# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f0e1750a-7b4c-5a7b-a727-2280980425bc
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 07.12.2017 RU170049
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RU170049_2017-12-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: RU170049-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichter 

Dr. H.A. Müller und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichtsschrei-

ber lic. iur. A. Baumgartner 

Beschluss vom 7. Dezember 2017 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Kläger und Beschwerdeführer 

 

gegen 

 
B._____ AG,  

Beklagte und Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Forderung 
 
Beschwerde gegen eine Verfügung des Friedensrichteramtes der Stadt  
Zürich, Kreise 1 + 2, vom 18. August 2017 (GV.2017.00273 / SB.2017.00337) 

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Erwägungen: 

1. a) Die Parteien standen vor Friedensrichteramt der Stadt Zürich, Kreise 1 

+ 2, in einer Streitigkeit betreffend Auskunftserteilung gemäss Art. 8 DSG. Mit 

Eingabe vom 20. Juli 2017 teilte der Kläger und Beschwerdeführer (fortan Kläger) 

dem Friedensrichteramt mit, dass das Verfahren gegenstandlos geworden sei, da 

die Auskunft erteilt worden sei. Betreffend die Kosten beantragte er, dass diese 

der Beklagten und Beschwerdegegnerin (fortan Beklagte) aufzuerlegen seien, so-

fern Kosten entstanden sein sollten (Urk. 9 S. 1). Die Friedensrichterin verfügte in 

der Folge am 18. August 2017 das Folgende (Urk. 18 S. 2): 

" 1. Das Verfahren wird abgeschrieben als durch vorbehaltlosen Rück-
zug des Schlichtungsgesuchs erledigt. 

 2. Die Gerichtsgebühr wird auf CHF 80.00 festgesetzt. 

 3. Die Kosten werden der klagenden Partei auferlegt. 
 4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien gegen Empfangsbestätigung. 

 5. Dieser vorbehaltlose Klagerückzug hat die Wirkung eines rechts-
kräftigen Entscheids (Art. 208 Abs. 2 ZPO). Die Revision gemäss 
Art. 328 ff. ZPO kann verlangt werden, wenn geltend gemacht wird, 
dass der vorbehaltlose Klagerückzug unwirksam ist. Das Revisi-
onsgesuch ist innert 90 Tagen seit Entdeckung des Revisionsgrun-
des im Doppel beim Friedensrichteramt der Stadt Zürich Kreise 1 
und 2, Postfach 1700, 8027 Zürich einzureichen. In der Revisions-
schrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Ur-
kunden sind im Doppel und mit zweifachem Verzeichnis beizule-
gen. 

  Die Regelung der Gerichtskosten und der Parteientschädigung so-
wie der Entscheid zur Abschreibung des Verfahrens können innert 
30 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage die-
ses Entscheids beim Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammer, 
Postfach 2401, 8021 Zürich, mit Beschwerde angefochten werden. 
In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu be-
gründen. Allfällige Urkunden sind im Doppel und mit zweifachem 
Verzeichnis beizulegen." 
 

 b) Innert Frist erhob der Kläger mit Eingabe vom 21. August 2017 gegen die 

ihm in der vorgenannten Verfügung auferlegten Kosten von Fr. 80.– hierorts Be-

schwerde mit dem Antrag, die Kosten des Schlichtungsverfahrens seien der Be-

klagten aufzuerlegen oder auf die Staatskasse zu nehmen (Urk. 17). 

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 Mit Verfügung vom 6. September 2017 wurde der Beklagten Frist angesetzt, 

um die Beschwerde zu beantworten (Urk. 20). Innert Frist beantwortete die Be-

klagte mit Eingabe vom 6. Oktober 2017 die Beschwerde mit dem Antrag, diese 

sei vollumfänglich abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüg-

lich 8 % Mehrwertsteuer) zulasten des Klägers (Urk. 23 S. 2). 

2. a) Der Kläger führt in seiner Beschwerdeschrift zusammengefasst aus, er 

habe in seinem Schreiben an das Friedensrichteramt vom 20. Juli 2017 das Ver-

fahren nicht zurückgezogen. Er habe das Friedensrichteramt vielmehr darüber in-

formiert, dass die Beklagte dem Auskunftsbegehren nun nachgekommen sei und 

der Fall somit gegenstandslos geworden sei. Gleichzeitig habe er den Antrag ge-

stellt, sofern Kosten in diesem Verfahren entstehen sollten, seien diese der Be-

klagten aufzuerlegen. Denn schliesslich habe sich die Beklagte nicht an die Frist 

gehalten und erst nach der Einleitung der Klage Anstalten dazu gemacht, sein 

Auskunftsbegehren zu beantworten. Da das Friedensrichteramt sein Begehren 

erst gar nicht beantwortet habe und da die Beklagte das Verfahren ausgelöst ha-

be, sei er der Ansicht, dass die Beklagte auch die Kosten zu tragen habe 

(Urk. 17). 

b) Die Beklagte führte in ihrer Beschwerdeantwort hierzu zusammengefasst 

aus, sie habe das Auskunftsbegehren des Klägers am 23. Mai 2017 erhalten. Sie 

– vertreten durch die B1._____ AG – habe daraufhin dem Kläger innert der von 

diesem mit Schreiben vom 22. Mai 2017 angesetzten 30-tägigen Frist mit Schrei-

ben vom 23. (recte: 22.) Juni 2017 mitgeteilt, dass wegen anderer unaufschiebba-

rer Arbeiten die von ihm gewünschte Auskunft erst bis Mitte Juli 2017 erteilt wer-

den könnte. Dabei habe sie den Kläger explizit auf Art. 1 Abs. 4 der Verordnung 

zum Bundesgesetz über den Datenschutz hingewiesen, wonach der Inhaber der 

Datensammlung das Recht habe, das Begehren innert einer verlängerten Frist 

mitzuteilen, falls es ihm nicht möglich sei, das Begehren innert der auferlegten 30-

tägigen Frist zu beantworten. Der Kläger seinerseits habe – sich über das ihr ge-

setzlich zustehende Recht, das Auskunftsbegehren innert einer verlängerten Frist 

zu beantworten, hinwegsetzend – gleichentags am 23. Juni 2017 ein Schlich-

tungsbegehren beim zuständigen Friedensrichteramt der Stadt Zürich eingeleitet. 

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Wie im Schreiben vom 23. Mai (recte: 22. Juni) 2017 angekündigt, habe sie, wie-

derum vertreten durch die B1._____ AG, in der Folge das Auskunftsbegehren des 

Klägers mit Schreiben vom 14. Juli 2017, mithin also innert der mitgeteilten ver-

längerten Frist von Mitte Juli 2017, beantwortet. Zudem habe sie dies ordnungs-

gemäss dem zuständigen Friedensrichteramt der Stadt Zürich mitgeteilt. Das 

Schreiben vom 14. Juli 2017 habe dem Kläger unter der von ihm angegebenen 

Adresse nicht zugestellt werden können, weshalb sie ihm das besagte Schreiben 

zusätzlich mit E-Mail vom 20. Juli 2017 zugestellt habe. Daraufhin habe der Klä-

ger, wie er in seiner Beschwerde vom 21. August 2017 selbst festgehalten habe, 

gleichentags sein Schlichtungsgesuch zurückgezogen. Es werde demnach be-

stritten, dass sie sich nicht an die Frist zur Beantwortung des Auskunftsbegehrens 

gehalten habe. Die Klage an das zuständige Friedensrichteramt habe der Kläger 

selbst verschuldet, indem er die ihm durch sie rechtzeitig mitgeteilte verlängerte 

Frist nicht abgewartet habe. Die Kosten der Schlichtungsbehörde seien daher 

dem Kläger entgegen seiner Ansicht zu Recht auferlegt worden (Urk. 23 S. 3 ff.). 

c) Die Friedensrichterin führte als Begründung ihrer Verfügung einzig aus, 

dass der Kläger mit Schreiben vom 20. Juli 2017 die Klage vorbehaltlos zurück-

gezogen habe (Urk. 18 S. 1). 

3. a) Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt insbesondere, dass die 

Gerichte die rechtserheblichen Vorbringen der Parteien anhören und bei der Ent-

scheidfindung berücksichtigen. Damit sich die Parteien ein Bild über die Erwä-

gungen des Gerichts machen können, ist sein Entscheid zu begründen. Die Be-

gründung muss kurz die Überlegungen nennen, von denen sich das Gericht hat 

leiten lassen und auf die sich sein Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist hingegen, 

dass sich der Entscheid mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt 

und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Es genügt, wenn der Ent-

scheid gegebenenfalls sachgerecht angefochten werden kann (BGer 

4A_453/2016 vom 16. Februar 2017, E. 2.3 m.w.H.). 

b) Die Friedensrichterin liess die von ihr verfügte Auferlegung der Gerichts-

gebühr unbegründet (Urk. 18). Somit gehen aus der angefochtenen Verfügung die 

konkreten Überlegungen nicht hervor, von denen sie sich hat leiten lassen und 

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auf die sie diesbezüglich ihren Entscheid stützt. Dadurch hat sie das rechtliche 

Gehör der Parteien verletzt. Dem Kläger war es somit nicht möglich, die durch die 

Friedensrichterin festgesetzte Kostenfolge sachgerecht anzufechten. Eine Heilung 

der Verletzung des rechtlichen Gehörs im Beschwerdeverfahren ist ausgeschlos-

sen, da auch die Rechtsmittelinstanz nicht weiss, von welchen Motiven sich die 

Friedensrichterin hat leiten lassen, als sie dem Kläger die Kosten auferlegte. So 

kann zwar angenommen werden, dass sie sich bei der Auferlegung der Kosten 

auf Art. 106 Abs. 1 ZPO hat stützen wollen, da sie von einem vorbehaltlosen Kla-

gerückzug seitens des Klägers ausgegangen ist (Urk. 18 S. 1). So gilt bei Klage-

rückzug die klagende Partei als unterliegend (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Hingegen 

könnte auch in einem solchen Fall die Anwendung von Art. 107 ZPO in Betracht 

gezogen werden. Dies namentlich dann, wenn eine Partei den Abstand ausdrück-

lich unter Vorbehalt der Kostenregelung erklärt hat (BK ZPO-Sterchi, Art. 106 

N 5). Genau dies hat der Kläger getan, als er in seiner Eingabe vom 20. Juli 2017 

an die Friedensrichterin beantragte, die Kosten seien der Beklagten aufzuerlegen, 

da diese bis Fristende keine Antwort erteilt hätte (Urk. 9). Da der Kläger in seiner 

Beschwerdeschrift ausführte, das Friedensrichteramt habe sein Begehren erst gar 

nicht beantwortet, ist davon auszugehen, dass er die Verletzung des rechtlichen 

Gehörs durch die Friedensrichterin rügt. Es ist deshalb die Dispositivziffer 3 der 

angefochtenen Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung der 

Kostenfolge an das Friedensrichteramt Zürich, Kreise 1 + 2, zurückzuweisen. 

 4. Umständehalber wird auf die Erhebung von Gerichtskosten für das Be-

schwerdeverfahren verzichtet. Auch wenn das Friedensrichteramt der Stadt  

Zürich, Kreise 1 +2, das rechtliche Gehör verletzt hat, besteht in einem Fall wie 

dem vorliegenden, in welchem die Stadt Zürich selber nicht unterliegende Pro-

zesspartei ist, keine Rechtsgrundlage für die Zusprechung einer Parteientschädi-

gung für das Beschwerdeverfahren an die Parteien. Im Übrigen sind beide Partei-

en nicht berufsmässig vertreten und ein begründeter Fall für eine Umtriebsent-

schädigung im Sinne von Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO wurde nicht dargetan.  

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Es wird beschlossen: 

1. Dispositivziffer 3 der Verfügung des Friedensrichteramtes der Stadt Zürich, 

Kreise 1 + 2, vom 18. August 2017 wird aufgehoben und die Sache zu neuer 

Entscheidung der Kostenfolge im Sinne der Erwägungen an das Friedens-

richteramt zurückgewiesen. 

2. Es werden für das Beschwerdeverfahren keine Kosten erhoben. 

3. Es werden für das Beschwerdeverfahren keine Parteientschädigungen zu-

gesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien gegen Empfangsschein, an den Kläger 

unter Beilage je einer Kopie der Urk. 23, 24 und 25/1-9, sowie an das Frie-

densrichteramt der Stadt Zürich, Kreise 1 + 2, unter Beilage der erst- und 

zweitinstanzlichen Akten. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. 

Es handelt sich in der Hauptsache um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
Zürich, 7. Dezember 2017 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
Der Gerichtsschreiber: 

 
 
 

lic. iur. A. Baumgartner 

versandt am:  
mc 

	Beschluss vom 7. Dezember 2017
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Dispositivziffer 3 der Verfügung des Friedensrichteramtes der Stadt Zürich, Kreise 1 + 2, vom 18. August 2017 wird aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung der Kostenfolge im Sinne der Erwägungen an das Friedensrichteramt zurückgewiesen.
	2. Es werden für das Beschwerdeverfahren keine Kosten erhoben.
	3. Es werden für das Beschwerdeverfahren keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien gegen Empfangsschein, an den Kläger unter Beilage je einer Kopie der Urk. 23, 24 und 25/1-9, sowie an das Friedensrichteramt der Stadt Zürich, Kreise 1 + 2, unter Beilage der erst- und zweitinstanzlichen Akten.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...
	Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG.