# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4378d9cf-50d4-5890-a13d-10258e8a57be
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-04-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.04.2021 D-1741/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1741-2021_2021-04-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1741/2021 

law/fes 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  A p r i l  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichter Walter Lang, 

mit Zustimmung von Richterin Jenny de Coulon Scuntaro;  

Gerichtsschreiberin Sarah Ferreyra. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch Linda Spähni,  

Freiplatzaktion Basel, Asyl und Integration,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver-

fahren); Verfügung des SEM vom 8. April 2021 / (…). 

 

 

D-1741/2021 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 27. Februar 2021 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte, 

dass das SEM mit Verfügung vom 8. April 2021 – eröffnet am 9. April 2021 

– in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asyl-

gesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Frankreich 

anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens 

am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-

deführer verfügte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 

16. April 2021 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde erhob und dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, ihre Pflicht zum Selbstein-

tritt auszuüben und das vorliegende Asylverfahren in nationaler Zuständig-

keit materiell zu prüfen, eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, sich 

gestützt auf Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311) für das vorliegende Verfahren als zuständig zu er-

klären, 

dass weiter beantragt wird, es sei im Sinne vorsorglicher Massnahmen die 

aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden seien anzu-

weisen, von einer Überstellung nach Frankreich abzusehen, bis das Bun-

desverwaltungsgericht über die vorliegende Beschwerde entschieden hat, 

dass dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, 

insbesondere auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten 

und ihm die Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin beizuordnen 

sei,  

  

D-1741/2021 

Seite 3 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

(nachfolgend: Dublin-III-VO), zur Anwendung kommt, 

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Seite 4 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (englisch: take 

charge) die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in 

der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständig-

keitskriterien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei 

von der Situation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asyl-

suchende erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 

Abs. 2 Dublin-III-VO; vgl. BVGE 2012/4 E. 3.2; FILZWIESER/SPRUNG, Dub-

lin III-Verordnung, Wien 2014, K4 zu Art. 7), 

dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (englisch: take back) 

demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach 

Kapitel III stattfindet (vgl. BVGE 2012/4 E. 3.2.1 m.w.H.), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-

gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der 

Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden 

kann, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein-

trittsrecht), 

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Seite 5 

dass Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 das Selbsteintrittsrecht landesrechtlich kon-

kretisiert und es ins pflichtgemässe Ermessen des SEM legt, ein Gesuch 

aus humanitären Gründen auch dann zu behandeln, wenn die Prüfung er-

geben hat, dass ein anderer Staat dafür zuständig ist,  

dass indessen ein einklagbarer Anspruch auf die Ausübung des Selbstein-

trittsrecht besteht, wenn die Überstellung des Antragsstellers in den an sich 

zuständigen Mitgliedstaat übergeordnetes Recht, namentlich eine Norm 

des Völkerrechts, verletzen würde (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.2; ferner Urteil 

des BVGer F-3457/2019 vom 11. Juli 2019 E. 4.4, je m.w.H.), 

dass das SEM in der angefochtenen Verfügung ausführt, der Abgleich der 

Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der Datenbank Eurodac habe 

ergeben, dass dieser am 1. Juni 2017, am 13. Mai 2020, am 19. Juni 2020 

und am 28. Oktober 2020 in Frankreich ein Asylgesuch eingereicht habe, 

und die französischen Behörden dem Ersuchen um Übernahme des Be-

schwerdeführers am 1. April 2021 (recte: 28. März 2021) gestützt auf 

Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO zugestimmt hätten, womit die Durchfüh-

rung des weiteren Verfahrens in die Zuständigkeit Frankreichs falle, 

dass es weiter festhält, es gebe keine wesentlichen Gründe für die An-

nahme gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO, dass das Asylverfahren und die 

Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Frankreich Schwachstellen 

aufweise, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Be-

handlung im Sinne von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta und Art. 3 EMRK 

mit sich bringen würden,  

dass Frankreich die Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zu-

erkennung und Aberkennung des internationalen Schutzes (sog. Verfah-

rensrichtlinie), 2011/95/EU vom 13. Dezember 2011 über Normen für die 

Anerkennung von Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen als Personen 

mit Anspruch auf internationalen Schutz, für einen einheitlichen Status für 

Flüchtlinge oder für Personen mit Anrecht auf subsidiären Schutz und für 

den Inhalt des zu gewährenden Schutzes (Qualifikationsrichtlinie) sowie 

2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-

nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-

merichtlinie) ohne Beanstandungen von Seiten der Europäischen Kommis-

sion umgesetzt habe, 

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Seite 6 

dass Frankreich sowohl Signatarstaat der FK und der EMRK sei und keine 

konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen würden, dass sich Frankreich 

nicht an seine völkerrechtlichen Verpflichtungen halten und die Asyl- und 

Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführen würde,  

dass das SEM nicht davon ausgehe, dass der Beschwerdeführer bei einer 

Überstellung nach Frankreich gravierenden Menschenrechtsverletzungen 

ausgesetzt, in eine existenzielle Notlage geraten oder ohne Prüfung seines 

Asylgesuchs und unter Verletzung des Non-Refoulement-Gebots in sein 

Heimat- oder Herkunftsstaat überstellt werde,  

dass keine systemischen Mängel in Frankreichs Asyl- und Aufnahmesys-

tem vorliegen würden,  

dass das SEM weiter ausführt, der Beschwerdeführer habe anlässlich des 

rechtlichen Gehörs geltend gemacht, er habe in Paris 11 Monate auf der 

Strasse leben müssen; er habe kein Essen und keine Unterstützung erhal-

ten, 

dass Frankreich jedoch – wie erwähnt – die Aufnahmerichtlinie umgesetzt 

habe und er sich daher an die zuständigen Behörden wenden könne, um 

eine Unterkunft und sozialstaatliche Unterstützung zu erhalten oder falls er 

Hilfe bei der Arbeitssuche in Anspruch nehmen möchte, wobei darauf hin-

zuweisen sei, dass in keinem Staat eine Garantie auf eine bezahlte Er-

werbstätigkeit bestehe, und er zusätzlich bei einer der in Frankreich zahl-

reich vorhandenen karitativen Organisationen um Hilfe ersuchen könne, 

dass auch keine begründeten Anhaltspunkte dafür vorliegen würden, dass 

der Beschwerdeführer nach einer Rückkehr nach Frankreich in eine exis-

tenzielle Notlage geraten könnte, 

dass das SEM hinsichtlich der vom Beschwerdeführer anlässlich des recht-

lichen Gehörs sinngemäss geäusserten Selbstmordabsichten im Falle ei-

ner Rückkehr nach Frankreich festhielt, es sei zwar nachvollziehbar, dass 

sich bei gewissen Personen eine suizidale Tendenz bemerkbar mache, 

wenn auf deren Asylgesuch nicht eingetreten und die Wegweisung aus der 

Schweiz angeordnet werde, es aber stossend wäre, wenn der Beschwer-

deführer durch die Berufung auf eine tatsächliche oder vermeintliche 

Selbstmordgefahr die Behörden zum Einlenken zwingen könnte, 

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dass es ihm zudem freistehe, allenfalls medizinische Hilfe in der Schweiz 

in Anspruch zu nehmen und die entsprechende Infrastruktur auch in Frank-

reich zur Verfügung stehe, 

dass aus den medizinischen Akten schliesslich hervorgehe, dass er im 

Bundesasylzentrum Medikamente zur Behandlung seiner Schlafstörungen 

erhalten habe und keine Hinweise bestehen würden, dass Frankreich ihm 

die Weiterbehandlung der Schlafstörungen verweigern werde, 

dass in Würdigung der Akten und der vom Beschwerdeführer geäusserten 

Umstände keine Gründe vorliegen würden, die die Schweiz veranlassen 

müssten, die Souveränitätsklausel (sog. Selbsteinrittsrecht; Anm. des Ge-

richts) anzuwenden, 

dass Frankreich für das weitere Verfahren zuständig sei und die Schweiz 

die Souveränitätsklausel nicht anwende, weshalb das SEM auf sein Asyl-

gesuch nicht eintrete, 

dass in der Beschwerde im Wesentlichen geltend gemacht wird, gemäss 

der Zustimmungserklärung der französischen Behörden ("Accord de re-

prise en charge d'un demandeur d'asile par la France"; Beschwerdebeilage 

3) habe die Überstellung des Beschwerdeführers nach B._______ oder 

nach C._______ zu erfolgen, von wo sich der Beschwerdeführer selbstän-

dig nach D._______ in der Préfecture (…) zu begeben habe, um von den 

französischen Behörden Obdach und soziale Unterstützung zu erhalten, 

dass indessen unklar bleibe, wie der Beschwerdeführer die jeweils be-

trächtliche Distanz (B._______-D._______ bzw. C._______-D._______) 

eigenständig überbrücken könne, um am Bestimmungsort D._______ 

seine Ansprüche gemäss Unterstützungs- und Aufnahmerichtlinie geltend 

zu machen, zumal er weder über die dazu notwendigen finanziellen Mittel 

verfüge noch psychisch in der dafür notwendigen Verfassung sei, 

dass die Grundversorgung des Beschwerdeführers bei Überstellung nach 

Frankreich tatsächlich gesichert sei, erscheine zudem unwahrscheinlich, 

dass er in C._______ während 11 Monaten auf der Strasse habe leben 

müssen und ihn diese Situation in Frankreich erneut erwarte, 

dass aufgrund des aida Country Report: France (Update vom 31.12.2020; 

S. 17/18) davon auszugehen sei, dass die Chance des Beschwerdeführers 

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auf materielle Grundversorgung in Frankreich bei rund 50% und die Wahr-

scheinlichkeit, dass Frankreich die Bestimmungen der Aufnahme- und Un-

terstützungsrichtlinie einhalte somit ebenfalls bei rund 50% liege, was als 

unzureichend zu bewerten sei, 

dass die Vorinstanz dieser Realität ausser der pauschalen Berufung auf 

die Einhaltung internationaler Abkommen indes nichts entgegensetze und 

Berichte wie der vorgängig Zitierte in der Beurteilung nicht beachte, 

dass indessen im Minimum die Einholung von Garantien im Rahmen der 

Überstellungsmodalitäten – analog zu den Bestimmungen einer Überstel-

lung nach Italien gemäss dem Tarakhel-Urteil angebracht wäre, 

dass im vorliegenden Fall die Schweiz in Anwendung von Art. 17 Abs. 1 

Dublin-III-VO und der einschlägigen Rechtsprechung gemäss BVGE 

2010/45 E. 5 und E. 7.2 verpflichtet sei, ihr Selbsteintrittsrecht auszuüben 

und das Asylverfahren in der Schweiz durchzuführen, da mit überwiegen-

der Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass dem Beschwerdefüh-

rer in Frankreich eine menschenunwürdige Situation drohe und sich seine 

Überstellung dorthin deshalb als unzulässig erweise, 

dass vorweg festzuhalten ist, dass das SEM in der angefochtenen Verfü-

gung in Einklang mit der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwal-

tungsgerichts festgestellt hat, es gebe keinen Grund für die Annahme, das 

Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen in Frankreich würden syste-

mische Schwachstellen aufweisen, weshalb die Anwendung von Art. 3 

Abs. 2 Satz 2 Dublin-III-VO von vornherein nicht gerechtfertigt ist, 

dass Frankreich Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der FK 

sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) 

ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen nach-

kommt, was vom SEM ebenfalls zutreffend festgehalten wurde, 

dass auch davon ausgegangen werden kann, Frankreich anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus der Verfahrensricht-

linie und der Aufnahmerichtlinie ergeben, 

dass mit der in der Beschwerde am französischen Asylsystem erhobenen 

Kritik und dem skizzierten mutmasslichen Szenario, welches sich für den 

Beschwerdeführer im Falle der Überstellung nach Frankreich ergebe, nicht 

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hinreichend konkret aufgezeigt wird, dass für ihn in Frankreich tatsächlich 

eine aktuelle und ernsthafte Gefahr einer Verletzung von im Völkerrecht 

verankerten, direkt anwendbaren Individualrechten besteht (vgl. BVGE 

2010/45 E. 7.4 und 7.5), 

dass sich der Beschwerdeführer mutmasslich seit 2017 in Frankreich auf-

gehalten hat, wo er – wenngleich offenbar erfolglos – insgesamt vier Asyl-

gesuche stellen konnte, was verdeutlicht, dass er sehr wohl in der Lage ist, 

sich bei den Behörden Gehör zu verschaffen und seine Rechte einzufor-

dern,  

dass in der Beschwerde sodann behauptet wird, der Beschwerdeführer sei 

in Frankreich wiederholt obdachlos gewesen, 

dass er jedoch weder im erstinstanzlichen Verfahren geltend gemacht hat 

noch in der Beschwerde aufzeigt, geschweige denn dokumentiert wird, 

dass er sich in der Vergangenheit an die französischen Behörden gewandt 

hat, um zwecks Behebung seiner misslichen Situation staatliche Unterstüt-

zung einzufordern, und ihm diese verwehrt worden sei, 

dass vor diesem Hintergrund kein hinreichender Grund zur Annahme be-

steht, Frankreich habe ihm die gemäss Aufnahmerichtlinie zustehenden 

minimalen Lebensbedingungen vorenthalten oder werde dies ihm gegen-

über in Zukunft tun, 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Frankreich werde im Fall des Beschwerdeführers den Grundsatz des Non-

Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem 

sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 

Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden, 

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind,  

dass sich das Bundesverwaltungsgericht unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, und der diesbezügli-

che gestellte Eventualantrag abzuweisen ist,  

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dass nach dem Gesagten kein Grund für die Ausübung des Selbsteintritts-

rechts gemäss Art. 17 Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 be-

steht, und ergänzend festzuhalten ist, dass die Dublin-III-VO den Schutz-

suchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber 

auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-  

oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die 

Überstellung nach Frankreich angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das 

Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-

eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2015/18 E. 5.2 m.w.H.),  

dass die Beschwerde demnach abzuweisen ist, 

dass aufgrund des direkten Entscheids in der Hauptsache die Gesuche um 

Erteilung der aufschiebenden Wirkung im Sinne von Art. 107a AsylG, um 

Anordnung von vorsorglichen Massnahmen gegenüber den Vollzugsbe-

hörden und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ge-

genstandslos geworden sind, 

dass die Beschwerdebegehren, wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt, als aussichtslos zu bezeichnen sind, 

dass damit die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG und Art. 102m 

AsylG nicht erfüllt und folglich die Gesuche um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung und um amtliche Verbeiständung abzuweisen sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).  

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

amtliche Verbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Walter Lang Sarah Ferreyra 

 

 

Versand: