# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 658a12f2-e6a4-5365-b07b-68d0a8315c50
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.10.2011 D-6848/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6848-2010_2011-10-10.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6848/2010

U r t e i l   v om   1 0 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz),
Richter Martin Zoller, 
Richter Pietro Angeli­Busi; 
Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy.

Parteien A._______, geboren am (…),
Sudan, 
vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, 
c/o Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende, 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Flüchtlingseigenschaft; 
Verfügung des BFM vom 31. August 2010 / N _______.

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  verliess  eigenen  Angaben  zufolge  sein 
Heimatland im September 2006 und gelangte am 9. Oktober 2006 illegal 
in  die Schweiz, wo er  am selben Tag ein Asylgesuch  stellte. Anlässlich 
der  Befragung  zur  Person  (BzP)  vom  18.  Oktober  2006  im  Empfangs­ 
und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______  machte  er  unter  anderem 
geltend,  er  gehöre  der  Ethnie  der  Zaghawa  an  und  stamme  aus 
C._______  (Süd­Darfur). Am 4.  Juni  2007 wurde der Beschwerdeführer 
durch  die  zuständige  kantonale  Behörde  zu  seinen  Asylgründen 
angehört.  Das  BFM  führte  am  3.  Juni 2008  eine  ergänzende  Anhörung 
des Beschwerdeführers durch. Dabei reichte dieser Beweismittel ein, um 
seine exilpolitischen Aktivitäten zu belegen.

B. 

B.a. Zur Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer 
im  Wesentlichen  geltend,  er  habe  im  Jahr  2003  an  der  Universität 
Khartoum ein vierjähriges Pädagogikstudium mit der Fachrichtung Physik 
und  Mathematik  abgeschlossen.  In  dieser  Zeit  sei  er  auch  für  die 
Bewegung  für die Befreiung Sudans  (SLM) aktiv gewesen, und er habe 
sich  im  sozialen  Bereich  engagiert.  Nach  dem  Studium  habe  er 
Militärdienst  leisten  müssen.  Am  Ende  des  Militärdienstes  sei  er 
aufgefordert  worden,  mit  dem  Geheimdienst  zu  kooperieren  und 
Informationen  über  andere  Zaghawas  zu  liefern.  Als  er  sich  geweigert 
habe,  sei  er  festgenommen  worden.  Seine  Situation  habe  sich 
verschlechtert, nachdem die Behörden bei ihm zu Hause regimekritische 
Dokumente gefunden und konfisziert hätten. Nach einigen Tagen sei ihm 
die  Flucht  gelungen.  Er  habe  C._______  verlassen  und  sich  zu  einem 
Onkel aufs Land begeben. Am 9. Januar 2005 hätten arabische Milizen 
das  Dorf  überfallen  und  den  Onkel  getötet.  Daraufhin  sei  der 
Beschwerdeführer  nach  C._______  zurückgekehrt.  Er  habe  sich  in  der 
Folge  bei  verschiedenen Freunden  aufgehalten.  Am 5. Mai  2005  sei  er 
erneut  in C._______  festgenommen worden. Man habe  ihm Widerstand 
gegen  das  Regime  vorgeworfen  und  ihn  aufgefordert,  ein  vorbereitetes 
Geständnis zu unterzeichnen. Weil er sich geweigert habe, sei er  immer 
wieder misshandelt worden. Nach etwa sechs Monaten sei ihm während 
eines Gefangenentransports die Flucht gelungen. Danach habe er sich zu 
einem  in  Nord­Darfur  lebenden  Onkel  begeben.  Etwas  mehr  als  ein 
halbes  Jahr  später  sei  er  erneut  nach C._______  zurückgekehrt, wo  er 

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sich  über  seine  Lage  habe  erkundigen wollen.  Als  er  zu  seinem Onkel 
habe zurückkehren wollen, sei er Mitte August 2006 an einem zwischen 
C._______  und  D._______  gelegenen  Kontrollposten  zurückgehalten 
worden. Als er geflohen sei, sei er von einem Polizeihund verfolgt und ins 
Bein  gebissen  worden,  dennoch  habe  er  seine  Flucht  fortgesetzt. 
Unterwegs habe er einen anderen Zaghawa getroffen, der ihn zu seinem 
Onkel gefahren habe. Anfang September 2006 habe er sich  illegal nach 
Libyen begeben. Er sei weiter nach Tripolis gefahren, von wo aus er zwei 
Tage später mit einem Boot nach Europa gereist sei. 

B.b.  Der  Beschwerdeführer  reichte  einen  Geburtsschein  sowie  einen 
Nationalitätenausweis zu den Akten und erklärte, weder einen Reisepass 
noch eine Identitätskarte besessen zu haben.

C. 
Mit Verfügung vom 31. August 2010 – eröffnet am 1. September 2010 – 
lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, weil dessen 
Vorbringen  teils  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft 
gemäss Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), 
teils  denjenigen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht 
genügten, und ordnete die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der 
Schweiz  an.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  wurde  zu  Gunsten  einer 
vorläufigen  Aufnahme  aufgeschoben  und  der  Kanton  Zürich  mit  der 
Umsetzung der vorläufigen Aufnahme beauftragt.

C.a.  Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Einzelnen  aus,  der 
Beschwerdeführer habe widersprüchliche und der allgemeinen Erfahrung 
und der Logik des Handelns widersprechende Aussagen gemacht. 

So  habe  er  bei  der  BzP  und  der  kantonalen  Anhörung  erklärt,  im 
Anschluss  an  die Hausdurchsuchung habe man  ihn  etwa 15 Tage  lang 
festgehalten, dann sei ihm die Flucht gelungen (vgl. Akten der Vorinstanz 
A1/8 S.  3; A11/10 S. 9).  In  der  ergänzenden Anhörung  durch  das BFM 
habe er hingegen geltend gemacht, er sei drei Wochen lang festgehalten 
worden  (vgl. A18/28 S.  14). Des Weiteren habe er  erklärt,  er  habe den 
Kontakt zu seinem Vater schon vor einiger Zeit verloren und wisse nicht 
mehr, wo  sich  dieser  aufhalte. Diesbezüglich  habe  er  bei  der BzP  vom 
18. Oktober  2006  angegeben,  der  Aufenthaltsort  seines  Vaters  sei  ihm 
seit  anderthalb  oder  zwei  Jahren  unbekannt  (vgl.  A1/8  S.  3).  Bei  der 
kantonalen  Anhörung  habe  er  behauptet,  er  wisse  seit  Ende  2003/ 
Anfang  2004  nicht mehr,  wo  sich  sein  Vater  befinde  (vgl.  A11/10 S.  4) 

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und  bei  der  ergänzenden  Anhörung  habe  er  erklärt,  er  habe  seit  Ende 
2002 nichts mehr von seinem Vater gehört (vgl. A18/28 S. 4). 

Der  Beschwerdeführer  habe  behauptet,  weder  einen  Reisepass  noch 
eine  Identitätskarte  besessen  zu  haben.  Er  habe  auch  nie  eine 
Identitätskarte  beantragt.  Im  Jahre  2004  habe  ein  Verwandter  von  ihm 
erfolglos  versucht,  für  ihn einen Reisepass ausstellen  zu  lassen. Es sei 
jedoch  wenig  wahrscheinlich,  dass  der  Beschwerdeführer  keine 
Identitätskarte  besessen  habe.  Gemäss  den  Erkenntnissen  des  BFM 
bestehe  im  Sudan  nämlich  eine  Ausweistragpflicht.  In  aller  Regel  sei 
denn  auch  der  Besitz  einer  Identitätskarte  notwendig,  um  überhaupt 
einen  Reisepass  ausgestellt  zu  erhalten.  Es  dränge  sich  somit  der 
Schluss  auf,  dass  der  Beschwerdeführer  seine  Ausweispapiere  nicht 
abgegeben  habe,  um  dadurch  den  Asylbehörden  für  sein  Asylgesuch 
wichtige Informationen vorzuenthalten. 

Ferner  habe  der  Beschwerdeführer  erklärt,  nach  dem  Überfall  auf  das 
Dorf  seines  Onkels  sei  er  nach  C._______  zurückgekehrt.  Dieses 
Verhalten  sei  nicht  nachvollziehbar,  da  er  so  das Risiko  festgenommen 
zu  werden,  erheblich  gesteigert  hätte.  Vielmehr  wäre  zu  erwarten 
gewesen,  dass  er  sich  andernorts  bei  Verwandten  oder  Bekannten 
aufgehalten hätte. 

Auch die  vom Beschwerdeführer  geschilderten Fluchtumstände  könnten 
nicht überzeugen und wirkten konstruiert. So habe der Beschwerdeführer 
angegeben,  er  habe  einmal  fliehen  können,  weil  ihn  ein  netter  Wärter 
nach draussen habe gehen  lassen, damit er sein Gebet habe verrichten 
können (vgl. A11/19 S. 10). Ein anderes Mal sei  ihm die Flucht aus der 
Gefangenschaft  geglückt,  weil  während  eines  Gefangenentransportes, 
bei  welchem  er  nicht  gefesselt  gewesen  sei,  das  Fahrzeug  angehalten 
habe.  Danach  seien  die  drei  Wärter  allesamt  einer  anderen  Person 
nachgerannt,  die  aus  einem  Haus  geflohen  sei  (vgl.  a.a.O.  S.  12).  Ein 
drittes Mal wolle er geflohen sein, nachdem er bei einem Kontrollposten 
habe  warten  müssen.  Danach  sei  er  zwar  von  einem  Polizeihund 
gebissen  worden,  und  es  sei  viel  Blut  aus  der  Wunde  ausgetreten,  er 
habe jedoch die Flucht fortgesetzt und nach fünf Stunden einen anderen 
Zaghawa angetroffen. Die Polizisten hätten ihn nicht verfolgt, weil sie nur 
zu  zweit  gewesen  seien  und  den  Rest  der  Leute  hätten  kontrollieren 
müssen  (vgl.  a.a.O.  S.  6  und  13).  Auch  falle  auf,  dass  der 
Beschwerdeführer  in  der  ergänzenden  Anhörung  bezüglich  der  letzten 

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Flucht  ausgeführt  habe,  an  besagtem  Kontrollposten  habe  es  mehrere 
Posten – folglich auch mehr Personal – gegeben (vgl. A18/28 S. 23). 

C.b. Der Beschwerdeführer habe ferner sinngemäss geltend gemacht, er 
sei wegen seiner Ethnie  im Sudan dem Risiko einer Kollektivverfolgung 
ausgesetzt.  Die  Anforderungen  an  die  Feststellung  einer 
Kollektivverfolgung  seien  gemäss  Rechtsprechung  der  ehemaligen 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  sowie  des 
Bundesverwaltungsgerichts  sehr  hoch.  Das  BFM  verwies  in  diesem 
Zusammenhang  auf  zahlreiche  Entscheide  der  ehemaligen  ARK: 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  1993 Nr  9,  Nr  10  und Nr.  20,  EMARK 
1995 Nr 1 und Nr. 17, EMARK 1996 Nr. 21, Nr. 22 und Nr. 23, EMARK 
1997  Nr.  14,  EMARK  1998  Nr.  16,  EMARK  2001  Nr.  13  und  EMARK 
2006  Nr.  1.  Gemäss  gefestigter  Asylpraxis  reiche  die  Zugehörigkeit  zu 
einem Kollektiv, welches  in seinen spezifischen Eigenschaften Ziel einer 
Verfolgungsmotivation  sei,  in  der  Regel  nicht,  um  die 
Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen. Vielmehr  kämen  auch  bei  geltend 
gemachter  Verfolgung  aufgrund  der  blossen  Zugehörigkeit  zu  einem 
bestimmten  Kollektiv  die  Kriterien  der  ernsthaften  Nachteile  oder  der 
begründeten  Furcht  gemäss  Art.  3  AsylG  zur  Anwendung.  Solange  die 
Übergriffe gegen das Kollektiv nicht derart intensiv und häufig seien, dass 
jedes Gruppenmitglied mit guten Gründen befürchten müsse, getroffen zu 
werden, müssten bestimmte Umstände vorliegen, damit bereits aufgrund 
der  blossen  Zugehörigkeit  zu  einem  bestimmten  Kollektiv  die 
Ernsthaftigkeit  der  Nachteile  oder  Begründetheit  der  Furcht  als  erfüllt 
beurteilt  werden  könne  (vgl.  EMARK  2006/1  zur  Frage  der 
Kollektivverfolgung von Tibetern in China).

Aufgrund  diverser  Berichte  aus  den  Jahren  2004  ­  2006  von  Human 
Rights  Watch,  Amnesty  International  und  dem  Sicherheitsrat  der 
Vereinten Nationen  seien Dörfer  vorgängig  genannter  Ethnien  in Darfur 
zerstört,  das  Vieh  der  Bauern  gestohlen  oder  geschlachtet  und  die 
Einwohner  aus  ihren  Dörfern  vertrieben  und  getötet  worden.  Obwohl 
diese  Angriffe  vor  allem  gegen Dörfer  nichtarabischer  Ethnien  gerichtet 
gewesen  seien,  würden  ebenfalls  Berichte  über  Angriffe  auf  Dörfer  der 
Ethnien der Dajo, Tunjur und Tama in Darfur vorliegen. Im Jahr 2005 und 
2006 hätten die Übergriffe der Janjaweed Milizen in Darfur angehalten.

Mitglieder  nichtarabischer  Ethnien  aus  Darfur  seien  jedoch  ausserhalb 
von Darfur, zum Beispiel im Grossraum Khartoum, nicht einer kollektiven 

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Verfolgung  aufgrund  ihrer  blossen  Zugehörigkeit  zu  ihrer  Ethnie 
ausgesetzt.  Aus  mehreren  Berichten  gehe  hervor,  dass  im  Jahre  2004 
und  2005  die  sudanesische  Regierung  Teile  von  drei  Camps  intern 
Vertriebener  (IDP)  im  Grossraum  Karthum  zerstört  habe.  In  diesen 
Camps  hätten  jedoch  Flüchtlinge  aus  diversen  anderen  afrikanischen 
Staaten  und  sudanesichen  Regionen,  mitunter  auch  aus  Darfur  gelebt. 
Die  teilweise  Zerstörung  dieser  Camps,  wovon  alle  dort  lebenden 
Flüchtlinge in gleichem Masse betroffen gewesen seien, könne indessen 
nicht  als  Übergriff  auf  ausschliesslich  "intern  Vertriebene  aus  Darfur" 
interpretiert  werden.  Folglich  lasse  sich  aus  diesem  einzelnen  Vorfall 
keine Kollektivverfolgung  für  alle  nichtarabischen Ethnien  aus Darfur  im 
Sinne  der  eingangs  aufgezeigten  Rechtsprechung  des 
Bundesverwaltungsgerichts herleiten.

Der Beschwerdeführer habe ausserdem sinngemäss geäussert, er müsse 
sich wegen seiner Aktivitäten  in der Schweiz vor einer Verfolgung durch 
die heimatlichen Behörden fürchten. Er habe sich in der Schweiz nämlich 
an  exilpolitischen  Anlässen  beteiligt.  Hierfür  habe  er  Beweismittel 
eingereicht. So habe er anlässlich seiner ergänzenden Anhörung vom 3. 
Juni 2008 mehrere Fotos zu den Akten gereicht, auf welchen er bei der 
Teilnahme  an  Kundgebungen  und  an  einer  Veranstaltung  zu  sehen 
gewesen sei.

Den eingereichten Unterlagen könne nichts entnommen werden, wonach 
sich  der  Beschwerdeführer  bei  dieser  Kundgebung  und  den 
Veranstaltungen  besonders  und  über  das  Mass  der  anderen  Personen 
hinaus  exponiert  oder  eine  in  der  Öffentlichkeit  exponierte 
Führungsposition  innegehabt  habe.  Es  sei  festzuhalten,  dass  eine 
flüchtlingsrechtlich  relevante  Verfolgung  im  Falle  einer Rückkehr  in  den 
Sudan  selbst  bei  Bekanntwerden  seiner  Aktivitäten  angesichts  der 
bescheidenen  Qualität  und  des  geringen  Ausmasses  seines 
exilpolitischen Engagements unwahrscheinlich erscheine. Zudem würden 
die  exilpolitischen  Aktivitäten  des  Beschwerdeführers  kaum  als 
staatsgefährdend erscheinen und dürften daher von den sudanesischen 
Behörden  auch  nicht  als  Bedrohung  wahrgenommen  werden.  Deshalb 
könne  eine  konkrete  Gefährdung  des  Beschwerdeführers  bei  einer 
Rückkehr  in den Sudan ausgeschlossen werden. Der Beschwerdeführer 
verfüge  über  kein  Profil,  welches  die  sudanesischen  Behörden  als 
staatsfeindliche  Aktivität  im  Ausland  auffassen  könnten.  Bei  dieser 
Sachlage  sei  die  geltend  gemachte  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung  als 

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unbegründet  zu  erkennen,  weshalb  das  Vorliegen  von  subjektiven 
Nachfluchtgründen im Sinne von Art. 54 AsylG zu verneinen sei.

Die  Folge  der  Ablehnung  eines  Asylgesuch  sei  in  der  Regel  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz.  Eine  Rückführung  abgewiesener 
Asylbewerber  nach  Darfur  sei  zum  gegenwärtigen  Zeitpunkt  auf  Grund 
der allgemeinen Situation als nicht zumutbar zu erachten. Der Vollzug der 
Wegweisung  werde  zu  Gunsten  einer  vorläufigen  Aufnahme 
aufgeschoben.

D. 
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  vom  22.  September 
2010  liess  der  Beschwerdeführer  die  Aufhebung  der  angefochtenen 
Verfügung,  die Gewährung  von Asyl  und  jedenfalls  die Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  beantragen.  In  prozessualer  Hinsicht  liess  er  die 
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und den Verzicht auf die 
Erhebung eines Kostenvorschusses beantragen.

Der  Eingabe  waren  [zwei]  (…)  UNO­Teilnehmerkarte[n]  (…)  und  sechs 
Fotos, die bei diesen Anlässen aufgenommen worden sind, beigelegt.

E. 
Das  Bundesverwaltungsgericht  teilte  dem  Beschwerdeführer  mit 
Zwischenverfügung  vom  29.  September  2010  mit,  er  könne  den 
Entscheid  in  der  Schweiz  abwarten.  Über  das  Gesuch  um  Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  werde  zu  einem  späteren 
Zeitpunkt  befunden,  und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses 
werde  verzichtet.  Gleichzeitig  wurde  das  BFM  ersucht,  bis  zum  14. 
Oktober 2010 eine Vernehmlassung einzureichen.

F. 
Mit  Vernehmlassung  vom  14.  Oktober  2010  beantragte  das  BFM  die 
Abweisung der Beschwerde.

Zur  Begründung  führte  das  BFM  aus,  das  im  vorliegenden  Fall 
vorgetragene  exilpolitische  Engagement  unterscheide  sich  gemäss 
seinem  Dafürhalten  von  dem  in  der  Beschwerde  erwähnten  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  D­6782/2006  vom  30.  Januar  2008 
(Referenzfall).

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G. 
Mit  Replik  vom  1.  November  2010  liess  der  Beschwerdeführer  durch 
seinen  Rechtsvertreter  rügen,  dass  das  BFM  in  der  Vernehmlassung 
gänzlich  darauf  verzichtet  habe,  auf  den  Inhalt  der  Beschwerde  im 
Einzelnen  einzugehen,  obwohl  sich  diese  sehr  ausführlich  mit  der 
Glaubhaftigkeit des Beschwerdeführers, welche angezweifelt worden sei, 
auseinandergesetzt  habe.  Darüber  hinaus  habe  der  Beschwerdeführer 
unter  anderem  zwei  Teilnehmerkarten  und  Fotos  von  Veranstaltungen 
eingereicht,  welche  auch  im  erwähnten  Urteil  D­6782/2006  eine 
wesentliche Rolle gespielt hätten. Diese Beweismittel seien  folglich sehr 
wohl  "erheblich".  Insofern  habe  es  auch  seine  Berechtigung,  dass  das 
erwähnte Urteil herangezogen werde. Es dürfe nicht vergessen werden, 
dass  auch  in  jenem  Verfahren  die  Vorinstanz  die  Relevanz  der 
exilpolitischen  Tätigkeit  verneint  und  die  Flüchtlingseigenschaft  erst  in 
zweiter Instanz zuerkannt worden sei. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

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1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 

3.1.  Vorab  wird  in  der  Replik  eine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs 
gerügt.  Das  BFM  habe  in  der  Vernehmlassung  vom  14.  Oktober  2010 
gänzlich  darauf  verzichtet,  auf  den  Inhalt  der Beschwerde  im Einzelnen 
einzugehen,  obwohl  diese  sich  sehr  ausführlich  mit  der  Glaubhaftigkeit 
des  Beschwerdeführers  auseinandergesetzt  habe.  Auch  die  von 
Beschwerdeführer  eingereichten  Beweismittel,  welche  im  Entscheid  D­
6782/2006  eine  wesentliche  Rolle  gespielt  hätten,  seien  sehr  wohl 
"erheblich",  und  das  erwähnte  Urteil  sei  im  vorliegenden  Fall 
heranzuziehen. 

3.2. Das BFM  ist nicht gehalten,  in der Vernehmlassung ausführlich die 
ganze  Beschwerde  zu  kommentieren.  Es  kann  sich  kurz  dazu  äussern 
und  sich  auf  das  absolut  Wesentliche  beschränken  beziehungsweise 
lediglich  festhalten, es beantrage die Abweisung der Beschwerde. Dass 
das BFM im vorliegenden Fall eine andere Schlussfolgerung zog als der 
Beschwerdeführer,  stellt  jedenfalls  keine  Verletzung  der 
Begründungspflicht  dar,  weshalb  die  entsprechende  Rüge  nicht  gehört 
werden kann.

4. 

4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 

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werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

5. 

Die Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe vom 22. September 2010 sind 
nicht  geeignet,  eine  Änderung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  zu 
bewirken. Der Argumentation  der Vorinstanz werden  keine  stichhaltigen 
und  substanziierten  Gründe  entgegengesetzt.  Eine  diesbezügliche 
Auseinandersetzung  unterbleibt  zwar  nicht.  Die  Ausführungen  des 
Beschwerdeführers vermögen jedoch die nachvollziehbaren Erwägungen 
des  BFM  nicht  umzustossen.  Eigenen  Angaben  zufolge  will  der 
Beschwerdeführer  in  C._______  zweimal  festgenommen  worden  sein, 
wobei ihm beide Male die Flucht gelungen sei. Dennoch will er jedes Mal 
dorthin  zurück  gekehrt  sein.  Ein  solches  Verhalten  ist  jedoch  mit 
demjenigen  einer  tatsächlich  verfolgten  Person  nicht  zu  vereinbaren, 
welche  in  aller  Regel  den  Ort  ihrer  Festnahme  beziehungsweise  der 
erlittenen  Behelligung  inskünftig  weitgehend  meidet.  Der 
Beschwerdeführer  konnte  den  auch  dafür  keine  plausible  Erklärung 
liefern (vgl. A11/19 S. 10 und S. 13; A18/28 S. 17 F. 175). Auffallend ist 
auch,  dass  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  im  Zusammenhang 
mit dem Massaker  im Dorf seines Onkels vom 9. Januar 2005, bei dem 
sein Onkel sein Leben verloren haben soll, keinerlei Hinweise auf seine 
inneren  Befindlichkeiten  zu  entnehmen  sind.  An  keiner  Stelle  kommen 
seine Gefühle oder Ängste während des Angriffs der arabischen Milizen 
zum  Ausdruck.  Demgegenüber  sind  jedoch  Menschen,  die  sich 
tatsächlich  in  einer  vom  Beschwerdeführer  geschilderten  Situation 
befunden  haben,  erfahrungsgemäss  zu  einer  differenzierten  und 
anschaulichen Darstellung  ihrer  inneren  Befindlichkeiten  im  Stande,  die 
denn  auch  von  einer  subjektiven  Sichtweise  geprägt  ist.  Die 

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entsprechenden  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  lassen  jedoch 
jegliche  persönlich  gefärbte  Betroffenheit  vermissen.  Demnach  besteht 
für  das  Bundesverwaltungsgericht  nach  Überprüfung  der  Akten  keine 
Veranlassung,  die  Erwägungen  des  Bundesamtes  zu  beanstanden.  Bei 
dieser  Sachlage  kann,  um  Wiederholungen  zu  vermeiden,  auf  die 
Ausführungen  in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Nach 
dem  Gesagten  droht  dem  Beschwerdeführer  keine  asylrelevante 
Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG.

5.1.  Es  stellt  sich  jedoch  noch  die  Frage,  ob  im  vorliegenden  Fall 
objektiver Nachfluchtgründe bestehen, zumal Angehörige der Ethnie der 
Zaghawa  im Rahmen der kriegerischen Auseinandersetzungen zum Teil 
ernsthaften Nachteilen  ausgesetzt waren  (vgl.  EMARK 2006 Nr.  25).  In 
diesem  Zusammenhang  ist  festzuhalten,  dass  sich  die  willkürlichen 
Übergriffe  der  Janjaweed­Milizen  auf  Angehörige  der  Zhagawa  und 
andere Minderheiten auf die Region Darfur beschränken. Es ergeben sich 
keine  Hinweise  darauf,  dass  sich  Angehörige  der  betroffenen 
Minderheiten im ganzen Sudan ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sähen 
(vgl. MICHAEL KIRSCHNER  UND ANNA  FACH,  Sudan:  Rückkehrgefährdung  für 
Personen  aus  Darfur,  Bern,  28.  November  2006).  Sicherheitsprobleme 
mit den Behörden können zwar im Einzelfall auch in Khartoum bestehen, 
insbesondere  wenn  politische  Aktivitäten  vermutet  werden,  solche 
betreffen  jedoch  nicht  das  Kollektiv  als  Ganzes  sondern  bedingen  eine 
Betrachtung des Einzelfalls. Es gibt auch Zaghawa, die sich bereits seit 
mehreren  Jahrzehnten  in  anderen  Landesteilen  niedergelassen  haben 
und  damit  kaum  von  den  Konflikten  in  Darfur  betroffen  sind.  In  diesem 
Zusammenhang  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  der  Beschwerdeführer 
während  seines  vierjährigen  Studiums  in  Khartoum  lebte  und  eigenen 
Angaben zufolge  sehr gut Arabisch  spricht  (vgl. A1/8 S.  2  "arabo molto 
bene"),  was  vermuten  lässt,  dass  er  sich  schon  seit  längerer  Zeit  nicht 
mehr  in  Darfur  aufgehalten  hat.  Angesichts  des  Umstandes,  dass  der 
Beschwerdeführer  keine  asylrelevante  Verfolgung  während  seines 
Aufenthalts  in  Khartoum  geltend  machte,  ist  nicht  davon  auszugehen, 
dass  er  allein  aufgrund  seiner  ethnischen  Zugehörigkeit  begründete 
Furcht vor Verfolgung hat. 

5.2.  Schliesslich  stellt  sich  die  Frage  einer  Gefährdung  des 
Beschwerdeführers  im  Falle  der  Rückkehr  aufgrund  subjektiver 
Nachfluchtgründe. 

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5.2.1.    Wer  sich  darauf  beruft,  dass  durch  sein  Verhalten  nach  der 
Ausreise  aus  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  ­  insbesondere  durch 
politische  Exilaktivitäten  ­  eine  Gefährdungssituation  erst  geschaffen 
worden  ist,  sich  somit  auf  das  Vorliegen  subjektiver  Nachfluchtgründe 
beruft, hat begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn 
der  Heimat­  oder  Herkunftsstaat mit  erheblicher Wahrscheinlichkeit  von 
den Aktivitäten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb bei einer 
Rückkehr  in  flüchtlingsrechtlich  relevanter  Weise  verfolgt  würde  (vgl. 
EMARK 2006 Nr. 1 E. 6.1 S. 10; 2000 Nr. 16 E. 5a S. 141 f.). Subjektive 
Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinn von 
Art.  3  AsylG,  führen  jedoch  nach  Art.  54  AsylG  zum  Ausschluss  der 
Asylgewährung.  Die  vom  Gesetzgeber  bezweckte  Bestimmung 
subjektiver  Nachfluchtgründe  als  Asylausschlussgrund  verbietet  ein 
Addieren  solcher  Gründe mit  Fluchtgründen  vor  der  Ausreise  aus  dem 
Heimat­ oder Herkunftsstaat, die für sich allein nicht zur Anerkennung der 
Flüchtlingseigenschaft  ausreichen  (vgl.  BVGE  2009/28  E.7.1  S.  352, 
EMARK 1995 Nr. 7 E. 7b und 8 S. 67 und 70).

5.3.  Im  Verlauf  des  Asylverfahrens  hat  der  Beschwerdeführer  mehrere 
Fotos sowie zwei UNO­Teilnehmerkarten eingereicht, um das von ihm in 
der Schweiz geltend gemachte Engagement  für Gerechtigkeit  in seinem 
Heimatland  und  seine  Teilnahme  an  zahlreichen  Protestkundgebungen 
und  Veranstaltungen  zu  beweisen.  Das  BFM  hat  jedoch  zu  Recht 
festgehalten,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  für  die  sudanesische 
Regierung  nicht  erkennbar  als  Regimekritiker  exponiert  hat  und  sein 
politisches  Engagement  nicht  demjenigen  in  dem  von  ihm  zitierten 
Referenzfall  entspricht.  Vielmehr  hat  der  Beschwerdeführer  im 
vorliegenden Fall  sein  exilpolitisches Engagement  nur  in  bescheidenem 
und  wenig  überzeugenden  Ausmass  betrieben.  Man  darf  davon 
ausgehen,  dass  die  sudanesischen  Behörden  kein  Interesse  an 
derartigen,  politisch  unbedeutenden  Aktivitäten  ihrer  Landsleute  haben, 
mit  denen  Emigranten  offensichtlich  eine  vorläufige  Aufnahme  in  ihrem 
Zielland  anvisieren.  Das  Interesse  der  sudanesischen  Behörden  ist  in 
Wirklichkeit  beschränkt  auf  die  eigentlichen  Regimegegner,  welche 
gegebenenfalls  mit  den  zur  Verfügung  stehenden,  beschränkten 
Personalressourcen  überwacht  werden,  soweit  dies  überhaupt  möglich 
ist.  Der  Beschwerdeführer  gehört  nicht  zu  dieser  Kategorie  von 
Zielpersonen.  Seine  exilpolitischen  Aktivitäten,  soweit  diese  über  seine 
unumgängliche  Mitwirkung  an  der  Produktion  der  eingereichten 
Beweismittel  hinausgehen,  verschaffen  ihm  kein  Profil,  welches  die 
sudanesischen  Behörden  als  staatsfeindliche  Aktivität  im  Ausland 

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auffassen  könnten.  Vor  diesem  Hintergrund  besteht  kein  hinreichender 
Anlass  zur  Annahme,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  der  Rückkehr  in 
den  Sudan  mit  ernsthaften  Nachteilen  von  Seiten  des  sudanesischen 
Regimes  zu  rechnen  hätte.  Insofern  unterscheidet  sich  der  vorliegende 
Fall wesentlich von dem vom Beschwerdeführer zitierten Referenzfall, wo 
es  um  einen  tatsächlich  engagierten,  politisch  ausserordentlich 
profilierten Sudanesen  ging,  dessen  offizielle  Teilnahme  an  einer UNO­
Konferenz  als  erwiesen  erachtet  wurde  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts D­6782/2006  vom 30.  Januar  2008 E.  5.3.3 
S.  16).  Dem  Beschwerdeführer  ist  es  zwar  gelungen,  zwei 
Teilnehmerkarten  (mit  Foto)  der  UNO  zu  ergattern,  doch  verleiht  allein 
deren  Besitz  noch  kein  herausragendes  politisches  Profil.  Eine 
Gleichbehandlung  dieser  beiden  Fälle  wäre  in  Anbetracht  ihrer 
Verschiedenartigkeit nicht sachgerecht. 

Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren 
Ausführungen  in  der  Eingabe  des  Beschwerdeführers  sowie  auf  die 
weiteren eingereichten Beweismittel im Einzelnen einzugehen, da sie am 
Ergebnis der vorgenommenen Würdigung nichts zu ändern vermögen. Es 
ist dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine Verfolgung im Sinne von 
Art.  3  AsylG  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen.  Bei  dieser 
Sachlage  ist auch die geltend gemachte Furcht vor künftiger Verfolgung 
als  unbegründet  zu  erkennen,  weshalb  das  Vorliegen  von  subjektiven 
Nachfluchtgründen im Sinne von Art. 54 AsylG zu verneinen ist.

6. 

6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 mit weiteren Hinweisen).

6.3. Zu prüfen bleibt in der Regel, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der 
Wegweisung entgegenstehen  (vgl. Art.  44 AsylG und Art. 83 Abs. 1  ­ 4 
AuG).  Vorliegend  hat  jedoch  das  Bundesamt  in  der  angefochtenen 
Verfügung  die  vorläufige  Aufnahme  des  Beschwerdeführers  in  der 

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Schweiz  angeordnet,  wodurch  die  Prüfung  allfälliger 
Wegweisungshindernisse entfällt.

7. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

8. 

8.1.  Gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  haben  auf  Antrag  hin  diejenigen 
Personen  Anspruch  auf  unentgeltliche  Rechtspflege,  welche  nicht  über 
die erforderlichen Mittel verfügen und deren Begehren nicht aussichtslos 
scheinen. Der Beschwerdeführer stellte mit der Beschwerde den Antrag, 
ihm  sie  die  unentgeltliche  Rechtspflege  zu  gewähren.  Die  vom 
Beschwerdeführer  gestellten  Begehren  erscheinen  im  Zeitpunkt  der 
Beschwerdeeingabe nicht aussichtslos und er  ist bedürftig  im Sinne von 
Art. 65 Abs. 1 VwVG.

8.2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist deshalb gutzuheissen und es werden 
keine Verfahrenskosten erhoben.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Ulrike Raemy

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