# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa961e17-c6f0-5145-bb69-623af5719f58
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-30
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 30.09.2015 UE140355
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE140355_2015-09-30.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UE140355-O/U/HEI 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, Oberrichterin 

lic. iur. F. Schorta und Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer  

sowie Gerichtsschreiber lic. iur. S. Betschmann 

 

Beschluss vom 30. September 2015 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

1. B._____,  

2. Staatsanwaltschaft See/Oberland,  

Beschwerdegegner 

 

1 verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Einstellung  
 
Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft 
See/Oberland vom 12. Dezember 2014, A-4/2013/151103907 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Am 27. Juli 2013 kam es auf der Autobahn A1, Fahrtrichtung Winterthur, 

Höhe Brütisellen zu einem Verkehrsunfall, an welchem B._____ (nachfolgend: 

Beschwerdegegner 1) als Lenker des Personenwagens " Excalibur SS Phaethon 

" sowie A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) als Mitfahrerin beteiligt waren 

(Urk. 10/1). Am 24. Oktober 2013 stellte die Beschwerdeführerin fristgerecht 

Strafantrag gegen den Beschwerdegegner 1 wegen Körperverletzung (Urk. 10/4). 

Mit Verfügung vom 12. Dezember 2014 stellte die Staatsanwaltschaft 

See/Oberland das Strafverfahren gegen den Beschwerdegegner 1 ein (Urk. 3/1 = 

Urk. 6 = Urk. 10/26). 

2. Gegen die der Beschwerdeführerin am 18. Dezember 2014 zugegangene 

(Urk. 10/29) Einstellungsverfügung liess diese mit Eingabe vom 29. Dezember 

2014 fristgerecht Beschwerde mit den folgenden Anträgen erheben (Urk. 2 S. 2): 

" Es sei die Einstellungsverfügung vom 12.12.2014, Prozess-
Nr. 151103907 aufzuheben und die Sache an die Staatsanwaltschaft 
See/Oberland zurückzuweisen, damit sie Anklage gegen den Be-
schuldigten erhebe, 

 unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse." 

3. Mit Verfügung der Kammer vom 8. Januar 2015 wurde der Beschwerdefüh-

rerin eine Prozesskaution von Fr. 2'500.– auferlegt (Urk. 7), welche am 19. Januar 

2015 geleistet wurde (Urk. 8). Mit Verfügung vom 26. Januar 2015 wurde die Be-

schwerdeschrift dem Beschwerdegegner 1 sowie der Staatsanwaltschaft zur (frei-

gestellten) Stellungnahme und Einsendung der Akten übermittelt (Urk. 9). Die 

Staatsanwaltschaft reichte am 2. Februar 2015 ihre Stellungnahme ein und 

schloss auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 11); der Beschwerdegegner 1 liess 

sich nicht vernehmen. Mit Eingabe vom 16. März 2015 verzichtete die Beschwer-

deführerin auf eine Replik (Urk. 17). 

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II.  

1. Hintergrund des vorliegenden Verfahrens bildet folgender Sachverhalt: Der 

Beschwerdegegner 1 kaufte im Dezember 2012 einen 1972 in Verkehr gesetzten 

"Excalibur SS Phaethon", welchen er im Frühling 2013 vom Verkäufer übernahm. 

Der Wagen bestand letztmals am 6. bzw. 20. November 2012 die obligatorische 

Motorfahrzeugkontrolle. Am 27. Juli 2013 kam es mit diesem durch den Be-

schwerdegegner 1 gelenkten Fahrzeug auf der Autobahn A1, Fahrtrichtung Win-

terthur, Höhe Brüttisellen zu einem Verkehrsunfall, bei welchem die Beschwerde-

führerin ein mittelgradig schweres Schädel-Hirn-Trauma mit einer ausgedehnten 

Rissquetschwunde an der rechten Schläfe, eine instabile Verletzung an der Len-

denwirbelsäule mit Beteiligung des 1. und 4. Lendenwirbelkörpers und eine seitli-

che Beckenfraktur erlitt (vgl. Urk. 6). 

2. In der angefochtenen Einstellungsverfügung erwog die Staatsanwaltschaft, 

im Kurzgutachten des Forensischen Institutes Zürich vom 18. Februar 2014 wer-

de als Schlussfolgerung der Auswertung des geplatzten Reifens, welcher notabe-

ne den Vorschriften entsprochen habe, und den damit in Zusammenhang stehen-

den Abklärungen festgehalten, dass die "Beschädigung durch Reifenalter" unfall-

ursächlich gewesen sei. Obschon aufgrund der visuellen Untersuchung des Rei-

fens keine Hinweise für ein Eindringen eines Fremdkörpers in den Reifen vorge-

legen hätten, werde nicht ausgeschlossen, dass ein Gegenstand das Platzen des 

Pneus ausgelöst habe, wie vom Beschwerdegegner 1 geltend gemacht worden 

sei. Nachdem dem Beschwerdegegner 1 kein Fehlverhalten nachgewiesen wer-

den könne, er mithin in strafrechtlicher Hinsicht keine Verantwortung für das Un-

fallgeschehen trage, sei das Verfahren ohne Weiterungen einzustellen (Urk. 6). 

3.1 Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerdeschrift (Urk. 2) vor, der 

Halter – in casu der Beschwerdegegner 1 – sei für die Betriebssicherheit seines 

Fahrzeugs verantwortlich. Der Beschwerdegegner 1 habe sich indessen in keiner 

Weise um die wahre Beschaffenheit des Fahrzeugs gekümmert. Vielmehr habe er 

sich auf eine Verkaufsanpreisung verlassen, wonach das Fahrzeug "neuwertig 

und perfekt" gewesen sei. Es müsse als notorisch bzw. gemeinhin bekannt be-

- 4 - 

zeichnet werden, dass Verkäufer ihre Fahrzeuge in einem optimalen Zustand an-

preisen, um diese besser verkaufen zu können. Es sei auch für jeden durch-

schnittlichen Bürger klar, dass vom Verkäufer auf Mängel nicht explizit hingewie-

sen werde. Es wäre die Pflicht des Beschwerdegegners 1 gewesen, sich nach 

dem Alter der Reifen, der Überprüfung der Bremsen, der Motorüberprüfung etc. 

zu erkundigen. Dies gelte umso mehr, als es sich bei diesem Fahrzeug um ein 

sehr altes Fahrzeug gehandelt habe. Ein Blick auf die Reifen reiche bei einem 

Oldtimer, der nicht täglich gefahren werde, nicht. Der Beschwerdegegner 1 hätte 

sich erkundigen müssen, wie lange das Fahrzeug nicht mehr gefahren worden 

bzw. in der Garage gestanden sei. Dies im Hinblick auf die Beschaffenheit der 

Bremsen und Reifen. Grundsätzlich wäre der Beschwerdegegner 1 verpflichtet 

gewesen, die Beschaffenheit der Pneus vor der Fahrt am 27. Juli 2013 zu über-

prüfen. 

3.2 Der Beschwerdegegner 1 habe das enorme Risiko, welches von alten Rei-

fen/Pneus ausgehe implizit anerkannt. So habe er selbst ausgesagt, dass er bei 

anderen Fahrzeugen regelmässig nach zwei Jahren die Pneus wechseln würde, 

auch wenn diese noch genügend Profil aufwiesen. Für den Beschwerdegegner 1 

sei klar und damit voraussehbar gewesen, dass alte Reifen/Pneus mangelhaft 

seien und zu schweren Unfällen führen könnten. 

3.3 Für die These der Staatsanwaltschaft, wonach nicht ausgeschlossen werden 

könne, dass das Eindringen eines Fremdkörpers in den Reifen zum Zerplatzen 

geführt habe, finde sich im Gutachten kein Indiz. 

III. 

1. Gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die vollständi-

ge oder teilweise Einstellung des Verfahrens, wenn: a) kein Tatverdacht erhärtet 

ist, der eine Anklage rechtfertigt; b) kein Straftatbestand erfüllt ist; c) Rechtferti-

gungsgründe einen Straftatbestand unanwendbar machen; d) Prozessvorausset-

zungen definitiv nicht erfüllt werden können oder Prozesshindernisse aufgetreten 

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sind; e) nach gesetzlicher Vorschrift auf Strafverfolgung oder Bestrafung verzich-

tet werden kann. 

 Der Entscheid über die Einstellung des Verfahrens richtet sich nach dem 

aus dem Legalitätsprinzip fliessenden Grundsatz "in dubio pro duriore" (vgl. Art. 5 

Abs. 1 BV und Art. 2 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 319 Abs. 1 StPO und Art. 324 Abs. 1 

StPO). Danach darf eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft nur bei klarer 

Straflosigkeit bzw. offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet 

werden. Erscheint eine Verurteilung wahrscheinlicher als ein Freispruch, ist An-

klage zu erheben. Dasselbe gilt in der Regel, wenn sich die Wahrscheinlichkeiten 

eines Freispruchs oder einer Verurteilung in etwa die Waage halten (BGE 138 IV 

186 E. 4.1; Urteile 6B_152/2014 vom 6. Januar 2015 E. 3.2; 6B_707/2014 vom 

18. Dezember 2014 E. 3.1; 6B_578/2014 vom 20. November 2014 E. 2.1; 

6B_743/2013 vom 24. Juni 2014 E. 3.1; je mit Hinweisen). 

2. Gemäss Kurzgutachten des Forensischen Institutes Zürich vom 18. Februar 

2014 ist der am Fahrzeug verwendete Reifen (COOPER MONOGRAM 2000, 

255/75R15 SR 102S M/S) gemäss der Tabelle (Standards Manual 2005, P. 25) 

der "European Tyre and Rim Technical Organisation" (ETRTO) für den Excalibur 

grundsätzlich zulässig (Urk. 10/12/3, Ziff. 5.1.1). Der allgemeine Zustand des Rei-

fens vor dem Ereignis hat gemäss Gutachten zu keinen Bedenken für eine weite-

re Verwendung Anlass gegeben. Die Profiltiefe habe circa 5 mm betragen. Risse 

seien von blossem Auge wohl nicht erkennbar gewesen. Der Zustand dürfte dem 

den Experten zur Verfügung gestandenen, noch intakten baugleichen Rad hinten 

rechts, entsprochen haben. Aufgrund der DOT Produktionsalter-Bezeichnung 

"473" habe nicht eindeutig eruiert werden können, wann der Reifen produziert 

worden sei; auf Anfrage habe der Reifenhersteller erklärt, der Reifen sei in der 

47. Woche 1993 (November 1993) im Werk von Tupelo/USA hergestellt worden 

(a.a.O., Ziff. 5.3). Am Reifen sei eine komplette Separation der Lauffläche samt 

Stahlcord-Einlage erfolgt, was zu einem plötzlichen und kompletten Luftverlust 

des Reifens geführt habe. Unfallursächlich sei das hohe Reifenalter gewesen, da 

der Reifen den Belastungen im Fahrbetrieb nicht mehr gewachsen gewesen und 

dadurch zerstört worden sei (a.a.O., Ziff. 6).  

- 6 - 

 Damit erscheint aufgrund des Untersuchungsergebnisses ein Reifenscha-

den am hinteren linken Reifen wegen seines hohen Alters unfallursächlich. Mit der 

Beschwerdeführerin ist festzuhalten, dass keine Hinweise darauf bestehen, dass 

der Beschwerdegegner 1 einen Fremdkörper überfahren hatte bzw. dass dies un-

fallursächlich gewesen wäre. 

3.1 Die Beschwerdeführerin wirft dem Beschwerdegegner 1 fahrlässige Körper-

verletzung im Sinne von Art. 125 StGB vor. Fahrlässig handelt, wer die Folge sei-

nes Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht 

Rücksicht nimmt (Art. 12 Abs. 3 StGB). Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger 

Körperverletzung gemäss Art. 125 StGB setzt somit voraus, dass der Täter den 

Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Sorgfaltswidrig ist 

die Handlungsweise, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der Um-

stände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit bewirkte Gefährdung 

der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und müssen und wenn er zu-

gleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat. Für die Zurechenbar-

keit des Erfolgs genügt die blosse Vorhersehbarkeit nicht. Erforderlich ist auch 

dessen Vermeidbarkeit. Der Erfolg ist vermeidbar, wenn er nach einem hypotheti-

schen Kausalverlauf bei pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblieben wä-

re. Das Mass der im Einzelfall zu beachtenden Sorgfalt richtet sich, wo besonde-

re, der Unfallverhütung und der Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes Ver-

halten gebieten, in erster Linie nach diesen Vorschriften (Urteil des Bundesge-

richts 6B_954/2014 vom 13. März 2015 E. 1.3.1 mit Hinweis auf BGE 135 IV 56 

E. 2.1). 

 Grundvoraussetzung für das Bestehen einer Sorgfaltspflichtverletzung und 

mithin für die Fahrlässigkeitshaftung bildet, wie erwähnt, die Vorhersehbarkeit des 

Erfolgs. Die zum Erfolg führenden Geschehensabläufe müssen für den konkreten 

Täter mindestens in ihren wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Zunächst ist 

daher zu fragen, ob der Täter eine Gefährdung der betreffenden Rechtsgüter hät-

te voraussehen beziehungsweise erkennen können und müssen. Für die Beant-

wortung dieser Frage gilt der Massstab der Adäquanz. Danach muss das Verhal-

ten geeignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen 

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des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens 

zu begünstigen. Weitere Voraussetzung ist, dass der Erfolg vermeidbar war. Da-

bei wird ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und geprüft, ob der Erfolg bei 

pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblieben wäre. Für die Zurechnung 

des Erfolgs genügt, wenn das Verhalten des Täters mindestens mit einem hohen 

Grad an Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bildete (BGE 140 II 7 E. 3.4; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_738/2012 vom 18. Juli 2013 E. 2.3.1). 

3.2 Im Strassenverkehr beurteilt sich der Umfang der zu beachtenden Sorgfalt 

nach den Bestimmungen des Strassenverkehrsgesetzes und der dazu gehören-

den Verordnungen. Gemäss Art. 29 SVG dürfen Fahrzeuge nur in betriebssiche-

rem und vorschriftsgemässem Zustand verkehren. Sie müssen so beschaffen und 

unterhalten sein, dass die Verkehrsregeln befolgt werden können und dass Füh-

rer, Mitfahrende und andere Strassenbenützer nicht gefährdet und die Strassen 

nicht beschädigt werden. Der Führer hat sich zu vergewissern, dass Fahrzeug 

und Ladung in vorschriftsgemässem Zustand sind (Art. 57 Abs. 1 der Verkehrsre-

gelnverordnung [VRV]).  

3.3 Aufgrund der Akten ist erstellt, dass das fragliche Fahrzeug nicht den Vor-

schriften von Art. 29 SVG entsprach und damit dessen Verkehrs- und Betriebssi-

cherheit nicht gegeben war: Der geplatzte Reifen des Unfallfahrzeugs war auf-

grund seines hohen Alters den Beanspruchungen im Strassenverkehr nicht mehr 

gewachsen.  

3.4 In Fällen, in denen Reifen Gegenstand von Verkehrsregelverletzungen sind, 

geht das Bundesgericht regelmässig davon aus, dass eine (visuelle) Kontrolle der 

Reifen durch den Fahrzeugführer eine zumutbare Handlung darstelle und deren 

Unterlassung Fahrlässigkeit begründe. So entschied das Bundesgericht im Urteil 

1C_282/2011 vom  27. September 2011 auf Grobfahrlässigkeit, weil der Fahr-

zeugführer die starke Abnutzung der Reifen (bei einem Reifen war gar das Ge-

webe sichtbar, zwei andere wiesen deutlich mangelhafte Profiltiefen auf) bei 

pflichtgemässer Sorgfalt ohne Weiteres hätte erkennen können (E. 3.5). Und im 

Urteil 6B_694/2010 vom 16. Dezember 2010 führte das Bundesgericht aus, der 

Fahrzeugführer erfülle den subjektiven Tatbestand der Strafbestimmung von 

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Art. 93 SVG, "wenn er vor Fahrtantritt keine Reifenkontrolle durchführte" 

(E. 10.2.2). 

3.5.1 Der Gesetzgeber hat keine Vorschriften über das Alter von Fahrzeugreifen 

erlassen. Anhaltspunkte über das Maximalalter von Reifen lassen sich zum Bei-

spiel der Homepage des "RVS ASP Reifen-Verband der Schweiz" entnehmen, 

welcher schreibt: "Es wird empfohlen, Reifen, die älter als 10 Jahre sind, nur noch 

zu benutzen, wenn sie vorher ständig unter normalen Bedingungen im Einsatz 

waren. Diese Reifen sollten also nicht mehr umgesteckt, sondern nur noch im lau-

fenden Betrieb abgefahren werden. Davon abweichende Empfehlungen der Rei-

fenhersteller sind zu beachten." (vgl. www.swisspneu.ch/index.cfm?page=112683, 

zuletzt besucht am: 25. September 2015).  

3.5.2 Der Beschwerdegegner 1 machte in der Untersuchung geltend, die Reifen 

des fraglichen Fahrzeugs seien optisch in einem einwandfreien Zustand gewesen, 

hätten über eine genügende Profiltiefe verfügt und hätten überdies noch über so-

genannte Gussnoppen verfügt (Urk. 10/10 S. 5). Letztere sind Rückstände am 

Reifen, welche im Herstellungsprozess entstehen, und die im Laufe der Nutzung 

des Reifens abgetragen werden. Sie deuten auf einen nicht bis wenig benutzten 

Reifen hin.  

 Das Kurz-Gutachten bestätigte – wie erwähnt – den optisch einwandfreien 

Zustand der Reifen: "Klammert man die Altersangabe aus, hätte der allgemeine 

Zustand des Reifens vor dem Ereignis zu keinen Bedenken für eine weitere Ver-

wendung Anlass gegeben. Die Profiltiefe betrug zirka 5 mm. Risse waren von 

blossem Auge wohl nicht erkennbar." (Urk. 10/12/3 S. 6). 

 Gesetzlich geregelt ist die Profiltiefe der Reifen, die minimal 1,6 Millimeter 

betragen muss (Art. 58 Abs. 4 der Verordnung über die technischen Anforderun-

gen an Strassenfahrzeuge [VTS]). Der Touring Club der Schweiz (TCS) empfiehlt 

aus Sicherheitsgründen eine Profiltiefe von 3 Millimetern (bei Sommerreifen) bzw. 

4 Millimetern (bei Winterreifen; vgl. www.sichere-reifen.ch/reifen-die-greifen/ 

reifenprofiltiefe/reifenprofiltiefe, zuletzt besucht am 25. September 2015).  

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3.5.3 Das Strassenverkehrsamt überprüft die Betriebssicherheit der im Verkehr 

stehenden oder neu zuzulassenden Strassenfahrzeuge und Schiffe anlässlich der 

technischen Kontrollen (vgl. www.stva.zh.ch/internet/sicherheitsdirektion/stva, zu-

letzt besucht am 25. September 2015). In  BGE 120 Ib 317 zitierte das Bundesge-

richt einen älteren, nicht publizierten Entscheid zur Motorfahrzeugkontrolle wie 

folgt: "Dass das Fahrzeug tatsächlich den Vorschriften entspreche und betriebssi-

cher sei, werde in der Regel durch die amtliche Prüfung nach Art. 13 SVG sicher-

gestellt" (E. 5 b). 

 Gemäss dem Rapport d'inspection technique des kantonalen Strassenver-

kehrsamtes Genf wurde das fragliche Fahrzeug am 6. November 2012 einer voll-

ständigen technischen Kontrolle unterzogen. Aufgrund von festgestellten Mängeln 

erfolgte am 20. November 2012 eine Nachkontrolle, anlässlich welcher offenbar 

keine Beanstandungen mehr festgestellt wurden (vgl. die durchgestrichenen 

"Remarques"). Unter der Rubrik "IV Roues, Pneus" wurden bei beiden Kontrollen 

keine Beanstandungen notiert (Urk. 10/12/3 Konvolut [Anhang zum Kurzgutach-

ten]).  

3.5.4 In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 23. Juni 2014 führte der 

Beschwerdegegner 1 aus, er habe das Fahrzeug circa einen Monat nach der 

Übernahme bei seinem Garagisten wegen der Motortemperatur kontrollieren las-

sen. Dieser habe ihm den perfekten Zustand des Fahrzeugs bestätigt. Ausserdem 

habe er das Fahrzeug nach dessen Übernahme zwei bis drei Mal auf Neben-

strassen getestet, um sicher zu sein (Urk. 10/10 S. 5 unten). 

3.6 Nach dem Ausgeführten steht zwar fest, dass die Verkehrs- und Betriebssi-

cherheit im Sinne von Art. 29 SVG der vom Beschwerdegegner 1 verwendeten 

Reifen nicht gegeben war. Jedoch ergeben sich aus den Akten keinerlei Anhalts-

punkte dafür, dass der Beschwerdegegner 1 Hinweise auf das aussergewöhnlich 

hohe Alter der verwendeten Reifen hatte oder hätte haben müssen. Im Gegenteil 

hatte der Beschwerdegegner 1 aufgrund der kurz vor dem Verkauf des Fahrzeugs 

bestandenen Motorfahrzeugkontrolle, welche gerade der Prüfung der Betriebssi-

cherheit dient, der Aussage seines Garagisten, der Zustand des Fahrzeugs sei 

"perfekt", des optisch einwandfreien Zustands der Reifen sowie den durchgeführ-

- 10 - 

ten Testfahrten gewichtige Hinweise darauf, dass mit dem gekauften Fahrzeug 

und insbesondere dessen Reifen alles in Ordnung war. Auch konnte er aufgrund 

der Bezeichnungen am Reifen selber nicht ohne Weiteres auf deren Produktions-

woche schliessen und damit das hohe Alter des Reifens erkennen. Selbst im Lich-

te der vorstehend dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach der 

Fahrzeugführer vor der Fahrt die Reifen zu prüfen hat, ist deshalb davon auszu-

gehen, dass dem Beschwerdegegner 1 kein strafrechtlicher Vorwurf gemacht 

werden kann, dass er das aussergewöhnlich hohe Alter der Reifen nicht bemerkt 

hatte. Anhaltspunkte für ein derart hohes Alter der Reifen bestanden für den Be-

schwerdegegner 1 auch deshalb nicht, weil im spezialisierten Fachhandel auch 

für sehr alte Fahrzeuge noch neu hergestellte Reifen angeboten werden. Der Be-

schwerdegegner 1 musste sich deshalb auch nicht explizit nach dem Alter der 

Reifen erkundigen. 

4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdegegner 1 die Ge-

fährdung der Rechtsgüter der Beschwerdeführerin weder erkennen konnte noch 

hätte erkennen müssen, weshalb eine Sorgfaltspflichtverletzung zu verneinen ist. 

Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. 

IV. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin die Kosten zu 

tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO) und keinen Anspruch auf Entschädigung. Ange-

sichts der Bedeutung und Schwierigkeit des Falls sowie des Zeitaufwands des 

Gerichts ist die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren auf Fr. 1'000.– fest-

zusetzen (§ 17 Abs. 1 und § 2 Abs. 1 GebV OG) und mit der bezogenen Kaution 

zu verrechnen (Art. 383 Abs. 1 StPO). Dem Beschwerdegegner 1 ist mangels er-

heblicher Umtriebe keine Entschädigung zuzusprechen, er hat sich im Beschwer-

deverfahren nicht vernehmen lassen. 

 

- 11 - 

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'000.– fest-

gesetzt, der Beschwerdeführerin auferlegt und mit der geleisteten Kaution 

verrechnet. 

3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 

4. Die Kaution wird nach Abzug der der Beschwerdeführerin gemäss Ziff. 2 

auferlegten Kosten zurückerstattet, vorbehältlich allfälliger Verrechnungs-

rechte des Staates. 

5. Schriftliche Mitteilung an: 

− die Vertreterin der Beschwerdeführerin, zweifach, für sich und die Be-
schwerdeführerin (per Gerichtsurkunde) 

− den Verteidiger des Beschwerdegegners 1, zweifach, für sich und den 
Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde) 

− die Staatsanwaltschaft See/Oberland, ad A-4/2013/151103907 (gegen 
Empfangsbestätigung) 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an: 

− die Staatsanwaltschaft See/Oberland, ad A-4/2013/151103907 unter 
Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 10; gegen Empfangsbe-
stätigung)  

− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte. 

6. Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-

den. 
Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 

Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der 

in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich 

einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

- 12 - 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Zürich, 30. September 2015 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer 

 
Der Präsident: 

 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. S. Betschmann 
 

	Beschluss vom 30. September 2015
	
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	IV.

	Es wird beschlossen:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt, der Beschwerdeführerin auferlegt und mit der geleisteten Kaution verrechnet.
	3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.
	4. Die Kaution wird nach Abzug der der Beschwerdeführerin gemäss Ziff. 2 auferlegten Kosten zurückerstattet, vorbehältlich allfälliger Verrechnungsrechte des Staates.
	5. Schriftliche Mitteilung an:
	 die Vertreterin der Beschwerdeführerin, zweifach, für sich und die Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde)
	 den Verteidiger des Beschwerdegegners 1, zweifach, für sich und den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland, ad A-4/2013/151103907 (gegen Empfangsbestätigung)

	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland, ad A-4/2013/151103907 unter Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 10; gegen Empfangsbestätigung)
	 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte.

	6. Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgeset...