# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 059fe1c1-6ed6-5a64-97ab-adfb18cf8df4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.10.2025 E-6646/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6646-2025_2025-10-14.pdf

## Full Text

z e i  B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-6646/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König, 

mit Zustimmung von Richter Manuel Borla; 

Gerichtsschreiberin Karin Parpan. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Ladina Hautle,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 30. Juli 2025. 

 

 

 

E-6646/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der tamilische Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat eigenen An-

gaben zufolge am (…) November 2022 illegal. Am 17. April 2023 sei er in 

die Schweiz eingereist, wo er am selben Tag um Asyl nachsuchte.  

B.  

B.a Der Beschwerdeführer wurde am 14. September 2023 sowie ergän-

zend am 24. April 2024 – jeweils im Beisein der zuständigen Rechtsvertre-

tung – zu seinen Asylgründen angehört. Dabei machte er im Wesentlichen 

Folgendes geltend: 

B.b Er habe sich während seines Studiums im Jahr 2006 den Liberation 

Tigers of Tamil Eelam (LTTE) angeschlossen und dort in der politischen 

Abteilung gearbeitet. Im (…) 2009 sei er zusammen mit hochrangigen Mit-

gliedern der LTTE festgenommen worden. Im Jahr 2011 habe er beim 

obersten Gericht wegen des Entzugs seiner Grundrechte geklagt, sei da-

raufhin freigelassen worden und habe sein Studium wiederaufgenommen. 

Nach seinem Studienabschluss habe er 2014 begonnen, als Lehrer zu ar-

beiten. In den folgenden Jahren sei er etwa zweimal jährlich von Ange-

hörigen des Nachrichtendiensts aufgesucht und befragt worden. Ab dem 

Jahr 2019 seien die Befragungen intensiver geworden. Nach einer Verset-

zung an eine Schule in seinem Heimatdorf sei er im August 2022 zu einer 

Befragung ins örtliche Armeecamp mitgenommen worden. Dort habe man 

ihm unter anderem vorgeworfen, seinen Schülerinnen und Schülern im 

Rahmen des (…)unterrichts eine LTTE-Erinnerungskultur zu vermitteln, sie 

zu Gedenkfeiern zu ermutigen und mithilfe ausländischer Organisationen 

Demonstrationen im Zusammenhang mit vermisst gemeldeten Personen 

zu organisieren. Obwohl diese Vorwürfe zuträfen habe er sie damals ab-

gestritten. Daraufhin hätten die Beamten begonnen, ihn körperlich zu miss-

handeln bis er die Vorwürfe eingestanden hätte. Er sei daraufhin psychisch 

angeschlagen gewesen und habe sich deshalb eine Woche später ent-

schlossen, einen Beamten des Nachrichtendiensts, der immer wieder an 

seinen Befragungen beteiligt gewesen sei, um Entlastung von diesen An-

schuldigungen zu bitten. Dieser habe ihm erklärt, das behördliche Inte-

resse an ihm sei insbesondere auch auf sein Unterrichtsfach (…) und sei-

nen intensiven Austausch mit Schülerinnen und Schülern zurückzuführen. 

Ein Wechsel der Fachrichtung und eine Zusammenstellung aller seiner po-

litischen Aktivitäten etwa im Bereich der Demonstrationsorganisation 

könne ihn entlasten. Am Abend des (…) Oktobers 2022 hätten zwei 

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Seite 3 

Beamte ihn zu Hause aufgesucht, sich nach dem angekündigten Ordner 

betreffend seine politischen Aktivitäten erkundigt, ihn bedroht und einge-

schüchtert. Ausserdem hätten sie wissen wollen, ob ein kürzlich aus der 

Haft entlassener LTTE-(…), mit dem er früher zusammen- 

gearbeitet habe, mit ihm in Kontakt getreten sei. Nachbarn seien auf die 

Situation aufmerksam geworden, weshalb die beiden Beamten schliesslich 

gegangen seien. Am nächsten Tag habe auf der Fahrt zur Schule ein Klein-

bus während eines Überholmanövers auf der Höhe seines Fahrzeugs ver-

harrt. Er habe gesehen, dass eine Person auf dem Rücksitz eine Waffe auf 

ihn gerichtet habe. Er habe gebremst, sei an die Seite gefahren und der 

Kleinbus sei davongefahren. Anschliessend sei er zur Schule gefahren, 

habe aber den ganzen Tag lang nicht unterrichtet und sei nach Schul-

schluss im öffentlichen Schulbus zu einem Freund gefahren, um sich dort 

bis zu einer Ausreise zu verstecken. Nach seiner Ausreise hätten Beamte 

des Nachrichtendiensts seine Schwester, seine Mutter und einer auch ihn 

direkt via Messenger App kontaktiert.  

B.c Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer 

unter anderem folgende Beweismittel zu den Akten: 

• eine auf den Namen des Beschwerdeführers ausgestellte Karte der 

sri-lankischen Delegation des Internationalen Roten Kreuzes, auf 

der in englischer Sprache der Hinweis "please keep this card with 

you while in detention" angebracht ist; 

• zwei Schreiben der Human Rights Commission of Sri Lanka vom 

17. Dezember 2009; 

• eine beglaubigte Kopie eines (…) Seiten umfassenden, den Be-

schwerdeführer betreffenden Falldossiers des Magistrate Court  

B._______, wobei die Beglaubigung am (…) 2022 erfolgte und die 

Aktenstücke aus der Zeit zwischen dem (…) 2009 und dem (…) 

2011 stammen; 

• englischsprachige Übersetzungen von vier der im oben genannten 

Falldossier enthaltenen Aktenstücken; 

• ein Kündigungsschreiben seines letzten Arbeitgebers vom (…) 

2022. 

C.  

Am 21. September 2023 wurde die Behandlung des Asylgesuchs dem er-

weiterten Verfahren zugeteilt. 

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Seite 4 

D.  

Mit Verfügung vom 30. Juli 2025 – eröffnet am Folgetag – verneinte das 

SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, wies sein Asyl-

gesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Weg-

weisungsvollzug an. 

E.  

E.a Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe an das Bundesverwaltungs-

gericht vom 1. September 2025 Beschwerde gegen die vorinstanzliche 

Verfügung erheben. Darin beantragte er die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung und die Asylgewährung unter Anerkennung seiner Flüchtlings-

eigenschaft; eventualiter sei infolge Unzulässigkeit beziehungsweise Un-

zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme in der 

Schweiz anzuordnen; subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um  

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um Beiordnung seiner Rechts-

vertreterin als amtliche Rechtsbeiständin. 

E.b Mit seinem Rechtsmittel reichte der Beschwerdeführer unter anderem 

einen Zeitungsausschnitt vom (…) 2009 betreffend seine Festnahme zu 

den Akten. 

F.  

Der Eingang seines Rechtsmittels wurde dem Beschwerdeführer am 

2. September 2025 bestätigt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

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Seite 5 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 2 AsylG, 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.3 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb das 

Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

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Seite 6 

5.  

5.1 Das SEM begründete seinen ablehnenden Asylentscheid mit der man-

gelnden Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Fluchtgründe. Anlässlich 

der ersten Anhörung habe er erklärt, nach seiner Ausreise habe man sich 

zweimal bei seiner Schwester nach ihm erkundigt. Im Widerspruch dazu 

habe er bei seiner zweiten Anhörung von zwei Besuchen von Beamten des 

Nachrichtendiensts bei seiner Mutter im Januar 2024 berichtet.  

Ferner seien seine Angaben in Bezug auf das behauptete Verfolgungsmo-

tiv wenig plausibel. Er sei im Jahr 2011 ohne weitere Auflagen aus der Haft 

entlassen worden und habe kein Rehabilitationsprogramm durchlaufen 

müssen. Bereits aus diesem Grund sei unklar, weshalb die Behörden ein 

anhaltendes Interesse an seiner Person hätten haben sollen. Selbst unter 

der Annahme, dass er weiteren Tätigkeiten für die LTTE verdächtigt wor-

den sein sollte, erscheine das Vorgehen der sri-lankischen Behörden kaum 

nachvollziehbar. Bei einem ernsthaften Verdacht gegen ein ehemaliges 

LTTE-Mitglied wäre ein deutlich intensiveres Vorgehen zu erwarten. Im Üb-

rigen lasse auch sein eigenes Verhalten nicht auf eine tatsächliche Verfol-

gungsabsicht der Behörden schliessen, zumal er andernfalls wohl bestrebt 

gewesen wäre, Sri Lanka umgehend zu verlassen. Es leuchte nicht ein, 

dass er nach seiner Haftentlassung noch elf Jahre in Sri Lanka unter an-

geblicher Beobachtung verbracht haben will.  

Seinen Aussagen fehle es sodann trotz umfassender, freier Berichterstat-

tung in wesentlichen Punkten an Substanz. Es sei ihm nicht gelungen, 

seine Mitgliedschaft bei den LTTE glaubhaft zu machen, zumal er weder 

über seine Beweggründe noch seine Tätigkeiten ausführlich habe berich-

ten können. Ebenso substanzarm seien seine Schilderungen zu den an-

geblichen Befragungen ausgefallen. Die eingereichten Beweismittel seien 

nicht geeignet, die geltend gemachten Vorbringen zu belegen. 

Nachdem es ihm nicht gelungen sei, seine Mitgliedschaft bei den LTTE und 

ein staatliches Verfolgungsinteresse glaubhaft zu machen, sei nicht davon 

auszugehen, dass ihm im Fall einer Rückkehr Verfolgungsmassnahmen im 

flüchtlingsrechtlichen Sinn drohen würden. 

5.2 In seinem Rechtsmittel rügte der Beschwerdeführer in formeller Hin-

sicht eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Die Vorinstanz habe 

es unterlassen, seine Asylgründe rechtsgenüglich zu prüfen. So sei das 

fluchtauslösende Ereignis in der angefochtenen Verfügung weder erwähnt 

noch gewürdigt worden. Das SEM habe in seiner Begründung ausserdem 

die in seinen Schilderungen vorhandenen Realkennzeichen ignoriert.  

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Seite 7 

In materieller Hinsicht führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, 

die Vorinstanz habe zu Unrecht die Plausibilität der geltend gemachten 

Verfolgungsmassnahmen durch den Nachrichtendienst bemängelt. Entge-

gen der Auffassung des SEM habe er ausserdem detailliert, ausführlich 

und mit Realkennzeichen über die Kerngeschehen, insbesondere seine 

Aktivitäten für die LTTE und seine Inhaftierung, berichtet. 

6.  

6.1 Nach Durchsicht der Akten teilt das Bundesverwaltungsgericht die Ein-

schätzung des Beschwerdeführers, dass das SEM in der angefochtenen 

Verfügung wesentliche Sachverhaltsaspekte nicht ausreichend gewürdigt 

hat und die Begründung letztlich zu kurz greift respektive den Umständen 

des Einzelfalls nicht gerecht wird: 

6.2 Einleitend ist festzustellen, dass es sich bei der von der Vorinstanz be-

haupteten Ungereimtheit bezüglich der Erkundigungen der Sicherheits-

kräfte nach seiner Ausreise offensichtlich nicht um einen Widerspruch, son-

dern um eine Sachverhaltsergänzung handelt (vgl. auch Beschwerde 

Ziff. 17). Der Beschwerdeführer gab anlässlich der ersten Anhörung vom 

14. September 2023 zu Protokoll, nach seiner Ausreise habe man sich bei 

seiner Schwester zweimal über ihn erkundigt (vgl. SEM-act. A14 F56). Mit 

Eingabe an die Vorinstanz vom 19. Februar 2024 erklärte der Beschwer-

deführer unter anderem, seine Eltern seien zwischenzeitlich zweimal zu 

seinem Aufenthaltsort befragt worden (vgl. SEM-act. A26). Im Rahmen der 

zweiten Anhörung wurde der Beschwerdeführer sodann direkt auf die in 

seiner Eingabe vom 19. Februar 2024 erwähnten Vorfälle angesprochen 

("Gemäss Ihrer letzten Eingabe vom 19. Februar 2024 wurden Sie kürzlich 

von einem NIB Agenten kontaktiert. Erzählen Sie mir davon.", vgl. SEM-

act. A33 F90). Für den Beschwerdeführer bestand demnach offensichtlich 

keinerlei Veranlassung, in diesem Kontext die früheren Besuche bei seiner 

Schwester erneut zu erwähnen. Die vorinstanzliche Begründung erweist 

sich in diesem Punkt somit offenkundig als unzutreffend. 

6.3  

6.3.1 Die weitere Argumentation der Vorinstanz erschöpft sich schliesslich 

in der Behauptung der angeblichen Substanzlosigkeit wesentlicher Sach-

verhaltselemente – namentlich der Mitgliedschaft bei den LTTE und den 

Befragungen – sowie der scheinbar fehlenden Plausibilität des geltend ge-

machten anhaltenden behördlichen Interesses am Beschwerdeführer. Das 

SEM hat es unterlassen, seiner Sachverhaltswürdigung entscheidende 

Elemente zugrunde zu legen. Es hat sich in der angefochtenen Verfügung 

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weder mit den fluchtauslösenden Ereignissen im Oktober 2022 noch mit 

den eingereichten Beweismitteln auseinandergesetzt. Während die Vor-

fälle im Oktober 2022 überhaupt keinen Eingang in die materielle Argumen-

tation gefunden haben beschränkt sich die Vorinstanz hinsichtlich der ein-

gereichten Beweismittel auf die pauschale Feststellung, "Daran vermögen 

auch die eingereichten Beweismittel nichts zu ändern, zumal jene Ihre dar-

gelegten Vorbringen nicht zu belegen vermögen" (vgl. Verfügung S. 8). 

6.3.2 Aus der angefochtenen Verfügung wird für das Bundesverwaltungs-

gericht nicht ersichtlich, ob die Vorinstanz Art und Inhalt der eingereichten 

Beweismittel – insbesondere der (…)-seitigen Justizdokumente inklusive 

englischer Übersetzungen, die das SEM als "Klageschrift inkl. Überset-

zung" bezeichnet hat – überhaupt korrekt erfasst und vollständig gesichtet 

hat. Das SEM hat weder die Schreiben der Human Rights Commission of 

Sri Lanka noch die Justizdokumente übersetzt, obwohl die potenzielle  

Relevanz der genannten Beweismittel aus der Inhaltsbeschreibung des 

Beschwerdeführers deutlich wird (vgl. SEM-act. A14 F51). Zumal das SEM 

keinerlei Zweifel an der Authentizität dieser Justizdokumente geäussert hat 

sind diese entgegen der Auffassung der Vorinstanz eindeutig zum Beleg 

der geltend gemachten Vorbringen geeignet. Damit ist der Behauptung der 

Vorinstanz, es sei dem Beschwerdeführer nicht gelungen seine – gemäss 

den vorliegenden Dokumenten durch die sri-lankischen Behörden jeden-

falls unterstellte – Mitgliedschaft bei den LTTE glaubhaft zu machen, be-

reits die Grundlage entzogen. Demnach stützt sich auch die vorinstanzli-

che Beurteilung allfälliger Risikofaktoren des Beschwerdeführers auf un-

ausgewogene und teilweise falsche Argumentationsschlüsse, weshalb die 

Begründung auch in dieser Hinsicht nicht zu überzeugen vermag (vgl. Ver-

fügung S. 7).   

6.3.3 Dem Beschwerdeführer ist sodann zuzustimmen, dass das SEM die 

in seinen Schilderungen vorhandenen Realkennzeichen überhaupt nicht 

berücksichtigt hat. Die pauschale Argumentation der Vorinstanz wird sei-

nen mit Realkennzeichen behafteten Ausführungen nicht gerecht (vgl. 

dazu einlässlich Beschwerde Ziff. 25). Mit dem vorgebrachten wachsenden 

Interesse der sri-lankischen Behörden an seiner Person, das schliesslich 

im geltend gemachten Mordversuch im Oktober 2022 gegipfelt habe, setzte 

sich die Vorinstanz – wie bereits erwähnt – in Verletzung ihrer Begrün-

dungspflicht gar nicht erst auseinander.   

  

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Seite 9 

6.4 Der Beschwerdeführer hat dargelegt, in behördlichem Gewahrsam 

misshandelt worden zu sein (vgl. etwa SEM-act. A33 F56 und F72) und 

vorgetragen, in seinem Heimatland aus politischen Gründen verfolgt wor-

den zu sein und in diesem Zusammenhang bereits erhebliche Nachteile 

(Inhaftierung, Misshandlungen im Behördengewahrsam) erlitten zu haben. 

Bei der Beurteilung der objektiven Begründetheit einer subjektiven Furcht 

vor zukünftiger Verfolgung ist nach Lehre und Praxis eine erlittene Vorver-

folgung angemessen zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2010/9 E. 5.2 m.w.H.). 

Eine solche Prüfung ist der angefochtenen Verfügung aufgrund der teil-

weise falschen und insgesamt deutlich zu kurz greifenden Begründung 

nicht ansatzweise zu entnehmen. 

6.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz in der ange-

fochtenen Verfügung die wesentlichen Vorbringen und Beweismittel des 

Beschwerdeführers nicht ausreichend berücksichtigt hat. Eine Heilung der-

artiger Verfahrensmängel im Rahmen des Beschwerdeverfahrens steht 

nicht zur Debatte. 

6.6 Das SEM ist gehalten, sämtliche relevanten Sachverhaltsaspekte und 

Beweismittel im Hinblick auf die Glaubhaftigkeit der geschilderten Vorver-

folgung sowie gegebenenfalls die objektive Begründetheit der Furcht des 

Beschwerdeführers vor zukünftiger Verfolgung eingehend zu würdigen und 

seinen neuen Asylentscheid mit einer nachvollziehbaren und rechtlich kor-

rekten Begründung zu versehen, welche dem Beschwerdeführer gegebe-

nenfalls die sachgerechte Anfechtung dieser Verfügung ermöglicht. 

7.  

Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen, soweit die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung und Rückweisung an die Vorinstanz beantragt 

wird. Die Akten sind der Vorinstanz zur vollständigen Abklärung des Sach-

verhalts und zur korrekten Weiterführung des Verfahrens zu überweisen. 

8.  

8.1 Bei diesem Verfahrensausgang sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG). 

8.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Es wurde 

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Seite 10 

keine Kostennote eingereicht, weshalb die Entschädigung aufgrund der 

Akten festzulegen ist (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu 

ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 8–13 VGKE) ist die durch die Vor-

instanz zu vergütende Parteientschädigung auf insgesamt Fr. 1600.– (inkl. 

Auslagen) festzulegen. 

8.3 Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung werden damit gegenstandslos (gleich, wie ange-

sichts des vorliegenden Entscheids in der Sache der Antrag auf Befreiung 

von der Kostenvorschusspflicht). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung und die Rückweisung an die Vorinstanz beantragt worden 

ist. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 30. Juli 2025 wird aufgehoben. Die Akten 

werden der Vorinstanz zur Weiterführung des Verfahrens im Sinn der Er-

wägungen überwiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 1600.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Markus König Karin Parpan 

 

 

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