# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2d0862b6-8dd7-5a7e-ac9c-dde4a845d7e2
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-14
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 14.08.2019 460 2019 2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-2019-2_2019-08-14.pdf

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

14. August 2019 (460 2019 2)  

____________________________________________________________________ 

 

Strafrecht 

 

Raub etc. 
 
 
Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Markus Mattle (Ref.),  

Richterin Susanne Afheldt, Richter Dominique Steiner,  

Richter Daniel Häring; Gerichtsschreiberin Olivia Reber 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Allgemeine Hauptabteilung,  

Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde 

 

Privatklägerschaft,  

 

 gegen 

 

 A.____,  

vertreten durch Advokat Patrick Frey,  

Lindenhofstrasse 32, Postfach 2110, 4002 Basel,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

Gegenstand Raub etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft  

vom 18. Oktober 2018 

 

 

 
 
 

 
 
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A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft (nachfolgend Strafgericht) vom 18. Oktober 

2018 wurde A.____ des Raubes, der Sachbeschädigung, des Hausfriedensbruchs sowie der 

mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch schuldig erklärt und zu einer 

Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren, unter Anrechnung der vom 10. November 2017 bis zum 

18. Oktober 2018 in Untersuchungshaft sowie im vorzeitigen Strafvollzug verbrachten Zeit von 

insgesamt 343 Tagen, verurteilt (Ziff. 1). Vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Waffen-

gesetz evtl. vom Vorwurf der Gehilfenschaft dazu sowie von den Vorwürfen des Diebstahls, der 

unrechtmässigen Aneignung evtl. der Sachentziehung sowie vom Vorwurf der Gehilfenschaft zu 

diesen Taten wurde A.____ freigesprochen (Ziff. 2). Des Weiteren wurden die Zivilforderungen 

auf den Zivilweg verwiesen (Ziff. 3). Das Honorar des amtlichen Verteidigers in der Höhe von 

Fr. 21‘404.25 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) ging zu Lasten des Staates (Ziff. 4). 

Schliesslich wurde der Beschuldigte in Anwendung von Art. 426 StPO zur Tragung der Verfah-

renskosten von insgesamt Fr. 54‘584.--, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens in der 

Höhe von Fr. 38‘034.--, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 4‘550.-- und der 

Gerichtsgebühr von Fr. 12‘000.--, verurteilt. Die restlichen Kosten in der Höhe von Fr. 21‘000.-- 

gingen zu Lasten des Staates (Ziff. 5).  

 

B. Mit Eingabe an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht (nachfolgend 

Kantonsgericht) vom 16. Januar 2019 bezog sich A.____ (nachfolgend Berufungskläger), ver-

treten durch Advokat Patrick Frey, auf die bereits erfolgte Berufungsanmeldung vom 24. Okto-

ber 2018 und stellte folgende Anträge: Es sei das Urteil des Strafgerichts vom 18. Oktober 2018 

bzgl. den Ziff. 1, 3 und 5 vollumfänglich aufzuheben (Ziff. 1). Der Berufungskläger sei vollum-

fänglich freizusprechen (Ziff. 2), es seien sämtliche geltend gemachten Zivilforderungen abzu-

weisen (Ziff. 3), und das DNA-Profil des Berufungsklägers sowie weitere über ihn vorhandene 

Daten seien unverzüglich zu löschen (Ziff. 4). Auch für das Berufungsverfahren sei dem Beru-

fungskläger die amtliche Verteidigung mit Advokat Patrick Frey als Rechtsvertreter zu bewilligen 

(Ziff. 5). Die o/e-Kosten aus dem erst- und zweitinstanzlichen Verfahren seien vollumfänglich 

dem Staat aufzuerlegen. Dem Berufungskläger sei demgemäss sowohl für das erst- als auch 

für das zweitinstanzliche Verfahren eine angemessene Parteientschädigung auszurichten 

(Ziff. 6). Für die unrechtmässig erlittene Haft seien dem Berufungskläger sowohl eine Entschä-

digung als auch eine Genugtuung zuzusprechen. Die Bezifferung derselben erfolge zu einem 

späteren Zeitpunkt (Ziff. 7).  

 

 
 
 

 
 
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C. Die Staatsanwaltschaft teilte am 11. Februar 2019 mit, dass sie weder einen Antrag auf 

Nichteintreten stelle noch die Anschlussberufung erkläre.  

 

D. Am 12. April 2019 reichte der Berufungskläger die Berufungsbegründung ein und hielt 

im Wesentlichen an seinen bisherigen Anträgen fest. Ziff. 6 präzisierte er dahingehend, als dem 

Berufungskläger für das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung in der Höhe von 

Fr. 21‘404.-- und für das Berufungsverfahren eine Entschädigung gemäss der noch einzu-

reichenden Honorarnote auszurichten sei. In Ziff. 7 begehrte er, es sei ihm für die unrechtmäs-

sig erlittene Haft sowohl eine Entschädigung in der Höhe von mind. Fr. 200.-- pro Hafttag als 

auch eine Genugtuung von mind. Fr. 30‘000.-- zuzusprechen.  

 

E. Die Staatsanwaltschaft reichte ihre Berufungsantwort am 14. Mai 2019 ein und begehr-

te, die Anträge des Beschuldigten seien vollumfänglich abzuweisen, und das Urteil des Strafge-

richts vom 18. Oktober 2018 sei in sämtlichen Punkten zu bestätigen.  

 

F. Mit Verfügung vom 16. Mai 2019 schloss das Kantonsgericht den Schriftenwechsel und 

bewilligte dem Beschuldigten die amtliche Verteidigung mit Advokat Patrick Frey für das Beru-

fungsverfahren.  

 

G. Anlässlich der kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung vom 12. August 2019 er-

schienen der Beschuldigte mit seinem amtlichen Verteidiger sowie die Staatsanwaltschaft.  

 

Auf die Eingaben und Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

 

 

Erwägungen 

I. Formelles 

1.1 Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 

(StPO, SR 312.0) zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren 

ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Es können Rechtsverletzungen, die unvollstän-

dige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden, 

 
 
 

 
 
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wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen 

kann (Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst 

die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich 

oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustel-

lung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Gemäss 

Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhe-

bung oder Änderung eines Entscheides hat, ein Rechtsmittel ergreifen.  

 

1.2 Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichts vom 18. Oktober 2018 angefochten, wel-

ches ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Mit Eingaben vom 24. Oktober 2018 (Beru-

fungsanmeldung) respektive vom 16. Januar 2019 (Berufungserklärung) hat der Beschuldigte 

die Rechtsmittelfrist gewahrt und ist seiner Erklärungspflicht nachgekommen. Die Zuständigkeit 

der Fünferkammer des Kantonsgerichts als Berufungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden 

Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. b des Einführungs-

gesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250). Die Berufung des 

Beschuldigten erfüllt somit sämtliche Formalien, weshalb auf diese einzutreten ist. 

 

2. Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil 

nur in den angefochtenen Punkten. Aufgrund der Tatsache, wonach im vorliegenden Fall nur 

der Beschuldigte Berufung erklärt hat, darf das Kantonsgericht in Anbetracht des Verbots der 

"reformatio in peius" das vorinstanzliche Urteil nur entweder bestätigen oder zu Gunsten des 

Beschuldigten mildern, hingegen nicht verschärfen (Art. 391 Abs. 2 StPO). Konkret beanstandet 

der Beschuldigte die Schuldsprüche wegen Raubes, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs 

sowie mehrfacher Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch (Ziff. 1 des angefochte-

nen Urteils), die Verweisung der Zivilforderungen auf den Zivilweg (Ziff. 3 des angefochtenen 

Urteils) sowie die Kostentragungspflicht (Ziff. 5 des angefochtenen Urteils). Gestützt auf 

Art. 404 Abs. 1 StPO bilden im vorliegenden Berufungsverfahren nur noch die vorgängig ge-

nannten Punkte Gegenstand der richterlichen Überprüfung. Hingegen sind die Freisprüche in 

Ziff. 2 sowie das Honorar des amtlichen Verteidigers in Ziff. 4 des vorinstanzlichen Urteils be-

reits in Rechtskraft erwachsen (vgl. Art. 437 Abs. 1 lit. a und Art. 437 Abs. 2 StPO).  

 

 

 

 
 
 

 
 
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II. Materielles 

1. Allgemeines 

1.1 Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechtsmitte-

linstanzen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des in Frage stehenden Sachverhalts 

auf die Begründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser beipflichten. Hingegen ist auf 

neue tatsächliche Vorbringen und rechtliche Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmittel-

verfahren vorgetragen werden (DANIELA BRÜSCHWEILER, Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 

2014, Art. 82 N 9).  

 

1.2 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat das urtei-

lende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewon-

nenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob 

es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein Urteil unabhängig von der Anzahl der 

Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Art 

des Beweismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Beweise. Massgebend ist allein deren 

Stichhaltigkeit (CHRISTOF RIEDO/GERHARD FIOLKA/MARCEL ALEXANDER NIGGLI, Strafprozess-

recht, 2011, Rz. 234; THOMAS HOFER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 41 ff.). 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundes-

verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101) fliessenden und in Art. 6 

Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 

SR 0.101) verankerten Maxime "in dubio pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu 

vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist. Als Beweis-

würdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für 

den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Be-

trachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Beweiswürdigungs-

regel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Beschuldigten hätte zweifeln müssen. 

Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer mög-

lich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und 

nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven 

Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 87, E. 2a; mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Dem Sachgericht 

steht im Bereich der Beweiswürdigung ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 

132, E. 4.2; BGE 129 IV 6, E. 6.1).  

 
 
 

 
 
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1.3 Auch indirekte, mittelbare Beweise, sog. Anzeichen oder Indizien, können einen für die 

Beweisführung bedeutsamen Schluss erlauben. Indizien sind Tatsachen, die einen Schluss auf 

eine andere, unmittelbar erhebliche Tatsache zulassen. Beim Indizienbeweis wird vermutet, 

dass eine nicht bewiesene Tatsache gegeben ist, weil sich diese Schlussfolgerung aus bewie-

senen Tatsachen (Indizien) nach der Lebenserfahrung aufdrängt. Der Indizienbeweis ist dem 

direkten Beweis gleichwertig. Da ein Indiz jedoch immer nur mit einer gewissen Wahrschein-

lichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweist, lässt es, einzeln betrachtet, die Möglichkeit 

des Andersseins offen. Es ist jedoch zulässig, aus der Gesamtheit der verschiedenen Indizien, 

welche je für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimm-

te Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen lassen, auf den vollen 

rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter zu schliessen (BGer 6B_890/2009 vom 22. April 

2010 E. 6.1; 6B_332/2009 vom 4. August 2009 E. 2.3 mit Hinweisen).  

 

1.4 Bei der Würdigung von Aussagen ist insbesondere zwischen der Glaubwürdigkeit einer 

Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu unterscheiden. Während die Glaubwürdigkeit 

einer Person von ihrer Persönlichkeit, ihren Motiven und der Aussagesituation abhängt und 

damit das Mass der Zutrauenswürdigkeit einer bestimmten Person umschreibt, beurteilt sich die 

Glaubhaftigkeit einer Aussage nach ihrem Inhalt und bezieht sich daher auf die Überzeugungs-

kraft, Beschaffenheit und den Gehalt einer Aussage. Nach Literatur und Rechtsprechung steht 

weder die allgemeine Glaubwürdigkeit einer Person noch ihre prozessuale Stellung, sondern 

vielmehr die Glaubhaftigkeit ihrer konkreten Aussagen im Vordergrund (BGE 133 I 33 E. 4.3; 

BGer. 6B_938/2014 vom 18. Februar 2015 E. 2.3). Im Rahmen der Beweiswürdigung sind Aus-

sagen auf Glaubhaftigkeitsmerkmale bzw. Lügensignale hin zu analysieren. Aussagen sind ge-

stützt auf eine Vielzahl von inhaltlichen Realkennzeichen zu beurteilen, wobei zwischen inhaltli-

chen Merkmalen (Aussagedetails, Individualität, Verflechtung), strukturellen Merkmalen (Struk-

turgleichheit, Nichtsteuerung, Widerspruchsfreiheit bzw. Homogenität) sowie Wiederholungs-

merkmalen (Konstanz, Erweiterung) unterschieden wird. Das Vorliegen von Realitätskriterien 

bedeutet, dass die betreffende Person mit hoher Wahrscheinlichkeit über erlebnisfundierte Ge-

schehnisse berichtet. Zwar besitzt jedes Realitätskriterium für sich allein betrachtet meist nur 

eine geringe Validität, die Gesamtschau aller Indikatoren kann jedoch einen wesentlich höheren 

Indizwert für die Glaubhaftigkeit der Aussage haben, wobei sie in der Regel in solchen mit rea-

lem Erlebnishintergrund signifikanter und ausgeprägter vorkommen als in solchen ohne 

(MARTIN HUSSELS, Von Wahrheiten und Lügen – Eine Darstellung der Glaubhaftigkeitskriterien 

 
 
 

 
 
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anhand der Rechtsprechung, forumpoenale 6/2012, S. 369 f.; ANDREAS DONATSCH, Zürcher 

Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 162 N 15). 

 

2. Vorbringen der Parteien 

2.1  Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten mit Anklageschrift vom 4. Mai 2018 zu-

sammengefasst Folgendes vor: Der Beschuldigte habe während eines nicht näher bekannten 

Zeitraumes zusammen mit B.____, C.____ und D.____ sowie einer nicht bekannten Anzahl 

weiterer Hintermänner an nicht näher bekannten Örtlichkeiten, mutmasslich in Serbien, wissent-

lich und willentlich den Entschluss gefasst, in die Schweiz resp. nach Y.____ zu reisen, um in 

gleich massgeblichem, arbeitsteiligen Vorgehen einen Raub zum Nachteil der E.____ GmbH in 

X.____ (BL) zu begehen. Weiter habe der Beschuldigte zusammen mit diesen Männern die 

Modalitäten zur Reise in die Schweiz bzw. nach Y.____, insbesondere die Verkehrsmittel, die 

Reiserouten, die Unterkunft usw. besprochen. Zur Vorbereitung des Raubes bzw. zur Besor-

gung einer Unterkunft habe der Beschuldigte Kontakt zu F.____, ursprünglich aus Serbien, 

wohnhaft in Y.____, gesucht und ihn zur Beherbergung von Kollegen überzeugt. Weiter habe 

der Beschuldigte die beiden Fahrzeuge für die Reisen nach Y.____ organisiert. Zunächst habe 

der Beschuldigte, in Begleitung von G.____, B.____ und C.____ von Serbien aus nach Y.____ 

gebracht. Spätestens am 15. November 2011 seien die Männer bei F.____ eingetroffen. Die 

folgende Nacht habe der Beschuldigte mit G.____ in einem Hostel in Y.____ verbracht. Am 

nächsten Morgen habe der Beschuldigte G.____ zurück nach Serbien gefahren, und sodann 

D.____ abgeholt und mit einem anderen Fahrzeug ebenfalls nach Y.____ zu F.____ gebracht. 

Zwischen dem 15. und dem 24. November 2011 habe der Beschuldigte zusammen mit B.____, 

C.____ und D.____ vor Ort, insbesondere auch in X.____ (BL), weitere Vorbereitungshandlun-

gen und Feinplanungen getroffen. Am 24. November 2011, um ca. 11.00 Uhr, hätten B.____, 

C.____ und D.____ vereinbarungsgemäss und mit Wissen und Willen des Beschuldigten, der 

als Bindeglied fungiert habe und mit F.____ in dessen Wohnung geblieben sei, den gemeinsam 

geplanten Raub zum Nachteil der E.____ GmbH in X.____ (BL) begangen. Dazu seien sie 

maskiert und mit einem vorgängig entwendeten Audi A3 vor das Geschäft gefahren, hätten den 

Wagen dort stehen lassen und die Bijouterie betreten. Ein Mittäter habe die Verkäuferin im Na-

cken gepackt, sie gegen den Boden gedrückt und mit einer auf sie gerichteten Waffe und den 

Worten "down down" angewiesen, sich auf den Boden zu legen. Gleichzeitig hätten die anderen 

beiden Männer die Vitrinen eingeschlagen und aus diesen in unrechtmässiger Bereicherungs-

absicht diverse Uhren mit einem Gesamtwert von Fr. 238'768.-- entwendet. Dabei hätten sie 

 
 
 

 
 
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einen Sachschaden von mindestens Fr. 300.-- angerichtet. Nach dem Raub hätten sie sich zum 

Audi A3 begeben und seien mit diesem zu dem in unmittelbarer Nähe geparkten, ebenfalls vor-

gängig entwendeten VW Passat gefahren, in diesen umgestiegen und hätten die Flucht fortge-

setzt. Spätestens am nächsten Morgen sei der Beschuldigte mit B.____, C.____ und F.____ mit 

dem VW wieder zurück nach Serbien gefahren (vgl. zum Ganzen die Anklageschrift der Staats-

anwaltschaft vom 4. Mai 2018, Akten S. S1 ff.).  
 
Das Strafgericht hat sowohl das in der Anklageschrift geschilderte Tatgeschehen als auch die 

Täterschaft von C.____, B.____ und D.____ sowie die Täterschaft des Beschuldigten als er-

stellt erachtet, und ihn mit Urteil vom 18. Oktober 2018 des Raubes, der Sachbeschädigung, 

des Hausfriedensbruchs sowie der mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Ge-

brauch schuldig erklärt. 

 

2.2  Der Beschuldigte führt mit Eingabe vom 12. April 2019 zur Begründung seiner Berufung 

im Wesentlichen aus, dass es sich vorliegend um einen reinen Indizienprozess handle und nicht 

annähernd ein Beweis für seine Täterschaft oder Teilnahme an der vorgeworfenen Raubtat vor-

liege. Ebenso wenig könne von einer "geschlossenen Indizienkette" ausgegangen werden. Es 

lägen erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel vor, dass er an den Taten in irgendeiner 

Weise beteiligt gewesen sei. Erstellt sei einzig, dass sich D.____ zu einem unbekannten Zeit-

punkt in einem der Fluchtfahrzeuge befunden haben müsse. Er sei durch die Vorinstanz in der 

vollständigen Tatschilderung des Raubes nicht mit einem Wort erwähnt worden. Vielmehr gehe 

die Vorinstanz selber von drei anderen Tätern aus und versuche ihm die Taten mittels einer 

konstruierten Mittäterschaft anzulasten. Seit seiner Ankunft in Y.____ habe er sich völlig normal 

verhalten und auch die Ortschaft X.____ (BL), den Ort des Raubes, nicht besucht. Weiter habe 

F.____ bei seiner Einvernahme zu Protokoll gegeben, dass an einem Tag, am Tag des Raubes 

am 24. November 2011, die drei anderen Männer (C.____, B.____ und D.____) wortlos die 

Wohnung von F.____ verlassen hätten, und er in der Wohnung zurückgeblieben sei. Aus ver-

schiedenen Gründen sei auch die Glaubhaftigkeit der Aussagen von F.____ – entgegen der 

Auffassung der Vorderrichter – teilweise fraglich. Demgegenüber seien seine Aussagen als 

glaubhaft einzustufen. Zwischen der angeblichen Tatbeteiligung und seiner Hafteröffnungsein-

vernahme seien ausserdem beinahe sechs Jahre vergangen. Spätere Einvernahmen hätten 

sogar sieben Jahre nach dem Überfall stattgefunden. Berücksichtige man diesen zeitlichen As-

pekt, seien seine Aussagen durchaus kongruent. Im Kern seien sie zudem deckungsgleich mit 

denjenigen von F.____. So sei er in die Schweiz eingereist, habe den überwiegenden Teil der 

 
 
 

 
 
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Zeit mit F.____ verbracht und sei zum gesamten Tatzeitpunkt ebenfalls mit diesem zusammen 

in seiner Wohnung gewesen. Es sei nicht einzusehen, wie es ihm hätte möglich sein sollen, 

beim Raubüberfall eine Koordinations- und Führungsfunktion einzunehmen, wenn er 90% der 

Zeit mit einem unbeteiligten Dritten und nicht mit den drei Tätern verbracht habe. 
 
Anlässlich des Parteivortrages an der kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung vom 

12. August 2019 verweist die Verteidigung im Wesentlichen auf die Berufungsbegründung vom 

12. April 2019 und führt weiter aus, dass der Beschuldigte für drei Bekannte, welche womöglich 

einen Raub begangen hätten, eine Schlaf- und Transportmöglichkeit organisiert habe. Für den 

hypothetischen Fall, dass der Beschuldigte an der Raubtat beteiligt gewesen sei, ergebe sich 

augenscheinlich, dass die Tat sicherlich nicht von ihm abhängig gewesen sei. Er sei beliebig 

austauschbar gewesen, und selbst ein unbescholtener Bürger hätte innert zehn Minuten eine 

Unterkunft und ein Fahrzeug besorgen können.  

 

2.3  In ihrer Berufungsantwort vom 14. Mai 2019 verweist die Staatsanwaltschaft vollumfäng-

lich auf das erstinstanzliche Urteil und verzichtet auf weitere Ausführungen. Anlässlich ihres 

Parteivortrages führt die Staatsanwaltschaft aus, dass die Aussagen des Beschuldigten zu sei-

nen Beweggründen für seine Reisen in die Schweiz in Anbetracht der erstellten Akten- und 

Sachlage in ihrer Gesamtheit schlicht als Schutzbehauptungen zu werten seien. Dies gelte um-

so mehr, als er in Deutschland wegen zwei gleichgelagerter Straftaten rechtskräftig zu mehrjäh-

rigen, erheblichen Freiheitsstrafen verurteilt worden sei. Wie auch im begründeten erstinstanzli-

chen Urteil erwähnt, bestünden eine Reihe von Beweisen, Indizien und Belastungen gegen den 

Beschuldigten. Diese seien im Urteil des Strafgerichts gut dargelegt, nachvollziehbar, schlüssig 

und korrekt gewürdigt. Zwar führe die Vorinstanz aus, dass dem Beschuldigten die unmittelbare 

Teilnahme an der Ausübung der vorliegend angeklagten Taten weder durch die objektiven Be-

weise und Indizien noch durch die Aussagen von F.____ nachgewiesen werden könnten. In-

dessen zeige die Vorinstanz richtigerweise auf, dass die zentralen Behauptungen des Beschul-

digten durch die Aussagen von F.____ in mehrfacher Hinsicht widerlegt werden. Des Weiteren 

erscheine das Aussageverhalten des Beschuldigten gesamthaft gesehen schlicht als konstru-

iert. Er passe sich offensichtlich an die jeweils vorliegenden und ihm anlässlich seiner Verneh-

mungen mitgeteilten Untersuchungserkenntnisse an. Alles in allem lägen keine erheblichen und 

nicht zu unterdrückenden Zweifel an der Tatbeteiligung des Beschuldigten als Mittäter vor. 

 

 

 
 
 

 
 
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3. Tatsächliches 

Das Strafgericht ist zu Recht zur Erkenntnis gelangt, dass es sich bei C.____, B.____ und 

D.____ um die Personen handelt, die den Raubüberfall vom 24. November 2011 in der E.____ 

GmbH in X.____ (BL) ausgeübt und zu diesem Zweck im Voraus gemeinsam oder einzeln auch 

die beiden Fahrzeuge als Fluchtfahrzeuge entwendet haben, weshalb diesbezüglich in Anwen-

dung von Art. 82 Abs. 4 StPO vollumfänglich auf das Urteil des Strafgerichts vom 18. Oktober 

2018 zu verweisen ist (vgl. Urteil des Strafgerichts vom 18. Oktober 2018, E. I., insbesondere 

E. 4.7.2). Auch gelangt das Kantonsgericht hinsichtlich der im vorliegenden Berufungsverfahren 

sich stellenden Frage, ob sich der Beschuldigte an diesem am 24. November 2011 begangenen 

Raubüberfall als Mittäter beteiligt hat, zur Überzeugung, dass die Vorderrichter die Beweise und 

Indizien korrekt gewürdigt haben. Infolgedessen werden nachfolgend lediglich einige gewichtige 

Indizien hervorgehoben, welche auf die Beteiligung des Beschuldigten als Mittäter schliessen 

lassen, und im Übrigen auf die Begründung der Vorinstanz verwiesen.  

 

3.1 Objektive Sachverhaltsfeststellungen 

Gemäss den Berichten über die Grenzübertritte steht fest, dass der Beschuldigte am 

16. November 2011 in Begleitung von G.____ von Slowenien nach Kroatien gefahren ist. Sie 

haben am 17. November 2011, um 01.47 Uhr, die Grenze in Zupanja (HRV) nach Serbien pas-

siert. Am 18. November 2011, um 02.26 Uhr, hat D.____ mit dem Fahrzeug (xxxxxx/Serbien) 

die Grenze in Bajakovo (HRV) von Serbien nach Kroatien überquert. Im Fahrzeug hat sich auch 

der Beschuldigte befunden. Sie sind am gleichen Tag, um 09.07 Uhr, bei der Ausreise beim 

Grenzübergang Bregana (HRV) kontrolliert worden. Am 26. November 2011 ist der Beschuldig-

te zusammen mit B.____, C.____ und F.____ von Kroatien nach Serbien gefahren (Akten 

S. 3900.1, 3991). 

 

3.2 Würdigung der Aussagen des Beschuldigten und von F.____ 

3.2.1 Anlässlich der Einvernahme von F.____ vom 17. September 2013 ist der Name des Be-

schuldigten erstmals im Zusammenhang mit dem Raub vom 24. November 2011 in X.____ (BL) 

gefallen. F.____ hat ausgesagt, dass er den Beschuldigten über Fussballspiele kennengelernt 

habe. Dieser sei – wie er auch – Fan des Fussballvereins H.____. Im Jahr 2011 habe der Be-

schuldigte ihn angerufen und ihm gesagt, dass sich zwei oder drei Kollegen von ihm auf der 

Durchreise in der Schweiz befänden. Der Beschuldigte hätte ihnen von ihm erzählt, und dass er 

ihnen eventuell Unterschlupf bieten könnte (Einvernahme vom 17. September 2013, Akten 

 
 
 

 
 
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S. 5579). Zudem hat F.____ ausgeführt, dass der Beschuldigte und ein Verwandter von ihm in 

der ersten Nacht in einem Hostel übernachtet hätten. Er (F.____), B.____ und C.____ seien zu 

ihm nach Hause gegangen. Am folgenden Tag seien sie (F.____, B.____ und C.____) wieder 

zum Hostel gegangen, und hätten wissen wollen, wie es weitergehe. F.____ habe den Be-

schuldigten gefragt, was seine Pläne seien. Der Beschuldigte habe ihm gesagt, dass er mit sei-

nem Verwandten zurück nach Serbien fahren würde. Der Beschuldigte sei sodann mit "diesem 

…" (wohl gemeint G.____) wieder zurück nach Serbien gegangen. Er sei umgehend wieder 

zurückgekommen und zwar mit "einem …" (wohl gemeint D.____). Zu jenem Zeitpunkt seien 

B.____ und C.____ bereits etwa zwei Tage bei ihm gewesen. Von diesem Zeitpunkt an seien 

sie dann zu fünft bei ihm (F.____) gewesen (Einvernahme vom 17. September 2013, Akten 

S. 5581 f.).  
 
Im Rahmen der Einvernahme vom 17. September 2013 hat F.____ im Weiteren ausgesagt, 

dass er seinen Bekannten – das heisst den Beschuldigten – gefragt habe, was los sei, weil die 

Stimmung unter den Männern in seiner Wohnung geladen gewesen sei und seine Gäste immer 

wieder in die Küche gegangen seien, um dort in seiner Abwesenheit Gespräche zu führen. Der 

Beschuldigte habe ihm darauf mitgeteilt, dass sie ein Problem mit einem Albaner hätten, wel-

cher ihnen viel Geld schulde und sich in X.____ (BL) aufhalten solle (Einvernahme vom 

17. September 2013, Akten S. 5571). Weiter hat F.____ angegeben, dass der Beschuldigte am 

Tag des Raubes am 24. November 2011 mit ihm in der Wohnung zurückgeblieben sei, aber 

nervös gewirkt habe. Er kaue zwar allgemein Nägel, aber zu jenem Zeitpunkt sei es sehr inten-

siv gewesen. Er habe auch immer wieder aus dem Fenster geschaut, was er sonst nicht ge-

macht habe (Einvernahme vom 25. September 2013, Akten S. 5657). Am Tag des Raubüber-

falls, mithin am 24. November 2011, seien ausserdem nur zwei der drei anderen Männer in sei-

ne Wohnung zurückgekehrt. Der Dritte habe sich bereits zurück auf den Weg nach Belgrad ge-

macht (Einvernahme vom 17. September 2013, Akten S. 5573; Einvernahme vom 

25. September 2013; Akten S. 5653). Ferner hat F.____ berichtet, dass es am gleichen Abend, 

ca. eine Stunde nach der Rückkehr der beiden Männer in seine Wohnung, plötzlich geheissen 

habe: „Planänderung, wir gehen sofort nach Hause.“ Dies sei ihm komisch vorgekommen, da 

sie bis vor kurzem noch beabsichtigt hätten, ein paar Tage bei ihm zu bleiben. Kurz danach 

seien sie zu viert (F.____, der Beschuldigte, C.____ und B.____) mit dem Fahrzeug aus Serbi-

en über Deutschland und Österreich nach Belgrad gefahren (Einvernahme vom 17. September 

2013, Akten S. 5579). 
 

 
 
 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

F.____ hat sodann die Frage, ob jemand der vier Männer die Führungsperson gewesen sei, wie 

folgt beantwortet: "Also man kann sagen, dass alles über A.____ lief. Er war auf jeden Fall die 

bestimmende Person." Anlässlich der Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten vom 

30. November 2017 hat F.____ diese Aussage relativiert. Es stimme, dass der Beschuldigte zu 

einem grossen Teil der Zeit mit ihm zusammen gewesen sei. Dass er der Leader resp. Führer 

gewesen sei, das würde er aktuell so nicht mehr sagen (Konfrontationseinvernahme vom 

30. November 2017, Akten S. 5863).  

 

3.2.2 Der Beschuldigte hat im Rahmen der in Deutschland rechtshilfeweise durchgeführten 

Einvernahme vom 24. April 2014 zunächst ausgesagt, dass er D.____ 100%-ig nicht kenne 

(Einvernahme vom 24. April 2014, Akten S. 5723). Erst im weiteren Verlauf des Verfahrens hat 

er zugegeben, diesen doch zu kennen und hierher (in die Schweiz) gefahren zu haben. Auch in 

Bezug auf B.____ hat der Beschuldigte widersprüchliche Depositionen gemacht. Zuerst hat er 

angegeben, ihn nicht zu kennen (Einvernahme vom 24. April 2014, Akten S. 5727), um später 

jedoch darzulegen, diesen seit seiner Kindheit zu kennen. 
 
In Bezug auf die Person, welche ihn angefragt hat, ob er Freunde von ihm in die Schweiz fah-

ren könnte, widerspricht sich der Beschuldigte ebenso, indem die Anfrage resp. der Auftrag 

zunächst von I.____ (Einvernahme vom 24. April 2014, Akten S. 5719), später von "J.____" 

(Einvernahme vom 11. November 2017, Akten S. 299 und Einvernahme vom 6. April 2018, Ak-

ten S. 5773) und schliesslich wieder von I.____ gekommen sein soll (Protokoll der Berufungs-

verhandlung vom 12. August 2019, S. 5).  
 
Anders als F.____ behauptet der Beschuldigte auch, dass am 24. November 2011 alle drei 

Männer in die Wohnung zurückgekehrt seien. Es ist eindeutig, dass der Beschuldigte diesbe-

züglich die Unwahrheit sagt. Derjenige, der nicht zurück in die Wohnung gekommen ist, ist 

D.____. Von diesem ist eine DNA-Spur im für den Raub benutzten Fluchtauto festgestellt wor-

den. Daher ist davon auszugehen, dass D.____ nach dem Raubüberfall mit der Beute separat 

in Richtung Heimat geflohen ist.  
 
Der Beschuldigte hat sodann ausgesagt, dass man von ihm keine DNA in einem gestohlenen 

Auto oder sonst irgendwo finden werde. Zu jenem Zeitpunkt hätte der Beschuldigte, will man 

seinen Beteuerungen glauben, aber nichts von einem gestohlenen Fahrzeug wissen können. 

Auf die Frage hin, wie er auf ein gestohlenes Auto komme, hat der Beschuldigte geantwortet: 

 
 
 

 
 
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"Nein, ich habe nicht gestohlenes Auto gemeint. Ich meinte in irgendeinem Auto oder Laden." 

(Einvernahme vom 24. April 2014, Akten S. 5723).  
 
Bis zum Schluss des Verfahrens hat der Beschuldigte sodann keine plausible Erklärung für sei-

ne Reise bzw. seinen Aufenthalt in der Schweiz nennen können. Unklar bleibt insbesondere, 

wieso er und seine drei Kumpanen sich bei F.____ und somit zu fünft in solch einer kleinen 

Wohnung – einer 1 ½-Zimmerwohnung gemäss Einvernahme von F.____ vom 17. September 

2013 (Akten S. 5603) – in Y.____ aufgehalten haben. Anlässlich der Einvernahme in Deutsch-

land hat der Beschuldigte angegeben, dass er erst ein halbes Jahr nach seiner Rückkehr von 

C.____ erfahren habe, aus welchem Grund sich diese Personen im Zeitpunkt der inkriminierten 

Raubtat in der Schweiz aufgehalten hätten. C.____ habe ihm nichts Konkretes gesagt. Er habe 

lediglich zu ihm gesagt, dass er kein gutes Verhältnis zu seiner Frau habe und ein teures Ge-

schenk für sie kaufen müsse, um sich mit ihr zu versöhnen. C.____ lebe in Belgrad und seine 

Frau in Uzice. Der Beschuldigte habe ihn daraufhin gefragt, woher er das Geld habe, da habe 

er ihm von "der Sache" in Y.____ erzählt. Er habe ihm gesagt, dass sie dort etwas in einem 

Juwelierladen gestohlen hätten, aber nicht wieviel und was (Einvernahme vom 24. April 2014, 

Akten S. 5723). Im Rahmen der Hafteröffnungseinvernahme vom 11. November 2017 hat der 

Beschuldigte angegeben, sein Freund "J.____" habe ihn gefragt, ob er frei sei und Zeit hätte, 

zwei Freunde von ihm in die Schweiz zu fahren. Sie hätten irgendwelche Schulden bei einem 

Albaner einzuziehen. Er könne bei dieser Gelegenheit auch ein paar Tage bei seiner Verlobten 

in Z.____ verbringen (Einvernahme vom 11. November 2017, Akten S. 299). Er sei mit seinem 

Freund B.____, mit seinem Freund G.____ und C.____, den er einen oder vielleicht zwei Tage 

vorher kennengelernt habe, in die Schweiz eingereist. Er habe B.____ und G.____ gefragt, ob 

sie ihm Gesellschaft leisten würden. Das seien seine Freunde aus Ljubovija. Sie würden sich 

schon seit 30 Jahren kennen. C.____ sei wegen dieser Schuld in die Schweiz gekommen (Ein-

vernahme vom 11. November 2017, Akten S. 301). Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass 

der Beschuldigte während des gemeinsamen Aufenthaltes in Y.____ mit seinen Freunden mit 

G.____ wieder zurück nach Serbien gefahren und sodann mit "…" (D.____) nach Y.____ zu-

rückgekehrt ist, ergibt diese Erklärung des Beschuldigten keinerlei Sinn. Wenn seine Freunde 

ihm auf der Reise in die Schweiz Gesellschaft hätten leisten wollen, erscheint es äusserst unlo-

gisch, dass der Beschuldigte diese alleine bei einem fernen Bekannten in Y.____ zurücklässt 

und in der Zwischenzeit nach Serbien fährt, um dort eine Person abzuladen und eine andere 

sodann wieder mit in die Schweiz zu bringen. Auch die Erklärung, wonach sie in X.____ (BL) 

bei einem Albaner Geld hätten eintreiben wollen, ist eine reine Schutzbehauptung. Im Rahmen 

 
 
 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

seiner ersten Einvernahme in Deutschland hat der Beschuldigte überdies noch nichts von ei-

nem Albaner gewusst (Einvernahme vom 24. April 2014, Akten S. 5729). Schliesslich sind auch 

die Aussagen des Beschuldigten in Bezug auf seine Verlobte in Z.____ nicht glaubhaft, zumal 

F.____ zwar bestätigt hat, dass die Verlobte des Beschuldigten zum fraglichen Zeitraum in 

Z.____ gewesen sei und der Beschuldigte in Y.____ eine Prepaidkarte gekauft habe. Es stim-

me aber nicht, dass er mit dem Beschuldigten nach Z.____ gefahren sei. Der Beschuldigte sei 

mit dem Fahrzeug, mit dem sie angereist seien, mit serbischen Kontrollschildern, nur kurz nach 

Z.____ gefahren, und zwar alleine (Konfrontationseinvernahme vom 30. November 2017, Akten 

S. 5853).  

 

3.2.3 Mit der Vorinstanz erachtet das Berufungsgericht die Aussagen von F.____ als glaub-

haft. F.____ war diejenige Person, die das erste Mal den Namen des Beschuldigten im Zu-

sammenhang mit den Ereignissen im Jahre 2011 erwähnt und das vorliegende Verfahren ins 

Rollen gebracht hat. Zur ersten Befragung von ihm ist es erst am 17. September 2013 und so-

mit ca. zwei Jahre nach dem vorliegend zu behandelnden Vorfall gekommen. Er hat dabei die 

Ereignisse in einem in sich geschlossenen Ablauf und in einem plausiblen Kontext wiedergege-

ben. Seine Schilderungen sind hinsichtlich der Realkennzeichen detailreich, plastisch und 

nachvollziehbar. Dabei hat er offengelegt, wenn er sich an etwas nicht bzw. nicht genau erin-

nern konnte. Seine Aussagen weisen insbesondere im Kernbereich keine Widersprüche auf 

und stimmen dort, wo objektive Beweise und Indizien bzw. Aussagen der unabhängigen Perso-

nen vorliegen, auch mit diesen überein. Es gibt keinerlei Hinweise auf Falschaussagen. Dass er 

bei der Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten seine früheren Angaben fast in allen 

Punkten bestätigt und diese lediglich in Bezug auf seinen persönlichen Eindruck über die Rolle 

des Beschuldigten präzisiert hat, zeigt, dass er ernsthaft bemüht war, die Ereignisse genau und 

wahrheitstreu wiederzugeben (so auch zu Recht die Vorinstanz: E. I/4.7.1. a). 
 
Demgegenüber sind die Aussagen des Beschuldigten – wie soeben beispielhaft dargestellt – 

widersprüchlich und unglaubhaft. Auch wenn er seine Unschuld beteuert und stets wiederholt 

hat, dass er weder mit dem Raubüberfall und mit den weiteren Taten zu tun gehabt noch ge-

wusst habe, was die anderen während ihres Aufenthalts in Y.____ gemacht hätten, sind seine 

Aussagen völlig unstimmig. Dies, weil er im Verlaufe des Verfahrens taktisch vorgegangen ist, 

indem er seine Schilderung über die zentralen Aspekte der Ereignisse immer wieder geändert 

und diese dem jeweiligen Verfahrensstand bzw. der Beweislage, vor allem aber den Angaben 

von F.____ anpasst hat. Insgesamt hat der Beschuldigte seine Aussagen stets dem Ermitt-

 
 
 

 
 
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lungsstand angepasst und gewisse Aussagen auch widerrufen. Insgesamt erscheinen die De-

positionen des Beschuldigten jedenfalls unglaubhaft, enthalten zahlreiche Widersprüche und 

Inkonsistenzen, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann.  

 

3.3 Würdigung des modus operandi  

Der Beschuldigte wurde am 8. April 2014 rechtskräftig vom Landgericht Wiesbaden wegen ver-

suchten gemeinschaftlichen schweren Raubes in Tateinheit mit Sachbeschädigung zu einer 

Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 3 Monaten verurteilt. Aus der Begründung dieses Urteils wird 

ersichtlich, dass der Beschuldigte als Bindeglied zu den sich in Serbien befindenden Hinter-

männern fungierte. Der Beschuldigte hat sich per SMS mit den Hintermännern verständigt und 

die Anweisungen sodann an die Mittäter weitergegeben. Ihnen sei er unter seinem Spitznamen 

"…" bekannt und unter diesem Namen als Kontaktperson im Handy abgespeichert. Während 

des Raubüberfalls auf ein Juweliergeschäft sei der Beschuldigte auf der Autobahn gewesen 

und habe wiederum per SMS mit den Hintermännern kommuniziert (vgl. zum Ganzen das Urteil 

des Landgerichts Wiesbaden vom 8. April 2014, Akten S. 49 ff.). Des Weiteren ist der Beschul-

digte am 23. September 2016 rechtskräftig vom Landgericht Wiesbaden wegen gemeinschaftli-

chen schweren Raubes in Tateinheit mit Sachbeschädigung unter Einbeziehung der gegen ihn 

in dem Urteil des Landgerichts Wiesbaden vom 8. April 2014 verhängten Freiheitsstrafe zu ei-

ner Gesamtfreiheitsstrafe von 8 Jahren und 6 Monaten verurteilt worden. Auch aus diesem Ur-

teil geht hervor, dass der Beschuldigte als Bindeglied zwischen den Hintermännern und den 

Personen, die das eigentliche Tatgeschehen ausgeführt hätten, fungiert habe. Der Angeklagte 

habe das zur Tat benötigte Fahrzeug nach Deutschland eingeführt. Zudem habe er dafür Sorge 

getragen, dass weitere Mittäter nach Deutschland hätten gebracht werden können. Am Vor-

abend der Tat sei er gemeinsam mit dem Hintermann C.____ nach Wiesbaden gefahren, damit 

dort die unmittelbar zur Tatausführung angeworbenen Personen über den Tatablauf hätten in-

struiert werden können. Am Tattag habe er die das eigentliche Tatgeschehen ausführenden 

Personen nach Wiesbaden gefahren und ihnen Anweisungen gegeben. Nach der Tat habe er 

das Fluchtfahrzeug gesteuert und für die Beutesicherung gesorgt (vgl. zum Ganzen das Urteil 

des Landgerichts Wiesbaden vom 23. September 2016, Akten S. 79 ff.). 
 
Vergleicht man die Raubüberfälle, für die der Beschuldigte in Deutschland rechtskräftig verur-

teilt worden ist, mit dem vorliegend zu beurteilenden Raubüberfall vom 24. November 2011 in 

X.____ (BL), wird aus den Akten ersichtlich, dass die Täter exakt das gleiche Tatmuster (sog. 

"modus operandi") hatten, und der Beschuldigte auch anlässlich der Taten in Deutschland eine 

 
 
 

 
 
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Art "Mittelsmann" bzw. Organisator war, welcher eine zentrale Kontroll- und Koordinationsfunk-

tion innehatte. Sowohl in Deutschland als auch hier in der Schweiz war der Beschuldigte für die 

Organisation der Fahrzeuge resp. der Fahrten zuständig. Weiter ist er hier wie dort nicht unmit-

telbarer Täter gewesen, sondern hat den Überfall aus sicherer Distanz organisiert und kontrol-

liert. Ferner geht aus dem Urteil des Landgerichts Wiesbaden vom 23. September 2016 hervor, 

dass das Vorgehen anlässlich des Raubüberfalls diverse Parallelen zum vorliegenden Fall auf-

weist. Beispielsweise ist der Raubüberfall sowohl hier als auch dort kurz vor der Mittagspause 

durchgeführt worden. Ausserdem ist die Juwelierangestellte beide Male mit einer nicht funkti-

onsfähigen Pistole und den Worten "down down" bedroht worden. Zudem sind beim Überfall in 

Wiesbaden neben dem Beschuldigten auch weitere im vorliegenden Fall involvierte Mittäter im 

Urteil namentlich erwähnt; dabei handelt es sich insbesondere um C.____, K.____ und B.____.  

 

3.4 Aus den objektiven Sachverhaltsfeststellungen und den glaubhaften Aussagen von 

F.____ im Lichte des übereinstimmenden "modus operandi" aus den rechtskräftigen Verurtei-

lungen in Deutschland ergibt sich, dass der Beschuldigte sehr wohl um die Raubtat vom 

24. November 2011 wusste und auch daran beteiligt war. Zusammengefasst erachtet das Beru-

fungsgericht Folgendes, das für die Beteiligung des Beschuldigten an der Tat spricht, als zent-

ral: Die Reisedaten, die Organisation der Fahrt(en) in die Schweiz und der Unterkunft in der 

Schweiz durch den Beschuldigten, das widersprüchliche Aussageverhalten des Beschuldigten, 

das Verhalten des Beschuldigten am Tattag, der überstürzte Aufbruch am Tattag sowie der 

"modus operandi" gleichartiger Taten in Deutschland (2013), an denen der Beschuldigte betei-

ligt war.  
 
Mit dem Strafgericht ist somit festzuhalten, dass eine Reihe von Beweisen, Indizien und Belas-

tungen gegen den Beschuldigten bestehen. Diese sind im Urteil der Vorinstanz korrekt darge-

legt, nachvollziehbar, schlüssig und richtig gewürdigt. Insgesamt hat das Strafgericht zulässi-

gerweise aus der Gesamtheit der verschiedenen Anzeichen auf den vollen rechtsgenügenden 

Beweis der Beteiligung des Beschuldigten geschlossen. Das Berufungsgericht hat keine Zweifel 

daran, dass der Beschuldigte sowohl bei der Vorbereitung und Planung, insbesondere durch 

die Organisation der Reise(n) nach sowie der Unterkunft in Y.____, als auch bei der Ausführung 

des Raubüberfalls vom 24. November 2011 auf die E.____ GmbH in X.____ (BL) als Bindeglied 

zwischen den unmittelbaren Tätern vor Ort und den Hintermännern in Serbien in massgeblicher 

Weise beteiligt war. Demzufolge ist die Schlussfolgerung des Strafgerichts, wonach die Mitwir-

kung des Beschuldigten beim Raubüberfall als erstellt zu erachten ist, zu bestätigen. Die Ent-

 
 
 

 
 
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wendung von zwei Motorfahrzeugen zum Gebrauch ist ein Teil des geplanten Raubs gewesen 

und entsprechend als Begleitdelikt begangen worden. Daher ist auch dieser Sachverhalt dem 

Beschuldigten zuzurechnen. 

 

 

4. Rechtliches 

In Bezug auf das Rechtliche kann zur Vermeidung von Wiederholungen ebenso auf das Urteil 

der Vorinstanz verwiesen werden, welches sich sowohl hinsichtlich der rechtlichen Ausführun-

gen zu den massgeblichen Straftatbeständen des Raubs, des Hausfriedensbruchs, der Sach-

beschädigung und der Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch als auch zur Mittäter-

schaft und zur Gehilfenschaft vollumfänglich als zutreffend erweist und keiner Ergänzung bedarf 

(vgl. Urteil der Vorinstanz vom 18. Oktober 2018, E. II, 1.1 und 1.2). Hinsichtlich der rechtlichen 

Würdigung des erstellten Sachverhalts ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass sich diese als 

unproblematisch erweist und sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht zu keinen wei-

teren Bemerkungen Anlass gibt. C.____, B.____ und D.____ haben mit Gewalt und Nötigung 

L.____ widerstandsunfähig gemacht und den Diebstahl begangen. Somit ist der Tatbestand des 

Raubs erfüllt. Die dem gemeinsamen Tatplan entsprechende und arbeitsteilige Vorgehensweise 

des Beschuldigten sowie von C.____, B.____ und D.____ ist als Mittäterschaft zu qualifizieren. 

Es ist ersichtlich, dass der Beschuldigte aufgrund seiner Kontroll- und Koordinationsfunktion 

gegenüber anderen Tatbeteiligten offensichtlich bessergestellt war und eine leitende Funktion 

innehatte, auch wenn ihm nicht nachgewiesen werden konnte, dass er irgendwelche eigentliche 

Tathandlungen ausgeführt hat. Er stand mit den Hintermännern in direktem Kontakt und hat in 

der Schweiz wesentliche Koordinations- und Überwachungsaufgaben übernommen. Es steht 

jedenfalls fest, dass er alleine durch seine festgestellten logistischen Handlungen einen wesent-

lichen Beitrag geleistet hat, sodass die anderen Mittäter nur deshalb in der Lage waren, die Tat 

in der Schweiz wie geplant auszuführen. Seine Beiträge im Sinne einer Organisation der ver-

schiedenen gestaffelten Anreisen, der Täterschaft, der unauffälligen Unterkunft (nicht in einem 

Hotel, wo man sich ausweisen und registrieren muss) und der Mitwirkung bei der sofortigen 

Abreise sind genügend wesentlich, um seine Mittäterschaft zu bejahen. Mit seinem Beitrag 

stand und fiel die Tat. Der Beschuldigte hat nicht nur die Unterkunft bei F.____, sondern auch 

die Fahrzeuge für die zahlreichen Hin- und Herfahrten zwischen Serbien und der Schweiz or-

ganisiert. Ohne diesen Tatbeitrag wären die Täter nicht hier in der Schweiz resp. in X.____ (BL) 

gewesen, und der Raub wäre so nicht verübt worden. Der Beschuldigte hatte eine wichtige or-

 
 
 

 
 
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ganisatorische und leitende Rolle inne und übte vor allem in der Schweiz kraft seiner Beziehung 

zu F.____ und den Ausführenden einen tragenden Einfluss auf Letztere aus. Dies hat zur Fol-

ge, dass sich jeder Mittäter und somit auch der Beschuldigte, die planmässigen Handlungen der 

anderen Mittäter, welche koordiniert und arbeitsteilig ausgeführt worden sind, zurechnen lassen 

muss. Im Rahmen der vorliegenden Mitwirkung ist die Annahme einer Gehilfenschaft ausge-

schlossen. Demzufolge sind die Tatbestände des Raubs und der zweifachen Entwendung eines 

Motorfahrzeugs zum Gebrauch erfüllt. In Bezug auf die rechtliche Würdigung des Sachverhalts 

betreffend die Antragsdelikte des Hausfriedensbruchs und der Sachbeschädigung ist wiederum 

vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (vgl. Urteil der 

Vorinstanz vom 18. Oktober 2018, E. II, 1.3).  

 

5. Zwischenergebnis 

Aus dem bisher Gesagten folgt zusammenfassend, dass das Strafgericht den Beschuldigten mit 

Urteil vom 18. Oktober 2018 zu Recht des Raubs, der Sachbeschädigung, des Hausfriedens-

bruchs und der mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch schuldig ge-

sprochen hat.  

 

6. Strafzumessung 

6.1.1  Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. 

Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe 

auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung 

oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Be-

weggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inne-

ren und äusseren Umständen in der Lage gewesen ist, die Gefährdung oder Verletzung zu 

vermeiden (Abs. 2). Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen 

für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwers-

ten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass der angedrohten Stra-

fe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen und ist an das gesetzliche Höchstmass der Strafart ge-

bunden (Art. 49 Abs. 1 StGB).  

 

6.1.2  Grundsätzlich kann das Gericht nur auf eine Gesamtfreiheitsstrafe erkennen, wenn es 

für jede Tat eine Freiheitsstrafe ausfällen würde (konkrete Methode, BGE 138 IV 120 E. 5.2, mit 

Hinweisen). Das Bundesgericht (vgl. zum Ganzen BGer 6B_523/2018 vom 23. August 2018 

 
 
 

 
 
Seite 19   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

E. 1.2.2) hält in seinem Entscheid 6B_483/2016 vom 30. April 2018 unter Hinweis auf den Ge-

setzgeber auch nach der Änderung des Sanktionenrechts ausdrücklich am Prinzip der Zuläs-

sigkeit einer Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Strafen unter Anwendung der konkreten Me-

thode fest (E. 3.3.4 und E. 3.5.4). Weiter bekräftigt das Bundesgericht die Ungleichartigkeit von 

Freiheitsstrafe und Geldstrafe (E. 3.3.3). Zum methodischen Vorgehen präzisiert das Bundes-

gericht, dass in einem ersten Schritt die Einzelstrafen für die konkreten Delikte festzulegen sind 

und anschliessend geprüft werden muss, aus welchen Einzelstrafen Gesamtstrafen zu bilden 

sind. Im Rahmen der Gesamtstrafenbildung ist auch dem Verhältnis der einzelnen Taten unter-

einander, ihrem Zusammenhang, ihrer grösseren oder geringeren Selbständigkeit sowie der 

Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und Begehensweisen Rechnung zu 

tragen. Dabei gilt der Grundsatz, dass der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Delikts geringer 

zu veranschlagen ist, wenn Delikte zeitlich, sachlich und situativ in einem engen Zusammen-

hang stehen (BGer 6B_483/2016 vom 30. April 2018 E. 3.5.4, E. 4.1 und E. 4.3). Gleichzeitig 

bestätigt das Bundesgericht im Urteil 6B_483/2016 grundsätzlich die Zulässigkeit von Ausnah-

men von der konkreten Methode im Einzelfall gemäss seiner jüngeren Rechtsprechung (E. 2.4 

mit Hinweisen und E. 4.3), so wenn – unter Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips im 

Rahmen von Art. 41 StGB – bei der Bildung einer Gesamtstrafe als Einsatzstrafe für die 

schwerste Straftat eine Freiheitsstrafe festgesetzt und deren Dauer für die weiteren Delikte an-

gemessen erhöht wird (BGer 6B_849/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 1.3.2; 6B_466/2013 vom 

25. Juli 2013 E. 2.3.3), oder wenn verschiedene Straftaten zeitlich und sachlich derart eng mit-

einander verknüpft sind, dass sie sich nicht sinnvoll auftrennen und für sich allein beurteilen 

lassen (BGer 6B_1011/2014 vom 16. März 2015 E. 4.4).  

 

6.2.1  Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung fordert die Staatsanwaltschaft die vollum-

fängliche Abweisung der Berufung des Beschuldigten sowie die vollumfängliche Bestätigung 

des strafgerichtlichen Urteils vom 18. Oktober 2018, mithin eine Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren. 

Demgegenüber führt der Beschuldigte im Wesentlichen aus, sollte das Kantonsgericht wider 

Erwarten von einer Tatbeteiligung ausgehen, sei höchstens von einer Gehilfenschaft auszuge-

hen, womit das Strafmass deutlich zu mindern und eine bedingt vollziehbare Strafe auszuspre-

chen wäre. Das Verschulden sei im unteren Rahmen anzusetzen. Selbst wenn das Berufungs-

gericht wider Erwarten von einer Mittäterschaft ausgehen sollte, könne ihm die erfolgte Tataus-

führung nicht vollends angerechnet werden. Insbesondere könne das Verhalten der drei Täter 

während des Raubes nicht als rücksichtsloser bezeichnet werden, als es beim Tatbestand des 

 
 
 

 
 
Seite 20   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Raubes ohnehin inhärent sei. Beim Beschuldigten sei zudem von einer hohen Strafempfindlich-

keit auszugehen. Weiter sei die enorm und unnötig lange Verfahrensdauer sehr belastend ge-

wesen. Im Hinblick auf das Beschleunigungsgebot anerbiete sich eine Strafmilderung von min-

destens einem Jahr.  
 
Gemäss Art. 408 StPO fällt die Berufungsinstanz ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche 

ersetzt. Dabei hat sie die Strafe nach ihrem eigenen Ermessen festzusetzen und muss sich 

nicht daran orientieren, wie die erste Instanz die einzelnen Strafzumessungsfaktoren gewichtet 

hat (vgl. BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014 E. 6.2). Im vorliegenden Fall ist der Beschul-

digte gestützt auf das Urteil des Strafgerichts vom 18. Oktober 2018 und das vorliegende Urteil 

des Raubes nach aArt. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der Sachbeschädigung nach Art. 144 Abs. 1 

StGB, des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB sowie der mehrfachen Entwendung ei-

nes Motorfahrzeuges zum Gebrauch nach aArt. 94 Ziff. 1 SVG schuldig zu erklären. Der Straf-

rahmen des schwersten Delikts, des Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB, umfasst Freiheitsstra-

fe von 6 Monaten bis zu 10 Jahren. Der Raub wurde zur Tatzeit mit einer Freiheitsstrafe bis zu 

10 Jahren oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen geahndet (aArt. 140 Ziff. 1 StGB). So-

mit ist das alte Recht als milderes Recht anzuwenden (sog. "lex mitior"; Art. 2 Abs. 2 StGB). Die 

Deliktsmehrheit gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB führt zwar nicht zu einer Erhöhung des Strafrah-

mens, ist aber innerhalb des ordentlichen Rahmens strafschärfend zu gewichten.  

 

6.2.2 Den Vorgaben des Bundesgerichts folgend hat das Kantonsgericht für die Bildung einer 

Gesamtstrafe nunmehr in einem ersten Schritt den Strafrahmen – ausgehend von der abstrak-

ten Strafandrohung – für die schwerste Straftat zu bestimmen und sodann die Einsatzstrafe für 

diese Tat, unter Einbezug aller straferhöhenden und strafmindernden Umstände, innerhalb die-

ses Strafrahmens festzusetzen. In casu weist wie bereits dargelegt der Tatbestand des Raubes 

nach aArt. 140 Ziff. 1 StGB die höchste Strafdrohung auf, weshalb dieses Delikt die schwerste 

Straftat darstellt. Dabei liegt der ordentliche Strafrahmen in Anwendung von aArt. 140 Ziff. 1 

StGB zwischen einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen und einer Freiheitsstrafe von zehn Jah-

ren.  
 
In Bezug auf die Raubtat ist auf der Seite der objektiven Tatkomponenten zu würdigen, dass 

der erbeutete Deliktsbetrag in der Höhe von mindestens Fr. 238'768.-- beachtlich ist. Gewichtig 

verschuldenserhöhend hat sodann auch ins Gewicht zu fallen, dass eine Tätermehrheit gehan-

delt hat, welche äusserst professionell vorgegangen ist. Diese Täter hat der Beschuldigte in die 

 
 
 

 
 
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Schweiz gebracht, untergebracht und zurückgebracht. Die Täterschaft vor Ort hat den Raub-

überfall innert lediglich drei Minuten ausgeführt. Verschuldenserhöhend zu würdigen ist auch 

der Umstand, dass es zum Tatplan gehörte, eine Spielzeugpistole zu verwenden, um das Opfer 

in Angst und Schrecken zu versetzen. Das Opfer hat diese für echt gehalten (Akten S. 4263). 

Zudem ist ein Sachschaden in der Höhe von mindestens Fr. 300.-- entstanden. Der Beschuldig-

te ist eigens zum Zwecke des Delinquierens aus Serbien in die Schweiz angereist, was eine 

gewisse Planung und Vorbereitung voraussetzt und damit ein gehöriges Mass an krimineller 

Energie erkennen lässt. Der Beschuldigte war dafür zuständig, hoch spezialisiertes Personal für 

die Raubtat zu rekrutieren, in die Schweiz zu fahren und für deren Unterkunft zu sorgen. Im 

Rahmen der Organisation und Kontrolle hat der Beschuldigte eine zentrale Rolle innegehabt.  
 
Bei der Bewertung der subjektiven Tatschwere ist festzustellen, dass dem Beschuldigten hin-

sichtlich des inkriminierten Tatbestandes eine direktvorsätzliche Willensrichtung anzulasten ist. 

Der Beschuldigte hat aus rein egoistischen Motiven resp. aus finanziellen Beweggründen ge-

handelt, wobei kein entschuldbarer Grund ersichtlich ist.  
 
In Würdigung aller tatbezogenen Umstände erachtet das Kantonsgericht im Ergebnis das Ver-

schulden in Bezug auf den Tatbestand des Raubes als mittelschwer. Dies hat in Anbetracht des 

abstrakten Strafrahmens zur Folge, dass dem vorgängig definierten Verschulden entsprechend 

im Sinne eines Zwischenergebnisses eine angemessene Einsatzstrafe von vier Jahren Frei-

heitsstrafe festzusetzen ist.  

 

6.2.3  Sodann ist in einem weiteren Schritt die zwischenzeitlich festgelegte hypothetische Stra-

fe unter Einbezug der weiteren Straftaten zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen. Bei der Sachbe-

schädigung (Art. 144 StGB) und dem Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB) handelt es sich um 

sogenannte Begleittaten, welche zwecks Ausübung des Raubs begangen worden sind. Diese 

Delikte sind im Sinne einer Voraussetzung für die Begehung des Raubüberfalls unrechtsmässig 

bereits insofern in diesen Tatbeständen enthalten, als es sich in casu nicht rechtfertigt, hierfür 

die Strafe wesentlich zu erhöhen. Hinzu kommt indes die mehrfache Entwendung eines Motor-

fahrzeuges zum Gebrauch, welche mit dem Raubüberfall keine eigentliche Handlungseinheit 

bildet. Vor diesem Hintergrund rechtfertigt sich eine Straferhöhung im Umfang von ¼ Jahr Frei-

heitsstrafe (Ausnahme von der konkreten Methode, vgl. E. 6.1.2 hiervor), woraus gestützt auf 

das Tatverschulden hinsichtlich aller inkriminierten Delikte eine Gesamtstrafe von 4 ¼ Jahren 

Freiheitsstrafe resultiert.  

 
 
 

 
 
Seite 22   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

6.2.4  Diese Gesamtstrafe von 4 ¼ Jahren Freiheitsstrafe ist grundsätzlich in einem letzten 

Schritt aufgrund der besonderen Täterkomponenten, welche in casu für alle Straftaten gleich-

ermassen gelten, anzupassen. Vorliegend ist festzustellen, dass die Faktoren Vorleben, per-

sönliche Verhältnisse, Vorstrafen, Nachtatverhalten und Verhalten im Strafverfahren allesamt 

als neutral zu werten sind. Aus den Akten sind keinerlei besondere Auffälligkeiten ersichtlich. 

Ebenso wenig ist eine besondere Strafempfindlichkeit des Beschuldigten zu erkennen. Weiter 

ist die Verjährung lediglich bei den Nebendelikten resp. den Begleittaten ein Thema. Die zum 

Zeitpunkt der Tatbegehung geltende mildere Verjährungsfrist für die Sachbeschädigung, den 

Hausfriedensbruch sowie die mehrfache Entwendung eines Motorfahrzeugs beträgt gemäss 

aArt. 97 Abs. 1 lit. c StGB 7 Jahre. 
 
Ferner ist keine Verletzung des Beschleunigungsgebots nach Art. 5 StPO ersichtlich. Im vorlie-

genden Verfahren ist der Name des Beschuldigten erstmals anlässlich der Einvernahme von 

F.____ vom 17. September 2013 im Zusammenhang mit dem Raub vom 24. November 2011 in 

X.____ BL gefallen. Die erste Befragung des Beschuldigten hat am 24. April 2014 rechtshilfe-

weise in Deutschland stattgefunden. Der Beschuldigte, der sich seit dem 6. August 2013 in 

Deutschland im Gefängnis befunden hat, ist auf das Auslieferungsgesuch der Staatsanwalt-

schaft Basel-Landschaft vom 25. November 2015 hin am 10. November 2017 von Deutschland 

den Schweizer Behörden übergeben worden (Akten S. 81, 213 ff., 285 ff.). Aufgrund der Er-

kenntnisse im vorliegenden Verfahren erhob die Staatsanwaltschaft am 4. Mai 2018 bei der 

Dreierkammer des Strafgerichts Anklage gegen den Beschuldigten. Unter diesen Umständen 

kann die Verfahrensdauer in casu nicht als übermässig lang bezeichnet werden. Ebenfalls nicht 

anwendbar ist schliesslich der Strafmilderungsgrund gemäss Art. 48 lit. e StGB, wonach das 

Gericht die Strafe mildert, wenn das Strafbedürfnis in Anbetracht der seit der Tat verstrichenen 

Zeit deutlich vermindert ist, und der Täter sich in dieser Zeit wohl verhalten hat. Die Straftaten in 

Deutschland sind im Jahr 2013 und somit zeitlich nach der im vorliegenden Berufungsverfahren 

zu beurteilenden Tat verübt worden, weshalb nicht gesagt werden kann, dass sich der Beschul-

digte "in dieser Zeit wohl verhalten" hat. Insofern drängt sich aufgrund der besonderen Täter-

komponenten keine weitere Anpassung der tatbezogenen Gesamtstrafe auf. Im Ergebnis ist 

somit eine tat- und täterangemessene Strafe von 4 ¼ Jahren Freiheitsstrafe festzusetzen. Da 

jedoch die Staatsanwaltschaft keine Anschlussberufung erhoben hat, und damit das Verbot der 

"reformatio in peius" zur Anwendung gelangt, bleibt es bei den vom Strafgericht festgesetzten 

3 ½ Jahren Freiheitsstrafe. Bei diesem Strafmass ist der bedingte Strafvollzug bereits aus for-

mellen Gründen ausgeschlossen. Einer Anrechnung der ausgestandenen Auslieferungs- und 

 
 
 

 
 
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Untersuchungshaft bzw. des vorzeitigen Strafvollzugs steht nach Art. 51 StGB hingegen nichts 

im Wege.  

 

7.  Ergebnis 

Aus den vorangehenden Erwägungen folgt zusammenfassend, dass der Beschuldigte in Ab-

weisung seiner Berufung des Raubes (aArt. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB), der Sachbeschädigung 

(Art. 144 Abs. 1 StGB), des Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) sowie der mehrfachen Ent-

wendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch (aArt. 94 Ziff. 1 SVG) schuldig zu erklären und – 

unter Anrechnung der vom 10. November 2017 bis zum 14. August 2019 in Auslieferungs- und 

Untersuchungshaft sowie im vorzeitigen Strafvollzug verbrachten Zeit von insgesamt 643 Tagen 

– zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren zu verurteilen ist.  

 

 

III. Zivilforderungen 

Die Vorinstanz hat zu Recht festgestellt, dass die von der Privatklägerschaft gegen den Be-

schuldigten adhäsionsweise geltend gemachten Forderungen unbeziffert resp. unbelegt und 

somit nicht hinreichend substantiiert sind: 

‒ Die von der E.____ GmbH für den Selbstbehalt geltend gemachte Forderung von in 

Höhe von Fr. 500.-- ist nicht belegt (Akten S. 605); 

‒ Die Forderung von L.____ ist weder belegt noch beziffert (Akten S. 621); 

‒ Die Forderung von M.___ und N.____ ist ebenfalls weder belegt noch beziffert. Auch 

wenn der Beschuldigte in Ziff. 3 der Anklageschrift in strafrechtlicher Hinsicht freige-

sprochen wird, wird die diesbezügliche Forderung der Privatklägerschaft im Hinblick 

auf eine allfällige zivilrechtliche Verantwortung des Beschuldigten auf den Zivilweg 

verwiesen (Akten S. 625, 629); 

‒ Die Forderung von O.____ ist weder beziffert noch belegt (Akten S. 636.1). 
 

Da die Berufung des Beschuldigten vorliegend abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil zu 

bestätigen ist, erübrigen sich weitere Ausführungen zu den Zivilforderungen, zumal der Be-

schuldigte diese in Abhängigkeit zu dem von ihm geforderten Freispruch angefochten hat.  

 

 

 
 
 

 
 
Seite 24   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

IV. Kosten vor Strafgericht 

Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 

StPO). Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch 

über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Im vorliegenden 

Fall wurde der Beschuldigte von der Vorinstanz verurteilt. Da der Schuldspruch im Berufungs-

verfahren nicht aufgehoben wurde, rechtfertigt es sich nicht, die Kostenregelung des erstin-

stanzlichen Verfahrens zu ändern; sie ist vielmehr zu bestätigen (vgl. Urteil des Strafgerichts 

vom 18. Oktober 2018 E. VI sowie Dispositiv Ziffer 5). 

 

 

V. Kosten vor Kantonsgericht 

 
1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah-

rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, 

auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht. Entspre-

chend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens, mithin der Abweisung der Berufung des Be-

schuldigten, gehen die Verfahrenskosten des Kantonsgerichts in der Höhe von Fr. 12'000.--, 

bestehend aus eine Gerichtsgebühr von Fr. 11'875.-- (§ 12 Abs. 2 der Verordnung über die Ge-

bühren der Gerichte, GebT, SGS 170.31) sowie Auslagen von Fr. 125.--, zu Lasten des Be-

schuldigten.  

 

2. Mit verfahrensleitender Verfügung des Präsidenten des Kantonsgerichts, Abteilung 

Strafrecht, vom 16. Mai 2019 wurde dem Beschuldigten für das Rechtsmittelverfahren die amtli-

che Verteidigung bewilligt. Folglich ist dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten für seine 

Bemühungen im Rechtsmittelverfahren eine Parteientschädigung aus der Gerichtskasse zu 

entrichten. Der amtliche Verteidiger weist gemäss Honorarnote vom 9. August 2019 einen Zeit-

aufwand von insgesamt 23 Stunden und 30 Minuten aus. Zunächst ist festzuhalten, dass die 

Bemühungen erst ab der Berufungsanmeldung datierend vom 24. Oktober 2018 zu entschädi-

gen sind. Somit sind die Bemühungen vom 17., 18., 19. und vom 22. Oktober 2018 nicht zu 

vergüten resp. in Abzug zu bringen. Ausserdem ist darauf hinzuweisen, dass der amtliche Ver-

teidiger für seine Bemühungen im Rahmen der Berufungsbegründung einen Zeitaufwand von 

12 Stunden und 45 Minuten verrechnet hat, was als etwas zu hoch erscheint. Angemessen er-

scheint ein Zeitaufwand von 10 Stunden. Hingegen ist zu den geltend gemachten Bemühungen 

 
 
 

 
 
Seite 25   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ein Zeitaufwand von 5 Stunden und 30 Minuten hinzuzurechnen; dies für die Teilnahme an der 

kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung sowie an der Urteilseröffnung. Insgesamt ergibt sich 

aus dem bisher Dargelegten, dass dem amtlichen Verteidiger ein Zeitaufwand von 23 Stunden 

und 45 Minuten zu entschädigen ist. Dem amtlichen Verteidiger, Advokat Patrick Frey, ist für 

das Berufungsverfahren ein Honorar in der Höhe von Fr. 4'813.25 (inkl. Auslagen) zuzüglich 

7,7% Mehrwertsteuer von Fr. 370.60, somit insgesamt Fr. 5'183.85, aus der Gerichtskasse aus-

zurichten.  
 
Der Beschuldigte ist zur Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung an den 

Kanton sowie zur Erstattung der Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vol-

len Honorar an die Verteidigung verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse er-

lauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a und b StPO).  

 
 
 

 
 
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Es wird erkannt: 

 

://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 18. Oktober 2018, aus-

zugsweise lautend:  

 

   "1.   A.____ wird des Raubs, der Sachbeschädigung, des Hausfrie-
densbruchs sowie der mehrfachen Entwendung eines Motorfahr-

zeugs zum Gebrauch schuldig erklärt und 
 

zu einer Freiheitstrafe von 3 ½ Jahren verurteilt, 
 

unter Anrechnung der vom 10. November 2017 bis zum 

18. Oktober 2018 in Untersuchungshaft sowie im vorzeitigen 

Strafvollzug verbrachten Zeit von insgesamt 343 Tagen, 
 
in Anwendung von aArt. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, Art. 144 Abs. 1 

StGB, Art. 186 StGB, aArt. 94 Ziff. 1 SVG, Art. 40 StGB, Art. 49 

Abs. 1 StGB und Art. 51 StGB. 

 

   2.   A.____ wird wie folgt freigesprochen: 
- in Ziff. 1 der Anklageschrift vom Vorwurf der Widerhand-

lung gegen das Waffengesetz evtl. vom Vorwurf der Gehilfen-

schaft dazu 

- in Ziff. 3 der Anklageschrift von den Vorwürfen des Dieb-

stahls, der unrechtmässigen Aneignung evtl. der Sachentziehung 

sowie vom Vorwurf der Gehilfenschaft zu diesen Taten. 

 

   3.   Folgende Zivilforderungen werden auf den Zivilweg verwiesen: 
- Forderung der E.____ GmbH (Anklageschrift Ziff. 1) 

- Forderung von L.____ (Anklageschrift Ziff. 1) 

- Forderung von M.____ und N.____ (Anklageschrift Ziff. 2 und 

3) 

- Forderung von O.____ (Anklageschrift Ziff. 4). 

 

   4.   Das Honorar des amtlichen Verteidigers in Höhe von 
Fr. 21‘404.25 (inkl. Auslagen und MWST) geht zu Lasten des 

Staates. Davon sind nach Abzug der bereits von der Staats-

anwaltschaft bezahlten Summe von Fr. 5‘105.-- noch 

Fr. 16‘299.25 offen.  

 

 
 
 

 
 
Seite 27   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Der Beschuldigte ist, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnis-

se erlauben, verpflichtet, dem Staat die Kosten der amtlichen Ver-

teidigung zurückzuzahlen und der amtlichen Verteidigung die Dif-

ferenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen 

Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). 

 

   5.   Der Beschuldigte trägt in Anwendung von Art. 426 StPO die Ver-
fahrenskosten von insgesamt Fr. 54‘584.--, bestehend aus den 

Kosten des Vorverfahrens in Höhe von Fr.  38‘034.--, den Kosten 

des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 4‘550.-- und der Ge-

richtsgebühr von Fr. 12‘000.--. Die restlichen Kosten in Höhe von 

Fr. 21‘000.-- gehen zu Lasten des Staates.“ 

 

   

wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten bestätigt und in Ziffer 1 

hinsichtlich der ausgestandenen Haft wie folgt aktualisiert: 

 

1. A.____ wird des Raubs, der Sachbeschädigung, des Hausfriedens-
bruchs sowie der mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Ge-
brauch schuldig erklärt und 
 
zu einer Freiheitstrafe von 3 ½ Jahren verurteilt, 
 
unter Anrechnung der vom 10. November 2017 bis zum 14. August 2019 in 
Auslieferungs- und Untersuchungshaft sowie im vorzeitigen Strafvollzug ver-
brachten Zeit von insgesamt 643 Tagen, 
 
in Anwendung von aArt. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, 

Art. 186 StGB, aArt. 94 Ziff. 1 SVG, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB und 

Art. 51 StGB. 

 

 II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von 

Fr. 12‘000.--, beinhaltend eine Urteilsgebühr von Fr. 11‘875.-- sowie Ausla-

gen von Fr. 125.--, gehen zu Lasten des Beschuldigten. 

 

Dem amtlichen Verteidiger, Advokat Patrick Frey, wird für das Berufungsver-

fahren ein Honorar in der Höhe von Fr. 4‘813.25 (inkl. Auslagen) zuzüglich 

7,7 % Mehrwertsteuer (Fr. 370.60), somit insgesamt Fr. 5‘183.85, aus der 

 
 
 

 
 
Seite 28   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Gerichtskasse ausgerichtet.  

 

Der Beschuldigte ist zur Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen 

Verteidigung an den Kanton sowie zur Erstattung der Differenz zwischen der 

amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar an die Verteidigung ver-

pflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 

Abs. 4 lit. a und b StPO). 

 

 

 

 

III. Mitteilungen (…) 

 

   

 

Präsident 
 
 
 
 
Enrico Rosa 

Gerichtsschreiberin 
 
 
 
 
Olivia Reber 

 

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig.