# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c592374-2c95-5747-a719-ff07a1d082e2
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB230532-O2
**Docket/Reference:** SB230532-O2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB230532-O2.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230532-O/U2/cs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichter lic. iur. Wenker 

und Oberrichter Dr. iur. Bezgovsek sowie Gerichtsschreiber 

Dr. iur. Harisberger

Urteil vom 20. März 2025

in Sachen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, Schwere Gewaltkriminalität, 

Anklägerin und Berufungsklägerin 

sowie

1.

A._____, 

Privatkläger und Berufungskläger

2.

†B._____, bzw.

C._____, als Rechtsnachfolgerin

Privatkläger, Berufungskläger und Anschlussberufungskläger 

1 vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. X1._____, 

2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

gegen

1.

A._____, 

Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter

2.

†B._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger 

- 2 -

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Dr. iur. X1._____,

2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

betreffend versuchte schwere Körperverletzung etc.  

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Strafgericht, vom 

7. September 2023 (DG220011)

- 3 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. August 

2022 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 20).

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 64 S. 60 ff.)

1.

Der Beschuldigte 1, A._____, ist schuldig der versuchten schweren Körper-

verletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB in Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 StGB.

2.

Vom Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB wird der Be-

schuldigte 1 freigesprochen. 

3. … [Beschuldigter 2]

4. … [Beschuldigter 2]

5.

Der Beschuldigte 1 wird bestraft mit 15 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis 

und mit heute 30 Tage durch Haft erstanden sind). 

6.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt. 

7. … [Beschuldigter 2]

8. … [Beschuldigter 2]

9.

Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 7. Juni 2022 be-

schlagnahmten und derzeit bei der Kantonspolizei Zürich (Asservatetriage) 

gelagerten Gegenstände werden eingezogen und der Kantonspolizei Zürich 

(Asservatetriage) zur Vernichtung überlassen: 

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1 Eisenstange Nr. 1 (A015'930'980)

1 Eisenstange Nr. 2 (A015'930'991)

Personen- und Verletzungsaufnahmen Beschuldigter 2 (A015'931'223)

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Fingernagelschmutz Beschuldigter 2, Hand rechts (A015'931'234)

Fingernagelschmutz Beschuldigter 2, Hand links (A015'931'245)

Personen- und Verletzungsaufnahmen Beschuldigter 1 (A015'931'290)

Fingernagelschmutz Beschuldigter 1, Hand rechts (A015'931'303)

Fingernagelschmutz Beschuldigter 1, Hand links (A015'931'314)

1 leichtes, verbogenes Metallrohr mit Blutanhaftungen (A015'936'171)

Holzlatte, Länge ca. 192 cm (A015'936'728)

2 Wattetupfer ab roten Plastic-Enden der Alu-Leiter (A015'936'739)

blutverd. Antragungen ab Schnur am Locheisen (A015'943'449)

blutverd. Antragungen ab verbogenem Metallrohr (A015'946'175)

Arbeitsunterlagen etc. (A016'023'986) 

10. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 7. Juni 2022 be-

schlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten 1 (A._____) nach 

Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgeben. 

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1 Paar Herrenstiefel der Marke Cortina DEITex., schwarz (015'931'018)

1 Trainerhose, blau mit Blut und Dreck kontaminiert (A015'931'029)

1 Trainerhose schwarz (A015'931'030)

1 Herrenpullover schwarz (A015'931'052)

1 Herren-Shirt hellblau (A015'031'063)

1 Herrenpullover braun (A015'931'074) 

1 Gehstock (A015'931'007)

Sollte innerhalb von 90 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ent-

scheids die Herausgabe nicht verlangt werden, so bleibt der Gegenstand der 

Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen.

11. … [Beschuldigter 2]

12. Allfällige weitere beim Forensischen Institut Zürich (FOR) unter der Ge-

schäfts-Nr. 82230226 gelagerten Spuren und Spurenträger sind nach Eintritt 

der Rechtskraft zu vernichten. 

13. Der Privatkläger 1 (A._____) wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

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14. Der Beschuldigte 1 wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 (B._____) Schaden-

ersatz in der Höhe von Fr. 936.60 zuzüglich 5 % Zins ab 2. März 2022 zu be-

zahlen.

Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

15. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 1 wird abgewiesen.

16. Der Beschuldigte 1 wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 Fr. 3'000.– zuzüg-

lich 5 % Zins ab 2. März 2022 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.

17. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 5'000.–. 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert 

sich die Entscheidgebühr um einen Drittel. 

18. Die weiteren Kosten betragen:

Fr.

Fr.

4'910.60 Gutachten/Expertisen etc.

4'000.– Gebühr gemäss § 4 Abs. 1 lit. d GebV StrV

19. Die Entscheidgebühr und die weiteren Kosten werden dem Beschuldigten 1 

im Umfang von zwei Fünftel und dem Beschuldigen 2 im Umfang von einem 

Zehntel. Im Mehrbetrag werden die Entscheidgebühr und die weiteren Kos-

ten auf die Gerichtskasse genommen. 

20. Rechtsanwältin Dr. iur. X1._____ wird für ihre Bemühungen als amtliche 

Verteidigerin des Beschuldigten 1 mit Fr. 13'500.– (inklusive Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

Es wird davon Vormerk genommen, dass Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ für 

seine Bemühungen als ehemaliger amtlicher Verteidiger des Beschuldigten 

1 mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 28. März 2022 mit Fr. 2'677.40 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschä-

digt wurde.

- 6 -

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten 1 ge-

mäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von vier Fünftel.

21. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten 2 mit Fr. 14'500.– (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten 2 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von einem Fünftel.

22. Die Anträge der Privatkläger 1 und 2 betreffend Entschädigung gemäss 

Art. 433 Abs. 1 StPO werden als gegenstandslos abgeschrieben.

Berufungsanträge:

a)

der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten A._____:

(Urk. 100 S. 2)

1.

In Abänderung von Dispositiv Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils sei 

der Beschuldigte A._____ vollumfänglich freizusprechen.

Eventualiter sei er schuldig zu sprechen der qualifizierten einfachen 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 und 2 StGB in 

Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 StGB.

2.

In Abänderung von Dispositiv Ziffer 5 des vorinstanzlichen Urteils sei 

der Beschuldigte A._____ eventualiter (soweit eine Verurteilung erfolgt) 

unter Anrechnung der erstandenen Haft milde zu bestrafen.

3.

In Abänderung von Dispositiv Ziffer 15 des vorinstanzlichen Urteils sei 

dem Beschuldigen A._____ eine Genugtuung von Fr. 6'000.- aus der 

Staatskasse zuzusprechen, zzgl. 5 % Zins ab 2. März 2022.

- 7 -

4.

In Abänderung von Dispositiv Ziffer 14 und 16 des vorinstanzlichen Ur-

teils seien die Zivilansprüche der Privatklägerschaft abzuweisen.

Eventualiter (soweit eine Verurteilung erfolgt) seien das Schadener-

satzbegehren im Umfang von Fr. 936.60 und das Genugtuungsbegeh-

ren im Umfang von Fr. 3'000.-, je zzgl. 5% Zins ab 2. März 2022, als 

anerkannt vorzumerken und im Mehrbetrag abzuweisen.

5.

Die Untersuchungs- und Gerichtskosten gemäss Dispositiv Ziffer 19 

und 20 des vorinstanzlichen Urteils seien ausgangsgemäss neu festzu-

legen.

6.

Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Gerichtskasse zu 

nehmen bzw. ausgangsgemäss zu verteilen.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Gerichtskasse zu 

nehmen.

b)

der Vertretung der Privatklägerschaft B._____C._____:

(Urk. 102 S. 1 i.V.m. Urk. 73 S. 3)

1.

Es sei in Abänderung von Disp.-Ziff. 1 der Beschuldigte A._____ schul-

dig zu sprechen der versuchten schweren Körperverletzung i.S.v. 

Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB;

2.

es sei in Abänderung von Disp.-Ziff. 16 der Beschuldigte A._____ zu 

verpflichten, der Rechtsnachfolgerin des Privatklägers B._____ 

CHF 8'000.00, zzgl. Zins zu 5% ab 2. März 2022, als Genugtuung zu 

bezahlen;

3.

es seien die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens entsprechend 

dem Ausgang des Berufungsverfahrens und unter Berücksichtigung 

des Umstandes, dass das Verfahren gegen den Beschuldigten 

+B._____ einzustellen ist, neu festzusetzen und zu verlegen;

- 8 -

4.

die Kosten des Berufungsverfahrens seien vollumfänglich dem Be-

schuldigten A._____ aufzuerlegen und dieser zu verpflichten, der 

Rechtsnachfolgerin von +B._____ die Kosten ihrer anwaltlichen Vertre-

tung zu entschädigen.

_________________________________

Erwägungen:

I.  Verfahren

1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil des Bezirksgerichtes 

Uster  vom  7.  September  2023  wurde  der  Beschuldigte  A._____  der  versuchten 

schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB und Art. 16 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen, derweil er vom zusätz-

lichen  Vorwurf  der  Drohung  freigesprochen  wurde.  Der  Beschuldigte  B._____ 

wurde  mit  demselben  Urteil  wegen  Beschimpfung  im  Sinne  von  Art.  177  Abs.  1 

StGB verurteilt und von den weiteren Vorwürfen der versuchten schweren sowie 

der  mehrfachen  einfachen  Körperverletzung  freigesprochen.  Das  vorinstanzliche 

Gericht  bestrafte  den  Beschuldigten  A._____  mit  einer  bedingten  Freiheitsstrafe 

von  15  Monaten  und  den  Beschuldigten  B._____  mit  einer  bedingten  Geldstrafe 

von  10  Tagessätzen.  Der  gleichzeitig  als  Privatkläger  konstituierte  Beschuldigte 

A._____ wurde mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen, 

derweil sein Genugtuungsbegehren abgewiesen wurde. Dem ebenfalls als Privat-

kläger konstituierten Beschuldigten B._____ wurde ein Schadenersatzbetrag in der 

Höhe  von  Fr.  936.60  zuzügl.  5  %  Zins  (unter  Verweisung  des  Mehrbetrages  auf 

den Zivilweg) sowie eine Genugtuungssumme in der Höhe von Fr. 3'000.– zuzügl. 

5  %  Zins  zugesprochen.  Schliesslich  wurden  die  im  Verfahren  ergangenen  Be-

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schlagnahmungen und Sicherstellungen sowie die Kosten- und Entschädigungsfol-

gen geregelt (Urk. 62 bzw. 64 S. 60 ff.). 

2.

Sämtliche Parteien meldeten gegen den vorinstanzlichen Entscheid die Beru-

fung an (vgl. Urk. 36, 58 + 60), wobei die Staatsanwaltschaft und der Beschuldigte 

B._____ ihre Berufungen noch vor Erstattung der Berufungserklärung zurückzogen 

(vgl.  Urk.  65  +  67),  was  mit  Beschluss  vorab  vorzumerken  ist.  Derweil  liess  der 

Beschuldigte  A._____  mit  Eingabe  vom  23.  Oktober  2023  fristgerecht  die  Beru-

fungserklärung einreichen (Urk. 66), worauf dem Beschuldigten B._____ und der 

Staatsanwaltschaft  Frist  angesetzt  wurde,  um  eine  Anschlussberufung  einzurei-

chen oder ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 70). Während 

die Staatsanwaltschaft auf eine Anschlussberufung verzichtete (Urk. 72), teilte der 

Verteidiger bzw. Vertreter des Beschuldigten bzw. Privatklägers B._____ dem Ge-

richt mit, dass sein Klient am tt.mm.2023 verstorben sei und er nun dessen Ehefrau 

und Rechtsnachfolgerin C._____ vertrete. Sodann stellte er den Antrag, das gegen 

den Beschuldigten B._____ geführte Strafverfahren sei einzustellen, und erhob na-

mens von C._____ fristgerecht die Anschlussberufung (Urk. 73), wobei er in der 

Folge eine Vollmacht (Urk. 77), eine Todesurkunde (Urk. 79/1), einen Auszug aus 

dem Familienausweis (Urk. 79/2) sowie einen Auszug aus dem Testament des Ver-

storbenen (Urk. 79/3) nachreichte. Mit Beschluss vom 7. Februar 2024 wurde das 

Strafverfahren gegen den Beschuldigten B._____ eingestellt und das vorinstanzli-

che Urteil dementsprechend teilweise als gegenstandslos erklärt, wobei gleichzeitig 

auf Berufungsanträge 5 - 8 des Beschuldigten A._____, welche er in seiner Rolle 

als Privatkläger gestellt hatte, nicht eingetreten wurde (Urk. 80 S. 7). Nach Eingang 

des  noch  ausstehenden  Erbscheines  (Urk.  88)  wurde  C._____  schliesslich  als 

Rechtsnachfolgerin ihres verstorbenen Ehemannes als Privatklägerin in das zwei-

tinstanzliche Rubrum aufgenommen. 

3.

Die  auf  den  25.  Oktober  2024  anberaumte  Berufungsverhandlung  musste 

krankheitsbedingt verschoben werden. In der Folge wurde auf den 20. März 2025 

erneut zur Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 95). Zu dieser sind der Beschul-

digte A._____ in Begleitung seiner Verteidigerin sowie die Privatklägerin C._____ 

in Begleitung ihres Vertreters erschienen (Prot. II S. 7). Die Staatsanwaltschaft liess 

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sich im Vorfeld der Berufungsverhandlung von der Teilnahme dispensieren (Urk. 

72).

II.  Prozessuales

1.

Der Beschuldigte A._____ beantragte im Rahmen seiner Berufungserklärung 

vom 23. Oktober 2023, er sei vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverlet-

zung  freizusprechen  bzw.  –  sofern  er  eventualiter  wegen  qualifizierter  einfacher 

Körperverletzung verurteilt würde – milde zu bestrafen. Zudem seien die Zivilan-

sprüche des Beschuldigten und Privatklägers B._____ abzuweisen und es sei ihm 

(Beschuldigter A._____) aus der Staatskasse eine Genugtuung von Fr. 6'000.– zu-

zusprechen. In seiner Rolle als Privatkläger stellte er ferner die Anträge, der Be-

schuldigte  B._____  sei  anklagegemäss  zu  verurteilen  und  zu  verpflichten,  ihm 

Schadenersatz und Genugtuung zu bezahlen (Urk. 66 S. 2 f.). Wie bereits dargelegt 

wurde  das  Verfahren  betreffend  den  Beschuldigten  B._____  in  der  Folge  jedoch 

aufgrund seines Versterbens eingestellt mit der Konsequenz, dass auf die Anträge 

des Beschuldigten A._____ in seiner Rolle als Privatkläger nicht eingetreten wurde, 

während der Kostenentscheid betreffend dieses Verfahren, mit Ausnahme der be-

reits  beurteilten  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  in  der  Untersuchung  und  vor 

Vorinstanz, dem Berufungsverfahren vorbehalten wurde (Urk. 80 S. 7 f.). 

2.

C._____ beantragt derweil im Rahmen ihrer Privatklägerstellung mit ihrer ent-

sprechenden Anschlussberufung, der Beschuldigte A._____ sei in Abänderung des 

vorinstanzlichen Urteils der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von 

Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (ohne Notwehrlage im Sinne 

von Art. 16 StGB) schuldig zu sprechen und zu verpflichten, der Privatklägerschaft 

eine Genugtuung von Fr. 8'000.– zuzüglich 5 % Zins zu bezahlen. Zudem seien die 

Kosten  des  vorinstanzlichen  Verfahrens  entsprechend  dem  Ausgang  des  Beru-

fungsverfahrens unter Berücksichtigung der Einstellung des Verfahrens gegen den 

Beschuldigten B._____ neu festzusetzen bzw. zu verlegen (Urk. 73 S. 3).

3.

Demzufolge ist im vorliegenden Berufungsverfahren nurmehr noch betreffend 

die Dispositivziffern 1 (Schuldspruch betreffend den Beschuldigten A._____), 5 + 6 

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(Strafpunkt  betreffend  den  Beschuldigten  A._____),  14  +  16  (Zivilansprüche  des 

Privatklägers  B._____  bzw.  seiner  Rechtsnachfolgerin)  sowie  teilweise  17  -  20 

(Kostendispositiv ohne Entschädigung der amtlichen Verteidigung bzw. Privatklä-

gervertretung des Beschuldigten A._____) des vorinstanzlichen Urteils zu befinden, 

zumal betreffend die Dispositivziffern 13, 15 und 21 mit Beschluss vom 7. Februar 

2024 bereits ein mittlerweile rechtskräftiger Entscheid (Nichteintreten auf die ent-

sprechenden Berufungsanträge des Beschuldigten A._____ bzw. Festlegung der 

erstinstanzlichen  Entschädigung  der  amtlichen  Verteidigung  des  Beschuldigten 

A._____) ergangen ist (Urk. 80 S. 7, Ziff. 3 + 5). In den übrigen Punkten ist das 

erstinstanzliche Urteil entweder – wie ebenfalls bereits mit Beschluss vom 7. Fe-

bruar 2023 rechtskräftig festgehalten (Urk. 80 S. 7, Ziff. 2) – infolge Todes des Be-

schuldigten B._____ gegenstandslos geworden (Dispositivziffern 3 + 4 sowie Dis-

positivziffern  7  +  8)  oder  –  wie  vorliegend  mit  separatem  Beschluss  vorab  noch 

festzuhalten – infolge Nichtanfechtung in Rechtskraft erwachsen (Dispositivziffer 2, 

Dispositivziffern 9 - 12, teilweise Dispositivziffer 20 betreffend Entschädigungen der 

amtlichen  Verteidigungen  bzw.  der  Privatklägervertretung  des  Beschuldigten 

A._____ sowie Dispositivziffer 22).

4.

Nachdem im Rahmen der Anschlussberufung der Privatklägerschaft zu Un-

gunsten  des  Beschuldigten  A._____  eine  strengere  Beurteilung  im  Schuldpunkt 

(ohne Annahme einer Notwehrlage) verlangt wird, was insofern möglich ist, als eine 

Konstituierung als Strafklägerschaft besteht (vgl. Urk. 11/3), stellt sich die weitere 

prozessuale Frage, inwiefern als Folge davon – trotz grundsätzlich fehlender Legi-

timation der Privatklägerschaft – auch die gegen den Beschuldigten A._____ ver-

hängte Strafe in zweiter Instanz frei überprüft werden kann. Das Obergericht des 

Kantons Zürich hat in diesem Zusammenhang in seinem Entscheid vom 9. Januar 

2012 festgehalten, dass es der Berufungsinstanz bei einer (Anschluss-)Berufung 

des Privatklägers im Falle einer strengeren Beurteilung im Schuldpunkt nicht ver-

wehrt sein könne, auch den Strafpunkt zu überprüfen, da eine andere Sichtweise 

zu unhaltbaren Konstellationen führen könne (ZR 111/2012 Nr. 39). Diese Schluss-

folgerung ist einleuchtend, doch bedeutet sie nicht, dass für die Konstellation, dass 

in zweiter Instanz keine strengere Beurteilung im Schuldpunkt resultiert, dasselbe 

gilt. Nachdem bei einer Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruches keine un-

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haltbaren  Ergebnisse  drohen,  welche  besondere  Lösungen  erforderlich  machen, 

ist vielmehr davon auszugehen, dass diesfalls die Möglichkeit einer freien Überprü-

fung des Strafpunktes unter Verdrängung des Verbotes der reformatio in peius aus-

geschlossen ist. Erfolgt demgegenüber aufgrund der vorliegenden Anschlussberu-

fung eine strengere Beurteilung im Schuldpunkt, bleibt eine schärfere Bestrafung 

des Beschuldigten in zweiter Instanz möglich (vgl. BGE 139 IV 84).

III.  Sachverhalt

1.

Dem Beschuldigten A._____ (nachfolgend: Beschuldigter) wird in den vorlie-

gend  noch  relevanten  Teilen  der  Anklage  der  Staatsanwaltschaft  I  des  Kantons 

Zürich vom 25. Juni 2022 vorgeworfen, seinem damaligen und nunmehr verstorbe-

nen  Nachbarn  B._____  am  2. März  2022  nach  dessen  anfänglichem  Tritt  gegen 

sein  Gesicht  mit  Umstossen  der  Leiter  (und  rückwärtigem  Sturz  auf  den  Boden) 

sowie einem nachfolgenden Schlag gegen seine Hand mit einem in der Folge be-

händigten Locheisen von rund 2.5 Kilogramm Gewicht einen heftigen Schlag ins 

Gesicht sowie einen weiteren heftigen Schlag gegen den Unterarm versetzt zu ha-

ben, wobei beide Kontrahenten zu Boden stürzten, worauf sich der Beschuldigte 

aber gleich wieder erhoben und B._____ drei bis vier weitere Schläge auf den Rü-

cken verabreicht habe, so dass Letzterer ein Schädel-Hirn-Trauma mit einer Trüm-

merfraktur des Schädels und des Augenhöhlenbodens sowie einen offenen Bruch 

der rechten Elle und Weichteilprellungen am hinteren Brustkorb erlitten habe (Urk. 

20 S. 3 f.).

Aufgrund  der  Handlungen  des  Beschuldigten  habe  B._____  zwar  keine  le-

bensgefährlichen Verletzungen erlitten, doch habe der Beschuldigte solche mit sei-

nem Vorgehen zumindest in Kauf genommen, wobei er namentlich mit einem Schä-

delbruch oder einem schweren Schädelhirntrauma habe rechnen müssen. Zudem 

habe er aufgrund des heftigen Schlages mit dem Locheisen auch mit dem Verlust 

des Augenlichtes seines Gegenübers rechnen müssen (Urk. 20 S. 4). 

2.

Nachdem der Beschuldigte anfänglich seine aktive Mitwirkung an der tätlichen 

Auseinandersetzung mit B._____ – wenn auch unter Geltendmachung einer Not-

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wehrsituation – unumwunden eingeräumt hatte (Urk. 3/1 S. 8 - 10: "Deswegen habe 

ich ihn hier, also im Gesicht erwischt." bzw. "Ich habe ihn drei Mal erwischt"), kam 

es in der vorinstanzlichen Hauptverhandlung zur Relativierung des Beschuldigten 

hinsichtlich  seiner  entsprechenden  Beteiligung,  indem  er  unter  anderem  geltend 

machte, B._____ habe sich die dokumentierten Verletzungen im Zuge der Ausein-

andersetzung  womöglich  selber  beigebracht  (Prot. I  S.  8  +  10).  An  der  heutigen 

Berufungsverhandlung  brachte  der  Beschuldigte  vor,  B._____  sei  im  Laufe  der 

Auseinandersetzung umgefallen und die Böschung hinuntergerollt, wobei er sich 

den  Kopf  an  einem  dort  befindlichen  Eternittopf  angeschlagen  haben  könnte 

(Prot. II S. 15 + 17). Dabei stritt er explizit ab, die vorerwähnten anfänglichen Aus-

sagen gemacht zu haben (Prot. II S. 18). Der eingeklagte Sachverhalt ist demnach 

mit Bezug auf die körperliche Auseinandersetzung gemäss den vorinstanzlich dar-

gelegten Grundsätzen der Beweiswürdigung (vgl. Urk. 64 S. 6 f.) zu erstellen, zumal 

B._____ diesbezüglich von Beginn weg eine deutlich anderslautende Version der 

Geschehnisse zu Protokoll gab, welche sich mit der Darstellung des Beschuldigten 

von vornherein nicht in Einklang bringen lässt (vgl. Urk. 4/1 S. 1 ff.; bestätigt in Urk. 

3/5 S. 3 ff.).

3. Was die inkriminierten Ereignisse vor den vorliegend im Zentrum stehenden 

Verletzungshandlungen des Beschuldigten betrifft, so ist der Vorinstanz zu folgen, 

wenn sie die Vorkommnisse rund um die Einwirkungen von B._____ auf den Be-

schuldigten nicht als hinreichend erstellt erachtet, zumal die Anklage diesbezüglich 

überwiegend auf den belastenden Aussagen des Beschuldigten basiert und diese 

bei genauerer Betrachtung noch weniger überzeugend anmuten, als dies die Vor-

instanz dargelegt hat. Zwar hat der Beschuldigte in seinen ersten Einvernahmen 

die initialen Geschehnisse, wie sie sich aus seiner Sicht ereignet haben, relativ ko-

härent  wiedergegeben,  doch  fällt  bereits  diesbezüglich  auf,  dass  diverse  Details 

unrealistisch anmuten (wie z.B. die Sturzhöhe von der Leiter [ca. 3 Meter]; vgl. dem-

gegenüber Urk. 2/5 Foto 8 [nachgestellte Szene: Fuss/Knie 1.04 m bzw. 1.51 Meter 

oberhalb Terrain]) bzw. nicht konstant beschrieben werden (wie z.B. die Zahl der 

erlittenen Fusstritte) und die Schilderung eines derartigen Gewaltaktes des Nach-

barn als Reaktion auf das blosse Spannen von Schnüren auf dem eigenen Grund-

stück im Übrigen eine Retorsion von derartiger Heftigkeit wiedergibt, wie sie sich in 

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der jahrelangen Streitigkeit zuvor nie auch nur ansatzweise ereignet hatte. Sodann 

erscheint mit Blick auf die Darstellung des nachfolgenden Tatablaufes mit der Ver-

tretung der Gegenseite (vgl. Urk. 49 S. 12; Urk. 102 S. 8) nicht nachvollziehbar, 

inwiefern die Kopfbedeckung des Beschuldigten dann derart (weit) auf das fremde 

Grundstück zu liegen kam, dass der Beschuldigte dies in der Folge betreten musste 

(Prot. II S. 10 + 16). Hinsichtlich dieser Sequenz finden sich in den Aussagen des 

Beschuldigten  denn  auch  Widersprüche,  indem  er  zunächst  geltend  machte,  er 

habe  vor  dem  Betreten  des  fremden  Grundstückes  sicherheitshalber  eine  (nicht 

klarer bezeichnete) Stange mitgenommen (Urk. 3/1 S. 3), während er vor der Vor-

instanz zu Protokoll gab, er habe das Schlagwerkzeug spontan ergriffen, als der 

Kontrahent vor der Behändigung der Kopfbedeckung bereits auf ihn zugegangen 

sei (Prot. I S. 8), um an der heutigen Berufungsverhandlung wiederum auszuführen, 

die Stange mitgenommen zu haben, weil er nicht habe laufen können bzw. um sich 

damit abzustützen (Prot. II S. 10 + 16). Wenn dann diese Ereignisse im Weiteren 

derart beschrieben werden, dass derweil die Ehefrau des Kontrahenten hinter die-

sem gestanden sei und ihn dahingehend angefeuert habe, dass er den Beschul-

digten totschlagen solle (Urk. 3/1 S. 3: "[…], schlag ihn tot."), worauf er (Beschul-

digter) sich selber entschieden habe, die Gegenseite zu eliminieren (vgl. Urk. 3/1 

S. 3: "[…] einen von ihnen totzuschlagen."), so erscheint die Version des Beschul-

digten vollends als ein Konstrukt, an dessen Ende eine unfreiwillige Selbstbelas-

tung  mit  Tötungsabsichten  stand,  welche  dann  aber  später  postwendend  wieder 

zurückgenommen wurde (vgl. Urk. 3/1 S. 9). In der vorinstanzlichen Hauptverhand-

lung sowie an der heutigen Berufungsverhandlung wollte sich der Beschuldigte an 

seine eigene Tatbeteiligung dann nicht mehr konkret erinnern und insinuierte eine 

Selbstbeibringung  der  Verletzungen,  was  angesichts  des  aktenkundigen  Verlet-

zungsbildes  von  B._____  reichlich  lebensfremd  anmutet.  Bezeichnenderweise 

wurde, wie auch die Vertretung der Gegenseite bemerkt (Prot. II S. 21), der Eter-

nittopf denn auch erst an der heutigen Berufungsverhandlung als mögliche Verlet-

zungsquelle ins Spiel gebracht.

Im  Gegenzug  erscheint  die  konstante  Darstellung  von  B._____,  wonach  er 

sich  an  den  gespannten  Schnüren  nervte,  diese  in  der  Folge  mit  einem  Stab  zu 

entfernen  versuchte  und  schliesslich  vom  Beschuldigten  unvermittelt  angegriffen 

- 15 -

und insbesondere mehrfach gegen den Kopf und die Hand geschlagen wurde, kei-

neswegs unplausibel, zumal diese Version sowohl vom ärztlichen Befund, welcher 

namentlich Verletzungen im Kopf- und Armbereich beschreibt (vgl. Urk. 7/5 S. 2), 

sowie  auch  aufgrund  der  Aussagen  der  Ehefrau  bestätigt  wird,  welche  überdies 

angab, die vom Beschuldigten an die Mauer ihres Grundstückes angelehnte Leiter 

sei nach wie vor dort gestanden, als sie in einer späteren Phase zum Geschehen 

hinzugetreten sei (Urk. 5/4 S. 5). Zwar hat die Ehefrau durchaus ein Interesse, ihren 

Ehemann mit ihren Aussagen zu entlasten, doch lässt die in freier Schilderung zu 

Protokoll gegebene Darstellung mit diversen spezifischen Details auch angesichts 

ihres Zeugenstatus, auf welchen sie vor der zweiten Befragung ausdrücklich hin-

gewiesen  wurde,  nichtsdestotrotz  zusätzliche  Zweifel  an  der  konträren  Sachver-

haltsversion des Beschuldigten aufkommen.

Es ist mithin vor diesem Hintergrund mit der Vorinstanz nicht als erwiesen zu 

erachten, dass der Beschuldigte von B._____ tatsächlich derart tätlich gemassre-

gelt worden ist, wie er es in der Untersuchung dargelegt hat. Namentlich ist daher 

auch nicht erstellt, dass B._____ in einer zweiten Phase mit einem Metallrohr auf 

den Beschuldigten losgegangen ist und ihm auf diese Weise eine blutende Wunde 

an der Hand zugefügt hat. Vielmehr war es der Beschuldigte, der das Grundstück 

B._____s betrat und damit die Konfrontation bzw. deren Fortsetzung und Steige-

rung suchte. Entsprechend gab er, wie auch die Vertretung der Gegenseite anmerkt 

(Urk. 102 S. 14), bei seinen Aussagen anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme 

an, zuerst zugeschlagen zu haben, indem er gegen das Rohr von B._____ geschla-

gen und dieses beschädigt habe (Urk. 3/1 S. 7). Damit war er derjenige, der zum 

Angriff überging. Fraglos wird der Beschuldigte die seinerseits aktenkundigen Ver-

letzungen im Rahmen der fraglichen Auseinandersetzung erlitten haben, doch ist 

deren konkrete Entstehung nach all dem Gesagten nicht geklärt, zumal die doku-

mentierte Lippenquetschung (vgl. Urk. 2/2 Foto 6) nicht zwingend zu einem erlitte-

nen Fusstritt passt. Selbst wenn man aber mit der Vorinstanz als erwiesen erachten 

würde, dass die Wunde auf der Hand des Beschuldigten vom Metallrohr des Kon-

trahenten stammt (vgl. Urk. 2/2 Foto 7), so wäre diese höchstens aus einer Vertei-

digungshaltung  heraus  zugefügt  worden,  nachdem  ein  Angriff  von  B._____  vom 

Beschuldigten  –  wie  dargelegt  –  nicht  plausibel  gemacht  worden  ist,  was  auch 

- 16 -

durch die Aussage des Beschuldigten anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme 

bestätigt  wird,  wonach  er  von  der  Gegenseite  im  ersten  Moment  nicht  getroffen 

worden sei (Urk. 3/1 S. 7).

4.

Demgegenüber  ist  mit  Bezug  auf  die  Handlungen  des  Beschuldigten  ohne 

Weiteres auf die anfänglich selber bestätigte Darstellung der Anklage abzustellen, 

wonach zwei heftige Schläge mit dem spontan ergriffenen Locheisen zu Trümmer-

frakturen im Gesichtsbereich sowie zu einem Bruch des rechten Unterarms führten. 

Die Existenz von allfälligen weiteren diesbezüglichen Schlägen muss offen bleiben, 

nachdem sich B._____ in dieser Hinsicht im Verlauf des Verfahrens nicht mehr so 

präzise  ausgedrückt  hat,  was  aber  angesichts  seiner  misslichen  Lage  im  Verlet-

zungszeitpunkt auch nicht weiter zu erstaunen vermag. Die gemäss ärztlichem Be-

fund festgestellte Verletzung am hinteren Brustkorb könnte sich B._____ im übrigen 

durchaus auch bei seinem Sturz auf den Rücken während der inkriminierten Aus-

einandersetzung zugezogen haben. 

5.

In subjektiver Hinsicht ist nicht weiter zu hinterfragen, dass der Beschuldigte 

ohne Weiteres wusste, dass Schläge mit einem 2.5 Kilogramm schweren Lochei-

sen  im  Grundsatz  gravierende  Verletzungen  des  Gegenübers  bewirken  können. 

Inwiefern er aufgrund der konkreten Umstände aber auch derart ernsthaft mit ent-

sprechenden Konsequenzen rechnen musste, dass er solche Verletzungen letztlich 

in Kauf nahm, wird aufgrund der engen Verflechtungen der tatsächlichen und recht-

lichen  Fragen  im  Rahmen  der  nachfolgenden  Würdigung  des  subjektiven Tatbe-

standes des Verletzungsdeliktes abschliessend zu prüfen sein. 

IV.  Rechtliche Würdigung

1.

Der  Beschuldigte  hat  den  objektiven  Tatbestand  der  schweren  Körper-

verletzung im Sinne von Art. 122 StGB nicht erfüllt. Gemäss dem ärztlichen Befund 

vom  20.  April  2022  erlitt  B._____  aufgrund  der  Schläge  zwar  ein  Schädel-Hirn-

Trauma mit zwei Trümmerfrakturen im Gesicht sowie einen Bruch des rechten Un-

terarmes, doch hätten diese Verletzungen selbst in unbehandeltem Zustand nicht 

zu einer konkreten Lebensgefährdung des Opfers geführt (Urk. 7/5 S. 1 ff.). Es ist 

- 17 -

aufgrund dieser Umstände demnach in objektiver Hinsicht von einfachen Körper-

verletzungen auszugehen, welche indessen namentlich im Kopfbereich von durch-

aus gravierender Natur waren und insofern ernsthafte Schädigungen des Opfers 

zur Folge hatten. 

2.

2.1.

In subjektiver Hinsicht ist angesichts des entsprechenden Anklagevorwurfes 

zu prüfen, inwiefern der Beschuldigte aufgrund seines Vorgehens über die tatsäch-

lich zugefügten Verletzungen hinaus ernsthaft mit weit erheblicheren Folgen rech-

nen musste und damit eine schwere Körperverletzung des Kontrahenten zumindest 

in Kauf nahm. Wird eine solche Inkaufnahme des Taterfolges vom Täter nicht aus-

drücklich  eingestanden,  so  ist  deren  Vorhandensein  mit  Hilfe  erstellter  äusserer 

Tatumstände zu prüfen. Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Praxis gehören zu 

solch erkennbaren äusseren Umständen bei Schlag- oder Trittbewegungen gegen 

das Opfer einerseits auf der Täterseite die Heftigkeit und das Ziel der Einwirkung 

sowie das dabei verwendete Werkzeug und andrerseits auf der Opferseite dessen 

(erkennbare) Verfassung und Überraschung im Tatzeitpunkt, welche gegebenen-

falls darauf hindeuten, dass sich dem Beschuldigten im Rahmen der Tat schwere 

Verletzungsfolgen als derart wahrscheinlich aufdrängen mussten, dass sein Han-

deln nicht anders als Inkaufnahme solcher Verletzungen zu interpretieren ist (vgl. 

Urteile  6B_802/2013  vom  27. Januar 2014,  E. 2.3.3.  und  6B_388/2012  vom 

12. November 2012, E. 2.4.).

2.2.

Im  Zusammenhang  mit  dem  zu  beurteilenden  Fall  ist  zunächst  ohne 

Weiteres davon auszugehen, dass es sich bei der Verwendung eines Locheisens 

mit einem Gewicht von 2.5 Kilogramm im Rahmen eines Schlages gegen den Kopf 

um ein gefährliches Werkzeug handelt, bei welchem kein Zweifel daran bestehen 

kann, dass es grundsätzlich geeignet ist, bei entsprechendem Gebrauch lebensge-

fährliche Verletzungen am Kopf des Opfers (wie insbesondere ein schweres Schä-

del-/Hirntrauma oder eine Hirnblutung) oder bleibende Verstümmelungen von wich-

tigen  Sinnesorganen des  Opfers (wie  insbesondere  den  Augen)  zu  hinterlassen, 

zumal der Schlag gegen den Kopf mit einiger Wucht erfolgt sein muss, ansonsten 

nicht  gleich  zwei  Trümmerbrüche  in  diesem  Bereich  resultiert  hätten.  Ferner 

- 18 -

rechtfertigt  sich  ohne  Weiteres  die  Annahme,  dass  es  sich  im  Rahmen  der 

Schlagserie  des  Beschuldigten  um  unkontrollierte  Einwirkungen  auf  das  Opfer 

gehandelt haben muss, welche nicht etwa gezielt gegen weniger gefährliche Kör-

perregionen geführt wurden, zumal wenn man bedenkt, dass der Bruch des Armes 

aufgrund einer Abwehrbewegung erfolgte, um sensiblere Bereiche des Körpers zu 

schützen. Der Beschuldigte verhehlt denn auch nicht, dass er sich vor dem Hin-

tergrund des langjährigen Nachbarschaftsstreites in einer emotionalen Ausnahme-

situation befand, was eine unkontrollierte Vorgehensweise sicherlich begünstigte.

2.3. Auf  der  Opferseite  ist  zwar  nicht  von  einer  besonders  schlechten  körper-

lichen  Verfassung  auszugehen  und  es  ist  aufgrund  der  Vorgeschichte  auch  an-

zunehmen,  dass  das  Opfer  vom  Schlag  nicht  gänzlich  überrascht  wurde,  doch 

handelte es sich immerhin um einen 70-jährigen Rentner, dessen Kräfte und Reak-

tionen notorischerweise eingeschränkt waren, zumal wenn er sich mit Schlägen mit 

einem  gefährlichen  Locheisen  konfrontiert  sah.  Mit  anderen  Worten  musste  sich 

der  Beschuldigte  in  casu  bei  seinen  Tathandlungen  des  schweren  Gesundheits-

risikos für das Opfer auch dann bewusst sein, falls dieses den Schlag ansatzweise 

kommen sah. Für die rechtliche Qualifikation ist die konkrete Situation des Opfers 

in der vorliegenden Konstellation mithin von weniger entscheidender Bedeutung, 

solange der Schlag derart kräftig war, dass dessen Abwehr deutlich erschwert war. 

Je  massiver  und  gefährlicher  eine  Tatwaffe  ist,  umso  weniger  stark  muss  im 

Übrigen auch die Heftigkeit ihrer Einwirkung sein, um beim Täter das Bewusstsein 

um die ernsthafte Wahrscheinlichkeit von schweren Verletzungen hervorrufen zu 

können.

2.4. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist demnach zwanglos davon aus-

zugehen,  dass  die  Kriterien  für  eine  Inkaufnahme  von  schweren  Körperver-

letzungen im vorliegenden Fall gegeben sind und der Beschuldigte mithin in dieser 

Beziehung zumindest eventualvorsätzlich gehandelt hat. Vor dem Hintergrund des 

Gesagten ist entgegen der Verteidigung nicht auf eine qualifizierte einfache Kör-

perverletzung  im  Sinne  von  Art. 123  Ziff. 2  Abs. 2  StGB  zu  schliessen  (Urk. 100 

Rz. 13 ff.): Nicht nur aufgrund der Art der Verwendung eines gefährlichen Gegen-

stands mittels zweier heftiger Schläge unter anderem gegen den Kopf des Opfers, 

- 19 -

sondern auch aufgrund des betagten Opfers war eine schwere Körperverletzung 

derart wahrscheinlich, dass vernünftigerweise nur von einer Inkaufnahme einer sol-

chen durch den Beschuldigten ausgegangen werden kann (vgl. Urteil 6B_908/2017 

vom 15. März 2018, E. 1.4.). Mithin war sein Vorsatz nicht nur darauf gerichtet, das 

Locheisen  in  einer  Weise  zu  gebrauchen,  dass  eine  schwere  Verletzung  drohen 

könnte  (Tathandlung),  sondern  dieser  schloss  die  ernsthafte  Möglichkeit  einer 

solch schweren Verletzung mit ein (Taterfolg).

3.

Der Vorinstanz ist schliesslich auch ohne Weiteres Recht zu geben, wenn sie 

eine  vollendet  versuchte  Tatbegehung  als  gegeben  erachtet.  Ein  vollendeter 

Versuch liegt vor, wenn die strafbare Tätigkeit aus Sicht des Täters zu Ende geführt 

wird, der tatbestandsmässige Erfolg aber nicht eintritt (Art. 22 Abs. 1 StGB). Die 

Abgrenzung des vollendeten vom unvollendeten Versuch ist dabei auf der Grund-

lage des konkreten Tatplanes vorzunehmen, wobei danach zu fragen ist, ob der 

Täter alle Voraussetzungen geschaffen hat, die nach seinem Plan zum Eintritt des 

Erfolges hätten führen sollen (Urteil 6S.46/2005 vom 2. Februar 2006, E. 10.4.2.). 

Im vorliegenden Fall hat der Beschuldigte mit seinen inkriminierten Schlägen gegen 

den Geschädigten die eigentliche Tathandlung indessen vollständig zu Ende ge-

führt und somit aus seiner Sicht alles Notwendige dafür getan, dass der Taterfolg 

eintritt. Er hat damit den Tatbestand der (vollendet) versuchten schweren Körper-

verletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB erfüllt.

4.

4.1. Die Vorinstanz ist schliesslich vom Rechtfertigungsgrund der Notwehr ausge-

gangen, wobei sie aber die entsprechenden Handlungen des Beschuldigten nicht 

mehr als verhältnismässig erachtete und auf einen Notwehrexzess erkannte (Urk. 

64 S. 35 ff.). Demgegenüber sieht die Privatklägerschaft im Rahmen ihrer (präzi-

sierten) Anschlussberufung schon nicht einmal eine Notwehrsituation als gegeben 

an und erkennt im Vorgehen des Beschuldigten demgemäss auch keinen Strafmil-

derungsgrund im Sinne von Art. 16 Abs. 1 StGB (Urk. 82 S. 2 f.; Urk. 102 S. 7 ff.). 

4.2. Zu  den  rechtlichen  Grundlagen  der  rechtfertigenden  Notwehr  im  Sinne  von 

Art. 15 StGB ist vorweg auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu ver-

weisen (Urk. 64 S. 35 ff.). Danach muss für eine Notwehrhandlung ein unrechtmäs-

- 20 -

siger Angriff der Gegenseite vorliegen, welcher bereits im Gang ist oder unmittelbar 

droht. Von einem unmittelbar drohenden Angriff ist dabei insbesondere dann aus-

zugehen,  wenn  die  Bedrohung  aktuell  und  konkret  ist,  indem  mit  einem  Angriff 

ernstlich zu rechnen ist und jedes weitere Zuwarten die Verteidigungschancen mi-

nimiert (Urteil 6B_780/2009 vom 21. Januar 2010, E. 2.3.). Konkrete Anzeichen ei-

ner Gefahr bestehen beispielsweise dann, wenn der Angreifer eine drohende Hal-

tung einnimmt, sich zum Kampf vorbereitet oder Bewegungen macht, welche als 

solche gedeutet werden dürfen, so dass der Bedrohte aufgrund der gesamten Um-

stände mit einem sofortigen Angriff rechnen muss. Handlungen, welche darauf ge-

richtet sind, einem möglichen, aber noch unsicheren Angriff vorzubeugen und ei-

nem Gegner nach dem Grundsatz, dass der Angriff die beste Verteidigung ist, zu-

vorzukommen und ihn vorsorglich kampfunfähig zu machen, fallen jedoch nicht un-

ter den Begriff der Notwehr (Urteil 6B_289/2008 vom 17. Juli 2008, E. 7.3.). Unzu-

lässig ist somit insbesondere eine Präventivnotwehr, welche den Gegner zum vorn-

herein  unschädlich  machen  soll  (NIGGLI/GÖHLICH,  BSK  StGB  I,  N  19  zu  Art.  15 

StGB).

Ergänzend ist sodann unter Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtspre-

chung (BGE 136 IV 49, E. 3.2. f.) festzuhalten, dass beim Einsatz von gefährlichen 

Gegenständen  besondere  Zurückhaltung  bei  der  Annahme  von  rechtfertigender 

Notwehr geboten ist, da deren Einsatz stets die Gefahr von schweren oder tödli-

chen Verletzungen mit sich bringt. In solchen Konstellationen ist die von einem An-

griff bedrohte Person grundsätzlich gehalten, den Gebrauch der Waffe anzudrohen 

oder  den  Täter  in  anderer  Weise  zu  warnen,  bevor  die  Waffe  effektiv  eingesetzt 

wird. Zumindest muss aber versucht werden, die Waffe in solchen Situationen in 

der mildesten bzw. schonendsten Variante einzusetzen (BGE 136 IV 49, E. 4.2.; 

vgl. zuletzt auch Urteil 6B_1454/2020 vom 7. April 2022, E. 3.3.). Dabei muss der 

vermeintlich Angegriffene für seine rechtfertigende Handlung konkrete Umstände 

darlegen  können,  welche  bei  ihm  zumindest  den  Glauben  erwecken  konnten,  er 

befinde sich in einer Notwehrlage. Die blosse Vorstellung von der Möglichkeit eines 

Angriffes  ist  dafür  nicht  ausreichend  (vgl.  Urteil  6B_676/2016  vom  16.  Februar 

2017, E. 2.). Daraus folgt auch, dass es für die Annahme einer rechtfertigenden 

Notwehr nicht genügt, bei einer unklaren Situation entsprechend dem Grundsatz 

- 21 -

"in dubio pro reo" von der für den Täter günstigsten Variante auszugehen und ge-

stützt darauf eine grundsätzlich berechtigte Abwehr eines bevorstehenden Angrif-

fes herzuleiten.

4.3. Entgegen der Vorinstanz geht es demzufolge nicht an, bei einer beweislosen 

Situation zu Gunsten eines Beschuldigten unbesehen auf eine Notwehrsituation zu 

erkennen  (vgl.  Urk.  64  S.  37).  Als  rechtfertigende  Tatsache  bedarf  die  Notwehr-

handlung der Plausibilisierung eines aktuellen Angriffes durch den Angegriffenen. 

Einen solchen im Gang befindlichen Angriff vermochte der Beschuldigte im Laufe 

des Verfahrens indessen nicht nachvollziehbar darzulegen. Wenn die Vorinstanz 

seinen  Aussagen  zum  anfänglichen  Verhalten  des  Kontrahenten  die  notwendige 

Stringenz zu Recht abspricht, so muss dies – wie gesehen – auch für die Phase 

der weiteren Auseinandersetzung gelten, wonach der Kontrahent mit einem Metall-

rohr in der Hand auf den Beschuldigten losgegangen sein soll, was die Vorinstanz 

ja ebenfalls nicht als erstellt erachtete und dem Kontrahenten (als damaligem Be-

schuldigten  2)  diesbezüglich  eine  Notwehrhandlung  mit  entsprechendem  Frei-

spruch zubilligte (vgl. Urk. 64 S. 9 f. + 42 f.). Zwar mag der Beschuldigte mit der 

Vorinstanz durchaus einen inneren Antrieb verspürt haben, sich präventiv zur Wehr 

zu  setzen,  um  allfälligen  eigenen  Aktionen  des  Gegenspielers  zuvorzukommen 

(vgl. Urk. 64 S. 27), doch genügt dieser Umstand für die Annahme einer Notwehr-

lage nicht. Es fehlt demzufolge mangels plausibilisierter Bedrohungslage des Be-

schuldigten an einer Notwehrsituation als Grundlage für die geltend gemachte Not-

wehr im Sinne von Art. 15 f. StGB. 

5.

Der Beschuldigte ist demzufolge in zweiter Instanz der versuchten schweren 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

schuldig zu sprechen.

V.  Strafe

1.

Einleitung

1.1. Die Vorinstanz hat sich zutreffend mit den allgemeinen Strafzumessungsre-

geln befasst (vgl. Urk. 64 S. 43 f.), worauf verwiesen werden kann. Der theoretische 

- 22 -

Strafrahmen betreffend die schwere Körperverletzung wurde insofern nicht korrekt 

abgesteckt,  als  dieser  nach  dem  vorliegend  geltenden  alten  Sanktionenrecht  im 

unteren  Rahmen  auf  6  Monate  Freiheitsstrafe  zu  stehen  kommt  (vgl.  Art.  122 

aStGB), wobei offen bleiben kann, ob sich dieser Rahmen im (vorliegend nicht mehr 

gegebenen) Fall eines Notwehrexzesses tatsächlich noch weiter nach unten öffnen 

würde (vgl. Urk. 64 S. 44).

1.2. Es versteht sich sodann von selbst, dass bei einer Verurteilung wegen schwe-

rer Körperverletzung nur die Strafart der Freiheitsstrafe in Betracht fällt, was vom 

Beschuldigten für den Fall eines Schuldspruches denn auch nicht ernsthaft in Frage 

gestellt wird (vgl. Urk. 66 S. 3).

2.

Tatkomponente 

2.1. Der  Vorinstanz  ist  grundsätzlich  darin  zu  folgen,  dass  bei  einem  kräftigen 

Schlag gegen den Kopfbereich des 70-jährigen Geschädigten mit einem 2.5 Kilo-

gramm  schweren  Locheisen  die  objektive  Tatschwere  von  einer  nicht  zu  unter-

schätzenden Skrupellosigkeit zeugt und das entsprechende Verschulden somit von 

vornherein  nicht  im  untersten  Bereich  festgesetzt  werden  kann,  zumal  weitere 

Schläge folgten, welche nur dank der teilweisen Abwehr des Geschädigten nicht 

zu erheblicheren Verletzungen führten. Die Vorinstanz hat es indessen in der Folge 

versäumt,  das  Verschulden  des  Beschuldigten  für  die  inkriminierten  Handlungen 

konkreter  einzustufen.  Angesichts  der  jahrelangen  nachbarschaftlichen  Fehde, 

welche für beide Seiten belastend war, sowie der Auseinandersetzung am Tattag 

mit der Provokation des Nachbarn, welcher die gespannten Schnüre zu entfernen 

versuchte und den Beschuldigten in der Folge auch beleidigte, also zumindest in 

dieser Hinsicht durchaus konfrontativ auftrat, ist dieses in einer Gesamtbetrachtung 

sämtlicher objektiver und subjektiver Komponenten als keinesfalls mehr leicht zu 

qualifizieren, während hingegen eine noch strengere Qualifikation nicht opportun 

erscheint, zumal der im Tatzeitpunkt bereits 87-jährige Beschuldigte seinem Kon-

trahenten körperlich merklich unterlegen war und sich in einer – infolge der voraus-

gegangenen Kränkung (Entfernen der Schnüre, Beschimpfung) durch den auf dem 

höherliegenden Grundstück stehenden Kontrahenten – ausser Kontrolle geratenen 

Wut letztlich nicht anders als mit der fatalen Reaktion zu behelfen wusste. In dieser 

- 23 -

Situation hat er sich spontan entschieden, das eigentlich zur Grenzmarkierung vor-

gesehene (vgl. Urk. 2/1 Fotos 1 + 3) und deshalb bei der Grundstücksgrenze greif-

bare  Locheisen  zu  behändigen  und  gegen  den  Geschädigten  einzusetzen.  Auf-

grund dessen hat der Beschuldigte in einer insoweit nachvollziehbaren Gemütsbe-

wegung gehandelt, was zumindest strafmindernd zu berücksichtigen ist. All diese 

Umstände lassen im Endeffekt eine Einsatzstrafe im Bereich von dreieinhalb Jah-

ren als angemessen erscheinen.

2.2. Angesichts der lediglich versuchten Tatbegehung ist sodann zwingend zumin-

dest eine Strafminderung vorzunehmen (vgl. BGE 121 IV 49, E.1), welche indessen 

aufgrund der deutlichen Beeinträchtigungen des Opfers und des lediglich zufälligen 

Ausbleibens noch gravierenderer Verletzungen nicht allzu hoch ausfallen kann und 

sich höchstens im Bereich von 15 Prozent zu bewegen hat, was eine Reduktion der 

Sanktion auf ein Strafmass von 3 Jahren zur Folge hat.

3.

Täterkomponente 

3.1. Das vorinstanzlich dargelegte Vorleben des Beschuldigten (Urk. 64 S. 46) gibt 

zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass und ist strafzumessungsneutral zu wer-

ten, zumal sich auch in der heutigen Befragung keine Besonderheiten ergeben ha-

ben (vgl. Prot. II S. 12 ff.). 

3.2. Der Beschuldigte ist nicht mit Vorstrafen im Strafregister verzeichnet und es 

ergeben sich auch ansonsten keine Aspekte, welche eine Straferhöhung als ange-

zeigt erscheinen lassen würden.

Demgegenüber rechtfertigt sich angesichts der weitgehenden Einlassungen 

des Beschuldigten zu Beginn des Strafverfahrens eine Reduktion der Strafe, wel-

che jedoch infolge der späteren Relativierungen – entgegen der Vorinstanz (Urk. 

64 S. 46 f.) – nicht im maximal möglichen Umfang gewährt werden kann, sondern 

sich im Bereich von einem Sechstel zu halten hat, was zu einer Freiheitsstrafe von 

30 Monaten führt.

3.3. Weiter  ist  dem  mittlerweile  89-jährigen  Beschuldigten  über  die  bereits  ge-

währte Reduktion hinaus eine erhöhte Strafempfindlichkeit im Rahmen der mögli-

- 24 -

chen Verbüssung einer solchen Freiheitsstrafe zu attestieren (vgl. BGE 96 IV 155, 

E. III.4 und Urteil 6B_31/2011 vom 27. April 2011, E. 3.4.4), da angesichts des fort-

geschrittenen Alters der Freiheitsentzug schwerer wöge und gar die reelle Wahr-

scheinlichkeit bestünde, dass der Beschuldigte während des Strafvollzugs verster-

ben könnte. Dies rechtfertigt eine weitere deutliche Senkung der Sanktion auf eine 

Freiheitsstrafe  von  24 Monaten,  was  dem  betagten  Beschuldigten  grundsätzlich 

noch den bedingten Strafvollzug ermöglicht (vgl. Urteil 6B_79/2019 vom 5. August 

2019, E.3.3.). 

4.

Fazit

4.1. Nach Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erscheint es mithin an-

gemessen, den Beschuldigten im Ergebnis mit einer Freiheitsstrafe von 24 Mona-

ten zu bestrafen.

4.2. An diese Strafe sind die 30 Tage verbüsster Untersuchungshaft anzurechnen 

(Art. 51 StGB). 

5.

Vollzug

5.1. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Voraussetzungen für die Gewährung des 

bedingten Strafvollzuges in der insofern gebotenen Kürze korrekt wiedergegeben 

(vgl. Urk. 64 S. 51). Angesichts der Vorstrafenlosigkeit des Beschuldigten und der 

Absenz weiterer aktueller Strafverfahren ist der Vollzug der Freiheitsstrafe gestützt 

auf  diese  theoretischen  Grundlagen  im  Einklang  mit  dem  angefochtenen  Urteil 

ohne Weiteres bedingt aufzuschieben. 

5.2. Gegen  die  erstinstanzlich  angesetzte  minimale  Probezeit  von  2  Jahren  ist 

ebenfalls nichts einzuwenden. Vielmehr ist das Urteil der Vorinstanz auch in diesem 

Punkt zu bestätigen.

- 25 -

VI.  Zivilforderungen

1.

Einleitung

Betreffend die Zivilforderungen der Privatklägerschaft B._____C._____ kann 

vorab festgehalten werden, dass aufgrund der früheren Konstituierung des Verstor-

benen als Zivilkläger der Eintritt der Erbin in dessen adhäsionsrechtliche Verfah-

rensstellung ohne Weiteres möglich ist. Im Übrigen ist nebst dem Schadenersatz-

anspruch auch der Genugtuungsanspruch des Verstorbenen in materieller Hinsicht 

vererbbar, sofern ihn dieser – wie vorliegend – zu Lebzeiten noch selber geltend 

gemacht hat (vgl. statt vieler BREHM, BK OR, N 123 ff. zu Art. 47 OR; vgl. auch BGE 

81 II 389, E. 2. und BGE 88 II 462).

2.

Schadenersatz

Der Entscheid der Vorinstanz betreffend die Schadenersatzforderungen der 

Privatklägerschaft B._____C._____ wurde im Berufungsverfahren nur für den Fall 

eines  Freispruches  des  Beschuldigten  angefochten  (vgl.  Urk.  66  S.  3)  und  kann 

demzufolge in zweiter Instanz unter Verweis auf die Erwägungen des Erstgerichtes 

ohne Weiteres bestätigt werden.

3. Genugtuung

3.1. Die theoretischen Grundlagen der Genugtuung im Sinne von Art. 47 OR hat 

die Vorinstanz in ihrem Urteil in allen Punkten korrekt wiedergegeben (vgl. Urk. 64 

S. 55 f.). Es kann mithin auf ihre diesbezüglichen Erwägungen in analoger Anwen-

dung von Art. 82 Abs. 4 StPO vorbehaltlos verwiesen werden.

3.2. Mit Bezug auf den konkreten Fall wird im angefochtenen Entscheid sodann 

zu Recht festgehalten, dass die vom Privatkläger erlittenen Verletzungen durchaus 

geeignet waren, eine schwere Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte zu begrün-

den.  Wenn  die  Vorinstanz  in  der  Folge  darauf  hinweist,  dass  indessen  auch  der 

Privatkläger seinen Teil zur Auseinandersetzung beigetragen hat, so ist dies zwar 

grundsätzlich durchaus korrekt, doch muss dieser Aspekt angesichts der auf Seiten 

des Beschuldigten weggefallenen Notwehrlage relativiert werden, womit es primär 

- 26 -

der Beschuldigte war, welcher sich in absolut unangemessener Weise für die Pro-

vokationen revanchierte, indem er seinem Kontrahenten mit einem Locheisen ei-

nen heftigen Schlag gegen das Gesicht versetzte und ihm damit in diesem Bereich 

gleich  zwei  Trümmerbrüche  zufügte,  welche  nachvollziehbarerweise  erhebliche 

Schmerzen verursachten, zusammen mit dem Bruch des Armes einen Spitalauf-

enthalt von sieben Tagen mit zwei Operationen nach sich zogen (Urk. 7/3 S. 1 + 3; 

Urk. 7/5 S. 2 f.) sowie die Lebensqualität über längere Zeit massgeblich beeinträch-

tigten  und  psychiatrische  Hilfe  nötig  machten  (Urk.  3/3  S.  8;  Prot.  I  S. 13).  Auch 

wenn der Privatkläger das Spital in neurologisch unauffälligem Status sowie gutem 

Allgemeinzustand  sowie  schmerzkompensiert  verlassen  konnte  (Urk. 7/3  S. 3; 

Urk. 7/5  S. 3)  und  die  überdies  geltend  gemachten  Langzeitfolgen  letztlich  nicht 

hinreichend dokumentiert sind, rechtfertigt sich unter den dargelegten Umständen 

eine Erhöhung der vorinstanzlich zuerkannten Genugtuung auf einen Betrag von 

Fr. 6'000.–, wobei auch diese Summe ab dem 2. März 2022 mit 5 Prozent zu ver-

zinsen ist. Im Mehrbetrag ist die Genugtuungsforderung der Privatklägerschaft da-

gegen abzuweisen.

VII.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Erstinstanzliches Verfahren

1.1. Die Position des Beschuldigten A._____ hat sich im Berufungsverfahren we-

der im Schuld- noch im Strafpunkt verbessert, nachdem ihm keine Notwehrsituation 

zugebilligt werden kann und er demzufolge auch keine mildere, sondern vielmehr 

eine höhere Strafe zu gewärtigen hat. Es bleibt demnach dabei, dass der Beschul-

digte die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens im Um-

fang von zwei Fünfteln zu tragen hat. 

1.2. Seitens des verstorbenen B._____ als ehemaligem Beschuldigten ist hinge-

gen neu zu berücksichtigen, dass das Strafverfahren gegen ihn mit Beschluss vom 

7. Februar 2024 eingestellt worden ist und demnach weder er noch sein Nachlass 

irgendwelche Kosten des Strafverfahrens zu übernehmen haben (vgl. DOMEISEN, 

BSK StPO, N 4 zu Art. 423 StPO und N 11 zu Art. 426 StPO). Die auf ihn entfallende 

- 27 -

Hälfte der gesamten Kosten bis zum Abschluss des erstinstanzlichen Verfahrens 

ist demnach vollumfänglich von der Gerichtskasse zu tragen. 

1.3. Demzufolge sind die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Ver-

fahrens, mit Ausnahme jener der Verteidigungen bzw. Privatklägervertretungen, zu 

zwei Fünfteln dem Beschuldigten A._____ aufzuerlegen und zu drei Fünfteln auf 

die Gerichtskasse zu nehmen.

1.4. Die  erstinstanzlichen  Kosten  der  Verteidigung  bzw.  Privatklägervertretung 

des Beschuldigten A._____ sind auf die Gerichtskasse zu nehmen, doch bleibt eine 

Nachforderung  im  Sinne  von  Art.  135  Abs.  4  StPO  im  Umfang  von  vier  Fünfteln 

dieser Kosten vorbehalten.

2.

Zweitinstanzliches Verfahren

2.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens haben die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Inwiefern eine 

Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt insbesondere da-

von  ab,  in  welchem  Ausmass  ihre  in  zweiter  Instanz  gestellten  Anträge  gut-

geheissen werden (Urteil 6B_1344/2019 vom 11. März 2020, E. 2.2.). Ausnahmen 

von der allgemeinen Kostenregelung gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO sind entspre-

chend Art. 428 Abs. 2 StPO für jene Fälle vorgesehen, in denen die Voraussetzung 

für das Obsiegen erst im Rahmen des Weiterzuges geschaffen oder der angefoch-

tene Entscheid in diesem Stadium nur unwesentlich abgeändert wurde.

2.2. Die Entscheidgebühr für den zweitinstanzlichen Prozess ist vorliegend auf 

Fr. 3'600.– zu veranschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 

und § 14 Abs. 1 lit. b GebV OG).

2.3. Der Beschuldigte A._____ vermag sich im Berufungsverfahren mit seinem 

Antrag auf Freispruch nicht durchzusetzen. Demgegenüber obsiegt die Privatklä-

gerschaft B._____C._____ mit ihren Anträgen auf eine strengere Beurteilung des 

Schuldpunktes und eine Erhöhung der Genugtuung. Somit sind die Kosten des Be-

rufungsverfahrens – mit Ausnahme jener der amtlichen Verteidigungen der beiden 

Parteien – vorbehaltlos dem Beschuldigten A._____ aufzuerlegen. 

- 28 -

2.4. Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten A._____ macht für ihre Bemü-

hungen und Barauslagen vor Berufungsgericht den Betrag von Fr. 4'923.47 (inkl. 

MwSt) geltend (Urk. 93 + 101). Der Aufwand ist ausgewiesen und das geltend ge-

machte Honorar steht auch im Einklang mit den Ansätzen der kantonalen Anwalts-

gebührenverordnung. Unter Berücksichtigung der (teilweise von der Verteidigung 

bereits  inkludierten)  Aufwendungen  für  die  heutige  Berufungsverhandlung  (inkl. 

Weg zum Verhandlungsort und Nachbesprechung mit dem Klienten) erscheint es 

mithin  angemessen,  die  amtliche  Verteidigerin  mit  insgesamt  Fr. 6'400.–  (inkl. 

MwSt)  zu  entschädigen.  Diese  Kosten  sind  unter  Vorbehalt  der  Rückzahlungs-

pflicht des Beschuldigten A._____ gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO einstweilen auf die 

Gerichtskasse zu nehmen.

2.5. Die  amtliche  Verteidigung  von  B._____  als  ehemaligem  Beschuldigten 

macht für ihre temporären Bemühungen und Barauslagen vor Berufungsgericht bis 

zum 14. Februar 2024 den Betrag von Fr. 1'632.35 (inkl. MwSt) geltend (Urk. 99). 

Der Aufwand ist ausgewiesen und das geltend gemachte Honorar steht im Einklang 

mit den Ansätzen der kantonalen Anwaltsgebührenverordnung. Es ist somit ange-

messen, den amtlichen Verteidiger insofern mit insgesamt Fr. 1'632.35 (inkl. MwSt) 

zu entschädigen. Diese Kosten sind definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.

2.6. Die  Vertretung  der  Privatklägerschaft  B._____C._____  berechnet  für  ihre 

Bemühungen und Barauslagen im Berufungsverfahren den Betrag von Fr. 7'396.10 

(inkl. MwSt; Urk. 103). Dieser Aufwand ist ebenfalls ausgewiesen und das geltend 

gemachte  Honorar  steht  auch  hier 

im  Einklang  mit  den  Ansätzen  der 

Anwaltsgebührenverordnung. Unter Berücksichtigung des (teilweise von der Ver-

tretung  der  Privatklägerschaft  bereits  inkludierten)  Aufwandes  für  die  Berufungs-

verhandlung (inkl. Weg und Nachbesprechung mit der Klientin) erscheint es mithin 

gerechtfertigt, der Vertretung eine Vergütung von insgesamt Fr. 7'650.– (inkl. 8.1 % 

MwSt) zuzusprechen. Hinsichtlich dieser Kosten ist der Beschuldigte A._____ aus-

gangsgemäss  zu  verpflichten,  der  Privatklägerschaft  B._____C._____  eine  ent-

sprechende Prozessentschädigung zu bezahlen.

- 29 -

2.7. Beim  dargelegten  Ausgang  des  Berufungsverfahrens  besteht  im  Übrigen 

kein Raum für die im Falle eines Freispruches beantragte Genugtuungsleistung des 

Beschuldigten A._____ (vgl. Urk. 66 S. 3; Urk. 100 S. 2). 

Es wird beschlossen:

1.

Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte †B._____ und die Staatsanwalt-

schaft ihre Berufungen zurückgezogen haben.

2.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Strafgericht, 

vom 7. September 2023 bezüglich der Dispositivziffern 2 (Freispruch betref-

fend Drohung), 9 - 12 (Beschlagnahmungen von Gegenständen und Sicher-

stellungen von Spuren), 20 teilweise (Entschädigung der amtlichen Verteidi-

gungen bzw. der Privatklägervertretung des Beschuldigten A._____) sowie 

22 (Entschädigungsanträge der Privatklägerschaft) in Rechtskraft erwach-

sen ist.

3.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

4. Gegen Ziffer 1 dieses Entscheides kann bundesrechtliche Beschwerde in 

Strafsachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-

gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

- 30 -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der versuchten schweren Körperver-

letzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, wo-

von 30 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.

3.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt. 

4.

Der Beschuldigte A._____ wird verpflichtet, der Privatklägerschaft 2 

(C._____ als Rechtsnachfolgerin von †B._____) einen Schadenersatzbetrag 

von Fr. 936.60 (zuzüglich 5 % Zins seit 2. März 2022) zu bezahlen. Im Mehr-

betrag wird die Schadenersatzforderung auf den Zivilweg verwiesen.

5.

Der Beschuldigte A._____ wird verpflichtet, der Privatklägerschaft 2 

(C._____ als Rechtsnachfolgerin von †B._____) eine Genugtuung von 

Fr. 6'000.– (zuzüglich 5 % Zins seit 2. März 2022) zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird die Genugtuungsforderung abgewiesen.

6.

7.

Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Ziff. 17 - 18) wird bestätigt.

Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens, mit 

Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigungen bzw. der Privatkläger-

vertretungen, werden zu zwei Fünfteln dem Beschuldigten A._____ auferlegt 

und zu drei Fünfteln auf die Gerichtskasse genommen.

Die Kosten der amtlichen Verteidigungen bzw. der Privatklägervertretung 

des Beschuldigten A._____ werden auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten A._____ gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO bleibt im Umfang von vier Fünfteln dieser Kosten vorbehalten.

- 31 -

8.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

6'400.–

  amtliche Verteidigung Beschuldigter A._____ 
  (inkl. 8,1 % bzw. 7,7 % MWST),

1'632.35

  amtliche Verteidigung Beschuldigter †B._____
  (inkl. 8,1 % bzw. 7,7 % MWST).

9.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigung der Beschuldigten A._____ und †B._____, werden dem 

Beschuldigten A._____ auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten A._____ werden 

auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldig-

ten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten †B._____ werden 

definitiv auf die Gerichtskasse genommen.

10. Der Beschuldigte A._____ wird verpflichtet, der Privatklägerschaft 2 für das 

Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 7'650.– zu bezah-

len.

11. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten A._____ 

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

die Vertretung der Privatklägerschaft 2 im Doppel für sich und zuhan-
den der Privatklägerschaft 2 

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten A._____

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

die Vertretung der Privatklägerschaft 2 im Doppel für sich und zuhan-
den der Privatklägerschaft 2

- 32 -

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an









die Vorinstanz

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung 
des DNA-Profils

D._____, Spezialleistungen Regress, … [Adresse] betr. Vers.-Nr. 1 
(gemäss Schreiben vom 22. April 2024 [Urk. 86 + Urk. 96])

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-

chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-

gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 20. März 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

Oberrichter lic. iur. Spiess

Dr. iur. Harisberger

- 33 -

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachte