# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e914f777-0c41-5070-aeb4-7be08920ef73
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-01
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 01.02.2022 LZ210013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LZ210013_2022-02-01.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LZ210013-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichterin lic. iur.  

Ch. von Moos Würgler und Oberrichter lic. iur. A. Huizinga sowie 

Gerichtsschreiberin lic. iur. R. Blesi Keller 

Beschluss und Urteil vom 1. Februar 2022 

 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. B._____,  
Klägerinnen, Berufungsklägerinnen und Anschlussberufungsbeklagte 

 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  

2 vertreten durch Inhaberin der elterlichen Sorge A._____,  

 

gegen 

 

C._____,  
Beklagter, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Y._____,  

 

betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am 
Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, vom 15. Januar 2021 (FK200032-L) 
 

  

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

 Es wird auf die Seiten 2 f. des Urteils der Vorinstanz vom 15. Januar 2021 

verwiesen (vgl. Urk. 84).  

Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirks- 
gericht Zürich, 4. Abteilung, vom 15. Januar 2021 (Urk. 84 S. 45 ff.): 

1. Der Antrag der Klägerin 1 auf Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge für 

B._____, geboren tt.mm.2015, (Klägerin 2) wird abgewiesen und der Kläge-

rin 1 und dem Beklagten wird die gemeinsame elterliche Sorge für B._____ 

belassen. 

2. Der Beklagte wird berechtigt und verpflichtet erklärt, die Klägerin 2 wie folgt 

und auf eigene Kosten zu und mit sich auf Besuch zu nehmen: 

a) Phase I: 
jeden Samstag, beginnend ab Rechtskraft dieses Urteils, während acht 
Stunden unbegleitet, wobei diese Besuche in der Schweiz stattzufinden 
haben und die Übergaben (auch in zeitlicher Hinsicht) durch die Be-
suchsbegleitung organisiert und überwacht werden 

b) Phase II: 
jedes zweite Wochenende von Freitag nach Schulschluss bis Sams-
tagabend, 18.00 Uhr, innerhalb der Schweiz unbegleitet, wobei die 
Übergaben – sofern der Beistand dies zu gegebener Zeit als notwendig 
erachten sollte – durch die Besuchsbegleitung organisiert und über-
wacht werden 

c) Phase III: 

- jedes zweite Wochenende von Freitag nach Schulschluss bis 
Sonntagabend, 19.00 Uhr, wobei er B._____ abzuholen und an 
den Wohnsitz der Mutter zurückzubringen hat; 

 fällt das Betreuungswochenende des Vaters auf Ostern, beginnt 
seine Betreuungsverantwortung bereits ab Gründonnerstag  
nach Schulschluss oder 15.00 Uhr und dauert bis Ostermontag, 
19.00 Uhr; 

 fällt das Betreuungswochenende des Vaters auf Pfingsten,  
verlängert sich seine Betreuungsverantwortung bis Pfingstmontag, 
19.00 Uhr; 

- 3 - 

- in Jahren mit gerader Jahreszahl zusätzlich für die Weihnachtsfei-
ertage von 22.12. nach Schulschluss oder 14.00 Uhr bis zum 
26.12., 17.00 Uhr; 

- in den Jahren mit ungerader Jahreszahl über den Jahreswechsel 
vom 30.12., 14.00 Uhr, bis zum 02.01., 19.00 Uhr; 

- jeweils während der Hälfte der Schulferien, während maximal zwei 
Wochen am Stück,  

 die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien für das 
Folgejahr jeweils bis Ende des laufenden Jahres ab; im Konfliktfall 
kommt in Jahren mit gerader Jahreszahl der Klägerin 1, in Jahren 
mit ungerader Jahreszahl dem Beklagten das Entscheidungsrecht 
bezüglich der Aufteilung der Ferien zu; 

 

In der übrigen Zeit wird B._____ von der Mutter betreut. 
Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen nach gegen-
seitiger Absprache bleiben vorbehalten. 

Ist ein Elternteil aus welchen Gründen auch immer nicht in der Lage, 
die Betreuung gemäss dem hier vereinbarten Betreuungsplan selber zu 
übernehmen, ist er verpflichtet, für eine angemessene Betreuung 
B._____s durch Drittpersonen auf eigene Kosten besorgt zu sein. Eine 
Anfrage an den anderen Elternteil ist möglich; dieser ist jedoch nicht 
verpflichtet, die Betreuung zu übernehmen.  

3. Die durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Zürich er-

richtete Beistandschaft für die Klägerin 2 gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB 

wird bestätigt. 

Dem Beistand werden zusätzlich zu den bisherigen die folgenden Aufgaben 

übertragen: 

- Entscheid über den Wechsel von einer Phase des Besuchsrechts ge-
mäss Dispositivziffer 2 in die nächste bzw. nötigenfalls zurück in die 
vorherige Phase, wobei das Kindswohl als Entscheidgrundlage zu die-
nen hat; 

- Organisation und Ausgestaltung regelmässiger persönlicher Gesprä-
che zwischen der Klägerin 1 und dem Beklagten, wenn nötig mit weite-
ren Personen wie beispielsweise dem Beistand selbst, der Besuchsbe-
gleitung oder der zuständigen Kinderpsychologin der Fachstelle 
D._____, mit dem Ziel, eine solide und verantwortungsvolle elterliche 
Kommunikation aufzubauen, um die selbständige Ausübung der elterli-
chen Sorge zu ermöglichen. 

- 4 - 

4. Die Auflage der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Zürich, 

wonach B._____ nicht ohne Aufsicht mit ihrem Grossvater mütterlicherseits  

alleine sein darf, wird aufgehoben.  

5. Der Antrag der Klägerinnen auf Zusprechung eines Unterhaltsbeitrages des 

Beklagten für die Klägerin 2 wird mangels Leistungsfähigkeit des Beklagten 

abgewiesen.  

6. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 4'500.– festgesetzt. Allfällige weitere Aus-

lagen bleiben vorbehalten. 

7. Die Gerichtskosten werden der Klägerin 1 und dem Beklagten je zur Hälfte 

auferlegt. Die Kosten beider Parteien werden zufolge Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Staatskasse genommen. Die 

Klägerin 1 und der Beklagte werden auf die Nachzahlungspflicht gemäss 

Art. 123 ZPO hingewiesen. 

8. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

9. [Mitteilungssatz] 

10. [Rechtsmittelbelehrung]  

 

Berufungsanträge: 

der Klägerinnen, Berufungsklägerinnen und Anschlussberufungsbeklagten 
1 und 2: 
 
in der Hauptberufung (Urk. 83 S. 2 ff.): 
 

"1. In Abänderung von Ziffer 2 des angefochtenen Urteils sei der Be-
klagte berechtigt und verpflichtet zu erklären, die Klägerin 2 wie 
folgt auf eigene Kosten zu sich und mit sich auf Besuch zu neh-
men, wobei er zu verpflichten sei, den deutschen Pass der Kläge-
rin 2 bis zum Beginn von Phase 4 der Klägerin 1 zu überlassen 
oder dem Beistand: 

 
 

 

- 5 - 

 Phase 1: 
 Ab Rechtskraft des Urteils bis zum Eintritt der Klägerin 2 in die 

zweite Klasse begleitet an drei Samstagen pro Monat während 
acht Stunden mit Ausnahme von fünf Samstagen während den 
Ferien der Klägerin 1 mit der Klägerin 2. 

 

 Phase 2: 
 Ab Eintritt der Klägerin 2 in die zweite Klasse bis zu ihrem Eintritt 

in die dritte Klasse an drei Samstagen pro Monat während acht 
Stunden mit Ausnahme von fünf Samstagen während den Ferien 
der Klägerin 1 mit der Klägerin 2, wobei diese Besuche in der 
Schweiz stattzufinden haben und die Übergaben (auch in zeitli-
cher Hinsicht) durch die Besuchsbegleitung organisiert und über-
wacht werden sollen sowie der Beklagte verpflichtet werden soll, 
seine sämtlichen Reisepapiere während der Besuchszeit bei der 
Besuchsbegleitung zu deponieren.  

 

 Phase 3: 
 Ab Eintritt der Klägerin 2 in die dritte Klasse bis zu ihrem Eintritt in 

die vierte Klasse jedes zweite Wochenende von Freitag nach 
Schulschluss bis Samstagabend 18 Uhr innerhalb der Schweiz 
unbegleitet, wobei die Übergaben (auch in zeitlicher Hinsicht) 
durch die Besuchsbegleitung organisiert und überwacht werden 
sollen sowie der Beklagte verpflichtet werden soll, seine sämtli-
chen Reisepapiere während der Besuchszeit bei der Besuchsbe-
gleitung zu deponieren. 

 

 Phase 4: 
 Ab Eintritt der Klägerin 2 in die vierte Klasse: 
 a) In Jahren mit gerader Jahreszahl ab Gründonnerstag nach 

Schulschluss bis Ostermontag 19 Uhr.  
 b) In Jahren mit ungerader Jahreszahl ab Freitag vor Pfingsten 

nach Schulschluss bis Pfingstmontag 19 Uhr.  
 c) Jedes Jahr über Auffahrt von Mittwoch nach Schulschluss 

bis Sonntag 19 Uhr. 
 d) Jedes Jahr an Sechseläuten von Freitag nach Schulschluss 

bis Montag 19 Uhr.  
 e) Jedes Jahr mit gerader Jahreszahl am Knabenschiessen 

von Freitag nach Schulschluss bis Montag 19 Uhr. 
 f) Jedes Jahr in der zweiten Jahreshälfte an zwei Wochenen-

den, die je um einen Jokertag am Montag oder Freitag ver-
längert werden sollen. 

 g) Jedes Jahr an sechs weiteren Wochenenden von Freitag-
abend bis Sonntagabend, wobei der Beklagte zu verpflichten 

- 6 - 

sei, diese Wochenenden mit B._____ in der Schweiz zu ver-
bringen. 

 h) Jährlich während sieben Wochen in den Schulferien: 
- In Jahren mit gerader Jahreszahl je eine Woche in den 

Sport-, Frühlings- und Herbstferien, zwei Wochen in den 
Sommerferien und während den gesamten Weihnachtsfe-
rien (zwei Wochen).  

- In Jahren mit ungerader Jahreszahl je eine Woche in den 
Sport-, Frühlings- und Weihnachtsferien, zwei Wochen in 
den Sommerferien und während den gesamten Herbstfe-
rien (zwei Wochen). 

 Bezüglich der letzten drei Abschnitte von Ziffer 2 sei das  
vorinstanzliche Urteil zu bestätigen. 

2. In Abänderung von Ziffer 3 des angefochtenen Urteils sei dem 
Beistand nur die zweitgenannte zusätzliche Aufgabe zu übertra-
gen. 

3. In Abänderung von Ziffer 5 des angefochtenen Urteils sei der Be-
klagte zu verpflichten, der Klägerin 2 folgende Unterhaltsbeiträge 
zu bezahlen (nur Barbedarf), zuzüglich allfälliger gesetzlicher- 
oder vertraglicher Kinder- oder Familienzulagen: 

 - rückwirkend ab Mitte November 2019 bis und mit August 
2023 Fr. 801.– monatlich; 

 - ab September 2023 bis zum Abschluss einer angemesse-
nen Erstausbildung der Klägerin 2 monatlich Fr. 91[3].–, 
auch über deren Mündigkeit hinaus. 

 Diese Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexieren. 
 Es sei Vormerk zu nehmen davon, dass der Bedarf der Klägerin 2 

damit nicht gedeckt ist. 
4. Der Klägerin 1 sei für das vorliegende Berufungsverfahren die 

unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und in der Person 
der Unterzeichnenden eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bei-
zugeben.  

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien der Klägerin 1 und 
dem Beklagten je zur Hälfte aufzuerlegen, und die beiderseitigen 
Parteientschädigungen seien wettzuschlagen." 

 
 
in der Anschlussberufungsantwort (Urk. 116 S. 1 f.): 
 

"1. Der Antrag des Beklagten auf Abänderung seines Besuchsrechts 
sei vollumfänglich abzuweisen, 

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 eventualiter sei dem Beklagten ein Tages- bzw. Wochenendbe-
suchsrecht alle drei statt alle zwei Wochen, im Übrigen aber ge-
mäss den Berufungsanträgen der Klägerin zu gewähren. 

2. Der Antrag des Beklagten auf Aufhebung der Beistandschaft für 
B._____ sei abzuweisen, und auf seinen Antrag betreffend 
Wechsel in der Person des Beistandes sei nicht einzutreten. 

3. Der Antrag des Beklagten auf Festlegung von moderierten El-
terngesprächen sei abzuweisen, unter Beibehaltung von Ziffer 3 
Abs. 2 al. 2 des vorinstanzlichen Urteils. 

4. In Abänderung des vorinstanzlichen Entscheides sei der Beklagte 
zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen für die Klägerin 2 in mindes-
tens folgender Höhe zu verpflichten: 

 4.1. Fr. 689.– ab Mitte November 2019 bis 31. März 2021. Damit 
bliebe der Netto-Bedarf von B._____ in der Höhe von 
Fr. 711.– ungedeckt. 

 4.2. Fr. 1'032.– ab 1. April 2021. Damit bliebe der Netto-Bedarf 
von B._____ in der Höhe von Fr. 368.– ungedeckt. 

 4.3. Fr. 1'391.– ab einem vom Obergericht festzulegenden Zeit-
punkt zirka drei Monate nach Erlass des Endentscheides bis 
zum Eintritt in die Oberstufe (31. Juli 2027). 

 4.4. Ab Eintritt von B._____ in die Oberstufe (1. August 2027) bis 
zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemesse-
nen Erstausbildung Fr. 1'106.–. 

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich (7.7% Mehr-
wertsteuer) zu Lasten des Beklagten." 

 
 
des Beklagten, Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsklägers: 
 
in der Berufungsantwort und Anschlussberufungsbegründung (Urk. 101 S. 2 f.): 
 

"1. Die Anträge der Klägerinnen mit Berufung vom 08.03.2021 seien 
vollumfänglich abzuweisen. 

2.1. Stattdessen sei in Abänderung von Ziff. 2 des angefochtenen Ur-
teils des Bezirksgerichts Zürich vom 15.01.2021 (Geschäfts-Nr. 
FK200032-L/U) der Beklagte berechtigt und verpflichtet zu erklä-
ren, Tochter B._____ alle drei Wochen von jeweils Freitag nach 
Schulschluss bis Sonntag 19:00 Uhr, auf eigene Kosten zu be-
treuen. 

2.2. Die Umgänge sollen dabei unbegleitet stattfinden und der Um-
gangsort soll frei wählbar sein. Die Übergaben sollen ab Rechts-
kraft des Urteils für weitere sechs Monate begleitet werden. Als 
Übergabeort sei die Wohnadresse der Klägerin festzulegen. 

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2.3. Zusätzlich sei der Beklagte für berechtigt und verpflichtet zu erklä-
ren, Tochter B._____ während zwei Dritteln der Schulferien auf 
eigene Kosten zu sich zu nehmen, während maximal drei Wo-
chen am Stück. Schliessen sich Ferienzeiten an die Besuchswo-
chenenden an, so seien die Ferientage zusätzlich zu gewähren, 
dasselbe bei Feiertagen. 

 Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien für das 
Folgejahr jeweils bis Ende des laufenden Jahres ab; im Konflikt-
fall kommt in Jahren mit gerader Jahreszahl der Klägerin 1, in 
Jahren mit ungerader Jahreszahl dem Beklagten das Entschei-
dungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu.  

2.4. Die Regelung der Vorinstanz mit Urteil vom 15.01.2021 (Ge-
schäfts-Nr. FK200032-L/U) betreffend Feiertage gemäss Ziff. 2c 
sei beizubehalten und um B._____s Geburtstag zu ergänzen, 
wobei die Betreuung abwechselnd in geraden und ungeraden 
Jahren festzulegen sei. 

2.5. Dem Beklagten sei zusätzlich das Recht zu gewähren, wöchent-
lich mit B._____ zu telefonieren oder zu skypen, jeweils mitt-
wochs zwischen 18.30 Uhr bis 19.30 Uhr. 

3. Es sei umgehend für B._____ ein Rechtsbeistand für das vorlie-
gende Verfahren einzusetzen. 

4.1. Die Beistandschaft für B._____ sei aufzuheben. 
4.2. Eventualiter sei die Beistandschaft gemäss Urteil der Vorinstanz 

vom 15.01.2021 (Geschäfts-Nr. FK200032-L/U) im Sinne von 
Ziff. 3 fortzusetzen, wobei der bisherige Beistand E._____ seines 
Amtes zu entheben und stattdessen jemand anderes einzusetzen 
sei.  

5. Es seien jährlich mindestens sechs moderierte Elterngespräche 
für eine Dauer von zwei Jahren ab Rechtskraft des Urteils festzu-
legen. Die Moderationsbegleitung sei durch die Parteien einver-
nehmlich innerhalb von sechs Wochen nach Eintreten der 
Rechtskraft des Urteils zu regeln. Ist eine gütliche Einigung inner-
halb der Frist nicht möglich, übertragen die Parteien die Auswahl 
der Moderationsbegleitung der KESB Zürich. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin. 
7. Dem Beklagten sei die unentgeltliche Rechtspflege und Rechts-

vertretung in der Person des Unterzeichnenden zu gewähren." 
 
 
in der Stellungnahme zur Anschlussberufungsantwort (Urk. 133 S. 2): 
 

"1. An den bisher gestellten Anträgen wird vollumfänglich festgehal-
ten. 

2. Die Anträge der Klägerin seien vollumfänglich abzuweisen. 

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3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin." 
 
 

Erwägungen: 

I. 

 1.1. Die Klägerin 1, Berufungsklägerin 1 und Anschlussberufungsbeklagte 1 

(fortan: Klägerin 1) und der Beklagte, Berufungsbeklagte und Anschlussberu-

fungskläger (fortan: Beklagter) sind die unverheirateten Eltern der am tt.mm.2015 

geborenen B._____ (Klägerin 2, Berufungsklägerin 2 und Anschlussberufungsbe-

klagte 2 [fortan: Klägerin 2 oder B._____]). Sie haben die gemeinsame elterliche 

Sorge für ihr Kind inne. Von Mai 2015 bis Dezember 2017 lebte die Familie ge-

meinsam in F._____ (Deutschland). Die Klägerin 1 arbeitete ab Februar 2017 je-

weils an etwa zwei bis drei Tagen pro Woche in Zürich. Im Dezember 2017 ver-

legte sie ihren Lebensmittelpunkt ganz nach Zürich und die Klägerin 2 wurde ab-

wechslungsweise vom Beklagten in F._____ und von der Klägerin 1 in Zürich be-

treut. Vom 3. September 2018 bis zum 9. März 2019 lebte B._____ im Einver-

ständnis des Beklagten bei der Klägerin 1 in Zürich. Sie hatte regelmässigen Um-

gang mit dem Beklagten. Wegen Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den 

Eltern sowie belasteten Übergaben ordnete die Kindes- und Erwachsenenschutz-

behörde der Stadt Zürich (fortan: KESB Zürich) mit Beschluss vom 19. Februar 

2019 für B._____ eine Beistandschaft im Sinn von Art. 308 Abs. 2 ZGB an. Zum 

Beistand wurde E._____ ernannt (Urk. 4A/30 S. 10, Dispositiv-Ziffern 7 und 8; 

sowie zum Ganzen vgl. Urk. 84 S. 5, E. 1.1.).  

 1.2. Nach Beendigung einer regulären Besuchswoche am 9. März 2019 be-

hielt der Beklagte B._____ entgegen der geltenden Betreuungsregelung bei sich 

zurück. Vermittlungsversuche und Aufforderungen seitens des Beistands sowie 

der KESB Zürich, B._____ sei sofort zur Mutter zurückzubringen, blieben erfolg-

los. Der Beklagte begründete dieses Verhalten damit, seine Tochter sei in der 

Schweiz  

sexuellen Übergriffen, möglicherweise von Seiten des Grossvaters mütterlicher-

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seits, ausgesetzt. Das Rückführungsverfahren endete mit dem Beschluss des 

Amtsgerichts Jena vom 29. August 2019, welcher durch das Thüringer Oberlan-

desgericht am 28. Oktober 2019 bestätigt wurde und die Rückführung B._____s 

in die Schweiz anordnete. Der Beklagte setzte sich erfolglos gegen die Vollstre-

ckung dieses Verdikts zur Wehr und B._____ wurde am 13. November 2019 wie-

der nach Zürich zur Klägerin 1 gebracht. Am 18. Dezember 2019 beschloss die 

KESB Zürich, nachdem der persönliche Verkehr des Beklagten mit B._____ mit 

Zirkulationsbeschluss vom 15. November 2019 zunächst superprovisorisch sistiert 

worden war, die Einrichtung eines begleiteten Besuchsrechts in einem 1:1-Setting 

während vier Stunden wöchentlich. Das begleitete Besuchsrecht wurde auf ein 

Jahr ab dem ersten Besuch beschränkt. Die Beistandschaft wurde erweitert und 

umfasst seither Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB (vgl. Urk. 4/5 S. 12 f., Dispositiv-Ziffern 

1 und 4; sowie zum Ganzen Urk. 84 S. 5 f., E. 1.2.). 

 2.1. Die vorliegende Klage wurde am 13. März 2020 angehoben (vgl. Urk. 1 

und 2). Umstritten waren vor Vorinstanz die Zuteilung der elterlichen Sorge, das 

Besuchsrecht des Beklagten sowie die vom Beklagten an die Klägerin 2 zu zah-

lenden Unterhaltsbeiträge. Der Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens ist dem 

angefochtenen Entscheid zu entnehmen (Urk. 84 S. 5 ff.). Am 15. Januar 2021 

erging das eingangs angeführte Urteil. 

 2.2. Gegen dieses Urteil haben die Klägerinnen 1 und 2 mit Eingabe vom 

8. März 2021 (gleichentags zur Post gegeben) Berufung (Urk. 83) und der Beklag-

te am 11. Mai 2021 Anschlussberufung (Urk. 101) mit den eingangs angeführten 

Begehren erhoben. Die weiteren Stellungnahmen und Eingaben wurden je der 

Gegenpartei zur Kenntnis gebracht (vgl. Urk. 116; Urk. 123; Urk. 125; Urk. 133; 

Urk. 140; Urk. 143). Es wurde ein Bericht beim Beistand von B._____ eingeholt 

(vgl. Urk. 118). Der Antrag des Beklagten auf Einsetzung eines Rechtsbeistandes 

für die Klägerin 2 wurde mit Beschluss der Kammer vom 6. Juli 2021 abgewiesen 

(Urk. 125 S. 5 ff. und S. 9, Dispositiv-Ziffer 1). Mit Beschluss vom 9. September 

2021 wurde das Besuchsrecht vorsorglich für die Dauer des Berufungsverfahrens 

geregelt (vgl. Urk. 144). Das Begehren der Klägerinnen 1 und 2 um Abänderung 

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des vorsorglich angeordneten Besuchsrechts wurde mit Beschluss vom 2. De-

zember 2021 abgewiesen (vgl. Urk. 155).  

 Mit Eingabe vom 15. Dezember 2021 ersuchte der Beklagte um Ergänzung 

bzw. Erläuterung der Dispositiv-Ziffer 1 des Beschlusses vom 9. September 2021 

(vgl. Urk. 156). Die Klägerinnen 1 und 2 haben diesbezüglich keine Stellungnah-

me eingereicht (vgl. Urk. 159; Verfügung vom 16. Dezember 2021 inkl. Emp-

fangsscheine). Vorliegend ergeht der Endentscheid in der Sache. Es wird dem 

Beklagten ein Besuchsrecht zuerkannt. Dieses tritt an die Stelle der für die Dauer 

des Verfahrens getroffenen vorsorglichen Regelung, weshalb es dem Beklagten 

nunmehr an einem rechtlich geschützten Interesse an der Beurteilung seines Be-

richtigungsgesuchs fehlt. Auf dieses ist nicht einzutreten.  

 3.1. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine un-

richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und 

Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung. Abgese-

hen von offensichtlichen Mängeln hat sich das Berufungsgericht grundsätzlich auf 

die Beurteilung der in der Berufung und Berufungsantwort gegen das erstinstanz-

liche Urteil erhobenen Beanstandungen zu beschränken. Die Rügen der Parteien 

geben mithin das Prüfungsprogramm der Berufungsinstanz vor; der angefochtene 

Entscheid ist grundsätzlich nur auf die gerügten Punkte hin zu überprüfen. Der 

Berufungskläger hat mittels klarer Verweisungen auf die Ausführungen vor der 

Vorinstanz zu zeigen, wo er die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Be-

streitungen und Einreden erhoben hat. Die Parteien haben die von ihnen kritisier-

ten Erwägungen des angefochtenen Entscheids wie auch die Aktenstücke, auf die 

sie ihre Kritik stützen, genau zu bezeichnen (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 

4A_580/2015 vom 11.04.2016, E. 2.2 [nicht publiziert in BGE 142 III 271]). Was 

nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderungen genügenden Weise 

beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden. 

Es ist nämlich nicht Sache der Rechtsmittelinstanz, die Akten und die Rechts-

schriften der Vorinstanz zu durchforsten, um festzustellen, was welche Partei wo 

ausgeführt hat. In rechtlicher Hinsicht ist das Berufungsgericht, in Anwendung des 

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Grundsatzes iura novit curia, bei dieser Prüfung jedoch weder an die Erwägungen 

der ersten Instanz noch an die mit den Rügen vorgetragenen Argumente der Par-

teien gebunden. In tatsächlicher Hinsicht ist es nicht an die Feststellungen des 

erstinstanzlichen Gerichts gebunden, auch wenn mangels entsprechender Sach-

verhaltsrügen der Parteien im Berufungsverfahren der erstinstanzliche Entscheid 

nach dem Gesagten in der Regel als Grundlage des Rechtsmittelverfahrens dient 

(vgl. zum Ganzen BGE 144 III 394 E. 4.1.4 m.H.). Das Berufungsgericht kann die 

Rügen der Parteien folglich auch mit abweichenden Erwägungen gutheissen oder 

abweisen (sog. Motivsubstitution; BGer 2C_124/2013 vom 25.11.2013, E. 2.2.2; 

für das Verfahren vor Bundesgericht: BGE 138 III 537 E. 2.2 und BGE 137 III 385 

E. 3). Die formellen Begründungsanforderungen gelten in gleicher Weise für die 

Anschlussberufung und sinngemäss auch für die Berufungsantwort (BGer 

4A_580/2015 vom 11.04.2016, E. 2.2 m.w.Hinw., nicht publiziert in BGE 142 III 

271). In diesem Rahmen ist auf die Parteivorbringen einzugehen, soweit dies für 

die Entscheidfindung erforderlich ist (BGE 141 III 28 E. 3.2.4 m.w.H.). 

 3.2. Im Berufungsverfahren sind neue Tatsachenvorbringen und Beweismit-

tel nur zulässig, wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz 

vorgebracht werden konnten (und ohne Verzug vorgebracht werden; Art. 317 Abs. 

1 ZPO). Dies gilt hingegen nicht für Verfahren, welche - wie vorliegend - der um-

fassenden Untersuchungsmaxime unterstehen. Hier können die Parteien Noven 

vorbringen, selbst wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht er-

füllt sind (BGE 144 III 351 E. 4.2.1). 

 4. Die Klägerinnen 1 und 2 sowie der Beklagte sind durch das angefochtene 

Urteil im Umfang ihrer Berufungs- und Anschlussberufungsanträge beschwert. Es 

handelt sich um einen berufungsfähigen Entscheid (Art. 308 ZPO). Die Berufung 

und die Anschlussberufung wurden form- und fristgerecht erhoben (Art. 311 Abs. 

1 ZPO; vgl. insbesondere Urk. 83 und Urk. 101). Unter dem Vorbehalt rechtsge-

nügender Begründung ist auf die Berufung sowie die Anschlussberufung grund-

sätzlich einzutreten.   

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 5. Mit der Haupt- und Anschlussberufung nicht angefochten werden die Dis-

positiv-Ziffern 1 (elterliche Sorge) und 4 (Aufhebung Auflage KESB Zürich betref-

fend Grossvater mütterlicherseits). Die Rechtskraft dieser Ziffern ist vorzumerken.  

 

II. 

 Umstritten ist das dem Beklagten zustehende Besuchsrecht, die Beistand-

schaft für die Klägerin 2 sowie die vom Beklagten an die Klägerin 2 zu zahlenden 

Unterhaltsbeiträge.  

 A) Besuchsrecht 

 1.1. Die Vorinstanz sprach dem Beklagten ab Rechtskraft des angefochte-

nen Urteils ein unbegleitetes Besuchsrecht von acht Stunden an jedem Samstag 

zu, wobei die Besuche in der Schweiz stattzufinden haben und die Übergaben 

(auch in zeitlicher Hinsicht) durch die Besuchsbegleitung organisiert und über-

wacht werden (Phase I). In einer Phase II wurde dem Beklagten ein unbegleitetes 

Besuchsrecht an jedem zweiten Wochenende von Freitag nach Schulschluss bis 

Samstagabend, 18.00 Uhr, zugesprochen, wobei die Besuche weiterhin innerhalb 

der Schweiz zu erfolgen haben und die Übergaben – sofern der Beistand dies zu 

gegebener Zeit als notwendig erachten sollte – durch die Besuchsbegleitung zu 

organisieren und überwachen sind. In der Phase III sollten die Besuche jedes 

zweite Wochenende von Freitag nach Schulschluss bis Sonntagabend, 19.00 

Uhr, stattfinden, unter Verlängerung der Wochenenden, wenn ein Betreuungswo-

chenende auf Ostern oder Pfingsten fällt. Sodann wurden ab dieser Phase die 

Weihnachtsfeiertage und der Jahreswechsel geregelt. Weiter wurde dem Beklag-

ten ein Ferienbesuchsrecht im Umfang der Hälfte der Schulferien gewährt (Urk. 

84 S. 30 ff. und S. 45 f., Dispositiv-Ziffer 2). Die Entscheidbefugnis über den 

Wechsel von einer Phase des Besuchsrechts in die nächste bzw. nötigenfalls zu-

rück, wurde dem Beistand übertragen (Urk. 84 S. 46, Dispositiv-Ziffer 3 Abs. 2 al. 

2).  

- 14 - 

 1.2. Die Klägerinnen 1 und 2 befürchten, dass der Beklagte B._____ nach 

einem Besuch erneut zurückbehält, darum soll der Beklagte B._____ bis zu ihrem 

Eintritt in die zweite Klasse nur begleitet sehen. Hernach soll er B._____ bis zu 

einem Alter, in welchem sie sich selbst besser gegen eine Zurückbehaltung zur 

Wehr setzen könne, nur in der Schweiz und unter gewissen Sicherungsmass-

nahmen sehen (Urk. 83 S. 6 und S. 29 f.; Urk. 116 S. 2). Entsprechend beantra-

gen die Klägerinnen mit der Hauptberufung bis zum Eintritt der Klägerin 2 in die 

zweite Klasse begleitete Besuche an drei Samstagen pro Monat während acht 

Stunden - mit Ausnahme von jährlich fünf Samstagen während den Ferien der 

Klägerin 1 mit der Klägerin 2. Ab Eintritt der Klägerin 2 in die zweite Klasse sollen 

die Besuche quantitativ im gleichen Ausmass stattfinden, nunmehr jedoch unbe-

gleitet. Die Besuche hätten aber weiterhin in der Schweiz stattzufinden, die Über-

gaben seien (auch in zeitlicher Hinsicht) durch die Besuchsbegleitung zu organi-

sieren und zu überwachen und der Beklagte sei zu verpflichten, während der Be-

suchszeit seine sämtlichen Reisepapiere bei der Besuchsbegleitung zu deponie-

ren. Ab Eintritt der Klägerin 2 in die dritte Klasse sollen die Besuche jedes zweite 

Wochenende von Freitag nach Schulschluss bis Samstagabend 18.00 Uhr unbe-

gleitet stattfinden; dies unter denselben Bedingungen wie in der vorangegange-

nen Phase. Zudem soll der Beklagte bis zum Eintritt der Klägerin 2 in die vierte 

Klasse bei den Besuchen jeweils den deutschen Pass der Klägerin 2, der Klägerin 

1 oder dem Beistand überlassen. Ab Eintritt der Klägerin 2 in die vierte Klasse 

beantragen die Klägerinnen unbegleitete Besuche auch ausserhalb der Schweiz; 

dies an namentlich angeführten, verlängerten Wochenenden (Auffahrt, Ostern 

etc.) sowie jedes Jahr in der zweiten Jahreshälfte an zwei Wochenenden, die je 

um einen Jokertag am Montag oder Freitag verlängert werden. Zudem soll dem 

Beklagten jedes Jahr an sechs weiteren Wochenenden von Freitagabend bis 

Sonntagabend ein Besuchsrecht zuerkannt werden, wobei der Beklagte zu ver-

pflichten sei, diese Wochenenden mit B._____ in der Schweiz zu verbringen. Wei-

ter sei dem Beklagten ein Ferienbesuchsrecht von jährlich sieben Wochen in den 

Schulferien zuzugestehen (vgl. Urk. 83 S. 2 f.).  

 1.3. Der Beklagte beantragt in der Anschlussberufung ein unbegleitetes Be-

suchsrecht alle drei Wochen von jeweils Freitag nach Schulschluss bis Sonntag, 

- 15 - 

19.00 Uhr, wobei die Umgänge unbegleitet stattzufinden haben und der Um-

gangsort frei wählbar sein soll. Die Übergaben sollen ab Rechtskraft des Urteils 

für weitere sechs Monate begleitet werden. Als Übergabeort sei die Wohnadresse 

der Klägerin festzulegen. Sodann beantragt der Beklagte die Zusprechung eines 

Ferienbesuchsrechts im Umfang von zwei Dritteln der Schulferien (vgl. Urk. 101 

S. 2). 

 2.1. Eltern, denen die Obhut nicht zusteht, und das minderjährige Kind ha-

ben gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr (Art. 273 

Abs. 1 ZGB).  

 2.2. B._____ ist heute rund sechseinhalb Jahre alt. Mit der Vorinstanz ist 

davon auszugehen, dass zwischen den Parteien Einigkeit darüber besteht, dass 

der Beklagte ein Recht auf persönlichen Verkehr hat (vgl. Urk. 84 S. 34). Die Er-

ziehungsfähigkeit des Beklagten wird denn nicht in Frage gestellt. Auch den Akten 

können keine konkreten Anhaltspunkte entnommen werden, welche daran zwei-

feln liessen. Dem Beklagten allein aufgrund der Tatsache, dass er B._____ zu-

rückbehielt, die Erziehungsfähigkeit abzusprechen, ginge fehl. Sodann gehen die 

Parteien übereinstimmend davon aus, dass B._____ durch die Rückbehaltung 

durch den Beklagten nicht in ihrer Entwicklung geschädigt wurde (vgl. hierzu die 

Ausführungen im Rahmen der vorsorglichen Massnahmen in Urk. 91 S. 8 und 

Urk. 107 S. 4 f.). Gestützt auf die Aktenlage sowie die Behauptungen der Parteien 

ist davon auszugehen, dass sich B._____ bis anhin altersgerecht entwickelt hat 

(vgl. insbesondere Urk. 118 S. 1 Ziffer 1 sowie Urk. 152/2 S. 4). B._____ hat so-

wohl zur Klägerin 1 als auch zum Beklagten nach wie vor eine innige Beziehung. 

Sie genoss die begleiteten Kontakte mit dem Beklagten, welche bis Mitte Mai 

2021 wöchentlich stattfanden (Urk. 118 S. 2 Ziffer 5.b.). Gemäss der Klägerin 1 

liebt B._____ ihren Vater, hat aber auch Mitleid mit ihm, weil er ohne sie leben 

müsse (Urk. 116 S. 9). Dem Beklagten steht ein Besuchsrecht zu. Entsprechend 

wurde ihm mit Beschluss der Kammer vom 9. September 2021 für die Dauer des 

Berufungsverfahrens ein Besuchsrecht an jedem zweiten Samstag während 

sechs Stunden zugesprochen, wobei die Besuche bis zum 30. November 2021 

begleitet stattzufinden hatten (vgl. Urk. 144). Unbestritten blieb sodann, dass sich 

- 16 - 

B._____ ausgedehntere Besuche als einige Stunden pro Woche mit dem Beklag-

ten wünscht. Sie möchte Zeit allein mit dem Beklagten verbringen und wünscht 

Kontakt zum väterlichen Beziehungsnetz in Deutschland (Urk. 101 S. 10 f. und 

S. 13; Urk. 116; Urk. 133 S. 4; Urk. 140 S. 1).  

 

 

 3. Begleitete oder unbegleitete Besuche/Umgangsort  

 3.1. Wird das Wohl des Kindes durch den persönlichen Verkehr gefährdet, 

üben die Eltern ihn pflichtwidrig aus, haben sie sich nicht ernsthaft um das Kind 

gekümmert oder liegen andere Gründe vor, kann ihnen das Recht auf persönli-

chen Verkehr verweigert oder entzogen werden (Art. 274 Abs. 2 ZGB). Pflichtwid-

rige Ausübung des Besuchsrechts liegt mitunter vor, wenn der Besuchsberechtig-

te seine Loyalitätspflicht nach Art. 273 Abs. 1 ZGB verletzt oder die Besuche be-

nutzt werden, um das Kind ins Ausland zu entführen bzw. diese Gefahr konkret 

besteht (vgl. BSK ZGB I-Schwenzer/Cottier, Art. 274 N 2 und 6).  

 Können die negativen Auswirkungen durch eine besondere Ausgestaltung 

des Besuchsrechts begrenzt werden, so verbieten das Persönlichkeitsrecht des 

nicht obhutsberechtigten Elternteils, der Grundsatz der Verhältnismässigkeit, aber 

auch der Sinn und Zweck des persönlichen Verkehrs dessen gänzliche Unterbin-

dung. Eine Möglichkeit, das Besuchsrecht besonders auszugestalten, besteht in 

der Anordnung, die Besuche in Anwesenheit einer Drittperson durchzuführen. 

Entsprechend verbieten der Grundsatz der Verhältnismässigkeit wie auch der 

Sinn und Zweck des persönlichen Verkehrs dessen gänzliche Unterbindung, 

wenn die befürchteten nachteiligen Auswirkungen der Kontakte für das Kind durch 

die Anwesenheit einer Drittperson (sog. begleitetes Besuchsrecht) in Grenzen 

gehalten werden können. Das begleitete Besuchsrecht bezweckt, der Gefährdung 

des Kindes wirksam zu begegnen, Krisensituationen zu entschärfen und Ängste 

abzubauen sowie Hilfestellungen für eine Verbesserung der Beziehungen zum 

Kind zu bieten und zwischen den Eltern zu vermitteln. Grundsätzlich stellt das be-

- 17 - 

gleitete Besuchsrecht eine Übergangslösung dar und ist daher nur für eine be-

grenzte Dauer anzuordnen. Es scheidet aus, wenn von vornherein klar ist, dass 

die Besuche nicht innert absehbarer Zeit ohne Begleitung ausgeübt werden kön-

nen. Ein begleitetes Besuchsrecht setzt konkrete Anhaltspunkte für eine Gefähr-

dung des Kindeswohls voraus. Eine bloss abstrakte Gefährdung muss mit konkre-

ten Anhaltspunkten untermauert werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein 

Besuch unter Aufsicht einer Begleitperson für die Beteiligten nicht denselben Wert 

hat, wie ein unbegleiteter. Die Eingriffsschwelle beim begleiteten Besuchsrecht 

darf nicht tiefer angesetzt werden, als wenn es um die Verweigerung oder den 

Entzug des Rechts auf persönlichen Verkehr überhaupt ginge. Auch für das be-

gleitete Besuchsrecht gilt, dass diese Massnahme zur Erreichung ihres Ziels er-

forderlich sein muss und immer nur die mildeste Erfolg versprechende Massnah-

me angeordnet werden darf (vgl. BGer 5A_68/2020 vom 02.09.2020, E. 3.2).  

 3.2. Die Vorinstanz führte im Rahmen der Prüfung, ob der Klägerin 1 die al-

leinige elterliche Sorge über die Klägerin 2 zuzuteilen sei, zusammengefasst aus, 

es bedürfe keiner weiteren Ausführungen, dass die Rückbehaltung B._____s ge-

gen den Willen der Klägerin 1 sowie entgegen den behördlichen Anordnungen 

falsch gewesen sei. Der Beklagte sehe dies selbst ein. Für die Vorinstanz bestand 

indes kein Anlass, daran zu zweifeln, dass der Beklagte aus seiner damaligen 

Optik Grund zur Sorge um B._____s Wohlbefinden gehabt und aus dieser Motiva-

tionslage heraus gehandelt habe und nicht etwa aus purem Egoismus, um 

B._____ für sich zu haben und sie der Klägerin 1 vorzuenthalten oder B._____ 

oder der Klägerin 1 ein Leid zuzufügen. Es sei nachvollziehbar, dass die von ihm 

anlässlich der Hauptverhandlung äusserst glaubhaft und lebensnah geschilderten 

Verhaltensweisen B._____s Anlass zur Sorge gegeben hätten. Es bestehe kei-

nerlei Anlass, dem Beklagten diesbezüglich taktische Lügen zu unterstellen. Der 

Umstand, dass sich die Befürchtungen des Beklagten nicht erhärtet hätten und 

keine Hinweise auf eine Missbrauchsproblematik gefunden werden konnten, kön-

ne dem Beklagten nicht retrospektiv zum Vorwurf gemacht werden. Festzuhalten 

sei, dass die effektive Wahrheit nicht mit Sicherheit festgestellt werden könne, 

dass aber vieles dafür spreche, dass der vom Beklagten befürchtete Missbrauch 

nicht stattgefunden habe. Die Ansichten der Parteien stünden sich hier diametral 

- 18 - 

gegenüber. Schliesslich könnten aber auch sie (die Klägerin 1 und der Beklagte) 

nur ihren Eindruck von B._____s Verhalten und den Gesamtumständen wieder-

geben. Mutmassliche Vorgänge, welche sich in ihrer beider Abwesenheit abge-

spielt haben könnten, würden auch sie weder eindeutig zu bezeugen noch mit ab-

soluter Sicherheit zu dementieren vermögen. Fest stehe, dass der Beklagte einen 

begründeten Verdacht gehabt habe. Die Vorinstanz betont hingegen nochmals, 

dass die Art und Weise, wie der Beklagte mit dem Verdacht umgegangen sei, 

nicht schützenswert sei. Dies gelte umso mehr, als die Rückbehaltung nicht nur 

kurz erfolgt sei, um etwa die Behörden einzuschalten oder gerichtliche Massnah-

men zu erwirken und das zum Schutz gedachte Verhalten zu legitimieren, son-

dern über eine längere Zeit hinweg und entgegen entsprechenden Interventionen 

des Beistands und der KESB Zürich. Für die Vorinstanz bestanden zwar keine 

Anhaltspunkte dafür, dass B._____ während ihrer Zeit bei ihrem Vater nicht gut 

versorgt gewesen wäre. Die unvermittelte Trennung von der Mutter sei indes 

zweifellos nicht gut für B._____ gewesen, auch wenn sie sich erfreulicherweise 

gut zu entwickeln scheine und aufgrund der Aktenlage nicht davon ausgegangen 

werden müsse, dass sie langfristig negative Folgen davongetragen habe. Eine 

Wiederholung derartiger Ereignisse gelte es auf jeden Fall zu verhindern. Es sei 

jedoch davon auszugehen, dass der Beklagte aufgrund der Konsequenzen seines 

Fehlverhaltens – insbesondere der vorübergehenden Trennung von B._____ so-

wie der sicherlich schmerzhaften Einschränkung seines Umgangsrechts – ins-

künftig nicht mehr derart eigenmächtig handeln werde. Seine diesbezüglichen Be-

teuerungen seien glaubhaft (Urk. 84 S. 26 f.).  

 Zur Frage des Besuchsrechts führte die Vorinstanz an, wie im Zusammen-

hang mit der elterlichen Sorge erwogen, sei davon auszugehen, dass der Beklag-

te durch die Erfahrung, welche Folgen sein Fehlverhalten gehabt habe – insbe-

sondere die vorübergehende Trennung von B._____ sowie die sicherlich 

schmerzhafte Einschränkung seines Umgangsrechts – inskünftig davon abgehal-

ten werde, derart eigenmächtig zu handeln. Die Gefahr einer erneuten Rückbe-

haltung habe dazumal (gemeint ist der Beschluss der KESB Zürich vom 18. De-

zember 2019; vgl. vorne E. I.1.2.) den einzigen Grund für die Anordnung begleite-

ter Besuche dargestellt. Dem Beklagten sei eine (letzte) Chance zu geben, eine 

- 19 - 

unbegleitete Betreuung B._____s im Rahmen eines gerichtsüblichen Besuchs-

rechts schrittweise aufbauen zu können, sich zu bewähren und seinen Zusiche-

rungen, die Fehlerhaftigkeit seines Verhaltens eingesehen zu haben und inskünf-

tig nicht mehr so zu handeln, Taten folgen zu lassen und sich pflichtbewusst an 

die geltenden Regeln und Anordnungen zu halten. Die Vorinstanz sah eine 

schrittweise Ausdehnung des Besuchsrechts als angemessen an (vgl. vorne E. 

II.A.1.1.), wobei sie den Entscheid, wann (mit Blick auf das Kindswohl) der Wech-

sel von einer Phase in die nächste oder allenfalls auch zurück geboten sei, dem 

Beistand von B._____ überliess. Die schrittweise Ausdehnung der Betreuung 

B._____s durch den Beklagten komme sodann dem nachvollziehbaren Bedürfnis 

der Klägerin 1 nach Zeit für sich entgegen (Urk. 84 S. 34 f.). 

 3.3. Wie bereits dargelegt, hat der Beklagte B._____ am 9. März 2019 ent-

gegen der geltenden Besuchsrechtsregelung zurückbehalten. Er begründete sein 

Verhalten damit, B._____ sei in der Schweiz sexuellen Übergriffen, möglicher-

weise von Seiten des Grossvaters mütterlicherseits, ausgesetzt. In Deutschland 

wurde ein Rückführungsverfahren durchgeführt. Am 13. November 2019 wurde 

B._____ zurück zur Klägerin 1 nach Zürich gebracht. Beizupflichten ist den Aus-

führungen der Klägerinnen 1 und 2, dass B._____ heute anders als im Jahre 

2019 in der Schweiz in einem weiteren Umfeld verwurzelt ist. Sie besucht in Zü-

rich (nunmehr) die erste Klasse und hat auch ausserhalb der Schule Kontakte ge-

knüpft. Ihr soziales Umfeld sowie ihr Lebensmittelpunkt befinden sich in Zürich. 

Würde sie heute aus diesem Umfeld herausgerissen, hätte das weitreichendere 

Konsequenzen für sie als vor zwei Jahren als sie noch weitestgehend auf ihre El-

tern fixiert war und nur den abrupten Abbruch ihres Kontaktes zur Klägerin 1 ver-

kraften musste. Es ist davon auszugehen, dass solches, unabhängig von der 

Dauer des Rückführungsverfahrens und der Tatsache, dass B._____ in Deutsch-

land bei ihrem Vater leben würde, für ihre Entwicklung nicht einträglich wäre (vgl. 

hierzu Urk. 83 S. 6 f.; Urk. 116 S. 7). Eine Gefährdung des Kindeswohls im Falle 

einer neuerlichen Rückbehaltung ist zu bejahen.  

 3.4. Motive des Beklagten für die Rückbehaltung 

- 20 - 

 3.4.1. Die Klägerinnen 1 und 2 rügen die Feststellungen der Vorinstanz, 

dass kein Anlass bestehe, daran zu zweifeln, dass der Beklagte aus seiner dama-

ligen Optik Grund zur Sorge um B._____s Wohlbefinden gehabt und aus dieser 

Motivationslage heraus gehandelt habe und nicht etwa aus purem Egoismus, um 

B._____ für sich zu haben und sie der Klägerin 1 vorzuenthalten oder B._____ 

oder der Klägerin 1 ein Leid zuzufügen. Es sei nachvollziehbar, dass die vom Be-

klagten anlässlich der Hauptverhandlung äusserst glaubhaft und lebensnah ge-

schilderten Verhaltensweisen B._____s Anlass zur Sorge gegeben hätten. Es be-

stehe keinerlei Anlass, dem Beklagten diesbezüglich taktische Lügen zu unterstel-

len. Der Beklagte habe einen begründeten Verdacht gehabt. Sie werfen der Vo-

rinstanz insbesondere vor, diesbezüglich allein auf die Aussagen des Beklagten 

anlässlich seiner persönlichen Befragung abgestellt zu haben. Aus den Akten 

würden sich hingegen grosse Widersprüche und Ungereimtheiten ergeben, die an 

der Aufrichtigkeit der Worte des Beklagten zweifeln liessen. Die Klägerinnen 1 

und 2 gehen davon aus, dass der Beklagte nach einem Grund suchte, um den 

Entscheid der deutschen Gerichte, welche es der Klägerin 1 erlaubt hätten, mit 

B._____ in die Schweiz zu ziehen, rückgängig zu machen. Diesen Grund habe er 

in seiner Behauptung, B._____ sei sexuell missbraucht worden, gefunden (Urk. 

83 S. 21). Selbst wenn davon ausgegangen würde, der Beklagte habe die von 

ihm in seinem Bericht ("Dokumentation Situationen und Beobachtungen während 

der Umgangszeiten seit dem Umzug von B._____ in die Schweiz"; vgl. Urk. 63/4) 

geschilderten Abläufe seiner Kontakte zu B._____, nachdem die Klägerin mit ihr 

nach Zürich gezogen sei, nicht erfunden (Urk. 83 S. 8), sondern er habe einzig 

tatsächlich selbst Erlebtes oder von B._____ Gehörtes notiert (Urk. 83 S. 11), 

würden sie keine realistische Grundlage für die vom Beklagten so vehement und 

unter Tränen geäusserten Befürchtungen, B._____ sei sexuell missbraucht wor-

den, darstellen, sondern ein massives Aufbauschen von harmlosen Begebenhei-

ten (Urk. 83 S. 21; und zum Ganzen vgl. Urk. 83 S. 8 ff.).  

 3.4.2. Die Frage nach dem Motiv des Beklagten für die Rückbehaltung von 

B._____ muss auch im vorliegenden Entscheid, wie bereits im Rahmen des Er-

lasses von vorsorglichen Massnahmen (vgl. Urk. 144 S. 15 f.), nicht abschlies-

send geklärt werden. Es kann offenbleiben, ob der Beklagte im Zeitpunkt der 

- 21 - 

Rückbehaltung (9. März 2019) effektiv davon überzeugt war, B._____ sei sexuell 

missbraucht worden oder dies nur vorbrachte, um deren Rückbehaltung zu recht-

fertigen. Denn selbst als die KESB Zürich dem Beklagten in Aussicht gestellt hat-

te, in der Schweiz Schutzmassnahmen zugunsten der Klägerin 2 zu erlassen (vgl. 

4A/45), und das Ermittlungsverfahren gegen den Grossvater in Deutschland von 

der Staatsanwaltschaft Erfurt am 14. Mai 2019 eingestellt worden war (vgl. Urk. 

4A/97), zeigte sich der Beklagte nicht dazu bereit, B._____ in die Schweiz zu-

rückzubringen. Schwer nachvollziehbar ist in diesem Zusammenhang die Argu-

mentation des Beklagten, die deutschen Gerichte hätten B._____s Ausreise aus 

Deutschland bis zur "Klärung des Sachverhalts" untersagt (vgl. Prot. Vi S. 26; Urk. 

91 S. 7). Der Beschluss des Amtsgerichts Jena vom 10. Mai 2019 erging "im We-

ge einstweiliger Anordnung ohne mündliche Verhandlung", somit superproviso-

risch, und dies auf Antrag der Klägerin 1 hin. Gemäss dem Amtsgericht bestand 

die Gefahr, dass der Beklagte versuchen werde, B._____ widerrechtlich ins Aus-

land zu bringen (Urk. 4A/89/10 S. 5). Nicht verwehrt wäre es dem Beklagten ge-

wesen, dem Rückführungsantrag der Klägerin 1 dadurch nachzukommen, dass er 

B._____ zu ihr in die Schweiz hätte zurückkehren lassen. Die Auslegung des Be-

klagten irritiert und zeugt von einem eingeschränkten Einsichtsvermögen in das 

eigene Handeln. Der Beklagte leistete dem Entscheid des Oberlandesgerichts 

Thüringen vom 28. Oktober 2019, womit die vom Amtsgericht Jena angeordnete 

Rückführung von B._____ bestätigt wurde, sodann keine Folge. Die Anordnung 

musste vollstreckt werden. Der Beklagte rechtfertigte sein diesbezügliches Ver-

halten vor Vorinstanz auch mit dem Wunsch von B._____, bei ihm bleiben zu wol-

len (vgl. Urk. 68 S. 23). Damit nahm der Beklagte im Verlaufe des Rückführungs-

verfahrens vor allem auch den (angeblichen) Wunsch von B._____, bei ihm in 

Deutschland zu bleiben, als Rechtfertigungsgrund für sein Handeln in Anspruch 

und wurde vom eigenen Wunsch getragen, B._____ bei sich in Deutschland zu 

behalten. Offenbleiben kann, ob er Letzteres gemacht hat, weil er sie einfach bei 

sich haben wollte, oder weil er das Gefühl hatte, er sei der bessere Elternteil und 

die Klägerin 1 sei nicht befähigt, B._____ - insbesondere auch vor sexuellen 

Übergriffen - zu schützen.  

- 22 - 

 Zu prüfen ist somit im Folgenden, ob die konkrete Gefahr besteht, dass der 

Beklagte B._____, wenn ihm unbegleitete Besuche gewährt werden, wiederum 

zurückbehält: Sei dies, um B._____ zu schützen, um ihr den (angeblichen) 

Wunsch zu erfüllen, bei ihm in Deutschland zu leben, oder um seinem eigenen 

Wunsch, B._____ bei sich in Deutschland zu haben, nachzukommen. Dem Bei-

stand ist eine Einschätzung "der effektiven Entführungsgefahr" nicht möglich, da 

der Beklagte bis heute nicht bereit sei, sich adäquat mit der Entführung auseinan-

derzusetzen (Urk. 118 S. 2 Ziffer 4.). Die Klägerinnen 1 und 2 schätzen die Ge-

fahr als gross und akut ein. 

 3.5. Einsicht des Beklagten/Wiederholungsgefahr 

 3.5.1. Die Klägerinnen 1 und 2 rügen die Feststellung der Vorinstanz, der 

Beklagte sehe ein, dass die Rückbehaltung B._____s gegen den Willen der Klä-

gerin 1 sowie entgegen den behördlichen Anordnungen falsch gewesen sei. Der 

Beklagte sei nicht der Ansicht, er habe falsch gehandelt, er sei einzig der Ansicht, 

sein Handeln hätte nicht den gewünschten Erfolg gehabt (vgl. Urk. 83 S. 22 ff.). 

Sodann negiere die Vorinstanz eine Wiederholungsgefahr mit der Begründung, es 

sei davon auszugehen, dass der Beklagte durch die Erfahrung, welche Folgen 

sein Fehlverhalten gehabt habe, inskünftig von eigenmächtigem Handeln abse-

hen würde. Dabei verweise die Vorinstanz ohne jede weitere Auseinandersetzung 

auf die persönliche Befragung des Beklagten (vgl. Urk. 83 S. 25 ff.).  

 3.5.2. Gemäss seinen Ausführungen bezweckte der Beklagte mit der Rück-

behaltung die Aufklärung der Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs (unter Zuhilfe-

nahme aller Deutschen und Schweizer Behörden sowie Gerichte; vgl. Prot. Vi 

S. 23, Urk. 101 S. 25). Diese Aufklärung hat nach dem Beklagten bis heute nicht 

stattgefunden (vgl. zum Beispiel Urk. 101 S. 6, S. 7 und S. 25; Prot. Vi S. 23 und 

26). Der Beklagte geht nach wie vor davon aus, dazumal rechtens ("im Rahmen 

geltender Gesetze") und zum Schutze von B._____ gehandelt zu haben (vgl. 

Prot. Vi S. 25 f. und Urk. 101 S. 25, sowie weiter Urk. 91 S. 7 und S. 13, Urk. 98 

S. 4 f. und Urk. 128 S. 7). Entsprechend weicht er auch nicht von der geäusserten 

Ansicht eines mutmasslich erfolgten sexuellen Missbrauchs von B._____ ab (Urk. 

101 S. 6 und S. 37). Sodann lag, wie im Entscheid betreffend vorsorgliche Mass-

- 23 - 

nahmen dargelegt, im Jahre 2019 eine Entführung nach der Begrifflichkeit des 

Haager Kindesentführungsübereinkommens vor. Der Beklagte sieht dies heute 

noch grundlegend anders und beharrt darauf, B._____ nicht entführt zu haben 

(vgl. Urk. 144 S. 15 und Urk. 116 S. 3 ff.). 

 Gestützt auf das Gesagte ist nicht davon auszugehen, der Beklagte sehe 

sein damaliges Verhalten retrospektiv als falsch an. Vielmehr scheint er noch im-

mer davon überzeugt zu sein, damals im Sinne und zum Schutze von B._____ 

gehandelt zu haben. Hingegen hat sein Handeln seines Erachtens nichts ge-

bracht, da die von ihm geschilderten Vorfälle nicht aufgeklärt wurden. An dieser 

Einschätzung vermögen die späteren Aussagen des Beklagten anlässlich seiner 

persönlichen Befragung vor Vorinstanz nichts zu ändern, doch wird aus ihnen 

zumindest eine gewisse, dahingehende Erkenntnis des Beklagten erkennbar, bei 

einem erneuten Vorfall die Behörden in der Schweiz zu involvieren und B._____ 

nicht eigenmächtig in Deutschland zurückzubehalten. So führte er aus, heute, 

nachdem er die Abläufe besser kenne und wisse, an welche rechtliche Stelle er 

sich wenden könne, würde er "das" (gemeint ist die Rückbehaltung) nicht noch-

mals tun. Es sei nicht der korrekte rechtliche Weg gewesen. Es gebe andere We-

ge. Insbesondere hätte er das Verfahren nicht in Deutschland, sondern in der 

Schweiz anfangen und die KESB einschalten sollen (Prot. Vi S. 26). Später ant-

wortete er auf die Frage, weshalb die Klägerin 1 und die Gerichte und Behörden 

sich darauf verlassen sollten, dass ein solch eigenmächtiges Verhalten nicht mehr 

vorkomme, er denke, er habe dies bereits gesagt. Sein Verhalten habe keine Auf-

klärung gebracht. Sodann wäre es für B._____ "nochmals belastend" und er wolle 

weder B._____ noch die Klägerin 1 damit belasten. Zudem gehe er nicht davon 

aus, dass aus B._____s Mund nochmals so etwas kommen werde (Prot. Vi S. 

28). Sollte dies wieder erwarten nochmals vorkommen, müsste gemäss dem Be-

klagten das Gespräch zwischen den Parteien gesucht und gehofft werden, dass 

gemeinsam die richtige Entscheidung getroffen werde (vgl. Port. Vi S. 28). Wäre 

keine Verständigung zwischen ihm und der Klägerin 1 möglich, würde der Beklag-

te den Beistand beiziehen (Prot. Vi S. 29). Der Beklagte sieht ein, dass es "beim 

letzten Mal" nicht richtig gelaufen sei. In einem solchen Fall obliege die Entschei-

dung dem Gericht (Prot. Vi S. 30). Diese Aussagen vermögen nicht alle Zweifel 

- 24 - 

aus dem Weg zu räumen, dass der Beklagte bei einem erneuten Vorfall, bei wel-

chem er B._____, aus welchem Grund auch immer, gefährdet sieht, nicht doch 

wieder in Eigenregie handelt, da gemäss seinen Behauptungen insbesondere 

auch sein Vertrauen "in eine genügende Abklärung der Ursachen des Verhaltens 

von B._____" (Urk. 101 S. 7) erschüttert ist (vgl. Urk. 116 S. 5). Dennoch lässt 

sich den Aussagen des Beklagten der Wille entnehmen, sich inskünftig an die zu-

ständigen Schweizer Behörden zu wenden. Dies gerade auch vor dem Hinter-

grund, dass nach dem Beklagten sein Vorgehen (eigenmächtige Rückbehaltung) 

nicht den von ihm gewünschten Erfolg hatte. Der Beklagte vertraut darauf, dass 

die Schweizer Behörden genauer hinschauen bzw. sein Anliegen ernster nehmen, 

wenn er B._____ nicht eigenmächtig bei sich in Deutschland zurückbehält. Dieses 

Vertrauen bzw. diese Einsicht erscheint auch durch die neusten Ereignisse nicht 

derart erschüttert, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegan-

gen werden müsste, der Beklagte lasse sich zu einem erneuten eigenmächtigen 

Handeln hinreissen (vgl. Urk. 155, insbesondere S. 9 ff. E. 5). Sodann hat der Be-

klagte durch sein Vorgehen gezeigt, dass er nunmehr gewillt ist, sich bei auftre-

tenden Schwierigkeiten an die KESB Zürich zu wenden. 

 3.5.3. Wie von der Vorinstanz korrekt angeführt, ist vorliegend zu berück-

sichtigen, dass der Beklagte seit der Rückführung von B._____ im November 

2019, diese ab Ende 2019 nur begleitet in der Schweiz gesehen hat. Sein familiä-

res Umfeld wurde von den Besuchen ausgeschlossen. Die wöchentlichen, beglei-

teten Besuche in der Schweiz, welche der Beklagte bis Mitte Mai 2021 wahrge-

nommen hat, haben beim Beklagten offensichtlich zu gesundheitlichen Problemen 

("Anzeichen eines Erschöpfungssyndroms") geführt (vgl. Urk. 128 S. 8 ff.). Die 

Folgen, welche sein Fehlverhalten nach sich zog, sind einschneidend und für den 

Beklagten spürbar. Auch wenn Zweifel an der Fähigkeit des Beklagten zur Selbs-

treflektion anzubringen sind (vgl. vorne E. II.A.3.4.2.) und es irritiert, wenn der Be-

klagte nach wie vor darauf beharrt, B._____ im Frühjahr 2019 rechtmässig zu-

rückbehalten zu haben, konkretisiert sich die Gefahr einer erneuten Rückbehal-

tung nicht derart, dass es verhältnismässig wäre, dass der Beklagte B._____ bis 

Ende der ersten Klasse nur in Anwesenheit einer Drittperson und bis zu ihrem 

Eintritt in die vierte Klasse nur in der Schweiz sehen darf. Vielmehr ist mit der Vo-

- 25 - 

rinstanz davon auszugehen, dass die Erfahrung, welche Folgen sein Fehlverhal-

ten hat, den Beklagten inskünftig von einem derart eigenmächtigen Handeln ab-

hält. Es ist ihm die Chance einzuräumen, schrittweise eine unbegleitete Betreu-

ung von B._____ im Rahmen eines gerichtsüblichen Besuchsrechts aufbauen und 

sich zu bewähren (vgl. Urk. 84 S. 35). Dieser Einschätzung stehen auch die neue-

ren Ereignisse betreffend Aphten im Genitalbereich und des angeblichen Anspre-

chens von B._____ auf ein gemeinsames Zusammenleben in Deutschland nicht 

entgegen. Diesbezüglich kann auf die Ausführungen im Rahmen des vorsorgli-

chen Massnahmeentscheids verwiesen werden (vgl. Urk. 144 S. 17 ff.). Es sei an 

dieser Stelle nochmals festgehalten, dass dem Beklagten bewusst sein musste, 

dass die Klägerin 1 sensibel auf die Thematik mit den erwähnten Aphten im Geni-

talbereich reagiert, hingegen davon auszugehen ist, dass er die Angelegenheit 

nicht angesprochen hätte, wenn er sie als Vorwand für eine erneute Rückbehal-

tung hätte verwenden wollen. Diesfalls hätte er sich doch eher still verhalten, um 

möglichst keinen Verdacht auf sich zu ziehen bzw. nichts zu provozieren, was es 

rechtfertigen würde, die Besuche weiterhin nur begleitet stattfinden zu lassen (vgl. 

Urk. 144 S. 18 f.). Sodann ist aufgrund der sehr konfliktbeladenen Beziehung der 

Klägerin 1 und des Beklagten eine zentrale Frage, wo und wieviel Zeit B._____ 

mit ihrem Vater in Deutschland und in seinem Lebensumfeld verbringen darf. Der 

Beklagte sieht B._____ seit Ende 2019 nur in der Schweiz. Bis zum 4. Dezember 

2021 fanden die Besuche stets begleitet statt. Das Lebensumfeld des Beklagten 

ist von den Besuchen ausgeschlossen. Auch wenn es der Sache nicht dienlich ist, 

einen Loyalitätskonflikt von B._____ fördern kann und damit dem Kindeswohl ab-

träglich ist, ist verständlich, dass sich der Beklagte mit B._____ über deren Wün-

sche (auch betreffend Deutschland) bespricht. Es ginge zu weit, hieraus die Mani-

festierung einer erneuten Rückbehaltung abzuleiten (Urk. 144 S. 19). Ergänzend 

sei angeführt, dass den E-Mails des Beklagten vom 3. bis 16. Juni 2021 nicht ent-

nommen werden kann, dass es "im gleichen Stil" weiter geht. Vielmehr wird dar-

aus insbesondere der Wunsch des Beklagten sichtbar, über den Gesundheitszu-

stand seiner Tochter und allfällige Behandlungen informiert zu werden (vgl. Urk. 

116 S. 6; Urk. 117). Dieses Informationsrecht steht ihm Kraft der gemeinsamen 

elterlichen Sorge zu (vgl. Urk. 144 S. 18). Nachvollziehbar ist, dass die Vorwürfe 

- 26 - 

des Beklagten an die Klägerin 1, dass sie betreffend der Aphten keinen Arzt bei-

gezogen, sondern die Diagnose selbst gestellt habe und seine Kritik gegenüber 

den Kompetenzen von Apotheken, bei der Klägerin 1 keine guten Gefühle hervor-

rufen. Sie zeugen auch nicht von einem sonderlich guten Einfühlungsvermögen 

des Beklagten, sind jedoch letztendlich Ausdruck des zwischen der Klägerin 1 

und dem Beklagten seit Jahren schwelenden Konflikts betreffend die Art und Wei-

se der Betreuung von B._____ und der Ausgestaltung der Ausübung der gemein-

samen elterlichen Sorge (vgl. Urk. 116 S. 6 und Urk. 144 S. 18). Die weitere Aus-

sage des Beklagten in der E-Mail vom 16. Juni 2021, dass er aktuell jede Situati-

on ausschliesse, welche die Klägerin 1 nicht überwache (vgl. Urk. 117), enthält 

entgegen der Ansicht der Klägerinnen keine dahingehende Kritik an der Klägerin 

1, dass sie B._____ oder ihr Umfeld nicht genügend überwache, jedenfalls nicht 

ausreichend für B._____s Schutz sorge (vgl. Urk. 116 S. 6). Vielmehr rechtfertigt 

der Beklagte damit unter anderem (neben gesundheitlichen Problemen), dass er 

die wöchentlichen Besuche Mitte Mai 2021 unterbrochen hat. Er wolle keine Situ-

ationen mehr schaffen, in denen er in Abwesenheit der Klägerin 1 mit B._____ 

zusammen sei bzw. kommuniziere, damit es keinen Interpretationsspielraum 

mehr gebe (vgl. Urk. 133 S. 7 f.). Ein konkreter Verdacht für eine erneute Rück-

behaltung kann daraus nicht abgeleitet werden (vgl. Urk. 116 S. 6 f.). 

 Betreffend die jüngsten Ereignisse rund um die Corona-Erkrankungen von 

B._____ und dem Beklagten ist auf die Ausführungen im Beschluss vom 2. De-

zember 2021 zu verweisen (vgl. Urk. 155, insbesondere S. 9 ff. E. 5.). Nochmals 

explizit angeführt sei, dass auch aufgrund der aktuellen Aktenlage nicht mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass der Beklagte eine der-

artige Kurzschlusshandlung wie die Verbringung von B._____ nach Deutschland 

und die anschliessende Rückbehaltung vornehmen würde und damit in Kauf 

nähme, sich eine weitergehende aktive Teilnahme am Leben von B._____ zu 

verbauen. Dies vor allem auch vor dem Hintergrund, dass die letztmalige Zurück-

behaltung zu einer empfindlichen Einschränkung der persönlichen Kontakte führ-

te. B._____ kehrte, wenn auch erst nach acht Monaten, zur Klägerin 1 zurück und 

die Folgen seines Tuns hat der Beklagte noch heute zu tragen. 

- 27 - 

 3.6. Wie bereits erwähnt, ist dem Beistand gemäss seinem Bericht vom 

16. Juni 2021 eine Einschätzung zur effektiven Entführungsgefahr nicht möglich 

(Urk. 118 S. 2). Es behauptet keine Partei und es ist auch nicht ersichtlich, inwie-

weit dies heute anders sein sollte. Auf die neuerliche Einholung eines Berichtes 

kann damit verzichtet werden, gehen die Parteien und auch der Beistand doch 

dem Grundsatze nach übereinstimmend davon aus, dass, wenn die Entführungs-

gefahr zu verneinen ist, nichts dagegen spricht, dem Beklagten im Sinne eines 

Endziels ein gerichtsübliches Besuchsrecht zuzusprechen. Es macht denn auch 

keinen Sinn, den Beistand heute noch zu seinen Ausführungen im Bericht vom 

18. August 2020 zu befragen (vgl. Urk. 83 S. 27 ff.).  

 

 

 4. Stufenweiser Ausbau des Besuchsrechts 

 4.1. Es ist Aufgabe des Gerichts, die Besuchsordnung festzusetzen (vgl. 

BGE 118 II 241 E. 2; BGer 5A_883/2017 vom 21.08.2018, E.3.3), wozu auch die 

Anordnung gehört, ob und ab wann die Besuche begleitet oder unbegleitet statt-

zufinden haben.  

 4.2. Mit Beschluss der Kammer vom 9. September 2021 wurde dem Beklag-

ten für die Dauer des Berufungsverfahrens bis und mit 30. November 2021 ein 

Besuchsrecht an jedem zweiten Samstag während sechs Stunden begleitet ge-

währt, wobei die Besuche in der Schweiz stattzufinden hatten. Ab dem 1. Dezem-

ber 2021 wurde dem Beklagten ein unbegleitetes Besuchsrecht im gleichen Um-

fang zuerkannt, wobei das Besuchsrecht weiterhin in der Schweiz auszuüben ist 

und die Übergaben durch die Besuchsbegleitung organisiert und überwacht wer-

den. Der Beklagte hat sodann zu Beginn der Besuche seine Ausweispapiere (wie 

Reisepass, Personalausweis) bei der Besuchsbegleitung zu hinterlegen (Urk. 144 

S. 23, Dispositiv-Ziffer 1). Diese Regelung erweist sich derzeit nach wie vor als 

angemessen. Seit dem 2. Dezember 2021 finden unbegleitete Besuche statt. Be-

treffend die Ausgestaltung der Besuchszeiten haben sich offensichtlich Probleme 

- 28 - 

aufgrund von Kapazitätsengpässen der Besuchsbegleitungsorganisationen erge-

ben (vgl. Urk. 158/22). Im Massnahmeentscheid wurde in den Erwägungen fest-

gehalten, die Anfahrt und Rückfahrt des Beklagten dauere je sechs Stunden. 

Realistischerweise könne er daher bei einer fünftägigen Arbeitswoche B._____ 

frühestens am Samstagmittag in Zürich übernehmen. Angemessen erscheine ein 

Besuchsrecht von sechs Stunden. Dies ermögliche dem Beklagten die An- und al-

lenfalls Rückreise am Samstag und es stehe ihm genügend Zeit zur Verfügung, 

um mit B._____ etwas zu unternehmen (Urk. 144 S. 22). Dem Obergericht sind 

die Kapazitätsengpässe der Besuchsbegleitungsorganisationen bekannt und es 

ist sich bewusst, dass eine gewisse Flexibilität betreffend die Besuchszeiten be-

stehen muss. Die Ausführungen bezogen sich denn auch auf die Frage nach der 

Dauer der Besuche (Antrag des Beistandes auf alle zwei Wochen zehn Stunden 

[Urk. 118 S. 3], der Klägerinnen 1 und 2 auf jeden Samstag vier Stunden [Urk. 95 

S. 1] und des Beklagten auf jeden zweiten Samstag acht Stunden [Urk. 91 S. 2]). 

Entsprechend wurden im Dispositiv der zeitliche Beginn und das Ende der Besu-

che nicht festgehalten. Diese Flexibilität muss auch inskünftig beibehalten wer-

den. Es erscheint hingegen angezeigt, im Dispositiv explizit festzuhalten, dass die 

Übergaben (auch in zeitlicher Hinsicht) durch die Besuchsbegleitung organisiert 

werden und, dass die Besuche an jedem zweiten Wochenende am Samstag oder 

Sonntag stattzufinden haben. Die Klägerin 1 und der Beklagte werden darauf hin-

gewiesen, dass es ihre Pflicht als Eltern ist, dem anderen Elternteil die Ausübung 

von Besuchen zu ermöglichen. Dies beinhaltet auch eine Flexibilität betreffend die 

Anpassung der Besuchszeiten an die Möglichkeiten der Besuchsbegleitung und 

eine Offenheit für die Kompensation von entfallenen Besuchen. Eine Regelung all 

dieser Eventualitäten in einem gerichtlichen Entscheid scheitert an den tatsächli-

chen Gegebenheiten. So ist es beispielsweise dem Gericht nicht möglich, die 

Auslastung und Verfügbarkeit der Besuchsbegleitung in den kommenden Mona-

ten zu beeinflussen. Die Klägerin 1 und der Beklagte stehen hier in ihrer Pflicht 

als Eltern. 

 4.3. Die Klägerin 1 tut sich mit unbegleiteten Besuchen ausserhalb der 

Schweiz sehr schwer. Sie ist die Hauptbezugsperson von B._____ und erzieht 

diese derzeit alleine. Die vorhandenen Ängste der Klägerin 1 dürfen nicht dazu 

- 29 - 

führen, dass der Beklagte in einem übermässigen Ausmass in der Ausübung sei-

nes Besuchsrechts eingeschränkt wird; dies vor allem auch mit Bezug auf den 

Umgangsort. Hingegen erscheint es angezeigt, der Klägerin 1 auch diesbezüglich 

(wie bereits mit Bezug auf unbegleitete Besuche) eine Übergangsphase zu ge-

währen, um sich zu vergewissern, dass die Kontakte zwischen dem Beklagten 

und der Klägerin 2 weiterhin regelmässig stattfinden, dass sich der Beklagte bei 

den unbegleiteten Besuchen in der Schweiz rechtens verhält und um sich psy-

chisch auf die Tatsache, dass ausgedehntere unbegleitete Besuche und vor allem 

auch solche in Deutschland stattfinden werden, vorzubereiten. Gestützt hierauf 

erscheint es angemessen, das obgenannte Besuchsrecht von sechs Stunden an 

jedem zweiten Wochenende (Samstag oder Sonntag) in der Schweiz noch bis 

Ende März 2022 beizubehalten. Ab April 2022 sind die Besuchszeiten dahinge-

hend auszubauen, dass bei den Besuchen eine Übernachtung vorzusehen ist. Es 

erscheint angezeigt, dem Beklagten ein Besuchsrecht alle drei Wochen von 

Samstag, 12.00 Uhr, bis Sonntag, 16.00 Uhr, einzuräumen, wobei die Besuche 

weiterhin in der Schweiz stattzufinden haben. Während dieser Zeit sollen die 

Übergaben von B._____ noch von der Besuchsbegleitung organisiert und über-

wacht werden. Der Beklagte hat zur Absicherung der Anordnung der Ausübung 

des Besuchsrechts in der Schweiz seine Ausweispapiere (wie Reisepass, Perso-

nalausweis) bei der Besuchsbegleitung zu hinterlegen.  

 4.4. Ab dem 1. September 2022 erscheint es angezeigt, dass der Beklagte 

sein Besuchsrecht nicht mehr nur in der Schweiz ausüben kann. Bis zu diesem 

Datum hat sich B._____ an Übernachtungen mit dem Beklagten gewöhnt und es 

ist eine genügend lange Zeit verstrichen, in welcher sich der Beklagte zu bewäh-

ren hatte und sich die Klägerin 1 auf die Besuche in Deutschland einstellen konn-

te.  

 Bei grösseren Distanzen zwischen den Wohnorten der Eltern, ist die Fre-

quenz und die Intensität von Besuchen zwangsläufig nicht im gleichen Umfang 

möglich, wie wenn die Eltern in der Nähe wohnen. Der zeitliche und finanzielle 

Aufwand für die Ausübung des persönlichen Verkehrs sowie die Berücksichtigung 

der Bedürfnisse der Kinder lässt es bei grösseren Distanzen als anzeigt erschie-

- 30 - 

nen, eine kleinere Kadenz von Wochenendbesuchen durch längere einzelne Wo-

chenendeinheiten und/oder längere Ferienaufenthalte (zumindest teilweise) zu 

kompensieren (vgl. hierzu BGE 142 III 481 E. 2.8).  

 Die Parteien sind sich einig darüber, dass die Übergaben am Wohnort der 

Klägerin 1 in Zürich stattfinden sollen (vgl. Urk. 101 S. 2, Antrag 2.2.). Der Weg 

von Zürich nach G._____ beträgt 530 Kilometer pro Weg. Gemäss den Parteien 

beträgt die reine Fahrzeit rund sechs Stunden (Urk. 83 S. 32; Urk. 101 S. 14). Die 

Klägerinnen 1 und 2 rechnen mit den nötigen Pausen mit Fahrzeiten von mindes-

tens sieben bis acht Stunden (Urk. 83 S. 32). Dies erscheint realistisch. Der Be-

klagte und B._____ würden damit frühestens am Freitagabend um 19 Uhr - wenn 

B._____ am Freitagnachmittag schulfrei hat - in Deutschland ankommen und 

müssten am Sonntag gegen Mittag bereits wieder losfahren. Ein solch dichter 

Zeitplan erscheint ab und an als mit dem Kindeswohl vereinbar, jedoch nicht an 

jedem dritten Wochenende (vgl. Urk. 101 S. 2, Antrag 2.1.). Mit den Klägerinnen 

ist davon auszugehen, dass dies weder der Gesundheit, der schulischen Leis-

tungsfähigkeit noch der Entwicklung von B._____ förderlich wäre (vgl. Urk. 83 S. 

32). Die Qualität der Besuche und die Möglichkeiten der Unternehmungen er-

scheinen denn auch eingeschränkt, wenn bereits am Sonntag um die Mittagszeit 

wieder die Rückreise ins Auge gefasst werden muss. Sodann haben die gesund-

heitlichen Probleme des Beklagten die Grenzen von hohen Besuchs- und Rei-

sefrequenzen aufgezeigt. Eine Regelung alle drei Wochen von Freitag nach 

Schulschluss bis Sonntag 19.00 Uhr, wie sie der Beklagte beantragt, erscheint 

damit nicht als sachgerecht. Vielmehr sind dem Beklagten vor allem um mindes-

tens einen Tag verlängerte Besuchswochenenden zu gewähren. Dabei erscheint 

die von den Klägerinnen 1 und 2 beantragte Regelung mit Bezug auf die Wo-

chenenden von Ostern, Pfingsten, Auffahrt, Sechseläuten und Knabenschiessen 

als angemessen. Ebenso, dass dem Beklagten zwei weitere um einen Jokertag 

verlängerte Wochenenden zuzuerkennen sind (vgl. Urk. 83 S. 3). Es ist insbeson-

dere nachvollziehbar, dass auch die Klägerin 1 ab und an einen Feiertag und da-

mit einen zusätzlichen Freitag mit der Klägerin 2 verbringen möchte und darf. Im 

Weiteren sind hingegen dem Beklagten nicht sechs, sondern weitere acht Wo-

chenenden von Freitag nach Schulschluss bis Sonntagabend, 19.00 Uhr, zuzuge-

- 31 - 

stehen. Wo der Beklagte die Wochenenden verbringt, ist ihm zu überlassen. Es 

ist davon auszugehen, dass der Beklagte schon aus gesundheitlichen Aspekten 

zumindest einen Teil dieser Wochenenden in der Schweiz verbringen wird (vgl. 

Urk. 101 S. 14). Sodann wird sich einigen Wochenenden eine Ferienwoche an-

schliessen. Damit hält sich die Belastung von B._____ mit Wochenenden, die von 

langen Autofahrten geprägt sind, in einem erträglichen Rahmen. Nicht speziell zu 

regeln ist der Geburtstag von B._____ (vgl. Urk. 101 S. 3, Antrag 2.4.), da dieser 

in der Regel auf einen Wochentag fällt. Auch wenn der tt. mm. in Zürich schulfrei 

ist, findet das Sechsläuten regelmässig am dritten Montag im April statt und die 

Auffahrt im Mai. Der Beklagte kann damit den Geburtstag mit B._____ zeitnah 

vor- oder nachfeiern. Sodann fällt der tt. mm. teilweise in die Frühlingsferien. Mit 

dieser Regelung steht dem Beklagten ein Besuchsrecht von in geraden Jahren 

mindestens 36 Tagen bzw. 14 Wochenenden und in ungeraden Jahren von min-

destens 32 Tagen bzw. 13 Wochenenden zu. Da die Anreise an einem Wochen-

tag nicht häufiger als bei der vom Beklagten beantragten Regelung ist, ist davon 

auszugehen, dass er sich dies beruflich einrichten kann.  

 4.5. Mit Bezug auf die Ferien erscheint es angezeigt, dass B._____ diese je 

hälftig bei und mit den Eltern verbringen darf. Entsprechend ist der Beklagte für 

berechtigt zu erklären, B._____ in Jahren mit gerader Jahreszahl während sieben 

Wochen mit sich in die Ferien zu nehmen: je eine Woche in den Sport-, Frühlings- 

und Weihnachtsferien, zwei Wochen in den Sommerferien sowie während den 

gesamten Herbstferien (zwei Wochen). In Jahren mit ungerader Jahreszahl ist der 

Beklagte für berechtigt zu erklären, B._____ während acht Wochen mit sich in die 

Ferien zu nehmen: je eine Woche in den Sport-, Frühlings- und Herbstferien, drei 

Wochen in den Sommerferien sowie während den gesamten Weihnachtsferien 

(zwei Wochen). Damit verbringt B._____ in geraden Jahren weitere 49 Tage und 

in den ungeraden Jahren 56 Tage beim Beklagten. Das Wochenendbesuchsrecht 

in Deutschland findet erstmals ab dem 1. September 2022 statt; es rechtfertigt 

sich, die Ferienregelung ab den Weihnachtsferien 2022 einzuführen.  

 4.6. In der übrigen Zeit wird B._____ von der Mutter betreut. Die Eltern spre-

chen sich über die Aufteilung der Ferien (im Rahmen der vorangehenden Vorga-

- 32 - 

ben) sowie die terminlich nicht genau definierten Wochenenden für das Folgejahr 

jeweils bis Ende des laufenden Jahres ab; im Konfliktfall kommt in Jahren mit ge-

rader Jahreszahl der Klägerin 1, in Jahren mit ungerader Jahreszahl dem Beklag-

ten das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Wochenenden und der 

Ferien zu. Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen nach gegen-

seitiger Absprache bleiben vorbehalten. Ist ein Elternteil, aus welchen Gründen 

auch immer, nicht in der Lage, die Betreuung gemäss der getroffenen Regelung 

selber zu übernehmen, ist er zu verpflichten, für eine angemessene Betreuung 

von B._____ durch Drittpersonen auf eigene Kosten besorgt zu sein. Eine Anfra-

ge an den anderen Elternteil ist möglich; dieser ist jedoch nicht verpflichtet, die 

Betreuung zu übernehmen. 

 5. Die Klägerinnen 1 und 2 sprechen sich dafür aus, dass die Klägerin 2 und 

der Beklagte unter der Woche skypen oder telefonieren (Urk. 116 S. 10). Auf-

grund der derzeitigen, konfliktbeladenen Situation zwischen der Klägerin 1 und 

dem Beklagten sind diese Termine zeitlich zu regeln. Antragsgemäss ist der Be-

klagte für berechtigt zu erklären, jede Woche am Mittwoch von 18.30 Uhr bis 

19.30 Uhr mit B._____ zu skypen oder zu telefonieren (Urk. 101 S. 3, Antrag 

2.5.). Ausgenommen sind die Mittwoche, welche in die Ferien fallen.  

 B) Beistandschaft 

 1. Gründe, welche für eine Aufhebung der bestehenden Beistandschaft für 

B._____ gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB sprechen würden, sind nicht ersicht-

lich (Urk. 101 S. 3, Antrag 4.1.). Auf den Eventualantrag ist nicht einzutreten (Urk. 

101 S. 3, Antrag 4.2.). Die Absetzung eines durch die KESB ernannten Beistan-

des fällt nicht in die Kompetenz des Gerichts.  

 2. Wie bereits dargelegt, ist es die Aufgabe des Gerichts, die Besuchsord-

nung festzusetzen (vgl. vorne E. II.A.4.1.). Das Gericht hat insbesondere festzu-

legen, für wie lange Besuche begleitet stattzufinden haben und ob der Umgang in 

der Schweiz oder auch im Ausland ausgeübt werden darf. Die dahingehende Be-

auftragung des Beistandes durch die Vorinstanz ist, wie von den Klägerinnen 1 

- 33 - 

und 2 beantragt (Urk. 83 S. 4, Antrag 3, und S. 33), ersatzlos aufzuheben (vgl. 

Urk. 84 S. 46, Dispositiv-Ziffer 3 Abs. 2 al. 1).  

 3. Elterngespräche 

 3.1. Die Vorinstanz auferlegte dem Beistand die Aufgabe, regelmässig per-

sönliche Gespräche zwischen der Klägerin 1 und dem Beklagten, wenn nötig mit 

weiteren Personen wie beispielsweise dem Beistand selbst, der Besuchsbeglei-

tung oder der zuständigen Kinderpsychologin der Fachstelle D._____, mit dem 

Ziel, eine solide und verantwortungsvolle elterliche Kommunikation aufzubauen, 

um die selbständige Ausübung der elterlichen Sorge zu ermöglichen, zu organi-

sieren und auszugestalten (vgl. Urk. 84 S. 37 f. und S. 46, Dispositiv-Ziffer 3 Abs. 

2 al. 2). 

 3.2. Der Beklagte beantragt die Festlegung von jährlich mindestens sechs 

moderierten Elterngesprächen für eine Dauer von zwei Jahren ab Rechtskraft des 

Urteils, wobei die Auswahl der Moderationsbegleitung einvernehmlich durch die 

Parteien geschehen soll. Im Falle, dass eine gütliche Einigung nicht möglich sei, 

sollen die Parteien die Auswahl der Moderationsbegleitung der KESB Zürich über-

tragen (Urk. 101 S. 3, Antrag 5).  

 3.3. Die Klägerin 1 und der Beklagte sind sowohl bei der Ausübung der ge-

meinsamen elterlichen Sorge als auch dem Besuchsrecht auf Unterstützung an-

gewiesen, da sie nicht fähig sind, direkt und konstruktiv miteinander zu kommuni-

zieren. Hingegen ist auch mit der von der Vorinstanz getroffenen Regelung si-

chergestellt, dass der Beistand der Aufgabe der Gesprächsführung mit den Par-

teien inskünftig mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen hat. Dieses Vorgehen 

sollte (zumindest) in einem ersten Schritt ausreichen. Der Erlass weitergehender 

Vorgaben, wie die Festlegung einer bestimmten Anzahl etc., erscheint nicht an-

gezeigt. Der vorinstanzliche Entscheid ist zu bestätigen.  

 C) Unterhalt 

 1. Die Vorinstanz ging bei der Klägerin 1 von einem monatlichen Nettoein-

kommen von Fr. 5'817.– aus. B._____ rechnete sie Kinderzulagen von Fr. 200.– 

- 34 - 

an (Urk. 84 S. 40). Das Einkommen des Beklagten setzte sie auf Fr. 2'168.– netto 

pro Monat fest (Urk. 84 S. 40 f.). Weiter ging die Vorinstanz von einem Bedarf der 

Klägerin 1 von Fr. 2'480.–, der Klägerin 2 von ("aktuell") Fr. 2'057.– (Urk. 84 S. 

42) und des Beklagten von Fr. 2'875.– für die Phase I (wöchentliches Besuchs-

recht) und Fr. 2'156.– für die Phase II (zweiwöchentliches Wochenendbesuchs-

recht) aus (Urk. 84 S. 43 f.).  

 Die Vorinstanz hielt dafür, die Gegenüberstellung der Einkommens- und Be-

darfszahlen des Beklagten ergebe, dass dieser nicht leistungsfähig sei. Die Klä-

gerinnen 1 und 2 hingegen könnten ihre jeweiligen Bedarfe mit ihren Einkommen 

gut decken, bei einer engen Notbedarfsrechnung verbleibe ihnen gar ein Über-

schuss von Fr. 1'480.–. Entsprechend sprach die Vorinstanz der Klägerin 2 man-

gels Leistungsfähigkeit des Beklagten keinen Unterhalt zu (Urk. 84 S. 44 und S. 

47, Dispositiv-Ziffer 5).  

 2.1. Die Klägerinnen 1 und 2 verlangen mit der Eingabe vom 21. Juni 2021 

die Festsetzung von (mindestens) folgenden Unterhaltsbeiträgen (Urk. 116 S. 2, 

Antrag 4): 
 

Fr. 689.– ab Mitte November 2019 bis 31. März 2021; ungedeckter 
Nettobarbedarf von B._____ Fr. 711.–. 
Fr. 1'032.– ab 1. April 2021; ungedeckter Nettobarbedarf von 
B._____  
Fr. 368.–. 
Fr. 1'391.– ab einem vom Obergericht festzulegenden Zeitpunkt zirka 
drei Monate nach Erlass des Endentscheides bis zum Eintritt in die 
Oberstufe (31. Juli 2027). 
Fr. 1'106.– ab Eintritt von B._____ in die Oberstufe (1. August 2027) 
bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemessenen 
Erstausbildung. 

 

 2.2. Die Klageänderung ist zulässig (vgl. Urk. 227 Abs. 1 lit. a ZPO und 

Art. 317 Abs. 2 lit. b ZPO). Die Höhe der zuerkannten Unterhaltsbeiträge wurde 

bereits mit der Berufungsbegründung angefochten. Die mit Eingabe vom 21. Juni 

2021 geänderten Anträge sind in der gleichen Verfahrensart zu beurteilen und 

stehen in sachlichem Zusammenhang zum bisher geltend gemachten Anspruch. 

- 35 - 

Sie beruhen auf zulässigen Noven (vgl. vorne E. I.3.2. und nachfolgend E. 

II.C.4.3.).  

 3. Grundsätzlich sorgen beide Elternteile, ein jeder nach seinen Kräften, für 

den in Form von Pflege, Erziehung und Geld zu erbringenden Unterhalt des Kin-

des (Art. 276 Abs. 1 und 2 ZGB). Dies gilt an sich auch für den gesamten Geldun-

terhalt, dessen Umfang sich nach Art. 285 Abs. 1 und 2 ZGB bemisst. Steht das 

Kind unter der alleinigen Obhut des einen Elternteils, indem es in dessen Haus-

halt lebt und den anderen Elternteil nur im Rahmen des Besuchs- und Ferien-

rechts sieht, so leistet der obhutsberechtigte Elternteil seinen Unterhaltsbeitrag 

bereits vollständig in natura, indem er dem Kind Pflege und Erziehung erweist 

(sog. Naturalunterhalt). Diesfalls fällt der Geldunterhalt vor dem Hintergrund der 

Gleichwertigkeit von Geld- und Naturalunterhalt vom Grundsatz her vollständig 

dem anderen Elternteil anheim. Von diesem Grundsatz kann und muss das Ge-

richt jedoch ermessensweise abweichen, wenn der hauptbetreuende Elternteil 

leistungsfähiger ist als der andere (BGE 147 III 265 E. 5.5 und E. 8.1, je m.H.). 

Nicht gefolgt werden kann somit den Ausführungen der Klägerinnen 1 und 2, dass 

der Beklagte, da B._____ unter der Obhut der Klägerin 1 stehe und der Beklagte 

nur ein übliches Wochenend- und Ferienbesuchsrecht besitze, für den Barbedarf 

von B._____ alleine aufzukommen habe (vgl. Urk. 83 S. 33 und Urk. 116 S. 11). 

Anzuwenden ist bei der Berechnung der Unterhaltsbeiträge die zweistufige Me-

thode. Es sind auch das Einkommen und der Bedarf der Klägerin 1 festzulegen, 

wie dies die Vorinstanz korrekterweise getan hat.  

 4. Einkünfte 

 4.1. Klägerin 1  

 4.1.1. Die Klägerin 1 arbeitet bei der H._____ (fortan H._____) und als Kla-

vierlehrerin bei der Gemeinde I._____. Bis zur Pensumsreduktion per 1. Septem-

ber 2020 hat sie an vier Tagen pro Woche gearbeitet (vgl. Urk. 4A/163 S. 3).  

 4.1.2. Im Jahre 2020 hat die Klägerin 1 ein Einkommen von (inklusive Kin-

derzulagen) Fr. 68'887.– netto erzielt (Fr. 45'499.– beim H._____ [Urk. 86/20] und  

- 36 - 

Fr. 23'388.– als Klavierlehrerin [Urk. 86/21]). Es resultiert ein monatliches Ein-

kommen von (gerundet) Fr. 5'740.– netto pro Monat bzw. abzüglich Kinderzula-

gen  

Fr. 5'540.–.  

 4.1.3. Beim H._____ hat die Klägerin 1 ihr Pensum per 1. September 2020 

reduziert (Urk. 83 S. 40). Sie erzielt neu ein Einkommen von netto Fr. 3'096.55 

pro Monat. Abzüglich Fr. 200.– Familienzulagen ergeben sich Fr. 2'896.55. Die 

Klägerin 1 erhält einen 13. Monatslohn (vgl. Prot. Vi S. 19; Urk. 86/22), womit ein 

monatliches Einkommen von netto Fr. 3'137.90 (Fr. 2'896.55 x 13 : 12) resultiert. 

Hinzu kommen Fr. 1'945.– pro Monat als Klavierlehrerin (Urk. 83 S. 40; Urk. 

86/21). Es ergeben sich ab dem Jahr 2021 Einkünfte von (gerundet) Fr. 5'080.– 

netto pro Monat. 

 4.1.4. Die von der Klägerin 1 vorgenommene Pensumsreduktion ist, da sie 

die alleinige Obhut für B._____ hat und nach wie vor ein Pensum von über 50 % 

ausübt, nicht zu beanstanden. Hingegen hat die Klägerin 1 ihr Pensum, wenn 

B._____ in die Oberstufe übertritt (1. August 2027) auf 80 % und nach Vollendung 

des 16. Lebensjahres von B._____ (per 1. Juni 2031) auf 100 % zu erhöhen (vgl. 

BGE 144 III 481 E. 4.7.6). Gestützt auf die entstandene Lohneinbusse erscheint 

derzeit ein Arbeitspensum der Klägerin 1 von rund 70 % als ausgewiesen. Ent-

sprechend ist ihr ab dem 1. August 2027 ein Einkommen von (gerundet) netto Fr. 

5'800.– (Fr. 5'080.– : 70 x 80) und ab dem 1. Juni 2031 von (gerundet) Fr. 7'260.– 

(Fr. 5'080.– : 70 x 100) netto pro Monat anzurechnen.  

 

 4.2. B._____ 

 Die Familienzulagen von B._____ betragen derzeit Fr. 200.–. Sie werden 

von der Klägerin 1 bezogen (Urk. 16/2). Ab dem 1. Juni 2027 (Vollendung des 12. 

Altersjahr) erhöhen sich die Zulagen auf Fr. 250.–.  

 4.3. Beklagter 

- 37 - 

 4.3.1. Die Vorinstanz ging beim Beklagten von einem monatlichen  

Durchschnittseinkommen als selbständig Erwerbender in der IT-Branche von  

EUR 2'099.– bzw. umgerechnet Fr. 2'168.– aus (Kurs 1.08 - Stand 15.01.2021 

www.J._____.com; vgl. Urk. 84 S. 40 f.). Der Beklagte hat per 1. März 2021 eine 

Anstellung als Systemadministrator beim K._____ angetreten.  

 Gemäss Klägerinnen 1 und 2 ist dem Beklagten bis Ende März 2021 ein 

Einkommen von EUR 2'009.–, ab 1. April 2021 von EUR 2'312.– sowie ab einem 

von der Kammer festzulegenden Zeitpunkt zirka drei Monate nach Zustellung des 

vorliegenden Entscheids von EUR 2'642.– anzurechnen (Urk. 116 S. 13).  

 4.3.2. Der Beklagte bezieht seit dem 1. April 2021 ein monatliches Gehalt 

von (unbestritten) EUR 2'115.92 netto (Urk. 101 S. 41; Urk. 116 S. 11). Umstritten 

ist, ob er einen 13. Monatslohn erhält (Urk. 116 S. 12; Urk. 140 S. 2). Gemäss 

dem eingereichten Arbeitsvertrag war der Beklagte im März 2021 zu 10 % und ab 

April 2021 zu 87,5 % (35 Stunden pro Woche) angestellt (Urk. 104/7; Dienstver-

trag § 1). In der eingereichten Gehaltsmitteilung für den April 2021 ist unter dem 

Stichwort "Monat" ein Bruttogehalt von EUR 3'199.19 angeführt sowie unter "Jahr" 

von  

EUR 3'564.81 (vgl. Urk. 135/23). Der Beklagte macht geltend, unter dem Stich-

wort "Jahr" würden alle Bruttoentgelte aufsummiert, die der Arbeitgeber im lau-

fenden Jahr ausbezahlt habe (Urk. 133 S. 16). Dem ist beizupflichten. So resul-

tiert aus dem Gehalt von EUR 3'199.19 brutto für 87,5 % ein Betrag von EUR 

3'656.22 für 100 % bzw. EUR 365.62 für 10 %. Somit wurde dem Beklagten im 

März 2021 für seine 10 %-ige Anstellung ein Bruttogehalt von EUR 365.62 aus-

bezahlt. Die Summe der Bruttogehälter für März und April 2021 entspricht damit 

den aufgeführten EUR 3'564.81. Der Bezug eines 13. Monatslohnes ist damit 

nicht erstellt. Vielmehr ist ein Einkommen von EUR 3'199.19 brutto bzw. EUR 

2'115.92 netto pro Monat ausgewiesen (vgl. Urk. 135/23). Zu beachten ist aller-

dings, dass in den Abzügen nicht nur die Sozialabgaben des Arbeitnehmers, son-

dern auch EUR 445.83 "Lohnsteuer" enthalten sind. Dies gilt es nachfolgend bei 

der Bedarfsberechnung zu beachten.  

- 38 - 

 4.3.3. Gemäss den Klägerinnen 1 und 2 hat der Beklagte zur Erfüllung sei-

ner familienrechtlichen Verpflichtung einer 100 %-igen Erwerbstätigkeit nachzu-

gehen. Es sei ihm - unter Gewährung einer Übergangsfrist - ein (hypothetisches) 

Einkommen von EUR 2'642.– anzurechnen (Urk. 116 S. 13). Der Beklagte macht 

geltend, er absolviere seit Oktober 2019 berufsbegleitend ein weiterbildendes 

Studium zum Bachelor IT-Sicherheit an der L._____ Universität in M._____, 

N._____, wofür er eine Lern-/und Bearbeitungszeit von acht Stunden pro Woche 

benötige. Das Studium solle seine Verdienstmöglichkeiten und damit B._____s 

Unterhaltsanspruch in Zukunft erhöhen (Urk. 101 S. 41; Urk. 133 S. 16). Sodann 

sei für ihn aufgrund der derzeitigen Gesamtsituation eine 100 %-ige Anstellung 

weder trag- noch leistbar. So hätten ihm die wöchentlichen Umgänge, welche 

oftmals auf Freitage gefallen seien, keine andere Wahl gelassen, als eine Stelle 

mit reduziertem Pensum (35 Stundenwoche) anzunehmen. Nur so könne er we-

nigstens an jedem zweiten Wochenende kurzzeitige, stundenweise Erholungs-

phasen einschieben, denn lägen die Umgangstermine auf einem Samstag, sei er 

an diesen Tagen 20 Stunden unterwegs. Zusätzlich schränke ihn sein Schwerbe-

hindertengrad von 20 % ein. Er sei auf einem Ohr zu 100 % taub. Die Anstren-

gungen würden ihren Tribut fordern. Er habe "deutliche körperliche Reaktionen", 

die darauf hinweisen würden, dass er sich weniger belasten sollte. Dies rate ihm 

auch seine Hausärztin (Urk. 133 S. 17). 

 Geht es um Kindesunterhalt, ist die vorhandene Arbeitskapazität umfassend 

auszuschöpfen. Es besteht diesbezüglich eine besondere Anstrengungspflicht, 

welche namentlich auch die Freiheit der persönlichen Lebensgestaltung und der 

Realisierung beruflicher Wunschvorstellungen einschränken kann (vgl. BGE 147 II 

265 E. 7.4 m.H.). Beim tiefen Einkommen des Beklagten erscheint es nicht an-

gemessen, dass er eine Weiterbildung machen kann, welche seine derzeitige 

Leistungsfähigkeit mindert. Der Beklagte legt denn auch in keiner Art und Weise 

dar, ab wann und inwiefern sich seine Einkommensverhältnisse zufolge der Wei-

terbildung verbessern würden. Dafür, dass dem Beklagten eine 100 %-ige Ar-

beitstätigkeit aus gesundheitlichen Gründen (zumindest derzeit) nicht möglich wä-

re, legt er weder Beweise vor noch offeriert er diese. Anzeichen hierfür ergeben 

sich auch nicht aus den Akten. Sodann wird der Beklagte in absehbarer Zeit nicht 

- 39 - 

mehr alle zwei Wochen in die Schweiz reisen müssen. Auch der längere Be-

suchsweg rechtfertigt keine Einschränkung seiner Leistungskapazitäten. Der Be-

klagte macht nicht geltend, eine Aufstockung als IT-Berater auf 100 % wäre nicht 

möglich. In der  

IT-Branche sind denn Arbeitnehmer derzeit gesucht. Sodann ist dem Beklagten 

die Aufstockung seines Pensums auf 100 % auch zumutbar. Hingegen ist ihm un-

ter Berücksichtigung der vorgenannten Tatsachen (häufige Besuchsfrequenz, 

langer Anreiseweg) sowie der Tatsache, dass er bereits knapp 50 Jahre alt ist, ei-

ne grosszügige Übergangsfrist zur Erhöhung seines Arbeitspensums bis Ende 

August 2022 zu gewähren. Entsprechend ist beim Beklagten ab dem 1. Septem-

ber 2022 von einem monatlichen Einkommen von (gerundet) EUR 2'418.20 aus-

zugehen (EUR 2'115.92 : 87,5 x 100).  

 4.3.4. Damit ist beim Beklagten von folgenden Einkommen auszugehen  

(in Franken; Kurs 1.04 [Durchschnittswert 1. bis 11. Januar 2021] 

www.J._____.com; gerundet): bis 30. März 2021 Fr. 2'090.– (EUR 2'009.–), vom 

1. April 2021 bis 31. August 2022 Fr. 2'200.– (EUR 2'115.92) und ab dem 1. Sep-

tember 2022 Fr. 2'515.– (EUR 2'418.20). 

 5. Bedarfe  

 5.1. Bei der Bedarfsermittlung bzw. der Ermittlung des gebührenden Unter-

halts bilden die "Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten 

der Schweiz für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums" 

(zuletzt veröffentlicht in: BlSchK 2009 S. 193 ff.) den Ausgangspunkt, wobei in 

Abweichung davon für jedes Kind ein (bei den Wohnkosten des Obhutsinhabers 

abzuziehender) Wohnkostenanteil einzusetzen ist und im Übrigen auch die 

Fremdbetreuungskosten zu berücksichtigen sind. Diese beiden Positionen sowie 

die in den Richtlinien genannten Zuschläge (relevant für das Kind: Krankenkas-

senprämien, Schulkosten, besondere Gesundheitskosten) sind zum Grundbetrag 

hinzuzurechnen. Bei knappen Verhältnissen muss es für den Barunterhalt dabei 

sein Bewenden haben und auch ein allfälliger Betreuungsunterhalt ist auf der Ba-

sis des betreibungsrechtlichen Existenzminimums des betreuenden Elternteils zu 

bestimmen. Das bedeutet im Übrigen auch, dass ein allfälliger Fehlbetrag im Sin-

- 40 - 

ne von Art. 287a lit. c ZGB und Art. 301a lit. c ZPO sich ausschliesslich auf diese 

Werte beziehen, mithin ein sog. Mankofall nur vorliegen kann, wenn das betrei-

bungsrechtliche Existenzminimum für den Bar- und/oder Betreuungsunterhalt 

nicht vollständig gedeckt werden kann. Soweit es die finanziellen Mittel zulassen, 

ist jedoch der gebührende Unterhalt zwingend auf das sog. familienrechtliche 

Existenzminimum zu erweitern, auf welches diesfalls Anspruch besteht. Bei den 

Elternteilen gehören hierzu typischerweise die Steuern, ferner eine Kommunikati-

ons- und Versicherungspauschale, unumgängliche Weiterbildungskosten, den fi-

nanziellen Verhältnissen entsprechende statt am betreibungsrechtlichen Exis-

tenzminimum orientierte Wohnkosten, Kosten zur Ausübung des Besuchsrechts 

und allenfalls angemessene Schuldentilgung; bei gehobeneren Verhältnissen 

können namentlich auch über die obligatorische Grundversicherung hinausge-

hende Krankenkassenprämien im Bedarf berücksichtigt werden. Beim Barbedarf 

des Kindes gehören zum familienrechtlichen Existenzminimum namentlich die 

Ausscheidung eines Steueranteiles, ein den konkreten finanziellen Verhältnissen 

entsprechender Wohnkostenanteil und gegebenenfalls über die obligatorische 

Grundversicherung hinausgehende Krankenkassenprämien (vgl. BGE 147 III 265 

E. 7.2).  

 5.2. Klägerin 1 

 5.2.1. Die Vorinstanz setzte den Bedarf der Klägerin 1 auf Fr. 2'480.– fest 

(Grundbetrag Fr. 1'350.–, Miete Fr. 657.–, Krankenkassenprämie KVG [abzüglich 

individuelle Prämienverbilligung; fortan IPV] Fr. 323.–, Kommunikation Fr. 150.–; 

Urk. 84 S. 41 f.).  

 5.2.2. Die Klägerin 1 bezahlt neu ab 1. Februar 2021 einen Mietzins von  

Fr. 940.– pro Monat (Urk. 86/10). Die Kosten sind - was unangefochten blieb - in 

ihrem Bedarf mit zwei Dritteln, damit (gerundet) Fr. 627.- zu berücksichtigen 

(Urk. 83 S. 38 f.; Urk. 84 S. 41). Sodann hat sich die Krankenkassenprämie per 

1. Januar 2021 unter Berücksichtigung der IPV auf (gerundet) Fr. 371.- erhöht 

(Urk. 83 S. 39; Urk. 86/11 und 13; Fr. 397.15 - [Fr. 308.40 : 12]).  

- 41 - 

 Weiter sind im betreibungsrechtlichen Existenzminimum der Klägerin 1 aus-

gewiesene Fahrkosten von Fr. 125.– (Urk. 83 S. 40; Urk. 86/14 und 86/15) anzu-

rechnen. Die geltend gemachten Mehrkosten für auswärtige Verpflegung von  

Fr. 80.– pro Monat wurden nicht belegt (Urk. 83 S. 49), weshalb sie nicht zu be-

rücksichtigen sind (vgl. Richtlinien II. Unumgängliche Berufsauslagen lit. b). Hin-

gegen ist die Klägerin 1 zur Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit auf die Miete ei-

nes Klaviers angewiesen. Diese Mietkosten von Fr. 84.– pro Monat sind ebenfalls 

zu berücksichtigen (vgl. Urk. 83 S. 40; Urk. 86/16).  

 Damit beläuft sich das betreibungsrechtliche Existenzminimum der Klägerin 

1 vom 13. November 2019 (Rückführung B._____ in die Schweiz) bis zum 31. 

Dezember 2020 auf Fr. 2'539.– (Grundbetrag Fr. 1'350.–, Miete Fr. 657.–, Kran-

kenkassenprämie Fr. 323.–, Fahrkosten Fr. 125.–, Miete Klavier Fr. 84.–), vom 1. 

Januar 2021 bis zum 31. Januar 2021 auf Fr. 2'587.– (Grundbetrag Fr. 1'350.–, 

Miete Fr. 657.–, Krankenkassenprämie Fr. 371.–, Fahrkosten Fr. 125.–, Miete 

Klavier Fr. 84.–) und ab dem 1. Februar 2021 auf Fr. 2'557.– (Grundbetrag Fr. 

1'350.–, Miete Fr. 627.–, Krankenkassenprämie Fr. 371.–, Fahrkosten Fr. 125.–, 

Miete Klavier Fr. 84.–).  

 5.2.3.1. Da mit den Einkünften der Parteien die betreibungsrechtlichen Exis-

tenzminima der Familienmitglieder gedeckt werden können (vgl. nachfolgend  

E. II.C.6.), ist der gebührende Bedarf auf das familienrechtliche Existenzminimum 

zu erweitern. Entsprechend sind bei der Klägerin 1 - wie durch die Vorinstanz - 

die Kommunikationskosten von Fr. 150.– (vgl. Urk. 84 S. 42) und - in Anwendung 

der Untersuchungsmaxime - (gerichtsübliche) Fr. 30.– für die Prämien einer 

Hausrat- und Haftpflichtversicherung einzusetzen. 

 5.2.3.2. Weiter ist die Steuerbelastung der Klägerin 1 zu bestimmen. Im Jah-

re 2020 ist von einem Nettoerwerbseinkommen (inklusive Kinderzulagen) von  

Fr. 68'887.– auszugehen. Für diese Periode hat der Beklagte keine Kindesunter-

haltsbeiträge zu bezahlen (vgl. nachfolgend II.C.6.). In Abzug zu bringen sind die 

Versicherungsprämien (Fr. 3'900.–), die Berufsauslagen (zirka Fr. 2'000.–), die 

Fremdbetreuungskosten (Fr. 4'800.–; ohne Privatkindergarten vgl. nachfolgend  

E. II.C.5.3.2.) und der Kinderabzug von Fr. 9'000.–, womit ein steuerbares Ein-

- 42 - 

kommen in der Grössenordnung von Fr. 49'000.– resultiert. Die Klägerin 1 hat - 

soweit bekannt - kein Vermögen. Basierend auf dem Steuerrechner des Kantons 

Zürich (ledig, Verh.- Einelterntarif, evangelisch [vgl. Urk. 4A/80], Steuerjahr 2020, 
Zürich) ergeben sich Gemeinde- und Staatssteuern von Fr. 3'136.10. Bei den di-

rekten Bundessteuern ist von einem relevanten Einkommen in der Grössenord-

nung von  

Fr. 53'000.– auszugehen (Versicherungsprämien Fr. 2'400.– und Kinderabzug  

Fr. 6'500.–). Es ergibt sich eine Steuerbelastung von Fr. 17.– (Verh.- Einelternta-

rif, 1 Kind, Steuerjahr 2020), womit gesamthaft (gerundet) Fr. 260.– pro Monat  

([Fr. 3'136.10 + Fr. 17.–] : 12) resultieren.  

 Ab dem Jahre 2021 reduziert sich das von der Klägerin 1 zu versteuernde 

Nettojahreseinkommen auf Fr. 60'960.– (12 x Fr. 5'080.–) zuzüglich Fr. 2'400.– 

Kinderzulagen. Sodann rechtfertigt es sich zu berücksichtigen, dass der Beklagte 

ab Mitte 2022 Unterhaltsbeiträge zu bezahlen hat (vgl. nachfolgend E. II.C.6.). 

Mithin sind weitere Fr. 2'400.– aufzurechnen. Es ergibt sich ein steuerbares Ein-

kommen in der Grössenordnung von Fr. 46'000.– ([Fr. 60'960.– + Fr. 2'400.– + Fr. 

2'400.–) - Fr. 19'700.–). Damit resultieren Gemeinde- und Staatssteuern von Fr. 

2'755.95. Direkte Bundessteuern müssen bei einem relevanten Einkommen von 

Fr. 50'000.– keine bezahlt werden, womit sich eine Steuerbelastung von (gerun-

det) Fr. 230.– ergibt. Hiervon ist der Steueranteil von B._____ auszuscheiden. Er 

beläuft sich auf  

Fr. 20.– (vgl. nachfolgend E. II.C.5.3.3.1). Damit sind bei der Klägerin 1 Fr. 210.– 

zu berücksichtigen. Eine weitergehende Berechnung der Steuerbelastung der 

Klägerin 1 erübrigt sich, da sich die Leistungsfähigkeit des Beklagten ab Septem-

ber 2022 nicht mehr verändert.  

 5.2.3.3. Die Klägerin 1 macht sodann Fr. 417.– für Ratenzahlungen eines 

Kredits geltend. Sie habe den Kredit aufnehmen müssen, um die aufwändigen 

Verfahren in Deutschland um die Rückführung von B._____ zu bezahlen (vgl. Urk. 

83 S. 40; Urk. 86/19). Dies blieb unangefochten (vgl. Urk. 101 S. 41 ff.). Es er-

scheint angemessen, diese Schuldentilgung zu berücksichtigen. Hingegen war 

die letzte Kreditrate per 30. Juni 2021 fällig (vgl. Urk. 4A/164/6; vgl. auch Urk. 

- 43 - 

4A/163 S. 2). Die Klägerin 1 macht nicht geltend, dass sie den Kredit nicht ver-

tragsgemäss abbezahlt hätte. Damit sind ab dem 1. Juli 2021 keine Ratenzahlun-

gen mehr zu berücksichtigen.  

 5.2.3.4. Gestützt auf das Gesagte resultieren folgende familienrechtlichen 
Existenzminima: bis zum 31. Dezember 2020 Fr. 3'396.– (Fr. 2'539.– + Fr. 150.– 

Kommunikation + Fr. 30.– Hausrat- und Haftpflichtversicherung + Fr. 260.– Steu-

ern + Fr. 417.– Kreditrate), vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Januar 2021 Fr. 

3'394.– (Fr. 2'587.– + Fr. 150.– Kommunikation + Fr. 30.– Hausrat- und Haft-

pflichtversicherung + Fr. 210.– Steuern + Fr. 417.– Kreditrate), vom 1. Februar 

2021 bis zum  

30. Juni 2021 Fr. 3'364.– (Fr. 2'557.– + Fr. 150.– Kommunikation + Fr. 30.– Haus-

rat- und Haftpflichtversicherung + Fr. 210.– Steuern + Fr. 417.– Kreditrate) und ab 

dem 1. Juli 2021 Fr. 2'947.– (Fr. 2'557.– + Fr. 150.– Kommunikation + Fr. 30.– 

Hausrat- und Haftpflichtversicherung + Fr. 210.– Steuern). 

 5.3. B._____ 

 5.3.1. Den Bedarf von B._____ hat die Vorinstanz auf "aktuell" Fr. 2'057.– 

festgesetzt (Grundbetrag Fr. 400.–, Miete Fr. 328.–, Krankenkassenprämie KVG 

abzüglich IPV Fr. 9.–, Fremdbetreuung Fr. 840.–, Therapiekosten D._____ 

Fr. 480.–). Sie hielt dafür, dass die Fremdbetreuungskosten mit der Zeit abneh-

men dürften, der Grundbetrag und die weiteren Kosten beispielsweise für Hobbies 

dagegen steigen würden, weshalb davon abgesehen werden könne, eine Abstu-

fung vorzunehmen (Urk. 84 S. 41 f.).  

 5.3.2. Für die Klägerin 2 wird berufungsmässig ein "betreibungsrechtliches 

Existenzminimum" von (recte:) Fr. 1'600.– (Grundbetrag Fr. 400.–, Miete  

Fr. 313.–, Krankenkassenprämie abzüglich IPV Fr. 51.– und Fremdbetreuungs-

kosten Fr. 836.–) bis zum Übertritt in die Oberstufe und hernach von Fr. 1'229.– 

(Grundbetrag Fr. 600.–, Miete Fr. 313.–, Krankenkassenprämie abzüglich IPV  

Fr. 51.– und "Mittag/Schulmaterial" mindestens Fr. 250.–) geltend gemacht (vgl. 

Urk. 83 S. 38). 

- 44 - 

 Wie bereits erwähnt haben sich die Wohnkosten per 1. Februar 2021 auf  

Fr. 940.– reduziert (Urk. 86/10). Hiervon sind im Bedarf der Klägerin 2 ein Drittel, 

damit (gerundet) Fr. 313.– einzusetzen (Urk. 83 S. 38; Urk. 84 S. 41). Die Kran-

kenkassenprämie von B._____ beträgt ab dem 1. Januar 2021 (unter Berücksich-

tigung der Prämienverbilligung) neu (gerundet) Fr. 44.– (Fr. 119.20 - Fr. 7.25 - [Fr. 

819.60 : 12]); Urk. 86/9 und 86/11).  

 Die Vorinstanz hat im Bedarf von B._____ Therapiekosten von Fr. 480.– pro  

Monat berücksichtigt, wobei nicht ersichtlich ist, auf welche Behauptungen und 

Belege der Betrag gestützt wird (vgl. Urk. 84 S. 42). Die Klägerinnen 1 und 2 ma-

chen mit der Berufung Kosten von Fr. 30.– pro Monat geltend, welche auch ins-

künftig in gleichem Umfang anfielen (Urk. 83 S. 39). Dies blieb unbestritten (vgl. 

Urk. 101  

S. 41 f.). Es sind im Bedarf der Klägerin 2 Fr. 30.– Therapiekosten einzusetzen.  

 Weiter werden Fremdbetreuungskosten von Fr. 836.– pro Monat bis zum 

Übertritt von B._____ in die Oberstufe geltend gemacht (Urk. 83 S. 38). Die Kos-

ten sind an sich ausgewiesen (vgl. Urk. 86/12). Zu beachten ist hingegen, dass 

B._____ - bis zum Übertritt in die 1. Klasse im Sommer 2021 - einen privaten Kin-

dergarten besucht hat. Fr. 470.80 der belegten Kosten fielen hierfür an. Aufgrund 

der Rückbehaltung von B._____ ist die Einschulung in einem privaten Kindergar-

ten nicht zu beanstanden (vgl. Urk. 4A/136 S. 2; Urk. 4A/164/5), weshalb bis zum 

31. Juli 2021 Fremdbetreuungskosten von Fr. 836.– im Bedarf von B._____ zu 

berücksichtigen sind. Hingegen wird weder behauptet noch ergibt sich aus den 

Akten, dass B._____ nunmehr eine Privatschule besucht. Damit fallen bei 

B._____ nur noch die Kosten für den Mittagstisch und den Hort an, wenn die Klä-

gerin 1 aus beruflichen Gründen abwesend ist. Sodann wird der Platz der Kläge-

rin 2 zufolge der finanziellen Situation ihrer Eltern subventioniert. Mithin fallen be-

reits heute wesentlich tiefere Fremdbetreuungskosten als Fr. 836.– an, welche mit 

zunehmendem Alter von B._____ noch weiter sinken werden. Es erscheint damit 

nicht angemessen, im Bedarf von B._____ bis zu ihrem Übertritt in die Oberstufe 

Fr. 836.– Fremdbetreuungskosten einzusetzen. Zumal die Auslagen für Hobbies 

nach der neusten bundesgerichtlichen Rechtsprechung aus einem allfälligen 

- 45 - 

Überschuss zu bestreiten sind. Vielmehr ist der Grundbetrag von B._____ per 1. 

Juni 2025 von Fr. 400.– auf Fr. 600.– zu erhöhen. Sodann ist ab dem 1. August 

2021 von durchschnittlichen Betreuungskosten während der Unterstufe von Fr. 

400.– auszugehen. Ab dem Übertritt von B._____ in die Oberstufe (1. August 

2027) sind Betreuungskosten nur noch im Umfang des Mittagtisches angezeigt. 

Zusätzlich anfallen werden Kosten für ein eigenes Handy von B._____ und allen-

falls Fahrauslagen. Damit erscheint der gemachte Betrag von Fr. 250.– als ange-

messen, wobei allfällige dazumal noch anfallende Therapiekosten für D._____ in-

begriffen sind. Der Beklagte widerspricht dem denn auch nicht (vgl. Urk. 101 S. 41 

ff.).  

 5.3.3.1. Zur Berechnung des auf B._____ anfallenden Steueranteils ist der 

ihr anzurechnende Barunterhaltsbeitrag und die Familienzulagen in das Verhältnis 

zu den von der Klägerin 1 insgesamt zu versteuernden Einkünfte zu setzen (vgl. 

BGer 5A_816/2019 vom 21.08.2021, E. 4.2.3.5; zur Publikation vorgesehen). Die 

zu versteuernden Einkünfte der Klägerin 1 belaufen sich ab dem Jahre 2021 auf  

Fr. 46'000.–. Der von ihr zu versteuernde Barunterhaltsbeitrag sowie die Famili-

enzulagen von B._____ betragen total Fr. 4'800.–, was rund 10 % ausmacht. Es 

erscheint damit angemessen, im Barbedarf von B._____ ab dem 1. Januar 2021 

(gerundet) Fr. 20.– (10 % von Fr. 230.–) für Steuern einzusetzen. 

 5.3.3.2. B._____ hat eine Zahnpflegeversicherung. Die hierfür ausgewiese-
nen Kosten von Fr. 26.– pro Monat (Urk. 86/9) sowie Fr. 2.– für die Zusatzversi-

cherung Auslandreisen (vgl. Urk 4A/164/2) sind zu berücksichtigen.  

 5.3.4. Gestützt auf das Gesagte resultieren folgende familienrechtlichen 

Existenzminima: bis zum 31. Dezember 2020 Fr. 1'631.– (Grundbetrag Fr. 400.–, 

Miete Fr. 328.–, Krankenkassenprämie Fr. 9.–, Fremdbetreuungskosten Fr. 836.–,  

Therapiekosten Fr. 30.–, Zusatzversicherungen VVG Fr. 28.–), im Januar 2021  

Fr. 1'686.– (neu Krankenkassenprämie Fr. 44.– und Steueranteil Fr. 20.–), vom  

1. Februar 2021 bis 31. Juli 2021 Fr. 1'671.– (neu Miete Fr. 313.–), vom 1. August 

2021 bis 31. Mai 202