# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba4db0cb-c16e-53e5-b526-2d313a83b58b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.06.2018 200 2018 267
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-267_2018-06-26.pdf

## Full Text

200 18 267 IV
LOU/REL/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 26. Juni 2018

Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Bischof

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. Januar 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2018, IV/18/267, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Ein seitens des 1968 geborenen A.________ (Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) am 26. Januar 2016 gestelltes Leistungsgesuch wies die 
IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) – nach Durchführung einer 
bidisziplinären Begutachtung der MEDAS C.________ (MEDAS) vom 
13. November 2017 (Antwortbeilage der IVB [act. IIA] 89.1) – mit Verfügung 
vom 29. Januar 2018 ab (act. IIA 100).

B.

Mit Eingabe vom 10. April 2018 erhob der Versicherte Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern und stellte folgende Rechtsbegeh-
ren: 

1. Die Beschwerdefrist soll nach Art. 41 ATSG wieder herge-
stellt werden.

2. Die unentgeltliche Rechtspflege soll gewährt und ein amtli-
cher Anwalt beigeordnet werden.

3. Die IV-Verfügung vom 29.01.2018 soll aufgehoben werden.
4. Der Leistungsanspruch soll neu beurteilt werden. Dazu soll 

das Gutachten MEDAS vom 31.11.2017 nicht berücksichtigt 
werden und entweder auf die Vorakten abgestützt oder ein 
neues psychiatrisches Gutachten bei einer fachlich geeigne-
ten Stelle eingeholt werden.

5. Der IV-Grad soll neu berechnet und eine Rente zugespro-
chen werden.

Mit prozessleitender Verfügung vom 13. April 2018 beschränkte der In-
struktionsrichter das Verfahren auf die Prüfung der Rechtzeitigkeit der Be-
schwerde bzw. auf das Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist.

In der Stellungnahme zur Rechtzeitigkeit der Beschwerde vom 24. April 
2018 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung des Gesuchs um 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2018, IV/18/267, Seite 3

Wiederherstellung der Beschwerdefrist und das Nichteintreten auf die Be-
schwerde mangels Rechtzeitigkeit. 

Mit Eingaben vom 3. Mai und 22. Mai 2018 liess der Beschwerdeführer – 
neu vertreten durch Rechtsanwältin B.________ – die Beschwerde hin-
sichtlich der Wiederherstellung der Beschwerdefrist ergänzen.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]) und die Bestimmungen über die 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 
1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) sind einge-
halten.

1.2

1.2.1 Die Beschwerde ist innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung 
des Einspracheentscheides oder der Verfügung, gegen welche eine Ein-
sprache ausgeschlossen ist, einzureichen (Art. 60 Abs. 1 ATSG). 

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Schriftliche Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist dem 
Versicherungsträger eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizeri-
schen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari-
schen Vertretung übergeben werden (Art. 39 Abs. 1 i.V.m. Art. 60 Abs. 2 
ATSG).

1.2.2 Berechnet sich eine Frist nach Tagen oder Monaten und bedarf sie 
der Mitteilung an die Parteien, so beginnt sie am Tag nach ihrer Mitteilung 
zu laufen (Art. 38 Abs. 1 ATSG).

Eine Mitteilung, die nur gegen Unterschrift des Adressaten beziehungswei-
se der Adressatin oder einer anderen berechtigten Person überbracht wird, 
gilt spätestens am siebenten Tag nach dem ersten erfolglosen Zustellungs-
versuch als erfolgt (Art. 38 Abs. 2bis ATSG).

1.2.3 Ist die gesuchstellende Person oder ihre Vertretung unverschulde-
terweise abgehalten worden, binnen Frist zu handeln, so wird diese wie-
derhergestellt, sofern sie unter Angabe des Grundes innert 30 Tagen nach 
Wegfall des Hindernisses darum ersucht und die versäumte Rechtshand-
lung nachholt (Art. 41 ATSG). 

Entschuldbare Gründe liegen nur vor, wenn die säumige Person aus 
hinreichenden, objektiven oder subjektiven Gründen davon abgehalten 
worden ist, fristgerecht zu handeln oder eine Vertretung zu bestellen und 
wenn ihr auch keine Nachlässigkeit vorzuwerfen ist (Entscheid des 
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 
16. Februar 2005, I 774/04, mit Hinweis auf BGE 119 II 86 E. 2a S. 87). 
Das Gesetz lässt die Wiederherstellung nur zu, wenn weder der Partei 
noch ihrem Vertreter für die Versäumnis ein Vorwurf gemacht werden kann 
(BGE 114 II 181 E. 2 182). 

1.2.4 Krankheit kann ein unverschuldetes, zur Wiederherstellung 
führendes Hindernis sein. Doch muss die Erkrankung derart sein, dass die 
rechtsuchende Person durch sie davon abgehalten wird, selber innert Frist 
zu handeln oder doch eine Drittperson mit der Vornahme der Prozesshand-
lung zu betrauen (BGE 119 II 86 E. 2a S. 87, 112 V 255 E. 2a S. 256). Vor-
aussetzung ist, dass die körperliche, geistige und psychische Beeinträchti-
gung jegliches auf die Fristwahrung gerichtetes Handeln wie etwa den Bei-

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zug eines (Ersatz-)Vertreters verunmöglichte (SVR 2009 UV Nr. 25 S. 92 
E. 5.3.1).

1.3

1.3.1 Es ist unbestritten (vgl. Beschwerde S. 2 „Beschwerdefrist“) und 
aufgrund der Akten (Sendungsverfolgung der Schweizerischen Post [in den 
Verfahrensakten]) erstellt, dass seitens der Schweizerischen Post am 
30. Januar 2018 erfolglos versucht worden war, die Verfügung vom 29. Ja-
nuar 2018 zuzustellen, und deshalb eine Abholungseinladung im Briefkas-
ten des Beschwerdeführers hinterlegt wurde. Ebenfalls unbestritten ist, 
dass die Postsendung innerhalb der Abholungsfrist vom 6. Februar 2018 
nicht abgeholt wurde, weshalb sie gemäss Art. 38 Abs. 2bis ATSG auf die-
sen Zeitpunkt hin als zugestellt galt (vgl. E. 1.2.2 vorstehend). Die 30tägige 
Beschwerdefirst begann damit am 7. Februar 2018 zu laufen und endete 
am 8. März 2018 (vgl. E. 1.2.1 vorstehend). Die Beschwerdeerhebung mit-
tels Postaufgabe ist unbestritten am 11. April 2018 und damit offensichtlich 
verspätet erfolgt. 

1.3.2 Indes macht der Beschwerdeführer geltend, er habe den Abhol-
schein für die eingeschriebene Postsendung zwar erhalten, diese jedoch 
nicht bei der Poststelle abgeholt, weil er den Zusammenhang zwischen 
dem Abholschein und der Verfügung aus gesundheitlichen Gründen nicht 
habe herstellen können (Beschwerde S. 2). Aufgrund seines Asperger-
Syndroms sei er in der Bildung von Zusammenhängen stark beeinträchtigt. 
Mit seiner Stellungnahme vom 5. Mai 2018 liess er auch einen Arztbericht 
des behandelnden Psychiaters Dr. med. D.________, Facharzt für Psych-
iatrie und Psychotherapie, vom 17. Mai 2018 (Beschwerdebeilage 
[act. IA] 11), einreichen. Darin wurde festgehalten, dass beim Beschwerde-
führer eine klare Einschränkung der Leistungsfähigkeit durch die Asperger-
Diagnose bestehe und zudem die Hochbegabung im Bereich der Intelligenz 
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und Beeinträchtigungen in anderen 
Lebensbereichen nicht ausschlössen. Die Hochbegabung schütze ihn bei-
spielsweise auch nicht vor einer Dekompensation in Belastungssituationen 
und auch nicht davor, seine administrativen Angelegenheiten (wohl: nicht) 
konstant zuverlässig erledigen zu können, wie das aktuelle Beispiel mit 
dem Nicht-Abholen der eingeschriebenen Sendung zeige. Diese Einschät-

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zung des behandelnden Psychiaters vermag nicht zu überzeugen, insbe-
sondere weil diese bloss allgemein gehalten ist und Dr. med. D.________ 
advokatorisch auftritt. Soweit der Arzt gerade das hier zur Diskussion ste-
hende Nicht-Abholen der Einschreibesendung als Beleg für die Einschrän-
kungen des Beschwerdeführers in administrativen Belangen anführt, kann 
ihm nicht gefolgt werden, zumal sich aus früheren medizinischen Berichten 
keine Hinweise darauf ergeben, dass der Beschwerdeführer die Folgen 
eines nicht abgeholten eingeschriebenen Briefes nicht abschätzen könnte. 
Schliesslich ist in Bezug auf den vom Beschwerdeführer eingereichten Be-
richt auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte wie 
auch behandelnde Spezialärzte wie vorliegend Dr. med. D.________ (Ent-
scheid des EVG vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4) mitunter im Hinblick 
auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu-
gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353; SVR 
2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). 

Sodann sind dem bidisziplinären (psychiatrisch/neuropsychologischen) 
MEDAS-Gutachten vom 13. November 2017 (act. IIA 89.1), welches die 
Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer Abklärungen veranlasste (vgl. 
act. IIA 83), keine Hinweise auf relevante Einschränkungen in der 
Fähigkeit, die Beschwerdefrist einhalten zu können, zu entnehmen. Die 
Fachärzte diagnostizierten zwar eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4), sowie anamnestisch ein Asperger-
Syndrom (ICD-10: F84.5), erkannten aber beiden Diagnosen keine Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit zu (S. 17). Sie hielten fest, dass das Asper-
ger-Syndrom – sollte es beim Beschwerdeführer tatsächlich vorliegen – 
milde ausgeprägt sei. Der Beschwerdeführer sei in allen angepassten 
Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig ohne Leistungseinschränkung. Die neu-
ropsychologische Untersuchung habe bei hohem IQ ein unauffälliges Test-
resultat gezeigt.

Dieses Gutachten der MEDAS erfüllt die von der höchstrichterlichen Recht-
sprechung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten An-
forderungen (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 
V 351 E. 3a S. 352), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt. Bei dem 
intellektuell hochbegabten Versicherten, der erfolgreich das Abitur ablegen, 

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zwei berufliche Ausbildungen technischer und handwerklicher Natur 
absolvieren und in der Folge über Jahre arbeiten sowie seine 
administrativen Geschäfte selbst erledigen konnte, ist nach dem Gesagten 
überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass er fähig ist, den Inhalt einer 
Abholungseinladung der Post zu erfassen und die Folgen des Nicht-
Abholens der Sendung einzuschätzen. Gemäss den Akten wurde denn bis 
anhin auch nie eine – allenfalls auch nur die administrativen Belange 
umfassende – Beistandschaft errichtet. Es kommt hinzu, dass der 
Beschwerdeführer selbst eingesteht, in erste Linie vergessen zu haben, 
den eingeschriebenen Brief abzuholen (Beschwerde S. 2).

1.4 Nach dem Dargelegten ist die verpasste Beschwerdefrist 
überwiegend wahrscheinlich auf das schuldhafte Verhalten des 
Beschwerdeführers zurückzuführen, indem dieser den Abholungstermin 
vergass (vgl. E. 1.3.2 vorstehend). Das Gesuch um Wiederherstellung der 
Beschwerdefrist ist demnach abzuweisen. Bei diesem Ergebnis kann die 
kumulative Voraussetzung der Rechtzeitigkeit des Gesuchs um 
Widerherstellung der Frist innerhalb von 30 Tagen nach Wegfall des 
Hindernisses offen bleiben.

1.5 Demnach ist auf die offensichtlich verspätete Beschwerde nicht 
einzutreten.

1.6 Dieser Entscheid fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 
Abs. 1 GSOG).

2.

2.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen. 

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Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 500.– festgesetzt 
und dem unterliegenden Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der unent-
geltlichen Rechtspflege (vgl. E. 2.3 nachfolgend) – auferlegt. 

2.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

2.3 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Prozessarmut des Beschwerdeführers ist aufgrund des mit der Be-
schwerde am 10. April 2018 eingereichten Gesuchs um unentgeltliche 
Rechtspflege mitsamt Beilagen (Beschwerdebeilage [IA] 1 - 5) ausgewie-
sen. Auch kann das Verfahren nicht als von vornherein aussichtslos be-
zeichnet werden. Das Gesuch ist gutzuheissen und Rechtsanwältin 
B.________ dem Beschwerdeführer als amtliche Anwältin beizuordnen. 

2.4 Somit ist der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzah-
lungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) – von der Zah-
lungspflicht der Verfahrenskosten zu befreien. 

2.5 Festzusetzen bleibt das amtliche Honorar von Rechtsanwältin 
B.________.

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-
ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des 
gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 

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Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.–.

Die Kostennote von Rechtsanwältin B.________ vom 22. Mai 2018 und 
insbesondere der geltend gemachte zeitliche Aufwand von 5.17 Stunden 
sind nicht zu beanstanden. Gestützt darauf ist der tarifmässige Parteikos-
tenersatz auf total Fr. 1'155.50 festzusetzen (Honorar: Fr. 1‘033.–, Mehr-
wertsteuer à 7.7 %: Fr. 82.60, Auslagen: Fr. 39.90). Das amtliche Honorar 
ist Rechtsanwältin B.________ in diesem Umfang aus der Gerichtskasse 
zu entrichten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerde-
führers gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen 
von Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Das Gesuch um Wiederherstellung der Rechtsmittelfrist wird abgewie-
sen.

2. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin wird gutgeheissen.

4. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.– werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Prozessführung wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Juni 2018, IV/18/267, Seite 10

5. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

6. Der amtlichen Anwältin, B.________, wird nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1‘155.50 festgesetzte 
Entschädigung (inkl. Auslagen und MwSt.) vergütet. Vorbehalten bleibt 
die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

7. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

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desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.