# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c203b695-6081-53af-bcd1-e3a60b4d314d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.06.2010 D-1033/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1033-2010_2010-06-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1033/2010/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  J u n i  2 0 1 0

Einzelrichter Daniel Schmid, 
mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli;
Gerichtsschreiber Alfred Weber.

A._______, geboren [...], Iran,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 22. Januar 2010 / N [...].

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1033/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer  –  ein  Kurde  sunnitischen  Glaubens  – 
eigenen  Angaben  zufolge  am 23.  September  2008  sein  Heimatland 
verliess und am 7. Oktober 2008 in die Schweiz einreiste, wo er am 
8. Oktober 2008 um Asyl nachsuchte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung [...] vom 24. Oktober 2008 sowie 
der  direkten  Anhörung  vom  8.  Mai  2009  zur  Begründung  des 
Asylgesuchs im Wesentlichen drei Gründe geltend machte,

dass er (erstens) im Irak geboren worden sei, was in seiner Iden titäts-
karte  vermerkt  respektive,  dass  sein  Geburtsort  falsch  geschrieben 
worden sei,

dass er (zweitens) – hätte er einen Beruf erlernt – keinen staatlichen 
Arbeitsplatz erhalten hätte respektive dass im Iran die Menschenrech-
te verletzt würden,

dass (drittens) die Kurden im Irak keine Rechte hätten,

dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung 
vom 22. Januar 2010 – eröffnet am 25. Januar 2010 – ablehnte und die 
Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Be-
schwerdeführer habe keinerlei persönliche Verfolgung geltend gemacht 
und die vorgebrachten Benachteiligungen und Behelligungen erfüllten 
die  Voraussetzung  nach  Art.  3  des  Asylgesetzes vom 26. Juni  1998 
(AsylG, SR 142.31) namentlich hinsichtlich der erforderlichen Intensi -
tät bei weitem nicht,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 19. Februar 2010 (Post-
stempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde erhob und dabei beantragte, es sei sein "Asylgesuch zu an-
erkennen", eine vorläufige Aufnahme zu gewähren respektive, mindes-
tens zu verhindern, dass er aus der Schweiz weggewiesen werde,

dass er damit die vorinstanzliche Verfügung vom 22. Januar 2010 voll -
umfänglich (Dispositivziffern 1-5) anficht,

Seite 2

D-1033/2010

dass der mit Zwischenverfügung vom 2. März 2010 verlangte Kosten-
vorschuss am 12. März 2010 fristgerecht geleistet wurde,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31]  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG, Art. 6 
und 105 AsylG),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-

Seite 3

D-1033/2010

keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art.  3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält,

dass  vorab,  zur  Vermeidung von unnötigen  Wiederholungen,  auf  die 
zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden kann,

dass  der  Beschwerdeführer  darüber  hinaus  explizit  verneint  hat,  je-
mals Probleme mit der Polizei, der Armee, dem Geheimdienst oder an-
deren Behörden des Irans Probleme gehabt zu haben, und ihm auch 
sonst nichts passiert sei,

dass er überdies politisch nicht aktiv gewesen sei (vgl. dazu A1/10 S. 5  
sowie A20/8 F29 S. 6),

dass er vielmehr erklärt hat, er habe den Iran verlassen, um in einem 
freien Land weiter zu studieren und möglicherweise auch Fussball zu 
spielen (A20/8 F. 22 S. 5),

dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe diesbezüg-
lich einzig vorbringt, er könne nicht in den Iran zurückkehren, da er il -
legal (ohne gültigen Reisepass) ausgereist sei, was im Iran mit der To-
desstrafe oder lebenslanger Haft bestraft werde,

dass  jedoch  gemäss  gesicherten  Erkenntnissen  des  Bundesverwal-
tungsgerichts Personen aus dem Iran sowohl aufgrund ihrer illegalen 
Ausreise aus ihrem Heimatstaat als auch wegen der Einreichung eines 
Asylgesuchs in der Schweiz bei einer Rückkehr in ihre Heimat keine 
asylrechtlich  relevanten  Nachteile  zu  befürchten  haben  (vgl. 
BVGE 2009/28 E. 7.4.4 S. 367),

dass  aufgrund der  Aktenlage und insbesondere des Profils  des Be-
schwerdeführers keinerlei Hinweise ersichtlich sind, wonach es sich in 
seinem Falle anders verhalten könnte,

Seite 4

D-1033/2010

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingsei-
genschaft  nachzuweisen oder  zumindest  glaubhaft  zu machen,  wes-
halb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die ver-
fügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

Seite 5

D-1033/2010

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Ge-
fährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Voll -
zug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe vorbringt, er 
wisse und habe gehört,  dass "seine Familie" zwischenzeitlich in  den 
Irak gereist sei,

dass es sich hierbei um eine unsubstanziierte und in keiner Weise be-
legte Behauptung handelt, die zu keiner anderen Einschätzung zu füh-
ren vermag, zumal aufgrund seiner Angaben anlässlich der Anhörung 
vom 8. Mai 2009 davon auszugehen ist, dass er im Iran über ein um-
fangreiches Verwandtschaftsnetz verfügt (A20/8 F22 S. 5),

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 

Seite 6

D-1033/2010

oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.– 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 7

D-1033/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.– werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt und mit dem am 12. März 2010 in gleicher Höhe geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N [...]  (per 

Kurier; in Kopie)
- [die zuständige kantonale Behörde] (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Schmid Alfred Weber

Versand: 

Seite 8