# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4077f749-0eda-5e78-8017-72929c6e9f0e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.05.2016 IV 2013/623
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-623_2016-05-09.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/623

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.10.2019

Entscheiddatum: 09.05.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 09.05.2016
Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. 
Rückweisung der Sache zur erneuten Begutachtung, da auf das im Recht 
liegende bidisziplinäre Gutachten aus verschiedenen Gründen nicht 
abgestellt werden kann. Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Mai 2016, IV 
2013/623).

Besetzung

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Marie 

Löhrer; Gerichtsschreiberin Lea Locher

Geschäftsnr.

IV 2013/623

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch die Patientenstelle Ostschweiz, Zürcherstrasse 138, 8500 Frauenfeld,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich erstmals im November 1998 wegen einer Diskushernie bei der 

IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Er gab an, 

eine Lehre als Autoservicemann absolviert zu haben. Seit November 1990 sei er als 

Granitmonteur (Küchen) für die B.___ AG tätig. Mit Verfügung vom 10. Januar 2000 (IV-

act. 21) bewilligte die IV-Stelle eine Umschulung zum Baustellenüberwacher in der 

B.___ AG. Am 19. Februar 2001 informierte die IV-Stelle den Versicherten darüber (IV-

act. 33), dass er rentenausschliessend eingegliedert sei, da er erfolgreich zum 

Bauüberwacher umgeschult und bei seiner ehemaligen Arbeitgeberin zum bisherigen 

Lohn angestellt worden sei.

A.b Im August 2011 meldete sich der Versicherte wegen eines Knieleidens rechts 

erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 35). Er gab an, 

zuletzt zu 100 % bei der B.___ AG beschäftigt gewesen zu sein (Massaufnahme, 

Kontrolle). Die gesundheitliche Beeinträchtigung bestehe seit dem 16. Dezember 2010.

A.c  Am 23. August 2011 berichtete Dr. med. C.___, Arzt Chirurgie Spital D.___, RAD-

Ärztin Dr. med. E.___ telefonisch (IV-act. 42, Gesprächsprotokoll nicht unterzeichnet), 

dass die folgenden Diagnosen die Arbeitsfähigkeit des Versicherten beeinträchtigten:

- Status nach Implantation einer Knietotalarthroplastik rechts sowie vollständiger 

Synovektomie am 17. Dezember 2010 wegen einer Pangonarthrose im rechten Knie 

und einer villonodulären Synovialitis (Grunderkrankung);

- Status nach perkutaner Bestrahlung des rechten Knies wegen der Grunderkrankung 

Synovialitis (ab 8. postoperativer Woche) mit nachfolgend zunehmender Patella bacha/

Schrumpfung des Lig. patellea.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Dr. C.___ gab weiter an, dass der Versicherte in einer ideal adaptierten Tätigkeit 

medizinisch-theoretisch zu 100 % arbeitsfähig sei. Bei einer adaptierten Tätigkeit 

handle es sich um eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit Wechsel von Sitzen, 

Laufen und Stehen. Ungeeignet seien schwere und schwerste körperliche Arbeiten und 

langes Knien.

A.d Die Arbeitgeberin berichtete der IV-Stelle am 1. September 2011 (IV-act. 48), dass 

sie den Versicherten vor Eintritt des Gesundheitsschadens als Baubegleiter beschäftigt 

habe. Seit dem 16. Dezember 2010 sei er zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Als 

Baubegleiter habe der Versicherte seit dem 1. Januar 2008 einen Jahreslohn von Fr. 

84‘500.-- erzielt. Diesen Lohn würde er ohne Gesundheitsschaden auch heute noch 

verdienen. Die Tätigkeit als Baubegleiter habe die Baustellenkoordination (selten), die 

Bauabnahme (selten), die Qualitätskontrolle (manchmal) und die Massaufnahme (oft) 

beinhaltet. Der Versicherte habe bei der Arbeit manchmal sitzen, oft jedoch gehen und 

stehen müssen. Selten habe er leichte, mittelschwere oder schwere Lasten tragen 

müssen. Die Anforderungen an die Konzentration/Aufmerksamkeit, an die Sorgfalt und 

an das Auffassungsvermögen seien gross, die Anforderungen an das 

Durchhaltevermögen mittel gewesen.

A.e  Der Hausarzt Dr. med. F.___ berichtete RAD-Ärztin Dr. E.___ am 2. Dezember 2011 

telefonisch (IV-act. 56), dass die Symptomatik seit dem letzten Telefonat am 23. August 

2011 gleich geblieben sei. Der Versicherte sei in seiner angestammten Tätigkeit wegen 

der beklagten Schmerzen und der Bewegungseinschränkungen des rechten 

Kniegelenks bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. In einer adaptierten Tätigkeit sei 

er zu 50 - 100 % arbeitsfähig, wobei die Höhe der zu erzielenden Arbeitsfähigkeit von 

der konkreten Tätigkeit abhängig sei (Gesprächsprotokoll von Dr. F.___ am 6. 

Dezember 2011 unterzeichnet, siehe IV-act. 58).

A.f Am 16. April 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass die Kosten für die 

berufliche Abklärung vom 15. März bis 14. Juni 2012 bei der G.___ übernommen 

würden (IV-act. 72).

A.g Dem Schlussbericht der G.___ vom 12. Juni 2012 war zu entnehmen (IV-act. 75), 

dass die Versuche, die Präsenzzeit auf stabile 3 resp. 4 Stunden pro Tag zu steigern, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

aufgrund der somatischen Beschwerden des Versicherten gescheitert seien. Die 

Leistungsfähigkeit des Versicherten habe sich gegen Ende des Arbeitstages jeweils 

deutlich verschlechtert. Bei einer Präsenzzeit von zwei Stunden pro Tag habe sich der 

Leistungsgrad auf 60 % belaufen. Der Versicherte verfüge über langjährige berufliche 

Erfahrungen und gute handwerkliche Fähigkeiten. Alle wesentlichen 

Grundarbeitsfähigkeiten wie Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein und 

Qualitätsbewusstsein seien vorhanden gewesen. Der Versicherte habe sich 

kontaktfreudig und kommunikativ gezeigt und sich schnell ins Arbeitsteam integriert. 

Am 28. September 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass die beruflichen 

Massnahmen abgeschlossen würden, da das Arbeitspensum während der beruflichen 

Abklärung nicht wie geplant auf 100 % habe gesteigert werden können und er sich 

nicht vorstellen könne, mehr als zwei Stunden pro Tag zu arbeiten.

A.h Der Hausarzt berichtete am 4. November 2012 (IV-act. 87), das der Versicherte in 

seiner bisherigen Tätigkeit seit dem 16. Dezember 2010 und bis auf weiteres zu 100 % 

arbeitsunfähig sei, weil er nicht lange stehen oder sitzen könne. Eine adaptierte, 

wechselbelastende Tätigkeit sei ihm 1 - 2 Stunden pro Tag zumutbar. Die 

Arbeitsunfähigkeit ineiner adaptierten Tätigkeit begründete der Hausarzt damit, dass 

das Knie während des Arbeitsversuchs wieder massiv angeschwollen sei und die 

Schmerzen sehr stark zugenommen hätten.

A.i Am 17. Januar 2013 wurde dem Versicherten mitgeteilt, dass eine monodisziplinäre 

Begutachtung bei Dr. med. H.___, Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin, 

notwendig sei (IV-act. 92). Am März 2013 empfahl Dr. H.___ der IV-Stelle telefonisch, 

den Versicherten auch psychiatrisch begutachten zu lassen, da dieser sich seit rund 

zwei Monaten in teilstationärer Behandlung in der Klinik I.___ befinde (IV-act. 100).

A.j Dr. med. J.___, Chefarzt der Klinik I.___, und der Psychologe K.___ gaben in ihrem 

Bericht vom 14. Mai 2013 (IV-act. 107) als Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung, Angst mit depressiver Reaktion gemischt 

(ICD-10: F43.22), und ein psychophysisches Erschöpfungssyndrom (Z73.0) an (beide 

seit 11.01.2013). Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie 

eine Magen-Darm-Symptomatik im Rahmen einer Störung der 

Stressmodulationsfähigkeit (seit 11.01.2013). Vom 28. Januar 2013 bis 15. März 2013 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

habe sich der Versicherte einer ambulanten psychosomatischen 

Rehabilitationsbehandlung in der Klinik I.___ unterzogen. Seit dem 21. März 2013 finde 

eine ambulante Behandlung statt. Der Schweregrad der somatischen 

Beeinträchtigungen könne nicht abgeschätzt werden. Von der psychologischen Seite 

her betrachtet könne dem Versicherten eine gute Prognose gegeben werden. Eine 

Medikation finde nicht statt. Vom 28. Januar bis 15. März 2013 (Start des 

Rehabilitationsaufenthaltes) sei der Versicherte in seiner bisherigen Tätigkeit als 

Granitmonteur zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Als Grund wurde angegeben, dass 

das Knie nicht belastet werden könne und Stressreaktionen und Überbelastung den 

Versicherten destabilisierten. Aufgrund der Knieproblematik, der (gemeint wohl: 

verminderten) Belastbarkeit und der schnellen Ermüdbarkeit bestehe in der 

angestammten Tätigkeit eine verminderte Leistungsfähigkeit. Eine adaptierte Tätigkeit 

sei dem Versicherten nur ca. 4 - 5 Stunden pro Tag zumutbar, da er vor Überforderung 

geschützt werden müsse. Die Klinik schlug eine Wiedereingliederungsmassnahme mit 

leichterer Tätigkeit resp. die Zusprache einer Teilrente vor.

A.k  Am 1. März 2013 wurde der Versicherte orthopädisch und am 26. April 2013 

psychiatrisch untersucht (bidisziplinäres Gutachten des Medizinischen 

Gutachtenzentrums Region St. Gallen [MGSG] vom 15. Mai 2013, IV-act. 111). Die 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:

- Schmerzpersistenz nach Knietotalprothesenimplantation 12/2010 mit postoperativer 

Radiotherapie bei villonodulärer Synovitis rechts und Patella baja;

- Anpassungsstörungen mit Angst und depressiver Reaktion gemischt, bestehend seit 

etwa 02/2013 (F43.22);

- Zustand nach mittelgradiger depressiver Episode im Rahmen von 

Anpassungsstörungen, bestehend von etwa 07/2012 bis 01/2013 (F32.1).

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden u.a. eine 

Pseudolumboischialgie links und eine somatoforme autonome Funktionsstörung des 

oberen Gastrointestinaltrakts, bestehend seit etwa 04/2011 (F45.31), angegeben. Der 

orthopädische Gutachter Dr. med. H.___ führte aus, dass das Ausmass der lumbalen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schmerzen bei unauffälligen radiologischen und geringen pathologischen objektiven 

Befunden der LWS nur ungenügend nachvollzogen werden könne. Bezüglich des 

rechten Knies seien einzig eine reduzierte Mobilität der Patella und eine eingeschränkte 

Kniegelenksbeweglichkeit aufgefallen. Radiologisch sei eine Patella baja bei Nullachse 

als abnormaler Befund dokumentiert. Die Beschwerden seien im Wesentlichen durch 

eine vermehrte Bindegewebsvernarbung mit Bewegungseinschränkung und durch eine 

Patella baja zu erklären. Generell würde auch bei normalem postoperativem Befund 

nach einer Orthesenimplantation keine volle Arbeitsfähigkeit als Küchenbaumonteur 

mehr bestehen, da durch die vermehrte Belastung des Implantats eine frühzeitige 

Abnützung und Lockerung zu befürchten wären. Aufgrund der Schmerzpersistenz 

seien dem Versicherten körperlich schwere Arbeiten, die vorwiegend sitzend oder 

gehend ausgeübt werden müssten und die mit häufigem Laufen auf Treppen sowie 

unebenem Boden und knienden Positionen verbunden seien, nicht mehr vollumfänglich 

zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit als Küchenbaumonteur, einer körperlich anstrengenden 

Tätigkeit, die mit häufigem Laufen sowie knienden Positionen verbunden sei, betrage 

seit Juli 2011 bei voller Stundenpräsenz eines normalen Pensums 35 %. In körperlich 

leichten Tätigkeiten, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt würden, 

ohne dass dabei häufig kniende Positionen eingenommen werden müssten und die 

nicht mit häufigem Laufen, insbesondere auf Treppen und unebenem Boden, 

verbunden seien, sei der Versicherte seit Juli 2011 bei voller Stundenpräsenz zu 90 % 

arbeitsfähig. Ab Dezember 2010 bis zu diesem Zeitpunkt habe im Rahmen der 

postoperativen Rehabilitation eine volle Arbeitsunfähigkeit (angestammt und adaptiert) 

bestanden. Der psychiatrische Gutachter Dr. med. L.___ erklärte, dass der Versicherte 

seit etwa Juli 2012 im Zusammenhang mit den chronischen Kniebeschwerden rechts 

im Rahmen von Anpassungsstörungen eine mittelgradige depressive Episode 

entwickelt habe. Diese habe sich seit etwa Februar 2013 unter teilstationärer 

psychosomatischer Behandlung gebessert. Seither bestünden Anpassungsstörungen 

mit Angst und depressiver Reaktion gemischt. Dabei handle es sich um leichte 

psychische Störungen. Weiter lägen Hinweise für eine somatoforme autonome 

Funktionsstörung des oberen Gastrointestinaltrakts vor. Diese Störungen seien 

erstmals drei Wochen nach der letzten Bestrahlung im März 2011 aufgetreten und 

liessen sich seither wiederholt in Belastungssituationen, vor allem in Anwesenheit 

mehrerer Personen, feststellen. Auch diese Beschwerden hätten sich unter der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

teilstationären psychosomatischen Behandlung in der Klinik I.___ gebessert. Es handle 

sich dabei um psychosomatische Beschwerden, die im Zusammenhang mit 

psychosozialen Faktoren (Arbeitslosigkeit, mangelnde Zukunftsperspektiven) und 

emotionalen Konflikten stünden. Aufgrund der Anpassungsstörungen mit 

vorübergehender mittelgradiger depressiver Episode und gegenwärtig Angst und 

Depression gemischt erschienen die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, 

der Antrieb, die Interessen, die Motivation und die Dauerbelastbarkeit je nach Intensität 

der depressiven Störung unterschiedlich stark beeinträchtigt. Trotz der 

Anpassungsstörungen mit vorübergehend mittelgradiger depressiver Episode und 

gegenwärtig Angst und Depression gemischt sei dem Versicherten die 

Willensanstrengung zur Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit mit Verwertung der 

Restarbeitsfähigkeit zumutbar. Die somatoforme autonome Funktionsstörung habe 

keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, da die Foerster-Kriterien nicht erfüllt seien. Aus 

psychiatrischer Sicht liege kein stabiler Gesundheitszustand vor; die psychische 

Beschwerdesymptomatik verbessere sich seit Monaten. Für den Zeitraum Juli 2012 bis 

Januar 2013 sei aufgrund der mittelgradigen depressiven Episode in der 

angestammten Tätigkeit von einer 60 %igen und in einer adaptierten Tätigkeit von einer 

70 %igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Seit etwa Februar 2013 sei der Versicherte aus 

psychiatrischer Sicht in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Küchenmonteur bei einem 

vollen Stundenpensum zu 75 % und in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % 

arbeitsfähig. Bei einer adaptierten Tätigkeit handle es sich um eine Tätigkeit ohne 

erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck (Stressbelastung), ohne 

erforderliche geistige Flexibilität und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung. In 

polydisziplinärer Hinsicht legten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit für die Zeit von 

Dezember 2010 bis Juni 2011 in jeglicher Tätigkeit auf 0 % fest. Ab Juli 2011 betrage 

die Arbeitsfähigkeit als Küchenbaumonteur 35 % und die Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit 90 %. Für die Zeit ab Juli 2012 schätzten die Gutachter die 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf 70 % und ab Februar 2013 wieder auf 

90 %.

A.l RAD-Ärztin Dr. E.___ hielt am 2. Juli 2013 fest (IV-act. 112), dass die Gutachter zum 

Bericht des behandelnden Psychiaters leider nicht hätten Stellung nehmen können, da 

sie diesen erst am 15. Mai 2013 erhalten hätten. Da die Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen 

im Gutachten und im Arztbericht in etwa zeitgleich erfolgt seien und relevant 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

voneinander abwichen, sei eine Plausibilisierung notwendig. Bezüglich des Berichts der 

Klinik I.___ führte die RAD-Ärztin aus, dass eine dauerhafte Teilarbeitsunfähigkeit 

aufgrund der gestellten Diagnosen (u.a. werde auch ein psychophysisches 

Erschöpfungssyndrom/eine Z-Diagnose als arbeitsfähigkeitsbeeinflussende Diagnose 

geltend gemacht) und Befunde, der Therapie, die ohne Medikamente auskomme, 

sowie aufgrund der bisher guten Therapieerfolge aus RAD-ärztlicher Sicht nicht 

nachvollziehbar sei. Ausserdem seien die Einschränkungen immer zuerst mit den 

somatischen Problemen begründet worden, d.h. das somatische Leiden sei zumindest 

in die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des behandelnden Psychiaters mit eingeflossen. Der 

dokumentierte psychiatrische Befund weise nur leichte Funktionsstörungen aus und es 

sei dem Versicherten eine gute Prognose bescheinigt worden. Seitens des 

behandelnden Psychiaters werde eine Teilrente für den Versicherten gewünscht, um 

diesen „psychisch zu entlasten“. Die RAD-Ärztin beurteilte das bidisziplinäre Gutachten 

als umfassend, kohärent, in sich widerspruchsfrei und nachvollziehbar, weshalb auf es 

abgestellt werden könne.

A.m  Mit Vorbescheid vom 24. Juli 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 116). Zur Begründung führte sie die 

gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung an. Das Valideneinkommen entsprach dem 

Lohn, den der Versicherte im Jahr 2011 als Baubegleiter bei seiner ehemaligen 

Arbeitgeberin erzielt hätte (Fr. 84‘500.--). Das Invalideneinkommen wurde anhand von 

Tabellenlöhnen ermittelt (Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik [LSE] 

des Jahres 2011, privater Sektor, Leistungsniveau 4) und auf Fr. 55‘598.-- festgesetzt 

(90 % von 61‘776.--, IV-act. 113). Ein Tabellenlohnabzug wurde nicht gewährt. Der IV-

Grad betrug folglich 34 %. Dagegen liess der Versicherte am 19. September 2013 

einwenden (IV-act. 122), der Arbeitsversuch von März bis Juni 2012 habe gezeigt, dass 

es ihm wegen der Schmerzen und zunehmend auch aus psychischen Gründen nicht 

möglich sei, seine Restarbeitsfähigkeit zu verwerten. Er verlangte die Gewährung eines 

Leidensabzugs von 10 - 15 % und die Zusprache einer Viertelsrente.

A.n Mit Verfügung vom 11. November 2013 wies die IV-Stelle das Rentengesuch aus 

den im Vorbescheid angegebenen Gründen ab (IV-act. 123). Zu den Einwänden 

erwiderte sie, dass kein Leidensabzug gewährt werden könne, da die Einschränkungen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

des Versicherten in der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter gebührend 

berücksichtigt worden seien.

B. 

B.a  Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 

8. Dezember 2013 „Einsprache“ bei der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

erheben (act. G 1). Die Patientenstelle Ostschweiz beantragte, dem Beschwerdeführer 

sei eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Zur Begründung führte sie an, dass der 

Beschwerdeführer die von den Gutachtern attestierte 100 %ige Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit ab 1. Februar 2013 unmöglich umsetzen könne. Dies habe der 

Arbeitsversuch gezeigt und sei auch von Dr. F.___, der den Beschwerdeführer schon 

über lange Zeit betreue, bestätigt worden. Die Ausübung auch einer adaptierten 

Tätigkeit während mehr als drei Stunden pro Tag sei unrealistisch. Der „Einsprache“ 

lag u.a. ein ärztliches Zeugnis von Dr. F.___ vom 2. Dezember 2013 bei (act. G 1.3). Dr. 

F.___ hatte erklärt, der Arbeitsversuch habe deutlich gezeigt, dass der 

Beschwerdeführer maximal zwei Stunden pro Tag arbeiten könne. Laut einem 

Sprechstundenbericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Spitals D.___ vom 

26. August 2013 (act. G 1.5) hatte der Beschwerdeführer das operierte Kniegelenk 

nach der letzten Konsultation im Juni 2011 weiter „beübt“, was zu einer Verbesserung 

der Situation geführt habe. Subjektiv seien jedoch unangenehme Restbeschwerden 

geblieben. Dr. C.___ hatte erklärt, dass sich in Anbetracht der Vorgeschichte klinisch 

und radiologisch ein gut akzeptables Ergebnis gezeigt habe. Eine Lockerung der 

Prothese liege nicht vor. Die Streckung sei vollständig möglich, die Flexion akzeptabel. 

Der Beschwerdeführer werde sich mit den Restbeschwerden (Engegefühl im operierten 

Gelenk) arrangieren müssen. In einer operativen Behandlung der Patella bacha sehe er 

keinen Sinn. Orthopädischerseits bestehe kein weiterer Handlungsbedarf. Die 

Beschwerdegegnerin leitete die „Einsprache“ am 9. Dezember 2013 

zuständigkeitshalber an das Versicherungsgericht weiter (act. G 0). Am 13. Dezember 

2013 informierte die Patientenstelle Ostschweiz das Versicherungsgericht, dass die 

Einsprache/Beschwerde gegen die Verfügung vom 11. November 2013 

fälschlicherweise der Beschwerdegegnerin zugestellt worden sei (act. G 2).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.b Am 20. Februar 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 8). Zur Begründung brachte sie vor, dass die Arbeitsfähigkeit 

medizinisch-theoretisch, d.h. nicht gestützt auf die Ergebnisse einer beruflichen 

Abklärung, zu bestimmen sei. Die vom orthopädischen Gutachter aufgeführten 

Befunde (vermehrte Bindegewebevernarbung mit Bewegungseinschränkung und 

Patella baja) vermöchten keine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu 

begründen. Der Beschwerdeführer müsse in einer adaptierten Tätigkeit als voll 

arbeitsfähig angesehen werden. Im Übrigen falle auf, dass Dr. H.___ regelmässig 

Arbeitsfähigkeiten in der angestammten Tätigkeit von gegen 60 % und adaptiert von 

90 % bescheinige. Da für die Annahme einer Beeinträchtigung in einer adaptierten 

Tätigkeit kein Raum bestehe, müsse davon ausgegangen werden, dass Dr. H.___ − wie 

üblich − bereits einen leidensbedingten Abzug in seine Arbeitsfähigkeitsschätzung 

miteinbezogen habe.

B.c  Am 4. April 2014 reichten die Ehefrau und die Kinder des Beschwerdeführers eine 

Stellungnahme ein (act. G 10). Sie machten geltend, dass sich die gesundheitliche 

Verfassung des Beschwerdeführers durch die Bestrahlungen stark verschlechtert habe.

B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 12).

Erwägungen

1.

Zunächst ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer rechtzeitig Beschwerde hat erheben 

lassen. Das Schreiben vom 13. Dezember 2013 (act. G 2) ist am selben Tag bei der 

Post aufgegeben worden. Den Akten ist nicht zu entnehmen, wann dem 

Beschwerdeführer die angefochtene Verfügung vom 11. November 2013 zugestellt 

worden war. Geht man davon aus, dass die Zustellung am 12. November 2013 erfolgt 

ist, hat die Beschwerdefrist am 13. November 2013 zu laufen begonnen und wäre am 

12. Dezember 2013 abgelaufen. Die Beschwerdeerhebung wäre mit dem Schreiben 

vom 13. Dezember 2013 daher zu spät erfolgt. Folglich müsste nun abgeklärt werden, 

ob die Verfügung tatsächlich am 12. November 2013 zugestellt worden war. Weitere 

Abklärungen wären jedoch überflüssig, wenn das Schreiben vom 8. Dezember 2013 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(act. G 1) als Beschwerde qualifiziert werden könnte. Die Vertreterin des 

Beschwerdeführers hat dieses als Einsprache bezeichnete Schreiben nämlich am 8. 

Dezember 2013 bei der Post aufgegeben. Die Beschwerdegegnerin hat das Schreiben 

gestützt auf Art. 58 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) dem Gericht weitergeleitet. Die Vertreterin 

des Beschwerdeführers hat im Schreiben eine Dreiviertelsrente beantragt und 

zusammengefasst erklärt, mit der Verfügung vom 11. November 2013 nicht 

einverstanden zu sein. Das Schreiben trug den Titel „Einsprache gegen die IV-

Verfügung vom 11.11.2013“. Gemäss Art. 56 Abs. 1 ATSG kann gegen 

Einspracheentscheide oder Verfügungen, gegen welche eine Einsprache 

ausgeschlossen ist, Beschwerde erhoben werden. Die Vertreterin des 

Beschwerdeführers ist aufgrund dieser Bestimmung wohl davon ausgegangen, dass 

gegen die Rentenverfügung zunächst Einsprache bei der Beschwerdegegnerin erhoben 

werden muss, bevor das Gericht angerufen werden kann. Sie muss also übersehen 

haben, dass gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Invalidenversicherung 

(IVG, SR 831.20) Verfügungen der IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht 

angefochten werden können. Indem die Vertreterin des Beschwerdeführers das 

Schreiben vom 8. Dezember 2013 als Einsprache betitelt hat, ist davon auszugehen, 

dass sie ein ordentliches Rechtsmittel gegen den Rentenentscheid hat ergreifen wollen, 

d.h. dass es sich beim Schreiben nicht um ein Wiedererwägungsgesuch gehandelt hat. 

Dies hat sie auch in ihrem Schreiben vom 13. Dezember 2013 an das Gericht zum 

Ausdruck gebracht. Der Beschwerdeführer hat somit seinen Anfechtungswillen 

kundgetan. Das Schreiben vom 8. Dezember 2013 ist deshalb als Beschwerde gegen 

die Verfügung vom 11. November 2013 zu behandeln. Die Beschwerde ist folglich 

rechtzeitig erhoben worden, sodass auf sie einzutreten ist.

2.

2.1  Mit der angefochtenen Verfügung vom 11. November 2013 hat die 

Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneint. Zu 

prüfen ist nachfolgend, ob diese Rentenabweisung zu Recht erfolgt ist.

2.2  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist 

gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

3.

3.1  Um den IV-Grad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

feststehen.

3.2  Der orthopädische Gutachter Dr. H.___ hat die Arbeitsfähigkeit für den Zeitraum 

Dezember 2010 bis Juni 2011 in jeglicher Tätigkeit mit Verweis auf die postoperative 

Rehabilitation auf 0 % geschätzt. Die Einräumung einer mehrmonatigen 

Rehabilitationszeit nach der Knietotalarthroplastik und Synovektomie am 17. Dezember 

2010 leuchtet vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer sich vom 10. Februar 

bis 11. März 2011 zusätzlich einer perkutanen Bestrahlung des rechten Knies hat 

unterziehen müssen, ein (IV-act. 87-15 f.). Ab Juli 2011 hat der orthopädische 

Gutachter die Arbeitsunfähigkeit wegen der Schmerzpersistenz im rechten Knie in der 

angestammten Tätigkeit auf 65 % geschätzt. Er ist dabei davon ausgegangen, dass es 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sich bei der angestammten Tätigkeit um die als körperlich schwer einzustufende 

Tätigkeit als Küchenbauer gehandelt hat, die auch die Einnahme kniender Positionen 

erfordert. Der orthopädische Gutachter hat übersehen, dass der Beschwerdeführer im 

Jahr 2000/2001 wegen Rückenbeschwerden zum Baustellenüberwacher umgeschult 

worden ist und seither auf diesem Beruf gearbeitet hat (vgl. IV-act. 48). Der 

Beschwerdeführer selbst hat angegeben, dass es sich hierbei um eine körperlich 

leichte Tätigkeit gehandelt habe. Allerdings habe er bei dieser Tätigkeit oft 

Treppensteigen und Autofahren müssen (IV-act. 66-2). Die Tätigkeit als 

Baustellenüberwacher unterscheidet sich somit stark von jener als Küchenbauer, 

mithin handelt es sich zumindest um eine überwiegend körperlich leichte Tätigkeit (die 

ehemalige Arbeitgeberin hat angegeben, dass der Beschwerdeführer selten 

mittelschwere und schwere Gewichte hat heben oder tragen müssen, siehe IV-act. 

48-5). Trotzdem beinhaltet auch sie nicht adaptierte Verrichtungen wie beispielsweise 

häufiges Treppensteigen. Für die Tätigkeit als Baustellenüberwacher kann folglich nicht 

die Arbeitsfähigkeitsschätzung für körperlich adaptierte Tätigkeiten herangezogen 

werden. Somit liegt für die Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht in der 

angestammten Tätigkeit als Baustellenüberwacher für die Zeit ab 1. Juli 2011 keine 

brauchbare Arbeitsfähigkeitsschätzung im Recht. Diese ist jedoch erforderlich, um über 

den Rentenanspruch entscheiden zu können. Denn sollte der Beschwerdeführer 

invaliditätsbedingt eine Einkommenseinbusse von 40 % oder mehr erleiden, müsste 

vor der Rentenzusprache geprüft werden, ob eine Umschulung eine Berentung 

verhindern könnte (sog. Grundsatz „Eingliederung vor Rente“). Zwar hat der 

orthopädische Gutachter die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ab 1. Juli 

2011 auf 90 % geschätzt. Aufgrund des relativ hohen Valideneinkommens 

(Fr. 84‘500.--) würde jedoch bereits ein IV-Grad über 40 % resultieren, wenn das 

Invalideneinkommen anhand des durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohns (Fr. 61‘910.-- im 

Jahr 2011, siehe Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 

2015) berechnet und ein 10 %iger Tabellenlohnabzug gewährt würde. Bezüglich der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung in einer körperlich adaptierten Tätigkeit ab 1. Juli 2011 ist 

anzumerken, dass der orthopädische Gutachter nicht begründet hat, weshalb die 

Kniebeschwerden die Arbeitsfähigkeit um 10 % beeinträchtigen sollen (beispielsweise 

Notwendigkeit vermehrter Pausen zur Entlastung des Knies und/oder verlangsamtes 

Arbeitstempo). Die Schmerzen allein reichen als Begründung nicht aus, da diese ja 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

auch während der restlichen (90 %) der Zeit, für die der Beschwerdeführer für 

arbeitsfähig erklärt worden ist, bestehen. Ausserdem hat der orthopädische Gutachter 

sich nicht mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung des Operateurs Dr. C.___, wonach der 

Beschwerdeführer in einer ideal adaptierten Tätigkeit aus medizinisch-theoretischer 

Sicht zu 100 % arbeitsfähig sei, auseinandergesetzt (siehe IV-act. 42). Aus den 

angegebenen Gründen erweist sich das orthopädische Teilgutachten von Dr. H.___ als 

unvollständig.

3.3  Der Beschwerdeführer hat geltend gemacht, der Arbeitsversuch bei der G.___ 

habe gezeigt, dass er nur drei Stunden pro Tag in einer adaptierten Tätigkeit 

arbeitsfähig sei. Dieser Argumentation ist entgegenzuhalten, dass es bei der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung darum geht, festzustellen, welche Arbeitsleistung einer 

versicherten Person aus objektiver Sicht noch zumutbar ist. Welche Leistung eine 

versicherte Person anlässlich eines Arbeitsversuchs erbringt, wird wesentlich durch 

subjektive Faktoren wie die von der versicherten Person empfundenen Schmerzen, ihre 

Motivation und ihre Willenskraft mitbestimmt. Daher kann bei der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung auf die Ergebnisse eines Arbeitsversuchs nicht abgestellt 

werden. Dies bedeutet auch, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes 

schon deshalb nicht zu überzeugen vermag, weil seine Beurteilung offensichtlich auf 

den Ergebnissen des Arbeitsversuchs basiert (siehe act. G 1.3).

3.4  Der psychiatrische Gutachter Dr. L.___ hat die Arbeitsunfähigkeit für die Zeit von 

Juli 2012 bis Januar 2013 wegen einer mittelgradigen depressiven Episode im Rahmen 

von Anpassungsstörungen in der Tätigkeit als Küchenbauer auf 40 % und in einer 

adaptierten Tätigkeit auf 30 % geschätzt. Zunächst fällt auf, dass Dr. L.___ eine 

rückwirkende Diagnosestellung und Arbeitsfähigkeitsschätzung für einen Zeitraum 

vorgenommen hat, in dem der Beschwerdeführer nicht in psychotherapeutisch-

psychiatrischer Behandlung gewesen ist. Die Diagnostik sowie die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung basieren somit nicht auf erhobenen Befunden, sondern 

einzig auf den Angaben des Beschwerdeführers. Es stellt sich daher grundsätzlich die 

Frage, ob eine solche − insbesondere psychiatrische − retrospektive Diagnosestellung 

und Arbeitsfähigkeitsschätzung lediglich gestützt auf die Angaben einer versicherten 

Person überhaupt den Beweisanforderungen des sozialversicherungsrechtlichen 

Verfahrens zu genügen vermögen. Hinzu kommt, dass der psychiatrische 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverständige − wie der orthopädische − auf eine falsche angestammte Tätigkeit, 

nämlich diejenige des Küchenbauers (statt jene des Baustellenüberwachers) abgestellt 

hat. Sodann hat er nicht erklärt, weshalb er die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit tiefer eingeschätzt hat als diejenige in einer adaptierten Tätigkeit bzw. welche 

Verrichtungen der angestammten Tätigkeit nicht adaptiert sind. Für die Zeit ab Februar 

2013 hat der psychiatrische Gutachter gestützt auf die Diagnose Anpassungsstörungen 

mit Angst und depressiver Reaktion gemischt die Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als 

Küchenbauer auf 25 % und diejenige in einer adaptierten Tätigkeit auf 0 % geschätzt. 

Auch bezüglich dieser Arbeitsfähigkeitsschätzungen ist zu bemängeln, dass auf die 

falsche angestammte Tätigkeit abgestellt worden ist und dass die Differenz zwischen 

der Arbeitsfähigkeit adaptiert und angestammt von 25 % nicht begründet worden ist. 

Des Weiteren hat Dr. L.___ nicht erklärt, woher die Überzeugung des 

Beschwerdeführers, vollständig arbeitsunfähig zu sein, stammt. Die gestellten 

Diagnosen erklären dies zumindest aus der Sicht eines medizinischen Laien nicht. Der 

Beschwerdeführer hat sich ab Januar 2013 in psychiatrisch-psychotherapeutischer 

Behandlung befunden. Der Gutachter ist über diese Behandlung informiert gewesen. 

Trotzdem hat er keinen Bericht des behandelnden Psychiaters angefordert resp. − 

soweit aus den Akten ersichtlich − nicht das telefonische Gespräch mit dem Behandler 

gesucht. Hinzu kommt, dass der psychiatrische Sachverständige angegeben hat, dass 

aus psychiatrischer Sicht kein stabiler Gesundheitszustand vorliege und die psychische 

Beschwerdesymptomatik seit Monaten in Besserung begriffen sei. Die 

Rentenzusprache für die Zukunft erfolgt gestützt auf den Sachverhalt im 

Verfügungszeitpunkt. Die Arbeitsfähigkeit für die Zukunft wird also immer gestützt auf 

eine Prognose, wie sich der Sachverhalt nach Verfügungserlass entwickeln wird, 

geschätzt. Eine solche Prognose kann nur gestellt werden, wenn der 

Gesundheitszustand im Verfügungszeitpunkt stabil gewesen ist. Dies ist vorliegend in 

psychischer Hinsicht nicht der Fall gewesen. Dementsprechend ist bereits aus diesem 

Grund eine erneute psychiatrische Begutachtung notwendig. Der von der 

Beschwerdegegnerin zu beauftragende Gutachter wird sich mit der oben angeführten 

Kritik (rückwirkende Arbeitsfähigkeitsschätzung, Abstellen auf falsche angestammte 

Tätigkeit, fehlende Begründung für die unterschiedliche Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer adaptierten Tätigkeit) sowie mit dem 

Bericht des behandelnden Psychiaters vom 14. Mai 2013 bzw. der seither 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

aufgelaufenen psychiatrischen Krankheitsgeschichte auseinandersetzen müssen. 

Schliesslich bleibt anzumerken, dass das Bundesgericht seine Rechtsprechung zu den 

somatoformen Schmerzstörungen und vergleichbaren psychosomatischen Leiden mit 

BGE 141 V 281 geändert hat. Daher wird bei der erneuten psychiatrischen 

Begutachtung zu prüfen sein, ob der diagnostizierten somatoformen autonomen 

Funktionsstörung des oberen Gastrointestinaltraktes unter Berücksichtigung der neuen 

Praxis allenfalls ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beizumessen ist.

3.5  Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des behandelnden Psychiaters Dr. J.___ vom 

14. Mai 2013 überzeugt im Übrigen nicht, da er auch die verminderte Belastbarkeit des 

Knies in seiner Einschätzung berücksichtigt hat (siehe Ziff. 1.7 des Arztberichts) und es 

sich somit nicht um eine rein psychiatrische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gehandelt 

hat. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung in somatischer Hinsicht ist jedoch nicht Aufgabe 

des Psychiaters. Hierzu fehlt ihm das erforderliche Fachwissen, wie er in seinem 

Arztbericht selber eingeräumt hat (Ziff. 1.4, unter „Prognose“).

3.6  Die Beschwerdegegnerin hat folglich den Untersuchungsgrundsatz nach Art. 43 

Abs. 1 ATSG verletzt, indem sie den Sachverhalt nicht rechtsgenüglich abgeklärt hat. 

Die Sache ist daher zur erneuten Begutachtung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Das MGSG kommt dabei für die erneute Begutachtung nicht in 

Betracht, da sie als vorbefasste Gutachterstelle als befangen gelten muss. Die 

Beschwerdegegnerin wird zudem klären müssen, ob in somatischer Hinsicht eine 

orthopädische Neubegutachtung ausreichend ist oder ob in dieser Hinsicht zusätzlich 

eine Begutachtung in einer weiteren Fachdisziplin notwendig ist. Auf jeden Fall wird 

auch eine erneute psychiatrische Abklärung erfolgen müssen. Zusammenfassend ist 

festzuhalten, dass die Sache zur erneuten bi- oder polydisziplinären Begutachtung an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.

4.

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die 

bis 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die 

Verwaltung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu werten (BGE 132 V 

215 E. 6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist 

dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 11. 

November 2013 aufgehoben und die Sache wird zur Durchführung weiterer 

Abklärungen und zur anschliessenden Neuverfügung im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 09.05.2016
	Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Rückweisung der Sache zur erneuten Begutachtung, da auf das im Recht liegende bidisziplinäre Gutachten aus verschiedenen Gründen nicht abgestellt werden kann. Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Mai 2016, IV 2013/623).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T08:14:30+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen