# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a882c47-5288-5e50-8281-0ec4f0267eb7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 04.02.2021 SB200015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200015_2021-02-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB200015-O/U/cwo 
 
Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, Oberrichterin lic. iur.  

R. Affolter und Oberrichter lic. iur. B. Amacker sowie die  

Gerichtsschreiberin MLaw T. Künzle 

 

Urteil vom 4. Februar 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. D. Kloiber,  

 

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung,  
vom 24. Oktober 2019 (DG190110) 
 
 
 
 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 10. April 2019 (act. 32) 

ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 70 S. 66 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. c BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, 

− des gewerbsmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 139 Ziff. 2 StGB, 

− des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB, 

− der mehrfachen geringfügigen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 

Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB, 

− des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Ver-

bindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB, sowie 

− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG (Zeitraum 17. Dezember 2016 bis 30. Juni 2017). 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit 

heute 447 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden sind), 

teilweise als Zusatzstrafe zu der mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 

31. Januar 2017 ausgefällten Strafe, sowie einer Busse von Fr. 1'500.–. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so 

tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen. 

5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 8 Jahre des Landes verwie-

sen. 

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6. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 16. Oktober 2018 

beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten retourniert: 

− 1 Mobiltelefon SWISSone (Asservat-Nr. A010'468'594), 

− 1 Damenmantel (Asservat-Nr. A010'355'814). 

7. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 16. Oktober 2018 beschlagnahmte 

Fahrradschloss (Dossier 36; Asservat-Nr. A010'681'535) wird B._____ auf erstes 

Verlangen herausgegeben bzw. nach Ablauf von 30 Tagen ab Rechtskraft dieses 

Entscheides der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen. 

8. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 16. Oktober 2018 beschlagnahmte 

schwarze Spiralschloss (Dossier 2; Asservat-Nr. A010'352'702) wird C._____ auf 

erstes Verlangen herausgegeben bzw. nach Ablauf von 30 Tagen ab Rechtskraft 

dieses Entscheides der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung über-

lassen. 

9. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 16. Oktober 2018 

beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen: 

− 1 Mobiltelefon HUAWEI (Asservat-Nr. A010'468'607), 

− 1 Zahlenschloss (Dossier 33; Asservat-Nr. A011'020'874). 

10. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 16. Oktober 2018 

beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien werden ein-

gezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

− 1 Minigrip mit Heroin (Asservat-Nr. A010'468'549),  

− 2 Feinwaagen (Asservat-Nr. A010'468'812). 

11. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 16. Oktober 2018 

beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und der Lagerbehörde zur 

gutscheinenden Verwendung bzw. der Zuführung an das Fundbüro der Stadt Zürich 

überlassen: 

− 1 Mountainbike Totem, R-Nr. …   

(Dossier 5; Asservat-Nr. A010'355'836), 

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− 1 Mountainbike Velofabrik, R-Nr. …   

(Dossier 6; Asservat-Nr. A010'355'847), 

− 1 Mountainbike Serious Shoreline (Dossier 14; Asservat-Nr. A011'310'751), 

− 1 Rennrad Specialized Langster (Dossier 16; Asservat-Nr. A011'310'808), 

− 1 Mountainbike Specialized Rockhopper   

(Dossier 18; Asservat-Nr. A011'310'853), 

− 1 Mountainbike Focus Black Forest (Dosser 19; Asservat-Nr. A011'310'864), 

− 1 Citybike Velofabrik (Dosser 20; Asservat-Nr. A011'310'875), 

− 1 Mountainbike Scott (Dossier 48; Asservat-Nr. A011'661'384). 

12. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der Privat-

klägerin D._____ für Umtriebe im Betrag von Fr. 100.– anerkannt hat.  

13. Die Privatkläger/innen E._____ und F._____ werden mit ihren Schadenersatz- und 
Genugtuungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

14. Der amtliche Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird mit Fr. 26'970.40 inkl. 

MWSt aus der Gerichtskasse entschädigt. 

15. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'300.00   Gebühr für das Vorverfahren, 

Fr. 2'144.50   Auslagen (DNA-Gutachten), 

Fr. 280.00   Auslagen (Datenvisionierung), 

Fr. 420.00   Auslagen Polizei (Kurzberichte FOR),  

Fr. 26'970.40   amtliche Verteidigung. 

16. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

17. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.  

18. [Mitteilungen] 

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19. [Rechtsmittel]" 

Berufungsanträge:   
(Prot. II S. 7 f.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 108) 

1. Der Beschuldigte sei von den Vorwürfen des gewerbsmässigen Diebstahls, 

der mehrfachen geringfügiger Sachbeschädigung sowie des Verbrechens 

gegen das Betäubungsmittelgesetz freizusprechen. 

2. Der Beschuldigte sei mit einer bedingten Freiheitsstrafe von vier Monaten 

und einer Busse von CHF 100.– zu bestrafen, unter Anrechnung der erstan-

denen Haft. 

Dem Beschuldigten sei für die Überhaft eine Genugtuung ausrichten. 

3. Auf die Anordnung einer Landesverweisung sei zu verzichten. 

4. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens seien 

auf die Staatskasse zu nehmen. 

5. Es sei festzustellen, dass die nicht angefochtenen Dispositivziffern des 

Urteils vom 24. Oktober 2019 in Rechtskraft erwachsenen sind. 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, inkl. derjenige der amtlichen Vertei-

digung seien auf die Staatskasse zu nehmen.  

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 110) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 24. Oktober 2019 sei in Bezug auf 

den erstellten Sachverhalt und die rechtliche Würdigung zu bestätigen. 

2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten als teilweise 

Zusatzstrafe zur mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 31. Januar 2017 

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ausgefällten Strafe von 20 Monaten Freiheitsstrafe, sowie einer Busse von 

CHF 1'500.00 zu bestrafen. 

3. Es sei bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe 

von 15 Tagen auszusprechen. 

4. Der Beschuldigte sei für 8 Jahre des Landes zu verweisen. 

5. Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.  

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Umfang der Berufung 

1. Für Einzelheiten zum Prozessverlauf bis zum erstinstanzlichen Urteil kann 

auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 70 S. 6 f.).  

2. Mit dem vorstehend wiedergegebenen Urteil vom 24. Oktober 2019 wurde 

der Beschuldigte – ausgenommen eine kleine Korrektur betreffend die mehrfache 

Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes (vgl. Urk. 70 S. 19) – anklagegemäss 

schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten, teilweise als 

Zusatzstrafe zu einer Strafe vom 31. Januar 2017, und mit einer Busse von 

Fr. 1'500.– bestraft. Es wurde der Vollzug der Strafe angeordnet und eine 

Landesverweisung ausgesprochen (Urk. 70 S. 66 f.).  

3. Gegen dieses Urteil liess der Beschuldigte durch seinen amtlichen Vertei-

diger rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 53 S. 6 und 53A) und mit Eingabe vom 

7. Januar 2020 ebenfalls fristgerecht die Berufungserklärung einreichen (Urk. 71). 

Die Staatsanwaltschaft erhob innert Frist Anschlussberufung (Urk. 78 und 79). 

Seitens der Privatkläger liess sich niemand vernehmen. Beweisanträge wurden 

keine gestellt.  

4. Mit Eingabe vom 27. Januar 2021 liess der Beschuldigte um Dispensation 

von der Berufungsverhandlung vom 4. Februar 2021 ersuchen (Urk. 105) und 

reichte zugleich ein persönliches Schreiben vom 21. Januar 2021 zu den Akten 

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(Urk. 107). Der Dispensation von der Berufungsverhandlung wurde am 28. Januar 

2021 stattgegeben (vgl. Urk. 105 Vermerk). Zur Berufungsverhandlung vom 

4. Februar 2021 erschien der amtliche Verteidiger des Beschuldigten, der amt-

liche Verteidiger der Beschuldigten G._____, die Beschuldigte G._____ sowie 

Staatsanwalt Moder als Vertreter der Anklagebehörde (vgl. Prot. II S. 7). Die Be-

rufungsverfahren SB200014/15 wurde infolge des Sachzusammenhanges ge-

meinsam verhandelt.  

5. Vom Schuldpunkt (Dispositivziffer 1) lässt der Beschuldigte die Schuld-

sprüche wegen des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz, wegen 

gewerbsmässigen Diebstahls und mehrfacher geringfügiger Sachbeschädigung 

anfechten. Zudem beantragt er je eine tiefere Freiheitsstrafe und Busse (Disposi-

tivziffern 2-4), den Verzicht auf die Anordnung einer Landesverweisung (Disposi-

tivziffer 5) und die Übernahme sämtlicher Verfahrenskosten auf die Staatskasse 

(Dispositivziffer 16; Urk. 71 und Urk. 108). Die Staatsanwaltschaft ficht einzig das 

Strafmass der Freiheitsstrafe an (Dispositivziffer 2; Urk. 79 und Urk. 110).  

Nicht angefochten ist das vorinstanzliche Urteil somit hinsichtlich der Schuld-

sprüche wegen Hausfriedensbruchs, geringfügigen Diebstahls und mehrfacher 

Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes (Dispositivziffer 1 teilweise), ferner 

der Regelungen betreffend das Schicksal beschlagnahmter Gegenstände (Dispo-

sitivziffern 6-11), der Zivilforderungen (Dispositivziffern 12-13), des Verteidiger-

honorars (Dispositivziffer 14) und der Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 15) 

(Prot. II S. 9). Es ist daher vorab mit Beschluss festzuhalten, dass das Urteil vom 

24. Oktober 2019 diesbezüglich in Rechtskraft erwachsen ist.  

6. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und 

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Das Berufungsgericht 

kann sich auf die für seinen Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken  

(BGE 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1.). 

 

-   8   - 

II. Prozessuales 

1. Konstituierung der Privatklägerschaft und Strafanträge 

Im angefochtenen Urteil ist aufgelistet, welche geschädigten Personen sich als 

Privatkläger konstituiert und fristgerecht gültige Strafanträge gestellt haben. Es 

kann hierzu auf das angefochtene Urteil verwiesen werden (Urk. 70 S. 6-8).  

2. Verwertbarkeit der Beweismittel 

2.1 Auswertung des Mobiltelefons HUAWEI (A010'468'607) 

2.1.1  Die Anklage zum Vorwurf des gewerbsmässigen Diebstahls basiert im 

Wesentlichen auf den Erkenntnissen zufolge Auswertung des Mobiltelefons 

HUAWEI durch die Stadtpolizei Zürich, Digitale Forensik (Urk. D1/15/3).  

Gestützt auf diese Auswertung kann einerseits die Entwendung sämtlicher Fahr-

räder in den Dossiers 2 und 5 bis 58 aufgrund der vom Beschuldigten aufgeschal-

teten Inserate auf der Kauf-/ und Verkaufsplattform "H._____.ch", aufgrund der 

von ihm unter anderem an seinem Wohnort aufgenommenen Fotografien diverser 

Fahrräder sowie aufgrund von WhatsApp-Chats und Kaufquittungen eindeutig 

dem Beschuldigten zugeordnet werden. Zudem wurden aufgrund der Erkenntnis-

se aus der Auswertung des Mobiltelefons HUAWEI die Auskunftspersonen 

I._____, J._____, K._____ und L._____ befragt, welche den Beschuldigten eben-

falls belasteten (Urk. D1/7/2 und 1/7/3; Urk. D1/7/6 und D1/7/7; Urk. D1/8/4 bis 

1/8/7).  

Die Verteidigung des Beschuldigten macht diesbezüglich ein Beweisverwertungs-

verbot geltend. Sie stellt sich auf den Standpunkt, der Beschuldigte sei mit der 

Auswertung des Mobiltelefons nicht einverstanden gewesen (Urk. 51A S. 3 f.). 

Dies habe er anlässlich der Hausdurchsuchung vom 8. Juni 2017 ausdrücklich 

erklärt, was im Polizeirapport vermerkt worden sei (Urk. 51A S. 3 mit Verweis auf 

Urk. D1/2 S. 4 und Urk. D1/6/2 S. 2 Frage 12). Da der Beschuldigte zu diesem 

Zeitpunkt noch nicht anwaltlich vertreten gewesen sei, obschon dies notwendig 

gewesen wäre, hätte seine Aussage als Siegelungsantrag behandelt werden und 

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zwingend ein Siegelungsverfahren im Sinne von Art. 264 Abs. 3 StPO stattfinden 

müssen. Dass dies nicht geschehen sei, sei ein grundlegender Verfahrensfehler, 

der zur Unverwertbarkeit sämtlicher aufgrund der Auswertung der Mobiltelefone 

gewonnener Daten führe. Insbesondere seien die gestützt auf die Auswertung 

erlangten Beweise, mithin die Einvernahmen der erwähnten Auskunftspersonen, 

gemäss Art. 141 Abs. 4 StPO nicht zu berücksichtigen (Urk. 51A S. 4). Zudem 

seien die Ergebnisse der Auswertung der Mobiltelefone nicht gültig (Art. 131 

Abs. 3 StPO), weil der Beschuldigte zum damaligen Zeitpunkt nicht verteidigt 

gewesen sei und nicht auf Wiederholung der Auswertung verzichtet habe 

(Urk. 108 S. 6 f.). 

2.1.2  Gemäss Art. 248 Abs. 1 StPO sind Aufzeichnungen und Gegenstände, die 

nach Angaben der Inhaberin oder des Inhabers wegen eines Aussage- oder 

Zeugnisverweigerungsrechts oder aus anderen Gründen nicht durchsucht oder 

beschlagnahmt werden dürfen, zu versiegeln und dürfen von den Strafbehörden 

weder eingesehen noch verwendet werden. Der Beschuldigte ist auf sein Recht, 

die Siegelung zu beantragen, aufmerksam zu machen. Dieser hat die Unzulässig-

keit der Durchsuchung grundsätzlich zu behaupten und glaubhaft zu machen. Bei 

offensichtlich unbegründeten Anträgen kann die Strafbehörde von der Siegelung 

absehen (Zürcher Kommentar StPO-Keller, 3. Aufl. Zürich 2020, Art. 248 N 8 f.; 

BSK StPO-Thormann/Brechbühl, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 247 N 4 und Art. 248 

N 10). 

2.1.3  Das Mobiltelefon HUAWEI des Beschuldigten wurde anlässlich der Haus-

durchsuchung vom 8. Juni 2017 sichergestellt (Urk. D1/13/3). Die genannte 

Hausdurchsuchung basiert auf dem Hausdurchsuchungs- und Durchsuchungsbe-

fehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 12. Mai 2017 wegen Verdachts gegen 

den Beschuldigten auf den Handel mit Heroin (Urk. D1/13/1). Die Durchsuchung 

des Mobiltelefons des Beschuldigten wurde sodann mit Durchsuchungsbefehl der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 8. August 2017 wegen Verdachts des mehr-

fachen Diebstahls und Weiterverkaufs von Fahrrädern angeordnet (Urk. D1/15/1). 

Die Auswertung erfolgte durch die forensischen Dienste der Stadtpolizei Zürich 

gestützt auf den letztgenannten Durchsuchungsbefehl, wobei gezielt nur die 

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Daten der Zeitspanne vom 1.1.2017 bis 30.6.2017 gesichert und aufbereitet 

wurden (Urk. D1/15/3).  

2.1.4  Anknüpfend an die Vorinstanz (Urk. 70 S. 8 ff.) ist mit einigen Ergänzungen 

das Folgende festzuhalten:  

Der Beschuldigte nahm anlässlich der Hausdurchsuchung vom 8. Juni 2017 den 

Hausdurchsuchungs- und Durchsuchungsbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-

Sihl vom 12. Mai 2017 entgegen (Urk. D1/13/2 S. 4). Darin wurde er zum ersten 

Mal unter dem Titel "Durchsuchung von Aufzeichnungen" sowie unter Nennung 

der einschlägigen Gesetzesartikel, namentlich des hier massgebenden Art. 248 

Abs. 1 StPO – der klar formuliert und überdies optisch hervorgehoben ist – auf die 

Möglichkeit hingewiesen, eine Siegelung zu beantragen (Urk. D1/13/2 S. 3). 

Damit war er informiert über den besonderen Rechtsbehelf der Siegelung, einer 

Sofortmassnahme, mit der die Kenntnisnahme und Verwendung von Aufzeich-

nungen einstweilen verhindert werden kann. Sodann wurde der Beschuldigte 

anlässlich der Hausdurchsuchung vom 8. Juni 2017 erstmals polizeilich befragt. 

Dabei machte ihn die Sachbearbeiterin darauf aufmerksam, dass seine beiden 

gefundenen Mobiltelefone vorläufig sichergestellt würden und im Auftrag der 

Staatsanwaltschaft ausgewertet werden können. Auf die Frage, ob er auch mit ei-

ner polizeilichen Sichtung einverstanden sei, antwortete er: "Nein bin ich nicht. 

Sie können mir doch nicht alles wegnehmen. Ich habe nichts mit dieser Sache zu 

tun" (Urk. D1/6/2 S. 2 Frage 12). Dabei nannte er keinerlei Gründe, weshalb er mit 

der Sichtung nicht einverstanden sei.  

Siegelung setzt ein Geltendmachen von Durchsuchungseinwendungen durch die 

berechtigte betroffene Person voraus. Ein formelles Verlangen der Siegelung ist 

nicht erforderlich, doch muss sich der Wille des Betroffenen, sich gegen die 

Durchsuchung zu wehren, eindeutig aus seiner Erklärung ergeben, etwa indem 

ein Zeugnis- oder Aussageverweigerungsrecht oder andere schützenswerte 

Geheimnisse aufgeführt werden (Zürcher Kommentar StPO-Keller, a.a.O., 

Art. 248 N 8). Daran ändert nichts, dass es sich beim Beschuldigten um einen 

Laien handelt. Schutzwürdige Geheimnisse bzw. die Unzulässigkeit einer Durch-

suchung ist zumindest zu behaupten und glaubhaft zu machen, wenn auch an die 

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Glaubhaftmachung im Falle der Darlegung durch einen Laien geringere Anforde-

rungen zu stellen sind. Vorliegend hat es der Beschuldigte jedoch gänzlich unter-

lassen, irgendwelche Gründe zu nennen oder auch nur anzudeuten, die die Not-

wendigkeit einer Siegelung im Sinne des Gesetzes begründen könnten. Selbst 

wenn man berücksichtigt, dass der Beschuldigte nicht anwaltlich vertreten war, 

kann seine lapidare Behauptung, er habe nichts mit den Anschuldigungen zu tun, 

nicht als Siegelungsantrag verstanden werden. Sein faktisches Interesse als 

Beschuldigter, ihn belastende Beweisergebnisse möglichst zu vermeiden, stellt 

keinen hinreichenden Siegelungsgrund dar.  

Ausserdem sind auch keine objektiven Gründe ersichtlich, weshalb eine Siege-

lung hätte angezeigt sein sollen. Daher hatte die Untersuchungsbehörde keinen 

Anlass, die Äusserungen des Beschuldigten als Siegelungsantrag zu interpre-

tieren. Im Übrigen bringt auch die Verteidigung bis heute keine Gründe dafür vor, 

weshalb ein Siegelungsverfahren zum Schutze berechtigter Interessen des 

Beschuldigten angebracht gewesen wäre.  

Hinzu kommt, dass das Mobiltelefon HUAWEI nicht bereits nach der Beschlag-

nahme am 8. Juni 2017, anlässlich derer der Beschuldigte sinngemäss einen 

Siegelungsantrag gestellt haben soll, ausgewertet wurde. Die Auswertung, infolge 

derer die im vorliegenden Verfahren verwendeten Beweise ermittelt wurden, 

erfolgte erst deutlich später gestützt auf den Durchsuchungsbefehl der Staatsan-

waltschaft Zürich-Sihl vom 8. August 2017 (Urk. D1/15/1). Darin wurde der 

Beschuldigte erneut sowohl auf sein Beschwerderecht gegen die Verfügung als 

auch auf die – wiederum durch Fettdruck augenfällige – Möglichkeit, eine Siege-

lung zu verlangen, hingewiesen (Urk. D1/15/1 S. 3). Damals hatte die Unter-

suchungsbehörde noch keine Kenntnis von den sich auf dem Mobiltelefon befind-

lichen Informationen bzw. Beweismitteln. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Beschul-

digte erneut die Gelegenheit, unter Nennung einschlägiger Gründe zumindest 

sinngemäss eine Siegelung zu beantragen, was er nicht tat.  

Bei aller Nachsicht gegenüber Laien sei noch vermerkt, dass der Beschuldigte 

bereits sehr zeitnahe Erfahrung mit Hausdurchsuchungen hatte. Wegen Ver-

dachts gegen den Beschuldigten auf Fahrraddiebstahl zum Nachteil der unweit 

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von ihm wohnenden Geschädigten C._____ war bereits am 5. Mai 2017 – mithin 

nur rund ein Monat vor dem 8. Juni 2017, anlässlich welchem Tag das Mobiltele-

fon HUAWEI des Beschuldigten ab der Küchenablage sichergestellt wurde 

(Urk. D1/13/2 f.) – ein Hausdurchsuchungs- und Durchsuchungsbefehl der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat ergangen und dem Beschuldigten gegen 

Unterschrift vorgelegt bzw. ausgehändigt worden. Das war ebenfalls geschehen 

mit integriertem Formular, enthaltend die massgebenden Bestimmungen aus der 

Schweizerischen Strafprozessordnung mit hervorgehobenem Fettdruck von 

Art. 248 StPO betreffend Siegelung (vgl. Urk. D1/12/3; Urk. D1/8/1). Die Haus-

durchsuchung und Sicherstellung im Beisein des Beschuldigten hatten noch am 

gleichen Tag stattgefunden. Dabei konnte im Übrigen nebst andern Fahrrädern 

auch das der Geschädigten C._____ entwendete Rennvelo der Marke Caminada 

direkt vor dem Haupteingang am Wohnort des Beschuldigten sichergestellt wer-

den (Urk. D1/12/4-5).  

In Anbetracht all dieser Umstände war das Vorgehen der Staatsanwaltschaft 

korrekt und die Erkenntnisse zufolge Auswertung des Mobiltelefons HUAWEI sind 

– übereinstimmend mit der Vorinstanz – im vorliegenden Verfahren als Beweis-

mittel zulässig. 

Zum Einwand der Verteidigung, es sei spätestens bei der ersten polizeilichen 

Befragung des Beschuldigten eine Verteidigung notwendig gewesen und nicht 

erst ein halbes Jahr nach der Hausdurchsuchung, gilt es Folgendes zu sagen: 

Der Beschuldigte erklärte in der polizeilichen Einvernahme vom 8. Juni 2017 

keinen Anwalt zu brauchen (Urk. D1/6/2 Frage 1), weshalb die (erste) Einver-

nahme lege artis ohne Verteidiger durchgeführt wurde. Mit Schreiben vom 

30. November 2017 informierte die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten 

sodann, dass eine Verteidigung zwingend notwendig sei (Urk. D1/20/1). Mit Ver-

fügung der Oberstaatsanwaltschaft vom 6. Dezember 2017 wurde sodann auf 

Wunsch des Beschuldigten Rechtsanwalt lic. iur. X._____ mit Wirkung ab dem 

6. Dezember 2017 als dessen amtlicher Verteidiger bestellt (Urk. D1/20/4).  

2.1.5  Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang zudem, dass die mit Verfü-

gung vom 6. Dezember 2017 bestellte amtliche Verteidigung erstmals am 6. März 

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2018 im Hinblick auf weitere Einvernahmen des Beschuldigten Einsicht in das 

Protokoll der polizeilichen Einvernahme des Beschuldigten vom 8. Juni 2017 

erhielt (vgl. Urk. D1/20/5). In der Folge wurde der Beschuldigte in Anwesenheit 

seines Verteidigers am 26. Juni 2018, 28. Juni 2018 sowie 10. Juli 2018 sehr ein-

lässlich befragt (Urk. D1/6/4, D1/6/5, D1/6/7 und D1/6/9). Dabei wurde er mit den 

aus der Auswertung seines Mobiltelefons HUAWEI stammenden Beweismitteln, 

hauptsächlich bestehend aus einer Vielzahl von Fotografien mutmasslich gestoh-

lener Fahrräder, WhatsApp-Chat-Auszügen und einigen Kaufquittungen konfron-

tiert (Urk. D1/6/6, D1/6/8 und D1/6/10). Die Unverwertbarkeit der Beweismittel 

hätte auch bei einer dieser Gelegenheiten noch geltend gemacht und die als 

unverwertbar gerügten Beweismittel allenfalls im Sinne von Art. 141 Abs. 5 StPO 

aus den Akten entfernt werden können. Die Verteidigung unterliess es jedoch 

während der gesamten Untersuchung, das Vorgehen der Polizei bzw. der Staats-

anwaltschaft diesbezüglich zu bemängeln. Ebenso wenig wurde gegen die am 

16. Oktober 2018 ergangene und der Verteidigung am 18. Oktober 2018 übermit-

telte Beschlagnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft, die auch das fragliche 

Mobiltelefon HUAWEI umfasste, ein Rechtmittel ergriffen (Urk. D1/16/1-2).   

Schliesslich unterliess es die Verteidigung, die Frage der Verwertbarkeit der 

Beweismittel anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung als Vorfrage im 

Sinne von Art. 339 Abs. 2 lit. d StPO aufzuwerfen. Indem die Verteidigung erst 

nach der Befragung des Beschuldigten und somit erst nach Abschluss des 

Beweisverfahrens im Rahmen ihres Verteidigungsplädoyers fehlende Siegelung 

als angeblich grundlegenden Verfahrensfehler rügte und die Unverwertbarkeit 

sämtlicher aufgrund der Auswertung des Mobiltelefons gewonnener Daten ins 

Feld führte, erweist sich ihr Vorbringen klar als verspätet. Das gilt umso mehr, als 

Einwendungen gegen eine Durchsuchung grundsätzlich durch sofortige Geltend-

machung des Siegelungsanspruchs zu erfolgen haben (Zürcher Kommentar 

StPO-Keller, a.a.O., Art. 248 N 11) und auch die Abwehr gegen eine spätere 

Beschlagnahme als vorläufige Massnahme fristgebunden ist.    

Die Geständnisse des Beschuldigten wurden schliesslich in Kenntnis der Sach- 

und Rechtslage und unter Wahrung seiner strafprozessualen Rechte abgelegt. Es 

-   14   - 

ist der Vorinstanz zuzustimmen, wenn sie das Vorgehen der Verteidigung als 

Verstoss gegen Treu und Glauben wertet, indem einerseits der Beschuldigte in 

Anwesenheit seines amtlichen Verteidigers bei den staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahmen und erneut an der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht ein 

umfassendes Geständnis zu den Fahrraddiebstählen ablegte, dieses aber von der 

Verteidigung nach Abschluss des Beweisverfahrens als unverwertbar erklärt 

wurde. Selbst wenn der Verteidigereinwand berechtigt gewesen wäre, könnte dies 

dem Beschuldigten nicht (mehr) zum Vorteil gereichen. Unbehelflich ist mithin 

auch die Berufung auf Art. 131 Abs. 3 StPO. Der Anspruch auf Wiederholung ist 

verwirkt, wenn der Verteidigung nicht innert nützlicher Frist die Wiederholung 

beantragt (vgl. Schmid/Jositsch, Praxiskommentar StPO, 3. Aufl., Art. 132 N 7).  

2.1.6  Mit Recht hat die Vorinstanz die Erkenntnisse aus der Auswertung des 

Mobiltelefons nicht als Zufallsfunde im Sinne von Art. 243 StPO betrachtet. Die 

Ermittlungen gegen den Beschuldigten hinsichtlich der Betäubungsmitteldelikte 

wurden erst aufgenommen, als er anlässlich der polizeilichen Einvernahme von 

M._____ am 29. April 2017 erstmals diesbezüglich belastet worden war 

(Urk. D1/7/1 S. 1). Die Beweiserhebungen wurden sodann gezielt im Hinblick auf 

die Aufklärung der Betäubungsmitteldelikte getätigt. Die Hausdurchsuchung vom 

8. Juni 2017, anlässlich welcher die Sicherstellung der Mobiltelefone des 

Beschuldigten erfolgte, basierte ausdrücklich auf dem Verdacht auf Handel mit 

Heroin (Urk. D1/13/1). Auch hinsichtlich der Fahrraddiebstähle bestanden bereits 

diverse Hinweise aus der Bevölkerung, unter anderem die Strafanzeige und 

polizeiliche Aussage der Geschädigten C._____ wegen ihres abhanden 

gekommenen Rennvelos, aufgrund derer die Hausdurchsuchung vom 5. Mai 2017 

angeordnet wurde (Urk. D1/12/1 = D1/8/1; Urk. D1/12/2). Dem Durchsuchungs-

befehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 8. August 2017 ist schliesslich klar 

zu entnehmen, dass die Durchsuchung der beiden Mobiltelefone HUAWEI 

(A010'468'607) und SWISSone (A010'468'594) aufgrund des Verdachts auf mehr-

fachen Diebstahls und Weiterverkaufs von Fahrrädern angeordnet wurde 

(Urk. D1/15/1). Es handelt sich somit ausschliesslich um mit den abzuklärenden 

Straftaten in Zusammenhang stehende Beweismittel und nicht um Zufallsfunde. 

-   15   - 

2.2 Aussagen von K._____ und L._____ 

2.2.1  Hinsichtlich der Aussagen der Auskunftspersonen K._____ und L._____ 

macht die Verteidigung ebenfalls geltend, diese seien zufolge des Beweisverwer-

tungsverbots bezüglich Auswertung der Mobiltelefone nicht verwertbar. Die Unter-

haltungen, aus denen ersichtlich sei, dass die Auskunftspersonen K._____ und 

L._____ mit dem Beschuldigten in Kontakt standen bzw. von diesem Betäu-

bungsmittel hätten erwerben wollen, stammten aus der unzulässigen Auswertung 

des Mobiltelefons des Beschuldigten und seien daher nicht verwertbar (Urk. 51A 

S. 5 f.).  

2.2.2  Hierzu kann auf die obigen Ausführungen zur korrekten Vorgehensweise 

bei der Auswertung der Mobiltelefone verwiesen werden (E. II. 2.1). Da die Aus-

wertung der Mobiltelefone rechtmässig war, haftet den Erkenntnissen aus dieser 

Auswertung kein Mangel an. Damit sind sowohl die Chat-Protokolle (Urk. D1/4/1 

und D1/4/2) als auch die Aussagen der Auskunftspersonen K._____ (Urk. D1/7/2 

und D1/7/7) und L._____ (Urk. D1/7/3 und D1/7/6) ohne Weiteres verwertbar, 

zumal sie unter Beachtung der massgeblichen strafprozessualen Vorschriften er-

folgten. 

-   16   - 

2.3 Aussagen von M._____  

2.3.1  Die Verteidigerin der – in Bezug auf das eingeklagte Verbrechen gegen das 

Betäubungsmittelgesetz – ebenfalls beschuldigten Person und ehemaligen 

Wohn(ungs)partnerin des Beschuldigten A._____, G._____, bringt zu den Aussa-

gen der Auskunftsperson M._____ diverse Unverwertbarkeitsgründe vor. Zu-

nächst wird geltend gemacht, dass aus den Akten nicht ersichtlich sei, ob die ge-

gen M._____ geführte verdeckte Fahndung rechtens gewesen sei. Solange die 

Rechtmässigkeit der verdeckten Fahndung nicht überprüfbar sei, hätten auch alle 

weiteren Beweise aufgrund der Fernwirkung von Beweisverwertungsverboten 

gemäss Art. 141 Abs. 4 StPO als nicht verwertbar zu gelten (Urk. 51B S. 3 ff.; 

Urk. 72 in SB200014).  

Sodann wird vorgebracht, an der ersten Einvernahme von M._____ am 29. April 

2017 habe es an einem genügenden Vorhalt gefehlt. Ein solcher sei erst unter 

Frage 23 erfolgt (Urk. 51B S. 9 mit Verweis auf Urk. D1/7/1 S. 3 Frage 23). Daher 

sei die Einvernahme von M._____ vom 29. April 2017 nicht verwertbar. Aufgrund 

der Fernwirkung von Beweisverwertungsverboten seien denn auch die zweite und 

dritte Einvernahme von M._____ nicht verwertbar (Urk. 51B S. 9 f.).  

Die zweite Einvernahme von M._____ vom 27. Juni 2018 (Urk. D1/7/5) sei zudem 

mangels Hinweises auf das Recht auf Beizug eines Rechtsvertreters unver-

wertbar, da M._____ gemäss seinen ersten Aussagen "Dealer" gewesen sei und 

angegeben habe, früher beim Beschuldigten sehr viel Heroin bezogen zu haben. 

Selbiges gelte für die dritte Einvernahme M._____s vom 19. Oktober 2018 

(Urk. 51B S. 10 ff.; Urk. D/1/7/8).  

Die Verteidigungen des Beschuldigten A._____ und der Beschuldigten G._____ 

(vgl. Verfahren SB200014) machen in diesem Zusammenhang ferner geltend, 

M._____ hätte spätestens ab seiner zweiten Einvernahme vom 27. Juni 2018 

nicht als Auskunftsperson, sondern als beschuldigte Person befragt werden müs-

sen. Dies sei auch deshalb von Bedeutung, weil auch betreffend M._____ ein Fall 

notwendiger Verteidigung vorliegen würde und dieser in Anwesenheit eines Ver-

teidigers hätte befragt werden müssen (Urk. 51A S. 9 und Urk. 51B S. 11 f. und 

-   17   - 

Urk. 108 S. 4 f.). Die Verteidigung des Beschuldigten bringt an der Berufungsver-

handlung dazu im Weiteren vor, der Hinweis der Vorinstanz auf den rechtskräfti-

gen Strafbefehl vom 4. Juli 2017 sei unbehelflich. Die neuen Belastungen seien 

davon nicht erfasst. Die Staatsanwaltschaft habe nicht offenlegen wollen, ob ein 

neues Strafverfahren eröffnet worden sei. Wenn eine Strafuntersuchung eröffnet 

worden wäre, hätte es transparent gemacht werden müssen. M._____ hätte zu-

dem als Beschuldigter und nicht als Auskunftsperson einvernommen werden 

müssen (Urk. 108 S. 5).  

Schliesslich hätten die Verfahren gegen M._____, A._____ und G._____ gemäss 

der Verteidigerin von G._____ – zumindest am Anfang – im Sinne von Art. 29 

Abs. 1 lit. b StPO zusammengeführt werden müssen, was wiederum bedeutet hät-

te, dass M._____ als Beschuldigter einzuvernehmen gewesen wäre (Urk. 51B 

S. 5).  

2.3.2  Soweit von Verteidigerseite die Rechtmässigkeit der verdeckten Fahndung 

gegen die Auskunftsperson M._____ infrage gestellt wird, ist mit der Vorinstanz 

festzuhalten, dass die den Beschuldigten A._____ und G._____ vorgeworfenen 

Delikte nicht Gegenstand der verdeckten Fahndung waren. Auch wurden die den 

Verdacht gegen den Beschuldigten A._____ begründenden Erkenntnisse nicht 

während der Ermittlungstätigkeit der Polizei gewonnen. Vielmehr wurde vorab der 

Beschuldigte A._____ von der in jenem Strafverfahren beschuldigten Person 

M._____ im Zuge der Einvernahme vom 29. April 2017 belastet. Aus heutiger 

Sicht gibt es keinen Anlass, die Rechtmässigkeit der verdeckten Fahndung im 

Verfahren gegen M._____ anzuzweifeln bzw. die in jenem mit rechtskräftigem 

Strafbefehl vom 4. Juli 2017 abgeschlossenen Verfahren (vgl. Urk. D1/7/8 S. 9 

Frage 57) erhobenen Beweismittel, einschliesslich auch der späteren Einver-

nahmen von M._____, als unverwertbar einzustufen. Die entsprechende (erste) 

Einvernahme von M._____ kann im Ergebnis sowohl hinsichtlich Begründung ei-

nes Tatverdachts gegen die Beschuldigten als auch zu deren Belastung berück-

sichtigt werden.  

-   18   - 

2.3.3  Weiter trifft es mit der Vorinstanz nicht zu, dass die erste polizeiliche 

Einvernahme M._____s vom 29. April 2017 mangels rechtzeitigem Vorhalt nicht 

verwertbar sein soll.  

Die Einvernahme wurde mit folgendem Vorhalt eröffnet: "Sie wurden festgenom-

men, weil Sie eines Verbrechens oder Vergehens verdächtigt sind. Es ist gegen 

Sie ein Strafverfahren wegen Betäubungsmittelhandels eingeleitet worden und 

Sie werden als beschuldigte Person einvernommen. Sie haben das Recht, Aus-

sagen und Mitwirkung zu verweigern. Sie sind berechtigt, jederzeit auf eigenes 

Kostenrisiko eine Verteidigung zu bestellen oder gegebenenfalls eine amtliche 

Verteidigung zu beantragen. Sie können einen Übersetzer oder eine Übersetzerin 

verlangen. Haben Sie das verstanden?" (Urk. D1/7/1 S. 1 Frage 1). Damit wurde 

M._____ in rechtsgenügender Weise auf seine Informations-, Verteidigungs- und 

Mitwirkungsrechte im Sinne von Art. 158 StPO hingewiesen. In der Folge wurde 

M._____ die Möglichkeit eingeräumt, die Geschehnisse aus seiner Sicht zu schil-

dern. Dabei führte er – auf einen Nenner gebracht – aus, am N._____-Platz einer 

Frau gegen Geld kurz zuvor erhaltenes Heroin übergeben zu haben, worauf er 

sogleich von der Polizei durchsucht (und verhaftet) worden sei (Urk. D1/7/1 S. 1 

Frage 3). In diesem Zusammenhang belastete M._____ von sich aus auch den 

Beschuldigten A._____, den er "A'._____" nannte, als seine Quelle des ausge-

händigten Heroins (Urk. D1/7/1 S. 2 f. Fragen 8 ff.).  

Sodann wurde M._____ Folgendes vorgehalten: "Sie stehen im Verdacht, heute 

um ca. 16:45 Uhr an der O._____-Strasse 1 Portion Heroin, 0.6 Gramm brutto, für 

CHF 50.00 an eine Frau verkauft zu haben. Wie stellen Sie sich zu diesem 

Vorwurf?" (Urk. D1/7/1 S. 3 Frage 23). Damit wurde er detailliert über den Gegen-

stand des Strafverfahrens, die Örtlichkeit (die O._____-Strasse mündet in den 

N._____-Platz) und die Belastungslage aufgeklärt und hatte die Gelegenheit, sich 

zu den konkreten Vorwürfen zu äussern, wobei er sich von Anbeginn geständig 

zeigte. Die strafprozessualen Vorschriften wurden eingehalten, so dass seine 

Einvernahme vom 29. April 2017 auch unter diesem Blickwinkel verwertbar ist. 

2.3.4  Zur Form der beiden weiteren Einvernahmen von M._____ als Auskunfts-

person gilt übereinstimmend mit der Vorinstanz Folgendes: Gemäss Art. 178 

-   19   - 

Abs. 1 StPO wird unter anderem als Auskunftsperson einvernommen, wer 

(d) ohne selber beschuldigt zu sein, als Täterin, Täter, Teilnehmerin oder Teil-

nehmer der abzuklärenden Straftat oder einer anderen damit zusammenhängen-

den Straftat nicht ausgeschlossen werden kann; oder (f) in einem andern Verfah-

ren wegen einer Tat, die mit der abzuklärenden Straftat im Zusammenhang steht, 

beschuldigt ist. 

M._____ wurde anlässlich seiner Verhaftung infolge der verdeckten Fahndung 

erstmals am 29. April 2017 korrekterweise als beschuldigte Person befragt 

(Urk. D1/7/1), was auch von der Verteidigung nicht in Frage gestellt wird. Das 

durch die verdeckte Fahndung veranlasste Verfahren gegen M._____ wurde mit 

Strafbefehl vom 4. Juli 2017 rechtskräftig abgeschlossen. Im Verfahren gegen 

den Beschuldigten A._____ und die Beschuldigte G._____ gab es hernach keinen 

Anlass, M._____ erneut als beschuldigte Person einzuvernehmen. Zum Erforder-

nis der Vereinigung der Verfahren gegen M._____, A._____ und G._____ ist die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Mittäterschaft bei Betäubungsmitteldelik-

ten zu beachten. Bei der Anwendung von Art. 19 BetmG sind die Anforderungen 

an die Annahme einer Mittäterschaft eher hoch anzusetzen. Mittäterschaft ist nur 

dann zu bejahen, wenn der Wiederverkäufer von seinem Lieferanten mehr als nur 

betreffend den blossen Bezug der Ware wesentlich abhängig ist oder nach des-

sen Weisungen handelt, und ihm dadurch die alleinige Tatherrschaft für die von 

ihm getätigten (Weiter-) Verkäufe fehlt. Mittäter im Sinne von Art. 33 Abs. 2 StPO 

sind in der Regel Personen, die auf der gleichen Hierarchiestufe im Drogenhandel 

tätig sind (vgl. zum Ganzen BGE 118 IV 397 E. 2c mit weiteren Hinweisen). Wer 

Betäubungsmittel kauft, ist bezüglich der gekauften Drogen grundsätzlich Täter 

(Käufer) nach Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG und nicht gleichzeitig Mittäter des 

Verkäufers im Sinne von dessen lit. c. Dies gilt gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung auch dann, wenn er die Drogen seinerseits auf eigene Rechnung 

weiterverkauft. Da in Art. 19 Abs. 1 BetmG die Unterstützungshandlungen als 

selbständige Tatbestände ausgestaltet sind, wodurch nahezu jeder Teilnehmer 

zum Täter gemacht wird, besteht auch kein grosser Raum für die Anwendung der 

Tatfigur der Gehilfenschaft (vgl. BGE 118 IV 397 E. 2c; analog BGE 133 IV 187 

E. 3.2, 142 IV 401 E. 3.3.2). Insgesamt ergibt sich, dass zwischen dem Drogen-

-   20   - 

lieferanten und -abnehmer in der Regel keine Teilnahmeform anzunehmen ist 

(vgl. Beschluss des Bundesstrafgerichts BG.2019.14 vom 28. Mai 2019 E. 3).  

Einer Vereinigung der Verfahren standen abgesehen davon auch sachliche 

Gründe entgegen, namentlich das in Art. 5 StPO verankerte Beschleunigungs-

gebot: Während sich die Beschuldigten A._____ und G._____ hinsichtlich des 

eingeklagten Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz noch im Beru-

fungsverfahren ungeständig zeigen und Freisprüche beantragen, war M._____ 

betreffend den Vorfall vom 29. April 2017 auf Anhieb geständig und wurde dafür 

bereits rund zwei Monate später, wie erwähnt am 4. Juli 2017, mittels Strafbefehls 

mit 90 Tagen Freiheitsstrafe bestraft.   

Unter Berücksichtigung der obengenannten Rechtsprechung erhellt auch, dass 

M._____ an den A._____ und G._____ vorgeworfenen Delikten weder als Mittäter 

noch als Teilnehmer in Frage kommt, er konnte aber seinerseits als selbstständi-

ger Täter (Käufer) nicht ausgeschlossen werden. Somit wurde er hinsichtlich der 

A._____ und G._____ vorgeworfenen Delikte am 27. Juni 2018 korrekterweise im 

Sinne von Art. 178 Abs. 1 lit. d StPO als Auskunftsperson befragt (Urk. D1/7/5). 

Dasselbe gilt für die Befragung als Auskunftsperson anlässlich seiner zweiten 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. Oktober 2018 (Urk. D1/7/8). 

Selbst wenn gegen M._____ erneut ein Strafverfahren eröffnet worden wäre und 

dieses früher, mithin vor den Einvernahmen zu den Delikten gegen die Beschul-

digten A._____ und G._____ eröffnet worden wäre, wäre M._____ im vorliegen-

den Verfahren gemäss Art. 178 Abs. 1 lit. f StPO ebenfalls als Auskunftsperson 

zu befragen gewesen. Die staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen erfolgten somit 

unter korrekter Anwendung der massgeblichen strafprozessualen Vorschriften. 

Auch unter diesem Aspekt sind sie verwertbar. Nach dem Gesagten gibt es 

seitens des Gerichts auch keine Veranlassung, Akten in Sachen M._____ und der 

verdeckten Fahndung für den vorliegenden Fall beizuziehen (vgl. Prot. II S. 12). 

Dieser Antrag der Verteidigungen ist abzuweisen.  

-   21   - 

2.4 Aussagen von P._____ 

2.4.1  Gegen die Verwertbarkeit der Aussagen der Auskunftsperson P._____ 

bringt die Verteidigung der Beschuldigten G._____ vor, dass die Teilnahmerechte 

der Beschuldigten G._____ dabei verletzt worden seien. Bei der polizeilichen Ein-

vernahme von P._____ habe es sich um eine delegierte Einvernahme gehandelt, 

weshalb die Teilnahmerechte der Beschuldigten G._____ hätten gewährt werden 

müssen. Da die Beschuldigte G._____ nicht habe teilnehmen können, seien so-

wohl die genannte Einvernahme als auch die darauf folgende staatsanwaltschaft-

liche Einvernahme vom 17. Januar 2019 unverwertbar. Die Einvernahmen seien 

sodann von weiteren Mängeln behaftet, nämlich, dass bei der ersten Einvernah-

me von P._____ kein Dolmetscher zugegen gewesen sei, dass diese auf den un-

verwertbaren Einvernahmen von M._____ beruhen würden, P._____ nicht auf das 

Recht, einen Rechtsvertreter beizuziehen, aufmerksam gemacht worden sei, kein 

genügender Vorhalt erfolgt sei, er in der falschen Rolle befragt worden sei und 

nicht notwendig verteidigt worden sei (Urk. 51B S. 13 f.).  

2.4.2  Art. 147 StPO regelt die Teilnahmerechte der Parteien bei Beweiserhebun-

gen, welche von der Staatsanwaltschaft oder vom Gericht durchgeführt werden. 

Demgemäss haben Parteien das Recht, bei Beweiserhebungen der genannten 

Strafbehörden anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu 

stellen. Bei Beweiserhebungen, die von der Polizei durchgeführt werden, ist indes 

zu differenzieren: Führt die Polizei nach Eröffnung der Untersuchung Beweis-

erhebungen gestützt auf einen Auftrag der Staatsanwaltschaft im Sinne von 

Art. 312 StPO durch, wie das vorliegend der Fall war (vgl. Urk. D1/5 S. 1 und 

D1/19/4), gelten die gleichen Regeln wie für die Beweiserhebungen, welche die 

Staatsanwaltschaft selbst durchführt. Erhebt die Polizei hingegen Beweise im 

polizeilichen Ermittlungsverfahren, haben die Parteien grundsätzlich keine Teil-

nahmerechte. Dies gilt auch für Auskunftspersonen im polizeilichen Ermittlungs-

verfahren. Sollten die Angaben der Auskunftsperson allerdings im Verfahren zum 

Nachteil der beschuldigten Person verwertet werden, muss das Konfrontations-

recht gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK entweder schon bei der Einvernahme 

selbst oder aber nachträglich gewährt werden. Nach der Rechtsprechung des 

-   22   - 

EGMR und des Bundesgerichtes genügt es den Anforderungen von Art. 6 Ziff. 3 

lit. d EMRK, wenn die beschuldigte Person oder ihre Verteidigung im Laufe des 

gesamten Verfahrens einmal eine angemessene und geeignete Gelegenheit 

erhalten hat, von ihrem Konfrontationsrecht Gebrauch zu machen (Zürcher 

Kommentar StPO-Wohlers, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 147 N 13, u.a. 

mit Hinweis auf BGE 144 IV 97 E. 2.2 S. 102). Im Übrigen wird im Urteil des 

Bundesgerichts 6B_135/2018 vom 22. März 2019 E. 2.2.1 klargestellt, dass es 

gemäss Art. 147 Abs. 3 StPO genügt, wenn die Verteidigung an der Beweiserhe-

bung teilnimmt. War lediglich die beschuldigte Person aus zwingenden Gründen 

an der Teilnahme bei der Beweiserhebung verhindert, ist die Einvernahme den-

noch verwertbar und es besteht gestützt auf Art. 147 Abs. 3 StPO kein Anspruch 

auf Wiederholung der Einvernahme.  

2.4.3  Vorliegend hatte einerseits die Verteidigung der Beschuldigten G._____ die 

Gelegenheit, an der Einvernahme von P._____ vom 17. Januar 2019 teilzuneh-

men, nachdem die vorerst ebenfalls erschienene Beschuldigte kurz darauf aus 

gesundheitlichem Grund passen musste. In Rücksprache mit der Verteidigung 

wurde vereinbart, die Einvernahme dennoch durchzuführen (Urk. D1/7/10 S. 1). 

Andererseits wurde die Beschuldigte G._____ sowohl an der staatsanwaltschaft-

lichen Einvernahme vom 8. März 2019 (Konfrontationseinvernahme mit dem 

Beschuldigten A._____, Urk. D1/6/16 S. 8) als auch an der Hauptverhandlung vor 

Vorinstanz mit den Aussagen von P._____ konfrontiert (Prot. I S. 27 f.). Beide Ma-

le wollte sie sich aber nicht dazu äussern. Die Teilnahmerechte der Beschuldigten 

G._____ wurden somit unter Berücksichtigung der genannten Rechtsprechung in 

rechtsgenügender Weise gewahrt, die Verwertbarkeit ist insofern zu bejahen. 

Hinsichtlich der Befragung von P._____ als Auskunftsperson kann analog auf die 

Ausführungen zur Befragung der Auskunftsperson M._____ verwiesen werden 

(vgl. vorne Erw. II. 2.3.4). Auch P._____ kam zu keinem Zeitpunkt als Mittäter der 

Beschuldigten G._____ und A._____ in Frage, weshalb er rechtmässig als Aus-

kunftsperson einvernommen wurde, wie dies ebenfalls schon die Vorinstanz er-

wog.  

-   23   - 

2.4.4  Dass bei der ersten polizeilichen Einvernahme von P._____ kein Überset-

zer anwesend war, ist ebenso wenig zu beanstanden. Die Verfahrensleitung hat 

einen Übersetzer beizuziehen, wenn eine Person die Verfahrenssprache nicht 

versteht oder sich darin nicht genügend ausdrücken kann (Art. 68 Abs. 1 StPO). 

P._____ wurde zu Beginn der polizeilichen Einvernahme gefragt, ob er eine 

Übersetzung benötige, was er verneinte (Urk. D1/7/9 S. 1 Frage 1). An der Ver-

wertbarkeit der polizeilichen Einvernahme ändert insbesondere nichts, dass die 

Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft in Anwesenheit eines Dolmetschers 

durchgeführt wurde (Urk. D1/7/10 S. 1). Je nach Detaillierungsgrad der Befragung 

erfordern verschiedene Einvernahmen unterschiedliche Grade der Sprachkompe-

tenz. Bei der polizeilichen Einvernahme handelte es sich um eine relativ kurze 

Einvernahme mit sprachlich nicht anspruchsvollen und wenig gezielten Fragen, 

bei denen die Auskunftsperson die Gelegenheit hatte, frei zu antworten und keine 

sprachlich präzisen Antworten verlangt waren. Hauptsächlich ging es darum, Per-

sonen aufgrund von Wahlbildkonfrontationen zu identifizieren. Der Einvernahme 

sind keine Hinweise darauf zu entnehmen, dass die Auskunftsperson sich nicht 

hinreichend hätte ausdrücken können oder ihre Rechte unter mangelnden 

Sprachkenntnissen gelitten hätten. Die Einvernahme ist somit auch aus dieser 

Optik verwertbar und kann zur Erstellung des Sachverhalts herangezogen wer-

den. Dies gilt umso mehr, als P._____ zwei Monate später an der Einvernahme 

bei der Staatsanwalt vom 17. Januar 2019 erneut mit seinen eigenen Aussagen 

konfrontiert wurde und die Gelegenheit hatte, seine Aussage zu präzisieren 

(Urk. D1/7/10 S. 3 ff.).  

2.4.5  Im Übrigen bleibt mit der Vorinstanz allgemein anzumerken, dass der 

Beschuldigte aus Verletzung der Rechte anderer Verfahrensbeteiligter nichts zu 

seinen Gunsten ableiten kann. Dem Beschuldigten steht es nicht zu, Vorschriften, 

welche den Schutz anderer Verfahrensbeteiligter wie etwa der Auskunftsperson 

bezwecken, in deren Namen als verletzt anzurufen und gestützt darauf zum 

Beispiel die Unverwertbarkeit der unter falscher Rechts- und Pflichtbelehrung 

durchgeführten Einvernahme geltend zu machen. Das gilt erst recht, wenn nicht 

dargelegt wurde und auch nicht ersichtlich ist, inwiefern der Beschuldigte dadurch 

-   24   - 

in eigenen Rechten betroffen wäre (Urteil des Bundesgerichts 6B_269/2018 vom 

24. Oktober 2018 E. 1.4).  

III. Schuldpunkt – eingeklagte Sachverhalte 

1. Vorwurf des gewerbsmässigen Diebstahls und teilweise der geringfügigen 
        Sachbeschädigung (Dossier 2, Dossiers 5 bis 58) 

Der Beschuldigte hat die ihm in der Anklageschrift unter Dossier 2 sowie den 

Dossiers 5 bis 58 vorgeworfenen Sachverhalte sowohl in der Untersuchung als 

auch anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vollumfänglich eingestan-

den (Urk. D1/6/1, D1/6/3, D1/6/4, D1/6/5, D1/6/7, D1/6/9, D1/6/14, D1/6/16, Prot. I 

S. 18 f.). Auch an der Berufungsverhandlung führte die Verteidigung aus, der 

Beschuldigte wolle eigentlich – unter Vorbehalt der prozessualen Rügen – dazu 

stehen, die Diebstähle und Sachbeschädigungen begangen zu haben (Urk. 108 

S. 6). Sein Geständnis deckt sich mit dem übrigen Untersuchungsergebnis. Der 

eingeklagte Sachverhalt ist mit der Vorinstanz erstellt (Urk. 70 S. 19) und der 

nachfolgenden rechtlichen Würdigung zugrunde zu legen.  

2. Vorwurf des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz (Dossier 1) 

2.1 Standpunkt des Beschuldigten 

Während der Beschuldigte A._____ in diesem Zusammenhang den – nicht mehr 

Gegenstand des Berufungsverfahrens bildenden – Vorwurf des Konsums einer 

unbestimmten Menge Heroin und Kokain von Dezember 2016 bis Juni 2017 ein-

räumte, bestreitet er bis heute konsequent, mit Betäubungsmitteln gehandelt zu 

haben (Urk. D1/6/2, D1/6/11, D1/6/12, D1/6/13, D1/6/15, D1/6/16; Prot. I S. 15 ff., 

Urk. 107 und 108).   

2.2 Grundsätze der Beweiswürdigung und Beweismittel 

Zu den Grundsätzen der Beweiswürdigung und den vorhandenen Beweismitteln 

kann auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Urteil verwiesen 

werden (Urk. 70 S. 20 ff., 25; Art. 82 Abs. 4 StPO). Primär massgebend ist nicht 

-   25   - 

die prozessuale Stellung der aussagenden Personen bzw. ihre allgemeine 

Glaubwürdigkeit, sondern der materielle Gehalt ihrer Schilderungen, mithin die 

Glaubhaftigkeit der Aussagen.  

2.3 Beweiswürdigung  

2.3.1  Aussagen von M._____ und vorläufige Würdigung  

Mit der Vorinstanz (Urk. 70 S. 25 ff.) und leicht angepasst bzw. ergänzt ergibt sich 

das Nachstehende:  

2.3.1.1 Die Vorwürfe zum angeklagten Betäubungsmittelhandel beruhen weitest-

gehend auf den belastenden Aussagen der Auskunftsperson M._____ 

(Urk. D1/7/1, D1/7/5 und D1/7/8). Dieser wurde am 29. April 2017 wegen Ver-

dachts auf den Handel mit Betäubungsmitteln festgenommen und befragt. Dabei 

gab er von sich aus an, sein Heroin zwecks Weiterverkaufs vom Beschuldigten 

A._____ – den er "A'._____" nannte, dessen Staatsangehörigkeit und Mobiltele-

fon-Nummer er wusste und dessen Wohnort er treffend beschrieb – bezogen zu 

haben (Urk. D1/7/1 S. 2 Fragen 8 f.). A'._____, auch A''._____, entspricht dem 

zweiten Vornamen des Beschuldigen A._____, welchen der Beschuldigte selber 

auch verwendet, etwa so unterschreibt bzw. unter "A''._____ 2" oder 

"A'._____066" in den sozialen Medien bzw. auf der Plattform H._____.ch kommu-

niziert (zum Beispiel Urk. D1/6/1 ff. und D1/8/4 ff.).   

Hinsichtlich des Geschehens am 29. April 2017 machte M._____ allerdings mit 

der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 108 S. 3) zunächst in der Tat wenig 

nachvollziehbare, unlogische und den objektiven Gegebenheiten nicht entspre-

chende Angaben. So behauptete er anfänglich, der Beschuldigte A._____ sei an 

jenem Tag ebenfalls am N._____-Platz gewesen, um das Heroin im Gebüsch zu 

platzieren (Urk. D1/7/1 S. 3 Frage 20). Anlässlich der Einvernahme bei der 

Staatsanwaltschaft vom 27. Juni 2018 berichtigte M._____ seine Aussage dann 

dahingehend, dass der Beschuldigte A._____ damals nicht am N._____-Platz 

gewesen sei, sondern er (M._____) das Heroin ca. zwei Tage vor seiner Verhaf-

tung beim Beschuldigten und seiner "Frau" [wohl gemeint die Beschuldigte 

-   26   - 

G._____] zuhause erhalten habe (Urk. D1/7/5 S. 3 Fragen 12 ff.). Mit dieser Dis-

krepanz konfrontiert, räumte M._____ ein, an der polizeilichen Befragung gedacht 

zu haben, es würde ihn entlasten, wenn nicht er das Heroin bei den Beschuldig-

ten zuhause abgeholt, sondern der Beschuldigte A._____ ihm dieses gebracht 

hätte (Urk. D1/7/5 S. 3). Seine Aussagen anlässlich der polizeilichen Befragung 

erscheinen zwar insgesamt ziemlich widersprüchlich und in erster Linie darauf 

bedacht, sich selbst in einem möglichst günstigen Licht darzustellen. Unter Be-

rücksichtigung, dass M._____ damals selbst einer Straftat bezichtigt wurde, er-

weist sich seine Rechtfertigung, er habe sich mit der Falschaussage entlasten 

wollen, jedoch als begreiflich und daher glaubhaft (Urk. D1/7/5 S. 3 Frage 17).  

Im Übrigen beschrieb M._____ das Kerngeschehen im Zusammenhang mit den 

beiden Beschuldigten vorgeworfenen Delikten bereits von Anfang an in konsisten-

ter Weise. Schon gegenüber der Polizei schilderte er spontan, dass er "früher" 

jeweils mit anderen Abnehmern zum Beschuldigten nach Hause gegangen sei, 

um dort Betäubungsmittel zu beziehen (Urk. D1/7/1 S. 3 Frage 17) und dass er ab 

und zu Heroin bei ihm bezogen habe, "früher" sogar sehr viel (Urk. D1/7/1 S. 3 

Frage 15), was sich mit den späteren Schilderungen bei der Staatsanwaltschaft 

deckt. Mit Recht erwog die Vorinstanz, dass bei der polizeilichen Einvernahme die 

Tätigkeit (und das Konsumverhalten) von M._____ im Vordergrund stand(en) und 

die Aufklärung des Sachverhalts betreffend den Beschuldigten A._____ sich auf 

den Verkauf bzw. Kauf der einen Portion Heroin von 0.6 Gramm brutto (inkl. Ver-

packung) beschränkte. Dass die Befragung zur Beziehung zwischen M._____ und 

A._____ bei der Polizei nicht vertiefend stattfand und folglich die Aussagen von 

M._____ bezüglich des vorliegend zu beurteilenden Sachverhalts keine weiteren 

Einzelheiten aufweisen, ist daher nachvollziehbar.  

2.3.1.2  Eine detaillierte Befragung zum Kauf/Verkauf grösserer Mengen von 

Heroin wurde erst anlässlich der ersten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

M._____s vom 27. Juni 2018 durchgeführt (Urk. D1/7/5). Die Anklage stützt sich 

daher primär auf die dort erfolgte Belastung der beiden Beschuldigten. M._____ 

gab an, im Zeitraum von 2015 bis April 2017 alle 1-2 Wochen jeweils ca. 5 

Gramm Heroin, manchmal auch 10 Gramm, bei den Beschuldigten bezogen zu 

-   27   - 

haben, meistens an deren Wohnort in der Nähe der Tramhaltestelle Q._____-

Strasse. Nach dem monatlichen Durchschnittswert für den Zeitraum von Mitte 

2015 bis April 2017 gefragt, nannte er 10 bis 15 Gramm von einigermassen guter 

Qualität (Urk. D1/7/5 S. 5 Fragen 35-40). Diese Angaben bestätigte er anlässlich 

der zweiten staatsanwaltlichen Einvernahme vom 19. Oktober 2018 (Urk. D1/7/8 

S. 4 Fragen 17 und 19). Zwar machte M._____ bei seiner zweiten und letzten 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme teilweise unterschiedliche Angaben zu 

Menge und Häufigkeit der bezogenen Betäubungsmittel (Urk. D1/7/8 S. 3-4). 

Hierzu ist einerseits zu beachten, dass die Aussagen von M._____ den Zeitraum 

2015 bis April 2017 umfassen und seine letzte Einvernahme im Oktober 2018 und 

daher mit grosser zeitlicher Distanz erfolgte. Anderseits betraf seine Angabe ei-

nen Durchschnittswert, womit zwangsläufig eine Schätzung einhergeht (vgl. auch 

D1/7/8 S. 8 Frage 49). In der zweiten Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft 

vom 19. Oktober 2018 brachte M._____ realitätsnah zum Ausdruck, dass sein 

Bezugs-Rhythmus bei den Beschuldigten auch von der Nachfrage seiner eigenen 

Klienten abhing, so dass er bei fehlendem Auftrag auch einmal drei Wochen lang 

kein Heroin bei den Beschuldigten kaufte (Urk. D1/7/8 S. 3 f. Fragen 13 f. und 16). 

Weiter erwähnte er ebenso einleuchtend, dass er vielleicht einmal einen Monat 

nichts bezog, weil der Beschuldigte A._____ das Telefon nicht abnahm und er die 

Ware dann anderswo erwarb. Einen noch längeren Zeitraum verneinte er aber 

bestimmt (Urk. D1/7/8 S. 7 f. Fragen 47 und 50). Solche Differenzierungen betref-

fend monatlicher Schwankungen untermauern die Plausibilität von Aussagen, 

zumal wenn es wie hier um eine Zeitspanne von annähernd zwei Jahren geht. Für 

den Umstand, dass M._____ zwei Tage vor seiner Verhaftung vom 29. April 2017 

nur 1 Gramm zu Fr. 60.– bei den Beschuldigten erworben habe, findet sich eben-

falls eine für Drogenkonsumenten einleuchtende Erklärung, nämlich Geldmangel 

(Urk. D1/7/8 S. 6 Frage 37 f.). Die Beschreibung unterschiedlicher Vorgehens-

weisen zu Umfang und Kadenz des Betäubungsmittelbezugs spricht ausserdem 

klar dafür, dass viele verschiedene Heroinübergaben stattgefunden haben, die 

jeweils ähnlich abgelaufen sein dürften. Deshalb erstaunt es nicht, dass sich 

M._____ nicht mehr genau an jede einzelne Übergabe erinnert. Das teilweise un-

präzis wirkende Aussageverhalten zeigt überdies, dass M._____ vor dem ge-

-   28   - 

nannten Hintergrund selbst relativierend von Schätzungen ausging, was als wirk-

lichkeitsgetreu anzusehen und Zeichen wahrhaftiger Aussagen zu werten ist. 

M._____ belastete sich mit diesen Ausführungen ausserdem selbst, insbesondere 

indem er zugab, das Heroin mit einem Gewinn von Fr. 10.– bis Fr. 20.– bzw. von 

Fr. 30.– bis 50.– pro 5 Gramm weiterverkauft und so auch profitiert zu haben 

(Urk. D1/7/5 S. 4 Frage 19; Urk. D1/7/8 S. 3 Frage 14). Das bestärkt die Glaub-

haftigkeit seiner Aussagen. 

2.3.1.3  Zur Frage, wer ihm das Heroin "verkaufte", konnte M._____ auf den ers-

ten Blick keine eindeutige Antwort geben. Es zeigte sich im Verlaufe der Einver-

nahmen, dass dies auf die Zusammenarbeit der Beschuldigten A._____ und 

G._____ zurückzuführen war. Eine präzise Zuordnung der Funktion der Beteilig-

ten vorzunehmen erschien für M._____ aufgrund ihres arbeitsteiligen Vorgehens 

– verständlicherweise – schwierig, vor allem liess sich für ihn nicht klar festlegen, 

wer effektiv als "Verkäufer" auftrat. Die Auskunftsperson M._____ umschrieb je-

doch konstant den üblichen Ablauf und die jeweiligen Rollen der Beteiligten bei 

den Transaktionen. So erläuterte M._____, dass er normalerweise mit dem Be-

schuldigten A._____ per SMS oder telefonisch Kontakt aufgenommen und diesem 

mitgeteilt habe, was er brauche, worauf er eine Zeitangabe erhalten habe, wann 

er vorbeikommen solle. Meistens habe er bei den Beschuldigten Zuhause noch 

gewartet, bis die Beschuldigte G._____ dann das Heroin gebracht bzw. ihm über-

geben habe. Ausserdem führte er aus, dass in aller Regel der Beschuldigte 

A._____ das Geld jeweils entgegengenommen, gezählt und es daraufhin der Be-

schuldigten G._____ weitergegeben habe (Urk. D1/7/5 S. 4 Fragen 20 ff., 27 und 

S. 6 Fragen 44 ff.; Urk. D1/7/8 S. 5 f. Fragen 31 ff.). Grob gesagt entsprach es 

demgemäss der Regel, dass die Koordination grundsätzlich dem Beschuldigten 

A._____ oblag, während die Beschuldigte G._____ das Heroin besorgte und dem 

Erwerber aushändigte, dies bei den beiden Beschuldigten Zuhause.  

Es ist naheliegend, dass es während der Bezugszeit von knapp zwei Jahren auch 

zu gewissen Abweichungen und eigentlichen Ausnahmen von der gewöhnlichen 

Vorgehensweise kam. Ebenso entspricht es der allgemeinen Lebenserfahrung, 

dass sich repetitives zwischenmenschliches Handeln, auch bei geschäftlichen 

-   29   - 

Aktivitäten, nicht immer genau gleich abspielt. So verhielt es sich zum Beispiel, 

wenn nicht beide Beschuldigten anwesend waren, dann nahm die Beschuldigte 

G._____ das Geld entgegen (vgl. Urk. D1/7/8 S. 7 Frage 45). Ähnliches spiegelt 

sich exemplarisch und auf anschauliche Weise auch in weiteren Schilderungen 

M._____s und lässt diese umso authentischer erscheinen. Daran ändert nichts, 

dass seine Aussagen bisweilen Redewendungen wie "immer so" oder "nur so" 

enthalten. Unerklärliche Widersprüche verbleiben jedenfalls kaum bzw. betreffen 

Nebensächlichkeiten. Massgebend ist das nachvollziehbare Gesamtbild seiner 

Darlegungen. So berichtete M._____ von sich aus oder auf konkrete Fragen, dass 

er ab und zu auch ohne Voranmeldung einfach vorbeigegangen sei, etwa wenn 

der Beschuldigte das Telefon nicht abgenommen habe (Urk. D1/7/5 S. 4 Frage 21 

und D1/7/8 S. 7 Frage 41 f.), dass der Beschuldigte A._____ auch ab und zu die 

Ware gewogen habe (Urk. D1/7/5 S. 6 Frage 44), dass manchmal die Beschuldig-

te G._____ dem Beschuldigten A._____ das Heroin übergeben habe und dieser 

daraufhin ihm oder dass er, ein bis zwei Mal, gemeinsam mit einem Kollegen bei 

ihr direkt – dies nicht in der Wohnung der beiden Beschuldigten – die Drogen 

bezogen habe (Urk. D1/7/5 S. 6 Frage 45; Urk. D1/7/8 S. 3 f. Fragen 12 und 

19 ff.).  

2.3.1.4  Zusammenfassend und im Einklang mit der Vorinstanz (vgl. Urk. 70 

S. 28) ergibt sich aus den Schilderungen von M._____, dass der Beschuldigte 

A._____ und die Beschuldigte G._____ in arbeitsteiliger Weise am Betäubungs-

mittelhandel beteiligt waren. Ohne eine konkrete bzw. definitive Aufgabenzuwei-

sung darlegen zu können, erwähnte M._____ aber wiederholt, dass sich der 

Grossteil der Übergaben in der gemeinsam bewohnten Unterkunft der Beschul-

digten ereignete, wobei der Beschuldigte A._____ und die Beschuldigte G._____ 

stets beide in den Prozess involviert waren. Es erscheint lebensnah, dass sich die 

Vorgehensweise der Beschuldigten nicht im Sinne eines standardisierten Prozes-

ses rekonstruieren lässt, sondern die Treffen und Übergaben sich nach den spon-

tanen Gegebenheiten richteten. Hierzu wurden insbesondere die Angaben hin-

sichtlich Art und Weise der Kontaktaufnahmen per Telefon oder SMS und die Or-

ganisation der Übergaben schlüssig und realitätsgetreu von M._____ beschrieben 

und mit spontan aufkommenden Details wie der Tatsache präzisiert, dass auch 

-   30   - 

der Beschuldigte A._____ die Ware manchmal wog, oder dass meistens die Be-

schuldigte G._____ die Ware brachte und A._____ das Geld entgegennahm.  

Dass M._____ teilweise angab, "ab und zu" sei der Ablauf anders gewesen, geht 

einher mit der Tatsache, dass die Tatbegehungen der Beschuldigten in Mittäter-

schaft stattfanden und unterstreicht die Realitätsnähe seiner Ausführungen. Der 

Mittäterschaft ist es immanent, das die Täter nicht zwingendermassen und durch-

gehend mit festen Rollen arbeiten, sondern sich gegenseitig in massgeblicher 

Weise unterstützen, mithin auch verschiedene Rollen einnehmen können. Insge-

samt zeichnen die Aussagen von M._____ ein realistisches und überzeugendes 

Bild des Kerngeschehens. Sie sind daher gesamthaft als glaubhaft zu qualifizie-

ren. Schliesslich ist zu bemerken, dass es nicht im Widerspruch zu den späteren 

Aussagen von M._____ bei der Staatsanwaltschaft steht, wenn M._____ in der 

polizeilichen Befragung vom 29. April 2017 nur den Beschuldigten A._____ er-

wähnte und einzig dieser als sein "Verkäufer" erscheint. Wie erwähnt, bezog sich 

die kurze polizeiliche Einvernahme zielgerichtet auf den damaligen Verhaftungs-

grund, den Verkauf von 0.6 Gramm Heroin brutto (inkl. Verpackung) von M._____ 

an eine Scheinkäuferschaft. Aus allen Einvernahmen M._____s geht im Übrigen 

aber gleichermassen hervor, dass der Beschuldigte A._____ jeweils die primäre 

Kontaktperson für M._____ war, an die er sich bei Bedarf nach einem nächsten 

Heroinbezug vorab telefonisch oder per SMS wandte bzw. diesen zu kontaktieren 

versuchte.  

2.3.2  Aussagen von P._____ und vorläufige Würdigung 

2.3.2.1  Wie schon im angefochtenen Urteil ausgeführt, wurde die Polizei primär 

aufgrund der Aussagen von M._____ auf P._____ aufmerksam. Als P._____ an 

der polizeilichen Einvernahme vom 19. November 2018 auf seine Beziehung zum 

Beschuldigten A._____ angesprochen wurde, schilderte er spontan, dass er wäh-

rend seiner Heroinabhängigkeit mit diesem in Kontakt gestanden sei. Auf Frage 

gab er an, zu wissen, wer G._____ sei. Er kenne den Mann von, A'._____. Er ha-

be keinen Kontakt mehr zu ihr. Da er seit einem Jahr kein Heroin mehr konsumie-

re, treffe er diese Leute seither nicht mehr (Urk. D1/7/9 S. 2 Fragen 12 ff.). Im 

Rahmen der Wahlbildkonfrontation erkannte er die Beschuldigten A._____, 

-   31   - 

G._____ und die Auskunftsperson M._____ auf Anhieb (Urk. D1/7/9 Anhang). 

Von sich aus schilderte P._____, jeweils bei den Beschuldigten zu Hause in der 

Nähe vom R._____-Platz das Heroin gekauft zu haben, dies über einen Zeitraum 

von ca. 6-7 Monaten. Er habe bei G._____ gekauft. Auf die gesamte gekaufte 

Menge angesprochen nannte er bei der Polizei insgesamt ca. 150 Gramm Heroin. 

Sie seien manchmal vier bis fünf Personen gewesen die zusammen gekauft hät-

ten, das sei etwas billiger gewesen. Im Jahr 2015 habe er zusammen mit 

M._____, den er dort in der Wohnung kennen gelernt habe, bei G._____ Heroin 

gekauft. Alles habe er bei der Beschuldigten G._____ bezogen, vom Beschuldig-

ten A._____ habe er nie etwas gekauft (Urk. D1/7/9 S. 3 Fragen 18 ff.). Seine 

Darlegungen fielen hauptsächlich zulasten der Beschuldigten G._____ aus. Dabei 

liess P._____ aber in nachvollziehbarer Weise die Rolle des Beschuldigten 

A._____ in die Erzählung einfliessen. So erklärte er, dass die Beschuldigte 

G._____ die Händlerin gewesen sei, der Beschuldigte A._____ aber immer anwe-

send gewesen sei, manchmal die Türe geöffnet und sie bzw. ihn warten lassen 

habe, bis G._____ wieder da gewesen sei (Urk. D1/7/9 S. 3 Fragen 18 und 21).  

2.3.2.2  An der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme relativierte P._____ seine 

Aussage dahin, dass er die genannte Menge mit vielen anderen Abnehmern 

zusammen, die auch als Kunden dort gewesen seien, von der Beschuldigten 

G._____ in der Wohnung der beiden Beschuldigten in der Nähe vom S._____-

Platz bezogen habe. Er und seine 3 bis 4 Landsleute hätten oftmals bei G._____ 

Heroin bezogen, aber keine grössere Menge, sondern jeweils Portionen zu 3 bis 

5 Gramm und dies dann geteilt oder gemeinsam konsumiert. Er habe die Zahl von 

150 Gramm damals geschätzt. Mit 150 Gramm habe er die gesamte Menge aller 

Kunden von G._____ gemeint (Urk. D1/7/10 S. 4 ff. Fragen 15, 18 ff., 23 ff. und 

30 ff.). P._____ bestätigte, dass er immer bei G._____ gekauft und vom 

Beschuldigten A._____ kein Heroin erworben habe, von diesem aber in die 

Wohnung eingelassen worden sei, wo er bis zur Rückkehr der Beschuldigten 

G._____ gewartet habe, ebenso, dass er M._____ bei G._____ kennengelernt 

habe, sie hätten sich dort getroffen, um [Heroin] zu kaufen (Urk. D1/7/10 S. 7 

Frage 41 ff., 47). Ferner bejahte er auf Vorhalt die Aussage von M._____ bzw. 

hielt jedenfalls für möglich, zusammen mit M._____ in T._____ von der Beschul-

-   32   - 

digten G._____ für jeden 5 Gramm, insgesamt 10 Gramm Heroin, gekauft zu ha-

ben (Urk. D1/7/10 S. 9 Fragen 49 f.).  

Mit der oben erwähnten Abschwächung bezweckte P._____ offensichtlich, sich 

selbst zu begünstigen, indem er nicht als alleiniger Abnehmer einer solch grossen 

Menge dastehen wollte. Auch geht aus P._____s Worten hervor, dass er sich 

quasi willkürlich aus einer grossen Anzahl von Drogenabnehmern, vielen andern 

Kunden von G._____, "herausgepflückt" fühlte ("warum man nur mich hierherbe-

stellte" [Urk. D1/7/10 S. 6 Frage 30] resp. Erstaunen darüber äusserte "warum Sie 

ausgerechnet mich einladen" [Urk. D1/7/10 S. 6 Frage 27]). Er hätte gar nicht bei 

der Staatsanwaltschaft erscheinen wollen, so etwas habe er noch nie erlebt, dass 

man mit den Beschuldigten zusammen in einem Raum sitzen müsse 

(Urk. D1/7/10 S. 6 Frage 27). Auch angesichts des Vorgehens der Verteidigerin 

der Beschuldigten G._____, welche P._____ vor Beginn von dessen Einvernah-

me vom 17. Januar 2019 bei der Staatsanwaltschaft mit einer drohenden Landes-

verweisung konfrontierte (vgl. Urk. D1/7/10 S. 2 erste Protokollnotiz), erstaunt es 

sodann mit der Vorinstanz nicht, dass P._____ in seiner Einvernahme zurückhal-

tender aussagte. Massgebend ist aber, dass er auch bei der Staatsanwaltschaft 

letztlich dabei blieb, dass die Beschuldigte G._____ ihm bzw. seiner Gruppe die 

genannte Menge verkauft und dafür das Geld genommen habe (Urk. D1/7/10 S. 5 

Fragen 20 ff.). Dass er nur eine Schätzung vornehmen, nicht aber eine genaue 

Zahl nennen konnte ("Wie soll ich Ihnen die Zahlen beweisen?"), ist in Anbetracht 

seiner regelmässigen und häufigen Drogenbezüge von jeweils wenigen Grammen 

über Monate hinweg nachvollziehbar (Urk. D1/7/10 S. 6 Fragen 28 und 33). 

Jedenfalls erweist sich seine Schätzung als realistisch.  

2.3.2.3  Im Ergebnis ist übereinstimmend mit der Vorinstanz zu konstatieren: 

Namentlich im Kern sagte P._____ konsistent aus und belastete sich auch wei-

terhin selbst damit, oft Heroin bezogen zu haben (Urk. D1/7/10 S. 5 Fragen 19 f.). 

Zudem erzählte er logische Geschehnisse und fügte scheinbar unbedeutende 

Details hinzu wie die Information, dass er M._____ bei den Beschuldigten 

Zuhause kennengelernt habe. Auch dass die Beschuldigte G._____ manchmal 

nichts zu verkaufen gehabt habe oder er zumindest auf die von ihr erlangte und 

-   33   - 

schliesslich in die Wohnung gebrachte Ware habe warten müssen (Urk. D1/7/10 

S. 5 Fragen 20 ff., 44), erscheint aufgrund der bekannten Abläufe im Drogenhänd-

lermilieu naheliegend. Seine Aussagen decken sich im Übrigen grossenteils mit 

den Schilderungen der Auskunftsperson M._____. Ins Auge fällt insbesondere die 

von beiden Auskunftspersonen geschilderte Tatsache, dass in der Wohnung der 

beiden Beschuldigten Drogenhandel betrieben wurde und beide Beschuldigten 

jeweils bei den Übergaben dabei waren. Auch gemäss P._____ stand der 

Beschuldigte A._____ der Beschuldigten G._____ dadurch zur Seite, dass er bei 

deren Abwesenheit die Abnehmer in der Wohnung empfing und diese dort bis zu 

deren Rückkehr mit den bestellten bzw. erhofften Drogen verweilen liess sowie 

dass A._____ auch bei den Übergaben präsent war (Urk. D1/7/9 S. 3 Frage 18; 

Urk. D1/7/10 S. 4 Frage 11 und S. 5 Frage 21). Schliesslich bestritt P._____ die 

Aussagen von M._____ nicht, zusammen mit diesem einmal in T._____ von der 

Beschuldigten G._____ je 5 Gramm Heroin gekauft zu haben. Da keinerlei An-

haltspunkte dafür ersichtlich sind, dass P._____ und M._____ ihre Aussagen ko-

ordiniert hätten, sprechen die Übereinstimmungen klar für die Glaubhaftigkeit der 

Aussagen P._____s. Auch wenn sich P._____ nicht auf eine bestimmte gekaufte 

Menge festlegen wollte, so findet sich Konstanz in seinen Aussagen dahinge-

hend, dass er regelmässig, oft, viel – "wenn sie hatte, dann täglich" (Urk. D1/7/10 

S. 5 Frage 20) bei der Beschuldigten G._____ kleinere Mengen zu 3 bis 5 Gramm 

Heroin kaufte. Ebenso erschliesst sich aus den Aussagen von P._____, dass die 

Beschuldigten die Betäubungsmittel an eine unbestimmte Vielzahl von Personen 

verkauften (vgl. Urk. D1/7/10 S. 5 ff.). Es bleibt anzufügen, dass es nicht als 

Widerspruch erscheint, wenn P._____ die Wohnung der Beschuldigten einmal in 

der Nähe des R._____-Platz und ein anderes Mal in der Nähe des S._____-Platz 

ansiedelte. Beides trifft durchaus zu.  

2.3.3  Aussagen von K._____ und vorläufige Würdigung 

2.3.3.1  Die Stadtpolizei Zürich stellte infolge Auswertung des Mobiltelefons des 

Beschuldigten A._____ diverse Chat-Protokolle sicher. Aus diesen geht hervor, 

dass er mit der Auskunftsperson K._____ kommunizierte (Urk. D1/3 S. 2; 

Urk. D1/4/1). Daraufhin wurde K._____ am 13. Dezember 2017 zur Sache polizei-

-   34   - 

lich befragt (Urk. D1/7/2). Auf Vorhalt eines Auszugs aus dem WhatsApp-Chat 

(vgl. Urk. D1/4/1) räumte K._____ ein, dass es nichts bringe, den Betäubungsmit-

telkauf abzustreiten (Urk. D1/7/2 S. 2 Fragen 11 f.). Der Beschuldigte wurde auch 

von K._____ insbesondere in dessen polizeilicher Einvernahme belastet und auf 

dem Fotobogen sofort und zweifelsfrei erkannt (Urk. D1/7/2 S. 1 f. Fragen 8 ff. 

und Anhang). So gab K._____ an, seit Herbst 2016 bis zur Befragung, mithin 

während gut einem Jahr, jeweils ca. einmal pro Woche Kokain und Heroin in 

Portionen von in der Regel 0.2 bis maximal 0.6 Gramm pro Mal beim Beschuldig-

ten A._____ bezogen zu haben. Als die von ihm am meisten gewählte Bestell-

grösse erwähnte er 0.3 bis 0.35 Gramm Kokain und 0.3 Gramm Heroin, wobei 

0.3 Gramm Heroin Fr. 30.– gekostet hätten. Das entspricht auch gemäss K._____ 

einer Gesamtmenge in einem Jahr von ca. 15 Gramm Heroin und 15 Gramm 

Kokain (Urk. D1/7/2 S. 2 Fragen 13 ff. und 20).  

Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 27. Juni 2018 zeigte 

sich K._____ – der wiederum den nun persönlich anwesenden Beschuldigten 

identifizierte (Urk. D1/7/7 S. 2 Frage 8 f.) – nicht mehr bereit, seine Aussagen zu 

wiederholen. Das begründete er mit fehlender Motivation, habe er sich doch bei 

der Polizei geäussert und man habe ihm gesagt, er müsse nicht mehr erscheinen. 

"Sie haben alles schon auf dem Blatt" (Urk. D1/7/7 S. 2 Frage 10). Jedoch bestä-

tigte K._____ mehrmals, anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 

13. Dezember 2017 die volle Wahrheit gesagt zu haben (Urk. D1/7/7 S. 2 f. Fra-

gen 7, 10 f.). Explizit bestätigte er auch, dass er im Zeitraum von Herbst 2016 bis 

Herbst 2017 gesamthaft ca. 15 Gramm Heroin und ca. 15 Gramm Kokain beim 

Beschuldigten erworben habe (Urk. D1/7/7 S. 3 Frage 13).  

2.3.3.2  Im angefochtenen Urteil wird zu Recht vermerkt, dass sich die Aussagen 

von K._____ insbesondere auch mit den sichergestellten Chat-Protokollen de-

cken, weshalb es keinen Anlass zur Annahme gebe, dass diese unwahr sein soll-

ten (Urk. 70 S. 31; Urk. D1/4/1). Für die Glaubhaftigkeit der Aussagen K._____s 

spricht ausserdem, dass er den Beschuldigten nicht übermässig belastete, 

sondern auf die Frage nach der Verlässlichkeit des Beschuldigte als Lieferant 

vielmehr klarstellte, dass dieser kein Grossdealer gewesen sei. Wer auch noch 

-   35   - 

den Eigenkonsum decken müsse, renne den ganzen Tag der Ware hinterher, was 

manchmal mühsam gewesen sei (Urk. D1/7/2 S. 2 Frage 16). Insgesamt erweisen 

sich die Aussagen der Auskunftsperson K._____ als glaubhaft, auch soweit sie 

nicht bereits aufgrund der sichergestellten Chat-Protokolle erwiesen sind.  

2.3.4  Aussagen von L._____ und vorläufige Würdigung 

2.3.4.1  Auch auf die Auskunftsperson L._____ stiess die Polizei infolge Auswer-

tung des Mobiltelefons des Beschuldigten und Sicherstellung der diesbezüglichen 

Chat-Protokolle (Urk. D1/4/2). In der polizeilichen Befragung vom 1. Februar 2018 

gestand L._____ ein, 2 bis 3 Mal beim Beschuldigten A._____, den er unter dem 

Namen A'._____ kannte und sogleich auf dem vorgelegten Fotobogen identifizier-

te, Heroin gekauft zu haben, wobei eine Portion Fr. 20.– gekostet habe. Die Ware 

sei aber von so schlechter Qualität gewesen, er habe es mehr als einmal wegwer-

fen müssen (Urk. D1/7/3 S. 2 Fragen 8 ff. und 13). Weiter gab er an, den Be-

schuldigten seit ca. eineinhalb Jahren zu kennen und "viele Male" Methadon von 

ihm gekauft zu haben. Wie oft konnte er nicht mehr sagen. Manchmal habe der 

Beschuldigte etwas gehabt, manchmal auch nicht. Dabei habe er für 100 Milli-

gramm Methadon jeweils Fr. 20.– bezahlt (Urk. D1/7/3 S. 2 f. Fragen 14 ff., 17, 19 

f.). Auch zu den Zahlen im WhatsApp-Chat, welchen er mit einer Ausnahme ("3.5 

200" [D1/4/2 S. 2]) anerkannte, fehlte ihm die Erinnerung (Urk. D1/7/3 S. 3 f. Fra-

gen 21 und 24).   

Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 27. Juni 2018 bestätig-

te er zunächst auf entsprechende Frage, in seiner polizeilichen Einvernahme die 

volle Wahrheit gesagt zu haben (Urk. D1/7/6 S. 2 f. Fragen 9 ff.). Den anwesen-

den Beschuldigen A._____ bezeichnete er zweifelsfrei als den ihm bekannten 

Italiener namens A'._____. Weiter bestätigte er, beim Beschuldigten A._____ 

zwei Mal "Brown Sugar" [gemeint Heroin] zu je Fr. 20.– gekauft zu haben 

(Urk. D1/7/6 S. 4 Frage 20). Leicht abweichend brachte er vor, für Fr. 20.– 80 bis 

100 Milligramm Methadon erhalten zu haben. Er habe jeweils nur für Fr. 20.– ge-

kauft (Urk. D1/7/6 S. 4 Frage 16). Auch relativierte er seine frühere Aussage da-

hingehend, dass er nicht "viele Male", sondern 5 bis 6 Mal Methadon beim Be-

schuldigten A._____ bezogen habe (Urk. D1/7/6 S. 4 Frage 15).  

-   36   - 

2.3.4.2  Die Aussagen von L._____ erweisen sich insgesamt als in den wesentli-

chen Aspekten konstant und schlüssig. Die genannten Relativierungen vermögen 

den Gesamteindruck wahrheitsgemässer Schilderungen nicht zu trüben. Vielmehr 

zeigen sie auf, dass L._____ nicht einfach etwas Ausgedachtes zu Protokoll gab. 

Dass seine Erinnerung bezüglich Details weitgehend verblichen ist, dürfte über 

den Zeitablauf hinaus auch der offensichtlich langjährigen Suchtproblematik und 

angeschlagenen Gesundheit dieser sozial erkennbar schlecht integrierten Aus-

kunftsperson geschuldet sein (vgl. Urk. D1/7/8 S. 3 Frage 11). Unüberwindbare 

Widersprüche in L._____s Aussagen finden sich jedenfalls keine. Er war merklich 

zurückhaltend mit Belastungen des Beschuldigten, und es ist kein Motiv ersicht-

lich ist, weshalb er den Beschuldigten zu Unrecht mit zusätzlichen Vorwürfen 

belasten sollte. Seine Aussagen sind sodann von spontan aufkommenden 

Gedanken und einigen individuellen Details geprägt. Beispielsweise schilderte er 

von sich aus, dass es dem Beschuldigten in letzter Zeit schlecht gehe und er da-

her Mitleid mit ihm gehabt habe (Urk. D1/7/3 S. 2 Fragen 9 f., ähnlich S. 4 Frage 

23). Zudem berichtete er von persönlichen Lebensumständen, die er mit dem 

Drogenkonsum verbindet (Urk. D1/7/3 S. 2 Frage 13). Ferner decken sich seine 

Angaben hinsichtlich des in der Anklageschrift beschriebenen Sachverhalts mit 

dem übrigen Untersuchungsergebnis aus den Chat-Protokollen. Schliesslich ist zu 

erwähnen, dass der Beschuldigte A._____ zunächst anlässlich seiner delegierten 

Einvernahme vom 16. März 2018 sowie an seiner Befragung vor Vorinstanz 

selber einräumte, L._____ einmal 20 oder 40 mg Methadon bzw. 20 Tabletten 

Methadon für Fr. 20.– verkauft zu haben (Urk. D1/6/11 S. 2; Fragen 11 f.; Prot. I 

S. 18). Wenn die Vorinstanz die Aussagen L._____s auch in den vom Beschuldig-

ten bestrittenen Punkten als glaubhaft einstuft, so ist ihr vorbehaltlos zuzustim-

men.  

2.3.5  Aussagen des Beschuldigten A._____ und vorläufige Würdigung 

2.3.5.1  Die Vorinstanz hat die Darlegungen und Stellungnahmen des Beschuldig-

ten zu den gemachten Vorhalten und Belastungen ausführlich wiedergegeben 

und überzeugend gewertet. Ihre diesbezüglichen Erwägungen sind zu teilen 

(Urk. 70 S. 32 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Als Überblick (unter Verzicht auf die jewei-

-   37   - 

ligen Belegstellen) und mit wenigen Hinzufügungen zeigt sich das nachstehende 

Bild:   

2.3.5.2  Den vielfältigen belastenden Schilderungen diverser Auskunftspersonen 

stehen die Aussagen des Beschuldigten gegenüber. Diese sind durch Kargheit, 

Unstimmigkeiten und Widersprüche geprägt, lassen jegliche Detailschilderungen 

vermissen und beschränken sich hauptsächlich auf die Bestreitung des vorgewor-

fenen Sachverhalts. Beispielsweise gab der Beschuldigte anlässlich seiner ersten 

polizeilichen Einvernahme vom 8. Juni 2017 (Urk. D1/6/2) auf entsprechende 

Frage an, von Heroin und Kokain abhängig zu sein, um nur wenige Fragen später 

zu behaupten, clean zu sein. Zudem bestritt er wiederholt lapidar, mit Be-

täubungsmitteln zu handeln. Auf den Besitz zweier Feinwaagen angesprochen, 

erwiderte er, als Karosseriespengler diese zu brauchen, um die richtigen Farben 

zu finden. Bedenkt man, dass er nur wenige Fragen zuvor erklärt hatte, nicht 

arbeitstätig zu sein, so ist eine solche Antwort schlicht aus der Luft gegriffen. 

Sodann steht seine Behauptung, die Auskunftsperson M._____ seit einem Jahr 

nicht gesehen bzw. insgesamt nur ein oder zweimal getroffen zu haben, in kras-

sem Gegensatz zur Tatsache, dass sich in seinem Mobiltelefon vier verschiedene 

abgespeicherte Telefonnummern von M._____ vorfanden, dies unter Verwendung 

diverser Namen, und dass er selber angab, es handle sich immer um die gleiche 

Person. Danach gefragt, weshalb er die Nummer von M._____ gespeichert habe, 

obwohl es mit diesem nur eine zufällige Begegnung gegeben habe, antwortete er 

nach Nachdenken: "vielleicht um einen Kaffee zu trinken", und fügte dann an, es 

eigentlich nicht mehr zu wissen (Prot. I S. 16). Die Antwort erweist sich nicht nur 

als geschönte Ausflucht, sondern überzeugt insbesondere vor dem Hintergrund 

nicht, dass der Beschuldigte kurz davor erwähnt hatte, auch einmal bei sich zu-

hause mit M._____ Betäubungsmittel konsumiert, konkret Kokain geraucht zu ha-

ben (Prot. I S. 16; ebenso Urk. D1/6/15 S. 2 f.). Bekanntlich bedarf es einer ge-

wissen Vertrauensbasis, bevor im eigenen Heim mit einer Person gemeinsam ei-

ne Straftat (gemeinsamer Betäubungsmittelkonsum) begangen wird. Das passt in 

keiner Weise zum flüchtigen Verhältnis, das der Beschuldigte ansonsten zu 

M._____ zu zeichnen versuchte, nämlich, dass er gemäss seiner Erinnerung mit 

ihm nur dieses eine Mal Kontakt gehabt haben will. Dieser Strukturbruch ist ein 

-   38   - 

klares Lügensignal und umgekehrt ein Zeichen dafür, dass der Beschuldigte bei 

der Schilderung des Geschehensablaufs diverse zwischenzeitliche Begegnungen 

mit M._____ verschwiegen haben muss. Selbst in Anbetracht des hier gegebenen 

Drogenkonsumentenkreises erscheint die Darstellung des Beschuldigten als 

lebensfremd und spricht für die Unwahrhaftigkeit der Aussage. Abgesehen davon 

bezeichnete M._____, dessen Aussagen als glaubhaft einzustufen sind, die Be-

hauptung eines gemeinsamen Drogenkonsums als totale Lüge. Diese Reaktion 

M._____s bezog sich auch auf die ihm gleichzeitig vorgehaltene Behauptung des 

Beschuldigten, M._____ habe sich damals plötzlich entblösst und seine Freundin 

[wohl gemeint G._____] angemacht, worauf der Beschuldigte A._____ ihn 

(M._____) rausgeschmissen habe (Urk. D1/7/8 S. 8 Frage 54). Mit besagter Be-

zichtigung versuchte der Beschuldigte A._____ offenbar, vom Einvernahme-

Thema Drogenhandel abzulenken.  

2.3.5.3  Auch bei den staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen verstrickte sich der 

Beschuldigte zunehmend in Widersprüche. Unter anderem unterlief ihm dabei ein 

freudscher Versprecher. So sagte er mit den Anschuldigungen M._____s konfron-

tiert aus: "ich habe ihm nie so viel verkauft, wie er behauptet" (Urk. D1/6/12 S. 1 

Frage 4). Dass er damit angeblich meinte, er habe M._____ gar nichts verkauft, 

erweist sich dabei als wenig glaubhaft. Schliesslich haben sich seine Aussagen 

betreffend Abwesenheiten als widersprüchlich und zum Teil nachweislich unwahr 

herausgestellt. So behauptete er, belegen zu können, dass er in der Zeitspanne 

zwischen 2015 und 2017 neun Monate am Stück weg gewesen sei (Urk. D1/6/12 

S. 1 Frage 3). An seiner staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 19. Oktober 

2018 revidierte er die Aussage dahingehend, von Juni bis August 2015 und von 

Juni bis August 2016 in Italien sowie vorher oder nachher im Gefängnis gewesen 

zu sein. Sodann behauptete er neu, er sei nicht neun Monate am Stück, sondern 

dreimal drei Monate abwesend gewesen (Urk. D1/6/15 S. 4). Zum einen stellte 

sich die Aussage als unwahr heraus, da der Beschuldigte vom 24. Oktober 2016 

bis 17. Dezember 2016 im Gefängnis gewesen war. Ausserdem hatte er am 

12. August 2015 und 4. Juni 2016 nachweislich je einen Fahrraddiebstahl in der 

Stadt Zürich begangen. Ferner hatte er sich nachweislich am 27. Juni 2016 des 

Hausfriedensbruchs in die D1._____ Filiale am Hauptbahnhof Zürich schuldig 

-   39   - 

gemacht (vgl. Urk. D1/22/12, Urteil vom 31. Januar 2017, Anklage S. 6 und 9). 

Somit kann seine Aussage zumindest hinsichtlich des genannten Zeitraums nicht 

der Wahrheit entsprechen. Daran ändert auch die – wiederum etwas anders 

lautende – Bestätigung der Mutter der Beschuldigten, U._____, vom 7./11. August 

2019 (Urk. 48) nichts. Danach soll der Beschuldigte 2015 und 2016 je 10 bis 12 

Wochen am Stück von Ende Juni bis Anfang September bei ihr auf Sizilien gewe-

sen sein. Abgesehen davon wurde diese handschriftliche Bestätigung erkennbar 

vom Beschuldigten aufgesetzt und stellt damit nichts anderes dar als eine weitere, 

von seinen bisherigen Aussagen erneut abweichende Behauptung.   

Schliesslich entpuppen sich auch seine Abstreitungen teilweise als Schutz-

behauptungen. Bereits aufgrund der Auswertung seiner Mobiltelefone ist nämlich 

aktenkundig, dass seine Aussagen hinsichtlich des Verkaufs der Betäubungs-

mittel an L._____ und K._____ nicht der Wahrheit entsprachen (vgl. Urk. D1/4/1-

2). In seiner schriftlichen Stellungnahme vom 21. Januar 2021 erklärte der Be-

schuldigte wiederum nur Konsument und kein Dealer gewesen zu sein. M._____ 

beschuldige ihn zu Unrecht (Urk. 107 S. 2 f.). Die Angaben des Beschuldigten 

A._____ sind oftmals dürftig, wiederholt ausweichend, streckenweise inkonsistent 

und auch lückenhaft sowie in entscheidenden Punkten nachweislich falsch. Ins-

gesamt erweisen sich seine Aussagen als unglaubhaft.  

2.3.6  Objektive Beweismittel 

Wie vorne in Erw. III. 2.3.3, 2.3.4 und 2.3.5.3 erwähnt, werden die Aussagen der 

Drogenabnehmer K._____ und L._____ durch objektive Beweismittel bestärkt, 

nämlich diverse einschlägige WhatsApp-Chats mit dem Beschuldigten A._____ 

(vgl. Urk. D1/4/1 und D1/4/2). Zudem wurden als weitere objektive Beweismittel in 

der spätestens ab März 2017 gemeinsam durch den Beschuldigten A._____ und 

die Beschuldigte G._____ bewohnten Wohnung an der V._____-Strasse … in Zü-

rich (vgl. Urk. 11/3 und 11/4 sowie Urk. 15/6 und 15/7 im Verfahren SB200014 

gegen die Beschuldigte G._____) unter anderem Betäubungsmittel und Betäu-

bungsmittelutensilien – namentlich ein Minigrip mit Heroin und zwei Feinwaagen – 

vorgefunden, sichergestellt (Urk. 11/3 und 11/4 im Verfahren SB200014), später 

beschlagnahmt und schliesslich eingezogen (vgl. Urk. D1/16/1 sowie Urk. 70 

-   40   - 

S. 65, 68 und Urk. 101). Ferner hat sich gezeigt, dass der Beschuldigte A._____ 

in seinem Mobiltelefon vier verschiedene Telefonnummern von M._____ – den er 

kaum gekannt und nur ein- oder zweimal getroffen haben will – abgespeichert 

hatte, dies unter Verwendung diverser Namen, wobei er einräumte, dass es sich 

immer um die gleiche Person handelte (Prot. I S. 14). Solches Vorgehen ist in 

Drogenhandelskreisen verbreitet. 

2.3.7  Aussagen der Beschuldigten G._____ und vorläufige Würdigung 

Die Beschuldigte G._____ (vgl. separates Verfahren SB200014 resp. DG190111; 

erstinstanzliches Urteil G._____ Urk. 101) berief sich praktisch durchgehend auf 

ihr Aussageverweigerungsrecht. Den Beschuldigten A._____ bezeichnete sie oh-

ne weitere Angaben als ihren "Mitbewohner" (Urk. D1/6/16 S. 3). Sofern sie über-

haupt Aussagen zur Sache machte, distanzierte sie sich sinngemäss vom Handel 

mit Betäubungsmitteln (Urk. D1/6/15 S. 2 ff. und D1/6/15 S. 2 ff.; Prot. I S. 26 ff.; 

vgl. auch Verfahren DG190111 Urk. 7, 8, 33). Lediglich einmal bestritt sie explizit, 

mit Betäubungsmitteln gehandelt zu haben (Verfahren DG190111 Urk. 7 S. 4 f.). 

Unter diesen Umständen entfällt eine Aussagewürdigung. 

2.4  Gesamtwürdigung 

2.4.1  Gestützt auf die objektiven Beweismittel (vorne Erw. III. 2.3.6) und die 

grundsätzlich überzeugenden Aussagen der vier Auskunftspersonen – bei denen 

allesamt kein Grund ersichtlich ist, weshalb sie die Beschuldigten bzw. nur den 

Beschuldigten A._____ zu Unrecht belasten sollten und deren Sachdarstellungen 

im Wesentlichen in die Anklageschrift geflossen sind – einerseits, und die un-

glaubhaften Angaben des Beschuldigten anderseits ist auch der unter Dossier 1 

beschriebene Sachverhalt erstellt (auch folgende Erw. IV. 2.2.2).  

Wie schon die Vorinstanz zutreffend feststellte (Urk. 70 S. 34 f.), sind einige 

Sachverhaltselemente aufgrund objektiver Beweismittel zweifelsfrei rekonstruier-

bar. Weiter fällt besonders ins Gewicht, dass mehrere Personen die beiden 

Beschuldigten unabhängig voneinander in glaubhafter Weise mit gleich gearteten 

Vorwürfen belasteten. Dabei lassen sich einige scheinbar widersprüchliche 

-   41   - 

Aussagen durch den Umstand beseitigen, dass der Beschuldigte A._____ und die 

Beschuldigte G._____ ihr Drogengeschäft in arbeitsteiliger und – angesichts ihrer 

konkreten Lebensumstände – auch in partnerschaftlicher Weise betrieben. Offen-

sichtlich hatte jeder von den beiden hauptsächlich eigene "Kundschaft" und 

"betreute" diese wenn möglich persönlich, weshalb sich die Übergabedetails je 

nach Abnehmer unterschiedlich gestalteten. Dass jedoch beide Beschuldigten an 

praktisch allen Übergaben irgendwie beteiligt waren und sich zuweilen in den 

Handlungen auch ergänzten – sei es (bezüglich des Beschuldigten A._____) auch 

nur, um der Kundschaft die Türe zu öffnen und/oder die Ware zu wägen bzw. das 

Geld entgegenzunehmen und den Betrag zu überprüfen – zieht sich wie ein roter 

Faden durch alle Einvernahmen. In Würdigung aller vorhandenen Beweismittel 

verbleibt übereinstimmend mit der Vorinstanz kein vernünftiger Zweifel, dass sich 

der in der Anklageschrift umschriebene Sachverhalt verwirklicht hat. Dabei hat 

sich die Staatsanwaltschaft hinsichtlich der Anzahl der Transaktionen auf das 

Minimum der gehandelten Menge beschränkt, nämlich auf 2 Transaktionen pro 

Monat zu 5 Gramm, was eine Gesamtmenge von 220 Gramm Heroingemisch 

ergibt. Dass jedenfalls diese Mindestmenge von den Beschuldigten, wie in der 

Anklageschrift vorgebracht, gehandelt wurde, ist ohne jeden Zweifel erwiesen.  

Erstellt sind auch die Verkaufshandlungen nur des Beschuldigten A._____ betref-

fend Methadon und Kleinportionen Heroingemisch an die Abnehmer L._____ und 

K._____. Auch diesbezüglich beschränkt sich die Anklage auf das Minimum.  

2.4.2  Werden die gehandelten Betäubungsmittel nicht sichergestellt, besteht hin-

sichtlich der Menge des reinen Drogenwirkstoffs regelmässig ein Beweisproblem. 

In solchen Fällen ist vernünftigerweise davon auszugehen, dass die Drogen mitt-

lerer Qualität sind, solange es keine Hinweise auf eine besonders reine oder ge-

streckte Substanz gibt (BGE 145 IV 312 E. 2.1.1 und 138 IV 100 E. 3.5 je mit 

Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6B_1090/2019 vom 27. April 2020 E. 1.2.2). 

Dabei wird regelmässig auf die Betäubungsmittelstatistik der Gruppe Forensische 

Chemie der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin zurückgegriffen. Un-

ter Berücksichtigung der entsprechenden Werte für die Jahre 2015 bis 2017 ergibt 

dies eine gehandelte Menge von insgesamt 39.8 Gramm Heroin-Reinsubstanz, 

-   42   - 

wie von der Staatsanwaltschaft entsprechend eingeklagt (Urk. 32 S. 3 f.). Davon 

ist für die rechtliche Würdigung von Dossier 1 auszugehen. 

IV. Schuldpunkt – rechtliche Würdigung 

1. Dossier 2 und 5 bis 58 (Diebstahl Fahrräder, Aufbrechen Fahrradschlösser) 

In Bestätigung der Vorinstanz und mit deren korrekter Begründung (Urk. 70 S. 36) 

sowie ergänzend unter Hinweis auf Erwägung III. 1. hiervor ist der Beschuldigte 

des gewerbsmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 in Verbindung mit 

Art. 139 Ziff. 2 StGB (vgl. Urk. D1/6/9 Fragen 109 f.) sowie der mehrfachen ge-

ringfügigen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB in Verbindung 

mit Art. 172ter Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.  

2. Dossier 1 (Handel mit Betäubungsmitteln)  

2.1 Der Anklage folgend hat die Vorinstanz das Verhalten des Beschuldigen 

A._____ zutreffend als Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG in 

teilweiser Mittäterschaft qualifiziert. Diese rechtliche Würdigung wurde von der 

Verteidigung grundsätzlich nicht in Frage gestellt, doch wurde geltend gemacht, 

der Beschuldigte A._____ habe beim unter Mittäterschaft mit der Beschuldigten 

G._____ eingeklagten Sachverhaltsabschnitt nur Helferdienste geleistet, womit er 

als Gehilfe und nicht als Täter in Frage komme (Urk. 51A S. 13). 

2.2 Mittäterschaft bzw. mittäterschaftliches Zusammenwirken 

2.2.1  Als Mittäter gilt, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung ei-

nes Deliktes vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern zusam-

menwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht. Dabei kommt es darauf an, ob 

der Tatbeitrag (nach den Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan) für 

die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass die Tat "mit ihm steht oder 

fällt". Der Mittäter muss bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung der Tat 

auch tatsächlich mitwirken. Daraus folgt aber nicht, dass Mittäter nur ist, wer an 

-   43   - 

der eigentlichen Tatausführung beteiligt ist oder sie zu beeinflussen vermag. Tat-

bestandsmässige Ausführungshandlungen sind nicht notwendige Voraussetzung 

für die Annahme von Mittäterschaft (vgl. BGE 143 IV 361 E. 4.10 S. 371 f.; 135 IV 

152 E. 2.3.1 S. 155; Urteil 6B_1201/2019 vom 1. Mai 2020 E. 1.3.2; je mit Hinwei-

sen). Die Folge der Mittäterschaft ist, dass jedem Mittäter die gesamte Handlung 

zugerechnet wird (zum Ganzen auch Urteil des Bundesgerichts 6B_371/2020 

vom 10. September 2020 E. 2.3.).  

Bei Betäubungsmitteldelikten ist (Mit)Täterschaft anzunehmen, wenn die betref-

fende Person eine der gesetzlichen Tatformen in direktem Zusammenwirken mit 

einer anderen Person verübt oder wenn sie die Tatausführung anderer Personen 

durch Planung respektive Schaffung von Rahmenbedingungen wesentlich prägt 

(vgl. zum Ganzen BStGer vom 10. September 2008, SK.2008.10, E. 3.3; vom 26. 

September 2007, SK.2007.15, E. II.1.4; vom 5. April 2007, SK.2006.14, E. II.1.5, 

und vom 22. März 2013, SK.2012.48, E. 2.1). 

In subjektiver Hinsicht setzt Mittäterschaft Vorsatz und einen gemeinsamen Tat-

entschluss voraus. Der gemeinsame Tatentschluss braucht nicht ausdrücklich zu 

sein, er kann auch bloss konkludent bekundet werden, wobei Eventualvorsatz ge-

nügt (BGE 130 IV 58 E. 9.2.1 S. 66; 126 IV 84 E. 2c/aa S. 88; je mit Hinweisen). 

Der Mittäter braucht an der ursprünglichen Entschlussfassung nicht von Anfang 

an mitgewirkt zu haben, er kann sich den Tatentschluss auch erst sukzessive zu 

eigen machen (BGE 135 IV 152 E. 2.3.1; 134 IV 1 E. 4.2.3; Urteil des Bundesge-

richts 6B_1062/2017 vom 26. April 2018 E. 2.1.3; BSK StGB I-FORSTER, 4. Aufl., 

Basel 2019, Vor Art. 24 N 12 mit Hinweisen). Kausale Tatbeiträge werden dem 

anderen Mittäter angerechnet, auch wenn er zum besagten Zeitpunkt die Tatherr-

schaft nicht mehr inne hat, vorausgesetzt, die Taten stehen in einer engen zeitli-

chen, räumlichen und sachlichen Beziehung (BGE 108 IV 88 E. 2b S. 93; Urteile 

des Bundesgerichts 6B_405/2011 vom 24. Januar 2012 E. 2.5.2 und 

6B_885/2008 vom 14. April 2009 E. 3.2).  

2.2.2  Zum genauen Tathergang hat die Vorinstanz auf den erstellten Sachverhalt 

verwiesen (vgl. auch vorne Erw. III. 2.) und anknüpfend daran zutreffend erwo-

gen, dass der Beschuldigte A._____ und die Beschuldigte G._____ bei der Pla-

-   44   - 

nung und Ausführung der Taten gemeinschaftlich zusammengewirkt haben. Da-

bei waren beide gleichermassen an der Ausführung der Transaktionen beteiligt. 

Es handelte es sich um eine klassische Kleinbetriebsstruktur, wobei eine Person 

– hier G._____ – grundsätzlich für die Beschaffung der Ware und die andere Per-

son – der Beschuldigte A._____ – mehrheitlich für den Vertrieb zuständig war. Die 

Kundschaft wurde von beiden Seiten "akquiriert".  

Auch wenn die einzelnen Übergaben nicht minutiös gleich abliefen, sondern sich 

situativ Abweichungen ergaben, lässt sich bei der Tatausführung doch ein gewis-

ses Ablaufschema erkennen: Namentlich der Beschuldigte A._____, aber auch 

die Beschuldigte G._____ wurden durch die Abnehmer vorab zwecks Bestellung 

der Betäubungsmittel kontaktiert. Für deren Beschaffung war hauptsächlich die 

Beschuldigte G._____ zuständig. Waren die Betäubungsmittel bereit zur Überga-

be, begaben sich die Abnehmer meistens zur gemeinsamen Wohnung der beiden 

Beschuldigten, wo sie normalerweise auch von beiden Tätern empfangen wurden. 

Der Beschuldigte A._____ nahm regelmässig den vereinbarten Kaufpreis entge-

gen und kontrollierte die Zahlung. Vorwiegend übergab die Beschuldigte G._____ 

die Betäubungsmittel an den Beschuldigten A._____ zwecks Weitergabe an die 

Kunden oder händigte sie direkt an die Abnehmer aus. Massgebend ist bei alle-

dem, dass die beiden Beschuldigten auf der gleichen Hierarchiestufe tätig waren. 

Das bedeutet, dass die Beschuldigte G._____ nicht etwa als Betäubungsmittel-

händlerin des Beschuldigten A._____ in einer höheren Hierarchiestufe tätig war, 

sondern dass sie in der Regel die Betäubungsmittel beschaffte, um sie dann in 

arbeitsteiliger Weise mit dem Beschuldigten A._____ zusammen weiterzuverkau-

fen. Während die Beschuldigte G._____ auf Tour weilte, befand sich der Beschul-

digte A._____ oftmals Zuhause in der Wohnung, einem Umschlagsort für kleinere 

Drogenmengen, und konnte so auch spontane Kundschaft oder vorzeitig eintref-

fende Abnehmer empfangen und allenfalls auf die Rückkehr von G._____ vertrös-

ten. So schuf er die Rahmenbedingungen für den daran anschliessenden ge-

meinsamen Drogenverkauf. Keinesfalls lässt sich sagen, dass der Beschuldigte 

A._____ nur als Gehilfe tätig gewesen sei. Er leistete einen bedeutenden Beitrag 

an den Erfolg des Handels, indem er mit den Abnehmern in Kontakt stand, die 

Preise vereinbarte und im Ergebnis flankierend zu G._____ die Ware zur Verfü-

-   45   - 

gung stellte. Die beiden Beschuldigten haben beim angeklagten Drogenhandel 

klarerweise gemeinsam an einem Strick gezogen, jeder hat wesentliche und 

dadurch mittäterschaftliche Tatbeiträge geleistet. Der Beschuldigte A._____ steht 

ebenso als Haupttäter da.   

2.3 Aufgrund der mittäterschaftlichen Zusammenarbeit mit der Beschuldigten 

G._____ ist der Beschuldigte A._____ in Bestätigung des angefochtenen Urteils 

auch des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. c BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig zu spre-

chen. 

V. Strafzumessung und Vollzug 

1. Anwendbares Recht, Strafrahmen, Strafart und Strafzumessungsregeln 

Es ist der Vorinstanz zuzustimmen, wenn sie vorliegend das neue, ab 1. Januar 

2018 geltende Sanktionenrecht zur Anwendung gebracht hat (Urk. 70 S. 39 f.). 

Weiter hat die Vorinstanz richtigerweise den Strafrahmen für das Verbrechen ge-

gen das Betäubungsmittelgesetz als schwerstes Delikt, der von einem Jahr bis zu 

20 Jahren Freiheitsstrafe reicht, für anwendbar erklärt (Urk. 70 S. 41 f.). Sodann 

ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass sich aufgrund der präventiven Effizienz 

und der Zweckmässigkeit als Strafart eine Freiheitsstrafe für alle vorliegend be-

gangenen Verbrechen und Vergehen – auch soweit separat betrachtet Geldstra-

fen möglich wären – als unumgänglich erweist (auch hinten Erw. V. 4.3; Urk. 70 

S. 39; Art. 82 Abs. 4 StPO). Ergänzend ist zur Wahl der Strafart festzuhalten, 

dass es sich beim Beschuldigten um einen scheinbar unbelehrbaren Wiederho-

lungstäter handelt, bei dem davon ausgegangen werden muss, dass er sich mit 

einer reinen Geldstrafe nicht von der Begehung weiterer Straftaten abhalten las-

sen wird. Weiter ist aufgrund der prekären finanziellen Verhältnisse des Beschul-

digten und der zu erwartenden hohen Gesamtstrafe davon auszugehen, dass ei-

ne Geldstrafe nicht vollzogen werden könnte. Das zeigt sich auch darin, dass 

schon diverse Ersatzfreiheitsstrafen vollzogen werden mussten (Urk. D1/22/13 

ff.). Es ist daher eine Freiheitsstrafe auszufällen. Schliesslich sind die allgemeinen 

-   46   - 

Strafzumessungsregeln mit Unterscheidung der Tat- und Täterkomponenten be-

reits von der Vorinstanz umfassend dargelegt worden, worauf ebenfalls zu ver-

weisen ist (Urk. 70 S. 43 f.).   

Zusätzlich ist festzuhalten, dass wenn der Täter wie vorliegend wegen einer 

Mehrheit, teilweise mehrfach begangener gleicher Taten zu bestrafen ist, das Ge-

richt basierend auf der Tatkomponente zunächst die Einsatzstrafe für das 

schwerste Delikt zu bestimmen hat. In einem weiteren Schritt sind die übrigen De-

likte – wiederum basierend auf der Tatkomponente – zu beurteilen, und es ist da-

für unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände die hypothetische Strafe zu 

ermitteln. Nach der Festlegung der hypothetischen Gesamtstrafe für sämtliche 

Delikte ist schliesslich die Täterkomponente zu berücksichtigen (BGE 144 IV 313 

E. 1.1 S. 316 ff., 217 E. 2.2 und E. 3 S. 219 ff.; 141 IV 61 E. 6.1.2 S. 67 f.; je mit 

Hinweisen; MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl., Basel 2019, N 520).  

2. Teilweise Zusatzstrafe 

2.1 Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, 

vom 31. Januar 2017 der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne vo