# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 95439b38-cdc5-5024-949b-086263045bf4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 28.10.2021 B 2021/83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2021-83_2021-10-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2021/83

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 21.12.2021

Entscheiddatum: 28.10.2021

Entscheid Verwaltungsgericht, 28.10.2021
Ausländerrecht, Nichterteilung einer Aufenthaltsbewilligung, Recht auf 
Familienleben, Art. 13 BV (SR 101), Art. 8 EMRK (SR 0.101). Die 
Beschwerdeführer (Mutter und Sohn) stammen aus Nigeria, der Vater ist 
Schweizer. Die Eltern waren nie verheiratet und leben seit Geburt des Kindes 
getrennt. Mutter und Sohn halten sich seit rund sieben Jahren in der 
Schweiz auf und verfügten hier bis anhin über kein Aufenthaltsrecht. Im 
Zusammenhang mit der Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK bildet 
das Bestehen einer besonders engen Eltern-Kind-Beziehung in affektiver 
wie wirtschaftlicher Hinsicht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
ein Kriterium. Für den Verbleib des besuchsberechtigten Elternteils in der 
Schweiz genügen Eltern-Kind-Kontakte im Rahmen eines üblichen 
Besuchsrechts, während dem sorge- und obhutsberechtigten Elternteil samt 
Kind bei gleichartigen Kontakten des Kindes zum besuchs- und 
aufenthaltsberechtigten anderen Elternteil kein Bleiberecht zusteht. Bei aus 
Sicht des Kindes gleich schützenswerter Beziehung zum 
besuchsberechtigten Elternteil wird damit eine Ungleichheit geschaffen, für 
die in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine nachvollziehbare 
Begründung ersichtlich ist (E. 5.2.1). Bei der wirtschaftlichen Eltern-Kind-
Beziehung fällt ins Gewicht, ob sich der Pflichtige in einer ihm vorwerfbaren 
Weise nicht um Einkommen bemüht, das ihm erlaubt, seine 
Unterhaltsleistungen erbringen zu können. Die Anforderungen an das 
Ausmass der affektiven und wirtschaftlichen Beziehungen, die der Ausländer 
zu seinem Kind unterhalten soll, müssen sich im Rahmen des Möglichen und 
Vernünftigen bzw. Zumutbaren bewegen (E. 5.2.2). In der zu beurteilenden 
Konstellation, wo es um die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung eines 
ausländischen Kindes, dessen besuchsberechtigter Elternteil über ein 
gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schweiz verfügt, und – gestützt auf den 
umgekehrten Familiennachzug – von dessen ausländischer Mutter geht, 
genügt daher nach Ansicht des Verwaltungsgerichts für die Annahme einer 
besonders engen Beziehung in affektiver Hinsicht das im vorliegenden Fall 

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tatsächlich gelebte Besuchsrecht zwischen Vater und Sohn, das aufgrund 
knapper wirtschaftlicher Verhältnisse und grosser Distanz alle zwei bis drei 
Wochen ausgeübt wird. Angesichts der vollen Erwerbsfähigkeit des Vaters, 
der verheiratet ist und weitere Kinder hat, stellen monatlichen Zahlungen in 
der Grössenordnung von 70 Prozent des Unterhaltsbeitrags mehr als nur 
einen symbolischen Beitrag dar und liegen an der oberen Grenze der 
finanziellen Leistungsfähigkeit (E. 5.3.1). Aufgrund der grossen Distanz 
zwischen der Schweiz und Nigeria und den finanziell zur Verfügung 
stehenden Mitteln muss davon ausgegangen werden, dass die heute 
bestehende enge persönliche Beziehung zum Vater bei einer Wegweisung 
des Beschwerdeführers nach Nigeria praktisch nicht aufrechterhalten 
werden könnte (E. 5.3.2). Gutheissung der Beschwerde (Verwaltungsgericht, 
B 2021/83).

Entscheid vom 28. Oktober 2021

Besetzung

Vizepräsident Eugster; Präsident Zürn, Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungsrichter 

Zogg und Engeler; Gerichtsschreiberin Schmid Etter

Verfahrensbeteiligte

A.__,

Beschwerdeführerin,

und

B.__,

Beschwerdeführer,

beide vertreten durch Rechtsanwältin MLaw HSG Margot Benz, Jacober Bialas & 

Partner, Oberer Graben 44, Postfach 1047, 9001 St. Gallen

gegen

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Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Nichterteilung einer Aufenthaltsbewilligung und Verweigerung der Unterbreitung 

des Gesuchs an das Staatssekretariat für Migration

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

A.__, geb. 1982, Staatsangehörige von Nigeria, verliess im Jahr 2002 ihr Herkunftsland 

und reiste nach Italien. Ihre beiden Kinder (geb. 1999 und 2001) aus einer früheren 

Beziehung verblieben in der Heimat. In der Folge hielt sie sich abwechslungsweise in 

Italien, Frankreich und in der Schweiz auf. In dieser Zeit lernte sie S.__ kennen, der 

über eine Niederlassungsbewilligung in der Schweiz verfügte und von dem sie 

schwanger wurde. Am 1. August 2014 zog sie zu ihm in die Schweiz, ohne über eine 

Aufenthaltsbewilligung zu verfügen. Nachdem sich die beiden getrennt hatten, stellte 

sie am 3. November 2014 ein Asylgesuch. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) 

trat darauf mit Verfügung vom 26. Januar 2015 nicht ein und wies sie aus der Schweiz 

nach Italien weg (Migrationsakten von A.__ [MA RE] 217). Eine dagegen erhobene 

Beschwerde hiess das Bundesverwaltungsgericht mit Entscheid vom 9. Juni 2015 gut 

und wies die Sache zur vollständigen und richtigen Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und zur Neubeurteilung an das SEM zurück (MA RE 187). 

Zwischenzeitlich war B.__ 2015 zur Welt gekommen und in das Asylverfahren 

einbezogen worden. S.__ anerkannte B.__ als sein Kind und verpflichtete sich zur 

Zahlung von Unterhaltsbeiträgen (MA RE 141). Das Asylgesuch von Mutter und Sohn 

wies das SEM mit Verfügung vom 13. Juni 2017 mangels Vorliegens der 

Flüchtlingseigenschaft ab (MA RE 126). Das SEM sprach keine Wegweisung aus, 

sondern wies den Entscheid über den weiteren Aufenthalt oder eine allfällige 

Wegweisung in die Zuständigkeit der kantonalen Migrationsbehörde. Die Verfügung 

erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

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B.

Am 8. Juni 2017 stellte A.__ für ihren Sohn B.__ und für sich beim Migrationsamt des 

Kantons St. Gallen ein Gesuch um Familiennachzug und umgekehrten 

Familiennachzug (MA RE 134). Das Migrationsamt trat darauf mit Verfügung vom 

7. August 2017 nicht ein und wies die beiden aus der Schweiz weg (MA RE 114). Auf 

dagegen erhobenen Rekurs hin hob das Migrationsamt die Verfügung am 5. Oktober 

2018 zwecks materieller Behandlung des Gesuchs wiedererwägungsweise auf. Im 

Januar 2019 erwarb S.__ die Schweizer Staatsbürgerschaft. Nach Gewährung des 

rechtlichen Gehörs wies das Migrationsamt das Gesuch von A.__ und B.__ um 

Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung mit Verfügung vom 6. März 2020 ab und 

verweigerte die Unterbreitung des Gesuchs an das SEM (MA RE 35). Zur Begründung 

wurde ausgeführt, dass B.__ weder einen Anspruch auf Familiennachzug habe, da er 

nicht mit dem Vater zusammenlebe und auch nie zusammengelebt habe, noch einen 

solchen aus dem Recht auf Familienleben geltend machen könne, da die dafür 

erforderlichen besonderen Umstände einer intensiven wirtschaftlichen und affektiven 

Beziehung nicht vorlägen. Der dagegen erhobene Rekurs wurde vom Sicherheits- und 

Justizdepartement mit Entscheid vom 12. März 2021 abgewiesen (act. 2).

C.  

Gegen diesen Entscheid erhoben A.__ und B.__ mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin 

vom 13. April 2021 (act. 1) und Ergänzung vom 17. Mai 2021 (act. 6) Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen mit den Anträgen, der angefochtene 

Entscheid sowie die Verfügung des Migrationsamtes seien aufzuheben, den 

Beschwerdeführern sei eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen und das Gesuch sei dem 

SEM zur Bewilligung zu unterbreiten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchten sie um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege und Rechtsverbeiständung. Diesem Ersuchen kam der 

Abteilungspräsident mit Verfügung vom 14. April 2021 nach. In der Vernehmlassung 

vom 26. Mai 2021 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde (act. 9). 

Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid. Die 

Beschwerdeführer nahmen mit Schreiben vom 14. Juni 2021 Stellung (act. 12). Auf die 

Vorbringen der Beschwerdeführer wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1. Eintreten

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59  Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Nach Art. 18 Abs. 3 

bis

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Ingress Satz 1 des Gerichtsgesetzes (sGS 941.1, GerG) spricht das Verwaltungsgericht 

Recht grundsätzlich in Dreierbesetzung. Vorbehalten bleibt gemäss Art. 18 Abs. 3 

Ingress und lit. b GerG die Rechtsprechung in Fünferbesetzung, unter anderem wenn 

allenfalls von der ständigen Rechtsprechung des Verwaltungs- oder des 

Bundesgerichts abgewichen werden soll (Ziffer 3).

Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit damit die Aufhebung der Verfügung 

des Migrationsamts vom 6. März 2020 beantragt wird. Letztere wurde vom 

angefochtenen Rekursentscheid vorläufig ersetzt und kann deshalb nicht Gegenstand 

des Beschwerdeverfahrens sein (Devolutiveffekt; BGE 125 II 29 E. 1c mit Hinweisen). 

Im Übrigen sind die Eintretensvoraussetzungen erfüllt: Die Beschwerdeführer, die mit 

ihrem Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rekursverfahren unterlagen, 

sind zur Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 

VRP). Die Beschwerde gegen den am 17. März 2021 zugestellten Rekursentscheid 

wurde mit Eingabe vom 13. April 2021 rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit 

der Ergänzung vom 17. Mai 2021 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). 

Auf die Beschwerde ist unter dem genannten Vorbehalt einzutreten.

2. Anwendbares Recht

Mit der am 1. Januar 2019 in Kraft getretenen Revision des Ausländergesetzes (AuG), 

welches neu Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) heisst, erfuhr das Gesetz einige 

Anpassungen. Art. 126 Abs. 1 AIG bestimmt, dass auf Gesuche, die vor dem 

Inkrafttreten des AIG eingereicht worden sind, das bisherige Recht anwendbar bleibt. 

Das Verfahren richtet sich dagegen nach dem neuen Recht (Art. 126 Abs. 2 AIG). Da 

das Gesuch um Erteilung der Aufenthaltsbewilligung am 8. Juni 2017 gestellt wurde, ist 

die Angelegenheit nach bisherigem, bis zum 31. Dezember 2018 geltenden 

Ausländergesetz (im Folgenden noch mit "AuG" bezeichnet) zu beurteilen.

3. Vorbringen der Beschwerdeführer

Die Beschwerdeführer machen im Wesentlichen geltend, in wirtschaftlicher Hinsicht 

bestehe eine besonders enge Beziehung des Vaters zum Kind. Mit den regelmässigen 

Zahlungen von CHF 300 pro Monat komme dieser seiner Unterhaltsverpflichtung zwar 

nicht vollständig, aber in grossen Teilen nach. Sodann bestehe in affektiver Hinsicht 

eine besonders enge Beziehung zwischen Vater und Sohn. Auch ohne verbindliches 

Besuchsrecht besuche der Vater seinen Sohn seit März 2020 ein- oder zweimal pro 

Monat, und zuvor habe er ihn alle zwei bis drei Wochen besucht. Aufgrund der 

örtlichen Distanz und der knappen finanziellen Verhältnisse seien die Besuche sehr 

kostspielig und könnten daher nicht öfters oder ausgedehnter erfolgen. Der Vater habe 

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eine Familie in Q.__ und gehe dort auch seiner Arbeitstätigkeit nach. Im Rahmen seiner 

zeitlichen Möglichkeiten bemühe er sich daher ausserordentlich um eine enge 

Beziehung zu seinem Sohn. Regelmässige Besuche des Vaters fielen bei einer Ausreise 

des Sohnes nach Nigeria weg. Den Sohn für Ferien zum Vater in die Schweiz zu 

senden, werde aus finanziellen Gründen nicht möglich sein. Auch der Kontakt über 

soziale Medien sei nicht gesichert, falls die Beschwerdeführerin in Nigeria über keinen 

Internetzugang verfügen würde. Die Behauptung der Vorinstanz, die 

Beschwerdeführerin bemühe sich nicht um wirtschaftliche, sprachliche und soziale 

Integration, treffe nicht zu. Die Beschwerdeführerin habe sich in den letzten fünf Jahren 

sehr bemüht, die deutsche Sprache zu erlernen. Sofort nach dem Umzug nach M.__ 

habe sie diverse Sprachkurse besucht. Im A2-Kurs sei sie eine der besten 

Schülerinnen. Ferner nehme sie an einem gemeindeinternen Beschäftigungsprogramm 

teil; die Rückmeldungen seien sehr positiv. Mangels Aufenthaltsbewilligung könne sie 

keiner ordentlichen Arbeit nachgehen, wolle dies aber umgehend tun, sobald sie über 

eine Aufenthaltsbewilligung verfüge. Auch sozial sei sie gut integriert. Sie nehme an 

allen Aktivitäten des Solidaritätsnetzwerkes teil. Gemäss Rechtsprechung des 

Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte müsse die Behörde hinsichtlich der 

Durchführbarkeit und Verhältnismässigkeit jeder Ausweisung eines fremden Elternteils 

Beweise erheben, um dem Wohl des Kindes ausreichendes Gewicht zu geben und es 

effektiv zu schützen. Weder das Migrationsamt noch die Vorinstanz hätten dies 

vorliegend getan. Ihr Entscheid beruhe einzig auf einer realitätsfernen Prognose. Die 

Trennung der Kindseltern sei allein vom Kindsvater herbeigeführt worden. Die 

Befürchtung der Vorinstanz, die Beschwerdeführer seien bei Erteilung der 

Aufenthaltsbewilligung weiterhin auf Sozialhilfe angewiesen, treffe voraussichtlich nicht 

zu. Den Tatbeweis habe die Beschwerdeführerin bislang nicht erbringen können; sie sei 

aber gewillt, künftig teil- oder sogar vollzeitlich erwerbstätig zu sein. Die Rückkehr sei 

für sie nicht zumutbar. Sie lebe seit 18 Jahren nicht mehr in Nigeria. Sie habe dort 

keine Verwandten mehr. Eine Schwester von ihr lebe in P.__ und ein Bruder in 

Frankreich. Ihre 22-jährige Tochter lebe in Ghana und der 19-jährige Sohn sei auf der 

Flucht nach Europa. Sie verfüge daher über kein tragfähiges soziales Beziehungsnetz in 

Nigeria. Nicht berücksichtigt worden sei schliesslich, dass der Beschwerdeführer sich 

nach einem fünfjährigen ordentlichen Aufenthalt in der Schweiz einbürgern lassen 

könnte. Diese Möglichkeit werde ihm mit der Wegweisung aus der Schweiz verwehrt. 

Insgesamt sei die Verhältnismässigkeitsprüfung einseitig zuungunsten der 

Beschwerdeführer erfolgt und deren private Interessen seien völlig unzureichend 

gewichtet worden, weshalb die Beschwerde zu schützen und die 

Aufenthaltsbewilligungen zu erteilen seien.

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4. Familiennachzug

5. Recht auf Familienleben

Rechtliches

Ausländische Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von Schweizerinnen und 

Schweizern haben Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit 

diesen zusammenwohnen (Art. 42 Abs. 1 AuG). Bedingung des Familiennachzugs ist 

eine gemeinsame Wohnung (M. Spescha, in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck 

[Hrsg.], Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N 3 zu Art. 42 AIG). Das Erfordernis des 

Zusammenwohnens besteht nicht, wenn für getrennte Wohnorte wichtige Gründe 

geltend gemacht werden und die Familiengemeinschaft weiterbesteht (Art. 49 AuG). 

Nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft besteht der Anspruch des 

Ehegatten und der Kinder auf Erteilung oder Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 

nach Art. 42 AuG fort, wenn wichtige persönliche Gründe einen Aufenthalt in der 

Schweiz erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG).

4.1. 

Tatsächliches

Der Beschwerdeführer steht unter der alleinigen elterlichen Sorge und der alleinigen 

Obhut seiner Mutter. Sein Schweizer Vater lebt in Q.__, ist verheiratet und hat mit 

seiner Ehefrau zwei weitere Kinder. Das Asylgesuch der Beschwerdeführer wurde mit 

Verfügung vom 13. Juni 2017 rechtskräftig abgewiesen. Sie waren in der Schweiz nie 

im Besitz eines Aufenthaltstitels. Die Beschwerdeführerin lebte vor der Geburt des 

Sohnes nur wenige Monate mit dem Vater zusammen. Die Eltern waren nicht 

verheiratet. Von wem die Trennung damals herbeigeführt wurde, spielt keine Rolle. Der 

Sohn lebte nie mit seinem Vater in einer Familiengemeinschaft. Mangels Ehe bzw. 

Zusammenlebens mit dem Schweizer Vater steht den Beschwerdeführern deshalb 

gestützt auf Art. 42 AuG kein Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung in der 

Schweiz zu. Da nach wie vor keine Familiengemeinschaft zwischen Vater und Mutter 

bzw. Sohn besteht und auch nicht bevorsteht – der Vater hat kein Gesuch um 

Familiennachzug seines Sohnes gestellt –, kann vom Erfordernis des 

Zusammenwohnens nicht abgewichen werden. Ein Anspruch ergibt sich mangels Ehe 

und vorgängig gelebter Familiengemeinschaft des Sohnes mit dem Vater auch nicht 

aus Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG, und zwar unabhängig davon, ob wichtige Gründe 

vorliegen. Aus dem Recht auf Familiennachzug gemäss dem AuG besteht somit kein 

Anspruch der Beschwerdeführer auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung.

4.2. 

Rechtliches

Hingegen berufen sich der Beschwerdeführer mit Blick auf seinen Schweizer Vater und 

5.1. 

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die Beschwerdeführerin wiederum mit Blick auf ihren Sohn (umgekehrter 

Familiennachzug) auf das Recht auf Familienleben, welches durch Art. 8 der 

Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) 

sowie Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

(SR 101, BV) geschützt wird. Das unmündige Kind teilt aus familienrechtlichen Gründen 

(Art. 25 Abs. 1 und Art. 301 Abs. 3 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 201, 

ZGB; BGer 2C_31/2007 vom 27. Juli 2007 E. 2.5) grundsätzlich das 

ausländerrechtliche Schicksal des sorgeberechtigten Elternteils; es hat das Land 

gegebenenfalls mit diesem zu verlassen, wenn jener über keine 

Aufenthaltsberechtigung (mehr) verfügt (BGE 143 I 21 E. 5.2). Das Verfassungs- (Art. 13 

Abs. 1 in Verbindung mit Art. 36 Abs. 3 BV) und das Konventionsrecht (Art. 8 EMRK) 

gebieten praxisgemäss, die individuellen Anliegen an der Erteilung bzw. am Erhalt des 

Anwesenheitsrechts und die öffentlichen Interessen an dessen Beendigung 

gegeneinander abzuwägen, wenn zumindest eine der beteiligten Personen in der 

Schweiz über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügt, wie dies hier gestützt auf die 

Schweizer Staatsbürgerschaft des Vaters der Fall ist (vgl. BGE 144 I 91 E. 4.2; 135 I 

153 E. 2.2.1). Das in Art. 8 EMRK bzw. in Art. 13 BV geschützte Recht auf Privat- und 

Familienleben kann berührt sein, wenn einer ausländischen Person mit in der Schweiz 

aufenthaltsberechtigten Familienangehörigen das Zusammenleben verunmöglicht wird 

(BGE 143 I 21 E. 5.1). Kein Eingriff in das Familienleben liegt vor, wenn von den 

betroffenen Personen erwartet werden kann, dass sie ihr Familienleben im Ausland 

verwirklichen. Art. 8 EMRK ist daher von Vornherein nicht verletzt, wenn das in der 

Schweiz aufenthaltsberechtigte Familienmitglied das Land zusammen mit der 

ausländischen Person ohne Schwierigkeiten verlassen kann (BGE 144 I 91 E. 4.2 = Pra 

108 Nr. 11). Da dem Vater ein Wegzug mit seiner heutigen Kernfamilie nach Nigeria 

nicht zumutbar ist, kann sich der von ihm getrenntlebende Beschwerdeführer aufgrund 

des durch die Wegweisung drohenden Eingriffs in eine intakte gelebte familiäre 

Beziehung auf den Schutz des Familienlebens berufen.

Art. 8 EMRK begründet praxisgemäss keinen absoluten Anspruch auf Einreise und 

Aufenthalt oder auf einen besonderen Aufenthaltstitel. Er hindert die 

Konventionsstaaten nicht daran, die Anwesenheit auf ihrem Staatsgebiet zu regeln und 

den Aufenthalt ausländischer Personen unter Beachtung überwiegender Interessen des 

Familien- und Privatlebens gegebenenfalls auch wieder zu beenden (BGE 140 I 145 E. 

3.1; 139 I 330 E. 2.1; 138 I 246 E. 3.2.1 mit Hinweisen). Die faktische und rechtliche 

Situation eines niedergelassenen Ausländers ist dabei nicht dieselbe wie jene eines 

Ausländers, der erstmals um eine Aufenthaltsbewilligung ersucht. Zu berücksichtigen 

ist auch, ob das Familienleben zu einer Zeit geschaffen wurde, zu der den beteiligten 

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Personen bekannt war, dass das Fortbestehen desselben im fraglichen Land wegen 

des Einwanderungsstatus einer Person von Beginn weg unsicher war (vgl. Urteil des 

Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte [EGMR] "Jeunesse gegen 

Niederlande" vom 3. Oktober 2014 [Nr. 12738/10] Ziff. 100, 105, 107 und 108 

[bezüglich erstmaliger Bewilligungserteilung]).

Der Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK 

kann rechtmässig eingeschränkt werden, wenn dies gesetzlich vorgesehen ist, einem 

legitimen Zweck entspricht und zu dessen Realisierung in einer demokratischen 

Gesellschaft notwendig erscheint (Art. 8 Ziff. 2 EMRK). Die Konvention verlangt, dass 

die individuellen Interessen an der Erteilung bzw. am Erhalt des Anwesenheitsrechts 

und die öffentlichen Interessen an dessen Verweigerung sorgfältig gegeneinander 

abgewogen werden (BGE 142 II 35 E. 6.1; 139 I 330 E. 2.2). Das Recht nach Art. 8 Ziff. 

1 EMRK gilt als verletzt, wenn keine umfassende, faire Interessenabwägung erfolgt, 

obwohl die intakten, engen persönlichen und familiären Beziehungen der 

Familienmitglieder nicht problemlos andernorts gelebt werden können 

(BGer 2C_697/2008 vom 2. Juni 2009 E. 4.1 und 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E. 

4.3, je mit Hinweisen). Als zulässiges öffentliches Interesse fällt insbesondere das 

Durchsetzen einer restriktiven Einwanderungspolitik in Betracht. Eine solche ist im 

Hinblick auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen schweizerischer und ausländischer 

Wohnbevölkerung, die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Eingliederung 

der in der Schweiz fest ansässigen Ausländer und die Verbesserung der 

Arbeitsmarktstruktur sowie eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung im Lichte von 

Art. 8 Ziff. 2 EMRK zulässig (BGE 135 I 143 E. 2.2 mit Hinweisen).

Aus Art. 3 (Garantie des Kindeswohls) des Übereinkommens über die Rechte des 

Kindes (SR 0.107, KRK) ergibt sich ebenfalls kein direkter Leistungsanspruch auf 

Erteilung einer ausländerrechtlichen Bewilligung (S. Schmahl, Kinderrechtskonvention 

mit Zusatzprotokollen, Handkommentar, 2. Aufl. 2017, N 1 zu Art. 3 KRK). Dafür 

sprechen auch Art. 9 Abs. 3 und Art. 10 Abs. 2 KRK, wonach die Vertragsstaaten das 

Recht des Kindes, das von einem oder beiden Elternteilen getrennt ist, zu achten 

haben, "regelmässige persönliche Beziehungen und unmittelbare Kontakte" zu beiden 

Elternteilen pflegen zu können, soweit dies seinem Wohl entspricht bzw. keine 

aussergewöhnlichen Umstände vorliegen; hierfür ist nicht in allen Fällen der Aufenthalt 

im selben Land erforderlich; Kurzaufenthalte genügen. Wird die Trennung von den 

Eltern selber herbeigeführt, ist nicht erforderlich, dass der Staat gestützt auf Art. 8 

EMRK bzw. Art. 3 und 10 KRK wegen eines Besuchsrechts voraussetzungslos eine 

weitere Anwesenheit aller Familienmitglieder (sorge- und obhutsberechtigter 

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ausländischer Elternteil und ausländisches Kind) gestattet (BGer 2C_648 vom 6. Juli 

2015 E. 2.3). Aus der Kinderrechtskonvention ergibt sich somit kein unmittelbarer 

Anspruch auf Familienzusammenführung (BGer 2C_613/2014 vom 8. Januar 2015 E. 

3.5 und 2A.195/2006 vom 7. Februar 2007 E. 3). Bei der vorrangigen Berücksichtigung 

des Kindeswohls handelt es sich praxisgemäss um einen Leitgedanken bzw. eine 

Interpretationsmaxime, die bei Erlass wie Auslegung und Anwendung des Gesetzes zu 

beachten sind (BGE 124 II 361 E. 3b; 126 II 377 E. 5d; Caroni/Scheiber/Preisig/

Zoeteweij, Migrationsrecht, 4. Aufl. 2018, S. 63 ff.). Das Bundesgericht trägt Art. 3, 9 

(grundsätzlich keine Trennung gegen den Willen der Eltern) und 10 KRK (wohlwollende, 

humanitäre und beschleunigte Prüfung von Gesuchen zwecks 

Familienzusammenführung) im migrationsrechtlichen Zusammenhang im Rahmen der 

Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK als einem von mehreren Elementen 

Rechnung (so ausdrücklich auch das EGMR-Urteil "Jeunesse gegen Niederlande", 

a.a.O., Ziff. 108 in fine und 117).

Rechtsprechung des Bundesgerichts

Im Zusammenhang mit der Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK hat das 

Bundesgericht für getrennt lebende Eltern mit gemeinsamen Kindern in den 

vergangenen Jahren das private Interesse eines ausländischen Elternteils am Verbleib 

im Land als regelmässig dann überwiegend gegenüber dem öffentlichen Interesse an 

einer einschränkenden Migrationspolitik beurteilt, wenn eine besonders enge Eltern-

Kind-Beziehung (1) in affektiver wie (2) wirtschaftlicher Hinsicht besteht, (3) die 

Beziehung wegen der Distanz zwischen der Schweiz und dem Staat, in welchen die 

ausländische Person ausreisen müsste, praktisch nicht mehr aufrecht erhalten werden 

könnte, und (4) sich die ausreisepflichtige Person in der Schweiz tadellos verhalten hat. 

Diese Anforderungen sind gemäss Bundesgericht gesamthaft zu beurteilen und 

müssen Gegenstand einer umfassenden Interessenabwägung bilden. Im Rahmen der 

Überprüfung, ob die Massnahme verhältnismässig ist, soll auch dem grundlegenden 

Bedürfnis des Kindes, in möglichst engem Kontakt mit beiden Elternteilen aufwachsen 

zu können, Rechnung getragen werden (BGE 147 I 149 E. 3.2, 143 I 21 E. 5.2). Im 

Folgenden ist auf diese Kriterien einzugehen.

5.2. 

Besonders enge affektive Eltern-Kind-Beziehung

Beim Kriterium der besonders engen affektiven Beziehung unterscheidet das 

Bundesgericht zwischen zwei Konstellationen.  

5.2.1. 

Bewilligungserteilung an einen nicht sorgeberechtigten ausländischen 

Elternteil eines hier aufenthaltsberechtigten Kindes

5.2.1.1. 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2c_648%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-II-361%3Ade&number_of_ranks=0#page361
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2c_648%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-II-377%3Ade&number_of_ranks=0#page377

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Das Bundesgericht erwog, dass der ausländische nicht sorge- bzw. obhutsberechtigte 

Elternteil die familiäre Beziehung mit seinem Kind von Vornherein nur in beschränktem 

Rahmen pflegen könne, nämlich durch Ausübung des ihm eingeräumten 

Besuchsrechts. Um dieses wahrnehmen zu können, sei es in der Regel nicht 

erforderlich, dass der ausländische Elternteil dauerhaft im selben Land wie das Kind 

lebe und dort über ein Anwesenheitsrecht verfüge. Unter dem Gesichtspunkt des 

Anspruchs auf Familienleben (Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie Art. 13 Abs. 1 BV) genüge es 

grundsätzlich, wenn das Besuchsrecht im Rahmen von Kurzaufenthalten vom Ausland 

her ausgeübt werden könne, wobei allenfalls dessen Modalitäten entsprechend 

anzupassen seien. Für ausländische Personen, welche aufgrund einer inzwischen 

aufgelösten ehelichen Gemeinschaft mit einem/-er schweizerischen Staatsangehörigen 

oder einer Person mit Niederlassungsbewilligung bis anhin bereits eine 

Aufenthaltsbewilligung besassen, liege eine besonders enge gefühlsmässige 

Beziehung vor, wenn die persönlichen Kontakte im Rahmen eines üblichen, nach 

heutigen Standards ausgeübten Besuchsrechts tatsächlich gepflegt würden. 

Massgeblich seien allein die persönlichen Bindungen, namentlich das tatsächliche 

Bestehen einer besonders engen, familiären Beziehung in affektiver Hinsicht und nicht 

lediglich die gerichtlichen Anordnungen oder Abmachungen der Eltern in Bezug auf die 

Zuteilung des Sorge- bzw. des Obhutsrechts für die gemeinsamen Kinder oder gar die 

Festlegung der gemeinsamen elterlichen Sorge. Bei besuchsberechtigten Ausländern, 

welche erstmals um die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ersuchten, müsse eine 

ausserordentlich intensive Beziehung zum Kind vorhanden sein (BGE 144 I 91 E. 5.2.1). 

Erforderlich sei in jenen Fällen ein grosszügig ausgestaltetes Besuchsrecht, wobei 

"grosszügig" dort im Sinne von "deutlich mehr als üblich" zu verstehen sei (BGE 139 I 

315 E. 2.5). Im Gegensatz zu jenen Personen, die bereits einmal über eine 

Aufenthaltsbewilligung verfügten und die Gelegenheit gehabt hätten, sich in legitimer 

Weise zu integrieren und vertiefte Verbindungen zur Schweiz zu knüpfen, hätten jene 

Ausländer, welche aufgrund ihrer Elternschaft zu einem hier anwesenheitsberechtigten 

Kind erstmals um die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ersuchten, keine 

qualifizierten vorbestehenden Verbindungen zur Schweiz.

Bewilligungserteilung an einen sorge- bzw. obhutsberechtigten Elternteil eines 

hier aufenthaltsberechtigten Kindes (umgekehrter Familiennachzug)

Im Zusammenhang mit dem umgekehrten Familiennachzug entschied das 

Bundesgericht, dass die Zumutbarkeit der Ausreise des in der Schweiz 

aufenthaltsberechtigten oder niedergelassenen ausländischen Kindes – anders als bei 

einem Schweizer Kind – für eine Bewilligungsverweigerung des sorge- bzw. 

5.2.1.2. 

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obhutsberechtigten Elternteil genüge, wobei die Möglichkeit der Ausübung des 

Besuchsrechts des in der Schweiz anwesenheitsberechtigten anderen Elternteils 

sachgerecht mitzuberücksichtigen sei. Für die Erteilung der Bewilligung gestützt auf 

Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV sei in diesem Fall erforderlich, dass analog die 

Voraussetzungen, unter denen nach der Rechtsprechung dem nicht sorgeberechtigten 

Ausländer eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden müsste, wenn diesem gegenüber 

seinem Kind, das mit dem anderen Elternteil in der Schweiz bleibe und hier ein 

gefestigtes Bleiberecht habe, ein Besuchsrecht zustehe. Erforderlich sei danach, dass 

eine intensive Beziehung in affektiver und wirtschaftlicher Hinsicht zwischen dem hier 

anwesenden besuchsberechtigten Elternteil und dem Kind bestehe und sich der 

obhutsberechtigte Elternteil, welcher um die Bewilligung ersuche, tadellos verhalten 

habe. Dabei sei mit noch grösserer Zurückhaltung auf eine Pflicht zu schliessen, ihm 

eine Bewilligung zu erteilen, als im Falle des besuchsberechtigten Ausländers, der 

selber, im Hinblick auf die Ausübung seines Besuchsrechts, um die Bewilligung 

nachsuche. Der obhutsberechtigte Elternteil, der die Bewilligung einzig zur 

Erleichterung der Ausübung des Besuchsrechts zwischen dem Kind und dem anderen 

Elternteil erhältlich machen wolle, solle dies nur bei Vorliegen besonderer Umstände 

tun können (BGE 137 I 247 E. 4.2.3 mit Hinweisen; BGer 2C_364/2010 vom 

23. September 2010 E. 2.2.4).

Würdigung und Anwendung auf den vorliegenden Fall

Der im vorliegenden Fall zugrundeliegende Sachverhalt deckt sich weder mit jenem des 

besuchs-, aber nicht sorgeberechtigten ausländischen Elternteils eines hier 

aufenthaltsberechtigten Kindes (E. 5.2.1.1) noch mit jenem des sorge- bzw. 

obhutsberechtigten Elternteils eines hier aufenthaltsberechtigten Kindes (E. 5.2.1.2). Er 

ist jedoch vergleichbar mit der Konstellation des umgekehrten Familiennachzugs mit 

dem Unterschied, dass das Kind (der Beschwerdeführer) in der Schweiz über keinen 

Aufenthaltstitel verfügt. Gemäss Bundesgericht ist beim umgekehrten Familiennachzug 

eine Bewilligung zurückhaltender – namentlich bei Vorliegen besonderer Umstände –, 

zu erteilen, als im Falle eines besuchsberechtigten Ausländers, der selber im Hinblick 

auf die Ausübung seines Besuchsrechts um eine Bewilligung nachsucht. Beim 

besuchsberechtigten Ausländer werden in Bezug auf die enge Beziehung in affektiver 

Hinsicht Besuchskontakte im üblichen Rahmen verlangt. Worin beim umgekehrten 

Familiennachzug darüber hinaus die besonderen Umstände bestehen sollen, führt das 

Bundesgericht im erwähnten Entscheid nicht näher aus. Insbesondere sagt es nicht, 

darunter sei ein deutlich mehr als übliches Besuchsrecht zu verstehen wie bei 

besuchsberechtigten Ausländern, die erstmals um die Erteilung einer 

5.2.1.3. 

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Aufenthaltsbewilligung ersuchen. In einem weiteren Entscheid zum umgekehrten 

Familiennachzug wurde das Kriterium der besonderen Umstände nicht erwähnt, 

sondern lediglich auf das tadellose Verhalten des ausreisepflichtigen Elternteils 

verwiesen (BGer 2C_870/2018 vom 13. Mai 2019 E. 4.3).

Gemäss der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung genügt also in Fällen, wo 

der besuchsberechtigte Elternteil um ein Aufenthaltsrecht ersucht, eine im Rahmen 

eines üblichen Besuchsrechts gelebte persönliche Beziehung zum Kind, während dort, 

wo der sorge- und obhutsberechtigte Elternteil um ein Aufenthaltsrecht ersucht, 

besondere Umstände vorliegen müssen. Mit anderen Worten genügen Eltern-Kind-

Kontakte im Rahmen eines üblichen Besuchsrechts für den Verbleib des 

besuchsberechtigten Elternteils in der Schweiz, während dem sorge- und 

obhutsberechtigten Elternteil samt Kind bei gleichartigen Kontakten des Kindes zum 

besuchs- und aufenthaltsberechtigten anderen Elternteil kein Bleiberecht zusteht. Bei 

aus Sicht des Kindes gleich schützenswerter Beziehung zum besuchsberechtigten 

Elternteil wird damit eine Ungleichheit geschaffen, für die in der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung keine nachvollziehbare Begründung ersichtlich ist.

Hinzu kommt, dass der besuchsberechtigte Elternteil im Gegensatz zum (Klein)Kind auf 

das entscheidende Kriterium des Bestehens einer besonders engen affektiven und 

wirtschaftlichen Beziehung massgeblichen Einfluss nehmen kann. Er hat es in der 

Hand, die Intensität der persönlichen Beziehung zu prägen und seiner Unterhaltspflicht 

nachzukommen. Dass bei ihm für die erstmalige Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung 

ein deutlich mehr als übliches Besuchsrecht verlangt wird, ist unter diesem Aspekt wie 

auch jenem der fehlenden qualifizierten vorbestehenden Verbindungen zur Schweiz 

nicht zu beanstanden. In BGE 143 I 21 E. 5.5.4 hat das Bundesgericht sodann 

ausgeführt, das Kindeswohl sei in ausländerrechtlichen Entscheiden von zusehends 

grundlegenderer Bedeutung. In BGer 2C_870/2018 vom 13. Mai 2019 E. 4.1.2 wurde 

erwogen, dass den Anliegen betroffener Kinder bei der Interessenabwägung zwar nicht 

ausschliesslich, aber dennoch in wesentlicher Weise Rechnung zu tragen sei. Das 

konventions- und verfassungsrechtlich garantierte Kindeswohl beinhalte ein 

grundlegendes Bedürfnis des Kindes, regelmässige persönliche Beziehungen und 

unmittelbare Kontakte zu beiden Elternteilen pflegen zu können.

In der zu beurteilenden Konstellation, wo es um die Erteilung einer 

Aufenthaltsbewilligung eines ausländischen Kindes, dessen besuchsberechtigter 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/20

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Elternteil über ein gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schweiz verfügt, und – gestützt 

auf den umgekehrten Familiennachzug – von dessen ausländischer Mutter geht, 

genügt daher nach Ansicht des Verwaltungsgerichts für die Annahme einer besonders 

engen Beziehung in affektiver Hinsicht das im vorliegenden Fall tatsächlich gelebte 

Besuchsrecht (vgl. dazu nachfolgend unter E. 5.3.1). Selbst wenn man noch auf 

besondere Umstände abstellen wollte, könnten solche vorliegend darin bestehen, dass 

die Wegweisung in ein weit entferntes Land (Nigeria) erfolgen müsste, was die 

persönliche Beziehung zwischen Vater und Sohn übermässig erschweren würde (vgl. 

dazu nachfolgend unter E. 5.3.2). Dass die Beschwerdeführer erstmals um eine 

Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz ersuchen, rechtfertigt im konkreten Fall 

ebenfalls keine erhöhten Voraussetzungen, da die Beschwerdeführerin sich mittlerweile 

seit sieben und der Beschwerdeführer seit sechs Jahren (seit Geburt) hier aufhalten, 

mit den Verhältnissen vertraut und gut integriert sind (vgl. nachfolgend unter E. 5.3.3) 

und somit über qualifizierte vorbestehende Verbindungen zur Schweiz verfügen.

Besonders enge wirtschaftliche Eltern-Kind-Beziehung

Die wirtschaftliche Beziehung ist gemäss Bundesgericht dann besonders eng, wenn 

die ausländische Person für das Kind jene finanziellen Leistungen erbringt, welche die 

Zivilgerichtsinstanzen festgelegt haben. Der Unterhaltsbeitrag kann auch in 

Naturalleistungen erfolgen. Es ist allerdings zu unterscheiden, ob der Ausländer 

mangels Arbeitsbewilligung nicht in der Lage ist, Leistungen für sein Kind zu erbringen, 

oder ob er keinerlei Anstrengungen unternimmt, eine Anstellung zu finden. Die 

Anforderungen an das Ausmass der affektiven und wirtschaftlichen Beziehungen, die 

der Ausländer zu seinem Kind unterhalten soll, müssen sich im Rahmen des Möglichen 

und Vernünftigen bzw. Zumutbaren bewegen (BGE 144 I 91 E. 5.2.2, BGer 

2C_1125/2014 vom 9. September 2015 E. 4.6.2). Bei schlechten finanziellen 

Verhältnissen können auch Beiträge von bloss symbolischer Natur ausreichen (BGer 

2C_493/2018 vom 9. Dezember 2019 E. 4.2). Ins Gewicht fällt, ob sich der Pflichtige in 

einer ihm vorwerfbaren Weise nicht um Einkommen bemüht, das ihm erlaubt, seine 

Unterhaltsleistungen erbringen zu können (BGer 2C_904/2018 vom 24. April 2019 

E. 4.3). Das Bundesgericht hat in einem Entscheid festgehalten, dass die Überlegungen 

der dortigen Vorinstanz, wonach eine signifikante Unterstützung notwendig sei, dazu 

führen würden, dass finanziell besser gestellte ausländische Personen ohne sachlichen 

Grund beim weiteren Aufenthalt besser behandelt würden als weniger gut gestellte 

(BGer 2C_1125/2014 vom 9. September 2015 E. 4.6.2).

5.2.2. 

Aufrechterhaltung der Beziehung trotz Distanz

Die Möglichkeit, das Besuchsrecht vom Ausland her auszuüben, darf gemäss 

5.2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/20

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Bundesgericht nicht nur rein theoretisch bestehen, sondern ist im konkreten Fall zu 

untersuchen. Dabei ist namentlich dem Alter der Betroffenen, deren finanziellen Mitteln, 

den zur Verfügung stehenden Kommunikations- und Transportmöglichkeiten sowie der 

Distanz zwischen den Wohnorten Rechnung zu tragen. Die praktische Unmöglichkeit, 

die persönliche Beziehung zu unterhalten, ist dann als gegeben zu betrachten, wenn 

das Land des besuchsberechtigten Ausländers sehr weit von der Schweiz entfernt liegt 

(z.B. Mexiko in BGE 144 I 91 E. 5.2.3).

Tadelloses Verhalten

Geht es darum, dass eine Bewilligung beantragt wird, um das Besuchsrecht des in der 

Schweiz verbleibenden Elternteils zu erleichtern, ist zu prüfen, ob das Verhalten des 

grundsätzlich ausreisepflichtigen Elternteils als tadellos im Sinn der Rechtsprechung 

gelten kann. An einem tadellosen Verhalten fehlt es, wenn die betroffene Person in 

einer ihr vorwerfbaren Weise über eine längere Dauer Sozialhilfegelder bezieht oder 

bezogen hat (BGer 2C_870/2018 vom 13. Mai 2019 E. 4.3).

5.2.4. 

Tatsächliches5.3. 

Besonders enge affektive und wirtschaftliche Eltern-Kind-Beziehung

Die KESB X.__ genehmigte am 18. März 2016 einen Unterhaltsvertrag der Eltern. 

Demnach verpflichtete sich der Vater, dem Beschwerdeführer bis zum 6. Altersjahr 

monatlich CHF 430 zuzüglich Kinderzulage zu bezahlen. Als Basis dafür diente das 

damalige Bruttoeinkommen des Vaters von rund CHF 66'000. In der Folge überwies 

der Vater der Mutter bis mindestens April 2017 CHF 630 pro Monat (vi-act. 9.1). Ab 

1. Mai 2019 musste ein Teil der Alimente bevorschusst werden (MA RE 42). Im Jahr 

2020 bezahlte der Vater CHF 300 pro Monat (vi-act. 9.5). Angesichts des im 

Unterhaltsvertrag erwähnten Bruttoeinkommens des Vaters von CHF 66'000 ist von 

knappen finanziellen Verhältnissen auszugehen. Anfänglich, als der Vater noch keine 

weiteren Kinder zu unterstützen hatte, kam er seinen finanziellen Verpflichtungen 

gegenüber seinem Sohn vollumfänglich nach. Dass es mit der Erweiterung seiner 

Familie (Ehefrau und zwei weitere Kinder) zunehmend schwierig wurde, den vollen 

Unterhaltsbeitrag von CHF 430 für den Beschwerdeführer zu bezahlen, liegt auf der 

Hand. Vor diesem Hintergrund erscheinen die monatlichen Zahlungen von CHF 300 

nicht nur einen symbolischen Beitrag darzustellen, sondern liegen an der oberen 

Grenze seiner finanziellen Leistungsfähigkeit. Dem Vater, der einer Erwerbstätigkeit in 

vollem Umfang nachgeht, kann nicht vorgeworfen werden, er bemühe sich nicht um 

Einkommen. Vielmehr erbringt er seine Unterhaltsleistungen, soweit es ihm möglich 

und zumutbar ist, womit eine besonders enge Beziehung in wirtschaftlicher Hinsicht 

5.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/20

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gegeben ist.

Die knappen finanziellen Verhältnisse des Vaters wirken sich sodann auch auf die 

Ausübung des Besuchsrechts aus. Bei der Regelung des Unterhalts wurde auf die 

Festlegung eines Besuchsrechts verzichtet. Offenbar gab es keinen Regelungsbedarf, 

da sich die Eltern einvernehmlich einigen konnten und bis heute können. Da es auf die 

tatsächlich gelebte familiäre Beziehung in affektiver Hinsicht ankommt, steht das 

Fehlen gerichtlicher oder behördlicher Anordnungen dem nicht entgegen. Wie die 

Beschwerdeführer zutreffend ausführen, stellt jeder Besuch des in Q.__ wohnhaften 

Vaters bei seinem Sohn in M.__ eine Belastung seines engen finanziellen Budgets dar. 

Umgekehrt verfügt auch die sozialhilfeabhängige Beschwerdeführerin nicht über 

ausreichend Geld, um mit ihrem Sohn (häufig) nach Q.__ zu fahren. Vor diesem 

Hintergrund ist den regelmässigen Besuchen des Vaters bei seinem Sohn alle zwei bis 

drei Wochen (17 Besuche in 10 Monaten) ein höheres Gewicht beizumessen; dies nicht 

zuletzt auch aufgrund der Situation mit seiner "neuen" Familie. Wie aus dem Schreiben 

eines die Familie betreuenden Mitglieds des Solidaritätsnetzes X.__ hervorgeht, kenne 

sie den Vater seit dem Zuzug der Mutter nach M.__. In den ersten Jahren sei er sehr 

häufig nach M.__ zu Besuch gekommen. Später habe er sich wegen seiner neuen 

Familie etwas zurückgezogen; trotzdem pflege er den Kontakt zu seinem Sohn 

weiterhin intensiv (vgl. act. 7/6). Hinzu kommen die beinahe täglichen Telefonate des 

Vaters mit dem Sohn. Auch diese sind ein deutliches Indiz für eine besonders enge 

Beziehung in affektiver Hinsicht. Der Vater zeigt seit der Geburt seines Sohnes bis 

heute ein ernsthaftes Interesse an einer persönlichen Beziehung zu ihm; sein Gedeihen 

liegt ihm ernsthaft am Herzen. Aufgrund der unter erschwerten Umständen (finanzielle 

Verhältnisse, Zweitfamilie des Vaters) im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren 

wahrgenommenen regelmässigen Besuche und sehr häufigen Telefonate ist im 

konkreten Fall davon auszugehen, dass zwischen Vater und Sohn eine tatsächlich 

gelebte intakte und enge persönliche und damit schützenswerte Beziehung besteht.

Aufrechterhaltung der Beziehung trotz Distanz

Aufgrund der grossen Distanz zwischen der Schweiz und Nigeria und den finanziell zur 

Verfügung stehenden Mitteln muss vorliegend davon ausgegangen werden, dass die 

heute bestehende enge persönliche Beziehung zum Vater bei einer Wegweisung des 

Beschwerdeführers nach Nigeria praktisch nicht aufrechterhalten werden könnte. 

Anders als bei der Wegweisung in Nachbarstaaten der Schweiz oder generell 

europäische Länder, wo Besuche nicht bereits aus geographischen Gründen beinahe 

ausgeschlossen sind (vgl. BGer 2C_589/2021 vom 20. September 2021 E. 5.3.2), sind 

5.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/20

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Kurz- oder auch Ferienaufenthalte des Vaters in Nigeria oder des Beschwerdeführers in 

der Schweiz mit hohen Kosten und auch zeitlichem Aufwand verbunden. Telefonate 

wären wohl weiterhin möglich. Diese vermögen aber die seit Geburt gepflegten 

regelmässigen persönlichen Kontakte nicht zu ersetzen (vgl. BGer 2C_589/2021 vom 

20. September 2021 E. 5.3.2). Es ist dem Beschwerdeführer somit nicht zuzumuten, die 

familiäre Beziehung zum Vater vom Ausland aus zu pflegen.

Tadelloses Verhalten

Die Beschwerdeführerin hält sich mittlerweile seit sieben Jahren in der Schweiz auf, 

wobei sowohl während des Asylverfahrens als auch nach Abschluss desselben – eine 

Wegweisung wurde bisher nicht ausgesprochen – kein illegaler Aufenthalt vorliegt . Ihr 

Verhalten ist tadellos. Dass es im Zusammenhang mit der Alimentenbevorschussung 

anfänglich zum Bezug von zu hohen Sozialhilfeleistungen kam, ist auf ein 

Missverständnis zurückzuführen. Die Beschwerdeführerin hat denn die zu viel 

erhaltenen Gelder mittlerweile auch anstandslos zurückbezahlt (MA RE 285). Der Bezug 

von Sozialhilfe ergibt sich zwingend aus ihrem Status als abgewiesene Asylbewerberin 

und dem damit verbundenen Arbeitsverbot und kann der Beschwerdeführerin nicht 

zum Vorwurf gereichen, was auch die Vorinstanz anerkennt. Die Ausführungen der 

Vorinstanz, dass die Beschwerdeführerin im Hinblick auf eine mögliche Erteilung einer 

Aufenthaltsbewilligung keine Bemühungen im Hinblick auf eine wirtschaftliche, 

sprachliche und soziale Integration tätige, wurden im Beschwerdeverfahren widerlegt. 

Gemäss Angaben des Solidaritätsnetzes X.__ (act. 7/6) bemüht sich die 

Beschwerdeführerin seit Beginn ihres Aufenthalts in M.__, die deutsche Sprache zu 

erlernen. Bis heute besucht sie den Unterricht der Y.__-schule X.__. Zusätzlich nimmt 

sie an einem wöchentlichen Frauen-Deutschtreff teil. Im Niveau A2-Unterricht sei sie 

eine der besten Schülerinnen. Sodann arbeitet die Beschwerdeführerin seit 30. März 

2021 in einem Beschäftigungsprogramm, aktuell während zweieinhalb Tagen pro 

Woche (act. 7/9). Da der finanzielle Anreiz einer solchen Tätigkeit eher gering ist, lässt 

sich aus diesem Engagement auf ihre Leistungsbereitschaft und ihren 

Integrationswillen schliessen. Sozial ist sie gemäss Angaben des Solidaritätsnetzes in 

M.__ sehr gut integriert. Sie pflegt Kontakte zur Pfarrei, zum Solidaritätsnetzwerk und 

zu anderen Müttern. Die Prognose der Vorinstanz, dass die Beschwerdeführerin bei 

Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung auf absehbare Zeit weiterhin von der Sozialhilfe 

abhängig sein werde, lässt sich aufgrund dieser positiven Schilderungen nicht 

aufrechterhalten. Dabei handelt es sich lediglich um eine Hypothese. Eine konkrete 

Gefahr der Sozialhilfeabhängigkeit im Sinn eines Widerrufsgrundes (vgl. Art. 62 Abs. 1 

5.3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/20

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6. Kosten

lit. e AuG) liegt nicht vor. Auch der Beschwerdeführer ist bestens integriert. Er wurde 

hier in der Schweiz geboren, besuchte die Spielgruppe und ist mittlerweile eingeschult.

Öffentliches Interesse

Als öffentliches Interesse fällt einzig jenes an einer regulierten Zuwanderung in 

Betracht, welches vorliegend – im Vergleich zu den erheblichen privaten Interessen des 

Beschwerdeführers und seiner Familie – nicht als besonders hoch zu gewichten ist. 

Angesichts der intakten, engen persönlichen Beziehung in affektiver und 

wirtschaftlicher Hinsicht zwischen dem Beschwerdeführer und dem Vater, die im Fall 

einer Wegweisung nicht aufrechterhalten werden könnte, sowie des tadellosen 

Verhaltens der Beschwerdeführerin, die ihr Heimatland zudem vor bald 20 Jahren 

verliess und dort über keine sozialen Kontakte mehr verfügt, überwiegen im konkreten 

Fall die privaten Interessen am Verbleib in der Schweiz, weshalb eine Wegweisung der 

Beschwerdeführer nach Nigeria deren Recht auf Familienleben in unzulässiger Weise 

verletzt.

5.3.4. 

Zusammenfassung

Zusammenfassend ergibt sich gestützt auf das Recht auf Familienleben (Art. 8 EMRK 

und Art. 13 BV) und unter gebührender Berücksichtigung des vorrangigen Kindeswohls 

ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, damit 

seine intakte enge Beziehung zum Schweizer Vater weiterhin gewahrt werden kann. 

Verfügt indessen der Beschwerdeführer über ein Aufenthaltsrecht, begründet dies 

einen Anspruch der sorge- und obhutsberechtigten Beschwerdeführerin auf Erteilung 

einer Aufenthaltsbewilligung (umgekehrter Familiennachzug). Die Beschwerde ist somit 

gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist, und Ziffer 1 des angefochtenen Entscheids 

der Vorinstanz vom 12. März 2021 aufzuheben. Das Migrationsamt ist anzuweisen, den 

Beschwerdeführern eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen und diese dem SEM zur 

Zustimmung zu unterbreiten (Art. 99 AuG in Verbindung mit Art. 3 lit. f der Verordnung 

des EJPD über die dem Zustimmungsverfahren unterliegenden ausländerrechtlichen 

Bewilligungen und Vorentscheide, SR 142.201.1).

5.4. 

Amtliche Kosten

Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des Rekurs- und des 

Beschwerdeverfahrens vom Staat (Migrationsamt) zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Die 

von der Vorinstanz festgesetzte Entscheidgebühr von CHF 1'000 ist unbestritten und 

nicht zu beanstanden. Für den Beschwerdeentscheid ist eine Gebühr von CHF 2'000 

6.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/20

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, und der 

angefochtene Entscheid der Vorinstanz vom 12. März 2021 wird aufgehoben.

angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf deren 

Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).

Ausseramtliche Kosten

Die Beschwerdeführer sind für das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren 

ausseramtlich zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98  VRP). Ihre 

Rechtsvertreterin hat keine Kostennoten eingereicht. In der Verwaltungsrechtspflege 

beträgt das Honorar pauschal CHF 500 bis CHF 6'000 vor Verwaltungsbehörden und 

CHF 1'000 bis CHF 15'000 vor Verwaltungsgericht, Verwaltungsrekurskommission und 

Versicherungsgericht (Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. a und b der Honorarordnung für 

Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75, HonO). Innerhalb dieses Rahmens 

wird das Grundhonorar nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und 

Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen 

Verhältnissen der Beteiligten bemessen (Art. 19 HonO). Die Pauschale in 

ausländerrechtlichen Verfahren, in denen über das Anwesenheitsrecht zu befinden ist, 

bewegt sich in der Regel für das Rekursverfahren in der Grössenordnung von 

CHF 1'000 bis CHF 2'500 und für das Beschwerdeverfahren in der Höhe von 

CHF 2'500. Mit diesen Pauschalansätzen wird auch Art und Umfang der üblicherweise 

erforderlichen Bemühungen Rechnung getragen. Gründe, um im vorliegenden Fall 

davon abzuweichen, liegen nicht vor. Von der Vorinstanz wurde die zufolge 

unentgeltlicher Rechtspflege um einen Fünftel gekürzte Entschädigung auf CHF 1'500 

(inkl. Barauslagen, zuzüglich Mehrwertsteuer) festgesetzt. Die Höhe der Entschädigung 

wurde in der Beschwerde nicht beanstandet. Aufgrund des Obsiegens ist nun die volle 

Entschädigung von CHF 1'875 (inkl. Barauslagen) geschuldet. Für das 

Beschwerdeverfahren ist die volle Entschädigung auf CHF 2'600 (inkl. Barauslagen, 

Art. 28  Abs. 1 HonO) festzusetzen. Ein Antrag auf Mehrwertsteuerzuschlag wurde 

weder im Rekurs- noch im Beschwerdeverfahren gestellt (vgl. Art. 29 HonO). Der Staat 

(Migrationsamt) hat die Beschwerdeführer dementsprechend für das Rekursverfahren 

mit CHF 1'875 (inkl. Barauslagen, ohne Mehrwertsteuer) und für das 

Beschwerdeverfahren mit CHF 2'600 (inkl. Barauslagen, ohne Mehrwertsteuer) zu 

entschädigen.

6.2. 

bis

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.

Das Migrationsamt wird angewiesen, der Beschwerdeführerin und dem 

Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen und die Gesuche dem 

Staatssekretariat für Migration zur Zustimmung zu unterbreiten.

3.

Die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von CHF 1'000 und des 

Beschwerdeverfahrens von CHF 2'000 trägt der Staat. Auf die Erhebung wird 

verzichtet.

4.

Der Staat (Migrationsamt) entschädigt die Beschwerdeführer ausseramtlich für das 

Rekursverfahren mit CHF 1'875 (ohne Mehrwertsteuer) und für das 

Beschwerdeverfahren mit CHF 2'600 (ohne Mehrwertsteuer).

 

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 28.10.2021
	Ausländerrecht, Nichterteilung einer Aufenthaltsbewilligung, Recht auf Familienleben, Art. 13 BV (SR 101), Art. 8 EMRK (SR 0.101). Die Beschwerdeführer (Mutter und Sohn) stammen aus Nigeria, der Vater ist Schweizer. Die Eltern waren nie verheiratet und leben seit Geburt des Kindes getrennt. Mutter und Sohn halten sich seit rund sieben Jahren in der Schweiz auf und verfügten hier bis anhin über kein Aufenthaltsrecht. Im Zusammenhang mit der Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK bildet das Bestehen einer besonders engen Eltern-Kind-Beziehung in affektiver wie wirtschaftlicher Hinsicht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein Kriterium. Für den Verbleib des besuchsberechtigten Elternteils in der Schweiz genügen Eltern-Kind-Kontakte im Rahmen eines üblichen Besuchsrechts, während dem sorge- und obhutsberechtigten Elternteil samt Kind bei gleichartigen Kontakten des Kindes zum besuchs- und aufenthaltsberechtigten anderen Elternteil kein Bleiberecht zusteht. Bei aus Sicht des Kindes gleich schützenswerter Beziehung zum besuchsberechtigten Elternteil wird damit eine Ungleichheit geschaffen, für die in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine nachvollziehbare Begründung ersichtlich ist (E. 5.2.1). Bei der wirtschaftlichen Eltern-Kind-Beziehung fällt ins Gewicht, ob sich der Pflichtige in einer ihm vorwerfbaren Weise nicht um Einkommen bemüht, das ihm erlaubt, seine Unterhaltsleistungen erbringen zu können. Die Anforderungen an das Ausmass der affektiven und wirtschaftlichen Beziehungen, die der Ausländer zu seinem Kind unterhalten soll, müssen sich im Rahmen des Möglichen und Vernünftigen bzw. Zumutbaren bewegen (E. 5.2.2). In der zu beurteilenden Konstellation, wo es um die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung eines ausländischen Kindes, dessen besuchsberechtigter Elternteil über ein gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schweiz verfügt, und – gestützt auf den umgekehrten Familiennachzug – von dessen ausländischer Mutter geht, genügt daher nach Ansicht des Verwaltungsgerichts für die Annahme einer besonders engen Beziehung in affektiver Hinsicht das im vorliegenden Fall

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	tatsächlich gelebte Besuchsrecht zwischen Vater und Sohn, das aufgrund knapper wirtschaftlicher Verhältnisse und grosser Distanz alle zwei bis drei Wochen ausgeübt wird. Angesichts der vollen Erwerbsfähigkeit des Vaters, der verheiratet ist und weitere Kinder hat, stellen monatlichen Zahlungen in der Grössenordnung von 70 Prozent des Unterhaltsbeitrags mehr als nur einen symbolischen Beitrag dar und liegen an der oberen Grenze der finanziellen Leistungsfähigkeit (E. 5.3.1). Aufgrund der grossen Distanz zwischen der Schweiz und Nigeria und den finanziell zur Verfügung stehenden Mitteln muss davon ausgegangen werden, dass die heute bestehende enge persönliche Beziehung zum Vater bei einer Wegweisung des Beschwerdeführers nach Nigeria praktisch nicht aufrechterhalten werden könnte (E. 5.3.2). Gutheissung der Beschwerde (Verwaltungsgericht, B 2021/83).

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		2025-07-19T02:19:45+0200
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