# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0b4f1a36-3950-532b-9fde-c088dccf4d6e
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-28
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 28.02.2025 ZVE.2023.34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZVE-2023-34_2025-02-28.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 2. Kammer 

 

ZVE.2023.34  
(VZ.2023.12)  

 

 

Urteil vom 28. Februar 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichterin Vasvary 

Oberrichter Giese 

Gerichtsschreiberin M. Stierli 

 

 
   

Kläger   A._____,  

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Jan Herrmann,  

[…]  

 

 
    

Beklagte   B._____ AG,  

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Ender,  

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Werkeigentümerhaftung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Parteien stehen hinsichtlich eines Unfalls am 15. Mai 2012 auf einer 

Baustelle in Möhlin im Streit. Der Kläger macht geltend, er sei aufgrund 

einer ungesicherten Geländer- bzw. Gerüststange von rund 1.5 m Höhe 

von einem Gerüst gestürzt und habe sich diverse körperliche Verletzungen 

zugezogen, weshalb er bis heute arbeits- und erwerbsunfähig sei.  

 

2. 

2.1. 

Der Kläger beantragte mit Klage vom 22. August 2016 bzw. mit Replik vom 

9. Oktober 2017: 

 

1. 
Es sei die Beklagte zu verurteilen, dem Kläger € 27‘570.78 als Gegenwert von 
CHF 30‘000.00 zu einem Umrechnungskurs bei Klageeinreichung von 0.9190 zu bezahlen 
zuzüglich Zins zu 5 % 
- ausmachend € 4'470.90 (Gegenwert von CHF 18‘000.00 zu einem Umrechnungskurs 

bei Klageeinreichung) für die Zeit vom 15. Mai 2012 bis zum 9. Oktober 2017 und 
- auf € 27‘570.78 (Gegenwert von CHF 30‘000.00 zu einem Umrechnungskurs bei 

Klageeinreichung) ab 10. Oktober 2017. 
 
2. 
Eventualiter sei die Beklagte zu verurteilen, dem Kläger in Euro den Gegenwert von 
CHF 30‘000.00 zum Umrechnungskurs im Urteilszeitpunkt zu bezahlen zuzüglich Zins zu 
5 %  
- in Euro den Gegenwert von CHF 18‘000.00 zu einem Umrechnungskurs im 

Urteilszeitpunkt für die Zeit ab 15. Mai 2012 bis zum 9. Oktober 2017 und 
- in Euro auf dem Gegenwert von CHF 30‘000.00 zum Umrechnungskurs im 

Urteilszeitpunkt ab 10. Oktober 2017. 
 
3. 
Subeventualiter sei die Beklagte zu verurteilen, dem Kläger CHF 30‘000.00 zu bezahlen, 
zzgl. Zins zu 5 %  
- ausmachend CHF 4'864.95 auf CHF 18‘000.00 für die Zeit vom 15. Mai 2012 bis zum 

9. Oktober 2017 und 
- auf CHF 30‘0000.00 seit dem 10. Oktober 2017. 
 
4. 
Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass es sich hierbei um eine Teilklage handelt und sich 
der Kläger Mehrforderungen unter allen Titeln vorbehält. 
 
5. 
Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beklagten. 

 

2.2. 

Die Beklagte beantragte mit Klageantwort vom 31. Oktober 2016 bzw. mit 

Duplik vom 12. Dezember 2017 die vollumfängliche Abweisung der Teil-

klage unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. Mehrwertsteuer) 

zulasten des Klägers. 

 

 - 3 - 

 

 

2.3. 

Mit rechtshilfeweiser Einvernahme vom 30. September 2019 und vom 

14. März 2020 wurde der Zeuge C._____ befragt. 

 

2.4. 

Am 4. Juni 2021 fand die erstinstanzliche Hauptverhandlung mit Befragung 

der Zeugen D._____, E._____ und F._____ sowie der Parteien statt. 

 

2.5. 

Mit Urteil vom 7. Juli 2021 wies die Präsidentin des Bezirksgerichts 

Rheinfelden die Klage ab. 

 

2.6. 

Mit Urteil vom 4. März 2022 (ZVE.2021.62) hob das Obergericht das Urteil 

der Präsidentin des Bezirksgerichts Rheinfelden vom 7. Juli 2021 auf und 

wies die Sache zum neuen Entscheid im Sinn der Erwägungen an die 

Vorinstanz zurück. Die Rückweisung erfolgte mit der Begründung, dass der 

Sachverhalt in wesentlichen Teilen zu vervollständigen sei; nämlich sei 

nicht klar, ob ein Werkmangel vorliege und ob die Unfallschilderung des 

Klägers als bewiesen gelte. 

 

2.7. 

Mit Eingabe vom 22. Dezember 2022 reichte der Kläger beim Bezirks-

gericht Rheinfelden Noven ein. 

 

2.8. 

Die Beklagte nahm am 20. Januar 2023 dazu Stellung. 

 

2.9. 

Der Kläger reichte am 6. Februar 2023 eine Stellungnahme ein. 

 

2.10. 

Mit Urteil vom 10. Juli 2023 erkannte die Präsidentin des Bezirksgerichts 

Rheinfelden: 

 

In Nachachtung des Urteils des Obergerichts des Kantons Aargau vom 4. März 2022 
(ZVE.2021.62) wird das aufgehobene Urteil des Präsidiums des Bezirksgerichts 
Rheinfelden vom 7. Juli 2021 wie folgt neu gefasst: 

 
1. 
Die Klage wird abgewiesen.  
 
2. 
2.1. 
Die Gerichtskosten vor Präsidium des Zivilgerichts Rheinfelden bestehen aus: 
a) der Entscheidgebühr von Fr. 4'635.00 
b) den Kosten der Beweisführung von Fr. 35.75 
c) den Kosten für die Übersetzung von Fr.  2'725.15 
Total Fr.  7'395.90 

 - 4 - 

 

 

 
Die erstinstanzlichen Gerichtskosten, bestehend aus der Entscheidgebühr von Fr. 4'635.00 
sowie den Beweisführungskosten von Fr. 35.75 und Übersetzungskosten von Fr. 2'725.15, 
betragen Fr. 7'395.90. 
 
2.2. 
Die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 7'395.90 werden dem Kläger auferlegt und mit 
seinem Vorschuss von gesamthaft Fr. 3'990.00 sowie demjenigen der Beklagten in der 
Höhe von Fr. 900.00 verrechnet. Der Kläger hat dem Bezirksgericht Rheinfelden 
Fr. 2'505.90 nachzuzahlen und der Beklagten Fr. 900.00 direkt zu ersetzen. 
 
3. 
Dem Kläger werden die obergerichtlichen Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 3'090.00 
auferlegt und mit seinem Kostenvorschuss vor Obergericht verrechnet. Der Kläger hat die 
obergerichtlichen Gerichtskosten an die Obergerichtskasse zu bezahlen. 
 
4. 
4.1. 
Die Parteikosten der Beklagten vor Präsidium des Zivilgerichts Rheinfelden werden 
richterlich auf Fr. 10'204.00 festgesetzt. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine 
Parteientschädigung von Fr. 10'204.00 zu bezahlen. 
 
4.2. 
Die Parteikosten der Beklagten vor Obergericht des Kantons Aargau werden richterlich auf 
Fr. 5'100.55 festgesetzt. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädi-
gung von Fr. 5'100.55 zu bezahlen. 

 

3. 

3.1. 

Der Kläger erhob am 18. September 2023 Berufung gegen das ihm am 

18. August 2023 zugestellte begründete Urteil und beantragte: 

 
1. 
Es sei die Berufung gutzuheissen und es sei der Entscheid des Bezirksgerichts Rhein-
felden vom 10. Juli 2023 (VZ.2023/12) aufzuheben und es sei die Klage vollumfänglich 
gutzuheissen. 
 
- Es sei die Beklagte zu verurteilen, dem Kläger € 27‘570.78 als Gegenwert von 

CHF 30‘000.00 zu einem Umrechnungskurs bei Klageeinreichung von 0.9190 zu 
bezahlen zuzüglich Zins zu 5 %  
- ausmachend € 2‘356.70 (Gegenwert von CHF 12‘000.00 zu einem Umrechnungs-

kurs bei Klageeinreichung) für die Zeit vom 15. Mai 2012 bis zum 22. August 2016 
und 

- auf € 27‘570.78 (Gegenwert von CHF 30‘000.00 zu einem Umrechnungskurs bei 
Klageeinreichung) ab 23. August 2016. 

 
- Eventualiter sei die Beklagte zu verurteilen, dem Kläger in Euro den Gegenwert von 

CHF 30‘000.00 zum Umrechnungskurs im Urteilszeitpunkt zu bezahlen zuzüglich Zins 
zu 5 %  
- in Euro den Gegenwert von CHF 12‘000.00 zu einem Umrechnungskurs im Urteils-

zeitpunkt für die Zeit ab 15. Mai 2012 bis zum 22. August 2016 und 
- in Euro auf dem Gegenwert von CHF 30‘000.00 zum Umrechnungskurs im Urteils-

zeitpunkt ab 23. August 2016. 
 

- Subeventualiter sei die Beklagte zu verurteilen, dem Kläger CHF 30‘000.00 zu 
bezahlen, zzgl. Zins zu 5 %  

 - 5 - 

 

 

- ausmachend CHF 2‘564.40 auf CHF 12‘000.00 für die Zeit vom 15. Mai 2012 bis 
zum 22. August 2016 und 

- auf CHF 30‘0000.00 seit dem 23. August 2016. 
 
2. 
Eventualiter sei die Berufung gutzuheissen und es sei der Entscheid des Bezirksgerichts 
Rheinfelden vom 10. Juli 2023 (VZ.2023/12) aufzuheben. Es sei der Werkmangel des 
Baugerüsts der Beklagten und die Kausalität des Werkmangels zum Sturz des Klägers am 
15. Mai 2012 zu bestätigen und es sei die Sache zur Prüfung der weiteren 
Haftungsvoraussetzungen von Art. 58 OR zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen. 
 
3. 
Es seien die erstinstanzlichen o/e-Kosten zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer 
vollumfänglich der Berufungsbeklagten/Beklagten aufzuerlegen. 
 
4. 
Unter o/e-Kostenfolge zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer zu Lasten der Berufungs-
beklagten/Beklagten. 

 

3.2. 

Mit Berufungsantwort vom 3. November 2023 beantragte die Beklagte die 

Abweisung der Berufung unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüg-

lich Mehrwertsteuer) zu Lasten des Klägers. 

 

3.3. 

Am 10. November 2023 reichte der Kläger eine freigestellte Stellungnahme 

ein. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Mit der vor der Vorinstanz eingereichten Teilklage macht der Kläger eine 

Genugtuungsforderung von Fr. 18'000.00 und eine Schadenersatzforde-

rung für vorprozessuale Anwaltskosten von Fr. 12'000.00 gegen die 

Beklagte geltend. Er beruft sich auf die Haftung des Werkeigentümers nach 

Art. 58 OR. Er sei am 15. Mai 2012 auf einer Baustelle in Möhlin aufgrund 

eines Werkmangels (ungesicherte Geländer- bzw. Gerüststange) von rund 

1.5 m Höhe von einem Gerüst gestürzt und habe sich diverse körperliche 

Verletzungen zugezogen, weshalb er bis heute arbeits- und erwerbs-

unfähig sei. 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz erwog, es sei unbestritten, dass das streitgegenständliche 

Baugerüst im Mai 2012 von der Beklagten montiert worden bzw. in deren 

Eigentum gestanden sei und als Werk im Sinne von Art. 58 OR gelte. Der 

Kläger habe darauf als Angestellter der G._____ GmbH Arbeiten 

 - 6 - 

 

 

ausgeführt (vorinstanzliches Urteil E. 5.1). Aufgrund der Fotoaufnahme in 

Klagebeilage 9 und der Aussagen der Zeugen E._____ und C._____ sei 

erstellt, dass am 15. Mai 2012 bei der Gerüststange der Sicherheitsbolzen 

gefehlt habe. Damit sei das Gerüst nicht vor unbeabsichtigtem Verschieben 

der Gerüstbestandteile im Sinne von Art. 39 BauAV gesichert gewesen, 

womit ein Werkmangel vorliege (vorinstanzliches Urteil E. 5.2). Dem Kläger 

sei es hingegen nicht gelungen, seine Unfallschilderung zu beweisen, weil 

die befragten Zeugen den Unfall entweder gar nicht gesehen (Zeugen 

E._____ und D._____) oder diesen ganz anders in Erinnerung hätten 

(Zeuge C._____). Es sei nicht nachgewiesen, dass sich der vom Kläger 

dargestellte Unfall aufgrund der losen Stange bzw. des festgestellten 

Werkmangels ereignet habe. Es sei genauso denkbar, dass die beim 

Kläger im Gesundheitszentrum […] festgestellten Verletzungen von einem 

Sturz infolge einer Unachtsamkeit stammten, ohne dass eine lose Stange 

im Spiel gewesen sei. Die Kausalität zwischen Schaden und Werkmangel 

sei deshalb zu verneinen und die Klage abzuweisen (vorinstanzliches Urteil 

E. 5.3). 

 

2.2. 

Der Kläger macht mit Berufung im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz 

hätte bei korrekter Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung 

erkennen müssen, dass der Kläger am 15. Mai 2012 wegen der defekten 

Gerüststange vom Baugerüst gestürzt sei und sich dabei verletzt habe. 

Dies entspreche der stringenten und konsistenten Unfallschilderung des 

Klägers, stimme mit den Aussagen der Zeugen C._____, E._____ und 

D._____ überein und werde durch die dokumentierten Verletzungen des 

Klägers gestützt. Zudem würden für eine andere Unfallvariante keinerlei 

Anhaltspunkte bestehen. Entsprechend hafte die Beklagte gemäss Art. 58 

OR für den dem Kläger aus dem Unfall entstandenen gesundheitlichen 

Schaden und dessen Konsequenzen (Berufung S. 23 ff.). 

 

2.3. 

Die Beklagte bestreitet, dass der Kläger am 15. Mai 2012 auf der Baustelle 

L._____ in Möhlin von einem Baugerüst gestürzt sei, dass es eine 

ungesicherte Gerüststange gegeben und dass sich der Kläger deshalb 

verletzt habe. Eine defekte Gerüststange sei mit der Fotografie in 

Klagebeilage 9 nicht nachgewiesen und sollte die Fotografie von der 

Baustelle L._____ in Möhlin stammen, könne das fotografierte Gerüstteil 

irgendwo auf der Baustelle gefunden worden sein. Der Kläger habe sodann 

widersprüchliche Angaben zu seinem Unfall gemacht und der Unfall-

hergang sei nicht möglich. Der Zeuge C._____ beschreibe einen 

vollumfänglich anderen Sturz als der Kläger und die Zeugen E._____ und 

D._____ hätten den angeblichen Unfall nicht gesehen. Zudem werde die 

Unfallschilderung des Klägers durch die verschiedenen Arztberichte nicht 

gestützt. Die Vorinstanz sei daher zu Recht davon ausgegangen, dass eine 

Kausalität zwischen einem (von der Beklagten bestrittenen) Mangel am 

 - 7 - 

 

 

Gerüst und den behaupteten Beschwerden des Klägers zu verneinen sei 

(Berufungsantwort S. 3 ff.). 

 

2.4. 

Nach Art. 58 Abs. 1 OR haftet der Werkeigentümer für den Schaden, der 

durch fehlerhafte Anlage oder Herstellung oder durch mangelhaften 

Unterhalt des Werks verursacht wird. Ein Werkmangel liegt vor, wenn das 

Werk für den Gebrauch, zu dem es bestimmt ist, keine genügende 

Sicherheit bietet (statt vieler: BGE 130 III 736 E. 1.3; BGE 118 II 36 E. 4a). 

 

Nach Art. 8 ZGB hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, jene Partei 

das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, die aus ihr 

Rechte ableitet. Der Kläger trägt damit die Beweislast für die vorliegend 

umstrittenen Haftungsvoraussetzungen, namentlich für das Vorliegen 

eines Werkmangels sowie eines Kausalzusammenhangs zwischen dem 

Werkmangel und dem geltend gemachten Schaden. 

 

Ein Beweis gilt als erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichts-

punkten von der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist (Regel-

beweismass der vollen Überzeugung). Wo ein strikter Beweis nicht nur im 

Einzelfall, sondern der Natur der Sache nach nicht möglich oder nicht 

zumutbar ist und insofern eine «Beweisnot» besteht, wird nach der 

Rechtsprechung eine überwiegende Wahrscheinlichkeit als ausreichend 

betrachtet (Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit). Ein 

Beweis gilt dann als erbracht, wenn für die Richtigkeit der Sachbehauptung 

nach objektiven Gesichtspunkten derart gewichtige Gründe sprechen, dass 

andere denkbare Möglichkeiten vernünftigerweise nicht massgeblich in 

Betracht fallen (BGE 132 III 715 E. 3.1). Für den Nachweis des natürlichen 

Kausalzusammenhangs gilt nach ständiger bundesgerichtlicher Recht-

sprechung das Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 

132 III 715 E. 3.2 mit Hinweisen). Hingegen gilt für den Nachweis des 

Werkmangels das Regelbeweismass der vollen Überzeugung (Urteil des 

Bundesgerichts 4A_189/2018 vom 6. August 2018 E. 3.3.1). 

 

2.5. 

Mit der Vorinstanz ist das Vorliegen eines Werkmangels zu bejahen: 

 

Es ist unbestritten, dass am Gerüst der Beklagten auf der Baustelle 

L._____ in Möhlin ein System mit Sicherungsbolzen verwendet worden ist, 

bei dem die (horizontalen) Geländerstangen durch Sicherungsbolzen am 

Verbindungsstück des (vertikalen) Geländerpfostens gesichert sind. Der 

bewegliche Sicherungsbolzen wird dabei zur Montage einer Geländer-

stange in die Waagerechte gehoben und bewegt sich nach dem Durch-

schieben der Öffnung der Geländerstange auf das Verbindungsstück durch 

die Schwerkraft wieder in die Vertikale, wodurch er das unbeabsichtigte 

Herausgleiten der Gerüststange verhindert (Klage Rz. 13 f.; Klageantwort 

 - 8 - 

 

 

Rz. 40 f.; vgl. Illustrationen Baugerüst und Montage Geländerstange in 

Klagebeilage [KB] 4 und 5). Auf dem Foto in KB 9 ist ersichtlich, dass an 

einem Gerüstpfosten der Sicherungsbolzen am Verbindungsstück fehlt und 

die Geländerstange ungesichert auf dem Verbindungsstück liegt. Der 

Zeuge E._____, Geschäftsführer der G._____ GmbH, hat anlässlich der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigt, dass er das betreffende Foto 

nach dem Unfall des Klägers auf der Baustelle in Möhlin gemacht habe. Er 

habe am Unfalltag, dem 15. Mai 2012, gehört, dass der Kläger einen Unfall 

gehabt und Frau F._____ ihn schon geholt und ins Spital gebracht habe. 

Er sei danach zur Baustelle nach Möhlin gefahren. Man habe ihm vorher 

ungefähr erklärt, wo es gewesen sei und er habe dort an einem Gerüst eine 

Stange gefunden, an der die Sicherung gefehlt habe. Er wisse nicht, ob der 

Unfall an dieser Stelle passiert sei. Arbeiter hätten ihm gesagt, dass es 

beim untersten Gerüstlauf passiert sei. Er sei dann diesem nachgelaufen 

und habe insgesamt 40 m des Gerüsts durchgeschaut. Er habe extra 

danach gesucht, wo die Klammern fehlten, und die Stange sei dort noch 

drinnen gehangen. Dies habe er fotografiert. Er habe das Foto von aussen 

her gemacht. Es zeige die Innenseite bzw. Laufseite (act. 548 ff.). Anhand 

der Aussagen von E._____ und des von ihm am Unfalltag erstellten Fotos 

bestehen für das Obergericht keine Zweifel daran, dass am Gerüst der 

Beklagten auf der Baustelle L._____ in Möhlin am 15. Mai 2012 ein 

Sicherungsbolzen gefehlt hat. 

 

Gemäss der zum Unfallzeitpunkt geltenden Verordnung über die Sicherheit 

und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei 

Bauarbeiten vom 29. Juni 2005 (SR 832.311.141, BauAV; Stand 1. No-

vember 2011) müssen Gerüste alle einwirkenden Kräfte, namentlich 

dynamische Einwirkungen wie bei Sprüngen, Stürzen oder Erschütte-

rungen, aufnehmen können (Art. 37 Abs. 1 lit. e BauAV). Gerüste sind 

zudem so aufzubauen, dass sämtliche Bestandteile gegen unbeabsichtig-

tes Verschieben gesichert sind (Art. 39 BauAV). Durch das Fehlen des 

Sicherungsbolzens war die Gerüststange nicht gegen unbeabsichtigtes 

Herausgleiten gesichert und hätte den auf einer Baustelle zu erwartenden 

Kräfteeinwirkungen nicht standhalten können. Die Beklagte führte sogar 

aus, ohne Sicherungsbolzen löse sich die Stange aufgrund der Vibrationen 

bei der Benützung des Gerüstes (Berufungsantwort Rz. 12). Damit bot das 

Gerüst für den Gebrauch, zu dem es bestimmt war, keine genügende 

Sicherheit, womit ein Werkmangel im Sinne von Art. 58 OR vorliegt. 

 

2.6. 

Gestützt auf den Arztbericht des Gesundheitszentrums […] vom 26. Juni 

2012 ist erstellt, dass der Kläger am 15. Mai 2012 eine Schädelkontusion 

und eine Kontusion des linken Knies erlitten hat (KB 11). 

 

Für das Obergericht bestehen hingegen erhebliche Zweifel daran, dass der 

Unfall des Klägers am 15. Mai 2012 durch die ungesicherte Gerüststange 

 - 9 - 

 

 

verursacht worden ist, womit dem Kläger der Nachweis des Kausalzusam-

menhangs auch unter der Geltung des Beweismasses der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nicht gelingt. 

 

2.6.1. 

Der Kläger behauptet, er sei am 15. Mai 2012 gegen 11:50 Uhr, nachdem 

er zusammen mit seinen Arbeitskollegen C._____ und D._____ die 

Montage des letzten Geländers am letzten Balkon im ersten Stock an der 

Eckwohnung ganz rechts des Gebäudes beendet hatte, auf der der 

Hausfassade zugewandten Seite des Baugerüsts (Innenseite) von diesem 

auf den betonierten Sitzplatz der Erdgeschosswohnung herabgestiegen, 

um den Boden von herabgefallenem Bohrstaub und Metallspänen zu 

reinigen. Nach Beendigung der Reinigungsarbeit habe er wiederum auf der 

Innenseite des Gerüsts zurück auf die unterste Ebene des Gerüsts auf rund 

1.5 m Höhe steigen wollen. Dazu sei er mit dem linken Fuss auf einen ca. 

40 cm hohen Sockel des Gerüsts gestiegen und habe sich mit dem linken 

Arm an einem Geländerpfosten des Gerüsts festgehalten. Anschliessend 

habe er den rechten Fuss auf die unterste Ebene des Gerüsts gesetzt und 

mit Schwung und in leichter Rücklage mit der rechten Hand eine 

Geländerstange an der Aussenseite des Gerüsts (auf der gegenüber-

liegenden Seite des Gerüstgangs) ergriffen, um sich nach oben zu ziehen. 

In jenem Moment habe die Geländerstange nachgegeben, sodass er 

mitsamt der losen Stange in der Hand rücklings vom Gerüst mit Kopf, 

Nacken und linkem Kniegelenk auf den Betonboden des Gartensitzplatzes 

gefallen sei (Klage Rz. 16 ff., Replik Rz. 100 ff.). C._____ habe sich zum 

Unfallzeitpunkt in seiner unmittelbaren Nähe befunden und habe – sofern 

er den Sturz nicht direkt mitverfolgt hatte – beobachtet, dass er vom Gerüst 

gefallen sei. Als er am Boden gelegen habe, sei C._____ sogleich zu ihm 

gelaufen und habe ihn nach seinem Befinden gefragt. C._____ könne 

bestätigen, dass der fehlende Sicherungsbolzen an der Gerüststange die 

Ursache des Sturzes gewesen sei. Dies sei unschwer zu erkennen 

gewesen, denn die Gerüststange sei gleich beim am Boden liegenden 

Kläger an einem Ende lose vom Gerüst gehangen (Replik Rz. 104 ff.). 

 

2.6.2. 

Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung hat der Kläger den 

Unfallhergang mit gewissen Abweichungen geschildert. So sei er beim 

Heraufsteigen kurz vor dem Sturz mit beiden Beinen auf dem Gerüstboden 

gestanden und habe beide Hände an der Gerüststange an der Aussenseite 

des Gerüsts gehabt, als die Stange nachgegeben habe. Er sei dann mit der 

Stange in den Händen zuerst mit dem Gesäss auf der Gerüstecke vom 

Gerüstboden aufgekommen, danach mit den Beinen über die Gerüststange 

in seinen Händen und dann mit dem Kopf und dem linken Knie auf den 

Betonboden gefallen. Beim Aufschlag habe er die Gerüststange noch in 

beiden Händen gehabt. Das andere Ende der Stange sei noch oben in der 

Halterung gehangen (act. 537, 541 f.). Dieser Unfallhergang erscheint nicht 

 - 10 - 

 

 

schlüssig. Dem Obergericht erschliesst sich nicht, wie der Kläger zunächst 

mit dem Gesäss auf den Gerüstboden, dann mit den Beinen über die an 

einem Ende noch befestigte Geländerstange und danach mit dem Kopf auf 

den Betonboden gefallen sein kann, während er das lose Ende der 

Geländerstange während des gesamten Sturzes in beiden Händen 

gehalten habe. Anhand der vom Kläger eingereichten Illustration eines 

ähnlichen Gerüsts (Klage Rz. 11; KB 4) sowie vor dem Hintergrund, dass 

die Geländerstange wesentlich über dem auf rund 1.5 m liegenden 

Gerüstboden angebracht war (act. 542; Klage Rz. 16), erscheint zudem 

fraglich, ob das lose Ende der Geländerstange von der Aussenseite des 

Gerüsts überhaupt so weit zum auf der Innenseite liegenden Betonboden 

herab reichen konnte, dass der Kläger die Geländerstange beim Aufprall 

mit dem Kopf noch in einer oder beiden Händen hätte halten können. 

Insgesamt bestehen damit wesentliche Zweifel an der Unfallschilderung 

des Klägers. 

 

2.6.3. 

Die Unfallschilderung des Klägers lässt sich sodann nicht mit dem fest-

gestellten Werkmangel vereinbaren. Gemäss den Angaben des Klägers 

soll sich die ungesicherte Geländerstange an der Aussenseite des Gerüsts 

befunden haben (Klage Rz. 19; act. 539) und, nachdem er gestürzt sei, an 

einem Ende lose vom Gerüst gehangen sein, sodass E._____ sie sofort 

habe entdecken können (Replik Rz. 113; vgl. act. 542). E._____ hat jedoch 

eine ungesicherte Geländerstange an der Innenseite des Gerüsts 

festgestellt sowie fotografiert und die Geländerstange ist an dieser Stelle 

auch nicht lose vom Gerüst gehangen, sondern hat sich in der 

vorgesehenen Position auf dem Verbindungsstück am Gerüstpfosten 

befunden (act. 549 f.; KB 9). 

 

2.6.4. 

C._____ hat den Unfallhergang am 20. Januar 2014 gegenüber einem 

Mitarbeiter des Regressdiensts der Suva Basel telefonisch geschildert und 

seine Aussagen am 28. Januar 2014 unterschriftlich bestätigt. Er hat 

angegeben, der Kläger und er hätten sich auf dem Gerüstlauf befunden. 

Der Kläger habe eine Bohrmaschine in der linken Hand gehabt und habe 

sich am Gerüsthandlauf rechts (Innenseite des Gerüstes; dem Haus 

zugewandte Seite) festgehalten. Sie seien geradeaus auf den 

Gerüstbrettern entlanggelaufen. Plötzlich habe der Gerüsthandlauf rechts 

nachgegeben und der Kläger habe das Gleichgewicht verloren und sei aus 

ca. 1.5 m Höhe auf den untenliegenden Terrassenboden gefallen. Der 

Unfall sei ihrem Chef, Herrn E._____, gemeldet worden und dieser habe 

ein Foto vom Unfallort gemacht (KB 10). 

 

Anlässlich der Zeugenbefragung vom 30. September 2019 hat C._____ 

ausgesagt, der Kläger und er hätten Material aus dem sechsten Stock 

hinunterbringen müssen. Auf der Treppe im letzten Stock habe sich der 

 - 11 - 

 

 

Kläger am Handlauf des Gerüsts festhalten wollen. Als er sich darauf 

gestützt habe, habe sich die Stange gelöst und er sei kopfvoran auf den 

Balkon gekippt. Er habe gleich nach dem Unfall gesehen, dass der 

Sicherheitsclip bei dieser Stange gefehlt habe. Herr E._____ habe Fotos 

davon gemacht. Der Kläger habe eine mindestens 7 cm lange blutende 

Wunde auf der Oberseite des Kopfes gehabt und sei ins Spital gebracht 

worden (Übersetzung des Befragungsprotokolls S. 2; act. 447). Auf die 

Frage, ob er die ihm erläuterte Unfallschilderung des Klägers bestätigen 

könne, sagte C._____ aus, er bestätige, dass der Kläger vom Gerüst 

gestürzt sei. Aus seiner Sicht sei er vornüber gestürzt. An die Geschichte 

mit den Spänen [Reinigen des Sitzplatzes von Metallspänen] erinnere er 

sich nicht. Hingegen könne er bestätigen, dass die Sicherheitsstange des 

Gerüsts schlecht befestigt gewesen sei (Übersetzung des Befragungs-

protokolls S. 3; act. 448). 

 

Die Aussagen von C._____ bestätigen den vom Kläger behaupteten Unfall 

nicht. C._____ beschrieb zwei unterschiedliche Unfallhergänge, die beide 

nicht mit der Schilderung des Klägers übereinstimmen. So soll der Kläger 

einmal mit einer Bohrmaschine auf dem Gerüstboden gelaufen und einmal 

die Treppe im letzten Stock heruntergelaufen sein, als sich der Unfall 

ereignet habe, was beides nicht nur geringfügig, sondern erheblich von der 

klägerischen Darstellung, dass der Unfall sich ereignet habe, als er vom 

Sitzplatz auf das Gerüst gestiegen sei, abweicht. Auch wird die vom Kläger 

behauptete lose Geländerstange an der Aussenseite des Gerüsts, die 

seinen Unfall verursacht haben soll, durch C._____ nicht bestätigt, denn 

gemäss dessen Aussagen soll eine Geländerstange an der Innenseite des 

Gerüsts bzw. bei einer Treppe nachgegeben haben. Da die 

Unfallschilderungen von C._____ einerseits untereinander, anderseits 

auch zur Unfallschilderung des Klägers in einem erheblichen Widerspruch 

stehen, erweisen sie sich nicht als schlüssig und kann der Kläger nichts zu 

seinen Gunsten daraus ableiten, dass in beiden geschilderten 

Unfallversionen eine defekte Gerüststange die Unfallursache gewesen sei. 

 

2.6.5. 

D._____ habe sich nach Angaben des Klägers zum Unfallzeitpunkt nicht 

mehr auf der Baustelle befunden, sondern sei bereits mit dem VW Crafter 

der G._____ GmbH zum Sitz der Unternehmung in R._____ 

zurückgefahren (Klage Rz. 17; Replik Rz. 102; act. 537). Anlässlich der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung hat D._____ allerdings ausgesagt, er 

sei ebenfalls auf der Baustelle gewesen. Den Unfall habe er nicht gesehen, 

sondern sei dazugekommen, als der Kläger auf dem Boden gewesen sei. 

C._____ habe gesagt, der Kläger sei gefallen. Er selbst habe keine Ahnung 

mehr, ob er das lose Teil am Gerüst gesehen habe (act. 545 f.). D._____ 

kann daher nicht bestätigen, dass eine lose Geländerstange den Unfall des 

Klägers verursacht hat. 

 

 - 12 - 

 

 

2.6.6. 

Auch aus den eingereichten medizinischen Akten (KB 11 bis 15; Replik-

beilagen 32, 34, 35, 36, 37, 39, 41, 47, 51, 52, 57; Beilage 1 zur Eingabe 

vom 22. Dezember 2022) kann der Kläger entgegen seiner Auffassung 

(Berufung Rz. 59, 64) hinsichtlich der kausalen Verursachung seines 

Unfalls durch den Werkmangel nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die 

medizinischen Akten äussern sich zu den beim Kläger festgestellten 

Verletzungen und teilweise dazu, ob diese mit dem vom Kläger geltend 

gemachten Unfall vereinbar sind. Hinsichtlich der Unfallursache basieren 

sie auf den Angaben des Klägers und nicht auf eigenen Feststellungen der 

medizinischen Fachpersonen. Dass eine ungesicherte Gerüststange die 

Ursache für die vom Kläger erlittenen Verletzungen gewesen ist, kann 

damit durch die medizinischen Akten auch bei einem reduzierten 

Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht bewiesen 

werden. 

 

2.6.7. 

Insgesamt erweist sich die Unfallschilderung des Klägers nicht als 

schlüssig und mit dem festgestellten Werkmangel vereinbar. Dass der 

Kläger am 15. Mai 2012 aufgrund des Werkmangels, d.h. der von E._____ 

fotografierten ungesicherten Gerüststange, vom Gerüst der Beklagten 

gestürzt ist, wird auch durch die Aussagen von C._____, D._____ und 

E._____ nicht bestätigt. Es erscheint daher mit der Vorinstanz 

gleichermassen denkbar, dass die Verletzungen des Klägers auf einen 

Sturz infolge einer Unachtsamkeit zurückzuführen sind. Von einer 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit einer Unfallverursachung durch die 

festgestellte lose Gerüststange kann unter Berücksichtigung der gesamten 

Umstände nicht ausgegangen werden, womit dem Kläger der Nachweis 

des Kausalzusammenhangs nicht gelingt. Die Vorinstanz hat die Klage 

somit zu Recht abgewiesen. Die Berufung des Klägers ist abzuweisen. 

 

3. 

3.1. 

Die Kosten für das vorliegende zweite Berufungsverfahren sind bei einem 

Streitwert von Fr. 30'000.00 auf Fr. 3'090.00 festzusetzen (§ 29 GebührD 

i.V.m. § 11 Abs. 1 VKD und § 7 Abs. 1 VKD) und ausgangsgemäss dem 

Kläger aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 95 Abs. 1 lit. a ZPO). 

Sie werden mit dem vom Kläger in gleicher Höhe geleisteten Gerichts-

kostenvorschuss verrechnet (Art. 111 Abs. 1 ZPO). 

 

3.2. 

Nach diesem Ausgang des Verfahrens ist der Kläger zudem zu verpflich-

ten, der Beklagten die Parteikosten für das zweite Berufungsverfahren zu 

ersetzen (Art. 106 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 95 Abs. 1 lit. b und Abs. 3 ZPO). 

Diese werden ausgehend von einer Grundentschädigung von Fr. 6'190.00 

(§ 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 4 AnwT), einem Abzug von 20 % für die entfallene 

 - 13 - 

 

 

Verhandlung (§ 6 Abs. 2 AnwT), einem Abzug von 25 % im Rechtsmittel-

verfahren (§ 8 AnwT) sowie einer Auslagenpauschale von 3 % (§ 13 Abs. 1 

AnwT) auf gerundet Fr. 3'825.00 festgesetzt. Eine Mehrwertsteuer ist im 

Rahmen der Parteientschädigung nicht geschuldet, da die Beklagte für die 

Anwaltskosten in einem Prozess mit ihrer Unternehmertätigkeit voll 

vorsteuerabzugsberechtigt ist. 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Die Berufung wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Gerichtskosten des zweiten Berufungsverfahrens von Fr. 3'090.00 

werden dem Kläger auferlegt und mit dem von ihm geleisteten Kosten-

vorschuss in derselben Höhe verrechnet. 

 

3. 

Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten für das zweite Berufungs-

verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 3'825.00 zu bezahlen. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 
 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der 

schriftlichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die 

Beschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. In vermögensrechtli-

chen Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der Streitwert in arbeits- und 

mietrechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in allen übrigen Fällen mindestens 

Fr. 30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher 

Bedeutung oder es handle sich um einen Entscheid des Konkurs- und Nachlassrichters 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher 

Bedeutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf 

die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den 

Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

 - 14 - 

 

 

Der Streitwert des kantonalen Verfahrens beträgt Fr. 30'000.00. 

 

 
 

  

Aarau, 28. Februar 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 2. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six     M. Stierli