# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d28440ac-43f1-5d8a-8951-3b09a1d4344d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.12.2011 E-6522/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6522-2007_2011-12-20.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­6522/2007

U r t e i l   v om   2 0 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz),
Richterin Nina Spälti Giannakitsas, 
Richterin Gabriela Freihofer,
Gerichtsschreiberin Sarah Diack.

Parteien A._______, geboren am (…),
dessen Ehefrau
B. _______, geboren am (…)
und deren Kinder
C. _______, geboren am (…),
D. _______, geboren am (…),
Irak,
(…),
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 30. August 2007 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Die  Beschwerdeführenden  –  aus  Mosul,  Ninive,  stammende  arabische 
Sunniten  irakischer  Staatsangehörigkeit  –  verliessen  ihren  Heimatstaat 
angeblich  am  1.  Mai  2007  und  gelangten  über  Syrien,  die  Türkei  und 
ihnen  unbekannte  Länder  am  7.  Mai  2007  in  die  Schweiz,  wo  sie 
gleichentags im Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ um 
Asyl nachsuchten. Am 18. Mai 2007 wurden sie summarisch befragt und 
am 
26. Juni 2007 eingehend zu  ihren Asylgründen angehört. Für die Dauer 
des  Asylverfahrens  wurden  sie  mit  Verfügung  vom  21. Mai  2007  dem 
Kanton F._______ zugewiesen.

Der Beschwerdeführer führte im Wesentlichen aus, sich im Irak vom (…) 
2006  bis  zum  (…)  2007  im Auftrag  einer  renommierten  [ausländischen] 
Firma  als  Chauffeur  betätigt  und  in  dieser  Funktion  morgens 
[ausländische]  Arbeiter  zum  Saddam­Palast  und  von  dort  wieder  nach 
Hause  gefahren  zu  haben.  Diese  Arbeiter  hätten  [Arbeiten]  für  die 
amerikanischen Soldaten, die sich im Palast befunden hätten, verrichtet. 
Zehn Tage  vor  seiner Ausreise aus dem  Irak,  am 20. April  2007,  seien 
während seiner Rückfahrt an einer Ampel zwei Fahrzeuge, ein BMW und 
ein Opel, aufgetaucht. Anschliessend seien vermummte Personen – die 
sich "Musahidin" genannt hätten und von denen niemand wisse, wer sie 
seien – ausgestiegen. Einer von ihnen habe ihn mit einer Pistole bedroht 
und  ihn  gezwungen,  auszusteigen.  Danach  sei  er  im  Kofferraum  des 
BMW  eingesperrt,  weggebracht  und  anschliessend  mit  verbundenen 
Augen in einen dunklen Raum gesperrt worden. Nach zwei Tagen hätten 
die Entführer  ihn aufgefordert, USD 100'000 zu bezahlen, ansonsten sie 
ihm  die  Kehle  durchschneiden  würden.  Er  sei  gezwungen  worden,  mit 
seinem  Mobiltelefon  beziehungsweise  demjenigen  der  Entführer  seine 
Verwandten anzurufen. Da er die geforderte Summe nicht aufzubringen 
im  Stande  gewesen  sei,  habe  er  sich  mit  den  Unbekannten  auf  USD 
50'000 geeinigt, die sein Cousin diesen anschliessend am 27. April 2007 
ausgehändigt habe. Schliesslich sei er nach diesen sieben Tagen bei der 
Moschee,  die  sich  in  der  Nähe  seines  Hauses  befinde,  freigelassen 
worden.  Er  habe  vorher  nie  Probleme  mit  den  Behörden  gehabt,  nur 
einmal  sei  er  in  der  Nähe  von  G._______  von  der  Polizei  angehalten 
worden.  Damals  habe  er  USD  17'000  bei  sich  gehabt,  die  Behörden 
hätten  diese  beschlagnahmt  und  ihn  festgenommen,  ihn  aber  nach  17 
Tagen,  die  er  im  Gefängnis  von  Mosul  verbracht  habe,  wieder 

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freigelassen  und  ihm  das  Geld  zurückgegeben.  Letzteres  Ereignis  sei 
aber nicht Gegenstand seines Asylgesuchs.

Die  Beschwerdeführerin  machte  selbst  keine  Asylgründe  geltend, 
bestätigt jedoch die Lösegelderpressung durch die "Musahidin" von USD 
50'000, anstatt der zuvor geforderten USD 100'000. Die Entführer hätten 
ihrem  Ehemann  ein  Mobiltelefon  gegeben,  womit  er  seine  Verwandten 
kontaktiert  habe.  Sie  sprach  ebenfalls  von  der  zuvor  einmal  erfolgten 
Festnahme  ihres  Ehemannes während  17  Tagen  aufgrund  der  bei  sich 
getragenen  USD  17'000  und  davon,  dass  sie  zehn  Tage  nach  seiner 
Freilassung den Irak verlassen hätten.

B. 
Mit  Verfügung  vom  30.  August  2007  –  eröffnet  am  31.  August  2007 – 
wies das BFM die Asylgesuche ab, ordnete indes infolge Unzumutbarkeit 
des  Wegweisungsvollzuges  die  vorläufige  Aufnahme  an.  Auf  die 
detaillierte  Begründung  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  in  den 
Erwägungen eingegangen. 

C. 
Mit  Beschwerde  vom  27.  September  2007  (Poststempel)  fochten  die 
Beschwerdeführenden  die  vorinstanzliche  Verfügung  beim 
Bundesverwaltungsgericht an und beantragten in materieller Hinsicht, es 
sei  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben,  es  sei  die 
Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  und  ihnen  Asyl  zu  gewähren, 
eventualiter sei festzustellen, dass die vorsorgliche Wegweisung in einen 
Drittstaat unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei und es sei ihnen zu 
erlauben,  das  Ende  des  Asylverfahrens  in  der  Schweiz  abzuwarten;  es 
sei  zudem  festzustellen,  dass  der  Wegweisungsvollzug  unzulässig, 
unzumutbar  und  unmöglich  sei.  In  formeller  Hinsicht  wurde  darum 
ersucht, die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen, 
ihnen die unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 
des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  zu  gewähren  und  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. 

Auf  die  Vorbringen  wird  –  soweit  urteilsrelevant  –  in  den  Erwägungen 
eingegangen.

D. 
Mit  Verfügung  vom  3.  Oktober  2007  verschob  die  zuständige 

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Instruktionsrichterin  den  Entscheid  über  das  Gesuch  um  unentgeltliche 
Prozessführung  im Sinne  von Art.  65 Abs.  1 VwVG auf  einen  späteren 
Zeitpunkt, wies das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung  im 
Sinne  von  Art.  65  Abs.  2  VwVG  ab  und  verzichtete  auf  die  Erhebung 
eines Kostenvorschusses. 

E. 
In  der  Vernehmlassung  vom  12.  Oktober  2007  hielt  die  Vorinstanz 
vollumfänglich  an  den  Erwägungen  der  angefochtenen  Verfügung  fest. 
Die Vernehmlassung wurde  den Beschwerdeführenden  am 16. Oktober 
2007 zur Kenntnis gebracht. 

F. 
Mit  Strafverfügung  des  [zuständigen  Amtes]  vom  (…)  2008  wurde  der 
Beschwerdeführer  des  "Führens  eines  Fahrzeuges  mit  ausländischem 
Führerausweis,  obwohl  er  den  schweizerischen  Führerausweis  hätte 
erwerben müssen" schuldig gesprochen und gebüsst.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). 
Betreffend  die  Beschwerdeführenden  liegt  kein  Auslieferungsersuchen 
vor. 

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1.2. Das Verfahren  richtet  sich  nach  dem VwVG,  soweit  das  VGG  und 
das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  AsylG,  Art. 48  Abs. 1,  Art.  50  sowie 
Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist  –  mit  nachfolgender 
Einschränkung – einzutreten.

1.4. Auf Rechtsbegehren,  für die seit Beginn des Beschwerdeverfahrens 
kein  Rechtsschutzinteresse  besteht,  wird  nicht  eingetreten.  Einer 
Beschwerde  gegen  den  Asylentscheid  des  BFM  kommt  aufschiebende 
Wirkung zu (Art. 55 Abs. 1 VwVG), ausser diese wurde entzogen (Art. 55 
Abs.  2  VwVG).  Letzteres  ist  vorliegend  nicht  der  Fall,  womit  auf  das 
Begehren, dieser Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen, wegen 
fehlenden  Rechtsschutzinteresses  nicht  einzutreten  ist.  Den 
Beschwerdeführenden  wurde  vom  BFM  wegen  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzuges  die  vorläufige  Aufnahme  gewährt.  Auf  das 
Begehren, es sei die  vorläufige Aufnahme anzuordnen,  ist  somit wegen 
des  fehlenden  Rechtsschutzinteresses  ebenfalls  nicht  einzutreten.  Die 
Beschwerdeführenden beantragten in diesem Zusammenhang neben der 
Feststellung  der  Unzumutbarkeit  zudem,  es  sei  die  Unzulässigkeit  und 
die Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. Diesbezüglich 
besteht  aufgrund  der  alternativen  Natur  der  Vollzugshindernisse  zum 
aktuellen  Zeitpunkt  auch  kein  Rechtsschutzinteresse,  da  sich  eine 
Prüfung  aller  Vollzugshindernisse  erst  im  Zeitpunkt  der  Aufhebung  der 
vorläufigen  Aufnahme  durch  die  Vorinstanz  rechtfertigt.  Deshalb  ist 
schliesslich auch auf dieses Begehren nicht einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 

3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 

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oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

4. 
Vorliegend  ist  zu  prüfen,  ob das BFM zu Recht  die Glaubhaftigkeit  und 
Asylrelevanz  der  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  verneint  und 
deren Asylgesuche abgewiesen hat.

4.1. 

4.1.1. Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid damit, die 
Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  seien  teils  widersprüchlich,  teils 
erfahrungswidrig und unlogisch und daher unglaubhaft. Namentlich habe 
der  Beschwerdeführer  betreffend  die  angebliche  Entführung  an  der 
Erstbefragung  angegeben,  diese  habe  sich  "in  der  Nähe"  der 
Verkehrsampel zugetragen, während er an der Anhörung "bei" der Ampel 
gesagt habe. Weiter habe er an der Erstbefragung von einem BMW und 
einem Opel gesprochen, die beide herangefahren seien, demgegenüber 
an  der  Anhörung  ausgesagt,  der  BMW  habe  bereits  bei  der  Ampel 
gestanden. Als ein paar vermummte Gestalten ausgestiegen seien, habe 
er rückwärtsfahren wollen; dies sei aber nicht möglich gewesen, weil ein 
Opel  hinter  ihm  gestanden  sei.  Darüber  hinaus  habe  der 
Beschwerdeführer  an  der  Erstanhörung  von  zwei  aktiv  beteiligten 
Fahrzeugen gesprochen, aus denen drei Männer ausgestiegen seien, an 
der Anhörung habe er aber gesagt, dass lediglich aus dem BMW ein paar 
Leute ausgestiegen seien. Betreffend seiner Aussage, er sei gezwungen 

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worden, seine Verwandten anzurufen, sei widersprüchlich, dass er an der 
Erstbefragung  ausgesagt  habe,  sein  eigenes Mobiltelefon  dabei  gehabt 
zu  haben,  demgegenüber  an  der  Anhörung  vorgebracht  habe,  die 
Entführer  hätten  ihm  ein  Telefon  überreicht.  Auch  die  Zeitperiode 
zwischen  seiner  angeblichen  Freilassung  und  seiner  Ausreise  stimme 
nicht  überein,  da  er  an  der  Erstbefragung  angegeben  habe,  er  sei  mit 
seiner  Familie  zwei  oder  drei  Tage  nach  seiner  Freilassung  ausgereist, 
an der Anhörung  indes zu Protokoll  gegeben habe, er sei  für drei Tage 
bei  seinen Eltern  verblieben und habe danach das Land  verlassen. Die 
Beschwerdeführenden  hätten  weiter  angegeben,  der  Beschwerdeführer 
sei  am  20. April  2007  entführt,  sieben  Tage  später  wieder  freigelassen 
worden  und  am  1. Mai  2007  ausgereist.  Diese  Zeitrechnung  sei 
unsubstantiiert,  da  zwischen  den  beiden  Daten  mehr  als  die 
veranschlagten Tage liegen würden. Das Vorgehen,  illegal aus dem Irak 
auszureisen,  obwohl  angeblich  keine  Probleme  mit  den  Behörden 
bestanden hätten, widerspreche überdies der allgemeinen Erfahrung und 
Logik des Handelns. Dies sei unrealistisch, da bei einer illegalen Einreise 
nach Syrien, in Fällen wie den vorliegenden, die Nachteile die Vorteile bei 
weitem  überwiegen  würden.  Die  vorgebrachten  Reiseumstände  –  mit 
[zwei  Kindern  in  jungem  Alter]  versteckt  in  einem  Lastwagen  von  der 
Türkei  bis  in  die  Schweiz  zu  fahren  –  seien  ebenso  unrealistisch. 
Insgesamt seien die Asylvorbringen somit unglaubhaft, weshalb auf deren 
Asylrelevanz nicht einzugehen sei. 

4.1.2. Den  Wegweisungsvollzug  erachtete  die  Vorinstanz  aufgrund  der 
allgemeinen  Sicherheitslage  im  Irak  im  gegenwärtigen  Zeitpunkt  als 
unzumutbar  und  ordnete  die  vorläufige  Aufnahme  der 
Beschwerdeführenden an.

4.2.  Die  Beschwerdeführenden  hielten  dem  in  ihrer  Beschwerde 
entgegen,  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  seien  hinsichtlich  der 
Substanziiertheit  ihrer  Vorbringen  bei  genauerer  Betrachtung  wenig 
überzeugend. Als erster Widerspruch seien die Begriffe "in der Nähe" und 
"beim" aufgeführt worden. Sinngemäss führten sie hierzu aus, dass diese 
beiden  Termini  dieselbe  Bedeutung  hätten,  zumal  es  sich  um  eine 
Definitionsfrage  handle. Weiter  habe  der  Beschwerdeführer  –  entgegen 
der  vorinstanzlichen  Erwägung  –  an  der  Anhörung  nicht  von  einem 
stehenden BMW gesprochen, sondern davon, dass dieser herangefahren 
sei. So habe er dann auch an der Erstbefragung und an der Anhörung in 
kongruenter  Weise  von  beiden  Autos  gesprochen  (BMW  und  Opel). 
Während  der Entführung  habe man  ihm ein Telefon  gegeben, wobei  er 

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davon  ausgegangen  sei,  es  handle  sich  um  sein  eigenes,  da  die 
Entführer  die  zu wählende Telefonnummer  nicht  gekannt  hätten. Es  sei 
schwierig gewesen mit verbundenden Augen zu unterscheiden, welches 
Telefon er in der Hand gehabt habe. Zudem habe ja auch die SIM­Karte 
ausgewechselt werden  können. Vor  allem aber  habe er  sich  zu diesem 
Zeitpunkt  in einer sehr schwierigen Situation befunden, da die Entführer 
ständig seinen Tod erwähnt hätten; somit habe es ihm sein Zustand nicht 
erlaubt,  die  Mobiltelefone  zu  unterscheiden.  Weiter  seien  bezüglich 
seinen  Ausführungen  zu  seiner  Freilassung  und  der  anschliessenden 
Ausreise  keine  Widersprüche  ersichtlich;  da  er  an  der  Anhörung  nicht 
nach  dem  Übernachtungsort  gefragt  worden  sei,  habe  er  diesen  auch 
nicht erwähnt. Nach seiner Freilassung sei er jedoch mit seiner Familie zu 
seinen  Eltern  gereist,  wo  sie  drei  Tage  geblieben  seien,  bevor  sie  den 
Irak  illegal  verlassen  hätten.  Seine  Zeitrechnung  sei  überdies  entgegen 
der  Meinung  des  BFM  nicht  unsubstantiiert,  da  er  am  20.  April  2007 
entführt worden und am 28. April 2007, nach sieben Tagen, freigelassen 
worden  sei  (wobei  er  den  21. April  als  Tag  "eins"  berechnet  habe). 
Danach seien sie drei Tage, das heisst bis zum 30. April 2007 bei seinen 
Eltern gewesen und am 1. Mai  2007 hätten  sie den  Irak  verlassen. Die 
legale Einreise nach Syrien sei zudem nicht möglich gewesen, da diese 
über  arabische Gebiete,  die  zur Provinz Mosul  gehörten,  hätte  erfolgen 
müssen.  Da  diese  Gebiete  aber  zeitweise  von  Terroristen  kontrolliert 
würden, sei das Risiko zu gross gewesen. Die Reise durch verschiedene 
Länder  sei  hart  gewesen;  sie  hätten  aber  keine  andere  Möglichkeit 
gehabt.  Ihre  Vorbringen  seien  asylrelevant,  da  aufgrund  der 
unübersichtlichen  chaotischen  Verhältnisse  im  Irak  nicht  von  einer 
funktionierenden Staatsgewalt gesprochen werden könne und daher nicht 
ausreichend Schutz vor Verfolgung geboten sei. Die "Musahidin", die den 
Beschwerdeführer  verfolgen  würden,  würden  zwar  keine  staatliche 
Organisation  darstellen,  könnten  jedoch  ebenso  wenig  als  privater 
Machtapparat identifiziert werden. 

5. 
Nachfolgend werden die Vorbringen des Beschwerdeführers zunächst auf 
ihre Glaubhaftigkeit und anschliessend auf ihre Asylrelevanz hin geprüft. 

5.1. Der Beschwerdeführer machte hinsichtlich seiner Tätigkeit als Fahrer 
durchaus  substantiierte  Angaben  (vgl.  A17  S. 7  ­  9).  Auch  die  geltend 
gemachte  Entführung  und Erpressung  umschrieb  er  detailreich  (vgl.  A2 
S.4 und 5, A17 S.9, 13, 14). Zudem sind bei sorgfältiger Aktendurchsicht 
die von der Vorinstanz aufgezeigten Widersprüchlichkeiten teilweise nicht 

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ersichtlich.  So  sind  die  Erwägungen  hinsichtlich  der  sich  angeblich 
zuwiderlaufenden  Begriffe  "beim"  und  "in  der  Nähe"  spitzfindig,  da  sich 
deren  Bedeutung  nicht  grundsätzlich  unterscheidet.  So  sind  denn  auch 
die Aussagen des Beschwerdeführers  anlässlich  der Erstbefragung und 
der Anhörung durchaus kongruent, da er – entgegen der Formulierung in 
den  vorinstanzlichen  Erwägungen  –  zweimal  aussagte,  der  BMW  sei 
herangefahren. Auch hinsichtlich des Opels sind keine Widersprüche zu 
erkennen;  das  BFM  wiederholt  lediglich  die  Aussagen  des 
Beschwerdeführers,  ohne  den  angeblich  widersprüchlichen  Punkt  zu 
erläutern. Zudem ist nicht logisch nachvollziehbar, wie die Vorinstanz aus 
der  Aussage  des  Beschwerdeführers  –  der  Opel  sei  hinter  ihm 
gestanden,  als  er  rückwärts  habe  fahren wollen  –  herausliest,  dass  der 
Opel  schon  bei  der  Ankunft  des  Beschwerdeführers  bei  der  Ampel 
gestanden  sei.  So  wirkt  denn  auch  das  Argument  der  Vorinstanz,  der 
Beschwerdeführer  habe  einmal  von  einem  und  einmal  von  zwei  aktiv 
beteiligten  Fahrzeugen  gesprochen,  gesucht.  Vielmehr  hat  der 
Beschwerdeführer  das  Geschehnis  an  der  Erstbefragung  und  der 
Anhörung  lediglich  zweimal  mit  unterschiedlichen  Sätzen  berichtet; 
daraus  alleine  kann  aber  nicht  ein  Widerspruch  abgeleitet  werden. 
Sodann  lässt  sich  auch  –  entgegen  der  Erwägung  des  BFM  –  kein 
Widerspruch  zwischen  den  Aussagen,  er  sei  nach  zwei  bis  drei  Tagen 
nach  seiner  Freilassung  ausgereist,  und  der  Aussage,  er  sei  nach  der 
Freilassung drei  Tage bei  seinen Eltern  verblieben,  erkennen. Auch die 
vorinstanzliche Erwägung, zwischen dem 20. April 2007 und dem 1. Mai 
2007 lägen mehr als die veranschlagten Tage (11 statt der vorgebrachten 
sieben und drei Tage, also insgesamt 10), bleibt spitzfindig und überzeugt 
als  Argument  für  die  Unglaubhaftigkeit  der  Aussagen  des 
Beschwerdeführers nicht. 

5.2.   Den Vorbringen des Beschwerdeführers  lassen sich aber durchaus 
deutliche  Unstimmigkeiten  entnehmen.  So  sind  seine  Ausführungen  im 
Zusammenhang  mit  dem  Mobiltelefon  nicht  logisch  nachvollziehbar. 
Soweit  er  vorbringt,  die  Entführer  hätten  die  Telefonnummer  nicht 
gekannt,  und  gleichzeitig  aussagt,  er  habe  mit  verbundenen  Augen 
telefoniert, ist unglaubhaft, dass er – ohne etwas zu sehen – die Nummer 
gewählt  haben  will.  Seine  entsprechenden  Erklärungsversuche  bleiben 
sodann  erfolglos:  Aufgrund  der  allgemeinen  Lebenserfahrung  erscheint 
die Unterscheidung von Mobiltelefonen aufgrund des Tastsinns durchaus 
möglich, und es hätte sich um einen seltenen Zufall gehandelt, wenn die 
Entführer  dasselbe  Mobiltelefonmodell  besessen  hätten.  Ebenso  wenig 
ist  ersichtlich, wieso die Entführer  sich die Mühe hätten nehmen sollen, 

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die SIM­Karte auszuwechseln. Sein Vorbringen, er habe sich zu diesem 
Zeitpunkt in einer sehr schwierigen Lage befunden, weil man ihm mit dem 
Tod gedroht habe, vermag diese Ungereimtheiten nicht aus dem Weg zu 
räumen. Zudem sagte die Beschwerdeführerin aus, die Entführer hätten 
ihm ein Mobiltelefon ausgehändigt (vgl. A18 S. 9).

Sodann  kann  zwar  seine  weitere  Schilderung  an  der  Anhörung,  die 
Entführer hätten ihm befohlen, die Binde nach 15 Minuten abzunehmen, 
und  er  habe  entgegnet,  dass  er  keine  Uhr  dabei  habe  (vgl.  A17  S. 9), 
aufgrund  ihres  Charakters  als  freie  Assoziation  durchaus  als 
Realkennzeichen  gewertet werden. Auch  ist  anzumerken,  dass  sich  die 
Aussagen  der  Beschwerdeführerin  betreffend  Geldsumme,  der  Anzahl 
Inhaftierungstage und der verstrichenen Zeitspanne vom Ereignis bis zur 
Ausreise  grundsätzlich  mit  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers 
decken.  Doch  auch  diese  letztgenannten  Punkte  vermögen  die 
aufgezeigten Unstimmigkeiten letztlich nicht zu mindern. Des Weiteren ist 
nicht  nachzuvollziehen,  wieso  der  Beschwerdeführer  sich  hätte  damit 
zufrieden geben sollen, dass ihm ein Polizeibeamter telefonisch mitteilte, 
er könne nichts für ihn tun. Vielmehr wäre zu erwarten gewesen, dass er 
– oder  seine  Verwandten,  die  angeblich  das Geld  hergegeben  hatten – 
sich  persönlich  bei  den  Polizeibehörden  melden  würden.  Immerhin 
handelt  es  sich  bei  den  geltend  gemachten  USD 50'000  um  eine 
ansehnliche  Geldsumme,  und  daher  erscheint  dieses  Verhalten  der 
allgemeinen Lebenserfahrung widersprechend. Im Übrigen wäre vor dem 
Hintergrund  der  teilweise  sehr  substantiierten  Ausführungen  des 
Beschwerdeführers  auch  zu  erwarten  gewesen,  dass  er  die 
Geldübergabe an sich oder die Hintergründe, wie und woher das Geld in 
so kurzer Zeit aufgetrieben werden konnte, erwähnt hätte. 

5.3. Eine  abschliessende  Beurteilung  der Glaubhaftigkeit  der  Aussagen 
kann  jedoch  vorliegend  unterbleiben,  da  –  wie  nachfolgend  dargelegt – 
eine Asylrelevanz der Asylvorbringen jedenfalls zu verneinen ist. 

5.4. Die Beschwerdeführenden  stammen  aus  der  Stadt Mosul,  die  zum 
Zentralirak  gehört.  Die  Regierung  im  Zentralirak  kann  aufgrund  der 
prekären  Sicherheitslage,  derer  sie  bisher  nicht  Herr  wurde,  nicht  als 
funktionierend qualifiziert werden, womit dem irakischen Staat  in diesem 
Gebiet die Schutzfähigkeit abzusprechen ist (vgl. BVGE 2008/12, E. 6.8). 
Dem zitierten Grundsatzurteil  zufolge können Personen, die  für gewisse 
Institutionen  im Irak arbeiten und deswegen von den Aufständischen als 
Unterstützer  der  US­geführten  multinationalen  Truppen  im  Irak 

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wahrgenommen  werden,  teilweise  schwerwiegenden  Angriffen 
ausgesetzt  sein 
(E.  6.4.2).  Einem  neueren  offiziellen  Bericht  des  Danish  Immigration 
Service zufolge  reicht der ausgeübte Beruf einer Person  für sich alleine 
nicht  aus,  um  eine  konkrete  Gefährdung  zu  begründen  (Danish 
Immigration  Service,  Security  and  Human  Rights  in  South/Central  Iraq, 
September  2010,  S.  25  und  29).  Ob  der  Beschwerdeführer  aufgrund 
seiner Tätigkeit als Chauffeur, der [Arbeiter] zu amerikanischen Soldaten 
gefahren hat,  zu einer Risikogruppe gehörte,  kann  letztlich  jedoch offen 
bleiben. Jedenfalls gelingt es ihm nicht, darzulegen, dass die Erpressung 
und  Entführung  im  Zusammenhang  mit  seiner  Tätigkeit  als  Chauffeur 
stand. Er bringt zwar vor, die "Musahidin" hätten ihn gefragt, wieso er mit 
den  Amerikanern  arbeite  (vgl.  A17  S.  14),  und  ihm  gedroht,  ihn  zu 
schlagen,  wenn  er  weiterhin  mit  diesen  zusammenarbeiten  würde,  und 
sie  hätten  ihn  deshalb  als  Verräter  bezeichnet:  "Mi  hanno  detto  che  se 
fossi rimasto a lavorare con gli americani mi avvrebbero scozzato perché 
ero un traditore" (A2 S. 5). Diese alleinige Aussage vermag jedoch keine 
gegen  den  Beschwerdeführer  gerichtete  politische  Motivation  der 
"Musahidin" darzulegen. Zunächst verneinte der Beschwerdeführer selbst 
die Gefährlichkeit  seines Berufs  (vgl. A17 S. 13). Seinen Schilderungen 
zufolge  ist  sodann  vielmehr  anzunehmen,  dass  das  alleinige  Ziel  der 
Unbekannten  das  Erlangen  von  Lösegeld  war,  da  sich  seine 
Ausführungen vor allem um die geforderte Geldsumme drehen. Offiziellen 
Berichten  zufolge  sind  Entführungen,  die  mit  einer  Lösegeldforderung 
einhergehen,  aufgrund  des  Sicherheitsvakuums  insbesondere  im 
Zentralirak  an  der  Tagesordnung,  wobei  Erpressungen  grundsätzlich 
monetäre Interessen zu Grunde lägen, da bei politischen Verfolgungen in 
der Regel  keine  Lösegelder  verlangt würden  (U.S. Department  of  State 
Country  Report  on  Human  Rights  Practices  2010,  Iraq,  8.  April  2011, 
S. 5; Danish  Immigration Service, Security  and Human Rights  Issues  in 
Kurdistan  Region  of  Iraq  [KRI],  and  South/Central  Iraq  [S/C  Iraq],  Juli 
2009  S. 8  und  73;  Danish  Immigration  Service,  Security  and  Human 
Rights  in  South/Central  Iraq,  September  2010,  S.  15).  Daher  ist  davon 
auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  Opfer  von  kriminellen 
Machenschaften geworden ist, die als Begleiterscheinungen der prekären 
Sicherheitslage  im  Zentralirak  alltäglich  sind,  und  dass  die  Erpressung 
und  Entführung  folglich  aus  reinem  finanziellen  Interesse  und  nicht 
aufgrund  politisch  motivierter  Verfolgungsabsicht  geschah.  Dieser 
schlechten  Sicherheitssituation  im  Irak  trug  das  BFM Rechnung,  indem 
es dem Beschwerdeführer und seiner Familie wegen Unzumutbarkeit des 
Wegweisungsvollzugs  die  vorläufige  Aufnahme  gewährte.  Für  die 

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Bejahung  der  Asylrelevanz  fehlt  es  hier  jedoch  –  ungeachtet  der 
Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  –  an  der  erforderlichen 
Verfolgungsmotivation.  Bei  dieser  Sachlage  ist  es  sodann  auch  nicht 
relevant, ob die "Musahidin" als staatliche oder als nichtstaatliche Akteure 
qualifiziert werden.

6. 
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführenden nicht 
glaubhaft  gemacht  haben,  sie  hätten  ernsthafte Nachteile  im Sinne  von 
Art. 3 AsylG erlebt oder befürchten müssen oder müssten solche für die 
Zukunft  in  begründeter  Weise  befürchten.  Die  Vorinstanz  hat  die 
Asylgesuche der Beschwerdeführenden somit zu Recht abgelehnt. 

7. 

7.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2.  Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 
Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht 
angeordnet  (Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).

8. 
Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 
möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den 
gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]). Das BFM hat mit seiner Verfügung vom 30. August 2007 die 
vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführenden angeordnet. Eine weitere 
Erörterung  betreffend  des Wegweisungsvollzugs  erübrigt  sich  an  dieser 
Stelle.

9. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

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10. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 
den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Die 
Beschwerde  war  im  Zeitpunkt  ihrer  Einreichung  nicht  aussichtslos. 
Aufgrund  der  Akten  müssen  die  Beschwerdeführenden  auch  heute  als 
bedürftig  gelten.  Daher  sind  –  in  Gutheissung  des  Gesuchs  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65  Abs. 1 
VwVG – keine Verfahrenskosten zu erheben. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen. 

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Sarah Diack

 

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