# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77880331-1dad-510b-9930-bc704d6d183e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 07.02.2013 SB120433
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120433_2013-02-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: SB120433-O/U/eh 
 
 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. M. Langmeier, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

Ch. von Moos und Ersatzoberrichter lic. iur. E. Leuenberger sowie 

die Gerichtsschreiberin lic. iur. N. Burri 

 

Urteil vom 7. Februar 2013 

 

in Sachen 

 

1. A._____, 
2. ... 

1  amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. U. Krättli,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin  

 

betreffend  

versuchte schwere Körperverletzung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom  
14. Juni 2012 (DG120068) 

-   2   - 

Anklage: 
(Urk. 35) 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 1. März 2012 ist 

diesem Urteil beigeheftet. 

 

 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 120 S. 33ff.) 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigten A._____ und B._____ sind schuldig der versuchten 

schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wo-

von bis und mit heute 459 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen 

Strafantritt erstanden sind. 

3. Es wird für den Beschuldigten A._____ eine stationäre therapeutische Mass-

nahme im Sinne von Art. 59 StGB (Behandlung von psychischen  

Störungen) angeordnet.  

4. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wo-

von bis und mit heute 352 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen 

Strafantritt erstanden sind. 

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten B._____ wird im Umfang 

von 18 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im 

Übrigen (18 Monate, abzüglich 352 Tage, die durch Haft  

erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

-   3   - 

6. Bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom  

29. April 2009 ausgefällten Geldstrafe von 6 Tagessätzen à Fr. 50.-- wird die 

Probezeit um 1 Jahr verlängert. 

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 1. März 2012 unter SK-Nr. ... 

beschlagnahmten Gegenstände (1 Pfefferspray "SABRE Red", 1 Feuerzeug 

"BIC") werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlas-

sen.  

8. Die Beschuldigten werden solidarisch verpflichtet, dem Privatkläger  

C._____ Fr. 200.– als Schadenersatz und Fr. 4'000.– zuzüglich  

5 % Zins ab 5. Februar 2011 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

werden die Anträge des Privatklägers abgewiesen. 

9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'000.-- ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 307.80   Kosten der Kantonspolizei Beschuldigter 1 

Fr. 307.80   Kosten der Kantonspolizei Beschuldigter 2  

Fr. 4'500.--   Gebühr Anklagebehörde Beschuldigter 1 

Fr. 4'500.--   Gebühr Anklagebehörde Beschuldigter 2 

Fr. 10'990.90   Auslagen Untersuchung Beschuldigter 1 

Fr. 2'323.70   Auslagen Untersuchung Beschuldigter 2 

Fr. 15'282.--   Auslagen Gutachten Beschuldigter 1 

Fr. 8'452.80   amtliche Verteidigung Untersuchung Beschuldigter 1 

Fr. 16'231.15   amtliche Verteidigung Beschuldigter 1 

Fr.     amtliche Verteidigung Beschuldigter 2 (ausstehend) 

Fr. 7'800.55   unentgeltliche Geschädigtenvertretung 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

10. Die Kosten der Untersuchung und 60 % der Kosten des gerichtlichen Ver-

fahrens sowie die Kosten seiner amtlichen Verteidigung werden dem  

Beschuldigten A._____ auferlegt, aber einstweilen auf die Gerichtskasse 

-   4   - 

genommen. Eine Nachforderung erfolgt, sobald es die wirtschaftlichen  

Verhältnisse des Beschuldigten erlauben.  

11. Die Kosten der Untersuchung und 40 % der Kosten des gerichtlichen  

Verfahrens sowie die Kosten seiner amtlichen Verteidigung werden dem  

Beschuldigten B._____ auferlegt, aber einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen. Eine Nachforderung erfolgt, sobald es die wirtschaftlichen Ver-

hältnisse des Beschuldigten erlauben.  

12. Die Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung werden auf die  

Gerichtskasse genommen. 

 

 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 136 S. 1f.) 

1. Dispositivziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 

14. Juni 2012 sei aufzuheben und es sei der Beschuldigte mit einer Frei-

heitsstrafe von 18 Monaten zu belegen. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und es sei eine Probezeit 

von zwei Jahren anzusetzen. 

2. Dispositivziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 

14. Juni 2012 sei aufzuheben. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse. 

 

 

-   5   - 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 137 S. 2) 

1. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren zu bestrafen. 

2. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom  

14. Juni 2012 zu bestätigen. 

 

Erwägungen: 

1. Prozessuales 

1.1. Der Beschuldigte A._____ wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich,  
7. Abteilung, vom 14. Juni 2012 wegen versuchter schwerer Körperverletzung im 

Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB mit 36 Monaten 

Freiheitsstrafe bestraft. Weiter wurde für den Beschuldigten A._____ eine  

stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB (Behandlung 

von psychischen Störungen) angeordnet. Der Mitbeschuldigte B._____ wurde mit 

36 Monaten Freiheitsstrafe bestraft, der Vollzug wurde im Umfang von 18 Mona-

ten aufgeschoben und im Umfang von 18 Monaten angeordnet. Die  

Probezeit wurde auf drei Jahre festgesetzt (Urk. 120 S. 33). Gegen den genann-

ten Entscheid meldete der Beschuldigte A._____ (nachfolgend: Beschuldigter) mit 

Datum vom 18. Juni 2012 Berufung an (Urk. 106). Der Mitbeschuldigte  

B._____ erhob kein Rechtsmittel.  

1.2. Mit Eingabe vom 5. Oktober 2012 reichte der Beschuldigte die schriftliche  
Berufungserklärung ein (Urk. 121). Nach Zustellung der Berufungserklärung des 

Beschuldigten und Fristansetzung zur Erklärung einer Anschlussberufung mit 

Präsidialverfügung vom 24. Oktober 2012 (Urk. 125) erhob die Staatsanwaltschaft 

mit Eingabe vom 14. November 2012 Anschlussberufung (Urk. 127). Der Privat-

kläger liess sich nicht verlauten. Mit Präsidialverfügung vom 27. November 2012 

wurde das Doppel der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft dem Beschul-

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digten und dem Privatkläger zugestellt (Urk. 129) und danach zur Berufungsver-

handlung am 7. Februar 2013 vorgeladen (Urk. 131).  

1.3. Zur Berufungsverhandlung am 7. Februar 2013 erschienen der Beschuldigte 
persönlich (vorgeführt aus dem vorzeitigen Strafvollzug) in Begleitung seines  

amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, sowie Staatsanwalt lic. iur. 

U. Krättli (Prot. II S. 4ff.). 

 

2. Umfang der Berufung 

1.4. Der Beschuldigte beschränkt seine Berufung auf Dispositiv Ziffer 2 (Strafzu-
messung) und 3 (Anordnung einer Massnahme) des vorinstanzlichen Entscheides 

(Urk. 121). 

1.5. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft richtet sich einzig gegen die 
Bemessung der Strafe (Urk. 127), demnach Dispositiv Ziffer 2 des erstinstanzli-

chen Entscheides.  

1.6. Mangels Berufung ist der vorinstanzliche Entscheid in Rechtskraft erwach-
sen, soweit dieser einzig den Mitbeschuldigten B._____ betrifft. Es sind dies Dis-

positiv Ziffern 4-6. Weiter sind die Dispositiv Ziffern 1 (Schuldspruch  

Beschuldigter und Mitbeschuldigter B._____), 7 (Einziehungen), 8 (Zivil-

ansprüche Privatkläger) und 9-12 (Kostenfestsetzung und -verteilung) in Rechts-

kraft erwachsen. Das ist vorab vorzumerken. 

 

3. Strafzumessung 

1.7. Strafrahmen 

Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt auf Geldstrafe nicht unter 180 Tages-

sätzen bis Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren festgelegt. 

Dem Beschuldigten ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz aufgrund seiner 

kombinierten Persönlichkeitsstörung eine leichte Verminderung der Schuldfähig-

-   7   - 

keit zu attestieren. Festzuhalten ist ebenfalls, dass die im Tatzeitpunkt beim  

alkoholgewohnten Beschuldigten vorgelegene Alkoholisierung nicht zu einer zu-

sätzlichen Verminderung der Steuerungsfähigkeit führte (Urk. 120 S. 17f.; Art. 82 

Abs. 4 StPO). Die Persönlichkeitsmerkmale des Beschuldigten seien es, welche 

aus gutachterlicher Sicht die Annahme vertreten lassen würden, dass dessen 

Enthemmung und aggressive Verhaltensbereitschaften die das bei vergleichbaren 

Tätern übliche Mass überschreiten würden und daher eine leichte Verminderung 

der Schuldfähigkeit rechtfertige (Urk. 56 S. 62).  

Der Verteidiger übt im Berufungsverfahren erneut Kritik am Gutachten, welche 

sich jedoch nicht auf die Diagnose der verminderten Schuldfähigkeit bezieht, son-

dern auf die Einschätzung der Rückfallgefahr und der Notwendigkeit einer Mass-

nahme (Urk. 136 S. 5 und 8ff.). Auf die Kritik der Verteidigung am Gutachten ist 

daher weiter hinten im Rahmen der Prüfung einer Massnahme näher einzugehen 

(nachfolgend Ziff. 4.4). 

Der Vorinstanz ist weiter zuzustimmen, dass sich die versuchte Tatbegehung zu 

Gunsten des Beschuldigten auszuwirken hat. 

Jedoch führen sowohl die verminderte Schuldfähigkeit als auch die versuchte 

Tatbegehung nicht zu einer Erweiterung des abstrakten Strafrahmens, sondern 

diese sind innerhalb des ordentlichen Strafrahmens strafreduzierend zu berück-

sichtigen, da vorliegend keine Gründe bestehen, den ordentlichen Strafrahmen  

zu erweitern (Urk. 120 S. 19; Art. 82 Abs. 4 StPO). Somit bleibt es beim Straf-

rahmen von Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen bis zu Freiheitsstrafe von 

zehn Jahren.  

1.8. Verschulden 

Zwecks Vermeidung von Wiederholungen ist vorweg auf die korrekten allgemei-

nen Ausführungen der Vorinstanz zur Strafzumessung zu verweisen (Urk. 120  

S. 19f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Zum Vorgehen bei der Strafzumessung ist zu  

ergänzen, dass das Bundesgericht in neueren Entscheiden die Regeln zur Straf-

zumessung modifiziert und in Grundsatzentscheiden das nachfolgend skizzierte 

-   8   - 

Modell vorgegeben hat (BGE 136 IV 55 E.5.4.; Entscheide des Bundesgerichts 

6B_323/2010 vom 23. Juni 2010 E. 2, 6B_865/2009 vom 25. März 2010 und 

6B_238/2009 vom 8. März 2010, je mit Hinweisen). Die Ausführungen des  

Bundesgerichts werden ergänzt durch weitere Strafzumessungskriterien, die sich 

aus der Literatur und der weiteren Rechtsprechung des Bundesgerichts ergeben. 

Ausgehend von der objektiven Tatschwere hat das Gericht das Verschulden zu 

bewerten. Es hat im Urteil darzutun, welche verschuldensmindernden und welche 

verschuldenserhöhenden Gründe im konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer 

Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu gelangen. Dem Tatverschulden 

kommt nach der Rechtsprechung bei der Strafzumessung eine entscheidende 

Rolle zu (Urteil des Bundesgerichtes 6B_165/2011 vom 19. Juli 2011 E. 1.5.2.; 

BGE 136 IV 55 E. 5.4. und BGE 134 IV 17 E. 2.1.). Dieses beurteilt sich anhand 

der gesamten Tatumstände. Der Gesetzgeber hat einzelne Kriterien aufgeführt, 

welche für die Verschuldenseinschätzung von wesentlicher Bedeutung sind und 

allenfalls bewirken können, das Verschulden als derart gering einzustufen, dass 

eine Strafe unterhalb des ordentlichen Strafrahmens geboten ist. So trifft etwa  

- neben einer allfällig verminderten Schuldfähigkeit - denjenigen einen geringeren 

Schuldvorwurf, dem lediglich eventualvorsätzliches Handeln anzulasten ist  

(Art. 12 Abs. 2 StGB). Das Strafgesetzbuch selbst erwähnt verschiedene  

Umstände, die das Verschulden reduzieren können: Wenn der Täter aus  

achtenswerten Beweggründen, in schwerer Bedrängnis oder unter dem Eindruck 

einer schweren Drohung gehandelt hat; ebenso wenn sein Handeln durch eine 

Person, der er Gehorsam schuldet oder von der er abhängig ist, veranlasst  

worden ist (Art. 48 lit. a StGB). Im gleichen Sinne ist von einem minderen Ver-

schulden auszugehen, wenn der Täter durch das Verhalten der verletzten Person 

ernsthaft in Versuchung geführt worden ist (Art. 48 lit. b StGB), wenn er in einer 

heftigen Gemütsbewegung oder unter grosser seelischer Belastung (Art. 48 lit. c 

StGB) gehandelt hat. Ein reduziertes Verschulden trifft auch denjenigen, der die 

Tat durch Unterlassung begeht (Art. 11 Abs. 4 StGB). Zu nennen sind schliesslich 

die entschuldbare Notwehr (Art. 16 Abs. 1 StGB) und der entschuldbare Notstand 

(Art. 18 Abs. 1 StGB), der vermeidbare Irrtum über die Rechtswidrigkeit (Art. 21 

StGB), der Rücktritt (Art. 23 Abs. 1 StGB) und die Gehilfenschaft (Art. 25 StGB). 

-   9   - 

In all diesen Fällen liegen Sachverhaltselemente vor, die sich verschuldens-

mindernd auswirken, was zu einer milderen Strafe führt. Auf der anderen Seite 

sind Umstände denkbar, welche das Tatverschulden erhöhen und namentlich die 

wegen der reduzierten Einsichts- bzw. Steuerungsfähigkeit des Täters geringere 

Schuld wieder auszugleichen vermögen. Zu erwähnen ist beispielsweise ein  

verwerfliches Motiv.  

Weiter zu berücksichtigen sind das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die  

Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolges (Deliktsbetrag, Gefähr-

dung/Risiko, Sachschaden etc.), die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt 

hat, das "Mass an Entscheidungsfreiheit" beim Täter sowie die sogenannte  

Intensität des deliktischen Willens (Donatsch/Flachsmann/Hug/ Weder, Schweize-

risches Strafgesetzbuch, Kommentar, 18. Auflage, Zürich 2010, N11 zu Art. 47 

StGB samt Zitaten). Je leichter es für ihn gewesen wäre, die Norm zu respektie-

ren, desto schwerer wiegt die Entscheidung gegen sie (Entscheide des Bundes-

gerichts 6S.270/2006 vom 5. September 2006 E. 6.2.1., 6S.43/2001 vom  

19. Juni 2001 E. 2. und 6S.333/2004 vom 23. Dezember 2004 E. 1.1.; BGE 122 

IV 241 und Pra 2001 S. 832 lit. a; Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, AT II, 

2.A., Bern 2006, S. 179 N 13; Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 

Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen, 2008, N 21 zu Art. 47 StGB). Auch die  

Grösse des Tatbeitrages (bei mehreren Tätern) und die hierarchische Stellung 

sind von Bedeutung (vgl. Hans Wiprächtiger in BSK StGB I, 2.A., Basel 2007,  

N 69 ff. zu Art. 47 StGB; Trechsel, a.a.O., N 18 ff. zu Art. 47 StGB). 

Es liegt im Ermessen des Sachrichters, in welchem Umfang er die verschiedenen 

Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Das Gericht ist nicht gehalten, in Zahlen 

oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzumessungskriterien  

bewertet (Urteil des Bundesgerichtes 6B_524/2010&6B_626/2011 vom  

8. Dezember 2011 E. 4.4.).  

Das Gesamtverschulden ist zu qualifizieren und mit Blick auf Art. 50 StGB im  

Urteil ausdrücklich zu benennen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen 

nach Schweregrad auszugehen ist. Das Bundesgericht drängt in seiner aktuellen 

Praxis vermehrt darauf, dass Formulierung des Verschuldens und Festsetzung 

-   10   - 

des Strafmasses auch begrifflich im Einklang stehen (Urteile des Bundesgerichtes 

6B_524/2010&6B_626/2011 vom 8. Dezember 2011 E. 4.4., 6B_1096/2010 vom 

7. Juli 2011 E. 4.2., 6B_1048/2010 vom 6. Juni 2011 E. 3.2. und 6B_763/2010 

vom 26. April 2011 E. 4.1.).  

 

Hierauf ist in einem zweiten Schritt innerhalb des zur Verfügung stehenden  

Strafrahmens die (hypothetische) Strafe zu bestimmen, die diesem Verschulden  

entspricht (Urteil des Bundesgerichtes 6B_524/2010&6B_626/2011 vom  

8. Dezember 2011 E. 4.4.). 

1.9. Tatkomponente 

1.9.1. Objektives Tatverschulden 

Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass der Beschuldigte in brutaler und massiver 

Weise gegen Leib und Leben des Privatklägers vorging. Zum konkreten Vorgehen 

ist anzuführen, dass er dem Privatkläger zwei Mal Pfefferspray ins Gesicht  

sprühte, insgesamt, während des gesamten Tatablaufs, 30 bis 40 Mal gegen den 

Kopf und den Oberkörper des Privatklägers einschlug und diesem anschliessend 

im Hinterhof zwei weitere heftige Fusstritte versetzte und ihm, als er am Boden  

kauerte und schlussendlich am Boden lag, weitere mindestens acht Fusstritte, 

davon mindestens vier bis fünf mit Wucht gegen den Kopf, versetzte. Dem  

Verteidiger kann dabei keineswegs zugestimmt werden, dass die Faustschläge 

vor dem Geschehen im Hinterhof nicht von grosser Intensität gewesen sein  

könnten, da der Privatkläger weder davongerannt, noch zusammengebrochen sei 

oder anderweitig reagiert habe (Urk. 96 S. 5; 137 S. 4). In der Aufzeichnung  

(Urk. 8/2) ist deutlich ersichtlich, dass der Privatkläger schwankte und ange-

schlagen war sowie eindeutig von den beiden Beschuldigten davonrannte, welche 

ihm folgten. 

Zum Vorgehen im Hinterhof zeigt die Aufzeichnung (Urk. 8/2) mit aller Deutlichkeit 

das gewaltsame, brutale und skrupellose Verhalten des Beschuldigten. Der  

Beschuldigte trat zuerst mit Wucht aus dem Stand, etwa im 90 Grad Winkel, in 

"Kampfsportmanier", zwei mal gegen den Privatkläger ein. Dadurch geriet der  

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Privatkläger ins Wanken und ging zu Boden. Als der Privatkläger sich dann in die-

ser unterlegenen und wehrlosen Position auf dem Boden befand, trat der  

Beschuldigte mit Wucht von oben nach unten mit der Fuss- bzw. Schuhsohle ge-

gen den Kopf und Oberkörper des Privatklägers. Wie in der Anklageschrift um-

schrieben, gleicht das Treten einem Stampfen, einem "etwas zertreten". Ersicht-

lich ist auch, dass der Beschuldigte einmal gar auf dem Körper des Privatklägers 

"aus- bzw. abrutschte". Auch hier ist zu betonen, dass dieses Treten bzw.  

Stampfen durchaus mit Kraft bzw. Einsatz von durchaus erheblichen Körper-

gewicht ausgeführt wurde. Anschliessend trat der Beschuldigte weiter gegen den 

Privatkläger ein, indem er mit dem Fuss bzw. Bein ähnlich eines Fussballkicks 

ausholte. Entgegen der Verteidigung (Urk. 96 S. 5; Urk. 137 S. 3) kann auch hier 

keine Rede sein von Treten und Kicken ohne besondere Wucht oder Heftigkeit. 

Die Bilder der Aufzeichnung zeigen deutlich ein anderes Bild. Der Beschuldigte 

trat bzw. kickte mit Kraft zu und bei den Kicks ist ebenfalls deutlich zu erkennen, 

dass er mit dem Bein ausholte und diese daher eindeutig mit Schwung ausführte. 

An dieser Beurteilung ändert nichts, dass noch stärkere Tritte (z.B. mit Anlauf) 

möglich wären und der Beschuldigte Sport- und keine schweren Schuhe trug. 

Dem Verteidiger kann damit in keiner Weise beigepflichtet werden, dass die Tritte 

mit einer gewissen Hemmung ausgeführt worden seien und es vielmehr darum 

gegangen sei, jemanden zu entwürdigen, als diesen zu verletzen (Prot. I S. 12; 

Urk. 137 S. 3). 

Erschwerend kommt beim ganzen Tatvorgehen hinzu, dass die ursprüngliche 

Auseinandersetzung zwischen dem Privatkläger und den beiden Beschuldigten 

spätestens nachdem sich der Privatkläger nach den Schlägen an der  

Verzweigung D._____-Strasse / E._____-Strasse von den beiden Beschuldigten 

entfernt hatte, bzw. vor den beiden davon gerannt war, beendet und deeskaliert 

war. Es bestand kein ersichtlicher Grund und Anlass, den Privatkläger weiter zu 

verfolgen. Einzige Erklärung ist, dass die beiden den Privatkläger schlichtweg 

weiter verprügeln wollten. Die beiden Beschuldigten jagten den Privatkläger rich-

tiggehend weiter und "trieben" ihn schliesslich in einen Hinterhof. Ebenso ist ver-

schuldenserhöhend zu gewichten, dass der Beschuldigte weiter massiv auf den 

-   12   - 

Privatkläger eintrat, als dieser bereits zu Boden gegangen war und er sich gegen-

über den ohnehin schon anzahlmässig überlegenen Beschuldigten in einer unter-

legenen Position befand. Zudem kommt erheblich erschwerend hinzu, dass die 

Fusstritte gegen den Kopf, einer enorm empfindlichen Körperstelle mit zentralen 

und lebenswichtigen Körperfunktionen, erfolgten und dies bei einem Körperge-

wicht des Beschuldigten von damals zirka 96 Kilogramm (Urk. 135 S. 15). Das 

Eintreten und Stampfen gegen den Kopf auf den anfänglich am Boden kauernden 

und schliesslich am Boden liegenden Privatkläger ist als besonders verwerflich zu 

würdigen, insbesondere da der Kopf des Privatklägers schliesslich auf dem  

Betonboden auflag.  

Das objektive Tatverschulden ist daher als eher schwer zu veranschlagen. 

1.9.2. Subjektives Tatverschulden 

Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass das Verhalten des Beschuldigten von einer 

erheblichen kriminellen Energie zeugt, auch dass es sich um ein sinnlos brutales 

Verhalten aus nichtigem Anlass handelt (Urk. 120 S. 20). Der Beschuldigte führte 

dazu aus, er könne sein Vorgehen nicht erklären (Urk. 3/4 S. 6; 91 S. 5). Es sei 

einfach mit ihm durchgegangen (Urk. 3/4 S. 6). Er könne nicht erklären, warum er 

mit dem Schlagen nicht aufgehört habe. Er denke nicht, dass er in einem 

Rauschzustand gewesen sei, denn dann wären die Verletzungen wesentlich 

schwerer ausgefallen (Urk. 3/11 S. 5).  

Die Vorinstanz ging bei der Erstellung des Sachverhalts durchaus wohlwollend 

von einem Eventualvorsatz hinsichtlich einer schweren Körperverletzung aus 

(Urk. 120 S. 17). Der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind aber auch Fälle 

zu entnehmen, in welchen von versuchter Tötung ausgegangen wurde. Im  

Entscheid 6B_13/2007 vom 29. Juni 2007 ging es um einen Täter, der mit den  

Füssen auf den Körper des im Schlafzimmer am Boden liegenden, stark  

alkoholisierten Opfers eintrat und einstampfte. Das Bundesgericht führte aus, wer 

mit äusserster Brutalität gegen ein unterlegenes und infolge erheblicher Alkoholi-

sierung weitgehend wehrloses Opfer vorgehe (mit voller Kraft auf dem Opfer  

 

-   13   - 

herumtrample, auch wenn keine Schuhe getragen werden), wisse um das Risiko 

der Todesfolge (E. 4.5). Wer in derart brutaler Weise auf ein Opfer einschlage, 

entwickle nicht erst im Nachhinein eine Gleichgültigkeit gegenüber der möglichen 

Todesfolge, sondern finde sich bereits vorher für den Fall des Eintritts damit ab 

(E. 4.6). Das Opfer im Entscheid 6P.186/2006 (6S.419/2006) vom 21. Februar 

2007 wurde von mehreren Tätern mit Gewalt zu Boden gedrückt und es wurden 

ihm schwere Fusstritte gegen den Kopf versetzt mit dem Ziel, es bis zur Regungs-

losigkeit zu verletzen. Das Bundesgericht stellte sich auf den Standpunkt, auf-

grund der Vorgehensweise sei es einzig dem Zufall zu verdanken gewesen, wel-

che Folge eintreten werde. Keiner der Täter habe ernsthaft darauf vertrauen kön-

nen, es werde schon nicht zum Tode des Opfers (welches schwere Verletzung 

davon getragen hatte) kommen. Die Täter hätten den Tod des Opfers vielmehr in 

Kauf genommen. Aufgrund der Gewalthandlungen der Täter in der Schlussphase 

ihres Angriffs, d.h. aufgrund der unkoordinierten, aber gezielten Fusstritte mit teil-

weise festem Schuhwerk gegen den für schwerste und tödliche Verletzungen  

besonders empfindlichen Kopfbereich des bereits am Boden liegenden wehr- und 

schutzlosen Opfers, sei der Schluss der Vorinstanz jedenfalls im Ergebnis haltbar, 

der Täter habe den Tod des Opfers in Kauf genommen, zumal es den Tätern  

darum gegangen sei, das Opfer reglos zu schlagen (E. 3.2.4). Indem die Angreifer 

das Opfer mit Gewalt niederdrückten und mit schwerem Schuhwerk gemeinsam 

wuchtig gegen den Kopf des Opfers traten, musste sich dem Täter nicht zuletzt 

aufgrund des Handlungszieles spätestens in der Schlussphase des Angriffs (das 

Opfer reglos zu machen) die Verwirklichung des Erfolgs als so wahrscheinlich 

aufdrängen, dass sein Verhalten vernünftigerweise nur als dessen Inkaufnahme 

ausgelegt werden kann. Daran ändert nichts, dass ihm der Eintritt des Erfolgs  

unerwünscht gewesen sein mag. Der Eventualvorsatz setzt nicht voraus, dass der 

Täter mit dem Erfolg innerlich einverstanden war (E. 7.4.1). In einem weiteren 

Entscheid (6P.147/2006; 6S.324/2006 vom 6. November 2006) ging es um ein 

Opfer, das nach mehreren Schlägen mit dem Kopf gegen eine Betonwand stiess, 

nach unten rutschte und wehrlos auf dem Boden sass. In der Folge trat der Täter 

mit seinem rechten Fuss zwei oder drei Mal mit grosser Kraft gegen dessen  

Gesicht. Nach kurzer Zeit kehrte der Täter zurück und stampfte mit seinem  

-   14   - 

rechten Fuss zwei bis dreimal auf den Kopf des Opfers, um dessen "Kurzzeit-

gedächtnis zu löschen". Das Bundesgericht führte u.a. aus, der Täter habe ange-

sichts der Umstände ernsthaft damit rechnen müssen, dass seine zusätzlichen 

Fusstritte bzw. sein Stampfen auf den Kopf des am Boden liegenden Opfers, das 

möglicherweise schon durch Schläge in der zweiten Phase (Fusstritten gegen das 

sitzende Opfer) die Frakturen am Gesichtsschädel erlitten hatte, die bereits  

erlittenen Verletzungen derart verschlimmern würden, dass sie zum Tod hätten 

führen können. Es treffe zwar zu, dass die Fusstritte auf den Kopf des Opfers für 

sich alleine den Schuldspruch der versuchten Tötung noch nicht zu tragen ver-

möchten. Doch sei auch unter diesem Gesichtspunkt der Umstand zu berücksich-

tigen, dass der Täter auf ein Opfer eingestampft habe, das bereits mit erheblichen 

Verletzungen am Boden lag. Indem der Täter dennoch auf den Kopf des  

verletzten Mannes eintrat, um bei diesem eine Amnesie zu bewirken, musste sich 

bei ihm die Verwirklichung des Erfolgs als derart wahrscheinlich aufdrängen, dass 

sein Verhalten vernünftigerweise nur als deren Inkaufnahme ausgelegt werden 

kann (E. 8.4.2). 

Der Beschuldigte hat im vorliegenden Fall gemäss dem erstellten (und auch aner-

kannten) Sachverhalt dem am Boden kauernden (kniend, mit hängendem Kopf 

und Gesicht gegen den Boden gerichtet) und hernach liegenden wehrlosen  

Privatkläger "mindestens 8 heftige Tritte mit dem rechten Fuss, davon mindestens 

4 - 5 gegen den Kopf, je mit Wucht, mit der Schuhsohlen von oben herab  

(Stampfen / etwas zertreten) und mit ausholender und heftiger Beinschwingbewe-

gung (wie Fussballtritt)" gegen den Kopf versetzt und hat "die restlichen Fusstritte 

in derselben Weise gegen den Oberkörperbereich" gerichtet. Dabei wussten der  

Beschuldigte und sein Mittäter, "dass sie durch die mehreren massiven Fusstritte 

gegen den Kopf den Geschädigten in unmittelbare Lebensgefahr bringen (z.B. 

Hirnblutungen) oder ihn äusserst schwer verletzen könnten (allenfalls bleibende 

Schäden wie Verlust des Augenlichts oder Entstellung des Gesichts)" (vgl. Urk. 35 

S. 4 f.). Das massive Hämatom mit blutender Schürfung frontal in der Mitte der 

Stirne unterhalb des Haaransatzes, welches der Privatkläger (u.a.) dabei erlitt 

(Urk. 9/3 und 9/4), zeigt, dass sein Kopf als Folge der Tritte und der Stampf-

bewegungen auf den Boden prallte.  

-   15   - 

Wer aber - zu zweit - in derart massiver Weise und mehrfach mit dem Fuss auf 

den für schwerste und tödliche Verletzungen besonders empfindlichen Kopf-

bereich eines stark angetrunkenen, durch zahlreiche frühere Schläge zunächst 

taumelnden und danach auf dem Boden kauernden und schliesslich liegenden, 

schutz- und wehrlosen Opfers eintritt (beide Täter) und einstampft (Beschuldig-

ter), der nimmt nicht nur schwerste Verletzungen oder eine unmittelbare Lebens-

gefahr in Kauf, sondern den Tod des Opfers. Die Art und Weise des Einstampfens 

auf den Kopf des Privatklägers zeigt, dass es dem Beschuldigten um ein  

Zertreten, ein Zerstören eines Lebens ging. Dem Beschuldigten musste sich die 

Verwirklichung eines solchen Erfolgs als derart wahrscheinlich aufdrängen, dass 

sein Verhalten vernünftigerweise nur als dessen Inkaufnahme ausgelegt werden 

kann. Daran ändert nichts, dass ihm der Eintritt des Erfolgs unerwünscht gewesen 

sein mag. Damit wäre aber von einem Tötungsversuch auszugehen gewesen.  

Allerdings kann am Schuldspruch der Vorinstanz heute nichts mehr geändert 

werden, ist dieser doch mangels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen.  

Bei der Würdigung der Tatschwere ist indessen zu berücksichtigen, dass die  

Vorgehensweise des Beschuldigten geeignet war, dem Privatkläger schwerste 

Verletzungen zuzufügen, die ohne Weiteres hätten in eine dauernde und  

gravierende Schädigung des Privatklägers münden können. Das Handeln  

liegt somit nahe an der Grenze zu einer eigentlichen Tötungshandlung. Leicht  

relativierend wirkt sich der Eventualvorsatz aus.  

Die leichte Verminderung der Schuldfähigkeit ist dem Beschuldigen (vgl. Gutach-

ten Urk. 56 S. 62) in subjektiver Hinsicht leicht verschuldensmindernd anzurech-

nen. Eine zusätzliche Minderung der Schuldfähigkeit aufgrund des Alkoholein-

flusses im Tatzeitpunkt liegt nicht vor (Urk. 56 S. 62). Entgegen der Verteidigung 

ist bei der Berücksichtigung der verminderten Schuldfähigkeit gemäss bundes-

gerichtlicher Rechtsprechung keine lineare Reduktion nach einem bestimmten  

Tarif vorzunehmen (vgl. BGE 136 IV 55, E. 5.3). 

-   16   - 

In einer Abwägung der verschiedenen Faktoren vermag die subjektive Tat-

komponente die objektive jedoch nicht zu relativieren, weshalb es insgesamt bei 

einem eher schweren Tatverschulden bleibt. 

1.9.3. Einsatzstrafe für Tatkomponente 

Für das mutmasslich vollendete Delikt ist bei einem insgesamt eher schweren 

Tatverschulden des Beschuldigten eine Einsatzstrafe im Bereich von 7 Jahren 

Freiheitsstrafe zu veranschlagen. 

1.10. Versuch 

Der Privatkläger erlitt "nur" Verletzungen im Bereich einer einfachen Körperverlet-

zung im Sinne von Art. 123 StGB. Dass der Privatkläger nicht schwerere Ver-

letzungen davon trug, ist jedoch einzig dem Zufall zu verdanken. Der Beschuldig-

te hat alles getan, dem am Boden liegenden Privatkläger schwerste Verletzungen 

zuzufügen. Welche Folgen das "Auf-den-Kopf-einstampfen" haben würde, konnte 

der Beschuldigte weder voraussehen noch steuern. Er selbst räumte ein, er habe 

die Tritte und Schläge nicht bewusst kontrolliert und anerkannte, dass diese auf 

der Aufzeichnung nicht sehr kontrolliert aussehen würden (Urk. 135 S. 9). Er hat 

nicht das Geringste dazu beigetragen, dass es nur bei Verletzungen blieb, die 

sich im Nachhinein als einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB er-

wiesen. Daher ist dem Beschuldigten die versuchte Tatbegehung nur leicht straf-

mindernd anzurechnen. Wenn die Vorinstanz dafür von einem Zehntel der  

Einsatzstrafe ausgeht (Urk. 120 S. 21, 23), ist dem zu folgen. 

1.11. Täterkomponente 

Dass der Beschuldigte eine schwierige Kindheit und Jugend durchlebte, ist aus 

den Akten ersichtlich. Dem Gutachten ist allerdings auch zu entnehmen, dass 

beim Beschuldigten bereits im Kinder- bzw. Jugendalter Verhaltensauffälligkeiten 

und krankhafte Persönlichkeitsmerkmale bestanden (Urk. 56 S. 46f.). Die derzeit 

bestehende Persönlichkeitsstörung mit dissozialen und narzisstischen Anteilen 

gründet daher im Kindes- und Jugendalter des Beschuldigten. Insbesondere der 

Vorfall mit seiner Mutter stellt ein gravierendes und prägendes Erlebnis in der 

-   17   - 

Kinder- bzw. Jugendzeit des Beschuldigten dar. Im Vordergrund steht beim  

Beschuldigten zwar eindeutig die Persönlichkeitsstörung, doch sind ihm in gerin-

gem Masse auch die schwierigen familiären Verhältnisse in der Kinder- und  

Jugendzeit strafmindernd anzurechnen.  

Die nicht einschlägige Vorstrafe ist im vorliegenden Kontext vernachlässigbar,  

eine Straferhöhung ist nicht angezeigt.  

1.12. Weitere Strafzumessungskriterien 

1.12.1. Die Vorinstanz rechnete dem Beschuldigten dessen Geständnis im Um-
fang von neun Monaten strafmindernd an. Zum Geständnis des Beschuldigten ist 

zu betonen, dass er den gravierendsten Teil des Vorfalls, nämlich das gegen den 

Kopf treten, als der Privatkläger am Boden lag, zu Beginn ausdrücklich bestritt 

(Urk. 3/1 und 3/2) und er, als die Aufzeichnung als Beweismittel vorlag und ihm 

diese anlässlich der Einvernahme vorgespielt wurden, keine Aussagen machte 

(Urk. 3/3). Erst bei der darauffolgenden Einvernahme gestand er ein, den am 

Boden liegenden Privatkläger getreten zu haben (Urk. 3/4). Das vollumfängliche 

Geständnis legte er dann erst am 6. Juli 2011 ab (Urk. 3/9), wobei er auch dann 

noch keine Angaben zum Mittäter machte. Dazu sagte er erst anlässlich der  

Konfrontationseinvernahme aus (Urk. 3/10). Zur Auffindung des Mittäters trug der 

Beschuldigte demnach nichts bei. Von einem von Anfang an im vollen Umfang 

abgelegten Geständnis kann damit keine Rede sein. Es ist daher nur beschränkt 

richtig, - wie dies von der Verteidigung geltend gemacht wird (Urk. 96 S. 6) - dass 

der Beschuldigte die Untersuchung mit seinem Geständnis vereinfacht und  

beschleunigt habe. Allerdings ist einzuräumen, dass dem Beschuldigten die  

anfänglichen Schläge ohne entsprechendes Geständnis wohl nicht hätten nach-

gewiesen werden können. Insgesamt erscheint es angemessen, dem Beschuldig-

ten das Geständnis leicht strafreduzierend anzurechnen. 

1.12.2. Weiter ist dem Beschuldigten eine gewisse Einsicht und Reue straf-
mindernd zu Gute zu halten. Auch anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung  

bestätigte der Beschuldigte den Eindruck, dass er die Tat ernsthaft bereut und 

gewillt ist, sein Leben zu ändern. 

-   18   - 

1.12.3. Der Verteidiger rügt eine Verletzung des Beschleunigungsgebot in Bezug 
auf die Dauer der Untersuchung und der gerichtlichen Verfahren, was sich zu 

Gunsten des Beschuldigten auf die Strafzumessung auszuwirken habe (Urk. 96 

S. 8; Urk. 136 S. 6/7).  

Das Beschleunigungsgebot verpflichtet die Behörden, das Verfahren gegen den 

Beschuldigten ohne Verzug zu führen. Da Verfahrensverzögerungen nicht geheilt 

werden können, hat das Bundesgericht aus der Verletzung des Beschleunigungs-

gebots in freier Rechtsfindung praeter legem Sanktionen abgeleitet, die von der 

Berücksichtigung im Rahmen der Strafzumessung über das Absehen von Strafe 

bis hin zur Verfahrenseinstellung gehen können. Nach der Rechtsprechung gibt 

es keine bestimmte Zeitgrenze, deren Überschreitung ohne weiteres eine  

Verletzung des Beschleunigungsgebots zur Folge hat. Die Angemessenheit der 

Verfahrensdauer ist nach den besonderen Umständen der jeweiligen Sache zu 

beurteilen. Zu gewichten ist dabei insbesondere die Schwere des Tatvorwurfs, der 

Umfang und die Schwierigkeit des Falles, ob die Behörden und Gerichte oder der 

Angeschuldigte durch ihr Verhalten zur Verfahrensverzögerung beigetragen  

haben, sowie die Bedeutung der Angelegenheit für den Betroffenen. Von den  

Behörden und Gerichten kann nicht verlangt werden, dass sie sich ständig einem 

einzigen Fall widmen. Deshalb und aus anderen Gründen wie zum Beispiel  

faktische oder prozessuale Schwierigkeiten, einen Zeugen einzuvernehmen, sind 

Zeiten, in denen das Verfahren stillsteht, unumgänglich. So lange keine einzige 

dieser Zeitspannen stossend wirkt, greift eine Gesamtbetrachtung. Zeiten mit in-

tensiver Tätigkeit der Behörden oder Gerichte können andere Zeitspannen  

kompensieren, in denen wegen der Geschäftslast keine Verfahrenshandlungen 

erfolgten. Die Tatsache, dass eine Verfahrenshandlung um einige Wochen hätte 

vorgezogen werden können oder dass sich die Behörde mit der Sache nicht  

andauernd befasste, begründet in der Regel noch keine Verletzung des 

 Beschleunigungsgebots (Pra 1998 Nr. 117; Urteil des Bundesgerichts vom  

11. Februar 2005, 6S.467/2004, E.2.2.2., mit verschiedenen Verweisen). 

Von der Verhaftung des Beschuldigten bis zur Anklageerhebung dauerte es rund 

ein Jahr. Da es sich beim Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung 

-   19   - 

durchaus um einen gewichtigen Vorwurf handelt, diverse Zeugen befragt wurden 

und die Ermittlung und Auffindung des Mitbeschuldigten B._____ einige Zeit be-

anspruchte - dies auch, da der Beschuldigte zu seinem Mittäter keine  

Angaben machen wollte -, ist die Untersuchungsdauer von rund einem Jahr nicht 

als unangemessen lang zu bezeichnen. Der Staatsanwalt führte heute zudem 

aus, welche Untersuchungshandlungen nebst den Befragungen der beiden  

Beschuldigten und des Privatklägers notwendig waren und somit die Unter-

suchungsdauer etwas verlängerten (Prot. II S. 8). Richtig ist sodann, dass die  

Vorinstanz die gesetzliche Maximalfrist von 90 Tagen zur Erstellung des begrün-

deten Entscheids (Art. 84 Abs. 4 StPO), indem sie dafür rund 4 Monate benötigte, 

überschritt. Dabei handelt es sich jedoch um eine Ordnungsvorschrift. Insbeson-

dere ist aber zu betonen, dass bei der Frage, ob eine Verletzung des Beschleuni-

gungsgebots vorliegt, eine Gesamtbetrachtung greift. Eine gesamte Verfahrens-

dauer - inklusive des Berufungsverfahrens - von rund zwei Jahren erscheint im 

vorliegenden Fall klar als nicht zu lange. Einzig weil die Vorinstanz für die  

Erstellung und Zustellung des begründeten Entscheids etwas zu lange brauchte, 

liegt deshalb noch keine Verletzung des Beschleunigungsverbots vor. Insgesamt 

ist die Verfahrensdauer als angemessen zu betrachten. Eine Verletzung des  

Beschleunigungsgebots liegt nicht vor, weshalb unter diesem Titel keine Straf-

reduktion erfolgen kann.  

1.13. Fazit Strafe 

Unter Berücksichtigung der weiteren Strafzumessungskriterien ist die theoretische 

Einsatzstrafe aufgrund der mindernden Faktoren zu reduzieren; gesamthaft um 

einen Drittel. Eine Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 8 Monaten erscheint dem 

Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten ange-

messen.  

1.14. Haft 

Der Beschuldigte befand sich vom 5. bis 6. Februar 2011 in Polizeiverhaft  

(Urk. 22/1/1 und 22/1/5) und vom 14. März 2011 bis zum 10. April 2012 in  

Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft (Urk. 22/2/1 und Urk. 37). Seit dem  

10. April 2012 bis und mit heute befindet er sich im vorzeitigen Strafvollzug  

-   20   - 

(Urk. 66). Dem Beschuldigten sind somit bis und mit heute 698 Tage erstandener 

Freiheitsentzug anzurechnen. 

 

4. Massnahme 

1.15. Über den Beschuldigten wurde von der Psychiatrischen Universitätsklinik  
… von Dr. med. pract. F._____ mit Datum vom 30. März 2012 ein Gutachten er-

stellt (Urk. 56), welches sich auch zur Frage einer Massnahme zu  

äussern hatte. Da die Staatsanwaltschaft die Anordnung einer stationären Mass-

nahme beantragte, prüfte die Vorinstanz die Anordnung einer solchen. Zur Frage 

einer allfälligen anderen geeigneten Massnahme äusserte sie sich nicht.  

1.16. In Bezug auf die allgemeinen Ausführungen zu den Voraussetzungen der 
Anordnung einer stationären Massnahme kann vorweg zwecks Vermeidung von 

Wiederholungen auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 120 S. 24-27; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

1.17. Die Voraussetzung der Anlasstat (Verbrechen oder Vergehen) ist aufgrund 
des zu erfolgenden Schuldspruchs wegen versuchter schwerer Körperverletzung 

im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB gegeben  

(Art. 59 Abs. 1 lit. a StGB). Der Gutachter attestiert dem Beschuldigten eine  

kombinierte Persönlichkeitsstörung mit dissozialen und narzisstischen Anteilen. 

Der Ausprägungsgrad der Persönlichkeitsstörung sei erheblich (Urk. 56 S. 61). 

Die Persönlichkeitsstörung mit dissozialen und narzisstischen Zügen des  

Beschuldigten stand gemäss Gutachter zudem im Zusammenhang mit der dem 

Beschuldigten vorgeworfenen versuchten schweren Körperverletzung (Urk. 56  

S. 63). Somit sind auch die Voraussetzungen der schweren psychischen Störung 

und des Zusammenhangs zwischen Anlasstat und psychischer Störung erfüllt 

(Art. 59 Abs. 1 StGB).  

1.18. Auch zur Frage der Gefährlichkeit bzw. der Rückfallgefahr des Beschuldig-
ten kommt der Gutachter zu einem klaren Schluss. Er attestiert dem Beschuldig-

ten wegen der fortbestehenden Persönlichkeitsproblematik eine hohe Rückfallge-

-   21   - 

fahr. Auch die Auswertung von Prognoseinstrumenten (VRAG und PCL-R) zur  

Erfassung kriminalprognostischer Risikofaktoren ordne den Beschuldigten Risiko-

kategorien zu, welche hohe Rückfallraten erwarten liessen (Urk. 56 S. 62f.).  

Der Verteidiger machte vor Vorinstanz und auch heute Mängel bzw. Ungenauig-

keiten oder Unsorgfältigkeiten bei der Erstellung des Gutachtens geltend. Zur  

Begründung listete der Verteidiger in seinem Plädoyer diverse Stellen des  

Gutachtens auf, welche insbesondere falsche Zeit-, Orts- oder Altersangaben  

beinhalten sollen und macht zudem geltend, der Gutachter habe Aussagen des 

Beschuldigten nicht richtig wiedergegeben (Urk. 96 S. 10f; Urk. 136 S. 8.). Weiter 

sei aus verschiedenen Passagen des Gutachtens erkennbar, dass der Gutachter 

dem Beschuldigten gegenüber eine persönliche Abneigung und Animosität hege 

(Urk. 96 S. 14; Prot. I S. 13; Urk. 136 S. 6f.; Prot. II S. 6). Dazu kann vollumfäng-

lich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden  

(Urk. 120 S. 18f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Der Gutachter wurde zu den Vorwürfen 

anlässlich der Einvernahme vor Vorinstanz auch befragt, worauf dieser zu Proto-

koll gab, er habe das Gutachten nach besten Wissen und Gewissen erstellt  

(Urk. 92 S. 1). Im Übrigen ist es nicht per se unzulässig, einen Exploranden als 

arrogant oder überheblich zu charakterisieren. Solche Bezeichnungen mögen 

vom Exploranden her gesehen negativ behaftet sein, sind aber erklär- und  

begründbare Begriffe und mithin einer Objektivierung zugänglich. Zu der dem  

Beschuldigten attestierten Rückfallgefahr rügt der Verteidiger insbesondere, diese 

Beurteilung des Gutachters basiere auf zwei Tests, dem "Violence Risk Appraisal 

Guide" (VRAG) und dem PCL-R Test. Beim VRAG Test würden keine Normwerte 

für den deutschsprachigen Raum vorliegen, was das Resultat des Tests relativie-

re. Auch der PCL-R Test komme nicht zum klaren Ergebnis, dass beim Beschul-

digten eine Gefahr weiterer Straftaten bestehe. Und andere Tests zur Rückfallge-

fahr würden dem Gutachten nicht zugrunde liegen (Prot. I S. 13; Urk. 136 S. 9f.; 

Prot. II S. 6). Richtig ist zwar, dass diese beiden Tests nicht eindeutig als Resultat 

eine erhöhte Rückfallwahrscheinlichkeit ergaben (vgl. Urk. 56 S. 40 und 45).  

Dabei verkennt der Verteidiger jedoch, dass der Gutachter seine Diagnose der 

Rückfallgefahr nicht einzig auf die beiden vom Verteidiger genannten Tests bzw. 

die Resultate dieser Tests stützt. Der Gutachter führt auf den Seiten 55-58  

-   22   - 

einlässlich aus, weshalb er beim Beschuldigten von einer hohen Wahrscheinlich-

keit vergleichbaren gewalttätigen Verhaltens ausgeht. Dabei berücksichtigt er so-

wohl die Kind- und Jugendverhältnisse als auch die heutige Situation und Zu-

kunftspläne und -perspektiven, den Eindruck und das Verhalten des Beschuldig-

ten anlässlich der Untersuchung zwecks Erstellung des Gutachtens und insbe-

sondere auch die Persönlichkeitsstörung des Beschuldigten (Urk. 56 S. 55-58). 

Die Auswertung der Prognoseinstrumente VRAG und PCL-R zieht der Gutachter 

nur ergänzend heran (Urk. 56 S. 62f.), stützt sich demnach nicht einzig auf diese. 

An der Einschätzung des Gutachters zu zweifeln, dass beim Beschuldigten von 

einer hohen Rückfallgefahr für ähnlich gelagerte Fälle auszugehen sei, besteht 

daher kein Anlass. Die Ausführungen im Gutachten sind einlässlich und sorgfältig 

begründet und überzeugen. Es ist demnach von einer hohen Rückfallgefahr für 

weitere gleich gelagerte Straftaten des Beschuldigten auszugehen. 

1.19. Der Vorinstanz ist ebenfalls beizupflichten, dass der Beschuldigte aufgrund 
seiner vorliegenden Persönlichkeitsstörung sowie der aufgrund dieser Störung 

bestehenden Rückfallgefahr grundsätzlich behandlungsbedürftig im Sinne von 

Art. 56 Abs. 1 lit. b StGB ist. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass bei einer 

Massnahme nach Art. 59 StGB nicht die Förderung der geistigen Gesundheit des 

Betroffenen im Vordergrund steht, sondern die künftige Straflosigkeit des Täters. 

Wo kurative Massnahmen an sich indiziert wären, aber keine entsprechenden 

Auswirkungen zeitigen können, entfällt eine Rechtfertigung für eine strafrechtliche 

Massnahme, jedenfalls für solche therapeutischer Art (Heer in BSK Strafrecht I, 

N. 58 zu Art. 59).  

Entsprechend ist nachfolgend zu prüfen, ob der Beschuldigte überhaupt behan-

delbar ist, das heisst, ob überhaupt geeignete Therapieformen bestehen und ob 

der Beschuldigte einer solchen Behandlung zugänglich ist. Damit einher geht 

auch die Frage der Therapiewilligkeit des Beschuldigten. Mit diesen Fragestellun-

gen hat sich der Gutachter umfassend auseinandergesetzt (Urk. 56 S. 59-61) und 

wurde ergänzend dazu anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung als 

Sachverständiger einvernommen (Urk. 92).  

-   23   - 

1.19.1. Der Gutachter räumte im Gutachten erhebliche Bedenken ein, ob mit den 
Mitteln einer Psychotherapie eine Verbesserung der kombinierten Persönlich-

keitsstörung des Beschuldigten erreicht werden könne. Im Hinblick auf die Art und 

Ausprägung der vorliegenden kombinierten Persönlichkeitsstörung würden 

schwerwiegende Zweifel bestehen, dass mit dem Mittel einer Psychotherapie eine 

Verbesserung des beim Beschuldigten vorliegenden Störungsbildes erreicht wer-

den könne. Eine erfolgreiche Therapie wäre - abgesehen von dem auf viele Jahre 

zu veranschlagenden Zeitraum - an Grundvoraussetzungen gebunden, welche 

der Beschuldigte kaum erfülle. Seine Introspektionsfähigkeit sei äusserst begrenzt 

und ob eine Änderungsfähigkeit bestehe, müsse angesichts eines fehlenden  

Änderungswillens und einer fehlenden Einsicht zu einer Änderungsnotwendigkeit 

angezweifelt werden. Eine erfolgreiche Behandlung verlange die Bereitschaft des 

Beschuldigten, über viele Jahre eingeschliffene Erlebens- und Reaktionsbereit-

schaften und ein bis heute vertretenes Selbstkonzept in Frage zu stellen und  

damit auf eine Haltung zu verzichten, die er als unproblematisch erlebe und als 

berechtigt verteidige. Eine solche Änderungsbereitschaft sei nicht ersichtlich. 

Darüber hinaus würden beim Beschuldigten psychopathologische Auffälligkeiten 

wie eine geringe Frustrationstoleranz, Impulsivität und eine nur fraglich ausge-

prägte Fähigkeit zum Lernen aus Erfahrung zusammentreffen. Mittlerweile gebe 

es jedoch fundierte Hinweise auf die Wirksamkeit psychotherapeutischer Verfah-

ren dissozialer Persönlichkeitsstörungen. Solche Behandlungen sollten hoch 

strukturiert, behaviorial oder kognitiv-behaviorial sein und dabei auf eine Redukti-

on der Impulsivität und auf eine bessere Verhaltenskontrolle abzielen. Über  

solche kognitiven verhaltenstherapeutischen Vorgehensweisen könnten auch 

Veränderungen, Verleugnungs- und Bagatellisierungsprozesse, wie sie beim  

Beschuldigten vorliegen würden, angegangen werden. Auch Trainingsprogramme 

zur Verbesserung der sozialen Fertigkeiten, Behandlungsmodule zur Verbes-

serung interpersonaler Problemlösungen und zur Erarbeitung alternativer  

Lösungsmöglichkeiten hätten sich als sinnvoll erwiesen, um auf eine stärkere  

Zukunftsorientierung hinzuweisen. Aus gutachterlicher Sicht solle eine Psychothe-

rapie ausserdem auch deliktsorientiert sein und ein Empathietraining bezüglich 

des Opfers beinhalten sowie eine Rekonstruktion des Deliktes aus der Opfer-

-   24   - 

perspektive. Gleichzeitig solle der Beschuldigte zu einer echten Einsicht in die Art 

der bei ihm vorliegenden Störung geführt werden und auch kognitive Ansätze  

benutzt werden.  

Durch die Weigerung des Beschuldigten, Therapiemassnahmen, sowohl im am-

bulanten als auch im stationären Bereich, zu akzeptieren, würden sich weitere 

und überdies auch sehr gewichtige Probleme ergeben. Von Beginn der Unter-

suchung an habe es der Beschuldigte konsequent vermieden, eigenes Handeln in 

Frage zu stellen. Frühere Therapieversuche, sowohl im Sinne einer Erziehungs-

hilfe als auch psychotherapeutisch oder pädagogisch orientiert, hätten sich oben-

drein nicht als erfolgreich herausgestellt bzw. seien bei seinerzeit schon  

bestehenden narzisstischen Persönlichkeitszügen vom Beschuldigten abgewehrt  

worden. Derzeit zeige er keinen Willen, dieses Verhalten zu modifizieren. Seine 

Denkstile, sein aufgesetzt übersteigertes Selbstbewusstsein und seine mangeln-

de Kritikfähigkeit würden therapeutische Interventionen erschweren. Vor dem  

Hintergrund einer verfestigten ablehnenden Haltung erscheine es als äusserst 

zweifelhaft, ob eine Therapie erfolgreich durchgeführt werden könne.  

Zur Art der Therapie führte der Gutachter aus, eine ambulante Behandlung aus-

serhalb des Strafvollzuges sei aus psychiatrischer Sicht nicht umsetzbar, da der 

Beschuldigte nicht in der Lage sein werde, die Behandlung aus eigener Initiative 

in der erforderlichen Frequenz umzusetzen. Somit bleibe die Möglichkeit einer 

vollzugsbegleitenden Massnahme nach Art. 63 StGB bzw. einer stationären  

Massnahme nach Art. 59 StGB. Beide Alternativen würden über einen strukturge-

benden Rahmen zumindest angemessene Rahmenbedingungen schaffen, die 

das Strukturdefizit des Beschuldigten ausgleichen könnten. An der ablehnenden 

Grundhaltung des Beschuldigten würden jedoch auch diese Punkte nichts ändern 

und bei Anordnung einer stationären oder vollzugsbegleitenden Massnahme  

gegen den Willen des Beschuldigten sei mit einer ablehnenden Haltung des  

Beschuldigten zu rechnen, die seinen Narzissmus eher stärken als günstig beein-

flussen würde. Nur unter optimalen Bedingungen sei - allenfalls nach einer  

längeren Anlaufzeit - eine schrittweise Öffnung des Beschuldigten gegenüber  

therapeutischen Erfordernissen denkbar. Kurzfristige Behandlungserfolge seien 

-   25   - 

vor dem Hintergrund der ablehnenden Haltung des Beschuldigten nicht zu erwar-

ten. 

1.19.2. Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung wurde der Beschuldig-
te gefragt, wie er sich aktuell zu einer Therapie stelle. Gegenüber dem Gutachter 

habe er eine solche abgelehnt. Der Beschuldigte führte dazu aus, er habe eine 

Therapie abgelehnt, weil er damals mit 13 in der Psychiatrie gewesen sei,  

deshalb einen Knacks bekommen habe und deshalb die Therapeuten nicht möge. 

Damals habe er relativ häufig Ausraster gehabt und einmal sei er auch wegen  

einem stationären Arzt ausgerastet. Seither komme er mit Therapeuten nicht  

besonders gut klar. Er befürchte, dass er in einer Therapie die ersten Monate  

abblocken würde. Versuchen würde er es aber. Er sei bereit eine Therapie zu 

versuchen. Er habe im Gefängnis Zeit gehabt, nachzudenken. Er persönlich wür-

de die Therapie nicht in einer Psychiatrie oder im Gefängnis machen wollen, 

wenn schon, dann ambulant. Dafür sei er dann aber auch 100% dabei. Auf den 

Vorhalt, dass der Gutachter keinesfalls eine ambulante Massnahme ausserhalb 

des Strafvollzugs befürworte, führt der Beschuldigte aus, er verstehe nicht,  

weshalb ihm eine hohe Rückfallgefahr bescheinigt werde. Er sei oft angegriffen 

worden und habe nie etwas gemacht. Er habe sich lediglich verteidigt, aber nie 

so, dass jemand bleibende Schäden erlitten habe oder ins Krankenhaus habe 

müssen. Auch in G._____ [Staat in Europa] sei er die ganze Zeit unauffällig ge-

wesen (Urk. 91 S. 5f.). 

Nach der Befragung des Beschuldigten führte der Gutachter vor Vorinstanz als 

Sachverständiger aus, es ändere etwas an seiner Einschätzung, wenn der  

Beschuldigte nun erkläre, er sei bereit, eine Therapie zu versuchen. Es würden 

die Grundvoraussetzungen sowohl nach Art. 59 StGB als auch Art. 63 StGB vor-

liegen. Seine Überlegungen im Gutachten seien getragen gewesen von den ganz 

klar ablehnenden Äusserungen des Beschuldigten den Therapien gegenüber. Es 

sei kaum möglich gewesen, Therapieinhalte in der Untersuchung mit ihm zu  

diskutieren. Seine ablehnende Haltung sei unmissverständlich gewesen. Es sei 

jedoch richtig, dass ein Abblocken des Patienten in der Initialphase einer Therapie 

in einer stationären Einrichtung vorkomme. Und es könne daraus nicht der 

-   26   - 

Schluss gezogen werden, dass eine initiale Therapieverweigerung überhaupt  

einen Erfolg in Frage stelle. Auf ergänzende Frage führte der Gutachter weiter 

aus, da im Erwachsenenleben des Beschuldigten noch keine Therapie versucht 

worden sei, schliesse er in seiner Beurteilung die Diskussion des Art. 64 StGB, 

einer Verwahrung, aus (Urk. 92 S. 2f.). 

1.19.3. Im Rahmen der heutigen Befragung vor Berufungsgericht betonte der  
Beschuldigte erneut seine klar ablehnende Haltung einer stationären Massnahme 

im Sinne von Art. 59 StGB gegenüber. Er würde sich konsequent weigern, eine 

stationäre Therapie zu machen. Eine stationäre Therapie sei nicht mit seinen  

Erlebnissen in der H._____ Klinik vereinbar. Er habe mit seinem Anwalt auch die 

Konsequenzen einer Verweigerung einer stationären Massnahme besprochen. Er 

sei in G._____ drei Monate in einer geschlossenen Abteilung gewesen und er ge-

he davon aus, dass diese Therapie gleich wäre. Das könne er nicht noch einmal 

ertragen. Besonders traumatisch sei für ihn gewesen, dass sie ihm jeden Tag 

Medikamente gebracht hätten und wenn er diese nicht habe nehmen wollen, habe 

man ihm diese "reingedrückt". Und ständig habe man bei ihm eine neue Diagnose 

mit Fachausdrücken gestellt. Er habe sich noch mehr eingeengt gefühlt als im Ge-

fängnis (Urk. 135 S. 13-15). Er habe jedoch nachgedacht und würde eine ambu-

lante Therapie, auch während des Strafvollzugs, machen. Das würde er auch 

durchziehen und zu 100% mitmachen. Es wäre ihm sicher unangenehm, aber er 

denke, es sei besser er mache es, eventuell könne er auch noch etwas lernen. 

Und eventuell helfe es ihm und es gehe ihm danach besser (Urk. 135 S. 13f.).  

1.19.4. Der Lehre und Rechtsprechung entnimmt man, dass an die Therapiewil-
ligkeit nicht allzu grosse Anforderungen gestellt werden sollten. Eine geringe  

Therapiemotivation gehöre nicht zu den Prädiktoren für einen ungünstigen Verlauf 

einer Behandlung, auch nicht für ein erhöhtes Rückfallrisiko. Solche Täter würden 

in gleichem Masse von einer Behandlung profitieren, wenn sie das Programm  

beenden. Unmotivierte Täter sollten demnach nicht ausgegrenzt werden. Als  

minimale Bedingung werde die grundsätzliche Bereitschaft zur Teilnahme an  

einem Programm genannt. Vor dem Hintergrund dieser Tatsachen scheine es 

sinnvoller zu sein, am Beginn einer Therapie die allenfalls fehlende Motivation 

-   27   - 

nicht überzubewerten. Statt einer Motivation solle lediglich eine gewisse Motivier-

barkeit verlangt werden. Erstes Therapieziel könne durchaus die Schaffung von 

Einsicht und Therapiewilligkeit darstellen, was gerade im Rahmen von stationären 

Massnahmen auch Aussicht auf Erfolg habe. Es sei zu bedenken, dass gerade 

bei schweren, langdauernden Störungen eine mangelnde Einsicht zum typischen 

Krankheitsbild gehöre. Würde in solchen Fällen mangels Motivation unbesehen 

auf die Anordnung einer Massnahme verzichtet werden, könnten solche Täter 

überhaupt nie in den Genuss von Massnahmen kommen. Andererseits dürfe ein 

Minimum an Willen erwartet werden, sich einer Therapie zu unterziehen und  

diese nicht von vornherein kategorisch abzulehnen (Heer, a.a.O., N. 78-80 zu  

Art. 59).  

1.19.5. Das Verhalten des Beschuldigten anlässlich der Sitzungen zwecks Begut-
achtung liess eindeutig auf eine gänzlich fehlende Therapiemotivation schliessen, 

brachte er doch klar zum Ausdruck, dass er von Therapien und Therapeuten 

nichts halte. Insofern musste auch die Therapierbarkeit des Beschuldigten - wie 

dies der Gutachter in seinem Gutachten zum Ausdruck brachte - erheblich in  

Frage gestellt werden. Aufgrund der Aussagen des Beschuldigten vor Vorinstanz 

und heute vor Berufungsgericht zeigt sich aber ein anderes Bild. Es kann ihm nun 

eine Therapiemotivation zu Gute gehalten werden. Bereits vor Vorinstanz erklärte 

er, er würde eine Therapie versuchen. Der Beschuldigte schätzt sich insofern rea-

listisch ein, als er selber erkennt, dass aufgrund seiner früheren Erfahrungen mit 

Therapien und Therapeuten zu erwarten ist, dass eine anfängliche Blockade der 

Therapie gegenüber besteht. Keine Einsicht lag beim Beschuldigten zum Zeit-

punkt der Begutachtung auch bezüglich seiner bestehenden Persönlichkeitsstö-

rung und Rückfallgefahr und damit einhergehend einer Therapienotwendigkeit 

vor. Zur Rückfallgefahr meinte er heute, die Tat stehe im Zusammenhang mit dem 

Milieu und wenn er sich nicht mehr dort aufhalte, bestehe auch keine Rückfallge-

fahr. Er werde es auch nicht mehr zulassen, dass so etwas passiere. Zum Vor-

liegen einer Persönlichkeitsstörung führte der Beschuldigte heute zwar aus, er 

denke nicht, dass er psychisch krank sei. Er räumte jedoch auch ein, dass er 

eventuell etwas narzisstische Züge habe, als dissozial würde er sich aber nicht 

beschreiben. Wenn bei ihm eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden sei, 

-   28   - 

werde da schon etwas dran sein. Eventuell werde ihm dies dann aufgezeigt, wenn 

er in einer Therapie daran arbeite (Urk. 135 S. 11-15). Eine gewisse Krank-

heitseinsicht ist ihm daher heute zu attestieren. Erster Therapieschritt wird jedoch 

sein, die Therapiemotivation zu verstärken und eine Krankheitseinsicht zu  

erzielen. Da dem Gutachten zudem zu entnehmen ist, dass für die beim Beschul-

digten vorliegende Persönlichkeitsstörung mit dissozialen und narzisstischen  

Anteilen wirksame therapeutische Verfahren bestehen, ist beim Beschuldigten 

von einer Therapiefähigkeit auszugehen. Von einer völlig fehlenden Therapier-

barkeit des Beschuldigten auszugehen wäre auch unter Berücksichtigung, dass 

die bisher gescheiterten Therapien im Kindes- und Jugendalter erfolgten, im  

Erwachsenenalter jedoch noch keine Therapie versucht wurde, voreilig und  

unverhältnismässig, dies auch, da sich bei Vorliegen einer völligen fehlenden 

Therapierbarkeit die Frage der Verwahrung stellen würde. 

1.20. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass beim Beschuldigten 
grundsätzlich die Voraussetzungen für die Anordnung einer Massnahme nach  

Art. 59 StGB vorliegen (Anlasstat, schwere psychische Störung und deren  

Zusammenhang mit der Anlasstat, Behandlungsbedürftigkeit, Geeignetheit der 

Massnahme sowie Erforderlichkeit der Massnahme). Allerdings ist in Bezug auf 

eine stationäre Massnahme festzuhalten, dass aufgrund des klaren Widerstandes 

des Beschuldigten erhebliche Bedenken in Bezug auf den Erfolg einer solchen 

Massnahme bestehen. Die Verhältnismässigkeit nach Art. 56 Abs. 2 StGB im 

Sinne der Abwägung von öffentlichem und betroffenen privatem Interesse ist auf-

grund des erhöhten Rückfallrisikos des Beschuldigten in Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz ebenfalls zu bejahen (Urk. 120 S. 27). Erfüllt sind weiter die Voraus-

setzungen einer ambulanten Behandlung im Sinne von Art. 63 StGB (schwere 

psychische Störung), wobei der Beschuldigte in Bezug auf eine ambulante Mass-

nahme den Willen äusserte, eine solche durchzuziehen. 

1.21. Da wie erwähnt sowohl die Voraussetzungen einer Massnahme nach  
Art. 59 StGB als auch nach Art. 63 StGB vorliegen, ist zu prüfen, ob beide gleich  

geeignet sind und falls ja, welche der beiden den Beschuldigten am wenigstens 

beschwert (Art. 56a StGB, Verhältnismässigkeitsprinzip).  

-   29   - 

1.21.1. Der Gutachter sieht die Möglichkeit einer stationären Massnahme nach  
Art. 59 StGB als auch einer vollzugsbegleitenden Massnahme nach Art. 63 StGB. 

Beide Alternativen würden über einen strukturgebenden Rahmen zumindest  

angemessene Rahmenbedingungen schaffen, die das Strukturdefizit des  

Beschuldigten ausgleichen könnten (Urk. 56 S. 60). Aus psychiatrischer Sicht sei 

allenfalls eine stationäre Massnahme gemäss Art. 59 StGB, zum Beispiel in der 

… der Strafanstalt …, längerfristig geeignet, den therapeutischen Erfordernissen 

gerecht zu werden. Bei letztendlich nicht prognostizierbarem Therapieverlauf 

müsse es der Würdigung des Gerichts überlassen bleiben, ob es eine Massnah-

me im Sinne von Art. 59 StGB auf dem Boden des zu verhängenden Strafmasses 

und in Anbetracht der belasteten Legalprognose als verhältnismässig erachte. Al-

ternativ würde mit geringeren Erfolgsaussichten eine vollzugsbegleitende ambu-

lante Massnahme in Frage kommen (Urk. 56 S. 66). Anlässlich der Einvernahme 

vor Vorinstanz wiederholte der Gutachter, dass er eine stationäre Massnahme in 

der … der Strafanstalt … als geeignet erachte. Alternativ komme eine vollzugsbe-

gleitende ambulante Massnahme nach Art. 63 StGB in Frage (Urk. 92 S. 4). Als 

aus psychiatrischer Sicht eindeutig nicht geeignet beurteilt er eine ambulante Be-

handlung ausserhalb des Strafvollzuges, da der Beschuldigte nicht in der Lage 

sein werde, die Behandlung aus eigener Initiative in der erforderlichen Frequenz 

umzusetzen. Der Gutachter betonte mehrfach - auch anlässlich der erstinstanzli-

chen Hauptverhandlung -, dass eine für den Beschuldigten geeignete Therapie 

zumindest zu Beginn hochgradig intensiv und in einem hochgradig strukturierten 

Rahmen statt finden müsse. Denn es dürfe nicht die Möglichkeit geben, dass sich 

der Beschuldigte der Therapie entziehe. Therapien von Persönlichkeitsstörungen 

seien für die Betroffenen sehr mühsam und würden den Willen nach einer Verän-

derung voraussetzen und auch eine Introspektionsfähigkeit. Eine solche sei beim 

Beschuldigten nun in den Ansätzen erkennbar, jedoch nicht in der Ausprägung, 

welche es ihm ermöglichen würde, eine ambulante Therapie unter den Bedingun-

gen der Freiheit zu erfüllen (Urk. 56 S. 59 und 65, Urk. 92 S. 4).  

1.21.2. Wie eingangs erwähnt, statuiert Art. 56a StGB ausdrücklich die Einhaltung 
des Verhältnismässigkeitsprinzips. Voraussetzung ist jedoch auch, dass die in 

Frage stehenden Massnahmen gleich geeignet sind. 

-   30   - 

Mit Deutlichkeit hält der Gutachter fest, dass eine Therapie in Freiheit keinen  

Erfolg verspreche, da der Beschuldigte nicht über die notwendigen persönlichen 

Voraussetzungen verfüge, eine solche umzusetzen und durchzuziehen. Dieser 

Ansicht ist zu folgen.  

Heute bekräftigte der Beschuldigte in Bezug auf eine stationäre Massnahme nach  

Art. 59 StGB seine völlige Therapieunwilligkeit. Die Gründe für seine Weigerung, 

seine traumatischen Erlebnisse während der Therapie als Jugendlicher in einer 

geschlossenen Abteilung, hat er dem Berufungsgericht nachvollziehbar dargelegt. 

Demgegenüber hat er heute auch glaubhaft dargelegt, dass er nunmehr gewillt 

ist, sich einer ambulanten Massnahme während des Strafvollzuges zu unter-

ziehen und sich auf eine Therapie einzulassen. Wie vorstehend bereits erwähnt, 

bestehen damit erhebliche Bedenken, ob aufgrund der absoluten Therapie-

verweigerung bezüglich einer stationären Massnahme eine solche den geforder-

ten Erfolg bringen könnte. 

Der Gutachter erachtet eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme ebenfalls 

als geeignet, wenn diese in der notwendigen intensiven Form ausgestaltet ist. In 

Bezug auf eine ambulante Behandlung zeigt sich der Beschuldigte therapiewillig.  

Dem Staatsanwalt ist zwar zuzustimmen, dass es kein "Wunschkonzert" ist,  

welche Massnahme vom Gericht angeordnet werden soll (vgl. Prot. II S. 9), doch 

führte der Beschuldigte plausibel an, weshalb er kategorisch nicht bereit ist, sich 

einer stationären Massnahme zu unterziehen. Und weiteres wesentliches Kriteri-

um ist, dass eine ambulante vollzugsbegleitende Massnahme im jetzigen Zeit-

punkt gleich geeignet wie eine stationäre Massnahme erscheint. Unter dem  

Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit ist daher die für den Beschuldigten milde-

re, eine ambulante Massnahme, anzuordnen. An dieser Stelle ist jedoch festzu-

halten, dass gestützt auf Art. 63b Abs. 5 und Art. 65 StGB die Möglichkeit besteht, 

die ambulante Massnahme nachträglich in eine stationäre Massnahme zu ändern.  

Dementsprechend ist für den Beschuldigten eine ambulante Behandlung im Sinne 

von Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen) anzuordnen. Der Vollzug 

der Freiheitsstrafe ist zu diesem Zweck nicht aufzuschieben.  

-   31   - 

 

5. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Die Kosten des Berufungsverfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen 

Verteidigung, sind ausgangsgemäss dem Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428 

Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind auf die Gerichtskasse 

zu nehmen, unter Hinweis auf die Rückzahlungspflicht nach Art. 135 Abs. 4 StPO.  

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, 

vom 14. Juni 2012 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigten A._____ und B._____ sind schuldig der versuchten schweren 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB. 

2. (...) 

3. (...)  

4. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 352 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden 

sind. 

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten B._____ wird im Umfang von 18 

Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (18 

Monate, abzüglich 352 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe 

vollzogen. 

6. Bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 29. April 2009 

ausgefällten Geldstrafe von 6 Tagessätzen à Fr. 50.-- wird die Probezeit um 1 Jahr 

verlängert. 

-   32   - 

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 1. März 2012 unter SK-Nr. ... be-

schlagnahmten Gegenstände (1 Pfefferspray "SABRE Red", 1 Feuerzeug "BIC") 

werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.  

8. Die Beschuldigten werden solidarisch verpflichtet, dem Privatkläger C._____ Fr. 

200.– als Schadenersatz und Fr. 4'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 5. Februar 2011 als 

Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag werden die Anträge des Privatklägers ab-

gewiesen. 

9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'000.-- ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 307.80   Kosten der Kantonspolizei Beschuldigter 1 

Fr. 307.80   Kosten der Kantonspolizei Beschuldigter 2 

Fr. 4'500.--   Gebühr Anklagebehörde Beschuldigter 1 

Fr. 4'500.--   Gebühr Anklagebehörde Beschuldigter 2 

Fr. 10'990.90   Auslagen Untersuchung Beschuldigter 1 

Fr. 2'323.70   Auslagen Untersuchung Beschuldigter 2 

Fr. 15'282.--   Auslagen Gutachten Beschuldigter 1 

Fr. 8'452.80   amtliche Verteidigung Untersuchung Beschuldigter 1 

Fr. 16'231.15   amtliche Verteidigung Beschuldigter 1 

Fr.     amtliche Verteidigung Beschuldigter 2 (ausstehend) 

Fr. 7'800.55   unentgeltliche Geschädigtenvertretung 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

10. Die Kosten der Untersuchung und 60 % der Kosten des gerichtlichen Verfahrens 

sowie die Kosten seiner amtlichen Verteidigung werden dem Beschuldigten 

A._____ auferlegt, aber einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nach-

forderung erfolgt, sobald es die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten er-

lauben.  

11. Die Kosten der Untersuchung und 40 % der Kosten des gerichtlichen Verfahrens 

sowie die Kosten seiner amtlichen Verteidigung werden dem Beschuldigten 

B._____ auferlegt, aber einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nach-

-   33   - 

forderung erfolgt, sobald es die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten er-

lauben.  

12. Die Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung werden auf die Gerichts-

kasse genommen." 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 4 Jahren und 8 Monaten Frei-

heitsstrafe, wovon 698 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft  

sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind. 

2. Es wird eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung 

psychischer Störungen) angeordnet.  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu Gunsten dieser Massnahme nicht 

aufgeschoben.  

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.     amtliche Verteidigung 

 
5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO 
vorbehalten. 

 

6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

-   34   - 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (übergeben) 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste (versandt)  
− den Vertreter des Privatklägers (versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten A._____ 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste, unter Beilage der Akten zur Einsicht 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

 

 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

-   35   - 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 7. Februar 2013 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. M. Langmeier 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. N. Burri 
 

 
 

	Urteil vom 7. Februar 2013
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigten A._____ und B._____ sind schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 459 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden sind.
	3. Es wird für den Beschuldigten A._____ eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB (Behandlung von psychischen  Störungen) angeordnet.
	4. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 352 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden sind.
	5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten B._____ wird im Umfang von 18 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (18 Monate, abzüglich 352 Tage, die durch Haft  erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe voll...
	6. Bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom  29. April 2009 ausgefällten Geldstrafe von 6 Tagessätzen à Fr. 50.-- wird die Probezeit um 1 Jahr verlängert.
	7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 1. März 2012 unter SK-Nr. ... beschlagnahmten Gegenstände (1 Pfefferspray "SABRE Red", 1 Feuerzeug "BIC") werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
	8. Die Beschuldigten werden solidarisch verpflichtet, dem Privatkläger  C._____ Fr. 200.– als Schadenersatz und Fr. 4'000.– zuzüglich  5 % Zins ab 5. Februar 2011 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag werden die Anträge des Privatklägers abgewiesen.
	9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Kosten der Untersuchung und 60 % der Kosten des gerichtlichen Verfahrens sowie die Kosten seiner amtlichen Verteidigung werden dem  Beschuldigten A._____ auferlegt, aber einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung erfolgt, s...
	11. Die Kosten der Untersuchung und 40 % der Kosten des gerichtlichen  Verfahrens sowie die Kosten seiner amtlichen Verteidigung werden dem  Beschuldigten B._____ auferlegt, aber einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung erfolgt, ...
	12. Die Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung werden auf die  Gerichtskasse genommen.
	Berufungsanträge:
	1. Dispositivziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 14. Juni 2012 sei aufzuheben und es sei der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten zu belegen.
	Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und es sei eine Probezeit von zwei Jahren anzusetzen.
	2. Dispositivziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 14. Juni 2012 sei aufzuheben.
	3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse.
	1. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren zu bestrafen.
	2. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom  14. Juni 2012 zu bestätigen.
	Erwägungen:
	1. Prozessuales
	1.1. Der Beschuldigte A._____ wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich,  7. Abteilung, vom 14. Juni 2012 wegen versuchter schwerer Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB mit 36 Monaten Freiheitsstrafe best...
	1.2. Mit Eingabe vom 5. Oktober 2012 reichte der Beschuldigte die schriftliche  Berufungserklärung ein (Urk. 121). Nach Zustellung der Berufungserklärung des Beschuldigten und Fristansetzung zur Erklärung einer Anschlussberufung mit Präsidialverfügung...
	1.3. Zur Berufungsverhandlung am 7. Februar 2013 erschienen der Beschuldigte persönlich (vorgeführt aus dem vorzeitigen Strafvollzug) in Begleitung seines  amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, sowie Staatsanwalt lic. iur. U. Krättli...
	2. Umfang der Berufung
	1.4. Der Beschuldigte beschränkt seine Berufung auf Dispositiv Ziffer 2 (Strafzumessung) und 3 (Anordnung einer Massnahme) des vorinstanzlichen Entscheides (Urk. 121).
	1.5. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft richtet sich einzig gegen die Bemessung der Strafe (Urk. 127), demnach Dispositiv Ziffer 2 des erstinstanzlichen Entscheides.
	1.6. Mangels Berufung ist der vorinstanzliche Entscheid in Rechtskraft erwachsen, soweit dieser einzig den Mitbeschuldigten B._____ betrifft. Es sind dies Dispositiv Ziffern 4-6. Weiter sind die Dispositiv Ziffern 1 (Schuldspruch  Beschuldigter und Mi...
	3. Strafzumessung
	1.7. Strafrahmen
	Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt auf Geldstrafe nicht unter 180 Tages-sätzen bis Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren festgelegt.
	Dem Beschuldigten ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz aufgrund seiner kombinierten Persönlichkeitsstörung eine leichte Verminderung der Schuldfähigkeit zu attestieren. Festzuhalten ist ebenfalls, dass die im Tatzeitpunkt beim  alkoholgewohnten B...
	Der Verteidiger übt im Berufungsverfahren erneut Kritik am Gutachten, welche sich jedoch nicht auf die Diagnose der verminderten Schuldfähigkeit bezieht, sondern auf die Einschätzung der Rückfallgefahr und der Notwendigkeit einer Massnahme (Urk. 136 S...
	Der Vorinstanz ist weiter zuzustimmen, dass sich die versuchte Tatbegehung zu Gunsten des Beschuldigten auszuwirken hat.
	Jedoch führen sowohl die verminderte Schuldfähigkeit als auch die versuchte Tatbegehung nicht zu einer Erweiterung des abstrakten Strafrahmens, sondern diese sind innerhalb des ordentlichen Strafrahmens strafreduzierend zu berücksichtigen, da vorliege...
	1.8. Verschulden
	Zwecks Vermeidung von Wiederholungen ist vorweg auf die korrekten allgemeinen Ausführungen der Vorinstanz zur Strafzumessung zu verweisen (Urk. 120  S. 19f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Zum Vorgehen bei der Strafzumessung ist zu  ergänzen, dass das Bundesge...
	Ausgehend von der objektiven Tatschwere hat das Gericht das Verschulden zu bewerten. Es hat im Urteil darzutun, welche verschuldensmindernden und welche verschuldenserhöhenden Gründe im konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung de...
	Weiter zu berücksichtigen sind das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die  Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolges (Deliktsbetrag, Gefährdung/Risiko, Sachschaden etc.), die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, das "Mass an Entsch...
	Es liegt im Ermessen des Sachrichters, in welchem Umfang er die verschiedenen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Das Gericht ist nicht gehalten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzumessungskriterien  bewertet (Urteil d...
	Das Gesamtverschulden ist zu qualifizieren und mit Blick auf Art. 50 StGB im  Urteil ausdrücklich zu benennen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad auszugehen ist. Das Bundesgericht drängt in seiner aktuellen Praxis vermehrt da...
	1.9. Tatkomponente
	1.9.1. Objektives Tatverschulden
	Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass der Beschuldigte in brutaler und massiver Weise gegen Leib und Leben des Privatklägers vorging. Zum konkreten Vorgehen ist anzuführen, dass er dem Privatkläger zwei Mal Pfefferspray ins Gesicht  sprühte, insgesa...
	Zum Vorgehen im Hinterhof zeigt die Aufzeichnung (Urk. 8/2) mit aller Deutlichkeit das gewaltsame, brutale und skrupellose Verhalten des Beschuldigten. Der  Beschuldigte trat zuerst mit Wucht aus dem Stand, etwa im 90 Grad Winkel, in "Kampfsportmanier...
	Dem Verteidiger kann damit in keiner Weise beigepflichtet werden, dass die Tritte mit einer gewissen Hemmung ausgeführt worden seien und es vielmehr darum gegangen sei, jemanden zu entwürdigen, als diesen zu verletzen (Prot. I S. 12; Urk. 137 S. 3).
	Erschwerend kommt beim ganzen Tatvorgehen hinzu, dass die ursprüngliche Auseinandersetzung zwischen dem Privatkläger und den beiden Beschuldigten spätestens nachdem sich der Privatkläger nach den Schlägen an der  Verzweigung D._____-Strasse / E._____...
	Das objektive Tatverschulden ist daher als eher schwer zu veranschlagen.
	1.9.2. Subjektives Tatverschulden
	Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass das Verhalten des Beschuldigten von einer erheblichen kriminellen Energie zeugt, auch dass es sich um ein sinnlos brutales Verhalten aus nichtigem Anlass handelt (Urk. 120 S. 20). Der Beschuldigte führte dazu au...
	Die Vorinstanz ging bei der Erstellung des Sachverhalts durchaus wohlwollend von einem Eventualvorsatz hinsichtlich einer schweren Körperverletzung aus (Urk. 120 S. 17). Der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind aber auch Fälle zu entnehmen, in welc...
	herumtrample, auch wenn keine Schuhe getragen werden), wisse um das Risiko der Todesfolge (E. 4.5). Wer in derart brutaler Weise auf ein Opfer einschlage, entwickle nicht erst im Nachhinein eine Gleichgültigkeit gegenüber der möglichen Todesfolge, so...
	Der Beschuldigte hat im vorliegenden Fall gemäss dem erstellten (und auch anerkannten) Sachverhalt dem am Boden kauernden (kniend, mit hängendem Kopf und Gesicht gegen den Boden gerichtet) und hernach liegenden wehrlosen  Privatkläger "mindestens 8 he...
	Wer aber - zu zweit - in derart massiver Weise und mehrfach mit dem Fuss auf den für schwerste und tödliche Verletzungen besonders empfindlichen Kopfbereich eines stark angetrunkenen, durch zahlreiche frühere Schläge zunächst taumelnden und danach au...
	Allerdings kann am Schuldspruch der Vorinstanz heute nichts mehr geändert werden, ist dieser doch mangels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen.
	Bei der Würdigung der Tatschwere ist indessen zu berücksichtigen, dass die  Vorgehensweise des Beschuldigten geeignet war, dem Privatkläger schwerste Verletzungen zuzufügen, die ohne Weiteres hätten in eine dauernde und  gravierende Schädigung des Pri...
	Die leichte Verminderung der Schuldfähigkeit ist dem Beschuldigen (vgl. Gutachten Urk. 56 S. 62) in subjektiver Hinsicht leicht verschuldensmindernd anzurechnen. Eine zusätzliche Minderung der Schuldfähigkeit aufgrund des Alkoholeinflusses im Tatzeit...
	In einer Abwägung der verschiedenen Faktoren vermag die subjektive Tatkomponente die objektive jedoch nicht zu relativieren, weshalb es insgesamt bei einem eher schweren Tatverschulden bleibt.
	1.9.3. Einsatzstrafe für Tatkomponente
	Für das mutmasslich vollendete Delikt ist bei einem insgesamt eher schweren Tatverschulden des Beschuldigten eine Einsatzstrafe im Bereich von 7 Jahren Freiheitsstrafe zu veranschlagen.
	1.10. Versuch
	Der Privatkläger erlitt "nur" Verletzungen im Bereich einer einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB. Dass der Privatkläger nicht schwerere Verletzungen davon trug, ist jedoch einzig dem Zufall zu verdanken. Der Beschuldigte hat alles ge...
	1.11. Täterkomponente
	Dass der Beschuldigte eine schwierige Kindheit und Jugend durchlebte, ist aus den Akten ersichtlich. Dem Gutachten ist allerdings auch zu entnehmen, dass beim Beschuldigten bereits im Kinder- bzw. Jugendalter Verhaltensauffälligkeiten und krankhafte P...
	Die nicht einschlägige Vorstrafe ist im vorliegenden Kontext vernachlässigbar,  eine Straferhöhung ist nicht angezeigt.
	1.12. Weitere Strafzumessungskriterien
	1.12.1. Die Vorinstanz rechnete dem Beschuldigten dessen Geständnis im Umfang von neun Monaten strafmindernd an. Zum Geständnis des Beschuldigten ist zu betonen, dass er den gravierendsten Teil des Vorfalls, nämlich das gegen den Kopf treten, als der ...
	1.12.2. Weiter ist dem Beschuldigten eine gewisse Einsicht und Reue strafmindernd zu Gute zu halten. Auch anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung  bestätigte der Beschuldigte den Eindruck, dass er die Tat ernsthaft bereut und gewillt ist, sein L...
	1.12.3. Der Verteidiger rügt eine Verletzung des Beschleunigungsgebot in Bezug auf die Dauer der Untersuchung und der gerichtlichen Verfahren, was sich zu Gunsten des Beschuldigten auf die Strafzumessung auszuwirken habe (Urk. 96 S. 8; Urk. 136 S. 6/7).
	Das Beschleunigungsgebot verpflichtet die Behörden, das Verfahren gegen den Beschuldigten ohne Verzug zu führen. Da Verfahrensverzögerungen nicht geheilt werden können, hat das Bundesgericht aus der Verletzung des Beschleunigungsgebots in freier Recht...
	Von der Verhaftung des Beschuldigten bis zur Anklageerhebung dauerte es rund ein Jahr. Da es sich beim Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung durchaus um einen gewichtigen Vorwurf handelt, diverse Zeugen befragt wurden und die Ermittlung und...
	1.13. Fazit Strafe
	Unter Berücksichtigung der weiteren Strafzumessungskriterien ist die theoretische Einsatzstrafe aufgrund der mindernden Faktoren zu reduzieren; gesamthaft um einen Drittel. Eine Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 8 Monaten erscheint dem Verschulden und ...
	1.14. Haft
	Der Beschuldigte befand sich vom 5. bis 6. Februar 2011 in Polizeiverhaft  (Urk. 22/1/1 und 22/1/5) und vom 14. März 2011 bis zum 10. April 2012 in  Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft (Urk. 22/2/1 und Urk. 37). Seit dem  10. April 2012 bis u...
	4. Massnahme
	1.15. Über den Beschuldigten wurde von der Psychiatrischen Universitätsklinik  … von Dr. med. pract. F._____ mit Datum vom 30. März 2012 ein Gutachten erstellt (Urk. 56), welches sich auch zur Frage einer Massnahme zu  äussern hatte. Da die Staatsanw...
	1.16. In Bezug auf die allgemeinen Ausführungen zu den Voraussetzungen der Anordnung einer stationären Massnahme kann vorweg zwecks Vermeidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 120 S. 24-27; Art...
	1.17. Die Voraussetzung der Anlasstat (Verbrechen oder Vergehen) ist aufgrund des zu erfolgenden Schuldspruchs wegen versuchter schwerer Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB gegeben  (Art. 59 Abs. 1 lit. a ...
	1.18. Auch zur Frage der Gefährlichkeit bzw. der Rückfallgefahr des Beschuldigten kommt der Gutachter zu einem klaren Schluss. Er attestiert dem Beschuldigten wegen der fortbestehenden Persönlichkeitsproblematik eine hohe Rückfallgefahr. Auch die Ausw...
	Der Verteidiger machte vor Vorinstanz und auch heute Mängel bzw. Ungenauigkeiten oder Unsorgfältigkeiten bei der Erstellung des Gutachtens geltend. Zur  Begründung listete der Verteidiger in seinem Plädoyer diverse Stellen des  Gutachtens auf, welche ...
	1.19. Der Vorinstanz ist ebenfalls beizupflichten, dass der Beschuldigte aufgrund seiner vorliegenden Persönlichkeitsstörung sowie der aufgrund dieser Störung bestehenden Rückfallgefahr grundsätzlich behandlungsbedürftig im Sinne von Art. 56 Abs. 1 li...
	Entsprechend ist nachfolgend zu prüfen, ob der Beschuldigte überhaupt behandelbar ist, das heisst, ob überhaupt geeignete Therapieformen bestehen und ob der Beschuldigte einer solchen Behandlung zugänglich ist. Damit einher geht auch die Frage der The...
	1.19.1. Der Gutachter räumte im Gutachten erhebliche Bedenken ein, ob mit den Mitteln einer Psychotherapie eine Verbesserung der kombinierten Persönlichkeitsstörung des Beschuldigten erreicht werden könne. Im Hinblick auf die Art und Ausprägung der vo...
	Durch die Weigerung des Beschuldigten, Therapiemassnahmen, sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich, zu akzeptieren, würden sich weitere und überdies auch sehr gewichtige Probleme ergeben. Von Beginn der Untersuchung an habe es der Beschu...
	Zur Art der Therapie führte der Gutachter aus, eine ambulante Behandlung ausserhalb des Strafvollzuges sei aus psychiatrischer Sicht nicht umsetzbar, da der Beschuldigte nicht in der Lage sein werde, die Behandlung aus eigener Initiative in der erford...
	1.19.2. Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung wurde der Beschuldigte gefragt, wie er sich aktuell zu einer Therapie stelle. Gegenüber dem Gutachter habe er eine solche abgelehnt. Der Beschuldigte führte dazu aus, er habe eine Therapie abge...
	Nach der Befragung des Beschuldigten führte der Gutachter vor Vorinstanz als Sachverständiger aus, es ändere etwas an seiner Einschätzung, wenn der  Beschuldigte nun erkläre, er sei bereit, eine Therapie zu versuchen. Es würden die Grundvoraussetzunge...
	1.19.3. Im Rahmen der heutigen Befragung vor Berufungsgericht betonte der  Beschuldigte erneut seine klar ablehnende Haltung einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB gegenüber. Er würde sich konsequent weigern, eine stationäre Therapie zu...
	1.19.4. Der Lehre und Rechtsprechung entnimmt man, dass an die Therapiewilligkeit nicht allzu grosse Anforderungen gestellt werden sollten. Eine geringe  Therapiemotivation gehöre nicht zu den Prädiktoren für einen ungünstigen Verlauf einer Behandlung...
	1.19.5. Das Verhalten des Beschuldigten anlässlich der Sitzungen zwecks Begutachtung liess eindeutig auf eine gänzlich fehlende Therapiemotivation schliessen, brachte er doch klar zum Ausdruck, dass er von Therapien und Therapeuten nichts halte. Insof...
	1.20. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass beim Beschuldigten grundsätzlich die Voraussetzungen für die Anordnung einer Massnahme nach  Art. 59 StGB vorliegen (Anlasstat, schwere psychische Störung und deren  Zusammenhang mit der Anlasstat, ...
	1.21. Da wie erwähnt sowohl die Voraussetzungen einer Massnahme nach  Art. 59 StGB als auch nach Art. 63 StGB vorliegen, ist zu prüfen, ob beide gleich  geeignet sind und falls ja, welche der beiden den Beschuldigten am wenigstens beschwert (Art. 56a ...
	1.21.1. Der Gutachter sieht die Möglichkeit einer stationären Massnahme nach  Art. 59 StGB als auch einer vollzugsbegleitenden Massnahme nach Art. 63 StGB. Beide Alternativen würden über einen strukturgebenden Rahmen zumindest  angemessene Rahmenbedin...
	1.21.2. Wie eingangs erwähnt, statuiert Art. 56a StGB ausdrücklich die Einhaltung des Verhältnismässigkeitsprinzips. Voraussetzung ist jedoch auch, dass die in Frage stehenden Massnahmen gleich geeignet sind.
	Mit Deutlichkeit hält der Gutachter fest, dass eine Therapie in Freiheit keinen  Erfolg verspreche, da der Beschuldigte nicht über die notwendigen persönlichen Voraussetzungen verfüge, eine solche umzusetzen und durchzuziehen. Dieser Ansicht ist zu fo...
	Heute bekräftigte der Beschuldigte in Bezug auf eine stationäre Massnahme nach  Art. 59 StGB seine völlige Therapieunwilligkeit. Die Gründe für seine Weigerung, seine traumatischen Erlebnisse während der Therapie als Jugendlicher in einer geschlossene...
	Der Gutachter erachtet eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme ebenfalls als geeignet, wenn diese in der notwendigen intensiven Form ausgestaltet ist. In Bezug auf eine ambulante Behandlung zeigt sich der Beschuldigte therapiewillig.
	Dem Staatsanwalt ist zwar zuzustimmen, dass es kein "Wunschkonzert" ist,  welche Massnahme vom Gericht angeordnet werden soll (vgl. Prot. II S. 9), doch führte der Beschuldigte plausibel an, weshalb er kategorisch nicht bereit ist, sich einer stationä...
	Dementsprechend ist für den Beschuldigten eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen) anzuordnen. Der Vollzug der Freiheitsstrafe ist zu diesem Zweck nicht aufzuschieben.
	5. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Die Kosten des Berufungsverfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, sind ausgangsgemäss dem Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu nehmen, unter Hinweis...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 14. Juni 2012 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigten A._____ und B._____ sind schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. (...)
	3. (...)
	4. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 352 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden sind.
	5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe des Beschuldigten B._____ wird im Umfang von 18 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (18 Monate, abzüglich 352 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollz...
	6. Bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 29. April 2009 ausgefällten Geldstrafe von 6 Tagessätzen à Fr. 50.-- wird die Probezeit um 1 Jahr verlängert.
	7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 1. März 2012 unter SK-Nr. ... beschlagnahmten Gegenstände (1 Pfefferspray "SABRE Red", 1 Feuerzeug "BIC") werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
	8. Die Beschuldigten werden solidarisch verpflichtet, dem Privatkläger C._____ Fr. 200.– als Schadenersatz und Fr. 4'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 5. Februar 2011 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag werden die Anträge des Privatklägers abgewiesen.
	9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Kosten der Untersuchung und 60 % der Kosten des gerichtlichen Verfahrens sowie die Kosten seiner amtlichen Verteidigung werden dem Beschuldigten A._____ auferlegt, aber einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung erfolgt, so...
	11. Die Kosten der Untersuchung und 40 % der Kosten des gerichtlichen Verfahrens sowie die Kosten seiner amtlichen Verteidigung werden dem Beschuldigten B._____ auferlegt, aber einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung erfolgt, so...
	12. Die Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung werden auf die Gerichtskasse genommen."
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 4 Jahren und 8 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 698 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft  sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.
	2. Es wird eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen) angeordnet.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu Gunsten dieser Massnahme nicht aufgeschoben.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt gemä...
	6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (übergeben)
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste (versandt)
	 den Vertreter des Privatklägers (versandt)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten A._____
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste, unter Beilage der Akten zur Einsicht
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten

	7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.