# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3141701f-3cf0-5e27-8a90-21bb0223c0e7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 08.07.2014 A 2014 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2014-5_2014-07-08.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

A 14 5

4. Kammer 

bestehend aus

Vizepräsident Priuli als Vorsitzender, Verwaltungsrichter Audétat 

und Verwaltungsrichterin Moser, Aktuar ad hoc Decurtins

URTEIL
vom 8. Juli 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden,

Gemeinde X._____,

und

Eidg. Steuerverwaltung,

Beschwerdegegnerinnen

betreffend Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer

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1. A._____ ist Inhaber der Einzelfirma A._____ in O1._____ und arbeitet als 

selbständiger Haustechnikplaner. Nachdem er die Steuererklärung 2010 

trotz Mahnung und Androhung der Ermessensveranlagung nicht einge-

reicht hatte, wurde er am 31. Oktober 2012 für die Kantons- und die Ge-

meindesteuer O2._____ 2010 ermessensweise mit steuerbarem Ein-

kommen von Fr. 143‘000.-- bzw. 62‘200.-- (zum Steuersatz von 

Fr. 143‘000.--) und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 143‘300.-- bzw. 

96‘800.-- (zum Steuersatz von Fr. 143‘300.--) veranlagt. Daraus resultier-

te eine Kantonssteuer von Fr. 13‘154.-- und eine Gemeindesteuer von 

Fr. 6‘970.--. Aufgrund der angepassten gleichen Grundannahmen ergab 

sich für das Jahr 2010 eine direkte Bundessteuer von Fr. 7‘703.55. Diese 

Ermessenstaxationen erwuchsen unangefochten in Rechtskraft.

2. Nachdem A._____ für das Jahr 2011 erneut keine Steuererklärung einge-

reicht hatte, auferlegte ihm die kantonale Steuerverwaltung mit Verfügung 

vom 22. März 2013 nach Mahnung und Androhung der Ermessensveran-

lagung eine Steuerbusse von Fr. 1‘000.--, verbunden mit einer letzten 

Frist von acht Tagen zur Einreichung der Steuererklärung und der Andro-

hung einer nur beschränkt anfechtbaren erneuten Ermessensveranla-

gung. Diese Bussverfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Da 

A._____ seiner Pflicht zur Einreichung der Steuererklärung weiterhin nicht 

nachkam, wurde er am 16. Oktober 2013 für die Kantons- und die Ge-

meindesteuer O2._____ 2011 – wiederum ermessensweise – mit einem 

steuerbaren Einkommen von Fr. 171‘600.-- bzw. 79‘200.-- (zum Steuer-

satz von Fr. 171‘600.--) und einem steuerbaren Vermögen von 

Fr. 168‘000.-- bzw. 115‘000.-- (zum Steuersatz von Fr. 168‘000.--) veran-

lagt. Dies hatte eine Kantonssteuer von Fr. 16‘378.-- und eine Gemeinde-

steuer von Fr. 9‘095.-- zur Folge. Gestützt auf die angepassten gleichen 

Grundannahmen ergab sich für das Jahr 2011 eine direkte Bundessteuer 

von Fr. 10‘381.60.

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3. Mit Eingabe vom 15. Oktober 2013 (recte: 15. November 2013, Post-

stempel vom 16. November 2013) erhob A._____ gegen die Ermessens-

veranlagung Einsprache und stellte der kantonalen Steuerverwaltung in 

Aussicht, die entsprechende Steuerdeklaration samt der dazugehörenden 

Buchhaltungsunterlagen bis Mitte der Kalenderwoche 47 (d.h. bis zum 

21. November 2013) nachzureichen. Da die versprochenen Unterlagen 

auch knapp einen Monat nach dem versprochenen Zeitpunkt noch nicht 

eingetroffen waren, trat die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden 

mit zwei Entscheiden vom 16. Dezember 2013 auf die Einsprache sowohl 

in Bezug auf die Kantons- und Gemeindesteuer wie auch auf die direkte 

Bundessteuer nicht ein.

4. Hiergegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 16. Janu-

ar 2014 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den, in welcher er sinngemäss die Aufhebung der Ermessensveranlagung 

vom 16. Oktober 2013 verlangte und um Gewährung einer letzten Einrei-

chungsfrist für die Steuererklärung samt Unterlagen bis zum 31. März 

2014 ersuchte. Die Nichteintretensentscheide der Vorinstanz seien mehr 

als verständlich, nachdem er auch die letzte Frist zur Einreichung seiner 

Steuererklärung 2011 samt Unterlagen verpasst habe. Dennoch gestatte 

er sich nun, eine Neubeurteilung aufgrund einer erneuten Ausnahme zu 

verlangen. Nach dem Konkurs der Firma B._____ GmbH, an der er mitbe-

teiligt und deren Leiter er gewesen sei, im August 2012 leide er nämlich 

an gesundheitlichen Problemen, welche ihm das kopfklare Arbeiten nicht 

mehr ermöglichten. Deswegen sei er seit Oktober 2012 bei den Psychia-

trischen Diensten Graubünden (PDGR) in O1._____ in Behandlung. Seit-

her habe sich seine gesundheitliche Situation noch verschlechtert und seit 

November 2013 sei er, wie sich aus den beigelegten Arztberichten erge-

be, gar arbeitsunfähig. Ab dem 20. Januar 2014 werde er sich zudem für 

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vier bis sechs Wochen in der C._____ in O3._____ zur Behandlung auf-

halten müssen. Er habe tatsächlich beabsichtigt, die buchhalterischen Un-

terlagen seiner beiden Betriebe – das Planungsbüro und die Bar D._____ 

– aufzuarbeiten, sei aus den vorerwähnten Gründen indes nicht dazu ge-

kommen. Seine Ehefrau unterstütze ihn zwar nach Kräften, doch sie sei 

nicht in der Lage, betriebs- und buchhalterische Unterlagen zu bearbei-

ten. Auch habe er die Hilfe eines Treuhänders in Anspruch nehmen wol-

len, doch seine inzwischen sehr prekäre finanzielle Situation habe dies 

nicht zugelassen. Aus diesen Gründen sei ihm nun eine letzte Frist zu 

gewähren resp. bis 31. März 2014 anzusetzen, damit er nach der Rück-

kehr aus der Klinik in O3._____ seine umfassenden Unterlagen einrei-

chen könne.

5. In ihrer Vernehmlassung vom 12. Februar 2014 beantragte die kantonale 

Steuerverwaltung (nachfolgend Beschwerdegegnerin) die kostenfällige 

Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Auf den erst 

vor Verwaltungsgericht gestellten Antrag des Beschwerdeführers auf eine 

weitere Verlängerung der Einreichungsfrist seiner Steuererklärung 2011 

samt Unterlagen bis zum 31. März 2014 könne schon deswegen nicht 

eingetreten werden, weil dieser Antrag im vorangehenden Verfahren vor 

der Steuerverwaltung nicht gestellt worden sei und sie diesen deshalb 

auch nicht habe behandeln können. Zudem wäre dem (prozessual ohne-

hin unzulässigen) Gesuch um Verlängerung der Einreichungsfrist auch 

deshalb nicht zu entsprechen, weil die vom Beschwerdeführer angeführ-

ten gesundheitlichen Probleme keinesfalls derart gravierend seien, dass 

er durch diese davon habe abgehalten werden können, die Steuerer-

klärung 2011 selber oder durch eine Drittperson innert Frist einzureichen. 

Sollte das Verwaltungsgericht trotzdem auf die Beschwerde eintreten, ha-

be es in einem ersten Schritt zu prüfen, ob die kantonale Steuerverwal-

tung auf die Einsprache vom 16. November 2013 zu Recht nicht eingetre-

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ten sei. In jener Einsprache habe der Beschwerdeführer in Aussicht ge-

stellt, seine Unterlagen spätestens bis Ende der Kalenderwoche 47 einzu-

reichen. Da diese aber nicht eingegangen seien, stehe fest, dass der im 

Rahmen der Einsprache nötige Nachweis für die Unrichtigkeit der ange-

fochtenen Ermessenstaxation nicht erbracht worden sei, weshalb sie dar-

auf zu Recht nicht eingetreten sei. 

6. Mit seiner innert erstreckter Frist eingereichten Replik vom 24. März 2014 

reichte der Beschwerdeführer dem Verwaltungsgericht seine Steuerer-

klärungen für die Jahre 2010 und 2011 samt Buchhaltungsunterlagen ein. 

Daraus ergebe sich, dass er im Jahre 2011 mit dem Planungsbüro einen 

Gewinn von Fr. 25‘339.13 erzielt und mit der Bar D._____ einen Verlust 

von Fr. 19‘873.45 erlitten habe. Sein steuerbares Einkommen liege somit 

viel tiefer als in den beanstandeten Steuerveranlagungen angenommen, 

weshalb diese zu korrigieren seien. Im Übrigen wiederholte er die bereits 

in seiner Beschwerde gemachten Ausführungen bezüglich der gesund-

heitsbedingten Versäumung der Einreichefrist.

7. In ihrer Duplik vom 10. April 2014 ergänzte die Beschwerdegegnerin, 

dass der Beschwerdeführer in seiner Replik selber bestätige, die Fristen 

zur Einreichung der Steuererklärung weder im Veranlagungs- noch im 

Einspracheverfahren eingehalten zu haben. Damit seien ihre Ermessens-

veranlagungen zu Recht erfolgt. Ohnehin könne das Verwaltungsgericht 

gestützt auf die nachgereichten Steuererklärungen 2010 und 2011 auf 

keinen Fall eine materielle Prüfung dieser Ermessenstaxationen vorneh-

men. Des Weiteren bestehe kein Grund für eine Fristwiederherstellung, 

da der Beschwerdeführer auch im Rahmen seiner Replik keine ausrei-

chenden Beweismittel für den Nachweis eines unverschuldeten Hinder-

nisses, welches ihm die rechtzeitige Einreichung der Steuererklärungen 

verunmöglichte, eingereicht habe. Selbst wenn das Verwaltungsgericht 

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das Vorliegen eines Fristwiederherstellungsgrundes bejahen würde und 

die nachgereichten Steuererklärungen damit als rechtzeitig eingereicht zu 

behandeln wären, könne auf die Beschwerde nicht eingetreten werden, 

da die eingereichten Buchhaltungsunterlagen vor dem Hintergrund der 

entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen ungenügend und unzuver-

lässig seien.

8. Am 2. Mai 2014 liess der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin und 

in Kopie dem Verwaltungsgericht einen Arztbericht der Psychiatrischen 

Dienste Graubünden zukommen, welcher bestätigte, dass er sich in der 

Klinik O1._____ in ambulanter psychotherapeutischer und psychophar-

makologischer Behandlung befunden habe.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften so-

wie in den angefochtenen Nichteintretensentscheiden wird, soweit erfor-

derlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden die 

Nichteintretensentscheide der Beschwerdegegnerin vom 16. Dezember 

2013 bezüglich der Einsprache gegen die Ermessensveranlagungen vom 

16. Oktober 2013 für die Kantons- und die Gemeindesteuer O2._____ 

bzw. die direkte Bundessteuer für das Jahr 2011. Die Prozessvorausset-

zungen geben vorliegend zu keinen Bemerkungen Anlass, weshalb auf 

die Beschwerde – unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägung 4.a – 

grundsätzlich einzutreten ist.

2. a) Soweit der Beschwerdeführer sinngemäss die Aufhebung der Ermes-

sensveranlagung vom 16. Oktober 2013 beantragt, ist vorliegend zu prü-

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fen, ob die Beschwerdegegnerin auf dessen Einsprache vom 16. Novem-

ber 2013 gegen die Ermessensveranlagung zu Recht nicht eingetreten 

ist. Dabei ist vorab festzuhalten, dass der Beschwerdeführer zu Recht 

nach Ermessen veranlagt wurde, da er seinen Verfahrenspflichten trotz 

Mahnung und Androhung der Ermessensveranlagung anerkanntermas-

sen nicht nachgekommen war (vgl. Art. 131 Abs. 1 lit. a des Steuergeset-

zes für den Kanton Graubünden [StG; BR 720.000] und Art. 130 Abs. 2 

des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] 

sowie Vernehmlassung S. 5).

b) Gemäss Art. 137 Abs. 4 StG und Art. 132 Abs. 2 DBG kann eine Veranla-

gung nach Ermessen nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit angefoch-

ten werden, wobei die Einsprache zu begründen ist und allfällige Be-

weismittel zu nennen sind. Eine rechtsgenügliche Begründung setzt dabei 

voraus, dass der Steuerpflichtige innerhalb der Einsprachefrist eine sub-

stantiierte Sachverhaltsdarstellung abgibt und die unterlassenen Mitwir-

kungshandlungen vollständig nachholt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

2C_485/2009 vom 8. April 2010 E.3.1 sowie 2C_441/2008 vom 30. Janu-

ar 2009 E.2.4). Nur so kann nämlich der Nachweis der Unrichtigkeit der 

Veranlagung erbracht werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2C_620/2007 vom 2. Juli 2008 E.3.2). Gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung handelt es sich dabei um eine Prozessvoraussetzung, 

bei deren Fehlen auf die Einsprache nicht eingetreten wird. Demnach 

muss die Steuererklärung innerhalb der Einsprachefrist tatsächlich einge-

reicht werden; es genügt nicht, wenn die Nachlieferung der Steuerer-

klärung in der Einspracheschrift für einen späteren Zeitpunkt in Aussicht 

gestellt wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_499/2012 vom 26. Juli 

2012 E.4.1 und 4.2).

c) Im Rahmen seiner Einspracheschrift vom 16. November 2013 teilte der 

Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin mit, dass er die Steuerer-

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klärung 2011 samt Beilagen im Verlauf der nächsten zwei Wochen einrei-

chen werde. Obwohl die Beschwerdegegnerin mit dem Erlass der Ein-

spracheentscheide bis zum 16. Dezember 2013 zugewartet hatte, blieb 

der Beschwerdeführer die Einreichung der angekündigten Unterlagen 

auch bis zu diesem Zeitpunkt schuldig. Im Rahmen seiner Einsprache 

machte der Beschwerdeführer keine besonderen Gründe geltend, welche 

es ihm verunmöglicht hätten, die vollständig ausgefüllte Steuererklärung 

innerhalb der Einsprachefrist oder zumindest innerhalb der versproche-

nen Nachfrist einzureichen. Indem er seine Steuerunterlagen nicht inner-

halb der Einsprachefrist nachreichte, hatte er den Sachverhalt nicht um-

fassend dargelegt und den Nachweis für die Unrichtigkeit der angefochte-

nen Ermessenstaxationen nicht erbracht, weshalb seine Einsprache den 

vorerwähnten Anforderungen an die Begründungspflicht gemäss Art. 137 

Abs. 4 StG und Art. 132 Abs. 3 DBG nicht genügte. Damit erweisen sich 

die angefochtenen Nichteintretensentscheide der Beschwerdegegnerin 

vom 16. Dezember 2013 in jeder Beziehung als rechtmässig.

3. a) Nach dem Eingang der Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin räumte 

das Verwaltungsgericht wie üblich dem Beschwerdeführer die Gelegen-

heit zur Einreichung seiner Replik ein. Auf entsprechendes Gesuch des 

Beschwerdeführers hin wurde ihm die Frist zur deren Einreichung bis zum 

24. März 2014 erstreckt. Offenbar hatte der Beschwerdeführer die übliche 

gerichtliche Fristansetzung resp. -erstreckung für seine Replik fälschli-

cherweise als Fristgewährung für die Nachreichung seiner Steuerer-

klärungen für die Jahre 2010 und 2011 aufgefasst. Jedenfalls reichte er 

dem Verwaltungsgericht am 24. März 2014 zusammen mit seiner Replik 

seine Steuererklärungen für die Jahre 2010 und 2011 sowie Bilanz und 

Erfolgsrechnung vom 1. Juni 2011 bis 31. Dezember 2011 seiner Bar 

D._____ ein. Wie vorstehend ausgeführt, hätte er diese Unterlagen 

spätestens innerhalb der Einsprachefrist zu Handen der Beschwerdegeg-

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nerin einreichen müssen – das Beschwerdeverfahren ist dafür weder vor-

gesehen noch geeignet (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 

2C_499/2012 vom 26. Juli 2012 E.1.2, wonach sich das Verwaltungsge-

richt einer materiellen Überprüfung der Ermessensveranlagung zu enthal-

ten hat), sodass das Verwaltungsgericht diese ohnehin verspätet einge-

reichten Dokumente nicht beachten darf. 

b) Lediglich der Vollständigkeit halber bleibt zu erwähnen, dass diese nach-

gereichten Steuerunterlagen für die Jahre 2010 und 2011 selbst dann 

nicht ausreichend gewesen wären, wenn sie rechtzeitig und an die dafür 

zuständige Behörde eingereicht worden wären. Gemäss Art. 127 Abs. 3 

StG sowie Art. 124 und Art. 125 Abs. 2 DBG muss eine natürliche Person 

mit Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit ihrer Steuererklärung 

alle notwendigen Buchhaltungsunterlagen beilegen. Die vorliegend dem 

Verwaltungsgericht eingereichten Unterlagen entsprechen diesen Anfor-

derungen in Bezug auf die Bar D._____ nur teilweise und in Bezug auf 

das Planungsbüro gar nicht. Mit anderen Worten: Nachdem die im Veran-

lagungsverfahren versäumten Mitwirkungshandlungen selbst damit nicht 

vollständig nachgeholt wurden, könnte auf die Einsprache vom 16. No-

vember 2013 mangels qualifizierter Begründung (vgl. dazu vorstehend 

E.2b) immer noch nicht eingetreten werden.

4. a) Nebst der Aufhebung der Ermessensveranlagung vom 16. Oktober 2013 

beantragte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 16. Januar 

2014 die Gewährung einer letzten Einreichungsfrist für die Steuerer-

klärung samt Unterlagen bis zum 31. März 2014. Wie die Beschwerde-

gegnerin in ihrer Vernehmlassung zu Recht ausführt, hat der Beschwer-

deführer ein solches Fristverlängerungsgesuch weder im Veranlagungs- 

noch im Einspracheverfahren, sondern erst im Rahmen seiner Beschwer-

de vor Verwaltungsgericht gestellt. Aufgrund des in Art. 51 Abs. 2 des 

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Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) statuier-

ten Novenverbots ist es dem Beschwerdeführer verwehrt, im verwal-

tungsgerichtlichen Verfahren neue Rechtsbegehren zu erheben bzw. vor 

der Vorinstanz gestellte Begehren zu erweitern (vgl. Urteil des Verwal-

tungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] A 11 57 vom 15. Mai 2012 

E.2a). Das Verwaltungsgericht darf mithin nur über Fragen urteilen, zu 

welchen die Vorinstanz Stellung bezogen hat oder – aufgrund der Begeh-

ren – hätte beziehen müssen (vgl. VGU A 06 44 vom 17. Oktober 2006 

E.2a mit weiteren Hinweisen). Soweit mit der vorliegenden Beschwerde 

eine Verlängerung der Frist zur Einreichung der Steuererklärung bis zum 

31. März 2014 verlangt wird, ist darauf nicht einzutreten.

b) Selbst wenn auf dieses Vorbringen einzutreten wäre und der Antrag auf 

Gewährung einer letzten Einreichungsfrist sinngemäss als Wiederherstel-

lungsgesuch behandelt würde, wäre dieses abzuweisen. Gemäss Art. 124 

Abs. 3 StG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 1 VRG kann eine Frist nur wie-

derhergestellt werden, wenn die Partei beweisen kann, dass ihr die Ein-

haltung der Frist infolge eines unverschuldeten Hindernisses nicht mög-

lich war. Im gleichen Sinne verlangt Art. 133 Abs. 3 DBG für das Eintreten 

auf verspätete Einsprachen den Nachweis des Steuerpflichtigen, dass er 

zur rechtzeitigen Einreichung durch erhebliche Gründe verhindert war. 

Dabei bedarf es nicht nur des Nachweises, dass der Betroffene selbst 

nicht in der Lage war, innert Frist zu handeln, sondern auch, dass es ihm 

nicht möglich war, eine Drittperson mit der Vornahme von Prozesshand-

lungen zu beauftragen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.429/2004 vom 

3. August 2004 E.2 mit weiteren Hinweisen). Ein Krankheitszustand kann 

ein unverschuldetes, zur Fristwiederherstellung führendes Hindernis dar-

stellen, wenn und solange er jegliches auf die Fristwahrung gerichtete 

Handeln verunmöglicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6S.54/2006 vom 

2. November 2006 E.2.2.1).

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c) Sowohl in seiner Beschwerdeschrift wie auch in seiner Replik legte der 

Beschwerdeführer seine gesundheitlichen Probleme dar, welche es ihm 

verunmöglicht hätten, richtig zu arbeiten. Nach dem Konkurs der B._____ 

GmbH, deren Geschäftsführer er gewesen sei, im Jahre 2012 habe er 

sich in psychiatrische Behandlung begeben müssen, und im Verlauf des 

Novembers 2013 sei er gar arbeitsunfähig geworden. Die im Rahmen 

seiner Einsprache eingereichten Arztzeugnisse der PDGR attestieren ihm 

„aus medizinischen Gründen“ vom 26. November bis zum 5. Dezember 

2013 bzw. vom 6. Januar bis zum 20. Januar 2014 eine 100%-ige sowie 

vom 6. Dezember 2013 bis zum 5. Januar 2014 eine 50%-ige Arbeitsun-

fähigkeit. Gemäss einem Bestätigungsschreiben der PDGR befand er 

sich dort seit Oktober 2012 in ambulanter psychotherapeutischer und 

psychopharmakologischer Behandlung. Diese Arbeitszeugnisse vermö-

gen die Unmöglichkeit der rechtzeitigen Einreichung der Steuererklärun-

gen indes weder in zeitlicher noch in inhaltlicher Hinsicht zu begründen. 

Auch wenn der Beschwerdeführer zweifellos schon vorher an gewissen 

psychischen Problemen gelitten hatte, bestand die Arbeitsunfähigkeit 

gemäss den eingereichten Arbeitsunfähigkeitszeugnissen erst ab dem 26. 

November 2013. Zu diesem Zeitpunkt war die 30-tägige Einsprachefrist 

der Ermessensveranlagung vom 16. Oktober 2013 bereits verstrichen. 

Auch sind die pauschalen Arbeitsunfähigkeitszeugnisse mit dem lapida-

ren Verweis auf „medizinische Gründe“ zu wenig konkret abgefasst, als 

dass diese die Unmöglichkeit eines rechtzeitigen Handelns im Sinne der 

vorerwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu begründen vermö-

gen. Zudem hätte sich der Beschwerdeführer trotz der von ihm geltend 

gemachten psychischen Probleme durchaus bewusst sein müssen, dass 

er einen Vertreter hätte bestellen sollen, der an seiner Stelle die Steu-

ererklärung 2011 ausfüllt resp. die Jahresrechnungen 2011 für seine bei-

den Betriebe erstellt. Dies ergibt sich nicht nur aus seiner Stellung als be-

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standener Geschäftsmann – er ist Inhaber zweier Firmen und war Ge-

schäftsführer der B._____ GmbH –, sondern auch aus den Ausführungen 

in seiner Beschwerdeschrift, wonach er die Unterstützung eines Treuhän-

ders habe in Anspruch nehmen wollen, aus finanziellen Gründen jedoch 

davon abgesehen habe. Der Hinweis auf seine mangelnden Finanzen ist 

in diesem Zusammenhang weder haltbar noch relevant; zum einen gelten 

finanzielle Gründe nicht als Hinderungsgrund im Sinne von Art. 10 Abs. 2 

VRG resp. Art. 133 Abs. 3 DBG, und zum anderen gibt der Beschwerde-

führer in seiner dem Gericht eingereichten Steuererklärung 2011 selber 

ein steuerbares Vermögen von Fr. 212‘410.-- an. Folglich gelingt dem Be-

schwerdeführer der Nachweis, dass ihm die rechtzeitige Einreichung der 

Steuererklärung 2011 infolge eines unverschuldeten Hindernisses nicht 

möglich war, nicht, weshalb ihm eine Wiederherstellung der Einreichefrist 

– selbst wenn auf sein entsprechendes Gesuch eingetreten werden wür-

de – ohnehin nicht zu gewähren wäre.

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Gerichtskosten gestützt 

auf Art. 73 Abs. 1 VRG dem Beschwerdeführer auferlegt. Eine ausserge-

richtliche Entschädigung wird der Beschwerdegegnerin nicht zugespro-

chen, da sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt hat (Art. 

78 Abs. 2 VRG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2‘500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 324.--

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zusammen Fr. 2'824.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung die-

ses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]