# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6b0c7146-73bd-582e-8cef-2f295faaadb7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-07-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 02.07.2013 B 2013/60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2013-60_2013-07-02.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2013/60

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 02.07.2013

Entscheiddatum: 02.07.2013

Urteil Verwaltungsgericht, 02.07.2013
Ausländerrecht, Art. 50 Abs. 1 und 2 AuG.Der aus Nigeria stammende 
Beschwerdeführer, dessen eheliche Gemeinschaft mit seiner Schweizer 
Ehefrau nicht während dreier Jahre Bestand hatte, weist mit der 
Behauptung, im Abstand von einem Jahr zweimal Opfer von Gewalt seiner 
Ehefrau, die auch seine Abhängigkeit von der Aufenthaltsbewilligung 
ausgenutzt habe, geworden zu sein, keine systematische und konstante 
physische und/oder psychische Zwangsausübung nach. Der knapp 38-
jährige Beschwerdeführer lebt erst seit rund drei Jahren in der Schweiz, hat 
den Jahreswechsel 2012/13 in seiner Heimat verbracht und ist auch während 
eines früheren Aufenthalts in Spanien für längere Zeit nach Nigeria 
zurückgekehrt, um dort die Arbeit seines erkrankten Vaters zu übernehmen. 
Die soziale Wiedereingliederung des Beschwerdeführers in Nigeria scheint 
unter diesen Umständen nicht stark gefährdet (Verwaltungsgericht, 
B 2013/60).

Urteil vom 2. Juli 2013

Anwesend:  Präsident lic. iur. B. Eugster; Verwaltungsrichter lic. iur. A. Linder, Dr. B. 

Heer, lic. iur. A. Rufener, Dr. S. Bietenharder-Künzle; Gerichtsschreiber Dr. Th. Scherrer

In Sachen

X.Y.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. Andreas Fäh, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,

gegen

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Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 9001 

St. Gallen,

Vorinstanz,

betreffend

Widerruf der Aufenthaltsbewilligung

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ X.Y., geboren am 9. November 1975 in Amuro (Nigeria), heiratete am 10. März 2007 

in Murcia (Spanien) die Schweizerin A.B., geboren am 4. September 1966. Am 21. Juli 

2008 stellte X.Y. ein persönliches Einreisegesuch über die Schweizer Botschaft in 

Madrid. A.B. reichte am 30. September 2008 über das Einwohneramt St. Gallen ein 

Familiennachzugsgesuch ein. Nach verschiedenen Abklärungen bewilligte das 

Migrationsamt den Familiennachzug am 17. November 2008. X.Y. holte in der Folge 

sein Visum jedoch nicht ab, weshalb seine Ehefrau am 31. März 2010 erneut ein 

Familiennachzugsgesuch einreichte. Am 9. April 2010 bewilligte das Migrationsamt 

erneut den Familiennachzug und X.Y. reiste schliesslich am 16. Mai 2010 in die 

Schweiz ein. Im Rahmen des Familiennachzugs erhielt X.Y. eine Aufenthaltsbewilligung 

zum Verbleib bei seiner Ehefrau, gültig bis 15. Mai 2013 (nach Verlängerung).

Am 6. Dezember 2011 teilte das Einwohneramt St. Gallen dem Migrationsamt mit, X.Y. 

sei ohne seine Ehefrau umgezogen. Mit Schreiben vom 15. März 2012 ersuchte das 

Migrationsamt die Ehepartner um Stellungnahme. X.Y. nahm am 20. März 2012 

Stellung. Er teilte mit, dass die Trennung etwas mit der IV und/oder mit dem Sozialamt 

und der finanziellen Stellung seiner Frau zu tun habe. Er hingegen wolle die 

Ehegemeinschaft wieder aufnehmen. Zudem übernachte er praktisch jede Nacht in der 

ehelichen Wohnung. Seine Ehefrau wolle nicht, dass er in seiner eigenen Wohnung 

bleibe. Sein Ehewille sei nicht erloschen und eine Scheidung auch nicht geplant. Seiner 

Stellungnahme legte X.Y. den Eheschutzentscheid des Kreisgerichtes St. Gallen vom 

16. November 2011 bei, worin das Getrenntleben der Ehegatten seit dem 1. Oktober 

2011 festgehalten, und die Vereinbarung, die sie getroffen hatten, genehmigt wurde. 

A.B. liess sich am 3. April 2012 vernehmen. Sie führte aus, dass sie für zwei Jahre in 

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Trennung leben würden und es ungewiss sei, was die Zukunft bringen werde. Es 

handle sich u.a. um ein kulturelles Problem. Sie verwies zudem auf den 

Eheschutzentscheid samt Verhandlungsprotokoll sowie eine anlässlich der 

Eheschutzverhandlung getroffene Vereinbarung.

Das Migrationsamt gewährte X.Y. am 26. April 2012 das rechtliche Gehör im Hinblick 

darauf, dass in Erwägung gezogen werde, seine Aufenthaltsbewilligung zu widerrufen. 

Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, St. Gallen, teilte am 10. Mai 2012 mit, dass er von 

X.Y. mit der Wahrung seiner Interessen betraut worden sei. Mit Schreiben vom 11. Juni 

2012 nahm der Rechtsvertreter von X.Y. Stellung. Er führte aus, dass die Ehe nur auf 

dem Papier getrennt sei und X.Y. praktisch jeden Tag inkl. Nacht mit seiner Ehefrau in 

der ehemals gemeinsamen Wohnung verbringe. Zudem beantragte der Vertreter von 

X.Y., die Ehefrau und deren Nachbarn zu befragen. Das Migrationsamt widerrief mit 

Verfügung vom 5. Juli 2012 die Aufenthaltsbewilligung von X.Y. und setze ihm eine 

Ausreisefrist bis spätestens 12. September 2012.

B./ Am 6. Juli 2012 erhob der Vertreter von X.Y. Rekurs gegen die Verfügung des 

Migrationsamtes vom 5. Juli 2012 beim Sicherheits- und Justizdepartement und 

beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, vom Widerruf der 

Aufenthaltsbewilligung sei abzusehen, und es sei X.Y. die unentgeltliche Rechtspflege 

und Rechtsverbeiständung zu gewähren. Dem Antrag um unentgeltliche Rechtspflege 

und Rechtsverbeiständung entsprach das Sicherheits- und Justizdepartement am 

20. Dezember 2012, und sein Vertreter wurde als unentgeltlicher Rechtsbeistand 

bestimmt. Am 8. März 2013 wies das Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs 

von X.Y. ab und lud das Migrationsamt ein, eine neue Ausreisefrist anzusetzen.

C./ Am 20. März 2013 erhob X.Y. (nachfolgend Beschwerdeführer) Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements 

vom 8. März 2013 (Versand am 11. März 2013). Er beantragte, der angefochtene 

Entscheid sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und vom Widerruf 

der Aufenthaltsbewilligung abzusehen. Mit Eingabe vom 18. April 2013 ergänzte der 

Beschwerdeführer seine Beschwerde mit dem verfahrensrechtlichen Antrag, die Akten 

eines allfälligen Strafverfahrens gegen A.B. beizuziehen.

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Mit Vernehmlassung vom 25. April 2013 beantragt das Sicherheits- und 

Justizdepartement (nachfolgend Vorinstanz) unter Hinweis auf die Erwägungen im 

angefochtenen Entscheid, die Beschwerde abzuweisen.

Auf die von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird, soweit 

erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt VRP). 

Anfechtungsgegenstand ist der abschlägige Rekursentscheid der Vorinstanz vom 

8. März 2013, der zum Widerruf der bis 15. Mai 2013 gültigen Aufenthaltsbewilligung 

des Beschwerdeführers ergangen ist. Mit Ablauf der Gültigkeitsdauer ist die 

Aufenthaltsbewilligung erloschen (Art. 61 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die 

Ausländerinnen und Ausländer; SR 142.20, abgekürzt AuG). Insofern ist das Verfahren 

gegenstandslos. Der Rechtsstreit betrifft mithin nun die Nichtverlängerung einer 

Aufenthaltsbewilligung (vgl. dazu BGer 2C_1020/2012 vom 15. Oktober 2012 E. 2.1; 

2C_235/2012 vom 13. März 2013 E. 1.1). Der Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des 

Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die 

Beschwerdeeingaben vom 20. März 2013 und vom 18. April 2013 wurden form- und 

fristgerecht eingereicht (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 

2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. Gemäss Art. 42 Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegatten von Schweizerinnen 

Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit 

diesen zusammenwohnen.

Ein Anspruch aus Art. 42 Abs. 1 AuG setzt also voraus, dass die Ehegatten zusammen 

wohnen. Der Beschwerdeführer bekundete die Absicht, ab 17. Februar 2013 bei seiner 

Freundin R.S. zu wohnen, zunächst aber ab ungefähr Ende Dezember 2012 nach 

Nigeria zu reisen. Bis Anfang Dezember 2012 habe er jedoch bei seiner Ehefrau 

gewohnt (act. 11/19b-2, Frage 5). A.B. schrieb in einem Brief an das Migrationsamt 

vom 27. Dezember 2012, dass der Beschwerdeführer aufgrund finanzieller Engpässe 

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die gemeinsame Wohnung nach der gerichtlichen Trennung nur kurzzeitig verlassen 

habe (vgl. act. 11/13a). Somit kann festgestellt werden, dass der Beschwerdeführer 

und seine Ehefrau trotz der richterlichen Ehetrennung auch nach dem 1. Oktober 2011 

zumindest zeitweilig wieder unter einem Dach lebten. Dies ergibt sich auch aus den ins 

Recht gelegten Akten (vgl. act. 11/5 und act. 11/19b-3, S. 4). Die Voraussetzung des 

Zusammenlebens im Sinn von Art. 42 Abs. 1 AuG ist aber auch nach Auffassung des 

Beschwerdeführers spätestens ab anfangs Dezember 2012 erkennbar dahingefallen. 

Im Übrigen wird auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen 

Entscheid (E. 2 bis E. 2bb) verwiesen.

3. Der Beschwerdeführer erklärte im Verfahren vor der Vorinstanz am 25. Februar 2013, 

mit der Scheidung einverstanden zu sein (act. 23). Damit wird die Ehe bzw. 

Familiengemeinschaft im vorliegenden Fall nicht mehr gelebt. Daher ist zu überprüfen, 

ob ein Anspruch auf Erteilung oder Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach 

Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG besteht.

3.1. Nach Auflösung der Ehe oder Familiengemeinschaft besteht der Anspruch des 

Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Artikel 42 

weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine 

erfolgreiche Integration besteht (Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG).

Die Kriterien der Dreijahresfrist und der Integration sind kumulativ erforderlich (BGer 

2C_95/2012 vom 13. März 2012 E. 2.2.1; BGE 136 II 113 E. 3.3.3). Die 

Ehegemeinschaft besteht, solange eine tatsächlich gelebte, eheliche Beziehung und 

ein gegenseitiger Ehewille vorliegen. Äusseres Kennzeichen einer bestehenden 

Ehegemeinschaft ist in der Regel das Zusammenleben der Ehegatten in einer 

Hausgemeinschaft (M. Caroni, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz 

über die Ausländerinnen und Ausländer, Kommentar, Bern 2010, N 16 zu Art. 50 AuG). 

Bei der Berechnung der absolut geltenden Dreijahresfrist kommt es gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung auf die in der Schweiz gemeinsam verbrachte Zeit 

an (BGer 2C_366/2012 vom 1. Mai 2012 E. 2.1; 2C_430/2011 vom 11. Oktober 2011 

E. 4.1 und 4.1.1; BGE 136 II 113 E. 3.3). Massgeblicher Zeitpunkt für die retrospektive 

Berechnung der Dauer der ehelichen Gemeinschaft ist in der Regel die Aufgabe der 

Hausgemeinschaft (BGE 136 II 113 E. 3.2).

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3.2. Der Beschwerdeführer heiratete seine Ehefrau am 10. März 2007 in Spanien. 

Nachdem er sein erstes Einreisevisum verfallen liess, reiste er schliesslich am 16. Mai 

2010 — mithin drei Jahre nach Eheschliessung — in die Schweiz ein. Wie bereits von 

der Vorinstanz zutreffend festgestellt, ist es grundsätzlich nicht von Bedeutung, ob die 

Auflösung der Ehegemeinschaft bereits am 1. Oktober 2011 (gemäss 

Eheschutzentscheid des Kreisgerichts St. Gallen vom 16. November 2011) erfolgte, 

oder wie vom Beschwerdeführer behauptet erst im Dezember 2012, denn die 

Dreijahresfrist wurde ohnehin nicht eingehalten, hätte er ansonsten schon im Jahr 2008 

(ausgehend von der Trennung im 2011) bzw. 2009 (ausgehend von der Trennung im 

2012) in der Schweiz bei seiner Ehefrau leben müssen. Zu diesem Zeitpunkt befand er 

sich jedoch nicht in der Schweiz. Somit fehlt es an der Voraussetzung der 

Dreijahresfrist gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG, und eine Prüfung der Integration 

erübrigt sich.

4. Der Beschwerdeführer rügt, entgegen der Feststellung der Vorinstanz seien die 

Voraussetzungen für die Verlängerung der Bewilligung gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b und 

Abs. 2 AuG erfüllt. Die Vorinstanz erklärt in ihrer Vernehmlassung, der 

Beschwerdeführer habe diese Einwendungen im Rekursverfahren nicht vorgebracht 

(act. 10).

4.1. Im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht sind neue Begehren 

grundsätzlich unzulässig (vgl. Art. 61 Abs. 3 VRP). Nicht eingeschränkt durch das 

Novenverbot ist jedoch die Möglichkeit, die im Beschwerdeverfahren gestellten 

Anträge mit einer gegenüber dem vorinstanzlichen Verfahren geänderten rechtlichen 

Begründung zu versehen oder diese nachträglich zu verdeutlichen (Cavelti/Vögeli, 

Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen 2. Aufl. 2003, Rz. 649). Vorliegend 

bringt der Beschwerdeführer keine neuen Begehren vor, sondern ändert lediglich die 

rechtliche Begründung. Deshalb werden auch von der Vorinstanz zu Recht keine 

Einwände dagegen erhoben. Zudem müssen im Beschwerdeverfahren aufgrund der 

verfassungs- und konventionsrechtlichen Rechtsweggarantien und entgegen dem in 

Art. 61 Abs. 3 VRP statuierten Novenverbot echte Noven zugelassen werden, soweit 

ein Dauerrechtsverhältnis betroffen ist und die Angelegenheit bisher nicht von einer 

richterlichen Instanz überprüft wurde (vgl. VerwGE B 2012/20 vom 3. Juli 2012, 

abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).

http://www.gerichte.sg.ch

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4.2. Da die Voraussetzungen von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG nicht erfüllt sind, ist zu 

prüfen, ob die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers aufgrund von Art. 50 

Abs. 1 lit. b AuG verlängert werden kann, worauf sich der Beschwerdeführer 

ausdrücklich beruft.

Danach besteht der Anspruch des Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung nach Artikel 42 nach Auflösung der Ehe oder der 

Familiengemeinschaft weiter, wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren 

Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG).

4.2.1. Die Ehe gilt bereits dann als aufgelöst im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG, 

wenn die eheliche Gemeinschaft gescheitert ist (Caroni, a.a.O., N 8 zu Art. 50 AuG). Im 

vorliegenden Fall wurde die Ehegemeinschaft spätestens am 1. Dezember 2012 — wie 

in Erwägung 2.2. dieses Entscheids ausgeführt — aufgelöst.

4.2.2. Wichtige persönliche Gründe können namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin 

oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde und die soziale Wiedereingliederung 

im Herkunftsland stark gefährdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AuG). Die beiden Elemente 

der ehelichen bzw. häuslichen Gewalt (nachfolgend E. 4.2.3.) und der sozialen 

Wiedereingliederung (nachfolgend E. 4.3.) sind nicht kumulativ zu verstehen (BGE 138 

II 229 E. 3.2.2). Bei der Aufzählung in Art. 50 Abs. 2 AuG handelt es sich nicht um eine 

abschliessende Liste (Caroni, a.a.O., N 23 zu Art. 50 AuG; nachfolgend E. 4.4.).

4.2.3. Eheliche Gewalt liegt insbesondere dann vor, wenn Personen innerhalb einer 

bestehenden oder aufgelösten ehelichen Beziehung psychische, physische oder 

sexuelle Gewalt ausüben oder androhen (Caroni, a.a.O., N 32 zu Art. 50 AuG). Das 

Bundesgericht hat in einem neueren Entscheid ausgeführt, dass häusliche Gewalt eine 

systematische Misshandlung mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuüben, bedeute. 

Eine einmalige Ohrfeige oder eine verbale Beschimpfung im Verlauf eines 

eskalierenden Streits reiche dagegen nicht aus. Vielmehr müsse die physische oder 

psychische Zwangsausübung und deren Auswirkungen von einer gewissen Konstanz 

bzw. Intensität geprägt sein (BGE 138 II 229 E. 3.2.1 f.; vgl. auch BGE 136 II 1 E. 5.3; 

Caroni, a.a.O., N 34 zu Art. 50 AuG). Bei der Feststellung des entsprechenden 

Sachverhalts trifft die ausländische Person eine weitreichende Mitwirkungspflicht. Sie 

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muss die eheliche Gewalt in geeigneter Weise glaubhaft machen (Arztberichte oder 

psychiatrische Gutachten, Polizeirapporte, Berichte/Einschätzungen von Fachstellen). 

Allgemein gehaltene Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle Spannungen 

genügen nicht (BGE 138 II 229 E. 3.2.3).

Der Beschwerdeführer macht geltend, Opfer ehelicher Gewalt geworden zu sein. Dazu 

führt er aus, dass seine Ehefrau seine Abhängigkeit von der Aufenthaltsbewilligung 

ausgenützt habe und dies eine Nötigung im Sinne von Art. 181 des Schweizerischen 

Strafgesetzbuches (SR 311.0) darstelle. Dabei stützt er sich auf seine Schilderungen 

bezüglich häuslicher Gewalt anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 

17. Dezember 2012 zu den gegen ihn von seiner Ehefrau erhobenen Vorwürfen der 

Drohung, Tätlichkeit und Vergewaltigung (act. 11/19b-2). Bis zu dieser Einvernahme als 

beschuldigte Person hatte der Beschwerdeführer sich aktenkundig nie gegenüber einer 

Behörde (Familienrichterin oder Polizei) geäussert, Opfer häuslicher Gewalt geworden 

zu sein, obwohl sich die geltend gemachten Vorfälle angeblich bereits im Juli 2010 und 

im Juli 2011 zugetragen haben.

Es liegt kein Strafantrag des Beschwerdeführers gegen seine Ehefrau im Recht. Der 

Beschwerdeführer macht auch nicht geltend, einen solchen Antrag erhoben zu haben. 

Selbst wenn der Beschwerdeführer keinen Antrag stellte, wäre er bei einem von ihm 

angezeigten und von Amtes wegen verfolgten Delikt als Anzeiger auf Anfrage hin über 

die Erledigung bzw. den Verfahrensstand informiert worden (vgl. Art. 301 Abs. 2 der 

Schweizerischen Strafprozessordnung, SR 312.0). Im Übrigen macht der 

Beschwerdeführer nicht geltend, er sei zu den von ihm in der Befragung vom 17. 

Dezember 2012 gegen seine Ehefrau erhobenen Vorwürfen in der Folge als Opfer 

befragt worden. Aufgrund der weitreichenden Mitwirkungspflicht des 

Beschwerdeführers genügt ein pauschaler Antrag zum Aktenbeizug nicht, zumal der 

Beschwerdeführer als Partei die Möglichkeit hat, in Besitz dieser Akten zu kommen und 

diese einzureichen. Deshalb ist dem Antrag des Beschwerdeführers, die Akten eines 

allfälligen Strafverfahrens gegen A.B. seien durch das Gericht beizuziehen, nicht zu 

entsprechen.

Abgesehen davon betreffen die Behauptungen des Beschwerdeführers punktuelle 

Spannungen in der Ehe, welche zum Teil auch in den Anzeigen der Ehefrau dargelegt 

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wurden. Die von ihm geschilderten Vorfälle ereigneten sich jeweils in einem Abstand 

von rund einem Jahr. Selbst wenn sie sich so wie vom Beschwerdeführer geschildert 

ereignet haben sollten, wären sie als Einzelereignisse nicht geeignet, eine 

systematische und konstante physische und/ oder psychische Zwangsausübung durch 

seine Ehefrau zu belegen (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.3). Deshalb fehlt es am Nachweis 

der häuslichen Gewalt.

4.3. Da die starke Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im Herkunftsland für 

sich allein einen wichtigen persönlichen Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG 

darstellt, ist zu prüfen, ob aufgrund dessen die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen bzw. 

zu verlängern ist.

4.3.1. Bei der sozialen Wiedereingliederung ist entscheidend, ob die persönliche, 

berufliche und familiäre Wiedereingliederung der betroffenen ausländischen Person bei 

einer Rückkehr in ihre Heimat als stark gefährdet zu gelten hätte und nicht, ob ein 

Leben in der Schweiz einfacher wäre und vorgezogen würde (BGer 2C_17/2012 vom 

24. Januar 2012 E. 2.3.1; BGE 137 II 345 E. 3.2.3). Ein persönlicher nachehelicher 

Härtefall setzt aufgrund der gesamten Umstände eine erhebliche Intensität der 

Konsequenzen für das Privat- und Familienleben voraus, die mit der Lebenssituation 

nach dem Dahinfallen der gestützt auf Art. 42 Abs. 1 AuG abgeleiteten 

Anwesenheitsberechtigung verbunden sein muss (BGer 2C_17/2012 vom 24. Januar 

2012 E. 2.3.1).

4.3.2. Der rund dreijährige Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz war 

zumindest anlässlich des Jahreswechsels 2012/13 durch einen rund zweimonatigen 

Aufenthalt in seiner Heimat unterbrochen. In Nigeria leben noch der Vater und 

Geschwister des Beschwerdeführers (act. 12/40). In einem Zeitraum, als er bereits in 

Spanien lebte und über ein Visum für die Schweiz verfügte, nämlich in den Jahren 

2009/2010, übernahm der Beschwerdeführer die Arbeit seines an Malaria erkrankten 

Vaters in Nigeria (act. 12/40). Auch wenn der Beschwerdeführer mittlerweile in der 

Schweiz beruflich relativ stabil integriert erscheint, bestehen nach wie vor enge 

familiäre Beziehungen zu seiner Heimat, wo er die ersten dreissig Jahre seines Lebens 

verbracht hat. Die in der Schweiz erlangten beruflichen Fähigkeiten können sich auch 

auf sein Fortkommen in Nigeria günstig auswirken. Es ist somit keine starke 

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Gefährdung ersichtlich, die gegen eine Wiedereingliederung des Beschwerdeführers in 

seiner Heimat sprechen würde.

4.4. Da Art. 50 Abs. 2 AuG nur beispielhaft ist, stellt sich die Frage, ob ein anderer 

wichtiger persönlicher Grund ersichtlich ist, welcher eine Verlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung verlangen würde.

4.4.1. Wurden keine engen Beziehungen zur Schweiz geknüpft und war der Aufenthalt 

im Land nur von kurzer Dauer, besteht praxisgemäss kein Anspruch auf einen weiteren 

Verbleib, auch wenn die betroffene ausländische Person hier nicht straffällig geworden 

ist, gearbeitet hat und inzwischen allenfalls auch etwas Deutsch spricht (BGer 

2C_17/2012 vom 24. Januar 2012 E. 2.3.1).

4.4.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, in der Schweiz beruflich sehr gut integriert 

zu sein. Er arbeite seit längerem bei einer Baufirma und werde als Arbeitnehmer sehr 

geschätzt. Allein daraus lässt sich entsprechend der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung kein Anspruch auf einen weiteren Verbleib in der Schweiz ableiten.

Nachdem der Beschwerdeführer die Absicht äusserte, nach seiner Rückkehr aus 

Nigeria im Februar 2013 zu einer Freundin zu ziehen, die Ehe des Beschwerdeführers 

seit Oktober 2011 formell getrennt ist und die Ehegatten sich gegenseitig ehelicher 

Gewalt bezichtigen, ist nicht davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer und 

seine Ehefrau entschliessen, die eheliche Gemeinschaft wieder aufzunehmen. Die 

Bindung an seine Ehefrau hinderte den Beschwerdeführer zudem nicht, sich trotz Ehe 

während über dreier Jahre aus beruflichen und verwandtschaftlichen Gründen in 

Spanien und in Nigeria und – trotz vorliegenden Visums – nicht in der Schweiz 

aufzuhalten. In der Beschwerde werden deshalb zu Recht keine besonders engen 

persönlichen Beziehungen zur Schweiz geltend gemacht. Diese ergeben sich auch 

nicht durch eine neue mögliche Partnerschaft. Es sind auch keine anderen wichtigen 

persönlichen Gründe ersichtlich, welche einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz 

erfordern würden.

Bezüglich des strafrechtlichen Leumunds wäre zudem — bei Nichtberücksichtigung 

der Anzeigen der Ehefrau gegen den Beschwerdeführer — immerhin der rechtskräftige 

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Strafbefehl bezüglich der Erschleichung einer Falschbeurkundung (act. 11/17b-7) in 

Betracht zu ziehen.

5. (…).

6. (…).

Demnach hat das Verwaltungsgericht

zu Recht erkannt:

1./  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./  Der Beschwerdeführer bezahlt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens 

von Fr. 2'000.--. Sie werden mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 

Höhe verrechnet.

3./  Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V.          R.           W.

Der Präsident:                        Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. Beda Eugster              Dr. Thomas Scherrer

Versand dieses Entscheides an:

-   den Beschwerdeführer (durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, 9000 St. Gallen)

-   die Vorinstanz

am:

Rechtsmittelbelehrung:

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Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG innert 30 Tagen nach Eröffnung beim 

Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde erhoben werden.

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		2025-07-19T10:36:22+0200
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