# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b788744d-a928-5533-91d7-d0fe1df97adb
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-15
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 15.02.2021 (publiziert) 40/2008/54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_40-2008-54_2021-02-15.pdf

## Full Text

2008 

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Veröffentlichung im Amtsbericht 

 

Art. 731b OR; Art. 354 Ziff. 5 ZPO. Zulässiges Rechtsmittel (OGE 

40/2008/54 vom 5. Dezember 2008) 

 

 Gegen die vom Kantonsgericht angeordnete Auflösung und Liquidation 

einer Gesellschaft gemäss Art. 731b OR ist der Rekurs zulässig. 

 

 Auf Begehren des kantonalen Handelsregisteramts löste der Einzelrichter 

des Kantonsgerichts die X. AG auf und ordnete ihre Liquidation an, weil sie 

weder eine Revisionsstelle bestellt noch einen Kostenvorschuss für die ge-

richtliche Ernennung einer Revisionsstelle geleistet hatte. Gegen diesen Ent-

scheid erhob die Gesellschaft Rekurs ans Obergericht. Dieses erachtete den 

Rekurs als zulässig; es schrieb das Rekursverfahren als gegenstandslos ab, 

nachdem die Rekurrentin den gesetzlichen Zustand wiederhergestellt hatte. 

 

Aus den Erwägungen: 

 

 1.–  Der Rekurs ist – mit hier nicht zutreffenden Ausnahmen – zulässig 

gegen Verfügungen, die im summarischen Verfahren ergangen sind (vgl. 

Art. 354 Ziff. 5 der Zivilprozessordnung für den Kanton Schaffhausen vom 

3. September 1951 [ZPO, SHR 273.100]). 

 Der Einzelrichter des Kantonsgerichts hat die angefochtene Verfügung 

im summarischen Verfahren erlassen und dementsprechend in der Rechts-

mittelbelehrung auf den Rekurs hingewiesen. Daran ist nichts auszusetzen. 

Zwar weist Art. 291 Abs. 2 ZPO das Verfahren nach Art. 731b des Schweize-

rischen Obligationenrechts vom 30. März 1911 (OR, SR 220), welches hier 

Anwendung fand, nicht explizit dem Summarverfahren zu. Dies ist aber of-

fensichtlich auf ein Versehen des Gesetzgebers zurückzuführen (mangelnde 

Umsetzung der Gesetzesänderung im Zusammenhang mit der Revision des 

GmbH-Rechts), denn umgekehrt zählt Art. 291 Abs. 2 ZPO nach wie vor 

mehrere der am 1. Januar 2008 durch Art. 731b OR ersetzten Bestimmungen 

auf (aArt. 727e Abs. 3, aArt. 727f Abs. 1 und 2 sowie aArt. 740 Abs. 3 

[Satz 2] OR; vgl. Watter/Wieser, Basler Kommentar, Obligationenrecht II, 

3. A., Basel 2008, Art. 731b N. 1, S. 1353). Aufgrund der Dringlichkeit des 

Verfahrens nach Art. 731b OR ist es auch sachgerecht, dass der Einzelrichter 

das Begehren des Handelsregisteramts im summarischen Verfahren behandelt 

2008 

2 

hat (vgl. Watter/Wieser, Art. 731b N. 10, S. 1355, und Franco Lorandi, Kon-

kursverfahren über Handelsgesellschaften ohne Konkurseröffnung – Ge-

danken zu Art. 731b OR, AJP 2008, S. 1383). Der Rekurs erscheint daher als 

zulässiges Rechtsmittel gegen die hier angefochtene Auflösung und Liquida-

tion der Gesellschaft. …