# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c05004f-4ee5-5a77-a73e-9953acf1262c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-09-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.09.2014 D-3322/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3322-2014_2014-09-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-3322/2014/plo 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  S e p t e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richter Robert Galliker, Richter Gérard Scherrer,    

Gerichtsschreiberin Constance Leisinger. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

und seine Ehefrau   

B._______, geboren (…), 

sowie die gemeinsamen Kinder   

C._______, geboren (…), und 

D._______, geboren (…), 

Afghanistan,   

alle vertreten durch Urs Jehle, Caritas Schweiz,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisung);  

Verfügung des BFM vom 20. Mai 2014 / N (…). 

 

 

D-3322/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden verliessen ihren Heimatstaat Afghanistan ei-

genen Angaben zufolge am 25. August 2010 und reisten über den Iran in 

die Türkei und von dort aus nach Griechenland, wo sie ungefähr zwei 

Jahre lebten. Von Athen aus gelangten sie am 3. Juli 2012 über Frank-

reich in die Schweiz, wo sie am darauffolgenden Tag um Asyl nachsuch-

ten. Am 26. Juli 2012 wurden sie unabhängig voneinander durch das 

BFM summarisch befragt und am 23. April 2014 einlässlich zu ihren Asyl-

gründen angehört.  

Zur Begründung ihres Asylgesuchs machten die Beschwerdeführenden 

im Wesentlichen geltend, sie hätten den grössten Teil ihres Lebens im 

Iran gelebt. Der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsbürger pasch-

tunischer Ethnie, sei in E._______ geboren und habe bis im Alter von un-

gefähr sechs Jahren dort gelebt. Nach dem Regierungswechsel habe er 

mit seiner Familie nach F._______ fliehen müssen, da sein Vater während 

der Najib-Zeit Stellvertreter des Staatsvorsitzenden der Provinz 

G._______ gewesen sei. Die Beschwerdeführerin, eine afghanische 

Staatsbürgerin tadschikischer Ethnie, sei in F._______ geboren und auf-

gewachsen. Sie seien in F._______ Nachbarn gewesen und hätten sich 

im Jahr 2009 religiös trauen lassen. Ungefähr ein halbes Jahr nach der 

Trauung sei die Familie des Beschwerdeführers von der iranischen Re-

gierung ausgewiesen worden. Die inzwischen schwangere Beschwerde-

führerin sei ihrem Mann und seiner Familie gefolgt. Nach der Ausweisung 

hätten sie sich in H._______, wo auch das erste gemeinsame Kind gebo-

ren worden sei, niedergelassen. Sie hätten sich dort während zehn Mona-

ten in einem Haus versteckt gehalten, dies auf Anweisung des Vaters des 

Beschwerdeführers, welcher befürchtet habe, nach wie vor gesucht zu 

werden. Er habe nie viel über seine frühere Arbeit gesprochen, doch von 

seiner Mutter habe der Beschwerdeführer erfahren, dass der Vater ein 

Kommunist und gegen die Mojahedin gewesen sei. Während der Zeit in 

H._______ sei der ehemalige Leibwächter des Vaters die einzige Kon-

taktperson nach aussen gewesen. Vor allem die Beschwerdeführerin ha-

be unter dieser Wohnsituation psychisch sehr gelitten, da sie ihre Familie 

vermisst habe. Nach zehn Monaten seien sie deshalb in der Nacht nach 

I._______ gereist, um die Familie der Beschwerdeführerin zu besuchen. 

Nach zwei Wochen seien sie vom Leibwächter des Vaters angerufen 

worden, welcher ihnen mitgeteilt habe, dass sie vorerst nicht nach 

H._______ zurückkehren könnten. Etwa eine Woche später habe er 

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nochmals angerufen und ihnen mitgeteilt, dass der Vater sowie der Bru-

der des Beschwerdeführers von den Mojahedin geköpft worden seien und 

dass sie nicht mehr nach H._______ zurückkehren könnten. Aus Angst, 

dass Vergeltungsmassnahmen auch sie treffen könnten, hätten sie nach 

diesem Telefonat ihre Flucht vorbereitet und seien ungefähr zwei Wochen 

später aus Afghanistan ausgereist.  

B.  

Mit Verfügung vom 20. Mai 2014 – eröffnet am 21. Mai 2014 – lehnte das 

BFM die Asylgesuche der Beschwerdeführenden ab und ordnete deren 

Wegweisung aus der Schweiz an. Gleichzeitig verfügte es die vorläufige 

Aufnahme der Beschwerdeführenden wegen Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs.  

C.  

Mit Eingabe vom 17. Juni 2014 (Datum der Postaufgabe) erhoben die Be-

schwerdeführenden – handelnd durch ihren Rechtsvertreter – gegen die-

sen Entscheid Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bean-

tragten, die vorinstanzliche Verfügung sei in den Dispositivziffern 1 bis 3 

aufzuheben, ihre Flüchtlingseigenschaft sei anzuerkennen und ihnen sei 

Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Sache zur vollständigen Feststel-

lung des rechtserheblichen Sachverhalts und zur erneuten Entscheidung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der amtlichen 

Rechtsverbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 110a 

Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31).  

Zur Untermauerung ihrer Beschwerde reichten die Beschwerdeführenden 

interne Protokollnotizen ausgestellt von der Hilfswerksvertretung (in Ko-

pie) zu den Akten und belegten ihre Bedürftigkeit mit einer Fürsorgebe-

stätigung ihrer Wohngemeinde. 

D.  

Mit Verfügung vom 24. Juni 2014 stellte die Instruktionsrichterin fest, dass 

die Beschwerdeführenden den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz 

abwarten können, gewährte die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von 

Art. 65 Abs. 1 VwVG, verzichtete entsprechend auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses, ernannte den bisherigen Rechtsvertreter als amtli-

chen Rechtsbeistand im Sinne von Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG und lud 

die Vorinstanz ein, sich innert Frist zur Sache vernehmen zu lassen.  

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Seite 4 

E.  

In seiner Vernehmlassung vom 1. Juli 2014 hielt das BFM vollumfänglich 

an seinen Erwägungen fest.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen ei-

nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerde-

führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

3.1 In der Beschwerde wird geltend gemacht, die Vorinstanz habe ihren 

Entscheid auf einen unvollständig abgeklärten und fehlerhaft festgestell-

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Seite 5 

ten Sachverhalt abgestützt. Diese formelle Rüge ist vorab zu prüfen, da 

diese gegebenenfalls zu einer Kassation der vorinstanzlichen Verfügung 

führen könnte.  

3.2 Gemäss Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG stellt die Asylbehörde den 

Sachverhalt von Amtes wegen fest. Die unrichtige oder unvollständige 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts kann nach Art. 49 Bst. b 

VwVG beziehungsweise Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG gerügt werden. "Un-

richtig" ist die Sachverhaltsfeststellung beispielsweise dann, wenn der 

Verfügung ein aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt 

zugrunde gelegt wurde. "Unvollständig" ist die Sachverhaltsfeststellung, 

wenn die Behörde trotz der geltenden Untersuchungsmaxime den Sach-

verhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt hat, oder nicht alle für den Ent-

scheid wesentlichen Sachumstände berücksichtigt wurden (vgl. dazu 

BENJAMIN SCHINDLER, Art. 49, in: Christoph Auer/Markus Müller, Benjamin 

Schindler, VwVG, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungs-

verfahren, Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 28, S. 676 f.). Ihre Grenze findet 

die Untersuchungspflicht allerdings in der Mitwirkungspflicht des Asylsu-

chenden (vgl. Art. 8 AsylG). 

3.3 In der Beschwerde wird nicht weiter begründet, inwiefern der Sach-

verhalt unvollständig abgeklärt oder fehlerhaft festgestellt worden sein 

soll. Die Anhörung des Beschwerdeführers inklusive Rückübersetzung 

nahm zweieinhalb Stunden in Anspruch, während die Beschwerdeführerin 

eine Stunde lang angehört wurde. Trotz der mithin relativ kurzen Anhö-

rungen, sind keine Anhaltspunkte dafür erkennbar, dass die Vorinstanz 

den Sachverhalt unvollständig oder fehlerhaft erstellt hat. Die Beschwer-

deführenden wurden in der Anhörung unter Hinweis auf ihre Mitwirkungs-

pflicht aufgefordert, ihre Asylgründe darzulegen. Sofern die Schilderun-

gen der Beschwerdeführenden teilweise unsubstantiiert ausgefallen sind, 

kann der Vorinstanz daraus keinen Vorwurf gemacht werden. Die Be-

schwerdeführenden haben denn auch beide unterschriftlich bestätigt, 

dass sie alle relevanten Sachumstände zur Begründung ihres Gesuchs 

geltend machen konnten. Es besteht somit kein Grund, die angefochtene 

Verfügung infolge unvollständiger Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts aufzuheben. Mit Blick auf die in den vorstehenden Erwä-

gungen erfolgte Beurteilung besteht auch auf Beschwerdeebene kein An-

lass, weitere Abklärungen zum Sachverhalt vorzunehmen. Somit liegt 

keine Verletzung der Verfahrensgarantien vor.  

 

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4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden 

(Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Zur Begründung seiner Verfügung führte das BFM im Wesentlichen 

aus, die Vorbringen der Beschwerdeführenden hätten konstruiert gewirkt 

und der Logik des Handelns widersprochen, weshalb sie als unglaubhaft 

einzustufen seien. Es werde bezweifelt, dass der Vater des Beschwerde-

führers tatsächlich die Position des Stellvertreters des Staatsvorsitzenden 

der Provinz G._______ inne gehabt habe, da fraglich sei, wie eine Person 

dieses Amt in einer Provinz bekleiden könne, in welcher sie selbst nicht 

lebe. Es sei sodann nicht ersichtlich, weshalb der Vater des Beschwerde-

führers zusammen mit der Familie wieder freiwillig nach Afghanistan zu-

rückgekehrt und nicht in ein anderes Land weitergereist sei. Dass der Be-

schwerdeführer, obwohl er während zehn Monaten in H._______ gelebt 

und das Haus nie verlassen haben will, nicht in der Lage gewesen sei, zu 

beschreiben, wie er sein Leben in Isolation organisiert und erlebt habe, 

sei nicht nachvollziehbar. Zudem sei fraglich, wie überhaupt jemand habe 

wissen können, dass der Vater mit seiner Familie im besagten Haus ge-

wohnt habe, wenn die Familie das Haus nahezu niemals verlassen habe 

und nur bestimmte Personen zu ihnen nach Hause gekommen seien. 

Ferner sei es nicht erklärbar, weshalb es in einem Zeitraum von zehn 

Monaten zu keinen Vorfällen gekommen sei, es jedoch gerade zwei Wo-

chen nachdem die Beschwerdeführenden nach I._______ gereist seien, 

zur Tötung des Vaters und des Bruders komme. Der Beschwerdeführer 

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habe geltend gemacht, der ehemalige Leibwächter des Vaters habe ihn 

angerufen und über die Tötung des Vaters und des Bruders informiert. Er 

würde nicht wissen, wann, wo, warum und vor allem von wem sein Vater 

und sein Bruder getötet worden seien. Es könne jedoch erwartet werden, 

dass sich die Familienmitglieder über die genauen Umstände des Vorfalls 

informieren und weitere Abklärungen über den konkreten Vorfall treffen 

würden, ohne umgehend mit der Planung ihrer Ausreise zu beginnen. Die 

Beschwerdeführenden hätten die Tötung des Vaters und des Bruders, 

welche das fluchtbegründende Kernvorbringen des Asylgesuchs darstel-

le, nicht mit den dazu geeigneten Dokumenten untermauern können. 

Auch interne Abklärungen in den zur Verfügung stehenden Datenbanken 

hätten den Vorfall weder bestätigen noch widerlegen können. Aus der 

Tatsache, dass das beschriebene Ereignis nirgends dokumentiert sei, 

lasse sich grundsätzlich nicht auf dessen Nichtexistenz schliessen, doch 

seien aufgrund der lückenhaften und teils unglaubhaften Ausführungen 

erhebliche Zweifel an den geltend gemachten Vorbringen entstanden. 

Aufgrund des fehlenden Detailgrads und den wenig differenzierten Aus-

führungen zur Tötung und den Umständen, wie die Beschwerdeführen-

den davon erfahren haben sollen, würden ihre Aussagen den Eindruck 

erwecken, dass sie das Geschilderte nicht selbst erlebt hätten. Zusam-

menfassend könne festgehalten werden, dass die Vorbringen der Be-

schwerdeführenden den Anforderungen an die Glaubhaftmachung ge-

mäss Art. 7 AsylG nicht standhielten, so dass deren Asylrelevanz nicht zu 

prüfen sei. Der Vollständigkeit halber könne – bei Wahrunterstellung – 

festgehalten werden, dass aufgrund der Vorbringen von keiner asylrele-

vanten Verfolgung auszugehen sei, da die Beschwerdeführenden nie 

persönlich bedroht oder angegriffen worden seien. Sämtliche Vorfälle sei-

en auf den Vater gerichtet gewesen, womit es an den gezielt auf die Be-

schwerdeführenden gerichteten Verfolgungsmassnahmen aus den in 

Art. 3 Abs. 1 AsylG genannten Gründen fehle.  

5.2 Die Beschwerdeführenden entgegneten den vorinstanzlichen Ausfüh-

rungen in der Beschwerde, sie hätten ihre Asylgründe glaubhaft darge-

legt. So seien ihre Darstellungen in allen vier Anhörungen detailreich, 

plausibel und nachvollziehbar. Es gebe keine relevanten Widersprüche, 

weder zwischen ihren Aussagen noch zwischen den Befragungen und 

Anhörungen. Sodann werde die Glaubhaftigkeit auch durch die Einschät-

zung der Hilfswerksvertretung, welcher keine Parteistellung zukomme, 

belegt. Ihre Beobachtungen seien als neutrale und unparteiische Ein-

schätzungen zu werten. Sie habe die Vorbringen des Beschwerdeführers 

als substantiiert und glaubwürdig beurteilt. Auch die Aussagen der Be-

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schwerdeführerin seien als sehr glaubhaft angesehen worden. Besondere 

Beachtung hätten die Realkennzeichen in Form von emotionalen Regun-

gen der Beschwerdeführerin, wie ihr Zittern und das Weinen, verdient. 

Die Vorinstanz habe diese Realkennzeichen in ihrem Entscheid weder 

erwähnt noch gewürdigt. Zu ihrer Wegweisung aus dem Iran im Jahr 

2009 sei der Sachverhalt dahingehend zu ergänzen, dass die Familie 

nicht freiwillig nach Afghanistan zurückgekehrt sei, sondern zwangsaus-

gewiesen worden sei. Ihre Aussagen würden durch die der Beschwerde 

beigelegten Berichte gestützt, welche besagen würden, dass die 

Zwangsausschaffungen afghanischer Flüchtlinge aus dem Iran im Jahr 

2007 unter dem iranischen Präsidenten Ahmadinejad begonnen hätten 

und bis heute andauern würden. Vor diesem Hintergrund seien ihre An-

gaben über ihre Zwangsausweisung im Jahr 2009/2010 überaus plausi-

bel. Sie hätten mehrfach dargelegt, dass der Vater ein Patriarch gewesen 

sei, der seinen Familienangehörigen keinen Einblick in die Situation und 

die damit verbundenen Gefahren erlaubt habe. Weshalb der Vater keine 

Weiterreise aus Afghanistan in ein anderes Land organisiert habe, sei ih-

nen daher nicht bekannt. Diese Unkenntnis sei jedoch nicht ihnen anzu-

lasten, da sie aufgezeigt hätten, weshalb sie über diese Umstände weder 

eine besondere Sachkenntnis noch die Entscheidungshoheit gehabt hät-

ten. Betreffend die Position des Vaters des Beschwerdeführers als Stell-

vertreter des Staatsvorsitzenden der Provinz G._______ sei zu beachten, 

dass der Vater in dieser Zeit keinen engen Kontakt zu seinen Kindern ge-

habt habe und sich die Regeln zur Wohnsitzpflicht in der Schweiz nicht 

auf ausländische Staatssysteme übertragen lassen würden. In Afghanis-

tan sei die Bekleidung eines politischen Amtes nicht an den Wohnsitz ge-

bunden. Als Beispiel für die afghanische Freizügigkeit des Wohnsitzes sei 

der bekannte Präsidentschaftskandidat J._______ zu nennen, der eben-

falls in E._______ aufwuchs, obwohl sein Vater Senator in K._______ 

gewesen sei. Obgleich die Vorinstanz den Wahrheitsgehalt dieser Anga-

ben offen lasse, leite sie daraus erste Zweifel ab. Dieses Vorgehen sei 

nicht gerechtfertigt. Der Beschwerdeführer beschreibe seinen zehnmona-

tigen Aufenthalt in H._______ tatsächlich nur in knappen Angaben. Dies 

sei angesichts der Tatsache, dass sie das Haus kaum verlassen hätten 

und der Vater und sein Leibwächter die komplette Organisation dieses 

Aufenthalts übernommen hätten, auch nachvollziehbar. Es sei nicht ihnen 

anzulasten, dass sie nichts über den Mord am Vater und Bruder in Erfah-

rung gebracht hätten, da es ihnen nicht möglich gewesen sei zurückzu-

kehren, ohne sich in Lebensgefahr zu bringen. Im Rahmen einer Ge-

samtwürdigung sei – wie dies auch die Hilfswerksvertretung mache – klar 

von der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen auszugehen. Betreffend die Asyl-

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relevanz der Vorbringen sei der Einschätzung des BFM zu widerspre-

chen. Die Verfolgung der Familie sei mit dem Tod des Vaters und des 

Bruders nicht abgeschlossen. Die Blutrache sei gerade bei der Ethnie der 

Paschtunen, der sie angehören würden, immer noch weit verbreitet. Ihre 

Furcht vor entsprechenden Vergeltungsmassnahmen sei angesichts der 

Tötung des Vaters und des Bruders deshalb begründet im Sinne von 

Art. 3 AsylG. Obgleich die drohende Verfolgung von nichtstaatlichen Ak-

teuren ausgehe, sei die Schutzfähigkeit des afghanischen Staates vorlie-

gend nicht gegeben. Sie hätten mit den Menschenrechtsverletzungen, die 

unter dem Vater des Beschwerdeführers vorgefallen seien, keine Berüh-

rungspunkte, weshalb keine Gründe für einen Ausschluss aus der Flücht-

lingseigenschaft vorliegen würden.  

6.  

6.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend 

substantiiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in 

vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüch-

lich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen 

oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die 

asylsuchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbeson-

dere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder 

verfälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch 

dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch dar-

stellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder un-

begründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder 

die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner im 

Gegensatz zum strikten Beweis ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen 

des Gesuchstellers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, 

wenn das Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber 

überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die 

Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt 

der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspek-

te wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte 

Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Ge-

samtwürdigung, ob die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhalts-

darstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objekti-

vierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2; BVGE 2010/57 

E. 2.3). 

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Seite 10 

6.2 Vorauszuschicken ist, dass – wie dies in den internen Protokollnotizen 

der Hilfswerksvertretung festgehalten ist – die Vorbringen der Beschwer-

deführenden bezüglich ihres Aufenthaltes im Iran bis zur Rückkehr nach 

Afghanistan in den wesentlichen Aspekten als glaubhaft erscheinen. Es 

lassen sich in den betreffenden Aussagen der Beschwerdeführenden 

grundsätzlich keine relevanten Widersprüche erkennen, doch ist festzu-

halten, dass die Aussagen insgesamt vergleichsweise kurz und nicht fun-

diert ausfallen. Eine Überprüfung der Akten ergibt, dass einzelne Vorbrin-

gen vom BFM teilweise zu Unrecht infrage gestellt wurden, respektive die 

Beschwerdeführenden die Erwägungen der Vorinstanz in ihrer Rechtsmit-

teleingabe widerlegen konnten. Gleichzeitig muss aber auch festgehalten 

werden, dass diese Vorbringen den Zeitraum bis zur Rückreise nach Af-

ghanistan im Jahr 2009/2010 betreffen und somit für die Flucht weder 

sachlich noch zeitlich als kausal zu betrachten sind. Sie wurden überdies 

von den Beschwerdeführenden auch nicht als Asylgründe vorgebracht. 

Dennoch wird der Vollständigkeit halber in den folgenden Erwägungen, 

soweit nötig, darauf eingegangen.  

6.3 Wie in der Beschwerdeschrift zutreffend ausgeführt wurde, gaben die 

Beschwerdeführenden ausdrücklich zu Protokoll, dass es sich nicht um 

eine freiwillige Ausreise, sondern um eine Ausweisung aus dem Iran 

durch die iranische Regierung handelte (vgl. Akten BFM A5, F7.01 f.; A6, 

F7.02; A21, F25; A22, F22, F37). Der Beschwerdeführer schildert zudem 

den Ablauf der Ausweisung detailliert und lebensnah, indem er beispiels-

weise angibt, er sei während der Arbeit aufgesucht und später gemein-

sam mit seiner Familie mit einem Bus zur afghanischen Grenze gebracht 

worden. Sein jüngerer Bruder sei zurückgelassen und nicht ausgewiesen 

worden, da er sich zu jener Zeit in einer anderen Provinz als die restliche 

Familie aufgehalten habe (vgl. A5, F7.02). Laut Medienartikeln und Be-

richten von Nichtregierungsorganisationen verfolgt die iranische Regie-

rung seit der Herrschaft des iranischen Präsidenten Ahmadinejad eine 

systematische Wegweisungspolitik afghanischer Flüchtlinge, die bis heute 

andauert. Es kann deshalb nicht automatisch darauf geschlossen wer-

den, die Beschwerdeführenden würden nicht nachvollziehbare Aussagen 

machen, nur weil sie nicht direkt nach der Einführung dieser Wegwei-

sungspolitik, sondern erst im Jahr 2009/2010 nach Afghanistan zurückge-

schafft wurden. Den substantiierten Schilderungen zufolge ist vielmehr 

davon auszugehen, dass sich die Umstände rund um die Rückreise nach 

Afghanistan so zugetragen haben, wie von den Beschwerdeführenden 

angegeben wurde.  

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Seite 11 

6.4 Der Beschwerdeführer hat glaubhaft aufgezeigt, weshalb er über den 

Beruf seines Vaters nicht umfassend Bescheid wusste. Aufgrund seines 

damals kindlichen Alters ist es teilweise nachvollziehbar, dass der Be-

schwerdeführer über die Aktivitäten des Vaters nicht im Bilde war (vgl. 

A21, F17, F60), dennoch mutet es seltsam an, dass der Beschwerdefüh-

rer ausser der exakten Amtsbezeichnung und Pauschalaussagen, wie 

beispielsweise "Wir wissen nicht genau, weil er auch nicht viel über seine 

frühere Arbeit geredet hat. Aber wir wissen, dass er früher die Mojahedins 

tyrannisiert hatte." (vgl. A21, F52), über keine weiteren Details der Tätig-

keiten seines Vaters Bescheid weiss (vgl. A21, F16 ff., F57, F60 ff.) und 

er dieses Unwissen ferner damit begründet, der Vater habe nie über seine 

Arbeit sprechen wollen (vgl. A21, F67). Vorliegend spielt es auch nur eine 

untergeordnete Rolle, welches Amt und welche Stellung in welcher Pro-

vinz der Vater des Beschwerdeführers genau ausgeübt hat, konnte der 

Beschwerdeführer doch nicht vollends überzeugend darlegen, dass der 

Vater das Amt des Stellvertreters des Staatsvorsitzenden der Provinz 

G._______ innegehabt haben soll. Selbst wenn angenommen würde, der 

Vater habe diese Position besetzt, hat dies, wie nachfolgend aufgezeigt 

wird, keine Auswirkungen auf den Asylentscheid. Vor diesem Hintergrund 

verliert das Argument des BFM – es sei nur bedingt nachvollziehbar, wie 

eine Person Stellvertreter des Staatsvorsitzenden in einer Provinz sein 

kann, in welcher sie selbst nicht lebe – an Bedeutung.  

6.5 Wie das BFM zu Recht ausführt, waren die Beschwerdeführenden 

nicht in der Lage, ihren Aufenthalt in H._______ substantiiert zu be-

schreiben. Die Ausführungen erschöpfen sich in vagen Beschreibungen. 

So können sie beispielsweise nicht angeben, warum und vor wem sie 

sich versteckt halten mussten, wer sie mit den nötigsten Lebensmitteln 

versorgt hat und sie können nicht über den Alltag im Haus berichten (vgl. 

A21, F50, F64 ff.; A22, F24 ff.). Ferner erwähnt die Beschwerdeführerin 

auf die Frage, wer alles in diesem Haus gelebt habe, ihr Kind nicht, ob-

wohl gemäss Aussagen der Beschwerdeführenden das Kind in 

H._______ geboren worden sein soll (vgl. A21, F41; A22, F27). Auffallend 

ist, dass sich zudem die Erzählstruktur des Beschwerdeführers in Bezug 

auf seinen Aufenthalt in Afghanistan von derjenigen, welche seinen Auf-

enthalt im Iran betrifft, unterscheidet. Während er bei den Fragen über 

den Aufenthalt im Iran noch Nachfragen stellt, das Haus detailliert be-

schreiben und auch die genaue Adresse bezeichnen kann (vgl. A5, F 

2.02; A21, F34 f.), beantwortet er die Fragen über den Aufenthalt in 

H._______ nur in wenigen Sätzen. Die emotionalen Reaktionen der Be-

schwerdeführerin im Verlauf der Anhörung vermögen die Unglaubhaftig-

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Seite 12 

keitselemente nicht zu relativieren, zumal die Beschwerdeführerin auch 

schon bei der Befragung in einem anderen Zusammenhang geweint hat 

(vgl. A6, F5.02). Die emotionalen Regungen sind vielmehr auf die allge-

mein belastende Situation zurückzuführen, welcher man als asylsuchen-

de Person in einem fremden Land ausgesetzt ist. Somit gelingt es den 

Beschwerdeführenden nicht, das Vorgebrachte in einer Weise zu schil-

dern, als hätten sie dies selbst erlebt. Überdies kommt hinzu, dass bei 

der summarischen Befragung beider Beschwerdeführenden vom 26. Juli 

2012 der zehnmonatige Aufenthalt in H._______ nicht ansatzweise er-

wähnt, sondern erst in der Anhörung zum ersten Mal vorgebracht wurde. 

Somit ist dem BFM beizupflichten, dass die Vorbringen zum zehnmonati-

gen Aufenthalt in einem Haus in H._______ als konstruiert und unglaub-

haft einzustufen sind. 

6.6 Ebenso fallen die Schilderungen rund um die angebliche Tötung in 

wesentlichen Aspekten unsubstantiiert aus. Auch wenn der Telefonanruf 

des Leibwächters, welcher die Todesnachricht übermittelt haben soll, be-

reits fünf Jahre her sein soll, wird er doch sehr ungenau wiedergegeben. 

Die Beschreibung des Moments, wie der Beschwerdeführer von der To-

desnachricht erfahren hat, erfolgt nüchtern und ohne emotionale Regun-

gen (vgl. A21, F46 f., F58). Dies erstaunt umso mehr, will doch der Be-

schwerdeführer sein ganzes Leben lang bis weit ins Erwachsenenalter 

hinein mit seinem Vater unter dem gleichen Dach gelebt haben. Sodann 

lässt auch die Rolle des Leibwächters viele Fragen offen. Es wird nicht 

ersichtlich, inwiefern der Leibwächter in die angebliche Tötung des Vaters 

und des Bruders involviert sein soll (vgl. A21, F51). Es ist unverständlich, 

dass die Todesnachricht einfach hingenommen worden sein soll, ohne ei-

gene Abklärungen getroffen zu haben (vgl. A21, F51). Ferner kann nicht 

geglaubt werden, dass die Enthauptung zweier Personen in einer Gross-

stadt wie H._______ keine Ermittlungen durch die Sicherheitskräfte nach 

sich zieht. Auch wenn Afghanistan im Vergleich zu anderen Staaten über 

weniger rechtsstaatliche Strukturen verfügen mag, handelt es sich zwei-

felsohne nicht um einen rechtslosen Staat, wie das die Beschwerdefüh-

renden darzustellen versuchen. Nach dem Gesagten und vor dem Hin-

tergrund, dass die geltend gemachte Tötung des Vaters und des Bruders 

des Beschwerdeführers sich massgeblich auf die unglaubhaften Aussa-

gen über den Aufenthalt in H._______ stützen, erweist sich die angebli-

che Tötung ebenfalls als unglaubhaft.  

6.7 Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass zwar von 

einer politischen Tätigkeit des Vaters des Beschwerdeführers auszuge-

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Seite 13 

hen ist, wobei jedoch das Amt sowie die Stellung des Vaters innerhalb der 

Gesellschaft unklar bleiben. Den Beschwerdeführenden, die mehrheitlich 

im Iran gelebt haben, gelingt es nicht, glaubhaft darzulegen, was nach 

der Zwangsrückschaffung nach Afghanistan bis zur Ausreise geschehen 

ist. Auch sind der zehnmonatige Aufenthalt in einem Haus in H._______ 

sowie die Enthauptung des Vaters und des Bruders aufgrund der unsub-

stantiierten Ausführungen als unglaubhaft zu bezeichnen. Aus diesen 

Gründen erübrigen sich eine Prüfung der Asylrelevanz der Vorbringen 

und insbesondere weitergehende Ausführungen zur Frage der geltend 

gemachten Furcht vor Reflexverfolgung.  

7.  

Somit ist festzustellen, dass nach einer Gesamtabwägung aller vorge-

brachten Sachverhaltselementen die geltend gemachten Verfolgungs-

gründe den Anforderungen an die Glaubhaftmachung gemäss Art. 7 

AsylG nicht zu genügen vermögen. Das BFM hat somit die Flüchtlingsei-

genschaft der Beschwerdeführenden zu Recht verneint und die Asylge-

suche abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 AsylG). 

8.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrecht-

liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

9.2 Die Beschwerdeführenden wurden mit Verfügung des BFM vom 

20. Mai 2014 vorläufig aufgenommen; die Aufnahme erfolgte wegen Un-

zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Damit sind die beiden anderen 

Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung (Unzu-

lässigkeit und Unmöglichkeit) wegen ihrer alternativen Natur – ist eine 

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Seite 14 

Bedingung erfüllt, ist der Vollzug der Wegweisung undurchführbar – nicht 

mehr zu prüfen. Es erübrigen sich damit praxisgemäss weitere Ausfüh-

rungen zur Frage des Wegweisungsvollzugs. 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

hinsichtlich der angefochtenen Dispositivziffern 1 (Nichterfüllung der 

Flüchtlingseigenschaft), 2 (Abweisung des Asyls) und 3 (Anordnung der 

Wegweisung) Bundesrecht nicht verletzt sowie den rechtserheblichen 

Sachverhalt richtig und vollständig feststellt (Art. 106 AsylG). Sie ist zu 

bestätigen und die Beschwerde abzuweisen. 

11.  

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Be-

schwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da aber ihr Ge-

such um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der amtli-

chen Rechtsverbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 110a 

Abs. 1 Bst. a AsylG mit Zwischenverfügung vom 24. Juni 2014 gutgeheis-

sen wurde, ist auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten 

sowie dem Rechtsvertreter eine Entschädigung auszurichten.  

11.2 In der Beschwerde wird ein zeitlicher Aufwand von 8 Stunden zu ei-

nem Stundenansatz von Fr. 194.– (inkl. Mehrwertsteuer) plus eine Pau-

schale von Fr. 54.– (Auslagenersatz inkl. Mehrwertsteuer) ausgewiesen. 

Der geltend gemachte Zeitaufwand erscheint angemessen. Dem Rechts-

vertreter wird für die unentgeltliche Verbeiständung des Beschwerdefüh-

rers eine Entschädigung von Fr. 1'606.– ausgerichtet (inkl. Mehrwertsteu-

er). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dem Rechtsvertreter wird zu Lasten der Gerichtskasse eine Entschädi-

gung von Fr. 1'606.– (inkl. Mehrwertsteuer) zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Constance Leisinger 

 

 

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