# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b95873eb-62a1-57d2-8a13-37c6445425f8
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-25
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 25.11.2022 P1 21 141
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_P1-21-141_2022-11-25.pdf

## Full Text

P1 21 141 

 

URTEIL VOM 25. NOVEMBER 2022 

 

Kantonsgericht Wallis 

I. Strafrechtliche Abteilung 

 

Fernando Willisch, Einzelrichter ; Samira Schnyder, Gerichtsschreiberin 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, Amt der Region Oberwallis, vertreten durch 

Staatsanwältin Eliane Von Allmen, 

und 

W _________ X _________, Privatklägerin, Berufungsklägerin vertreten durch Rechts-

anwältin Delphine Pannatier Kessler, 1950 Sion 

 

gegen 

 

Y _________ Z _________,  Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt Fabian 

Williner, WKLaw, Bahnhofplatz 13, Postfach 268, 3930 Visp 

 

(Körperverletzung und falsche Beweisaussage) 

Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Leuk und Westlich-Raron  

vom 15. November 2021 [LWR S1 20 20]  

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Verfahren  

 

A.  Am 9. Juni 2016 reichte W _________ X _________ bei der Staatsanwaltschaft des 

Kantons Wallis eine Strafanzeige gegen die Z _________ K _________AG, die  

Z _________ L _________AG, Y _________ Z _________ und unbekannt ein bezüglich 

Verletzung der Regeln der Baukunde, Körperverletzung und Betrug (S. 2 ff.).  

W _________ X _________ reichte am 10. August 2016 eine Strafanzeige gegen  

A _________-Z _________ und Y _________ Z _________ wegen Falscher Beweis-

aussage im Sinne von Art. 306 StGB (S. 125 ff.) und am 4. Oktober 2016 eine solche 

gegen B _________ wegen falschem Zeugnis im Sinne von Art. 307 StGB (S. 204 ff.) 

ein. Die Strafuntersuchung gegen B _________ wurde mit Verfügung vom 10. Oktober 

2016 sistiert (S. 230 ff.). Nach der Einvernahme der Beschuldigten durch die Polizei, 

weiteren Abklärungen sowie der Einvernahme von Y _________ Z _________ durch die 

Staatsanwaltschaft (S. 479 ff.) stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen  

Y _________ Z _________ bezüglich des Vorwurf des Betrugs sowie teilweise bezüglich 

des Vorwurfs der falschen Beweisaussage mit Verfügung vom 22. Juli 2020 ein (S. 496 

ff.). Die Verfahren gegen A _________-Z _________ (S. 501 ff.) und B _________  

(S. 504 ff.) wurden mit Verfügungen vom 22. Juli 2020 vollumfänglich eingestellt. Hin-

sichtlich der Körperverletzung und der falschen Beweisaussage der Partei übermittelte 

die Staatsanwaltschaft das Dossier mit Anklageschrift vom 24. Juli 2020 zur Durchfüh-

rung des Hauptverfahrens an das Bezirksgericht Leuk und Westlich-Raron (S. 507 ff.; 

516 ff.). 

B.  Das Bezirksgericht Leuk und Westlich-Raron fällte nach abgeschlossener Hauptver-

handlung vom 13. September 2021 (S. 665 ff.) nachstehendes Urteil, welches es den 

Parteien am 15. November 2021 in begründeter Form zustelle (S. 756 ff.): 

1. Y _________ Z _________ wird von der Anklage der vorsätzlichen schweren Körperverletzung im 

Sinne von Art. 122 Abs. 2 und 3 StGB, der vorsätzlichen einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 StGB und der falschen Beweisaussage der Partei im Sinne von Art. 306 Abs. 1 StGB 

freigesprochen. 

2. Die Zivilklage wird in Bezug auf die geltend gemachte Genugtuung abgewiesen. Im Übrigen wird die 

Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen. 

3. Die Kosten des Vorverfahrens von Fr. 2'601.40 werden dem Kanton Wallis auferlegt. 

4. Die Kosten des Hauptverfahrens von Fr. 1'736.--, bestehen aus der Gebühr von Fr. 1'300.-- und 

Auslagen von Fr. 436.--, werden dem Kanton Wallis auferlegt. 

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5. Y _________ Z _________ wird vom Kanton Wallis mit Fr. 7'000.-- (inkl. Auslagen und MWST) ent-

schädigt. 

C.  W _________ X _________ reichte am 6. Dezember 2021 beim Kantonsgericht Wal-

lis Berufung gegen das Urteil ein (S. 799 ff.). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf die 

Formulierung eines Nichteintretensantrags und auf die Erklärung einer Anschlussberu-

fung (S. 812). Das Kantonsgericht lud die Parteien in der Folge zur Berufungsverhand-

lung am 18. Mai 2022 vor (S. 814), wobei die Sitzung auf den 31. August 2022 verscho-

ben wurde (S. 818). Mit Schreiben vom 29. April 2022 wurde den Parteien die neue 

Zusammensetzung des Gerichts bekannt gegeben (S. 821). Anlässlich der Berufungs-

verhandlung beantragte die Privatklägerin, dass Y _________ Z _________ der schwe-

ren Körperverletzung sowie der falschen Beweisaussage einer Partei schuldig gespro-

chen und entsprechend bestraft wird und dass Y _________ Z _________, die  

Z _________ K _________AG und die Z _________ L _________AG solidarisch zur 

Bezahlung einer Genugtuung von Fr. 200'000.-- zuzüglich 5% Zins seit dem 13. März 

2016 zu verpflichten sind, die übrigen Zivilbegehren auf den Zivilweg zu verweisen sind, 

die Kosten der Verfahren zu Lasten von Y _________ Z _________ gehen und dieser 

der Privatklägerin für das erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 

69'000.00 und für das Berufungsverfahren eine solche von Fr. 11'000.00 bezahlt (S. 

857). Die Staatsanwaltschaft beantragte die Gutheissung der Berufung und die Verur-

teilung von Y _________ Z _________ wegen schwerer Körperverletzung und falscher 

Beweisaussage der Partei. Der Beschuldigte sei mit 240 Tagen Freiheitsstrafe unter An-

setzung einer Probezeit von zwei Jahren sowie einer Busse von Fr. 1'000.00, bei schuld-

haftem Nichtbezahlen zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen, zu bestrafen. Die 

Kosten von Verfahren und Entscheid seien Y _________ Z _________ aufzuerlegen (S. 

823). Der Beschuldigte beantragte die Abweisung der Berufung, der Berufungsanträge 

der Staatsanwaltschaft sowie der Zivilbegehren, die Kosten von Verfahren und Ent-

scheid der Privatklägerin, eventualiter dem Fiskus aufzuerlegen und Y _________  

Z _________ eine angemessene Entschädigung zu Lasten der Privatklägerin, eventua-

liter dem Fiskus, zuzusprechen (S. 847). 

 

Erwägungen 

 

1.        

1.1  Die Berufung gemäss Art. 398 Abs. 1 i.V.m. Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO ist gegen 

Urteile erstinstanzlicher Gerichte, d.h. des Bezirksrichters als Einzelrichter und des 

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Kreisgerichts als Kollegialgericht (Art. 19 StPO; Art. 12 EGStPO), mit denen das Verfah-

ren ganz oder teilweise abgeschlossen wird, zulässig. Das Kantonsgericht bildet Rechts-

mittelinstanz (Art. 14 Abs. 1 EGStPO). Ein Einzelrichter kann bei Berufungen gegen Ur-

teile der Bezirksrichter allein entscheiden, wenn als Hauptstrafe eine Busse, eine Geld-

strafe, eine gemeinnützige Arbeit oder eine bedingte Freiheitsstrafe auszufällen ist und 

keine vorausgehende bedingte Freiheitsstrafe zu widerrufen ist (Art. 19 Abs. 2 StPO; Art. 

14 Abs. 2 Satz 1 EGStPO). Der mit der Behandlung betraute Kantonsrichter kann den 

Fall vor den Gerichtshof bringen, welcher auch die übrigen Berufungen beurteilt (Art. 14 

Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 EGStPO). Die Zuständigkeit des hier urteilenden Gerichts ist 

gegeben.  

1.2  Jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder 

Änderung eines Entscheides hat, kann ein Rechtsmittel ergreifen (Art. 382 Abs. 1 StPO). 

Die Berufungsklägerin hat als Privatklägerin ein solches Interesse an der Anfechtung 

des erstinstanzlichen Urteils, womit ihre Legitimation zur Berufung gegeben ist. 

1.3  Die Berufung ist innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils beim erstinstanzlichen 

Gericht entweder schriftlich oder mündlich zu Protokoll anzumelden (Art. 399 Abs. 1 

StPO). Die Partei, die entsprechend vorgegangen ist, muss innert 20 Tagen seit der 

Zustellung des begründeten Urteils dem Kantonsgericht eine schriftliche Berufungser-

klärung einreichen und darin angeben, inwieweit sie das Urteil anficht und dessen Ab-

änderung verlangt (Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO). Eine Anmeldung der Berufung ist nicht 

erforderlich, wenn ein erstinstanzliches Urteil weder mündlich noch schriftlich im Dispo-

sitiv eröffnet, sondern den Parteien direkt in begründeter Form zugestellt wird. Es ge-

nügt, der Rechtsmittelinstanz eine Berufungserklärung einzureichen. Dem Berufungs-

kläger stehen hierfür 20 Tage zur Verfügung (BGE 138 IV 157 E. 2). Das erstinstanzliche 

Urteil ist am 15. November 2021 vollständig begründet eröffnet worden. Die Berufungs-

klägerin hat am 6. Dezember 2021 und damit innert 20 Tagen und fristgerecht eine Be-

rufungserklärung eingereicht. 

1.4  Die Beteiligten können mit der Berufung im Regelfall Rechtsverletzungen, Rechts-

verweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige oder unrichtige Feststellung 

des Sachverhalts sowie Unangemessenheit rügen (Art. 398 Abs. 3 StPO). Einschrän-

kende Vorschriften gelten für Übertretungen sowie im Zivilpunkt (Art. 398 Abs. 4 und 5 

StPO). Wer nur Teile des Urteils anficht, hat in der Berufungserklärung verbindlich an-

zugeben, auf welche der in Art. 399 Abs. 4 lit. a bis g StPO aufgezählten Teile sich die 

Berufung beschränkt. Das Berufungsgericht kann das Urteil in allen angefochtenen 

Punkten umfassend überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Seine Kontrolle bleibt jedoch im 

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Prinzip auf die angefochtenen Punkte beschränkt (Art. 404 Abs. 1 StPO). Es kann aber 

zu Gunsten der beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte kontrollieren, um 

gesetzwidrige oder unbillige Entscheidungen zu verhindern (Art. 404 Abs. 2 StPO; zur 

Ausdehnung gutheissender Rechtsmittelentscheide vgl. Art. 392 StPO). Die Berufung 

hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung (Art. 402 StPO). 

Die Berufungsklägerin ficht das Urteil vollumfänglich an. 

2.Körperverletzung 

2.1  Folgender Sachverhalt liegt der Anklage in Sachen Körperverletzung zugrunde 

(S. 516): 

W _________ X _________ bezog ihr Chalet «C _________» im Sommer 2013 (cl. 2, pag. 215). 

Zuvor waren im Haus erhebliche Umbauarbeiten vorgenommen worden, welche W _________  

X _________ mithilfe des Architekten B _________ in Auftrag gegeben hatte (cl. 2, pag. 212; 336). Am 13. 

März 2016 stürzte W _________ X _________ im Haus schwer in die Treppe hinein. W _________  

X _________ beabsichtigte am genannten Tag, von ihrem Schlafzimmer aus die Treppe hoch zur Galerie 

zu gehen. Beim Podest vor dem Schlafzimmer, bei der Wendeltreppe, trat sie aufgrund des fehlenden Ge-

länders bzw. der fehlenden Absturzsicherung mit dem rechten Fuss ins «Leere» und fiel rücklings zurück 

auf das «Podest» (cl. 2, pag. 227f.). W _________ X _________ landete auf dem Rücken und brach sich 

hierbei den Lendenwirbel D12 (cl. 1, pag. 87; 219). In der Folge musste sie sich im Spital in Sion einer ersten 

Operation unterziehen, wobei ihr Titanstifte eingesetzt wurden. Da die Operation nicht zu einer wesentlichen 

Besserung führte, musste sich W _________ X _________ einer zweiten Operation unterziehen. Hierbei 

wurden ihre Wirbel versteift. Durch den Unfall erlitt W _________ X _________ eine vollständige Arbeitsun-

fähigkeit vom 13. März 2016 bis am 23. Oktober 2016. Danach war W _________ X _________ bis am 20. 

April 2017 zu 75% als arbeitsunfähig eingestuft worden - ab dem 21. April 2017 galt sich noch zu 50 % als 

arbeitsunfähig. Seit dem Unfall leidet W _________ X _________ permanent an Schmerzen («persistend 

thoraco-lumbar back pain, possibly due to metalwork loosening; lower back pain in extension, right hip pain, 

worst an rotation»), welche vom Bruch des Lendenwirbels ausgehen. Diese Schmerzen sind permanent 

vorhanden und verstärken sich beim Liegen und beim Tragen von Objekten. W _________ X _________ 

benötigt deshalb Schmerzmittel. Aufgrund der Verletzungen kann W _________ X _________ nicht länger 

als 10 Minuten stehen oder 30 Minuten am Stück sitzen (Stand September 2019; cl. 1, pag. 455f.). Eine 

Besserung der Schmerzen könnte allenfalls durch eine weitere Operation der Lendenwirbelsäule erreicht 

werden. Die Risiken einer solchen Operation sind jedoch sehr hoch. W _________ X _________ hat durch 

den Bruch der Lendenwirbelsäule sehr viel an Lebensqualität eingebüsst (cl. 1, pag. 468 ff.). 

Der Sturz von W _________ X _________ hätte ohne weiteres verhindert werden können, wenn das Podest 

bei der Treppe mit einer Absturzsicherung wie z.B. einem Geländer versehen gewesen wäre. Bei der inkri-

minierten Treppe handelt es sich um eine breite Wendeltreppe aus Beton, die mit Holz verkleidet ist (cl. 2, 

pag. 338). Diese Treppe mündet nicht bei der Mauerkante bzw. bei der Öffnung des Treppenschachtes in 

das obere Geschoss, sondern erst 2 Stufen später. Dadurch entsteht bei der Einmündung der Treppe ins 

obere Stockwerk eine offensichtlich absturzgefährdete Stelle (cl. 2, pag. 308f.; 338; 466 ff.). Die Ausführung 

der Treppe bei der Absturzstelle, ohne seitliches Geländer vor den 2 Austrittstufen, widerspricht den Vor-

schriften von SIA-Norm 358 und den Regeln der Baukunde (cl. 1, pag. 295f.). 

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W _________ X _________, bzw. ihr Lebenspartner D _________, hatten bereits im November 2009 im 

Rahmen einer Mängelrüge darauf hingewiesen, dass die fehlende Absturzsicherung bei der Treppe gefähr-

lich sei «(a death trap from fall»; cl. 2, pag. 453) und dass dieser Mangel behoben werden müsse (cl. 2, pag. 

219; 445 ff.). Diese Beanstandungen wurden gegenüber dem Bauherrn, der Z _________ K _________AG, 

schriftlich per E-Mail und per Fax angezeigt (cl. 2, pag. 219). Ferner wurde am 10. März 2010 im Chalet  

«C _________» eine Ortsschau durchgeführt, an der neben W _________ X _________ auch Y _________ 

Z _________ und Architekt E _________ teilnahmen (cl. 2, pag. 426). Im Anschluss an diese Ortsschau 

erstellte Architekt E _________ am 9. April 2010 eine Mängelliste zu Handen beider Parteien. Er beanstan-

dete u.a. explizit die absturzgefährliche Treppe und hielt fest, dass «insbesondere der fehlende Handlauf 

und ein Geländer im Treppenbereich innen ... im Hinblick der Unfallgefahr möglichst bald geplant und baulich 

umgesetzt werden» sollten (cl. 2, pag. 426; 275). 

Y _________ Z _________ war der Geschäftsführer der Z _________ K _________AG (cl. 2, pag. 245). 

Als solcher war er vertraglich für die schlüsselfertige Erstellung des Chalets «C _________» verantwortlich  

(Generalunternehmer; cl. 2, pag. 322). Ferner war er vertraglich verpflichtet, W _________ X _________ 

ein Werk zu übergeben, welches den Regeln der Baukunde entspricht und für die Käuferin keine Absturz-

gefahr beinhaltet. Y _________ Z _________ war überdies der direkte Ansprechpartner für W _________ 

X _________ im Zusammenhang mit Problemen und Fragen bei der Realisierung des Chalets  

«C _________». Es war denn auch oft Y _________ Z _________, der sich bei diversen Baustellensitzun-

gen als Vertreter der Firma Z _________ K _________AG in seiner Aufgabe als verantwortlicher Bauherr 

mit W _________ X _________ traf (cl. 2, pag. 218). 

Die Z _________ K _________AG, vertreten durch Z _________ Y _________, liess nie einen Handlauf 

bzw. eine Absturzsicherung beim Geländer installieren (cl. 2, pag. 220). Trotz dieses offenkundigen Man-

gels, wurden W _________ X _________ am 21. September 2010 durch die Bauherrschaft die Schlüssel 

zur Liegenschaft übergeben. Damit hat Y _________ Z _________ W _________ X _________ ein Werk 

übergeben, das offensichtlich eine schwere Verletzungsgefahr für die neue Bewohnerin beinhaltete. 

In subjektiver Hinsicht wusste Y _________ Z _________, dass er als leitender Vertreter der Bauherrschaft 

und als Generalunternehmer vertraglich verpflichtet war, W _________ X _________ ein Gebäude zu über-

geben, in welchem keine akute Sturz- sowie Verletzungsgefahr bestand. Aufgrund der Mängelrügen von  

W _________ X _________ und spätestens seit der Ortsschau vom 10. März 2010 wusste Y _________  

Z _________, dass die Treppe ins Obergeschoss ohne Absturzsicherung ein hohes Verletzungsrisiko durch 

Treppensturz in sich barg. Y _________ Z _________ war deshalb verpflichtet, vor der Schlüsselübergabe 

die Gefahr zu entschärfen und eine Absturzsicherung einzubauen, was er wusste. Hierzu hätte bereits der 

Einbau eines stabilen Provisoriums genügt. Trotz dieses Wissens verzichtete Y _________ Z _________ 

darauf, die Treppe gegen Absturz zu sichern. Dadurch hat Y _________ Z _________ einen Treppensturz 

von W _________ X _________ mitsamt schweren Verletzungsfolgen in Kauf genommen. Hierbei war es 

 Y _________ Z _________ klar, dass sich ein Unfall durch Anbringen einer Absturzsicherung höchstwahr-

scheinlich hätte vermeiden lassen. 

2.2  Die Beteiligten wurden im Laufe des Verfahrens mehrmals befragt. 

2.2.1  Y _________ Z _________ wurde am 13. Oktober 2016 erstmals von der Polizei 

befragt. Zu einem Grossteil der Fragen gab er an, dies nicht mehr zu wissen. Er gab 

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indes an, dass die Käuferin die Auswahl für den Innenausbau getroffen habe (S. 240 A 

zu F19 f.) und abschliessend über den Innenausbau entschieden habe (S. 241 A zu 

F21). F _________ sei der Vermittler gewesen. Er habe die Privatklägerin beraten und 

die Pläne gemäss ihren Wünschen abgeändert (S. 241 A zu F25). Er nehme an, dass 

 F _________ die Treppe geplant und gezeichnet habe (S. 243 A zu F48). Über die 

Ausführung und die Materialwahl der Treppe habe die Privatklägerin entschieden (S. 243 

A zu F49 f.). Bezüglich des Handlaufs habe sich die Privatklägerin nicht entscheiden 

können, wobei er es nicht mehr genau wisse. Wie ihm sei, sei da vermutlich am Anfang 

ein Tau als Handlauf montiert gewesen (S. 243 A zu F51). Später gab der Beschuldigte 

an, dass sie, soviel er wisse, ein Tau als Handlauf ausgewählt habe. Ob dies jemals 

montiert worden sei oder nicht oder ob dieses wieder demontiert worden sei, wisse er 

nicht (S. 245 A zu F68). Der Beschuldigte bejahte, dass sich die Privatklägerin in die 

Ausführung und Materialwahl der Treppe eingemischt habe, zumal ja der Innenausbau 

die Sache von ihr und F _________ gewesen sei (S. 243 A zu F52). Er wisse nicht mal 

mehr, in was für einer Ausführung die Treppe erstellt worden sei. Am Anfang sei eine 

gerade Treppe vorgesehen gewesen, jetzt sei vermutlich eine Wendeltreppe verbaut. Er 

könne nicht sagen, ob diese aus Holz oder Beton gebaut worden sei. Die Privatklägerin 

habe den ganzen Innenausbau «auf den Grind gestellt» und der zeige sich heute ganz 

anders als er ursprünglich geplant gewesen sei (S. 243 A zu F54). Auf die Frage, wer 

entscheide, auf einen Handlauf zu verzichten antwortete der Beschuldigte, was den In-

nenausbau anbelange, habe alles sie (die Privatklägerin) entschieden. Sie oder  

F _________ hätten das entschieden (S. 244 A zu F61). G _________ sei der Architekt 

gewesen, den sie für den Bau des Chalets beauftragt hatten (S. 244 f. A zu F66). Dieser 

habe die Pläne nach den Vorgaben von F _________ gezeichnet und abgeändert. Die 

Privatklägerin und F _________ hätten dann auch während der Bauphase direkt vor Ort 

Abänderungen verlangt, welche auch ausgeführt worden seien (S. 245 A zu F67 und 

F74, S. 249 A zu F113). Der Beschuldigte betonte mehrmals, dass stets Änderungen 

angebracht worden seien und sie die Treppe nach den Wünschen der Privatklägerin 

erstellt hätten (S. 250 A zu F114 und F116). Die Gefahr sei auf den Fotos ersichtlich (S. 

250 A zu F117). Aus seiner Sicht sei die Treppe nicht gefährlich, wenn ein Handlauf 

montiert sei (S. 250 A zu F114, F117). Er sei in der Geschäftsleitung der Z _________ 

K _________AG gewesen. Vor Ort sei ein Bauleiter von ihnen gewesen (S. 245 A zu 

F71).  

Der Beschuldigte wurde am 23. März 2017 erneut von der Polizei einvernommen. Der 

Beschuldigte bestätigte, bei der Z _________ L _________AG nur noch im Verwaltungs-

rat Mitglied, aber nicht mehr operativ tätig zu sein (Belegdossier S. 268 A zu F2-6; F8). 

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Der Beschuldigte bestätigte, dass er den englischsprachigen, undatierten Brief an  

D _________ unterzeichnet hatte (Belegdossier S. 269 A zu F13). Bezüglich dessen 

Inhalt erklärte er, ihm seien die genauen Umstände nicht mehr so klar und er könne sich 

einzig auf den Brief stützten (Belegdossier S. 269 A zu F18 ff.). Er wisse nicht mehr, 

weshalb kein Handlauf oder Geländer montiert worden sei (Belegdossier S. 276 A zu 

F80). Auf den Vorhalt, dass es keinen plausiblen Grund gebe und keinen Sinn mache, 

weshalb das Fehlen des Handlaufs und Geländers in einer Mängelliste bemängelt werde 

sich die Privatklägerin aber dann entscheide, keines zu montieren, erklärte der Beschul-

digte, dass sie sich vermutlich nicht habe entscheiden können, was sie wolle. Das sei 

immer ein Problem mit der Privatklägerin gewesen. Ein Tag rot, der andre blau. Aber er 

wisse es nicht mehr (Belegdossier S. 276 A zu F81). Er wisse nicht, ob noch Ausführun-

gen offen seien (Belegdossier S. 276 A zu F85). Danach gefragt, was er zur Ausführung 

der Treppe sage, gab der Beschuldigte zu Protokoll, der Handlauf und das Geländer 

würden fehlen. Das müsste montiert werden. Aber dafür müsste sie einmal sagen, was 

für einen Handlauf und was für ein Geländer sie wolle (Belegdossier S. 277 A zu F91). 

Der Beschuldigte verneinte die Frage der Rechtsanwältin der Privatklägerin, ob er be-

stätigen könne, dass die Privatklägerin einen Holzhandlauf bestellt habe. Sie hätten dar-

über diskutiert. Aber sie habe sich nicht entscheiden können, was sie wolle (Belegdos-

sier S. 278 A zu F104). Er könne nicht mehr nachvollziehen, wie die Übergabe des Ob-

jekts genau abgelaufen sei (Belegdossier S. 278 f. A zu F108).  

Anlässlich der Befragung durch die Staatsanwaltschaft vom 9. Januar 2020 machte der 

Beschuldigte von seinem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern (S. 480-483).  

Gegenüber dem Bezirksgericht erklärte der Beschuldigte im Rahmen der Hauptverhand-

lung vom 13. September 2021 er sei zum Zeitpunkt der Beweisaussage vor dem Be-

zirksgericht Leuk vom 17. Mai 2016 noch im Verwaltungsrat der Z _________  

L _________AG gewesen, habe aber nicht mehr aktiv an den Sitzungen teilgenommen  

(S. 669 A zu F10). Während des Baus des Chalets sei er selber sicher ein bis zwei Mal 

vor Ort gewesen (S. 670 A zu F18). Es sei möglich, dass er an Bautreffen mit der Privat-

klägerin anwesend gewesen sei. Er wisse es nicht mehr (S. 670 A zu F24). Im Übrigen 

gab der Beschuldigte grossmehrheitlich an, sich nicht mehr erinnern zu können, sei es 

an die Umstände zum Zeitpunkt des Baus oder an seine späteren Aussagen vor der 

Polizei.  

Der Beschuldigte wurde an der Berufungsverhandlung erneut einvernommen. Wie bis-

her, gab er auf einen Grossteil der Fragen an, dies nicht mehr zu wissen oder sich nicht 

mehr (genau) erinnern zu können (S. 839 f. A zu F5- F9; F11-F15). Auf die Frage, warum 

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er nach dem September 2010 keinen Kontakt mehr mit der Privatklägerin hatte, antwor-

tete er, er sei dann nicht mehr in der Firma gewesen (S. 839 A zu F4).  

2.2.2  W _________ X _________ wurde im Rahmen des Zivilprozesses schriftlich be-

fragt. Sie legte dar, dass die Pläne bereits im Jahre 2008 geändert wurden und ebenso 

ein Grossteil der Materialien und Ausstattung bereits im Jahr 2008 ausgewählt worden 

sei. Man habe nur noch auf die Bewilligung für den Kaufvertrag gewartet. in Anbetracht 

des Umstands, dass die Schlüsselübergabe bereits 5 Mal verschoben worden sei, seien 

sie zum Schluss gekommen, dass die Z _________ K _________AG nicht gewillt oder 

nicht im Stande sei, das Chalet fertigzustellen. Ihre einzige Option sei es gewesen, die 

Annullation des Kaufvertrags, die Rückzahlung der bezahlten 1.6 Millionen Franken so-

wie die Bezahlung von Schadenersatz in der Höhe von Fr. 1.146 Millionen Franken zu 

verlangen. Im Schreiben vom 6. November 2009 hätten sie ihre Bereitschaft signalisiert, 

nach H _________ zu kommen (Z1 10 36 S. 992). Die Z _________ K _________AG 

sei nicht mit der Annullation des Kaufvertrags einverstanden gewesen und habe statt-

dessen vorgeschlagen, dass ein Vertreter der Gesellschaft nach H _________ käme und 

die Unternehmung hätten sich bereit erklärt, die zumutbaren Mängel zu beheben (Z1 10 

36 S. 993). Nach Ihrem Verständnis habe keine Abnahme des Chalets stattgefunden, 

weder gemäss dem vereinbarten Vertrag noch in anderer Weise (Z1 10 36 S. 993; 

S. 995). Sie sei de facto gezwungen gewesen, für das Chalet zu sorgen, da sie als Ei-

gentümerin eingetragen gewesen sei und im Sommer/Herbst 2010 vermehrt Rechnun-

gen für Strom, Gemeindegebühren und Versicherungen erhalten habe (Z1 10 36 S. 995). 

Das Verhältnis mit dem Beschuldigten sei im Sommer 2010 gescheitert (Z1 10 36 S. 

982). Ihr Anwalt habe organisiert, dass sie die Schlüssel im Büro der Z _________  

K _________AG in H _________ habe abholen können. Das sei am 21. September 2010 

gewesen. Sie habe auch zu diesem Zeitpunkt einer Schlüsselübergabe nicht zugestimmt 

und es sei zu keiner Zeit ein Dokument mit dem Resultat einer gemeinsamen Abnahme 

unterzeichnet worden. Ihr damaliger Anwalt habe ohne ihr Wissen und ohne Ihre Anwei-

sung anlässlich der Gerichtssitzung vom 19. Februar 2010 erklärt, dass die Schlüssel-

übergabe erfolgt sei. Das Gericht sei am 1. März 2011 darüber informiert worden, dass 

dies nicht ihre Position wiedergebe und seine Handlungen abgelehnt und nicht geneh-

migt würden (Z1 10 36 S. 996). Y _________ Z _________ habe die Mängelliste von  

E _________ kommentiert, so dass sie die Liste und die Kommentare ebenfalls kom-

mentiert und dem Experten zugestellt habe (Z1 10 36 S. 996). Im September 2010 hätten 

sie und ihr Partner mit dem Architekten B _________ zum ersten Mal das Chalet besich-

tigt. Sie hätten sich auf die Mängel der E _________-Liste konzentriert. Die Liste mit den 

auszuführenden Arbeiten von B _________ basiere auf der Mängelliste von  

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E _________ und habe zum Ziel gehabt, die meisten Mängel zu beheben (Z1 10 36 S. 

997). Sie habe festgestellt, dass die Z _________ K _________AG zwischen der Be-

sichtigung mit E _________ und Ende September 2010 einige Arbeiten ausgeführt habe 

(Z1 10 36 S. 998). Mit der Arbeit von B _________ sei sie nicht zufrieden gewesen. 

Dieser habe sich dann geweigert, die Arbeit im Chalet fertigzustellen (Z1 10 36 S. 1001). 

Sie habe das Chalet im Dezember 2012 beziehen wollen, konnte die Möbel aufgrund 

gesundheitlicher Probleme jedoch erst im Sommer 2013 einräumen und Zeit im Chalet 

verbringen (Z1 10 36 S. 1002). Der Bericht von E _________ sei übersetzt worden (Z1 

10 36 S. 1006). 

Die Privatklägerin wurde am 13. Dezember 2016 von der Polizei einvernommen. Sie 

bestätigte, dass sie ihre Ideen und Wünsche habe einbringen können (Belegdossier 

S. 215 A zu F20). Sie habe dies bereits 2-3 Monate vor Vertragsunterzeichnung getan 

(Belegdossier S. 215 A zu F21). Wenn sie während der Bauphase Änderungen verlangt 

oder vorgeschlagen habe, dann habe dies lediglich kleine Dinge betroffen (Belegdossier 

S. 220 A zu F62). Die Privatklägerin gab zudem an, sie habe die Auswahl für den Innen-

ausbau getroffen (Belegdossier S. 218 A zu F37; S. 220 A zu F59). B _________ habe 

sie ein Mandat erteilt. Er hätte die Arbeiter organisieren und überwachen sollen, welche 

die Mängel hätten beheben sollen. Zudem habe er Änderungen planen sollen (Beleg-

dossier S. 218 A zu F43). Betreffend den Sturz schilderte die Privatklägerin, dass sie 

beabsichtigt habe, von ihrem Schlafzimmer hoch in die Galerie zu steigen. Beim Podest 

sei sie mit ihrem rechten Fuss ins Leere getreten und sei rückwärts zurück auf das Po-

dest gefallen. Sie sei auf dem Rücken gelandet und habe sich ihren Lendenwirbel D12 

gebrochen (Belegdossier S. 219 A zu F48). Mit der Aussage des Beschuldigten konfron-

tiert, sie habe sich bezüglich des Handlaufs nicht entscheiden können, erklärte die Pri-

vatklägerin, sie habe einen Holzhandlauf gewollt (Belegdossier S. 219 A zu F54). Dieser 

sei nicht installiert worden, weil der Bauführer erklärt habe, dass es nicht möglich sei, 

einen runden Handlauf aus Holz zu bauen und zu montieren (Belegdossier S. 220 A zu 

F55). Es sei nie ein Handlauf oder Ähnliches montiert gewesen (Belegdossier S. 220 A 

zu F56). Ein Tau als Handlauf sei diskutiert und dann verworfen worden. Dies habe sie 

nie gewollt (Belegdossier S. 220 A zu F58). 

Weiter wurde die Privatklägerin anlässlich der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht ein-

vernommen. Sie bestätigte ihre bisherigen Aussagen. Den Unfallhergang schilderte sie 

dergestalt, dass sie die Wäsche vom Zimmer ihres Sohnes in die Waschküche habe 

tragen wollen. Sie habe wollte also mit den Handtüchern in den oberen Stock. Dann sei 

- 11 - 

sie mit dem rechten Fuss in das Loch bei der Treppe getreten und habe das Gleichge-

wicht verloren. Beim Versuch, ihr Gleichgewicht wieder zu erlangen, sei sie rückwärts 

gefallen. Sie habe starke Schmerzen verspürt und es habe ihr den Atem blockiert. Sie 

habe nicht laufen können und nur auf allen Vieren habe sie sich zum Bett bewegen kön-

nen. Auf Nachfrage der Richterin habe sie den Wirbel D12 an der Kante der obersten 

Stufe angeschlagen (S. 676 A zu F9). Die Privatklägerin zeichnete den Bereich ihres 

Sturzes auf einem Foto der Treppe ein (S. 684). Der Bereich im zweiten Obergeschoss 

habe schon vor dem Unfall eine Gefahr dargestellt. Nach der Fertigstellung des Chalets 

im Oktober 2009 habe ihr Partner eine Liste mit den grössten Mängeln an Y _________ 

Z _________ geschickt. Dort hätten sie mit Grossbuchstaben angeführt, dass die Treppe 

eine Gefahr darstelle (S. 677 A zu F10). Sie habe erwartet, dass ihr die Z _________  

K _________AG eine Lösung anbiete. Spezifisch dieses Problem sei anlässlich der In-

spektion mit E _________ und Y _________ Z _________ besprochen worden. Zudem 

sei es komplex gewesen, eine Lösung zu finden. Den Handlauf zu verlängern, wie dies  

E _________ vorgeschlagen habe, stellte keine Lösung dar, da jemand unter das Ge-

länder rutschen könnte. Eine weitere Lösung wäre gewesen, eine Wand aufzuziehen. 

Es frage sich, wie man die Wand hätte fixieren wollen und es hätte nur noch wenig Platz 

gehabt, wenn man die Tür zu den Schlafzimmern geöffnet hätte. Dies wäre natürlich 

auch eine hässliche Lösung gewesen, aber man habe sie in Betracht gezogen. Die ein-

zig gangbare Lösung, so scheine es ihr, wäre gewesen, die Treppe neu zu machen. 

Schliesslich sei der Zivilprozess noch in Gang gewesen und man habe auf die Ortsschau 

des Bezirksgerichts gewartet. Weiter sei noch die strafrechtliche Beurteilung hängig ge-

wesen und sie seien sehr bemüht gewesen darauf vorbereitet zu sein, wenn die Straf-

behörden eine Ortsschau hätten durchführen wollen. Das heisse aber nicht, dass sie 

keine Massnahmen ergriffen habe. Sie hätten ein automatisches Licht beim Schlafzim-

mer und bei der Decke installiert und sie würden im Haus nur Schuhe mit guten Sohlen 

tragen und keine Socken oder Pantoffeln (S. 677 f. A zu F11). Auf die Frage, ob der  

Z _________ K _________AG eine Frist zur Behebung der Mängel gesetzt worden sei, 

antwortete die Privatklägerin, diese hätte lange genug Zeit gehabt, da sie ja die Schlüs-

sel bis Ende September 2010 gehabt hätten. In der Zwischenzeit hätten diese auch ei-

nige Arbeiten im Chalet vorgenommen, aber halt nicht an der Treppe (S. 678 A zu F13). 

Die Treppe sei noch immer im selben Zustand wie damals, als Z _________ den Bau 

beendet habe (S. 679 A zu F24). Y _________ Z _________ habe an den Bausitzungen 

teilgenommen (S. 678 A zu F14; Z1 10 36 A zu F5). 

Vor Kantonsgericht sagte die Privatklägerin aus, dass sich der Unfall am 13. März 2016 

ereignet hatte (S. 832 A zu F3). Sie sei auf dem zweiten Stock gewesen und habe vom 

- 12 - 

Zimmer ihres Sohnes hoch in die Waschküche gewollt. Sie sei mit dem rechten Fuss in 

das Loch bei der Treppe getreten und habe das Gleichgewicht verloren. Deshalb sei sie 

rückwärtsgefallen und habe sich die Wirbelsäule gebrochen (S. 832 A zu F4). Die Pri-

vatklägerin zeichnete auf einem Plan ihr Schlafzimmer und dasjenige ihres Sohnes ein 

(S. 415). Sie berichtete, dass sie immer noch Schmerzen habe. Sie könne nicht lange 

laufen oder sitzen. Die Ärzte könnten ihr nicht garantieren, ob mit einer erneuten Opera-

tion eine Besserung eintrete (S. 833 A zu F7). Es sei auch heute noch kein Geländer 

oder Handlauf angebracht worden. Sie habe gewartet, ob die Polizei oder das kantonale 

Gericht die Treppe besichtigen möchten (S. 833 A zu F8 f.). Sie hätten diverse Verfahren 

beim Gericht Leuk gehabt und sie hätten gewusst, dass sie keine strukturellen Verände-

rungen vornehmen sollten, bevor der Architekt das Chalet besichtigt habe. Man habe die 

Mängel belassen sollen (S. 835 A zu F22). Im Übrigen wiederholte die Privatklägerin 

grösstenteils das bereits Ausgesagte. Sie verwies insbesondere auf das Schreiben der 

Z _________ K _________AG vom 20. November 2009, aus welchem hervorgehe, dass 

der Beschuldigte die Mängelliste erhalten habe und das Chalet mit der Liste Raum für 

Raum durchgegangen sei (S. 833 A zu F12). Als Begründung warum der Beschuldigte 

die Treppe auch nach dem Bericht von E _________ nicht habe reparieren lassen, führt 

die Privatklägerin an, sie glaube sie hätten sich nicht darum kümmern wollen, kein Geld 

ausgeben wollen. Mit sie meine sie primär Y _________ Z _________, aber auch die 

Unternehmung Z _________AG, Z _________ K _________AG mit denen sie den Kauf-

vertrag abgeschlossen habe, aber auch die Z _________ M _________AG sei beteiligt 

gewesen (S. 834 A zu F15). Sie glaube, dass der Beschuldigte die Treppe auch noch 

nach dem September 2010 hätte reparieren lassen können. Seine Firma habe alle 

Kenntnisse und Ressourcen gehabt, um dies zu tun (S. 834 A zu F18). Er habe sie nie 

kontaktiert, um Zugang zum Chalet zu erhalten (S. 834 f. A zu F19). Sie hätten selber 

Massnahmen getroffen: Bewegungsmelder, zusätzliches Licht und sie seien nie barfuss 

oder mit Pantoffeln im Haus gewesen (S. 835 A zu F23). Der Auftrag von B _________ 

habe darin bestanden, lokale Unternehmen zu finden, Offerten einzuholen und die Ar-

beiten zu überwachen. Er sollte das Chalet neu einrichten, beispielsweise die Wände 

streichen, oder die Möblierung ändern (S. 835 A zu F24). Sie hätten nicht gewollt, dass 

B _________ strukturelle Arbeiten ausführte und zudem sei dies ausserhalb seiner Fä-

higkeiten und Kompetenzen gewesen. Darum habe er die Treppe nicht reparieren lassen 

(S. 835 A zu F25).  

2.2.3  B _________ gab an, die Privatklägerin und ihr Partner hätten ihn kommen lassen, 

um sich das Objekt anzuschauen und gewisse Änderungen nach ihren Wünschen vor-

zunehmen. Das Gebäude sei fast fertig gestellt gewesen (Belegdossier S. 335 f. A zu 

- 13 - 

F19). Gemäss seinen Unterlagen müsse die Begehung kurz vor dem 31. März 2011 

stattgefunden haben. Bei den Änderungswünschen habe es sich um grundlegende Än-

derungen gehandelt, die mit Mängeln nichts mehr zu tun gehabt hätten (Belegdossier 

S. 336 f. A zu F23 und F27). An der Treppe habe ein Handlauf angebracht werden sollen 

(Belegdossier S. 337 A zu F32).  

Anlässlich des Zivilverfahrens sagte B _________ aus, das Gebäude sei fix fertig gewe-

sen und habe kleinere übliche Mängel gehabt. Gröbere Mängel habe er keine gesehen. 

Der Umbau sei auf Wunsch der Bauherrin geschehen; Mängel seien kein Thema gewe-

sen (Z1 10 36 S. 918 A zu F6). Das Haus sei vor dem Umbau bewohnbar gewesen. Es 

habe vielleicht noch eine Tür geklemmt oder ein Fenster sei nicht richtig auf und zu ge-

gangen. Gängige Mängel könne es noch gehabt haben (Z1 10 36S. 918 A zu F8). Be-

züglich der Expertise von Architekt E _________ wisse er, dass eine erstellt worden sei. 

Über den Inhalt wisse er nichts (Z1 10 36 S. 919 A zu F9). Mit den Vertretern der Firma 

Z _________ habe er während seinem Auftrag überhaupt nicht zusammengearbeitet (Z1 

10 36 S. 920 A zu F2).  

2.2.4  A _________ konnte keine Angaben zum Bau der Treppe machen (Belegdossier 

S. 325 f. A zu F 47-51). Im Rahmen des Zivilverfahrens Z1 10 36 gab sie anlässlich ihrer 

Einvernahme an, dass sie die vom Experten beanstandeten Mängel nach Möglichkeit 

behoben hätten. Den nach Ansicht der Käuferin falschen Farbton des Bodens habe nicht 

behoben werden können. Alle üblichen (übrigen) Mängel hätten sie dagegen beheben 

können. Dies sei direkt nach Erhalt des Expertiseberichts geschehen (Z1 10 36 S. 897 

A zu F5).  

2.2.5  D _________ sagte aus, Y _________ Z _________ sei bei den meisten Bespre-

chungen anwesend gewesen (Z1 10 36 S. 964 A zu F5). Die Privatklägerin habe auf-

grund der Mängel den Kaufvertrag annullieren wollen und zwar mit Schreiben vom 6. 

Oktober 2009, wobei dies in einem Brief vom November 2009 wiederholt worden sei. Sie 

hätten einen Konflikt verhindern wollen (Z1 10 36 S. 967 A zu F21). Die Z _________  

K _________AG sei nicht einverstanden gewesen, dies zu bezahlen, jedoch einverstan-

den gewesen, zu verhandeln (Z1 10 36 S. 967 A zu F22). Am 20. Oktober 2009 habe 

die Schlüsselübergabe erfolgen sollen (S. 969 A zu F18). Es habe viele Mängel gehabt, 

u.a. sei die Treppe falsch konzipiert worden, wodurch ein Spalt bestehe. Das Haus sei 

nicht einzugsbereit gewesen, ja gar unbewohnbar (Z1 10 36 S. 969 A zu F19). Wenige 

Tage nach dem 20. Oktober 2009 sei eine Mängelliste an die Z _________  

K _________AG geschickt worden und diese hätten den Empfang schriftlich bestätigt 

und ein Treffen in H _________ vorgeschlagen (Z1 10 36 S. 969 A zu F21). Auf die 

- 14 - 

beabsichtigte Annullation angesprochen erklärte der Zeuge, das Haus habe sich in ei-

nem derart schlimmen Zustand befunden, dass es nur mit grosser Mühe hätte repariert 

werden können. Am 30. Oktober 2009 habe die Z _________ K _________AG geschrie-

ben, sie sei mit der Annullation des Kaufvertrags nicht einverstanden. Sie hätten den 

Kaufpreis von 1.6 Millionen zurückverlangt und zusätzlich 1.1 Millionen Franken Scha-

denersatz (Z1 10 36 S. 970 A zu F23). Sie hätten versucht mit der Z _________  

K _________AG zu diskutieren (Z1 10 36 S. 970 A zu F24). Eine Übergabe des Chalets 

habe es nicht gegeben (Z1 10 36 S. 970 A zu F25). Im März 2010 habe eine Ortsbesich-

tigung mit dem Experten E _________ stattgefunden. Y _________ Z _________ sei 

unter anderem auch anwesend gewesen. Die Privatklägerin habe die Schlüssel ange-

nommen, aber ausdrücklich erklärt, dass dies für sie keine rechtliche Übergabe/Abgabe 

darstelle (Z1 10 36 S. 970 A zu F26). Der Bericht von E _________ sei von der Privat-

klägerin und dem damaligen Anwalt der Z _________ K _________AG kommentiert 

worden und anschliessend sollte der damaligen Rechtsanwalt der Privatklägerin diesen 

an das Gericht weiterleiten. Nachdem sie die Schlüssel erhalten hatten, hätten sie fest-

gestellt, dass gewisse Dinge inzwischen verbessert worden seien. Gewisse elektrische 

Kabel seien ordnungsgemäss verlegt worden, fehlende Duschwände seien montiert wor-

den. Es hätten indes weiterhin Mängel bestanden (Z1 10 36 S. 971 A zu F34).  

2.3  Weiter liegen diverse Schreiben und E-Mail-Korrespondenzen sowie weiter Doku-

mente bei den Akten. 

2.4  Am 26. Februar 2009 schloss W _________ X _________ als Käuferin mit der  

Z _________ K _________AG als Verkäuferin einen Kaufvertrag über das Chalet  

«O _________» resp. «C _________» in H _________ ab. Das Gebäude befand sich 

bereits im Rohbau und wurde gemäss den Wünschen der Privatklägerin von der Ver-

käuferin fertiggestellt. 

Im Schreiben vom 26. Oktober 2009 verlangt D _________ die sofortige Beendigung der 

Vertragsbeziehung und setzt der Z _________ K _________AG eine Frist von 4 Tagen 

für die Rückzahlung bereits bezahlter Beträge sowie die Bezahlung eines Schadener-

satzes. Ohne Antwort werde davon ausgegangen, dass sie allem im Schreiben Erwähn-

ten zustimme (Z1 10 36 S. 235 ff.). Darauf antwortete die Z _________ N _________ 

AG mit einem undatierten Schreiben und wies die verlangte sofortige Beendigung des 

Vertragsverhältnisses zurück, ebenso wie die geforderten Zahlungen. Sie forderten darin  

D _________ resp. die Privatklägerin auf, eine detaillierte Liste mit den Mängeln resp. 

Problemen zu übermitteln (Z1 10 36 S. 313 ff.). D _________ teilte am 6. November 

2009 mit, dass die Beendigung des Vertragsverhältnisses der einzige Weg sei, da sie 

- 15 - 

das Vertrauen in das Unternehmen verloren hätten. Er erklärte jedoch auch, dass man 

der Firma eine letzte Chance gewähre. Sofern bei der nächsten Sitzung anlässlich ihres 

Besuchs zwischen dem 25. November und dem 15. Dezember 2010 keine Lösung ge-

funden werde, sähe er keine andere Möglichkeit, als den Vertrag zu beenden. An der 

Berufungsverhandlung reichte die Privatklägerin ein weiteres Schreiben der  

Z _________ K _________AG zu den Akten (S. 829 f.). Dieses datiert vom 20. Novem-

ber 2009 und nimmt direkt auf die von der Privatklägerin übermittelten Liste Bezug. Der 

Brief hält weiter fest, dass man Zeit im Chalet verbracht habe und mit der Liste in der 

Hand Raum für Raum durchgegangen sei. Erneut lehnt die Z _________  

K _________AG eine Rückabwicklung des Vertrags ab und hält fest, dass das Eigentum 

nach den spezifischen Instruktionen der Privatklägerin und ihres Partners gebaut worden 

sei. Aktenkundig ist weiter ein undatierter Brief von F _________ an die Privatklägerin 

und ihren Lebenspartner, in welchem er auf das Schreiben vom 26. Oktober 2009 Bezug 

nimmt und erklärt, er habe das Chalet inspiziert. Als unvollendet listet er unter anderem 

auf: «Cord handrail to stairs not fitted as the color choice is not known.» (S. 180). Anzu-

merken ist, dass die fehlende Absturzsicherung nicht auf der Mängelliste vom Schreiben 

vom 26. Oktober 2009 aufgeführt war. Sie bildete jedoch Teil der Mängelliste gemäss 

Schreiben von D _________ vom 6. November 2009. Es ist jedoch fraglich, ob letztere 

Mail überhaupt der Verkäuferin zugestellt wurde, da die in den Akten befindlichen E-

Mails keine Anhänge auflisten. Das Schreiben wurde am 16. November 2009 erneut an 

diverse E-Mailadressen verschickt, nachdem sich die Verkäuferin bei der Privatklägerin 

resp. ihrem Partner erkundigte, sie hätten noch keine Rückmeldung erhalten.  

Die Gemeinde H _________ hat am 14. Oktober 2009 die Bau- und Brandschutzab-

nahme durchgeführt und festgestellt, dass die ausgeführten Arbeiten, bis auf die Fens-

terläden auf der Ostseite, dem Baugesuch entsprechen. Sie erteilte am 29. Oktober 2009 

unter Auflage die Wohnbewilligung (Z1 10 36 S. 278; Z2 10 29 S. 648). Keine der Aufla-

gen betraf die Sicherung der Wendeltreppe. Die ursprünglich für den 20. Oktober 2009 

terminierte Übergabe des Kaufobjekts fand nicht statt. Am 9. Februar 2010 hat die Pri-

vatklägerin ein Gesuch um Erlass einer vorsorglichen Beweisaufnahme gestellt (Z2 10 

29 S. 1 ff.). Mit Entscheid vom 15. März 2010 ordnete das Gericht die Begutachtung des 

Chalets durch den Architekten E _________ an (Z2 10 29 S. 102 ff.). Am 19. Februar 

2010 fand eine Schlichtungssitzung zwischen den Parteien statt, anlässlich welcher die 

Parteien vereinbarten, die Übergabe des Kaufobjekts erfolge am 10. März 2010. Hierzu 

wurde ein unabhängiger Architekt ernannt, der ein Abnahmeprotokoll zu erstellen hatte, 

welches von beiden Parteien zu unterzeichnen sei. Anschliessend werde das Rechtsge-

schäft wie in Kaufvertrag vereinbart abgewickelt (Z2 10 29 S. 98). Art. 6 des Kaufvertrags 

- 16 - 

hält diesbezüglich fest, dass die Parteien die Vertragsobjekte am Tag der Übergabe ge-

meinsam prüfen und ein Protokoll vom Ergebnis aufnehmen, dass beide Parteien unter-

zeichnen. Im Protokoll sollen allfällige Mängel und Mängelbeseitigungsfristen aufgeführt 

werden. Gibt es keine oder nur unwesentliche Mängel, findet die Übergabe des Objekts 

statt. Die Käuferin verpflichtet sich den Handwerkern Zugang zu gewähren, damit allfäl-

lige Mängel behoben werden können. Bei wesentlichen Mängeln findet keine Übergabe 

statt und die Verkäuferin gerät in Verzug. Die Parteien vereinbaren einen neuen Zeit-

punkt für die Prüfung und Übergabe.  

Am 10. März 2010 wurde das Chalet vom ernannten Architekten zusammen mit der Pri-

vatklägerin, dem Beschuldigten und deren Rechtsvertreter besichtigt und eine Mängel-

liste erstellt. Die Mängelliste von E _________ (S. 207 ff.) wurde beiden Parteien zuge-

stellt. Als allgemeine Vorbemerkung hält der Architekt fest, dass die angemeldeten Si-

cherheitsaspekte, insbesondere der fehlende Handlauf und ein Geländer im Treppenbe-

reich innen, im Hinblick auf die Unfallgefahr möglichst bald geplant und baulich umge-

setzt werden sollten. Weiter führt der Bericht beim 1. und 3. Obergeschoss unter 

«Treppe» jeweils auf, dass kein Geländer beim Treppenaustritt angebracht ist (Pendenz 

Nr. 47 und Nr. 66). Beim 3. Obergeschoss steht zudem: «Unfallgefahr» vermerkt. Die 

Parteien vereinbarten eine Behebung der Mängel durch die Verkäuferin. In der Folge 

behob die Z _________ K _________AG einen Teil der Mängel resp. liess diese behe-

ben. Spätestens ab Erhalt dieses Berichts wussten der Beschuldigte und die Privatklä-

gerin um die Gefahr, die von der Treppe ausgehen kann. Am 10. März 2010 erhielt die 

Privatklägerin bereits die Schlüssel (Z2 10 29 S. 652), wobei sie den Empfang mit Un-

terschrift bestätigte und ausdrücklich festhielt, dass die Schlüssel unter Vorbehalt weite-

rer Qualitätskontrollen entgegengenommen würden und nicht im Sinne einer Schlüssel-

übergabe des Hauses («Keys are received conditional to further quality inspection and 

NOT as an acceptance of delivery of the house»). 

Die Schlüssel zum Chalet wurden der Privatklägerin gemäss der Schlüsselquittung am 

21. September 2010 übergeben (S. 117). Die Privatklägerin hat die Schlüsselübergabe 

verlangt. Die Vorinstanz ging aufgrund des Anklagegrundsatzes und der Anklage zu 

Gunsten des Beschuldigten davon aus, dass die Z _________ K _________AG der  

Privatklägerin zusammen mit den Schlüsseln auch das Chalet am 21. September 2010 

übergeben hatte. Dies ist nicht zu beanstanden. Augenfällig ist auch, dass sich auf der 

Schlüsselquittung vom 21. September 2010 im Gegensatz zur Bestätigung der Entge-

- 17 - 

gennahme der Schlüssel vom 10. März 2010 keine ähnliche Anmerkung der Privatklä-

gerin findet. Sie verzichtete in der Folge auf eine Nachbesserung durch die Verkäuferin 

resp. der Baufirma des Beschuldigten.  

Am 14. Juni 2010 reichte die Z _________ N _________AG eine Klage auf definitive 

Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts ein (Z1 10 36 S. 1). Die Z _________  

K _________AG wurde vom Gericht mit Verfügung vom 30. Juni 2011 (Z2 11 04) aufge-

fordert, am Prozess teilzunehmen, nachdem dies die Beklagte verlangt hatte (Z1 10 36 

S. 38 ff.). Die Privatklägerin machte in diesem Verfahren eine Kaufpreisminderung gel-

tend. 

Es stellt sich die Frage, weshalb nach der gemeinsamen Begehung des Chalets am 10. 

März 2010 keine Absturzsicherung angebracht wurde. Es ist erstellt, dass die Verkäufe-

rin nach dem Bericht von E _________ einige Mängel beheben liess. Dies haben die 

Privatklägerin und ihr Partner festgestellt. In der E-Mail von D _________ an  

I _________ Z _________ vom 29. August 2009 werden diverse Punkte aufgelistet, die 

es noch zu erledigen oder zu diskutieren gilt. Unter anderem wird unter «Staircase (all 

floors)» aufgeführt: « We need to see sample of handrail and supporting system that you 

are proposing to install. Please wish to repeat as from month before, that we do not wish 

to see any modern type stainless steel but simple wooden handrail from similar wood to 

match the stairs” (S. 301). Hierzu bemerkte I _________ Z _________ in der Antwort-

mail, dass die Schreinerei J _________ den Handlauf nicht machen könne, da die 

Treppe so eng sei. Sie würden mit einem Unternehmen, dass darauf spezialisiert sei, 

nach einer anderen Lösung suchen (S. 303). Im Protokoll zum Meeting vom 14. Sep-

tember 2009 ist hierzu notiert: «50mm rope with brass holders will be used between each 

floor in natural color (Sisal)» (S. 306). Gemäss Kommentar der Verkäuferin zur Mängel-

liste von E _________, hätte die Privatklägerin die Farbe der Kordel mitteilen sollen. Die 

Privatklägerin ihrerseits kommentierte, dass diese Lösung nicht genügend Sicherheit 

biete und zu verwerfen sei. F _________ bestätigte in seinem undatierten Schreiben an 

den Lebenspartner der Privatklägerin, dass eine Kordel hätte angebracht werden sollen 

und die Privatklägerin noch deren Farbe mitteilen müsse. Die Privatklägerin teilte dem-

nach der Verkäuferin nie mit, was für eine Farbe Kordel sie wünschte. Anlässlich der 

Befragung vor Bezirksgericht gab die Privatklägerin bezüglich des Geländers zu Proto-

koll, den Handlauf zu verlängern, wie dies E _________ vorgeschlagen habe, stellte 

keine Lösung dar, da jemand unter das Geländer rutschen könnte. Eine weitere Lösung 

wäre gewesen, eine Wand aufzuziehen. Es frage sich, wie man die Wand hätte fixieren 

- 18 - 

wollen und es hätte nur noch wenig Platz gehabt, wenn man die Tür zu den Schlafzim-

mern geöffnet hätte. Dies wäre natürlich auch eine hässliche Lösung gewesen, aber man 

habe sie in Betracht gezogen. Die einzig gangbare Lösung, so scheine es ihr, wäre ge-

wesen, die Treppe neu zu machen. Gemäss Aussage der Privatklägerin war bis zur Be-

rufungsverhandlung noch keine Sicherung bei der Treppe angebracht worden. Im Jahre 

2010 wurde eine vorsorgliche Beweisaufnahme durchgeführt. Der Zustand des Chalets 

wurde in einem Bericht samt Fotos von einem vom Gericht ernannten Architekten doku-

mentiert. Im Rahmen dieses Verfahrens begründete die Privatklägerin, um noch weitere 

Verzögerungen und Schäden zu verhindern, sei sie gezwungen unverzüglich durch eine 

Expertise die Beweise zu sichern, so dass die notwenige Mängelbeseitigung durchge-

führt werden könne, ohne vorerst ein langwieriges Prozessverfahren abwarten zu müs-

sen (Z2 10 29 S. 5). Vor den Strafbehörden argumentiert die Privatklägerin nun in Ge-

gensatz dazu, sie habe den Mangel nicht beseitigen können, da sie den Ausgang der 

diversen Verfahren habe abwarten müssen. Soweit sie aussagt, sie habe für einen mög-

lichen Augenschein durch das Kantonsgericht die Situation nicht verändern wollen, wi-

derspricht dies einerseits dem Sinn und Zweck und ihrer vor Gericht angegebenen Be-

gründung für das vorsorgliche Beweisverfahren und es ist andererseits anzumerken, 

dass im Rahmen des Berufungsverfahrens keine Ortsschau beantragt wurde. Darüber 

hinaus ist anzumerken, dass die Privatklägerin bezüglich der übrigen von ihr geltend 

gemachten Mängel keine Bedenken hatte, diese im Rahmen umfangreicher Änderungs-

aufträge beheben zu lassen, resp. die Gegebenheiten dergestalt abändern zu lassen, 

dass es für die Experten im Zivilprozess nicht mehr möglich war, den ursprünglichen 

Zustand zu rekonstruieren (Z1 10 36 S. 1105). Insofern ist es nicht glaubwürdig, dass 

der Zivil- oder Strafprozess Grund dafür sein soll, dass bis heute kein Geländer ange-

bracht oder eine andere Lösung umgesetzt wurde. Es ist erstellt, dass die Privatklägerin 

der Verkäuferin nach der Begehung mit dem Architekten E _________ nicht mitteilte, 

wie sie das Geländer haben möchte. Überdies hätte die Privatklägerin keine der von der 

Verkäuferin vorgeschlagenen Lösungen akzeptiert, wie ihre Ausführungen vor Bezirks-

gericht und der Umstand, dass bis heute - und selbst nach dem Sturz der Privatklägerin 

- keine Absturzsicherung angebracht worden ist, zeigen.  

Am 21. September 2010 verlangte W _________ X _________ die Schlüssel zu ihrem 

Chalet heraus. Weiter ergibt sich aus den Aussagen der Privatklägerin und den Akten, 

dass diese in der Folge im Herbst 2010, jedenfalls vor dem 4. November 2010,  

B _________ beauftragt hat, unter anderem auch mit der Behebung von Mängeln. In 

den Akten findet sich eine E-Mail vom 5. November 2010 in welcher der Architekt der 

Privatklägerin mitteilt, gestern in H _________ gewesen zu sein und Fotos von allen 

- 19 - 

Räumen gemacht zu haben. Als nächstes werde er eine Liste mit allen Bereichen erstel-

len und was dort gemacht werden müsse. Die Privatklägerin antwortete an demselben 

Tag und schickte dem Architekten den Bericht resp. die Mängelliste von E _________ 

(S. 220 f.). Am 16. November 2010 schickte B _________ eine Liste mit den Mängeln 

und den Änderungswünschen an die Privatklägerin (S. 311). In seiner Kostenübersicht 

führt dieser unter anderem die Position «Stairs: to mount a hand rail» auf (S. 224). Und 

weiter: «Second floor – anteroom: to mount a new balustrade along the stairpart» 

(S. 226). B _________ sagte zwar aus, dass er nichts von Mängelbehebung wisse. Die 

Privatklägerin widersprach dieser Aussage von B _________ und gab zu Protokoll, die-

ser habe sehr wohl die Mängel beheben sollen. Dass er den Mangel bei der Treppe nicht 

hätte reparieren sollen, wie dies die Privatklägerin vor Kantonsgericht aussagt, ist nicht 

glaubwürdig. Aus der von B _________ erstellten Liste mit den zu erledigenden Arbeiten 

ergibt sich, dass ein Handlauf bei der Treppe montiert werden sollte. Aus der Zusam-

menstellung der Kosten ist ersichtlich, dass im 2. Obergeschoss bei «anteroom» Fr. 

700.-- einberechnet wurden «to mount a new balustrade along the stairpart» (S. 405). 

Hier ist davon die Rede, dass ein neues Geländer bei der Treppe errichtet wird. Das 

Geländer war mithin durchaus auch beim Auftrag von B _________ Thema und nicht 

nur der Handlauf entlang der Wendeltreppe. Dies bestätigte B _________ auch gegen-

über der Polizei: «Ja, etwas war vorgesehen. Wenn ich nachschaue, dann sollten wir ein 

Geländer anbringen, die Treppenbeläge neu anfertigen und die Tritte passten nicht, es 

sollte massives Holz angebracht werden» (Belegdossier S. 338 A zu F36). Es ist dem-

nach erstellt, dass B _________ im Auftrag der Privatklägerin im Sinne einer Mängelbe-

hebung im zweiten Stock bei der Treppe ein Geländer hätte anbringen sollen. Das Ver-

tragsverhältnis endete im Jahre 2012, ohne dass ein Geländer oder ein Handlauf ange-

bracht worden wäre. Im Juni 2010 reichte die Z _________ N _________AG ein Gesuch 

um definitive Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts ein. Die Z _________  

K _________AG wurde in den Prozess gezwungen und verlangte die Bezahlung des 

Restkaufpreises. Die Privatklägerin machte im Rahmen dieses Zivilverfahrens eine 

Kaufpreisminderung und Schadenersatz geltend. 

Betreffend den Unfallhergang liegen einzig die Aussagen der Privatklägerin vor. Diese 

hat ein Interesse am Ausgang des Verfahrens, was bei der Würdigung ihrer Aussagen 

zu berücksichtigen ist. Die Verteidigung bringt denn auch vor, dass eine andere Ursache 

für die Verletzungen resp. den Sturz nicht auszuschliessen sei, insbesondere wenn die 

Anamnese der Privatklägerin berücksichtigt werde. Zunächst ist erstellt, dass die Treppe 

bei der Besichtigung durch den Experten E _________ (vorsorgliches Beweisaufnahme-

- 20 - 

verfahren Z2 10 29) am 28. Mai 2010 den von der Anklage beschriebenen Zustand auf-

wies (S. 367). Gemäss den Fotoaufnahmen des Polizeiberichts (Belegdossier S. 468) 

bestand dieser Zustand auch am 14. März 2016, zumal die Fotos gemäss Bericht an 

diesem Tag aufgenommen worden sind. Es ist zudem aufgrund der diversen medizini-

schen Unterlagen erstellt, dass sich die Privatklägerin im März 2016 eine Berstungsfrak-

tur des Wirbels D12 zugezogen hat (S. 83, 537, 694). Das Datum des Sturzes wird im 

Spitalbericht nicht genannt, hingegen wird angegeben, der Sturz sei 7 Tage vor der Hos-

pitalisation erfolgt, wobei die Patientin vom 17. März bis zum 25. März 2016 hospitalisiert 

gewesen sei (S. 537); mithin am 10. März 2016. Im Bericht des Rückenzentrums wird 

angegeben, die Patientin habe am 21. März 2016 eine Fraktur erlitten (S. 327, 698). Im 

Bericht der Schulthessklinik wird der 13. März 2016 als Unfalldatum genannt (S. 344, 

700). Gemäss Strafanzeige (S. 3 f.) und Aussage der Privatklägerin (S. 676 A zu F9 und 

S. 833 A zu F3) zog sie sich die Verletzung am 13. März 2016 zu. Ein Bericht des Haus-

arztes, der gemäss Angaben der Privatklägerin am Tag nach dem Sturz als erster die 

Behandlung übernahm und sie später in das Spital einwies, liegt nicht bei den Akten. 

Sollten gesundheitliche Probleme für den Sturz mitursächlich sein, so fanden diese keine 

Erwähnung in den aktenkundigen Arzt- resp. Spitalberichten zum Unfall. Gänzlich aus-

schliessen lässt sich dies dennoch nicht, zumal einerseits nicht alle Berichte immer sämt-

liche Diagnosen auflisten und andererseits auch aufgrund der in den Berichten geschil-

derten Krankengeschichte der Privatklägerin mit beispielsweise Status nach Schlagan-

fall, St. n. ektope Schrittmacherablation bei Herzarrhythmien und Vorhofflimmern (Fibril-

lation auriculaire sous Xarelto).  

Keiner der Arztberichte schildert den Unfallhergang. Zeugen bezüglich des Unfallher-

gangs gibt es keine. Die Angaben der Privatklägerin zum Unfallgeschehen sind konstant, 

zumal sie jeweils aussagt, sie sei mit ihrem rechten Fuss ins Leere getreten, rückwärts 

gefallen und habe sich am Podest den Rücken angeschlagen. Sie habe in die Wasch-

küche gewollt, die im oberen Stock liege. Widersprüchlich sind ihre Angaben jedoch be-

züglich des Raums, aus dem sie gekommen ist. Anlässlich der ersten Einvernahme vor 

der Polizei sagte sie aus, sie sei aus ihrem Schlafzimmer gekommen. Die Einvernahme 

wurde mittels eines Übersetzers vorgenommen. Zudem ist die Privatklägerin Anwältin 

und dozierte als Rechtsprofessorin, womit ihr die Bedeutung ihrer Worte bewusst war. 

In den ihr vorgelegten Fotoaufnahmen hingegen, zeichnete sie den Weg aus dem Zim-

mer ihres Sohnes ein. Denn gemäss dem von der Privatklägerin beschrifteten Plan liegt 

der Eingang des Zimmers des Sohnes direkt bei der Treppe und den beiden ungesicher-

ten Stufen. Ihr eigenes Schlafzimmer hingegen liegt gegenüber dem Schlafzimmer des 

Sohnes und direkt bei der Wendeltreppe, die nach oben führt. Vor Bezirksgericht und 

- 21 - 

vor Kantonsgericht erklärte die Privatklägerin, aus dem Zimmer ihres Sohnes gekommen 

zu sein. Die Anklageschrift geht davon aus, dass die Privatklägerin von ihrem Schlafzim-

mer aus in das obere Stockwerk gelangen wollte. Wäre sie aus ihrem Schlafzimmer ge-

kommen, um die Wendeltreppe hoch zu steigen, wie sie es gegenüber der Polizei ge-

schildert hat und wovon die Anklage ausgeht, erscheint ein Tritt ins Leere, wie von der 

Privatklägerin beschrieben, als nicht sehr wahrscheinlich, da sie in diesem Fall gar nicht 

an der ungesicherten Stelle vorbeigekommen wäre. Aufgrund der Aussagen der Privat-

klägerin und insbesondere ihrer Markierungen auf den Fotos, ist davon auszugehen, 

dass die Privatklägerin entgegen ihrer Erstaussage vom Zimmer ihres Sohnes die Wen-

deltreppe hoch in die Waschküche gehen wollte. 

2.5  Die Anklageschrift wirft dem Beschuldigten die Inkaufnahme einer schweren Schä-

digung des Körpers und der körperlichen Gesundheit vor indem er das hiervor in E. 2.1 

ausgeführt «tat sowie unterliess». Die Abgrenzung zwischen Handlung und Unterlas-

sung im strafrechtlichen Sinne ist im Zweifel nach dem Subsidiaritätsprinzip vorzuneh-

men (vgl. Urteil 6B_1332/2016 vom 27. Juli 2017 E. 5.3). Danach ist immer zunächst zu 

prüfen, ob ein aktives Tun vorliegt, das tatbestandsmässig, rechtswidrig und schuldhaft 

ist. Dabei sind nur solche Handlungen zu berücksichtigen, welche das Risiko, das in den 

tatbestandsmässigen Erfolg umschlug, herbeiführten oder steigerten, mithin nicht auch 

solche Handlungen, welche dieses Risiko bloss nicht verhindert haben (Urteil 

6S.87/2003 vom 6. Juni 2003 E. 3.1mit Hinweisen). Mangelnde Sorgfalt ist ein Tatbe-

standsmerkmal der Fahrlässigkeit und nicht ein Unterlassen im Sinne des unechten Un-

terlassungsdelikts. Bei der Ablieferung eines Bauwerkes, das etwa aufgrund von Verlet-

zungen der Regeln der Baukunde mit Mängeln behaftet ist, handelt es sich nicht um eine 

Unterlassung, sondern um eine Handlung (Bundesgerichtsurteil 6B_1332/2016 vom 27. 

Juli 2017 E. 5.3 mit Hinweis auf Bundesgerichtsurteil 6B_1026/2008 vom 1. Mai 2009 E. 

2.3.4). Wohl konnte die Gefahr eines Absturzes, welche durch die Wendeltreppe unter 

den gegebenen Umständen geschaffen wurde, dadurch wieder behoben oder zumindest 

erheblich verringert werden, indem ein sicherndes Geländer angebracht wurde. Dies be-

deutet indessen nicht, dass der tatbestandsmässige Erfolg auf eine Unterlassung im 

strafrechtlichen Sinne zurückzuführen ist. Der Bau und die Übergabe des allenfalls man-

gelhaften Bauwerks am 21. September 2010 sind Handlungen. 

2.6  Es kann offen gelassen werden, inwiefern der Beschuldigte persönlich für die Kör-

perverletzung der Privatklägerin verantwortlich hätte sein sollen. Er war, wie die Vertei-

digung korrekt darlegte, weder der Architekt, der das Gebäude plante, noch der Baulei-

- 22 - 

ter, der für die entsprechende Ausführung der Pläne und die Arbeitssicherheit verant-

wortlich war. Er repräsentierte aber die Z _________ K _________AG als Verkäuferin, 

die sich vertraglich verpflichtet hat, ein schlüsselfertiges Chalet zu erstellen und zu über-

geben und er war im Verwaltungsrat der Z _________ L _________AG, die die Bauar-

beiten im Chalet ausführte. 

 

2.7  Wer vorsätzlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt, wer vorsätzlich den Kör-

per, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt oder ein wichtiges 

Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen bleibend arbeitsunfähig, ge-

brechlich oder geisteskrank macht, das Gesicht eines Menschen arg und bleibend ent-

stellt oder wer vorsätzlich eine andere schwere Schädigung des Körpers oder der kör-

perlichen oder geistigen Gesundheit eines Menschen verursacht, macht sich der schwe-

ren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB strafbar. Gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 

1 StGB macht sich der einfachen Körperverletzung schuldig, wer vorsätzlich einen Men-

schen in anderer als schwerer Weise an Körper oder Gesundheit schädigt. 

2.7.1  Der natürliche Kausalzusammenhang ist gegeben, wenn ein Umstand oder ein 

Verhalten unabdingbare Voraussetzung, d.h. conditio sine qua non, für das Schadens-

ereignis ist. Die Handlung muss überdies adäquat kausal sein. Das Verhalten des Täters 

muss nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens geeig-

net sein, einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder zumindest zu begüns-

tigen. Es ist unter Kausalitätsgesichtspunkten alles ursächlich, was irgendwie zum kon-

kreten Erfolg beigetragen hat. Alle Kausalfaktoren sind gleichwertig ("aequivalent"). Es 

genügt, dass die Handlung eine Ursache des Erfolgsgewesen ist; sie braucht nicht die 

ausschliessliche oder auch nur die Hauptursache gewesen zu sein, weshalb ein Kausal-

zusammenhang nicht dadurch ausgeschlossen wird, dass eine andere Bedingung für 

den Erfolg überwiegend erscheint (Bundesgerichtsurteil 6B_1388/2017 vom 4. April 

2018 E. 4.5.3).  

Der adäquate Kausalzusammenhang wird unterbrochen, wenn zu einer an sich adäqua-

ten Ursache eine andere Ursache hinzutritt, die einen derart hohen Wirkungsgrad auf-

weist, dass erstere nach wertender Betrachtungsweise als rechtlich nicht mehr beacht-

lich erscheint. Entscheidend ist die Intensität der beiden Ursachen (BGE 130 III 182 E. 

5.4 S. 188). Das Verhalten eines Dritten vermag den Kausalzusammenhang nur zu un-

terbrechen, wenn diese Zusatzursache derart ausserhalb des normalen Geschehens 

liegt, derart unsinnig ist, dass damit nicht zu rechnen war (BGE 142 IV 237 E. 1.5.2 S. 

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- 23 - 

244). Die Unvorhersehbarkeit einer Mitursache ("l'imprévisibilité d'un acte concurrent") 

genügt für sich genommen nicht, um die Adäquanz zu unterbrechen (Urteil 

6B_1008/2016 vom 22. September 2017 E. 5.1). Denn unter Kausalitätsgesichtspunkten 

ist ursächlich alles, was irgendwie zu dem konkreten Erfolg beigetragen hat; alle Kau-

salfaktoren sind gleichwertig ("aequivalent"). Es genügt, dass die Handlung eine Ursa-

che des Erfolgs gewesen ist; sie braucht nicht die ausschliessliche oder auch nur die 

Hauptursache gewesen zu sein, weshalb ein Kausalzusammenhang nicht dadurch aus-

geschlossen wird, dass eine andere Bedingung für den Erfolg überwiegend erscheint 

(BGE 120 IV 300 E. 3e S. 312). Vielmehr muss die konkurrierende Ursache nach der 

Adäquanztheorie bei wertender Betrachtung (vgl. BGE 142 III 433 E. 4.5 S. 438) als 

derart intensiv erscheinen, dass sie die andere gleichsam verdrängt und als unbedeu-

tend erscheinen lässt (BGE 130 III 182 E. 5.4 S. 188; Bundesgerichtsurteil 

6B_1388/2017 vom 04 April 2018 E. 4.5.3; 6B_1008/2016 vom 22. September 2017 E. 

5.1). 

2.7.2  Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen der Übergabe des Chalets 

ohne Absturzsicherung und dem Sturz sowie den Verletzungen der Klägerin besteht, 

kann offen gelassen werden. Weitere Abklärungen des Sachverhalts sind nicht nötig, da 

die Kausalität selbst bei einem natürlichen Kausalzusammenhang aus nachfolgenden 

Gründen nicht gegeben ist. 

Nicht erstellt ist, weshalb die Treppe, im Gegensatz zu den bei der Verurkundung des 

Kaufvertrags unterzeichneten Plänen, so erstellt wurde. Ein Fehler der Z _________  

K _________AG wurde zwar von der Privatklägerin vermutet, aber im vorliegenden Ver-

fahren nicht weiter thematisiert und von der Staatsanwaltschaft nicht nachgewiesen. Je-

denfalls ist nicht aktenkundig, dass die Privatklägerin von der Verkäuferin oder der Bau-

unternehmung verlangt hätte, die Treppe neu zu bauen. Die Privatklägerin konnte und 

wollte sich nicht für eine Lösung entscheiden. Jeder Vorschlag wurde verworfen oder 

gar nicht erst in Betracht gezogen. Sie teilte der Verkäuferin nicht mit, wie die Absturzsi-

cherung ausgeführt werden soll. Zudem verlangte die Privatklägerin in Kenntnis des Zu-

stands der Treppe am 21. September 2010 die Herausgabe der Schlüssel. Sie Über-

nahm das Chalet im Wissen um die Gefahrenstelle bei der Treppe. Sie brachte damit 

zum Ausdruck, dass sie keine Zusammenarbeit mehr mit den Unternehmen des Be-

schuldigten wünschte. Mit der Übernahme des Gebäudes samt Mängeln und der Been-

digung der Zusammenarbeit mit den Unternehmen des Beschuldigten war es nun in der 

Verantwortung der Privatklägerin eine Absturzsicherung anbringen zu lassen. Eine Be-

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- 24 - 

seitigung der Gefahr durch einen Dritten ist das wahrscheinlichste und naheliegest Er-

eignis. Es liegt jenseits jeglicher Lebenserfahrung, dass fünfeinhalb Jahre nach der 

Schlüsselübergabe noch immer keine Absturzsicherung angebracht war. Die Privatklä-

gerin beauftragte denn auch zunächst B _________ mit dieser Aufgabe, wobei dieses 

Vertragsverhältnis endete, ohne dass ein Geländer oder Ähnliches angebracht worden 

wäre. In der Folge machte die Privatklägerin eine Kaufpreisminderung geltend und ak-

zeptierte damit das Objekt samt seinen Mängeln, aber hat bis heute keine Absturzsiche-

rung angebracht. Weiter ist zu berücksichtigen, dass zwischen der Schlüsselübergabe 

im September 2010 und dem Unfall im März 2016 fünfeinhalb Jahre liegen. Dass die 

Privatklägerin fünfeinhalb Jahre nach Schlüsselübergabe und bis dato kein Geländer 

oder ähnliches anbringen liess, konnte der Beschuldigte bei der Schlüsselübergabe nicht 

vorhersehen.  

2.7.3  Die Zurechnung des Erfolgs kann an der Selbstverantwortung des Opfers schei-

tern. In diesem Zusammenhang ist unter anderem zwischen Mitwirkung an fremder 

Selbstgefährdung und einverständlicher Fremdgefährdung zu unterscheiden. Die Unter-

scheidung richtet sich danach, ob der Rechtsgutträger das Tatgeschehen derart be-

herrscht, dass er darin jederzeit und bis zuletzt steuernd einzugreifen vermag, oder aber 

das Gefährdungsgeschehen in den Händen des Dritten liegt (BGE 134 IV 193 E. 9.1; 

134 IV 149 E. 4.5; 131 IV 1 E. 3.2; 125 IV 189 E. 3a je mit Hinweisen). Blosse Mitwirkung 

an fremder Selbstgefährdung liegt vor, wenn der Rechtsgutträger sich bewusst und frei-

verantwortlich einer bestimmten Gefahr für seine Rechtsgüter aussetzt und das Tatge-

schehen derart beherrscht, dass er darin jederzeit und bis zuletzt steuernd einzugreifen 

vermag (BGE 134 IV 149 E. 4.4; 131 IV 1 E. 3.3 mit Hinweisen). Die Selbstgefährdung 

ist stets straflos. Die Mitwirkung daran (d.h. die Mitwirkung an fremder Selbstgefährdung) 

ist es auch, solange der sich selbst Gefährdende das Risiko im selben Masse übersieht 

wie der Mitwirkende. Die Straflosigkeit der Mitwirkung an fremder Selbstgefährdung 

ergibt sich aus der Straflosigkeit des Suizids und - vorbehältlich Art. 115 StGB - der Teil-

nahme hierzu. Wenn schon die Teilnahme an einer Selbsttötung und auch an einer vor-

sätzlichen Selbstverletzung straflos bleibt, kann um so weniger die Mitwirkung an frem-

der Selbstgefährdung strafbar sein. Dahinter steht die normative Wertentscheidung, 

dass kein Grund besteht, die Handlungsfreiheit einzuschränken, solange niemand ge-

gen seinen Willen gefährdet wird (BGE 134 IV 193 E. 9.1; 134 IV 149 E. 4.5; 131 IV 1 E. 

3.2). Die Straflosigkeit der Mitwirkung an fremder Selbstgefährdung findet ihre Grenze 

jedoch dort, wo der Veranlasser oder Förderer ein überlegenes Sachwissen in Bezug 

auf die in Frage stehende Gefahr hat (BGE 125 IV 189 E. 3a) oder erkennt, dass das 

Opfer die Tragweite seines Entschlusses nicht überblickt. In diesem Fall schafft er ein 

- 25 - 

Risiko, das vom Willen des Opfers nicht mehr gedeckt und dessen Verwirklichung daher 

dem Mitwirkenden zuzurechnen ist (BGE 131 IV 1 E. 3.3 mit Hinweisen). 

2.7.4  Im vorliegenden Fall lag die Herrschaft über das unmittelbar zu der Verletzung 

führende Geschehen bei der Privatklägerin. Sie verlangte von sich aus, in Kenntnis und 

in vollem Bewusstsein um die Gefahr, die von der ungesicherten Stelle bei der Treppe 

ausging, die Herausgabe der Schlüssel und die Übergabe des Chalets. Es stand ihr frei, 

zunächst die Mängel beheben zu lassen, bevor das Objekt übergeben worden wäre. Im 

Wissen um die Gefahr zog sie im Sommer 2013 in das Haus ein und wohnte im Haus, 

ohne eine Absturzsicherung anbringen zu lassen. Die Gefahr, bei dieser Stelle zu stür-

zen, ist augenscheinlich und war der Privatklägerin bewusst. Und dies nicht nur aufgrund 

des Berichts von E _________. Sie resp. ihr Partner bezeichneten bereits im November 

2009 die Stelle als «Deathtrap». Es ist nicht zu erkennen, inwiefern sie die Tragweite 

ihres Entschlusses nicht überblickt hätte oder ihre Willensbildung sonstwie mangelhaft 

gewesen wäre. Mit der geforderten Übergabe des Chalets und dessen Nutzung ohne 

Anbringen einer Absturzsicherung hat sich die Privatklägerin bewusst und freiverant-

wortlich einer allfälligen Körperverletzung ausgesetzt. Die Übergabe des Chalets ohne 

Absturzsicherung beim Austritt der Wendeltreppe stellt nach dem Dargelegten eine Mit-

wirkung an fremder Selbstgefährdung dar und der Erfolg, das heisst der Sturz der Pri-

vatklägerin und die daraus resultierenden Verletzungen, sind dem Beschuldigten objek-

tiv nicht zurechenbar. 

2.8  In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand Vorsatz, wobei Eventualvorsatz ge-

nügt. Im Folgenden wird aufgezeigt, weshalb der Beschuldigte keinen Vorsatz hatte und 

damit auch das subjektive Tatbestandselement der vorsätzlichen Körperverletzung nicht 

erfüllt ist. 

2.8.1  Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist Eventualvorsatz gegeben, 

wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs beziehungsweise die Tatbestandsverwirklichung 

für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in 

Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein. Der Richter darf 

vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des 

Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzuneh-

men, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 

137 IV 1 E. 4.2.3; 133 IV 222 E. 5.3 mit Hinweisen). 

Fahrlässig handelt, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit 

nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt (Art. 12 Abs. 3 erster Satz StGB). 

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- 26 - 

Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der 

er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 

12 Abs. 3 zweiter Satz StGB) und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos 

überschritten hat. Wo besondere, der Unfallverhütung und der Sicherheit dienende Nor-

men ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der zu beachtenden 

Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften (BGE 145 IV 154 E. 2.1; 143 IV 138 E. 

2.1). Wo eine derartige Regelung fehlt, kann der Vorwurf der Fahrlässigkeit auch auf 

allgemeine Rechtsgrundsätze wie den allgemeinen Gefahrensatz gestützt werden (BGE 

106 IV 80 E. 4b, Urteil 6B_1364/2019 vom 14. April 2020 E. 3.2.1). Grundsätzlich gilt, 

dass derjenige, der einen Gefahrenbereich schafft, die davon ausgehenden Gefahren 

zu kontrollieren und zu verhindern hat, dass dadurch fremde Rechtsgüter geschädigt 

werden. Grenze dieser Sicherungspflicht bildet die Zumutbarkeit (Urteil 6B_261/2018 

vom 28. Januar 2019 E. 5.1).  

Grundvoraussetzung für das Bestehen einer Sorgfaltspflichtverletzung und mithin für die 

Fahrlässigkeitshaftung bildet die Vorhersehbarkeit des Erfolgs. Die zum Erfolg führen-

den Geschehensabläufe müssen für den Täter mindestens in ihren wesentlichen Zügen 

voraussehbar sein. Zunächst ist zu fragen, ob der Täter eine Gefährdung der Rechtsgü-

ter des Opfers hätte voraussehen resp. erkennen können und müssen. Für die Beant-

wortung dieser Frage gilt der Massstab der Adäquanz. Sodann muss das Verhalten ge-

eignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfah-

rung einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens wesentlich zu 

begünstigen (BGE 142 IV 237 E. 1.5.2; 135 IV 56 E. 2.1). Die Adäquanz ist zu verneinen, 

wenn ganz aussergewöhnliche Umstände, wie das Mitverschulden des Opfers oder ei-

nes Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursache hinzutreten, und 

wenn damit schlechthin nicht gerechnet werden musste. Die Mitursache muss derart 

schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbare Ursache des Erfolgs 

erscheint und so alle anderen ursächlichen Faktoren - namentlich das Verhalten der be-

schuldigten Person - in den Hintergrund drängt (BGE 135 IV 56 E. 2.1). 

Die Abgrenzung zwischen Eventualvorsatz und bewusster Fahrlässigkeit kann im Ein-

zelfall schwierig sein. Sowohl der eventualvorsätzlich als auch der bewusst fahrlässig 

handelnde Täter wissen um die Möglichkeit des Erfolgseintritts beziehungsweise um das 

Risiko der Tatbestandsverwirklichung. Hinsichtlich der Wissensseite stimmen somit 

beide Erscheinungsformen des subjektiven Tatbestands überein. Unterschiede beste-

hen jedoch beim Willensmoment. Der bewusst fahrlässig handelnde Täter vertraut (aus 

pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf, dass der von ihm als möglich vorausgesehene 

- 27 - 

Erfolg nicht eintreten, das Risiko der Tatbestandserfüllung sich mithin nicht verwirklichen 

werde. Demgegenüber nimmt der eventualvorsätzlich handelnde Täter den Eintritt des 

als möglich erkannten Erfolgs ernst, rechnet mit ihm und findet sich mit ihm ab (BGE 131 

IV 9 E. 4.1 mit Hinweisen). Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in diesem Sinne 

in Kauf genommen hat, muss der Richter - bei Fehlen eines Geständnisses des Beschul-

digten - aufgrund der Umstände entscheiden. Dazu gehören die Grösse des dem Täter 

bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtver-

letzung, die Beweggründe des Täters und die Art der Tathandlung. Je grösser die Wahr-

scheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtver-

letzung wiegt, desto näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter habe die Tatbestands-

verwirklichung in Kauf genommen. Der Richter darf vom Wissen des Täters auf den Wil-

len schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich auf-

drängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als 

Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 130 IV 58 E. 8.4; 125 IV 242 E. 

3c mit Hinweisen). Eventualvorsatz kann indessen auch vorliegen, wenn der Eintritt des 

tatbestandsmässigen Erfolgs nicht in diesem Sinne sehr wahrscheinlich, sondern bloss 

möglich war. Doch darf nicht allein aus dem Wissen des Täters um die Möglichkeit des 

Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme geschlossen werden. Vielmehr müssen weitere 

Umstände hinzukommen (BGE 131 IV 9 E. 4.1 mit Hinweisen; 131 IV 1 E. 2.2; 125 IV 

242 E. 3f). 

2.8.2  Es liegt kein Geständnis vor. Mithin sind die gesamten Umstände zu berücksich-

tigen. Dem Beschuldigten war der Zustand der Treppe spätestens ab dem 10. März 2010 

bekannt. Die Gefahr, die von der Treppe ausgeht, ist augenscheinlich, was auch der 

Beschuldigte zugab. Dass sich jemand bei einem Sturz an dieser Stelle eine einfache 

oder schwere Körperverletzung zuzieht, ist nicht aussergewöhnlich. Zu berücksichtigen 

ist indes, dass sich die Bewohner des Chalets, nämlich die Privatklägerin und ihr Leben-

spartner der Gefahr bewusst waren. Sie haben selber mehrmals darauf aufmerksam ge-

macht. Sie gaben beide an, besonders vorsichtig gewesen zu sein. Das Kantonsgericht 

geht mit der Vorinstanz einig, dass dieses Gefahrenbewusstsein die Gefahr eines Stur-

zes erheblich reduziert. Vom Wissen des Beschuldigten, kann vorliegend nicht auf den 

Willen geschlossen werden. Die Parteien haben sich anlässlich der Sitzung vor dem 

Gemeindegericht auf eine Nachbesserung der Mängel geeinigt, woraufhin am 10. März 

2010 gemeinsam mit dem Architekten E _________ eine Ortsschau stattfand. Der Be-

richt des Architekten machte ausdrücklich auf die Unfallgefahr aufmerksam. Diese war 

mithin dem Beschuldigten und der Privatklägerin bekannt. Dem Beschuldigten war zu-

dem klar, dass die Privatklägerin die Gefahr kannte und sich der Gefahr bewusst war. 

- 28 - 

Die Privatklägerin verwarf in der Folge die Variante mit dem Tau resp. der Kordel und 

gab der Z _________ K _________AG keine Anweisungen wie die Absturzsicherung 

auszuführen sei. Die Z _________ K _________AG liess nach der Ortsschau einen Teil 

der Mängel beheben, was darauf schliessen lässt, dass sie auch die Absturzsicherung 

angebracht hätten, hätte die Privatklägerin kommuniziert, was für eine Lösung sie 

wünscht. Die Z _________ K _________AG hat sich um eine Lösung bemüht und war-

tete, nachdem die gewünschte Variante in Holz nicht möglich war, auf die Rückmeldung 

der Privatklägerin bezüglich der vereinbarten Lösung mit der Kordel. Die Verkäuferin hat 

kein gleichgültiges Verhalten an den Tag gelegt. Sie hat insbesondere auch, nachdem 

sie die Mängelliste mit Schreiben vom 26. Oktober 2009 erhalten hat und auf ihre Antwort 

keine Rückmeldung mehr erhielt, nachgehackt und erneut Hand zur Bereinigung der 

Differenzen und der Behebung der Mängel geboten. Das zeigt auch das vor Berufungs-

gericht eingereichte Schreiben, wonach Mitarbeiter der Z _________ K _________AG 

mit der von der Privatklägerin erstellten Liste, wie von dieser verlangt, Zimmer für Zim-

mer durchgegangen sind und anschliessend eine Besprechung im Chalet vorgeschlagen 

haben. Y _________ Z _________ werde sie im Chalet treffen, um die extensive Liste 

zu besprechen. Die Sicherung der Treppe ist einer der Punkte auf der Liste der Privat-

klägerin. In der Folge verlangte die Privatklägerin jedoch am 21. September 2010 die 

Schlüssel heraus und gab zu verstehen, dass sie von der Z _________ K _________AG 

bzw. von deren Vertragspartner keine Werkleistungen mehr wünsche. Der Beschuldig-

ten wusste im Zeitpunkt der Schlüsselübergabe, dass die Privatklägerin die Gefahr bei 

der Treppe kannte. Der Beschuldigte vertraute darauf, dass die Privatklägerin einen Drit-

ten mit dem Anbringen einer Absturzsicherung beauftragen wird, im Minimum aber äus-

serst vorsichtig sein wird. Die Privatklägerin beauftragte daraufhin B _________ mit dem 

Anbringen einer Absturzsicherung. Doch auch dieses Vertragsverhältnis endete, ohne 

dass ein entsprechendes Geländer oder ähnliches montiert worden wäre. Schliesslich 

verlangte die Privatklägerin im Rahmen des zwischen den Parteien hängigen Zivilver-

fahrens widerklageweise eine Kaufpreisminderung. Damit hat die Privatklägerin das 

Chalet mitsamt seinen Mängeln akzeptiert, insbesondere auch das fehlende Geländer. 

Noch heute, zwölf Jahre nach Schlüsselübergabe und mehr als sechs Jahre nach dem 

Unfall der Privatklägerin, ist keine Absturzsicherung angebracht worden.  

Die Gemeinde H _________ hat am 14. Oktober 2009 die Bau- und Brandschutzab-

nahme durchgeführt und festgestellt, dass die ausgeführten Arbeiten, bis auf die Fens-

terläden auf der Ostseite, dem Baugesuch entsprechen. Sie erteilte unter Auflage die 

Wohnbewilligung (Z1 10 36 S. 278). Keine der Auflagen betraf die Sicherung der Wen-

deltreppe. E _________ hielt in der Mängelliste fest: «Zusammenfassend kann davon 

- 29 - 

ausgegangen werden, dass das Gebäude derzeit grundsätzlich bewohnt werden kann. 

Die angemeldeten Sicherheitsaspekte, insbesondere der fehlende Handlauf und ein Ge-

länder im Treppenbereich innen, sollten im Hinblick der Unfallgefahr möglichst bald ge-

plant und baulich umgesetzt werden» (S. 426). Der Beschuldigte vertraute darauf, dass 

sich die Privatklägerin nicht verletzen wird und dass sie um die eine entsprechende  

Sicherung besorgt sein wird. Eventualvorsatz liegt nach dem Gesagten nicht vor. 

2.8.3  Y _________ Z _________ ist daher vom Vorwurf der vorsätzlichen schweren 

(Art. 122 Abs. 2 und 3 StGB) und vorsätzlichen einfachen Körperverletzung (Art. 123 Ziff. 

1 StGB) freizusprechen.  

2.9  Die fahrlässige Körperverletzung war nicht angeklagt. Die Vorinstanz hat einen ent-

sprechenden Würdigungsvorbehalt angebracht. Bezüglich der Ausführungen zur Verjäh-

rung kann auf die korrekten rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz in E. 3.4 verwiesen 

werden.  

2.9.1  Die Berufungsklägerin bringt vor, den dies a quo auf die Schlüsselübergabe vom 

21. September 2010 zu legen, sei verfehlt. Die Verjährungsfrist beginne bei Unterlas-

sungen mit dem Ende der Handlungspflicht an zu laufen. Im Kaufvertrag sei eine fünf 

jährige Garantie ab Übergabe vereinbart worden. Dass eine korrekte Übergabe stattge-

funden habe, werde bestritten. Aber selbst wenn davon ausgegangen werde, habe die 

Verfolgungsverjährung erst ab dem 21. September 2015 zu laufen begonnen. Das Delikt 

sei demnach nicht verjährt. 

2.9.2  Zunächst kann betreffend der fahrlässigen Körperverletzung auf das unter E. 2.5 

in fine ausgeführte verwiesen werden. Auch im Falle einer fahrlässigen Körperverletzung 

wäre der Kausalzusammenhang und die Zurechenbarkeit des Erfolgs zu verneinen. In-

des wäre das Delikt ohnehin verjährt. Wie hiervor in E. 2.2 festgehalten, handelt es sich 

bei der Übergabe eines Bauwerks mit Mängeln um ein Tun und nicht um eine Unterlas-

sung. Insoweit ist für den Verjährungsbeginn nach dem Wortlaut des Gesetzes und der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung auf den Zeitpunkt der Tathandlung und nicht auf 

denjenigen des Erfolgseintritts der Straftat abzustellen, mit der Konsequenz, dass Straf-

taten verjährt sein können, bevor der Erfolg eingetreten ist (BGE 134 I V 297 E. 4 in fine). 

Massgeblich für den Verjährungsbeginn ist die Verletzung der vertraglichen Pflicht, nicht 

der Eintritt des Schadens (BGE 137 III 16; bestätigt in BGE 140 II 7). Die Schlüsselüber-

gabe fand am 21. September 2010 statt, sodass die Verjährungsfrist am 21. September 

2010 zu laufen begann und eine allfällige fahrlässige Körperverletzung am 21. Septem-

ber 2017 verjährte. 

- 30 - 

3.  Falsche Beweisaussage 

3.1  Weiter wurde hinsichtlich des Vorwurfs der falschen Beweisaussage nachfolgender 

Sachverhalt angeklagt: 

Am 17. Mai 2015, ab 9.20 Uhr, wurde Y _________ Z _________ im Rahmen des Beweisaufnahmeverfah-

rens im Zivilprozess mit der Geschäftsnummer Z1 10 36 im Bezirksgericht Leuk durch die Bezirksrichterin 

Marie Luise Williner als Vertreter der Klägerpartei einvernommen. Zum Beginn der Einvernahme ist er zur 

Wahrheit ermahnt und auf die Straffolgen einer Falschaussage hingewiesen worden. Y _________  

Z _________ legte zudem das Wahrheitsversprechen ab. Auf die Frage, «Welche Funktion haben Sie in der 

Z _________ L _________AG?» antwortete Y _________ Z _________: «Ich habe dort keine Funktion 

mehr. Ursprünglich war ich dort in der Geschäftsleitung. Wann diese geendet hat, kann ich nicht mehr sa-

gen» (cl. 1, pag. 143). Diese Aussage machte Y _________ Z _________, obwohl er seit dem 12. Februar 

2007 bis im Zeitpunkt der richterlichen Befragung Präsident des Verwaltungsrates mit Einzelunterschrift der  

«Z _________ L _________AG» war (cl. 1, pag. 186f.). Diese Aussage von Y _________ Z _________ ist 

somit falsch. 

In derselben Einvernahme wurde Y _________ Z _________ gefragt: «Hat W _________ X _________ 

aufgrund der schwerwiegenden Mängel mit Schreiben vom 26.10.2009 zuerst eine Wandelungsklage zur 

Annullierung des Werkvertrags rückwirkend auf den Tag der Unterzeichnung des Werkvertrags geltend  

gemacht?». Nach Vorhalt dieses Schreibens antwortete Y _________ Z _________: «Dies ist mir nicht 

bekannt. Im Übrigen hatte es keine schwerwiegenden Mängel» (cl. 1, pag. 150). Auch diese Aussage von  

Y _________ Z _________ ist falsch. So hatte Y _________ Z _________ im Namen der Z _________  

K _________AG einen nicht datierten englischsprachigen Brief an D _________, den Lebenspartner von  

W _________ X _________, unterzeichnet. Darin bezieht sich Y _________ Z _________ auf ein Schreiben 

von D _________ vom 26. Oktober 2009 und nimmt sinngemäss und im Wesentlichen zur Kenntnis, dass 

W _________ X _________ aufgrund von Mängelrügen per sofort alle vertraglichen Bindungen zur 

Z _________ K _________AG beenden und das Geschäft rückabwickeln will (cl. 1, pag. 195 ff.). Damit ist 

auch diese Aussage von Y _________ Z _________ falsch. 

In subjektiver Hinsicht war sich Y _________ Z _________ darüber im Klaren, dass er bei seiner Einver-

nahme als Klägerpartei im erwähnten Zivilprozess dazu verpflichtet war, die Wahrheit zu sagen. Desgleichen 

wusste Y _________ Z _________, dass er sich im Falle von Falschaussagen strafbar machen konnte. 

Trotz dieses Wissens machte Y _________ Z _________ willentlich falsche Aussagen zu seiner Funktion 

in der Firma und zu einer allfälligen Wandlungsklage von W _________ X _________. Dies tat Y _________ 

Z _________, um sich im Zivilprozess in eine bessere Position zu bringen. 

3.2   

3.2.1  Wer in einem Zivilrechtsverfahren als Partei nach erfolgter richterlicher Ermahnung 

zur Wahrheit und nach Hinweis auf die Straffolgen eine falsche Beweisaussage zur Sa-

che macht, wird nach Art. 306 Abs. 1 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 

Geldstrafe bestraft. Geschütztes Rechtsgut der Strafbestimmung ist das Interesse des 

Staats anlässlich der Beweisführung in einem Zivilprozess die Wahrheit zu erfahren 

- 31 - 

(Bundesgerichtsurteil 1B_489/2011 vom 24. Januar 2012 E. 2.2 mit Hinweisen; Del-

non/Rüdy, Basler Kommentar, N. 5 zu Art. 306 StGB). Aussagen zur Sache müssen mit 

dem Prozessgegenstand zu tun haben und für den Ausgang des Verfahrens von Bedeu-

tung sein, wenn auch nicht entscheidend (Delnon/Rüdy, Basler Kommentar, 4. A., Basel 

2019, N. 24 zu Art. 306 StGB). Eine Beweisaussage liegt vor, wenn die Aussage grund-

sätzlich geeignet ist, Beweis zugunsten der aussagenden Person zu bilden und ein 

Zeugnis in der eigenen Sache darstellt (Delnon/Rüdy, a.a.O., N. 22 zu Art. 306 StGB). 

Die Falschheit der Aussage bestimmt sich gemäss herrschender Lehre nicht nach dem 

subjektiven Empfinden des Täters, sondern nach dem objektiven Sachverhalt. Ob eine 

Aussage inhaltlich falsch war, beurteilt sich aufgrund einer Gesamtwürdigung (Del-

non/Rüdy, a.a.O., N. 27 zu Art. 306 StGB). Falsch sind auch unvollständige Aussagen, 

wie Weglassungen in erkennbarer Weise, wenn vorgegeben wird etwas nicht oder nicht 

mehr zu wissen oder wenn behauptet wird, etwas noch genau zu wissen, obwohl sich 

die Person daran nicht erinnern kann (Delnon/Rüdy, a.a.O., N. 28 zu Art. 306 StGB). 

3.2.2  Der Beschuldigte wurde im Rahmen des Zivilverfahrens Z1 10 36 am 17. Mai 2016 

als Partei befragt und er wurde vor seiner Befragung durch die Richterin auf seine Rechte 

und Pflichten sowie die Straffolgen einer Falschaussage aufmerksam gemacht (S. 143 

ff.). Es ist erstellt, dass der Beschuldigte die beiden in der Anklage aufgeführten Aussa-

gen anlässlich dieser Befragung gemacht hat (S. 143 A zu F1 und S. 150 A zu F60). Es 

stellt sich mithin die Frage, ob es sich hierbei um falsche Beweisaussagen handelt. 

3.3  Es ist erwiesen, dass der Beschuldigte ab Gründung der Z _________ L _________ 

AG als Mitglied des Verwaltungsrats eingetragen war. In Februar/März 2007 wurde er 

als Verwaltungsratspräsident eingetragen. Dieser Eintrag blieb bis mindestens 26. Juli 

2016 unverändert (S. 186 ff.). Der Verwaltungsrat wird gemäss den Statuten der  

Z _________ L _________AG für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt. Die Amtsdauer 

endigt mit dem Tag der jeweiligen ordentlichen Generalversammlung (S. 558). In den 

Jahren 2012-2015 fanden gemäss den hinterlegten Generalversammlungsprotokollen 

keine Verwaltungsratswahlen statt. Daraus folgt, dass das Mandat des Beschuldigten 

als Verwaltungsrat(präsident) spätestens an der GV vom 14. April 2014 auslief. 

3.3.1  Das Verwaltungsratsmandat endet mit dem Ablauf der Amtsdauer, Rücktritt oder 

andere in der Person des Verwaltungsrats liegende Gründe, durch Löschung der AG 

oder durch Abberufung durch die Generalversammlung (Wernli/Rizzi, Basler Kommen-

tar, 5. A., 2016, N. 11 zu Art. 710 OR). Gegenüber der Gesellschaft wirkt die Abberufung 

oder Demission unmittelbar (Wernli/Rizzi, a.a.O., N. 11d zu Art. 710 OR). Im Aussenver-

hältnis entfaltet das Ausscheiden gemäss Art. 932 Abs. 2 OR erst auf die Löschung im 

- 32 - 

Handelsregister hin seine Wirkung und die Organhaftung besteht gutgläubigen Dritten 

und Aktionären gegenüber bis zu diesem Zeitpunkt fort (Wernli/Rizzi, a.a.O., N. 11e zu 

Art. 710 OR). In BGE 148 III 69 hat das Bundesgericht die Frage bezüglich der Fortdauer 

resp. stillschweigenden Verlängerung des Verwaltungsratsmandats bei unterlassener 

Generalversammlung oder unterbliebener Wahl des Verwaltungsrates beantwortet. Das 

Gericht kam zum Schluss, dass eine Fortdauer resp. eine stillschweigende Verlängerung 

ausgeschlossen ist. Dies würde die unentziehbare Kompetenz der Generalversammlung 

unterlaufen, die Mitglieder des Verwaltungsrats wählen zu können. Eine Fortsetzung des 

Verwaltungsratsmandats greift daher nur bei positiver Willensäusserung durch die Ge-

neralversammlung (BGE 148 III 69 E. 3.3). Das Amt des Verwaltungsrates endet mit 

Ablauf des sechsten Monats nach Abschluss des betreffenden Geschäftsjahres, wenn 

keine Generalversammlung nach Art. 699 Abs. 2 OR durchgeführt oder die Wahl des 

Verwaltungsrates nicht traktandiert wurde (BGE 148 III 69 E. 3.5).  

3.3.2  Dass der Beschuldigte bei der Z _________ L _________AG im Zeitpunkt der 

Befragung noch aktiv tätig war und mithin als faktisches Organ zu betrachten wäre, wird 

dem Beschuldigten weder vorgeworfen, noch lässt sich dies den Akten entnehmen. Im 

Gegenteil: Der Vorsitz der Generalversammlung hatte spätestens ab 2012 jeweils  

A _________ inne (S. 565, 567, 569, 571). Gemäss den Statuten der Z _________  

L _________AG führt der Präsident den Vorsitz der Generalversammlung, oder bei des-

sen Verhinderung ein anderes Verwaltungsratsmitglied (S. 556). Y _________  

Z _________ war gemäss den Protokollen an den Generalversammlungen ebenfalls an-

wesend, sodass es kein Grund gab, dass nicht er als Präsident die GV hätte führen 

sollen, wäre er denn Präsident gewesen.  

3.3.3  Nach dem Gesagten ist erstellt, dass der Beschuldigte spätestens ab dem 14. April 

2014 rechtlich nicht mehr als Verwaltungsrat/Verwaltungsratspräsident zu qualifizieren 

war und damit seine Aussage im Rahmen der Parteieinvernahme im Jahre 2016, dass 

er keine Funktion mehr innehabe, zutreffend war. Es handelte sich mithin nicht um eine 

falsche Aussage. Ohnehin ist nicht ersichtlich, inwiefern seine Aussage betreffend seine 

Funktion bei der Z _________ L _________AG für den Ausgang des Zivilverfahren von 

Bedeutung war. Seine Funktion bei der Z _________ L _________ AG wird im Urteil des 

Bezirksgerichts nur kurz am Rande erwähnt (Z1 10 36 S. 9 E. 3.1) und im Urteil des 

Kantonsgerichts (Z1 10 36 S. 1269 ff.) und des Bundesgerichts (Z1 10 36 S. ff.) gar nicht. 

Sie hatte für den Ausgang des Prozesses keine Bedeutung.  

 

- 33 - 

3.4  D _________ verlangte mit Schreiben vom 26. Oktober 2009 die Auflösung des 

Vertragsverhältnisses, die Rückzahlung des bisher Bezahlten sowie Schadensersatz 

und Strafgeld, sollte der Bau nicht bis zum 31. Oktober 2009 fertiggestellt worden sein. 

Die Z _________ K _________AG antwortete mit einem undatierten Schreiben, welches 

vom Beschuldigten unterzeichnet wurde. Darin nahm sie ausdrücklich Bezug auf das 

Schreiben von D _________ und seine Forderungen und lehnte eine Auflösung des Ver-

tragsverhältnisses und die geforderten Zahlungen ab und forderte die Privatklägerin auf, 

eine Liste mit Beanstandungen zu übermitteln (S. 195 ff.). Auf die Frage, ob  

W _________ X _________ aufgrund der schwerwiegenden Mängel mit Schreiben vom 

26. Oktober 2009 zuerst eine Wandelungsklage zur Annullierung des Werkvertrags rück-

wirkend auf den Tag der Unterzeichnung des Werkvertrags geltend gemacht habe, ant-

wortete der Beschuldigte, dies sei ihm nicht bekannt und im Übrigen habe es keine 

schwerwiegenden Mängel gehabt. 

3.4.1  Zunächst ist festzuhalten, dass die Falschheit der Beweisaussage einzig bezüglich 

der Kenntnis des Schreibens resp. dessen Inhalts von D _________ angeklagt, nicht 

jedoch bezüglich der Verneinung von schwerwiegenden Mängeln oder der Gründe der 

Privatklägerin für das Schreiben («Hat W _________ X _________ aufgrund schwerwie-

gender Mängel…»). Ob der Umstand, dass und inwiefern die (Falsch-)Aussage für den 

Ausgang des Verfahrens von Bedeutung war, in der Anklageschrift umschrieben sein 

muss, kann vorliegend offen bleiben, wie nachstehende Ausführungen zeigen. 

3.4.2  Die Privatklägerin bringt vor, «Dies ist mir nicht bekannt» bedeute nicht, dass er 

sich nicht erinnern könne, sondern der Beschuldigte verneine mit dieser Antwort, dass 

W _________ X _________ aufgrund der schwerwiegenden Mängel mit Schreiben vom 

26. Oktober 2009 zuerst eine Wandelungsklage zur Annullierung des Werkvertrags rück-

wirkend auf den Tag der Unterzeichnung des Werkvertrags geltend gemacht habe. Die 

Verteidigung hingegen argumentiert, dass die Aussage «Dies ist mir nicht bekannt» nicht 

«Nein» bedeute.  

Im Rahmen des vorliegenden Strafverfahrens gab der Beschuldigten gegenüber der Po-

lizei, der Staatsanwaltschaft und dem Gericht stets an, er wisse nicht mehr, was damals 

in den Jahren 2009/2010 genau passiert sei. Auch anlässlich der Befragung im Rahmen 

des Zivilverfahrens im Jahre 2016 gab der Beschuldigte bei einigen Fragen an, dass er 

sich nicht mehr erinnern könne (Z1 10 36 S. 901 ff.). Mit der Aussage konfrontiert gab 

der Beschuldigte gegenüber der Polizei an, er wisse nicht mehr, ob er der Privatklägerin 

im Jahre 2009 gesagt habe, dass er einen Rücktritt vom Vertrag nicht akzeptieren würde 

(S. 246 A zu F91). Es sei ihm nicht bekannt, dass sie über einen Rücktritt vom Vertrag 

- 34 - 

gesprochen hätten (S. 246 A zu F92). Und er erklärte an seiner zweiten Einvernahme 

vor der Polizei, dass er so lange danach doch nicht mehr alle Details genau wisse. Man-

ches vergesse man halt (BD S. 270 A zu F21). Angesichts des Aussageverhaltens des 

Beschuldigten anlässlich des Zivilverfahrens und seiner Aussagen gegenüber der Poli-

zei ist, auch in Berücksichtigung des Grundsatzes in dubio pro reo, davon auszugehen, 

dass der Beschuldigte mit seiner Aussage zum Ausdruck bringen wollte, dass er sich 

nicht erinnert resp. das nicht mehr wisse. 

3.4.3  Es ist nachvollziehbar, dass sich der Beschuldigte nicht an die Ankündigung, vom 

Vertrag zurücktreten zu wollen, zu erinnern vermag, zumal das Vertragsverhältnis in der 

Folge wie ursprünglich vereinbart fortgesetzt wurde und die Privatklägerin nicht an ihrer 

Forderung festhielt: Am 19. Februar 2010 fand eine Sitzung der Parteien statt. Am 10. 

März 2010 wurde eine Begehung des Objekts zusammen mit einem Architekten durch-

geführt, der eine Mängelliste erstellt, wobei die Z _________ K _________AG in der 

Folge zumindest einen Teil der Mängel behob. Weiter forderte die Privatklä