# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23c9aef6-422a-5cab-aafc-bc272e30f712
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.05.2016 200 2016 302
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-302_2016-05-17.pdf

## Full Text

200 16 302 IV
MAW/SCM/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 17. Mai 2016

Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. März 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2016, IV/16/302, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1997 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 28. Mai 2015 unter Hinweis auf den Verdacht auf ein 
Asperger-Syndrom bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
zum Leistungsbezug an (Akten der Invalidenversicherung [act. II] 4). Nach 
Vornahme erwerblicher und medizinischer Abklärungen, insbesondere 
nach Eingang des psychiatrisch-psychologischen Untersuchungsberichts 
der Praxis C.________ vom 2. November 2015 (act. II 15 S. 6 - 12) sowie 
nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; act. II 19), 
stellte die IVB mit Vorbescheid vom 22. Januar 2016 (act. II 20) die Abwei-
sung des Leistungsbegehrens in Aussicht. In diesem Sinne verfügte sie am 
3. März 2016 (act. II 24), wobei sie im Wesentlichen erwog, es würden kei-
ne Diagnosen vorliegen, welche Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch B.________, am 8. März 
2016 Beschwerde. Sinngemäss beantragt er die Finanzierung einer Beglei-
tung durch eine Integrationsfachperson beim Wiedereinstieg in die Lehr-
ausbildung.

Am 16. März 2016 reichte der Beschwerdeführer ein Gesuch um unentgelt-
liche Rechtspflege ein, welches mit prozessleitender Verfügung vom 
17. März 2016 gutgeheissen wurde. 

Mit Verzicht auf eine umfassende Beschwerdeantwort vom 20. April 2016 
schliesst die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2016, IV/16/302, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 3. März 2016 (act. II 24). Streitig 
und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Eingliede-
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung.

1.3 Beantragt wird die Begleitung der Fortsetzung der Lehrausbildung 
durch eine Integrationsfachperson. Diese Massnahme erreicht den Betrag 
von Fr. 20'000.-- nicht, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die ein-
zelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die Eingliede-
rungsmassnahmen bestehen unter anderem in Integrationsmassnahmen 
zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung sowie in Massnahmen 
medizinischer und beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche 
Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; Art. 8 Abs. 3 
lit. a, abis und b IVG).

3.

3.1 Hinsichtlich des Gesundheitszustandes ist den Akten im Wesentli-
chen Folgendes zu entnehmen:

3.1.1 Im Bericht vom 14. Februar 2008 (act. II 9 S. 15 - 17) hielt Dr. med. 
D.________, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, die folgenden Dia-
gnosen fest: Schulschwierigkeiten, Aufmerksamkeits- und Merkfähigkeitss-
törung bei eingeschränkter kognitiver Leistungsfähigkeit sowie Brillenträger. 
Der Patient leide unter einer allgemeinen Leistungseinbusse bei gleichzei-
tig ausgeprägten auditiv-sprachlichen Wahrnehmungsstörungen sowie 
Störungen der Konzentration und Merkfähigkeit.

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3.1.2 Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte in seinem Bericht 
vom 10. März 2015 (act. II 9 S. 10 f.) ein rezidivierendes, belastungsab-
hängiges lumbales und thorakolumbales Schmerzsyndrom ohne wesentli-
che Abstrahlung. Der Patient berichte über belastungsabhängige Rücken-
beschwerden, insbesondere im Lumbalbereich und auch thorakolumbal, 
dies vor allem im Zusammenhang mit seiner Lehrausbildung als … (bei 
strengen körperlichen Arbeiten sowie beim Heben und Tragen schwerer 
Gegenstände, was in der Lehrausbildung häufig notwendig sei). Dr. med. 
E.________ schätzte die Situation als noch unklar ein, unter Umständen 
handle es sich um eine muskuläre Überlastungsreaktion.

3.1.3 Im Rahmen einer Notfallkonsultation bei den Psychiatrischen Diens-
ten des Spitals F.________ führte Dr. med. G.________ im Bericht vom 
17. April 2015 (act. II 9 S. 8 f.) die Diagnose einer Anpassungsstörung 
(ICD-10 F43.2) auf. Im Zusammenhang mit dem Tod der Urgrossmutter, 
welcher schwerwiegende Konsequenzen auf die psychische Stabilität des 
Vaters gehabt habe, sei es zu einer weiteren Destabilisierung des ohnehin 
instabilen psychischen Gleichgewichts gekommen. Dieses sei bereits durch 
den stattfindenden Lehrstellenwechsel und die komplexe Familiensituation 
angegriffen gewesen. Durch die psychische Krise des Vaters sei der Pati-
ent gezwungen gewesen, in eine Elternrolle zu schlüpfen, was ihn in dieser 
Situation deutlich überfordert habe. 

3.1.4 Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, dia-
gnostizierte in seinem Bericht vom 3. August 2015 (act. II 9 S. 2 - 7) mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung, differential-
diagnostisch eine depressive Entwicklung bei psychosozialer Belastungssi-
tuation, eine ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung), eine 
eingeschränkte kognitive Leistungsfähigkeit sowie ein rezidivierendes be-
lastungsabhängiges lumbales Schmerzsyndrom. Bei einer ungewissen 
Prognose gab er an, keine Arbeitsunfähigkeit ausgestellt zu haben. 

3.1.5 In einem weiteren Bericht vom 14. August 2015 (act. II 12) hielt Dr. 
med. G.________ die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit fest: Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2) seit April 2015, Verdacht 
auf Autismusspektrumstörung (ASS; wenn vorhanden, dann langjährig), 

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differentialdiagnostisch Persönlichkeitsstörung bzw. -akzentuierung (emoti-
onal instabil, Borderline). Als … habe vom 17. April bis 11. Mai 2015 eine 
100%ige und vom 11. bis 31. Mai 2015 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit 
bestanden. Hinsichtlich Prognose, medizinisch zumutbarer Tätigkeit sowie 
möglicher Eingliederungsmassnahmen sei die Diagnoseklärung einer allfäl-
ligen Störung aus dem Autismusspektrum abzuwarten. 

3.1.6 Zwischen Juli und September 2015 wurde der Beschwerdeführer in 
der psychiatrisch-psychologischen Praxis C.________ untersucht. Im dies-
bezüglichen Bericht vom 2. November 2015 (act. II 15 S. 6 - 12) stellten die 
Psychologen bzw. der Facharzt die Diagnose einer mittelgradig depressi-
ven Episode, einer ADHS (kombinierte Präsentation [DSM-5: 314.01; ICD-
10 F90.2], leichte bis moderate Ausprägung) sowie einer reduzierten kogni-
tiven Leistungsfähigkeit (differentialdiagnostisch Teilleistungsschwächen; 
Lernbehinderung). Sowohl in der Anamnese, der Testdiagnostik als auch in 
der Selbst- und Fremdeinschätzung ergäben sich keine Hinweise darauf, 
dass eine ASS vorliege. Zwar würden sich einzelne Auffälligkeiten in der 
Kommunikation und der sozialen Interaktion zeigen, diese erfüllten jedoch 
die Kriterien einer Autismus-Diagnose nicht. In der Anamnese zeigten sich 
jedoch deutliche Hinweise dafür, dass bereits in der Kindheit eine ADHS 
bestanden habe. Die ADHS-spezifischen Symptome wie Aufmerksamkeits-
defizite, Impulsivität, Überaktivität und Desorganisation seien über die ge-
samte Kindheit sowie im weiteren Verlauf im Erwachsenenalter bestehen 
geblieben und liessen sich testdiagnostisch sowie fremdanamnestisch 
durch die Eltern bestätigen. 

3.1.7 Im Verlaufsbericht vom 8. Dezember 2015 (act. II 15 S. 2 - 5) führte 
Dr. med. G.________ aus, der Gesundheitszustand habe sich verbessert. 
Als neue Diagnosen verzeichnete er eine ADHS (kombinierte Präsentation 
ICD-10 F90.2, leichte bis moderate Ausprägung) sowie eine reduzierte ko-
gnitive Leistungsfähigkeit (DD: Teilleistungsschwäche; Lernbehinderung 
[ED November 2015]). Es bestehe weiterhin ein leichtgradig depressives 
Zustandsbild. Der Patient gebe an, dass es ihm seit der Entlastung der 
initial bestehenden belastenden Situation und mit den testpsychologischen  
Massnahmen zur Abklärung und der nun erfolgten Diagnose deutlich leich-
ter falle, mit seinen Defiziten, die er im Alltag erfahre, umzugehen. Eine neu 

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begonnene Therapie mit Ritalin bzw. angepassten Psychostimulanzien via 
Hausarzt habe ebenfalls eine Verbesserung der Situation gebracht. Sollte 
die Stimulanzien-Therapie gut etabliert werden können, so sei davon aus-
zugehen, dass unter geeigneter Anleitung und Begleitung eine Lehrstelle 
wieder aufgenommen und zum Abschluss gebracht werden könne.

3.1.8 Die RAD-Ärztin Dr. med. I.________, Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie sowie Neurologie, hielt im Bericht vom 14. Januar 2016 
(act. II 19) fest, es würden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit vorliegen. Weder die ICD-10-Diagnosekriterien für eine tiefgrei-
fende Entwicklungsstörung noch jene für eine hyperkinetische Störung sei-
en erfüllt. Die Behandlung mit Ritalin sei aus fachärztlicher Sicht unter Zu-
grundelegung der Aktenlage nicht nachvollziehbar. Die im Zusammenhang 
mit familiären Krisensituationen auftretenden Stimmungs- und Affekt-
schwankungen hätten keinen Krankheitswert. Das soziale Netzwerk sei 
tragfähig, so dass die Diagnosekriterien einer Anpassungsstörung nicht 
erfüllt seien. Die ICD-10-Diagnosekriterien einer depressiven Episode seien 
ebenfalls nicht erfüllt. Psychosoziale Belastungen und altersgebundene 
Reifungskrisen oder Ablösungskonflikte seien nicht IV-relevant. Die im Zu-
sammenhang mit einer muskulären Dysbalance benannten Rückenbe-
schwerden, für welche in der durchgeführten Bildgebung kein organisches 
Korrelat habe gefunden werden können, hätten gleichermassen keinen 
Krankheitswert. Der Beschwerdeführer könne für Tätigkeiten unterschiedli-
cher Schwere, einschliesslich schwerer körperlicher Arbeiten, entspre-
chend seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten unter Einhaltung der betriebsüb-
lichen Pausen, ein 100 %-Pensum ausüben.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

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Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die vorhandenen Akten belegen, dass beim Beschwerdeführer seit 
jeher gewisse Einschränkungen bestehen. So hat er in der obligatorischen 
Schulzeit die erste Klasse wiederholt, eine Kleinklasse besucht und Hilfe in 
Form von zusätzlichem Unterricht erhalten (act. II 9 S. 15, 15 S. 7). Den-
noch konnte er die Schule erfolgreich abschliessen und war in der Lage, im 
August 2013 eine Berufslehre als … anzutreten (act. II 2 S. 4, 9 S. 8). Die-
se Ausbildung war für die Dauer von vier Jahren bis ins Jahr 2017 geplant, 
wobei die genauen Gründe für die Vertragsauflösung per Ende Januar 
2015 unklar sind (act. II 2 S. 4 Ziff. 4, S. 7). In der Vereinbarung über die 
Lehrvertragsauflösung vom 29. Januar 2015 (act. II 2 S. 7) werden Un-
stimmigkeiten der Vertragsparteien festgehalten; der Beschwerdeführer 
und seine Eltern äusserten sich anlässlich der Notfallkonsultation vom 
17. April 2015 gegenüber Dr. med. G.________ in ähnlichem Sinn („Che-
mie“ zwischen dem Beschwerdeführer und dessen Lehrmeister habe nicht 
gestimmt [act. II 9 S. 8]). Hingegen berichtete der Beschwerdeführer der 
Psychologin der C.________, dass er die Berufslehre aufgrund der psychi-
schen Dekompensation nach dem Tod seiner Grossmutter (bzw. allenfalls 
Urgrossmutter [vgl. act. II 9 S. 8]) im Februar 2015 habe abbrechen müs-
sen, wobei ein neues Lehrverhältnis (vgl. act. II 2 S. 2 f.) aufgrund seines 
schlechten psychischen Befindens noch während der Probezeit aufgelöst 
worden sei (act. II 15 S. 7). Mit Blick auf die vorhandenen Akten ist mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit (vgl. zum Beweisgrad der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit BGE 138 V 218 E. 6 S. 221) erstellt, dass die 
Gründe für die Auflösung der beiden Lehrverträge in der bestehenden psy-

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chosozialen Belastungssituation liegen bzw. gelegen haben. Zu nennen ist 
insbesondere, dass die Eltern des Beschwerdeführers getrennt leben, wo-
bei der Beschwerdeführer mit seiner Freundin – bei bereits mehrfacher 
Trennung und Wiederversöhnung – bei seinem Vater lebt, dass der Tod 
der (Ur-)Grossmutter zu einer schweren psychischen Krise des Vaters ge-
führt hat, was eine Destabilisierung des Beschwerdeführers nach sich zog 
und dass zusätzlich Konflikte mit dem Vater entstanden sind (act. II 9 S. 8, 
15 S. 7). Mit Blick auf das Alter des Beschwerdeführers (Jahrgang 1997) 
führte die RAD-Ärztin Dr. med. I.________ zu Recht aus, dass die im Zu-
sammenhang mit familiären Krisensituationen auftretenden Stimmungs- 
und Affektschwankungen keinen Krankheitswert haben und psychosoziale 
Belastungen sowie altersgebundene Reifungskrisen oder Ablösungskonflik-
te nicht IV-relevant sind (act. II 19 S. 2).

Die beklagten Rückenschmerzen wurden vom Orthopäden Dr. med. 
E.________ als unklar eingeschätzt (act. II 9 S. 11), wobei zu berücksichti-
gen ist, dass bereits anlässlich der Untersuchung vom 17. April 2014 im 
F.________ kein organisches Korrelat festgehalten wurde (act. II 9 S. 12). 
Ein IV-relevanter Krankheitswert ist insofern auch diesbezüglich zu vernei-
nen.

Auch wenn durchaus verständlich ist, dass der Lehrbetrieb die angebro-
chene Lehrausbildung nur dann fortsetzen will, wenn dem Betrieb eine 
Fachperson als Begleitung und Ansprechperson zur Verfügung steht (vgl. 
Beschwerde), so kann diese Haltung bzw. eine diesbezügliche Notwendig-
keit nicht auf eine medizinisch relevante Diagnose abgestützt werden. Ob 
die von der C.________ anlässlich der umfassenden Untersuchung dia-
gnostizierte ADHS tatsächlich vorliegt (act. II 15 S. 11, vgl. demgegenüber 
RAD-Ärztin Dr. med. I.________ [act. II 19 S. 2]), kann somit vorliegend 
offen bleiben, zumal dank der Behandlung mit Ritalin von keiner Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen ist. Selbst wenn die Diagnose 
einer mittelgradigen depressiven Episode (act. II 15 S. 11) effektiv zu 
bestätigen wäre, so würde es sich um ein kurzfristiges, reaktives und the-
rapeutischen Bemühungen zugängliches Leiden handeln, welches nach 
ständiger Rechtsprechung – woran die neue Rechtsprechung gemäss BGE 
141 V 281 nichts geändert hat – nicht invalidisierend wirkt (Entscheid des 

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Bundesgerichts vom 2. Februar 2016, 9C_613/2015, E. 5). Ohnehin hielt 
Dr. med. G.________ im Dezember 2015 eine Verbesserung des gesund-
heitlichen Zustandes infolge der neu begonnenen Therapie mit Psychosti-
mulanzien und psychotherapeutischen Gesprächen fest (act. II 15 S. 2 f. 
Ziff. 1, 5 und 7).

4.

Nach dem Dargelegten ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszuge-
hen, dass für eine allenfalls notwendige Begleitung der Ausbildung des 
Beschwerdeführers durch eine Integrationsfachperson mangels eines inva-
lidisierenden Gesundheitsschadens nicht die Invalidenversicherung aufzu-
kommen hat. Demnach erweist sich die Verfügung vom 3. März 2016 als 
rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Vorliegend werden die Verfahrenskosten gerichtlich auf Fr. 500.-- festge-
setzt und dem unterliegenden Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt. 
Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. prozessleitende 
Verfügung vom 17. März 2016) wird der Beschwerdeführer – unter Vorbe-
halt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivil-
prozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig von 
der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Be-
schwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

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Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer zur 
Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.