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**Case Identifier:** f6f69905-20ea-5a26-9cca-a5b0d59a85e8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.12.2022 200 2021 844
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-844_2022-12-06.pdf

## Full Text

200 21 844 UV
WIS/LUB/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Dezember 2022

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Helsana Unfall AG
Recht & Compliance, Postfach, 8081 Zürich
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 5. November 2021 (Schaden-Nr. …)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2022, UV/21/844, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1987 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war über ihre Arbeitgeberin bei der Helsana Unfall AG (Helsana bzw. Be-
schwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nicht-
berufsunfällen versichert, als sie am 19. Juni 2020 im mittleren von drei 
Fahrzeugen an einer Auffahrkollision beteiligt war (Akten der Helsana 
[act. II] 1, 6 f., 15). Die Helsana gewährte im Zusammenhang mit diesem 
Ereignis zunächst die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen in Form 
von Heilbehandlung und Taggeld (act. II 14/1). Mit formlosem Schreiben 
vom 19. Mai 2021 (act. II 28) stellte sie gestützt auf eine Beurteilung ihrer 
beratenden Ärztin (Bericht vom 11. Mai 2021; act. II 27) die Leistungen aus 
der obligatorischen Unfallversicherung per 30. September 2020 ein. Nach-
dem sich die Versicherte hiermit nicht einverstanden erklärt hatte (act. II 29, 
31), stellte die Helsana nach weiterer Beurteilung ihrer beratenden Ärztin 
(Bericht vom 24. August 2021; act. II 41) mit Verfügung vom 30. August 
2021 (act. II 42) die Versicherungsleistungen entsprechend der formlosen 
Mitteilung ein. Die dagegen erhobene Einsprache der Versicherten 
(act. II 44) wies die Helsana mit Entscheid vom 5. November 2021 
(act. II 45) ab.

B.

Mit Eingabe vom 7. Dezember 2021 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt lic. iur. B.________, Beschwerde und stellte folgende 
Rechtsbegehren:

1. Der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 5. November 2021 
sowie die diesem zugrundeliegende Verfügung vom 30. August 2021 seien 
vollumfänglich aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin über 
den 30. September 2020 hinaus sämtliche Leistungen nach UVG, insbe-
sondere vorderhand die vollumfängliche Übernahme der Heilungskosten, zu 
gewähren.

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3. Eventualiter sei die Streitsache in Gutheissung der Beschwerde an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen und diese zu verpflichten, eine externe 
orthopädisch-chirurgische Begutachtung zu initiieren.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegne-
rin.

Mit Beschwerdeantwort vom 10. Dezember 2021 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingaben vom 21. und 28. Februar 2022 reichte die Beschwerdeführe-
rin medizinische Berichte (Akten der Beschwerdeführerin [act. I 3 und 4]) 
ein.

Mit Eingabe vom 10. März 2022 hielt die Beschwerdegegnerin am Antrag 
auf Abweisung der Beschwerde fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 5. Novem-
ber 2021 (act. II 45). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin 
ihre Leistungen im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 19. Juni 2020 zu 
Recht per 30. September 2020 eingestellt hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit (Art. 6 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 
832.20]) sowie eines natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs 
zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 147 V 
161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181) voraus.

2.2 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-

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dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.4 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den 
Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaf-
ten Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und 
adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und 
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), er-
reicht ist (BGE 147 V 161 E. 3.3 S. 163). Ebenso wie der leistungsbegrün-
dende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausa-
len Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens 
mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Mög-
lichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfal-
les genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfra-
ge handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leis-
tungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht 
bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (BGE 146 V 
51 E. 5.1 S. 56).

2.5 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche 
bedarf es verlässlicher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 26. März 2019, 8C_824/2018, E. 3.2). Ins-
besondere ist der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. 

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dessen Wegfallens in erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachper-
sonen zu führen (Entscheid des BGer vom 27. April 2021, 8C_287/2020, 
E. 3.1).

3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass das Ereignis 
vom 19. Juni 2020, bei dem die Beschwerdeführerin an einer Auffahrkolli-
sion beteiligt war (act. II 1, 6 f., 15), die kumulativen Anspruchsvorausset-
zungen des Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. E. 2.2 hiervor) er-
füllt. Entsprechend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungs-
pflicht bis und mit 30. September 2020 (act. II 28, 42, 45). Umstritten ist 
hingegen, ob über diesen Zeitpunkt hinaus Anspruch auf Leistungen der 
obligatorischen Unfallversicherung besteht.

3.2 In medizinischer Hinsicht ist den Akten – soweit entscheidwesent-
lich – das Folgende zu entnehmen:

3.2.1 Im Bericht des Spitals C.________ vom 19. Juni 2020 (act. II 11) 
wurde eine Kontusion der BWS, der Handgelenke beidseits, der Nase und 
des Ohrs links nach Auffahrunfall vom 19. Juni 2020 diagnostiziert 
(act. II 11/1). Die Beschwerdeführerin habe sich bei GCS 15 mit stets stabi-
len Vitalparametern, nur leichten Schmerzen und immobilisiert präsentiert. 
Es habe im Röntgenbild keine Hinweise auf eine Wirbelkörperfraktur gege-
ben. Die Mobilisation im Anschluss sei problemlos unter nur minimalen 
Schmerzen möglich gewesen (act. II 11/2).

3.2.2 In der Röntgenuntersuchung des Sacrums, der LWS und des Tho-
raxes vom 7. Juli 2020 zeigten sich ein normaler Herz-/Lungenbefund und 
keine ossären traumatischen Veränderungen (act. II 35).

3.2.3 Im Bericht vom 24. August 2020 (act. II 21) nannte der behandelnde 
Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, als Diagno-
sen mehrfache Muskelkontusionen an Händen, Oberschenkel, Rücken, 
Nacken sowie Lenden und Hämatome am Oberschenkel rechts vermehrt. 
Er attestierte eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit vom 19. Juni bis 12. Juli 

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2020 (act. II 21/1). Nach dem Unfall habe sich der Verlauf verschleppt 
(act. II 21/2).

Am 26. April 2021 berichtete Dr. med. D.________ auf die Frage nach "ob-
jektiven Befunden", es bestünden starke Schmerzen in den oberen Extre-
mitäten: Beide Hände, Ober- und Unterarm, Schultern, Nacken, thorakale 
Schmerzen, Trapezmuskel- und Nackenschmerzen, Hämatom (Grösse ca. 
8 cm Oberschenkel rechts), Leistenschmerzen rechts. Als Diagnosen liste-
te er Verletzung am Kopf (ICD-10 S00-09), Verletzung des Abdomens, der 
Lumbosakralgegend, der Lendenwirbelsäule, des Beckens (ICD-10 S30-
39) und Verletzung der Schulter, des Oberarmes, des Ellbogens, des Un-
terarmes, des Handgelenks, der Hand, der Hüfte, des Oberschenkels, des 
Knies, des Unterschenkels (ICD-10 S40-89) auf (act. II 26/1).

3.2.4 Im Bericht vom 11. Mai 2021 (act. II 27) führte die beratende Ärztin 
der Helsana, Dr. med. E.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, aus, die Beschwerdeführerin 
habe sich am 19. Juni 2020 (vor mehr als zehn Monaten) eine Kontusion 
der BWS und der Handgelenke zugezogen. Eine HWS-Distorsion oder eine 
Commotio cerebri seien auf der Notfallstation anamnestisch und klinisch 
ausgeschlossen worden (act. II 27/1). Eine unfallkausale strukturelle Läsion 
der BWS sei im Röntgen ebenfalls ausgeschlossen worden. Es sei nach-
vollziehbar, dass mit Verzögerung gewisse muskuläre Beschwerden auftre-
ten könnten, die aber innerhalb von sechs Wochen bis maximal drei Mona-
ten nach dem Unfallereignis unter "symptomatischer Therapie" wieder ab-
geklungen seien. Die aktuell beklagten sehr diffusen Beschwerden seien 
somit lediglich möglicherweise unfallkausal.

3.2.5 Im MRI der LWS und des Beckens vom 19. Juli 2021 (act. II 37) 
wurden die LWS betreffend weder eine Diskushernie noch eine Spinalka-
nalstenose oder eine bildgebend fassbare Beeinträchtigung neuraler Struk-
turen und das Becken betreffend weder ein Frakturnachweis noch eine 
Sehnenruptur oder Muskelfaserrisse festgestellt.

3.2.6 Im MRI der HWS vom 21. Juli 2021 (act. II 38) zeigte sich eine ky-
photische Fehlhaltung der HWS mit beginnenden Chondrosen C2/3 bis 

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C5/6, keine Hinweise auf eine Neurokompression, keine relevante Stenose 
und eine mögliche C6-Wurzelreizung beidseits.

3.2.7 Im MRI des linken Handgelenks vom 23. Juli 2021 (act. II 39) zeigte 
sich ein Normalbefund, insbesondere kein Nachweis einer Tendinitis, und 
im MRI des rechten Handgelenks vom 26. Juli 2021 (act. II 40) liess sich 
keine eindeutige bildmorphologische Ursache für die Beschwerdesympto-
matik feststellen, einzig eine 7mm zystoide Struktur, zwischen Os trique-
trum und Os pisiforme palmar, a. e. Kapselrezessus, DD winziges Ganglion 
wahrscheinlich ohne klinische Relevanz.

3.2.8 Im Bericht vom 24. August 2021 (act. II 41) führte Dr. med. 
E.________ aus, sie halte an ihrer Beurteilung vom 11. Mai 2021 fest. Es 
seien nun zusätzlich vier MRI-Untersuchungen (Handgelenke, HWS, LWS, 
Becken) durchgeführt worden. Diese veränderten ihre Beurteilung nicht, da 
keine neuen Erkenntnisse hätten gewonnen werden können (act. II 41/1). 
Einerseits sei echtzeitlich keine Mitbeteiligung der HWS, LWS oder des 
Beckens dokumentiert worden und andererseits sei die Indikation für die 
MRI der Handgelenke (Schmerzen Handgelenk, unklare Schmerzen Hand) 
äusserst diffus. Wie bereits festgehalten, seien am Unfalltag auf der Not-
fallstation Kontusionen der BWS, der Handgelenke, der Nase und des lin-
ken Ohres dokumentiert worden. Die BWS sei radiologisch abgeklärt und 
eine Fraktur ausgeschlossen worden. Die Handgelenke seien klinisch un-
tersucht (leichte Schmerzen in beiden Handgelenken, keine Druckdolenz 
inkl. Tabatière, beidseits frei beweglich, Sensibilität intakt) und eine radio-
logische Abklärung sei nicht als notwendig erachtet worden. Eine Commo-
tio oder Contusio cerebri sei nicht diagnostiziert worden. Vom Hausarzt sei 
am 7. Juli 2021 (recte: wohl 2020; vgl. act. II 35) ein Röntgen der LWS und 
des Thorax veranlasst worden. Es hätten sich keine unfallkausalen oder 
anderweitigen pathologischen Befunde gezeigt. Bei klinisch und radiolo-
gisch fehlenden unfallkausalen strukturellen Läsionen sei von diversen 
Kontusionen auszugehen. Bei Kontusionen ohne strukturelle Läsion sei 
erfahrungsgemäss davon auszugehen, dass die unfallkausalen Beschwer-
den spätestens nach drei Monaten abgeklungen seien. Die beklagten Be-
schwerden seien nicht auf das Unfallereignis vom 19. Juni 2020 zurückzu-
führen (act. II 41/2).

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3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte – zu welchen 
auch beratende Ärzte eines Versicherungsträgers zählen (Entscheid des 
BGer vom 15. April 2021, 8C_672/2020, E. 2.3) – kommt Beweiswert zu, 
sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in 
sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 
bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2021 UV Nr. 34 S. 154 E. 
2.3). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten 
versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht 
dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhän-
giger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines 
externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 
V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; 
Entscheid des BGer vom 15. April 2021, 8C_672/2020, E. 2.3).

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin-
tergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2022, UV/21/844, Seite 10

3.4 Die Beurteilung von Dr. med. E.________ vom 24. August 2021 
(act. II 41) erfüllt die höchstrichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.3 
hiervor) und erbringt vollen Beweis. Dass die beratende Ärztin keine klini-
sche Exploration der Beschwerdeführerin durchgeführt hat (vgl. Beschwer-
de S. 6), ist nicht zu beanstanden, konnte sie sich aufgrund der medizini-
schen Akten einschliesslich der bildgebenden Abklärungen doch ein ge-
samthaft lückenloses Bild verschaffen, womit die Voraussetzungen für ei-
nen rechtsgenüglichen Aktenbericht erfüllt sind (vgl. E. 3.3 hiervor). Zudem 
kann rechtsprechungsgemäss insbesondere (auch) die Kausalität im Rah-
men eines Aktenberichts erörtert werden (Entscheid des BGer vom 9. No-
vember 2011, 8C_383/2011, E. 4.2). Die beratende Ärztin hat sich in ihrer 
Beurteilung in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit den ge-
sundheitlichen Befunden und Beschwerden auseinandergesetzt und hat 
ihre Schlussfolgerung insbesondere auch auf die bildgebenden Untersu-
chungen gestützt.

Dr. med. E.________ hat nachvollziehbar und schlüssig begründet, wes-
halb die unfallkausalen Beschwerden nach spätestens drei Monaten aus-
geheilt waren, mithin der Status quo sine vel ante erreicht war bzw. – im 
Umkehrschluss – die weiterhin geklagten Beschwerden nicht (mehr) im 
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 19. Juni 2020 stehen. Sie begrün-
dete dies mit dem Umstand, dass es weder zu einer Commotio oder Con-
tusio cerebri noch zu einer HWS-Distorsion bzw. Mitbeteiligung der HWS, 
der LWS oder des Beckens gekommen sei. Nachvollziehbar und einleuch-
tend ging sie einzig von Kontusionen an der BWS, den Handgelenken, der 
Nase und am linken Ohr aus, wobei diese erfahrungsgemäss spätestens 
nach drei Monaten abgeklungen seien. Diese Beurteilung findet Rückhalt 
im Notfallbericht des Spitals C.________ vom 19. Juni 2020 (act. II 11). 
Darin führten die erstbehandelnden Arztpersonen als Diagnose eine Kon-
tusion der BWS, der beiden Handgelenke, der Nase und des linken Ohrs 
nach Auffahrunfall vom gleichen Tag auf. Weiter erwähnten diese, dass 
anamnestisch stets stabile Vitalparameter, leichte Schmerzen in beiden 
Handgelenken, im Liegen dann zusätzlich leichte Schmerzen über der 
BWS, ein leichtes Pfeifen bzw. leicht dumpfes Hören und leichte Schmer-
zen in der Nase bestanden hätten; eine Amnesie oder Bewusstlosigkeit 
sowie Symptome einer Contusio capitis verneinten sie bei GCS 15. Das 

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Becken bezeichneten sie als klinisch stabil. Am Gesicht/Kopf konnten sie 
keine Prellmarken feststellen, einzig eine leichte Druckdolenz über dem 
Nasenbein. Das Röntgen der BWS und des Nasenbeins ergab keine Hin-
weise auf eine ossäre Läsion. Sie bezeichneten die Mobilisation als pro-
blemlos unter nur minimen Schmerzen und den Allgemeinzustand bei Ent-
lassung nach Haus als gut. Die medizinischen Erstbehandler diagnostizier-
ten damit weder eine HWS-Distorsion noch erwähnten sie einen entspre-
chenden Verdacht, sondern stellten – wie erwähnt – einzig Kontusionen an 
der BWS, den Handgelenken, der Nase und dem linken Ohr fest. Dies kor-
reliert auch mit den Angaben der Beschwerdeführerin im Fragebogen "Ver-
kehrsunfall" vom 15. Juli 2020, wonach sie Beschwerden an Rücken, bei-
den Schultern und Handgelenken und der Nase verspüre (act. II 7/2). Auch 
der nachbehandelnde Hausarzt, Dr. med. D.________, diagnostizierte kei-
ne HWS-Distorsion und keinen Verdacht auf eine solche Verletzung. Er 
berichtete am 24. August 2020 im Rahmen des Heilungsverlaufs und des 
gegenwärtigen Befundes zwar von Nackenschmerzen, Schwindel, Kopf-
schmerzen frontal und Druckgefühl im Kopf, hielt als Diagnose die oberen 
Extremitäten betreffend jedoch bloss Muskelkontusionen am Nacken fest 
(act. II 21/1). Einzig im Bericht des Spitals F.________ vom 1. Februar 
2022 (act. I 3) und im Attest der Praxis G.________ vom 24. Februar 2022 
(act. I 4) – also erst mehr als zwanzig Monate nach dem Unfallereignis – 
wurde festgehalten, dass die persistierenden v.a. muskulären Beschwer-
den im Bereich der HWS gut den Folgen des Schleudertraumas zuzu-
schreiben seien. Diese unbestimmten und vagen Einschätzungen bzw. 
Vermutungen bilden jedoch keine zuverlässigen ärztlichen Angaben zur 
Begründung einer am 19. Juni 2020 erlittenen HWS-Distorsion. Zudem 
beruhen die Einschätzungen auf der in beweismässiger Hinsicht unzulässi-
gen Maxime "post hoc ergo propter hoc", wonach eine gesundheitliche 
Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach 
diesem aufgetreten ist (act. I 3/2 und act. I 4 "zuvor war die Patientin be-
schwerdefrei"; BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2016 UV Nr. 24 S. 78 
E. 7.2). Die beiden nach Erlass des angefochtenen Einspracheentscheides 
verfassten Berichte vermögen deshalb, soweit sie überhaupt zu berück-
sichtigen sind (vgl. SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4), keine auch nur gerin-
gen Zweifel an der Aktenbeurteilung von Dr. med. E.________ vom 
24. August 2021 (act. II 41) zu begründen. Eine HWS-Distorsion ist damit – 

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entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 5) – 
nicht erstellt. 

Des Weiteren offenbarten auch die zahlreichen bildgebenden Abklärungen 
keine unfallbedingten strukturellen Schäden. Die im Rahmen der Notfallbe-
handlung angefertigten Röntgen der BWS und des Nasenbeins ergaben 
keine Hinweise auf ossäre Läsionen (act. II 11/2). Dasselbe trifft auf die 
Röntgen des Sacrums, der LWS und des Thoraxes vom 7. Juli 2020 zu, 
welche keine ossären traumatischen Veränderungen am abgebildeten Ske-
lett zeigten (act. II 35/1). Die MRI der LWS und des Beckens vom 19. Juli 
2021 sowie dasjenige des linken Handgelenks vom 23. Juli 2021 waren 
unauffällig (act. II 37, 39). Dagegen offenbarten die MRI-Untersuchungen 
der HWS vom 21. Juli 2021, mit Chondrosen bei C2/3 bis C5/6 (act. II 38), 
und des Handgelenks rechts vom 26. Juli 2021, mit einem Ganglion 
(act. II 40/1), unfallfremde Veränderungen (vgl. PSCHYREMBEL, Klinisches 
Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 330, 630). 

Unter diesen Umständen überzeugt die Schlussfolgerung von Dr. med. 
E.________, dass die unfallkausalen Beschwerden (Kontusionen) nach 
spätestens drei Monaten nach dem Ereignis vom 19. Juni 2020 abgeklun-
gen waren. Dies auch vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführerin 
bereits wieder ab 12. Juli 2021 eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit attes-
tiert wurde (act. II 21) bzw. sie am 14. Juli 2021 ihre Arbeit schon wieder 
vollumfänglich aufnehmen konnte (act. II 7), mithin weniger als einen Monat 
nach dem Ereignis. Dass sich die beratende Ärztin auch auf medizinische 
Erfahrungswerte stützte (vgl. Beschwerde S. 8 ff.), ist nicht zu beanstan-
den, bezog sie sich doch allemal auf den konkreten Einzelfall der Be-
schwerdeführerin. Im Übrigen stellt die Datierung des Status quo sine vel 
ante von der Natur der Sache her eine (im ärztlichen Ermessen liegende) 
Schätzung dar (vgl. Entscheid des BGer vom 28. Februar 2019, 
8C_167/2018, E. 6.5). 

3.5 Der Sachverhalt ist damit hinreichend abgeklärt. Weitere medizini-
sche Sachverhaltserhebungen erübrigen sich in antizipierter Beweiswürdi-
gung (vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 
E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). Unerheblich ist, ob konkur-
renzierende Ursachen haben festgestellt werden können oder nicht (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2022, UV/21/844, Seite 13

Beschwerde S. 11). Der Unfallversicherer hat nicht den Beweis für unfall-
fremde Ursachen zu erbringen; entscheidend ist allein, ob die unfallbeding-
ten Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren 
haben, also dahingefallen sind. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfall-
versicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheits-
schaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller Ge-
sundheit sei (Entscheid des BGer vom 22. Juli 2019, 8C_68/2019, E. 3.2).

Es braucht diesfalls auch nicht auf die Einwände der Beschwerdeführerin 
zum Zeitpunkt des Fallabschlusses eingegangen zu werden (Beschwerde 
S. 13 ff.). Denn liegen keine unfallkausalen Beschwerden mehr vor, ergibt 
sich ohne Weiteres, und namentlich ohne dass auch noch auf die Grund-
sätze zum Fallabschluss (im Sinne des Übergangs von den vorübergehen-
den Leistungen Heilbehandlung und Taggeld zu den – allfälligen – An-
sprüchen auf Invalidenrente und Integritätsentschädigung; vgl. dazu Art. 19 
Abs. 1 UVG) einzugehen wäre, dass kein Leistungsanspruch aus dem Un-
fall mehr besteht (Entscheid des BGer vom 25. April 2012, 8C_237/2012, 
E. 5).

3.6 Nach dem Dargelegten verneinte die Beschwerdegegnerin einen 
über den 30. September 2020 hinausgehenden Anspruch auf Unfallversi-
cherungsleistungen zu Recht. Damit ist der angefochtene Einspracheent-
scheid vom 5. November 2021 (act. II 45) nicht zu beanstanden und die 
dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben. 

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht weder für die unter-
liegende Beschwerdeführerin noch für die obsiegende Beschwerdegegne-
rin ein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG; BGE 126 V 143 E. 4a S. 150).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2022, UV/21/844, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Helsana Unfall AG
- Bundesamt für Gesundheit

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.