# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a59b7c22-b143-54e3-9114-eb7f755681a5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-08-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.08.2014 D-3415/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3415-2014_2014-08-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-3415/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  A u g u s t  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richter Thomas Wespi, Richter Fulvio Haefeli,    

Gerichtsschreiberin Eva Hostettler. 

   Parteien 
 

A.______, geboren (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Dr. iur. Oliver Brunetti,  

BAS Beratungsstelle für Asylsuchende der Region Basel, 

(…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 20. Mai 2014 / N (…). 

 

 

D-3415/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsangehöriger und 

ethnischer B.______ mit letztem Wohnsitz in C.______, verliess seinen 

Heimatstaat eigenen Angaben zufolge Ende des Jahres 2008 und 

gelangte zunächst in den Iran, die Türkei und später Griechenland, wo er 

sich einige Monate aufhielt und gemäss den vorliegenden Akten am 

14. April 2009 um Asyl nachsuchte. Am 4. September 2009 gelangte der 

Beschwerdeführer in die Schweiz, wo er am 7. September 2009 ein 

Asylgesuch einreichte. Er wurde im Empfangs- und Verfahrenszentrum 

(EVZ) D.______ am 9. September 2009 summarisch befragt und es 

wurde ihm das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Wegweisung nach 

Griechenland gewährt. Für die Dauer des Asylverfahrens wurde er dem 

Kanton E.______ zugewiesen. 

B.  

Mit Verfügung vom 5. März 2010 trat das BFM gestützt auf aArt. 34 

Abs. 2 Bst. d AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers nicht ein und verfügte die Wegweisung nach 

Griechenland. 

C.  

Mit Eingabe vom 18. März 2010 erhob der Beschwerdeführer hiergegen 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte im 

Wesentlichen, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und die 

Schweiz habe sich für das vorliegende Asylgesuch für zuständig zu 

erklären.  

D.  

Mit Verfügung vom 8. März 2011 hob das BFM im Rahmen eines 

Schriftenwechsels seine ursprüngliche Verfügung vom 5. März 2010 auf 

und nahm das nationale Asylverfahren in der Schweiz wieder auf. Die am 

18. März 2010 beim Bundesverwaltungsgericht eingereichte Beschwerde 

wurde am 11. März 2011 infolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben. 

E.  

Der Beschwerdeführer wurde am 14. März 2013 und am 9. April 2013 

eingehend durch das BFM zu seinen Asylgründen angehört. Zur 

Begründung seines Asylgesuchs trug der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen Folgendes vor: 

D-3415/2014 

Seite 3 

Er sei in C.______ als (Beruf) tätig gewesen. Im Juni oder Juli 2008 habe 

er am Strassenrand einen verletzten Mann gefunden und diesen ins 

Spital gebracht. Das Wachpersonal des Spitals habe ihn nicht wieder 

gehen lassen, weil dieses vermutet habe, er sei für die Verletzungen des 

Mannes verantwortlich. Die hinzugerufene Polizei habe ihn 

festgenommen und auf dem Polizeiposten inhaftiert. Nach etwa fünf oder 

sechs Tagen seien Verwandte des mittlerweile verstorbenen Mannes auf 

den Posten gekommen, hätten ihn als Mörder beschimpft und physisch 

angegriffen. Der verstorbene Mann stamme aus einer äusserst 

einflussreichen Familie und dessen Bruder sei F.______, ein ehemaliger 

Kommandant aus der Zeit der Mujaheddin. Nach dem Vorfall auf dem 

Polizeiposten sei er in Untersuchungshaft genommen worden, wo er auch 

gefoltert worden sei. Zudem sei sein Haus mehrmals durchsucht und 

etliche Sachen, unter anderem auch zwei Polizeiuniformen von 

befreundeten Polizisten, mitgenommen worden. Aufgrund der Folter habe 

er den Mord an diesem Mann gestanden, woraufhin er zum Tode 

verurteilt worden sei. Gegen dieses Urteil habe er sich zur Wehr gesetzt, 

woraufhin er erneut gefoltert und vergewaltigt worden sei und schliesslich 

die Tat erneut gestanden habe. Es seien zwei Urteile gegen ihn 

ergangen.  

Nach etwa vier Monaten Folter sei er ins (...)-Gefängnis gebracht worden. 

Etwa sechs Monate nach seiner Festnahme sei er gefesselt in einem 

Gefangenentransport Richtung Stadt unterwegs gewesen, als sich eine 

Militärkolonne genähert habe, infolgedessen der Fahrer des 

Gefangenentransports rechts angehalten habe. Die Fahrzeugkolonne sei 

plötzlich unter Beschuss der Taliban geraten, woraufhin die beiden 

Polizisten in die eine und er in die andere Richtung geflohen seien. Ein 

Mitglied der Taliban habe ihn von seinen Fesseln befreit und ihm geraten, 

nicht nach Hause, sondern zu anderen Verwandten nach G.______ zu 

gehen. Am nächsten Morgen habe er seinen Heimatstaat verlassen. Die 

Polizisten seien aufgrund seiner Flucht zu einer Haftstrafe verurteilt 

worden. Nach ihrer Freilassung hätten sie sich aus Rache und im Auftrag 

der einflussreichen Familie des verstorbenen Mannes auf die Suche nach 

ihm begeben und immer wieder seine Frau belästigt. Seine Ehefrau sei 

zudem einmal entführt und erst nach einer Woche in H.______ 

freigelassen worden. 

Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer eine Kopie 

seiner Tazkara und ein Gerichtsurteil vom (…) 2008 zu den Akten.  

D-3415/2014 

Seite 4 

F.  

Mit Eingabe vom 3. April 2012 reichte die sich nach wie vor in Afghanistan 

aufhaltende Ehefrau des Beschwerdeführers für sich und ihre (…) Kinder 

ein Asylgesuch aus dem Ausland ein ([…]). Im Rahmen dieses 

Asylverfahrens wurden zwei Kopien von Anzeigen bei der Polizei, eine 

Polizeibestätigung und zwei Arztberichte zu den Akten gereicht. Dieses 

Gesuch ist nach wie vor beim BFM hängig. 

G.  

Mit Verfügung vom 20. Mai 2014, eröffnet am 21. Mai 2014, stellte das 

BFM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht 

erfülle, lehnte sein Asylgesuch ab, wies ihn aus der Schweiz weg und 

schob den Vollzug der Wegweisung zugunsten einer vorläufigen 

Aufnahme wegen Unzumutbarkeit auf. Auf die Begründung wird – sofern 

entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen.  

H.  

Mit Eingabe vom 20. Juni 2014 reichte der Beschwerdeführer hiergegen 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein und beantragte, die 

vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigen-

schaft festzustellen und ihm sei Asyl zu gewähren. In verfahrens-

rechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und Art. 110a Abs. 1 

Bst. a AsylG sowie um Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses ersucht. Auf die Begründung wird – sofern 

entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen. 

Der Eingabe war eine Fürsorgebestätigung vom 6. Juni 2014 beigelegt. 

I.  

Mit Verfügung vom 25. Juni 2014 hiess die Instruktionsrichterin die 

Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von 

Art. 65 Abs. 1 VwVG und Art. 110a AsylG gut, verzichtete auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses und bestellte dem Beschwerdeführer 

in der Person von Dr. iur. Oliver Brunetti, BAS Beratungsstelle für 

Asylsuchende der Region Basel einen amtlichen Rechtsbeistand. Der 

Vorinstanz wurde Gelegenheit eingeräumt, innert Frist eine 

Vernehmlassung einzureichen. 

D-3415/2014 

Seite 5 

J.  

In der Vernehmlassung vom 2. Juli 2014 beantragte das BFM die 

Abweisung der Beschwerde.  

K.  

Am 8. Juli 2014 wurde dem Beschwerdeführer die Vernehmlassung zur 

Kenntnisnahme zugestellt.  

L.  

Mit Eingabe vom 4. August 2014 reichte der Beschwerdeführer eine 

Kostennote zu den Akten. 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des 

Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 

im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 

ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen 

eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die 

beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig 

entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

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Seite 6 

(Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 

VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Die vorliegende Beschwerde bezieht sich einzig auf die Frage der 

Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung von Asyl.  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen 

grundsätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat 

oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, 

Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder 

wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 

sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 

werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des 

Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für 

gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in 

wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich 

sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 

oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 In der abweisenden Verfügung vom 20. Mai 2014 wurde im 

Wesentlichen ausgeführt, aufgrund verschiedener Ungereimtheiten seien 

die Vorbringen des Beschwerdeführers unglaubhaft. Bei der Befragung 

habe er betreffend seine Flucht zu Protokoll gegeben, zwei Polizeiautos 

hätten sich sehr schnell genähert, woraufhin es zu Kämpfen zwischen 

den Taliban und den Polizeibeamten gekommen sei. Demgegenüber 

habe er bei der Anhörung zu Protokoll gegeben, es habe sich um eine 

amerikanische Armeekolonne gehandelt, die von Taliban angegriffen 

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Seite 7 

worden sei. Auch habe er bei der Befragung gesagt, der Wächter sei 

neben dem Fahrer geflohen; bei der Anhörung habe er gesagt, ein 

Polizist habe neben ihm und nicht neben dem Fahrer gesessen.  

Hinsichtlich seiner Verurteilung habe er sodann zunächst ausgesagt, er 

habe kein schriftliches Urteil erhalten, um bei der Fortsetzung der 

Anhörung zu Protokoll zu geben, seine Ehefrau habe ein solches 

erhalten, er habe jedoch erst nach der ersten Anhörung davon erfahren. 

Es erscheine unlogisch, dass ihn seine Frau nicht über den Erhalt des 

Urteils informiert habe. Daran vermöchten auch die eingereichten 

Beweismittel nichts zu ändern, seien entsprechende Dokumente doch 

leicht käuflich erwerblich, wobei es auch hervorzuheben gebe, dass das 

erwähnte Urteil weder den Gerichtsstand bezeichne noch eine 

Unterschrift eines Richters aufweise. Die von der Ehefrau eingereichten 

Dokumenten vermöchten keinen Beweiswert zu entfalten, handle es sich 

doch weitgehend um Kopien, zumal die darin dargelegten Vorkommnisse 

unabhängig von den Asylvorbringen hätten geschehen können. 

5.2 In der Beschwerdeschrift vom 20. Juni 2014 wird dem im 

Wesentlichen entgegengehalten, betreffend die Flucht habe er sich 

keinesfalls widersprochen. Aus seinen Ausführungen gehe hervor, dass 

es sich um eine amerikanische Militärkolonne, welche von zwei 

afghanischen Polizeiautos angeführt worden sei, gehandelt habe. Ebenso 

widerspruchsfrei habe er zu Protokoll gegeben, dass zwei Personen – ein 

Fahrer und ein Wachmann – mit ihm unterwegs gewesen seien und diese 

beide geflohen seien. Der Widerspruch beziehe sich auf ein einziges 

Wort, weshalb ohne weiteres denkbar wäre, dass es sich um einen 

Übersetzungsfehler handle. Betreffend das Urteil gelte es anzumerken, 

dass kein Anlass dazu bestanden habe, nach einem schriftlichen Urteil zu 

fragen, da er und seine Ehefrau mündlich über den Tatbestand und das 

Strafmass informiert worden seien. Schliesslich habe das BFM – soweit 

ersichtlich – keine Prüfung des im Original eingereichten Gerichtsurteils 

vorgenommen, sondern lediglich festgestellt, solche könnten leicht 

käuflich erworben werden; dies habe ebenso für die eingereichten 

Dokumente der Ehefrau zu gelten. Insgesamt seien die eingereichten 

Beweismittel nur ungenügend gewürdigt worden. Es sei von der 

Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers auszugehen. 

Demnach sei er in einem politisch gefärbten Prozess durch einen 

sunnitischen Paschtunen, der den ersten Richter, einen schiitischen 

B.______, ersetzt habe, zum Tode verurteilt worden, wobei er unter Folter 

ein Geständnis abgelegt habe.  

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Seite 8 

6.  

6.1 Die Vorinstanz begründete die Ablehnung des Asylgesuchs zunächst 

mit der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers 

respektive führte aus, die geltend gemachte Verfolgung sei aus keinen 

der in Art. 3 AsylG erwähnten Gründen erfolgt, weshalb der 

Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft auch bei Wahrunterstellung 

nicht erfüllen würde.  

6.2 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend 

substantiiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in 

vagen Schilderungen erschöpfen, dürfen in wesentlichen Punkten nicht 

widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht 

den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber 

hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig erschei-

nen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen 

auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 

AsylG). Aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder 

bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt 

oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt 

oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner 

- im Gegensatz zum strikten Beweis - ein reduziertes Beweismass und 

lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den 

Vorbringen des Beschwerdeführers. Eine Behauptung gilt bereits als 

glaubhaft gemacht, wenn der Richter oder die Richterin von ihrer 

Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber für überwiegend wahr hält, 

obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht 

es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich 

ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und 

überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sach-

verhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Ge-

samtwürdigung, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachver-

haltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine 

objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.3; Art. 7 

AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 

Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 1, S. 4f., E. 5a). 

6.3 Da die Vorinstanz die Vorbringen des Beschwerdeführers als nicht 

glaubhaft qualifiziert hat, gilt es zunächst zu prüfen, ob das Gericht die 

vorinstanzlichen Ausführungen als überzeugend erachtet. Bezüglich der 

Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers kommt das Gericht 

zusammengefasst zu einem gegenteiligen Schluss und erachtet die 

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Vorbringen hinsichtlich der Vorfälle im Jahr 2008 – trotz ebenfalls 

vorhandener Zweifel – überwiegend als glaubhaft, da sie grösstenteils 

substantiiert und nicht widersprüchlich dargelegt wurden. In den 

Ausführungen des Beschwerdeführers finden sich denn auch 

überdurchschnittlich viele Realkennzeichen. 

6.4 Die Aussagen des Beschwerdeführers weisen insgesamt  – auch 

wenn zwischen der Befragung vom 9. September 2009 und den beiden 

Anhörungen vom 14. März respektive 9. April 2013 dreieinhalb Jahre 

liegen – eine logische Konsistenz auf und sind von quantitativem 

Detailreichtum geprägt.  

Der Beschwerdeführer führt äusserst substantiiert und nicht 

widersprüchlich aus, wie er den verletzten Mann, bei welchem er 

zunächst gedacht habe, es handle sich um einen Bettler oder einen 

Drogenabhängigen (A22/13 S. 10), auf der Strasse gefunden und ins 

Spital gebracht habe, wobei er diese Situation immer wieder mit der 

Wiedergabe von Dialogen, die er mit dem Wachpersonal des Spitals und 

den Spitalangestellten geführt habe, unterstrich (vgl. act. A1/11 S. 5; 

A22/13 S. 5). Ebenso glaubhaft schildert er die Befragung durch den 

Untersuchungsrichter respektive die Polizei, indem er beispielsweise 

ausführt, "da haben sie mich gefragt (…) was ich in meinem Haus habe; 

da habe ich gesagt, ich hätte nichts, nur meine Frau und meine Brüder" 

(A22/13 S. 6). Vor der Fahrt aus dem Gefängnis in die Stadt habe er 

gefragt, "für was bringen sie mich" (A28/12 S. 6). Als der 

Gefangenentransport unterwegs gewesen sei, habe der Wachmann zum 

Fahrer gesagt, "weiche zur Seite aus, dass die Kolonne vorbeifahren 

kann" (A28/12 S. 5). Eine solche Wiedergabe der Ereignisse kann auch in 

der Erzählart einer Person liegen und muss nicht zwingend bedeuten, 

dass ein Vorbringen auch wahr ist, doch fällt vorliegend auf, dass der 

Beschwerdeführer im Abstand von über drei Jahren in etwa die gleichen 

Dialoge wiedergibt. Die Vorbringen des Beschwerdeführers weisen auch 

Raum-zeitliche Verknüpfungen auf, indem er beispielsweise zu Protokoll 

gibt, ein paar Tage vorher sei ein Nachbar gestorben, er habe sich für die 

Beerdigungszeremonie engagiert, weshalb er während zweier Tage nicht 

Taxi gefahren sei (A22/13 S. 6). Man habe seine Hände für den Transport 

in die Stadt vor dem Körper gefesselt, und nicht wie üblich hinten, da 

seine Schulter während der Folter gebrochen (A22/13 S. 7) und immer 

noch geschwollen gewesen sei (A22/13 S. 9). Sein Haus sei mehrmals 

durchsucht und etliche Sachen seien mitgenommen worden, unter 

anderem auch zwei Polizeiuniformen von befreundeten Polizisten, welche 

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Seite 10 

diese bei ihm deponiert hätten, weil es in Afghanistan zu gefährlich sei, 

wenn Polizisten in der Uniform Familienangehörige auf dem Land 

besuchten (A22/13 S. 6).  

Im Zusammenhang mit der Identifikation des Verwundeten macht er auch 

auf Komplikationen aufmerksam, indem er ausführte, dass Mobiltelefon 

habe einen Pin benötigt, weshalb weder er noch das Spitalpersonal das 

Telefon hätten aktivieren können (A22/13 S. 5). Damit schildert er für das 

Kerngeschehen belanglose Nebensächlichkeiten, was wiederum ein 

Realkennzeichen darstellt. Er habe nach Hause gehen und sich 

umziehen wollen, da er ein blutverschmiertes Hemd gehabt habe (A22/13 

S. 5). Als das Wachpersonal ihn nicht habe gehen lassen, weil er 

möglicherweise für die Verletzungen dieses Mannes verantwortlich sei, 

habe es Streit gegeben, woraufhin die Polizei alarmiert worden sei und 

diese ihn schliesslich verhaftet habe. Ebenso schildert der 

Beschwerdeführer innere psychische Vorgänge. Beispielsweise führt er 

aus, wie er sich fühlte, als er nach einigen Tagen auf dem Polizeiposten 

nach vorne geholt worden sei; "als sie mich gerufen haben, freute ich 

mich" (A22/13 S. 5). Früher habe er viele Freunde gehabt, doch als der 

schlechte Tag gekommen sei, hätten ihn alle verlassen (A28/12 S. 4). Die 

Flucht schildert der Beschwerdeführer detailreich: Er sei zu einem 

Obstgarten gekommen, es sei kalt gewesen, es sei ein Haufen trockenes 

Gras gewesen, ebenso beschrieb er seine Fussfesseln detailliert 

(A 22/13  S. 8). Die Ausführungen des BFM hinsichtlich der angeblich 

widersprüchlichen Angaben des Beschwerdeführers vermögen 

angesichts der oben gemachten Ausführungen insgesamt nicht zu 

überzeugen. Zunächst erachtet es das Gericht als nicht widersprüchlich, 

wenn der Beschwerdeführer in der Befragung vom 9. September 2009 

ausführt, "in diesem Moment flüchtete der Chauffeur und der Wächter 

neben ihm" (A1/11 S. 6), um in den Anhörungen zu Protokoll zu geben, 

der Wächter habe neben ihm gesessen (A 28/12 S. 6), handelt es sich 

dabei doch, wie in der Beschwerde zu Recht ausgeführt, um ein einziges 

Wort, welches möglicherweise falsch übersetzt wurde, oder auch 

dahingehend zu verstehen sein könnte, dass neben dem Fahrer auch der 

Wachmann (sowohl als auch) geflohen sind. Als unerheblich erachtet das 

Gericht den angeblichen Widerspruch hinsichtlich der Verletzungen des 

Beschwerdeführers, als er in der Befragung, wie in der Beschwerde zu 

Recht vorgebracht, davon sprach, dass ihn das Wachpersonal des Spitals 

nicht habe gehen lassen wollen, weil er möglicherweise den Mann 

erschossen hätte, hat er damit doch nicht zu Protokoll gegeben, der 

Verletzte habe Schusswunden gehabt. Schliesslich spricht auch der 

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Seite 11 

Umstand, dass sich seine Ehefrau nicht weiter für den genauen Inhalt des 

gegen ihn ergangenen Urteils interessiert habe, nachdem ein Freund ihr 

gesagt habe, es sei kein Amnestiebrief und sie solle mit ein paar 

gutgesinnten Menschen zum Gegner gehen (A28/12 S. 2), insbesondere 

in Anbetracht des länderspezifischen Kontextes, für die Glaubhaftigkeit 

der Aussage. Nicht aufzulösen vermag der Beschwerdeführer jedoch den 

Widerspruch, wonach er in der Befragung zunächst zu Protokoll gibt, es 

seien zwei Polizeiwagen in hohem Tempo entgegengekommen, welche 

sodann in einem Schusswechsel mit den Taliban verwickelt gewesen 

seien (A1/11 S. 6), währenddem er in der Anhörung von einer 

amerikanischen Militärkolonne spricht, ohne die beiden Polizeiwagen zu 

erwähnen, und mehrheitlich von Panzern und Lastwagen spricht 

(A28/12 S. 5).  

6.5 Nicht glaubhaft erachtet das Gericht die erstmals auf 

Beschwerdeebene vorgetragene Version, wonach er zunächst von einem 

Richter, schiitischer Glaubensrichtung und der Ethnie der B.______ 

zugehörig, freigesprochen, um später von einem sunnitischen 

Paschtunen zum Tode verurteilt worden zu sein. Angesichts dessen, dass 

der Beschwerdeführer sehr viel und ausführlich erzählt hat, und er diesen 

Umstand weder in der Befragung noch den Anhörungen auch nur 

ansatzweise erwähnt hat, ist dieses Vorbringen als nachgeschoben und 

unglaubhaft zu qualifizieren. 

6.6 Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers 

weckt weiter die gleiche Tatsache, welche für deren Glaubhaftigkeit 

spricht, nämlich das enorm detailreiche mit Dialogen gespickte 

Wiedergeben seiner Geschichte: Einem leisen Verdacht, die Geschichte 

könnte rund um die grundsätzlich glaubhaften Aussagen bezüglich der 

Verurteilung zum Tode und der erlittenen Folter, abgeändert und der 

Beschwerdeführer allenfalls gar nicht zu Unrecht in ein Gerichtsverfahren 

verwickelt worden sein, kann sich das Gericht nicht gänzlich entziehen. In 

Anbetracht der Tatsache, dass eine Verurteilung zum Tode sowie 

Folterungen eine klare Verletzung von Art. 3 EMRK darstellen und, wie im 

Folgenden zu zeigen sein wird, selbst bei gänzlicher Wahrunterstellung 

nicht von der Asylrelevanz der Vorbringen ausgegangen werden kann, 

spielen diese Zweifel jedoch letztlich keine Rolle. 

6.7 Gesamthaft gesehen, geht das Gericht demnach – mit Einschränkung 

der oben gemachten Ausführungen – von der Glaubhaftigkeit der 

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Seite 12 

Vorbringen des Beschwerdeführers aus, weshalb im Folgenden deren 

Asylrelevanz geprüft werden muss. 

7.  

7.1 Der Beschwerdeführer wurde für den Tod eines Mannes, welcher aus 

einer äusserst einflussreichen Familie stammt, verantwortlich gemacht 

und zum Tode verurteilt. Sein Geständnis wurde durch Folter erzwungen. 

Nach etwa sechs Monaten ist ihm während eines Transportes in die Stadt 

die Flucht gelungen. Demnach hat er Nachteile erlitten, welche aufgrund 

der Eingriffsintensität in die Rechtsgüter Leib und Leben als ernsthaft im 

Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG zu qualifizieren sind. Wie von der 

Vorinstanz zu Recht ausgeführt, fehlt es jedoch im vorliegenden Fall am 

Verfolgungsmotiv (Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer 

bestimmten sozialen Gruppe oder politische Anschauung), ob er nun zu 

Recht oder zu Unrecht des Mordes beschuldigt worden ist. Dem 

Beschwerdeführer ist es nicht gelungen, glaubhaft geltend zu machen, 

welches der im schweizerischen Asylgesetz respektive im Abkommen 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 

(FK, SR 0.142.30) aufgezählten Verfolgungsmotive der 

Verfolgungshandlung zugrunde liegt. Deshalb erfüllt der 

Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht und das BFM hat sein 

Asylgesuch zu Recht abgelehnt. Ob die von seiner Ehefrau geltend 

gemachten Nachteile respektive die angeblich bestehende 

Reflexverfolgung eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG darstellt, ist 

nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, weshalb sich 

diesbezüglich weitere Ausführungen erübrigen. 

7.2 Die vom Beschwerdeführer erlittenen Nachteile wären jedoch, in 

Anbetracht deren überwiegenden Glaubhaftigkeit, vorliegend unter Art. 3 

EMRK zu subsumieren gewesen, was zur Feststellung der Unzulässigkeit 

des Wegweisungsvollzugs hätte führen müssen. Da die 

Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, 

SR 142.20) jedoch alternativer Natur sind und der Beschwerdeführer mit 

Verfügung vom 20. Mai 2014 bereits wegen Unzumutbarkeit vorläufig 

aufgenommen wurde, ist er diesbezüglich nicht beschwert. Diesem 

Aspekt wäre aber im Falle einer allfälligen Aufhebung der vorläufigen 

Aufnahme gebührend Rechnung zu tragen. 

7.3  

Zusammenfassend hat die Vorinstanz zu Recht festgestellt, dass der 

D-3415/2014 

Seite 13 

Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, und sein 

Asylgesuch abgelehnt.  

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit Verfügung 

vom 25. Juni 2014 wurde das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen, weshalb keine 

Verfahrenskosten zu erheben sind. 

9.2 Dem Beschwerdeführer wurde – ebenfalls mit Zwischenverfügung 

vom 25. Juni 2014 – die unentgeltliche Rechtsverbeiständung i.S. von 

Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG zugesprochen und Dr. iur. Oliver Brunetti, 

BAS Beratungsstelle für Asylsuchende der Region Basel, als amtlicher 

Rechtsbeistand eingesetzt. Mit Eingabe vom 4. August 2014 reichte der 

Rechtsvertreter eine Kostennote in der Höhe von Fr. (…) (inklusive 

Auslagen) zu den Akten, welche als angemessen erscheint (Art. 10 

Abs. 2 und Art. 14 VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden 

Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) ist dem Beschwerdeführer 

zulasten der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von insgesamt Fr. (…) 

(inkl. Auslagen und allfälliger MWSt) zuzusprechen. 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-3415/2014 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand, Dr. iur. Oliver Brunetti, wird ein amtliches 

Honorar zulasten der Gerichtskasse in der Höhe von Fr. (…) (inkl. 

Auslagen und MWSt) ausgesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die 

zuständige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Eva Hostettler 

 

 

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