# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 595f99a5-eb45-555a-b33b-d535a634eb6a
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-01
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafkammer 01.09.2025 502 2024 262
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_005_502-2024-262_2025-09-01.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

502 2024 262
502 2024 263

Urteil vom 1. September 2025

Strafkammer

Besetzung Präsident: Laurent Schneuwly
Richter: Jérôme Delabays, Alessia Chocomeli
Gerichtsschreiberin-
Berichterstatterin: Nadine Durot

Parteien A.________, Privatklägerin und Beschwerdeführerin, vertreten 
durch Rechtsanwalt Elmar Wohlhauser

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Vorinstanz 

und

B.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner, vertreten 
durch Rechtsanwältin Isabelle Brunner Wicht

Gegenstand Einstellung des Verfahrens (Art. 319 ff. StPO)

Beschwerde vom 21. Oktober 2024 gegen die Verfügung der Staats-
anwaltschaft vom 9. Oktober 2024

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom 21. Oktober 2024

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Sachverhalt

A. Am 20. September 2023 stellte A.________ Strafantrag gegen B.________ wegen 
Ausnützung der Notlage, evtl. Vergewaltigung (act. 2018 f.). Sie gab gleichentags gegenüber der 
Polizei zu Protokoll, am 8. Mai 2023 habe im Rahmen ihres Studiums ein ganztägiger Kurs über 
C.________ bei Professor B.________ stattgefunden. Es habe sich um den ersten Kurstag dieses 
Blockkurses gehandelt. Da sie am Morgen zu spät gekommen sei, habe der Professor in der 
Mittagspause angeboten, ihr den verpassten Stoff in seinem Büro zu erklären. Dort hätten sie sich 
auf ein Sofa gesetzt und er habe seine Präsentation vom Morgen wiederholt. Zu einem bestimmten 
Zeitpunkt habe er seine Hand auf ihren Oberschenkel oder ihre Hand gelegt, was sie gelähmt habe. 
In der Folge habe er sie geküsst, auf das Sofa gelegt, sie an den Brüsten und an der Hüfte berührt, 
sie und sich selbst ausgezogen, sich auf sie gelegt und sie vaginal penetriert. Sie sei währenddessen 
blockiert gewesen (act. 2007 ff.). 

Die Polizei vernahm am 21., 27. und 28. September 2023 sowie am 2. Oktober 2023 D.________, 
E.________, F.________ und G.________ als Auskunftspersonen (act. 2022 ff., 2043 ff., 2056 ff., 
2065 ff.).

A.________ wurde am 6. Oktober 2023 erneut von der Polizei zur Sache einvernommen (act. 2075 
ff.).

Am 16. Oktober 2023 eröffnete die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung gegen B.________ 
wegen Ausnützung der Notlage, evtl. Vergewaltigung (act. 5000). Er wurde am 17. Oktober 2023 
als Beschuldigter befragt. Gleichentags führte die Polizei eine Hausdurchsuchung an seinem 
Arbeitsort durch und stellte sein Mobiltelefon sicher (act. 2105 ff.).

Am 11. Januar 2024 wurde A.________ mit den Aussagen von B.________ konfrontiert (act. 2155 
ff.). 

Am 19. April 2024 zeigte die Staatsanwaltschaft B.________ und A.________ den Abschluss der 
Untersuchung an (act. 9070 f.). In der Folge holte die Staatsanwaltschaft auf Antrag von A.________ 
eine medizinische Auskunft bei deren Arzt, Dr. med. H.________, ein (act. 4003, 4009, 4012) und 
wies am 2. Oktober 2024 einen weiteren Beweisantrag von A.________ vom 2. September 2024 ab 
(act. 9095 ff.).

B. Am 9. Oktober 2024 verfügte die Staatsanwaltschaft namentlich das Folgende: 

1. Das Strafverfahren gegen B.________ wegen Ausnützung der Notlage, evtl. Vergewaltigung 
wird eingestellt (Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO).

2. Die Zivilklage wird auf den Zivilweg verwiesen (Art. 320 Abs. 3 StPO).

3. Die Verfahrenskosten im Betrag von CHF 305.00 werden dem Staat auferlegt (Art. 423 StPO) 
(Dossierkosten: CHF 55.00 und Gebühren: CHF 250.00).

Auf die Privatklägerin wird in der Höhe der Verfahrenskosten Rückgriff genommen (Art. 420 
StPO). 

4. B.________ wird eine Entschädigung für die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte 
(Anwaltskosten) in der Höhe von CHF 7'449.35 gewährt.

Weitere Entschädigungen und/oder Genugtuung werden nicht ausgerichtet.

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Auf die Privatklägerin wird Rückgriff in der Höhe von CHF 7'449.35 für die Kosten der 
Entschädigung des Beschuldigten genommen (Art. 420 lit. a StPO).

5. Die Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege der Privatklägerschaft wird gestützt auf 
die Honorarnote auf CHF 1'971.40 (inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzt.

Auf die Privatklägerin wird Rückgriff in der Höhe von CHF 1'971.40 für die Kosten der 
Entschädigung des Beschuldigten genommen (Art. 420 lit. a StPO).

C. Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 21. Oktober 2024 Beschwerde und stellte 
folgende Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge:

A. Formell

1. Auf die Beschwerde sei einzutreten.

2. Das Einvernahmeprotokoll der Zeugin D.________ sei zu edieren und der Beschwerdeführerin 
mit Zustellung des Einvernahmeprotokolls eine Frist von 20 Tagen zur Ergänzung der 
Beschwerde zu setzen.

B. Materiell

1. Die Beschwerde sei gutzuheissen.

2. Die Einstellungsverfügung vom 9. Oktober 2024 sei aufzuheben und die Angelegenheit zur 
Wiederaufnahme der Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen.

2.1 Subsidiär:

2.1.1. Ziff. 3 der Verfügung sei wie folgt abzuändern:

Abs. 1: Die Verfahrenskosten im Betrag von CHF 305.00 werden dem Staat auferlegt 
(Art. 423 StPO) (Dossierkosten: CHF 55.00 und Gebühren: CHF 250.00).

Abs. 2: Aufzuheben

2.1.2. Ziff. 4 der Verfügung sei wie folgt abzuändern:

Abs. 1: B.________ wird aus der Staatskasse eine Entschädigung für die angemessene 
Ausübung der Verfahrensrechte (Anwaltskosten) in der Höhe von CHF 7'449.35 
gewährt.

Abs. 2: Weitere Entschädigungen und/oder Genugtuung werden nicht ausgerichtet.

Abs. 3: Aufzuheben

2.1.3. Ziff. 5 der Verfügung sei wie folgt abzuändern:

Abs. 1: Die Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege der Privatklägerschaft wird 
gestützt auf die Honorarnote auf CHF 1'971.40 (inkl. MwSt) festgesetzt.

Abs. 2: Aufzuheben

3. Die Angelegenheit sei zur weiteren Ermittlung und Abklärung des Sachverhalts unter folgenden 
Anweisungen an die Vorinstanz zurückzuweisen:

3.1.1. Die Einvernahme der Zeugin D.________ (von unbestimmten Datum) sei zur Akte D 23 1818 
zu nehmen und die sich daraus ergebenden Ermittlungen vorzunehmen.

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3.1.2. Es sei zu ermitteln, ob sich die vorgeworfene Tat zu einem anderen Zeitpunkt als den 
8. Mai 2023 ereignet hat. 

3.1.3. Es sei zu ermitteln, ob und wenn ja bis wann sich im Büro der beschuldigten Person ein blaues 
Sofa befunden habe.

4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens seien der Staatskasse aufzuerlegen.

5. Der Beschwerdeführerin sei für das Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung in der 
Höhe von mindestens CHF 2'500.00 zuzusprechen.

C. Unentgeltliche Rechtspflege

1. Der Beschwerdeführerin sei für das Beschwerdeverfahren die vollständige unentgeltliche 
Rechtspflege zu erteilen.

2. Auf einen Vorschuss der Gerichtskosten für das Beschwerdeverfahren sei zu verzichten.

3. Der Beschwerdeführerin sei für das Beschwerdeverfahren Rechtsanwalt Elmar Wohlhauser als 
unentgeltlicher Rechtsbeistand zu ernennen.

Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer Stellungnahme vom 15. November 2024, die Beschwerde 
sei kostenfällig abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, und das Gesuch um unentgeltliche 
Prozessführung sei wegen Aussichtslosigkeit abzuweisen.

In ihrer Replik vom 16. Dezember 2024 hielt A.________ an ihren in der Beschwerde gestellten 
Rechtsbegehren fest und schloss auf Abweisung der Anträge der Staatsanwaltschaft.

Am 6. Januar 2025 übermittelte die Strafkammer A.________ das Einvernahmeprotokoll von 
D.________ vom 23. April 2024. Am 20. Januar 2025 reichte A.________ eine Stellungnahme dazu 
ein. 

B.________ wurde nicht vernommen.

Erwägungen

1.

1.1. Gegen Einstellungsverfügungen kann innert 10 Tagen bei der Strafkammer Beschwerde 
geführt werden (Art. 20 Abs. 1 Bst. b, Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 85 Abs. 1 des Justizgesetzes vom 
31. Mai 2010 [JG; SGF 130.1]). Aus den Akten ist nicht ersichtlich, wann die Beschwerdeführerin 
die Einstellungsverfügung vom 9. Oktober 2024 erhalten hat. Die am Montag, 21. Oktober 2024, der 
Post übergebene Beschwerdeschrift wurde jedoch in jedem Fall rechtzeitig eingereicht.

1.2. Die Beschwerde muss eine Begründung enthalten (Art. 396 Abs. 1 StPO), d.h. der Beschwer-
deführer muss genau angeben, welche Punkte des Entscheides er anficht, welche Gründe einen 
anderen Entscheid nahelegen und welche Beweismittel er anruft (Art. 385 Abs. 1 StPO), was hier 
der Fall ist.

1.3. Nach Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der 
Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat, ein Rechtsmittel ergreifen. Partei im Strafverfahren 

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ist auch die Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1 Bst. b StPO). Die Beschwerdeführerin ist als 
Privatklägerin und durch die vorgeworfenen Delikte betroffene Person zur Beschwerde legitimiert. 
Auf die Beschwerde ist somit grundsätzlich einzutreten.

1.4. Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unrichtige Feststel-
lung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO).

1.5. Die Beschwerde wird in einem schriftlichen Verfahren behandelt (Art. 397 Abs. 1 StPO). Die 
Strafkammer verfügt dabei grundsätzlich über volle Kognition (Art. 391 Abs. 1, Art. 393 Abs. 2 StPO).

1.6. Die Rechtsmittelinstanz kann von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei die 
erforderlichen zusätzlichen Beweise erheben (vgl. Art. 389 Abs. 3 StPO), sofern diese neuen 
Elemente für die Sache liefern. Die Beweiserhebung ist jedoch grundsätzlich nicht Aufgabe der 
Beschwerdeinstanzen (Urteil BGer 6B_617/2016 vom 2. Dezember 2016 E. 3.3.2). 

Die Beschwerdeführerin stellt im vorliegenden Verfahren mehrere Beweisanträge, auf welche unten 
näher eingegangen wird.

2.

Die Staatsanwaltschaft fasste in ihrer Einstellungsverfügung zunächst die Aussagen der 
einvernommenen Personen zusammen und besprach die weiteren Beweismittel (WhatsApp-
Konversation zwischen der Beschwerdeführerin und E.________ vom 8. und 9 Mai 2023 sowie 
eingereichte Dokumente), bevor sie in Ziff. 3 ihrer Begründung zu folgendem Schluss gelangte: 
«A.________ machte geltend, dass es am 8. Mai 2023 zu einem sexuellen Kontakt zwischen ihr und 
B.________ in seinem Büro auf einem Sofa gekommen sei. In ihrer späteren Einvernahme bestätigt sie das 
fragliche Datum. Auch zeugt der WhatsApp-Chat zwischen ihr und ihrem guten Freund E.________ davon, 
dass gemäss den Aussagen von A.________ der angebliche sexuelle Kontakt am 8. Mai 2023 stattgefunden 
haben soll. B.________ konnte beweisen, dass er sich am 8. Mai 2023 nicht in der Schweiz sondern in 
I.________ aufgehalten hat. Auch ist mit grosser Wahrscheinlichkeit erstellt, dass er nie ein blaues Sofa in 
einem seiner beiden Büros hatte. Somit kann es nicht – wie von A.________ vorgebracht – am 8. Mai 2023 in 
seinem Büro auf einem Sofa zu den sexuellen Kontakten zwischen den Parteien gekommen sein. B.________ 
konnte als Täter ausgeschlossen werden. Unter diesen Umständen ist das gegen B.________ wegen 
Ausnützung der Notlage (Art 193 StGB), evtl. Vergewaltigung (Art. 190 StGB) eröffnete Strafverfahren gemäss 
Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO einzustellen.» 

3.

Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, des Prinzips des «Fair Trials», 
des Gebots der Unabhängigkeit und des Untersuchungsgrundsatzes (Ziff. III.B der Beschwerde; 
Ziff. A.1 der Stellungnahme vom 20. Januar 2025).

3.1. Sie moniert in ihrer Beschwerde zunächst, dass die Staatsanwaltschaft sich geweigert habe, 
das Einvernahmeprotokoll von D.________ zu den Akten zu nehmen. Nach Zustellung des 
Einvernahmeprotokolls vom 23. April 2024 durch die Strafkammer rügt die Beschwerdeführerin, die 
Polizei bzw. die Staatsanwaltschaft habe die Beschwerdeführerin sowie den Beschwerdegegner 
nicht ohne Verletzung von Art. 147 ff. StPO von dieser Einvernahme, welche mit Vorankündigung 
stattgefunden und sich auf das vorliegende Strafverfahren bezogen habe, ausschliessen können. 
Indem sich die Staatsanwaltschaft geweigert habe, das Einvernahmeprotokoll zur Strafakte zu 
nehmen bzw. dieses der Beschwerdeführerin auszuhändigen und es in ein angeblich gegen die 
Beschwerdeführerin geführtes Strafverfahren verwiesen habe, verletze sie das Prinzip des «Fair 

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Trials», den Untersuchungsgrundsatz (Art. 6 StPO) und das Gebot der Unabhängigkeit (Art. 4 StPO). 
Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft hinterlasse den Eindruck, dass die Strafprozessordnung in 
der vorliegenden Angelegenheit aufgrund der Person der beschuldigten Person anders angewendet 
werde. 

Weiter beanstandet die Beschwerdeführerin die Abweisung des Beweisantrags durch die 
Staatsanwaltschaft, zu untersuchen und festzustellen, ob sich im vorhergehenden Büro der beschul-
digten Person ein blaues Sofa befunden habe. Die Staatsanwaltschaft halte fest, dass «mit grosser 
Wahrscheinlichkeit» erwiesen sei, dass sich kein solches Sofa im damaligen Büro befunden habe. 
Folglich bestehe auch seitens der Strafverfolgungsbehörde eine Wahrscheinlichkeit, dass sich das 
besagte Sofa dort befunden habe. Die Staatsanwaltschaft stütze sich ausserdem einzig auf die 
Aussagen und die eingereichten Fotos des Beschwerdegegners. Dabei befinde sich eine Zeugen-
aussage in den Akten, die ebenfalls ein blaues Sofa im Büro des Beschwerdegegners gesehen 
habe. 

Schliesslich beanstandet die Beschwerdeführerin, die Staatsanwaltschaft habe ihr seit der Anzeige 
des Verfahrensabschlusses mehrmals unbegründet die Einsicht in die Akten verweigert. 

3.2. Die Staatsanwaltschaft wies den Beweisantrag der Beschwerdeführerin betreffend das blaue 
Sofa mit Beweisergänzungsentscheid vom 2. Oktober 2024 ab. Sie hielt darin fest, aus den Akten 
gehe hervor, dass sich im Büro des Beschwerdegegners kein Sofa befunden habe, weder ein blaues 
noch ein solches anderer Farbe (act. 9098). Dazu verwies sie auf ein Schreiben des Beschwerde-
gegners vom 8. November 2023, mit welchem er der Staatsanwaltschaft Fotos seines alten und 
neuen Büros eingereicht hatte (act. 9005 f., 9011 ff.). Weiter wies sie im Beweisergänzungsent-
scheid darauf hin, dass die Beschwerdeführerin konsequent angegeben habe, der angebliche Über-
griff habe am 8. Mai 2023 stattgefunden. Es sei nicht nachvollziehbar, aus welchem Grund der 
Vorfall jetzt plötzlich vor Herbst 2022 passiert sein solle. Implizit werde geltend gemacht, die 
Beschwerdeführerin hätte sich in Bezug auf den Tag bzw. das Jahr irren können, nicht aber in Bezug 
auf den Ort oder die Person.

In ihrer Stellungnahme zur Beschwerde führt die Staatsanwaltschaft aus, die Einvernahme von 
D.________ vom 23. April 2024 sei im Rahmen eines polizeilichen Ermittlungsverfahrens gegen die 
Beschwerdeführerin wegen falscher Anschuldigung erfolgt. Die Staatsanwaltschaft sei nicht damit 
befasst und habe keine Untersuchung eröffnet. Da es sich um ein separates Verfahren im Stadium 
der polizeilichen Ermittlungen handle, habe die beschuldigte Person (mithin die Beschwerdeführerin) 
in jenem Verfahren kein Recht auf Akteneinsicht und dem Erlass der Einstellungsverfügung gegen 
den Beschwerdegegner im vorliegenden Verfahren habe nichts im Weg gestanden. Aufgrund des 
engen Sachzusammenhangs zwischen den beiden Verfahren sei das Einvernahmeprotokoll von 
D.________ vom 23. April 2024 mit Beilagen beigezogen und zu den Akten im vorliegenden 
Verfahren erkannt worden. 

3.3. Nach Art. 29 Abs. 1 BV hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen 
Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung. Die Strafbehörden beachten gemäss Art. 3 Abs. 2 
StPO namentlich den Grundsatz von Treu und Glauben (Bst. a), das Verbot des Rechtsmissbrauchs 
(Bst. b), das Gebot, alle Verfahrensbeteiligten gleich und gerecht zu behandeln und ihnen rechtliches 
Gehör zu gewähren (Bst. c) und das Verbot, bei der Beweiserhebung Methoden anzuwenden, 
welche die Menschenwürde verletzen (Bst. d). Sie sind in der Rechtsanwendung unabhängig und 
allein dem Recht verpflichtet (Art. 4 Abs. 1 StPO) und klären von Amtes wegen alle für die Beurtei-

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lung der Tat und der beschuldigten Person bedeutsamen Tatsachen ab; sie untersuchen die belas-
tenden und entlastenden Umstände mit gleicher Sorgfalt (Art. 6 StPO). 

Der in Art. 29 Abs. 2 BV garantierte Anspruch auf rechtliches Gehör räumt dem Betroffenen das 
persönlichkeitsbezogene Mitwirkungsrecht ein, erhebliche Beweise beizubringen, mit solchen 
Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken oder 
sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu 
beeinflussen (BGE 138 V 125 E. 2.1; 137 I 195 E. 2.2; 135 I 187 E. 2.2).

Über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder bereits 
rechtsgenügend erwiesen sind, wird nicht Beweis geführt (Art. 139 Abs. 2 und Art. 318 Abs. 2 StPO). 
Die Strafbehörden können ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) auf die 
Abnahme weiterer Beweise verzichten, wenn sie in vorweggenommener (antizipierter) Beweis-
würdigung annehmen können, ihre Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen nicht 
geändert (BGE 147 IV 534 E. 2.5.1; 144 II 427 E. 3.1.3; 141 I 60 E. 3.3; 136 I 229 E. 5.3 m.H.). 
Hierfür muss sie das derzeit bestehende vorläufige Beweisergebnis hypothetisch um die Fakten des 
Beweisantrages ergänzen und würdigen. Zulässig ist die Ablehnung des Beweisantrags, wenn die 
zu beweisende Tatsache nach dieser Würdigung als unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde 
bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen anzusehen ist. Bei der Abweisung von Beweis-
anträgen in antizipierter Beweiswürdigung ist Zurückhaltung geboten, wird damit doch der Anspruch 
auf das rechtliche Gehör eingeschränkt. Es darf nicht leichthin angenommen werden, dass das 
Beweisergebnis aufgrund der bereits abgenommenen Beweise feststeht. Lehnt die Strafbehörde 
den Beweisantrag ab, hat sie nicht nur darzulegen, weshalb sie aufgrund der bereits abgenom-
menen Beweise eine bestimmte Überzeugung gewonnen hat, sondern auch, weshalb die beantragte 
Beweismassnahme aus ihrer Sicht nichts an ihrer Überzeugung zu ändern vermag (BGE 143 III 297 
E. 9.3.2; 141 I 60 E. 3.3; Urteile BGer 6B_648/2014 vom 28. Januar 2015 E. 2.1, nicht publ. in BGE 
141 IV 34; 6B_358/2013 vom 20. Juni 2013 E. 3.4).

Gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei Beweiserhebungen durch die 
Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu 
stellen. Dieses spezifische Teilnahme- und Mitwirkungsrecht fliesst aus dem Anspruch auf recht-
liches Gehör (Art. 107 Abs. 1 Bst. b StPO). Es darf nur in den gesetzlich vorgesehenen Fällen 
eingeschränkt werden (Art. 108, Art. 146 Abs. 4 und Art. 149 Abs. 2 Bst. b StPO; siehe auch Art. 101 
Abs. 1 StPO). Nach Art. 147 Abs. 4 StPO dürfen Beweise, die in Verletzung der Bestimmungen von 
Art. 147 StPO erhoben worden sind, nicht zulasten der Partei verwendet werden, die nicht anwesend 
war. Vor Eröffnung einer Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft besteht der Anspruch auf 
Parteiöffentlichkeit nicht. Bei Beweiserhebungen durch die Polizei, etwa bei polizeilichen 
Einvernahmen von Auskunftspersonen gestützt auf Art. 306 Abs. 2 Bst. b StPO, sind die Parteien 
mit anderen Worten nicht zur Teilnahme berechtigt. Soweit die Polizei nach Eröffnung der Unter-
suchung Einvernahmen im Auftrag der Staatsanwaltschaft durchführt, stehen den Verfahrensbe-
teiligten die Verfahrensrechte zu, die ihnen bei Einvernahmen durch die Staatsanwaltschaft zukom-
men (Art. 312 Abs. 2 StPO). Daraus folgt, dass die Parteien das Recht haben, bei Einvernahmen, 
welche die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft während deren Untersuchung durchführt, 
anwesend zu sein und Fragen zu stellen (Urteil BGer 6B_506/2024 vom 11. September 2024 
E. 1.2.2 m.H.).

Die Parteien können spätestens nach der ersten Einvernahme der beschuldigten Person und der 
Erhebung der übrigen wichtigsten Beweise durch die Staatsanwaltschaft die Akten des Strafverfah-
rens einsehen; Artikel 108 StPO bleibt vorbehalten (Art. 101 Abs. 1 StPO). 

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Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Dessen Verletzung führt ungeachtet der 
materiellen Begründetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung 
des angefochtenen Entscheids. Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen 
Gehörs kann ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, 
sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage 
frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des 
Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von 
einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu 
einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem 
(der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung 
der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.2 und 2.3.2 m.H.).

3.4.

3.4.1. Aus dem Protokoll der Einvernahme von D.________ vom 23. April 2024 ist ersichtlich, dass 
die Einvernahme im Rahmen eines polizeilichen Ermittlungsverfahrens stattgefunden hat (act. 9185) 
und der Staatsanwaltschaft das Protokoll erst am 25. Oktober 2024, mithin nach Erlass der 
angefochtenen Verfügung, auf ihre Aufforderung hin von der Polizei übermittelt worden ist (act. 9181 
ff.). Die fragliche Einvernahme wurde durch die Polizei durchgeführt und es handelte sich nicht um 
eine Einvernahme im Auftrag der Staatsanwaltschaft. Die Beschwerdeführerin hatte somit keinen 
Anspruch auf Teilnahme aus Art. 147 Abs. 1 StPO. 

Inwiefern die Staatsanwaltschaft das Prinzip des «Fair Trials» und welchen Teilaspekt dieses 
Prinzips verletzt haben soll, indem sie das Einvernahmeprotokoll nicht an die Parteien übermittelt 
resp. in die Akten genommen hat, legt die Beschwerdeführerin nicht dar. Eine solche Verletzung ist 
auch nicht ersichtlich, nachdem die fragliche Einvernahme von der Polizei in einem anderen, nicht 
von der Staatsanwaltschaft eröffneten, Verfahren durchgeführt worden ist, von welchem die Staats-
anwaltschaft offensichtlich keine Kenntnis hatte. Unter diesen Umständen liegt auch keine 
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, des Gebots der Unabhängigkeit oder des rechtlichen 
Gehörs vor. Insbesondere liegen keine Hinweise darauf vor, dass die Staatsanwaltschaft die Straf-
prozessordnung aufgrund der Person des Beschwerdegegners anders anwenden würde bzw. dass 
sie parteiisch wäre.

Die Staatsanwaltschaft hat das Einvernahmeprotokoll schliesslich nach Eingang der Beschwerde zu 
ihren Akten erkannt und die Strafkammer hat es der Beschwerdeführerin zukommen lassen, so dass 
eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin ohnehin als geheilt gelten 
würde. Die Beschwerdeführerin konnte sich zudem im vorliegenden Verfahren zu den in diesem 
Protokoll festgehaltenen Aussagen von D.________ äussern. Entsprechend ist auch der in der 
Beschwerde gestellte diesbezügliche Beweisantrag (Ziff. B.a.9.1 der Beschwerde) gegenstandslos 
geworden. 

3.4.2. Was die gerügte Abweisung des Beweisantrags betrifft, gab die Beschwerdeführerin anläss-
lich ihrer Einvernahmen vom 20. September und 6. Oktober 2023 an, der angezeigte Vorfall habe 
sich auf einem Sofa im Büro des Beschwerdegegners ereignet, wobei sie in der zweiten Einvernah-
me präzisierte, das Sofa sei dunkelmarineblau gewesen und habe eineinhalb oder zwei Plätze 
gehabt (act. 2012, Z. 129; 2079, Z. 110 ff.). Auch D.________, bis Ende 2023 Fakultätsverwalterin 
der J.________ Fakultät der Universität K.________ (act. 9186, Z. 1 ff.), gab in ihrer Einvernahme 
vom 21. September 2023 an, sie habe im Juni 2022 im alten Büro des Beschwerdegegners mit 
diesem eine Besprechung gehabt und im Büro habe sich ein dunkelblaues Sofa, ungefähr 1.5 Meter 

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breit, befunden (act. 2027, Z. 147 ff.). Im neuen Büro des Beschwerdegegners sei sie nie gewesen. 
Es gebe jedoch eine Weisung, wonach private Möbelstücke nicht in die Büros der Universität 
gebracht werden sollen (act. 2029, Z. 207 ff.). Sie sagte weiter aus, sie sei am 26. August 2023 
erstmals von E.________ über die Vorwürfe der Beschwerdeführerin informiert worden und hätte 
von ihm auch eine gedruckte Version des WhatsApp Chatverlaufs zwischen ihm und der 
Beschwerdeführerin erhalten. Sie hätte sich am 20. September 2023 mit der Beschwerdeführerin 
getroffen, unter anderem über den Vorfall gesprochen, ohne dass diese den Namen des 
Beschwerdegegners erwähnt habe, und die Beschwerdeführerin schliesslich für die 
Anzeigeerstattung zur Polizei begleitet (act. 2023 ff.). Am 11. Januar 2024 antwortete die 
Beschwerdeführerin auf die Frage, ob sie sich mit D.________ betreffend Sofa abgesprochen habe, 
sie sei dieser gegenüber vage geblieben, und denke nicht, dass sie in die Details gegangen sei (act. 
2159, Z. 95 ff.).

Der Beschwerdegegner gab anlässlich seiner Einvernahme vom 17. Oktober 2023 an, er habe die 
Beschwerdeführerin einmal allein in seinem neuen Büro getroffen, wohl im Frühling 2022, um mit ihr 
am Besprechungstisch über ihre Schwierigkeiten bei der Bachelorarbeit zu diskutieren, und einmal 
in seinem alten Büro, zusammen mit zwei Postdocs aus seinem Team. Es habe weder im alten noch 
im neuen Büro jemals ein Sofa gegeben. Der weisse Ikea-Sessel aus dem neuen Büro habe sich 
auch schon im alten Büro befunden. Die Beschwerdeführerin habe sich nie auf diesen Sessel 
gesetzt und er habe ihr diesen auch nicht als Sitzgelegenheit angeboten, da dies unangebracht 
gewesen wäre. Er könne sich nicht an ein Gespräch mit D.________ in einem Raum erinnern, in 
dem sich ein Sofa befand. Der Beschwerdegegner zählte zudem mehrere Personen auf, welche 
seine Angaben betreffend Sofa bestätigen könnten (act. 2113 ff, 2120 ff.). 

Am 8. und 9. Mai 2023 tauschte sich die Beschwerdeführerin über WhatsApp mit E.________ aus 
(act. 2086 ff.), wobei sie am 9. Mai 2023 den angeblichen Übergriff beschrieb, ohne jedoch den 
Namen des Beschwerdegegners jemals zu nennen. Sie führte dazu aus, dass sich in seinem Büro 
ein Sofa befinde, auf welches sie sich gesetzt hätten und auf welchem sich in der Folge der 
vorgeworfene Sachverhalt abgespielt habe (act. 2096: «Dans son bureau, il a un canapé. On s’est 
installé dessus parce que il m’a dit que ce serait plus agréable pour écouter un cours qui te prends 
autant la tête (…)»). In der Tat nannte sie in dieser WhatsApp-Konversation keine Farbe des Sofas.

Die Polizei fand anlässlich ihrer Intervention vom 17. Oktober 2023 im Büro des Beschwerdegegners 
kein Sofa vor, sondern einen weissen Stuhl von Ikea, der an jenem Ort stand, wo sich gemäss der 
Beschwerdeführerin das blaue Sofa befunden haben soll (act. 2005).

Mit Schreiben vom 8. November 2023 liess der Beschwerdegegner der Staatsanwaltschaft ein Foto 
seines alten sowie mehrere, gemäss seinen Angaben zwischen dem 26. März und 22. April 2022 
aufgenommene, Fotos seines neuen Büros zukommen (act. 9005 f., 9011 ff.). Einen Teil dieser 
Fotos fand die Polizei anlässlich ihrer Intervention vom 17. Oktober 2023 auf dem Telefon des 
Beschwerdegegners. So wurden am 26. März 2022 zwischen 14.25 Uhr und 14.28 Uhr mehrere 
Fotos des nicht vollständig eingerichteten neuen Büros aufgenommen, in welchem sich zu diesem 
Zeitpunkt mehrere Möbelstücke befanden (act. 9202 ff.). Am 29. März 2022 wurden zwischen 
18.15 Uhr und 18.17 Uhr drei Fotos aufgenommen, auf denen das Bücherregal, das Sideboard und 
der Schreibtisch gefüllt resp. eingerichtet sind (act. 9206 ff.). Weitere Fotos stammen vom 
22. April 2022 (act. 9201, 9209 f.). Aus diesen Fotos ergibt sich, dass sich direkt nach dem Umzug 
kein Sofa im neuen Büro des Beschwerdegegners befunden hat. Aufgrund der Anordnung der Möbel 
und der Einrichtung des Büros im Zeitpunkt der polizeilichen Intervention vom 17. Oktober 2023 
kann davon ausgegangen werden, dass sich im neuen Büro bis zu diesem Zeitpunkt kein Sofa 

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befunden hat. Auf dem vom Beschwerdegegner eingereichten Foto des alten Büros ist der weisse 
Sessel, jedoch kein Sofa ersichtlich, wobei nicht das ganze Büro abgebildet ist (act. 9011).

Aufgrund des Zeitpunkts dieser Aufnahmen und gestützt auf die vom Beschwerdegegner betreffend 
Umzug seines Büros eingereichten Unterlagen (Umzugsplan, E-Mail des Architekten der Universität 
und Kalenderauszüge; act. 9165 ff.) ist erstellt, dass der Umzug am 29. März 2022 stattgefunden 
hat. Entsprechend ist den von der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde gestellten Beweis-
anträgen in Bezug auf das Umzugsdatum (Ziff. B.a.9.2 der Beschwerde) keine Folge zu geben. 

Das von D.________ in ihrer ersten Einvernahme beschriebene Treffen mit dem 
Beschwerdegegner, das gemäss ihrer ersten Einvernahme angeblich im Juni 2022 stattgefunden 
hat, kann somit nicht in dessen alten Büro gewesen sein, wie sie ausgesagt hat. Vielmehr lässt der 
E-Mail-Austausch zwischen dem Beschwerdegegner und D.________ vom 11. und 12. Mai 2022 
darauf schliessen, dass das Treffen zwischen den beiden, um über die Situation der 
Beschwerdeführerin zu sprechen, am 12. Mai 2022 im Büro von D.________ stattgefunden hat, 
nachdem der Beschwerdegegner D.________ am 11. Mai 2022 geantwortet hatte, er habe an 
diesem Tag um 15 Uhr bereits eine andere Besprechung (act. 9136 f., 9164). Auch zu diesem 
Zeitpunkt war der Beschwerdegegner jedoch bereits in seinem neuen Büro. Die Aussage von 
D.________ in Bezug auf das Datum und den Ort des Treffens mit dem Beschwerdeführer ist somit 
wenig glaubhaft.

Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist demzufolge rechtsgenügend erwiesen, dass sich im 
neuen Büro des Beschwerdegegners, welches er seit dem 29. März 2022 benutzt, kein Sofa befand. 
Wie es sich im alten Büro verhielt, ist unerheblich. Einerseits kann sich der von der 
Beschwerdeführerin beschriebene Sachverhalt nicht im alten Büro abgespielt haben (vgl. unten, 
E. 4.4), andererseits stimmt die Anordnung der Möbel auf der von der Beschwerdeführerin erstellten 
Zeichnung des Büros, in welchem sich der angezeigte Sachverhalt abgespielt haben soll, mit der 
Anordnung der Möbel im neuen Büro des Beschwerdegegners überein, ausser dass sie an der 
Stelle, wo der weisse Sessel steht, ein Sofa gezeichnet hat (act. 2012, 2127, 9202 ff.). 

Die Staatsanwaltschaft hat somit das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin durch die Abweisung 
des Beweisantrages zur Klärung der Frage, ob sich ein Sofa im alten Büro des Beschwerdegegners 
befand, nicht verletzt. Den in der Beschwerde gestellten Beweisanträgen betreffend das blaue Sofa 
(Beschwerde Ziff. B.a.9.3) ist aufgrund der vorstehenden Erwägungen ebenfalls keine Folge zu 
geben. 

An diesem Ergebnis ändert auch der Beizug des Protokolls der zweiten Einvernahme von 
D.________ vom 23. April 2024 nichts. In dieser Einvernahme sagte sie aus, dass ihr Treffen mit 
dem Beschwerdegegner nicht im Juni, sondern am 11. Mai 2022 um 15 Uhr in dessen altem Büro 
und der Umzug ins neue Büro im Sommer oder September 2022 stattgefunden habe, was aufgrund 
der vorstehenden Erwägungen nicht zutrifft. Im Gegensatz zu ihrer letzten Einvernahme sehe sie 
das Sofa nicht mehr vor sich. Sie habe bei diesem Treffen ein unangenehmes Gefühl gehabt und 
dafür gebe es einen Grund, auch wenn sie die Ursache dafür nicht richtig kenne. Sie erinnere sich, 
dass sie sich an einem Sitzmöbel gestört habe, sei es ein Sofa oder ein Sessel. Bei einem 
beruflichen Gespräch wolle sie nicht auf einer Sitzgelegenheit mit Kissen sitzen. Ihre Beschreibung 
des Sofas basiere auf ihrer persönlichen Wahrnehmung vom Mai 2022. Im WhatsApp-Verlauf 
zwischen der Beschwerdeführerin und E.________ habe es keine Farbangabe gegeben. Sie habe 
mit der Beschwerdeführerin nie über ein Sofa gesprochen. Sie habe vage in Erinnerung, dass es 
zwei Gespräche mit dem Beschwerdegegner gegeben habe, eines bei ihr im Dekanat und eines bei 

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ihm im alten Büro. Sie sei nie in seinem neuen Büro gewesen. Sie könne sich nicht vorstellen, dass 
der Umzug Ende März stattgefunden habe (act. 9186, 9190 ff.). Auch in ihrem Schreiben an die 
Staatsanwaltschaft vom 15. Oktober 2024, mithin nach Erlass der Einstellungsverfügung, betont 
D.________, dass sie ein blaues Sofa im Büro des Beschwerdegegners gesehen habe. Die 
Verwendung von privatem Mobiliar in den Büros von Professoren werde jetzt strenger gehandhabt, 
sie sei verboten, wenn Büros neu vergeben würden oder nach Umzügen. Es sei somit evident, dass 
sich im neuen Büro des Beschwerdegegners kein Sofa befinde. Der Umzug des Beschwerde-
gegners müsse Ende Mai oder Anfang Juni 2022 stattgefunden haben, da sie ihn am 11. Mai 2022 
noch in seinem alten Büro aufgesucht habe. Es komme regelmässig vor, dass ursprünglich vorgese-
hene Umzugsdaten verschoben würden (act. 9108). Sie stützte ihre Angabe zum Datum des 
Treffens auf einen Kalendereintrag für den 11. Mai 2022 um 15 Uhr (act. 9112). Die beiden 
Aussagen von D.________ und ihr Schreiben enthalten nicht nur widersprüchliche Angaben zum 
Datum ihres Treffens mit dem Beschwerdeführer, welches angeblich in dessen altem Büro 
stattgefunden haben soll, sondern stehen auch in Widerspruch zum festgestellten Umzugstermin. 
Auch wenn das Treffen bereits am 11. Mai 2022 stattgefunden hätte, war der Umzug ins neue Büro 
zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen. Sie vermögen somit die Feststellungen zum 
Umzugsdatum und zum blauen Sofa nicht umzustossen.

3.4.3. Die Staatsanwaltschaft hat der Beschwerdeführerin mehrmals Akteneinsicht gewährt, 
letztmals am 12. Juli 2024, mithin fast drei Monate nach Anzeige des Abschlusses der Untersuchung 
vom 19. April 2024 (vgl. Quittungen für Dossier in Reg. 12 der Akten). In der Folge wurde der 
Beschwerdeführerin am 7. August 2024 der Bericht von Dr. H.________ vom 26. Juli 2024 
übermittelt (act. 4012, 9090), wozu sie am 2. September 2024 Stellung nahm und gleichzeitig mit 
Bezug auf die Einvernahme von D.________ vom 23. April 2024 um vollständige Akteneinsicht 
ersuchte (act. 9095 f.). In ihrem Beweisergänzungsentscheid vom 2. Oktober 2024 hielt die 
Staatsanwaltschaft bezüglich des Antrags auf Akteneinsicht fest, sie habe im Rahmen der vorliegen-
den Untersuchung keine weiteren Einvernahmen angeordnet. D.________ sei in einem polizeilichen 
Ermittlungsverfahren, das sich gegen die Beschwerdeführerin richten dürfte, befragt worden. Die 
nach dem Erlass der Einstellungsverfügung ergangenen oder eingeholten Unterlagen wurden den 
Parteien einerseits (betreffend act. 9107-9156) mit Schreiben der Staatsanwaltschaft vom 
23. Oktober 2024 zugestellt (act. 9158 f.), andererseits (betreffend act. 9159-9211) offenbar mit der 
Stellungnahme zur Beschwerde vom 15. November 2024, was von der Beschwerdeführerin jedoch 
bestritten wird (Ziff. 6 der Replik).

Dies ändert jedoch nichts daran, dass sich das Einvernahmeprotokoll von D.________ wie oben in 
E. 3.4.1 erwähnt zum Zeitpunkt des Gesuchs der Beschwerdeführerin um Akteneinsicht vom 
2. September 2024 noch nicht in den Akten befand. Der Beschwerdeführerin ging es bei ihrem 
Gesuch jedoch in erster Linie um die Einsicht in dieses Protokoll, weshalb die Staatsanwaltschaft 
sich in ihrem Beweisergänzungsentscheid vom 2. Oktober 2024 zum Hintergrund dieser Einver-
nahme äusserte und sinngemäss erklärte, das Protokoll befinde sich nicht in den Akten. Zu diesem 
Zeitpunkt befanden sich in den Akten keine relevanten Unterlagen, welche die Beschwerdeführerin 
nicht bereits eingesehen hatte. Die Staatsanwaltschaft hat somit mit ihrer Antwort vom 
2. Oktober 2024 das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin nicht verletzt.

3.5. Es liegen somit weder eine Verletzung des rechtlichen Gehörs noch des Prinzips des «Fair 
Trials», des Gebots der Unabhängigkeit oder des Untersuchungsgrundsatzes vor, weshalb die 
Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen ist.

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4.

Die Beschwerdeführerin rügt sodann eine unvollständige oder unrichtige Feststellung des 
Sachverhalts (Ziff. III.A. der Beschwerde) und eine Verletzung von Art. 7 und 319 StPO sowie des 
Grundsatzes «in dubio pro duriore» (Ziff. III.C der Beschwerde).

4.1. Sie führt aus, die Staatsanwaltschaft stelle den Sachverhalt hinsichtlich des Tatzeitpunkts 
ungenügend bzw. unvollständig fest, indem sie sich weigere, einen anderen Tatzeitpunkt als den 
8. Mai 2023 zu überprüfen. Aus dem Arztbericht von Dr. H.________ vom 26. Juli 2024 gehe hervor, 
dass die Möglichkeit bestehe, dass sich der Vorfall an einem anderen Moment (Moment T, 
traumatisches Erlebnis) als am 8. März 2023 [recte: 8. Mai 2023] (Moment Y der Reaktivierung) 
ereignet haben könne, der Vorfall im Unterbewusstsein der Beschwerdeführerin am 8. März 2023 
[recte: 8. Mai 2023] wieder aktiviert worden und der 8. März 2023 [recte: 8. Mai 2023] nun zum 
Trauma (Moment T) geworden sei. Die Staatsanwaltschaft schliesse den Beschwerdegegner 
ausschliesslich aus, da er sich nachweislich am 8. März 2023 [recte: 8. Mai 2023] im Ausland 
befunden habe und stelle primär aus diesem Grund das Strafverfahren ein.

Die Beschwerdeführerin beanstandet weiter, die Staatsanwaltschaft stelle den Sachverhalt hinsicht-
lich des blauen Sofas ungenügend bzw. unvollständig fest und weigere sich, weitere Ermittlungen 
zu unternehmen. Die Staatsanwaltschaft stütze sich betreffend die grosse Wahrscheinlichkeit, dass 
der Beschwerdegegner nie ein blaues Sofa in einem seiner beiden Büros hatte, nur auf dessen 
Aussage und von diesen eingereichte Fotos. Auf dem einzigen Foto, das der Beschwerdegegner 
eingereicht habe, sei nur ein kleiner Teil des Büros zu sehen und das Datum der Aufnahme fehle 
ebenfalls. Die Staatsanwaltschaft lasse ausser Acht, dass die Ausführungen der Beschwerde-
führerin hinsichtlich des Sofas mit denjenigen der Zeugin übereinstimmten.

Es liege aufgrund des Vorstehenden keine klare Straflosigkeit des Beschwerdegegners vor. Diese 
sei nur für den 8. März 2023 [recte: 8. Mai 2023] gegeben, wobei aufgrund der Ausführungen der 
Beschwerdeführerin und der Zeugin zum blauen Sofa klar erscheine, dass der Tatzeitpunkt vor dem 
Umzug liege. Aufgrund der falschen Annahme des Tatzeitpunktes seien nicht sämtliche Ermittlungs-
handlungen vorgenommen worden. Indem die Staatsanwaltschaft trotz des ungeklärten Tatzeit-
punkts sowie ohne Ermittlungen zum blauen Sofa das Strafverfahren einstellt und hierbei den Arzt-
bericht gänzlich ausser Acht lasse, verletze sie Art. 319 Abs. 1 StPO und verstosse gegen den 
Grundsatz «in dubio pro duriore».

4.2. Die Staatsanwaltschaft hält in ihrer Stellungnahme fest, die Annahme des «Tatzeitpunkts» 
vom 8. Mai 2023 im Polizeirapport sowie in der Einstellungsverfügung stütze sich auf die WhatsApp 
von diesem Tag zwischen der Beschwerdeführerin und E.________, die Angaben der 
Beschwerdeführerin gegenüber ihrem Ex-Freund F.________ drei Tage später sowie sämtliche 
Aussagen der Beschwerdeführerin bei der Kantonspolizei, in denen sie auch nach Konfrontation mit 
den Aussagen des Beschwerdegegners, wonach er am 8. Mai 2023 nicht in der Schweiz gewesen 
sei, an diesem Datum als Tatzeitpunkt festhielt. Ihre Aussagen zum Stattfinden des Kurses 
C.________ seien richtig. Bei den Ausführungen von Dr. H.________ handle es sich nicht um ein 
Gutachten, sondern um allgemeine Ausführungen eines behandelnden Arztes von möglichen 
Auswirkungen der von ihm gestellten Diagnosen. Gemäss Dr. H.________ gebe es mehrere 
traumatische Ereignisse mit verschiedenen Personen. Die verschiedenen Elemente könnten sich 
sowohl inhaltlich als auch zeitlich vermischen. Die Beschwerdeführerin begründe mit keinem Wort, 
aus welchem Grund ein Irrtum der Tatzeit vorliegen soll, hingegen kein Irrtum in Bezug auf die 
Täterschaft, die Tat an sich oder den Tatort. Es sei nicht ersichtlich, welche Ermittlungshandlungen 

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erfolgen könnten, um abzuklären, ob am 8. Mai 2023 lediglich ein früheres Trauma reaktiviert worden 
sei, zumal die von der Beschwerdeführerin erwähnten früheren Vergewaltigungen resp. sexuellen 
Übergriffe nicht zur Anzeige gebracht worden seien. Auch bezüglich des blauen Sofas könne eine 
Vermischung von Ereignissen stattgefunden haben, wolle man auf die allgemeinen Ausführungen 
von Dr. H.________ abstellen. 

Unabhängig davon erwiesen sich die Vermutungen betreffend Tatzeitpunkt «vor Herbst 2022» und 
«anfangs Mai 2023» als falsch. Es könne als erstellt gelten, dass sich im neuen Büro nie ein blaues 
Sofa befunden habe. Aus den Akten gehe weiter hervor, dass der Umzug des Büros des Beschwer-
degegners Ende März 2022 stattgefunden habe. Sollte sich der geltend gemachte Übergriff tatsäch-
lich auf einem blauen Sofa ereignet haben – was fraglich sei – und hätte sich tatsächlich ein blaues 
Sofa im alten Büro des Beschwerdegegners befunden – was dieser bestreite und angesichts des 
Fotos unwahrscheinlich sei – käme rein hypothetisch als Tatzeitraum Sommer/Herbst 2019 
(Studienbeginn der Beschwerdeführerin) bis Ende März 2022 (Umzug) in Frage. Es sei nicht 
ersichtlich, durch welche weiteren Ermittlungshandlungen dieser hypothetische Tatzeitraum von 
zweieinhalb Jahren weiter eingeschränkt werden könnte. Das Anklageprinzip verlange u.a. eine 
möglichst genaue Angabe der Tatzeit. Das Bundesgericht habe den möglichen Tatzeitraum von 
einem Jahr als zu lang erachtet.

Weitere Ermittlungen in Bezug auf das Vorhandensein eines blauen Sofas im alten Büro des 
Beschwerdegegners seien nicht zielführend. Selbst das (unwahrscheinliche) Vorhandensein eines 
blauen Sofas in der Zeit von 2019 bis März 2022 könnte keinen hinreichenden Tatverdacht 
begründen, welcher eine Anklage rechtfertigt.

4.3.

4.3.1. Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO klärt die Staatsanwaltschaft in der Untersuchung den Sach-
verhalt tatsächlich und rechtlich so weit ab, dass sie das Vorverfahren abschliessen kann. Nach 
Beendigung des Untersuchungsverfahrens entscheidet sie, ob ein Strafbefehl zu erlassen, Anklage 
zu erheben oder das Verfahren einzustellen sei (Art. 318 Abs. 1 StPO). Eine vollständige oder teil-
weise Einstellung des Verfahrens erfolgt nach Art. 319 Abs. 1 StPO unter anderem dann, wenn kein 
Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (Bst. a) oder wenn kein Straftatbestand erfüllt 
ist (Bst. b). 

Der Entscheid über die Einstellung eines Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz «in dubio pro 
duriore» zu richten. Danach darf eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei 
klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet werden. 
Hingegen ist, sofern die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt, Anklage zu erheben, 
wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein Freispruch genauso 
wahrscheinlich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Regel, insbesondere bei schweren Delikten, 
eine Anklageerhebung auf. Bei zweifelhafter Beweis- oder Rechtslage hat nicht die Staatsanwalt-
schaft über die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das zur mate-
riellen Beurteilung zuständige Gericht. Der Grundsatz, dass im Zweifel nicht eingestellt werden darf, 
ist auch bei der Überprüfung von Einstellungsverfügungen zu beachten (BGE 143 IV 241 E. 2.2.1 
m.H.).

Stehen sich gegensätzliche Aussagen gegenüber («Aussage gegen Aussage»-Situation) und ist es 
nicht möglich, die einzelnen Aussagen als glaubhafter oder weniger glaubhaft zu bewerten, ist nach 
dem Grundsatz «in dubio pro duriore» in der Regel Anklage zu erheben. Dies gilt insbesondere, 
wenn typische «Vier-Augen-Delikte» zu beurteilen sind, bei denen oftmals keine objektiven Beweise 

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vorliegen. Auf eine Anklageerhebung kann verzichtet werden, wenn der Strafkläger ein widersprüch-
liches Aussageverhalten offenbarte und seine Aussagen daher wenig glaubhaft sind, wenn eine 
Verurteilung unter Einbezug der gesamten Umstände aus anderen Gründen als von vornherein 
unwahrscheinlich erscheint (BGE 143 IV 241 E. 2.2.2 m.H.). Zudem kann ausnahmsweise auf eine 
Anklageerhebung verzichtet werden, wenn die einzelnen gegensätzlichen Aussagen nicht als glaub-
hafter oder weniger glaubhaft bewertet werden können und kein anderes Ergebnis aus anderen 
Beweismitteln zu erwarten ist (Urteil BGer 6B_957/2021 vom 24. März 2022 E. 2.3 m.H.). 

Die Sachverhaltsfeststellung obliegt grundsätzlich dem urteilenden Gericht. Die Staatsanwaltschaft 
und die Beschwerdeinstanz dürfen bei Entscheiden über die Einstellung eines Strafverfahrens den 
Sachverhalt daher nicht wie ein urteilendes Gericht feststellen. Sachverhaltsfeststellungen müssen 
in Berücksichtigung des Grundsatzes «in dubio pro duriore» jedoch auch bei Einstellungen zulässig 
sein, soweit gewisse Tatsachen «klar» bzw. «zweifelsfrei» feststehen, so dass im Falle einer Ankla-
ge mit grosser Wahrscheinlichkeit keine abweichende Würdigung zu erwarten ist. Davon kann indes 
nicht ausgegangen werden, wenn eine abweichende Beweiswürdigung durch das Gericht ebenso 
wahrscheinlich erscheint. Den Staatsanwaltschaften ist es nach dem Grundsatz «in dubio pro 
duriore» lediglich bei einer unklaren Beweislage untersagt, der Beweiswürdigung des Gerichts 
vorzugreifen. Sachverhaltsfeststellungen der Staatsanwaltschaften sind im Rahmen von Art. 319 
Abs.1 Bst. b und c StPO in der Regel gar notwendig. Auch insoweit gilt jedoch, dass der rechtlichen 
Würdigung der Sachverhalt «in dubio pro duriore», d.h. der klar erstellte Sachverhalt zugrunde 
gelegt werden muss (BGE 143 IV 241 E. 2.3.2 m.H.). Weist eine Untersuchung wesentliche Lücken 
auf und bleiben Fragen offen, deren Beantwortung für Freispruch oder Schuldspruch der beschul-
digten Person wesentlich sein können, ist die Einstellung des Verfahrens aufzuheben und die 
Strafsache zur Untersuchung zurückzuweisen (OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 
4. Aufl. 2020, N. 1841).

Das Bundesgericht hat in einem kürzlich ergangenen Urteil die Einstellung eines Verfahrens wegen 
sexueller Nötigung gegen den ehemaligen Partner einer Privatklägerin bestätigt. Es erwog, dass die 
widersprüchlichen Aussagen beider Parteien plausibel seien und dass sich der fragliche Sachverhalt 
in der Privatsphäre der Parteien und somit ohne weitere anwesende Personen abgespielt habe, so 
dass keine weiteren sachdienlichen Ermittlungshandlungen durchgeführt werden können. Es ver-
warf namentlich die Kritik der Privatklägerin, wonach die Vorinstanz die Aussagen der Parteien wie 
ein urteilendes Gericht beurteilt hätte. Vielmehr hätte die Vorinstanz sich darauf beschränkt, die von 
den Parteien vorgebrachten Elemente aufzuführen und die beiden Versionen und die Aussagen der 
Beteiligten zu diskutieren, ohne jedoch deren Glaubwürdigkeit zu beurteilen, wie dies ein urteilendes 
Gericht getan hätte. Der Grundsatz «in dubio pro duriore» hindere die Untersuchungsbehörde nicht 
daran, eine summarische Beurteilung der Aussagen der Parteien vorzunehmen. Andernfalls sähe 
sich die Staatsanwaltschaft gezwungen, den Grossteil ihrer Verfahren zur Anklage zu bringen, was 
Art. 319 Abs. 1 StPO aushöhlen würde (Urteil BGer 7B_889/2023 vom 20. Februar 2025, insbeson-
dere E. 4.4.3).

4.3.2. Die Anklageschrift bezeichnet u.a. möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person 
vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung 
(Art. 325 Abs. 1 Bst. f StPO). Das Bundesgericht befasste sich wiederholt mit der zeitlichen 
Bestimmtheit der Anklage hinsichtlich eines einzelnen Tatvorwurfs: Es hielt beispielsweise eine 
Eingrenzung des Vorwurfs sexueller Nötigung auf drei Monate für hinreichend, weil der genaue 
Zeitraum wegen der mehrere Jahre zurückliegenden Tat nicht mehr eruierbar war. Auch die Angabe 
einer bestimmten Jahreszeit wie "Herbst 1998", "Winter 1999", die Beschränkung auf wenige 
Monate wie "November oder Dezember 1999" oder auf einen nicht näher bestimmten Zeitpunkt 

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innerhalb eines einzigen Monats liess es genügen. In der Lehre wird die Ansicht vertreten, für ein 
einzelnes Delikt erscheine ein möglicher Zeitrahmen innerhalb eines ganzen Jahres in der Regel zu 
unbestimmt (Urteil BGer 6B_103/2017 vom 21. Juli 2017 E. 1.5.3 m.H.). Angesichts der konkreten 
Umstände, insbesondere der Möglichkeit, dass der Tatzeitpunkt durch weitere Ermittlungen hätte 
eingeschränkt werden können, erachtete das Bundesgericht in diesem Urteil 6B_103/2017 den 
möglichen Tatzeitraum von einem Jahr als zu lang. Aufgrund der derart weit gefassten Zeitangabe 
werde dem Beschwerdeführer die Möglichkeit genommen, seine Verteidigungsrechte angemessen 
auszuüben. 

4.3.3. Hat der Täter vor Inkrafttreten eines neuen Gesetzes eine Straftat begangen, erfolgt die 
Beurteilung aber erst nachher, gelten die Strafbestimmungen des bisherigen Rechts, sofern die 
Bestimmungen des neuen Rechts für ihn nicht milder sind (Grundsatz der lex mitior, Art. 2 StGB; 
BGE 147 IV 471 E. 4). 

Im vorliegenden Fall ist das neue Recht nicht milder, so dass die Bestimmungen, welche bis zum 
30. Juni 2024 in Kraft waren, anwendbar sind (im Folgenden: Art. 190 Abs. 1 aStGB resp. Art. 193 
Abs. 1 aStGB).

Der Vergewaltigung macht sich schuldig, wer eine Person weiblichen Geschlechts zur Duldung des 
Beischlafs nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck 
setzt oder zum Widerstand unfähig macht (Art. 190 Abs. 1 aStGB).

Der Ausnützung der Notlage macht sich schuldig, wer eine Person veranlasst, eine sexuelle 
Handlung vorzunehmen oder zu dulden, indem er eine Notlage oder eine durch ein Arbeitsverhältnis 
oder eine in anderer Weise begründete Abhängigkeit ausnutzt (Art. 193 Abs. 1 aStGB).

4.4. Die von der Staatsanwaltschaft verfügte Einstellung des Verfahrens gegen den Beschwerde-
gegner basiert auf Einvernahmen des Beschwerdegegners, der Beschwerdeführerin und verschie-
denen Auskunftspersonen sowie auf der WhatsApp-Konversation zwischen der Beschwerdeführerin 
und E.________ und mehreren eingereichten Unterlagen (vgl. oben, E. 2). 

Der Beschwerdegegner sagte aus, er habe mit der Beschwerdeführerin nie eine Beziehung gehabt, 
weder eine Liebes- noch eine sexuelle Beziehung (act. 2119). Die Behauptungen der Beschwerde-
führerin seien absolut falsch. Es habe keine sexuelle Handlung, Annäherung oder Umarmung 
gegeben. Er habe nie sexuelle Handlungen mit Studentinnen vorgenommen (act. 2122). 

Die Beschwerdegegnerin ist in ihren Einvernahmen durch die Polizei immer bei der gleichen Version 
der Geschehnisse geblieben (vgl. oben, Sachverhalt A). Insbesondere hat sie auch in ihrer Einver-
nahme vom 11. Januar 2024 auf Vorhalt der Aussagen des Beschwerdegegners und der vorläufigen 
Ermittlungsergebnisse, wonach sich der Beschwerdegegner am 8. Mai 2023 im Ausland aufgehalten 
und sich in seinem Büro nie ein blaues Sofa befunden habe, weiterhin behauptet, der Beschwerde-
gegner habe an diesem Datum den Kurs C.________ an der Universität gegeben und der 
angebliche Übergriff habe an diesem Datum auf einem blauen Sofa im Büro des Beschwerde-
gegners stattgefunden (act. 2157 f., 2162, 2164). Diese Aussagen zum Datum decken sich mit den 
Angaben, die sie gegenüber ihren Freunden E.________ und F.________ gemacht hat. E.________ 
hat sie am 8. Mai 2023 geschrieben, es sei ihr gerade etwas passiert (act. 2086: «Il vient de m’arriver 
qqch») und F.________ habe sie am 10. oder 11. Mai 2023 gesagt, es sei ihr am Montag etwas 
passiert (act. 2059). Der Beschwerdegegner hat jedoch mit mehreren Dokumenten (Hotelbelege, 
Tagungsunterlagen, Quittungen, Flug-, Bahn- und Bustickets, Reisekostenabrechnung, 
Kontoauszüge) nachgewiesen, dass er vom 7. bis 10. Mai 2023 in I.________ war, um an einer 

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Tagung teilzunehmen, an welcher er auch einen Vortrag gehalten hat (act. 2165 f., 2174 ff., 9005 
ff., 9044 ff.). Dies bestreitet die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren nicht. Sie bringt jedoch 
vor, der Übergriff könnte sich an einem anderen Datum ereignet haben, was die Staatsanwaltschaft 
aufgrund des Arztberichts von Dr. H.________ hätte untersuchen müssen. 

Der Kurs C.________ begann im Frühlingssemester 2023 am 8. Mai 2023 (act. 2171), wie von der 
Beschwerdeführerin in ihrer Darstellung des angeblichen Vorfalls beschrieben. Der von ihr 
beschriebene Sachverhalt kann sich aufgrund des Auslandsaufenthalts des Beschwerdegegners 
somit nicht am von ihr angegebenen Datum ereignet haben. 

Auch der von D.________ in ihrem Schreiben an die Staatsanwaltschaft vom 15. Oktober 2024 
aufgeworfene mögliche Tatzeitpunkt vom 3. Mai 2022 kann nicht zutreffen. Sie begründet ihre 
Annahme damit, dass die Beschwerdeführerin an diesem Datum für eine Konsultation im 
L.________ gewesen sei und der Beschwerdegegner an diesem Tag einen Kurs gegeben habe (act. 
9108). Diesbezüglich bezieht sie sich auf einen Auszug aus dem Vorlesungsverzeichnis für den Kurs 
«M.________», der im Frühlingssemester 2022 u.a. am 3. Mai 2022 stattgefunden hat und für den 
der Beschwerdegegner in diesem Verzeichnis als Verantwortlicher und Dozent aufgeführt war (act. 
9152 ff.). Aus den vom Beschwerdegegner eingereichten Unterlagen ist jedoch ersichtlich, dass sich 
die Beschwerdeführerin nicht für den Kurs «M.________» für das Frühlingssemester 2022 
eingeschrieben hatte und dass nicht der Beschwerdegegner, sondern zwei andere Personen diesen 
Kurs leiteten. Zudem begann im Frühlingssemester 2022 der Kurs C.________ erst am 9. Mai 2022 
und mithin erst nach der Konsultation der Beschwerdeführerin im L.________, welche 
am 5. Mai 2022 stattgefunden hat (act. 2036, 9161, 9169 ff.). Die Beschwerdeführerin gab 
gegenüber der Polizei an, ihre Grossmutter sei Ende 2021 gestorben und gleichzeitig habe es 
familiäre Probleme gegeben, weswegen es ihr sehr schlecht gegangen sei. Ihre Psychologin habe 
sich im Januar 2022 grosse Sorgen um sie gemacht. Im Mai 2022 habe sie eine 
Medikamentenüberdosis genommen und sei hospitalisiert worden. Dort habe sie ihrer Mutter gesagt, 
sie wolle zu ihrer Grossmutter (act. 2009). Diese Erklärung steht im Widerspruch zur Annahme von 
D.________, dass die Konsultation im L.________ aufgrund des angezeigten Übergriffs 
stattgefunden habe. 

Weiter ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin ausgesagt hat, der Beschwerdegegner 
habe ihr direkt nach dem Übergriff gesagt, er sei froh, dass er sie den Bachelor habe bestehen 
lassen (act. 2013: «… il m’a dit, qu’il était content de m’avoir fait passer mon bachelor …»). Aus den 
Akten ergibt sich, dass sie ihr Bachelor-Diplom Anfang März 2023 erhalten hat (act. 2009 f., 2172). 
Der von ihr beschriebene Sachverhalt müsste sich somit nach diesem Datum zugetragen haben.

Dr. H.________, Psychiater und Psychotherapeut FMH, gab in seinem Schreiben vom 26. Juli 2024 
an, die Beschwerdeführerin sei seit dem 31. Januar 2024 bei ihm in Behandlung. Sie leide an einer 
komplexen posttraumatischen Belastungsstörung, einer dissoziativen Identitätsstörung, einer gene-
ralisierten Angststörung und einer nicht näher bezeichneten Essstörung. Eine posttraumatische 
Belastungsstörung könne unter anderem zu Schwierigkeiten führen, sich präzise an Ereignisse zu 
erinnern und diese wiederzugeben. Die Elemente von verschiedenen traumatischen Erlebnissen 
können sich sowohl inhaltlich als auch zeitlich vermischen. Bei einer dissoziativen Persönlichkeits-
störung könne es sein, dass ein Trauma zu einem Zeitpunkt T zu einer Amnesie geführt habe und 
zu einem Moment Y reaktiviert und mit dem Zeitpunkt T verwechselt werde (act. 4012 ff.). Wie die 
Staatsanwaltschaft zu Recht ausführt, handelt es sich bei den Angaben von Dr. H.________ nicht 
um ein Gutachten über die Beschwerdeführerin, sondern um allgemeine Ausführungen eines 
behandelnden Arztes von möglichen Auswirkungen der von ihm gestellten Diagnosen. 

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Selbst wenn die Beschwerdeführerin unter den beschriebenen Auswirkungen dieser Krankheiten 
leiden sollte, ist nicht ersichtlich, warum sie sich nur betreffend Zeitpunkt der vorgeworfenen Taten, 
nicht aber betreffend alle anderen Elemente irren sollte, obwohl gemäss Dr. H.________ auch eine 
inhaltliche Vermischung der Elemente von verschiedenen traumatischen Erlebnissen möglich wäre. 
Die Beschwerdeführerin blieb jedoch in all ihren Aussagen bei der Polizei und auch in der 
Beschwerde beim gleichen Sachverhalt und stellte – erstmals mit ihrer Eingabe vom 
2. September 2024 (act. 9095 ff.) und danach auch in der Beschwerde – nur den möglichen 
Tatzeitpunkt in Frage. Der Sachverhalt kann sich jedoch nicht wie von ihr beschrieben ereignet 
haben, da er sich nach Erlangung des Bachelor-Diploms durch die Beschwerdeführerin am ersten 
Kurstag des Blockkurses C.________ im Büro des Beschwerdegegners auf einem blauen Sofa 
ereignet haben müsste. Der Umzug ins neue Büro, in welchem es kein blaues Sofa gab (vgl. oben, 
E 3.4.2), fand nicht nur statt, bevor die Beschwerdeführerin ihr Bachelor-Diplom erlangt hat, sondern 
auch vor dem von D.________ spekulierten Tatzeitpunt von Anfang Mai 2022. 

Auch wenn sich im vorliegenden Fall grundsätzlich gegensätzliche Aussagen der Beschwerde-
führerin und des Beschwerdegegners gegenüberstehen, hat die Staatsanwaltschaft in Anbetracht 
dieser Ausführungen zu Recht auf eine Anklageerhebung verzichtet. Einerseits konnte nachge-
wiesen werden, dass sich der angezeigte Vorfall nicht wie von der Beschwerdeführerin dargestellt 
zugetragen haben kann und ihre Aussagen somit wenig glaubhaft sind, so dass eine Verurteilung 
des Beschwerdeführers unter Berücksichtigung der vorstehenden Erwägungen als von vornherein 
unwahrscheinlich erscheint. Andererseits ist nicht ersichtlich, welche Untersuchungshandlungen die 
Staatsanwaltschaft vornehmen könnte, um den Sachverhalt sowie Ort und Zeitpunkt, an welchen 
sich dieser ereignet haben könnte, zu ermitteln. Selbst wenn sich der Sachverhalt, wie ihn die 
Beschwerdeführerin beschrieben hat, im alten Büro des Beschwerdegegners abgespielt haben 
sollte, was wie oben ausgeführt aufgrund der Kursdaten, des Zeitpunkts der Erlangung des 
Bachelor-Diploms und des sehr wahrscheinlichen Nichtvorhandenseins eines blauen Sofas im alten 
Büro nicht zutreffen kann, könnte der Zeitpunkt nicht näher eingegrenzt werden als zwischen dem 
Studienbeginn der Beschwerdeführerin im Herbstsemester 2019 und dem Umzug ins neue Büro am 
29. März 2022. Ein solch langer Zeitraum wäre unter Berücksichtigung des Anklageprinzips zu 
unbestimmt und würde dieses Prinzip verletzen. 

Ein psychologisches Gutachten über den gesundheitlichen Zustand der Beschwerdeführerin, wie es 
die Beschwerdeführerin beantragt (Ziff. B.a.9.4 der Beschwerde), würde keine neuen sachdienlichen 
Elemente liefern, da es lediglich Auskunft über den Gesundheitszustand und mögliche Auswir-
kungen einer vorhandenen Krankheit liefern, nicht jedoch zur Klärung des Sachverhalts beitragen 
könnte. 

Gleich verhält es sich mit der offenbar von der Studentenorganisation AGEF erstellten informellen 
Liste mit Meldungen von Studierenden über Professoren, die sich übergriffig verhalten haben, um 
deren Einholung die Beschwerdeführerin ersucht (S. 3 der Eingabe vom 20. Januar 2025). Eine 
solche Liste würden keine neuen Elemente in der vorliegend zu beurteilenden Sache liefern.

4.5. Die Einstellung des Strafverfahrens gegen den Beschwerdeführer wegen Ausnützung der 
Notlage, evtl. Vergewaltigung ist somit zu bestätigen.

5.

Schliesslich macht die Beschwerdeführerin subsidiär eine Verletzung von Art. 420 Bst. a StPO 
(Rückgriff) geltend, sollte die Einstellungsverfügung im Hauptpunkt bestätigt werden (Ziff. III.D der 
Beschwerde).

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5.1. Sie führt aus, ein Rückgriff sei bereits aufgrund des Arztberichts ausgeschlossen, da die 
Angabe des Tatzeitpunkts auf ihre diagnostizierten psychischen Probleme zurückzuführen sei und 
nicht auf einen bösen Willen. Aus der gesamten Akte ergebe sich kein böser Wille der 
Beschwerdeführerin gegenüber dem Beschwerdegegner. Die Staatsanwaltschaft verkenne, dass es 
bei der Frage des Rückgriffs nicht um die Zurechnungsfähigkeit gehe bzw. es keiner 
Unzurechnungsfähigkeit bedürfe, um von einem Rückgriff abzusehen. Zudem verkenne sie die 
Tragweite des Arztberichts. Ein Verweis darauf, dass sich der Arztbericht nicht auf die Aussagen im 
Strafverfahren oder auf die Strafakte beziehe, sei unbehilflich, wenn es darum gehe, einen 
möglichen Rückgriff zu prüfen. Ein Rückgriff sei nur mit Zurückhaltung möglich. 

5.2. Die Staatsanwaltschaft nahm in der angefochtenen Verfügung Rückgriff auf die 
Beschwerdeführerin in der Höhe der Verfahrenskosten von CHF 305.-, der Entschädigung des 
Beschwerdegegners für seine Anwaltskosten von CHF 7'449.35 und der Entschädigung für die 
unentgeltliche Rechtspflege der Beschwerdeführerin von CHF 1'971.40. Es habe im Strafverfahren 
ermittelt werden können, dass die Straftat vom Beschwerdegegner nicht wie von der Beschwerde-
führerin vorgebracht begangen worden sein könne. Somit habe die Beschwerdeführerin zumindest 
grobfahrlässig, allenfalls sogar vorsätzlich, die Einleitung des Strafverfahrens bewirkt. Der 
Arztbericht von Dr. H.________ reiche nicht aus, um die Zurechnungsfähigkeit der Beschwerde-
führerin in ihrem Aussageverhalten derart zu verneinen, dass sie den Rückgriff ausschliesse. Er 
beziehe sich nicht konkret auf die Aussagen der Beschwerdeführerin im Strafverfahren. Es sei davon 
auszugehen, dass dem Psychiater die vollständigen Strafakten nicht bekannt seien und dieser sich 
lediglich auf die Aussagen der Beschwerdeführerin stütze.

5.3. Gemäss Art. 423 ZPO werden die Verfahrenskosten grundsätzlich vom Bund oder dem 
Kanton getragen. Der Bund oder der Kanton kann jedoch gemäss Art. 420 StPO für die von ihm 
getragenen Kosten auf Personen Rückgriff nehmen, die vorsätzlich oder grobfahrlässig die 
Einleitung des Verfahrens bewirkt (Bst. a), das Verfahren erheblich erschwert (Bst. b) oder einen im 
Revisionsverfahren aufgehobenen Entscheid verursacht haben (Bst. c). Diese Bestimmung gibt dem 
Staat die Möglichkeit, auf jene Personen Rückgriff zu nehmen, die ihm vorsätzlich oder 
grobfahrlässig Kosten, wie Verfahrenskosten oder Entschädigung und Genugtuung an die 
beschuldigte Person, verursacht haben. Angesichts des Interesses der Allgemeinheit, dass strafbare 
Handlungen auch durch Private zur Anzeige gebracht werden, sollte der Staat nur mit Zurückhaltung 
von der Möglichkeit des Rückgriffs gemäss Art. 420 Bst. a StPO Gebrauch machen. Trotzdem 
entspricht es dem Gebot von Recht und Billigkeit, die Verfahrenskosten, Entschädigungen und 
Genugtuungen derjenigen Person aufzuerlegen, die ohne hinreichende Grundlage oder aus bösem 
Willen ein Verfahren verursacht hat. Ein Rückgriff kommt bei haltlosen Verdächtigungen, nicht 
jedoch bei einer in guten Treuen erstatteten Strafanzeige in Frage. Zu denken ist vielmehr an eine 
falsche Anschuldigung nach Art. 303 StGB. Nach der Rechtsprechung handelt beispielsweise der 
Anzeigeerstatter grobfahrlässig, der das Anzeigerecht für sachfremde Zwecke missbraucht (Urteil 
BGer 6B_620/2015 vom 3. März 2016 E. 2.2 m.H.).

5.4. Es trifft zwar zu, dass die angezeigte Straftat nicht wie von der Beschwerdeführerin beschrie-
ben begangen worden sein kann (vgl. oben, E. 4.4). Aus den Akten ergibt sich jedoch kein Hinweis 
darauf, dass die Beschwerdeführerin die Anzeige aus bösem Willen eingereicht hätte. Es ist nicht 
ersichtlich, welche sachfremden Zwecke sie damit hätte verfolgen wollen. Vielmehr wollte die 
Beschwerdeführerin zunächst keine Anzeige erstatten und hat dies schliesslich erst rund viereinhalb 
Monate nach dem angeblichen Vorfall getan, nachdem sie von E.________ und D.________ dazu 
ermutigt worden war (act. 2015 f.). Die Strafkammer geht davon aus, dass die komplexe 
posttraumatische Belastungsstörung und die dissoziative Identitätsstörung, an welcher die 

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Beschwerdeführerin gemäss Dr. H.________ leidet und welche gemäss diesem Arzt bei einer 
betroffenen Person zu Erinnerungsschwierigkeiten führen können, ursächlich für die Anzeige-
erstattung und die Aussagen der Beschwerdeführerin sind. Es kann somit kein grobfahrlässiges 
Verhalten der Beschwerdeführerin bei der Einleitung des Verfahrens festgestellt werden, weshalb 
sich der Rückgriff auf sie für die vom Staat getragenen Kosten nicht rechtfertigt. Unter diesen 
Umständen kann hier offenbleiben, ob ein Rückgriff betreffend die Entschädigung für die 
unentgeltliche Rechtspflege der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung von Art. 138 Abs. 1bis 
StPO überhaupt möglich ist. 

5.5.  Die Beschwerde ist in diesem Punkt gutzuheissen und Ziff. 3 bis 5 der Einstellungsverfügung 
sind in dem Sinne anzupassen, dass kein Rückgriff auf die Beschwerdeführerin genommen wird.

6.

6.1. Die Beschwerdeführerin ersucht im Rahmen ihrer Beschwerde um Erteilung der unent-
geltlichen Rechtspflege und Ernennung von Rechtsanwalt Elmar Wohlhauser zum unentgeltlichen 
Rechtsbeistand. 

Gemäss Art. 136 Abs. 1 StPO gewährt die Verfahrensleitung der Privatklägerschaft für die 
Durchsetzung ihrer Zivilansprüche ganz oder teilweise die unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie 
nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und die Zivilklage nicht aussichtslos erscheint (Bst. a) 
bzw. dem Opfer für die Durchsetzung seiner Strafklage, wenn es nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und die Strafklage nicht aussichtslos erscheint (Bst. b). Als aussichtslos sind nach der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaus-
sichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft 
bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich 
Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer 
sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich 
bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, 
den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil 
er sie nichts kostet (BGE 140 V 521 E. 9.1). 

Die Mittellosigkeit der Beschwerdeführerin, welche im vorliegenden Strafverfahren Opfer ist (vgl. 
Art. 116 Abs. 1 StPO; act. 2020)), ergibt sich aus den Akten. Ihre Beschwerde war in der 
Hauptsache, d.h. bezüglich der Einstellung des Strafverfahrens, aussichtslos, nicht jedoch in Bezug 
auf den Rückgriff, weshalb ihr die unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt 
Elmar Wohlhauser als unentgeltlicher Rechtsbeistand für das Beschwerdeverfahren teilweise zu 
gewähren ist (vgl. Art. 136 Abs. 2 Bst. c StPO in seiner seit dem 1. Januar 2024 geltenden Version).

Rechtsanwalt Elmar Wohlhauser hat keine Kostenliste eingereicht, so dass die angemessene 
Entschädigung global festgesetzt wird (Art. 57 e contrario des Justizreglements vom 
30 November 2010 [JR; FZR 2015 73]). Nur die für die Verfahrensführung mit Bezug auf die Frage 
des Rückgriffs nötigen Handlungen sind zu berücksichtigen (vgl. FZR 1994 83 E. 3). Der Stundentarif 
beträgt CHF 180.- (Art. 57 Abs. 2 JR) zzgl. 5% für die Auslagen (Art. 58 Abs. 2 JR). Im vorliegenden 
Fall erscheinen drei Stunden Arbeit für die Kenntnisnahme der Verfügung, eine Besprechung mit 
der Klientschaft, das Verfassen der Beschwerdeschrift, die Kenntnisnahme und Besprechung des 
Urteils als angemessen. Unter Berücksichtigung weiterer kleiner Verrichtungen und den Auslagen 
wird die Entschädigung pauschal auf CHF 600.- festgesetzt. Hinzu kommen 8.1% MwSt., 
d.h. CHF 48.60. Die Entschädigung beläuft sich somit auf CHF 648.60. 

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6.2. Die Verfahrenskosten werden vom Bund oder dem Kanton getragen, der das Verfahren 
geführt hat; abweichende Bestimmungen dieses Gesetzes bleiben vorbehalten (Art. 423 Abs. 1 
StPO). Nach Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach 
Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Erwirkt eine Partei, die ein Rechtsmittel ergriffen hat, 
einen für sie günstigeren Entscheid, so können ihr die Verfahrenskosten namentlich auferlegt 
werden, wenn der angefochtene Entscheid nur unwesentlich abgeändert wird (Art. 428 Abs. 2 Bst. b 
StPO). Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Verfahrenskosten in Höhe von 
CHF 1'248.60 (Gebühr: CHF 500.-; Auslagen: CHF 100.-; angemessene Entschädigung: 
CHF 648.60) werden demnach zu 4/5 der Beschwerdeführerin (CHF 998.90) und zu 1/5 dem Staat 
Freiburg (CHF 249.70) auferlegt.

Die Beschwerdeführerin ist nicht zur Rückerstattung der Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege 
verpflichtet (Art. 138 Abs. 1bis StPO). 

6.3. Dem Beschwerdegegner ist im vorliegenden Beschwerdeverfahren kein Aufwand entstanden 
(vgl. Art. 429 Abs. 1 StPO). Er wurde im Schuldpunkt nicht verurteilt und die Beschwerdeführerin hat 
keine Zivilansprüche gegen ihn geltend gemacht, so dass sie nicht obsiegt hat i.S.v. Art. 433 Abs. 1 
StPO. Es sind somit keine Parteientschädigungen zuzusprechen. 

Die Kammer erkennt:

I. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen.

Folglich werden die Ziff. 3, 4 und 5 der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 
9. Oktober 2024 wie folgt abgeändert: 

«3. Die Verfahrenskosten im Betrag von CHF 305.00 werden dem Staat auferlegt (Art. 423 
StPO) (Dossierkosten: CHF 55.00 und Gebühren: CHF 250.00).

4. B.________ wird eine Entschädigung für die angemessene Ausübung der 
Verfahrensrechte (Anwaltskosten) in der Höhe von CHF 7'449.35 gewährt.

Weitere Entschädigungen und/oder Genugtuung werden nicht ausgerichtet.

5. Die Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege der Privatklägerschaft wird 
gestützt auf die Honorarnote auf CHF 1'971.40 (inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzt.»

II. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren wird teilweise 
gutgeheissen.

Folglich wird A.________ für das Beschwerdeverfahren mit Bezug auf die Frage des 
Rückgriffs gemäss Art. 420 StPO die unentgeltliche Rechtspflege gewährt unter Beiordnung 
von Rechtsanwalt Elmar Wohlhauser als unentgeltlicher Rechtsbeistand.

III. Die angemessene Entschädigung von Rechtsanwalt Elmar Wohlhauser als unentgeltlicher 
Rechtsbeistand der Beschwerdeführerin wird auf CHF 648.60.- inkl. MwSt. von CHF 48.60 
festgesetzt. 

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IV. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in Höhe von CHF 1'248.60 (Gebühr: CHF 500.-; 
Auslagen: CHF 100.-; angemessene Entschädigung: CHF 648.60) werden zu 4/5, 
d.h. CHF 998.90, A.________ und zu 1/5, d.h. CHF 249.70, dem Staat Freiburg auferlegt.

A.________ ist nicht zur Rückerstattung der Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege 
verpflichtet.

V. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeits-
voraussetzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht 
vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen.

Die Festsetzung der Entschädigung des amtlichen Verteidigers kann innert 10 Tagen nach 
Eröffnung dieses Urteils mit Beschwerde am Bundesstrafgericht angefochten werden (Art. 135 
Abs. 3 Bst. b StPO). Das Verfahren ist in den Art. 379 bis 397 StPO (Art. 39 des Bundesgesetzes 
über die Organisation der Strafbehörden des Bundes; SR 173.71) geregelt. Die begründete 
Beschwerdeschrift ist beim Bundesstrafgericht, Postfach 2720, 6501 Bellinzona, einzureichen.

Freiburg, 1. September 2025/ndu

Der Präsident Die Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin