# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6024ffdb-5044-5ab7-9486-7353bd922365
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.03.2014 KV-Z 2012/10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KV-Z-2012-10_2014-03-17.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV-Z 2012/10

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 16.12.2020

Entscheiddatum: 17.03.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 17.03.2014
Voraussetzungen der Leistungspflicht in der Krankentaggeld-Versicherung 
als Zusatzversicherung: Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit durch 
Bericht Konsiliarpsychiater nicht ausgewiesen. Einstellung der 
Taggeldleistungen daher zu Unrecht (bzw. verfrüht) erfolgt. Versicherung 
geriet durch zu Unrecht erfolgter Ablehnung weiterer Taggeldleistungen in 
Verzug; Mahnung Klägerin war für Auslösung Verzugszinspflicht nicht 
erforderlich (E. 4.2). (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 17. März 2014, KV-Z 2012/10)

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 17. März 2014

in Sachen

A.___,

Klägerin,

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei St. Jakob, 

St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,

gegen

CSS Versicherung AG, Recht & Compliance, Tribschenstrasse 21,

Postfach 2568, 6002 Luzern,

Beklagte,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

betreffend

Taggeldleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a  A.___, Jahrgang 19__, war seit 1. März 2009 als Pflegefachfrau beim 

Pflegezentrum B.___ angestellt und dadurch bei der CSS Versicherung AG 

(nachfolgend CSS, Taggeldversicherung oder Beklagte) gemäss Bundesgesetz über 

den Versicherungsvertrag (Versicherungsvertragsgesetz, VVG; SR 221.229.1) für 

Taggeldleistungen im Krankheitsfall versichert (vgl. act. G 7, G 7.2, G 11.1). Seit 

1. August 2009 leitete sie eine Station des Pflegezentrums (vgl. act. G 11.4). Ab 

Dezember 2010 traten gesundheitliche Probleme auf. Vom 6. Januar 2011 bis 

6. Februar 2011 war sie von ihrem Hausarzt, Dr. med. C.___, wegen eines Burnout-

Syndroms 100% arbeitsunfähig geschrieben worden (act. G 11.2, G 11.4).

A.b  Der Absenzkoordinatorin der CSS berichtete die Versicherte am 30. März 2011, sie 

habe noch während der Arbeitsunfähigkeit vom 6. Januar 2011 bis 6. Februar 2011 von 

sich aus die Stationsleitung abgegeben. Als sie die Arbeit wieder aufgenommen habe, 

sei ihr am 8. Februar 2011 per 31. Mai 2011 gekündigt worden und sie habe ihr 

Arbeitspensum auf 80 oder 90% reduzieren müssen, womit sie nicht einverstanden 

gewesen sei (act. G 11.4, G 7.2). Dr. med. D.___, Spezialarzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, den sie am 12. Februar 2011 aufsuchte, schrieb sie ab dem Datum der 

Erstbehandlung zu 100% arbeitsunfähig und diagnostizierte eine Anpassungsstörung 

nach einem Arbeitskonflikt (ICD-10: F43.2) und eine mittelgradige depressive Störung 

(ICD-10: F32.11; act. G 7.2 f.).

A.c  Die Taggeldversicherung liess bei Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Psychiatrie 

und Psychotherapie, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM und University 

Professional of Advanced Studies Insurance Medicine (DAS) ein 

versicherungsmedizinisches psychiatrisches Konsilium durchführen, das am 25. Mai 

2011 stattfand und über das der Psychiater am 30. Mai 2011 berichtete (act. G 7.4). Er 

hielt fest, der Befund sei mit einer reaktiven Depression vereinbar, die inzwischen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bereits weitgehend rückläufig, nach wie vor aber durch starke Kränkung geprägt sei. 

Die Versicherte sei in ihrem Denken nach wie vor überwiegend auf die Vergangenheit 

und die jetzigen Beschwerden eingeengt, ohne wesentlich nach vorne zu blicken. Er 

diagnostizierte eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: 

F43.21) und schrieb sie ab Datum der Untersuchung (25. Mai 2011) in ihrem bisherigen 

Einsatzgebiet wie auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu 100% arbeitsfähig. 

Dr. D.___ hatte der Versicherten noch am 23. Mai 2011 ein Zeugnis mit einer 

Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 23. Mai bis 30. Juni 2011 ausgestellt (act. G 11.5). 

Am 3. Juni 2011 teilte die CSS der Versicherten mit, dass sie aufgrund der ärztlichen 

Auskünfte von Dr. E.___ in ihrem Beruf als Pflegefachfrau ab sofort eine Arbeitsleistung 

von 100% erbringen könne. Das versicherte Taggeld werde noch maximal bis zum 

10. Juni 2011 zu 100% ausgerichtet, danach würden die Leistungen eingestellt.

A.d  Am 8. Juni 2011 trat die Versicherte zur stationären Behandlung ins Psychiatrische 

Zentrum F.___ ein. Im ärztlichen Zeugnis vom 17. Juni 2011 diagnostizierte Oberarzt 

G.___ ein mittelgradig depressives Syndrom (ICD-10: F32.11) und attestierte bis auf 

weiteres eine volle Arbeitsunfähigkeit (act. G 7.5). Dr. D.___ hatte auf dem 

Einweisungsschreiben als Diagnose weiterhin die Anpassungsstörung nach einem 

Arbeitskonflikt (ICD-10: F43.21) bei einer Person mit starker Selbstwertproblematik 

genannt und angefügt, die Patientin habe nach der Untersuchung durch den 

Vertrauensarzt erneut dekompensiert, nachdem ihr Zustand Tendenz zur Beruhigung 

gezeigt habe. Weiter führte er aus, da sie tief depressiv und ängstlich sowie sehr 

unruhig sei, passive Todeswünsche habe und stets weine, weil sie die innere Spannung 

nicht aushalten könne, sei eine stationäre Behandlung im Sinn einer Krisenintervention 

notwendig (act. G  11.7). Die stationäre psychiatrische Behandlung dauerte über die 

ursprünglich angenommenen vier bis sechs Wochen hinaus an (vgl. act. G 7.5, 

G 11.10 ff.). Im Schreiben vom 16. August 2011 an die Rechtsvertreterin der 

Versicherten, Advokatin Anja Berther, CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft 

AG, St. Gallen, führten H.___, Assistenzärztin, und Dr. med. I.___, Oberarzt am 

Psychiatrischen Zentrum F.___, aus, am Eintrittstag der Patientin (8. Juni 2011) habe 

ein stationär behandlungsbedürftiges schweres depressives Zustandsbild ohne 

psychotische Symptome mit drängenden Suizidgedanken bestanden. Trotz intensiver 

stationärer Behandlung dauerten die Beschwerden aktuell an und die Patientin werde 

die Therapie in der Klinik J.___ fortsetzen. Die Dauer der weiterhin notwendigen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

stationären Behandlung sei nicht abzusehen und die Arbeitsunfähigkeit betrage 

während der Dauer des Klinikaufenthalts 100% (act. G 11.12). Die Arbeitsunfähigkeit 

wurde auch in der Klinik J.___ mit 100% attestiert (act. G 11.14 f., G 11.21 ff.).

A.e  Mit Schreiben vom 7. Oktober 2011 teilte die CSS der Rechtsvertreterin der Ver­

sicherten mit, laut ihrer Gesellschaftsärztin sei eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustands nicht belegt und ein stationärer Aufenthalt deshalb aus ihrer 

Sicht nicht indiziert gewesen. Sie halte daher an ihrem Entscheid fest und leiste ab 

11. Juni 2011 keine weiteren Taggelder mehr (act. G 11.16). An dieser Stellungnahme 

hielt die Taggeldversicherung auch am 19. Januar 2012 fest, nachdem sie Einblick in 

den Austrittsbericht des Psychiatrischen Zentrums F.___ vom 17. August 2011 

genommen hatte (act. G 11.25 ff., G 7.9). Am 14. Februar 2012 (vgl. Eingangsstempel) 

nahm die CSS auch den Bericht von K.___, Oberarzt, und lic. phil. L.___, 

Psychotherapeutin, Klinik J.___, vom 3. Februar 2012 zu den Akten, in dem der Verlauf 

der Behandlung geschildert, die Notwendigkeit des stationären Klinikaufenthalts 

dargelegt, dieser voraussichtlich per Ende Februar 2012 begrenzt und die volle 

andauernde Arbeitsunfähigkeit angeführt wurde (act. G 7.7).

B.       

B.a  Am 6. Dezember 2012 liess die Versicherte, neu vertreten durch Fürsprecher 

lic. iur. Daniel Küng, St. Gallen, Klage gegen die CSS einreichen mit dem Antrag, die 

Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin die vertraglichen Taggelder vom 1. Juni 2011 

bis 30. April 2012 in der Höhe von Fr. 56'591.35 zuzüglich Zins zu 5% ab dem 

16. Oktober 2011 auf den Betrag von Fr. 50'922.-- und 5% Zins ab dem 1. April 2012 

auf den Betrag von Fr. 5'668.45 zu bezahlen, unter gesetzlichen Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin. Zusätzlich stellte sie den 

Verfahrensantrag, die Beklagte sei zu verpflichten, ihre die Klägerin betreffenden Akten 

zu edieren (act. G 1). Zur Begründung führte sie an, das Gutachten von Dr. E.___ stehe 

sämtlichen anderen fachärztlichen Einschätzungen diametral gegenüber. Er habe deren 

Ansichten bis zum Zeitpunkt seiner Begutachtung geteilt, dann aber eine völlig neue 

Einschätzung vorgenommen, ohne sich mit den Ausführungen der andern Fachärzte zu 

beschäftigen. Auch nachträglich habe er sich weder mit den Berichten von Dr. D.___, 

der Psychiatrischen Tagesklinik F.___, noch der Klinik J.___ auseinandergesetzt, ja es 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

seien ihm diese von der Beklagten nachträglich nicht einmal vorgelegt worden. Eine 

Stellungnahme habe vielmehr Dr. med. M.___, Fachärztin FMH für Innere Medizin mit 

Fähigkeitsausweis Vertrauensärztin SGV, vorgenommen. Ihr fehle jedoch die 

psychiatrische Fachkompetenz und sie habe vor allem die fachliche Kompetenz von 

Dr. E.___ unterstrichen und Fragen an das Psychiatrische Tageszentrum F.___ gestellt. 

Weiter habe Dr. D.___ im Bericht vom 15. Oktober 2011 an die vormalige 

Rechtsvertreterin der Klägerin einlässlich dargelegt, weshalb auf die Einschätzungen 

von Dr. E.___ nicht abgestellt werden könne. Die freie richterliche Beweiswürdigung 

könne aufgrund der Aktenlage nur zur Annahme führen, dass die Klägerin über den 

31. Mai 2011 hinaus, vom 1. Juni 2011 bis zum 29. Februar 2012, in jeglicher Tätigkeit 

zu 100% arbeitsunfähig gewesen sei und damit in dieser Zeit Anspruch auf ein volles 

Taggeld der Beklagten habe. In den Monaten März 2012 und April 2012 sei sie zu 50% 

arbeitsunfähig gewesen. Aufgrund des Taggeld-Ansatzes von Fr. 185.85 habe die 

Beklagte der Klägerin Fr. 56'591.35 zu bezahlen (274 Tage zu 100% und 61 Tage zu 

50%). Eine Mahnung sei spätestens im Schreiben der vormaligen Rechtsvertreterin der 

Klägerin vom 13. Juli 2011 zu erblicken, womit diese der Beklagten mitgeteilt habe, 

dass sie mit ihrer Ablehnung gemäss Schreiben vom 3. Juni 2011 nicht einverstanden 

sei. Damit sei die Beklagte in Verzug gesetzt worden. Die Klägerin mache den 

Verzugszins ab dem mittleren Verfalldatum Mitte Oktober 2011 respektive ab dem 

1. April 2012 geltend. Als Beilage reichte sie die Kopie eines Berichts aus dem 

Beobachter Nr. 20/2011 über die Arbeitssituation bei ihrer ehemaligen Arbeitgeberin 

ein (abrufbar unter: <http://www.beobachter.ch/geld-sicherheit/krankenkasse/artikel/

pflegezentrum-in-bauma-zh_profit-auf-kosten-der-bewohner/>, abgerufen am 

13. November 2013; act. G 1.2).

B.b  Die Beklagte beantragte mit Klageantwort vom 20. März 2013 (act. G 7), die Klage 

sei abzuweisen. Eventualiter sei die Klage teilweise gutzuheissen und der Klägerin für 

die Zeit vom 11. Juni 2011 bis 31. Juli 2011 Taggelder von Fr. 9'478.35 und 5% 

Verzugszins ab dem 15. Juli 2011 zuzusprechen; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin. Zur Begründung führte sie aus, der 

Bericht von Dr. E.___ stehe nicht im Widerspruch zu den Akten, die im Zeitpunkt der 

Begutachtung vorgelegen hätten. Dies sei einzig die von Dr. D.___ im Bericht vom 

20. April 2011 - ebenfalls gestellte - günstige Prognose gewesen, die etwas früher als 

nach den angenommenen zwei bis drei Monaten eingetreten sei. Richtig sei, dass sich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

die Klägerin ab dem 8. Juni 2011, knapp zwei Wochen nach der Begutachtung durch 

Dr. E.___, aus unklaren Gründen in stationäre Behandlung in das Psychiatrische 

Zentrum F.___ begeben habe. Entgegen der Behauptung der Klägerin sei dort 

anfänglich kein schweres depressives Zustandsbild, sondern ein mittelgradig 

depressives Syndrom gemäss ICD-10: F32.11 festgestellt worden (vgl. Bericht vom 

17. Juni 2011, act. G 7.5). Hingegen sei offenbar die ursprüngliche Anpassungsstörung 

nicht mehr vorhanden gewesen, werde sie doch weder in diesem Erstbericht, noch in 

einem der späteren Spitalberichte von F.___ oder J.___ jemals wieder erwähnt. Dafür 

tauchten neue Krankheitsaspekte und neue Diagnosen auf (traumatische Erlebnisse 

aus der Vergangenheit, Gewalterfahrung, Kriegserlebnisse etc. und persönliche 

Konflikte mit dem der Klägerin teilweise bekannten Personal der Klinik), was dann 

zusammen offensichtlich zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands (neu 

eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome gemäss ICD-10: 

F32.2) und einer notwendigen Verlegung nach J.___ mit Verlängerung des stationären 

Aufenthalts auf rund neun Monate anstatt der prognostizierten vier bis sechs Wochen 

geführt habe. In J.___ seien dann zusätzlich eine belastende Ehesituation der Klägerin 

und daraus resultierend eine psychosoziale Belastungssituation mit zunehmend 

auftauchenden früheren Traumatisierungen nach ICD-10: F32.2 und eine 

posttraumatische Belastungsstörung nach ICD-10: F43.1 zum Vorschein gekommen 

(vgl. act. G 7.5 und G 7.7). Dabei handle es sich offensichtlich um neue Erkrankungen 

ohne direkten Zusammenhang zur ursprünglichen Anpassungsstörung, welche bei der 

Klägerin nach dem Austreten aus dem Kreis der Versicherten per 31. Mai 2011 

aufgetreten seien. Weiter verwehre sie sich gegen die Stellungnahme von Dr. D.___ 

gegen den Bericht von Dr. E.___ und weise darauf hin, dass Dr. D.___ als behandelnder 

Arzt dazu neige, zugunsten seiner Patientin eine advokatorische Stellung einzunehmen. 

Er verfüge - im Gegensatz zu Dr. E.___ - auch nicht über einen Facharzt-Titel FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, ein weiterer Grund, weshalb nicht auf seine 

Stellungnahme abgestellt werden könne. Es wirke auch sehr konstruiert und wenig 

plausibel, dass die Klägerin, nach offensichtlich verbessertem Gesundheitszustand zur 

Zeit der Begutachtung, die rund zwei Wochen später geltend gemachte 

Gesundheitsverschlechterung mit mehrmonatigem stationärem Aufenthalt einzig auf 

eine positive Beurteilung ihrer Arbeitsfähigkeit durch Dr. E.___ zurückführen wolle. 

Selbst wenn man zugunsten der Klägerin zum Ergebnis gelangte, dass sie wenigstens 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zu Beginn der stationären Behandlung noch an Restbeschwerden der (versicherten) 

Anpassungsstörung gelitten habe, so hätte sie sich selbst nach der Prognose von 

Dr. D.___ bis im Juni/Juli 2011 wieder vollständig erholt. Im Sinn des Eventualantrags 

würde sie einen allfälligen restlichen Taggeldanspruch allerhöchstens noch bis Ende 

Juli 2011 akzeptieren, obwohl sie von der Richtigkeit der Einschätzung von Dr. E.___ 

ausgehe. Nach ihrer Auffassung habe die Klägerin ab dem 11. Juni 2011 keinen 

Anspruch auf weitere Taggeldleistungen mehr, da es sich um eine Neuerkrankung nach 

Austritt aus dem Kreis der Versicherten per 31. Mai 2011 handle. Eventualiter stehe ihr 

unter Annahme einer Überlappung der Anpassungsstörung gemäss Prognose von 

Dr. D.___ noch ein Taggeldanspruch bis maximal Ende Juli 2011 und damit von 

Fr. 9'478.35 (51 x Fr. 185.85) zu. Für die Zeit vom 1. bis 10. Juni 2011 sei der Klägerin 

das Taggeld ohnehin schon ausbezahlt worden (vgl. act. G 7.8). Da diese das 

Schreiben ihrer Rechtsschutzversicherung vom 13. Juli 2011, in dem sie eine Mahnung 

erblicke, nicht auflege, sei auf die Verzugszinsforderung nicht weiter einzugehen. Die 

zehn beigelegten Unterlagen bezeichnete das Gericht mit act. G 7.1 bis G 7.10.

B.c  Mit Replik vom 4. April 2013 hielt die Klägerin an der Klage fest, reduzierte aber 

den Forderungsbetrag um Fr. 1'858.40 auf Fr. 54'732.95 zuzüglich Zins (act. G 11). 

Ihrem Standpunkt laut Klageschrift verlieh sie nochmals Nachdruck. Insbesondere 

unterstrich sie, dass sie nicht wegen einer Verschlechterung des Gesundheitszustands 

am 8. Juni 2011 die stationäre Behandlung angetreten habe, sondern weil ihr 

Gesundheitszustand eine stationäre Therapie erforderlich gemacht habe. Die 

traumatischen Inhalte aus ihrer Vergangenheit seien laut Bericht des Psychiatrischen 

Zentrums F.___ im Rahmen der Kündigung und des beruflichen Reputationsverlusts 

reaktiviert worden, mithin zu einem Zeitpunkt, als sie bei der Beklagten versichert 

gewesen sei. An der fachlichen Qualifikation von Dr. D.___ könnten - auch für 2011 - 

keine Zweifel bestehen. Er verfüge seit 1965 über ein Arztdiplom und sei im FMH-

Verzeichnis aufgeführt. Dort werde auch eine Fortbildungs-/Diplombestätigung in 

Psychiatrie und Psychotherapie 2012-2014 erwähnt. Er unterlasse den Verweis auf den 

Zusatz "FMH", da nicht vorhanden. Die Klägerin rügt auch die mangelnde 

Dokumentation durch die Beklagte. Obwohl sie vom Gericht mit Schreiben vom 

10. Dezember 2012 aufgefordert worden sei, die vollständigen Vorakten einzureichen, 

habe sie lediglich zehn Aktenstücke eingereicht. Sie ergänze diese Akten mit 

denjenigen, die ihr zur Verfügung stehen würden, und beantrage, die Beklagte zu 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

verpflichten, dem Gericht sämtliche Akten einzureichen. Die 27 beigelegten 

Aktenstücke bezeichnete das Gericht mit act. G 11.1 bis G 11.27.

B.d  Mit Duplik vom 25. April 2013 hielt die Beklagte an ihren Anträgen gemäss 

Klageantwort fest (act. G 13). Sie bezeichnete insbesondere die Kritik (von Dr. D.___) 

am Gutachten von Dr. E.___ als unsachgemäss und führte aus, dass sehr wohl auf 

dieses abgestellt werden könne. Das Schreiben der CAP vom 13. Juli 2011 (act. 

G 11.9) stelle keine Mahnung dar, sondern ein Gesuch um Akteneinsicht. Eine 

Verzugszinspflicht vor dem Zeitpunkt der Klageeinreichung sei daher nicht belegt.

C.       

C.a  Mit Schreiben vom 30. August 2013 forderte die instruierende Gerichtsschreiberin 

die Klägerin auf, Belege für ihre 50%ige Arbeitsunfähigkeit während der Monate März 

und April 2012 einzureichen (act. G 15). Von der Beklagten forderte sie ebenfalls am 

30. August 2013 weitere Unterlagen ein (act. G 16).

C.b  Die Klägerin teilte dem Gericht am 5. September 2013 mit, für die Monate März 

2012 und April 2012 seien keine Arztzeugnisse vorhanden, die eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit attestierten. Sie habe ab März 2012 wieder zu 70% gearbeitet (act. 

G 17). Die Beklagte hielt am 17. September 2013 fest (act. G 18), das Gericht verfüge 

über alle entscheidwesentlichen Akten der CSS. Von den am 30. August 2013 

ausdrücklich eingeforderten Unterlagen könne sie nur den Auftrag an Dr. E.___ vom 

10. Mai 2011 nachreichen (act. G 18.1).

C.c  Die genannten Antworten der Parteien wurden am 19. September 2013 je der 

Gegenpartei zugestellt (act. G 19). Die eingeräumte Möglichkeit für eine allfällige 

Stellungnahme bis 9. Oktober 2013 nutzten beide Parteien nicht.

D.       

Auf die weiteren Begründungen in den Rechtsschriften sowie den Inhalt der übrigen 

Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.        

1.1   Das vorliegende Verfahren beschlägt Leistungen aus einer Zusatzversicherung zur 

sozialen Krankenversicherung. Gemäss Art. 22 der Allgemeinen 

Versicherungsbedingungen "Die Krankentaggeldversicherung für 

Kleinunternehmen" (AVB), der CSS, Ausgabe 01.2004 (act. G 7.1) kann die versicherte 

Person an ihrem schweizerischen Wohnort Klage erheben. Dies ist vorliegend erfolgt, 

weshalb die örtliche Zuständigkeit gegeben ist. Das Versicherungsgericht entscheidet 

gemäss Art. 9 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 

(EGZPO; sGS 961.2) in Verbindung mit Art. 7 der Schweizerischen Zivilprozessordnung 

(ZPO; SR 272) als einzige kantonale Instanz über Streitigkeiten aus 

Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz über 

die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10). Damit ist vorliegend auch die 

Voraussetzung der sachlichen Zuständigkeit erfüllt. Vor der Klageanhebung beim 

Versicherungsgericht ist kein Schlichtungsverfahren gemäss Art. 197 ff. ZPO 

durchzuführen (vgl. BGE 138 III 558). Auf die Klage ist somit einzutreten.

1.2   Klagen aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung sind gemäss 

Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO ohne Rücksicht auf den Streitwert im vereinfachten Verfahren 

zu behandeln, wobei gemäss Art. 219 ZPO die Bestimmungen über das ordentliche 

Verfahren sinngemäss gelten (vgl. Christoph Leuenberger/Beatrice Uffer-Tobler, 

Schweizerisches Zivilprozessrecht, Bern 2010, N 11.154, N 11.157). Da die Klägerin 

anwaltlich und die Beklagte durch Mitarbeitende im eigenen Rechtsdienst vertreten ist 

und die Klägerin in der begründeten Klageschrift die Tatsachenbehauptungen 

hinreichend substantiiert vorgebracht hat, hat die Verfahrensleitung anstelle einer 

mündlichen Verhandlung einen doppelten Schriftenwechsel angeordnet (vgl. Art. 246 

Abs. 2 ZPO). Art. 247 Abs. 2 ZPO sieht vor, dass das Gericht den Sachverhalt von 

Amtes wegen feststellt. Diese sogenannte abgeschwächte oder soziale 

Untersuchungsmaxime gebietet es dem Gericht zwar, den Sachverhalt mit eigenen 

Mitteln abzuklären und mit vertretbarem Aufwand zu einem hinreichend sicheren 

Beweisergebnis zu gelangen. Es ist dabei aber nicht an die Beweisanträge gebunden 

und kann von sich aus Beweis erheben. Die Parteien werden dadurch auch nicht von 

der Mitwirkung an der Erhebung der Beweise und der Erstellung des Sachverhalts 

entbunden. Sie bleiben mitverantwortlich für die Beweisführung und haben 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

insbesondere die Beweismittel zu benennen und beizubringen (vgl. Peter Guyan in: 

Basler Kommentar zur ZPO, 2. Aufl. Basel 2013 [nachfolgend als Basler Kommentar zur 

ZPO zitiert], Art. 153 N 3 ff., insbesondere N 9; Franz Hasenböhler in: Thomas Sutter-

Somm/Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger [Hrsg.], ZPO Kommentar, 2. Aufl. 

Zürich/Basel/Genf 2013 [nachfolgend als ZPO Kommentar zitiert], Art. 153 N 5 ff.; 

Bernd Hauck in: ZPO Kommentar, Art. 247 N 33; sowie BGE 130 III 107 E. 2.2, BGE 

125 III 238 f. E. 4a und BGE 107 II 236 E. 2c mit weiteren Hinweisen). Die 

Untersuchungsmaxime ändert auch nichts an der formellen Beweislast. Kann etwa das 

Bestehen einer entscheiderheblichen Tatsache durch das Gericht weder bejaht noch 

verneint werden, entscheidet es trotz Untersuchungsmaxime gemäss Art. 8 des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) nach Beweislastgesichtspunkten 

(Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juli 2000, 4C.283/1999, E. 2b; Hauck, a.a.O., 

Art. 247 N 37).

1.3   Im Zivilprozess gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 157 ZPO). Das 

Gericht hat bei der Bewertung der erhobenen Beweise unabhängig von abstrakten 

(schablonenhaften) Regeln nach seiner eigenen Überzeugung darüber zu befinden, ob 

es eine behauptete Tatsache als wahr oder unwahr einstuft. Dabei bleibt es dem 

Gericht überlassen, die Kraft eines Beweismittels nach seiner Überzeugung 

festzulegen. Aus Sicht der ZPO sind die verschiedenen Beweismittel gleichwertig (vgl. 

Hasenböhler, a.a.O., Art. 157 N 8 f.). Erachtet das Gericht die rechtserheblichen 

tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als 

schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen abschliessen. Ob das Gericht ein 

(medizinisches) Gutachten anzuordnen hat und welche Regeln allenfalls dafür gelten, 

bestimmt sich nach Art. 183 ff. ZPO (vgl. auch Thomas Weibel in: ZPO Kommentar, 

Art. 183 N 8 ff.).

1.4   Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist analog zur Rechtsprechung im 

Sozialversicherungsrecht entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352, E. 3a mit Hinweis).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.        

2.1   Laut Police Nummer __-___-___-___ ihrer damaligen Arbeitgeberin und den AVB 

geniesst die Klägerin über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses (per 31. Mai 2011) 

hinaus und maximal bis zum Ablauf der gesamten Leistungsdauer (Aussteuerung) 

Versicherungsschutz, sofern sie wegen Krankheit arbeitsunfähig ist und die 

Arbeitsunfähigkeit über das Ausscheiden bei der Arbeitgeberin hinaus andauert (act. 

G 11.1, G 7.1 Art. 8.3). Taggelder entsprechend dem Grad der Arbeitsunfähigkeit sind 

zudem nur geschuldet, wenn die ärztlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit mindestens 

50% beträgt (AVB Art. 15.3 f.). Diese Leistungsvoraussetzungen sind unbestritten.

2.2   Die erneute Erkrankung und Arbeitsunfähigkeit der Klägerin ab 12. Februar 2011 

(act. G 11.3), nachdem sie vom 6. Januar bis 6. Februar 2011 bereits 100% 

arbeitsunfähig gewesen war (act. G 11.2, G 7.2 f.), löste unbestritten eine 

Leistungspflicht der Beklagten für Taggelder aufgrund der Police Nummer __-___-___-

___ aus (act. G 11.1, G 7.1).

2.3   Streitig und zu prüfen ist, ob die Beklagte zu Recht die Taggeldzahlungen per 

10. Juni

2011 begrenzt hat bzw. eventualiter bereit ist, diese noch bis längstens Ende Juli 2011 

auszudehnen.

3.        

3.1   Die Klägerin war laut den Zeugnissen ihrer behandelnden Ärztinnen und Ärzte vom 

6. Januar bis 6. Februar 2011 (act. G 11.2) und danach ab 12. Februar 2011 bis Ende 

Februar 2012 durchgehend aufgrund psychiatrischer Diagnosen zu 100% 

arbeitsunfähig (act. G 7.3, G 7.5 ff.). Vom 8. Juni 2011 bis 17. August 2011 weilte sie 

deswegen zur stationären Behandlung im Psychiatrischen Zentrum F.___ (act. G 7.6) 

und ab 21. August 2011 bis Ende Februar 2012 mit zwei kurzen Unterbrüchen in der 

Klinik J.___ wobei die Therapie vom 15. November bis 21. Dezember 2011 teilstationär 

durchgeführt wurde (act. G 7.7, G 11.21 ff.).

3.2     

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.2.1         Abweichend von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten beurteilte 

Dr. E.___ die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin im Bericht über die 

konsiliarische Untersuchung vom 25. Mai 2011 ab dem Datum der Untersuchung als 

nicht mehr gegeben (act. G 7.4). Der Konsiliarpsychiater erhob als Befund eine 

überwiegend wieder ausgeglichene Stimmungslage und eine affektive Auslenkbarkeit 

und stellte fest, dass die Versicherte im Affekt nach wie vor massiv gekränkt sei über 

die Auseinandersetzung an ihrem letzten Arbeitsplatz sowie das Ende des zweijährigen 

Arbeitsverhältnisses. Er beurteilte den Befund als mit einer reaktiven Depression 

vereinbar, die inzwischen bereits weitgehend rückläufig, nach wie vor aber durch starke 

Kränkung geprägt sei. Im Augenblick sei die Versicherten in ihrem Denken nach wie vor 

überwiegend auf die Vergangenheit und die jetzigen Beschwerden eingeengt, ohne 

wesentlich nach vorne zu blicken. Hinweise auf eine affektive Erkrankung mit 

episodenartigem Verlauf einer Depression fand Dr. E.___ nicht.

3.2.2         Die Feststellung des Konsiliarpsychiaters, die Versicherte sei ab dem Datum 

der Untersuchung wieder 100% arbeitsfähig, ist nicht schlüssig. Dass die Versicherte 

trotz den von ihm anerkannten erheblichen Restbeschwerden ab dem gleichen Tag 

wieder voll - und nicht allenfalls nur teilweise - arbeitsfähig sei, begründete er 

keineswegs. Er setzte sich auch nicht mit der abweichenden Einschätzung durch 

Dr. D.___ auseinander, der sie weiterhin 100% arbeitsunfähig schrieb. Sowohl im 

Auftrag der Beklagten vom 10. Mai 2011 (act. G 18.1) als auch im Bericht von Dr. E.___ 

vom 30. Mai 2011 fehlen ausdrückliche Angaben, welche Vorakten dem 

Konsiliarpsychiater zur Verfügung gestanden hatten. Die CSS erwähnte lediglich, die 

vorhandenen medizinischen Akten würden beigelegt. Daher ist nicht erwiesen, aber 

wahrscheinlich, dass Dr. E.___ der Bericht von Dr. D.___ vom 20. April 2011 (act. G 7.3, 

mit Eingangsstempel der CSS vom 27. April 2011) bekannt war. Der behandelnde 

Psychiater war darin davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin in zwei bis drei 

Monaten voraussichtlich eine 50%-Tätigkeit aufnehmen könne, mithin bei 

Verwirklichung seiner günstigen Prognose frühestens ab Ende Juni teilarbeitsfähig 

würde. Neben den fehlenden Angaben zu den Vorakten und der Auseinandersetzung 

mit ihnen machte Dr. E.___ auch keinerlei Angaben zur Dauer der konsiliarischen 

Untersuchung der Beschwerdeführerin. Sein Bericht vom 30. Mai 2011 erfüllt 

zusammenfassend die in Erwägung 1.4 aufgeführten Voraussetzungen eines 

beweiskräftigen Arztberichts nicht. Der Beweis, dass die Beschwerdeführerin ab Ende 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Mai 2011 wieder 100% arbeitsfähig war, ist durch den Bericht des Konsiliarpsychiaters 

daher nicht erbracht.

3.2.3         Diese Würdigung des Berichts von Dr. E.___ erfolgt ohne Rücksicht auf die 

Ausführungen von Dr. D.___ in seiner Stellungnahme vom 15. Oktober 2011 (act. 

G 11.17). Diese zeigt zwar ebenfalls Ungereimtheiten der Beurteilung durch den 

Konsiliarpsychiater auf, ist aber für die Würdigung derselben nicht erforderlich, weshalb 

an dieser Stelle nicht näher darauf einzugehen ist.

3.2.4         Es ist zwar nicht klar, wann das Attest von Dr. D.___ vom 23. Mai 2011 über 

eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit bis 30. Juni 2011 (act. G 11.5) bei der Beklagten 

einging. Aufgrund des neuerlichen Attests des behandelnden Psychiaters bestand 

zusammen mit seinem Bericht vom 20. April 2011 (act. G 7.3) jedoch ein erheblicher 

Widerspruch bezüglich Arbeitsfähigkeit, auf den die Beklagte durch umgehende 

Nachfrage bei Dr. E.___ hätte reagieren müssen. Ein solches Vorgehen hätte dem 

Konsiliarpsychiater auch erlaubt, die im Bericht vom 30. Mai 2011 fehlende 

Auseinandersetzung mit der abweichenden Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit durch 

den behandelnden Psychiater nachträglich vorzunehmen. Laut Aktenlage ist jedoch 

beides unterblieben. Etwas anderes wird von der Beklagten auch nicht behauptet.

3.3   Ist die Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, wie sie Dr. E.___ attestiert 

hatte, nicht schlüssig bewiesen, stellen sich weiter die Fragen, wie die übrigen 

Arztberichte zu würdigen sind und insbesondere ob eine Arbeitsunfähigkeit der 

Klägerin bestätigt ist, die die Leistungspflicht der Beklagten für Taggelder bis 

29. Februar 2012 und allenfalls auch für März und April 2012 zur Folge hat.

3.3.1         Zunächst ist die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit durch Dr. D.___ zu 

prüfen. Ab Beginn der Behandlung am 12. Februar 2011 attestierte er der Klägerin volle 

Arbeitsunfähigkeit (act. G 11.3). Im ausführlichen Bericht an die Beklagte vom 20. April 

2011 wiederholte er diese Einschätzung, sagte seiner Patientin eine günstige 

Entwicklung voraus und prognostizierte eine Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit zu 

50% in zwei bis drei Monaten (act. G 7.3). Als Diagnosen nannte der behandelnde 

Psychiater eine Anpassungsstörung nach einem Arbeitskonflikt (ICD-10: F43.2) sowie 

eine mittelgradige depressive Störung (ICD-10: F32.11). Mit Zeugnis vom 23. Mai 2011 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bestätigte er die volle Arbeitsfähigkeit vom 23. Mai bis 30. Juni 2011 (act. G 11.5). In 

der Überweisung an das Psychiatrische Zentrum F.___ vom 7. Juni 2011 (act. G 11.7) 

führte Dr. D.___ aus, der Zustand habe Tendenz zur Beruhigung gezeigt. Nach der 

Untersuchung beim Vertrauensarzt habe die Patientin jedoch erneut dekompensiert. 

Zur stationären Behandlung im Sinn einer Krisenintervention überwies der behandelnde 

Psychiater seine Patientin, weil sie tief depressiv, ängstlich und sehr unruhig sei, 

passive Todeswünsche habe und stets weine, weil sie die innere Spannung nicht 

aushalten könne. Diese Atteste sind widerspruchsfrei. Mit der Dekompensation der 

Klägerin und ihrer Hospitalisierung ab 8. Juni 2011 zeigte sich zwar, dass die Prognose 

von Dr. D.___, die er im Bericht vom 20. April 2011 formuliert hatte, zu optimistisch war. 

Es ist jedoch ein Merkmal psychischer Störungen, dass sie einen wechselhaften, nicht 

linearen Verlauf zeigen und dass ohne besonderen Anlass (zum Beispiel auch im 

Rahmen einer zu wenig behutsamen Therapie) Retraumatisierungen auftreten können 

(vgl. auch Rainer Tölle/Klaus Windgassen, Psychiatrie, 14. Aufl. Heidelberg 2006, 

S. 69 ff.). Der behandelnde Psychiater gab indessen Befunde an, die bezüglich der 

diagnostizierten Störungen und ihrem erfahrungsgemässen Verlauf konstant sind. 

Seine Atteste sind beweiskräftig.

3.3.2         Die Beklagte führt zu Recht aus, G.___, Oberarzt am Psychiatrischen 

Zentrum F.____, habe am 17. Juni 2011 ein mittelgradiges depressives Syndrom 

(ICD-10: F32.11; act. G 7.5) attestiert. Aufgrund dieses Zeugnisses beurteilte sie die 

Notwendigkeit der Hospitalisation der Klägerin am 8. Juni 2011 als fraglich. Vorliegend 

ist jedoch die Arbeitsunfähigkeit der Klägerin aufgrund ihrer psychischen Erkrankung 

und nicht die Notwendigkeit der Hospitalisation Beweisthema. Letztere spielt 

höchstens indirekt eine Rolle, nämlich soweit aus der Tatsache, dass die Behandlung 

stationär durchgeführt wurde, eine volle Arbeitsunfähigkeit abgeleitet würde. Diesen 

Schluss stellt jedoch kein behandelnder Arzt her. - Eine volle Arbeitsunfähigkeit der 

Klägerin wurde auch von Oberarzt G.___ attestiert. Im genannten Zeugnis vom 17. Juni 

2011 wurde die Diagnose (mittelgradiges depressives Syndrom [ICD-10: F32.11]) 

allerdings unvollständig wiedergegeben; dies gegenüber dem Einweisungsschreiben 

von Dr. D.___ vom 7. Juni 2011 (act. G 11.7, vgl. vorstehende Erwägung 3.3.1) und 

besonders gegenüber dem Austrittsbericht von Dr. I.___ und Assistenzärztin H.___ vom 

17. August 2011, in dem eine schwere depressive Episode ohne psychotische 

Symptome (ICD-10: F32.2) diagnostiziert und eine bei Eintritt mittel- bis schwergradig 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

depressive Patientin mit Suizidgedanken und passivem Todeswunsch beschrieben 

wurde (act. G 7.6). Auch in der Stellungnahme vom 16. August 2011 an die damalige 

Rechtsvertreterin der Klägerin hielten Dr. I.___ und Assistenzärztin H.___ abweichend 

vom Attest von Oberarzt G.___ fest, beim Eintritt ins Psychiatrische Zentrum F.___ 

habe ein stationär behandlungsbedürftiges schweres depressives Zustandsbild ohne 

psychotische Symptome mit drängenden Suizidgedanken bestanden (act. G 11.12). 

Die volle Arbeitsunfähigkeit der Klägerin ab 8. Juni 2011 und während der Dauer der 

stationären Behandlung im Psychiatrischen Zentrum F.___ von mindestens vier bis 

sechs Wochen Dauer ist im Attest von Oberarzt G.___ jedenfalls ausgewiesen.

3.3.3         Die volle Arbeitsunfähigkeit der Klägerin während der stationären 

Behandlung im Psychiatrischen Zentrum F.___ vom 8. Juni 2011 bis am 21. August 

2011 (Datum des Eintritts in die Klinik J.___) ist laut Austrittsbericht vom 17. August 

2011 gegeben (act. G 7.6). Assistenzärztin H.___ stellte der Klägerin am 15. Juli 2011 

und 11. August 2011 zudem Zeugnisse aus, die ihr ab dem jeweiligen 

Ausstellungszeitpunkt bis auf weiteres volle Arbeitsunfähigkeit attestierten (act. 

G 11.10 f.). Im Zeugnis vom 18. August 2011 hielt sie zusammenfassend die volle 

Arbeitsunfähigkeit während des Klinikaufenthalts vom 8. Juni 2011 bis 17. August 2011 

fest und bestätigte deren Andauern bis 21. August 2011 (act. G 11.13). Diese 

Arbeitsunfähigkeits-Atteste sind übereinstimmend und klar. Sie beweisen eine volle 

Arbeitsunfähigkeit der Klägerin vom 8. Juni 2011 bis am 21. August 2011 aufgrund ihrer 

psychischen Erkrankung (und deren stationärer Behandlung).

3.3.4         Auch während des stationären Aufenthalts in der Klinik J.___, vom 

21. August 2011 bis am 12. November 2011 sowie vom 28. Dezember 2011 bis Ende 

Februar 2012, bzw. während der teilstationären Behandlung am gleichen Ort vom 

15. November 2011 bis am 21. Dezember 2011 wurde der Klägerin eine volle 

Arbeitsunfähigkeit attestiert. Entsprechende Bescheinigungen finden sich einerseits im 

Bericht von L.___ und K.___ vom 3. Februar 2012 über die Behandlungen in der Klinik 

J.___ (act. G 7.7), andererseits in den Arbeitsunfähigkeits-Zeugnissen vom 22. August 

2011 und vom 8. September 2011 (act. G 11.14 f) sowie vom 10. November 2011, vom 

6. Dezember 2011, vom 11. Januar 2012 und vom 9. Februar 2012 (act. G 11.21 ff.). 

Aufgrund dieser Atteste ist die volle Arbeitsunfähigkeit der Klägerin vom 21. August 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2011 bis 29. Februar 2012 aufgrund ihrer psychischen Erkrankung ebenfalls 

ausgewiesen.

3.3.5         Keine Arztatteste hatte die Klägerin für die geltend gemachte teilweise 

Arbeitsunfähigkeit in den Monaten März 2012 und April 2012 beigebracht. Auf 

Nachfrage der instruierenden Gerichtsschreiberin am 30. August 2013 bestätigte sie 

am 5. September 2013 durch ihren Rechtsvertreter, dass für jene beiden Monate keine 

Arztzeugnisse vorhanden seien und sie ab März 2012 zu 70% gearbeitet habe (act. 

G 15, G 17).

3.3.6         Zusammenfassend liegen für die Zeit ab dem 12. Februar 2011 bis zum 

29. Februar 2012 ununterbrochen beweiskräftige ärztliche Bescheinigungen vor, die 

der Klägerin aufgrund ihrer psychischen Erkrankung volle Arbeitsunfähigkeit 

attestieren.

3.4     

3.4.1         Gegen eine Leistungspflicht für Taggelder während der gesamten 

attestierten Arbeitsunfähigkeit, mithin bis am 29. Februar 2012, führt die Beklagte 

neben dem Bericht von Dr. E.___ und dem Einwand, die Behandlung der psychischen 

Erkrankung hätte nicht stationär erfolgen müssen, als weiteres Argument an, die 

Anpassungsstörung sei nur in den anfänglichen Berichten diagnostiziert worden. Daher 

sei davon auszugehen, diese Erkrankung sei abgeheilt und damit ihre Leistungspflicht 

spätestens per 31. Juli 2011 erschöpft.

3.4.2         Nach der ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen schliesst die 

Diagnose einer depressiven Episode (ICD-10: F32) diejenige einer Anpassungsstörung 

(ICD-10: F43.2) aus (vgl. Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer 

Störungen, Hrsg. Horst Dilling/Harald J. Freyberger, 5. überarb. Aufl., Bern 2010, 

S. 133). Im Austrittsbericht vom 17. August 2011 über die Behandlung am 

Psychiatrischen Zentrum F.___ diagnostizierten Dr. I.___ und Assistenzärztin H.___ eine 

schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2) und hielten 

fest, dass das Zustandsbild aktuell unter Medikation mittelgradig ausgeprägt sei. Die 

Diagnosen im Bericht vom 3. Februar 2012 über die Hospitalisation in der Klinik J.___ 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

lauten auf schwere depressive Episode vor dem Hintergrund einer psychosozialen 

Belastungssituation und zunehmend auftauchenden früheren Traumatisierungen 

(F32.2), posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) und akzentuierte Persönlichkeit 

mit leistungsorientierten, abhängigen und perfektionistischen Zügen (Z 73.1; act. 

G 7.7). In sämtlichen Behandlungsberichten werden der Arbeitskonflikt und der 

anschliessende Verlust des Arbeitsplatzes als Auslöser der ursprünglich 

diagnostizierten Anpassungsstörung geschildert sowie die Tatsache, dass im Verlauf 

der psychiatrischen Behandlung früher kompensierte bzw. (durch die Ablenkung und 

Befriedigung bei der Arbeit) überdeckte Konflikte aufgebrochen seien. Der Übergang 

einer Anpassungsstörung in ein (schweres) depressives Zustandsbild bzw. eine 

posttraumatische Belastungsstörung ist entgegen der Argumentation durch die 

Beklagte sehr wohl möglich (vgl. Vortrag Prof. Dr. Dr. Jürgen Bengel, Universität 

Freiburg, vom 21. September 2010 am Universitätsspital Basel, abrufbar unter <http://

www.psychosomatik-basel.ch/deutsch/bildung/dienstagmittagfortbildung/pdf/

2010/bengel210910v.pdf> abgerufen am 13. November 2013).

3.4.3         Allein aus der Tatsache, dass die Anpassungsstörung in den späteren 

Berichten nicht mehr als Diagnose genannt wurde, kann somit nicht geschlossen 

werden, diese ursprünglich diagnostizierte Erkrankung sei in der Zwischenzeit 

ausgeheilt. Ebenso wenig kann aufgrund der neuen Diagnosen auf eine Neuerkrankung 

der Klägerin nach dem Austritt bei der früheren Arbeitgeberin (und damit aus dem Kreis 

der versicherten Personen) geschlossen werden.

3.5     

3.5.1         Es trifft zu, dass sich die psychische Krankheit der Klägerin Anfang Juni 

2011 verschlimmert hatte und besonders aufgrund ihrer damals neu hinzugekommenen 

passiven Todeswünsche bzw. drängender Suizidgedanken eine Hospitalisation nötig 

machte (vgl. Überweisungsschreiben Dr. D.___ vom 7. Juni 2011 [act. G 11.7], 

Austrittsbericht Psychiatrisches Zentrum F.___ vom 17. August 2011 [act. G 7.6] und 

Stellungnahme von Dr. I.___ und Assistenzärztin H.___ vom 16. August 2011 an die 

damalige Rechtsvertreterin der Klägerin [act. G 11.12]). Soweit die Beklagte 

argumentiert, Dr. D.___ habe die Anpassungsstörung als Grund für die Hospitalisation 

angegeben, fasst sie sein Überweisungsschreiben unvollständig zusammen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.5.2         Der Grund für die Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands 

der Klägerin ist für die Beurteilung der Leistungspflicht der Beklagten für Taggelder 

während dieser Zeit (und während der anschliessenden Behandlung in der Klinik J.___) 

nicht relevant. Daher kann letztlich offen bleiben, ob er allein in der abweichenden 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. E.___ zu suchen ist, die die Klägerin als 

weitere Kränkung wahrgenommen habe, wie es Dr. D.___ im Überweisungsschreiben 

vom 7. Juni 2011 (act. G 11.7) und vor allem in der Stellungnahme vom 15. Oktober 

2011 zum Bericht von Dr. E.___ tat (act. G 11.17), oder ob weitere Gründe mitspielten, 

wie zum Beispiel die Einstellung der Taggeldleistungen per 10. Juni 2011 durch die 

Beklagte (Schreiben vom 3. Juni 2011 [act. G 11.6]) oder die Tatsache, dass sie sich 

nach einer kurzen Anpassungszeit von einer knappen Woche um eine neue Stelle 

bewerben und/oder bei der regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) zum Leistungsbezug 

anmelden musste, obwohl die Kränkung durch die Kündigung der früheren 

Arbeitsstelle und die Umstände, unter denen diese ausgesprochen worden war, noch 

massiv an ihr nagte, wie auch Dr. E.___ festgestellt hatte (act. G 7.4).

3.6  

3.6.1         Wie bereits in Erwägung 3.3.2 ausgeführt, ist davon auszugehen, dass 

Oberarzt G.___ im Zeugnis vom 17. Juni 2011 (act. G 7.5) die Diagnose der Klägerin zu 

Beginn der stationären Behandlung im Psychiatrischen Zentrum F.___ unvollständig 

genannt hatte. Die Beklagte begründete ihre Zweifel an der stationären 

Behandlungsbedürftigkeit der Klägerin (die, wie ebenfalls in Erwägung 3.3.2 ausgeführt, 

vorliegend allerdings höchstens indirekt Beweisthema ist) mit den Ausführungen von 

Dr. E.___ und daneben nur mit dem Zeugnis von Oberarzt G.___. Dabei liess sie 

allerdings die ausführliche Diagnose und die weiteren Ausführungen von Dr. I.___ und 

Assistenzärztin H.___ im Austrittsbericht vom 17. August 2011 (act. G 7.6 sowie in 

deren mit dem Austrittsbericht übereinstimmenden Stellungnahme an die frühere 

Rechtsvertreterin der Klägerin vom 16. August 2011 [act. G 11.12]) ausser Acht. Auch 

die Erklärung von Dr. I.___ im Schreiben vom 12. Januar 2012 an die Vertrauensärztin 

der Beklagten (nicht nummerierte Beilage zu act. G 11.25), er könne zu anderweitigen 

Einschätzungen, vor allem von externen Gutachtern, nicht Stellung nehmen, da auch 

dies wieder eine gutachterliche Fragestellung sei, liess die Beklagte so stehen und 

teilte der Klägerin mit, es würden keine neuen medizinischen Tatsachen vorliegen, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

weshalb am Entscheid vom 3. Juni 2011 (nur noch bis 10. Juni 2011 Taggelder 

auszurichten) festgehalten werde (act. G 11.25). Neue bzw. zusätzliche medizinische 

Tatsachen fanden sich jedoch im Austrittsbericht vom 17. August 2011 (wie gerade 

ausgeführt), zu denen die Beklagte bis dahin noch nicht Stellung genommen hatte.

3.6.2         Dr. E.___ wurde auch zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu den Diskrepanzen 

zwischen seinem Bericht und der Tatsache befragt, dass die Klägerin rund zwei

Wochen nach seiner konsiliarischen Untersuchung hospitalisiert wurde und die 

stationäre bzw. vorübergehend teilstationäre Behandlung seither andauerte.

3.6.3         Bereits früher wurde ausgeführt, dass die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit 

durch Dr. E.___ als sofort nicht mehr vorhanden, nicht nachvollziehbar ist (vorstehende 

Erwägung 3.2). Die Diskrepanz zwischen seinem Bericht vom 30. Mai 2011 (act. G 7.4) 

und den Berichten der Ärztinnen und Ärzte des Psychiatrischen Zentrums F.___ vom 

17. August 2011 (act. G 7.6) sowie der Klinik J.___ vom 3. Februar 2012 (act. G 7.7) 

erklärt sich neben der zwischenzeitlichen Dekompensation der Klägerin insbesondere 

mit der Tatsache, dass der Konsiliarpsychiater eine Momentaufnahme im besten Fall 

während mehrerer Stunden machte, während sie die Ärztinnen und Ärzte über einen 

Zeitraum von mehreren Wochen, ja sogar mehreren Monaten behandelten und 

beobachteten. Im Rahmen des stationären Aufenthalts waren die 

psychotherapeutischen Fachpersonen (vor allem in der Klinik J.___) auch mit mehreren 

Verschlechterungen des psychischen Gesundheitszustands ihrer Patientin konfrontiert, 

was ihnen einerseits erlaubte, deren Gründe zu analysieren und andererseits an deren 

Überwindung zu arbeiten. Solche Situationen boten sich Dr. E.___ schon allein 

aufgrund seines Auftrags nicht. Als medizinische Vorakte stand ihm zudem (vermutlich; 

vgl. Erwägung 3.2.2) nur der Bericht von Dr. D.___ vom 20. April 2011 (act. G 7.3) über 

dessen für die Klägerin erstmalige psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung 

während etwas mehr als zwei Monaten zur Verfügung.

3.7   Zusammenfassend hat die Beklagte keine stichhaltigen Argumente gegen die bis 

29. Februar 2012 anhaltende Arbeitsunfähigkeit der Klägerin und dagegen, dass diese 

auf die ursprüngliche psychische Erkrankung zurückzuführen ist, vorgebracht. Diese 

volle Arbeitsunfähigkeit der Klägerin, die beweiskräftig attestiert worden war, hat daher 

die Leistungspflicht der Beklagten für Taggelder bis 29. Februar 2012 zur Folge.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.        

4.1   Nachfolgend ist die Klage vom 6. Dezember 2012 betragsmässig zu prüfen:

4.1.1         Die Klägerin klagte ursprünglich den Betrag von Fr. 56'591.35 für Taggelder 

vom 1. Juni 2011 bis zum 30. April 2012, zuzüglich Verzugszinsen, ein (act. G 1). Diese 

Forderung setzte sich aus 274 vollen Taggeldern (bei 100% Arbeitsunfähigkeit) zu 

Fr. 185.85 vom 1. Juni 2011 bis zum 29. Februar 2012 sowie 61 halben Taggeldern (bei 

50% Arbeitsunfähigkeit) für März und April 2012 zusammen (vgl. S. 9 der Klage [act. 

G 1]). Den Forderungsbetrag von Fr. 56'591.35 reduzierte die Klägerin in der Replik 

vom 4. April 2013 (act. G 11) um Fr. 1'858.40 auf Fr. 54'732.95. Sie anerkannte damit, 

dass die Beklagte die Taggelder bis 10. Juni 2011 bezahlt hatte (vgl. 

Leistungsabrechnung vom 29. Juli 2011 für Taggelder vom 1. bis 10. Juni 2011 [act. 

G 7.8]).

4.1.2         Nachdem die Taggeldzahlung vom 1. bis 10. Juni 2011 belegt und von der 

Klägerin als bezahlt anerkannt worden ist, bleiben vom 11. Juni bis 29. Februar 2012 

264 Taggelder, für die eine Leistungspflicht besteht. Nicht ausgewiesen ist eine solche 

demgegenüber für die Monate März und April 2012, da für diese beiden Monate keine 

Arbeitsunfähigkeit (von mindestens 50%) attestiert worden ist (vgl. auch vorstehende 

Erwägung 3.3.5). Der von der Beklagten geschuldete Betrag beträgt demnach, bei 

einem unbestrittenen Tagesansatz von Fr. 185.85, Fr. 49'064.40 (264 x Fr. 185.85). In 

diesem Umfang ist die Klage vom 6. Dezember 2012 gutzuheissen.

4.2     

4.2.1         Weiter klagte die Klägerin für die Taggeld-Nachzahlung bis 29. Februar 2012 

Verzugszinsen zu 5% ab dem 16. Oktober 2011 ein. Sie führte zum Beginn der 

Verzugszinspflicht aus, mit Schreiben vom 13. Juli 2011 (act. G 11.9) habe sich die 

damalige Rechtsvertreterin im Namen der Klägerin mit der Leistungseinstellung per 

31. Mai 2011 nicht einverstanden erklärt. Darin sei eine Mahnung zu erblicken. Sie 

mache Verzugszinsen ab dem mittleren Verfall Mitte Oktober 2011 geltend. - Die 

Beklagte bestritt, dass das genannte Schreiben der CAP Rechtsschutz-

Versicherungsgesellschaft AG eine Mahnung darstelle. Es handle sich vielmehr um ein 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gesuch um Akteneinsicht. Eine Verzugszinspflicht vor dem Zeitpunkt der 

Klageeinreichung am 6. Dezember 2012 sei nicht belegt.

4.2.2         Gemäss Art. 102 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht, OR; SR 220) setzt 

der Schuldnerverzug die Fälligkeit der Forderung und eine Mahnung oder einen 

bestimmten Verfalltag voraus (vgl. auch Wolfgang Wiegand in: Basler Kommentar zum 

OR I, 5. Aufl. Basel 2011, Art. 102 N 3). Die AVB der Beklagten enthalten keine 

Bestimmung über die Fälligkeit von Taggeldleistungen. Diese richtet sich daher nach 

Art. 41 VVG und ist dahingehend speziell geregelt, als sie erst vier Wochen nach dem 

Zeitpunkt eintreten kann, in dem der Versicherer Angaben erhalten hat, aus denen er 

sich von der Richtigkeit des Anspruchs überzeugen kann (sogenannte 

Deliberationsfrist; vgl. Urs Nef in: Basler Kommentar zum VVG, Basel 2001, Art. 41 

N 12 ff.). Hat die anspruchsberechtigte Person (oder die ehemalige Arbeitgeberin als 

Versicherungsnehmerin) die nötigen Angaben gemacht und ist, wie vorliegend, die 

Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen, gerät der Versicherer (nach Ablauf der vierwöchigen 

Deliberationsfrist) grundsätzlich erst durch Mahnung in Verzug (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 19. Juni 2009, 4A_487/2007, E. 8.2; Pascal Grolimund/Alain 

Villard in: Basler Kommentar zum VVG, Nachführungsband, Basel 2012, Art. 41 ad 

N 20; Nef, a.a.O. Art. 41 N 20 mit Hinweisen). Lehnt die Versicherung freilich zu 

Unrecht ihre Leistungspflicht definitiv ab, bedarf es keiner Mahnung der versicherten 

Person. Fälligkeit und Verzug treten dann sofort ein, und eine Deliberationsfrist wird 

überflüssig (Grolimund/Villard, a.a.O., Art. 41 ad N 20 2. Abschnitt mit Hinweis auf das 

Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 27. März 2006, KK.

2005.00009, E. 8.2 ff., und Nef, a.a.O., Art. 41 N 20). Denn diesfalls erklärt der 

Schuldner unmissverständlich, dass er nicht leisten werde, weshalb sich eine Mahnung 

als überflüssig erweisen würde. Der Gläubiger kann daher analog Art. 108 Ziff. 1 OR auf 

sie verzichten. Dies gilt auch dann, wenn die eindeutige und definitive 

Verweigerungserklärung schon vor Fälligkeit der Forderung abgegeben wurde 

(antizipierter Vertragsbruch; Wiegand, a.a.O., Art. 102 N 11).

4.2.3         Nach den vorstehenden Ausführungen geriet die Beklagte mit der Ablehnung 

ihrer Leistungspflicht ab 11. Juni 2011, die mit eingeschriebenem Brief vom 3. Juni 

2011 ausgesprochen wurde (act. G 11.6), in Verzug und war eine ausdrückliche 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Mahnung der Taggeldleistungen durch die Klägerin nicht erforderlich. Für die 

Verzugszinsen, die die Beklagte der Klägerin auf den Taggeldern für die Zeit vom 

11. Juni 2011 bis 29. Februar 2012 schuldet, rechtfertigt es sich aus praktischen 

Gründen, von einem mittleren Verfall am 21. Oktober 2011 auszugehen (11. Juni 2011 

zuzüglich halbe Leistungsdauer von 132 Tagen [264 Tage : 2]; analog zum mittleren 

Verfall von Schadenszinsen; vgl. Christian Heierli/Anton K. Schnyder in: Basler 

Kommentar zum OR I, 5. Aufl. Basel 2011, Art. 42 N 5).

4.2.4         Nachdem die Höhe der Verzugszinsen von 5% dem gesetzlichen Betrag von 

Art. 104 Abs. 1 OR entspricht und eine abweichende Vereinbarung höherer Zinsen 

nicht geltend gemacht wird, sind der Klägerin solche ab dem 21. Oktober 2011 

zuzusprechen. Auf dem Betrag von Fr. 49'064.40 schuldet ihr die Beklagte daher 

Verzugszinsen von 5% ab 21. Oktober 2011.

5.        

5.1   Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Klage vom 6. Dezember 2012 

dahingehend gutzuheissen, dass die Beklagte der Klägerin Taggelder von 

Fr. 49'064.40, zuzüglich Verzugszinsen zu 5% ab 21. Oktober 2011, zu bezahlen hat.

5.2   Die Prozesskosten werden gemäss Art. 106 Abs. 2 ZPO nach dem Ausgang des 

Verfahrens verteilt, wenn keine Partei vollständig obsiegt. Prozesskosten sind gemäss 

Art. 95 Abs. 1 ZPO die Gerichtskosten (lit. a) und die Parteientschädigung (lit. b).

5.2.1         Gerichtskosten sind gemäss Art. 114 lit. e ZPO keine aufzuerlegen.

5.2.2         Die weitgehend obsiegende, anwaltlich vertretene Klägerin hat eine 

Parteientschädigung beantragt. Die Parteientschädigung spricht das Gericht nach den 

kantonalen Tarifen zu (Art. 105 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 96 ZPO). Das mittlere 

Honorar im Zivilprozess beträgt nach Art. 14 lit. d der Honorarordnung für 

Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) Fr. 3'600.-- bei einem 

Streitwert von Fr. 50'000.-- bis Fr. 100'000.--, wobei 8,8% des Streitwerts 

hinzuzuzählen sind. Der Streitwert richtet sich laut Art. 13 Abs. 1 HonO nach den 

Bestimmungen der ZPO. Gemäss Art. 91 ZPO wird der Streitwert durch das 

Klagebegehren bestimmt. Dieses lautete auf Fr. 56'591.35 (zuzüglich Verzugszinsen; 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

act. G 1). Die nachträgliche Reduktion der Klage auf Fr. 54'732.95 (zuzüglich 

Verzugszinsen) mit der Replik vom 4. April 2013 (act. G 11) ändert an der Höhe des 

Streitwerts nichts (vgl. Matthias Stein-Wigger in: ZPO Kommentar, Art. 91 N 14 ff., 

besonders N 17; Viktor Rüegg in: Basler Kommentar zur ZPO, Art. 91 N 3 ff., 

besonders N 7). Bei diesem Streitwert resultiert ein ungekürztes mittleres Honorar von 

Fr. 8'580.04 (Fr. 3'600.-- + 8,8% von Fr. 56'591.35). Da das Versicherungsgericht in 

Streitigkeiten betreffend die Krankenzusatzversicherung anstelle des Kantonsgerichts 

als erste Instanz im Sinne von Art. 15 HonO entscheidet, ist die Parteientschädigung 

um einen Fünftel zu erhöhen, womit sich ein Betrag von Fr. 10'296.05 ergibt. Da das 

vorliegende Verfahren in rechtlicher Hinsicht nicht als schwierig zu beurteilen ist, ist die 

Herabsetzung des so ermittelten mittleren Honorars in Anwendung von Art. 17 HonO 

um einen Viertel gerechtfertigt. Diese Reduktion trägt auch dem notwendigen 

Zeitaufwand Rechnung. Es resultiert ein mittleres Honorar von Fr. 7'722.04 bei vollem 

Obsiegen. Unter Berücksichtigung des teilweisen Obsiegens im Betrag von 

Fr. 49'064.40 (entsprechend einem Obsiegen von 86.7%) beläuft sich die 

Parteientschädigung auf Fr. 6'695.00 (86.7% von Fr. 7'722.04; vgl. Art. 106 Abs. 2 

ZPO). Gemäss Art. 28  Abs. 1 HonO besteht Anspruch auf den pauschalen Ersatz für 

Barauslagen von 4% des Honorars, höchstens Fr. 1'000.--. Beim Honorar von 

Fr. 6'695.00 beträgt dieser Fr. 267.80. Die Mehrwertsteuer von 8% wird zum Honorar 

und zu den Barauslagen hinzugerechnet (Art. 29 HonO) und beträgt vorliegend 

gerundet Fr. 557.05.

5.2.3         Auch die teilweise obsiegende Beklagte hat eine Parteientschädigung 

beantragt. Dieses Verfahren wurde von Angestellten ihres Rechtsdiensts geführt, die 

nicht als berufsmässige Vertreter im Sinn von Art. 95 Abs. 3 lit. b ZPO gelten (vgl. 

Rüegg, a.a.O., Art. 95 N 18 und Benedikt A. Suter/Cristina von Holzen in: ZPO 

Kommentar, Art. 95 N 38 und N 42, je mit Hinweisen). Daher besteht unter diesem Titel 

kein Anspruch auf eine Parteientschädigung. Es liegt auch kein begründeter Fall 

gemäss Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO vor, wonach der Klägerin eine angemessene 

Umtriebsentschädigung zuzusprechen wäre. Ersatz für notwendige Auslagen gemäss 

Art. 95 Abs. 3 lit. a ZPO wird ebenfalls nicht geltend gemacht. Die Beklagte hat daher 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 14 der 

sankt-gallischen Verordnung über die Organisation und den Geschäftsgang des 

Versicherungsgerichts (OrgV; sGS 941.114)

entschieden:

1.      Die Klage wird dahingehend gutgeheissen, als die Beklagte verpflichtet wird, der 

Klägerin Fr. 49'064.40, zuzüglich Verzugszinsen zu 5% ab 21. Oktober 2011, zu 

bezahlen.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.      Die Beklagte hat die Klägerin mit Fr. 6'695.00 zuzüglich Barauslagen von 

Fr. 267.80 sowie der Mehrwertsteuer von Fr. 557.05, also insgesamt mit Fr. 7'519.85 zu 

entschädigen.

4.      Der Beklagten wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 17.03.2014
	Voraussetzungen der Leistungspflicht in der Krankentaggeld-Versicherung als Zusatzversicherung: Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit durch Bericht Konsiliarpsychiater nicht ausgewiesen. Einstellung der Taggeldleistungen daher zu Unrecht (bzw. verfrüht) erfolgt. Versicherung geriet durch zu Unrecht erfolgter Ablehnung weiterer Taggeldleistungen in Verzug; Mahnung Klägerin war für Auslösung Verzugszinspflicht nicht erforderlich (E. 4.2). (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. März 2014, KV-Z 2012/10)

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T10:02:13+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen