# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1191419b-d48d-5973-8e2f-90b8a280a09d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-03-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 31.03.2006 A 2006 6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_A-2006-6_2006-03-31.pdf

## Full Text

A 06 6
3. Kammer 

URTEIL
vom 31. März 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Kantons- und direkte Bundessteuer

1. … führt als dipl. Wirtschaftsprüfer seit dem 1. Dezember 1994 in … sein 

eigenes Treuhand- und Revisionsbüro in Form einer Einzelfirma. Mit 

Aktienkaufvertrag vom 14. März 2003 verkaufte … als Inhaber der … AG in 

… per 30. April 2003 je fünfzig Aktien der Firma an die beiden Käufer … und 

... Der Kaufpreis für die 100 Namenaktien wurde, nach Abzug der noch 

latenten "Gewinnausschüttung per Januar 2004" von Fr. 100'000.--, auf Fr. 

300'000.-- bzw. Fr. 3'000.-- pro Namenaktie festgesetzt. Ab 1. Mai 2003 wurde 

der Name der Gesellschaft auf "… & Partner AG" (… AG) abgeändert. Der 

damalige Steuerwert - vor der noch latenten Gewinnausschüttung - belief sich 

auf Fr. 1'900.-- pro Aktie. Nach Ausschüttung reduzierte er sich auf Fr. 1'600.--

. Die 50 Namenaktien der neuen Firma … & Partner AG qualifizierte … als 

Geschäftsvermögen und buchte diese am 25. April 2003 mit Bezahlen des 

vereinbarten Kaufpreises von Fr. 150'000.--, als Beteiligung in seine noch 

tätige Einzelfirma ein. Mit dem Erstellen der Jahresrechnung für das Jahr 

2003 nahm … am Bilanzierungsstichtag per 30. September 2003 eine 

erfolgswirksame Abschreibung auf die Beteiligung an der … und Partner AG 

in der Höhe von Fr. 55'000.-- vor und reduzierte damit den Verkehrswert pro 

Aktie von Fr. 3'000.-- auf den damaligen aktuellen Steuerwert von Fr. 1'900.-

- pro Aktie. Die Veranlagungsbehörde erachtete diese Abschreibung als 

geschäftsmässig nicht begründet und rechnete sie deshalb bei der 

Veranlagung der Kantons- und der direkten Bundessteuer 2003 wieder auf. 

Die von … dagegen erhobene Einsprache wies die Steuerverwaltung mit 

Entscheiden vom 5. Januar 2006 ab.

2. Dagegen erhoben die Eheleute … am 31. Januar 2006 Rekurs bzw. 

Beschwerde an das Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die angefochtenen 

Einspracheentscheide aufzuheben und die umstrittene Abschreibung 

zuzulassen. Die Rekurrenten und Beschwerdeführer (im Folgenden: 

Rekurrenten) machen geltend, mit der Abschreibung solle erreicht werden, 

dass der Buchwert der Aktien wieder dem tatsächlichen Verkehrswert 

entspreche. Dies sei der Verkehrswert, welcher dem inneren Wert der 

Beteiligung entspreche. Dieser wiederum sei mit dem von der 

Steuerverwaltung selber festgesetzten Steuerwert gleichzusetzen. 

3. Die kantonale Steuerverwaltung beantragte in ihrer Vernehmlassung die 

Abweisung von Rekurs und Beschwerde. Zur Begründung trägt sie im 

Wesentlichen dieselben Argumente vor wie schon in den angefochtenen 

Entscheiden.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Rekurs- und Beschwerdethema bildet einzig die Frage, ob die Vorinstanz die 

in der Bilanz per 30. September 2003 getätigte Abschreibung auf dem vom 

Rekurrenten am 14. März 2003 erworbenen Aktienpaket zu Recht 

aufgerechnet hat. 

2. Nach Art. 32 Abs. 1 des Steuergesetzes für den Kanton Graubünden (StG) 

bzw. des inhaltlich identischen Art. 27 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

direkte Bundessteuer (DBG) können Selbständigerwerbende die geschäfts- 

oder berufsmässig begründeten Kosten abziehen, insbesondere die 

Abschreibungen für Wertverminderungen des Geschäftsvermögens (Art. 32 

Abs. 1 lit. a StG; Art. 27 Abs. 2 lit. a DBG) sowie die eingetretenen und 

verbuchten Verluste auf Geschäftsvermögen (Art. 32 Abs. 1 lit. d StG; Art. 27 

Abs. 2 lit. b DBG). Abschreibungen sind geschäftsmässig begründet, soweit 

sie notwendig sind. Nach Lehre und Rechtsprechung soll durch 

Abschreibungen ein möglichst sicherer Einblick in die wirtschaftliche Lage des 

Geschäftes und eine möglichst zuverlässige Beurteilung der tatsächlichen 

Vermögens- und Ertragslage ermöglicht werden. Die Abschreibung stellt eine 

Wertkorrektur auf dem Geschäftsvermögen dar und dient dazu, den 

Anschaffungspreis auf die Benutzungsdauer zu verteilen und dem 

Wirtschaftsgut den Wert beizumessen, der ihm am Bilanzstichtag zukommt. 

Die Abschreibung hat der Abnützung und anderen Wertverlusten von 

Wirtschaftsgütern periodisch angemessen Rechnung zu tragen. Nur 

ausnahmsweise - bei aussergewöhnlichem und unvorhersehbarem 

Wertzerfall - können auch besonders hohe Abschreibungen zulässig sein. 

Wertverminderungen, welche mittels ausserordentlicher Abschreibungen 

buchmässig berücksichtigt werden müssen, entstehen durch einmalige, 

geschäftsplanwidrige Ereignisse. Gegenstand ausserordentlicher 

Abschreibungen können sämtliche Wirtschaftsgüter des 

Geschäftsvermögens bilden, welche Werteinbussen erleiden, die nicht auf die 

normale, mit der periodischen Abschreibung berücksichtigte Abnützung 

zurückzuführen sind. Mit der Bezeichnung "ausserordentlich" sind nur die 

besonderen Umstände gemeint, auf denen die Abschreibungen beruhen; sie 

beinhaltet keine Qualifikation dieser Abschreibungen als ausserordentlichen 

Aufwand. Ausserordentliche Abschreibungen sind vielmehr wie die 

ordentlichen Abschreibungen als ordentlicher Geschäftsaufwand zu 

würdigen. Die Rechtsprechung ist zurückhaltend und lässt ausserordentliche 

Abschreibungen nur insofern zu, als der Wertverlust sicher und endgültig ist 

oder zumindest auf Dauer erscheint. Ausserordentliche Abschreibungen, 

welche die effektiv eingetretene Wertverminderung übersteigen oder sich auf 

nicht dauerhaft erscheinende Wertverluste beziehen, sind folglich nicht 

geschäftsmässig begründet und werden steuerrechtlich nicht anerkannt (vgl. 

zum Ganzen: Reich/Züger in Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht 

I/2a, Art 27 und 28 DBG). Als steuermindernde Tatsache ist die Abschreibung 

nach den Grundsätzen der Beweislastverteilung vom Steuerpflichtigen 

nachzuweisen. Dieser Nachweis setzt eine substantiierte Sachdarstellung 

voraus, die für jedes einzelne Abschreibungsobjekt über Motiv, Rechtsgrund 

und Betrag der Abschreibung Auskunft gibt und mit entsprechenden 

beweiskräftigen Unterlagen belegt wird (vgl. Reich/Züger, a.a.O., Art. 28 DBG, 

N. 46). Abschreibungen auf dem Finanzanlagevermögen wie Beteiligungen 

sind steuerrechtlich nur zulässig, wenn ein tieferer Verkehrswert 

nachgewiesen werden kann (vgl. Reich/Züger, a.a.O., Art. 28 DBG, N. 54).

3. a) Für nicht regelmässig gehandelte Wertpapiere ist nach Art. 59 Abs. 2 StG der 

Verkehrswert nach dem inneren Wert zu ermitteln. Von dieser Regel kann 

indessen abgewichen werden, wenn für Wertpapiere ohne Kurswert kurz vor 

oder nach dem Stichtag Handänderungen unter unabhängigen Dritten 

stattgefunden haben und entsprechende aktuelle Kaufpreise nachgewiesen 

sind. In solchen Fällen ist eben der Verkehrswert bekannt (vgl. Sramek in 

Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 2.A., § 50 N 10). Eine Schätzung 

nach dem inneren Wert erübrigt sich deshalb. 

b) Vorliegend qualifizierte der Rekurrent die 50 Namenaktien der neuen Firma 

CNP AG als Geschäftsvermögen und buchte diese am 25. April 2003 mit 

Bezahlen des vereinbarten Kaufpreises von Fr. 150'000.--, als Beteiligung in 

seine noch tätige Einzelfirma ein. Damit hat er richtigerweise als erstmaligen 

Buchwert den Kaufpreis und damit den Verkehrswert der Beteiligung 

eingesetzt. Bereits kurze Zeit später nahm er jedoch mit dem Erstellen der 

Jahresrechnung für das Jahr 2003 am Bilanzierungsstichtag per 30. 

September 2003 eine erfolgswirksame Abschreibung auf diese Beteiligung in 

der Höhe von Fr. 55'000.-- vor. Einen sachlich nachvollziehbaren Grund dafür 

vermag er nicht zu nennen. Insbesondere ist nicht erkennbar, dass aus Sicht 

seiner Einzelfirma ein solcher Abschreibungsbedarf bestand. Daran ändert 

sich auch dadurch nichts, dass die Steuerverwaltung später aufgrund der 

massgebenden Jahresrechungen der Firma CNP AG die Aktien tiefer 

bewertete. Diese Bewertung erfolgte vom Standpunkt dieser Gesellschaft 

aus. Damit kann nicht begründet werden, dass der durch den Kaufpreis 

verkörperte Verkehrswert der Beteiligung des Rekurrenten schon wenige 

Monate nach dem Erwerb der Aktien mehr als ein Drittel seines Wertes 

verloren haben soll. Jedenfalls erbringt der Rekurrent dafür keinerlei 

Nachweis, weshalb entsprechend der erwähnten Beweislastregel die 

Vorinstanz die Abschreibung zu Recht nicht zugelassen hat. Rekurs und 

Beschwerde sind deshalb abzuweisen.

4. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten der Rekurrenten. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird abgewiesen.

2. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

3. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 126.--

zusammen Fr. 1'626.--

gehen unter solidarischer Haftbarkeit zulasten von … und sind innert 30 Tagen 

seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.