# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25e920ef-1395-55ed-9eda-75d1256fc7c4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-12-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.12.2023 D-6045/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6045-2023_2023-12-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6045/2023 

law/blp 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  D e z e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richter David R. Wenger, Richterin Contessina Theis, 

Gerichtsschreiber Patrick Blumer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Irak, 

vertreten durch MLaw Patrick Burger, 

(…), 

Beschwerdeführerin,  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Rechtsverzögerung. 

 

 

 

D-6045/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin suchte am 20. Oktober 2021 in der Schweiz um 

Asyl nach. 

B.  

B.a Am 27. Oktober 2021 nahm das SEM die Personalien der Beschwer-

deführerin (Übersicht Personendaten) auf. Am 2. November 2021 führte es 

mit der Beschwerdeführerin – dies jeweils im Beisein ihrer damaligen 

Rechtsvertretung – das persönliche Gespräch (Dublin-Gespräch) gemäss 

Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-

ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von ei-

nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-

stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-VO) 

durch, und am 31. Januar 2022 hörte das SEM sie einlässlich zu den Asyl-

gründen an. 

B.b Am 4. Februar 2022 wurde die Beschwerdeführerin dem erweiterten 

Verfahren zugeteilt. 

C.  

C.a Am 23. Februar 2022 zeigte MLaw B._______ dem SEM mittels Voll-

macht an, dass er die Beschwerdeführerin im Asylverfahren vertrete. 

Gleichzeitig ersuchte er nach Abschluss des Verfahrens um Akteneinsicht 

(inkl. bereits bekannter oder unwesentlicher Akten und allfälligen Überset-

zungen). 

C.b Mit Eingabe vom 2. September 2022 ersuchte MLaw C._______ um 

Auskunft über den Stand des Verfahrens. Diese Anfrage blieb unbeantwor-

tet. 

C.c Der rubrizierte Rechtsvertreter erkundigte sich beim SEM mit Schrei-

ben vom 16. Juni 2023 nach dem Verfahrensstand. Auch diese Anfrage 

blieb unbeantwortet. 

C.d Der Rechtsvertreter erkundigte sich beim SEM mit Schreiben vom 

3. August 2023 erneut nach dem Verfahrensstand. Mit E-Mail vom 13. Au-

gust 2023 wurde ihm mitgeteilt, das Dossier werde nach den Ferien der 

zuständigen Sektionschefin (retour in der Kalenderwoche 35) an die Hand 

genommen und das Asylgesuch behandelt werden. Sollte eine ergänzende 

D-6045/2023 

Seite 3 

Anhörung nötig sein, werde sich das SEM mit ihm wegen möglicher Daten 

in Verbindung setzen. 

D.  

Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 3. November 2023 liess die Be-

schwerdeführerin beim Bundesverwaltungsgericht eine Rechtsverzöge-

rungsbeschwerde einreichen. Darin wurde beantragt, es sei festzustellen, 

dass das Verfahren vor dem SEM übermässig lange dauere, und das SEM 

sei anzuweisen, das Asylverfahren ohne weitere Verzögerung mit einem 

Asylentscheid abzuschliessen. In prozessualer Hinsicht wurde zudem be-

antragt, es sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu 

gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. 

Der Beschwerde lagen die Vollmacht des Rechtsvertreters, die Verfahrens-

standanfragen vom 2. September 2022, 16. Juni 2023 (mit Abgabe- und 

Abholquittungen) und vom 3. August 2023 (mit Abgabe- und Abholquittun-

gen) sowie die Unterstützungsbedürftigkeitserklärung vom 2. November 

2023 bei. 

E.  

Der Instruktionsrichter hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung mit Zwischenverfügung vom 7. November 2023 gut. 

Zudem lud er das SEM ein, bis zum 22. November 2023 eine Vernehmlas-

sung zur Beschwerde vom 3. November 2023 einzureichen. Dieses liess 

sich am 24. November 2023 (Eingang BVGer: 27. November 2023) ver-

nehmen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1  

1.1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG, Art. 105 AsylG). 

1.1.2 Gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern einer an-

fechtbaren Verfügung kann bei der Beschwerdeinstanz, die für die Behand-

lung einer Beschwerde gegen eine ordnungsgemäss ergangene Verfü-

gung zuständig wäre, Beschwerde geführt werden (Art. 46a VwVG; vgl. 

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dazu auch MARKUS MÜLLER/PETER BIERI, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], 

Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 

2019, Rz. 3 zu Art. 46a). 

1.1.3 Das Bundesverwaltungsgericht ist damit zur Beurteilung der vorlie-

genden Beschwerde zuständig. 

1.2  

1.2.1 Rechtsverzögerungsbeschwerden richten sich gegen den Nichter-

lass einer anfechtbaren Verfügung. Die Beschwerdelegitimation setzt vo-

raus, dass bei der zuständigen Behörde zuvor ein Begehren um Erlass ei-

ner Verfügung gestellt wurde und Anspruch darauf besteht. Ein Anspruch 

ist anzunehmen, wenn die Behörde verpflichtet ist, in Verfügungsform zu 

handeln und der gesuchstellenden Person nach Art. 6 i.V.m. Art. 48 Abs. 1 

VwVG Parteistellung zukommt (vgl. BVGE 2008/15 E. 3.2 m.w.H.). 

1.2.2 Die Beschwerdeführerin hat am 20. Oktober 2021 in der Schweiz ein 

Asylgesuch gestellt. Über dieses ist bis anhin nicht befunden worden. Die 

Beschwerdeführerin ist daher zur Beschwerdeführung legitimiert. 

1.3 Gegen das unrechtmässige Verzögern einer Verfügung kann grund-

sätzlich jederzeit Beschwerde geführt werden (Art. 50 Abs. 2 VwVG). Den-

noch steht der Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung nicht völlig im Belieben 

einer beschwerdeführenden Person, zumal auch hier der Grundsatz von 

Treu und Glauben eine Grenze bildet. Der Zeitpunkt der Beschwerdeerhe-

bung ist vorliegend jedoch nicht zu beanstanden. 

1.4  

1.4.1 Die beschwerdeführende Person muss überdies darlegen, dass sie 

zur Zeit der Beschwerdeerhebung ein schutzwürdiges – mithin aktuelles 

und praktisches – Interesse an der Vornahme der verzögerten Amtshand-

lung respektive der Feststellung einer entsprechenden Rechtsverzögerung 

hat (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, Prozessieren vor dem Bun-

desverwaltungsgericht, 3. Aufl., 2022, Rz. 5.23). 

1.4.2 Das schutzwürdige Interesse der Beschwerdeführerin an der Vor-

nahme der allenfalls verzögerten Amtshandlung manifestiert sich vorlie-

gend in den aktenkundigen Eingaben, mit denen sie um beförderliche Ver-

fahrenserledigung ersucht hat, und aus der Tatsache, dass die Vorinstanz 

bis anhin noch nicht in der Sache entschieden hat. 

D-6045/2023 

Seite 5 

1.4.3 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist auf die formgerecht 

eingereichte (Art. 52 Abs. 1 VwVG) Beschwerde einzutreten. 

2.  

Die Prüfungsbefugnis des Bundesverwaltungsgerichts beschränkt sich 

vorliegend auf die Frage, ob das SEM das Rechtsverzögerungsverbot ver-

letzt hat. Im Falle einer Gutheissung der Beschwerde weist es die Sache 

mit verbindlichen Weisungen an das SEM zurück (Art. 61 Abs. 1 VwVG). 

Hingegen ist das Gericht nicht dazu befugt, sich dazu zu äussern, wie ein 

unrechtmässig verzögerter Entscheid inhaltlich hätte ausfallen sollen, da 

es – Spezialkonstellationen vorbehalten – nicht anstelle der untätig geblie-

benen Behörde entscheiden darf; andernfalls würden der Instanzenzug 

verkürzt und möglicherweise Rechte der Verfahrensbeteiligten verletzt 

(vgl. BVGE 2008/15 E. 3.1.2 m.w.H.). 

3.  

3.1 Das Verbot der Rechtsverzögerung ergibt sich als Teilgehalt aus der 

allgemeinen Verfahrensgarantie von Art. 29 Abs. 1 BV. Danach hat jede 

Person Anspruch auf eine Beurteilung ihrer Sache innert angemessener 

Frist (sog. Beschleunigungsgebot). Diese Verfahrensgarantie gilt für alle 

Sachbereiche und alle Akte der Rechtsanwendung (vgl. BGE 130 I 174 

E. 2.2 m.w.H.). 

3.2 Von einer Rechtsverzögerung im Sinne des Gesetzes ist nach Lehre 

und Praxis auszugehen, wenn behördliches Handeln zwar nicht – wie bei 

einer Rechtsverweigerung – grundsätzlich infrage steht, aber die Behörde 

nicht innert Frist handelt, die nach der Natur der Sache objektiv noch als 

angemessen erscheint. Die Frage der Angemessenheit der Dauer eines 

Verfahrens ist im Einzelfall unter Berücksichtigung der gesamten Um-

stände zu beurteilen. In Betracht zu ziehen sind dabei namentlich die Kom-

plexität der Sache, das Verhalten der betroffenen Beteiligten und der Be-

hörden, die Bedeutung des Verfahrens für die betroffene Partei sowie ein-

zelfallspezifische Entscheidungsabläufe (vgl. MÜLLER/BIERI, a.a.O., Rz. 16 

zu Art. 46a, BGE 130 I 312 E. 5.1 und 5.2 m.w.H.). Ein Verschulden der 

Behörde an der Verzögerung wird nicht vorausgesetzt, weshalb sie das 

Rechtsverzögerungsverbot auch dann verletzt, wenn sie wegen Personal-

mangels oder Überlastung nicht innert angemessener Frist handelt (vgl. 

BGE 138 II 513 E. 6.4; 107 Ib 60 E. 3.c; 103 V 190 E. 5c). Spezialgesetzli-

che Behandlungsfristen sind bei der Beurteilung der Angemessenheit der 

Verfahrensdauer zu berücksichtigen (vgl. zum Ganzen auch Urteil des 

BVGer E-1438/2018 vom 5. April 2018 E. 3.2 m.w.H.). 

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Seite 6 

4.  

4.1 In der Rechtsverzögerungsbeschwerde vom 3. November 2023 wird 

geltend gemacht, die Beschwerdeführerin habe ihr Asylgesuch vor über 

zwei Jahren in der Schweiz eingereicht. Sie sei im Februar 2022, vor 

20 Monaten, dem erweiterten Verfahren zugeteilt worden, seither hätten 

keine ersichtlichen Verfahrensschritte stattgefunden (wobei solche auch 

nicht erkennbar scheinen würden, bzw. hätten sie innert der überlangen 

Verfahrensdauer ohne Weiteres an die Hand genommen werden können). 

Das SEM habe sie trotz entsprechender Sachstandsanfragen auf jeden 

Fall nicht über allenfalls unternommene Verfahrensschritte in Kenntnis ge-

setzt. Auf die letzte Anfrage hin habe das SEM eine Bearbeitung des Asyl-

gesuchs in der Kalenderwoche 35 (28. August – 1. September 2023; An-

merkung BVGer) in Aussicht gestellt, über acht Wochen später sei noch 

immer kein Entscheid ergangen. Dies sei umso stossender, als dass sie 

aus Südirak stamme, keinerlei Verbindung nach Nordirak habe und ent-

sprechend praxisgemäss mindestens eine vorläufige Aufnahme erhalten 

dürfte (mithin dieser Aspekt in einem allenfalls zu begründenden Asylent-

scheid keine erheblichen Schwierigkeiten mit sich bringen werde). Auch 

lägen nur wenige Beweismittel bei den Akten, die in den vergangenen Mo-

naten problemlos hätten übersetzt werden können. 

Es müsse zum heutigen Zeitpunkt, insbesondere mit Blick auf die Ankün-

digung über die Gesuchsbehandlung in Kalenderwoche 35, davon ausge-

gangen werden, dass sämtliche Abklärungen in der vergangenen Zeit er-

folgt seien oder zumindest mit der notwendigen Beförderlichkeit bereits 

hätten erfolgen können. Das Verfahren erscheine seit langem spruchreif, 

und es sei deshalb von einer übermässig langen Verfahrensdauer auszu-

gehen. 

Zwar handle es sich bei den gesetzlichen (Behandlungs-)Fristen um Ord-

nungsfristen, nichtsdestotrotz zeige ihre Verankerung auf Gesetzesstufe 

deutlich den gesetzgeberischen Willen, wonach das gesamte Asylverfah-

ren bis zum allfälligen Wegweisungsvollzug maximal ein Jahr dauern sollte. 

Diese Behandlungsfristen seien vorliegend deutlich überschritten, was ge-

rade angesichts des Umstandes, dass der Beschwerdeführer (recte: die 

Beschwerdeführerin) einige Beweismittel selbst habe übersetzen lassen 

nicht nachvollziehbar sei. Es sei vorliegend von einer übermässig langen 

Verfahrensdauer auszugehen. Die Beschwerde sei gutzuheissen und das 

SEM anzuweisen, ihr Asylgesuch vom 21. September (recte: 20. Oktober) 

2021 rasch zu behandeln und einem Entscheid zuzuführen bzw. allenfalls 

erforderliche Abklärungen umgehend an die Hand zu nehmen. 

D-6045/2023 

Seite 7 

4.2 Das SEM hält in der Vernehmlassung fest, es sei sich bewusst, dass 

das Asylverfahren der Beschwerdeführerin bereits eine längere Zeit dauere 

und dass eine ergänzende Anhörung ausstehend sei. Die nach wie vor 

aussergewöhnlich hohe Anzahl Asyl- und Schutzgesuche führe leider 

dazu, dass die Behandlung der Gesuche und die Einleitung von Verfah-

rensschritten länger als üblich dauere. Vorliegend werde die Disposition 

der ergänzenden Anhörung der Beschwerdeführerin in Auftrag gegeben. 

5.  

5.1 Festzuhalten ist zunächst, dass das Bundesverwaltungsgericht Kennt-

nis von der hohen Arbeitslast beim SEM hat. Es ist deshalb grundsätzlich 

für das Gericht nachvollziehbar, dass nicht alle Verfahren innerhalb der ge-

setzlich vorgesehenen Behandlungsfristen abgeschlossen werden kön-

nen, sondern länger dauern, insbesondere dann, wenn sich noch Abklä-

rungsmassnahmen aufdrängen. Das SEM darf und muss Priorisierungen 

vornehmen (Art. 37b AsylG), was – gerade unter Berücksichtigung der aus-

serordentlichen Situation im Zuge der Ukraine-Krise – unweigerlich zur 

Überschreitung gewisser Behandlungsfristen führen kann. 

5.2 Das Asylverfahren der Beschwerdeführerin ist erstinstanzlich nunmehr 

seit mehr als 25 Monaten hängig. Soweit aus den Akten ersichtlich sind 

nach der Zuweisung ins erweiterte Verfahren am 4. Februar 2022 seitens 

des SEM keine verfahrensleitenden Handlungen und mit Blick auf die Ent-

scheidfindung auch keine weiteren Abklärungen getätigt worden. Gemäss 

der E-Mail des SEM vom 13. August 2023 an den Rechtsvertreter der Be-

schwerdeführerin würde es sich bei einem weiteren Verfahrensschritt, na-

mentlich einer ergänzenden Anhörung, mit ihm in Verbindung setzen. Dies 

ist bis heute nicht geschehen. Gemäss den Ausführungen in der Vernehm-

lassung soll vorliegend zwar zu einer ergänzenden Anhörung vorgeladen 

werden. Wann dies geschieht und wann die Anhörung stattfinden soll, geht 

aus der Vernehmlassung jedoch nicht hervor. Mangels konkreter diesbe-

züglicher Angaben bleibt weiterhin offen, in welcher Zeitspanne mit einem 

Entscheid des SEM über das erstinstanzlich seit 25 Monaten hängige Asyl-

gesuch der Beschwerdeführerin zu rechnen ist. Nachdem es seit Zuwei-

sung ins erweiterte Verfahren am 4. Februar 2022 während mehr als ein-

einhalb Jahre keine weiteren Abklärungen getätigt hat, muss sich das SEM 

angesichts seiner Untätigkeit vorhalten lassen, dass es das Asylgesuch der 

Beschwerdeführerin nicht mit der notwendigen Beförderlichkeit behandelt 

hat. Unter dem Blickwinkel von Art. 29 Abs. 1 BV ist damit eine das Be-

schleunigungsgebot verletzende Rechtsverzögerung zu bejahen. 

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Seite 8 

6.  

Aufgrund des Gesagten erweist sich die Rüge der Rechtsverzögerung als 

begründet, weshalb die Beschwerde gutzuheissen ist. Das SEM ist anzu-

weisen, das Asylgesuch der Beschwerdeführerin zu behandeln und die Sa-

che zügig einem Entscheid zuzuführen. 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

7.2 Obsiegende und teilweise obsiegende Parteien haben Anspruch auf 

eine Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Es wurde keine Kostennote eingereicht, obschon 

eine in Aussicht gestellt worden ist (vgl. Beschwerde, Ziff. 21, S. 7), wes-

halb die notwendigen Parteikosten aufgrund der Akten zu bestimmen sind 

(Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden 

Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) ist der Beschwerdeführerin zulas-

ten des SEM eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 600.– zuzuspre-

chen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-6045/2023 

Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Rechtsverzögerungsbeschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Das SEM wird angewiesen, das Asylverfahren der Beschwerdeführerin för-

derlich weiterzuführen und das Asylgesuch einem Entscheid zuzuführen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 600.– 

auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

Walter Lang Patrick Blumer 

 

 

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