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**Case Identifier:** 63082f55-f085-527c-b1cf-30c29bd82229
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-30
**Language:** de
**Title:** Quellensteuer 2009 - 2013
**Docket/Reference:** QS.2015.5
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_QS_2015_5_ny.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 QS.2015.5 

Entscheid 

 30. September 2015 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

In Sachen 

A   L t d . ,    
Zweigniederlassung Zürich,  

vertreten durch ADB Altorfer Duss & Beilstein AG,  
Walchestrasse 15, 8006 Zürich,  

Rekurrentin,  

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Dienstabteilung Quellensteuer,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Quellensteuer 2009 - 2013 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. B (nachfolgend der Pflichtige) ist Schweizer Bürger mit Wohnsitz in Frank-

reich;  er  ist  in  der  Schweiz  als  internationaler  Wochenaufenthalter  tätig.  Mit  Schei-

dungsurteil vom 9. Juli 1997 war er u.a. verpflichtet worden, für seine beiden 1993 bzw. 

1995 geborenen Kinder ab Beginn ihres 11. Altersjahrs monatlich je Fr. 1'500.- zu be-

zahlen; ferner hatte er die Prämien für zwei Lebensversicherungen zugunsten der Kin-

der zu übernehmen. Per 1. Oktober 2007 trat er eine Stelle bei der A Ltd., Zweignieder-

lassung Zürich (nachfolgend A Ltd.) an. Im Jahr 2012 hat er erneut geheiratet.  

Am  4.  Oktober  2007  stellte  er  beim  kantonalen  Steueramt,  Dienstabteilung 

Quellensteuer, ein Gesuch, die Kinderalimente sowie die Prämien für die zwei Lebens-

versicherungen vom quellensteuerpflichtigen Bruttolohn abziehen zu dürfen. Mit Verfü-

gung vom 5. Februar 2008 bewilligte die Dienstabteilung Quellensteuer der A Ltd. als 

Arbeitgeberin des Pflichtigen rückwirkend u.a. die Kürzung des quellensteuerpflichtigen 

monatlichen  Bruttoeinkommens  um  Fr.  3'415.-  von  Oktober  2007  bis  31.  Dezem-

ber 2008.  Darin  wurde  darauf  hingewiesen,  dass  spätestens  bis  31.  Januar  2009  ein 

neues Gesuch einzureichen sei.  

Mit Schreiben vom 21. März 2014 gelangte die Treuhänderin der A Ltd. an die 

Steuerbehörden und teilte mit, dass sie den Abzug der Kinderalimente und Lebensver-

sicherungsprämien  vom  Bruttolohn  für  die  Berechnung  der  Quellensteuer  bis  zu  die-

sem Datum jeweils vorgenommen habe, obschon die Verfügung vom 5. Februar 2008 

abgelaufen sei. Allfällige Gesuche ab 2009 könnten jedoch nachgereicht werden. Das 

kantonale  Steueramt  verlangte  darauf  am  7.  April  2014  umfassende  Auskünfte  und 

Unterlagen  mit  Bezug  auf  die  Abrechnungen  2009  bis  2013.  Die  A  Ltd.  liess  am 

5. Mai 2014 antworten.  

Am  26.  September  2014  erliess  die  Dienstabteilung  Quellensteuer  neue  Ab-

rechnungen für die Quellensteuern 2009 bis 2013. Daraus ergab sich eine Nachforde-

rung von Fr. 65'446.65. Es begründete dies damit, dass die A Ltd. die Kinderalimente 

mangels Bewilligung nicht mehr hätte vom Bruttolohn abziehen dürfen.  

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B.  Hiergegen  liess  die  A  Ltd.  am  21.  Oktober  2014  Einsprache  erheben  mit 

dem  Antrag,  auf  die  Nachforderung  zu  verzichten.  Das  kantonale  Steueramt  legte  ihr 

darauf am 7. November 2014 dar, dass der Antrag auf Berücksichtigung der Kinderali-

mente  verspätet  sei, mit  Ausnahme  von  2013.  Nachfolgende  Schriftenwechsel  brach-

ten keine Annäherung der Standpunkte. Dabei hatte die A Ltd. hinsichtlich der Steuer-

perioden  2012  und  2013  zusätzlich  die  Anwendung  des  Tarifs  für  verheiratete 

Alleinverdiener B0 verlangt. 

Das kantonale Steueramt hiess die Einsprache am 8. Mai 2015 mit Bezug auf 

die Steuerperiode 2013 teilweise gut, da mit Bezug auf diese das Begehren rechtzeitig 

gestellt worden war. Dementsprechend liess es für 2013 monatlich Kinderalimente von 

Fr. 3'000.- und Lebensversicherungsprämien von Fr. 407.40 zum Abzug zu; im Übrigen 

wies es die Einsprache ab. Dies ergab eine Nachforderung von total Fr. 58'799.15.  

C.  Mit  Rekurs  vom  8.  Juni  2015  beantragte  die  A  Ltd.,  den  Einspracheent-

scheid aufzuheben und die Alimente mit Bezug auf die Steuerperioden 2009 bis 2012 

zum Abzug zuzulassen; eventualiter sei die Sache zur Untersuchung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen,  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen.  Einleitend  wies  sie  darauf 

hin, dass ab Januar 2013 nur noch Prämien an die Lebensversicherung für eines der 

Kinder geleistet worden seien; zudem habe der Pflichtige am 21. September 2012 ge-

heiratet. Für die Steuerbehörden und Steuerpflichtigen müssten dieselben Grundsätze 

gelten. Wenn die Steuerbehörde rückwirkend die Quellensteuerveranlagungen korrigie-

ren  dürfe, müsse  es  dem  Pflichtigen  bzw.  der  A  Ltd.  auch möglich  sein,  die  fehlende 

Erneuerung  der  Bewilligung rückwirkend  zu  heilen.  Die  Nichtberücksichtigung  der  Ali-

mente  verstosse  zudem  gegen  das  Freizügigkeitsabkommen  zwischen  der  Schweiz 

und den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft vom 21. Juni 1999. Schliess-

lich  sei  der  Tarif  B0  ohne  Kirchensteuer für  alleinverdienende  Verheiratete  bereits  ab 

Folgemonat der Heirat, d.h. ab Oktober 2012, anzuwenden.  

Am  16.  Juli  2015  reichte  die  A  Ltd.  eine  Vollmacht  für  ihre  Rechtsvertreterin 

nach.  

Das  kantonale  Steueramt  beantragte  am  13.  August  2015  Abweisung  des 

Rekurses.  

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Natürliche Personen ohne steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in 

der Schweiz bzw. im Kanton sind aufgrund wirtschaftlicher Zugehörigkeit steuerpflich-

tig, wenn sie u.a. in der Schweiz bzw. im Kanton eine Erwerbstätigkeit ausüben (Art. 5 

Abs.  1  lit.  a  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezem-

ber 1990,  DBG;  Art.  4  Abs.  2  lit.  a  des  Bundesgesetzes  über  die  Harmonisierung  der 

direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  vom  14.  Dezember  1990,  StHG;  §  4 

Abs.  2  lit.  a  des  Steuergesetzes  vom  8. Juni  1997,  StG).  Die  Besteuerung  erfolgt ge-

mäss  den  Regeln  über  die  Quellenbesteuerung  für  natürliche  Personen  ohne  steuer-

rechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz (Art. 91 ff. DBG; Art. 35 ff. StHG 

bzw. § 94 ff. StG; Bauer-Balmelli/Omlin, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuer-

recht, Band I/2a, 2. A., 2008, Art. 5 N 3 DBG).  

Es  ist  nicht  streitig,  dass  es  sich  beim  Pflichtigen  um  einen  internationalen 

Wochenaufenthalter  handelt.  Demnach  erfolgt  die  Quellenbesteuerung  bei  ihm  nach 

den Vorschriften von Art. 91 DBG bzw. § 94 StG.  

b) Gemäss diesen Vorschriften entrichtet eine Person ohne steuerrechtlichen 

Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz, die hier für kurze Dauer oder als Grenzgän-

ger oder Wochenaufenthalter in unselbstständiger Stellung erwerbstätig ist, für ihr Er-

werbseinkommen die Quellensteuer nach den Art. 83 - 86 DBG bzw. §§ 88 - 90 StG. 

Die  Gesetze  weisen  demnach  internationale  Wochenaufenthalter  der  Kategorie  von 

Personen  ohne  hiesigen  Aufenthalt  zu,  obschon  sie  an  sich  die  Voraussetzungen  für 

einen  Aufenthalt  nach  Art.  3  DBG  bzw.  §  3  StG  an  ihrem  Arbeitsort  erfüllen  würden 

(Bauer-Balmelli/Omlin,  Art.  3  N  10  DBG;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkom-

mentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 3 N 36 DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuer-

gesetz, 3. A., 2013, § 3 N 76 StG).  

Der Arbeitgeber des Steuerpflichtigen hat als Schuldner der steuerbaren Leis-

tung die Quellensteuer in Abzug zu bringen, dem Steuerpflichtigen darüber eine Bestä-

tigung auszustellen und die Steuer periodisch der zuständigen Steuerbehörde abzulie-

fern  (Art.  88  Abs.  1  DBG;  §  92  Abs.  1  StG).  Bei  der  direkten  Bundessteuer  hat  der 

Schuldner der steuerbaren Leistung alle Steuerabzüge nach den Tarifen und Weisun-

gen  seines Wohnsitz-,  Sitz-  oder  Betriebstättekantons  vorzunehmen  und  diesem glei-

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chen Kanton abzuliefern (Art. 14 Abs. 1 Satz 1 der Verordnung des EFD vom 19. Ok-

tober  1993  über  die  Quellensteuer  bei  der  direkten  Bundessteuer,  QStV, 

SR 642.118.2). Für die kantonalen Steuern ist die Verordnung über die Quellensteuer 

für ausländische Arbeitnehmer vom 2. Februar 1994 (Quellensteuerverordnung I, QVO 

1,  ZStB  Nr.  28/012)  massgebend.  Zur  Anwendung  gelangt  sodann  die  Weisung  der 

Finanzdirektion  zur  Durchführung  der  Quellensteuer  für  ausländische  Arbeitnehmer, 

und  zwar  je  nach  Kontext  in  der  Fassung  vom  30.  September  2005  (Weisung  2005, 

ZStB Nr. 28/051) oder in der Fassung vom 27. Juni 2013, in Kraft seit 1. Januar 2014 

(Weisung 2014, ZStB Nr. 28/052).  

Laut Art. 84 Abs. 1 DBG bzw. § 88 Abs. 1 StG wird die Quellensteuer von den 

Bruttoeinkünften berechnet (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 84 N 4 DBG und § 88 

N 5 StG, beide auch zum Folgenden). Nach der Konzeption der Quellensteuer werden 

Gewinnungskosten und andere Abzüge nicht vom Bruttoeinkommen abgezogen, son-

dern sollen mit dem Steuertarif abgedeckt werden. Art. 86 Abs. 1 DBG und § 90 Abs. 1 

StG  schreiben  vor,  welche  Abzuge  bei  dessen  Festsetzung  zu  berücksichtigen  sind. 

Diese Vorgaben des Gesetzgebers hat die beauftragte Eidgenössische Steuerverwal-

tung bzw. die Finanzdirektion (vgl. Art. 85 Abs. 1 DBG, § 89 Abs. 1 StG) durch Schaf-

fung  von  unterschiedlichen  Tarifen  umgesetzt.  Eine  nachträgliche  oder  ergänzende 

ordentliche Besteuerung gemäss Art. 90 DBG bzw. § 93 StG wird nicht durchgeführt.  

c) Darüber hinaus besteht in bestimmten Fällen ein Anspruch auf Berücksich-

tigung  weiterer,  im  Tarif  nicht  berücksichtigter  Abzüge  vom  Bruttoeinkommen.  Nach 

dem Bundesgericht müssen Steuerpflichtige, welche im Ausland ansässig sind, in der 

Schweiz aber den grössten Teil ihres Einkommens beziehen, als quasi-ansässige Per-

sonen  betrachtet  werden,  was  zur  Folge  hat,  dass  bei  der  schweizerischen  Besteue-

rung die persönlichen und familiären Verhältnisse dieser Personen berücksichtigt wer-

den  müssen  (BGr,  26.  Januar  2010,  2C_319/2009  und  2C_321/2009,  www.bger.ch). 

Diese Konsequenz ergibt sich nach dem Bundesgericht aus dem direkt anwendbaren 

Diskriminierungsverbot  in  Art.  2  des  Freizügigkeitsabkommens  zwischen  der  Schweiz 

und  der  EU.  Solche  Steuerpflichtigen  haben  Anspruch  auf  die  gleichen  steuerrechtli-

chen  Abzüge  wie  ordentlich  besteuerte  Personen,  welche  in  der  Schweiz  ansässig 

sind. Zu diesen Abzügen gehören insbesondere Kinderalimente.  

d) aa) Ist der Steuerpflichtige oder der Schuldner der steuerbaren Leistung mit 

dem Steuerabzug nicht einverstanden, so kann er bis Ende März des auf die Fälligkeit 

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folgenden Kalenderjahres von der Veranlagungsbehörde eine Verfügung über Bestand 

und Umfang der Steuerpflicht verlangen (Art. 137 Abs. 1 DBG; § 144 Abs. 1 StG). Hat 

der Schuldner der steuerbaren Leistung den Steuerabzug nicht oder ungenügend vor-

genommen, verpflichtet ihn die Veranlagungsbehörde zur Nachzahlung. Der Rückgriff 

des  Schuldners  auf  den  Steuerpflichtigen  bleibt  vorbehalten  (Art.  138  Abs.  1  DBG, 

§ 145 Abs. 1 StG).  

bb)  Mit  Entscheid  vom  9.  Februar  2009 (2C_673/2008,  www.bger.ch, = BGE 

135 II 274 = Pra 2010 Nr. 2) hat das Bundesgericht über den Anwendungsbereich von 

Art.  137  und  138  DBG  bzw.  des  entsprechenden  kantonalen  Rechts  einen  Leitent-

scheid gefällt. Demnach ist zu unterscheiden zwischen den Fällen, bei denen eine Ver-

fügung der Steuerbehörden gemäss Art. 137 DBG ergangen ist, und solchen, bei de-

nen  das  nicht  geschah.  Die  letztgenannte  Variante  liegt  insbesondere  vor,  wenn 

lediglich  eine  Selbstveranlagung  durch  den  Arbeitgeber  erfolgt  ist.  Diese  stellt  keine 

formelle  Verfügung  dar. In  diesen  Fällen  gilt  der bei  Selbstveranlagung massgebliche 

Grundsatz, dass die zu Unrecht bezahlten Steuern immer zurückerstattet werden müs-

sen.  Art.  137  und  Art.  138  DBG  müssen  demzufolge  in  dem  Sinn  ausgelegt  werden, 

dass nach Ablauf der Frist bis Ende März einzig keine Einwendungen zur Steuerpflicht 

an sich mehr erhoben werden können, es hingegen gestützt auf Art. 138 DBG möglich 

bleiben  muss,  den  Umfang  der  zurückbehaltenen  Steuer  zu  beanstanden,  und  dies 

sowohl  zu  Gunsten  des  Fiskus  als  auch  zu  Gunsten  des  Steuerpflichtigen.  Art.  138 

DBG  befasst  sich  demnach  einzig  mit  dem  Problem  eines  zu  hohen  oder  zu  tiefen 

Steuerabzugs und stellt lex specialis zu Art. 137 DBG dar. Mit Entscheid vom 21. De-

zember 2010, 2C_601/2010, hat das Bundesgericht diese Rechtsprechung bestätigt. 

In einem neueren Entscheid hat das Bundesgericht ergänzt, dass die Frist bis 

Ende März des Folgejahres indessen dann zur Anwendung gelangt, wenn ein Steuer-

pflichtiger  zusätzliche  Abzüge  vom  Bruttoeinkommen  vornehmen  will 

(BGr, 

5. März 2013, 2C_684/2012, E. 5.4, www.bger.ch). Ein solcher Steuerpflichtiger macht 

Abzüge  in  Abweichung  von  der  Quellensteuerveranlagung  geltend,  weshalb  von  ihm 

verlangt werden kann, dass er innerhalb der Frist von Art. 137 DBG aktiv wird. Hat er 

die Frist versäumt, hat er die Folgen seiner Nachlässigkeit selber zu tragen und ist er 

mit  dem  Abzug  ausgeschlossen.  Das  Bundesgericht  hat  es  deshalb  als  zulässig  be-

zeichnet,  dass  das  kantonale  Recht  in  solchen  Fällen  vorschreibt,  dass  der  Steuer-

pflichtige ein entsprechendes Gesuch mit einem offiziellen Formular innerhalb der Frist 

bis 31. März des Folgejahres zu stellen hat (E. 5.4 des genannten Entscheids).  

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cc) Der Kanton Zürich hat zu Art. 137 Abs. 1 DBG und § 144 Abs. 1 StG Aus-

führungsbestimmungen  erlassen.  Demnach  teilen  die  Gemeindesteuerämter  den 

Schuldnern der steuerbaren Leistung mit, nach welchem Tarif der Quellensteuerabzug 

vorzunehmen ist (§ 17 Abs. 3 QVO 1). Sind der Steuerpflichtige oder der Schuldner der 

steuerbaren  Leistung  mit  dem  mittgeteilten  anwendbaren  Quellensteuertarif  oder  den 

Sozialabzügen  nicht  einverstanden,  können  sie  bis  Ende  März  des  auf  die  Fälligkeit 

der Leistung folgenden Kalenderjahrs vom Gemeindesteueramt eine Überprüfung ver-

langen ("Überprüfung der Tarifeinstufung", § 24 QVO 1). Gegen einen darauf ergange-

nen Entscheid können sie bis Ende März des auf die Fälligkeit folgenden Kalenderjahrs 

oder,  wenn  der  Überprüfungsentscheid  nach  diesem  Datum  ergangen  ist,  innert  30 

Tagen seit Mitteilung vom kantonalen Steueramt einen Entscheid verlangen (vgl. § 25 

QVO 1 mit der Marginale "Verfahren; Entscheid über Tarifeinstufung"). Sind der Steu-

erpflichtige, der Schuldner der steuerbaren Leistung oder die Gemeinde mit dem Steu-

erabzug aus anderen Gründen nicht einverstanden, können sie bis Ende März des auf 

die Fälligkeit der Leistung folgenden Kalenderjahres vom kantonalen Steueramt einen 

Entscheid über Bestand und Umfang der Steuerpflicht verlangen (§ 26 QVO 1). Gegen 

einen  Entscheid  über  die  Quellensteuer  besteht  schliesslich  eine  Einsprachemöglich-

keit (vgl. § 27 QVO 1).  

Die  Geltendmachung  von  Abzügen  vom  Bruttoeinkommen  ist  ferner  in  den 

Weisungen  der  Finanzdirektion  weiter  geregelt.  Für  2009  bis  2013  gilt  noch  die  Wei-

sung  2005.  Demnach  hat  der  Arbeitnehmer  oder  Arbeitgeber  unter  Beilage  der  ent-

sprechenden  Unterlagen  (Scheidungsurteil,  Zahlungsbelege  etc.)  eine  Mitteilung  des 

Steueramts der zuständigen Gemeinde über die anwendbare Tarifstufe bis Ende März 

des  Folgejahres  einzuholen.  Die  Tarifeinstufung  kann  auch  direkt  über  das  kantonale 

Steueramt  verfügt  werden  (Ziff.  45  Weisung  2005).  Tarifeinstufungen  für  Unterhalts- 

oder  Unterstützungsleistungen  sind  vom  zuständigen  Gemeindesteueramt  für  höchs-

tens zwei Jahre mitzuteilen. Bedingung für die Gewährung einer zusätzlichen Tarifstufe 

ist der Nachweis über entsprechende Leistungen. Nach Ablauf dieser Dauer ist erneut 

zu  prüfen,  ob  die  notwendigen  Voraussetzungen  noch  erfüllt  sind  (Ziff.  46  Weisung 

2005). 

e)  Damit  besteht  eine  klare  Regelung  für  die  Geltendmachung  von  solchen 

separaten  Abzügen  durch  den  Steuerpflichtigen  bzw.  den  Arbeitgeber.  Entsprechend 

hat der Pflichtige denn auch für die Steuerperioden 2007 und 2008 ein solches Gesuch 

gestellt,  welches  ihm  bewilligt  wurde.  Der  vorliegende  Fall  weist  indessen  die  Beson-

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derheit auf, dass die Arbeitgeberin von sich aus auch in den Folgeperioden den Abzug 

der Kinderalimente sowie Lebensversicherungsprämien vorgenommen hat. Damit gab 

es aber aus Sicht des Pflichtigen an den Quellensteuerabrechnungen nichts zu ändern. 

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob das genannte bundesgerichtliche Prä-

judiz wirklich greift. Es erscheint nämlich als stossend, wenn das kantonale Steueramt 

die  Abzüge  nun  nachträglich  erst  in  einem  Zeitpunkt  rückgängig  machen  könnte,  in 

dem der Pflichtige wegen Fristversäumnis von der Stellung eines gegenteiligen Begeh-

rens ausgeschlossen ist. Dies umso mehr, als nach der dargestellten Rechtsprechung 

ein  Steuerpflichtiger  die  Anwendung  eines  falschen  Tarifs  auch  nach  Ablauf  der  Frist 

noch  beanstanden  darf,  obschon  dieser  Mangel  an  sich  erkennbar  war.  Nach  dem 

Bundesgericht  schadet  ein  geringer  Grad  von  Nachlässigkeit  im  Anwendungsbereich 

von Art. 138 DBG nicht (BGr, 9. Februar 2009, 2C_673/2008, E. 6.3). Vor diesem Hin-

tergrund  lässt  sich  jedenfalls  gegenüber  dem  Pflichtigen  selber  die  Verwirkung  nicht 

auf den Entscheid BGr, 5. März 2013, 2C_684/2012 stützen. Der Anwendungsbereich 

dieses Entscheids ist auf den Fall einzuschränken, in welchem kein Abzug vorgenom-

men  wurde  und  es  dem  Steuerpflichtigen  deshalb  zuzumuten  ist,  innert  Frist  aktiv  zu 

werden,  wenn  er  nicht  will,  dass  die  Quellensteuerveranlagung  zu  seinem  Nachteil  in 

Rechtskraft erwächst.  

Vorliegend ist indessen nicht der Pflichtige selbst Adressat der Nachzahlungs-

verfügung, sondern die A Ltd. als Arbeitgeberin. Sie hat eigenmächtig die Kinderabzü-

ge vorgenommen und trägt damit ein höheres Verschulden als der Pflichtige. Die Fra-

ge,  ob  sie  sich  deshalb  die  Fristversäumnis  entgegen  halten  lassen  muss,  lässt  sich 

weniger eindeutig beantworten.  

f) Die Auffassung der Vorinstanz lässt sich indessen aus anderem Grund nicht 

halten: 

Die Vorinstanz stützt ihre Nachtragsverfügung auf Art. 138 Abs. 1 DBG bzw. 

§ 145 Abs. 1 StG. Diese Bestimmungen setzen voraus, dass der Schuldner der steu-

erbaren  Leistung  den  Steuerabzug  nicht  oder  ungenügend  vorgenommen  hat.  Damit 

gibt  das  Gesetz  den  Steuerbehörden  eine  erleichterte  Möglichkeit  der  Nachforderung 

im  Fall  eines  ungenügenden  Bezugs  an  der  Quelle.  Bei  rein  materiell-rechtlicher  Be-

trachtung  sind  aber  im  vorliegenden  Fall  die  Quellensteuern  korrekt  abgezogen  wor-

den. Es ist unbestritten, dass der Pflichtige sowohl die Kinderabzüge als auch die Le-

bensversicherungsprämien  zugunsten  der  Kinder  geltend  machen  durfte.  Dement-

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sprechend  sind  sie  sowohl  in  den  Steuerperioden  2007  und  2008  als  auch  2013  be-

rücksichtigt worden. Auch deren Höhe ist nicht strittig. Mithin besteht materiell-rechtlich 

gar keine Veranlassung für eine Korrektur.  

Die Vorinstanz beruft sich denn auch einzig auf die fehlende Einholung einer 

vorgängigen  steuerbehördlichen  Bewilligung  und  damit  auf  einen  formellrechtlichen 

Mangel.  Diese  Rechtsfolge  lässt  sich  in  dieser  Schärfe  indessen  nicht  rechtfertigen. 

Art. 138 Abs. 1 DBG bzw. § 145 Abs. 1 StG bezwecken die Durchsetzung der korrek-

ten Quellensteuerveranlagung; liegt eine solche vor, ist nicht einzusehen, weshalb die 

Steuerbehörde  diese  rückgängig  machen  soll.  Die  Verwirkungsfolge  bei  Versäumnis 

der Frist von Art. 137 DBG wurde zur Gewährleistung der Rechtssicherheit eingeführt 

(BGr, 5.  Mai  2013,  2C_684/2012  E.  5.1).  Diese  Absicht  des Gesetzgebers  würde ge-

nau ins Gegenteil gekehrt, wenn das kantonale Steueramt gestützt auf eben diese Be-

stimmung  selbst  korrekte  Quellensteuerabrechnungen  nach  mehreren  Jahren  wieder 

aufheben dürfte. Soweit die strenge Auslegung der Bestimmung dazu dienen soll, er-

höhten  Kontrollaufwand  aufgrund  eigenmächtigen  Vorgehens  der  Arbeitgeber  zu  ver-

hindern, ist darauf hinzuweisen, dass allfälligem Mehraufwand durch Herabsetzung der 

Bezugsprovision gemäss § 31 QVO Rechnung getragen werden kann. 

g)  Damit  ist  der  angefochtene  Entscheid  mit  Bezug  auf  die  Steuerperioden 

2009 bis 2012 aufzuheben.  

2. a) Das kantonale Steueramt hat für die Steuerperiode 2013 im Einsprache-

entscheid eine neue Abrechnung erstellt. Darin hat es u.a. Prämien für die Lebensver-

sicherung  der  Kinder  von  Fr.  4'889.-  vom  Bruttolohn  abgezogen  sowie  den  Tarif  für 

Alleinstehende ohne Kinder (AonK) angewandt.  

Die A Ltd. stellt keinen formellen Antrag in Bezug auf die Quellensteuer 2013, 

weist im Rekurs aber darauf hin, dass der Pflichtige ab Januar 2013 nur noch für ein 

Kind  Prämien  an  die  Lebensversicherung,  somit  Fr.  2'444.50  statt  Fr. 4'889.-  bezahlt 

habe. Weiter macht sie geltend, dass der Pflichtige im September 2012 wieder gehei-

ratet habe und deshalb der Tarif B0 ohne Kirchensteuer anzuwenden sei. Es ist damit 

davon auszugehen, dass die Abrechnung 2013 ebenfalls angefochten ist.  

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b)  Die  vorinstanzliche  Abrechnung  2013  ist  damit  um  die  zu  hohen  Lebens-

versicherungsprämien zu korrigieren. Mit Bezug auf die Neuverheiratung hat die A Ltd. 

zwar keinen direkten Nachweis vorgelegt; indessen geht aus der französischen Steu-

erveranlagung  hervor,  dass  diese  neu  nicht  nur  an  den  Pflichtigen,  sondern  auch  an 

eine Frau mit demselben Nachnahmen adressiert ist, weshalb die Neuverheiratung als 

belegt  betrachtet  werden  kann.  Zudem  wurde  von  beiden  Eheleuten  gemeinsam  ein 

Antrag  auf  Neuveranlagung  2013  eingereicht.  Darin  gaben  sie  für  die  Ehefrau  einen 

Bruttolohn von Fr. 18'000.- an. 

Die  Eheleute  sind  zudem  auf  der  Angabe  einer  Erwerbstätigkeit  der  Ehefrau 

zu  behaften.  Indessen  handelt  es  sich  dabei  nach  der  Definition  des  Steueramts  um 

einen Nebenerwerb, weshalb nicht der Tarif C für Doppelverdiener, sondern der Tarif B 

zur Anwendung gelangt (Ziff. 15 i.V.m. Ziff. 30 Weisung 2005).  

Gestützt  auf  diese  Angaben  ergibt  sich  für  2013  folgende  Quellensteuerbe-

rechnung 

(Tarif  B0  ohne  Kirchensteuer  gemäss  Quellensteuertarifen  2013, 

www.steueramt.zh.ch): 

[…] 

3. Damit ist der Rekurs teilweise gutzuheissen. Aufgrund seines nahezu voll-

ständigen  Unterliegens  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  vollumfänglich  dem  Rekurs-

gegner aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). Der A Ltd. ist auf-

grund  ihres  nahezu  vollständigen  Obsiegens  eine  Parteientschädigung  zuzusprechen 

(Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungs-

verfahren  vom  20.  Dezember  1968  bzw.  §  152  StG  i.  V.  m.  § 17  Abs. 2  des  Verwal-

tungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997, VRG). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Der Einspracheentscheid vom 8. Mai 2015 

wird in Bezug auf die Steuerperioden 2009 bis 2012 ersatzlos aufgehoben. Mit Be-

zug auf die Steuerperiode 2013 wird die Nachforderung auf Fr. 507.- festgesetzt.  

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[…] 

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