# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5f72ccbe-a4ed-530f-ae6b-650548809f93
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 11.10.2021 SK1 2018 43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2018-43_2021-10-11.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 11. Oktober 2021

(Mit Urteil 6B_521/2022 vom 7. November 2022 hat das Bundesgericht eine ge-
gen dieses Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen.)

Referenz SK1 18 43

Instanz I. Strafkammer 

Besetzung Moses, Vorsitzender
Cavegn und Michael Dürst
Walker, Aktuarin

Parteien A._____
Beschuldigter
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf
Gäuggelistrasse 16, Postfach 580, 7001 Chur 

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Sennhofstrasse 17, 7001 Chur
Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin

E._____
Privatkläger
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Janett
Schulstrasse 1, Postfach 115, 7302 Landquart 

Gegenstand versuchte vorsätzliche Tötung etc.

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Landquart vom 31.05.2018, mitgeteilt am 
26.09.2018 (Proz. Nr. 515-2018-6)

Mitteilung 02. März 2022

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Sachverhalt

A. Am 31. Mai 2018 sprach das Regionalgericht Landquart A._____ der ver-
suchten vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, 
der einfachen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG i.V.m. 
Art. 90 Abs.  1 SVG sowie der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelge-
setzes gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig. Es bestrafte ihn mit einer Frei-
heitsstrafe von 6 Jahren, einer Busse von CHF 300.00 und einer Ersatzfreiheits-
strafe von 3 Tagen im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse. Bezüglich des 
Vorwurfs des Konsums von Betäubungsmitteln bis zum 31. Mai 2015 stellte es 
das Strafverfahren wegen mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes 
gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG ein. Sodann stellte das Regionalgericht die 
grundsätzliche Schadenersatz- und Genugtuungspflicht von A._____ gegenüber 
E._____ fest. Im Übrigen verwies es die Zivilklage auf den Zivilweg. Die Verfah-
renskosten auferlegte es A._____, ebenso die Entschädigung der amtlichen Ver-
teidigung und der unentgeltlichen Rechtsbeistände des Privatklägers, wobei diese 
Entschädigungen vorerst dem Kanton Graubünden auferlegt wurden.

B. Gegen dieses Urteil erhob A._____ (nachfolgend: Beschuldigter bzw. Beru-
fungskläger) am 1. Juni 2018 fristgerecht Berufung. Die Berufungserklärung datiert 
vom 19. Oktober 2018. Der Beschuldigte begehrt, er sei von sämtlichen Vorwürfen 
im Sinne der versuchten vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 
Abs. 1 StGB und der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 31 
Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG freizusprechen. Bezüglich des Vorwurfs der 
mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a Ziff. 1 
BetmG sei von einer Strafe abzusehen. Zudem sei die Zivilklage von E._____ 
vollumfänglich, auch bezüglich des Entscheids der Zivilklage dem Grundsatz 
nach, auf den Zivilweg zu verweisen, soweit auf diese eingetreten werden könne, 
eventualiter sei diese abzuweisen. Subeventualiter sei ergänzend im Dispositiv 
anzuordnen, dass sich der Grundsatzentscheid zur Zivilklage ausschliesslich auf 
die grundsätzliche Haftpflicht des Beschuldigten beschränke, während alle ande-
ren Punkte (Haftungsquote, Ausmass des Selbstverschuldens des Privatklägers, 
adäquater Kausalzusammenhang zwischen Gesundheitsstörung und strafbarem 
Verhalten, Schadensquantitativ etc.) dem Zivilgericht zu überlassen seien. Der 
Berufungskläger wandte sich im Übrigen gegen die vorinstanzliche Kostenvertei-
lung und stellte zudem zahlreiche Beweisanträge. 

C. Die Staatsanwaltschaft erhob am 14. November 2018 Anschlussberufung. 
Diese richtete sich gegen die Höhe der Entschädigung des amtlichen Verteidigers. 
Vorgängig zur Hauptverhandlung kündigte die Staatsanwaltschaft am 4. Oktober 

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2021 an, ihre Anschlussberufung zurückzuziehen, was sie anlässlich der Haupt-
verhandlung am 5. Oktober 2021 bestätigte.

D. Der Vorsitzende der I. Strafkammer entschied mit Verfügung vom 28. Juli 
2021 über die von der Verteidigung gestellten Beweisanträge. Er hiess die Anträ-
ge, es seien H._____, I._____, J._____, K._____, M._____ und B._____ als Zeu-
gen zu befragen, gut. Ebenso verfügte er in Gutheissung des entsprechenden 
Beweisantrags, G._____ werde zur mündlichen Erläuterung des Gutachtens vor-
geladen. Darüber hinaus wies der Vorsitzende das IRM D._____ an, es habe die 
medizinischen Berichte des Kantonsspitals D._____, die zur Beurteilung beigezo-
gen worden waren und sich nicht in den Untersuchungsakten befanden, einzurei-
chen. Die Staatsanwaltschaft wurde angewiesen, dem Kantonsgericht die Belege 
zu den Auslagen zukommen zu lassen. Alle übrigen Beweisanträge wies der vor-
sitzende Richter unter Hinweis auf Art. 331 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 405 Abs. 1 
StPO ab.

E. Die Hauptverhandlung, zu der mit prozessleitender Verfügung vom 8. März 
2021 und vom 1. September 2021 vorgeladen worden war, fand am 5./6./7. Okto-
ber 2021 statt. An der Berufungsverhandlung stellte die Staatsanwaltschaft den 
Antrag, der Beschuldigte sei der versuchten vorsätzlichen Tötung, der einfachen 
Verletzung von Verkehrsregeln und der Übertretung des Betäubungsmittelgeset-
zes schuldig zu sprechen. Als Strafe verlangte sie die Verurteilung zu einer Frei-
heitsstrafe von mindestens 4.5 Jahren und einer Busse von CHF 300.00 bzw. ei-
ner Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen. Die Schlussanträge des Privatklägers laute-
ten auf kostenfällige Abweisung der Berufung. Der Beschuldigte bestätigte seine 
mit der Berufungserklärung gestellten Anträge.

F. Die öffentliche Urteilsverkündigung fand am 11. Oktober 2021 statt. Auf die 
vom Verteidiger an der Hauptverhandlung erneut gestellten Beweisanträge wird, 
sofern sie nicht bereits mit der Verfügung vom 28. Juli 2021 gutgeheissen wurden, 
in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1. Gegen das angefochtene erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Lan-
dquart ist die Berufung zulässig (Art. 398 Abs. 1 StPO). Die Eintretensvorausset-
zungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Berufung ist einzutreten.

2. Das Berufungsgericht kann das Urteil in allen angefochtenen Punkten um-
fassend überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Unter Vorbehalt von Art. 404 Abs. 2 
StPO erwachsen die mit Berufungserklärung nicht angefochtenen Punkte in 

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Rechtskraft (BGer 6B_428/2013 v. 15.04.2014, E. 3.3 und 6B_694/2012 
v. 27.06.2013, E. 1.3). Nicht angefochten wurde die Einstellung des Strafverfah-
rens wegen mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss 
Art. 19a Ziff. 1 BetmG bezüglich des Vorwurfs des Konsums von Betäubungsmit-
teln bis zum 31. Mai 2015, ebenso die von der Vorinstanz angeordnete gerichtli-
che Einziehung und Vernichtung von verschiedenen Gegenständen des Beschul-
digten. Diese Punkte sind somit in Rechtskraft erwachsen (vgl. vorstehend; 
Art. 437 StPO; Art. 402 StPO).

3. Beweisanträge

3.1. Übersicht

3.1.1. Die Verteidigung wiederholte anlässlich der Berufungsverhandlung jene 
bereits mit der Berufungserklärung gestellten Beweisanträge, die vom Vorsitzen-
den mit Beweisverfügung vom 28. Juli 2021 abgewiesen wurden. Dies betraf die 
Anträge, es sei (1) das Ergänzungsgutachten des Instituts für Rechtsmedizin 
D._____ vom 14. Juni 2016 als nicht verwertbar aus den Prozessakten zu entfer-
nen (act. H.9, S. 3; act. H.3, S. 1 f.; act. A.2, S. 6 ff.). Sodann sei (2) ein neues 
biomechanisches Gutachten mit biomechanischer Fachausrichtung in Auftrag zu 
geben (act. H.9, S. 3; act. H.3, S. 1; act. A.2, S.  6 ff., 25 ff.). Die Verteidigung wie-
derholte des Weiteren ihren Antrag auf Entfernung des polizeilichen Befragungs-
protokolls der ersten Einvernahme des Beschuldigten vom 8. Februar 2015 (3), 
zumindest sei diesbezüglich festzuhalten, dass eine beweisrechtliche Unverwert-
barkeit der belastenden Aussagen vorliege. In diesem Zusammenhang beantragte 
der Verteidiger zudem, es sei das Pikettprotokoll der Staatsanwaltschaft beizuzie-
hen (4) (act. H.9, S. 6; act. H.3, S. 3; act. A.2, S. 10 f.). Weiter beantragte er, 
AJ._____ sei im Verfahren wegen Verletzung der Verkehrsregeln als Zeuge zu 
befragen (5). Schliesslich stellte er erneut den Antrag, es sei ein psychiatrisches 
Obergutachten zur Frage der Schuldfähigkeit des Beschuldigten einzuholen (6) 
(act. H.9, S. 6; act. H.3, S. 3; act. A.2, S. 48). 

3.1.2. Die erkennende Kammer wies diese Beweisanträge anlässlich der Beru-
fungsverhandlung am 6. Oktober 2021 erneut ab (act. H.9, S. 11 f.). Darauf ist im 
Folgenden begründend einzugehen.

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3.2. Einwand der formellen Unverwertbarkeit des Gutachtens vom 14.7.2016

3.2.1. Der Verteidiger rügte im Wesentlichen eine ungehörig erfolgte Belehrung 
der gerichtlichen Sachverständigen. Er monierte, es sei unklar, wie sich die Ver-
antwortlichkeiten zwischen den verschiedenen am Gutachten beteiligten Personen 
aufgeteilt hätten. Adressat des Gutachtensauftrages sei eine Assistenzärztin des 
IRM gewesen, an diese hätte sich auch die Rechtsbelehrung gerichtet. Hingegen 
seien die Verfasser des Ergänzungsgutachtens nicht belehrt worden. Eine 
Rechtsbelehrung sei aber umso indizierter gewesen, als mit F._____ und G._____ 
zwei Mitarbeiter des IRM in die Bearbeitung miteinbezogen worden seien, die an 
der bisherigen Begutachtung nicht beteiligt gewesen seien. Zudem bemängelte 
die Verteidigung, es seien aktenmässig keine Hinweise dafür vorhanden, dass der 
Chefarzt Dr. med. N._____ vorliegend Leitung und Organisation der Begutachtung 
innegehabt habe und, soweit er andere Fachpersonen betraut habe, Befunderhe-
bung, Befundauswertung und Befundbeurteilungen eigenverantwortlich wahrge-
nommen habe. Der Hinweis auf die Straffolgen eines falschen Gutachtens stelle 
ein Gültigkeitserfordernis dar und gelte auch für ständig bestellte Gutachter von 
medizinischen Instituten (act. A.2, S. 6 ff.; act. H.9, S. 3).

3.2.2. Der Einwand der Verteidigung ist unbegründet. Vorliegend erteilte die Ver-
fahrensleitung am 10. Februar 2015 Frau Dr. med. O._____, Mitarbeiterin am In-
stitut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals D._____ (IRM), den Auftrag zur Erstel-
lung eines rechtsmedizinischen Gutachtens (StA act. 7.5). Der Gutachterauftrag 
enthielt den Hinweis auf Art. 307 StGB wie auch darauf, dass diese Bestimmung 
auch für die von der beauftragten Person beigezogenen Mitarbeiter gelte, samt 
einem Ausdruck der gesetzlichen Bestimmungen aus der StPO und dem StGB 
(StA act. 7.5). Das von der Sachverständigen erstattete Gutachten datierte vom 
23. April 2015 und war von ihr sowie von Prof. Dr. N._____ unterzeichnet (StA 
act. 7.11). Die Verteidigung stellte im Anschluss verschiedene Ergänzungsfragen 
zum Gutachten, welche die Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom 26. Januar 
2016 an Prof. Dr. N._____ vom IRM D._____ weiterleitete. Sie beauftragte ihn 
darin, die gestellten Fragen in einem Nachtragsbericht zu beantworten. Der 
Staatsanwalt ersuchte Prof. Dr. N._____ zudem, an der angedachten Tatrekon-
struktion teilzunehmen, um im rechtsmedizinischen Nachtragsbericht die Zusatz-
fragen der Verteidigung und allfällige weitere Fragen der Parteien zu beantworten 
(StA act. 7.15). Nachdem am 24. März 2016 der erste Teil der Tatrekonstruktion 
stattgefunden hatte, an welchem seitens des IRM D._____ der Oberarzt G._____ 
und der Assistenzarzt F._____ teilgenommen hatten (vgl. dazu StA act. 6.15), er-
teilte der Staatsanwalt am 9. Mai 2016 Prof. Dr. N._____ und med. pract. G._____ 
vom IRM D._____ den Auftrag, die von der Verteidigung anlässlich der Tatrekon-

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struktion gestellten zusätzlichen Ergänzungsfragen in einem ergänzenden Gutach-
ten bis zum 31. Mai 2016 zu beantworten (StA act. 7.17). Da der zweite Teil der 
Tatrekonstruktion auf den 9. Juni 2016 anberaumt wurde, kam der Staatsanwalt 
mit med. pract. G._____ vom IRM D._____ überein, dass das Ergänzungsgutach-
ten erst nach dieser Tatrekonstruktion erstellt werden solle (StA act. 7.18). Aus 
den Akten geht somit hervor, dass für die Erstellung des rechtsmedizinischen Er-
gänzungsgutachtens vom 14. Juli 2016 sowohl Prof. Dr. N._____ als auch med. 
pract. G._____ beauftragt worden waren. Das Ergänzungsgutachten datierte 
schliesslich vom 14. Juli 2016 und war von Prof. Dr. med. N._____ (Chefarzt), 
med. pract. G._____ (Oberarzt) und med. pract. F._____ (Assistenzarzt) unter-
zeichnet (StA act. 7.21). 

3.2.3. Als Sachverständige können natürliche Personen ernannt werden, die auf 
dem betreffenden Fachgebiet die erforderlichen besonderen Kenntnisse und 
Fähigkeiten besitzen (Art. 183 Abs. 1 StPO). Bund und Kantone können für be-
stimmte Gebiete dauernd bestellte oder amtliche Sachverständige vorsehen (Art. 
183 Abs. 2 StPO). Dazu zählen beispielsweise die Rechtsmedizinischen Institute 
von Universitäten (IRM) beziehungsweise ihre Mitarbeiter (vgl. BGE 141 IV 423 
E. 3.3). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind auch dauernd bestellte 
oder amtliche Sachverständige im Sinne von Art. 183 Abs. 2 StPO gemäss 
Art. 184 Abs. 2 lit. f StPO auf die Straffolgen eines falschen Gutachtens nach 
Art. 307 StGB hinzuweisen. Art. 184 Abs. 2 lit. f StPO stellt indessen insoweit, als 
er dauernd bestellte oder amtliche Sachverständige betrifft, nicht eine Gültigkeits-, 
sondern lediglich eine Ordnungsvorschrift dar. Die Gutachten etwa von IRM sind 
auch bei Fehlen eines Hinweises auf die Straffolgen eines falschen Gutachtens 
gültig und verwertbar. Die Bestimmungen betreffend die Sachverständigen 
(Art. 182 ff. StPO) enthalten keine Art. 177 Abs. 1 Satz 2 StPO betreffend die 
Zeugenbelehrung entsprechende Vorschrift, wonach die Einvernahme ungültig ist, 
wenn die Belehrung unterbleibt (BGE 141 IV 423 E. 3.3; BGer 6B_288/2019 
v. 8.7.2019 E. 1.2 m.H.).

Beim Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals D._____ handelt es sich um 
einen dauernd bestellten Sachverständigen im Sinne der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung (vorstehend, E. 3.2.3). Im Auftrag vom 10. Februar 2015 wurde 
die Sachverständige wie oben dargelegt auf die Straffolgen eines falschen Gut-
achtens nach Art. 307 StGB gehörig hingewiesen. Zwar enthielt der (zweite) Auf-
trag zur Erstellung eines Nachberichtes bzw. eines Ergänzungsgutachtens an 
Prof. Dr. N._____ und an med. pract. G._____ keinen erneuten Hinweis auf die 
Straffolgen eines falschen Gutachtens. Allerdings handelte es sich bei den sich für 

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das Ergänzungsgutachten verantwortlich zeichnenden Personen mit Chefarzt 
Prof. Dr. med. N._____, Oberarzt med. pract. G._____ und Assistenzarzt med. 
pract. F._____ um Mitarbeiter eines Rechtsmedizinischen Instituts, deren tägliche 
Arbeit im Erstatten solcher Gutachten besteht (vgl. auch die diesbezügliche Ant-
wort von G._____ auf Frage 17 von act. H.11). Diesen sind die strafrechtlichen 
Folgen eines falschen Gutachtens hinlänglich bekannt, was med. pract. G._____ 
auch ausdrücklich bestätigte (act. H.11, Fragen 21, 22). Mit Blick auf die abgebil-
dete Rechtsprechung, wonach die Gutachten von IRM sogar bei gänzlichem Feh-
len eines Hinweises auf die Straffolgen eines falschen Gutachtens gültig und ver-
wertbar sind, ist festzuhalten, dass das Ergänzungsgutachten vom 14. Juli 2016 
(StA act. 7.21) bereits aus diesem Grund (formell) verwertbar ist. Darüber hinaus 
wurde G._____ anlässlich der Erläuterung des mündlichen Gutachtens an der Be-
rufungsverhandlung nochmals explizit auf die strafrechtlichen Folgen eines fal-
schen Gutachtens hingewiesen (act. H.11, II.) und erstattete das (im Wesentlichen 
von ihm) verfasste rechtsmedizinische Gutachten nochmals mündlich, indem er 
die im Gutachten aufgeführten Befunde erläuterte und bestätigte (act. H.11). 
G._____ wurde mithin ausdrücklich über die Rechte und Pflichten des Sachver-
ständigen belehrt und erstattete das Gutachten in Kenntnis der entsprechenden 
strafrechtlichen Bestimmungen. Das Ergänzungsgutachten vom 14. Juli 2016 
genügt den Vorschriften betreffend Belehrung des Sachverständigen somit in je-
der Hinsicht. 

3.2.4. Die Verteidigung bemängelte sodann eine unklare Aufgabenverteilung zwi-
schen den am Ergänzungsgutachten mitwirkenden Sachverständigen, worin sie 
einen weiteren Grund für die formelle Unverwertbarkeit des Ergänzungsgutach-
tens vom 14. Juli 2016 sieht (act. A.2, S. 6 ff.; act. H.9, S. 3).

3.2.5. Wird ein bestimmter Sachverständiger – im Einvernehmen mit den Parteien 
– bestellt und mit der Begutachtung betraut, hat er den Auftrag grundsätzlich per-
sönlich auszuführen (vgl. Art. 185 Abs. 1 StPO). Eine Delegation seiner Aufgabe 
und seiner Verantwortung an Dritte ist nicht zulässig (BGE 144 IV 176 E. 4.2.3; 
BGer 6B_989/2017 v. 20. 12.2017 E. 2.3; 6B_265/2015 v. 3.12.2015 E. 4.1.2). 
Hingegen ist der bestellte Sachverständige nicht verpflichtet, sämtliche für die Be-
gutachtung notwendigen Tätigkeiten selber vorzunehmen, sondern er kann für 
untergeordnete Arbeiten Hilfspersonen heranziehen (BGer 6B_918/2017 
v. 20.2.2018 E. 3.2, nicht publ. in: BGE 144 IV 69; 6B_989/2017 v. 20.12.2017 
E. 2.3). Die vorgängige Information der Parteien über die Person des Sachver-
ständigen (Art. 184 Abs. 3 StPO) macht gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung vor allem dort Sinn, wo gutachterliche Erkenntnisse stark von Wertungen 

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abhängen, die mit der konkreten Person eng verbunden sind, wie dies beispiels-
weise bei psychiatrischen Gutachten der Fall ist (BGE 144 IV 69 E. 2.2). Eine ei-
gentliche Delegation des Gutachtensauftrags setzt das vorgängige Einverständnis 
der Strafverfolgungsbehörde voraus (BGE 144 IV 17 E. 4.5.2). Von der mit der 
Begutachtung betrauten Person wird verlangt, dass sie sich selber ausreichend 
mit dem Fall befasst, sich ihre Meinung selber bildet sowie in das Gutachten ein-
fliessen lässt (vgl. BGE 144 IV 176 E. 4.5.1). Dies kann etwa dadurch geschehen, 
dass sie der Hilfsperson inhaltliche Vorgaben macht und einen allfälligen, von ihr 
erstellten Gutachterentwurf intensiv korrigiert bzw. bearbeitet, so dass das Gut-
achten in allen Details ihre persönliche Überzeugung und Wertung wiedergibt (vgl. 
BGer 6B_989/2017 v. 20.12.2017 E. 2.2).

Im vorliegenden Fall erfolgte der Gutachterauftrag zur Erstellung des Ergänzungs-
gutachtens sowohl an Chefarzt Prof. N._____ als auch an Oberarzt med. pract. 
G._____ (vorstehend, E. 3.2.2). Anlässlich der mündlichen Erläuterung des Gut-
achtens vom 5. Oktober 2021 gab der stellvertretende fachliche Chefarzt und 
Facharzt für Rechtsmedizin G._____ zu Protokoll, dass die Initialuntersuchung 
durch eine Kollegin ausgeführt worden sei. Das Ergänzungsgutachten vom 14. Juli 
2016 sei durch ihn in Zusammenarbeit mit Prof. N._____ verfasst worden, ebenso 
seien er und sein Kollege med. pract. F._____ an den Rekonstruktionen beteiligt 
gewesen. Prof. N._____ habe die terminale Übersicht über das Gutachten gehabt, 
habe Inputs gegeben, mit ihm über die Befunde diskutiert, das Gutachten gelesen 
und für gut befunden (act. H.11, Fragen 1, 18, 19). Die beauftragten Sachverstän-
digen Prof. Dr. N._____ und med. pract. G._____ waren nach der bundesgerichtli-
chen Rechtsprechung berechtigt, med. pract. F._____ als Assistenzarzt für die 
Rekonstruktionen und die Erstellung des Gutachtens beizuziehen. Da das Gutach-
ten im Wesentlichen durch G._____ verfasst worden war, nahm F._____ insoweit 
lediglich eine ergänzende Rolle ein. Auch besteht kein Zweifel daran, dass das 
erstattete Ergänzungsgutachten nicht die Überzeugungen und Schlussfolgerungen 
der beauftragten Sachverständigen N._____ und G._____ widerspiegelt. Das Er-
gänzungsgutachten vom 14. Juli 2016 ist somit auch in dieser Hinsicht formell 
verwertbar.

3.2.6. Auf die von der Verteidigung beanstandeten inhaltlichen Mängel des Er-
gänzungsgutachtens samt dem damit verbundenen Antrag auf Einholung eines 
neuen rechtsmedizinischen Gutachtens ist weiter unten einzugehen (vgl. unten-
stehend E. 4.3).

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3.3. Antrag zur Entfernung der Ersteinvernahme vom 8.2.2015

3.3.1. Die Verteidigung stellte den Antrag, es sei das polizeiliche Befragungspro-
tokoll der Erstbefragung des Beschuldigten vom 8. Februar 2015 (StA act. 3.1) 
aus den Akten zu entfernen. Sie begründete dies mit der beweisrechtlichen Un-
verwertbarkeit der entsprechenden Aussagen des Beschuldigten, da dieser ohne 
Verteidigung befragt worden sei, obwohl bereits festgestanden habe, dass es sich 
bei der vorgeworfenen Straftat um eine schwere Körperverletzung handle und ein 
Fall von notwendiger Verteidigung vorgelegen habe. Die Staatsanwaltschaft habe 
bereits am 8. Februar 2015 die vorläufige Festnahme des Beschuldigten angeord-
net. Der Eröffnungsverfügung vom 9. Februar 2015 komme nur deklaratorische 
Wirkung zu. In diesem Zusammenhang beantragte die Verteidigung zudem die 
Einholung des Pikettprotokolls der Staatsanwaltschaft (act. A.2, IV. 9.; act. H.9, 
S. 6; act. H.3, I. 9). 

3.3.2. Dem Festnahmerapport ist zu entnehmen, dass der Beschuldigte noch am 
8. Februar 2015 von der Kantonspolizei vorläufig festgenommen wurde wegen des 
Verdachts, eine schwere Körperverletzung begangen zu haben (StA act. 3.1). Zu-
dem führte die Kantonspolizei ebenfalls am 8. Februar 2015 eine Hausdurchsu-
chung beim Beschuldigten durch und stellte diverse Gegenstände des Beschuldig-
ten sicher (StA act. 10.2). Beide Eingriffe stellen ohne Frage Zwangsmassnahmen 
dar (Art. 217 StPO; Art. 244 StPO). Der in der Lehre teilweise vertretenen Auffas-
sung, dass die Anordnung von Zwangsmassnahmen – entgegen des Wortlauts 
von Art. 309 Abs. 1 lit. b StPO – der Eröffnung des Strafverfahrens vorausgehen 
könne (vgl. Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, Schweizerische Strafprozessordnung 
Praxiskommentar, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2018, N 12 zu Art. 309 StPO; eben-
falls wiedergegeben, aber wohl a.A. Nathan Landshut/Thomas Bosshard, in: Do-
natsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Straf-
prozessordnung [StPO], Art. 196-457, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020 N 29a zu 
Art. 309 StPO), ist nicht zu folgen. Vielmehr war das Untersuchungsverfahren zum 
Zeitpunkt der ersten polizeilichen Einvernahme vom 8. Februar 2015 bereits mate-
riell eröffnet, wenngleich die Eröffnungsverfügung formell vom 9. Februar 2015 
datierte (StA act. 1.1). Dies folgt aus der Rechtsprechung, wonach die Strafunter-
suchung in jedem Fall als eröffnet gilt, wenn die Staatsanwaltschaft Zwangsmass-
nahmen anordnet (vgl. BGE 141 IV 20 E. 1.1.4 m.H.; BGer 6B_84/2020 v. 
22.6.2020 E. 2.1.1; 6B_256/2017 v. 13.9. 2018 E. 2.1). Der Eröffnungsverfügung 
kommt insofern lediglich deklaratorische Wirkung zu. Auch war in casu ersichtlich, 
dass das Opfer sehr schwere Verletzungen erlitten haben musste, da es noch am 
8. Februar 2015 aufgrund der Schwere der Hirnverletzungen ins Kantonsspital 
D._____ verlegt wurde (StA act. 7.1-7.3). Mithin hätte die Polizei bzw. die Staats-

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anwaltschaft bei Anwendung pflichtgemässer Sorgfalt erkennen müssen, dass ein 
Grund für eine notwendige Verteidigung vorliegt (vgl. Art. 130 lit. b StPO). Hierbei 
ist der Lehrmeinung von Lieber beizupflichten, wonach an das Kriterium der Er-
kennbarkeit keine allzu hohen Anforderungen zu stellen sind (Viktor Lieber, in: 
Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO], Art. 1-195, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020 N 12 zu 
Art. 131 StPO). Nach dem Ausgeführten war die Notwendigkeit einer Verteidigung 
bei der ersten Einvernahme vom 8. Februar 2015 ohne weiteres erkennbar. 

3.3.3. Die notwendige Verteidigung hätte demnach sowohl aufgrund der bereits 
eröffneten Untersuchung sichergestellt werden müssen (Art. 131 Abs. 2 StPO) als 
auch aufgrund des bereits zu diesem Zeitpunkt objektiv erkennbaren Grundes im 
Sinne von Art. 130 lit. b StPO (vgl. Art. 131 Abs. 1 StPO). Folglich hätte die Ein-
vernahme des Beschuldigten nicht ohne Verteidigung durchgeführt werden dürfen. 
Da der Beschuldigte gleichwohl einvernommen wurde, ist die Einvernahme vom 
8. Februar 2015 (StA act. 8.1) beweisrechtlich unverwertbar (vgl. Art. 131 Abs. 3 
StPO; Art. 141 Abs. 1 Satz 2 StPO). Das Bundesgericht hat im Entscheid 
BGE 141 IV 289 die Frage des Verhältnisses von Art. 131 StPO zu Art. 141 StPO 
angesprochen und festgehalten, dass nur der französische Gesetzeswortlaut von 
Art. 131 Abs. 3 StPO von Unverwertbarkeit spreche, während der deutsche und 
italienische Gesetzestext eine Ungültigkeitsfolge vorsehen würden. Es liess jedoch 
ausdrücklich offen, wie es sich mit den materiell-rechtlichen Fragen zur Auslegung 
von Art. 131 Abs. 3 und Art. 141 StPO verhalte (BGE 141 IV 289 E. 2.3 f.). Auch in 
zwei jüngeren Entscheiden wurde diese Frage offengelassen (BGer 6B_338/2020 
v. 3.2.2021 E. 2.3.1; 6B_75/2019 v. 15.3.2019 E. 1.4.2). Das Berufungsgericht 
schliesst sich der Auffassung von Ruckstuhl und Lieber an, wonach bei Art. 131 
Abs. 3 StPO ein Anwendungsfall von Art. 141 Abs. 1 Satz 2 StPO vorliegt und das 
Gesetz selbst die Unverwertbarkeit der erhobenen Beweise statuiert. Art. 141 
Abs. 2 StPO ist dagegen nicht anwendbar, da dieser nur zum Zug kommt, wenn 
die StPO selbst keine Sanktion an die Verletzung einer Gültigkeitsvorschrift knüpft, 
was hier gerade nicht der Fall ist. Deshalb können Beweise, die unter Verletzung 
von Art. 131 Abs. 3 StPO erhoben und nicht in der ordnungsgemässen Art wie-
derholt wurden, auch bei Verfolgung eines schweren Delikts nicht verwertet wer-
den (vgl. Niklaus Ruckstuhl, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommen-
tar Schweizerisches Strafprozessordnung, Jugendstrafprozessordnung, Art. 1-195 
StPO, 2. Aufl., Basel 2014, N 17 f. zu Art. 131 StPO; Lieber, a.a.O., N 14 zu 
Art. 131 StPO). Vorliegend verzichtete der Beschuldigte jedenfalls nicht auf die 
Wiederholung der Beweisabnahme, sondern berief sich von Anfang an auf eine 
beweisrechtliche Unverwertbarkeit, womit die Voraussetzungen von Art. 131 Abs. 

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3 StPO von vorneherein nicht erfüllt sind. Damit bleibt die Einvernahme vom 
8. Februar 2015 unverwertbar, was hiermit festgestellt wird. Mithin erübrigt sich die 
Einholung des Pikettprotokolls der Staatsanwaltschaft, womit dieser Antrag abzu-
weisen ist. Was den Antrag auf Entfernung des polizeilichen Einvernahmeproto-
kolls vom 8. Februar 2015 aus den Akten betrifft, ist einerseits anzumerken, dass 
sich selbst die Verteidigung in ihrem Plädoyer auf gewisse Aussagen des Be-
schuldigten aus dieser Einvernahme abstützte (vgl. act. H.3, S. 35). Andererseits 
ist es angesichts der Tatsache, dass dieses Befragungsprotokoll nicht bereits im 
Untersuchungsverfahren aus den Akten entfernt wurde, kaum sinnvoll, dies nun im 
Zeitpunkt des zweitinstanzlichen Urteils nachzuholen. Vielmehr ist die Berufungs-
instanz in der Lage, die unzulässigen Beweise von den zulässigen zu unterschei-
den und sich bei der Würdigung ausschliesslich auf Letztere zu stützen (vgl. BGE 
141 IV 289 E. 1.2). Der Antrag, das Einvernahmeprotokoll vom 8. Februar 2015 
sei aus den Akten zu entfernen, wird abgewiesen. 

3.4. Die weiteren Anträge (5) und (6) (vgl. vorstehend E. 3.1.1.) werden im ent-
sprechenden Sachzusammenhang behandelt (vgl. E. 10. sowie E. 7.).

4. Sachverhalt betreffend versuchte vorsätzliche Tötung

4.1. Anklagesachverhalt

4.1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten was folgt vor:

Versuchte vorsätzliche Tötung gemäss Art. 111 StGB in Verbindung mit 
Art. 22 Abs. 1 StGB

"In der Nacht vom 7. auf den 8. Februar 2015 war der Beschuldigte zu-
sammen mit seiner Freundin Q._____ und Kollegen an der Fasnacht in 
R._____. Zwischen ca. 24:00 und 00:45 Uhr trank er eine Stange Bier und 
zwei „Shots“ Jägermeister. Um ca. 03:00 Uhr kehrte er zusammen mit 
Q._____ nach Hause an die L._____strasse 40 in R._____ zurück. Da-
nach, um ca. 03:20 Uhr, stieg er zusammen mit Q._____ in sein Fahrzeug 
Mitsubishi Pajero und fuhr auf der L._____strasse in R._____ in Richtung 
S._____. Beim Engpass vor dem Restaurant T._____ musste er seine Ge-
schwindigkeit verlangsamen, da sich aufgrund der Fasnacht noch etliche 
Personen auf und neben der Strasse befanden. Auf der rechten Strassen-
seite erkannte er auf Hinweis von Q._____ bei der Treppe des Restaurants 
T._____ drei seiner Kollegen (K._____, B._____ und M._____), welche in 
eine Auseinandersetzung mit E._____ verwickelt waren. Der Beschuldigte 
hielt sein Fahrzeug unaufgefordert auf der Strasse an, stieg aus und misch-
te sich aus eigenem Antrieb in diese Auseinandersetzung ein. Er lief um 
das Fahrzeug herum, ging auf E._____ zu und versuchte, ihn zu beruhigen. 
Er bat ihn, seine Kollegen in Ruhe zu lassen. Dabei nahm der Beschuldigte 
wahr, dass E._____ möglicherweise unter Alkohol- und/oder Drogenfluss 
stand, torkelte und sehr aufgebracht war. E._____ verhielt sich aggressiv, 

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schlug wild um sich, beschimpfte und pöbelte mehrere Personen, die sich 
in seiner Nähe aufhielten, an. Er schubste den Beschuldigten ein paar Mal 
mit den Händen, schüttelte, beschimpfte und beleidigte ihn. 

Als sich die Situation nicht beruhigte, kehrte der Beschuldigte zu seinem 
Fahrzeug zurück, öffnete die rechte Hintertüre und nahm vom Rücksitz ei-
nen ca. 63 cm langen und 4.5 cm breiten hölzernen Baseballschläger. Dar-
aufhin wandte er sich wieder E._____ zu und zeigte ihm, bei einer Distanz 
von ca. 1 bis 1.5 Metern, den Baseballschläger, den er standfest mit beiden 
Händen hielt, um E._____ damit einzuschüchtern. Der Beschuldigte forder-
te E._____ erneut auf, aufzuhören und nun endlich ihn und seine Kollegen 
in Ruhe zulassen. E._____ schlug weiter um sich herum, betitelte den Be-
schuldigten als Hurensohn, lachte ihn aus und fragte ihn, was er mit die-
sem „Hölzchen“ (dem Baseballschläger) machen wolle, und forderte ihn 
heraus. Er (E._____) sagte dem Beschuldigten, dass er mit einem gewis-
sen „U._____“ zurückkommen und ihn zusammenschlagen würde; U._____ 
würde ihn umbringen. Die Auseinandersetzung zwischen den Beiden beru-
higte sich nach ca. 3 bis 5 Minuten nicht. V._____, welche sich in der Nähe 
aufhielt, ging zum Beschuldigten und versuchte, ihn zu beruhigen. Auch 
Q._____ und I._____ luden den Beschuldigten ein, nun zu gehen. E._____ 
ging auf A._____ zu und stiess ihn mit den Händen zurück. E._____ mach-
te danach eine Bewegung mit einer Hand, wie wenn er etwas aus einer Ja-
ckentasche nehmen würde. Anschliessend wandte er sich ein wenig nach 
links vom Beschuldigten ab und schaute in die andere Richtung. In diesem 
Moment holte der Beschuldigte beidhändig mit dem Baseballschläger aus 
und schlug diesen seitlich von hinten heftig kopfüber gegen die rechte Seite 
des unbedeckten Kopfs von E._____. Aufgrund des Schlages fiel E._____ 
nach vorne zu Boden. Nachdem dieser noch versucht hatte, sich wieder 
aufzurichten, verlor er das Bewusstsein und blieb am Boden liegen. 

Durch den Schlag erlitt E._____ ein schweres Schädel-Hirn-Trauma (Grad 
III), eine Riss-Quetsch-Wunde im Bereich des rechten Oberhauptes mit 
darunter liegender Kopfschwarteneinblutung, eine Schädelfraktur, eine Blu-
tung unter die harte Hirnhaut (Subduralhämatom), eine Hirngewebsprellung 
und -einblutung sowie Blutungen unter die weiche Hirnhaut beidseits (Sub-
arachnoidalblutung). Damit einher gingen eine intrakranielle Drucksteige-
rung (Hirndrucksteigerung) mit Mittellinienverlagerung um 5 mm und eine 
Hirngewebsquetschung. Zudem wies er Hautabschürfungen auf der linken 
Gesichtsseite auf. E._____ wurde nach dem Vorfall sofort ins Kantonsspital 
Graubünden eingeliefert und von dort sogleich ins Kantonsspital D._____ 
verlegt, wo ihm aufgrund der Hirndrucksteigerung und der Hirngewebs-
quetschung notfallmässig chirurgisch die Schädelkalotte (Kraniotomie) zur 
Druckentlastung geöffnet werden musste. Durch die Verletzung trat bei ihm 
eine Bewusstseinsstörung auf, welche als „moderat bis schwer“ (Glasgow-
Coma-Scale Stufe 9) einzustufen ist. Durch die Hirndrucksteigerung ver-
schob sich die Mittellinie von der geschädigten Seite des Hirns um 5 mm 
zur Gegenseite. Aufgrund dieser Verschiebung und Anschwellung war je-
derzeit mit einer Einklemmung von lebenswichtigen Strukturen (Atemzen-
trum) zu rechnen. E._____ befand sich dadurch zeitweise in akuter Le-
bensgefahr, welche lediglich mittels notfallmässig erfolgter Schädelöffnung 
abgewendet werden konnte. Gemäss neurologischem Austrittsbericht des 
Kantonsspitals Graubünden vom 7. April 2015 wies E._____ keine periphe-
ren neurologischen Defizite auf und befand sich in einem guten Allgemein-
zustand. Allerdings wurden Konzentrati-onsschwierigkeiten, Probleme beim 
Erlernen neuer Informationen sowie eine 100-prozentige Arbeitsunfähigkeit 

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dokumentiert. Rehabilitationsbehandlungen fanden vom 24. Februar bis 10. 
März 2015 und vom 1. April bis 14. Mai 2015 in der Rehaklinik W._____ 
statt. Danach erfolgte eine ambulante neuropsychologische Therapie. 
Gemäss Gutachten vom 20. April 2017 bestand bei E._____ zu diesem 
Zeitpunkt eine verminderte kognitive Leistungsfähigkeit mit leichten Dys-
funktionen in verbal-amnestischen Teilbereichen sowie insgesamt leicht bis 
mittelgradigen exekutiven Dysfunktionen (inkl. Verhaltenskontrolle) in Teil-
bereichen bei zeitlich verminderter mentaler Belastbarkeit. Es sei in einer 
bekannten, routinegeprägten, gut strukturierten Tätigkeit in leistungsmässi-
ger Hinsicht mit einer leichten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu rech-
nen.

Nachdem E._____ zu Boden gefallen war, entfernte sich der Beschuldigte 
sofort, lief zurück zu seinem Fahrzeug, stieg ein und fuhr zum Bahnhof 
X._____. Von dort aus fuhr er wieder zurück nach Hause. Am Morgen des 
8. Februar 2015, um ca. 10.00 Uhr, fuhr er zur Y._____ zwischen R._____ 
und X._____ und warf den Baseballschläger beim „Z._____“ in der Nähe 
der Gründeponie in den Rhein.

Als der Beschuldigte mit dem Baseballschläger zuschlug, wusste er bzw. 
hielt er es für möglich, dass der wuchtige Schlag gegen den Kopf den Tod 
oder Verletzungen, die zum Tod von E._____ führen, zur Folge haben 
konnte. Dabei wollte der Beschuldigte mit dem Schlag E._____ töten oder 
nahm zumindest in Kauf, dass dieser aufgrund dieses Schlages sterben re-
sp. Verletzungen mit Todesfolge erleiden konnte. Tatsächlich führte der 
Beschuldigte durch seine Handlung E._____ lebensgefährliche Verletzun-
gen zu. Nur dank der sofortigen notfallmässigen medizinischen Versorgung 
konnte E._____ Tod abgewendet werden."

4.1.2. Der Beschuldigte anerkannte von Beginn weg, dass er den Privatkläger mit 
dem Baseballschläger geschlagen hat (StA act. 9.1: "Ich hielt den Baseballschlä-
ger mit beiden Händen. E._____ machte eine hektische Bewegung auf mich zu. 
(…) Ich habe aus Reflex eine Abwehrbewegung gemacht" [Frage 21]; "(…) Ich 
habe mich mit dem Schläger abgedreht, als E._____ auf mich zugekommen ist. 
Dabei habe ich ihn mit dem Schläger getroffen" [Frage 26]). Anlässlich dieser Be-
fragung bestätigte er auch seine (unverwertbare) Aussage der ersten Einvernah-
me bei der Polizei, dass er den Privatkläger "wahrscheinlich auf den Kopf ge-
schlagen" habe (StA act. 9.1, Frage 31: "Das kann ich bestätigen. Ich vermute, 
dass ich ihn am Kopf getroffen habe, weil er eine Verletzung am Kopf aufweist."). 
Der Beschuldigte machte jedoch geltend, er habe lediglich eine Abwehrbewegung 
gemacht (StA act. 9.1, Fragen 21, 25, 26, 29; StA act. 9.2, Frage 5; act. H.10, V. 
Frage 4; act. A.2, S. 25 ff.; act. H.3; act. H.9, S. 16).

4.2. Schlagausführung

4.2.1. Die Aussagen der Zeugen zur Schlagausführung sind uneinheitlich. Sie va-
riieren von einem Schlag von vorne über einen Schlag von hinten bis über einen 
Schlag von der Seite. Für einen Schlag von vorne sprach sich neben dem Be-

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schuldigten (vgl. dazu StA act. 9.1, Frage 21; StA act. 9.1, Zusatzfrage zu Frage 
5) I._____ aus (StA act. 9.2, Frage 6). AD._____ sprach anlässlich der Konfron-
teinvernahme vom 18. Februar 2015 von einem Schlag von hinten (StA act. 9.7, 
Frage 9 sowie Ergänzungsfrage 9), gut anderthalb Jahre später, an der Einzelta-
trekonstruktion vom 9. Juni 2016, sagte sie aus, den Schlag nicht gesehen zu ha-
ben. Auf Nachfrage des Staatsanwaltes gab sie an, es sei zu lange her, damit sie 
heute Angaben machen könne (StA act. 6.19). Ebenfalls von einem Schlag von 
hinten sprach J._____ (StA act. 9.8, Frage 3), wobei er in derselben Einvernahme 
präzisierte, der Schlag sei seitlich von rechts gefallen und E._____ habe sich nach 
links abgedreht. E._____ habe den Schlag nicht kommen sehen (StA act. 9.8, 
Fragen 15, 17, 18 sowie Ergänzungsfragen 3, 7). AA._____ führte aus, sie habe 
nicht genau gesehen, wie das Opfer umgefallen sei, vermutlich sei es von vorne 
geschlagen worden, weil es rückwärts nach hinten gefallen sei (StA act. 9.18, Fra-
gen 6, 9). Die weiteren Zeugen K._____, B._____, M._____, Q._____, AB._____, 
V._____ und AC._____ konnten keine Angaben zur Schlagausführung machen 
(StA act. 9.3; StA act. 9.4; StA act. 9.5; StA act. 9.6; StA act. 9.10; StA act. 9.17; 
StA act. 9.19). Dass der Beschuldigte den Privatkläger lediglich mit einer Abwehr-
bewegung geschlagen haben soll, wie er das geltend macht, wurde von keinem 
der zahlreichen Zeugen bestätigt. Diese gaben entweder an, den Schlag selbst 
nicht gesehen zu haben, oder aber, falls eine Beobachtung zum Schlag geschil-
dert wurde, war nie von einer Abwehrbewegung die Rede, im Gegenteil: Abgese-
hen von den Kollegen des Beschuldigten, nämlich K._____, B._____ und 
M._____, sowie der Freundin des Beschuldigten, die allesamt angaben, den 
Schlag selber nicht gesehen zu haben (vgl. StA act. 9.3, Frage 6; StA act. 9.4, 
Frage 2; StA act. 9.5, Frage 2; StA act. 8.6, Frage 3), sprachen verschiedene 
Zeugen von einem "Einschlagen" mit dem Baseballschläger auf das Opfer. 
AA._____ sagte sowohl bei der Polizei am 8. Februar 2015 als auch bei der 
Staatsanwaltschaft am 23. März 2016 aus, der Beschuldigte habe mit einem Ba-
seballschläger auf das Opfer eingeschlagen (StA act.8.3, Frage 2) bzw. ersterer 
sei mit dem Baseballschläger gezielt auf die andere Person losgegangen und 
habe mit dem Baseballschläger auf diese eingeschlagen (StA act. 9.18, Frage 3). 
AD._____ sprach ebenfalls von einem Einschlagen des Beschuldigten auf das 
Opfer ("Diese Person hat mit dem Baseballschläger auf E._____ eingeschlagen. 
Danach lag E._____ am Boden", StA act. 9.7, Frage 2). Sie führte aus, diese Per-
son habe gezielt auf den Kopf eingeschlagen (StA act. 9.7, Fragen 7, 15). Auch 
J._____ gab zu Protokoll, dass der Beschuldigte den Privatkläger mit dem Base-
ballschläger auf den Kopf geschlagen habe. Es sei ein (1) Schlag gewesen. Be-
fragt zur Schlagstärke gab er auf einer Skala von 1-10 eine 10 an und führte aus, 
wenn der Kopf von E._____ auf der anderen Seite Gegendruck gehabt hätte, wäre 

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der Schädel nach dem Schlag platt, zerquetscht gewesen. Es sei ein heftiger 
Schlag gewesen (StA act. 9.8, Frage 4 sowie Ergänzungsfrage 4). Auch die Aus-
sage von I._____, wonach er einen Teil des Schlägers ("den Stock") gesehen und 
eine Bewegung habe "rübergehen sehen", und zwar in Kopfhöhe (act. H.15, Fra-
gen 28, 29), spricht nicht für eine Abwehrbewegung, sondern vielmehr einen ge-
zielten Schlag gegen den Kopf.

4.2.2. Ein Grossteil der Zeugen, darunter auch Kollegen des Beschuldigten, sag-
ten aus, sie hätten den Schlag gehört; die Rede war von einem lauten Knall, ei-
nem Klapf, woraufhin der Privatkläger zu Boden gefallen sei bzw. worauf sie ihn 
am Boden hätten liegen sehen. V._____ sagte anlässlich der polizeilichen Einver-
nahme vom 8. Februar 2015: "Den Baseballschläger hielt er in der Hand, wie 
wenn er zuschlagen wollte, ich versuchte diesen zu beruhigen. Auf einmal hörte 
ich Schlag und der 'E._____ lag am Boden" (StA act. 8.4, Frage 5). An der 
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 23. März 2016 wiederholte sie zwei-
mal, dass sie den Schlag gehört habe: "Ich hörte irgendwann einen Klapf. Ich 
denke, dass dies der Schlag war. Den Schlag selber habe ich nicht gesehen. Da-
nach habe ich gesehen, wie die andere Person umgefallen ist" (StA act. 9.19, Fra-
ge 4). "In dem Moment, als ich den Schläger in der Hand hatte, habe ich den 
Knall gehört" (StA act. 9.19, Frage 8). Sogar die Freundin des Beschuldigten sag-
te anlässlich ihrer Befragung zweimal aus, den Schlag gehört zu haben: "Plötzlich 
hörte ich einen dumpfen Schlag und ich konnte erkennen, dass der andere Typ 
am Boden lag" (StA act. 8.6, Frage 3). "Den eigentlichen Vorfall konnte ich nicht 
beobachten. Ich hörte einfach einen dumpfen Schlag" (StA act. 8.6, Frage 7). 
Auch C._____, die lediglich bei der Polizei befragt worden war, sagte aus, sie ha-
be sehen können, dass der Lenker des Fahrzeugs einen Gegenstand in der Hand 
gehalten habe. Kurze Zeit später habe sie einen Schlag gehört und gesehen, wie 
eine Person, von der sie später erfahren habe, dass es sich dabei um E._____ 
gehandelt habe, auf die Strasse gefallen sei (StA act. 8.5, Frage 2). B._____, ein 
Kollege des Beschuldigten, gab anlässlich der Konfronteinvernahme vom 17. Fe-
bruar 2015 ebenfalls an, den Schlag gehört zu haben: "Auf einmal hörte ich einen 
lauten Knall. Ich drehte mich um und E._____ lag am Boden. Er blutete." (StA 
act. 9.4, Frage 2 S. 5). K._____ und I._____ erinnerten sich sogar noch an der 
Berufungsverhandlung vom 5. Oktober 2021, mithin über sechs Jahre später, dar-
an, den Schlag gehört zu haben. K._____ bestätigte seine vor der Staatsanwalt-
schaft am 17. Februar 2015 gemachte Aussage, wonach er einen Klapf gehört 
habe und E._____ dann am Boden habe liegen sehen (StA act. 9.3, Frage 6). An-
gesprochen auf diese Aussage meinte er, es sei schwierig zu sagen, was er 
gehört habe, aber man habe schon einen Klapf gehört, vom Schlag mit dem Ba-

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seballschläger (act. H.14, Fragen 24, 26, 27). I._____ sagte anlässlich der Beru-
fungsverhandlung aus, er erinnere sich noch an den Ton des Schlages, dann sei 
der Beschuldigte weggefahren und das Opfer sei dann dort am Boden gelegen 
(act. H. 15, Frage 9). Es habe "Tuck" gemacht, er habe ein "Tuck" gehört, das 
sei das einzige, was ihm vom Schlag geblieben sei. Dieses "Tuck" sei der Ton 
vom Schlag auf den Kopf gewesen (act. H.15, Fragen 25, 26). Es ist in diesem 
Zusammenhang festzuhalten, dass die befragten Personen angaben, jeweils meh-
rere Meter vom Tatgeschehen entfernt gestanden zu haben (K._____: 5-6 Meter, 
StA act. 9.3, Frage 1; AD._____: 4 Meter, StA act. 9.7, Frage 6; I._____: 30 Meter, 
act. H.15, Frage 24). Damit ist erstellt, dass die genannten Zeugen den Knall des 
Baseballschlägers auf den Kopf von E._____ aus mehreren Metern Abstand noch 
hören konnten.

4.2.3. Mehrere der befragten Personen gaben zudem an, gesehen zu haben, 
dass der Beschuldigte vor dem Schlag ausgeholt habe. I._____ gab bei der 
Staatsanwaltschaft an, der Beschuldigte habe "sicher nicht voll ausgeholt" (StA 
act. 9.2, Frage 6), was gleichzeitig impliziert, dass ein gewisses Ausholen vorhan-
den war. Dass dies der Fall war, wiederholte er, ohne danach gefragt zu werden, 
an der Berufungsverhandlung vom 5. Oktober 2021. Da sagte er folgendes aus: 
"Ich habe schon gesehen, dass ausgeholt worden ist, aber ich habe halt nicht 
gesehen, wo getroffen, das habe ich nicht gesehen, es waren halt auch Leute 
dort" (act. H.15, Frage 10). J._____ schilderte an der Berufungsverhandlung, dass 
der Beschuldigte für den Schlag "voll ausgeholt" habe (act. H.13, Frage 16). 
Auch AA._____ sagte aus, sie habe "das Ausholen" gesehen, wo und wie 
E._____ am Kopf getroffen worden sei, habe sie nicht gesehen (StA act. 9.18, 
Frage 19).

4.2.4. Gemäss den rechtsmedizinischen Gutachten (Gutachten vom 23.4.2015, 
Ergänzungsgutachtachten vom 14.7.2016) befand sich die Hauptverletzung auf 
der rechten Stirnscheitelseite. Diese Hauptverletzung sei auch für die Folgeschä-
den verantwortlich gewesen. Bei E._____ sei ein Schädelhirntrauma mit Schädel-
brüchen, einer akuten Blutung unter die harte Hirnhaut von 8mm Dicke (Subdural-
hämatom), Rindenprellungsherden im Grosshirn (Hirnkontusionen) sowie eine ge-
neralisierte Hirnschwellung mit Mittellinienverlagerung um 5mm als Zeichen eines 
kritischen Hirndruckanstiegs diagnostiziert worden. Bei diesen Kopfverletzungen 
handle es sich um ein schweres Schädelhirntrauma Grad III. Beim Patienten habe 
eine ausgeprägte generalisierte Hirnschwellung vorgelegen, die bereits zu einer 
Mittellinienverlagerung geführt habe und es zu einer Verdrängung des Gehirns 
von der geschädigten Seite zur Gegenseite gekommen sei. Es habe jederzeit mit 

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einer Einklemmung von lebenswichtigen Strukturen (Atemzentrum) gerechnet 
werden müssen, was schliesslich zu einem Atemregulationsversagen mit Exitus 
(Tod) geführt hätte. Der Privatkläger habe sich – zumindest zeitweise – in akuter 
Lebensgefahr befunden, wobei nur durch die notfallmässig durchgeführte Operati-
on am Schädel (Kraniotomie = Schädelöffnung) die Gefahr der tödlichen Ein-
klemmung habe abgewendet werden können. Die Gutachter hielten fest, dass 
aufgrund des Ausmasses der Verletzungen von einer massiven Krafteinwirkung 
auszugehen sei. Die vom Beschuldigten geltend gemachte Abwehrbewegung oh-
ne Ausholen stelle keine plausible Erklärung dar. Zudem seien sämtliche in den 
Krankenunterlagen dokumentierten Symptome, insbesondere die Bewusstseins-
störung und die von Auskunftspersonen und Rettungskräften beschriebenen Auf-
fälligkeiten ohne vernünftigen Zweifel auf die Hauptverletzung an der rechten 
Kopfseite zurückzuführen (StA act. 7.11, S. 11 ff.). Für das Ergänzungsgutachten 
wurde das Tatwerkzeug, der Baseballschläger, – der gemäss dem Beschuldigten 
mit dem Modell des tatsächlich verwendeten, nach der Tat in den Rhein entsorg-
ten Baseballschlägers, identisch ist – eingescannt und mit dem errechneten 3D 
Modell des Schädels des Opfers verglichen. Dabei konnte die Schlägerwölbung 
kongruent auf die doppeltkonturierte Impressionsfraktur abgebildet werden. Die 
CT-Rekonstruktion zeigte mit anderen Worten die Kongruenz zwischen Schläger-
wölbung und Knochenimpression. Gemäss dem Gutachten lässt sich die Kopf-
schwartenverletzung und der darunterliegende Schädelbruch in sämtlichen Versi-
onen übereinstimmend auf einen Schlag mit dem Baseballschläger zurückführen. 
Diskrepanzen lägen lediglich in Bezug auf die Ausgangslage der beiden Kontra-
henten bzw. des Bewegungsablaufs und der Schlagrichtung vor (StA act. 7.21, S. 
3 ff.). Die Gutachter stellten fest, dass die Quetsch-Risswunde im rechten Schei-
tel-Stirnbereich eine Ausrichtung von hinten unten nach vorne oben aufwies. Be-
treffend Schlagkraft führten sie aus, dass das resultierende Bruchmuster bei ei-
nem Schlag auf den Schädel im Wesentlichen von der Kraft und der Kontaktfläche 
des einwirkenden Instruments abhängig sei. Gemäss experimentellen Daten seien 
zur Beibringung von Frakturen der vorderen und seitlichen Schädelregion Kräfte 
im Bereich von 2.0 bis 6.2 kN (Kilonewton) notwendig. Diese Kraft könne erzeugt 
werden, wenn beispielsweise "mit vollem Schwung und Kraft geschlagen" werde. 
Die vom Beschuldigten geltend gemachte Abwehrbewegung stelle nach physikali-
schen Grundlagen keine plausible Erklärung dar, da hierfür die erforderlichen He-
belkräfte nicht annähernd erreicht würden. Hingegen erschienen die am Schla-
gende auftretenden Kräfte bei einer Aushol- und Schlagbewegung, welche einer 
Rotationsbewegung mit Rotationsachse im Schultergürtel resp. Ellenbogengelenk 
entspreche, aus rechtsmedizinischer Sicht ohne weiteres geeignet, die Bruchlast 
von Schädelknochen zu überschreiten. Eine Skalierung der Schlagstärke sei aus 

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naturwissenschaftlichen Gründen nur semiquantitativ möglich, da es sich im We-
sentlichen um ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren wie der subjektiv 
empfundenen Schlagstärke, Schädeldicke und Knochendichte handle, über die 
vorliegend keine detaillierten Angaben vorlägen. Das im vorliegenden Fall doku-
mentierte Bruchmuster der Schädelkalotte stelle einen Biegungs-/Berstungsbruch 
dar. Unter einer solchen Verletzung verstehe man die durch den Schlag auf die 
Kuppel (Schädelkalotte) bedingte Umfangsvergrösserung der Breitengrade und 
die damit einhergehende Zugspannungsentwicklung, die wiederum zu Berstungen 
entlang der Longitudinalen führe, simultan mit den Berstungsbrüchen entständen 
Biegungen der durch die Berstung entstandenen segmentalen Bruchschuppen, 
die ebenfalls zu Brüchen führen würden. Die Gutachter führten aus, dass ein sol-
ches Bruchsystem grundsätzlich durch eine flächenhafte Gewalteinwirkung sowohl 
durch einen Schlag mit geeignetem Werkzeug als auch durch einen Sturz hervor-
gerufen werden könne. Die im vorliegenden Fall doppeltkonturierte Impression am 
Übergang vom Scheitel- zum Schläfenbereich sei aufgrund ihrer Form und in 
Kenntnis der Verletzungsentstehung jedoch widerspruchsfrei auf den Schlag mit 
einem Baseballschläger zurückzuführen. Die Gutachter hielten hierzu fest, dass 
das festgestellte Verletzungsbild/Bruchmuster einen wuchtigen Schlag (Rotations-
bewegung) voraussetze. Die für eine Kraft von 2.0 bis 6.0 kN erforderliche Rotati-
on sei durch eine Abwehrbewegung aus dem Stand nicht plausibel erklärbar. Die 
entstandenen Schädelverletzungen seien vielmehr widerspruchsfrei allein auf den 
Schlag zurückzuführen (StA act. 7.21, S. 7 ff.).

4.2.5. Dass es sich beim Schlag des Beschuldigten um eine blosse Abwehrbewe-
gung gehandelt haben soll, ist für das Berufungsgericht unter Würdigung der 
rechtsmedizinischen Verletzungsbefunde, der hierzu getroffenen gutachterlichen 
Feststellungen und der Zeugenaussagen ausgeschlossen. Vielmehr ist aufgrund 
des Verletzungsbildes und der verschiedenen Zeugenaussagen ohne vernünftigen 
Zweifel davon auszugehen, dass es sich um einen gezielten Schlag gegen den 
Kopf gehandelt hat. Aus den Zeugenaussagen ergibt sich sodann, dass die be-
fragten Personen noch aus mehreren Metern Abstand einen lauten Knall hören 
konnten, als der Baseballschläger auf den Kopf des Opfers traf. Zwei Zeugen 
konnten sich noch Jahre später, konkret über sechseinhalb Jahre nach der Tat, an 
diesen Ton des auf den Schädel auftreffenden Schlägers erinnern. Dieser Knall 
war gar das einzige, was I._____ vom Schlag geblieben ist (vorstehend, E. 4.2.2). 
Alleine diese Zeugenaussagen, die von verschiedener Seite gestützt werden – 
neben Drittpersonen sogar von der Freundin und einigen Kollegen des Beschul-
digten – bestätigen, dass es sich um einen wuchtigen, starken Schlag direkt ge-
gen den Kopf des Opfers gehandelt haben muss. Aus den Zeugenaussagen geht 

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ebenfalls hervor, dass E._____ direkt nach dem Schlag bzw. durch den Schlag 
ungebremst zu Boden gegangen und dort mit dem Kopf aufprallend verletzt und 
bewusstlos liegengeblieben ist. Die von den Zeugen geschilderte Wahrnehmung 
des lauten Tons des Schlages deckt sich denn auch – ebenso wie die von mehre-
ren Zeugen beschriebene Ausholbewegung des Beschuldigten – mit den rechts-
medizinischen Verletzungsbefunden am Schädel. Die Schlägerwölbung stimmte 
mit der Knochenimpression am Schädel überein. Diese Verletzung stellte die für 
das Schädelhirntrauma verantwortliche Hauptverletzung mit anschliessendem 
Biegungs- und Berstungsbruch dar. Ebenso kongruent ist die Schlussfolgerung 
der Gutachter, dass es sich beim Schlag des Beschuldigten um einen starken, 
heftigen Schlag gegen den Kopf gehandelt hat. Die Gutachter legten nachvoll-
ziehbar dar, dass das Verletzungsbild nur mit einem Schlag im Sinne einer Aus-
hol- und Rotationsbewegung, nicht aber mit einer blossen Abwehrbewegung er-
klärt werden kann. Ob der Beschuldigte nun mit einer Kraft von 2.0 oder 6.2 kN 
zugeschlagen hat, spielt für die Feststellung, dass er einen starken, wuchtigen 
Schlag gegen den Kopf seines Kontrahenten ausführte, keine Rolle. Unabhängig 
der konkreten Schädeldicke und Knochendichte des Opfers sind für die Entste-
hung des vorliegenden Verletzungsbildes (Berstungs-/Biegungsbruch) gemäss 
rechtsmedizinischem Gutachten Kräfte von mehreren hundert Kilogramm notwen-
dig. Aufgrund des Ausmasses der Verletzung, der Tatsache, dass mehrere Zeu-
gen von einem gezielten Schlag mit Ausholbewegung auf den Kopf bzw. in Rich-
tung Kopf des Privatklägers sprachen sowie aufgrund der übereinstimmenden 
Schilderungen der Zeugen, wonach der Privatkläger nach dem Schlag an den 
Kopf bzw. dem gehörten "Klapf" sofort zu Boden gegangen sei, ist es für das Be-
rufungsgericht ebenso ausgeschlossen, dass der Beschuldigte den Privatkläger 
lediglich versehentlich am Kopf traf. Vielmehr muss nach dem Gesagten als er-
stellt gelten, dass der rund 10 Zentimeter kleinere Beschuldigte den Schläger ge-
zielt gegen den Kopf des Opfers schwang bzw. rotierte. Mithin ist sachverhalts-
mässig erstellt, dass es sich beim Schlag des Beschuldigten mit dem Baseball-
schläger um einen gezielten, starken Schlag gegen den Kopf des Privatklägers 
handelte.

4.3. Antrag auf Einholung eines neuen rechtsmedizinischen Gutachtens

4.3.1. Die Verteidigung bemängelte die IRM-Gutachten als inhaltlich teilweise 
nicht nachvollziehbar, wesentliche Fragestellungen würden unbeantwortet bleiben. 
Sie brachte hierzu vor, das Abstellen auf die beiden Varianten "Schlag von vorne" 
bzw. "Schlag von hinten", wie das im Ergänzungsgutachten vom 14. Juli 2016 
plausibilisiert worden sei, greife zu kurz und basiere zudem auf widersprüchlichen 

20 / 74

Zeugenaussagen. Die vom Gutachter als wahrscheinlicher angesehene Variante 
(Schlag von hinten seitlich rechts) stehe, aufgrund der Lokalisation der Riss-
quetschwunde an der rechten Seite der Schläfe, im Widerspruch zum Schlag, wie 
ihn der Beschuldigte geschildert habe, nämlich von vorne links nach rechts. Die 
Frage der Händigkeit sei deshalb zu Unrecht als unbeachtlich abgehandelt wor-
den. Gleiches gelte für die Rotationssystematik, mit der sich das Gutachten nicht 
genügend auseinandersetze. Wenn davon ausgegangen werde, dass die Kräfte-
einwirkung wesentlich von der Rotation abhänge, stelle sich die Frage, wie weit 
die Rotationsbewegung habe ausgeführt werden können, bis es zur Kollision mit 
dem Kopf gekommen sei. Je länger die Rotationsbewegung sei, desto höher sei 
die Geschwindigkeit. Dann müsse man auch nicht mehr ausholen, sondern nur 
noch rotieren. Das Gutachten trage dem dynamischen Geschehensablauf, der 
Frage, wie sich das Opfer verhalten habe, ob es sich versucht habe nach links 
abzudrehen oder ob es sich abgewandt habe sowie der Position der Protagonisten 
und dem Schlagwinkel keine Rechnung. Variante 1 beinhalte keine Abdrehbewe-
gung des Opfers. Variante 2 gehe davon aus, dass sich das Opfer bereits 
vollständig abgedreht hatte, als der Schläger auf den Schädel traf. Dem Aspekt, 
dass sich das Opfer auch während des Schlagvorganges im Sinne der Variante 1 
abgedreht haben könnte, sei es, dass es durch etwas abgelenkt worden sei und 
sich deshalb vom Täter abgedreht habe, oder um dem kommenden Schlag aus-
zuweichen, schenke das Gutachten keine bzw. nicht ausreichend Beachtung. 
Auch habe der Gutachter an der mündlichen Erläuterung des Gutachtens ein-
geräumt, dass das Verletzungsmuster auf der linken Seite sich allenfalls auch 
durch ein anderes Ereignis als den Aufprall auf dem Boden erklären liesse. Genau 
dieses Verletzungsmuster auf der linken Seite habe dem Gutachter aber als Plau-
sibilisierungsgrundlage für die Variante 2 (Schlag von hinten seitlich rechts) ge-
dient. Sodann habe der Gutachter bestätigt, dass ein ungebremster Fall des 
Schädels auf den Boden eine Mitursache eines Schädel-Hirntraumas oder dessen 
Verlauf sein könne. Die Blutanhaftungen am Hinterkopf, welche von der Assis-
tenzärztin im Untersuchungsbefund festgestellt worden seien, seien im Gutachten 
hingegen unerwähnt geblieben. Im Untersuchungsprotokoll sei zu lesen, dass die-
se Blutanhaftungen am Hinterkopf aufgrund der medizinischen Situation vor Ort im 
Spital nicht zuverlässig hätten kontrolliert werden können. Somit sei nicht klar, ob 
und welche Verletzungen am Hinterkopf allenfalls bestanden hätten. Schliesslich 
wendete der Verteidiger ein, dass zu einer biomechanischen Prüfung dazugehört 
hätte, den Beschuldigten mit dem Baseballschläger schlagen zu lassen, um zu 
beurteilen, ob bei ihm ein typisches links-/rechtshändiges Muster vorhanden sei 
oder nicht. Vor dem Hintergrund dieser offenen Fragestellungen und der beweis-
rechtlichen Bedeutung und Tragweite der gutachterlichen Schlussfolgerungen sei 

21 / 74

ein neues forensisches Gutachten mit biomechanischer Fachausrichtung einzuho-
len (act. A.2, S. 25 ff.; act. H.9, S. 4 ff; act. H.3, S. 26 ff.).

4.3.2. Es ist zutreffend, dass im Ergänzungsgutachten vom 14. Juli 2016 für die 
Beantwortung der Frage, wie die Schlagausführung erfolgt sei, zwei Varianten 
plausibilisiert wurden, die von Zeugen anlässlich der Rekonstruktion der Tat ge-
schildert worden waren (StA act. 6.19-6.21, StA act. 7.21). Den Schlussfolgerun-
gen der Gutachter zum Bewegungsablauf bzw. zur Schlagrichtung lagen mithin 
die zwei Varianten 'Schlag von vorne' und 'Schlag von hinten' zugrunde (StA 
act. 7.21). Im Gutachten wurde dazu festgehalten, dass die Verletzung am rechten 
Schädel-Stirn-Bereich aufgrund ihrer Lokalisation sowohl durch einen Schlag von 
vorne im Rahmen einer Abwehrbewegung (Variante 1) als auch durch einen 
Schlag von hinten rechts erklärt werden könne (Variante 2). Die Gutachter sahen 
dabei die Variante 2 als wahrscheinlichere an, da damit – im Gegensatz zur Vari-
ante 1 – sämtliche festgestellten Verletzungen widerspruchsfrei erklärt werden 
könnten (act. 7.21, S. 7; act. H.11, Fragen 6, 7, 8, 9). Allerdings relativierte der am 
Ergänzungsgutachten mitwirkende Facharzt G._____ anlässlich der mündlichen 
Erläuterung des Gutachtens, dass es grundsätzlich denkbar wäre, dass die links-
seitigen Stirnverletzungen, welche für die Plausibilisierung der Variante 2 heran-
gezogen worden waren, auch andere Ursachen haben könnten, die nicht direkt mit 
dem Schlag zusammenhängen müssten (act. H.11, Frage 44). Mithin ergibt sich 
weder aus der Wunde selbst noch aus den sich diesbezüglich widersprechenden 
Aussagen der Zeugen widerspruchsfrei, wie der genaue Schlagablauf und die 
Schlagrichtung verliefen, von wo aus der Beschuldigte geschlagen hatte (von vor-
ne, von hinten, von der Seite), ob sich das Opfer noch versuchte abzudrehen, ob 
es bereits abgedreht war, oder ob es dem Beschuldigten frontal gegenüberstand, 
als der Schlag fiel. Der genaue Schlagablauf kann mithin nicht mehr rekonstruiert 
werden. 

Indes ist festzuhalten, dass auch ein neues Gutachten mit biomechanischer Aus-
richtung, wie das die Verteidigung beantragte, keine Klarheit über den genauen 
Schlagablauf bringen würde. Auch ein neues Gutachten könnte nicht erstellen, ob 
der Privatkläger an der rechten Schläfe getroffen wurde, weil er sich im Moment 
des Schlages in einem dynamischen Prozess abzuwenden versuchte, oder ob er 
dem Täter in diesem Moment den Rücken zugedreht hatte und dieser von hinten 
seitlich zuschlug. Wie das Opfer und der Beschuldigte genau gestanden haben, 
wird auch ein neues Gutachten nicht ans Licht bringen. Das Vorbringen der Ver-
teidigung, wonach man den Beschuldigten mit dem Baseballschläger im Sinne 
einer Rekonstruktion der Tat hätte schlagen lassen müssen, weil damit erwiesen 

22 / 74

wäre, dass der Beschuldigte von links nach rechts schlägt, zielt ebenfalls ins Lee-
re. Abgesehen davon, dass der Beschuldigte so hätte schlagen können, wie das in 
die Argumentation der Verteidigung passt, blieb auch die Behauptung der Vertei-
digung, wonach Linkshänder einen Baseballschläger fast ausnahmslos von links 
nach rechts schlagen würden, unbelegt. Die genaue Schlagrichtung bzw. der Pro-
zess des Schlagablaufes sind vorliegend auch nicht entscheidend. Entscheidend 
sind vielmehr die im Gutachten festgehaltenen Befunde bezüglich den vom Be-
schuldigten dem Privatkläger zugefügten Verletzungen. Unabhängig von der ge-
nauen Schlagrichtung wurden in den rechtsmedizinischen Gutachten die Verlet-
zungsbilder und rechtsmedizinischen Befunde und die gutachterlichen Schlussfol-
gerungen daraus nachvollziehbar, sachlich und schlüssig dokumentiert und darge-
legt. Die Tatsache, dass im Ergänzungsgutachten dem möglichen Geschehensab-
lauf zwei Varianten zugrunde gelegt worden sind, die auf (unterschiedlichen) Zeu-
genaussagen beruhen, ändert nichts an der grundsätzlichen Schlüssigkeit und 
Nachvollziehbarkeit des Gutachtens. Für die Beweiswürdigung stellt das Beru-
fungsgericht denn auch nicht auf irgendwelche Varianten ab. 

4.3.3. Es ist unbestritten, dass der Schlag vom Beschuldigten kam. Die CT-
Rekonstruktion zeigt überdies, dass die Wölbung des Schlägers der Impression 
auf dem Schädel entspricht. Gemäss Gutachten war der Schlag hauptursächlich 
für die Kopfschwartenverletzung (StA act. 7.21, S. 8 f.). Bei der mündlichen Erläu-
terung führte Oberarzt G._____ aus, dass bei einem ungebremsten Fall nach vor-
ne oder hinten auf den Schädel davon auszugehen sei, dass eine Teilkomponente 
der Verletzungen durch den Sturz hervorgerufen werde. Eine genaue Aufteilung 
zwischen Schlagwirkung und anschliessendem Sturz sei nur bedingt möglich. 
Gleichwohl bestehe im vorliegenden Fall ein Blutungs-Teilungsmuster, das 
rechtshemisphärisch mit den Konfusionsblutungen auf der rechten Seite lokalisiert 
sei. Die Sturzkomponente spiele damit eine untergeordnete Rolle (act. H.11, Fra-
ge 42). Dieses Blutungs-Teilungsmuster, das laut Oberarzt G._____ rechtshemi-
sphärisch mit den Konfusionsblutungen auf der rechten Seite lokalisiert gewesen 
ist, stimmt wiederum mit dem Bruchzentrum der Schädelkalotte sowie der Kon-
gruenz zwischen Schlägerwölbung und Knochenimpression vorne beim Schädel 
rechts überein (StA act. 7.21, S. 4). Für die erkennende Kammer ist damit rechts-
genügend erstellt, dass der Schlag mit dem Baseballschläger hauptursächlich für 
die Verletzungen war, wie sie im rechtsmedizinischen Gutachten vom 23. April 
2015 beschrieben sind (StA act. 7.11, S. 10, 12). Zudem wird im Gutachten nach-
vollziehbar dargelegt, dass für die Beibringung von solchen Frakturen der vorde-
ren und seitlichen Schädelregion Kräfte im Bereich von 2.0 bis 6.0 kN notwendig 
sind. Unabhängig der im konkreten Fall bestehenden Knochendicke und Kno-

23 / 74

chendichte entsprach die Krafteinwirkung damit mehreren hundert Kilogramm (StA 
act. 7.21, S. 8; vgl. auch act. H.11, Fragen 15, 23, 24). Die Auswirkung des Schla-
ges bleibt, ungeachtet der genauen Ausgangslage der beiden Beteiligten vor, 
während und anschliessend an den Schlag, dieselbe. Vor dieser Ausgangslage 
und angesichts dessen, dass das Ergänzungsgutachten in sich schlüssig und 
nachvollziehbar ist, wobei das Berufungsgericht nicht auf die dort besprochenen 
Varianten abstellt, wird der Antrag auf Einholung eines neuen medizinischen Gut-
achtens abgewiesen. 

4.3.4. Für das Berufungsgericht ist nach dem Ausgeführten erstellt, dass der Be-
schuldigte mit dem Baseballschläger einen wuchtigen Schlag gegen den Kopf des 
Privatklägers ausführte, der einer Krafteinwirkung von mehreren Kilonewton, mit-
hin von mehreren 100 kg entsprach, und dass dies ein gezielter Schlag gegen den 
Kopf des Privatklägers war. Sodann ist unzweifelhaft, dass der Privatkläger an der 
vorderen rechten Seite des Kopfes beim Übergang vom Scheitel- zum Schläfen-
bein getroffen wurde und dadurch einen doppelten Schädelbruch mit schwerem 
Schädelhirntrauma Grad III und weiteren damit verbundenen Verletzungen erlitt. 
Schliesslich ist unbestritten, dass der Privatkläger durch den Schlag zu Boden ge-
schleudert wurde und mit dem Kopf auf dem Asphalt aufschlug (ob auf den Vor-
der- oder den Hinterkopf bleibt unklar). Klar ist hingegen, dass die Hauptverlet-
zung am Kopf durch den Schlag mit dem Baseballschläger und nicht den ansch-
liessenden Sturz hervorgerufen wurde. Letzterer war lediglich eine Mitursache für 
die vom Privatkläger erlittenen Kopfverletzungen. 

4.4. Angriffssituation

4.4.1. Der Beschuldigte macht geltend, er habe sich lediglich verteidigt, es habe 
ein Angriff von E._____ stattgefunden. Dies gab er bereits bei der polizeilichen 
Einvernahme an (StA act. 8.1, Frage 38: "Meine Absicht war den Streit zu schlich-
ten. Für E._____ tut es mir unendlich leid. Ich wollte nicht dass es soweit kommt. 
Ich wollte mich nur verteidigen"; vgl. auch Frage 4). In diesem Zusammenhang 
steht auch seine wiederholt geäusserte Aussage, er habe vor E._____ Angst ge-
habt (StA act. 8.1, Frage 4; StA act. 9.1, Frage 19; StA act. 9.3, Frage 25 S. 9; StA 
act. 9.5, Frage 17). Die Behauptung des Beschuldigten, er sei von E._____ ange-
griffen worden ("Als er sich auf mich stürzte, habe ich mich in der Panik verteidigt", 
vgl. StA act. 9.5 Frage 17), wurde jedoch von keinem der zahlreichen Zeugen 
bestätigt und steht überdies im Widerspruch zu einigen Aussagen des Beschuldig-
ten selbst. Ebenso wurde von niemandem bestätigt, dass der Privatkläger "wacke-

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lig auf den Beinen" gewesen sein soll und es "nicht viel gebraucht" habe, damit 
der Privatkläger zu Boden gefallen sei (StA act. 9.1, Frage 29). 

Der Beschuldigte sagte an der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 12. Fe-
bruar 2015 aus, dass er von E._____ nicht geschlagen worden sei ("Geschlagen 
[wurde ich] nicht. Aber E._____ kam zu mir, packte mich an der Brust und schüt-
telte mich", vgl. StA act. 9.1, Frage 8). Aus seiner Antwort "Er sagte, dass er mich 
schlagen würde. Er hat mich beleidigt, indem er sagte ich sei ein 'Hurensohn', ich 
solle mich verpissen" (StA act 9.1, Frage 8) geht ebenfalls kein Angriff hervor. Der 
Beschuldigte bestätigte ausserdem, von E._____ nicht verletzt worden zu sein 
(StA act. 9.1, Frage 9: "Nein, ich wurde nicht verletzt"). Er sprach zwar von einer 
hektischen Bewegung, welche E._____ auf ihn zugemacht habe (act. 9.1, Frage 
21), aber auch daraus geht nicht hervor, dass E._____ ihn unmittelbar körperlich 
angegriffen hätte. Im Gegenteil, gab er doch an: "Er hat mich ausgelacht und be-
leidigt. Er hat mich gepackt und geschubst. Er hat mich aber nicht geschlagen" 
(StA act. 9.1, Frage 30). Der Beschuldigte gab mithin an, dass E._____ ihn verbal 
beleidigt und geschubst, ihn aber nicht verletzt und nicht geschlagen habe. Das 
stimmt auch mit den Aussagen verschiedenster Zeugen überein (dazu sogleich). 
Ebenfalls gegen einen dem Schlag vorausgehenden Angriff von E._____ auf 
A._____ sprechen die Aussagen des Beschuldigten, er habe sein Opfer mehrmals 
gewarnt, bevor er geschlagen habe. So führte der Beschuldigte aus: "(…) Zu die-
sem Zeitpunkt hatte ich den Baseballschläger schon geholt. Ich hatte den Schlä-
ger schon in der Hand und warnte E._____. Er hat den Schläger gesehen" (StA 
act. 9.1, Frage 18). Auf die Frage, wie gross die Distanz gewesen sei, als er zuge-
schlagen habe, antwortete der Beschuldigte: "Ziemlich nah. E._____ stand unmit-
telbar vor mir. Ich habe lange gezögert, bis es so weit kam. Wie bereits er-
wähnt, ich habe E._____ zuvor mehrmals gewarnt. (…)" (StA act. 9.1, Frage 23). 
Der Beschuldigte äusserte in derselben Einvernahme noch einmal, den Privatklä-
ger mehrmals gewarnt gehabt zu haben, während er den Schläger bereits mehre-
re Minuten in der Hand gehalten habe (StA act. 9.1, Frage 34). Der Beschuldigte 
machte geltend, er habe nur die Tür öffnen müssen, um den Schläger zu behändi-
gen (StA act. 9.11, Frage 3). Gleichwohl musste er dafür aktiv die Türe öffnen und 
den Schläger herausholen. Die Aussage des Beschuldigten, er habe den Schläger 
nicht einsetzen wollen, sondern habe diesen nur zur "Beruhigung" des Privatklä-
gers aus dem Auto geholt (vgl. dazu StA act. 9.1, Frage 34), ändert nichts daran, 
dass er, den behändigten Baseballschläger haltend, mit seinen mehrfachen War-
nungen bzw. "Ermahnungen" des Privatklägers seine Bereitschaft kundtat, den 
Schläger bei Bedarf tatsächlich einzusetzen, sollte der Privatkläger mit den Provo-
kationen und dem Geschubse nicht aufhören. An der Konfronteinvernahme mit 

25 / 74

I._____ führte der Beschuldigte aus, E._____ habe ihn schon vorher ein paar Mal 
"gepackt und angeschrien und geschubst". Als er auf ihn zugekommen sei und 
"wieder schlagen wollte", habe er "mit dem Baseballschläger eine Abwehrbewe-
gung gemacht und ihn mit dem Baseballschläger getroffen. Vorher hat er mich 
nicht geschlagen". Er könne so eine Situation gut einschätzen. Als er dann aber 
auf ihn zugekommen sei und sich so bewegt habe "wie wenn er mich schlagen 
würde oder ein Messer aus der Jacke zücken würde", habe er sich verteidigt (StA 
act. 9.2, Frage 5). Der Beschuldigte gab mithin selber zu, dass der Privatkläger ihn 
nicht geschlagen hatte und dies auch nicht tat, bevor er, der Beschuldigte "sich 
verteidigte". Nichts Anderes geht aus einer weiteren Aussage des Beschuldigten 
hervor, die er an der Konfronteinvernahme mit K._____ machte. Dort führte er fol-
gendes aus: "(…) Ich hatte den Baseballschläger in der Hand. Ich habe E._____ 
drei Mal gewarnt. Er hat eine ruckartige aggressive Bewegung gegen mich ge-
macht und wollte mir sehr wahrscheinlich einen Faustschlag geben oder eine 
Waffe aus seiner Jacke ziehen. Ich habe Todesangst gehabt und habe mich somit 
verteidigt. Nachdem E._____ am Boden lag, habe ich ihn nicht mehr berührt. (…)" 
(StA act. 9.3, Frage 25 S. 9). Angesichts dieses klaren Zugeständnisses, wonach 
er bloss vermutete, dass E._____ ihn angreifen wollte, kann von einem Angriff 
seitens des Privatklägers selbst gemäss den Aussagen des Beschuldigten nicht 
die Rede sein. Dies unterstreichen weitere Aussagen des Beschuldigten. Anläss-
lich der Konfronteinvernahme mit M._____ sagte der Beschuldigte aus, E._____ 
habe ihn "ein paar Mal geschubst, gepackt und geschüttelt". Der Privatkläger habe 
ihm gedroht, dass er ihn zusammenschlagen würde. Er, der Beschuldigte, sei 
"immer ruhig geblieben" und habe ihm gesagt, "dass ich mich verteidigen werde, 
wenn er nicht aufhöre" (StA act. 9.5, Frage 3). Sodann bestätigte der Beschul-
digte auch an der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 4. November 2015, 
dass E._____ ihn nicht geschlagen habe ("Er hat mich nicht geschlagen, aber er 
hat mich gepackt und geschüttelt", StA act. 9.11, Frage 3). E._____ habe ihn her-
ausgefordert. Er habe gesagt, "was willst du mit diesem Hölzchen. Komm doch mit 
diesem Hölzchen" (StA act. 9.11, Frage 3). Weiter hinten führte er aus: "Da ich 
E._____ mehrmals vorgewarnt habe, denke ich, dass er damit rechnen musste, 
als er auf mich losstürmte" (StA act. 9.11, Zusatzfrage zu Frage 5). Der Beschul-
digte sprach an dieser Stelle denn auch nicht von einer Abwehrbewegung als 
Schlag, sondern vielmehr von einer möglichen Abdrehbewegung des Opfers: "Als 
ich geschlagen habe, hat er sich vielleicht instinktiv abgedreht. Das würde viel-
leicht auch erklären, weshalb die anderen zwei von Ihnen genannten Personen 
gesagt haben, dass ich von hinten geschlagen habe, weil sie nur diese Sekunde 
vom Schlag gesehen haben" (StA act. 9.11, Zusatzfrage zu Frage 5). Die zitierten 

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Aussagen zeigen, dass sogar die vom Beschuldigten geschilderte Darstellung des 
Geschehens im Widerspruch zu einer von ihm behaupteten Angriffssituation steht. 

4.4.2. Die befragten Zeugen äusserten sich ebenfalls nicht dahingehend, dass 
dem Schlag des Beschuldigten ein Angriff des Privatklägers vorangegangen sei. 
Mit Ausnahme von I._____, welcher bei der Staatsanwaltschaft ausgesagt hatte, 
dass E._____ dem Beschuldigten einen Faustschlag ins Gesicht "erteilen wollte", 
worauf sich A._____ "dann halt gewehrt" und "halt E._____ geschlagen" habe, 
wobei er dies "halt mit dem Baseballschläger gemacht" habe (StA act. 9.2, Frage 
4), bezeugte keine einzige befragte Person etwas in diese Richtung. I._____ sagte 
später an der Berufungsverhandlung, dass er das Geschehen gar nicht richtig ha-
be sehen können, weil das Auto im Weg gestanden sei. Die Kontrahenten seien 
sich zirka in einem Meter Abstand gegenübergestanden, aus seiner Sicht hinter 
bzw. neben dem Auto, er selber habe "auch nicht viel gesehen, weil das Auto dort 
gestanden" sei. E._____ habe den Beschuldigten vor allem verbal angegriffen, 
das habe man gehört. Er habe eine Ausholbewegung (von A._____) gesehen, 
sowie, dass der Stock in einer Bewegung, auf Kopfhöhe, "rübergegangen" sei, 
auch habe er den Ton des Baseballschlägers vom Schlag auf den Kopf gehört. 
Von einem drohenden Faustschlag des Privatklägers war nicht mehr die Rede 
(act. H.15, Fragen 10, 14, 19, 20, 25-29). Selbst wenn zugunsten des Beschuldig-
ten davon ausgegangen würde, dass der Privatkläger zu einem Faustschlag aus-
geholt haben soll, wäre ihm seine eigene Aussage aus der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung entgegen zu halten, wonach der Privatkläger seine Hand im-
mer wieder aus der Jackentasche gezogen und dann wieder dort versorgt habe 
(RG act. Pli HV-Protokolle 2, Ergänzungsfragen 1, 3, 5; ebenso Frage 5). Aus ei-
nem neuerlichen "Hervorziehen" der Hand aus der Jackentasche könnte der Be-
schuldigte deshalb nichts ableiten, das für einen Angriff des Privatklägers spricht, 
weder in objektiver noch in subjektiver Hinsicht. Mithin ist nicht erkennbar, inwie-
fern eine Steigerung der Angriffssituation vorgelegen haben soll. Die befragten 
Zeugen sprachen übereinstimmend davon, dass der Privatkläger ein aggressives 
Verhalten gezeigt habe, das sich vor allem verbal in lauten und wüsten Worten 
und Drohungen geäussert habe. E._____ sei gegen alle umstehenden Personen 
aggressiv gewesen, habe herumgeschrien, geschubst und gepöbelt (vgl. StA 
act. 8.3, Frage 14; StA act. 9.3, Frage 4; StA act. 9.4, Frage 2; StA act. 9.5, Fra-
gen 2 und 4; StA act. 9.8, Fragen 9, 20). Selbst der Beschuldigte sagte aus, 
E._____ habe alle bedroht (act. H.10, Frage 12). Die befragten Drittpersonen 
AA._____ und C._____ sprachen davon, dass vor dem Restaurant T._____ etwa 
zehn Personen gestanden seien, welche sich gegenseitig herumgestossen hätten, 
dabei seien auch böse Worte gefallen (StA act. 8.3, Frage 2; StA act. 8.5, Frage 

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2). Auch die Kollegen des Beschuldigten, B._____, M._____ und K._____, spra-
chen von einem "Rumgedränge", einem "Geschubse" und Aggressionen, vor al-
lem solcher verbaler Art, die vom Privatkläger ausgegangen seien; keiner sprach 
jedoch von einer Steigerung in den Aggressionen des Privatklägers oder von ei-
nem Angriff von diesem auf den Beschuldigten, der über ein Gedränge, Geschub-
se und Pöbeleien, wie sie der Privatkläger bereits gegenüber anderen Personen 
gezeigt hatte, hinausging (act. H.12, Fragen 10, 14; act. H.17, Fragen 7, 9, 10, 22; 
act. H.14, Fragen 12, 28, 29, 30, 32). Die Drittperson J._____, welcher ebenfalls 
zweimal zu Protokoll gab, dass der Privatkläger sehr aggressiv und betrunken ge-
wesen sei (StA act. 9.8, Fragen 9, 20), sprach sogar davon, dass die Auseinan-
dersetzung zwischen dem Privatkläger und dem Beschuldigten am Anfang lauter 
gewesen und im Verlauf ruhiger geworden sei. Es sei dann eine Weile ruhiger ge-
worden, bis der Schlag gefallen sei. Er habe nicht damit gerechnet, dass etwas 
Schlimmes passieren würde, weil die Situation "sich beruhigt hatte" (StA act. 9.8, 
Frage 11 sowie Ergänzungsfragen 2, 7). Unter Würdigung der Aussagen des Be-
schuldigten sowie der verschiedenen Zeugenaussagen gelangt das Berufungsge-
richt zum Schluss, dass E._____ sich gegenüber A._____ zwar aggressiv verhielt, 
herumschrie, herumschubste und den Beschuldigten anpöbelte, dass jedoch dem 
Schlag des Beschuldigten kein über diese Pöbeleien hinausgehender Angriff des 
Privatklägers vorangegangen war. Zugunsten des Beschuldigten wird nicht davon 
ausgegangen, dass sich die Situation vor dem Schlag "beruhigt" hatte, wie das der 
Zeuge J._____ als einziger schilderte. Da jedoch keine der befragten Personen 
ein aggressiver werdendes Verhalten des Privatklägers beobachtete und sich der 
Beschuldigte wie aufgezeigt diesbezüglich selber widersprach, ist für die erken-
nende Kammer erstellt, dass im Aggressionsverhalten des Privatklägers keine 
irgendwie geartete Steigerung auszumachen war, bevor der Beschuldigte mit dem 
Baseballschläger zuschlug. Somit ist festzuhalten, dass objektiv kein Angriff sei-
tens des Privatklägers auf den Beschuldigten vorlag und der Beschuldigte deshalb 
auch keinen begründeten Anlass hatte, sich einen solchen vorzustellen.

4.5. Weitere Sachverhaltsfeststellungen

4.5.1. Die Tatsache, dass der Beschuldigte aussagte, der Baseballschläger sei 
das Spielzeug seines Hundes gewesen und er selber habe früher auch Baseball 
gespielt (vgl. StA act. 9.11, Ergänzungsfrage 1), zeigt auf, dass er diese Waffe 
und deren Krafteinwirkung kannte. 

4.5.2. Sodann ist weiter festzustellen, dass dem Beschuldigten gemäss dem Gut-
achten zur toxikologischen Untersuchung eine Amphetamin-Konzentration von 18 

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μg/l im Blut und von 240 μg/l im Urin nachgewiesen werden konnten. Alkohol wur-
de in der Blutprobe nicht nachgewiesen. Die Gutachter hielten fest, dass eine zen-
tralnervöse Beeinflussung durch Amphetamine zum Tatzeitpunkt nicht habe belegt 
werden können. Die toxikologischen Befunde seien mit dem im polizeilichen und 
ärztlichen Protokoll angegebenen Amphetaminkonsum um 12.00 Uhr des 8. Fe-
bruar 2015 vereinbar (StA act. 6.11, S. 2; vgl. auch StA act. 6.5-6.10). Der Be-
schuldigte machte an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung geltend, in der Tat-
nacht Alkohol, Amphetamine und Cannabis konsumiert zu haben. Auf die Frage, 
warum er das nicht bereits bei der Polizei ausgesagt habe, gab er an, er habe 
damals Angst gehabt, die Autoprüfung zu verlieren. In Wahrheit habe er an die-
sem Abend jedoch konsumiert (RG act. 2, Ergänzungsfragen S. 13 f.). Die Vertei-
digung führte aus, der Beschuldigte habe an diesem Abend mindestens 3-4 kleine 
Flaschen Bier, 2-3 Gläser Jägermeister und mehrere Portionen Amphetamin kon-
sumiert, letzterer Konsum sei in 3-4 Malen erfolgt, zu jeweils zirka 0.5 Gramm. 
Auch während der Fasnacht in R._____ habe der Beschuldigte alkoholische Ge-
tränke konsumiert, er erinnere sich an mindestens zwei bis drei Flaschen Bier 
(act. A.2, VI.26). Im Kontrast hierzu hatte der Beschuldigte im Untersuchungsver-
fahren nie geltend gemacht, in der Tatnacht unter Alkohol- und Amphetaminkon-
sum gestanden zu haben. Er hatte lediglich angegeben, nach der Tat um die Mit-
tagszeit Amphetamin geschnupft zu haben, das er noch von einer Goa-Party übrig 
gehabt habe (StA act. 9.1, Frage 1; StA act. 10.3, Fragen 6, 8). Anhaltspunkte 
dafür, dass der Beschuldigte bei der Tat unter erheblichem Alkohol- und Drogen-
einfluss gestanden haben soll, wie das die Verteidigung vortrug, sind auch aus 
den Untersuchungsakten und den zahlreichen Einvernahmen mit den von der Po-
lizei und der Staatsanwaltschaft befragten Personen nicht ersichtlich. Die Schilde-
rungen der Zeugen legen vielmehr nahe, dass der Privatkläger unter erheblichem 
Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden hatte, nicht aber der Beschuldigte (vgl. 
StA act. 9.2, Frage 2; StA act. 9.4, Frage 2, Ergänzungsfrage 2). Schliesslich 
konnten auch die – auf Antrag der Verteidigung – hierzu an der Berufungsver-
handlung befragten Kollegen B._____ und K._____ nichts dergleichen bestätigen 
(act. H.12, Frage 18; act. H.14, Fragen 15, 16). M._____ führte an der Berufungs-
verhandlung aus, er wisse nicht, ob der Beschuldigte in der Tatnacht Betäu-
bungsmittel konsumiert habe, er wisse nur, dass er dies ab und zu einmal gerne 
getan habe. Er habe ihn 2-3 mal ein Bier trinken sehen (act. H.17, Fragen 14-20). 
Nach Würdigung der verschiedenen Aussagen, nicht zuletzt der eigenen Aussa-
gen des Beschuldigten, der toxikologischen Befunde und der gutachterlichen 
Schlussfolgerungen ist die nachträgliche Behauptung des Beschuldigten, er habe 
vor der Tat mehrere Flaschen Bier und mehrere Portionen Amphetamin konsu-
miert und dies aus Angst vor einem Fahrausweisverlust verschwiegen, unglaub-

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haft. Das Berufungsgericht qualifiziert dies als Schutzbehauptung, die nicht als 
erstellt gelten kann. Es ist damit davon auszugehen, dass der Beschuldigte 
während der Tat nicht unter Amphetamineinfluss stand. Bezüglich Alkohol ist kein 
wesentlicher Einfluss nachgewiesen, der über 2-3 Flaschen Bier hinausging.

4.6. Zusammenfassend lässt sich in sachverhaltsmässiger Hinsicht festhalten, 
dass der Privatkläger zwar ein aggressives Verhalten zeigte, das sich in verbaler 
Hinsicht äusserte, physisch jedoch nicht über Schubsereien und Pöbeleien hin-
ausging. Sodann ist erstellt, dass der Beschuldigte, nachdem er dem Privatkläger 
mehrere Minuten konfrontativ gegenübergestanden und sich dessen Aggressio-
nen ausgesetzt hatte, den Baseballschläger aktiv aus dem Auto hervorholte und 
nach mehrmaliger Vorwarnung, er werde sich verteidigen, zum Angriff ansetzte, 
ohne dass eine ersichtliche Steigerung im Aggressionsverhalten von E._____ 
auszumachen gewesen wäre. Dabei zielte er mit dem Baseballschläger auf den 
Kopf des Privatklägers und traf diesen mit einer Krafteinwirkung, die mehreren 100 
kg entsprach, am Schädel vorne rechts. Der Privatkläger wurde durch den Schlag 
lebensgefährlich verletzt. Er fiel unmittelbar durch den Schlag zu Boden, wobei der 
Sturz eine Mitursache für die vom Privatkläger erlittene Schädelhirnverletzung 
war, die Hauptursache derselben jedoch auf den Schlag mit dem Baseballschläger 
zurückzuführen war. Der Beschuldigte stand dabei weder unter wesentlichem Al-
koholeinfluss, noch unter Einfluss von Amphetaminen oder sonstigen Betäu-
bungsmitteln.

5. Tatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung

5.1. Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen 
Voraussetzungen der Art. 112 ff. StGB zutrifft, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter 
fünf Jahren bestraft (Art. 111 StGB). Ein Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 
StGB liegt vor, wenn der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt 
und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbe-
standsmerkmale verwirklicht sind (BGE 140 IV 150 E. 3.4; 137 IV 113 E. 1.4.2). 

5.2. Da der Privatkläger überlebte, ist der objektive Tatbestand der Tötung nicht 
erfüllt. Wie bereits ausgeführt, war dies jedoch nur der erfolgten Notoperation zu 
verdanken, ohne die der Privatkläger aufgrund der bereits eingetretenen Mittellini-
enverlagerung mit hoher Wahrscheinlichkeit gestorben wäre. Im rechtsmedizini-
schen Gutachten ist dazu festgehalten, dass sich der Privatkläger – zumindest 
zeitweise – in unmittelbarer, akuter Lebensgefahr befand, die nur durch eine 
Schädelöffnung gebannt werden konnte. E._____ trug zudem erhebliche Schädi-
gungen im Sinne bleibender Nachteile davon. Noch im Jahr 2016 litt er unter resi-

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dual leichten kognitiven Einschränkungen und deutlichen Einschränkungen der 
Dauerbelastbarkeit sowie akut einsetzenden Kopfschmerzen, konnte sich nur 45 
Minuten am Stück konzentrieren und maximal 3 Stunden pro Tag arbeiten. Seit 
dem 27. Januar 2017 musste er sich in psychiatrische Behandlung begeben, da 
bei ihm als Folge des Schädelhirntraumas eine posttraumatische Belastungs-
störung diagnostiziert wurde, aufgrund derer er einer intensiven multimodalen 
psychiatrischen Therapie bedurfte. In der neuropsychologischen Untersuchung 
vom 24. März und 6. April 2017 wurde ihm zudem die Diagnose "verminderte ko-
gnitive Leistungsfähigkeit" gestellt (vgl. RG act. Pli Editionen 10.62, 10.65, 10.69, 
10.73, 10.76). Wie es sich damit heute verhält, ist nicht bekannt, da der unentgelt-
liche Rechtsbeistand des Privatklägers keine aktuellen Unterlagen zum Gesund-
heitszustand seines Mandanten einreichte. Gleichwohl trug er in seinem Parteivor-
trag anlässlich der Berufungsverhandlung vor, dass der Privatkläger auch heute 
noch unter den Folgen seiner erlittenen schweren Hirnverletzungen leide und eine 
lebenslängliche IV-Rente beziehen werde (act. H.2). Aus den ärztlichen Unterla-
gen erhellt, dass der Privatkläger zweifellos eine schwere Körperverletzung im 
Sinne von Art. 122 StGB davontrug. Dass er überlebte, lag nicht in der Hand des 
Beschuldigten, sondern ist Umständen zu verdanken, die der Beschuldigte nicht 
zu beeinflussen vermochte. Mit dem Schlag mit dem Baseballschläger auf den 
Kopf des Privatklägers hat der Beschuldigte die Grenze zum Versuch überschrit-
ten. Damit der Tatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 
22 StGB i.V.m. Art. 111 StGB bejaht werden könnte, müsste der Beschuldigte 
sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale von Art. 111 StGB erfüllt haben. 

5.3. Hinsichtlich des Tatbestands der vorsätzlichen Tötung ist subjektiv ein Vor-
satz erforderlich, der sich einzig auf die Herbeiführung des Todes beziehen muss, 
wobei Eventualvorsatz genügt (Christian Schwarzenegger, in: Niggli/Wiprächtiger 
[Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht I, Art. 1-136 StGB, 4. Aufl., Basel 2019, N 7 
zu Art. 111 StGB). Eventualvorsätzlich handelt, wer die Verwirklichung der Tat für 
möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB). Der Täter strebt also 
den Erfolg nicht an, sondern weiss lediglich, dass dieser möglicherweise mit der 
willentlich vollzogenen Handlung verbunden ist. Soweit der Täter nicht geständig 
ist, muss aus den äusseren Umständen auf den inneren Willen des Täters ge-
schlossen werden. Zu den äusseren Umständen, aus denen der Schluss gezogen 
werden kann, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen, 
zählen die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirkli-
chung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggründe des Täters 
und die Art der Tathandlung. Je grösser das Risiko ist und je schwerer die Sorg-
faltspflichtverletzung wiegt, desto eher darf gefolgert werden, der Täter habe die 

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Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen. Das Gericht darf vom Wissen des 
Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als 
so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, 
vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 
137 IV 1 E. 4.2.3; 134 IV 26 E. 3.2.2). Eventualvorsatz kann indessen auch vorlie-
gen, wenn der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolgs nicht in diesem Sinne sehr 
wahrscheinlich, sondern bloss möglich war. Doch darf nicht allein aus dem Wissen 
des Täters um die Möglichkeit des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme ge-
schlossen werden. Vielmehr müssen weitere Umstände hinzukommen (BGE 133 
IV 9 E. 4.1, E. 4.5). Solche Umstände liegen namentlich vor, wenn der Täter das 
ihm bekannte Risiko nicht kalkulieren und dosieren kann und das Opfer keine Ab-
wehrchancen hat (BGE 133 IV 1 E. 4.5; 131 IV 1 E. 2.2).

5.4. Die Sorgfaltspflichtverletzung des Beschuldigten wiegt schwer. Es ist all-
gemein bekannt, dass ein wuchtiger Schlag mit einem Baseballschläger auf den 
Kopf eines Menschen sehr schwere Verletzungen verursachen kann, die bis zum 
Tod führen können. Ebenso ist allgemein bekannt, dass bei einem heftigen Schlag 
auf den Kopf eines Menschen mit einem ungebremsten Umfallen auf den Kopf zu 
rechnen ist, der je nach Aufprall tödlich sein kann. Vorliegend schlug der Beschul-
digte den Baseballschläger einmal mit grosser Wucht gegen den Kopf des Privat-
klägers. Die Wucht des Schlages war so gross, dass der Privatkläger dadurch un-
vermittelt zu Boden geschleudert wurde und dort bewusstlos liegenblieb. Die 
mehrfachen Warnungen, die der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger vor 
dem Schlag aussprach, verdeutlichen, dass er bereit war, den Schläger gegen 
den Privatkläger tatsächlich einzusetzen. Durch das aktive Herausnehmen des 
Schlägers aus dem Auto, dem minutenlangen Stehen vor dem Privatkläger mit 
behändigtem Baseballschläger und die dreimalige Warnung, er werde sich vertei-
digen, wenn der Privatkläger mit seinen Pöbeleien nicht aufhöre, offenbarte er 
seine Bereitschaft, mit dem Baseballschläger zuzuschlagen. Diese Bereitschaft, 
mit dem Baseballschläger zuzuschlagen, ist als vorsätzlich zu qualifizieren. 
Wenngleich aus dem Verhalten des Beschuldigten keine direkte Tötungsabsicht 
im Sinne eins direkten Vorsatzes abgeleitet werden kann, wusste der Beschuldigte 
durch eigene Erfahrung mit dem Baseballschläger, dass ein Schlag mit diesem 
Gegenstand gegen den Kopf eines Menschen schwerste Verletzungen anrichten 
kann. Ebenso musste er mit der Möglichkeit rechnen und erkannte diese auch, 
dass der Privatkläger durch den Schlag gegen den Kopf ungebremst nach vorne 
oder hinten auf den Asphalt niederfallen und sich auf diese Weise schwerste Ver-
letzungen zuziehen kann, die ebenfalls Todesfolgen nach sich ziehen können. 
Seine Aussage, E._____ sei "sehr wackelig auf den Beinen" gewesen und es ha-

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be "nicht viel gebraucht", damit dieser umfalle (StA act. 9.1, Frage 29), offenbart 
die vom Beschuldigten erkannte Möglichkeit eines derartigen Erfolgseintrittes. Das 
gilt umso mehr angesichts der Tatsache, dass er von den Schlagkräften und He-
belwirkungen seines Baseballschlägers wusste und diese kannte. Das dem Be-
schuldigten bekannte Risiko der Tatbestandsverwirklichung war vor diesem Hin-
tergrund gross. Hinzu kommt, dass der Privatkläger unbewaffnet war. Er hatte 
dem Beschuldigten keine Verletzungen zugefügt, was letzterer mehrmals bestätig-
te (dazu E. 4.4.1). Aufgrund der geringen Distanz von ca. einem Meter, mit der 
sich die beiden gegenüberstanden (dazu E. 4.4.2), war der Privatkläger dem 
Schlag mit dem Baseballschläger wehrlos ausgeliefert. Dass dieser keinerlei Ab-
wehrchancen hatte, zeigt auch die Tatsache, dass der Schlag sehr schnell kam, 
was neben den Zeugen selbst der Beschuldigte aussagte (act. H.10, Frage V.4; 
act. H.12, Frage 12; act. H.17, Frage 7). Dass sein Willen nicht direkt auf die 
Tötung des Privatklägers, sondern auf die Beendigung der Auseinandersetzung 
gerichtet gewesen sein mag, ändert nichts daran, dass der Beschuldigte durch die 
konkrete Tathandlung in Kauf genommen hat, dass der Privatkläger durch den 
Schlag und/oder durch ein Zusammenspiel von Schlag und Sturz sterben könnte. 
Wäre es dem Beschuldigten lediglich darum gegangen, den Privatkläger von sich 
fernzuhalten, hätte er ihm mit dem Baseballschläger auch gegen einen anderen 
Körperteil wie beispielsweise die Beine schlagen können. Dass er dies nicht ein-
mal in Betracht zog, zeigt sich aus seinen eigenen Aussagen, wonach er den Pri-
vatkläger "vermutungsweise auf den Kopf" geschlagen habe (StA act. 9.1, Frage 
31). Bezeichnenderweise hatte der Beschuldigte auch nicht geltend gemacht, mit 
dem Schläger gegen einen anderen Körperteil geschlagen zu haben. Dies ist denn 
auch ausgeschlossen, da der Beschuldigte aufgrund des Grössenunterschieds 
nach oben in Richtung Kopf des Privatklägers zielte und ihn auch dort traf (vorste-
hend E. 4.2.5). Die Möglichkeit, dass der Privatkläger durch den gezielten Schlag 
gegen den Kopf schwerste Kopfverletzungen davontragen kann, sowie, dass der 
Privatkläger durch den Schlag umfallen und sich durch den Fall zusätzliche ge-
fährliche Kopfverletzungen zuziehen kann, die für sich alleine oder in einem Zu-
sammenspiel zum Tod führen könnten, musste sich dem Beschuldigten als so 
wahrscheinlich aufdrängen, dass die Bereitschaft, diesen Erfolgseintritt dennoch 
als Folge des Schlages hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des 
Todes ausgelegt werden kann. Mithin nahm der Beschuldigte durch den gezielten, 
einer Krafteinwirkung von mehreren hundert Kilogramm entsprechenden Schlag 
gegen den Kopf des unbewaffneten und betrunkenen Privatklägers die als möglich 
erkannte Todesfolge in Kauf. Der Beschuldigte handelte damit eventualvorsätzlich.

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5.5. Aus dem Ausgeführten ergibt sich, dass der Beschuldigte den Tatbestand 
der versuchten vorsätzlichen Tötung i.S.v. Art. 22 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 111 
StGB erfüllt hat.

6. Rechtfertigungsgründe

6.1. Der Beschuldigte macht geltend, er habe in Notwehr gehandelt (act. H.3, 
S. 43 ff.; act. H.9, S. 15 f.). Sollte das Vorliegen einer berechtigten Notwehr ver-
neint werden, habe das Gericht einen Notwehrexzess zu prüfen. Wenn auch ein 
solcher nicht als gegeben erachtet werde, sei dem Beschuldigten eine Putativ-
notwehr zuzubilligen (act. H.9, S. 16). Begründend führte die Verteidigung aus, der 
Beschuldigte sei vom Privatkläger angegriffen worden und hätte einen Abwehr-
schlag in Richtung Oberkörper oder "oberen Teil" von E._____ ausgeführt und 
dabei die rechte Schädelseite getroffen. Der Angriff habe sich in einer hektischen 
Bewegung, einem Griff aus der Jackentasche und einem angesetzten Faustschlag 
geäussert. Es sei nachvollziehbar, dass der Beschuldigte in dieser Situation von 
einer Angriffssituation ausgegangen sei und dann reflexartig den – leider verhäng-
nisvollen – Schlag ausgeführt habe. Eine Absichtsprovokation liege nicht vor. Al-
ternativ begründete die Verteidigung das Vorliegen eines Notwehrexzesses. In 
diesem Zusammenhang seien die von Dr. AF._____ festgestellten Spezifikationen 
beim Beschuldigten mitzuberücksichtigen, sowohl kognitiv als auch, was die Be-
schränkungen seiner Steuerungsfähigkeit in derartigen Situationen betreffe. Die 
Voraussetzungen einer heftigen Gemütsbewegung und eines unmittelbaren reak-
tiven Geschehens darauf seien erfüllt. Zum Vorliegen einer Putativnotwehr brachte 
die Verteidigung vor, dass der Beschuldigte ohne tatbestandsmässigen Willen ge-
handelt habe. Im Rahmen der Putativnotwehr sei der tatbestandsmässig fehlende 
Verwirklichungswille massgebend, zumal der Beschuldigte für sich eine Notwehr-
situation identifiziert habe (vgl. zum Ganzen act. H.9, S. 16; act. H.3, S. 43 ff.).

6.2. Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff be-
droht, so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer den 
Umständen angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB). Die Unmittelbarkeit 
der Bedrohung verlangt nach der Rechtsprechung, dass jedenfalls Anzeichen ei-
ner Gefahr vorhanden sind, die eine Verteidigung nahelegen. Abwehr ist zulässig, 
sobald mit einem Angriff ernstlich zu rechnen ist und jedes weitere Zuwarten die 
Verteidigungschance gefährdet. Handlungen, die lediglich darauf gerichtet sind, 
einem zwar möglichen, aber noch unsicheren Angriff vorzubeugen, einem Gegner 
also nach dem Grundsatz, dass Angriff die beste Verteidigung ist, zuvorzukom-
men und ihn vorsorglich kampfunfähig zu machen, fallen nicht unter den Begriff 

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der Notwehr (BGer 6B_182/2021 v. 12.5.2021 E. 2.2; 6B_205/2019 v. 9.8.2019 
E. 2.3.1; 6B_303/2018 v. 12.11.2018 E. 2.3 je m.H.). Notwehr ist nur so lange 
zulässig, wie der Angriff andauert (BGE 102 IV 1 E. 2b; BGer 6B_251/2013 v. 
24.10. 2013 E. 1.2.). Der begonnene Angriff bleibt so lange gegenwärtig, als die 
Zufügung einer neuen oder die Vergrösserung der bereits eingetretenen Verlet-
zung durch das Verhalten des Angreifers unmittelbar bevorsteht (BGE 102 IV 
1. E. 2b; BGer 6B_575/2020 v. 22.2.2021 E. 2.2.2; 6B_648/2020 v. 15.7.2020 
E. 3.3.2). Die Abwehr einer Notwehrsituation muss nach der Gesamtheit der Um-
stände als verhältnismässig erscheinen, wobei insbesondere der Schwere des 
Angriffs, der Art des Abwehrmittels und dessen tatsächlicher Verwendung sowie 
der durch den Angriff und die Abwehr bedrohten Rechtsgüter Rechnung zu tragen 
ist. Bei der Verwendung von gefährlichen Gegenständen zur Abwehr ist besonde-
re Zurückhaltung geboten, da deren Einsatz stets die Gefahr schwerer oder gar 
tödlicher Verletzungen mit sich bringt (BGE 136 IV 49 E. 3.3; BGer 6B_971/2018 
v. 7.11.2019 E. 2.3.3).

Mangels eines Angriffs des Privatklägers (vgl. vorne, E. 4.4) lag beim Schlag des 
Beschuldigten auf E._____ keine rechtfertigende Notwehr nach Art. 15 StGB vor. 
Wie unter E. 4.4.2 festgestellt, waren neben den Pöbeleien und Schubsereien sei-
tens E._____ keine Anzeichen vorhanden, die eine Verteidigung nahelegten; ins-
besondere war im Aggressionsverhalten des Privatklägers vor dem Schlag keine 
irgendwie geartete Steigerung auszumachen. Weil der Beschuldigte aussagte, 
dass der Privatkläger seine Hände im Verlaufe der tätlichen Auseinandersetzung 
immer wieder in die Jackentasche steckte und wieder hervorzog, war auch nicht 
ernstlich mit einem Angriff zu rechnen. Wie gesehen fallen Handlungen, die einen 
noch unsicheren Angriff vorbeugen sollen, nicht unter den Begriff der Notwehr. 
Aufgrund des fehlenden Angriffs seitens E._____ handelte der Beschuldigte damit 
ausserhalb einer Notwehrsituation.

6.3. Überschreitet der Abwehrende die Grenzen der Notwehr, so mildert das 
Gericht die Strafe (Art. 16 Abs. 1 StGB). Überschreitet er die Grenzen der Notwehr 
in entschuldbarer Aufregung oder Bestürzung über den Angriff, so handelt er nicht 
schuldhaft (Art. 16 Abs. 2 StGB). Art. 16 Abs. 1 StGB ist anwendbar, wenn der 
Verteidiger den Angriff in einer den Umständen nicht angemessenen Weise ab-
wehrt, indem er gegen die Grundsätze der Subsidiarität oder Proportionalität ver-
stösst (Andreas Donatsch, in: Donatsch et al. [Hrsg.], Orell Füssli Kommentar 
[OFK], StGB JStG Kommentar, Mit weiteren Erlassen und Kommentar zu den 
Strafbestimmungen des SVG, BetmG und AuG/AIG, 20. Aufl., Zürich 2018, N 1 zu 
Art. 16 StGB). Nicht schuldhaft handelt und straflos bleibt, wenn die Art und Um-

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stände des Angriffs eine entschuldbare Aufregung oder Bestürzung hervorgerufen 
haben (BGE 115 IV 169). Ein Notwehrexzess ist gemäss Art. 16 Abs. 2 StGB ent-
schuldbar, wenn die Aufregung oder Bestürzung des Täters allein oder zumindest 
vorwiegend auf den rechtswidrigen Angriff zurückzuführen ist. Überdies müssen 
Art und Umstände des Angriffs derart sein, dass sie die Aufregung oder die 
Bestürzung als entschuldbar erscheinen lassen. Nicht jede geringfügige Erregung 
oder Bestürzung führt zu Straflosigkeit. Das Gericht hat einen umso strengeren 
Massstab anzulegen, je mehr die Reaktion des Täters den Angreifer verletzt oder 
gefährdet (BGer 6B_971/2018 v. 7.11.2019 E. 2.3.4; 6B_873/2018 
v. 15.2.2019 E. 1.1.3).

Mangels eines rechtswidrigen Angriffs des Privatklägers sind sowohl Art. 16 
Abs. 1 StGB als auch Art. 16 Abs. 2 StGB nicht anwendbar. Wie gesehen, handel-
te der Beschuldigte ausserhalb einer Notwehrsituation, weshalb sowohl das Vor-
liegen einer entschuldbaren Notwehr nach Art. 16 Abs. 1 als auch eines Notwehr-
exzesses nach Abs. 2 StGB zu verneinen sind (vgl. BGer 6B_205/2019 
v. 9.8.2019 E. 2.4).

6.4. Ein Fall von Putativnotwehr ist gegeben, wenn der Täter einem Sachver-
haltsirrtum unterliegt, indem er irrtümlich annimmt, es sei ein rechtswidriger Angriff 
im Sinne von Art. 15 StGB gegenwärtig oder unmittelbar bevorstehend (BGE 129 
IV 6 E. 3.2 m.w.H.). Handelt der Täter in einer irrigen Vorstellung über den Sach-
verhalt, so beurteilt das Gericht die Tat zugunsten des Täters nach dem Sachver-
halt, den sich der Täter vorgestellt hat (Art. 13 Abs. 1 StGB). Der vermeintlich An-
gegriffene muss allerdings Umstände nachweisen können, die bei ihm den Glau-
ben erwecken konnten, er befinde sich in einer Notwehrlage. Die blosse Vorstel-
lung von der Möglichkeit eines Angriffs genügt nicht für die Annahme von Putativ-
notwehr (BGE 147 IV 193 E. 1.4.5; m.w.H.; BGer 6B_676/2016 v. 16.2. 2017; 
6B_663/2016 v. 26.09.2016 E. 2.4; 6B_281/2014 v. 11.11.2014 E. 2.3.2 und 
E. 2.4). Art. 13 StGB erfasst nach einhelliger Meinung auch den Fall, dass der 
Täter irrigerweise einen Sachverhalt für gegeben hält, der, läge er wirklich vor, 
sein Verhalten als gerechtfertigt erscheinen liesse; die sog. Putativrechtfertigung 
(Marcel Alexander Niggli/Stefan Maeder, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler 
Kommentar Strafrecht I, Art. 1-136 StGB, 4. Aufl., Basel 2019, N 12 zu Art. 13 
StGB).

6.5. Der Beschuldigte machte im Untersuchungsverfahren wiederholt geltend, 
bereits zweimal Opfer von Körperverletzungen geworden zu sein (StA act. 9.1, 
Frage 42; StA act. 9.11, Ergänzungsfrage 4). Auch an der Berufungsverhandlung 
erklärte er auf Ergänzungsfrage der Verteidigung hin, bereits früher zweimal Opfer 

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von physischer Gewalt geworden zu