# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47dda3af-1bd6-53d4-a010-c528fd6095b7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.03.2025 UE230382
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE230382_2025-03-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: UE230382-O/U/HEI

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Flury, Präsident i. V., Oberrichterin 

lic. iur. C. Gerwig und Oberrichter Dr. iur. P. Klaus sowie 

Gerichtsschreiber M.A. HSG F. Niessner

Beschluss vom 3. März 2025

in Sachen

1. A._____, 
2. B._____, 
Beschwerdeführer

1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____

1, 2 vertreten durch Rechtsanwältin MLaw X2._____

gegen

1. C._____, 
2. Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, 
Beschwerdegegner

1 verteidigt durch Rechtsanwältin Y._____

betreffend Einstellung 

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft 
Zürich-Limmat vom 28. September 2023, A-1/2021/10023912

- 2 -

Erwägungen:

I.

1. Mit Eingabe vom 8. Juli 2021 erstatteten A._____ (Beschwerdeführer 1) und 
B._____ (Beschwerdeführerin 2) Strafanzeige gegen C._____ (Beschwerdegeg-

ner 1) und dessen Ehefrau D._____ wegen Veruntreuung und Betrug sowie «wei-

terer infrage kommender Delikte» bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

(Urk. 15/D1/1/1). Die Beschwerdeführer liessen am E._____-rain 38 in F._____ 

ein neues Einfamilienhaus («Villa G._____») planen und bauen. In diesem Rah-

men beauftragten sie im Jahr 2017 die H._____ GmbH (H._____), deren fakti-

scher Geschäftsführer der Beschwerdegegner 1 ist (vgl. Urk. 15/D1/3/1 F/A 8 f.), 

mit der Elektroplanung für den Bau. Am 16. November 2018 beauftragten sie die 

H._____ zudem mit der Installation der Elektroanlagen (Urk. 15/D1/2/1 Beilage 

10). Die Beschwerdeführer warfen dem Beschwerdegegner 1 und seiner Ehefrau 

in der Strafanzeige im Wesentlichen vor, Gelder in Höhe von Fr. 110'293.10 von 

einem Projektkonto, das zur Projektfinanzierung eröffnet wurde, zweckwidrig an 

die H._____ überwiesen zu haben. Zudem hätte sich, nachdem die H._____ die 

Arbeiten als nahezu fertig erstellt erachtete und 90 % der geplanten Zahlung ge-

leistet worden seien, herausgestellt, dass die Leistungen im Umfang von rund 

70 % des Werts der Gesamtleistung nicht erbracht worden seien (Urk. 15/D1/1/1). 

2. Die Staatsanwaltschaft eröffnete eine Strafuntersuchung gegen den Beschwer-
degegner 1 und D._____. Nach durchgeführtem Vorverfahren, im Rahmen des-

sen sie u. a. den Beschwerdeführer 1 sowie die Beschuldigten befragte, Zeugen 

einvernahm und Bankunterlagen edierte (Urk. 15/D1/3/1 ff.), erliess die Staatsan-

waltschaft am 28. September 2023 eine Einstellungsverfügung (Urk. 3/1). 

3. Gegen diese Einstellungsverfügung erhoben die Beschwerdeführer mit Ein-
gabe vom 12. Oktober 2023 fristgerecht Beschwerde bei der III. Strafkammer und 

beantragten das Folgende (Urk. 2 S. 3):

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«1. Es sei die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 
28. September 2023 im Verfahren A-1/2021/10023912 betreffend Veruntreu-
ung / Betrug (Dossier 1) aufzuheben und zur neuen Entscheidung an die 
Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat zurückzuweisen.

 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen und zusätzlich Mehrwertsteuer-
zusatz zu Lasten der Staatskasse, eventualiter zulasten des Beschwerdegeg-
ners.»

4. Die Beschwerde richtet sich dabei explizit nur gegen die Einstellung des Ver-
fahrens betreffend den Beschwerdegegner 1 und nicht gegen die Einstellung des 

Verfahrens betreffend D._____ (Urk. 2 S. 7). Mit Eingabe vom 24. Oktober 2023 

reichten die Beschwerdeführer eine Vollmacht nach (Urk. 7; Urk. 8). Die Kaution 

wurde fristgerecht geleistet (Urk. 10). Mit Verfügung vom 31. Oktober 2023 wurde 

die Beschwerdeschrift der Staatsanwaltschaft sowie dem Beschwerdegegner 1 

zur Stellungnahme bzw. letzterem zur freigestellten Stellungnahme übermittelt 

(Urk. 11). Mit Eingabe vom 7. November 2023 verzichtete die Staatsanwaltschaft 

unter Einreichung der Untersuchungsakten auf eine Stellungnahme (Urk. 14; 

Urk. 15). Der Beschwerdegegner 1 liess sich mit Eingabe vom 20. November 

2023 vernehmen (Urk. 16). Die Beschwerdeführer replizierten darauf mit Eingabe 

vom 2. Februar 2024 (Urk. 24). Weitere Eingaben sind nicht eingegangen. Das 

Verfahren erweist sich als spruchreif.

5. Infolge Neukonstituierung der Kammer per 1. Januar 2024 wird der vorliegende 
Entscheid nicht durch die ursprünglich angekündigte Gerichtsbesetzung gefällt 

bzw. amtet der Vorsitzende in anderer Funktion (Urk. 5 S. 4).

II.

Angefochten ist eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft. Dagegen ist 

die Beschwerde bei der hiesigen Kammer zulässig (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO und 

§ 49 GOG). Die Beschwerde wurde form- und fristgerecht erhoben. Die Eintre-

tensvoraussetzungen geben zu keiner Bemerkung Anlass. Auf die Beschwerde ist 

einzutreten.

- 4 -

III.

1. Zunächst rügen die Beschwerdeführer, die Staatsanwaltschaft habe in der an-
gefochtenen Verfügung nicht ausgeführt, wie sie zum Schluss gekommen ist, 

dass der Beschwerdegegner 1 hinsichtlich der beanzeigten Veruntreuung nicht 

vorsätzlich gehandelt haben soll. Ebenso wenig habe die Staatsanwaltschaft dar-

gelegt, wie sie die entsprechenden Beweise hierzu gewürdigt habe. Deshalb sei 

es den Beschwerdeführern nicht möglich, die diesbezüglichen Überlegungen der 

Staatsanwaltschaft nachzuvollziehen, womit diese die Begründungspflicht verletzt 

habe (Urk. 2 S. 11).

2. Die monierte Verletzung der Begründungspflicht als Teilgehalt des rechtlichen 
Gehörs ist aufgrund der formellen Natur des Anspruchs auf rechtliches Gehör 

vorab zu prüfen (BGE 135 I 187 E. 2.2; BGE 142 I 93 E. 8.3).

3. Der Anspruch auf rechtliches Gehör garantiert den Betroffenen nicht nur die 
Möglichkeit, sich vor dem Entscheid zur Sache zu äussern, sondern verlangt, 

dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in ihrer Rechtsstellung Be-

troffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. 

Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei 

ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus-

einandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr 

kann sie sich auf die wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so 

abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Re-

chenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz wei-

terziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen ge-

nannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr 

Entscheid stützt (BGE 143 III 65 E. 5.2).

4. 

4.1. Den Beschwerdeführern ist insofern Recht zu geben, als dass die Staatsan-
waltschaft die Einstellung hinsichtlich der beanzeigten Veruntreuung äusserst 

knapp begründet. Die Staatsanwaltschaft fasst in der angefochtenen Verfügung 

über rund sieben Seiten die verschiedenen Parteistandpunkte, die Aussagen der 

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Parteien und Zeugen sowie andere Sachverhaltselemente zusammen. In der 

rechtlichen Würdigung führt sie zwar gewisse Zweifel an der zweckwidrigen Ver-

wendung der mutmasslich veruntreuten Beträge an, lässt das Ergebnis aber of-

fen. Sie stellt das Verfahren betreffend Veruntreuung schliesslich lediglich ge-

stützt auf die Ausführung, der Beschwerdegegner 1 sei davon ausgegangen, dass 

er einen Anspruch auf die überwiesenen Beträge habe und damit ohne Vorsatz 

gehandelt habe sowie der daraus folgenden Schlussfolgerung, es liege deshalb 

eine zivilrechtliche Streitigkeit vor, ein (Urk. 3/1 S. 7).

4.2. Diese Begründung ist mit drei Sätzen äusserst knapp gehalten und gibt – wie 
die Beschwerdeführer zu Recht vorbringen (Urk. 2 S. 11) – keinen Aufschluss 

darüber, gestützt auf welche Sachverhaltselemente die Staatsanwaltschaft den 

Vorsatz verneinte. Das verletzt das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer.

4.3. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt zwar grundsätz-
lich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Vorbehalten bleiben jedoch 

Fälle, in denen der Mangel dadurch geheilt werden kann, dass die betroffene Per-

son die Möglichkeit erhält, sich vor der Rechtsmittelinstanz zu äussern, welche 

über die Angelegenheit mit voller Kognition entscheidet. Unter diesen Vorausset-

zungen ist von einer Rückweisung an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit 

dies zu einem formalistischen Leerlauf und einer nicht zu rechtfertigenden Verfah-

rensverzögerung führen würde (BGE 137 I 195 E. 2.3.2). 

4.4. Bei der strafprozessualen Beschwerde handelt es sich um ein ordentliches, 
vollkommenes Rechtsmittel. Die angerufene Kammer kann die Sache in allen 

Sachverhalts- und Rechtsfragen uneingeschränkt überprüfen (Art. 393 Abs. 2 

StPO). Vorliegend waren die Beschwerdeführer denn auch in der Lage, die Ein-

stellungsverfügung gestützt auf die knappen Ausführungen der Staatsanwalt-

schaft sachgerecht anzufechten. Aus der 24 Seiten umfassenden Beschwerde er-

gibt sich, dass den Beschwerdeführern grundsätzlich bewusst war, auf welchen 

Überlegungen die Einstellung des Strafverfahrens basiert (siehe insbesondere 

Urk. 2 S. 11 ff. und S. 17 ff.). Damit kann die angefochtene Verfügung nachfol-

gend unter Berücksichtigung der ausführlichen Äusserungen der Beschwerdefüh-

rerin einlässlich geprüft werden. Die Gehörsverletzung durch die Staatsanwalt-

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schaft kann im vorliegenden Verfahren demnach geheilt werden. Der Verletzung 

der Begründungspflicht ist indes bei den Kostenfolgen Rechnung zu tragen.

IV.

1. Wie vorstehend ausgeführt, begründete die Staatsanwaltschaft die angefoch-
tene Einstellungsverfügung betreffend den Vorwurf der Veruntreuung im Wesentli-

chen damit, dass der Beschwerdegegner 1 davon ausgegangen sei, er bzw. die 

H._____ habe einen Anspruch auf die ihr vom Projektkonto überwiesenen Be-

träge, womit es ihm an einem Vorsatz hinsichtlich der Veruntreuung mangele. Da-

mit liege eine rein zivilrechtliche Streitigkeit vor, in deren Rahmen es um die Aus-

legung des Werkvertrags vom 16. November 2018 gehe (Urk. 3/1 S. 7 f.). Ebenso 

erachtete es die Staatsanwaltschaft wohl als fraglich, ob die von der H._____ vom 

Projektkonto für eigene Leistungen bezogenen Beträge zweckwidrig verwendet 

worden sind. Gemäss ihren Ausführungen müsste sich eine solche Zweckwidrig-

keit aus dem Werkvertrag ergeben. Die Bezüge seien insbesondere dann als 

zweckwidrig einzustufen, falls eine pauschale Vergütung vereinbart worden wäre. 

In dieser Hinsicht sei der Vertrag aber nicht eindeutig und es spreche vieles dafür, 

dass keine solche pauschale Vergütung vereinbart worden sei. So sei die im Ver-

trag vorhandene Option Pauschalpreis nicht angekreuzt geworden und es werde 

von Akontozahlungen gesprochen. Hinzu komme, dass bei Änderungen und Er-

gänzungen ohnehin Anpassungen erforderlich gewesen wären. Letztlich liess die 

Staatsanwaltschaft die Frage hinsichtlich der Zweckwidrigkeit aber offen (Urk. 3/1 

S. 7).

In Bezug auf den Tatvorwurf des Betruges hielt die Staatsanwaltschaft fest, dass 

der Tatbestand offensichtlich nicht erfüllt sei. So habe der Beschwerdegegner 1 

nicht von Anfang an die Absicht gehabt, den Werkvertrag nicht zu erfüllen. Eine 

allfällige Täuschung wäre sodann nicht arglistig gewesen, zumal der Baufortschritt 

– zumindest für den mit der Aufsicht betreuten Bauleiter – jederzeit erkennbar ge-

wesen sei. Schliesslich sei auch keine kausale Vermögensdisposition aufgrund 

allfällig verschwiegener Mängel erkennbar. Die Beträge seien von den Beschwer-

deführern aufgrund des Zahlungsplanes und nicht aufgrund allenfalls verschwie-

gener Arbeiten ausgerichtet worden. Vielmehr bestehe auch in dieser Hinsicht 

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eine rein zivilrechtliche Streitigkeit betreffend die Schlechterfüllung eines Vertra-

ges (Urk. 3/1 S. 8).

2. 

2.1. Demgegenüber rügen die Beschwerdeführer, die Staatsanwaltschaft habe die 
relevanten Teile des Anklagsachverhalts über weite Teile ausgeblendet. Den so 

erstellen Sachverhalt habe sie zudem rechtlich falsch gewürdigt. Hinsichtlich des 

von der Staatsanwaltschaft verneinten Vorsatzes betreffend Veruntreuung führen 

die Beschwerdeführer aus, sie hätten im Vorverfahren klar dargelegt, dass die 

Gelder auf dem Projektkonto einzig für die im Werkvertrag vom 16. November 

2018 vereinbarten Arbeiten hätten verwendet werden dürfen. Dies habe der Be-

schwerdegegner 1 so auch anerkannt. Sie hätten zudem glaubhaft ausgeführt, 

dass die genannten Gelder auf dem Projektkonto ausschliesslich für die Bezah-

lung der Subunternehmer hätten verwendet werden dürfen, was vom Zeugen 

I._____ bestätigt worden sei und sich auch aus dem Umstand ergebe, dass die 

H._____ selber mangels Bewilligung gar keine Elektroinstallationsarbeiten vor-

nehmen dürfe. 

Weiter sei zwischen zwei Tätigkeitsbereichen der H._____ im Rahmen des Neu-

bauprojektes Villa G._____ zu unterscheiden. Einerseits habe die H._____ Bau-

leitungstätigkeiten unter dem Planervertrag vom 1. November 2017 ausgeübt. 

Hierfür sei die H._____ abschliessend entschädigt worden. Eine Verwendung von 

Geldern vom Projektkonto für Aufwendungen aus Bauleitungstätigkeit sei damit 

per se zweckwidrig. Deshalb sei es irrelevant, ob im Werkvertrag vom 16. Novem-

ber 2018 ein Pauschalpreis vereinbart worden sei. Unter dem Werkvertrag vom 

16. November 2018 seien demgegenüber, abgesehen von bereits entschädigten 

Planerarbeiten, keine weiteren Leistungen durch die H._____ vorgesehen oder 

vereinbart gewesen. Die H._____ sei mangels entsprechender Bewilligung denn 

auch gar nicht in der Lage gewesen, die im Werkvertrag vereinbarten Arbeiten 

selber auszuführen. Dementsprechend habe sie hierzu zwingend Subunterneh-

mer beiziehen müssen und hätte selber nur Anspruch auf einen allfälligen Gewinn 

– nach Abzug aller Kosten für die Subunternehmer – gehabt. Ein solcher Gewinn 

sei aber von Anfang an undenkbar gewesen, zumal die H._____ die J._____ AG 

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submandatiert gehabt habe, welche für die Installationsarbeiten im Rahmen der 

von der H._____ geführten Ausschreibung einen Preis von Fr. 642'859.35 offeriert 

habe. Die H._____ selber habe einen Preis von Fr. 620'000.– offeriert. Dass die 

H._____ im Innenverhältnis mit der J._____ AG einen tieferen Preis hätte verein-

baren können, sei weder behauptet noch nachgewiesen und im Übrigen unlo-

gisch. Wäre dies möglich gewesen, hätte die J._____ AG im Ausschreibungspro-

zess selber eine tiefere Offerte abgegeben. Damit sei klar, dass die Rechnung 

von Anfang nicht aufgegangen sei, die Kosten der Subunternehmer höher als der 

offerierte Preis gewesen seien und die H._____ gewiss keine Marge haben 

konnte. Eine Entschädigung für Eigenleistungen sei weder vereinbart worden 

noch habe es für eine solche im Rahmen der offerierten Gesamtkosten «platz». 

Gestützt darauf müsse als erstellt gelten, dass der Beschwerdegegner 1 Gelder in 

Höhe von Fr. 87'453.30 nicht für den vereinbarten Zweck der Bezahlung von Sub-

unternehmern sondern zweckwidrig verwendet habe und dies auch gewusst habe 

bzw. habe wissen müssen. Der Unterschied betreffend den in der Strafanzeige 

geltend gemachten Deliktsbetrag von Fr. 110'293.10 ergebe sich aus dem Um-

stand, dass sich herausgestellt habe, dass Fr. 22'839.80 zu Recht für Mehrwert-

steuern überwiesen worden seien (Urk. 2 S. 9–16).

2.2. In Bezug auf die Zweckwidrigkeit führen die Beschwerdeführer aus, dass es 
nicht nachvollziehbar sei, weshalb es von Relevanz sei, ob im Werkvertrag vom 

16. November 2018 eine pauschale Vergütung vereinbart worden sei. Die Staats-

anwaltschaft verkenne, dass diesbezüglich nur relevant sei, ob die Gelder auf 

dem Projektkonto zweckgebunden waren oder nicht. Dies sei zwischen den Par-

teien so vereinbart worden und es sei insbesondere klar gewesen, dass die Gel-

der vom Projektkonto nicht für Arbeiten aus dem Planervertrag habe verwendet 

werden dürfen. Was die Staatsanwaltschaft aus allfälligen Änderungen oder Er-

gänzungen bzw. Nachtragsarbeiten am Bau ableiten wolle, sei unklar. Entgegen 

der spekulativen Ausführungen der Staatsanwaltschaft seien solche Nachtragsar-

beiten nie anerkannt bzw. freigegeben worden und seien auch nicht geleistet wor-

den. Die diesbezüglichen Behauptungen müsse der Beschwerdegegner 1 bewei-

sen, andernfalls sie als reine Schutzbehauptungen zu qualifizieren seien (Urk. 2 

S. 16–19).

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2.3. Hinsichtlich des beanzeigten Betrugs führen die Beschwerdeführer aus, dass 
es sich bei der Feststellung der Staatsanwaltschaft, wonach der Beschwerdegeg-

ner 1 nicht von Anfang beabsichtigt habe, den Vertrag nicht zu erfüllen, um eine 

unfundierte Mutmassung der Staatsanwaltschaft handle. Es sei aber ohnehin 

nicht ersichtlich, inwiefern dies relevant sei. Ein Betrug liege nämlich auch dann 

vor, wenn der Beschwerdegegner 1 sich zu einem späteren Zeitpunkt dazu ent-

schieden hätte, die Subunternehmer von der Baustelle abzuziehen, das Guthaben 

auf dem Projektkonto für private Zwecke zu nutzen und über den Baufortschritt 

hinwegzutäuschen. Entgegen den Ausführungen der Staatsanwaltschaft sei der 

Baufortschritt in Bezug auf die Elektroinstallationen auch nicht erkennbar gewe-

sen. Hierzu verweisen die Beschwerdeführer auf die Aussagen des Bauleiters 

und Zeugen I._____, der ausgesagt habe, er habe den Baufortschritt der Elektro-

installationen nicht überprüfen können, da er nicht gewusst habe, was in die 

Wände gezogen worden sei. Diesbezüglich sei insbesondere zu berücksichtigen, 

dass die im Neubauprojekt vorgenommenen bzw. geplanten Elektroinstallationen 

hochkomplex seien und somit nur von Fachexperten – was weder der Beschwer-

deführer 1 noch der Bauleiter seien – und jedenfalls nicht von Nicht-Elektrikern 

beurteilt werden könne. 

Ebenso könne der Staatsanwaltschaft nicht gefolgt werden, wenn sie ausführe, 

die Verknüpfung der Überweisungen an den Zahlungsplan führe zu einem Wegfall 

der Kausalität. Der Zahlungsplan sei bei derartigen Bauvorhaben regelmässig an 

den geplanten Baufortschritt geknüpft, wie dies auch vorliegend der Fall sei. Es 

sei durch den Bericht des Eidgenössischen Starkstrominspektorats (ESTI) vom 

19. Januar 2021 erstellt, dass die von der H._____ geschuldeten Arbeiten gröss-

tenteils nicht erbracht worden seien. Obwohl die H._____ ihre Leistungen nicht er-

bracht habe, habe es keine Anpassung des Zahlungsplanes gegeben. Vielmehr 

habe der Beschwerdegegner 1 die Beschwerdeführer im Glauben gelassen, die 

H._____ habe die auf das Projektkonto überwiesenen Gelder verbaut und sei so-

mit im Zeitplan. Vor diesem Hintergrund hätten die Beschwerdeführer die weiteren 

Zahlungen ausgelöst und somit kausal aufgrund der arglistigen Täuschung Ver-

mögensdispositionen getätigt (Urk. 2 S. 19-23).

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3. Der Beschwerdegegner 1 stellt sich dagegen auf den Standpunkt, dass die 
Staatsanwaltschaft das Verfahren zu Recht eingestellt hat. Die H._____ habe die 

Ausführungsarbeiten auf Wunsch des Beschwerdeführers 1 übernommen. Dies 

sei in der Absicht geschehen, damit das Projektwissen aus der Planungszeit nicht 

verloren gehe. Die Verträge der Planungsphase seien denn auch abgeschlossen 

gewesen. Das Projektkonto sei nur auf Wunsch des Beschwerdeführers 1 eröffnet 

worden. Die von diesem Konto überwiesenen Beträge seien dann gestützt auf 

den Generalunternehmervertrag vom 16. November 2018 für Mehrwertsteuern, 

eigene Aufwendungen und Umplanungen sowie Umgestaltungen auf der Bau-

stelle berechtigterweise an die H._____ überwiesen worden. Die hierzu erbrach-

ten Leistungen überstiegen die getätigten Überweisungen bei Weitem. Aus dem 

vom ESTI erstellten Bericht ergebe sich auch lediglich ein Mangel, welcher unver-

züglich behoben worden sei. Die übrigen Feststellungen des ESTI betreffend feh-

lende Leistungen seien falsch, zumal weder ein Vertreter der H._____ noch des 

Subunternehmers J._____ AG bei der Inspektion anwesend gewesen sei und sich 

der Bericht damit im Wesentlichen auf die Aussagen des Bauleiters I._____ 

stütze. Der Bericht sei damit lediglich ein Vorwand gewesen, um die H._____ von 

der Baustelle fernzuhalten und ihre Forderungen an Nachträgen und Mehrleistun-

gen zu vereiteln. Die H._____ sei aber als Generalunternehmung für die Elektro-

installationen zuständig gewesen. Die Mehraufwendungen im Rahmen der Fach-

bauleitung seien dabei durch den Beschwerdeführer 1 verursacht worden, da die-

ser immer wieder Architekten, Bauleiter und andere Handwerker ausgewechselt 

habe. Der Beschwerdegegner 1 habe schliesslich auch immer wieder darüber in-

formiert, dass Änderungen und Wünsche zu Mehrkosten führen würden (Urk. 16 

S. 2-5).

4. In ihrer Replik machen die Beschwerdeführer geltend, die Ausführungen des 
Beschwerdegegners 1 beschränkten sich – einmal mehr – auf leere Ausflüchte. 

Die unrechtmässigen Überweisungen versuche er nun nachträglich mit angeblich 

geleisteten Mehrarbeiten zu rechtfertigen und reiche als Beleg hierfür lediglich 

eine selbst erstellte Aufstellung über die angeblich geleisteten Arbeiten ein. Diese 

Aufstellung sei vom Beschwerdegegner 1 offensichtlich nur zu seiner Entlastung 

im Strafverfahren erstellt und während der Bauphase nie vorgelegt worden, womit 

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sie über keinerlei Beweiskraft verfüge. Bei den behaupteten Mehrleistungen 

handle es sich damit um reine unsubstantiierte Schutzbehauptungen. Es werde 

sodann bestritten, dass die H._____ die Elektroinstallationen auf Wunsch des Be-

schwerdeführers 1 übernommen habe. Der Beschwerdegegner 1 habe vielmehr 

aus eigenem Antrieb gehandelt. Betreffend die Verträge sei sodann erneut festzu-

halten, dass Planungs- und Projektleitungsarbeiten mit der Pauschale aus dem 

Planervertrag bereits vollständig bezahlt worden seien. Angebliche Mehraufwen-

dungen aus dem Werkvertrag seien weder belegt noch genehmigt. Die entspre-

chende Aufstellung hätten die Beschwerdeführer anlässlich der Einvernahme vom 

24. Januar 2023 zum ersten Mal gesehen. Die H._____ sei aber ohnehin nicht be-

rechtigt gewesen, ein Honorar für Planerarbeiten vom Projektkonto zu beziehen. 

Dass der Beschwerdeführer 1 den Bericht als Vorwand genutzt habe, um die 

H._____ von der Baustelle fernzuhalten, sei schliesslich abwegig. Vielmehr sei 

der Werkpreis beinahe vollständig bezahlt und es sei erfolglos versucht worden, 

diesen von der H._____ zurückzuerlangen.

In Bezug auf den Bericht des ESTI sei der Beschwerdegegner 1 über die Erstel-

lung des Gutachtens orientiert gewesen und habe keine Einwände dagegen vor-

gebracht. Das entsprechende Gutachten stelle die tatsächlichen Gegebenheiten 

denn auch zutreffend dar. Das ESTI habe lediglich den Soll- mit dem Ist-Zustand 

vergleichen müssen und habe den Sachverhalt demnach umfassend abgeklärt. 

Es sei schliesslich weder belegt noch behauptet, dass zusätzliche Bauleitungstä-

tigkeiten durch die Beschwerdeführer angeordnet oder durch die H._____ ausge-

führt worden seien. Der bereits vergütete Planervertrag habe dabei die Phasen 

vom Vorprojekt bis zur Inbetriebnahme bzw. dem Projektabschluss beinhaltet. Es 

sei diesbezüglich erneut festzuhalten, dass die Gelder vom Projektkonto nicht hät-

ten für Tätigkeiten aus dem Planervertrag verwendet werden dürfen. Selbst wenn 

aber der Argumentation des Beschwerdegegners 1 gefolgt würde, so ergäben die 

von ihm behaupteten Mehraufwendungen lediglich einen Betrag von 

Fr. 53'826.25, mithin wesentlich weniger, als der Beschwerdegegner 1 für sich be-

zogen habe (Urk. 24 S. 3-8).

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5. Zunächst ist betreffend die Beschwerdeschrift der Beschwerdeführer anzumer-
ken, dass diese in einem nicht unerheblichen Umfang auf eigene Stellungnahmen 

vor der Staatsanwaltschaft bzw. die Strafanzeige verweist (Urk. 2 S. 16-21). Dies-

bezüglich gilt, dass die Begründung in der Beschwerde selbst enthalten sein 

muss. Der blosse Verweis auf vor der Vorinstanz vorgetragene Ausführungen 

reicht den Anforderungen an die Begründungspflicht nicht (vgl. BGE 140 III 115 

E. 2 und Urteil des Bundesgericht 6B_1362/2020 vom 20. Juni 2022 E. 2 m.w.N.). 

Die entsprechenden Verweise sind damit im Beschwerdeverfahren nicht weiter 

beachtlich.

6. 

6.1. Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO besteht der Zweck der Untersuchung darin, 
den Sachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht so weit abzuklären, dass 

das Vorverfahren abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks 

steht der Staatsanwaltschaft ein gewisser Ermessensspielraum zu. Insbesondere 

hat sie diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die zur Klärung des Falles Wesentli-

ches beizutragen vermögen. Nach Beendigung des Untersuchungsverfahrens 

entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob ein Strafbefehl zu erlassen, Anklage zu er-

heben oder das Verfahren einzustellen ist (Art. 318 StPO). Eine vollständige oder 

teilweise Einstellung erfolgt nach Art. 319 Abs. 1 StPO u. a., wenn sich ein Tatver-

dacht nicht in einem Mass erhärten lässt, der eine Anklage rechtfertigt (lit. a). Eine 

Anklage ist in der Regel nur dann zu erheben, wenn genügend Anhaltspunkte vor-

liegen, welche es rechtfertigen, das Verfahren weiterzuführen, und die Staatsan-

waltschaft die Tatbeteiligung sowie eine Strafe bzw. Massnahme im Zeitpunkt der 

Anklageerhebung für wahrscheinlich hält. Keine Anklage ist zu erheben, wenn mit 

Sicherheit oder grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch zu rechnen ist. 

Sinn und Zweck des Art. 319 StPO ist es, die beschuldigte Person vor Anklagen 

zu schützen, die mit einiger Sicherheit zu Freisprüchen führen müssten (BGE 138 

IV 186 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 1B_184/2012 vom 27. August 2012 

E. 3.3).

6.2. Bei zweifelhafter Beweis- bzw. Rechtslage hat jedoch nicht die Untersu-
chungsbehörde über die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entschei-

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den, sondern das für die materielle Beurteilung zuständige Gericht. Der Grund-

satz «in dubio pro reo» nach Art. 10 Abs. 3 StPO spielt hier nicht. Vielmehr gilt 

nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Grundsatz «in dubio pro duri-

ore» (BGE 138 IV 86 E. 4.1.1 = Pra 101 [2012] Nr. 114; BGE 137 IV 219 E. 7). 

Eine zu restriktive Rechtsanwendung würde allerdings dazu führen, dass selbst 

bei geringer Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung ein Anklagezwang bestünde. 

Der Grundsatz «in dubio pro duriore» verlangt lediglich, dass bei Zweifeln (über 

die Straflosigkeit bzw. betreffend Prozesshindernisse) eine gerichtliche Beurtei-

lung erfolgt. Als praktischer Richtwert kann daher gelten, dass Anklage erhoben 

werden muss, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Frei-

spruch (BGE 138 IV 86 E. 4.1.1 = Pra 101 [2012] Nr. 114; BGE 137 IV 219 E. 7; 

JOSITSCH/SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, 4. Aufl. 2023, N 5 zu 

Art. 319 StPO).

6.3. Wenn die Beschwerdeführer ausführen, dass der Grundsatz in dubio pro reo 
keine Anwendung finde, sofern der Beschuldigte eine ihn entlastende Behauptung 

nicht in einem Mindestmass glaubhaft machen könne und insofern eine Beweis-

lastumkehr eintrete (Urk. 2 S. 17), so übergehen sie, dass der genannte Grund-

satz hier wie erwähnt nicht spielt. Die Darstellung ist weiter verkürzt. Die entspre-

chende Rechtsprechung zu den Entlastungsbeweisen greift erst, wenn die belas-

tenden Beweise nach einer Erklärung rufen, die der Beschuldigte geben können 

müsste, er dies jedoch nicht tut. Dasselbe gilt, wenn er zwar eine Erklärung gibt, 

diese aber unglaubhaft oder gar widerlegt ist. Der Grundsatz «in dubio pro reo» 

zwingt in diesem Sinne nicht dazu, jede entlastende Angabe des Beschuldigten, 

für deren Richtigkeit oder Unrichtigkeit kein spezifischer Beweis vorhanden ist, als 

unwiderlegt zu betrachten. Nicht jede Schutzbehauptung braucht damit durch ei-

nen hieb- und stichfesten Beweis widerlegt zu werden. Demgegenüber ist es aber 

zunächst Sache des Staates, dem Beschuldigten ein inkriminiertes Verhalten 

nachzuweisen und die allenfalls nach Erklärung durch den Beschuldigten rufen-

den Beweise zu erheben (Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich SB190163 

vom 8. Oktober 2019 E. 3.2 m.H. auf das Urteil des Bundesgerichts 1P.641/2000 

= Pra 90 [2001] Nr. 110 E. 3). Daraus folgt zwar eine gewisse Beweislast des Be-

- 14 -

schuldigten in Bezug auf rechtfertigende Tatsachen, aber keine eigentliche – dem 

Grundsatz in dubio pro reo widersprechende – Beweislastumkehr.

7. 

7.1. Den Tatbestand der Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erfüllt, 
wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in seinem oder eines ande-

ren Nutzen verwendet. Die tatbestandsmässige Handlung besteht bei der Verun-

treuung von Vermögenswerten im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB in einem 

Verhalten, durch welches der Täter eindeutig seinen Willen bekundet, den obliga-

torischen Anspruch des Treugebers zu vereiteln. Als anvertraut gilt, was jemand 

mit der Verpflichtung empfängt, es in bestimmter Weise im Interesse des Treuge-

bers zu verwenden, insbesondere es zu verwahren, zu verwalten oder einem an-

deren abzuliefern. Dabei genügt, dass der Täter ohne Mitwirkung des Treugebers 

über die Werte verfügen kann, ihm mithin Zugriff auf das fremde Vermögen einge-

räumt worden ist. Der Tatbestand von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erfasst Fälle, in 

denen – anders als bei der Veruntreuung von Sachen gemäss Abs. 1 derselben 

Bestimmung – zivilrechtlich die Fremdheit der anvertrauten Werte nicht gegeben 

oder zumindest zweifelhaft ist. Voraussetzung ist aber, dass der Fall mit der Ver-

untreuung von Sachen vergleichbar ist. In den Fällen, in denen Abs. 2 zur Anwen-

dung kommt, erwirbt der Treuhänder an den erhaltenen Werten Eigentum. Er er-

langt daher nicht nur eine tatsächliche, sondern auch eine rechtliche Verfügungs-

macht. Die ins Eigentum des Treuhänders übergegangenen Werte sind jedoch 

bestimmt, wieder an den Berechtigten oder an einen Dritten zu fliessen. In diesem 

Sinne sind sie wirtschaftlich fremd. Der Treuhänder ist deshalb verpflichtet, dem 

Treugeber den Wert des Empfangenen ständig zu erhalten. Die Treuepflicht des 

Täters im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB kann auf einer ausdrücklichen oder still-

schweigenden Abmachung beruhen. Für die Werterhaltungspflicht genügt auch 

die Begründung eines faktischen oder tatsächlichen Vertrauensverhältnisses. 

Eine Werterhaltungspflicht im Sinne eines Anvertrautseins liegt in der Regel vor, 

wenn die verabredungswidrige Verwendung zu einem Schaden führen kann und 

mit dem vereinbarten Verwendungszweck daher dem Risiko einer Schädigung 

entgegengewirkt werden soll. Eine Verletzung der Werterhaltungspflicht wird in 

- 15 -

der Rechtsprechung beispielsweise bei der vertragswidrigen Verwendung eines 

Darlehens im Hinblick auf einen Grundstückkauf angenommen. Die Zahlungen 

des Bauherrn sind dem Generalunternehmer, mangels gegenteiliger Vereinba-

rung, in dem Umfang anvertraut, als dieser damit Materialkosten und Werklohn-

forderungen von Subunternehmern zu begleichen hat. Dies gilt auch, wenn die 

Zahlungen des Bauherrn auf das allgemeine Zahlungsverkehrskonto des Gene-

ralunternehmers und nicht auf ein separates, für die Abwicklung des Baukredits 

eröffnetes Generalunternehmerkonto überwiesen wurden. In subjektiver Hinsicht 

erfordert der Tatbestand der Veruntreuung Vorsatz und ein Handeln in unrecht-

mässiger Bereicherungsabsicht (vgl. zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts 

6B_1118/2017 vom 23. Mai 2018 E. 1.2. mit Hinweisen sowie 6B_508/2010 vom 

13. September 2010 E. 2.).

7.2. Die Standpunkte der Parteien betreffend die Zahlungen vom Projektkonto auf 
das Geschäftskonto der H._____ lassen sich im Wesentlichen wie folgt gegen-

überstellen: Die Beschwerdeführer sind der Ansicht, die H._____ habe für Baulei-

tungs- und Planungsarbeiten lediglich einen Anspruch auf Entschädigung aus 

dem Planervertrag vom 1. November 2017 und dieser sei vollständig entschädigt 

worden. Im Werkvertrag vom 16. November 2018 sei kein Anspruch der H._____ 

auf Entschädigung vereinbart worden und im vereinbarten Preis habe auch kein 

Raum für einen solchen bestanden. Die Gelder auf dem Projektkonto hätten da-

her einzig und allein zur Bezahlung der Subunternehmer verwendet werden dür-

fen (Urk. 2 S. 12 ff.). Der Beschwerdegegner 1 stellt sich demgegenüber auf den 

Standpunkt, dass die H._____ einen Anspruch auf Entschädigung für die am Bau-

projekt von ihr erbrachten Arbeiten habe. Der Anspruch aus eigenen Leistungen 

basiere auf der Ausführung des Baus sowie Änderungen und Nacharbeiten. Die 

entsprechende Entschädigung hierfür habe vom Projektkonto aus vergütet wer-

den dürfen (Urk. 16 S. 2 ff.).

7.3. Kernstück der vorliegenden Auseinandersetzung bilden damit der Werkver-
trag vom 16. November 2018 (Urk. 15/D1/2/1 Beilage 10) sowie der Planervertrag 

vom 1. November 2017 (Urk. 15/D1/2/1 Beilage 5). Der Beschwerdeführer 1 hat in 

diesem Zusammenhang mehrfach ausgesagt, dass es neben dem schriftlichen 

- 16 -

Werkvertrag keinerlei weitere mündliche Abreden oder Vereinbarungen betreffend 

eine Entschädigung der H._____ gegeben habe (Urk. 15/D1/5/1 F/A 25-26). Dar-

auf ist er zu behaften. Umstritten ist vorliegend demzufolge insbesondere, ob für 

die H._____ aus dem Werkvertrag ein Anspruch für ihre behaupteten Leistungen 

besteht, zumal der Beschwerdegegner 1 selber ausführte, das Projektkonto sei an 

den Werkvertrag geknüpft (Urk. 15/D1/3/1 F/A 29). Der Werkvertrag ist damit in 

dieser Hinsicht auslegungsbedürftig.

7.4. Der Inhalt eines Vertrages ist zivilrechtlich durch Auslegung der Willensäus-
serungen der Parteien zu bestimmen. Ziel der Vertragsauslegung ist es, in erster 

Linie den übereinstimmenden wirklichen Parteiwillen festzustellen. Steht eine tat-

sächliche Willensübereinstimmung fest, so bleibt für eine Auslegung nach dem 

Vertrauensgrundsatz kein Raum. Wenn eine tatsächliche Willensübereinstim-

mung nicht erstellt werden kann, sind die Parteierklärungen aufgrund des Vertrau-

ensprinzips so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang so-

wie den gesamten Umständen verstanden werden durften und mussten (objekti-

vierte Auslegung). Die objektivierte Vertragsauslegung ergibt sich nicht allein aus 

dem Wortlaut, sondern kann sich auch aus anderen Elementen ergeben wie aus 

dem Vertragszweck, der Systematik des Vertrages, der Interessenlage der Par-

teien oder aus den Gesamtumständen. Von einem klaren Vertragswortlaut ist je-

doch nur abzuweichen, wenn sich ernsthafte Anhaltspunkte dafür ergeben, dass 

dieser nicht dem Willen der Parteien entspricht (statt vieler: BGE 137 III 444 

E. 4.2.4 S. 451; siehe zur Vertragsauslegung allgemein auch das Urteil 

HG160214 des Handelsgerichts Zürich vom 7. Juni 2019, E. 3.1 ff.).

7.4.1. Der streitgegenständliche Werkvertrag vom 16. November 2018 (Urk. 15/
D1/2/1 Beilage 10) basiert auf einem Muster bzw. einer Vorlage des Schweizeri-

schen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA). Dessen Norm SIA 118 wurde mit-

tels Einbezug als allgemeine Bedingungen des Vertrags verbindlicher Vertragsbe-

standsteil (Ziff. 1.3 des Vertrags) und ist somit zur Auslegung ebenfalls herbeizu-

ziehen. 

7.4.2. Unter Ziff. 3 – vorgesehen für Abreden gemäss Art. 21 Abs. 3 SIA Norm 
118 – halten die Parteien fest, dass die H._____ den «Auftrag BKP23 Elektroanla-

- 17 -

gen als Generalunternehmung» annehme und hierfür einen Elektrokonzessionär 

als Unterakkordant für sämtlichen Elektroarbeiten und Elektroinstallationen aus-

führe. Damit hat die H._____ beim Neubauprojekt «Villa G._____» sowohl die 

Planung als auch die Ausführung der Elektroinstallationen übernommen und ist in 

diesem Rahmen als Totalunternehmerin zu qualifizieren (vgl. GAUCH, Der Werk-

vertrag, 6. Aufl., Zürich 2019, N 233, wonach der Totalunternehmer ein «projektie-

render Generalunternehmer» ist). 

7.4.3. Bei der Vergütung haben die Parteien unter Ziff. 2.1 des Vertrages, die Op-
tion «Vergütung nach Massgabe dieses Vertrags zu den Preisen und Mengen des 

Leistungsverzeichnisses vom 01.11.2018 in der sich ergebenden Summe […]» 

von Fr. 667'740.– vereinbart. Damit haben sie keine Vergütung nach Global- oder 

Pauschalpreisen sondern nach Einheitspreisen gewählt. In einem Werkvertrag mit 

Einheitspreisen ist nach Art. 39 SIA Norm 118 jede einzelne Leistung im Leis-

tungsverzeichnis mit einem Einheitspreis festzulegen und entsprechend der ge-

leisteten Menge durch Ausmass zu vergüten (vgl. SPIESS/HUSER in: SHK SIA-

Norm 118, N 4 zu Art. 39). Im Vertrag wird dabei auf ein Leistungsverzeichnis von 

«2018» bzw. ein Leistungsverzeichnis vom 01.11.2018 verwiesen. Hierzu ist fest-

zuhalten, dass sich den Akten kein Leistungsverzeichnis vom 1. November 2018 

entnehmen lässt und sich hierzu auch keinerlei Ausführungen der Parteien finden 

(vgl. Urk. 2; Urk. 15; Urk. 16; Urk. 24). Dem Vertrag angehängt findet sich ledig-

lich der Baubeschrieb BKP23 Elektroanlagen, der die geforderten Leistungen 

zwar einigermassen detailliert festhält, hierzu aber keine (Einheits-)Preise nennt 

(Urk. 15/D1/2/1 Beilage 10).

7.4.4. Der Beschwerdeführer 1 hat in seiner Einvernahme in diesem Zusammen-
hang ausgesagt, dass es sich sowohl beim Werkvertrag als auch beim Planerver-

trag um einen Fixkostenvertrag handle. Beim Werkvertrag sei jede Position mit ei-

nem bestimmten Betrag festgehalten worden und es sei eine pauschale Summe 

vereinbart worden. Er könne zwar kein Deutsch lesen, er schliesse aber allgemein 

nur Fixkostenverträge ab. Das Projektkonto sei sodann dazu dagewesen, die 

Subunternehmer zu bezahlen. Eine Bezahlung der H._____ von diesem Konto sei 

nicht vereinbart gewesen. Ein solches Projektkonto sei vielmehr wie ein Treu-

- 18 -

handkonto zu verstehen und der Name «Projektkonto» bedeute ja, dass das 

Konto nur für Kosten des Projekts verwendet werden dürfe (Urk. 15/D1/5/1 F/A 

16 ff.).

7.4.5. Der Beschwerdegegner 1 hat sich in seinen Einvernahmen demgegenüber 
auf den Standpunkt gestellt, dass der im Werkvertrag genannte Preis als Kosten-

dach zu verstehen sei. Bei den Kontoüberträgen, die nicht aufgrund der Mehr-

wertsteuer nötig gewesen seien, habe es sich – wie als Zahlungsgrund angege-

ben – um eigene Leistungen bzw. Aufwendungen aus dem Werkvertrag gehan-

delt. Konkret sei er auf der Baustelle gewesen, habe Leute geleitet, Installationen 

geprüft und Sitzungen oder Telefonate geführt. Grundsätzlich hätten die Aufwen-

dungen etwa 10 % der gesamten, offerierten Summe betragen, was auf internen 

Kalkulationen beruht habe (Urk. 15/D1/3/1 F/A 21 ff.). Weiter sagte er aus, es sei 

im Planervertrag zwar eine 20-stündige Pauschale enthalten, um den Bau in die 

nächste Phase zu übergeben. Er sei aber auch bei der Ausführung des Werkver-

trags direkt involviert gewesen und habe in diesem Rahmen Leistungen erbracht, 

die für den Bau notwendig gewesen seien. Solche Leistungen hätten gemäss Pla-

nervertrag mit Fr. 120.– pro Stunde entschädigt werden sollen, wobei er total 

1'762 Stunden geleistet habe und ihm somit viel mehr als die überwiesenen 

Fr. 75'000.– zugestanden hätten (Urk. 15/D1/3/3 F/A 4 ff.). Gemäss den Aussa-

gen sei es weiter der Wunsch des Beschwerdeführers 1 gewesen, ein Projekt-

konto zu eröffnen, wovon die H._____ ihre eigenen Leistungen vergüten könne, 

damit keine Rechnungen verschickt werden mussten (Urk. 15/D1/3/3 F/A 13 ff.). 

7.4.6. Aufgrund des Vorstehenden lässt sich die Ansicht der Beschwerdeführer 
(Urk. 2 S. 12), dass ausserhalb des Werkvertrags vereinbart wurde, dass die Gel-

der vom Projektkonto ausschliesslich für die Bezahlung von Subunternehmern 

verwendet werden durften, nicht erstellen. Daran ändern die Verweise der Be-

schwerdeführer auf eigene Ausführungen ebenso wenig wie die Aussage des 

Bauleiters I._____, wonach vereinbart worden sei, die Gelder dürften nur für Elek-

troarbeiten verwendet werden (Urk. 15/D1/6/1 F/A 15). Dafür ist der Begriff «Elek-

troarbeiten» schlicht zu wenig spezifisch. Weiter wurde nicht behauptet und es ist 

auch nicht ersichtlich, dass die jeweiligen Akontozahlungen jeweils einem be-

- 19 -

stimmten Aufwandposten zuzuordnen und somit direkt zweckgebunden waren 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_508/2010 vom 13. September 2010 E. 3.3.). 

Hierzu fehlen objektiven Beweismittel oder anderweitig genügende Anhalts-

punkte, um die Ansicht einer Partei zu stützen.

7.4.7. Die Parteien sind sich jedoch einig, dass die Gelder auf dem Projektkonto 
nur für Aufwendungen aus dem Werkvertrag verwendet werden durften. Damit 

stellt sich die Frage, ob die H._____ Leistungen aus dem Werkvertrag erbringen 

und sich diese selber auszahlen durfte bzw. ob der Beschwerdegegner 1 von die-

sem Sachverhalt ausgehen durfte. Dies ist zu bejahen. Jedenfalls lässt sich dem 

Werkvertrag nicht entnehmen, dass der Beschwerdegegner 1 keine Leistungen 

selber erbringen durfte. Die Beschwerdeführer führen zwar zutreffend aus (Urk. 2 

S. 14), dass die H._____ keine Bewilligung für Elektroinstallationsarbeiten hatte. 

Indes sind im Werkvertrag durchaus Leistungen enthalten, welche die H._____ 

erbringen konnte. Unter Ziff. 1.8.3 des Baubeschriebs ist bspw. festgehalten, dass 

der Unternehmer den Elektroplaner bei der Ausführungsplanung zu unterstützen 

hat (Urk. 15/D1/2/1 Beilage 10). Vorliegend sind die Aufgaben des Unternehmers 

im Werkvertrag und dem Elektroplaner in der H._____ zusammengefallen, sofern 

sie nicht Installationsarbeiten betrafen (vgl. Ziff. 3 des Vertrags). Dieser Konstella-

tion muss sich der Beschwerdeführer 1 bei der Vertragsunterzeichnung und der 

Einsetzung der H._____ als Totalunternehmerin betreffend die Elektroinstallatio-

nen aber bewusst gewesen sein.

Hinzu kommt, dass das ESTI gemäss Auftrag vom 5. Januar 2021 (Urk. 15/D1/2/1 

Beilage 21-22) zu prüfen hatte, welche Leistungen gemäss dem Werkvertrag vom 

16. November 2018 erbracht bzw. noch offen waren. Im entsprechenden Bericht 

hat das ESTI explizit festgehalten, dass unter dem Werkvertrag Planerische Leis-

tungen durch die H._____ geschuldet waren (Urk. 15/D1/2/1 Beilage 22 S. 4). 

Damit erscheint es vorliegend als glaubhaft, dass der Beschwerdegegner 1 davon 

ausgegangen ist bzw. davon ausgehen durfte, eigene Leistungen unter dem 

Werkvertrag erbringen zu dürfen, die sich teilweise mit den Aufgaben als Elektro-

planer überschnitten. Dass der Beschwerdegegner 1 hierfür von einer Entschädi-

gung in Höhe des im Planervertrag für solche Arbeiten vorgesehenen Honorars 

- 20 -

ausging (vgl. Urk. 15/D1/2/1 Beilage 5; Urk. 15/D1/3/3 F/A 4), erscheint mangels 

anderweitig belegbarer Preisabsprachen zulässig. 

7.4.8. Daraus folgt auch, dass dem Beschwerdegegner 1 in strafrechtlicher Weise 
nicht vorgeworfen werden kann, dass er die – aus seiner Sicht geschuldeten – 

Forderungen für die eigenen Leistungen der H._____ im Rahmen der Erfüllung 

des Werkvertrags vom Projektkonto beglich. Es ist bei einem Totalunternehmer 

nämlich durchaus üblich, dass dieser sich die Vergütung für Eigenleistungen von 

einem Projektkonto selber ausbezahlt (vgl. hierzu Entscheid des Kantonsgerichts 

Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, 460 22 106 vom 19. Oktober 2023, 

E. 3.3.4.).

7.4.9. Zusammengefasst sind sich die Parteien vorliegend nachträglich nicht einig 
über die von der H._____ zu erbringenden Leistungen bzw. über die hierfür ge-

schuldeten Vergütungen und ob der Beschwerdegegner 1 die entsprechenden 

Vergütungen selber an die H._____ überweisen durfte. Ein übereinstimmender 

Parteiwillen ist nach dem Dargelegten nicht zu erkennen. In einem Zivilverfahren 

wären damit die entsprechenden Willensäusserungen der Parteien objektiv nach 

dem Vertrauensprinzip auszulegen. Wie vorstehend aufgezeigt, führt aber auch 

eine Auslegung nach dem Wortlaut des Vertrages unter Einbezug der Vertrags-

beilagen sowie der Aussagen der involvierten Parteien zu keinem eindeutigen Er-

gebnis. Im Strafverfahren kann eine derart unklare Vertragsauslegung aber kei-

nen Vorsatz des Beschwerdegegners 1 begründen. 

7.5. Vor diesem Hintergrund hat die Staatsanwaltschaft den Vorsatz betreffend 
die beanzeigte Veruntreuung gestützt auf den ermittelten Sachverhalt zu Recht 

als nicht anklagegenügend erstellbar gewertet. Die Beschwerde ist in diesem 

Punkt abzuweisen.

8. 

8.1. Des Betruges nach Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer in der Ab-
sicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vor-

spiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in einem 

Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wo-

- 21 -

durch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt. Die Täu-

schung muss sich auf Tatsachen beziehen, arglistig sein und beim Getäuschten 

einen Irrtum hervorrufen oder ihn in einem bereits bestehenden Irrtum bestärken. 

Das Erfordernis der Arglist ist erfüllt, wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude 

errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient. Einfache fal-

sche Angaben gelten als arglistig, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit be-

sonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist, wenn der Täter das Opfer von 

der möglichen Überprüfung abhält oder wenn er nach den Umständen voraus-

sieht, dass dieses die Überprüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Ver-

trauensverhältnisses unterlassen werde (Urteil des Bundesgerichts 6B_1081/

2019 vom 15. Mai 2020 E. 1.2.2). Weiter verlangt Art. 146 StGB, dass der Ge-

täuschte aufgrund des Irrtums eine Vermögensdisposition vornimmt und dadurch 

sich oder einen Dritten schädigt. Dabei muss der Irrtum die Ursache dafür sein, 

dass der Getäuschte die Vermögensdisposition trifft. Neben dem Kausalzusam-

menhang wird überdies ein Motivationszusammenhang zwischen der Täuschung, 

dem Irrtum und der Vermögensverfügung verlangt (Urteil des Bundesgerichts 

6B_173/2014 vom 2. Juli 2015 E. 2.3.1 m.H. auf BGE 126 IV 113 E. 3.c; TRECH-

SEL/CRAMERI, in: StGB Praxiskommentar, Art. 146 N 29).

8.2. Was die Beschwerdeführer betreffend das Vorliegen einer arglistigen Täu-
schung vorbringen, vermag nicht zu überzeugen. Es mag zwar zutreffen, dass der 

Bauleiter – der die Bauleitung lediglich für einen Tag die Woche übernommen hat 

und jeweils nur wenige Stunden auf der Baustelle verbrachte (Urk. 15/D1/6/1 F/A 

24-25) – der Ansicht war, den Baufortschritt hinsichtlich der Elektroinstallationen 

nicht beurteilen zu können (Urk. 15/D1/6/1 F/A 28). Wenn die Beschwerdeführer 

aber ausführen, die durch die Subunternehmer geleisteten Arbeiten seien gröss-

tenteils nicht sichtbar gewesen, widerspricht dies den Akten. Aus dem Inspekti-

onsbericht des ESTI gehen nämlich u. a. nachfolgende Arbeiten hervor, die nicht 

vollständig geleistet worden sein sollen: So soll die Photovoltaikanlage auf dem 

Dach, das Garagentor bzw. Automatische Tore, Lichtinstallationen, Leuchten, Ka-

meras, Sonnerie- und Türsprechanlagen, eine Ladestation E-Mobilität sowie Laut-

sprecher und Uhren nicht installiert worden sein (Urk. 15/D1/2/1 Beilage 22 

S. 3 f.). Dabei handelt es sich einerseits um (finanziell) gewichtige Posten im Rah-

- 22 -

men der Elektroinstallationen. Andererseits sind all diese Positionen ohne Weite-

res von aussen sichtbar. Es bedarf keines speziellen Geräts oder gar eines Fa-

chexperten (vgl. Urk. 2 S. 21), um festzustellen, ob ein Haus über eine Photovol-

taikanlage auf dem Dach oder ein Garagentor verfügt oder nicht. Den Beschwer-

deführern bzw. deren Bauleiter war es damit – entgegen ihrer Darstellung –mög-

lich, sich zumindest einen Überblick über den Baufortschritt der Elektroinstallatio-

nen zu verschaffen. Es erscheint vor diesem Hintergrund ausgeschlossen, dass 

die Beschwerdeführer davon ausgingen bzw. ausgehen durften, dass die Elektro-

installationsarbeiten weitgehend abgeschlossen worden sind. Anzeichen, dass 

der Beschwerdegegner 1 die Beschwerdeführer von einer Überprüfung abgehal-

ten hätte oder voraussehen konnte, dass eine Überprüfung aufgrund eines beson-

deren Vertrauensverhältnisses unterlassen werde, sind weder dargetan noch er-

sichtlich.

8.3. Eine arglistige Täuschung über den Baufortschritt scheidet damit aufgrund 
der – zumindest teilweisen – offensichtlichen Erkennbarkeit des Baufortschritts 

aus. Ausführungen zu den von der Staatsanwaltschaft weiter vorgebrachten und 

von den Beschwerdeführern angefochtenen Gründen für die Einstellung, nament-

lich den Zeitpunkt des Tatentschlusses sowie die Kausalität der Vermögensdispo-

sition, erübrigen sich damit. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren demzufolge 

auch hinsichtlich des beanzeigten Betrugs mangels erhärtetem Tatverdacht zu 

Recht eingestellt. Die Beschwerde ist abzuweisen.

V.

1. Bei diesem Verfahrensausgang haben die Beschwerdeführer die Kosten des 
Verfahrens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Angesichts der Bedeutung und 

Schwierigkeit des Falls sowie des Zeitaufwands des Gerichts ist die Gerichtsge-

bühr für das Beschwerdeverfahren auf Fr. 3'600.– festzusetzen (§ 17 Abs. 1 und 

§ 2 Abs. 1 GebV OG). Aufgrund der festgestellten Gehörsverletzung betreffend 

die Begründung des fehlenden Vorsatzes beim Tatbestand der Veruntreuung (vgl. 

vorstehend E. III./4.4.) rechtfertigt es sich, dem Beschwerdeführer die Gerichts-

kosten nur zu zwei Dritteln aufzuerlegen und diese im Übrigen auf die Gerichts-

kasse zu nehmen. 

- 23 -

2. Soweit die Beschwerdeführer zu Recht eine Verletzung des Anspruchs auf 
rechtliches Gehör rügen, haben sie Anspruch auf eine Entschädigung aus der Ge-

richtskasse. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände rechtfertigt es sich, 

diese Entschädigung auf Fr. 500.– (inkl. MwSt.) festzusetzen.

3. Dem Beschwerdegegner 1 ist mangels Antrags und erheblichen Aufwänden 
(Urk. 16) keine Entschädigung zuzusprechen.

Es wird beschlossen:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 3'600.– festgesetzt.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden den Beschwerdeführern zu 

zwei Dritteln (Fr. 2'400.–) unter solidarischer Haftung auferlegt und von der 

geleisteten Sicherheitsleistung bezogen. Im Übrigen (Fr. 1'200.–) werden die 

Gerichtskosten auf die Gerichtskasse genommen.

4. Die Beschwerdeführer werden mit Fr. 500.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichts-

kasse entschädigt. 

5. Im Restbetrag (Fr. 1'600.–) wird die Kaution den Beschwerdeführern nach 

Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittelver-

fahren zurückerstattet – vorbehältlich allfälliger Verrechnungsansprüche des 

Staates.

6. Dem Beschwerdegegner 1 wird keine Entschädigung zugesprochen.

7. Schriftliche Mitteilung an:

 Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, dreifach, für sich und die Beschwerde-
führer (per Gerichtsurkunde)

 Rechtsanwältin Y._____, zweifach, für sich und den Beschwerdegeg-
ner 1 (per Gerichtsurkunde)

 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, ad A-1/2021/10023912 (gegen 
Empfangsbestätigung)

- 24 -

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an:

 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte

8. Rechtsmittel:

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei 
der gemäss Art. 35 und 35a des Reglements für das Bundesgericht zustän-

digen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes in der in Art. 42 des 
Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-
reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-

matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.

Zürich, 3. März 2025

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer

Der Präsident i. V.:

lic. iur. A. Flury

Der Gerichtsschreiber:

M.A. HSG F. Niessner