# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f9e025f2-e574-5238-b3d0-9025c3796275
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.03.2022 UV 2021/32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2021-32_2022-03-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/32

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 22.07.2022

Entscheiddatum: 22.03.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 22.03.2022
Art. 18 UVG. Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente. 
Rentenanspruch unter Verneinung der Adäquanz der psychischen 
Beschwerden und unter Annahme einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in 
angepasster Tätigkeit, wozu auch die umgeschulte Tätigkeit zählt, abgelehnt 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. März 
2022, UV 2021/32).

Entscheid vom 22. März 2022

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus 

Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2021/32

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

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Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christian Leupi, Grossenbacher Rechtsanwälte 

AG, Zentralstrasse 44, 6003 Luzern,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war seit dem 1. Dezember 2012 als B.___ bei der 

C.___ AG angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

(Suva) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten 

versichert. Am 11. Mai 2015 meldete die Arbeitgeberin, dass der Versicherte am 10. 

Mai 2015 in D.___ mit dem Motorrad gestürzt sei (Suva-act. 1, vgl. auch Suva-act. 20). 

Dabei hatte er ein Polytrauma mit lateraler Schenkelhalsfraktur rechts, 

mehrfragmentärer Claviculafraktur rechts und posteriorer Schulterluxation links erlitten. 

Am 13. Mai 2015 erfolgten operative Eingriffe (Schenkelhalsverschraubung rechts und 

Plattenosteosynthese Clavicula rechts; Suva-act. 9) im Kantonsspital St. Gallen (KSSG; 

Suva-act. 19). Am 21. Mai 2015 trat der Versicherte zur Rehabilitation in die Rehaklinik 

I.___ ein (Suva-act. 85). Bei anhaltender Beschwerdeproblematik im Oberschenkel-/

Hüftbereich rechts mangels ossärer Konsolidation (Delayed Union; Suva-act. 55) 

musste sich der Versicherte am 29. September 2015 einem Revisionseingriff 

unterziehen (Osteosynthesematerialentfernung, Re-Osteosynthese Schenkelhals rechts 

unter subtrochanterer, valgisierender Korrektur-Osteotomie; Suva-act. 61). Am 18. 

Dezember 2015 trat der Versicherte bei weiterhin attestierter 100%-iger 

Arbeitsunfähigkeit aus der Rehaklinik I.___ aus (Suva-act. 84 f.).

A.a. 

Ab Mitte Februar 2016 nahm der Versicherte seine Arbeit bei der C.___ AG wieder 

auf und steigerte das Pensum bis Oktober 2016 kontinuierlich auf 80 % (vgl. u.a. Suva-

act. 101, 107, 113, 122, 130). Am 16. November 2016 wurde das störende 

Osteosynthesematerial an der rechten Clavicula entfernt (Suva-act. 146). Nachdem 

A.b. 

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eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100 % in der angestammten Tätigkeit nicht 

mehr zu erwarten und eine interne Umplatzierung nicht zustande gekommen war, 

kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per 31. Mai 2017 (Suva-act. 168 f., 

171). Anlässlich einer Nachkontrolle des Versicherten im KSSG am 30. März 2017 

wurde von den behandelnden Ärzten in Bezug auf die rechte Hüfte eine 

Femoroacetabular-Impingement Symptomatik rechts mit ossärem Konflikt bei 

verkürztem Schenkelhals diagnostiziert (Suva-act. 173). Am 22. August 2017 wurde 

das Osteosynthesematerial in der Hüfte rechts entfernt (Suva-act. 199). Ab dem 9. 

Oktober 2017 erteilte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen Kostengutsprache für eine 

Umschulung zum Fahrlehrer (Suva-act. 211, 274, 287).

Am 13. März 2018 wurde der Versicherte von Kreisarzt Dr. med. E.___, Facharzt 

für Chirurgie, spez. Unfallchirurgie, untersucht. Dieser wies anhaltende Bewegungs- 

und Belastungsschmerzen am rechten Hüft- und Kniegelenk aufgrund einer 

Varusverkürzungsfehlstellung mit zusätzlichem Labrumeinriss anterior-superior und 

dadurch bedingter Impingement-Problematik sowie belastungsabhängige 

Restbeschwerden am rechten Schlüsselbein und eine instabilitätsbedingte 

Funktionseinschränkung am linken Schultergelenk aus. Zu empfehlen sei eine operative 

Fehlstellungskorrektur mit gleichzeitigem Längenausgleich sowie eine arthroskopische 

Sanierung des Labrumeinrisses (Suva-act. 246). Einen operativen Eingriff lehnte der 

Versicherte in der Folge mehrfach ab (Suva-act. 265, 272, 282, 288-2, 290).

A.c. 

Am 11. Juli 2019 teilte der Versicherte mit, dass er die Prüfung zum Fahrlehrer 

bestanden habe. Er sehe sich aufgrund der Hüftproblematik aber nicht als zu 100 % 

arbeitsfähig. Zudem habe ihn sein Psychiater Dr. med. F.___, FMH Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, aufgrund einer aktuellen Überlastungssituation bis 

zum 31. Juli 2019 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben (Suva-act. 284; vgl. ferner 

Suva-act. 290 gemäss Besprechung vom 22. August 2019).

A.d. 

Mit Beurteilung vom 6. September 2019 führte Kreisarzt Dr. E.___ aus, dass in 

Bezug auf die somatischen Unfallfolgen ein stabiler medizinischer Dauerzustand 

vorliege, der ohne operative Massnahmen nicht mehr relevant verbessert werden 

könne. Aus rein unfallkausaler Sicht sei der Versicherte in adaptierter Tätigkeit zu 100 

% arbeitsfähig. Medizinisch entspreche die Tätigkeit als Fahrlehrer vollumfänglich einer 

A.e. 

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angepassten Tätigkeit (Suva-act. 291; bestätigt am 5. März 2020 in Suva-act. 316). Den 

Integritätsschaden schätzte Dr. E.___ auf 25 % (Suva-act. 291; bestätigt am 6. März 

2020 nach Röntgenaufnahmen von Becken, Schultergelenk links und Schlüsselbein 

rechts [Suva-act. 315] in Suva-act. 318).

Mit Bericht vom 13. September 2019 diagnostizierte Dr. F.___ eine 

posttraumatische Belastungsstörung, eine schwere depressive Episode sowie eine 

Panikstörung. Die Symptome des posttraumatischen Belastungssyndroms seien bisher 

als therapieresistent einzustufen. Somit sei die Prognose als ungünstig zu bezeichnen. 

Es bestehe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 293, 295).

A.f. 

Am 9. Oktober 2019 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass die 

Taggeldleistungen ab dem 1. Oktober 2019 eingestellt würden. Die Kosten für die 

Schmerzmittel würden weiterhin von ihr übernommen. Die Adäquanz der psychischen 

Beschwerden werde noch geprüft. Sollte die Adäquanz nicht gegeben sein, würde der 

Schadenfall unter Gewährung des Rückfallmelderechts per 31. Oktober 2019 

abgeschlossen (Suva-act. 300).

A.g. 

Mit Verfügung vom 12. März 2020 sprach die Suva dem Versicherten bei einer 

Integritätseinbusse von 25 % eine Integritätsentschädigung von Fr. 31'500.-- zu und 

lehnte einen Rentenanspruch ab (Suva-act. 320).

A.h. 

Gegen die Verfügung vom 12. März 2020 erhob der Versicherte, vertreten durch die 

Procap G.___, am 24. April 2020 Einsprache und beantragte eine Rente. Gegen die 

Integritätsentschädigung wurden keine Einwände erhoben (Suva-act. 323).

A.i. 

Die Suva gewährte dem Versicherten weitere Abklärungen (Suva-act. 327 ff.). Im 

Mai 2020 reichte die Procap einen Bericht des KSSG vom 15. Mai 2020 ein, in 

welchem ausgeführt wurde, dass der Versicherte aus orthopädischer Sicht als 

Fahrlehrer arbeitsfähig sei (Suva-act. 324). Mit Schreiben vom 2. Oktober 2020 zeigte 

die Procap die Beendigung des Mandats an (Suva-act. 337). Im November 2020 und 

Januar 2021 folgten Untersuchungen in der Hüftsprechstunde der Klinik H.___ (Suva-

act. 342, 347).

A.j. 

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B.

Gegen die Verfügung vom 20. Januar 2021 erhob der Versicherte am 18. Februar 2021 

Einsprache. Es sei nicht von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit 

auszugehen. Auch sei ein Abzug vom Tabellenlohn von mindestens 20 % zu gewähren 

(Suva-act. 354). Mit Entscheid vom 8. April 2021 wies die Suva die Einsprache ab 

(Suva-act. 362).

C.  

Mit Verfügung vom 20. Januar 2021 zog die Suva bei laufendem 

Einspracheeverfahren die Verfügung vom 12. März 2020 zurück, soweit diese nicht 

bereits in Rechtskraft erwachsen war, und verneinte bei rentenausschliessendem 

Invaliditätsgrad erneut einen Rentenanspruch (Suva-act. 353).

A.k. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 8. April 2021 erhob der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 7. Mai 2021 Beschwerde. Er sei nicht 

einverstanden, dass die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) von einer 100%-

igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgehe. Ebenfalls nicht einverstanden 

sei er damit, dass sich die Beschwerdegegnerin auch aktuell noch auf die kreisärztliche 

Einschätzung von 2018 abstütze, welche vor fast drei Jahren durchgeführt worden sei. 

Er verweise im Weiteren auf seine Ausführungen in der Einsprache (act. G 1).

C.a. 

In der Beschwerdeantwort vom 28. Mai 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christian Leupi, Luzern, die Abweisung der 

Beschwerde vom 7. Mai 2021 und die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 8. 

April 2021. Die Kosten seien bei Kostenlosigkeit des Verfahrens wettzuschlagen (act. G 

3).

C.b. 

Nachdem der Beschwerdeführer auf die Einreichung einer Replik verzichtet hatte 

(act. G 5), wurde der Schriftenwechsel am 14. Juli 2021 geschlossen (act. G 6).

C.c. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in 

den (medizinischen) Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

C.d. 

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Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein Rentenanspruch. 

Der Verfügungsteil (der Verfügung vom 12. März 2020; Suva-act. 320) betreffend die 

Integritätsentschädigung ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen und bildet nicht 

Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens.

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat 

sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und 

allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. 

Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 

19 Abs. 1 UVG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(sog. Valideneinkommen; Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

1.1. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 

lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne 

Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen 

und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 

und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Bezüglich Beweiswert eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

1.2. 

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2.

Vorab ist festzuhalten, dass die unbestrittene Operationsoption bezüglich der 

Oberschenkel- bzw. Hüftproblematik rechts dem Fallabschluss (vgl. zum Fallabschluss 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 143) nicht 

entgegenstand. Diesen operativen Eingriff, welcher bestenfalls zu einer relevanten 

Verbesserung beitragen könnte, lehnte der Beschwerdeführer mehrfach ab (Suva-act. 

265, 272, 282, 288-2, 290). Andere Möglichkeiten, den Gesundheitszustand im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 UVG namhaft zu verbessern, lagen offenkundig nicht mehr vor 

(Suva-act. 265, 272, 291; vgl. ferner den Bericht der Klinik H.___ vom 4. Januar 2021 in 

Suva-act. 347), womit im Zeitpunkt des Fallabschlusses von einem stabilen 

Gesundheitszustand im Sinne von Gesetz und Rechtsprechung auszugehen war und 

die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch (spätestens) per 1. Juli 2019 (Ende der 

Umschulung der Invalidenversicherung) zu prüfen hatte. Sollte sich der 

Beschwerdeführer in Zukunft für eine Operation entscheiden, wird die 

Beschwerdegegnerin, wie im Einspracheentscheid richtig ausgeführt wurde (Suva-act. 

362-10), Leistungen im Sinne eines Rückfalls zu prüfen haben. Medizinisch 

ausgewiesen ist weiter, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Prüfung des 

Rentenanspruchs und darüber hinaus an unfallkausalen somatischen 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in 

der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen 

Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). 

Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können 

beweistauglich sein. An deren Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu 

stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt im Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Erachtet das 

Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen 

bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne 

Weiterungen abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2 mit Hinweisen). Diesfalls 

besteht kein Anspruch auf Beizug versicherungsexterner medizinischer Gutachten 

(BGE 122 V 157).

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Beeinträchtigungen (Bewegungs- und Belastungsschmerzen am rechten Hüft- und 

Kniegelenk, belastungsabhängige Restbeschwerden am rechten Schlüsselbein; 

instabilitätsbedingte Funktionseinschränkung am linken Schultergelenk; Suva-act. 

246-6) litt bzw. leidet und diese somatischen Unfallfolgen in die Rentenbeurteilung 

miteinzubeziehen sind.

3.

Im nächsten Schritt steht zur Beurteilung, ob auch die psychische Problematik – 

diagnostiziert wurden eine posttraumatische Belastungsstörung, eine schwere 

depressive Episode sowie eine Panikstörung (Suva-act. 293) – nebst den genannten 

somatischen Folgen unfallkausal und damit bei der Prüfung eines Rentenanspruchs zu 

berücksichtigen ist.

Die Unfallkausalität bildet Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der 

Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur 

für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis (Art. 4 ATSG) zusammenhängen (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: 

Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 

Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: 

KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne 

Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 

[nachfolgend zitiert: BSK UVG]; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 53 ff.). Während es 

Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu 

beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten 

Kausalzusammenhang zu beantworten (KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6; BSK UVG-

Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58). Im Bereich klar 

ausgewiesener organischer Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung 

der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des 

Unfallversicherers praktisch keine Rolle (vgl. BGE 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen 

auf Lehre und Rechtsprechung; BGE 118 V 291 f. E. 3a). Sind dagegen die Unfallfolgen 

organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung 

durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Zunächst ist festzustellen, ob 

die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma, eine äquivalente Verletzung 

der Halswirbelsäule oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat, dessen Folgen sich mit 

jenen eines Schleudertraumas vergleichen lassen, oder ob es sich um einen Unfall mit 

anderen somatischen Verletzungen und gesundheitlichen Folgen handelt. Im letzteren 

Fall erfolgt die Adäquanzbeurteilung psychischer Unfallfolgen nach den in BGE 115 V 

3.1. 

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133 ff. entwickelten Kriterien (sogenannte Psycho-Praxis). Bei Unfällen mit 

Schleudertrauma oder mit einer diesem gleichgestellten Verletzung der Halswirbelsäule 

oder einem Schädel-Hirntrauma ist hingegen die Adäquanz gemäss BGE 117 V 359 ff., 

präzisiert in BGE 134 V 126 ff. E. 10, zu beurteilen (sogenannte Schleudertrauma-

Praxis). Der Unterschied besteht darin, dass bei Unfällen mit Schleudertrauma oder 

einer äquivalenten Verletzung der Halswirbelsäule auf eine Differenzierung zwischen 

physischen und psychischen Unfallfolgen verzichtet wird, während bei den übrigen 

Unfällen für die Beurteilung der Adäquanz psychischer Fehlentwicklungen lediglich das 

Unfallereignis als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäden 

sowie deren objektive Folgen massgebend sind (vgl. u.a. Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG] vom 7. November 2002, U 377/01, E. 4.3).

Der Beschwerdeführer hat bei seinem Unfall am 10. Mai 2015 weder ein 

Schleudertrauma, eine äquivalente Verletzung der Halswirbelsäule noch ein Schädel-

Hirntrauma erlitten. Zumindest ist derartiges nicht hinlänglich ausgewiesen. 

Entsprechend hat die Adäquanzbeurteilung nach den für die Psycho-Praxis 

entwickelten Kriterien zu erfolgen. Dabei kann praxisgemäss die Frage nach einer 

natürlichen Kausalität der entsprechenden Beschwerden zum versicherten 

Unfallereignis offenbleiben, wenn ein allfälliger Kausalzusammenhang nicht adäquat 

und damit nicht rechtsgenüglich wäre (BGE 135 V 472 E. 5.1).

3.2. 

Ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, wenn dem Unfall eine massgebende 

Bedeutung für die Entstehung der Beschwerden zukommt. In objektivierter 

Betrachtungsweise werden die Unfälle nach ihrer erfahrungsgemässen Eignung, 

psychische Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in banale und leichte Unfälle 

einerseits, schwere Unfälle andererseits und in einen dazwischenliegenden Bereich der 

mittelschweren Unfälle. Bei banalen Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang 

zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne 

weiteres verneint werden, weil auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung davon 

ausgegangen werden kann, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen 

invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen. Bei schweren 

Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel zu bejahen, 

denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen 

Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische 

Gesundheitsschäden zu bewirken. Dabei gelten als schwer nur solche Unfälle, bei 

denen sämtliche Umstände, insbesondere die Dramatik des Unfallereignisses und die 

Dauer desselben wie auch die somatischen Unfallfolgen eine für die versicherte Person 

aussergewöhnliche Eindrücklichkeit aufweisen. Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt 

3.3. 

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sich die Frage, ob zwischen dem Unfall und der psychisch bedingten 

Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des 

Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr sind weitere, objektiv fassbare 

Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als 

direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung 

einzubeziehen. Die wichtigsten Kriterien sind dabei besonders dramatische 

Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder 

besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre erfahrungsgemässe 

Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der 

ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche 

die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche 

Komplikationen sowie Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 

115 V 138 ff. E. 6 f.). Um die adäquate Kausalität bejahen zu können, müssen nicht alle 

Umstände gegeben sein. Bei einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den 

schweren Ereignissen genügt ein Kriterium. Ansonsten müssen mehrere 

unfallbezogene Kriterien bejaht werden können, falls keinem Kriterium besonderes 

Gewicht zukommt (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 62 ff.). Bei mittelschweren Unfällen 

im engeren Sinn genügen drei Adäquanzkriterien, bei Unfällen im mittleren Bereich an 

der Grenze zu den leichten Unfällen sind hingegen vier Adäquanzkriterien zu erfüllen 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 29. Januar 2010, 8C_897/2009, E. 4.5, und vom 

7. Dezember 2009, 8C_487/2009, E. 5 mit Hinweis). Bei der Prüfung der 

Adäquanzkriterien sind – wie bereits erwähnt – die Folgen der organisch nicht 

ausgewiesenen Beschwerden nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen (vgl. auch 

Urteil des Bundesgerichts vom 28. April 2010, 8C_903/2009, E. 4.6).

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Die Schwere des Unfalles ist auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs mit 

den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts vom 11. 

November 2019, 8C_473/2019, E. 5.1). Gemäss unbestrittenem Unfallhergang kam der 

Beschwerdeführer, als er auf kurviger Strasse mit dem Motorrad zwei Wildschweinen 

ausweichen wollte, beim Bremsen und Ausweichen von der Strasse ab und stürzte 

(Suva-act. 24 f.). Mit der Beschwerdegegnerin ist bei diesem Unfallgeschehen in 

Anlehnung an die Rechtsprechung (vgl. dazu die Beispiele in Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 65 ff.) von einem mittelschweren Ereignis im engeren Sinn auszugehen. 

Folglich müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs mindestens 

drei der relevanten Kriterien oder ein einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter 

Weise erfüllt sein.

3.4. 

Der Berücksichtigung des Kriteriums der besonders dramatischen 

Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls liegt der Gedanke 

zugrunde, dass solche Umstände geeignet sind, bei der betroffenen Person während 

des Unfallgeschehens oder nachher psychische Abläufe in Bewegung zu setzen, die an 

den nachfolgenden psychischen Fehlentwicklungen mitbeteiligt sein können. Dabei 

sind objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht was im einzelnen Betroffenen beim Unfall 

psychisch vorgeht – sofern sich dies überhaupt zuverlässig feststellen liesse – soll 

entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei 

Betroffenen psychische Vorgänge der genannten Art auszulösen. Zu beachten ist 

zudem, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall – wie auch dem vorliegenden – 

eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 11. November 

2019, 8C_473/2019, E. 5.2). Vorliegend sind keine Umstände ersichtlich, welche dem 

Geschehen vom 10. Mai 2015 eine solch besondere Dramatik oder eine solch 

besondere Eindrücklichkeit verliehen hätte (vgl. dazu die Beispiele in Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 69 f.). Das Kriterium ist zudem umso mehr zu verneinen, als sich der 

Beschwerdeführer nur noch sehr vage an das Unfallgeschehen erinnern kann (vgl. 

Suva-act. 24; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juni 2014, 8C_137/2014, E. 7.1).

3.4.1. 

Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, 

insbesondere ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Fehlentwicklung 

auszulösen, ist ebenfalls nicht erfüllt. Auch wenn der Beschwerdeführer ein Polytrauma 

mit lateraler Schenkelhalsfraktur rechts, mehrfragmentärer Claviculafraktur rechts und 

posteriorer Schulterluxation links erlitt (vgl. dazu im Sachverhalt lit. A.a), erscheinen die 

Verletzungen nicht als geeignet, erhebliche psychische Fehlreaktionen auszulösen (vgl. 

dazu das Urteil des Bundesgerichts vom 19. November 2009, 8C_197/2009, E. 3.6).

3.4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/16

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Auch eine ungewöhnlich lange Dauer der auf die somatischen Leiden zielenden 

ärztlichen Behandlung ist nicht erkennbar. Daran ändert nichts, dass sich der 

Beschwerdeführer am 29. September 2015, rund viereinhalb Monate nach dem Unfall, 

einem Revisionseingriff unterziehen musste (Suva-act. 61) und insgesamt rund sieben 

Monate (abzüglich Therapieunterbrüche rund sechs Monate) stationär in der Rehaklinik 

I.___ verbrachte (Suva-act. 84 f.). Der Heilverlauf war zwar lange, indes im Sinne der 

Rechtsprechung nicht als ungewöhnlich lange bzw. ausserordentlich belastend zu 

qualifizieren. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass nach dem Austritt aus 

der Rehaklinik I.___ im Dezember 2015 lediglich noch die Entfernungen des 

Osteosynthesematerials anstanden, Verlaufs- und Abklärungsuntersuchungen 

durchgeführt wurden und der Beschwerdeführer ansonsten konservativ, insbesondere 

mittels Physiotherapie, behandelt wurde. Auch die gelegentlichen Schulterluxationen 

(vgl. dazu Suva-act. 135, 174) oder die Infiltration vom 24. Oktober 2018 (vgl. Suva-act. 

266) führen nicht dazu, dass von einer ungewöhnlich langen Dauer ärztlicher 

Behandlungen bzw. von einer besonderen Intensität der Behandlungen während des 

Heilungsprozesses auszugehen wäre.

3.4.3. 

Hinweise auf ärztliche Fehlbehandlungen, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert hätten, liegen nicht vor. Auch dieses Kriterium ist somit nicht gegeben.

3.4.4. 

Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten 

Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche 

Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer Gründe, welche die 

Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben. Der Umstand, 

dass trotz verschiedener Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte, 

genügt allein nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2019, 8C_632/2018, E. 

10.3). Es liegen keine Umstände vor, die zur Bejahung dieses Kriteriums führen 

könnten. Daran ändert nichts, dass der erste operative Eingriff am Schenkelhals vom 

13. Mai 2015 nicht den gewünschten Erfolg brachte und ein Revisionseingriff 

notwendig wurde. Von einem schwierigen Heilungsverlauf oder erheblichen 

Komplikationen kann ungeachtet dessen nicht gesprochen werden.

3.4.5. 

Ob das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen bei andauernden 

Bewegungs- und Belastungsschmerzen am rechten Hüft- und Kniegelenk, 

belastungsabhängigen Restbeschwerden am rechten Schlüsselbein und einer 

instabilitätsbedingten Funktionseinschränkung am linken Schultergelenk und das 

Kriterium des Grads und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit erfüllt 

sind, kann offenbleiben. Immerhin ist zu beachten, dass eine Behandlung mit 

3.4.6. 

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4.

Nach dem Gesagten (vgl. vorstehende E. 3) sind einzig die Auswirkungen der 

unfallkausalen somatischen Problematik (vgl. vorstehende E. 2) in die 

Rentenbeurteilung einzubeziehen. Diesbezüglich besteht Uneinigkeit in Bezug auf die 

zumutbare Arbeitsfähigkeit aufgrund der Einschränkungen. Während die 

Beschwerdegegnerin gestützt auf die kreisärztlichen Beurteilungen trotz Unfallfolgen 

von einer vollen Leistungsfähigkeit in der umgeschulten Tätigkeit als Fahrlehrer und 

auch in weiteren angepassten Tätigkeiten ausgeht, sieht sich der Beschwerdeführer in 

seiner Arbeitsfähigkeit auch in zeitlicher Hinsicht eingeschränkt.

herkömmlichen/niedrigpotenten Schmerzmitteln ausreicht (Suva-act. 107, 139), die 

Schmerzen adäquat zu lindern, und keine Ruheschmerzen beklagt werden (Suva-act. 

246-4), was gegen die Erfüllung des Kriteriums der körperlichen Dauerschmerzen 

spricht. Im Weiteren konnte der Beschwerdeführer ab Februar 2016, bereits rund acht 

Monate nach dem Unfall, seine angestammte Arbeit wieder aufnehmen (Suva-act. 101, 

107 f.) und bis Oktober 2016 auf 80 % steigern (Suva-act. 130). Eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit lag damit nur für einen relativ kurzen Zeitraum vor, was 

grundsätzlich zur Annahme des Arbeitsunfähigkeitskriteriums nicht ausreicht. Wie 

erwähnt, bedarf es aber keiner abschliessenden Klärung, ob die genannten Kriterien 

erfüllt sind, zumal sie, wenn überhaupt, sicherlich nicht in besonders ausgeprägter 

Weise vorliegen.

Da somit höchstens zwei der zu berücksichtigenden Kriterien erfüllt sind, diese 

jedoch in nicht besonders ausgeprägter Weise, ist der adäquate Kausalzusammenhang 

zwischen dem Unfall vom 10. Mai 2015 und den psychischen Beschwerden zu 

verneinen. Damit kommt dem Unfall überwiegend wahrscheinlich keine massgebende 

Bedeutung für die Entstehung der psychischen Problematik zu, womit diese nicht in die 

Beurteilung eines Rentenanspruchs miteinzubeziehen ist.

3.5. 

Kreisarzt Dr. E.___ attestierte dem Beschwerdeführer trotz der verbliebenen 

Beeinträchtigungen eine zeitlich unlimitierte Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten in 

Wechselposition sitzend, stehend, gehend auf ebenem Untergrund, nicht auf Leitern, 

Gerüsten, ungesicherten Arbeitsplätzen, unebenem oder abschüssigem Untergrund, 

nicht in Zwangspositionen hockend, knieend, kauernd, mit Positionswechsel sitzend, 

stehend, gehend, ca. stündlich, spätestens zweistündlich, mit leichten, selten 

mittelschweren Tätigkeiten im Bereich des adominanten linken Arms und der linken 

Schulter. Medizinisch entspreche auch die Tätigkeit als Fahrlehrer vollumfänglich einer 

angepassten Tätigkeit, die ganztägig in einem Vollpensum ausgeübt werden könne 

4.1. 

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5.

(Suva-act. 291-2). Diese Aktenbeurteilung von Dr. E.___ vom 6. September 2019, 

bestätigt mit Beurteilung vom 5. März 2020 (Suva-act. 316), beruht auf einer 

eingehenden persönlichen Untersuchung vom 13. März 2018 (Suva-act. 246), ist für die 

streitigen Belange umfassend, erging in Kenntnis der Vorakten sowie in Würdigung der 

Bildgebung und der geklagten Beschwerden. Dr. E.___ trägt im Zumutbarkeitsprofil 

schlüssig den objektivierbaren Bewegungs- und Belastungsschmerzen am rechten 

Hüft- und Kniegelenk, den belastungsabhängigen Restbeschwerden am rechten 

Schlüsselbein sowie der instabilitätsbedingten Funktionseinschränkung am linken 

Schultergelenk Rechnung und es ist einleuchtend, dass bei Einhaltung der 

Adaptionskriterien eine volle Arbeitsfähigkeit zumutbar sein sollte. Zu demselben 

Schluss kamen auch die behandelnden Ärzte des KSSG, welche dem 

Beschwerdeführer mit Bericht vom 15. Mai 2020 in adaptierter Tätigkeit und auch als 

Fahrlehrer eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit attestierten (Suva-act. 324).

Die Beurteilungen von Dr. E.___ entsprechen den Anforderungen der 

Rechtsprechung vollumfänglich und es besteht kein Anlass, bezüglich der medizinisch-

theoretischen Arbeitsfähigkeit von dessen Einschätzungen abzuweichen. Es liegen 

diesbezüglich auch keine anderslautenden Einschätzungen im Recht. Entsprechend ist 

überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus 

unfallkausaler Sicht in Beachtung des Zumutbarkeitsprofils im Zeitpunkt des 

Fallabschlusses zu 100 % arbeitsfähig war. Die Tätigkeit als Fahrlehrer ist mit dem 

Belastungsprofil ohne weiteres vereinbar. Was der Beschwerdeführer gegen die 

bescheinigte 100%-ige Arbeitsfähigkeit vorbringt, vermag keine auch nur geringen 

Zweifel an der Einschätzung von Dr. E.___ zu begründen. Insbesondere bedarf es 

keiner psychiatrischen Begutachtung, nachdem die psychische Problematik – wie 

erwähnt – nicht dem Unfall anzulasten ist. Auch bedarf es keiner aktuelleren 

persönlichen Untersuchung, nachdem weder geltend gemacht wurde noch ersichtlich 

ist, dass sich der Gesundheitszustand seit dem Untersuch vom 13. März 2018 relevant 

verändert hätte und mit dem Untersuchungsbericht der behandelnden Ärzte des KSSG 

vom 15. Mai 2020, wie bereits erwähnt, eine neue übereinstimmende Beurteilung 

vorliegt. Im Weiteren ist für die Frage, ob es dem Beschwerdeführer zuzumuten ist, aus 

unfallkausaler Sicht eine Arbeitsleistung zu erbringen, eine objektivierte 

Betrachtungsweise massgebend und nicht das subjektive Empfinden des 

Beschwerdeführers (vgl. dazu Art. 7 Abs. 2 ATSG). Die rechtserheblichen tatsächlichen 

Entscheidgrundlagen erweisen sich in Bezug auf die Beurteilung eines 

Rentenanspruchs als schlüssig, sodass sich Weiterungen erübrigen.

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

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Ausgehend von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ist im 

Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln (vgl. dazu 

vorstehende E. 1.1).

Für die Bemessung des hypothetischen Verdienstes ohne Gesundheitsschaden 

(Valideneinkommen) ist grundsätzlich entscheidend, was die versicherte Person im 

massgebenden Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen könnte bzw. 

verdient hätte (vgl. Art. 16 Abs. 1 ATSG). Bei der Bestimmung des Valideneinkommens 

wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer 

Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden 

fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 325 E. 4.1). Bei seiner letzten Tätigkeit bei der 

C.___ AG hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2019 ein Einkommen von jährlich rund 

Fr. 65'000.-- (13 x Fr. 5'000.--) erzielt (Suva-act. 325). Das Valideneinkommen ist damit 

in dieser Höhe festzusetzen.

5.1. 

Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Ist kein 

solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich, weil die 

versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 

ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung die LSE-Tabellenlöhne (LSE = Schweizerische Lohnstrukturerhebung 

des Bundesamtes für Statistik) herangezogen werden (BGE 135 V 301 E. 5.2 mit 

Hinweisen). Der Beschwerdeführer hat zwar eine Umschulung zum Fahrlehrer 

absolviert, in dieser zumutbaren Tätigkeit – soweit ersichtlich – bisher aber noch kein 

Erwerbseinkommen erzielt. Auch eine andere Tätigkeit ist nicht ausgewiesen. Es ist 

damit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin zur Festsetzung des 

Invalideneinkommens die LSE-Tabellenlöhne beigezogen hat. Nach dem erfolgreichen 

Abschluss zum Fahrlehrer ist der Beschwerdeführer mit Verweis auf den Zentralwert 

des Kompetenzniveaus 2 der Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach 

Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht; Branche Landverkehr) der LSE 

2018 in der Lage, im Jahr 2019 ein Jahreseinkommen von rund Fr. 68'427.-- (Fr. 

5'421.-- x 12 / 40 x 41.7 x 1.009 [+ 0.9 % für das Jahr 2019]) zu erzielen. Im 

Kompetenzniveau 1 betrüge das Einkommen rund Fr. 66'836.-- (Fr. 5'295.-- x 12 / 40 x 

41.7 x 1.009). Diese Einkommen sind höher (vgl. zum Lohn eines Fahrlehrers auch 

https://www.lohnanalyse.ch/ch/loehne/details/fahrlehrerin.html; https://www.jobs.ch/

de/ lohn/?canton=ch&term=autofahrlehrer; eingesehen am 22. März 2022) als das 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

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6.  

Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 8. April 2021 nicht 

zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben (vgl. dazu Art. 61 lit. f

ATSG). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Valideneinkommen von Fr. 65'000.--, weshalb offensichtlich kein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von mindestens 10 % resultiert (vgl. vorstehende E. 1.1). Daran änderte 

auch ein maximal denkbarer Abzug vom Tabellenlohn von 10 % nichts.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 22.03.2022
	Art. 18 UVG. Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente. Rentenanspruch unter Verneinung der Adäquanz der psychischen Beschwerden und unter Annahme einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, wozu auch die umgeschulte Tätigkeit zählt, abgelehnt (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. März 2022, UV 2021/32).

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