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**Case Identifier:** 8d8f9d0f-ac86-5ba3-8f0c-8a11ea305692
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-01
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 01.07.2020 C3 20 69
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_C3-20-69_2020-07-01.pdf

## Full Text

C3 20 69 

 

 

ENTSCHEID VOM 1. JULI 2020 

 

Kantonsgericht Wallis 

Zivilkammer 

 

Dr. Lionel Seeberger, Einzelrichter; Flurina Steiner, Gerichtsschreiberin 

 

in Sachen 

 

X _________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt M _________, 

 

gegen 

 

Y _________, Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt N _________, 

 

(Vertretungsbefugnis; Art. 12 BGFA) 

 

Beschwerde gegen die Verfügung des Bezirksgerichts A _________ 

vom 30. April 2020 (Z3 20 x)  

- 2 - 

Verfahren 

 

A.  Aufgrund einer Gefährdungsmeldung der Schule eröffnete die KESB B _________ 

betreffend C _________ – vierter und noch minderjähriger Sohn von X _________ und 

Y _________ – ein Kindesschutzverfahren, worin sie diverse Schutzmassnahmen, u.a. 

eine Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 ZGB anordnete. Dabei amtete 

D _________ als juristischer Schreiber der KESB. Das Verfahren ist noch immer hängig. 

B.  X _________, vertreten durch Rechtsanwalt M _________, ersuchte das Bezirksge-

richt A _________ am 16. März 2018 um Erlass von Eheschutzmassnahmen gegenüber 

Y _________. Im Rahmen dieses Verfahrens (Z2 18 xx) trafen die Ehegatten am 

16. August 2018 einen gerichtlichen Vergleich, wonach der Sohn C _________ unter die 

Obhut der Kindsmutter gestellt wird. Die Ehegatten einigten sich zudem über das Be-

suchsrecht, die Unterhaltsbeiträge für Kind und Mutter, die Aufhebung des gemeinsa-

men Haushalts sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

C.  Am 15. November 2019 stellte X _________ beim Bezirksgericht A _________ ein 

Gesuch betreffend Abänderung der Eheschutzmassnahmen gegen Y _________, wobei 

sie sich wiederum durch den selben Rechtsanwalt vertreten liess. Die Kindsmutter be-

antragte höhere Unterhaltsbeiträge aufgrund veränderter Wohn- und Schulsituation für 

sich und den Sohn C _________. Der Kindsvater verlangte in diesem Zusammenhang 

am 17. Februar 2020 seinerseits die Obhut über C _________, wobei er für dessen Kos-

ten alleine aufkommen wollte und den Unterhalt an die Ehegattin ablehnte.  

Anlässlich der Eheschutzverhandlung vom 18. Februar 2020 hinterlegte Rechtsanwältin 

E _________, Bürokollegin von Rechtsanwalt M _________, ein Schreiben der KESB 

B _________ vom 30. Januar 2020, welches unter anderem vom juristischen Schreiber 

D _________ unterzeichnet war (S. 178, Z2 19 xx). Das Bezirksgericht liess die KESB-

Akten nach dieser Verhandlung edieren (S. 176, 192, Z2 19 xx). 

D.  Der Beschwerdegegner ersuchte das Bezirksgericht am 10. März 2020, Rechtsan-

walt M _________ bei der Aufsichtskommission der Walliser Anwälte anzuzeigen 

(S. 197 ff., Z2 19 xx). Er begründete, nach Einsicht in die KESB-Akten amte Rechtsan-

walt D _________, Mitglied in der Kanzleigemeinschaft F _________, als juristischer Be-

rater der KESB und zugleich vertrete Rechtsanwalt M _________ die Kindsmutter 

X _________ vor Zivilgericht und Staatsanwaltschaft. Rechtsanwalt M _________ nahm 

dazu am 25. März 2020 Stellung, wies die Vorwürfe von sich und lehnte die Mandats-

niederlegung ab (S. 210 ff., Z2 19 92). 

- 3 - 

E.  Das Bezirksgericht verwies den Beschwerdegegner bzw. dessen Rechtsanwalt am 

13. März 2020 an die Aufsichtskammer über die Walliser Rechtsanwälte, soweit er der 

Auffassung sei, Rechtsanwalt M _________ müsse diszipliniert werden (S. 209). Es er-

liess am 30. April 2020 folgende Verfügung (S. 214 ff., Z2 19 xx; Z3 20 x): 

1. Rechtsanwalt M _________ wird aufgefordert, sein Mandat als Prozessvertreter von X _________ un-

verzüglich niederzulegen. 

2. X _________ hat bis zum 15. Mai 2020 einen neuen Rechtsvertreter oder eine neue Rechtsvertreterin 

zu bezeichnen, ansonsten davon ausgegangen wird, sie lasse sich nicht anwaltlich vertreten. 

3. Über die Kosten vorliegender Verfügung wird mit dem Endentscheid befunden. 

F.  Dagegen reichte X _________ (Beschwerdeführerin) am 11. Mai 2020 eine Be-

schwerde beim Kantonsgericht Wallis mit folgenden Begehren ein: 

1. Der vorliegenden Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. 

2. Die Beschwerde sei gutzuheissen und die angefochtene Verfügung des Bezirksgerichts A _________ 

sei ersatzlos aufzuheben. 

3. Sämtliche Kosten dieses Verfahrens und des Entscheids gehen zulasten von Y _________. 

4. Y _________ bezahlt X _________ eine angemessene Parteientschädigung. 

G.  Das Bezirksgericht hinterlegte am 14. Mai 2020 die Akten und verzichtete auf eine 

Stellungnahme. Y _________ (Beschwerdegegner) reichte am 25. Mai 2020 eine Be-

schwerdeantwort ein, woraufhin die Beschwerdeführerin von sich aus am 2. Juni 2020 

replizierte. 

 

Erwägungen 

1. 

1.1  Das Kantonsgericht beurteilt als Rechtsmittelinstanz Berufungen und Beschwerden, 

die im neunten Titel des zweiten Teils der ZPO vorgesehen sind (Art. 5 Abs. 1 lit. b des 

Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 11. Februar 2009 

[EGZPO; SGS/VS 270.1]). Gemäss Art. 319 lit. a ZPO sind nicht berufungsfähige erst-

instanzliche End- und Zwischenentscheide mit Beschwerde anfechtbar. Nicht berufungs-

fähig sind dabei in vermögensrechtlichen Angelegenheiten getroffene Entscheide, wenn 

der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Begehren weniger als Fr. 10‘000.-- beträgt 

(Art. 308 Abs. 2 ZPO). Überdies sind andere erstinstanzliche Entscheide und prozess-

leitende Verfügungen in den vom Gesetz bestimmten Fällen (Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO) 

oder wenn durch sie ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht (Art. 319 lit. 

- 4 - 

b Ziff. 2 ZPO) sowie in Fällen von Rechtsverzögerung bzw.  -verweigerung (Art. 319 lit. 

c ZPO) mit Beschwerde anfechtbar.  

1.2  Beim angefochtenen Entscheid vom 30. April 2020 handelt es sich um eine prozess-

leitende Verfügung, mit welcher das Bezirksgericht den Rechtsvertreter der Beschwer-

deführerin aufforderte, sein Mandat niederzulegen (vgl. Bundesgerichtsurteile 

5A_48/2014 vom 27. Mai 2014, 4D_58/2014 vom 17. Oktober 2014). Die prozesslei-

tende Verfügung ist nur dann mit Beschwerde anfechtbar, wenn durch sie ein nicht leicht 

wiedergutzumachender Nachteil droht (Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO). 

1.2.1  Der «nicht leicht wiedergutzumachende Nachteil» im Sinne von Art. 319 lit. b Ziff. 2 

ZPO ist umfassender und damit nicht deckungsgleich mit Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG (vgl. 

Bundesgerichtsurteile 5A_48/2014 vom 27. Mai 2014 E. 4.4, 5A_150/2014 vom 6. Mai 

2014 E. 3.2; Bohnet/Droese, Präjudizienbuch ZPO, 1. A., 2018, N. 7 zu Art. 319 ZPO). 

Bewirkt ein Entscheid einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil gemäss Art. 93 Abs. 

1 lit. a BGG, liegt indes immer ein solcher nach Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO vor (BGE 137 

III 380 E. 2.2). 

Von einem drohenden – und damit im Zeitpunkt der Prüfung der Eintretensfrage allen-

falls hypothetischen – Nachteil ist auszugehen, wenn dieser selbst mit einem für den 

Beschwerdeführer günstigen Endentscheid in der Hauptsache nicht leicht wiedergutge-

macht werden kann (vgl. BGE 141 III 395 E. 2.5; Bundesgerichtsurteil 5A_638/2016 vom 

2. Dezember 2016 E. 2.5.3). Dies ist in der Regel bei einem Nachteil rechtlicher Natur 

der Fall. Nach gewissen Lehrmeinungen genügt ausnahmsweise ein drohender Nachteil 

tatsächlicher Natur (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 

[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A., 2016, N. 15 zu Art. 

319 ZPO; Staehelin/Bachofner, in: Staehelin/Staehelin/Grolimund [Hrsg.], Zivilprozess-

recht, 3. A., 2019, § 26 N. 31a; Hoffmann-Nowotny, in: Kunz/Hoffmann-Nowotny/Stauber 

[Hrsg.], ZPO-Rechtsmittel Berufung und Beschwerde, 2013, N. 27 zu Art. 319 ZPO mit 

Hinweisen; a.A. indes Spühler, Basler Kommentar, 3. A., 2017, N. 7 zu Art. 319 ZPO; 

Sterchi, Berner Kommentar, 2012, N. 12 zu Art. 319 ZPO), insbesondere wenn die Lage 

der betroffenen Partei durch den angefochtenen Entscheid erheblich erschwert wird 

(Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., N. 14 zu Art. 319 ZPO). Der Begriff des nicht leicht wie-

dergutzumachenden Nachteils ist jedenfalls restriktiv auszulegen und die Schwelle muss 

prinzipiell hoch sein (Sterchi, a.a.O., N. 9 zu Art. 319 ZPO), so dass in diesem Bereich 

die Unzulässigkeit der Beschwerde die Regel und die Zulässigkeit die Ausnahme bleibt 

(Donzallaz, La notion de «préjudice difficilement réparable» dans le CPC, in: Il Codice di 

diritto processuale civile svizzero, Lugano 2011, S. 191). Bei Vorladungen (Art. 133/134 

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ZPO), Terminverschiebungen (Art. 135 ZPO), Fristansetzungen und -erstreckungen (Art. 

144 ZPO) oder Beweisanordnungen (Art. 231 ZPO) kommt ein nicht leicht wiedergutzu-

machender Nachteil kaum je in Betracht (vgl. ZWR 2012 S. 139 ff.; Sterchi, a.a.O., N. 14 

zu Art. 319 ZPO; Blickenstorfer, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Kommentar 

Schweizerische    Zivilprozessordnung, 2. A., 2016, N. 41 zu Art. 319 ZPO). 

1.2.2  Die Beschwerdeführerin begründet, sie erleide einen nicht leicht wiedergutzuma-

chenden Nachteil, wenn sie nun einen anderen Rechtsanwalt beiziehen müsse. Ihr An-

walt vertrete sie bereits seit über zwei Jahren, namentlich im früheren Verfahren um 

Erlass von Eheschutzmassnahmen sowie in einem Strafverfahren, und sie habe ein Ver-

trauensverhältnis zu ihm aufgebaut. Sodann würde ein Anwaltswechsel für sie auch eine 

starke finanzielle Belastung darstellen. Wenn einem Rechtsanwalt die Vertretung einer 

Partei wegen eines Interessenkonflikts untersagt werde, stelle dies ein nicht wiedergut-

zumachender Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG dar, womit auch der nicht 

leicht wiedergutzumachende Nachteil gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO vorliege, welcher 

weniger weit gehe. 

1.2.3  Verzögerungen und höhere Verfahrenskosten vermögen in der Regel keinen nicht 

wiedergutzumachenden Nachteil zu begründen. Die Mandantin erleidet hingegen einen 

persönlichen nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil, wenn sie sich nicht mehr 

durch den Anwalt ihrer Wahl und ihres Vertrauens vertreten lassen darf. Ein anderer 

Anwalt kann zwar die Rechtsberatung ersetzen, aber nicht die bestehende Vertrauens-

basis zwischen Anwalt und Mandantin (vgl. BGE 138 II 162 E. 2; Bundesgerichtsurteile 

5A_51/2019 vom 7. Oktober 2019 E. 3.4.1, 1B_41/2007 vom 7. Mai 2007 E. 1.2). Im 

Endurteil kann ein zu Unrecht ausgesprochenes Vertretungsverbot denn auch nicht 

mehr korrigiert werden. Der Rechtsanwalt könnte die Mandatsniederlegung auch im ei-

genen Namen anfechten (vgl. Bundesgerichtsurteil 4D_58/2014 vom 17. Oktober 2014 

E. 1.3, welches gar einen Nachteil gemäss Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bejahte; Bohnet, 

Conflits d'intérêts de l'avocat et qualité pour recourir du client et de son adversaire: der-

niers développements, SJZ 2014 S. 234 ff., 237), was hier nicht geschehen ist. Mithin 

verursacht die Verfügung des Bezirksgerichts vom 30. April 2020 der Beschwerdeführe-

rin einen nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO, 

womit die Beschwerde zulässig ist. 

1.3  Die Spruchkompetenz liegt bei einem Einzelrichter, wenn erstinstanzlich das verein-

fachte oder summarische Verfahren anwendbar war (Art. 5 Abs. 2 lit. c EGZPO i.V.m. 

Art. 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Rechtspflege vom 11. Februar 2009 [SGS/VS 

173.1; RPflG] und Art. 20 Abs. 1 Organisationsreglement der Walliser Gerichte vom 21. 

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Dezember 2010 [SGS/VS 173.100; ORG]). Vorliegend ist der Einzelrichter zuständig, 

über die in einem summarischen Verfahren ergangene Verfügung zu entscheiden. 

1.4  Die Beschwerdeführerin hat die angefochtene Verfügung am 1. Mai 2020 in Emp-

fang genommen und dagegen innert offener Rechtsmittelfrist am 11. Mai 2020 eine Be-

schwerde eingereicht (Art. 321 Abs. 2, Art. 142 Abs. 1 i.V.m. Art. 143 Abs. 1 ZPO). 

1.5  Die Beschwerde ist gemäss Art. 321 Abs. 1 ZPO schriftlich und begründet einzu-

reichen, d.h. die Beschwerdeführer haben sich mit der Begründung des angefochtenen 

Entscheids auseinanderzusetzen und konkret darzulegen, aus welchen Gründen der an-

gefochtene Entscheid falsch ist und abgeändert werden soll. Die Rügen müssen sub-

stanziiert und bezogen auf den angefochtenen Entscheid erfolgen; rein appellatorische 

Vorbringen oder pauschale Verweise auf die Vorakten genügen diesen Anforderungen 

nicht (ZWR 2014 S. 238 f.; Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., N. 15 zu Art. 321 ZPO).  

1.6  Mit der Beschwerde kann die unrichtige Rechtsanwendung sowie die offensichtlich 

unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO), wo-

bei die Beschwerdeinstanz die Rüge der unrichtigen Rechtsanwendung mit freier Kog-

nition prüft, die Beschwerde hinsichtlich der Sachverhaltsfeststellung hingegen einer be-

schränkten Kognition unterliegt (Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., N. 4 f. zu Art. 320 ZPO). 

1.7  Im Beschwerdeverfahren sind neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und 

neue Beweismittel von Gesetzes wegen, besondere gesetzliche Bestimmungen vorbe-

halten, ausdrücklich ausgeschlossen (Art. 326 ZPO). Noven müssen in der               Be-

schwerde zumindest so weit vorgebracht werden können, als dass erst der angefochtene 

Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gab (BGE 139 III 466 E. 3.4;          Freiburghaus/Af-

heldt, a.a.O., N. 3 ff. zu Art. 326 ZPO). 

1.8  Mithin ist auf die frist- und formgerecht erfolgte Beschwerde einzutreten. 

  

- 7 - 

2.   

2.1  Das Bezirksgericht forderte Rechtsanwalt M _________ mit der Verfügung vom 

30. April 2020 auf, unverzüglich das Mandat als Prozessvertreter von X _________ nie-

derzulegen. Es erwog, Rechtsanwalt D _________ sei als juristischer Schreiber im Kin-

desschutzverfahren betreffend C _________ rechtlich und tatsächlich an die Kindes- 

und Erwachsenenschutzbehörde gebunden (Art. 13 Abs. 1, Art. 14 Abs. 4 und Art. 112 

Abs. 5 EGZGB) und stünde in einem Interessenkonflikt (Art. 12 lit. c BGFA), wenn er 

zugleich die Mutter X _________ im Eheschutzverfahren vertreten würde. Er habe als 

juristischer Schreiber der KESB wesentliche Informationen erhalten und sei an Entschei-

den der KESB beteiligt gewesen (punktuelle Beschränkung der elterlichen Sorge), wes-

halb er die Kindsmutter nicht im Eheschutzverfahren, in dem es um die Obhut und den 

Unterhalt gehe, vertreten könnte. Das Verbot von Interessenkollisionen gelte für alle An-

wälte in einer Kanzlei- oder Anwaltsgemeinschaft, weshalb Rechtsanwalt M _________ 

unverzüglich das Mandat niederzulegen habe. 

2.2  An den vorinstanzlichen Sachverhalt ist die Beschwerdeinstanz vorbehältlich der 

offensichtlich unrichtigen Feststellungen gebunden (Art. 320 lit. b ZPO). Die Beschwer-

deführerin rügt, das Bezirksgericht habe den Sachverhalt offensichtlich unrichtig festge-

stellt. Sie macht in diesem Zusammenhang auch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

geltend. Sie habe gegenüber der Vorinstanz dargelegt, wie die Rechtsvertretung der 

Beschwerdeführerin in den Besitz des KESB-Schreibens vom 30. Januar 2020 an den 

Beschwerdegegner gekommen sei. Die Beschwerdeführerin habe dieses persönlich er-

halten und es vor der Eheschutzverhandlung vom 18. Februar 2020 Rechtsanwältin 

E _________ ausgehändigt, welche es bei Gericht hinterlegt und die Edition der KESB-

Akten verlangt habe. Dies lasse sich durch Beizug der Akten der KESB leicht beweisen. 

Es sei zu keinem Informationsfluss zwischen der KESB B _________ und der Kanzlei 

F _________ gekommen. Die Gegenseite werfe Rechtsanwalt D _________ eine Ver-

letzung des Amtsgeheimnisses vor, für welche keinerlei Anhaltspunkte bestehen wür-

den. In diesem Zusammenhang hinterlege die Beschwerdeführerin ein Kuvert, welches 

beweise, dass sie besagten Brief der KESB am 17. Februar 2020 um 15.03 Uhr in 

B _________ am Schalter der Post abgeholt habe. 

Die Vorinstanz äusserte sich nicht über die Herkunft des vorerwähnten Schreibens der 

KESB vom 30. Januar 2020 an den Beschwerdegegner und wie dieser in den Besitz der 

Beschwerdeführerin bzw. deren Rechtsvertretung gekommen ist. Obwohl dies der ver-

meintliche Anlass für die Vorwürfe des Beschwerdegegners vom 10. März 2020 und die 

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darauffolgende gerichtlich verfügte Mandatsniederlegung war, kann diese Frage offen-

gelassen werden. Die Umstände rund um das Schreiben der KESB an den Beschwer-

degegner sowie der behauptete Informationsaustausch zwischen dem juristischen 

Schreiber der KESB und dessen Bürokollegen als Vertreter der Kindsmutter brauchen 

nicht weiter geklärt zu werden, weil andere Gründe für die verfügte Mandatsniederlegung 

ausschlaggebend sind, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen werden. In diesem 

Zusammenhang bleibt auch das hinterlegte Kuvert als neuer Beweis unberücksichtigt. 

2.3  In rechtlicher Hinsicht kritisiert die Beschwerdeführerin, der zitierte Entscheid des 

Kantonsgerichts (C1 14 xxx vom 2. September 2014), worin die KESB darauf hingewie-

sen worden sei, dass ein anderer Schreiber mitwirken müsse, wenn ein Anwalt dersel-

ben Kanzlei eine der Parteien vertrete, sei mit dem vorliegenden Fall nicht vergleichbar. 

Der Rechtsanwalt vertrete hier die Beschwerdeführerin nicht im KESB-Verfahren und 

andererseits würde dort von der KESB verlangt, Vorkehrungen zu treffen und nicht vom 

Parteivertreter, sein Mandat niederzulegen. Der Beschwerdegegner habe nie den Aus-

stand von D _________ verlangt, das Schreiben vom 10. März 2020 sei daher rechts-

missbräuchlich und verspätet. Die Vorinstanz wende das Recht diesbezüglich falsch an. 

Zudem führe dies zu einem stossenden Ergebnis, denn so dürften die regionalen An-

waltsgemeinschaften kaum mehr Mandate annehmen, weil fast nie ausgeschlossen wer-

den könne, dass nicht ein Büropartner mit einem Richter oder Schreibern derart verbun-

den sei, dass dies einen Interessenkonflikt begründen könnte. 

3. 

3.1  Das Bundesgericht hat sich wiederholt damit auseinandergesetzt, ob ein nebenamt-

licher Richter als befangen erscheint und in den Ausstand treten muss, wenn ein anderer 

Anwalt seiner Kanzlei ein Mandat mit einer Prozesspartei unterhält.  

3.2  Für die Beurteilung der Befangenheit eines nebenamtlichen Richters, der hauptbe-

ruflich als Anwalt tätig ist, wird in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die Anwalts-

kanzlei des Richters einheitlich betrachtet. Nach der Rechtsprechung ergibt sich ein An-

schein der Befangenheit auch daraus, dass nicht ein nebenamtlicher Richter selbst, son-

dern ein anderer Anwalt seiner Kanzlei ein Mandat mit einer Prozesspartei unterhält bzw. 

kurz zuvor oder im Sinne eines Dauerverhältnisses mehrmals unterhalten hat. Begrün-

det wird dies damit, dass der Mandant nicht nur von seinem Ansprechpartner innerhalb 

der Anwaltskanzlei, sondern von deren Gesamtheit Solidarität erwarte. Die einheitliche 

Betrachtung entspricht auch dem anwaltlichen Berufsrecht, das im Hinblick auf einen 

Interessenkonflikt alle in einer Kanzleigemeinschaft zusammengefassten Anwälte wie 

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einen Anwalt behandelt (BGE 140 III 221 E. 4.3.1, 139 III 433 E. 2.1.5; Bundesgerichts-

urteil 4A_663/2018 vom 27. Mai 2019 E. 3.5). In der Regel können die Verfahrensbetei-

ligten als Aussenstehende die interne Organisation, die personelle Zusammenarbeit, die 

finanziellen Anreize bzw. die Informationsflüsse innerhalb der Kanzlei nicht durch-

schauen. Angesichts der Tragweite des Anspruchs auf einen unparteiischen und unbe-

fangenen Richter kommt es daher nicht auf die interne personelle oder finanzielle Betei-

ligung des nebenamtlichen Richters bei der Wahrnehmung des betreffenden Mandats 

an (vgl. BGE 139 III 433 E. 2.1.5). 

3.3  Mit der spezifischen Frage, ob ein Rechtsanwalt als juristischer Schreiber der Kin-

des- und Erwachsenenschutzbehörde und sein Büropartner als Parteivertreter auftreten 

kann, hat sich das Kantonsgericht bereits früher befasst (vgl. C1 14 77 vom 2. Septem-

ber 2014 E. 1.4, abrufbar im Internet). Damals wurde zwar kein Ausstand von den Par-

teien geltend gemacht, aber das Kantonsgericht erachtete es als angezeigt, die Aus-

standspflichten in Erinnerung zu rufen. Es führte dazu aus, bei objektiver Betrachtung 

bestehe der Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit, wenn 

der juristische Schreiber der KESB und der Parteivertreter der gleichen Bürogemein-

schaft angehören würden. Die KESB werde eingeladen, den Ausstandsgründen künftig 

Beachtung zu schenken und insbesondere dafür besorgt zu sein, dass ein anderer 

Schreiber bei der KESB mitwirke, wenn ein Rechtsanwalt der Kanzlei eine der Parteien 

vertrete. 

3.4  Im Lichte der vorerwähnten Rechtsprechung (E. 3.2 und 3.3) hält das Kantonsgericht 

an dieser Auffassung fest: Ein Rechtsanwalt erscheint als juristischer Schreiber der 

KESB befangen, wenn ein anderer Anwalt seiner Kanzlei zugleich eine der Prozesspar-

teien in diesem oder einem anderen Verfahren vertritt. Dem können die anderen Parteien 

mit einem Ausstandsbegehren begegnen (Art. 450f ZGB i.V.m. Art. 47 ff. ZPO; Art. 4 

Abs. 1 ZPO i.V.m. analog Art. 35 Abs. 1 lit. a RPflG; vgl. ZWR 2019 S. 235). Das Aus-

standsbegehren ist unverzüglich zu stellen; wer von einem Ablehnungsgrund tatsächlich 

Kenntnis hat oder bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit Kenntnis haben müsste und sich 

dennoch auf das Verfahren einlässt, verwirkt den Anspruch auf spätere Geltendmachung 

(vgl. BGE 143 V 66 E. 4.; Bundesgerichtsurteil 5A_877/2019 vom 25. November 2019 

E. 6).  

Vorliegend vertritt ein anderer Rechtsanwalt der gleichen Kanzlei die Kindsmutter im 

Eheschutzverfahren und nicht im Verfahren vor der KESB selbst, aber die Situation ent-

spricht den vorerwähnten Konstellationen, in welchen das Bundesgericht von einem 

Ausstandsgrund ausgeht. Ein Ausstandsgesuch gegen den juristischen Schreiber der 

- 10 - 

KESB wurde nicht gestellt. Ob ein solches verspätet wäre, braucht nicht geprüft zu wer-

den, weil das Vertretungsverbot für den Parteivertreter zuerst ausgesprochen wurde und 

dies nun hier zu beurteilen ist. 

4. 

4.1  Was für einen nebenamtlichen Richter den Ausstand zur Folge haben kann, hat 

unter Umständen auch für dessen Bürokollegen, welcher eine der Prozessparteien ver-

tritt, Konsequenzen. Stellt ein Gericht einen konkreten Interessenkonflikt fest (Art. 12 lit. 

c BGFA), kann es vom Rechtsanwalt verlangen, das Mandat niederzulegen (Bundesge-

richtsurteil 5A_51/2019 vom 7. Oktober 2019 E. 3.4.1). Für die Durchführung eines Dis-

ziplinarverfahrens ist die Aufsichtskammer über die Anwälte zuständig (Art. 14 ff. BGFA; 

Art. 13 ff. des kantonalen Gesetzes über den Anwaltsberuf zur Vertretung von Parteien 

vor den Gerichtsbehörden vom 6. Februar 2001 [AnwG; SGS/VS 177.1]). 

4.2  Art. 12 lit. c BGFA hält fest, dass Anwälte jeden Konflikt zwischen den Interessen 

ihrer Klientschaft und den Personen zu vermeiden haben, mit denen sie geschäftlich 

oder privat in Beziehung stehen. Die entsprechende Treuepflicht gegenüber dem Klien-

ten ist umfassender Natur und erstreckt sich auf alle Aspekte des Mandatsverhältnisses. 

Aus dieser umfassenden Treue- und Unabhängigkeitspflicht ergibt sich insbesondere 

auch ein Verbot von Doppelvertretungen: Der Anwalt darf nicht in ein und derselben 

Streitsache Parteien mit gegenläufigen Interessen vertreten, weil er sich diesfalls weder 

für den einen noch für den anderen Klienten voll einsetzen könnte. Eine unzulässige 

Doppelvertretung muss nicht das gleiche formelle Verfahren oder mit diesem direkt zu-

sammenhängende Nebenverfahren betreffen. Besteht zwischen zwei Verfahren ein 

Sachzusammenhang, so verstösst der Rechtsanwalt dann gegen Art. 12 lit. c BGFA, 

wenn er in diesen Klienten vertritt, deren Interessen nicht gleichgerichtet sind (BGE 134 

II 108 E. 3).  

Diese Bestimmung steht im Zusammenhang mit der allgemeinen Sorgfaltspflicht ge-

mäss Art. 12 lit. a BGFA sowie mit Art. 12 lit. b BGFA, welche den Anwälten vorschreibt, 

ihren Beruf unabhängig auszuüben (BGE 134 II 108 E. 3; Bundegerichtsurteile 

2C_933/2018 vom 25. März 2019 E. 5.2, 2C_407/2008 vom 23. Oktober 2008 E. 3.2). 

Die bloss theoretische oder abstrakte Möglichkeit gegensätzlicher Interessenlagen reicht 

mit Blick auf Art. 12 lit. c BGFA nicht aus, um auf eine unzulässige Vertretung zu schlies-

sen; verlangt wird vielmehr ein sich aus den gesamten Umständen ergebendes konkre-

tes Risiko eines Interessenkonflikts. Es ist jedoch nicht erforderlich, dass sich das aus 

dem Interessengegensatz ergebende Risiko realisiert und der Rechtsanwalt sein Man-

- 11 - 

dat schlecht oder zum Nachteil des Klienten ausgeführt hat (BGE 135 II 145 E. 9.1; Bun-

desgerichtsurteile 2C_837/2019 vom 29. Januar 2020 E. 5.3, 1B_59/2018 vom 31. Mai 

2018 E. 2.4, 2C_814/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1; je mit Hinweisen). Beispiels-

weise reicht es, wenn auch nur die Möglichkeit besteht, dass dem Berufsgeheimnis un-

terliegende Kenntnisse aus dem ehemaligen Mandatsverhältnis bewusst oder unbe-

wusst verwendet werden könnten (Bundesgerichtsurteil 1B_59/2018 vom 31. Mai 2018 

E. 2.4). 

4.3  Vorliegend wirkte der Bürokollege des Rechtsanwalts der Beschwerdeführerin als 

juristischer Schreiber im Kindesschutzverfahren mit und erhielt dadurch wesentliche In-

formationen betreffend das Kind und dessen Eltern. Er hat zudem Entscheide der KESB, 

namentlich auch über die punktuelle Einschränkung der elterlichen Sorge, mitgetragen 

(Art. 14 Abs. 3 und 15 Abs. 5 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilge-

setzbuch vom 24. März 1998 [EGZGB; SGS/VS 211.1]). Der juristische Schreiber der 

KESB könnte nicht zugleich noch einen der beiden Elternteile in diesem oder einem an-

deren Verfahren vertreten, erst Recht nicht bei einem Sachzusammenhang wie im Ehe-

schutzverfahren, wo ebenfalls Obhut, Besuchsrecht und Unterhalt des Kindes zu regeln 

sind. Dies würde eine unzulässige Doppelvertretung darstellen, weil er in einen Loyali-

tätskonflikt zwischen dem, was sich ein Elternteil wünscht und was das Beste für das 

Wohl des Kindes ist, kommen könnte. Zudem bestünde die Gefahr, dass er (ungewollt) 

vertrauliche Informationen, welche er als juristischer Berater der KESB erworben hat, in 

einem anderen Verfahren für oder gegen eine der Parteien verwenden könnte. Wenn 

nun aber die Anwälte in der Kanzleigemeinschaft wie ein Anwalt zu behandeln sind (vgl. 

BGE 139 III 433 E. 2.1.5 mit Hinweisen), betrifft dieser Konflikt auch alle Anwälte seiner 

Kanzleigemeinschaft. Es besteht ein konkretes Risiko eines Interessenkonflikts, das sich 

nicht realisieren haben muss.  

4.4  Insofern der Rechtsvertreter rügt, es sei an der KESB, die entsprechenden Vorkeh-

rungen zu treffen und nicht am Parteivertreter, sein Mandat niederzulegen, kann ihm 

nicht gefolgt werden. Jeder Anwalt ist von sich aus verpflichtet, Interessenkonflikte zu 

vermeiden und entsprechend ein Mandat abzulehnen oder niederzulegen, wenn er einen 

konkreten Konflikt feststellt. Sofern jedoch keine Einigkeit über einen Interessenkonflikt 

besteht, kann die Prozessleitung ein Vertretungsverbot aussprechen und einen Rechts-

anwalt so vom Verfahren ausschliessen (vgl. Bundesgerichtsurteil 1B_59/2018 vom 31. 

Mai 2018 E. 2.7.2). 

4.5  Der Umstand, dass die Gegenpartei nicht bereits früher den Ausstand des juristi-

schen Schreibers der KESB verlangt und dadurch gegebenenfalls ihr Einwendungsrecht 

- 12 - 

verwirkt hat, führt im Umkehrschluss nicht dazu, dass der Rechtsanwalt nun die Kinds-

mutter weitervertreten darf. Der Interessenkonflikt wird durch Zeitablauf oder Passivität 

der Gegenpartei weder genehmigt noch im Sinne eines Mangels «geheilt». Das Gericht 

entscheidet jederzeit und von Amtes wegen über die Vertretungsbefugnis eines Rechts-

anwalts (BGE 141 IV 257 E. 2.2; Bundesgerichtsurteil 1B_59/2018 vom 31. Mai 2018 E. 

2.7). Deshalb ist unwesentlich, dass der Beschwerdegegner den Richter erst sehr viel 

später auf die problematische Konstellation hingewiesen hat. 

4.6  Wesentlich ist überdies, dass der Bürokollege bereits zu einem Zeitpunkt als juristi-

scher Sekretär der KESB im Dossier des Sohnes amtete, als die Beschwerdeführerin 

noch nicht anwaltlich vertreten war. Aufgrund dieser Vorbefassung hätte Rechtsanwalt 

M _________ das Mandat gar nicht erst annehmen dürfen. In dem von D _________ als 

Jurist der KESB verfassten Protokoll vom 12. Februar 2018 ist sodann nachzulesen, 

dass er es war, welcher der Beschwerdeführerin zum Beizug eines Rechtsanwalts gera-

ten hat. Dass diese in der Folge ausgerechnet einen Anwalt aus dessen Bürogemein-

schaft mandatierte, erscheint aus Sicht des Beschwerdegegners unter dem Gebot der 

Unabhängigkeit und Objektivität der KESB zu Recht unhaltbar. 

4.7  Der von der Beschwerdeführerin als stossend dargestellte Vergleich, wonach die 

regionalen Anwaltsgemeinschaften so kaum mehr Mandate annehmen dürften, weil fast 

nie ausgeschlossen werden könne, dass nicht ein Büropartner mit einem Richter oder 

Schreibern derart verbunden sei, ist einerseits unbestimmt sowie zu allgemein und trifft 

andererseits nicht auf die vorliegende Ausgangslage zu. Hier tritt nämlich ein Anwalt als 

juristischer Schreiber der KESB im Kindesschutzverfahren und ein anderer der gleichen 

Kanzleigemeinschaft als Anwalt der Kindsmutter im Eheschutzverfahren auf, worin der 

Interessenkonflikt direkt begründet wird. Der Konflikt entsteht also nicht durch eine (ver-

wandtschaftliche oder freundschaftliche) Verbindung des Bürokollegen zum Richter oder 

Schreiber, sondern direkt durch die Involvierung der betreffenden Personen als Schrei-

ber bzw. Parteivertreter in zwei Verfahren mit Sachzusammenhang. 

5.  Zusammengefasst hat die Vorinstanz zu Recht ein konkretes Risiko für einen Inte-

ressenkonflikt erkannt, wenn der Anwalt im Eheschutzverfahren die Kindsmutter vertritt 

und zugleich ein anderer Anwalt der Kanzleigemeinschaft im Kindesschutzverfahren mit 

der gleichen Familie als juristischer Schreiber der KESB auftritt. Die Weiterführung des 

Mandats ist in dieser Konstellation mit Art. 12 lit. c BGFA unvereinbar und der Anwalt hat 

es daher niederzulegen. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen. Das Gesuch um 

Erteilung der aufschiebenden Wirkung ist mit diesem Entscheid gegenstandslos gewor-

den. 

- 13 - 

6.   

6.1  Das Gericht hat in seinem Entscheid die Prozesskosten von Amtes wegen festzule-

gen (Art. 104 f. ZPO). Diese umfassen sowohl die Gerichtskosten als auch die Partei-

entschädigung (Art. 95 ZPO). Die Prozesskosten werden der unterliegenden Partei auf-

erlegt (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Höhe der Prozesskosten richtet sich nach kantonalem 

Recht (Art. 96 ZPO), für den Kanton Wallis nach dem Gesetz betreffend den Tarif der 

Kosten und Entschädigung vor Gerichts- oder Verwaltungsbehörden vom 11. Februar 

2009 (GTar; SGS/VS 173.8). Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten 

des vorliegenden Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 

106 Abs. 1 ZPO). 

6.2  Die Gerichtsgebühr ist aufgrund des Streitwertes, des Umfangs und der Schwierig-

keit des Falls, der Art der Prozessführung der Parteien sowie ihrer finanziellen Situation 

festzusetzen (Art. 13 Abs. 1 GTar). Für andere Verfahren i.S.v. Art. 18 GTar wird eine 

Gebühr von Fr. 90.-- bis 4‘800.-- erhoben. Es rechtfertigt sich vorliegend – das Dossier 

war mittelmässig umfangreich und es stellten sich einige Rechtsfragen – die Kosten auf 

Fr. 800.-- festzusetzen (Art. 13, 14 Abs. 1 und 18 GTar). Die Gerichtsgebühr ist der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen. 

6.3  Die unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine Parteientschä-

digung (Art. 106 Abs. 1 i.V.m. Art. 95 Abs. 1 und 3 ZPO). Demgegenüber hat der anwalt-

lich vertretene Beschwerdegegner, der eine Parteientschädigung beantragt hat, An-

spruch auf eine solche.  

Das Anwaltshonorar bemisst sich im gesetzlich vorgegebenen Rahmentarif nach der 

Natur und Bedeutung des Falls, der Schwierigkeit, dem Umfang, der vom Rechtsbei-

stand nützlich aufgewandten Zeit sowie der finanziellen Situation der Partei (Art. 27 

Abs. 1 und 3 GTar) und ist für das Beschwerdeverfahren zwischen Fr. 550.-- und 

Fr. 8'880.-- festzusetzen (Art. 35 Abs. 2 lit. a GTar). Der Rechtsanwalt des Beschwerde-

gegners hinterlegte ein kurze, aber treffende Beschwerdeantwort. Die Akten und der 

Streitgegenstand waren ihm bereits bekannt. Unter Berücksichtigung der vorerwähnten 

Kriterien rechtfertigt es sich, dem Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren eine 

Entschädigung von Fr. 500.-- (inkl. Auslagen und MwSt.) zuzusprechen (Art. 33 GTar), 

welche von der Beschwerdeführerin zu bezahlen ist. 

  

- 14 - 

Das Kantonsgericht verfügt 

 

Der im Beschwerdeverfahren erstmals hinterlegten Beleg «Kuvert des Briefs vom 

17. Februar 2020» wird nicht berücksichtigt. 

 

und erkennt 

 

1. Die Beschwerde gegen die Verfügung des Bezirksgerichts A _________ vom 

30. April 2020 (Z3 20 x) wird abgewiesen.  

2. Das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung wird als gegenstandslos 

vom Geschäftsverzeichnis des Kantonsgerichts abgeschrieben.  

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 800.-- gehen zu Lasten der 

Beschwerdeführerin. 

4. Die Beschwerdeführerin bezahlt dem Beschwerdegegner für das Beschwerde-

verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 500.--. 

 

Sitten, 1. Juli 2020