# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fcabcc00-7770-5290-9f93-8f73d3a3269d
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-14
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 14.04.2016 715 15 342
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-15-342_2016-04-14.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 14. April 2016 (715 15 342) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Der Beschwerdeführer ist von der Erfüllung der Beitragszeit befreit, weil die Ausarbei-
tung einer Dissertation in concreto eine verwertbare Ausbildung im Sinne von Art. 14 
Abs. i lit. a AVIG darstellt. 
 
 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantonsrichterin 

Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Margit Campell 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts-
anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach 

  
 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung 
 
 
A. A.____ meldete sich am 29. Mai 2015 bei seiner Wohnsitzgemeinde zur Arbeitsvermitt-
lung und am 1. Juni 2015 bei der Öffentlichen Arbeitslosenversicherung Baselland (Kasse) zum 
Bezug von Taggeldern der Arbeitslosenversicherung (ALV) ab 1. Juni 2015 an. Er gab an, eine 
Tätigkeit im Umfang von höchstens 80 % zu suchen. Als letzten Arbeitgeber nannte Jan Frecè 
die B.___, wo er vom 1. Januar 2013 bis 30. September 2013 als wissenschaftlicher Mitarbeiter 
gearbeitet habe. Auf die Frage, ob er während insgesamt mehr als 12 Monaten wegen Schul-

 

 
 
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ausbildung, Umschulung oder Weiterbildung nicht in einem Arbeitsverhältnis gestanden sei, 
hielt er fest, dass er von November 2013 bis Mai 2015 eine Doktorarbeit an der C.____ verfasst 
habe. Mit Verfügung Nr. 1107/2015 vom 18. Juni 2015 lehnte die Kasse den Anspruch des Ver-
sicherten auf Arbeitslosenentschädigung wegen Nichterfüllens der Anspruchsvoraussetzungen 
ab. Sie begründete ihre Ablehnung damit, dass der Versicherte innerhalb der Rahmenfrist für 
die Beitragszeit nicht während 12 Monaten einer beitragspflichtigen Beschäftigung nachgegan-
gen sei. Zudem erfülle er die Voraussetzungen für den gesetzlichen Befreiungstatbestand nicht, 
da die im Selbststudium absolvierte Weiterbildungszeit in der Regel aufgrund ungenügender 
Überprüfbarkeit nicht anerkannt werden könne. Die dagegen erhobene Einsprache wies die 
Einspracheinstanz des Kantonalen Amtes für Gewerbe und Arbeit (KIGA) am 2. Oktober 2015 
ab. Dabei wurde festgestellt, der Versicherte habe zwar nachgewiesen, dass er während 
10 Jahren in der Schweiz gelebt und die Dissertation nicht im Selbststudium ausgearbeitet ha-
be. Zudem stehe fest, dass es ihm wegen seiner intensiven Arbeit an der Doktorarbeit nicht 
möglich gewesen sei, einer Beschäftigung nachzugehen. Zu beachten sei jedoch, dass die 
Ausarbeitung einer Dissertation kein verwertbarer Lehrgang sei, welcher die Chancen auf dem 
Arbeitsmarkt erhöhen würde. Aus diesem Grund habe der Versicherte keinen Anspruch auf 
Arbeitslosenentschädigung ab 1. Juni 2015.  
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, mit Eingabe 
vom 5. November 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht), und beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheids und die Ausrichtung 
von Taggeldern ab 1. Juni 2015; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte der Beschwer-
deführer im Wesentlichen aus, dass die Ausfertigung der Dissertation in jedem Fall eine Ausbil-
dung im Sinne der geltenden gesetzlichen Regelungen sei, weshalb er von der Erfüllung der 
Beitragszeit befreit sei. Zudem gebe es keine gesetzliche Grundlage, welche die Verwertbarkeit 
einer Ausbildung vorschreibe. 
 
C. Die Kasse liess sich am 20. Januar 2016 zur Beschwerde vernehmen und beantragte 
unter Hinweis auf ihren Einspracheentscheid vom 2. Oktober 2015 deren Abweisung.  
 
D. Am 7. März 2016 reichte der Beschwerdeführer eine Zusammenstellung mehrerer Stel-
leninserate ein. Diesen sei zu entnehmen, dass für einen Stellenantritt eine Dissertation er-
wünscht sei. Die Kasse verzichtet diesbezüglich am 1. April 2016 auf eine Stellungnahme und 
verwies auf ihre Vernehmlassung vom 20. Januar 2016. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversi-
cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den 
Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeits-
losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Nach 
Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit den Art. 128 Abs. 1 und 119 Abs. 1 lit. a der Verord-

 

 
 
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nung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) 
vom 31. August 1983 richtet sich die örtliche Zuständigkeit des kantonalen Versicherungsge-
richts für die Beurteilung von Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Kassen, welche 
die Arbeitslosenentschädigung betreffen, nach dem Ort, wo die versicherte Person die Kontroll-
pflicht erfüllt. Vorliegend erfüllt der Beschwerdeführer die Kontrollpflicht im Kanton Basel-
Landschaft, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu beja-
hen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit . a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht 
als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der 
Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor-
liegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be-
schwerde vom 5. November 2015 ist deshalb einzutreten. 
 
2. Zwischen den Parteien ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Arbeitslosenent-
schädigung strittig. 
 
3.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. e AVIG besteht ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung 
nur dann, wenn die versicherte Person die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der 
Beitragszeit befreit ist. Die Beitragszeit hat nach Art. 13 Abs. 1 AVIG erfüllt, wer innerhalb der 
dafür vorgesehenen Rahmenfrist (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während mindestens zwölf Monaten eine 
beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat. Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt ge-
mäss Art. 9 Abs. 3 AVIG zwei Jahre vor der Rahmenfrist für den Leistungsbezug. Letztere wie-
derum fängt gemäss Art. 9 Abs. 2 AVIG mit dem Tag an, an dem sämtliche Anspruchsvoraus-
setzungen erfüllt sind. Massgebend ist dabei der Zeitpunkt, in welchem sich die versicherte 
Person erstmals zur Erfüllung der Kontrollpflicht auf der Wohnsitzgemeinde meldet (Art. 17 Abs. 
2 AVIG). 
 
3.2 Art. 14 Abs. 1 lit. a AVIG besagt, dass jene versicherten Personen von der Erfüllung 
der Beitragszeiten befreit sind, die innerhalb der Rahmenfrist (vgl. Art. 9 Abs. 3 AVIG) während 
insgesamt mehr als zwölf Monaten nicht in einem Arbeitsverhältnis standen und die Beitragszeit 
wegen einer Schulausbildung, Umschulung oder Weiterbildung nicht erfüllen konnten sofern sie 
während mindestens zehn Jahren in der Schweiz Wohnsitz hatten.  
 
3.3 Zwischen dem Befreiungsgrund gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. a AVIG und der Nichterfül-
lung der Beitragszeit muss ein Kausalzusammenhang bestehen (vgl. BGE 131 V 279 E. 1.2). 
Um als kausal zu gelten, muss das Hindernis während mehr als zwölf Monaten bestanden ha-
ben. Bei kürzerer Verhinderung bleibt der versicherten Person während der zweijährigen Rah-
menfrist genügend Zeit, um eine ausreichende beitragspflichtige Beschäftigung auszuüben. Da 
eine Teilzeitbeschäftigung hinsichtlich der Erfüllung der Beitragszeit einer Vollzeitbeschäftigung 
gleichgestellt ist (vgl. Art. 11 Abs. 4 Satz 1 AVIV), liegt die erforderliche Kausalität zudem nur 
vor, wenn es der versicherten Person aus einem der in Art. 14 Abs. 1 lit. a bis c AVIG genann-
ten Gründen auch nicht möglich und zumutbar war, ein Teilzeitarbeitsverhältnis einzugehen 
(vgl. BGE 130 V 229 E. 1.2.3; BGE 126 V 387 E. 2b, 121 V 342 E. 5b; ARV 1995 Nr. 29 S. 167 
E. 3b mit Hinweisen; Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundes-

 

 
 
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gericht, sozialrechtliche Abteilung] vom 29. November 2005, C 153/05, E. 4 und vom 14. Sep-
tember 2004, C 284/03, E. 2.1; vgl. BGE 130 V 231 f. E. 1.2.3 mit Hinweisen [= Pra 2005 
Nr. 81, S. 610, E. 1.2.3]). Art. 14 AVIG ist als Ausnahmeklausel vom Grundsatz der Mindestbei-
tragspflicht subsidiär zu Art. 13 AVIG und gelangt bei genügender Beitragszeit nicht zur An-
wendung.  
 
3.4 Als Ausbildung im Sinne von Art. 14 Abs. 1 lit. a AVIG gilt nach der langjährigen Praxis 
des Bundesgerichts jede systematische, auf der Grundlage eines ordnungsgemässen, rechtlich 
oder zumindest faktisch anerkannten (üblichen) Lehrganges beruhende Vorbereitung auf eine 
künftige erwerbliche Tätigkeit (ARV 1996/1997 Nr. 5 E. 2a, 2000 Nr. 28 E. 1b mit weiteren Hin-
weisen; THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwal-
tungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, Basel/Genf/München 2016, Rz. 237). Dabei wird vo-
rausgesetzt, dass die Ausbildung, zu der sowohl die Prüfungsvorbereitung als auch die Nach-
besserung von Abschlussarbeiten zählen, zeitlich intensiv ist, und die Zeit, welche die Ausbil-
dung in Anspruch nimmt, genügend überprüfbar ist (ARV 1990 Nr. 2 E. 2b, 2000 Nr. 27 E. 2c). 
Entscheidend ist, dass die versicherte Person aufgrund ihrer Weiterbildung an der Ausübung 
einer Arbeitnehmertätigkeit verhindert wird. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) führt 
dazu im Kreisschreiben (AVIG-Praxis ALE, Stand Januar 2016,) aus, dass die versicherte Per-
son den absolvierten Lehrgang mit einer Bescheinigung der Ausbildungsstätte nachweisen 
müsse. Daraus müssen die Dauer und die zeitliche Inanspruchnahme inkl. Vorbereitungszeiten 
hervorgehen (z.B. Stunden pro Woche). Die im Selbststudium absolvierte Weiterbildungszeit 
könne deshalb in der Regel aufgrund ungenügender Überprüfbarkeit nicht als Befreiungsgrund 
anerkannt werden (AVIG-Praxis ALE B187). Unter den Begriff der Ausbildung kann grundsätz-
lich auch ein Praktikum fallen, welches Bestandteil einer Ausbildung und genügend überprüfbar 
ist. 
 
Auf höchstrichterlicher Ebene wurde die Frage, ob die Arbeit an einer Dissertation als Aus- bzw. 
Weiterbildungszeit im Sinne von Art. 14 Abs. 1 lit. a AVIG anerkannt werden kann, bis jetzt noch 
nicht beurteilt. Im Urteil vom 1. Mai 2007, C 4/2007, stellt das Bundesgericht in Erwägung 5 
lediglich fest, dass die Verwaltung anhand der konkreten Unterlagen zu prüfen habe, inwieweit 
ein Studienaufenthalt im Ausland für die Ausfertigung einer Dissertation einen Befreiungstatbe-
stand nach Art. 14 AVIG darstelle. Im Urteil vom 4. Juni 2008 (8C_378/2007) hatte das Bun-
desgericht die Frage zu beurteilen, ob eine versicherte Person während des Doktorstudiums 
vermittlungsfähig sei. In Erwägung 3.2 stellte es fest, dass eine Stelle als Doktorandin zur Fer-
tigstellung der Dissertation mit dem Ziel, den Doktortitel in Biowissenschaften zu erlangen, klar-
erweise Aus- oder Weiterbildungszwecken diene, weshalb die versicherte Person in diesem 
Umfange nicht dem allgemeinen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehe. Das Zürcher Sozialversi-
cherungsgericht vertrat sodann im Entscheid AL.2004.00182 vom 17. November 2004 die Auf-
fassung, dass eine Dissertation die Voraussetzungen von Art. 14 Abs. 1 lit. a AVIG grundsätz-
lich nicht erfülle. 
 
In der Literatur wird die Meinung vertreten, dass bei einer Weiterbildung an der Universität, z.B. 
durch eine Doktorarbeit, im Einzelfall geprüft werden muss, ob und im welchem Umfang die 
Verhinderung an der Ausübung einer beitragspflichtigen Arbeitnehmertätigkeit auch objektiv 

 

 
 
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begründet ist. So zum Beispiel, ob das Fakultätsreglement die versicherte Person zur regel-
mässigen Teilnahme an Übungen oder Seminarien zwingt (GERHARD GERHARDS, Kommentar 
zum Arbeitslosenversicherungsgesetz [AVIG], Band I zu Art. 1-58, Bern und Stuttgart 1988, 
Art. 14 Rz. 24Art. 14 N 18).  
 
4.1 Vorliegend steht fest, dass der Beschwerdeführer während der Rahmenfrist für die 
Beitragszeit vom 1. Juni 2013 bis 31. Mai 2015 die Minimalbeitragszeit von zwölf Monaten im 
Sinne von Art. 13 Abs. 1 AVIG nicht erfüllt. Zu prüfen bleibt deshalb sein Anspruch auf Arbeits-
losenentschädigung ab 1. Juni 2015 unter dem Gesichtspunkt der Befreiung von der Erfüllung 
der Beitragszeit gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. a AVIG.  
 
4.2.1 Diesbezüglich ist zunächst was folgt zu beachten: Der Beschwerdeführer führte am 
15. Juni 2015 zuhanden der Kasse aus, dass seine Promotion aus drei Teilen bestehe. Den 
ersten Teil habe er von August 2009 bis September 2013 berufsbegleitend absolviert. Danach 
habe er sich von Oktober 2013 bis Mai 2015 zu 100% dem Verfassen seiner Doktorarbeit ge-
widmet. Den letzten Teil werde er wiederum berufsbegleitend abschliessen. Diese Angaben 
wurden von Prof. Dr. D.____ am 15. Juni 2015 bestätigt. Dieser bekräftigte, dass die schriftliche 
Ausarbeitung der Arbeit in der Zeit von Oktober 2013 bis Mai 2015 nicht berufsbegleitend er-
folgt sei. Im Einspracheverfahren hielt Prof. D.____ am 14. Juli 2015 ergänzend fest, dass die 
derzeitige mit der Fertigstellung der Dissertation verbundene Arbeitsbelastung des Beschwer-
deführers mit einer 80%-Anstellung vereinbar sei. Insgesamt folge die Erstellung der Dissertati-
on einem typischen Modus von externen Promovenden: zunächst laufe die Arbeit im Rahmen 
einer berufsbegleitenden Phase an; es folge eine intensive, zu 100% auslastende Arbeitsphase; 
schliesslich werde die Arbeit wiederum berufsbegleitend abgeschlossen. Auch Prof. Dr. E.____ 
von der C.____ äusserte sich am 2. Juli 2015 dahingehend, dass der Beschwerdeführer in der 
Zeit vom 1. Oktober 2013 bis zum 28. Mai 2015 im Rahmen seines Aufenthaltes als Wochen-
aufenthalter Teil einer Doktorandengruppe am Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik und internationale 
Wirtschaftsbeziehungen gewesen sei. Dort habe er den Beschwerdeführer beim Verfassen sei-
ner Dissertationsarbeit als Zweitbetreuer unterstützt. Er habe regelmässige Besprechungen mit 
ihm über den aktuellen Arbeitsstand und allfällige Fragen gehabt. Abgesehen von 1 bis 2 Tagen 
im Monat, an denen der Beschwerdeführer aufgrund von Besprechungen mit Prof. D.____ von 
der B.____ in der Schweiz gewesen sei, habe er ein tägliches Pensum von 8 bis 10 Stunden 
pro Arbeitstag absolviert. Des Weiteren sei der Beschwerdeführer mit Ausnahme der Tage zwi-
schen Weihnachten und Neujahr nicht in den Urlaub gefahren, sondern habe sich vollumfäng-
lich auf das zügige Verfassen der Doktorarbeit konzentriert. Insofern könne er dessen hochgra-
diges Engagement und seine langen täglichen Präsenzzeiten, die keine gleichzeitige Arbeitstä-
tigkeit erlaubt hätten, nur bestätigen.  
 
4.2.2 Der Beschwerdeführer war gestützt auf diese Ausführungen während der Ausarbeitung 
seiner Dissertation an einer Erwerbstätigkeit verhindert. Dies wird auch von der Beschwerde-
gegnerin nicht mehr bestritten, hielt sie doch im Einspracheentscheid vom 2. Oktober 2015 (Zif-
fer 16) fest, dass es sich beim Studium des Einsprechers nicht um ein Selbststudium gehandelt 
habe und es ihm nicht möglich gewesen sei, in der Zeitspanne zwischen dem 1. Oktober 2013 
und dem 28. Mai 2015 einer Beschäftigung nachzugehen. Damit ist die Kausalität zwischen 

 

 
 
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fehlender Beitragszeit und der Verhinderung während mehr als zwölf Monaten grundsätzlich 
gegeben.  
 
4.3.1 Zu prüfen bleibt, ob das Verfassen einer Dissertation ein verwertbarer Lehrgang ist und 
ob dieses Erfordernis erfüllt sein muss, um sich auf den Befreiungstatbestand von Art. 14 Abs. 
1 lit. a AVIG berufen zu können. Der Beschwerdeführer bestreitet dies und macht im Wesentli-
chen geltend, das Gesetz sehe nicht vor, dass ein Ausbildungsgang verwertbar sein müsse. 
Zudem stütze sich die Beschwerdegegnerin in ihrer Argumentation nur auf die beiden Zeitungs-
artikel, aus welchen kein allgemeingültiger Schluss gezogen werden dürfe. Weiter habe das 
Kantonsgericht im Urteil vom 3. März 2015 (recte: 2011), Verfahrens Nr. 715 10 286, bereits 
festgehalten, dass eine Dissertation eine verwertbare Ausbildung darstelle, weshalb diese Fra-
ge grundsätzlich zu bejahen sei. Er habe mittlerweile eine Stelle gefunden, die er nach Ab-
schluss seiner Dissertation antreten könne und bei welcher ein Doktorat explizit gewünscht 
worden sei. Die Beschwerdegegnerin führt demgegenüber aus, dass ein Doktortitel im Bereich 
der Sozial- und Geisteswissenschaften die Chance auf dem Arbeitsmarkt nicht erhöhe und 
auch nicht zu einem höheren Einkommen führe. Beim Beschwerdeführer komme noch er-
schwerend dazu, dass er erst sieben Jahre nach Abschluss seines Soziologiestudiums mit der 
Dissertation angefangen habe und beim Abschluss 40 Jahre alt gewesen sei. Gemäss ihren 
Abklärungen betreffend die Verwertbarkeit einer Dissertation als Lehrgang könne dem Zei-
tungsartikel im F.____ vom 13. August 2012 entnommen werden, dass immer mehr Personen 
mit einem Sozial- oder Geisteswissenschaftlichen Studium eine Doktorarbeit verfassten. Dies 
erleichtere den Berufseinstieg aber nicht, weil die betroffenen Personen nach Abschluss der 
Dissertation oft schon über 30 Jahre alt seien und es ihnen an Berufserfahrung fehle. Wichtig 
sei, dass man bereits während dem Grundstudium Kontakte zur Arbeitswelt knüpfe, denn ohne 
Netzwerk komme man auch mit einem Doktortitel nicht weiter. Weiter gehe aus dem Aufsatz 
des Schweizer Wirtschaftshistorikers G.____ in der Zeitung H.____ vom 8. Dezember 2014 
unter anderem hervor, dass eine Dissertation in den Geistes- und Sozialwissenschaften kaum 
Einfluss auf die Einkommenshöhe habe. 
 
4.3.2 Mit dem Beschwerdeführer ist festzustellen, dass der Wortlaut von Art. 14 Abs. 1 lit. a 
AVIG die Verwertbarkeit der Ausbildung nicht konkret als Voraussetzung nennt. Demgegenüber 
ist dem Kreisschreiben des SECO (AVIG-Praxis ALE B187) zu entnehmen, dass als Ausbildung 
im Sinne von Art. 14 Abs. 1 lit. a AVIG jeder auf dem Arbeitsmarkt verwertbare Lehrgang gilt. 
Zwar richten sich diese Verwaltungsweisungen grundsätzlich nur an die Durchführungsstellen 
und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Indes berücksichtigt das Gericht 
die Kreisschreiben insbesondere dann und weicht nicht ohne triftigen Grund davon ab, wenn sie 
eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzli-
chen Bestimmungen zulassen und eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorga-
ben enthalten. Dadurch trägt es dem Bestreben der Verwaltung Rechnung, durch interne Wei-
sungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten (Urteil des Bundesgerichts 
vom 4. Mai 2015, 8C_742/2014, E.1.3 mit Hinweisen). Auch das Kantonsgericht nahm zur Ver-
wertbarkeit der Ausbildung, wie sie in den Weisungen umschrieben wird, bereits Stellung und 
setzte diese als erforderliches Kriterium voraus (vgl. Urteil des Kantonsgerichts vom 3. März 
2011, Verf. Nr. 715 10 286, E. 4.3.2). Dabei hielt es fest, dass der “Leistungsausweis eines 

 

 
 
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Doktorstudiums zu verbesserten Chancen auf dem Arbeitsmarkt führen und sich ein Doktortitel 
positiv auf die Höhe des Arbeitsentgelts auswirken kann. Die Frage der Verwertbarkeit eines 
Doktorstudiums auf dem Arbeitsmarkt ist somit grundsätzlich zu bejahen“. Davon ist auch vor-
liegend - entgegen der Argumentation der Beschwerdegegnerin - auszugehen. Soweit sich de-
ren Begründung auf die beiden zitierten Zeitungsartikel stützt, sind diese vorliegend nicht ge-
eignet, die Ausfertigung der Dissertation als nicht verwertbar zu bezeichnen. Diese sind nicht 
als objektive Beweismittel zu bezeichnen, weil sie ausgehend von einem Einzelfall die subjekti-
ve Meinung der Verfasser wieder geben. Den beiden Artikeln ist denn auch nicht telquel zu ent-
nehmen, dass die Erlangung eines Doktortitels in jedem Fall ohne Einfluss auf die Chancen auf 
dem Arbeitsmarkt bleibe. Es wird viel mehr in pauschalierender Weise ausgeführt, dass Perso-
nen, welche sich mit dem Verfassen einer Dissertation beschäftigt haben, aufgrund ihres höhe-
ren Alters und mangels Arbeitserfahrung im Zeitpunkt des Eintritts ins Erwerbsleben keine er-
höhten Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten. Dies trifft vorliegend nicht zu. Der Beschwerde-
führer arbeitete bereits während dem Studium für die I.____ in einem Teilzeitpensum. Danach 
war er von 2003 bis 2010 in einem Vollzeitpensum als Projektmanager und technischer Experte 
für dieselbe Firma tätig. Daneben hat er im August 2009 mit seiner Dissertation angefangen. 
Nachdem er seine Stelle bei der I.____ im Jahr 2010 aufgegeben hatte, arbeitete er von April 
2010 bis Dezember 2012 in einem Pensum von 70% als wissenschaftlicher Mitarbeiter am 
J.____. Im Anschluss daran war er von Januar 2013 bis September 2013 wissenschaftlicher 
Mitarbeiter an der B.____. Der Beschwerdeführer verfügte daher bereits im Zeitpunkt als er mit 
seiner Dissertation begann, über umfassende Arbeits- und Berufserfahrung. Unter diesen Um-
ständen kann ihm nicht vorgehalten werden, dass er die Dissertation nur aus wissenschaftli-
chem Interesse oder Liebhaberei verfasst habe (vgl. GABRIELA RIEMER-KAFKA: Bildung, Ausbil-
dung und Weiterbildung aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht, in: SZS 2004, S. 210). Viel-
mehr steht fest, dass sie beim Beschwerdeführer Karriere fördernd ist und seine Chancen auf 
dem Arbeitsmarkt erhöht hat. So wurde das Spektrum der für ihn möglichen Stellen um jene 
erweitert, die neben Berufserfahrung auch eine Promotion verlangen, was bei vielen akademi-
schen Lehr- und Forschungstätigkeiten im universitären wie auch im Fachhochschulbereich 
zutrifft. Dies belegen im Übrigen auch die eingereichten Stelleninserate. Der Beschwerdeführer 
selbst fand seine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der K.____, weil er über eine Dis-
sertation verfügte, wie den Ausführungen seines Vorgesetzten vom 15. Februar 2016 zu ent-
nehmen ist.  
 

4.4 Zusammenfassend kann daher festgehalten werden, dass die Ausfertigung der Disser-
tation vorliegend eine verwertbare Ausbildung ist, welche den Beschwerdeführer während mehr 
als zwölf Monaten hinderte, ein Arbeitsverhältnis einzugehen und die Beitragszeit zu erfüllen. 
Weil zudem das Erfordernis des zehnjährigen Wohnsitzes in der Schweiz nachgewiesenermas-
sen ebenfalls erfüllt ist, ist der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 14 Abs. 1 lit. a AVIG von der 
Erfüllung der Beitragspflicht befreit. Er hat damit Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, so-
fern die übrigen Voraussetzungen gegeben sind. Diese werden von der Vorinstanz zu prüfen 
sein. Die erhobene Beschwerde erweist sich somit als begründet, weshalb sie gutzuheissen ist.  
 

 

 
 
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5.1 Es verbleibt über die Kosten zu befinden. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess 
vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das 
vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben.  
 
5.2 Anspruch auf eine Parteientschädigung. Sein Rechtsvertreter hat in der Honorarnote 
vom 7. März 2016 für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen Zeitaufwand von 8.25 Stun-
den und Barauslagen in der Höhe von Fr. 48.00 geltend gemacht, was angesichts der sich stel-
lenden Sachverhalts- und Rechtsfragen angemessen erscheint. Damit ist dem Beschwerdefüh-
rer für das vorliegende Verfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von insgesamt 
Fr. 2‘279.30 (8.25 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen in der Höhe von Fr. 48.-- und 8 % 
Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen.  
 

 

 

 

 

 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der Öffentlichen 
Arbeitslosenkasse Baselland vom 2. Oktober 2015 wird gutgeheissen 
und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer von der Erfüllung 
der Beitragszeit befreit ist. Der angefochtene Entscheid wird aufgeho-
ben und die Angelegenheit zur Prüfung der übrigen Anspruchsvoraus-
setzungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland hat dem Beschwerdefüh-
rer eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘279.30 (inkl. Ausla-
gen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

Gegen diesen Entscheid wurde von der Beschwerdegegnerin am 17. Juni 2016 beim Bundes-
gericht (siehe nach Vorliegend des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_418/2016) erhoben. 
 
 
 
 
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