# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6cc07a8e-8b12-5209-9d4b-25437471d947
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-24
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 24.11.2023 SB230072
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230072_2023-11-24.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230072-O/U/sm

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Stiefel, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Bertschi 

und Ersatzoberrichter lic. iur. Weder sowie Gerichtsschreiber 

MLaw Andres

Urteil vom 24. November 2023

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte

sowie

B._____, 
Privatkläger

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____

betreffend qualifizierte sexuelle Nötigung etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Affoltern vom
30. September 2022 (DG210002)

-   2   -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 22. März 

2021 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 15).

Urteil der Vorinstanz:

1. Der Beschuldigte, A._____, ist schuldig

 der qualifizierten sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 

i.V.m. Abs. 3 StGB,

 der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB,

 des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 

lit. a WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. c WG,

 der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB i.V.m. 

Art. 197 Abs. 1 StGB,

 der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 1 StGB i.V.m. 

Art. 197 Abs. 1 StGB,

 der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB 

i.V.m. Art. 197 Abs. 1 StGB,

 des mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19bis BetmG,

 des mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG,

 der mehrfachen Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

2. Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Nötigung im Sinne von Art. 181 

StGB (Anklageziffer 2.3, Ziff. 1) und vom Vorwurf des Vergehens gegen das 

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Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG (Anklage-

ziffer 2.5, Ziff. 2) freigesprochen.

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 2 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von 

Fr. 450.–.

4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen.

5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4.5 Tagen.

6. Dem Beschuldigten wird ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot im Sinne von 

Art. 67 Abs. 3 lit. c und lit. d Ziffer 2 StGB auferlegt.

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger eine Genugtuung von 

Fr. 9'000.– zuzüglich 5% Zins seit 26. Januar 2020 zu bezahlen.

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Schadenersatz in der 

Höhe von Fr. 1'628.– zu bezahlen.

9. Die folgenden gemäss Verfügung vom 6. März 2020 sowie Sicherstellungs-

liste vom 6. März 2020 der Kantonspolizei Zürich sichergestellten und der-

zeit beim Forensischen Institut Zürich unter der Referenz-Nr. K200306-016 / 

77535558 gelagerten Gegenstände und Spuren werden eingezogen und 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids der Lagerbehörde zur Ver-

nichtung überlassen:

- 1 Sack mit Marihuana (A013'601'393, BM Lager-Nummer: B00503-
2020)

- DNA-Spur (A013'614'954)

- 1 geöffneter Sack mit Marihuana (A013'601'406, BM Lager-Nummer: 
B00503-2020)

- DNA-Spur (A013'614'932)

-   4   -

- 1 Becher mit Marihuana (A013'601'428, BM Lager-Nummer: B00503-
2020)

- 1 Sack mit Haschisch (A013'601'451, BM Lager-Nummer: B00503-
2020)

- 1 Sack mit Haschisch (A013'601'462, BM Lager-Nummer: B00503-
2020)

- 1 Alufolie mit Haschisch (A013'601'508, BM Lager-Nummer: B00503-
2020)

- 1 Alufolie mit Haschisch (A013'601'564, BM Lager-Nummer: B00503-
2020)

- Daktyloskopische-Spur (A013'616'325)

- Daktyloskopische-Spur (A013'616'336)

- 1 Sack mit Haschischplatten (A013'601'586, BM Lager-Nummer: 
B00503-2020)

- DNA-Spur (A013'614'910)

- 1 Minigrip mit Kokain (A013'601'597, BM Lager-Nummer: B00503-
2020)

- DNA-Spur (A013'614'909)

- 1 Feinwaage (A013'601'622, BM Lager-Nummer: B00503-2020)

- 1 Behälter mit Marihuanarückständen (A013'601'644, BM Lager-Num-
mer: B00503-2020).

10. Die folgenden gemäss Sicherstellungsliste der Kantonspolizei Zürich vom 

9. Juli 2020 sichergestellten und derzeit beim Forensischen Institut Zürich 

unter der Referenz-Nr. K200630-059 / 78176075 bzw. bei der Kantonspoli-

zei Zürich, Asservate Triage, Zeughausstr. 11, Postfach, 8021 Zürich, gela-

gerten Gegenstände und Spuren werden eingezogen und nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Entscheids der Lagerbehörde zur Vernichtung überlas-

sen:

-   5   -

Beim Forensischen Institut lagernd:

- DNA-Spur (A013'963'241)

- Daktyloskopische-Spur (A013'963'887)

Bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate Triage, lagernd:

- getrocknetes Pflanzenmaterial (Blütenstände) in einer weissen Knitter-
sack-Tragtasche (A013'941'758, BM Lager-Nummer: B01775-2020)

- getrocknetes Pflanzenmaterial (Blütenstände) in Alufolie 
(A013'942'160, BM Lager-Nummer: B01775-2020)

- 10 grüne Tabletten, Logo "Heineken", je 5 Stück in 2 Minigrip 
(A013'942'182, BM Lager-Nummer: B01775-2020).

11. Der folgende gemäss Sicherstellungsliste der Kantonspolizei Zürich vom 

9. Juli 2020 sichergestellte und derzeit bei der Kantonspolizei Zürich, Asser-

vate Triage, Zeughausstr. 11, Postfach, 8021 Zürich, unter der Geschäfts-

Nr. 78176075 gelagerte Gegenstand ist dem Beschuldigten auf erstes Ver-

langen innert 3 Monaten nach Rechtskraft dieses Entscheids durch die La-

gerbehörde herauszugeben. Nach unbenütztem Ablauf dieser Frist wird der 

Gegenstand der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:

- Baseballschläger aus Holz (A013'942'193).

12. Die folgenden gemäss Bericht der Kantonspolizei Zürich vom 28. April 2020 

sichergestellten und derzeit bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate Triage, 

Zeughausstr. 11, Postfach, 8021 Zürich, unter der Geschäfts-Nr. 77302320 

gelagerten Gegenstände, Datenträger und Software werden eingezogen und 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids der Lagerbehörde zur Ver-

nichtung überlassen:

- Mobiltelefon Samsung Galaxy A40, SM-A405FN (A013'484'292)

- Software UFED Physical Analyzer 7.32.0.16 (A013'731'470)

- Mobiltelefon Samsung GT-E1280 (A013'484'532)

-   6   -

- Software UFED Physical Analyzer 7.32.0.16 (A013'731'481)

- SIM-Karte Sunrise GSM, Switzerland (22802), Lebara (A013'731'492)

- Software UFED Physical Analyzer 7.32.0.16 (A013'731'505).

13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 6'000.00; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 3'000.00  Gebühr für das Vorverfahren

Fr. 363.00  Auslagen

Fr. 2'960.00  Auslagen Polizei

Fr. 11'779.00  Kosten amtliche Verteidigung (inkl. 7.7% MwSt.)

Fr. 11'410.60  Kosten unentgeltliche Rechtsvertreterin des Privatklägers (inkl. 7.7% MwSt.)
Fr. 35'512.60  Total

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

14. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 11'779.– (inkl. 

7.7% MwSt.) entschädigt.

15. Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltli-

che Vertreterin des Privatklägers aus der Gerichtskasse mit Fr. 11'410.60 

(inkl. 7.7% MwSt.) entschädigt.

16. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung des Privatklägers, werden dem Beschuldigten aufer-

legt. 

17. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsver-

beiständung des Privatklägers werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO resp. Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO.

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Berufungsanträge:

a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 113 S. 1; Prot. II S. 7, sinngemäss)

1. Der Appellant sei in Abänderung von Dispositiv-Ziff. 1 Alinea 1, Ali-

nea 2 und Alinea 4 von den Vorwürfen der sexuellen Nötigung, der ver-

suchten Nötigung und der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 

Satz 2 StGB i.V.m. Art. 197 Abs. 1 StGB betreffend Anklageziffer 2.3 

freizusprechen und nicht zu bestrafen.

2. Die Strafe, Nebenstrafe und deren Vollzug gemäss Dispositiv-Ziffern 3, 

4 und 6 seien ausgangsgemäss anzupassen.

3. Die Genugtuungsforderung und der Schadenersatz seien abzuweisen, 

in Abänderung von Dispositiv-Ziffern 7 und 8.

4. Im Übrigen sei das Urteil zu bestätigen. 

5. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien ausgangsgemäss zu ver-

legen. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürichs: 

(Urk. 114, sinngemäss)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

c) Die Vertreterin der Privatklägerschaft:

Keine Anträge.

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Erwägungen:

I.  Verfahrensgegenstand / Prozessuales

1.  Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksge-

richtes Affoltern vom 30. September 2022 hat der Beschuldigte vor Schranken Be-

rufung angemeldet (Prot. I S. 30) und fristgerecht mit Eingabe vom 25. Januar 2023 

die Berufungserklärung eingereicht (Urk. 101). Die Staatsanwaltschaft und der Pri-

vatkläger haben keine eigene Berufung erhoben und auf Anschlussberufung ver-

zichtet (Urk. 106 und Urk. 108). 

2.  Die Berufungsverhandlung fand am 24. November 2023 statt, wobei der Be-

schuldigte unentschuldigt nicht erschienen ist. Anwesend war – neben dem Vertre-

ter der Staatsanwaltschaft – jedoch sein Verteidiger, der zwar keine näheren An-

gaben über den Verbleib des Beschuldigten machen konnte, mit diesem aber kurz 

vor dem Verhandlungstermin noch Kontakt hatte und bestätigte, genügend instru-

iert zu sein, um diesen auch in dessen Abwesenheit zu verteidigen bzw. zu vertre-

ten (Prot. II S. 5). Ist die beschuldigte Person Berufungsklägerin und erscheint zur Be-
rufungsverhandlung die Verteidigung, nicht aber die beschuldigte Person, ist die Beru-

fungsverhandlung ohne die säumige beschuldigte Person durchzuführen. Ein Abwe-

senheitsverfahren gemäss den Art. 366 ff. StPO findet nicht statt (Art. 407 Abs. 1 und 

Abs. 2 StPO; Urteil des Bundesgerichts 6B_1293/2018 vom 14. März 2019 E. 3.3.2). 
Entsprechend wurde die Verhandlung ohne den Beschuldigten durchgeführt. Sein 

amtlicher Verteidiger und der Vertreter der Staatsanwaltschaft stellten die eingangs 

aufgeführten Anträge. Beweisanträge wurden keine gestellt (Prot. II S. 4 ff.). Das 

Verfahren erweist sich somit als spruchreif. 

3.  Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird bei Erhebung 

einer Berufung die Rechtskraft des angefochtenen Entscheids im Umfang der An-

fechtung gehemmt. Einzig der Beschuldigte hat Berufung erhoben, mit welcher er 

sich gegen die Schuldsprüche gemäss Dispositiv-Ziffer 1 Lemma 1 (qualifizierte 

sexuelle Nötigung), Lemma 2 (versuchte Nötigung) und Lemma 4 (Pornografie im 

Sinne von Art. 197 Abs. 4 StGB gemäss Anklageziffer 2.3) richtet. In diesen Punk-

ten beantragt er einen Freispruch, die entsprechende Anpassung der Strafe und 

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Nebenstrafe, die Abweisung der Zivilforderungen des Privatklägers und eine aus-

gangsgemässe Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen. Es ist mithin da-

von Vormerk zu nehmen, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Affoltern vom 

30. September 2022 bezüglich der Dispositiv-Ziffern 1 Lemma 3 und Lemma 5 - 9 

(Schuldsprüche), 2 (Freispruch vom Vorwurf der Nötigung, Anklageziffer 2.3 Ziff. 1, 

und des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz, Anklageziffer 2.5 Ziff. 2), 

Ziffern 9 - 12 (Sicherstellungen) und Ziffern 13 - 15 (Kostenfestsetzung) nicht an-

gefochten wurde und damit insoweit in Rechtskraft erwachsen ist.

II.  Sachverhalt

1.  Anklagevorwurf

1.1.   Gegenstand der Beurteilung bildet einzig die Sachverhaltserstellung betref-

fend Anklageziffer 2.3 (Dossier 1). Die vorinstanzlichen Schuld- und Freisprüche 

betreffend die weiteren Anklageziffern sind wie zuvor dargelegt in Rechtskraft er-

wachsen. 

1.2.  Dem Beschuldigten wird in Anklageziffer 2.3 vorgeworfen (Urk. 15), er habe 

dem Privatkläger B._____ in seiner Wohnung in C._____ vorgeworfen, ihn um Geld 

betrogen zu haben. Er habe vom Privatkläger unter Einsatz einer Waffe verlangt, 

dass dieser seinen Penis in den Mund nehme und diesen stimuliere. Zudem habe 

der Beschuldigte verlangt, dass der Privatkläger zugebe, dass er den Beschuldig-

ten um Geld betrogen habe. Der Privatläger habe dies aber nicht gewollt. Mittels 

Erstellens einer audiovisuellen Aufnahme habe der Beschuldigte den angeblichen 

Verlust des Geldes belegen wollen. Der Beschuldigte habe dem Privatkläger sein 

geöffnetes Springmesser vorgehalten und ihm befohlen, seinen Penis in den Mund 

zu nehmen. Er habe dem Privatkläger sinngemäss in Aussicht gestellt, ihn andern-

falls zu töten. Der Privatkläger habe die Anweisungen des Beschuldigten sodann 

befolgt.  

1.3.  Dem Beschuldigten wird grausames Handeln vorgeworfen, indem er unter 

Verwendung eines Messers dem Privatkläger mehrmals gedroht habe, diesen zu 

töten und ihm befohlen habe, seinen Penis bis in den Rachen zu nehmen, wodurch 

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der Privatkläger Schmerzen im Rachen, Würgereflex und Übelkeit erlitten habe, 

wobei er den Privatkläger wiederholt gedemütigt, beschimpft und eingeschüchtert 

habe. Dieser habe keine sexuellen Handlungen am Beschuldigten vornehmen wol-

len und sei nicht der Meinung gewesen, dass er sich gegenüber dem Beschuldigten 

etwas habe zuschulden kommen lassen, habe sich jedoch vor dem Beschuldigten 

gefürchtet und davor, dass dieser ihm weitere und noch gesteigerte körperliche und 

sexuelle Gewalt antun würde und ihn töten könnte. Erst als der Privatkläger nach 

über acht Minuten mitgeteilt habe, er brauche eine Pause, da ihn der Hals 

schmerzte und er befürchtete, sich übergeben zu müssen, habe der Beschuldigte 

von ihm abgelassen und die Videoaufnahme beendet.

2.  Standunkte und Aussagen der Beteiligten

2.1.  Standpunkt des Beschuldigten

Der Beschuldigte anerkennt, dass der Privatkläger, von dem er wusste, dass er 

16 Jahre alt war, ihn im Januar 2020 an seinem Wohnort oral stimuliert hat, er dabei 

mindestens kurzzeitig ein Messer in die Hand genommen und davon eine Videoauf-

nahme erstellt hat. Der Beschuldigte bestreitet jedoch, den Privatkläger gezwun-

gen, bedroht, das Messer gegen ihn eingesetzt und ihm gedroht zu haben, ihn um-

zubringen. Der Oralsex habe im Rahmen eines einvernehmlichen Rollenspiels 

stattgefunden, der Privatkläger habe darauf gestanden, sich erniedrigen zu lassen. 

Er habe mit dem Privatkläger abgemacht, dass dieser als Gegenleistung für die 

sexuelle Handlung Marihuana erhalten würde (Urk. D1/2/1, F/A 36 ff.; Urk. D1/2/2, 

F/A 32 f., 37; Urk. D1/2/3, F/A 19 f.; Urk. 40 S. 33, S. 36 f.).

2.2. Standpunkt des Privatklägers

Der Privatkläger bestreitet mit dem Beschuldigten freiwillig sexuelle Handlungen 

vorgenommen zu haben. Der Beschuldigte habe geglaubt, dass der Privatkläger 

und D._____ ihn um Geld betrogen hätten. Als der Privatkläger zu ihm nach Hause 

gegangen sei, um Gras zu kaufen, habe der Beschuldigte von ihm verlangt, er 

müsse ihm den Betrag von Fr. 6'000.– sofort zurückbezahlen, ansonsten er ihm 

"eins blasen" müsse. Als der Privatkläger gesagt habe, dass er das Geld nicht 

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habe, habe der Beschuldigte das Messer herausgezogen und ihn damit bedroht, 

sodass er ihn schliesslich oral befriedigt habe. Er habe dies getan, weil er Angst 

davor gehabt habe, abgestochen zu werden oder zu Analverkehr gezwungen zu 

werden (Urk. D1/3/1, F/A 88, 91 ff.; Urk. D1/3/5, S. 12; Urk. D1/3/10, F/A 30, 50 ff., 

86 ff., 181 ff.).

2.3.  Äusserer Sachverhalt

Der Beschuldigte anerkannte den äusseren Sachverhalt. Auch gab der Beschul-

digte zu, dass ihm bekannt gewesen ist, dass der Privatkläger dazumal 16 Jahre 

alt gewesen ist (Urk. D1/2/2, F/A 27 f.; Urk. 40 S. 34). Der Beschuldigte hat mit 

seinem Mobiltelefon eine Videoaufzeichnung der sexuellen Handlung erstellt, wel-

che den äusseren Sachverhalt im Wesentlichen wiedergibt (Urk. D1/1/4). So hat 

die Vorinstanz zutreffend ausgeführt, dass sich sein Geständnis mit der in den Ak-

ten liegenden Videoaufnahme deckt (vgl. Urk. 96 E. 6.3.1.1). Was den Oralverkehr 

mit dem minderjährigen Privatkläger samt der Erstellung des Videos davon angeht, 

gilt der äussere Anklagesachverhalt demnach, wie er in der Anklage umschrieben 

ist, als erstellt.

2.4. Innerer Sachverhalt

2.4.1. In subjektiver Hinsicht wird der Anklagesachverhalt vom Beschuldigten wei-

testgehend bestritten. Insbesondere bestritt er, den Privatkläger zur Oralbefriedi-

gung gezwungen, Gewalt angewendet zu haben und ihm mit dem Messer gedroht 

zu haben, ihn umzubringen (Urk. D1/2/1, F/A 36; Urk. D1/2/2, F/A 29; Urk. D1/2/3, 

F/A 19 f., 23; Urk. 40 S. 33). Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, stehen sich 

die Schilderungen des Beschuldigten und des Privatklägers bezüglich des Grundes 

und der Freiwilligkeit der sexuellen Handlung diametral gegenüber (Urk. 96 

E. 6.3.1.1).

2.4.2. Was der Täter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft sogenannte innere 

Tatsachen und ist Tatfrage (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3), beschlägt somit den zu er-

stellenden Sachverhalt und nicht in erster Linie die rechtliche Würdigung. Was die 

Absicht bzw. den subjektiven Tatbestand des Beschuldigten betrifft, ist vorab dar-

-   12   -

auf hinzuweisen, dass bei inneren Tatsachen ein strikter Beweis naturgemäss nicht 

möglich ist, sondern diese regelmässig erst anhand einer Verbindung verschiede-

ner Indizien ermittelt werden können. Indizien (Anzeichen) sind Hilfstatsachen, die, 

wenn selber bewiesen, auf eine andere, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache 

schliessen lassen. Der erfolgreiche Indizienbeweis begründet eine der Lebenser-

fahrung entsprechende Vermutung, dass die nicht bewiesene Tatsache gegeben 

ist. Für sich allein betrachtet deuten Indizien jeweils nur mit einer gewissen Wahr-

scheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache hin. Auf das einzelne Indiz ist der In-

dubio-Grundsatz denn auch nicht anwendbar. Gemeinsam – einander ergänzend 

und verstärkend – können Indizien aber zum Schluss führen, dass die rechtserheb-

liche Tatsache nach der allgemeinen Lebenserfahrung gegeben sein muss. Der 

Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichgestellt (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.4; 

Urteile des Bundesgerichts 6B_360/2016 vom 1. Juni 2017 E. 2.4, nicht publ. in: 

BGE 143 IV 361, sowie 6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.8; je mit Hin-

weisen).

2.4.3. Zur Erstellung des inneren Sachverhaltes ist auf die im Recht liegenden Be-

weismittel abzustellen. Die Vorinstanz hat sich bereits ausführlich zu den Regeln 

der Beweiswürdigung, zur Bedeutung des Grundsatzes "in dubio pro reo" gemäss 

Art. 10 Abs. 3 StPO und im Besonderen zur Würdigung von Aussagen geäussert 

(Urk. 96 E. III. 2. f.). Es kann auf diese zutreffenden Erwägungen verwiesen wer-

den. Die Aussagen des Beschuldigten (Urk. D1/2/1-3 und Urk. 40) sind denjenigen 

des Privatklägers (Urk. D1/3/5-12) gegenüberzustellen und zusammen mit der ak-

tenkundigen Videoaufnahme des Oralverkehrs samt der Abschrift der Kantonspoli-

zei Zürich vom 2. Juni 2020 (Urk. D1/1/4-5) in ein schlüssiges Gesamtbild zu brin-

gen. 

2.5. Aussagen des Beschuldigten im Überblick

2.5.1. Den Erwägungen der Vorinstanz folgend ist zunächst festzuhalten, dass der 

Beschuldigte in allen Einvernahmen konstant aussagte, mit dem Privatkläger ver-

einbart gehabt zu haben, diesem im Gegenzug zur Vornahme sexueller Handlun-

gen Marihuana auszuhändigen (Urk. 96 E. 6.3.2.2; Urk. D1/2/1, F/A 39 f.; 

Urk. D1/2/2, F/A 18-20, 32; Urk. D1/2/3, F/A 25, 29; Urk. 40 S. 33-35). Das Aussa-

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geverhalten des Beschuldigten ist dahingehend übereinstimmend, dass er stets 

vorbrachte, die sexuelle Handlung sei vom Privatkläger freiwillig erfolgt (Urk. D1/2/1 

F/A 36, 38; Urk. D1/2/2, F/A 18, 28 f., 32; Urk. D1/2/3, F/A 19 f., 23-25, 27, 32; 

Urk. 40 S. 33, 37).

2.5.2.  Der Beschuldigte führte weiter konstant aus, dass die sexuelle Handlung im 

Rahmen eines Rollenspiels stattgefunden habe (Urk. D1/2/1, F/A 42, D1/2/2, 

F/A 18). Das Rollenspiel sei jedoch auf Wunsch des Privatklägers zustande ge-

kommen. Dieser sei darauf gestanden, sich in eine andere Person hineinzuverset-

zen und sich erniedrigen zu lassen (Urk. D1/2/1, F/A 42 f., Urk. D1/2/2, F/A 29, 32, 

Urk. 40 S. 35 f.). Zudem hätte der Privatkläger das Rollenspiel gebraucht, um "geil" 

zu werden (Urk. D1/2/3, F/A 19, 23, 25, 32, 40, 175). Das Messer habe der Be-

schuldigte hervorgenommen, um es auf dem Video nach einem "Überfall" ausse-

hen zu lassen, dies sei so vereinbart gewesen (Urk. D1/2/1, F/A 44). Der Privatklä-

ger habe ihm gesagt, dass es ihn anmachen würde, wenn es etwas härter zugehe 

(Urk. D1/2/2, F/A 33). Ihm würde ein devotes Verhalten gefallen (Urk. D1/2/3, 

F/A 177). Daher sei das Messer notwendig gewesen, dass der Privatkläger über-

haupt Lust bekommen habe (Urk. D1/2/3, F/A 177). Er habe dieses nicht als Droh-

mittel benutzt, es sei vielmehr Teil des Rollenspiels gewesen, denn der Privatkläger 

habe etwas gebraucht, um es für ihn spannend zu machen (Urk. D1/2/3, F/A 178, 

Urk. 40 S. 37). Das Rollenspiel hätten sie im Vorfeld zur Videoaufzeichnung be-

sprochen und sich auf die Geschichte mit der Geldschuld geeinigt. Im Laufe der 

sexuellen Handlung habe der Beschuldigte sodann improvisiert und "einfach Sa-

chen gesagt" (Urk. D1/2/3, F/A 183; Urk. 40 S. 37). Er erinnere sich daher auch 

nicht daran, dass er dem Privatkläger gedroht haben soll, diesen zu töten, wenn er 

sich weigern würde, seinen Penis in den Mund zu nehmen (Urk. 40 S. 38). Das 

Aufzeichnen der sexuellen Handlung sei ausserdem die Idee des Privatklägers ge-

wesen. Dies habe ihn angetörnt (Urk. D1/2/2, F/A 39). Der Beschuldigte habe nie 

geglaubt, dass der Privatkläger ihn um Geld betrogen hätte, dies sei lediglich Teil 

des Rollenspiels gewesen (Urk. D1/2/1 F/A 27, 29 f.; Urk. D1/2/2 F/A 30; 

Urk. D1/2/3 F/A 36).

-   14   -

2.5.3. Hinsichtlich der Anzahl sexueller Handlungen mit dem Privatkläger erklärte 

der Beschuldigte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 6. März 2020, es 

sei zwischen ihm und dem Privatkläger ein bis zwei Mal zu sexuellen Handlungen 

gekommen (Urk. D1/2/1 F/A 36). Im Rahmen ihrer Abmachung sei es darum ge-

gangen, dass der Privatkläger ihm jeweils "eins blasen" würde, wofür dieser dann 

von ihm Marihuana erhalten würde (Urk. D1/2/1, F/A 40). Die Aussage, dass es ein 

bis zwei Mal zu sexuellen Handlungen, jeweils mit Rollenspielen, gekommen sei 

(Urk. D1/2/1 F/A 36, 42, 44), korrigierte der Beschuldigte sodann anlässlich der Haf-

teinvernahme vom 6. März 2020 und gab an, dass sie sich zwar zweimal getroffen 

hätten, es jedoch nur beim zweiten Mal, als auch das Video entstanden sei, zu Sex 

gekommen sei (Urk. D1/2/2 F/A 58 f., 66). Seine Angaben hinsichtlich der dem Pri-

vatkläger ausgehändigten Menge an Marihuana nach dem vollzogenen Oralver-

kehr variierten von "zwei bis drei Joints oder ca. fünf Gramm Marihuana" 

(Urk. Urk. D1/2/1, F/A 39), zu "schätzungsweise einer Menge Marihuana im Wert 

von ca. Fr. 30.–" (D1/2/2, F/A 63), über "der Privatkläger wisse wieviel er mitge-

nommen habe" (Urk. 40 S. 33), bis hin zu "er glaube, es seien 50 oder 100 Gramm 

gewesen" (Urk. 40 S. 41). Der Beschuldigte bestreitet, dass er vom Privatkläger um 

Geld betrogen worden sei, er habe dies im Video lediglich gesagt, da es zum Dreh-

buch gehört hätte. Er sei nicht vom Privatkläger, sondern von D._____ betrogen 

worden (Urk. D1/2/3, F/A 34 ff., 37). 

2.6. Aussagen des Privatklägers im Überblick

Der Privatkläger führte aus, den Beschuldigten über den gemeinsamen Kollegen, 

D._____, kennengelernt zu haben (Urk. D1/3/5 S. 9; D1/3/6, F/A 10; D1/3/10, F/A 

46). Er sei am Tattag zum Beschuldigten nach Hause nach C._____ gegangen, wie 

er dies bereits zuvor auch schon mit D._____ getan habe, um bei ihm wie gewohnt 

Marihuana zu kaufen (Urk. D1/3/5 S. 10; D1/3/6, F/A 14). Der Beschuldigte habe 

aber behauptet, der Privatkläger und D._____ hätten ihn um Fr. 6'000.– beraubt 

und habe von ihm das Geld zurückverlangt (Urk. D1/3/5 S. 10; D1/3/6, F/A 21). Der 

Privatkläger sei anderer Meinung gewesen, da D._____ sowohl den Beschuldigten 

als auch ihn um Geld betrogen habe (Urk. D/1/3/6, F/A 21 f., 27). Als sie an jenem 

Tag im Zimmer des Beschuldigten gewesen seien, habe dieser ihn gefragt, ob er 

-   15   -

ihm "eins blasen wolle", worauf er mit "Nein" geantwortet habe. Der Beschuldigte 

habe darauf "Ja, doch" gesagt (Urk. D1/3/10, F/A 51). In der Folge habe der Be-

schuldigte ein Messer hervorgeholt und gesagt, der Privatkläger müsse ihm "eins 

blasen", ansonsten er ihn erstechen würde (Urk. D1/3/5 S. 12; Urk. D1/3/10, 

F/A 30; Urk. D1/3/10, F/A 54, 182). Zuerst habe er sich überlegt, wie er da raus-

kommen könne und wie er das verhindern könne, zumal der Beschuldigte, als er 

(der Privatkläger) hereingekommen sei, die Tür abgeschlossen habe (Urk. D1/3/10, 

F/A 31, 68 ff., 199). Der Beschuldigte sei dann mit dem Messer auf ihn zugekom-

men (Urk. D1/3/10, F/A 75 ff.) und habe sich selber ausgezogen. Aus Angst vor 

dem Beschuldigten habe er den Oralverkehr an diesem vollzogen (Urk. D1/3/5 

S. 12; D1/3/10, F/A 54, 85 ff., 181). Der Beschuldigte habe eine Videoaufnahme 

vom Oralverkehr machen wollen, um diese seinem Dealer zu zeigen, so müsse er 

diesem das Geld nicht bezahlen, um welches er betrogen worden sei. Vor Beginn 

der Aufnahme hätten sie miteinander abgesprochen, dass der Privatkläger anläss-

lich der Aufnahme sagen solle, er habe den Beschuldigten ausgenommen und das 

Geld mit D._____ gestohlen (Urk. D1/3/10, F/A 102 ff., 253). Der Beschuldigte habe 

ausserdem gewollt, dass er ihm "den Arsch lecke", was er keinesfalls habe machen 

wollen. Dieser habe ihn aufgefordert, weiterzumachen, worauf er gesagt habe: "Ich 

chotz jetzt denn grad." Dies habe der Beschuldigte mit "Ja gut" quittiert, worauf er 

sich angezogen habe und gegangen sei (Urk. D1/3/10, F/A 109 ff.; D1/3/10, F/A 

118 ff.). Der Beschuldigte habe ihm an diesem Abend kein Marihuana geben 

(Urk. D1/3/6, F/A 56, 61). Es sei ausserdem nie Thema gewesen, dass er Marihu-

ana mit Sex bezahlen solle (Urk. D1/3/10, F/A 236; Urk. 39 S. 21). Er habe den 

Beschuldigten danach nie mehr gesehen (Urk. D1/3/10, F/A 126). Auf die Frage, 

ob er sich überlegt habe, zur Polizei zu gehen, habe er gesagt, dass er dafür viel 

zu grosse Hemmungen gehabt hätte und zuerst einmal selber damit habe klarkom-

men müssen (Urk. D1/3/10, F/A 129 f.). Erst nach etwa zwei Monaten habe er ei-

nem Kollegen seines Bruders davon erzählt, als jenem aufgefallen sei, dass bei 

ihm etwas nicht stimmte (Urk. D1/3/10, F/A 132 ff.).

-   16   -

3. Würdigung 

3.1.  Wie die Vorinstanz ausführlich dargelegt hat, lassen sich sowohl in den Aus-

sagen des Beschuldigten als auch in denjenigen des Privatklägers diverse Wider-

sprüche und Ungereimtheiten erkennen. Um unnötige Wiederholungen zu vermei-

den, ist vorab auf diese zutreffenden und detaillierten Erwägungen zu verweisen 

(Urk. 96 E. 6.3.2. ff.). Für die Erstellung des inneren Sachverhaltes sind nachfol-

gend die Umstände darzulegen, aus welchen Rückschlüsse auf den inneren Sach-

verhalt gezogen werden können. 

3.1.1.  Der Beschuldigte stellt sich von Anfang an auf den Standpunkt, dass der 

Privatkläger mit dem Vorschlag gekommen sei, ihm seine sexuellen Dienste gegen 

Marihuana zu bieten (vgl. vorstehend E. II. 2.5.1.). Damit sagt er nicht nur, dass der 

Privatkläger den Oralverkehr freiwillig vorgenommen habe, sondern dies sogar in-

itiiert hätte. Zunächst ist mit der Vorinstanz zwar zu konstatieren, dass die Version 

des Beschuldigte, wonach der noch nicht einmal 17-jährige Privatkläger aufgrund 

entsprechender sexueller Vorlieben für Erniedrigungen den Oralverkehr freiwillig 

mitgemacht bzw. gar selber gewollt habe, auf den ersten Blick durchaus lebens-

fremd erscheint und man bei dieser Ausgangslage vorderhand durchaus geneigt 

ist, die Darstellung des Beschuldigten als offenkundige Schutzbehauptung zu ver-

werfen und gestützt auf die belastende Darstellung des jugendlichen Opfers den 

Anklagevorwurf als erstellt zu erachten. Eine genauere Betrachtung der im Recht 

liegenden Beweise lässt Zweifel an diesem Schluss aufkommen. Dabei kommt ne-

ben den Aussagen der beiden Beteiligten insbesondere auch der Videoaufnahme 

des Vorfalls (Urk. D1/1/4; Abschrift Urk. D1/1/5) besonderes Gewicht zu.

3.1.2.  Fragen wirft zunächst der "Einsatz" des Klappmessers auf, das gemäss An-

klage vom Beschuldigten als Nötigungsmittel eingesetzt worden sei, um den Oral-

sex gegen den Willen des Privatklägers zu erzwingen. Als die Aufnahme beginnt, 

steht der Privatkläger bereits in Boxershorts vor dem Beschuldigten und wird von 

diesem danach gefragt, ob er ihn "abgezogen" (im umgangssprachlichen Sinne für 

bestohlen oder betrogen) habe, was der Privatkläger umgehend bestätigt. Danach 

folgt der Privatkläger bereits der Aufforderung des Beschuldigten, ihn nun freizu-

machen, wobei der Privatkläger dieser Aufforderung ebenfalls sogleich nach-

-   17   -

kommt, bis der Beschuldigte entblösst vor dem nun knienden Privatkläger steht. 

Erst jetzt nimmt der Beschuldigte das Handy, das er bislang zum Filmen in der 

rechten Hand gehalten hatte, in die bis dahin sichtbar freie linke Hand, dreht sich 

etwas nach rechts ab und scheint mit der nun frei gewordenen rechten Hand zur 

Seite oder leicht nach hinten (Richtung Tisch) zu greifen, um sich des Klappmes-

sers zu behändigen, und klappt dieses dann aus (Urk. D1/1/4, ca. erste Minute). 

Der Umstand, dass der Privatkläger selber bereits ausgezogen ist und bereits mit 

der Vorbereitung des Oralverkehrs beginnt, lässt darauf schliessen, dass das 

Klappmesser – jedenfalls in dieser Phase des Vorfalls – keine entscheidende Rolle 

gespielt hat, um dem Privatkläger sexuelle Handlungen abzunötigen. Dieser Um-

stand und überdies die Art und Weise, wie der Beschuldigte das Messer zum "Ein-

satz" bringt, lässt diesen Part des Videos tatsächlich eher inszeniert bzw. improvi-

siert denn ernsthaft bedrohlich erscheinen. Nicht nur wird das Messer nur kurz vor-

gehalten und dabei jeweils mit der Spitze gegen unten und mit einigem Abstand 

zum Privatkläger gehalten. Es scheint vielmehr gar so, als hätte der Beschuldigte 

das Messer zunächst vergessen bzw. als sei ihm der Gedanke daran erst spontan 

in den Sinn gekommen. So ist es letztlich er, der den Privatkläger, der bereits dabei 

war, den bis dahin unbewaffneten Beschuldigten vollständig zu entkleiden, mit den 

Worten "Und wart..." kurz innehalten lässt, bis er die Hand zum Filmen gewechselt 

und sich des Messers – wie dargelegt vom Tisch daneben – behändigt hat, nur um 

dem Privatkläger das "Geständnis", das dieser zuvor zu Beginn der Aufnahme be-

reits abgelegt hatte, nochmals abzunehmen, diesmal aber unter Vorhalt des Mes-

sers. Sodann wird das Messer nach wenigen Sekunden wieder weggelegt und ist 

ab da nicht mehr sichtbar. Es befindet sich jedenfalls – entgegen den Aussagen 

des Privatklägers (vgl. sogleich) – nicht mehr in den Händen des Beschuldigte, der 

ab da unter anderem eine Zigarette hält und teilweise den Kopf des Privatklägers 

hinunterdrückt. Der Privatkläger konnte denn auch keine Angaben darüber ma-

chen, wo sich das Messer, nachdem es der Beschuldigte vor Beginn des Oralver-

kehrs vorgezeigt hatte, während der restlichen rund sieben Minuten, die das Video 

andauert, befunden habe (Urk. D1/3/10 S. 13, 20). 

3.1.3.  Die Aussagen des Privatklägers weisen sodann an verschiedenen Stellen 

Auffälligkeiten und teilweise Inkonsistenzen auf. Zwar folgt er über sämtliche Aus-

-   18   -

sagen hinweg dem Standpunkt, dass der Oralsex vom Beschuldigten erzwungen 

worden sei. Seine Schilderungen zum Kerngeschehen wirken aber mehrheitlich 

blass und sind immer wieder über längere Phasen nur von einsilbigen Antworten 

geprägt, und selbst diese kommen oft erst nur auf mehrfache Nachfragen zustande 

(beispielhaft Urk. D1-3/10 S. 14 - 18). Verschiedentlich stehen seine Aussagen so-

dann im Widerspruch zur aktenkundigen Videoaufnahme des Vorfalls (insbeson-

dere Urk. D1/3/10 S. 12, wonach der Beschuldigte sich selber ausgezogen habe 

und er [der Privatkläger] dazu nichts habe machen müssen; dass der Oralverkehr 

nur im Bett und noch nicht im Stehen bzw. auf den Knien begonnen habe; dass der 

Beschuldigte ihm gesagt habe, er solle zum Bett gehen und er darauf dahingegan-

gen sei; ferner S. 13, wonach der Beschuldigte beim "blasen" auf dem Bett das 

Messer weiterhin vorgehalten habe; S. 19, wonach der Beschuldigte dort gesagt 

habe "Wart schnell, ich starte s'Video" und erst ab da begonnen habe, zu filmen; 

S. 24, wonach er sich nicht mehr an das [sich selber oder vom Beschuldigten] wäh-

rend des Oralverkehrs aufgesetzten Baseballcap des Beschuldigten erinnern 

konnte). Schliesslich ist nicht ausser Acht zu lassen, dass der Privatkläger den Be-

schuldigten im Zusammenhang mit den von ihm (dem Privatkläger) verübten Ein-

bruchsdiebstählen sowie hinsichtlich von Gelddiebstählen zum Nachteil seiner Mut-

ter falsch belastet hat, gab er doch diesbezüglich zunächst an, vom Beschuldigten 

mit einem Video bzw. der Androhung, dieses zu veröffentlichen, "erpresst" bzw. 

dazu gezwungen worden zu sein, diese Vermögensdelikte zu begehen und ihm 

dann das erbeutete Geld abzuliefern (Urk. D1/3/1 S. 1 ff.; Urk. D1/3/2 S. 3; 

Urk. D1/3/3 S. 2 ff., 10). Erst in einer späteren Einvernahme revidierte er seine Be-

lastung des Beschuldigten und gab an, dies nur erzählt zu haben, damit es für ihn 

besser aussehe. Der Beschuldigte habe damit nichts zu tun und das erbeutete Geld 

habe er für sich gebraucht bzw. ausgegeben (Urk. D1/3/5 S. 11, 13). Dies zeigt, 

dass der Privatkläger, der eingestandenermassen selber in deliktische Tätigkeiten 

involviert war, nicht davor zurückschreckte, den Beschuldigten falsch zu belasten, 

um sich selber in besserem Licht dastehen zu lassen. Eine Falschbelastung er-

scheint mithin auch hinsichtlich des vorliegenden Vorfalls nicht ausgeschlossen. 

Mit Blick auf ein mögliches Motiv für eine solche ist erwähnenswert, dass der Pri-

vatkläger nicht von sich aus zur Polizei ging, um die nun dem Beschuldigten vorge-

-   19   -

worfene sexuelle Nötigung anzuzeigen, sondern er das Video – wie soeben darge-

legt – erst im Rahmen der Strafuntersuchung gegen sich selber in Spiel brachte, 

um sich zu entlasten. 

3.1.4.  Unklar ist ferner, wie bzw. weshalb es zum Video und zum darauf gezeigten 

Oralverkehr zwischen dem Privatkläger und dem Beschuldigten gekommen ist. Als 

die Videoaufnahme beginnt, steht der Privatkläger bereits nur noch mit Boxershorts 

bekleidet vor dem Beschuldigten, welcher selber bereits keine Hosen mehr trägt. 

Nicht ersichtlich ist mithin, wie es zu dieser Ausgangslage gekommen ist. Der Pri-

vatkläger gab diesbezüglich zu Protokoll, dass er bereits vor dem Start des Videos 

vom Beschuldigten mit dem Messer bedroht worden sei, als sie sich beim runden 

Tisch in der Mitte des Zimmers gegenübergestanden seien und geredet hätten 

(Urk. D1/3/10 S. 11; dazu Skizze Urk. D1/3/9). Der Beschuldigte habe ihn gefragt, 

ob er ihm "eins blasen" wolle, was er verneint habe, worauf der Beschuldigte "Ja 

doch" gesagt und das Messer vorgehalten habe. Aus Angst, er würde ihn abste-

chen, habe er es dann einfach gemacht (Urk. D1/3/10 S. 8 f.). Der Beschuldigte sei 

dann mit dem Messer in der Hand auf ihn zugekommen und habe gesagt "Ja mach 

etz ändlich", worauf er "Ja, okay" geantwortet und es dann halt gemacht habe 

(Urk. D1/3/10 S. 11). Weshalb aber das Messer zwischenzeitlich bis zur Videoauf-

nahme wieder eingeklappt bzw. weggelegt worden wäre, um es dann während der 

Videoaufnahme demonstrativ wieder hervorzunehmen und zu öffnen, ist allerdings 

nicht nachvollziehbar. 

3.1.5.  Der Beschuldigte gibt – wie bereits erwähnt – an, der Privatkläger habe dem 

Oralverkehr und auch dem Video zugestimmt, es sei sogar seine Idee gewesen. 

Übereinstimmend geben zumindest beide an, sich vor dem Video darüber unter-

halten zu haben, wie dieses ablaufen solle, mithin dass tatsächlich eine Art grobes 

Drehbuch besprochen worden sei, wer was sagen würde (Urk. D1/3/10 S. 13, 27 

f.; Urk. D1/2/3 S. 8). Dies vermag mithin auch zu erklären, weshalb das Video – wie 

zuvor bereits dargelegt – weitgehend inszeniert wirkt. Im Dunkeln bleibt allerdings, 

was der Zweck dieses inszenierten Videos gewesen sein soll. Der Beschuldigte 

nennt keinen bestimmten Zweck oder eine bestimmte Absicht, die mit dieser Video-

aufnahme verfolgt worden wäre. Das damit aufgezeichnete "Geständnis" des Pri-

-   20   -

vatklägers, dass dieser ihn zusammen mit "D1._____" bzw. "D2._____" (D._____) 

"abgezogen" habe, sei Teil des einvernehmlichen Rollenspiels gewesen, auch das 

mit dem Messer. Sie hätten es so aussehen lassen wollen, als ob der Privatkläger 

gepeinigt würde. Zu seinen auf dem Video hörbaren Aussagen gibt er an, er habe 

dann einfach im Sinne des Drehbuchs improvisiert und irgendwelche Sachen ge-

sagt (Urk. 40 S. 37). Diesbezüglich ist immerhin zu konstatieren, dass das Gespro-

chene tatsächlich eher wirr klingt und insbesondere die genannten Zahlen mehr 

zufällig gewählt erscheinen. So ist einmal von 13 "G" (wohl für "Gramm" betreffend 

Drogen; denkbar wäre auch "grand", Englisch umgangssprachlich für Tausend 

Pfund/Dollar/Franken), die ihm der Privatkläger und D1._____ bzw. D2._____ "ab-

gezogen" hätten, dann von 6 ½ Tausend (Franken), dann wieder von Fr. 5'600.– 

(vgl. Abschrift zum Video Urk. D1/1/5 S. 1 f.). Der Privatkläger gab demgegenüber 

in der polizeilichen Einvernahme zunächst an, der Beschuldigte sei von D1._____ 

um Fr. 6'000.– bestohlen bzw. "abgezogen" worden (Urk. D1/3/6 S. 3). Im gericht-

lichen Verfahren an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab er dann wieder 

an, es sei da um Fr. 2'000.– gegangen (Urk. 39 S. 12). Insgesamt ergeben die Aus-

sagen mithin wenig Sinn. Ähnlich sieht es auch aus, was den angeblichen Zweck 

des Videos angeht. Gemäss Angaben des Privatklägers soll der Beschuldigte 

D1._____ Fr. 6'000.– anvertraut haben, damit dieser beim Privatkläger in diesem 

Wert Gras kaufen würde. D1._____ sei dann aber mit dem Geld abgehauen und 

der Beschuldigte habe diesen Betrag deshalb nun auch vom Privatkläger zurück-

gewollt (Urk. D1/3/5 S. 11; D1/3/6 S. 4). Laut dem Privatkläger habe der Beschul-

digte ihn zum Oralverkehr und zur Aufnahme desselben gezwungen, damit er (der 

Beschuldigte) das Video seinem Dealer zeigen können, damit dieser ihm das Geld 

bzw. das Gras zurückgebe (Urk. D1/3/10 S. 28). Wiederum ist unklar, um was für 

Geld es denn genau gehen soll. Jedenfalls macht auch diese Erklärung wenig Sinn 

und bietet mehr Anlass zu Fragen, als dass sie Antworten liefern würde. Weshalb 

sich der Dealer des Beschuldigten von einem solchen Video beeindrucken oder 

beeinflussen lassen würde, ist nicht ersichtlich, soll es sich doch um eine Sache 

zwischen dem Privatkläger, D1._____ und dem Beschuldigten gehandelt haben, in 

die der Dealer des Beschuldigten gar nicht involviert gewesen ist. Und selbst wenn 

ist ohnehin nicht ersichtlich, weshalb zu diesem Zweck nicht ein einfaches, auf Vi-

-   21   -

deo aufgezeichnetes Geständnis reichen würde, wie es der Privatkläger zu Beginn 

des Videos auch bereits abgelegt hatte, sondern darüber hinaus noch eine sexuelle 

Nötigung zum Nachteil des Privatklägers notwendig oder zielführend gewesen 

wäre. Kommt hinzu, dass der Beschuldigte im Video ausdrücklich sagt, der Privat-

kläger müsse keine Angst habe, er zeige dieses Video niemandem (vgl. Abschrift 

zum Video Urk. D1/1/5 S. 2: "Das gseht niemerd, das muesch wüsse, ich bin nöd 

so..."), was nicht nachvollziehbar ist, wäre dies gerade – wie der Privatkläger be-

hauptet – der Hauptzweck der Videoaufnahme gewesen. Schliesslich ist festzuhal-

ten, dass der Privatkläger in der Zeit des Vorfalls sehr viel Marihuana konsumierte, 

er mithin auf eine stetige Versorgung damit angewiesen war, aber gleichzeitig auf-

grund seines Alters und mangelnder Erwerbstätigkeit kaum Geld zu Verfügung 

hatte, weshalb er mitunter auch Einbrüche beging (Urk. 39 S. 6 f.). Bei dieser Aus-

gangslage erscheint es jedenfalls nicht von vornherein als ausgeschlossen oder 

gänzlich abwegig, dass der Privatkläger dazu eingewilligt haben oder ihm gar an-

geboten haben könnte, dem Beschuldigten statt Geld sexuelle Handlungen als Ge-

genleistung gegen Marihuana anzubieten. In Anbetracht dessen, dass der Privat-

kläger geltend machte, nicht nur der Beschuldigte, sondern auch er sei von 

D1._____ um Geld (Fr. 600.–) betrogen worden und dass sie gemeinsam realisiert 

hätten, dass sie beide von diesem "verarscht" worden seien (Urk. D1/3/5 S. 11; 

Urk. D1/3/6 S. 3), erscheint letztlich selbst die Version des Verteidigers, wonach 

die beiden in gemeinsamer Absprache das Video inszeniert hatten, um damit 

D1._____ zur Rückzahlung ihres Geldes zu bewegen, indem diesem vorgeführt 

wird, was auch ihm blühen könnte, wenn er das Geld nicht zurückgibt (Urk. 113 

S. 5), an sich ebenfalls nicht von vornherein abwegig, was jedoch offen bleiben 

kann, nachdem dies so von keinem der Beteiligten behauptet wird.

3.1.6.  Insgesamt lässt sich nach dem Gesagten konstatieren, dass letztlich offen 

bleiben muss, was Hintergrund, Anlass und Zweck des Videos und des darauf auf-

gezeichneten Oralverkehrs zwischen dem Privatkläger und dem Beschuldigten ge-

wesen ist, erweisen sich doch sowohl die Version des Beschuldigten als auch die 

soeben dargelegte Version des Privatklägers von gleichermassen zweifelhafter 

Glaubhaftigkeit. Übrig bleibt damit ein nach einer entsprechenden Vorbesprechung 

entstandenes Video des Beschuldigten, in welchem dieser in relativ inszeniert wir-

-   22   -

kender Manier scheinbar gegen den Willen des Privatklägers zum Oralverkehr be-

wegt. Auffällig ist jedoch auch, dass der Beschuldigte zunächst die Widerrede des 

Privatklägers dagegen, dass dieser ihm auch noch "das Arschloch lecken" sollte, 

ohne weiteres akzeptiert und schliesslich den Oralverkehr umgehend abbricht bzw. 

zu Abbruch kommen lässt, als der Privatkläger von sich aus mit der Stimulierung 

des Beschuldigten aufhört und erstmals sagte, er brauche ein Pause und wolle trin-

ken, worauf unbestrittenermassen keine weiteren sexuellen Handlungen mehr vor-

genommen wurden und der Privatkläger die Wohnung des Beschuldigten ohne wei-

teres verlassen konnte (Videoaufnahme D1/1/4 ganz am Ende: Privatkläger: "Hey, 

ich bruch mol e Pause... bitte... chan ich trinke... min Hals... ich mue glaubs go 

chotze." - Beschuldigter: "Isch guet. Lah's bliibe."; Urk. D1/3/10 S. 14 f., 21, 28). 

Zwar ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Privatkläger nicht den Eindruck 

macht, als würde er den Oralverkehr am Beschuldigten selber irgendwie genies-

sen. Vielmehr wirkt er eher angeekelt. Dies alleine reicht jedoch vor dem Hinter-

grund der zahlreichen hiervor dargelegten Widersprüche und Ungereimtheiten für 

sich noch nicht für einen Schuldspruch, zumal der Umstand, dass der Privatkläger 

am Oralverkehr scheinbar keinen Gefallen fand bzw. teilweise gar angeekelt wirkte, 

noch nicht ohne rechtserhebliche Zweifel belegt, dass er die orale Befriedigung des 

Beschuldigten nur gezwungenermassen bzw. gegen seinen Willen vorgenommen 

hatte und eine Abmachung mit dem Beschuldigten mit rechtsgenüglicher Sicherheit 

ausschliessen würde. Gleiches gilt hinsichtlich des Umstandes, dass dem Privat-

kläger der Vorfall bis heute sehr unangenehm ist bzw. er gar darunter leide. Dass 

jemand eine Handlung oder Entscheidung im Nachhinein bereut oder gar psychisch 

darunter leidet, kann für sich noch nicht zum Schluss führen, dass diese unter 

Zwang zustande gekommen sein muss. 

3.2.  In einer Gesamtbetrachtung bestehen mitunter zu viele Zweifel daran, dass 

der Beschuldigte den Privatkläger wie in der Anklage umschrieben zum Oralver-

kehr genötigt hat. Der Beschuldigte ist deshalb dem Grundsatz in dubio pro reo 

folgend vom Vorwurf der (qualifizierten) sexuellen Nötigung freizusprechen. 

3.3.  Nachdem wie dargelegt nicht erstellt werden kann, dass die sexuellen Hand-

lungen unter Zwang und gegen den Willen des Privatklägers erfolgten, ist auch 

-   23   -

nicht erstellbar, dass der Beschuldigte den Privatkläger genötigt hat, über diesen 

Vorgang Stillschweigen zu bewahren, andernfalls ihm negative Konsequenzen dro-

hen würden. Zutreffend ist zwar, dass der Beschuldigte im Video etwas in diese 

Richtung äusserte (vgl. Abschrift zum Video Urk. D1/1/5 S. 1: "Wenn das öperem 

seisch, du weisch was passiert."). Wie dargelegt, erweist sich das Video allerdings 

als weitgehend inszeniert. Zudem können selbst die Sachverhaltsvarianten, dass 

die beiden das Video inszeniert hatten, um D1._____ zur Rückgabe des Geldes zu 

bewegen, genauso wenig ausgeschlossen werden, wie die anderen Tatvarianten, 

mitunter dass der Privatkläger in die sexuelle Handlung als Gegenleistung für Dro-

gen eingewilligt hatte. In diesen Fällen wäre von vornherein nicht ersichtlich, wes-

halb der Beschuldigte den Privatkläger ernsthaft hätte nötigen sollen, niemandem 

darüber zu erzählen bzw. bei der ersten Variante (Einschüchterung/Nötigung von 

D1._____ zur Geldrückgabe) hätte gerade der Zweck des Videos darin bestanden, 

dieses einem Dritten zu zeigen. Nach dem Gesagten lässt sich mithin auch dieser 

Vorwurf nicht rechtsgenüglich erstellen und der Beschuldigte ist – in Anwendung 

der Beweiswürdigungsregel "in dubio pro reo" (Art. 10 Abs. 3 StPO) – auch vom 

Vorwurf der (versuchten) Nötigung freizusprechen. 

3.4.  Hinsichtlich der Herstellung eines pornografischen Videos, das sexuelle 

Handlungen mit einem Minderjährigen (Privatkläger) zeigt, ist der Beschuldigte wie 

eingangs dargelegt geständig. Auf die Erstellung des inneren Sachverhaltes bzw. 

die von der Verteidigung diesbezüglich erhobenen Einwände ist nachfolgend im 

Rahmen der rechtlichen Würdigung einzugehen. 

III.  Rechtliche Würdigung

1. Wer Gegenstände oder Vorführungen (pornografische Schriften, Ton- oder 

Bildaufnahmen, Abbildungen, andere Gegenstände solcher Art oder pornografi-

sche Vorführungen einer Person unter 16 Jahren), die tatsächliche sexuelle Hand-

lungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben, herstellt, einführt, lagert, in Verkehr 

bringt, anpreist, ausstellt, anbietet, zeigt, überlässt, zugänglich macht, erwirbt, sich 

über elektronische Mittel oder sonst wie beschafft oder besitzt, wird gemäss 

Art. 197 Abs. 4 StGB (Satz 2) mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe 

-   24   -

bestraft. Im Weiteren ist auf die rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz zu ver-

weisen (Urk. 96 E. 6.4.3.1 f.).

2. Der Beschuldigte hat den zum Tatzeitpunkt minderjährigen Privatkläger mit 

seinem Mobiltelefon aufgenommen, als dieser ihn oral befriedigte und somit eine 

tatsächliche sexuelle Handlung ausführte. Damit stellte der Beschuldigte Pornogra-

fie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB her. Folglich ist der objektive Tatbe-

stand erfüllt. 

3. Der Beschuldigte erkundigte sich während der Videoaufzeichnung beim Pri-

vatkläger nach dessen Alter, entsprechend wusste er im Tatzeitpunkt um die da-

malige Minderjährigkeit des Privatklägers und nahm damit zumindest in Kauf, dass 

er mit der Aufnahme harte Pornografie herstellte. Damit ist auch der subjektive Tat-

bestand erfüllt. Als unbehelflich erweist sich der Einwand der Verteidigung, wonach 

der Beschuldigte und der Privatkläger vorwiegend ein an D1._____ gerichtetes 

Drohvideo habe erstellen wollen (Urk. 113 S. 10), ist doch die Frage, ob über die 

Herstellung der pornografischen Darstellung hinaus noch eine weitergehende Ab-

sicht verfolgt wird oder nicht, für die Erfüllung des Tatbestands nicht entscheidend.

4. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich. Der Be-

schuldigte hat sich mithin der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB 

schuldig gemacht. 

IV.  Strafe und Vollzug

1. Ausgangslage und Anträge 

Die Staatsanwaltschaft forderte vor Vorinstanz eine Bestrafung des Beschuldigten 

mit 5 Jahren Freiheitsstrafe sowie eine Busse von Fr. 300.–, teilweise als Zusatz-

strafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 14. Februar 

2020 (Urk. 15 S. 2, 10). Der Beschuldigte beantragte demgegenüber eine Freiheits-

strafe von 6 Monaten unter Gewährung des bedingten Vollzuges (Urk. 44 S. 1). Die 

Vorinstanz gelangte schliesslich zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und einer 

Busse von Fr. 450.– (Urk. 96 S. 75). Vor Berufungsgericht beantragte die Staats-

-   25   -

anwaltschaft die Bestätigung der vorinstanzlich festgesetzten Strafe (Urk. 114 S. 1 

und 3). Der Beschuldigte beantragte im Hauptstandpunkt wie dargelegt einen Frei-

spruch hinsichtlich der qualifizierten sexuellen Nötigung und der versuchten Nöti-

gung und entsprechend auch eine Anpassung der vorinstanzlich festgesetzten 

Strafe samt der Busse (Urk. 113 S. 2 Anträge Ziff. 1 und 2). Für den Fall, dass das 

Gericht seiner Argumentation für einen Freispruch vom Vorwurf der Pornografie 

nicht folgen würde, beantragte er in seinem Plädoyer eventualiter, diesbezüglich 

eine tiefere Strafe als die Vorinstanz einzusetzen (Urk. 113 S. 10).

2. Strafzumessung

2.1.  Grundlagen

2.1.1. Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen der Strafzumessung kor-

rekt dargelegt (Urk. 96 E. IV. 1.). Im Übrigen hat das Bundesgericht diese Grund-

sätze und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt 

(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. Entspre-

chendes gilt für die Bildung der Einsatz- und der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 

StGB in Anwendung des Asperationsprinzips (BGE 144 IV 217 E. 2.2 f.; 132 IV 102 

E. 8 f.; Urteil des Bundesgerichts 6B_460/2010 vom 4. Februar 2011 E. 3.3.4, je 

mit Hinweisen). 

2.1.2.  Mit Blick auf die Strafart ist festzuhalten, dass das Gesetz für die vom Be-

schuldigten begangenen Delikte der Pornografie (sowohl in der Tatvariante des 

Herstellens nach Art. 197 Abs. 4 StGB als auch des Besitzes zum Konsum nach 

Art. 197 Abs. 5 StGB), des Vergehens gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 

Abs. 1 WG sowie der Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 

Abs. 1 und Art. 19bis BetmG sowohl eine Geldstrafe als auch eine Freiheitsstrafe 

vorsieht. Einzig für die Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19a Ziff. 1 BetmG ist zwingend eine Busse auszusprechen. Wie die Vor-

instanz bereits zutreffend hervorhob und auch dem aktuellen Strafregisterauszug 

zu entnehmen ist (Urk. 112), ist der Beschuldigte bereits mehrfach vorbestraft. Im 

April 2019 wurde er – neben einer Busse – erstmals mit einer bedingten Geldstrafe 

von 30 Tagessätzen belegt, welche allerdings später nach einmaliger Verlängerung 

-   26   -

der Probezeit widerrufen wurde. Im Dezember 2019 folgte eine weitere Verurteilung 

zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen, die unbedingt ausgesprochen wurde. Im 

Februar 2020 wurde der Beschuldigte schliesslich zu einer weiteren Geldstrafe – 

im Umfang von 150 Tagessätzen als Gesamtstrafe mit der widerrufenen ersten 

Geldstrafe – verurteilt, die zusammen mit einer Busse ebenfalls vollzogen wurde. 

Kurz davor, mithin während laufendem Strafverfahren, beging er den Grossteil der 

hier zu beurteilenden Straftaten bzw. delinquierte auch nach dieser Verurteilung 

noch – teilweise einschlägig – weiter (Anklageziffern 2.4 Ziff. 1, 2.5 Ziff. 3 sowie 

Übertretungen Anklageziffern 2.4 und 2.5; vgl. vorinstanzliches Urteil Urk. 96 

S. 57). Von den bislang ausgesprochenen und schlussendlich allesamt vollzoge-

nen Geldstrafen liess sich der Beschuldigte also keineswegs beeindrucken. Mit der 

Vorinstanz (Urk. 96 S. 51) ist vor diesem Hintergrund nicht zu erwarten, dass sich 

eine weitere Geldstrafe ausreichend positiv auf sein Legalverhalten auswirken 

würde. Als Sanktionsart ist entsprechend sowohl für die Pornografie gemäss 

Art. 197 Abs. 4 und Abs. 5 StGB, den Verstoss gegen das Waffengesetz als auch 

für die Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 und 

Art. 19bis BetmG eine Freiheitsstrafe auszusprechen. 

2.1.3.  Gestützt auf Art. 49 Abs. 1 StGB ist für diese Taten, die mit einer Freiheits-

strafe zu belegen sind, in Anwendung des Asperationsprinzips eine Gesamtstrafe 

zu bilden. Wie die Vorinstanz zwar richtig erkannt hat und soeben auch bereits er-

wähnt wurde, wurden gewisse dieser Taten vor der Verurteilung mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 14. Februar 2020 begangen. Nachdem die 

hier auszusprechenden Sanktionen – allesamt Freiheitsstrafen sowie eine Busse – 

zur damals ausgesprochenen Geldstrafe keine gleichartigen Strafen darstellen, 

kommt die Bestimmung der (teilweisen) retrospektiven Konkurrenz gemäss Art. 49 

Abs. 2 StGB vorliegend nicht zum Tragen. Die Gesamtstrafe ist nach Art. 49 Abs. 1 

StGB zu bilden, ohne dass eine Zusatzstrafe zum damaligen Urteil auszusprechen 

wäre. 

2.1.4.  Nachdem der Beschuldigte vom Vorwurf der qualifizierten sexuellen Nöti-

gung freizusprechen ist, erweist sich die Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 

StGB (Anklageziffer 2.3) als das schwerste Delikt und dient mithin als Ausgangs-

-   27   -

punkt für die Zumessung der Gesamtfreiheitsstrafe. Der Strafrahmen beläuft sich 

mithin auf Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.

2.2.   Konkrete Strafzumessung

2.2.1.  Pornografie Art. 197 Abs. 4 StGB (Anklageziffer 2.3, Ziff. 8)

Hinsichtlich der objektiven Tatschwere ist zu beachten, dass der Beschuldigte die 

sexuelle Handlung mit dem zum Tatzeitpunkt noch minderjährigen Privatkläger mit 

seinem Mobiltelefon aufzeichnete und sie auf dem Datenspeicher abspeicherte. 

Der Privatkläger war damals mit 16 Jahren (rund 1 Monat vor seinem 17. Geburts-

tag) nahe an der Grenze der Volljährigkeit, und es handelte sich mit rund 8 Minuten 

zwar nicht um eine nur kurze, aber dennoch auch nicht um eine übermässig lange 

Aufnahme, welche Oralsex wiedergab, eine sexuelle Handlung, welche noch nicht 

so schwer wiegt wie der Vollzug von Geschlechtsverkehr. Zudem war der Privat-

kläger noch mit einer Boxershort bekleidet. Der Beschuldigte handelte dabei mit 

direktem Vorsatz. Er gestand selbst ein, dass er unter einer Pornosucht leide. In 

Würdigung der objektiven und subjektiven Tatschwere ist das Verschulden des Be-

schuldigten als leicht einzustufen. Die Einsatzstrafe für das schwerste Delikt ist auf 

8 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen.

2.2.2.  Vergehen gegen Art. 19bis BetmG (Anklageziffer 2.1)

Gemäss des von der Vorinstanz erstellten Sachverhaltes handelte es sich um zwei 

Gramm Marihuana, die der Beschuldigte dem Privatkläger übergeben hat. Entspre-

chend war es eine sehr kleine Menge an Marihuana, welches als sogenannt "wei-

che" Droge im Vergleich zu anderen Substanzen nur eine geringe Gesundheitsge-

fährdung mit sich bringt. Der Beschuldigte verkaufte das Marihuana im kollegialen 

Umfeld. Er handelte vorsätzlich. Das Verschulden ist insgesamt als sehr leicht ein-

zustufen, weshalb isoliert betrachtet eine Freiheitsstrafe von 20 Tagen angemes-

sen erscheint und unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips eine Erhöhung 

der Einsatzstrafe um ½ Monat erfolgt.

-   28   -

2.2.3. Vergehen gegen das Waffengesetz (Anklageziffer 2.2)

Hinsichtlich der objektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass das federgestützte 

Klapp- bzw. Springmesser von einer Gesamtlänge von mehr als 12 cm und einer 

Klingenlänge von 5 cm noch im unteren Bereich der objektiven Gefährlichkeit einer 

Waffe anzusiedeln ist. Er besass das Messer lediglich während eines Monats und 

trug es nicht auf sich. In subjektiver Hinsicht liegt direkter Vorsatz vor. Die 

Tatschwere wiegt insgesamt noch leicht. Dem insgesamt noch leichten Verschul-

den angemessen erscheint eine Freiheitsstrafe von isoliert 20 Tagen, unter Berück-

sichtigung der Asperation eine Erhöhung der Einsatzstrafe für das schwerste Delikt 

um ½ Monat.

2.2.4.  Pornografie Art. 197 Abs. 5 StGB (Anklageziffer 2.6)

Zur objektiven Tatschwere für das Konsumieren von Pornografie bzw. das Besitzen 

zum eigenen Konsum ist mit der Vorinstanz festzuhalten (Urk. 96 E. VI. 3.2.3.5.), 

dass der Beschuldigte 1'609 Bilder und 2 Videos mit expliziten sexuellen Darstel-

lungen bzw. Abbildungen tatsächlicher Handlungen mit Minderjährigen auf seinem 

Mobiltelefon gespeichert hatte. Dabei handelt es sich um eine Vielzahl von Bildern 

sowie bei den darin abgebildeten Kindern und Jugendlichen wiederum um beson-

ders schutzwürdige Rechtsgüter. Allerdings würden weitaus grössere Mengen an 

Bildmaterial vom Tatbestand erfasst. Schliesslich war auf dem Datenspeicher des 

Mobiltelefons ein Video zu finden, welches sexuelle Handlungen mit Tieren enthielt. 

Die subjektive Tatschwere ist ebenfalls als gering einzustufen, denn der Beschul-

digte handelte eventualvorsätzlich und vorwiegend aufgrund seiner Pornosucht. In 

Würdigung der objektiven und subjektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass das 

Verschulden des Beschuldigten noch leicht wiegt. Es erscheint daher eine Strafe 

von 6 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen, die unter Berücksichtigung des As-

perationsprinzips zu einer Erhöhung um 4 Monate führt.

2.2.5. Mehrfache Vergehen gegen Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG (Anklageziffer 2.4, 

Ziff. 1 und Anklageziffer 2.5, Ziff. 3)

-   29   -

Zur objektiven Tatschwere ist auf den vorinstanzlich erstellten Sachverhalt abzu-

stellen, wonach der Beschuldigte 456 g Marihuana, 136 g Haschisch und 9.6 g Ko-

kaingemisch mit unbekanntem Reinheitsgrad (Anklageziffer 2.4, Ziff. 1) sowie 44 g 

Marihuana und 10 Ecstasy-Tabletten besass (Anklageziffer 2.5, Ziff. 3). Vorwie-

gend handelte es sich also um Cannabis-Produkte und lediglich bei einer geringen 

Menge um harte Drogen. Die geringe Menge an Kokain und die Ecstasy-Tabletten 

hatte er zudem für vier ihm bekannte Personen auf deren Rechnung gekauft. Der 

Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz. Sein Verschulden wird subjektiv etwas 

dadurch relativiert, dass er in dieser Phase selber regelmässig und in grösserem 

Umfang Cannabis konsumierte (Urk. 40 S. 12). Insgesamt wiegt das Tatverschul-

den leicht und erscheint diesem bei isolierter Betrachtung eine Freiheitsstrafe von 

6 Monaten angemessen. Die Einsatzstrafe ist in Anwendung des Asperationsprin-

zips um 4 Monate zu erhöhen. 

2.2.6. Vergehen gemäss Art. 19bis BetmG (Anklageziffer 2.5, Ziff. 1)

Hinsichtlich der objektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass es sich bei der Abgabe 

von höchstens einem Gramm Marihuana an das minderjährige Mädchen um einen 

einmaligen Vorfall, um eine geringe Menge und um keine harte Droge handelte. 

Die objektive und subjektive Tatschwere wiegen sehr leicht. Entsprechend er-

scheint eine Einzelstrafe von 45 Tagen angemessen. Die Einsatzstrafe ist um 1 Mo-

nat zu asperieren.

2.2.7.  Übertretung des Art. 19a Ziff. 1 BetmG (Anklageziffern 2.4 und 2.5)

Die Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG ist 

zwingend mit einer Busse zu bestrafen. Unter Berücksichtigung der wiederholten 

Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes und der vom Beschuldigten vorge-

brachten damaligen Betäubungsmittelsucht erscheint eine Busse von Fr. 400.– als 

angemessen. Aufgrund der unterschiedlichen Strafart ist diese kumulativ zur Frei-

heitsstrafe auszusprechen.

-   30   -

2.3. Zwischenfazit

Nach dem Gesagten resultiert anhand des Tatverschuldens für die Taten, die mit 

einer Freiheitsstrafe zu bestrafen sind, eine hypothetische Gesamtstrafe von 

18 Monaten Freiheitsstrafe. Hinzu kommt für die Übertretung des Betäubungsmit-

telgesetzes eine Busse von Fr. 400.–. Nachfolgend ist auf die Täterkomponente 

einzugehen. 

2.4.  Täterkomponente

2.4.1. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten ist vor-

weg auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 96 

E. IV. 3.3.3.). Der Beschuldigte ist zusammen mit seinem jüngeren Bruder bei sei-

nen Eltern aufgewachsen. Als er noch ein Kind gewesen sei, hätten sich seine El-

tern scheiden lassen. Es sei rau zu- und hergegangen und er habe auch zu stottern 

begonnen. Die Zeit als Kind und Jugendlicher sei daher eher schwierig gewesen. 

Als er 15 oder 16 Jahre alt gewesen sei, sei er nach Italien ins Heim gekommen. 

Dort sei er ein bis zwei Jahre gewesen und habe seinen Schulabschluss absolvie-

ren können. Er sei wieder auf den richtigen Weg gekommen. Mit 17 oder 18 Jahren 

sei er wieder in die Schweiz zurückgekommen, habe bei seiner Mutter gewohnt und 

habe nach der Sekundarschule die zweijährige Detailhandelslehre EBA abge-

schlossen. Danach sei es bergab gegangen. Obwohl er einen Abschluss gehabt 

habe, habe er sich nicht in den Alltag begeben. Betäubungsmittel hätten einen we-

sentlichen Bestandteil seines Lebens gebildet. Er habe in dieser Phase sehr viel 

ferngeschaut und Pornografie konsumiert. Er sei nicht mehr rausgekommen, der 

Boden sei ihm unter den Füssen weggerissen worden. Er besuche jedoch seit Ok-

tober 2021 zweimal pro Woche Therapiestunden, welche gut tun würden und ent-

lastend seien. Die von Konflikten und einem Heimbesuch in Italien geprägte Kind-

heit und Jugend und damit nicht einfache persönliche Vorgeschichte des Beschul-

digten ist leicht strafmindernd zu berücksichtigen. Beruflich konnte er lange nicht 

Fuss fassen bzw. arbeitete trotz abgeschlossener Ausbildung nicht. Nachdem er 

zur Zeit der erstinstanzlichen Hauptverhandlung im November 2021 noch im Stun-

denlohn, aber bereits 100% arbeitete, führte er an der fortgesetzten Hauptverhand-

-   31   -

lung vom 30. September 2022 aus, dass er bei der E._____ AG am Förderband 

eine unbefristete Vollzeitstelle gefunden habe. 

2.4.2.  Auch hinsichtlich des Verhaltens im Strafverfahren ist den Erwägungen der 

Vorinstanz zuzustimmen (Urk. 96 E. IV. 3.3.4.). Der Beschuldigte war bezüglich der 

Betäubungsmitteldelikte bereits im Vorverfahren kooperativ und mehrheitlich ge-

ständig, was strafmindernd zu berücksichtigen ist. Eine gewisse Reue und Einsicht 

ist – auch bezüglich der Betäubungsmitteldelikte – durchaus erkennbar, indem der 

Beschuldigte ausführte, dass sein Drogenkonsum schlecht gewesen sei, er sein 

Leben wieder in den Griff bekommen möchte und froh sei, dass er arbeiten könne 

und mit Therapiestunden begonnen habe. 

2.4.3.  Der Beschuldigte verfügt – wie bereits in den Erwägungen zur Wahl der 

Sanktionsart ausgeführt (vorne E. IV. 2.1.2.) – über drei Vorstrafen. Zu berücksich-

tigen ist zwar, dass die ersten beiden Vorstrafen gemessen an der Strafhöhe (beide 

30 Tagessätze Geldstrafe) noch nahe am Bagatellbereich lagen. Dennoch ist nicht 

ausser Acht zu lassen, dass bereits diese zumindest mit Blick auf die vorliegenden 

Betäubungsmitteldelikte bereits einschlägig waren. Mit der jüngsten Vorstrafe folgte 

sodann eine deutlich gewichtigere Strafe von 150 Tagessätzen Geldstrafe, welche 

wiederum hinsichtlich Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz und überdies 

hinsichtlich des Vergehens gegen das Waffengesetz einschlägig ist (Urk. 112). Die 

Vorstrafen wirken sich entsprechen straferhöhend aus. In einer Gesamtbetrachtung 

wird diese Straferhöhung jedoch durch die Strafminderung aufgrund der schwieri-

gen Verhältnisse in der Jugend des Beschuldigten, seine Kooperation im Verfahren 

und das Teilgeständnis aufgewogen.

2.4.4.  Unter dem Strich ist die Täterkomponente mithin neutral zu gewichten. 

2.5.  Fazit

Im Ergebnis resultiert ein Freiheitsstrafe von 18 Monaten und eine Busse von 

Fr. 400.–. 

-   32   -

V.  Vollzug

1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe 

von höchstens 2 Jahren gemäss Art. 42 StGB in der Regel auf, wenn eine unbe-

dingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Abs. 1). Wurde der Täter innerhalb der letz-

ten 5 Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von 

mehr als 6 Monaten verurteilt, so ist der Aufschub nur zulässig, wenn besonders 

günstige Umstände vorliegen (Abs. 2). Bei der Prüfung, ob der Verurteilte in sub-

jektiver Hinsicht für ein dauerndes Wohlverhalten Gewähr bietet, ist eine Gesamt-

würdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. Zu berücksichtigen sind ne-

ben den Tatumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren 

Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten 

seiner Bewährung zulassen. Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeit-

punkt des Entscheides mit einzubeziehen (BGE 134 IV 1 E. 4.2.1). Das Gericht 

kann den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens 

drei Jahren zudem auch teilweise aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem 

Verschulden des Täters genügend Rechnung zu tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB).

2. In Anbetracht der Strafhöhe von 18 Monaten Freiheitsstrafe kommt in objek-

tiver Hinsicht sowohl eine bedingte als auch eine teilbedingte Strafe in Betracht. 

Der Beschuldigte ist, wie dargelegt, mehrfach und teilweise einschlägig vorbestraft. 

Bei den Vorstrafen handelte es sich jedoch allesamt um Geldstrafen, teilweise ver-

bunden mit Bussen. Damit bedarf es mit Blick auf einen möglichen Aufschub des 

Vollzugs der vorliegenden Hauptstrafe auch keiner besonders günstigen Umstände 

im Sinne von Art. 42 Abs. 2 StGB. Der Beschuldigte wird nun zum ersten Mal mit 

einer Freiheitsstrafe belegt. Er zeigte sich auch einsichtig, hat mit einer Therapie 

begonnen und wieder Arbeit gefunden. Vor diesem Hintergrund darf in einer Ge-

samtbetrachtung angenommen werden, dass er sich durch die erstmals ausge-

sprochene Freiheitsstrafe von 18 Monaten beeindruckt zeigen wird und ihn der dro-

hende Widerruf dieser Strafe bei Nichtbewährung von der Begehung weiterer Ver-

gehen und Verbrechen abhalten wird. Dem Beschuldigten ist mithin für die Frei-

heitsstrafe noch einmal der bedingte Vollzug zu gewähren. Den verbleibenden, 

-   33   -

nicht unerheblichen Bedenken ist jedoch mit einer entsprechenden Probezeit im 

Umfang des gesetzlichen Höchstmasses von 5 Jahren Rechnung zu tragen (Art. 44 

Abs. 1 StG). An die Freiheitsstrafe sind gemäss Art. 51 StGB 2 Tage erstandene 

Haft anzurechnen.

3. Der Beschuldigte wird entsprechend der Vorschrift von Art. 44 Abs. 3 StGB 

über die Bedeutung und die Folgen der bedingten Strafe aufgeklärt. Wenn er sich 

bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, d.h. keine Verbrechen oder Vergehen mehr 

begeht, so wird gemäss Art. 45 StGB der aufgeschobene Strafteil nicht mehr voll-

zogen. Begeht er aber während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen und 

ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so widerruft das 

Gericht die Strafe und der Beschuldigte müsste die Freiheitsstrafe absitzen (Art. 46 

Abs. 1 StGB).

4. Die auferlegte Busse ist von Gesetzes wegen zu bezahlen (vgl. Art. 105 

Abs. 1 StGB). Bezahlt der Beschuldigte die ihm auferlegte Busse schuldhaft nicht, 

so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen (vgl. Art. 106 Abs. 2 

StGB).

VI.  Tätigkeitsverbot

1. Wird jemand wegen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 4 oder 5 StGB, die 

sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt hat, zu einer Strafe verurteilt, 

so verbietet ihm das Gericht lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte 

ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen um-

fasst (Art. 67 Abs. 3 lit. c und lit. d Ziffer 2 StGB). Von der Anordnung eines Tätig-

keitsverbots gemäss Art. 67 Abs. 3 StGB darf nicht abgesehen werden, wenn der 

Täter wegen sexueller Nötigung (Art. 189 StGB) verurteilt worden ist (Art. 67 

Abs. 4bis lit. a StGB).

2. Der Beschuldigte hat sich der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 

Abs. 4 und 5 StGB, welche Vorführungen mit sexuellen Handlungen mit Minderjäh-

rigen zum Inhalt hatten, schuldig gemacht und damit eine Katalogtat begangen, die 

in aller Regel ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot mit Blick auf minderjährige Per-

-   34   -

sonen nach sich zieht. Laut Gesetz kann das Gericht nur in besonders leichten 

Fällen ausnahmsweise von der Anordnung eines Tätigkeitsverbotes nach Art. 67 

Abs. 3 StGB absehen, wenn dem Täter nicht eine Pädophilie diagnostiziert wurde 

und ein solches Verbot nicht notwendig erscheint, um ihn von der Begehung wei-

terer Straftaten abzuhalten, wie sie Anlass für das Verbot sind (Abs. 5). Vorliegend 

wurde zwar kein Gutachten über eine mögliche pädophile Störung beim Beschul-

digten erstellt. Bei ihm wurden allerdings nicht nur ein paar wenige, sondern mit 

rund 1600 Bildern und 2 Videos doch eine stattliche Zahl an kinderpornografischem 

Material gefunden. Zudem hat er selber ein solches Video mit einem wissentlich 

Minderjährigen produziert. Von einem besonders leichten Fall, der ein ausnahms-

weises Absehen von einem Tätigkeitsverbot erlauben würde, kann vorliegend nicht 

gesprochen werden. Trotz des Freispruchs im Hauptvorwurf der sexuellen Nöti-

gung ist deshalb – im Ergebnis mit der Vorinstanz – ein lebenslängliches Tätigkeits-

verbot im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB anzuordnen. 

VII.  Zivilansprüche

1. Der Beschuldigte richtet sich im Berufungsverfahren gegen die Schuldsprü-

che der qualifizierten sexuellen Nötigung, der versuchten Nötigung und der Porno-

grafie i.S.v. Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB und beantragt in diesen Punkten einen 

Freispruch, unter entsprechender Abweisung der Zivilforderungen des Privatklä-

gers (Urk. 101 S. 2, Urk. 113 S. 2).

2. Die Zivilforderung setzt sich einerseits aus einer Schadenersatzforderung in 

der Höhe von Fr. 1'628.– (zuzüglich Zins), die der Privatkläger mit Kosten für in 

Anspruch genommenen Therapien im Zusammenhang mit der sexuellen Nötigung 

sowie der versuchten Nötigung, niemandem etwas von dieser zu erzählen, und der 

aus der Therapie folgenden Medikation, welche durch die Krankenkasse des Pri-

vatklägers nicht gedeckt worden sei, zusammen. Andererseits verlangt er eine Ge-

nugtuung für die seelische Unbill, die er als Folge dieses Vorfalls vom Januar 2020 

erlitten habe und die sich in Form einer ausgeprägten Belastungsreaktion, Nerven-

zusammenbrüchen und einem allgemein psychischen Ausnahmezustand geäus-

sert habe und im Rahmen der psychologisch und psychiatrischen Abklärung u.a. 

-   35   -

als posttraumatische Belastungsstörung qualifiziert wurde. Hinsichtlich der Details 

der Begründung der privatklägerischen Zivilklage kann auf die ausführlichen Darle-

gungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 96 S. 64 ff.).

3. Die Vorinstanz hat auch bereits die rechtlichen Grundlagen des Adhäsions-

verfahrens gemäss Art. 122 ff. StPO zutreffend wiedergegeben, so dass auch dar-

auf grundsätzlich verwiesen werden kann (vgl. Urk. 96 S. 62 f.). Gemäss Art. 126 

Abs. 1 lit. a und b StPO hat das Gericht über die anhängig gemachte Zivilklage zu 

entscheiden, wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht oder es diese frei-

spricht und der Sachverhalt spruchreif ist. Ist Letzteres im Falle eines Freispruchs 

nicht der Fall, ist die Zivilklage auf den Zivilweg zu verweisen. Anders als noch vor 

Vorinstanz ist der Beschuldigte vorliegend von den Hauptvorwürfen der sexuellen 

Nötigung sowie der versuchten Nötigung zum Nachteil des Privatklägers, auf wel-

chen dessen Zivilforderung beruht, freizusprechen. Insofern ist der Gutheissung 

der Zivilklage im Adhäsionsprozess bereits die Grundlage entzogen. Wie im Rah-

men der diesbezüglichen Beweiswürdigung erwogen, ist zwar unumstritten, dass 

der sexuelle Kontakt zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger stattge-

funden hat und auf Video aufgezeichnet wurde. Anhand der im Strafverfahren er-

hobenen Beweismitteln gänzlich im Dunkeln geblieben sind jedoch die Hinter-

gründe, die dazu geführt haben, mithin wer die Initiative dazu ergriffen hat und was 

der Zweck davon gewesen sein mag. Nachdem es nach den Regeln der Beweis-

würdigung im Strafprozess bereits ausreicht, dass auch andere (entlastende bzw. 

nicht tatbestandserfüllende) Sachverhaltsversionen denkbar sind bzw. in Frage 

kommen, um einen Freispruch nach sich zu ziehen bzw. es dafür bereits genügt, 

dass nicht unerhebliche Zweifel daran bestehen, dass es sich wie in der Anklage 

umschrieben zugetragen hat, waren die genauen Umstände auch nicht weiter ab-

zuklären. Es ist auch im Adhäsionsprozess nicht Sache des Strafgerichts, zusätzli-

che Beweiserhebungen vorzunehmen, die für die Beurteilung des Strafpunktes 

nicht nötig sind. Soweit aufgrund der verbleibenden Unklarheiten eine zivilrechtli-

che Verantwortlichkeit jedoch noch nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, 

erweist sich die Zivilklage trotz Freispruch als nicht spruchreif. Die Zivilklage des 

Privatklägers ist entsprechend – entgegen den Anträgen der Verteidigung – nicht 

-   36   -

abzuweisen, sondern gestützt auf Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO auf den Zivilweg zu 

verweisen. 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 

StPO). Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten die Kosten des Vorverfahrens und 

des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens – mit Ausnahme jener der amtlichen Ver-

teidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers – vollumfäng-

lich auferlegt (Urk. 95 Dispositiv-Ziffer 16). Der Beschuldigte wird neu hinsichtlich 

des gewichtigsten Vorwurfs der sexuellen Nötigung und überdies vom Vorwurf der 

versuchten Nötigung zum Nachteil des Privatklägers freigesprochen. Die übrigen 

zahlreichen Schuldsprüche blieben aber unangefochten oder werden bestätigt. 

Entsprechend sind ihm die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen 

Gerichtsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung und der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, zur Hälfte aufzuerlegen. Die vor-

instanzliche Kostenfestsetzung – inklusive der Festsetzung der Entschädigungen 

der amtlichen Verteidigung und des unentgeltlichen Rechtsbeistands des Privatklä-

gers – blieb im Berufungsverfahren unbeanstandet. Daran sind keine Änderungen 

vorzunehmen. Die erstinstanzlichen Kosten der amtlichen Verteidigung und der un-

entgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft sind auf die Gerichtskasse zu neh-

men. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO und 

Art. 138 Abs. 1 StPO ist im Umfang der Hälfte vorzubehalten. 

2. Die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens haben die Parteien nach 

Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). In-

wiefern eine Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt ins-

besondere davon ab, in welchem Ausmass ihre im Rahmen der Berufung gestellten 

Anträge gutgeheissen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1025/2014 vom 

9. Februar 2015 E. 2.4.1.).

-   37   -

2.1. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 4'000.– zu ver-

anschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 

lit. b GebV OG).

2.2. Der Beschuldigte dringt mit seiner Berufung hinsichtlich der Freisprüche von 

den Vorwürfen der sexuellen Nötigung und der versuchten Nötigung durch. Glei-

ches gilt – zumindest teilweise – hinsichtlich der Zivilforderung, die vorinstanzlich 

noch gutgeheissen wurde und nunmehr auf den Zivilweg verwiesen wird. Von den 

angefochtenen Schuldsprüchen bleibt einzig jener betreffend Pornografie im Sinne 

von Art. 197 Abs. 4 StGB bestehen. Zudem wird das Tätigkeitsverbot bestätigt. Ins-

gesamt obsiegt der Beschuldigte jedoch in massgeblichem Umfang. Es erscheint 

angemessen, ihm die Kosten des Berufungsverfahrens – mit Ausnahme jener der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Privatklägervertretung – zu einem 

Drittel aufzuerlegen und im Übrigen (2/3) auf die Gerichtskasse zu nehmen.  

2.3. Der amtliche Verteidiger ist durch die Gerichtskasse zu entschädigen 

(Art. 135 StPO i.V.m. Art. 426 StPO). Er machte mit Kostennote vom 24. November 

2023 für das obergerichtliche Verfahren einen Zeitaufwand von etwas über 

14 Stunden geltend (Urk. 115). Dieser Aufwand erscheint angemessen. Rechtsan-

walt lic. iur. X._____ ist entsprechend mit aufgerundet Fr. 3'500.– (inkl. MwSt. und 

Auslagen) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Die Rückzahlungspflicht des 

Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO ist im Umfang der Kostenauflage (1/3) 

vorzubehalten.

2.4. Die unentgeltliche Vertretung des Privatklägers hat für das Berufungsver-

fahren keine Entschädigung geltend gemacht.

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Affoltern vom 

30. September 2022 bezüglich der Dispositiv-Ziffern 1 Lemma 3 und Lemma 

5 - 9 (Schuldsprüche), 2 (Freisprüche von den Vorwürfen der Nötigung, An-

klageziffer 2.3. Ziff. 1 und des Vergehens gegen das Betäubungsmittelge-

-   38   -

setz, Anklageziffer 2.5. Ziff. 2), 9 - 12 (Sicherstellungen) und 13 - 15 (Ko-

stenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist.

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig der Pornografie im Sinne von 
Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB i.V.m. Art. 197 Abs. 1 StGB.

2. Der qualifizierten sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 i.V.m. 

Abs. 3 StGB (Anklageziffer 2.3) und der versuchten Nötigung im Sinne von 

Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 2.3, Ziff. 9) ist der 

Beschuldigte nicht schuldig und wird freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 2 Tage 

durch Haft erstanden sind, und mit Fr. 400.– Busse.

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

5 Jahre festgesetzt.

5. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen.

6. Dem Beschuldigten wird ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot im Sinne von 

Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziffer 2 StGB auferlegt.

7. Die Zivilansprüche des Privatklägers werden auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen.

8. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens, 

mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltli-

chen Vertretung der Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten zur 

Hälfte auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. Die Kos-

ten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Pri-

vatklägerschaft werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzah-

-   39   -

lungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 

Abs. 1 StPO bleibt im Umfang der Hälfte vorbehalten.

9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 4'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 3'500.–   amtliche Verteidigung.

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigung, werden dem Beschuldigten im Umfang von einem Drittel 

auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzah-

lungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt im Um-

fang von einem Drittel vorbehalten.

11. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
 die unentgeltliche Vertreterin des Privatklägers im Doppel für sich und 

zuhanden des Privatklägers

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 
 das Bundesamt für Polizei
 die unentgeltliche Vertreterin des Privatklägers im Doppel für sich und 

zuhanden des Privatklägers 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung 
des DNA-Profils

-   40   -

 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
 die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG, betreffend Freisprüche von den Vorwürfen der sexuellen 
Nötigung und Nötigung).

12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-
chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 24. November 2023

Der Präsident:

Oberrichter lic. iur. Stiefel

Der Gerichtsschreiber:

MLaw Andres

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Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.