# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f459d55-d030-5e60-9945-c181c97d516d
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-10-26
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 26.10.2023 RR.2022.166
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2022-166_2023-10-26.pdf

## Full Text

Entscheid vom 26. Oktober 2023 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Giorgio Bomio-Giovanascini und Felix Ulrich, 

Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia 

   
 

Parteien 

  

A. LTD, 

vertreten durch Rechtsanwalt Ivan Dunjic und Rechts-

anwältin Gina Moll 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT, 

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Portugal 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2022.166 

  

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die portugiesische Generalstaatsanwaltschaft führt gegen B. ein Strafver-

fahren wegen Geldwäscherei gemäss Art. 368-A des Strafgesetzbuches von 

Portugal. Als Vortaten nennt sie Korruption angolanischer Amtsträger und 

Beamter sowie Steuerbetrug (Verfahrensakten der Bundesanwaltschaft 

[nachfolgend «Verfahrensakten»], Rubrik 1, franz. Übersetzung, S. 2). 

 

 

B. In diesem Zusammenhang ersuchte die portugiesische Generalstaatsan-

waltschaft mit Rechtshilfeersuchen vom 22. Februar 2022, übermittelt mit 

Schreiben vom 11. März 2022, eingegangen am 16. März 2022, direkt die 

Bundesanwaltschaft unter anderem um Herausgabe nachfolgender Aus-

künfte und Kontounterlagen betreffend die auf die A. Ltd lautende Bankver-

bindung Nr. 1 bei der Bank C. SA (Verfahrensakten, Rubrik 1, franz. Über-

setzung, S. 10 f.): 

 

-  Ermittlung aller Kontoinhaber, wirtschaftlich Berechtigter, Zugangs-, 

Unterschrifts- und Zeichnungsberechtigter (Bevollmächtigter), unter je-

weiliger Angabe von deren persönlichen Koordinaten, sowie die Konto-

eröffnungs- und die Identifikationsunterlagen, jeweils in Kopie 

-  Auskunft über das Datum der Kontoeröffnung und der allfälligen Saldie-

rung 

-  Kontoauszüge von Januar bis Dezember 2017 

- Ermittlung aller bei portugiesischen Bankinstituten geführten Konten, auf 

welche oder von welchen Vermögenswerte überwiesen wurden.  

 

Gemäss dem Rechtshilfeersuchen sollen von diesem Konto der A. Ltd 

Bestechungsgelder an zwei angolanische Staatsangehörige (am 8. Septem-

ber 2017 an D., ein ehemaliges Verwaltungsratsmitglied der Bank E., und 

am 5. Juli 2017, 17. August 2017 und 13. September 2017 an F., Berater 

des Büros des Richterrats am […]) überwiesen worden sein (Verfahrensak-

ten, Rubrik 1, franz. Übersetzung, S. 8). 

 

 

C. Mit Schreiben vom 1. April 2022 ersuchte die Bundesanwaltschaft das 

Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ»), ihr den Vollzug des portugiesi-

schen Rechtshilfeersuchens zu delegieren (s. Verfahrensakten, Rubrik 2, 

pag. 0036). Mit Verfügung vom 6. April 2022 übertrug das BJ das Rechtshil-

feersuchen der Bundesanwaltschaft zum Vollzug (Verfahrensakten, 

Rubrik 2, pag. 0036 f.). 

  

- 3 - 

 

 

D. Mit Eintretensverfügung vom 21. April 2022 trat die Bundesanwaltschaft auf 

das portugiesische Rechtshilfeersuchen ein und hielt fest, sie werde die Voll-

zugsmassnahmen in separaten Verfügungen anordnen (Verfahrensakten, 

Rubrik 4.1, pag. 0001 ff.). 

 

 

E. Mit Zwischenverfügung vom 21. April 2022 («Herausgabepflicht [Art. 12 

Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 263 ff. StPO] und Mitteilungsverbot [Art. 12 Abs. 1 

und 18 IRSG i.V.m. Art. 73 Abs. 2 StPO] in Rechtshilfesachen») verpflichtete 

die Bundesanwaltschaft die Bank C. SA zur Herausgabe folgender 

Bankunterlagen betreffend das auf die A. Ltd lautende Konto Nr. 1 und die 

Bankbeziehungen, bei welchen die A. Ltd a) Vertragspartei ist oder war b) 

als wirtschaftlich Berechtigte erfasst ist oder war, c) zeichnungs- oder unter-

schriftsberechtigt ist oder war d) Kontrollinhaberin einer juristischen Person 

oder Personengesellschaft ist oder war (Verfahrensakten, Rubrik 5.3.0, 

pag. 0001 ff.): 

 

«1.  Eröffnungsunterlagen, KYC-Dokumente, Vermögensauszüge, inklusive allfälli-

ger nachträglicher Anpassungen (vgl. Anhang 1: Stufe 1), insbesondere:  

 

-  Basisvertrag  

-  Kontoeröffnungsverträge  

-  Depoteröffnungsverträge  

-  Identifikation des Vertragspartners  

-  Existenznachweis für juristische Personen  

-  Formulare A/I/K/R/S/T  

-  QI- und andere Quellensteuerformulare  

-  Vollmachten  

-  Unterschriftenkarten  

-  Korrespondenzinstruktionen  

-  Mietverträge für Schliessfächer  

-  Kreditverträge  

-  Treuhandverträge  

-  Mandatsverträge  

-  Kreditkartenverträge  

-  E-Banking-Verträge  

-  Allgemeine Geschäftsbedingungen  

-  die vollständige Dokumentation im Sinne des 5. Kapitels (insb. Art. 15 und 

Art. 16 Abs. 2) GwV-FINMA (insbesondere Kundenprofil, KYC-Dossier, Formu-

lar der „due diligence" sowie die Kontakte mit dem Kunden [Kundengeschichte])  

-  Auszüge aus Presse-, Unternehmens- und Wirtschaftsinformationsportalen  

- 4 - 

 

 

-  Vermögensauszüge (inkl. einer detaillierten Aufstellung von Wertschriftentitel) 

von 01.01.2013 oder ab Eröffnung bis 31.12.2020 bzw. zu deren Saldierung per 

31.12.  

 

2.  Kontoauszüge und Auszüge/Übersichten betreffend die Ein-/Auslieferung von 

Wertschriften von 01.01.2013 oder ab Eröffnung bis 31.12.2020 bzw. zu deren 

Saldierung (vgl. Anhang 1: Stufe 2)».  

Gleichzeitig erliess die Bundesanwaltschaft gegenüber dem Bankinstitut ein 

bis zum 30. September 2022 befristetes Mitteilungsverbot (Verfahrensakten, 

Rubrik 5.3.0, pag. 0004). 

 

 

F. Mit Schreiben vom 6. Mai 2022 reichte die Bank C. SA der Bundesanwalt-

schaft die Eröffnungsunterlagen, Kontoauszüge und Vermögensauszüge 

betreffend die auf die A. Ltd, ehemals Bank G. Ltd, lautende Bankverbindung 

Nr. 1 ein, welche am 28. Juni 2010 bei der Bank H. Ltd. eröffnet und am 

4. Oktober 2021 bei der Bank C. SA saldiert wurde (Verfahrensakten, 

Rubrik 5.3.0, pag. 0013). 

 

 

G. Mit Schreiben vom 13. Juli 2022 hob die Bundesanwaltschaft das Mittei-

lungsverbot gegenüber der Bank C. SA auf und wies diese darauf hin, dass 

sie die Kontoinhaberin über die Rechtshilfemassnahme orientieren und ihr 

die Zwischenverfügung übermitteln dürfe (Verfahrensakten, Rubrik 5.3.0, 

pag. 0017). 

 

 

H. Mit Schlussverfügung vom 4. August 2022, Disp. Ziff. 1, entsprach die Bun-

desanwaltschaft dem portugiesischen Rechtshilfeersuchen. In Disp. Ziff. 2 

ordnete sie die rechtshilfeweise Herausgabe folgender Bankunterlagen be-

treffend die auf die A. Ltd, ehemals Bank G. Ltd, lautende Bankverbindung 

Nr. 1 bei der Bank C. SA an die ersuchende Behörde an: Eröffnungsunterla-

gen, Vermögensauszüge vom 31.1.2013 bis 30.4.2019 und vom 31.1.2018 

bis 31.12.2020, Kontoauszug Konto Nr. […] und Kontoauszug Konto Nr. […] 

(Verfahrensakten, Rubrik 16.2, pag. 0001 ff.). 

 

 

I. Mit Schreiben vom 10. August 2022 und unter Beilage einer undatierten 

Vollmacht teilten die Rechtsvertreter der A. Ltd der Bundesanwaltschaft mit, 

jene zu vertreten und ersuchten um Akteneinsicht (Verfahrensakten, 

Rubrik 14.1.1, pag. 0001 f.). Mit Schreiben vom 12. August 2022 gewährte 

- 5 - 

 

 

die Bundesanwaltschaft den Rechtsvertretern Einsicht in die Akten (Verfah-

rensakten, Rubrik 14.1.1, pag. 0003 ff.). 

 

 

J. Gegen die Schlussverfügung vom 4. August 2022 lässt die A. Ltd mit Ein-

gabe vom 5. September 2022 Beschwerde bei der Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts erheben (act. 1). Sie beantragt, Disp. Ziff. 1 und 2 seien 

aufzuheben und es seien höchstens die von ihr in der Beschwerde im Ein-

zelnen bezeichneten Unterlagen an die ersuchende Behörde herauszuge-

ben. Eventualiter beantragt sie, Disp. Ziff. 1 und 2 seien aufzuheben und es 

seien höchstens die weiter von ihr in der Beschwerde im Einzelnen bezeich-

neten Unterlagen an die ersuchende Behörde herauszugeben, jeweils unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staats (act. 1 S. 2 f.). 

 

 

K. Mit Beschwerdeantwort vom 10. Oktober 2022 beantragt die Bundesanwalt-

schaft die kostenfällige Abweisung der Beschwerde (act. 9). Denselben An-

trag stellt das BJ mit seiner Beschwerdeantwort vom gleichen Tag (act. 8). 

 

 

L. Die Beschwerdeführerin hält mit Beschwerdereplik vom 15. Dezember 2022 

an ihren Rechtsbegehren fest (act. 16). Diese Eingabe wurde der Gegen-

seite mit Schreiben vom 16. Dezember 2022 zur Kenntnis zugestellt 

(act. 17). 

 

 

M. Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen Portugal und der Schweiz sind in erster Linie 

massgebend die Bestimmungen des Europäischen Übereinkommens vom 

20. April 1959 über die Rechtshilfe in Strafsachen (SR 0.351.1; EUeR) und 

das Zweite Zusatzprotokoll vom 8. November 2001 zum Europäischen Über-

einkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen (SR 0.351.12; Zweites 

Zusatzprotokoll). Zur Anwendung kommen vorliegend auch die Art. 43 ff. des 

Übereinkommens der Vereinten Nationen vom 31. Oktober 2003 gegen 

- 6 - 

 

 

Korruption (UNCAC; SR 0.311.56) sowie das Übereinkommen vom 8. No-

vember 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, Beschlagnahme und 

Einziehung von Erträgen aus Straftaten (Geldwäschereiübereinkommen, 

GwUe; SR 0.311.53). Überdies gelangen die Bestimmungen der Art. 48 ff. 

des Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des Übereinkom-

mens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener Durchführungs-

übereinkommen [SDÜ]; CELEXNr. 42000A0922(02); Abl. L 239 vom 

22. September 2000, S. 19–62; Text nicht publiziert in der SR, jedoch abruf-

bar auf der Website der Schweizerischen Eidgenossenschaft unter «Rechts-

sammlung zu den sektoriellen Abkommen», 8.1 Anhang A; https://www.ad-

min.ch/opc/de/european-union/international-agreements/008.html) zur An-

wendung, wobei die zwischen den Vertragsparteien geltenden weitergehen-

den Bestimmungen aufgrund bilateraler Abkommen unberührt bleiben 

(Art. 48 Abs. 2 SDÜ; Art. 26 Abs. 2 und 3 EUeR; ZIMMERMANN, La coopéra-

tion judiciaire internationale en matière pénale, 5. Aufl. 2019, N. 18-21, 

28-40, 77, 109). 

 

1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen weder ausdrücklich noch 

stillschweigend regeln bzw. das schweizerische Landesrecht geringere An-

forderungen an die Rechtshilfe stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 142 IV 

250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 136 IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3), sind das 

Rechtshilfegesetz und die dazugehörige Verordnung vom 24. Februar 1982 

(IRSV; SR 351.11) anwendbar (Art. 1 Abs. 1 IRSG; BGE 143 IV 91 E. 1.3; 

136 IV 82 E. 3.2; 130 II 337 E. 1; vgl. auch Art. 54 StPO). Vorbehalten bleibt 

die Wahrung der Menschenrechte (BGE 139 II 65 E. 5.4; 135 IV 212 E. 2.3; 

123 II 595 E. 7c; TPF 2008 24 E. 1.1).  

 

1.3 Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten 

sind zudem die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 12 Abs. 1 IRSG, Art. 39 Abs. 2 lit. b 

i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die 

Organisation des Strafbehörden des Bundes [Strafbehördenorganisations-

gesetz, StBOG; SR 173.71]).  

 

 

2.  

2.1 Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die bei ihr erhobenen Rügen grundsätzlich 

mit freier Kognition, befasst sich jedoch nur mit Tat- und Rechtsfragen, die 

Streitgegenstand der Beschwerde bilden (BGE 132 II 81 E. 1.4; 130 II 337 

- 7 - 

 

 

E. 1.4; Urteil des Bundesgerichts 1A.1/2009 vom 20. März 2009 E. 1.6; 

TPF 2011 97 E. 5).  

 

2.2 Ausserdem muss sich die Beschwerdekammer nach der bundesgerichtli-

chen Rechtsprechung nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus-

einandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. Sie 

kann sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken und 

es genügt, wenn sie wenigstens kurz die Überlegungen nennt, von denen 

sie sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 147 IV 409 

E. 5.3.4; 141 IV 249 E. 1.3.1; 139 IV 179 E. 2.2) 

 

 

3.  

3.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen oder der ausführenden 

Bundesbehörde unterliegt zusammen mit den vorangehenden Zwischenver-

fügungen der Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts (Art. 80e Abs. 1 IRSG). Die entsprechende Beschwerdefrist beträgt 

30 Tage (Art. 80k IRSG). Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persön-

lich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b 

IRSG). Als persönlich und direkt betroffen wird im Falle der Herausgabe von 

Kontoinformationen an den ersuchenden Staat der jeweilige Kontoinhaber 

angesehen (Art. 9a lit. a IRSV; Übersicht über die Rechtsprechung in 

BGE 137 IV 134 E. 5; TPF 2010 47 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 

1C_126/2014 vom 16. Mai 2014 E. 1.3; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 524-535). 

 

3.2 Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen eine Schlussverfügung der 

ausführenden Bundesbehörde, mit welcher die Herausgabe von Kontounter-

lagen verfügt wurde. Die Beschwerde wurde form- und fristgerecht erhoben. 

Die Beschwerdeführerin ist als Inhaberin des von der Rechtshilfemass-

nahme betroffenen Kontos beschwerdebefugt. Auf die vorliegende Be-

schwerde ist deshalb einzutreten.  

 

 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Verhältnismässigkeitsprin-

zips (act. 1 S. 6, 10, 12 ff.).  

  

- 8 - 

 

 

Zu der verfügten Herausgabe der Kontoauszüge bringt sie vor, das Rechts-

hilfeersuchen betreffe insgesamt lediglich vier einzelne Transaktionen im 

Zeitraum zwischen Juli und September 2017, welche allesamt vom EUR-

Konto getätigt worden seien. Die Kontoauszüge, welche das USD-Konto 

betreffen würden, seien daher nicht zu übermitteln, da sie gar nicht Gegen-

stand des Rechtshilfeersuchens bildeten (act. 1 S. 20 f.). Die Beschwerde-

gegnerin habe die Herausgabe der Kontoauszüge des EUR-Kontos mit allen 

Transaktionen im Zeitraum zwischen dem 4. Juli 2017 und dem 30. Septem-

ber 2021 verfügt. Die portugiesische Behörde habe aber um Zustellung der 

Kontoauszüge vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 ersucht. Da 

daraus bereits die vier Transaktionen ersichtlich seien, gebe es unter Würdi-

gung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes keine Gründe, die übrigen 

Unterlagen zu übermitteln, und die Herausgabe sei auf den erfragten Zeit-

raum vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 zu beschränken.  

 

Gegen die Herausgabe der Vermögensauszüge wendet die Beschwerdefüh-

rerin ein, die portugiesischen Behörden hätten nicht darum ersucht. Sodann 

gehe die verfügte Herausgabe in zeitlicher Hinsicht weit über das Ersuchen 

hinaus, indem sie eine Zeitspanne von Januar 2013 bis Dezember 2020 

abdecke. Ein Interesse an der Übermittlung der Vermögensübersichten, wo-

rin die vier relevanten Transaktionen gar nicht ersichtlich seien, bestehe 

nicht. Diese Unterlagen seien aufgrund der darin enthaltenen Informationen 

weder tauglich noch notwendig für die portugiesische Strafuntersuchung 

(act. 1 S. 16 ff.). 

 

Die Beschwerdeführerin kritisiert sodann, die Beschwerdegegnerin gehe in 

Bezug auf die Unterlagen, welche sie als Eröffnungsunterlagen bezeichne, 

zum einen weit darüber hinaus, was die portugiesische Behörde fordere. 

Zum anderen sei der Grossteil der fast 600 Seiten völlig irrelevant. Es handle 

sich nicht um Eröffnungsunterlagen im engeren Sinne. Die Beschwerdefüh-

rerin bezeichnet die Unterlagen, welche aus ihrer Sicht herauszugeben bzw. 

«allerhöchstens» herauszugeben sind (act. 1 S. 14 f. Rz. 37; S. 15 f. Rz. 38), 

und nennt die Unterlagen bzw. die Unterlagenkategorien, welche aus ihrer 

Sicht von einer Herausgabe auszunehmen sind (act. 1 S. 12 ff. Rz. 34 und 

39). 

 

4.2  

4.2.1 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismässig-

keit zu genügen (siehe statt vieler den Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2016.252 vom 27. Januar 2017 E. 6.2). Die internationale Zusammenar-

beit kann nur abgelehnt werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der 

verfolgten Straftat in keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich 

- 9 - 

 

 

ungeeignet sind, die Untersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen 

nur als Vorwand für eine unzulässige Beweisausforschung («fishing expedi-

tion») erscheint (BGE 139 II 404 E. 7.2.2 S. 424; 136 IV 82 E. 4.1 S. 85; 134 

II 318 E. 6.4). Ob die verlangten Auskünfte für das Strafverfahren im ersu-

chenden Staat nötig oder nützlich sind, ist eine Frage, deren Beantwortung 

grundsätzlich dem Ermessen der Behörden dieses Staates anheimgestellt 

ist. Da der ersuchte Staat im Allgemeinen nicht über die Mittel verfügt, die es 

ihm erlauben würden, sich über die Zweckmässigkeit bestimmter Beweise 

im ausländischen Verfahren auszusprechen, hat er insoweit die Würdigung 

der mit der Untersuchung befassten Behörde nicht durch seine eigene zu 

ersetzen und ist verpflichtet, dem ersuchenden Staat alle diejenigen Akten-

stücke zu übermitteln, die sich auf den im Rechtshilfeersuchen dargelegten 

Sachverhalt beziehen können; nicht zu übermitteln sind nur diejenigen 

Akten, die für das ausländische Strafverfahren mit Sicherheit nicht erheblich 

sind (sog. potentielle Erheblichkeit; BGE 128 II 407 E. 6.3.1; 122 II 367 E. 2c; 

TPF 2009 161 E. 5.1 m.w.H.). Es ist nicht erforderlich, dass dem von der 

Rechtshilfemassnahme Betroffenen im ausländischen Strafverfahren selbst 

ein strafbares Verhalten zur Last gelegt wird (Urteil des Bundesgerichts 

1A.245/2006 vom 26. Januar 2007 E. 3; Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2007.29 vom 30. Mai 2007 E. 3). Hierbei ist auch zu beachten, dass für 

das ausländische Strafverfahren nicht nur belastende, sondern auch entlas-

tende Beweismittel von Bedeutung sein können, um einen bestehenden Ver-

dacht allenfalls zu widerlegen (TPF 2011 97 E. 5.1 m.w.H.).  

Dabei darf die ersuchte Rechtshilfebehörde über ein im Rechtshilfeersuchen 

gestelltes Begehren nicht hinausgehen (Übermassverbot; BGE 136 IV 82 

E. 4.1 S. 85 f.). Die Rechtsprechung hat diesen Grundsatz derweil insofern 

präzisiert, als das Rechtshilfeersuchen nach Massgabe des Zwecks der an-

gestrebten Rechtshilfe weit ausgelegt werden kann, solange alle Vorausset-

zungen für die Gewährung der Rechtshilfe erfüllt sind. Auf diese Weise kann 

eine andernfalls notwendige Ergänzung des Rechtshilfeersuchens vermie-

den werden (BGE 136 IV 82 E. 4.1 S. 86; vgl. zum Ganzen auch TPF 2009 

161 E. 5.1 S. 164). Zielt das Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf 

welchem Weg Geldmittel möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben 

worden sind, so sind die Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich 

über alle Transaktionen zu informieren, die von Gesellschaften und über 

Konten getätigt worden sind, welche in die Angelegenheit verwickelt sind 

(BGE 129 II 462 E. 5.3 S. 468; TPF 2011 97 E. 5.1 S. 106 m.w.H.).  

4.2.2 Die ersuchte Rechtshilfebehörde muss nur aufzeigen, dass zwischen den 

von der Rechtshilfe betroffenen Unterlagen und dem Gegenstand der 

Strafuntersuchung ein ausreichender Sachzusammenhang besteht, und 

- 10 - 

 

 

diejenigen Akten ausscheiden, bezüglich welcher die Rechtshilfe nicht 

zulässig ist (BGE 122 II 367 E. 2c).  

Es ist demgegenüber Sache des von der Rechtshilfemassnahme Betroffe-

nen, klar und genau aufzuzeigen, inwiefern die zu übermittelnden Unterlagen 

und Auskünfte den Rahmen des Ersuchens überschreiten oder für das aus-

ländische Verfahren von keinerlei Interesse sein sollen (BGE 122 II 367 E. 2c 

S. 371 f.). Für die vorzunehmende Ausscheidung der Unterlagen stützt sich 

die ausführende Behörde auf den Inhaber der Unterlagen ab, welcher nicht 

nur das Recht auf Teilnahme an der Triage, sondern auch die Obliegenheit 

hat, die Rechtshilfebehörde bei dieser Triage zu unterstützen (vgl. BGE 130 

II 14 E. 4.3 S. 16 f.; 126 II 258 E. 9b/aa S. 262; 122 II 367 E. 2d S. 372, je 

mit Hinweisen).  

Der Inhaber hat die Obliegenheit, schon im Stadium der Ausführung des 

Ersuchens (bzw. der erstinstanzlichen Rechtshilfeverfügung) an der sachge-

rechten Ausscheidung beschlagnahmter Dokumente nötigenfalls mitzuwir-

ken, allfällige Einwände gegen die Weiterleitung einzelner Aktenstücke (bzw. 

Passagen daraus), welche für die Strafuntersuchung offensichtlich entbehr-

lich sind, im Rahmen seiner Parteirechte gegenüber der ausführenden 

Behörde rechtzeitig und konkret darzulegen und diese Einwände auch 

ausreichend zu begründen (BGE 122 II 367 E. 2c S. 371 f.). Kommt ein 

Beschwerdeführer dieser Obliegenheit nicht nach, hat er im Beschwerdever-

fahren sein Rügerecht verwirkt. Die Beschwerdeinstanz forscht nicht von 

sich aus nach Aktenstücken, die im ausländischen Verfahren (mit Sicherheit) 

nicht erheblich sein könnten (BGE 130 II 14 E. 4.3 S. 16; 126 II 258 E. 9b/aa 

S. 262; Urteile des Bundesgerichts 1A.223/2006 vom 2. April 2007 E. 4.1, 

sowie 1A.184/2004 vom 22. April 2005 E. 3.1).  

4.2.3 Die ausführende Behörde muss nach der Rechtsprechung dem gemäss 

Art. 80h lit. b IRSG und Art. 9a lit. a IRSV Berechtigten zur Wahrung des 

rechtlichen Gehörs vorgängig zum Erlass der Schlussverfügung auf konkrete 

und wirkungsvolle Weise die Gelegenheit geben, sich zum Rechtshilfeersu-

chen zu äussern und unter Angabe der Gründe geltend zu machen, welche 

Unterlagen etwa in Anwendung des Verhältnismässigkeitsprinzips nicht 

herauszugeben sind (vgl. Art. 30 Abs. 1 VwVG; BGE 130 II 14 E. 4.3 S. 16; 

126 II 258 E. 9b/aa S. 262; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2007.24 

vom 8. Mai 2007 E. 3.1). Es genügt dabei, wenn dem Berechtigten Gelegen-

heit gegeben wird, sich schriftlich zur Aussonderung zu äussern. In der Regel 

setzt sie dem Inhaber hiefür eine Frist an, die kurz sein kann, um in Bezug 

auf jeden einzelnen Beleg die Argumente zu nennen, die seines Erachtens 

der Übermittlung entgegen stehen (BGE 130 II 14 E. 4.4). 

  

- 11 - 

 

 

4.3 Die Beschwerdeführerin schweigt sich dazu aus, wann sie von der Bank zum 

ersten Mal vom Rechtshilfeverfahren erfuhr. Es bestehen keine Anhalts-

punkte dafür, dass die Bank die Beschwerdeführerin zwar umgehend über 

die Schlussverfügung informierte, aber nicht umgehend über die Zwischen-

verfügung, sobald die Beschwerdegegnerin das Mitteilungsverbot aufgeho-

ben und die Bank explizit darauf hingewiesen hatte, dass sie die Kontoinha-

berin über die Rechtshilfemassnahme orientieren und ihr die Zwischenver-

fügung übermitteln dürfe (s. supra lit. G). Damit ist davon auszugehen, dass 

die Beschwerdeführerin sich dafür entschied, sich nicht am Rechtshilfever-

fahren zu beteiligen. Indem die Beschwerdeführerin somit auch ihrer Oblie-

genheit nicht nachgekommen ist, allfällige Einwände gegen die Weiterleitung 

einzelner Aktenstücke gegenüber der ausführenden Behörde rechtzeitig und 

konkret darzulegen, hat sie ihr Rügerecht im Beschwerdeverfahren verwirkt. 

Ergänzend sei Nachstehendes ausgeführt: 

 

4.4 Dem portugiesischen Rechtshilfeersuchen ist folgender Sachverhaltsvorwurf 

zu entnehmen (Verfahrensakten, Rubrik 1, franz. Übersetzung, S. 1 ff.): 

 

Zusammenfassend verdächtigt die portugiesische Strafverfolgungsbehörde 

B. aufgrund von dessen Verbindungen und der von ihm kontrollierten Gesell-

schaften zu den portugiesischen Banken bzw. zum portugiesischen Finanz-

system Gelder aus Bestechung und Steuerbetrug gewaschen zu haben 

(S. 2). Die ersuchende Behörde nimmt dabei an, dass B. diverse Konten in 

seinem Namen und im Namen der von ihm kontrollierten Gesellschaften er-

öffnet habe, auf welchen er die Vermögenswerte ehemaliger angolanischer 

Amtsträger treuhänderisch verwalte (S. 3). B. sei auch wegen Korruption 

eines Staatsanwalts/Richters angezeigt worden, weil er in seiner Funktion 

bei der Bank I. S.A. jenem als Gegenleistung für die Einstellung der Strafun-

tersuchung gegen angolanische politische Führungskräfte einen Posten in 

der Bank angeboten habe (S. 3).  

 

Im Einzelnen hält die portugiesische Strafverfolgungsbehörde fest, dass B., 

ein portugiesisch-angolanischer Doppelbürger, Verwaltungsratsmitglied der 

Banken I. S.A. und J. gewesen sei (S. 3). B. habe weiter die Funktion des 

Generaldirektors bei der Bank K., Angola, innegehabt. B. habe insbesondere 

die Konten der vorgenannten L. Sarl verwaltet, welche Beteiligungen bei 

mehreren Bankinstituten habe, so 96,5 % an der Bank J., 19,8 % an der 

Bank M. und 1,99 % an der Bank I. S.A. über die N. SGPS, an welcher die 

L. Sarl mit 19,4 % beteiligt sei (S. 3). B. sei auch der wirtschaftlich Berech-

tigte an der O. Sarl, ein SPV (special purpose vehicle), und der P. Sarl. Die 

Verwaltungsräte dieser Gesellschaften, so Q., R., S., T. und AA., hätten 

Verbindung zu B. und seien auch Organe der Banken M. und J. Die 

- 12 - 

 

 

vorgenannten Personen seien auch an der BB. SA beteiligt (S. 4). Die O. Sarl 

halte seit 2018 die CC. Lda. (S. 6). 

 

Im Zusammenhang mit der DD., welche an der L. Sarl und damit an der der 

Hauptaktionärin der Bank J. beteiligt sei, führt die ersuchende Behörde aus, 

die DD.1 Limited sei von der DD. LLP errichtet und formell von der 

DD.2 Limited über die DD.3 Limited mit Sitz in Grossbritannien verwaltet 

worden (S. 4). Der Generaldirektor der DD. LLP sei ein bulgarischer Staats-

angehöriger namens EE., welcher direkt oder über russische Banken und 

Gesellschaften diverse Finanzierungen für Angola und für spezifische 

Projekte wie den Bau des Staudamms Z./Angola in Zusammenarbeit mit FF. 

oder die Raffinerie in Y./Angola in Zusammenarbeit mit der staatlichen 

Gesellschaft GG. verhandelt habe (S. 4 f.). Die portugiesische Strafverfol-

gungsbehörde geht davon aus, dass sich die angolanischen Amtsträger 

diese Finanzierungen im Austausch gegen die Gewährung von Vorteilen an 

die DD. und den von ihr kontrollierten Gesellschaften schliesslich angeeignet 

hätten (S. 5). 

 

In diesem Lichte sind nach Darstellung der portugiesischen Behörde die 

bisher festgestellten Überweisungen von und ab Konten zu lesen, welche 

auf B. lauten oder auf welche er zugreifen kann (S. 5 ff.): 

 

-  EUR 11,5 Mio. am 14. Dezember 2016 vom Konto [geschwärzt] der 

DD.1 Limited bei der Bank HH., London, auf das Konto [geschwärzt], auf 

welches B. zugreifen kann; 

-  EUR 16‘793‘726.25 vom Konto [geschwärzt], an welchem die II. SA 

beteiligt sei, bei der Bank J. auf das Konto [geschwärzt] der L. Sarl, auf 

welches B. zugreifen kann; 

-  EUR 1‘222‘356.32 am 24. Oktober 2019 vom Konto [geschwärzt], an 

welchem die J. S.A. bei der Bank J., auf das Konto [geschwärzt] der 

L. Sarl, auf welches B. zugreifen kann;  

-  insgesamt ca. EUR 30 Mio. ab 2016 auf Konten in Luxemburg, auf 

welchen B. zugreifen kann; 

-  mehrere Abflüsse ab 2016 ab Konten in Luxemburg auf Konten in 

Portugal der II. SA (insgesamt ca. EUR 2 Mio.) und der CC. Lda. (insge-

samt ca. EUR 0,5 Mio.); 

-  EUR 16,8 Mio. am 16. September 2019 vom Konto [geschwärzt] der 

II. SA bei der Bank J. zum Herrschaftsbereich von B. in Luxemburg; 

-  EUR 7‘686‘739,96 am 3. September 2020 von den Konten in Luxemburg 

auf das Konto [geschwärzt] der L. Sarl in der Schweiz 

-  EUR 725‘000.-- von den Konten in Luxemburg auf das Konto [ge-

schwärzt] von B. in der Schweiz; 

- 13 - 

 

 

-  EUR 0,2 Mio. am 19. Juli 2019 von den Konten in Luxemburg auf das 

Konto [geschwärzt] von S., Verwalter der O. Sarl, in der Schweiz. 

 

Die portugiesische Strafverfolgungsbehörde äussert weiter den Verdacht, 

dass die KK. Ltd. mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln, welche zusam-

men mit der GG. Immobilienprojekte in Angola entwickle, auf Kosten der GG. 

gespiesen worden sei. Die KK. Ltd. werde von den israelischen Investoren 

LL., MM., NN., OO., PP. und QQ. gehalten. Diese israelischen Staatsbürger 

sollen Verbindungen zur A. Ltd (Beschwerdeführerin) haben, welche Inha-

berin des Kontos Nr. 1 sei. Von diesem Konto (s. supra lit. B) seien zwischen 

Juli und September 2017 Gelder auf Konten der angolanischen Staatsbürger 

D., ehemaliger Verwaltungsratsmitglied der Bank E., und F., Berater des 

Büros des Richterrats am […], überwiesen worden. Vom Konto [geschwärzt] 

der KK. Ltd. seien USD 10 Mio. am 24. Dezember 2013 auf das Konto [ge-

schwärzt] von B. transferiert worden. Dazu führt die portugiesische Behörde 

aus, dass diese Transaktion als Rückzahlung eines Darlehens deklariert 

worden sei, welches B. persönlich gewährt haben soll, um Liquiditätsschwie-

rigkeiten eines laufenden Immobilienprojekts in Angola zu überwinden. Den 

portugiesischen Behörden zufolge ist der geltend gemachte Hintergrund 

dieser Zahlung an B. nur schwer nachvollziehbar, zumal in diesem Immobi-

lienprojekt die staatliche Gesellschaft GG. als Partnerin involviert gewesen 

sein soll, welche zum fraglichen Zeitpunkt keine Liquiditätsschwierigkeiten 

gehabt haben soll. Von einem israelischen Konto der KK. Ltd. seien auch 

Vermögenswerte auf ein angolanisches Konto der RR. Lda., Angola, über-

wiesen worden, welche zwei chinesischen Staatsbürgern gehöre und einen 

Bauvertrag mit der KK. SA abgeschlossen habe. 

 

4.5 Gemäss der vorstehenden Sachdarstellung hat die in Angola investierende 

und unter Korruptionsverdacht stehende KK. Ltd. am 24. Dezember 2013 

USD 10 Mio. auf das Konto des unter Geldwäschereiverdacht stehenden B. 

überwiesen. Vom Konto der Beschwerdeführerin sollen 2017 mutmasslich 

Bestechungsgelder auf Konten von zwei angolanischen Beamten überwie-

sen worden sein. Dabei sollen hinter der KK. Ltd. und der Beschwerdeführe-

rin dieselben Investoren stehen. Haben diese bereits 2013 einen Transfer 

von mutmasslich deliktischen Vermögenswerten veranlasst, liegt der Ver-

dacht nahe, dass dieselben Investoren ab 2013 auch über das Konto (sowohl 

das USD- als auch das EUR-Konto) der Beschwerdeführerin verdächtige 

Überweisungen veranlasst haben könnten. Vor diesem Hintergrund erstreckt 

sich das Untersuchungsinteresse der portugiesischen Strafverfolgungsbe-

hörde ebenfalls auf die Unterlagen des Kontos der Beschwerdeführerin vor 

dem Jahr 2017 und zwar ab dem Jahr 2013. Angesichts des im Rechtshil-

feersuchen geschilderten Ausmasses aber auch der Natur der untersuchten 

- 14 - 

 

 

Delikte ist ausserdem nicht zu beanstanden, dass sich die zu übermittelnden 

Unterlagen aus dem Jahre 2013 zur Hauptsache auch auf den Zeitraum vor 

der einstweilen bekannten ersten geldwäschereiverdächtigen Transaktion 

vom 24. Dezember 2013 beziehen. Auch erscheint die Leistung von Korrup-

tionsgeldern im Vorfeld der vorgenannten geldwäschereiverdächtigen 

Transaktion durchaus als denkbar, wenn nicht gar naheliegend. Entgegen 

der Annahme der Beschwerdeführerin sind weiter die Unterlagen über 

Kontenbewegungen nach der letzten verdächtigen Transaktion, welche der 

untersuchenden Behörde einstweilen bekannt ist, von Interesse für deren 

Strafuntersuchung. So können diese Unterlagen wichtig sein, um die delikti-

sche Herkunft bzw. Surrogatfunktion von Vermögenswerten zu beurteilen 

(s. zum Ganzen auch ZIMMERMANN, a.a.O., N. 723, S. 799 ff., m.w.H.). Da 

die Beschwerdeführerin und ihr Konto aufgrund der verdächtigen Transakti-

onen direkt sowie über die hinter ihr stehenden Personen in die zu untersu-

chende Angelegenheit verwickelt sind, sind die portugiesischen Behörden 

grundsätzlich über alle Transaktionen auf dem Konto der Beschwerdeführe-

rin zu informieren (s. supra E. 4.2.1). Die betreffenden Kontoauszüge 

und -eröffnungsunterlagen sind zum Zweck der Rechtshilfe, d.h. zur Abklä-

rung des Geldflusses sowie zur Ermittlung der an den fraglichen Vermögens-

werten wirtschaftlich Berechtigten unerlässlich. Es ist nicht zulässig, den 

ausländischen Strafverfolgungsbehörden nur diejenigen Unterlagen zu über-

lassen, die den im Rechtshilfeersuchen festgestellten Sachverhalt mit 

Sicherheit beweisen (s. supra E. 4.2.1), so wie dies die Beschwerdeführerin 

annimmt (act. 1 S. 21 Rz. 67). Was die Beschwerdeführerin gegen eine weite 

Auslegung des portugiesischen Rechtshilfeersuchens vorbringt (act. 1 und 

16), zielt an der Sache vorbei. 

 

Soweit die Beschwerdeführerin aus den Kontoeröffnungsunterlagen ein-

zelne Unterlagen aufführt, welche ihrer Ansicht nach nicht zu übermitteln 

seien (act. 1 S. 13 f. Rz. 34 a. bis i.), bleibt festzuhalten, dass sie in diesem 

Zusammenhang zur Begründung lediglich geltend macht, diese Unterlagen 

seien von der ersuchenden Behörde nicht verlangt worden (act. 1 S. 14 

Rz. 35 und 36). Ohne weitere Begründung erklärt sie pauschal, die edierten 

Unterlagen würden Tausende von Seiten enthalten, welche für das Verfah-

ren in Portugal offensichtlich nicht von Relevanz seien (act. 1 S. 6 Rz. 6, 

S. 12 Rz. 33). Dass die von ihr im Einzelnen aufgeführten Unterlagen für das 

portugiesische Strafverfahren mit Sicherheit nicht potentiell erheblich wären, 

hat die Beschwerdeführerin mit ihrer Argumentation allerdings nicht aufge-

zeigt. Im Gegenteil können namentlich die von ihr genannten Unterlagen zu 

ihrer Gesellschaftsstruktur und Drittgesellschaften Auskunft über die wirt-

schaftliche Berechtigung an Vermögenswerten und allfällige wirtschaftliche 

Verflechtungen an und zwischen juristischen Personen geben, weshalb sie 

- 15 - 

 

 

geeignet sind, die portugiesische Strafuntersuchung voranzutreiben. Soweit 

sie die Herausgabe von Rechnungen eines Medienkonzerns an einen Inves-

tor der Beschwerdeführerin rügt, welche sich in den zu übermittelnden 

Kontoeröffnungsunterlagen befänden, ist zu erwähnen, dass auch diese der 

Rekonstruktion des Geldflusses und Identifikation der wirtschaftlich Berech-

tigten dienen können. Dasselbe gilt zur Korrespondenz betreffend Transak-

tionen, welche die Beschwerdeführerin als «de facto belanglos» bezeichnet 

(act. 1 S. 13 Rz. 34 d.). Zu ergänzen ist, dass für das ausländische Strafver-

fahren nicht nur belastende, sondern auch entlastende Beweismittel von 

Bedeutung sein können, um einen bestehenden Verdacht allenfalls widerle-

gen zu können (s. supra E. 4.2.1). Bei den Dokumenten, welche – wie die 

Beschwerdeführerin moniert (act. 1 S. 14 Rz. 34 i.) – teilweise kaum lesbar 

sind, handelt sich im Wesentlichen um das Formular A und damit zusam-

menhängende Unterlagen (Verfahrensakten, Rubrik 5, pag. 003644_00253-

003644_00270), was ohne Weiteres erkennbar ist. Deren potentielle Erheb-

lichkeit kann entgegen der Argumentation der Beschwerdeführerin auch 

dann abschliessend beurteilt werden, wenn ein Teil der eingescannten 

Ausdrucke oder Kopien (wohl wegen der ausgehenden Druckertinte) nicht 

lesbar ist. Das nicht vollständig lesbare Formular A sowie die übrigen 

Unterlagen geben – auch wenn nicht vollständig – Auskunft über die wirt-

schaftlich Berechtigten, weshalb auch daran ein Ermittlungsinteresse 

besteht. Es wird Sache der ausführenden Behörde sein, vor der Übermittlung 

sich allenfalls ein besser lesbares Exemplar zu beschaffen. Die monatlichen 

Vermögensauszüge erlauben der ausländischen Strafverfolgungsbehörde 

sodann, sich einen schnelleren Überblick über die Entwicklung und Zusam-

mensetzung des Vermögens auf den Konten zu verschaffen, weshalb sie 

entgegen der Argumentation bereits aus diesem Grund geeignet sind, die 

ausländische Strafuntersuchung voranzutreiben.  

 

Eine Verletzung des Verhältnismässigkeitsprinzips, namentlich des Über-

massverbots, liegt nach dem Gesagten nicht vor. Soweit die Beschwerde-

führerin mit ihrer Beschwerde namentlich eine zeitliche und sachliche 

Begrenzung der herauszugebenen Kontounterlagen beantragt, erweist sich 

diese als unbegründet und ist abzuweisen.  

 

 

5. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde in all ihren Punkten als 

unbegründet. Sie ist abzuweisen. 

 

 

  

- 16 - 

 

 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist auf 

Fr. 5'000.-- festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG 

sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a BStKR), unter Anrechnung des geleisteten 

Kostenvorschusses in gleicher Höhe. 

- 17 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. 

 

 

Bellinzona, 26. Oktober 2023 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Ivan Dunjic und Rechtsanwältin Gina Moll 

- Bundesanwaltschaft 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag 
der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 
einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 
Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt 
massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen 
sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).