# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 562b8593-3713-5b7a-bd91-3dead3aeb02c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.07.2018 UV 2016/10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2016-10_2018-07-11.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2016/10

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 11.07.2018

Entscheiddatum: 11.07.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 11.07.2018
Art. 10, Art. 19 Abs. 1 UVG. Einstellung der Heilbehandlungsleistungen. Der 
(definitive) Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 
Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann 
und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung 
abgeschlossen sind. Rückweisung der Streitsache an die Vorinstanz zu 
ergänzenden Abklärungen (Einholung eines polydisziplinären Gutachtens) 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Juli 
2018, UV 2016/10).

Entscheid vom 11. Juli 2018

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),

Versicherungsrichter Joachim Huber und Versicherungsrichterin

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus Jakob          

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2016/10        

Parteien

A.___,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Anwalt und

Beratung GmbH, Poststrasse 6, Postfach 239, 9443 Widnau,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherte) war als Mitarbeiterin in der Verpackung/Logistik 

bei der B.___ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin), bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von 

Unfällen versichert (UV-act. 1, 170-10).

A.b  Am 16. Dezember 2011 liess die Versicherte durch ihre Arbeitgeberin melden, sie 

habe am 5. Dezember 2011 einen Verkehrsunfall erlitten (UV-act. 1). Der Unfall habe 

sich ereignet, als die Versicherte bei einer auf Rot stehenden Lichtsignalanlage 

angehalten habe. Ein nachfolgender Personenwagenlenker habe dies nicht bemerkt 

und sei ungebremst in ihren Personenwagen hineingefahren, worauf ihr Fahrzeug in 

das Heck des vorderen Fahrzeugs gestossen worden sei. Sie habe sich am Kopf, am 

Rücken und an den Halswirbeln verletzt bzw. ein Schleudertrauma und eine leichte 

Hirnerschütterung erlitten (UV-act. 1, vgl. auch UV-act. 53-1 f.). Die Erstbehandlung 

erfolgte am Unfalltag durch Dr. med. C.___, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Innere 

Medizin FMH, Au (UV-act. 8). Dr. C.___ erklärte am 5. Dezember 2011 im 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach kranio-zervikalem 

Beschleunigungstrauma, dass die Versicherte wegen der HWS-Distorsion und der 

Schreck-/Angstreaktion nach dem Unfall nicht habe weiterfahren können. Unmittelbar 

nach dem Unfall seien Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Übelkeit, 

Hörstörungen sowie Schmerzen im linken Arm (Oberarm), im zweiten Finger links und 

in den Schulterblättern aufgetreten. Als behandlungsbedürftig nannte die Ärztin den 

Nacken, den Rücken und die Psyche (Angst). Sie diagnostizierte in Anlehnung an die 

Quebec Task Force (QTF) eine HWS-Distorsion Grad II sowie ein Thoracalsyndrom 

posttraumatisch und attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 8).

A.c  Mit Schreiben vom 23. Dezember 2011 anerkannte die Suva ihre Leistungspflicht 

und sprach der Versicherten Leistungen zu (Heilkosten- und Taggeldleistungen; UV-

act. 4 ff.).

A.d  Am 2. Januar 2012 nahm die Versicherte ihre Arbeit wieder zu 50% auf (UV-act. 11 

f.). Im Arztbericht vom 30. Januar 2012 diagnostizierte Dr. med. D.___, Facharzt für 

Allgemeinmedizin FMH, ein zervikothorakales und zervikozefales Syndrom nach HWS-

Distorsion vom 5. Dezember 2011 (UV-act. 19). Am 16. Februar 2012 fand in der 

Rehaklinik Bellikon ein HWS-Assessment statt. Festgestellt wurden dauerhafte 

rechtsbetonte Zephalgien, rechtsbetonte Dauerschmerzen des Nackens sowie 

vorbestehende Belastungsschmerzen Schulter links, welche seit dem Unfall vom 5. 

Dezember 2011 verstärkt seien. Empfohlen wurden insbesondere Physiotherapien bzw. 

MTT dreimal pro Woche sowie die Überprüfung der Medikation bezüglich des seit zwei 

Monaten eingenommenen Antidepressivums. Die Arbeitsfähigkeit wurde auf 50% 

geschätzt (UV-act. 31, 38; vgl. auch UV-act. 233-15/24). Ab 12. März 2012 konnte die 

Versicherte wieder zu 25% und ab 10. April 2012 zu 50% arbeiten (UV-act. 42, 47, 56).

A.e  Im unfallanalytischen Gutachten der AXA Winterthur vom 6. Juni 2012 wurde bei 

der ersten Auffahrkollision eine Geschwindigkeitsänderung des Fahrzeuges der 

Versicherten zwischen 12.2 und 16.7 km/h ermittelt. Der Aufprall des Fahrzeuges der 

Versicherten in das vordere Fahrzeug konnte nur eingeschränkt untersucht werden, 

denn der AXA Winterthur standen weder Fotos der Beschädigungen am vorderen 

Fahrzeug noch eine diesbezügliche Reparaturrechnung zur Verfügung (UV-act. 53).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.f  Im Oktober 2012 verordnete Dr. C.___ versuchsweise drei 

Psychotherapiesitzungen bei Dr. med. E.___, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH. Die Psychiaterin erhob den Verdacht auf eine depressive 

Episode, leicht bis mittelschwer, sowie eine somatoforme Schmerzstörung und 

empfahl weitere Abklärungen zum Schmerzmittelgebrauch. Da es nicht gelang, eine 

therapeutische Beziehung aufzubauen, wurde die Therapie nicht fortgesetzt (UV-act. 

123; vgl. auch UV-act. 76 f., 82-5, 89-2, 233-13). Ab 8. Oktober 2012 erhöhte die 

Versicherte trotz andauernden erheblichen Schmerzen das Arbeitspensum auf 60% 

(UV-act. 77, 82-5, 88 f., 91).

A.g  Am 26. Februar 2013 wurden durch die Radiologie F.___, Diagnosezentrum G.___, 

Heerbrugg, MRI-Aufnahmen des Schädels und der HWS der Versicherten

erstellt. Dr. med. H.___, Facharzt für medizinische Radiologie FMH, erhob hinsichtlich 

des Schädels folgende Befunde: mittelvolumige, frei belüftete Concha bullosa media 

rechts, eine geringe Schleimhautschwellung und Mucusretention im Bereich einzelner 

anteriorer Ethmoidalzellen, ansonsten normales übriges cranio-zerebrales 

Kernspintomogramm sowie hinsichtlich der HWS: normale Haltung und Formgebung 

der HWS im Liegen, normale Darstellung des occipito-zervikalen Übergangs, intaktes 

Ligamentum transversum denti, beidseits intakte Ligamenta alaria, mehrsegmentäre 

geringe Chondrose C2-6 bei ansonsten jedoch intakten dorsalen discoligamentären 

Strukturen zervikal, intaktes anteriores, posteriores und interspinöses Längsband 

zervikal, normale Weite des ossären zervikalen Spinalkanals sowie der Foramina 

intervertebralia, normale Artikulation der zervikalen Facettengelenke sowie normale 

Trophik und Signalgebung des zervikalen und des mitabgebildeten hochthorakalen 

Myelons (UV-act. 101). Die neurologische Untersuchung vom 25. März 2013 durch Dr. 

med. I.___, Fachärztin für Neurologie FMH, ergab die Diagnose chronisches 

zervikozephales und zervikovertebrales rechtsbetontes Syndrom bei Status nach 

Distorsionstrauma im Dezember 2011. Anhaltspunkte für eine somatisch-neurologische 

Läsion konnten nicht gefunden werden (UV-act. 104). Am 29. Mai 2013 erklärte die 

Versicherte, sie habe am 21. Mai 2013 ihr Arbeitspensum auf 70% gesteigert, wobei sie 

nach wie vor erhebliche Schmerzen habe (UV-act. 114). Kreisarzt Dr. med. J.___, 

Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

empfahl daraufhin eine progressive Muskelrelaxationstherapie nach Jacobson (UV-act. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

118, 126, 133-6). An der Besprechung vom 10. Dezember 2013 wurde die 

versuchsweise Aufnahme einer weiteren Therapieart (Neurofeedback) vereinbart (UV-

act. 135, 137). Ab Januar 2014 erhöhte die Versicherte ihr Pensum auf 80% (UV-act. 

139).

A.h  Am 28. April 2014 wurde die Versicherte ins Spital K.___ eingeliefert. Gemäss 

provisorischem Austrittsbericht vom 2. Mai 2014 über den Spitalaufenthalt vom 28. 

April bis 3. Mai 2014 sei eine Intoxikation durch das Medikament Zolpidem festgestellt 

worden. Es bestand eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Veranlasst wurde eine 

psychotherapeutische Anbindung an die Psychiatrischen Dienste L.___ in M.___ (UV-

act. 144, 194). Am 5. Mai 2014 erklärte die Versicherte zum Intoxikationsvorfall 

gegenüber der Suva, sie habe in Hinblick auf den Arbeitseinsatz am Montag mehr 

Medikamente als sonst eingenommen, jedoch nicht wie im Klinikbericht erwähnt in 

suizidaler Absicht (UV-act. 141; vgl. auch UV-act. 175-3, 197-3).

A.i   Im Bericht der Psychiatrischen Dienste L.___ vom 12. Mai 2014 wurden basierend 

auf der Erstkonsultation vom 7. Mai 2014 von Dr. med. N.___ und Dr. med. O.___ 

diagnostiziert eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion bei chronischer 

Schmerzproblematik (ICD-10: F43.2) und psychologische Faktoren oder 

Verhaltensfaktoren, die zur Aufrechterhaltung einer chronischen Schmerzproblematik 

beitragen (ICD-10: F54). Der Schwerpunkt der Behandlung wurde auf die Vermittlung 

von Strategien zum Umgang mit chronischen Schmerzen gelegt (act. G 18.1). Im 

Bericht vom 23. Mai 2014 wurden diagnostiziert eine Anpassungsstörung mit längerer 

depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21) und eine chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren bei Status nach HWS-Distorsion nach 

Verkehrsunfall am 5. Dezember 2011 (ICD-10: F45.41; UV-act. 154).

A.j   Am 16. Mai 2014 nahm die Versicherte ihre Arbeit wieder zu 50% auf (UV-act. 159, 

161). An der Besprechung mit der Suva vom 8. Juli 2014 berichtete sie über konstante 

Kopfschmerzen und Schmerzen, welche mittlerweile bis ins Steissbein ausstrahlen 

würden. Im Weiteren wurde die Anmeldung der Versicherten bei der 

Invalidenversicherung veranlasst (UV-act. 165, 170). Die MRI-Untersuchung am 1. 

September 2014 in der Radiologie F.___ ergab eine grenzwertige lumbale Lordosierung 

(Lordosewinkel 57°), eine Streckfehlhaltung des thorakolumbalen Übergangs, eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

mehrsegmentäre leichte bis mässiggradige Chondrose TH10-S1, eine leichte bis 

mässige lumbale Spondylarthrose L3-S1, eine beidseits hypoplastisch ausgebildete 

Interartikularportion des Arcus vertebrae LWK 4 und 5 allerdings ohne assoziierte 

Spondylose sowie allseits intakte dorsale discoligamentäre Strukturen lumbal (UV-act. 

186-2). Am 6. Oktober 2014 wurde das Arbeitspensum auf 60% erhöht (UV-act. 177).

A.k  In der psychiatrischen Beurteilung vom 27. Oktober 2014 (UV-act. 181-8) stellte 

der Versicherungsmediziner der Suva, Dr. med. P.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, fest, dass der bisherige Verlauf nach craniocephalem 

Beschleunigungstrauma bei dieser Art von Unfällen nicht selten zu beobachten sei. Die 

initial nach dem Unfall angegebenen Beschwerden würden bis zum aktuellen Zeitpunkt 

in gleicher Weise beklagt. Die in den bildgebenden Untersuchungen festgestellten 

degenerativen Veränderungen der HWS und BWS könnten dazu beigetragen haben, 

dass sich auftretende Beschwerden verzögert zurückbilden würden (UV-act. 181-9). 

Die von den Psychiatrischen Diensten L.___ diagnostizierte Anpassungsstörung sei 

nachvollziehbar. Es könne als wahrscheinlich angenommen werden, dass sich die 

Symptomatik nach dem Unfall auf dem Boden einer prädisponierten Persönlichkeit und 

Vorschädigung der Wirbelsäule im Sinne einer natürlichen Teilkausalität entwickelt 

habe. Vorbestehende prädisponierende Faktoren könnten auch den längerdauernden 

Verlauf und die Hartnäckigkeit der Symptome erklären. Um zuverlässiger die Kausalität 

zum Unfallereignis beurteilen zu können, bedürfe es weiterer biographischer und 

anamnestischer Angaben, zumal unabhängige Faktoren die aktuelle Symptomatik 

mitbestimmt haben könnten (UV-act. 181-10 f.). An der Besprechung mit der Suva vom 

28. Oktober 2014 erklärte die Versicherte, dass sie seit zirka Ende August auch 

Ausstrahlungen ins linke Bein verspüre. Das 60%ige Arbeitspensum sei grenzwertig. 

Wegen der Schmerzen komme es immer wieder zu tageweiser gänzlicher 

Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 182).

A.l   Am 27. November 2014 erklärte die Suva, dass sie für den Aufenthalt der 

Versicherten im Spital K.___ vom 28. April bis 3. Mai 2014 leistungspflichtig sei (UV-act. 

189).

A.m Im Arztbericht vom 25. November 2014 wurden von Dr. N.___ und Dr. O.___ 

diagnostiziert eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) und eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: 

F45.41). Aufgrund der Untersuchungsbefunde wurde vom Vorliegen gewichtiger 

somatischer Faktoren (Beginn der Beschwerden nach dem Unfallereignis, bestehende 

Fehlhaltung und Hinweise auf eine muskuläre Ursache der Beschwerden) 

ausgegangen. Psychische Faktoren seien nicht ursächlich für die Beschwerden, 

würden aber zu deren Aufrechterhaltung beitragen, weshalb die Diagnose einer 

chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren gestellt 

worden sei. Die Anamneseerhebung habe weder eine vorbestehende psychiatrische 

Erkrankung noch eine vorbestehende Persönlichkeitsakzentuierung ergeben. 

Hinsichtlich der depressiven Symptome werde bei Fortsetzung der aktuellen 

psychotherapeutischen Behandlung im Laufe der nächsten sechs Monate zumindest 

von einer Teilremission ausgegangen. Bezüglich der Schmerzproblematik sei die 

Prognose eher verhalten. Sobald die Versicherte unter dem jetzigen Arbeitspensum von 

60% ein stabiles Zustandsbild zeige, sei vorgesehen, das Arbeitspensum 

versuchsweise um weitere 10% zu steigern. Eine Steigerung bis hin zu 100% könne 

nicht ausgeschlossen werden, benötige aber mindestens ein bis zwei Jahre (UV-act. 

191).

A.n  Im Arztbericht des Schmerzentrums des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 4. 

Dezember 2014 wurde diagnostiziert eine chronifizierte Schmerzstörung, 

Chronifizierungsgrad I nach Gerbershagen. Eine multimodale Schmerztherapie sei 

eingeleitet worden. Ein erneuter Versuch mit einem Stufe III Opiat könne versucht 

werden, diesmal jedoch mit ausgebauter Therapie zur Behandlung der 

Nebenwirkungen (UV-act. 197). An der Besprechung mit der Suva vom 17. März 2015 

erklärte die Versicherte, dass nach wie vor die Schmerzen im Nacken im Vordergrund 

stünden, welche jetzt bis ins linke Bein ausstrahlen würden. Sie sei deswegen beim 

Chiropraktiker Dr. med. Q.___ in Behandlung. Ein nachhaltiger Erfolg habe sich bisher 

nicht eingestellt. Die seit Oktober 2014 zweimal wöchentlich durchgeführte Matrix-

Therapie empfinde sie als hilfreich. Den Kopf könne sie ein wenig besser bewegen. Seit 

Januar 2015 habe sie bei der Arbeit nicht mehr gefehlt (UV-act. 205, vgl. auch UV-act. 

210, 233-16).

A.o  Am 10. April 2015 fand in der Radiologie F.___ eine Kernspintomographie des 

linken Vorderfusses statt. Dr. med. R.___ erhob eine fissurale Stressfraktur in der Basis 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der proximalen Phalanx von Digitus 2 mit Einstrahlung ins Gelenk ohne Stufenbildung 

mit erheblichem Knochenmarksödem in der Basis und auch im Schaftbereich des Os 

metatarsale 2, periostaler Reaktion und perifokalem Weichteilödem sowie 

nebenbefundlich eine leichtgradige Arthrose zwischen dem Köpfchen des Os 

metatarsale 1 und dem medialen Sesambein (UV-act. 209). Dr. med. S.___, Facharzt für 

Allgemeinmedizin, stufte die Ermüdungsfraktur infolge Fehlbelastung bei der Arbeit 

wegen Fehlhaltung als unfallbedingt ein (UV-act. 212). Kreisarzt Dr. med. T.___ 

erachtete dagegen die Fussbeschwerden als nicht kausal zum Unfall vom Dezember 

2011 (UV-act. 213).

A.p  Mit Verfügung vom 27. Mai 2015 teile die Suva der Versicherten mit, dass wegen 

fehlenden Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 5. Dezember 2011 und 

den Fussbeschwerden links keine Leistungen erbracht werden könnten. Die restlichen 

geklagten Beschwerden seien organisch nicht nachweisbar. Die in Berücksichtigung 

der geltenden Rechtsprechung vorgenommene Beurteilung habe ergeben, dass die 

Adäquanz zu verneinen sei, weshalb die Versicherungsleistungen per 7. Juni 2015 

eingestellt würden. Mangels Vorliegens adäquater Unfallfolgen bestehe auch kein 

Anspruch auf eine Invalidenrente und/oder eine Integritätsentschädigung (UV-act. 217).

A.q  Im Arztbericht vom 2. Juni 2015 diagnostizierte Dr. med. U.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, 

Orthopädie V.___, bezüglich des linken Fusses eine Ermüdungsfraktur proximale 

Phalanx Dig. II und Os metatarsale II (UV-act. 224).

B.   

B.a  Mit Schreiben vom 22. Juni 2015 erhob die Versicherte Einsprache gegen die 

Verfügung vom 27. Mai 2015 und verlangte zumindest eine "fundierte, kompetente 

medizinische Überprüfung" (UV-act. 219).

B.b  Da gemäss Suva die kreisärztliche Kurzbeurteilung vom 6. Mai 2015, worauf sich 

die leistungseinstellende bzw. leistungsabweisende Verfügung vom 27. Mai 2015 

stützt, den bundesgerichtlichen Mindestanforderungen an einen Arztbericht nicht 

gerecht werde, ersuchte sie den kreisärztlichen Dienst um eine ausführliche 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Stellungnahme (vgl. dazu UV-act. 213) sowie um eine Begründung, weshalb es sich bei 

der ausgewiesenen Stressfraktur nicht um unfallkausale Beschwerden handle (UV-act. 

228). Im Bericht vom 2. September 2015 erklärte Kreisarzt Dr. T.___, dass bis Anfang 

April 2015 keine Verletzung des linken Beins bzw. des linken Vorfusses dokumentiert 

sei. Hinsichtlich der beklagten und chronisch persistierenden Kopf- und 

Nackenschmerzen hätten die bildgebenden Untersuchungen bis auf leichte, 

unfallabhängig [gemeint wohl: unfallunabhängig] vorbestehende 

Verschleisserscheinungen der Bandscheibensegmente C2-C6 keine Hinweise für eine 

unfallbedingte strukturelle Läsion des Schädels resp. der Halswirbelsäule oder 

traumatisch bedingte neurologische Störungen ergeben. Zudem habe die Suva gemäss 

Verfügung vom 27. Mai 2015 die Adäquanz geprüft und abgelehnt. Damit stehe fest, 

dass alle von der Versicherten weiterhin beklagten Beschwerden verschiedener 

Wirbelsäulenanteile, des Schädels und des linken Fusses mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit in keinem kausalen Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 5. 

Dezember 2011 stünden, sondern ausschliesslich unfallunabhängigen Faktoren 

geschuldet seien (UV-act. 229).

B.c  Am 30. Oktober 2015 erfolgte eine MRI-Untersuchung des linken Fusses in der 

Radiologie F.___. Erhoben wurden: "Reizlose konsolidierte ältere Stressfraktur der 

Grundphalanx der zweiten Zehe. Zwischenzeitlich neu aufgetretene diskrete 

subchondrale Signalveränderung am Köpfchen von Os metatarsale II, DD: reaktiv/

beginnende Osteonekrose?" (UV-act. 233-20).

B.d  Mit Einspracheentscheid vom 19. Januar 2016 hiess die Suva die Einsprache 

insofern gut, als sie sich bereit erklärte, für die Heilbehandlung der fissuralen 

Stressfraktur im linken Vorfuss der Versicherten aufzukommen. Im Übrigen wurde die 

Einsprache abgewiesen (UV-act. 239-18). In den Erwägungen wurde ausgeführt, dass 

die Übernahme der Kosten für die Heilbehandlung der Fussbeschwerden ohne 

Anerkennung einer Rechtspflicht erfolge. Anderweitige Leistungen wie beispielsweise 

Taggelder würden mangels Arbeitsunfähigkeit hingegen nicht erbracht. Bei allfälligen 

Weiterungen behalte sich die Suva das Recht vor, in Bezug auf die Ätiologie des 

Ermüdungsbruchs weitergehende medizinische Beweisvorkehrungen anzuordnen, um 

die Frage der Kausalität dieser Beschwerden definitiv beantworten zu können (UV-act 

239-6). Die noch vorhandenen psychischen Probleme sowie die unfallbedingten aber 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nicht objektivierbaren Beschwerden im Bereich des Kopfes und der Wirbelsäule 

stünden nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom 5. Dezember 

2011, weshalb keine Leistungspflicht der Suva über den 7. Juni 2015 bestehe (UV-act. 

239-6 ff.).

C.  

C.a Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt 

lic. iur. Adrian Fiechter, Widnau, erhob am 19. Februar 2016 gegen den 

Einspracheentscheid der Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) Beschwerde mit 

folgenden Rechtsbegehren: "1. Der Einspracheentscheid vom 19. Januar 2016 sei in 

Ziffer 1 derart abzuändern, dass die Suva für die Folgen des Unfalls vom 5. Dezember 

2011 die gesetzlichen Versicherungsleistungen ab 7. Juni 2015 weiterhin und 

vollumfänglich erbringt, insbesondere für die Fussverletzung als auch für die übrigen 

Beschwerden. 2. Insbesondere sind der Beschwerdeführerin ab dem 7. Juni 2015 eine 

UVG-Rente von mindestens 40%, eventualiter ein UVG-Taggeld von mindestens 40% 

sowie eine Integritätsentschädigung von mindestens 30% sowie die unfallbedingten 

Heilungskosten auszurichten und zu bezahlen. 3. Eventualiter sei ein neutrales 

polydisziplinäres Gutachten zu erstellen. 4. Der Beschwerdeführerin sei die 

unentgeltliche Rechtspflege mit dem Unterzeichneten als Vertreter zu bewilligen. 5. Es 

sei dem Unterzeichneten für eine Zusatzbegründung eine Nachfrist anzusetzen. 6. Alles 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin, respektive 

zu Lasten des Staates infolge zu bewilligender unentgeltlicher Rechtspflege." (act. G 1).

C.b Mit Schreiben vom 14. März 2016 zog die Beschwerdeführerin das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege zurück (act. G 4).

C.c In der Beschwerdeantwort vom 7. April 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, und die Bestätigung des 

Einspracheentscheids (act. G 6). Zur Begründung wurde insbesondere ausgeführt, 

dass die Arbeitsunfähigkeit von 40% auf die anhaltenden psychischen Störungen 

zurückzuführen sei. Die Fussproblematik links habe bis zum Erlass des 

Einspracheentscheids keine Einschränkung der Arbeitsunfähigkeit bewirkt. Hinsichtlich 

der Kopf- und Nackenbeschwerden hätten weder radiologisch noch neurologisch 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

strukturelle/organische Unfallfolgen objektiviert werden können. Im Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung sei der Endzustand sowohl in somatischer als auch in psychischer 

Hinsicht erreicht gewesen, da mit einer namhaften Besserung nicht mehr habe 

gerechnet werden können. Die psychische Störung sei ein eigenständiges Leiden, 

weshalb die Adäquanzprüfung nach der Psycho-Praxis zu erfolgen habe. Die 

psychischen bzw. organisch nicht ausgewiesenen Probleme müssten deshalb ausser 

Acht gelassen werden. Da beim Unfall von einem mittelschweren Ereignis im 

Grenzbereich zu den leichten Fällen auszugehen sei, müssten für die Bejahung der 

Adäquanz mindestens vier massgebende Kriterien gehäuft oder einzelne in 

ausgeprägter Weise erfüllt sein. Dies sei vorliegend jedoch weder nach der Psycho-

Praxis noch nach der Schleudertrauma-Praxis erfüllt.

C.d In der Replik vom 16. August 2016 hielt die Beschwerdeführerin unverändert an 

ihren Rechtsbegehren fest (act. G 14). Begründet wurde dies insbesondere damit, dass 

die Einschränkungen durch die Fussproblematik gar nie abgeklärt worden seien, 

obwohl die Diagnose am linken Fuss geeignet sei, die Arbeitsfähigkeit einzuschränken. 

Von einem Endzustand könne nicht ausgegangen werden, da die Beschwerdeführerin 

immer noch an den Unfallfolgen leide und regelmässig zur Physio- und Psychotherapie 

gehe. Im eingereichten Bericht der Klinik für Rheumatologie des KSSG vom 23. März 

2016 erklärten Dr. med. W.___, Dr. med. X.___ und Prof. Dr. med. Y.___, dass die 

chronifizierten Schmerzen wohl im Rahmen einer multimodalen Genese (degenerativ, 

muskuläre Dysbalance, Fibromyalgie, Depression, Frakturen) gesehen werden 

müssten. Empfohlen wurde dringend die Aufnahme einer stationären multimodalen 

Schmerztherapie sowie das Fortführen der Physiotherapien/Massagen und der MTT 

(act. G 14.1). Im Osteodensitometrie-Bericht des KSSG vom 5. April 2016 wurde 

festgestellt, dass densitometrisch zwar eine Osteopenie vorliege, die 

Ermüdungsfrakturen der proximalen Phalanx und Os metatarsale Dig. II Fuss links 

jedoch nicht als osteoporotische Frakturen gewertet werden könnten (act. G 14.2). 

Eingereicht wurden zudem diverse Nachweise über absolvierte Behandlungstermine 

(act. G 14.3-14.22, 14.26).

C.e In der Duplik vom 12. September 2016 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren 

bisherigen Anträgen unverändert fest (act. G 16).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.f  Mit Schreiben vom 21. September 2016 reichte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin weitere Akten zum Beweis ein (act. G 18, G 18.1 - G 18.3). Im 

Bericht der Psychiatrischen Dienste L.___ vom 13. September 2016 diagnostizierten 

Dr. med. Z.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und med. pract. Ba.___, 

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) und eine 

mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1). Der Fokus der Behandlung wurde 

auf psychotherapeutische Interventionen gelegt (act. G 18.3).

C.g Am 23. September 2016 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine 

Honorarnote über Fr. 6'247.80 ein (act. G 20, G 20.1).

C.h Am 7. Dezember 2016 liess die Beschwerdeführerin die Arztberichte der 

Departemente Radiologie und Chirurgie des Spitals K.___ vom 2. und 5. Dezember 

2016 einreichen. Bei der wegen eines Sturzes durchgeführten 

computertomographischen Untersuchung des Schädels und der Halswirbelsäule 

wurde u.a. als Befund eine eher ältere Deckplattenimpressionsfraktur von HWK7 mit 

geringer Höhenminderung ventral ohne Hinweis auf Frakturausläufer in die Hinterfläche 

und ohne Nachweis eines perifokalen Weichteilhämatoms erhoben (act. G 22, G 22.1, 

G 22.2). Im Schreiben vom 24. April 2017 führte Dr. S.___ die kontinuierlichen 

Beschwerden der Beschwerdeführerin und die Folgeereignisse auf die tomographisch 

festgestellte strukturelle Läsion der HWS zurück, welche wohl auf das Unfallereignis 

vom Dezember 2011 zurückzuführen sei (act. G 24).

Erwägungen

1.   

1.1  Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der 

Einspracheentscheid vom 19. Januar 2016 (UV-act. 239).

1.2  In der dem Einspracheentscheid zugrundeliegenden Verfügung vom 27. Mai 2015 

(UV-act. 217) differenzierte die Beschwerdegegnerin zwischen den aufgetretenen 

Fussbeschwerden links und den weiteren Beschwerden. Für die Fussbeschwerden 

lehnte sie Leistungen ab, da kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gegeben sei. Für die weiteren Beschwerden wurde die Leistungseinstellung per 7. Juni 

2015 damit begründet, dass die Adäquanz zum Unfall vom 5. Dezember 2011 zu 

verneinen sei, weshalb einerseits die (bisherigen) Versicherungsleistungen 

(Heilbehandlung und Taggelder) eingestellt würden und andererseits kein Anspruch auf 

weitere Geldleistungen (Invalidenrente, Integritätsentschädigung) bestehe.

1.3  Die Einsprache der Beschwerdeführerin richtete sich einerseits gegen die 

Verweigerung von Versicherungsleistungen hinsichtlich der Fussproblematik, da diese 

entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin sehr wohl eine Folge des Unfalls am 5. 

Dezember 2011 sei, und andererseits gegen die Einstellung von Leistungen hinsichtlich 

der weiteren körperlichen und psychischen Beschwerden, da diese mit dem 

Unfallereignis zusammenhängen würden (UV-act. 219).

1.4  In Abweichung zur Verfügung vom 27. Mai 2015 hiess die Beschwerdegegnerin im 

angefochtenen Einspracheentscheid die Einsprache teilweise gut, indem sie sich bereit 

erklärte, für die Heilbehandlung der fissuralen Stressfraktur im linken Vorfuss ohne 

Anerkennung einer Rechtspflicht aufzukommen, im Übrigen jedoch wies sie die 

Einsprache ab (UV-act. 239-18).

1.5  Zu prüfen ist folglich einerseits hinsichtlich der Fussproblematik, ob dieser 

Gesundheitsschaden unfallkausal ist und wenn ja, ob die Beschwerdeführerin über die 

Heilbehandlung hinaus Anspruch auf weitere Leistungen von der Invalidenversicherung 

wie Taggelder hat, und andererseits, ob die weiteren Beschwerden adäquat kausal 

zum Unfall vom 5. Dezember 2011 sind und wenn ja, ob ein über den 7. Juni 2015 

hinaus andauernder Anspruch auf vorübergehende Leistungen (Heilbehandlung, 

Taggelder) oder, bei gerechtfertigtem Fallabschluss, der Anspruch auf eine Rente und/

oder Integritätsentschädigung besteht.

2.   

2.1  Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über 

die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der 

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, 

und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach 

bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher, nachdem ein Ereignis aus dem 

Jahr 2011 zur Debatte steht, die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen 

Anwendung.

2.2  Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen aus der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der 

Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und 

adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA 

RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich/

Basel/Genf 2012, S. 53 ff.).

2.2.1      Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf 

Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht 

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V181 

E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30). Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen 

im Sinne von nachweisbaren strukturellen Veränderungen spielt indessen die Adäquanz 

als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle. Sie ist bei 

ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 134 V 109 E. 2.1; 

BGE 127 V 102 E. 5b/bb, mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch 

nicht (hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, 

bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein 

Schleudertrauma bzw. keine schleudertraumaähnliche Verletzung und kein Schädel-

Hirntrauma erlitten, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa (sog. 

„Psycho-Praxis“) zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen das Vorliegen 

einer Schleudertraumaverletzung oder eines Schädel-Hirntraumas, muss geprüft 

werden, ob zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörende 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik 

aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung 

ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen 

aufgestellten Grundsätze massgebend. Andernfalls erfolgt die Beurteilung der 

Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 

präzisierten Kriterien (sog. „Schleudertrauma-Praxis“). Die Anwendung der 

Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der 

HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen 

und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis 

zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 

E. 3b).

2.2.2      Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem 

im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 

Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens muss ebenso mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, 

liegt die entsprechende Beweislast nicht bei der versicherten Person, sondern beim 

Unfallversicherer (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. November 2012, 

8C_341/2012, E. 6.2; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 261 

E. 3b). Bevor sich aber die Beweislastfrage stellt, ist der Sachverhalt im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes richtig und vollständig zu klären (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 27. November 2017, 8C_488/2017, E 3.1).

2.3  Nach bundesgerichtlicher Praxis (BGE 134 V 109) ist die Adäquanzprüfung im 

Zeitpunkt des sogenannten Fallabschlusses vorzunehmen. Dem Gesetz lässt sich nicht 

entnehmen, zu welchem Zeitpunkt der Unfallversicherer den Fall abschliessen und die 

Heilbehandlungen und Taggelder einstellen darf. Dieser Zeitpunkt ergibt sich jedoch 

aus Art. 19 Abs. 1 UVG, wonach der Rentenanspruch entsteht, wenn von der 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 

1 Satz 1 UVG; siehe dazu BGE 140 V 132 E. 2.2, 134 V 115 E. 4.2 und 5; Urteile des 

Bundesgerichts vom 28. Januar 2014, 8C_616/2013, E. 3.1.1, vom 2. Mai 2014, 

8C_888/2013, E. 4.1). Nach konstanter Rechtsprechung bedeutet dies, dass der 

Versicherer die Heilbehandlung und das Taggeld nur solange zu gewähren hat, als von 

der Fortsetzung der Heilbehandlung noch eine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustands erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter 

Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs 

auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 134 V 

109 E. 4.1; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juni 2017, 8C_58/2017, E. 4.1 

mit Hinweisen). Ob eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands noch erwartet 

werden kann, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden 

Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt 

beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffs „namhaft“ in Art. 19 Abs. 1 UVG 

verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinn 

von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss (BGE 134 V 115 E. 

4.3). Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung 

der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen - wie etwa einer 

Badekur - zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen einen 

Anspruch auf deren Durchführung (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Mai 2014, 

8C_888/2013, E. 4.1 mit Hinweisen).

2.4 

2.4.1      Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit 

Hinweis).

2.4.2      Eine reine Aktenbeurteilung bzw. ein reines Aktengutachten ist nicht an sich 

beweisuntauglich. Die direkte ärztliche Auseinandersetzung mit der zu begutachtenden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Person rückt dann in den Hintergrund, wenn es im Wesentlichen nur um die 

Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts geht und sich neue 

Untersuchungen erübrigen; in einem solchen Fall kann auch ein reines Aktengutachten 

voll beweiswertig sein (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 2012, 8C_681/2011, E. 

4.1 mit Hinweisen). Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist aber, dass genügend 

Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 370 E. 

5b).

2.4.3      Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten.

3.   

3.1  Am 10. April 2015 wurde von der Radiologie F.___ eine fissurale Stressfraktur in 

der Basis der proximalen Phalanx von Digitus II mit Einstrahlung ins Gelenk ohne 

Stufenbildung mit erheblichen Knochenmarksödemen in der Basis und auch im 

Schaftbereich von Os metatarsale 2, periostaler Reaktion und perifokalem 

Weichteilödem festgestellt (UV-act. 209). Gemäss dem orthopädischen Chirurgen Dr. 

U.___ litt die Beschwerdeführerin unter zermürbenden Schmerzen und einer 

Druckdolenz im Bereich der Metatarsale. Deswegen sei die Analgesie ausgebaut 

worden. Zudem verordnete er das Tragen eines Spezialschuhs. Er rechnete mit einem 

günstigen Spontanverlauf (UV-act. 224, vgl. auch UV-act. 233-20).

3.2  Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die Kausalität der 

fissuralen Stressfraktur im linken Vorfuss zum Unfall vom 5. Dezember 2011 verneint 

und infolgedessen grundsätzlich eine Leistungspflicht abgelehnt hat.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.3  Die Beschwerdeführerin führte die Fussbeschwerden auf die unfallbedingte 

Fehlhaltung und Fehlbelastung des Fusses zurück (vgl. act. G 1, G 14). Die 

Beschwerdegegnerin dagegen sah den Zusammenhang mit dem Unfall vom Dezember 

2011 gestützt auf die Stellungnahmen ihres Kreisarztes Dr. T.___ als nicht gegeben. Im 

Einspracheentscheid erklärte sich die Beschwerdegegner bereit, die diesbezüglichen 

Heilungskosten zu übernehmen, allerdings ohne Anerkennung einer Rechtspflicht (UV-

act. 213, 216, 217, 229, act. G 1.2).

3.4  In den Arztberichten finden sich folgende Einschätzungen zur Kausalität der 

fissuralen Stressfraktur im linken Vorfuss. Dr. S.___ erklärte im Arztbericht vom 24. April 

2015, dass die Ermüdungsfraktur unfallbedingt sei, denn wegen der Fehlbelastung bei 

der Arbeit infolge Fehlhaltung sei es zur Fraktur gekommen (UV-act. 212-2 f.). Im 

Arztbericht vom 18. Februar 2016 führte Dr. S.___ erneut die Ermüdungsfraktur des 

Mittelfussknochens auf das Unfallereignis im Dezember 2011 zurück (act. G 1.8). 

Kreisarzt Dr. T.___ erklärte in der Stellungnahme vom 6. Mai 2015, dass die von der 

Beschwerdegegnerin geklagte Beschwerdesymptomatik nicht in einem kausalen 

Zusammenhang mit dem Unfallereignis von 2011 stehe, sondern es sich um eine 

unfallunabhängige Stressfraktur handle (UV-act. 213). In der ärztlichen Beurteilung vom 

1. September 2015 führte Dr. T.___ aus, dass verschiedene Ärzte von einer 

überlastungsbedingten Ermüdungsfraktur ausgingen. Daraus schloss Dr. T.___, dass 

es sich um ein unfallunabhängiges Ereignis handle (UV-act. 229-4).

3.5  Festzustellen ist, dass unbestrittenermassen von einer überlastungsbedingten 

Ermüdungsfraktur im linken Vorfuss auszugehen ist. Die von der Beschwerdeführerin 

vertretene Ansicht, dass der Unfall vom 5. Dezember 2011 für diese Fraktur kausal sei, 

denn die verkehrsunfallbedingten Beschwerden hätten zu einer Fehlhaltung des 

Körpers (bei der Arbeit) und infolgedessen zu einer Überbelastung des linken Fusses 

geführt, kann nicht gefolgt werden. So gibt es in den Akten weder unfallzeitnahe 

Anhaltspunkte noch Nachweise, dass sich die Körperhaltung der Beschwerdeführerin 

seit dem Verkehrsunfall vom 5. Dezember 2011 (bedingt durch die HWS-Beschwerden) 

derart verändert hat, dass durch unsymmetrische Belastungen sich der ständige 

Knochenaufbau und -abbau verändert hat und infolgedessen die Knochenstrukturen im 

linken Vorfuss solchermassen geschwächt worden sind, dass im Grad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden könnte, der Unfall vom 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5. Dezember 2011 sei ursächlich für den Ermüdungsbruch im linken Vorfuss im 

Frühjahr 2015. Im von der Beschwerdeführerin als Beweis für die Unfallkausalität 

angeführten Arztbericht von Dr. S.___ vom 18. Februar 2016 (act. G 1.8) finden sich 

keine medizinischen Ausführungen, welche die Kausalität belegen würden. So wird im 

Arztbericht lediglich ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin gemäss ihrer Aussage 

wegen den chronischen Rückenschmerzen den linken Fuss bei der Arbeit immer mehr 

belastet habe. Infolgedessen ging der Arzt von der Unfallkausalität aus. Die Aussage 

der Beschwerdeführerin und die Folgerung des Arztes reichen jedoch nicht zum 

Nachweis der Unfallkausalität bezüglich des im Frühjahr 2015 festgestellten 

Ermüdungsbruchs im linken Vorfuss, zumal der Verkehrsunfall bereits mehr als drei 

Jahre zurücklag und die Unfallfolgen insbesondere die oberen Extremitäten (Kopf/Hals) 

betrafen.

3.6  Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Fussbeschwerden bzw. die fissurale 

Stressfraktur im linken Vorfuss nicht kausal zum Verkehrsunfall vom 5. Dezember 2011 

sind und deshalb - soweit vorliegend zu beurteilen - keine Leistungspflicht seitens der 

Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit den Fussbeschwerden bzw. der fissuralen 

Stressfraktur im linken Vorfuss besteht.

4.   

4.1  Nachfolgend ist die Rechtmässigkeit der Einstellung der vorübergehenden 

Leistungen (Heilbehandlung und Taggelder) hinsichtlich der "weiteren 

Beschwerden" (vgl. Erwägung 1) zu prüfen (vgl. Erwägung 2.3).

4.2  Die Beschwerdegegnerin ging vom Erreichen des Endzustandes bzw. von keiner 

weiteren Steigerung der Arbeitsfähigkeit durch weitere Behandlungsmassnahmen mehr 

aus. Sie erwog daraufhin, ausgehend vom Vorliegen des typischen Beschwerdebilds 

eines Schleudertraumas, dass die nicht objektivierbaren Beeinträchtigungen im 

Vergleich zur psychischen Problematik ganz in den Hintergrund getreten bzw. stark 

überlagert worden seien (act. G 1.2-7 ff. E. 4 und 5), weshalb der Fall unter dem 

Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall (Anwendbarkeit der 

Psychopraxis) und nicht nach der Schleudertrauma-Praxis zu beurteilen sei. Deshalb 

berücksichtigte sie in Bezug auf die Prognose einer namhaften Besserung nur jene 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

medizinischen Behandlungen, welche sich auf die Behebung der organisch 

ausgewiesenen Beschwerden beziehen würden. Im Einspracheentscheid vom 19. 

Januar 2016 begründete sie das Erfüllen der Fallabschlussvoraussetzungen denn auch 

damit, dass einerseits die IV-Stelle berufliche Massnahmen abgelehnt habe und 

andererseits die übrigen Heilmassnahmen, die der Behebung der nicht objektivierbaren 

Beeinträchtigungen dienen würden, bei der Beantwortung der Frage des Erreichens 

des Endzustandes unberücksichtigt bleiben müssten. Der Fallabschluss sei zurecht 

erfolgt, da keine relevanten objektivierbaren Unfallfolgen vorlägen und selbst wenn 

noch manualtherapeutische Massnahmen durchgeführt würden, wären diese nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht namhafter Natur und daher unbeachtlich 

(act. G 1.2-9 ff.). Die Beschwerdeführerin geht dagegen nicht von einem medizinischen 

Endzustand per Leistungseinstellungszeitpunkt am 7. Juni 2015 aus, da sie immer 

noch an den Unfallfolgen leide und deswegen in ärztlichen Behandlungen sei (act. G 

14-6). Ob die psychische Erkrankung eine Begleiterscheinung der HWS-Verletzung 

oder eine eigenständige Krankheit sei, sei von der Beschwerdegegnerin bislang noch 

nicht hinreichend abgeklärt worden. Dementsprechend könne auch nicht davon 

ausgegangen werden, dass die somatischen Beschwerden im Hintergrund stünden. 

Die Beschwerdegegnerin hätte folglich nicht die Psycho-Praxis heranziehen dürfen, 

sondern die Schleudertrauma-Praxis anwenden müssen (act. G 1, G

14).

4.3  Zur ersten Voraussetzung, dass allfällige Eingliederungsmassnahmen der 

Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sein müssen (Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG), ist 

festzustellen, dass Eingliederungsmassnahmen von der IV-Stelle (bisher) nicht als 

notwendig erachtet wurden. In der Mitteilung vom 7. November 2014 sicherte die IV-

Stelle der Beschwerdeführerin Beratung und Unterstützung beim Erhalt ihres heutigen 

Arbeitsplatzes zu (UV-act. 187). Am 17. April 2015 teilte die IV-Stelle mit, dass kein 

Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe, da die Abklärungen ergeben hätten, 

dass sie in angepasstem Rahmen wieder ihrer früheren Tätigkeit bei ihrer bisherigen 

Arbeitgeberin nachgehen könne (UV-act. 211).

4.4  Im Weiteren ist zu prüfen, ob von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustands bzw. eine Steigerung oder 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit erreicht werden kann (Art. 19 Abs. 1 Satz 1 

UVG).

4.4.1      In Bezug auf die bisherige Entwicklung der Arbeitsfähigkeit ist festzustellen, 

dass die Beschwerdeführerin rund einen Monat nach dem Unfall ihre Arbeit wieder zu 

50% aufnahm, jedoch hinsichtlich der zumutbaren Tätigkeiten eingeschränkt war (vgl. 

UV-act. 11 f., 35, 42, 47, 56). Ab 8. Oktober 2012 steigerte sie trotz erheblicher 

Schmerzen ihr Pensum auf 60% (UV-act. 77, 82-5, 88 f., 91), ab 21. Mai 2013 auf 70% 

(UV-act. 114) und ab Januar 2014 auf 80%. Effektiv dürfte wegen der tageweisen 

gänzlichen Arbeitsunfähigkeiten die erbrachte Leistung geringer gewesen sein. Am 28. 

April 2014 führte die übermässige Einnahme von Schmerzmitteln zur vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit. Die Ärzte erkannten die interdisziplinäre Behandlungsbedürftigkeit 

der Beschwerdeführerin und installierten sukzessive bis Ende 2014 aufeinander 

abgestimmte Behandlungsmassnahmen bestehend aus Schmerz-, Physio- und 

Psychotherapien. Am 16. Mai 2014 konnte sie die Arbeit wieder zu 50% aufnehmen 

und am 6. Oktober 2014 auf 60% erhöhen. Ab Januar 2015 traten keine 

schmerzbedingten tageweisen Arbeitsunfähigkeiten mehr auf (vgl. UV-act. 205: 

Besprechungsprotokoll vom 17. März 2015).

4.4.2      In der psychiatrischen Beurteilung vom 27. Oktober 2014 (UV-act. 181) stellt 

der Konsiliarpsychiater der Beschwerdegegnerin Dr. P.___ fest, dass der bisherige 

Verlauf nach craniocephalem Beschleunigungstrauma bei dieser Art von Unfällen nicht 

ganz selten zu beobachten sei. Die festgestellten degenerativen Veränderungen der 

HWS und BWS sowie eine vor dem Unfall bestehende prädisponierte Persönlichkeit 

könnten dazu beitragen, dass die auftretenden Beschwerden hartnäckig seien und sich 

auch nur verzögert zurückbilden würden (UV-act. 181-8 f., 181-11). Positiv beurteilte 

der Psychiater, dass sich die Beschwerdeführerin auf ein psychiatrisch-

psychotherapeutisches Behandlungssetting eingelassen habe, denn es drohe 

ansonsten eine Chronifizierung (UV-act. 181-10). Aus den Aussagen kann jedoch nicht 

gefolgert werden, dass aus psychiatrischer Sicht selbst mit dem neuen 

Behandlungssetting (inklusive Psychotherapie) sich der Gesundheitszustand und damit 

auch die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin noch namhaft verbessern würde.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.4.3      Gemäss der Kurzstellungnahme von Kreisarzt Dr. J.___ vom 23. Februar 2015 

ist aus somatischer Sicht nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit einer 

Verbesserung des Gesundheitszustandes zu rechnen. Behandlungsvorschläge nannte 

er keine (UV-act. 201). In der kurzen Stellungnahme vom 6. Mai 2015 beantwortete 

Kreisarzt Dr. T.___ die Frage, ob durch eine weitere Behandlung eine erhebliche 

Verbesserung der Unfallfolgen erwartet werden könne, wie folgt: "keine weitere 

Verbesserung der Unfallfolgen zu erwarten" (vgl. UV-act. 213).

4.4.4      Im Arztbericht der Psychiatrischen Dienste L.___ vom 25. November 2014 

gingen die Klinikärzte Dr. N.___ und Dr. O.___ vom Vorliegen gewichtiger somatischer 

Faktoren aus. Psychische Faktoren seien dagegen nicht ursächlich für die 

Beschwerden, würden aber zu deren Aufrechterhaltung beitragen. In den letzten 

Wochen hätten sich durch das verhaltenstherapeutisch-orientierte 

psychotherapeutische Vorgehen erste Schritte in Richtung einer Zustandsverbesserung 

gezeigt. Hinsichtlich der depressiven Symptome gingen die Ärzte des Psychiatrie-

Zentrums bei Fortsetzung der aktuellen psychotherapeutischen Behandlung im Laufe 

der nächsten sechs Monate zumindest von einer Teilremission aus. Bezüglich der 

Schmerzproblematik stellten sie eine verhaltene Prognose, es sei aber durchaus 

möglich, dass die Beschwerdeführerin im weiteren Behandlungsverlauf Strategien 

erlerne, um mit den Schmerzen besser umgehen zu können. Sie hätten vor, sobald sich 

das Zustandsbild der Beschwerdeführerin stabilisiert habe, das Arbeitspensum 

versuchsweise um weitere 10% zu erhöhen. Eine weitere Steigerung bis hin zu 100% 

könne nicht ausgeschlossen werden, benötige aber mindestens ein bis zwei Jahre (UV-

act. 191, 233-22). Festzuhalten ist, dass die Fachärzte davon ausgehen, dass es 

Chancen gebe, dass mit Therapien der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit 

verbessert werden könne. Aus dem Arztbericht kann jedoch nicht entnommen werden, 

dass es sich dabei um eine zu erwartende namhafte Besserung handelt. Zudem war 

der angegebene Zeitraum von sechs Monaten für die Zustandsverbesserung zum 

Zeitpunkt der leistungsabweisenden Verfügung vom 27. Mai 2015 bereits 

überschritten.

4.4.5      Im Klinikbericht des Schmerzentrums des KSSG vom 4. Dezember 2014 

erklärten die Ärzte, dass eine multimodale Schmerztherapie mit Massagen, 

Physiotherapie, psychotherapeutischer Begleitung und analgetischer Therapie 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

installiert worden sei. Ergänzend dazu wurde ein erneuter Versuch mit einem Stufe III 

Opiat in Betracht gezogen, diesmal jedoch mit ausgebauter Therapie zur Behandlung 

der Nebenwirkungen (UV-act. 197). Zur Frage, ob mit den Behandlungen eine namhafte 

Verbesserung der Arbeitsfähigkeit erreicht werden kann, nimmt der Bericht nicht 

Stellung.

4.4.6      Im Arztbericht vom 18. Februar 2016 führte Dr. S.___ die aktuellen 

Beschwerden - wie auch die Ermüdungsfraktur des Mittelfussknochens - auf das 

Unfallereignis im Dezember 2011 zurück. Da die anderen Ereignisse mit objektiv 

feststellbaren Verletzungen (Juli 2015: Partialruptur des medialen 

Gastrognemiuskopfes, November 2015: Kontusion der rechten Schulter) folgenlos 

abgeheilt waren, ging der Arzt nicht von einer krankhaften Chronifizierung der 

Unfallfolgen aus (act. G 1.8). Aus dieser Aussage lässt sich jedoch nicht schliessen, 

dass Dr. S.___ mit einer namhaften Verbesserung des Gesundheitszustandes der 

Beschwerdeführerin rechnete.

4.5  Anzumerken ist, dass die Ereignisse und deren Folgen, welche nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Verkehrsunfall vom 5. Dezember 2011 

zurückzuführen sind, bei der Einschätzung, ob noch von einer namhaften Verbesserung 

des Gesundheitszustandes ausgegangen werden kann, ausser Betracht bleiben 

müssen. Dies betrifft insbesondere - wie zuvor in Erwägung 3 dargelegt - die 

Stressfraktur im linken Fuss im April 2015 sowie die Deckplattenimpressionsfraktur von 

HWK7. Letztgenannte Verletzung, welche anlässlich einer CT-Untersuchung des 

Schädels und der HWS am 2. Dezember 2016 im Spital K.___ festgestellt worden war, 

wurde von den Ärzten Dr. med. Bb.___ und Dr. med. Bc.___ als "eher ältere 

Deckplattenimpressionsfraktur von HWK7" eingestuft (vgl. act. G 22.1, G 22.2). Da die 

Deckplattenimpressionsfraktur jedoch weder im Röntgen vom Unfalltag noch im MRI 

vom 26. Februar 2013 erkannt wurde, kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

davon ausgegangen werden, dass diese Verletzung kausal zum Unfallereignis vom 5. 

Dezember 2011 ist.

4.6  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Endzustand hinsichtlich der 

gesundheitlichen Folgen des Verkehrsunfalls vom 5. Dezember 2011 zum 

Leistungseinstellungszeitpunkt per 7. Juni 2015 erreicht war.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.   

Nachfolgend ist zu prüfen, ob der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den 

behandlungsbedürftigen Leiden und dem Unfall vom 5. Dezember 2011 gegeben ist.

5.1 

5.1.1      Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist gemäss 

Rechtsprechung im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende 

Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies 

trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten 

ernsthaft ins Gewicht fällt. Bei der Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis 

anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – zwischen 

banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen andererseits und 

schliesslich dem dazwischenliegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während 

der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres 

bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der 

Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens 

allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, die 

unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte 

Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Je nachdem, wo 

im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist, und abhängig davon, ob einzelne dieser 

Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des 

adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen dafür mehrere Kriterien 

herangezogen werden (BGE 134 V 109 E. 10.1).

5.1.2      Zur Einstufung des Unfallereignisses nach dessen Schwere liefert das 

unfallanalytische Kurzgutachten der AXA Winterthur vom 6. Juni 2012 (UV-act. 53) 

Erkenntnisse zu den Geschwindigkeiten bzw. Geschwindigkeitsdifferenzen beim Unfall. 

Gestützt auf das Kurzgutachten ging die Beschwerdegegnerin von einem 

mittelschweren Ereignis an der Grenze zu den leichten Fällen aus (vgl. G 6-7). Diese 

Einschätzung der Unfallschwere kann insbesondere in Anbetracht der gutachterlich 

nicht umfassend ermittelten Geschwindigkeiten bzw. Geschwindigkeitsdifferenzen bei 

der zweifachen Kollision (Auffahrkollision und anschliessender Aufprall in das vordere 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fahrzeug) nicht nachvollzogen und daher auch nicht gefolgt werden. Angemessen 

erscheint von einem mittelschweren Ereignis im mittleren Bereich auszugehen. Folglich 

sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, die unmittelbar mit dem Unfall im 

Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in 

eine Gesamtwürdigung einzubeziehen.

5.2 

5.2.1      Während die Beschwerdeführerin von der Anwendbarkeit der 

Schleudertrauma-Praxis und infolgedessen von der Berücksichtigung der psychischen 

Leiden ausgeht, erachtet die Beschwerdegegnerin die Psychopraxis für anwendbar, da 

die psychische Störung (chronische Schmerzstörung mit mittelgradiger depressiver 

Episode) nicht ein Teil der schleudertraumaspezifischen Beschwerden sei, sondern ein 

eigenständiges Leiden darstelle mit der Folge, dass die psychischen bzw. organisch 

nicht ausgewiesenen Probleme ausser Acht zu bleiben hätten (vgl. G 6-6).

5.2.2      Vorliegend kann die Frage, ob die psychischen Beschwerden ausser Acht zu 

lassen (Anwendung der Psycho-Praxis) oder mit zu berücksichtigen sind (Anwendung 

der Schleudertrauma-Praxis) unbeantwortet bleiben, denn wie nachfolgend dargelegt 

sind die gemäss der Rechtsprechung erforderlichen Kriterien zur Bejahung der 

Adäquanz selbst bei Berücksichtigung der psychischen Beschwerden 

(Schleudertrauma-Praxis) vorliegend nicht erfüllt.

5.3  Die in die Adäquanzbeurteilung einzubeziehenden Kriterien lauten: besonders 

dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die 

Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; fortgesetzt spezifische, 

belastende ärztliche Behandlung; erhebliche Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, 

welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und 

erhebliche Komplikationen; erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener 

Anstrengungen (BGE 134 V 109 E. 10.3).

5.3.1      Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen 

Eindrücklichkeit des Unfalls ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des 

subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (Urteil des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07, E. 6.1). Zu beachten ist, dass jedem 

mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit 

noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 20. November 2008, 8C_39/2008, E. 5.2). Aus den Akten ergeben 

sich keine Umstände, die den Unfall unter objektiven Gesichtspunkten als besonders 

dramatisch oder besonders eindrücklich erscheinen lassen würden (vgl. dazu auch 

Urteil des Bundesgerichts vom 6. November 2012, 8C_398/2012, E. 6.1.1). Dieses 

Kriterium ist damit nicht erfüllt.

5.3.2      Bezüglich des Kriteriums der Schwere oder besonderen Art der erlittenen 

Verletzungen ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin insbesondere eine HWS-

Distorsion Grad II sowie ein Thoracalsyndrom erlitt (vgl. UV-act. 8). Rund zwei Monate 

nach dem Unfall wurden in der Rehaklinik Bellikon im Rahmen des HWS-Assessment 

erhoben dauerhafte rechtsbetonte Zephalgien, rechtsbetonte Dauerschmerzen des 

Nackens sowie vorbestehende Belastungsschmerzen Schulter links, welche seit dem 

Unfall verstärkt seien (vgl. UV-act. 31, 38). Bereits einen Monat nach dem Unfall konnte 

die Beschwerdeführerin ihre angestammte Tätigkeit wieder zu 50% aufnehmen und 

danach sukzessive steigern (vgl. UV-act. 11, 114, 139). Die in den folgenden Jahren 

aufgetretenen Leiden wie die Wirbelsäulenbeschwerden verursacht durch die 

unfallunabhängigen vorbestehenden Verschleisserscheinungen der 

Bandscheibensegmente C2-C6 (vgl. UV-act. 229; vgl. dazu auch act. G 14.1) und die 

Deckplattenimpressionsfraktur von HWK7 (vgl. UV-act. G 22.1, G 22.2 sowie die Bein-/

Fussproblematik (vgl. Erwägung 3) stehen nicht im Zusammenhang mit dem 

Verkehrsunfall im Jahr 2011 und müssen daher unberücksichtigt bleiben. Die 

psychischen Leiden sind höchstens teilweise auf den Verkehrsunfall zurückzuführen 

(vgl. UV-act. 141, 144: Intoxikation durch einen Überkonsum an Schmerzmittel, 

fraglicher Suizidversuch). Insgesamt ist festzustellen, dass die dem Verkehrsunfall im 

Jahr 2011 zurechenbaren Leiden, weder eine besondere Schwere ausweisen, noch von 

besonderer Art sind, weshalb das Kriterium nicht erfüllt ist.

5.3.3      Bezüglich des Kriteriums einer fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen 

Behandlung ist festzustellen, dass die aufgrund der Verkehrsunfallfolgen verordneten 

Physiotherapien nicht für die Bejahung des Kriteriums ausreichen (vgl. RUMO-JUNGO/

HOLZER, a.a.O., S. 75). Selbst bei Berücksichtigung der weiteren Behandlungen wie 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

die Schmerztherapien wird das Kriterium nicht erfüllt, sind doch diese Behandlungen 

vorliegend nicht als belastend einzustufen.

5.3.4      Zum Kriterium der erheblichen Beschwerden ist festzustellen, dass die 

Beschwerdeführerin seit dem Unfall stets geltend machte, dass sie Schmerzen habe. 

Dass die Beschwerdeführerin unter Schmerzen leidet ist unbestritten. Das Kriterium der 

erheblichen Beschwerden ist daher zu bejahen, aber nicht im ausgeprägten Sinne.

5.3.5      Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert, ist weder geltend gemacht noch geht dies aus den Akten hervor, 

weshalb dieses Kriterium verneint werden muss.

5.3.6      Das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen 

Komplikationen ist zu verneinen, verbesserten sich doch der Gesundheitszustand und 

die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin - bis auf den Rückschlag durch das 

Intoxikationsereignis - stets.

5.4  Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener 

Anstrengungen ist vorliegend ebenfalls nicht gegeben, arbeitete doch die 

Beschwerdeführerin an ihrem angestammten Arbeitsplatz seit längerem wieder in 

einem grösseren Pensum. Die zum Verfügungszeitpunkt bzw. beim Erlass des 

Einspracheentscheids noch bestehende Arbeitsunfähigkeit kann höchstens in einem 

geringen Mass auf den Unfall im Jahr 2011 zurückgeführt werden, denn wie bereits bei 

den anderen Kriterien dargelegt, traten in den Jahren nach dem Unfall neue Leiden 

(Bein-/Fussbeschwerde, degenerative Veränderungen an der Wirbelsäule, 

Schmerzmittelüberkonsum) auf, welche nicht im erforderlichen Grad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf den Unfall im Jahr 2011 zurückgeführt werden 

können.

5.5  Aus dem Gesagten ergibt sich, dass lediglich eines der obgenannten 

Adäquanzkriterien zu bejahen ist, weshalb vorliegend ein adäquater 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 5. Dezember 2011 und den geklagten 

gesundheitlichen Leiden zu verneinen ist.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/28

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.6  Bei dieser Ausgangslage kann auf ergänzende medizinische Abklärungen - wie das 

von der Beschwerdeführerin geforderte Gutachten - verzichtet werden, da keine 

relevanten Erkenntnisse für die Entscheidungsfindung erwartet werden können.

5.7  Aufgrund des fehlenden adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen den zum 

Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 7. Juni 2015 bestehenden Leiden und dem 

Unfall vom 5. Dezember 2011 ist auch die Abweisung weiterer Geldleistungen in Form 

einer Invalidenrente und einer Integritätsentschädigung nicht zu beanstanden.

6.   

6.1  Nach dem Gesagten ist der Einspracheentscheid vom 19. Januar 2016 nicht zu 

beanstanden und die Beschwerde vom 19. Februar 2016 vollumfänglich abzuweisen.

6.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

6.3  Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 11.07.2018
	Art. 10, Art. 19 Abs. 1 UVG. Einstellung der Heilbehandlungsleistungen. Der (definitive) Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Rückweisung der Streitsache an die Vorinstanz zu ergänzenden Abklärungen (Einholung eines polydisziplinären Gutachtens) (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Juli 2018, UV 2016/10).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T06:00:36+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen