# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ab39c13-677d-57f1-a8ae-c4e6ee259588
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-06-30
**Language:** de
**Title:** Befristete Rente zugesprochen; teilweise Rückweisung für Abklärung einer möglichen gesundheitlichen Verschlechterung vor Verfügungserlass.
**Docket/Reference:** IV.2025.00003
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2025.00003.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2025.00003
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichter Sonderegger
Gerichtsschreiber Wyler
Urteil
vom
30. Juni 2025
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Stephanie C. Elms
schadenanwaelte
AG
Industriestrasse 13c, 6300 Zug
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1974 geborene
X.___
meldete sich am 20. April 2010 (Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
bezug an (
Urk.
8/3). Die IV-Stelle nahm medizinische und erwerbliche Ab
klärun
gen vor. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/
15) wies sie mit Verfügung vom 3. Januar 2011 das Leistungsbegehren ab (
Urk.
8/
17
).
Am 26. Juni 2014 (Eingangsdatum) meldete sich
die Versicherte
erneut bei der IV-Stelle
zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/24). Wiederum nahm die IV-Stelle erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und wies nach durchgeführtem
Vorbe
scheid
verfahren
(
Urk.
8/
35) mit Verfügung vom 24. November 2014
das Leistungs
begehren
ab (
Urk.
8/
37). Am 9. Dezember 2015 (Eingangsdatum) meldete
sich
die Versicherte
abermals bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/39). Auf dieses Leistungsbegehren trat die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
8/41
;
Urk.
8/44) mit Verfügung vom 2. Mai 2016 nicht ein (
Urk.
8/47).
1.2
Anfangs Februar 2019 meldete sich
die Versicherte
wiederum
bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/49,
Urk.
8/52-54)
.
In der Folge liess die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto erstellen (
Urk.
8/55) und holte Berichte von Dr. med
. Y.___
, Facharzt für Neurochirurgie, (
Urk.
8/
60) und von Dr. med.
Z.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, (Urk.
8/63,
Urk.
8/67) ein. Am 26. November 2019 wurde
die Versicherte
von Dr. med.
A.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und von Dr. med.
B.___
, Facharzt für Innere Medizin, beide vom
regionalen ärztlichen Dienst der IV-Stelle (RAD), untersucht (
Urk.
8/
65-66). Nach
dem die IV-Stelle
bei der Versicherten zu Hause eine Abklärung betreffend Beeinträchtigung in Beruf und Haushalt
durch
geführt hatte (
Urk.
8/70), stellte sie mit Vorbescheid vom 17. Juni 2020 in Aus
sicht, einen Rentenanspruch zu verneinen (
Urk.
8/73). Dagegen liess
die Versicherte
Einwand erheben (
Urk.
8/74,
Urk.
8/81,
Urk.
8/87). Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
stellte Dr. med.
C.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der IV-Stelle einen Bericht zu (
Urk.
8/91; vgl.
Urk.
8/93). Mit Verfügung vom 2. März 2021 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch
der Versicherten
auf eine Invalidenrente (
Urk.
8/98). Die von
der Versicherten
da
gegen
erhobene Beschwerde (
Urk.
8/
104/3-14) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
4.
September 2021 in dem Sinne gut, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit sie – zumindest
- eine Stellungnahme eines Arztes oder einer Ärztin des RAD mit
fachpsychiatrischer Ausbildung zum psychischen Gesundheitszustand
der Versicherten
einhol
e
und hernach beziehungsweise nach Vornahm
e
sämtlicher sich als notwendig erweisenden Abklärungen erneut über den Leistungsanspruch der Versicherten entscheide (
Urk.
8/
107).
Die IV-Stelle gab in der Folge bei der
D.___
AG ein polydisziplinäres Gutachten (Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Psychiatrie) in Auftrag (
Urk.
8/
123),
welches am
9.
Februar 2023 erstattet wurde (
Urk.
8/
128). Am 2
1.
Februar 2023 stellte die IV-Stelle den Gutachtern Ergänzungsfragen (
Urk.
8/
130), auf welche diese am 2
7.
März 2023 antworteten (
Urk.
8/
132). Am 1
3.
Juni 2023 führte die IV-Stelle bei der Versicherten zu Hause eine Abklärung betreffend Beeinträchtigung in Beruf und Haushalt durch (
Urk.
8/
134). Mit Vorbescheid vom 2
2.
August 2023 stellte die IV-Stelle in Aussicht, einen Rentenanspruch der Ver
sicherten zu verneinen (
Urk.
8/
138). Dagegen liess die Versicherte Einwand erheben (
Urk.
8/
141,
Urk.
8/
147) und einen Bericht
von
Dr.
med.
E.___
, Assistenzärztin, und
Dr.
med.
F.___
, Leitender Oberarzt Rheuma
tologie, von der
G.___
Klinik,
einreichen (
Urk.
8/
146). In prozessualer Hin
sicht beantragte die Versicherte
die Bestellung von Rechtsanwältin Stephanie C. Elms als unentgeltliche Rechtsvertreterin für d
as
Vorbescheidverfahren
. Am 1
9.
März 2024 stellte die IV-Stelle den Gutachtern erneut Zusatzfragen (
Urk.
8/
149
), worauf diese am
2
5.
März 2024
erklärten
, es bleibe unklar, wozu Stellung genommen
werden soll. Neue medizinische Erkenntnisse lägen nicht vor
(
Urk.
8/
151). Mit Mitteilung vom 2
3.
Mai 2024 gewährte die IV-Stelle der Versicherten die unentgel
t
liche Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwältin Stephanie C. Elms (
Urk.
8/
158).
In der Folge reichte die Versicherte einen weiteren Bericht
von Dr.
F.___
ein
(
Urk.
8/
160;
Urk.
8/
161) und nahm zu den neu ergangenen Akten Stellung (
Urk.
8/
162). Mit Verfügung vom 1
4.
November 2024 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch der Versicherten
(
Urk.
2)
.
2.
Dagegen liess die Versicherte mit Eingabe vom
3.
Januar 2025 (
Urk.
1) Beschwerde erheben und beantragen, es seien ihr ab
1.
August 2019 Renten
leistungen nach
de
m
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG)
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
auszurichten, eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, eine neue polydisziplinäre Abklärung in Auftrag zu
geben und hernach erneut über den Leistungsanspruch zu ent
scheiden. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um An
ordnung eines zweiten Schriftenwechsels sowie um Bewilligung der unentgelt
lichen Prozessführung und um Bestellung von Rechtsanwältin Stephanie
C.
Elms als unentgeltliche Rechtsvertreterin. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit
Beschwerdeantwort vom 1
4.
März 2025 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7)
. Mit Verfügung vom 1
8.
März 2025 (
Urk.
9) wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung gewährt und Rechtsanwältin Stephanie C. Elms als unentgeltliche Rechtsvertreterin
für das vorliegende Verfahren
bestellt. Gleich
zeitig wurde mitgeteilt, dass das Gericht die Anordnung eines weiteren Schriften
wechsels nicht als erforderlich erachte, es den Parteien jedoch unbenommen bleibe, sich nochmals zur Sache zu äussern und weitere sachbezogene Unterlagen einzureichen. Mit Eingabe vom 2
8.
März 2025
(
Urk.
11)
reichte Rechtsanwältin Stephanie C. Elms ihre Kostennote ein (
Urk.
1
2
).
3.
Auf die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des IVG sowie der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten. Die an
gefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 202
2.
Entsprechend den all
gemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen (vgl. BGE 144 V 210 E. 4.3.1) ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage zu beurteilen, ob bis zu diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch entstanden ist. Steht ein erst nach dem 1. Januar 2022 entstandener Rentenanspruch zur Diskussion, findet darauf das seit diesem Zeitpunkt geltende Recht Anwendung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_452/2023 vom 24. Januar 2024 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
Au
f
g
rund der im
Februar 2019
anhängig gemachten Anmeldung bei der Invalidenversicherung könnten allfällige Leistungen frühestens ab
August 2019
ausgerichtet werden (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG). In dieser
übergangsrechtlichen Konstellation ist
grundsätzlich
die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesene Rechtslage massgebend, die im Folgenden
soweit nichts anderes vermerkt ist
jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet wird.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nach
weis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweis
losigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.
4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.
6
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG).
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invaliden
rente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_122/2020 vom 26. Februar 2021 E. 2). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung
erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchs
änderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.7
Nach den allgemeinen Regeln des Sozialversicherungsrechts
hat
der Versicherungsträger den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Er ist nach dem in
Art.
43
Abs.
1 ATSG statuierten Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen. Was zu
beweisen
ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sach
verhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_815/2012 vom 2
1.
Oktober 2013 E. 3.2.1).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je
m.w.H
.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte zur Begründung ihres Entscheides
(
Urk.
2), die Beschwerdeführerin sei aus gesundheitlichen Gründen seit März 2018 in der bisherigen Tätigkeit als Hilfsarbeiterin in der Reinigung eingeschränkt. Aufgrund der am
1.
Februar 2019 erfolgten Anmeldung habe die Beschwerdeführerin frühestens ab
1.
August 2019
Anspruch auf eine Rente
.
In diesem Zeitpunkt sei der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit weiterhin nicht möglich gewesen
, in einer angepassten Tätigkeit
habe jedoch
eine 70%ige Arbeitsfähigkeit
bestanden
. Im Gesundheitsfall wäre die Beschwerdeführerin im August 2019 zu 50
%
erwerbstätig und zu 50
%
im Haushalt tätig gewesen. Im Haushaltsbereich sei
sie
gemäss Abklärung zu 12,6
%
eingeschränkt
gewesen
.
Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens sei ein leidensbedingter Abzug nicht angezeigt
, um
fasse d
er Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1
doch
bereits eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten. Hinweise
auf
zusätzlich
e
leistungsmindernde Faktoren lägen nicht vor.
Bei einem
Teilinv
aliditätsgrad im Erwerbsbereich von 30
%
bzw. gewichtet von 15
%
habe
der Invaliditätsgrad
im August 2019
insgesamt
21
,3
%
betragen
.
Im Sommer 2020 habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin kurz
zeitig verschlech
t
ert. D
a
es sich dabei jedoch um kein
e
langandauernde Ver
schlechterung gehandelt habe, habe dies
e
keinen Einfluss auf die Rentenprüfung. Seit spätestens Juni 2021 liege
in einer angepassten Tätigkeit
wieder eine
70%ige
Arbeitsfähigkeit
vor.
Ab August 2021 hätte die Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall ihr
Arbeits
pensum auf 70
%
erhöht, da die Tochter ab diesem Zeitpunkt aufgrund des Ein
tritts in die
vierte
Klasse nicht mehr dieselbe Betreuung benötigt
habe
.
Gemäss den Abklärungen seien die Einschränkungen im Haushalt auf 22,2
%
gestiegen.
Der Invaliditätsgrad
habe so
ab August 2021
insgesamt
28
%
betragen
.
Ab
1.
Januar 2024 sei aufgrund der Verordnungsanpassung
beim Invaliden
einkommen
ein Abzug von 10
%
vorzunehmen. Der Invaliditätsgrad betrage so neu 33
%
, womit weiterhin kein Rentenanspruch bestehe.
2.2
Die Beschwerde
führerin
wendete dagegen im Wesentlichen ein (
Urk.
1),
a
uf das
D.___
-Gutachten könne nicht abgestellt werden. Die von den Gutachtern
attestierte somatische Belastungsstörung und deren Auswirkungen auf die funktionelle Leistungsfähigkeit würden weder unter dem Aspekt des Schwere
grades der Einschränkungen noch unter dem Gesichtspunkt der vorhandenen Ressourcen und Belastungsfaktoren diskutiert, was das Gutachten unvollständig mache.
Dem Gutachten sei zu entnehmen, dass sich
die angegebene Vergesslichkeit nicht auf der Befundebene widerspiegle.
Bei der Testung der Konzentrationsfähigkeit habe sie
jedoch
die Antworten nicht überzeugend wiedergeben können, so habe sie
sich
drei Begriffe nicht merken, die einfache Rechenaufgabe nur bis zum ersten Rechenschritt durchführen und die Monats
namen rückwärts nur mit grosser Anstrengung aufsagen können.
Dem Gutachten sei sodann
zu entnehmen, dass sie
sich
in keiner Form ungeduldig oder gereizt gezeigt habe.
Aus den Tonbandaufnahmen sei
aber
herauszuhören, dass sie an
lässlich der Begutachtung teilweise ungeduldig und leicht gereizt geantwortet habe. Inwieweit der
von ihr geschilderte Tagesablauf
wie von den Gutachtern angeführt in Diskrepanz zu ihrem Beschwerdebild stehe
n soll
, sei nicht klar, gebe sie doch an, den Tag
mehrheitlich
vor dem Fernseher, am Handy oder auch schlafend/ruhend zu verbringen. Im Gutachten fehle im Übrigen auch die Angabe der analgetischen Bedarfsmedikation.
Zwischen dem
1.
September 2020 und dem 3
1.
Januar 2021 sei sie zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Für diese Zeit habe sie Anspruch auf eine ganze Rente. Aufgrund der im Juni bzw. Oktober 2024 eingetretenen Verschlechterung sei auf jeden Fall ein Verlaufsgutachten einzuholen. Entgegen der Beurteilung des RAD-Arztes vom 1
7.
Oktober 2024, wonach die für September 2024 angekündigte Magenbypass-Operation mit überwiegender Wahrscheinlichkeit lediglich eine kurzzeitige (wenige Wochen) perioperative höhergradige Arbeitsunfähigkeit begründe, habe sich ihr Gesundheitszustand durch die lebensbedrohlichen Komplikationen erheblich verschlechtert. So sei sie psychisch deutlich dekompensiert bzw. ihr psychischer Gesundheitszustand habe sich erheblich ver
schlechtert.
S
ie wäre im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig.
Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens gelte es zu berücksichtigen, dass sie
seit Jahren (un
verschuldeterweise) nicht mehr im Arbeitsmarkt integriert
sei
. Das
sehr ein
schränkende Leistungsprofil
führe
dazu, dass sie kaum eine Arbeit in einer Hilfs
arbeitstätigkeit finden werde, worauf sie aufgrund ihrer Au
s
bildung aber gerade angewi
e
sen
sei
. So sei sie auf ruhige und überblickbare Tätigkeiten angewi
e
sen, welche in körp
er
licher Hi
nsi
cht leicht und wechselbelastend, gut strukturiert und planbar, mit wenig Zeitdruck und gering ausg
e
p
r
ägten Stressoren
,
ohne besondere An
f
orderung an Kommunikationsfähigkeit, em
o
t
i
onale Belastbarkeit
und Ausdauer und ohne Nachtschicht durchzuführen
seien
. Wie allgemein bekannt, seien die meisten H
i
lfsarbeiter
t
ätigkeiten mit körperlich sc
h
werer Arbeit und/oder grossem Zeitdruck
verbunden.
Die Beschreibung des Tätigkeitspr
o
f
i
ls entspreche denn auch eher einem Arbeitsplatz im gesch
ü
tzten Umfeld
als
einem solch
e
n auf dem ersten Arbeitsmarkt.
Unter Berücksichtigung des ä
usser
s
t eingesch
r
änkten Zumutbarkeitspr
o
f
i
l
s,
d
e
s generell ti
e
fere
n
Einkommen
s
von invaliden Personen
,
d
er
l
a
ngj
ährige
n
A
b
se
nz
vom Arbeitsmarkt und d
er
weiteren lohnmindernden Umstände
sei ein
maximaler
leidensbeding
t
er Abzug in der H
ö
he von 25
%
- ab
1.
Januar 2024 zusätzlich zum
pauschalen Abzug gemäss
Art.
26
bis
Abs.
3 I
VV
von 10
%
-
vorzunehmen.
3.
3.1
Im
Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
4.
September 2021 (
Urk.
8/
107 E.
3
) und im
D.___
-Gutachten vom
9.
Februar 2023 (
Urk.
8/
128/15 ff.)
finden sich Zusammenstellungen der bis zur Begutachtung
bzw. Urteilsfällung
aktenkundig gewordenen ärztlichen Berichte, weshalb diese an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden.
3.2
Die
D.___
-Gutachter führten in ihrem Gutachten vom
9.
Februar 2023 (
Urk.
8/
128) als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit an (
Urk.
8/
128/7):
-
s
omatische Bel
a
stungsstörung (ICD-10 F45.1), vorwiegend mit Schmerzen, leichter
bis mittelgradiger Ausprägung
-
l
umbo
vertebrales
Syndrom bei
-
Status nach Spondylodese L4/5 wegen
Spondylolyse
und Spondylolisthesis am
6.
März 2018
-
Polyarthralgien bei/mit
-
Status nach wi
e
derholt infiltrierten Tendovaginitiden an den Fingern
-
Erhöhung von BSR, CRP und antinukleären Faktoren, DD undifferenzierte Kollagenose
Als Diagnosen ohne Auswirkungen – bezo
g
en auf die letzte Tätigkeit – nannten die Gutachter (
Urk.
8/
128/7):
-
Adipositas Grad 2
-
Persönlichkeitsakzentuierung mit anankastischen, emotional-instabilen und ängstlich-vermeidenden/selbstunsicheren Anteilen (ICD-10 Z73)
-
depressive Störung, aktuell remittiert (ICD-10 F32.5)
-
a
ndere Probleme im Zusammenhang mit der Berufstätigkeit (ICD-10 Z
5
6.9)
-
Probleme im Zusammenhang mit anderen psychosozialen, persönlichen und umgebungsbedingten Umständen (ICD-10 Z65.9)
-
Hallux
valgus, rechts ausgeprägter als links
Bei beiden somatischen Untersuchungen hätten Zeichen einer Überreakti
o
n in Form von Schmerzangaben bei blosser Berührung der Haut imponiert. Die Symptomdarstellung habe in weiten Teilen vage und teilweise diffus gewirkt. Auch in psychiatrischer Hinsicht seien Auffälligkeiten vorhanden gewesen. So hätten sich die geltend gemachten kognitiven Problem
e
nicht objektivieren lassen. Nicht kongruent erschein
e
das über lange Zeit gleichbleibende Beschwerdebild mit einer ausgebliebenen Intensivierung der Therapie. Zwischen der deklarierten Symptomschwere einerseits und den berichteten Alltags
aktivitäten andererseits bestün
d
en ebenfalls gewisse Inkonsistenzen, in
s
besondere bei nachgewiesener Aufrechterhaltung eines strukturierten Tages
ablaufs
,
von Freizeitaktivitäten, Ferienaktivitäten und sozialen Kontakten
sowie
der Wahrnehmung
notwen
d
iger Pflichten. Diskrepant
ersche
i
ne
insgesamt die subje
k
tive Schilderung der Symptome im Vergleich mit dem fest
z
u
s
tellenden psychischen Querschnittsbefund. I
n
der Beschwerden-Validierung nach SRSI (Self-Report S
y
mptom
Inventory
) zeige sich eine erhöhte Wahrsche
i
nlichkeit einer bedeutsamen Beschwerdeüberhöhung und -auswe
i
tung, da die Zahl von Pseudobeschwerden oberhalb des Screening-Grenzwerts liege. Somit sei ins
gesamt von einer Symptomausweitung auszugehen, wenngleich eine bewusste Aggravation oder Simulation nicht habe gesehen werden können
(
Urk.
8/
128/6
7).
In der psychiatrischen Untersuchung hätten sich keine Hinweise
auf
eine Persönlichkeitspathologie ergeben. Hingegen habe eine Persönlichkeits
akzentuierung im Sinne von selbstunsicheren/ängstlich-vermeidenden, ananka
s
tischen sowie emotional-instabilen Persönlichkeitszügen gesehen werden können. Hinsichtlich persönlicher
Ressourcen
hielten die Gutachter fest, dass die Beschwerdeführer
in
eine tragfähige Beziehung zu ihren Kindern, von denen die Tochter noch minderjährig sei und zu Hause lebe,
habe,
wenngleich im psychiatrischen Gutachten auch Probleme mit dem Sohn angeklungen seien. Es bestehe insgesamt ein intaktes soziales Netz. Den Alltag scheine die Beschwerde
führerin recht gut bewältigen zu können. Die vertrauensvolle und enge Beziehung zur Mutter dürfe als positiv bewertet werden.
Betreffend psychosoziale Belastungen erklärten die Gutachter, eine berufliche Ausbildung liege nicht vor, zudem habe die Beschwerdeführerin
zwölf
Jahre lang nicht mehr gearbeitet. Das Selbstbild sei negativ. Es liege Abhängigkeit vom Sozialamt vor. Es seien Schulden angegeben worden (
Urk.
8/
128/8).
Möglich seien
der Beschwerdeführerin
ruhige und überblickbare Tätigkeiten, in körperlicher Hinsicht leicht und wechselbelastend, mit wenigen Stressoren und mit geringem Zeitdruck.
Die Tätigkeiten
sollten gut strukturiert und planbar sein. Es sollten hingegen möglichst keine Tätigkeiten, welche eine besondere An
forderung
an
die Kommunikationsfähigkeit, die emotionale Belastbarkeit und die Ausdauer stellten
,
ausgeübt werden. Auch Nach
t
arbeit sei zu vermeiden (
Urk.
8/
128/8).
Die angestammte Tätigkeit sei rheumatologisch gesehen nicht mehr möglich
(
Urk.
8/
128/9)
.
Eine angepasste Tätigkeit sei sechs Stunden pro Tag möglich. Während dieser Anwesenheitszeit bestehe keine Einschränkung der Leistung. E
s
bestehe so eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
und eine A
r
beitsunfähig
keit
von 30
%
. Ab der Rückenoperation vom März 2018 sei die Arbeitsfähigkeit für sechs Monate nicht gegeben gewesen, d
a
nach habe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit vorgele
ge
n. Zwischen September 2020 und Ende Januar 2021 habe keine A
r
beitsfähig
keit
bestanden
. Zwischen Januar 2021 und dem Zeitpunkt des Gutachtens sei eine Beurteilung
psychiatrischerseits
nicht mögli
c
h. Daher werde seit Anfang Februar eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
eingeschätzt. Währen
d
der stationären Rehabil
i
tation vom 2
0.
Juli bis 1
7.
August 2021 sei die Arbeitsfähigkeit auf
gehoben gewesen (
Urk.
8/
128/9-10). Die im Dezember 2020 diagnostizierte Depression sei mittlerweile wieder remittiert. Es bestehe aktuell eine somatische Belastungsstörung (ab Gutachtenszeitpunkt). Neu aufgetreten, ohne die Möglich
keit einer genauen zeitlichen Eingrenzung, seien Polyarthralgien (
Urk.
8/
128/11).
3.3
Nachdem die Beschwerdegegnerin den Gutachtern verschiedene Fragen gestellt hatte (
Urk.
8/
130), erklärten
diese
mit Stellungnahme vom 2
7.
März 2023 (
Urk.
8/
132), bei der von
Dr.
C.___
von S
e
ptember 2020 bis 3
1.
Januar 2021 attestierten Arbeitsunfähigkeit ergäben
sich
Inkonsistenzen und Diskrepanzen
.
Im psychopathologischen Befund sei bei der
A
ffektivität bzw. emotion
a
le
n
Schwi
ng
ungsfähig
ke
it
einerseits
von einer mittelgradigen Einschränkung aus
gega
n
gen worden, ander
er
seits
sei
die affektive Modulationsresona
n
zfähig
k
eit im gleichen Befund als leicht beeinträchtigt dokumentiert
worden
.
Die attestierten
leichte
n
bis mittelgradige
n
Auffa
s
sungs- und Konzentrationsstörung
en
seien im Bericht nicht
mittels auf ps
y
chiatrischem G
ebie
t etablierter psych
o
me
t
rischer In
s
trumente
validiert worden
. Das formale Denken w
er
de als nicht d
e
fizitär an
g
e
g
e
ben
,
bei jedoch gleichzeit
ig
er Angabe von auffälligem Grübeln (
g
emäss psych
i
atrischer Auffas
s
ung gehör
e
Grübelneigung zu den fo
r
malen Denk
störungen und sollte, wie das Gedankenkrei
s
en
,
bei der Expl
oration
immer erfra
g
t werden). Bei Angabe einer Antri
e
bshemmung würden Mimi
k
und Gestik als leicht verlangsamt bei unauffälliger Psychomotorik beschri
e
ben. Eine
m
ittel- bis
s
chwergradi
g
e dep
re
ssive Störung lasse sich da
raus
nicht ableiten, insbesonder
e
auch bei fehl
e
n
d
er A
b
k
l
ärung einer vorhandenen oder nicht vorhandenen Suizidalität. Mit der
Diagnose
depres
s
ive Störung mit somatische
m
S
yndr
om gehe die Referentin nicht konform. Die depressive Störung mit somatische
m
Syndrom dürfe nicht mit körperlichen bzw. Schmerzsymptomen gleichgesetzt werden.
G
emäss
g
ültiger psychiatrischer Auffassung gehörten
zur Diagnose
Symptome wie frühmorgendliches Erwachen, Morgentief, zirkadiane Stimmungs
schwankungen, psychomotorische Hemmung und Agitiertheit, deutlicher Appetitverlust, Anhedonie. Diese typischen Merkmale des somatischen Syndroms seien dem Bericht nicht
zu
entnehmen. Ent
s
preche
nd
sei aus heutiger Sicht die D
ia
g
n
ose einer anhaltenden, therapieresistenten chronischen D
e
p
r
essi
o
n erschwert zu begründen und pl
a
u
sibe
l
zu erklären
.
Es fehle eine na
ch
vollziehbar
e
und plausible Darlegung der B
e
handl
ung
der Dep
r
ession, welche die Therapie
resistenz objektivieren lassen könnte.
Aus
der damaligen Umstel
l
ung der
Medikation auf
Cymbalta
– aus heutiger Sicht einer Anfangsdosierung ent
sprechend – mit fehlender Überprüfung der Plasmaspiegel zwecks Anpassung oder Kombination zweier Antidepr
e
ssi
va
mit un
t
erschiedlichen Wirkprofilen oder Aug
me
ntation, beispielsweise mit Quetiapin
,
d
ürfe man keine Rückschlüsse auf Resistenz ziehen. Aus aktueller Sicht seien die Therapieoptionen bis dato nicht erschöpft und von der Motivation de
r
Beschwerdeführer
in
abhängig. Für den weiteren Verlauf bleibe eine optimale Kooperation der Beschwerdeführerin für die Therapie ausschlaggebend.
Bei der postulierten Therapieresistenz sollte laut gültiger psychiatrischer Auffassung jedoch auch frühzeitig an das Vorli
e
gen einer Persönlichkeitsakzentuierung bzw. -störung gedacht werden
,
wobei auch diese Angaben dem Bericht nicht zu entnehmen seien. Bei seit Jahren bestehe
n
der ambulanter Psychotherapie bleibe unklar, welcher Fokus in der Behandlung fest
gelegt werde und welche Therapieverfahren bei der Angabe einer chronischen Depression angewandt w
ü
rden. Es fehlten
im Bericht von Dr.
C.___
auch
An
gaben zu nicht pharmakologischen Massnahmen
.
Die psychosozialen Faktoren bzw. Probleme
der Beschwerdeführerin
hätten
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit bereits 2020 vor
gelegen
. Des Weiter
en sei aus heutiger Sicht mit grosser Wahrscheinlich
k
eit davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin bereits damals Hinweise auf eine somatische Belastungsstörung vorgelegen hätten, in
s
besondere aufgrund der Symptomatik bz
w
. Beschwerden.
Zusammenfassend könne aus aktueller Sicht medizinisch-theoretisch (retrospektiv) von September 2020 bis Ende Januar 2021 von einer kombinierten Psychopathologie ausgegangen werden, insbesondere auch von einer somatischen Belastungsstörung (Grad der Beeinträchtigung sei retrospektiv nicht
zu beurteilen). Eine therapieresistente, anhaltende chronische depressive Störung (mittel- bis schwergradig) könne
aber
nicht nachvollzogen werden. Anhand des Beschwerdeprofils sowie des psychopathologischen Befundes könne lediglich von einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Störung ausgegangen werden, welche leider bezüglich der Einschränkungen nicht nach dem Mini-ICF-APP bewertet worden sei. Die Auffassung des Therapeuten, dass die massgebende Arbeits
unfähigkeit bzw. aufgehobene Arbeitsfähigkeit auch somatisch bedingt gewesen
s
ei
, sei
als
nicht konform zu werten, da man somatische Diagnose
n
nicht unter psychiatrischen Diagnosen subsummieren dürfe. Retrospektiv bleibe die Beurteilung der aufgehobenen Arbeitsfähigkeit erschwert, wobei man eine 60%
-
bis 80%ige A
r
beits
un
fäh
i
gkeit (medizinisch-theoretisch im obengenannten Zeitraum) annehmen könne.
Eine retrospektive Beurteilung der Entwicklung der Arbeitsfähigkeit seit
dem
3
1.
Januar 2021 sei unmöglich. Eine rückblicken
d
e Objektivierung bzw. Quantifizierung
sei
bei fehlenden klinischen Befunden
nicht möglich
. Eine solche Einschätzung bzw. Beurteilung könne in einer gutachterlichen Verlaufs
untersuchung in einem Jahr mit der Vorlage entsprechender psychiatrischer Aktenlage erfolgen. Die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit seit 2018 lasse sich überhaupt nicht objektivieren, da keine entsprechenden Befunde aus diesem Zeit
raum
vo
r
lägen
.
3.4
RAD-Arzt
Dr.
med.
H.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie, erklärte mit Stellungnahme vom 1
1.
Mai 2023 (
Urk.
8/137/4-6),
die Einschätzung des psychiatrischen Gesundheitsschadens retrospektiv sei schwierig und könne auch von den Gutachtern nicht sicher bzw. nur annähernd getroffen werden. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit liege aus versicherungs
medizinscher Sicht seit 2010 ein eher leichter psychischer Gesundheitsschaden vor, der eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit (wie auch heute andauernd) rechtfertige. Im Sommer 2020 sei d
a
nn eine zeitweilige Verschlechterung des psychischen Gesundheitsschadens mit 100%
iger Arbeitsunfähigkeit
vom
1.
September 2020 bis 3
1.
Januar
2021
überwiegend wahrscheinlich (
w
egen depressiver Episode, aus gutachterlicher Sich
t
mittelschwer ausgeprägt
)
. Das aktuelle psychiatrische Gut
achten verweise auf Inkonsistenzen im Hinblick auf den Bericht des psychiatrischen B
e
handlers
Dr.
C.___
und revidiere dessen Einschätzung von einer Arbeit
s
unfähigkeit von 100
%
in diesem Zeitraum
.
D
ie psychiatrische Gut
achterin beschreibe in der Beantwortung der Zusatzfrage
n
am 2
9.
März 2023 eine vermutliche Arbeitsunfähigkeit
im
Ze
i
traum
1.
September 2020 bis 3
1.
Januar 2021 von 60 bis 80
%
)
. Ein übliches Ansprechen auf psychiatrische Behandlung voraussetzend werde für den weiteren Verlauf angenommen: 70%ige Arbeits
unfähigkeit
1.
Februar bis 3
1.
März 2021, 50%ige A
r
beitsunfähi
g
k
e
it vom
1.
April bis 3
1.
Mai 2021, 30%ige Arbeitsunfähigkeit ab
1.
Juni 2021 bis anhaltend.
3.5
Mit Bericht vom 1
1.
September 2023
führten
Dr.
E.___
und
Dr.
F.___
aus
(
Urk.
8/
146), bei Daktylitis
Dig
. II und III des linken Fusses hätten sie ein MRI veranlasst. Diese
s
habe die Daktylitis mit wenig reaktivem Knochenmarködem bestätigt. Zusätzlich hätten auch Zeichen einer
Plantarfasziitis
und TMT II-Arthrose sowie MTP-I-Arthrose festgestellt werden können. Insgesamt müsse auf
grund der vorliegenden Daktylitis von einer Spon
d
ylarthritis ausgegangen werden, eine seronegative rheumatoide Arthritis sei jedoch nicht ausgeschlossen. Sie hätten telefonisch der Beschwerdeführerin eine erneute Konsul
t
ation mit Einl
e
i
t
ung einer Basistherapie mit
Leflunomid
oder Methotrexat vorgeschlagen. Dies möchte sie sich noch überlegen und sich bei Bedarf wieder melden.
3.
6
Mit Stellungnahme vom 1
7.
Oktober 2023 erklärte RAD-Arzt
Dr.
H.___
(
Urk.
8/
164/7), der Bericht der
G.___
Klinik beschreibe die bekannten und gutachterlich gewerteten r
heumatologischen
Erkrankungen und liefere hierzu keine neuen medizinischen Erkenntnisse. Die für September 2024 angekündigte Magenbypass-Operation rechtfertige mit überwiegender Wahrscheinlichkeit lediglich eine kurzzeitige (wenige Wochen) perioperative höhergradige Arbeits
unfähigkeit und werde nicht zu einer Veränderung der Gesamteinschätzung der funktionellen Leistungsfähigkeit, wie in der Stellungnahme vom 1
1.
Mai 2023 formuliert, führen.
3.
7
Dr.
F.___
erklärte mit Bericht vom
4.
September 2024 (
Urk.
3/3),
die Beschwerde
führerin berichte insgesamt von einer gewissen Verbesserung unter der Kombinatio
n
von
Hyrimoz
mit
Methotrexat. Die letzte Kontrolle unter Methotrexat 15mg/Woche sei, was die Leberwerte angehe
, auch gut gewesen
. Nun sei in sechs Wochen die
viszeralchirurgische
Operation geplant und die Medikamente würden entsprechend pausiert. Die Beschwerdeführerin berichte zwischenzeitlich wieder von einer Verschlechterung der Symptomatik. Das An
sprechen werte er sehr positiv
.
E
r gehe davon aus, dass
,
wenn die Behandlung längerfristig durchge
f
üh
r
t werden könne und auch das Körpergewicht reduziert sein werde, die Situation allenfalls noch besser kontrolliert sein könn
t
e. Die Behandlung würde er etwa vier bis sechs Wochen nach der Operation empfehlen, de
n
entsprechende
n
Entscheid überlasse er d
er
Kollegin
Dr.
med.
I.___
,
Fachärztin für Chirurgie, speziell Viszeralchirurgie,
welche postoperativ bei normalen Wundverhältnissen das OK geben soll.
3.
8
Dipl. med.
J.___
, Facharzt für Chirurgie, Oberarzt,
und
Dr.
I.___
,
von der Klinik
K.___
,
nannten mit Austrittsbericht betreffend
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin vom 2
3.
Oktober bis 2
1.
November 2024 als Diagnosen (Urk.
3/4):
-
Anastomoseninsuffizienz
der Gast
r
oen
t
erostomie
-
i
m Rahmen von D
iagnose
2
-
CT Abdomen vom 2
3.
Oktober 2024: Insuffizienz mit angrenzend 10 cm messender Luft/Flüssigkeitskollektion mit möglicher Abszedierung sowie fokalen
Häm
a
tomante
i
len
-
m
orbide Adiposi
t
as WHO Schweregrad III mit einem BMI von 43,3 kg/m
2
(98,15 kg, 151 cm)
-
Edmonton
Ob
e
sity
Staging
System Stadium 2
-
1
6.
Oktober 2024: robotisch assistierter (Dexter) p
r
o
ximaler
Magen
bypass (alimentäre Schenkellänge 200 cm
)
, Verschluss der Mesolücken (Petersen, Brolin)
-
a
llergischer Schock am 1
6.
Oktober 2024
-
a.
e
. auf
Diclofenac
(DD:
Ondansetron
,
Sugammadex
,
Ropivacain
)
-
mit notwendiger hochdosierter Therapie mit
Vasopressoren
und Betreuung auf der Intensivstation
-
postoperative Blutungsan
ämi
e
-
b
ei Hämatom in der Bauchdecke und Verdünnungseffekt
-
Hb
nadir
6,1 g/l
Als Nebendiagnosen fü
h
r
ten
dipl.
med.
J.___
und
Dr.
I.___
an:
-
k
leine axiale Hiatushernie und nicht-erosive
Antrumgastritis
-
Barrett-Oesophagus am
g
a
stroösophagealen
Übergang 1
8.
April 2024
-
l
umbospondylogenes
und radikuläres Reizsyndrom L5 beidseits
-
m
yofasziales Schmerzsyndrom
-
Cerebrovertebral
-Syndrom
-
a
namn
e
stisch Vaskulit
is
, Erstdiagnose 2023
-
a
namnestisch Spondylitis
ankylosans
, Erstdiagnose 2023
-
u
nter Methotrexat, aktuell pausiert
-
d
epressive Episode
-
e
inmal monatlich Psychotherapie
-
Status nach zweimaliger
S
ectio
caesarea
Bei der Beschwerdeführerin bestehe ein Status nach minimalinvasi
v
em proximalem Magenbypass am 1
6.
Oktober 2024 mit
komplikativem
Verlauf mit allergischem Schock sowie
Hämatom der Bauchdecke. Bei erneuter Zuweisung habe sich in der Abklärung mittels CT angrenzend an den Magen ein grosses Hämatom bei hochgradigem Verdacht auf eine
Anastomoseninsuffizien
z
der
Gastroenter
ostom
ie gezeigt. Es sei die stationäre Aufnahme zur intravenösen antibiotischen Therapie sowie interventionellen Drainageeinlage in die
Hämatomhöhle
erfolgt. Am Folgeta
g
habe eine Gastroskopie erfolgen können, welche eine Insuffizienz des
M
a
genpouches
gezeigt habe, woraufhin die Einlage eines
Endosponges
erfolgt sei. Die interventionelle Drain
ag
e habe am 6.
November 2024 entfernt werden können. Der
Endosponge
habe bei abgeheilter Situ
at
ion am 1
5.
November 2024 entfernt werden könne
n
. Die antibiotische Therapie sei am 1
6.
November 2024 sistiert worden. Die Beschwerdeführerin sei am 2
1.
November 2024 in gutem Allgemeinzu
s
tand nach Hause entlassen worden.
3.
9
Dr.
C.___
nannte mit Bericht an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin vom 2
3.
Dezember 2024 als psychiatrische Diagnose (
Urk.
3/5) eine anhaltende, therapieresistente mittel- bis schwergradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) und aktueller postoperativ ausgelöster massiver Dekompensation (Magenbypass). Die Beschwerdeführerin befinde sich weiterhin aufgrund ihres komplexen psychischen Leidens bei massiver und vielschichtiger Beeinträchtigung im Alltag in seiner psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung. Die Beschwerdeführerin
habe
aktuell und seit dem 2
8.
Januar 2010 alle zwei bis drei Wochen, nach Bedarf auch häufiger
,
Therapiesitzungen bei ihm. Zweifelsohne spreche
eine
14-jährige Behandlungszeit, während welcher lege artis sowohl psychopharmakologisch
e
wie auch psychotherapeutisch
e Therapien
angewandt worden sei
en
, für eine klare Chronifizierung. Die beruflichen Mass
nahmen, das heisse eine Berufsabklärung bzw. eine Umschulung
,
müssten weiterhin als nicht indiziert angesehen werden. Die therapeutische Begleitung werde immer mehr als rein
supportive
Massnahme betrachtet. Es bestehe eine mittel- bis schwergradige Beeinträchtigung in folgenden Bereichen
:
Bewältigung des Alltags in depressiven und/oder emotional labilen Phasen, Selbstorganisation (Tagesstruktur), soziale Kontakte. Die Arbeitsunfähigkeit von aktuell 100
%
(aus rein psychiatrischer Sicht)
sei
aufgrund erneuter Dekompensation anlässlich
der
Magenbypass-Operation vom 1
6.
Oktober 2024 mit anhaltender Labilität, schwergradiger depressiver Grundstimmung und massiver Akzentuierung der Angststörung seit der zweiten Hälfte Oktober 2024 klar ausgewiesen.
Anlässlich der Sitzung vom 2
3.
Dezember 2024 habe die Beschwerdeführerin
aufgrund
des anaphylaktischen Schocks im Rahmen ihrer Bypass-Operation im Verlauf (November-Dezember 2024) ausgeprägte Todesängste, anhaltende Nausea, intermittierende Ganzkörperschmerzen, affektive Labilität mit Weinerlichkeit
sowie
Antriebsstörungen mit zum depressiven Pol gerichteter Stimmungslage mittel- bis phasenweise schwergradiger Ausprägung gezeigt. Intensität und
Ausprägungsgrad der depressiven Erkrankung im Verlauf (Dezember 2020 bis Dezember 2024) seien anhaltend schwerwiegend, um bei der Beschwerdeführerin die besagte und im Verlauf attestierte Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nachvollziehbar zu begründen. Die aktuelle psychische Dekompensation mit massiver Somatisierung, welche zuletzt am 2
3.
Dezember 2024 und im Verlauf postoperativ psychopathologisch jeweils validiert worden sei, mache eine erneute Beurteilung des Falls seitens der Beschwerdegegnerin unumgänglich, da das Gut
achten vom
9.
Februar 2023 nicht die aktuelle und im Verlauf entstandene massive Dekompensation des vorhandenen Leidens reflektiere.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihren Entscheid aus medizinischer Sicht im Wesentlichen
auf das
D.___
-Gutachten vom
9.
Februar 2023 (
Urk.
8/
128) inklusive Ergänzung vom 2
7.
März 2023 (
Urk.
8/
132).
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sog. Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2021 vom 20. April 2021 E. 3
m.w.H
.).
Vorliegend bestehen keine Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit
der Beurteilung der
D.___
-Gutachter
sprächen. Vielmehr beruht das Gutachten
inklusive Ergänzung
auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet, berück
sichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten de
r
Beschwerdeführer
in
auseinander. Die Gutachter haben die medizinischen Zustände und Zusammenhänge zudem einleuchtend dargelegt und ihre Schluss
folgerungen nachvollziehbar begründet (vgl. E.
1.7
). Die Sachverständigen haben dabei die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren (vgl. E.
1.3
) schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt und somit den normativen Vor
gaben Rechnung getragen (vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
4.2
Entgegen
ihrem Vorbringen in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 15) schilderte die Beschwerdeführerin gegenüber den Gutachtern nicht einen Tagesablauf
, welchen sie vorwiegend vor dem Fernseher, am Handy oder schlafend/ruhend verbringt. Vielmehr berichtete sie von Übungen mit dem Thera-Band, Haushaltsarbeiten
so
wie
Lesen und Spazieren. Sodann führte sie Hobbys wie Puzzles und Velofahren
(3 km auf ebenem Gelände) an. Ferien, welche sie vor der Begutachtung zuletzt im Juli 2022
hatte
, verbrachte sie mit
B
aden und Laufen. Die 600 Kilometer lange Strecke hatte sie dabei selbständig mit dem Auto zurückgelegt (
Urk.
8/
128/45).
Soweit die Beschwerdeführerin
entgegen dem Gutachten eine Vergesslichkeit vorbringt, habe sie doch anlässlich der Begutachtung drei Begriff
e
sich nicht merken, die Rechenaufgabe nur bis zum ersten Rechtenschritt durchführen und die Monatsnamen nur mit grosser Anstrengung rückwärts aufsagen
können
(
Urk.
1 S. 16),
ist festzuhalten,
dass die Interpretation der erhobenen Befunde durch die ärztlichen Fachpersonen und nicht durch den Rechtsanwender vorzu
nehmen
ist
. Nachdem die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen in der Lage war, die Monatsnamen rückwärts aufzusagen und die Rechenaufgabe teilweise zu lösen, erscheint es zumindest nachvollziehbar, dass die psychiatrische Gutachterin keine Auffälligkeiten feststellen konnte.
Ebenfalls der fachärztlichen Würdigung unterliegt, ob das Verhalten der Beschwerdeführerin im Rahmen der Begutachtung als ungeduldig bzw. gereizt in psychiatrischem Sinne zu beurteilen war.
Nicht gegen die Zuverlässigkeit des (psychiatrischen) Gutachtens spricht sodann, dass im psychiatrischen Teilgutachten lediglich die psychiatrische Dauer
medikation (
Duloxetin
,
Wellbut
r
in
,
Atarax
), nicht aber die analgetische Bedarfs
medikation angegeben wurde (
Urk.
8/
128/4
3
). Dies gilt umso mehr, als im
i
nternistischen Teilgutachten
die
analgetische Bedarfsmedikation
aufgeführt
wurde,
mithin
Einfluss in die
Beurteilung
fan
d
(
Urk.
8/
128/30).
4.3
Nachdem sich aus den bis zur Begutachtung ergangenen Bericht
e
nichts ergibt,
was das
D.___
-Gutachten infrage stellen würde, kann auf dieses abgestellt werden. Es ist daher in Übereinstimmung mit dem Gutachten von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit März 2018 auszugehen. In einer angepassten Tätigkeit bestand ab März 2018 für sechs Monate eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, danach bestand eine 70%ige Arbeitsfähigkeit
.
Zwischen September 2020 und Januar 2021 war
die Beschwerdeführerin
weitergehend ein
geschränkt, wobei die Gutachter in ihrem Gutachten eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit
attestierten
(
Urk.
8/128/10,
Urk.
8/128/57), in der Stellungnahme vom 2
7.
März 2023
jedoch
prä
z
i
si
eren
d
eine 60 bis 80%ige Arbeitsfähigkeit fest
hielten
(
E. 3.3
).
Auf die ergänzende, schlüssige Stellungnahme ist abzustellen
, mithin von einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (v
gl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_730/2012 vom
4.
Juni 2013 E. 4.2
).
RAD-Arzt
Dr.
H.___
ging davon, dass sich die Arbeitsunfähigkeit ab
1.
Februar 2021 (weiterhin) auf 70
%
, ab
1.
April
2021
auf
50
%
und ab
1.
Mai 2021
auf
anhaltend 30
%
belief (E. 3.4). Dies erweist sich
grundsätzlich (vgl. nachstehend E. 4.4)
als schlüssig.
4.4
4.4.1
Zu prüfen bleibt, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin – wie von dieser geltend gemacht –
nach der Begutachtung verschlechtert hat
.
4.4.2
Hierzu ist festzuhalten, dass nicht nachvollziehbar ist, gestützt auf welche Beschwerden bzw. Berichte die Beschwerdeführerin von einer Verschlechterung (bereits) ab Juni 2024
ausge
ht
(
Urk.
1 S. 17)
. So
er
geben
sich insbesondere auch aus den
nach der Begutachtung ergangenen Berichte
n
von
Dr.
E.___
und Dr.
F.___
vom 11.
September 2023
(
E.
3.5
)
und vom
4.
September 2024 (
E. 3.7
)
keine
Hinweise auf
eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin.
Am 1
6.
Oktober 2024 unterzog sich die Beschwerdeführerin einer Magenbypass-Operation, infolge derer Komplikationen auftraten, welche einen mehrwöchigen Spitalaufenthalt zur Folge hatte
n
. Gestützt auf den Austrittsbericht von
dipl.
med.
J.___
und
Dr.
I.___
ergibt sich
zwar
, dass die Beschwerdeführerin in gutem Allgemeinzustand entlassen werden konnte
(vgl. E. 3.8)
.
Dr.
C.___
führte mit Bericht vom 2
3.
Dezember 2024
jedoch
eine psychische Dekompensation
im Zuge der Magenbypass-Operation
m
it anhaltender Labilität, schwergradiger depressiver Grundstimmung und massiver Akzentuierung der Angststörung
an
(E. 3.9)
. Auch wenn es bei der Würdigung des Berichts von
Dr.
C.___
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen gilt, dass behandelnde Fachpersonen
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels
fällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc
)
und gutachterlich keine Angststörung diagn
ostiziert worden war, kann dennoch nicht ausgeschlossen werden
, dass es infolge der Komplikationen im Zusammenhang mit der Magenbypass-Operation zu einer zumindest zwischenzeitlichen Verschlechterung des Gesundheits
zustandes
kam
.
Die Beschwerdegegnerin nahm dazu keine weiteren Abklärungen vor, insbesondere holte sich auch keine Stellungnahme ihres RAD ein.
Der
medizinische Sachverhalt ab Oktober 2024
erweist sich deshalb
als ungenügend abgeklärt.
5.
5.1
Sowohl bei der
erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbemessung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig ein
zustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Ent
scheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pen
sum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungs
aufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungs
verfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungs
recht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_674/2022 vom 15.
Mai
2023 E. 3.2 mit Hinweisen).
5.2
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Massgabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3600 ff. des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], Stand: 1. Januar 2025) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Ein
schränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die An
gaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Ein
schränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_258/2022 vom 14. Dezember 2022 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt mass
gebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
5.3
Dem Abklärungsbericht vom
4.
Juli 2023 (
Urk.
8/134) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin betreffend Qualifikation erklärt habe, bei guter Gesundheit müss
t
e sie ihre Lebensunterhaltskosten selber bestreiten. Bei dem für sie zu erwartenden E
i
nkommen als Hilfsarbeiterin müss
t
e und wollte sie bei guter
Gesundheit einer 100%igen Erwerbstätigkeit nachgehe
n
. Die anwesende Mit
arbeiterin des Sozial
a
mtes erkläre, dass das Sozial
amt
von ihren Klienten erwarte, dass sie
,
so
b
ald das Kind 10 Jahre al
t
sei, Stellenbemühungen im Rahmen von 100
%
vorlegen müssten, in der Hoffnung, dass die Kli
enten von der Sozialhilfe abgelöst werden könn
t
en (
Urk.
8/134/3). Die Abklärungsperson
erklärte zur Qualifikation, weiterhin
sei
nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit einer 100%igen E
r
wer
b
stätigkeit nachgehen würde. Die Beschwerdeführerin habe seit 2011 ihre Restarbeit
sfähigkeit
nicht verwertet und diesbezüglich auch keine Arbeitsversuche/Stellenbemühungen unternommen. Aus medizinischer Sicht bestehe seit März 2018 in einer
der
Behinderung an
gepassten Tätigkeit eine 30%ige Arbeitsfähigkeit. Da die Tochter nun die fünfte Klasse besuche und die Betreuung der Tochter durch schulische und ausserschule Betreuungsmöglichkeiten abgedeckt werden könne, werde die Qualifikation ab Eintritt in die vierte Klasse, als
o
ab August 2021, auf 70
%
Erwerb und 30
%
im Haushalt festgelegt
. Für die Zeit davor sei von einer 50%igen Erwerbstätigkeit und einer 50%igen Tätigkeit im Haushalt auszugehen
(
Urk.
8/134/3-4).
5.4
Die Beschwerdeführerin machte
beschwerdeweise
geltend
(
Urk.
1 S. 7 ff.)
, sowohl im Protokoll
zur
Haushaltsabklärung vom
2
7.
Mai 2019
als auch vom
1
3.
Juni 2023
sei explizit festgehalten, dass sie mitgeteilt habe, dass sich bei guter Gesundheit den Lebensunterhalt von sich und ihrer Tochter selbst bestreiten müsste und daher einer 100%igen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Es sei diskriminierend, wenn Frauen mit Kindern einzig aufgrund ihres Geschlechts von vornherein eine Statusqualifikation aufgezwungen
werde
, welche fern jeglicher Lebensrealität sei. Dies treffe im vorliegenden Fall umso mehr zu, da sie aufgrund ihrer Ausbildung
auf
Jobs mit tiefen Löhnen angewiesen sei, soda
ss
sie not
wendigerweise hochprozentig arbeiten müsste, um den Lebensunterhat für sich und ihre Tochter bestreiten zu können. Spätestens im Jahr 2023 wäre im Übrigen von der Gemeinde erwartet worden, dass sie Stellenbemühungen vorlege.
Die
erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen
bestünden bereits
seit 2010
, weshalb sie
aus gesundheitlichen Gründen nicht habe arbeiten können. Die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeitsbeurteilung könne nicht mit der tat
sächlichen Arbeitsfähigkeit gleichgesetzt werden.
5.5
Gemäss
IK-Auszug (
Urk.
8/135)
erzielte
die Beschwerdeführerin, welche Mutter eines 1996 geborenen Sohnes (
Urk.
8/2/3) und einer 2012 geborenen Tochter ist (
Urk.
8/134)
ist
,
im
1997, das heisst
dem
Jahr nach der Geburt ihres Sohnes, ein Einkommen von Fr. 23'775.--. In der Folge erwirtschaftete sie die folgenden Einkommen: 1998: Fr. 42'253.--, 1999:
Fr.
41'485.--, 2000: Fr. 51'033.--, 2001: Fr. 41'387.--, 2002: Fr. 42'271.--, 2003: Fr. 51'270.--, 2004: Fr. 59'710.--, 2005:
Fr. 60'996.--, 2006: Fr. 65'124.--, 2007: Fr. 51'654.
zuzüglich Fr. 6'126.
Arbeitslosenentschädigung, 2008: Fr. 18'309.
zuzüglich Fr. 4'375.
Arbeitslosenentschädigung, 2009: Fr. 13'472.--, 2010: Fr. 6'864.
zu
z
üglich Fr. 6'010.
Arbeitslosenentschädigung
, 2011: Fr. 9'525.
zuzüglich Fr. 8’947.-- Arbeitslosenentschädigung, 2012: Fr. 5'801.
Mutterschaftsentschädigung und Fr. 2'229.
Arbeitslosen
entschädigung. In den folgenden Jahren ging die Beschwerdeführerin (ebenfalls) keiner Erwerbstätigkeit nach. Aus den genannten Einkommen ist zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren nach der Geburt ihres 1996 geborenen Sohnes wieder in hohem Pensum
erwerbstätig war
. Ab dem Jahr 2008
ging
die Beschwerdeführerin – welche teilweise arbeitslos war –
jedoch
nur noch in einem niedrigen Pensum
einer Erwerbstätig
keit
nach
. Seit der Geburt ihrer Tochter im Jahr 2012
ist sie
gar
nicht mehr erwerbstätig
.
Soweit die Beschwerdeführerin die
reduzierte Erwerbstätigkeit mit seit 2010 bestehenden gesundheitlichen Problemen begründet, ist
darauf hinzuweisen
, dass
sie
bereits im Jahr 2008 einer reduzierten Erwerbstätigkeit nachging. Im Jahr
2010
meld
ete sie sich
zwar erstmals bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungs
bezug an
(
Urk.
8/3).
Die Beschwerdegegnerin
wies mit Verfügung vom
3.
Januar 2011 das Leistungsbegehren
jedoch ab
(
Urk.
8/17).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich dabei unter anderem auf einen Bericht des behandelnden Psychiaters Dr.
C.___
, welcher der Beschwerdeführerin nach einer 60%igen Arbeits
unfähigkeit vom 2
8.
Januar bis 3
1.
Mai 2010 ab
1.
Juni 2010 sowohl in der an
gestammten als auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine 100%igen Arbeitsfähigkeit attestiert hatte (
Urk.
8/13). Im J
uni 2014 meldete sich
die Beschwerde
führerin
erneut bei
Beschwerdegegnerin
zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/24).
M
it Verfügung vom 24. November 2014
wies die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren
jedoch
wiederum
ab
, wobei
sie
von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit ausging
(
Urk.
8/
37).
Im aktuellen Abklärungs
verfahren wurde von RAD-Arzt
Dr.
H.___
eine seit
2010
bestehende
30%ige Arbeitsunfähigkeit
postuliert (vgl. E. 3.4)
.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Behauptung der Beschwerdeführerin, sie sei seit 2010 aus gesundheitlichen Gründen
praktisch k
einer Erwerbstätigkeit nachgegangen, im Widerspruch zu den ärztlichen Feststellungen steht.
Aus der Tatsache, dass das Sozialamt a
b
dem Alter von 10 Jahren des jüngsten Kindes Stellenbemühungen im Rahmen von 100
%
verlangt
, kann die Beschwerdeführerin
zudem
keine höhere als die von der Beschwerdegegnerin anerkannte Arbeitstätigkeit
im Gesundheitsfall
ableiten (
v
gl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_133/2019 vom 2
0.
August 2019 E. 4.3.1)
, ging
die Beschwerdeführerin
doch trotz Bezug von wirts
c
h
a
ftlicher
Hilf
e seit dem Jahr
2013 (
Urk.
8/134
/2
) keiner
Erwerbstätigkeit
nach, obwohl ihr dies aus gesund
heitlicher Sicht möglich
und trotz Betreuungspflichten auch zumutbar gewesen wäre.
Nicht nachvollziehbar ist das Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie werde im Rahmen der S
t
atusqualifikation als Frau disk
r
iminiert (
Urk.
1 S. 8), wird ihr doch gerade aufgrund ihrer S
t
ellung als Mutter eine Arbeitstätigkeit im Gesundheitsfall
angerechnet
, obwohl sie bereits vor der Geburt ihrer Tochter nicht mehr arbeits
tätig war und seit der Geburt im Jahr 2012 keine Erwerbstätigkeit mehr ausgeübt hat.
Nach dem Gesagten erweist sich die von der
Abklärungsperson bzw. der
Beschwerdegegnerin vorgenommene Qualifikation der Beschwerdeführerin als im Gesundheitsfall zu 50
%
bzw. ab August 2021 als zu 70
%
erwerbstätig als
schlüssig
.
6.
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf
die
Abklärungsbericht
e
betreffend Ab
klärungen vom 2
7.
Mai 2019 (
Urk.
8/70) und
vom
1
3.
Juni 2023
(
Urk.
8/134) da
von aus, dass die Beschwerdeführerin im Haushalt zu
12,6
%
bzw.
22,2
%
ein
geschränkt sei. Diese Beurteilung wird von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht infrage gestellt (
Urk.
1)
.
7
.
7
.1
Zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen.
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungs
erlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
Im Rahmen von Revisionsverfahren ist der Zeitpunkt der Anpassung des Renten
anspruchs massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_486/2019 vom 18. September 2019 E. 7.4).
Wie dargelegt (E. 1.1), ist der frühestmögliche
hypothetische Rentenbeginn im August 2019
(
Art.
29
Abs.
1 IVG)
.
7
.2
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu
(vgl. E. 1.5)
.
Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich
jedoch
deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen «Prozentvergleich» dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1).
Wie dargelegt, ging die Beschwerdeführerin
, welche über keine Ausbildung ver
fügt,
seit mehreren Jahren keiner E
r
we
r
bstätigkeit mehr nach. Es erweist sich da
her als rechtens, dass die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen gestützt die die LSE
berechnet hat, wobei das Einkommen von Frauen, welche einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerkli
c
her Art ausüben, massgebend ist (
T
abelle TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1
)
.
Die Beschwerdeführerin kann eine gut strukturiert
e
und planbare, ruhige und überblickbare, körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit wenigen Stressoren und mit geringem Zeitdruck, ohne besondere Anforderung an Kommunikationsfähigkeit, emotionale Belastbarkeit und ohne Nachtschicht in einem Pensum von 70
%
ausüben. Da sie
seit dem Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns keine Erwerbstätigkeit ausübt, ist auch das Invalideneinkommen gestützt auf den Tabellenlohn der LSE zu berechnen, wobei wiederum das Ein
kommen von
Frauen
des Kompetenzniveaus 1 gemäss der Tabelle TA1_tirage_skill_level massgebend ist.
Entgegen der Beschwerdegegnerin ist vom gestützt auf den Tabellenlohn zu berechnenden Invalideneinkommen
jedoch
ein behinderungsbedingter Abzug vorzunehmen
, ist die Beschwerde
führerin
doch auch in der Ausübung einer leichten Tätigkeit
erheblich
eingeschränkt. Unter Berücksichtigung aller somatischer und psychischer Einschränkungen
und in An
betracht der Tatsache, dass die 30%ige Arbeitsunfähigkeit als solche statistisch keine Einkommenseinbusse zur Folge hat (vgl. die Tabelle
M
onatlicher Bruttolohn
[
Zentralwert
]
nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht - Privater und öffentlicher Sektor zusammen [T18]
, Frauen ohne Kaderfunkti
on)
,
ist ein leidensbedingter Abzug von 10
%
vorzunehmen
(
vgl. zum Ganzen Meyer/Reichmuth,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
4.
Auflage 2022,
Art.
28a
Rz
. 105
ff.
).
7.3
Bei einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit
resultiert unter Anrechnung
eines Abzugs
vom Tabellenlohn
von 10
%
für den Erwerbsbereich ein Invaliditätsgrad von 37
% ([100
%
- 70
%
x 0,9
] :
100
%
) bzw. gewichtet von 18,5
%
(37
%
x 0,5)
.
Unter Berücksichtigung der Einschränkung
im Aufgabenbereich von
12,6
%
ergibt sich
ein Invaliditätsgrad von insgesamt
24,8
%
(18,5
%
+
12,6
%
x 0,5). Die Beschwerdeführerin hat daher ab August 2019 keinen Rentenanspruch.
7.4
Ab September 2020 war die Beschwerdeführerin
in einer angepassten Tätigkeit nur noch zu 30
%
arbeitsfähig
(E. 4.3)
.
Diese Änderung ist ab sofort zu berück
sichtigen, da das Wartejahr (
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG) angesichts der seit 2
0
18
bestehenden vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin (vgl.
Urk.
8/128/70) bereits abgelaufen war
.
Nachdem Frauen, welche im Jahr 2020 Tätigkeiten ohne Kaderfunktion in einem Pensum von 30
%
ausübten, aufgerechnet auf ein 100%-Pensum nur 2,7
%
([Fr. 5'787.-- - Fr. 5'633.--] : Fr. 5'787.--) weniger verdienten als die Gesamtheit aller Frauen, welche Tätigkeiten ohne Kaderfunktion ausübten, mithin sogar mehr verdienten als Frauen, welche Vollzeit Arbeitstätigkeit waren (vgl. die Tabelle M
onatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht - Privater und öffentlicher Sektor zusammen [T18], Frauen ohne Kaderfunktion
)
,
besteht kein Anlass
,
einen höhere
n als einen 10%igen
Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen. Ab
September
ergibt sich so
für den Erwerbs
bereich ein Invaliditätsgrad von 73
%
(
[100
%
- 30
%
x 0,
9
] :
100
%
)
bzw. gewichtet
von
36,5
%
. Unter Berücksichtigung der Einschränkung im Haushalt von
22,2
%
resultiert
ein Invaliditätsgrad von
47,5
%
(3
6
,
5
%
+
22,2
%
0,5)
, wes
halb die Beschwerdeführerin ab
September
2020
Anspruch eine
Viertelsrente
hatte.
Nachdem die
70
%ige Erwerbsunfähigkeit bis
März
2021 andauerte
(E. 4.3) und die Beschwerdeführerin ab April 2021 wieder zu 50
%
arbeitsfähig war,
bestand
ab Juli 2021 kein Rentenanspruch mehr ([100
%
- 50
%
x 0,9
] :
100 x 0,5 + 22,2
%
x 0,5 = 38,6
%
;
Art.
88a
Abs.
1 IVV).
7.5
Ab August 2021
ist
die Beschwerdeführerin - wie dargelegt
(E. 5.5)
– als im Gesundheitsfall zu 70
%
erwerbstätig zu qualifizieren. Es ist deshalb ein neuer Einkommensvergleich vorzunehmen. Bei einer
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
von 70
%
betrug der Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich
37
%
(100
%
- 70
%
x 0,9)
bzw.
gewichtet
25,9
%
(37
%
x 0,7)
. Unter Berücksichtigung der Ein
schränkung im Haushalt von 22,2
%
bzw.
gewichtet
von
6,66
%
(22,2
%
x 0,3), ergibt
sich ein Invaliditätsgrad von
32,56
%
(25,9
%
+ 6,66
%
)
. Die Änderung der Qualifikation
per August 2021
begründete daher keinen (neuen) Rentenanspruch.
8.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin vom
1.
September
2020 bis am 3
0.
Juni
2021 Anspruch
auf eine
Viertelsrente
hatte
.
Bis am 30.
November 2020 bzw. ab dem
1.
Juli
2021 besteht
demgegenüber
kein Rentenanspruch. Für die Zeit ab Oktober 2024 erweist sich der rechtserhebliche Sachverhalt als
ungenügend ab
ge
klärt, weshalb die Sache an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen ist, damit sie
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin ab Oktober 2024 rechtsgenügend abklärt und hernach über den Leistungsanspruch ab diesem Zeitpunkt neu entscheidet.
Die Beschwerde ist in dem Sinne teilweise gutzuheissen.
9.
9.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt. Vorliegend ist die Kostenpauschale auf
Fr.
800.-- festzu
setzen. Die Kosten sind aufgrund des teilweisen Obsiegens der Beschwerde
führerin zu einem
Viertel
der Beschwerdegegnerin und zu
drei Vierteln
der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Nachdem der Beschwerdeführerin mit Ver
fügung vom 1
8.
März 2025 die unentgeltliche Prozessführung gewährt
wurde
(
Urk.
9), sind die ihr auferlegten Gerichtskosten einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
9.2
Nach § 34 Abs. 1
des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Höhe der gericht
lich festzusetzenden Entschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Als weitere Bemessungs
kriterien nennt
§
7
der
Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht
(
GebV
SVGer
)
den Zeit
aufwand und die Barauslagen.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Stephanie C. Elms, machte mit Honorarnote vom 2
8.
März 2025 (
Urk.
12) einen zeitl
i
chen Aufwand von 10 Stunden und B
a
rauslagen von Fr. 84.
geltend. Dieser Aufwand erweist sich der Streitsache als angemessen. Bei einen gerichts
üblichen Stundenansatz für unentgeltliche R
e
chtsvertret
er
innen
von Fr. 220.
ergibt sich ein Entschädigungsanspruch von Fr. 2'469.-- ([10 x Fr. 220.-- + Fr. 84.
] x 1,081). Diese Entschädigung ist im Umfang von einem
Viertel (Fr. 617.25) durch die Beschwerdegegnerin und zu drei Vierteln (Fr. 1'851.75) aus der Gerichtskasse auszurichten.
Die Beschwerdeführerin ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Auslagen für die Vertretung ver
pflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, dass
in Aufhebung der
an
gefochtene
n
Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle,
vom
1
4.
November 2024 festgestellt wird, dass die Beschwerdeführerin vom 1.
September
2020 bis am 3
0.
Juni
2021 Anspruch auf eine
V
iertelsrente
hat und es wird die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen, damit sie nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin ab Oktober 2024 neu entscheide. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen
.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdeführerin zu drei Vierteln sowie der Beschwerdegegnerin zu einem Viertel
auferlegt.
Zufolge Gewährung der unentgelt
lichen Prozessführung werden die
der Beschwerdeführerin
auferlegten Kosten von
Fr.
600
.-- einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Stephanie C. Elms, Zug,
eine reduzierte Partei
entschädigung von
Fr.
617
.
25
(inkl. Barauslagen und MWST) zu bezahlen.
Im weitergehenden Umfang wird
die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Stephanie C. Elms, Zug,
mit
Fr.
1'851.75
(inkl. Bar
auslagen und MWST) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Stephanie C. Elms
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstWyler