# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e7ae8a63-242c-5558-acc9-5431ff3ac3a3
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-01-20
**Language:** de
**Title:** Beitragspflichtige Tätigkeit ausgewiesen, Rückweisung zur Prüfung der übrigen Anspruchsvoraussetzungen und gegebenenfalls der Höhe des versicherten Verdienstes.
**Docket/Reference:** AL.2015.00196
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AL.2015.00196.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AL.2015.00196
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Wyler
Urteil
vom
20. Januar 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Lukas
Blättler
Dufourstrasse
40, Postfach 3020, 8034 Zürich
gegen
Syna
Arbeitslosenkasse
Zahlstelle 57/020
Albulastrasse
55, Postfach, 8048 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 1979 geborene
X.___
meldete sich am 2
7.
Januar 2015 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsver
mittlung an (Anmeldebestätigung vom 2
7.
Januar 2015,
Urk.
8/750) und bean
tragte
ab 2
7.
Januar 2015
Arbeitslosenentschädigung (Antrag vom
18.
Februar 2015,
Urk.
8/712-715).
Mit Verfügung vom 2
8.
April 2015 verneinte die
Syna
Arbeitslosenkasse einen Anspruch von
X.___
auf Arbeitslo
senentschädigung (
Urk.
8/606-61
1
).
Dagegen erhob
X.___
am
2
9.
Mai 2015
durch Rechtsanwalt Lukas
Blätt
l
er
Einsprache und
beantragte, es sei festzustelle
n
, dass sie die Beitragszeit erfüllt und Anspruch auf Arbeitslo
senentschädigung
in der ursprünglich beantragten Höhe
habe. In prozessualer Hinsicht liess sie um Bestellung von Rechtsanwalt Lukas
Blättler
als unentgeltli
chen Rechtsbeistand im
Einspracheverfahren
ersuchen (
Urk.
8/563-602).
Die
S
yna
Arbeitslosenkasse wies mit Einspracheentscheid vom 1
6.
Juli 2015 die Einsprache und das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung im
Einsprach
e
verfahren
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X.___
am
1.
September 2015
durch Rechtsan
walt Lukas
Blättler
Beschwerde und beantragte:
„1.
Es sei der Einspracheentscheid vom 1
6.
Juli 2015 aufzuheben.
2.
Es sei die Ver
fügung vom 2
8.
April 2015 aufzu
h
e
ben.
3.
Es sei de
m
Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung in der ursprünglich
beantragten Höhe stattzugeben.
4.
Eventualiter sei dem
Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung in Höhe
nach
Ermessen des Gerichts stattzugeben.
5.
Es sei der Beschwerdeführerin zu gewähren, die Sache vor dem
Versi
-
cherungsgericht
mündlich zu vertreten.
6.
Es sei der Beschwerdeführer
in
die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
im
Einspracheverfahren
nach Ermessen des Gerichts zu gewähren.
7.
Es sei der Beschwerdeführerin
im Beschwerdeverfahren
keine Kosten
aufzuerle
gen und ihr die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
zu
ge
-
währen.“
Die Beschwerdegegnerin
verzichtete am
3
0.
September 2015
auf eine Stellung
nahme
(
Urk.
7), was der Beschwe
r
deführer
i
n am
9.
November 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
15).
Mit Eingabe vom 2
5.
November 2015 reichte Rechtsanwalt Lukas
Blättler
seine Honorarnote ein (
Urk.
1
6
und
Urk.
17
). Am 1
6.
Dezember
2015 erklärte Rechtsanwalt Lukas
Blättler
, dass die Beschwerdeführerin auf die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung verzichte
(
Urk.
18)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin erklärt zur Verneinung des Anspruchs der Beschwerde
führerin auf Arbeitslosene
ntschädigung ab 2
7.
Januar 2015
,
aufgrund der Unterlagen bestünden erhebliche Zweifel an dem von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Arbeitsverhältnis mit der
Y.___
AG und der
H
öhe des Ent
gelts. Wenn auf die BVG-Unterlagen mit einem Lohn von Fr. 0.
--
abgestellt würde, sei die Mindestbeitragszeit v
on 12 Monaten nicht erfüllt.
Sie könne die Beitragszeit wie
auch
den erforder
lichen Lohnfluss nicht belegen. Es sei für sie unmöglich
,
einen versicherten Verdienst aufgrund eines effektiv erzielten Ein
kommens zu berechnen.
Die eingereichten
E-Mails seien kein Beweis für die geltend gemachte Tätigkeit der Beschwerdeführerin im Umfang einer 100%igen Anstellung bei der
Y.___
AG. Ebenfalls seien d
er
Absender
„Emailadresse Z.___“
und
die
Signatur
der Beschwerdeführerin
nicht unbedingt ein Beweis, dass die E-Mails von der Beschwerdeführerin geschrieben und verschickt wo
r
den seien. So
sei
die E-Mail vom 1
2.
Februar 2014 von
A.___
(Partner
der Beschwerdeführerin
) unterzeichnet
worden
, jedoch mit
dem
Absender und
der
Signatur der Beschwerdeführerin. Immer wieder gehe aus den E-Mails hervor, dass
A.___
eine massgebliche Tätigkeit a
usgeübt habe.
Die
E-Mail vom 2
2.
Mai 2014 an die CAP sei in einwandfreiem Deutsch formuliert und kaum von der Beschwerdefüh
rerin verfasst
worden.
Es sei nicht nachvollziehbar, inwiefern sich die Tätigkeit der Beschwerdeführe
rin für die
B.___
AG, wo sie noch länger als bei der
Y.___
AG als
Ver
waltungsrätin
im Handelsregister eingetragen gewesen sei, von der Tätigkeit bei der
Y.___
AG unterschieden habe und in welcher Beziehung diese beiden Firmen gestanden hätten.
Es habe keine Notwendigkeit für eine Rechtsvertretung im
Einspracheverfahren
bestanden. Die Anforderungen an eine Einsprache seien gru
n
dsätzlich nicht hoch. Aufgrund der von der Beschwerdeführerin
angegebenen Stellu
ng als CEO
und Geschäftsführerin der
Y.___
AG
sei
davon aus
zugehen
, dass
sie
ihre Rechte selber wahrnehmen könne. Eine Notwendigkeit der Rechtsvertretung sei nicht gegeben (
Urk.
2).
1.2
Die Beschwerdeführerin bringt zur Begründung ihrer Beschwerde im Wesentli
chen vor, die Erfüllung der Beitragsdauer sei von der Beitragshöhe abzugrenzen
.
Im angefochtenen Einspracheentscheid werde diese Un
terscheidung nicht vor
genommen.
Am 1
5.
März 2013 habe sie als Verwaltungsratspräsidentin und als
Arbeitneh
-
me
rin
(Geschäftsleiterin) den Arbeitsvertrag der
Y.___
AG unterzeich
net. Der Stellenantritt sei am 1
2.
März 2013 gewesen und es sei ein Bruttolohn von Fr. 8‘500.
--
zuzüglich eines 1
3.
Monatslohnes vereinbart worden. Am 1
5.
und 1
9.
März 2013 habe sie zwei Pres
s
emitteilungen verfasst. Sie habe geschrieben, dass sie die
Y.___
A
G
zu 100
%
übernommen habe und sie habe sich vorgestellt. Am 2
1.
März 2013 sei die Anmeldung b
eim Handelsregisteramt erfolgt. S
ie
sei
als Präsidentin des Verwaltungsrates der
Y.___
AG mit
Einzelun
terschrift
ang
e
meldet worden. Sie habe im Jahr 2013 fast durchgehend si
e
ben Tage pro Woche für die
Y.___
AG gearbeitet. Dies könnten
d
ie weiteren Ange
stellten der
Y.___
AG als Auskunftspersonen bekräftigen.
Dass sie tatsächlich für die
Y.___
AG tätig gewesen sei, ergebe sich aus den eingereichten E-Mails, wobei sie
nur diejenigen E-Mails
eingereicht habe
, welche
von der Adresse
„Emailadresse Z.___“
versandt worden seien. Die auf dieser Adresse emp
fangenen
E-Mails könne sie nachreichen.
Während der Tätigkeit bei der
Y.___
AG habe sie
für zahlreiche E-Mails
auch die Adresse
„Emailadresse C.___“
benutzt
, auf welche sie keinen Zugriff mehr habe
.
Es habe zwischen der
B.___
AG
, bei welcher sie vom 3
1.
Januar 2012 bis
2.
März 2015 Mitglied des Verwaltungsrates gewesen sei,
und ihr
weder einen Arbeitsvertrag gegeben noch sei Lohn ausbezahlt worden.
Bei der
B.___
AG habe sie nur Tätigkeiten im Rahmen ihres
Verwaltungsratsman
dates
ausgeführt und sei damit nicht im Tagesgeschäft tätig gewesen.
A.___
sei ihr aufgrund der örtlichen, geschäftlichen und privaten
Verflechtung
jederzeit zur Seite gestanden. Die Verflechtung der
Y.___
AG mit der
B.___
AG und
ihre
geschäftliche Bezi
e
hung
mit
A.___
sei
en
fü
r die
Bei
tragsdauer
irrelevant.
Die verzögerte und zerstückelte Auszahlung der Löhne sei darauf zurückzufüh
ren, dass die
Y.___
AG erheblich
e
finanzielle Schwierigkeiten gehabt habe.
Sie
habe immer zuerst die Löhne der übrigen Angestellten bezahlt und dann die weiteren Verpflichtungen. Wenn etwas übrig geblieben sei, habe sie sich den Lohn ausbezahlt.
F
ür das Jahr 2014
ergebe sich
bei einem vertraglichen Brut
tolohn von Fr. 147‘500.
--
e
in Nettolohn von Fr. 131‘080.9
0.
N
achweislich
aus
bezahlt worden seien
Fr. 92‘320.1
0.
Die Löhne für November und Dezember 2014 sowie Januar 2015 müssten noch eingeklagt werden. Der versicherte Ver
dienst sei daher auf den maximal versicherten Verdienst in Höhe von Fr. 126‘000.
--
festzulegen.
Die Notwendigkeit der unentgeltlichen Rechtsvertretung im
Einspracheverfahren
sei gegeben. Auf die anderen zu erfüllenden Voraussetzungen werde im
Ein
spracheentschei
nicht eingegangen, es sei daher davon auszug
e
hen, dass sie nicht bestritten
seien
(
Urk.
1).
2.
Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosen
-
entschä
digung
besteht darin, dass die ver
si
cherte Person die
Bei
tragszeit
erfüllt hat (Art. 8 Abs. 1
lit
. e
des Bundesgesetzes über die obligatori
sche Arbeitslosen
-
versicherung und die Insolvenzentschädigung,
AVIG). Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der Rahmenfrist nach Art. 9 Abs. 3 AVIG während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung aus
geübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor dem Tag, an welchem die versicherte Person sämtliche Anspruchsvoraus
-
setzungen erfüllt (Art. 9 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 AVIG).
Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung unter dem Gesichtspunkt der erfüllten Beitragszeit nach
Art.
8
Abs.
1
lit
. e in Verbindung mit
Art.
13
Abs.
1 AVIG ist grundsätzlich einzig die Ausübung einer beitrags
pflichtigen Beschäftigung während der geforderten Dauer von zwölf
Beitrags
monaten
. Diese Tätigkeit muss genügend überprüfbar sein. Dem Nachweis tat
sächlicher Lohnzahlung
kommt dabei
nach dem Gesagten nicht der Sinn einer selbständigen Anspruchsvoraussetzung zu, wohl aber jener eines bedeutsamen und in kritischen Fällen unter Umständen ausschlaggebenden
Indizes
für die Ausübung einer beitragspflichtigen
Beschäftigung. Soweit eine solche Beschäf
tigung nachgewiesen, der exakte ausbezahlte Lohn jedoch unklar geblieben ist, hat eine Korrektur über den versicherten Verdienst zu erfolgen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_75/2013 vom 2
5.
Juni 2013 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 131
V
444 E. 3.2.3)
.
3.
3.1
Gemäss Arbeitsvertrag vom 1
5.
März 2013
zwischen
der
Y.___
AG und der Beschwerdeführerin, welcher für beide Parteien von der Beschwerdeführerin unterzeichnet wurde, trat die Beschwerdeführerin
am
1
2.
März 2013 die S
telle als Geschäftsleiterin an
(
Urk.
3/2). Am 2
6.
März 2013 wurde die Beschwerde
fü
h
rerin als
Präsidentin des
Verwaltungsr
ates
der
Y.___
AG mit
Einzelunter
schrift
ins Handelsregister eingetragen
(
Urk.
3/3)
.
Am
1.
Dezember 2014 wurde die Beschwerdeführerin als Verwaltungsrätin abgewählt (Protokoll vom
1.
Dezember 2014,
Urk.
3/4), was am
2
1.
Januar 2015 im Handelsregiste
r ein
getragen wurde (
Urk.
3/3).
3.2
Es sind zahlreiche E-Mails, welche von der
Adresse
„Emailadresse Z.___“
im Namen der Beschwerdeführerin versandt wurden
,
aktenkundig
(
Urk.
8/6
7
-
501)
. Wie die Beschwerdegegnerin au
s
führt
(vgl. E. 1.1)
, wäre es
tatsächlich
möglich, dass eine andere Person im Namen der Beschwerdeführerin diese
E-Mails versandt hat. So
ist
denn auch aktenkundig,
dass
A.___
in eige
nem Namen, jedoch mit der Signatur der Beschwerdeführerin, von dieser Adresse
zumindest am 1
2.
Februar 2014 (
Urk.
8/17
2) und am 2
3.
August 2014 (Urk.
8/433) je eine E-Mail versandte.
Aus diese
n
E-Mail
s
kann jedoch nicht gefolgert werden, dass die Beschwerdeführerin überhaupt nicht für die
Y.___
AG gearbeitet hätte. Vielmehr lässt der ausdrückliche Hinweis darauf, dass die
E-Mail
s vom 1
2.
Februar und
vom 2
3.
August 2014 nicht von der Beschwerde
führerin versandt wurde
n
, darauf schliessen, dass
jeweils
angegeben wurde, wann eine andere Person in ihrem Namen eine E-Mail versandt
e
.
So gab
A.___
in der E-Mail vom 1
2.
Februar 2014 ausdrücklich an, dass er der Partner der Beschwerdeführerin sei (
Urk.
8/172). Betreffend die
E-Mail
vom 23.
August 2014
fällt auf, dass diese
nicht nur an den eigentlichen Empfänger
D.___
, sondern im Gegensatz zu den im Namen der Beschwerdeführerin ver
sandten E-Mails in Kopie auch an
„Emailadresse Z.___“
gesandt wurde. Dies lässt darauf schliessen, dass
damit
die Beschwerdeführerin ausdrücklich über d
ie
s
e
von ihrer E-Mailadresse versandte E-Mail in Kenntnis gesetzt werden sollte.
Aus gewissen an die Adresse
„Emailadresse Z.___“
ges
andte
n
E-Mails geht hervor, dass der Absender die Beschwerdeführerin persönlich gekannt hat. So beispielsweise aus der E-Mail von
E.___
vom
2
1.
Oktober 2013,
welcher Geschäftsführer der
Taxiunternehmung F.___
AG war und sich über das Verhalten einiger Fah
rer der
Y.___
AG beschwerte (
Urk.
8/82).
G.___
erkundigte sich mit
E-Mail
vom 1
2.
Dezember 2013 bei der Beschwerdeführerin über seine
Einsatz
zeiten
(
Urk.
8/94). Aus weiteren an die Adresse
„Emailadresse Z.___“
gesandten E-Mails ist ersichtlich, dass die Absender zumindest auch mit der Beschwerdeführerin gesprochen haben müssen. So dankte
H.___
vom Hotel
I.___
mit E-Mail vom
9.
Januar 2014 für ein Gespräch (
Urk.
8/104).
Herr J.___
von der
J.___
AG nahm mit E-Mail vom 2
5.
September 2014 Bezug auf ein Telefongespräch mit der Beschwerdeführerin (
Urk.
8/470).
In den Akten finden sich jedoch nicht nur E-Mails, sondern auch weitere Doku
mente, welche eine Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin
für die
Y.___
AG
belegen. So unterzeichnete die Beschwerdeführerin am 2
7.
September 2013 die Kündigung von Anschlussverträgen (
Urk.
8/545). Am gleichen Tag unterzeich
nete sie einen Arbeitsvertrag mit
K.___
(
Urk.
8/541-543).
Die Beschwer
deführerin zeigte sich zudem auch in Werbeberichten als CEO der
Y.___
AG (
Urk.
8/546).
Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdeführerin bei der
Y.___
AG einer beitragspflichtigen Tätigkeit nachgegangen ist (vgl. BGE 131 V 444).
Hie
ran vermag eine allfällige Mitarbeit von
A.___
nichts zu ändern.
3.3
Die Beschwerdeführerin war bis am
2.
März
2015
als einziges
Mitglied des Ver
waltungsrates der
B.___
AG im Handelsregister eingetragen.
Die Beschwerdeführerin hatte somit bis am
2.
Mä
r
z
2015
bzw. bis am 2
5.
Februar 2015, das heisst
bis zur
Eintragung im Tagesregister des Handelsregisters,
bei der
B.___
AG eine arbeitgeberähnliche Stellung inne
. Sie hat daher
bis zu diesem Zeitpunkt keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (vgl. Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts C 65/04 vom 2
3.
März 2004 betreffend ein
en
Inhaber mehrerer Unternehmen).
3.4
Nach dem Gesagten ist d
er angefochtene Einspracheentscheid vom 1
6.
Juli 2015 insoweit aufzuheben, als die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung verneint
wird
und die Sache
ist an die
Syna
Arbeitslosenkasse zurückzuweisen, damit sie, nach Abklärung der restlichen Anspruchsvoraussetzungen, über die Leistungsberechtigung
der Beschwerdeführerin ab 2
6.
Februar 2015
neu befinde
. Dabei hat sie bei der allfälligen Festsetzung des versicherten Verdiens
tes insbesondere abzuklären, welchen Lohn die Beschwerdef
ührerin tatsächlich bezogen hat.
Allfällige Unklarheiten diesbezüglich
führen nicht ohne Weiteres zu Verneinung eines versicherten Verdienstes, sind aber
zu Ungunsten der Beschwerdeführerin zu würdigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts C 111/06 vom 6. März 2007 E. 3.4).
4.
4.1
Zu prüfen bleibt der Anspruch der Beschwerdeführerin auf unentgeltliche
Rechts
vertretung
im
Einspracheverfahren
.
4.2
Gemäss
Art.
37
Abs.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (
ATSG
)
wird der gesuchstellenden Person im Sozial
versicherungsverfahren ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhältnisse es erfordern. Unentgeltliche
Verbeiständung
im
Verwaltungsver
fahren
wird gewährt, wenn die Partei bedürftig ist, die Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheinen und die Vertretung im konkreten Fall sachlich geboten ist (vgl.
Art.
29
Abs.
3 BV). Eine anwaltliche Mitwirkung drängt sich nur in Ausnahmefällen auf, wenn schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen dies als notwendig erscheinen lassen und eine
Verbeiständung
durch
Verbandsver
treter
, Fürsorger oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen nicht in Betracht fällt. Könnte der Einsprecher im Falle des Unterliegens die unentgeltliche
Verbeiständung
beanspruchen, hat er bei Obsiegen Anspruch auf eine Parteientschädigung (BGE 132 V 200 E. 4.1 mit Hinweisen; vgl. BGE 125
V
32).
4.3
Die Beschwerdeführerin studierte Betriebsökonomie an der Hochschule
L.___
(
Urk.
8/63). Sie war Verwaltungsrätin mehrerer Unternehmen und wie aus den von ihr eingereichten E-Mails hervorgeht, verfügt sie über
relativ
gute
Deutschkenntisse
.
Im
Einspracheverfahren
, für welches die Beschwerde
führerin die Bestellung von Rechtsanwalt Lukas
Blättler
als unentgeltlichen Rechtsvertreter beantragte, war im Wesentlichen strittig, ob die Beschwerde
führerin bei der
Y.___
AG eine beitragspflichtige Tätigkeit ausübte (vgl. Verfügung vom 2
8.
April 2015,
Urk.
8/606-611). Hierbei handelte
es sich
weder aus rechtlicher noch aus tatsächlicher Sicht um eine schwierige Frage. Die Ein
reichung diverser E-Mails wäre der Beschwerdeführerin auch ohne anwaltliche Vertretung zumutbar gewesen
. Eine
a
nwaltliche Vertretung war somit im
Ein
spracheverfahren
nicht erforderlich.
5.
5.1
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Die teilweise obsiegende Beschwerdeführerin
hat Anspruch auf eine von der Beschwerdegegnerin auszurichtende
reduzierte
Parteientschädigung in Höhe von Fr. 1‘200.--.
5.
2
Die Beschwerdeführerin beantragte mit Beschwerde vom
1.
September 2015 die Bestellung von Rechtsanwalt Lukas
Blättler
als unentgeltlichen Rechtsvertreter (
Urk.
1). Die
CAP Rechtsschutzversicherung
sprach der Beschwerdeführerin
eine Kostenpauschale in Höhe von Fr. 1‘000.--
zu (vgl.
Urk.
13). In diesem Umfang ist die
prozessuale Bedürftigkeit und somit ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtsvertretung
im Beschwerdeverfahren zu vernein
en
. Da durch die
Partei
entschädigung
in Höhe von Fr. 1‘200.--- (E. 5.1) und die von der CAP Rechts
schutzversicherung zugesprochenen Fr. 1‘000.-- die angemessenen Aufwendun
gen des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin für das Beschwerdeverfahren gedeckt sind
(vgl. Ho
norarnote von Rechtsanwalt Luka
s
Blätt
l
er
v
om 2
5.
November 2015,
Urk.
16), ist das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsvertre
tung
, soweit es durch die Zusprache einer Prozessentschädigung nicht gegen
standslos geworden ist, abzuweisen.
Das Gericht
beschliesst
:
Das Gesuch
vom
1.
September 2015
um Bestellung von
Rechtsanwalt Lukas
Blättler
, Zürich,
zum
unentgeltlich
e
n
Rechtsvertreter
für das vorliegende Verfahren
wird, soweit es nicht gegenstandslos geworden ist, abgewiesen,
und
erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne
gutgeheissen
, dass der Einspracheentscheid
der
S
yna
Arbeitslosenkasse
vom 1
6.
Juli 2015
mit der Feststellung, dass
die
Beschwerde
führer
in
die Beitragszeit erfüllt hat,
aufgehoben
und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit sie im Sinne der Erwägungen weitere Abklärungen vor
nehme und danach über den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung
ab 26. Februar 2015 neu
entscheide.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
ein
reduzierte Pro
zessentschädigung
von
Fr.
1'200
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Lukas
Blättler
-
Syna
Arbeitslosenkasse
-
seco
- Direktion für Arbeit
-
Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
5
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstWyler