# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4fc5c0a2-c8b7-5c23-9447-ef0ef13879b5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.04.2024 IV 2023/167
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2023-167_2024-04-25.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/167

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 31.05.2024

Entscheiddatum: 25.04.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 25.04.2024
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Prüfung eines Rentenanspruchs unter 
Berücksichtigung eines polydisziplinären Gutachtens. Prozentvergleich 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. April 
2024, IV 2023/167).

Entscheid vom 25. April 2024

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Tanja 

Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiberin Vera Kolb

Geschäftsnr.

IV 2023/167

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Anwander, Bahnhofstrasse 21, 

Postfach 1016, 9102 Herisau,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 2/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.

A.___ meldete sich im Juli 2014 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 10). Die 

Fachpersonen des Spitals B.___ berichteten am 25. Juni 2014, der Versicherte leide an 

einer Tendinopathie der langen Bicepssehne links mit Subluxation nach rezidivierenden 

Stürzen links, einer aktivierten Gelenksarthrose und einer Bursitis (Fremdakten act.  3-4 

f.). Die RAD-Ärztin Dr. med. C.___ notierte am 2. Februar 2015, dass der Versicherte 

gemäss den getätigten Abklärungen seit September 2014 wieder voll arbeite (IV-act. 

33). Am 2. März 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 37), sein 

Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen werde abgewiesen. Mit einem 

Vorbescheid vom 19. März 2015 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung seines Rentenbegehrens bei einem IV-Grad von 0% an (IV-act. 40). Am 18. 

Mai 2015 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt (IV-act. 41). Die Verfügung erwuchs 

unangefochten in Rechtskraft.

B.  

Am 17. Februar 2020 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-

Leistungen an (IV-act. 46). Bereits am 15. März 2019 hatte Dr. med. D.___ der 

orthopädischen Klinik des Spitals B.___ angegeben (IV-act. 66), der Versicherte leide 

an einem Schulterdistorsionstrauma rechts vor einer Woche. Der Versicherte sei vor 

einer Woche ausgerutscht und habe sich mit dem Arm aufgefangen, wobei er 

wahrscheinlich ein Aussenrotationstrauma, allenfalls auch ein Abstütztrauma auf die 

Hand, erlitten habe. Der Mechanismus sei nicht ganz klar. Dr. med. E.___ der 

Orthopädie F.___ hielt am 19. Februar 2020 fest (IV-act. 54), der Versicherte leide an 

einem Status nach arthroskopisch subakromialer Dekompression rechts sowie 

Knorpeldébridement, partieller AC-Resektion und Bizepstenotomie am 29.11.2019. Er 

habe erhebliche Schmerzen angegeben; es sei eine Infiltration geplant. Die 

B.a. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 3/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fachpersonen der Klinik für Kardiologie des Z.___ hatten bereits am 5. Juni 2019 

berichtet (IV-act. 62), beim Versicherten folgende Diagnosen erhoben zu haben: 

Koronare Dreigefässerkrankung, hypertensive Herzerkrankung, Ektasie der Aorta 

ascendens, psychosoziale Belastungssituation und Schulterkontusionstrauma rechts 

am 05.03.2019. Die Arbeitgeberin gab am 13. März 2020 an (IV-act. 72), der 

Versicherte sei vom 1. Januar 2008 bis zum 31. Dezember 2019 in einem 100%-

Pensum und vor der Gesundheitsschädigung in der Y.___ an der Y.___-linie tätig 

gewesen. Am 4. Dezember 2020 notierte Dr. E.___ (IV-act. 93), dem Versicherten gehe 

es bezüglich der Schmerzen besser, lediglich eine Restsymptomatik sei in der Schulter 

rechts sowie im Rückenbereich bzw. im ganzen Trapezius noch vorhanden. Der 

Versicherte nehme keine Schmerzmittel mehr, gehe jedoch noch zur Physiotherapie. 

Die Schulter weise eine annähernd normale Beweglichkeit auf (ca. 90% des normalen 

Bewegungsmasses), es bestünden keine Zeichen einer Rotatorenmanschettenläsion, 

der Impingement-Test sei negativ gewesen. Bei forcierter Elevation/Aussenrotation 

endgradig seien diffuse Schmerzen angegeben worden. Der Versicherte sei ab Januar 

2021 in einer leichten bis mittleren Tätigkeit sicherlich zu 50% arbeitsfähig; dies könne 

möglicherweise im Laufe des Februars 2021 noch gesteigert werden. Am 19. Mai 2021 

notierte der RAD-Arzt Dr. med. G.___ (IV-act. 110), seit dem 5. März 2019 habe der 

folgende medizinisch-theoretische adaptierte Arbeitsfähigkeitsverlauf bestanden: 0% 

vom 05.03.2019 bis 30.06.2019, 50% vom 01.07.2019 bis 28.11.2019, 0% vom 

29.11.2019 bis zum 31.07.2020, 50% vom 01.08.2020 bis 31.10.2021, 0% vom 

01.11.2021 bis zum 31.12.2021, 50% vom 01.01.2021 bis zum 31.01.2021, 60% vom 

01.02.2021 bis zum 28.01.2021, 70% vom 01.03.2021 bis zum 31.03.2021 und 80% ab 

dem 01.04.2021. Dr. med. H.___ vom I.___ notierte am 7. Mai 2021 (IV-act. 108), dass 

sich die klinischen Symptome des Versicherten weiterhin schwer zuordnen liessen; ein 

eigentlicher Thoraxschmerz scheine aber nicht mehr vorzuliegen. Die Dyspnoe und die 

Ermüdbarkeit liessen sich kardial nicht erklären, eine Herzinsuffizienz liege auch 

anhand des (normalen) NT-proBNP's nicht vor. In der Fahrrad-Ergometrie habe aus 

muskulären Gründen eine leicht eingeschränkte Leistungsfähigkeit bestanden. 

Weiterhin lasse sich keine formale Ischämiediagnostik beschreiben, bei einem 

frequenzabhängigen Linksschenkelblock. Die hämodynamischen Parameter seien 

normal, Rhythmusstörungen träten nicht auf. Echokardiographisch persistiere eine 

leichte apikale Hypokinesie, bei einer global erhaltenen linksventrikulären Funktion. Die 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 4/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Aorta ascendens sei weiterhin nur leicht ektatisch, die Aortenklappeninsuffizienz leicht 

und ohne hämodynamische Bedeutung. Aus rein kardiologsicher Sicht sei der 

Versicherte für physisch leichte oder auch mittelschwere Arbeit einsetzbar, nicht aber 

für eine belastende Tätigkeit (aufgrund seiner koronaren und hypertensiven 

Vorerkrankung).

Ab dem 1. Oktober 2021 arbeitete der Versicherte bei der J.___ AG (IV-act. 115). 

Am 20. Dezember erhielt er die Kündigung während der Probezeit auf den 27. 

Dezember 2021 (IV-act. 129), nachdem er gemäss eigenen Angaben aufgrund der 

schweren Arbeiten Herzprobleme erlitten hatte und hingefallen war (IV-act. 130).

B.b. 

Am 1. Dezember 2021 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten an (IV-act. 122), er 

habe vom 1. August 2020 bis zum 31. Mai 2021 bei einem IV-Grad von 48% einen 

Anspruch auf eine Viertelsrente. Am 11. Februar 2022 liess der Versicherte beantragen 

(IV-act. 137), ihm sei ab 1. August 2020 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Weiter 

sei eine polydisziplinäre Begutachtung einzuholen. Aufgrund des 

Gesundheitszustandes sei davon auszugehen, dass er nicht in der Lage sei, ein 

Invalideneinkommen zu erzielen. Ausserdem sei ein bisher nicht vorgenommener 

"Leidensabzug" von 25% zu berücksichtigen.

B.c. 

Bereits am 19. April 2021 hatte Dr. E.___ von im Wesentlichen unveränderten 

Befunden berichtet (IV-act. 146-17). Dr. H.___ hielt am 16. Februar 2022 erneut fest (IV-

act. 146-22), dass die klinischen Symptome des Versicherten (Thoraxbeschwerden, 

Dyspnoe, Ermüdung) bei physischer Belastung nicht klar zugeordnet werden könnten. 

Der Versicherte habe diese in der Fahrrad-Ergometrie bis zur Soll-AK angegeben, bei 

normalen hämodynamischen Parametern, bezüglich Ischämie nichtbeurteilbarem EKG 

(Linksschenkelblock).

B.d. 

Am 23. Mai 2022 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten eine zweite Anhörung 

zum Vorbescheid vom 1. Dezember 2021 (IV-act. 152), da sie nach dem Einholen 

weiterer Unterlagen am bisherigen Vorbescheid festhalte. Der Versicherte liess am 

23. Juni 2022 (IV-act. 161) an seinen bisherigen Anträgen festhalten.

B.e. 

Im Juni 2022 beantragte der Versicherte ein Hörgerät (IV-act. 157). Die 

Fachpersonen der HNO-Praxis K.___ hatten am 14. Juni 2022 berichtet, der 

B.f. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 5/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versicherte leide an einem BPLS (benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel) des 

posterioren Bogenganges links und an einer Otosklerose beidseits (mit/bei links 

mittelgradiger, rechts hochgradiger, hochtonbetonter, kombinierter Schwerhörigkeit 

und Status nach Stapesplastik rechts 2006, Stapesrevision rechts 2007 und 

Stapesplastik links 2007 am KSSG). Am 7. Juli 2022 sprach die IV-Stelle die Kosten für 

eine beidseitige Hörgeräteversorgung mit zwei in der Schweiz zugelassenen 

Hörgeräten zu (IV-act. 163).

Am 5. August 2022 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 166), zur 

Klärung der Leistungsansprüche erachte sie eine umfassende medizinische 

Untersuchung als notwendig. Am 29. Dezember 2022 erstattete die X.___ ihr 

polydisziplinäres (internistisches, orthopädisch/traumatologisches, kardiologisches, 

psychiatrisches, oto-rhino-laryngologisches) Gutachten (IV-act. 184). Die 

Sachverständigen attestierten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit): Impingementsyndrom Schulter beidseits mit/bei 

degenerativen Veränderungen am AC-Gelenk rechts (Status nach Schulter-

Arthroskopie rechts mit Debridement, SAD, Tenotomie der LBS und partielle AC-

Resektion am 29.11.2019 und Status nach Schulterkontusion rechts am 05.03.2019 

[Arbeitsunfall]) und degenerativen Veränderungen am AC-Gelenk links (Status nach 

diagnostischer Arthroskopie, Bursektomie, Acromioplastik und Bizepstenotomie und 

Tenodese links am 25.02.2014 und Status nach Schulterkontusion links am 06.12.2013 

[Arbeitsunfall]), chronische Nacken-, Rücken- und Kreuzschmerzen mit/bei 

degenerativen Veränderungen im mittleren und unteren HWS-Bereich, degenerativen 

Veränderungen im mittleren BWS-Bereich (S-förmige Skoliosefehlhaltung der BWS) 

und degenerativen Veränderungen im unteren LWS-Bereich, belastungsabhängige 

Schmerzen an beiden Händen mit/bei Polyarthritis an den PIP- DIP-Gelenken an 

beiden Händen, degenerativen Veränderungen am linken Handgelenk (STT-Arthrose 

[Arthrose im Übergang von Kahnbein zu grossem und kleinem Vieleckbein], 

Rhizarthrose [Arthrose im Carpometakarpale-I-Gelenk], Status nach anamnestisch 

Ringbandspaltung Daumen rechts 1997 und Status nach anamnestisch Teilamputation 

Endphalanx Dig. III Hand rechts im Kindesalter sowie koronare Dreigefässerkrankung 

mit Zustand nach mehreren Interventionen und Zustand nach apikalem Myokardinfarkt. 

Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führten die 

B.g. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 6/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverständigen Folgendes auf: Adipositas Grad 1, BMI 30.5kg/m , Rektusdiastase, 

Status nach HP-positiver Gastritis mit Ulcus ventriculi 2016, Knicksenkfuss beidseits, 

Aortenklappeninsuffizienz Grad I, Ektasie der Aorta ascendens, arterielle Hyptertonie 

(hypertensive Herzerkrankung), mittelgradige Schwerhörigkeit bei Status nach 

Otosklerose beidseits (mit einem Gesamthörverlust von 54.1%, hörgeräteversorgt 

beidseits, und Status nach benignem paroxysmalem Lagerungsschwindel (BPLS) 

06/2022 links. Inkonsistenzen hätten die Sachverständigen übereinstimmend keine 

festgestellt. Dem Versicherten seien leichte körperliche Tätigkeiten in wechselnder 

Belastung möglich. Diese sollten in ruhiger Umgebung durchgeführt werden können, 

sofern bei der Tätigkeit Anforderungen an die Kommunikation gestellt würden. Zu 

vermeiden seien: Heben/Tragen von Gewichten über 10kg, Arbeitszwangshaltungen 

mit vermehrter Belastung der Brust- und Lendenwirbelsäule, Arbeiten, die mit Bücken 

unter Tischkantenniveau verbunden seien, Arbeitshaltungen im Knien oder in 

Hockstellung, höhenexponierte und Überkopfarbeiten und Arbeit mit Kälte- und 

Nässeexpositionen der Hände. Stehende/gehende Tätigkeiten seien auf 60 Minuten am 

Stück zu reduzieren mit einer anschliessenden Möglichkeit zum Wechseln in eine 

sitzende Arbeitsposition. Eher ungeeignet erschienen auch Tätigkeiten in lauter 

Umgebung. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei der Versicherte seit März 2019 voll 

arbeitsunfähig. In einer adaptierten Tätigkeit sei der Versicherte seit dem Mai 2021 

uneingeschränkt arbeitsfähig. Retrospektiv habe für eine adaptierte Tätigkeit vom 

5. März 2019 (also seit dem Sturz) bis zum 31. Dezember 2020 eine volle und vom 

1. Januar 2021 bis zum 30. April 2021 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Am 

9. Januar 2023 notierte der RAD-Arzt Dr. G.___ (IV-act. 185), das X.___-Gutachten sei 

umfassend, schlüssig und nachvollziehbar, es sei in Kenntnis der Vorakten erstellt 

worden, beruhe auf allseitigen Untersuchungen und berücksichtige die geklagten 

Beschwerden der untersuchten Person. Zu allfälligen Ausschlusskriterien sei Stellung 

genommen worden und auf die sozialen Kontextfaktoren und auf die persönlichen 

Ressourcen sei eingegangen worden. Es sei in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge plausibel, die Schlussfolgerungen seien begründet und die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit/Arbeitsunfähigkeit sei nachvollziehbar. Das Gutachten 

entspreche damit den rechtlich geforderten Qualitätskriterien, womit auf das Gutachten 

abgestellt werden könne.

2

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 7/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.  

Mit einem Vorbescheid vom 17. Januar 2023 (welcher den Vorbescheid vom 

1. Dezember 2021 ersetzte) kündigte die IV-Stelle dem Versicherten an (IV-act. 190), sie 

beabsichtige ihm vom 1. August 2020 bis zum 31. März 2021 eine ganze Rente und 

vom 1. April 2021 bis zum 31. Juli 2021 eine Viertelsrente zuzusprechen. Am 13. 

Februar 2023 liess der Versicherte einwenden (IV-act. 197), ihm sei ab 1. August 2020 

eine ganze Invalidenrente auszurichten. Er führte aus, sein Gesundheitszustand habe 

sich seit Januar 2021 keinesfalls verbessert. Die Sachverständigen hätten zur 

Begründung der Verbesserung lediglich auf die Berichte von Dr. E.___ verwiesen. Er sei 

nicht in der Lage, überhaupt noch ein Invalideneinkommen zu erzielen. Darüber hinaus 

wäre ihm ein "Leidensabzug" von 25% zu gewähren. Am 15. August 2023 verfügte die 

IV-Stelle wie angekündigt (IV-act. 215).

B.h. 

Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) liess am 14. September 2023 

Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

vom 15. August 2023 erheben (act. G 1). Er beantragte die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer ganzen Rente. Eventualiter sei die 

Sache zur weiteren Abklärung und zur anschliessenden neuen Beurteilung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung liess er insbesondere 

ausführen, dass im X.___-Gutachten nicht erklärt werde, aufgrund welcher 

medizinscher Behandlungen sich sein Gesundheitszustand seit Januar 2021 verbessert 

haben sollte. Sollte wider Erwarten noch eine Arbeits- und Restarbeitsfähigkeit 

bestehen, sei davon auszugehen, dass diese aufgrund seines fortgeschrittenen Alters 

auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht mehr verwertbar sei.

C.a. 

In einer Beschwerdeantwort vom 20. November 2023 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Sie führte aus, das 

X.___-Gutachten sei schlüssig und nachvollziehbar und auch die retrospektive 

Einschätzung des orthopädischen Gutachtens sei nicht zu beanstanden.

C.b. 

In einer Replik vom 12. Januar 2024 liess der Beschwerdeführer an seinen 

Anträgen festhalten (act. G 6).

C.c. 

Am 5. Februar 2024 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung einer 

Duplik (act. G 8).

C.d. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 8/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.  

2.  

Wurde ein Rentenbegehren wegen eines zu geringen Invaliditätgrades 

abgewiesen, wird eine neue Anmeldung gemäss dem Art. 87 Abs. 3 IVV in Verbindung 

mit dem Art. 87 Abs. 2 IVV nur geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft gemacht 

hat, dass sich der für die Bemessung des Invaliditätsgrades massgebende Sachverhalt 

in einer anspruchsrelevanten Weise verändert hat. Der Beschwerdeführer hat sich im 

Februar 2020 erneut zum Leistungsbezug angemeldet, nachdem die 

Beschwerdegegnerin am 18. Mai 2015 ein Leistungsgesuch abgewiesen hatte. Die 

Behandler haben sowohl aus kardiologischer Sicht als auch aus orthopädischer Sicht 

eine Verschlechterung glaubhaft gemacht (vgl. bspw. IV-act. 54, 62 und 66). Damit ist 

glaubhaft gemacht gewesen, dass sich der für einen allfälligen Rentenanspruch des 

Beschwerdeführers massgebende Sachverhalt nach dem 18. Mai 2015 massgebend 

verändert gehabt haben könnte. Die Beschwerdegegnerin ist folglich zu Recht auf die 

Neuanmeldung eingetreten.

1.1. 

Mit der angefochtenen Verfügung vom 15. August 2023 hat die 

Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer vom 1. August 2020 bis zum 31. März 

2021 eine ganze Rente und vom 1. April 2021 bis zum 31. Juli 2021 eine Viertelsrente 

zugesprochen. Da das Beschwerdeverfahren die Prüfung der Rechtmässigkeit dieser 

Verfügung zum Ziel hat, muss es sich auf den in der Verfügung enthaltenen 

Gegenstand beschränken. Folglich ist nur zu prüfen, ob der Beschwerdeführer im 

Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung einen Anspruch auf eine Rente 

der Invalidenversicherung gehabt hat.

1.2. 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, 

SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 9/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.

Der Beschwerdeführer hat keine Berufsausbildung absolviert. Bei der Ausübung der 

früheren Erwerbstätigkeit (Mitarbeiter im Y.___-betrieb an der Y.___-linie) hat der 

Beschwerdeführer keine qualifizierten Berufskenntnisse erworben. Die Validenkarriere 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch 

einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Im kantonalen 

Beschwerdeverfahren IV 2016/328 ist den drei Abteilungen des Versicherungsgerichtes 

des Kantons St. Gallen in Anwendung des vom Art. 54 GerG (sGS 941.1) vorgesehenen 

Verfahrens die folgende Frage gestellt worden: „Haben Versicherte, die während eines 

Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 Prozent 

arbeitsunfähig gewesen sind und die nach Ablauf dieses Jahres weiterhin zu 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig sind, grundsätzlich Anspruch auf eine Rente, 

obwohl zumutbare Eingliederungsmassnahmen, welche ihre Arbeitsfähigkeit […] 

wieder herstellen, erhalten oder verbessern können, nicht abgeschlossen sind?“ Diese 

Frage ist mehrheitlich bejaht worden, weshalb sich die Rechtsprechung des 

Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen seither nach der entsprechenden 

Formulierung richtet, die – entweder als Ergebnis einer Interpretation des Art. 28 Abs. 1 

IVG oder als gerichtliche Ausfüllung einer Lücke im Art. 28 IVG – dem ihrerseits klaren 

und eindeutigen Wortlaut entsprechend Anwendung finden muss. In diesem Sinne 

invalid kann eine versicherte Person also auch dann sein, wenn sie sich noch in einer 

medizinischen Behandlung befindet, die geeignet ist, ihre Erwerbsfähigkeit 

wiederherzustellen oder zumindest zu verbessern.

Der Beschwerdeführer hat sich im Februar 2020 erneut zum Leistungsbezug 

angemeldet. Spätestens seit dem Unfall im März 2019 ist er in der bisherigen Tätigkeit 

im Y.___ voll arbeitsunfähig gewesen. Unter der Berücksichtigung des Wartejahrs (Art. 

28 Abs. 1 lit. b IVG) und der sechsmonatigen Frist des Art. 29 Abs. 1 IVG ist der 

Rentenbeginn auf den 1. August 2020 festzusetzen. Basis für den 

Einkommensvergleich bilden somit die Verhältnisse im Jahr 2020.

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 10/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

des Beschwerdeführers besteht also in der Verrichtung von Hilfsarbeiten. Die Akten 

enthalten keine Hinweise auf eine (erheblich) über- oder unterdurchschnittliche 

Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung. Hätte sich dem Beschwerdeführer die Möglichkeit 

geboten, eine besser bezahlte Stelle als Hilfsarbeiter anzunehmen, hätte er dies mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit gemacht. Der Umstand, dass er im Schlachtbetrieb 

einen unterdurchschnittlichen (vgl. IK-Auszug [IV-act. 51] und Arbeitgeberangaben [IV-

act. 72-5], wonach der Jahreslohn rund Fr. 64'000.-- betragen hat) Hilfsarbeiterlohn 

erzielt hat, ist auf Zwänge des invalidenversicherungsrechtlich nicht massgebenden 

tatsächlichen Arbeitsmarktes zurückzuführen. Der Beschwerdeführer hätte 

selbstverständlich eine durchschnittlich entlöhnte Hilfsarbeitsstelle angenommen, wenn 

sich ihm diese Möglichkeit geboten hätte. Die Validenkarriere besteht deshalb in der 

Ausübung einer durchschnittlich entlöhnten Hilfsarbeit. Das Valideneinkommen 

entspricht somit dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne im Jahr 2020.

4.  

Um den IV-Grad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers in einer optimal adaptierten Tätigkeit mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Zur Klärung der verbleibenden 

Arbeitsfähigkeit hat die Beschwerdegegnerin ein Gutachten bei der X.___ in Auftrag 

gegeben. Nachfolgend gilt es, die Beweiskraft des Gutachtens auf dessen 

Vollständigkeit und Überzeugungskraft zu prüfen.

4.1. 

Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und die 

Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (vgl. etwa BGE 125 V 351, E. 3a).

4.2. 

Die X.___-Sachverständigen haben den Anlass und den Umstand der 

Begutachtung umschrieben; sämtliche Vorakten haben ihnen zur Verfügung gestanden. 

Wo notwendig haben die Gutachter zu den Vorakten Stellung genommen. Die 

Gutachter haben den Beschwerdeführer je persönlich untersucht, seine subjektiven 

Klagenaufgenommen und die objektiven Befunde festgehalten. Weiter haben sie die 

von ihnen erhobenen Diagnosen aufgelistet und deren Herleitung umschrieben. Die 

Sachverständigen haben weiter keine Inkonsistenzen festgestellt; sie haben auch 

Symptomvalidierungen vorgenommen. Der nach der Begutachtung ausgefertigte 

Arztbericht von der Arztpraxis L.___ der Dres. M.___ (IV-act. 214) vermag keine Zweifel 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 11/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

am Gutachten zu erwecken. Aus diesem Bericht geht keine Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers hervor. Im Weiteren haben sich die 

Gutachter je auch mit der Würdigung von Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen 

auseinandergesetzt. Sie haben ein ausführliches Belastungsprofil des 

Beschwerdeführers angegeben. Die ausformulierten Adaptionskriterien sind 

überzeugend. Nichts deutet darauf hin, dass die Sachverständigen eine wesentliche 

medizinische Tatsache übersehen oder versehentlich ignoriert hätten. Die 

interdisziplinär abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung, laut der ihm die bisherige 

Tätigkeit nicht mehr und eine adaptierte Tätigkeit vom 5. März 2019 bis 31. Dezember 

2020 zu 0%, vom 1. Januar 2021 bis zum 30. April 2021 zu 50% und seit dem 1. Mai 

2021 zu 100% zumutbar ist, steht im Einklang mit den einzelnen Teilgutachten. Der 

Einwand des Beschwerdeführers, die angenommene Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 

für adaptierte Tätigkeiten seit dem 1. Januar 2021 sei nicht nachvollziehbar, geht fehl. 

Die retrospektiv festgestellten Arbeitsunfähigkeiten sind auf den Sturz vom 5. März 

2019 zurückzuführen bzw. auf die damit einhergehenden Beschwerden seit dem Sturz. 

Der orthopädische Sachverständige hat sich bezüglich des Verlaufs der 

Schulterproblematik insbesondere auf die Berichte von Dr. E.___ gestützt und er hat 

auch auf jene verwiesen. Ein Sachverständiger stützt nur dann auf einen 

Behandlerbericht ab, wenn er nach einer sorgfältigen Analyse zur Überzeugung 

gekommen ist, dass sowohl die darin angegebene Befundlage als auch die daraus 

abgeleitete Diagnose und die Arbeitsfähigkeitsschätzung überzeugen. Dr. E.___ hatte 

am 4. Dezember 2020 (IV-act. 141-8 f.) und am 19. April 2021 (IV-act. 146) jeweils die 

Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit angegeben. Aus diesen Berichten ist 

ersichtlich, dass sich die Schulterproblematik seit dem Januar 2021 verbessert hatte, 

zumal die Rotation wieder zu 90% möglich gewesen war und auch die Schmerzen 

zurückgegangen waren. Der orthopädische Sachverständige hat nach einer 

sorgfältigen Prüfung auf die in den Berichten von Dr. E.___ angegebene 

Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit abgestellt. Dabei hat er auch 

berücksichtigt, dass im Rahmen seiner eigenen Untersuchung keine Hinweise für 

Inkonsistenzen oder divergente Akteninformationen bestanden haben.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das X.___-Gutachten als vollständig 

erachtet wird, dass keine Zweifel an den darin enthaltenen Ausführungen und 

Schlussfolgerungen sowie keine Widersprüche bestehen. Das X.___-Gutachten 

überzeugt demnach. Damit steht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als 

Mitarbeiter an der Schlachtlinie nicht mehr arbeitsfähig und in einer adaptierten 

Tätigkeit vom 5. März 2019 bis 31. Dezember 2020 zu 0%, vom 1. Januar 2021 bis 

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 12/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zum 30. April 2021 zu 50% und seit dem 1. Mai 2021 zu 100% arbeitsfähig gewesen 

ist.

 4.5. 

Der Beschwerdeführer geht davon aus, dass die ihm attestierte medizinisch-

theoretische Restarbeitsfähigkeit nicht verwertbar sei. Für die Verwertung der 

(Rest-)Arbeitsfähigkeit ist der ausgeglichene Arbeitsmarkt massgebend (Art. 7 Abs. 1 

ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es sich dabei um einen theoretischen und 

abstrakten Begriff, der dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von 

demjenigen der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst 

einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der 

Nachfrage nach Stellen; andererseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner 

Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält und zwar sowohl 

bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie 

auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (Urteil des Bundesgerichts vom 

2. Dezember 2020, 8C_416/2020, E. 4; BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 

3b). Es kann daher nicht leichthin angenommen werden, die verbliebene 

Leistungsfähigkeit sei unverwertbar. Die Möglichkeit einer versicherten Person, das 

verbliebene Leistungsvermögen auf dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu 

verwerten, hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalls ab (Urteil des 

Bundesgerichts vom 2. Dezember 2020, 8C_416/2020, E. 4; BGE 110 V 273 E. 4b; 

ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Hilfsarbeiten werden auf dem hypothetisch ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt (Urteil des Bundesgerichts 

vom 29. Juni 2018, 9C_862/2017, E. 3.3.3 mit Hinweis). Von einer Arbeitsgelegenheit 

kann dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in einer 

so stark eingeschränkten Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

praktisch nicht kennt, oder wenn sie nur bei einem nicht realistischen 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden 

einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil 

des Bundesgerichts vom 24. April 2012, 8C_869/2011, E. 4.3.5 m. H.).

4.5.1. 

Die Invalidenkarriere des Beschwerdeführers besteht in der Verrichtung von 

Hilfsarbeiten. Doch steht dem Beschwerdeführer wegen der gesundheitlichen 

Einschränkungen nicht mehr das ganze Spektrum der auf dem allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt existierenden Hilfsarbeiten zur Verfügung. Weder das 

Alter noch die fehlenden beruflichen Qualifikationen oder das Adaptationsprofil (vgl. 

Bst. B.g im Sachverhalt) des Beschwerdeführers führen jedoch zu einer 

4.5.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 13/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt steht 

dem Beschwerdeführer eine Vielzahl von möglichen Arbeitsstellen als Hilfsarbeiter 

offen. Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Sortier-, Kontroll- und 

Konfektionierungsarbeiten, Montage von Kleinteilen oder Verpackung verschiedener 

Produkte, die in einer ruhigen Umgebung, wechselbelastend ausgeführt und flexibel 

kurz unterbrochen werden können.

Für körperlich leichte Tätigkeiten ist der Beschwerdeführer seit dem Mai 2021 voll 

arbeitsfähig. Die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) enthält 

keinen Hinweis darauf, dass derartige Hilfsarbeiten generell unterdurchschnittlich 

entlöhnt würden. Da der Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren 

Invalideneinkommens also dem Valideneinkommen entspricht, kann der 

Invaliditätsgrad praxisgemäss anhand eines sogenannten Prozentvergleichs berechnet 

werden. Er entspricht also dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen allfälligen 

zusätzlichen Abzug (analog dem sog. Tabellenlohnabzug). Für die Beantwortung der 

Frage, ob im Einzelfall ein solcher Abzug zu berücksichtigen ist, muss geprüft werden, 

ob ein strikt betriebswirtschaftlich-ökonomisch denkender potentieller Arbeitgeber, der 

selbst dem rauen Wind der freien Marktwirtschaft ausgesetzt ist, der versicherten 

Person einen (dem zumutbaren Pensum entsprechenden) durchschnittlichen Lohn 

bezahlen könnte. Das wäre der Fall, wenn die versicherte Person ihre 

Restarbeitsfähigkeit so verwerten könnte, dass der Wert ihrer Arbeitsleistung 

betriebswirtschaftlich-ökonomisch betrachtet jenem einer gesunden, durchschnittlich 

leistungsfähigen Person entsprechen würde, die im selben Pensum angestellt wäre. 

Unterliegt die Arbeitsleistung der versicherten Person aber krankheits- oder 

unfallbedingt starken Schwankungen, ist die versicherte Person nicht in der Lage, ihre 

Arbeitsleistung konstant zuverlässig und damit im Voraus planbar zu erbringen, besteht 

das Risiko von vermehrten unerwarteten krankheitsbedingten Absenzen oder liegen 

ähnliche Gründe vor, die den betriebswirtschaftlich-ökonomischen Wert der 

Arbeitsleistung der versicherten Person schmälern, muss ein solcher Abzug 

vorgenommen werden, damit keine Soziallohnkomponente in die 

Invaliditätsbemessung einfliesst. Im hier zu beurteilenden Fall rechtfertigt sich ab dem 

1. Januar 2021 bis zum 30. April 2021 ein maximaler Abzug von 10%. Ab dem Mai 

2021 ist kein Abzug mehr gerechtfertigt, denn der Beschwerdeführer weist ab diesem 

Zeitpunkt in der Tätigkeit als Hilfsarbeiter keine IV-relevanten gesundheitlichen 

Einschränkungen mehr auf. Entsprechend errechnet sich vom 1. August 2020 

(potentieller Rentenbeginn) bis zum 31. Dezember 2020 bei einer vollen 

Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit ein IV-Grad von 100%. Ab dem 1. Januar 2021 

bis zum 30. April 2021 errechnet sich unter Berücksichtigung einer 50%igen 

4.6. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 14/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.  

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit und einem zusätzlichen Abzug von 10% 

ein IV-Grad von 55%. Seit Mai 2021 resultiert bei einer vollen Arbeitsfähigkeit für 

adaptierte Tätigkeiten ein IV-Grad von 0%. In Abänderung der bisherigen Praxis der 

Abteilung II des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen, laut der eine versicherte 

Person für einen Rentenanspruch während einer noch laufenden medizinischen 

Behandlung/Eingliederung nach Erfüllung des Wartejahres in einer adaptierten 

Hilfstätigkeit längerdauernd im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG, das heisst mindestens 

während sechs Monaten zu mehr als 40% arbeitsunfähig gewesen sein musste, genügt 

aufgrund einer verbesserten Interpretation der im Rahmen des Verfahrens nach Art. 54 

GerG gestellten und mit "Ja" beantworteten Frage (vgl. vorstehend Erw. 2.1) neu jede 

mindestens einen Tag über das Wartejahr hinausgehende 40%ige Arbeitsunfähigkeit, 

um einen Anspruch auf eine Invalidenrente zu begründen. Dem Beschwerdeführer steht 

damit ab dem 1. August 2020 eine ganze Rente zu. Unter Berücksichtigung der 

bundesgerichtlichen Auffassung zur Interpretation des Art. 88a Abs. 1 IVV, laut der ein 

Rentenanspruch erst drei Monate nach der datierenden Verbesserung des 

Gesundheitszustandes endet, hat der Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. August 

2020 bis zum 31. März 2021 einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und vom 1. 

April 2021 bis zum 31. Juli 2021 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Die Sache ist 

zur Festsetzung der Rentenbeträge an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

Demnach ist die angefochtene Verfügung vom 15. August 2023 aufzuheben und es 

ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung vom 1. August 2020 bis zum 

31. März 2021 Anspruch auf eine ganze Rente und vom 1. April 2021 bis zum 31. Juli 

2021 Anspruch auf eine halbe Rente hat und dass ab dem 1. August 2021 kein 

Rentenanspruch mehr bestanden hat. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung 

des Rentenbetrages an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.7. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von 600 Franken 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss wird dem Beschwerdeführer 

zurückerstattet.

5.1. 

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 15/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Es wird festgestellt, dass dem Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. August 2020 bis 

zum 31. März 2021 eine ganze Rente und vom 1. April 2021 bis zum 31. Juli 2021 eine 

halbe Rente zusteht und dass ab dem 1. August 2021 kein Anspruch auf eine Rente 

besteht; die Sache wird zur Festsetzung und Ausrichtung des Rentenbetrags an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

4'000 Franken zu bezahlen.

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote 

eingereicht. In einem durchschnittlich aufwändigen IV-Rentenfall wie diesem spricht 

das Versicherungsgericht eine Parteientschädigung von 4'000 Franken zu.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 25.04.2024
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Prüfung eines Rentenanspruchs unter Berücksichtigung eines polydisziplinären Gutachtens. Prozentvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. April 2024, IV 2023/167).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2026-01-28T05:22:52+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen