestellt zu haben (Urk. D1/6/2 S. 4 f. F/A 17 ff. u. 24; 

Urk. D1/6/3 S. 20 ff. F/A 113 ff.). 

8.3. Zum Ablauf der Sichtung der in ihrer Wohnung befindlichen Vermögenswerte 

am 5. Dezember 2020 befragt, gab sie sodann an, am 5. bzw. 6. Dezember 2020 

sei alles – einschliesslich der in Aluminium gewickelten Geldbündel – im "Loch", in 

der versteckten Vertiefung im Schrank in ihrem Arbeitszimmer, eingeräumt worden, 

was sie sicher wisse, da sie den Tresor erst einige Monate später angeschafft ge-

habt habe. Die †Privatklägerin 1 legte dar, dass sie diese selbst im Loch verräumt 

gehabt  habe.  Der  Beschuldigte  sei  damals  der  erste  Mensch  gewesen,  der  von 

diesem Versteck erfahren habe (Urk. D1/6/3 S. 15 F/A 86; s. auch Urk. D1/6/1 S. 5 

F/A 47; Urk. D1/6/3 S. 3 F/A 15 f.) bzw. habe der Beschuldigte laut der †Privatklä-

gerin 1 seit dem Vorfall mit den Goldvreneli [im Dezember 2020] vom Geldversteck 

und von der Million Schweizerfranken gewusst (Urk. D1/6/1 S. 5 F/A 47; Urk. D1/6/3 

S. 3 u. 19 F/A 15 f. u. 109 f.). Auch diese konstanten Äusserungen der †Privatklä-

gerin 1 lassen keinen Zweifel an deren Glaubhaftigkeit aufkommen.

8.4. Zum Ablauf der Sichtung der Vermögenswerte am 4. Juni 2021 gab die †Pri-

vatklägerin 1 an, damals hätten sie und der Beschuldigte ihre jeweiligen – unter-

schiedliche Goldmengen aufführenden – Edelmetalllisten abgleichen wollen. Er sei 

von  32  Kilogramm  Gold  ausgegangen,  sie  von  weniger.  Der  Beschuldigte  habe 

deshalb zur Überprüfung ihre Vermögenswerte, unter anderem die in Aluminiumfo-

lie gewickelten Geldbündel, aus der versteckten Vertiefung im Schrank geholt und 

sie hätten das Gold bzw. die Goldbarren gezählt (Urk. D1/6/1 S. 9 f. F/A 79 ff. u. 

S. 13 F/A 109; Urk. D1/6/2 S. 8 F/A 47; Urk. D1/6/3 S. 5 ff. F/A 22, 30 f., 37 u. S. 12 

F/A 62). Die Geldbündel hätte sie nicht aus der Aluminiumfolie ausgewickelt. Sie 

erinnerte sich konstant daran, dass sie damals zum Beschuldigten gegangen sei, 

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ihm das Alu-Geld-Paket vor das Gesicht gehalten und gefragt habe, ob er diese 

auch noch zählen wolle, was er verneint habe, woraufhin sie das Alu-Geld-Paket 

eigenhändig  in  den  Safe  gelegt  habe  (Urk. D1/6/1  S.  11  ff.  F/A  94  u.  109; 

Urk. D1/6/3 S. 16). Die †Privatklägerin 1 stellte sodann in Abrede, dass das Geld-

bündel am 4. Juni 2021 – wie seitens des Beschuldigten behauptet – insgesamt 

nur noch rund Fr. 200'000.– umfasst habe (Urk. D1/6/2 S. 7 f. F/A 41). Der Beschul-

digte habe laut der †Privatklägerin 1 vielmehr die Summe genannt, welche er zu-

rückgelassen habe (Urk. D1/6/2 S. 8 F/A 42). Konstant gab die †Privatklägerin 1 

ferner zu Protokoll, dass der Beschuldigte bei seinem Besuch eine braune Mappe 

mit Henkel und zwei Verschlüssen – die gleiche wie immer – dabei gehabt habe 

(Urk. D1/6/1 S. 12 F/A 102; Urk. D1/6/2 S. 8 F/A 46; Urk. D1/6/3 S. 12 F/A 64 f.). 

Die  †Privatklägerin  1  bestätigte,  dass  es  stimme,  dass  sie  dem  Beschuldigten 

– was sie meistens für den Transport von Kuverts von Banken etc. gemacht habe – 

damals einen Globus-Sack mitgegeben habe, sie habe eine ganze Schublade da-

von (Urk. D1/6/2 S. 9 F/A 53), wobei sie im Rahmen ihrer staatsanwaltlichen Ein-

vernahme neu vorbrachte, ihm am 4. Juni 2021 – aus schlechtem Gewissen, da sie 

das vorgeschlagene gemeinsame Mittagessen abgesagt habe – ein Stück Roast-

beef  in  einem  Globus-Sack  mitgegeben  zu  haben  (Urk. D1/6/3  S.  10  f.  F/A  57), 

womit sie ihre vorangehenden Ausführungen präzisierte und ihre nachgeschobene 

Sachdarstellung – durchaus glaubhaft – damit begründete, dass sie dies nicht für 

wichtig und lächerlich empfunden habe (Urk. D1/6/3 S. 10 f. F/A 57), was nachvoll-

ziehbar erscheint. Eine Falschbezichtigung des Beschuldigten erweist sich gestützt 

auf ihre divergierenden Aussagen jedenfalls als wenig naheliegend. Nachdem zwi-

schenzeitlich niemand anderes in ihrer Wohnung gewesen bzw. zu Besuch gekom-

men sei (Urk. D1/6/1 S. 15 F/A 125; Urk. D1/6/3 S. 14 f. F/A 83) habe die †Privat-

klägerin 1 gemäss ihren Aussagen am Folgetag, dem 5. Juni 2021, noch Schmuck 

in den Safe nachlegen wollen, bei welcher Gelegenheit sie den Diebstahl des Gel-

des  bemerkt  habe,  weil  die  Alufolie  des  Geldbündels  aufgerissen  gewesen  und 

Geld verschwunden sei (Urk. D1/6/1 S. 13 f. F/A 107 f. u. 111 f.; Urk. D1/6/3 S. 4 f. 

F/A 18 u. S.12 f. F/A 68 f.). Sie habe den Safe am 5. Juni 2021 geöffnet gehabt und 

nur noch "Alufötzel" gesehen und sei geschockt gewesen (Urk. D1/6/1 S. 5 F/A 43). 

Sie habe daraufhin sofort ihre Nachbarin N._____ kontaktiert, welche dann zu ihr 

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gekommen sei (Urk. D1/6/1 S. 13 F/A 108). Die Zeugin N._____ bestätigte die sehr 

lebensnahe Sachdarstellung der †Privatklägerin 1 über die Entdeckung der fehlen-

den Vermögenswerte, aber auch über den ihr seitens der †Privatklägerin 1 berich-

teten  Besuch  des  Beschuldigten  am  Vortag  im  Wesentlichen  mittels  detaillierter 

Schilderung (vgl. Prot. I S. 18 ff. u. auch Urk. D1/7/1 S. 2 ff. F/A 16 ff.). Die Sach-

darstellung der Zeugin N._____ erweist sich – einhergehend mit der zutreffenden 

Auffassung der Vorinstanz (Urk. 105 E. III.A.5.6.) – als sehr lebensnah, weshalb 

kein Grund besteht, sie anzuzweifeln. Auch die von ihr mittels Handy erstellte Fo-

tografie (Urk. D1/3/1 S. 1; vergrössert in: Beilage 3 zu Urk. D1/5/4) und die weiteren 

Fotos (Urk. D1/3/1 S. 2-4) stützen die Sachdarstellung der †Privatklägerin 1, wo-

nach  damals  (noch)  zwei  Bündel  Tausendernoten 

im  Gesamtbetrag  von 

Fr. 200'000.– im Tresor waren, welche ferner von der Dimension her ungleich dün-

ner waren als die am 4. Dezember 2019 von der Polizei fotografierten Alu-Geld-

Pakete (vgl. Urk. D1/3/3). Auch die Aussagen der †Privatklägerin 1 zum Ablauf der 

Sichtung der Vermögenswerte am 4. Juni 2021 und der Entdeckung der fehlenden 

Vermögenswerte am Folgetag erweisen sich demnach als glaubhaft.

8.5. Zur  Möglichkeit der  Entwendung der anklagegegenständlichen Vermögens-

werte äusserte sich die †Privatklägerin 1 sodann wie folgt: Ausser ihr und dem Rei-

nigungspersonal, einem Ehepaar, habe niemand über einen Wohnungsschlüssel 

verfügt (Urk. D1/6/1 S. 5 f. F/A 48; Urk. D1/6/3 S. 14 F/A 76). Eine Dritttäterschaft 

erscheint vor dem Hintergrund dieser konstanten und glaubhaften Ausführungen 

als wenig naheliegend, zumal nicht eingebrochen wurde und keine Hinweise auf 

eine Täterschaft des Reinigungspersonals bestehen. Letztere Möglichkeit scheint 

umso mehr ausgeschlossen werden zu können, als die †Privatklägerin 1 ferner er-

wähnte, dass die Reinigungsleute über keinen Schlüssel zum immer abgeschlos-

senen Büro verfügen würden (Urk. D1/6/3 S. 14 F/A 76). Der Umstand, dass die 

†Privatklägerin 1 zumindest am 4. Juni 2021 nebst dem Safe auch die Tür zu ihrem 

Arbeitszimmer  abschloss,  wird  denn  auch  seitens  des  Beschuldigten  bestätigt 

(Urk. D1/5/1  S.  10  f.  F/A  70  ff.),  weshalb  weder  Zweifel  an  einem  genügenden 

Schutz ihrer Vermögenswerte durch die †Privatklägerin 1 aufkommen noch die Ge-

legenheit  für  Dritttäter  bestanden  haben  dürfte,  die  Vermögenswerte  aus  ihrem 

Safe und Arbeitszimmer zu entwenden. Anlässlich der Überprüfung ihrer aus der 

- 41 -

versteckten  Vertiefung  im  Schrank  geholten  Vermögenswerte  vom  4.  Juni  2021 

habe  die  †Privatklägerin  1  gemäss  ihren  zu  Protokoll  gegebenen  Ausführungen 

dem Beschuldigten zweimal Wasser aus der Küche gebracht, wobei sie in der Kü-

che jeweils eine halbe Zigarette geraucht habe. Nach ihrer zweiten Rückkehr aus 

der Küche habe der Beschuldigte bereits damit begonnen gehabt, die Vermögens-

werte in den (neuen) Safe zu räumen, den sie ihm davor gezeigt gehabt habe, bis 

er alles darin verstaut habe (Urk. D1/6/1 S. 10 f. F/A 86 ff.; Urk. D1/6/3 S. 4 F/A 16; 

Urk. D1/6/3  S.  7  F/A  33).  Sie  habe  sich  jeweils  geschätzte  zehn  Minuten  in  der 

Küche aufgehalten (Urk. D1/6/3 S. 8 F/A 41), wobei sie das Arbeitszimmer und den 

Beschuldigten  auch  ein  drittes  Mal  verlassen  habe,  dann  aber  rascher,  nach 

ca. fünf Minuten – mit Wasser, Zigaretten und einem Aschenbecher auf einem Pla-

teau, da sie im Büro endlich eine ganze Zigarette rauchen wollte – wieder zurück-

gekehrt  sei  (Urk. D1/6/1  S.  11  F/A  90;  Urk. D1/6/3  S.  9  F/A  48).  Sie  habe  nicht 

kontrolliert gehabt, ob der Beschuldigte alle Vermögenswerte in den Safe geräumt 

hatte,  da  sie  ihm  vertraut  habe  (Urk. D1/6/1  S.  11  F/A  93;  Urk. D1/6/3  S. 11  f. 

F/A 60 f.). Danach hätten sie in der Küche Kaffee getrunken und der Beschuldigte 

habe gesagt, er müsse nochmals nach hinten, wo er ca. zehn Minuten auf die Toi-

lette  gegangen  sei  (Urk. D1/6/3  S.  10  F/A  53 f.).  Als  der  Beschuldigte  gegangen 

sei, habe er gesagt, er müsse nochmals kommen, wobei er nicht erklärt habe, wes-

halb (Urk. D1/6/3 S. 10 F/A 55). Nach dem Weggang des Beschuldigten habe sie 

den Safe verschlossen (Urk. D1/6/1 S. 12 F/A 99; Urk. D1/6/3 S. 4 F/A 18 u. S. 9 

F/A 52).  Auch  diese  Angaben  der  †Privatklägerin  1  erweisen  sich  als  konsistent 

und insbesondere angesichts ihrer mit Details gespickten Schilderungen als sehr 

lebensnah.  Die  †Privatklägerin  1  räumte  auch  ohne  Weiteres  ein,  wenn  sie  sich 

nicht mehr genau an etwas zu erinnern vermochte, so z.B. betreffend das Zeitinter-

vall zwischen ihrem ersten und zweiten Gang zur Küche ("Wie viel Zeit dazwischen 

lag,  das  weiss  ich  nicht.  Ob  es  30  Minuten  oder  45  Minuten  waren,  oder  so"; 

Urk. D1/6/3 S. 8 F/A 40), was ihren Aussagen zusätzliche Glaubhaftigkeit verleiht. 

Gestützt auf ihre überzeugenden Schilderungen ist ohne Weiteres davon auszuge-

hen, dass am 4. Juni 2021 für den Beschuldigten Gelegenheit zum Entwenden der 

anklagegegenständlichen Vermögenswerte bestand.

- 42 -

8.6. Anlässlich ihrer zweiten Einvernahme gab die †Privatklägerin 1 – noch bevor 

sie mit dem Ergebnis der Hausdurchsuchung vom 31. August 2021 beim Beschul-

digten, wo auch mehrere Goldmünzen inkl. 109 "Krügerrand"-Münzen aufgefunden 

worden sind, konfrontiert worden ist (vgl. der spätere Zeitpunkt in derselben Ein-

vernahme: Urk. D1/6/2 S. 3 F/A 13 f.) – an, sie habe zwischenzeitlich im Rahmen 

einer Nachzählung mit ihrem neuen Treuhänder auch noch bemerkt, dass mehrere 

Goldmünzen – genauer 146 "Krügerrand"-Münzen – weggekommen seien, wobei 

sie  konstant  angab,  zu  vermuten,  dass  dies  im  Dezember  2020  während  ihrer 

Rauchpause in einem anderen Zimmer der Fall gewesen sei, als der Beschuldigte 

im besagten Monat zum zweiten Mal bei ihr auf Besuch gekommen sei (Urk. D1/6/2 

S. 2 F/A 9; Urk. D1/6/3 S. 23 f. F/A 131 ff.). Auch diese Aussagen der †Privatklä-

gerin 1 erweisen sich als glaubhaft, wobei sie auch deklariert, wenn sie die bezeich-

nete Gegebenheit bloss vermutet, was ihre Aussagen ferner als zurückhaltend er-

scheinen lässt.

8.7. Zur Existenz des mit Aluminiumfolie umhüllten Pakets mit Fr. 1 Mio. Bargeld 

in Tausendernoten gab die †Privatklägerin 1 konstant und glaubhaft an, am 5. De-

zember  2020  –  ursprünglich  auf  Anraten  ihres  verstorbenen  Ehemannes,  immer 

über Fr. 1 Mio. in Bargeld verfügen zu können (Urk. D1/6/3 S. 17 F/A 97) – über 

zwei jeweils Fr. 500'000.– enthaltende, aus Feuerschutzgründen, da diese so nicht 

verbrennen könnten (Urk. D1/6/1 S. 7 F/A 59; Urk. D1/6/3 S. 4 F/A 16; Urk. D1/6/3 

S. 18 f. F/A 102 u. 105), mit Aluminiumfolie umschlossene jeweils 5x Fr. 100'000.– 

umfassende Geldbündel verfügt zu haben, wie es auf dem Foto (Beilage 2 S. 2 zu 

Urk. D1/6/1) ersichtlich sei (Urk. D1/6/1 S. 8 F/A 64), und dass sie der Polizei sowie 

dem Beschuldigten damals erzählt habe, um was es sich handle (Urk. D1/6/1 S. 7 f. 

F/A 56 u. 65 f.; Urk. D1/6/3 S. 17 F/A 101, S. 19 F/A 109 f. u. S. 26 F/A 146 ff.). Ihre 

Angabe vor Staatsanwaltschaft, wonach sie sich nicht mehr sicher zeigte, ob die 

zwei Pakete je Fr. 500'000.– enthielten oder ein Paket Fr. 400'000.– und das an-

dere Fr. 600'000.– (Urk. D1/6/3 S. 17 F/A 97 ff.), vermag die Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen  nicht  einzuschränken,  zumal  sie  konstant  von  insgesamt  einer  Million 

Schweizerfranken in gebündelten Tausendernoten und – anfänglich (s. dazu nach-

stehend)  –  aufgeteilt  in  zwei  in  Aluminiumfolie  eingewickelten  Paketen  ausging. 

Diese Sachdarstellung wird gestützt durch das seitens der Polizei aufgenommene 

- 43 -

Foto vom 4. Dezember 2020, auf welchem zwei Alu-Pakete ersichtlich sind (Bei-

lage 4 zu Urk. D1/6/3; vgl. den entsprechenden Vorhalt an die †Privatklägerin 1: 

Urk. D1/6/3 S. 17 F/A 100), welches auch vom Umfang der Pakete her die Angaben 

der †Privatklägerin 1 zu plausibilisieren vermag. Auch wenn der Polizist Wm mbA 

AD._____ in seinem Wahrnehmungsbericht vom 15. Oktober 2021 (Beilage 6 zu 

Urk. D1/6/3) von je einer Million Schweizerfranken sprach, welche sich gemäss den 

Angaben der †Privatklägerin 1 in den Alu-Paketen befunden hätten, vermag dies 

ihre Glaubhaftigkeit nicht einzuschränken. Sehr plausibel erscheint, dass es sich 

dabei  –  vor  dem  Hintergrund  der  konstanten  Angaben  der  †Privatklägerin  1  zur 

Gesamtsumme der Alu-Pakete – um ein Missverständnis auf Seiten des Polizeibe-

amten handelt. Im Dezember 2020 habe die †Privatklägerin 1 laut ihren Angaben 

aus  den  zwei  Paketen  ein  einziges  –  grösseres  –  Alu-Geld-Paket  gemacht 

(Urk. D1/6/3 S. 18 ff. F/A 103 f. 111 f.). Entgegen der anderslautenden Auffassung 

der Verteidigung (Urk. 97 S. 9 Rz. 24 f.; Urk. 127 S. 6) bestehen keine unterschied-

lichen Darstellungen der †Privatklägerin 1, ob ein Paket oder zwei Pakete vorlagen. 

Einhergehend  mit  der  zutreffenden  Einschätzung  der  Vorinstanz  (Urk. 105 

E. III.A.5.3.1.) gab die †Privatklägerin 1 vielmehr unmissverständlich zu Protokoll, 

dass sie aus zwei Paketen ein neues Paket gemacht habe, weshalb ihre entspre-

chenden Angaben widerspruchsfrei erfolgten. Insofern die Anklage dem Beschul-

digten eine Wegnahme von Fr. 200'000.– in Tausendernoten bereits am 5. Dezem-

ber 2020 zur Last legt (vgl. Urk. D1/20 S. 2) ist – einhergehend mit den zutreffenden 

Auffassungen  der  Vorinstanz  (Urk. 105  E.  III.A.5.8.)  und  der  vorherigen  Verteidi-

gung (Urk. 97 S. 7 f. Rz. 15 ff.) – unklar, worauf dieser Vorwurf gründet. Die †Pri-

vatklägerin 1 hat den Beschuldigten denn auch nicht bezichtigt, nebst den ankla-

gegegenständlichen  Goldmünzen  und  dem  Bargeld  im  Gesamtbetrag  von 

Fr. 800'000.– weiteres Bargeld in der Höhe von Fr. 200'000.– gestohlen zu haben. 

8.8. Zusammenfassend  erweisen  sich  die  Angaben  der  †Privatklägerin  1  als 

durchwegs glaubhaft. Das Vorliegen einer Schenkung wie auch der Bestand einer 

ihr diesbezüglich zugestellten Schenkungsurkunde wurden von ihr jeweils konstant 

in Abrede gestellt. Zum Ablauf der Sichtung der in ihrer Wohnung befindlichen Ver-

mögenswerte am 5./6. Dezember 2020 einerseits und am 4. Juni 2021 andererseits 

machte sie detaillierte und konstante Angaben. Auch wenn sie ihre Sachdarstellung 

- 44 -

in  wenigen  Punkten  präzisierte,  vermochte  sie  diese  Richtigstellungen  nachvoll-

ziehbar zu begründen. Eine Falschbezichtigung des Beschuldigten erweist sich ge-

stützt auf ihre vereinzelten divergierenden Aussagen jedenfalls als wenig nahelie-

gend. Auch das Entdecken der fehlenden Vermögenswerte schilderte die †Privat-

klägerin 1 glaubhaft, wobei ihre Sachdarstellung hinsichtlich des Wegkommens des 

Bargeldes im Betrag von Fr. 800'000.– durch die sehr lebensnahen Angaben der 

als Zeugin einvernommenen Nachbarin N._____ und deren, sowie weiteren Foto-

grafien des  Tresorinhalts gestützt  werden.  Sodann ist  aufgrund  der  konsistenten 

sowie detaillierten, aber gleichzeitig auch zurückhaltenden Schilderungen der †Pri-

vatklägerin 1 ohne Weiteres davon auszugehen, dass am 4. Juni 2021 für den Be-

schuldigten  Gelegenheit  zum  Entwenden  der  anklagegegenständlichen  Vermö-

genswerte bestand. Im Übrigen erweisen sich auch die Aussagen der †Privatklä-

gerin 1 zur Existenz des mit Aluminiumfolie umhüllten Pakets mit Fr. 1 Mio. Bargeld 

in Tausendernoten als kohärent und glaubhaft, woran eingeräumte Unsicherheiten 

bezüglich der anfänglichen Stückelung der beiden Pakete nichts zu ändern vermö-

gen. Ihre Sachdarstellung hinsichtlich des angegebenen Gesamtbetrages des Bar-

geldes wird sodann durch das seitens der Polizei aufgenommene Foto vom 4. De-

zember 2020, auf welchem auch die Dimensionen der zwei Alu-Pakete ersichtlich 

sind,  plausibilisiert.  Nicht  erstellt  ist  aufgrund  der  Angaben  der  †Privatklägerin  1 

oder aufgrund des übrigen Beweisergebnisses, dass der Beschuldigte – bereits am 

5. Dezember 2020 – weiteres Bargeld in der Höhe von Fr. 200'000.– aus ihrer Woh-

nung mitgenommen hat.

9.

Im Ergebnis ist aufgrund der erörterten Beweiswürdigung auf die sehr glaub-

hafte Sachdarstellung der †Privatklägerin 1 abzustellen, welche durch die erwähn-

ten weiteren Beweismittel gestützt wird. Hinweise, dass sie den Beschuldigten zu 

Unrecht  einer  Straftat  bezichtigen  wollte  oder  sie  sich  hinsichtlich  des  Wegkom-

mens  der  anklagegegenständlichen  Vermögenswerte  im  Irrtum  befunden  haben 

könnte,  sind  auch  nach  der  Würdigung  ihrer  Aussagen  zum  Anklagesachverhalt 

nicht erkennbar. Demgegenüber erweisen sich die Behauptungen des Beschuldig-

ten  bezüglich  der  angeblichen  Schenkung  der  Vermögenswerte  –  wie  auch  des 

vorgängigen Schenkungsversprechens der †Privatklägerin 1 – unter Mitberücksich-

tigung des erörterten übrigen Beweisergebnisses als unglaubhaft. Sie sind vor die-

- 45 -

sem  Hintergrund  als  reine  Schutzbehauptungen  einzustufen.  Deshalb  ist  vorlie-

gend rechtsgenügend erstellt, dass der Beschuldigte am 4. Juni 2021 – ohne Wis-

sen und ohne Einwilligung der †Privatklägerin 1 – in einem unbeaufsichtigten Mo-

ment im Arbeitszimmer der †Privatklägerin 1 Bargeld in der Höhe von Fr. 800'000.– 

in  Tausendernoten  aus  dem  Alu-Geld-Paket  an  sich  nahm  und  damit  später  die 

Wohnung verliess. Ebenso ist aufgrund des erörterten Beweisergebnisses erstellt, 

dass der Beschuldigte bereits am 5. Dezember 2020 – ebenfalls ohne Wissen und 

ohne Einwilligung der †Privatklägerin 1 – die anklagegegenständlichen Goldmün-

zen (50 10er Goldvreneli, 125 "Krügerrand" sowie 10 Goldmünzen CAN und USA) 

mit sich genommen hat. Nicht erstellt ist demgegenüber, dass der Beschuldigte – 

am 5. Dezember 2020 – weiteres Bargeld in der Höhe von Fr. 200'000.– aus ihrer 

Wohnung mitgenommen hat.

D. Misswirtschaft

1.1. Seitens des Beschuldigten wurde der ihm vorgeworfene Anklagesachverhalt 

betreffend Misswirtschaft – auch heute – im Wesentlichen bestritten. 

1.2. Der  Beschuldigte  anerkannte  in  Bezug  auf  diesen  Vorwurf  in  der  Untersu-

chung  und  auch  anlässlich  der  vorinstanzlichen  Hauptverhandlung,  dass  per 

31. Dezember  2019  bei  der  Gesellschaft  eine  Überschuldung  bestanden  habe 

(Urk. D2/5/1 S. 9; Prot. I S. 49). Er räumte sodann in der polizeilichen Einvernahme 

ein, dass er sich der Überschuldung der AE._____ AG (Nachfolgend AE._____ AG) 

bewusst gewesen sei, er jedoch auf die Erstellung einer Zwischenbilanz und Über-

prüfung durch einen Revisor bzw. die Deponierung der Bilanz beim Gericht in Ab-

sprache mit der Geschäftsleitung verzichtet habe (Urk. D2/5/1 S. 9 F/A 67). Anläss-

lich  der  Berufungsverhandlung  bestätigte  der  Beschuldigte  die  zuvor  gemachten 

Zugeständnisse und brachte ausserdem vor, dass im Zeitpunkt der Antragsstellung 

des Covid-19-Kredits Ende März 2020 die Liquidität der Gesellschaft angespannt 

gewesen sei (Prot. II S. 53).

1.3. Hingegen stellt sich der Beschuldigte unverändert auf den Standpunkt, dass 

im März 2020 eine Zwischenbilanz per Ende Februar 2020 erstellt worden sei, aus 

der  ein  geringer  Negativsaldo  von  Fr. 20'000.–  hervorgegangen  sei  bzw.  keine 

- 46 -

Überschuldung mehr bestanden habe (Prot. II S. 54). Er sei aber aufgrund des im 

Herbst 2019 zusammen mit der Anstellung von J._____ eingeleiteten Aufschwungs 

und der bevorstehenden Aufträge zuversichtlich gewesen, dass die Umsatz- und 

Gewinnziele  erreicht  hätten  werden  können  bzw.  eine  Verbesserung  der  Über-

schuldung hätte erwirkt werden können (Urk. D2/5/1 S. 5 F/A 37 u. S. 9 F/A 66; vgl. 

Urk. 97  S.  26;  Prot.  I  S.  55  u.  57).  Weiter  habe  er  sich  bei  einer  Drittperson  um 

weitere finanzielle Mittel bemüht, wozu es letztlich – unter anderem wegen der Co-

vid-19-Pandemie  –  nicht  gekommen  sei  (vgl.  Urk. D2/5/1  S. 5  F/A  35,  37;  Prot. I 

S. 49). Zudem hätten auch Verhandlungen betreffend Markenrechte im Bereich von 

Fr. 50'000.–  bis  Fr. 150'000.–  stattgefunden  (Prot.  I  S. 49;  vgl.  Urk. 97  S.  26; 

vgl. auch Prot. II S. 53), wobei aus seinen Ausführungen unklar blieb, während wel-

chem Zeitraum diese Gespräche über Drittmittel und Markenrechte stattgefunden 

haben sollen. Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte der Beschuldigte wei-

ter vor, dass die Zwischenbilanz erstellt worden sei, bevor Covid im März 2020 aus-

gebrochen sei. Die Pandemie habe ihnen jedoch einen Strich durch die Rechnung 

gemacht, viele Aufträge hätten nicht mehr ausgeführt werden können und Debito-

renrechnungen seien verzögert bezahlt worden, weshalb die Gesellschaft schliess-

lich in Konkurs gegangen sei (Prot. II S. 53 f.).

2.

Bei den Akten finden sich insbesondere folgende massgebliche verwertbare 

Beweismittel, um den strittigen Anklagesachverhalt zu prüfen: Die Einvernahmen 

des  Beschuldigten  (Urk. D1/5/3  S.  10  ff.  F/A  72 ff.;  Urk. D1/5/5;  Urk. D1/5/6; 

Urk. D2/5/1-2), der Polizeirapport vom 26. Oktober 2022 (Urk. D2/3), die (proviso-

rischen) Jahresrechnungen 2019 und 2020 der AE._____ AG (Urk. D2/2/6 u. 7), 

der Handelsregisterauszug der Gesellschaft (Urk. D2/2/4), die Kontoauszüge der 

Geschäftskonti der Gesellschaft bei der PostFinance AG (Urk. D2/2/8 u. 9), die Ak-

ten im Zusammenhang mit dem Konkursverfahren (Urk. D2/2/10 u. 11; Urk. D2/4/2 

u. 4;  D2/6/1-3)  sowie  der  Betreibungsregisterauszug  der  Gesellschaft 

(Urk. D2/4/3). 

3.

Vorab kann – zur Vermeidung von unnötigen Wiederholungen – vollumfäng-

lich  auf  die  von  der  Vorinstanz  zutreffend  wiedergegebenen  Aussagen  des  Be-

- 47 -

schuldigten in der Untersuchung und vor Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 105 

E. III.B.2.2.3). 

4.

Sodann ist vorbemerkend festzuhalten, dass der Beschuldigte unbestrittener-

massen  vom  13.  Januar  2014  (bzw.  seit  dem  17.  Juli  2019  als  einziges)  bis  zur 

Konkurseröffnung am 14. Januar 2021 im Handelsregister des Kantons Zürich ein-

getragenes Mitglied des Verwaltungsrates mit Einzelunterschrift der AE._____ AG 

war (Urk. D2/4/4; Urk. D2/5/1 S. 2 F/A 8). Das Konkursverfahren wurde sodann am 

tt.mm.2023  abgeschlossen  und  hernach  die  Gesellschaft  im  Handelsregister  ge-

löscht (Urk. D2/4/2; Urk. D2/8). 

5. Was die finanzielle Situation der AE._____ AG anbelangt, ergibt sich aus den 

glaubhaften Angaben des Beschuldigten, dass diese im Zeitpunkt der Übernahme 

der  Gesellschaft  im  Dezember  2013  (Übernahme  der  Aktien)  bzw.  Januar  2014 

(Einsitz 

in  den  Verwaltungsrat) 

floriert  habe  und  solvent  gewesen  sei 

(vgl. Urk. D2/5/1 S. 3). Dem Betreibungsregisterauszug lässt sich sodann entneh-

men, dass im April 2019 die ersten Betreibungen der AH._____ erfolgten, wobei 

sie weitere im Mai, Juni, Juli, November sowie Dezember 2019 jeweils über Beträge 

von  ca.  Fr. 2'600.–  bis  Fr. 3'800.–  folgen  liess  (vgl. Urk. D2/4/3).  Darüber  hinaus 

findet sich im Betreibungsregisterauszug eine vom 17. Dezember 2019 datierte Be-

treibung der AF._____ AG über einen Betrag in der Höhe von Fr. 21'683.–. Auch 

im Jahr 2020 folgten weitere Betreibungen, namentlich im Januar 2020 durch die 

AH._____ über gesamthaft ca. Fr. 6'500.–, im Februar 2020 durch die AG._____ 

Inhaber  in  der  Höhe  von  Fr. 6'116.20,  am  16.  März  2020  erneut  seitens  der 

AH._____ im Betrag von Fr. 2'615.15 und weitere in den Monaten August bis De-

zember  2020  sowie  im  Jahr  2021  (Urk. D2/4/3).  Der  Beschuldigte  gab  bezüglich 

der Betreibungen im Jahr 2019 in der polizeilichen Einvernahme zu Protokoll, dass 

es zu Liquiditätsengpässen gekommen sei, weshalb diese (in Betreibung gesetz-

ten) Beträge verspätet beglichen worden seien (Urk. D2/5/1 S. 5 F/A 35). Aus der 

Bilanz für das Jahr 2019 ergibt sich sodann, dass die Aktiven per 31. Dezember 

2019 total Fr. 282'518.06, bestehend aus Umlaufvermögen von Fr. 143'942.76 so-

wie Anlagevermögen von Fr. 138'575.30, betrugen. Die Passiven wiesen ein kurz-

fristiges Fremdkapital von Fr. 364'303.95, ein Aktienkapital von Fr. 100'000.– sowie 

- 48 -

Reserven  von  Fr. 41'000.–  auf  (Urk. D2/2/6).  Mithin  vermochten  die  Aktiven  das 

Fremdkapital bereits am 31. Dezember 2019 bei weitem nicht zu decken. Der Be-

schuldigte bestätigte sodann vor Schranken der Vorinstanz, dass per 31. Dezem-

ber 2019 eine Überschuldung der AE._____ AG "rein rechnerisch" vorgelegen habe 

(Prot. I S. 49). 

6.

Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, dass die begründete Besorgnis ei-

ner Überschuldung spätestens ca. März 2020 bestanden habe, als weitere regel-

mässige Betreibungen eingesetzt hätten, Rechnungen nicht mehr fristgerecht be-

zahlt hätten werden können und das Geschäftskonto per 30. März 2020 einen ne-

gativen Saldovortrag aufgewiesen hätte sowie aus der Jahresrechnung 2019 eine 

Überschuldung der Gesellschaft per 31. Dezember 2019 ersichtlich gewesen wäre 

(Urk. D1/20  S.  12  f.).  Wie  die  Vorinstanz  zutreffend  feststellte  (Urk. 105 

E. III.B.2.1.3), wiesen die Geschäftskonti der AE._____ AG bei der Postfinance per 

30. März 2020 ein negatives Saldo von Fr. 93'208.28 (IBAN CH1) und Fr. 0.– (IBAN 

CH2) auf (Urk. D2/2/8 u. 9). Hinzu kamen die vorerwähnten betriebenen Forderun-

gen, die sich im Zeitraum vom 27. November 2019 bis 16. März 2020 auf einen 

Gesamtbetrag von über Fr. 44'124.25 beliefen, wobei insbesondere die am 17. De-

zember 2019 in Betreibung gesetzte Forderung der AF._____ AG im Betrag von 

Fr. 21'683.– ins Gewicht fällt (Urk. D2/4/3). Der Beschuldigte anerkannte, wie aus-

geführt, dass sich die Gesellschaft bereits Ende 2019 in einem Liquiditätsengpass 

befand, weshalb er in seinem Umfeld auch nach weiterem Kapital Ausschau gehal-

ten habe (vgl. Urk. D2/5/1 S. 5). Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 

gab der Beschuldigte an, die Jahresrechnung 2019 – aus der sich die Überschul-

dung des AE._____ AG eindeutig ergibt – sei seiner Annahme nach im März oder 

April 2020 erstellt worden (Prot. I S. 55 f.). Weiter räumte er ein, ein Zwischenab-

schluss bzw. eine Zwischenbilanz per Ende Februar 2020 habe ihm ca. Mitte März 

2020 vorgelegen, aus der die finanzielle Lage der Gesellschaft hervorgegangen sei 

(Urk. D2/5/1  S. 9;  Prot.  I  S.  49,  53  u.  55;  vgl.  auch  Prot. II  S. 54).  Zuvor  sei  ihm 

bereits der provisorische Jahresabschluss 2019 vorgelegen (Prot. I S. 56), wobei 

der genaue Zeitpunkt unklar bleibt. Mit der Vorinstanz ist diesbezüglich einherzu-

gehen, dass die Behauptung des Beschuldigten, dass aus dem erstellten Zwische-

nabschluss keine Überschuldung der Gesellschaft hervorgegangen sei (vgl. Prot. I 

- 49 -

S. 55; Prot. II S. 54), zumindest fraglich erscheint, zumal die Gesellschaft gemäss 

der kurz danach vorliegenden (definitiven) Jahresrechnung 2019 per 31. Dezember 

2019  offensichtlich  überschuldet  war  (vgl.  Urk. 105  E. III.B.2.2.4),  wobei  die  vom 

Beschuldigten erwähnte Zwischenbilanz nicht aktenkundig ist. Aufgrund des in der 

Anklageschrift umschriebenen Besorgniszeitpunkts, der spätestens ca. März 2020 

vorgelegen haben soll (Urk. D1/20 S. 12), sowie der infolge der Pandemielage im 

März  2020  bestehenden  (wirtschaftlichen)  Einschränkungen  und  Unsicherheiten 

(vgl. https://www.news.admin.ch/de/nsb?id=78437) ist – entgegen der Vorinstanz 

(vgl. Urk. 105 E. II.B.2.2 ff.) – zur Beurteilung der Finanzlage der AE._____ AG und 

der  Ermittlung  des  Besorgniszeitpunkts  jedoch  zu  berücksichtigen,  dass  der  Be-

schuldigte am 30. März 2020 einen Covid-19-Kredit in der Höhe von Fr. 110'000.– 

beantragte,  den  die  Bank  gleichentags  dem  Geschäftskonto  der  AE._____ AG 

(IBAN  CH2  […])  durch  Erhöhung  der  Kreditlimite  gewährte  (vgl. nachstehend  E. 

E.1.2.). Mangels gegenteiliger Anhaltspunkte ist zu Gunsten des Beschuldigten an-

zunehmen, dass der Covid-19-Kredit mit Blick auf die mit Bilanz des Jahres 2019 

erkennbare Überschuldungssituation der AE._____ AG durchaus zu einer (zumin-

dest temporären) Entspannung der finanziellen Situation geführt haben dürfte und 

die Überschuldungssituation der Gesellschaft vorerst abgewendet werden konnte, 

zumal der gewährte Covid-19-Kredit bei der Berechnung der Deckung von Kapital 

und Reserven nach Art. 725 Abs. 1 aOR und für die Überschuldung nach Art. 725 

Abs. 2 aOR [in der damals gültigen Fassung] bis 31. März 2022 nicht als Fremdka-

pital berücksichtigt werden musste (Art. 24 der Covid-19-Solidarbürgschaftsverord-

nung vom 25. März 2020, Covid-19-SBüV; SR 951.261; zum damaligen Zeitpunkt 

in Kraft). Vor diesem Hintergrund bestand für den Beschuldigten Ende März 2020 

– zumindest unter Einbezug des Covid-19-Kredits – angesichts der erwarteten Auf-

tragslage die durchaus berechtigte Hoffnung, dass die Gesellschaft aufgrund des 

im  Herbst  des  Vorjahrs  initiierten  Turnarounds  saniert  werden  könnte.  Nachdem 

die Geschäftskonti bei der PostFinance AG per 31. Juli 2020 einen Kontostand von 

Fr. -109'020.– bzw. Fr. -97'449.16 aufwiesen (Urk. D2/2/8 u. 9), ist davon auszuge-

hen,  dass  zu  diesem  Zeitpunkt  beinahe  der  gesamte  Covid-19-Kredit  verbraucht 

war und sich die finanzielle Situation (erneut) deutlich angespannt hatte. Der Be-

schuldigte gab sodann an, dass für ihn die finanzielle Schieflage der AE._____ AG 

- 50 -

im Frühling/Sommer [gemeint ist offensichtlich das Jahr 2020] sehr konkret gewor-

den sei, als J._____ gesagt habe, dass sie mehrere grössere Projekte hätten, bei 

welchen noch Arbeiten angefallen wären, jedoch das Budget bereits ausgeschöpft 

gewesen sei (Urk. D2/5/1 S. 5). Darüber hinaus ist gemäss dem Beschuldigten in-

folge der Covid-19-Pandemie die Auftragslage der AE._____ AG eingebrochen und 

das angestrebte Darlehen seitens einer Drittperson über Fr. 200'000.– sei nicht zu-

stande gekommen (Prot. I S. 49, 54; Urk. D2/5/1 S. 5, vgl. auch Prot. II S. 54). Dem-

entsprechend verdichteten sich spätestens am 31. Juli 2020 die Anzeichen für eine 

begründete  Besorgnis  einer  Überschuldung  der  AE._____  AG  und  der  Beschul-

digte  wäre  grundsätzlich  gehalten  gewesen,  seinen  ihm  als  Verwaltungsratsmit-

glied obliegenden Pflichten im Sinne von Art. 725 Abs. 2 aOR nachzukommen. Die-

ser Vorwurf und die zu diesem Zeitpunkt dem Beschuldigten obliegenden Pflichten 

als Verwaltungsratsmitglied (vgl. hierzu auch die Verordnung vom 16. April 2020 

über insolvenzrechtliche Massnahmen zur Bewältigung der Coronakrise, Covid-19-

Verordnung  Insolvenzrecht,  SR  281.242)  werden  von  der  vorliegenden  Anklage-

schrift vom 29. März 2023 jedoch nicht  umfasst (vgl. Art. 9 Abs. 1 StPO). Selbst 

wenn von einer dem Anklageprinzip im Sinne von Art. 9 Abs. 1 StPO genügenden 

Anklageschrift auszugehen wäre, so hätte für den Beschuldigten aufgrund der zu 

diesem Zeitpunkt nicht konkret abschätzbaren Pandemielage immer noch die kon-

krete Aussicht auf finanzielle Sanierung der Gesellschaft bestanden, sodass auch 

vor diesem Hintergrund nicht von einer argen Nachlässigkeit seitens des Beschul-

digten auszugehen wäre. Zusammenfassend lässt sich nicht rechtsgenügend er-

stellen, dass der Beschuldigte bereits spätestens Ende März 2020 die begründete 

Besorgnis einer Überschuldung der Gesellschaft erkannte. Darüber hinaus bestand 

sowohl Ende März 2020 als auch Ende Juli 2020 die berechtigte Hoffnung des Be-

schuldigten auf Sanierung der AE._____ AG. Bei diesem Beweisergebnis kann die 

seitens der Verteidigung beantragte Zeugenbefragung von J._____ (Urk. 107 S. 4 

Rz.7; Prot. I S. 13; Prot. II S. 54) unterbleiben. Dieser Beweisantrag ist demnach 

abzuweisen.

7.

Dementsprechend  ist  der  Beschuldigte  vom  Vorwurf  der  Misswirtschaft  im 

Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB freizusprechen.

- 51 -

E.

Betrug und Urkundenfälschung

1.1. Der Beschuldigte anerkannte in der Untersuchung und vor Vorinstanz, dass 

er als einziges Mitglied des Verwaltungsrates der AE._____ AG am 30. März 2020 

bei der PostFinance AG unter Angabe eines Umsatzerlöses von Fr. 1'115'000.– ei-

nen Covid-19-Kredit im Umfang von Fr. 110'000.– beantragt hatte, der ihm auch in 

diesem Umfang gewährt wurde (Urk. D2/5/1 S. 4 F/A 30; Prot. I S. 47). Dies deckt 

sich auch mit dem Untersuchungsergebnis (vgl. Urk. D2/2/1, 4 u. 9). In diesem Zu-

sammenhang gestand der Beschuldigte auch ein, dass der in der Kreditvereinba-

rung genannte Umsatzerlös von Fr. 1'115'000.– falsch bzw. zu hoch gewesen sei 

(Urk. D2/5/1 S. 6 F/A 40 f.; Prot. I S. 47). Anlässlich der Berufungsverhandlung be-

stätigte  der  Beschuldigte  die  zuvor  gemachten  Zugeständnisse  im  Wesentlichen 

(Prot. II S. 52 f.). 

1.2. Der Beschuldigte bringt jedoch vor, dass er fälschlicherweise – anstelle der 

im Formular geforderten Umsatzzahlen der Jahre 2019 bzw. 2018 – den (korrek-

ten) Umsatzerlös des Jahres 2017 angegeben habe, da ihm die falschen Unterla-

gen vorgelegen seien (Urk. D2/5/1 S. 6 F/A 40 f.; Prot. I S. 47). Gemäss der Ver-

teidigung habe er die angegebene Umsatzzahl von seiner Assistentin I._____ kom-

muniziert erhalten und nicht weiter hinterfragt (Urk. 97 S. 16). Weiter stellt der Be-

schuldigte  eine  Zweckentfremdung  des  Covid-19-Kredits  konstant  in  Abrede 

(Prot. I  S. 47;  vgl.  Urk. D1/5/3  S.11  f.  F/A 90;  Urk. D2/5/1  S. 6  ff.  F/A 44  ff.).  Bei 

dieser Sachdarstellung blieb der Beschuldigte auch im Berufungsverfahren (Prot. II 

S. 52 f.). 

2.

Hinsichtlich der massgebenden verwertbaren Beweismittel zur Sachverhalts-

erstellung kann hier auf die beim Anklagevorwurf der Misswirtschaft wiedergege-

benen Beweismittel verwiesen werden (s. vorstehend unter E. D.2.). Weiter liegen 

die Kreditvereinbarung datiert vom 30. März 2020 (Urk. D2/1/1) sowie die Verlust-

abrechnung COVID-19 Kredite (Urk. D2/4/1) bei den Akten. 

3. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt (Urk. 105 E. III.C.2.2.1), ergibt sich aus 

der Kreditvereinbarung klar und verständlich, dass der definitive Umsatzerlös 2019 

bzw. – falls dieser noch nicht vorhanden ist – der provisorische Umsatzerlös 2019 

- 52 -

bzw. – bzw. falls die Umsatzzahlen für das Jahr 2019 nicht vorliegen – der Umsat-

zerlös  2018  anzugeben  ist  (Urk. D2/2/1).  Aus  der  aktenkundigen  Erfolgsrech-

nung 2019 der AE._____ AG geht hervor, dass sich der Umsatz im Jahr 2019 auf 

Fr. 620'531.60 und im Jahr 2018 auf Fr. 783'261.15 belief (Urk. D2/2/6). Der in der 

Kreditvereinbarung angegebene Umsatzerlös von Fr. 1'115'000.– weicht von die-

sen  beiden  Umsatzzahlen  erheblich  ab.  Die  Sachdarstellung  des  Beschuldigten, 

wonach ihm die falschen Unterlagen vorgelegen haben und er versehentlich den 

Umsatzerlös des Jahres 2017 angegeben habe, vermag – einhergehend mit der 

zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 105 E.III.C.2.2.1) – nicht zu über-

zeugen. Die in der Kreditvereinbarung verwendete Formulierung bezüglich des an-

zugebenen Umsatzerlöses ist unmissverständlich und der Beschuldigte ist ein er-

fahrener Treuhänder, der entsprechend über ein fundiertes Wissen im Umgang mit 

Jahresrechnungen und Umsatzzahlen verfügt. Hinzu kommt, dass dem Beschul-

digten im Zeitpunkt der Kreditantragstellung zumindest die provisorische Jahres-

rechnung  2019  vorgelegen  hat  und  ihm  sodann  die  angespannte  wirtschaftliche 

Lage der AE._____ AG bekannt war (vgl. vorstehend E. D.5.-6.). Dass der Beschul-

digte den Umsatzerlös des Jahres 2017, der beinahe doppelt so hoch wie derjenige 

des Jahres 2019 war, irrtümlicherweise angab, erscheint nach dem Gesagten un-

glaubhaft. Weiter ist mit der Vorinstanz zu konstatieren (vgl. Urk. 105 E. III.C.2.2.1), 

dass bereits aus der Kreditvereinbarung eindeutig ersichtlich wird, dass der maxi-

mal zu beantragende Kreditbetrag abhängig vom angegebenen Umsatzerlös ist. In 

der vorliegenden Kreditvereinbarung wurde unter Ziffer 3 "Kreditbetrag" darauf hin-

gewiesen, dass der maximale Kreditbetrag Fr. 111'500.– bzw. 10 % des Umsatzer-

löses betrage. Der Beschuldigte beantragte mit Fr. 110'000.– sodann fast den mit 

dem angegebenen Umsatzerlös möglichen Maximalbetrag (vgl. Urk. D2/2/1). Vor 

dem  Hintergrund  der  zu  diesem  Zeitpunkt  bestehenden  erheblichen  Liquiditäts-

schwierigkeiten  der  AE._____  AG  ist  in  einer  Gesamtschau  davon  auszugehen, 

dass der Beschuldigte mit der Angabe des Betrages von Fr. 1'115'000.– bewusst 

einen zu hohen Umsatzerlös vortäuschen wollte, um damit einen möglichst hohen 

Kreditbetrag, auf welchen angesichts des tatsächlichen Umsatzerlöses des Jahres 

2019 bzw. 2018 kein Anspruch bestand, zu erwirken und die Überschuldung der 

AE._____ AG  (zumindest  vorerst)  abzuwenden  (vgl.  vorstehend  E.  D.5.-6.).  Vor 

- 53 -

diesem Hintergrund kann auch offen bleiben, ob der Umsatzerlös des Jahres 2017 

tatsächlich – wie im Kreditantrag angegeben – Fr. 1'115'000.– betrug.

4.

Die Anklage wirft dem Beschuldigten weiter vor, er habe gewusst bzw. zumin-

dest in Kauf genommen, dass die AE._____ AG von der Covid-19-Pandemie nicht 

betroffen  sei,  weil  die  Gesellschaft  bereits  per  31.  Dezember  2019  überschuldet 

gewesen sei (Urk. D1/20 S. 7). Wie vorstehend dargelegt, befand sich die Gesell-

schaft des Beschuldigten im Zeitpunkt der Antragsstellung in einer erheblichen fi-

nanziellen Schieflage (vgl. E. D.5.-6.). Nicht unbesehen bleiben kann jedoch, dass 

die AE._____ AG bis zur Konkurseröffnung in der … [Branche] als Dienstleisterin 

für … sowie im Bereich … tätig war (Urk. D2/5/1 S. 2; Urk. D1/5/3 S. 10 F/A 72 u. 

74), mithin in einem Bereich der von der Pandemie erheblich tangiert worden war. 

Dass  die  AE._____  AG  von  der  Covid-19-Pandemie  wirtschaftlich  betroffen  war, 

ergibt sich ohne Weiteres auch aus den glaubhaften Aussagen des Beschuldigten, 

wonach die Gesellschaft mehrere Aufträge nicht habe ausführen können, Räum-

lichkeiten nicht mehr zugänglich gewesen seien und Projekte verschoben worden 

seien (Urk. D2/5/1 S. 4; Urk. D1/5/3 S. 10 F/A 75; Prot. I S. 54; Prot. II S. 54). In 

Anbetracht dessen liegen – entgegen der Vorinstanz (Urk. 105 E. III.C.2.2.2) – in 

diesem Punkt keine falschen Angaben vor (vgl. auch Urteile des Bundesgerichtes 

6B_262/2024 vom 27. November 2024 E. 1.6.1; 7B_274/2022 vom 1. März 2024 

E. 2.3).

5.1. Schliesslich soll der Anklage zufolge der Kreditantrag auch die unrichtige Be-

stätigung enthalten haben, der Kreditbetrag werde ausschliesslich zur Sicherung 

der laufenden Liquiditätsbedürfnisse der Kreditnehmerin verwendet, wobei der Be-

schuldigte  bereits  bei  Unterzeichnung  der  Kreditvereinbarung  beabsichtigt  habe, 

den Kredit für folgende Zahlungen jeweils vom Geschäftskonto der AE._____ AG 

(IBAN CH1 […]) zu verwenden (Urk. D1/20 S. 7-9): 

a)  Geldüberweisung  von  Fr. 8'500.–  am  3.  April  2020  an  J._____  zwecks  Ge-

währung eines Aktivdarlehens privater Natur;

- 54 -

b) Geldüberweisung von Fr. 14'000.– am 10. Juni 2020 an die V._____ GmbH 

als  verdeckte  Gewinnausschüttung  oder  Darlehensgewährung  bzw.  Darle-

hensrückzahlung; und 

c)

10 weitere Geldüberweisungen privater Natur von gesamthaft Fr. 22'440.62 

im Zeitraum vom 1. April 2020 bis 14. Januar 2021.

5.2. Vorbemerkend ist unstrittig und ergibt sich aus der Aktenlage, dass die in der 

Anklageschrift umschriebenen Zahlungen vom Beschuldigten vom fraglichen Ge-

schäftskonto erfolgt sind, nachdem er den Covid-19-Kredit in Teilzahlungen auf die-

ses Geschäftskonto transferiert gehabt hatte (Urk. D2/2/8 S. 8, S. 11, S. 22, S. 34, 

S. 40, S. 46, S. 54, S. 59, S. 66 f.). Der Beschuldigte stellte hingegen in Abrede, 

dass  der  Kredit  aus  anderen  Gründen  als  zur  Liquiditätsüberbrückung  beantragt 

und zweckentfremdet worden sei (Urk. D2/5/1 S. 4 F/A 30; Prot. I S. 47). Im Rah-

men  der  Berufungsverhandlung  bestätigte  er  seine  bisherige  Sachdarstellung 

(Prot. II S. 53).

5.3. Hinsichtlich  der  anklagegegenständlichen  Geldüberweisung  von  Fr. 8'500.– 

an J._____ gab der Beschuldigte in der Untersuchung und vor Vorinstanz an, es 

habe sich hierbei um ein Darlehen gehandelt, das jener zur Überbrückung benötigt 

habe  und  vereinbarungsgemäss  bis  Juli  2021  zurückzubezahlen  gewesen  sei 

(Urk. D2/5/1 S. 66 F/A 44; Urk. D1/5/5 S. 3 f. F/A 22 f.; Prot. I S. 47 u. 49 f.). Weiter 

sei er der Meinung gewesen, eine Umwandlung des Darlehens in eine Bonuszah-

lung wäre möglich gewesen, wenn J._____ die in Aussicht gestellten Umsatzzahlen 

hätte bringen können, andernfalls wäre das Darlehen termingerecht zurückzuzah-

len gewesen (Urk. D2/5/1 S. 9 F/A 68; vgl. auch Prot. II S. 53). Gemäss dem bei 

den  Akten  liegenden  Darlehensvertrag  zwischen  der  AE._____  AG  und  J._____ 

vom 3. April 2020 geht einzig die Gewährung eines Personaldarlehens über den 

erwähnten Betrag samt den genannten Rückzahlungsbedingungen hervor. Die Op-

tion einer Umwandlung des Darlehens in eine Bonuszahlung wird indes nicht vor-

gesehen (Urk. D2/6/3/3). Weitere Anhaltspunkte, die für diese Behauptung des Be-

schuldigten sprechen würden, liegen ebenso wenig vor. Aus den Kontoauszügen 

der  Geschäftskonti  der  Gesellschaft  ergibt  sich,  dass  die  Geldüberweisung  an 

J._____ vier Tage nach Gewährung des Covid-19-Kredits erfolgte und die beiden 

- 55 -

Geschäftskonten zu diesem Zeitpunkt einen Negativsaldo bzw. einen Kontostand 

von Fr. 0.– aufwiesen (vgl. vorstehend E. D.6.). Mithin ist anzunehmen, dass das 

Darlehen aus dem gewährten Covid-19-Kredit und nicht aus laufenden Geschäfts-

einnahmen – wie vom Beschuldigten behauptet (Prot. I S. 50) – ausgerichtet wurde. 

Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte um die Vorgaben 

in der Covid-19-Kreditvereinbarung wusste und er mit Ausrichtung des Darlehens 

von Fr. 8'500.– zumindest in Kauf nahm, dagegen zu verstossen. An diesem Be-

weisergebnis vermag eine Befragung von J._____ (vgl. den entsprechenden Be-

weisantrag der Verteidigung: Urk. 107 S. 4 Rz. 7; Prot. I S. 13; Prot. II S. 54) nichts 

zu  ändern.  Dieser  Beweisantrag  ist  deshalb  abzuweisen.  Dass  der  Beschuldigte 

bereits zum Zeitpunkt der Kreditantragstellung die Absicht zur Ausrichtung des Dar-

lehens  hegte,  wie  es  ihm  seitens  der  Staatsanwaltschaft  vorgeworfen  wird,  lässt 

sich jedoch nicht erstellen, zumal die Unterzeichnung des Darlehensvertrag sowie 

die  Geldüberweisung  erst  nach  der  Stellung  des  Kreditantrags  erfolgt  sind  und 

keine Hinweise für eine bereits vorgängig getroffene Vereinbarung über die Darle-

hensgewährung vorliegen.

5.4. Weiter  soll  der  Beschuldigte  mit  einer  Geldüberweisung  an  die  V._____ 

GmbH den Covid-19-Kredit zweckentfremdet haben. Der Beschuldigte stellte sich 

diesbezüglich  auf  den  Standpunkt,  dass  es  sich  um  eine  Teilzahlung  betreffend 

eine Rechnung für seitens der V._____ GmbH erbrachte Dienstleistungen gehan-

delt habe (Urk. D2/5/1 S. 6 f. F/A 45; vgl. auch Prot. I S. 50; Prot. II S. 54). Anlässlich 

der  vorinstanzlichen  Hauptverhandlung  liess  der  Beschuldigte  die  Rechnung  der 

V._____ GmbH von 30. November 2019 einreichen, aus welcher der Rechnungs-

betrag von Fr. 14'000.– und als Forderungsgrund Aufwendungen für die Buchfüh-

rung und die Erstellung der Jahresrechnung 2018 hervorgehen (Urk. 98/7), was die 

Sachdarstellung des Beschuldigten stützt. Mangels genügender gegenteiliger An-

haltspunkte lässt sich die in der Anklage vorgeworfene verdeckte Dividendenaus-

schüttung oder Darlehensgewährung nicht erstellen. 

5.5.

In Bezug auf die weiteren Überweisungen, die gemäss Anklageschrift privater 

Natur  sein  sollen,  vermochte  der  Beschuldigte  bereits  in  der  Untersuchung  den 

Zahlungen  einen  geschäftlich  begründeten  Aufwand  gegenüber  zu  stellen 

- 56 -

(vgl. Urk. D2/5/1 S. 7 F/A 48 ff.), den er im vorinstanzlichen Verfahren mit Belegen 

substantiierte (vgl. Urk. 98/9-11). Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, 

dass  diese  Geldüberweisungen  nicht  von  privater  Natur  waren,  mithin  lässt  sich 

auch dieser Anklagevorwurf nicht erstellen.

5.6. Zusammenfassend lässt sich nicht erstellen, dass der Beschuldigte im Zeit-

punkt der Antragstellung für einen Covid-19-Kredit die Absicht einer Zweckentfrem-

dung  hegte.  Einzig  hinsichtlich  der  Gewährung  des  Darlehens  an  J._____  über 

Fr. 8'500.–  ist  davon  auszugehen,  dass  der  Covid-19-Kredit  nicht  entsprechend 

den Verwendungsvorschriften gemäss der Covid-19-Kreditvereinbarung verwendet 

wurde, was der Beschuldigte zumindest in Kauf nahm.

6.

Der Anklagesachverhalt betreffend Betrug und Urkundenfälschung ist somit 

– mit  vorstehenden  Einschränkungen  –  in  objektiver  und  subjektiver  Hinsicht  er-

stellt.

F.

Ergebnis

1.

Vorliegend ist der Anklagesachverhalt betreffend mehrfachen Diebstahls zum 

Nachteil der †Privatklägerin 1 (Dossier 1) mit der Einschränkung, dass der Beschul-

digte am 5. Dezember 2020 kein (weiteres) Bargeld in der Höhe von Fr. 200'000.– 

aus der Wohnung der †Privatklägerin 1 mitgenommen hat, erstellt.

2.

Sodann  sind  die  Anklagesachverhalte  betreffend  Betrug  und  Urkundenfäl-

schung (Dossier 2) teilweise erstellt. Nachgewiesen ist, dass der Beschuldigte mit 

der  Angabe  des  Betrages  von  Fr. 1'115'000.–  im  Formular  "COVID-19-KREDIT 

(Kreditvereinbarung)" bewusst einen zu hohen Umsatzerlös vortäuschte, um damit 

einen möglichst hohen Kreditbetrag, auf welchen angesichts des tatsächlichen Um-

satzerlöses des Jahres 2019 bzw. 2018 kein Anspruch bestand, zu erwirken und 

die Überschuldung der AE._____ AG (zumindest vorerst) abzuwenden. 

Nicht nachgewiesen ist indes, dass der Beschuldigte im Zeitpunkt der Antragstel-

lung für einen Covid-19-Kredit die Absicht einer Zweckentfremdung hegte. Die in 

der  Anklageschrift  umschriebenen  subjektiven  Sachverhaltselemente  betreffend 

fehlende Absicht der ausschliesslichen Verwendung für die laufenden Liquiditäts-

- 57 -

bedürfnisse der Kreditnehmerin lassen sich mehrheitlich nicht erstellen. Erstellt ist 

einzig,  dass  der  Beschuldigte  J._____  am  3.  April  2020  ein  Aktivdarlehen  von 

Fr. 8'500.–  gewährte,  für  die  entsprechende  Überweisung  Covid-19-Kredit-Mittel 

verwendete und sich damit bewusst und gewollt über die Verwendungsvorschriften 

gemäss Kreditvereinbarung hinweg gesetzt hat.

3.

Der Anklagesachverhalt betreffend Misswirtschaft (Dossier 2) ist nicht erstellt 

und der Beschuldigte ist diesbezüglich freizusprechen.

IV. Rechtliche Würdigung

A. Mehrfacher Diebstahl

1. Gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB macht sich des Diebstahls schuldig, wer jeman-

dem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich oder einen 

andern damit unrechtmässig zu bereichern. Eine Sache ist fremd, wenn sie im Ei-

gentum  einer  anderen  Person  als  des  Täters  steht.  Die  Tathandlung  der  Weg-

nahme liegt im Bruch fremden und der Begründung neuen (meist eigenen) Gewahr-

sams. Ob Gewahrsam besteht, bestimmt sich nach den allgemeinen Anschauun-

gen und den Regeln des sozialen Lebens. Bruch fremden Gewahrsams liegt immer 

vor,  wenn  der  Täter  nicht  Alleingewahrsam  besitzt  (Urteil  des  Bundesgerichtes 

6B_943/2020  vom  19.  Januar  2021  E. 2.4.1  f.).  In  subjektiver  Hinsicht  setzt  der 

Tatbestand  von  Art. 139  Ziff.  1  StGB  Vorsatz  bezüglich  aller  objektiven  Tatbe-

standsmerkmale voraus. Weiter muss der Täter im Zeitpunkt der Handlung sowohl 

die Absicht hegen, sich die Sache anzueignen, als auch, sich damit unrechtmässig 

zu bereichern. Die Absichten müssen das eigentliche Motiv des Handelns darstel-

len  (dolus  directus  ersten  Grades)  (BSK  StGB  II-NIGGLI/RIEDO,  Art. 139  StGB 

N 67 ff.).

2.1.

Indem  der  Beschuldigte  anlässlich  seiner  Besuche  am  5.  Dezember  2020 

bzw.  4.  Juni  2021  bei  der  †Privatklägerin  1  fremde  bewegliche  Sachen,  nämlich 

Bargeld in der Höhe von Fr. 800'000.– sowie insgesamt 125 Goldmünzen "Krüger-

rand", 60 Goldmünzen ("USA" / Eagles und "Canada" / Leafes) sowie 50 Stück 10er 

- 58 -

Goldvreneli ohne deren Wissen und Einwilligung mit sich nahm, erfüllt er den ob-

jektiven Tatbestand von Art. 139 Ziff. 1 StGB.

2.2. Der Beschuldigte wusste, dass es sich bei den Goldmünzen und dem Bargeld 

um fremde bewegliche Sachen handelte und er durch die Wegnahme den Gewahr-

sam der berechtigten Personen brach, um gleichzeitig eigenen Gewahrsam zu be-

gründen. Aufgrund der gesamten Umstände ist – einhergehend mit der zutreffen-

den Auffassung der Vorinstanz (Urk. 105 E. III.A.6.5.) – auch offensichtlich, dass 

er im Zeitpunkt der beiden Handlungen die Absicht hegte, sich das Geld anzueig-

nen, um sich damit unrechtmässig zu bereichern.

3. Mangels  Vorliegens  von  Rechtfertigungs-  oder  Schuldausschlussgründen 

macht  sich  der  Beschuldigte  deshalb  des  mehrfachen  Diebstahls  im  Sinne  von 

Art. 139 Ziff. 1 StGB schuldig.

B.

Betrug

1.

Die Vorinstanz hat die rechtstheoretischen Grundlagen des Betrugs gemäss 

Art. 146  Abs. 1  StGB  ausführlich  dargelegt,  worauf  zu  verweisen  ist  (Urk. 105 

E. III.3.1.1). Zu ergänzen ist mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung 

im Zusammenhang mit Covid-19-Krediten, dass deren Gewährung als "Soforthilfe" 

konzipiert war, die einem vereinfachten und standardisierten Verfahren unterlagen 

und  im  Wesentlichen  auf  einer  Selbstauskunft  des  Kreditantragstellers  beruhte. 

Dementsprechend  beschränkte  sich  die  Prüfung  der  Bank  hauptsächlich  auf  die 

formale Vollständigkeit der Covid-19-Kreditvereinbarung (Angaben betreffend die 

Unterschrift und -berechtigung sowie den Umstand, dass der beantragte Kreditbe-

trag  den  Umfang  von  10 %  des  selbst  deklarierten  Umsatzes  nicht  überstieg; 

BGE 150 IV 169 E. 3.2.4). Das Bundesgericht hielt weiter fest, dass die Praxis, wo-

nach grundsätzlich keine arglistige Täuschung vorliegt, wenn eine Bank Kleinkre-

dite ausschliesslich gestützt auf die Angaben des Antragsstellers gewährt, nicht auf 

Covid-19-Kredite übertragen werden kann, denn in Anbetracht der damaligen be-

sonderen Lage stellt selbst eine einfache Falschauskunft im Rahmen der Covid-19-

Kreditvereinbarung eine arglistige Täuschung im Sinne von Art. 146 StGB dar, da 

eine Überprüfung der darin enthaltenen Angaben nicht vorgesehen bzw. gar unzu-

- 59 -

mutbar war (BGE 150 IV 169 E. 5.1.4; vgl. zur Arglistigkeit auch Urteile des Bun-

desgerichtes 7B_274/2022 vom 1. März 2024 E. 3.2.3; 6B_262/2024 vom 27. No-

vember  2024  E. 1.6.2,  zur  Publikation  vorgesehen;  6B_95/2024  vom  6.  Februar 

2025 E. 3.2.3 ff., zur Publikation vorgesehen). Ein Vermögensschaden liegt dabei 

vor,  wenn  das  Vermögen  des  Täuschungsopfers  nach  Vornahme  der  irrtumsbe-

dingten Vermögensverfügung in seinem Gesamtwert – durch Verringerung der Ak-

tiven  oder  Vermehrung  der  Passiven –  tatsächlich  verringert  ist  (BGE  147  IV  73 

E. 6.1;  vgl.  Urteil  des  Bundesgerichtes  6B_262/2024  vom  27. November  2024 

E. 1.5.4, zur Publikation vorgesehen). Das Bundesgericht stellte in seiner jüngsten 

Rechtsprechung diesbezüglich klar, dass der Bezugsmissbrauch im Rahmen von 

Covid-19-Krediten einen sog. Dreiecksbetrug darstellt, wobei der Schaden bereits 

zum Zeitpunkt des Kreditvertragsabschlusses entsteht und unerheblich ist, ob der 

Kredit zu einem späteren Zeitpunkt zurückbezahlt wird (BGE 150 IV 169 E. 5.2.2; 

Urteile des Bundesgerichtes 6B_262/2024 vom 27. November 2024 E. 1.6.3, zur 

Publikation vorgesehen; 6B_95/2024 vom 6. Februar 2025 E. 3.2.7, zur Publikation 

vorgesehen).

2.

Nachdem  der  Beschuldigte 

im  Covid-19-Kreditantragsformular  vom 

30. März 2020 falsche Angaben zum Umsatzerlös machte, woraufhin irrtümlicher-

weise der Kreditbetrag von Fr. 110'000.– gewährt wurde, ist mit Blick auf die zitierte 

bundesgerichtliche Rechtsprechung ohne Weiteres von einem Betrug im Sinne von 

Art. 146 Abs. 1 StGB auszugehen. Einhergehend mit der zutreffenden Erwägung 

der Vorinstanz (Urk. 105 E. III.C.3.1.4) handelte der Beschuldigte arglistig, weil die 

Banken  gemäss  der  Covid-19-Solidarbürgschaftsverordnung  mangels  einer  Prü-

fungspflicht  auf  die  Richtigkeit  der  selbstdeklarierten  Angaben  im  Covid-19-Kre-

ditantragsformular vertrauen durften und keine besonderen Umstände ersichtlich 

sind, die eine abweichende Beurteilung rechtfertigen würden. Weiter ist auch die 

Vermögensschädigung  (vorliegend  in  der  Höhe  von  Fr. 30'653.90.–;  ausgehend 

von einem Kreditanspruch von maximal Fr. 78'326.10 bei Berücksichtigung der Um-

satzzahlen des Jahres 2018) zu bejahen. Dem vor Vorinstanz erhobenen Einwand 

der  Verteidigung,  dass  der  Beschuldigte  ohne  Bereicherungsabsicht  gehandelt 

habe, da er den Willen zur Rückzahlung des Kredites im Zeitpunkt der Antragsstel-

lung gehabt habe (Urk. 97 S. 23), ist entgegenzuhalten, dass der Beschuldigte wis-

- 60 -

sentlich und willentlich einen zu hohen Umsatz für sein Unternehmen angab, um 

finanziell von einem höheren Kredit zu profitieren. Eine diesbezügliche Absicht zur 

Rückzahlung des Kredits bleibt mit Blick auf den eingetretenen Vermögensschaden 

unbeachtlich, da die beim Beschuldigten eingetretene Bereicherung die Kehrseite 

des  bei  der  Bank  letztlich  angefallenen  Schadens  bildet  (vgl.  BGE  134  IV  210 

E. 5.6).  Dementsprechend  handelte  der  Beschuldigte  mit  Vorsatz  und  Bereiche-

rungsabsicht. 

3.

Es liegen weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe vor, so dass 

der Beschuldigte ferner wegen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB zu ver-

urteilen ist.

C. Urkundenfälschung 

1.

Die Vorinstanz hat die rechtstheoretischen Grundlagen zum Tatbestand der 

Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB zutreffend wiedergegeben 

(Urk. 105 E. III.C.3.2.1). Darauf kann vorab verwiesen werden. Im Zusammenhang 

mit Covid-19-Krediten hat das Bundesgericht indessen klargestellt, dass dem For-

mular  "COVID-19-Kredit  (Kreditvereinbarung)"  Urkundencharakter  zukommt  und 

wahrheitswidrige Angaben im Kreditantrag grundsätzlich eine qualifizierte schriftli-

che Lüge im Sinne einer Falschbeurkundung nach Art. 251 Ziff. 1 StGB darstellen 

(Urteil des Bundesgerichtes 7B_724/2022 vom 1. März 2024 E. 4.2 f.). In seinem 

jüngsten Leitentscheid hat das Bundesgericht diese Rechtsprechung relativiert und 

erwogen, dass nicht sämtlichen Angaben im Covid-19-Kreditformular eine erhöhte 

Glaubwürdigkeit zukommen (Urteil des Bundesgerichtes 6B_262/2024 vom 27. No-

vember 2024 E. 1.9.5 ff., zur Publikation vorgesehen). In Bezug auf die inhaltliche 

Richtigkeit  geniesse  das  Schriftstück  hinsichtlich  der  Zusicherungen,  die  Gesell-

schaft sei von der Covid-19-Pandemie "namentlich hinsichtlich ihres Umsatzes wirt-

schaftlich  erheblich  beeinträchtigt"  und  der  Kreditnehmer  werde  den  gewährten 

Kredit  ausschliesslich  zur  Sicherung  seiner  laufenden  Liquiditätsbedürfnisse  ver-

wenden, keine erhöhte Glaubwürdigkeit im Sinne der zur Falschbeurkundung er-

gangenen Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichtes 6B_262/2024 vom 27. No-

vember 2024 E. 1.9.5 ff., zur Publikation vorgesehen). Die Angabe eines überhöh-

ten Umsatzerlöses im Covid-19-Kreditantragsformular ist hingegen – entsprechend 

- 61 -

der  bisherigen  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung –  weiterhin  als  Falschbeur-

kundung  zu  qualifizieren  (Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_95/2024  vom  6. Fe-

bruar 2025  E. 2.4.2  und  2.5;  6B_244/2023  vom  25. August  2023  E. 4.2; 

6B_691/2023 vom 1. Juli 2024 E. 3.3).

2.

Vorliegend  bestätigte  der  Beschuldigte  gemäss  dem  vorstehend  erstellten 

Sachverhalt mit seiner Unterschrift im Kreditantragsformular urkundlich sowie wis-

sentlich und willentlich den falsch angegeben Umsatzerlös der AE._____ AG von 

Fr. 1'115'000.–, obwohl der tatsächlich zu berücksichtigende Umsatzerlös deutlich 

tiefer  ausfiel  (Fr. 620'531.60  bzw.  Fr. 783'261.15).  Damit  wollte  der  Beschuldigte 

die  Auszahlung  eines  höheren  Covid-19-Kredits  erwirken,  auf  den  die 

AE._____ AG keinen Anspruch hatte. 

3. Mit Blick auf die vorstehend zitierte bundesgerichtliche Rechtsprechung und 

in Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheides ist der Beschuldigte demzufolge 

des Weiteren der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig 

zu sprechen, nachdem auch diesbezüglich weder Rechtfertigungs- noch Schuld-

ausschlussgründe ersichtlich sind.

V. Strafzumessung 

A. Grundlagen der Strafzumessung

1.

Die Vorinstanz hat in ihren Ausführungen die allgemeinen Regeln betreffend 

Strafrahmen  und  Strafzumessung  ausführlich  und  zutreffend  dargelegt.  Darauf 

(vgl. Urk. 105 E. VI. 2.1.-2.3., 7.4.) und auf die aktuelle Rechtsprechung des Bun-

desgerichtes  zum  Thema  (BGE  144  IV  313;  136  IV  55,  E.  5.4  ff.;  135  IV  130, 

E. 5.3.1;  132  IV  102,  E.  8.1;  Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_1349/2022, 

6B_1366/2022 vom 24. Januar 2025 E. 5.3.2; 6B_1239/2023 vom 22. Januar 2024 

E. 1.1; 6B_619/2019 vom 11. März 2020 E. 3.3.; je mit Hinweisen) kann vorab ver-

wiesen werden. 

2.

Ebenso  wurde  seitens  der  Vorinstanz  zutreffend  festgehalten,  dass  vorlie-

gend der Diebstahl (vom 4. Juni 2021) gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB das schwerste 

- 62 -

zu beurteilende Delikt darstellt, dass der Strafrahmen bis fünf Jahre Freiheitsstrafe 

beträgt sowie dass vorliegend keine Gründe bestehen, den ordentlichen Strafrah-

men zu verlassen (Urk. 105 E. VI.2.1.2). 

B. Diebstahl vom 4. Juni 2021

1.

In  objektiver  Hinsicht  fällt  der  bei  der  Beurteilung  des  Diebstahls  vom 

4. Juni 2021 insbesondere der hohe Deliktsbetrag von Fr. 800'000.– verschulden-

serschwerend  ins  Gewicht.  Merklich  strafschärfend  wirkt  sich  sodann  die  festzu-

stellende beträchtliche kriminelle Energie des Beschuldigten aus, welche sich ins-

besondere im Umstand manifestiert, dass er das ihm entgegengebrachte Vertrauen 

seiner langjährigen Klientin – welche angesichts ihres im Tatzeitpunkt bereits fort-

geschrittenen  Alters  und  der  körperlichen  Einschränkungen  auch  eine  gewisse 

Hilfsbedürftigkeit aufwies – heimtückisch und  schamlos ausnutzte. Das objektive 

Tatverschulden des Beschuldigten erweist sich vor diesem Hintergrund als mittel-

schwer. In objektiver Hinsicht rechtfertigt sich demnach eine hypothetische Einsatz-

strafe von 26 Monaten Freiheitsstrafe.

2.

In  subjektiver  Hinsicht  ist  massgebend,  dass  der  Beschuldigte  egoistische 

Motive verfolgte, indem er sich zum Nachteil der †Privatklägerin 1 materiell besser 

stellen wollte, was sich bereits daran zeigt, dass er sich vom gestohlenen Geld ein 

neues Soundsystem im Wert von Fr. 36'000.– (Prot. I S. 36) leistete, auch wenn die 

übrige Verwendung des Geldes mangels entsprechender Angaben des Beschul-

digten unklar bleibt. Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte im 

Tatzeitpunkt  in  finanzieller  Hinsicht  –  mit  monatlichen  Nettoeinkünften  von 

ca. Fr. 12'500.– und einem Eigenheim (Urk. D1/5/1 S. 20 F/A 154; Prot. I S. 25) – 

sehr gut gestellt war und keine finanzielle Notlage zu vergegenwärtigen hatte. Ins-

gesamt vermag die subjektive Tatschwere die objektive nicht zu relativieren, wes-

halb es bei der festgesetzten Einsatzstrafe von 26 Monaten Freiheitsstrafe bleibt.

3.1. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten kann 

zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen zunächst auf die entsprechenden und 

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 105 E. VI.8.1) verwiesen werden. 

Anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzte der Beschuldigte, dass er Rentner 

- 63 -

sei, die V._____ GmbH zwar noch aktiv, aber auf Sparflamme gesetzt sei und er 

kein Einkommen aus dieser Tätigkeit, welche ein Pensum von 30-40 % umfasse, 

beziehe. Er verfüge über eine AHV-Rente von fast Fr. 2'000.–. Seine Ehefrau er-

ziele monatlich ein Erwerbseinkommen von Fr. 2'000.– netto zuzüglich die AHV-

Rente seit dem Vorjahr. Er habe – abgesehen von der Eigenheimliegenschaft – we-

der nennenswertes Vermögen noch – vorbehaltlich der Hypothek – Schulden (Prot. 

II S. 29 ff.). Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten wirken sich strafzu-

messungsneutral aus. 

3.2. Der Beschuldigte verfügt unverändert über keine Vorstrafen (Urk. 123), wel-

cher Umstand sich ebenfalls strafzumessungsneutral auswirkt. 

3.3. Ein sich zu Gunsten des Beschuldigten auswirkendes Nachtatverhalten wie 

ein Geständnis, Reue, oder eine massgebliche Einsicht in das Unrecht seiner Taten 

ist nicht festzustellen. Eine darauf gestützte Strafmilderung kann ihm deshalb nicht 

zugute gehalten werden.

4.

Aus  der  Würdigung  der  massgebenden  Strafzumessungsfaktoren  resultiert 

für den Diebstahl vom 4. Juni 2021 eine Freiheitsstrafe von 26 Monaten.

C. Diebstahl vom 5. Dezember 2020

1.

In objektiver Hinsicht fällt bei der Beurteilung des Diebstahls vom 5. Dezem-

ber 2020 vorab der beträchtliche Deliktsbetrag der gestohlenen Vermögenswerte 

verschuldenserschwerend ins Gewicht. Unklar ist, weshalb die Vorinstanz den De-

liktsbetrag  im  Rahmen  der  Strafzumessung  lediglich  mit  Fr. 200'000.–  beziffert 

(Urk. 105 E. IV.4.1), sie andererseits den Gesamtwert der in Frage stehenden Gold-

münzen anlässlich ihrer Beurteilung der Zivilforderungen ungleich höher mit im De-

liktszeitpunkt  über  Fr. 314'000.–  quantifiziert  (50  Goldvreneli:  50x  Fr.  150.– 

= Fr. 7'500.–;  125  "Krügerrand"-/  60"Canada/Maple  Leaf"-  bzw.-  "USA/American 

Eagle"-Goldmünzen:  Insgesamt  185  x  Fr. 1'658.10  =  Fr.  306'755.80  [recte: 

Fr. 306'748.50]).  Plausibilisiert  wird  ein  vorliegend  anzunehmender  Deliktsbetrag 

von mindestens rund Fr. 300'000.– denn auch durch die seitens des Beschuldigten 

vorgenommenen Münzenverkäufe im Nachgang zur Tat und die daraus gewonne-

nen Erlöse (vgl. Urk. D1/2 S. 17 f.; Urk. D1/8/2/4 S. 1 f.; Urk. D1/8/3/2 S. 1), sowie 

- 64 -

anhand des Umstands, dass der Beschuldigte angab, es habe sich bei den Gold-

münzen – vorbehaltlich der Goldvreneli – um Ein-Unzen-Stücke gehandelt (Prot. II 

S. 40). Die massgebliche Deliktssumme wirkt sich beträchtlich straferhöhend aus. 

Im Übrigen kann bezüglich der Würdigung des objektiven Tatverschuldens auf die 

vorstehenden,  bereits  zum  Diebstahl  vom  4.  Juni  2021  gemachten  Gesamtum-

stände verwiesen werden (E. B.1.), welche auch hier Anwendung finden. Das ob-

jektive Verschulden des Beschuldigten hinsichtlich des Diebstahls vom 5. Dezem-

ber 2020 wiegt erheblich. Bei isolierter Betrachtung wäre hierfür eine hypothetische 

Freiheitsstrafe von mindestens 20 Monaten vorzusehen.

2.

Hinsichtlich der für die Würdigung der subjektiven Tatschwere massgebenden 

Umstände  kann  im  Wesentlichen  auf  die  zuvor  betreffend  Diebstahl  vom  4.  Juni 

2021 gemachten Erwägungen (E. B.2.) verwiesen werden, da die Motivlage iden-

tisch erscheint. Insgesamt vermag die subjektive Tatschwere die objektive nicht zu 

relativieren, weshalb es – bei isolierter Betrachtung – bei einer Einsatzstrafe von 

mindestens 20 Monaten Freiheitsstrafe bliebe.

3.

Die  persönlichen  Verhältnisse  des  Beschuldigten,  seine  Vorstrafenlosigkeit 

sowie sein Nachtatverhalten (vgl. dazu auch vorstehend unter E. B.3.1.-3.3.) erwei-

sen sich auch bei der Beurteilung des Diebstahls vom 5. Dezember 2020 als straf-

zumessungsneutral. 

4.

Bei der Asperation mit der für den Diebstahl vom 4. Juni 2021 festgesetzten 

Sanktion vermag sich der Umstand der sehr engen sachlichen Konnexität der bei-

den Delikte erheblich, im Umfang von annähernd der Hälfte, zu Gunsten des Be-

schuldigten auszuwirken, auch wenn sich die Konnexität in zeitlicher Hinsicht als 

eher lose erweist. Unter erheblicher Mitberücksichtigung des Umstandes, dass sich 

die Strafe im Grenzbereich befindet, in dem ein teilbedingter Vollzug der Freiheits-

strafe gerade noch möglich ist (vgl. Art. 43 StGB), rechtfertigt sich für den mehrfa-

chen Diebstahl eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten.

- 65 -

D.

Betrug 

1.

In  objektiver  Hinsicht  fällt  bei  der  Beurteilung  des  Betrugs  die  nicht  zu  ver-

nachlässigende Deliktssumme von rund Fr. 30'000.– zu Ungunsten des Beschul-

digten ins Gewicht, auch wenn innerhalb des Anwendungsbereichs der Covid-19-

Solidarbürgschaftsverordnung noch weit höhere Deliktsbeträge denkbar sind. Die 

relativ einfache Vorgehensweise des Beschuldigten erschöpfte sich in einer einzi-

gen Tathandlung innerhalb eines entsprechend kurzen Zeitraums und weist keine 

besondere  Raffinesse  auf.  Indes  ist  festzuhalten,  dass  sich  die  gesamte  Gesell-

schaft im Tatzeitpunkt aufgrund des Pandemieausbruchs in einer ausserordentli-

chen Lage befand und der Staat aufgrund der wirtschaftlichen Notlage gezwungen 

war, für schnelle und unbürokratische Hilfe zu sorgen, was die massive Herabset-

zung der Überprüfungsmöglichkeiten bei Krediten wie dem vom Beschuldigten er-

hältlich gemachten notwendig machte. Der Beschuldigte nutzte diese Krisensitua-

tion  aus  und  bezog  für  Notleidende  vorgesehenen  Leistungen,  die  ihm  nicht  zu-

standen, womit er eine gewisse kriminelle Energie und Skrupellosigkeit manifes-

tierte.  In  objektiver  Hinsicht  ist  insgesamt  von  einem  noch  leichten  Verschulden 

auszugehen. Bei isolierter Betrachtung wäre hierfür eine Strafe von 9 Monaten vor-

zusehen. 

2.

Betreffend die subjektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 

vorsätzlich und aus rein finanziellen Motiven handelte. Zwar nutzte er die zu Un-

recht erhältlich gemachte Kreditsumme gemäss angeklagtem Sachverhalt insbe-

sondere zur Tilgung seiner geschäftlichen Schulden, verwandte sie indes – wenn 

auch lediglich in eher bescheidenem Umfang – ebenfalls für private Zwecke. Leicht 

zu Gunsten des Beschuldigten ist zu berücksichtigen, dass sein Unternehmen sich 

im  Tatzeitpunkt  in  einer  finanziellen  Schieflage  befand.  Insgesamt  vermögen  die 

subjektiven Zumessungsgründe die objektiven Kriterien leicht zu relativieren, womit 

sich bei isolierter Betrachtung eine Strafe von 7 Monaten als angemessen erwiese. 

3.1. Ein Geständnis führt nicht zwingend zu einer Strafreduktion, sondern es steht 

wie bei den übrigen Strafzumessungsfaktoren im Ermessen des Sachgerichtes zu 

beurteilen, ob und in welchem Ausmass das Geständnis eine strafmindernde Folge 

haben  soll  (Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_799/2024  vom  2. Dezember  2024 

- 66 -

E. 3.1; 6B_156/2023 vom 3. April 2023 E. 1.3.1 [nicht publ. in BGE 149 IV 161]; je 

mit Hinweisen). Dabei berücksichtigt das Gericht ein Geständnis, wenn es auf Ein-

sicht in das begangene Unrecht oder auf Reue schliessen lässt oder der Täter zur 

Tataufdeckung  über  seinen  eigenen  Tatanteil  hinaus  beiträgt  (BGE  121  IV  202 

E. 2d/cc). Hat ein Geständnis die Strafverfolgung nicht erleichtert oder ist die ge-

ständige Person nur aufgrund einer erdrückenden Beweislage oder gar erst nach 

Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils geständig geworden, ist eine Strafminde-

rung  nicht  angebracht  (Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_1135/2023  vom  19. Fe-

bruar 2025 E. 3.5.1; 6B_156/2023 vom 3. April 2023 E. 1.3.1 [nicht publ. in BGE 

149 IV 161]). 

3.2. Die persönlichen Verhältnisse wie auch seine Vorstrafenlosigkeit (vgl. vorste-

hend unter E. B.3.1.-3.2.) wirken sich auch in Bezug auf den zu beurteilenden Be-

trug des Beschuldigten strafzumessungsneutral aus.

3.3. Der Beschuldigte anerkannte, dass er den anklagegegenständlichen Covid-

19-Kredit beantragt hatte, und räumte ferner ein, dass der in der Kreditvereinbarung 

genannte Umsatzerlös falsch bzw. zu hoch gewesen sei, wobei er diesbezüglich 

– auch noch vor Vorinstanz (Prot. I S. 47) und Berufungsinstanz (Prot. II S. 52 f.) – 

ein Versehen vorschob, welches indes widerlegt ist. Im Rahmen der vorinstanzli-

chen Hauptverhandlung hat sich der Beschuldigte hinsichtlich des hohen Kreditan-

trages entschuldigt, wobei er die Zweckentfremdung des Geldes weiterhin bestritt 

(Prot. I S. 47). Kurz davor hat er sodann eine Schuldanerkennung im Betrag von 

Fr. 30'653.90 zu Gunsten der Privatklägerin 4 abgegeben (Urk. 98/6). Die seitens 

des  Beschuldigten  im  Strafverfahren  –  mehrheitlich  erst  sehr  spät  –  gemachten 

Zugeständnisse sind – angesichts des erdrückenden Beweisergebnisses – im Rah-

men der Strafzumessung lediglich geringfügig zu seinen Gunsten zu würdigen, wo-

bei die abgegebene Schuldanerkennung indes merklich zu seinen Gunsten ins Ge-

wicht fällt. Es erscheint als angemessen, sein Nachtatverhalten insgesamt mit ei-

nem Monat Strafminderung zu honorieren, weshalb – bei isolierter Betrachtung – 

eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten bzw. eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen re-

sultieren würde. Unter dem Gesichtspunkt der Tatschwere bzw. des Verschuldens 

und dem Umstand, dass der Beschuldigte bis anhin nicht vorbestraft ist, erscheint 

- 67 -

unter Berücksichtigung des Verhältnismässigkeitsprinzips sowie der Zweckmässig-

keit der Strafe eine Geldstrafe dem Verschulden angemessen (vgl. BGE 144 IV 313 

E. 1.1.1). Der Beschuldigte ist demnach mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen 

für den Betrug zu bestrafen.

E. Urkundenfälschung

1.

Der  Beschuldigte  fälschte  mit  dem  Kreditantragsformular  eine  Urkunde,  in-

dem er den Umsatzerlös der AE._____ AG mit Fr. 1'115'000.– anstelle des einige 

hunderttausend Franken tiefer liegenden tatsächlichen Umsatzerlöses angab, wo-

mit die Täuschung über die tatsächlich bestehenden Verhältnisse erheblich wiegt. 

Das Kreditantragsformular verwendete der Beschuldigte lediglich gegenüber einem 

einzigen  Geschäfts-  bzw.  Vertragspartner,  nämlich  der  kreditgebenden  Bank,  je-

doch  mit  dem  Wissen,  dass  der  Kredit  ohne  Weiteres  durch  den  Bund  bzw.  die 

Privatklägerin 4 verbürgt würde. Das objektive Verschulden wiegt in objektiver Hin-

sicht insgesamt als gerade noch leicht, wofür bei isolierter Betrachtung eine Gelds-

trafe von 180 Tagessätzen auszufällen wäre.

2.

In  subjektiver  Hinsicht  ist  auf  die  vorstehenden  Erwägungen  zum  Betrug 

(E. D.2.) zu verweisen. Die subjektiven Zumessungsgründe vermögen die objekti-

ven Kriterien leicht zu relativieren, womit sich eine Geldstrafe von 145 Tagessätzen 

als angemessen erweist. 

3.1. Die persönlichen Verhältnisse wie auch seine Vorstrafenlosigkeit (vgl. vorste-

hend unter E. B.3.1.-3.2. bzw. C.3.2.) wirken sich auch in Bezug auf die zu beurtei-

lenden Urkundenfälschung des Beschuldigten strafzumessungsneutral aus.

3.2. Auch bei der Urkundenfälschung sind die seitens des Beschuldigten im Straf-

verfahren gemachten Zugeständnisse – angesichts des erdrückenden Beweiser-

gebnisses – im Rahmen der Strafzumessung lediglich geringfügig zu seinen Guns-

ten zu würdigen (s. dazu auch vorstehend unter E. D.3.3.). In Berücksichtigung der 

subjektiven  Tatschwere  resultiert  hinsichtlich  der  Urkundenfälschung  demnach 

eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen, die mit der vorstehend festgesetzten Gelds-

trafe für den Betrug zu asperieren wäre. Nachdem die Geldstrafe gemäss Art. 34 

- 68 -

Abs. 1  StGB  höchstens  180 Tagessätze  beträgt,  hat  es  bei  einer  Geldstrafe  von 

180 Tagessätzen Geldstrafe für den Betrug und die Urkundenfälschung sein Be-

wenden.

4.

Die  seitens  der  Vorinstanz  vorgesehene  Tagessatzhöhe  im  Betrag  von 

Fr. 250.– (vgl. Urk. 105 E. IV.7.4.) ist aufgrund der inzwischen eingetretenen Pen-

sionierung des Beschuldigten auf Fr. 200.– zu reduzieren, wobei zu berücksichti-

gen bleibt, dass der Beschuldigte trotz Einkommensreduktion über eine wertvolle 

Liegenschaft verfügt und unverändert Inhaber der V._____ GmbH ist. 

F.

Ergebnis

In Anbetracht aller relevanten Strafzumessungsgründe erscheint es in Würdigung 

aller massgebenden Strafzumessungskriterien als angemessen, den Beschuldig-

ten mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und einer Geldstrafe von 180 Tagessät-

zen zu Fr. 200.– zu bestrafen. 

VI. Vollzug

A.

Theoretische Grundlagen

1.1. Die Vorinstanz hat die massgebenden theoretischen Ausführungen zum be-

dingten Vollzug gemacht (Urk. 105 E. V.1. u. 3.1.). Darauf kann vollumfänglich ver-

wiesen werden. 

1.2. Zu  ergänzen  bleibt,  dass  das  Gericht  den  Vollzug  einer  Freiheitsstrafe  von 

mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren nur teilweise aufschieben kann, 

wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu 

tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB). Dabei darf der unbedingt vollziehbare Teil die Hälfte 

der Strafe nicht übersteigen und es muss sowohl der aufgeschobene wie auch der 

zu  vollziehende  Teil  mindestens  sechs  Monate  betragen  (Art.  43  Abs.  2  und 

Abs. 3 StGB).  Grundvoraussetzung 

für  eine 

teilbedingte  Strafe  gemäss 

Art. 43 StGB  ist,  wie  bei  Art.  42  StGB,  dass  die  Legalprognose  des  Täters  nicht 

schlecht ausfällt (vgl. BGE 144 IV 277 E. 3.1.1; 139 IV 270 E. 3.3; Urteile des Bun-

desgerichtes  6B_123/2024  vom  9.  April  2024  E.  3.1;  7B_261/2023  vom 

- 69 -

18. März 2024 E. 2.3.7, zur Publ. vorgesehen; je mit Hinweisen). Der teilbedingte 

Vollzug kommt nur (subsidiär) zur Anwendung, wenn der Aufschub wenigstens ei-

nes Teils der Strafe aus spezialpräventiver Sicht erfordert, dass der andere Strafteil 

unbedingt  ausgesprochen  wird.  Ergeben  sich  –  insbesondere  aufgrund  früherer 

Verurteilungen – ganz erhebliche Bedenken an der Legalbewährung des Täters, 

die bei einer Gesamtwürdigung aller Umstände eine eigentliche Schlechtprognose 

noch nicht zu begründen vermögen, so kann das Gericht an Stelle des Strafauf-

schubs den teilbedingten Vollzug gewähren. Auf diesem Wege kann es im Bereich 

höchst  ungewisser  Prognosen  dem  Dilemma  "Alles  oder  Nichts"  entgehen. 

Art. 43 StGB hat die Bedeutung, dass die Warnwirkung des Teilaufschubes ange-

sichts des gleichzeitig angeordneten Teilvollzuges für die Zukunft eine weitaus bes-

sere  Prognose  erlaubt.  Erforderlich  ist  aber  stets,  dass  der  teilweise  Vollzug  der 

Freiheitsstrafe  für  die  Erhöhung  der  Bewährungsaussichten  unumgänglich  er-

scheint (BGE 144 IV 277 E. 3.1.1; 134 IV 1 E. 5.5.2; Urteil des Bundesgerichtes 

6B_962/2023 vom 26. Februar 2024 E. 2.3.2). Besteht hingegen keinerlei Aussicht, 

dass der Täter sich durch den – ganz oder teilweise – gewährten Strafaufschub im 

Hinblick auf sein zukünftiges Legalverhalten positiv beeinflussen lässt, ist die Strafe 

in voller Länge zu vollziehen (BGE 144 IV 277 E. 3.1.1; 134 IV 1 E. 5.3.1; Urteil des 

Bundesgerichtes 6B_962/2023 vom 26. Februar 2024 E. 2.3.2; je mit Hinweisen). 

Innerhalb des gesetzlichen Rahmens liegt die Festsetzung im pflichtgemässen Er-

messen des Gerichtes. Das Verhältnis der Strafteile ist so festzusetzen, dass darin 

die Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung des Täters einerseits und dessen Ein-

zeltatschuld  andererseits  hinreichend  zum  Ausdruck  kommen.  Je  günstiger  die 

Prognose und je kleiner die Vorwerfbarkeit der Tat sind, desto grösser muss der 

auf Bewährung ausgesetzte Strafteil sein. Der unbedingt vollziehbare Strafteil darf 

das unter Verschuldensgesichtspunkten (Art. 47 StGB) gebotene Mass nicht unter-

schreiten  (BGE  134  IV  1  E. 5.6,  97  E.  6.3.4.3;  Urteil  des  Bundesgerichtes 

7B_185/2022 vom 22. Dezember 2023 E. 2.4; je mit Hinweisen). Für die Prognose 

über das zukünftige Verhalten des Täters ist eine Gesamtwürdigung aller wesentli-

chen  Umstände  vorzunehmen.  In  die  Beurteilung  mit  einzubeziehen  sind  neben 

den Tatumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tat-

sachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten sei-

- 70 -

ner Bewährung zulassen. Für die Einschätzung des Rückfallrisikos ist ein Gesamt-

bild der Täterpersönlichkeit unerlässlich. Relevante Faktoren sind etwa strafrecht-

liche  Vorbelastung,  Sozialisationsbiographie  und  Arbeitsverhalten,  das  Bestehen 

sozialer Bindungen, Hinweise auf Suchtgefährdungen, usw. Die persönlichen Ver-

hältnisse bis zum Zeitpunkt des Entscheides sind mit einzubeziehen. Es ist unzu-

lässig, einzelnen Umständen eine vorrangige Bedeutung beizumessen und andere 

zu vernachlässigen oder überhaupt ausser Acht zu lassen (BGE 134 IV 1 E. 4.2.1; 

Urteil des Bundesgerichtes 6B_30/2024 vom 5. August 2024 E. 2.3.3; je mit Hin-

weisen). Dem Gericht steht bei der Prüfung der Prognose des künftigen Legalver-

haltens ein Ermessensspielraum zu (BGE 145 IV 137 E. 2.2; Urteil des Bundesge-

richtes 6B_30/2024 vom 5. August 2024 E. 2.3.3; je mit Hinweisen).

B. Würdigung

1.

Die heute auszufällende Freiheitsstrafe von 3 Jahren lässt in objektiver Hin-

sicht gerade noch einen teilbedingten Aufschub des Vollzugs der Strafe zu, wobei 

die Strafe vorliegend auch unter wesentlicher Berücksichtigung der Möglichkeit ei-

nes teilbedingten Vollzugs festgesetzt wurde (vgl. vorne E. V.C.4.). Der Beschul-

digte  ist  nicht  vorbestraft,  sodass  ihm  grundsätzlich  eine  gute  Legalprognose  zu 

attestieren ist. Er offenbarte jedoch mit seiner wiederholten Delinquenz eine nicht 

zu vernachlässigende kriminelle Energie und zeigte bis heute weder Einsicht noch 

Reue,  wofür  er  mit  36 Monaten  Freiheitsstrafe  zu  bestrafen  ist.  Die  Gesamtum-

stände sprechen nach dem Gesagten dafür, dass dem mittelschweren bzw. erheb-

lichen Verschulden (vgl. vorne E. V.B.1.-2. bzw. C.1.-2.) mit einem höheren unbe-

dingten Strafanteil angemessen Rechnung zu tragen ist. Mithin rechtfertigt es sich 

vorliegend die Freiheitsstrafe im Umfang von 15 Monaten zu vollziehen und im üb-

rigen Umfang von 21 Monaten aufzuschieben, wobei sich eine Probezeit von 2 Jah-

ren als angemessen erweist.

2.

Für die Geldstrafe von 180 Tagessätzen hingegen sind die Voraussetzungen 

für  die  Gewährung  des  bedingten  Strafvollzuges  in  objektiver  Hinsicht  erfüllt.  Da 

der Beschuldigte nicht vorbestraft ist, ist von einer günstigen Prognose auszuge-

hen.  Einhergehend  mit  der  zutreffenden  Einschätzung  der  Vorinstanz  (Urk. 105 

E. V.3.1) ist sodann nicht ersichtlich, weshalb die heute auszusprechende Strafe 

- 71 -

nicht ausreichend sein sollte, um den Beschuldigten von weiterer Delinquenz ab-

zuhalten. Demnach ist dem Beschuldigten der bedingte Vollzug für die Geldstrafe 

zu gewähren, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren.

VII. Beschlagnahme

A.

Theoretische Grundlagen

Die Vorinstanz hat die massgebenden theoretischen Ausführungen zur Beschlag-

nahme und Einziehung von Vermögenswerten bzw. zur Rückerstattung eines de-

liktisch erlangten Vermögenswertes an die geschädigte Person gemacht (Urk. 105 

E. V.[recte: VI.]1. u. 2.1.). Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden.

B. Würdigung

1.1. Die Privatklägerinnen 2 und 3 – die Erbinnen der †Privatklägerin 1 – beantra-

gen vorliegend die direkte Herausgabe der mit der staatsanwaltschaftlichen Verfü-

gung vom 3. September 2021 (Urk. D1/11/6) beschlagnahmten Vermögenswerte 

(Urk. 86 S. 3; Urk. 132 S. 3). Seitens der Anklagebehörde liegt ein gleichlautender 

Antrag vor (Urk. D1/20 S. 16; Urk. 96 S. 10). 

1.2. Demgegenüber macht der Beschuldigte geltend, die in Frage stehenden Ver-

mögenswerte seien – da sie aufgrund der Schenkung seitens der †Privatklägerin 1 

ihm gehören würden – an ihn herauszugeben (Urk. 107 S. 2; Urk. 127 S. 2).

2.1. Einhergehend  mit  der  sich  als  zutreffend  erweisenden  Auffassung  der  Vor-

instanz geht es vorliegend um nachfolgende Vermögenswerte, welche anlässlich 

der  Hausdurchsuchung  vom  31.  August  2021  beim  Beschuldigten  sichergestellt 

und hernach mit besagter Verfügung beschlagnahmt sowie als Sachkaution in der 

Ursprungsform eingelagert wurden (vgl. Urk. D1/11/6):

-

-

-

Fr. 66'000.– (66x 1000; A015'345'956)

Fr. 100'000.– (100x 1000; A015'345'978)

Fr. 13'000.– (13x 1000; A015'346'368)

- 72 -

-

-

-

-

-

14 Goldmünzen Krügerrand (A015'346'299)

95 Goldmünzen Krügerrand (A015'346'313

20 Goldmünzen USA (A015'346'324)

35 Goldmünzen Canada (A015'346'335)

50 10er Goldvreneli (A015'346'346).

2.2.

In vorliegendem Strafverfahren wurde erstellt, dass der Beschuldigte die er-

wähnten Vermögenswerte der †Privatklägerin 1 gestohlen hat. Ausgangsgemäss 

sind diese Vermögenswerte den Privatklägerinnen 2 und 3 – als Rechtsnachfolge-

rinnen  der  †Privatklägerin  1  –  gestützt  auf  Art. 70  Abs. 1  StGB  nach  Eintritt  der 

Rechtskraft dieses Urteils herauszugeben.

VIII. Zivilansprüche

A.

Theoretische Grundlagen

Die  Vorinstanz  hat  die  massgebenden  theoretischen  Grundsätze  zu  den  Zivilan-

sprüchen sowie zu deren adhäsionsweisen Geltendmachung zutreffend dargelegt 

(Urk. 105 E. VI.[recte: VII.]1.1-1.2.). Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden.

B. Würdigung

1.1. Die Privatklägerinnen 2 und 3 beantragen, es sei ihnen – neben der bereits 

erwähnten  Herausgabe  der  durch  den  mehrfachen  Diebstahl  erlangten  Vermö-

genswerte  –  vom  Beschuldigten  zu  leistender  Schadenersatz  in  der  Höhe  von 

Fr. 34'820.10 zuzüglich Zins zu 5 % seit 5. Dezember 2020 und Fr. 621'000.– zu-

züglich 5 % Zins seit 4. Juni 2021 zu bezahlen, wobei sie unverändert an der bereits 

vor  Vorinstanz  vorgebrachten  Begründung  festhalten  (Urk. 86  S.  3;  Urk. 132 

S. 4 ff.; vgl. Urk. 105 E. VI.[recte VII.]2.1). 

1.2. Seitens des Beschuldigten wird unverändert die Abweisung der in Frage ste-

henden Zivilforderungen beantragt, da ihm diese Vermögenswerte von der †Privat-

klägerin 1 geschenkt worden seien bzw. er seinem Antrag folgend freizusprechen 

sei (Urk. 97 S. 32 Rz. 103; Urk. 127 S. 11; Prot. I S. 40 f.).

- 73 -

1.3. Die  Vorinstanz  kam  nach  einer  ausführlich  und  sorgfältig  vorgenommenen 

Würdigung der massgebenden Umstände zum Schluss, dass der Schaden der Pri-

vatklägerinnen  2  und  3  zum  einen  das  am  4.  Juni  2021  gestohlene  Bargeld 

(Fr. 800'000.–)  abzüglich  des  sichergestellten  und  zurückzugebenden  Betrages 

(total Fr. 179'000.–), und damit Fr. 621'000.– zuzüglich 5 % ab dem 4. Juni 2021 

beträgt. Zum anderen hielt sie korrekt fest, dass die von den Privatklägerinnen 2 

und 3 genannten Goldkurse (Urk. 87/1-5) zutreffend seien, sie für alle Goldmünzen 

(Krügerrand, USA, Canada) mit dem tiefsten Goldkurs von Fr. 1'658.10 pro Unze 

rechnen würden und mithin weniger als den effektiven Gesamtwert der Goldmün-

zen vom Beschuldigten fordern würden, weshalb auf diese Zahlen abgestellt wer-

den könne, was – unter Berücksichtigung bzw. rechnerischem Abzug des Wertes 

der ihnen herauszugebenden Goldmünzen – eine Schadenssumme von insgesamt 

Fr. 34'820.10 zuzüglich 5 % ab 5. Dezember 2020 ergäbe. Ebenfalls hielt die Vor-

instanz zutreffend fest, dass betreffend die 50 der †Privatklägerin 1 entwendeten 

Goldvreneli kein Schadensbetrag bestehe, zumal sie den daran berechtigten Pri-

vatklägerinnen 2 und 3 bereits (gestützt auf Art. 70 Abs. 1 StGB) herauszugeben 

seien. Sodann lassen sich die Schadensbeträge gemäss der Vorinstanz adäquat 

kausal auf die vorsätzlichen begangenen Diebstähle des Beschuldigten am 5. De-

zember 2020 und am 4. Juni 2021 zurückführen (Urk. 105 E. VI.[recte VII.]2.3). Die-

sen Erwägungen der Vorinstanz kann vollumfänglich gefolgt werden. Sie sind des-

halb vorliegend zu bestätigen.

2.1. Die  Privatklägerin  4  beantragt  ihrerseits  Schadenersatz  in  der  Höhe  von 

Fr. 108'980.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 6. Juli 2021 (Urk. 74 S. 1; Urk. 111 S. 1). 

2.2. Der Beschuldigte hat am 12. März 2024 eine Schuldanerkennung in der Höhe 

von Fr. 30'653.90 unterschrieben (Urk. 98/6). Im Übrigen bestreitet er die Berechti-

gung  der  seitens  der  Privatklägerin  4  gestellten  Zivilforderung  (Prot.  I  S.  59; 

Urk. 127 S. 2 u. 11).

2.3. Wie vorstehend dargelegt beläuft sich der Vermögensschaden der Privatklä-

gerin 4 infolge der seitens des Beschuldigten unzutreffend gemachten Angaben in 

der Covid-19-Kreditvereinbarung auf Fr. 30'653.90 (vorstehend E. VI.B.2.). Der Be-

schuldigte hat in dieser Höhe eine Schuldanerkennung zu Gunsten der Privatklä-

- 74 -

gerin 4 abgegeben. Dementsprechend ist  der Beschuldigte gemäss seiner Aner-

kennung zu verpflichten, der Privatklägerin 4, Fr. 30'653.90 zuzüglich 5 % Zins ab 

4. Juni 2021 als Schadenersatz zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird die Privatkläge-

rin 4 mit ihrer Schadenersatzforderung auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.1. Gestützt auf Art. 428 Abs. 3 StPO hat die Rechtsmittelinstanz von Amtes we-

gen auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung zu befinden, wenn 

sie selber ein neues Urteil fällt und nicht kassatorisch entscheidet. Gemäss Art. 426 

Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, wenn sie verur-

teilt wird. Wird das Verfahren eingestellt oder die beschuldigte Person freigespro-

chen,  so  können  ihr  die  Verfahrenskosten  ganz  oder  teilweise  auferlegt  werden, 

wenn sie rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder 

dessen Durchführung erschwert hat (Art. 426 Abs. 2 StPO).

1.2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob bzw. inwieweit eine 

Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in wel-

chem Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheissen wer-

den  (Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_244/2024  vom  24.  Juni  2024  E.  4.2; 

6B_1344/2019  vom  11.  März  2020  E.  2.2;  jeweils  mit  Hinweisen).  Wird  der  Ent-

scheid im Rechtsmittelverfahren nur unwesentlich abgeändert, können die Kosten 

nach  dem  Verursacherprinzip  auferlegt  werden  (Urteil  des  Bundesgerichtes 

6B_318/2016 vom 13. Oktober 2016 E. 4.1 m.w.H.).

2.1. Die von der Vorinstanz vorgenommene Kostenfestsetzung gemäss Disposi-

tivziffer  11  erweist  sich  bezüglich  der  Höhe  der  Gerichtsgebühr  gestützt  auf  §  2 

Abs. 1 lit. b-d, § 14 Abs. 1 lit. b GebV OG in Anbetracht der Bedeutung und Schwie-

rigkeit dieses Falles sowie des Zeitaufwandes des Gerichtes als angemessen und 

ist zu bestätigen. 

2.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von Art. 424 

Abs. 1 StPO i.V.m. §§ 16, 2 Abs. 1 lit. b, c und d sowie § 14 GebV OG unter Be-

- 75 -

rücksichtigung  der  Bedeutung  und  Schwierigkeit  des  Falles  sowie  des  Zeitauf-

wands des Gerichtes für dieses Verfahren auf Fr. 6'000.– festzusetzen. 

3.

Der Beschuldigte obsiegt im Berufungsverfahren insoweit, als er vom Vorwurf 

der  Misswirtschaft  freizusprechen  ist,  was  sich  entsprechend  in  der  Strafzumes-

sung niederschlägt. Im Übrigen unterliegt er im Berufungsverfahren mit seinem An-

trag auf vollumfänglichen Freispruch. Es rechtfertigt sich deshalb die Kosten der 

Untersuchung  und  beider  gerichtlicher  Verfahren  im  Umfang  von  sieben  Achteln 

dem Beschuldigten aufzuerlegen. Im Umfang von einem Achtel sind die Kosten auf 

die Gerichtskasse zu nehmen.

4.1. Gemäss Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO hat die Privatklägerschaft gegenüber der 

beschuldigten Person bei Obsiegen Anspruch auf angemessene Entschädigung für 

notwendige Aufwendungen im Verfahren. Die Privatklägerschaft hat ihre Entschä-

digungsforderung  zu  beantragen,  zu  beziffern  und  zu  belegen  (Art. 433 

Abs. 2 StPO). Die Entschädigungspflicht gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO umfasst ne-

ben der Ausrichtung eines Auslagenersatzes für wirtschaftliche Einbussen insbe-

sondere auch die Kosten für die anwaltliche Vertretung. Entschädigt werden not-

wendige Aufwendungen im Verfahren, deren Bemessung im gerichtlichen Ermes-

sen liegt. 

4.2. Die  Privatklägerinnen  2  und  3  beziffern  ihre  Entschädigungsforderung  im 

vorinstanzlichen Verfahren auf Fr. 57'665.40 (Urk. 86 S. 10 f.; Urk. 87/6-9; Prot. I 

S. 15).  Einhergehend  mit  der  zutreffenden  Auffassung  der  Vorinstanz  (Urk. 105 

E. VII.[recte: VIII.]2.2) wurden die einzelnen Aufwände hinreichend substantiiert und 

erweisen sich als angemessen. Im Berufungsverfahren machte die Rechtsvertrete-

rin der Privatklägerinnen 2 und 3 mit Honorarnote vom 12. Juni 2025 einen Auf-

wand  von  Fr. 4'854.55  (inklusive  Barauslagen  und  Mehrwertsteuer)  geltend 

(Urk. 133), welcher sich als angemessen und den Vorschriften der Anwaltsgebüh-

renverordnung entsprechend erweist (§ 2 Abs. 1 lit. b, § 3 und § 18 Abs. 1 i.V.m. § 

17 Abs. 1 lit. b AnwGebV). Unter zusätzlicher Berücksichtigung der Aufwendungen 

für die Teilnahme an der Berufungsverhandlung (inklusive Weg und Nachbespre-

chung mit der Klientschaft) im Umfang von sechs Stunden erscheint es angemes-

- 76 -

sen die Entschädigung für das gesamte Verfahren pauschal auf Fr. 64'500.– (inkl. 

Mehrwertsteuer) festzusetzen. 

4.3 Die Privatklägerin 4 bezifferte ihre Entschädigungsforderung vor Vorinstanz 

auf Fr. 3'205.– (inkl. MwSt., Urk. 75; Urk. 75/6). Auch die von ihr geltend gemachte 

Entschädigung erweist sich – einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der 

Vorinstanz (Urk. 105 E. VII.[recte: VIII.]2.3) – als angemessen. Im Berufungsverfah-

ren wurde keine Entschädigung geltend gemacht und es ist – mangels aktiver Teil-

nahme  im  Berufungsverfahren –  auch  kein  entsprechender  Aufwand  ersichtlich. 

Dementsprechend ist die Entschädigung der Privatklägerin 4 für das gesamte Ver-

fahren auf Fr. 3'205.– festzulegen.

4.4. Entsprechend  hat  der  Beschuldigte  die  Privatklägerinnen  2-4  ausgangsge-

mäss im dargelegten Umfang für das gesamte Verfahren zu entschädigen, nach-

dem diese in den sie betreffenden Punkten obsiegen.

5.1. Die Entschädigungsfrage hinsichtlich der beschuldigten Partei folgt den glei-

chen Regeln wie der Kostenentscheid. Es gilt der Grundsatz, dass bei Auferlegung 

der Kosten keine Entschädigung oder Genugtuung auszurichten ist, während bei 

Übernahme der Kosten durch die Staatskasse die beschuldigte Person Anspruch 

auf Entschädigung hat (Urteil des Bundesgerichtes 6B_802/2015 vom 9. Dezem-

ber 2015 E. 5.3; BGE 137 IV 352 E. 2.4.2). 

5.2. Der  vormalige,  erbetene  Verteidiger  des  Beschuldigten,  Rechtsanwalt 

Dr. iur. X3._____, machte vor Vorinstanz für seine Bemühungen und Barauslagen 

den Betrag von gesamthaft Fr. 28'593.40 (inklusive Mehrwertsteuer; Urk. 97A) und 

im  Berufungsverfahren  den  Betrag  von  Fr. 1'534.30  (inklusive  Mehrwertsteuer; 

Urk. 129) geltend. Dieser Aufwand erweist sich als angemessen und entspricht den 

Vorschriften der Anwaltsgebührenverordnung (§ 2 Abs. 1 lit. b, § 3 und § 18 Abs. 1 

i.V.m.  §  17  Abs. 1  lit.  b  AnwGebV).  Dementsprechend  ist  Rechtsanwalt 

Dr. iur. X3._____ für die erbetene Verteidigung des Beschuldigten im Vorverfahren 

und beider gerichtlichen Verfahren mit einer reduzierten Prozessentschädigung im 

Umfang  von  einem  Achtel  im  Betrag  von  pauschal  Fr. 4'250.–  (inkl.  Mehrwert-

- 77 -

steuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen (vgl. Art. 429 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 

StPO). 

5.3. Der erbetene Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____, 

machte  im  Berufungsverfahren  Aufwendungen  von  Fr. 12'931.45  (inkl.  Barausla-

gen und Mehrwertsteuer) geltend (Urk. 128). Unter Berücksichtigung der tatsächli-

chen  Aufwendungen  für  die  Teilnahme  an  der  Berufungsverhandlung  (inklusive 

Weg und Nachbesprechung mit dem Klienten) und des Umstands, dass die Auf-

wendungen der Substitutin Frau MLaw X2._____ nicht zusätzlich zu entschädigen 

sind, erscheint eine reduzierte Prozessentschädigung für die Aufwendungen von 

Rechtsanwalt  Dr. iur.  X1._____  im  Berufungsverfahren  von  pauschal  Fr. 1'750.– 

(inklusive Mehrwertsteuer) als angemessen und Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ ist 

entsprechend aus der Gerichtskasse zu entschädigen (vgl. Art. 429 Abs. 1 lit. a und 

Abs. 3 StPO).

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 6. Abtei-

lung, vom 13. März 2024 hinsichtlich der Dispositivziffern 6 (Herausgabe 

eingezogener Beweismittel), 7 (Vernichtung eingezogener Beweismittel) und 

8 (Herausgabe eingezogener Beweismittel) in Rechtskraft erwachsen ist.

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig







des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB;

des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB sowie

der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB.

2.  Vom Vorwurf der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB wird der 

Beschuldigte freigesprochen.

- 78 -

3.  Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren Freiheitsstrafe und mit 180 Ta-

gessätzen zu Fr. 200.– Geldstrafe.

4.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 21 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (15 Monate) wird 

die Freiheitsstrafe vollzogen.

5.  Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.

6.  Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 

3. September 2021 beschlagnahmten Vermögenswerte werden nach Eintritt 

der Rechtskraft dieses Urteils an die Privatklägerinnen 2 und 3 auf erstes 

Verlangen herausgegeben:

















Fr. 66'000.– (66x 1000; A015'345'956)

Fr. 100'000.– (100x 1000; A015'345'978)

Fr. 13'000.– (13x 1000; A015'346'368)

14 Goldmünzen Krügerrand (A015'346'299)

95 Goldmünzen Krügerrand (A015'346'313)

20 Goldmünzen USA (A015'346'324)

35 Goldmünzen Canada (A015'346'335)

50 10er Goldvreneli (A015'346'346).

7.  Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägerinnen 2 und 3, B._____ 

und C._____, Fr. 34'820.10 zuzüglich 5 % Zins ab 5. Dezember 2020 sowie 

Fr. 621'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 4. Juni 2021 als Schadenersatz zu be-

zahlen.

8.  Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, der Privat-

klägerin 4, Bürgschaftsgenossenschaft D._____, Fr. 30'653.90 zuzüglich 

5 % Zins ab 6. Juli 2021 als Schadenersatz zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

wird die Privatklägerin 4 mit ihrer Schadenersatzforderung auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

9.  Die erstinstanzliche Kostenaufstellung (Dispositivziffer 11) wird bestätigt.

- 79 -

10.  Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 6'000.–. 

11.  Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens beider In-

stanzen werden zu sieben Achteln dem Beschuldigten auferlegt und zu ei-

nem Achtel auf die Gerichtskasse genommen.

12.  Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägerinnen 2 und 3 für das ge-

samte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 64'500.– (inkl. MwSt.) 

zu bezahlen.

13.  Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 4 für das gesamte Ver-

fahren eine Prozessentschädigung von Fr. 3'205.– (inkl. MwSt.) zu bezah-

len.

14.  Für die Verteidigung des Beschuldigten wird für das gesamte Verfahren eine 

reduzierte Prozessentschädigung im Umfang von einem Achtel aus der Ge-

richtskasse zugesprochen: Fr. 4'250.– (inkl. MwSt.) für das Vorverfahren und 

beide gerichtliche Verfahren an Rechtsanwalt Dr. iur. X3._____ und 

Fr. 1'750.– (inkl. MwSt.) für das Berufungsverfahren an Rechtsanwalt 

Dr. iur. X1._____.

15. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an











die erbetene Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

die Rechtsvertretung der Privatklägerinnen 2 und 3 dreifach für sich 
und zuhanden der Privatklägerinnen 2 und 3 

die Rechtsvertretung der Privatklägerin 4 im Doppel für sich und zu-
handen der Privatklägerin 4

an Rechtsanwalt Dr. iur. X3._____

(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 
Rechtsanwalt Dr. iur. X3._____ nur zugestellt, sofern er dies innert 10 
Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangt.)

sowie in vollständiger Ausfertigung an



die erbetene Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

- 80 -









die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat

die Rechtsvertretung der Privatklägerinnen 2 und 3 dreifach für sich 
und zuhanden der Privatklägerinnen 2 und 3 

die Rechtsvertretung der Privatklägerin 4 im Doppel für sich und zu-
handen der Privatklägerin 4

an Rechtsanwalt Dr. iur. X3._____ (sofern verlangt)

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an















die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung 
des DNA-Profils 

die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG)

die Kasse des Bezirksgerichtes Zürich im Dispositiv betr. Ziff. 6 (Sach-
kaution 33855)

die Rechtsvertretung der Privatklägerinnen 2 und 3 dreifach für sich 
und zuhanden der Privatklägerinnen 2 und 3 unter Hinweis auf Ziff. 6 
betr. Herausgabefrist

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

16. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-

chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

- 81 -

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 13. Juni 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichter lic. iur. Spiess

M.A. HSG Eichenberger

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.