# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 09cf6d5a-8a3c-5e38-bfd9-8a5bec879f83
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.01.2022 200 2021 787
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-787_2022-01-19.pdf

## Full Text

200 21 787 UV
SCP/SVE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 19. Januar 2022

Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Branchen Versicherung Genossenschaft
Sihlquai 255, Postfach, 8031 Zürich
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. C.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 14. Oktober 2021 (244.104)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Jan. 2022, UV/21/787, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1967 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war bei der D.________ AG angestellt und dadurch bei der Branchen Ver-
sicherung Genossenschaft (Branchen Versicherung bzw. Beschwerdegeg-
nerin) unfallversichert, als sie gemäss Schadenmeldung UVG am 19. Fe-
bruar 2021 beim Schlitteln stürzte und sich eine Prellung mit Schmerzen 
am Thorax (Rippen, Brustkorb) rechts zuzog (Akten der Branchen Versi-
cherung, Antwortbeilage [AB] K1). Gestützt auf eine Stellungnahme von 
Dr. med. E.________, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates, vom 7. August 2021 (AB M4) stellte die 
Branchen Versicherung mit Verfügung vom 10. August 2021 (AB K3) die 
Leistungen per 18. März 2021 ein. Nach dagegen erhobener Einsprache 
(AB K4) holte die Branchen Versicherung abermals eine Stellungnahme bei 
Dr. med. E.________ ein (Aktenbeurteilung vom 25. September 2021 
[AB M5]) und wies die Einsprache gestützt darauf mit Entscheid vom 
14. Oktober 2021 (AB K6) ab.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, mit Eingabe vom 15. November 2021 beim Verwaltungsge-
richt des Kantons Bern Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Es sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 14. Okto-
ber 2021 aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, 
der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen das Unfallereignis 
vom 19. Februar 2021 betreffend zuzusprechen und auszurichten.

2. Eventualiter sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 
14. Oktober 2021 aufzuheben und ein gerichtliches medizinisches Gut-
achten bei einer neutralen Stelle einzuholen.

3. Subeventualiter sei die Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurück-
zuweisen und diese zu verpflichten, ein medizinisches Gutachten bei ei-
ner neutralen Stelle einzuholen und es sei nach Vorliegen dieses Gutach-
tens neu über den Leistungsanspruch zu entscheiden.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegeg-
nerin.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Jan. 2022, UV/21/787, Seite 3

Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Beschwerdeantwort vom 10. De-
zember 2021 auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 14. Oktober 
2021 (AB K6). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf gesetzliche Un-
fallversicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 
19. Februar 2021 und dabei insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin die 
vorübergehenden Leistungen zu Recht per 18. März 2021 einstellte und 
einen Anspruch auf weitere Unfallversicherungsleistungen verneinte.

1.3 Der Streitwert liegt unter Fr. 20'000.-- (vgl. prozessleitende Verfü-
gung vom 22. Dezember 2021 [in den Gerichtsakten]), weshalb die Beurtei-

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lung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 
Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]).

Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten 
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen 
Schaden voraus (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 
3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 
Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht 
als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die 
Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass 
ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der 
versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht 
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 

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gesundheitliche Störung entfiele („conditio sine qua non“; BGE 142 V 435 
E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; 
Entscheid des Bundesgerichts vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 
5.1). 

Für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt es, wenn 
der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache 
darstellt (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 
UV Nr. 3 S. 12 E. 8.3).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialver-
sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges 
genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 
435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 
5.1).

2.3 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
(vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.

3.1 Aufgrund der Akten erstellt und zwischen den Parteien unbestritten 
ist, dass der Sturz beim Schlitteln vom 19. Februar 2021 die kumulativen 
Tatbestandsvoraussetzungen des Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition 
(vgl. E. 2.1 hiervor) erfüllt und sich die Beschwerdeführerin anlässlich die-
ses Unfalls eine Kontusion des Rippenthorax rechts zuzog (vgl. AB M1). So 
erbrachte die Beschwerdegegnerin denn auch zunächst die gesetzlichen 

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Versicherungsleistungen. Umstritten ist indessen, ob die Beschwerdeführe-
rin infolge des Unfalls über die von der Beschwerdegegnerin verfügte Ein-
stellung der vorübergehenden Leistungen per 18. März 2021 hinaus wei-
terhin Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat.

3.2 Den medizinischen Akten lässt sich im Wesentlichen das Folgende 
entnehmen:

3.2.1 Im ärztlichen Zeugnis über die Erstbehandlung vom 25. Februar 
2021 (AB M1) hielt Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere 
Medizin, als vorläufige Diagnose eine Thoraxkontusion mit Verdacht auf 
beginnende Mastitis bei Mammaimplantat seit 1986 fest. Die Beschwerde-
führerin sei beim Schlitteln gestürzt und habe danach Thoraxschmerzen 
und einen Knoten Mamma rechts gehabt.

3.2.2 Im Bericht des Spitals G.________ über die ambulante Konsultation 
vom 10. März 2021 (AB M4 S. 8) wurde als Diagnose ein Verdacht auf eine 
beginnende Mastitis bei liegendem Implantat rechts aufgeführt. Vor zwei-
einhalb Wochen sei ein Sturz auf diese Brust erfolgt.

3.2.3 Dr. med. H.________, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, 
hielt in der Anmeldung Konsilium an Dr. med. I.________, Fachärztin für 
Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie sowie Handchirurgie, 
vom 29. März 2021 (Akten der Beschwerdeführerin, Beschwerdebeilage 
[BB] 4) einen dringenden Verdacht auf Ruptur des Brustimplantates nach 
Trauma fest.

3.2.4 Im Gesuch um Kostengutsprache vom 8. Juli 2021 (AB M3) zu 
Handen der Beschwerdegegnerin diagnostizierte Dr. med. I.________ ei-
nen Verdacht auf Implantatläsion/Expanderläsion Brust rechts bei Status 
nach Brustrekonstruktion rechts 1989 mit NaCl-gefüllter Expanderprothese 
sowie Status nach Sturz beim Schlittenfahren auf die rechte Brust vom 
19. Februar 2021. Nach dem Sturzereignis habe die Beschwerdeführerin 
plötzlich das Gefühl gehabt, dass die rechte Brust kleiner geworden sei. 
Zudem habe sie seither Schmerzen im Bereich der rechten Brust.

3.2.5 Dr. med. E.________ hielt in seiner Aktenbeurteilung vom 25. Sep-
tember 2021 (AB M5) fest, die beklagten Beschwerden stünden nicht mit 

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überwiegender Wahrscheinlichkeit (< 50 %) in natürlichem Kausalzusam-
menhang zum gemeldeten Ereignis. Zur Begründung führte er aus, am 
25. Februar 2021 sei die Erstbehandlung erfolgt mit Angabe von Thorax-
schmerzen und Knoten Mamma rechts, im Befund Hautrötung und Druck-
dolenz Mamma rechts. Am 8. März 2021 sei die Beschwerdeführerin in der 
Sprechstunde von Dr. med. J.________, Fachärztin für Allgemeine Innere 
Medizin, mit einem nahezu gleichen Befund gewesen. Am 10. März 2021 
sei eine gynäkologische Vorstellung erfolgt mit sonographisch noch sicht-
barem „milchigem Implantat“ in der rechten Mamma mit unspezifischen 
klinischen Zeichen einer leichten Rötung bei drei Uhr und unter der Narbe 
bei sieben bis acht Uhr mit tastbarer Implantatkante darunter. Die Diagnose 
der Fachärztin Gynäkologie habe nicht auf Implantatruptur traumatisch, 
sondern „Verdacht auf Mastitis bei liegendem Implantat rechts“ gelautet. 
Diese fachärztliche Untersuchung und Erstdiagnose als Hinweis für eine 
traumatisch zustande gekommene Implantatruptur (mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit) gemäss Schreiben der Rechtsanwältin heranzuziehen, 
sei aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht nachvollziehbar. Eine Akut-
symptomatik fehle vollständig, ebenso ein Akutbefund auf eine traumati-
sche Implantatverletzung. Eine Cochrane Übersichtsarbeit über verschie-
dene Brustimplantate nenne ein nach über 30 Jahren rupturiertes Brustim-
plantat als gutes Ergebnis, ja dies deutlich über die zu erwartende Zeit hin-
ausgehe. Nach 30 Jahren sei ein Implantatversagen mittels Leckage zwei-
felsfrei bei allen Implantattypen gemäss Literatur zu erwarten. Die klini-
schen Angaben der behandelnden Ärzte nach dem Ereignis würden weder 
eine Akutsymptomatik im Sinne eines Risses nennen, dann wäre bezüglich 
der Form die Brustveränderung wesentlich deutlicher ausgefallen, noch 
werde die traumatische Implantatruptur Wochen nach dem Ereignis diffe-
rentialdiagnostisch in Erwägung gezogen. Die erste gynäkologische Vor-
stellung sei am 10. März 2021 erfolgt mit keinerlei Erwähnung einer Implan-
tatruptur auch nach sonographischer Analyse der rechten Brust. Die zweite 
gynäkologische Untersuchung sei erst am 8. Juli 2021 bei 
Dr. med. I.________ erfolgt. Hier sei erstmals der Verdacht auf „Implantat-
läsion/Expanderläsion“ genannt und angegeben worden, nach dem Ereig-
nis habe sie das Gefühl gehabt, dass die rechte Brust kleiner geworden sei. 
Diese Angaben unter obengenannten Literaturangaben (Implantatversagen 
nach über 30 Jahren) sei als überwiegender Grund eines Sturzes vom 

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Schlitten nicht ausreichend, eine natürliche Kausalität mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit zu begründen. Denn der erste Arztbesuch eine Woche 
nach dem Ereignis mit unspezifischen Beschwerdeangaben lasse eine Im-
plantatinsuffizienz vorbestehend als überwiegend wahrscheinlich zu, deren 
klinische Zeichen anlässlich des Ereignisses lediglich symptomatisch wur-
den. Vermehrter Flüssigkeitsaustritt eines insuffizienten Implantates könne 
bei mehr lokalem Druck nicht als objektive Verschlimmerung gewertet wer-
den. Am 10. März 2021 sei das Implantat in der Sonographie vorhanden 
gewesen: „leicht milchig“ sonographisch und unter der Rötung „tastbar“ 
klinisch. Beschwerden hätten „seit einer Woche“ bestanden, somit ab dem 
3. März 2021. Damit sei ein Platzen des Implantats aus traumatischen 
Gründen nach dem Ereignis hier mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
ausgeschlossen, denn es sei zu einem symptomatisch Werden eines be-
reits vorbestehend insuffizienten Brustimplantats rechts nach dem gemel-
deten Ereignis einer Thoraxkontusion nach Sturz vom Schlitten gekommen. 
Der Status quo ante vel sine sei deshalb spätestens vier Wochen nach 
dem Ereignis wieder erreicht gewesen (S. 5 f.).

3.2.6 In der chirurgisch-versicherungsmedizinischen Stellungnahme vom 
4. November 2021 (BB 6) führte Dr. med. K.________, Fachärztin für Chir-
urgie, aus, es sei naheliegend, dass eine Implantatläsion dazu geführt ha-
be, dass das NaCL = Wasser aus dem Implantat in das umgebende Gewe-
be ausgelaufen sei und dort zu einer Gewebereizung mit Rötung geführt 
habe. Brustimplantate wiesen zwei führende Komplikationen auf: Die Kap-
selfibrose, bei welcher sich Gewebe um das Implantat herum bilde im 
Rahmen des Heilungsprozesses, sowie die Implantatruptur. Es sei basie-
rend auf den dokumentierten klinischen Befunden unwahrscheinlich, dass 
bei der Beschwerdeführerin zum Unfallzeitpunkt am 19. Februar 2021 eine 
pathologische Kapselfibrose bestanden habe – die Symptome wiesen nicht 
darauf hin und auch nicht der Untersuchungsbefund. Es liege überwiegend 
wahrscheinlich eine Implantatruptur vor. Folgende Ursachen könnten zu 
einer Implantatruptur führen: übermässige Krafteinwirkung auf die Brust, 
Trauma, Kompression während einer Mammographie, schwere Kapselfi-
brose sowie eine normale Abnutzung im Laufe der Zeit. Vorliegend bestehe 
ein zeitlicher Zusammenhang mit der Throaxkontusion vom 19. Februar 
2021. Sowohl die Beschwerden als auch die klinisch nachweisbaren Be-

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funde (Verhärtungen, Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe, vor allem am 
unteren Rand des Brustimplantats) seien nach der erlittenen Thoraxkontu-
sion aufgetreten. Dabei sei es unerheblich, dass im Bereich des Brustkorbs 
kein Bluterguss und keine Prellmarke als Zeichen einer stattgehabten Kon-
tusion dokumentiert worden sei – solche indirekt wegweisenden Hinweise 
für einen Kausalzusammenhang mit einem Trauma liessen sich auch nicht 
nachweisen bei einer im Rahmen einer Mammographie verursachten Im-
plantatruptur. Es gebe keinen Grund, warum eine normale Abnutzung im 
Laufe der Zeit wie von der Beschwerdegegnerin geltend gemacht, exakt im 
Zusammenhang respektive zeitnah mit einer Thoraxkontusion auftrete. Ein 
Schlittensturz mit Aufprall auf die Brust führe nachvollziehbar beim Aufprall 
am Boden zu einer Druckausübung auf die Brust. Ein mit Wasser gefülltes 
Brustimplantat vermöge nachvollziehbar, analog eines mit Wasser gefüllten 
Luftballons beim Aufprall am Boden, zu rupturieren. Es sei darauf hinzu-
weisen, dass das Implantat mit Wasser und nicht mit Gel gefüllt sei und 
eben auch keine Silikon-Prothese vorgelegen habe; die letzten beiden sei-
en per se resistenter auf Kompression.

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 

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in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Soll ein Versicherungs-
fall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so 
sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver-
sicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab-
klärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der versicherten Per-
son aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzu-
berücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versiche-
rungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines 
behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis 
auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) 
nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder 
ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungs-
träger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 
225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.4 Die Beschwerdegegnerin stützt sich im angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 14. Oktober 2021 (AB K6) massgeblich auf die Aktenbe-
urteilung ihres Vertrauensarztes Dr. med. E.________ vom 25. September 
2021 (AB M5). Dr. med. E.________ führte darin im Wesentlichen aus, der 
Sturz mit dem Schlitten sei nicht ausreichend, eine natürliche Kausalität mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit zu begründen. Nach 30 Jahren sei ein 
Implantatversagen mittels Leckage zweifelsfrei bei allen Implantattypen 
gemäss Literatur zu erwarten. Der erste Arztbesuch eine Woche nach dem 
Ereignis mit unspezifischen Beschwerdeangaben lasse eine Implantatinsuf-
fizienz vorbestehend als überwiegend wahrscheinlich zu, deren klinische 
Zeichen anlässlich des Ereignisses lediglich symptomatisch geworden sei-
en. Vermehrter Flüssigkeitsaustritt eines insuffizienten Implantates könne 

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bei mehr lokalem Druck nicht als objektive Verschlimmerung gewertet wer-
den (AB M5 S. 6). Ob diese Beurteilung den höchstrichterlichen Anforde-
rungen an einen beweiskräftigen Bericht vorliegend überhaupt genügt 
(vgl. E. 3.3 hiervor), kann mit Blick auf die nachfolgenden Überlegungen 
offengelassen werden. Der Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin be-
gründet seine Annahme, wonach die Implantatinsuffizienz überwiegend 
wahrscheinlich vorbestehend gewesen und anlässlich des Ereignisses le-
diglich symptomatisch geworden sei, einzig unter Bezugnahme auf einige 
hierzu ergangenen medizinischen Publikationen und setzt sich nicht damit 
auseinander, aufgrund welcher Fakten die zeitnah zum Sturzereignis erho-
benen Befunde (Verformung der Brust, Knoten, Rötung und Schmerzen) 
auch ohne das versicherte Ereignis zu diesem Zeitpunkt aufgetreten wären. 
Soweit Dr. med. E.________ denn auch einzig mit dem Alterungsprozess 
des Implantatmaterials argumentiert, verkennt er, dass zur Auslösung der 
Leistungspflicht eine Teilursache genügt (vgl. E. 2.2 hiervor). Der bei einem 
Sturz auf die Brust auf das Implantat wirkende Druck stellt unbestrittener-
massen eine mögliche Ursache dar, welche zum Platzen bzw. Reissen der 
Implantathülle führen kann. Damit ist durchaus möglich, dass das Implantat 
der Beschwerdeführerin in der rechten Brust mit einer Füllung aus Kochsa-
lzlösung beim Sturz am 19. Februar 2021 beschädigt worden sein könnte. 
Zwar richtet austretende Kochsalzlösung im Körper keinen Schaden an, die 
Brust verliert jedoch sichtbar an Form. Hinweise auf Schäden am Implantat 
können durch Abtasten erkennbarer Knoten, Verformungen, Rötungen oder 
Schwellungen erkannt werden (vgl. hierzu http://www.mybody.de; Rubrik: 
Brustimplantate Schäden). Wie Dr. med. K.________ in ihrer Beurteilung 
vom 4. November 2021 (BB 6) schlüssig darlegte, hatte die Beschwerde-
führerin in einem zeitlich engen Zusammenhang zum Sturzereignis die 
hiervor genannten Symptome festgestellt. Die Beschwerdeführerin suchte 
nach deren Feststellung denn auch sofort ihre Hausärztin auf. Mithin ist 
überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin, hätte sie schon 
vor dem Unfallereignis solche Symptome, namentlich einen Knoten in der 
rechten Brust, bemerkt, bereits zu diesem Zeitpunkt unverzüglich einen 
Arzt aufgesucht hätte. Dass, wie Dr. med. E.________ argumentiert, diese 
Symptome allerdings im Sinne einer Akutsymptomatik hätten auftreten 
müssen, erscheint – mangels anderweitiger Begründung im Bericht – beim 

http://www.mybody.de

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Auslaufen einer den Körper als solchen nicht direkt schädigenden Flüssig-
keit nicht zwingend. 

Bei dieser Sachlage wäre die Beschwerdegegnerin im Rahmen der ihr ob-
liegenden Abklärungspflicht gehalten gewesen, einerseits die intraoperati-
ven Befunde (insbesondere auch die defekte Implantathülle) zu sichern und 
andererseits bei den die Beschwerdeführerin behandelnden Ärzten 
(Hausärztin bzw. Gynäkologin) die Krankengeschichte einzuverlangen 
zwecks Klärung der Frage, ob die Beschwerdeführerin bereits vor dem 
Sturzereignis wegen Beschwerden an ihrer rechten Brust bzw. dem Brust-
implantat in Behandlung stand. Sollte Letzteres nicht der Fall gewesen 
sein, hätte sie die ausgewechselte Implantathülle auf die Natur der Schädi-
gung zu untersuchen gehabt. Insoweit erweist sich der medizinische Sach-
verhalt als ungenügend abgeklärt, weshalb die Beschwerdegegnerin in 
einem ersten Schritt diese Abklärungsmassnahmen nachzuholen und als-
dann, wie von der Beschwerdeführerin subeventualiter beantragt (vgl. Be-
schwerde S. 3 Rechtsbegehren Ziff. 3.), ein externes fachärztlich plastisch-
chirurgisches Gutachten einzuholen hat.

4.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
14. Oktober 2021 (AB K6) in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und 
die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwägungen 
und anschliessendem Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerde-
gegnerin zurückzuweisen. 

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu er-
heben.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-

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setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt es unter dem Gesichtspunkt des 
(bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine Parteientschädigung im Streit um 
eine Sozialversicherungsleistung bereits als Obsiegen, wenn die versicher-
te Person ihre Rechtsstellung im Vergleich zu derjenigen nach Abschluss 
des Administrativverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung 
einer ablehnenden Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Ver-
waltung zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht (BGE 
137 V 57 E. 2.1 S. 61). Dies gilt unabhängig davon, ob die Rückweisung 
beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im Even-
tualantrag gestellt wird (SVR 2017 KV Nr. 9 S. 43 E. 9.1).

Rechtsanwältin B.________ macht in der Kostennote vom 18. Januar 2022 
ein Honorar von Fr. 2'937.50 geltend, entsprechend einem Aufwand von 
11.75 Stunden à Fr. 250.--, zuzüglich Auslagen von Fr. 44.10 und Mehr-
wertsteuer von Fr. 229.60 (7.7 % von Fr. 2'981.60). Der geltend gemachte 
Aufwand erweist sich unter Berücksichtigung der getroffenen Abklärungen 
als geboten und ist damit nicht zu beanstanden. Gestützt auf die einge-
reichte Kostennote wird die Parteientschädigung somit auf Fr. 3'211.20 
(inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt. Diesen Betrag hat die 
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid der 
Branchen Versicherung Genossenschaft vom 14. Oktober 2021 aufge-
hoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, 
damit sie – nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen 
– über den Leistungsanspruch neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Jan. 2022, UV/21/787, Seite 14

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3'211.20 (inkl. Auslagen und MWST), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Rechtsanwalt Dr. C.________ z.H. der Beschwerdegegnerin 

(samt Eingabe vom 18. Januar 2022)
- Bundesamt für Gesundheit

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.