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**Case Identifier:** c1ce27be-5840-5485-950b-f2984866a86d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 13.11.2015 BRGE I Nr. 0160/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-I-Nr--0160-2015_2015-11-13.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

 

 

 
 
 
G.-Nr. R1S.2015.05067 
BRGE I Nr. 0160/2015 

 
 
 
  Entscheid vom 13. November 2015 
 
 

 

Mitwirkende Abteilungspräsident Bruno Grossmann, Baurichter Ulrich Weiss, Baurichter 
Jürg Trachsel, Gerichtsschreiber Daniel Schweikert     

 
 
 

in Sachen Rekurrentin 

S. H., [….] 

 

gegen Rekursgegnerinnen 

1. Bausektion der Stadt Zürich, Amtshaus IV, 8021 Zürich  
2. R. GmbH, [….]  

 

 

 

 
betreffend Bausektionsbeschluss Nr. BE 545/15 vom 22. April 2015; Baubewilligung 

für Aussenbestuhlung bei bestehendem Restaurant, Zürich 10 - Wipkingen 
_______________________________________________________ 

 

 

R1S.2015.05067 Seite 2 

hat sich ergeben: 

A. 

Mit Bauentscheid Nr. 545/15 vom 22. April 2015 erteilte die Bausektion der 

Stadt Zürich der R. GmbH die baurechtliche Bewilligung für 44 Aussensitz-

plätze auf privatem Grund beim bestehenden Restaurant an der XY-

Strasse in Zürich-Wipkingen. Die Öffnungszeiten für den Aussenbetrieb 

wurden auf 07.00 Uhr bis 22.00 Uhr (Sonntag bis Donnerstag) sowie auf 

07.00 Uhr bis 23.00 Uhr (Freitag und Samstag) beschränkt. 

B. 

S. H. gelangte mit Eingabe vom 28. Mai 2015 rechtzeitig an das Baure-

kursgericht des Kantons Zürich und beantragte die Aufhebung der Baube-

willigung. Eventualiter stellte sie den Antrag, es sei der Betrieb der Aussen-

gastwirtschaft bereits ab 19.00 Uhr, subeventualiter zumindest während al-

len Tagen ab 22.00 Uhr zu untersagen. Sodann seien zusätzliche geeigne-

te Auflagen zur Lärmreduktion anzuordnen, alles unter Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen zu Lasten der privaten Rekursgegnerin. 

C. 

Mit Verfügung vom 1. Juni 2015 wurde der Rekurseingang vorgemerkt und 

das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

D. 

In der Rekursantwort vom 6. Juli 2015 beantragte die private Rekursgegne-

rin nicht nur die Abweisung des Rekurses, sondern auch eine Verlängerung 

der von der Vorinstanz bewilligten Öffnungszeiten der Aussengastwirtschaft 

bis 23.00 Uhr (Sonntag bis Donnerstag) und bis 24.00 Uhr (Freitag und 

Samstag), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Rekur-

rentin. 

E. 

Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 3. August 2015 die 

Abweisung des Rekurses. 

 

 

R1S.2015.05067 Seite 3 

F. 

In den Replik-, Duplik- und Triplikschriften vom 25. August 2015, 7. Sep-

tember 2015, 16. September 2015 und 1. Oktober 2015 hielten die Parteien 

an ihren Anträgen fest. 

G. 

Am 10. September 2015 um 20.00 Uhr führte eine Delegation des Baure-

kursgerichts im Beisein der Parteien einen Augen- und Ohrenschein auf 

dem Lokal durch. 

H. 

Auf die Ausführungen der Parteien und die Erkenntnisse des Lokaltermins 

wird, soweit zur Entscheidbegründung erforderlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Das Baugrundstück grenzt nordöstlich an die XY-Strasse, südöstlich an 

den M.-Weg südwestlich an den F.-Weg respektive an die Limmat und 

nordwestlich [….] an das Grundstück der Rekurrentin an. [….] Das Bau-

grundstück liegt in der Quartiererhaltungszone QI4b mit der Lärmempfind-

lichkeitsstufe (ES) III. Im Erdgeschoss des Gebäudes wird bereits eine 

Gastwirtschaft betrieben. Diese soll in dem zur XY-Strasse und dem M.-

Weg hin gewandten Teil des Baugrundstücks um einen 44 Sitzplätze um-

fassenden Aussenbereich erweitert werden. 

2. 

Zum Rekurs ist berechtigt, wer durch die angefochtene Anordnung berührt 

ist und ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Änderung hat 

(§ 338a des Planungs- und Baugesetzes [PBG]). Als Eigentümerin des 

nordwestlich an das Baugrundstück angrenzenden Grundstücks Kat.-

 

 

R1S.2015.05067 Seite 4 

Nr. 0000 ist die Rekurrentin grundsätzlich zum Rekurs legitimiert. Hieran 

ändert entgegen der Auffassung der privaten Rekursgegnerin nichts, dass 

der streitbetroffene Aussengastwirtschaftsbereich in demjenigen Teil des 

Baugrundstücks geplant ist, welcher vom Grundstück der Rekurrentin ab-

gewandt und namentlich durch das Restaurantgebäude an der XY-Strasse 

selbst weitgehend abgeschirmt ist. Diese Umstände werden vielmehr bei 

der materiellrechtlichen Prüfung der Streitsache zu berücksichtigen sein. 

Weil auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den Re-

kurs einzutreten. Soweit die Rekurslegitimation bezüglich einzelner Rügen 

nicht bejaht werden kann, wird dies im Rahmen der nachfolgenden Erwä-

gungen dargetan. 

3.1. 

Die Rekurrentin beantragt in der Hauptsache die vollumfängliche Aufhe-

bung der Baubewilligung. Sie begründet dies damit, dass sich die Vorin-

stanz in der Baubewilligung zwar mit der Frage der Lärmemissionen sowie 

am Rande mit den Anforderungen an das hindernisfreie Bauen beschäftigt 

habe. Die bundesrechtlich zwingende Prüfung der Zonenkonformität und 

der Erschliessung gemäss Art. 22 Abs. 2 lit. a und lit. b des Raumpla-

nungsgesetzes (RPG) habe sie indes komplett unterlassen. 

3.2. 

Die Vorinstanz entgegnet, eine Erläuterung und Begründung aller im Ver-

lauf der Projektprüfung erfolgten Arbeiten, Feststellungen und Überlegun-

gen sei faktisch unmöglich und werde auch nicht verlangt. Soweit die Bau-

bewilligung ohne Nebenbestimmungen habe erteilt werden können bzw. die 

Auflagen oder Bedingungen selbsterklärend seien, sei auch keine Begrün-

dung in den Erwägungen erforderlich gewesen. 

3.3. 

Die Rekurrentin repliziert, der angefochtene Beschluss verliere kein Wort 

zur Zonenkonformität und zur Erschliessung, ferner auch nicht zur Einord-

nung der im Aussenbereich angebrachten Objekte (welche teilweise Be-

sondere Gebäude darstellten), zur Verkehrssicherheit, zu den Abstellplät-

zen für Personenwagen und Zweirädern und zur Frage der Anlieferung. 

 

 

R1S.2015.05067 Seite 5 

3.4. 

Nach § 10 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG) sind unter 

anderem schriftliche Anordnungen begründungspflichtig. Auf die Begrün-

dung einer Anordnung kann verzichtet werden, wenn den Begehren der Be-

troffenen vollständig entsprochen wird (§ 10a lit. a VRG). Die Baubewilli-

gung stellt hierfür einen typischen Anwendungsfall dar, indem mit dieser 

dem Baugesuch entsprochen wird. Grundsätzlich sind somit nur in der 

Baubewilligung statuierte Nebenbestimmungen begründungspflichtig, so-

fern sie nicht selbsterklärend sind. Regelmässig begründungspflichtig ist 

ferner die Erteilung von Ausnahmebewilligungen (§ 320 Halbsatz 2 PBG). 

Baubewilligungen sind in der Regel auch unter dem Aspekt der Anfech-

tungsbefugnis Dritter nicht bzw. höchstens punktuell zu begründen. Der In-

halt der Bewilligung ergibt sich aus der im Bewilligungsverfahren von je-

dermann einsehbaren (§ 314 PBG) Baueingabe. Vor allem in komplexeren 

Fällen würde es den Rahmen eines angemessenen Aufwandes sprengen, 

wenn in der Baubewilligung darzulegen wäre, weshalb das Bauvorhaben 

sämtlichen einschlägigen öffentlich-rechtlichen Normen entspricht. Der in 

der Lehre vertretenen Auffassung, ein Begründungsverzicht sei nur aus-

nahmsweise zulässig, dies insbesondere wegen der Selbstkontrollfunktion 

der Behörden oder wegen der Interessen der Öffentlichkeit oder künftiger 

Gesuchsteller (Kaspar Plüss, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/ 

Genf 2014, § 10a Rz. 10), kann im Kontext mit Baubewilligungen nicht ge-

folgt werden. Eine Pflicht zur Begründung des baurechtlichen Entscheides 

(im Entscheid selbst) kann nur insoweit bestehen, als das Fehlen einer Be-

gründung wegen der Komplexität des Bauvorhabens bzw. einzelner Aspek-

te desselben eine Anfechtung der Bewilligung durch Dritte erheblich er-

schweren oder geradezu verunmöglichen würde. Die Aufhebung der Bau-

bewilligung zufolge fehlender bzw. ungenügender Begründung fällt nur 

dann in Betracht, wenn die Anfechtung durch den Begründungsmangel er-

heblich erschwert wurde und dieser Mangel im Rekursverfahren nicht ge-

heilt werden konnte. Ein Grund zur Aufhebung liegt alsdann auch vor, wenn 

der Begründungsmangel auf eine ungenügende Sachverhaltsabklärung 

(§ 7 VRG) schliessen lässt. Schliesslich kann auch die sich in der inexisten-

ten bzw. ungenügenden Begründung manifestierende fehlende Wahrneh-

mung des Beurteilungsspielraums durch die Baubehörde einen Rückwei-

sungsgrund bilden (BRGE II Nr. 0301/2011 vom 20. Dezember 2011 in 

BEZ 2012 Nr. 16, www.baurekursgericht-zh.ch). 

 

 

R1S.2015.05067 Seite 6 

Vorliegend ist keiner dieser Anwendungsfälle für die Aufhebung der Bau-

bewilligung zu erkennen. Die Rekurrentin legt nicht dar, inwiefern in Bezug 

auf die von ihr in der Rekursschrift bloss stichwortartig genannten Aspekte 

der Zonenkonformität und der Erschliessung irgendein Mangel zu vermuten 

sein könnte. Unter diesen Umständen ist es auch nicht Aufgabe der Re-

kursinstanz, die angefochtene Anordnung hiernach abzusuchen. Ein Man-

gel ist jedenfalls nicht offensichtlich, zumal das Baugrundstück in der Quar-

tiererhaltungszone QI4b liegt und unmittelbar an eine Staatstrasse an-

grenzt. Weitere Aspekte (Verkehrssicherheit, Anlieferung, Installationen) 

zählt die Rekurrentin stichwortartig erstmals in der Replik auf, und damit 

− da Antrag und Begründung nach Ablauf der Rekursfrist grundsätzlich 

nicht mehr erweitert werden können – verspätet und überdies auch nicht 

ausreichend substantiiert. In Bezug auf die aufgestellten und auch am Au-

genschein zu erkennenden Installationen [….], bei denen die Rekurrentin 

vermutet, dass es sich um Besondere Gebäude im Sinne von § 273 PBG 

handeln könnte, ist zu bemerken, dass diese Objekte auch nicht Gegens-

tand des hier angefochtenen Beschlusses waren. Auch aus diesem Grund 

können sie nicht Gegenstand des Rekursverfahrens sein. Die Vorinstanz 

hat die private Rekursgegnerin indes mit Recht darauf hingewiesen, dass 

diese Installationen grundsätzlich baubewilligungspflichtig sind und dem-

gemäss eine Baubewilligung einzuholen sei. 

Die Rüge ist unbegründet. 

4.1. 

Die Rekurrentin rügt weiter, die Erweiterung des Restaurantbetriebs um ei-

ne Aussenbestuhlung führe dazu, dass mindestens zwei Fahrzeugabstell-

plätze zu erstellen seien. Auch für das Personal seien Abstellplätze sicher-

zustellen. Auch hierzu verliere die Baubewilligung kein Wort. Offenbar sei-

en auf dem Baugrundstück überhaupt keine Abstellplätze vorhanden. Der 

Mangel führe zur Aufhebung der Baubewilligung. 

4.2. 

Auf einen Rekurs ist nur insoweit einzutreten, als bei Gutheissung der ent-

sprechenden Rügen die angefochtene Bewilligung aufgehoben oder die 

Gutheissung zumindest zu einer für den Nachbarn günstigen Nebenbe-

stimmung führen würde (vgl. BRKE II Nr. 0047/2010 in BEZ 2011 Nr. 17, 

 

 

R1S.2015.05067 Seite 7 

www.baurekursgericht-zh.ch, bestätigt mit VB.2010.00184 vom 17. Novem-

ber 2010, dieser bestätigt mit BGr 1C_37/2011 vom 14. April 2011). 

Die Rekurrentin macht eine ungenügende Anzahl Fahrzeugabstellplätze 

geltend. § 244 PBG zufolge gilt hinsichtlich der Fahrzeugabstellplätze das 

Primat der Realerfüllung. Erst wenn dies nicht möglich ist, kann sich der 

Bauherr mittels einer Ersatzabgabe oder der Teilnahme an einer Gemein-

schaftsanlage der Erstellungspflicht entschlagen. Zweifelsohne könnten auf 

dem Baugrundstück wegen der dort herrschenden engen Platzverhältnisse 

keine (weiteren) Abstellplätze mehr erstellt werden. Würde festgestellt, 

dass dem Restaurantbetrieb zu wenig Fahrzeugabstellplätze bereit stün-

den, so führte dies daher nicht etwa zur Aufhebung der Baubewilligung, 

sondern zur Statuierung einer Nebenbestimmung. Die private Rekursgeg-

nerin wäre alsdann zu verpflichten, sich an einer Gemeinschaftsanlage zu 

beteiligen oder eine Ersatzabgabe zu bezahlen. Einen Vorteil entstünde der 

Rekurrentin dadurch nicht, weshalb auf die Rüge nicht einzutreten ist. 

4.3. 

Die Rekurrentin moniert weiter, dass gemäss Art. 8bis PPV wegen der 

neuen Aussengastwirtschaftsfläche auch mindestens fünf Abstellplätze für 

leichte Zweiräder vorzusehen seien. 

Diesbezüglich gilt Ebengesagtes analog. Zwar mag auf dem Baugrund-

stück Platz für die Erstellung von Abstellplätzen für leichte Zweiräder vor-

handen sein, weshalb Realerfüllung diesbezüglich in Frage käme. Es ist in-

des nicht zu ersehen, inwiefern eine entsprechende Auflage der Rekurren-

tin einen Vorteil verschaffen würde. Mithin ist auch in diesem Punkt das An-

fechtungsinteresse zu verneinen und auf den Rekurs nicht einzutreten. 

5.1. 

Die Rekurrentin rügt sodann, die Erweiterung des Restaurants um die be-

sagte Aussengastwirtschaftsfläche löse die Pflicht zur Erstellung einer be-

hindertengerechten Toilette aus. 

5.2. 

Die Vorinstanz entgegnet, weder im Bereich der neuen Aussenbestuhlung 

noch im Innern des Gebäudes seien irgendwelche baulichen oder organisa-

 

 

R1S.2015.05067 Seite 8 

torischen Anpassungen geplant. Die Baukosten betrügen Fr. 0.--. Zwar ha-

be eine Aussengastwirtschaft als Anlage zum Gastwirtschaftsbetrieb ge-

mäss Ziff. 2.51 der Besonderen Bauverordnung I (BBV I) grundsätzlich die 

Vorgaben der SIA-Norm 500:2009 (Hindernisfreies Bauen) zu beachten 

und müsste dementsprechend eine behindertengerechte Toilette aufwei-

sen. Die Statuierung einer entsprechenden Auflage in der Baubewilligung 

setze aber voraus, dass die in Art. 11 f. des Behindertengleichstellungsge-

setzes (BehiG) und Art. 6 f. der Behindertengleichstellungsverordnung 

(BehiV) festgelegten Anforderungen an die Verhältnismässigkeit erfüllt sei-

en. Angesichts der fehlenden Baukosten für die Aufstellung der Stühle in 

der Aussengastwirtschaft wäre eine Auflage zur Erstellung einer behinder-

tengerecht ausgestalteten Toilette unverhältnismässig. 

5.3. 

Die private Rekursgegnerin argumentiert im nämlichen Sinne wie die Vor-

instanz und fügt hinzu, dass eine Auflage zur Erstellung einer behinderten-

gerechten Toilette nicht nur mangels irgendwelcher Baukosten, sondern 

auch angesichts der beschränkten Nutzbarkeit der Aussengastwirtschaft 

(rund 60 Betriebstage im Jahr) unverhältnismässig wäre. 

5.4. 

Auch diesbezüglich stellt sich die Frage der Rekursberechtigung. Wie ge-

sagt ist auf einen Rekurs nur insoweit einzutreten, als bei Gutheissung der 

entsprechenden Rüge die angefochtene Bewilligung aufgehoben oder die 

Gutheissung zumindest zu einer für den Nachbarn günstigen Nebenbe-

stimmung führen würde.  

Beides trifft vorliegend nicht zu. Die Rekurrentin legt nicht dar noch ist 

sonstwie zu erkennen, inwiefern ihr die Verpflichtung der privaten Rekurs-

gegnerin zur Erstellung einer behindertengerechten Toilette einen prakti-

schen Nutzen verschaffen würde. Zu bejahen wäre die diesbezügliche Le-

gitimation der Rekurrentin wohl höchstens dann, wenn die Vorinstanz die 

Vorschriften über das behindertengerechte Bauen völlig ausser Acht gelas-

sen hätte und die Rekurrentin das Bauvorhaben mithin aus diesem Grund 

zu Fall bringen könnte. Das ist hier aber nicht der Fall. Die Vorinstanz hat 

sich mit den Vorschriften des behindertengerechten Bauens offenkundig 

auseinandergesetzt. Eine diesbezügliche Nebenbestimmung würde der 

 

 

R1S.2015.05067 Seite 9 

Rekurrentin von vornherein nichts nützen. Auf die Rüge ist daher nicht ein-

zutreten. 

Die Rüge wäre aber auch unbegründet. Die Argumentation der Vorinstanz 

überzeugt. Bei Baukosten von Fr. 0.-- die private Rekursgegnerin auflage-

weise zur kostenintensiven Erstellung einer behindertengerechten Toilette 

zu verpflichten, wäre offenkundig unverhältnismässig. 

6.1. 

Die Rekurrentin bemängelt das Bauvorhaben schliesslich in lärmmässiger 

Hinsicht. Zusammengefasst hält sie dafür, dass die massgeblichen Richt-

werte der von der Vereinigung kantonaler Lärmschutzfachleute herausge-

gebenen Vollzugshilfe zur Ermittlung und Beurteilung der Lärmbelastung im 

Zusammenhang mit dem Betrieb öffentlicher Lokale (Vollzugshilfe Cercle 

Bruit) massiv überschritten würden. Überdies weise das erstellte Lärmgut-

achten einige Mängel auf und sei deshalb unvollständig. 

6.2. 

Die Vorinstanz bewilligte den Betrieb der Aussengastwirtschaft wie erwähnt 

von Sonntag bis Donnerstag bis 22.00 Uhr sowie freitags und samstags bis 

23.00 Uhr. Sie hält zusammengefasst dafür, dass das Lärmgutachten nur 

einen unter mehreren zu berücksichtigenden Gesichtspunkten darstelle. 

Die derzeit in Überarbeitung befindliche Vollzugshilfe Cercle Bruit weise 

überdies einige Ungereimtheiten auf und die von ihr vorgeschlagenen 

Richtwerte seien derart streng, dass bei einem ausschliesslichen Abstellen 

auf sie in innerstädtischen Gebieten kaum mehr Aussengastwirtschaften 

bewilligt werden könnten. Insgesamt und gemäss langjähriger Vollzugspra-

xis seien die Emissionen einer Aussengastwirtschaft in einer der Lärmemp-

findlichkeitsstufe ES III zugewiesenen Quartiererhaltungszone mit einem 

Wohnanteil von 75 % grundsätzlich bis 22.00 Uhr und an Freitag sowie 

Samstagen bis 23.00 Uhr zumutbar. 

6.3. 

Der Betrieb eines Restaurants stellt eine ortsfeste Anlage im Sinne von 

Art. 7 Abs. 7 des Umweltschutzgesetzes (USG) dar, welcher somit den 

bundesrechtlichen Bestimmungen über den Umweltschutz unterliegt. Da-

nach haben Anlagen Grenzwerte einzuhalten und den Vorsorgegrundsatz 

 

 

R1S.2015.05067 Seite 10 

zu beachten (Art. 11 Abs. 1 und 2 USG). Fehlen in der Lärmschutzverord-

nung (LSV) – wie bei Aussengastwirtschaften – direkt anwendbare Belas-

tungsgrenzwerte, haben die Vollzugsbehörden im Einzelfall zu beurteilen, 

ob eine unzumutbare Störung vorliegt (Art. 40 Abs. 3 LSV). Bei der Neuer-

stellung einer Aussengastwirtschaft muss der Betrieb ein Immissionsniveau 

einhalten, bei welchem höchstens geringfügige Störungen auftreten. Das 

Bundesgericht führte in einem ein öffentliches Gartenrestaurant betreffen-

den Leitentscheid aus, dass für die Einzelfallbeurteilung unter Umständen 

fachlich genügend abgestützte private Richtlinien wie die Vollzugshilfe 

Cercle Bruit herangezogen werden können (BGE 137 II 30, E. 3, mit weite-

ren Hinweisen ["Fall Beckenried"]). 

6.4. 

In Nachachtung dieser Rechtsprechung hat die Vorinstanz ein Lärmgutach-

ten eingeholt. Gemäss diesem Gutachten werden die in Tabelle 2 der Voll-

zugshilfe Cercle Bruit vorgesehenen Richtwerte an den massgeblichen 

lärmempfindlichsten Fenstern von Wohnräumen zu allen Tages- und 

Nachtzeiten deutlich überschritten. Als massgebliche Fenster wurden die-

jenigen im 1. Obergeschoss des Gebäudes XY-Strasse – also des Restau-

rantgebäudes selbst – ermittelt. Der berechnete Schalldruckpegel beträgt 

hier 61 dB (A). Für den Zeitraum von 07.00 Uhr bis 19.00 Uhr sieht Tabelle 

2 der Vollzugshilfe in Wohnvierteln (was gemäss Cercle Bruit für die Beja-

hung einer "besonderen Situation" bereits ausreichen soll; vgl. die Erläute-

rungen zu Tabelle 2) indes einen Richtwert von maximal 45 dB (A) vor. Das 

bedeutet, dass in diesem Zeitraum am erwähnten Fenster eine Überschrei-

tung des Richtwertes um 16 dB (A) vorliegt. Für den Zeitraum zwischen 

19.00 Uhr und 22.00 Uhr beträgt die Überschreitung bei einem Richtwert 

von 40 dB (A) 21 dB (A) und für den Zeitraum zwischen 22.00 Uhr und 

07.00 Uhr bei einem Richtwert von 35 dB (A) 26 dB (A). 

6.5. 

Die Problematik der Richtwerte gemäss der Tabelle 2 der Vollzugshilfe 

Cercle Bruit bei der Bewilligung von Aussengastwirtschaften in städtischen 

Gebieten ist dem Baurekursgericht aus zahlreichen Rekursverfahren 

− wovon naturgemäss einige aus der Stadt Zürich – bekannt. Ausgangs-

punkt ist letztlich der Umstand, dass trotz eines seit mittlerweile über 

25 Jahren bestehenden gesetzgeberischen Auftrages an den Bundesrat 

(Art. 13 Abs. 1 USG) in der LSV bis heute keine verbindlichen Belastungs-

 

 

R1S.2015.05067 Seite 11 

grenzwerte für den Betrieb von Aussengastwirtschaften festgesetzt worden 

sind. Diese gesetzgeberische Ausgangslage führt zu Rechtsunsicherheiten 

und gilt allgemein als unbefriedigend (vgl. zuletzt etwa Arnold Marti, Be-

sprechung des Urteils 1C_534/2011 vom 29. Mai 2012, www.bger.ch, in 

ZBl 114/2013, S. 286 mit weiteren Hinweisen). 

Bereits vor dem Fall Beckenried hielt die Rechtsprechung fest, dass fach-

lich genügend abgestützte ausländische bzw. private Richtlinien "eine Ent-

scheidungshilfe bieten [können], sofern die Kriterien, auf welchen diese Un-

terlagen beruhen, mit denjenigen des schweizerischen Lärmschutzrechts 

vereinbar sind" (so etwa BGr 1A.180/2006 vom 9. August 2007, E. 5.4 und 

5.8). Die Rechtsprechung forderte überdies auch seit jeher, dass stets eine 

Einzelfallbeurteilung vorzunehmen sei, in deren Rahmen der Charakter des 

Lärms, Zeitpunkt und Häufigkeit seines Auftretens sowie Lärmempfindlich-

keit und Lärmvorbelastung zu berücksichtigen seien (BGE 130 II 32, E. 2.2; 

BGE 123 II 74, E. 5a; BGr 1A.282/2000 vom 15. Mai 2001, E. 4a, publiziert 

in URP 2001 S. 923; BGr 1A.213/2000 vom 21. März 2001, E. 2a, publiziert 

in URP 2001 S. 500, E. 2a; BGr 1A.111/1998 vom 20. November 1998, 

E. 3a, publiziert in URP 1999 S. 264). Den Richtwerten gemäss der Tabel-

le 2 der Vollzugshilfe Cercle Bruit kann keinesfalls dieselbe Bedeutung wie 

den Belastungsgrenzwerten in einer der ausdrücklich geregelten Katego-

rien im Anhang der LSV – beispielsweise für Strassenlärm – zukommen. 

Dies wäre in rechtstaatlicher Hinsicht höchst problematisch, da es die er-

satzweise Rechtsetzung durch einen privaten Verein bedeutete. Es lässt 

sich aus dem Fall Beckenried denn auch nicht etwa die Rechtsfolge ablei-

ten, dass eine festgestellte Überschreitung dieser Richtwerte zwingend zu 

einer Bauverweigerung zu führen hätte. Aus dem Urteil (es ging um die 

Frage, ob zu Recht oder zu Unrecht auf die Einholung einer Lärmprognose 

verzichtet worden war) geht nur, aber immerhin hervor, dass eine Lärm-

prognose nach Massgabe der Vollzugshilfe Cercle Bruit als Entschei-

dungshilfe dienen kann, letztlich aber – wiederum – alle relevanten Um-

stände zu berücksichtigen sind. 

6.6. 

Die Richtwerte gemäss Tabelle 2 der Vollzugshilfe Cercle Bruit sind ausser-

ordentlich streng. Überdies sind sie ausdrücklich nicht für die Beurteilung 

der Lärmquelle "Kundenverhalten und Bedienung auf der Terrasse" entwi-

ckelt worden, sondern für nach aussen dringende Musik aus dem Innern 

 

 

R1S.2015.05067 Seite 12 

eines Lokals (Lärmquelle S1). Die Übertragung von auf die Musik zuge-

schnittenen Richtwerten auf die Emissionen einer Aussengastwirtschaft ist 

ganz grundsätzlich nicht sonderlich sinnvoll; der Charakter der Schallquel-

len ist kaum vergleichbar. Eine gar strikte Anwendung der unpassenden 

Richtwerte führte sodann dazu, dass zumindest in städtischen Gebieten 

praktisch keine Aussengastwirtschaften mehr bewilligt und betrieben wer-

den könnten. Wie der vorliegende Fall – einmal mehr – aufzeigt, gälte dies 

sogar tagsüber, da bereits im Zeitraum zwischen 07.00 Uhr bis 19.00 Uhr 

die auf diese Art und Weise eruierte Richtwertüberschreitung am massge-

blichen Empfangspunkt 16 dB (A) beträgt. 

6.7. 

Der Sinn des Umweltschutzrechts kann nicht in einem generellen Verbot 

von Aussengastwirtschaften bestehen. Ein solches kann sich auch nicht 

einfach aus einer strikten Anwendung von unpassenden Richtwerten erge-

ben, die in Ermangelung von LSV-Grenzwerten in einer von einem privaten 

Verein herausgegebenen Vollzugshilfe statuiert worden sind. 

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle für einmal Folgendes er-

wähnt: Ein Blick in die Rechtsprechung anderer Kantone zeigt die nämli-

chen Probleme in Zusammenhang mit der Anwendung der Vollzugshilfe 

Cercle Bruit. So hat beispielsweise das Verwaltungsgericht Solothurn in ei-

nem sehr ausführlich begründeten Entscheid vom 24. Februar 2015 die 

Vollzugshilfe Cercle Bruit detailliert mit anderen fachmännischen Vollzugs-

hilfen verglichen, worunter etwa die vom Landesamt für Umweltschutz in 

München herausgegebene Schrift "Geräusche aus Biergärten" 

(http://staedtebauliche-laermfibel.de/pdf/Biergaerten.pdf [besucht am 

28. Oktober 2015]), dem "Praxisleitfaden Gastgewerbe des österreichi-

schen Bundesumweltamtes" (http://www.bundesumweltamt.at/fileadmin/site 

/publikationen/REP0157.pdf [besucht am 28. Oktober 2015]) sowie dem 

Vorarlbergischen Leitfaden zur individuellen Beurteilung von Schallimmissi-

onen aus Anlagen (https://www.vorarlberg.at/pdf/vorarlberg-leitfaden.pdf 

[besucht am 28. Oktober 2015]). Dabei wurde etwa festgestellt, dass die 

Vollzugshilfe Cercle Bruit in der ES II (und – wie vorliegend – auch in der 

ES III, da ein Wohnviertel vorliegt) Richtwerte definiere, welche im Vorarl-

berg für ein Kurgebiet gälten. Wende man diese Richtwerte konsequent 

und streng an – so das Verwaltungsgericht Solothurn mit Recht resümie-

rend –, sei wohl jede grössere Gartenwirtschaft in der Schweiz um 

 

 

R1S.2015.05067 Seite 13 

19.00 Uhr zu schliessen (https://www.so.ch/fileadmin/internet/gerichte/Hir-

schen.pdf, S. 16 ff.). 

In der Tat entspricht namentlich der von der Vollzugshilfe für den Zeitraum 

von 19.00 Uhr bis 22.00 Uhr vorliegend definierte Richtwert von 40 dB (A) 

in etwa einer am Immissionsort noch wahrnehmbaren Lautstärke des 

− maximal – Flüsterns (die Lautstärke eines "normalen" Gesprächs liegt bei 

etwa 65-70 dB (A), vgl. die Tabelle auf Seite 10 der erwähnten Schrift "Ge-

räusche aus Biergärten"). Ein derart strenger Richtwert ist in einem norma-

len städtischen Wohngebiet schlechterdings welt- und lebensfremd. Wäre 

es tatsächlich das Ziel des Lärmschutzrechts, dass an warmen Sommer-

abenden im Umfeld von Gartenwirtschaften in städtischen Wohngebieten 

bereits ab 19.00 Uhr nur noch die Wahrnehmung von maximal Flüsterlaut-

stärke als zumutbar gelten soll, bedürfte dies klarerweise einer im demokra-

tischen Entscheidungsprozess zustande gekommenen und daher sämtliche 

− nicht nur lärmschutzrechtliche – Aspekte berücksichtigenden gesetzli-

chen Grundlage. Mit der Festlegung einer ES III wurde immerhin ein Stör-

potential erlaubt, das von Bundesrechts wegen für Mischzonen vorgesehen 

ist und nur noch durch das in den Industriezonen zugelassene Immissions-

potential überboten wird (Art. 43 Abs. 1 LSV). Im vorliegenden Fall wäre ein 

Betrieb der Aussengastwirtschaft wie erwähnt sogar tagsüber verboten, 

was selbstredend ausser Diskussion steht. Immerhin dokumentiert auch 

dieser Umstand die äusserst begrenzte Praxistauglichkeit der Richtwerte 

gemäss der Tabelle 2 der Vollzugshilfe Cercle Bruit namentlich in städti-

schen Gebieten. 

Schliesslich sei in diesem Zusammenhang auch erwähnt, dass es gemein-

hin unbefriedigend ist, wenn – worauf die Vorinstanz in Aussengastwirt-

schaftsfällen mit Recht und seit geraumer Zeit regelmässig verweist – die 

diversen Ungereimtheiten der Vollzugshilfe Cercle Bruit deren Verfassern 

offenbar durchaus bekannt sind, weshalb die Vollzugshilfe in Überarbeitung 

sei. Indes findet sich auf der Homepage des Vereins "Cercle Bruit" 

(www.cerclebruit.ch [besucht am 29. Oktober 2015]) keinerlei Hinweis hie-

rauf, noch gar auf die verfolgte Stossrichtung, einen zeitlichen Horizont für 

das Erscheinen einer revidierten Vollzugshilfe usw. 

Insgesamt lehnt die Vorinstanz eine Beurteilung der zumutbaren Emissio-

nen von Aussengastwirtschaften einzig nach Massgabe strenger und über-

dies unpassender Richtwerte gemäss der Tabelle 2 der Vollzugshilfe Cerc-

 

 

R1S.2015.05067 Seite 14 

le Bruit mit Recht ab. Richtigerweise ist die Zumutbarkeit der Emissionen 

von Aussengastwirtschaften im Rahmen einer umfassenden Einzelfallab-

wägung sowie unter Beachtung von Charakter, Zeitpunkt und Häufigkeit 

des Lärms und namentlich unter Berücksichtigung der Lärmempfindlichkeit 

und der Lärmvorbelastung am vorgesehenen Betriebsort zu überprüfen. 

6.8. 

Dem Baurekursgericht sind die differenzierten Bemühungen der Vorinstanz 

bekannt, den Betrieb von Aussengastwirtschaften tagsüber und in den frü-

hen Abendstunden (bis 22.00 Uhr) einerseits sowie in den späten Abend-

stunden und während der Nacht andererseits nach Massgabe der Lärm-

empfindlichkeit und Lärmvorbelastung am konkreten Ort, nach Massgabe 

der Unterscheidung Wochentag/Wochenende, stets aber auch unter Be-

rücksichtigung des Quartiercharakters respektive der Zonierung zu bewilli-

gen (oder zu verweigern). So war etwa trotz ihrer unbestrittenermassen 

zentralen, innerstädtischen Lage in der Kernzone Kaserne der Betrieb einer 

Aussengastwirtschaft auf einer Dachterrasse grundsätzlich (nur) bis 

22.00 Uhr, am Wochenende bis Mitternacht, bewilligungsfähig (BRGE I 

Nr. 0070/2014 in BEZ 2014 Nr. 42; www.baurekursgericht-zh.ch). Im glei-

chen Sinne war betreffend eine in der Kernzone Selnau gelegene Aussen-

gastwirtschaft zu befinden (BRKE I Nr. 0094/2005 vom 8. April 2005), 

ebenso betreffend eine solche in Zürich-Wiedikon (BRKE I Nr. 0069/2007 

vom 28. März 2007, bestätigt mit VB.2007.00201 vom 7. November 2007). 

Eine Aussengastwirtschaft in einer fünfgeschossigen Zentrumszone an der 

Heinrichstrasse in Zürich 5-Industriequartier war nach Ansicht des Baure-

kursgerichts gar täglich bis 23.00 Uhr bewilligungsfähig (BRKE I 

Nr. 249/2007 vom 28. September 2007 [Vorinstanz: unter der Woche nur 

bis 22.00 Uhr]). Andererseits war etwa eine Aussengastwirtschaft in einem 

ruhigen, der Lärmempfindlichkeitsstufe ES II zugeordneten und gehobenen 

Wohngebiet in Zürich-Witikon täglich bereits um 19.00 Uhr zu schliessen 

(BGer 1A.139/2002 vom 5. März 2003, in Bestätigung von VB.2001.00187 

= BEZ 2002 Nr. 27). 

Die vom Baurekursgericht (weitestgehend) bestätigte, differenzierende 

Vorgehensweise der Vorinstanz scheint – auch nachdem sich der regel-

mässige Beizug von Lärmgutachten bei der Beurteilung von Aussengast-

wirtschaften eingebürgert hat – weiterhin vernünftig. Das Ergebnis der in 

hohem Masse einzelfallspezifischen Rechtsanwendung ist, wie sogleich zu 

 

 

R1S.2015.05067 Seite 15 

zeigen sein wird (Erwägungsziffern 7.1. ff.), auch im vorliegenden Fall nicht 

zu beanstanden. 

7.1. 

Vorliegend erscheint eine Schliessungszeit um 22.00 Uhr unter der Woche 

und am Freitag und Samstag um 23.00 Uhr durchaus als der Nachbar-

schaft zumutbar. Zunächst ist festzuhalten, dass es sich bei der XY-Strasse 

in Zürich-Wipkingen keineswegs um eine besonders ruhige Wohnlage wie 

im allseits bekannten Fall aus Zürich-Witikon handelt, in welchem jene 

Aussengastwirtschaft tatsächlich bereits um 19.00 Uhr zu schliessen war 

(vgl. vorstehende Erwägungsziffer 6.8). Die XY-Strasse ist stark befahren, 

die Immissionsgrenzwerte für den Strassenlärm sind überschritten, auch 

wenn diesem Umstand allein, wie die Rekurrentin mit Recht bemerkt, keine 

entscheidende Bedeutung zukommen darf. Zum Lärm der XY-Strasse 

kommt der Eisenbahnlärm hinzu, da in knapp 30 m Entfernung das Eisen-

bahnviadukt unmittelbar vor bzw. nach dem Bahnhof Wipkingen verläuft. In 

näherer Umgebung existieren einige weitere Restaurants. Zwar ist das 

Quartier unbestrittenermassen kein Vergnügungsviertel, andererseits hat 

es aber auch nicht etwa den Charakter einer blossen Schlafstadt. 

7.2. 

Aus Sicht der Rekurrentin sticht ins Auge, dass deren Liegenschaft an der 

XY-Strasse gerade durch das Restaurantgebäude selbst vom Bereich der 

Aussengastwirtschaftsfläche weitestgehend abgeschottet wird. Überdies 

liegt die Liegenschaft der Rekurrentin in mindestens 20 m Entfernung von 

der Aussengastwirtschaftsfläche. Wendet man die im Gutachten herange-

zogenen Formeln mit den von der Vorinstanz richtigerweise angebrachten 

Korrekturen (L w, A, 1P von 63 dB [A] pro Person und nicht 71 dB [A], da nicht 

von einer bierseligen Stimmung auszugehen ist; Zuschlagsfaktor + 6 dB [A] 

für "deutlich hörbare Stimmen") an und setzt für das Gebäude der Rekur-

rentin einen Abstand von s = 20 m ein, ergibt sich Folgendes: 

Schallleistungspegel der Aussengastwirtschaft (unverändert): 

L W, A, eq = L w, A, 1P + 10 x log (0,75 x Anzahl Sitzplätze) = 78.2 dB (A) 

Schalldruckpegel in einer Entfernung s von 20 m: 

 

 

R1S.2015.05067 Seite 16 

L pA = L W, A, eq -11 + Q + 6 - 20 x log(s) = 50.2 dB (A) 

wobei: 

L W, A, eq = Schallleistungspegel der Aussengastwirtschaft (78,2 dB [A]) 

Q = Richtfaktor (hier mit +3 für eine Lärmquelle nahe am Boden, da von ei-

nem sitzenden Gast in einer Höhe von 1,2 m ausgegangen wird) 

20 x log (s) = Abstandsdämpfung bei einer Punkquelle 

Der tatsächliche Abstand s zu den lärmempfindlichen Wohnräumen im Ge-

bäude der Rekurrentin dürfte noch höher sein; die private Rekursgegnerin 

geht von 23 m aus. 

Ein Schalldruckpegel von 50,2 dB (A) entspricht in etwa einer wahrnehmba-

ren Lautstärke des (gedämpften) Sprechens. Dabei ist die zusätzliche Ab-

schottung des Schalls durch das Restaurantgebäude selbst noch nicht 

einmal berücksichtigt. Dieser beim Gebäude der Rekurrentin in etwa be-

rechnete Schalldruckpegel wird aus klimatischen Gründen an schätzungs-

weise maximal 60 - 80 Betriebstagen pro Sommersaison erreicht werden 

und spätestens um 22.00 Uhr respektive an Wochenenden um 23.00 Uhr 

enden. Das ist in einem normalen städtischen Wohngebiet, zu welchem 

unstreitig auch Gastwirtschaftsbetriebe gehören, ohne weiteres zumutbar. 

Der Vollständigkeit halber zu erwähnen ist, dass die im Gutachten verwen-

deten Formeln nicht zwingend sind. Verbreitet sind auch die nachfolgenden 

Formeln: 

Schallleistungspegel der Aussengastwirtschaft (Pegelmultiplikation bei ei-

nem gegebenen Schallleistungspegel von L W, A, 1P = 63 dB (A) pro Gast): 

L W, A, eq = 10* log [Anzahl Sitzplätze x 10 L W, A, 1 P / 10] = 79.43 dB (A) 

Schalldruckpegel am Immissionsort in einer Entfernung s = 20 m: 

L pA = L W, A, eq - 10*log [ 4 s2 ] = 47.2 dB (A) 
             Q 

Berücksichtigt man auch hier einen Zuschlagfaktor von 6 dB (A) für "deut-

lich hörbare Stimmen", ergibt sich gemäss dieser Berechnungsweise ein 

Schalldruckpegel am Immissionsort von 53.2 dB (A). 

 

 

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Abschliessend ist festzuhalten, dass solcherlei Berechnungen stets auf 

starken Vereinfachungen und theoretischen Annahmen (etwa: Gartenwirt-

schaft als Punktquelle, alle Gäste stets gleich laut, keine Luftdämpfung 

usw.) beruhen. Solange der Gesetzgeber keine verbindlichen Belastungs-

grenzwerte und Beurteilungspegel festsetzt, vermögen sie ein (fach-)rich-

terliches Werturteil über die konkrete Situation daher nie zu ersetzen. 

7.3. 

Lärmschutzrechtlich relevanter Lärm aus dem Gebäudeinnern in Richtung 

des Gebäudes der Rekurrentin ist schliesslich nicht zu erwarten. Der Ein- 

und Ausgang für die Bedienung der Aussengastwirtschaftsfläche ist gegen 

Südosten hin ausgerichtet, wo sich keinerlei lärmempfindlichen Räume be-

finden. Zwischen den Gebäuden XY-Strasse stehend ist, wovon sich die 

Delegation des Baurekursgerichts am Lokaltermin überzeugen konnte, aus 

dem Innern des Restaurants nichts zu hören. Mangels Parkplätzen entsteht 

schliesslich auch kein Parkplatzlärm. Es handelt sich offenkundig um eine 

Gastwirtschaft, welche realistischerweise nur zu Fuss oder per Fahrrad zu 

erreichen ist. 

7.4. 

Mit den festgesetzten Öffnungszeiten wurde auch dem Vorsorgeprinzip 

(Art. 1 Abs. 2 und Art. 11 Abs. 2 USG) hinreichend Rechnung getragen. 

Zwar ist gemäss dem Vorsorgeprinzip unnötiger Lärm unzulässig, sofern 

die Massnahmen zur Emissionsbegrenzung technisch und betrieblich mög-

lich und wirtschaftlich tragbar sind. Nach der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung ist dies allerdings nicht so zu verstehen, dass jeder im strengen 

Sinn nicht nötige Lärm völlig untersagt werden müsste. So ist der von Aus-

sengastwirtschaften ausgehende Lärm (wie etwa auch der Lärm von Ju-

gendtreffpunkten oder Kinderspielplätzen) zwar technisch streng genom-

men nicht nötig, um sich zu unterhalten oder in einer Aussengastwirtschaft 

etwas konsumieren zu können. Indessen ist diese Aktivität nach allgemei-

ner Lebenserfahrung mit gewissen Geräuschen (z.B. gelegentliches La-

chen und Jauchzen) verbunden. Dies völlig einschränken zu wollen wäre 

gleichbedeutend mit einem Verbot der Aktivität. Das wäre eine Konse-

quenz, die nicht im Sinne des USG sein kann (VB.2015.00001 vom 19. Au-

gust 2015, E. 5.4).  

Mit Recht hat die Vorinstanz indes den Betrieb von Lautsprecher- und Ver-

stärkeranlagen im Freien untersagt und angeordnet, dass nach 20.00 Uhr 

 

 

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im Freien auch keine lärmenden Aufräum- und Reinigungsarbeiten mehr 

zulässig seien. Es besteht kein Anlass, diese Auflagen weiter zu verschär-

fen oder zusätzliche bauliche Massnahmen anzuordnen.  

7.5. 

Zusammengefasst erweist sich die Bewilligung des Betriebs der Aussen-

gastwirtschaft unter der Woche bis 22.00 Uhr sowie freitags und samstags 

bis 23.00 Uhr als korrekt. 

Eine Verlängerung dieser Öffnungszeiten um je eine Stunde, wie dies die 

private Rekursgegnerin beantragt, kommt hingegen nicht in Frage. Die 

Stunde zwischen 22.00 Uhr und 23.00 Uhr wochentags bzw. zwischen 

23.00 Uhr und 24.00 Uhr an den Wochenenden stellt für den Grossteil der 

Bevölkerung nach wie vor die deutlich lärmempfindlichere (und dement-

sprechend qualifiziert schützenswerte) Einschlafphase dar. Ab 22.00 Uhr 

bzw. an den Wochenenden ab 23.00 Uhr überwiegt daher das Ruhebe-

dürfnis der Nachbarschaft die wirtschaftlichen Interessen der privaten Re-

kursgegnerin am Betrieb der Aussengastwirtschaft. Ohnehin hätte die pri-

vate Rekursgegnerin, wollte sie diese Verlängerung herbeiführen, den strit-

tigen Beschluss ihrerseits anfechten müssen. 

8. 

Zusammengefasst ist der Rekurs abzuweisen, soweit auf ihn einzutreten 

ist. 

[….]