# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ba79e7e-1590-5309-955a-a5777c5a1917
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-04-28
**Language:** de
**Title:** Natur- und Heimatschutz. Unterschutzstellung eines Tulpenbaums.
**Docket/Reference:** BRGE II Nr. 0075/2020
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_ii_nr._0075-2020_vom_28._april_2020.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
2. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE II Nr. 

R2.2019.00136 
0075/2020 

Entscheid vom 28. April 2020 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Peter Rütimann, Baurichter Stefano Terzi, Baurichterin 
Sabine Ziegler, Gerichtsschreiber Daniel Schweikert     

in Sachen 

Rekurrierende 

M. D.-F. und H. F. D. […] 

vertreten durch […] 

gegen 

Rekursgegner 

1.  Gemeinderat X […] 

vertreten durch […] 

Mitbeteiligte 

2.  H. und M. H. […]  

vertreten durch […] 

3.  H. & Co. AG […]  

vertreten durch […] 

betreffend 

Gemeinderatsbeschluss  vom  20.  August  2019;  Unterschutzstellung  Tul-
penbaum, Kat.-Nr. […] 
______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 20. August 2019 stellte der Gemeinderat X den Tulpen-

baum  in  der  nördlichen  Ecke  des  Grundstücks  Kat.-Nr.  1  an  der  L.-

Strasse 1 als  Schutzobjekt  im Sinne von § 203  Abs.  1 lit.  f des Planungs- 

und Baugesetzes (PBG) unter Schutz (Dispositivziffer 1) und definierte den 

im  Grundbuch  anzumerkenden  Umfang  bzw.  die  Modalitäten  der  Unter-

schutzstellung (Dispositivziffer 2). 

B. 

Mit fristgerechter Eingabe vom 23. September 2019 gelangten M. D.-F. und 

H. F. D. an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragten: 

"1.  Es  sei  der  Beschluss  […]  des  Gemeinderats  X  vom  20. August  2019 
wegen  Verletzung des  rechtlichen  Gehörs  aufzuheben und  an die  Vo-
rinstanz  zurückzuweisen.  Eventualiter  sei  die  Verletzung  des  Gehörs-
anspruchs im Kostenpunkt zu berücksichtigen. 

 2.  Eventualiter zu Antrag Ziff. 1 sei der Beschluss […] des Gemeinderats 
X  vom  20.  August  2019  in  nachstehendem  Sinne  aufzuheben  und  zu 
ändern: 

a) Disp.-Ziff. 2.3 sei wie folgt zu formulieren: 

"Der  statisch  relevante  Wurzelbereich  des  Tulpenbaumes  weist  einen 
Durchmesser von 4.32 m, die Wurzelstockanhebung einen solchen von 
4  m  auf.  In  diesen  Bereichen  besteht  ein  besonderer  Schutz  und  darf 
nicht mit baulichen Massnahmen eingegriffen werden." 

b) Disp.-Ziff. 2.4 sei wie folgt zu formulieren: 

"Im Kronenbereich des Tulpenbaumes (Stand März 2019) dürfen keine 
neuen Bauten erstellt, Aushubarbeiten oder Terrainveränderungen vor-
genommen werden. Der Baum darf im Rahmen der Ausführung allfälli-
ger Neben-, Kleinbauten oder Umgebungsveränderungen nicht gefähr-
det werden." 

c) Disp.-Ziff. 2.6 sei vollumfänglich aufzuheben. 

Subeventualiter sei Disp.-Ziff. 2.6 wie folgt zu formulieren: 

"Die  Wurzelstockanhebung  des  geschützten  Tulpenbaumes  (Stand 
März 2019) auf den Grundstücken Kat.-Nrn. 1 und 2 darf grundsätzlich 

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nicht mit Personenwagen und schweren Fahrzeugen über 3.5 t befah-
ren  werden.  Seltene  Fahrten  zum  Grundstück  Kat.-Nr.  1,  wie  für  den 
Zubringerdienst oder Güterumschlag, sind allerdings gestattet." 

d) Disp.-Ziff. 2.7 sei vollumfänglich aufzuheben. 

3.  Es sei ein Augenschein durchzuführen. 

4.  Alles  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  (letzteres  zuzüglich 

MwSt.) zulasten des Rekursgegners." 

C. 

Mit  Verfügung  vom  25.  September  2019  wurde  der  Rekurseingang  vorge-

merkt und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

D. 

Mit  Rekursantwort  vom  10.  Oktober  2019  schloss  die  Vorinstanz  auf  Ab-

weisung  des  Rekurses,  soweit  darauf  eingetreten  wird;  unter  Kostenfolge 

zulasten der Rekurrierenden. 

E. 

In ihrer Vernehmlassung vom 24. Oktober 2019 beantragten die Mitbeteilig-

ten  2  die  Abweisung  des  Rekurses  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfol-

gen zulasten der Rekurrierenden. 

Die Mitbeteiligten 3 verzichteten stillschweigend auf Vernehmlassung. 

F. 

Mit Replik vom 2. Dezember 2019 hielten die Rekurrierenden an ihren An-

trägen fest; ebenso die Vorinstanz mit Duplik vom 8. Januar 2020. Die Mit-

beteiligten 2 beantragten mit Duplik vom 20. Dezember 2019 nunmehr die 

Abweisung  des  Rekurses,  soweit  darauf  eingetreten  werden  kann;  unter 

Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zuzüglich  Mehrwertsteuer  zulasten  der 

Rekurrierenden. 

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Seite 3 

 
 
 
G. 

In  den  Triplik-  und  Quadruplikschriften  vom  18.  Februar  2020  und  vom 

26. Februar 2020 hielten die Rekurrierenden und die Mitbeteiligten 2 an ih-

ren jeweiligen Anträgen fest. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die Rekurrierenden sind Eigentümer des Grundstücks Kat.-Nr. 1 respektive 

des darauf befindlichen Tulpenbaums und daher unstreitig rekurslegitimiert 

(§ 338a PBG). Weil auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, 

ist auf den Rekurs einzutreten. 

2.1. 

Es wird die Durchführung eines Augenscheins beantragt (vgl. § 7 des Ver-

waltungsrechtspflegegesetzes [VRG]). 

2.2. 

Nach  der  Rechtsprechung  des  Verwaltungsgerichts  können  die  bei  einem 

ordnungsgemäss  durchgeführten  Augenschein  gewonnenen  Kenntnisse 

der  Örtlichkeiten  auch  in  einem  späteren  Rechtsgang  verwendet  werden; 

ein  zweiter  Augenschein  vor  dem  Neuentscheid  ist  nicht  notwendig.  Dies 

setzt allerdings voraus, dass sich alle wesentlichen, anlässlich des Augen-

scheins  gewonnenen  Eindrücke  und  gemachten  Feststellungen  aus  den 

Akten ergeben (VB.2012.00652 vom 13. März 2013, Erw. 4.1). 

2.3. 

Vorliegend  handelt  es  sich  um  den  zweiten  Rechtsgang  in  derselben  Sa-

che. Mit Entscheid BRGE II Nrn. 0150-0151/2018 vom 11. Dezember 2018 

vereinigte das Baurekursgericht die von den Rekurrierenden und den heu-

tigen  Mitbeteiligten  2  erhobenen  und  unter  den  Geschäftsnummern 

R2.2018.00102 und R2.2018.00125 vorgemerkten Rekurse gegen den vo-

R2.2019.00136 

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rinstanzlichen  Beschluss  vom  26.  Juni  2018  betreffend  die  (erste)  Unter-

schutzstellung.  Das  Baurekursgericht  hiess  –  nachdem  sich  der  Sachver-

halt  in  Bezug  auf  den  genauen  Umfang  der  Unterschutzstellung  des  Tul-

penbaums  als  ungenügend  abgeklärt  erwies  –  die  Rekurse  gut  und  wies 

die Sache im Sinne der Erwägungen zur weiteren Untersuchung  und zum 

Neuentscheid  an  die  Vorinstanz  zurück.  Beim  hier  angefochtenen  Be-

schluss vom 20. August 2019 handelt es sich um diesen Neuentscheid. 

Bereits  in  den  Verfahren  G.-Nrn.  R2.2018.00120  und  R2.2018.00125  ging 

es um die auch im zweiten Rechtsgang wiederum strittigen Modalitäten und 

den Umfang der Unterschutzstellung wie namentlich den Bereich der Wur-

zelstockanhebung, den statisch relevanten Wurzelbereich und den Kronen-

bereich.  Die  grundsätzliche  Schutzwürdigkeit  des  Tulpenbaums  blieb  und 

bleibt  unbestritten.  In  jenen  Verfahren  wurde  am  12.  November  2018  ein 

Referentenaugenschein  durchgeführt,  von  welchem  ein  detailliertes  Proto-

koll samt zahlreicher Fotos erstellt wurde. Die Akten wurden in das hiesige 

Verfahren beigezogen, was den Parteien mit Verfügung vom 12. November 

2019 angezeigt wurde (act. 19 und act. 20). Der Referent, der den Augen-

schein seinerzeit durchgeführt hat, ist im hiesigen Verfahren derselbe; ab-

gesehen  von  der  seinerzeitigen  Gerichtsschreiberin  bleibt  auch  die  übrige 

Gerichtsbesetzung unverändert. 

2.4. 

Die Voraussetzungen für den Verzicht auf einen zweiten Augenschein sind 

nach  dem  Ausgeführten  erfüllt;  dies  namentlich  auch  im  Lichte  des  Um-

standes, dass der erste Augenschein erst vor rund eineinhalb Jahren statt-

fand. Demgemäss war kein zweiter Augenschein durchzuführen. 

3. 

Gegenstand  des  Rekursverfahrens  kann  nur  sein,  was  auch  Gegenstand 

des angefochtenen Beschlusses war bzw. hätte sein müssen. Dementspre-

chend  ist  auf  die  rekurrentischen  Ausführungen,  soweit  diese  die  Verein-

barkeit des im Bau befindlichen Bauvorhabens der Mitbeteiligten 2 auf de-

ren  Grundstück  Kat.-Nr.  1  mit  dem  Schutz  des  Tulpenbaums  beschlagen, 

nicht  weiter  einzugehen.  Die  entsprechenden  Einwände  wurden  letztin-

stanzlich abschliessend geklärt (BGr 1C_129/2019 vom 11. Juli 2019 und – 

auf  Revisionsgesuch  der  Rekurrierenden  hin  –  BGr  1F_44/2019  vom 

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Seite 5 

 
 
9. September  2019;  www.bger.ch).  Gegenstand  eines  separaten  –  und 

nicht  des  hiesigen  –  Verfahrens  vor  Baurekursgericht  ist  im  Weiteren  die 

Inanspruchnahme  des  rekurrentischen  Grundstücks  für  die  besagten  Bau-

arbeiten 

im  Rahmen  des  Hammerschlagrechts 

(Verfahren  G.-

Nr. R2.2019.00196).  Der  rekurrentischerseits  beantragte  Aktenbeizug  aus 

diesen Verfahren entfällt mangels Relevanz. 

4.1. 

Die Rekurrierenden rügen als erstes eine Verletzung ihres rechtlichen Ge-

hörs  im  Sinne  von  Art.  29  Abs.  2  der  Bundesverfassung  (BV).  Der  Vo-

rinstanz seien gewichtige Verfahrensfehler unterlaufen. Zunächst fehle dem 

angefochtenen  Beschluss  eine  Rechtsmittelbelehrung.  Weiter  existierten 

von dem von der Vorinstanz unzulässigerweise allein mit den Rechtsvertre-

tern der Parteien und den Baumexperten bzw.  -gutachtern durchgeführten 

"Runden  Tisch"  und  Augenschein  vom  3.  April  2019  keine  Protokolle.  Die 

Ausführungen in Erwägung 2.2 des angefochtenen Beschlusses seien des-

halb aus dem Recht zu weisen. Die im angefochtenen Beschluss statuier-

ten Verschärfungen (im Vergleich zur ersten Unterschutzstellung) entbehr-

ten einer Faktengrundlage respektive neuer Erkenntnisse; das gelte für den 

neu  festgesetzten  statisch  relevanten  Wurzelbereich  samt  dem  entspre-

chenden  absoluten  Befahrungsverbot  ebenso  wie  für  die  erstmals  ange-

ordnete  Pflicht  zur  Ersatzpflanzung  im  Falle  des  Abgangs  des  Tulpen-

baums.  Beides  führe  zu  Einschränkungen  der  Eigentumsfreiheit,  die  einer 

materiellen  Enteignung  gleichkämen.  Das  Abstützen  des  Beschlusses  auf 

angebliche Aussagen am "Runden Tisch" sei nachgerade willkürlich. 

4.2. 

Zunächst führte das Fehlen einer Rechtsmittelbelehrung im angefochtenen 
Beschluss  angesichts  des  von  den  rechtsanwaltlich  vertretenen  Rekurrie-

renden fristgerecht erhobenen Rekurses offenkundig zu keiner Gehörsver-

letzung. Im Übrigen wurde immerhin in der amtlichen Publikation im Amts-

blatt vom 30. August 2019 auf das zu erhebende Rechtsmittel hingewiesen. 

Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich zwar grundsätzlich ei-

ne  behördliche  Dokumentations-  bzw.  Aktenführungspflicht  bezüglich  ent-

scheidrelevanter  Sachverhaltsabklärungen  (Kaspar  Plüss,  in:  Kommentar 

VRG,  3.  Aufl.,  Zürich/Basel/Genf  2014,  §  7  Rz.  40).  Das  kann  aber  –  wie 

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die  Rekurrierenden  selbst  erklären  –  nicht  auch  im  Falle  von  informellen 

Parteiverhandlungen,  Vergleichsgesprächen,  Mediationen  und  informellen 

Augenscheinen  gelten,  die  wie  vorliegend  gerade  der  einvernehmlichen 

Lösungsfindung  dienen  bzw.  hätten  dienen  sollen  und  offenbar  auch  aus 

diesem  Grunde  –  quasi  zwecks  "Entemotionalisierung"  der  Streitsache  – 

mit dem Einverständnis der Parteien allein in Anwesenheit der Baumexper-

ten  bzw.  -gutachter  und  den  Rechtsvertretern  (auch  jenem  der  Rekurrie-

renden)  durchgeführt  wurden.  Dass  in  Erwägungsziffer  2.2  des  angefoch-

tenen  Beschlusses  (auch)  auf  diese  Bemühungen  hingewiesen  wird,  tut 

dem  vorinstanzlichen  Entscheid  von  vornherein  keinen  Abbruch.  Die  we-

sentlichen  Erkenntnisse  der  informellen  Parteiverhandlung  samt  Augen-

schein  wurden  sodann  samt  Messergebnissen  im  angefochtenen  Be-

schluss ausführlich zusammengefasst. Das von den Rekurrierenden bean-

tragte  Aus-dem-Recht-Weisen  von  Erwägungen  des  angefochtenen  Be-

schlusses entfällt von vornherein, nachdem rechtsverbindlich im Grundsatz 

nur das Dispositiv ist und die Rekursinstanz über die Korrektheit einer vo-

rinstanzlichen  Anordnung  mittels  Urteil  und  nicht  mittels  Aus-dem-Recht-

Weisen der Anordnung oder gar von Erwägungen der Anordnung entschei-

det.  Willkürlich  ist  ein  Entscheid  gemäss  ständiger  Rechtsprechung  dann, 
wenn er im Ergebnis unhaltbar ist; wenn – beispielsweise – die Anordnung 
einer Ersatzpflanzungspflicht für den Fall des Abgangs eines unter Schutz 

gestellten Baumes  aus sachlichen  Gründen nicht  ansatzweise  begründbar 

ist  bzw.  wäre;  darauf  wird  (erst)  nachfolgend  bei  der  materiellrechtlichen 

Prüfung  der  Rügen  zurückzukommen  sein.  In  diesem  Sinne  ist  die  Rüge, 

der  angefochtene  Beschluss  stelle  in  willkürlicher  Weise  auf  vermeintliche 

oder tatsächlich getätigte Expertenaussagen am "Runden Tisch" (etwa des 

Experten W. zur besagten Ersatzpflanzungspflicht) ab, von vornherein nicht 

zielführend.  

Soweit  die  Rekurrierenden  in  diesem  Zusammenhang  sinngemäss  monie-

ren,  die  erstmalige  Anordnung  der  Ersatzpflanzungspflicht  und  die  Festle-

gung  eines  statisch  relevanten  Wurzelbereichs  samt  entsprechendem  Be-

fahrungsverbot  seien  nach  Massgabe  des  rekursinstanzlichen  Rückwei-

sungsentscheids in formeller Hinsicht unzulässig, ist dies unzutreffend. Ei-

ne Vorinstanz darf ihrem neuen Entscheid weitere Gesichtspunkte zugrun-

de  legen,  solange  sie  dabei  die  Vorgaben  des  Rückweisungsentscheids 

nicht  unterläuft 

(Alain  Griffel, 

in:  Kommentar  VRG,  3.  Aufl.,  Zü-

rich/Basel/Genf 2014, § 28 Rz. 42 mit weiteren Verweisen). Die Bindungs-

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wirkung  des  Rückweisungsentscheids  BRGE  II  Nrn.  0150-0151/2018  vom 

11. Dezember  2018  beschränkt  sich  betreffend  die  Rekurrierenden  auf 

(präziser)  zu  treffende  Sachverhaltsfeststellungen  mit  Bezug  auf  den 

Schutzumfang  des  Tulpenbaums  (Erw.  5.2).  Die  Rückweisung  erfolgte 
diesbezüglich  explizit  zum  Neuentscheid.  Dementsprechend  darf  dieser 
nunmehr vorliegende Neuentscheid ohne weiteres auch andere oder neue 

Schutzauflagen  bezüglich  des  Tulpenbaums  enthalten,  solange  sich  diese 

– was nachfolgend zu prüfen sein wird – als sachlich und rechtlich haltbar 

erweisen.  Der  Rückweisungsentscheid  des  Baurekursgerichts  wird  damit 

nicht unterlaufen. 

4.3. 

Die  nunmehr  relevanten  Vermassungen  (namentlich:  statisch  relevanter 

Wurzelbereich  und  Kronenbereich)  und  die  Gründe  für  die  von  der  Vo-

rinstanz angeordneten und von den Rekurrierenden angefochtenen Dispo-

sitivziffern 2.3, 2.4, 2.6 und 2.7 ergeben sich – soweit relevant – umfassend 

aus  den  Akten.  Im  Weiteren  wurde  der  Entwurf  des  angefochtenen  Be-

schlusses  den  Rekurrierenden  von  der  Vorinstanz  zwecks  Wahrung  des 

rechtlichen Gehörs vorgängig seines Erlasses zugestellt, was in Bezug auf 

Erwägungsziffer  2.2  einem  Protokoll  der  Parteiverhandlung  samt  dem  Au-

genschein  vom  3.  April  2019  gleichkommt.  In  ihrer  Stellungnahme  vom 

16. Juni  2019  äusserten  sich  die  Rekurrierenden  ausführlich  zu  den  dem 

Beschluss  zugrunde  liegenden  bzw.  gelegten  Überlegungen.  Selbst  wenn 

trotz  all  dieser  Vorkehrungen  eine  verbleibende  Gehörsverletzung  auszu-

machen  wäre,  gälte  sie  schliesslich  als  mit  dem  Rekursverfahren  geheilt, 

nachdem  sich  die  Rekurrierenden  vor  der  Rekursinstanz  umfassend  zu 

äussern  vermochten.  Das  Rekursverfahren  tritt  gemäss  der  Rechtspre-

chung  insoweit  quasi  an  die  Stelle  des  erstinstanzlichen  Verwaltungsver-

(vgl.  dazu  Marco  Donatsch, 

fahrens 
rich/Basel/Genf 2014, § 20 Rz. 19 mit weiteren Verweisen). 

in:  Kommentar  VRG,  Zü-

4.4. 

Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs gemäss Ziff. 1 der rekur-

rentischen  Anträge  ist  unbegründet.  Dementsprechend  entfällt  auch  der 

Eventualantrag  betreffend  Berücksichtigung  der  Gehörsverletzung  bei  der 

Auflage der Verfahrenskosten (§ 13 Abs. 2 VRG). 

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5. 

Bei sich auf § 203 Abs. 1 PBG stützenden  Schutzentscheiden kommt den 

kommunalen  und  kantonalen  Denkmalpflegebehörden  eine  gewisse  Ent-

scheidungsfreiheit  zu.  Diese  bezieht  sich  nebst  der  –  vorliegend  wie  er-

wähnt  im  Grundsatz  nicht  strittigen  –  Qualifikation  eines  Objekts  als 

Schutzobjekt auch auf den – vorliegend strittigen  – konkreten Umfang der 

Schutzmassnahmen. Insoweit hat sich die Rekursinstanz bei der Entschei-

düberprüfung  Zurückhaltung  aufzuerlegen.  Beruht  der  kommunale  Ent-

scheid auf einer vertretbaren Würdigung der massgebenden Umstände, so 

hat ihn die Rekursinstanz zu respektieren. Die Rekursinstanz darf nur dann 

einschreiten,  wenn  die  Behörde  ihren  Ermessensspielraum  überschreitet, 

indem sie sich von unsachlichen, dem Zweck der in Frage stehenden Re-

gelung fremden Erwägungen leiten lässt oder allgemeine Rechtsprinzipien, 

wie  das  Verbot  von  Willkür  oder  den  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit, 

verletzt.  Dabei  darf  sich  die  Rekursinstanz  jedoch  nicht  auf  eine  blosse 

Willkürprüfung beschränken, vielmehr muss die Eingriffsschwelle tiefer ge-

setzt  werden  (vgl.  BGE  145  I  52,  E.  3.6.,  mit  Hinweisen).  Die  Entschei-

dungsfreiheit der Denkmalpflegebehörde ist stets gegen den Anspruch auf 

wirksamen  Rechtsschutz  abzuwägen  (Art.  77  der  Kantonsverfassung  [KV] 

und Art. 29a BV; Donatsch, § 20 Rz. 64 ff.), zumal Schutzmassnahmen in 

der Regel einen schweren Eingriff in das Grundeigentum bilden. 

Im  Übrigen  besteht  in  der  Regel  keine  Kognitionseinschränkung.  Der  Re-

kursinstanz steht eine freie Würdigung der örtlichen Verhältnisse zu, soweit 

ihr  diese  –  wie  vorliegend  aufgrund  des  am  12. November  2018  durchge-

führten Augenscheins – hinreichend bekannt sind. 

6.1. 
Gemäss Dispositivziffer 2.3 wird der absolute Schutzbereich (statisch rele-

vanter  Wurzelbereich)  des  Tulpenbaumes  mit  einem  Durchmesser  von 

7,6 m definiert und betrifft die Grundstücke Kat.-Nrn. 1, 2 und 3 (vgl. – auch 

zum Nachfolgenden – act. 12.2 [Plan vom 20. März 2019 in der Version V4, 

Radius  von  3,8  m  um  den  Baummittelpunkt]).  Der  statisch  relevante  Wur-

zelbereich wurde mit einem Fahrverbot für Personenwagen und schwerere 

Fahrzeuge belegt (Dispositivziffer 2.6). 

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Seite 9 

 
 
6.2. 

Die  Rekurrierenden  beantragen  wie  einleitend  unter  Buchstabe  B  erwähnt 

die  Festlegung  eines  Durchmessers  des  statisch  relevanten  Wurzelbe-

reichs von nur 4,32 m und innerhalb desselben die zusätzliche Festlegung 

eines Durchmessers der Wurzelstockanhebung von nur 4 m. Das in Dispo-

sitivziffer  2.6  angeordnete  Fahrverbot  soll  aufgehoben  werden,  sich  aber 

zumindest nur auf den Bereich der flächenkleineren Wurzelstockanhebung 

beziehen  und  überdies  auch  dann  nicht  absolut  formuliert  werden,  indem 

"seltene"  Fahrten  zum  rekurrentischen  Grundstück,  wie  für  den  Zubringer-

dienst oder den Güterumschlag, gestattet bleiben sollen. 

6.3. 

Mit dem statisch relevanten Wurzelbereich soll ein Bereich festgelegt wer-

den, in welchem eine Verletzung des Baums unmittelbar Auswirkungen auf 

seine  Statik  hat.  Unter  Baumexperten  gilt  als  Faustregel  –  insoweit  unbe-

stritten  –  der  1,5-fache  Stammdurchmesser.  Der  so  errechnete  Wert  wird 
als  Radius  am  Stamm  angesetzt  und  dergestalt  zum  Stammdurchmesser 
hinzugerechnet. 

Zunächst ist festzuhalten, dass angesichts des Umstandes, dass der Baum 

(und damit auch sein Wurzelwerk) noch immer wächst, eine gewisse Pau-

schalisierung bzw. Schematisierung bei der Festlegung eines statisch rele-

vanten  Wurzelbereichs  unumgänglich  ist.  Die  Festlegung  eines  solchen 

statisch  relevanten  Wurzelbereichs  erscheint  grundsätzlich  als  geeignete 

Massnahme zum langfristigen Schutz der absolut lebensnotwendigen Wur-

zeln und damit auch des Baums als solchem (die Rekurrierenden erklären 

selbst, der statisch relevante Wurzelbereich diene der Definition desjenigen 

mindesterforderlichen Wurzelbereichs, welcher den Baum einen Orkan mit 

einer Windstärke von 117 km/h noch sicher überstehen lasse). Die Festle-
gung  darf,  um  den  Baumschutz  nicht  nur  im  Moment  zu  gewährleisten, 

sondern  auch  noch  solange,  als  der  Baum  (und  damit  auch  das  Wurzel-

werk)  weiterwächst,  ermessensweise  tendenziell  eher  etwas  zu  gross  als 

zu klein ausfallen. 

Baumexperte  W.  mass  den  Stammradius  oberhalb  der  Wurzelanläufe  mit 
0,96  m,  was  die  Vorinstanz  verifizierte  und  nach  Massgabe  des  Augen-

scheins vom 12. November 2018 angesichts des mächtigen Baumstamms 

samt den in alle Richtungen ausufernden Wurzeln im Bodenbereich durch-

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Seite 10 

 
 
aus  plausibel  erscheint.  Darin  liegt  kein  offenkundiger  Widerspruch  zum 

Satz  "Der  Tulpenbaum  besitzt  einen  Stammdurchmesser  von  130  cm"  im 

Gartengutachten  O.  vom  24.  Juli  2017  (S.  10),  weil  in  jener  Textstelle  die 

Höhe der Messung nicht genannt wird (sie dürfte an einer schmäleren Stel-
le  des  Baumes  –  deutlich  über  dem  tiefliegenden  Bereich  oberhalb  der 
Wurzelanläufe – vorgenommen worden sein). Ausgehend vom Stammradi-
us oberhalb der Wurzelanläufe beträgt der statisch relevante Wurzelbereich 

2,88 m (1,5 x [2 x 0,96 m]). Angesetzt an den 0,96 m-Radius ergibt sich ein 

Radius von 3,84 m (2,88 m plus 0,96 m) ab Stammmitte, gerundet 3,8 m, 

und damit der im Beschluss festgehaltene Durchmesser von 7,6 m. Die Be-

rechnung  ist  nachvollziehbar  und  liegt  jedenfalls  im  geschützten  Ermes-

sensbereich  der  Vorinstanz.  Bereits  von  der  Methode  her  handelt  es  sich 

um eine grobe Annährung, zumal in der dendrologischen Literatur auch an-

dere  Methoden  zur  Definition  des  statisch  relevanten  Wurzelbereichs  vor-

geschlagen werden. Beispielsweise wird auch mit dem zwei- bis dreifachen 

Stammdurchmesser  (auf  einem  Meter  Höhe)  gerechnet.  Damit  käme  man 

vorliegend  –  wie  die  Mitbeteiligten  2  zu  Recht  einwerfen  –  bei  einem 

Stammradius auf 1 m Höhe von 0,54 m zu einem ganz ähnlichen Resultat 

wie bei der von der Vorinstanz verwendeten Formel mit  dem oberhalb der 

Wurzelanläufe  gemessenen  Ausgangswert  von  0,96  m  Radius  (vgl.  auch 

Fussnote  1  auf  Seite  5  des  angefochtenen  Beschlusses).  Letztlich  dürfte 

jeder  Baum  seinen  spezifisch  eigenen,  statisch  relevanten  Wurzelbereich 

haben. Ein über eine fachmännisch begründbare, näherungsweise Berech-

nung hinausgehendes Abklären bzw. ein eigentlicher Test, wo der statisch 

relevante Wurzelbereich im Einzelfall genau beginnt bzw. endet, entfällt mit 

Blick auf den Sinn der Unterschutzstellung naturgemäss. 

6.4. 

Wie erwähnt erscheint die Festlegung eines statisch relevanten Wurzelbe-
reichs durchaus als taugliche Massnahme zur Sicherstellung des langfristi-

gen  Erhalts  des  mächtigen  Tulpenbaums,  nämlich  um  seine  Sturmwind- 

und Orkanbeständigkeit bis zu einer gewissen (selten erreichten) Windstär-

ke zu gewährleisten. Dass das endgültig errechnete Mass des statisch re-

levanten Wurzelbereichs ein grösseres ist als in einer zu Beginn der Abklä-

rungen  erstellten  Planversion,  spricht  nicht  von  vornherein  gegen  seine 

Plausibilität.  Dass  oberhalb  der  Wurzelanläufe  konkret  falsch  gemessen, 

mithin quasi das Messband falsch angesetzt wurde (und nicht nur, dass die 

Messung oberhalb der Wurzelanläufe unzulässig sei, welcher Einwand wie 

R2.2019.00136 

Seite 11 

 
 
erwähnt  zu  verwerfen  ist),  machen  die  Rekurrierenden  nicht  konkret  gel-

tend und erschiene angesichts der Anwesenheit von mehreren Baumexper-

ten  am  Augenschein  der  Vorinstanz  vom  4.  April  2019  auch  äusserst  un-

wahrscheinlich. 

Damit  besteht  kein  Anlass,  in  Dispositivziffer  2.3  des  angefochtenen  Be-

schlusses  betreffend  die  Festlegung  des  statisch  relevanten  Wurzelbe-

reichs  einzugreifen.  Auch  kann  der  vorliegend  speziellen  Situation  mit  der 

starken, aber ungleichmässigen – nicht vollends kreisförmigen – sichtbaren 

Wurzelstockanhebung  (vgl.  Fotos  Nrn.  2  und  3  des  Augenscheins  vom 

12. November 2018) Rechnung getragen werden (indem diese vom grösse-

ren Kreis des statisch relevanten Wurzelbereichs vollständig umfasst wird). 

6.5. 

Der Bereich der sichtbaren Wurzelstockanhebung wurde mit einem Radius 

von  3  m  definiert.  Auch  dies  scheint  namentlich  mit  Blick  auf  Foto  1  des 

Augenscheins  vom  12.  November  2018  nicht  unplausibel  (die  sichtbare 

Wurzelstockanhebung  reicht  bis  mindestens  zum  damals  installierten  Ab-

sperrgitter, welches in rund 3 m Entfernung vom Tulpenbaum stand). Damit 

ist der Durchmesser des statisch relevanten Wurzelbereichs nicht wesent-

lich grösser als der Durchmesser der (heute vorhandenen bzw. sichtbaren) 

Wurzelstockanhebung.  Im  Lichte  des  Umstandes,  dass  der  Baum  wie  er-

wähnt noch weiterwächst, dürfte sich auch die sichtbare Wurzelstockanhe-

bung  noch  weiter  ausdehnen  und  sich  die  beiden  Kreise  mitunter  zuneh-

mend, möglicherweise bis hin zur Deckungsgleichheit, annähern. 

6.6. 

Dass ein ernsthafter – angesichts des noch vorhandenen Wachstums des 

Tulpenbaums  respektive  seiner  Wurzeln  auch  umfassend  verstandener  – 
Schutz mit einem absoluten Fahrverbot für Personenwagen und schwerere 

Fahrzeuge  im  betreffenden  Bereich  einhergehen  soll,  ist  nachvollziehbar. 

Zutreffend ist zwar, dass im Gartengutachten O. vom 24. Juli 2017 ein ab-

solutes  Fahrverbot  nur  für  den  Bereich  der  sichtbaren  Wurzelstockanhe-

bung empfohlen wurde (S. 15). Indes wurde der statisch relevante Wurzel-

bereich ja auch erst später – im Sinne der entsprechenden Aufforderung im 

Rückweisungsentscheid  (Klärung  der  Begrifflichkeiten,  genaue  Massnah-

me) – erstmals und auch in Anwesenheit von Gutachter O. definiert. Nach 

Massgabe  vorstehender  Ausführungen  –  der  Radius  des  statisch  relevan-

R2.2019.00136 

Seite 12 

 
 
ten Wurzelbereichs ist nicht viel grösser als der Radius der sichtbaren Wur-

zelstockanhebung; der Tulpenbaum befindet sich noch im Wachstum, wes-

halb  sich  auch  der  Bereich  der  Wurzelstockanhebung  weiter  ausdehnen 

dürfte  –  liegt  es  im  pflichtgemässen  (und  namentlich:  vorausschauend) 

ausgeübten  Ermessen  der  Vorinstanz,  das  gutachterlich  anfänglich  vorge-

schlagene Fahrverbot etwas weiter zu fassen respektive damit den gesam-

ten  statisch  relevanten  Wurzelbereich  zu  beschlagen.  Selbst  im  Falle  der 

Reduktion auf den Bereich der sichtbaren Wurzelstockanhebung liesse sich 

das  vormals  vorhandene  Fahrwegrecht  der  Rekurrierenden  in  diesem  Be-

reich  im  Übrigen  zumindest  mit  Fahrzeugen  mit  normaler  Bodenfreiheit 

nicht  mehr  ausüben.  Dies,  weil  der  bis  anhin  genutzte  Fahrweg  ohnehin 

über  den  Bereich  der  –  auch  nach  Ansicht  der  Rekurrierenden  besonders 

schützenswerten – sichtbaren Wurzelstockanhebung führt, wie am Augen-

schein klar wurde und sich auch aus dem Plan gemäss act. 12.2 ergibt. Ein 

spezifisches Rechtsschutzinteresse an der Verkleinerung des Bereichs des 

absoluten  Fahrverbots  auf  die  sichtbare  Wurzelstockanhebung  erscheint 

damit von vornherein fraglich. Das von den Rekurrierenden vorgeschlagene 

Ausnahmereglement ("seltene" Fahrten sollen zulässig bleiben), erschiene 

selbst  im  Falle  verbleibender  Befahrbarkeit  (irgendwie  um  die  sichtbare 

Wurzelstockanhebung  herum)  gänzlich  unpraktikabel;  es  bedürfte  letztlich 

eines  nicht  zu  bewerkstelligenden  Zähl-  bzw.  Kontrollsystems.  Ob  die  An-

ordnung des absoluten Fahrverbots im Lichte der Zugänglichkeit zur rekur-

rentischen  Liegenschaft  auch  verhältnismässig  ist,  bleibt  nachfolgend  ge-

sondert zu prüfen. 

6.7. 

Die Rügen gemäss Antragsziffern 2 lit. a und lit. c sind unbegründet. 

7.1. 

Gemäss Dispositivziffer 2.4 besteht im weiter gefassten Kronenbereich des 

Tulpenbaums (Stand März 2019) kein absolutes Bau- oder Befahrungsver-

bot. Es sollen grundsätzlich jedoch keine Bauten erstellt oder Terrainverän-

derungen vorgenommen werden (Nachweis der Baumverträglichkeit durch 

einen Baumexperten vorbehalten). Der Baum darf im Rahmen der Ausfüh-

rung  allfälliger  Neben-,  Kleinbauten  oder  Umgebungsveränderungen  nicht 

beschädigt werden. 

R2.2019.00136 

Seite 13 

 
 
7.2. 

Die  Rekurrierenden  beantragen  wie  einleitend  unter  Buchstabe  B  erwähnt 

die  Statuierung  eines  absoluten  Bauverbots  respektive  eines  Verbots  von 

Aushubarbeiten  oder  Terrainveränderungen  im  gesamten  Kronenbereich. 

Satz 3 von Dispositivziffer 2.4 soll unverändert bleiben. 

7.3. 

Der Kronenbereich wurde mit einem Radius von 7 m (maximal 8 m) um den 

Baum herum definiert, was deutlich weiter reicht als der statisch relevante 

Wurzelbereich  (vgl.  act.  12.2).  Mitunter  handelt  es  sich  um  die  senkrecht 

auf den Boden projizierte Fläche der (maximalen) Baumkrone, bei welcher 

es sich naturgemäss um den flächengrössten Bereich eines Baumes han-

delt.  Die  Vorinstanz  hat  für  den  Schutz  dieses  Bereichs  einen  Mittelweg 

gewählt,  indem  sie  Bauten  und  Terrainveränderungen  zwar  nicht  gänzlich 

untersagt, sie aber nur unter der Bedingung des Nachweises der Baumver-

träglichkeit durch einen Baumexperten zulässt. 

Diesbezüglich halten die Rekurrierenden den Baumschutz für klar fehlerhaft 

und  ungenügend.  Gemäss  einem  Merkblatt  der  Vereinigung  Schweizeri-

scher Stadtgärtnereien und Gartenbauämter (VSSG; act 5.9) betreffe wirk-

samer Baumschutz immer den Kronen- und den Wurzelbereich, wobei letz-

terer in der Regel mindestens so gross dimensioniert sei wie die Baumkro-

ne.  Auch  Baumgutachter  O.  habe  empfohlen,  dass  innerhalb  des  Kronen-

bereichs keine baulichen Einrichtungen wie Brunnen, Fahrzeug- oder Velo-

abstellplätze errichtet werden dürften. 

7.4. 

Bauen im  Bereich von schützenswerten oder unter Schutz gestellten Bäu-

men  beruht  letztlich  stets  auf  einem  Kompromiss  zwischen  Baumschutz 
und  Baufreiheit.  Wie  die  Mitbeteiligten  2  zu  Recht  ausführen,  würde  ein 
vollständiges  Bauverbot  im  jeweils  –  mit  einem  Durchmesser  von  14  m2 
bzw.  16 m2  auch  vorliegend  –  grossflächigen  Kronenbereich  eines  unter 
Schutz  gestellten  Baums  bspw.  dazu  führen,  dass  in  vielen  Gemeinden 

kaum  mehr  gebaut  werden  könnte.  Dem  von den  Rekurrierenden  zitierten 

Merkblatt  ist  ein  solch  umfassendes  Bauverbot  im  Kronenbereich  nicht  zu 

entnehmen. So zeigt etwa die Abbildung "Abdeckung bei Baugrube" explizit 

einen  baulichen  Eingriff  im  Kronenbereich  des  dargestellten  Baumes  und 

erklärt,  wie  dieser  Eingriff  möglichst  baumverträglich  durchgeführt  werden 

R2.2019.00136 

Seite 14 

 
 
kann  (Abgetragene  Fläche  wegen  Austrocknungsgefahr  sofort  mit  Erosi-

onsmatte abdecken, ansäen oder bepflanzen; Matte mit Pfahl und Gewich-

ten  fixieren  usw.  [vgl.  act.  5.9  letzte  Seite]).  Auch  das  Bundesgericht  ging 

bereits  davon  aus,  dass  selbst  im  enger  gefassten  Wurzelbereich  eine 

baumverträgliche Bautätigkeit nicht von vornherein ausgeschlossen ist, so-

fern  sie  nur  spezifisch  und  fachmännisch  begleitet  wird  (was  im  Falle  des 

im Bau befindlichen Kellergeschosses auf dem Grundstück der Mitbeteilig-

ten  2  durch  Wurzelschutzmassnahmen  in  Form  eines  sogenannten  Wur-

zelvorhangs  gewährleistet  wird;  vgl.  BGr  1C_129/2019  vom  11.  Juli  2019, 

Erw.  3).  Dergestalt  ist  selbst  im  Wurzelbereich  eine  Bautätigkeit  nicht  von 

vornherein  ausgeschlossen,  da  mit  wirksamen,  von  einer  Fachperson  be-

gleiteten  Baumschutzmassnahmen  eine  Baumschädigung  verhindert  wer-

den kann. Die bei regelmässigem und ständigem Befahren eines Wurzelbe-

reichs  wiederkehrende  Bodenverdichtung  ist  hingegen  nicht  wirksam  ver-

hinderbar. Demgemäss existiert der von den Rekurrierenden monierte Wi-

derspruch  zwischen  dem  Fahrverbot  im  enger  gefassten  Bereich  des  sta-

tisch relevanten Wurzelbereichs und dem nicht vollständigen Bauverbot im 

weiter gefassten Kronenbereich nicht.  

Selbst  der  systematische  Aufbau  des  von  den  Rekurrierenden  ins  Recht 

gelegten  Merkblatt  bestätigt  diese  Unterscheidung.  Unter  dem  rot  einge-

färbten Titel "Zu vermeiden sind" finden sich die Abbildungen "Bodenverun-

reinigung", "Materialdepot als Zwischenlager", "Bodenabtrag/Bodenauftrag" 

und – eben auch – "Bodenverdichtung"; letzteres umschrieben als das Be-

fahren  mit  Maschinen,  Fahrzeugen  und  Geräten.  Unter  dem  grün  einge-

färbten  Titel  "Temporäre  Schutzmassnahmen"  finden  sich  hingegen  Abbil-

dungen  wie  "Rühlwand  bei  Grabarbeiten",  Abdeckung  bei  Baugrube"  oder 

"Pressvortrieb statt Grabarbeiten" (act. 5.9). Mitunter statuiert selbst dieses 

Merkblatt letztlich genau diejenige Unterscheidung zwischen der – da dau-
erhaft  und  nicht  verhinderbar  –  zu  vermeidenden  Beeinträchtigung  bei-

spielsweise  durch  Bodenverdichtung  mittels  Befahrens  einerseits  und  vo-

rübergehender  Beeinträchtigung  durch  Bauarbeiten,  welchen  mit  temporä-

ren  Baumschutzmassnahmen  wirksam  begegnet  werden  kann,  anderer-

seits.  Auch  dem  Gutachten  O.  lässt  sich  im  Übrigen  bei  gesamtheitlicher 

Betrachtung des zitierten Kapitels nicht die Aussage eines absoluten Bau-

verbots im Kronenbereich entnehmen, sondern vielmehr in Bezug auf Bau-

projekte  exakt  diejenige  Grundsatz-Ausnahme-Regelung,  welche  die  Vo-

rinstanz in Dispositivziffer 2.4 statuiert hat. Der von den Rekurrierenden zi-

R2.2019.00136 

Seite 15 

 
 
tierte  Satz  am  Ende  des  entsprechenden  Kapitels  3.2  des  Gutachtes  O. 
bezieht  sich  auf  als  unzulässig  bezeichnete  dauerhafte  Einrichtungen  wie 
die erwähnten Brunnen, Fahrzeug- oder Fahrradabstellplätze. 

7.5. 

Die  Rüge  gemäss  Antragsziffer  2  lit.  b  ist  unbegründet.  Eine  Anpassung 

von Dispositivziffer 2.4 entfällt. 

8.1. 

Gemäss Dispositivziffer  2.7  ist  bei  Abgang  des Baumes ein gleichwertiger 

Ersatz  durch  den  Verursacher,  respektive  bei  natürlichem  Abgang  durch 

den  jeweiligen  Eigentümer  des  Grundstücks  Kat.-Nr.  1,  auf  welchem  sich 

der Stamm des Tulpenbaums befindet, zu pflanzen. 

8.2. 

Die  Rekurrierenden  beantragen  den  vollständigen  Verzicht  auf  die  Ersatz-

pflanzungspflicht. 

8.3. 

Gartengutachter  O.  empfahl,  nach  Untergang  des  heutigen  Tulpenbaums 

auf einen gleichartigen Ersatz an seinem heutigen Standort bedingungslos 

zu  verzichten;  dies  ausdrücklich  "entgegen  der  geltenden  Praxis"  (S.  16). 

Diese Empfehlung lässt sich – rein botanisch – damit begründen, dass, wie 

die Rekurrierenden zu Recht einwerfen, ein in Grösse und Alter vergleich-

barer  Tulpenbaum  auf  dem  schweizerischen  und  gar  europäischen  Markt 

kaum  erhältlich  sein  dürfte.  Die  Vorinstanz  hat  denn  auch  den  Ersatz  des 

Tulpenbaums  im  Falle  seines  Abgangs  nicht  durch  einen  gleichartigen, 

sondern durch einen gleichwertigen Ersatz angeordnet. Dies lässt sich ge-
mäss  ständiger,  von  der  Vorinstanz  korrekt  angewandter  Praxis  mit  der 

prägenden Gestaltung und Bedeutung des mächtigen Baums für das Quar-

tier  begründen.  Die  Anordnung  einer  Wiederherstellung  ist  bei  Natur-

schutzobjekten  sinnvoll  und  auch  verhältnismässig.  Ein  Grundeigentümer 

kann  ohne  weiteres  zum  Ersatz  eines  geschützten  Baums  durch  einen 

gleichartigen Baum an gleicher Stelle verpflichtet werden. Wie erwähnt un-

möglich  bzw.  unverhältnismässig  wäre  es  unter  Umständen  –  wie  hier  – 

nur, die Ersatzbepflanzung eines gleichaltrigen Baums zu verlangen (Chris-

toph  Fritzsche/Peter  Bösch/Thomas  Wipf/Daniel  Kunz,  Zürcher  Planungs- 

R2.2019.00136 

Seite 16 

 
 
und Baurecht, 6. Aufl., Wädenswil 2019, S. 293 f.). Mitunter geht es gerade 

nicht  um  die  von  den  Rekurrierenden  befürchtete  Pflicht,  den  rund  180-

jährigen, aus Nordamerika stammenden Tulpenbaum im Falle seines natür-

lichen  Abgangs  durch  einen  ebensolchen  Tulpenbaum  ersetzen  zu  müs-

sen.  Die  Ersatzpflanzungspflicht  ist  konzeptionell  begründbar;  ein  gleich-

wertiger  Alleebaum  oder  sonstiger  Hochstämmer  sichert  das  durch  den 
Tulpenbaum  auch  evozierte  prägende  Ortsbild  gleichermassen.  Gerade 
bzw. nur gestützt auf eine Unterschutzstellung im Sinne von § 203 Abs. 1 

lit. f PBG ist eine Erhaltung respektive Wiederherstellung eines durch einen 

Baum  geprägten  Ortsbildes  möglich  (VB.95.00124  vom  26.  Januar  1996, 

E. 2c).  Allenfalls  erforderlich  werdenden  Anpassungen  des  Schutzperime-

ters wäre dereinst durch eine entsprechende (teilweise) Änderung der Auf-

lagen in der Schutzverfügung zu begegnen. 

Wenn  die  Vorinstanz  weiter  darauf  hinweist,  dass  mit  der  statuierten  Er-
satzpflanzungspflicht auch die Gefahr von Sabotage (etwa durch absichtli-
che  Vergiftung  des  Baumes)  minimiert  wird,  tut  dies  der  Rechtmässigkeit 

der  bereits  mit  dem  Ortsbildschutz  allein  begründbaren  Ersatzpflanzungs-

pflicht  selbst  dann  keinen  Abbruch,  wenn  als  erster  Baumexperte  W.  auf 

diesen  Gesichtspunkt  hingewiesen  haben  mag.  Dass  die  Ersatzpflan-

zungspflicht im Grundsatz den jeweiligen Eigentümer des Grundstücks trifft, 

entspricht  dem  sachenrechtlichen  Akzessionsprinzips  gemäss  Art.  667 

Abs. 2  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuches  (ZGB),  wonach  der  jeweili-

ge Grundstückseigentümer auch Eigentümer des Tulpenbaums ist. Auch ist 

es  nicht  willkürlich,  dass  die  Ersatzpflanzungspflicht  die  Rekurrierenden 

(auch) bei einem Abgang des Baumes trifft, bei welchem ein Drittverschul-

den nicht offenkundig erkennbar ist oder der Verursacher nicht genau eru-

iert werden kann. Dabei handelt es sich um nichts Anderes als die Umset-

zung des seit jeher geltenden allgemeinen Rechtsgrundsatzes "casum sen-
tit dominus" (wonach stets der Eigentümer die Gefahr des zufälligen Unter-

gangs einer Sache trägt) auf den vorliegenden Fall. Zivilrechtlicher Regress 

für die Ersatzpflanzungskosten bleibt im Falle von nachweisbarem Fremd-

verschulden selbstredend unbeschadet. 

8.4. 

Die Rüge gemäss Antragsziffer 2 lit.  d ist unzutreffend.  Dispositivziffer 2.7 

des angefochtenen Beschlusses ist unverändert zu belassen. 

R2.2019.00136 

Seite 17 

 
 
9. 

Zusammenfassend  erweisen  sich  die  einzelnen  Baumschutzmassnahmen 

als rechtmässig. 

10.1. 

Die  Rekurrierenden  bestreiten  sodann  die  Verhältnismässigkeit  des  Fahr-

verbots  im  statisch  relevanten  Wurzelbereichs  wie  auch  der  Ersatzpflan-

zungspflicht.  

10.2. 

Massnahmen des Natur- und Heimatschutzes müssen im öffentlichen Inte-

resse liegen und verhältnismässig sein (Art. 36 Abs. 2 und 3 BV). Das Ver-

hältnismässigkeitsprinzip  im  engeren  Sinne  verlangt,  dass  eine  Schutz-

massnahme durch ein das private Interesse überwiegendes öffentliches In-

teresse gerechtfertigt  ist. Nur  in diesem  Fall ist  sie  den  Privaten zumutbar 

(Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

7. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 556 ff.). Ein durch Schutzmassnahmen 

verursachter  Grundrechtseingriff  ist  namentlich  dann  unverhältnismässig, 

wenn eine  ebenso geeignete  mildere Anordnung für  den  angestrebten Er-

folg ausreicht. 

Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  zur  Verhältnismässigkeit 

von Schutzmassnahmen im engeren Sinne vermag das finanzielle Interes-

se an einer gewinnbringenden oder gar höchstmöglichen Ausnützung einer 

Liegenschaft  für  sich  allein  das  öffentliche  Interesse  an  Denkmalschutz-

massnahmen  grundsätzlich  nicht  zu  überwiegen  (BGE  120  Ia  270  ff., 

E. 6c).  Dies  ist  allerdings  nicht  so  zu  verstehen,  dass  den  wirtschaftlichen 

Interessen privater Eigentümer bei der Interessenabwägung überhaupt kei-
ne Bedeutung zukommt. Sehr erhebliche finanzielle Interessen können der 

Verfolgung  eines weniger  gewichtigen öffentlichen Interesses  durchaus im 

Wege stehen. Hingegen müssen unter Umständen auch sehr grosse finan-

zielle Interessen der Grundeigentümer öffentlichen Interessen weichen. Die 

Frage der Verhältnismässigkeit im engeren Sinne darf nicht isoliert nur an-

hand  der  zu  erwartenden  finanziellen  Aufwendungen  oder  Einschränkun-

gen  beurteilt  werden.  Vielmehr  ist  im  Rahmen  der  Interessenabwägung 

auch das Mass des öffentlichen Interesses an der Unterschutzstellung und 

damit der Grad der Schutzwürdigkeit zu berücksichtigen.  

R2.2019.00136 

Seite 18 

 
 
10.3. 

In Bezug auf das Fahrverbot im statisch relevanten Wurzelbereich fällt ins 

Gewicht, dass das bin anhin vorhandene, über das Grundstück der Mitbe-

teiligten 2 führende und dienstbarkeitsrechtlich gesicherte, rund 2,9 m brei-

te  Fuss-  und  Fahrwegrecht  wie  erwähnt  bereits  deshalb  nicht  mehr  wahr-

genommen  werden  kann,  weil  der  Bereich  der  sichtbaren  Wurzelstockan-

hebung  ohnehin  zu  überqueren  wäre,  was  mit  Fahrzeugen  mit  normaler 

Bodenfreiheit kaum mehr denkbar ist. Das rekurrentische Grundstück bleibt 

rechtsgenügend erschlossen, selbst wenn es über keine direkte Zufahrt bis 

unmittelbar  vor  den  Hauseingang  mehr  verfügt.  Eine  solche  ist  für  eine 

rechtsgenügende  Erschliessung  keineswegs  zwingend.  Bei  zahlreichen 

Mehrfamilien- und auch bei Einfamilienhäusern ist es üblich, dass einzelne 

Hauszugänge nur via einen Fussweg erschlossen sind. Auch die rechtsge-

nügende Erschliessung durch die öffentlichen Dienste bleibt gewährleistet. 

Die abgewickelte Distanz von der L.-Strasse bis zum Hauseingang beträgt 

weit  unter  80  m  (vgl.  den  Anhang  "Technische  Anforderungen"  der  Zu-

gangsnormalien [ZN]). Ob das so wie derzeit vorhanden nicht mehr ausüb-

bare Fahrwegrecht allenfalls verlegt, angepasst oder gar aufgehoben wird, 

ist  eine  zivilrechtliche  Angelegenheit  und  von  den  beteiligten  Grundeigen-

tümern  auf  dem  zivilrechtlichen  Weg  zu  klären.  Das  öffentliche  Interesse 

am  Erhalt  des  Tulpenbaums  überwiegt  die  privaten  Interessen  der  Rekur-

rierenden  an  der  Beibehaltung  der  bisherigen  Zufahrt  bis  unmittelbar  vor 

den  Hauseingang.  Die  mit  dem  Fahrverbot  verbundene  geringfügige  Ein-

schränkung  des  Erschliessungskomforts  ist  zumutbar  und  von  den  Rekur-

rierenden hinzunehmen. 

10.4. 

Auch  die  angeordnete  Ersatzpflanzungspflicht  erscheint  verhältnismässig. 

Die  von  den  Rekurrierenden  befürchteten  sechststelligen  Kosten  fielen 
nicht  an,  weil  es  wie  ausgeführt  im  Falle  des  Abgangs  des  Baumes  nicht 

darum  ginge,  einen  mächtigen,  180-jährigen  Tulpenbaum  durch  einen 

ebensolchen  zu  ersetzen.  Eine  Ersatzpflanzung  im  erwähnten  Sinne  – 

bspw.  durch  einen  handelsüblichen  Alleebaum  –  wird  kaum  mehr  als  ma-

ximal  vierstellige  Kosten  verursachen,  was  angesichts  der  Bedeutung  des 

Schutzobjekts durchaus verhältnismässig erscheint. 

R2.2019.00136 

Seite 19 

 
 
10.5. 

Die  konkreten  Schutzmassahmen  erscheinen  zusammenfassend  als  ver-

hältnismässig. 

11. 

Das Ausgeführte führt zur Abweisung des Rekurses. 

12.1. 

Ausgangsgemäss  sind  die  Verfahrenskosten  den  Rekurrierenden  aufzuer-

legen (§ 13 VRG).  

Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV  VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 

Abs.  2  GebV  VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Re-

kursinstanz ein grosser Ermessensspielraum zu (Plüss, § 13 Rz. 25 ff.).  

Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 5'000.-- festzusetzen. 

12.2. 

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-
verhalte  und  schwieriger  Rechtsfragen  besonderen  Aufwand  erforderte  o-

der  den  Beizug  eines  Rechtsbeistandes  rechtfertigte.  Die  Bemessung  der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom 
16. Oktober 2003, E. 3.1.). Entschädigungsberechtigt- und verpflichtet kön-

nen  bei  Anwendung  des  Unterliegerprinzips  sämtliche  Verfahrensbeteilig-

ten  mit  Parteistellung  sein  (Plüss,  §  17  Rz.  20);  auch  Mitbeteiligte.  Dem-

R2.2019.00136 

Seite 20 

 
 
nach  ist  vorliegend  den  Mitbeteiligten  2  zulasten  der  Rekurrierenden  eine 

Umtriebsentschädigung  zuzusprechen.  Angemessen  erscheint  ein  Betrag 

von  Fr.  1'700.--.  Da  die  Umtriebsentschädigung  pauschal  festgelegt  wird, 

entfällt  die  Zusprechung  eines  Mehrwertsteuerzusatzes  von  vornherein 

(BRKE 

II  Nrn.  0247  und  0248/2007 

in  BEZ  2007  Nr.  56; 

www.baurekursgericht-zh.ch).  

Die Zusprechung einer Umtriebsentschädigung an die Rekurrierenden ent-

fällt ausgangsgemäss ebenfalls von vornherein.  

[…]

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Seite 21