# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 33b8a732-a93f-5d61-85ee-db0689c88750
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-01-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.01.2023 D-4867/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4867-2021_2023-01-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4867/2021 

law/blp 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  J a n u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richter David R. Wenger, Richterin Contessina Theis, 

Gerichtsschreiber Patrick Blumer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan, 

vertreten durch Anna Brauchli, Rechtsschutz für  

Asylsuchende, (…), 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); 

Verfügung des SEM vom 5. Oktober 2021 / N (…). 

 

 

 

D-4867/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer reiste am 1. August 2021 in die Schweiz ein, 

wo er gleichentags im Bundesasylzentrum (BAZ) B._______ um Asyl nach-

suchte. Am 5. August 2021 fand die Personalienaufnahme (PA) und am 

9. August 2021 das Dublin-Gespräch statt. Dabei wurde ihm mitgeteilt, 

dass sein Asylgesuch voraussichtlich in der Schweiz geprüft werde. 

A.b Am 24. September 2021 hörte das SEM den Beschwerdeführer ein-

lässlich zu seinen Asylgründen an. 

Dabei erklärte er zu seiner Person, er sei C._______ und stamme aus dem 

Dorf D._______, Bezirk E._______, Provinz F._______, wo er aufgewach-

sen und die Schule bis zur 9. Klasse besucht habe. Anschliessend habe er 

bis 2015 im Zentrum von E._______ in G._______ die Schule besucht. Im 

Jahr 2016 sei er nach Kabul gegangen, um sich auf die Abschlussprüfun-

gen vorzubereiten. 

Zur Begründung seines Asylgesuches machte er geltend, nach (…) Mona-

ten Aufenthalt in Kabul habe er in den Ferien zu seiner Familie gehen wol-

len, da seine Mutter ihn gebeten habe, ihr in der Landwirtschaft zu helfen. 

Auf dem Weg ins Heimatdorf sei er unterwegs von den Taliban angehalten 

und durchsucht worden. Dabei hätten die Taliban in seinem Gepäck christ-

liche Bücher und Unterlagen gefunden, die er für seinen Kollegen trans-

portiert habe. Die Taliban hätten ihm nicht geglaubt, dass diese Bücher 

nicht ihm gehörten. Sie hätten ihm vorgeworfen, dass er kein Gläubiger 

mehr sei und als aktiver Gegner des Islams versucht habe, andere auf den 

falschen Weg zu bringen und dass er mit den Ausländern zusammenar-

beite. Daraufhin hätten die Taliban ihn mitgenommen, unter Druck gesetzt 

und immer wieder befragt. Nach drei Nächten sei ihm die Flucht aus den 

Händen der Taliban gelungen. Diese hätten die Mullahs aus seinem Ge-

biet, die Ortsvorsteher sowie die Polizei über den Vorfall informiert und ver-

langt, dass er ihnen ausgeliefert werde. Danach hätten sie sein Haus beo-

bachtet beziehungsweise seien diese zu ihm nach Hause gekommen und 

hätten nach ihm gesucht. Da seine Mutter ihm nicht geglaubt habe, dass 

er mit den christlichen Materialien nichts zu tun habe, habe sie ihm gesagt, 

dass er nicht mehr ihr Kind sei und das Land verlassen solle. Mit Hilfe sei-

nes Bruders habe er einen Schlepper organisiert, der ihn illegal in den 

H._______ gebracht habe. 

D-4867/2021 

Seite 3 

Im Jahr (…) sei er nach Afghanistan zurückgekehrt, da er davon ausge-

gangen sei, dass der alte Vorfall inzwischen vergessen sei. Als er in 

I._______ angekommen sei, habe er mit seiner Familie Kontakt aufgenom-

men. Seine Mutter habe ihm jedoch gesagt, dass er nicht nach Hause kom-

men solle, da der örtliche Mullah und dessen Schüler regelmässig nach 

ihm fragen würden. Deshalb habe er ein Reisebüro engagiert, dass ihm 

einen afghanischen Reisepass und ein Visum für den H._______ ausge-

stellt habe. Nach weniger als einem Monat sei er im Oktober (…) legal in 

den H._______ ausgereist. Da er sich dort vor einer Ausschaffung nach 

Afghanistan gefürchtet habe, sei er über die Türkei nach Griechenland ge-

reist, wo er sich etwa (…) Jahre aufgehalten habe, bevor er über Italien in 

die Schweiz gelangt sei. Bereits in Griechenland habe er am Unterricht des 

Christentums teilgenommen. Er nehme auch in der Schweiz virtuell an der-

artigen Veranstaltungen teil. 

A.c Der Beschwerdeführer leidet in medizinischer Hinsicht an einer post-

traumatischen Belastungsstörung, Vitamin-Mangel, Allergie sowie Zahnka-

ries. 

A.d Der Beschwerdeführer wurde von den schweizerischen Polizeibehör-

den kontrolliert. Dabei wurde sein afghanischer Reisepass, seine Tazkera 

sowie ein Asylsuchenden-Ausweis aus Griechenland, jeweils im Original, 

sichergestellt. 

B.  

Das SEM händigte der Rechtsvertretung am 1. Oktober 2021 den Ent-

scheidentwurf zur Stellungnahme aus. Diese ging am 4. Oktober 2021 

beim SEM ein. 

C.  

Das SEM stellte mit Verfügung vom 5. Oktober 2021 – gleichentags eröff-

net – fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte das Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz. 

Gleichzeitig ordnete es die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers 

wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs an und beauftragte den 

zuständigen Kanton mit deren Umsetzung. 

 

 

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Seite 4 

D.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 4. November 2021 liess der Be-

schwerdeführer gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde erheben. Darin wurde beantragt, die Verfügung der Vor- 

instanz sei aufzuheben. Die Vorinstanz sei anzuweisen, den Beschwerde-

führer als Flüchtling anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter 

sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, der Beschwerdeführer durch 

das angerufene Gericht anzuhören und die Vorinstanz anschliessend an-

zuweisen, ihn als Flüchtling anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren. 

Subeventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sa-

che zur vollständigen Feststellung des Sachverhalts an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde beantragt, es sei 

dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, 

insbesondere sei von der Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen. 

Der Beschwerde lagen die angefochtene Verfügung, die Empfangsbestäti-

gung der Vorinstanz und die auf die Mitarbeitenden des Rechtsschutzes für 

Asylsuchende im Bundesasylzentrum Region B._______ ausgestellte Voll-

macht bei. 

E.  

E.a Mit Zwischenverfügung vom 15. November 2021 hiess die damals zu-

ständige Instruktionsrichterin das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung unter Vorbehalt des Nachreichens einer Fürsorgebe-

stätigung gut und verzichtete antragsgemäss auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses. Zudem wurde das SEM eingeladen, innert Frist eine Ver-

nehmlassung einzureichen. 

E.b Mit Eingabe vom 17. November 2021 liess der Beschwerdeführer eine 

Fürsorgebestätigung nachreichen. 

F.  

Aus organisatorischen Gründen wurde der Vorsitz im Beschwerdeverfah-

ren am 17. November 2021 auf Richter Walter Lang übertragen. 

G.  

Das SEM liess sich mit Eingabe vom 30. November 2021 zur Beschwerde 

vernehmen. Dabei hielt es vollumfänglich an ihren Erwägungen fest. 

H.  

Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 

16. Dezember 2021 replizieren. 

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 VGG Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für 

die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem 

Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor dem SEM teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-

gerecht eingereichte (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 10 Co-

vid-19-Verordnung Asyl vom 20. April 2020 [SR 142.318]; Art. 37 VGG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG) Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

3.1 In der Beschwerde wird geltend gemacht, das SEM habe den Sachver-

halt unvollständig festgestellt. In der angefochtenen Verfügung würden ge-

wisse Fragen und Unklarheiten aufgeworfen, welche gemäss der Einschät-

zung der Vorinstanz in der Anhörung nicht geklärt worden seien (vgl. Be-

schwerde, B. II. Ziff. 5, S. 13). Sollte das Bundesverwaltungsgericht eben-

falls Zweifel oder offene Fragen bezüglich der Ausführungen des Be-

schwerdeführers haben, werde beantragt, ihn zu einer Anhörung vorzula-

den, um sich ein eigenes Bild der Geschehnisse zu machen und allfällige 

unklare Punkte erläutern zu lassen. 

3.2 Wie sich dem Anhörungsprotokoll entnehmen lässt, hat das SEM dem 

Beschwerdeführer durch mehrere Nachfragen das rechtliche Gehör zur 

Feststellung und Klärung des rechtserheblichen Sachverhalts gewährt (vgl. 

SEM-act. […]-25/16 F68 ff.). Auf entsprechende Frage, erklärte die Rechts-

vertretung des Beschwerdeführers anlässlich der Anhörung, dass alles an-

gesprochen worden sei – wenngleich mit dem Zusatz, der Beschwerdefüh-

rer könne aber noch detaillierte Angaben machen, falls dies vom SEM für 

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Seite 6 

nötig befunden werde (vgl. SEM-act. […]-25/16 F78). Diesbezüglich ist in-

dessen darauf hinzuweisen, dass der im Asylverfahren geltende Untersu-

chungsgrundsatz und die sich daraus ergebende Pflicht der Behörden, den 

rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen (Art. 6 

AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG), nicht uneingeschränkt gilt, sondern mit der Mit-

wirkungspflicht des Gesuchstellers gemäss Art. 8 AsylG korreliert und in 

dieser seine Grenze findet. Aus den Protokollen ergeben sich keine An-

haltspunkte, die darauf hinweisen, dass das SEM den rechtserheblichen 

Sachverhalt unvollständig erfragt beziehungsweise festgestellt hat. Die 

vom SEM aufgeworfenen Fragen und angesprochenen Unklarheiten be-

ziehen sich nicht auf Sachverhaltselemente, die in der Anhörung nicht ge-

klärt worden sind. Vielmehr formuliert das SEM aus den Aussagen und 

Ausführungen des Beschwerdeführers ergebende Fragen und Unklarhei-

ten, aufgrund derer es seine Vorbringen materiell als unglaubhaft beurteilt. 

Ob dies zutrifft, ist unter Erwägung 6 zu prüfen. 

3.3 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die Sache aus for-

mellen Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Vor-

liegend besteht ebenfalls kein Anlass, den Beschwerdeführer zu einer An-

hörung durch das Bundesverwaltungsgericht vorzuladen. Die diesbezügli-

chen Eventual- und Subeventualrechtsbegehren sind abzuweisen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

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Seite 7 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG in verschiedenen Entschei-

den dargelegt und präzisiert. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1; Urteil des BVGer D-5779/2013 vom 23. Februar 

2015 E. 5.6.1 [als Referenzurteil publiziert] m.w.H.). 

5.  

5.1 Das SEM führt in seinem ablehnenden Asylentscheid an, die Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers würden weder den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG noch den Anforderungen an 

die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG standhalten. 

Der freie Bericht des Beschwerdeführers, der sich über mehrere A4-Seiten 

erstrecke, weise zwar durchaus gewisse Realkennzeichen auf. So habe er 

beispielsweise fürs Hauptvorbringen gewisse Details (Abschiedstreffen mit 

Freunden; Verschlafen und Verpassen des Busses, stattdessen Taxifahrt) 

genannt. Ebenfalls sei es ihm gelungen, die zufällige Kontrolle durch die 

Taliban, anlässlich welcher sie anhand eines Fotos nach einer Person ge-

sucht hätten, realitätsnah zu schildern. Im Weiteren sei er auch in der Lage 

gewesen, das Gespräch zwischen ihm und den Taliban, bei dem er ver-

sucht habe, seine Schülertätigkeit zu verheimlichen, detailliert zu schildern. 

Er habe den Gewahrsam, der angeblich drei Nächte gedauert habe, ver-

gleichsweise etwas oberflächlich geschildert. Ebenfalls erscheine es nicht 

nachvollziehbar, weshalb die Taliban ihn an einem Ort hätten festhalten 

sollen, bei dem er eine Flucht ohne grössere Hindernisse habe bewerkstel-

ligen können. Nicht auszuschliessen sei jedoch, dass es ihm blutver-

schmiert nicht einfach gefallen sei, per Autostopp weiter zu flüchten. 

Gleichwohl sei festzustellen, dass seine Ausführungen durch verschiedene 

Ungereimtheiten gezeichnet seien. So gebe es einen Bruch in seiner per-

sönlichen Erzählstruktur, als er – angesprochen auf das Verfolgungsmotiv 

der Taliban, da dieses aus seinem freien Bericht nicht erkennbar geworden 

sei – in wenigen Zeilen sinngemäss zu Protokoll gegeben habe, die Taliban 

hätten ihm vorgeworfen, Junge vom Islam abzubringen, während der Be-

schwerdeführer beispielsweise über die Bedingungen in Griechenland, 

welche nicht fluchtauslösend gewesen seien, ausführlich und emotional 

berichtet habe. Im Weiteren falle auf, dass er die angebliche Suche nach 

ihm im Rahmen der Anhörung unterschiedlich (Beobachtung bzw. Durch-

suchung seines Hauses) geschildert habe. Sodann seien weitere Unge-

reimtheiten hervorzuheben. Der Beschwerdeführer habe zu Protokoll ge-

geben, dass auch die Polizei nach ihm gesucht habe, da die Polizeivorste-

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Seite 8 

her alle Mullahs und sehr gläubig gewesen seien. Kurz darauf habe er an-

gegeben, dass dank der Behörden von der Regierungsseite verhindert 

worden sei, dass die Taliban seine Familie wegen ihm bestraft habe. 

Seine Ausführungen betreffend die geltend gemachte Flucht in den 

H._______, den dortigen Aufenthalt und insbesondere die Rückkehr nach 

Afghanistan würden weitere Unklarheiten hervorrufen. Insbesondere er-

scheine es nicht nachvollziehbar, weshalb er eine allfällige Gefährdungs-

lage nicht vorgängig abgeklärt habe, bevor er seine Rückkehr nach Afgha-

nistan in Angriff genommen habe. Ein weiterer Hinweis, weshalb den dies-

bezüglichen Vorbringen, insbesondere einer von den Taliban beziehungs-

weise Mullahs ausgehenden Gefährdung nicht geglaubt werden könne, sei 

der Umstand, dass der Beschwerdeführer angegeben habe, während die-

ses knappen Monats nur geschlafen zu haben. Im Weiteren sei es ihm 

auch nicht gelungen, den Moment, in dem er seine Gefährdung realisiert 

habe, lebensnah zu schildern. Obwohl er gebeten worden sei, den Moment 

detailliert zu beschreiben, habe er bloss einen bereits wiedergegebenen 

Dialog zwischen ihm und seiner Mutter wiederholt. Er habe angefügt, dass 

er selbst nichts habe unternehmen können und daher eine Firma mit der 

Organisation seiner Ausreise beauftragt habe. 

Nach einer Gesamtwürdigung sei festzustellen, dass die geltend gemachte 

Verfolgung durch die Taliban beziehungsweise Mullahs in der geschilder-

ten Art und Weise nicht geglaubt werden könne. Die Ereignisse hätten sich 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht so zugetragen, wie der Be-

schwerdeführer sie vorbringe. Insbesondere im Kontext der allgemeinen 

Lage in Afghanistan sei indes nicht auszuschliessen, dass er einmal von 

den Taliban oder anderen gewalttätigen Gruppierungen in ihre Gewalt ge-

bracht, festgehalten und misshandelt worden sei. So würden auch die me-

dizinischen Unterlagen dafürsprechen, dass er irgendwann einmal eine 

traumatische Erfahrung gemacht haben müsse, wobei dieser Umstand al-

leine jedenfalls nicht als Indiz für die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen in 

der geltend gemachten Art und Weise gewertet werden könne. Eine daraus 

resultierende flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung könne jedoch nicht 

als glaubhaft gemacht erachtet werden. Vielmehr würde er mit seinen 

Schilderungen den Eindruck erwecken, sein Profil durch die angeblich bei 

ihm gefundenen christlichen Materialien akzentuieren zu wollen. 

Ein Abfall vom christlichen Glauben könne im Kontext von Afghanistan 

durchaus flüchtlingsrechtlich relevante Ausmasse annehmen. Im Fall des 

Beschwerdeführers gebe es jedoch keine konkreten Anhaltspunkte dafür, 

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dass er als jemand wahrgenommen werden könnte, der vom muslimischen 

Glauben abgekommen sei. So habe er sich selbst als Muslim bezeichnet 

und gesagt, dass er lediglich für sich selbst über das Christentum nachfor-

schen würde und in diesem Zusammenhang in Griechenland am Unterricht 

des Christentums und in der Schweiz an virtuellen christlichen Veranstal-

tungen teilgenommen habe. Mithin gebe es keinerlei Hinweise dafür, die 

für das Vorliegen einer begründeten Furcht vor allfällig flüchtlingsrechtlich 

relevanten Nachteilen gemäss Art. 3 AsylG in absehbarer Zukunft spre-

chen würden. 

Seine Rechtsvertretung habe sich in ihrer Stellungnahme zum Entscheid-

entwurf über den geplanten Entscheid enttäuscht gezeigt und nicht verste-

hen können, weshalb das SEM seinen Aussagen keinen Glauben schenke. 

Die Verfolgung müsse auch im Zeitpunkt des Asylentscheids aktuell sein. 

Es sei ausschlaggebend, dass eine Verfolgung, die zum Zeitpunkt des Ver-

lassens des Heimatstaats bestanden habe, entweder noch andauere oder 

hinreichend Hinweise auf eine begründete Furcht vor zukünftiger Verfol-

gung bestünden. Auch wenn die Vorbringen im Zusammenhang mit dem 

Gewahrsam bei den Taliban – welche in der geschilderten Art und Weise 

bezweifelt würden – bereits viele Jahre zurücklägen, erscheine es doch 

erstaunlich, dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen sei, die 

Vorbringen betreffend seine Rückkehr nach Afghanistan (…) und insbeson-

dere die damals bestandene Gefährdungslage substantiierter vorzutragen, 

obwohl dieser Zeitraum erheblich weniger weit zurückliege. Mithin sei fest-

zustellen, dass eine flüchtlingsrelevante Gefährdung zum aktuellen Zeit-

punkt nicht glaubhaft gemacht worden sei. Es erübrige sich daher, auf die 

weiteren Ausführungen in der Stellungnahme einzugehen, mit welchen im 

Wesentlichen die Glaubhaftigkeitsprüfung des SEM betreffend die geltend 

gemachten Vorfälle im Jahr (…) moniert würden. 

5.2 In der Beschwerde wird betreffend den Sachverhalt ergänzend bezie-

hungsweise präzisierend ausgeführt, die Mutter des Beschwerdeführers 

habe den Taliban respektive den von ihnen beauftragten Personen ge-

glaubt, dass ihr Sohn ein Ungläubiger und ein Gegner des Islams gewor-

den sei. Sie sei deshalb wütend auf ihn gewesen und habe ihm am Telefon 

gesagt, er sei nicht mehr ihr Sohn und solle das Land verlassen. Im Jahr 

(…) nach vier Jahren ohne Kontakt zu seiner Mutter sei er nach Afghanis-

tan zurückgekehrt, da er sich mit ihr habe versöhnen wollen. Als er in 

I._______ angekommen sei, habe er von seinem Cousin, dem einzigen 

Familienmitglied, mit welchem er weiterhin in Kontakt gestanden sei, die 

Telefonnummer seiner Mutter erhalten, weshalb er endlich wieder mit ihr 

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habe telefonieren können. Diese habe ihm gesagt, dass er weiterhin ge-

sucht werde. Jeden Monat beziehungsweise jeden zweiten Monat käme 

entweder der Mullah vom Gebiet oder seine Schüler im Auftrag der Taliban 

beim Haus der Familie des Beschwerdeführers vorbei und fragten nach 

ihm, beobachteten oder durchsuchten das Haus. Die Taliban hätten ihn zur 

Festnahme ausgeschrieben, indem sie Briefe an die Gebiets-Mullahs, 

Ortsvorsteher und die Bezirkszentrale geschickt hätten. So gerne er seine 

Mutter gesehen hätte, sei dies jedoch nicht möglich gewesen, da es für ihn 

zu gefährlich gewesen sei, in sein Heimatdorf zurückzukehren. Über ein 

Reisebüro habe er seine erneute Ausreise in den H._______ organisiert. 

Vorab sei zu den von der Vorinstanz geltend gemachten angeblichen Un-

gereimtheiten anzumerken, dass sich die fluchtauslösenden Ereignisse 

mehrheitlich (mit Ausnahme der Rückkehr nach Afghanistan im Jahr […]) 

im Jahr (…) zugetragen hätten. Seither sei viel Zeit vergangen und die eine 

oder andere Erinnerung dürfte verblasst sein. Es sei daher nicht erstaun-

lich, wenn sich der Beschwerdeführer nicht mehr an jedes einzelne Detail 

erinnern könne. Obwohl die Ereignisse so weit zurücklägen, gelinge es ihm 

dennoch, sehr detailliert zu erzählen und auch Nebensächlichkeiten zu er-

wähnen. Seine Schilderungen zum Gewahrsam bei den Taliban fielen vor 

diesem Hintergrund genügend detailliert aus. Zu berücksichtigen sei auch, 

dass er von den Taliban massiv geschlagen und gefoltert worden sei, wes-

halb er sich die Gewahrsamzeit nicht nochmals im Detail in Erinnerung 

habe rufen wollen. Der Vorinstanz wäre es freigestanden, bezüglich der 

Zeit in Gewahrsam bei ihm nachzufragen, was jedoch nicht geschehen sei. 

Entgegen der Ansicht der Vorinstanz sei seine Zurückhaltung bei seinen 

Ausführungen über die Gewahrsamzeit zu Gunsten der Glaubhaftigkeit zu 

werten, da diese auf seine Traumatisierung und das damit einhergehende 

Vermeidungsverhalten zurückzuführen sei. Unzutreffend sei die Anmer-

kung des SEM, der Beschwerdeführer habe ausgeführt, die Taliban hätten 

ihn an einem Ort festgehalten, von wo die Flucht ohne grössere Hinder-

nisse zu bewerkstelligen gewesen sei. Er habe nämlich detailliert ausge-

führt, welche Hindernisse (Abwarten bis Morgengebet; Öffnen der Hand-

fesseln mit Sichel; Flucht durch kleines Fenster bzw. Loch) er fürs Entkom-

men zu überwinden gehabt habe. Diese Schilderung einer Komplikation im 

Handlungsverlauf (vergeblicher Versuch, die Türe zu öffnen), stelle eben-

falls ein Realkennzeichen dar und sei zugunsten seiner Glaubhaftigkeit 

auszulegen. 

Nichtzutreffend sei, dass das Verfolgungsmotiv der Taliban aus seiner 

freien Rede nicht erkennbar sei. So habe er beispielsweise ausgeführt, die 

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Seite 11 

Taliban hätten gesagt, er sei ein Ungläubiger. Er habe das Schicksal von 

den anderen Jungs zerstört. Ausserdem sei das Verfolgungsmotiv offen-

sichtlich. Er habe in seiner freien Rede auch ausgeführt, dass die Taliban 

eine Fatwa in der Form einer Steinigung gegen ihn hätten aussprechen 

wollen. Das Verfolgungsmotiv sei also klar erkennbar. Im Übrigen sei es 

nicht seine Aufgabe, in der freien Rede alle Elemente des Flüchtlingsbe-

griffs abzuhandeln. Eine systematische Abhandlung wäre eher verdächtig 

gewesen. Der Vorwurf der Vorinstanz, wonach er die Suche der Taliban 

nach ihm unterschiedlich geschildert habe, sei nicht ersichtlich. Zudem sei 

darauf hinzuweisen, dass es sich dabei um Wiedergaben der Erzählungen 

seiner Mutter gehandelt habe und nicht um seine eigenen Erlebnisse. So-

dann scheine die Vorinstanz, den Zeitablauf ausser Acht gelassen zu ha-

ben, wenn sie bemängle, einerseits habe die Polizei nach ihm gesucht, da 

die Polizeivorsteher alles Mullahs und sehr gläubig seien, andererseits 

habe er ausgeführt, dass die Regierungsbehörden seine Familie geschützt 

hätten. Erst als die Mullahs beziehungsweise Dorfältesten ihn nicht gefun-

den hätten, hätten sie an seiner Stelle seine Familie bestrafen wollen. Da-

bei hätten sich die Regierungsbeamten schützend vor seine Familie ge-

stellt und geltend gemacht, der Schuldige, das heisst, der ungläubige Be-

schwerdeführer, sei zu bestrafen. Die Familie sei unschuldig. 

Er habe es nicht mehr ausgehalten, keinen Kontakt mit seiner Familie zu 

haben, was der Grund für seine Rückkehr nach Afghanistan ohne vorgän-

gige Abklärung der Gefährdungslage sei. Er sei daher unter anderem mit 

der Absicht zurückgekehrt, die Beziehung mit seiner Familie, insbesondere 

zu seiner Mutter, wieder in Ordnung zu bringen. Dies habe er nicht vom 

H._______ aus machen können, weshalb seine Rückkehr nicht erstaune. 

Die geschilderte zusätzliche Komplikation in seiner Schilderung spreche 

für die Glaubhaftigkeit. Die Vorinstanz habe seine Ausführungen falsch ver-

standen. Es sei um seine Arbeitstätigkeit gegangen, dass er in dieser Zeit 

nicht gearbeitet und nur in Afghanistan übernachtet habe. Der Beschwer-

deführer habe entgegen der Vorinstanz seine Motivation für seine Rück-

kehr sowie die Geschehnisse in dieser kurzen Zeit genügend detailliert wie-

dergegeben. Seine Ausführungen betreffend die Suche des Mullahs und 

seiner Schüler sei sodann eine Wiedergabe der Erzählungen seiner Mutter. 

Da er nicht anwesend gewesen sei, sei es naheliegend, dass die Ausfüh-

rungen dazu weniger detailliert ausgefallen seien. Ausserdem sei die Be-

gründung der Vorinstanz in einem Punkt widersprüchlich. Einerseits seien 

seine Ausführungen betreffend den Gewahrsam vergleichsweise ober-

flächlich gewesen, andererseits habe die Vorinstanz ausgeführt, dass ins-

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Seite 12 

besondere im Kontext der allgemeinen Lage in Afghanistan nicht auszu-

schliessen sei, dass er einmal von den Taliban oder anderen gewalttätigen 

Gruppierungen in ihre Gewalt gebracht, festgehalten und misshandelt wor-

den sei. Auch die medizinischen Unterlagen würden dafürsprechen, dass 

er einmal eine traumatische Erfahrung gemacht haben müsse. 

In der freien Rede falle seine über rund drei A4-Seiten sehr detailreiche 

Schilderung der Fluchtgründe auf. Weiter beschreibe er eigene psycholo-

gische Vorgänge (Rückkehr nach vier Jahren in den H._______, um sich 

bei seiner Mutter zu entschuldigen). Seine von ihm geschilderten Überle-

gungen (Selbstverschulden; Hass der Taliban gegen Christen) seien als 

Realkennzeichen einzustufen. Ausserdem habe er fremdpsychologische 

Vorgänge erwähnt, beispielsweise als er beschrieben habe, wie seine Mut-

ter wütend gewesen sei, als er nach gelungener Flucht vor den Taliban bei 

ihr angerufen habe, zumal diese geschilderte Interaktion nicht zentral für 

seine Fluchtgeschichte sei. Weiter sei auf die Übereinstimmung seiner 

Ausführungen in Griechenland mit denjenigen in der Schweiz hinzuweisen, 

welche sich lediglich in einem Punkt unterscheiden würden. Die Unter-

scheidung habe jedoch einen plausiblen Grund. Er habe die Rückreise 

nach Afghanistan im Jahr (…) verheimlicht, da er einerseits sehr gestresst 

gewesen sei und andererseits seinen Pass in Griechenland nicht habe ab-

geben wollen. In der Schweiz habe er ausführlicher und zusätzliche Details 

wie auch Nebensächlichkeiten erzählt, welche er in Griechenland nicht er-

wähnt habe. Ihm sei es also gelungen, seine Geschichte vor zwei verschie-

denen Behörden auf zwei verschiedene Sprachen widerspruchslos zu er-

zählen, ohne dass dabei der Eindruck einer einstudierten Rede entstanden 

sei. Dies sei als klares Realitätskennzeichen zu werten. 

Des Weiteren sei auf seine mehreren nebensächlichen Ausführungen (Ta-

xifahrt von J._______ nach E._______; Outing als Schüler) oder Kompli-

kationen (Bus verpasst) im Handlungsverlauf hinzuweisen, welche eben-

falls als Realkennzeichnen zu werten seien. Ferner habe er auch keinen 

einzigen Widerspruch in seinen Ausführungen gemacht und alle angebli-

chen Ungereimtheiten erklären können. Gemäss dem psychiatrischen Be-

richt vom (…) vertraue der Beschwerdeführer niemandem mehr und sei 

sehr häufig zerstreut. Sein psychischer Zustand (reduzierte Aufmerksam-

keit, schlechte Konzentrationsfähigkeit, verlangsamtes Denken etc.) dürfte 

einen negativen Einfluss auf die Art und die Qualität seiner Aussagen ge-

habt haben. 

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Seite 13 

Der Beschwerdeführer mache geltend, durch die Taliban verfolgt worden 

zu sein, weil sie christliche Bücher bei ihm entdeckt hätten. Die Taliban 

hätten ihn in der Folge als eine vom Islam abgefallene Person, Ungläubi-

gen beziehungsweise als Gegner des Islams und als Missionaren einge-

stuft. Das Verfolgungsmotiv liege somit in der Religion. Die Taliban hätten 

ihm mit dem Tod durch Steinigung gedroht, womit die Verfolgung auch in-

tensiv sei. Beim Beschwerdeführer sei die vermeintliche Apostasie öffent-

lich geworden, als die Taliban die christlichen Bücher bei ihm gefunden und 

ihn anschliessend zur Festnahme ausgeschrieben hätten. Seine Furcht vor 

zukünftigen Nachteilen sei daher begründet. Mit der Machtübernahme Af-

ghanistans durch die Taliban im August 2021 müsse davon ausgegangen 

werden, dass die Verfolgung des Beschwerdeführers andauere bezie-

hungsweise sich sogar intensiviert habe. Da die Taliban unterdessen auch 

die Regierung bilden würden, handle es sich nun um eine staatliche Ver-

folgung beziehungsweise könnten die (ehemaligen) afghanischen Sicher-

heitskräfte keine funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur zur Ver-

fügung stellen. Es sei mithin davon auszugehen, dass dem Beschwerde-

führer bei einer Rückkehr nach Afghanistan mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevante Nachteile drohen würden. 

5.3 Das SEM hält in seiner Vernehmlassung fest, die Beschwerde enthalte 

keine neuen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung seines 

Standpunktes rechtfertigen könnte. Wie der Beschwerdeführer gehe auch 

das SEM davon aus, dass Erinnerungen an weit zurückliegende Ereignisse 

mit der Zeit verblassen würden. Umso erstaunlicher erscheine vor diesem 

Hintergrund das Aussageverhalten des Beschwerdeführers, zumal er über 

die Zeit nach seiner Rückkehr nach Afghanistan im Jahr (…) viel weniger 

substanziiert zu berichten vermocht habe als über die vorgebrachten Vor-

fälle im Jahr (…), die chronologisch viel weiter zurücklägen. Im Lichte der 

angeschlagenen psychischen Verfassung, die durch medizinische Unterla-

gen untermauert und auch nicht bestritten werde, werfe das Aussagever-

halten des Beschwerdeführers weitere Fragen auf. So erschliesse sich 

dem SEM nicht, weshalb es ihm möglich sei, in gewissen Teilen der Anhö-

rung ausführlich und detailliert zu berichten. Um den Zeitraum der Rück-

kehr nach Afghanistan im Jahr (…) seien seine Schilderungen jedoch ver-

gleichsweise vage ausgefallen. Die Begründung in der Beschwerde, wo-

nach das Verheimlichen der Rückkehr nach Afghanistan bei den griechi-

schen Behörden damit begründet worden sei, dass er gestresst gewesen 

sei und seinen Pass nicht habe abgeben wollen, überzeuge nicht. So hätte 

er in Griechenland die Rückkehr nach Afghanistan auch erwähnen können, 

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Seite 14 

ohne seine Identitätspapiere einzureichen. Vielmehr sei aufgrund der Ak-

tenlage davon auszugehen, dass es ihm vor den schweizerischen Asylbe-

hörden gar nicht mehr möglich gewesen sei, seine Rückkehr nach Afgha-

nistan im Jahr (…) zu verheimlichen, nachdem die Kantonspolizei 

K._______ seine Identitätspapiere (samt Reisepass mit entsprechenden 

Stempeln) zu Handen des SEM sichergestellt habe. Dieser Umstand könne 

somit nicht zu Gunsten der persönlichen Glaubwürdigkeit des Beschwer-

deführers gewertet werden. Sodann werde der Vorwurf zurückgewiesen, 

die Argumentation des SEM betreffend den Gewahrsam sei widersprüch-

lich. In der angefochtenen Verfügung sei explizit ausgeführt worden, dass 

die geltend gemachte Verfolgung in der geschilderten Art und Weise nicht 

geglaubt werden könne. Es sei keine Rede davon gewesen, dass sämtli-

che Vorbringen als unglaubhaft gewertet würden. So würden insbesondere 

die in der Beschwerde aufgeführten Elemente (Reise mit dem Taxi wegen 

Verschlafens oder Strassenkontrolle) gerade auch vom SEM als Realkenn-

zeichen qualifiziert. In diesem Zusammenhang sei jedoch festzuhalten, 

dass eine allfällige Gewahrsamnahme und Misshandlungen, unabhängig 

von welcher Gruppierung ausgehend, für sich alleine noch keine flücht-

lingsrechtliche Relevanz entfalten würden. Weiter müsste – selbst bei 

Wahrunterstellung – für die Anerkennung als Flüchtling, die Verfolgung 

auch im Zeitpunkt des Asylentscheids aktuell sein. Das Verhalten des Be-

schwerdeführers entspreche jedoch keineswegs jenem von Personen, die 

einer akuten Gefährdung an Leib und Leben ausgesetzt seien. Hätte im 

Jahr (…) eine derart akute Gefährdungslage bestanden, erscheine es ei-

nerseits nicht nachvollziehbar, weshalb eine solche vor der Rückkehr im 

Jahr (…) vom Beschwerdeführer nicht neu abgeklärt worden sei, bevor er 

einen Fuss nach Afghanistan gesetzt habe. Andererseits erscheine es äus-

serst zweifelhaft, dass er trotz jahrelangen Kontakts mit seinem Cousin vä-

terlicherseits von den angeblichen Beobachtungen seiner Familie und 

Hausdurchsuchungen, die immerhin jeden respektive jeden zweiten Monat 

vorgekommen seien, erst nach der Rückkehr erfahren habe. Weitere Zwei-

fel an der geltend gemachten Gefährdungslage würden schliesslich die Art 

und Weise der Ausreise aus Afghanistan im Jahr (…) hervorrufen. Mithin 

könne nicht geglaubt werden, dass er – wenn er derart an Leib und Leben 

bedroht gewesen wäre – zunächst von I._______ nach J._______ gereist 

sei, um sich dort einen Reisepass ausstellen zu lassen sowie ein Reise-

büro mit dem Visumsgesuch zu beauftragen, insbesondere nachdem er 

schon einmal die Dienste eines Schleppers in Anspruch genommen haben 

möchte. Überdies sei auch nicht ersichtlich, inwiefern die Machtergreifung 

der Taliban an dieser Einschätzung etwas zu ändern vermöge, zumal die 

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Seite 15 

Gefährdungslage bereits im Zeitpunkt der Ausreise im Jahr (…) als un-

glaubhaft erachtet worden sei. Nach dem Gesagten könnten zusammen-

fassend weder im Zeitpunkt der Ausreise noch heute konkrete Anhalts-

punkte ausgemacht werden, die für eine flüchtlingsrelevante Gefährdung 

des Beschwerdeführers sprechen würden. 

5.4 In der Replik wird geltend gemacht, dass der Beschwerdeführer nach 

seiner Rückkehr (…) weniger als ein Monat in Afghanistan gewesen sei. 

Ohne dass er speziell danach gefragt worden sei, habe er über circa eine 

halbe A4-Seite detailliert darüber berichtet. Er habe insbesondere die Kon-

versation am Telefon mit seiner Mutter wortgetreu wiedergegeben und da-

bei über die Suche des Gebietsmullahs und seiner Schüler nach ihm be-

richtet. Weitere Fragen der Vorinstanz seien nicht erfolgt. Er sei diesbezüg-

lich zu wenig gefragt worden. Ihm sei nicht genügend Zeit gegeben wor-

den. Er habe weiter sprechen wollen, aber die Zeit sei abgelaufen gewe-

sen. Der Vorinstanz wäre es freigestanden, weitere Fragen zu stellen, um 

die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen zu überprüfen. Ihm sei nicht bewusst 

gewesen, dass die Vorinstanz noch weitere Ausführungen von ihm erwartet 

hätte. Wäre er gefragt worden, hätte er ohne Weiteres detailliertere Aus-

führungen machen können. Er habe nicht in Griechenland bleiben wollen, 

weshalb er seinen Reisepass nicht abgegeben und auch die Rückkehr 

nach Afghanistan im Jahr (…) nicht erwähnt habe. Er sei nicht danach ge-

fragt worden. Anders sei es in der Schweiz gewesen, wo er habe bleiben 

wollen. 

Der Vorinstanz könne nicht gefolgt werden, wenn sie im angefochtenen 

Entscheid von einer «neutralen Feststellung» spreche, wonach die Schil-

derungen des Beschwerdeführers zum Gewahrsam vergleichsweise ober-

flächlich ausgefallen seien. Im Rahmen einer Glaubhaftigkeitsprüfung 

könne eine solche Ausführung nur zu seinem Nachteil verstanden werden. 

Es frage sich, welchen Zweck die Rückkehr des Beschwerdeführers (…) 

nach Ansicht der Vorinstanz gehabt habe. Denn er habe die Hoffnung ge-

habt, sich mit seiner Familie zu versöhnen, ein normales Leben in Afgha-

nistan zu führen und eventuell sogar zu studieren. Eine Versöhnung aus 

der Distanz habe er sich aus der damaligen Perspektive nicht vorstellen 

können, weshalb er ohne Abklärung der Gefährdungslage zurückgegan-

gen sei. Der Beschwerdeführer habe mit seinem Cousin die ersten beiden 

Jahre im H._______ keinen Kontakt gehabt. Dieser Kontakt sei erst danach 

aufgenommen worden, aber lediglich sehr oberflächlich über Facebook ge-

wesen, da der Cousin ihm nicht sehr wohlgewinnt gewesen sei. Dieser sei 

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Seite 16 

– wie auch der Rest der Familie – der Ansicht gewesen, der Beschwerde-

führer habe die Ehre der Familie beschmutzt. Die Kontaktaufnahmen hät-

ten sich auf allgemeine Floskeln begnügt. Es sei keine enge Beziehung 

gewesen. Hinzu komme, dass der Cousin in J._______ und nicht im Hei-

matdorf des Beschwerdeführers gelebt habe. Er hat somit sehr wahr-

scheinlich nichts von den Hausdurchsuchungen mitbekommen. Und selbst 

wenn er davon erfahren hätte, hätte er dies dem Beschwerdeführer auf-

grund der sehr oberflächlichen Beziehung wahrscheinlich auch nicht mit-

geteilt. 

6.  

6.1 Das SEM qualifizierte die Vorbringen des Beschwerdeführers mit aus-

führlicher und überzeugender Begründung als unglaubhaft, wobei es 

durchaus auch einzelne darin enthaltene Aspekte hervorhob, die nicht 

gänzlich unglaubhaft erscheinen. Diesbezüglich kann vorab zwecks Ver-

meidung von Wiederholungen auf die zutreffende Argumentation in der an-

gefochtenen Verfügung verwiesen werden (vgl. E. 5.1). In seiner Vernehm-

lassung hat sich das SEM zudem mit den Einwänden in der Beschwerde 

befasst und im Einzelnen mit zutreffenden Argumenten dargelegt, weshalb 

diese nicht geeignet seien, seinen Standpunkt zu ändern. Diesbezüglich 

kann an dieser Stelle ebenfalls auf die entsprechenden Ausführungen in 

der Vernehmlassung verwiesen werden (vgl. E. 5.3). In Ergänzung und 

Präzisierung dazu ist Folgendes festzustellen: 

6.2 Der Einwand in der Replik, wonach dem Beschwerdeführer nicht genü-

gend Zeit gegeben worden sei, um seine Vorbringen zu erläutern, und es 

seien auch keine Fragen durch das SEM erfolgt, überzeugt nicht. Dem Be-

schwerdeführer wurde ausreichend Gelegenheit geboten, seine Vorbrin-

gen in freier Rede zu schildern (vgl. SEM-act. […]-25/16 F59) und es wur-

den ihm diverse Fragen gestellt, die ihm Gelegenheit geboten haben, seine 

Vorbringen zu präzisieren (vgl. SEM-act. […]-25/16 F61 ff.).  

6.3 Auch der Einwand, der psychische Zustand des Beschwerdeführers 

dürfte einen negativen Einfluss auf die Art und die Qualität seiner Aussagen 

gehabt haben, vermag nicht zu überzeugen. Wie schon das SEM in der 

Vernehmlassung zutreffend festhält, hat der Beschwerdeführer erstaunli-

cherweise über die Zeit nach seiner Rückkehr nach Afghanistan im Jahr 

(…) viel weniger substanziiert zu berichten vermocht als über die vorge-

brachten Vorfälle im Jahr (…), die chronologisch viel weiter zurücklägen, 

und es in der Tat nicht ersichtlich, weshalb er in der Anhörung teilweise 

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Seite 17 

ausführlich und detailliert zu berichten vermochte, während seine Schilde-

rungen um den Zeitraum der Rückkehr nach Afghanistan im Jahr (…) je-

doch vergleichsweise vage geblieben sind. Ergänzend ist diesbezüglich 

festzuhalten, dass Untersuchungen gezeigt haben, dass traumatische Er-

lebnisse unabhängig vom Vorliegen einer PTBS-Symptomatik in der Regel 

gut und langfristig erinnert werden können. Anders als bei neutralen Ereig-

nissen werden jedoch bei traumatischen Ereignissen aufgrund der Fokus-

sierung der Aufmerksamkeit auf relevante Details benachbarte Details oder 

mit dem Kern des Ereignisses nicht in Beziehung stehende Details – zu-

mindest in zeitlicher Nähe zum Ereignis – schlechter erinnert als bei neut-

ralen Ereignissen (vgl. VOLBERT, Aussagen über Traumata, in: Aussage-

psychologie für die Rechtspraxis, Hrsg. LUDEWIG/BAUMER/TAVOR, Zürich 

2017, S. 399 ff.). Somit ist auch im Falle einer Traumatisierung davon aus-

zugehen, dass die Grundzüge einer Fluchtgeschichte in den wesentlichen 

Teilen ohne krasse Widersprüche und mehrheitlich übereinstimmt darge-

stellt werden. Vorliegend zeichnen sich die Aussagen des Beschwerdefüh-

rers unsubstantiierte Vorbringen aus, die sich durch die Diagnose einer 

PTBS nicht erklären lassen. In diesem Zusammenhang ist zudem darauf 

hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer während der Anhörung zu kei-

nem Zeitpunkt geltend machte, er habe Erinnerungsprobleme oder Mühe, 

über ein bestimmtes Thema zu sprechen. 

6.4 Der Beschwerdeführer hat im Verlaufe der Anhörung erklärt, er sei wäh-

rend seines Aufenthalts im H._______ nur mit seinem Cousin via Facebook 

in Kontakt gestanden. Nach seiner Rückkehr nach Afghanistan habe er ihn 

via Facebook kontaktiert; dieser habe ihm auf seine Bitte hin, die Telefon-

nummern seiner Mutter und seines Bruders gegeben (vgl. SEM-act. […]-

25/16 F49, F59, F69). Dass er während der ersten beiden Jahren im 

H._______ zum Cousin noch keinen Kontakt gehabt hat, sondern erst da-

nach, der Kontakt nur oberflächlich gewesen sei, aber auch der Cousin ihn 

nicht wohlgesinnt gewesen sei, wie in der Replik geltend gemacht, hat er 

während der Anhörung nicht erwähnt. Diese Präzisierung wirken insge-

samt nachgeschoben und schon deshalb wenig überzeugend. Der Cousin 

muss offenbar über die Ereignisse im Jahr (…) im Bilde gewesen sein, 

denn er soll – wie der Rest der Familie – der Ansicht gewesen sein, er habe 

die Ehre der Familie beschmutzt. Selbst wenn man davon ausgeht, dass 

der in J._______ und nicht im Heimatdorf des Beschwerdeführers lebende 

Cousin möglicherweise nichts von den Hausdurchsuchungen im Heimat-

dorf mitbekommen hat, war er offenbar die einzige Kontaktperson, über die 

der Beschwerdeführer Informationen über die aktuelle Situation im Heimat-

dorf hätte einholen können. Weshalb er nicht zumindest versucht hat, über 

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Seite 18 

den Cousin diesbezüglich Informationen zu erhalten bleibt unklar, zumal 

die spekulative Darstellung in der Replik, der Cousin hätte ihm, selbst wenn 

er davon erfahren hätte, aufgrund der sehr oberflächlichen Beziehung 

wahrscheinlich auch nicht mitgeteilt, nicht überzeugt. 

6.5 Zusammenfassend ist mit dem SEM festzustellen, dass die vom Be-

schwerdeführer geltend gemachte Verfolgung durch die Taliban bezie-

hungsweise Mullahs in der geschilderten Art und Weise nicht glaubhaft ist. 

Aufgrund des Umstandes, dass er vor seiner Rückkehr nach Afghanistan 

die Gefährdungslage nicht geklärt und in Griechenland seine Rückkehr 

nach Afghanistan im Jahr (…) nicht erwähnt hat, ist darüber hinaus ohnehin 

fraglich, ob er im Jahr (…) tatsächlich in den H._______ geflüchtet und im 

Jahr (…) nach Afghanistan zurückgekehrt ist. Dem Beschwerdeführer ist 

es somit nicht gelungen, die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zu-

mindest glaubhaft zu machen, weshalb das SEM die Flüchtlingseigen-

schaft zu Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt hat. 

7.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da ihm jedoch mit Zwischen-

verfügung vom 15. November 2021 die unentgeltliche Prozessführung ge-

mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde und keine massgeblichen Ver-

änderungen der finanziellen Verhältnisse ersichtlich sind, sind keine Ver-

fahrenskosten zu erheben. 

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Seite 19 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Patrick Blumer 

 

 

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