# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2fae3e5f-5470-545c-9544-fdd62e8de5d0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-02-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.02.2023 D-2562/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2562-2021_2023-02-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2562/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  F e b r u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richter Markus König, Richter Daniele Cattaneo,    

Gerichtsschreiber Constantin Hruschka. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

(…), 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); 

Verfügung des SEM vom 28. April 2021 / N (…). 

 

 

 

D-2562/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin – eine afghanische Staatsangehörige tadschiki-

scher Ethnie – verliess den Iran, wo sie seit ihrer Geburt gelebt habe, ge-

mäss eigenen Angaben am 16. Juli 2019 und gelangte über die Türkei 

nach Griechenland. Am 20. Oktober 2019 sei sie von dort per Flugzeug in 

die Schweiz gekommen, wo sie gleichentags ein Asylgesuch stellte. Am 

24. Oktober 2019 fand die Personalienaufnahme statt. Am 14. November 

2019 wurde sie zu ihren Gesuchsgründen angehört (vgl. SEM-eAkte […], 

nachfolgend A19). Mit Eingabe vom 5. Dezember 2019 reichte die Be-

schwerdeführerin über ihre Rechtsvertretung verschiedene Identitätsdoku-

mente und einen Arztbericht zu den Akten. Sie wurde am 9. Dezember 

2019 erneut einlässlich zu ihren Asylgründen angehört (vgl. SEM-eAkte 

[…], nachfolgend A21).  

Während den Anhörungen brachte die Beschwerdeführerin im Wesentli-

chen vor, sie sei als Tochter eines afghanischen Ehepaars aus B._______ 

im Jahr (…) in C._______ (Iran) geboren und dort aufgewachsen. Zu Be-

ginn ihres Aufenthalts im Iran seien sie im Besitz von Aufenthaltskarten für 

Afghaninnen und Afghanen gewesen, die aber von den iranischen Behör-

den nicht erneuert worden seien. Als sie (…) Jahre alt gewesen sei, hätten 

sich ihre Eltern getrennt und sie sei fortan mit ihrer älteren Schwester un-

freiwillig in der Obhut ihres Vaters gewesen, der drogensüchtig sei. Ihre 

Schwester und sie hätten beide arbeiten und dem Vater ihr Geld abgeben 

müssen. Im Jahr 2009 habe ihr Vater die Beschwerdeführerin unter dem 

Vorwand, er müsse das Haus des Grossvaters verkaufen, nach Afghanis-

tan mitgenommen. Sie seien deshalb nach B._______ gegangen, wo sie 

dann aber von ihrem Vater unter Druck gesetzt worden sei, ihren Cousin 

zu heiraten, dem sie versprochen worden sei. Auch ihr Onkel und Cousin 

hätten sie unter Druck gesetzt und geschlagen. Um von ihnen in Ruhe ge-

lassen zu werden, habe sie mit ihrem Cousin eine gemeinsame Nacht ver-

bringen müssen. Weil es ihr infolgedessen sehr schlecht gegangen sei, sei 

sie mit ihrem Vater nach rund zweieinhalb Monaten wieder in den Iran zu-

rückgekehrt. Ihr Cousin habe mehrfach versucht illegal in den Iran zu kom-

men, was ihm aber nicht gelungen sei. Durch eine Freundin sei sie im Iran 

mit ihrem jetzigen Ehemann bekannt gemacht worden. Da sie keinen Aus-

weg aus der Situation mit ihrem Cousin und ihrem Vater gesehen habe, 

habe sie sich entschieden, ihren Ehemann im Jahr 2011 gegen den Willen 

ihres Vaters zu heiraten. Ihr Vater sei jeweils zu ihr nach Hause gekommen 

und habe von ihr Geld gefordert, damit er ihrem Cousin ihren Aufenthaltsort 

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nicht verraten würde. Dabei habe er ihr auch Drohnachrichten von ihm 

übermittelt. Zudem habe sie unter den schwierigen Lebensbedingungen 

sowie Diskriminierungen im Iran gelitten und sich Sorgen um die Zukunfts-

perspektive ihrer Tochter gemacht. Da sie den Druck nicht mehr ertragen 

habe, habe sie ihren Ehemann gebeten, gemeinsam den Iran zu verlassen. 

Am (…) 2019 sei sie gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter aus 

dem Iran Richtung Europa ausgereist.  

B.  

Am 16. Dezember 2019 wurde das Verfahren der Beschwerdeführerin dem 

erweiterten Verfahren zugewiesen. 

C.  

Im Auftrag des SEM wurde am 18. März 2021 zum Zweck der Herkunfts- 

und Sprachabklärung ein telefonisches Interview mit der Beschwerdefüh-

rerin durch eine Person der Fachstelle LINGUA durchgeführt. Das aufge-

zeichnete Gespräch wurde durch eine sachverständige Person ausgewer-

tet. Diese kam in ihrem Gutachten vom 31. März 2021, nach Evaluation 

der landeskundlich-kulturellen Kenntnisse der Beschwerdeführerin bezie-

hungsweise einer linguistischen Analyse zum Schluss, ihre Angaben, sie 

sei in C._______ in einer aus B._______ stammenden afghanischen Fa-

milie hauptsozialisiert worden, seien sowohl in landeskundlich-kultureller 

als auch in sprachlicher Hinsicht bestätigt worden. 

D.  

Mit Verfügung vom 28. April 2021 – am Folgetag eröffnet – lehnte das SEM 

das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an, 

nahm die Beschwerdeführerin jedoch wegen Unzumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs vorläufig auf. 

E.  

Mit Eingabe vom 31. Mai 2021 erhob die Beschwerdeführerin gegen diese 

Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte 

die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flücht-

lingseigenschaft sowie die Gewährung von Asyl. In verfahrensrechtlicher 

Hinsicht ersuchte sie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses und führte aus, sie sei mittellos, weshalb ihr die unentgeltliche Pro-

zessführung zu gewähren sei. 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 4. Juni 2021 wurde die Beschwerdeführerin 

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Seite 4 

zur Einreichung einer Unterstützungsbestätigung und die Vorinstanz zur 

Vernehmlassung eingeladen.  

G.  

Mit Eingabe vom 7. Juni 2021 reichte die Beschwerdeführerin eine Unter-

stützungsbestätigung zu den Akten.  

H.  

Am 11. Juni 2021 nahm die Vorinstanz Stellung zur Beschwerde. 

I.  

Mit Eingabe vom 30. Juni 2021 replizierte die Beschwerdeführerin.  

J.  

Am 27. Juli 2021 reichte die Beschwerdeführerin ein Arztzeugnis vom 

19. Juli 2021 zu den Akten, worin festgehalten wurde, dass sie in Behand-

lung wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung sei. 

K.  

Am 19. August 2022 gelangte sie mit einer Verfahrensstandsanfrage an 

das Bundesverwaltungsgericht, die am 25. August 2022 beantwortet 

wurde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

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Seite 5 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM hielt zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen fest, 

die Vorbringen der Beschwerdeführerin seien teils widersprüchlich und un-

substanziiert. So habe sie bei ihrer ersten Anhörung geltend gemacht, sie 

habe einer Ehe mit ihrem Cousin unter der Bedingung zugestimmt, dass 

sie in den Iran zurückkehren könne. Damit ihr Cousin sie in Ruhe gelassen 

habe, habe sie gegen ihren Willen als ledige Frau mit ihm eine Nacht ver-

bringen müssen. Als sie in den Iran zurückgekehrt sei, habe sie ihn jedoch 

nicht geheiratet. Deshalb habe er ihr Drohnachrichten geschickt. Bei ihrer 

zweiten Anhörung demgegenüber habe sie erläutert, sie habe ihren Cousin 

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in B._______ in einer religiösen Zeremonie geheiratet. Da sie mit ihm ver-

heiratet worden sei, habe sie eine Nacht mit ihm verbringen müssen. Nach 

ihrer Rückkehr in den Iran sei sie durch ihren Vater bedroht worden. Ihr 

Cousin habe ihr jedoch nicht persönlich gedroht. Auf Vorhalt dieser wider-

sprüchlichen Angaben habe sie ausgeführt, sie habe mit ihrem Cousin eine 

Nacht verbringen müssen, damit sie wieder in den Iran habe zurückkehren 

können. Damit sie dies überhaupt habe machen können, seien sie religiös 

getraut worden. Auf erneuten Vorhalt, dass sie bei ihrer ersten Anhörung 

angegeben habe, im Zeitpunkt der gemeinsamen Nacht ledig gewesen zu 

sein, habe sie ausgeführt, dass sie die Trauung innerlich nicht akzeptiert 

habe. Damit könne sie ihre widersprüchlichen und unstimmigen Angaben 

jedoch nicht plausibel begründen. Zudem sei sie nicht in der Lage gewe-

sen, die Ehevorbereitungen und die Trauungszeremonie ausführlich und 

mit persönlichem Erlebnisbezug darzulegen. Ihre diesbezüglichen Antwor-

ten seien trotz mehrmaliger Nachfrage wiederholend und substanzarm 

ausgefallen. Wäre sie tatsächlich mit ihrem Cousin verheiratet worden, 

wäre zu erwarten gewesen, dass sie ihre diesbezüglichen Vorbringen stim-

mig, detailliert und erlebnisbezogen hätte schildern können. Zusätzlich 

seien ihre Ausführungen zu den Drohnachrichten ihres Cousins wider-

sprüchlich ausgefallen. Auf Vorhalt habe sie ausgeführt, dass ihr Cousin 

immer wieder Drohnachrichten gesendet habe und sie von ihrem Vater da-

von erfahren habe. Ihre Begründung, dass ihr Cousin sie nicht persönlich 

habe kontaktieren können, weil er ihre Nummer nicht gehabt habe, ver-

möge ihre unstimmigen Angaben nicht plausibel zu begründen. Insgesamt 

habe sie nicht glaubhaft machen können, dass sie mit ihrem Cousin gegen 

ihren Willen verheiratet worden und anschliessend von ihm bedroht wor-

den sei. Daher falle auch die von ihr geltend gemachte Furcht vor einer 

Steinigung bei einer Rückkehr nach Afghanistan unglaubhaft aus. Da ihre 

Vorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht standhalten 

würden, müssten sie nicht auf die Asylrelevanz geprüft hin werden. 

Das SEM schliesse hingegen nicht aus, dass sie einen sexuellen Übergriff 

durch ihren Cousin erlebt habe. Dieses Ereignis liege jedoch bereits mehr 

als ein Jahrzehnt in der Vergangenheit. Da sie sich weiterhin vor Ort (kurz-

zeitig in Afghanistan, anschliessend im Iran) aufgehalten habe, sei kein 

Kausalzusammenhang zwischen diesem Ereignis und ihrer Ausreise aus 

Afghanistan beziehungsweise Iran zu erkennen. Ihr Entschluss zur Aus-

reise aus Afghanistan sei eigenen Angaben zufolge in Kombination mit den 

dortigen Lebensumständen zu verstehen. Zudem sei sie primär aufgrund 

der Probleme mit Ihrem drogenabhängigen Vater und auch wegen den 

schwierigen Lebensumständen für Afghaninnen aus dem Iran ausgereist. 

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Ihr Vorbringen in Bezug auf die angebliche Bedrohungslage durch ihren 

Cousin seien gemäss obigen Ausführungen nicht glaubhaft ausgefallen. 

Dass sie nach der Scheidung ihrer Eltern der Obhut ihres drogensüchtigen 

Vaters unterstellt gewesen sei, stehe in keinem zeitlichen Kausalzusam-

menhang zu ihrer Ausreise, weshalb dem Vorbringen keine flüchtlings-

rechtliche Relevanz zukomme. Zudem habe sie trotz diesem Ereignis noch 

ihr gesamtes Leben in Afghanistan beziehungsweise im Iran verbracht. 

Das SEM halte es für möglich, dass ihr Vater sie aufgrund seiner Drogen-

sucht behelligt und unter verschiedenen Vorwänden von ihr Geld gefordert 

habe. Dies beruhe aber einzig auf einem finanziellen Motiv, zumal sie die 

Zwangsheirat und Bedrohung nicht habe glaubhaft machen können. Ge-

mäss Aktenlage würden somit keine objektiven Hinweise vorliegen, dass 

sie aufgrund der Belästigungen durch ihren Vater flüchtlingsrechtlich rele-

vante Verfolgungshandlungen erlitten habe. 

Dass Frauen in Afghanistan keinen Wert haben würden und sie deshalb 

nicht dort leben könnte, betreffe alle Frauen in Afghanistan in ähnlicher 

Weise und könne keine Asylrelevanz entfalten. Die geltend gemachten 

Schwierigkeiten und Diskriminierungen, die sie als Afghanin im Iran erlebt 

habe, sei für die Beurteilung ihres Asylgesuchs irrelevant, da sie diese aus-

serhalb des Staates, dessen Staatsangehörigkeit sie besitze, erlitten habe. 

Allfällige Asylvorbringen, die sich im Iran ereignet hätten, seien einzig dann 

geeignet, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, wenn diese auch in Af-

ghanistan zu einer Verfolgungssituation führen könnten. Dies sei vorlie-

gend nicht der Fall. 

4.2 In ihrer Rechtsmitteleingabe hielt die Beschwerdeführerin im Wesentli-

chen fest, die Glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen müsse anhand einer Ge-

samtbetrachtung aller relevanten Faktoren beurteilt werden. So müsse ins-

besondere ihre gesundheitliche Situation berücksichtigt werden. Diesbe-

züglich sei festzuhalten, dass das Erinnern an bestimmte gewaltsame Er-

eignisse psychisch belastend sein und damit eine strukturierte Schilderung 

verunmöglichen könnte. Deshalb überzeuge die vorinstanzliche Argumen-

tation nicht. Gerade wegen des erlittenen Traumas hätten ihre Schilderun-

gen keine Einzelheiten enthalten können. Hinsichtlich der Ehe mit ihrem 

Cousin wies sie darauf hin, dass sie ihn in Afghanistan habe heiraten und 

mit ihm habe eine Nacht verbringen müssen, damit sie wieder in den Iran 

habe zurückkehren können. Weil dies gegen ihren Willen gewesen sei, 

habe sie sich nicht wirklich verheiratet gefühlt. Die angefochtene Verfügung 

beruhe auf einer unzutreffenden Beurteilung ihrer Schilderung, da das 

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SEM diese nicht in ihrer Gesamtheit und insbesondere im Hinblick auf die 

schweren erlittenen Traumata beurteilt habe. Da ihre Vorbringen glaubhaft 

seien, müssten sie auf ihre Asylrelevanz hin geprüft werden. Sie sei in Af-

ghanistan zwangsverheiratet worden und habe danach ohne Scheidung 

dieser Ehe gegen den Willen ihres Vaters einen anderen Mann geheiratet. 

Wenn sie in ihre Heimat zurückkehren würde, würden ihr deshalb ernst-

hafte Konsequenzen drohen, die im Rahmen einer frauenspezifischen Ver-

folgung zu berücksichtigen seien. Es treffe auch nicht zu, dass es keinen 

kausalen Zusammenhang zwischen der erlittenen Gewalt und ihrer Flucht 

gebe. Ihr Leben sei ständig in Gefahr gewesen. Wenn ihr Cousin gewusst 

hätte, dass sie eine weitere Ehe eingegangen sei, hätte er sie sicherlich 

angezeigt. Genau deswegen sei sie geflüchtet. 

4.3 In der Vernehmlassung hielt die Vorinstanz in Bezug auf das auf Be-

schwerdeebene vorgebrachte Trauma fest, dass diese Diagnose aus-

schliesslich auf den Angaben der Beschwerdeführerin beruhe und ansons-

ten aber keine objektivierbaren Anhaltspunkte für die geltend gemachte ge-

sundheitliche Beeinträchtigung bestehen würden. Es sei dennoch nicht 

auszuschliessen, dass sie an einer Traumatisierung leiden könnte. Im Zu-

sammenhang mit der Frage, ob traumatisierende Ereignisse gut erinnert 

werden könnten, würden die Lehrmeinungen auseinandergehen. Bei die-

ser Sachlage gehe das SEM davon aus, dass bei unter Traumafolgestö-

rungen leidenden Personen durchaus gewisse Inkonsistenzen und Lücken 

in den Aussagen auftreten könnten. Bei sich diametral widersprechenden 

und von tiefer Aussagequalität geprägten Schilderungen zum Kerngesche-

hen könne hingegen nicht von einem Erlebnisbezug ausgegangen werden. 

Aus den Anhörungsprotokollen gehe hervor, dass sie in beiden Anhörun-

gen grundsätzlich in der Lage gewesen sei, die gestellten Fragen verständ-

lich und kontextbezogen zu beantworten. Insbesondere habe sie substan-

ziierte Angaben zu ihrer Biographie und zur Eheschliessung mit ihrem Ehe-

mann machen sowie ihre Gefühle ausdrücken können. Ihre Schilderungen 

zur Zwangsheirat seien jedoch widersprüchlich und unplausibel ausgefal-

len. An dieser Einschätzung vermöge auch eine mögliche Traumafolgestö-

rung nichts zu ändern. Sodann seien den Protokollen auch keine Ein-

schränkung beziehungsweise Verschlechterungen im Erinnerungsvermö-

gen im Verlauf der Befragungen zu entnehmen.  

4.4 In der Replik hielt die Beschwerdeführerin fest, das SEM gehe auch 

davon aus, dass sie an einer Traumatisierung leide. Gemäss einer Lehr-

meinung könnten aufgrund von Traumata Erinnerungslücken bezüglich 

des traumatisierenden Ereignisse auftreten. Zudem würden traumatisierte 

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Personen unter Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsproblemen leiden. 

Das SEM müsste berücksichtigen, dass traumatisierte Personen sich je 

nach den Umständen und dem soziokulturellen Kontext weigern bezie-

hungsweise unfähig sein könnten, sich ausführlich zum Kerngeschehen zu 

äussern. Es könne auch vorkommen, dass eine solche Person sich in we-

sentlichen Punkten widerspreche. Zudem sei ein Arztbericht in Arbeit, wo-

rin bestätigt werde, dass sie wegen einer posttraumatischen Belastungs-

störung in Behandlung sei. 

5.  

5.1 Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen ei-

nes Beschwerdeführers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft ge-

macht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie 

aber überwiegend für wahr hält. Eine wesentliche Voraussetzung für die 

Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschicksals ist eine die eigenen Erleb-

nisse betreffende, substanziierte, weitgehend widerspruchsfreie und kon-

krete Schilderung der Vorkommnisse, welche bei objektiver Betrachtung 

plausibel erscheint. Von unglaubhaften Ausführungen ist dagegen bei 

wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen 

Vorbringen auszugehen. Entscheidend ist, ob bei einer Gesamtbeurteilung 

die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung der Be-

schwerdeführenden sprechen, überwiegen oder nicht. Demgegenüber 

reicht es für die Glaubhaftmachung nicht aus, wenn der Inhalt eines Vor-

bringens zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Umstände we-

sentliche Elemente gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung spre-

chen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2013/11 E. 5.1). 

5.2 Entsprechend Lehre und Praxis ist für die Anerkennung der Flüchtlings-

eigenschaft erforderlich, dass die asylsuchende Person ernsthafte Nach-

teile von bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise solche im 

Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlich-

keit und in absehbarer Zukunft befürchten muss. Die Nachteile müssen der 

asylsuchenden Person gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmo-

tive drohen oder zugefügt worden sein. Weiter ist massgeblich, ob die gel-

tend gemachte Gefährdungslage noch aktuell ist. Ob eine begründete 

Furcht vor künftiger Verfolgung vorliegt, ist aufgrund einer objektivierten 

Betrachtungsweise zu beurteilen. Es müssen hinreichende Anhaltspunkte 

für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem Menschen in 

der gleichen Lage Furcht vor Verfolgung hervorrufen würden. Die objektive 

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Betrachtungsweise ist durch das vom Betroffenen bereits Erlebte und das 

Wissen um Konsequenzen in vergleichbaren Fällen zu ergänzen (vgl. 

BVGE 2011/50 E. 3.1; 2011/51 E. 6; je m.w.H). 

5.3 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die Anga-

ben der Beschwerdeführerin hinsichtlich der Zwangsheirat offensichtlich 

widersprüchlich ausfielen. So führte sie anlässlich der ersten Anhörung ex-

plizit aus, sie habe dem Cousin das Wort gegeben, ihn zu heiraten, sobald 

dieser in den Iran komme. Nachdem sie im Iran gewesen sei, habe sie ihn 

dann aber nicht geheiratet, sondern ihren jetzigen Ehemann. Der Cousin 

habe ihr eben deshalb immer Drohnachrichten geschickt, weil sie ihn nicht 

geheiratet habe (vgl. A19/F69). Auch im Zusammenhang mit der gemein-

sam verbrachten Nacht ergeben sich in dieser Anhörung keinerlei Hinweise 

auf eine vorgängige Hochzeit, im Gegenteil gibt sie an, im Zeitpunkt der 

Vergewaltigung ledig gewesen zu sein (vgl. A19/F69 f.). Erst in der vertie-

fenden Anhörung gibt sie an, sie habe ihn gegen ihren Willen in Afghanis-

tan geheiratet (vgl. A21/F79). Diesen Widerspruch erklärte sie damit, dass 

sie die Trauung innerlich nicht akzeptiert habe. Dies vermag nach zutref-

fender Feststellung der Vorinstanz nicht zu überzeugen. Erschwerend 

kommt hinzu, dass sie die Ehevorbereitungen und die Zeremonie trotz 

mehrmaliger Nachfrage äusserst substanzarm schilderte (vgl. A21/F77 ff.). 

Demgegenüber konnte sie aber das Verfahren zur Ausstellung ihrer Iden-

titäts- und Reisedokumente sowie die entsprechenden Örtlichkeiten aus-

führlicher beschreiben (vgl. A19/F16 ff.). Ein Vergleich zwischen diesen 

beiden Schilderungen zeigt, dass es zu einem Bruch im Erzählstil kommt. 

Dieser ist insoweit inkonsequent, als sie über ihre Zwangsheirat, die als 

einschneidendes und lebensprägendes Ereignis zu erachten ist, kaum de-

tailliert berichten konnte, aber ein gleich lang zurückliegendes und zudem 

banales Geschehnis detaillierter schilderte. Die in der Beschwerdeschrift 

vorgebrachte Erkrankung an einer posttraumatischen Belastungsstörung 

vermag entgegen ihrer Ansicht nicht die diametral widersprüchlichen und 

auffallend substanzlosen Schilderungen zu erklären. Den Anhörungsproto-

kollen lassen sich denn auch keine Hinweise entnehmen, dass sie sich an 

den Befragungen nicht frei und uneingeschränkt äussern konnte oder an 

Gedächtnis- beziehungsweise Konzentrationsproblemen litt. Nach dem 

Gesagten erscheint nicht glaubhaft, dass sie 2009 in B._______ mit ihrem 

Cousin religiös getraut worden ist.  

5.4 Angesichts dieser Divergenzen rechtfertigen sich Zweifel an der Glaub-

haftigkeit der Ausführungen der Beschwerdeführerin. Die Frage, ob sie tat-

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Seite 11 

sächlich ihrem Cousin als Ehefrau versprochen war, durch ihn sexuelle Ge-

walt erlitt und ihr deshalb im Zeitpunkt ihrer Ausreise aus Afghanistan sei-

netwegen ernsthafte Nachteile drohten, kann mit Verweis auf die nachfol-

genden Erwägungen mangels Aktualität jedoch letztlich offenbleiben. So 

liegt zwischen ihrem Aufenthalt in B._______ und ihrer Ausreise aus dem 

Iran ein Zeitraum von rund zehn Jahren. In dieser Zeit hat sie durch ihre 

Familie keinerlei negative Konsequenzen erlitten, obwohl sie nach ihrer 

Rückkehr aus Afghanistan zunächst für zwei Jahre mit ihrem Vater zusam-

menlebte und danach auch weiterhin in der gleichen Stadt wie bisher 

wohnte und mit dem Vater regelmässig in Kontakt stand. Bei einem tat-

sächlichen Interesse der Familie an der Durchführung der Zwangsheirat 

oder an der Bestrafung der Beschwerdeführerin hätte die Familie ihrer 

ohne weitere Probleme habhaft werden können. Somit liegen keine objek-

tiven Anhaltspunkte vor, dass ihre Familie ein ernsthaftes Interesse hat, ihr 

zu schaden. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass sie geltend 

machte, von ihrem Vater erpresst worden zu sein. Die Familie des Cousins 

hätte die Beschwerdeführerin zweifellos auch ohne dessen Hilfe gefunden, 

hätte sie tatsächlich ein entsprechendes Interesse gehabt. Sodann errei-

chen die Erpressungshandlungen auch nicht die für die Bejahung der 

Flüchtlingseigenschaft erforderliche Intensität. Insgesamt ist davon auszu-

gehen, dass ihre Familie – darunter auch ihr Cousin – von ihrer Ehe wusste 

und diese mangels anderweitiger Hinweise akzeptierte. Nach rund zehn 

Jahren ohne negativen Konsequenzen spricht vorliegend nichts dafür, 

dass ihr aktuell in ihrer Heimat vonseiten ihrer Familie schwerwiegende 

Gewalttaten oder anderweitige erhebliche Nachteile drohen würden. Somit 

ist bei einer hypothetischen Rückkehr nicht davon auszugehen, dass sie 

flüchtlingsrechtlich relevanten Nachteilen ausgesetzt wäre.   

 

Auch im Übrigen insbesondere bezüglich der allgemeinen politischen, wirt-

schaftlichen und sozialen Lebensbedingungen in Iran und Afghanistan 

kann auf die zutreffenden Erwägungen des SEM verwiesen werden, denen 

auf Beschwerdeebene nichts entgegengesetzt wird.  

5.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin 

nicht gelungen ist, eine begründete Furcht vor künftigen Verfolgungsmass-

nahmen im Sinne von Art. 3 AsylG nachzuweisen oder zumindest glaubhaft 

zu machen. Das SEM hat demnach zu Recht festgestellt, dass die Be-

schwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, und das Asylge-

such abgelehnt. 

 

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Seite 12 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

7.2 Nachdem die Vorinstanz die Beschwerdeführerin mit der angefochte-

nen Verfügung wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der 

Schweiz vorläufig aufgenommen hat, stellt sich die Frage nach dem Vor-

liegen der weiteren Voraussetzungen für einen Verzicht auf den Vollzug der 

Wegweisung – Unzulässigkeit und Unmöglichkeit – im vorliegenden Fall 

nicht, da diese Vollzugshindernisse alternativer Natur sind; ist eines erfüllt, 

gilt der Vollzug der Wegweisung als undurchführbar (vgl. BVGE 2009/51 

E. 5.4). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die etwas unklar formulierten 

Anträge bezüglich Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses bezie-

hungsweis auf unentgeltlichen Prozessführung werden zugunsten der 

nicht vertretenen Beschwerdeführerin als Gesuch um unentgeltliche Pro-

zessführung qualifiziert. Da aufgrund der am 8. Juni 2021 eingereichten 

Unterstützungsbestätigung von der prozessualen Bedürftigkeit auszuge-

hen ist und die Beschwerde zum Zeitpunkt ihrer Erhebung auch nicht als 

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aussichtslos zu bezeichnen war, ist das Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung gutzuheissen. Es sind daher keine Verfahrens-

kosten zu erheben. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-2562/2021 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Constantin Hruschka 

 

 

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