# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e77414d-9254-5da7-8479-a05f50b54af2
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-21
**Language:** de
**Title:** Umbau Mobilfunk-Antennenanlage; Standortgebundenheit
**Docket/Reference:** BRGE II Nr. 0304/2021
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/auszug_brge_ii_nr._0304_2021_vom_21._dezember_2021_umbau_mobilfunkantenne.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE II Nr. 

R2.2021.00138 
0304/2021       

Entscheid vom 21. Dezember 2021       

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Peter Rütimann, Baurichter Stefano Terzi, Baurichter 
Adrian Bergmann, Gerichtsschreiber Paul Wegmann     

in Sachen 

Rekurrent 

M.M., […]  

gegen 

Rekursgegnerschaft 

1.  Gemeinderat X, […]  
2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

3.  Y AG, […]  

Nr. 3 vertreten durch […]  

betreffend 

[…] Baubewilligung bzw. raumplanungsrechtliche Ausnahmebewilligung und 
Bewilligung nach Schutzverordnung für Umbau Mobilfunkantenne, […] 
______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 25. Mai 2021 erteilte der Gemeinderat X der Y AG die 

Bewilligung für den Umbau der bestehenden Mobilfunkanlage auf dem Ge-

bäude Vers.-Nr. 1 auf dem Grundstück Kat.-Nr. 1 an der Adresse B in X. In 

Dispositiv-Ziffer 2.2 wurde darauf hingewiesen, die Verfügung […] der Bau-

direktion Kanton Zürich vom 24. März 2021 (act. 8.11), mit der die raumpla-

nungsrechtliche  Ausnahmebewilligung  und  die  Bewilligung  nach  überkom-

munaler  Schutzverordnung  erteilt  worden  waren,  bilde  integrierenden  Be-

standteil der Baubewilligung. 

B. 

Mit Eingabe vom 28. Juni 2021 erhob M.M. fristgerecht Rekurs an das Bau-

rekursgericht  des  Kantons  Zürich  und  beantragte  in  der  Hauptsache,  "der 

Entscheid der Vorinstanz und die Baubewilligung für die Errichtung der Mo-

bilfunkantenne der Rekursgegnerin Y AG seien aufzuheben [und] die Bau-

bewilligung sei zu widerrufen". 

C. 

Mit Präsidialverfügung vom 1. Juli 2021 wurde vom Rekurseingang Vormerk 

genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

D. 

Mit  Vernehmlassung  vom  16.  Juli  2021  beantragte  die  kommunale  Vo-

rinstanz die Abweisung des Rekurses, unter Kostenfolge zulasten des Re-

kurrenten. Die Bauherrschaft beantragte mit Eingabe vom 6. August 2021 in 

der Hauptsache ebenfalls die Abweisung des Rekurses, unter Kostenfolge 

zulasten des Rekurrenten. 

E. 

Mit Präsidialverfügung vom 26. August 2021 wurde die Baudirektion Kanton 

Zürich - unter Hinweis darauf, dass materiell auch deren Gesamtverfügung 

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mitangefochten sei - als Rekursgegnerin in das Verfahren einbezogen. Die 

Baudirektion beantragte mit Schreiben vom 22. September 2021 - unter Ver-

weis auf den Mitbericht des Amtes für Raumentwicklung (ARE) vom 21. Sep-

tember 2021 - die Abweisung des Rekurses. 

F. 

Mit Replik vom 18. Oktober 2021 hielt der Rekurrent an seinen Anträgen fest. 

Ausserdem beantragte er die Sistierung des Rekursverfahrens. Mit Präsidi-

alverfügung vom 21. Oktober 2021 wurde der Sistierungsantrag abgewiesen. 

Mit Duplik vom 15. November 2021 hielt die Bauherrschaft an ihren Anträgen 

fest.  Die  kommunale  Vorinstanz  und  die  Baudirektion  verzichteten  still-

schweigend auf die Einreichung von Dupliken. Mit Eingabe vom 29. Novem-

ber 2021 hat der Rekurrent tripliziert, worauf die Bauherrschaft mit Eingabe 

vom 13. Dezember 2021 die Quadruplik einreichte. 

G. 

Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit zur Entscheidbegründung erfor-

derlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Der Rekurrent ist an der R.-Strasse 8 (Kat.-Nr. 2) wohnhaft und verfügt über 

einen unbefristeten und ungekündigten Mietvertrag (act. 18). Das fragliche 

Gebäude befindet sich im Einspracheperimeter der streitbetroffenen Mobil-

funk-Antennenanlage  (act.  8.7.1  S.  5).  Der  Rekurrent  ist  daher  gemäss  § 

338a  des  Planungs-  und  Baugesetzes  (PBG)  zur  Rekurserhebung  legiti-

miert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den 

Rekurs  einzutreten.  Nachdem  aufgrund  einer  entsprechenden  Vollmacht 

(act. 4.1) ursprünglich auch die weiteren Personen R.I. und R.M.I. als Rekur-

rierende erfasst worden waren, legte der Rekurrent unmittelbar nach Erlass 

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der ersten Präsidialverfügung vom 1. Juli 2021 telefonisch dar, die genann-

ten Personen würden nicht selbst als Partei auftreten, weshalb das Rubrum 

bereits  im  damaligen  Verfahrensstadium  entsprechend  angepasst  wurde 

(Protokoll  S.  2).  Dass  der  Rekurrent  in  der  Folge  in  seiner  Replikeingabe 

erneut die beiden gleichen Personen als Rekurrierende aufführte, ohne sich 

aber inhaltlich hierzu zu äussern, vermag an der erfolgten Beschränkung auf 

ihn persönlich als rekurrierende Partei nichts zu ändern. 

2. 

Das Baugrundstück liegt in der kantonalen Landwirtschaftszone Lk und über-

dies  gemäss  dem  Bundesinventar  der  Landschaften  und  Naturdenkmäler 

von nationaler Bedeutung (BLN) im Objekt Nr. […] sowie in der Landschafts-

schutzzone IIIB gemäss der Verordnung zum Schutz von Natur- und Land-

schaftsschutzgebieten mit überkommunaler Bedeutung in der Gemeinde X 

vom 12. Februar 2014. Der bestehende Antennenmast der Y befindet sich 

westlich auf dem Dach eines Ökonomiegebäudes, während auf dem selben 

Dach östlich ein Antennenmast der Mobilfunkbetreiberin Z angebracht ist, so 

dass die beiden Masten zusammen eine Antennengruppe bilden. Vorgese-

hen ist, auf dem Antennen-Mast der Y die Antennen auszutauschen. Die ein-

zelnen  Antennenmodule  der  Y  sollen  auf  den  Frequenzbändern  700-900, 

1'800-2'600 und 3'600 MHz und unverändert in den Azimuten (Abweichung 

in Grad von Nord) von 0°, 110° und 220° senden. Im Übrigen soll die bewil-

ligte Sendeleistung für die Mobilfunkanlage erhöht werden; auch wenn letz-

teres sich auf die Antennen beider Masten bezieht, tritt ausschliesslich die Y 

als Bauherrschaft auf. Während unmittelbar an das Baugrundstück weitere 

Parzellen der Landwirtschaftszone anschliessen, liegen im Nahbereich die 

der Kernzone K2A gemäss BZO der Gemeinde X zugeschiedenen Gebiete 

A und B (je östlich) und M (westlich) sowie südlich ein kleineres Gebiet, das 
zur Wohnzone WB, und nördlich ein kleineres Gebiet, das zur Zone für öf-

fentliche Bauten OeBa gehört; etwas weiter südöstlich befinden sich zudem 

die weiteren Kernzonengebiete O und H. 

3.1 

Der  Rekurrent  rügt  zunächst  in  formeller  Hinsicht,  die  Bauherrschaft  habe 

zusammen  mit  dem  Baugesuch  ein  falsches  Zusatzformular  "Ausserhalb 

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Bauzone" (act. 8.9) eingereicht. Auch seien im Baugesuch zu Unrecht "kom-

munales  Schutzobjekt  ([…]  Landschaftsschutz)",  "überkommunaler  Land-

schaftsschutz" und "Landwirtschaftsbetrieb oder produzierender Gartenbau" 

nicht  angekreuzt  worden.  Schliesslich  fehlten  sowohl  die  "Bewilligung  des 

AWEL  bezüglich  Immissionsprognose"  als  auch  die  kantonale  -  raumpla-

nungsrechtliche - Ausnahmebewilligung. 

3.2 

Die formellen Rügen sind teilweise unzutreffend und im Übrigen unbehelflich. 

So liegt mit der bereits erwähnten Gesamtverfügung der Baudirektion die an-

geblich  fehlende  raumplanungsrechtliche  Ausnahmebewilligung  vor  (act. 

8.11). Gleiches gilt für den Fachbericht des Amts für Abfall, Wasser, Energie 

und  Luft  (AWEL)  betreffend  nichtionisierende  Strahlung  (NIS-Fachbericht; 

vgl.  act.  8.12). Was  sodann  das  beanstandete  Formular  (act. 8.9)  und  die 

teilweise  unterlassenen  Angaben  im  Baugesuch  (act.  8.1)  anbelangt,  sind 

zwar die rekurrentischen Feststellungen zutreffend. Die entsprechenden for-

mellen Fehler haben sich jedoch insofern nicht ausgewirkt, als die Lage des 

Bauvorhabens  sowohl  bezüglich  der  Zonierung  als  auch  hinsichtlich  der 

überkommunalen Schutzanordnung und des überkommunalen Landschafts-

schutzinventars  erkennbar  war.  Entsprechend  ist  das  Bauvorhaben  in  der 

Gesamtverfügung der Baudirektion unter ebendiesen Aspekten beurteilt wor-

den.  Das  vom  Rekurrenten  erwähnte  "Nichteintreten"  auf  das  Baugesuch 

hätte sich demgegenüber als überspitzt formalistisch und unverhältnismäs-

sig erwiesen. Die angefochtenen Entscheide sind in dieser Hinsicht nicht zu 

beanstanden. 

4.1 

In materieller Hinsicht moniert der Rekurrent unter anderem, es fehle an der 
erforderlichen Standortgebundenheit. In den entsprechenden Ausführungen 

kritisiert er auch die Erscheinung der Mobilfunk-Antennenanlage bzw. deren 

Verhältnis zur umliegenden Landschaft. Die Argumentation zu den genann-

ten Themenkomplexen erfolgt gesamthaft unter dem Titel "Standortgebun-

denheit nicht gegeben" (in der Rekursschrift, Rz. 37-43) bzw. "unzulässige 

Störung der Landschaftsschutzzone" (in der Replik, Rz. 2-25). Da die Zuord-

nung der Argumente teilweise interpretationsbedürftig ist, wird die rekurren-

tische Argumentation nachfolgend ebenfalls gesamthaft wiedergegeben. 

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In  der  Rekursschrift  wird  insoweit  zusammengefasst  geltend  gemacht,  der 

Tierstall, auf dem sich die streitbetroffene Anlage befinde, füge sich unauf-

fällig in die Landschaft ein und werde als Teil derselben wahrgenommen. Die 

Antennen würden das sich dem Betrachter bietende Bild beträchtlich stören 

und seien ein aufdringlicher Fremdkörper. Die zusätzlichen Bauteile der ge-

planten Erweiterung würden zusätzlich zu einer Störung des Landschaftsbil-

des  beitragen.  Hinsichtlich  der  Anforderungen  an  eine  standortgebundene 

Anlage falle auf, dass gemäss der Abdeckungskarte in der Standortbegrün-

dung die Abdeckung an vielen Orten "insufficient" sei, die Y auf ihrer Home-

page aber eine vollflächige Abdeckung mit dem 4G-Signal ausweise. Weiter 

solle die Abdeckungskarte gleichzeitig die aktuelle wie die zukünftige Situa-

tion aufzeigen, was mehr als fraglich sei. Schliesslich halte die Standortbe-

gründung ohne Belege fest, die Anlage müsse erweitert werden. Das Wachs-

tum der mobilen Daten sei aber seit einiger Zeit - aus im Einzelnen genann-

ten Gründen - rückläufig. 

In der Replik führt der Rekurrent zunächst detailliert aus, die Masse der neu 

bewilligten und der bisherigen Antennenkörper unterschieden sich beträcht-

lich, so dass neu ein wesentlich grösseres Gesamtvolumen wahrgenommen 

würde.  Es  handle  sich  um  eine  wesentliche  Änderung  des  Erscheinungs-

bilds. Damit werde in einem in besonders hohem Mass geschützten Gebiet 

das  Landschaftsbild  "verschandelt".  Da  bereits  die  heute  bestehende  An-

tenne der Y - im Gegensatz zu derjenigen der Z - die Landschaft störe, wäre 

sie  mangels  Einpassung  ins  Orts-  und  Landschaftsbild  schon  in  ihrer  ur-

sprünglichen  Form  nicht  bewilligungsfähig  gewesen.  Sie  "geniesse  aktuell 

lediglich Besitzstandsgarantie". Hinsichtlich der Standortgebundenheit treffe 

es sodann nicht zu, dass ein Kapazitätsengpass oder ein Funkloch vorhan-

den seien. Ebenfalls nicht erfüllt sei die Voraussetzung fehlender Alternativ-

Standorte.  Da  sich  die  heutige  Anlage  direkt  neben  der  Bauzone  befinde, 
könnte sie theoretisch direkt in die Bauzone hineingebaut werden. Es gebe 

am Rand des A mehrere vertiefte Bauwerke, auf denen sich die Y-Antenne 

theoretisch  gut  ins  Landschaftsbild  integrieren  würde.  Bei  einer  Verschie-

bung in die Bauzone würde sich auch an der Funkabdeckung kaum etwas 

ändern.  

4.2 

Im Bewilligungsverfahren hatte die Bauherrschaft im Rahmen der Standort-

begründung (act. 8.3) - nebst allgemeinen, nicht auf den konkreten Standort 

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bezogenen Ausführungen - argumentiert, die bestehende Anlage sei aus to-

pographischen und funknetztechnischen Gründen am aktuellen Standort er-

stellt worden, bilde einen integralen Bestandteil des Y-Mobilfunknetzes und 

sei auf die Nachbarstandorte abgestimmt. Die Integration sei aus der Netz-

karte  ersichtlich.  Der  Standort  versorge  primär  Gebiete  ausserhalb  der 

Bauzone und sei im Weiteren auch für die optimale Versorgung von A konfi-

guriert. Dies sei aufgrund einer simulierten Versorgungskarte ersichtlich. Ein 

"äquivalenter Ersatz des bestehenden Standortes durch einen oder mehrere 

Standorte innerhalb der Bauzone - sofern dies im Rahmen des Grundsatzes 

der Trennung von Bauzonen- und Nichtbauzonengebiet überhaupt zulässig 

wäre - [sei] vorliegend kaum möglich". Durch den Umbau könne sowohl die 

bestehende Mobilfunkversorgung als auch die langfristige Netzplanung auf-

rechterhalten werden; ferner könne den Anforderungen an die Technik sowie 

dem Bedürfnis der Kunden und der Behörden Rechnung getragen werden. 

Es sei zwingend, die Mobilfunkstandorte möglichst nahe der zu versorgen-

den Gebiete zu betreiben. Auch nach dem Umbau werde sich die Anlage gut 

in die Umgebung einordnen bzw. nicht auffälliger als die bestehende Anlage 

in  Erscheinung  treten.  Funktechnische  wie  auch  landschaftliche  Aspekte 

würden für den gewählten Standort sprechen. 

Die Baudirektion beschränkte sich im Rahmen der Prüfung der Vorausset-

zungen der Standortgebundenheit darauf, einzelne, vorstehend wiedergege-

bene Passagen der genannten Standortbegründung wörtlich zu zitieren und 

hielt abschliessend fest, aus landschaftlicher Sicht trete der Umbau der An-

lage nicht wesentlich in Erscheinung. 

In  ihrer  Vernehmlassung  weist  die  Bauherrschaft  darauf  hin,  es  treffe  zu, 

dass die Standortbegründungen eine gewisse Standardisierung aufwiesen, 

da grundsätzlich immer die gleichen Themen abzuhandeln seien. Mit der ein-
gereichten  Standortbegründung  sei  detailliert  aufgeführt  worden,  weshalb 

die Bauherrschaft auf einen Umbau des bestehenden Standortes ausserhalb 

der Bauzone angewiesen sei. Zudem habe die Baudirektion dem Vorhaben 

zugestimmt.  Bezüglich  Einordnung  ins  Landschaftsbild  sei  zu  beachten, 

dass  das  Erscheinungsbild  einer  Mobilfunkanlage  vorwiegend  durch  die 

technischen Gegebenheiten bedingt sei und solche Anlagen aufgrund ihrer 

Funktion  in  der  Regel  gut  sichtbar  seien,  womit  ihnen  praktisch  an  jedem 

Standort  etwas  Störendes  anhafte.  Vorliegend  werde  die  Höhe  der  Mobil-

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funkanlage nicht verändert und würden die Antennenkörper in gleichbleiben-

der Anzahl ersetzt. Das Landschaftsbild werde somit nicht zusätzlich beein-

trächtigt. Schliesslich sei zu beachten, dass die Z den Standort mitbenütze, 

weshalb ein Umbau unter dem Gesichtspunkt des Landschaftsschutzes we-

sentlich vorteilhafter sei als ein zusätzlicher Standort, da der umzubauende 

Standort so beibehalten würde, wenn der Umbau nicht vorgenommen wer-

den  könnte.  Hinsichtlich  der  Standortgebundenheit  sei  festzuhalten,  dass 

das mobile Wachstum nach wie vor stark ansteigend sei und keine Substitu-

ierung der Mobilfunkversorgung durch festnetzbasierte Dienstleistungen vor-

genommen werden könne. Mit dem Umbau werde eine langfristige Sicher-

stellung der Versorgung sichergestellt. In der Standortbegründung sei aufge-

zeigt worden, dass die geplante Mobilfunkanlage zwingend ausserhalb der 

Bauzone erstellt werden müsse. Ein Ersatz durch einen oder mehrere Stand-

orte innerhalb der Bauzone sei nicht möglich. Schliesslich stelle die Netzab-

deckungskarte gemäss Y-Website lediglich eine Indikation der vorhandenen 

Abdeckung dar und diene nicht als Basis für die Funknetzplanung; zudem 

zeige sie insbesondere die Verfügbarkeit für den Aussenbereich, nicht aber 

jene für das Gebäudeinnere. 

In der Duplik hält die Bauherrschaft fest, sie werde die Berechnungen des 

Rekurrenten nicht überprüfen. Die Masse der Antennenkörper seien aus den 

Baugesuchsunterlagen  ersichtlich.  Wenn  das  ARE  gesagt  habe,  dass  der 

Umbau aus landschaftlicher Sicht nicht wesentlich in Erscheinung trete, so 

ergebe sich aus dieser Formulierung, dass es sich des Umstands, dass das 

Volumen der neuen Körper etwas grösser ausfalle, durchaus bewusst gewe-

sen  sei. Was  sodann die  ursprünglich  bewilligte  Anlage betreffe,  sei  diese 

zum einen nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens; zum andern sei 

sie  bescheiden  dimensioniert  und  ordne  sich  sehr  gut  ins  Landschaftsbild 

ein. Bezüglich des vom Rekurrenten behaupteten Fehlens eines Funklochs 
und eines Kapazitätsengpasses bestünden berechtigte Zweifel daran, dass 

der Rekurrent in der Lage sei, diese Frage zu beurteilen. Zudem sei die Netz-

planung nicht erst dann anzupassen, wenn die Kapazitäten bereits vollum-

fänglich ausgeschöpft worden seien. Auch das ARE habe das Vorliegen der 

Voraussetzungen der Standortgebundenheit bejaht. 

Die Baudirektion erklärt in ihrer Vernehmlassung, das Erscheinungsbild der 

Mobilfunkanlage  werde  nur  unwesentlich  verändert  und  habe  weder  eine 

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Schmälerung der Einpassung in die Landschaft noch eine zusätzliche Stö-

rung des Landschaftsbildes zur Folge. Im Übrigen äussert sie sich nicht zu 

den vom Rekurrenten unter dem Titel der Standortgebundenheit vorgebrach-

ten Aspekten. 

4.3 

Gemäss Art. 22 des Raumplanungsgesetzes (RPG) dürfen Bauten und An-

lagen nur mit behördlicher Bewilligung errichtet oder geändert werden. Vor-

aussetzung einer Bewilligung ist unter anderem, dass eine Baute oder An-

lage  dem  Zweck  der  Nutzungszone  entspricht  (Art. 22  Abs.  2  lit.  a  RPG). 

Mobilfunkanlagen sind als Infrastrukturbauten gemäss dem Prinzip der Tren-

nung  von  Bau-  und  Nichtbaugebiet  ausserhalb  der  Bauzone  grundsätzlich 

nicht zonenkonform, weshalb sie auf eine raumplanungsrechtliche Ausnah-

mebewilligung nach Art. 24 RPG angewiesen sind (BGE 141 II 245, E. 7.6). 

Nach  dieser  Bestimmung  können  abweichend  von  Art. 22  Abs. 2  lit. a  des 

Gesetzes Bewilligungen erteilt werden, Bauten und Anlagen zu realisieren 

oder ihren Zweck zu ändern, wenn: a) der Zweck der Bauten und Anlagen 

einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert; und b) keine überwiegen-

den Interessen entgegenstehen. 

Eine Anlage ist im Sinne von Art. 24 lit. a RPG standortgebunden, wenn sie 

aus  technischen  oder  betriebswirtschaftlichen  Gründen  auf  einen  Standort 

ausserhalb der Bauzone angewiesen ist oder wenn die Anlage aus bestimm-

ten Gründen in einer Bauzone ausgeschlossen ist. Nach bundesgerichtlicher 

Praxis muss jedoch ein Standort in der Bauzone nicht absolut ausgeschlos-

sen  sein.  Es  genügt  die  relative  Standortgebundenheit,  wenn  gewichtige 

Gründe einen Standort in der Nichtbauzone gegenüber anderen Standorten 

innerhalb der Bauzone als erheblich vorteilhafter erscheinen lassen. Die Be-

jahung  der  relativen  Standortgebundenheit  setzt  eine umfassende Interes-
senabwägung voraus, die sich mit derjenigen nach Art. 24 lit. b RPG über-

schneidet (BGE 141 II 245, E. 7.6.1, mit weiteren Hinweisen). 

Nach  der  Rechtsprechung  sind  Mobilfunkanlagen  absolut  standortgebun-

den, wenn eine Deckungs- oder Kapazitätslücke aus funktechnischen Grün-

den mit einem oder mehreren Standorten innerhalb der Bauzonen nicht in 

genügender Weise beseitigt werden kann bzw. es bei einem Standort inner-

halb der Bauzonen zu einer nicht vertretbaren Störung der in anderen Funk-

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zellen des Netzes verwendeten Frequenzen kommen würde. Nicht ausrei-

chend sind dagegen wirtschaftliche Vorteile des gewählten Standorts (z.B. 

geringere  Landerwerbskosten;  voraussichtlich  geringere  Zahl  von Einspra-

chen) oder zivilrechtliche Gründe für die Standortwahl, wie z.B. die Weige-

rung von Eigentümern, einer Mobilfunkantenne auf ihren Grundstücken in-

nerhalb der Bauzonen zuzustimmen (BGE 141 II 245, E. 7.6.2; BGE 133 II 

321, E. 4.3.3; BGE 133 II 409, E. 4.2). 

Unter besonderen im nachstehenden Sinne qualifizierten Umständen kann 

sich allerdings ein Standort ausserhalb der Bauzonen im Vergleich zu einem 

Standort innerhalb der Bauzonen aufgrund einer Gesamtsicht unter Beach-

tung aller massgebenden Interessen als derart vorteilhaft erweisen, dass er 

ausnahmsweise in weiteren als den vorne genannten Fällen als standortge-

bunden im Sinne von Art. 24 lit. a RPG anerkannt werden kann. Im Unter-

schied zu anderen Bauten und Anlagen (wie Strassen, Parkplätzen, Depo-

nien, Materialgewinnungsanlagen, Sportanlagen usw.) können Mobilfunkan-

tennen ausserhalb der Bauzonen angebracht werden, ohne dafür zwingend 

neues  unüberbautes  Nichtbauzonenland  in  Anspruch  zu  nehmen.  Dies  ist 

der  Fall,  soweit  sie  auf bestehende Bauten und  Anlagen montiert werden. 

Diesem Umstand ist bei der im Rahmen der Standortevaluation vorzuneh-

menden  Interessenabwägung,  in  welche  namentlich  Standorte  innerhalb 

aber auch solche ausserhalb der Bauzonen einzubeziehen sind, Rechnung 

zu tragen. Bei den Standorten ausserhalb der Bauzonen können somit nicht 

mehr nur solche ausgewählt werden, die für eine angemessene Abdeckung 

für die Mobiltelefonie aus technischen Gründen unentbehrlich sind. Vielmehr 

können  sich bei  der  genannten  Abwägung  auch  Standorte ausserhalb  der 

Bauzonen gegenüber solchen innerhalb der Bauzonen als wesentlich geeig-

neter erweisen, soweit sie auf bestehenden Bauten und Anlagen angebracht 

werden können. Eine entsprechende auf die speziellen Verhältnisse der Mo-
bilfunktechnik zugeschnittene Bejahung der Standortgebundenheit ist jedoch 

an die folgenden, streng zu beachtenden Bedingungen zu knüpfen: Grund-

voraussetzung  einer  solchen  erweiterten  ausnahmsweisen  Bejahung  der 

Standortgebundenheit ist, dass die Mobilfunkanlage ausserhalb der Bauzo-

nen  keine  erhebliche  Zweckentfremdung  von  Nichtbauzonenland  bewirkt 

und nicht störend in Erscheinung tritt. Ein positiver Ausgang der genannten 

Interessenabwägung reduziert sich somit wie erwähnt grundsätzlich auf Ört-

lichkeiten, an welchen sich bereits zonenkonforme oder zonenwidrige Bau-

ten und Anlagen befinden. Zu denken ist etwa an Hochspannungsmasten, 

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Beleuchtungskandelaber und weitere vergleichbare Infrastrukturanlagen so-

wie an landwirtschaftliche Gebäude und Anlagen. Auch wenn sich ein bereits 

baulich  genutzter  Standort  im  Rahmen  der  Standortabklärung  als  klarer-

weise besser geeignet erweist als ein Standort innerhalb der Bauzonen, so 

darf eine Ausnahmebewilligung für eine Mobilfunkantenne nur erteilt werden, 

wenn als zusätzliche Voraussetzung gewährleistet ist, dass dem Vorhaben 

keine  überwiegenden  Interessen  entgegenstehen  (zum  Ganzen  BGE  133 

II 321, E. 4.3.3; BGE 133 II 409, E. 4.2; vgl. auch BGE 141 II 245, E. 7.6.2, 

wonach insoweit die relative Standortgebundenheit in Frage steht). 

4.4 

Die  Prüfung  der  Standortgebundenheit  nach  Massgabe  der  dargelegten 

Grundsätze erfolgt nicht lediglich bei erstmaliger Bewilligung einer Baute o-

der Anlage ausserhalb der Bauzonen, sondern grundsätzlich auch für jede 

Änderung oder Erweiterung einer bestehenden, zonenfremden Anlage (BGE 

133  II  409,  E.  4.1;  vgl.  zu  entsprechenden  Anwendungsfällen  auch  BGr 

1C_200/2012 vom 17. Dezember 2012, insb. E. 4; BGr 1C_14/2008 vom 25. 

Februar 2009, insb. E. 4). Selbst wenn dabei vorausgesetzt würde, dass eine 

wesentliche Änderung in Frage stehen muss (in diesem Sinn BGE 133 II 409, 

E. 4.1), wäre eine solche vorliegend zu bejahen. Denn hinsichtlich des Aus-

masses der Änderung ist nicht lediglich die Auswirkung auf die äussere Er-

scheinung  relevant  (vgl.  zu  diesem  Aspekt  nachstehend  E. 4.5).  Vielmehr 

fällt insoweit auch eine veränderte funktechnische Charakteristik der Anten-

nenkörper - namentlich bezüglich Frequenzband und Sendeleistung - in Be-

tracht, wie das Bundesgericht im Zusammenhang mit dem Begriff der mass-

vollen Erweiterung in Art. 24c RPG (betreffend Besitzstandsgarantie für zo-

nenwidrige Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen) festgehalten hat 

(BGE 133 II 409, E. 3; BGr 1C_200/2012 vom 17. Dezember 2012, E. 5.2). 

Nachdem  vorliegend  eine  Veränderung  solcher  Parameter  in  Frage  steht, 
setzt  der  geplante  Umbau  eine  Prüfung  der  Voraussetzungen  von  Art.  24 

RPG und damit insbesondere der Standortgebundenheit voraus, wovon die 

Parteien denn auch übereinstimmend ausgehen. 

Klar ist zunächst, dass es sich nicht um einen Fall absoluter Standortgebun-

denheit im Sinne der referierten Rechtsprechung handelt. Weder der Stand-

ortbegründung noch den Vorbringen der Rekursgegnerschaft im Rekursver-

fahren lässt sich entnehmen, dass der vorgesehene Standort ausserhalb der 

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Seite 11 

 
 
Bauzonen erforderlich ist, weil eine Deckungs- oder Funklücke aus funktech-

nischen Gründen mit einem oder mehreren Standorten innerhalb der Bauzo-

nen nicht in genügender Weise beseitigt werden könnte. Dabei ist zunächst 

bereits  fraglich,  ob  eine  entsprechende  Lücke  überhaupt  rechtsgenügend 

dargetan ist. Zwar trifft es zu, dass die seitens des Rekurrenten als Gegen-

argument  angeführte  Netzabdeckungs-Karte  gemäss  Y-Website  in  dieser 

Hinsicht wenig aussagekräftig ist, da die Bauherrschaft in plausibler Weise 

dargelegt  hat,  dass  diese  anderen  Zwecken  dient.  Der  demgegenüber  als 

massgeblich  erachteten,  in  der  Standortbegründung  wiedergegebenen  si-

mulierten  Versorgungskarte  lassen  sich  umgekehrt  jedoch  ebenfalls  keine 

klaren  Hinweise  auf  die  Beseitigung  einer  bestehenden  Deckungs-  oder 

Funklücke entnehmen. Dies deshalb, weil die kartografische Darstellung, die 

lediglich  zwischen  Gebieten  mit  den  Prädikaten "insufficient",  "critical"  und 

"good"  unterscheidet,  gemäss  Standortbegründung  "die  aktuelle  und  ge-

plante Versorgung mit LTE 800 MHz" ausweisen soll (act. 8.3 S. 5 f.). Damit 

bleibt - ganz abgesehen von der nicht nachvollziehbaren Wahl eines ganz 

bestimmten  Frequenzbands  -  jedenfalls  die  Unterscheidung  zwischen  ge-

genwärtigem und angestrebtem zukünftigem Zustand unklar, so dass eine 

bestehende Lücke und deren Behebung durch die vorgesehene Änderung 

gerade nicht nachvollziehbar dargelegt sind. Entscheidend aber ist ein wei-

terer  Aspekt:  Zur  Begründung  einer  absoluten  Standortgebundenheit  wäre 

wie erwähnt erforderlich, dass sich eine allfällige Deckungs- oder Funklücke 

nicht mit einem oder mehreren Standorten innerhalb der Bauzone beseitigen 

liesse.  Hierzu  lässt  sich  der  fraglichen  Karte  jedoch  von  vornherein  nichts 

entnehmen.  Dass  der  gewählte  Standort  in  funktechnischer  Hinsicht  zwin-

gend wäre, lässt sich somit weder der Standortbegründung noch den Aus-

führungen in Vernehmlassung und Duplik entnehmen. 

Damit  ist  grundsätzlich  zu  prüfen,  ob  die  Voraussetzungen  einer  relativen 
Standortgebundenheit  erfüllt  sind.  Zwar  weist  die  Rekursgegnerschaft  wie 

aufgezeigt  darauf  hin,  der  vorgesehene  Standort  versorge  primär  Gebiete 

ausserhalb  der  Bauzone.  Sie  lässt  es  jedoch  bei  dieser  pauschalen  Aus-

sage bewenden, die sie überdies selbst mit der Angabe ergänzt, der Standort 

sei zudem für die optimale Versorgung von A konfiguriert. Es handelt sich 

daher gerade nicht um eine Konstellation, wie sie das Bundesgericht in BGE 

138 II 570 zu beurteilen hatte: Bezüglich der dort strittigen, in der Landwirt-

schaftszone positionierten Mobilfunkantenne war konkret bekannt, dass sie 

hauptsächlich der Abdeckung einer bestimmten Eisenbahnlinie dienen sollte 

R2.2021.00138 

Seite 12 

 
 
und  lediglich  nebenbei  auch  eine  Verbesserung  in  bestimmten  bewohnten 

Gebieten mit sich brachte. Unter diesen Umständen ging das Bundesgericht 

von der Standortgebundenheit aus und erachtete es als zulässig, wenn die 

kantonalen Behörden nicht weiter untersucht hatten, ob ein anderer Standort 

innerhalb der Bauzone wesentlich vorteilhafter gewesen wäre (während im 

Übrigen die Prüfung der weiteren Voraussetzungen einer relativen Standort-

gebundenheit - und dabei auch eine Evaluation gewisser weiterer Standorte 

- im Rahmen der Interessenabwägung vorgenommen wurde; vgl. zum Gan-

zen a.a.O., E. 4). Demgegenüber wird vorliegend seitens der Rekursgegner-

schaft nicht näher spezifiziert, in welchem Sinn der streitbetroffenen Mobil-

funk-Antennenanlage eine hauptsächliche Bedeutung für die Nichtbauzone 

zukommen soll. Der blosse Umstand, dass im ländlichen Bereich das Ver-

sorgungsgebiet einer Antennenanlage neben Baugebieten oft auch flächen-

mässig erheblich mehr Land in Nichtbaugebieten erfasst, hat jedenfalls - ent-

gegen dem sinngemässen Hinweis der Bauherrschaft - nicht zur Folge, dass 

die  Erstellung  einer  entsprechenden  Anlage  im  Baugebiet  nicht  zulässig 

wäre (BGE 141 II 245 E. 2.4). In gleicher Weise würde sich daher auch eine 

Abweichung von den allgemeinen Voraussetzungen der relativen Standort-

gebundenheit nur rechtfertigen, wenn (wie im erwähnten Beispiel einer Ei-

senbahnlinie) ein vorrangiger Versorgungszweck für bestimmte Nutzungen 

im Nichtbaugebiet ersichtlich wäre. Dies ist vorliegend nicht der Fall. In Be-

tracht fielen einzig der Verlauf der Kantonsstrasse nördlich und östlich der 

streitbetroffenen Antenne sowie einzelne ausserhalb der Bauzone liegende 

Gebäude. Im Vergleich mit der - teilweise konzedierten - Bedeutung für die 

Versorgung mehrerer kleinerer zur Bauzone gehörender Gebiete (vgl. E. 2) 

kommt der Abdeckung der fraglichen Strasse und einzelner Höfe aber keine 

überwiegende Bedeutung zu. Damit ist letztlich von einer Konstellation aus-

zugehen, in der sich lediglich konstatieren lässt, dass die Mobilfunk-Anten-

nenanlage der Versorgung von Bau- und Nichtbaugebiet dient (vgl. zu einer 
solchen Konstellation beispielsweise VB.2015.00507 vom 9. Juni 2016, E. 3 

und 4.2). Es besteht daher keine Veranlassung, von der Erfüllung bestimmter 

Voraussetzungen der relativen Standortgebundenheit abzusehen. 

Zu diesen Voraussetzungen gehört, wie in E. 4.3 dargelegt, unter anderem 

eine Standortevaluation, in welche namentlich auch Standorte innerhalb der 

Bauzone  einzubeziehen  sind  (vgl.  zu  dieser  Vorgabe  und  ihrer  konkreten 

Umsetzung beispielsweise BGr 1C_405/2011 vom 24. April 2011, E. 3, insb. 

R2.2021.00138 

Seite 13 

 
 
E. 3.2; VB.2015.00507 vom 9. Juni 2016, E. 5.2 und 5.3). Eine solche Stan-

dortevaluation ist jedoch vorliegend unterblieben. Die Aussage der Bauherr-

schaft,  wonach  ein  Ersatz  des  bestehenden  Standorts  durch  einen  oder 

mehrere Standorte innerhalb der Bauzone "kaum" möglich sei, wird in keiner 

Weise  substantiiert,  wobei  die  gewählte  Formulierung  im  Übrigen  die  feh-

lende Abklärung von Alternativstandorten gerade bestätigt. Die in der Ver-

nehmlassung erfolgte Behauptung, wonach aufgezeigt worden sei, dass ein 

Ersatz nicht möglich sei, stimmt mit der Standortbegründung insofern gerade 

nicht überein und ist daher unzutreffend. Entsprechend dem vom Bundesge-

richt in BGr 1C_200/2012 vom 17. Dezember 2012 zu entscheidenden Fall 

ist sodann nicht ersichtlich, ob vor der Zustimmung zum seinerzeitigen Neu-

bau der Antennenanlage eine Standortevaluation durchgeführt wurde und ob 

sich gegebenenfalls die Verhältnisse nicht zwischenzeitlich geändert haben 

(vgl. dazu und zum Folgenden a.a.O., E. 4.3). Auch vorliegend kann daher 

nicht  zuverlässig  beurteilt  werden,  ob  der  für  den  streitbetroffenen  Umbau 

vorgesehene Standort ausserhalb der Bauzone unter Beachtung aller mas-

sgebenden Interessen wesentlich vorteilhafter wäre, als ein allenfalls neuer 

Standort innerhalb der bestehenden Bauzonen. Insbesondere fehlt es nicht 

nur an einer - an sich erforderlichen - Evaluation konkreter Alternativstand-

orte, sondern sogar an Darlegungen abstrakter Art, weshalb ein Standort in-

nerhalb der fraglichen Bauzonen insgesamt ausser Betracht fallen solle. Klar 

ist  damit  letztlich  einzig,  dass  für  den  bestehenden  Standort  der  Umstand 

spricht, dass es dort bereits eine Mobilfunk-Antennenanlage gibt, so dass bei 

deren Nutzung lediglich ein Umbau und kein Neubau erforderlich ist (wobei 

das  Argument  der  Abstimmung  des  Antennenstandorts  auf  Nachbarstand-

orte letztlich nichts anderes besagt, da hiervon für jede bestehende Mobil-

funk-Antennenanlage ausgegangen werden muss). Gerade dies kann aber 

die fehlende Standortevaluation nicht ersetzen. So weist das Bundesgericht 

zu Recht ausdrücklich darauf hin, allein aus dem Umstand, dass am vorge-
sehenen  Standort  bereits  eine  Antennenanlage  bestehe,  könne  nicht  ge-

schlossen  werden,  dass  der  bestehende  Standort  unter  Beachtung  aller 

massgebenden Interessen viel geeigneter wäre (a.a.O., E. 4.3). Eine andere 

Betrachtungsweise würde letztlich das Erfordernis, die Voraussetzungen von 

Art. 24 RPG - und insbesondere die Standortgebundenheit - auch im Falle 

einer  blossen  Änderung  zu  überprüfen,  unterlaufen.  Nichts  anderes  ergibt 

sich schliesslich mit Blick auf den Grundsatz, wonach unter bestimmten Um-

ständen eine Konzentration von Antennenanlagen sinnvoller sein kann als 

der Bau neuer Basisstationen (vgl. auch dazu a.a.O., E. 4.3 a.E.). Zum einen 

R2.2021.00138 

Seite 14 

 
 
kommt  diesem  Aspekt  vor  allem  im  Rahmen  des  konkreten  Standortver-

gleichs  sowie  hinsichtlich  der  Interessenabwägung  Bedeutung  zu;  um  ein 

Ausschlusskriterium, das von der Evaluation von Alternativstandorten zu dis-

pensieren  vermöchte,  handelt  es  sich  aber  gerade  nicht.  Zum  andern  er-

scheint es vorliegend aufgrund des Umstands, dass die Bauherrschaft einen 

Ersatz sämtlicher Antennenkörper am von ihr genutzten Antennenmast an-

strebt, relativ wahrscheinlich, dass sie im Falle einer Realisierung eines Al-

ternativstandorts  den  bestehenden  Standort  aufgeben  würde.  Damit  ver-

bliebe zwar auf dem fraglichen Ökonomie-gebäude weiterhin der Antennen-

mast der Z. Diese Konstellation lässt sich aber nicht mit derjenigen eines von 

mehreren  Betreiberinnen  gemeinsam  genutzten  Antennenmasts  verglei-

chen, da bereits die Reduktion von zwei auf einen Antennenmast auf dem 

Ökonomiegebäude zu einer geringeren Beanspruchung der Landwirtschafts-

zone und auch zu einer deutlich wahrnehmbaren Veränderung des Erschei-

nungsbilds führen würde. 

Zusammenfassend ergibt sich, dass vorliegend keine - und damit erst recht 

keine den Vorgaben der bundesgerichtlichen Rechtsprechung genügende - 

Standortevaluation  vorgenommen  wurde,  so  dass  nicht  beurteilt  werden 

kann, ob die Voraussetzungen der Erteilung einer raumplanungsrechtlichen 

Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 RPG erfüllt sind. Dies führt zur Gut-

heissung des Rekurses. 

4.5 

Aufgrund der gegebenenfalls erforderlich werdenden Umprojektierung erüb-

rigt es sich, auf die weiteren Rügen einzugehen. Hingewiesen sei jedoch auf 

folgenden, auch im Rahmen der Prüfung der Standortgebundenheit relevan-

ten Aspekt: Entgegen der rekurrentischen Argumentation ist nicht ersichtlich, 

dass mit dem geplanten Ersatz der bestehenden Antennenkörper eine mas-
sgebliche  Veränderung  des Erscheinungsbilds  der  gesamten Antennenan-

lage einhergehen würde. Auch wenn es zutrifft, dass die Dimensionen der 

neuen Antennenkörper etwas grösser sind, ist dies für die Wahrnehmung der 

Anlage als solcher nicht entscheidend. Damit läuft die rekurrentische Argu-

mentation ins Leere, soweit sie ein störendes Erscheinungsbild (als Aspekt 

der  Prüfung  der  relativen  Standortgebundenheit),  eine  Nichteinhaltung  der 

Vorgaben  betreffend  Einordnung  oder  eine  Verletzung  der  Vorschriften  im 

Zusammenhang mit dem Landschaftsschutz spezifisch aufgrund der geplan-

ten Änderung behauptet. Differenziert zu betrachten ist demgegenüber die 

R2.2021.00138 

Seite 15 

 
 
weitere  vom  Rekurrenten  aufgeworfene  Frage,  ob  bereits  die  bestehende 

Anlage den genannten Anforderungen nicht genüge. Hinsichtlich der Einord-

nungs-  sowie  der  Landschaftsschutzbestimmungen  gilt  insoweit  was  folgt: 

Hält die bestehende Anlage diese Vorgaben ein, so erweist sich im Lichte 

des soeben Ausgeführten auch die Änderung insoweit als unproblematisch. 

Verstösst  demgegenüber  bereits  die  bestehende  Anlage  gegen  die  fragli-

chen Bestimmungen, so stellt sich die Frage der Besitzstandsgarantie (wobei 

von vornherein kein Anwendungsfall von Art. 24c RPG vorliegt, da es sich 

nicht um eine ursprünglich zonenkonforme Anlage handelt). Auch wenn sich 

nun die Anlage ausserhalb der Bauzonen befindet, kommt für die genannten 

nicht  die  Zonenkonformität  beschlagenden  Fragen  bezüglich  der  Besitz-

standsgarantie Art. 357 PBG zur Anwendung (vgl. Christoph Fritzsche/Peter 

Bösch/Thomas Wipf/Daniel Kunz, Zürcher Planungs- und Baurecht, 6. Aufl., 

Wädenswil 2019, Bd. 2, S. 1497). Zudem fällt gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung die Änderung einer Mobilfunkanlage nicht unter die neubau-

ähnlichen Umgestaltungen (BGr 1C_550/2017 vom 6. Februar 2018, insb. E. 

3.4). Die bestehende Anlage kann daher die erweiterte Besitzstandsgarantie 

für sich in Anspruch nehmen und insbesondere im Sinne von § 357 Abs. 1 

Satz 1 PBG erweitert werden. Ein Fall von § 357 Abs. 1 Satz 2 PBG liegt 

nicht vor, da mit der geplanten Änderung - erneut mit Blick auf das vorste-

hend zur Erscheinungsweise ausgeführte - keine neuen oder weiter gehen-

den Abweichungen von den Einordnungs- bzw. den Landschaftsschutzvor-

schriften verbunden sind. Anders vorzunehmen ist demgegenüber die Beur-

teilung  des  bei  der  relativen  Standortgebundenheit  zu  prüfenden  Aspekts, 

wonach die Anlage nicht störend in Erscheinung treten darf. Da es sich hier-

bei um eine Frage im Zusammenhang mit der raumplanungsrechtlichen Aus-

nahmebewilligungsfähigkeit  handelt,  gelangt  §  357  PBG  nicht  zur  Anwen-

dung. Da auch kein Anwendungsfall von Art. 24c RPG vorliegt, geniesst die 

bestehende Anlage zwar - als Ausfluss eines allgemeinen Rechtsgrundsat-
zes - Bestandesschutz, kann aber keine erweiterte Besitzstandsgarantie in 

Anspruch nehmen. Daher wird bei der Beurteilung der relativen Standortge-

bundenheit letztlich auch zu entscheiden sein, ob die bestehende und damit 

auch die umgebaute Anlage störend in Erscheinung treten, da dies der Er-

teilung  einer  Ausnahmebewilligung  für  die  Änderung  entgegenstehen 

könnte. Die Frage ist aber im jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu entscheiden, 

da sie erst relevant werden wird, wenn die noch ausstehende Standorteva-

luation zum Ergebnis führen sollte, dass am vorgesehen Umbau der beste-

henden Antennenanlage festzuhalten ist. 

R2.2021.00138 

Seite 16 

 
 
5. 

Zusammengefasst ist der Rekurs gutzuheissen, da aufgrund der eingereich-

ten  Standortbegründung  sowie  der  weiteren  Angaben  der  Rekursgegner-

schaft nicht beurteilt werden kann, ob die Voraussetzungen der Erteilung ei-

ner raumplanungsrechtlichen Ausnahmebewilligung erfüllt sind. Damit ist die 

Verfügung […] der Baudirektion Kanton Zürich vom 24. März 2021 aufzuhe-

ben. Zwar betrifft der festgestellte Mangel unmittelbar nur die kantonale Ge-

samtverfügung. Da diese aber Voraussetzung der kommunalen Baubewilli-

gung bildet und letztere die kantonale Gesamtverfügung ausdrücklich zum 

integrierenden Bestandteil erklärt, ist auch der Beschluss des Gemeinderats 

X vom 25. Mai 2021 aufzuheben. Eine Rückweisung ist nicht vorzunehmen, 

da nicht lediglich eine Neubeurteilung durch die Vorinstanzen, sondern viel-

mehr  eine  veränderte  Baueingabe  der  privaten  Rekursgegnerin  (im  Sinne 

einer  den  Anforderungen  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  genü-

genden Standortbegründung) erforderlich ist. Bei diesem Ausgang des Ver-

fahrens erübrigt es sich zudem, über den erstmals in der Triplik gestellten 

Antrag, wonach durch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommis-

sion (ENHK) ein Augenschein durchzuführen sei, zu entscheiden. 

6. 

Gemäss  §  13  Abs.  2  Satz  1  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  (VRG) 

tragen  mehrere  am  Verfahren  Beteiligte  die  Kosten  in  der  Regel  entspre-

chend ihrem Unterliegen. Bei (teilweiser) Gutheissung eines Nachbarrekur-

ses ist auch die Baubehörde bzw. die betreffende kantonale Amtsstelle als 

(teilweise) unterliegende Verfahrenspartei zu betrachten. Sie wird damit im 

Rechtsmittelverfahren 

neben 

der 

Bauherrschaft 

kostenpflichtig 

(VB.2004.00481 in RB 2005 Nr. 12). In der Regel sind die Kosten zur einen 

Hälfte der Bauherrschaft und zur andern Hälfte der Vorinstanz (bzw. den Vo-
rinstanzen) aufzuerlegen. Da vorliegend die Gutheissung des Rekurses auf-

grund einer Rüge erfolgt, die materiell ausschliesslich die Gesamtverfügung 

der Baudirektion beschlägt, rechtfertigt es sich, die Verfahrenskosten je hälf-

tig der Baudirektion Kanton Zürich und der Bauherrschaft aufzuerlegen. 

Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwaltungs-

gerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr nach sei-

nem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem bestimm-

baren  Streitwert  oder dem  tatsächlichen  Streitinteresse fest.  Liegt  wie  hier 

R2.2021.00138 

Seite 17 

 
 
ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Gerichtsgebühr 

in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 Abs. 2 GebV 

VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Rekursinstanz  ein 

grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in:  Kommentar  VRG,  3. 

Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 5'500.-- festzusetzen. 

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