# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 348b1980-8edd-5625-9c8a-fb773fcfb000
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-03
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Zivilkammern 03.12.2018 ZK 2018 395
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_001_ZK-2018-395_2018-12-03.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Zivilkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre civile

Entscheid
ZK 18 395

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 02
Fax +41 31 634 50 53
obergericht-zivil.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 3. Dezember 2018

Besetzung Oberrichter Hurni (Referent), Oberrichterin Grütter und Oberrich-
ter Niklaus
Gerichtsschreiberin Mosimann

Verfahrensbeteiligte A.________

Gesuchstellerin/Beschwerdeführerin

und

B.________
C.________

weitere Verfahrensbeteiligte

gegen

D.________
vertreten durch Rechtsanwalt E.________

Gesuchsgegnerin/Beschwerdegegnerin 

Gegenstand Bestellung der Vertretung einer Erbengemeinschaft gemäss 
Art. 602 Abs. 3 ZGB

Beschwerde gegen die Verfügung des Regierungsstatthalteram-
tes Oberaargau vom 30. Juli 2018 (VEG 1/2018)

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Regeste:

Bestellung der Vertretung einer Erbengemeinschaft gemäss Art. 602 Abs. 3 ZGB

- Voraussetzungen für die Einsetzung einer Vertretung der Erbengemeinschaft nach 
Art. 602 Abs. 3 ZGB (E. 26).

- Bewohnt ein Mitglied einer vierköpfigen Erbengemeinschaft eine zum Nachlass 
gehörende Liegenschaft und können sich die Erben nicht einigen, welche Entschädi-
gung dafür zu zahlen ist bzw. ob die Wohnung an einen Dritten zu einem ortsüblichen 
Mietzins zu vermieten ist, ist eine Erbenvertretung i.S.v. Art. 602 Abs. 3 ZGB einzuset-
zen (E. 29.1).

- Sind betreffend durch die Erbengemeinschaft zu zahlende Rechnungen stets mehrere 
Aufforderungen an ein Mitglied der Erbengemeinschaft zur Erteilung der Zustimmung 
notwendig und wird diese oftmals erst nach der ersten oder gar zweiten Mahnung er-
teilt, ist eine erhebliche Erschwerung einer rationellen Erhaltung und Verwaltung der 
Erbschaft zu bejahen. Eine Erbenvertretung ist nicht erst dann einzusetzen, wenn es zu 
Betreibungen kommt (E. 31.3).

Erwägungen:

I.

1. F.________ ist am ________ 2016 in G.________ (Ortschaft) verstorben (Beila-
ge 1 zum Gesuch vom 6. Februar 2018). Er war in zweiter Ehe mit D.________ 
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) verheiratet. Sie hatten keine gemeinsamen 
Kinder. F.________ war jedoch der Vater der aus erster Ehe stammenden Kinder 
A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), B.________ und C.________. Die 
genannten Personen bilden die Erbengemeinschaft des F.________ (Beilage 1 zur 
Stellungnahme der Beschwerdegegnerin vom 20. März 2018). 

2. Mit Eingabe vom 6. Februar 2018 stellte die Beschwerdeführerin beim Regierungs-
statthalteramt Oberaargau (nachfolgend: Vorinstanz) ein Gesuch um Bestellung ei-
ner Vertretung für die Erbengemeinschaft F.________ (pag. 1 ff.). Die Gesuchstel-
lerin stellte darin sinngemäss folgende Anträge: C.________ sei als Erbenvertreter 
der Erbengemeinschaft des F.________ zu einem Stundenansatz von CHF 190.00 
(und CHF 130.00/h für eine vom Erbenvertreter hinzuziehbare qualifizierte Hilfs-
kraft) nebst Aufwendungen einzusetzen (Ziff. 1-3). Eventualiter sei eine vom Regie-
rungsstatthalter Oberaargau als geeignet und neutral betrachtete Person zu einem 
von diesem festgesetzten Honorar als Erbenvertretung einzusetzen (Ziff. 4 und 5). 
Zudem seien die Kosten der Erbenvertretung wie auch die Verfahrenskosten (nach 
dem Verursacherprinzip) der Miterbin D.________ aufzuerlegen (Ziff. 6 und 7).

Eine Kopie des Gesuches wurde den übrigen Erben zur Vernehmlassung zugestellt 
(pag. 18).

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3. B.________ und C.________ nahmen mit Schreiben vom 27. Februar 2018 (pag. 
84 ff.) bzw. vom 28. Februar 2018 (pag. 89 ff.) Stellung zum Gesuch. Zusammen-
fassend stimmten B.________ und C.________ den Anträgen (Ziff. 1-7 des Ge-
suchs vom 6. Februar 2018) der Beschwerdeführerin zu und begehrten, diesen An-
trägen sei stattzugeben.

4. Die Beschwerdegegnerin schloss mit Stellungnahme vom 20. März 2018 (pag. 
94 ff.) auf Abweisung des Gesuchs (Ziff. 1). Eventualiter beantragte sie, sie sei mit 
Bezug auf die sich im Nachlass des F.________ sel. befindlichen hälftigen Mitei-
gentumsanteile an den Grundstücken in H.________ (Ortschaft) als Erbenvertrete-
rin einzusetzen (Ziff. 2). Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 
Beschwerdeführerin (Ziff. 3).

5. Nachdem alle Parteien Kenntnis von den Eingaben der anderen Parteien genom-
men hatten, reichten sie ihre Schlussbemerkungen ein, wobei die Parteien an ihren 
Anträgen und Standpunkten festhielten (pag. 160 ff.; pag. 185 ff.; pag. 201; pag. 
202). 

6. Ein schriftlich unterbreiteter Vergleichsvorschlag der Beschwerdegegnerin wurde 
von der Beschwerdeführerin und den übrigen Verfahrensbeteiligten abgelehnt (pag. 
203 ff.). Die Beschwerdeführerin änderte schliesslich ihre im Gesuch vom 6. Fe-
bruar 2018 gestellten Rechtsbegehren mit Eingabe vom 10. Mai 2018 (pag. 206 ff.) 
wie folgt ab:

1. Es sei vom Regierungsstatthalter eine von ihm als geeignet und neutral betrachtete 
Person zum Erbenvertreter für die Erbengemeinschaft nach F.________ zu bestellen, 
wobei neutral bedeutet, dass diese Person ausserhalb des Einflussbereiches der 
J.________ AG, der Advokatur und Notar K.________ Einzelgesellschaft, G.________ 
(Ortschaft) oder des Treuhandbüros L.________ in M.________ (Ortschaft) stehen 
muss. 

2. Es sei das Honorar für den Erbenvertreter und der hinzuziehbaren fachkundigen Hilfs-
personen durch das Regierungsstatthalteramt festzusetzen.

3. Es seien die Kosten für die Vertretung der Erbengemeinschaft durch einen Erbenver-
treter vollständig der Miterbin D.________ aufzuerlegen. 

4. Es seien die Kosten für das Verfahren nach dem Verursacherprinzip der Miterbin, 
D.________ aufzuerlegen.

7. Die Vorinstanz wies mit Verfügung vom 30. Juli 2018 das Gesuch um Bestellung 
einer Vertretung für die Erbengemeinschaft des F.________ ab. Die Verfahrens-
kosten von CHF 280.00 wurden der Erbengemeinschaft zur Bezahlung auferlegt 
und die Rechnung wurde der Beschwerdeführerin zugestellt. Es wurden keine Par-
teikosten gesprochen (pag. 222 ff.).

8. Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 16. August 
2018 (Postaufgabe am selben Tag) Beschwerde beim Obergericht des Kantons 
Bern. Sie beantragte Folgendes:

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1. Es sei die Verfügung vom 30. Juli 2018 des Regierungsstatthalters des Verwaltungs-
kreises Oberaargau aufzuheben. 

2. Es sei die Sache zwecks Bestellung eines Erbenvertreters gem. Art. 602 Abs. 3 ZGB 
an das Regierungsstatthalteramt Verwaltungskreis Oberaargau zurückzuweisen.

3. Eventuell: Es sei die Sache zwecks neuer Beurteilung durch den Regierungsstatthalter 
an diesen zurückzuweisen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gesuchsgegnerin 1 
[D.________]. 

9. Nachdem der mit Verfügung vom 20. August 2018 einverlangte Kostenvorschuss 
von CHF 800.00 beim Obergericht eingegangen war, wurde die Beschwerde mit 
Verfügung vom 22. August 2018 den übrigen Parteien und der Vorinstanz zur 
Kenntnis zugestellt, unter Ansetzung einer Frist von 30 Tagen zur Einreichung ei-
ner Stellungnahme (pag. 246 ff.). 

10. Die Vorinstanz schloss in ihrer Stellungnahme vom 10. September 2018 auf kos-
tenfällige Abweisung der Beschwerde (pag. 250). 

11. Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 19. Septem-
ber 2018, die Beschwerde sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen abzuwei-
sen (pag. 251 ff.). 

12. B.________ schloss sich in seiner Stellungnahme vom 20. September 2018 den 
Begehren der Beschwerdeführerin an (pag. 261 ff.).

13. C.________ beantragte in seiner Stellungnahme vom 24. September 2018 eben-
falls, es sei die Verfügung der Vorinstanz aufzuheben und die Sache an den Regie-
rungsstatthalter zurückzuweisen (pag. 265 ff.). 

14. Mit Verfügung vom 25. September 2018 wurden die Stellungnahmen den jeweils 
übrigen Parteien zur Kenntnis zugestellt (pag. 268 f.). 

15. Die Beschwerdeführerin reichte am 29. September 2018 eine Replik ein (pag. 
273 ff.). 

16. B.________ und C.________ nahmen mit Eingaben vom 30. September 2018 re-
spektive 29. September 2018 ebenfalls ein weiteres Mal Stellung (pag. 276 ff.). 

17. Diese Eingaben wurden wiederum den jeweils übrigen Verfahrensbeteiligten zur 
Kenntnis zugestellt (pag. 281 f.).

18. Mit Eingabe vom 27. November 2018 reichte die Beschwerdegegnerin das Protokoll 
der Versammlung der Stockwerkeigentümer der Liegenschaft N.________strasse in 
H.________ (Ortschaft) zu den Akten (pag. 283). Die Eingabe inkl. Beilage wurde 
mit Verfügung vom 28. November 2018 den übrigen Parteien zugestellt mit dem 
Hinweis, dass das Beweisverfahren förmlich geschlossen wird (pag. 284 f.). 

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II.

19. Angefochten wird die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Oberaargau vom 
30. Juli 2018 betreffend Gesuch um Einsetzung einer Erbenvertretung nach 
Art. 602 Abs. 3 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210).

19.1 Für die Einsetzung von Erbenvertretern ist erstinstanzlich der Regierungsstatthalter 
zuständig (Art. 7 Abs. 1 Bst. g des Gesetzes betreffend die Einführung des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [EG ZGB, BSG 211.1]). Diesbezügliche Verfü-
gungen des Regierungsstatthalters können binnen 30 Tagen an das Obergericht 
weitergezogen werden (Art. 10 Abs. 3 EG ZGB). Dieses beurteilt als letzte kantona-
le Instanz Angelegenheiten nach Art. 72 Abs. 2 Bst. b des Bundesgerichtsgesetzes 
(BGG, SR 173.110), soweit das Gesetz sie nicht einer anderen Behörde zuweist 
(Art. 10 Abs. 2 EG ZGB).

19.2 Die Zivilkammern des Obergerichts des Kantons Bern sind zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde betreffend Einsetzung einer Erbenvertretung zuständig 
(Art. 28 Abs. 1 Bst. c des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; 
BSG 162.11]). Die Entscheidfindung erfolgt in Dreierbesetzung (Art. 45 Abs. 1 des 
Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 
[GSOG; BSG 161.1]).

19.3 Gemäss Kreisschreiben Nr. 3 der Zivilabteilung des Obergerichts des Kantons 
Bern vom 21. August 2014 richtet sich die Weiterziehung nach dem Gesetz über 
die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, BSG 155.21). Gemäss Art. 86 Abs. 2 VRPG 
gelten die Art. 79 sowie 80 bis 84a VRPG zum Verfahren vor dem Verwaltungsge-
richt sinngemäss.

20. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist 
durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an der Aufhebung bzw. Änderung desselben (Art. 79 VRPG).

21. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

22. Mit der Weiterziehung können die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
Sachverhalts und andere Rechtsverletzungen einschliesslich Rechtsfehler bei der 
Ausübung des Ermessens (d.h. Ermessensüber- oder -unterschreitung sowie Er-
messensmissbrauch) gerügt werden (Art. 80 VRPG; Kreisschreiben Nr. 3, a.a.O., 
Ziff. II.d). Die Unangemessenheit von Verfügungen kann nur geltend gemacht wer-
den, wenn die Gesetzgebung diese Rüge vorsieht, was in Bezug auf die Einset-
zung eines Erbenvertreters nicht der Fall ist.

23. Das Einbringen von neuen Tatsachen und Beweismitteln (Noven) ist im vorliegen-
den Verfahren zulässig, solange weder verfügt noch entschieden noch mit prozess-
leitender Verfügung das Beweisverfahren förmlich geschlossen wurde (Art. 25 
VPRG). Soweit oberinstanzlich neue Dokumente gereicht wurden, sind diese des-
halb zu den Akten zu erkennen.

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24. Die Vorinstanz hat die beiden Brüder der Beschwerdeführerin, B.________ und 
C.________ als Gesuchsgegner 2 und 3 bezeichnet. Während der Instruktion des 
vorliegenden Beschwerdeverfahrens wurden sie Folge dessen als Beschwerde-
gegner 2 und 3 benannt. 

Bereits vor erster Instanz wie nun auch vor Obergericht folgen sie den Anträgen 
der Beschwerdeführerin und wirken damit auf der Seite der Beschwerdeführerin 
mit, weshalb sie fortan nicht mehr als Beschwerdegegner, sondern als weitere Ver-
fahrensbeteiligte bezeichnet werden (vgl. BRÜCKNER/WEIBEL, Die erbrechtlichen 
Klagen, 3. Aufl. 2012, Rz. 290). 

III.

25.

25.1 Gemäss Entscheid des Regierungsstatthalters setzt sich der Nachlass des 
F.________ im Wesentlichen wie folgt zusammen:

a) 2 hälftige Miteigentumsanteile an 2 Stockwerkeigentumswohnungen und 
3 Tiefgaragenplätzen in H.________ (Ortschaft) (N.________strasse) mit 
3 Hypotheken;

b) 3 Stockwerkeigentumswohnungen und 3 Landwirtschaftsflächen in 
O.________ (Ortschaft) (Gemeinde P.________) mit einer Hypothek;

c) 2 Bankkonti bei der Bank Oberaargau;

d) 4 Bankkonti bei der UBS AG;

e) allfällige Forderungen/Schulden.

Diese Auflistung blieb in der Beschwerde unbestritten, wurde jedoch ergänzt mit 
der korrekten Anmerkung, dass die zweite Miteigentumshälfte betreffend die unter 
Buchstabe a aufgeführten Stockwerkeigentumswohnungen mit Tiefgaragenplätzen 
der Beschwerdegegnerin gehöre (S. 3 der Beschwerde, pag. 235). Dies wird von 
der Beschwerdegegnerin in gleicher Weise ausgeführt (S. 3 der Beschwerdeant-
wort, pag. 253).

25.2 In seinem Erbvertrag vom 12. Juli 2016 Bst. C Artikel 4 setzte der verstorbene 
F.________ den Notar Q.________ als Willensvollstrecker ein. Gemäss überein-
stimmender Angabe der Beteiligten legte dieser sein Mandat am 16. Juni 2017 nie-
der. 

25.3 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist das von der Tochter des Verstorbe-
nen gestellte Gesuch um Einsetzung einer Erbenvertretung nach Art. 602 Abs. 3 
ZGB. Im Wesentlichen machte die Beschwerdeführerin vor der Vorinstanz geltend, 
die Beschwerdegegnerin verschleppe die Zustimmung respektive Freigabe von 
Rechnungen der Erbengemeinschaft. Es bedürfe einer unverhältnismässigen Kor-
respondenz und es verstreiche zu viel Zeit, bis die Beschwerdegegnerin ihre Zu-
stimmung erteile, so dass der Erbengemeinschaft Schaden drohe. Die Zahlungen 
könnten oft erst nach der ersten, wenn nicht sogar nach der zweiten Mahnung be-
zahlt werden. Dies spreche sich im kleinen Ort O.________, in welchem die zu be-

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treuenden und verwaltenden Liegenschaften des Nachlasses liegen würden, her-
um, so dass Schwierigkeiten bei der Suche nach Handwerkern bestehen würde, 
welche noch bereit seien, in Wohnungen der Erbengemeinschaft Arbeiten zu ver-
richten. Käme es zu Notfällen, bei denen kurzfristig entschieden werden müsste, 
wäre die Erbengemeinschaft praktisch handlungsunfähig und es würden schnell 
grosse Schäden entstehen. Die Beschwerdegegnerin schikaniere die Erbenge-
meinschaft, was sich beispielsweise auch darin zeige, dass sie zunächst zuge-
stimmt habe, einen Anwalt zu beauftragen, damit dieser gegen eine geplante Orts-
planungsrevision Einsprache für die Erbengemeinschaft erhebe. Im Anschluss dar-
an sei die Beschwerdegegnerin jedoch nicht bereit, ihren Anteil an den Kostenvor-
schuss für den Anwalt zu leisten. Des weitern masse sich die Beschwerdegegnerin 
die kostenlose Nutzung der je im hälftigen Miteigentum der Erbengemeinschaft und 
der Beschwerdegegnerin stehenden Liegenschaft an der N.________strasse in 
H.________ (Ortschaft) an. Die Beschwerdegegnerin blockiere jedes Gespräch 
über eine Fremdvermietung der Wohnung. Es gebe überhaupt keine Nutzungsre-
gelung zu dieser Wohnung (pag. 7 ff.). 

Die beiden Brüder der Beschwerdeführerin teilen deren Meinung, während die Be-
schwerdegegnerin der Auffassung ist, dass die Voraussetzungen für die Einset-
zung einer Vertretung der Erbengemeinschaft nicht gegeben seien. Die Beschwer-
degegnerin machte bereits vor der Vorinstanz geltend, die Erbengemeinschaft sei 
weder handlungsunfähig noch derart heillos zerstritten, dass eine gemeinsame or-
dentliche Verwaltung des Nachlasses auf Dauer nicht mehr gewährleistet wäre. Es 
sei ihr gutes Recht zu wissen, wofür welche Forderungen an die Erbengemein-
schaft gestellt würden, und deren Bezahlung nur dann zuzustimmen, wenn sie 
ausgewiesen seien. Sie habe nur bezüglich einer Rechnung, welche die Forderung 
von B.________ betroffen habe, die Zustimmung verweigert. Es sei bisher kein 
Schaden entstanden und es drohe auch kein solcher. Betreffend die Liegenschaft 
in H.________(Ortschaft) räumt die Beschwerdegegnerin ein, dass sie die exklusi-
ve Nutzung für sich beanspruche, wozu sie berechtigt sei. Die fragliche Wohnung 
habe dem Erblasser und ihr als Zweitwohnung gedient. Sie habe aufgrund der erb-
lasserischen Teilungsanordnung wie auch gestützt auf Art. 612a ZGB einen Zuwei-
sungsanspruch auf die zweite Miteigentumshälfte. Aufgrund der erbrechtlichen An-
ordnung sei sie bereits Besitzerin. Bei dieser Sach- und Rechtslage sei die Be-
schwerdegegnerin ebenfalls prädestiniert für die Vertretung der Erbengemeinschaft 
in der Stockwerkeigentümerversammlung (pag. 96 ff.). 

26. Beerben mehrere Personen einen Erblasser, entsteht unter ihnen eine Gemein-
schaft aller Rechte und Pflichten der Erbschaft (Art. 602 Abs. 1 ZGB) respektive ei-
ne Gemeinschaft zur gesamten Hand (STEPHAN WOLF, in: Berner Kommentar, 
Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 2014, N. 6 zu Art. 602 ZGB). Die Erben werden 
Gesamteigentümer der Erbschaftsgegenstände und verfügen unter Vorbehalt der 
vertraglichen oder gesetzlichen Vertretungs- und Verwaltungsbefugnisse über die 
Rechte der Erbschaft gemeinsam (Art. 602 Abs. 2 ZGB). Es gilt das Prinzip der 
Einstimmigkeit (STEPHAN WOLF, a.a.O., N. 56 zu Art. 602 ZGB). Das Einstimmig-
keitserfordernis bezweckt den Schutz der Gemeinschaft gegen schädliche Sonder-
aktionen einzelner Erben. Es kann sich jedoch als hinderlich erweisen, wenn sich 

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die Erben über die Art und Weise der Verwaltung der Erbschaft uneinig sind oder 
sie geographisch getrennt sind (THOMAS WEIBEL, in: Praxiskommentar, Erbrecht, 
Abt/Weibel [Hrsg.], 3. Aufl. 2015, N. 23 zu Art. 602 ZGB). 

Eine Möglichkeit, diesen Nachteilen zu begegnen, ist die Ernennung eines Erben-
vertreters. Gemäss Art. 602 Abs. 3 ZGB kann die zuständige Behörde für die Er-
bengemeinschaft bis zur Teilung eine Vertretung bestellen. Damit wird ein Organ 
geschaffen, das die Erbengemeinschaft nach aussen vertreten kann und auf diese 
Weise die Handlungsfähigkeit sicherzustellen vermag (STEPHAN WOLF, a.a.O., 
N. 138 zu Art. 602 ZGB). Das Gesetz selber regelt die Voraussetzungen nicht, die 
erfüllt sein müssen, damit eine Erbenvertretung eingesetzt wird. Gemäss bundes-
gerichtlicher Rechtsprechung steht der Behörde aufgrund der «Kann-
Formulierung» ein weiter Ermessenspielraum zu, doch ist sie nicht völlig frei in der 
Anordnung einer Erbenvertretung. Es müssen dafür wichtige Gründe vorliegen, die 
vorhanden sind, wenn die Erben oder einzelne von ihnen abwesend oder zur Be-
sorgung der Verwaltung unfähig sind, wenn unter ihnen über eine zu treffende 
Massnahme Meinungsverschiedenheiten bestehen, so dass ein einstimmiger Be-
schluss nicht möglich ist, ferner wenn es gilt, die Gemeinschaft vor den Handlun-
gen eines einzelnen Erben zu schützen. Nicht erforderlich ist, dass eine unrichtige 
oder unzweckmässige Verwaltung oder gar eine Überschreitung der einem Erben 
als Vertreter eingeräumten Befugnisse nachgewiesen werden kann. Es muss 
genügen, dass das Vertrauensverhältnis unter den Erben zerstört ist. Namentlich 
mit Rücksicht auf die Kosten der Erbenvertretung wird eine solche jedoch erst dann 
angeordnet, wenn eine rationelle Erhaltung und Verwaltung der Erbschaft aufgrund 
der Abwesenheit von Erben, heilloser Zerstrittenheit oder aus anderen Gründen 
unmöglich oder erheblich erschwert ist (Urteil des Bundesgerichts 5D_133/2010 
vom 12. Januar 2011 E. 5.1 mit Hinweisen). 

27. Die Vorinstanz erwog, es sei hinsichtlich der Rechnungen bezüglich der Wohnun-
gen in O.________(Ortschaft) eine gewisse Erschwerung im Zahlungsablauf er-
sichtlich. In einigen Fällen seien eine oder zwei Mahnungen eingegangen. Mit 
Mahnungen würden in der Regel auch Nachfristen angesetzt und wenn diese ein-
gehalten würden, sei dennoch eine (nach)fristgerechte Handlung gegeben. Keine 
der Parteien würde allfällige Betreibungen geltend machen. Es seien schlussend-
lich alle von Unternehmen gestellten Rechnungen bezahlt worden. Einzig eine 
Rechnung, welche von C.________ (recte: B.________) an die Erbengemeinschaft 
gestellt worden sei, sei gemäss Angaben der Beschwerdegegnerin von dieser nicht 
freigegeben worden. Dies rechtfertige jedoch die Einsetzung einer Erbenvertretung 
nicht. Ferner sei ein gewisser Mehraufwand bei der Verwaltung der Erbschaft, wel-
che sich im Gesamteigentum einer Erbengemeinschaft bestehend aus mehreren 
Erben befinde, aufgrund des Einstimmigkeitsprinzips kaum zu vermeiden. Bestehe 
Dringlichkeit oder sei Gefahr im Verzug, könne zudem gemäss bundesgerichtlicher 
Praxis vom Erfordernis des gemeinschaftlichen Handelns aller Miterben abgesehen 
werden. Diesfalls könne jeder Miterbe alleine zur Wahrung der Interessen des 
Nachlasses oder zur Erhaltung von Erbschaftsobjekten alleine für die Gesamtheit 
der Erben handeln. Die Vorinstanz zog den Schluss, in Bezug auf die Bezahlung 
von Rechnungen liege keine Handlungsunfähigkeit der Erbengemeinschaft vor. 

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Sodann seien die Abläufe mit Blick auf die Bezahlung von Rechnungen nicht derart 
erschwert, dass die Einsetzung einer kostspieligen Erbenvertretung gerechtfertigt 
wäre. Hinsichtlich der Wohnungen in H.________(Ortschaft) hielt die Vorinstanz 
fest, die 2.5-Zimmer Wohnung sei gemäss Angaben der Beschwerdegegnerin ver-
mietet und werde von der Beschwerdeführerin nicht thematisiert. Im Fokus liege die 
3.5-Zimmer Wohnung. Beide Wohnungen würden sich im hälftigen Miteigentum ei-
nerseits der Erbengemeinschaft des F.________ (zu Gesamteigentum) und ande-
rerseits von D.________ (gleichzeitig Beschwerdegegnerin und Mitglied der Er-
bengemeinschaft) befinden. Die Vorinstanz hielt fest, dass bezüglich des sich im 
Gesamteigentum der Erbengemeinschaft befindlichen Miteigentumsanteils tatsäch-
lich eine Handlungsunfähigkeit der Erbengemeinschaft bestehe. Es liege jedoch ei-
ne spezielle Situation vor, da sich der zweite Miteigentumsanteil im Alleineigentum 
der Beschwerdegegnerin befinde. Über diesen Anteil könne weder die Erbenge-
meinschaft des F.________ noch eine allfällige Erbenvertretung verfügen. Selbst 
bei einer Einstimmigkeit auf der Seite der Erbengemeinschaft mittels einer Erben-
vertretung stehe es der Beschwerdegegnerin offen, eine allfällige Verfügung über 
die 3.5-Zimmer Wohnung zu verhindern oder einer Vermietung nicht zuzustimmen. 
Aus diesem Grund erscheine die Einsetzung einer Erbenvertretung in Bezug auf 
die Liegenschaften in H.________(Ortschaft) ebenfalls als unverhältnismässig. Die 
Vorinstanz hielt schliesslich fest, falls die Erbengemeinschaft einen Anspruch ge-
genüber einer Miterbin/einen Miterben erheben möchte, wie beispielsweise eine all-
fällige Miete oder Entschädigung für die Nutzung der 3.5-Zimmer Wohnung in 
H.________(Ortschaft), könne vom Gesamthandprinzip abgewichen werden, wenn 
alle übrigen Miterben gegenüber einzelnen von ihnen einen zur Erbschaft gehören-
den Anspruch erheben (unechte Ausnahme). Die Ernennung eines Erbenvertreters 
sei in einem solchen Fall obsolet und daher ebenfalls nicht gerechtfertigt. Schliess-
lich könnten allfällige der Erbengemeinschaft zustehende Ansprüche gegen die 
Beschwerdegegnerin im Rahmen der Erbteilungsklage geltend gemacht werden 
(S. 6 ff. des vorinstanzlichen Entscheids, pag. 227 ff.).

28. Die Beschwerdeführerin rügt in ihrer Beschwerde eine mangelhafte Sachverhalts-
abklärung unter Auslassung der Einvernahme der angebotenen Zeugin 
R.________, eine unvollständige Sachverhaltsfeststellung, eine praxisfremde Be-
trachtungsweise, eine falsche Rechtsanwendung in Bezug auf Art. 602 Abs. 1 
bis 3 ZGB, subjektive Hypothesen in Bezug auf Miteigentümerrechte, eine fehler-
hafte Übergewichtung von Interessen einer Miterbin gegenüber den Interessen der 
Erbengemeinschaft und eine in diesen Punkten über die Grenzen von Art. 602 ZGB 
hinausgehende fehlerhafte Ermessensausübung durch den Regierungsstatthalter 
unter Verletzung von Art. 9 der Schweizerischen Bundesverfassung (BV, SR 101; 
S. 2 der Beschwerde, pag. 234). 

Die Beschwerdeführerin führt betreffend die zum Nachlass gehörenden Miteigen-
tumsanteile an den Wohnungen in H.________ (Ortschaft) aus, dass die Be-
schwerdegegnerin sukzessive alle Schlüssel an sich genommen habe, den Miter-
ben jede Mitbenützung der Wohnung versperre, jedes Gespräch über eine Rege-
lung der Nutzung verweigere, auf den Vorschlag, einen Mietvertrag zwischen ihr 
und der Miteigentümergemeinschaft zu schliessen, nicht eintrete, jede Fremdver-

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mietung ablehne und die Kontrolle der unbenutzten Wohnung durch B.________ 
mit einer mutwilligen Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch quittiere. Sie macht 
geltend, der Regierungsstatthalter stelle richtigerweise fest, dass betreffend die 
Miteigentumsanteile an den Wohnungen in H.________(Ortschaft) eine Hand-
lungsunfähigkeit vorliege. Gestützt auf diese Feststellung hätte der Regierungs-
statthalter jedoch einen Erbenvertreter bestellen müssen. Sei wegen augenfälliger 
Interessenskollision eines Miterben eine Handlungsunfähigkeit gegeben, so liege 
es nicht mehr im freien Ermessen der Behörden nach weiteren Gründen zu su-
chen, weshalb ein Erbenvertreter dennoch nicht bestellt werden könne. Die Argu-
mentation der Vorinstanz, ein Erbenvertreter könne nichts bewirken, da die andere 
hälftige Miteigentümerin jede Beschlussfassung durch ein Veto blockieren könnte, 
greife zu kurz. Einem Erbenvertreter würden alle Mittel der inneren Organisation 
zur Verfügung stehen, welche sich die Miteigentümer bei der Begründung des Mit-
eigentums gegeben hätten, nämlich jene der Art. 646 bis Art. 654 ZGB. Ferner 
würden ihm weitere Behelfe zur Verfügung stehen. Ein rechtlich versierter Erben-
vertreter könnte für die Benützung der Wohnung eine adäquate Entschädigung ver-
langen und dadurch den Anspruch der Erbengemeinschaft auf Verzugszinsen si-
chern, die Beschwerdegegnerin betreiben und dadurch die Verjährung unterbre-
chen oder allenfalls eine Eigentumsfreiheitsklage einreichen und als letztes Mittel 
würde ihm offen stehen, die Auflösung der Miteigentümergemeinschaft durch öf-
fentliche Versteigerung einzuklagen (S. 3 ff. der Beschwerde, pag. 235 ff.). 

Betreffend die Rechnungen der Liegenschaften in O.________(Ortschaft) macht 
die Beschwerdeführerin geltend, ein Erbenvertreter sei einzusetzen, wenn eine ra-
tionelle Erhaltung und Verwaltung der Erbschaft unmöglich oder erheblich er-
schwert sei. «Rationell» heisse, auf grösste Wirtschaftlichkeit ausgelegt. Es sei 
nicht wirtschaftlich, wenn Handwerker in U.________ (Ortschaft) mit höheren An-
fahrtskosten beauftragt werden müssen, weil die örtlichen Handwerker aus Verär-
gerung über die späten Zahlungen Aufträge ablehnen. Was die Kosten für einen 
Erbenvertreter anbelangt, führt die Beschwerdeführerin ins Recht, wenn ein Miter-
be vier Schreiben à 15 Minuten zur Erledigung eines Geschäfts tätigen müsse, 
während ein Erbenvertreter das gleiche Geschäft in 15 Minuten erledigen könne, 
so dürfe ein Erbenvertreter vier Mal mehr kosten, ohne dass die Erbengemein-
schaft einen Nachteil erleide (S. 9 ff. der Beschwerde, pag. 241 ff.). 

29.

29.1 Die Beschwerdegegnerin bestätigt in ihrer Beschwerdeantwort, dass sich die Erben 
in Bezug auf die Frage, welche Entschädigung sie der Erbengemeinschaft für die 
Benützung der Wohnung in H.________(Ortschaft) schulde, nicht einig werden 
(S. 5 der Beschwerdeantwort, pag. 255). Dabei handelt es sich entgegen der Auf-
fassung der Beschwerdegegnerin nicht nur um interne Streitigkeiten, da es darum 
geht, dass die Erbengemeinschaft respektive drei von vier Miterben betreffend die 
von der Beschwerdegegnerin bewohnten Wohnung einen Mietvertrag zu einem 
ortsüblichen Mietzins abschliessen wollen, sei dies mit der Beschwerdegegnerin, 
sei dies mit einem Dritten (vgl. pag. 11, pag. 84 u. 87, pag. 90, vgl. auch pag. 170). 
Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, ist die Erbengemeinschaft in Bezug 
auf den im Gesamteigentum der Erbengemeinschaft befindlichen Miteigentumsan-

11

teil aufgrund der Interessenkollision handlungsunfähig. An dieser Feststellung än-
dert auch das mit Eingabe vom 27. November 2018 eingereichte Protokoll über die 
Stockwerkeigentümerversammlung nichts. Diesem kann einzig entnommen wer-
den, dass sämtliche Stockwerkeigentümer der Liegenschaft N.________strasse, 
H.________(Ortschaft) am 22. November 2018 an der Versammlung entweder 
persönlich anwesend waren oder sich zumindest vertreten liessen und einstimmige 
Beschlüsse über die Verwaltungsabrechnungen 2017 und 2018, das Budget mit 
Zahlungsplan für das Jahr 2019, den Hauswartvertrag und weitere Geschäfte fass-
ten.  

Es entspricht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, dass ein Erbe, der vor der 
Teilung einen Erbschaftsgegenstand ausschliesslich genutzt hat, die anderen Er-
ben entschädigen muss (BGE 141 III 522 E. 2.1.1 S. 524 = Pra 105 [2016] Nr. 72). 
Zwar kann diese Forderung in die Erbteilung miteinbezogen werden. Der Be-
schwerdeführerin ist jedoch zuzustimmen, dass die Gefahr der Verjährung einer 
solchen Forderung besteht, da während der Gesamteigentümerschaft kein Still-
stand der Verjährung des Kredits eines Erben gegen die Erbschaft eintritt (BGE 
141 III 522 E. 2.1.1 S. 524 = Pra 105 [2016] Nr. 72). Es trifft zwar zu, dass bei Aus-
einandersetzungen und Prozessen unter den Erben keine Einstimmigkeit vorliegen 
muss. Es genügt, dass sämtliche Erben unmittelbar oder mittelbar in ein Verfahren 
miteingebzogen sind, sei es auf der Aktiv- oder der Passivseite (THOMAS WEIBEL, 
a.a.O., N. 44 zu Art. 602 ZGB). Die drei Nachkommen des Erblassers könnten je-
doch jeweils nur auf Bezahlung eines Mietzinses respektive einer Entschädigung 
klagen und müssten solange, wie die Erbengemeinschaft nicht aufgelöst ist, immer 
wieder Prozesse anheben. Sie können aber nicht auf Abschluss eines Mietvertra-
ges klagen. Für das Abschliessen eines Mietvertrages (bzw. das Aushandeln einer 
Nutzungsregelung) ist ein Erbenvertreter nach Art. 602 Abs. 3 ZGB einzusetzen. 
Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass die vorliegende Situation insofern speziell ist, 
als die Beschwerdegegnerin alleinige Miteigentümerin der zweiten Miteigentums-
hälfte ist und daher die Möglichkeit bestünde, dass sie einer Vermietung nicht zu-
stimmt. Als Vertreter sämtlicher Erben kann der Erbenvertreter jedoch die einem 
Miteigentümer zustehenden Befugnisse gemäss Art. 646 ff. ZGB ausüben; mithin 
bis zum Ausschluss eines Miteigentümers. Aufgrund dieser Ausgangslage ist nicht 
davon auszugehen, dass ein Erbenvertreter in dieser Konstellation nichts bewirken 
könnte. 

Unbestrittenermassen umfasst das Nachlassvermögen nebst den Liegenschaften 
Barbestände von rund CHF 2‘000‘000.00 (S. 5 der Beschwerdeantwort vom 19. 
September 2018, pag. 255; vgl. auch S. 4 der Eingabe von Rechtsanwalt 
S.________ namens B.________ vom 17. Oktober 2017 an die Schlichtungs-
behörde Emmental-Oberaargau, pag. 193). Die Höhe des Nachlasses spricht somit 
ebenfalls nicht gegen die Einsetzung einer Erbenvertretung. 

29.2 Zum Umstand, ob die Beschwerdegegnerin momentan für gewisse Nebenkosten 
der Wohnung in H.________(Ortschaft) aufkommt, sind die Ausführungen der Par-
teien widersprüchlich. Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer Stellungnahme vom 
20. März 2018 an das Regierungsstatthalteramt aus, die Beschwerdeführerin be-
haupte mit guten Gründen nicht, Kosten im Zusammenhang mit dieser Wohnung 

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seien nicht bezahlt worden oder die Erbengemeinschaft habe die diesbezüglichen 
Kosten bezahlt (S. 10 der genannten Eingabe, pag. 103). Darauf antwortete die 
Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 25. April 2018 vor dem Regierungssatt-
halteramt, dass die Kosten für Hypothekarzinsen, Reparaturen und der Stockwerk-
eigentumsverwaltung ab dem und/oder Konto der Miteigentumsgemeinschaft (be-
stehend aus der Erbengemeinschaft und der Beschwerdegegnerin) bezahlt wür-
den. Die Beschwerdegegnerin berappe diese Kosten nicht aus eigener Tasche 
(Stellungnahme Beschwerdeführerin vom 25. April 2018, S. 3, pag. 162). Belege 
dazu finden sich von keiner der Parteien in den Akten. Da jedoch unbestritten ist, 
dass sich die Parteien nicht einig werden über die Entschädigung bzw. den Ab-
schluss eines Mietvertrages, ist diese Frage im Ergebnis unerheblich. 

29.3 Dass die Beschwerdegegnerin die Wohnung gestützt auf Art. 612a ZGB bereits vor 
der Erbteilung für sich allein beanspruchen kann, ist aufgrund des Erbvertrages 
vom 12. Juli 2016, der somit einen Tag vor dem Versterben des Erblassers abge-
schlossen wurde, nicht ersichtlich. In Ziff. 3 des genannten Erbvertrages wird die 
inzwischen verkaufte Liegenschaft in T.________ (Ortschaft) als das gemeinsame 
Wohndomizil des Erblassers und der Beschwerdegegnerin bezeichnet (Beilage 1 
zur Eingabe vom 20. März 2018, pag. 114).

30. Aufgrund der nicht anderweitig behebbaren Handlungsunfähigkeit der Erbenge-
meinschaft in Bezug auf den hälftigen Miteigentumsanteil betreffend die Liegen-
schaft in H.________(Ortschaft), hat das Regierungsstatthalteramt einen Erbenver-
treter einzusetzen. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht, besteht in 
einer Konstellation wie der vorliegenden trotz der «Kann-Formulierung» in Art. 602 
Abs. 3 ZGB kein Ermessensspielraum (STEPHAN WOLF, a.a.O., N. 143 zu Art. 602 
ZGB). 

31. Das Gesetz spricht sich zu den Aufgaben der Erbenvertretung nicht aus. Gemäss 
Lehre und Rechtsprechung kann die ernennende Behörde einen Erbenvertreter 
generell mit der Nachlassverwaltung beauftragen (Generalerbenvertreter) oder ihn 
nur mit der Vornahme bestimmter, einzelner Handlungen (Spezialerbenvertreter) 
betrauen (STEPHAN WOLF, a.a.O., N. 161 zu Art. 602 ZGB; THOMAS WEIBEL, a.a.O., 
N. 73 zu Art. 602 ZGB; Urteil des Bundesgerichts 5A_554/2016 vom 25. April 2017 
E. 3.1). Es stellt sich daher die Frage, ob die Erbenvertretung nur betreffend die 
Liegenschaften in H.________(Ortschaft) einzusetzen ist, oder ob eine Generaler-
benvertretung zu ernennen ist, welche sich unter anderem auch um die Verwaltung 
und Bewirtschaftung der Liegenschaften in O.________(Ortschaft) kümmert. 

31.1 Was die verzögerte Zahlung von Rechnungen bezüglich der Wohnungen in 
O.________(Ortschaft) anbelangt, führt die Beschwerdeführerin aus, dass zwi-
schen Juli 2016 und April 2017 keine Probleme bestanden hätten. Der Willensvoll-
strecker habe alle Arbeiten für Betrieb und Unterhalt betreffend die Nachlasslie-
genschaften an C.________ delegiert und die Bank angewiesen, von C.________ 
eingereichte Rechnungen betreffend die Erbschaft direkt ab den Konten der Er-
bengemeinschaft zu bezahlen. Ende April 2017 habe die Beschwerdegegnerin 
plötzlich dieser Handhabung widersprochen, welche sie bis dahin gutgeheissen 
hatte. Der Grund dafür sei, dass C.________ beim Prüfen von Kontoeingängen auf 

13

nachgebuchte Zinsen ab einem vom Erblasser kurz geöffneten und wieder saldier-
ten Wertpapierdepot gestossen sei, ab welchem der Erblasser Wertpapiere in be-
trächtlicher Höhe ohne Gegenleistung an die Beschwerdegegnerin übertragen hat-
te. Fortan habe diese sich quer gestellt und habe wochenlang und wiederholt die 
Freigabe der Bezahlung von Handwerkern, Versicherer, Steuern, Strom- und Was-
serlieferanten durch die Bank blockiert (S. 8 der Beschwerde, pag. 240). Ferner 
verweigere die Beschwerdegegnerin eine Zahlung an den Miterben B.________. 
Alle Miterben hätten Rechtsanwalt Z den Auftrag erteilt, Einsprache gegen die 
Ortsplanung in P.________ zu erheben. B.________ habe den Anwalt mit den 
nötigen Unterlagen versorgt und den Vorschuss aus eigenen Mitteln geleistet. Ob-
wohl eindeutig geschuldet, verweigere die Beschwerdegegnerin die Zahlung der 
Rechnung von B.________ einzig aus Schikane (S. 8 der Beschwerde, pag. 240). 

31.2 Die Beschwerdegegnerin bestreitet, dass der Willensvollstrecker alle Arbeiten für 
Betrieb und Unterhalt betreffend die Nachlassliegenschaften an C.________ dele-
giert hatte. Die Beschwerdegegnerin macht weiter geltend, die Erben seien nicht 
heillos und fortwährend zerstritten. Es liege keine Handlungsunfähigkeit im Aus-
senverhältnis vor. Die Beschwerdeführerin widerspreche in ihrer Beschwerdeschrift 
dem vorinstanzlichen Entscheid, wonach alle von Unternehmen gestellten Rech-
nungen bezahlt seien, nicht und mache auch nicht geltend, dass es seit dem Ent-
scheid der Vorinstanz unbezahlte Rechnungen gebe. Die einzige, von der Be-
schwerdeführerin als unbezahlt aufgeführte Rechnung betreffe diejenige von 
B.________. Die Beschwerdegegnerin habe dem von den Nachkommen des Erb-
lassers beigezogenen Anwalt eine Vollmacht erteilt, um betreffend Ortsplanung in 
P.________ Einsprache zu erheben. Die Einsprache liege primär im Interesse der 
Beschwerdeführerin und ihrer Brüder, denn ihnen habe der Erblasser die Grunds-
tücke in O.________(Ortschaft) letztwillig zugeteilt. Die Beschwerdeführerin wisse, 
dass die Beschwerdeführerin (recte wohl Beschwerdegegnerin) bereit sei, 
B.________ die Kosten der Rechnung von Anwalt Z aus dem Nachlass zu erstat-
ten. Sie sei aber nicht bereit, für Tätigkeiten der Miterben zugunsten der Erbenge-
meinschaft Honorare von CHF 180.00/h oder CHF 90.00/h zu akzeptieren. Über 
diese Forderungen sei im Erbteilungsverfahren zu entscheiden (S. 6 ff. der Be-
schwerdeantwort, pag. 256 ff.). 

31.3 Die Beschwerdeführerin weist zu Recht darauf hin, dass eine Erbenvertretung be-
reits dann einzusetzen ist, wenn eine rationelle Erhaltung und Verwaltung der Erb-
schaft – aus welchen Gründen auch immer – erheblich erschwert ist. Sie muss 
nicht unmöglich sein (siehe oben E. 26). 

Da der Willensvollstrecker unbestrittenermassen sein Amt niedergelegt hat, ist 
nicht relevant, ob der Betrieb und Unterhalt der Nachlassliegenschaften damals an 
C.________ delegiert war, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist.

Die Beschwerdeführerin hat vor der Vorinstanz eine Auflistung eingereicht, welche 
Korrespondenz notwendig war, um von der Beschwerdegegnerin die Freigabe für 
die Bezahlung von Rechnungen betreffend die Liegenschaften in 
O.________(Ortschaft) zu erhalten (Beilage 6 zum Gesuch vom 6. Februar 2018, 
pag. 70). Von der Beschwerdeführerin wurde nicht jedes dieser Schreiben oder E-
Mails ins Recht gelegt. Die Beschwerdegegnerin hat jedoch auch nicht bestritten, 

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dass diese Korrespondenz stattgefunden hat. Aus der Auflistung und den weiteren 
Akten ist beispielsweise ersichtlich, dass betreffend eine Liste mit fünf Rechnungen 
mit Datum vom 1. September und eine Rechnung mit Datum vom 20. September 
2017 insgesamt fünf (resp. bezüglich der Rechnung vom 20. September 2018 wohl 
vier) Schreiben bzw. E-Mails notwendig waren, bis Rechtsanwalt E.________ na-
mens der Beschwerdegegnerin die Freigabe zur Zahlung erteilt hat (Beilagen 2 bis 
4 zur Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 20. März 2018, pag. 119 ff.; Beilage 2 
und 3 zur Stellungnahme von B.________ vom 20. September 2018). Es ist eben-
falls unbestritten, dass in einigen Fällen Mahnungen oder gar zweite Mahnungen 
von den Unternehmen verschickt werden mussten, bis die Zahlungen von der Be-
schwerdegegnerin freigegeben wurden. Abgesehen von der Rechnung von 
C.________ ist zwar offenbar keine Rechnung unbezahlt geblieben und kam es 
auch nie zu einer Betreibung. Es brauchte jedoch stets mehrere Briefe bzw. E-
Mails für dieselben Rechnungen, bis diese schliesslich dann doch freigegeben 
wurden (vgl. pag. 70). Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass ein gewisser Mehr-
aufwand bei der Verwaltung einer Erbschaft aufgrund des Einstimmigkeitsprinzips 
nicht zu vermeiden ist. Wird die Zustimmung zur Zahlung jedoch erst nach mehre-
ren Aufforderungen und erst nach Eingang einer oder gar der zweiten Mahnung er-
teilt, so liegt eine erhebliche Erschwerung in der rationellen Verwaltung des Nach-
lasses vor. Dass es zu Betreibungen kommen muss, bevor einem Gesuch um Ein-
setzung eines Erbenvertreters entsprochen wird, kann nicht verlangt werden. 

In der Beschwerde wird nicht ausgeführt, wie sich die Situation aktuell präsentiert. 
Gemäss Angaben der Beschwerdegegnerin konnten sich die Erben in Bezug auf 
Geschäfte hinsichtlich der Liegenschaften in O.________(Ortschaft) einigen, wie 
beispielsweise die Rückzahlung des fällig gewordenen Hypothekarkredits und die 
Aufbewahrung des Schuldbriefes im Depot der Bank (S. 7 der Beschwerdeantwort, 
pag. 257; Beschwerdeantwortbeilage 5 [E-Mail Korrespondenz zwischen Rechts-
anwalt E.________ und der Clientis Bank Oberaargau vom August und September 
2018]). Dies ändert jedoch nichts an den zähen Zahlungsabläufen, welche vor 
Rechtshängigkeit des vorliegenden Verfahrens stattfanden, und garantiert nicht, 
dass sich die Situation nicht wiederholt, wenn das vorliegende Verfahren ohne Ein-
setzung einer Erbenvertretung abgeschlossen würde.  

Kommt hinzu, dass das Vertrauensverhältnis innerhalb der Erbengemeinschaft seit 
der Strafanzeige der Beschwerdegegnerin gegen B.________ und dessen Ehefrau 
wegen Hausfriedensbruchs zwar wohl nicht gerade zerstört, jedoch mindestens er-
heblich gestört ist. B.________ wurde daraufhin in erster Instanz schuldig gespro-
chen, seine Ehefrau jedoch freigesprochen (Beilage 7 zur Eingabe der Beschwer-
degegnerin vom 19. September 2018).

32. Nach dem Gesagten ist somit nicht nur in Bezug auf die Verwaltung und Bewirt-
schaftung der Immobilien in H.________(Ortschaft), sondern auch hinsichtlich jener 
in O.________(Ortschaft) eine Erbenvertretung einzusetzen. Die Beschwerde ist 
gutzuheissen und die Verfügung vom 30. Juli 2018 wird aufgehoben.

Die Sache ist an das Regierungsstatthalteramt Emmental-Oberaargau zwecks Ein-
setzung einer Vertretung der Erben nach Art. 602 Abs. 3 ZGB im Sinne der Erwä-

15

gungen zurückzuweisen (vgl. Art. 84 Abs. 1 VRPG). Zur Person der Erbenvertre-
tung wird den Parteien das rechtliche Gehör zu gewähren sein.

33. Der Verfahrensbeteiligte B.________ rügt in seiner Eingabe vom 20. September 
2018, im Verfahren vor dem Regierungsstatthalteramt sei das rechtliche Gehör 
nach Art. 29 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG; SR 172.021) und Art. 21 
VRPG verletzt worden (pag. 261 ff.). 

Da die Beschwerde bereits aus anderen Gründen gutgeheissen wird und zumal 
B.________ selber innerhalb der Rechtsmittelfrist keine Beschwerde erhoben hat, 
erübrigen sich Ausführungen zu einer allfälligen Gehörsverletzung. 

34. Ebenfalls nicht weiter einzugehen ist bei diesem Ausgang des Verfahrens auf die 
von der Beschwerdeführerin und ihren Brüdern vor oberer Instanz gestellten Be-
weisanträge (Zeugenbefragungen, Parteiverhör). 

IV.

35. Mit ihrer Beschwerde ficht die Beschwerdeführerin ebenfalls die von der Vorinstanz 
getroffene Kostenregelung an. Sie macht geltend, die Kosten des Verfahrens und 
der Erbenvertretung seien der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Sie habe die 
Freigabe von Rechnungen verschleppt, um C.________ die Arbeit zu erschweren 
und diesen zu zermürben. Wenn ein Miterbe in dieser Absicht zum eigenen Vorteil 
seine Mitwirkung verweigere und damit die anderen Miterben erst veranlasse, eine 
Erbenvertretung zu begehen, seien die Kosten des Verfahrens und der Erbenver-
tretung diesem aufzuerlegen (S. 11 f. der Beschwerde, pag. 243 f.). 

36. Da die angefochtene Verfügung vom 30. Juli 2018 aufgehoben wird, wird die Vor-
instanz im Rahmen ihrer neuen Verfügung über die Einsetzung der Erbenvertre-
tung darüber zu befinden haben, wer deren Kosten zu tragen hat und zu wessen 
Lasten die vor erster Instanz angefallenen Verfahrenskosten gehen. 

37. Die Kostenverlegung im Weiterziehungsverfahren erfolgt nach dem Unterlieger-
prinzip. Danach trägt die unterliegende Partei die Verfahrenskosten und hat der 
obsiegenden Partei grundsätzlich deren Parteikosten zu ersetzen (Art. 108 Abs. 1 
und 3 VRPG, vgl. Kreisschreiben Nr. 3, a.a.O., Ziff. III.).

Da die von der Beschwerdeführerin eingereichte Beschwerde gutgeheissen wurde 
und die übrigen Verfahrensbeteiligten beantragten, die Beschwerde sei gutzuheis-
sen, sind die Verfahrenskosten von der Beschwerdegegnerin zu tragen.

38. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 800.00 (Art. 46 
Abs. 2 i.V.m. Art. 51 Abs. 1 Bst. a des Verfahrenskostendekrets [VKD; BSG 
161.12]), werden somit der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung auferlegt. Sie wer-
den dem von der Beschwerdeführerin in gleicher Höhe geleisteten Vorschuss ent-
nommen. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin CHF 800.00 zu er-
setzen. 

16

39. Gemäss Art. 104 Abs. 1 VRPG umfassen die Parteikosten den durch die berufs-
mässige Vertretung anfallenden Aufwand. Ist eine Partei – wie vorliegend die Be-
schwerdeführerin und ihre Brüder – nicht anwaltlich vertreten, kann die Verwal-
tungsjustizbehörde bei aufwendigen Verfahren eine angemessene Parteientschä-
digung und Auslagenersatz zuerkennen (Art. 104 Abs. 2 VRPG). 

Es ist nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht näher aus-
geführt, inwiefern ihr ein erheblicher persönlicher Aufwand während des Be-
schwerdeverfahrens angefallen ist. Das Verfahren wurde insbesondere schriftlich 
und damit ohne Durchführung einer Verhandlung geführt. Der von der Beschwerde-
führerin in ihrer Replik vom 29. September 2018 (S. 3, pag. 275) gestellte Antrag 
auf angemessene Parteientschädigung und Auslagenersatz ist daher abzuweisen. 

Die weiteren Verfahrensbeteiligten haben zu Recht keine Parteientschädigung be-
antragt.

17

Die Kammer entscheidet:

1. Die Verfügung des Regierungsstatthalteramtes Emmental-Oberaargau vom 30. Juli 
2018 wird aufgehoben. Die Sache wird zwecks Einsetzung einer Erbenvertretung 
nach Art. 602 Abs. 3 ZGB im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewie-
sen.

2. Die Verfahrenskosten des Weiterziehungsverfahrens werden bestimmt auf 
CHF 800.00 und der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung auferlegt. Sie werden dem 
von der Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvorschuss entnommen. 

Die Beschwerdegegnerin wird verurteilt, der Beschwerdeführerin CHF 800.00 zu er-
setzen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung gesprochen. 

4. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin
- der Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt E.________
- B.________
- C.________
- dem Regierungsstatthalteramt Emmental-Oberaargau

Bern, 3. Dezember 2018 Im Namen der 2. Zivilkammer

Der Referent:

Oberrichter Hurni

Die Gerichtsschreiberin:

Mosimann

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid über vorsorgliche Massnahmen kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen 
gemäss Art. 39 ff., 72 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundes-
gerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Dabei kann nur die Verletzung verfassungsmässiger Rech-
te gerügt werden (Art. 98 BGG). Die Art. 95, 97 und 105 Abs. 2 BGG gelangen nicht zur Anwendung. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert im Sinn von Art. 51 ff. BGG 
beträgt mehr als CHF 30‘000.00.

Hinweis:
Das Bundesgericht ist mit Urteil 5A_1042/2018 vom 28. Dezember 2018 auf die gegen 
den vorliegenden Entscheid erhobene Beschwerde nicht eingetreten.