# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a9e123b9-9aa3-57fe-a5cf-64d9ca0ef186
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.12.2023 200 2023 595
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-595_2023-12-20.pdf

## Full Text

200 23 595 IV
SCP/SHE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Dezember 2023

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. Juni 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1969 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. 
Beschwerdeführerin) meldete sich im Juni 2016 unter Verweis auf eine seit 
dem 28. April 2014 bestehende Dysmorphophobie sowie eine seit diesem 
Datum bestehende 50%-ige Arbeitsunfähigkeit bei der IV-Stelle Bern 
(nachfolgend IVB oder Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IVB [act. IIA] 12). Letztere tätigte in der Folge erwerbliche und 
medizinische Abklärungen. Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD; vgl. Beurteilung vom 11. Januar 2017 [act. IIA 38]) 
veranlasste sie bei Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, eine Begutachtung (vgl. psychiatrisch-
psychotherapeutisches Gutachten vom 16. August 2017 [act. IIA 46.1]). 
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. IIA 47, 52 f., 55 ff.) und 
Einholen einer Aktenbeurteilung beim RAD vom 21. Dezember 2017 (act. 
IIA 61) sowie einer ergänzenden gutachterlichen Stellungnahme bei Dr. 
med. C.________ vom 3. Januar 2018 (act. IIA 63/2) verneinte die IVB mit 
Verfügung vom 19. Januar 2018 (act. IIA 64) und der Begründung, es liege 
keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vor, einen Anspruch auf Leistungen 
der Invalidenversicherung. Die dagegen von der Versicherten, vertreten 
durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________, erhobene Beschwerde (act. IIA 
67/3) wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, 
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, mit Urteil vom 4. Oktober 2018, 
IV/2018/146 (act. IIA 77), ab. Die dagegen erhobene Beschwerde (act. IIA 
79/2) wies das Bundesgericht (BGer) mit Entscheid vom 19. März 2019, 
8C_772/2018 (act. IIA 80), ab, soweit es darauf eintrat.

B.

Das bereits während des Verfahrens IV/2018/146 am 24. Juni 2018 (act. 
IIA 72) der IVB eingereichte und als „Vorsorgliche Meldung einer 
Verschlechterung des Gesundheitszustands / ausgewiesener Bedarf nach 
lebenspraktischer Hilfe“ betitelte Schreiben der Versicherten behandelte die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 3

IVB wie angekündigt (vgl. Mitteilung vom 29. Juni 2018 [act. IIA 74]) nach 
Abschluss des Beschwerdeverfahrens betreffend die Verfügung vom 19. 
Januar 2018 (act. IIA 64; vgl. auch Schreiben der IVB vom 1. April 2019 
[act IIB 83], in welchem diese die Versicherte aufforderte, eine 
Veränderung der Verhältnisse seit der Verfügung glaubhaft zu machen). 
Nach Abklärungen beim RAD (vgl. Aktennotiz vom 9. August 2019 [act. IIB 
90] sowie Aktenbeurteilung vom 19. August 2019 [act. IIB 92]) und dem 
durchgeführten Vorbescheidverfahren (act. IIB 93 ff.) trat die IVB mit 
Verfügung vom 22. November 2019 (act. IIB 103) und der Begründung, die 
Versicherte habe nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tatsächlichen 
Verhältnisse seit der Verfügung vom 19. Januar 2019 wesentlich geändert 
hätten, auf das Leistungsbegehren nicht ein. Dagegen erhob die 
Versicherte, weiterhin durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ vertreten, 
Beschwerde (act. IIB 106/3). Zufolge Nichtbezahlens des 
Gerichtskostenvorschusses trat das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 30. 
April 2020, IV/2020/32 (act. IIB 111), auf die Beschwerde nicht ein. Das 
Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Bereits mit Verfügung vom 
26. November 2019 (act. IIB 104) hatte die IVB den Anspruch auf eine 
Hilflosenentschädigung verneint. Diese Verfügung blieb unangefochten.

C.

Am 15. Mai 2020 (act. IIB 112 f.) liess die Versicherte durch ihre 
Rechtsvertreterin, Rechtsanwältin Dr. iur. B.________, der IVB eine 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes melden. Gestützt auf die 
Aktenbeurteilung des RAD vom 7. Juli 2020 (act. IIB 116) ging die IVB von 
einer Glaubhaftmachung einer Veränderung der Verhältnisse seit der 
letzten Überprüfung aus und kündigte weitere Abklärungen an (vgl. 
Schreiben der IVB vom 10. Juli 2020 [act. IIB 117]). Nach deren Abschluss 
teilte sie der Versicherten am 25. Februar 2021 (act. IIB 140) mit, zurzeit 
könnten keine Eingliederungsmassnahmen mit Aussicht auf Erfolg 
durchgeführt werden, stellte aber die Prüfung eines Rentenanspruchs in 
Aussicht. Nach weiteren medizinischen Abklärungen veranlasste die IVB 
auf Empfehlung des RAD (vgl. Stellungnahmen vom 28. Juli 2021 [act. IIB 
167] und 21. September 2021 [act. IIB 177]) bei der MEDAS D.________ 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 4

(nachfolgend MEDAS) eine polydisziplinäre Begutachtung (vgl. 
interdisziplinäre Gesamtbeurteilung vom 28. November 2022 inkl. 
Teilgutachten [act. IIB 200.1-200.9]). Mit Vorbescheid vom 31. Januar 2023 
(act. IIC 205) stellte die IVB in Aussicht, der Versicherten bei einem 
Invaliditätsgrad von 50% ab dem 1. November 2020 eine halbe 
Invalidenrente auszurichten. Am 1. Februar 2023 (act. IIC 206) forderte sie 
die Versicherte zur Schadenminderung (Einhaltung und Nachweis der 
Abstinenz von Alkohol und Benzodiazepinen inkl. monatlicher 
Laborkontrollen) auf und wies sie auf die Folgen deren Nichtbefolgung hin 
(vgl. auch E-Mail der IVB vom 7. Februar 2023 [act. IIC 209]). Am 6. März 
2023 (act. IIC 213) liess die Versicherte Einwand gegen den Vorbescheid 
erheben. Weiter ersuchte sie um die Erteilung der unentgeltlichen 
Rechtspflege im Verwaltungsverfahren. Mit Verfügung vom 29. März 2023 
(act. IIC 219) wies die IVB das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Verbeiständung im Verwaltungsverfahren ab. Die Verfügung blieb 
unangefochten. Mit Verfügung vom 13. Juni 2023 (act. IIC 226/2) sprach 
die IVB der Versicherten – wie angekündigt – in Anwendung der 
allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (100% Erwerb) bei 
einem Invaliditätsgrad von 50% ab dem 1. November 2020 eine halbe 
Invalidenrente zu. Am 29. Juni 2023 (act. IIC 228) forderte sie die 
Versicherte letztmals zur Schadenminderung auf (Verzicht auf sämtliche 
nicht ärztlich verordneten Substanzen und Alkohol sowie Durchführung 
monatlicher Laborkontrollen) und wies sie auf die Folgen deren 
Nichtbeachtung (vorübergehende oder dauernde Leistungskürzung, 
konkret Aufhebung der jetzigen Invalidenrente) hin. Ein Schreiben mit fast 
gleichem Inhalt erliess die IVB am 6. September 2023 (act. IIC 247), 
nachdem die Versicherte der Ermahnung der IVB nicht nachgekommen 
war (vgl. diesbezüglich auch Aktennotiz des RAD vom 21. August 2023 
[act. IIC 244]). 

D.

Mit Eingabe vom 21. August 2023 erhob die Versicherte, weiterhin 
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________, Beschwerde gegen die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 5

Verfügung vom 13. Juni 2023 (act. IIC 226/2). Beantragt wird, „ab 2018“ sei 
eine ganze Invalidenrente auszurichten.

Am 23. August 2023 ging per Fax bzw. am 24. August 2023 per Post beim 
Verwaltungsgericht ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein.

Am 24. August 2023 ging beim Verwaltungsgericht eine redaktionell 
bereinigte Beschwerdeschrift datierend vom 21. August 2023 mit 
gleichlautenden Anträgen samt Beilagen und Beilagenverzeichnis ein. 

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 18. Septem-
ber 2023 auf Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 25. September 2023 machte der 
Instruktionsrichter die Beschwerdeführerin auf die Möglichkeit einer 
Schlechterstellung im Falle einer Rückweisung aufmerksam und gab ihr 
Gelegenheit, sich hierzu zu äussern bzw. einer möglichen 
Schlechterstellung durch Rückzug der Beschwerde zu entgehen. Weiter 
hiess er das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
unter Beiordnung von Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ als amtliche 
Anwältin gut. 

Mit Eingabe vom 12. November 2023 hielt die Beschwerdeführerin an ihrer 
Beschwerde fest und machte weitere Ausführungen bzw. reichte dem 
Gericht weitere Unterlagen ein (vgl. u.a. Verschlechterungsmeldung vom 
12. November 2023 an die Beschwerdegegnerin inkl. Bericht des 
Psychiatriezentrums E.________ vom 18. September 2023 [Akten der 
Beschwerdeführerin {act. I} 7]).

Mit prozessleitender Verfügung vom 14. November 2023 stellte der 
Instruktionsrichter der Beschwerdegegnerin die Eingabe der 
Beschwerdeführerin inkl. Beilagen zur Kenntnis zu, gewährte ihr im 
Rahmen von Schlussbemerkungen die Möglichkeit, sich hierzu zu äussern 
und schloss das Beweisverfahren.

Die anschliessende Eingabe der Beschwerdegegnerin datiert vom 17. 
November 2023.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 6

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]) und die Bestimmungen über die 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Ge-
setzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 
155.21]) sind eingehalten.

Die Verfügung vom 13. Juni 2023 (act. IIC 226/2) wurde am 14. Juni 2023 
per B-Post an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin versandt (vgl. 
act. I 2). Unter diesen Umständen ist hinsichtlich des Zeitpunkts der Zustel-
lung auf die Angaben in der Beschwerde (S. 1), wonach die Verfügung am 
19. Juni 2023 bei der Rechtsvertreterin eingetroffen sei, abzustellen (vgl. 
SVR 2011 IV Nr. 32 S. 94 E. 4.1). Etwas anderes wird von der Beschwer-
degegnerin auch nicht geltend gemacht. Unter Beachtung des Fristenbe-
ginns am 20. Juni 2023, dem Fristenstillstand zwischen dem 15. Juli und 
dem 15. August 2023, sowie dem Umstand, dass der letzte Tag der 30-
tägigen Beschwerdefrist ein Sonntag war, erfolgte die Einreichung der Be-
schwerde am Montag 21. August 2023 fristgerecht (Art. 60 i.V.m. Art. 38 f. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 7

ATSG; vgl. auch Sendungsverfolgung der Schweizerischen Post [in den 
Gerichtsakten]), weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. 

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 13. Juni 2023 
(act. IIC 226/2), mit welcher der Beschwerdeführerin in Anwendung der all-
gemeinen Methode des Einkommensvergleichs (100% Erwerb) bei einem 
Invaliditätsgrad von 50% ab dem 1. November 2020 eine halbe 
Invalidenrente zugesprochen wurde. Anstelle der halben Invalidenrente ab 
dem 1. November 2020 verlangt die Beschwerdeführerin die Zusprechung 
einer ganzen Invalidenrente „ab 2018“. Auch wenn lediglich einzelne 
Elemente der Rentenfestsetzung beanstandet werden, bedeutet dies nicht, 
dass die unbestrittenen Teilaspekte in Rechtskraft erwachsen und 
demzufolge der richterlichen Überprüfung entzogen sind (BGE 125 V 413 
E. 2d S. 417). Folglich ist vorliegend nicht bloss der Anspruch auf eine 
höhere Rente sowie der Rentenbeginn zu prüfen, sondern der 
Rentenanspruch als Ganzes. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1

2.1.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. In zeitlicher Hin-
sicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 
Demnach ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage 
zu beurteilen, ob bis zu diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch entstanden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 8

ist. Trifft dies zu, so erfolgt ein allfälliger Wechsel zum neuen stufenlosen 
Rentensystem je nach Alter der Rentenbezügerin oder des Rentenbezü-
gers gemäss lit. b und c der Übergangsbestimmungen des IVG zur Ände-
rung vom 19. Juni 2020 (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 16. Mai 
2023, 8C_608/2022, E. 3.1). Gemäss lit. b Abs. 1 bleibt für Rentenbezüge-
rinnen und -bezüger, deren Rentenanspruch vor Inkrafttreten dieser Ände-
rung entstanden ist und die bei Inkrafttreten dieser Änderung das 55. Al-
tersjahr noch nicht vollendet haben, der bisherige Rentenanspruch solange 
bestehen, bis sich der Invaliditätsgrad nach Art. 17 Abs. 1 ATSG ändert.

2.1.2 Die angefochtene Verfügung erging zwar nach Inkrafttreten der 
IVG-Änderung vom 19. Juni 2020. Indessen liegt der frühestmögliche 
Zeitpunkt der potentiellen Entstehung eines Rentenanspruchs mit Blick auf 
die im 15. Mai 2020 (act. IIB 113) erfolgte Neuanmeldung resp. Meldung 
einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes im November 2020 und 
damit vor dem 1. Januar 2022 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG), weshalb die 
diesbezüglichen Bestimmungen des IVG in der bis 31. Dezember 2021 
gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind (Rz. 9101 des 
Kreisschreibens des Bundesamts für Sozialversicherungen über Invalidität 
und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von 
Verwaltungsweisungen vgl. BGE 144 V 195 E. 4.2 S. 198). Da die 1969 
geborene Beschwerdeführerin am 1. Januar 2022 das 55. Altersjahr noch 
nicht vollendet hatte und in den Akten keine Anhaltspunkte für danach bis 
zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 13. Juni 2023 eingetretene 
Revisionsgründe vorliegen (vgl. diesbezüglich auch 3.6), haben über den 1. 
Januar 2022 hinaus die altrechtlichen Regeln ihre Gültigkeit.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits-
unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 9

möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 
130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a) und die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen 
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 
gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid 
(Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der 
Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 
70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid 
ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf 
eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein 
solcher auf eine Viertelsrente.

2.4

2.4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer 
erwerbstätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach 
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, 
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, 
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

2.4.2 Nach aArt. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG fest-
gelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich 
ermittelt (aArt. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der 
Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des 
Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 10

Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen 
zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 
I 21 E. 2.1 S. 23).

2.4.3 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach 
Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des 
Invaliditätsgrads der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und 
der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich 
summiert (aArt. 27bis Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung 
vom 17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]). Die Berechnung des 
Invaliditätsgrades in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 
ATSG. Dabei sind Validen- und Invalideneinkommen auf der Grundlage 
einer hypothetischen Vollzeittätigkeit zu ermitteln (BGE 145 V 370). Die 
prozentuale Erwerbseinbusse wird schliesslich anhand des 
Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre, gewichtet (aArt. 27bis Abs. 3 IVV). Für die Berechnung des 
Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der 
prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im 
Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person 
nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des Anteils des 
Aufgabenbereichs gewichtet (aArt. 27bis Abs. 4 IVV).

2.4.4 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig 
Erwerbstätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur 
Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung 
(Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, 
ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten 
Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde 
(BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der 
Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet 
werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig 
wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; SVR 2020 IV Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 11

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung, d.h. die 
Meldung einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes vom 15. Mai 
2020 (act. IIB 113), eingetreten (act. IIB 117). Die Eintretensfrage ist – da 
nicht streitig – vom Gericht nicht zu beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 
114).

Vorliegend ist durch einen Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der mit 
VGE IV/2018/146 (act. II 77, bestätigt durch BGer 8C_772/2018 [act. II 80]) 
bestätigten Verfügung vom 19. Januar 2018 (act. II 64), mit welcher 
insbesondere gestützt auf das psychiatrisch-psychotherapeutische 
Gutachten des Dr. med. C.________ vom 16. August 2017 (act. II 46.1) 
das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens verneint 
wurde, und der hier angefochtenen Verfügung vom 13. Juni 2023 (act. IIC 
226/2) zu prüfen, ob in den tatsächlichen Verhältnissen eine wesentliche 
Änderung eintrat, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad in 
anspruchsbegründender Weise zu beeinflussen (vgl. BGE 144 I 103 E. 2.1 
S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1). Die 
Verfügung vom 22. November 2019 (act. IIB 103), mit welcher eine 
Glaubhaftmachung einer Veränderung seit der Verfügung vom 19. Januar 
2018 verneint und auf die Neuanmeldung nicht eingetreten wurde, stellt 
keine Vergleichsbasis dar, erfolgte doch keine umfassende Überprüfung 
des Leistungsanspruchs mit rechtskonformer medizinischer 
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 
Einkommensvergleichs (BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114).

3.2 Seit der leistungsverweigernden Verfügung vom 19. Januar 2018 
(act. II 64) liegt mit der seit Dezember 2019 dauerhaft eingetretenen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 12

Lungenfunktionsstörung (vgl. interdisziplinäre MEDAS-Gesamtbeurteilung 
vom 28. November 2022 [act. IIB 200.1/7 Ziff. 4.1] und pneumologisches 
MEDAS-Teilgutachten [act. IIB 200.4/6 ff. Ziff. 7 f.] i.V.m. den Berichten von 
Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 25. 
März 2020 [act. IIB 113/11] und Dr. med. G.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin sowie Pneumologie, vom 27. April 2021 [act. IIB 
156/3]) offensichtlich ein medizinischer Revisionsgrund vor, so dass eine 
freie Prüfung des Rentenanspruchs zu erfolgen hat (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 
11).

3.3 Aus medizinischer Sicht ist den Akten im Wesentlichen das 
Folgende zu entnehmen:

In der interdisziplinären MEDAS-Beurteilung vom 28. November 2022 (act. 
IIB 200.1) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit gestellt (S. 9 Ziff. 4.3.1):

- Störungen durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig (lowdose) 
Substanzkonsum (ICD-10 F10.24)

- Leichte bis mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung mit im 
Vordergrund stehender Verlangsamung

- Double Depression (ICD-10 F33.8)

- Körperdysmorphe Störung (ICD-10 F22.8)

- Differentialdiagnose: Hypochondrische Störung (ICD-10 F45.2)

- Mittel- bis schwergradig eingeschränkte Lungenfunktion mit/bei

- COPD (ICD-10 J44.82)

- morbide Adipositas Grad III (ICD-10 E66.06)

- Ruhe und Belastungshypoxämie

- anhaltendes Zigarettenrauchen von 50-60 py (ICD-10 Z72.0)

- sekundäre pulmoral-arterielle Hypertonie (Erstdiagnose: November 
2019; ICD-10 I27.2)

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden akzentuierte 
Persönlichkeitszüge mit selbstunsicheren und ängstlich-vermeidenden 
Anteilen (ICD-10 Z73.1), ein degeneratives Lendenwirbelsäulensyndrom, 
eine Refluxösophagitis sowie eine Eisenmangelanämie (Ziff. 4.3.2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 13

Auf psychiatrischer Ebene habe die Versicherte teilweise eine 
Beeinträchtigung bei der Anpassung an Regeln und Routinen, bei der 
Anwendung fachlicher Kompetenzen und bei der Entscheidungs- und 
Urteilsfähigkeit. Ebenso sei die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung 
von Aufgaben und die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit mittelgradig 
eingeschränkt. Das Durchhaltevermögen sei mässig beeinträchtigt. Die 
Selbstbehauptungsfähigkeit sei deutlich begrenzt. Die Kontaktfähigkeit zu 
Dritten und die Gruppenfähigkeit seien entsprechend ebenfalls limitiert. In 
der Beziehung zu vertrauten Menschen gebe es kaum Probleme. Die 
Fähigkeit zu Spontanaktivitäten sei teilweise eingeschränkt. Die 
Selbstpflege, Kleidung und Sauberkeit seien angemessen. Die 
Verkehrsfähigkeit sei vorhanden – die Versicherte fahre selbstständig mit 
öffentlichen Verkehrsmitteln. Somatisch interferiere sehr wahrscheinlich die 
seit fünf Jahren vorhandene progrediente Adipositas mit den FEV1/FVC-
Quotienten, indem es bei Adipositas in aller Regel zu einer Abnahme der 
FVC und folglich zu einer Pseudo-Normalisierung einer vormals 
dokumentierten am FEV1-FCV-Quotienten gemessenen Obstruktion 
komme. Neben diesem obstruktiven Defekt müsse oxymetrisch von einer 
Ruhe- und vor allem Belastungshypoxämie ausgegangen werden. Auch bei 
der Gasaustauschstörung dürfte die morbide Adipositas eine zusätzliche 
kausale Rolle spielen. Verantwortlich für die obstruktive Lungenkrankheit 
sei das frühere und anhaltende Zigarettenrauchen von kumulativ etwa 50 
pack-years. Neben der obstruktiven Lungenkrankheit müsse eine 
sekundäre pulmonal arterielle Hypertonie (PAH) vermutet werden. Die 
Diagnose sei 2019 echokardiographisch erfolgt. Nicht ausgeschlossen sei 
in der Genese dieser PAH neben der COPD eine (nächtliche) chronische 
Hypoventilation, bedingt durch die morbide Adipositas. Indiz für eine 
Hypoventilation sei auch die oxymetrisch gemessene tiefe Basis-O2-
Sättigung um 90%. Rheumatologisch und allgemein-internistisch fänden 
sich keine relevanten Leiden (S. 8 Ziff. 4.3). 

Die vorgetragenen Atembeschwerden seien plausibel und könnten durch 
die objektiven Befunde begründet werden. In den Akten werde die letzte 
Lungenfunktion vom 26. April 2021 einer mittelschweren COPD 
zugeordnet. Rein formal gemäss COPD-Gold-Definition sei dies nicht 
korrekt, da der FEV1/FVC-Quotient sowohl vor als auch nach Beta-2-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 14

Simulation > 70% betrage, also, wie in der aktuellen Spirometrie auch, ein 
restriktives und nicht obstruktives Muster vorhanden sei. Die 
bodyplethysmographisch erhebliche Überblähung, gemessen am 26. April 
2021, spreche aber klar für einen rauchbedingten Lungenschaden im Sinne 
der Obstruktion mit möglichem Lungenemphysem. Wahrscheinlich sei, 
dass bei diesem lungenfunktionell etwas inkonsistenten Verlauf die seit 
2017 dokumentierte massive Gewichtszunahme von geschätzt 35 kg eine 
Rolle spiele. Aus der Zusammenschau des kognitiven Profils, der 
Verhaltensbeobachtung und den Ergebnissen der Beschwerdevalidierung 
sei von einer guten Anstrengungsbereitschaft auszugehen. Die 
neuropsychologischen Ergebnisse würden daher als valide und 
uneingeschränkt interpretierbar eingeschätzt. Aus der Sicht der anderen 
beteiligten Disziplinen seien die angegebenen Beschwerden und das 
Verhalten während der Untersuchung konsistent und in Bezug auf die 
Alltagsaktivität, auf die Akten und auch auf die aktuell durchgeführten 
Untersuchungen nachvollziehbar (Ziff. 4.2). 

Polydisziplinär ergebe sich für die angestammte Tätigkeit als …/… 
aufgrund der führenden psychiatrischen Leiden seit dem 4. Juni 2018 eine 
vollständige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. In angepasster Tätigkeit 
(körperlich sehr leichte und wenig stressbehaftete Tätigkeiten mit 
vermehrtem Pausenbedarf, einfache praktische vorstrukturierte Arbeiten 
ohne permanenten Zeit- und Termindruck, mit der ausreichenden 
Möglichkeit zur Eigen- und Fremdkontrolle und ohne besondere 
Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen) ergebe 
sich aufgrund der psychiatrischen und pneumologischen Diagnosen bei 
einem Vollzeitpensum von achteinhalb Stunden täglich eine 
Leistungseinschränkung von 50%. Retrospektiv sei seit der 
neuropsychologischen Voruntersuchung vom 4. Juni 2018 von einer 
Verschlechterung auszugehen, zumal sich insbesondere eine 
ausgeprägtere Verlangsamung zeige. Die in diesen medizinischen 
Disziplinen attestierten Arbeitsunfähigkeiten würden sich nicht addieren. 
Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte ab dem frühen 
Erwachsenenalter (Beginn der Drogenabhängigkeit) in ihrer Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Die COPD sei erstmals 2020 festgestellt 
worden. Die Arbeitsfähigkeit sei seither diesbezüglich ebenfalls 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 15

eingeschränkt. Bei Eintritt in das Erwerbsleben ca. 1988 sei wohl noch 
keine COPD vorhanden und die Arbeitsfähigkeit uneingeschränkt gewesen. 
Die Versicherte sei damals auch normalgewichtig gewesen. Internistisch 
und rheumatologisch bestünden keine Leiden mit Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit (S. 9 ff. Ziff. 4.4 ff.). 

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati-
on einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen In-
halt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezial-
ärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswür-
digung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien ge-
gen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 
227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2020 IV Nr. 
71 S. 246 E. 2.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 16

3.5 Das MEDAS-Gutachten vom 28. November 2022 mit 
interdisziplinärer Gesamtbeurteilung und Teilgutachten in fünf Disziplinen 
(act. IIB 200.1 ff.) erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung an 
Expertisen (vgl. E. 3.4 hiervor). Die Feststellungen der Gutachter beruhen 
auf eigenen spezialärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis der 
Vorakten (act. IIB 200.6) sowie unter Berücksichtigung der geklagten 
Beschwerden getroffen worden. Die Beschwerdeführerin wurde in den 
betroffenen Disziplinen untersucht und beurteilt. Die Gutachter haben ihre 
Befunde und Diagnosen im Rahmen einer interdisziplinären Beurteilung 
schliesslich diskutiert und darauf basierend das Leistungsprofil 
einleuchtend erstellt. Sie kamen zum nachvollziehbaren und 
überzeugenden Schluss, dass die Beschwerdeführerin in der 
angestammten Tätigkeit als …/… bzw. der zuletzt ausgeführten Tätigkeit 
als … seit dem 4. Juni 2018 zu 100% arbeitsunfähig ist (act. IIA 200.1/10 
Ziff. 4.6) und ihr ebenfalls seit dem 4. Juni 2018 eine leidensangepasste 
Tätigkeit vollzeitig mit einer Leistungsfähigkeit von 50% zumutbar ist (Ziff. 
4.7). Die Beurteilungen der medizinischen Zusammenhänge sind für die 
streitigen Belange umfassend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum 
Gesundheitszustand werden nachvollziehbar und einleuchtend begründet. 
Dem Gutachten kommt damit auch unter Berücksichtigung der übrigen 
ärztlichen Berichte sowie dem Vorbringen der Beschwerdeführerin (vgl. 
Beschwerde sowie Eingaben vom 23. August und 12. November 2023 [in 
den Gerichtsakten]) voller Beweiswert zu und es ist darauf abzustellen. 

Soweit die Beschwerdeführerin die Arbeitsfähigkeit von 50% in einer 
leidensangepassten Tätigkeit kritisiert und vorbringt, die Beurteilungen in 
den Teilgutachten widersprächen der Beurteilung aus interdisziplinärer 
Sicht, vermag dies nicht zu überzeugen. Wegleitend für die 
Gesamtarbeitsfähigkeit sind gemäss interdisziplinärer Gesamtbeurteilung 
das psychiatrische und das pneumologische Teilgutachten (act. IIB 201.1/9 
Ziff. 4.5). In psychiatrischer/neuropsychologischer Hinsicht besteht die 
Beeinträchtigung vor allem in der Verlangsamung, d.h. einem reduzierten 
Rendement, und es wurde in leidensangepasster Tätigkeit eine 50%-ige 
Arbeitsfähigkeit attestiert (act. IIB 200.5/14 ff. Ziff. 7.1 und 8.1 f. sowie act. 
IIB 200.7/6 f.). Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin geht die 
psychiatrische Gutachterin nicht von einem 50%-Pensum aus. Vielmehr 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 17

geht sie von einem zumutbaren Vollzeitpensum bei einer Verminderung der 
Leistungsfähigkeit um 50% wegen verlangsamtem Arbeitstempo und der 
erniedrigten emotional-kognitiven Belastbarkeit aus (act. IIB 200.5/16 Ziff. 
8.2). Dafür, dass der Beschwerdeführerin eine volle Präsenz nicht 
zumutbar ist, gibt es keine Hinweise, zumal in der interdisziplinären 
Gesamtbeurteilung – wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringt (vgl. 
Beschwerdeantwort S. 2 Ziff. 3) – explizit ein zumutbares ganztägiges 
Pensum mit einer Leistungseinschränkung von 50% festgehalten wird (act. 
IIB 200.1/10 Ziff. 4.7). Soweit der Beschwerdeführerin aus 
pneumologischer Sicht mit Bezug auf eine volle Leistungsfähigkeit ein 
erhöhter Pausenbedarf zugestanden wird (act. IIB 200.4/7 Ziff. 8.2), steht 
dies nicht in Widerspruch zur Gesamtbeurteilung, wonach bei einem 
verlangsamten Arbeitstempo sich die pneumologischen Einschränkungen 
nicht additiv auswirken (vgl. act. IIB 200.1/9 Ziff. 4.5). Anders als die 
Beschwerdeführerin vorbringt, besteht aus pneumologischer Sicht eine 
50%-ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Dabei wurde der 
zusätzliche Pausenbedarf bereits berücksichtigt (act. IIB 200.4/7 Ziff. 8.2). 
Das Gleiche gilt bezüglich der geltend gemachten Verlangsamung bei der 
psychiatrischen Festlegung der Leistungsfähigkeit von 50% (act. IIB 
200.5/16 Ziff. 8.2). Weiter wurde von den MEDAS-Gutachtern namentlich 
im Rahmen der psychiatrischen Beurteilung auch der neuropsychologische 
Konsiliumsbericht von lic. phil. H.________ vom 4. Juni 2018 (act. IIA 
72/10) berücksichtigt (vgl. act. IIB 200.5/8 Ziff. 4.3.1, 200.5/12 Ziff. 7.1, 
200.5/15 f. Ziff. 8.1 f., 200.7/7). Entgegen dem Vorbringen der 
Beschwerdeführerin wird aus neuropsychologischer Sicht aber gerade kein 
reduziertes Pensum für notwendig erachtet, sondern es wird wegen 
Vorliegens der leichten bis mittelschweren neuropsychologischen 
Funktionsstörung eine um 40% reduzierte psychomentale Belastbarkeit 
angenommen, woraus eine Leistungsfähigkeit von 60% resultiert (act. IIA 
72/16), was wie erwähnt in der psychiatrischen Beurteilung 
mitberücksichtigt wurde. Weiter äussern sich entgegen dem Vorbringen der 
Beschwerdeführerin sämtliche Teilgutachter zur Leistungsfähigkeit (act. IIB 
200.7/6 f. i.V.m. act. IIB 200.5/14 ff. Ziff. 7.1 ff., act. IIB 200.4/6 ff. Ziff. 7.1 
ff., act. IIB 200.3/6 ff. Ziff. 7.1 ff., act. IIB 200.2/6 ff. Ziff. 7.1 ff.). Auch wurde 
– anders als von der Beschwerdeführerin vorgebracht – die interdisziplinäre 
Gesamtbeurteilung von allen beteiligten Gutachtern unterzeichnet. Dass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 18

dies auf der letzten Seite bei der „Erklärung zur Unabhängigkeit, 
Unbefangenheit und Objektivität“ sowie der „Bestätigung der Übermittlung 
der Tonaufnahme (sofern kein Verzicht der vP vorliegt)“ erfolgte, ändert 
daran nichts bzw. vermag den Beweiswert des Gutachtens in keiner Weise 
zu schmälern. Ebenfalls nicht der Umstand, dass die einzelnen 
Teilgutachten nicht unterschrieben sind. Gemäss höchstrichterlicher 
Rechtsprechung (vgl. SVR 2018 IV Nr. 18 S. 56 E. 4.1.2) genügt es, wenn 
– wie vorliegend erfolgt – die fachärztlichen Teilgutachten in das 
Gesamtgutachten integriert werden und dieses von allen Teilgutachtern 
unterschrieben wurde.

Aufgrund des Dargelegten erweist sich die gesamtmedizinische 
Beurteilung, wonach in einer leidensbedingten Tätigkeit seit dem 4. Juni 
2018 bezogen auf ein Vollzeitpensum bei vermehrtem Pausenbedarf eine 
Leistungsfähigkeit von 50% besteht (act. IIA 200.1/10 Ziff. 4.7), als 
nachvollziehbar und überzeugend begründet, weshalb ihr 
uneingeschränkte Beweiskraft zukommt und darauf abzustellen ist.

3.6 Soweit schliesslich die Eingabe vom 12. November 2023 (in den 
Gerichtsakten), mit welcher dem Gericht die am gleichen Tag der 
Beschwerdegegnerin eingereichte „Verschlechterungsmeldung“ (inkl. 
Bericht des Psychiatriezentrums E.________ vom 18. September 2023; 
act. I 7), in welchem von einem seit Anfang Mai 2023 vermehrten 
Alkoholkonsum mit Hospitalisation ab 26. Mai 2023 berichtet wird, zur 
Kenntnis gebracht wurde, betreffend, ist auf den Grundsatz hinzuweisen, 
wonach für die Beurteilung des Rentenanspruches die Entwicklung des 
Gesundheitszustandes bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 
13. Juni 2023 (act. IIC 226/2) massgebend ist (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 
S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140), wobei auch im Verwaltungsverfahren der 
Untersuchungsgrundsatz seine Grenze an der Mitwirkungs- bzw. 
Meldepflicht der Beschwerdeführerin findet (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429, 
122 V 157 E. 1a S. 158), welcher die Beschwerdeführerin diesbezüglich 
nicht nachgekommen ist. Ungeachtet dessen dauerte die ab Mai 2023 
geltend gemachte Verschlechterung im Verfügungszeitpunkt noch weniger 
als drei Monate (vgl. dazu Art. 88a Abs. 2 IVV), weshalb sie im 
vorliegenden Verfahren unberücksichtigt bleiben kann. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 19

4.

Die Beschwerdegegnerin hat die Invaliditätsbemessung ausschliesslich 
nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (100% Erwerb) 
vorgenommen, obwohl dieser Annahme einer vollzeitlichen 
Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall gemäss den nachfolgenden 
Ausführungen gewichtige Fakten entgegenstehen, wie der 
Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 25. September 2023 unter 
Androhung einer allenfalls daraus resultierenden Schlechterstellung 
mitgeteilt wurde: 

Gemäss Lebenslauf (act. IIA 73/8 ff.) ergeben sich hinsichtlich der 
schulischen und ausbildungsmässigen Verhältnisse keine Auffälligkeiten. 
Auch gab die Beschwerdeführerin gegenüber Dr. med. C.________ im Juli 
2017 an, die frühkindliche Entwicklung sei, aufgewachsen in einem 
„religiösen und strengen“ Milieu, unauffällig verlaufen. Dass sie nach 
Erlangen der Volljährigkeit aus diesem Milieu ausbrach und ab Anfang der 
1990er Jahren alternative Lebensformen mit Drogenkonsum durchlebte 
(act. IIA 46.1/6 Ziff. 2), stellt per se keinen Gesundheitsschaden dar. Die 
Beschwerdeführerin absolvierte – anders als dem von ihr eingereichten 
Lebenslauf zu entnehmen ist (vgl. act. IIA 73/8) – ihre Ausbildung zur …/… 
nicht von 1989 bis 1990, sondern bereits ab dem 18. März 1987 mit 
Abschluss und Erlangung des Fähigkeitsausweises am 18. März 1988 (act. 
IIA 12/5 Ziff. 5.3, 73/10, 200.4/3). Danach hat sie gemäss IK-Auszug und 
eigenen Aussagen regelmässig, wenn auch nur „temporär“ und „maximal 
einige Monate“ am gleichen Arbeitsplatz, während zwei bis drei bzw. drei 
bis vier Jahren in ihrem angestammten Beruf gearbeitet, bis sie in die 
„Drogensucht gerutscht“ ist (vgl. diesbezüglich etwa act. IIA 14/4, 46.1/6 
Ziff. 2, act. IIB 122/5, 200.3/2 Ziff. 3.2.6, 200.5/4 Ziff. 3.2.5). Damit ist 
erstellt, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des 
Ausbildungsabschlusses gesundheitlich nicht eingeschränkt war und 
danach aus invaliditätsfremden Gründen in einem Gesundheitsberuf denn 
auch nicht ungewöhnlichen Teilzeitpensum (vgl. dazu Einträge im IK-
Auszug) arbeitstätig war. Bei dieser Sachlage kann weder von der geltend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 20

gemachten Frühinvalidität noch von einer Vollzeitbeschäftigung die Rede 
sein.

Die diesen Fakten widersprechende Annahme der Beschwerdegegnerin, 
die Beschwerdeführerin wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen 
vollzeitlich erwerbstätig, dürfte wohl auf dem Bericht der Sozialarbeiterin 
vom 12. August 2020 (act. IIB 126) beruhen, wonach diese aufgrund des 
Umstands, dass der Sohn der Beschwerdeführerin mittlerweile erwachsen 
sei, davon ausging, diese wäre ohne gesundheitliche Beschwerden in 
einem Vollzeitpensum erwerbstätig. Dass der 2000 geborene Sohn 
mittlerweilen, d.h. am 20. August 2018, die Volljährigkeit erreicht hat, ist ak-
tenmässig erstellt (vgl. etwa act. IIA 12/3 Ziff. 3). Indessen lebt er weiterhin 
im mütterlichen Haushalt (3- bzw. 3 ½-Zimmerwohnung; act. IIA 46.1/7 Ziff. 
2, act. IIB 200.2/3 Ziff. 3.2.8, 200.3/2 Ziff. 3.2.8) und beteiligt sich bei der 
Führung des Haushalts nicht bzw. kaum (vgl. act. IIB 200.3/3 Ziff. 3.2.10, 
act. IIB 200.4/4 Ziff. 3.2.10). Im Herbst 2017, als noch keine Invalidität im 
Sinne des Gesetzes vorlag (vgl. etwa act. IIA 64 i.V.m. 77 i.V.m. 80), der 
Sohn 17-jährig war und die Beschwerdeführerin nicht mehr mit 
Betreuungspflichten belastet war, hat sie gegenüber den Ärzten des 
Psychiatriezentrums E.________ ausgeführt, sie arbeite an zwei halben 
Tagen am … und während Ferienablösungen bis zu 50%, wobei sie immer 
wieder an ihre Grenzen stosse und sie könne sich nicht vorstellen, wieder 
zu diesem Pensum zu arbeiten (vgl. Kurzaustrittsbericht des 
Psychiatriezentrums E.________ vom 20. September 2017 [act. IIA 67/13]; 
vgl. dazu auch Kurzbericht der Sozialarbeiterin vom 23. Juni 2016 [act. IIA 
15]). Damit ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin nach dem Wegfall ihrer 
Betreuungspflichten aus freien Stücken bzw. invaliditätsfremden Gründen 
nur teilzeitlich zu einem Pensum von maximal 50% ihre Erwerbstätigkeit 
wieder aufgenommen hat. Was die Beschwerdeführerin dagegen bzw. 
gegen die ihr im Rahmen der Androhung einer Schlechterstellung 
mitgeteilten Fakten vorbringt (vgl. Eingabe vom 12. November 2023 [in den 
Gerichtsakten] S. 2 f.), überzeugt nicht. So erweisen sich insbesondere ihre 
Angaben im Fragebogen betreffend Arbeitspensum vom Januar 2023 (act. 
IIC 204), wonach sie im Jahr des Eintritts des Gesundheitsschadens 2014 
zu ca. 70% im Stundenlohn angestellt gewesen bzw. im Jahr 2008 mit 
einem Pensum von 50% wieder ins Berufsleben eingestiegen sei und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 21

dieses im Laufe der Jahre auf bis ca. 70% gesteigert habe, in Anbetracht 
des in diesem Jahr verdienten Einkommens von Fr. 15‘439.-- (act. IIA 14/3, 
act. IIB 122/4) als unwahrscheinlich und unzutreffend. Gleich verhält es 
sich mit dem gegenüber den Gutachtern angegebenen Arbeitspensum von 
50% als … bis 2017 (vgl. act. IIB 200.2/3 Ziff. 3.2.5, 200.3/2 Ziff. 3.2.6, 
200.5/9 Ziff. 6.1), widerspricht dieses doch dem in der Leistungsanmeldung 
im Jahr 2014 angegebenen Arbeitspensum von 20% (act. IIA 12/6 Ziff. 5.4), 
welches sich in den Jahren der Arbeitstätigkeit für die I.________ AG (2008 
bis 2018) mit kleineren Schwankungen immer in diesem Umfang (von 20%) 
bewegt haben dürfte (vgl. hierzu die der Ausgleichskasse gemeldeten 
Einkommen der Beschwerdeführerin im IK-Auszug [act. IIA 14/3, act. IIB 
122/4]). So hat denn auch der rheumatologische Gutachter festgehalten, 
gemäss Akten habe die Beschwerdeführerin zwischen 2008 und 2018 in 
einem Pensum von 20-30% als … gearbeitet (act. IIB 200.3/5 Ziff. 6.1; vgl. 
auch neuropsychologisches Teilgutachten [act. IIB 200.7/3] sowie 
interdisziplinäre Gesamtbeurteilung [act. IIB 200.1/6 Ziff. 3.4]) bzw. seit 
Januar 2019 arbeite sie zu 20% oder weniger (drei bis zehn Stunden pro 
Woche) als … (act. IIB 200.1/6 Ziff. 3.4, act. IIC 213/4). Damit überzeugt 
auch das Vorbringen nicht, sie sei mit der Tätigkeit als … unter 
Berücksichtigung von Ferienvertretungen auf ein Pensum von 50% 
gekommen (vgl. Eingabe vom 12. November 2023 [in den Gerichtsakten] 
S. 1). Vielmehr spricht der Umstand, dass die Beschwerdeführerin bis zur 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Juni 2018 nicht 
höherprozentig arbeitstätig war als in einem Pensum von 20% bzw. 
höchstens 30%, gegen ihre Annahme, sie wäre im Gesundheitsfall zu 
100% erwerbstätig. Dies im Übrigen ungeachtet der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung zum Scheidungsrecht (vgl. BGE 141 III 481 E. 4.7.6 S. 
487), wonach ihr als obhutsberechtigter Elternteil (act. IIA 32/2; Scheidung 
2014) ab obligatorischer Beschulung des Sohnes eine Erwerbsarbeit von 
50%, ab dessen Eintritt in die Sekundarschule I eine solche von 80% und 
ab dessen Vollendung des 16. Lebensjahres ein Vollzeiterwerb zuzumuten 
gewesen wären. Gesundheitliche oder familiäre Gründe, warum sie nicht 
zu solchen Arbeitspensen erwerbstätig wurde, liegen wie dargelegt nicht 
vor. Ihr Vorbringen (vgl. Eingabe der Beschwerdeführerin vom 12. 
November 2023 S. 1 f.), sie hätte aufgrund des Budgetdefizits gemäss dem 
aktuellen Sozialhilfebudget ihr Arbeitspensum drastisch erhöht, ist durch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 22

die hiervor dargelegten Fakten widerlegt und entspricht auch nicht der 
sozialhilferechtlichen Praxis zur Verpflichtung einer Erwerbsaufnahme, 
welche sich am sozialen Existenzminimum (in casu Fr. 2‘011.-- pro Monat 
bzw. Fr. 24‘132.-- pro Jahr; act. I 6) einerseits und hinsichtlich der 
Zumutbarkeit an den persönlichen Umständen, insbesondere dem Alter (in 
casu bei Wegfall der Betreuungspflichten 48-jährig) andererseits zu 
orientieren hat. Bei einem erforderlichen Finanzbedarf von weniger als Fr. 
30‘000.-- pro Jahr gilt die Behauptung der Ausübung eines Vollzeitpensums 
als widerlegt. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die 
Beschwerdeführerin gemäss eigenen Aussagen auch die Fr. 30‘000.-- 
Schulden „nicht weiter“ zu belasten scheinen (act. IIB 200.5), ihr 
Erwerbsverhalten sich mithin nicht über den finanziellen Druck steuern 
lässt.

Aufgrund des Dargelegten ist damit nicht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin im 
Gesundheitsfall zu 100% erwerbstätig wäre. Damit erweist sich die von der 
Beschwerdegegnerin gewählte Methode der Invaliditätsbemessung als 
unzutreffend, weshalb die angefochtene Verfügung aufzuheben ist und die 
Akten an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sind, damit sie den 
Invaliditätsgrad nach der gemischten Methode neu festsetzt. Soweit die 
Beschwerdeführerin mit Verweis auf die Meldung einer Verschlechterung 
ihres Gesundheitszustandes an die Beschwerdegegnerin vom 24. Juni 
2018 (act. IIA 72) einen Rentenanspruch per 1. Dezember 2018 bzw. 1. 
Juni 2019 zu begründen versucht, ist ihr nicht zu folgen. Das besagte 
Neuanmeldungsverfahren wurde mit Verfügung vom 22. November 2019 
(act. IIB 103) rechtskräftig (vgl. VGE IV/2020/32 [act. IIB 111]) erledigt.

5.

Zusammenfassend ist die gegen die Verfügung vom 13. Juni 2023 (act. IIC 
226/2) erhobene Beschwerde gutzuheissen. Die angefochtene Verfügung 
ist aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen, damit sie im Sinne der Erwägungen vorgehe (vgl. E. 4 [in 
fine] hiervor) und über den Leistungsanspruch neu verfüge. Eine dann 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2023, IV/23/595, Seite 23

allenfalls resultierende Schlechterstellung ist der Beschwerdeführerin mit 
prozessleitender Verfügung vom 25. September 2023 angedroht worden.

Damit erübrigen sich vorliegend Ausführungen zum Einkommensvergleich 
und insbesondere zu den Vorbringen eines allfälligen leidensbedingten 
Abzugs (vgl. etwa Beschwerde S. 3 f. sowie Eingabe vom 12. November 
2023 [in den Gerichtsakten] S. 3). 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die als unterliegend geltende Beschwerdegegne-
rin zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

6.2 Die formell obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf 
Ersatz ihrer Parteikosten (Art. 108 Abs. 3 VRPG).

Entsprechend der angemessenen Kostennote von Rechtsanwältin Dr. iur. 
B.________ vom 15. November 2023 wird die Parteientschädigung auf Fr. 
4‘034.55 (Honorar von Fr. 3‘682.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 64.10 und 
Mehrwertsteuer von Fr. 288.45) festgesetzt. Diesen Betrag hat die 
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

6.3 Die mit prozessleitender Verfügung vom 19. Januar 2023 gewährte 
unentgeltliche Rechtspflege kommt bei diesem Verfahrensausgang nicht 
zum Tragen. Das betreffende Gesuch ist daher als erledigt vom Geschäfts-
verzeichnis abzuschreiben (vgl. MICHEL DAUM, in: HERZOG/DAUM [Hrsg.], 
Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, 
2. Aufl. 2020, Art. 39 N. 1).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 13. Juni 2023 wird 
aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewie-
sen, damit sie im Sinne der der Erwägungen vorgehe und über den 
Rentenanspruch neu verfüge.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4‘034.55 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

5. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird vom Geschäftsver-
zeichnis abgeschrieben.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.