# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 36a1ac62-e50c-5e91-8b09-88323b6fd788
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.10.2022 SB210513
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210513_2022-10-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB210513-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, und lic. iur. S. Volken, 

Ersatzoberrichter lic. iur. R. Amsler sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw T. Künzle 

 

Urteil vom 25. Oktober 2022 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
vertreten durch Staatsanwalt Dr. iur. T. Brändli,  

Anklägerin und I. Berufungsklägerin 

 

sowie 

 

1. A._____,  
2. B._____,  
Privatklägerinnen und III. Berufungsklägerinnen (1. und 2. Rückzug) 

1 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

2 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

gegen 

C._____,  
Beschuldigter und II. Berufungskläger  

sowie Anschlussberufungskläger (Nichteintreten) 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ 

 

betreffend mehrfachen Menschenhandel etc.  
 

- 2 - 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung,  
vom 21. Juni 2021 (DG200176) 
 

sowie 
 

Z._____,   
Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Entschädigung  
 

Beschwerde gegen Dispositiv-Ziffer 26 des Urteils des Bezirksgerichts  
Zürich, 9. Abteilung, vom 21. Juni 2021 (DG200176) 
  

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 3. September 2020 

(Urk. D1/54) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:  
(Urk. 197 S. 555 ff.) 

Das Gericht erkennt: 

1. Das Verfahren gegen den Beschuldigten wegen  

− mehrfacher einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 teilweise i.V.m. 

Ziff. 2 StGB betreffend die Vorfälle vom 10. Juni 2012 und 19. April 2016 (Dossier 1) 

zum Nachteil von D._____ (Anklageziffer II.A.), 

− einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB betreffend 

den Vorfall vom August/September 2013 und mehrfacher Tätlichkeiten im Sinne von 

Art. 126 Abs. 1 StGB betreffend die Vorfälle von anfangs 2014 sowie zweites Halb-

jahr 2014 (Dossier 1) zum Nachteil von A._____ (Anklageziffer II.B.), 

− mehrfacher einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB betreffend 

die Vorfälle vom Frühling/Sommer 2016 (Dossier 1) zum Nachteil von B._____ 

(Anklageziffer II.C.), 

− mehrfacher Täuschung der Behörden im Sinne von Art. 118 Abs. 1 AIG betreffend 

Dossiers 8.a.-c. (Anklageziffer VIII.), 

wird definitiv eingestellt. 

2. Der Beschuldigte ist schuldig 

− des mehrfachen Menschenhandels im Sinne von Art. 182 Abs. 1 StGB zum Nachteil 

von E._____ und F._____ (Anklageziffer I.), 

− der mehrfachen Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 lit. c und d StGB 

zum Nachteil von D._____, A._____ und B._____ (Anklageziffer II.), 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB zum 

Nachteil von A._____ (Anklageziffer II.B.), 

- 4 - 

− des gewerbsmässigen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 StGB 

(Anklageziffer III.),  

− des mehrfachen betrügerischen Konkurses und Pfändungsbetruges im Sinne von 

Art. 163 Ziff. 1 StGB (Anklageziffer V.), 

− der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB (Anklagezif-

fern III., IV. und VII.), 

− der mehrfachen Fälschung von Ausweisen im Sinne von Art. 252 StGB (Anklage-

ziffer VI.), 

− des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b und e 

SVG (Anklageziffer VII.), 

− der Täuschung der Behörden im Sinne von Art. 118 Abs. 1 AIG (Anklageziffer VIII.), 

− der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 

lit. g i.V.m. lit. c BetmG (Anklageziffer IX.). 

3. Der Beschuldigte wird freigesprochen von den Vorwürfen 

− des gewerbsmässigen Menschenhandels im Sinne von Art. 182 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 

StGB zum Nachteil von G._____, H._____, I._____, J._____, K._____ und L._____ 

(Anklageziffer I.) sowie von D._____, A._____ und B._____ (Anklageziffer II.), 

− des gewerbsmässigen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 StGB 

betreffend Dossiers 14, 31 und 32 (Anklageziffer III.), 

− des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB betreffend Dossier 2 (Anklage-

ziffer IV.), 

− der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB betreffend 

Dossier 27 (Anklageziffer III.) sowie betreffend Dossiers 2 und 15 (Anklageziffer IV.), 

− der versuchten Anstiftung zur Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB betreffend Dossier 23 (Anklageziffer IV.), 

− der Täuschung der Behörden im Sinne von Art. 118 Abs. 1 AIG betreffend Dossier 

8.d. (Anklageziffer VIII.), 

- 5 - 

− der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 

lit. g i.V.m. lit. c BetmG betreffend Dossier 11 (Anklageziffer IX.). 

4. Der Beschuldigte wird bestraft mit 8 ½ Jahren Freiheitsstrafe, teilweise als Zusatzstrafe zum 

Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 4. September 2014 (wovon bis und mit heute 1667 

Tage durch Haft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind), sowie mit einer Geldstrafe 

von 20 Tagessätzen zu CHF 10, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsan-

waltschaft Frauenfeld vom 6. Oktober 2015.  

5. a) Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

 b) Die Geldstrafe wird vollzogen. 

6. a) Es wird eine ambulante Massnahme des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB 

zwecks Behandlung psychischer Störungen angeordnet.  

Die ambulante Massnahme ist umgehend aufzugleisen und in einem möglichst inten-

siven Setting auszugestalten.  

 b) Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht zugunsten der Massnahme aufgeschoben.  

7. Auf die Anordnung eines Kontakt- und/oder Rayonverbots im Sinne von Art. 67b StGB 

gegenüber der Privatklägerin B._____ wird verzichtet. 

8. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin A._____ aus den 

eingeklagten Ereignissen dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen 

Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____ CHF 14'000, nebst Zins zu 

5 % seit dem 14. Dezember 2014, als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

10. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin B._____ aus den 

eingeklagten Ereignissen dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen 

Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ CHF 35'000, nebst Zins zu 

5 % seit dem 1. November 2016, als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

- 6 - 

12. Der Beschuldigte wird teilweise anerkennungsgemäss verpflichtet, der Privatklägerin 4 

Schadenersatz in der Höhe von CHF 2'645 zuzüglich des folgenden Zinses zu bezahlen: 

-  Zins zu 5 % auf CHF 1'750 ab dem 1. Juli 2016 bis zum 4. Juli 2017, 

-  Zins zu 5 % auf CHF 1'750 ab dem 1. August 2016 bis zum 4. Juli 2017, 

-  Zins zu 5 % auf CHF 1'750 ab dem 1. September 2016 bis zum 4. Juli 2017, 

-  Zins zu 5 % auf CHF 2'645 ab dem 5. Juli 2017. 

Im Mehrbetrag wird die Privatklägerin 4 mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg 

verwiesen. 

13. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 4 wird abgewiesen.  

14. Der Beschuldigte wird teilweise anerkennungsgemäss verpflichtet, der Privatklägerin 6 

Schadenersatz in der Höhe von CHF 13'200 zuzüglich des folgenden Zinses zu bezahlen: 

-  5 % Zins auf CHF 19'200 ab dem 31. Mai 2015 bis zum 24. Juni 2016, 

-  5 % Zins auf CHF 13'200 ab dem 25. Juni 2016.  

Im Mehrbetrag wird die Privatklägerin 6 mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg 

verwiesen. 

15. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 6 wird abgewiesen.  

16. Der Beschuldigte wird anerkennungsgemäss verpflichtet, dem Privatkläger 8 Schadenersatz 

in der Höhe von CHF 9'336.80 zu bezahlen. 

Im Mehrbetrag wird der Privatkläger 8 mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg 

verwiesen. 

17. Der Beschuldigte wird teilweise anerkennungsgemäss verpflichtet, der Privatklägerin 9 

Schadenersatz in der Höhe von CHF 18'730 zuzüglich des folgenden Zinses zu bezahlen: 

-  Zins zu 5 % auf CHF 1'920 ab dem 1. Januar 2017, 

-  Zins zu 5 % auf CHF 1'920 ab dem 1. Februar 2017, 

-  Zins zu 5 % auf CHF 1'920 ab dem 1. März 2017, 

-  Zins zu 5 % auf CHF 1'920 ab dem 1. April 2017, 

- 7 - 

- Zins zu 5 % auf CHF 1'700 ab dem 1. Mai 2017, 

-  Zins zu 5 % auf CHF 1'700 ab dem 1. Juni 2017, 

-  Zins zu 5 % auf CHF 1'700 ab dem 1. Juli 2017, 

-  Zins zu 5 % auf CHF 1'700 ab dem 1. August 2017, 

-  Zins zu 5 % auf CHF 1'700 ab dem 1. September 2017, 

-  Zins zu 5 % auf CHF 1'700 ab dem 1. Oktober 2017, 

-  Zins zu 5 % auf CHF 850 ab dem 1. November 2017. 

Im Mehrbetrag wird die Privatklägerin 9 mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg 

verwiesen. 

18. Der Beschuldigte wird anerkennungsgemäss verpflichtet, der Privatklägerin 10 Schadener-

satz in der Höhe von CHF 8'140 zuzüglich des folgenden Zinses zu bezahlen: 

-  5 % Zins auf CHF 2'035 ab dem 1. Dezember 2016, 

-  5 % Zins auf CHF 2'035 ab dem 1. Januar 2017, 

-  5 % Zins auf CHF 2'035 ab dem 1. Februar 2017, 

-  5 % Zins auf CHF 2'035 ab dem 1. März 2017. 

19. Der Beschuldigte wird anerkennungsgemäss verpflichtet, der Privatklägerin 11 Schadener-

satz in der Höhe von CHF 27'924.85 zuzüglich Zins zu 5 % ab dem 1. November 2018 zu 

bezahlen. 

20. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 18. August 2020 beschlag-

nahmten und bei der Fachgruppe Milieu- und Sexualdelikte der Stadtpolizei Zürich lagern-

den Mobiltelefone des Beschuldigten (1 iPhone 5, Asservat-Nr. A009'894'819; 1 iPhone 6, 

Asservat Nr. A009'895'130) werden nach Eintritt der Rechtskraft des Entscheids bis drei 

Monate danach auf erstes Verlangen an den Beschuldigten herausgegeben bzw. nach un-

genutztem Ablauf dieser Frist der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

21. Folgende in der Liegenschaft M._____ …, N._____, sichergestellten Gegenstände werden 

nach Eintritt der Rechtskraft des Entscheids bis drei Monate danach auf erstes Verlangen 

an den Beschuldigten herausgegeben bzw. nach ungenutztem Ablauf dieser Frist der La-

gerbehörde zur Vernichtung überlassen:  

- 8 - 

1 Notebook Apple MacBook Pro; 1 Notebook Toshiba Satellite C70D; 1 Notizheft (türkis); 

1 Buch (schwarz); 1 Mietvertrag; 3 Besucherkarten; 1 Ausweis des Amts für Justizvollzug; 

2 SIM-Karten-Halter (Yallo bzw. Swisscom); 3 Schlüssel; 1 Maestro-Karte der Migros Bank 

(ltd. auf den Beschuldigten). 

22. Die ebenfalls in der Liegenschaft M._____ …, N._____, sichergestellte und auf die Privat-

klägerin A._____ lautende Maestro-Karte der Migros Bank wird nach Eintritt der Rechtskraft 

des Entscheids bis drei Monate danach auf erstes Verlangen an die Privatklägerin heraus-

gegeben bzw. nach ungenutztem Ablauf dieser Frist der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen. 

23. Die in der Liegenschaft an der O._____-strasse .., P._____, sichergestellten Gegenstände 

(1 iPad, weiss [stark beschädigt] sowie diverse Dokumente) werden nach Eintritt der 

Rechtskraft des Entscheids bis drei Monate danach auf erstes Verlangen an Q._____ her-

ausgegeben bzw. nach ungenutztem Ablauf dieser Frist der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen. 

24. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:  

CHF 20'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 50'000.00   Gebühr für das Vorverfahren 

CHF 15'640.00   Auslagen (Gutachten) 

CHF 80'911.60   Auslagen (Untersuchung) 

CHF 532.50   Dolmetscherkosten Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ 

CHF 227'302.90 Entschädigung amtliche Verteidigung 

CHF 27'595.10 Entschädigung Rechtsvertreterin der Privatklägerin 1  

CHF 30'399.40 Entschädigung Rechtsvertreter der Privatklägerin 2 

CHF 15'592.10 Entschädigung Rechtsvertreter der Privatklägerin 3 

CHF 6'339.45 Entschädigung Rechtsanwalt lic. iur. W._____ 

CHF 2'313.60 Entschädigung Rechtsanwalt lic. iur. V._____ 

CHF 1'500.00 Gerichtsgebühr für das OG-Verfahren UB160160-O 
 

CHF 600.00 Hälfte der Gerichtsgebühr für das OG-Verfahren UB170092-O 
 

- 9 - 

CHF 1'200.00 Gerichtsgebühr für das OG-Verfahren UB180029-O 
 

CHF 1'500.00 Gerichtsgebühr für das OG-Verfahren UB180073-O 
 

CHF 960.00 Vier Fünftel der Gerichtsgebühr für das OG-Verfahren UB180120-
O 
 

CHF 1'400.00 Gerichtsgebühr für das OG-Verfahren UB190020-O 

CHF 1'000.00 Gerichtsgebühr für das OG-Verfahren UB210030-O 

CHF 1'200.00 Gerichtsgebühr für das OG-Verfahren UB210111-O. 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

25. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens (inkl. die nicht auf die 

Gerichtskasse genommenen Kosten der Beschwerdeverfahren der III. Strafkammer des 

Obergerichts des Kantons Zürich), ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung 

und der aktuellen und früheren unentgeltlichen Rechtsvertretungen der Privatklägerschaft, 

werden zu 7/8 dem Beschuldigten auferlegt und zu 1/8 auf die Gerichtskasse genommen. 

26. Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten mit CHF 227'302.90 (inkl. Mehrwertsteuer und zweier Akon-

tozahlungen in der Höhe von insgesamt CHF 60'677.30) aus der Gerichtskasse entschä-

digt. 

27. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von 7/8. 

28. Rechtsanwältin lic. iur. X._____ wird für ihre Bemühungen und Barauslagen als unentgeltli-

che Rechtsvertreterin der Privatklägerin A._____ mit CHF 27'595.10 (inkl. Mehrwertsteuer) 

aus der Gerichtskasse entschädigt. 

29. Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen als unentgeltli-

cher Rechtsvertreter der Privatklägerin B._____ mit CHF 30'399.40 (inkl. Mehrwertsteuer) 

aus der Gerichtskasse entschädigt. 

30. Rechtsanwalt lic. iur. U._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen als unentgeltli-

cher Rechtsvertreter der Privatklägerin D._____ mit CHF 15'592.10 (inkl. Mehrwertsteuer) 

aus der Gerichtskasse entschädigt. 

31. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretungen der Privatklägerinnen A._____, B._____ 

und D._____ werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.  

32. (Mitteilungen) 

- 10 - 

33. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 17 f.) 

a) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 119 und Urk. 317) 

1. Bestrafung des Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren.  

2. Anordnung einer stationären Massnahme. 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 318) 

Es sei der Beschuldigte in Abänderung von Disp.-Ziff. 2 des mehrfachen 

betrügerischen Konkurses und Pfändungsbetrugs (AZ V.), der mehrfachen 

Urkundenfälschung (AZ III. und IV.), der mehrfachen Fälschung von Aus-

weisen (AZ VI.), des Fahrens ohne Berechtigung (AZ VII., Dossier 4) sowie 

der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (AZ IX.) schuldig zu 

sprechen. 

Der Beschuldigte sei in Abänderung von Disp.-Ziff. 4 und in Aufhebung von 

Disp. Ziff. 5 f. mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten unter Ansetzung ei-

ner Probezeit von 2 Jahren zu bestrafen. 

Dem Beschuldigten sei eine angemessene Genugtuung für den ungerecht-

fertigten Freiheitsentzug von 200.--/Tag Überhaft zu entrichten. Es sei ihm 

ausserdem ein Verzugszins von 5% seit mittlerem Verfall zuzusprechen. 

Die Zivilansprüche der Privatklägerinnen seien in Anwendung von Disp. 

Ziff. 8-11. abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen. 

Es sei in Abänderung von Disp.-Ziff. 24. und 26. die Entschädigung der 

amtlichen Verteidigung auf CHF 235'860.37 festzusetzen und die Kosten der 

Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens seien dem Beschuldigten in 

- 11 - 

Abänderung der Disp.-Ziff. 25. und 27. zu einem Vierzigstel aufzuerlegen 

bzw. dem Nachforderungsvorbehalt zu unterstellen.  

Der Bk sei umgehend aus dem vorzeitigen Strafvollzug zu entlassen.  

Die Kosten des Berufungsverfahrens seien ausgangsgemäss zu verlegen." 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Nach umfangreichen polizeilichen (Vor-)Ermittlungen wurde der Beschuldig-

te C._____ am 28. November 2016 im Auftrag der Staatsanwaltschaft Zürich-

Limmat wegen des Verdachts auf Menschenhandel etc. verhaftet und in der Folge 

in Untersuchungshaft versetzt. Er befindet sich bis heute in Haft bzw. seit dem 

7. April 2021 im vorzeitigen Strafvollzug (vgl. Urk. 104 und 121). Nach Abschluss 

der Untersuchung erhob die Staatsanwaltschaft am 3. September 2020 Anklage 

gegen den Beschuldigten an das Bezirksgericht Zürich, welche dessen 

9. Abteilung zugewiesen wurde (nachfolgend: Vorinstanz). Nachdem diese am 

19. und 20. Mai 2021 die Hauptverhandlung durchgeführt hatte, fällte sie am 

21. Juni 2021 das eingangs wiedergegebene Urteil (vgl. Prot. I S. 16-44 sowie 

S. 47 ff.). Da die Parteien auf eine mündliche Eröffnung des Urteils verzichtet hat-

ten (Prot. I S. 44), wurde ihnen dieses am 23. Juni 2021 schriftlich im Dispositiv 

eröffnet (Urk. 172 und 174). 

Im Übrigen kann zum Gang der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfah-

rens auf die ausführliche Darstellung im angefochtenen Urteil verwiesen werden 

(Urk. 197 S. 11-36). 

2. Am 23. Juni 2021 (Poststempel) meldeten der Beschuldigte (Urk. 176), am 

28. Juni 2021 (Eingangsdatum) die Staatsanwaltschaft (Urk. 177), am 28. Juni 

2021 (Poststempel) die Privatklägerin B._____ (Urk. 179) sowie am 2. Juli 2021 

(Poststempel) die Privatklägerin A._____ (Urk. 188) jeweils fristgerecht Berufung 

gegen das vorinstanzliche Urteil an. Am 5. Juli 2021 erhob zudem der amtliche 

Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. Z._____, Beschwerde betref-

- 12 - 

fend Festsetzung seines Honorars bei der III. Strafkammer des Obergerichts, 

welche das Verfahren schliesslich mit Beschluss vom 7. Dezember 2021 zustän-

digkeitshalber in das vorliegende Berufungsverfahren überwies (vgl. Urk. 237 f.). 

Das begründete Urteil der Vorinstanz (Urk. 194 = Urk. 197) wurde der Staatsan-

waltschaft am 26. August 2021 (Urk. 196/1), dem Beschuldigten, dem amtlichen 

Verteidiger und der Privatklägerin B._____ am 30. August 2021 (Urk. 196/2 und 

196/4) sowie der Privatklägerin A._____ am 1. September 2021 (Urk. 196/3) zu-

gestellt. 

3. Am 9. September 2021 (Poststempel) reichten die Staatsanwaltschaft 

(Urk. 199), am 16. September 2021 (Poststempel) der Beschuldigte bzw. der amt-

liche Verteidiger (Urk. 205) sowie am 21. September 2021 (Poststempel) die 

Privatklägerin A._____ (Urk. 207) innert Frist ihre jeweiligen Berufungserklärun-

gen dem Obergericht ein. 

Die Privatklägerin B._____ zog die von ihr angemeldete Berufung innert laufender 

Frist zur Einreichung der Berufungserklärung mit Eingabe vom 13. September 

2021 zurück (Urk. 201). Von diesem Berufungsrückzug ist Vormerk zu nehmen. 

4. Mit Präsidialverfügung vom 20. Oktober 2021 wurden dem Beschuldigten, 

den Privatklägern und der Staatsanwaltschaft in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 

und 3 StPO sowie Art. 401 StPO Kopien der Berufungserklärungen der übrigen 

Parteien zugestellt und Frist angesetzt, um im Hinblick auf die Berufungserklärun-

gen der jeweiligen Gegenparteien Anschlussberufung zu erheben oder ein Nicht-

eintreten auf die Berufung(-en) zu beantragen. Der Privatklägerin A._____ wurde 

zudem Frist angesetzt, um ihre Berufungserklärung zu präzisieren. Schliesslich 

wurde den Privatklägerinnen A._____, B._____ und D._____ Frist angesetzt, um 

sich über die Ausübung ihrer prozessualen Rechte als Opfer von Sexualdelikten 

gemäss Art. 335 Abs. 4, Art. 153 Abs. 1 sowie Art. 68 Abs. 4 StPO zu erklären, 

ansonsten die Auswahl der Mitglieder des Gerichts sowie der übersetzenden Per-

son in das Ermessen der Verfahrensleitung gestellt würde (Urk. 211). Die Privat-

klägerin D._____ verzichtete mit Eingabe vom 25. Oktober 2021 auf eine An-

schlussberufung, beantragte einen Freispruch des Beschuldigten hinsichtlich des 

- 13 - 

verbliebenen Anklagevorwurfes zu ihrem Nachteil und ersuchte darum, anlässlich 

der Berufungsverhandlung nicht mehr persönlich befragt zu werden (Urk. 214). 

Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 4. November 2021 auf eine 

Anschlussberufung (Urk. 217). Der Beschuldigte liess mit Eingabe vom 10. No-

vember 2021 Anschlussberufung zur Berufung der Staatsanwaltschaft erklären 

(Urk. 218). Die Privatklägerin A._____ verzichtete mit Eingabe vom 10. November 

2021 auf eine Anschlussberufung, präzisierte aufforderungsgemäss ihre Beru-

fungserklärung und ersuchte um Übersetzung ihrer allfälligen Befragung durch ei-

ne weibliche Dolmetscherin (vgl. Urk. 220 samt Korrekturen in Urk. 230). Die übri-

gen Privatkläger liessen sich auf die Verfügung vom 20. Oktober 2021 nicht ver-

nehmen. 

5. Mit Präsidialverfügung vom 22. November 2021 wurde dem Beschuldigten 

Frist angesetzt, um seine Anschlussberufungserklärung zu präzisieren. Zudem 

wurde die unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklägerin D._____ widerrufen 

und dieser Frist angesetzt, um mitzuteilen, ob sie sich im vorliegenden Verfahren 

weiterhin durch Rechtsanwalt lic. iur. U._____ vertreten lasse. Zudem wurden 

dem Beschuldigten, der Staatsanwaltschaft und den Privatklägerinnen A._____, 

B._____ und D._____ die für sie jeweils relevanten Eingaben der übrigen Partei-

en zur Kenntnis gebracht (Urk. 225). Mit Eingabe vom 23. November 2021 erklär-

te die Privatklägerin D._____, sich einstweilen nicht mehr durch Rechtsanwalt lic. 

iur. U._____ vertreten zu lassen (Urk. 227). Mit Eingabe vom 24. November 2021 

äusserte sich der Beschuldigte zu seiner Anschlussberufungserklärung (Urk. 

232). Mit Beschluss vom 30. November 2021 wurde auf die Anschlussberufung 

des Beschuldigten mangels Rechtsschutzinteresse nicht eingetreten (Urk. 235). 

Dieser Beschluss erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

6. Am 5. Januar 2022 stellte der Beschuldigte ein Gesuch um Entlassung aus 

dem vorzeitigen Strafvollzug (Urk. 241), welches nach Einholung der Stellung-

nahme der Staatsanwaltschaft (Urk. 246) sowie der Replik des Beschuldigten da-

zu (Urk. 248) mit Präsidialverfügung vom 20. Januar 2022 abgewiesen wurde 

(Urk. 251). Am 21. Januar 2022 (Eingangsdatum) überwies das Amt für Justiz-

vollzug und Wiedereingliederung dem Berufungsgericht zuständigkeitshalber ei-

- 14 - 

nen Antrag des Beschuldigten um Vollzugslockerungen (Urk. 253 f.), welcher 

nach Einholung der Stellungnahme der Staatsanwaltschaft (Urk. 258) mit 

Präsidialverfügung vom 9. Februar 2022 abgewiesen wurde (Urk. 259). Der Be-

schuldigte erhob sowohl gegen die Verfügung vom 20. Januar 2022 als auch ge-

gen diejenige vom 9. Februar 2022 Beschwerde beim Bundesgericht. Das Bun-

desgericht vereinigte die Beschwerdeverfahren und wies die Beschwerden des 

Beschuldigten mit Urteil vom 16. März 2022 ab (Urk. 275). 

7. Am 10. Juni 2022 stellte der Beschuldigte ein weiteres Gesuch um Entlas-

sung aus dem vorzeitigen Strafvollzug, eventualiter um Versetzung in den offenen 

Strafvollzug (Urk. 282), welches nach Einholung der Stellungnahme der Staats-

anwaltschaft (Urk. 287) sowie der Replik des Beschuldigten dazu (Urk. 289) mit 

Präsidialverfügung vom 28. Juni 2022 abgewiesen wurde (Urk. 291). 

8. Am 15. Juli 2022 wurden die Parteien auf den 24. und 25. Oktober 2022 zur 

Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 293). 

9. Am 11. August 2022 stellte der Beschuldigte diverse Beweisanträge 

(Urk. 295), welche mit Präsidialverfügung vom 16. August 2022 abgewiesen 

wurden, soweit darauf eingetreten wurde (Urk. 297). Mit Verfügung vom 7. Okto-

ber 2022 wurde sodann ein Antrag der Staatsanwaltschaft auf Abnahme der 

Berufungsverhandlung abgewiesen (Urk. 301 und 303). Gutgeheissen wurde ein 

Gesuch der Privatklägerin A._____ um Dispensation von der Berufungsverhand-

lung (Urk. 305). Am 20. Oktober 2022 teilte schliesslich der Vertreter der Privat-

klägerin B._____ mit, er sei von dieser instruiert worden, nicht an der Berufungs-

verhandlung teilzunehmen und keine Eingaben zu machen (Urk. 310). 

10. Zur Berufungsverhandlung vom 24. Oktober 2022 erschienen der Beschul-

digte C._____ in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. 

Z._____, Staatsanwalt Dr. iur. T. Brändli sowie Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

als Vertreterin der Privatklägerin A._____ (Prot. II S. 17). Zu Beginn der Verhand-

lung gab Rechtsanwältin X._____ namens der Privatklägerin A._____ den Rück-

zug von deren Berufung zu Protokoll (Prot. II S. 19), wovon Vormerk zu nehmen 

ist. Die von der Verteidigung aufgeworfenen Vorfragen bzw. (Beweis-)Anträge 

- 15 - 

wurden abgewiesen (Prot. II S. 19 ff.; vgl. auch nachstehende E. II./3.). In der Sa-

che selbst stellten die Parteien die eingangs wiedergegebenen Anträge (Prot. II 

S. 17 f.). Das Verfahren ist spruchreif. 

II. Prozessuales 

1. Umfang der Berufungen 

1.1. Die Berufungserklärung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen die Straf-

zumessung (Dispositiv-Ziffer 4) sowie die Anordnung einer vollzugsbegleitenden 

ambulanten Massnahme (Dispositiv-Ziffer 6). Die Staatsanwaltschaft beantragt im 

Berufungsverfahren die Ausfällung einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren sowie die 

Anordnung einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB (Urk. 199). 

1.2. Die Berufungserklärung des Beschuldigten richtet sich sinngemäss gegen 

seine Verurteilung wegen mehrfachen Menschenhandels, mehrfacher Förderung 

der Prostitution, einfacher Körperverletzung, gewerbsmässigen Betruges und 

Täuschung der Behörden (Dispositiv-Ziffer 2, 1. bis 4. und 9. Lemma) sowie teil-

weise gegen seine Verurteilung wegen mehrfacher Urkundenfälschung (Disposi-

tiv-Ziffer 2, 6. Lemma bezüglich Anklageziffer VII.) und mehrfachen Fahrens ohne 

Berechtigung (Dispositiv-Ziffer 2, 8. Lemma bezüglich Anklageziffer VII., Dos-

siers 5 bis 7). Ferner ficht der Beschuldigte die Strafzumessung (Dispositiv-Ziffer 

4), den Vollzug (Dispositiv-Ziffer 5), die Anordnung einer vollzugsbegleitenden 

ambulanten Massnahme (Dispositiv-Ziffer 6), die Zivilansprüche der Privatkläge-

rinnen A._____ und B._____ (Dispositiv-Ziffern 8 bis 11) sowie die Kostenrege-

lung (Dispositiv-Ziffern 25 und 27) an. Der Beschuldigte beantragt, er sei (ledig-

lich) des mehrfachen betrügerischen Konkurses und Pfändungsbetruges, der 

mehrfachen Urkundenfälschung, der mehrfachen Fälschung von Ausweisen, des 

Fahrens ohne Berechtigung sowie der Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-

telgesetz schuldig zu sprechen und mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 10 

Monaten, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren, zu bestrafen. Die Zi-

vilansprüche der Privatklägerinnen A._____ und B._____ seien abzuweisen, 

eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen. Die Kosten der Untersuchung und des 

gerichtlichen Verfahrens seien dem Beschuldigten nur zu einem Vierzigstel auf-

- 16 - 

zuerlegen und es sei ihm eine angemessene Genugtuung für ungerechtfertigten 

Freiheitsentzug von CHF 200 pro Tag Überhaft nebst 5 % Zins seit mittlerem Ver-

fall zuzusprechen. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien ausgangsgemäss 

zu verlegen (Urk. 205 S. 1 f.). 

1.3. Der amtliche Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ wendet sich sodann 

gegen die Festsetzung seiner Entschädigung bis zum erstinstanzlichen Urteil auf 

CHF 227'302.90 (Dispositiv-Ziffern 24 und 26). Er verlangt die Zusprechung einer 

Entschädigung von CHF 235'860.37 (Urk. 205 S. 2). 

1.4. Nicht angefochten und somit in Rechtskraft erwachsen sind demnach die 

Dispositiv-Ziffer 1 (Verfahrenseinstellungen), Dispositiv-Ziffer 2, 5. Lemma 

(Schuldspruch betreffend mehrfachen betrügerischen Konkurs und Pfändungsbe-

trug), Dispositiv-Ziffer 2, 6. Lemma bezüglich Anklageziffern III. und IV. (Schuld-

spruch betreffend mehrfache Urkundenfälschung), Dispositiv-Ziffer 2, 7. Lemma 

(Schuldspruch betreffend mehrfache Fälschung von Ausweisen), Dispositiv-Ziffer 

2, 8. Lemma bezüglich Anklageziffer VII., Dossier 4 (Schuldspruch betreffend 

mehrfaches Fahren ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG) 

sowie Dispositiv-Ziffer 2, 10. Lemma (Schuldspruch betreffend Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz), Dispositiv-Ziffer 3 (Freisprüche), Dispositiv-

Ziffer 7 (Verzicht auf Anordnung eines Kontakt- und Rayonverbots), Dispositiv-

Ziffern 12 bis 19 (Zivilansprüche der Privatkläger 4 bis 11), Dispositiv-Ziffern 20 

bis 23 (Herausgabe von beschlagnahmten Gegenständen), Dispositiv-Ziffer 24 

(Kostenaufstellung, mit Ausnahme der Entschädigung der amtlichen Verteidigung) 

sowie Dispositiv-Ziffern 28 bis 31 (Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsver-

tretungen der Privatklägerinnen A._____, B._____ und D._____) des vorinstanzli-

chen Urteils, was vorab festzustellen ist. Im Übrigen steht der vorinstanzliche Ent-

scheid zur Disposition. 

2. Formelles 

2.1. Soweit nachfolgend auf Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen 

Entscheid verwiesen wird, erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO 

- 17 - 

(vgl. dazu BGer. 6B_570/2019 vom 23. September 2019, E. 4.2, m.w.H.), auch 

ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung findet. 

2.2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und je-

des einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249, 

E. 1.3.1, mit Hinweisen). Die Berufungsinstanz kann sich somit in der Begründung 

auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. 

2.3. Die vormals als Privatklägerin aufgetretene D._____ ehelichte nach dem 

erstinstanzlichen Urteil den Beschuldigten C._____ und nennt sich nun C._____-

D._____. Bereits vor Vorinstanz und auch im Berufungsverfahren beantragte sie 

zudem einen Freispruch des Beschuldigten, womit davon auszugehen ist, dass 

sie zwischenzeitlich auf ihre Privatklägerstellung verzichtet hat. Im Interesse der 

Übersichtlichkeit wird sie im vorliegenden Urteil dennoch – wie bereits im 

vorinstanzlichen Urteil – weiterhin als "Privatklägerin D._____" bezeichnet. 

3. "Vorfragen" / (Beweis-)Anträge der Verteidigung 

3.1. Die Verteidigung beantragte anlässlich der Berufungsverhandlung "vorfra-

geweise" die erneute Einvernahme der Privatklägerinnen A._____, D._____ und 

B._____ sowie der vormaligen Mitbeschuldigten und Mutter des Beschuldigten, 

Q._____, als Zeuginnen. Ferner beantragte die Verteidigung, es seien sämtliche 

abgehörten Telefonate und aufgefundenen Textnachrichten vollständig neu nie-

derzuschreiben und zu übersetzen (Urk. 314 S. 1; Prot. II S. 19). Auf die damit 

verbundenen Ausführungen der Verteidigung ist im Folgenden nur insoweit ein-

zugehen, als sie der Begründung der gestellten Anträge dienen können. Soweit 

die Verteidigung unter diesem Titel – darüber hinausgehend – angebliche pro-

zessuale Mängel der Untersuchung oder des erstinstanzlichen Verfahrens rügt, 

verbindet sie damit (anders als noch vor Vorinstanz) keinen konkreten Antrag 

mehr. Auf solche Vorbringen ist daher mangels Relevanz von Vornherein nicht 

näher einzugehen. 

- 18 - 

3.2. Das Rechtsmittelverfahren setzt das Strafverfahren fort und richtet sich 

nach den Bestimmungen über die erstinstanzliche Hauptverhandlung (Art. 405 

Abs. 1 StPO). Es knüpft an die bereits erfolgten Verfahrenshandlungen, nament-

lich die bereits durchgeführten Beweiserhebungen an. Gemäss Art. 389 Abs. 1 

StPO beruht das Rechtsmittelverfahren grundsätzlich auf den Beweisen, die im 

Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind. Die-

ser Grundsatz gelangt indes nur zur Anwendung, soweit die Beweise, auf welche 

die Rechtsmittelinstanz ihren Entscheid stützen will, prozessrechtskonform erho-

ben worden sind. Erweisen sich die Beweiserhebungen des erstinstanzlichen Ge-

richts als rechtsfehlerhaft (lit. a), unvollständig (lit. b) oder erscheinen sie als 

unzuverlässig (lit. c), werden sie von der Rechtsmittelinstanz wiederholt (Art. 389 

Abs. 2 StPO). Sofern die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteils-

fällung notwendig erscheint, erhebt das Berufungsgericht zudem auch im Vorver-

fahren ordnungsgemäss erhobene Beweise noch einmal (Art. 343 Abs. 3 i.V.m. 

Art. 405 Abs. 1 StPO; BGE 143 IV 288, E. 1.4.1., mit Hinweisen; BGer. 

6B_422/2017 vom 12. Dezember 2017, E. 4.3.1). Eine unmittelbare Abnahme ei-

nes Beweismittels ist namentlich notwendig, wenn es den Ausgang des Verfah-

rens beeinflussen kann, insbesondere wenn die Kraft des Beweismittels in ent-

scheidender Weise vom Eindruck abhängt, der bei seiner Präsentation entsteht. 

Dies ist etwa der Fall, wenn es in besonderem Masse auf den unmittelbaren Ein-

druck einer Zeugenaussage ankommt, so wenn die Aussage das einzige direkte 

Beweismittel (Aussage gegen Aussage-Konstellation) darstellt. Alleine der Inhalt 

der Aussage einer Person (was sie sagt), lässt eine erneute Beweisabnahme 

nicht notwendig erscheinen. Massgebend ist, ob das Urteil in entscheidender 

Weise von deren Aussageverhalten (wie sie es sagt) abhängt. Das Gericht verfügt 

bei der Frage, ob eine erneute Beweisabnahme erforderlich ist, über einen Er-

messensspielraum (BGE 140 IV 196, E. 4.4.2; BGer. 6B_800/2016 vom 25. Okto-

ber 2017, E. 9.2, nicht publ. in: BGE 143 IV 397; 6B_888/2017 vom 25. Oktober 

2017, E. 3.3, nicht publ. in: BGE 143 IV 434; je mit Hinweisen). Weiter kann eine 

unmittelbare Beweisabnahme durch das Berufungsgericht in den Fällen von Art. 

343 Abs. 3 StPO erforderlich sein, wenn dieses von den erstinstanzlichen Sach-

verhaltsfeststellungen abweichen will (BGE 140 IV 196, E. 4.4.1, mit Hinweisen; 

- 19 - 

BGer. 6B_383/2012 vom 29. November 2012, E. 7.2; VIKTOR LIEBER, in: Kom-

mentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], Do-

natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], 2. Aufl. 2014, N 6 zu Art. 389 StPO). In der Be-

schwerdeschrift muss dargelegt werden, weshalb die erneute Beweisabnahme 

notwendig ist (BGer. 6B_888/2017 vom 25. Oktober 2017, E. 3.3; 6B_430/2015 

vom 12. Juni 2015, E. 2.3.2). Die erforderlichen zusätzlichen Beweise erhebt die 

Rechtsmittelinstanz gemäss Art. 389 Abs. 3 StPO schliesslich von Amtes wegen 

oder auf Antrag einer Partei (zum Ganzen: BGer. 6B_918/2018 vom 24. April 

2019, E. 2.2.2.). Im Übrigen erfordern widersprüchliche Aussagen nicht notwendi-

gerweise eine nochmalige Beweisabnahme vor Gericht (HAURI/VENETZ, in: Basler 

Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Bd. II, 2. Aufl. 2014, N. 24 zu 

Art. 343 StPO). Zudem kam das Bundesgericht auf seine Entscheide, Art. 343 

Abs. 3 StPO gelte sowohl für das erst- als auch für das zweitinstanzliche Verfah-

ren, zurück. Es hielt unter Verweis auf BGE 140 IV 196 E. 4.4.1 ausdrücklich fest, 

Art. 343 Abs. 3 StPO statuiere (entgegen den zu apodiktischen Urteilen 

6B_70/2015 vom 20. April 2016 und 6B_1330/2017 vom 10. Januar 2019) eine 

einmalige Unmittelbarkeit im erstinstanzlichen Verfahren, in der Regel jedoch kei-

ne solche für das Rechtsmittelverfahren (BGer. 6B_639/2021 vom 27. September 

2022, E. 2.2.2, mit Hinweisen). 

3.3. Bereits die Vorinstanz hat sich ausführlich mit den damaligen (im Wesent-

lichen gleich lautenden) Beweisanträgen sowie den diversen prozessualen Ein-

wendungen des Beschuldigten bzw. der Verteidigung gegen die Untersuchungs-

führung und den damit verbundenen Anträgen auf Einstellung des Verfahrens in-

folge Unverwertbarkeit der erhobenen Beweise sowie Neuübersetzung der abge-

hörten Telefonate bzw. Textnachrichten auseinandergesetzt. Auf diese zutreffen-

den Erwägungen der Vorinstanz kann vorab vollumfänglich verwiesen werden 

(Urk. 197 S. 46 bis 56 samt den dortigen Verweisen). Ergänzend und verdeutli-

chend dazu ist Folgendes festzuhalten: 

Alle vom Beschuldigten erneut als Zeuginnen angerufenen Personen wurden in 

der Untersuchung bereits etliche Male (je zwischen 13-30 Mal) befragt und auch 

wiederholt mit dem Beschuldigten konfrontiert. Diese Einvernahmen sind verwert-

- 20 - 

bar, sodass diese durch das Berufungsgericht zu würdigen sind. Eine Auseinan-

dersetzung mit dem Aussageverhalten der befragten Personen ist gestützt auf die 

im Untersuchungsverfahren protokollierten Aussagen auch ohne deren unmittel-

bare Kenntnis möglich. Deren Schilderungen werden zudem durch weitere Be-

weismittel unterstützt. Wie die Vorinstanz bereits aufzeigte werden insbesondere 

die den Beschuldigten schliesslich belastenden Aussagen der Privatklägerinnen 

im Wesentlichen durch weitere, unabhängige Beweismittel (insbesondere aus der 

Telefonüberwachung) gestützt, wogegen die zeitweise entlastenden Aussagen 

der Privatklägerinnen im Widerspruch zu ebenjenen objektiven Beweismitteln ste-

hen. Auch dies spricht nicht für die These der Verteidigung, dass die Privatkläge-

rinnen von der Polizei zu wahrheitswidrigen Aussagen angehalten worden wären. 

Zusammenfassend kann das Berufungsgericht somit auf die im Untersuchungs-

verfahren erfolgten Befragungen abstellen, ohne die angerufenen Zeuginnen per-

sönlich anzuhören. Massgebend ist, wie das vorliegende umfangreiche Beweis-

material zu würdigen sein wird. Eine Ergänzung der bereits umfassend geführten 

Untersuchung erscheint demgegenüber nicht als erforderlich. 

Es ist denn auch bereits im Ansatz kaum vorstellbar, wie mehrere (noch dazu an-

waltlich vertretene) Personen in zahlreichen, längeren Einvernahmen über Mona-

te und Jahre von der Staatsanwaltschaft bzw. der Polizei derart gezielt "unter 

Druck" gesetzt worden sein sollen, so dass daraus die vorliegende, durchaus 

komplexe, den Beschuldigten aber dennoch belastende Beweislage resultierte. 

Augenfällig ist schliesslich der Gegensatz zwischen den ausführlichen und detail-

lierten Aussagen der Privatklägerinnen in der Untersuchung einerseits und deren 

mehr oder weniger pauschalen nachträglichen Behauptungen, wonach diese 

Aussagen "falsch", "gelogen" oder "nur unter Druck" zustande gekommen seien. 

Dies erscheint kaum glaubhaft, genausowenig wie die blossen, unbelegten Be-

hauptungen des Beschuldigten über angebliches Fehlverhalten der Untersu-

chungsbehörden. Informelle Kontakte der Polizei zu (potentiellen) Auskunftsper-

sonen, namentlich Geschädigten, wie auch deren Begleitung während eines lau-

fenden Verfahrens im Hinblick auf eine Förderung der Mitwirkungsbereitschaft zur 

Aufklärung von Straftaten sind im Übrigen an der Tagesordnung und nicht verbo-

ten, solange dabei nicht im Sinne von Art. 140 StPO unzulässiger Druck ausge-

- 21 - 

übt, unrechtmässige Vorteile eingeräumt oder zu eigentlichen Falschaussagen 

angestiftet werden. Solches behauptet der Beschuldigte hier zwar (aus nachvoll-

ziehbarem Eigeninteresse), ohne dass aber hierfür konkrete Anhaltspunkte, ge-

schweige denn Beweise ersichtlich wären, wie dies auch bereits die Vorinstanz 

eingehend dargelegt hat. 

Im Gegenteil war es der Beschuldigte, der bereits während der Untersuchungs-

haft nichts unversucht liess, um die Beweislage mit (gelinde gesagt) unlauteren 

Methoden zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Namentlich hielt er neben Drittper-

sonen auch die Privatklägerinnen dazu an, falsche Bestätigungen für ihn auszu-

stellen oder (vermeintlich) entlastende Aussagen für ihn zu machen (auch dazu 

bereits ausführlich die Vorinstanz etwa in Urk. 197 S. 183-187, S. 230-231, 

S. 280-285, S. 324-325 sowie S. 355-357; vgl. im Übrigen auch den Vorgang un-

ter Ziffer VII./Dossier 4 der Anklageschrift sowie die nachstehenden Erwägungen 

dazu). Auf die Behauptungen des Beschuldigten und insbesondere auch auf die 

nachträglich eingereichten Schreiben der Privatklägerinnen D._____ (Urk. 127/1-

2) und B._____ (vgl. Urk. 243/1-3 und Urk. 284/1), kann auch vor diesem Hinter-

grund nicht abgestellt werden. Es scheint vielmehr, als versuche der Beschuldigte 

hier einfach den "Spiess umzudrehen", indem er den Untersuchungsbehörden 

analoge Manipulationsversuche zu seinen eigenen unterstellt. Im Gegensatz zum 

Beschuldigten ist hierfür bei den Untersuchungsbehörden aber kein Motiv er-

kennbar. 

Hinzu kommt schliesslich, dass die vom Beschuldigten als Zeuginnen angerufe-

nen Privatklägerinnen – entgegen dessen Behauptungen – gegenüber dem Beru-

fungsgericht nicht ansatzweise erkennen liessen, zu erneuten Aussagen im vor-

liegenden Verfahren bereit zu sein. Im Gegenteil ersuchten die Privatklägerinnen 

D._____ und A._____ ausdrücklich darum, im Berufungsverfahren nicht mehr be-

fragt zu werden. Die Privatklägerin A._____ wünschte ausserdem, von der Teil-

nahme an der Berufungsverhandlung dispensiert zu werden, u.a. da die Konfron-

tation mit dem Beschuldigten eine psychische Belastung für sie darstelle 

(Urk. 214 und 305; Prot. II S. 21 f.). Auch die Privatklägerin B._____ erschien 

nicht zur Berufungsverhandlung und instruierte überdies ihren Rechtsvertreter, 

- 22 - 

nicht für sie an der Verhandlung aufzutreten und keine Eingaben zu machen (Urk. 

310). 

3.4 Im Einzelnen ist zu den Anträgen des Beschuldigten sodann Folgendes 

auszuführen: 

3.4.1 Die Privatklägerin D._____, heutige Ehefrau des Beschuldigten und Mutter 

der zwei gemeinsamen Töchter R._____ und S._____, wurde im Rahmen der Un-

tersuchung insgesamt 17 Mal einvernommen (Urk. D1/9/1-17). Schliesslich bean-

tragte sie auch im Berufungsverfahren einen Freispruch für den Beschuldigten 

(Urk. 214). Unter diesen Umständen ist nicht ersichtlich, welchen Erkenntniswert 

eine (weitere) Einvernahme der Privatklägerin D._____ an der Berufungsverhand-

lung hätte. Zudem sind die von der Verteidigung angeführten Schreiben aus dem 

Jahr 2020 aktenkundig, worin die Privatklägerin D._____ nachträglich geltend 

machte, dass sie hinsichtlich ihrer Aussagen gegen den Beschuldigten von der 

Polizei unter Druck gesetzt worden sei (Urk. 127/1-2). Zutreffend ist, dass es auf-

grund von Angaben der Privatklägerin D._____ offenbar letztlich zur Eröffnung ei-

ner Strafuntersuchung gegen involvierte Polizisten wie auch die fallführende 

Staatsanwältin kam. Sowohl deren Stand als auch der konkrete Inhalt dieser Un-

tersuchung und insbesondere die Aussagen, welche die Privatklägerin D._____ 

angeblich dort deponiert haben soll, sind jedoch bis dato genauso unbekannt wie 

deren allfällige Relevanz für das vorliegende Verfahren (vgl. Prot. II S. 20 f.). Da-

ran würde auch eine erneute Einvernahme der Privatklägerin D._____ im vorlie-

genden Verfahren nichts ändern. Die Ergebnisse dieser Untersuchung können je-

denfalls bereits in Nachachtung des Beschleunigungsgebots nicht abgewartet 

werden. Sollte sich daraus etwas Relevantes ergeben, stünde dem Beschuldigten 

gegebenenfalls ein Revisionsgesuch offen. Der vorliegende Beweisantrag ist je-

doch abzuweisen, zumal es letztlich um die Würdigung der bereits vorliegenden 

Beweismittel geht. 

3.4.2 Die Privatklägerin B._____ wurde im Rahmen der Untersuchung 19 Mal ein-

vernommen (Urk. D1/7/1-19). Aktenkundig und somit der Beweiswürdigung zu-

gänglich sind ferner die von der Verteidigung erwähnten diversen, vom 

21. November 2021 datierten Schreiben von B._____ (Urk. 243/1-3), sowie ihre 

- 23 - 

Strafanzeige gegen die Stadtpolizistin AA._____ und Unbekannt vom 12. April 

2022 (Urk. 284/1). Dabei handelt es sich jedoch im Wesentlichen um eine Wie-

derholung früherer Vorwürfe, von denen die Privatklägerin B._____ bereits einmal 

Abstand genommen hatte (vgl. Prot. II S. 21). Ob ihre neuerliche Anzeige unter 

diesen Umständen überhaupt zur Eröffnung einer Strafuntersuchung führte, ist bis 

dato unbekannt. Daran würde auch eine erneute Einvernahme der Privatklägerin 

B._____ im vorliegenden Verfahren nichts ändern. Selbst wenn, könnten die Er-

gebnisse dieser Untersuchung bereits in Nachachtung des Beschleunigungsge-

bots nicht abgewartet werden. Sollte sich daraus etwas Relevantes ergeben, 

stünde dem Beschuldigten gegebenenfalls ein Revisionsgesuch offen. Der vorlie-

gende Beweisantrag ist jedoch abzuweisen, zumal es letztlich um die Würdigung 

der bereits vorliegenden Beweismittel geht. 

3.4.3 Die Privatklägerin A._____ wurde im Rahmen der Untersuchung 30 Mal 

einvernommen (Urk. D1/6/1-30). Die Verteidigung äusserte sich anlässlich der 

Berufungsverhandlung nicht mehr konkret zur Notwendigkeit ihrer erneuten Ein-

vernahme und eine solche ist auch nicht ersichtlich. Der Beweisantrag ist abzu-

weisen. 

3.4.4 Die Mutter des Beschuldigten und vormalige Mitbeschuldigte Q._____ wurde 

im Rahmen der Untersuchung 13 Mal einvernommen (Urk. D1/5/1-13). Die Ver-

teidigung weist zwar zu Recht darauf hin, dass Q._____ mit unbegründetem Urteil 

des Bezirksgerichts Zürich vom 20. Oktober 2020 rechtskräftig vom Vorwurf der 

mehrfachen Anstiftung u.a. der Privatklägerinnen D._____ und B._____ zur ver-

suchten Begünstigung freigesprochen wurde (Urk. 127/3). Abgesehen davon, 

dass mangels schriftlicher Urteilsbegründung im Dunkeln bleibt, welche Gründe 

zu diesem Freispruch führten und das Berufungsgericht im vorliegenden Verfah-

ren ohnehin nicht daran gebunden wäre, ergibt sich aus diesem Umstand – ent-

gegen der Verteidigung – jedenfalls nicht, was Q._____ (Neues) zum Wahrheits-

gehalt der von den Privatklägerinnen aufgesetzten Schreiben beitragen könnte. 

Ansonsten wird Q._____, welche als Mutter des Beschuldigten im vorliegenden 

Kontext ohnehin nur sehr beschränkt glaubwürdig erscheint, soweit verständlich 

als blosse Zeugin vom Hörensagen angerufen (vgl. Urk. 314 S. 17 f.), was von 

- 24 - 

Vornherein nicht zulässig ist. Es erschliesst sich auch insofern nicht, was ihre er-

neute Befragung zum Verfahren beitragen könnte. Der Beweisantrag ist abzuwei-

sen. 

3.4.5 Bezüglich der vom Beschuldigten gestellten Anträge betreffend Neutranskri-

bierung und Neuübersetzung der abgehörten Telefonate und Textnachrichten ist 

erneut auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 197 

S. 54 ff.). Die Übersetzungen wurden von qualifizierten, mit dem Verfahrensge-

genstand vertrauten, akkreditierten Dolmetschern vorgenommen. Es gibt – unge-

achtet der grammatikalischen Besonderheiten der AF._____ Sprache – keine 

Hinweise darauf, dass die vorliegenden Übersetzungen insgesamt unzuverlässig 

wären. Im Übrigen ist auch dies eine Frage der Beweiswürdigung. Der Antrag ist 

abzuweisen. 

III. Schuldpunkt 

A. Gegenstand des Berufungsverfahrens / Grundlagen 

1. Vom Beschuldigten angefochten und damit im Berufungsverfahren zu über-

prüfen sind die vorinstanzlichen Schuldsprüche wegen mehrfachen Menschen-

handels im Sinne von Art. 182 Abs. 1 StGB zum Nachteil von E._____ und 

F._____ (Anklageziffer I./Dossier 1), mehrfacher Förderung der Prostitution im 

Sinne von Art. 195 lit. c und d StGB zum Nachteil der Privatklägerinnen D._____, 

A._____ und B._____ sowie einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 und 2 StGB zum Nachteil der Privatklägerin A._____ (Anklagezif-

fer II./Dossier 1), gewerbsmässigen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und 2 

StGB (Anklageziffer III./Dossiers 22 und 24 bis 30), Urkundenfälschung im Sinne 

von Art. 251 Ziff. 1 StGB (Anklageziffer VII./Dossier 4), mehrfachen Fahrens ohne 

Berechtigung im Sinne von Art. 95 lit. e SVG (Anklageziffer VII./Dossiers 5 bis 7) 

sowie Täuschung der Behörden im Sinne von Art. 118 Abs. 1 AIG (Anklagezif-

fer VIII./Dossier 17) (vgl. auch Prot. II S. 18 f. und Urk. 318). 

- 25 - 

2. Zu den Grundlagen der Sachverhaltserstellung im Strafprozess hat bereits 

die Vorinstanz zutreffende Ausführungen gemacht, auf die vollumfänglich verwie-

sen werden kann (Urk. 197 S. 59 bis 62). 

B. mehrfacher Menschenhandel im Sinne von Art. 182 Abs. 1 StGB zum Nach-

teil von E._____ und F._____ (Anklageziffer I./Dossier 1) 

1. Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten hinsichtlich Anklageziffer I. 

wegen mehrfachen Menschenhandels im Sinne von Art. 182 Abs. 1 StGB zum 

Nachteil von E._____ und F._____ (vgl. Urk. 197 S. 62 bis 132, insbesondere 

S. 120 bis 129). 

2. Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren zusammengefasst vor, 

dass dem Beschuldigten die persönlichen, finanziellen und sozialen Hintergründe 

der einzelnen Geschädigten nicht bekannt gewesen seien. Der Beschuldigte habe 

davon ausgehen dürfen, dass sich E._____ in voller Freiheit und in Kenntnis 

sämtlicher Umstände für die Prostitutionstätigkeit in der Schweiz entschieden ha-

be. Auch die Verurteilung betreffend F._____ ("F._____") verfange nicht. Es sei 

mangels Befragung der Geschädigten nicht erstellt, ob und inwieweit der 

Beschuldigte von deren behaupteten Not- bzw. Zwangslage Kenntnis gehabt ha-

be. Es bliebe ihm und dem Gericht ebenfalls verborgen, dass die Geschädigten 

dadurch in ihrem Selbstbestimmungsrecht beeinträchtigt worden sein könnten, 

weshalb eine Verurteilung ausgeschlossen sei (Urk. 318 S. 7 und S. 9 f.). 

3.1 Die Vorinstanz hat den Anklagevorwurf sowie die relevante Beweislage 

ausführlich und zutreffend wiedergegeben. Sie gelangte sodann in ihrer einge-

henden Beweiswürdigung zu Recht zum Schluss, dass namentlich erstellt sei, 

dass der Beschuldigte im eingeklagten Tatzeitraum von Juli 2015 bis Mai 2016 in 

den von ihm angemieteten Wohnungen in AB._____ und AC._____ etliche Prosti-

tuierte – wie in der Anklageschrift umschrieben – für jeweils einige Wochen be-

schäftigte (und beherbergte), welche zuvor von AD._____ und AE._____ in 

AF._____ rekrutiert und in die Schweiz gebracht worden waren. Darunter befan-

den sich auch die im Berufungsverfahren einzig noch relevanten Geschädigten 

E._____ und F._____. Der Beschuldigte erhielt dabei einen Anteil von ca. 30-40% 

- 26 - 

des Bruttoerlöses aus der Prostitution, womit er finanziell von diesem Arrange-

ment profitierte. Im Einzelnen kann hierzu ohne Weiteres auf die zutreffenden Er-

wägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 197 S. 62 unten bis S. 123 

oben). 

3.2 Festzuhalten ist zunächst, dass das "Geschäftsmodell" des Beschuldigten 

an sich von der Staatsanwaltschaft (zu Recht) nicht als illegal taxiert wurde, 

nachdem dem Beschuldigten nicht nachgewiesen werden konnte, dass er die von 

ihm beschäftigten Prostituierten hinsichtlich der Ausübung ihrer Tätigkeit unzuläs-

sig unter Druck gesetzt hätte (vgl. dazu die Einstellungsverfügungen der Staats-

anwaltschaft vom 3. September 2020 bezüglich der weiteren mutmasslichen Ge-

schädigten AG._____, AH._____, AI._____, AJ._____, AK._____, AL._____, 

AM._____, AN._____, AO._____ sowie AP._____, Urk. D1/38, D1/40 und D1/41). 

Bezüglich der weiteren von der Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift aufge-

führten Geschädigten (G._____, H._____, I._____, J._____, K._____ und 

L._____) wurde der Beschuldigte sodann rechtskräftig vom Vorwurf des Men-

schenhandels freigesprochen (vgl. Urk. 197 S. 129 ff. sowie E. II./1.4. vorste-

hend). Der im vorliegenden Berufungsverfahren verbleibende Vorwurf des Men-

schenhandels geht also im Wesentlichen dahin, dass der Beschuldigte mit 

E._____ und F._____ (auch) Frauen beschäftigt haben soll, welche sich einzig 

aufgrund ihrer misslichen Lage in AF._____ zur Prostitution beim Beschuldigten in 

der Schweiz entschlossen hätten, was der Beschuldigte gewusst und zumindest 

billigend in Kauf genommen habe. Der Beschuldigte bestritt diesen Vorwurf 

durchwegs (vgl. Urk. D1/2/43 S. 4 f. und Urk. 150 S. 9 f. und Urk. 316 S. 15 ff.). 

3.3 Bereits die Vorinstanz machte zutreffende Ausführungen zum Tatbestand 

des Menschenhandels im Sinne von Art. 182 Abs. 1 StGB, auf welche vorab ver-

wiesen werden kann (Urk. 197 S. 124 f.). Ergänzend ist auf den neueren Bundes-

gerichtsentscheid 6B_469/2014 vom 4. Dezember 2014 zu verweisen, worin das 

Bundesgericht seine einschlägige Rechtsprechung wie folgt zusammenfasste: 

"3.3. Des Menschenhandels nach Art. 182 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer als Anbieter, 
Vermittler oder Abnehmer mit einem Menschen Handel treibt zum Zwecke der sexuellen Ausbeu-

tung, der Ausbeutung seiner Arbeitskraft oder zwecks Entnahme eines Körperorgans. Das Anwer-

- 27 - 

ben eines Menschen zu diesen Zwecken ist dem Handel gleichgestellt. Dieser Tatbestand schützt 

Opfer, die etwa unter Anwendung von Gewalt oder anderer Formen der Nötigung, durch Entfüh-

rung, Täuschung, Missbrauch von Macht oder Ausnützung besonderer Hilflosigkeit zum Zweck der 

Ausbeutung angeworben und ins Ausland gebracht werden (vgl. Art. 3 lit. a des Zusatzprotokolls 

zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels; SR 0.311.542). Das Unrecht 

besteht in der Ausnützung einer Machtposition durch den Täter und Aufhebung des Selbstbe-

stimmungsrechts des Opfers, über das wie über ein Objekt verfügt wird. (…) 

Nach der Rechtsprechung liegt in der Regel Menschenhandel vor, wenn junge, aus dem Ausland 

kommende Frauen unter Ausnützung einer Situation der Verletzlichkeit zur Prostitution engagiert 

werden. Diese besondere Situation kann in prekären wirtschaftlichen oder sozialen Verhältnissen 

oder in einschränkenden persönlichen und/oder finanziellen Abhängigkeiten bestehen. Eine Ein-

willigung in die Tätigkeit als Prostituierte und in die (illegale) Überführung in die Schweiz ist mithin 

nicht wirksam, wenn sie auf derartige Umstände der Betroffenen im Herkunftsland zurückzuführen 

ist. Bei dieser Sachlage verfügt diese nicht über die erforderliche Entscheidungsfreiheit (BGE 129 

IV 81 E. 3.1; 128 IV 117 E. 4a-c; 126 IV 225 E. 1c f. am Ende; Urteil 6B_81/2010 bzw. 

6B_126/2010 vom 29. April 2010 E. 4.1; je mit Hinweisen). 

3.4. (…) Der Beschwerdeführerin ist zuzustimmen, dass der Tatbestand bereits erfüllt ist, wenn 
der Handel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung erfolgte, ohne dass diese tatsächlich eingetre-

ten sein muss. Allerdings schliesst die in Kenntnis der konkreten Sachlage erteilte und ihrem tat-

sächlichen Willen entsprechende Zustimmung der betroffenen Person einen Menschenhandel 

aus. Ob diese selbstbestimmt gehandelt hat, ist anhand der konkreten Umstände zu beurteilen 

(BGE 129 IV 81 E. 3.1.; 128 IV 117 E. 4a-c; 126 IV 225 E. 1c f. am Ende; Urteil 6B_81/2010 bzw. 

6B_126/2010 vom 29. April 2010 E. 4.1; je mit Hinweisen). (…)." 

3.4 Für eine Verurteilung des Beschuldigten wegen Menschenhandels wäre 

somit (zumindest) erforderlich, dass E._____ und F._____ nachweislich unter 

Ausnützung einer Situation der Verletzlichkeit zur Prostitution engagiert wurden 

und dass der Beschuldigte dies auch wusste, als er sie bei sich beschäftigte. 

Demgegenüber würde eine in Kenntnis der konkreten Sachlage erteilte und ihrem 

tatsächlichen Willen entsprechende Zustimmung der betroffenen Personen einen 

Menschenhandel ausschliessen. Vorliegend besteht dabei die grundsätzliche 

Schwierigkeit, dass weder E._____ noch F._____ im Laufe der Untersuchung be-

fragt werden konnten. Ihr aktueller Aufenthaltsort ist sodann unbekannt, weshalb 

deren Befragung auch im Berufungsverfahren nicht mehr nachgeholt werden 

kann. Ohnehin erscheint es eher als unwahrscheinlich, dass die betroffenen Per-

- 28 - 

sonen – selbst wenn sie gefunden werden könnten und zu Aussagen bereit wären 

– rund sieben Jahre nach den relevanten Ereignissen noch detaillierte Angaben 

zu den damaligen Umständen ihres Engagements als Prostituierte beim Beschul-

digten machen könnten. Entgegen der Verteidigung und mit der Vorinstanz (in 

Urk. 197 S. 126) führt dies alleine aber nicht ohne Weiteres zu einem Freispruch 

des Beschuldigten, zumal durchaus Beweismittel vorliegen, die eine Beurteilung 

der Umstände der Anwerbung von E._____ und F._____ erlauben. 

3.5 Bezüglich E._____ stellte die Vorinstanz im Wesentlichen auf die Aussagen 

von AD._____ ab, wonach E._____ erst 18 Jahre alt gewesen sei, kein Geld zur 

Verfügung, jedoch bereits zwei Kinder in AF._____ zu versorgen gehabt habe und 

aufgrund dieser Situation "völlig fertig" gewesen sei. Weiter erwog die Vorinstanz, 

dass sich AD._____ denn auch hinsichtlich des Vorwurfs des Menschenhandels 

letztlich geständig gezeigt habe. Der Beschuldigte habe über die Lage von 

E._____ Bescheid gewusst, als AD._____ sie zu ihm gebracht habe. Der Zustand 

von E._____ müsse dem Beschuldigten überdies auch aufgrund seiner persönli-

chen Nähe zu den Frauen aufgefallen seien, die er immer wieder betont habe, 

zumal er täglich seinen Anteil am Prostitutionserlös vor Ort abgeholt habe 

(Urk. 197 S. 126 ff.). 

Betrachtet man die Aussagen von AD._____ näher, so fällt auf, dass dieser be-

züglich E._____ immer wieder betonte, dass diese aktiv auf ihn zugekommen sei 

und ihn darum ersucht habe, "Sexarbeiten" machen zu dürfen, weil sie (sinnge-

mäss) Geld gebraucht habe, wobei AD._____ sie zunächst abgewiesen habe, als 

sie noch nicht 18 Jahre alt gewesen sei. Der Beschuldigte habe über ihre "finan-

zielle und familiäre Situation" Bescheid gewusst, weil sie (nicht AD._____) "es" 

ihm von sich aus erzählt habe. Sie sei glücklich gewesen, als sie in der Schweiz 

angekommen sei und habe gerne hier gearbeitet, um Geld zu verdienen (Urk. 

D1/4/1 S. 4 f.; D1/4/2 S. 9; D1/4/3 S. 8; Ordner 13). Ungeachtet dessen, ob es 

sich bei diesen Aussagen von AD._____ allenfalls um "beschönigende Schutzbe-

hauptungen" handelte, an denen er letztlich auch nicht festhielt (so die Vorinstanz 

in Urk. 197 S. 127), ergibt sich daraus jedenfalls wenig Belastbares hinsichtlich 

des (im vorliegenden Verfahren einzig relevanten) Kenntnisstandes des Beschul-

- 29 - 

digten. Dass sich E._____ bei ihrer Ankunft in der Schweiz gegenüber dem Be-

schuldigten "psychisch am Ende" bzw. "völlig fertig" präsentiert hätte, lässt sich 

den Aussagen von AD._____ – entgegen der Vorinstanz – nicht entnehmen. Im 

Gegenteil erklärte AD._____, dass sich E._____ bei ihrer Ankunft in der Schweiz 

"glücklich" gezeigt habe und gerne hier gewesen sei. Mit der Vorinstanz darf zwar 

mit einiger Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Beschuldig-

te über die Situation der von ihm beschäftigten Prostituierten Erkundigungen ein-

holte, sei es bei AD._____, bei AP._____ oder bei den Prostituierten selbst. Dass 

dem Beschuldigten dabei aber konkrete Umstände zur Kenntnis gelangt wären, 

die ihn darauf hätten schliessen lassen müssen, dass E._____ unter Ausnützung 

einer Zwangslage zur Prostitution rekrutiert wurde, bleibt angesichts der vorlie-

genden Beweismittel letztlich eine blosse Spekulation, welche die Anforderungen 

an einen rechtsgenügenden Nachweis nicht zu erfüllen vermag. Dies, zumal der 

Beschuldigte im gleichen Zeitraum noch etliche andere Prostituierte derselben 

Herkunft bei sich beschäftigte, ohne dass ihm (trotz umfangreicher Ermittlungen) 

diesbezüglich Menschenhandel nachgewiesen werden konnte. 

Stellt man überdies auf die (letztlich nicht zu widerlegenden) Aussagen von 

AD._____ ab, wonach sich E._____ aus Eigeninitiative über einen längeren Zeit-

raum immer wieder aktiv bei ihm um "Sexarbeit" bewarb, um damit Geld zu ver-

dienen, so kann ungeachtet ihres jungen Alters kaum mit hinreichender Sicherheit 

davon ausgegangen werden, dass ihre schwierige persönliche Situation von 

AD._____ oder dem Beschuldigten gezielt ausgenutzt worden wäre, um sie der 

sexuellen Ausbeutung zuzuführen, wie es der Tatbestand des Menschenhandels 

verlangt. 

Der Beschuldigte ist somit in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" vom 

Vorwurf des Menschenhandels zum Nachteil von E._____ freizusprechen. 

3.6 Hinsichtlich F._____ (alias "F._____") ist zunächst ohne Weiteres mit der 

Vorinstanz davon auszugehen, dass sie von AD._____ in AF._____ unter Hinweis 

auf die Wiedererlangung der Obhut über ihre Kinder unter Druck gesetzt worden 

war, damit sie sich überhaupt zur Prostitution beim Beschuldigten in der Schweiz 

bereit erklärte. Die Vorinstanz hielt jedoch ebenfalls zu Recht fest, dass dem Be-

- 30 - 

schuldigten nicht nachgewiesen werden könne, dass er im Zeitpunkt des Trans-

ports von F._____ in die Schweiz über deren konkrete Notsituation Bescheid ge-

wusst habe (Urk. 197 S. 128). 

Nach deren Ankunft in der Schweiz müsse dem Beschuldigten aber – so die Vor-

instanz weiter – "zweifelsohne aufgefallen sein", dass sich F._____ in einer Notsi-

tuation befunden und sich nicht selbstbestimmt prostituiert habe, zumal sie eben 

nicht habe arbeiten wollen, immerzu geweint habe und letztlich nach AF._____ 

habe zurückgebracht werden müssen. Zudem habe der Beschuldigte eine gewis-

se persönliche Nähe zu den Frauen gepflegt und sei praktisch täglich vor Ort ge-

wesen, weshalb es auch "klar" erscheine, dass dieser von der Notlage von 

F._____ gewusst habe, diese aber dennoch als Prostituierte übernommen habe 

(Urk. 197 S. 128 f.). 

Es liegen auch hier letztlich keine konkreten, den Beschuldigten belastenden 

Beweismittel vor, die belegen würden, dass der Beschuldigte von der Zwangslage 

von F._____ wusste, währenddem er sie als Prostituierte beschäftigte. Selbst 

wenn man davon ausginge, dass dem Beschuldigten zur Kenntnis gelangte, dass 

diese nach ihrer Ankunft weinte und nicht "arbeiten" wollte, wäre dies noch kein 

schlüssiger Beweis hierfür. Denn dies könnte (aus der Sicht des Beschuldigten) 

allenfalls auch darauf zurückzuführen gewesen sein, dass sie sich nachträglich 

umentschlossen und gegen die Ausübung der Prostitution beim Beschuldigten 

entschieden hatte. Sie wurde denn auch – unbestrittenermassen –nach AF._____ 

zurückgebracht (und nicht etwa in der Schweiz festgehalten). Wiederum spricht 

wohl eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Beschuldigte über die Situ-

ation der von ihm beschäftigten Prostituierten Erkundigungen einholte, sei es bei 

AD._____, bei AP._____ oder bei den Prostituierten selbst. Dass dem Beschul-

digten dabei aber konkrete Umstände zur Kenntnis gelangt wären, die ihn darauf 

hätten schliessen lassen müssen, dass F._____ unter Ausnützung einer Zwangs-

lage zur Prostitution rekrutiert wurde, bleibt angesichts der vorliegenden Beweis-

mittel letztlich eine blosse Spekulation, welche die Anforderungen an einen 

rechtsgenügenden Nachweis nicht zu erfüllen vermag. Dies, zumal der Beschul-

digte im gleichen Zeitraum noch etliche andere Prostituierte derselben Herkunft 

- 31 - 

bei sich beschäftigte, ohne dass ihm (trotz umfangreicher Ermittlungen) diesbe-

züglich Menschenhandel nachgewiesen werden konnte. 

Der Beschuldigte ist somit in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" vom 

Vorwurf des Menschenhandels zum Nachteil von F._____ freizusprechen. 

4. Zusammengefasst ist der Beschuldigte somit in Anwendung des Grundsat-

zes "in dubio pro reo" vom Vorwurf des mehrfachen Menschenhandels im Sinne 

von Art. 182 Abs. 1 StGB zum Nachteil von E._____ und F._____ (Anklageziffer 

I./Dossier 1) freizusprechen. 

C. mehrfache Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 lit. c und d StGB 

und einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 und 2 StGB (Ankla-

geziffer II./Dossier 1) 

a) zum Nachteil von D._____ (Anklageziffer II.A) 

1. Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten hinsichtlich Anklageziffer II.A 

wegen Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 lit. c und d StGB, wobei 

sie den diesbezüglichen Anklagesachverhalt nur teilweise als erstellt erachtete 

(vgl. Urk. 197 S. 132-208, insb. S. 188 ff.). 

2. Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren zusammengefasst vor, 

dass die Beweiswürdigung der Vorinstanz willkürlich sei und entlastende Momen-

te pauschal verworfen worden seien. D._____ habe ihre Dienstleistungen und 

Preise selbst bestimmt und frei über das Geld verfügen können, sofern es nicht 

für die Miete gebraucht worden sei. Die Preise seien, wie auch bei den anderen 

Privatklägerinnen, durch den Markt vorgegeben gewesen. Die Schläge gegenüber 

D._____ hätten keinen Zusammenhang mit den sexuellen Dienstleistungen ge-

habt, sondern seien in Verbindung der nach dem Empfinden des Beschuldigten 

ungenügenden Betreuung oder gar Gefährdung der Kinder erfolgt (Urk. 318 

S. 11 ff.). 

3.1 Die Vorinstanz hat den Anklagevorwurf sowie die relevante Beweislage aus-

führlich und zutreffend wiedergegeben. Sie gelangte sodann in ihrer eingehenden 

- 32 - 

Beweiswürdigung zu Recht zum Schluss, dass der Anklagesachverhalt nament-

lich dahingehend erstellt ist, dass der Beschuldigte im Zeitraum von ca. Mai 2011 

bis November 2016 die Wohn- und Arbeitsorte der Privatklägerin D._____ be-

stimmte, deren Inserate verwaltete und mit deren Freiern ohne Rücksprache mit 

der Privatklägerin Ort, Zeit, Preis, Dauer und Häufigkeit der sexuellen Dienstleis-

tungen vereinbarte bzw. die Einhaltung solcher Vorgaben durch die Privatklägerin 

kontrollierte. Ab ca. 2015 durfte die Privatklägerin D._____ ihre Geschäfte grund-

sätzlich direkt mit den Freiern vereinbaren, unterstand jedoch nach wie vor der 

Kontrolle des Beschuldigten. Dabei hatte sich die Privatklägerin regelmässig wäh-

rend mehreren Tagen pro Monat zu prostituieren, musste sich aber darüber hin-

aus ständig für Einsätze zur Verfügung halten. Der Beschuldigte hielt sie insbe-

sondere auch dazu an, sich während ihrer beiden Schwangerschaften zu prostitu-

ieren, da somit höhere Einnahmen erzielt werden konnten. Erstellt ist ferner, dass 

die Privatklägerin die von ihr mit der Prostitution erzielten Einnahmen jeweils fast 

vollständig dem Beschuldigten übergeben musste und in der Folge von diesem fi-

nanziell abhängig war. Dabei verwendete der Beschuldigte das Geld der Privat-

klägerin im Wesentlichen für seinen Lebensunterhalt sowie für Autos und Glücks-

spiele und überliess der Privatklägerin in der Regel nur geringfügige Beträge für 

den Kauf von Lebensmitteln. Erstellt ist schliesslich, dass der Beschuldigte die 

Privatklägerin regelmässig schlug und ihr mit existenziellen Nachteilen wie dem 

Verlust der Wohnung oder der Wegnahme der gemeinsamen Kinder drohte, um 

sie hinsichtlich der Ausübung der Prostitution nach seinen Vorgaben gefügig zu 

machen, so dass die Privatklägerin auch nicht in der Lage war, sich aus der Pros-

titution unter der Kontrolle des Beschuldigten zu lösen. 

Im Einzelnen kann hierzu ohne Weiteres auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 197 S. 132 bis 200). 

3.2 Die Vorbringen der Verteidigung im Berufungsverfahren vermögen an den 

zutreffenden vorinstanzlichen Feststellungen nichts zu ändern, zumal die Vo-

rinstanz diese im Wesentlichen bereits in ihre Beweiswürdigung miteinbezogen 

hat. Die Verteidigung legt nicht dar, weshalb die vorinstanzliche Beweiswürdigung 

unzutreffend sein soll. Dass die Privatklägerin D._____ ihre belastenden Aussa-

- 33 - 

gen nachträglich widerrief und einen Antrag auf Freispruch stellte, tut der über-

zeugenden Beweiswürdigung der Vorinstanz keinen Abbruch. Bekanntlich heira-

tete die Privatklägerin den Beschuldigten, weshalb die Versuche auf die belasten-

den Aussagen zurückzukommen, nicht glaubhaft sind.  

4. Auch zur rechtlichen Würdigung des Sachverhaltes als Förderung der Pros-

titution gemäss Art. 195 lit. c und d StGB hat die Vorinstanz zutreffende Ausfüh-

rungen gemacht, auf die ebenfalls verwiesen werden kann (Urk. 197 S. 200 unten 

bis S. 208 oben). 

5. Der Beschuldigte ist somit bezüglich Anklageziffer II.A der Förderung der 

Prostitution im Sinne von Art. 195 lit. c und d StGB schuldig zu sprechen. 

b) zum Nachteil von A._____ (Anklageziffer II.B) 

1. Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten hinsichtlich Anklageziffer II.B 

wegen Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 lit. c und d StGB sowie 

wegen einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 und 2 StGB, wo-

bei sie den diesbezüglichen Anklagesachverhalt nur teilweise als erstellt erachtete 

(vgl. Urk. 197 S. 209-306 sowie S. 309, insb. S. 288 ff.). 

2. Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren zusammengefasst vor, 

dass A._____ frei in ihren Entscheidungen gewesen sei. Sie habe als Prostituierte 

gearbeitet, wenn sie das gewollt habe. Die behaupteten Schläge und Drohungen 

seien nur Behauptungen von A._____. Es stimme nicht, dass sie sich in einer 

emotionalen oder finanziellen Abhängigkeit zum Beschuldigten oder in einer aus-

weglosen Situation befunden habe (Urk. 318 S. 15 ff.). Die Rechtsvertreterin der 

Privatklägerin A._____ führte anlässlich der Berufungsverhandlung aus, dass sich 

die Einvernahmen der Privatklägerin über einen Zeitraum von mehreren Monaten 

hinwegzogen hätten, weshalb es sich bei den Aussagen der Privatklägerin 

keineswegs um Falschaussagen handle. Der Beschuldigte habe für die Bezah-

lung seines parasitären Lebensstils die Privatklägerin ausgebeutet, sie durch 

Schläge und Gewaltanwendung unter Druck gesetzt, um für ihn anzuschaffen, 

- 34 - 

und ihr den ganzen Verdienst aus der Tätigkeit als Prostituierte abgenommen 

(Urk. 320 S. 7 f.). 

3.1 Die Vorinstanz hat den Anklagevorwurf sowie die relevante Beweislage aus-

führlich und zutreffend wiedergegeben. Sie gelangte sodann in ihrer eingehenden 

Beweiswürdigung zu Recht zum Schluss, dass der Anklagesachverhalt nament-

lich dahingehend erstellt ist, dass der Beschuldigte im Zeitraum von ca. Ende Mai 

2013 bis November 2016 die Wohn- und Arbeitsorte der Privatklägerin A._____ 

bestimmte, deren Inserate verwaltete und mit deren Freiern ohne Rücksprache 

mit der Privatklägerin Ort, Zeit, Preis, Dauer und Inhalt der sexuellen Dienstleis-

tungen vereinbarte bzw. die Einhaltung solcher Vorgaben durch die Privatklägerin 

kontrollierte. Dabei hatte sich die Privatklägerin zwar immer wieder phasenweise 

über mehrere Wochen zu prostituieren, musste jedoch vergleichsweise wenige 

Freier bedienen. Der Beschuldigte hielt die Privatklägerin ferner an, sich auch 

während ihrer Schwangerschaften und zudem ohne Kondom anzubieten, da so 

höhere Preise von den Freiern verlangt werden konnten. Erstellt ist ferner, dass 

die Privatklägerin die von ihr mit der Prostitution erzielten Einnahmen jeweils fast 

vollständig dem Beschuldigten übergeben musste und somit von diesem finanziell 

abhängig war. Während der Beschuldigte der Privatklägerin dieses Geld zunächst 

noch in Form von Geschenken, Zuwendungen an ihre Familie oder Reisekosten 

nach AF._____ teilweise wieder zukommen liess, entzog er ihr im weiteren Ver-

lauf zunehmend die finanziellen Mittel und überliess ihr nur noch geringfügige Be-

träge für den Kauf von Lebensmitteln. Erstellt ist weiter, dass der Beschuldigte die 

Privatklägerin mehrfach schlug und mit dem Tod bedrohte, insbesondere auch, 

wenn sie seinen Vorgaben bezüglich der von ihr zu erbringenden sexuellen 

Dienstleistungen widersprach. Erstellt ist sodann namentlich der auch als einfa-

che Körperverletzung eingeklagte Vorfall vom "Oktober/November 2015" (Ankla-

geziffer II.B, S. 16). Erstellt ist schliesslich auch, dass der Beschuldigte die (von 

ihm geschaffene) finanzielle und emotionale Abhängigkeit der Privatklägerin aus-

nutzte, damit diese die Prostitution nach seinen Vorgaben ausübte. 

Im Einzelnen kann hierzu ohne Weiteres auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 197 S. 209 bis 302). 

- 35 - 

3.2 Die Vorbringen der Verteidigung im Berufungsverfahren vermögen an den 

zutreffenden vorinstanzlichen Feststellungen nichts zu ändern, zumal die Vo-

rinstanz diese im Wesentlichen bereits in ihre Beweiswürdigung miteinbezogen 

hat. Es gibt keine Hinweise dafür, dass es sich um Falschaussagen von A._____ 

handeln soll.  

4. Auch zur rechtlichen Würdigung des Sachverhaltes als Förderung der Pros-

titution gemäss Art. 195 lit. c und d StGB hat die Vorinstanz zutreffende Ausfüh-

rungen gemacht, auf die ebenfalls verwiesen werden kann (Urk. 197 S. 302 bis 

S. 306). Zu Recht qualifizierte die Vorinstanz schliesslich den Übergriff vom 

"Oktober/November 2015" als von Amtes wegen zu verfolgende einfache Körper-

verletzung im Sinne von Art. 123 (recte: Ziff. 1 Abs. 1 und) Ziff. 2 (recte: Abs. 6) 

StGB (Urk. 197 S. 309). Unerheblich ist dabei, ob mehrere Qualifikationsmerkma-

le nach Ziff. 2 vorliegen, führt doch jedes einzelne bereits zum Wegfall des Straf-

antragserfordernisses. 

5. Der Beschuldigte ist somit bezüglich Anklageziffer II.B der Förderung der 

Prostitution im Sinne von Art. 195 lit. c und d StGB sowie hinsichtlich des Vorfalls 

vom Oktober/November 2015 zusätzlich der einfachen Körperverletzung im Sinne 

von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 6 StGB schuldig zu sprechen. 

c) zum Nachteil von B._____ (Anklageziffer II.C) 

1. Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten hinsichtlich Anklageziffer II.C 

wegen Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 lit. c und d StGB, wobei 

sie den diesbezüglichen Anklagesachverhalt im Wesentlichen als erstellt erachte-

te (vgl. Urk. 197 S. 309-385, insb. S. 367 ff.). 

2. Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren zusammengefasst vor, 

dass es nicht stimme, dass sich die Privatklägerin in einer ausweglosen Situation 

befunden habe, als sie zum Beschuldigten und A._____ gezogen sei. Die Vermu-

tung der Anklage, wonach der Beschuldigte mit der Privatklägerin bis März 2016 

"mutmasslich" eine sexuelle Beziehung gepflegt habe, stimme nicht. Es sei klar-

erweise auch nicht erstellt, dass die Privatklägerin ab dem Jahr 2013 bis Oktober 

- 36 - 

2016 ihren gesamten Verdienst dem Beschuldigten habe abgeben müssen 

(Urk. 318 S. 18 f.).  

3.1 Die Vorinstanz hat den Anklagevorwurf sowie die relevante Beweislage aus-

führlich und zutreffend wiedergegeben. Sie gelangte sodann in ihrer eingehenden 

Beweiswürdigung zu Recht zum Schluss, dass der Anklagesachverhalt nament-

lich dahingehend erstellt ist, dass der Beschuldigte vorgab, in die Privatklägerin 

B._____ verliebt zu sein, sie im Mai 2013 in seiner Wohnung aufnahm, in der Fol-

ge ihren Wohnort bestimmte und sie bis im Oktober 2016 dazu anhielt, sich für ihn 

zu prostituieren. Dabei verwaltete der Beschuldigte die Inserate der Privatklägerin 

und vereinbarte mit deren Freiern ohne Rücksprache mit der Privatklägerin Ort, 

Zeit, Preis, Dauer, Häufigkeit und Inhalt der sexuellen Dienstleistungen bzw. kon-

trollierte die Einhaltung solcher Vorgaben durch die Privatklägerin. Die Privatklä-

gerin hatte sich grundsätzlich täglich für den Beschuldigten zu prostituieren, wobei 

der Beschuldigte ihr Mindesteinnahmen vorgab, und sie im Durchschnitt ca. drei 

bis fünf Freier für total ca. CHF 1'000 pro Tag bediente. Sie musste sich zudem 

rund um die Uhr in der Wohnung für Einsätze zur Verfügung halten und durfte 

keine eigenständigen sozialen Kontakte pflegen. Zudem hielt der Beschuldigte die 

Privatklägerin an, sich ohne Kondom anzubieten. Erstellt ist ferner, dass die Pri-

vatklägerin die von ihr mit der Prostitution erzielten Einnahmen jeweils fast voll-

ständig dem Beschuldigten übergeben musste und somit von diesem finanziell 

abhängig war. Der Beschuldigte überliess ihr jedoch nur geringfügige Beträge für 

den Kauf von Lebensmitteln und Zigaretten, während er das von der Privatkläge-

rin erwirtschaftete Geld für Glücksspiele verwendete. Dass die Privatklägerin dem 

Beschuldigten mitteilte, sich nicht mehr unter diesen Umständen bei ihm prostitu-

ieren zu wollen, änderte daran nichts. Erstellt ist vielmehr, dass der Beschuldigte 

die Privatklägerin wiederholt schlug und ihr damit drohte, sie aus der Wohnung zu 

werfen oder ihre Familie umzubringen, so dass die Privatklägerin sich gezwungen 

sah, die Prostitution weiterhin nach den Vorgaben des Beschuldigten auszuüben. 

Im Einzelnen kann hierzu ohne Weiteres auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 197 S. 309 bis 380). 

- 37 - 

3.2 Die Vorbringen der Verteidigung im Berufungsverfahren vermögen an den 

zutreffenden vorinstanzlichen Feststellungen nichts zu ändern, zumal die Vo-

rinstanz diese im Wesentlichen bereits in ihre Beweiswürdigung miteinbezogen 

hat. Dass die Privatklägerin ihre Berufung zurückzog, bedeutet zudem lediglich, 

dass sie die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils beantragt.  

4. Auch zur rechtlichen Würdigung des Sachverhaltes als Förderung der Pros-

titution gemäss Art. 195 lit. c und d StGB hat die Vorinstanz zutreffende Ausfüh-

rungen gemacht, auf die ebenfalls verwiesen werden kann (Urk. 197 S. 381 bis 

385). 

5. Der Beschuldigte ist somit bezüglich Anklageziffer II.C der Förderung der 

Prostitution im Sinne von Art. 195 lit. c und d StGB schuldig zu sprechen. 

D. gewerbsmässiger Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB (Ankla-

geziffer III./Dossiers 22 und 24 bis 30) 

1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten bezüglich der im Berufungsver-

fahren noch zu beurteilenden Anklageziffern III./Dossiers 22 und 24 bis 30 des 

gewerbsmässigen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB schuldig 

(vgl. Urk. 197 S. 386-400). Der Beschuldigte hatte dabei den objektiven Anklage-

sachverhalt hinsichtlich des Betrugsvorwurfes im Wesentlichen anerkannt, jedoch 

bestritten, die Mietverträge bereits in der Absicht abgeschlossen zu haben, die 

Mietzinse später nicht zu bezahlen. Vielmehr habe er jeweils einfach "kein Geld" 

mehr gehabt (vgl. etwa Urk. D1/2/44 S. 2 ff.; Urk. 150 S. 13 ff. und Urk. 316 S. 

19 f.). Die gegen den Beschuldigten in diesem Zusammenhang von der Vo-

rinstanz ausgefällten Schuldsprüche wegen mehrfacher Urkundenfälschung (Her-

stellung und Verwendung gefälschter Betreibungsregisterauszüge, Lohnabrech-

nungen etc., vgl. Urk. 197 S. 400 f.) erwuchsen hingegen unangefochten in 

Rechtskraft (vgl. vorstehend E. II/1.5). 

2. Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren zusammengefasst vor, 

dass der Beschuldigte nie die Absicht gehabt habe, eine unbestimmte Anzahl von 

Vermietern zu betrügen. Er habe jeweils einige oder gar mehrere Monate die 

- 38 - 

Mietzinse bezahlt; bei den Kindern stets. Es sei aus dem Ruder gelaufen, jedoch 

nie sein Ansinnen gewesen, eine deliktische Tätigkeit nach der Art eines Berufs 

auszuüben (Urk. 318 S. 23). 

3. Es kann vorab auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 

werden, wonach das Verhalten des Beschuldigten in den noch strittigen Dossiers 

den Tatbestand des gewerbsmässigen Betruges erfüllte (Urk. 197 S. 386-400). 

Rekapitulierend bzw. ergänzend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte systema-

tisch vorging und fortwährend – unter Verwendung gefälschter Urkunden über 

seine Zahlungsfähigkeit – Wohnungen anmietete (teilweise mehrere gleichzeitig), 

die entsprechenden Mietzinszahlungen jedoch bereits nach wenigen Monaten 

einstellte, wodurch den Vermietern erhebliche Ausfälle von insgesamt 

ca. CHF 50'000 entstanden. Dabei hätte der Beschuldigte aufgrund seiner Ein-

nahmen aus der Prostitution durchaus über die notwendigen finanziellen Mittel 

verfügt, um die jeweiligen Mieten zu bezahlen (zumal er seinen Anteil an den Ein-

nahmen der Prostituierten denn auch ausdrücklich unter dem Titel "Mietzins" er-

hob, vgl. Urk. 316 S. 16 f.). Wenn der Beschuldigte ausführte, dass er sich – statt 

die laufenden Mietzinse bzw. eine Mietkaution zu bezahlen – "zum Beispiel ein 

Auto oder so gegönnt" habe (vgl. Urk. 150 S. 19 und Urk. 316 S. 18), entlastet ihn 

dies keineswegs. Vielmehr belegt dies gerade den fehlenden Zahlungswillen des 

Beschuldigten, zumal dieser nach einer Wohnungskündigung umgehend wieder – 

unter Verwendung gefälschter Urkunden – bei einem anderen Vermieter eine 

neue Wohnung anmietete, statt sich um die Begleichung seiner Mietzinsausstän-

de zu kümmern. Dadurch nahm der Beschuldigte zumindest in Kauf, sich zu Las-

ten seiner Vermieter um die nicht bezahlten Mietzinse (vorübergehend) zu berei-

chern, indem er die von ihm gemieteten Wohnungen in Anspruch nahm, obwohl 

er nicht gewillt war, die vereinbarte Gegenleistung zu erbringen, was für die ge-

schädigten Vermieter aufgrund seines arglistigen Vorgehens – namentlich mittels 

Verwendung gefälschter Urkunden – nicht erkennbar war. 

4. Der Beschuldigte ist somit bezüglich Anklageziffern III./Dossiers 22 und 24 

bis 30 des gewerbsmässigen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB 

schuldig zu sprechen. 

- 39 - 

E. Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB (Anklageziffer VII. / 

Dossier 4) 

1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten bezüglich des zweiten Abschnitts 

dieses Anklagesachverhalts der Urkundenfälschung (in Form einer in Mittäter-

schaft mit AQ._____ begangenen Falschbeurkundung) im Sinne von Art. 251 Ziff. 

1 StGB schuldig. Sie ging davon aus, gestützt auf das diesbezügliche Geständnis 

des Beschuldigten sei der Anklagesachverhalt in der Variante erstellt, wonach 

AQ._____ das vom Beschuldigten aufgesetzte und diesen fälschlicherweise vom 

Vorwurf des Fahrens ohne Berechtigung entlastende Schreiben selbst unter-

zeichnet habe. Zur eigentlichen "Hauptvariante" der Anklage, wonach der Be-

schuldigte das Schreiben mit "AQ._____" unterzeichnete (entsprechend einer 

Urkundenfälschung im engeren Sinne), äusserte sich die Vorinstanz nicht 

(vgl. Urk. 197 S. 431 und S. 441 ff.). 

2. Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren vor, dass AQ._____ nicht 

als Täter bestraft worden sei, weshalb eine Mittäterschaft ausser Betracht falle 

(Urk. 318 S. 23). 

3.1 Mit den Einwänden der Verteidigung hinsichtlich der Wahrung des Anklage-

prinzips hat sich bereits die Vorinstanz – im Kontext der vorliegenden Alternativ-

anklage – zutreffend auseinandergesetzt (Urk. 197 S. 441). Auf diese Erwägun-

gen kann verwiesen werden. 

3.2 Ferner ist festzuhalten, dass sich die Sachverhaltsvariante, wonach der 

Beschuldigte das fragliche Schreiben als "AQ._____" unterzeichnete, mit den vor-

liegenden Beweismitteln nicht rechtsgenügend erstellen lässt. Während der 

Beschuldigte zwar zuletzt einräumte, AQ._____ um die Abgabe dieses inhaltlich 

unzutreffenden Schreibens gebeten zu haben, um sich damit vor dem Vorwurf 

des Fahrens ohne Berechtigung "zu retten", bestritt er durchgehend, dieses 

Schreiben als "AQ._____" unterzeichnet zu haben (vgl. Urk. D4/9/6 S. 2 ff.). 

AQ._____ wiederum erklärte anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 

1. September 2017, er sei vom Beschuldigten unter Druck gesetzt worden, das 

besagte Schreiben für diesen auszustellen, wobei er schliesslich das ihm vom 

- 40 - 

Beschuldigten per E-Mail zugesandte Schreiben des "Anwalts" ausgedruckt und 

dem Beschuldigten übergeben, dieses jedoch nicht unterschrieben habe, obwohl 

der Beschuldigte dies von ihm verlangt habe. Zugleich verneinte AQ._____, ge-

sehen zu haben, dass der Beschuldigte das Schreiben unterzeichnet habe (vgl. 

Urk. D4/11/3 S. 12 ff.). A._____, welche das Schreiben der Polizei überbrachte, 

konnte über dessen Urheber aus eigener Wahrnehmung keine Angaben machen. 

Sie führte aus, der Beschuldigte habe ihr gesagt, "der Chauffeur [=AQ._____] hät-

te das geschrieben." (Urk. D4/6/1 S. 3). Abgesehen davon, dass AQ._____ nie 

mit dem Beschuldigten konfrontiert wurde, weshalb seine Aussagen von vornhe-

rein nicht zu dessen Lasten verwertbar sind, vermögen diese auch inhaltlich den 

vom Beschuldigten bestrittenen Sachverhalt (wonach dieser das Schreiben als 

"AQ._____" unterzeichnet habe) nicht zu beweisen. Hinzu kommt, dass vorlie-

gend auch AQ._____ ein Motiv hatte, seine Urheberschaft am fraglichen Schrei-

ben gegenüber der Polizei nachträglich in Abrede zu stellen, sah er sich doch 

deswegen explizit mit den strafrechtlichen Vorwürfen der Urkundenfälschung und 

Begünstigung konfrontiert (vgl. Urk. D4/11/3 S. 1). 

3.3 Die Vorinstanz ging – wie ausgeführt – gestützt auf die Aussagen des 

Beschuldigten davon aus, dass AQ._____ das fragliche Schreiben selbst 

unterzeichnete, was (im vorliegenden Verfahren gegen den Beschuldigten) im 

Ergebnis nicht zu beanstanden ist. Damit scheidet eine Urkundenfälschung im 

engeren Sinne durch den Beschuldigten aus. Zu überprüfen bleibt die Auffassung 

der Vor-instanz, wonach sich der Beschuldigte – in Mittäterschaft mit AQ._____ – 

einer Falschbeurkundung schuldig gemacht habe, indem er sich von diesem 

wahrheitswidrig schriftlich erklären liess, dass dieser das Fahrzeug am fraglichen 

Tag gelenkt habe. Diesbezüglich wies die Vorinstanz vorab zu Recht darauf hin, 

dass eine (strafbare) Falschbeurkundung eine qualifizierte schriftliche Lüge be-

dinge und Art. 251 Ziff. 1 StGB diesbezüglich restriktiv auszulegen sei (Urk. 197 

S. 442 unten). Lehre und Rechtsprechung verlangen denn auch eine erhöhte 

Überzeugungskraft bzw. Glaubwürdigkeit der fraglichen Urkunde gerade hinsicht-

lich der durch diese zu beweisenden Tatsachen, nachdem eine einfache schriftli-

che Lüge nach dem Willen des Gesetzgebers (jedenfalls unter dem Aspekt der 

Falschbeurkundung) straflos bleiben soll. Verlangt wird, dass der Adressat der 

- 41 - 

fraglichen Urkunde dieser aufgrund bestimmter objektiver Garantien ein erhöhtes 

Vertrauen hinsichtlich deren Inhalt entgegenbringen darf, was typischerweise et-

wa bei kaufmännischer Buchführung, öffentlicher Beurkundung oder einer konkre-

ten Vertrauensposition (sog. "garantenähnliche Stellung") des Urhebers gegen-

über dem Adressaten der Fall sein kann (vgl. etwa Basler Kommentar, Straf-

recht II, 4. Aufl., Basel 2019, N 71 ff. zu Art. 251 StGB sowie Trechsel/Pieth 

(Hrsg.), StGB-Praxiskommentar, 4. Aufl., Zürich/St. Gallen 2021, N 9 f. Vor Art. 

251 StGB, je m.w.H.). Das vorliegende Schreiben von AQ._____ an die "Polizei 

AR._____" vom 22. August 2016, welches mit "Widerruf meiner polizeilichen Ein-

vernahme" betitelt und auf einfachem Briefpapier gehalten ist (vgl. Urk. D4/2/1), 

erfüllt diese erhöhten Anforderungen an die Glaubwürdigkeit einer Urkunde kei-

neswegs. Entgegen der Vorinstanz lässt sich dies auch nicht aus den Rechtsbe-

lehrungen anlässlich der vorgängigen polizeilichen Einvernahme von AQ._____ 

vom 21. Juli 2016 (Urk. D4/11/1) herleiten, erfolgte das fragliche Schreiben doch 

gerade ausserhalb einer solchen Einvernahmesituation. Es ist denn auch sonst 

nicht ersichtlich, weshalb die Polizei als Adressatin ausgerechnet dieser nachge-

reichten Erklärung eine erhöhte Glaubwürdigkeit hätte beimessen sollen, stand 

diese doch gerade im Widerspruch zu den von AQ._____ im Rahmen seiner for-

mellen Einvernahme – unter den von der Vorinstanz referierten Strafandrohungen 

– deponierten Aussagen (Urk. D4/11/1 S. 1; vgl. zum Ganzen auch bereits BGE 

103 IV 27, E. 10). Somit kann das fragliche Schreiben keine Falschbeurkundung 

darstellen. 

4. Der Beschuldigte ist demnach bezüglich Anklageziffer VII./Dossier 4 vom 

Vorwurf der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB freizuspre-

chen. 

F. mehrfaches Fahren ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. e 

SVG (Anklageziffer VII./Dossiers 5 bis 7) 

1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten hinsichtlich dieser Anklagesach-

verhalte des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 

lit. e SVG schuldig (vgl. Urk. 197 S. 432-440 und S. 444). 

- 42 - 

2. Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren zusammengefasst vor, 

dass B._____ einen Führerausweis aus dem Ausland gehabt habe und fraglich 

gewesen sei, ob der aus einer rechtmässigen Quelle beschafft worden sei. Es 

gebe kein Strafurteil gegen B._____, sodass wiederum wegen der Akzessorietät 

keine Bestrafung angehe (Urk. 318 S. 23). 

3. Es kann vollumfänglich auf die überzeugenden vorinstanzlichen Erwägun-

gen verwiesen werden, wonach ohne Weiteres erstellt ist, dass der Beschuldigte 

seinen Personenwagen Seat Ibiza an den drei genannten Daten jeweils B._____ 

zur Benutzung überliess, obwohl er wusste, dass diese nicht über den erforderli-

chen Führerschein verfügte (Urk. 197 S. 432-440 und S. 444). Auf die unglaub-

haften Schutzbehauptungen des Beschuldigten, wonach die Polizei anlässlich 

mehrerer Kontrollen den von B._____ vorgewiesenen slowakischen bzw. kroati-

schen Führerausweis akzeptiert habe, kann nicht abgestellt werden, verfügte 

B._____ doch nachgewiesenermassen gar nie über einen gültigen Führeraus-

weis. 

4. Der Beschuldigte ist demnach bezüglich Anklageziffer VII./Dossiers 5 bis 7 

des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. e 

SVG schuldig zu sprechen. 

G. Täuschung der Behörden im Sinne von Art. 118 Abs. 1 AIG (Anklage-

ziffer VIII./Dossier 17) 

1. Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten hinsichtlich dieses Anklagesa-

chverhalts wegen Täuschung der Behörden im Sinne von Art. 118 Abs. 1 AIG 

(vgl. Urk. 197 S. 449-461). Der Beschuldigte stellte sich in der Untersuchung zu-

letzt auf den Standpunkt, dieser Vorwurf betreffe alleine AS._____, zu welchem 

A._____ einen direkten Kontakt gehabt habe, da dieser auch AF._____ sei (Urk. 

D1/2/44 S. 24). 

2. Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren zusammengefasst vor, 

dass A._____ den Vertrag mit AS._____ selbst unterschrieben habe. Es sei nicht 

zutreffend, dass der Beschuldigte in Mittäterschaft mit AS._____ gehandelt habe. 

- 43 - 

A._____ habe angegeben, dass sie dort einige Male gearbeitet habe, wenn auch 

nicht in der Funktion des Anstellungsvertrages. Die Funktion sei im Vertrag nicht 

korrekt enthalten, was nicht bedeute, dass der Vertrag fiktiv sei (Prot. II S. 25 f.). 

Der Beschuldigte führte anlässlich der Berufungsverhandlung aus, dass der Ver-

trag zwischen AS._____ und A._____ geschlossen worden sei. Er (der Beschul-

digte) sei dann mit A._____ zur Einwohnerkontrolle gegangen sei. A._____ habe 

nicht ein einziges Mal dort gearbeitet (Urk. 316 S. 21 f.).  

3. Es kann vollumfänglich auf die überzeugenden vorinstanzlichen Erwägun-

gen verwiesen werden, wonach ohne Weiteres erstellt ist, dass der Beschuldigte 

in Kooperation mit AS._____ einen fingierten unbefristeten Arbeitsvertrag für 

A._____ erstellte und diesen zu Handen des Migrationsamtes einreichte, womit er 

eine Aufenthaltsbewilligung B für A._____ zu Unrecht erwirkte, was den Tatbe-

stand der Täuschung der Behörden offenkundig erfüllt (Urk. 197 S. 449-461). 

4. Der Beschuldigte ist demnach bezüglich Anklageziffer VIII./Dossier 17 der 

Täuschung der Behörden im Sinne von Art. 118 Abs. 1 AIG schuldig zu sprechen. 

 

 

H. Zusammenfassung / Fazit 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte somit ferner 

− der mehrfachen Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 lit. c 

und d StGB (Anklageziffern II.A, II.B und II.C), 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und 

Ziff. 2 Abs. 6 StGB (Anklageziffer II.B, S. 16, Vorfall vom Oktober / 

November 2015), 

− des gewerbsmässigen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und 2 

StGB (Anklageziffer III./Dossiers 22 und 24 bis 30), 

− des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 

Abs. 1 lit. e SVG (Anklageziffer VII./Dossiers 5 bis 7) sowie 

- 44 - 

− der Täuschung der Behörden im Sinne von Art. 118 Abs. 1 AIG (Ankla-

geziffer VIII./Dossier 17) 

schuldig zu sprechen. 

Von den Anklagevorwürfen 

− des mehrfachen Menschenhandels im Sinne von Art. 182 Abs. 1 StGB 

zum Nachteil von E._____ und F._____ (Anklageziffer I.) sowie 

− der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB (Anklagezif-

fer VII./Dossier 4) 

ist der Beschuldigte dagegen freizusprechen. 

IV. Strafzumessung / Massnahme / Vollzug 

1. Nachdem der Beschuldigte sämtliche zu beurteilenden Delikte vor Inkrafttre-

ten des revidierten Sanktionenrechts am 1. Januar 2018 verübt hat, stellt sich 

vorab die Frage nach dem auf die Strafzumessung anwendbaren Recht. Dabei 

gilt der Grundsatz der lex mitior, wonach das im Tatzeitpunkt anwendbare Recht 

massgeblich ist, ausser das im Urteilszeitpunkt anwendbare Recht erwiese sich 

für den Beschuldigten als milder (vgl. Art. 2 StGB). Vorliegend erweist sich das 

revidierte Sanktionenrecht für den Beschuldigten jedoch unter keinem Aspekt als 

milder, zumal auch kein Widerruf einer bedingten Strafe im Raum steht, wodurch 

der Beschuldigte allenfalls von der neuen Gesamtstrafenbildung nach Art. 46 

Abs. 1 Satz 2 StGB profitieren könnte. Somit hat die Strafzumessung nach dem 

früheren, bis Ende 2017 in Kraft gestandenen Sanktionenrecht zu erfolgen. 

2. Im Übrigen machte die Vorinstanz zutreffende Ausführungen zu den allge-

meinen Grundlagen der Strafzumessung, auf die verwiesen werden kann 

(Urk. 197 S. 467-472 oben). Ergänzend bzw. präzisierend dazu ist festzuhalten, 

dass das Bundesgericht spätestens seit BGE 144 IV 217 verlangt, für jedes Delikt 

innerhalb seines jeweiligen Strafrahmens eine Einzelstrafe (zumindest anhand 

der jeweiligen Tatkomponenten) festzulegen. Diese Einzelstrafen sind dann – so-

weit sie gleichartig ausfallen – erst in einem zweiten Schritt gegebenenfalls zu 

- 45 - 

(einer oder mehreren) Gesamtstrafen im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB zusam-

menzufassen. Bei der Gesamtstrafenbildung ist sodann jeweils von der für die 

schwerste Tat (pro Strafart) festgelegten Einzelstrafe als Einsatzstrafe auszuge-

hen und diese ist dann für die übrigen Einzelstrafen (derselben Strafart) unter Be-

achtung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen, so dass die Gesamt-

strafe höher ausfällt als die Einsatzstrafe, aber tiefer als die Summe der verwirk-

ten Einzelstrafen. Zudem darf die Gesamtstrafe nicht tiefer ausfallen als die 

höchste gesetzliche Mindeststrafe aller daran beteiligten Strafrahmen (vgl. 

BGE 144 IV 217, E. 3.5.1 ff. und E. 4.). 

Ferner darf die Strafart der bei mehreren Delikten festzulegenden Gesamtstrafe 

nicht mehr pauschal anhand der resultierenden Gesamtstrafenhöhe festgelegt 

werden. Vielmehr sind – wie bereits ausgeführt – die sich bei der Bewertung der 

jeweiligen Einzeltaten konkret ergebenden Strafen bzw. Strafarten nur noch 

insofern mittels Asperation zu einer Gesamtstrafe zusammenzufassen, als sie 

gleichartig ausgefallen sind (sog. konkrete Methode). Praktisch bedeutsam ist 

dies insbesondere deshalb, weil nach dem hier anwendbaren alten Sanktionen-

recht Freiheitsstrafen unter sechs Monaten nur in restriktiven Ausnahmefällen 

überhaupt verhängt werden können (vgl. Art. 41 Abs. 1 aStGB). Aber auch Frei-

heitsstrafen im Bereich zwischen sechs und zwölf Monaten sind nach der bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung nur subsidiär zulässig, wenn die Ausfällung ei-

ner – nach altem Recht bis zu 360 Tagessätzen möglichen – Geldstrafe (vgl. Art. 

34 Abs. 1 aStGB) anhand der konkreten Umstände nicht ausreichend erscheint. 

Eine Ausnahme gilt lediglich noch für den Fall, dass viele Einzeltaten zeitlich so-

wie sachlich eng miteinander verknüpft sind und eine blosse Geldstrafe bei kei-

nem der in einem engen Zusammenhang stehenden Delikte geeignet ist, in genü-

gendem Masse präventiv auf den Täter einzuwirken. In einem solchen Fall dürfen 

die Einzeltaten ausnahmsweise vorab zu einer Gesamtstrafe zusammengefasst 

und gestützt darauf die Strafart festgelegt werden (vgl. dazu BGer. 6B_382/2021 

vom 25. Juli 2022, E. 2.4.2 und 2.6, m.w.H.). 

3.1 Der Beschuldigte wurde sodann mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 

4. September 2014 wegen falscher Anschuldigung, mehrfachen Führens eines 

- 46 - 

Motorfahrzeugs ohne erforderlichen Führerausweis sowie Fahrens ohne Haft-

pflichtversicherung mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 10 Monaten (nebst 

einer Busse von CHF 2'000 wegen mehrfacher Übertretungen des Strassenver-

kehrsgesetzes) bestraft (vgl. Urk. 299 sowie Beizugsakten GG140187-L, Urk. 33). 

Da sich der Beschuldigte teilweise noch vor jener Verurteilung der mehrfachen 

Förderung der Prostitution gemäss Anklageziffer II., des gewerbsmässigen 

Betruges gemäss Anklageziffer III. sowie der mehrfachen Fälschung von Auswei-

sen gemäss Anklageziffer VI. schuldig gemacht hat – für welche Delikte (wie noch 

zu zeigen sein wird) Freiheitsstrafen zu verhängen sind – stellt sich vorab die 

Frage, ob bzw. inwiefern vorliegend allenfalls eine teilweise Zusatzstrafe zum Ur-

teil vom 4. September 2014 auszufällen ist. Die Bildung weiterer (teilweiser) Zu-

satzstrafen zu den im Strafregister eingetragenen Vorstrafen des Beschuldigten 

(vgl. nachstehend E. 6.2) fällt demgegenüber aufgrund der unterschiedlichen 

Strafarten nicht in Betracht. Denn während es sich bei den übrigen Vorstrafen um 

Geldstrafen handelt, sind – wie nachstehend noch im Einzelnen zu zeigen sein 

wird – für sämtliche heute zu beurteilenden Delikte im Ergebnis Freiheitsstrafen 

auszufällen. 

3.2 In zwei neueren Urteilen hat das Bundesgericht seine Rechtsprechung zum 

Vorgehen bei teilweiser retrospektiver Konkurrenz präzisiert: 

Ein Fall von teilweiser retrospektiver Konkurrenz liegt vor, wenn das Gericht meh-

rere Taten zu beurteilen hat, von denen mindestens eine Tat vor der Verurteilung 

wegen anderer Taten begangen wurde. In dieser Konstellation sind die Delikte vor 

dem Ersturteil und die Delikte nach dem Ersturteil getrennt sowie selbständig zu 

behandeln, weshalb zwischen Taten, die vor, und solchen, die nach dem Erstur-

teil begangen wurden, zu unterscheiden ist. Das Gericht beurteilt zunächst, ob 

bezüglich der Taten, welche vor dem Ersturteil begangen wurden, mit Blick auf 

die ins Auge gefasste Strafart, die Anwendung von Art. 49 Abs. 2 StGB in Be-

tracht fällt. Ist dies der Fall, hat es unter Berücksichtigung des sich aus Art. 49 

Abs. 1 StGB ergebenden Schärfungsgrundsatzes eine Zusatzstrafe zur Grund-

strafe festzulegen. Kann Art. 49 Abs. 2 StGB nicht angewandt werden, weil die für 

die vor dem Urteil begangenen Straftaten vorgesehene Strafart von derjenigen 

- 47 - 

der bereits verhängten Strafe abweicht, so muss das Gericht eine zu kumulieren-

de Strafe verhängen. Anschliessend legt es für die nach dem Ersturteil begange-

nen Taten eine unabhängige Strafe fest, gegebenenfalls in Anwendung von Art. 

49 Abs. 1 StGB. Schliesslich addiert das Gericht die für die vor dem Ersturteil be-

gangenen Straftaten festgelegte Zusatzstrafe oder zu kumulierende Strafe mit 

derjenigen für die neuen Taten. Wurde die beschuldigte Person bereits mehrfach 

verurteilt und hat sie vor, zwischen und nach diesen Urteilen die neu zu beurtei-

lenden Taten begangen, hat das Gericht etappenweise vorzugehen. Konkret hat 

es zunächst die vor dem Ersturteil begangenen Delikte zu beurteilen und eine Zu-

satzstrafe oder eine zu kumulierende Strafe festzusetzen. Dieses Vorgehen ist für 

die vor der zweiten und jeder folgenden Verurteilung begangenen Delikte zu wie-

derholen, um danach für die nach dem letzten rechtskräftigen Urteil begangenen 

Taten eine unabhängige (Gesamt-) Strafe festzulegen. Schliesslich sind die fest-

gelegten Strafen zu addieren (vgl. BGE 145 IV 1, E. 1.2 f.; BGer. 6B_759/2019 

vom 11. März 2020, E. 2.3.2; je m.w.H.). 

Im Entscheid BGE 145 IV 377 hat das Bundesgericht bei gewerbsmässigen 

Delikten eine Ausnahme vom vorstehend beschriebenen Vorgehen zugelassen: 

Es erwog, gewerbsmässige Delikte seien im Rahmen der Strafzumessung als 

Einheit zu betrachten. Im Falle einer teilweisen retrospektiven Konkurrenz recht-

fertige es sich, die vor einer früheren Verurteilung begangenen Einzeltaten in eine 

Deliktsgruppe einzufügen, welche die letzte kriminelle Handlung beinhalte. Art. 49 

Abs. 2 StGB finde in solchen Fällen keine Anwendung (vgl. BGE 145 IV 377, E. 

2.3.3). 

3.3 Bei der Ausfällung der Zusatzstrafe ergibt sich vorliegend die zusätzliche 

Schwierigkeit, dass die dafür relevante