# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6648120-b0d9-554c-9478-1a1fce82b689
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-28
**Language:** de
**Title:** Beschwerdebild, bei dem Symptome einer Multiplen Sklerose, einer dissoziativen Störung und einer Depression beteiligt sind und gleichzeitig Inkonsistenzen bestehen, die auf eine Aggravation im Sinne von bewusstseinsnahen Übertreibungen hindeuten. In Bezug auf diese Inkonsistenzen hat der Beschwerdeführer die Folgen dafür zu tragen, dass allfällige tatsächliche Beeinträchtigungen nicht zuverlässig festgestellt werden konnten.
**Docket/Reference:** IV.2019.00674
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2019.00674.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2019.00674
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Kobel
Urteil
vom
2
8.
April 2021
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Peter Stadler
Dufourstrasse
140, 8008 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1978, arbeitete ab Ende Juli 2005
vollzeitlich als Gastronomiemitarbeiter
bei der
Y.___
, als er sich am 1
8.
Februar 2006 beim Reinigen eines Grills eine Laugenverätzung am linken Handrücken zuzog (Schadenmeldung UVG vom 2
2.
Februar 2006,
Urk.
7/12/99
; Arztzeugnis UVG
der dermatologischen Klinik des Universitätsspitals
Z.___
vom 1
1.
April 2006,
Urk.
7/12/95-96
).
Ein paar Tage später traten zusätzlich
eine Schwäche und
Gefühlsstörungen in der linken Hand und im linken Arm
auf,
die
von den Ärzten der neurologischen Klinik des Universitätsspitals
Z.___
als funktioneller Natur
ohne organis
chen Hintergrund interpretiert wurden
(Berichte von Ende Februar und Anfang März 2006,
Urk.
7/12/9
1
,
Urk.
7/12/22-23 und
Urk.
7/12/
89-
90
). Nach weiteren spezialärztlichen Untersuchungen und kreisärztlichen Beurteilun
gen (vgl. das Unfalldossier
in
Urk.
7/12/1-99 und
Urk.
7/64
/1-162)
erliess die
Suva al
s zuständiger Unfallversicherer
die Verfügung vom 10. November 2006 und stellte ihre
Leistungen mangels Unfallkausalität der noch vorhandenen Be
schwerden per Ende November 2006 ein (
Urk.
7/12/42-44)
. Mit
Einsprachee
nt
scheid vom 1
5.
Mai 2007
bestätigte sie diese Verfügung
(Urk. 7/12/3-12)
.
1.2
Am 3
0.
März 2007 hatte sich
X.___
auch bei der Invalidenver
siche
rung angemeldet (
Urk.
7/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte
neben den Anga
ben der Arbeitgeberin, die per Ende Mai 2007 die Kündigung des Arbeitsver
hältnisses mit dem Versicherten ausgesprochen hatte (
Urk.
7/11),
die Angaben
der behandelnden
Ärzte ein
(Bericht der neurologischen Klinik des Universi
täts
spitals
Z.___
vom 2
6.
April 2007,
Urk.
7/10; Bericht von
Dr.
med. A.___
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, vom
2.
Mai 2007, Urk.
7/9; Be
richt von
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Allgem
eine Medizin, vom 2
6.
Mai 2007,
Urk.
7/13
/1
-6 mit den Beilagen in
Urk.
7/13
/7-28) und zog die Akten der Suva bei
(
Urk.
7/12/1-99)
. Anschliessend liess sie durch die MEDAS
C.___
eine polydisziplinäre Begutachtung durch
führen (Gesamtgutachten von
Dr.
med. D.___
und
Dr.
med.
E.___
, Spezialarzt für Rheumatologie, vom 10. Januar 2008 mit dem neurologischen Teilgutachten von
Dr.
med
.
F.___
, Spezialärztin für N
eurologie,
und dem psychiatrischen Teilgutachten von
Dr.
med. G.___
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie
,
Urk.
7/25) und verneinte daraufhin mit den Verfügungen vom 2
8.
und vom 2
9.
Mai 2008
sowie vom 3
0.
Juni 2008
die Ansprüche des Versicherten auf eine I
nvalidenrente und auf
berufliche Massnahmen (
Urk.
7/40,
Urk.
7/41 und
Urk.
7/45
;
Feststellungs
blatt in
Urk.
7/32
). Die Verfügungen blieben unangefochten.
Demgegenüber hatte
X.___
den Einspracheentscheid der Suva
v
om
15.
Mai
2007 an das Sozialversicherungsgericht weitergezogen (
Prozess Nr.
UV.2007
.00291)
, und dieses bestätigte den Entscheid nach
Beizug
der Akten der Invalidenversicherung
mit Urteil
vom 2
7.
Oktober 2008
(
Urk.
7/64/
2-15). Das Urteil erwuchs
unan
gefochten in Rechtskraft
.
1.3
Am 3
0.
November 2010 rutschte der Versicherte, der
im Mai 2010 (vgl. Urk. 7/
66/1)
ein
e
Vollzeitstelle beim Unternehm
en
H.___
als Pizzak
urier aufge
nommen hatte, auf der Strasse aus und verstauchte
sich
das rechte Bein (Baga
tell
unfall-Meldung UVG vom
9.
Dezember 2010,
Urk.
7/53/38). Die Suva über
nahm die Behandlungskosten und erbrachte bis zum 2
6.
Dezember 20
10 Tag
gelder für die Folgen d
es Ereignisses, lehnte es jedoch mit Schreiben vom
2
3.
Mai 2011 unter Verneinung der Unfallkausalität ab, auch die Ko
sten für eine Ope
ration vom
17.
Dezember 2010 (Extensions-Osteotomie und plantare
Kondylekto
mie
des rech
ten Fusses; Operationsbericht in
Urk.
7/53/32-33) zu übernehmen (Urk.
7/53/1-2).
Der Versicherte akzeptierte diesen Entscheid der Suva, meldete sich jedoch am 2
9.
Mai 2011 erneut bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/50).
Nach einem Berufsberatungsgespräch mit
dem Versicherten (
Urk.
7/59)
holte die IV-Stelle
den Bericht des Hausarztes
Dr.
med.
I.___
, Facharzt für Allgemeinmedizin
, vom 2
3.
August 2011 ein (Urk.
7/61/1-4) und erfuhr dabei von den Diagnosen einer gestörten
Nüchter
n
glukose
und einer
Hypertriglyceridämie
(Bericht der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und klinische Ernährung des Universitätsspitals
Z.___
vom 2
2.
Oktober 2009,
Urk.
7/61/5-6)
und
einer
vermuteten
Meniskus
lä
sion
des rechten Knies
, die anlässlich einer Magnetresonanztomographie vom 2
7.
Apri
l
2011 festgestellt worden war (Bericht der Klinik
J.___
in
Urk.
7/61/7-8).
Zur Meniskusläsion holte sie daraufhin den Bericht von
Dr.
med.
K.___
, Spezialarzt für Chirurgie, vom
2.
September 2011 ein (
Urk.
7/63/1-6,
einschliesslich der B
erichte vom
7.
Juni und vom 19.
August 2011,
Urk.
7/63/12-1
3 und
Urk.
7/63/19; vgl. auch den Ber
i
cht von
Dr.
K.___
zur Untersuchung des rechten Fu
sses vom 1
8.
Februar 2011, Urk.
7/63/9). Des Weiteren
zog die IV-Stelle die Unfallakten bei
(
Urk.
7/53/1-42 und
Urk.
7/64/1-162)
,
beschaffte
d
ie Angaben des Arbeitgebers v
om
4.
Oktober 2011 (
Urk.
7/66) und liess schliesslich durch die Klinik für Unfallchirurgie des Universitätsspitals
Z.___
, wo im Oktober 2011 eine
A
rthroskopie
des rechten Knies
durchgeführt worden war, den Bericht vom 2
0.
Dezember 2011 verfassen (
Urk.
7/67, einschliesslich des Vorberichts vom 2
8.
November 2011).
Mit Verfügung vom 2
0.
März 2012 verneinte die IV-Stelle
den Anspruch von
X.___
auf eine Invalidenrente erneut (
Urk.
7/73; Feststellungsblatt in
Urk.
7/70); die Verfügung blieb wiederum unangefochten.
1.4
1.4.1
Ab dem
1.
August 2013 arbeitete
X.___
, dessen Arbeitsverhältnis mit dem Unternehmen
H.___
per Ende Februar
2011
aufgelöst worden war (vgl.
Urk.
7/66/1), für das Restaurant
L.___
wiederum als Pizzakurier. Am 2
7.
De
zember 2013 stürzte er beim Ausliefern der Ware auf einer
Treppe und zog sich dabei Kontusionen und Distorsionen im Bereich des rechten Fusses zu (Schadenmeldung UVG an die Basler Versicherung AG [Basler] vom 2
1.
Januar
2014,
Urk.
7/86/2; Arztzeugnis UVG von
Dr.
I.___
vom 2
7.
Januar
2014, Urk.
7/
86/3
). Die Verletzungen wurden zunächst
im Stadtspital
M.___
konservativ behandelt (
Bericht
vom 3
0.
Dezember 2013,
Urk.
7/86/5-6); anschliessend wurde der Versicherte wegen persistierender Beschwerden der
Klinik N.___
zuge
wiesen
, wo er von April bis Juli 2014 untersucht und erneut konservativ be
handelt
wurde
(vgl. die Berichte der
N.___
,
auch
zu
Behandlungen im Jahr 2009 wegen einer Kontusion der Kleinzehe rechts,
im Unfalldossier der Basler
,
Urk.
7/86/1-49
).
1.4.2
Am
6.
August 2014 meldete sich
X.___
unter Hinweis auf die Fuss
verletzung von Ende Dezember 2013 ein weiteres Mal bei der Invalidenver
siche
rung an (
Urk.
7/78). Die IV-Stelle zog die Unfallakten zu diesem Ereignis bei
(
Urk.
7/86/1-49)
und führte mit dem Versicherten am
3.
September 2014 ein Gespräch zur beruflichen
Standortbestimmung (
Urk.
7/81).
Das Aushilfs-Arbeits
verhältnis mit dem Restaurant
L.___
war mittlerweile per Ende Mai 2014 been
det worden (vgl.
Urk.
7/81/2).
Kurz
nach dem Berufsberatungsgespräch wurde der Versicherte am 7.
September 2014
wegen einer subakut aufgetretenen Hemiparese des linken Armes und des linken Beines im Stadtspital
M.___
hospitalisiert, wo der Verdach
t auf Multiple Sklerose geäussert
wurde (
Bericht der Klinik für Neurologie des Universitätsspitals
Z.___
über die
konsiliarische
Notfalluntersuchung
vom
7.
September 2014, Urk.
7/150/7-9; p
rovisorischer Kurzaustrittsbericht
des Stadtspitals
M.___
vom 16.
September 2014 samt
dem
Bericht über ein psychiatrisches Konsilium vom 1
1.
September 2014,
Urk.
7/97).
1.4.3
Die IV-Stelle holte vorab den Bericht der
Klinik N.___
vom 3
0.
September 2014 über die Behandlung der Fussbeschwerden ein (
Urk.
7/111) und nahm in der Folge die Berichte über die Weiterbehandlung
im Zusammenhang mit der neurologischen Erkrankung
zu den Akten,
neben den erwähnten Berichten ins
besondere den Austrittsbericht der Klinik für Neurologie des Universitätsspitals
Z.___
vom 3
0.
September 2014 zur stationären Behandlung in der zweiten Hälfte
des September 2014 (
Urk.
7/150/10-15),
den Bericht der Rehaklinik
O.___
vom 2
1.
Oktober 2014
zum
dreiwöchigen Aufen
t
halt des Versicherten im Oktober 2014 (
Urk.
7/114),
die
B
erichte der Klinik für Neurologie des Universitätsspitals
Z.___
vom
8.
Januar
, vom 1
8.
und vom 2
7.
Februar sowie
vom 2
5.
März 2015
(
Urk.
7/150/16-19,
Urk.
7/150/20-23,
Urk.
7/150/25-26
und
Urk.
7/150/27-31) und den
Bericht der Klinik für Neuroradiologie des U
niversitätsspitals
Z.___
vom 2
7.
Januar
2015 über eine Magnetresonanztomograp
hie des Gehirns (Urk.
7/1
5
0/32-33).
Des Weiteren liess die IV-Stelle
den Bericht der Klinik für Neurologie des Uni
versitätsspitals
Z.___
vom 2
0.
April 2015 erstellen (
Urk.
7/127)
, nahm den provisorischen Austrittsbericht des Stadtspitals
M.___
vom 1
6.
Juli 2015
zu einer
zweitägige
n
Hospitalisation von Mitte Juli 2015 (
Urk.
7/132) sowie einen Bericht des
Zentrums P.___
über Konsultationen von Juni und Juli 2
015 (Urk.
7/134) zu den Akten, holte den Bericht des
Zentrums P.___
vom Juli 2015 ein (
Urk.
7/136
; vgl. auch den Bericht des
Röntgeninstitut
s
Q.___
,
vom
2.
Juli 2015 über eine Magnet
resonanzuntersuchung des
Neurocraniums
,
Urk.
7/142
) und liess zudem
durch
Dr.
med. R.___
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Zentrum
S.___
,
bei dem der Versicherte seit November 2014 in ambulanter Behandlung stand, den Bericht
vom 1
9.
August
2015 verfassen (
Urk.
7/138).
Sodann
nahm die IV-Stelle den Bericht der Augenärztin
Dr.
med.
T.___
,
Zentrum U.___
,
vom 1
2.
Oktober
2015 über deren Abklärungen
vom September 2015 entgegen
(
Urk.
7/154) und
gab bei ihr den Bericht vom 22.
Okto
ber 2015 in Auftrag (
Urk.
7/156).
Ausserdem holte sie
von
Dr.
I.___
den Bericht vom 3
0.
Dezember 2015 ein (
Urk.
7/164) und
erhielt
den provisorischen Austritts
bericht des Stadtspitals
M.___
vom 2
0.
Januar 2016 zu einer einwöchigen Hospita
lisation des Versicherten im J
anuar 2016
(
Urk.
7/168;
vgl. hierzu den Bericht von
Dr.
T.___
vom 1
5.
Februar 2016,
Urk.
7/192
;
vgl. auch den Bericht des Stadt
spitals
M.___
vom 2
8.
Dezember
2015 über die Notfallbehandlung vom 2
5.
Dezem
ber 2015,
Urk.
7/173/4-5).
Es folgte
n
eine Abklärung im
Kontinenzzentrum
der
J.___
(Bericht vom 1
2.
Februar 2016,
Urk.
7/203)
, erneute Abklärungen im
Z
entrum
P.___
(Bericht vom 1
9.
Februar 2016,
Urk.
7/211),
auf Zuweisung von
Dr.
T.___
hin (Schreiben vom 2
5.
Ja
nu
a
r 2016,
Urk.
7/177) eine rheu
matologische Untersuchung durch
Dr.
med.
V.___
, Spezialärztin für Rheuma
tologie und Innere Medizin (Be
r
icht vom 2
6.
Februar 2016,
Urk.
7/204
)
,
und eine Infiltrationsbehandlung
i
m B
ereich der Lendenwirbelsäule
(Bericht
der Neuro
chirurgie
W.___
vom 3
0.
März 2016,
Urk.
7/216; vgl. auch den Bericht des
Röntgeninstitut
s
Q.___
,
vom 1
5.
Februar 2016 über eine
Magnetresonanztomographie der Lendenwirbelsäule und des
Iliosakralgelenks
,
Urk.
7/219/3).
1.4.4
Am 2
5.
Mai 2016 erstellte die
AA._
__
im Auftr
ag der IV-Stelle ein Gutachten unter der Verantwortung von Prof.
Dr.
med. AB.___
, Spezialarzt für Neurologie (
Dr.
med.
AC.___
, Facharzt für Al
lgemeine Innere Medizin;
Dr.
med.
AD.___
, Spezial
arzt für Neurologie; Dr.
med.
AE.___
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie; Mag.
rer
. nat.
AF._
__
, Neuropsychologie;
Urk.
7/224).
Mit Vorbescheid vom 2
7.
Juni 2016 eröffnete die IV-Stelle dem Versicherten, dass sie einen Rentenanspruch aufgrund eines ermittelten Invaliditätsgrades von 0
%
erneut zu verneinen gede
nke (
Urk.
7/233; Einkommensvergleich und Feststel
lungsblatt in
Urk.
7/230 und
Urk.
7/231).
Der Versicherte,
vertreten durch Rechts
anwalt
Dr.
Peter Stadler, liess mit den Eingaben v
om
8.
Juli und vom 13.
Septem
ber 2016 Einwendungen erheben (
Urk.
7/234 und
Urk.
7/244) und liess zum Gutachten der
AA._
__
die Stellungnahmen
des
Zentrum
s
P.___
vom
8.
September, des Zentrums
S.___
vom 1
2.
September und von
Dr.
I.___
vom 1
3.
September 2016 beibringen
(
Urk.
7/241-243). Zudem liess er einen Bericht des
Kontinenzzentrums
der
J.___
vom 2
3.
August 2016
(
Urk.
7/248), den provisorischen Austrittsbericht des
Stadtspitals
M.___
vom 6.
Januar 2017 über eine dreitägige Hospitalisation (
Urk.
7/255
; vgl. auch den definitiven Austrittsbericht in
Urk.
7/274/12-16
)
und einen Bericht
von Dr.
T.___
vom 1
6.
Januar 2017 (
Urk.
7/258) nachreichen. Des Weiteren beant
wortete das Zentrum
S.___
am 1
7.
Januar 2017 zum einen die Fragen der IV-Stelle (
Urk.
7/259) und
verfasste
zum andern
nochmals
eine Stellungnahme zum Gutachten der
AA._
__
(
Urk.
7/261), welche der Versicherte mit Eingabe vom 2
3.
Januar 2017 einreichen liess (
Urk.
7/262).
Schliesslich ge
langte die IV-Stelle in den Besitz eines Be
richts von
Dr.
T.___
vom 27.
Februar 2017 zu einer erneuten Konsultation (
Urk.
7/264)
,
holte den Bericht des
Zentrum
s
P.___
vom Juni 2017 (Eingang)
einschliesslich verschie
dener Kontroll- und Untersuchungsberichte von Januar bis März 2017 ein (
Urk.
7/274) und erhielt den weiteren Bericht des
Zentrum
s
P.___
vom 1
6.
Oktober 2017 (
Urk.
7/283).
Im Januar 2018 war der Versicherte sodann erneut während einiger Tage i
m
Stadtspital
M.___
hospitalisiert (provisorischer Austr
ittsbericht vom 2
3.
Januar 2018,
Urk.
7/284
/1-4), und Ende 2017/Anfang 2018 erfolgten wiederum Abklä
run
gen im
Kontinenzzentrum
der
J.___
(
Urk.
7/284/5-6 und
Urk.
7/286).
1.4.5
Nachdem die IV-Stelle zunächst vorgesehen hatte,
eine Stellungnahme
der
AA._
__
zu den aktuellen medizinischen Berichte einzuholen (Schreiben an die
AA.___
vom 1
4.
August 2017,
Urk.
7/27
7
), sah sie davon später ab und
fasste stattdessen eine erneute polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten durch das
Institut AG.___
ins Auge. Den
Einwendungen des Versicherten gegen dieses Institut (Schreiben vom 2
8.
März
2018,
Urk.
7/301) folgte sie nicht
(Schreiben
vom
4.
April 2018,
Urk.
7/303).
Der Versicherte dokumentierte die IV-Stelle in der Folge mit einem Bericht des
Zentrum
s
P.___
vom 1
7.
April 2018 (
Urk.
7/308 einschliesslich eines Berichts dieses Datums über eine Magnetresonanztomographie des Schädels), einem Bericht von
Dr.
T.___
vom 2
7.
April 2018 (
Urk.
7/315/1-2), einem Bericht des
Zentrum
s
P.___
vom 3
0.
April 2018 (
Urk.
7/315/3-4), einem Bericht des
Kontinenzzentrums
der
J.___
vom
2.
Mai 2018 (
Urk.
7/315/5
), einem Bericht des Zentrums
S.___
vom 1
1.
Juni 2018 (Urk.
7/315/6-9) und einem Bericht von
Dr.
T.___
vom 1
0.
Juli
2018 (
Urk.
7/321/80).
Das Gutachten des
AG.___
erging daraufhin am 2
9.
Oktober 2018 (
Dr.
med.
AH._
__
, Spezialarzt für Allgemeine Innere Medizin
, Fallführung;
Dr.
med.
AI.___
, Spezial
arzt für Orthopädische Chirurgie;
Dr.
med.
AJ.___
, Spezialarzt für Neurologie;
Dr.
med.
AK.___
, Spezialärztin für Ophthalmologie;
Dr.
med.
AL.___
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie; lic. phil.
AM.___
, Fachpsychologe für Neuropsychologie;
Urk.
7/321).
Mit Eingabe vom 3.
Dezem
ber 2018 liess der
Versicherte zum
Gutachten Stellung nehmen (Urk.
7/329) und liess zusätzlich eine Stellungnahme des Zentrums
S.___
vom
3
0.
November 2018
(
Urk.
7/327) und
eine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des
Zentrum
s
P.___
vom 2
8.
November 2018 (
Urk.
7/328) einreichen. Nach
träglich liess er der IV-Stelle zudem Unterlagen über den weiteren medizinischen Verlauf einreichen, nämlich den provisorischen Austrittsbericht des Stadtspitals
M.___
vom 1
2.
März 2019 über eine Hospitalisation in diesem Monat (
Urk.
7/333), einen Bericht von
Dr.
T.___
vom 1
5.
März 2019 über aktuelle Untersu
chun
g
en (
Urk.
7/334) und einen Bericht des
Kontinenzzentrums
der
J.___
vom 2
5.
März
2019 (
Urk.
7/336).
1.4.6
Mit Verfügung vom
2.
September 2019 entschied die IV-Stelle schliesslich im Sinne ihres Vorbescheids vom 2
7.
Juni 2016 und verneinte den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente (
Urk.
2 =
Urk.
7/338; Feststellungsblatt in
Urk.
7/337).
2.
Gegen die Verfügung vom
2.
September 2019 liess
X.___
durch Rechts
anwalt
Dr.
Peter Stadler mit Eingabe vom 2
5.
September 2019 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben, ihm sei eine Rente der
Invalidenversicherung zuzusprechen und zunächst sei vom Sozialver
sicherungsgericht ein poly
disziplinäres Gerichtsgutachten über den Gesundheits
zustand und die Arbeitsfähigkeit anzuordnen. In prozessualer Hinsicht liess er um die unentgeltliche Prozessführung und um Bestellung seines Rechtsvertreters zum unentgeltlichen Rechtsbeistand ersuchen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der
Beschwerdeantwort vom
1.
November 2019 auf Abw
eisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Verfügung vom
7.
November 2019 wurde dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht, und gleichzeitig wurde sein Gesuch um die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Rechtsvertretung
durch
Rechtsanwalt
Dr.
Peter Stadler, Zürich,
bewilligt (
Urk.
8).
In der Folge liess der Beschwerdeführer mit Ei
ngabe vom 1
0.
Januar 2020 (Urk.
9) einen Bericht des Zentrums
S.___
vom 1
4.
Dezember 2019
und den provisorischen Austrittsbericht des Stadtspitals
M.___
vom
3.
Januar 2020
über eine weitere kurze Hospitalisation dieses Monats einreichen (
Urk.
10/1 und
Urk.
10/2). Die IV-Stelle verzichtete mit Schreiben vom 2
7.
Januar 2020 darauf, dazu Stellung zu nehmen (
Urk.
13).
Ferner liess der Beschwerdeführer dem Ge
richt m
it
Eingabe vom 2
3.
März 2020 (Urk.
15)
den Austrittsbericht des
Reha
zen
trums
AN._
__
vom 2
1.
März 2020 zu einem Rehabilitationsaufenthalt von Ende Februar bis Ende März 2020 und den Bericht vom 2
7.
Februar 2020 über eine
neuropsychologische Untersuchung während dieses Aufenthalts zukommen (
Urk.
16/1
und
Urk.
16/2).
Des Weiteren folgten mit Eingabe des Beschwerde
füh
rers vom
8.
April 2020 (
Urk.
18) der Austrittsbericht Psychosomatik des
Reha
zentrums
AN._
__
vom 2
7.
März 2020 (
Urk.
19) und mit Eingabe vom 1
6.
April 2020 (
Urk.
22) der Bericht des
Kontinenzzentrums
der
J.___
vom
7.
April 2020 (
Urk.
21).
Die IV-Stelle verzichtete mit den Eingaben vom 2
1.
April und vom
5.
Mai 2020 auf eine Stellungnahme zu diesen neu eingereichten Unterlagen (
Urk.
24 und
Urk.
25).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2012 sind die im Zuge der Revision 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu
den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt
verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen
).
Die angefochtene Verfügung ist am
2.
September 2019 ergangen. Da ein Sach
verhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der IV
Revision 6a begonnen hat - zur Diskussion steht die gesundheitliche Ent
wicklung
,
seit der Beschwerdeführer im Februar 2006 eine Verletzung im Bereich der linken Hand erlitt - und die Rentenverfügung eine Dauerleistung betrifft, ist entsprechend der dargelegten intertemporalrechtlichen Regelung für die Zeit bis Ende 2011 auf die damals gültig gewesenen Bestimmungen und für die Zeit ab Anfang 2012 auf die neuen Normen der IV
Revision 6a abzustellen (vgl. zur 4. IV
Revision: BGE 130 V 445; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E.
1).
Die im Folgenden wiedergegebenen Gesetzesbestimmungen sind in
dessen von
der Revision 6a nicht tangiert worden, und soweit diese Revision keine substanziellen Änderungen gegenüber der früheren Rechtslage gebracht hat, ist die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder tei
lweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden au
sgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Si
cht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2
2.2.1
Im Hinblick auf das Erfordernis in Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG hatte das Bundes
gericht die Arbeitsunfähigkeit bei bestimmten Leiden seit dem Jahr 2004 nach besonderen Grundsätzen beurteilt. Es hatte diese Leiden unter dem Begriff der p
athogenetisch
-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne nach
weisbare organische Grundlage zusammengefasst und festgestellt, es seien dies Störungen, die sich hinsichtlich ihrer invalidisierenden Wirkung einer objektiven
Beurteilung weitgehend entzögen, weil sie in erster Linie auf den Angaben der Patienten basierten (BGE 139 V 547 E. 5.9 mit Hinweis auf BGE 130 V 352). Das Bundesgericht war weiter zum Schluss gelangt, dass solche Störungen keinen
direkten Nachweis einer anspruchsbegründenden Arbeitsunfähigkeit erlaubten und der Nachweis daher indirekt, gestützt auf Indizien, zu erbringen sei, wobei bei Beweislosigkeit vermutet werde, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend auswirke (
BGE 139 V 547 E. 7.2 und E. 8.1). Für diesen Nachweis hatte das Bundesgericht in Anlehnung
an eine bestimmte medizinische Lehrmeinung
(vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.3 mit Hinweis auf Klaus Foerster, Begutachtung und Erwerbsfähigkeit bei Patienten mit psychogenen Störungen, SZS 1996 S. 486 ff.) besondere Kriterien aufgestellt, die in gewisser Ausprägung und Zahl erfüllt sein mussten (BGE 137 V 64 E. 4.1).
Das
Bundesgericht hatte den Kriterien normativen Charakter zugeschrieben und dazu festgehalten, der ursprüngliche Katalog fachpsychologischer Prognose
kri
terien habe sich zu einem rechtlichen Anforderungsprofil verselbständigt (vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.3 und E. 7.2).
2.2.2
Im Grundsatzurteil vom 3. Juni 2015 (BGE 141 V 281) hat das Bundesgericht
entschieden, an der bisherigen Rechtsprechung zu den pathogenetisch-ätiolo
gisch
unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grund
lage nicht länger festzuhalten und die sogenannte Überwindbarkeitsver
mutung aufzugeben. Stattdessen hat das Bundesgericht unter Aufstellung von Standard
indikatoren ein neues Prüfungsraster entwickelt, anhand dessen die Auswirkun
gen solcher Beschwerdebilder zu ermitteln sind. Es präsentiert sich wie folgt (BGE 141 V 281 E. 4.1.3 und E. 6):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad»
-
Komplex «Gesundheitsschädigung»
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex «Sozialer Kontext»
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck.
Das Bundesgericht schreibt dem neuen Raster wiederum normativen Charakter zu, weist jedoch darauf hin, dass es die Aufgabe der medizinischen Fachpersonen
sei, innerhalb der einschlägigen Indikatoren das Leistungsvermögen einzuschät
zen (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.1 und E. 5.2). Des Weiteren müssen die funktionellen Einschränkungen nach wie vor mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sein - nunmehr anhand der neuen Standardindikatoren -, und es ist die versicherte Person, welche die Beweislast dafür trägt (vgl. BGE 141 V 281 E. 6).
2.2.3
In einem weiteren Schritt hat das Bundesgericht in zwei Urteilen vom 30. Novem
ber 2017 die Anwendbarkeit der Standardindikatoren auf grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen ausgedehnt, indem es für alle diese Erkrankungen das
strukturierte Beweisverfahren, wie es ursprünglich für die somatoformen Schmer
z
störungen und vergleichbare Leiden entwickelt worden war, als massgebend erklärt hat (BGE 143 V 418 E. 7, 143 V 409 E. 4.4 und E. 4.5). Damit hat das Bundesgericht insbesondere seine bisherige Rechtsprechung zu den depressiven Störungen geändert und nicht länger daran festgehalten, dass rezidivierende oder episodische Depressionen leicht- bis mittelgradiger Natur einzig dann als inva
lidisierend
e Krankheiten in Betracht kommen
, wenn sie erwiesenermassen thera
pieresistent sind (vgl. die Zusammenfassung der bisherigen Rechtsprechung in BGE 143 V 409 E. 4.1).
2.3
2.3.1
Gemäss
Art.
28 Abs.
2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente
, wenn sie mindestens zu 70
%
, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60
%
, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50
%
oder auf eine Viertels
rente, wenn sie mindestens zu 40
%
invalid sind.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG (in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen).
2.3.2
Der Rentenanspruch entsteht nach
Art.
28
Abs.
1 IVG frühe
stens in dem Zeit
punkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40
%
arbeitsunfähig war (lit. b), sofern sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
%
invalid ist (lit. c). Zusätzlich kann der Rentenanspruch gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG (in der ab dem 1. Januar 2008 gültigen Fassung) nicht vor Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung entstehen.
Während
für die Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG)
und den Invaliditätsgrad (Art.
8 und
Art.
16 ATSG), wie sie nach
Art.
28
Abs.
1 lit. c IVG massgebend sind, nach dem Einkommen zu fragen ist, d
as
eine Person auf
dem gesamten in Frage kommenden Arbeitsmarkt mit einer dem Gesundheitsschaden angepassten zu
mutbaren Tätigkeit erzielen könnte
, beurteilt sich die Arbeitsunfähigkeit (
Art.
6 ATSG), wie sie für das Wartejahr nach
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG massgebend ist,
nach der
gesundheitlich
bedingten Einbusse an funktionellem Leistungsver
mö
gen, und es kommt dabei in der Regel einzig auf die Einschränkungen im bishe
rigen Beruf an (vgl. BG
E 130 V 97 E. 3.2, 105 V 156 E.
2a, 97 V 226 E. 2).
2.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt
rechtsprechungsgemäss
jede
wesentliche Änderung
in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditäts
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Unerheblich unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten ist dage
gen nach der Rechtsprechung die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen unverändert gebliebenen Sachverhaltes (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen
; vgl. dazu auch das Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_300/2020 vom 2.
Dezember 2020 E. 2.6.2
).
Als zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob sich der Invaliditätsgrad im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG erheblich geändert hat, gilt die
letzte rechtskräftige Verfügung, die
auf einer materiellen Anspruchsprüfung
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchfüh
rung
eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (
vgl.
BGE 133 V 108
E. 5 mit Hinweisen
).
Die Grundsätze zur Rentenrevision gelten rechtsprechungsgemäss auch dort, wo sich eine versicherte Person, deren Rentenanspruch verneint worden ist, bei der Invalidenversicherung erneut zum Rentenbezug anmeldet. Auch dort ist zu prüfen, ob seit dem Erlass des rentenabweisenden Entscheids eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen einget
reten ist (vgl. BGE 130 V 71 E.
3.1 und 3.2 mit Hinwei
sen; vgl. auch BGE 133 V 108 E.
5.4).
Des Weiteren ist auch im Falle einer Neuanmeldung die Frist nach
Art.
29
Abs.
1 IVG abzuwarten, bevor der Rentenanspruch entsteht (BGE 142 V 547 E. 3; vgl. auch Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV über Inva
lidität und Hilflosigkeit in der Invalidenve
rsicherung [KSIH]
, Rz 2030).
2.5
Für die Beurteilung von Rechtsfragen, denen medizinische Sachverhalte zugrunde liegen, ist das Gericht auf Angaben und Unterlagen von medizinischen Fachper
sonen, namentlich von Ärztinnen und Ärzten, angewiesen. Hinsichtlich des Be
weiswertes eines Arztberichtes ist nach höchstrichterlicher Praxis entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizini
schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).
3.
Strittig und zu prüfen ist, ob und bejahendenfalls ab welchem Zeitpunkt der Beschwerdeführer aufgrund seiner Anmeldung vom
6.
August
201
4 (
Urk.
7/78
) Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wobei der Anspruch gestützt auf Art.
29
Abs.
1 IVG
frühestens ab Februar 2015
gegeben sein kann.
4.
4.1
Vor der Anmeldung vom
6.
August 2014 hatte die Beschwerdegegnerin
den Rente
nanspruch ein erstes Mal mit der Verfügung
vom 2
8.
Mai beziehungsweise vom 3
0.
Juni 2008 (
Urk.
7/40 und
Urk.
7/45)
und ein weiteres Mal mit der Ver
fügung vom 2
0.
März 2012 (
Urk.
7/73) verneint.
Beide Verfügungen
waren
unan
gefochten in Rechtskraft
erwachsen
. Bei der
Anmeldung vom
6.
August 2014
handelt es sich somit
um eine neue
Anmeldung nach rechtskräftiger
Verneinung des Rentenanspruchs, und a
ls erste
Voraussetzung für eine neue Prü
fung muss
eine erhebliche Sachverhaltsänderung nachgewiesen sein.
Vor dem Erlass der Verfügung vom 2
8.
Mai beziehungsweise vom 3
0.
Juni 2008 liess die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer zusätzlich zur Einholung von Informationen der behandelnden Ärzte und zum
Beizug
der A
kten der Suva
durch die MEDAS
C.___
begutachten und befragte ausserdem die damalige Arbeitgeberin. Im Vorfeld zum Erlass der Verfügung vom 2
0.
März 2012 sodann
zog die IV-Stelle wiederum die Akten der Suva zum neuen Ereignis vom Novem
be
r 2010
bei, holte die Angaben des aktu
ellen Arbeitgebers ein und dokumen
tierte sich ausführlich zu den Untersuchungen und Behandlungen der Beeinträch
ti
gungen im Bereich der unteren rechten Extremität, die nunmehr im Vorder
grund standen.
Beide Verfügungen kommen demnach
als Vergleichsbasis für die Frage nach einer Veränderung im Sinne der dargeleg
ten Rechtsprechung in Betracht.
E
s ist somit die n
euere Verfügung vom 2
0.
März 2012
, seit deren Erlass sich der Sachverhalt rechtserheblich verändert haben muss.
4.2
Eine solche Veränderung ist gegeben
angesichts dessen
,
dass
sich der Beschwer
deführer nicht nur im Dezember 2013 bei einem erneuten Unfall am rechten Fuss verletzt hatte, sondern Anfang September 2014 zum ersten Mal mit der Ver
dachtsdiagnose eine
r
Multiplen Sklerose
konfrontiert wurde
.
Zwar hatt
e der Beschwerdeführer
bereits
ab
dem Jahr 2006 an Sensibil
i
täts
störungen im Bereich der linken
Körperhälfte, namentlich der linken
Hand und dem linken Arm gelitten, ohne dass bis zur Notfallunt
ersuchung vom
7.
Septem
ber 2014
eine Magnetresonanzuntersuchung des Gehirns erfolgt wäre. Selbst wenn
jedoch die Sensibilitätsstörungen bereits zu einem früheren Zeitpunkt Ausdruck einer damals noch nicht erkannten Multiplen Sklerose gewesen sein sollten und
die Anfang
September 2014 erstmals festgestellten
demyelinisierenden
Läsionen (vgl.
Urk.
7/150/7-9) somit schon früher vorhanden gewesen wären, so muss von einer Verschlimmerung des neurologischen Leidens seit dem Erlass der Verfügung vom 2
0.
März 2012
ausgegangen werden.
Wohl erachtete
nämlich
die Klinik für Neurologie des Universitätsspitals
Z.___
im Austrittsbericht vom 3
0.
September 2014
wiederum
die
psychiatrische
Dia
gnose einer dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörung
(F44.6 der Inter
nationalen Klassifikation psychischer Störungen der Welt
gesundheits
organi
sa
tion, ICD-10)
a
ls im Vordergrund stehend (Urk.
7/150/10+14+15)
, wie sie bereits im Gutachten der MEDAS
C.___
vom Januar 2008 ges
tellt worden war (
Urk.
7/25/16)
.
Die medizinischen Angaben zum weiteren Verlauf lassen jedoch das gleichzeitige Vorhandensein einer neurologischen Erkrankung progredienten
und somit sich verschlimmernden
Charakters als wahrscheinlich erscheinen. Es ist hierbei darauf hinzuweisen, dass die Magnetresonanztomographie vom 2
7.
Januar 2015
im Vergleich zu den Voraufnahmen von September 2014
gewisse neue Befunde zeigte, welche die Klinik für Neuroradiologie des Universitätsspitals
Z.___
als vereinbar mit einer chronisch
demyelinisierenden
Erkrankung beur
teilte (
Urk.
7/150/32-33), und dass das
Z
entrum
P.___
in den
Bericht
en
vom Juli 2015 zwar ebenfalls eine funktionelle Überlagerung der neurologischen P
roblematik vermutete (
Urk. 7/134/3 und
Urk.
7/136/2),
dass es jedoch
im späte
ren Bericht vom 19
.
Februar 2016
(Urk.
7/211)
die Diagnose einer schubför
migen Multiplen Sklerose
unter
Erwähnung
der einzelnen Schübe
ausdrücklich bestä
tigte
und auf die neuen radiologischen Veränderungen hinwies, die das Stadt
spital
M.___
im Januar 2016 festgestellt hatte (vgl.
Urk.
7/168).
Dementsprechend stellten auch die Gutachter des
AG.___
im Oktober 2018 die Diagnose einer Multiplen Sklerose (
Urk.
7/321/10), nachdem die Gutachter der
AA._
__
im Mai 2016 zwar gewisse
Zweifel an dieser Diagnose geäussert,
sich
letztlich aber doch den behan
delnden medizinischen Fachpersonen
angeschlossen hatten
(
Urk.
7/224/84+89+90
).
4.3
Is
t demnach mit dem
Manifestwerden
der Multiplen Sklerose im September 2014
und der nachfolgenden Entwicklung dieser Krankheit
eine potentiell rentenrele
vante gesundheitliche Veränderung nachgewiesen
, so hat die Beschwerde
geg
ne
rin
die Frage nach dem Rentenanspr
uch des Beschwerdeführers
richtigerweise unter dem Aspekt der weiteren Voraussetzungen
geprüft
.
5.
5.1
Im Zuge der Abklärungen anlässlich
der
neuen Anmeldung vom
6.
August 2014 liess die Beschwerdegegnerin zwei polydisziplinäre Gutachten erstellen, nämlich das Gutachten
der
AA._
__
vom Mai 2016 (Untersuchungen vom Februar/März 2016;
Urk.
7/224) und das Gutachten des
AG.___
vom Oktober 2018 (Untersu
chun
gen vom Juli/August 2018;
Urk.
7/321).
Z
ur zweiten Begutachtung
durch das
AG.___
sah sich die Beschwerdegegnerin
veranlasst, nachdem der Beschwerdeführer das Gutachten der
AA.___
im Vorbescheidverfahren als unvollständig und zudem als nicht schlüssig kritisiert (
Urk.
7/244
und Urk.
7/262
) und
die Kritik mit
ver
schie
denen ärztlichen Stellungnahmen
untermauert
hatte, nämlich mit den Erklä
r
un
gen des
Zentrum
s
P.___
vom
8.
September, des Zentrums
S.___
vom 1
2.
September und von
Dr.
I.___
vom 1
3.
September 2016 (
Urk.
7/241-243) und der ausführlicheren Stellungnahme des Zen
trums
S.___
vom 1
7.
Januar 2017 zum psychiatrischen Teil des Gutach
tens (
Urk.
7/261).
Soweit die Beschwerdegegnerin das Gutachten des
AG.___
als Zweitmeinung oder als Obergutachten verstanden haben wollte (vgl. die Stellungnahmen des RAD-Arztes
PD
Dr.
med. univ.
AO._
__
, Facharzt für Neurologie, vom 2
7.
September 2017
, vom 2
7.
Februar 2018
und vom 1
3.
Februar 2019,
Urk.
7/337/5
+6+10
), so wäre dies problematisch. Denn es verbietet sich, ein weiteres Gutachten nur ein
zuholen, um
im Sinne einer Zweitmeinung
eine Beurteilung zu erwirken, die von derjenigen in einem an sich schlüssigen Gutachten abweicht
(vgl. BGE
136 V 156 E. 3.3
mit Hinweis auf
SVR 2007 UV Nr. 33 S. 111 E. 4.2
[
Urteil des Bundes
gerichts U 571/06 vom 2
9.
Mai 2007
]
)
. Und es
erscheint auch als
fraglich, ob ein Gutachten einer anderen, der
AA._
__
administrativ
gleichgestellten Medizini
schen Abklärungsstelle im Sinne von
Art.
72
bis
IVV den Charakter eines
eigent
lichen
Obergutachtens haben kann.
Die
Begutachtung durch das
AG.___
konnte allerdings schon deshalb nicht der Ab
gabe einer reinen Zweitmeinung dienen, weil die Beschwerdegegnerin das Gut
achten der
AA._
__
entsprechend den Rügen des Beschwerdeführers zu Recht
als unvollstän
dig erkannt
und daher
neben den Disziplinen der Inneren Medizin, der Neurologie, der Psychiatrie und der Neuropsychologie neu die Disziplinen der Orthopädischen Chirurgie und der Ophthalmologie einbezogen hatte.
Zudem
wies der RAD-Arzt PD
Dr.
AO._
__
im Februar 2018 richtigerweise auf die zahlreichen Berichte zum weiteren Verlauf
im Anschluss an die
Begutachtung durch die
AA.___
sowie auf die Indizien für eine Progredienz der Multiplen Sklerose hin (
Urk.
7/337/6). Ziel der Begutachtung durch das
AG.___
, welche mehr als
zwei Jahre nach der Begutachtung durch die
AA._
__
erfolgte,
war somit neben der
Ergän
zung
um weitere Disziplinen
auch
die
Erhebung des zwischenzeitlichen Krank
heitsverlaufs. Dass das
AG.___
eine Beurteilung des gesamten Zeitraums sei
t der
neuen Anmeldung vom August 2014 beziehungsweise seit dem Erlass der Ver
fügung vom 2
0.
März 2012 vorzunehmen und dabei auch auf das Gutachten der
AA._
__
einzugehen hatte, macht das
neue
Gutachten daher n
och nicht zu einem
Obergutachten.
5.2
Damit stehen
die Gutachten der
AA._
__
und des
AG.___
als
gleichgestellte medi
zinische Beurteilungen nebeneinander. Es sind sodann auch keine Anhaltspunkte für Umstände vorhanden, welche von vornherein gegen die Verwendbarkeit eines der beiden Gutachten sprächen, wie etwa
Ausstandsgründe
oder Verfahrensfehler bei der
Vergabe der Gutachtensaufträge. Namentlich wäre das neurologische Fachgutachten von
Dr.
AJ._
__
s
elbst dann verwertbar, wenn d
er
Neuro
loge
im Zeitpunkt der Begutachtung über keine kantonale Berufsausübungs
be
willigung verfügt hätte, wie der Beschwerdeführer vorbringen liess (
Urk.
1 S. 14 mit Hinweis auf
Urk.
7/301).
Denn
Dr.
AJ._
__
trägt
gemäss dem schwei
zerischen
Medizinalberuferegister
(
www.medregom.admin.ch
)
einen Facharzttitel der Neurologie, den er im Jahr 2007 in Deutschland erworben hat und
der
im Dezember 2007 in der Schweiz anerkannt worden ist. Damit erfüllt er die fach
lichen Voraus
s
etzungen für eine Tätigkeit als Experte im Sinne der bundesge
richtlichen Rechtsprechung
(vgl.
BGE 137 V 210 E. 3.3.2
). Das Fehlen einer kantonalen Berufsausübungsbewilligung würde die Expertise unter diesen Um
stän
den nicht unverwertbar machen (vgl.
das
Urteil des Bundesgerichts 9C_526/2014 vom
3.
Dezember
2014
E.
5.5 mit Hinweis auf das
Urteil 8C_436/2012 vom
3.
Dezember 2012 E.
3.4
). Hinzu kommt, dass
Dr.
AJ._
__
mit seiner in Deutschland erworbenen Qualifikation gestützt auf
Art.
35
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die universitären
Medizinalberufe
(
Medizinalbe
rufe
gesetz
,
MedBG
) für die Ausübung seiner Tätigkeit in der Schweiz keiner Bewilligung bedurfte, sondern lediglich eine Meldung vorzunehmen hatte.
Im Folgenden
ist daher die Aussagekraft beider Gutachten in Anwendung der darge
legten
Beweiswürdigungsgrundsätze
zu prüfen, und es sind
auch die Berichte der behandelnden medizinischen Fachpersonen einzubeziehen.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer meldete sich Anfang August 2014 bei der Beschwer
de
gegnerin unter Hinweis auf die Fussverletzung neu an, die er im Dezember 2013 erlitten hatte (
Urk.
7/78) und
die Gegenstand
von Behandlungen in der
Klinik N.___
war (
Urk.
7/86/1-49
und
Urk.
7/111
); die Diagnose der Multiplen Sklerose, die erst Anfang September 2014 zur Sprache gelangte, stand damals noch nicht zur Diskussion. Ferner
fand
en
nachfolgend neben den Abklärungen und Behand
lungen im Zusammenhang mit der Multiplen Sklerose
Arztkonsultationen wegen Rückenbeschwerden und Beschwerden in den Gelenken statt (
ärztliche
Berichte vom Februar und vom März 2016,
Urk.
7/204,
Urk.
7/216 und
Urk.
7/219/3). Der Beschwerdeführer vermisste daher im Gutachten der
AA._
__
zu Recht eine fachärztliche Beurteilung zu den Befunde
n im Bereich des Bewegungsapparat
es
(
Urk.
7/244/2-3). Das Gutachten des
AG.___
trug diesem Mangel mit der Fachbegut
achtung durch
Dr.
AI._
__
Rechnung. Vorab ist auf die Feststellungen dieses Spezialarztes der Orthopädischen Chirurgie einzugehen,
nachdem
Beschwerden rheumat
ologischer/orthopädischer Natur, herrührend vom rechten Fuss und vom rechten Knie,
bereits Anlass für die Anmeldung vom Mai 2011 gewesen waren.
6.
2
Was den rechten Fuss betrifft, so gab der Beschwerdeführer gegenüber
Dr.
AI._
__
eine
Druckdolenz
im Bereich der Narbe der Operation vom Dezember 2010
an, beide Füsse erwiesen sich jedoch als gut beweglich (
Urk.
7/321/45+47). Dement
sprechend attestierte
Dr.
AI._
__
dem Beschwerdeführer von Seiten des rechten Fusses keine namhaften Einschränkungen
(
Urk.
7/321/46)
und nahm hierfür ein
leuchtend Bezug auf den Berich
t der
Klinik N.___
vom 30.
Se
ptember 2014 (
Urk.
7/321/48), worin die Klinik die Beschwerden nach dem Hyperextensions
trauma vom Dezember 2013 als konservativ behandelbar erachtet und lediglich für den Fall einer erneuten Operation eine Arbeitsunfähigkeit postuliert hatte (
Urk.
7/111/1-2).
Des
Weiteren stellte
Dr.
AI.___
gleichermassen
eine unauffällige Beweglichkeit der beiden Knie fest, befand das rechte,
von der Arthroskopie vom Oktober 2011
betroffen gewesene Knie (vgl.
Urk.
7/67) als frei von Krepitationen, nahm die Angabe des Beschwerdeführers zur Kenntnis, seit dem damaligen Eingriff gehe es diesbezüglich eigentlich gut, und beurteilte die aktuell geschilderte leichte
Druck
dolenz
als Folge eines Treppensturzes, der sich unmittelbar vor der aktuellen
Untersuchung ereignet hatte (
Urk.
7/321/42+45).
Es leuchtet daher ein, dass
Dr.
AI.___
auch keine ins Gewicht fallenden Einschränkungen aufgrund des Zu
stands des rechten Knies ausmachte (
Urk.
7/321/46) und hierfür insbesondere auf den Bericht der Klinik für Unfallchirurgie des Universitätsspitals
Z.___
vom 2
0.
Dezember 2011 verwies
(
Urk.
7/321/48)
, worin der Befund einer Magnetreso
nanz
untersuchung als u
nauffällig bezeichnet
und de
r
Beschwerdeführer
als voll
umfänglich arbeitsfähig
für
eine
Tätigkeit als Pizzakurier
erklärt worden war (
Urk.
7/67/7).
Im Bere
ich der Wirbelsäule sodann
ergab die k
linische Untersuchung durch Dr.
AI._
__
Verspannungen auf lumbaler Höhe (
Urk.
7/321/44)
, und radiologisch liessen sich, wie schon im Jahr 2016
(vgl.
Urk.
7/219/3)
, gew
isse degenerative
Veränderungen
feststellen (
Urk.
7/321/46).
Neurokompressionen bestanden in
dessen
nicht, d
ie Lend
enwirbelsäule erwies
sich
als frei beweglich, und die auf
gehobene Beweglichkeit der Brustwirbelsäule war gemäss dem Gutachter auf eine
Gegenspannung zurückzuführen (
Urk.
7/321/44+
46+47
).
Demnach konnte
Dr.
AI.___
die geklagten lumbalen Beschwerden im Sinne einer erheblichen Fehl
haltung zwar durchaus
nachvollziehen (
Urk.
7/321/47), da er
aber
insgesamt eine
etwas inkonsistente Präsentation der Beschwerden beobachtete und der Be
schwerdeführer die forcierte Bewegung der Lendenwirbelsäule unter Ablenkung ohne Schmerzäusserungen tolerierte
(
Urk.
7/321/47+48), is
t plausibel, dass
er
diese
n Beschwerden
ebenfalls
keine Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit zu
schrieb (
Urk.
7/321/46)
.
Ebenfalls plausibel ist
der H
inweis des Gutachters, dass
sich
die von
Dr.
V.___
im Februar 2016 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht
mit einer Diagnose
aus dem Fachgebiet der Rheumatologie erklären lasse (
Urk.
7/321/48), denn
Dr.
V.___
hatte die geklagten Gelenkbeschwerden bei feh
lenden Entzündungszeichen am ehesten im Rahmen der neurologischen Erkran
kung an Multipler Sk
lerose interpretiert (vgl. Urk.
7/204/2+3).
Schliesslich konnte
Dr.
AI._
__
auch keine erheblichen zusätzlichen, in den Vor
akten noch nicht dokumentierten Befunde
orthopädischer Natur erheben. Namentlich zeigte die n
eu angefertigte Röntgenaufnahme
des Beckens zwar beidseitig eine Verschmälerung des Hüftgelenkspaltes und eine vermehrte
sub
chondrale
Sklerosierung
des Pfannendaches
(
Urk.
7/321/46)
;
bei der funktio
nellen Prüfung gab der Beschwerdeführer jedoch keine Schmerzen an (vgl.
Urk.
7/321/45).
Ferner
vermochte
Dr.
AI._
__
die demonstrierte Schwäche in der
adominanten
linken Hand und
die geschilderten Sensibilitäts
störungen in der gesamten linken Körperhälfte (vgl.
Urk.
7/321/47)
nicht mit orthopädischen Befunden
zu
erklären
, sondern verwies hierzu auf die Beurteilung aus neuro
logischer Sicht (vgl.
Urk.
7/321/48).
6.
3
Insgesamt leuchtet somit die Beurteilung von
Dr.
AI._
__
ein, dass auf der Ebene des Bewegungsapparates
von einer uneingeschränkten Einsetzbarkeit für körper
lich leichte bis mittelschwere Verrichtungen ausgegangen werden könne (
Urk.
7/321/49).
7.
7.1
Über eine Schwäche und über Sensibilitätsstörungen in der linken Hand und im linken Arm
sodann
hatte der Beschwerdeführer bereits kurz
nach dem Unfall vom Februar 2006
geklagt, bei dem er eine Laugenverätzung am linken Handrücken erl
itten hatte, und das Beschwerdebild war
in der Folge
Gegenstand der Be
gutachtung durch die MEDAS
C.___
(Untersuchungen von Ende August 2007 und Gutachten vom 1
0.
Januar 2008;
Urk.
7/25)
. Die Neurologin Dr.
F.___
erhob als klinische Befunde eine
linksseitige
Lähmung mit globaler Parese der Hand und partieller Parese des Armes sowie sensible Defizite im Arm, konnte die Befunde jedoch nicht auf ein organisches Korrelat zurückführen und vermutete eine dissoziative Funktionsstörung aus dem Diagnosespektru
m der Psychiatrie
.
Die Ärztin
begründete diese Beurteilung anschaulich mit Hinweisen auf das Fehlen typischer organischer Pathologien und auf gewisse Inkonsistenzen in der Präsentation der Einschränkungen (
Urk.
7/25/
22-
23)
, und
d
ie Beurteilung deckt sich überdies mit der Einschätzung der Ärzte der neurologischen Klinik des Universitätsspital
s
Z.___
im Bericht
vom
2
6.
April 2007 und in den früheren Berichten von Anfang 2006 (
Urk.
7/10 sowie
Urk.
7/12/91,
Urk.
7/12/22-23 und
Urk.
7/12/89-90
). Sie
ist demnach f
ür d
ie damalige Zeit
plausibel.
Der Verfasser des psychiatrischen Fachgutachtens der
MEDAS
C.___
Dr.
G.___
bestätigte die Vermutung eines psychischen Geschehens bei der Au
s
bildung der beschriebenen Lähmungserscheinungen und stellte die D
iagnose einer dissoziativen Bewegungs-, Sensibilitäts- und Empfindungsstörung in de
r linken Hand und im linken Arm
(
ICD-10
F44.4 und F44.6;
Urk.
7/25/32). Der Psychiater hielt dazu anschaulich fest, der Beschwerdeführer habe beim Ereignis vom Februar 2006 unter einem erhöhten intrapsychischen
Disstress
gestanden, der sich
infolge
einer schwierigen Kindheit in ärmlichen und familiär zerrütteten Verhältnissen und
infolge
der Verwicklung in kriegerische Auseinandersetzungen als Soldat der türkischen Armee
entwickelt habe, und der
Distress
habe sich im Unfallzeitpunkt zusätzlich verstärkt durch die psychosozialen Stressoren einer beeinträchtig
t
en Arbeitszufriedenheit und einer belasteten Beziehung zur Ehefrau und durch die Art und Weise der Information durc
h den erstbehandelnden Arzt, die
beim Beschwerdeführer
Katastrophisierung
sideen
hervorgerufen habe
(Urk.
7/25/33-34). Der Psychiater leitete sodann unter A
nwendung der damals massgebend gewesenen
Kriterien der Rechtsprechung
grundsätzlich
nachvoll
zieh
bar her, dass der Beschwerdeführer
bei fehlenden therapeutischen Möglich
keiten
nicht in der La
ge sei, die Beeinträchtigung im Gebrauch
der linken oberen Extremität
durch Willensanstrengung zu
überwinden, und hielt daher nur, aber immerhin
,
die Ausführung von einarmig durch
führbaren Arbeiten als zumutbar, da das Ausmass der weiteren Diagnose ein
er ängstlich depressiven Anpass
ungs
störung (ICD 10 F43.21;
Urk.
7/25/32) zu wenig ausgeprägt sei, um zusätzliche Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit zu begründen
(
Urk.
7/25/35-38).
Dieser Einschätzung folgten
Dr.
D.___
und
Dr.
E.___
in der
Gesamtbeurteilung, indem sie dem
Beschwerdeführer für die angestammte, zweihändig zu verrichtende Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr attestieren, ihn jedoch für eine lediglich rechtshändig zu verrichtende Tätigkeit für zu 100
%
arbeitsfähig hielten (
Urk.
7/25/16-17).
7.
2
7.2.1
Als
sich
der Beschwerdeführer
Anfang September 2014 in die Notfallbehandlung des Stadtspitals
M.___
begab und zusätzlich in der Klinik für Neurologie des Universitätsspitals
Z.___
untersucht wurde, brachte er keine langjährig vorbestandenen Lähmungserscheinungen zur Sprache, sondern
berichtete, dass akut eine linksseitige Schwäche aufgetreten sei, nachdem er solche Schwächen neben intermittierendem
Schwankschwindel
schon in den letzten zwei Wochen erlebt habe, diese sich jedoch jeweils wieder gelegt hätten (
Urk.
7/97/1 und Urk.
7/150/9).
Anlässlich des stationären Aufenthaltes in der Klinik für Neuro
logie des Universitätsspitals
Z.___
in der zweiten Septemberhälfte 2014
erwähn
te
der Beschwerdeführer zudem Sehstörungen mit schwarzen Punkten und Doppel
bildern, welche die Schwindelepisoden begleitet hätten, und eine vorbestandene Kopfschmerzproblematik, die sich im Rahmen der Schwindelattacken jew
eils verstärke (
Urk.
7/150/12).
Ungeachtet der fehlenden Angaben zu Lähmungserscheinungen in den letzten Jahren nach der Begutachtung des Jahres 2008
äusserte
die
Klinik für Neurologie des Universitätsspitals
Z.___
im Austritt
sberi
cht vom 3
0.
September 2014
nach dem
Beizug
von
Fachleuten
der Psychiatrie
den Verdacht
, dass
die psychiatrische Diagnose einer dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörung
auch das aktuelle Beschwerdebild massgebend bestimme
, da die magnetresonanzto
mo
graphischen Befunde zwar Zeichen einer entzündlichen Erkrankung des Zentral
nervensystems zeigten, welche indessen die bestehende, von gewissen Inkonsi
stenzen geprägte Symptomatik von der Lokalisation her nicht zu erklären ver
möchten (
Urk.
7/150/14-15).
Dementsprechend figuriert die Diagnose einer
Multiplen Sklerose im Austrittsbericht vom 3
0.
September 2014 noch nicht, sondern es ist von einem radiologisch isolierten Syndrom die Rede (
Urk.
7/150/10+14).
7.2.2
Wie bei der Prüfung der Frage nach einer massgebenden Veränderung seit dem Erlass der Verfügung vom 2
0.
März 2012 bereits dargetan worden ist (E. 4.1-3),
mehrten sich
jedoch
im weiteren Verlauf die Anzeichen einer progredie
nten neurologischen Erkrankung.
Auf der Ebene der Bildgebung
ist nochmals auf die Veränderungen hinzuweisen, welche die Magnetresonanztomographie vom Januar 2015 im V
ergleich zu den Voraufnahmen vom
September 2014
sichtbar machte (
Urk.
7/150/32-33),
sodann
auf eine zusätzliche
Veränderung, welche eine Magnetresona
nztomographie im Stadtspital
M.___
vom Januar 2016 zeigte (
Urk.
7/168/1
; vgl. auch den Bericht des
Röntgeninstitut
s
Q.___
über die Magnetresonanztomographie vom Juli 2015,
Urk.
7/142
), und
ferner
darauf, dass
zwar
eine weitere Magnetresonanztomographie gemäss dem Austrittsbericht des Stadtspit
als
M.___
vom
6.
Januar 2017
keine
Veränderungen im Vergleich zu den Voruntersuchungen zu Tage brachte (
Urk.
7/274/15
), dass hingegen eine
noch
ma
lige
Magnetresonanztomograp
hie des Schädels
, die das Stadtspital
M.___
im Januar 2018
erstellte,
eine neu aufgetretene
Hirnparenchymläsion
nachwies (Urk.
7/284/3) und dass auch das
Röntgeninstitut
Q.___
, das am 17.
April 2018 im Auftrag des
Zentrum
s
P.___
eine Magnetresonanz
to
mographie des Schädels anfertigte, Veränderungen
gegenüber
einer Voruntersu
chung vom Juni 2016 konstatierte und
diese als korrelierend mit einer
neu auf
getretenen
Fazialisparese
bezeichnete (
Urk.
7/308/3)
, dere
n
twegen der Beschwer
de
führer die Augenärztin
Dr.
T.___
aufges
ucht hatte (vgl. Urk.
7/315/2).
Auch wenn das
Z
entrum
P.___
den Zusammenhang dieser
Fazialisparese
mit einer Multiplen Sklerose in seinem Bericht vom 3
0.
April 2018 für fraglich hielt (
Urk.
7/315/4),
sind im Zeitverlauf weitere klinische Befunde dokumentiert, die gemäss den behandelnden Ärzten für die Diagnose einer Multiplen Sklerose sprachen. So wurden die Zustandsverschlechterungen, die kürzere
Hospitalisa
tio
nen
im Juli 2015, im Januar 2016,
im Januar 2017, im Januar 2018, im März 2019 und im Januar 2020 zur Folge hatten, vom Stadtspital
M.___
jeweils als Schübe der Multiplen Sklerose interpretiert (
Urk.
7/132,
Urk.
7/168, Urk.
7/255,
Urk.
7/274/12-16,
Urk.
7/284/
1-4,
Urk.
7/333 und
Urk.
10/2), und d
as
Z
en
trum
P.___
schloss sich dieser Interpretation an
und wies dabei insbesondere auf den jeweiligen Rückgang der Symptomatik unter medikamentöser Behand
lung hin
(
Urk.
7/134/3,
Urk.
7/211/2,
Urk.
7/274/8-9,
Urk.
7/274/10-11
,
Urk.
7/283/4-5,
Urk.
7/308/1-2,
Urk.
7/315/3-4).
Ferner
diagnostizierte
das
Kon
ti
nenzzentrum
der
J.___
, das
den Beschwerdeführer im Februar 2016 ein erstes Mal untersucht hatte, eine neurogene Blasenfunktionsstörung (
Urk.
7/203,
Urk.
7/248
) und stellte in den nachfolgenden Untersuchungen bis zum Frühjahr 2019
fest, dass sich diese Störung während eines Schubes der
- nicht in Frage gestellten -
Multiplen Sklerose jeweils verstärke und danach in ihrer Ausprägung wieder zurückgehe (
Urk.
7/284/5-6,
Urk.
7/286
,
Urk.
7/315/5 und
Urk.
7/3
36
).
7.2.3
Der Neurologe
Dr.
AD._
__
der
AA.___
hielt die Diagnose einer Multiplen Skle
rose in Anbetracht der Aktenlage bis zum Zeitpunkt der Begutachtung vom Mai 2016 grundsätzlich für naheliegend, wenn er auch die Ausprägung der Behin
derungen, die auf di
ese Diagnose zurückzuführen waren
, angesichts der beobach
teten Inkonsistenzen (
Urk.
7/224/57-58) als unkl
ar bezeichnete (
Urk.
7/224/59).
Auf diese Inkonsistenzen
, die
Mag.
rer
. nat.
AF._
__
im Rahmen der neuro
psy
chologischen Fachbegutachtung
ebenfalls
feststellte (
Urk.
7/224/75-76),
wiesen die Gutachter auch in der Kon
sensbeurteilung hin (
Urk.
7/224/
77-80 und
Urk.
7/224/86). Sie beschlagen jedoch, wie
Dr.
AD._
__
festhielt, angesichts der Vorakten nicht die Diagnose der Multiplen Sklerose als solche, sondern deren Auswirkungen. Demgemäss bildet das Gutachten der
AA._
__
keinen Anlass zu
grundsätzlichen
Zweifeln an dieser Diagnose
, dies trotz
Äusserungen in der Gesamtbeurteilung, die in diese Richtung gehen (vgl.
Urk.
7/224/
89).
Zweieinhalb Jahre später beschrieb der Neurologe
Dr.
AJ._
__
des
AG.___
erneut Inkonsistenzen, vor allem in der Motorik der linken Körperhälfte (Urk
.
7/
321/62
). Er nannte
aber auch gewisse neue objektive Befunde, namentlich in Form einer
Anisokorie
(Unterschied in der Pupillenweite der Augen),
konnte jedoch
nach wie vor (vgl.
Dr.
AD._
__
in
Urk.
7/224/59) keine Zeichen für eine Pyramidenbahnläsion erkennen (
Urk.
7/321/64). Dennoch hielt auch
Dr.
AJ._
__
die Diagnose einer Multiplen Sklerose für die
einleuchtendste
Erklärung der
geklagten Symptomatik, soweit
er
diese
als objektivierbar bezeichnete
(vgl.
Urk.
7/
321/64). Dementsprechend übernahmen
die Gutachter in der Gesamtbeur
teilung diese Diagnose (
Urk.
7/321/10)
, wenngleich n
eben Dr.
AJ._
__
auch
lic.
phil.
AM.___
anlässlich der erneuten neuropsychologischen Abklärungen erheb
liche
Inkonsistenzen beschrieb (Urk.
7/321/72-73).
7.2.4
D
ie organische Diagnose einer Multiplen Sklerose
ist demnach
als gesichert zu beurteilen, und die beobachteten Inkonsistenzen beschlagen nicht
Zuverlässigkeit der
Diagnose als solche
r
, sondern die Frage, wieweit die geklagten Symptome tatsächlich vorhanden und ihr zuzuordnen sind und in welchem Umfang sie sich beeinträchtigend auswirken.
7.3
7.3.1
Die behandelnden und begutachtenden medizinischen Fachpersonen stimmen
entgegen den Vorbringen in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 12 und S. 14)
darin überein, d
ass das gezeigte Beschwerdebild
auch nach dem Auftreten der ersten Anzeichen für eine Multiple Sklerose
eine funktionelle, mit organischen Befunden nicht erklärbar
e
Komponente hatte.
Wie schon dargelegt, vermochte die Klinik für Neurologie des Universitätsspitals
Z.___
im Austrittsbericht vom 3
0.
September 2014 erst einen isolierten radio
lo
gischen Befund zu erheben, konnte die dargebotene Symptomatik diesem Be
fund jedoch nicht zuordnen
und ging wegen Inkonsistenzen in Bezug auf den Schwe
re
grad der Paresen von einer vorwiegend funktionellen Genese der Symp
tome aus (
Urk.
7/150/14).
Im Verlaufsbericht vom
8.
Januar 2015 hielt die Klinik so
dann fest, dass der Untersuchungsbefund weiterhin funkt
i
onell anmute, da etwa die linke Körperhälfte jenseits der Untersuchung
und bei Ablenkung
gut ein
ge
setzt werde (
Urk.
7/150/19), und im Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 2
0.
April 2015
wiederho
lte sie diese Beobachtung (Urk.
7/127/2).
Das
Z
entrum
P.___
konstatierte
zumindest zu Beginn der Behandlung gleicher
massen
, dass
die funktionelle Überlagerung eine grosse Rolle spiele (Bericht vom
1.
Juli 2015,
Urk.
7/134/3), und relativierte diese Rolle im Laufe der späteren Konsultationen zwar,
erwähnte aber immer noch eine gewisse Diskrepanz zwi
schen den gezeigten klinischen und den apparativ erh
obenen Befunden (
vgl.
Urk.
7/211/2).
Diese Diskrepanz zeigte sich anschliessend
auch
im Rahmen der Begutachtung
en
durch die
AA._
__
und
durch das
AG.___
.
Dem Neurologen
Dr.
AD._
__
der
AA.___
fiel ebenfalls auf, dass der Beschwerdeführer ausserhalb der Untersuchungs
situa
tion ein erheblich geringeres Ausmass an Beeinträchtigungen darbiete, und er beschrieb das Bild, das sich bei der Kraftprüfung der linken Extremitäten ergeben habe, als inkonsistent, mit Schwankungen zwischen Lähmung und regelrechter Muskelkraft (
Urk.
7/224/57-58).
Gleichermassen schilderte der
Neurologe
Dr.
AJ._
__
des
AG.___
die Inkonsistenzen in der Kraft und im Gebrauch des linken Beins und des linken Arm
es (Urk.
7/321/62+63)
.
7.3.2
Soweit die Symptomatik nicht auf die Diagnose der
M
ultiplen Sklerose zurückzu
führen ist, sondern auf funktioneller Überlagerung basiert, fragt sich weiter, ob dieser Überlagerung ihrerseits Krankheitswert im Sinne einer psychiatrischen Diagnose zukommt.
Als die Gutachter de
r MEDAS
C.___
den Beschwerdeführer im Jahr 2007 untersuchten
und
die Diagnose einer dissoziativen Bewegungs-, Sensibilitäts-
und Empfindungsstörung in der linken Hand und im linken Arm stellten
, be
schrieben sie noch keine Inkonsistenzen
im Ausmass
, wie sie später von den Gutachtern der
AA.___
u
nd des
AG.___
festgestellt wurden, wenn d
ie Neurologin
Dr.
F.___
auch erwähnte
, dass die Kraftprüfung links bei Fehlen von Atrophien wech
selnde Befunde ergeben habe, und von teilweise inkonsistenten Untersu
chungsbefunden sprach (
Urk.
7/25/21+23).
D
ie Einstufung des Beschwerdeführers als funktionell einarmige Person
durch die Gutachter der MEDAS
C.___
erwies sich in der Folge
allerdings als
zu pessimistisch angesichts dessen, dass dieser später zeitweise als Pizzakurier arbeitete und in dieser Funktion
die linke Hand beim Autofahren und bei der Lieferung der Ware zumindest als Hilfshand eingesetz
t hab
en muss
.
Dennoch ging die
Klinik für Neurologie des
Universitätsspitals
Z.___
im September 2014
aufgrund einer konsiliarischen psychiatris
chen Beurteilung erneut von d
er Dia
gnose
einer dissoziativen Störung
aus (
Urk.
7
/150/14-15), der Psychiater Dr.
AE.___
der
AA.___
stellte sie
ebenfalls
nicht grundsätzlich in Frage
, sondern hielt sie zumindest für möglich
(vgl.
Urk.
7/224/65), und der Psychiater
Dr.
AL.___
des
AG.___
zweifelte die ei
nschlägige Symptomatik gleichermassen
nicht von Grund auf an, auch wenn er annahm, dass diese
mittlerweile auf die Multiple Sklerose zurückzufüh
ren sei (
Urk.
7/321/56)
.
Gleichzeitig machten die Ärzte der
AA._
__
und des
AG.___
aber Beobachtungen, die auf eine bewusstseinsnahe Präsentation von
nicht oder nicht im gezeigten Ausmass vorhandenen Einschränkungen hin
deu
t
e
t
en. So beobachtete
der Neurologe
Dr.
AD._
__
der
AA.___
, dass der Beschwer
deführer beim Gehen demonstrativ unsicher und langsam gewirkt habe, beim An- und Auskleiden und auch beim Gestikulieren hingegen flüssige Bewe
gungen aus
geführt
und eine ungestörte Fingerfeinmotorik
gezeigt habe (
Urk.
7/224/55). Auch
der Neurologe
Dr.
AJ.___
des
AG.___
schilderte, dass der Beschwerdeführer das Untersuchungszimmer stark hinkend betreten habe, während der Anamnese
erhebung jedoch mehrmals unvermittelt und zügig
aufgestanden sei, dass er ferner den linken Arm auf die entsprechende Aufforderung hin zunächst gar nicht gehoben habe, später hingegen ohne Probleme eine Anhebung über die Horizon
t
ale hinaus vollführt habe (Urk.
7/321/62)
,
und dass des Weiteren die festgestellte linksseitig stärkere Oberschenkelmuskulatur mit der dargebotenen Hemiparese nicht vereinbar sei (
Urk.
7/321/6
3). Dem Orthopäden
Dr.
AI._
__
schliesslich fiel ebenfalls auf, dass der Beschwerdeführer die linke Hand zeitweise
spontan ein
gesetzt hatte (Urk.
7/321/47+48).
Angesichts dieser Beobachtungen
ist die
psychiatrische
Diagnose der dissozia
tiven Störung zwar nicht grundsätzlich in Frage
gestellt, es erscheint jedoch als
wahrscheinlich, dass
sie im Laufe der Zeit zum einen gegenüber der Symptomatik der Multiplen Sklerose und zum andern gegenüber einer bewusstseinsnahen Übertreibung der bestehenden
Symptome in den Hintergrund trat
.
7.4
Was des Weiteren die Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchungen an
belangt, die im Rahmen der Begutachtungen durch die
AA._
__
und durch das
AG.___
durchgeführt wurden,
so
wies Mag.
rer
. nat.
AF._
__
der
AA.___
auf die höhere Streubreite im Antwortverhalten hin, als sie bei einer kognitiv bedingten Ver
langsamung zu erwarten wäre, und stufte diese Auffälligkeit als Indiz für eine nicht instruktionskonforme Arbeitsweise ein (
Urk.
7/224/75-76). Des Weiteren legte er dar, dass das Verfahren zur Validierung der Beschwerden Hinweise für eine erhebliche Antwortverzerrung im Sinne einer Aggravation oder Simulati
on ergeben habe, und kam zum Schluss, dass sich aufgrund der gezeigten Diskre
panzen eine biologisch bedingte kognitive Störung nicht mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit attestieren lasse (
Urk.
7/224/76)
.
Damit übereinstimmend stellte später auch lic.
phil.
AM.___
des
AG.___
mittels Sympt
omvalidierungsverfahren
fest, dass die stark unterdurchschnittlichen Testresultate das effektiv vorhandene kognitive Leistungsniveau sehr wahrscheinlich n
icht abbildeten (
Urk.
7/321/72). Dementsprechend schloss er tatsächliche neuropsychologische Schwächen zwar nicht aus, erachtete diese jedoch wie schon Mag.
rer
. nat.
AF._
__
aufgrund des Leistungsverhaltens des Beschwerdeführers als nicht objektivierbar und erklärte sich
daher
aufgrund der nicht validen Testresultate als ausserstande, aus neu
ropsychologischer Sicht eine Aussage zur Arbeitsfähig
keit zu machen (Urk. 7/321/72-73
).
Die Beobachtungen der beiden Neuropsychologen innerhalb eines Zeitraums von zweieinhalb Jahren sind miteinander vergleichbar und sind beide Male anschau
lich begründet.
Es besteht daher
entgegen den Vorbringen in der Beschwer
de
schrift (
Urk.
1 S. 5)
kein Anlass, sie in Zweifel zu ziehen
oder weitere Abklärungen dazu durchführen
. Der Beschwerdeführer hat es sich somit selber zuzuschreiben, dass sich nicht feststellen liess, ob und in welchem Umfang er zur Zeit der Tes
tungen in objektiver Weise neurop
sychologisch beeinträchtigt war, und hat dem
nach
die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen. Daran ändert nichts,
dass Prof.
Dr.
phil.
AP._
__
, der während des Aufenthalts des Beschwerdeführers im
Reha
zentrum
AN.___
neuropsychologische Untersuchungen durchführte, in seinem Bericht vom 2
7.
Februar 2020 eine mittelgradige neuropsychologische Störung im Rahmen der Grunderkrankung der Multiplen Sklerose diagnostizierte und
ent
gegen den
Vorgutachter
n
keine Anzeichen für eine Aggravation oder gar für eine
Simulation finden konnte (Urk.
16/2 S. 5). Denn
die stationäre Behandlung
im
Rehazentrum
AN._
__
erfolgte
gemäss dem Aus
trittsbericht vom 2
1.
März 2020,
nachdem sich der Verdacht auf einen erneuten Schub der Multiplen Sklerose ergeben hatte (
Urk.
16/1 S. 1), und im Laufe der Behandlung wurden klare Fort
schritte verzeichnet (
Urk.
16/1 S.
5,
Urk.
16/2 S. 4)
. Aus den Feststellungen des
Rehazentrums
AN._
__
lässt sich daher nichts für den vorangegangenen Zeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung
vom 2.
September 2019 ableiten.
8.
8.1
Neben den vorstehend diskutierten Beschwerden im Bereich des Bewegungs
appa
rates (E. 6) und dem neurologisch-psychiatrischen Symptomenkomplex im Rahmen
der Diagnose der Multiplen Sklerose und den teilweise damit einhergehenden und teilweise von ihr abzugrenzenden psychischen Befunden (E. 7) waren weitere Problemkreise Gegenstand
der
medizinische
n
Beurteilungen.
8.2
Vorab hatten die
Gutachter der MEDAS
C.___
neben der Diagnose einer dissoziativen Stö
rung
auch diejenige einer
ängstlich depressiven Anpass
ungs
stö
rung
gestellt, ihr jedoch keinen namhaften Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu
geschrieben
(
Urk.
7/25/32)
.
Sodann
wirkte der Beschwerdeführer anlässlich der psychiatrischen Begutach
tung in der
AA._
__
vom Mai 2016
(Untersuchung vom März 2016)
zwar besorgt und leicht dysphorisch, jedoch nicht depre
ssiv, sodass der Psychiater Dr.
AE.___
von der Diagnose einer Depression absah (
Urk.
7/224/65) und annahm, es sei unter
dem Einfluss der antidepressiven Medikation zu einer Besserung gekommen
(
Urk.
7/224/66).
Dieser Einschätzung widersprach das Zentrum
S.___
in der Stellungnahme vom 1
7.
Januar 2017, indem es die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig mittelschwerer Epi
sode stellte
(ICD-10 F33.1)
und die unterschiedlich wahrgenommene Ausprägung der Symptomatik mit Schwankungen im Zustandsbild erklärte (
Urk.
7/261/2-4; vgl. auch
Urk.
7/259/6-8).
Der Psychiater
Dr.
AL.___
des
AG.___
schloss sich der Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung später an und nannte als erkennbare Symptome eine eingeschränkte affektive Modulation und eine depres
siv erscheinende Stimmung mit verminderter Freude und herabgesetztem Antrieb (
Urk.
7/321/54). Dabei erklärte er sich die unterschiedlichen Beurteilungen des psychiatrischen Gutachters der
AA.___
und des Zentrums
S.___
mit
dem rezidivierenden Verlauf der depressiven Störung (
Urk.
7/321/56), was einleuchtet angesichts dessen, dass
auch
Dr.
AE.___
eine Depressivität nicht
grundsätzlich angezweifelt hatte,
sondern diese lediglich zum einen in Überein
stimmung mit der MEDAS
C.___
im Rahmen einer Anpassungss
törung gesehen hatte (vgl.
Urk.
7/224/67) und zum andern
von einer Besserung im Zeit
punkt der damaligen Begutachtung ausgegangen war.
Die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, die das Zentrum
S.___
bei der
Behandlungsaufnahme im November
2014 stellte
und auf die Zeit ab Anfang September 2014 zurückbezog
(vgl.
Urk.
7/138
/1-2
und
Urk.
7/259/7
; vgl. auch bereits den Bericht des Stadtspitals
M.___
über das psy
chiatrische Konsilium vom 1
1.
September 2014,
Urk.
7/97/3-5
), ist somit als gefestigt zu beurteilen. Dies gilt demgegenüber nicht für die weitere psychia
trische Diagnose
einer posttraumatischen Belastungsstörung
(ICD-10 F43.1) in
folge der Kriegserlebnisse des Beschwerdeführers
, die
bereits im Februar 2006 in Betracht gezogen
worden
war (vgl.
Urk.
7/25/26) und die
das Zen
trum
S.___
im Bericht vom 1
7.
Januar 2017
wieder
aufführte
(
Urk.
7/259/6).
Denn zum einen hatte schon
Dr.
G.___
der MEDAS
C.___
diesen Erlebnissen zwar einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf
in Form eines intrapsychischen
Distresses
zugeschrieben, hatte indessen nicht sämtliche Kriterien für die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung als erfüllt erachtet und dies eingehend begründet (
Urk.
7/2/33-34). Und zum andern konnte
Dr.
AL.___
des
AG.___
die
a
kuten Angstzustände
des Beschwerdeführers
beim Sprechen übe
r seine Kriegserlebnisse, die das Zentrum
S.___
erwähnte
(vgl.
Urk.
7/259/7)
, s
päter nicht mehr beobachte
n
. Vielmehr verneinte
der Beschwerdeführer
gegenüber
Dr.
AL.___
traumatische Ereignisse
sogar
(
Urk.
7/321/56-57), was zwar nicht heisst, dass sich solche nicht zugetragen hatten
, jedoch gegen die spezifische Symptomatik einer posttraumatischen Belas
tungs
störung spricht.
8.3
Sodann
hatte der Beschwerdeführer im September 2015 wegen Sehstörungen
in
Form von trübem und weniger hellem Sehen
erstmals die Augenärztin Dr.
T.___
aufgesucht, und war nachfolgend wiederholt bei ihr in Abklärung. Im Rahmen
der erstmaligen Untersuchungen verifizierte die Ärztin einen vollen Visus,
erhob
jedoch rechtsseitig eine massive Einengung des Gesichtsfeldes
bei partieller
Opticusatrophie
, die sie als vereinbar mit einer abgelaufenen
Retrobul
bärneuritis
und e
iner daraus resultierenden
Optic
opathie
erachtete (Urk.
7/154/
1-
2
,
Urk.
7/156/1-2
)
. Anlässlich einer weiteren Unte
rsuchung vom Januar 2016
äusserte sie den Verdacht auf eine erneute, akute
Retrobulbärneuritis
und stellte nunmehr beidseits eine konzentrische G
esichtsfeldeinengung fest (Urk.
7/192). Auch in den nachfolgenden Untersuchungen von Januar und Februar 2017 kon
statierte
Dr.
T.___
neben einem
neu
reduzierten, jedoch korrigierbaren Visus wieder die
Gesichtsfeldeinschränkungen
(
Urk.
7/258 und
Urk.
7/264
), und in den Berichten vom April und vom Juli 2018
sowie vom März 2019
führte die Augen
ärztin
diese Befunde
erneut auf
und brachte die vermutete
Retrobulbärneuritis
sinngemäss in einen Zusammenhang mit der Multiplen Sklerose
(
Urk.
7/315/1-2,
Urk.
7/321/80
und
Urk.
7/334
).
Demge
genüber äusserte die Ophthalmologin
Dr.
AK._
__
des
AG.___
Zweifel
in Bezug auf die Diagnose von wiederholt durchgemachten akuten
Sehnerventzündungen
. Sie
begründete diese Zweifel damit, dass bei einer solchen Anamnese eine gewisse Atrophie des Sehnervenkopfes und ein blasser Sehnerv z
u erwarten wären, was sie
jedoch
nicht habe feststellen können
(vgl.
Urk.
7/321/37)
, dies in Abweich
ung von der Diagnose einer
Optic
usatrophie
durch
Dr.
T.___
(
Urk.
7/321/39).
Auch
für die angegebene konzentrische Gesicht
sfeldeinschränkung erkannte Dr.
AK._
__
kein morp
hologisches Korrelat, sondern sie
beschrieb Hinweise auf eine Aggra
vation bei der Gesichtsfelduntersuchung
(vgl.
Urk.
7/321/38
+39
),
und die Art der
geklagten Ein
schränkung entsprach nach ihrem
Dafürhalten nicht dem zu erwar
tenden Gesichtsfeldausfall bei einer
akuten
Sehnerventzündung
(Urk.
7/321/39). Dementsprechend erachtete
Dr.
AK._
__
den Beschwerdeführer aus ophthalmolo
gischer Sicht nicht als massgebend eingeschränkt
(Ur
k.
7/321/40). Dies leuchtet
insbesondere
angesichts der
Hinweises des Neurolo
gen Dr.
AJ._
__
und des Neuropsychologen lic. phil.
AM.___
ein
, dass der Beschwerdeführe
r mit dem Auto immerhin kürzere
Strecken
zurückleg
e
, was bei Einschränkungen des Sehver
mö
gens
im geklagten Ausmass nicht möglich wäre (vgl.
Urk.
7/321/60+64+73).
So
weit der Beschwerdeführer rügen liess, dass die ophthalmologische Begutachtung ohne Mitwirkung eines Dolmetschers
durchgeführt worden sei
(
Urk.
1 S. 13), so konkretisierte er nicht, wieweit sich infolge seiner mangelhaften Sprachkennt
nisse
bei der augenärztlichen Untersuchung
Unklarheiten oder Missverständnisse ergeben hätten. Die Abwesenheit eines Dolmetschers vermag die Schlussfolge
rungen von
Dr.
AK._
__
daher nicht in Frage zu stellen.
8.4
Als internistische Diagnosen s
chliesslich
nannte
Dr.
AC._
__
der
AA.___
im Jahr 2016 den bekannten
Diabetes Mellitus sowie die ebenfalls bereits aktenkundig gewesene Fettstoffwechselstörung, denen er indessen keine namhaften Auswir
kungen auf die Leistungsfäh
igkeit zuschrieb (Urk. 7/224/49
50).
Damit überein
stimmend stellte
Dr.
AH._
__
des
AG.___
auch im Jahr 2018 keine allgemein
inter
nis
tischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/321/31-32). Da
der Hausarzt
Dr.
I.___
ebenfalls keine einschränkenden Diagnosen aus allge
meinmedizinischer Sicht erwähnte (vgl.
Urk.
7/164/1-5),
kann auf die überein
stim
mende ärztliche Beurteilung abgestellt und vom Fehlen entsprechender Dia
gnosen ausgegangen werden. Soweit der Beschwerdeführer vorbrachte, die
AA._
__
habe die neurogene Blasenfunktionsstörung
zu U
nrecht nicht als internistische Diagnose aufgeführt (vgl.
Urk.
1 S. 4), so
ist
diese Störung
medizinisch
in
einem
Zusammenhang mit der neurologischen Diagnose der Multiplen Sklerose
zu sehen
(vgl. vorstehend E.
7.2.2), und
es ist
ihr somit dort Rechnung zu tragen.
9
.
9.1
Aufgrund der vorstehenden Ausführungen
lassen sich die invalidenver
siche
rungs
rechtlich relevanten Diagnosen zuverlässig aus den
vorhanden
en medizini
schen Unterlagen ableiten, und es bedarf hierfür entgegen dem An
t
rag des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 2 und S. 16) keiner weiteren Begutachtung in Form eines Gerichtsgutachtens.
Zu prüfen ist damit
, was sich aus den medizinischen Unterlagen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit im relevanten Zeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Ver
fügung vom
2.
September 2019 ergibt.
9.2
9.2.1
Die Besc
hwerdegegnerin legte der V
erneinung
des Rentenanspruchs
die Annahme zugrunde, dass der Beschwerdeführer in einer gesundheitlich angepassten Tätig
keit zu 80
%
arbeitsfähig sei (
Urk.
2). Dabei stützte sie sich, wie der Stellung
nahme von PD
Dr.
AO._
__
vom 1
3.
Febr
uar 2019 zu entnehmen ist (Urk.
7/33
7/10), auf das
Gutachten des
AG.___
.
I
n der
Gesamtbeurteilung
hielten die Gutachter fest, dass
körperlich belastende Tätigkeiten nicht geeignet seien, dass der
Beschwerdeführer
jedoch
in
der zuletzt ausgeübten und in
einer
angepassten,
mehrh
eitlich sitzend zu verrichtenden
intel
lektuell einfache
n
Tätigkeit
eine maximale Präsenzzeit von 7
8 Stunden zu leisten vermöge und dass dabei ein vermehrter Zeitbedarf und ein leicht ver
mehrter Pausenbedarf gegeben sei, womit sich die Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein 100%-Pen
sum auf 80
%
belaufe (
Urk.
7/321
/
11-
12).
Als Zeitpunkt des Be
ginnes der m
assgeblichen Einschränkungen
nannten sie denjenigen der
letzte
n
Anmeldung vom August 2014 (
Urk.
7/321/12).
9.2.2
Gemäss der Begründung in der Gesamtbeurteilung (
Urk.
7/321/11+12) basieren d
ie
attestierten
Limitierungen in qualitativer und zeitlicher Hinsicht
a
uf den Beur
teilungen aus neurologischer und aus psychiatrischer Sicht.
Dabei
werden den
Diagnosen der Multiplen Sklerose und der rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig leichter Episode (ICD-10 F33.0)
Auswirkungen auf die
Arbeits
fähigkeit zugebilligt.
Der Neur
o
loge
Dr.
AJ._
__
ging davon aus, dass der Beschwerdeführer
die bisherige Tätigkeit sowie
eine
angepasste
sitzende
und
intellektuell einfache Tätigkeit vollzeitlich, aber mit erhöhtem Zeitbedarf ver
richten könne, und bezifferte dementsprechend die Arbeitsfähigkeit
auf 80
%
, mit
Beginn dieser Einschränkung
im
Untersuchungszeitpunkt vom Juli 2018 (
Urk.
7/321
/65). Des Weiteren
erachtete der Psychiater
Dr.
AL.___
den Beschwer
de
führer
in qualitativer Hinsicht
für sämtliche
körperlich angepassten Tätigkeiten als arbeitsfähig, limitierte
dabei die Präsenzzeit auf 7-8 Stunden,
attestierte dem Beschwerdeführer zusätzlich ein leicht eingeschränktes Rendement aufgrund der erhöhten Ermüdbarkeit durch die Depression und gelangte auf diese Weise zu einer 80%igen Arbeitsfähigkeit, deren Beginn er auf den Zeitpunkt im Jahr 2014 ansetzte, als ihm
nach den Akten aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähig
keit attestiert worden sei (
Urk.
7/321/57).
Die Gesamtbeurteilung entspricht
in qualitativer Hinsicht der Beurteilung des Neurologen
Dr.
AJ._
__
, der eine vorwiegend sitzende Tätigkeit empfahl, und deckt sich in zeitlicher Hinsicht mit
den attestierten Einschränkungen aus psychiatrischer Sicht, die in Bezug auf die etwas erniedrigten Präsenzzeiten und in Bezug auf den früheren Einschränkungsbeginn weiter gehen als die Einschrän
kungen aus neurologischer Sicht.
Zu einer höheren Bemessung der Gesamtein
schränkung sahen sich die Gutachter hingegen nicht veranlasst und begründeten dies damit, dass
sich
die Leistungseinbussen seitens der beiden Fachrichtungen nicht addierten, da die gleichen Zeitabschnitte für Pausen und Erholung genutzt werden könnten und die gleiche Symptomatik betroffen und dadurch nicht scharf trennbar sei (
Urk.
7/321/12). Des Weiteren hielten die Gutach
t
er fest, dass aus orthopädischer, ophthalmologischer und allgemeininternistischer Sicht keine Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit hätten gestellt werden können und dass aufgrund der nicht validen Testresultate aus neuropsychologischer Sicht keine Aussagen zur Arbeitsfähigkeit gemacht werden könnten (
Urk.
7/321/11).
9.3
9.3.1
Vorab ist festzuhalten, dass im Januar 2008 bereits die Gutachter der MEDAS
C.___
den Beschwerdeführer für körperlich belastende im Sinne von beid
händig zu verrichtenden Tätigkeiten nicht m
ehr als arbeitsfähig beurteilt
hatten
und ihm dementsprechend die zuletzt ausg
eübte Arbeit als Gastronomie
mitar
beiter,
die häufiges Abwaschen umfasst
und auch das Heb
en schwerer
Küchen
geräte verlangt hatte
(vgl.
Urk.
7/25/10 sowie
das Arbeitsprofil im Frage
bogen Arbeitgebende,
Urk.
7/11/7),
nicht mehr zugemutet hatten
(Urk.
7/25/16-17
).
Auch wenn sich in der Folge die Einschätzung, dass der Beschwerdeführer die linke Hand kaum mehr einzusetzen in der Lage sei, nach dem bereits Ausgeführten als zu pessimistisch erwies und die psychiatrische Diagnose der dissoziativen
Störung in den Hintergrund trat
, ist davon auszugehen, dass Tätigkeiten der Art, wie der
Beschwerdeführer sie als Gastronomie
mitarbeiter
bei der
Y.___
verrichtet hatte,
auch
in den Folgejahren bis zur Begutachtung durch die
AA.___
und das
AG.___
gesundheitlich nicht mehr in Betracht kamen. Dies gilt umso mehr, als die
später angenommene Arbeit als Pizzakurier keinen beidhändigen
Kraftaufwand
erfor
derte, der vergleichbar mit demjenigen gewesen wäre,
der
für das
Heben und Reinige
n schwerer Küchen
geräte erbracht
werden musste.
Im Übrigen leuchtet jedoch ein, dass die Gutachter des
AG.___
dem Beschwerdeführer
erst ab der neuen Anmeldung vom August 2014
,
als die ersten Symptome der Multiplen Sklerose manifest wurden und
er
sich nachfolgend in die psychiatrische Behandlung des Zentrums
S.___
begab,
dauerhaft beste
hende zusätzliche Einschränkungen attestierten
. Wohl war der Beschwerdeführer
aufgrund der Fussverletzung, die er im Dezember 2013 erlitten hatte, bereits in de
r
Zeit
davor während einiger Monate arbeitsunfähig gewesen (vgl. hierzu das Unfalldossier der Basler,
Urk.
7/86/1-49);
gemäss dem Bericht der
Klinik N.___
vom 3
0.
September 2014 (Urk. 7/111/1
2) hatten sich bei der letzten Kon
sultation vom 2
4.
Juni 2014 jedoch stabilisierte Verhältnisse gezeigt und eine Arbeitsunfähigkeit war,
wie bereits dargelegt (vorstehend E.
6.2)
,
erst wieder für den Fall einer erneuten Operation postuliert worden. Die
vorübergehend höheren
Einschränkungen
aufgrund der Fussverletzung sind daher
für
den frühestens ab Februar 2015 (vorstehend E. 3) in Betracht kommenden Rentenanspruch nicht relevant.
9.3.2
Grundsätzlich e
inleuchtend ist
des Weiteren
auch d
as qualitative Zumutbar
keits
profil einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit ab August 201
4.
Die Begründung für dieses Profil ergibt sich zwar
nicht unmittelbar aus den Ausführungen der Gut
achter. Vielmehr fällt auf, dass der Neurologe
Dr.
AJ._
__
und ihm folgend die Verfasser der Gesamtbeurteilung den Beschwerdeführer für die bisherige Tätigkeit als Pizzakurier in gleichem Mass als arbeitsfähig erachteten wie für
die von ihnen als angepasst bezeichneten
vorwiegend sitzend zu verrichtende
n
Tätig
keiten (vgl.
Urk.
7/321/65 und
Urk.
7/321/11-12).
Nach dem
bereits Ausgeführten
muss
allerdings
davon ausgegangen werden, dass die Funktionsfähigkeit des Bewegungsappar
a
tes
ab
August 2014
durch die sich teilweise überschneidenden
und teilweise ablösenden
Symptome der dissoziativen Bewegungsstörung und der Multiplen Sklerose
beeinträchtigt war, wenn auch nicht im Ausmass, wie es vom Besc
hwerdeführer präsentiert wurde.
Dies spricht für die Empfehlung vorwiegend sitzender Tätigkeiten und lässt die
Tätigkeit al
s Pizzakurier,
mit deren Profil sich die Gutachter nicht näher auseinandersetzten,
die
jedoch
bekanntermassen
mit ständigem Ein- und Aussteigen aus dem Lieferwagen und
vielen Gehstrecken
verbunden ist, als
ungeei
gnet erscheinen.
9.3.3
Ebenfalls n
achvollziehbar ist die
Bemessung der Einschränkung der Leistungs
fähigkeit auf 20
%
, bestehend in einer leicht
verminderten Präsenzzeit, einem etwas erhöhten Zeitbedarf und einem
gewissen zusätzlichen Pausenbe
darf
.
Soweit
der Beschwerdeführer sich durch den Symptomenkomplex im Rahmen der Multiplen Sklerose und der damit verquickten psychischen Symptomatik als höher eingeschränkt erachtete
(
Urk.
1 S. 12-15)
, so ist
vorab auf die vorstehend beschriebenen
Inkonsistenzen hinzuweisen, die
i
m Rahmen
sowohl
der körper
li
chen Untersuchungen als auch der neuropsychologischen Abklärungen beobach
tet werden konnten
und denen die Gutachter mit eingehender Diskussion der massgebenden Kriterien der Rechtsprechung Rechnung trugen. Wie schon gesagt, ist es daher der Beschwerdeführer, der
die Folgen dafür zu tragen hat, dass all
fällige tatsächliche Beeinträchtigungen nicht zuverlässig festgestellt werden konnten.
Und soweit der Beschwerdeführer
vorbringen
liess
(vgl.
Urk.
1 S. 13)
, dass der behandelnde Psychiater des Zentrums
S.___
in seinen Berichten die gegenwärtige Episode der rezidivierenden depressiven Stö
rung
jeweils
als mittelschwer eingestuft habe (vgl.
Urk.
7/138/1,
Urk.
7/259/6,
Urk.
7/261/2,
Urk.
7/315/6,
Urk.
7/327/2), so ist auf die Schwankungen hinzu
weisen, welche diagnose
spezifisch für
eine rezidivierende depre
ssive Störung sind
und aufgrund welcher beispielsweise zur Zeit der Begutachtung durch
Dr.
AE.___
der
AA.___
gar
keine massgebliche depressive Symptomatik erkennbar war.
D
iesen Schwankungen
trug
Dr.
AL.___
des
AG.___
durchaus Rec
hnung
bei der Be
messung der Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit, zumal
im Falle
eine
r
durchgehend leichte
n
Depressivität
nicht ohne Weiteres namhafte
Einschrän
kun
gen in der Verrichtung der übli
chen Aktivitäten zu erwarten wären
(vgl. ICD-10 F32.0).
Grundsätzlich plausibel i
st fern
er auch die Begründung
, mit
der
die Gesamt
gutachter des
AG.___
die attestierten Einschränkungen
in der Leistungsfähigkeit
von je 20
%
aus neurologischer und aus psychiatrischer Sicht nicht addierten
. Diese würden
sich
vielmehr ergänz
en und der vermehrte Pausen- und Erholungsbedarf
sei
beiden
,
nicht scharf trennbaren
Beschwerdebildern geschuldet
(
Urk.
7/321
/12)
.
Dies gilt umso mehr, als die Gutachter den gesundheitlichen Beeinträchtigungen zusätzlich in qualitativer Hinsicht, mit einem entsprechend angepassten Zumut
b
arkeitsprofil, Rechnung trugen. Keiner weiteren Anpassung des Profils bedarf bis zum Zeitpunkt der Begutachtung die Blasenfunktionsstörung. Denn gemäss den Berichten des
Kontinenzzentrums
J.___
über die Konsultationen bis zum Frühjahr 2019 bestand die Problematik hauptsächlich in Schwierigkeiten, die Blase zu entleeren (
Urk.
7/203,
Urk.
7/248
,
Urk.
7/284/5-6,
Urk.
7/286,
Urk.
7/315/5 und
Urk.
7/336); erst anlässlich der
Konsultation vom April
2020
berichtete
der Beschwerdeführer
auch über
Episoden der Harninkontinenz (
Urk.
21). Und soweit der Beschwerdeführer bereits im August 2016 eine gele
gentliche Fäkalinkontinenz erwähnt hatte (vgl.
Urk.
7/248), so wurde diese Prob
lematik zwar in den späteren Berichten des
Kontinenzzentrums
der
J.___
wieder aufgeführt
, ohne
dass
sie jedoch Gegenstand von Untersuchungen und Behand
lungen beziehungsweise einer Überweisung gewesen wäre. Auch seitens einer
all
fälligen Fäkalinkontinenz sind somit
neben dem bereits berücksichtigten erhöh
ten Pausenbedarf
keine relevanten zusätzlichen Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit erkennbar.
Bereits dargetan wurde
schliesslich
, dass der Beschwerdeführer
in der Zeit ab der A
nmeldung vom August 2014 bis
zur Begutachtung durch das
AG.___
aus ortho
pädisch/rheumatologischer Sicht
in der Verrichtung angepasster leichter Arbeiten
nicht beeinträc
htigt war, dass auch keine Beeinträchtigung des Sehvermögens, welche die Ausführung solche
r Arbeiten beeinträchtigt hätte
, nachgewiesen war und dass keine internistischen Diagnosen mit entsprechenden Auswirkungen be
standen.
9.4
Damit kann
für die Zeit ab der neuen Anmeldung vom August 2014 bis zur Erstellung des Gutachtens vom Oktober 2018 durch das
AG.___
auf die Arbeits
fähig
keitsbeurteilung i
n diesem
Gutac
hten
abgestellt werden.
Demgegenüber hatten sich die behandelnden medizinischen Fachpersonen mit den von den Gutachtern beobachteten
Inkonsistenzen
nicht näher
auseinander
zusetzen, weshalb auf deren höhere Bemessung der Arbeits
un
fähigkeit nicht ab
gestellt werden kann.
Umgekehrt trägt die Beurteilung im Gutachten der
AA._
__
, wonach der Beschwerdeführer in angepassten, ebenfalls als überwiegend sitzend qualifizierten Tätigkeiten nicht als eingeschränkt zu erachten sei (neurologisch:
Urk.
7/224/59, psychiatrisch:
Urk.
7/224/67, gesamthaf
t: Urk.
7/224/77-78)
,
der damals schon dokumentiert
en
und bis zu einem gewissen Grad objektivierbar gewesenen Symptomatik zu wenig Rechnung. Dies gilt namentlich für die Ein
schränkungen
von Seiten der Depression, deren schwankende
n
Ausprägungsgrad der Psychiater
Dr.
AE.___
der
AA._
__
nicht berücksichtigte
.
9.5
Was die Zeit nach der Begutachtung durch das
AG.___
bis zum Erlass der ange
fochtenen Verfügung vom
2.
September 2019 anbelangt, so sind den
aktuellen
Berichten
des Zentrums
S.___
, des
Zentrum
s
P.___
, des Stadtspitals
M.___
, der Augenärztin
Dr.
T.___
und des
Konti
n
enzzentrums
der
J.___
, die
der Beschwerdeführer bis dahin beibringen liess (
Urk.
7/327,
Urk.
7/328,
Urk.
7/333,
Urk.
7/334 und
Urk.
7/336), keine Hinweise auf massgeb
liche gesundheitliche Veränderungen zu entnehmen. Insbesondere
war
der Be
schwer
deführer zwar
im
März 2019
wegen eines erneute
n Schub
e
s der Multiplen Sklerose während einiger Tage im Stadtspital
M.___
hospitalisiert, die Magnet
re
so
nanztomographie zeigte jedoch stationäre Befunde im Vergleich zur Voru
nter
suchung vom Januar 2018, und
das Spital konstatierte eine
Regredienz
der Symp
tomatik während des Aufenthaltes und bezeichnet
e
den Verlauf als insgesamt erfreulich und stabil (
Urk.
7/333/2).
10
.
10.1
Damit ist
zu prüfen, ob und in welchem Umfang der Beschwerdeführer aufgrund der dargelegten, durch die Gutachter des
AG.___
festgelegten Einschränkungen in der
Arbeitsfähigkeit eine Einkommenseinbusse erleidet.
10.2
In Fällen, in denen
für die bisherige Tätigkeit
bereits
eine Arbeitsunfähigkeit von erheblicher Dauer un
d Ausprägung besteht
,
in angepassten Tätigkeiten
hingegen
bislang
ein rentenausschliessendes Einkommen erzielt werden
konnte bezie
hungs
weise hätte erzielt werden können
,
entsteht der Rentenanspruch
im Falle einer
gesundheitlichen Verschlechterung
rechtsprechungsgemäss
unmittelbar dann, wenn
die Invalidität
mindestens 40
%
beträgt
, dies
unter Vorbehalt von
Art.
29
Abs.
1 IVG
(Urteil des Bundesgerichts 9C_878/2017 vom 1
9.
Februar 2018 E. 5.3
mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
9C_412/2017 vom
5.
Oktober 2017 E. 4.3).
Wie dargelegt (vorstehend E. 9.3.1)
,
ist der Beschwerdeführer seit dem Unfall vom Februar 2006 als durchgehend arbeitsunfähig zu beurteilen für die damalige Tätigkeit als
Gastronomie
mitarbeiter
bei der
Y.___
, die er in der Folge
per Ende
Mai 2007
unfallbedingt verloren hatte
(vgl.
das Kündigungsschreiben in Urk.
7/11
/10)
. Das Wartejahr im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG war somit gestützt auf die dargelegte Rechtsprechung längst abgelaufen, als er sich im August 2014 erneut zum Renten
bezug anmeldete, und war
entgegen der An
nahme
der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
7/337/12) nicht neu zu bestehen. Bei entsprechender Erwerbseinbusse wäre daher ein Rentenanspruch
unter Berück
sichtigung von
Art.
29
Abs.
1 IVG
bereits ab Februar und nicht erst ab August 2015
gegeben.
10.3
Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in der Regel an den
zuletzt erzielten
Lohn vor Eintritt des Ge
sundheitsschadens anzuknüpfen,
weil
es der Erfahrung entspricht,
dass die bis
herige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre
(vgl. BGE 139 V 28 E. 3.3
.2).
Da der Beschwerdeführer nach dem Gesagten schon die Stelle bei
der
Y.___
gesundheitsbedingt hatte aufgeben müssen, ist das Validenein
kommen
e
ntgegen den Berechnungen der Beschwerdegegnerin
im Hinblick auf den Vorbe
scheid vom 2
7.
Juni 2016 (
Urk.
7/230) weder anhand seiner späteren Einkünfte als Pizzakurier noch anhand statistischer Angaben zu ermitteln, sondern es ist von den Einkünften auszugehen, die er im Rahmen sein
er Tätigkeit als Gastro
no
miemitarbeiter
bei der
Y.___
erzielt hatte.
Gemäss den Angaben der
Y.___
vom 2
2.
Mai 2007 im Fragebogen für Arbeit
gebende hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2007 bei guter Gesundheit einen
Monatslohn von
Fr.
3'674.-- beziehung
sweise einen Jahreslohn von Fr.
47'762.--
(13 x
Fr.
3
’
674.--) erzielt (
Urk.
7/11/5). Unter Berücksichtigung der Entwicklung der Löhne von Männern resultiert für das Jahr 2015, das Jahr des mutmasslichen Rentenbeginns, ein
Jahreslohn von
Fr.
51’939
.--
(Bundesamt für Statistik,
Ent
wick
lung der Nominallöhne, Männer
,
Index Basis 1939=100,
Tabelle 39
: Jahr 2007: 2047 Indexpunkte; Jahr 2015: 2226 Indexpunkte
).
10.4
Was das mutmassliche Invalideneinkommen betrifft, so
kommen für den Be
schwerdeführer, der lediglich die Grundschule durchlaufen hat und über keine Berufsausbildung verfügt (vgl.
Urk.
7/1/4),
nur Stellen in Betracht, für die es keiner Ausbildung bedarf, also Tätigkeiten aus dem
Stellenspektrum des Kompe
tenz
niveaus
1
(einfache Tätigkeite
n körperlicher oder handwerklicher Art) der
massgebenden Tabelle TA1_tirage_skill_level (monatlicher Bruttolohn [Zentral
wert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor)
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE; Ausgabe 201
4).
In diesem Spek
tru
m ist im Jahr 2014
für Männer ei
n Bruttomonatslohn von Fr.
5'312.
--
ange
geben (Lohn, über dem beziehungsweise unter dem sich 50 % aller Lohnangaben befinden [sogenannter Zentralwert], unter anteilsmässiger Berücksichtigung des 13. Monatslohnes und standardisiert auf 40 Wochenstunden). Umgerechnet auf die im Jahr 201
4
durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl. Bundesamt für Statistik - Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit, Tabelle T 03.02.03.01.04.01) und unter Berücksichtigung der
Nominall
ohnentwicklung (
vgl. di
e
zitierte Tabelle T 3
9
;
Jahr
2014: 2220 Indexpunkte,
Jahr
2015: 2226 Indexpunkte
) ergibt sich für das Jahr 2015
bei voller Leistungsfähigkeit ein Jahreslohn von
Fr.
66'6
33
.--
.
Dieser Ausgangswert ist aufgrund der attestierten 20%igen Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten vorab um diesen Prozentsatz zu reduzieren, woraus ein Jahreslohn von
Fr.
53'
306
.-- resultiert.
Dieser auf einer reduzierten Leistungsfähigkeit basierende Tabellen-Jahreslohn von
Fr.
53'306
.-- ist immer noch höher als der Lohn von
Fr.
51’939
.--, den der Beschwerdeführer im Jahr 2015 erzielt hätte, wenn er seine Vollzeitstelle bei der
Y.___
beibehalten hätte. Eine Herabsetzung des Tabellenlohns aus diesem Grund
ist jedoch nicht gerechtfertigt. Zwar ist nach der Rechtsprechung
durch die so
genannte Parallelisierung der Vergleichseinkünfte sicherzustellen, dass eine ver
sicherte Person, die schon als Gesunde ein unterdurchschnittliches Einkommen erzielt hat, beim Einkommensvergleich nicht benach
teiligt wird. Die
Unterdurch
schnittlichkeit
bezieht sich jedoch auf den Ve
rgleich mit dem branchenspezi
fischen
Lohn und nicht auf den Vergleich mit den Löhnen sämtlicher Branchen
(vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2)
. Dieser branchenübliche Lohn belief sich
im Jahr 2014
für Männer
im Bereich «Gastgewerbe/Beherb
erg
ung u. Gastronomie» (Ziffern 55-56
der zitierten Tabelle
TA1_tirage_skill_level) auf Fr.
4'035.--, was umgerechnet auf die Arbeitszeit von 42,4 Wochenstunden in dieser Branche (vgl. die Angabe zum Jahr 2014 in der zitierte
n
Tabelle T
03.02.03.01.04.01; vgl. BGE 141 V 1 E. 5.4 mit Hinweisen)
und angepasst an die Lohnentwicklung für das Jahr 2015
(vgl. oben T
39)
einen Jahresl
ohn von
Fr.
51'4
64
.--
ergibt. Der Jahreslohn von
Fr.
51’939
.--, den der Beschwerdeführer im Jahr 2015 bei der
Y.___
erzielt hätte, ist damit bezogen auf die Branche nicht unterdurch
schnitt
lich, weshalb die Rechtsprechung zur Parallelisierung von Validen- und Invali
deneinkommen nicht anwendbar ist.
10.5
Rechtsprechungsgemäss ist
hingegen
durch eine Herabsetzung des tabellarisch ermittelten Lohnes u
m maximal 25
%
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen auch bei der Verrichtung einer an sich angepassten Tätigkeit in gewissem Masse eingeschränkt und dadurch erfahrungs
gemäss gegenüber voll leistungsfähigen Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind; darüber hinaus dient eine solche Reduktion der Berücksichtigung von weiteren persönlichen und beruflichen Merkmalen, die sich auf die Lohnhöhe auswirken können, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen
).
Selbst beim maximal möglichen Abzug von 25
%
würde
immer noch ein Inva
liden-Jahreslohn von
Fr.
39'98
0
.--
resultieren
(
Fr.
53’306
.-- abzüglich 25
%
)
, wes
halb
offen bleiben
kann, ob ein Abzug beim Beschwerdeführer gerechtfertigt wäre.
Dieser Invaliden-Jahreslohn führt verglichen mit dem Validen-Jahreslohn von Fr.
51’939
.--
erst zu einer
gesundheitsbedingte
n
Erwerbseinbusse von
ge
rund
et
23
%
, womit der Mindestinvaliditätsgrad von 40
%
für den Anspruch auf eine Invalidenrente nicht erreicht ist.
Die
Besch
werde ist demnach abzuweisen.
11.
11.1
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für den unterliegenden Beschwerdeführer kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
20
0.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
9
00.-- festzusetzen, sie sind jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
11.2
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Aufstellung über seine Aufwen
dungen und Ausla
gen eingereicht. D
ie ihm zustehende Entschä
digung
ist daher
nach Ermessen auf
Fr.
4'400.--
(inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festzusetzen
.
11.3
Der Beschwerdeführer wird auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozial
versi
che
rungsgericht (GSVGer) hingewiesen, wonach er zur Nachzahlung der Ausla
gen für die
unentgeltliche Rechtspflege
verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
9
00
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse
genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer hingewiesen.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt
Dr.
Peter Stadler
, Zürich,
wird mit
Fr.
4’400
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer
) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Peter Stadler
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
FehrKobel