# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e568741-0786-5518-82ae-97d6bafd5fe9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.06.2010 C-1999/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1999-2010_2010-06-11.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1999/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  J u n i  2 0 1 0

Einzelrichter Alberto Meuli, 
Gerichtsschreiber Roger Stalder.

A._______,
vertreten durch B._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Ausgleichskasse SAK,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Rückvergütung von Beiträgen.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1999/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  1958  geborene,  durch  B._______  vertretene  spanische 
Staatsangehöriger A._______ (im Folgenden: Beschwerdeführer)  am 
5. Januar  2010  einen Antrag  auf  Rückvergütung von AHV-Beiträgen 
hat stellen lassen (act. 43 bis 46),

dass  die  Schweizerische Ausgleichskasse  (SAK,  im Folgenden: Vor-
instanz)  mit  Verfügung  vom  11.  Januar  2010  die  beantragte  Rück-
erstattung  abgewiesen  hat  mit  der  Begründung,  der  Gesuchsteller 
habe  als  spanischer  Staatsangehöriger  keinen  Anspruch  auf  die 
Rückerstattung von Beiträgen (act. 47 bis 48),

dass  der  Beschwerdeführer  hiergegen  mit  undatierter  Eingabe  hat 
Einsprache erheben und die Aufhebung der Verfügung vom 15. Januar 
2010 (recte: 11. Januar 2010) beantragen lassen (act. 79 und 80),

dass die Vorinstanz mit Entscheid vom 22. März 2010 die Einsprache 
abgewiesen hat (act. 119 und 120),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  den  Ein-
spracheentscheid vom 22. März 2010 am 29. März 2010 (Datum des 
Poststempels) beim Bundesverwaltungsgericht hat anfechten und die 
Aufhebung dieses Entscheids beantragen lassen (act. im Beschwerde-
verfahren [im Folgenden: B-act.] 1),

dass  die  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  vom 10. Mai  2010  die 
Abweisung der Beschwerde beantragt hat (B-act. 7),

dass der Beschwerdeführer im Rahmen der Replik vom 21. Mai 2010 
zahlreiche Akten insbesondere der IV-Stelle des Kantons Luzern sowie 
der  Schweizerischen  Unfallversicherungsanstalt  hat  einreichen  und 
sich zur Abweisung der beantragten Rückerstattung nicht explizit hat 
vernehmen lassen (B-act. 9),

dass  dem  Bundesverwaltungsgericht  am  26.  Mai  2010  und  7.  Juni 
2010 weitere Akten des Beschwerdeführers zugegangen sind (B-act. 
10 und 11),

dass  gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. De-

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zember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021) 
beurteilt, sofern keine Ausnahme – wie vorliegend – nach Art.  32 VGG 
vorliegt, und als Vorinstanzen die in Art. 33 VGG genannten Behörden 
gelten,

dass das VwVG in Anwendung von Art. 3 lit. dbis keine Anwendung in 
Sozialversicherungsrechtssachen  findet,  soweit  das  Bundesgesetz 
vom  6. Oktober  2000  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialver-
sicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist, und gemäss Art. 1 
Abs. 1 AHVG die Bestimmungen des ATSG auf die im ersten Teil ge-
regelte  Alters-  und  Hinterlassenenversicherung  anwendbar  sind, 
soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vor-
sieht,

dass der Beschwerdeführer durch den angefochtenen Einspracheent-
scheid  berührt  ist  und ein  schutzwürdiges Interesse an dessen Auf-
hebung  oder  Änderung  hat,  so  dass  die  Beschwerdelegitimation  im 
Sinne von Art. 59 ATSG gegeben ist,

dass die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht (Art.  60 Abs. 1 
ATSG  und  Art. 52  Abs. 1  VwVG)  eingereicht  worden  war,  weshalb 
darauf einzutreten ist,

dass  in  zeitlicher  Hinsicht  grundsätzlich  diejenigen  materiellen 
Rechtssätze massgebend sind,  die bei der Erfüllung des zu Rechts-
folgen führenden Tatbestandes Geltung hatten (BGE 130 V 445, 127 V 
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b),

dass  der  Beschwerdeführer  Staatsangehöriger  eines  Mitgliedstaates 
der Europäischen Union ist, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in 
Kraft  getretene  Abkommen  vom  21.  Juni  1999  zwischen  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen 
Gemeinschaft  und  ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  über  die  Frei-
zügigkeit  (Freizügigkeitsabkommen,  FZA,  SR  0.142.112.681),  ins-
besondere dessen Anhang II, der die Koordinierung der Systeme der 
sozialen Sicherheit regelt, anwendbar ist,

dass  das  Freizügigkeitsabkommen  die  verschiedenen  bis  dahin 
geltenden  zwischenstaatlichen  Abkommen zwischen  der  Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft und den einzelnen Mitgliedstaaten der Euro-
päischen  Union  insoweit  aussetzt,  als  darin  derselbe  Sachbereich 
geregelt wird (Art. 20 FZA),

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dass gemäss Art. 8 Bst. a FZA die Systeme der sozialen Sicherheit 
koordiniert werden, um insbesondere die Gleichbehandlung aller Mit-
glieder der Vertragsstaaten zu gewährleisten,

dass nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates 
vom 14. Juni 1971 (SR 0.831.109.268.1) die Personen, die im Gebiet  
eines  Mitgliedstaates  wohnen,  für  die  diese  Verordnung  gilt,  die 
gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines 
Mitgliedstaates  haben  wie  die  Staatsangehörigen  dieses  Staates 
selbst,  soweit  besondere  Bestimmungen  dieser  Verordnung  nichts 
anderes vorsehen,

dass sich demnach vorliegend der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf  Rückerstattung  von  AHV-Beiträgen  nach  dem  schweizerischen 
Recht, insbesondere dem AHVG, richtet,

dass nach Art. 18 Abs. 3 AHVG und Art. 1 Abs. 1 der Verordnung vom 
29. November  1995 über  die  Rückvergütung der  von Ausländern an 
die  Alters-  und  Hinterlassenenversicherung  bezahlten  Beiträge  (RV-
AHV;  SR  831.131.12)  Ausländern,  die  ihren  Wohnsitz  im  Ausland 
haben  und  mit  deren  Heimatstaat  keine  zwischenstaatliche  Verein-
barung  besteht,  die  bezahlten  AHV-Beiträge  rückvergütet  werden 
können,  sofern  diese  gesamthaft  während  mindestens  eines  vollen 
Jahres geleistet worden sind und keinen Rentenanspruch begründen,

dass  im  Hinblick  darauf,  dass  auf  den  Beschwerdeführer  das  Ab-
kommen vom 13. Oktober  1969  zwischen  der  Schweizerischen  Eid-
genossenschaft  und  Spanien  über  Soziale  Sicherheit  (mit 
Schlussprotokoll)  vom 13. Oktober 1969 (SR 0.831.109.332.2; in der 
Fassung  des  am 11.  Juni  1982  abgeschlossenen,  am  1.  November 
1983 in Kraft getretenen Zusatzabkommens) anwendbar ist und mithin 
eine zwischenstaatliche Vereinbarung besteht, 

dass  im  vorliegenden  Fall  eine  Beitragsrückerstattung  bereits  aus 
diesem  Grund  entfällt  (vgl.  Urteil  des  Eidgenössischen  Ver-
sicherungsgerichts  [EVG,  seit  1.  Januar  2007:  Bundesgericht]  H 
101/99 vom 18. Februar 2000, E. 3 mit Hinweisen),

dass  sich  dem  anwendbaren  Abkommen  mit  Spanien  und  der  Ver-
ordnung  (EWG)  Nr.  1408/71  keine  Rechtsgrundlage  für  eine  Rück-
erstattung entnehmen lässt,

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dass  sich  unter  diesen  Umständen  der  Einspracheentscheid  vom 
22. März  2010 als  rechtens erweist,  weshalb  die dagegen erhobene 
Beschwerde,  da  offensichtlich  unbegründet,  im  einzelrichterlichen 
Verfahren abzuweisen ist  (Art. 85bis Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung 
[AHVG, SR 831.10]),

dass  das  Verfahren  für  die  Parteien  kostenlos  ist  (Art.  85bis Abs.  2 
AHVG), weshalb keine Verfahrenskosten zu erheben sind,

dass  bei  diesem Verfahrensausgang  weder  dem unterliegenden  Be-
schwerdeführer  noch  der  Vorinstanz  eine  Parteientschädigung  zu 
sprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG [e contrario] i.V.m. Art. 7 Abs. 1 [e 
contrario] und Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und es wird keine Partei-
entschädigung gesprochen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ________________)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

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Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Alberto Meuli Roger Stalder

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht, Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern, Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und 
hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und 
die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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