# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bdf2ee9d-4236-58ba-b0af-fb23a9e40b4a
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 04.01.2024 460 23 87 (460 2023 87)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-23-87_2024-01-04.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom  

4. Januar 2024 (460 23 87) 

____________________________________________________________________ 

 

Strafrecht  

 

 

Mehrfache, teilweise qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Daniel Häring (Ref.),  

Richterin Helena Hess; Gerichtsschreiberin Melanie Zahnd 

 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Hauptabteilung Besondere Delikte, Rheinstrasse 27, 4410 Liestal,  

Anklagebehörde 

  

gegen 

 

 A.____,  

vertreten durch Advokat Christian Möcklin-Doss,  

Steinentorstrasse 13, Postfach 204, 4010 Basel,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

 

Gegenstand mehrfache, teilweise qualifizierte Widerhandlung gegen das Be-

täubungsmittelgesetz etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 

21. Dezember 2022 

 

 

 

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A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 21. Dezember 2022 (Dreierkam-

mer 4) wurde A.____ der mehrfachen, teilweise qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz sowie des Konsums von Betäubungsmitteln schuldig erklärt. Er wurde dafür 

verurteilt zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 22 Monaten, davon 11 Monate un-

bedingt, bei einer Probezeit von 4 Jahren für den bedingten Teil der Strafe (unter Anrechnung 

der vom 27. Juli 2021 bis zum 24. September 2021 ausgestandenen Untersuchungshaft von 60 

Tagen), sowie zu einer Busse von Fr. 100.-- (wobei im Falle der schuldhaften Nichtbezahlung der 

Busse an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag tritt). Demgegenüber wurde das Ver-

fahren betreffend den Konsum von Betäubungsmitteln für den Zeitraum vom 28. Juli 2019 bis 

zum 3. Juli 2020 wegen des Verbots der Doppelbestrafung (ne bis in idem) bzw. teilweise auch 

wegen Eintritts der Verfolgungsverjährung eingestellt. Betreffend den Zeitraum vom 3. Juli 2020 

bis zum 26. Juli 2021 wurde der Beurteilte vom Vorwurf des Konsums von Betäubungsmitteln 

freigesprochen. Zudem sahen die Vorderrichter von der Anordnung einer Landesverweisung ge-

gen den Beurteilten ab. Überdies wurden diverse beschlagnahmte Gegenstände sowie das be-

schlagnahmte Bargeld im Wert von Fr. 1'150.-- eingezogen. Ferner hielt die Vorinstanz fest, dass 

sämtliche im vorliegenden Verfahren forensisch gesicherten Daten, welche sich bei der Polizei 

Basel-Landschaft, IT-Forensik, befinden, nach Rechtskraft des Urteils unwiderruflich gelöscht 

werden. Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 24'186.--, bestehend aus den Kosten des Vor-

verfahrens von Fr. 15'136.--, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 1'050.-- sowie 

der Gerichtsgebühr von Fr. 8'000.--, wurden dem Beurteilten auferlegt. Endlich entschied das 

Strafgericht, dass das Honorar des amtlichen Verteidigers, Advokat Christian Möcklin-Doss, in 

der Höhe von total Fr. 11'868.90 (inkl. Auslagen und 7.7% Mehrwertsteuer) unter Vorbehalt der 

Rückzahlungsverpflichtung des Beurteilten nach Art. 135 Abs. 4 StPO aus der Gerichtskasse 

entrichtet wird. 

 

B. Der Beschuldigte meldete gegen das genannte Urteil mit Schreiben vom 2. Januar 

2023 Berufung an. Mit Eingabe vom 17. Mai 2023 übermittelte er dem Kantonsgericht Basel-

Landschaft, Abteilung Strafrecht, die Berufungserklärung mit folgenden Anträgen: Es sei das vo-

rinstanzliche Urteil vollumfänglich aufzuheben und es sei das gegen ihn geführte Strafverfahren 

einzustellen, eventualiter sei er kostenlos freizusprechen; eventualiter sei das strafgerichtliche 

Urteil vom 21. Dezember 2022 teilweise aufzuheben und er sei wegen mehrfachen Widerhand-

lungen gegen Art. 19 Abs. 1 BetmG zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je Fr. 

10.-- bei einer Probezeit von 2 Jahren zu verurteilen; eventualiter sei er wegen Widerhandlungen 

gegen Art. 19 Abs. 2 BetmG und Art. 19 Abs. 1 BetmG zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 

Monaten bei einer Probezeit von 2 Jahren zu verurteilen; alles unter o/e-Kostenfolge (inkl. der 

Kosten der Vorinstanz). Mit Berufungsbegründung vom 11. September 2023 hielt er an seinen 

Anträgen fest.  

 

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C. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft begehrt mit Berufungsantwort vom 13. Ok-

tober 2023 die vollständige Bestätigung des Urteils des Strafgerichts vom 21. Dezember 2022 

unter o/e-Kostenfolge. 

 

D. Die Berufungsantwort der Staatsanwaltschaft wurde dem Beurteilten mit Verfügung 

vom 16. Oktober 2023 zugestellt und der Schriftenwechsel wurde geschlossen. Zudem wurden 

die Parteien mit namentlicher Verfügung zur kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung gela-

den.  

 

E. Mit Verfügung vom 22. Dezember 2023 wurde den Parteien der aktuelle Strafregister-

auszug des Beschuldigten zugestellt und die Staatsanwaltschaft wurde darum ersucht, dem Kan-

tonsgericht bald möglichst den zwischenzeitlich ergangenen Strafbefehl vom 19. Juli 2023 (MU1 

23 2153) einzureichen. Die Staatsanwaltschaft liess der Berufungsinstanz den erwähnten Straf-

befehl am 29. Dezember 2023 zugehen, worauf dieser zu den Akten genommen wurde.  

 

F. Am 4. Januar 2024 fand die kantonsgerichtliche Berufungsverhandlung unter Anwe-

senheit des Beschuldigten und seinem amtlichen Verteidiger, Advokat Christian Möcklin-Doss, 

sowie der stellvertretenden leitenden Staatsanwältin Barbara Egeler statt. 

 

 

Erwägungen 

 

I.  Formelles  

Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Rechtsmitte-

linstanz zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie 

aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Nach Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile 

erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden 

ist. Gemäss Art. 398 Abs. 3 StPO können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsverletzungen, 

einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und 

Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. 

b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen 

Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Nach Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 

StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Tagen seit Eröffnung 

des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 

Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzu-

reichen. Die Legitimation der beschuldigten Person ist in Art. 382 Abs. 1 StPO normiert. Das 

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Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 

Abs. 1 StPO). 

 

Nachdem das Urteil des Strafgerichts vom 21. Dezember 2022 ein taugliches Anfechtungsobjekt 

darstellt, der Beschuldigte zur Erhebung eines Rechtsmittels legitimiert ist, zulässige Rügen er-

hebt, die Rechtsmittelfristen gewahrt hat sowie seiner Erklärungspflicht nachgekommen ist, ist 

auf die Berufung einzutreten. Indem er beantragt, es sei das gegen ihn geführte Strafverfahren 

einzustellen, ist das vorinstanzliche Urteil – mit Ausnahme der erfolgten Einstellung des Verfah-

rens bzw. den Freispruch im Hinblick auf den Konsum von Betäubungsmitteln (Dispositivziffer 2) 

sowie den Verzicht auf die Aussprechung einer obligatorischen Landesverweisung (Dispositivzif-

fer 3) – vollumfänglich angefochten und zu überprüfen.  

 

II.  Materielles  

1. Anklagevorwurf und Standpunkte der Parteien  

1.1. Anklage  

Dem Beschuldigten wird mit Anklage vom 7. Februar 2022 vorgeworfen, während des Zeitraums 

von Mai 2020 bis zum 26. Juli 2021 insgesamt mindestens 56.12 Gramm reines Kokain sowie 

mindestens 470 Gramm Marihuana erworben und in der Folge an mindestens 30 Abnehmerinnen 

und Abnehmer veräussert zu haben. Darüber hinaus soll er am 27. Juli 2021 bei sich zu Hause 

am X.____weg in Y.____ im Besitz von insgesamt 21.63 Gramm reinem Kokain, 2 Minigrip mit 

bereits abgepacktem Kokain-Portionen mit mindestens 0.72 Gramm reinem Kokain, 484.9 

Gramm Marihuana, einer Pille Ecstasy, 10 Tabletten Ritalin sowie 27 Packungen THC-

Kaugummis gewesen sein, wobei er diese verbotenen Substanzen zuvor von nicht näher be-

kannten Dealern erworben und beabsichtigt haben soll, diese nach und nach gewinnbringend an 

seine Kundschaft zu veräussern. Zudem warf die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten vor, in 

der Zeit vom 28. Juli 2019 bis zum 27. Juli 2021 pro Tag mindestens 0.5 Gramm Marihuana 

konsumiert zu haben, insgesamt somit 365 Gramm Marihuana.  

 

1.2. Vorinstanz 

Die Vorinstanz verwarf das Vorbringen des Beschuldigten, wonach es sich bei den gegen ihn 

erhobenen Beweismitteln um Ergebnisse einer unzulässigen Beweisausforschung bzw. fishing 

expedition gehandelt habe, und ging von der uneingeschränkten Verwertbarkeit sämtlicher Be-

weise aus. In der Folge sah sie es als erstellt an, dass der Beschuldigte im angeklagten Zeitraum 

mit Kokain und Marihuana Handel betrieben hatte. Hinsichtlich der Menge der von ihm veräus-

serten Betäubungsmittel nahm sie insofern eine Korrektur vor, als sie gewisse in der Anklage 

aufgeführten Verkäufe nicht als zweifelsfrei nachgewiesen erachtete. Sie kam zum Schluss, dass 

dem Beschuldigten im tatrelevanten Zeitraum der Handel mit 427 Gramm Marihuana (recte: 426 

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Gramm) sowie 53.14 Gramm nachgewiesen werden könne und verurteilte ihn deshalb wegen 

mehrfacher, teilweise qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. In Bezug 

auf die bei ihm anlässlich der durchgeführten Hausdurchsuchung aufgefundenen Mengen Mari-

huana und Kokain wies sie die Argumentation des Beschuldigten zurück, dass er die genannten 

Drogen zum Zwecke des Eigenkonsums bei sich gelagert hatte, und sprach ihn diesbezüglich 

wegen des Besitzes der betreffenden Betäubungsmittel schuldig. Betreffend die weiteren sicher-

gestellten Substanzen (Ecstasy-Pille, Ritalin-Tabletten und THC-Kaugummi) sahen es die Vor-

derrichter indessen nicht als zweifelsfrei erstellt an, dass der Beschuldigte diese mit der Absicht 

zur Weiterveräusserung bei sich aufbewahrt hatte, weshalb sie in dubio pro reo davon ausgingen, 

dass diese für den Eigenbedarf bestimmt waren. Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten im 

Weiteren wegen des einmaligen Konsums von Cannabis am 27. Juli 2021. Hinsichtlich des übri-

gen Zeitraums stellte sie das Strafverfahren aufgrund der eingetretenen Verfolgungsverjährung 

bzw. des Doppelbestrafungsverbots (ne bis in indem) teilweise ein bzw. sprach den Beschuldig-

ten in dubio pro reo vom Vorwurf des Konsums von Betäubungsmitteln frei.  

 

1.3. Beschuldigter  

Der Beschuldigte macht anlässlich des Berufungsverfahrens wie bereits vor Strafgericht geltend, 

dass sich die gegen ihn geführte Strafuntersuchung auf die Ergebnisse einer unzulässigen Be-

weisausforschung bzw. fishing expedition stützen würde. Er plädiert für die Unverwertbarkeit 

sämtlicher Beweise und beantragt entsprechend, dass das gegen ihn angehobene Strafverfahren 

einzustellen sei (siehe dazu im Detail unten). In einem Eventualstandpunkt bringt er wie vor dem 

Erstgericht vor, es dürfe hinsichtlich sämtlicher nicht zweifelfrei nachgewiesener Betäubungsmit-

telübergaben kein Schuldspruch erfolgen, womit ihm im Falle einer Verurteilung nur die Ver-

äusserung von 150 Gramm Marihuana sowie 43.5 Gramm Kokaingemisch anzulasten seien. 

Beim veräusserten Kokaingemisch sei sodann lediglich von einem Reinheitsgehalt von 61.6 % 

auszugehen, was gesamthaft eine Kokainreinmenge von 26.8 Gramm ergebe. Er weist zudem 

darauf hin, dass von Oktober 2020 bis Januar 2021 keinerlei Absatzhandlungen ausgewiesen 

seien, weshalb in Bezug auf den Zeitraum davor sowie denjenigen danach von zwei separat ge-

fassten Tatentschlüssen und damit einhergehend von zwei einzelnen zu beurteilenden Taten 

auszugehen sei. Entsprechend könnten die von ihm während diesen beiden Zeitspannen gehan-

delten Mengen nicht zusammengerechnet werden und es habe somit je eine Verurteilung wegen 

einfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 BetmG zu 

erfolgen. Die gegen ihn ausgesprochene Strafe sei folglich zu reduzieren und es sei ihm für das 

gesamte Strafmass der bedingte Vollzug zu gewähren.  

 

1.4. Staatsanwaltschaft  

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft sind sämtliche Beweise rechtmässig erhoben worden 

und daher uneingeschränkt verwertbar. Im Weiteren bringt die Staatsanwaltschaft vor, das Straf-

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gericht habe die Menge der veräusserten Drogen bereits überprüft und sei zu Gunsten des Be-

schuldigten davon ausgegangen, dass nicht alle Geschäfte zustande gekommen seien. Für wei-

tere Korrekturen bestehe kein Raum. Darüber hinaus sei hinsichtlich des gesamten angeklagten 

Zeitraums von einer normativen Handlungseinheit auszugehen, und zwar ab Beginn der ange-

klagten Verkäufe bis zur Hausdurchsuchung beim Beschuldigten mit den entsprechenden Sicher-

stellungen.  

 

2. "Fishing Expedition" 

2.1. Vorbringen des Beschuldigten  

Der Beschuldigte führt aus, dass das gegen ihn angestrengte Strafverfahren auf einem Zufalls-

fund beruhe, welcher im Rahmen des gegen B.____ geführten Strafverfahrens festgestellt wor-

den sei. Die Ermittlungen gegen B.____ würden ihrerseits darauf zurückgehen, dass dieser am 

21. März 2021 einer polizeilichen Kontrolle unterzogen worden sei, anlässlich welcher bei ihm 

Falschgeld sowie Marihuana aufgefunden werden konnte. Die polizeiliche Kontrolle sei indessen 

ohne jeglichen Tatverdacht erfolgt. Es habe sich dabei somit um eine unzulässige Beweisausfor-

schung bzw. fishing expedition gehandelt. Der Gesetzgeber habe sich klar dafür ausgesprochen, 

dass auf diese Weise gewonnene Beweise nicht verwertbar seien, weshalb auch der neusten 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach im Rahmen einer fishing expedition gewonnene 

Beweise unter den Voraussetzungen von Art. 141 Abs. 2 StPO verwertet werden dürften, nicht 

zu folgen sei. Entsprechend sei das gegen ihn geführte Strafverfahren einzustellen.  

 

2.2. Rechtliche Voraussetzungen  

Verfahrenshandlungen, die dazu dienen, Beweise zu sichern, und mit denen in die Grundrechte 

der Betroffenen eingegriffen wird, sind als strafprozessuale Zwangsmassnahmen zu qualifizieren 

(Art. 196 lit. a StPO). Gemäss Art. 197 Abs. 1 StPO dürfen Zwangsmassnahmen nur ergriffen 

werden, wenn sie gesetzlich vorgesehen sind, ein hinreichender Tatverdacht vorliegt, die damit 

angestrebten Ziele nicht durch mildere Massnahmen erreicht werden können und die Bedeutung 

der Straftat die Zwangsmassnahme rechtfertigt. Zufallsfunde sind in Art. 243 StPO geregelt. Da-

runter versteht man die bei der Durchführung von Zwangsmassnahmen allgemein sowie bei 

Durchsuchungen und Untersuchungen im Besonderen zufällig entdeckten Beweismittel, Spuren, 

Gegenstände oder Vermögenswerte, die mit der abzuklärenden Straftat in keinem direkten Zu-

sammenhang stehen und den ursprünglichen Verdacht weder erhärten noch widerlegen, aber 

auf eine weitere Straftat hinweisen. Zufallsfunde können ohne Einschränkungen Anlass zur Er-

öffnung eines neuen Strafverfahrens geben und in diesem als Beweismittel verwendet werden, 

soweit die ursprüngliche Massnahme rechtmässig war (BGE 139 IV 128 E. 2.1; BGer 

6B_1409/2019 vom 4. März 2021 E. 1.6.3; jeweils mit Hinweisen). Davon abzugrenzen sind un-

zulässige Beweisausforschungen, sogenannte fishing expeditions. Solche bestehen, wenn einer 

Zwangsmassnahme kein genügender Tatverdacht zugrunde liegt, sondern aufs Geratewohl bzw. 

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planlos Beweisaufnahmen getätigt werden. Aus Beweisausforschungen resultierende Ergeb-

nisse sind grundsätzlich nicht verwertbar. Es gelangt diesfalls Art. 141 Abs. 2 StPO zur Anwen-

dung. Nach dieser Bestimmung dürfen Beweise, die Strafbehörden in strafbarer Weise oder unter 

Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben haben, nicht verwertet werden, es sei denn, ihre 

Verwertung sei zur Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich. Art. 141 Abs. 2 StPO beinhaltet 

eine Interessenabwägung. Je schwerer die zu beurteilende Straftat ist, umso eher überwiegt das 

öffentliche Interesse an der Wahrheitsfindung das private Interesse der beschuldigten Person 

daran, dass der fragliche Beweis unverwertet bleibt (zur Publikation vorgesehenes Urteil BGer 

6B_821/2021 vom 6. September 2023 E. 1.3.1 mit Hinweisen). Die Rechtsprechung beurteilt qua-

lifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz als schwere Straftaten im Sinne 

von Art. 141 Abs. 2 StPO (BGer 6B_773/2022 vom 16. Oktober 2022 E. 3.3.5).  

 

2.3. Beurteilung in casu 

2.3.1. Die hier interessierende polizeiliche Anhaltung ist in Art. 215 StPO geregelt. Nach Art. 

215 Abs. 1 StPO kann die Polizei im Interesse der Aufklärung einer Straftat eine Person anhalten 

und wenn nötig auf den Polizeiposten bringen, um ihre Identität festzustellen (lit. a); sie kurz zu 

befragen (lit. b); abzuklären, ob sie eine Straftat begangen hat (lit.c); oder abzuklären, ob nach 

ihr oder nach Gegenständen, die sich in ihrem Gewahrsam befinden, gefahndet wird (lit. d). Sie 

kann die angehaltene Person verpflichten, ihre Personalien anzugeben, Ausweispapiere vorzu-

legen, mitgeführte Sachen vorzuzeigen und Behältnisse oder Fahrzeuge zu öffnen (Art. 215 Abs. 

2 StPO).  

Handelt die Polizei im Bereich der Strafverfolgung, richtet sich ihre Tätigkeit nach der StPO. Wird 

sie indessen im Rahmen ihrer sicherheitspolizeilichen Aufgabe im Hinblick auf die Aufrechterhal-

tung von Sicherheit und Ordnung tätig, gelangt die kantonale Polizeigesetzgebung zur Anwen-

dung. Die durch die Polizei gestützt auf das kantonale Polizeigesetz durchgeführte Personenkon-

trolle und Identitätsfeststellung findet ihre Grundlage in § 21 Abs. 1 des Polizeigesetzes des Kan-

tons Zürich (PolG/ZH, LS 550.1). Gemäss dieser Bestimmung darf die Polizei, wenn es zur Erfül-

lung ihrer Aufgaben notwendig ist, eine Person anhalten, deren Identität feststellen und abklären, 

ob nach ihr oder nach Fahrzeugen, anderen Gegenständen oder Tieren, die sie bei sich hat, 

gefahndet wird. Die angehaltene Person ist verpflichtet, Angaben zur Person zu machen, mitge-

führte Ausweis- und Bewilligungspapiere vorzuzeigen und zu diesem Zweck Behältnisse und 

Fahrzeuge zu öffnen (§ 21 Abs. 2 PolG/ZH).  

Während die polizeiliche Anhaltung nach kantonalem Recht sicherheitspolizeiliche Anhaltspunkte 

voraussetzt und grundsätzlich verdachtsunabhängig erfolgen kann, ist für die Anwendbarkeit der 

StPO ein strafprozessualer Anfangsverdacht erforderlich. Dabei genügt ein relativ vager Ver-

dacht, der sich nicht gegen die angehaltene Person selbst richten muss. Ein solcher liegt vor, 

wenn bei objektiver Betrachtung nach den konkreten Umständen ein Zusammenhang zwischen 

der angehaltenen Person mit einer (der Polizei bekannten oder noch nicht bekannten) Straftat 

(Verbrechen, Vergehen oder Übertretung) möglich erscheint. Die Anhaltung darf nicht um ihrer 

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selbst willen oder anlasslos erfolgen. Die von der Polizei beabsichtigten Abklärungen, die dem 

Ziel der polizeilichen Anhaltung entsprechend im Interesse der Aufklärung einer Straftat erforder-

lich sein müssen, haben auf objektiven Gründen, speziellen Verdachtsmomenten oder besonde-

ren Umständen zu beruhen. Solche Gründe können etwa deliktsgeprägte Orte, Tatortnähe, ein 

Treffen mit gesuchten Personen, Ähnlichkeit mit einer gesuchten Person oder einem Signalement 

oder ein auffälliges, verdächtiges Benehmen sein. Eine Anhaltung aus rein subjektiven, vorge-

schobenen oder gar schikanösen Gründen ist nicht zulässig. Der Übergang zwischen polizeilicher 

Kontrolle und strafprozessualer polizeilicher Anhaltung kann dabei fliessend sein bzw. die Anhal-

tung gemäss Art. 215 StPO kann sich mit jener nach der kantonalen Polizeigesetzgebung über-

schneiden. Entsprechend ähnlich erscheinen die genannten Gesetzesartikel in ihrem Wortlaut 

(Fabbri/Inhelder, Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2019, N. 6 f. 

zu Art. 215 StPO; Weder, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, StPO, 3. 

Aufl. 2020, N. 2 f. zu Art. 215 StPO; BGer 6B_1174/2017 vom 7. März 2018 E. 4.3 mit Hinweisen; 

vgl. BGE 136 I 87 E. 5.2).   

2.3.2. Im vorliegenden Fall ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die polizeiliche 

Intervention mit Blick auf den betroffenen B.____ zulässig war und gesetzeskonform verlaufen 

ist. Es bestehen keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass diese nicht sachgerecht durchgeführt oder 

aus nicht objektiven Gründen erfolgt ist. B.____ wurde am 21. März 2021 um ca. 21:45 Uhr im 

Einkaufszentrum C.____ in Z.____ durch die Kantonspolizei Zürich einer Kontrolle unterzogen. 

Da sich der Betroffene zum genannten Zeitpunkt und somit spätabends in einem längst geschlos-

senen Einkaufszentrum aufgehalten hat, hat er zweifelsfrei ein Verhalten an den Tag gelegt, wel-

ches aus sachlichen Gründen Anlass für eine polizeiliche Kontrolle nach § 21 Abs. 1 PolG/ZH 

bzw. Art. 215 Abs. 1 StPO bilden kann. Im Rahmen der Polizeikontrolle durfte B.____ sodann 

dazu verpflichtet werden, mitgeführte Behältnisse zu öffnen. Nachdem in diesem Zuge in seiner 

Umhängetasche zwei gefälschte 50 Euro-Scheine festgestellt werden konnten, bestand gegen 

ihn spätestens ab diesem Zeitpunkt ein konkreter Tatverdacht, womit sich das weitere Vorgehen 

der Polizei nach den Bestimmungen der StPO zu richten hatte. B.____ wurde in der Folge in 

Anwendung von Art. 217 StPO auf den Polizeiposten verbracht und vorübergehend in Haft ge-

nommen. Im Rahmen der bei ihm in diesem Zuge vorgenommenen Leibesvisitation wurden so-

dann 4.2 Gramm Marihuana aufgefunden, welcher dieser in seiner Unterhose versteckt hatte. 

B.____ wurde darauf noch am gleichen Abend polizeilich einvernommen, wobei er auch zu den 

bei ihm aufgefundenen Drogen befragt wurde. Dabei führte er zunächst aus, sein Marihuana von 

einer Person zu beziehen, mit welcher er über die App "SnapChat" kommuniziere. Er willigte 

anschliessend ausdrücklich in die Durchsuchung seines Mobiltelefons ein. Auf die Frage, um wen 

es sich bei "A.____" mit der Nummer +41 76 _______ handle, gab er zu Antwort, dass dies ein 

Bekannter sei, bei welchem er ab und zu Marihuana kaufe (siehe zum Ganzen act. S 213 ff.). In 

der Folge wurden die Ermittlungen gegen den Beschuldigten als Inhaber der genannten Rufnum-

mer eingeleitet.  

2.3.3. Nachdem B.____ die ausdrückliche Einwilligung zur Sichtung seines Mobiltelefons 

gegeben hat, sind die polizeilich getätigten Abklärungen nicht zu beanstanden. Offen gelassen 

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werden kann in diesem Zusammenhang, ob die Polizei für die Durchsuchung des Mobiltelefons 

von B.____ bei der Staatsanwaltschaft einen Durchsuchungsbefehl im Sinne von Art. 246 StPO 

hätte einholen müssen. Aber auch wenn dies zu bejahen wäre, würde dies nicht zum Verbot der 

Verwertung der darin aufgefundenen Mobiltelefonnummer des Beschuldigten führen. Die Voraus-

setzungen für die Durchsuchung des Mobiltelefons von B.____ waren an sich erfüllt. Anhalts-

punkte dafür, dass sich die Beamten vorsätzlich und rechtsmissbräuchlich über die gesetzliche 

Zuständigkeitsordnung im Sinne von Art. 198 StPO hinwegsetzten bzw. den staatsanwaltschaft-

lichen Durchsuchungsbefehl bewusst nicht einholten, bestehen nicht. Dies gilt umso mehr, als 

selbständiges polizeiliches Handeln im Rahmen von Art. 246 StPO nicht kategorisch ausge-

schlossen, sondern bei Dringlichkeit (vgl. Art. 241 Abs. 3 StPO) durchaus möglich ist. Die Zustän-

digkeiten sind hier in einer gewissen Hinsicht "fliessend". Vor diesem Hintergrund sowie unter 

Berücksichtigung der konkreten Umstände ist das Erfordernis des staatsanwaltschaftlichen 

Durchsuchungsbefehls im vorliegenden Fall mithin als blosse Ordnungsvorschrift im Sinne 

von Art. 141 Abs. 3 StPO zu qualifizieren, deren Missachtung mit Blick auf die gewonnenen Be-

weise keine direkten Konsequenzen nach sich zieht (vgl. BGE 139 IV 128 E. 1.6 f. mit Hinweisen).  

2.3.4. Zudem bleibt darauf hinzuweisen, dass auch die Bejahung des Vorliegens einer sog. 

fishing expedition nicht dazu führen würde, dass auf die gegen den Beschuldigten erhobenen 

Beweise nicht abgestützt werden und deshalb keine Verurteilung ergehen könnte, zumal in die-

sem Fall Art. 141 Abs. 2 StPO zur Anwendung gelangen würde. Bei den dem Beschuldigten 

vorgeworfenen Delikten geht es u.a. um qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungs-

mittelgesetz. Dabei handelt es sich um Verbrechen mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem 

Jahr und somit um schwere Straftaten. Unter diesen Umständen überwiegt das öffentliche Inte-

resse an der Aufklärung der ihm vorgeworfenen Delikte das private Interesse des Beschuldigten 

an der Unverwertbarkeit des Zufallsfundes. Entsprechend sind sämtliche gegen ihn erhobene 

Beweismittel als verwertbar zu erachten und es kann uneingeschränkt darauf abgestützt werden.  

 

3. Teilweise qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz  

3.1. In der Sache wird dem Beschuldigten vorgeworfen, in der Zeit von Mai 2020 bis zum 

26. Juli 2021 mit Marihuana und Kokain Handel betrieben zu haben. Der ihm von der Staatsan-

waltschaft gemachte Tatvorhalt stützt sich dabei auf diverse objektive Beweismittel, so unter an-

derem die Ergebnisse der am 27. Juli 2021 bei ihm durchgeführten Hausdurchsuchung. Anläss-

lich jener konnten in seinem Zimmer neben drei kleinen Digitalwaagen, zahlreichen Minigrips und 

einer Hanfmühle auch Bargeld in Höhe von Fr. 1'150.-- in dealertypischer Stückelung sowie 

515 Gramm Marihuana und 35.8 Gramm Kokaingemisch aufgefunden werden (act. 509 ff., 535 

ff.). Einen Teil der Betäubungsmittel hatte der Beschuldigte dabei bereits in verkaufsfertige Por-

tionen abgepackt (act. 511). Die dargelegten Funde weisen bereits eindeutig auf einen Handel 

mit den genannten Substanzen hin.  

3.2.  

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3.2.1. Darüber hinaus konnten im Rahmen der Auswertung des Mobiltelefons des Beschul-

digten diverse Chats mit Abnehmern sichergestellt werden. Der Beschuldigte rügt im Rahmen 

des Berufungsverfahrens erneut, dass nicht alle von der Staatsanwaltschaft angeklagten Ver-

käufe auch tatsächlich zustande gekommen seien, weshalb die ihm angelastete Betäubungsmit-

telmenge zu reduzieren sei. Vorweg ist festzuhalten, dass sich das Strafgericht eingehend mit 

seinen bereits im erstinstanzlichen Verfahren erhobenen Rügen auseinandergesetzt, die ange-

klagten Betäubungsmittelgeschäfte einer sorgfältigen Prüfung unterzogen und die als nachge-

wiesen zu erachtende Betäubungsmittelmenge entsprechend reduziert hat (vorinstanzliches Ur-

teil, S. 6 ff.). Die Auffassung des Beschuldigten, wonach von einer Betäubungsmittelübergabe 

nur dann ausgegangen werden könne, sofern er eine an ihn gerichtete Anfrage ausdrücklich be-

stätigt hat, ist zu verwerfen. Die Berufungsinstanz geht vielmehr mit dem Strafgericht darin über-

ein, dass Betäubungsmittelübergaben nicht nach dem klassischen Muster von Offerte und Akzept 

abgehandelt werden. Es liegt vielmehr in der Natur der Sache und kann ohne Weiteres als ge-

richtsnotorisch angesehen werden, dass sich die Beteiligten im Bereich des Drogenhandels mög-

lichst unverfänglich, wie beispielsweise durch das bewusste Verwenden von Codewörtern, sowie 

nur über das Allernötigste austauschen. Daher kann nicht gefolgert werden, dass bei einer feh-

lenden ausdrücklichen Antwort des Beschuldigten keine Drogenübergabe stattgefunden hat. Dies 

gilt umso mehr, als der Beschuldigte seinen Abnehmern in der Regel mitteilte, wenn er gerade 

nicht zu Hause war oder für den Moment über keine Ware verfügte (vgl. Nachricht vom 17. Mai 

2020, 21:22 Uhr: "ich ha hütt kei ott zum useloh", act. 711, sowie Nachricht vom 2. Mai 2020, 

12:48 Uhr: "Ja grad hani no kei Gras Bro nur andere", act. 725). Entsprechend kann überall dort, 

wo der Beschuldigte dies nicht tat, von einer erfolgreichen Übergabe ausgegangen werden. Dies 

hat zumindest jeweils dann zu gelten, wenn es sich um regelmässige Abnehmer handelte, die mit 

der konkreten Art und Weise, wie der Beschuldigte Drogenübergaben zu organisieren pflegte, 

vertraut waren, und ihre Kommunikation mit diesem entsprechend auf das absolute Mindestmass 

reduzieren konnten. Anders verhält es sich freilich, wenn es sich um eine erstmalige Anfrage 

handelte, die vom Beschuldigten gänzlich unbeachtet gelassen wurde (vgl. hierzu unten). Diffe-

renziert ist der Fall im Weiteren zu beurteilen, wenn sich aufgrund der ausgetauschten Textnach-

richten klar ergibt, dass es nachfolgend zu keinem Betäubungsmittelgeschäft gekommen ist. Un-

ter Berücksichtigung dieser Grundsätze hat das Kantonsgericht die einzelnen Konversationen 

erneut einer Prüfung unterzogen und erachtet, zusätzlich zu den bereits von der Vorinstanz vor-

genommenen Korrekturen, folgende Anpassungen als notwendig: 

 

3.2.2.  

a) Beilage 10, Chat zwischen dem Beschuldigten und "D.____" (act. 721): 

Es handelt sich vorliegend um eine einmalige Anfrage, ob der Beschuldigte 2 Gramm Marihuana 

liefern könne. Der Beschuldigte hat auf diese Nachricht indessen nie geantwortet, zudem fand 

weder davor noch danach irgendeine Art von Kommunikation zwischen dem Beschuldigten und 

dem Abnehmer "D.____" statt. Da es sich bei diesem nach den Kenntnissen des Gerichts mithin 

nicht um einen regelmässigen Käufer handelte, kann nicht einfach davon ausgegangen werden, 

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der betreffende Abnehmer habe auch ohne Antwort des Beschuldigten gewusst, wo er die Be-

täubungsmittel abholen könne und was er dafür zu bezahlen habe. Nach Ansicht des Kantons-

gerichts ist daher in dubio pro reo davon auszugehen, dass das fragliche Geschäft nicht zustande 

kam.  

 

b) Beilage 15, Chat zwischen dem Beschuldigten und "E.____" (act. 739 ff.): 

Am 23. Februar 2021 um 19:29 Uhr fragte der Abnehmer "E.____" den Beschuldigten, ob er "Ott" 

(also Marihuana) habe, worauf der Beschuldigte mit "ja" antwortete. Es kann somit ohne Weiteres 

von einem zustande gekommenen Geschäft ausgegangen werden. Die von "E.____" begehrte 

Menge wird indessen durch diesen nicht quantifiziert. Es ist deshalb in dubio pro reo von einer 

Mindestmenge von einem Gramm auszugehen und mithin eine Korrektur um 4 Gramm vorzu-

nehmen.  

Mit Blick auf das Gespräch vom 31. Mai 2021, 13:52 Uhr bis 20:58 Uhr, ist sodann zu konstatie-

ren, dass es dabei offensichtlich um die Übergabe von 5 Gramm Marihuana (plus Kokain) am 

gleichen Abend geht. Die Staatsanwaltschaft hat dem Beschuldigten indessen im Rahmen dieser 

Konversation zwei Mal fünf Gramm Marihuana angerechnet. Entsprechend ist hier eine Korrektur 

um fünf Gramm vorzunehmen.  

 

c) Beilage 16, Chat zwischen dem Beschuldigten und "F.____" (act. 757 ff.): 

Am 3. Juli 2021 um 15:03 Uhr wurde der Beschuldigte vom Abnehmer "F.____" angefragt, ob er 

noch "20gi ott", also 2 Gramm Marihuana, für ihn habe. Nachdem "F.____" keine Antwort erhalten 

hatte, schrieb dieser dem Beschuldigten um 17:21 Uhr: "Demfall goht nid oder". Auch auf diese 

Nachricht erhielt er keine Antwort. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass das fragli-

che Geschäft nicht zustande kam, womit eine Korrektur um 2 Gramm zu erfolgen hat. 

 

d) Beilage 21, Chat zwischen dem Beschuldigten und "G.____" (act. 773): 

Am 8. April 2021 um 17:42 Uhr kontaktierte der Abnehmer "G.____" den Beschuldigten und fragte 

diesen, ob er ihm "en twenny", also zwei Gramm Marihuana, habe. Der Beschuldigte antwortete 

ihm: "Hey nei ka grad nid". Das Geschäft kam offensichtlich nicht zustande, womit auch hier eine 

Korrektur um 2 Gramm vorzunehmen ist.  

 

3.2.3. Gesamthaft sind von der durch die Erstinstanz errechneten Menge (korrekt gerechnet 

426 Gramm) somit weitere 15 Gramm Marihuana abzuziehen. Daraus resultiert eine vom Be-

schuldigte veräusserte Gesamtmenge von 411 Gramm Marihuana. Die von ihm ausgehändigte 

Menge Kokaingemisch bleibt unverändert bei 85.5 Gramm.  

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Soweit der Beschuldigte geltend macht, es müsse für die Berechnung der Menge reinen Kokains 

in dubio pro reo auf den geringsten ermittelten Wert abgestellt werden, ist er ebenfalls nicht zu 

hören. Stellen die Untersuchungsbehörden Betäubungsmittel sicher, haben sie diese einer che-

mischen Analyse zu unterziehen, um die exakte Wirkstoffkonzentration einwandfrei festzustellen 

und die so umgesetzte Drogenmenge zu definieren (Hug-Beeli, Kommentar zum BetmG, 2016, 

N. 871 und 881 zu Art. 19 BetmG). Im vorliegenden Fall hat die Staatsanwaltschaft dem Institut 

für Rechtsmedizin der Universität Basel (IRM) das beim Beschuldigten sichergestellte Kokain zur 

Ermittlung des Reinheitsgehaltes zugehen lassen, wobei das IRM bei den beiden getesteten Pro-

ben einen Kokain-Gehalt von 67.2 % bzw. 66.1 % inkl. einem Vertrauensbereich von +/- 4.5 % 

bestimmte (act. 589). In Anbetracht der Entdeckung von Drogen mit einem höheren Reinheitsge-

halt erwiese es sich nicht als sachgerecht, sich ausschliesslich auf den niedrigsten ermittelten 

Wert zu stützen. Der Grundsatz in dubio pro reo gelangt in dieser Konstellation insofern nicht zur 

Anwendung. Mithin ist das Vorgehen der Vorinstanz, welche für die vom Beschuldigten veräus-

serten Betäubungsmittel auf den durchschnittlichen ermittelten Reinheitsgehalt abzüglich des 

Vertrauensbereichs von 4.5% abstellte, nicht zu beanstanden. Ausgehend vom dadurch ermittel-

ten Reinheitsgehalt von 62.15 % ergibt sich demnach eine unveränderte Kokainreinmenge von 

53.14 Gramm.  

3.3. Gesamthaft sind dem Beschuldigten somit die Veräusserung von 53.14 Gramm rei-

nem Kokain und 411 Gramm Marihuana anzurechnen. Hinzu kommt der Besitz der anlässlich der 

Hausdurchsuchung sichergestellten Betäubungsmittel, wobei hinsichtlich des Kokains in diesem 

Zusammenhang auf den effektiv ermittelten Reinheitsgrad abzüglich des Vertrauensbereichs von 

4.5 % abzustellen ist. Entsprechend ergibt sich eine Menge von 34.5 Gramm Kokaingemisch mit 

einem Reinheitsgrad von 62.7 %, ausmachend somit 21.63 Gramm reines Kokain, weiteren sich 

in zwei Minigrip befindlichen 1.3 Gramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgrad von 61.6 %, 

ausmachend somit 0.8 Gramm reines Kokain (wobei wie bereits die Vorinstanz von der in der 

Anklage aufgeführten Menge von 0.72 Gramm reinem Kokain auszugehen ist), sowie 

484.9 Gramm Marihuana.  

3.4.  

3.4.1. Was die rechtlichen Voraussetzungen betrifft, kann grundsätzlich vollumfänglich auf 

die zutreffenden Ausführungen des Strafgerichts verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; vo-

rinstanzliches Urteil, S. 12 f.). Soweit der Beschuldigte wiederum ausführt, dass während rund 

vier Monaten keine Absatzhandlungen ausgewiesen seien und deshalb auf zwei gesonderte Ver-

kaufsperioden mit zwei separaten Tatentschlüssen geschlossen werden müsse, ist ihm nicht zu 

folgen. Liegt eine wiederholte Tatbegehung vor, ist mit Blick auf die Frage der Erfüllung des qua-

lifizierten Tatbestands nach Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG zu beurteilen, ob diese als Handlungsein-

heit betrachtet werden kann oder nicht. Eine solche natürliche Handlungseinheit wird allgemein 

angenommen, wenn mehrere Einzelhandlungen auf einem einheitlichen Willensakt beruhen und 

wegen des engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhangs bei objektiver Betrachtung noch 

als einheitliches Geschehen erscheinen (BGE 133 IV 256 E. 4.5.3; BGE 131 IV 83 E. 2.4.5; je-

weils mit Hinweisen). Im Bereich des Betäubungsmittelhandels ist dies zu bejahen, wenn jemand 

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aus einem qualifizierten Vorrat sukzessive Betäubungsmittel veräussert bzw. einer von einem 

generellen Vorsatz getragenen, dauerhaften Handelstätigkeit nachgeht. Die Qualifikation ist in-

dessen nicht erfüllt, wenn eine Handelstätigkeit nicht auf einem einheitlichen Willensentschluss 

beruht. Davon ist auszugehen, wenn der Täter nur unregelmässig und bei Gelegenheit tätig ist 

oder wenn der Täter im Abstand von mehreren Monaten auf Bestellung von Kollegen immer wie-

der einmal kleinere Betäubungsmittelmengen kauft und für Partys ausliefert (Schlegel/Jucker, 

BetmG, 4. Aufl. 2022, N. 193 ff. zu Art. 19 BetmG).  

3.4.2. Mit der Vorinstanz ist vorliegend davon auszugehen, dass bezüglich der Absatzhand-

lungen des Beschuldigten eine natürliche Handlungseinheit vorliegt. So kann aufgrund der aus-

gewerteten Chatverläufe darauf geschlossen werden, dass der Beschuldigte während des ange-

klagten Zeitraums von Mai 2020 bis zum 26. Juli 2021 regelmässig Betäubungsmittel an 

seine Abnehmer veräusserte. Diese fortwährende Abgabe von Betäubungsmitteln spricht für eine 

von einem generellen Vorsatz getragenen, dauerhafte Handelstätigkeit. Es trifft zwar zu, dass 

dem Beschuldigten während etwas mehr als vier Monaten, nämlich von Anfang Oktober 2020 bis 

Mitte Februar 2021, keine Verkäufe nachgewiesen werden können. Es handelt sich dabei indes-

sen nicht um eine Pause von langer Dauer. Darüber hinaus sind keine Anhaltspunkte dafür er-

sichtlich, dass der Beschuldigte von seinem zuvor gefassten Vorsatz, sukzessive Betäubungs-

mittel zu verkaufen, abgerückt wäre und diesen später abermals neu gefasst hätte. So sind in der 

Biographie des Beschuldigten keine Ereignisse erkennbar bzw. bekannt, welche auf eine Auf-

gabe des genannten Vorsatzes hindeuten würden, wie beispielsweise der Antritt einer Ausbil-

dung, einen Aufenthalt im Ausland oder dergleichen. Im Weiteren ergibt sich aus den Akten, dass 

der Beschuldigte ab Februar 2021 seine Verkaufstätigkeit noch intensiviert hat, indem er vor al-

lem damit begonnen hat, vermehrt Kokain an seine Abnehmer zu liefern. Der Beschuldigte selber 

hat sich zu der zu Tage getretenen zeitlichen Lücke sodann in keiner Weise geäussert, obwohl 

sich diesbezügliche Erklärungen ohne Weiteres zu seinen Gunsten hätten auswirken können. Die 

beschuldigte Person hat das Recht, die Aussage und die Mitwirkung im Verfahren zu verweigern 

(Art. 113 Abs. 1 StPO). Nach der Rechtsprechung dürfen ihr daraus zwar grundsätzlich keine 

Nachteile erwachsen (BGE 138 IV 47 E. 2.6.1; BGE 131 IV 36 E. 3.1; jeweils mit Hinweisen). Es 

ist jedoch nicht ausgeschlossen, das Aussageverhalten der beschuldigten Person in die Beweis-

würdigung miteinzubeziehen. Dem Beschuldigten kommt hinsichtlich entlastender Umstände 

eine Substantiierungslast zu (BGer 6B_1047/2018 vom 19. Februar 2019 E. 1.3.1 mit Hinweis). 

Der dargelegte Grundsatz findet mithin dort seine Grenzen, wo der Beschuldigte sich weigert, zu 

seiner Entlastung erforderliche Angaben zu machen, obschon eine Erklärung angesichts der be-

lastenden Beweiselemente vernünftigerweise erwartet werden könnte (BGer 6B_1009/2017 vom 

26. April 2018 E. 1.4.2 mit Hinweisen; Engler, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafpro-

zessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 4a zu Art. 113 StPO). Mangels plausibler Darlegungen des Be-

schuldigten ist während der relevanten Absatzpause mithin nicht von einem Abkommen des ge-

nerell auf die Veräusserung von Betäubungsmitteln gerichteten Tatentschlusses auszugehen. 

Damit bleibt es bei der Verurteilung wegen mehrfacher, teilweise qualifizierter Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG sowie Art. 19 Abs. 

2 lit. a BetmG.  

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4. Strafzumessung  

4.1. Standpunkte der Parteien und Allgemeines  

4.1.1. Der Beschuldigte beantragt im Falle einer Bestätigung der erstinstanzlich ausgefällten 

Schuldsprüche eine Reduktion der ausgesprochenen Freiheitsstrafe. Er begehrt, er sei diesfalls 

lediglich zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten mit einer Probezeit von 2 Jahren zu 

verurteilen. Aus seinem Strafregisterauszug seien keine Vorstrafen ersichtlich, weshalb von kei-

nen relevanten Vortaten auszugehen sei. Verurteilungen, welche nicht im Strafregister ausgeführt 

seien, dürften nicht zu seinen Lasten beigezogen werden. Auch für die Prognosestellung dürfe 

nur berücksichtigt werden, was im Strafregister zulässigerweise eingetragen sei. Es seien sodann 

keine Anzeichen ersichtlich, welche eine Vermutung der günstigen Prognose widerlegen würden. 

Vielmehr habe er sich seit seiner Verhaftung im Juli 2021 wohlverhalten.  

4.1.2. Gemäss Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters 

zu. Dabei berücksichtigt es das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung 

der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Ver-

letzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, 

den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den 

inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden 

(Abs. 2). Ausgehend von der objektiven Tatschwere hat der Richter dieses Verschulden zu be-

werten. Er hat im Urteil darzutun, welche verschuldensmindernden und welche verschuldenser-

höhenden Gründe im konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des 

Tatverschuldens zu gelangen. Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es 

die verschiedenen Strafzumessungskriterien berücksichtigt (BGE 136 IV 55 E. 5.5 f.). 

4.1.3. Tritt das Gericht auf die Berufung ein, fällt es ein neues Urteil, welches das erstin-

stanzliche ersetzt (Art. 408 StPO; BGE 143 IV 408 E. 6.1; 142 IV 89 E. 2.1). Dabei hat die Rechts-

mittelinstanz angesichts der Natur der Berufung als reformatorisches Rechtsmittel eine eigene 

Strafe festzusetzen und nachvollziehbar zu begründen. Sie kann sich nicht mit einer Überprüfung 

der erstinstanzlichen Strafzumessungserwägungen anhand der Einwände des Beschuldigten be-

gnügen. Auch gemäss Art. 81 Abs. 3 lit. a StPO muss die Urteilsbegründung ausdrücklich die 

Sanktionen umfassen. Darauf kann nicht verzichtet werden. Die Möglichkeit, im Rechtsmittelver-

fahren auf die Begründung der Erstinstanz zu verweisen, ändert daran nichts (BGE 141 IV 244 

E. 1.3.3; BGer 6B_848/2020 vom 3. Dezember 2020 E. 2.2; jeweils mit Hinweisen). 

 

4.2. Strafzumessung in concreto  

4.2.1. Bei der Wahl der Sanktionsart sind unter Beachtung des Prinzips der Verhältnismäs-

sigkeit als wichtige Kriterien die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen 

auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 

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134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1). Das Gericht hat im Urteil die Wahl der Sanktionsart zu 

begründen (Art. 50 StGB; BGer 6B_449/2011 vom 12. September 2011 E. 3.6.1 mit Hinweisen).  

Der Beschuldigte ist zum einen wegen mehrfacher qualifizierter Widerhandlungen gegen das Be-

täubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG (Handel und Besitz einer qualifizierten 

Menge Kokain) zu verurteilen, wobei die genannte Bestimmung eine Mindestfreiheitsstrafe von 1 

Jahr vorsieht. Die Aussprechung einer Geldstrafe fällt für diese Delikte somit von vornherein aus-

ser Betracht. Was die Veräusserung sowie den Besitz von Marihuana angeht, ist der Beschuldigte 

jeweils wegen einfacher Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 

19 Abs. 1 lit. c bzw. lit. d BetmG zu bestrafen. Hierbei handelt es sich um Vergehen, welche mit 

Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe sanktioniert werden. Auch wenn betreffend den 

Handel mit sowie den Besitz von Marihuana mithin die Aussprechung einer Freiheitsstrafe nicht 

als zwingend erscheint, erwiese sich eine blosse Geldstrafe vorliegend aufgrund der konkreten 

Umstände, so unter anderem die enge zeitliche und räumliche Nähe zum Handel mit einer quali-

fizierten Substanz, nicht mehr als angemessen. Überdies verfügt der Beschuldigte über eine ein-

schlägige Vorstrafe (siehe dazu weiter unten) und ist auch nach den vorliegend zu beurteilenden 

Taten nicht vom Drogenhandel abgerückt, wie der jüngste Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Ba-

sel-Landschaft vom 19. Juli 2023, mit welchem er erneut wegen Widerhandlungen gegen das 

Betäubungsmittelgesetz verurteilt wurde, eindrücklich zeigt. Es ist mithin klarerweise davon aus-

zugehen, dass einzig eine (Gesamt-)Freiheitsstrafe den Beschuldigten nachhaltig zu beeindru-

cken vermag und in präventiver Hinsicht sich als zweckmässig erweist. Somit sind für sämtliche 

Delikte Freiheitsstrafen auszusprechen. 

4.2.2.  

4.2.2.1. Als schwerstes Delikt ist vorliegend der Besitz von rund 53 Gramm reinem Kokain zu 

qualifizieren. Hierfür ist die Einsatzstrafe festzusetzen, wobei sich das Kantonsgericht den straf-

gerichtlichen Erwägungen grundsätzlich anschliesst (Art. 82 Abs. 4 StPO; vorinstanzliches Urteil, 

S. 15 f.). Der Beschuldigte hat den Richtwert für eine qualifizierte Menge Kokain von 18 Gramm 

um rund das Dreifache überschritten (vgl. BGE 145 IV 312 E. 2.1.3). Der Drogenmenge ist zwar 

keine vorrangige, aber auch nicht eine untergeordnete Bedeutung zuzumessen. Es wäre verfehlt, 

im Sinne eines Tarifs überwiegend oder gar allein auf dieses Kriterium abzustellen. Falsch wäre 

aber auch die Annahme, diesem Strafzumessungselement komme eine völlig untergeordnete 

oder gar keine Bedeutung zu. Eine erhebliche Drogenmenge darf bei der Festsetzung der Strafe 

innerhalb des qualifizierten Strafrahmens somit verschuldenserhöhend gewichtet werden 

(BGE 118 IV 342 E. 2b S. 347; Urteil des Bundesgerichts 6B_286/2011 vom 29. August 2011 E. 

3.4.1). Die Vorinstanz führt in dieser Hinsicht zutreffend aus, dass der für Art. 19 Abs. 2 lit. a 

BetmG relevante Grenzwert zwar deutlich überschritten wurde, der Beschuldigte aber nichtsdes-

totrotz noch als eigentlicher "Kleindealer" zu bezeichnen sei. Sie weist im Weiteren korrekter-

weise darauf hin, dass das Verschulden auch angesichts des relativ überschaubaren Kunden-

stammes des Beschuldigten noch als vergleichsweise leicht beurteilt werden kann. Dass dieser 

mit dem Betäubungsmittelverkauf ein rein finanzielles Motiv verfolgte, beurteilt sie zurecht als 

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leicht verschuldenserhöhend. Ebenso kann das hohe Mass an Entscheidungsfreiheit des Be-

schuldigten als leicht verschuldenserhöhend gewichtet werden, sind doch keine Umstände er-

sichtlich, welche diesen daran gehindert hätten, sich gesetzeskonform zu verhalten: Auch wenn 

er selber Betäubungsmittel konsumierte, ist nicht ersichtlich, dass die qualifizierte Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz nur der Finanzierung des eigenen Betäubungsmittelkonsums 

hätte dienen sollen. Es wäre dem noch jungen und gesunden Beschuldigten sodann ohne Wei-

teres freigestanden, die von ihm benötigten finanziellen Mittel auf dem Wege einer legalen Er-

werbstätigkeit zu erlangen. Je leichter es für ihn gewesen wäre, die Normen der Betäubungsmit-

telgesetzgebung zu respektieren, desto schwerer wiegt verschuldensmässig die Entscheidung 

gegen sie (vgl. BGE 117 IV 112 E. 1 mit Hinweisen).  

Trotz der dargelegten verschuldenserhöhenden Umstände teilt das Kantonsgericht indessen die 

Auffassung der Vorderrichter, dass im Rahmen einer Gesamtbeurteilung noch von einem leichten 

Tatverschulden auszugehen ist, für welches sich eine Einsatzstrafe von 15 Monaten als ange-

messen erweist.  

4.2.2.2. Hinsichtlich der beim Beschuldigten anlässlich der Hausdurchsuchung aufgefundenen 

22.35 Gramm reinem Kokain ist zu konstatieren, dass die Grenze für einen qualifizierten Fall 

damit nur knapp überschritten wurde. Insofern ist die Tat nicht wesentlich über die Erfüllung des 

qualifizierten Tatbestands hinausgegangen. Auch wenn es sich beim blossen Besitz von Betäu-

bungsmitteln nicht um eine der schwersten Formen von Widerhandlungen gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz handelt, ist die davon ausgehende mittelbare Gefährdung der Gesundheit vie-

ler Menschen und das damit einhergehende Verschulden jedoch nicht zu bagatellisieren. Dies 

gilt umso mehr, als der Beschuldigte vorliegend beabsichtigte, das Kokain nach und nach ge-

winnbringend an seine Abnehmer zu veräussern. Die damit einhergehende finanzielle Vorteils-

absicht ist entsprechend wiederum leicht verschuldenserhöhend zu würdigen. Dies gilt gleicher-

massen wiederum für das hohe Mass an Entscheidungsfreiheit, welches dem Beschuldigten zu 

attestieren ist. Das Verschulden kann im Rahmen einer Gesamtbetrachtung indessen noch als 

leicht bezeichnet werden. Dennoch darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass die Tat – bei 

einer Einzelfallbetrachtung – wiederum mit einer Freiheitsstrafe von mindestens 1 Jahr zu sank-

tionieren wäre. Auch unter Berücksichtigung des engen Zusammenhangs zur Veräusserung einer 

qualifizierten Menge Kokain erscheint die erstinstanzlich vorgenommene Asperation von lediglich 

3 Monaten damit als relativ mild. Dem Kantonsgericht ist es aufgrund des in casu anwendbaren 

Verbots der reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) freilich verwehrt, eine Straferhöhung vor-

zunehmen, womit es mit dem vorinstanzlich festgesetzten Strafmass sein Bewenden hat.  

4.2.2.3. Was den Verkauf von 411 Gramm Marihuana anbelangt, so ist zu berücksichtigen, 

dass dieser parallel zur Veräusserung der bereits oben beurteilten qualifizierten Menge Kokain 

erfolgt ist, womit die wesentlichen Kriterien hinsichtlich der Strafzumessung die gleichen sind. Bei 

Marihuana handelt es sich um eine sog. "weiche" Droge. Dennoch ist der Handel damit nicht zu 

bagatellisieren, denn auch Marihuana vermag die Gesundheit der Konsumenten zu beeinträchti-

gen, namentlich der sich mitten in ihrer physischen und psychischen Entwicklung befindlichen 

Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Im Weiteren kann der regelmässige bzw. in grossen 

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Mengen erfolgende Konsum zu einer Sucht und zu physischen sowie psychischen Störungen 

führen (vgl. BGer 1B_393/2020 vom 2. September 2020 E. 3.2). Die monetären Interessen wie 

auch die Entscheidungsfreiheit des Beschuldigten sind wiederum als leicht verschuldenserhö-

hende Faktoren zu werten. Im Rahmen des nicht qualifizierten Tatbestands ist sodann dem Um-

stand Rechnung zu tragen, dass dieser hinsichtlich der Strafbarkeit keine Mindestmenge vorsieht 

und mit anderen Worten bereits die Veräusserung kleinster Mengen Marihuana unter Strafe stellt. 

Entsprechend handelt es sich bei den zur Beurteilung stehenden rund 400 Gramm Marihuana 

um eine erhebliche Betäubungsmittelmenge. Vor diesem Hintergrund geht das Kantonsgericht 

von einer Tatschwere im nicht mehr leichten Bereich aus, womit sich die durch das Strafgericht 

vorgenommene Erhöhung der Einsatzstrafe um lediglich 2 ½ Monate auch unter Berücksichti-

gung des engen Konnexes zu den übrigen Betäubungsmitteldelikten als äusserst gering erweist. 

Wiederum greift indessen das Verschlechterungsverbot, womit es beim erstinstanzlich festge-

setzten Strafmass sein Bewenden hat.  

4.2.2.4. Nicht gefolgt werden kann den Vorderrichtern, soweit sie ausführen, der dem Beschul-

digten letztendlich noch anzulastende Besitz von 484.9 Gramm Marihuana bewege sich mengen-

mässig im unteren Rahmen des denkbar Möglichen. Nachdem Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG jegli-

chen Besitz von Marihuana unter Strafe stellt, sofern dieser mit Blick auf eine beabsichtigte Wei-

terveräusserung erfolgt, handelt es sich bei mehreren hundert Gramm Marihuana um eine durch-

aus beachtliche Drogenmenge. Die Erhöhung der Einsatzstrafe um bloss ½ Monat erweist sich 

unter diesem Gesichtspunkt somit als eindeutig zu tief. Nachdem vorliegend das Verbot der re-

formatio in peius greift, hat es indessen beim genannten Strafmass zu bleiben.  

4.2.2.5. Was die Täterkomponente anbelangt, so kann hinsichtlich der persönlichen Verhält-

nisse auf die umfassenden sowie korrekten Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen 

werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; vorinstanzliches Urteil, S. 16 f.). Anlässlich der kantonsgerichtlichen 

Berufungsverhandlung verweigerte der Beschuldigte sämtliche Aussagen (Protokoll KG, S. 3 ff.). 

Ob betreffend die persönliche Situation des Beschuldigten Veränderungen eingetreten sind, ist 

somit nicht bekannt. Mangels anderslautender Angaben des Beschuldigten sowie mit Blick auf 

die ihn hinsichtlich entlastender Argumente treffende Substantiierungslast (BGer 6B_1047/2018 

vom 19. Februar 2019 E. 1.3.1) ist indessen davon auszugehen, dass er nach wie vor bei seinen 

Eltern lebt und derzeit keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Die persönlichen Umstände des Be-

schuldigten geben zu keinen besonderen Bemerkungen Anlass. Seine Strafempfindlichkeit er-

scheint unter den gegebenen Umständen, wie das Strafgericht zutreffend ausgeführt hat, als eher 

tief. Das Erstgericht verweist sodann korrekterweise auf die einschlägigen Vorstrafen des Be-

schuldigten. Entgegen seiner Auffassung sind diese durchaus mitzuberücksichtigen, auch wenn 

sie aufgrund von formellen Voraussetzungen keinen Eingang in das Strafregister gefunden ha-

ben. Für nicht eintragungspflichtige Verurteilungen – so unter anderem explizit Jugendstrafen – 

galt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung vor Inkraftsetzung des neuen Bundesgesetzes 

über das Strafregister-Informationssystem VOSTRA (Strafregistergesetz, StReG, SR 330) am 

23. Januar 2023 die 10-jährige Minimalfrist nach dem bis zu diesem Zeitpunkt anwendbaren aArt. 

69 Abs. 3 StGB (BGE 135 IV 87 E. 4 f.). Mit Einführung des neuen Strafregistergesetzes wurde 

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die Minimalfrist für die Entfernung von Strafurteilen auf 15 Jahre angehoben (Art. 30 Abs. 2 lit. d 

StReG). Ungeachtet dieses Umstands liegen die Vorstrafen des Beschuldigten indessen noch 

keine 10 Jahre zurück, womit diese unter allen Umständen in die Beurteilung miteinzuziehen sind. 

Die mehrmalige Verurteilung des Beschuldigten aufgrund des Eigenkonsums verbotener Betäu-

bungsmittel sowie seine einschlägige Vorstrafe wegen mehrfachen Widerhandlungen gegen das 

Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 BetmG (Weiterverkauf von Marihuana zur 

Finanzierung des Eigenkonsums) werten die Vorderrichter zu Recht straferhöhend. Sie verwei-

sen sodann korrekterweise auf die fehlende Einsicht und Reue des Beschuldigten. Dieser hat im 

vorliegenden Verfahren grösstenteils von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch ge-

macht, was ihm nicht zu seinen Lasten ausgelegt werden kann. Die Vorinstanz führt indessen 

zutreffend aus, dass ihm aufgrund dieser Begebenheiten keine Strafreduktion gewährt werden 

könne. Dies gilt umso mehr, als der Beschuldigte mit jüngstem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Basel-Landschaft vom 19. Juli 2023 erneut wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmit-

telgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 BetmG sowie wegen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz 

gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG verurteilt worden ist. Dem genannten Strafbefehl lässt sich ent-

nehmen, dass sich der Beschuldigte anlässlich einer am 27. März 2023 durchgeführten Haus-

durchsuchung wiederum im Besitz von 11.2 Gramm Kokain, 233.8 Gramm Haschisch sowie 

476.9 Gramm Marihuana befunden hat. Darüber hinaus konnten in seinem Zimmer verbotene 

Waffen, nämlich ein Schlagring sowie ein Elektroschockgerät, aufgefunden werden. Es erhellt 

somit, dass er vollständig unbeeindruckt vom gegen ihn am 21. Dezember 2022 ergangenen 

erstinstanzlichen Urteil sowie während des laufenden Berufungsverfahrens weiterhin dem Dro-

genhandel unbeirrt nachgegangen ist. Ein derartiges Verhalten zeugt von einer tiefgreifenden 

Uneinsichtigkeit sowie einer enormen Gleichgültigkeit gegenüber dem hiesigen Rechtssystem. 

Dass der Beschuldigte während des vorliegenden Strafverfahrens erneut einschlägig straffällig 

geworden ist, ist im Rahmen der Täterkomponente massgeblich straferhöhend zu berücksichti-

gen (vgl. BGer 6B_782/2011 vom 3. April 2012 E. 4.2). Die Täterkomponente wäre entsprechend 

nicht nur leicht, sondern erheblich zu Ungunsten des Beschuldigten zu beurteilen gewesen. Auf-

grund der aufgeführten Sachlage hätte das Kantonsgericht mithin im Rahmen der Täterkompo-

nente eine deutliche Straferhöhung als angemessen erachtet, wobei ihm dieses Vorgehen auf-

grund des Verbots der reformatio in peius verwehrt bleibt. 

4.2.2.6. Damit bleibt es beim vorinstanzlich festgesetzten Strafmass von 22 Monaten Freiheits-

strafe. Aufgrund der dargelegten Umstände bleibt für die vom Beschuldigten begehrte Strafre-

duktion kein Raum, womit seine Berufung in diesem Punkt abzuweisen ist.  

4.2.3. Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe oder 

einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe 

nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen 

abzuhalten. Die Prüfung, ob die beschuldigte Person für ein dauerndes Wohlverhalten Gewähr 

bietet, setzt eine Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände voraus. In die Beurteilung mit 

einzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie alle 

weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten einer 

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Bewährung zulassen. Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Entscheids 

miteinzubeziehen (BGE 134 IV 1 E. 4.2.1). Der Strafaufschub ist die Regel, von der grundsätzlich 

nur bei ungünstiger Prognose abgewichen werden darf (BGE 134 IV 1 E. 4.2.2). Der teilbedingte 

Vollzug kommt demgegenüber zur Anwendung, wenn der Aufschub wenigstens eines Teils der 

Strafe aus spezialpräventiver Sicht erfordert, dass der andere Strafteil unbedingt ausgesprochen 

wird. Bestehen erhebliche Bedenken an der Legalbewährung des Täters, die bei einer Gesamt-

würdigung aller Umstände eine eigentliche Schlechtprognose aber noch nicht zu begründen ver-

mögen, so kann das Gericht anstelle des Strafaufschubs den teilbedingten Vollzug gewähren. 

Auf diesem Weg kann es im Bereich höchst ungewisser Prognosen dem Dilemma "Alles oder 

Nichts" entgehen (BGE 144 IV 277 E. 3.1.1; BGE 134 IV 1 E. 5.5.2: jeweils mit Hinweisen). Be-

steht hingegen keinerlei Aussicht, dass der Täter sich durch den – ganz oder teilweise – gewähr-

ten Strafaufschub im Hinblick auf sein künftiges Legalverhalten positiv beeinflussen lässt, ist die 

Strafe in voller Länge zu vollziehen (BGE 144 IV 277 E. 3.1.1; BGE 134 IV 1 E. 5.3.1; jeweils mit 

Hinweisen).  

Die Erstinstanz hat dem Beschuldigten den teilbedingten Vollzug gewährt und dabei zu Recht auf 

dessen einschlägige Vorstrafen wie auch weitere, die Legalprognose trübende Faktoren verwie-

sen. So fehlt es dem Beschuldigten aktuell an einer geregelten Tagesstruktur; weder befindet er 

sich in einer Ausbildung, noch geht er einer Erwerbstätigkeit nach. Die Vorinstanz macht sodann 

zutreffend darauf aufmerksam, dass sich der Beschuldigte beharrlich weigert, mit den Behörden 

– insbesondere der Bewährungshilfe sowie dem ihm von der Kindes- und Erwachsenenschutz-

behörde zur Seite gestellten Beistand – zusammenzuarbeiten. Gleichermassen hat er sämtliche 

ihm in dieser Beziehung von den Behörden und weiteren Institutionen unterbreitete Hilfsangebote 

bisher kategorisch ausgeschlagen. Beizupflichten ist dem Erstgericht sodann, wenn dieses aus-

führt, dass beim Beschuldigten keinerlei Einsicht und Reue ausgemacht werden könne und seine 

Taten trotz seines jugendlichen Alters nicht mehr als sogenannte "Jugendsünden" abgetan wer-

den können. Dies zeigt sich eindrücklich daran, dass er nach einer Verurteilung durch die Ju-

gendanwaltschaft Basel-Landschaft am 7. Dezember 2018 u.a. wegen mehrfacher Widerhand-

lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Weiterverkauf von Marihuana an Kollegen zur Finan-

zierung des Eigenkonsums, act. 39) dazu übergegangen ist, neben Marihuana auch mit harten 

Drogen – konkret Kokain – Handel zu betreiben. Die weiter gegen ihn ergangenen Strafbefehle 

vom 27. Juni 2018 und vom 28. Juli 2020 (act. 7 ff.) zeigen sodann, dass er sich von den Inter-

ventionen der Jugendanwaltschaft in keiner Weise hat beeindrucken lassen. Zuletzt liess ihn of-

fenkundig auch das aktuell gegen ihn geführte Strafverfahren unberührt, wurde er doch am 19. 

Juli 2023 von der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft erneut wegen einschlägiger Widerhand-

lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt. Aus dem genannten Strafbefehl lässt sich 

entnehmen, dass der Beschuldigte nach Ergehen des erstinstanzlichen Urteils im Wissen um den 

angeordneten teilbedingten Vollzug der gegen ihn ausgesprochenen Freiheitsstrafe unbeirrt die 

von ihm präferierten illegalen Substanzen – nämlich Kokain und Marihuana – zum Zwecke der 

Weiterveräusserung bei sich zu Hause gelagert hat. Dass er praktisch unmittelbar nach Erlass 

des erstinstanzlichen Urteils wiederum einschlägig straffällig geworden ist, zeigt deutlich, dass 

ihn auch die Anordnung einer teilbedingten Freiheitsstrafe offenbar nicht zu beeindrucken vermag 

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und diese somit in präventiver Hinsicht keinerlei Wirkung entfaltet hat. Somit wird deutlich, dass 

dem Beschuldigten zum jetzigen Zeitpunkt eine eigentliche Schlechtprognose zu stellen ist. Das 

Kantonsgericht hätte die gegen ihn ausgesprochene Freiheitsstrafe mithin gänzlich unbedingt 

ausgesprochen. Aufgrund des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) hat es indessen 

beim vorinstanzlich angeordneten teilbedingten Strafvollzug zu bleiben. Das erstinstanzliche Er-

kenntnis ist in diesem Sinne zu bestätigen und es sind 11 Monate der Freiheitsstrafe von 22 

Monaten unbedingt auszusprechen, wohingegen für die anderen 11 Monate der bedingte Vollzug 

zu gewähren ist.  

4.2.4. Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so bestimmt es 

dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 StGB). Nachdem die 

Legalprognose des Beschuldigten als gänzlich getrübt zu bezeichnen ist, ist die von der Vo-

rinstanz angeordnete Probezeit von vier Jahren nicht zu beanstanden. Sie trägt vielmehr der un-

steten Lebenssituation des Beschuldigten Rechnung, welcher sich hinsichtlich seiner Taten auch 

vollkommen uneinsichtig zu zeigen scheint, und erweist sich demnach als angemessen.  

4.2.5. Hinsichtlich des einmaligen Konsums von Marihuana hat die Vorinstanz eine Busse 

von Fr. 100.-- ausgefällt, was der Regelung von Art. 1 lit. a Ziff. 10 OBG i.V.m. Ziff. 8001 Anhang 

OBV entspricht. Nachdem Art. 14 OBG sodann vorsieht, dass Ordnungsbussen auch im ordentli-

chen Strafverfahren ausgesprochen werden können, ist die genannte Busse zu bestätigen.  

 

4.3. Fazit  

Der Beschuldigte ist nach dem Gesagten zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von gesamthaft 

22 Monaten, wovon 11 Monate zu vollziehen und 11 Monate bedingt bei einer Probezeit von 4 

Jahren auszusprechen sind, sowie zu einer Busse von Fr. 100.-- zu verurteilen. Somit ist das 

vorinstanzliche Strafmass umfassend zu bestätigen und die Berufung des Beschuldigten in die-

sem Punkt vollständig abzuweisen.  

 

5. Einziehungen  

Der Beschuldigte hat die Sicherheitseinziehung der beschlagnahmten Drogen sowie 

Drogenutensilien wie auch seiner Mobiltelefone gemäss Art. 69 Abs. 1 StGB sowie die Vermö-

genseinziehung der beschlagnahmten Barwerte in Höhe von gesamthaft Fr. 1'1'50.-- gemäss Art. 

70 Abs. 1 StGB angefochten, ohne dies näher zu begründen. Nachdem der Beschuldigte gänzlich 

schuldig zu sprechen ist, kann vollumfänglich auf die korrekten Erwägungen des Strafgerichts 

verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Es steht ausser Frage, dass die genannten Gegen-

stände zur Begehung der Straftaten des Beschuldigten gedient haben. Die Vorinstanz weist so-

dann zutreffend darauf hin, dass das beschlagnahmte Bargeld in dealertypischer Stückelung 

beim Beschuldigten zu Hause aufgefunden wurde. Nachdem der Beschuldigte keiner Erwerbstä-

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tigkeit nachgeht und mithin kein eigenes Erwerbseinkommen erwirtschaftet, ist unzweifelhaft da-

von auszugehen, dass das genannte Bargeld aus dem Drogenhandel stammt und folglich eben-

falls einzuziehen ist.  

 

6. Kosten- und Entschädigungsfolgen  

(…) 

 

 

 

Demnach wird erkannt: 

 

://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 21. Dezember 

2022, auszugsweise lautend: 

 

"1. A.____ wird der mehrfachen, teilweise qualifizierten Wi-

derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie 

des Konsums von Betäubungsmitteln schuldig erklärt und 

verurteilt  

  

zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 

22 Monaten, davon 11 Monate unbedingt, bei einer Pro-

bezeit von 4 Jahren für den bedingten Teil der Strafe, 

 

 unter Anrechnung der vom 27. Juli 2021 bis zum 24. Sep-

tember 2021 ausgestandenen Untersuchungshaft von 60 

Tagen, 

  

sowie zu einer Busse von Fr. 100.--, 

 

 im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag, 

 

 in Anwendung von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG, teil-

weise in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, Art. 

19a Ziff. 1 BetmG, Art. 43 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 

49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB, Art. 106 StGB. 

 

2. Das Verfahren betreffend den Konsum von Betäubungs-

mitteln wird für den Zeitraum vom 28. Juli 2019 bis zum 3. 

Juli 2020 wegen des Verbotes der Doppelbestrafung (ne 

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bis in idem) bzw. teilweise auch wegen Eintritts der Ver-

folgungsverjährung eingestellt. Betreffend den Zeitraum 

vom 3. Juli 2020 bis zum 26. Juli 2021 wird der Beurteilte 

vom Vorwurf des Konsums von Betäubungsmitteln freige-

sprochen. 

 

3. Von der Anordnung einer Landesverweisung gegen den 

Beurteilten wird in Anwendung von Art. 66a Abs. 2 StGB 

abgesehen. 

 

4. Folgende beschlagnahmten Gegenstände werden in An-

wendung von Art. 69 Abs. 1 und Abs. 2 StGB zur Vernich-

tung eingezogen: 

 

(…) 

  

5. Sämtliche im vorliegenden Verfahren forensisch gesi-

cherten Daten, welche sich bei der Polizei Basel-Land-

schaft, IT-Forensik, befinden, werden nach Rechtskraft 

des Urteils unwiderruflich gelöscht. 

 

6. Das beschlagnahmte Bargeld, Fr. 1'150.--, wird gemäss 

Art. 70 Abs. 1 StGB eingezogen. 

 

7. Der Beurteilte trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 

StPO die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten 

des Vorverfahrens von Fr. 15'136.--, den Kosten des 

Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 1'050.--, und der 

Gerichtsgebühr von Fr. 8'000.--. 

 

Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Ur-

teil verlangt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die strafgerichtli-

che Gebühr auf Fr. 4'000.-- ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). 

 

8. Das Honorar der amtlichen Verteidigung in Höhe von ins-

gesamt Fr. 11'868.90 (inkl. Auslagen und 7.7 % Mehrwert-

steuer) wird unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflich-

tung des Beurteilten nach Art. 135 Abs. 4 StPO aus der 

Gerichtskasse entrichtet. 

 

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Seite 23  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Der Beurteilte ist, sobald es seine wirtschaftlichen Ver-

hältnisse erlauben, verpflichtet, dem Staat die Kosten der 

amtlichen Verteidigung zurückzuzahlen und der amtli-

chen Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen 

Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten 

(Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO)." 

 

wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten in den Dis-

positiv-Ziffern 1, 4, 5, 6, 7 und 8 sowie in den rechtskräftigen Dispo-

sitiv-Ziffern 2 und 3 vollumfänglich bestätigt und unverändert als 

Bestandteil dieses Urteils erklärt.   

 

 II. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus der Gebühr 

von Fr. 5'250.-- sowie den Auslagen von Fr. 250.--, gesamthaft somit 

Fr. 5'500.--, werden dem Beschuldigten auferlegt.  

 

 III. Dem amtlichen Verteidiger, Advokat Christian Möcklin-Doss, wird für 

das Berufungsverfahren ein Honorar von Fr. 3'568.35 (inkl. Auslagen 

und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entrichtet.  

 

Der Beschuldigte wird dazu verpflichtet, dem Kanton die Entschädi-

gung für die amtliche Verteidigung zurückzubezahlen, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

 IV. (Mitteilungsziffer) 

 

 

 

 

Präsident 

 

 

 

 

Dieter Eglin 

Gerichtsschreiberin 

 

 

 

 

Melanie Zahnd 

 

 

 

Vermerk eines allfälligen Weiterzugs 

 

 

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