# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77405af5-f6f7-58e4-b7e5-b356ae4c5127
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 07.12.2016 SB160072
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160072_2016-12-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB160072-O/U/cwo 
 
Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und 

lic. iur. B. Gut sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Bussmann 

 

Urteil vom 7. Dezember 2016 
 

in Sachen 

 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. M. Stammbach,  

Anklägerin und I. Berufungsklägerin 

 
gegen 

 
1. A._____,  

Beschuldigte und II. Berufungsklägerin sowie Anschlussberufungsklägerin, 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____ 
2. B._____,  

Beschuldigte und Berufungsbeklagte 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend  
Mord etc. und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, I. Abteilung, vom  
27. November 2015 (DG150023) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 10. Juni 

2015 (Urk. 67), sowie die Eventualanklage vom 1. November 2015 (Urk. 197) und 

die Zusatzanklage vom 4. November 2015 (Urk. 206) sind diesem Urteil beige-

heftet.  

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 280 S. 137 ff.) 

"1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig 
- des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB; 

- des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB; 

- des gewerbsmässigen Diebstahles im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Art. 139 
Ziff. 2 StGB betreffend die ND 1, ND 2, ND 3 und ND 6. 

2. Die Beschuldigte A._____ wird vom Vorwurf des Diebstahles betreffend die ND 7, 

ND 9 und ND 10 freigesprochen. 

3. Die Beschuldigte B._____ ist schuldig 

- des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB; 
- des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB; 

- des mehrfachen Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 
aSVG. 

4. Die Beschuldigte B._____ wird vom Vorwurf des Diebstahls im Sinne von Art. 139 

StGB gemäss Zusatzanklage vom 4. November 2015 (act. 206) freigesprochen. 

5. Die Beschuldigte A._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren, wo-

von bis und mit heute 747 Tage durch Untersuchungshaft sowie vorzeitigen Straf-

vollzug erstanden sind. Die Freiheitsstrafe der Beschuldigten A._____ wird voll-

zogen. 

6. Die Beschuldigte B._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 10 ½ Jahren, 

wovon bis und mit heute 730 Tage durch Untersuchungshaft sowie vorzeitigen Straf-

vollzug erstanden sind. Die Freiheitsstrafe der Beschuldigten B._____ wird voll-

zogen.  

7. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri/Bremgarten vom 16. Januar 2013 

über die Beschuldigte B._____ bedingt ausgefällte Geldstrafe von 15 Tagessätzen 

zu Fr. 30.– wird widerrufen. 

-   3   - 

8. Die Beschuldigte A._____ wird verpflichtet, Fr. 100.– Schadenersatz an die Privat-

klägerin C._____ zu bezahlen. 

9. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin D._____ wird abgewiesen. 

10. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin E._____ wird im Umfang von 

Fr. 1'650.– gutgeheissen, im Mehrbetrag von Fr. 1'500.– (die Uhr betreffend) auf den 

Zivilweg verwiesen und im Umfang von Fr. 600.– (den Siegelring betreffend) abge-

wiesen. 

11. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 25. April 2014 

(Ordner 14, act. 54/1/1) beschlagnahmte Flasche Tramadol-Mepha (SK …; Aufbe-

wahrungsort: Gerichtskasse des Bezirksgerichts Horgen) wird eingezogen und nach 

Rechtskraft des Urteils der Gerichtskasse des Bezirksgerichts Horgen zur Vernich-

tung überlassen. 

12. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 5. Mai 2014 

(Ordner 14, act. 54/2/1) bzw. vom 2. September 2014 (Ordner 14, act. 54/6/1) bzw. 

vom 1. September 2014 (Ordner 14, act. 55/8/2) beschlagnahmten Gegenstände 

(Aufbewahrungsort: Gerichtskasse des Bezirksgerichts Horgen) werden den Hinter-

bliebenen der Geschädigten †F._____ nach Rechtskraft des Urteils auf erstes Ver-

langen herausgegeben: 

- 1 silberfarbene Armbanduhr (IWC) (SK …) 

- 1 Armreif (vergoldet) (SK …) 
- 1 Fingerring mit 18 Brillanten (SK …) 

- 1 blattförmige Brosche mit 5 Brillanten (SK …) 

- 1 Kette mit Kristalltropfen (SK …) 

- 1 Armband (silber/goldig) (SK …) 

- 1 silberne Halskette mit Kreuz (SK …) 

- 1 goldene Halskette mit Herz (SK …) 

- 1 Bankkundenkarte CS, lautend auf F._____ (SK …) 
- 1 Radio SAILOR Concerto 1 (SK …) 

 Als Hinterbliebene der Geschädigten †F._____ gelten: 

- G._____, geb. tt. September 1923, von H._____ ZH und Zürich ZH 

- I._____, geb. tt. Februar 1947, von … UR und H._____ ZH 
- J._____, geb. tt. Juni 1950, von … UR und H._____ ZH 

- K._____, geb. tt. Juni 1945, von H._____ ZH und … SG 

-   4   - 

Verlangen die Hinterbliebenen der Geschädigten †F._____ nicht bis spätestens 

3 Monate nach Rechtskraft des Urteils die Gegenstände heraus, werden sie einge-

zogen und der Gerichtskasse des Bezirksgerichts Horgen zur gutscheinenden Ver-

wendung überlassen. 

13. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 11. Juni 2014 

(Ordner 14, act. 54/3/1) beschlagnahmten Gegenstände (Aufbewahrungsort: Ge-

richtskasse des Bezirksgerichts Horgen) sind der Beschuldigten B._____ nach 

Rechtskraft des Urteils herauszugeben: 

- 1 Mobiltelefon Samsung GT … weiss (SK …) 

- 1 iPad 3, weiss (SK …)  
- 1 Navigationsgerät … (SK …)  

- 1 externe Harddisc (SK …) 

- 1 HP Pavillon dv7 (SK …) 

14. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 10. Juni 2014 

und 17. September 2014 (Ordner 14, act. 54/7/1) bzw. vom 1. September 2014 

(Ordner 14, act. 54/4/1) beschlagnahmten Gegenstände (Aufbewahrungsort: Ge-

richtskasse des Bezirksgerichts Horgen) sind der Beschuldigten A._____ nach 

Rechtskraft des Urteils herauszugeben: 

- 1 Plastiksäckchen verknotet (SK …) 
- 5 Taschenlampen (SK …) 

- 1 Mobiltelefon iPhone 5 (A._____) (SK…) 

15. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 1. September 

2014 (Ordner 14, act. 54/5/1) beschlagnahmte Schlüssel (Aufbewahrungsort: Ge-

richtskasse des Bezirksgerichts Horgen) ist dem Alterszentrum L._____ nach 

Rechtskraft des Urteils herauszugeben: 
- 1 Schlüssel KESO … (SK …) 

16. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV vom 25. November 2011 

(Ordner 14, act. 54/8/1) beschlagnahmten Gegenstände (Aufbewahrungsort: Ge-

richtskasse des Bezirksgerichts Horgen) werden eingezogen und nach Rechtskraft 

des Urteils der Gerichtskasse zur gutscheinenden Verwendung überlassen. Ein all-

fälliger Verwertungserlös wird zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet: 

- 1 Armbanduhr Marke Diesel (SK …) 

- 1 Fingerring mit Brillanten (SK …) 

-   5   - 

17. Der amtliche Verteidiger der Beschuldigten B._____, Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

wird für seine Bemühungen und Auslagen (unter Berücksichtigung der am 24. April 

2014 erfolgten Akontozahlung in der Höhe von Fr. 9'000.–) mit Fr. 39'654.45 (inkl. 

Fr. 3'604.05 Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

18. Der amtliche Verteidiger der Beschuldigten A._____, Rechtsanwalt MLaw X._____, 

wird für seine Bemühungen und Auslagen mit Fr. 26'522.30 (inkl. Fr. 1'964.60 Mehr-

wertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

19. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 22'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 
Fr. 60'000.–   Gebühr Vorverfahren 

Fr. 28'790.70   Auslagen Vorverfahren 
Fr. 12'840.–   Psychiatrisches Gutachten B._____ 
Fr. 22'642.90   Psychiatrisches Gutachten A._____ 
Fr. 375.–   Entschädigung Dolmetscher M._____ (Vorverfahren) 
Fr. 50.–   Entschädigung Zeuge N._____ 
Fr. 100.–   Entschädigung Zeuge Dr. med. O._____ 
Fr. 300.–   Entschädigung Zeuge Dr. med. P._____ 
Fr. 1'598.85   Entschädigung Sachverständiger Zeuge Dr. med. Q._____ 

Fr. 3'400.–   Entschädigung Sachverständige Zeugen  
  Prof. Dr. med. R._____ und Dr. med. S._____ 

 Fr. 1'070.–   Entschädigung Sachverständiger Zeuge Dr. med. T._____ 
Fr. 48'654.45   Entschädigung RA Y._____ 
Fr. 26'522.30   Entschädigung RA X._____ 
Fr. 13'132.80   Entschädigung RA Z._____ 
Fr. 241'477.–   Total 

 Weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

20. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen die 

Kosten für die Erstellung des jeweiligen psychiatrischen Gutachtens und der amtli-

chen Verteidigung, werden den Beschuldigten je hälftig auferlegt. Die Kosten der 

psychiatrischen Begutachtung und der amtlichen Verteidigung werden den jeweils 

betroffenen Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen wer-

den einstweilen auf die Gerichtskasse genommen, wobei die Nachforderung gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten bleibt. 

 

-   6   - 

21. Die von der Beschuldigten A._____ zu tragenden Kosten stellen sich wie folgt zu-

sammen: 

Fr. 11'000.–   Hälfte Gerichtskosten 
Fr. 30'000.–   Hälfte Kosten Vorverfahren 

Fr. 14'395.35   Hälfte Auslagen Vorverfahren 
Fr. 22'642.90   Psychiatrisches Gutachten A._____ 
Fr. 375.–   Entschädigung Dolmetscher M._____ (Vorverfahren) 
Fr. 25.–   Hälfte Entschädigung Zeuge N._____ 
Fr. 50.–   Hälfte Entschädigung Zeuge Dr. med. O._____ 
Fr. 150.–   Hälfte Entschädigung Zeuge Dr. med. P._____ 
Fr. 799.45   Hälfte Entschädigung Sachverständiger Zeuge Dr. med. Q._____ 

Fr. 3'400.– 
  Entschädigung Sachverständige Zeugen 
  Prof. Dr. med. R._____ und Dr. med. S._____ 

 Fr. 26'522.30   Entschädigung RA X._____ 
Fr. 13'132.80   Entschädigung RA Z._____ 
Fr. 122'492.80   Total 

22. Die von der Beschuldigten B._____ zu tragenden Kosten stellen sich wie folgt zu-

sammen: 

Fr. 11'000.–   Hälfte Gerichtskosten 
Fr. 30'000.–   Hälfte Kosten Vorverfahren 

Fr. 14'395.35   Hälfte Auslagen Vorverfahren 
Fr. 12'840.–   Psychiatrisches Gutachten B._____ 
Fr. 25.–   Hälfte Entschädigung Zeuge N._____ 
Fr. 50.–   Hälfte Entschädigung Zeuge Dr. med. O._____ 
Fr. 150.–   Hälfte Entschädigung Zeuge Dr. med. P._____ 
Fr. 799.45   Hälfte Entschädigung Sachverständige Zeugen Dr. med. Q._____ 
Fr. 1'070.–   Entschädigung Sachverständiger Zeuge Dr. med. T._____ 
Fr. 48'654.45   Entschädigung RA Y._____ 
Fr. 118'984.25   Total 

23. (Mitteilungen) 

24. (Rechtsmittel)" 

-   7   - 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 10 ff.) 

a) Der Verteidigung der Beschuldigten A._____: 

 (Urk. 341 S. 46) 

1. Frau A._____ sei von den Vorwürfen des Mordes gemäss Art. 112 

StGB sowie des Raubes gemäss Art. 140 StGB und der fahrlässigen 

Tötung gemäss Art. 117 StGB freizusprechen. 

2. Eventualiter sei Frau A._____ von den Vorwürfen des Mordes gemäss 

Art. 112 StGB und der fahrlässigen Tötung gemäss Art. 117 StGB frei-

zusprechen und wegen Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB zu verurteilen. 

3. Frau A._____ sei von den Vorwürfen des einfachen Diebstahls im Sin-

ne von Art. 139 Abs. 1 StGB wie auch des gewerbsmässigen Dieb-

stahls gemäss Art. 139 Abs. 2 StGB freizusprechen.  

4. Eventualiter sei Frau A._____ von den Vorwürfen des gewerbsmässi-

gen Diebstahls gemäss Art. 139 Abs. 2 StGB freizusprechen und we-

gen einfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Abs. 1 StGB zu verur-

teilen. 

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates.  

b) Der Verteidigung der Beschuldigten B._____ 

(Urk. 342 S. 2 f.) 

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen, I. Ab-

teilung, vom 27. November 2015 bezüglich der Dispositivziffer 3 

(Schuldsprüche betreffend Mord im Sinne von Art. 112 StGB, Raub im 

Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB und mehrfaches Fahren in fahrunfähi-

gem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 aSVG), Dispositivziffer 4 

(Freispruch vom Vorwurf des Diebstahls gemäss Zusatzanklage vom 

4. November 2015), Dispositivziffer 7 (Widerruf der mit Strafbefehl der 

-   8   - 

Staatsanwaltschaft Muri/Bremgarten vom 16. Januar 2013 bedingt 

ausgefällten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 30.–), Dispositiv-

ziffer 13 (Herausgabe der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des 

Kantons Zürich vom 11. Juni 2014 beschlagnahmten Gegenstände), 

Dispositivziffer 17 (Entschädigung der amtlichen Verteidigung) und 

Dispositivziffer 19, 20 und 22 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft er-

wachsen ist.  

2. Die Beschuldigte B._____ sei von der Anklage des qualifizierten Rau-

bes im Sinne von Art. 140 Ziff. 4 StGB freizusprechen. Ebenso von der 

Anklage des qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 3 Abs. 3 

StGB. 

3. Die Beschuldigte B._____ sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 

10 ½ Jahren, wovon bis und mit heute (7. Dezember 2016) 1'106 Tage 

durch Untersuchungshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden 

sind. 

4. Die Freiheitsstrafe der Beschuldigten B._____ sei zu vollziehen. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien hinsichtlich der Beschuldig-

ten B._____ auf die Staatskasse zu nehmen.  

c) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 340 S. 1 f.) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 27. November 2015 sei 

grundsätzlich zu bestätigen, mit folgenden Ausnahmen 

2. Dispositiv Ziff. 1 – Schuldspruch Raub: Die Beschuldigte A._____ sei 

schuldig zu sprechen im Sinne von Art. 140 Ziff. 4 StGB 

3. (Eventualantrag) Dispositiv Ziff. 1 – Schuldspruch Raub: Die Beschul-

digte A._____ sei eventualiter schuldig zu sprechen im Sinne von 

Art. 140 Ziff. 3 Abs. 3 StGB 

-   9   - 

4. Die Beschuldigte A._____ sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 

18 Jahren (Dispositiv Ziff. 5) 

5. Dispositiv Ziff. 3 – Schuldspruch Raub: Die Beschuldigte B._____ sei 

schuldig zu sprechen im Sinne von Art. 140 Ziff. 4 StGB 

6. (Eventualantrag) Dispositiv Ziff. 3 – Schuldspruch Raub: Die Beschul-

digte B._____ sei eventualiter schuldig zu sprechen im Sinne von 

Art. 140 Ziff. 3 Abs. 3 StGB 

7. Die Beschuldigte B._____ sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 

15 Jahren (Dispositiv Ziff. 5) 

d) Der Privatklägerschaft: 

keine Anträge 

Erwägungen: 

I. Prozessverlauf    

1. Untersuchung und Anklage 

Am 10. November 2013 wurde †F._____, geb. tt. August 1925, tot in ihrer Woh-

nung in der Alterssiedlung L._____ in H._____ aufgefunden (Urk. 1/1). Da die To-

desursache unklar war, wurde die Kantonspolizei Zürich eingeschaltet (Urk. 1/2). 

Am 11. November 2013 wurde U._____ am Zollamt in Kreuzlingen kontrolliert, 

wobei im Fahrzeug eine verbotene Waffe und in den Effekten eine Bankkarte der 

Geschädigten †F._____ sichergestellt wurden. Nachdem U._____ zunächst an-

gab, die Karte gehöre seiner Grossmutter, gestand er kurze Zeit später ein, dass 

diese Bankkarte einer Frau aus dem Altersheim gehöre (Urk. 1/3). In der Folge 

stellte sich heraus, dass die Freundin von U._____, die Beschuldigte (A'._____) 

A._____, in der Alterssiedlung L._____ arbeitete, weshalb sie in den polizeilichen 

Ermittlungsfokus geriet. Nach umfangreicher Untersuchung erhob die Staatsan-

waltschaft IV des Kantons Zürich am 10. Juni 2015 Anklage gegen die Beschul-

-   10   - 

digte A._____ und die Beschuldigte B._____ wegen Mordes, Raubes, gewerbs-

mässigen Diebstahls (A._____) und Fahrens in fahrunfähigem Zustand (B._____) 

beim Bezirksgericht Horgen (Urk. 67). Am 1. November 2015 wurde die Anklage 

im Sinne einer Eventualanklage auf fahrlässige Tötung ergänzt (Urk. 197) und am 

4. November 2015 erfolgte eine Zusatzanklage betreffend Diebstahl zulasten der 

Beschuldigten B._____ (Urk. 206).  

2. Erstinstanzliches Verfahren 

Das Bezirksgericht Horgen verurteilte die Beschuldigte A._____ mit oben 

im Dispositiv aufgeführtem und gleichentags mündlich eröffnetem Urteil vom 

27. November 2015 wegen Mordes, Raubes und gewerbsmässigen Diebstahls, 

die Beschuldigte B._____ wegen Mordes, Raubes und mehrfachen Fahrens in 

fahrunfähigem Zustand (Urk. 280 S. 137 ff.; Prot. I S. 69). Es bestrafte sie mit 

13 Jahren (A._____) bzw. 10 1/2 Jahren (B._____) Freiheitsstrafe.  

3. Berufungsverfahren 

3.1. Berufungsanmeldungen 

Gegen das Urteil meldeten die Staatsanwaltschaft am 1. Dezember 2015 (Post-

stempel 30. November 2015; Urk. 262) und die Beschuldigte A._____ am 

7. Dezember 2015 (Poststempel 4. Dezember 2015) Berufung an (Urk. 266). Die 

Mitbeschuldigte B._____ meldete keine Berufung an. Das begründete Urteil wur-

de den Parteien am 3. Februar 2016 zugestellt (Urk. 278/1-3). 

Die Berufungserklärung des Verteidigers der Beschuldigten A._____ ging hierorts 

am 16. Februar 2016 (Urk. 281), die beiden Berufungserklärungen der Staats-

anwaltschaft am 22. Februar 2016 (Poststempel 19. Februar 2016) ein, beide so-

mit rechtzeitig innert der 20-tägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO (Urk. 287 und 

289). Innert der mit Verfügung vom 4. März 2016 angesetzten 20-tägigen Frist er-

klärte der amtliche Verteidiger der Beschuldigten A._____ mit Eingabe vom 

7. März 2016 Anschlussberufung, wobei er dieselben Anträge in der Sache stellte 

wie in seiner Berufungserklärung (Urk. 293).  

 

-   11   - 

3.2. Beweisanträge der Beschuldigten 

Der Verteidiger der Beschuldigten A._____ stellte den Antrag, es sei ein Obergut-

achten zum Autopsiegutachten sowie ein Glaubhaftigkeitsgutachten über die Mit-

beschuldigte B._____ zu erstellen (Urk. 289 und Urk. 293). Ebenso wurde eine 

Rekonstruktion der Tat beantragt. Die Staatsanwaltschaft nahm dazu am 11. April 

2016 Stellung (Urk. 303), worauf die Verteidigung von A._____ mit Eingabe vom 

14. April 2016 replizierte (Urk. 305). Die Beweisanträge wurden mit Verfügung 

vom 20. Juni 2016 einstweilen abgewiesen mit der Begründung mangelnder Not-

wendigkeit (Urk. 320). Anlässlich der Berufungsverhandlung erneuerte der Vertei-

diger der Beschuldigten A._____ die gestellten Beweisanträge (vgl. nachstehende 

Erw. II. 4). 

3.3. Sicherheitshaft 

Die Beschuldigte A._____ wurde am 11. November 2013 verhaftet (Urk. 61/1). 

Auf ihr Gesuch hin war sie vom 2. April 2014 bis zum 23. Dezember 2014 im vor-

zeitigen Strafvollzug, danach wieder in Untersuchungs- und Sicherheitshaft 

(Urk. 61/8/1 und Urk. 61/12/1). Die Beschuldigte B._____ wurde am 

28. November 2013 in Haft genommen und befindet sich seit dem 25. November 

2014 im vorzeitigen Strafvollzug (Urk. 62/2 und Urk. 62/13/1).  

Mit Verfügung vom 3. Mai 2016 wurden der Staatsanwaltschaft und der Beschul-

digten A._____ Frist angesetzt, um zur Fortdauer der Sicherheitshaft Stellung zu 

nehmen (Urk. 309). Mit Verfügung vom 20. Mai 2016 wurde die Fortdauer 

der Sicherheitshaft für A._____ bis zum Entscheid der Berufungsinstanz über die 

Anklage angeordnet (Urk. 314).  

3.4. Zur Berufungsverhandlung am 7. Dezember 2016 erschienen die Beschul-

digten in Begleitung ihrer amtlichen Verteidiger sowie der Vertreter der Staats-

anwaltschaft (Prot. II S. 10). Die Beschuldigte A._____ liess vorgängig am 

18. November 2016 (eingegangen am 21. November 2016) eine 22-seitige schrift-

liche Stellungnahme zum Anklagevorwurf einreichen und mitteilen, dass sie an 

der Berufungsverhandlung keine weiteren Aussagen zum Sachverhalt machen 

werde (Urk. 329 und Urk. 331). 

-   12   - 

II. Umfang der Berufungen 

1. Beschuldigte 

Die Verteidigung der Beschuldigten A._____ verlangt einen Freispruch vom Vor-

wurf des Mordes, des Raubes und des gewerbsmässigen Diebstahls (Urk. 281 

S. 2; Prot. II S. 10). Die Verteidigung der Beschuldigten B._____ beantragt die 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils, soweit es sie betrifft (Prot. II S. 11). Die 

Anschlussberufung der Beschuldigten A._____ deckt sich inhaltlich mit den An-

trägen in der Berufungserklärung, weshalb ihr keine selbständige Bedeutung zu-

kommt (Urk. 293, Prot. II S. 16). 

2. Staatsanwaltschaft 

Die Staatsanwaltschaft erachtet den Tatbestand des qualifizierten Raubes im 

Sinne von Art. 140 Ziff. 4 StGB für gegeben (Lebensgefahr, schwere Körper-

verletzung oder grausame Behandlung). Entsprechend verlangt sie für beide Be-

schuldigten einen Schuldspruch im Sinne von Art. 140 Ziff. 4 StGB anstelle des 

Grundtatbestands von Art. 140 Ziff. 1 StGB (Urk. 289, Prot. II S. 12). Im Sinne ei-

nes Eventualantrages verlangt sie die Verurteilung der Beschuldigten nach 

Art. 140 Ziff. 3 Abs. 3 StGB (Prot. II S. 12). Weiter verlangt sie höhere Strafen, 

nämlich 18 Jahre für die Beschuldigte A._____ und 15 Jahre für die Beschuldigte 

B._____, anstelle der von der Vorinstanz ausgesprochenen 13 und 10 1/2 Jahre 

(Urk. 287 und 289, Prot. II S. 12).  

3. Nicht angefochtene Punkte des vorinstanzlichen Urteils 

Die Berufung hat gemäss Art. 402 StPO im Umfang der Anfechtung aufschieben-

de Wirkung. Dementsprechend ist das vorinstanzliche Urteil im nicht angefochte-

nen Teil rechtskräftig. Es ist somit festzuhalten, dass das vorinstanzliche Urteil in 

Bezug auf die Dispositivziffer 2 (Freispruch von A._____ vom Vorwurf des Dieb-

stahls betreffend ND 7, ND 9 und ND 10), Dispositivziffer 3 alinea 1 und alinea 3 

(Schuldspruch B._____ bezüglich Mord und mehrfachen Fahrens in fahrun-

fähigem Zustand), Dispositivziffer 4 (Freispruch B._____ vom Vorwurf des Dieb-

stahls gemäss Zusatzanklage), Dispositivziffer 7 (Widerruf des Aufschubs der 

-   13   - 

Geldstrafe der Mitbeschuldigten B._____ gemäss Strafbefehl vom 16. Januar 

2013), Dispositivziffer 9 (Abweisung Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 

D._____), Dispositivziffern 11 - 16 (Verwendung beschlagnahmter Gegenstände), 

Dispositivziffern 17 und 18 (Entschädigung der amtlichen Verteidiger), sowie Dis-

positivziffer 19 (Festsetzung der erstinstanzlichen Kosten) in Rechtskraft erwach-

sen ist.  

4. Beweisanträge an der Berufungsverhandlung 

Die Verteidigung der Beschuldigten A._____ erneuerte im Rahmen des Beweis-

verfahrens ihre Beweisanträge und verlangte – wie bereits im Vorfeld der Beru-

fungsverhandlung (Urk. 281, 293, 305, 318) – die Einholung eines Obergutach-

tens, die Nachstellung der Tat, und die Befragung von Frau V._____ (Prot. II 

S. 14). Auf die gestellten Beweisanträge wird, soweit erforderlich, untenstehend 

im jeweiligen Sachzusammenhang einzugehen sein.  

III. Sachverhalt Raubmord 

1. Anklagevorwurf 

Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich wirft den Beschuldigten vor, in der 

Nacht vom 9. auf den 10. November 2013, ca. 01.00 Uhr, mit einem durch die 

Beschuldigte A._____ an einem nicht näher bekannten Datum, Tage zuvor, ent-

wendeten Passepartout-Schlüssel für die Wohnungen, Zimmer und Räum-

lichkeiten des Alterszentrums L._____ in die Wohnung von †F._____ (Geschädig-

te) im Alterszentrum L._____ an der …strasse … in H._____ eingedrungen zu 

sein, um aus dieser Wohnung Schmuck, Geld und Uhren der Geschädigten zu 

behändigen und mitzunehmen, um diese Vermögenswerte für eigene Zwecke zu 

verwenden. Dabei hätten sie vorgängig dunkle Kleidung angezogen und Einweg-

handschuhe mitgenommen, um zu verhindern, dass sie Spuren hinterliessen. 

Unmittelbar nach dem Eintreten in das Schlafzimmer hätten die Beschuldigten ein 

mitgeführtes Tuch mit flüssigem Gift "Salmiakgeist 12 %" getränkt, welches Gift 

der Klasse 3 die Beschuldigte A._____ am 8. November 2013 bei der Apothe-

ke/Drogerie … in W._____ für den Verwendungszweck zumindest der Betäubung 

-   14   - 

gekauft habe, wobei die Beschuldigten vorgängig des Kaufs gemeinsam entspre-

chende Internet-Recherchen hinsichtlich dieses Gifts über das Mobiltelefon der 

Beschuldigten A._____ getätigt hätten. Die Beschuldigte B._____ habe sodann 

dieses mit Salmiakgeist genässte Tuch der Geschädigten während ca. 1 bis 3 Mi-

nuten gegen das Gesicht, insbesondere gegen die Atemöffnungen (Mund und 

Nase) gedrückt, wobei die Beschuldigte A._____ dabei zunächst die Geschädigte 

an den Beinen bzw. Armen gehalten habe. In der Folge habe die Beschuldigte 

A._____ das Schlafzimmer der Geschädigten nach Bargeld, Schmuck und Wert-

gegenständen durchsucht. Später habe auch die Beschuldigte A._____ das er-

wähnte mit dem flüssigen Gift Salmiakgeist 12 % genässte Tuch der Geschädig-

ten gegen das Gesicht, insbesondere gegen die Atemöffnungen der Geschädig-

ten (Mund und Nase) gedrückt. lm Rahmen der Durchsuchung der Wohnung der 

Geschädigten hätten die beiden Beschuldigten Geld (Fr. 3'000.--), Schmuck (1 

IWC-Uhr, 1 Halskette aus Weissgold, 1 Fingerring Weissgold mit 18 Brillanten, 1 

Schmuckanhänger mit Kreuzform aus Weissgold mit 11 Brillanten, 1 Armband) 

und eine Bankkarte, lautend auf die Geschädigte, behändigt und mit dem genann-

ten Deliktsgut die Wohnung verlassen, wobei vorgesehen gewesen sei, das Bar-

geld und den Erlös aus dem verkauften Schmuck gleichmässig zu teilen. Durch 

das Drücken des mit Salmiak genässten Tuchs gegen Mund und Nase habe die 

Geschädigte Ätzverletzungen im Mund-Wangenbereich, linksseitig betont, erlitten 

und sei infolge Erstickens (mechanisches Verlegen der Atemwege) verstorben, 

wobei die beiden Beschuldigten anlässlich des geschilderten Tuns (mehrmaliges 

Drücken des mit flüssigem Gift der Klasse 3, Salmiakgeist 12 % genässten Tuchs 

gegen die Atemwege der Geschädigten über einen längeren Zeitraum; beim ers-

ten Mal ca. 1 bis 3 Minuten), um die Möglichkeit des Todeseintritts bei †F._____ 

gewusst und deren Tod zumindest in Kauf genommen hätten. Die Tötung der Ge-

schädigten sei dabei insbesondere deshalb besonders skrupellos gewesen, weil 

die Beschuldigten der schlafenden ahnungslosen, betagten (88-jährigen), ge-

brechlichen und völlig wehrlosen Geschädigten, welche an einer schweren Lun-

genkrankheit gelitten habe (was insbesondere für die Beschuldigte A._____ als 

ausgebildete Fachangestellte Gesundheit mit Erfahrung in Altersheimen ohne 

Weiteres erkennbar gewesen sei, habe sich doch ein Sauerstoffgerät im Schlaf-

-   15   - 

zimmer der Geschädigten befunden), mit doch gewissem Druck das mit ätzender 

Flüssigkeit getränkte Tuch gegen Mund und Nase gedrückt hätten, wodurch 

†F._____ erstickt sei, und weil die Beschuldigten die Geschädigte im Rahmen der 

Begehung eines Raubüberfalls, allein zwecks Erlangung eines finanziellen Vor-

teils, mithin aus Habgier, getötet hätten (act. 67 S. 3 ff.).  

2. Standpunkt der Beschuldigten 

2.1. Die Mitbeschuldigte B._____ anerkannte sowohl in der Untersuchung wie 

auch vor Bezirksgericht bei der Tatausübung dabei gewesen zu sein. Sie hat den 

vorinstanzlichen Schuldspruch nicht angefochten. 

2.2. Die Beschuldigte A._____ anerkannte nach anfänglichem Abstreiten die 

Tat (Urk. 3/4). Monate später widerrief sie ihr Geständnis und bestritt eine Beteili-

gung an der Tat (Urk. 3/20). Sie sei zum Tatzeitpunkt zu Hause gewesen und ha-

be nichts gemacht (Urk. 3/20 S. 5). Die Mitbeschuldigte B._____ belaste sie 

wahrheitswidrig.  

3. Beziehung der Beteiligten untereinander 

3.1. Die beiden Beschuldigten waren zumindest bis zu ihrer Verhaftung gute 

Freundinnen. Die Beschuldigte B._____ schilderte, dass sie in die Beschuldigte 

A._____ verliebt gewesen sei und ihr dies auch eröffnet habe (Urk.  224 S. 12 ff., 

Urk. 339 S. 26). Zu sexuellen Kontakten sei es allerdings nicht gekommen. 

A._____ schilderte, dass sie dies etwas merkwürdig gefunden habe, weil B._____ 

doch einen Freund gehabt habe (Urk. 223 S. 22). An der Berufungsverhandlung 

erklärte sie, dass sie es im Nachhinein als lächerlich erachte (Urk. 339 S. 11). Die 

Gefühle von B._____ ihr gegenüber hätten sie aber nicht gestört und das Thema 

sei dann nicht weiter erörtert worden. Sie hätten sich gegenseitig vertraut und fast 

täglich gesehen. Sie könne nicht sagen, dass B._____ wie eine Schwester gewe-

sen sei, weil sie gar keine Schwester habe (Urk. 223 S. 20 ff.). Es sei aber fast 

schon schwesternmässig gewesen. Sie habe sie ins Herz geschlossen und voll 

akzeptiert (Urk. 339 S. 10). 

-   16   - 

3.2. A._____ arbeitete als Nachtwache im Alterszentrum L._____, wo die Tat 

stattfand. B._____ arbeitete als Kioskverkäuferin im Einkaufszentrum … und habe 

die Beschuldigte A._____ einige Male im Alterszentrum besucht, als diese 

Nachtwache hielt (Urk. 4/2 S. 2 und 6). Sie sei jeweils auch gekommen, um den 

Hund abzuholen (Urk. 339 S. 11). 

3.3. U._____ war ab 2011 der Freund der Beschuldigten A._____. Anlässlich 

einer polizeilichen Kontrolle am Zoll konnte bei ihm Deliktsgut sichergestellt wer-

den (Urk. 1/4a S. 8). Am 16. Juli 2014 gebar die Beschuldigte ein Kind von 

U._____. Anlässlich der Geburt habe sie ihn im Spital gesehen. Danach hätten 

sie sich gestritten und seither nie mehr Kontakt gehabt (Urk. 223 S. 5, Urk. 339 

S. 6). Im Nachhinein habe sich herausgestellt, dass er das Kind gar nie gewollt 

habe (Urk. 339 S. 6). Es sei nichts mit aufrichtiger Partnerschaft, sondern alles 

verlogen gewesen (Urk. 339 S. 4).  

3.4. AA._____, der Bruder von U._____, war der Freund der Beschuldigten 

B._____. 

4. Glaubwürdigkeit der beiden Beschuldigten 

4.1. Die Vorinstanz hat bereits Ausführungen zur Glaubwürdigkeit der Beschul-

digten gemacht, auf welche im zustimmenden Sinne verwiesen werden kann 

(Urk. 280 S. 20 - 23; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

4.2. Von der Glaubwürdigkeit der Beschuldigten B._____ ist auszugehen. Es 

liegen auch keine plausiblen Gründe vor, weshalb sie die Beschuldigte A._____ 

zu Unrecht mit einer solch schweren Straftat belasten sollte, zumal die beiden 

Beschuldigten früher sehr freundschaftlich miteinander verbunden waren und die 

Beschuldigte B._____ gar in die Beschuldigte A._____ verliebt war. Wie sie an-

lässlich der Berufungsverhandlung darlegte, habe sie gar ihren Freund für die Be-

schuldigte A._____ verlassen (Urk. 339 S. 20, 26) und sie unter keinen Um-

ständen verlieren wollen (Urk. 339 S. 42). Denkbar wäre allenfalls, dass B._____ 

jemand anderen decken wollte. Dies würde jedoch in keiner Weise bedingen, 

dass sie zu diesem Zweck A._____ zu Unrecht beschuldigt. Läge eine Falsch-

-   17   - 

belastung vor, wäre auch kaum erklärbar, weshalb die Beschuldigte A._____ 

dann nicht sofort vehement dagegen protestiert hätte. Es war im Gegenteil 

A._____, welche zeitlich vor B._____ ein Geständnis ablegte. Darauf wird nach-

folgend noch eingegangen. 

4.3. Demgegenüber muss die Glaubwürdigkeit von A._____ erheblich in Frage 

gestellt werden, insbesondere weil sie gegenüber dem Vater ihres Kindes, 

U._____, heute stark negative Gefühle hat. Von relevanter Bedeutung ist auch, 

dass die Beschuldigte A._____ im Laufe der Untersuchung mehrfach und zuge-

gebenermassen gelogen hat, so beispielsweise als sie geltend machte, sie sei 

von einem unbekannten Schwarzen erpresst und zu den Diebstählen genötigt 

worden (Urk. 3/4 S. 3) oder als sie ihre Jugendzeit wahrheitswidrig schlimmer 

darstellte, um "auf Mitleid zu machen" und besser davon zu kommen, wie sie sich 

später wörtlich ausdrückte (Urk. 223 S. 9, vgl. auch Urk. 339 S. 7). Kommt hinzu, 

dass dem psychiatrischen Gutachten zu entnehmen ist, dass Lügen und Täu-

schen ein offensichtlicher Bestandteil des Verhaltensrepertoires der Beschuldig-

ten sei (Urk. 63/11/4 S. 38). Die Aussage vom 28. November 2013 (dazu weiter 

unten) zeigt exemplarisch, wie lügenhaft das Aussageverhalten der Beschuldigten 

ist, indem sie mehrfach Dinge ganz entschieden abstritt, welche sie in der Folge, 

insbesondere auf Vorhalte von Untersuchungsergebnissen, zugab.  

4.4. Wie bereits die Vorinstanz unter Verweis auf die bundesgerichtliche Recht-

sprechung festhielt, ist die Glaubwürdigkeit im Allgemeinen zwar von untergeord-

neter Bedeutung, aber vorliegend in Bezug auf die Beschuldigte A._____ trotz-

dem von Belang, weil sie eben das Gesamtbild der Beweiswürdigung noch zu-

sätzlich stützt. Massgebend ist in erster Linie aber die Glaubhaftigkeit der Aus-

sagen der in dieses Strafverfahren involvierten Personen.  

5. Würdigung der Beweislage 

5.1. Anfängliche Bestreitungen 

Die Beschuldigte A._____ wurde am 11. November 2013 verhaftet. In ihren ersten 

Befragungen vom 12. November 2013 und 13. November 2013 stellte sie in Ab-

-   18   - 

rede, etwas mit dem Raub bzw. dem Todesfall der Geschädigten zu tun zu haben 

(Urk. 3/1 und 3/2).  

5.2. Version Schwarzer Mann 

Mit Brief vom 15. November 2013 machte die Beschuldigte A._____ dann gel-

tend, ein unbekannter schwarzer Mann habe sie gezwungen, im Altersheim zu 

stehlen, indem er ihr angedroht habe, dass ansonsten ihr oder ihrem Sohn etwas 

Schlimmes passiere (Urk. 3/3). Dieser Mann sei um Mitternacht bei ihr vor der 

Haustüre gestanden und habe ihr die Bankkarte von Frau †F._____ gegeben. Da-

rauf habe sie diese Karte ihrem Partner U._____ in seine Tasche gesteckt. Sie 

schwöre, dass U._____ unschuldig sei. Sie selbst habe mit der Bewohnerin 

†F._____ nichts zu tun (Urk. 3/3).  

Zu Beginn der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 28. November 2013 

machte die Beschuldigte A._____ dann nähere Ausführungen zu dieser Version 

(Urk. 3/4). Der unbekannte Schwarze, bei welchem sie ab und zu Kokain gekauft 

habe, habe ihr gesagt, sie solle mit der Karte Geld abheben (Urk. 3/4 S. 2). Wel-

cher Name auf der Karte gestanden habe, habe sie nicht gelesen, sondern diese 

Karte einfach in die Tasche von U._____ gesteckt, ohne ihm etwas zu erzählen. 

Sie habe keine Ahnung, weshalb U._____ aussagte, dass die Karte einer Frau im 

Altersheim gehöre (Urk. 3/4 S. 3). Der Schwarze habe sie über das Altersheim 

L._____ ausgefragt und sie angewiesen, dort Portemonnaies, Karten, Geld und 

Schmuck zu stehlen (Urk. 3/4 S. 5). Sie habe dann tatsächlich eine Uhr bei einer 

Frau namens E._____ gestohlen. Schmuck habe sie aber nie gestohlen, auch 

nicht in anderen Altersheimen (Urk. 3/4 S. 7). Sie habe auch noch nie im Leben 

zuvor Schmuck verkauft (Urk. 3/4 S. 7).  

5.3. Geständnis 

Im weiteren Verlauf der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 28. November 

2016 damit konfrontiert, dass bei ihr kurz nach der Verhaftung ein Portemonnaie 

sichergestellt werden konnte, welches einer Bewohnerin aus dem Alterszentrum 

L._____ zuzuordnen war (vgl. ND 6/1), gab sie dann zu, dieses und aus vier wei-

teren Portemonnaies Geld entwendet zu haben (Urk. 3/4 S. 6). Bei der Geschä-

-   19   - 

digten †F._____ habe sie aber nichts gestohlen; damit habe sie nichts zu tun 

(Urk. 3/4 S. 6). Auf ausdrückliche Fragen hin bekräftigte sie mehrmals, dies sei 

die Wahrheit (Urk. 3/4 S. 8). Auf Vorhalt von Diebstahlsanzeigen in Altersheimen, 

wo die Beschuldigte A._____ früher gearbeitet hatte, gab sie schliesslich zu, auch 

dort Geld und Schmuck gestohlen und später verkauft zu haben (Urk. 3/4 S. 8). 

Im Altersheim L._____ habe sie bei Frau AB._____, Frau AC._____, Frau 

E._____ und einer weiteren Dame Geld und Schmuck gestohlen (Urk. 3/4 S. 6, 11 

f.). Auf erneute Frage, wie sie in den Besitz der Bankkarte von Frau †F._____ ge-

kommen sei, gab sie schliesslich zu Protokoll: "Es ist so, dass ich und B._____ 

am Samstagabend dort hin gingen, uns rein schlichen und dann haben wir ein 

Couvert mit Geld gefunden und ein Kärtchen." Das Couvert sei in einer braun-

schwarzen Handtasche gewesen, welche auf einem Stuhl neben dem Bett ge-

standen habe. Sie seien mit einem Passepartout, welchen sie [die Beschuldigte 

A._____] bereits zwei Wochen zuvor an sich genommen habe, zwischen ca. Mit-

ternacht und 01:00 Uhr ins Zimmer gelangt. Bei der Wohnung von Frau †F._____ 

handle es sich um eine Zweizimmerwohnung im Parterre. Mit dem Tod von Frau 

†F._____ habe sie aber nichts zu tun. Sie hätten nur Geld, Schmuck und das 

Kärtchen sowie einen Papierzettel mit dem PIN-Code genommen und sich dann 

davon gemacht (Urk. 3/4 S. 12 ff.). Auf Vorhalt, ob es nicht so sei, dass die Ge-

schädigte † F._____ aufgewacht und sie beim Diebstahl ertappt habe, gestand 

die Beschuldigte A._____ dann ein, dass sie im Internet auf dem Handy nachge-

schaut hätten, was zu tun sei, wenn jemand aufwache und wie die Person wieder 

zum Schlafen komme (Urk. 3/4 S. 15). Es sei ihr dann gesagt worden, dass man 

Ammoniak gegen die Nase halte und die Person wieder für fünf bis zehn Minuten 

einschlafe. Sie – die Beschuldigte A._____ – habe das Ammoniak auf ein Tuch 

getan und B._____ habe der Geschädigten den Lumpen – noch bevor sie hätte 

aufwachen können – vor das Gesicht gehalten, ca. fünf Minuten lang (Urk. 3/4 

S. 16 und S. 17). Auf die Frage, ob die Geschädigte aufgewacht sei, erwiderte die 

Beschuldigte A._____: "Sie hat für einen Moment so zwei- dreimal gezuckt mit 

den Armen. Dann war nichts mehr" (Urk. 3/4 S. 16). Sie hätten wirklich gedacht, 

dass die Geschädigte eingeschlafen sei und dann erschrocken, als sie hörten, 

dass die Frau tot sei. "Ich hörte Geräusche, ich sah Zuckungen. Ich kann aber 

-   20   - 

nicht sagen, dass sie sich wehrte oder so" (Urk. 3/4 S. 23). Damit konfrontiert, 

dass Frau †F._____ ein frisches, unerklärbares Hämatom im Gesicht aufgewie-

sen habe und ob sich Frau †F._____ nicht gewehrt habe, als man ihr das Tuch 

auf das Gesicht gedrückt habe, erklärte die Beschuldigte A._____: "Sie zuckte 

schon. Ob sie das Gesicht [recte: Tuch] derart fest ins Gesicht drückte, dass es 

Hämatome gibt, das weiss ich nicht" (Urk. 3/4 S. 21). Das Ammoniak habe sie, die 

Beschuldigte A._____, in einer Apotheke gegenüber der … in W._____ gekauft. 

Die Verkäuferin habe ihr gesagt, es sei nicht stark (Urk. 3/4 S. 16). Die Karte habe 

sie dann U._____ gegeben und ihm gesagt, er solle sie aufbewahren (Urk. 3/4 S. 

16). Das gestohlene Geld hätten sie aufgeteilt. Die beiden Taschenlampen, das 

Ammoniak und die Plastikhandschuhe, welche sie getragen hätten, habe sie dann 

in einen Müllsack geworfen. Sie hätten "Schiss" gehabt, dass es jemand hätte 

entdecken können, zum Beispiel U._____ (Urk. 3/4 S. 17 und S. 18). Das Tuch 

sei blau gewesen aus Frottéstoff (Urk. 3/4 S. 19). Auf entsprechende Frage gab 

die Beschuldigte an, Frau †F._____ sei zugedeckt im Bett gelegen. Die Beschul-

digte zeigte dann auf einem Tisch, wie das Opfer gelegen habe, nämlich etwas 

seitlich auf der linken Körperseite, mit dem linken Arm nach oben. Diese Lage 

stimmt in hohem Masse mit der Lage überein, welche von der Polizei am Tatort 

fotografisch festgehalten wurde (Urk. 3/4 letzte beiden Seiten). Während der Tat 

sei im Zimmer das Radio der Geschädigten eingeschaltet gewesen und als sie 

das Zimmer wieder verlassen hätten, sei die Musik immer noch gelaufen (Urk. 3/4 

S. 23). Nachdem B._____ der Geschädigten das Tuch gegen das Gesicht ge-

drückt habe, habe sie anschliessend das Bücherregal gegenüber dem Bett durch-

sucht (Urk. 3/4 S. 24). Die Einvernahme setzte sich wie folgt fort: Frage: "Durch-

suchte man auch das Nachttischlein direkt neben dem Bett am Kopfende?" Ant-

wort: "Ich glaube nicht". Frage: "Durchsuchte man die Kommode, welche in der 

Ecke links stand, das heisst, am Fussende des Betts hinter dem Stuhl?" Antwort: 

"Ja, das habe ich durchsucht. Sie auch noch." Frage: "Hatte man die Uhr von 

dort?" Antwort: "Diese war nicht in der Kommode, sondern auf der Kommode." 

Frage: "Was war die Marke?" Antwort: "Dazu kann ich nichts sagen. Es war eine 

silbrige Uhr." Auf die Frage, ob sie das Sauerstoffbeatmungsgerät, dass im Zim-

mer gestanden habe bemerkt hätten, erwiderte die Beschuldigte: "Ja, aber erst 

-   21   - 

als wir rausliefen". Auf die Frage, ob das Fenster offen gewesen sei, sagte die 

Beschuldigte: "Es war offen." Das stimmt mit der Aussage von B._____ überein 

(Urk. 4/3 S. 12). Am Ende der Einvernahme gab die Beschuldigte zudem zu, dass 

die Geschichte mit dem unbekannten schwarzen Mann erfunden gewesen sei 

(Urk. 3/4 S. 27). 

Solche Antworten auf Fragen mit Details zur Einrichtung des Zimmers, die mit den 

polizeilichen Tatortfeststellungen übereinstimmen, gibt niemand, der nie am Tatort 

gewesen sein will und vom Raub nur vom Hörensagen weiss. So beispielsweise, 

dass noch Musik im Radio lief, als sie die Wohnung verliessen, was mit den poli-

zeilichen Feststellungen am Tatort übereinstimmt (Urk. 3/4 S. 23, Urk. 3/5 S. 8, 

Urk. 1/2 S. 4). Ebenso bliebe ohne vernünftige Erklärung, weshalb die Beschul-

digte eine exakte Zeichnung vom Schlafzimmer der Geschädigten †F._____ samt 

Einrichtung erstellen konnte, bzw. einzeichnen konnte oder erklären konnte, wel-

che Gegenstände sich wo befanden (Urk. 339 S. 32) wenn sie nicht selbst anwe-

send gewesen wäre (Urk. 3/4 S. 31). Schliesslich fällt auf, dass die Beschuldigte 

A._____ von Plastikhandschuhen wie in der Pflege (Urk. 339 S. 34) sprach und 

damit in der Lage war, die Art der verwendeten Handschuhe zu präzisieren.  

5.4. Es kann mit Sicherheit ausgeschlossen werden, dass sie diese Details 

über die Möblierung und die Position der Möbel einzig von der Schilderung der 

Tat von B._____ weiss (vgl. auch nachstehende Erw. 5.7). Es hätte gar keinen 

Grund für die Beschuldigte B._____ gegeben, den Tatort derart detailliert zu 

schildern. Abgesehen davon ist es völlig lebensfremd, dass jemand beim Bericht 

über einen Raubüberfall sich derart in unwesentliche Details wie die Position der 

Möbel verliert.  

5.5. Detaillierte Bestätigung des Geständnisses in späteren Einvernahmen 

5.5.1. In ihrer Einvernahme vom 13. Dezember 2013 schilderte die Beschuldigte 

A._____ nochmals den Ablauf der Tat, einschliesslich weiterer Details. So er-

wähnte sie beispielsweise, als sie die Wohnung verlassen hätten, habe sie das 

Tuch mit dem Ammoniak mitgenommen und die Handschuhe abgezogen 

-   22   - 

(Urk. 3/5 S. 6). Weiter gab sie zu, den Schmuck und die Uhr U._____ zusammen 

mit der Bankkarte übergeben zu haben, damit dieser ihn verkaufe (Urk. 3/5 S. 7).  

5.5.2. Ebenso hielt die Beschuldigte in ihrer Einvernahme vom 6. Februar 2014 an 

ihrem Geständnis fest, indem sie weitere Angaben zur Tat und zum Verkauf der 

Beute machte (Urk. 3/8). So beschrieb die Beschuldigte im Detail, wie sie zu-

sammen mit B._____ zunächst vergeblich versucht hätten, via Keller in die Woh-

nung der Geschädigten zu gelangen (Urk. 3/8 S. 6). Der Hauswart habe ihr ein-

mal den Weg erklärt, wegen der Heizung. Sie hätten in dieser Nacht dann aber 

den Weg nicht gefunden, weshalb sie wieder zurück und dann oberirdisch direkt 

zur Wohnung gegangen seien (Urk. 3/8 S. 6). 

5.5.3. In der polizeilichen Befragung vom 28. Februar 2014 anerkannte die Be-

schuldigte auf entsprechenden Vorhalt, dass sie B._____ am Abend der Tat vom 

9. November 2013, um 17:13 Uhr, ein SMS mit folgendem Inhalt gesendet hatte: 

"Nimm öpis für i usgang und nimm schwarzi sportlechi sache …. Mer hend hüt 

öpis …. Und danach Party" (Urk. 3/9 und 3/9/4). Schon in einer früheren Befra-

gung hatte die Beschuldigte ausgeführt, dass sie bei der Tat schwarze Kleidung 

getragen hätten, welche sie danach entsorgt hätten (Urk. 3/5 S. 2). Das stimmt 

mit dem auf dem iPhone der Beschuldigten A._____ gespeicherten Bild überein 

(aufgenommen am 9. November 21:47 Uhr), welches jene in schwarzem Rollkra-

genpullover und schwarzer Kappe abbildet (Urk. 321 S. 6).   

5.5.4. In der Konfrontationseinvernahme zwischen den Beschuldigten vom 

6. März 2014 wurde der ganze Ablauf der Tat besprochen und von beiden gross-

mehrheitlich übereinstimmend bestätigt (Urk. 3/14). Diese Einvernahme enthält 

Passagen, welche die gemeinsame Tatbegehung klar dokumentieren (Urk. 3/14 

S. 10 ff.):  

Frage an A._____: "Hat man zunächst bei einer anderen Wohnung versucht ein-

zudringen?" Antwort A._____: "Ja". Antwort B._____: "Wir sind in den Keller, lan-

deten in der Tiefgarage und nahmen dann eine andere Türe, gelangten in den 

zweiten oder dritten Stock, versuchten es dann dort, scheiterten und gingen dann 

zurück in den Keller und kamen dann irgendwann wo anders hin, zu einem Zim-

mer." Antwort A._____: "Das stimmt. Wir sind dann aber nicht in den Keller zu-

-   23   - 

rück, sondern ins Parterre und dann zur Wohnung †F._____." (…) Frage: Wissen 

Sie, wer dort wohnte, wo die Wohnung verriegelt war?" Antwort A._____: "Keine 

Ahnung". Antwort B._____: "Keine Ahnung". (…) Frage: Ab welchem Zeitpunkt 

haben Sie Handschuhe getragen? Antwort B._____: "Nachdem wir reingegangen 

waren." Frage an B._____: Heisst das, dass sie die Türe ohne Handschuhe auf-

gemacht haben? Antwort B._____: "Ja." Antwort A._____: "Ja." Frage an 

A._____: Sie sagten, dass B._____ das Tuch ca. gegen fünf Minuten Frau 

†F._____ gegen das Gesicht hielt?" Antwort A._____: "Ja das stimmt. Vielleicht 

sind fünf Minuten auch zu viel. Vielleicht habe ich damit übertrieben. (…) Vielleicht 

hielt sie das Tuch auch nur ein paar Sekunden hin. Vielleicht auch eine Minute. 

(…) Ich war beschäftigt mit dem Geld rausnehmen, dem Schmuck rausnehmen." 

(…) Frage an B._____: Können Sie dieses Zucken von Frau †F._____ bestäti-

gen? Antwort B._____: "Ja". Frage an B._____: Stand A'._____ [Rufname von 

A._____] daneben? Antwort B._____: "Da wir beide zusammen dort hin liefen und 

A'._____ hinter mir war, war sie dabei mit mir, als ich der Geschädigten das Tuch 

gegen das Gesicht hielt. Nachdem das Zucken vorbei war, hat A'._____ dann 

nach Wertgegenständen gesucht." Frage an B._____: "Wie lange schätzen Sie, 

dass Sie das Tuch der Geschädigten gegen das Gesicht drückten? Antwort 

B._____: "Maximal eine Minute." 

Für diese Kohärenz der Aussagen in der Konfrontation liessen sich noch mehr 

Beispiele anführen. Solche Aussagen können nur von Täterinnen stammen, die 

eine Tat gemeinsam ausgeführt haben. Es ist ausgeschlossen, dass solche Aus-

sagen zu Protokoll gegeben worden wären, wenn die Tat alleine von B._____ 

ausgeführt worden wäre und B._____ die Beschuldigte wahrheitswidrig der Teil-

nahme bzw. Mittäterschaft bezichtigen würde. Insbesondere fällt auf, dass die 

Beschuldigte A._____ die Angaben von B._____ sogar korrigierte bzw. präzisier-

te. 

5.5.5. Eine erneute Bestätigung der gemeinsamen Tatausführung erfolgte anläss-

lich der Konfrontationseinvernahme zwischen den Beschuldigten A._____, 

B._____ und U._____ am 27. März 2014 (Urk. 3/17). Wiederum wurden von den 

Beschuldigten A._____ und B._____ zahlreiche Details übereinstimmend geschil-

dert. U._____ verweigerte allerdings mehrheitlich jegliche Aussagen. Auf die Fra-

-   24   - 

ge, was mit dem Erlös des Schmuckes hätte geschehen sollen, den U._____ zum 

Verkauf erhalten habe, antwortete A._____: "Den hätten ich und B._____ geteilt" 

und B._____: "Das ist so, wie es A'._____ sagt" (Urk. 3/17 S. 8).  

5.6. Widerruf des Geständnisses 

Rund fünf Monate nach ihrem Geständnis widerrief die Beschuldigte dieses mit 

Brief vom 25. April 2014 (Urk. 3/18): "Ich, A._____ widerrufe meine sämtlichen 

Aussagen, da ich unter Druck Sachen zugeben musste, die ich nicht gemacht ha-

be." Kurze Zeit danach erfolgte ein Wechsel der Person des Verteidigers (Urk. 

3/19). In ihrer Einvernahme vom 12. September 2014 vermochte die Beschuldigte 

keine plausible Erklärung für den Widerruf ihres Geständnisses vorzubringen 

(Urk. 3/20). Auf die Frage, wer denn Druck auf sie ausgeübt habe, gab sie zur 

Antwort: "Der Druck der kompletten Situation" (Urk. 3/20 S. 2). Sie habe bloss er-

zählt, was ihr B._____ von der Tat geschildert habe (Urk. 3/20 S. 4). Auf die Fra-

ge, wer denn an den Passepartout-Schlüssel gelangt sein solle, meinte sie, dies 

müsse B._____ gewesen sein. Dass sie zunächst ausgesagt habe, sie wisse 

nicht, wie U._____ in den Besitz der Bankkarte der Geschädigten †F._____ ge-

langt sei, erklärte sie mit dem Umstand, dass sie U._____ habe decken wollen 

(Urk. 3/20 S. 3). Den belastenden SMS-Verkehr zwischen ihr und B._____ erklär-

te sie zunächst mit dem Umstand, dass eben jeder Zugang zu ihrem Handy ge-

habt habe (Urk. 3/20 S. 4). Später behauptete sie, U._____ habe sie geheissen, 

fragliches SMS an B._____ zu senden (Urk. 223 I S. 28). Dabei blieb sie auch in 

ihrer schriftlichen Stellungnahme sowie an der Berufungsverhandlung (Urk. 331 

S. 4 und Urk. 339 S. 31 f.). 

Immerhin anerkannte sie, dass sie das Ammoniak gemeinsam mit U._____ ge-

kauft habe (Urk. 3/20). Allerdings ist dieser Kauf durch ihre Unterschrift auf dem 

Formular der Apotheke und die Zeugenaussagen der Apothekerin auch bewiesen 

(Urk. 14/3, Urk. 6/9 S. 4 f. sowie Anhang). Die Beschuldigte machte aber geltend, 

U._____ habe es kaufen wollen (Urk. 3/20 S. 5). Sie habe es dann B._____ über-

geben (Urk. 3/20 S. 5). B._____ habe weder gesagt, wofür sie es brauche noch 

habe sie (die Beschuldigte A._____) B._____ danach gefragt (Urk. 3/20 S. 6). Im 

Zimmer der Geschädigten †F._____ sei sie nicht gewesen (Urk. 3/20 S. 6). Zu-

-   25   - 

treffend sei, dass sie Schmuck von B._____ erhalten habe (Urk. 3/20 S. 11). Die-

sen Schmuck habe sie dann U._____ zum Verkauf weitergegeben, aber nicht 

gewusst, woher er stammte (Urk. 3/20 S. 11). Mit U._____ sei sie nun nicht mehr 

zusammen, weil er sie hingehalten, angelogen und betrogen habe (Urk. 3/20 S. 

13). Er habe wohl das Ganze geplant und deshalb auch das Ammoniak gekauft 

(Urk. 3/20 S. 15 und S. 16). Sie habe gewusst, dass er dieses für eine Straftat 

gebrauche, allerdings nicht, dass damit jemand umgebracht werde (Urk. 3/20 S. 

16). An dieser Version hielt die Beschuldigte in der Konfrontationseinvernahme 

vom 24. November 2014 zwischen ihr, B._____ und U._____ fest (Urk. 3/21). Bei 

Kauf des Ammoniaks habe sie nur unterschrieben, aber nicht gewusst, wofür es 

U._____ brauche (Urk. 3/21 S. 3). In ihrer schriftlichen Stellungnahme führte sie 

aus, U._____ habe ihr gesagt, dass sie tun solle, was er sage. Aufgrund ihres Ko-

kainkonsums habe sie keine Lust auf Diskussionen gehabt und sei ihm in die 

Apotheke gefolgt (Urk. 331 S. 4). An der Berufungsverhandlung führte sie aus, 

dass sich die ganze Situation so entwickelt und sie unterschrieben habe, sei 

dumm gelaufen (Urk. 339 S. 31). Das Ammoniak habe sie am Abend der Tat 

B._____ übergeben (Urk. 3/20 S. 5). Den Schmuck und die Bankkarte an 

U._____ (Urk. 3/20 S. 11). Eine vernünftige Erklärung, weshalb sie selbst diese 

Dinge an U._____ überreichte, obschon sie am Raub völlig unbeteiligt war, gab 

sie nicht an (Urk. 3/21 S. 4). Weiter beschuldigte sie B._____, sie (die Beschuldig-

te A._____) bestohlen zu haben. B._____ habe ihre eine ganze Liste von Gegen-

ständen, Schmuck und Kleider etc. weg genommen. B._____ anerkannte demge-

genüber, der Beschuldigten Fr. 500.– genommen zu haben als Entgelt für den 

Unterhalt des Hundes (Urk. 3/21 S. 5). B._____ hielt an dieser Konfrontationsein-

vernahme an ihrem Geständnis fest (Urk. 3/21 S. 10). Sie habe die Tat zusam-

men mit A._____ begangen und wisse nicht, weshalb diese nun eine Beteiligung 

abstreite (Urk. 3/21 S. 10). B._____ gab wiederum zahlreiche Details zu Protokoll, 

so beispielsweise zum Passepartout, welchen A._____ besorgt habe (Urk. 3/21 S. 

12).  

In der vorinstanzlichen Befragung gab die Beschuldigte A._____ an, zwischen Tür 

und Angel mitbekommen zu haben, dass U._____ den Raub mit zwei Kollegen 

geplant habe (Urk. 223 S. 29). Bei dieser Version blieb sie auch in ihrer schriftli-

-   26   - 

chen Stellungnahme und an der Berufungsverhandlung. Demnach habe U._____ 

geplant, während ihrer Schicht an ihrem Arbeitsort einen Raub zu begehen und 

sie hierzu zu betäuben (Urk 331 S. 1 f, Urk. 339 S. 30). 

5.7. Würdigung der Aussagen 

Bei einer Gesamtwürdigung bestehen keinerlei Zweifel, dass die Beschuldigte 

A._____ an der Tat zum Nachteil von †F._____ beteiligt war. Ihr Geständnis war 

viel zu detailliert, als dass sie nur Dinge vom Hörensagen erzählt hätte.  

So beispielsweise bezüglich dem Sauerstoffgerät und dem Passepartout. Die Be-

schuldigte A._____ sagte auf die Frage, was mit dem Passepartout-Schlüssel ge-

schehen sei, aus: "Den hatte B._____. Ich nahm Handschuhe, Tuch und Flasche 

und bin damit raus gesprungen. Sie kam hintendrein" (Urk. 3/5 S. 6). B._____ hat-

te ausgesagt, dass sie den Passepartout vor lauter Nervosität in der Wohnung der 

Geschädigten liegen gelassen habe und er wurde denn auch von der Polizei dort 

sichergestellt (Urk. 4/7 S. 15, Urk. 7/1 S. 1).  

Noch deutlicher ist die aufgrund der Beschreibungen von A._____ angefertigte 

Zeichnung von der Möblierung des Zimmers der Geschädigten †F._____ zu inter-

pretieren; dies vor dem Hintergrund ihrer Behauptung, nie in der Wohnung der 

Geschädigten gewesen zu sein (Urk. 30/20 S. 6; Urk. 223 S. 38). Sie habe auch 

nie mit der Geschädigten gesprochen und diese nicht gekannt (Urk. 223 S. S. 43). 

Solche Übereinstimmungen in den Aussagen von A._____ mit dem Ermit-

tlungsergebnis – den örtlichen Gegebenheiten am Tatort – kann kein Zufall zu-

grunde liegen. Kommt hinzu, dass die Beschuldigte A._____ in der Lage war, die 

Möblierung des Schlafzimmers derart genau anzugeben, dass gestützt darauf ei-

ne detailgetreue und mit der tatsächlichen Situation übereinstimmende Skizze 

angefertigt werden konnte (Urk. 3/4 S. 30), wohingegen sich bei den Angaben der 

Beschuldigten B._____ hinsichtlich der Position des Stuhles ein Fehler einge-

schlichen hatte (Urk. 4/3 S. 17, vgl. zur Tatortsituation Urk. 8). Wenn die Beschul-

digte A._____ dies damit zu erklären versucht, dass es durchaus möglich sei, 

dass die Beschuldigte B._____ den Stuhl – und nur gerade den Stuhl – vielleicht 

ja gerade extra an einem falschen Ort eingezeichnet haben könnte (Urk. 339 

S. 33), erscheint dies als unbehelflicher Rechtfertigungsversuch, welcher jeglicher 

-   27   - 

logischen Grundlage entbehrt. Viel plausibler ist, dass die Beschuldigte A._____ 

sich die Lage des Stuhles deshalb so gut einprägen konnte, weil sie es gewesen 

war, die – gemäss den übereinstimmenden (allerdings seitens der Beschuldigten 

A._____ hernach widerrufenen) Angaben der Beschuldigten – die Handtasche auf 

dem Stuhl nach Wertgegenständen durchsucht hatte (Urk. 3/4 S. 12, Urk. 3/14 

S. 11 f., Urk. 4/3 S. 4).  

Dass die Beschuldigte A._____ in der Tatnacht vor Ort gewesen sein muss, ergibt 

sich auch aus dem Umstand, dass sie im Rahmen ihres Geständnisses nicht nur 

hinsichtlich des Ablaufs innerhalb der Alterswohnung, sondern auch betreffend 

die Vorgänge zuvor auf dem Parkplatz sowie über die Umstände, wie man 

schliesslich in die Wohnung von Frau †F._____ gelangte, bestens in der Lage 

war, Auskunft zu geben und die diesbezüglichen Aussagen der Beschuldigten 

B._____ in der Konfrontationseinvernahme vom 6. März 2014 gar noch ergänzte 

bzw. korrigierte (vgl. vorstehende Erw. 5.4.2 und 5.4.4). Anzunehmen, dass ihr 

diese sämtlichen Details in Einzelbildern gleich eines Filmes durch die Beschul-

digte B._____ mitgeteilt worden sein könnten, ist völlig lebensfremd, zumal selbst 

die Beschuldigte A._____ an der Hauptverhandlung ausführte, dass ihr die Be-

schuldigte B._____ lediglich geschildert habe, was innerhalb der Wohnung pas-

siert sei (Urk. 223 S. 50). Absolut unglaubwürdig ist sodann, wenn die Beschuldig-

te A._____ behauptet, dass ihr die Beschuldigte B._____ zwar die Tatnacht bis 

ins letzte Detail geschildert habe, ihr dabei aber nicht preisgegeben haben soll, 

wer bei der Tatausführung bei ihr gewesen sei (Urk. 339 S. 39) und sie auch nicht 

nachgefragt habe (Urk. 223 S. 37).   

Die Beschuldigte kann auch keinen plausiblen Grund für ein falsches Geständnis 

angeben. Vor Vorinstanz gab sie zu Protokoll, es sei die Angst gewesen und der 

Anwalt, der nach einer Woche vorbeigekommen sei und gesagt habe, sie solle mit 

dem Staatsanwalt kooperieren (Urk. 223 S. 31). Unter Druck gesetzt habe sie 
– ausser U._____ – aber niemand. Es sei die ganze Situation gewesen, die sie 

erdrückt habe (Urk. 223 S. 38). Dass es ihr ehemaliger Verteidiger gewesen sei, 

der ihr zum Geständnis geraten habe, machte sie auch in ihrer schriftlichen Stel-

lungnahme geltend. Überdies habe sie auch Angst gehabt, U._____ zu erwähnen 

(Urk. 331 S. 14 f.). Die Annahme, sie würde schneller aus der Untersuchungshaft 

-   28   - 

entlassen, wenn sie einen Raubmord gesteht (Urk 223 S. 37, 42, 45; Urk. 331 

S. 14 f.; Urk. 339 S. 38, 40 f.), ist abwegig.  

Zudem ist auch lebensfremd, dass A._____ in der Alterssiedlung L._____ als 

Nachtwache tätig und mit den dortigen Verhältnissen vertraut war, das Ammoniak 

bzw. den Salmiakgeist besorgte, anerkanntermassen Internetrecherchen über 

Ammoniak tätigte, der Beschuldigten am Nachmittag vor der Tatnacht in eigenem 

Namen ein SMS schrieb, wonach diese schwarze Kleidung tragen sollte, da sie 

noch etwas vor hätten, und schliesslich einen Teil der Beute einschliesslich der 

Bankkarte erhielt und an U._____ übergab, wenn sie nicht an der Tat beteiligt 

gewesen wäre. Hinzu kommt, dass die Beschuldigte A._____ – gemäss dem si-

chergestellten Foto auf ihrem iPhone (Urk. 31 S. 6) – in der Tatnacht schwarz ge-

kleidet war und die Beschuldigte A._____ aufgrund ihres Arbeitsverhältnisses Zu-

gang zu dem später verwendeten Passepartout hatte. 

Schliesslich ist auch kein vernünftiges Motiv von B._____ ersichtlich, A._____ 

derart schwer zu belasten, zumal diese – wie gesehen (vgl. vorstehende Erw. 4.2) 

– der Beschuldigten A._____ im Tatzeitpunkt sehr zugetan war und auch heute 

nicht den Eindruck hinterlassen hat, Rachegefühle gegen A._____ zu hegen 

(vgl. Urk. 339 S. 25). Die Beschuldigte A._____ führte darauf angesprochen aus: 

"Entweder weil sie sich nicht getraut, die wahre Person zu nennen und weil sie 

wahrscheinlich auch irgendeinen Druck hat oder aus Eifersucht" (Urk. 223 S. 41). 

Eine überzeugende Erklärung ist dies nicht. Schliesslich ist auch der Umstand 

erwähnenswert, dass es die Beschuldigte A._____ war, welche sich zuerst ge-

ständig zeigte. Erst einige Tage danach, auf Vorhalt des Geständnisses von 

A._____, legte auch die Beschuldigte B._____ ein Geständnis ab, bei welchem 

sie dann bis heute blieb (Urk. 4/2 S. 10 und Urk. 4/3). Soweit die Beschuldigte 

A._____ immer wieder – meist implizit – U._____ als möglichen Mittäter ins Spiel 

bringt (vgl. etwa Urk. 223 S. 29 ff., 39 f., 44; Urk. 331 S. 1 f., 5, 8, 12, 14 f., 18; 

Urk. 339 S. 30, 39, 41), ist dem entgegenzuhalten, dass keineswegs einsichtig ist, 

weshalb die Beschuldigte B._____ diesen mit einer Falschbelastung  

A._____s hätte entlasten sollen. Die Darstellung der Beschuldigten A._____, wo-

nach die Beschuldigte B._____ ein Verhältnis mit U._____ gehabt habe (Urk. 339 

S. 14), erscheint konstruiert und wird durch keinerlei äussere Anhaltspunkte ge-

-   29   - 

stärkt. Vielmehr hat die Beschuldigte B._____ – wie gesehen – immer wieder 

glaubhaft versichert, in die Beschuldigte A._____ verliebt gewesen zu sein und 

deshalb geplant zu haben, ihren Verlobten AA._____ zu verlassen. Dass die Be-

schuldigte B._____ der Beschuldigten A._____ ihre Gefühle offenbarte, wird von 

letzteren denn auch nicht in Abrede gestellt. Damit erscheint es reichlich aben-

teuerlich, dass sie gleichzeitig eine Affäre mit dem Freund der Beschuldigten 

A._____, dem Bruder von AA._____, gehabt haben soll. Vor diesem Hintergrund 

kann auf eine Zeugeneinvernahme von Frau V._____, welche angeblich Angaben 

zu diesem Verhältnis machen könne, verzichtet werden. Wie die Beschuldigte 

A._____ selbst vorbringt, kann ihre ehemalige Mitgefangene Frau V._____ – wel-

che innerhalb von zwei Jahren zweimal in U-Haft genommen werden musste – 

lediglich Aussagen vom Hörensagen machen (Urk. 339 S. 14). Der Beweiswert 

solcher Aussagen ist sehr beschränkt. Selbst wenn Frau V._____ als Zeugin be-

stätigen könnte, gehört zu haben, dass die Beschuldigte B._____ angeblich ein 

Verhältnis mit U._____ gehabt habe, wäre dadurch der Beweis nicht erbracht, 

dass dem so war. Jedenfalls vermöchte auch eine dahingehende Zeugenaussage 

die Überzeugungskraft der beiden in sich stimmigen Geständnisse der beiden 

Beschuldigten nicht zu entkräften. Auf eine Einvernahme von Frau V._____ ist 

demnach zufolge nicht zu erwartendem Erkenntnisgewinn zu verzichten. 

Auch die von B._____ erfolgte umfangreiche Schilderung des Tatvorgehens und 

der gesamten Umstände ist derart ausführlich und detailliert, dass eine wahr-

heitswidrige Belastung von A._____ durch B._____ mit Sicherheit ausgeschlos-

sen werden kann. Hätte B._____ in ihrer Schilderung die Person ihrer Mittäterin 

einfach ausgetauscht, hätte sie sich zweifellos in Widersprüche verstrickt oder es 

wären gelegentlich Versprecher aufgetaucht.  

Umgekehrt spricht auch der Detailierungsgrad der Aussagen der Beschuldigten 

A._____ gegen eine Falschaussage. Abgesehen davon, dass sich – wie mehrfach 

aufgezeigt – nicht erklären lässt, weshalb die Beschuldigte A._____ derart genau 

über das Tatgeschehen informiert sein konnte, wenn sie nicht dabei gewesen sein 

soll, entspricht es nicht dem Aussageverhalten einer sich bewusst zu Unrecht be-

lastenden Person, derart detaillierte Angaben zu machen. Sodann ist nicht ein-

-   30   - 

sichtig, weshalb sie auch die weiteren Diebstähle (vgl. nachstehende Erw. IV.) 

hätte zugeben sollen.  

Entsprechend ist ohne weiteres auf das – widerrufene – Geständnis der Beschul-

digten A._____ abzustellen.  

5.8. Einwände der Verteidigung 

5.8.1. Nicht gefolgt werden kann der Verteidigung, wenn sie den Wahrheitsgehalt 

der Geständnisse nur deshalb in Frage stellt, weil diese "zu gut übereinstimmend" 

seien, was misstrauisch machen müsse und auf eine Absprache hindeute 

(Urk. 341 S. 4).  

Entgegen der Auffassung der Verteidigung ist es nicht so, dass über weite Teile 

deckungsgleiche Aussagen per se als Indiz für eine Falschaussage zu werten wä-

ren. Es ist nicht einzusehen, weshalb zwei Zeugen zum selben Sachverhalt 

grundsätzlich zwei verschiedene Abläufe erzählen sollten (Urk. 341 S. 4, 7). Etwa-

ige Lügensignale, wie etwa die immer gleiche Wortwahl, die die Aussagen einstu-

diert und stereotyp wirken lassen, sind bei den Geständnissen, wie vorstehend 

aufgezeigt, nicht ersichtlich. Vielmehr ergänzen sich die Aussagen der beiden Be-

schuldigten in stimmiger Weise (vgl. insbesondere vorstehende Erw. 5.4.4). Hinzu 

kommt, dass es durchaus einzelne Abweichungen in den Aussagen gibt, die sich 

aber entweder auf ausgesprochene Detailfragen beziehen oder sich – wie von der 

Verteidigung erwartet – mit dem Umstand erklären lassen, dass die beiden Be-

schuldigten die Situation nicht exakt gleich wahrgenommen hatten. So gab etwa 

lediglich die Beschuldigte A._____ zu Protokoll, beim Verlassen der Wohnung ein 

Sauerstoffgerät gesehen zu haben, während dies die Beschuldigte B._____ nicht 

bestätigen konnte (Urk. 3/14 S. 14, Urk. 224 S. 37 f.). Ferner sprach die Beschul-

digte zur Farbe des mit Ammoniak getränkten Lappens befragt, von einem ver-

blassten Grün (Urk. 4/4 S. 5), während die Beschuldigte A._____ von einem blau-

en Frotteewaschlappen sprach (Urk. 3/4 S. 19).  

Schliesslich fällt auf, dass die Beschuldigten teilweise den Tatbeitrag des jeweils 

anderen gewichtiger darzustellen versuchten, was unter Berücksichtigung der 

Schwere des Tatvorwurfes nicht erstaunt. So stellte sich die Beschuldigte  

-   31   - 

A._____ auf den Standpunkt, dass sie die Internetrecherchen betreffend das 

Ammoniak zusammen mit der Beschuldigten B._____ vorgenommen habe, was 

diese in Abrede stellte (Urk. 3/14 S. 5). Ebenso nicht deckungsgleich sind die 

Aussagen hinsichtlich der Frage, ob die Beschuldigte A._____ neben der Be-

schuldigten B._____ gestanden hatte, als diese das Tuch gegen den Mund des 

Opfers hielt und ob hernach auch die Beschuldigte A._____ das Tuch gegen das 

Gesicht des Opfers drückte (Urk. 3/14 S. 11 ff., Urk. 224 S. 29, 34). Mit der Vor-

instanz ist – insbesondere aufgrund der Relativierung der Beschuldigten B._____ 

vor Vorinstanz (Urk. 224 S. 36) – zugunsten der Beschuldigten A._____ nicht da-

von auszugehen, dass auch sie das Tuch gegen den Mund des Opfers hielt 

(vgl. Urk. 280 S. 65, 72). 

5.8.2. Entgegen der Verteidigung ist der Tatablauf, wie ihn die Vorinstanz an-

genommen hat, keineswegs unhaltbar (Urk. 341 S. 7). Die Vorinstanz geht zu-

sammenfassend davon aus, dass das Tuch mit erheblichem Druck gegen das 

Gesicht gehalten worden sei, wobei Mund und Nase vollständig mit dem Tuch 

bedeckt gewesen sei. Dabei müsse sich die Geschädigte gewehrt haben, indem 

sie versucht habe, das Tuch von ihrem Gesicht zu reissen. Weiter sei davon aus-

zugehen, dass die Beschuldigte A._____ die Geschädigte am linken Bein und die 

Beschuldigte B._____ am Arm festgehalten habe (Urk. 280 S. 69). Den diesbe-

züglich überzeugenden Erwägungen kann ohne weiteres gefolgt werden.  

Mit der Vorinstanz ergibt sich schon aus den Verletzungen an den Innen- und 

Aussenseiten der Lippen des Opfers (vgl. Urk. 8, Urk. 10/1 und 11/1), dass das 

Tuch mit erheblichem Druck gegen die Nasen-/Mundpartie hingehalten worden 

sein muss, was auch durch die Einschätzung der Sachverständigen gestützt wird 

(Urk. 280 S. 60, 67 f; Urk. 226 S. 20, 33, 35, 39, 46 f., 55). Sodann hat die Be-

schuldigte A._____ schon zu Beginn ihres Geständnisses und hernach bis zu 

dessen Widerruf immer wieder erklärt, dass das Opfer für "einen Moment" bzw. 

"zwei bis dreimal" bzw. "ein wenig" gezuckt habe (Urk. 3/4 S. 16, 21, 23; Urk. 3/14 

S. 11), was die Beschuldigte B._____ anlässlich der Konfrontationseinvernahme 

vom 6. März 2014 auf entsprechende Frage bestätigte (Urk. 3/14 S. 12) und diese 

Begriffsumschreibung in der Folge auch in ihre eigenen Ausführungen übernahm 

(Urk. 224 S. 30 f.). Schon aufgrund des "Zuckens" ist davon auszugehen, dass 

-   32   - 

das Opfer zumindest kurzzeitig erwachte, was die Beschuldigte B._____ anläss-

lich der Hauptverhandlung auch bestätigte (Urk. 224 S. 310). Das deckt sich auch 

mit den Ausführungen von Dr. med. Q._____, der anlässlich der Hauptverhand-

lung vor der ersten Instanz ausführte, dass man aufgrund des extrem beissenden 

Geruchs von Salmiak ganz sicher aufwacht, wenn einem ein damit getränktes 

Tuch auf das Gesicht gedrückt werde (Urk. 226 S. 46). Damit ist aber auch 

gleichzeitig erstellt, dass sie sich gewehrt haben muss: Wie auch für einen Laien 

anhand des Bildmaterials (vgl. Urk. 8, Urk. 10/1 und 11/1) unschwer erkennbar 

und durch das Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin Zürich erstellt, erlitt das 

Opfer Verätzungen im Mund- und Wangenbereich (Urk. 11/3 S. 3, 5). Ganz abge-

sehen davon, dass es im hohen Masse verängstigend sein muss, in den eigenen 

vier Wänden von zwei dunkel gekleideten Personen aus dem Schlaf gerissen und 

überrascht zu werden, muss die Verätzung von Gesichtspartien mit nicht uner-

heblichen Schmerzen verbunden gewesen sein. Kommt hinzu, dass das Opfer 

aufgrund der (zumindest teilweise) verlegten Atemwege – wenn überhaupt – si-

cher nur ganz eingeschränkt Atmen konnte. Mit der Staatsanwaltschaft können 

daher keine Zweifel bestehen, dass sich Frau †F._____ – soweit es ihr aufgrund 

ihres gebrechlichen Zustandes und der Fixation durch die Beschuldigten möglich 

war (dazu nachfolgend) – gewehrt haben muss (Prot. II S. 20). Wenn die Vor-

instanz diesen Vorgang als Todeskampf umschreibt, ist dies – entgegen der Ver-

teidigung (Urk. 341 S. 7) – nicht zu beanstanden. Dass bei dieser Ausganslage 

(mechanisches Verlegen der Atemwege mit einem mit Ammoniak getränktem 

Tuch mit ätzender Wirkung und beissendem Geruch) eine Gegenwehr zu erwar-

ten ist, bestätigten auch die Sachverständigen anlässlich der Hauptverhandlung 

vor Vorinstanz (Urk. 226 S. 23, 39). Dass die Beschuldigte A._____ – und her-

nach auch die Beschuldigte B._____ – diese Gegenwehr als Zuckungen be-

schrieben, ist vor dem Hintergrund, dass die Beschuldigten das Opfer gemäss 

den glaubhaften Ausführungen der Beschuldigten B._____ an Armen und Beinen 

fixierten, indem sie sich darauf abgestützt hätten (Urk. 4/11 S. 13 f., Urk. 224 

S. 30, 34) nachvollziehbar. Die Fixation durch die Beschuldigten lässt sich – wie 

dies die Sachverständigen anlässlich der Hauptverhandlung überzeugend aus-

führten – auch mühelos mit dem Verletzungsbild des Opfers am Brustkork, Armen 

-   33   - 

und Beinen in Einklang bringen (vgl. Urk. 226 S. 33). Daran ändert auch nichts, 

dass das Opfer vor ihrem Tod mit Kortison behandelt wurde. Zwar trifft es gemäss 

Dr. med. AD._____ zu, dass eine Kortisontherapie typischerweise zu einer Alters-

haut führe und Einblutungen, wie sie beim Opfer festgestellt wurden, bereits durch 

Bagatelltraumata entstehen können. Gleichwohl schliesst dieser Umstand aber  

– entgegen der Verteidigung (Urk. 341 S. 11 ff.) – eine Fremdbeibringung nicht 

aus (Urk. 226 S. 33 f., 41). Vielmehr sei insbesondere die Brustverletzung auf-

grund ihrer Lokalisation für eine Fremdbeibringung geradezu hochverdächtig 

(Urk. 226 S. 33, 55).  

5.8.3. Ebenso unbegründet ist die Kritik der Verteidigung an den Ausführungen 

der Sachverständigen betreffend die Eingrenzung des Todeszeitpunktes 

(Urk. 341 S. 9 ff.). Wie dies die Vorinstanz überzeugend dargelegt hat, führten 

sowohl Dr. med. P._____ als auch Dr. med. Q._____ anlässlich der Hauptver-

handlung nachvollziehbar aus, dass es bei der Berechnung des Todeszeitpunktes 

Korrekturfaktoren gebe und im vorliegenden Fall insbesondere die Körpertempe-

ratur als Unsicherheitsfaktor zu gelten habe (Urk. 280 S. 56, 61 mit Verweis auf 

Urk. 226 S. 43 f. und 48, Urk. 226 S. 17). Insbesondere zu berücksichtigen sei, 

dass das Resyl plus bzw. das Guaifenesin – welches im Blut des Opfers nachge-

wiesen werden konnte (Urk. 11/4 S. 3, Urk. 226 S. 35) –, auf einen Ateminfekt 

hinweise, was zu einer höheren Ausgangstemperatur führte (Urk. 280 S. 61, 

Urk. 226 S. 43). Ferner in Betracht zu ziehen sei, dass der Körper bei körperlicher 

Anstrengung , wie dies die Gegenwehr sein kann, Wärme generiere, was ebenso 

zu einer höheren Ausgangstemperatur führte (Urk. 226 S. 43). Dass unter diesen 

Umständen die im Rahmen der Legalinspektion gemessene Körpertemperatur 

von 35.7º C (Urk. 10/1) bei der Berechnung des Todeszeitpunktes eine andere 

Bedeutung erhält und sich bei erhöhter Ausgangstemperatur der Todeszeitunkt 

nach vorn verschiebt, ist einsichtig. Entsprechend besteht keine Veranlassung, 

die gutachterliche Schlussfolgerung, wonach nicht ausgeschlossen sei, dass der 

Tod zwischen 01:00 Uhr und 02:15 Uhr eingetreten sein könnte (Urk. 226 

S. 43, 51), anzuzweifeln.  

5.8.4. Der Bericht der Legalinspektion von Dr. med. P._____ (Urk. 10/1), die Fest-

stellungen im Gutachten (Urk. 11/3) sowie die nachvollziehbaren Ausführungen 

-   34   - 

von Dr. med. Q._____ sowie Dr. med O._____ anlässlich der Hauptverhandlung 

(Urk. 226 S. 29 ff., insbesondere S. 35) lassen in Kombination mit der übrigen 

Beweislage, insbesondere der Aussagen der Beschuldigten, keine Zweifel zu, 

dass der Tod durch mechanische Verlegung der Atemwege mittels eines mit 

Ammoniak getränkten Tuchs verursacht wurde. Insbesondere kann mangels aus-

geprägter Überwässerung des Hirns sowie der Lunge ein langsames Dahinster-

ben ausgeschlossen werden (Urk. 226 S. 40 f.). Entgegen der Kritik der Verteidi-

gung (Urk. 341 S. 16) wurde sodann mittels der CT-Untersuchung ein akutes 

Herzversagen als Todesursache ausgeschlossen (Urk. 226 S. 31).  

5.8.5. Vor diesem Hintergrund sind die seitens der Verteidigung gestellten Be-

weisanträge auf Einholung eines Obergutachtens sowie einer Nachstellung der 

Tat (Urk. 341 S. 8, Prot. II S. 14) abzuweisen. Die Todesursache durch mechani-

sche Verlegung der Atemwege ist erstellt.  

5.9. Fazit 

In objektiver Hinsicht ist der Sachverhalt, wie in der Anklageschrift beschrieben, 

mit nachfolgenden Präzisierungen erstellt:  

Es ist davon auszugehen, dass die Mitbeschuldigte B._____ der Geschädigten 

†F._____ den mit Salmiakgeist getränkten Lappen kurzzeitig während mindestens 

einer Minute gegen Mund und Nase drückte, während sie sich mit einem Arm auf 

dem Opfer der Geschädigten im Bereich des Oberkörpers abstützte und die Be-

schuldigte A._____ die Geschädigte an den Beinen fixierte.  

Die Annahme der Vorinstanz, es seien mindestens drei Minuten gewesen, wäh-

renddessen die Beschuldigte B._____ das Tuch mit erheblichem Druck gegen die 

Mund-/Nasenpartie gedrückt habe, geht von den wörtlichen Angaben der Be-

schuldigten B._____ aus, welche diese später wieder relativierte (Urk. 280 S. 72). 

Da Zeitschätzungen bekanntlich sehr subjektiv sind und meistens zu hoch ausfal-

len, ist zugunsten der Beschuldigten B._____ von mindestens einer Minute aus-

zugehen. Nicht nachgewiesen werden kann sodann, dass auch die Beschuldigte 

A._____ das Tuch gegen die Mund-/Nasenpartei des Opfers gehalten hatte. Nicht 

erstellt ist darüber hinaus, dass die Beschuldigte A._____ im Zeitpunkt der Tat 

-   35   - 

wusste, dass die Geschädigte †F._____ an einer schweren Lungenkrankheit litt, 

sagte sie doch aus, das Sauerstoffgerät erst beim Verlassen der Wohnung be-

merkt zu haben. Im Übrigen ist der objektive Anklagesachverhalt erstellt. Erstellt 

ist auch die Mitnahme des Deliktguts gemäss Anklage (Urk. 67 S. 4). 

Subjektiv ist erwiesen, dass die Beschuldigten den Tod der Geschädigten 

†F._____ in Kauf genommen haben, wie in der Anklageschrift dargestellt (Urk. 67 

S. 5). Dazu wird nachfolgend im Rahmen der rechtlichen Würdigung nochmals 

einzugehen sein. 

IV. Sachverhalt gewerbsmässiger Diebstahl 

Ebenso unglaubhaft ist der Widerruf des Geständnisses der Beschuldigten 

A._____ betreffend den gewerbsmässigen Diebstahl. In ihrer Einvernahme vom 

28. November 2013 gab die Beschuldigte A._____ an, sie habe im Senioren-

zentrum AE._____ in AF._____, wo sie von 2003 bis 2006 ihre Ausbildung ge-

macht habe, mindestens 10 Mal Geld und Schmuck gestohlen (Urk. 3/4 S. 8). Je-

des Mal im Wert von ca. Fr. 1'000.–, Goldketten, Ringe, Uhren, Armbänder, Bro-

schen, Halsketten. Diese Schmuckstücke habe sie bei der Firma AG._____ in 

AH._____ verkauft (Urk. 3/4 S. 9). Nach einem Unterbruch habe sie im Heim 

AI._____ in AH._____ gearbeitet. Dort habe sie schätzungsweise 5 bis 10 Mal 

Geld zwischen Fr. 1'000.– bis Fr. 2'000.– sowie Schmuck gestohlen (Urk. 3/4 S. 

10). Den Schmuck habe sie wiederum bei AG._____ und bei der Schmuckbörse 

in AH._____ verkauft. Dafür habe sie einen Betrag von über Fr. 5'000.– erhalten. 

Auch als sie in der Alterssiedlung L._____ gearbeitet habe, habe sie dort gestoh-

len. Sie habe ein Portemonnaie, drei Mal Geld aus einem Portemonnaie und eine 

Uhr geklaut, bei Frau AB._____, bei Frau AC._____, bei Frau E._____ und einer 

weiteren Frau im zweiten Stock (Urk. 3/4 S. 11). Sie habe insgesamt Fr. 1'000.– in 

bar gestohlen. Für die Uhr habe sie bei der Firma AG._____ Fr. 1'500.– erhalten. 

Frau AC._____ habe einmal ihren Rollator draussen stehen lassen, worauf sie 

das Portemonnaie, ein braunes, genommen habe. Frau AB._____ sei einmal im 

Spital gewesen und habe ihr Türe nicht abgeschlossen gehabt (Urk. 3/4 S. 12). 

Bei Frau E._____ habe sie die Sachen genommen, als diese sich auf dem WC 

-   36   - 

gewaschen habe. Bei der weiteren Frau sei es ebenfalls gewesen, als sich diese 

gewaschen habe. Die Zugaben der Beschuldigten erfolgten aus eigenem Antrieb 

und ihre Angaben dazu machte sie in freier Rede und detailliert. Sie schilderte 

auch ausführlich ihre damalige finanziell bedrängte Situation, was Grund für die 

Diebstähle gewesen sei. Am entsprechenden Geständnis der Beschuldigten 

A._____ bestehen aufgrund der Detailliertheit trotz des späteren Widerrufs keine 

rechtserheblichen Zweifel.  

Zu diesen Diebstählen in der vorinstanzlichen Hauptverhandlung befragt, bestritt 

die Beschuldigte alles mit einem pauschalen Nein, ohne nähere Angaben 

(Urk. 223 S. 45ff.). Auch an der Berufungsverhandlung bestritt sie, mit den ihr zur 

Last gelegten Diebstähle etwas zu tun zu haben (Urk. 339 S. 37 ff.), ohne jedoch 

einen plausiblen Grund nennen zu könne, weshalb sie die Diebstähle ursprünglich 

eingestanden hatte. 

Auch dieser Anklagesachverhalt ist – soweit er im vorliegenden Berufungsverfah-

ren noch zu überprüfen ist (ND 1, ND 2, ND 3 und ND 6) –, aufgrund des Ge-

ständnisses der Beschuldigten A._____ erstellt. Es kann auf die entsprechenden 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 280 S. 96 - 100; Art. 82 

Abs. 4 StPO). Wenn die Verteidigung vorbringt, dass die Diebstähle auch durch 

"fremde Personen in Zimmern von bestohlenen Heimbewohnern" hätten vorge-

nommen werden können (Urk. 341 S. 21), vermag diese Mutmassung die Glaub-

haftigkeit des ursprünglich abgelegten und hernach widerrufenen Geständnisses 

der Beschuldigten A._____ nicht erschüttern. Insbesondere liesse sich bei einer 

Dritttäterschaft nicht erklären, weshalb das braune Portemonnaie, welches die 

Beschuldigte (anerkanntermassen) aus dem Rollator von Frau AC._____ entwen-

det hatte, kurz nach der Verhaftung bei der Beschuldigten A._____ sichergestellt 

werden konnte (vgl. Urk. 5/3). Ebenso liesse sich nicht erklären, weshalb das 

Tramadol, welches sie gemäss dem ursprünglichen Geständnis bei Frau  

AB._____ entwendet habe (Urk. 3/7 S. 3 f.), in der Wohnung von U._____, wo sie 

sich öfters aufgehalten hatte, sichergestellt werden konnte (Urk. 51/4 S. 5). Dass 

es U._____ gewesen sei, der die Gegenstände gestohlen habe und sie das 

Portemonnaie ganz zufälligerweise beim Aufräumen der Wohnung gefunden ha-

-   37   - 

be, just in dem Augenblick, als die Polizei an der Türe geklingelt habe, wie die 

Beschuldigte A._____ in der schriftlichen Stellungnahme angibt (Urk. 331 

S. 12 f.), erscheint konstruiert und ist damit unglaubhaft.  

V. Rechtliche Würdigung 

1. Eventualvorsätzliche Tötung 

Gemäss früherer Giftverordnung sind auch unter dem heutigen Chemikalien-

gesetz sechs Giftklassen üblich. Salmiakgeist ist eine wässrige Ammoniaklösung 

der Giftklasse 3. Stoffe dieser Klasse gelten im Bereich von 50 - 500 mg als töd-

lich. Salmiakgeist ist nur in speziellen Geschäften wie zum Beispiel Apotheken 

gegen Unterschrift und unter Nachweis der Personalien erhältlich. Es hat einen 

stechenden Geruch, ist stark ätzend und sollte ohne weitere Verdünnung mit 

Wasser nur mit Handschuhen und in gut belüfteten Räumen, allenfalls mit Atem-

schutz angewendet werden. Dementsprechend befinden sich auf der Flasche 

deutliche Hinweise auf die hohe Giftigkeit bzw. Gefährlichkeit, einerseits durch ei-

nen Texthinweis, andererseits durch Kennzeichnung mit den entsprechenden Ge-

fahrensymbolen (Urk. 4/4 S. 11). Es ist unglaubhaft wenn die Beschuldigte 

A._____ behauptet, sie habe diese Hinweise nicht gelesen, zumal sie dieses Gift 

ja ganz bewusst mit der Absicht gekauft hatte, jemanden zwecks Raubes ausser 

Gefecht zu setzen. Kennzeichnend ist auch die Aussage von der Beschuldigten 

A._____, "man habe ihr gesagt" mit Ammoniak könne man jemanden betäuben, 

ohne näher auszuführen wer ihr dies wann gesagt habe (Urk. 3/4 S. 15). Solch 

unbestimmte Aussagen gelten im Allgemeinen als Lügensignale. Salmiakgeist ist 

zwar als gefährliches Reinigungsmittel, nicht aber als Betäubungsmittel bekannt, 

wie beispielsweise Chloroform. Im Gegensatz zu Letzterem würde auch niemand 

wegen der stark ätzenden Dämpfe einen Selbstversuch mit Salmiakgeist wagen. 

Bereits ein einzelner Atemzug an einer offenen Flasche führt zu einer starken Re-

aktion des Probanden, sei es Brechreiz, Übelkeit, Husten oder starkes Augen-

brennen. Das Verschlucken von Salmiakgeist kann zu einem schmerzhaften Tod 

führen. Die fotografisch dokumentierten Verätzungen der Geschädigten †F._____ 

-   38   - 

um den Mund herum sprechen eine deutliche Sprache (Urk. 8 S. 2, Urk. 9 S. 55 

ff.). Wer einer betagten Person einen mit Salmiakgeist getränkten Lappen min-

destens eine Minute lang an den Mund drückt, bis diese erschlafft, kann – unab-

hängig von den angewendeten Krafteinheiten – nicht mehr ernsthaft behaupten, 

er habe die Person nur betäuben wollen. Aufgrund der mehrjährigen beruflichen 

Tätigkeit in der Betreuung betagter Personen wusste insbesondere die Beschul-

digte A._____ bestens, dass eine alte Frau die Verlegung der Atemwege mit ei-

nem feuchten Tuch nicht mehr gleich erträgt wie eine junge Person mit kräftigen 

Lungen. Die Möglichkeit des Todes liegt derart nahe, dass man umgekehrt von 

ausserordentlichem Glück sprechen müsste, wenn die Geschädigte diesen Angriff 

überlebt hätte. Zum objektiven und subjektiven Tatbestand kann im Übrigen auf 

die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 280 S. 81 - 

88. Ziff. 4.3.1 - Ziff. 4.3.3). Es ist von eventualvorsätzlicher Tötung auszugehen, 

da ein direkter Vorsatz nicht nachgewiesen werden kann. 

2. Qualifikation als Mord 

Die Tötung der 88-jährigen †F._____ war eine völlig sinnlose Tat. Das Opfer 

schlief zu dieser Zeit in ihrem Bett, und wäre sie wegen des Einbruchs der beiden 

Beschuldigten aufgewacht, wären die Beschuldigten ihr körperlich weit überlegen 

gewesen. Die Beschuldigten hätten sich in diesem Falle ohne Probleme uner-

kannt wieder aus der Wohnung entfernen können. In diesem Sinne war das Am-

moniak nicht einmal nötig für die Durchführung des Raubs, sondern diente "bloss" 

zur Vermeidung von Störungen während des Raubs. Die Beschuldigten wollten 

jegliches Risiko ausschalten und drückten der Geschädigten den Lappen mit dem 

Salmiakgeist bereits "prophylaktisch" auf den Mund, als diese schlief und noch 

gar keine Bedrohungs- bzw. Alarmsituation bestand. Wenn jemand im Alter der 

Geschädigten zu Hause im eigenen Bett im Schlaf überrascht und beraubt wird, 

verbleiben für überlebende Opfer in der Regel gravierendste psychische Folgen. 

Die Verunsicherung und Angst sind danach derart gross, dass ein Opfer oftmals 

jegliche Lebensfreude verliert. Nach einem 88 Jahre dauernden Leben ein derar-

tiges Ende zu finden, wie die Geschädigte es erleiden musste, ist äusserst tra-

gisch. Die Verwendung von ätzenden Dämpfen beim Ersticken führt zu einem 

-   39   - 

qualvollen Tod. Wer dies in Kauf nimmt, bloss um Schmuck und Bargeld in unbe-

kanntem Umfang bzw. mutmasslich in nicht sehr hohen Wert zu erbeuten und so 

handelt, obschon das Ammoniak für das Handlungsziel möglicherweise gar nicht 

nötig gewesen wäre, offenbart eine erhebliche Skrupellosigkeit.  

Die Vorinstanz hat die Tat der Beschuldigten deshalb zu Recht als eventualvor-

sätzlichen Mord im Sinn von Art. 112 StGB qualifiziert (Urk. 280 S. 95). Auf ihre 

Erwägungen zur rechtlichen Würdigung kann ohne Einschränkungen verwiesen 

werden (Urk. 280 S. 76 - 92, Art. 82 Abs. 4 StPO). 

3. Raub 

Wer ein Opfer zum Widerstand unfähig macht um einen Diebstahl zu begehen, 

macht sich des Raubes im Sinne von Art. 140 StGB schuldig. Von qualifiziertem 

Raub ist gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB auszugehen, wenn die Täterin das Opfer in 

Lebensgefahr bringt, ihm eine schwere Körperverletzung zufügt oder es grausam 

behandelt. In welchem Verhältnis dieser qualifizierte Tatbestand zur schweren 

Körperverletzung gemäss Art. 122 StGB und zur Lebensgefährdung von Art. 129 

StGB steht, lässt einige Fragen offen. Allerdings beinhaltet Art. 140 Ziff. 4 StGB 

nicht die Tötung des Opfers, weshalb in Bezug auf die Folgen der Tat unechte 

Konkurrenz zu Art. 140 Ziff. 4 StGB besteht. Gemäss Wortlaut dieser Bestimmung 

verbleibt deshalb einzig das Qualifikationsmerkmal der Grausamkeit, welches al-

lerdings nicht bereits dann gegeben ist, wenn das Opfer ermordet wird, denn all-

gemein betrachtet ist ein Mord immer grausam. Grausamkeit im Sinne dieser Be-

stimmung ist nur die Zufügung von Qualen um ihrer selbst willen (Trechsel/ 

Crameri, Praxiskommentar StGB, N 21 zu Art. 140; Donatsch, Strafrecht III, 

10. Aufl. Zürich 2013, S. 179). Vorliegend wurde die Tötung jedoch eventualvor-

sätzlich begangen und das Ausschalten des Opfers geschah einzig zum Zwecke 

des Raubes, nicht um des Quälens willen. Wenngleich das Tatmittel, Ersticken 

durch ätzende Dämpfe, keine schöne Art des Versterbens darstellt, unterscheidet 

es sich von zahlreichen anderen Arten der Tötung – beispielsweise das Stossen 

vor ein fahrendes Auto oder Messerstiche in den Hals mit langsamem Verbluten 

usw. – nicht derart krass, dass eine bedeutend schwerere Qualifikation als der 

Grundtatbestand von Art. 140 StGB nötig wäre. Gleiches gilt in Bezug auf die sei-

-   40   - 

tens der Staatsanwaltschaft vor Berufungsgericht neu geltend gemachte Sub-

sumtion unter den Tatbestand von Art. 140 Ziff. 3 Abs. 3 StGB wegen besonderer 

Gefährlichkeit (Prot. II S. 12, Urk. 340 S. 7). Räuber bringen per se eine gewisse 

Gefährlichkeit mit sich. Vorliegend hat sich diese latente Gefahr realisiert, wes-

halb das Qualifikationsmerkmal der besonderen Gefährlichkeit durch die Verurtei-

lung wegen eventualvorsätzlichen Mordes abgegolten bzw. konsumiert zu gelten 

hat, ähnlich wie Art. 140 Ziff. 3 Abs. 3 StGB umgekehrt den Tatbestand der Ge-

fährdung des Lebens bzw. eine einfache Körperverletzung konsumiert (BSK StGB 

II-Niggli/Riedo, 3. Auflage 2013, Art. 140 N 118). Die Vorinstanz ist deshalb zu 

Recht vom Grundtatbestand nach Art. 140 Ziff. 1 StGB ausgegangen (Urk. 280 

S. 94 Ziff. 4.3.3.).  

4. Gewerbsmässiger Diebstahl von A._____ 

Zur rechtlichen Würdigung des gewerbsmässigen Diebstahls kann auf die vor-

instanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 280 S. 100 - 102; Art. 82 

Abs. 4 StPO). Die Beschuldigte beging diese Diebstähle, um einen Teil ihrer  

Lebenshaltungskosten zu bestreiten, insbesondere weil ihr damaliger Partner 

nicht habe arbeiten wollen (Urk. 3/7 S. 1 f., Urk. 280 S. 97). Mit der Vorinstanz ist 

die Beschuldigte des gewerbsmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 

StGB i.V.m. Art. 139 Ziff. 2 StGB schuldig zu sprechen.   

VI. Strafzumessung 

1. Strafrahmen 

Für die Strafzumessung ist vom Tatbestand des Mordes als schwerste Tat aus-

zugehen und eine Einsatzstrafe im Bereich von zehn Jahren bis zu lebenslänglich 

festzusetzen (Art. 112 StGB). In der Folge sind die Strafen für den Raub und den 

gewerbsmässigen Diebstahl zu bestimmen (Art. 140 StGB und Art. 139 Ziff. 2 

StGB). Strafmilderungsfaktoren, die eine Unterschreitung des Strafrahmens recht-

fertigten, sind keine ersichtlich.  

-   41   - 

2. Objektive Tatschwere Mord 

Die Täterinnen mussten eine Gegenwehr des Opfers überwinden, indem sie es 

auf dem Bett fixierten. Wenn ein Opfer im vertrauten Bereich, d.h. im Bett in den 

eigenen vier Wänden nachts durch ihre Mörderinnen überrascht, überwältigt und 

dann mit einem mit einer stark ätzenden Flüssigkeit getränktem Tuch erstickt 

wird, ist dies ein qualvoller, äusserst würdeloser Tod. Aus Sicht des Opfers kann 

die Strafe deshalb – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 341 S. 44) – 

nicht am untersten Rahmen liegen.  

Die Beschuldigte A._____ plante die Tat. Sie war es, welche im Voraus im Inter-

net recherchierte, wie ein Opfer ausser Gefecht zu setzen ist, sie besorgte den 

Salmiakgeist und sie gab der Mitbeschuldigten B._____ mittels SMS das Signal 

zur Ausführung der Tat und hiess sie mit schwarzer Kleidung zu kommen. Sie 

schüttete den Salmiakgeist auf das Tuch und wies die Mitbeschuldigte B._____ 

an, dieses dem Opfer gegen den Mund zu halten. Sie hatte die Führungsrolle und 

übernahm auch die Beute zwecks Erzielung eines Erlöses. Demgegenüber war 

B._____ nur die Mitläuferin, welche auf Geheiss von A._____ handelte. Nichts 

desto trotz machte die Beschuldigte B._____ aber völlig freiwillig und ohne Zwang 

mit bei der Tat und scheute sich nicht davor, mit ihren eigenen Händen das betag-

te Opfer zu ersticken und übernahm damit einen gewichtigen Tatbeitrag, was 

auch die Verteidigung der Beschuldigten B._____ anerkennt (Urk. 342 S. 6). Man 

kann zwar einwenden, dass die Beschuldigte B._____ ohne die Beschuldigte 

A._____ die Tat wohl nicht aus eigenem Antrieb begangen hätte; umgekehrt ist 

aber auch nicht erwiesen, dass die Beschuldigte A._____ die Tat ohne Mitwirkung 

der Beschuldigten B._____ ausgeführt hätte. Zudem nahm die Beschuldigte 

B._____ unmittelbar nach der Tat auch die Hälfte des gestohlenen Bargeldes 

(Urk. 4/3 S. 8). In diesem Sinne tragen beide Beteiligte eine hohe Verantwortung 

und Schuld.  

Die Vorinstanz hat bereits darauf hingewiesen, dass die Terminologie bei der 

Verschuldensbewertung immer relativ zur Tat betrachtet werden muss und nicht 

absolut im Vergleich zu anderen Straftaten, denn moralisch trägt ein Mörder im-

mer schwerstes Verschulden (Urk. 280 S. 113). Im Rahmen aller möglichen Tat-

-   42   - 

varianten gibt es bei Mord noch zahlreiche andere Arten der Tatausführung,  

welche als noch gravierender zu bewerten sind (z.B. lebendiges Begraben des 

Opfers oder längeres Quälen, Ergötzen des Täters am Leiden, Tötung im Ange-

sicht von Angehörigen etc.). Das objektive Tatverschulden ist deshalb vorliegend 

als erheblich zu taxieren.  

3. Subjektive Tatschwere Mord 

Die Beschuldigten wussten, dass das in der Alterswohnung wohnhafte Opfer be-

tagt und somit gegenüber den beiden jungen Täterinnen wehrlos war. Die zu er-

wartende Beute war im Verhältnis zum Wert eines Lebens äusserst gering. Die 

Tötung war auch unverhältnismässig, weil sie nicht erfolgte, um den Raub zu be-

gehen, sondern einzig um einer allfälligen Störung zuvor zu kommen. Die Skru-

pellosigkeit der Beschuldigten zeigt sich auch im Umstand, dass sie nach der Tat 

an eine Party gingen, wo sie sich amüsierten, als wäre nichts geschehen 

(vgl. etwa Urk. 6/2 S. 5, Urk. 6/4 S. 5). Diesen subjektiv erschwerenden Faktoren 

steht allerdings der Eventualvorsatz gegenüber, d.h. die Tötung wurde zwar in 

Kauf genommen, sie war aber nicht das Handlungsziel. Die eventualvorsätzlich 

Handelnde will die Erfüllung des Tatbestands, aber nicht mit der gleichen Inten-

sität wie die Täterin, welche mit direktem Vorsatz handelt. Ausreichend für den 

Eventualvorsatz ist freilich, wenn der Erfolgseintritt der Täterin gleichgültig oder 

gar unerwünscht ist (Donatsch/Tag, Strafrecht I, 9. Auflage 2013, S. 120). Insge-

samt wird die Tatschwere durch die subjektiven Komponenten deshalb in nicht 

unerheblichem Umfang gemildert. 

Aufgrund der bereits vorgängig geschilderten Rollenteilung bzw. der führenden 

Rolle der Beschuldigten A._____, muss die Einsatzstrafe für die Beschuldigte 

A._____ deutlich höher liegen als jene für die Mitbeschuldigte B._____. Auch der 

sachverständige Gutachter vermittelte anlässlich der Hauptverhandlung vor Vo-

rinstanz das Bild einer Person, welche nicht den Lead in einer Gruppe übernimmt, 

sondern eher anerkennungs- und anlehnungsbedürftig ist (Urk. 230 S. 9, vgl. 

auch das psychiatrische Gutachten vom 30. Juni 2014, Urk. 64/8/4). Illustrativ ist 

auch die Aussage von A._____, welche von der Mitbeschuldigten B._____ sagte: 

"Manchmal hat sie mir zugestimmt, aber sich nicht getraut etwas zu sagen. Sie 

-   43   - 

hat es dann einfach rausgelassen, wenn sie Alkohol getrunken hatte; ich habe es 

auch ohne Alkohol gesagt" (Urk. 223 S. 23).  

Für die Beschuldigte A._____ ist eine Einsatzstrafe für das Tatverschulden im Be-

reich von 13 Jahren angemessen, für die Beschuldigte B._____ eine solche im 

Bereich von 12 Jahren.  

4. Tatschwere Raub 

Der Strafrahmen für Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB liegt im Bereich von 

180 Tagessätzen Geldstrafe bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe.  

Die Vorinstanz hat die massgebenden Faktoren bei der Bewertung der Tatschwe-

re des Raubs aufgeführt (Urk. 280 S. 113 Erw. 4.2.). Die Beute im Wert von 

ca. Fr. 5'000.– war nicht besonders hoch. A._____ war die treibende Kraft hinter 

dieser Tat, weil ihr die blosse Begehung von Diebstählen in Altersheimen bzw.-

wohnungen nicht mehr genügte und sie mehr Beute erzielen wollte. Sie beschaff-

te den Passepartout-Schlüssel, kannte die örtlichen Begebenheiten einschliess-

lich des Sicherheitspersonals, besorgte Handschuhe und Taschenlampen, gab 

vor, schwarze Kleidung zu tragen, bewegte die Mitbeschuldigte B._____ zur Teil-

nahme und übernahm schliesslich die Beute zur Versilberung. Sie hatte ihre Ver-

trauensstellung als Nachtwache in der Alterssiedlung aufs Übelste missbraucht. 

Wer wehrlose betagte Leute in ihrer eigenen Wohnung zu Opfern eines Raub-

überfalls macht, zerstört ganze Leben. Die kriminelle Energie muss als hoch be-

zeichnet werden. Wäre das Opfer nicht gestorben bzw. müsste allein dieser Raub 

beurteilt werden, wäre mit Sicherheit keine Strafe mehr im vollbedingten Bereich 

angemessen gewesen. Die Tatschwere beim Raub ist als mittelschwer zu qualifi-

zieren und hat sich bei beiden Beschuldigten in einer deutlichen Straferhöhung 

auszuwirken. Anders als bei der Beschuldigten B._____ ist bei der Beschuldigten 

A._____ zusätzlich der Missbrauch der Vertrauensstellung straferhöhend zu be-

rücksichtigen. Die vorinstanzliche Asperation von einem Jahr bei der Beschuldig-

ten A._____ bzw. von 9 Monaten bei der Beschuldigten B._____ erweist sich vor 

diesem Hintergrund als deutlich zu tief (Urk. 280 S. 115, ) 

-   44   - 

5. Tatschwere gewerbsmässiger Diebstahl in Bezug auf die Beschuldigte 
A._____ 

Für gewerbsmässigen Diebstahl ist gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB eine Strafe zwi-

schen Geldstrafe nicht unter 90 Tagen bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe auszu-

fällen. Die Beschuldigte A._____ beging innert eines Zeitraums von 10 Monaten 

insgesamt vier Diebstähle in Altersheimen. Die Beute von rund Fr. 2'200.– war re-

lativ gering, weshalb das objektive Tatverschulden noch leicht ist. Allerdings nütz-

te die Beschuldigte A._____ auch hier ihre Vertrauensstellung als Angestellte in 

Altersheimen aus und das Aussuchen von alten Leuten als Opfer ist in subjektiver 

Hinsicht besonders verwerflich. Insofern handelte sie bereits bei den dem Mord 

vorangegangenen Diebstählen betreffend Tatort und Opferauswahl nach dem 

gleichen Muster wie in der Nacht vom 9. auf den 10. November 2013. Damit er-

scheint auch hinsichtlich des gewerbsmässigen Diebstahls nur eine Freiheits-

strafe als dem Verschulden der Beschuldigten A._____ angemessene und damit 

einzig zweckmässige Sanktion. In Bezug auf die Beschuldigte A._____ ist die 

aufgrund der eventualvorsätzlichen Tötung festgesetzte und wegen des Raubes 

deutlich erhöhte Einsatzstrafe nochmals leicht zu erhöhen.  

6. Gesamtstrafe 

6.1. Grundsatz der Strafschärfung 

Hat eine Täterin mehrere Strafen erwirkt, sind die einzelnen Strafen nicht einfach 

zu addieren, sondern die Einsatzstrafe für das schwerste Delikt ist unter Berück-

sichtigung der weiteren Delikte angemessen zu erhöhen (Art. 49 Abs. 1 StGB). 

Das Ausmass dieser Strafschärfung unterliegt einem weiten richterlichen Ermes-

sen, es darf allerdings auch nicht sein, dass zusätzliche Delikte praktisch folgen-

los bleiben. Die gesamte Strafe muss letztlich den Unrechtsgehalt sämtlicher Ta-

ten widerspiegeln. 

6.2. Beschuldigte A._____ 

Ausgehend von einer Einsatzstrafe für die Beschuldigte A._____ von 13 Jahren 

für den Mord, einer deutlichen Straferhöhung für den Raub sowie einer leichten 

-   45   - 

Straferhöhung für den gewerbsmässigen Diebstahl, erscheint insgesamt eine 

Freiheitsstrafe von 15 Jahren angemessen.  

6.3. Beschuldigte B._____ 

Bei der Beschuldigten B._____ resultiert für den Mord und den Raub unter Be-

rücksichtigung des Strafschärfungsprinzips eine Strafe von 13 ½ Jahren.  

In Bezug auf das Fahren in fahrunfähigem Zustand aufgrund von Kokaineinfluss 

ist nach neuerer Bundesgerichtsrechtsprechung eine separate Geldstrafe festzu-

setzen. Die Beschuldigte B._____ fuhr von W._____ nach H._____ an den Tatort, 

dann wieder zurück nach W._____, später nach AJ._____ und schliesslich wieder 

zurück nach W._____. Sie konsumierte sowohl vor der ersten Fahrt als auch in 

AJ._____. Die Strecken waren nicht kurz. Das Tatverschulden ist nicht mehr 

leicht. Eine Einsatzstrafe von 70 Tagessätzen erscheint deshalb angemessen.  

7. Täterkomponenten 

7.1. Beschuldigte A._____ 

7.1.1. Persönliche Verhältnisse und Vorleben 

Nach eigenen Angaben habe die Beschuldigte A._____ eine normale, glückliche 

Kindheit und Jugendzeit verlebt (Urk. 223 S. 9). Die Schilderung der Vorinstanz 

der persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten A._____ stammt mehrheitlich 

aus den Angaben der Beschuldigten A._____ gegenüber dem psychiatrischen 

Gutachter (Urk. 280 S. 120): Ihre Familie stamme aus AK._____ [Staat in Südost-

europa]. Ihr Vater sei bereits als Kind in die Schweiz gekommen. Er habe keinen 

Beruf erlernt und als Lagerist gearbeitet. Ihre Mutter sei Krankenschwester gewe-

sen, jetzt sei sie IV-Rentnerin. Sie habe einen Bruder, mit welchem sie sich gut 

verstehe. Sie sei in … aufgewachsen und habe dort den Kindergarten und die 

Primarschule besucht. Danach habe sie die Realschule absolviert und das 

10. Schuljahr in … besucht. Mit 17 Jahren habe sie ein Praktikum in der Pflege im 

Pflegezentrum AL._____ absolviert, anschliessend habe sie ein halbes Jahr bei 

ihren Grosseltern in AK._____ verbracht. Im August 2003 habe sie die 3-jährige 

Lehre als Fachfrau Gesundheit im Altersheim in AF._____ angefangen. Da sie in 

-   46   - 

der Ausbildung schwanger geworden sei, habe sie ein Jahr wiederholt. Ihr Sohn 

AM._____ sei 2005 zur Welt gekommen, ihre Mutter habe die Pflegschaft für 

AM._____ übernommen. Im Jahr 2007 habe sie mit ihrem damaligen Ehemann in 

… gewohnt und nicht gearbeitet. Dieser habe sie aber im Sommer 2008 ohne 

Vorankündigung verlassen und mit Schulden zurückgelassen, woraufhin sie wie-

der zu ihren Eltern nach AH._____ gezogen sei. Im Februar 2012 habe sie eine 

Stelle in AN._____ gefunden. Zunächst sei sie gependelt, während ihre Eltern 

sich um AM._____ gekümmert hätten. Ab August 2012 habe sie eine Wohnung in 

AN._____ gefunden, Anfang 2013 sei auch ihr Bruder zu ihr gezogen und sie hät-

ten zusammen mit ihrem Sohn dort gelebt. Im Juni 2012 habe sie einen Unfall 

gehabt und sei lange krank geschrieben gewesen. Ab Januar 2013 habe sie in 

H._____ im Alterszentrum L._____ eine neue Stelle gefunden. Sie habe auf ihren 

Wunsch hin nur im Nachtdienst gearbeitet, so habe sie tagsüber Zeit für ihren 

Sohn gehabt. Mitte 2012 habe sie über das Internet U._____ kennengelernt. Ab 

Frühjahr 2013 sei sie mehr oder weniger zu ihm gezogen. Sie hätten gemeinsam 

eine grosse Wohnung gesucht, um mit U._____s Töchtern aus einer früheren Be-

ziehung und mit ihrem Sohn zusammen zu wohnen. Sie hätten auch ein gemein-

sames Kind bekommen wollen. Im Juni 2013 habe sie eine Fehlgeburt erlitten und 

sei daraufhin depressiv verstimmt gewesen. Im gleichen Monat habe sie sich ei-

nen Hund zugelegt. Ab Sommer 2013 habe sie zudem begonnen, Kokain zu kon-

sumieren. Sie habe zudem einen Kredit von Fr. 40'000.– aufgenommen, um sich 

ein neues Auto zu kaufen, in die Ferien zu fahren und Rechnungen zu bezahlen. 

Die Beschuldigte B._____ habe sie im Oktober 2012 kennengelernt; sie sei die 

Freundin des Bruders von U._____ gewesen. B._____ habe auch einen Hund 

gehabt und der Kontakt sei zunächst über die Hunde zustande gekommen. Im 

Sommer hätten sie fast jeden Abend grilliert (Urk. 63/11/4 S. 23 ff.; Urk. 63/4). 

Gegen die Beschuldigte A._____ liefen am 10. März 2014 22 Betreibungen 

(Urk. 63/7). Am 16. Juli 2014 gebar die Beschuldigte einen Sohn, dessen Vater 

U._____ sei. An der Hauptverhandlung führte die Beschuldigte aus, im Gefängnis 

gehe es ihr den Umständen entsprechend. Sie erhalte jede Woche Besuch von 

ihrem kleinen Sohn und einmal im Monat von ihrem Vater. Ihr grösserer Sohn le-

be bei ihrer Mutter in AN._____, der kleinere lebe im Kinderheim. U._____ pflege 

-   47   - 

keinen Kontakt zu seinem Sohn. Die Beziehung zu ihm würde sie rückblickend als 

Lüge bezeichnen. Bei der Geburt des gemeinsamen Sohnes AO._____ sei er da-

bei gewesen; dann hätten sie sich zerstritten und seither keinen Kontakt mehr. Ihr 

Leben würde sie als nicht speziell bezeichnen. Ihre früheren Aussagen, wonach 

sie ein Opfer und das schwarze Schaf in der Familie sei, würden nicht stimmen 

(act