# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c25e4680-1d32-58bd-8425-b8878d8eed8e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.12.2012 UV 2012/44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-44_2012-12-17.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/44

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 17.12.2012

Entscheiddatum: 17.12.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 17.12.2012
ATSG Art.4, UVV Art. 9 Abs. 2 lit. f. Unfall beim Spielen mit Kind und dessen 
Hochheben mit plötzlicher Arm-/Schulterbewegung nicht nachgewiesen. 
Dabei entstandene Abrisse der Supra- und Infraspinatussehne und teilweise 
Ruptur der Subscapularissehne wurden nicht unfallähnlich gesetzt und 
begründen - obwohl Listenverletzungen - daher keine Leistungspflicht der 
Unfallversicherung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 17. Dezember 2012, UV 2012/44).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 17. Dezember 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans Frei, Kriessernstrasse 40, 9450 Altstätten,

gegen

Schweizerische National-Versicherungs-Gesellschaft, Steinengraben 41, 4003 Basel,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Schweizerische National-Versicherungs-Gesellschaft, p.A. 

Rechtsdienst, Wuhrmattstrasse 21, 4103 Bottmingen,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a  A.___ ist bei der Firma B.___ als Filialleiter angestellt und dadurch bei der 

Schweizerischen National-Versicherungs-Gesellschaft AG, Basel (nachfolgend 

National) obligatorisch gegen Unfälle versichert. Am 10. Juni 2011 wurde der National 

gemeldet, der Versicherte habe am 23. April 2011 beim Spielen mit einem Kind eine 

plötzliche Arm- und Schulterbewegung gemacht und sich dabei einen Sehnenriss 

zugezogen (UV-act. M1; Ausdruck vom 14. Juni 2011). Auf dem Fragebogen der 

Unfallversicherung schilderte der Versicherte am 22. Juni 2011 den Hergang wiederum 

mit: "plötzliche Arm- und Schulterbewegung beim Spielen mit Kind" (UV-act. M2). 

Anlässlich der Erstbehandlung im SWICA Gesundheitszentrum vom 26. April 2011 

wurde eine Ruptur der Supraspinatussehne links diagnostiziert (UV-act. M4; Aus den 

Adressaten von UV-act. M3 und M6 lässt sich schliessen, dass der erstbehandelnde 

Arzt Dr. med. C.___ war.). Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie sowie Sportmediziner, dem der Versicherte zur Weiterbehandlung 

überwiesen worden war, weitete die Diagnose auf ausgedehnte 

Supraspinatussehnenruptur Schulter links aus (UV-act. M3, Bericht vom 9. Juni 2011). 

Im Operationsbericht vom 12. Juli 2011 präzisierte er sie auf komplexe 

Rotatorenmanschettenruptur mit Abriss der Supra- und Infraspinatussehne und 

partieller Ruptur des cranialen Rands der Subscapularissehne links (UV-act. M6). Am 

Tag nach der Operation wurde der Versicherte telefonisch zum Hergang befragt. Die 

Sachbearbeiterin der National notierte, er habe beim Spielen mit einem Kind dieses 

hoch heben und leicht in die Luft werfen wollen. Beim Hochheben habe er einen 

stechenden Schmerz in der Schulter verspürt. Er habe weder angeschlagen, noch sei 

er ausgerutscht oder sonst wie im Bewegungsablauf gestört gewesen (UV-act. M5).

A.b  Mit Schreiben vom 20. Juli 2011 teilte die National dem Versicherten mit, dass die 

Voraussetzungen einer Leistungspflicht aus der obligatorischen Unfallversicherung für 

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die Behandlung der linken Schulter nicht gegeben seien (UV-act. K4). Mit E-Mail vom 

4. August 2011 führte er darauf zum Hergang aus, um dem Kind einen Salto zu ermög­

lichen, habe er es angehoben und habe mit dem linken Arm die erwähnte plötzliche 

Armbewegung mit enormem Kraftaufwand ausführen müssen, um dem Kind die 

notwendige Rotation zu ermöglichen, damit es nicht auf den Kopf falle. Weiter monierte 

er die langsame Schadenbehandlung und die Tatsache, dass er am frühen Morgen 

nach der Schulteroperation - in entsprechend schlechtem Zustand - von der 

Versicherung befragt worden sei (UV-act. K5). Mit Verfügung vom 23. August 2011 

lehnte die National ihre Leistungspflicht auch formell ab (UV-act. K6).

A.c  Die SWICA Krankenversicherung AG erhob mit Schreiben vom 29. August 2011 

vorsorglich Einsprache gegen die Verfügung vom 23. August 2011 (UV-act. K9). Am 

9. September 2011 wandte sich auch Dr. D.___ schriftlich an die Unfallversicherung 

und schilderte, sein Patient habe am 23. April 2011 einem Kind helfen wollen, einen 

Salto zu machen und dabei ein akutes Schmerzereignis in der linken Schulter erlitten 

(UV-act. M7). Die Einsprache des Versicherten, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 

Hans Frei, Altstätten, datiert vom 21. September 2011 und wurde am 20. Oktober 2011 

ergänzt (UV-act. K13, K16). Der Krankenversicherung wurde am 16. Februar 2012 eine 

Nachfrist zur Einsprachebegründung bis zum 8. März 2012 gesetzt und ein 

Nichteintretens-Entscheid angedroht, falls jene nicht fristgerecht eintreffe (UV-act. 

K17).

A.d  Mit Einspracheentscheid vom 4. April 2012 wies die National die Einsprache des 

Versicherten ab und trat auf diejenige des Krankenversicherers nicht ein (UV-act. K19).

B.       

B.a  Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 14. Mai 2012 mit den Anträgen, der 

Einspracheentscheid vom 4. April 2012 sei vollumfänglich aufzuheben; es sei 

festzustellen, dass der Vorfall vom 23. April 2011 als Unfall zu qualifizieren und deshalb 

die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, für die damit verbundenen Kosten (Spital, 

Therapie, Taggeld usw.) vollumfänglich aufzukommen; zur genauen Feststellung der 

Unfallkosten sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung wird angeführt, der geschilderte 

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Sachverhalt werde nun zu seinen Lasten so gedreht, dass keine Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin bestehe. Beim Ereignis vom 23. April 2011 habe er einen 

Sehnenriss erlitten. Nach Art. 9 Abs. 2 lit. f der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) sei diese Verletzung auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung 

einem Unfall gleichgestellt. Dieser habe sich nicht bei einer blossen Lebensverrichtung 

ereignet sondern in einer für ihn physiologisch und psychologisch höchst 

aussergewöhnlichen Situation. Seine Schulter sei auch nicht vorgeschädigt gewesen, 

wie die Beschwerdegegnerin fälschlicherweise behaupte. Deshalb sei sie 

leistungspflichtig.

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 6. Juni 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin die 

vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 

zu Lasten des Beschwerdeführers. Zur Begründung führte sie an, es lägen mehrere 

Schilderungen des Vorfalls vor, was vorliegend von Bedeutung sei. Es sei auf die 

"Aussagen der ersten Stunden" abzustellen, die kein Hinzutreten besonderer 

Vorkommnisse wiedergeben würden. Es fehle daher am Unfallereignis und der 

Sehnenriss könne angesichts der einschlägigen Rechtsprechung auch nicht als 

unfallähnliche Körperschädigung gewertet werden, weshalb sie aus der obligatorischen 

Unfallversicherung nicht leistungspflichtig sei. Dem Beschwerdeführer sei darin 

zuzustimmen, dass im angefochtenen Einspracheentscheid fälschlicherweise von einer 

Vorschädigung der Schulter ausgegangen worden sei. Auf die Beurteilung, ob ein 

Unfall oder eine unfallähnliche Körperschädigung vorliege, habe diese Feststellung 

allerdings keinen Einfluss.

B.c  In der Replik vom 26. Juni 2012 und der Duplik vom 6. Juli 2012 halten beide 

Parteien an ihren Standpunkten fest und betonen insbesondere den Stellenwert der 

Hergangsschilderung. Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie 

den Inhalt der übrigen Akten wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den nach­

folgenden Erwägungen näher eingegangen.

Erwägungen:

1.        

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1.1   Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Vorfall vom 23. April 

2011, bei dem sich der Beschwerdeführer eine komplexe Rotatorenmanschettenruptur 

mit Abriss der Supra- und Infraspinatussehne und partieller Ruptur der 

Subscapularissehne links zugezogen hatte, zu Recht weder als Unfall noch als 

unfallähnliche Körperschädigung qualifizierte und ihre Leistungspflicht aus der 

obligatorischen Unfallversicherung verneinte.

1.2   Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid den 

Unfallbegriff gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sowie die gesetzliche Regelung von Art. 9 

Abs. 2 UVV zu den unfallähnlichen Körperschädigungen zutreffend dargelegt (S. 6 

Ziff. 4, S. 7 Ziff. 6). Ebenfalls zutreffend sind ihre Ausführungen, wonach bei unklaren 

Sachverhalten oder sich widersprechenden Angaben auf die spontanen "Aussagen der 

ersten Stunde" abzustellen ist (S. 6 Ziff. 4) sowie die Darstellung des im 

Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrads der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit (S. 5 f. Ziff.3). Darauf kann verwiesen werden.

2.        

2.1   Strittig ist zunächst, ob der Beschwerdeführer den Hergang am 23. April 2011 

einheitlich gleich geschildert hat oder ob verschiedene Schilderungen vorliegen und 

falls ja, aufgrund welcher davon die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu 

beurteilen ist.

2.1.1         In den Akten der Beschwerdegegnerin findet sich ein am 14. Juni 2011 

gefertigter Ausdruck einer Meldung vom 10. Juni 2011 mit der Hergangsangabe: 

"Plötzliche Arm- und Schulterbewegung beim Spielen mit Kind" (UV-act. M1). Ob 

dieses Formular aufgrund von Beilage 4 des Beschwerdeführers zur Beschwerde 

ausgefüllt worden war (act. G 1.4; dieses Aktenstück findet sich nicht in den Unterlagen 

der Beschwerdegegnerin), ist bezüglich Hergangsschilderung unwesentlich, da die 

Angaben übereinstimmen. Aufgrund der Gliederung des fünfseitigen Formulars UVG-

Schadenmeldung mit Ziffer 6 zum Stichwort Sachverhalt (Unfallbeschreibung, Verdacht 

auf Berufskrankheit) auf Seite 2 ist jedenfalls nicht anzunehmen, dass die vom 

Beschwerdeführer als fehlend monierte Seite 5 desselben weitere Angaben zum 

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Hergang erfragt hätte. Die gleiche Angabe ("plötzliche Arm-/Schulterbewegung beim 

Spielen mit Kind") machte der Beschwerdeführer im persönlich ausgefüllten und 

unterzeichneten Fragebogen der National vom 22. Juni 2011. Die Nachfrage auf dem 

Fragebogen, ob es sich um eine gewohnte Tätigkeit gehandelt habe und ob sich etwas 

Besonderes ereignet habe (Sturz, Ausrutscher etc.) und wenn ja, was? beantwortete er 

mit dem Verweis auf Ziffer 1 und damit auf die Angabe "plötzliche Arm-/

Schulterbewegung beim Spielen mit Kind" (UV-act. M2).

2.1.2         Der erstbehandelnde Arzt (offenbar Dr. C.___, vgl. Sachverhalt A.a) gab im 

Zeugnis vom 28. Juni 2011 die Angaben des Patienten mit "Schulterdist. li beim 

Spielen mit Kind, dieses in ungünstiger Pos. gelupft" wieder (UV-act. M4). Dr. D.___ 

erhob am 6. Juni 2011 zum Hergang: "Ca. an Ostern wollte Herr A.___ ein Kleinkind 

aufheben. Dabei kam es zu einem akuten Zwickereignis im Bereich der linken 

Schulter." (UV-

act. M3, Bericht vom 9. Juni 2011). Im Operationsbericht vom 12. Juli 2011 führte er 

unter Indikation aus: "An Ostern wollte Herr A.___ ein Kind aufheben. Dabei erlitt er ein 

Distorsionstrauma des linken Schultergelenkes." (UV-act. M6). Auch wenn der 

Beschwerdeführer geltend macht, diese Angaben würden nicht von ihm selber 

stammen und er hätte sie insbesondere nicht selbst unterzeichnet, fassten beide Ärzte 

den Hergang zusammen, wie ihn der Beschwerdeführer ihnen gegenüber geschildert 

hatte und wie er auch zum Verletzungsbild passte. Obwohl er diese Schilderungen 

nicht gegen sich gelten lassen will, ist festzustellen, dass sie jedenfalls nicht im 

Widerspruch zu seinen eigenen Angaben im Fragebogen und in der Unfallmeldung 

stehen (UV-act. M1 f.).

2.1.3         Aufgrund der telefonischen Befragung vom 13. Juli 2011 notierte die 

Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin, der Beschwerdeführer habe beim Spielen 

mit einem Kind dieses hoch heben und leicht in die Luft werfen wollen. Beim 

Hochheben habe er einen stechenden Schmerz in der Schulter verspürt. Er habe weder 

angeschlagen, noch sei er ausgerutscht oder sonst wie im Bewegungsablauf gestört 

gewesen (UV-act. M5). Es trifft zu, dass es nicht glücklich war, als Befragungstermin 

den Morgen nach der am Vorabend durchgeführten Schulteroperation zu wählen. 

Dennoch bestehen keine Anhaltspunkte, dass die Sachbearbeiterin den Inhalt des 

Telefongesprächs unzutreffend wiedergegeben hatte, stimmen diese Angaben doch 

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mit denjenigen der Ärzte überein und besteht kein Widerspruch zur bisherigen 

Schilderung durch den Beschwerdeführer.

2.1.4         Nach der Leistungsablehnung der Beschwerdegegnerin vom 20. Juli 2011 

teilte der Beschwerdeführer im E-Mail vom 4. August 2011 "zur Präzisierung des 

Unfallhergangs" mit: "Um dem Kind einen Salto zu ermöglichen, habe ich es 

angehoben und musste mit dem linken Arm die erwähnte plötzliche Armbewegung mit 

enormem Kraftaufwand ausführen, um dem Kind die notwendige Rotation zu 

ermöglichen, damit es nicht auf den Kopf fällt." (UV-act. 5). Selbst wenn diese 

Schilderung als Präzisierung der Angaben im Fragebogen verstanden wird, den der 

Beschwerdeführer am 22. Juni 2011 ausgefüllt hatte, enthält sie mit "Salto 

ermöglichen" und "notwendige Rotation ermöglichen, damit es nicht auf den Kopf fällt" 

zwei neue Elemente, die früher - trotz mehrfacher Nachfrage - nicht genannt worden 

waren. Auch Dr. D.___ schilderte in seinem Schreiben vom 9. September 2011 neu 

(UV-act. M7), am 23. April 2011 habe der Beschwerdeführer einem Kind helfen wollen, 

einen Salto zu machen, nachdem er vorher das Aufheben eines Kindes berichtet hatte. 

Wenn nicht bereits diese Schilderungen als Wechsel der Aussage zu qualifizieren sind, 

sind es sicher die Angaben des Rechtsvertreters in der Einsprache vom 21. September 

2011, der Beschwerdeführer habe mit seinem Göttibub gespielt. Dieser habe einen 

Salto machen wollen und gedroht, auf den Kopf zu fallen. Er habe dann reflexartig 

eingegriffen und seinen Göttibub mit dem linken Arm aufgefangen. Ohne das Eingreifen 

seines Mandanten wäre der Göttibub wie erwähnt auf den Kopf gestürzt (UV-act. K13, 

Begründung Ziff. 1). Diese Schilderung weist im Gegensatz zu derjenigen im E-Mail 

vom 4. August 2011 darauf hin, dass das Kind den Salto unerwartet machte und damit 

der Bewegungsablauf unplanmässig verlief. Es ist unwahrscheinlich, dass eine 

reflexartige Schutzbewegung im Zusammenhang mit einem plötzlichen, unerwarteten 

Saltosprung eines Kindes nicht als solche beschrieben wird, wenn ausdrücklich 

danach gefragt wird, wie das im Fragebogen der Beschwerdegegnerin der Fall war. Will 

ein Kind demgegenüber geplant einen Salto machen und benötigt dabei Hilfestellung, 

besteht die Hauptaufgabe des Helfenden darin, seinen Kopf zu führen. Muss dabei 

nachgegriffen werden, ist das, auch wenn es plötzlich erforderlich wird, in diesem 

Ablauf nichts Ungewöhnliches.

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2.1.5         Entgegen den Ausführungen, die der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers vor allem in der Replik macht, liegen damit sehr wohl verschiedene 

Hergangsschilderungen vor. Nach der Beweisregel, wonach bei unklaren 

Sachverhalten oder sich widersprechenden Angaben auf die "Aussagen der ersten 

Stunde" abzustellen ist, ist insbesondere diejenige Schilderung massgebend, die der 

Beschwerdeführer am 22. Juni 2011 im Fragebogen der Beschwerdegegnerin gemacht 

hat und die durch die anfänglichen Angaben der behandelnden Ärzte und seine 

eigenen Ausführungen präzisiert wurden, die aufgrund der telefonischen Befragung 

durch die Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin vom 13. Juli 2011 notiert wurden 

(UV-act. M2 ff.). Es ist davon auszugehen, dass das Kind während des Spiels 

hochgehoben werden sollte und dabei die Schmerzen an der Schulter auftraten, ohne 

dass der Bewegungsablauf gestört worden war. Mit der Unterstützung des Kindes 

beim Salto besteht zwar eine andere Hergangsschilderung. Wie bereits ausgeführt 

(E. 2.1.4), stellt jedoch auch das plötzliche Nachgreifen beim Führen des Kopfes für 

einen Salto des Kindes nichts Ungewöhnliches dar.

2.2   Bei der vorliegend zu prüfenden Hergangsversion (Hochheben des Kindes) fehlt 

das Element des ungewöhnlichen äusseren Faktors. Damit kann das Ereignis vom 

23. April 2011 nicht als Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG qualifiziert werden und erfolgte 

diesbezüglich die Ablehnung der Leistungspflicht durch die Beschwerdegegnerin zu 

Recht.

2.3   Beim Ereignis vom 23. April 2011 traten Abrisse der Supra- und 

Infraspinatussehne auf und wurde die Subscapularissehne teilweise gerissen. Damit 

liegen unbestrittenermassen Körperschädigungen vor, die in lit. f von Art. 9 Abs. 2 UVV 

aufgelistet sind. Es bleibt zu prüfen, ob diese unter unfallähnlichen Bedingungen durch 

die Einwirkung eines schädigenden äusseren Faktors entstanden sind und ob daher die 

Beschwerdegegnerin unter diesem Titel leistungspflichtig wurde.

2.3.1         Nach der Rechtsprechung, die im angefochtenen Einspracheentscheid 

weitgehend dargestellt wurde, ist das Auftreten von Schmerzen als solches kein 

äusserer (schädigender) Faktor. Von einem erforderlichen äusseren schädigenden 

Faktor kann somit dort nicht gesprochen werden, wo die versicherte Person nur das 

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(erstmalige) Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag (vgl. 

BGE 129 V 469 E. 4.2.1).

2.3.2         Eine unfallähnliche Körperschädigung liegt weiter nur dann vor, wenn dem 

Geschehen, das auf den Körper der geschädigten Person eingewirkt hat, ein 

gesteigertes Gefahrenpotenzial innewohnte und es nicht einer alltäglichen 

Lebensverrichtung gleichkommt. Ein solches wird bejaht, wenn die zum 

einschiessenden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer allgemein gesteigerten 

Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa für viele sportliche Betätigungen 

zutreffen kann. Der äussere Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial ist sodann 

auch zu bejahen, wenn die in Frage stehende Lebensverrichtung einer mehr als 

physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, 

insbesondere seiner Gliedmassen, gleichkommt (vgl. BGE 129 V 470 E. 4.2.2 sowie 

Urteil des Bundesgerichts vom 10. Januar 2011, 8C_665/2010, E. 3.2).

2.3.3         Der massgebende Hergang lässt kein gesteigertes Gefährdungs- oder 

Schädigungspotenzial erkennen, auch wenn das Heben des Kindes mit einer 

plötzlichen Arm- und Schulterbewegung verbunden war. Das Bundesgericht hat auch 

in zahlreichen vergleichbaren Fällen ein unfallähnliches Geschehen verneint, wie die 

Kasuistik in E. 3.3 seines Urteils vom 10. Januar 2011, 8C_665/2010, zeigt: Beim 

Heben eines ca. 20 kg schweren, bepackten Koffers durch eine Frau (Urteil vom 

13. Februar 2009, 8C_656/2008, E. 3.3), beim Ausziehen eines 25 bis 30 kg schweren 

Rucksacks (Urteil vom 12. November 2009, 8C_696/2009, E. 6.2) und beim 

schwungvollen Anheben einer ca. 15 kg schweren Bücherkiste durch eine Frau bei 

Umzugsarbeiten (Urteil vom 17. März 2009, 8C_867/2009, E. 3.3) wurde ein 

gesteigertes Gefährdungs- oder Schädigungspotenzial verneint. Auch dem Werfen 

eines 15 bis 20 kg schweren 60-Liter-Kehrrichtssacks auf einen langsam 

weiterrollenden Kehrrichtwagen durch einen Belader hatte das Bundesgericht am 

10. Januar 2011 das gesteigerte Gefährdungspotenzial abgesprochen (Urteil 

8C_665/2010 E. 3.4).

2.3.4         Beim Hochheben des Kindes hat sich am 23. April 2011 nichts 

Unfallähnliches ereignet bzw. wurde vom Beschwerdeführer glaubhaft als überwiegend 

wahrscheinlich dargetan. Die Beschwerdegegnerin hat damit dem zu beurteilenden 

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Vorgang die Unfallähnlichkeit zu Recht abgesprochen und ihre Leistungspflicht für 

diese Listenverletzungen aufgrund von Art. 9 Abs. 2 UVV verneint.

2.4   Aus den weiteren Argumenten des Beschwerdeführers ergibt sich keine andere 

Beurteilung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin:

2.4.1         Wie im Sachverhalt unter B.b dargelegt, nahm die Beschwerdegegnerin die 

Ausführungen im angefochtenen Einspracheentscheid, seine Schulter sei 

vorgeschädigt gewesen, als fälschlicherweise erfolgt, zurück.

2.4.2         Der Beschwerdeführer und Dr. D.___ rügten die lange Zeit von über einem 

Monat, die die Beschwerdegegnerin zur Beurteilung ihrer Leistungspflicht benötigte. 

Zwar blieb diese ohne jeglichen Einfluss auf das Ergebnis der Beurteilung. Dennoch 

darf dem Beschwerdeführer entgegengehalten werden, dass er seiner Pflicht, das 

Ereignis vom 23. April 2011, aufgrund dessen er am 26. April 2011 einen Arzt 

aufsuchte, gemäss Art. 45 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

(UVG; SR 832.20) unverzüglich seinem Arbeitgeber oder dem Versicherer zu melden, 

offenbar nicht nachkam und mit der Meldung bis nach der Konsultation bei Dr. D.___ 

(am 6. Juni 2011, vgl. UV-act. M3) zuwartete. Auch ist aus den Akten der 

Beschwerdegegnerin keine wesentliche Verzögerung zu erkennen, ging der Bericht von 

Dr. D.___ an Dr. C.___ vom 9. Juni 2011 (UV-act. M3) doch erst am 1. Juli 2011 und 

das Arztzeugnis des SWICA Gesundheitszentrums vom 28. Juni 2011 (UV-act. M4) am 

5. Juli 2011 bei ihr ein. Nach dem Telefongespräch mit dem Beschwerdeführer am 

13. Juli 2011 (UV-act. M5) erfolgte die schriftliche Ablehnung am 20. Juli 2011.

2.5   Bei diesem Ausgang erübrigt sich die beantragte Rückweisung an die 

Beschwerdegegnerin zur Ermittlung und Vergütung der genauen Kosten im 

Zusammenhang mit dem Ereignis vom 23. April 2011.

3.        

3.1   Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

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3.2   Die Beschwerdegegnerin beantragt die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdeführers. Ihr ist Art. 61 lit. g ATSG 

entgegenzuhalten, wonach nur die obsiegende, Beschwerde führende Person 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten hat. Eine Entschädigung an den 

Versicherungsträger würde auch dem Prinzip der Unentgeltlichkeit des Verfahrens 

gemäss Art. 61 lit. a ATSG widersprechen. Ein Grund für eine Ausnahme von diesem 

Prinzip, wie mutwilliges oder leichtsinniges Verhalten, liegt nicht vor und wird auch 

nicht geltend gemacht (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2009, N 114 

zu Art. 61 sowie BGE 126 V 149 ff. E. 4). Der entsprechende Antrag der 

Beschwerdegegnerin ist daher abzuweisen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.      Der Antrag der Beschwerdegegnerin auf eine Parteientschädigung wird 

abgewiesen.

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