# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fc0a0aa1-7fc8-5bde-a129-0aea110fec69
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.09.2010 D-1532/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1532-2009_2010-09-09.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1532/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Thomas Wespi, 
mit Zustimmung von Richter François Badoud,
Gerichtsschreiberin Anna Kühler.

A._______, geboren B._______,
Kamerun,
vertreten durch lic. iur. François Boillat, Rechtsanwalt, 
(...),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Familienzusammenführung; 
Verfügung des BFM vom 13. Februar 2009 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1532/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die Beschwerdeführerin am 30. August 2006 in der Schweiz um 
Asyl nachsuchte,

dass das BFM mit Verfügung vom 29. August 2008 feststellte, dass die 
Beschwerdeführerin  die Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art.  3  Abs. 1 
und 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) erfülle, 
und ihr daher in der Schweiz Asyl gewährte, 

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 6. November 2008 um 
eine  Einreisebewilligung  für  ihren  Neffen  C._______,  geboren 
10. Januar 1992, zwecks Familienzusammenführung beziehungsweise 
Einbezugs in ihre Flüchtlingseigenschaft ersuchte, 

dass sie dazu diverse Dokumente zu den Akten reichte, unter ande-
rem  Kopien  von  zwei  E-Mails  von  D._______  vom  8. Januar  2009 
beziehungsweise vom 5. August 2008, vier Kopien von Auszügen der 
Western  Union,  zwei  Kopien  von  Dokumenten  der  E._______,  eine 
Kopie der Geburtsurkunde von C._______, ein „Certificat de Genre de 
Mort“ vom 23. März 2006 und ein „Certificat de Déces“ vom 23. März 
2006,  beide  betreffend  F._______,  die  Zwillingsschwester  gleichen 
Namens der Beschwerdeführerin,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom 13.  Februar  2009  –  eröffnet  am 
16. Februar 2009 – die Einreise in die Schweiz nicht bewilligte und das 
Gesuch um Familiennachzug von C._______ ablehnte, 

dass das BFM zur Begründung des ablehnenden Entscheids anführte, 
es könne nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdefüh-
rerin vor ihrer Ausreise mit ihrem Neffen in einem gemeinsamen Haus-
halt gelebt habe, was praxisgemäss eine Voraussetzung für die Einrei-
sebewilligung beziehungsweise die Gewährung des Familienasyls ge-
stützt auf Art. 51 AsylG sei, 

dass  die  Beschwerdeführerin  selber  angeführt  habe,  ihr  Neffe  habe 
vorerst bei einer Freundin ihrer verstorbenen Schwester gelebt, da sie 
durch  ihre  beruflichen  Aktivitäten  beansprucht  gewesen  sei,  und  er 
sich daher lediglich an den Wochenenden sowie während der Ferien 
bei ihr aufgehalten habe, 

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dass ihr  Neffe später durch einen inzwischen verstorbenen Vormund 
betreut worden sei  und sich der Freund des verstorbenen Vormunds 
ihres Neffen nun um diesen kümmere, 

dass im Übrigen festzuhalten sei, dass die Beschwerdeführerin ihren 
Neffen im Rahmen ihres Asylverfahrens nie erwähnt habe und sie dies 
damit erkläre, dass sie damals noch unter Schock gestanden habe, 

dass  eine solche Erklärung  indessen nicht  plausibel  erscheine,  falls 
die Beschwerdeführerin mit ihrem Neffen tatsächlich eine Familienein-
heit im Sinne der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts gebildet hät-
te, 

dass ferner Umstände, die sie daran gehindert hätten, mit ihrem Nef -
fen in einem gemeinsamen Haushalt zu leben, im Sinne der erwähnten 
Rechtsprechung unbeachtlich seien, 

dass  schliesslich  auch  keine  Anhaltspunkte  für  das  Bestehen  eines 
besonderen Abhängigkeitsverhältnisses im Sinne von Art.  51  Abs. 2 
AsylG vorliegen würden, zumal sich der Freund des verstorbenen Vor-
mundes um ihren Neffen kümmere, 

dass der Umstand, wonach im Heimatland prekäre Lebensbedingun-
gen herrschten, für die Zulassung zum Familiennachzug nicht genüge, 

dass  es  dem Beschwerdeführer  indessen  frei  stehe,  gegebenenfalls 
bei einer Auslandvertretung der Schweiz ein Asylgesuch zu stellen, 

dass es sich unter diesen Umständen nicht rechtfertige, ihrem Neffen 
Asyl  zu  gewähren,  und  das  Gesuch  um  Familienzusammenführung 
(Art. 51 Abs. 1 und 2 AsylG) demzufolge abzuweisen sei, 

dass die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter mit französi-
scher Eingabe vom 10. März 2009 gegen diesen Entscheid beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde  erhob  und  beantragte,  die  Verfü-
gung  des  BFM  vom  13.  Februar  2009  sei  aufzuheben,  es  sei 
C._______  das  Familienasyl  im  Sinne  von  Art.  51  Abs. 1  AsylG  zu 
gewähren, eventualiter sei ihm das Familienasyl gemäss Art.  51 Abs. 2 
AsylG zu gewähren, es sei ihm die Einreise in die Schweiz zu bewil-
ligen und es sei die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art.  65 
Abs. 1 und 2  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren, 

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dass der Beschwerde zahlreiche – zum Teil bereits im vorinstanzlichen 
Verfahren eingereichte – Dokumente beigelegt wurden, insbesondere 
eine  Information  der  Vertrauensärztin  des  Ambulatoriums  für  Folter- 
und Kriegsopfer SRK vom 24. September 2007, wonach die Beschwer-
deführerin an Wiedererleben, Albträumen, sozialer Isolation, Konzent-
rationsschwierigkeiten und Hassgefühlen leide, 

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 3. Juli 2009 einen sie 
betreffenden,  im  „Infoletter  des  Ambulatoriums  für  Folter-  und 
Kriegsopfer SRK“ (...) erschienen Artikel einreichen liess,

dass die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 2. Oktober 2009 Aus-
kunft  betreffend  den  Verfahrensstand  erbat  und  mit  Schreiben  vom 
9. Oktober 2009 unter Beilage von weiteren Dokumenten darlegte, sie 
sei nach wie vor unterstützungsbedürftig,

dass der Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts den Ent-
scheid über die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Verfügung vom 13. Oktober 2009 auf ei-
nen späteren Zeitpunkt verschob, das Gesuch um Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG abwies, 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtete und anordnete, 
das Beschwerdeverfahren werde in deutscher Sprache geführt, 

dass  das  BFM  der  Beschwerdeführerin  mit  Schreiben  vom 14.  Mai 
2010  auf  deren  Eingabe  an  die  Vorsteherin  des  Eidgenössischen 
Justiz- und Polizeidepartementes mitteilte, das Bundesverwaltungsge-
richt sei zuständig für die definitive Behandlung des Gesuches um Fa-
milienzusammenführung, 

dass  das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM 
entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichts-
gesetzes  vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 

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beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art.  52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  das  BFM  die  ablehnende  Verfügung  im  Wesentlichen  damit 
begründete, die Beschwerdeführerin habe vor ihrer Ausreise nicht mit 
ihrem Neffen in einem gemeinsamen Haushalt gelebt, 

dass  die  Beschwerdeführerin  der  vorinstanzlichen  Würdigung entge-
genhält, sie habe ihren Neffen nach dessen Geburt bei sich aufgenom-
men, da die leibliche Mutter, die Zwillingsschwester der Beschwerde-
führerin, ihn verlassen habe, 

dass sie ihren Neffen selber aufgezogen habe, bis er zwölf Jahre alt 
gewesen sei (2004), ihn wie einen eigenen Sohn betrachte und eine 
starke Bindung zu ihm habe, 

dass ihre Schwester im Jahr 2004 entschieden habe, nach U._______ 
auszuwandern,  was  zu  einem  grossen  Streit  zwischen  den  beiden 
Schwestern  geführt  habe,  da  die  Beschwerdeführerin  diesen  Ent-
scheid nicht gutgeheissen habe, 

dass  die  Schwester  der  Beschwerdeführerin  aufgrund dieses Streits 
entschieden habe, ihren Sohn einem Freund anzuvertrauen, sich an-

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schliessend nach U._______ begeben habe und im März 2006 nach 
Kamerun zurückgekehrt sei, wo sie einige Zeit später an Tuberkulose 
gestorben sei, 

dass sich die Beschwerdeführerin bis zu ihrer Flucht aus Kamerun und 
trotz der erzwungenen Trennung regelmässig um ihren Neffen geküm-
mert und sie für ihn wie eine Mutter gesorgt habe, wobei sie sich ins-
besondere um seine Einschulung, seine Kleidung und seinen Unterhalt 
gekümmert habe, 

dass der Neffe der Beschwerdeführerin jedes Wochenende, seine ge-
samte Freizeit und alle Ferien bei ihr verbracht habe, 

dass die Beschwerdeführerin auch nach ihrer Einreise in die Schweiz 
sich stets nach ihrem Neffen erkundigt und ihm Geld gesendet habe, 
wann immer dies möglich gewesen sei, 

dass sie an der Befragung und der Anhörung deshalb nicht von ihrem 
Neffen  gesprochen  habe,  weil  sie  sich  einerseits  darauf  beschränkt 
habe, auf die Fragen zu antworten, die ihr gestellt worden seien, und 
weil sie andererseits unter dem Eindruck der schrecklichen Erlebnisse 
in Kamerun noch unter Schock gestanden habe, 

dass  es  angesichts  dessen,  dass  ihre  eigenen  Kinder  umgebracht 
worden seien, dass sie gefoltert worden sei und aus ihrer Heimat habe 
fliehen müssen, verständlich sei, dass sie nicht genau wisse, wann sie 
was sagen solle, zumal das Leben in der Schweiz ganz anders sei als 
dasjenige in ihrer Heimat, 

dass ihr Neffe die einzige familiäre Bindung sei, welche ihr noch bleibe 
und sie ihn als ihren eigenen Sohn betrachte, was auch nicht weiter 
erstaune, da sie ihn ja alleine aufgezogen habe, 

dass ihr Neffe alleine in einer Kirche und in ständiger Furcht lebe, dass 
die Angreifer der Beschwerdeführerin ihn entdecken würden, weshalb 
es ihm sehr schlecht gehe, 

dass die Person, welcher ihr Neffe anvertraut worden sei, verstorben 
sei und sich nun D._______, ein Freund der Beschwerdeführerin, um 
ihn kümmere, 

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dass  diese  Situation  aber  nur  ein  Provisorium  sei  und  D._______ 
ratlos, müde und nicht mehr gewillt sei, für ihren Neffen zu sorgen, 

dass ihr  Neffe physisch und psychisch angegriffen sei,  bereits einen 
Selbstmordversuch hinter sich habe und dringend Hilfe benötige, wel-
che ihm nur die Beschwerdeführerin zukommen lassen könne, 

dass  vorliegend  nicht  die  formal-juristische  Betrachtungsweise  aus-
schlaggebend sei, sondern im Sinne einer Gesamtsicht dem Umstand 
Rechnung zu tragen sei, dass die Beschwerdeführerin für ihren Neffen 
wie eine Mutter gesorgt habe und sie diesem sehr nahe stehe, auch 
wenn sie nicht seine biologische Mutter sei, 

dass  die  juristische  Qualifikation  der  Familienbeziehungen  demnach 
nicht ausreiche, um der Situation Genüge zu tun, 

dass demnach der Neffe faktisch wie der Sohn der Beschwerdeführe-
rin zu qualifizieren sei, zumal seine biologische Mutter verstorben sei, 

dass zudem keine besonderen Umstände gegen die Familienzusam-
menführung respektive Einreisebewilligung sprechen würden, so dass 
alle Voraussetzungen der Bestimmung von Art. 51 Abs. 1 AsylG erfüllt 
seien, 

dass C._______, falls er nicht  wie ein Sohn der Beschwerdeführerin 
angesehen werde, Familienasyl im Sinne von Art. 51 Abs. 2 AsylG zu 
gewähren sei, 

dass die Beschwerdeführerin bis 2004 mit ihrem Neffen zusammen ge-
wohnt habe, sich auch danach noch „sehr oft“ um ihn gekümmert habe 
und sie nur durch die Flucht von ihm getrennt worden sei, 

dass die Situation für ihren Neffen, wie erwähnt, sehr ernst sei, er un-
mittelbarer Gefahr ausgesetzt sei und ihre Unterstützung aus der Fer-
ne nicht mehr ausreiche, 

dass sie die einzige Person sei,  die ihrem Neffen zum jetzigen Zeit-
punkt helfen könne, und seine Einreise in die Schweiz notwendig sei,  
um eine existenzbedrohende Situation zu verhindern, 

dass der Neffe der Beschwerdeführerin sich nicht zuletzt wegen ihres 
sozialen  Engagements  in  Lebensgefahr  befinde,  denn  die  Verfolger 

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würden nun versuchen, sie indirekt dadurch zu verletzen, dass sie ihre 
Familienangehörigen unterdrückten, was ja auch der Mord ihres elf jäh-
rigen Sohnes beweise, 

dass deshalb ein Zusammenhang zwischen der Flucht der Beschwer-
deführerin und der Bedrohung ihres Neffen bestehe, 

dass  schliesslich  die  Schweiz  das  einzige  Land  sei,  in  welches 
C._______, der keine anderen Verwandten als die Beschwerdeführerin 
habe, fliehen könne, 

dass die Beschwerdeführerin mit Verfügung des BFM vom 29. August 
2008 in der Schweiz als Flüchtling anerkannt und ihr das nachgesuch-
te Asyl gewährt wurde, 

dass die  Familienzusammenführung respektive die Gewährung einer 
Einreisebewilligung  gestützt  auf  Art.  51  Abs.  1  in  Verbindung  mit 
Art. 51 Abs. 4  AsylG für  Ehegatten,  eingetragene Partnerinnen oder 
Partner  sowie  minderjährige  Kinder  möglich  ist,  sofern  keine 
besonderen Umstände dagegen sprechen, 

dass gemäss Art. 51 Abs. 2 AsylG „andere nahe Angehörige“ von in 
der Schweiz lebenden Flüchtlingen in das Familienasyl eingeschlossen 
werden können, wenn besondere Gründe für die Familienvereinigung 
sprechen, 

dass  die  Einreise  auf  Gesuch  hin  zu  bewilligen  ist,  wenn  die  an -
spruchsberechtigten Personen durch die Flucht  getrennt  wurden und 
sich im Ausland befinden (Art. 51 Abs. 4 AsylG), 

dass  die  Familienvereinigung  im  Rahmen von  Art.  51  Abs. 4  AsylG 
demnach eine vorbestandene, durch die Flucht  getrennte Lebensge-
meinschaft voraussetzt, 

dass, anders als Ehegatten, Personen mit eingetragener Partnerschaft 
und minderjährige Kinder, die nach Art. 51 Abs. 1 AsylG grundsätzlich 
einen Anspruch auf  einen Einschluss in das Familienasyl haben, für 
andere nahe Angehörige kein Anspruch auf Vereinigung mit einem in 
der Schweiz als Flüchtling anerkannten Familienmitglied beziehungs-
weise auf  Einbezug in  dessen Flüchtlingseigenschaft  und Asylstatus 
besteht, 

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dass andere nahe Familienangehörige insbesondere dann zu berück-
sichtigen sind, wenn sie behindert oder aus einem anderen Grund auf 
die  Hilfe  einer  in  der  Schweiz  lebenden  Person  angewiesen  sind 
(Art. 38  der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrens-
fragen [AsylV 1, SR 142.311]), 

dass Art. 51 Abs. 2 AsylG der entscheidenden Behörde diesbezüglich 
ein  Ermessen  einräumt  und  diese  die  auf  den  Einzelfall  bezogenen 
konkreten  Umstände  zu  berücksichtigen  und  sich  durch  humanitäre 
Überlegungen  leiten  zu  lassen  hat  (vgl.  Entscheidungen  und  Mittei-
lungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1994 
Nr. 7 E. 3.b.), 

dass  ein  besonderer  Grund  praxisgemäss  dann  vorliegt,  wenn  die 
asylsuchende Person zur Abwendung einer existenzbedrohenden La-
ge notwendigerweise und im Sinne einer dauernden Abhängigkeit dar-
auf angewiesen ist, in Gemeinschaft mit dem in der Schweiz asylbe-
rechtigten  Familienmitglied  zusammenzuleben  (EMARK  1994  Nr.  7 
E. 2), 

dass  im  Weiteren  ein  besonderes  Engagement  des  in  der  Schweiz 
asylberechtigten Familienmitglieds vorausgesetzt wird und sich dieses 
persönlich um den in das Familienasyl einzubeziehenden Verwandten 
kümmern muss (EMARK 2001 Nr. 24 E. 3),

dass demnach eine persönliche – nicht lediglich finanzielle Unterstüt-
zung – vorausgesetzt wird, 

dass bei der Gewährung von Familienasyl im Sinne von Art. 51 Abs. 2 
AsylG zudem vorausgesetzt wird, dass die betreffende Person mit dem 
in der Schweiz anerkannten Flüchtling im Moment der Flucht in einem 
gemeinsamen  Haushalt  gelebt  hat,  eine  Wiederherstellung  dieser 
Gemeinschaft  unentbehrlich  ist  und  in  der  Schweiz  auch tatsächlich 
angestrebt wird (vgl. etwa EMARK 2001 Nr. 24 E. 3 S. 191), 

dass vorliegend die Voraussetzungen von Art. 51 Abs. 1 AsylG nicht 
erfüllt sind, da die Beschwerdeführerin nicht die biologische Mutter von 
C._______ ist,

dass der Neffe der Beschwerdeführerin nach den vorstehenden Aus-
führungen als „anderer naher Angehöriger“ im Sinne von Art. 51 Abs. 2 
AsylG zu betrachten ist, 

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dass vorliegend,  wie die Vorinstanz in  der  angefochtenen Verfügung 
zutreffend festhält, feststeht und auch von der Beschwerdeführerin un-
bestritten bleibt, dass sie im Moment der Flucht nicht mit ihrem Nef fen 
in einem gemeinsamen Haushalt lebte, 

dass  die  Erwägungen  der  Vorinstanz  bezüglich  des  Gesuchs  um 
Familienzusammenführung respektive der Gewährung einer Einreise-
bewilligung in der angefochtenen Verfügung zu bestätigen sind, 

dass die Vorbringen in der Beschwerde – auch wenn der Neffe der Be-
schwerdeführerin seine Freizeit bei ihr verbrachte, sie ihn finanziell un-
terstützt  und  sich  ihm  verbunden  fühlt,  da  sie  ihn  bis  zu  seinem 
zwölften Altersjahr bei sich aufnahm – daran nichts zu ändern vermö-
gen, 

dass die Voraussetzungen von Art. 51 Abs. 2 AsylG demnach nicht er -
füllt sind, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass gemäss BVGE 2007/19 ein Familiennachzugsgesuch eines in der 
Schweiz  anerkannten  Flüchtlings,  mit  dem eine  persönliche  Gefähr-
dung eines sich im Ausland befindenden, nachzuziehenden Familien-
angehörigen geltend gemacht wird,  nach Treu und Glauben gegebe-
nenfalls auch als Asylgesuch aus dem Ausland im Sinne von Art. 20 
Abs. 2 und 3 AsylG zu verstehen ist, 

dass im Gesuch um Familienzusammenführung vom 30. Oktober 2008 
vorgebracht  wird,  der  Neffe der  Beschwerdeführerin  würde,  wie  ihre 
beiden Kinder, getötet werden, wenn er nicht in die Schweiz einreisen 
könne, 

dass sich ihre Verfolger damit an ihr rächen wollten (vgl. act. B 1/12), 

dass in der Rechtsmitteleingabe vom 10. März 2009 sodann geltend 
gemacht wird, der Neffe sei aufgrund des sozialen Engagements der 
Beschwerdeführerin  stark  gefährdet,  da  ihre  Verfolger  sich  nun  an 
ihren  Familienangehörigen  rächen  wollten,  weshalb  ein  Zusammen-
hang zwischen ihrer Flucht und seiner Gefährdung bestehe, 

dass damit implizit eine Reflexverfolgung vorgebracht wird und es sich 
deshalb um ein Gesuch um Schutz im Sinne von Art. 18 AsylG han-
delt, 

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dass gemäss Art. 18 AsylG nämlich jede Äusserung als Asylgesuch 
gilt,  mit  der  eine  Person  in  der  Schweiz  um  Schutz  vor  Verfolgung 
nachsucht,

dass somit nicht nur die Beschwerde, sondern bereits das Gesuch um 
Familienzusammenführung ein Asylgesuch enthält  und das BFM das 
Gesuch unter dem Aspekt einer persönlichen Gefährdung des Neffen 
der Beschwerdeführerin hätte prüfen müssen, was unterblieben ist, 

dass das BFM demnach im Sinne der vorstehenden Erwägungen an-
zuweisen ist, die originäre Flüchtlingseigenschaft des Neffen der Be-
schwerdeführerin  im  Rahmen  eines  eigenständigen  Asylgesuchs  zu 
prüfen, 

dass es der Beschwerdeführerin zusammenfassend nicht gelungen ist 
darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, 
den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  fest-
stellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwer-
de abzuweisen ist, 

dass die Beschwerdebegehren als aussichtslos erscheinen mussten, 
womit es an den materiellen Voraussetzungen für die Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG fehlt 
und das entsprechende Gesuch abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das BFM wird  angewiesen,  die  originäre  Flüchtlingseigenschaft  des 
Neffen  der  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  eines  eigenständigen 
Asylgesuchs zu prüfen. 

3.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

4.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  (Einschreiben; Bei la-
ge: Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Abteilung  Asylverfahren,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  N 
_______ (per Kurier; in Kopie)

- Z._______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Anna Kühler

Versand: 

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