# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e71f086c-b2a9-516a-88bb-9c94d8f7c000
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 08.11.2022 110 2022 152
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2022-152_2022-11-08.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3013 Bern
Telefon +41 31 633 30 11
info.ra.bvd@be.ch
www.bvd.be.ch/ra

BVD 110/2022/152

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 8. November 2022
Das Verwaltungsgericht hat eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde abgewiesen 
(VGE 2022/378 vom 18.04.2023). Das Bundesgericht hat die Beschwerde gegen das Urteil des 
Verwaltungsgerichts abgewiesen (BGE 1C_269/2023 vom 31.10.2023).

in der Beschwerdesache zwischen

Erbengemeinschaft A.________ sel., bestehend aus:

Beschwerdeführende 1 – 6 

Verein C.________
Beschwerdeführer 7

alle vertreten durch Herrn Rechtsanwalt D.________

und

E.________
Beschwerdegegnerin

sowie

Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, Poststrasse 25, 3071 Ostermundigen

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland vom 27. Juni 2022 
(eBau Nummer 2016-77 / 21848; B.________schulhaus, Abbruch Turnhalle, Gesamtsanierung, 
Ausbau, Erweiterung)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegnerin reichte am 16. Dezember 2015 ein Baugesuch ein für den 
Abbruch der bestehenden Turnhalle beim B.________schulhaus, die Gesamtsanierung und den 
Ausbau des Dachgeschosses des B.________schulhauses sowie einen Neubau für die 
Erweiterung der Basisstufe inkl. zwei Turnhallen auf der Parzelle Bern F.________ 
Grundbuchblatt Nr. G.________. Die Parzelle liegt in der Zone im öffentlichen Interesse, 

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Freifläche C. Gegen das Bauvorhaben erhoben unter anderen A.________ sel. und die 
Beschwerdeführenden 4 - 6 Einsprache.

Mit Gesamtentscheid vom 27. Juni 2022 erteilte das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland die 
Baubewilligung.

2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 5. September 2022 Beschwerde bei der 
Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. In prozessualer Hinsicht beantragen sie, 
ihnen sei die am 3. August 2022 abgelaufene Frist zur Einreichung einer Beschwerde gegen den 
angefochtenen Gesamtbauentscheid vom 27. Juni 2022 gemäss Art. 43 Abs. 2 VRPG1 
wiederherzustellen. Weiter beantragen sie, der Gesamtbauentscheid vom 27. Juni 2022 sei 
aufzuheben und dem Bauvorhaben sei der Bauabschlag zu erteilen, eventualiter sei der Entscheid 
aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen 
zurückzuweisen.

3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet2, holte bei der Vorinstanz 
die Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Das Regierungsstatthalteramt Bern-
Mittelland hat am 20. September 2022 eine Stellungnahme eingereicht, ohne einen Antrag zu 
stellen. Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 10. Oktober 2022, 
auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, der prozessuale Antrag auf Fristwiederherstellung sei 
abzuweisen und die Baubewilligung zu bestätigen. Eventualiter seien sowohl der Hauptantrag als 
auch der Eventualantrag abzuweisen und die Baubewilligung zu bestätigen.

4. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Zuständigkeit, Legitimation und Form

a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG3. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann er –
 unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel angefochten 
werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im vorliegenden Fall das 
Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide können nach Art. 40 Abs. 1 BauG4 
innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden. Die BVD ist 
somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen den Gesamtentscheid zuständig.

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die 
Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. 
Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Rechtsnachfolge im Verfahren richtet sich sinngemäss nach den 
Vorschriften der Schweizerischen Zivilprozessordnung (Art. 13 Abs. 1 und 2 VRPG). Gemäss 
Art. 83 Abs. 4 ZPO5 ist ein Parteiwechsel ohne Veräusserung des Streitobjekts nur mit 
Zustimmung der Gegenpartei zulässig, wobei besondere gesetzliche Bestimmungen über die 

1 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191)
3 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
4 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
5 Schweizerische Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272)

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Rechtsnachfolge vorbehalten bleiben. Eine solche Bestimmung enthält Art. 560 Abs. 1 ZGB6, 
wonach die Erbinnen und Erben die Erbschaft mit dem Tod der Erblasserin bzw. des Erblassers 
von Gesetzes wegen als Ganzes erwerben.7 Die aus den Beschwerdeführenden 1 - 3 bestehende 
Erbengemeinschaft des verstorbenen Einsprechers A.________, dessen Einsprache abgewiesen 
wurde, ist durch den vorinstanzlichen Gesamtbauentscheid beschwert und zur 
Beschwerdeführung legitimiert. Auch die Einsprache der Beschwerdeführenden 4 - 6 wurde 
abgewiesen, weshalb sie ebenfalls durch den vorinstanzlichen Gesamtbauentscheid beschwert 
und zur Beschwerdeführung befugt sind. Im Übrigen ist die Beschwerde formgerecht (vgl. Art. 32 
VRPG).

2. Beschwerdefrist

a) Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden beantragt, es sei die am 3. August 2022 
abgelaufene Beschwerdefrist wiederherzustellen. Ende Juli 2022 sei er nach seiner Rückkehr aus 
den Ferien schwer erkrankt. Am 30. Juli 2022 sei ihm im City Notfall Bern eine Lungenentzündung 
diagnostiziert worden. Gemäss Arztzeugnis vom 2. August 2022 sei er vom 29. Juli bis zum 
5. August 2022 vollständig arbeits- und verhandlungsunfähig gewesen. Weiter erläutert der 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden, seine gesundheitliche Verfassung habe es ihm 
unmöglich gemacht, die vorliegende Beschwerde auszuarbeiten und einzureichen. Ebenso sei es 
ihm nicht möglich gewesen, einen Substituten bzw. einen anderen Anwalt ausserhalb seiner 
Kanzlei (er selber habe keine Mitarbeiter oder Partner) bezüglich dieser komplexen Angelegenheit 
zu instruieren. Aufgrund ständigen starken Hustens und Stimmlosigkeit habe er praktisch nicht 
kommunizieren können. Eine Instruktion wäre erst am 2. August 2022 und somit zu spät möglich 
gewesen. Am 1. August 2022 habe er zwar die Beschwerdeführenden per E-Mail informieren 
können. Aus den genannten Gründen hätten aber auch die Beschwerdeführenden selbst nicht 
rechtzeitig Ersatz mandatieren können. Die Voraussetzungen für eine Wiederherstellung der 
Beschwerdefrist seien daher erfüllt. Die 30-tägige Frist für die Beantragung der Wiederherstellung 
habe am 6. August 2022 begonnen, dem Folgetag nach dem Wegfall des Hindernisses, und bis 
am 5. September 2022 gedauert. Die wiederhergestellte Beschwerdefrist sei eingehalten.

Mit Stellungnahme vom 20. September 2022 wies das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland 
lediglich darauf hin, der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden habe bereits im März wie auch 
im April 2022 Fristen aufgrund von Krankheit verlängern lassen. Weiter hielt es fest, es obliege 
der BVD zu prüfen, ob der Tatbestand von Art. 43 Abs. 2 VRPG erfüllt sei.

Die Beschwerdegegnerin führt in ihrer Beschwerdeantwort vom 10. Oktober 2022 aus, es sei 
fraglich, ob die Arbeitsunfähigkeit derart gravierend gewesen sei, dass der Rechtsvertreter der 
Beschwerdeführenden tatsächlich nicht in der Lage gewesen sei, umgehend jemanden zu 
substituieren oder die Beschwerdeführenden sofort zu veranlassen, selbst zu handeln oder einen 
anderen Anwalt aufzusuchen. Der Rechtsvertreter habe sich am 30. Juli 2022 in den City Notfall 
begeben können. Es erscheine fraglich, ob er die Beschwerdeführenden nicht umgehend hätte 
informieren können, zumindest sei er am 1. August 2022 dazu in der Lage gewesen. Da sich 
gegenüber der Einsprache keine wesentlichen neuen Punkte ergeben hätten, sei fraglich, ob nicht 
zumindest die Beschwerdeführenden einen Beschwerdeentwurf hätten erstellen können. Weiter 
macht die Beschwerdegegnerin geltend, Anwältinnen und Anwälte ohne Mitarbeitende oder 
Partnerinnen bzw. Partner hätten sich grundsätzlich so zu organisieren, dass die Fristen im Fall 
ihrer Verhinderung gewahrt bleiben. Das gelte hier umso mehr, da der Rechtsvertreter in der 

6 Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 210)
7 Vgl. Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 13 N. 20

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Vergangenheit mit der gleichen Problematik konfrontiert gewesen sei. Auf die Beschwerde sei 
mangels Einhaltung der Frist daher nicht einzutreten.

b) Fristen, die durch eine Mitteilung, eine amtliche Publikation oder den Eintritt eines 
Ereignisses ausgelöst werden, beginnen am folgenden Tag zu laufen (Art. 41 Abs. 1 VRPG). Für 
den Fristbeginn am Folgetag ist unbeachtlich, ob dieser ein Feier- oder Arbeitstag ist.8 Lediglich 
beim letzten Tag der Frist wird berücksichtigt, ob es sich um einen Samstag, Sonntag oder einen 
vom Bundesrecht oder vom kantonalen Recht anerkannten Feiertag handelt – diesfalls endet die 
Frist am nächstfolgenden Werktag (Art. 41 Abs. 2 VRPG). Zur Wahrung einer Frist muss die 
betreffende Handlung vor Ablauf der Frist vorgenommen werden (Art. 42 Abs. 1 VRPG). Eingaben 
müssen vor Ablauf der Frist der Behörde, der schweizerischen Post oder einer schweizerischen 
diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 42 Abs. 2 VRPG). Die 
gesetzliche Regelung berechtigt dazu, die notwendigen Rechtsschriften erst gegen das Ende der 
Frist auszuarbeiten und einzureichen.9 Ist eine Partei oder ihre Vertreterin bzw. ihr Vertreter durch 
einen anderen Grund als die mangelhafte Eröffnung unverschuldeterweise abgehalten worden, 
fristgerecht zu handeln, so wird die Frist wiederhergestellt, sofern die Partei unter Angabe des 
Grundes innert 30 Tagen nach Wegfall des Hindernisses darum ersucht und die versäumte 
Rechtshandlung nachholt (Art. 43 Abs. 2 VRPG). Für die Berechnung und Wahrung der 
Wiederherstellungsfrist gelten die allgemeinen Voraussetzungen nach Art. 41 f. VRPG.10

Als Hinderungsgründe i.S.v. Art. 43 Abs. 2 VRPG kommen gewichtige objektive oder subjektive 
Gründe in Betracht. Eine schwere Erkrankung im Sinne einer körperlichen, geistigen oder 
psychischen Beeinträchtigung oder ein Unfall stellen in der Regel hinreichende Gründe dar, sofern 
sie derart sind, dass sie den Rechtssuchenden oder seinen Vertreter davon abhalten, innert der 
Frist zu handeln oder dafür einen (anderen) Vertreter beizuziehen.11 Das Arztzeugnis hat die 
Unfähigkeit näher zu beschreiben. Die blosse Bestätigung eines Krankheitszustandes oder einer 
vollständigen Arbeitsunfähigkeit genügt nicht zur Anerkennung eines Hindernisses.12

Bei Krankheit dauert das Hindernis nur solange an, als der Betroffene wegen seiner körperlichen 
oder geistigen Beeinträchtigung weder selbst die Rechtshandlung vornehmen noch einen Dritten 
beauftragen kann. In letzterem Fall ist zusätzlich vorausgesetzt, dass der Betroffene trotz seiner 
Beeinträchtigung die Notwendigkeit einer Vertretung überhaupt wahrnehmen kann. Sobald es für 
den Betroffenen objektiv und subjektiv zumutbar wird, entweder selbst tätig zu werden oder die 
Interessenwahrung an einen Dritten zu übertragen, ist das Hindernis nicht mehr unverschuldet. 
Anwältinnen und Anwälte haben sich so zu organisieren, dass die Fristen im Falle ihrer 
Verhinderung trotzdem gewahrt bleiben. Das erfolgt durch umgehende Bestellung eines 
Substituten oder Veranlassung der Klientschaft, selbst zu handeln oder eine andere 
Rechtsvertretung aufzusuchen. Die unverschuldete Verhinderung einer Rechtsvertretung endet 
und die Wiederherstellungsfrist beginnt, sobald die Rechtsvertretung in der Lage ist, die 
Prozesshandlung selbst nachzuholen, damit einen geeigneten Substituten zu beauftragen oder 
die Klientschaft auf die Notwendigkeit der Fristeinhaltung aufmerksam zu machen.13

8 Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 41 N. 6
9 BGE 112 V 255 E. 2.a; Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 43 N. 20
10 Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 43 N. 22
11 BGE 119 II 86 E. 2.a; Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 43 N. 14
12 Urteil des Bundesgerichts 5A_39/2022 vom 28.1.2022 E. 2; Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 
2. Aufl. 2020, Art. 43 N. 22
13 BGE 119 II 86 E. 2.a; Urteile des Bundesgerichts 9C_354/2008 vom 21.1.2009 E. 1.2; 6B_318/2012 vom 21.10.2013 
E. 1.2

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Gemäss Lehre und Rechtsprechung besteht kein Anspruch, dass die volle Frist zur Wahrung der 
Parteirechte zur Verfügung steht.14 Ein bloss zu Beginn der Frist bestehendes oder erst im 
späteren Verlauf vorübergehendes, nicht aber bis zum Fristablauf andauerndes Hindernis bildet 
daher grundsätzlich keinen hinreichenden Entschuldigungsgrund. Diesfalls ist es möglich, noch 
vor Fristablauf tätig zu werden.15 Mit anderen Worten ist Art. 43 Abs. 2 VRPG grundsätzlich nur 
anzuwenden, wenn das unverschuldete Hindernis am letzten Tag der Frist noch besteht. Fällt das 
Hindernis jedoch kurz vor Ablauf der Frist weg, ist gemäss der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung im Einzelfall zu prüfen, ob eine genügende Restfrist verbleibt oder ob 
ausnahmsweise die Frist wiederherzustellen ist.16

Das Bundesgericht geht von einer ungenügenden Restfrist aus, wenn eine kurzfristige Substitution 
des Mandates an eine andere Rechtsvertretung wegen der Komplexität der Sache 
ausgeschlossen ist. Die Komplexität der Sache ist insbesondere gegeben, wenn die 
Verfahrensakten relativ umfangreich sind und für eine genügende Instruktion zahlreiche 
Aktenstücke zu konsultieren sind. Das Bundesgericht erachtete demgegenüber Restfristen von 
vier oder sechs Tagen als genügend in Fällen, bei denen der Sachverhalt keiner weiteren 
Abklärungen bedurfte und sich keine anspruchsvollen rechtlichen Fragen stellten.17 Sind die 
Argumente und die Rechtslage aufgrund des Vorverfahrens bereits hinlänglich bekannt und hat 
die Rechtsmittelinstanz volle Kognition, dürften wohl auch kürzere Fristen genügen.

c) Der angefochtene Entscheid vom 27. Juni 2022 wurde dem Rechtsvertreter der 
Beschwerdeführenden gemäss Sendungsverfolgung am 4. Juli 2022 zugestellt. Die 30-tägige 
Beschwerdefrist gemäss Art. 40 BauG begann am 5. Juli 2022 und endete am 3. August 2022. 
Die Beschwerde vom 5. September 2022 ist grundsätzlich verspätet.

Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden reichte ein ärztliches Zeugnis von Dr. med. 
H.________, City Notfall Bern, vom 2. August 2022 zu den Akten. Daraus folgt, dass der 
Rechtsvertreter wegen Krankheit seit dem 30. Juli 2022 in Behandlung gewesen sei und die 
Arbeits- und Verhandlungsunfähigkeit vom 29. Juli 2022 bis 5. August 2022 gedauert und 100% 
betragen habe. Weiter hält das Arztzeugnis fest, der Rechtsvertreter sei nicht in der Lage 
gewesen, eine umfangreiche gerichtliche Eingabe auszuarbeiten und einzureichen oder mit 
anderen Personen zu kommunizieren, um diese zu instruieren und mit der betreffenden Eingabe 
zu beauftragen. Aufgrund des Arztzeugnisses ist davon auszugehen, dass der Rechtsvertreter 
der Beschwerdeführenden zwischen dem 30. Juli 2022 und dem 5. August 2022 erkrankt war. Es 
erscheint zwar fraglich, ob das Arztzeugnis vom 2. August 2022 den bundesgerichtlichen 
Anforderungen genügt. Dies kann mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen jedoch 
offengelassen werden.

Vorliegend ist unbestritten, dass der Rechtsvertreter die Beschwerdeführenden am 1. August 
2022 über seine Erkrankung informierte. Er war am 1. August 2022 folglich in der Lage, die 
Beschwerdeführenden auf die Notwendigkeit der Fristeinhaltung aufmerksam zu machen. Ein 
allfälliges unverschuldetes Hindernis aufgrund der Erkrankung endete somit an diesem Tag. Bis 
zum ordentlichen Fristablauf am 3. August 2022 verblieben noch zwei volle Werktage. Die BVD 
erachtet diese Restfrist im vorliegenden Fall als genügend. Die Beschwerdeführenden hatten als 
Einsprecherinnen und Einsprecher am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen. Die mögliche 

14 Vgl. Urteile des Bundesgerichts 5A_39/2022 vom 28.1.2022 E. 1 und 2; 2C_451/2016 vom 8.7.2016 E. 2.2.4; Michel 
Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 43 N. 20
15 Urteil des Bundesgerichts 2C_451/2016 vom 8.7.2016 E. 2.2.5 m.w.H.
16 Urteile des Bundesgerichts 5A_39/2022 vom 28.1.2022 E. 1 und 2; 8C_15/2012 vom 30.4.2012 E. 1; 6B_318/2012 
vom 21.1.2013 E. 1.3
17 Urteile des Bundesgerichts 2C_952/2019 vom 8.5.2020 E. 1.2; 2C_590/2016 vom 23.8.2016 E. 3; 2C_451/2016 vom 
8.7.2016 E. 2.2.5; 6B_318/2012 vom 21.1.2013 E. 1.3 [Bestätigung von 8C_15/2012 vom 30.4.2012 E. 1]

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Argumentation für eine Beschwerdeschrift und die Rechtslage waren ihnen daher bereits aufgrund 
ihrer ausführlichen, 27 Seiten umfassenden Einsprache vom 24. Februar 2017 bekannt (pag. 435 
der Vorakten). Zudem hätten sie auch auf die Argumentation in den Stellungnahmen vom 
31. August 2018 (pag. 739 der Vorakten) und vom 8. Januar 2018 (pag. 639 der Vorakten) 
zurückgreifen können. Ein eingehendes Studium der zahlreichen Baupläne und des umfassenden 
Schriftenwechsels zum Zonenplanverfahren war nicht mehr erforderlich. Den 
Beschwerdeführenden wäre es daher möglich gewesen, innert zwei Tagen eine Laienbeschwerde 
einzureichen, zumal an die Begründung von Laienbeschwerden praxisgemäss keine hohen 
Anforderungen gestellt werden,18 der Untersuchungsgrundsatz gilt (Art. 18 VRPG), die BVD über 
volle Kognition verfügt und Entscheide von Amtes wegen abändern kann, wenn sie erhebliche 
Mängel aufweisen (vgl. Art. 40 Abs. 3 BauG).

Im Übrigen hätte auch eine noch nicht mit dem Fall vertraute Rechtsvertretung eine, wenn auch 
allenfalls knapp gehaltene, fristgerechte Beschwerde innert zwei Tagen einreichen können. 
Einerseits werden Rechtsvertretungen häufig gegen Ende des Fristenlaufs aufgesucht und 
müssen sich rasch in ein neues Rechtsgebiet einlesen und Beschwerden unter Zeitdruck 
verfassen können. Andererseits hätte sich die neu zu mandatierende Rechtsvertretung für die 
Beschwerdeschrift auf die Einsprache vom 24. Februar 2017 stützen können. So hat sich denn 
auch der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden in der Beschwerde vom 5. September 2022 
selbst darauf beschränkt, mehr oder weniger die Argumentation aus der Einsprache zu 
wiederholen. Hinzu kommt, dass rechtliche Ergänzungen auch im Verlauf des 
Rechtsmittelverfahrens noch hätten nachgereicht werden können.19 Ausserdem war auch der 
Umfang des Dossiers nicht aussergewöhnlich hoch und wie bereits ausgeführt, hätten für die 
Argumentation nicht sämtliche Aktenstücke geprüft werden müssen. Insgesamt hätte daher 
zumindest eine knapp gehaltene Beschwerde auch durch eine andere Rechtsvertretung 
fristgerecht eingereicht werden können. Die Beschwerdefrist ist daher nicht wiederherzustellen.

Selbst wenn davon ausgegangen werden müsste, dass aufgrund der Komplexität des Falles eine 
Laienbeschwerde oder eine Substitution des Mandates an einen anderen Rechtsvertreter bis am 
3. August 2022 zu kurzfristig gewesen wäre, hätten die Beschwerdeführenden die 
wiederhergestellte Beschwerdefrist verpasst. Das Hindernis fiel spätestens am 1. August 2022 
durch die Information der Beschwerdeführenden weg. Auch wenn die Beschwerdeführenden erst 
am 2. August 2022 und nicht bereits am 1. August 2022 eine neue Rechtsvertretung hätten 
mandatieren können, hätte die 30-tägige Wiederherstellungsfrist am 2. August 2022 begonnen 
und am 31. August 2022 geendet. Die Beschwerde vom 5. September 2022 wäre daher selbst 
dann verspätet, wenn die Restfrist der ordentlichen Beschwerdefrist ungenügend gewesen wäre. 
Auf die Beschwerde ist nicht einzutreten.

18 Vgl. Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 32 N. 13
19 Vgl. Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 32 N. 21

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3. Kosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie haben die 
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden unter Berücksichtigung des 
geringen Verfahrensaufwands bestimmt auf eine Pauschalgebühr von CHF 800.– (Art. 103 Abs. 2 
VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 und Art. 21 Abs. 1 GebV20). Die Beschwerdeführenden haften 
solidarisch für den gesamten Betrag.

b) Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 3 und 4 VRPG).

III. Entscheid

1. Auf die Beschwerde vom 5. September 2022 wird nicht eingetreten.

2. Die Verfahrenskosten von CHF 800.– werden den Beschwerdeführenden zur Bezahlung 
auferlegt. Die Beschwerdeführenden haften solidarisch für den gesamten Betrag. Eine 
separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt D.________, eingeschrieben
- E.________, eingeschrieben
- Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, per E-Mail

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 
allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in vier Exemplaren einzureichen ist, 
muss einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 
Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 
beizulegen.

20 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21)

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