# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e8b7a97d-30f5-52bc-8020-36f2e66197ce
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-05-27
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 27.05.2008 WBE.2007.293
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2007-293_2008-05-27.pdf

## Full Text

2008 Kantonale Steuern 89 

Erw. 2.3.2). Wie bereits ausgeführt, liegt zwischen dem Beschwerde-
führer und der C. GmbH keine schriftliche Vereinbarung vor. Insbe-
sondere die Rückzahlung des Kredites wurde nicht geregelt. Der 
Beschwerdeführer war darauf angewiesen, dass er mit seiner Einzel-
firma möglichst viele Leistungen gegenüber der C. GmbH verrech-
nen konnte, um den Kredit abzubauen. Ob und in welcher Höhe eine 
Rückzahlung in der Zukunft möglich sein würde, war nicht absehbar. 
Insofern kann der Steuerbehörde auch nicht vorgeworfen werden, sie 
habe es unterlassen, dem Beschwerdeführer die Vorlage eines Rück-
zahlungsplans zu ermöglichen, um so die Aufrechnung zu verhin-
dern; die im massgeblichen Zeitpunkt bestehende Ungewissheit, ob 
sich ein solcher Plan dann auch realisieren lasse, hätte dadurch nicht 
behoben werden können. 

2.5. 
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Steuerkommission S. die 

Kontokorrentforderung der C. GmbH gegenüber dem Beschwerde-
führer in Höhe von Fr. … per 31. Dezember 1998 zu Recht als ver-
deckte Gewinnausschüttung behandelte. Davon entfiel jedoch ein 
Betrag von Fr. … auf die Zeit vor der Bemessungsperiode 1997/98. 
Als steuerbares Einkommen war damit der Differenzbetrag von 
Fr. … aufzurechnen (vorne Erw. 2.4.2; 2.4.3). 

(Hinweis: Das Bundesgericht hat mit Urteil vom 18. November 
2008 eine Beschwerde gegen dieses Urteil abgewiesen, soweit darauf 
einzutreten war [2C_446/2008]) 

20 Steuerumgehung; Verkauf einer Diskontobligation ohne überwiegende 
Einmalverzinsung. 
- Besteuerung des Einmalzinsanteils (Erw. 1). 
- Der Steuerpflichtige kann den Verkaufszeitpunkt frei wählen und auf 

die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen bzw. Merkblätter 
vertrauen (Erw. 3). 

- Die Veräusserung einer Diskontobligation acht Tage vor dem Verfall 
an die Bank stellt vorliegend eine Steuerumgehung dar (Erw. 4). 

Urteil des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 27. Mai 2008 in Sachen F. 
(WBE.2007.293). Zur Publikation vorgesehen in StE 2009. 

90 Verwaltungsgericht 2008 

Aus den Erwägungen 

1. 
1.1. 
Gemäss § 29 Abs. 1 lit. b StG sind die dem Inhaber anfallenden 

Einkünfte aus dem Verkauf oder der Rückzahlung von Diskontobli-
gationen mit überwiegender Einmalverzinsung zu versteuern. Von 
einer Diskontobligation wird dann gesprochen, wenn eine Obligation 
unter ihrem Nennwert emittiert und zum Nennwert zurückbezahlt 
wird. Bei gemischten Diskontobligationen erhält der Anleger zusätz-
lich zur Einmalentschädigung (bei Rückzahlung der Obligation) auch 
periodische Zinsvergütungen, die jedoch einen geringeren Zinssatz 
als gewöhnliche, d.h. ausschliesslich periodisch verzinste Obligatio-
nen aufweisen. Macht die periodische Verzinsung gegenüber der 
Einmalverzinsung mehr als die Hälfte der Gesamtrendite aus, so han-
delt es sich um eine Obligation ohne überwiegende Einmalverzin-
sung. Einkünfte aus Diskontobligationen ohne überwiegende Ein-
malverzinsung werden durch § 29 Abs. 1 lit. a StG erfasst und sind 
ebenfalls zu versteuern. Während die periodischen Zinsanteile 
durchwegs im Zeitpunkt ihrer Fälligkeit zu versteuern sind, ist die 
Unterscheidung zwischen Diskontobligationen mit oder ohne über-
wiegende Einmalverzinsung für die Behandlung des Einmalzinses 
von Bedeutung; dieser ist bei Diskontobligationen ohne überwie-
gende Einmalverzinsung erst bei Rückzahlung der Obligation zu ver-
steuern, bei Diskontobligationen mit überwiegender Einmalverzin-
sung begründen neben der Rückzahlung auch vorhergehende Veräus-
serungen die Fälligkeit zur Besteuerung des aufgelaufenen Einmal-
zinsanteils (vgl. zum Ganzen § 8 Abs. 2 StGV; Kreisschreiben Nr. 4 
der ESTV vom 12. April 1999 für die Steuerperiode 2001, heute er-
setzt durch Kreisschreiben Nr. 15 vom 7. Februar 2007; Dieter Heu-
scher in: Kommentar zum Aargauischen Steuergesetz [StG-Kom-
mentar], Band 1, 2. Auflage, Muri/Bern 2004, § 29 N 12 und 14). 

1.2. 
Der Einkommenssteuer nicht unterworfen sind Kapitalgewinne 

aus der Veräusserung von beweglichem Privatvermögen (§ 33 lit. i 
StG). Kapitalgewinne werden als Wertzuwachsgewinne bei der Ver-

2008 Kantonale Steuern 91 

äusserung von Vermögenswerten erzielt (vgl. Heuscher, a.a.O., § 33 
N 17). Unter den Begriff der Kapitalgewinne fallen auch die nicht 
fälligen Zinsen, die seit dem letzten Fälligkeitstermin bis zum Ver-
äusserungszeitpunkt einer Kapitalforderung aufgelaufen und vom 
Käufer zu begleichen sind, die sogenannten Marchzinsen (anders 
aber, wie zuvor ausgeführt, der Einmalzinsanteil bei Diskontobliga-
tionen mit überwiegender Einmalverzinsung). 

1.3. 
Im Vergleich zu Art 17 ff. DBG regelt das StHG die Einkunfts-

arten in Art. 7 Abs. 1 nur rudimentär. Die Kantone können nach der 
Rechtsprechung des Bundesgerichts aber nicht von der Lösung des 
Bundesgesetzgebers abweichen, soweit es um die Steuerbarkeit und 
die Steuerbefreiung der Einkünfte sowie die Differenzierung von 
steuerfreiem Kapitalgewinn und Vermögensertrag geht (Urteil vom 
8. Februar 2006 [2A.438/2005], Erw. 4.2; Stellungnahme ESTV). 
Die Regelung in Art. 20 Abs. 1 lit. a und b DBG stimmt mit den auf-
geführten kantonalen Vorschriften nahezu wörtlich überein. 

2. 
2.1. 
Die Beschwerdeführer erwarben im Jahr 1994 die Obligation 

3.75% B. AG, Laufzeit bis 13. Juni 2001, für 82.65 % des Nennwer-
tes, der DM … betrug. Es handelt sich unbestrittenermassen um eine 
Diskontobligation ohne überwiegende Einmalverzinsung. Kurz vor 
dem Rückzahlungstermin, mit Valuta 5. Juni 2001, verkauften die 
Beschwerdeführer die Obligation zu einem Preis von € …, ent-
sprechend einem Kurs von 99.95 %. Ab dem 13. Juni 2000 bis zum 
Verkaufsdatum waren € …. an periodischen Zinsen aufgelaufen (352 
Tage). Anlässlich der Veräusserung wurde eine Courtage von € … 
sowie eine Stempelsteuer von € … erhoben. 

2.2. 
Es ist nicht mehr streitig, dass die Besteuerung der periodischen 

Zinsen im Zeitpunkt der Fälligkeit zu erfolgen hat und dass die im 
Zeitpunkt der Veräusserung der Obligation am 5. Juni 2001 aufgelau-
fenen periodischen Zinsen von umgerechnet Fr. ... als Marchzinsen 
bei den Beschwerdeführern einen nicht zu versteuernden Kapitalge-
winn im Sinne von § 33 lit. i StG darstellen. Ebenso steht fest, dass 

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der Einmalzins grundsätzlich in gleicher Weise erst bei Rückzahlung 
der Obligation zu versteuern ist, da es um eine Diskontobligation 
ohne überwiegende Einmalverzinsung geht. Anders verhält es sich 
nur, falls die Veräusserung acht Tage vor dem Verfall der Obligation 
eine Steuerumgehung (siehe dazu hinten Erw. 4.1.) darstellt. Zu-
nächst ist dabei zu prüfen, ob das Gesetz für die Anwendung der Re-
geln über die Steuerumgehung überhaupt Raum lässt (hinten Erw. 3). 

3. 
3.1. 
Die Beschwerdeführer machen geltend, der Gesetzgeber habe 

bewusst Marchzinsen von der Besteuerung ausgenommen und 
ebenso alle übrigen vor Fälligkeit realisierten Zinskomponenten, wo-
bei einzig die überwiegend einmalverzinslichen Produkte gemäss 
§ 29 Abs. 1 lit. b StG ausgenommen seien. Für die Anwendung der 
Steuerumgehung bleibe daher kein Raum. 

3.2. 
Auch bei Diskontobligationen ohne überwiegende Einmalver-

zinsung unterliegt die Einmalzinskomponente der Besteuerung als 
Ertrag aus beweglichem Vermögen. Besteuerungszeitpunkt ist die 
Rückzahlung der Obligation, wenn auch der Einmalzinsanteil fällig 
ist und ausbezahlt wird. Dies entspricht der allgemeinen Regelung 
der Zinsbesteuerung. Die Sonderregelung, die für Diskontobligatio-
nen mit ausschliesslicher oder überwiegender Einmalverzinsung ge-
schaffen wurde (vorne Erw. 1.1), kommt hier nicht zur Anwendung. 
Dabei muss aber sichergestellt bleiben, dass am Schluss, bei der 
Rückzahlung der Obligation, der volle Einmalzinsanteil der Besteue-
rung unterliegt. Vorkehren, die dies verhindern, sind unter dem Ge-
sichtspunkt der Steuerumgehung zu prüfen. Die ESTV führte dazu 
aus, dass davon ausgegangen werden könne, "dass die Banken ihren 
Kunden zur Steuervermeidung nur zu gerne eine Veräusserung kurz 
vor Verfall empfehlen werden, weil sie damit im Gegensatz zur 
Rückzahlung der Obligation zusätzlich verursachte Transaktions-
kosten vereinnahmen und dabei nötigenfalls die Obligation auch (für 
ihren Teil) umsatzabgabefrei in den eigenen Handelsbestand erwer-
ben können. Praktisch würde dies deshalb auf eine generelle steuerli-
che Freistellung der Einmalverzinsungskomponente bei Diskontobli-

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gationen ohne überwiegende Einmalverzinsung im Privatvermögen 
hinauslaufen, was kaum den Intentionen des Gesetzgebers ent-
sprechen dürfte" (Stellungnahme ESTV). 

3.3. 
Den Beschwerdeführern ist insofern Recht zu geben, als es 

beim Börsenhandel um standardisierte Produkte und um die Ab-
wicklung von Massengeschäften geht, was generell dazu führen 
muss, dass die mit dem Kauf und Verkauf verbundenen Steuerfolgen 
klar und berechenbar sind. Die mit der Bejahung einer Steuerumge-
hung verbundene Korrektur mittels einer Sachverhaltsfiktion bringt 
immer eine gewisse Rechtsunsicherheit mit sich. Grundsätzlich sind 
die Steuerfolgen bei Diskontobligationen mit oder ohne überwie-
gende Einmalverzinsung durch die Steuergesetzgebung und das 
Kreisschreiben Nr. 4 vom 12. April 1999 bzw. heute Nr. 15 vom 
7. Februar 2007 klar geregelt. Die Heranziehung der Kriterien der 
Steuerumgehung ist erst dann angezeigt, wenn der Steuerpflichtige 
um der Steuerersparnis willen einen allzu ausgefallenen Sachverhalt 
konstruiert, der an sich die Voraussetzungen der Steuerbarkeit nicht 
erfüllt, wirtschaftlich indessen mit dem steuerbaren identisch ist 
(siehe hinten Erw. 4.1). Dieses Korrektiv darf also nur - aber immer-
hin - in aussergewöhnlichen Fällen zur Anwendung gelangen; dies 
wird durch den Zusammenhang mit dem Börsenhandel nicht ausge-
schlossen. Insofern geht auch das Vorbringen der Beschwerdeführer 
ins Leere, dass die rechtsgleiche Behandlung gefährdet sei, sobald 
bei einer gewöhnlichen Börsentransaktion zwischen unabhängigen 
Dritten nicht mehr auf die gesetzlichen Bestimmungen abgestellt 
werde, sondern das Vorliegen einer Steuerumgehung geprüft werde. 
Voraussetzung der Steuerumgehung ist eben gerade, dass eine unge-
wöhnliche und sachwidrige Rechtsgestaltung vorliegt. Von einer zu-
fälligen Umqualifizierung im Einzelfall kann keine Rede sein. 

Mit anderen Worten kann der Steuerpflichtige noch immer frei 
wählen, wann er die Diskontobligation ohne überwiegenden Einmal-
zins verkauft. Er darf im Hinblick auf die Besteuerung des Einmal-
zinsanteiles auch auf die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen 
bzw. die Merkblätter vertrauen. Das gewählte Vorgehen, das die Sub-

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sumtion unter § 29 Abs. 1 lit. a StG sicherstellen soll, steht jedoch 
unter dem Vorbehalt der Steuerumgehung. 

3.4. 
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die vom 

Gesetzgeber getroffene Regelung hinsichtlich der Besteuerung der 
Einmalzinskomponente einer Diskontobligation ohne überwiegende 
Einmalverzinsung unter Umständen zu einer sachlich unbefriedigen-
den Lösung führen kann. Sind die Kriterien der Steuerumgehung er-
füllt – was nachfolgend zu prüfen sein wird – ist der Besteuerung 
diejenige Ordnung zu Grunde zu legen, welche der sachgemässe 
Ausdruck des von den Steuerpflichtigen erstrebten wirtschaftlichen 
Zweckes gewesen wäre (siehe hinten Erw. 4.1.). Die Grundsätze der 
Rechtssicherheit, der Rechtsgleichheit sowie Treu und Glauben wer-
den dadurch nicht tangiert. 

4. 
4.1. 
Stehen dem Steuerpflichtigen mehrere rechtliche Gestaltungs-

möglichkeiten zur Verfügung, so darf er im Rahmen der erlaubten 
Steuerplanung diejenige wählen, welche die geringste Steuerbe-
lastung zur Folge hat. Wird dabei jedoch der Bogen überspannt und 
nur um der Steuerersparnis willen ein allzu ausgefallener Sachverhalt 
konstruiert, der an sich die Voraussetzungen der Steuerbarkeit nicht 
erfüllt, wirtschaftlich indessen mit dem steuerbaren identisch ist, so 
gilt die Reizschwelle zwischen zulässiger und unzulässiger Steuerer-
sparnis als überschritten (Plüss/Schade/Walther in: StG-Kommentar, 
Vorbemerkungen zu §§ 172-200 N 15 ff.; Ernst Blumenstein/Peter 
Locher, System des Schweizerischen Steuerrechts, 6. Auflage, Zürich 
2002, S. 31 ff.; Ernst Höhn/Robert Waldburger, Steuerrecht, Band I, 
9. Auflage, Bern/Stuttgart/Wien 2001, § 5 N 73 ff.). 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt eine Steuer-
umgehung vor, wenn die von den Beteiligten gewählte Rechtsgestal-
tung ungewöhnlich (‹insolite›), sachwidrig oder absonderlich, jeden-
falls der wirtschaftlichen Gegebenheit völlig unangemessen er-
scheint; wenn anzunehmen ist, dass diese Wahl missbräuchlich und 
lediglich deshalb getroffen worden ist, um Steuern einzusparen, wel-
che bei sachgemässer Ordnung der Verhältnisse geschuldet wären; 

2008 Kantonale Steuern 95 

letztendlich wenn das gewählte Vorgehen tatsächlich zu einer erheb-
lichen Steuerersparnis führen würde. Sind diese Voraussetzungen er-
füllt, so wird der Besteuerung auch dann, wenn die gewählte Rechts-
form unter dem Gesichtspunkt des Zivilrechts als gültig und wirksam 
erscheint, nicht diese Gestaltung zugrunde gelegt, sondern die Ord-
nung, welche der sachgemässe Ausdruck des von den Beteiligten er-
strebten wirtschaftlichen Zweckes gewesen wäre (BGE 131 II 627 
Erw. 5.; StE 2001, A 12 Nr. 10 und 11). Das Vorliegen einer Steuer-
umgehung ergibt sich somit aus drei Elementen, einem objektiven 
Element, der Ungewöhnlichkeit, einem subjektiven Element, der Ab-
sicht der Einsparung, und einem effektiven Element, der Einsparung 
(AGVE 1996, S. 243). 

Die Beweislast für das Vorliegen sämtlicher objektiver und 
subjektiver Voraussetzungen der Steuerumgehung tragen grundsätz-
lich die Steuerbehörden. An den Nachweis der Umgehungsabsicht 
sind allerdings keine allzu strengen Anforderungen zu stellen. Der 
Nachweis der Umgehungsabsicht gilt als erbracht, wenn für die von 
der steuerpflichtigen Person getroffene ungewöhnliche, sachwidrige 
oder absonderliche Rechtswahl keine anderen Motive als dasjenige 
der Steuerersparnis erkennbar sind. Dem Steuerpflichtigen steht der 
Gegenbeweis offen, dass die eine oder andere Voraussetzung nicht 
gegeben ist (AGVE 1996, S. 243 mit Hinweisen). 

4.2. 
4.2.1. 
Die Beschwerdeführer bringen vor, dass der mit Valuta vom 

5. Juni 2001 getätigte Börsenverkauf weder ungewöhnlich noch 
sachwidrig noch absonderlich sei. Der Handel an der Börse ent-
spreche einem alltäglichen Massengeschäft mit zahllosen Beteiligten 
und hohen Umsätzen. Etwas Alltägliches könne nicht für absonder-
lich erklärt werden.  

4.2.2. 
Demgegenüber führen die Vorinstanz und die ESTV vor allem 

Renditeüberlegungen an, um die Absonderlichkeit des Verkaufes der 
Diskontobligation ohne überwiegende Einmalverzinsung kurz vor 
deren Verfallsdatum zu begründen. Für einen Renditevergleich seien 
die durch die Veräusserung angefallenen Kosten mit dem auf 8 Tage 

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entfallenden Einmalzinsanteil zu vergleichen. Kosten von (über 
€ 500.--) stünden einem Zinsanteil von (rund € 40.--) gegenüber. 

4.3. 
Die Veräusserung einer Diskontobligation ohne überwiegende 

Einmalverzinsung während der Laufzeit ist an sich nicht ungewöhn-
lich. Hingegen besteht ein Zeitpunkt, ab dem es sich für eine Privat-
person nicht mehr lohnt, eine solche Diskontobligation zu erwerben: 
Übersteigen die Kosten, bestehend aus dem aktuellen Kurswert der 
Obligation, den Marchzinsen, den Transaktionskosten sowie den all-
fälligen Steuern, den bei der Rückzahlung zu erwartenden Betrag 
(Nennwert der Obligation plus der periodische Zinsanteil), so ist der 
Erwerb einer Diskontobligation wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll. In 
diesem Fall könnten die Inhaber die Obligation nicht mehr verkaufen 
und hätten die Rückzahlung abzuwarten und dann auch den Einmal-
zinsanteil zu versteuern. Wie bereits erwähnt, lohnt sich für Banken 
der Erwerb einer Diskontobligation ohne überwiegenden Einmal-
zinsanteil bis zu deren Verfall (siehe vorne Erw. 3.2). Damit steht 
Privatpersonen – wie vorliegend den Beschwerdeführern – die Mög-
lichkeit offen, eine Diskontobligation ohne überwiegende Einmal-
verzinsung bis kurz vor deren Verfall den Banken zu übertragen, was 
letztendlich auf eine Steuerbefreiung der Einmalzinskomponente 
hinausläuft, vom Gesetzgeber aber nicht gewollt ist. 

In gleicher Weise, wie unter bestimmten Voraussetzungen der 
Erwerb einer Diskontobligation wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll 
ist, trifft dies für die Veräusserung zu, nämlich dann, wenn der Erlös, 
unter Berücksichtigung der Transaktionskosten, klar geringer ist als 
was bei der Rückzahlung der Obligation eingenommen würde, und 
der frühere Zahlungstermin die Einnahmenverringerung nicht auf-
zuwiegen vermag. 

Vorliegend veräusserten die Beschwerdeführer die fragliche 
Obligation acht Tage vor deren Verfall. Damit waren Kosten von 
(rund € 500.--) sowie entgangener Zins von (rund € 100.-- [periodi-
scher Zinsanteil: rund € 64.--; Einmalzinsanteil: rund € 40.--]) 
verbunden. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist daher davon 
auszugehen, dass die Beschwerdeführer die Mindereinnahme, vergli-
chen mit der Rückzahlung der Obligation, wie sie wenige Tage später 

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erfolgt wäre, nur in Kauf genommen haben, um Steuern einzusparen, 
zumal sie nicht geltend machen, das Geld aus dem Verkauf der Obli-
gation sofort und unausweichlich benötigt zu haben. 

Mit ihrem Vorgehen erzielten die Beschwerdeführer möglichst 
lange, nämlich bis unmittelbar vor dem Rückzahlungstermin, Zins-
einnahmen (periodischer Zins und Einmalzinsanteil). In diesem Fall 
haben sie jedoch auch die damit verbundenen steuerlichen Konse-
quenzen, insbesondere die Versteuerung des Einmalzinses, zu tragen. 
Dabei ist nicht der Vergleich zwischen den Transaktionskosten und 
dem hypothetischen Zinsertrag für die Restlaufzeit, wie ihn die Vor-
instanz vornahm, als ausschlaggebendes Kriterium für eine Steuer-
umgehung heranzuziehen. Beide Beträge bedeuten letztendlich einen 
Verlust für die Beschwerdeführer (Schaden oder entgangener Ge-
winn). Ausschlaggebend sind vielmehr die Mindereinnahme beim 
Verkauf im Vergleich zur Rückzahlung einerseits und die Zeitspanne 
zwischen diesen beiden Vorgängen. Je weiter weg vom Verfalldatum 
die Diskontobligation ohne überwiegende Einmalverzinsung ver-
kauft wird, desto geringer ist die Mindereinnahme und desto eher 
spielen dabei wirtschaftliche Gründe eine Rolle. Je näher zeitlich der 
Verkauf beim Verfall der Obligation liegt, desto mehr treten Steuer-
umgehungsabsichten in den Vordergrund. Acht Tage vor dem Verfall 
der Obligation war die Veräusserung im vorliegenden Fall wirtschaft-
lich völlig sinnlos und nur mit der beabsichtigten Vermeidung der 
erst bei Rückzahlung der Obligation anfallenden Steuern auf dem 
Einmalzins erklärbar.  

Im "Normalfall" wäre die Diskontobligation gar nicht mehr zum 
Kurswert verkäuflich gewesen und die Beschwerdeführer hätten eine 
Einbusse beim Verkaufspreis in Kauf nehmen müssen oder die Ein-
malzinskomponente der Obligation ohnehin zu versteuern gehabt. 
Dass nun mit dem Erwerb durch die Bank eine Hintertür zur Be-
freiung der Einmalzinskomponente von der Steuerlast geöffnet wur-
de, ist vom Gesetzgeber nicht beabsichtigt und darf nicht dazu füh-
ren, dass die Beschwerdeführer eine höhere Rendite erzielen, ohne 
die Konsequenzen bei der Berechnung ihrer Einkommenssteuer tra-
gen zu müssen. Unter diesen Umständen kann somit nicht mehr von 
einem normalen Börsengeschäft gesprochen werden, sondern die 

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Beschwerdeführer wählten, nur um Steuern zu sparen, ein im Übri-
gen wirtschaftlich unsinniges Vorgehen. 

4.4. 
Im Endergebnis war die Veräusserung der Diskontobligation oh-

ne überwiegende Einmalverzinsung kurz vor deren Verfall aus wirt-
schaftlicher Hinsicht, die fiskalischen Folgen ausgeklammert, völlig 
absonderlich. Andere Motive als die der Steuerersparnis sind für die 
von den Beschwerdeführern gewählte Rechtsgestaltung nicht ersicht-
lich. Somit ist auch der Nachweis an die Steuerumgehungsabsicht er-
bracht. Dass die Beschwerdeführer durch ihr Vorgehen zu einer tat-
sächlichen Steuerersparnis gelangten, ist offensichtlich und wird von 
ihnen auch nicht bestritten. 

21 Höchstbelastung (§ 56 Abs. 1 StG). 
- Grundsätze und Berechnung der Höchstbelastung (Erw. 1). 
- Keine Verletzung des Schlechterstellungsverbots, wenn die im Ergeb-

nis höhere Gesamtsteuerbelastung von der  Besteuerung in mehreren 
Kantonen verursacht wird (Erw. 2). 

- Berechnung der Steuerreduktion im interkantonalen Verhältnis 
(Erw. 3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 27. Mai 2008 in Sachen R. 
(WBE.2008.48).  

Aus den Erwägungen  

1. 
1.1 
Die periodisch geschuldeten Einkommens- und Vermögenssteu-

ern von Kanton, Gemeinde und Kirche werden gemäss § 56 Abs. 1 
StG auf Antrag der steuerpflichtigen Person auf 70 % des Reinein-
kommens herabgesetzt, jedoch höchstens auf die Hälfte der geschul-
deten Vermögenssteuern. § 56 StG legt damit für natürliche Personen 
eine Höchstgrenze der Steuerbelastung fest. Damit soll bei Steuer-
pflichtigen mit grossem Vermögen und geringem Einkommen - also