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**Case Identifier:** de5312ba-5831-55d3-b79e-a862be4619e1
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 21.02.2022 VBE.2021.391
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2021-391_2022-02-21.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 
1. Kammer 

 

 

VBE.2021.391 / nb / fi  
Art. 17 
 
 
Urteil vom 21. Februar 2022 
 
 
Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Schircks Denzler  
Oberrichterin Fischer  
Gerichtsschreiberin Boss 

 
 
   

Beschwerde-
führerin  

 A._____ 
vertreten durch lic. iur. Michèle Wehrli Roth, Rechtsanwältin,  
Kirchplatz 14, 4800 Zofingen 

 
 

   

Beschwerde-
gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau 

 
 
   

Beigeladene   B._____  
 

 
 
Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten / berufliche Massnahmen 

(Verfügung vom 6. August 2021) 
 

 
  

 - 2 - 
 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 
 
1. 
Die 1981 geborene Beschwerdeführerin, zuletzt als Unterhalts- und Spe-
zialreinigerin angestellt, meldete sich am 15. Mai 2019 (Posteingang: 
25. Juni 2019) wegen "Quetschung der Nerven im oberen Rückenwirbel-
bereich" bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen (berufli-
che Integration/Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. 
Nach Vornahme entsprechender Abklärungen und Rücksprache mit dem 
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) stellte die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin mit Vorbescheid vom 11. Februar 2020 die Abweisung 
des Rentenbegehrens in Aussicht. Nachdem die Beschwerdeführerin da-
gegen Einwände erhoben hatte, veranlasste die Beschwerdegegnerin auf 
Empfehlung des RAD eine polydisziplinäre Begutachtung bei der Medizini-
sche Abklärungsstelle Bern ZVMB GmbH (MEDAS). Gestützt auf das am 
9. Juni 2021 ergangene MEDAS-Gutachten verneinte die Beschwerdegeg-
nerin mit Verfügung vom 6. August 2021 einen Anspruch der Beschwerde-
führerin auf eine Rente und berufliche Massnahmen. 
 
2. 
2.1. 
Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 13. September 2021 Be-
schwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 
 

" 1. Die Verfügung vom 6. August 2021 sei aufzuheben und der Beschwer-
deführerin die ihr gesetzlich zustehenden Leistungen, insbesondere 
berufliche Massnahmen, zuzusprechen. 

 2. Eventualiter: Die Angelegenheit sei zur rechtserheblichen Sachver-
haltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und in der 
Folge sei der Beschwerdeführerin die ihr gesetzlich zustehenden Leis-
tungen, insbesondere berufliche Massnahmen, auszurichten. 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde-
gegnerin." 

 
2.2. 
Mit Vernehmlassung vom 8. Oktober 2021 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. 
 
2.3. 
Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 12. Oktober 2021 wurde die aus 
den Akten erkennbare berufliche Vorsorgeeinrichtung der Beschwerdefüh-
rerin zum Verfahren beigeladen und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme ge-
geben. Mit Eingabe vom 8. November 2021 teilte die Beigeladene mit, dass 
sie "auf die Verfahrensteilnahme verzichte[ ]". 
 
 

 - 3 - 
 

 

 

   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 
 
1. 
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 6. Au-
gust 2021 davon aus, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten 
Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig und damit in der Lage sei, ein über dem 
Valideneinkommen liegendes, rentenausschliessendes Invalideneinkom-
men zu erzielen. Ein Anspruch auf eine Umschulung bestehe mangels 
eines invaliditätsbedingten Minderverdienstes von "mindestens" 20 % 
nicht. Auch die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung 
seien nicht erfüllt (Vernehmlassungsbeilage [VB] 112 S. 1 f.).  
 
Die Beschwerdeführerin bringt dagegen im Wesentlichen vor, es sei ihr auf-
grund der massiven gesundheitlichen Einschränkungen – jedenfalls ohne 
vorgängige Eingliederungsmassnahmen (Berufsberatung, Arbeitsvermitt-
lung, Einarbeitungszuschuss) – nicht möglich, das ihr verbliebene Leis-
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten. Die 
Beschwerdegegnerin habe es bei der Berechnung des Invaliditätsgrads 
fälschlicherweise unterlassen, die Vergleichseinkommen zu parallelisieren 
sowie beim Invalideneinkommen einen leidensbedingten Abzug vom Ta-
bellenlohn zu gewähren. Sie sei invalid bzw. sicherlich von Invalidität be-
droht, weshalb sie Anspruch auf Leistungen der IV, insbesondere auf Ein-
gliederungsmassnahmen, habe (Beschwerde S. 12). 
 
Damit ist streitig und nachfolgend zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin 
das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 6. Au-
gust 2021 zu Recht abgewiesen hat. 
 
2.  
2.1. 
Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen des IVG vom 19. Juni 2020 ("Wei-
terentwicklung der IV") bzw. der IVV vom 3. November 2021 in Kraft getre-
ten. Mit ihnen sind zahlreiche Bestimmungen im Bereich des Invaliden-
versicherungsrechts geändert worden. Weil in zeitlicher Hinsicht grund-
sätzlich diejenigen materiellen Rechtssätze massgebend sind, die bei der 
Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben, 
und das Gericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis 
zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (vorliegend: 6. August 
2021) eingetretenen Sachverhalt abstellt (vgl. BGE 147 V 308 E. 5.1 und 
132 V 215 E. 3.1.1 S. 220, je mit Hinweisen), sind im vorliegenden Fall die 
bis zum 31. Dezember 2021 geltenden materiellrechtlichen Bestimmungen 
anwendbar. Sie werden im Folgenden denn auch in dieser Fassung zitiert. 
Dies gilt ebenfalls für die bis Ende 2021 geltenden (und ab 1. Januar 2022 
teilweise geänderten) Bestimmungen des ATSG. 
 

 - 4 - 
 

 

 

2.2. 
Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-
schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind 
und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) 
sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). 
 
2.3. 
Invalide oder von einer Invalidität bedrohte versicherte Personen haben 
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit a) diese notwendig und 
geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; 
und b) die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnah-
men erfüllt sind (Art. 8 Abs. 1 IVG). Die Eingliederungsmassnahmen beste-
hen unter anderem in Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erst-
malige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; 
Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG). 
 
2.4. 
Invalidität gemäss Art. 4 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 7 f. ATSG bedeutet im All-
gemeinen den durch die Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachten und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibenden ganzen oder teilweisen Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung 
[IVG], 3. Aufl. 2014, N. 102 zu Art. 4 IVG mit Hinweis auf BGE 130 V 343 
E. 3.2.1 S. 346). 
 
3. 
3.1. 
In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das bei 
der MEDAS eingeholte polydisziplinäre Gutachten vom 9. Juni 2021 
(VB 104), in welchem folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit gestellt wurden (VB 104.1 S. 6): 
 

" • Chronisches Schulter-Arm-Syndrom rechts 
   bei einem gelenkseitigen Unterflächeneinriss der Supraspinatussehne 

sowie Tendinopathie der langen Bizepssehne mit nachfolgenden Funk-
tionseinschränkungen des rechten Schultergelenkes 

 • Chronisches zervikodorsales Schmerzsyndrom bei rechts foraminaler 
Diskusprotrusion C5/C6 mit allenfalls möglicher präforaminaler Rei-
zung der rechten C6-Wurzel 

   klinisch-neurologisch und elektromyografisch aber nicht belegbar". 
 

 - 5 - 
 

 

 

Hinsichtlich der funktionellen Auswirkungen der Befunde bzw. Diagnosen 
hielten die Gutachter fest, die Beschwerdeführerin sei in der Lage, leichte 
bis teilweise mittelschwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Gewich-
ten bis 15 kg in "rückenschulgerechter" Haltung, in temperierten Räumen 
im Wechsel zwischen Gehen, Stehen und Sitzen zu verrichten. Vermieden 
werden sollten teilweise mittelschwere und schwere Tätigkeiten mit Heben 
und Tragen von Gewichten über 15 kg, "ausserhalb des Körperlotes", ruck-
artige Bewegungen, Erschütterungen, Überstreckungen der Halswirbel-
säule sowie Heben des rechten Armes über Schulter- und Kopfhöhe. Die 
Beschwerdeführerin sollte keiner Kälte, Nässe und Zugluft ausgesetzt wer-
den (VB 104.1 S. 7). Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in der Gebäudereini-
gung sei in der früheren Form nicht mehr möglich. Eine Verweistätigkeit 
könne die Beschwerdeführerin bei Berücksichtigung des Fähigkeitsprofils 
in einem ganztägigen Arbeitspensum ohne Leistungsminderung ausüben 
(VB 104.1 S. 8). Bezüglich des retrospektiven Verlaufs sei die Ausübung 
der bisherigen Tätigkeit seit 22. August 2018 nicht mehr möglich. In einer 
leidensadaptierten Tätigkeit sei seit April 2019 von einer 100%igen Arbeits-
fähigkeit auszugehen (VB 104.1 S. 8; VB 104.3 S. 13). 
 
3.2. 
Die Beschwerdeführerin wurde im Rahmen der Begutachtung fachärztlich 
umfassend und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden sowie 
der Vorakten (VB 104.2) untersucht. Dabei beurteilten die Gutachter die 
medizinischen Zusammenhänge einleuchtend und begründeten die 
Schlussfolgerungen nachvollziehbar. Dass der im MEDAS-Gutachten vom 
9. Juni 2021 dokumentierte medizinische Sachverhalt sowie die interdiszi-
plinäre Arbeitsfähigkeitsbeurteilung unrichtig wären, wird von der Be-
schwerdeführerin – nach Lage der Akten zu Recht – nicht geltend gemacht. 
Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 9. Juni 2021 wird somit den 
Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Stellungnahme ge-
recht, was von der Beschwerdeführerin denn auch nicht in Frage gestellt 
wird (vgl. Beschwerde S. 4, S. 6 ff.). Dementsprechend ist auf die gut-
achterlichen Angaben zur Arbeitsfähigkeit abzustellen (zum Beweiswert 
von medizinischen Gutachten i.S.v. Art. 44 ATSG vgl. BGE 135 V 465 
E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/bb S. 353) und davon auszugehen, dass die 
Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit seit April 2019 zu 
100 % arbeitsfähig ist. 
 
4. 
4.1. 
Die Beschwerdeführerin bringt vor, die ihr verbleibende Restarbeitsfähig-
keit in einer angepassten Tätigkeit sei – zumindest ohne vorgängige beruf-
liche Massnahmen – nicht verwertbar.  
 

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4.2. 
4.2.1.  
Die Frage der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit beurteilt sich be-
zogen auf den hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 und 
Art. 7 Abs. 1 ATSG). Es handelt sich dabei um einen theoretischen und 
abstrakten Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksich-
tigt (BGE 134 V 64 E. 4.2.1 S. 70 f.) und dazu dient, den Leistungsbereich 
der IV von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er um-
schliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot 
von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Ar-
beitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger 
Stellen offenhält. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, 
ob der Invalide die Möglichkeit hat, seine restliche Erwerbsfähigkeit zu ver-
werten und ob er ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen ver-
mag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 318 E. 3 
S. 320 f.). Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob 
eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermit-
telt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeits-
kraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ‒ auf dem für sie nach ihren 
Fähigkeiten und Möglichkeiten in Betracht fallenden Teil des Arbeitsmark-
tes (BGE 130 V 343 E. 3.3 S. 347) – die verfügbaren Arbeitsplätze dem 
Angebot an Arbeitskräften entsprächen (AHI 1988 S. 287; MEYER/REICH-
MUTH, a.a.O., N. 131 ff. zu Art. 28a IVG). Zum gesamten, für einen Versi-
cherten in Frage kommenden Arbeitsmarkt gehören auch Institutionen, de-
ren Zweck es ist, Invaliden eine Erwerbsmöglichkeit unter Anpassung an 
ihre Behinderung zu verschaffen (BGE 109 V 25 E. 3d S. 28 f.; MEY-
ER/REICHMUTH, a.a.O., N. 136 zu Art. 28a IVG) und sogenannte Nischen-
arbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte 
mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen 
können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_345/2016 vom 1. September 
2016 E. 5). Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen wer-
den, wenn die zumutbare Tätigkeit nurmehr in so eingeschränkter Form 
möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt 
oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnitt-
lichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden 
Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. etwa Urteil 
des Bundesgerichts 9C_644/2019 vom 20. Januar 2020 E. 4.2 mit Hin-
weis).  
 
4.2.2. 
Die Beschwerdeführerin ist, wie dargelegt (E. 3.), in einer angepassten Tä-
tigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Entgegen ihrer Auffassung steht ihr aufgrund 
des Belastungsprofils möglicher Verweistätigkeiten (vgl. VB 104.1 S. 7) ein 
durchaus noch weites Betätigungsfeld auf dem in Frage kommenden Ar-
beitsmarkt offen, welches unter Berücksichtigung der objektiven und sub-
jektiven Gegebenheiten zumutbar erscheint. In Betracht fallen würden etwa 

 - 7 - 
 

 

 

Kontroll- und Überwachungstätigkeiten, einfache und ungefährliche Ma-
schinenbedienungsfunktionen sowie Hilfsarbeiten wie Montage-, Sortie-
rungs-, Prüf- und Verpackungstätigkeiten in Produktions- und Dienstleis-
tungsbetrieben. Es liegt damit keine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähig-
keit vor, zumal in temperierten Räumen auszuübende körperlich leichte bis 
teilweise mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten in rückenschonen-
der Haltung auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in genügender Zahl vor-
handen sind (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 9C_141/2021 vom 
8. Juli 2021 E. 5.1 und 8C_51/2017 vom 9. März 2017 E. 3.2.2). Ausser-
dem hat die Beschwerdeführerin mit Jahrgang 1981 offensichtlich noch 
kein fortgeschrittenes Alter erreicht, welches allenfalls zu einer Unverwert-
barkeit der Restarbeitsfähigkeit führen könnte (vgl. hierzu BGE 138 V 457 
E. 3.1 S. 460). 
 
5. 
5.1. 
In ihrer Verfügung vom 6. August 2021 ermittelte die Beschwerdegegnerin 
anhand der allgemeinen Methode der Bemessung des Invaliditätsgrades 
mittels Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) per Dezember 2019 (sechs 
Monate nach der am 25. Juni 2019 bei der Beschwerdegegnerin eingegan-
gen ‒ angesichts der seit dem 22. August 2018 bestehenden Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit (VB 104.1 S. 8) verspäteten – Anmeldung [VB 1]; 
vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) einen Invaliditätsgrad von 0 % (VB 112 S. 2). Dabei 
stellte sie für das Valideneinkommen auf das von der Beschwerdeführerin 
(bis zum Stellenverlust aus gesundheitlichen Gründen im Jahr 2019 [vgl. 
VB 1 S. 6; 31 S. 1]) bei der früheren Arbeitgeberin erzielte Einkommen ab 
(VB 1 S. 6; 47) und ermittelte das Invalideneinkommen gestützt auf den Ta-
bellenwert für Hilfsarbeitertätigkeiten gemäss der schweizerischen Lohn-
strukturerhebung (LSE), was zu Recht nicht beanstandet wurde. Diesbe-
züglich ist anzumerken, dass die Beschwerdegegnerin auf die Werte der 
im Verfügungszeitpunkt vom Bundesamt für Statistik (BfS) bereits veröf-
fentlichten Tabelle LSE 2018 statt auf die Lohnangaben der LSE 2016 
hätte abstellen müssen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_202/2021 vom 
17. Dezember 2021 E. 6.2 mit Hinweisen) sowie das Invalideneinkommen 
auf den Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns (2019) hätte der 
Nominallohnentwicklung anpassen müssen (BGE 129 V 222; 128 V 174). 
Ausgehend von einem Jahreseinkommen von Fr. 52'452.00 (LSE 2018, 
Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Total, Frauen = Fr. 4'371.00;  12) und 
angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit (Fr. 52'452.00  40  41.7 
[vgl. BfS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stun-
den pro Woche, 1990–2019, Total, 2018 = 41.7 h] = 54'681.00 [gerundet]) 
sowie indexiert auf das Jahr 2019 (BfS, T1.2.10, Nominallohnindex Frauen 
2011-2019, Total; 2019 =107, 2018 =105.9) hätte dabei – zu Ungunsten 
der Beschwerdeführerin – ein leicht höheres Invalideneinkommen von ge-
rundet Fr. 55'249.00 resultiert (Fr. 54'681.00  105.9  107.0). 
 

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5.2. 
Die Beschwerdeführerin bringt vor, das von ihr erzielte Valideneinkommen 
sei deutlich unterdurchschnittlich gewesen und deshalb zu parallelisieren. 
Ferner bringt sie vor, sie sei aufgrund ihrer rechtsseitigen Schulterbe-
schwerden massiv eingeschränkt und könne die rechte Hand nicht richtig 
einsetzen; sie macht unter Verweis auf ihren ausländerrechtlichen Status 
(Niederlassungsbewilligung C) geltend, es sei eine Kürzung des Tabellen-
lohns von 20% vorzunehmen (Beschwerde S. 10 f.). 
 
5.3. 
5.3.1. 
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. ge-
ringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutsch-
kenntnisse) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem 
Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu 
tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien 
Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnügen wollte. 
Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Ge-
sichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht 
oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig zu berücksichti-
gen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss ent-
weder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine Heraufsetzung des 
effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Invalideneinkom-
mens durch eine Herabsetzung des statistischen Wertes erfolgen 
(BGE 135 V 297 E. 5.1 S. 300 f.; 135 V 58 E. 3.1 S. 59; 134 V 322 E. 4.1 
S. 326.; 129 V 222 E. 4.4 S. 225). Ist aber ein durchschnittliches Invaliden-
einkommen realistischerweise erzielbar bzw. zumutbar, so ist ein aus wirt-
schaftlichen Gründen unterdurchschnittliches Valideneinkommen nicht auf 
ein durchschnittliches aufzurechnen (BGE 135 V 58 E. 3.4.1 - 3.4.6 [insbe-
sondere E. 3.4.4] S. 60 ff.). Der tatsächlich erzielte Verdienst gilt dann im 
Sinne der Rechtsprechung als deutlich unterdurchschnittlich, wenn er min-
destens 5 % vom branchenüblichen Tabellenlohn abweicht; eine Paralleli-
sierung der Vergleichseinkommen hat jedoch ‒ bei Erfüllung der übrigen 
Voraussetzungen – nur in dem Umfang zu erfolgen, in welchem die pro-
zentuale Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert von 5 % übersteigt 
(BGE 135 V 297 E. 6.1.2 und 6.1.3 S. 302 ff.). 
 
Die Beschwerdeführerin war, wie dargelegt, vor Eintritt des Gesundheits-
schadens als Unterhalts- und Spezialreinigerin tätig (vgl. VB 1 S. 6, VB 12 
S. 7). Gemäss Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für die Reinigungsbranche in 
der Deutschschweiz betrug der Minimallohn für die als Spezialreinigerin der 
Kategorie I tätig gewesene Beschwerdeführerin (vgl. nicht datierter 
Lebenslauf der Beschwerdeführerin in VB 24 S. 2) im Jahr 2019 Fr. 20.90 
pro Stunde (exkl. Ferienzuschlag). Bei einem Wochenpensum von 42 Stun-
den ergibt dies ein Jahresmindesteinkommen von Fr. 49'449.40 (Fr. 20.90 
pro Stunde  52 Wochen zu 42 Stunden zuzüglich 13. Monatslohn 

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[Fr. 45'645.60  12  13]; vgl. damals geltende Fassung des GAVs, abruf-
bar unter www.gav-service.ch, zuletzt besucht am 20. Januar 2022). Das 
von der Beschwerdeführerin vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens er-
zielte Einkommen von rund Fr. 4'117.00 pro Monat bzw. Fr. 49'404.00 pro 
Jahr (vgl. VB 1 S. 6) ist somit als branchenüblich einzustufen. Gemäss bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung kann es damit nicht als unterdurchschnitt-
lich bezeichnet werden, selbst wenn es erheblich unter dem LSE-Lohnni-
veau liegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_721/2017 vom 26. Septem-
ber 2018 E. 3.4.2; vgl. zudem Urteil des Bundesgerichts 8C_607/2018 vom 
20. Februar 2019 E. 2.3 mit Hinweisen [betreffend GAV-LMV Bauhauptge-
werbe]). Damit besteht vorliegend kein Anlass für eine Parallelisierung der 
Vergleichseinkommen.  
 
5.3.2. 
5.3.2.1.  
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch-
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu 
kürzen. Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzu-
setzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umstän-
den des konkreten Einzelfalls ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, 
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), 
welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Ein 
Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im 
Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person we-
gen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte 
(Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter-
durchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der 
Höhe des Abzugs ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf 
das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ge-
samthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellen-
lohns zu begrenzen (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 134 V 322 E. 5.2 
S. 327 f. 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481; 126 V 75 [insbesondere E. 5 S. 78 ff.]).  
 
5.3.2.2. 
Soweit sich die Beschwerdeführerin zur Begründung des von ihr geforder-
ten Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. Beschwerde S. 11) auf ihre gesundheit-
lichen Einschränkungen beruft, ist darauf hinzuweisen, dass diese bei der 
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im angegebenen Profil einer Verweistätigkeit 
hinreichend berücksichtigt sind, weshalb sie nicht zusätzlich in die Bemes-
sung eines allfälligen leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer 
doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (vgl. statt 
vieler BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20 mit Hinweis). Insofern ist nicht ausschlag-
gebend, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der beschränkten Belast-
barkeit der Wirbelsäule bzw. Schultern (vgl. VB 104.1 S. 8) das Heben und 
Tragen von Lasten über 15 kg, ausserhalb des Körperlotes, ruckartige Be-
wegungen, Erschütterungen, Überstreckungen der Halswirbelsäule sowie 

http://www.gav-service.ch,

 - 10 - 
 

 

 

das Heben des rechten Armes über Schulter- und Kopfhöhe vermeiden 
sollte (vgl. VB 104.1 S. 7), da derartigen Einschränkungen mit der Einstu-
fung im Kompetenzniveau 1 Rechnung getragen wurde. Diesbezüglich gilt 
es insbesondere auch zu beachten, dass die gesundheitlich bedingte Un-
möglichkeit, körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu 
einem leidensbedingten Abzug führt. Sodann sind der Beschwerdeführerin 
dem gutachterlich definierten Belastungsprofil entsprechende Tätigkeiten 
in einem vollen Pensum ohne Leistungseinschränkung zumutbar (a.a.O.). 
Dass die Beschwerdeführerin ausserdem keiner Kälte, Nässe und Zugluft 
ausgesetzt sein sollte (VB 104.1 S. 7), vermag das Spektrum der zumutba-
ren Verweisungstätigkeiten nicht signifikant einzuschränken. Mit Blick auf 
das Zumutbarkeitsprofil einer angepassten Tätigkeit sind demnach keine 
Umstände ersichtlich, welche auf dem vorliegend relevanten ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen wären. Aufgrund der 
gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin rechtfertigt 
sich demzufolge kein leidensbedingter Abzug (vgl. statt vieler Urteil des 
Bundesgerichts 8C_61/2018 vom 23. März 2018 E. 6.5.2 mit Hinweisen). 
Mit Blick auf den Ausländerstatus ist festzuhalten, dass Frauen mit Nieder-
lassungsbewilligung (Kategorie C) ‒ was auf die Beschwerdeführerin zu-
trifft (VB 2 S. 1) – ohne Kaderfunktion zwar weniger verdienen als Schwei-
zerinnen (LSE 2018, Tabelle T12_b, Frauen, Median), aber dennoch mehr 
als das von der Beschwerdegegnerin für die Ermittlung des Invalidenein-
kommens herangezogene Medianeinkommen (LSE 2016, Tabelle TA1, 
Kompetenzniveau 1, Frauen, Total). Auch begründen mangelnde Sprach-
kenntnisse regelmässig keinen Abzug vom Tabellenlohn; diesem Umstand 
– wie auch den fehlenden Berufskenntnissen in einer Verweistätigkeit – 
wurde mit der Einteilung in das niedrigste Kompetenzniveau 1 bereits 
Rechnung getragen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_702/2020 vom 
1. Februar 2021 E. 6.3.2 mit Hinweisen). Weitere Merkmale, welche einen 
Abzug rechtfertigen würden, sind nicht ersichtlich und werden von der Be-
schwerdeführerin auch nicht dargetan.  
 
In Gesamtwürdigung der Umstände ist demzufolge nicht zu beanstanden, 
dass die Beschwerdegegnerin keinen Abzug vom Tabellenlohn gewährt 
hat.  
 
5.4. 
Nachdem die Vergleichseinkommen nicht zu parallelisieren sind und beim 
Invalideneinkommen auch kein Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt ist, 
resultiert ein das Valideneinkommen der Beschwerdeführerin deutlich 
übersteigendes Invalideneinkommen, womit es beim von der Beschwerde-
gegnerin errechneten (rentenausschliessenden) Invaliditätsgrad von 0 % 
sein Bewenden hat. 
 

 - 11 - 
 

 

 

6. 
6.1. 
Zu prüfen bleibt der Anspruch der Beschwerdeführerin auf berufliche Mass-
nahmen.  
 
6.2. 
6.2.1. 
Anspruch auf Berufsberatung im Sinne von Art. 15 IVG, wie er von der Be-
schwerdeführerin geltend gemacht wird (vgl. Beschwerde S. 9), haben Ver-
sicherte, die infolge Invalidität in der Berufswahl oder in der Ausübung ihrer 
bisherigen Tätigkeit behindert sind. Eine Berufsberatung entfällt grundsätz-
lich, wenn für eine notwendige berufliche Neuorientierung keine besonde-
ren Kenntnisse über die Möglichkeiten behinderungsangepasster Tätigkei-
ten erforderlich sind, weil der betroffenen Person eine Vielzahl solcher Be-
schäftigungen offen steht, bzw. wenn die versicherte Person ohne Mass-
nahmen wie Berufswahlgespräche, Neigungs- und Begabungstests in der 
Lage ist, einen ihren Verhältnissen angepassten Beruf zu wählen (SILVIA 
BUCHER, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, 2011, N. 605 
S. 308 f. mit Hinweisen). So steht Versicherten ein weites Spektrum an Er-
werbsmöglichkeiten offen, wenn ihnen bei voller Leistung wechselbelas-
tende, körperlich nicht zu schwere Tätigkeiten zumutbar sind (Urteil des 
Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 210/05 vom 10. November 2005 
E. 4 i.V.m. E. 3.5).  
 
Ausweislich der Akten hat die im Heimatland als ausgebildete Buchhalterin 
tätig gewesene Beschwerdeführerin sich nach ihrer Einreise in der Schweiz 
im Januar 2013 (VB 2 S. 1) beruflich neu orientiert und in der Reinigungs-
branche Fuss fassen können (vgl. Lebenslauf der Beschwerdeführerin in 
VB 24 S. 2 ff.; vgl. zudem VB 104.3 S. 5, 104.5 S. 4, 104.6 S. 3 f. sowie 
Beschwerde S. 6). Der zuletzt ausgeübten Tätigkeit kann sie zwar nicht 
mehr nachgehen. In einer angepassten Tätigkeit ist sie dagegen in der 
Lage, ohne Leistungseinbusse ein Pensum von 100 % zu erbringen 
(vgl. E. 3.2.), was von ihr nicht bestritten wird (vgl. Beschwerde S. 4). Die 
Beschwerdeführerin legt nicht dar und es ist nicht ersichtlich, inwiefern ihre 
Fähigkeit für eine (weitere) berufliche Neuorientierung infolge ihres Ge-
sundheitszustandes eingeschränkt wäre. Eine Unterstützung durch die Be-
schwerdegegnerin bei der Berufswahl ist bei dieser Ausgangslage nicht ge-
rechtfertigt, womit ein Anspruch auf Berufsberatung zu verneinen ist. 
 
6.2.2. 
Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts setzt ein Anspruch auf Ar-
beitsvermittlung bei qualitativ und quantitativ voller Arbeitsfähigkeit in einer 
leidensangepassten Tätigkeit zusätzlich eine spezifische Einschränkung 
gesundheitlicher Art bei der Stellensuche voraus. Dies trifft z. B. zu, wenn 
wegen Stummheit oder mangelnder Mobilität kein Bewerbungsgespräch 

 - 12 - 
 

 

 

möglich ist oder dem potenziellen Arbeitgeber die besonderen Möglichkei-
ten und Grenzen der versicherten Person erläutert werden müssen (z.B. 
welche Tätigkeiten trotz Sehbehinderung erledigt werden können), damit 
sie überhaupt eine Chance hat, den gewünschten Arbeitsplatz zu erhalten. 
Ist die fehlende berufliche Eingliederung nicht auf gesundheitlich bedingte 
Schwierigkeiten bei der Stellensuche zurückzuführen, sondern auf invalidi-
tätsfremde Probleme, sind die Voraussetzungen für Arbeitsvermittlung 
durch die Invalidenversicherung gemäss Art. 18 Abs. 1 IVG nicht erfüllt 
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_329/2020 vom 6. August 2020 E. 3.2.3 
und 8C_641/2015 vom 12. Januar 2016 E. 2, je mit Hinweisen; SILVIA BU-
CHER, a.a.O., N. 829 f.).  
 
Das gutachterlich definierte Belastungsprofil einer der Beschwerdeführerin 
noch zumutbaren Tätigkeit enthält keine spezifischen medizinischen Ein-
schränkungen, welche gegenüber potenziellen Arbeitgebern erklärungsbe-
dürftig wären bzw. eine spezielle fachliche Arbeitsvermittlung rechtfertigen 
würden, und enthält auch keine besonderen Anforderungen an einen Ar-
beitsplatz, welche zur Unterstützung der Arbeitssuche das Fachwissen der 
Beschwerdegegnerin erforderlich machen würden. Die Voraussetzungen 
von Art. 18 IVG sind somit nicht erfüllt. Ein Anspruch auf Ausrichtung eines 
Einarbeitungszuschusses gemäss Art. 18b IVG (vgl. Beschwerde S. 9 f.) 
fällt damit von Vornherein ausser Betracht. Angesichts der beweiskräftigen 
Arbeitsfähigkeitseinschätzung der MEDAS-Gutachter erübrigt sich ferner 
die Abklärung der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Rahmen 
eines Arbeitsversuchs. Es besteht daher auch kein Anspruch auf einen Ar-
beitsversuch nach Art. 18a Abs. 1 IVG (vgl. Beschwerde S. 10). 
 
6.3. 
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin auch einen 
Anspruch der Beschwerdeführerin auf berufliche Massnahmen zu Recht 
verneint hat. 
 
7. 
Die vorliegenden Akten gestatten eine schlüssige Beurteilung der von der 
Beschwerdeführerin geltend gemachten Leistungsansprüche. Der rechts-
erhebliche Sachverhalt erweist sich vor diesem Hintergrund als vollständig 
abgeklärt, weshalb von weiteren Abklärungen, wie sie von der Beschwer-
deführerin eventualiter beantragt wurden (vgl. Beschwerdeantrag 2), keine 
entscheidrelevanten Ergebnisse zu erwarten sind. Entsprechend kann da-
rauf in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (vgl. statt vieler 
BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368 f. mit Hinweisen). 
 

 - 13 - 
 

 

 

8. 
8.1. 
Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdeführerin weder Anspruch auf 
eine Rente noch auf Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art. Die Be-
schwerde ist demzufolge abzuweisen. 
 
8.2. 
Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 
Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 
Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-
gang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.  
 
8.3. 
Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 
lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-
alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 
Parteientschädigung zu.  
 
 

   

Das Versicherungsgericht erkennt: 
 
1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 
2. 
Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdeführerin auf-
erlegt. 
 
3. 
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 
 
 

   

Zustellung an: 
die Beschwerdeführerin (Vertreterin; 2-fach) 
die Beschwerdegegnerin  
die Beigeladene 
das Bundesamt für Sozialversicherungen 
 
 

  

 - 14 - 
 

 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
 
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 
Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 
mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-
ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 
bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 
(Art. 46 BGG).  
 
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 
6004 Luzern, zuzustellen. 
 
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 
der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 
Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-
mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-
den hat (Art. 42 BGG). 
 
 

   

Aarau, 21. Februar 2022 
 
Versicherungsgericht des Kantons Aargau 
1. Kammer 
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 
Kathriner Boss