# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e3d28c8-a55f-5528-8bbc-9c3ce9b40fa9
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-01-08
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 08.01.2019 460 18 195
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-18-195_2019-01-08.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

8. Januar 2019 (460 18 195) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafrecht 

 

Eventualvorsätzlich versuchte schwere Körperverletzung 

 

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung genügen Faustschläge gegen den Kopf allein 

nicht zwingend für die Annahme einer (versuchten) schweren Körperverletzung, sondern es müs-

sen weitere Umstände hinzukommen. Massgeblich sind insbesondere die Heftigkeit des Schlags 

und die Verfassung des Opfers. Bei Faustschlägen und Fusstritten in den Kopfbereich eines am 

Boden liegenden Opfers – selbst wenn sich dieses zusammenrollt und den Kopf mit den Händen 

zu schützen versucht – entspricht es der allgemeinen Lebenserfahrung, dass diese zu schwer-

wiegenden Beeinträchtigungen der körperlichen Integrität führen können und damit – je nach 

Verletzung – eine versuchte schwere oder vollendete schwere Körperverletzung darstellen. Kopf-

stösse erlauben selbst bei einer generell abstrakten Eignung für eine schwere Körperverletzung 

nicht ohne weiteres den Schluss, der Täter habe (eventual-)vorsätzlich hinsichtlich einer schwe-

ren Körperverletzung gehandelt. Die Körperverletzung muss vielmehr mit einem Tatmittel (Gift, 

Waffe oder ein anderer gefährlicher Gegenstand) verübt werden, das ein hohes Risiko einer 

schweren Körperverletzung bewirkt. Da Körperteile wie Arme und Beine oder Schultern nicht als 

gefährliches Werkzeug gelten, müssen bei abstrakt lebensgefährlichen Tathandlungen ohne Tat-

werkzeuge weitere Umstände hinzutreten, die im konkreten Fall auf den Eintritt und die Inkauf-

nahme einer schweren Verletzung schliessen lassen. Als schwere Körperverletzung gelten nur 

ganz erhebliche Beeinträchtigungen, deren Eintritt und damit Inkaufnahme nicht leichthin ange-

nommen werden können (Erw. 1.6.6.2). 

 

Im vorliegenden Fall gab es zum vornherein keinen Kopfstoss, kein Werfen gegen ein Bushäus-

chen und keine zweimaligen Faustschläge ins Gesicht, nachdem die Privatklägerin zweimal zu 

Boden gegangen war. Es ist zudem nicht von einer besonderen Heftigkeit der Faustschläge aus-

zugehen. Abgesehen davon hatte die Körperverletzung keinen einzigen Tag Arbeitsunfähigkeit 

der Privatklägerin zur Folge. Es ist nicht bekannt, wie heftig die Privatklägerin ihren Kopf am 

Nachttisch angeschlagen hat, und ob der Beschuldigte dies wollte bzw. in Kauf nahm. Im Zweifel 

ist nicht davon auszugehen. Jedenfalls erfolgten die Faustschläge nicht unvermittelt, befanden 

sich doch die beiden Protagonisten in einer laufenden wechselseitigen körperlichen Auseinan-

dersetzung. Des Weiteren ist weder eine überdurchschnittliche körperliche Konstitution des Be-

schuldigten noch ein eingeschränktes Reaktionsvermögen der Privatklägerin anzunehmen. 

Ebenso wenig ist aktenkundig, dass der Beschuldigte neben seinen Fäusten irgendeinen Gegen-

stand zum Schlagen einsetzte. Schliesslich stehen weder zusätzliche Fusstritte gegen den Kopf 

der Privatklägerin zur Diskussion noch lag diese während den Faustschlägen auf dem Boden. 

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Ebenso ist unbestritten, dass der Beschuldigte umgehend von der Privatklägerin abgelassen hat, 

als diese ihm sagte, sie müsse zur weinenden gemeinsamen Tochter gehen (Erw. 1.6.6.2). In 

casu ist der Beschuldigte nicht der versuchten schweren, sondern der einfachen Körperverlet-

zung (zum Nachteil eines Ehegatten) schuldig zu sprechen (Erw. 1.6.7). 

 

 

 

 
 

Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Stephan Gass (Ref.), Richterin          

Helena Hess; Gerichtsschreiberin Manuela Illgen 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,                                         

Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 

4132 Muttenz,  

Anklagebehörde 

 

A.___,  

vertreten durch Advokatin Margrit Wenger, Bärenfelserstrasse 41, 

4057 Basel,  

Privatklägerin 

  

gegen 

 

 B.___,  

vertreten durch Advokatin Regula Steinemann, substituiert durch    

Advokat Christoph Balmer, Gerbergasse 26, Postfach 644,         

4001 Basel,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

Gegenstand Versuchte schwere Körperverletzung etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts vom 1. März 2018 

 

 

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A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 1. März 2018 wurde B.___ der versuch-

ten schweren Körperverletzung schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe 

von 9 Monaten, bei einer Probezeit von 2 Jahren, unter Anrechnung der vom 10. Januar 2016 bis 

zum 25. Mai 2016 ausgestandenen Untersuchungshaft von 137 Tagen, verurteilt, in Anwendung 

von Art. 122 Abs. 1 und 2 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, 

Art. 44 Abs. 1 StGB sowie Art. 51 StGB (Dispositiv-Ziffer 1). Demgegenüber wurde B.___ vom 

Vorwurf der mehrfachen Drohung, der Nötigung sowie der Sachbeschädigung freigesprochen 

(Dispositiv-Ziffer 2). Des Weiteren wurde B.___ verurteilt, A.___ Fr. 595.75 (Kapital: Fr. 537.45 

zuzüglich Zins zu 5% seit dem 10. Januar 2016) als Schadenersatz und Fr. 2'216.90 (Kapital: 

Fr. 2'000.-- zuzüglich Zins zu 5% seit dem 10. Januar 2016) als Genugtuung zu bezahlen. Die 

Mehrforderung wurde abgewiesen (Dispositiv-Ziffer 3). Die Sicherheitsleistung in der Höhe von 

Fr. 10'000.-- wurde gemäss Art. 240 Abs. 1 StPO als der Staatskasse verfallen erklärt. Sie wurde 

in Anwendung von Art. 240 Abs. 4 StPO im Umfang von Fr. 2'812.65 zur Deckung der Ansprüche 

der Geschädigten verwendet. Der verbleibende Überschuss von Fr. 7'187.35 wurde an die Ver-

fahrenskosten angerechnet (Dispositiv-Ziffer 4). Des Weiteren wurde angeordnet, dass 1 Blister 

mit 6 Pillen des Medikamentes „Bensedin“ 5 mg (Diazepam) als Aktenbestandteil bei den Akten 

verbleibt (Dispositiv-Ziffer 5). Zudem wurde die Ausrichtung des Honorars an die amtliche Vertei-

digerin aus der Gerichtskasse angeordnet, wobei die Festsetzung dessen Höhe ad separatum 

verwiesen wurde (Dispositiv-Ziffer 6). Das Honorar der unentgeltlichen Rechtsbeiständin von 

A.___ wurde in der Höhe von Fr. 5'174.70 (inkl. Auslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse 

entrichtet (Dispositiv-Ziffer 7). Schliesslich wurden die Verfahrenskosten, bestehend aus den 

Kosten des Vorverfahrens von Fr. 19'807.75, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von 

Fr. 1'600.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 6'000.--, nach Abzug der gemäss Ziffer 4 an die Ver-

fahrenskosten anzurechnenden Fr. 7'187.35, B.___ auferlegt. Zufolge offensichtlicher Unein-

bringlichkeit wurde gemäss Art. 425 StPO auf die Geltendmachung dieser Forderung verzichtet 

(Dispositiv-Ziffer 8).  

 

B. Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, vertreten durch Rechtsanwältin Regula Stei-

nemann, mit Eingabe vom 21. März 2018 die Berufung an. In seiner Berufungserklärung vom 

1. Juni 2018 beantragte der Beschuldigte, (1.) er sei vom Vorwurf der versuchten schweren Kör-

perverletzung freizusprechen und stattdessen wegen einfacher Körperverletzung zu verurteilen, 

(2.) die Schadenersatz- und Genugtuungsforderung der Privatklägerin sei abzuweisen, (3.) die 

ausgesprochene Strafe sowie die dem Beschuldigten auferlegten erstinstanzlichen Kosten seien 

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zu reduzieren und (4.) dem Beschuldigten sei eine angemessene Entschädigung für die unge-

rechtfertigte Haft zu entrichten. In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellte der Beschuldigte das Be-

gehren, es sei für das Berufungsverfahren die amtliche Verteidigung durch Advokatin Regula 

Steinemann zu bestätigen. Sodann präzisierte der Beschuldigte seine Rechtsbegehren in seiner 

Berufungsbegründung vom 31. August 2018 wie folgt: (1.) Er sei in Abänderung des Urteils des 

Strafgerichts vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung freizusprechen, (2.) er sei 

stattdessen wegen einfacher Körperverletzung zu verurteilen, (3.) es sei die Schadenersatzfor-

derung der Privatklägerin von Fr. 537.45 zuzüglich 5% Zins seit dem 10. Oktober 2016 abzuwei-

sen, (4.) es sei die Genugtuungsforderung der Privatklägerin von Fr. 2‘000.-- zuzüglich 5% Zins 

seit dem 10. Oktober 2016 abzuweisen, (5.) es sei dem Beschuldigten eine angemessene Ent-

schädigung für die ungerechtfertigte Haft zuzusprechen, (6.) es sei die Sicherheitsleistung in der 

Höhe von Fr. 10‘000.-- freizugeben, (7.) es sei dem Beschuldigten die amtliche Verteidigung mit 

Rechtsanwältin Regula Steinemann zu bestätigen bzw. zu bewilligen, (8.) unter o/e Kostenfolge 

zu Lasten des Staates. 

 

C. Demgegenüber begehrte die Staatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme vom 6. November 

2018, (1.) es sei die Berufung des Beschuldigten abzuweisen und das Urteil des Strafgerichts 

vom 1. März 2018 sei vollumfänglich zu bestätigen, (2.) es sei der Beschuldigte zur Verhandlung 

zu laden und durch das Kantonsgericht zu befragen.  

 

D. Auch die Privatklägerin A.___, vertreten durch Advokatin Margrit Wenger, schloss in ihrer 

Stellungnahme vom 8. November 2018 auf (1.) vollumfängliche Abweisung der Berufung und 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils, (2.) unter o/e Kostenfolge bzw. es sei der Privatklägerin 

auch im vorliegenden Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. 

 

E. Mit verfahrensleitender Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Straf-

recht, vom 2. Juli 2018 wurde unter anderem für das Berufungsverfahren Advokatin Regula Stei-

nemann als amtliche Verteidigerin des Beschuldigten eingesetzt.  

 

F. Mit weiterer kantonsgerichtlicher Verfügung vom 12. November 2018 wurde unter anderem 

der Privatklägerin die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokatin Margrit Wenger für das zweitin-

stanzliche Verfahren bewilligt. Des Weiteren wurde der Beschuldigte von der persönlichen Teil-

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nahme an der Berufungsverhandlung dispensiert. Schliesslich wurden die Parteien darauf hinge-

wiesen, dass ohne Gegenbericht bis zum 23. November 2018 (nicht erstreckbar) die Berufung 

gestützt auf Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO im schriftlichen Verfahren behandelt und das Urteil des 

Berufungsgerichts den Parteien schriftlich eröffnet wird. 

 

G. Sodann wurde mit Verfügung vom 28. November 2018 festgestellt, dass keine Partei innert 

Frist die Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung beantragt hat und gestützt auf 

Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO die Behandlung der Berufung im schriftlichen Verfahren sowie die 

schriftliche Urteilseröffnung angeordnet. Des Weiteren erhielten die Parteien die Gelegenheit, bis 

zum 17. Dezember 2018 (nicht erstreckbar) ihre Honorarnoten einzureichen. Schliesslich wurde 

der Schriftenwechsel geschlossen. 

 

 

Erwägungen 

I. Formelles 

Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, 

mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Gestützt auf Art. 398 

Abs. 3 StPO können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Über-

schreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), 

die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie Unangemessenheit 

(lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend über-

prüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Vorliegend macht der Beschuldigte unrichtige Feststellungen 

des Sachverhalts und damit einhergehend Rechtsverletzungen geltend. Die Legitimation des Be-

schuldigten zur Berufung ergibt sich aus Art. 382 Abs. 1 StPO. Nach Art. 399 Abs. 1 und 3 StPO 

ist die Berufung zunächst dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Ur-

teils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen 

seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. 

Aus den Akten (act. S251) ergibt sich, dass das Urteilsdispositiv des Strafgerichts dem Beschul-

digten am 12. März 2018 zugestellt worden ist. Mit seiner Berufungsanmeldung vom 21. März 

2018 (vgl. act. S371) hat der Beschuldigte die zehntägige Frist gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO 

eingehalten. Auch die Frist zur Berufungserklärung gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO wurde vorlie-

gend gewahrt: Das begründete Urteil des Strafgerichts wurde dem Beschuldigten am 14. Mai 

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2018 zugestellt (act. S293), und mit Datum vom 1. Juni 2018 hat der Beschuldigte die Berufungs-

erklärung eingereicht. Was die Form betrifft, so erfüllen die Eingaben des Beschuldigten die An-

forderungen von Art. 385 Abs. 1 StPO. Schliesslich ergibt sich die Zuständigkeit der Dreierkam-

mer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurteilung der vorlie-

genden Berufung aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Es ist demnach 

auf die Berufung des Beschuldigten einzutreten. 

 

 

II. Gegenstand der Berufung 

Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in 

den angefochtenen Punkten. Aufgrund des Gegenstandes der Berufung des Beschuldigten ste-

hen vorliegend der Schuldspruch und die Strafzumessung (Dispositiv-Ziffer 1), die Zivilforderun-

gen (Dispositiv-Ziffer 3), die Sicherheitsleistung (Dispositiv-Ziffer 4) sowie die Auferlegung der 

Verfahrenskosten der ersten Instanz (Dispositiv-Ziffer 8) des Urteils des Strafgerichts vom 1. März 

2018 zur Disposition, weshalb dieses Urteil als teilweise i.S.v. Art. 399 Abs. 3 lit. a und Abs. 4 

StPO angefochten gilt. Alle übrigen Punkte des vorinstanzlichen Urteils sind mangels Ergreifens 

eines Rechtsmittels allesamt per Urteilstag in Rechtskraft erwachsen (Art. 437 Abs. 1 lit. a und 

Art. 437 Abs. 2 StPO). Zusätzlich beantragt der Beschuldigte eine Haftentschädigung, was sepa-

rat zu prüfen ist. 

 

Laut Art. 391 Abs. 2 StPO darf die Rechtsmittelinstanz Entscheide nicht zum Nachteil der be-

schuldigten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen worden ist 

(Verbot der "reformatio in peius"). Diese Konstellation liegt in casu vor, zumal die Staatsanwalt-

schaft und die Privatklägerin weder Berufung noch Anschlussberufung erhoben haben. Das Kan-

tonsgericht kann daher das Urteil des Strafgerichts vom 1. März 2018 sowohl punkto Schuldsprü-

che als auch bezüglich der auszufällenden Strafe entweder bestätigen oder zu Gunsten des Be-

schuldigten mildern (bis hin zu einem vollständigen Freispruch). Hingegen ist es dem Kantons-

gericht verwehrt, die Schuldsprüche zu Lasten des Beschuldigten auszudehnen oder die Strafe 

zu verschärfen. 

 

 

 

 

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III. Die angefochtenen Punkte im Einzelnen 

1. Versuchte schwere Körperverletzung 

1.1 Die Staatsanwaltschaft schilderte in ihrer rektifizierten Anklageschrift vom 27. Juli 2017 un-

ter dem Titel „Vorgeschichte“ zusammenfassend, dass der Beschuldigte und die Privatklägerin 

seit dem aa.bb.cccc verheiratet sind und eine gemeinsame Tochter, C.___, geboren am 

xx.yy.zzzz, haben. Sodann wird im Anklagesachverhalt ausgeführt, dass es zwischen den Par-

teien - vermutlich wegen des Alkohol- und Medikamentenkonsums des Beschuldigten - mehrfach 

zu Auseinandersetzungen gekommen sei, so auch am Abend des 9. Januar 2016, als der Be-

schuldigte ein Fussballturnier in D.___ besucht und reichlich Bier konsumiert habe: „(…) ln der 

Absicht oder zumindest in Kaufnahme, A.___ lebensgefährlich zu verletzen oder eine andere 

schwere Schädigung ihres Körpers zu verursachen, ging der Beschuldigte wissentlich und wil-

lentlich wie folgt vor: 1. Der Beschuldigte verhinderte, dass A.___ das Mobiltelefon nahm, indem 

er sie mit beiden Händen an den Oberarmen packte und mit Gewalt zu Boden stiess, wobei sich 

A.___ beim Fallen an einem Nachttisch den Hinterkopf heftig anstiess und „Sterne sah“. Als A.___ 

am Boden lag, schlug der Beschuldigte mit Fäusten auf sie ein, wobei er ihr gezielte und kräftige 

Schläge auf den Kopf und ins Gesicht sowie auf ihren Oberarm versetzte. Danach packte er sie 

und warf sie aufs Bett. Dort kniete er mit gespreizten Beinen über sie, fixierte ihre Hände bzw. 

Arme mit seinen Knien und schlug weiter auf sie ein. Sie versuchte sich gegen den Beschuldigten 

zu wehren, jedoch infolge der körperlichen Überlegenheit und Stärke des Beschuldigten sowie 

ihrer liegenden Position, ohne Erfolg. Der Beschuldigte fragte sie zudem immer wieder: „Willst 

Du das Telefon? Willst Du die Polizei rufen? Willst Du das Telefon? Sag!?“. 2. Danach begann er 

plötzlich A.___ mit einer Hand oder mit beiden Händen um den Hals zu würgen und mit zwei 

Fingern ihren Mund zuzuhalten, so dass sie keine Luft mehr bekam und das Gefühl hatte, als ob 

sie unter Wasser gewesen wäre. Eventualiter: Plötzlich begann der Beschuldigte mit seinen Hän-

den den Kopf von A.___ zu drehen, wobei er sie mit einer Hand oder beiden Händen am Hals 

und ihrem Unterkiefer festhielt, weshalb A.___ kaum mehr atmen konnte und fast keine Luft mehr 

bekam. 3. Als ihm dann die Finger über den Mund nach oben abrutschten, konnte A.___ ihm 

sagen: „lch verstick, ich bechumm kei Luft meh!“ Der Beschuldigte antwortete: „Genau das will 

ich.“ A.___ sagte zudem: “Du bringsch mi um!“, worauf der Beschuldigte ohne Rücksicht auf das 

Flehen der ihm unterlegenen A.___ zu nehmen, ihr antwortete: „lch will Di umbringe!“. lndem der 

Beschuldigte wissentlich und willentlich A.___ mit seinen Händen packte und an ihrem Arm fest-

hielt, sie zu Boden stiess, weshalb sie ihren Hinterkopf anschlug, mit seinen Fäusten gezielt ge-

gen ihren Kopf und ihr Gesicht sowie ihren Oberarm schlug, fügte er ihr eine Hautunterblutung 

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am linken Unterarm und eine Farbveränderung der Haut am linken Oberschenkel, Hauteinblutun-

gen an beiden Wangen und an der linken Oberarmvorderseite, Hauteinblutungen an der Rück-

seite der linken Schulter und an der linken Oberarmaussenseite, an beiden Unterarmen, an der 

Vorderseite der linken Schulter und am rechten Oberarm sowie Hautrötungen am rechten Ober-

arm, an der Stirn und an der linken Gesässhälfte sowie eine Hautunterblutung am linken Unter-

arm zu. lndem der Beschuldigte A.___ am Hals bzw. am Unterkiefer festhielt und würgte, verur-

sachte er ihr Hautrötungen an der linken Halsseite. Weiter rief der Beschuldigte eine erhöhte und 

unmittelbare Gefahr einer schweren Verletzung oder sogar einer tödlichen Verletzung von A.___ 

hervor, da er durch den von ihm verursachten Sturz und den Aufschlag des Kopfes von A.___ 

sowie die massiven und unkontrollierten Schläge gegen ihren Kopf und ihr Gesicht lebensbe-

drohliche Blutungen im Schädelinneren oder Knochenbrüche hätte verursachen können. Es hing 

nur vom Zufall ab, dass der Beschuldigte A.___ nicht lebensgefährlich oder auf andere Weise 

schwer am Körper verletzte. Eventualiter: Durch das in den Ziffern 1-3 geschilderte rücksichtslose 

und skrupellose Vorgehen brachte der Beschuldigte A.___ wissentlich und willentlich in unmittel-

barer Lebensgefahr. Subeventualiter: Bei seinem in den Ziffern 1-3 geschilderten Vorgehen war 

dem Beschuldigten bewusst und er nahm zumindest in Kauf, dass er A.___ hätte töten können, 

weil er beim Würgen den von ihm ausgeübten Druck gegen den Hals nicht kontrollieren konnte, 

wodurch er eine nicht steuerbare Durchblutungsstörung und eine tödliche Hirnschädigung hätte 

verursachen können. Es hing nur vom Zufall ab, dass der Beschuldigte A.___ durch den Stoss 

und die heftigen und unkontrollierten Schläge gegen den Kopf kombiniert mit dem Angriff gegen 

den Hals nicht tötete. Als der Beschuldigte A.___ würgte und ihren Mund zuhielt, weshalb A.___ 

Atemnot hatte, wobei er ihr zudem sagte: „lch bringe Dich um“ (…) Zu diesem Zeitpunkt fing die 

gemeinsame Tochter, C.___, geb. xx.yy.zzzz, die in ihrem Zimmer schlief, an, zu weinen, was, 

eventualiter war es ein anderer unbekannt gebliebener Grund, den Beschuldigten kurz irritierte, 

weshalb er von seinem ursprünglichen Vorhaben, A.___ zu verletzen oder zu töten, absah, und 

den Druck um ihren Hals lockerte und zum Schluss seine Hände von deren Hals nahm, woraufhin 

A.___ ihn ein wenig von sich wegschubsen und aufstehen konnte. Da der Beschuldigte sie nicht 

losliess, bat sie ihn weinend und mit den Worten: „Lass mich runter zu gehen! C.___ weint.“ sie 

loszulassen. Der Beschuldigte leistete dieser Bitte von A.___ zuerst keine Folge und hielt sie 

weiterhin an einer unbekannten Stelle ihres Körpers fest. Kurze Zeit darauf liess er sie dann doch 

los und A.___ verliess die Galerie (…), nahm die Tochter auf den Arm und verliess mit ihr in 

Socken und Pyjama die Wohnung durch die Wohnungstür  (…)“. 

 

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1.2 Das Strafgericht führte hinsichtlich des Sachverhalts mit Blick auf die Aussagen der Be-

teiligten aus, der Beschuldigte stelle Tätlichkeiten seinerseits gegenüber der Privatklägerin nicht 

in Abrede. Allerdings stelle er es so dar, als ob es zu einer tätlich geführten gegenseitigen Aus-

einandersetzung gekommen sei, wobei er sich nicht erinnern könne, auch Fäuste eingesetzt zu 

haben. Die Privatklägerin ihrerseits beschreibe den Vorfall so, als ob ihr Ehemann wie von Sinnen 

auf sie eingeschlagen, sie gewürgt und mit dem Tod bedroht habe. Die gutachterlichen Schluss-

folgerungen widersprächen jedoch beiden Darstellungen. Vielmehr stehe fest, dass der Beschul-

digte der Privatklägerin nicht „nur“ Ohrfeigen geschlagen habe. Andererseits sei aufgrund des 

Verletzungsbildes der Privatklägerin nicht davon auszugehen, dass der Beschuldigte wie ein 

Wahnsinniger auf sie eingeschlagen habe. Bei der Rekonstruktion des Vorgefallenen sei auf die 

rechtsmedizinischen Gutachten betreffend beide Parteien abzustellen. Die Angaben des Be-

schuldigten, es sei zu einer gegenseitig geführten tätlichen Auseinandersetzung gekommen, er-

schienen als plausibel, seien bei ihm doch Verletzungen gefunden worden, welche infolge einer 

tätlichen Auseinandersetzung (wie auch akzidentiell) entstanden sein könnten. Davon sei in Be-

achtung des Grundsatzes „in dubio pro reo“ auszugehen. Allerdings sei aufgrund der Verletzun-

gen der Privatklägerin auch nachgewiesen, dass es sich um eine ungleich geführte tätliche Aus-

einandersetzung gehandelt haben müsse. Dass es in dieser Nacht zu einer Situation gekommen 

sei, welche weit über das in dieser Beziehung Übliche hinausgegangen sei, erhelle überdies aus 

dem Umstand, dass die Privatklägerin in einer Winternacht zusammen mit ihrer keine zwei Jahre 

alten Tochter die Wohnung verlassen und bei einer Nachbarin Unterschlupf gesucht habe. Es sei 

somit erstellt, dass der Beschuldigte seiner Ehefrau mehrere Male, wohl mindestens viermal, mit 

der Faust ins Gesicht geschlagen habe (vgl. S. 8 f. des angefochtenen Urteils). 

 

In rechtlicher Hinsicht wertete das Strafgericht die Tatsache, dass der Beschuldigte die Privatklä-

gerin mehrere Male, mindestens viermal, mit der Faust ins Gesicht geschlagen habe, als ver-

suchte schwere Körperverletzung gemäss Art. 122 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB. Zur 

Begründung stützte sich die Vorinstanz auf das rechtsmedizinische Gutachten des Instituts für 

Rechtsmedizin (IRM) E.___ vom 15. Februar 2016, wonach bei Faustschlägen gegen den Kopf 

von einer potentiellen Lebensgefahr ausgegangen werden müsse, da es zu Blutungen im Schä-

delinneren oder zu Knochenbrüchen kommen könne, welche lebensbedrohlich verlaufen könn-

ten. Mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Annahme von schwerer Körperver-

letzung, insbesondere auf den Entscheid 6B_161/2011 vom 23. Juni 2011, liege vorliegend eine 

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vergleichbare Situation vor, da der Beschuldigte seiner Ehefrau nicht nur einen einzelnen, son-

dern im Verlaufe einer heftigen Auseinandersetzung mehrere Faustschläge ins Gesicht verab-

reicht habe. Mit jedem zusätzlichen Schlag nehme die Wahrscheinlichkeit von lebensgefährlichen 

Verletzungen zu. Angesichts der mindestens vier Faustschläge, welche der Beschuldigte seiner 

Ehefrau ins Gesicht versetzt habe, habe sich ihm die Möglichkeit des Erfolgseintritts derart auf-

drängen müssen, dass sein Verhalten nur so verstanden werden könne, dass er diesen in Kauf 

genommen habe. Wer, wie der Beschuldigte dies getan habe, einem Menschen mehrmals mit 

der Faust ins Gesicht schlage, der nehme zudem nicht nur in Kauf, jenen lebensgefährlich zu 

verletzen, sondern insbesondere auch, ein Auge oder beide Augen irreversibel zu schädigen. 

Aufgrund der sich in den Akten befindenden Abbildungen der von der Privatklägerin erlittenen 

Verletzungen sei erstellt, dass der Beschuldigte unter anderem auch in die unmittelbare Umge-

bung des rechten Auges geschlagen habe. Die Gefahr einer irreversiblen Schädigung dieses 

Organs sei deshalb derart nahe gelegen, dass sich der Schluss, der Beschuldigte habe dieses 

Ergebnis in Kauf genommen, geradezu aufdränge (vgl. S. 9-11 des angefochtenen Urteils). 

 

1.3 Demgegenüber vertritt der Beschuldigte in seiner Berufungsbegründung vom 31. August 

2018 die Auffassung, es sei zwar unbestritten, dass es am 9. Januar 2016 zwischen ihm und der 

Privatklägerin zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung gekommen sei, aus welcher beide 

Parteien Verletzungen davongetragen hätten. Bemerkenswert sei jedoch, dass man die Privat-

klägerin noch in der gleichen Nacht medizinisch untersucht habe, währenddem dies beim Be-

schuldigten erst zwei Tage später erfolgt sei. Ob und welche zusätzlichen zum Gutachten fest-

gestellten Verletzungen beim Beschuldigten entstanden, jedoch bis zum Zeitpunkt der Untersu-

chung bereits wieder verheilt seien, sei nicht mehr nachweisbar. Fest stehe jedoch, dass die 

Ausführungen der Privatklägerin zum Tathergang, der Beschuldigte habe wie ein Wahnsinniger 

auf sie eingeschlagen und sie mit beiden Händen gewürgt, nicht mit den gutachterlichen Schlüs-

sen vereinbar und vom Beschuldigten stets bestritten worden seien. Gutachterlich erwiesen seien 

lediglich zwei Faustschläge und möglicherweise zwei weitere Verletzungen. Insgesamt seien die 

erlittenen Verletzungen gemessen an einer Bewertungsskala für die Schwere von Verletzungen 

zwischen 0 und 6 mit 1 als leicht zu qualifizieren. Dennoch habe die Vorinstanz einen Schuld-

spruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung gefällt, was auch in rechtlicher Hinsicht zu 

rügen sei. Der vorliegende Fall sei in tatsächlicher Hinsicht nicht mit dem Sachverhalt gemäss 

dem von der Vorinstanz erwähnten Entscheid des Bundesgerichts 6B_161/2011 vom 23. Juni 

2011 vergleichbar. Des Weiteren seien die pauschalen Ausführungen des Gutachtens betreffend 

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die Gefährlichkeit von Faustschlägen unbegründet und mit den strafrechtlichen Grundsätzen 

nicht vereinbar. Die dort gemachten medizinischen Aufschlüsse vermögen die tatsächliche und 

rechtliche Beurteilung der Gefährlichkeit des Kopfstosses im Einzelfall nicht zu ersetzen. Abge-

sehen davon gehe selbst das Bundesgericht davon aus, dass das Risiko ernster und potentiell 

lebensbedrohender Verletzungen bei Stössen auf den Kopf vergleichsweise gering sei. Umso 

mehr erstaune, dass sich die Vorinstanz von jenen Ausführungen leiten lasse und ihre Verurtei-

lung weitgehend damit begründe, dass mit der vorgeworfenen Handlung des Beschuldigten eine 

potentielle Lebensgefahr für die Privatklägerin einhergegangen sei. Wenn - wie vom Bundesge-

richt verlangt - bei abstrakt lebensgefährlichen Tathandlungen ohne Tatwerkzeuge weitere Um-

stände hinzutreten müssten, die im konkreten Fall auf den Eintritt und die Inkaufnahme einer 

schweren Verletzung schliessen liessen, so seien solche Umstände vorliegend nicht einschlägig, 

weshalb das Urteil der Vorinstanz aufzuheben sei. Selbst wenn davon auszugehen sei, dass der 

Beschuldigte hinsichtlich einer potentiellen Lebensgefahr eventualvorsätzlich gehandelt habe, 

würde dies dessen Aussagen widersprechen. Er habe die Privatklägerin zwar ohrfeigen wollen, 

jedoch aufgrund früherer operativer Eingriffe eine Verletzung ihrer Nase zu verhindern beabsich-

tigt. Eine solche Verletzung sei bei der Privatklägerin nicht festgestellt, sondern dargelegt worden, 

dass es sich im Übrigen nicht um Verletzungen gehandelt habe, die für ein gezieltes Vorgehen 

im Sinne einer absichtlichen Lebensgefährdung sprechen würden. Vielmehr lege die Vorinstanz 

in ihrem Urteil selbst die körperliche Überlegenheit des Beschuldigten dar. Gerade diese Erklä-

rung zeige, dass es dem Beschuldigten ohne weiteres möglich gewesen wäre, die Privatklägerin 

effektiv lebensgefährlich zu verletzen, wenn er dies so habe erreichen wollen. Auch aus diesen 

Gründen seien dieVoraussetzungen für die Annahme eines Vorsatzes bzw. Eventualvorsatzes 

somit nicht gegeben, weshalb der Beschuldigte lediglich wegen einfacher Körperverletzung zu 

verurteilen sei (vgl. S. 4-8 der Berufungsbegründung). 

 

1.4 Die Staatsanwaltschaft wiederum macht in ihrer Stellungnahme vom 6. November 2018 

geltend, der vorliegende Sachverhalt sei entgegen der Auffassung des Beschuldigten durchaus 

mit der im genannten Bundesgerichtsentscheid 6B_161/2011 vom 23. Juni 2011 beschriebenen 

Situation vergleichbar. Der Beschuldigte habe die Privatklägerin zwar nicht gegen ein Bushäus-

chen, jedoch zuerst zu Boden gestossen, wobei sie ihren Hinterkopf am Nachttisch angeschlagen 

habe. Bereits durch diesen Stoss hätte er sie schwer verletzen können, da der Aufschlag des 

Kopfes auf einem harten bzw. kantigen Gegenstand zu schwerwiegenden Kopf- bzw. Rücken-

verletzungen hätte führen können. Danach habe der Beschuldigte die Privatklägerin gepackt und 

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aufs Bett geworfen. Er habe über sie gekniet und sie unter anderem am Hals festgehalten. Dabei 

habe er zugedrückt, weshalb die Privatklägerin kaum noch habe atmen können. Zudem habe er 

aus nächster Nähe mehrfach und gezielt mit der Faust gegen ihren Kopf geschlagen. Die Aus-

sage des Beschuldigten, wonach er sie lediglich habe ohrfeigen wollen, sei als Schutzbehauptung 

zu werten. Es sei nicht glaubhaft, dass der Beschuldigte unter diesen Umständen in der Lage 

gewesen sei, seine Schläge und den von ihm ausgeübten Druck auf den Hals der Privatklägerin 

zu kontrollieren bzw. zu dosieren. Dem Beschuldigten müsse deshalb bewusst gewesen sein, 

dass er die Privatklägerin schwer verletzen könne, was er somit auch zumindest in Kauf genom-

men habe (vgl. S. 2 f. der Stellungnahme).  

 

1.5 Auch die Privatklägerin bestreitet in ihrer Stellungnahme vom 8. November 2018 die Aus-

führungen des Beschuldigten in seiner Berufung. Aus dem Bericht des IRM E.___ vom 7. April 

2016 gehe hervor, dass die Privatklägerin mindestens vier Faustschläge gegen den Kopf und 

einen gegen den Oberarm bekommen habe. Dies habe der Beschuldigte auch nicht in Abrede 

gestellt, er könne sich jedoch nicht mehr erinnern. Der Bericht des IRM werde durch die Aussagen 

der Privatklägerin bzw. die Vermutung des Beschuldigten bestätigt, dass er sie eben doch meh-

rere Male mit den Fäusten malträtiert habe. Schläge mit der Faust an den Kopf seien immer 

lebensgefährlich, umso mehr, wenn es mehrere in der Folge seien. Daran ändere nichts, dass 

sich die Privatklägerin gemäss Bericht des IRM zu keinem Zeitpunkt in einer unmittelbaren Le-

bensgefahr befunden habe. Gemäss genanntem Bericht müsse jedoch von einer potentiellen Le-

bensgefahr ausgegangen werden. Die Möglichkeit einer Lebensgefahr habe der Beschuldigte auf 

jeden Fall in Kauf genommen. Aus diesen Gründen sei der vorinstanzliche Schuldspruch wegen 

versuchter schwerer Körperverletzung zu bestätigen (vgl. S. 2 der Stellungnahme). 

 

1.6.1 Im vorliegenden Fall liegen folgende Beweise und Indizien vor: Hafteröffnungseinvernahme 

des Beschuldigten vom 11. Januar 2016 (act. 227 ff.), Einvernahmen des Beschuldigten vom 

10. Januar 2016 (act. 611 ff.) und vom 11. Mai 2016 (act. 653 ff.), Konfrontationseinvernahme 

des Beschuldigten und der Privatklägerin vom 14. März 2016 (act. 681 ff.), Einvernahme der 

Privatklägerin als Auskunftsperson vom 10. Januar 2016 (act. 669 ff.), Aussagen der Privatklä-

gerin anlässlich der Hauptverhandlung vor Strafgericht am 1. März 2018 (act. S163 ff.), Rapporte 

der Polizei Basel-Landschaft vom 13. Januar 2016 (act. 733 ff.) und 16. Februar 2016 (act. 747 

ff.), rechtsmedizinisches Gutachten des IRM E.___ betreffend die Privatklägerin vom 15. Februar 

2016 (act. 845 ff.), rechtsmedizinisches Gutachten des IRM E.___ betreffend den Beschuldigten 

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vom 8. Februar 2016 (act. 883 ff.) sowie rechtsmedizinisches Ergänzungsgutachten des IRM 

E.___ betreffend die Privatklägerin vom 7. April 2016 (act. 929 ff.). 

 

1.6.2 Der Beschuldigte gab anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 10. Januar 2016 (act. 

611 ff.) an, er habe „nichts Ernsthaftes“ mit seiner Frau vorgehabt; er hätte sie bis zum Eintreffen 

der Polizei „eigentlich fünf Mal umbringen können“ (act. 613). Er bestritt, die Privatklägerin um-

geworfen, mit den Fäusten geschlagen, sie gewürgt und mit dem Tod bedroht zu haben. Wenn 

er sie hätte umbringen wollen, hätte er es auch getan. Nachdem er fünf oder sechs Bier in der 

Bar getrunken habe, könne er nicht sagen, wie es zum Streit mit seiner Frau gekommen sei, und 

er wisse auch nicht mehr, was er an diesem Abend alles gemacht habe. Jedenfalls merke er, 

dass er selber Kratzspuren habe, welche vermutlich von den Fingernägeln seiner Frau stammten. 

Er wisse nicht, ob seine Frau irgendwelche Verletzungen aufweise. Der Beschuldigte bestreite 

nur nicht, dass er sich mit seiner Frau gestritten und geschlagen habe. Er wisse, dass er die 

Fäuste nicht gebraucht und seine Frau nicht gewürgt habe. Es könnte sein, dass er ihr eine Ohr-

feige gehauen oder dass er sie auch gekratzt habe, und es könnte sein, dass sie durch sein 

Wegstossen Spuren am Handgelenk habe (act. 621-627). In der Hafteröffnungseinvernahme vom 

11. Januar 2016 (act. 227 ff.) betonte der Beschuldigte, er habe mit seiner Frau eine „Schlägerei“ 

gehabt. Er bestreite nicht, dass er sie am Hals angefasst habe (act. 229). Mit „Schlägerei“ meine 

der Beschuldigte, dass sich zwei Personen schlagen und blaue Flecken davontragen. Am Hals 

habe er seine Frau nicht richtig angefasst, sondern nur gestossen, damit sie ihn nicht kratze. 

Soweit er sich erinnere, sei sie dann aufs Bett gefallen (act. 235). Anlässlich der Einvernahme 

vom 11. Mai 2016 (act. 653 ff.) schliesslich bestritt der Beschuldigte die Aussagen der Privatklä-

gerin. Es sei ihm in dem Moment nicht bewusst gewesen, dass er sie mit den Fäusten geschlagen 

habe; er könne sich daran nicht erinnern. Aber es sei möglich; dann tue es ihm wirklich sehr leid. 

Er habe ihr eine Ohrfeige verpasst, es sei zu einem Gedränge gekommen, und man habe sich 

gegenseitig geschlagen und gestossen. Dann seien beide aufs Bett gefallen, wo er erneut ver-

sucht habe, seiner Frau ein paar Ohrfeigen zu schlagen. Dabei habe er darauf geachtet, sie „auf 

keinen Fall“ an der Nase zu treffen, weil sie damit schon Probleme habe (act. 657). Der Beschul-

digte wiederholte, nie die Absicht gehabt zu haben, seine Frau umzubringen. Er habe sie am Kinn 

festgehalten, nicht aber am Hals gewürgt (act. 659). Zu seinem Zustand befragt gab der Beschul-

digte an, er sei bei Bewusstsein gewesen und habe nicht einen Moment gedacht, er werde oder 

wolle seine Frau umbringen. Er sei eigentlich sehr gut aufgelegt gewesen, als er nach Hause 

gekommen sei. Aber die Reaktion seiner Frau habe ihn wütend gemacht (act. 661).  

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Demgegenüber gab die als Auskunftsperson befragte Privatklägerin anlässlich ihrer Einvernahme 

vom 10. Januar 2016 (act. 669 ff.) zusammenfassend zur Deposition, der Beschuldigte habe sie 

derart heftig zu Boden geworfen, dass sie mit dem Hinterkopf an einem Nachttisch aufgeschlagen 

sei. Als sie am Boden gelegen sei, habe er mit den Fäusten in ihr Gesicht und auf ihren Kopf 

eingeschlagen. Dann habe er sie hochgehoben und aufs Bett geschmissen, sich mit den Beinen 

auf ihre Oberschenkel gekniet und ihr die Arme eingeklemmt. Er habe dann weiter mit den Fäus-

ten auf ihren Kopf und ihr Gesicht eingeschlagen. Zudem habe der Beschuldigte sie mit beiden 

Händen am Hals gewürgt; sie habe sich „wie unter Wasser“ gefühlt und gedacht, sie müsse ster-

ben. Der Beschuldigte sei „wie ein Psychopath“ gewesen (act. 673 f.). Im Rahmen der Hauptver-

handlung vor dem Strafgericht vom 1. März 2018 (Prot. Hauptverhandlung Strafgericht, act. S163 

ff.) bestätigte die Privatklägerin abermals ihre bisherigen Depositionen. Sie gab an, beim Ge-

würgtwerden habe sie gedacht, jetzt sei „fertig“ (act. S167). Sie sei damals 15 kg leichter gewe-

sen, als er sie gepackt und aufs Bett geworfen habe. Er habe ihr sicher mehr als vier Faustschläge 

verpasst. Während der Schläge habe sie „Blitze“ gesehen. Sie habe seither immer wieder Kopf-

schmerzen (act. S171).  

 

Im Rahmen der zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin am 14. März 2016 durchge-

führten Konfrontationseinvernahme (act. 681 ff.) schliesslich blieben die Parteien bei ihren jewei-

ligen Aussagen und bestritten diejenigen des jeweils anderen. Die Privatklägerin ergänzte, dass 

der Beschuldigte sie zuerst am Oberarm gepackt, bevor er sie dann zu Boden geworfen habe. 

Auch habe der Beschuldigte der Privatklägerin auf dem Bett die Beine und Arme fixiert. Beim 

Würgen habe er ihr gleichzeitig mit zwei Fingern den Mund zugehalten (act. 691). Der Beschul-

digte habe sie mit den Fäusten auf den Kopf geschlagen, so dass sie „Sterne“ gesehen habe. Er 

sei „wie ein Monster“ gewesen; er habe sich selbst immer mehr hineingesteigert und die Kontrolle 

über das Ganze verloren (act. 693). Demgegenüber betonte der Beschuldigte, er habe seine 

Handlungen kontrolliert, ansonsten die Privatklägerin nicht nur blaue Flecken und Kratzer davon-

getragen hätte (act. 693 f.). Ihr Leben sei zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen (act. 695). Er 

habe nie daran gedacht, sie umzubringen und habe das auch in Zukunft nicht vor. Er sei stärker 

als sie und habe sie mehr verletzt als sie ihn, was ihm leid tue und was er bereue (act. 697). 

 

1.6.3  Aus dem Rapport der Polizei Basel-Landschaft vom 13. Januar 2016 (act. 733 ff.) geht 

hervor, dass die Polizei auf Meldung einer Nachbarin hin zum Wohnort der Parteien ausgerückt 

sei (act. 733). Die Privatklägerin sei beim Eintreffen der Polizei in der Wohnung einer Nachbarin 

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angetroffen worden. Sie sei aufgeregt und leicht weinerlich gewesen. Zudem habe sie sichtbare 

Abschürfungen und blaue Flecken im Gesicht sowie einen blauen Fleck am linken Arm gehabt 

(act. 737). Die Privatklägerin habe Strafantrag gestellt und sich als Privatklägerin konstituiert (act. 

741).  

 

1.6.4 Dem rechtsmedizinischen Gutachten des IRM E.___ betreffend die Privatklägerin vom 

15. Februar 2016 (act. 845 ff.) ist zu entnehmen, dass diese mit zahlreichen Hauteinblutungen, -

rötungen, -schürfungen sowie wenigen Hautunterblutungen zur Untersuchung am 10. Januar 

2016 ca. zwei Stunden nach dem geltend gemachten Ereignis erschienen sei. Die erhobenen 

Befunde seien allesamt Folgen stumpfer Gewalt, teils mit tangential-schürfender Einwirkungs-

richtung, und zeitlich, bis auf eine Hautunterblutung am linken Unterarm und eine Farbverände-

rung der Haut am linken Oberschenkel, gut mit dem geltend gemachten Ereignis zu vereinbaren. 

Die Hauteinblutungen an beiden Wangen seien Hinweise auf mehrere Faustschläge gegen das 

Gesicht und liessen sich gut mit den Angaben der Privatklägerin vereinbaren. Die Hauteinblutung 

an der linken Oberarmvorderseite sei aufgrund des charakteristischen äusseren Aspekts als 

Folge eines Faustschlags zu werten. Die Hauteinrötungen an der linken Halsseite seien mit den 

Angaben der Privatklägerin, mit einer Hand am Gesicht und mit der anderen Hand am Hals ge-

würgt worden zu sein, zu vereinbaren. Für die Hauteinblutungen an der Rückseite der linken 

Schulter kämen sowohl ein Anschlagen an einem Gegenstand oder an einer Fläche als auch ein 

Schlag in Betracht. Die Hauteinblutungen an der linken Oberarmaussenseite könnten auf ein 

kräftiges Zupacken mit einer Hand zurückgeführt werden. Die Hauteinblutungen und -schürfun-

gen an beiden Unterarmen, die Hauteinblutungen an der Vorderseite der linken Schulter und am 

rechten Oberarm sowie die Hautrötung am rechten Oberarm, an der Stirn und an der linken Ge-

sässhälfte liessen sich mit einem dynamischen Kampfgeschehen vereinbaren. Es fänden sich 

keine Befunde, welche die Aussage einer Fixierung der Arme durch die Beine des Täters bestä-

tigten. Zusammenfassend könne gesagt werden, dass sich die erhobenen Befunde gut durch den 

von der Privatklägerin geltend gemachten Ereignishergang erklären liessen, wobei mindestens 

zwei Faustschläge gegen das Gesicht und ein Faustschlag gegen den linken Oberarm belegt 

werden könnten. Es fänden sich keine Verletzungen, die für ein gezieltes Vorgehen im Sinne 

einer absichtlichen Lebensgefährdung sprächen (act. 857). Die Privatklägerin habe sich zwar zu 

keinem Zeitpunkt in einer unmittelbaren Lebensgefahr befunden. Allerdings müsse von einer po-

tentiellen Lebensgefahr ausgegangen werden, da es bei einem Angriff gegen den Hals zu einer 

für den Angreifer nicht steuerbaren Durchblutungsstörung mit der Gefahr einer unter Umständen 

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auch tödlichen Hirnschädigung kommen könne. Ebenfalls müsse bei Faustschlägen gegen den 

Kopf von einer potentiellen Lebensgefahr ausgegangen werden, da es zu Blutungen im Schädel-

inneren oder zu Knochenbrüchen kommen könne, welche lebensbedrohlich verlaufen könnten. 

Die Verletzungen würden erfahrungsgemäss folgenlos abheilen, womit keine Einschränkung des 

Privat- oder Berufslebens zu erwarten sei (act. 859).  

 

Laut dem rechtsmedizinischen Ergänzungsgutachten des IRM E.___ betreffend die Privatkläge-

rin vom 7. April 2016 (act. 929 ff.) spricht die Art der Verletzungen im Gesicht gegen ein blosses 

Schlagen mit der flachen Hand. Auch die diffuse Verteilung von Verletzungen mit Einbezug der 

Augenoberlider sowie der Stirn sprächen gegen Ohrfeigen und für Faustschläge. Eine aus-

schliessliche Abgabe von Ohrfeigen sei somit widerlegt. Ein zweihändiges Würgen könne nicht 

belegt werden; es sei aber gut möglich und wahrscheinlicher, dass der Beschuldigte die Privat-

klägerin mit seiner (rechten) Hand an der linken Halsseite bzw. am Kiefer gepackt habe. Die 

Hautrötungen an der linken Halsseite der Privatklägerin liessen sich gut durch das vom Beschul-

digten geltend gemachte Packen am Unterkiefer erklären. Die streifigen Hautrötungen an der 

linken Halsseite seien am ehesten durch die Einwirkung von Fingern, beispielsweise durch ein 

Kratzen oder den Druck mit Fingern, zu erklären. Die Hauteinblutungen und minimen Schürfun-

gen an der linken Oberarmaussenseite liessen sich am wahrscheinlichsten mit einem festen Zu-

packen mit einer Hand und der Einwirkung von Fingern bzw. Fingernägeln erklären. Für die 

Hauteinblutungen an der Oberarmvorderseite sei ein Faustschlag als Ursache am wahrschein-

lichsten, es könne aber auch von einem kräftigen Zupacken stammen. Nicht belegt werden könn-

ten der angegebene Ablauf mit Fixierung auf dem Bett sowie die Aufführung „wie in einem Wahn“. 

Zusammenfassend habe die Privatklägerin somit zumindest vier Faustschläge gegen den Kopf 

und einen gegen den linken Oberarm erhalten. Gemessen an der Abbreviated Injury Scale (AIS), 

einer Bewertungsskala für die Schwere von Verletzungen mit einer Masseinteilung von 0 (keine 

Verletzungen) bis 6 (tödlich), habe die Privatklägerin leichte Verletzungen entsprechend dem 

AIS-Code 1 (leicht) erlitten. 

 

Demgegenüber wird im rechtsmedizinischen Gutachten des IRM E.___ betreffend den Beschul-

digten vom 8. Februar 2016 (act. 883 ff.) ausgeführt, dass dieser zum Zeitpunkt der Untersuchung 

an Kinn, Unterarm, Handgelenk, einzelnen Fingern sowie am linken Oberschenkel kratzerartige 

bzw. kleinfleckige, teils mit Schorf belegte Hautdefekte aufgewiesen habe. Diese als oberflächlich 

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und geringfügig zu bezeichnenden Verletzungen könnten an den oberen Extremitäten infolge ei-

ner tätlichen Auseinandersetzung oder akzidentiell entstanden sein, währenddem die Befunde 

an den Beinen am ehesten auf ein Stürzen zurückzuführen seien. Die Verletzungen würden in 

kurzer Zeit folgenlos abheilen. Es sei daraus weder eine konkrete noch eine potentielle Lebens-

gefahr abzuleiten (act. 891 f.).  

 

1.6.5 Nach umfassender Würdigung der obgenannten Beweise und Indizien gelangt das Kan-

tonsgericht hinsichtlich des Sachverhalts im Einklang mit den vorinstanzlichen Feststellungen auf 

S. 6-9 des angefochtenen Urteils zum Schluss, dass sich die Aussagen des Beschuldigten und 

der Privatklägerin nicht nur in den wesentlichen Punkten widersprechen, sondern sich auch beide 

teilweise nicht mit den gutachterlichen Feststellungen in Einklang bringen lassen. Während der 

Beschuldigte zusammengefasst körperliche Übergriffe gegenüber seiner Frau in Form von Ohr-

feigen nicht in Abrede stellt, eine gegenseitige „Schlägerei“ schildert, sich aber nicht an den Ein-

satz von Fäusten zu erinnern vermag, soll der Beschuldigte laut Depositionen der Privatklägerin 

geradezu blindwütig auf sie eingeschlagen, sie gewürgt, sie fixiert und mit dem Tod bedroht ha-

ben. Mit Blick auf die gutachterlichen Darlegungen steht hingegen fest, dass die Privatklägerin 

vom Beschuldigten mindestens vier Faustschläge gegen den Kopf sowie einen gegen den linken 

Oberarm erhalten hat, währenddem der körperlich überlegene Beschuldigte aus der tätlichen 

Auseinandersetzung lediglich ein paar Kratzwunden davongetragen hat. In Beachtung des 

Grundsatzes „in dubio pro reo“ können darüber hinausgehende körperliche Übergriffe des Be-

schuldigten gegenüber der Privatklägerin nicht als erwiesen erachtet werden. Dieser Sachverhalt 

ist nachfolgend rechtlich zu würdigen. 

 

1.6.6.1 Bezüglich des Tatbestands der (versuchten) schweren Körperverletzung gemäss Art. 122 

StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB kann zunächst auf die dogmatischen Ausführungen der Vor-

instanz auf S. 9 f. des angefochtenen Urteils verwiesen werden. Vorliegend stehen die Tatbe-

standsvarianten der lebensgefährlichen Verletzung sowie des Unbrauchbarmachens eines wich-

tigen Organs zur Diskussion, was die Vorinstanz auf S. 10 f. des angefochtenen Urteils geprüft 

hat. 

 

1.6.6.2 Im Zusammenhang mit der geforderten lebensgefährlichen Verletzung gemäss Art. 122 

Abs. 1 StGB erachtet das Kantonsgericht - anders als das Strafgericht (vgl. S. 10 des angefoch-

tenen Urteils) - zunächst die vorliegende Konstellation als nicht mit der im vorinstanzlichen Urteil 

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zitierten gemäss Entscheid des Bundesgerichts 6B_161/2001 vom 23. Juni 2011, Erw. 1.3, ver-

gleichbar. Dort war rechtlich zu beurteilen, dass der Täter dem körperlich unterlegenen Opfer 

zweimal mit Wucht mit der Faust ins Gesicht schlug, wodurch das Opfer beide Male zu Boden 

ging. Der Täter stiess sodann das Opfer mit dessen Kopf voran gegen eine Schaufensterscheibe 

und warf es hernach mit dessen Kopf voran gegen ein Bushäuschen. Das Opfer erlitt Schwellun-

gen im Gesicht, Prellungen, Hautverfärbungen und Abschürfungen am rechten Ellenbogen und 

im Schulterbereich, punktförmige Blutungen auf beiden Schultern sowie diverse oberflächliche 

Verletzungen an den Unterschenkeln und in einem Kniegelenk. Das Bundesgericht bestätigte 

den vorinstanzlichen Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung, da bei einem 

solchen Verhalten auch schwere Körperverletzungen eintreten könnten, was bei einem derartigen 

Vorgehen in Kauf genommen werde. Welche Schädigungen ein auf die beschriebene Weise mal-

trätiertes Opfer letztlich erleide, hänge auch etwa davon ab, in welchem Winkel das Opfer mit 

dem Kopf gegen die harte Unterlage aufschlage und ob es die Wirkung des Faustschlags in das 

Gesicht durch ein Zurückweichen im letzten Moment noch etwas verringern könne (vgl. BGer 

a.a.O., Erw. 1.3). Im hier zu beurteilenden Fall hingegen gab es zum vornherein keinen Kopfstoss, 

kein Werfen gegen ein Bushäuschen und keine zweimaligen Faustschläge ins Gesicht, nachdem 

die Privatklägerin zweimal zu Boden gegangen war.  

 

Ein Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung generell zeigt vielmehr auf, dass Faust-

schläge gegen den Kopf allein nicht zwingend für die Annahme einer (versuchten) schweren Kör-

perverletzung genügen, sondern weitere Umstände hinzukommen müssen. Massgeblich sind ins-

besondere die Heftigkeit des Schlags und die Verfassung des Opfers (so BGer 6B_802/2013 vom 

27. Januar 2014, Erw. 2.3.3; 6B_388/2012 vom 12. November 2012, Erw. 2.1.1 und Erw. 2.4). 

Letztgenannter Entscheid bestätigte den Schuldspruch wegen eventualvorsätzlicher schwerer 

Körperverletzung als Folge eines heftigen, unvermittelten Faustschlags ins Gesicht eines Men-

schen mit eingeschränktem Reaktionsvermögen, welcher mit dem Kopf auf den Asphalt auf-

schlug (vgl. BGer a.a.O.). Im Urteil 6B_802/2013 vom 27. Januar 2014 hatte das Bundesgericht 

ebenso einen Fall zu beurteilen, in welchem der Täter mit einer überdurchschnittlichen Konstitu-

tion ohne ein Wort völlig unerwartet, bewusst und gewollt in Richtung Kopf des seitlich hinter ihm 

stehenden physisch unterlegenen Opfers geschlagen hat. Er setzte mit einer Ausholbewegung 

zum Schlag an, wodurch er dessen Wucht zusätzlich intensivierte. Aufgrund dieses Schlags fiel 

das Opfer rückwärts ungebremst auf den asphaltierten Boden und schlug mit dem Kopf auf. Das 

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Opfer erlag am nächsten Morgen den durch den Sturz verursachten Rissquetschwunden am Hin-

terkopf und schweren Schädel-Hirnverletzungen. Das Bundesgericht schützte den vorinstanzli-

chen Schuldspruch wegen schwerer Körperverletzung und fahrlässiger Tötung (vgl. BGer a.a.O., 

Erw. 2.3.4). Auch in BGer 6B_758/2010 vom 4. April 2011 bejahte das Bundesgericht eine even-

tualvorsätzliche schwere Körperverletzung bei einem heftigen Faustschlag in das Gesicht mit 

tödlichen Folgen. Im Urteil 6B_695/2011 vom 15. März 2012 sodann war zu beurteilen, dass der 

Beschuldigte dem Opfer mit seinem Rollbrett unvermittelt mit Wucht gegen dessen linke Kopf-

seite schlug. Das Opfer erlitt eine schwere Schädel-/ Hirnverletzung, wobei die erhebliche Wahr-

scheinlichkeit eines tödlichen Verlaufs bestand. Nach der Operation wies das Opfer drei Metall-

platten im Kopf sowie diverse Narben am Kopf auf und war je nach Wetter empfindlicher auf 

Kopfschmerzen. Das Bundesgericht schützte hier den vorinstanzlichen Schuldspruch wegen 

schwerer Körperverletzung (vgl. Bundesgericht a.a.O., Erw. 3). Schliesslich entspricht es gemäss 

Rechtsprechung des Bundesgerichts bezüglich Faustschlägen und Fusstritten in den Kopfbereich 

eines am Boden liegenden Opfers - selbst wenn sich dieses zusammenrollt und den Kopf mit den 

Händen zu schützen versucht - der allgemeinen Lebenserfahrung, dass diese zu schwerwiegen-

den Beeinträchtigungen der körperlichen Integrität führen können und damit - je nach Verletzung 

- eine versuchte schwere oder vollendete schwere Körperverletzung darstellen (vgl. ANDREAS 

ROTH / ANNE BERKEMEIER, Basler Kommentar StGB, 4. Aufl., Art. 122 StGB N 8, unter Hinweis 

auf BGer 6B_760/2017 vom 23. März 2018; 6B_1180/2015 vom 13. Mai 2016, Erw. 4.1; 

6B_208/2015 vom 24. August 2015, Erw. 12.4; 6B_181/2015 vom 23. Juni 2015, Erw. 2.3; 

6B_132/2015 vom 21. April 2015, Erw. 2.3.2; 6B_222/2014 vom 15. Juli 2014, Erw. 1.4; 

6B_901/2014 vom 27. Februar 2015, Erw. 2.7.3). 

 

Demgegenüber verneinte das Bundesgericht im Entscheid 6B_161/2016 vom 12. Oktober 2016 

das Vorliegen einer versuchten schweren Körperverletzung: Dort hatte es einen Fall zu beurtei-

len, in welchem der Beschuldigte dem Opfer einen Kopfstoss versetzte, woraufhin sich das Opfer 

einen Nasen- und Augenhöhlenbruch zuzog, die ambulant behandelt wurden. Während drei Ta-

gen war das Opfer arbeitsunfähig (vgl. BGer a.a.O., Erw. 1.4.1). In rechtlicher Hinsicht führte das 

Bundesgericht aus, selbst eine generell abstrakte Eignung von Kopfstössen für eine schwere 

Körperverletzung erlaube nicht ohne weiteres den Schluss, der Täter habe (eventual-) vorsätzlich 

hinsichtlich einer schweren Körperverletzung gehandelt. Die Körperverletzung müsse vielmehr 

mit einem Tatmittel (Gift, Waffe oder ein gefährlicher Gegenstand) verübt werden, das ein hohes 

Risiko einer schweren Körperverletzung bewirke. Gälten jedoch Körperteile wie Arme und Beine 

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oder Schultern nach einhelliger Auffassung nicht als gefährliches Werkzeug, müssten bei abstrakt 

lebensgefährlichen Tathandlungen ohne Tatwerkzeuge weitere Umstände hinzutreten, die im 

konkreten Fall auf den Eintritt und die Inkaufnahme einer schweren Verletzung schliessen lies-

sen. Dass der Beschuldigte in Bezug auf eine nach dem Allgemeinverständnis „schwere“ Beein-

trächtigung der körperlichen Integrität (z.B. Nasenbeinbruch, „Kopfverletzung“) eventualvorsätz-

lich gehandelt habe, lasse vorliegend nicht den Schluss zu, dass er eine lebensgefährliche Ver-

letzung oder eine andere schwere Schädigung des Opfers für möglich gehalten und billigend in 

Kauf genommen habe, da als schwere Körperverletzung nur ganz erhebliche Beeinträchtigungen 

gälten, deren Eintritt und damit Inkaufnahme nicht leichthin angenommen werden können (vgl. 

BGer a.a.O., Erw. 1.4.2). Auch in anderen Fällen blieb es bei einem Schuldspruch wegen einfa-

cher Körperverletzung (vgl. BGE 119 IV 25, wo ein Faustschlag ins Gesicht einen Bluterguss 

unterhalb des linken Auges zur Folge hatte; 6B_151/2011 vom 20. Juni 2011, Erw. 3; 

6S.386/2003 vom 18. Mai 2004, Erw. 3). Ebenso schützte das Bundesgericht im Urteil 

6B_151/2011 vom 20. Juni 2011 den vorinstanzlichen Schuldspruch wegen einfacher Körperver-

letzung. Zu beurteilen war ein Faustschlag des Täters direkt ins Gesicht des weiblichen Opfers. 

Folge davon waren eine starke Prellung und eine ausgeprägte Schwellung der Nase mit Blutkrus-

ten im rechten Nasengang sowie eine kleine Rissquetschwunde an der Unterlippe mit Schwellung 

und Druckdolenz im linken lateralen Mundwinkel. Die Verletzungen bedurften einer Weile, bis sie 

verheilten. Das Bundesgericht erwog, dass bei durch Schläge verursachten Quetschungen, 

Schrammen, Kratzwunden oder Prellungen die Abgrenzung der einfachen Körperverletzung zum 

Tatbestand der Tätlichkeiten begrifflich nur schwer möglich sei. Deshalb komme dem Sachgericht 

bei der Abgrenzung der beiden Tatbestände ein Ermessensspielraum zu (vgl. BGer a.a.O., Erw. 

3.1-3.3).  

 

Mit Blick auf die vorstehend dargelegte bundesgerichtliche Praxis ist zwar keine einheitliche 

Rechtsprechung festzustellen, wohl aber eine Tendenz zu (für die Beschuldigten) im Ergebnis 

milderen Urteilen, d.h. die Anforderungen an die Annahme von (eventualvorsätzlich) begangener 

versuchter schwerer Körperverletzung wurden in den vergangenen Jahren erhöht. Wie oben dar-

gestellt, hat das Bundesgericht in einzelnen Fällen Faustschläge ins Gesicht gar als blosse Tät-

lichkeiten qualifiziert. Zudem hat das Bundesgericht mehrfach betont, dass in Beachtung des 

Grundsatzes „in dubio pro reo“ ein Eventualvorsatz hinsichtlich einer schweren Körperverletzung 

nicht leichthin angenommen werden darf. In Konstellationen wie der vorliegenden beansprucht 

die in-dubio-Regel deshalb konsequente Beachtung (vgl. auch MARCEL ALEXANDER NIGGLI / 

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Seite 21  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

STEFAN MAEDER, Basler Kommentar StGB, 4. Aufl., Art. 12 N 62, m.w.H.). Ebenso gelangt MARTIN 

SCHUBARTH (Dolus eventualis - positive und negative Indikatoren; Analyse der Rechtsprechung 

des Bundesgerichts von 1943-2007, in: AJP 5/2008, S. 519 ff.) in seinem Überblick über die 

höchstrichterliche Rechtsprechung zum Eventualvorsatz in einem Zeitraum von über 60 Jahren 

zum Schluss, dass diese Frage von zahlreichen Umständen des Einzelfalles abhängt. Verallge-

meinerungsfähig seien lediglich zwei Punkte: Es gehe einerseits stets darum, ob auf Grund der 

Summe aller positiven und unter Berücksichtigung aller negativen Vorsatzindizien das Werturteil 

getroffen werden dürfe, der Angeklagte habe sich für die Rechtsgutverletzung entschieden. An-

dererseits sei Eventualvorsatz nur mit Zurückhaltung anzunehmen und zwar aus materiellen (Be-

griff des Eventualvorsatzes) und aus prozessualen („in dubio pro reo“) Gründen (vgl. MARTIN 

SCHUBARTH, a.a.O., S. 526). 

 

Wie bereits erwähnt, ist im vorliegenden Fall nicht von einer besonderen Heftigkeit der Faust-

schläge auszugehen, wie sie die Privatklägerin geltend gemacht hatte. Dies ergibt sich allein 

schon aus der gutachterlichen Einschätzung der Schwere der Körperverletzung auf der Skala 1, 

d.h. leicht. Abgesehen davon hatte die Körperverletzung in casu keinen einzigen Tag Arbeitsun-

fähigkeit der Privatklägerin zur Folge. Es ist nicht bekannt, wie heftig die Privatklägerin ihren Kopf 

am Nachttisch angeschlagen hat, und ob der Beschuldigte dies wollte bzw. in Kauf nahm. Im 

Zweifel ist nicht davon auszugehen. Jedenfalls erfolgten die Faustschläge nicht unvermittelt, be-

fanden sich doch die beiden Protagonisten bereits in einer laufenden wechselseitigen körperli-

chen Auseinandersetzung. Schliesslich ist weder eine überdurchschnittliche körperliche Konsti-

tution des Beschuldigten noch ein eingeschränktes Reaktionsvermögen, z.B. in Form einer be-

sonderen Wehrlosigkeit, der Privatklägerin anzunehmen. So führte selbst die Vorinstanz aus, 

dass sich die Privatklägerin gewehrt hat (vgl. S. 9 des angefochtenen Urteils), was sich im Übri-

gen auch aus den vom Beschuldigten davongetragenen Blessuren ergibt (vgl. rechtsmedizini-

sches Gutachten des IRM E.___ betreffend den Beschuldigten vom 8. Februar 2016, act. 883 ff.). 

Im vorliegenden Fall ist ebenso wenig aktenkundig, dass der Beschuldigte neben seinen Fäusten 

irgendeinen Gegenstand zum Schlagen einsetzte. Schliesslich stehen in casu weder zusätzliche 

Fusstritte gegen den Kopf der Privatklägerin zur Diskussion noch lag diese während den Faust-

schlägen auf dem Boden. Die vorliegende Konstellation ist somit mit keiner der obgenannten, 

vom Bundesgericht als (versuchte) schwere Körperverletzung qualifizierten, vergleichbar. Selbst 

die Tatsache, dass der Beschuldigte mehrmals mit der Faust auf die Privatklägerin einschlug, 

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rechtfertigt noch nicht die Annahme von weiteren, qualifizierenden Umständen, welche das Bun-

desgericht für den Schuldspruch einer schweren Körperverletzung verlangt. Ebenso ist unbestrit-

ten, dass der Beschuldigte umgehend von der Privatklägerin abgelassen hat, als letztere ihm 

sagte, dass die gemeinsame Tochter weinen würde und sie nach unten gehen müsse. Nicht aus-

ser Acht gelassen werden darf schliesslich die besondere Situation, in welcher sich die Parteien 

befanden: Der Beschuldigte stand kurz vor seiner definitiven Abreise nach F.___, womit er sich 

von seiner Ehefrau und dem gemeinsamen Kind ohnehin definitiv hätte trennen müssen. 

 

Die Vorinstanz weist zur Begründung der Annahme einer in Kauf genommenen lebensgefährli-

chen Körperverletzung zudem auf das Gutachten des IRM E.___ vom 15. Februar 2016 hin. Da-

raus geht hervor, dass eine (lediglich) potentielle Lebensgefahr für die Privatklägerin bestanden 

hat. Nachdem jedoch für die Annahme einer lebensgefährlichen Körperverletzung eine unmittel-

bare Lebensgefahr erforderlich ist (vgl. nur ANDREAS ROTH / ANNE BERKEMEIER, a.a.O., N 5, unter 

Hinweis u.a. auf BGE 109 IV 18, 20), kann auch dieser Umstand keine Grundlage für die An-

nahme einer (versuchten) schweren Körperverletzung aufgrund einer lebensgefährlichen Verlet-

zung bilden.  

 

1.6.6.3 In Beachtung des Grundsatzes „in dubio pro reo“ kann ebenso wenig leichthin angenom-

men werden, dass der Beschuldigte vorliegend das Unbrauchbarmachen eines wichtigen Organs 

gemäss Art. 122 Abs. 2 StGB, in casu eines Auges oder beider Augen der Privatklägerin, in Kauf 

genommen hat (so aber das Strafgericht auf S. 10 des angefochtenen Urteils). Die Schlussfolge-

rung der Vorderrichter, dass sich eine derartige Inkaufnahme geradezu aufdränge (vgl. S. 11 des 

angefochtenen Urteils), erweist sich als nicht zutreffend, zumal der Beschuldigte plausibel dar-

legte, bewusst darauf geachtet zu haben, die Privatklägerin nicht an der bereits operierten Nase 

zu treffen (vgl. oben), was von der Privatklägerin auch nicht bestritten wurde. Es fehlen jegliche 

Hinweise, welche dies widerlegen würden. 

 

1.6.6.4 Nach Würdigung aller obgenannten Umstände des konkreten Falles darf somit in casu 

nicht leichthin angenommen werden, dass der Beschuldigte der Privatklägerin eine schwere, ir-

reversible Körperverletzung zufügen wollte. Trotz aller Verwerflichkeit des Handelns des Beschul-

digten kann daher im vorliegenden Fall keine versuchte schwere Körperverletzung angenommen 

werden. Dass sich im Übrigen selbst das Strafgericht über die Qualifikation des Verhaltens des 

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Beschuldigten nicht sicher war, zeigt sich darin, dass hier explizit von einem „Grenzfall“ der ver-

suchten schweren Körperverletzung gesprochen wird (vgl. S. 12 des angefochtenen Urteils). Fakt 

ist hingegen, dass der Beschuldigte objektiv eine leichte Körperverletzung begangen hat. Nach-

dem nicht genügend Indizien vorliegen, dass der Beschuldigte darüber hinausgehend eine le-

bensgefährliche Verletzung der Privatklägerin oder eine irreversible Schädigung eines wichtigen 

Organs der Privatklägerin gewollt bzw. in Kauf genommen hat, kann ein zumindest eventualvor-

sätzliches Vorgehen hinsichtlich einer schweren Körperverletzung nicht nachgewiesen werden. 

Es ist vielmehr auch in subjektiver Hinsicht von einer leichten Körperverletzung auszugehen. 

 

1.6.7 Zusammenfassend erweist sich somit die Berufung des Beschuldigten in diesem Punkt als 

begründet und ist daher gutzuheissen. Dementsprechend ist der Beschuldigte in Dispositiv-Ziffer 

1 nicht der versuchten schweren, sondern der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 

1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 1 und Abs. 4 StGB (zum Nachteil des Ehegatten) schuldig zu sprechen. 

 

2. Strafzumessung 

2.1 Das Strafgericht verurteilte den Beschuldigten ausgehend von einem Schuldspruch wegen 

versuchter schwerer Körperverletzung zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 9 Mo-

naten, bei einer Probezeit von 2 Jahren, unter Anrechnung der vom 10. Januar bis zum 25. Mai 

2016 ausgestandenen Untersuchungshaft von 137 Tagen. Hinsichtlich der Tatkomponenten wer-

tete das Strafgericht das Tatverschulden als noch leicht. Die Täterkomponenten erachtete die 

Vorinstanz als neutral. Mit Blick auf die finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten und den Cha-

rakter des Delikts als Gewaltstraftat erachtete das Strafgericht eine Freiheits- und nicht eine Geld-

strafe als die angemessene Strafart. Schliesslich erschien den Vorderrichtern die gesetzliche 

Vermutung einer positiven Legalbewährungsprognose als nicht widerlegbar (vgl. S. 11-14 des 

angefochtenen Urteils). 

 

2.2 Die vorinstanzlichen Ausführungen zu den allgemeinen Grundsätzen der Strafzumessung 

gemäss Art. 47 StGB, zu den berücksichtigten Tat- und Täterkomponenten sowie zu den Moda-

litäten des Strafvollzugs sind korrekt und nachvollziehbar, weshalb grundsätzlich auf diese zu 

verweisen ist. Insbesondere gilt es in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass der Be-

schuldigte zum Tatzeitpunkt in keiner Weise in seiner Schuldfähigkeit beeinträchtigt war und so-

mit als voll schuldfähig gilt (vgl. Forensisch-psychiatrisches Gutachten der Psychiatrie G.___, Er-

wachsenenpsychiatrie, vom 14. März 2016, S. 29 f., act. 93 ff., 149 f.). In einer Gesamtwertung 

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stuft das Kantonsgericht allerdings das Tatverschulden nicht nur als leicht, sondern als mittel-

schwer ein. Bei der Wahl der Sanktion ist der Vorinstanz im Ergebnis zuzustimmen, dass sich 

eine Freiheitsstrafe und nicht eine Geldstrafe aufdrängt. Zur Begründung kann mit Blick auf das 

Gleichbehandlungsgebot hingegen nicht auf die Aussichtslosigkeit des Vollzugs der Geldstrafe 

abgestellt werden. Es ist vielmehr zu berücksichtigen, dass das Verschulden des Beschuldigten 

- wie bereits erwähnt - nicht mehr leicht, sondern mittelschwer wiegt, zumal es sich vorliegend 

um ein Delikt gegen Leib und Leben handelt. Unter Berücksichtigung des Strafrahmens gemäss 

Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 StGB von 3 Tagen bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe erscheint eine solche von 

7 Monaten als angemessen. Wenn das Strafgericht auf S. 12 des angefochtenen Urteils durchaus 

nachvollziehbar ausführt, es liege ein Grenzfall (zur einfachen Körperverletzung) vor, so ist dem 

insofern beizupflichten, als vorliegend ein Fall zu beurteilen ist, welcher - umgekehrt - nunmehr 

in der Nähe zur versuchten schweren Körperverletzung anzusiedeln ist. Fragwürdig erscheint 

indes der Hinweis der Vorinstanz auf eine Verletzung der ehelichen Treue- und Beistandspflich-

ten gemäss Art. 159 Abs. 3 ZGB, führt doch eine Berücksichtigung dieses sachfremden Elements 

zu einer Ungleichbehandlung von verheirateten mit nicht verheirateten Straftätern. In diesem 

Punkt folgt das Kantonsgericht dem Strafgericht nicht. Die Berufung des Beschuldigten hinsicht-

lich der Höhe der ausgesprochenen Strafe erweist sich damit im Ergebnis als begründet, weshalb 

sie gutzuheissen ist. Der Beschuldigte ist somit abweichend zum vorinstanzlichen Urteil in Dis-

positiv-Ziffer 1 zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 7 Monaten, bei einer Probezeit 

von 2 Jahren, zu verurteilen. An diese Strafe ist die in Untersuchungshaft verbrachte Zeit von 137 

Tagen gemäss Art. 51 StGB anzurechnen. 

 

3. Zivilforderungen 

3.1 Das Strafgericht verurteilte den Beschuldigten zur Zahlung eines Schadenersatzes in der 

Höhe von Fr. 595.75 (Kapital: Fr. 537.45 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 10. Januar 2016) sowie 

einer Genugtuung von Fr. 2'216.90 (Kapital: Fr. 2'000.-- zuzüglich Zins zu 5% seit dem 10. Januar 

2016) an die Privatklägerin. Die Mehrforderung wurde abgewiesen (vgl. Dispositiv-Ziffer 3). Es 

führte aus, die in Rechnung gestellte medizinische Untersuchung der Privatklägerin habe zwar 

erst drei Wochen nach der tätlichen Auseinandersetzung stattgefunden und es sei aus den Un-

terlagen keine Unterleibsverletzung der Privatklägerin dokumentiert. Dennoch sei von einem Be-

zug zum angeklagten Ereignis auszugehen, da keine Hinweise auf eine zeitnahe anderweitige 

Schädigung der Privatklägerin bestehen würden. Zudem wirkten sich mehrere Faustschläge ins 

Gesicht genugtuungsbegründend aus. Mit Blick auf das vorsätzliche Handeln des Beschuldigten 

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und dessen Verletzung der ehelichen Treue- und Beistandspflicht nach Art. 159 Abs. 3 ZGB er-

scheine eine Genugtuung von Fr. 2‘000.-- als dem Ausmass der erlittenen Unbill und dem Ver-

schulden angemessen (vgl. S. 14 f. des angefochtenen Urteils).  

 

3.2 Der Beschuldigte macht im Rahmen seiner Berufungsbegründung vom 31. August 2018 

geltend, beide Parteien hätten durch die gegenseitigen Handgreiflichkeiten bloss leichte Verlet-

zungen davongetragen, welche bereits innert weniger Tage verheilt seien. Zu keinem Zeitpunkt 

sei die Privatklägerin in ihrem Berufsleben eingeschränkt gewesen oder habe ihrer Arbeit nicht 

nachgehen können. Auch auf ihr Privatleben hätten die Verletzungen keinen Einfluss gehabt, 

weshalb die Zivilforderungen abzuweisen seien (vgl. S. 14 der Berufungsbegründung). 

 

3.3 Das Kantonsgericht stellt fest, dass die Vorinstanz gestützt auf Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO 

korrekterweise über die anhängig gemachte Zivilklage der Privatklägerin entschieden hat. Die 

Hinweise auf die Anspruchsgrundlagen gemäss Art. 41, 47 und 49 OR sowie die Erwägungen 

hinsichtlich des vorliegenden Falles sind - abgesehen wiederum vom Hinweis auf Art. 159 Abs. 3 

ZGB (eheliche Treue- und Beistandspflicht) - zutreffend, auch wenn nunmehr noch von einer 

einfachen und nicht mehr von einer versuchten schweren Körperverletzung auszugehen ist. Dass 

der Privatklägerin Kosten für medizinische Behandlungen in der Höhe von Fr. 537.40 entstanden 

sind, wird mit den beim Strafgericht eingereichten Unterlagen (act. S99 f.) objektiv belegt. Auch 

die Höhe der Genugtuungsforderung erscheint als angemessen. Seitens des Beschuldigten wird 

im Rahmen der Berufung denn auch nichts vorgebracht, was am vorinstanzlich festgestellten 

Anspruch der Privatklägerin gegenüber dem Beschuldigten etwas ändern würde. Umgekehrt 

macht die Privatklägerin im Berufungsverfahren keine Mehrforderung, welche sich aus dem seit 

dem erstinstanzlichen Urteil vom 1. März 2018 weitergelaufenen Zins ergeben könnte, geltend, 

weshalb sich in Beachtung der für die Zivilklage (Art. 122 ff. StPO) geltenden besonderen Grunds-

ätze keine Änderung des vorinstanzlichen Urteils aufdrängt. In entsprechender Abweisung der 

Berufung des Beschuldigten wird daher die vorinstanzliche Verurteilung zur Zahlung der obge-

nannten Zivilforderungen bestätigt. 

 

4. Sicherheitsleistung 

4.1 Das Strafgericht entschied, dass die Sicherheitsleistung in der Höhe von Fr. 10'000.-- ge-

mäss Art. 240 Abs. 1 StPO der Staatskasse verfalle. Es wurde gestützt auf Art. 240 Abs. 4 StPO 

eine Verwendung zur Deckung der Ansprüche der Geschädigten im Umfang von Fr. 2'812.65 

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angeordnet, wobei der verbleibende Überschuss von Fr. 7'187.35 an die Verfahrenskosten an-

gerechnet wurde (vgl. Dispositiv-Ziffer 4). Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, die Voraus-

setzungen des Verfalls gemäss Art. 240 Abs. 1 StPO seien vorliegend gegeben. So sei der Be-

schuldigte zwar mit Verfügung der Verfahrensleitung vom 22. Januar 2018 vom persönlichen Er-

scheinen zur Hauptverhandlung dispensiert worden. Die Verfahrensleitung habe jedoch den mit 

Verfügung vom 2. August 2017 zum Ausdruck gebrachten Willen, den Beschuldigten vor den 

Schranken anzuhören, nicht aufgegeben. Der Beschuldigte habe via E-Mail der Verteidigung vom 

24. November 2017 hinreichend klar zum Ausdruck gebracht, nicht zur Verhandlung erscheinen 

zu wollen, und zwar unabhängig davon, wie die Verfahrensleitung entscheiden werde. Zu diesem 

Zeitpunkt sei somit mit grosser Wahrscheinlichkeit davon auszugehen gewesen, dass sich die 

Gefahr, welcher mit der Erhebung der Sicherheitsleistung entgegengewirkt werden sollte, nämlich 

das Nichterscheinen des Beschuldigten zur Hauptverhandlung, verwirklichen würde. Die Verfah-

rensleitung sei somit vor der Wahl gestanden, die Verpflichtung zur Anwesenheit aufrechtzuhal-

ten, im Wissen darum, diese nicht durchsetzen zu können, oder aber darauf zu verzichten. Hätte 

die Verfahrensleitung an ihrer Verfügung vom 2. August 2017 festgehalten, hätte die Verhandlung 

zufolge Nichterscheinens des Beschuldigten zur Hauptverhandlung gemäss Art. 366 Abs. 1 StPO 

unterbrochen und es hätte zu einem neuen Verhandlungstermin geladen werden müssen, im 

Wissen darum, dass der Beschuldigte auch zu diesem Termin mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit nicht erscheinen würde. Diesen niemandem dienenden Leerlauf habe die Ver-

fahrensleitung vermieden, indem sie den Beschuldigten von der Verpflichtung zur Teilnahme an 

der Hauptverhandlung dispensiert habe. Anders habe der Beschuldigte diese Verfügung unter 

Berücksichtigung der Begründung der Verfügung vom 2. August 2017 in guten Treuen nicht ver-

stehen können. Indem er das Strafgericht gleichsam „gezwungen“ habe, ihn von der Verhandlung 

zu dispensieren, und nun daraus Rechtsfolgen zu seinen Gunsten ableiten wolle, verhalte er sich 

rechtsmissbräuchlich (vgl. S. 16 des angefochtenen Urteils). Abgesehen davon könnte die Si-

cherheitsleistung selbst dann eingezogen werden, wenn sie dem Beschuldigten freizugeben 

wäre. Dies ergebe sich aus Art. 239 Abs. 2 StPO, da vorliegend mit Blick auf die Akten der Be-

schuldigte und nicht dessen Mutter die Kaution aus eigenen Mitteln bezahlt habe. Entgegen der 

Auffassung des Beschuldigten sei den Strafverfolgungsbehörden keine Nachlässigkeit in der Er-

mittlung anzulasten, wenn sie angesichts der klaren Aussagen des Beschuldigten selbst keine 

weiteren Abklärungen zur Herkunft der Gelder getätigt hätten (vgl. S. 17 des angefochtenen Ur-

teils).  

 

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4.2 Der Beschuldigte macht demgegenüber in seiner Berufungsbegründung vom 31. August 

2018 geltend, Art. 240 Abs. 1 StPO sei in casu nicht anwendbar, da die Vorinstanz ihn mit Verfü-

gung vom 22. Januar 2018 vom persönlichen Erscheinen an der Hauptverhandlung dispensiert 

habe. Es sei mit dem Grundsatz von Treu und Glauben gemäss Art. 3 Abs. 2 lit. a StPO nicht in 

Einklang zu bringen, zum einen die Anwesenheit des Beschuldigten vor den Schranken des Straf-

gerichts als nicht erforderlich zu erachten und ihn zu dispensieren, zum anderen indes anlässlich 

der erstinstanzlichen Hauptverhandlung aufgrund dessen Abwesenheit festzustellen, der Be-

schuldigte habe sich dem Verfahren entzogen. Die Sicherheitsleistung verfalle daher nicht an den 

Staat; vielmehr müsse vorliegend Art. 239 Abs. 1 StPO angewandt werden. In casu sei der die 

Sicherheitsleistung begründende Haftgrund weggefallen und es müsse keine Haftstrafe angetre-

ten werden. Zudem finde Art. 239 Abs. 2 StPO keine Anwendung, da eine Drittkaution vorliege. 

So sei die Sicherheitsleistung nicht vom Beschuldigten, sondern von dessen Mutter bezahlt wor-

den. Hinsichtlich der Frage der wirtschaftlichen Berechtigung sei der Entscheid des Zwangsmass-

nahmengerichts vom 14. März 2016 zu berücksichtigen, in welchem die Leistung einer Kaution 

allenfalls als wirksame Ersatzmassnahme angesehen werde, sofern die finanziellen Verhältnisse 

des Beschuldigten geklärt seien. Am 23. März 2016 sei der Beschuldigte durch die Staatsanwalt-

schaft zu seiner Person befragt worden. Dort habe er angegeben, in F.___ Erspartes zu haben, 

auch wenn es nicht auf seinen Namen lauten würde. Weitere Abklärungen zu seiner finanziellen 

Situation hätten erst am 2. November 2016, rund 5 Monate nach Eingang der Sicherheitsleistung, 

stattgefunden, als die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten mitgeteilt habe, dass sie detaillierte 

Angaben benötige. Obwohl die finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten nicht wirklich abge-

klärt worden seien, habe die Staatsanwaltschaft beim Zwangsmassnahmengericht am 13. Mai 

2016 den Antrag auf Anordnung von Ersatzmassnahmen gestellt. Aus der Begründung des An-

trags gehe nicht hervor, aus welchem Vermögen die Kaution von Fr. 10‘000.-- stammte und wer 

die oder der wirtschaftlich Berechtigte sei. Die Staatsanwaltschaft beziehe sich in ihrem Antrag 

auf den Briefverkehr zwischen dem Beschuldigten und seiner Mutter. Diese habe von ihrem Bank-

konto am 24. Mai 2016 Fr. 10‘000.-- als Kaution für den Beschuldigten überwiesen. Somit könne 

den Akten entnommen werden, dass der Beschuldigte über kein (liquides) Vermögen verfügt 

habe, um selbst für die Sicherheitsleistung in Höhe von Fr. 10‘000.-- aufzukommen. Er habe das 

Geld später zurückzahlen wollen. Die Mutter habe laut Briefverkehr ein Darlehen aufnehmen 

müssen, um diesen Betrag aufzutreiben. Mit dem geliehenen Geld habe die Mutter von ihrem 

Bankkonto aus die Sicherheitsleistung bezahlt. Dem Dispensationsgesuch vom 21. Dezember 

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2018 könne entnommen werden, dass die Sicherheitsleistung mit dem Ersparten des Beschul-

digten und seiner Mutter bezahlt worden sei. Somit liege unter Würdigung der vorhandenen Akten 

eine Drittkaution vor, welche nach der zu erfolgenden Freigabe an die Mutter des Beschuldigten 

nicht zur Deckung von Geldstrafen, Bussen, Kosten und Entschädigungen herangezogen werden 

könne, sondern an die wirtschaftlich Berechtigte zurücküberwiesen werden müsse (vgl. S. 9-13 

der Berufungsbegründung).  

 

4.3 Die Staatsanwaltschaft hingegen vertritt in ihrer Berufungsantwort vom 6. November 2018 

die Ansicht, sie habe aus prozessökonomischen Gründen keine Einwände gegen die Dispensa-

tion des Beschuldigten von der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gehabt. Anlässlich dieser sei 

die Privatklägerin in Abwesenheit des Beschuldigten angehört worden. Hinsichtlich der wirtschaft-

lichen Berechtigung an den Fr. 10‘000.-- sei den Akten zu entnehmen, dass der Beschuldigte 

resp. dessen Mutter zwecks Leistung der Kaution in der Höhe von Fr. 10‘000.-- ein kurzfristiges 

Darlehen bei einem „H.___, dem Taubenzüchter“ aufgenommen habe, welches bis zum 5. Juni 

2016 wieder zurückgezahlt habe werden müssen. Entgegen der Argumentation des Beschuldig-

ten sei klarerweise er die wirtschaftlich berechtigte Person dieses Darlehens gewesen. Seine 

Mutter habe dabei lediglich die Rolle einer Vermittlerin innegehabt, weil der Beschuldigte das 

Darlehen aufgrund seiner Inhaftierung nicht selber habe aufnehmen können. Das Darlehen habe 

einzig zum Zweck der Freilassung des Beschuldigten und nicht zur Deckung der Bedürfnisse 

seiner Mutter gedient. Der Beschuldigte selbst habe seiner Mutter geschrieben, dass er bei seiner 

Rückkehr „Gas geben“ würde, um das Geld zurückzuzahlen. Die Fr. 10‘000.-- hätten somit zwei-

felsfrei dem Beschuldigten und nicht seiner Mutter gehört (vgl. S. 3 der Berufungsantwort).  

 

4.4.1 Aus den Akten ergibt sich folgender Ablauf der Geschehnisse: In seinem Entscheid vom 

14. März 2016 (act. 301 ff.) führte das Zwangsmassnahmengericht unter anderem aus, dass über 

eine Kaution als Ersatzmassnahme zur Verringerung der erheblichen Fluchtgefahr erst befunden 

werden könne, wenn die finanzielle Situation des Beschuldigten geklärt sei (vgl. act. 309). Mit 

verfahrensleitenden Verfügungen des Zwangsmassnahmengerichts vom 13. Mai 2016 (act. 323 

ff.), 3. November 2016 (act. 345 ff.) und 27. März 2017 (act. 350.11 ff.) sowie mit Entscheiden 

des Zwangsmassnahmengerichts vom 24. Mai 2016 (act. 335 ff.), 11. November 2016 (act. 350.1 

ff.) und 11. April 2017 (act. 350.17 ff.) wurde der Beschuldigte unter anderem zur Leistung einer 

Sicherheit in der Höhe von Fr. 10‘000.-- verpflichtet (vgl. act. 325, 337, 345, 350.3, 350.13, 

350.19). Dem entsprechenden Postkontoauszug vom 24. Mai 2016 ist zu entnehmen, dass der 

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Betrag von Fr. 10‘000.-- im Auftrag der Mutter des Beschuldigten gutgeschrieben worden ist (act. 

333).  

 

Mit Eingabe vom 5. Juli 2017 ersuchte der Beschuldigte erstmals um Dispensation von der Pflicht 

zum persönlichen Erscheinen zur Hauptverhandlung des Strafgerichts. Dieses Gesuch wurde mit 

Verfügung des Strafgerichtspräsidenten vom 2. August 2017 abgewiesen. Ausserdem wurde die 

Sicherheitsleistung über Fr. 10‘000.-- im Umfang desjenigen Betrages aufgehoben, welcher es 

dem Beschuldigten ermöglichte, seine Teilnahme an der noch anzusetzenden Hauptverhandlung 

zu finanzieren (vgl. act. S77). Es wurde erwogen, dass die Privatklägerin und die Staatsanwalt-

schaft zwar keine Einwände gegen eine allfällige Dispensation des Beschuldigten von der Haupt-

verhandlung erhoben hätten, vorliegend jedoch schwerwiegende Tatvorwürfe im Raum stünden. 

Der Beschuldigte bestreite die Vorwürfe, weshalb sich das Sachgericht von den sich widerspre-

chenden Aussagen persönlich ein Bild machen müsse. Das Strafgericht befand, dass die vom 

Beschuldigten geltend gemachten Gründe für die beantragte Dispensation das entgegenste-

hende gewichtige Interesse an der Wahrheitsfindung nicht aufzuwiegen vermögen, und rief dabei 

in Erinnerung, dass die Teilnahme an der Verhandlung vor Strafgericht nur einen kurzfristigen 

Aufenthalt in der Schweiz bedinge. Daher könne der Beschuldigte von der gemäss Art. 336 Abs. 

1 lit. a StPO grundsätzlich bestehenden Anwesenheitspflicht nicht dispensiert werden (vgl. act. S 

75 f.). 

 

Das Amt für Migration Basel-Landschaft teilte dem Strafgericht mit Schreiben vom 7. August 2017 

mit, dass die Aufenthaltsbewilligung des Beschuldigten am 9. Juli 2016 abgelaufen und nicht 

verlängert worden sei. Jener habe die Schweiz (offenbar) Ende Mai 2016 verlassen und sein 

jetziger Aufenthaltsort sei nicht bekannt (vgl. act. S 89). Sodann teilte die Verteidigerin dem Straf-

gericht mit E-Mail vom 24. November 2017 mit, dass sich der Beschuldigte nicht im Stande sehe, 

für die Hauptverhandlung in die Schweiz zu reisen, und sich in Absprache mit einem Anwalt in 

seiner Heimat dazu entschieden habe, der Verhandlung fern zu bleiben. Die Verteidigerin habe 

ihrem Mandanten die möglichen negativen Auswirkungen dieses Entscheids erläutert, ihn jedoch 

nicht umstimmen können (vgl. act. S103). Am 21. Dezember 2017 ersuchte die Verteidigerin 

abermals um Dispensation des Beschuldigten von der Hauptverhandlung (act. S105). Sowohl die 

Privatklägerin als auch die Staatsanwaltschaft erklärten sich in ihren Stellungnahmen vom 

18. resp. 16. Januar 2018 mit dem neuerlichen Dispensationsgesuch des Beschuldigten einver-

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standen (vgl. act. S109, 113). Die Staatsanwaltschaft beantragte zusätzlich, die geleistete Kau-

tion sei im Sinne von Art. 239 Abs. 2 StPO zur Deckung der Kosten und Entschädigungen, welche 

dem Beschuldigten auferlegt würden, zu verwenden (vgl. act. S115).  

 

Mit weiterer Verfügung des Strafgerichtspräsidenten vom 22. Januar 2018 wurde daraufhin der 

Beschuldigte gestützt auf Art. 336 Abs. 3 StPO vom persönlichen Erscheinen zur Hauptverhand-

lung dispensiert. Zudem wurde angeordnet, dass über die Verwendung der Sicherheitsleistung 

das urteilende Gericht entscheiden werde (vgl. act. S119). Zur Begründung wurde ausgeführt, 

der gleichlautende Antrag des Beschuldigten sei zwar mit Verfügung vom 2. August 2017 schon 

einmal abgewiesen worden. Der Beschuldigte habe jedoch gegenüber der amtlichen Verteidi-

gung mitgeteilt, dass er in Kenntnis allfälliger Rechtsnachteile nicht zur Verhandlung erscheinen 

werde. Es bestehe keine Möglichkeit, die Anwesenheit des Beschuldigten anlässlich der Haupt-

verhandlung sicherzustellen. Im Übrigen erschiene die Durchführung des Abwesenheitsverfah-

rens unter diesen Umständen als sinnlose Formalität, weil schon zum jetzigen Zeitpunkt mit gros-

ser Sicherheit feststehe, dass schliesslich trotzdem in Abwesenheit des Beschuldigten verhandelt 

werden müsse (vgl. act. S117).  

 

In seinem Antrag auf Verlängerung der Ersatzmassnahme in Form der Sicherheitsleistung vom 

20. Februar 2018 führte das Strafgericht gegenüber dem Zwangsmassnahmengericht aus, ange-

sichts der Mitteilung des Beschuldigten, er werde nicht zur Hauptverhandlung vor Strafgericht 

erscheinen, sei die Fluchtgefahr nicht nur gegeben, sondern habe sich realisiert (vgl. act. S121 

f.).  

 

Mit verfahrensleitendem Beschluss des Strafgerichts vom 1. März 2018 wurde die Ersatzmass-

nahme in Form der vom Beschuldigten erbrachten Sicherheitsleistung in der Höhe von 

Fr. 10‘000.-- gemäss Art. 231 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 237 StPO bis zum Eintritt der Rechtskraft 

des Urteils des Strafgerichts vom 1. März 2018, längstens aber um weitere 3 Monate, d.h. bis 31. 

Mai 2018, verlängert, da aufgrund des Nichterscheinens des Beschuldigten zur Hauptverhand-

lung die von ihm geleistete Sicherheitsleistung in der Höhe von Fr. 10‘000.-- gemäss Art. 240 

Abs. 1 StPO als dem Kanton Basel-Landschaft verfallen gelte. Zur Sicherung des Vollzugs des 

Verfalls der Sicherheitsleistung sei die Ersatzmassnahme bis zum Eintritt der Rechtskraft, höchs-

tens aber für die Dauer von 3 Monaten, aufrechtzuerhalten (vgl. act. S295).  

 

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Eine gegen diesen Beschluss erhobene Beschwerde des Beschuldigten hiess das Kantonsge-

richt, Abteilung Strafrecht, mit Beschluss vom 8. Mai 2018 (Verfahren 470 18 125) teilweise gut 

und hob den genannten Beschluss des Strafgerichts auf, währenddem es das Begehren um Frei-

gabe der Sicherheitsleistung von Fr. 10‘000.-- abwies. Zudem stellte die Beschwerdeinstanz fest, 

dass der Entscheid über die Frage, ob die Sicherheitsleistung gestützt auf das Urteil des Straf-

gerichts vom 1. März 2018 freizugeben sei, bereits aufgrund des Verfalls bei der Staatskasse 

verbleibe oder mittels Beschlagnahme der Vollzug des Verfalls der Sicherheitsleistung sicherzu-

stellen sei, der zuständigen Verfahrensleitung (derzeit dem Strafgerichtspräsidium) obliege (vgl. 

Dispositiv-Ziffer 3). Die Beschwerdeinstanz erwog insbesondere, mit Blick auf Art. 336 StPO und 

die Lehrmeinungen dazu sei die Verschiebung der Hauptverhandlung der Dispensation der be-

schuldigten Person vorzuziehen. Mithin kämen die Bestimmungen über das Abwesenheitsver-

fahren nur bei unentschuldigtem Ausbleiben der beschuldigten Person zur Anwendung (vgl. Erw. 

2.8 des Beschlusses). In casu sei die Anwesenheit des Beschuldigten an der Hauptverhandlung 

als nicht erforderlich gewertet worden. Daran vermögen die Erwägungen des Präsidenten des 

Strafgerichts in seiner Verfügung vom 22. Januar 2018, wonach die Durchführung des Abwesen-

heitsverfahrens als sinnlose Formalität erscheinen würde, da mit grosser Sicherheit feststehe, 

dass ohnehin in Abwesenheit des Beschuldigten verhandelt werden müsse, nichts zu ändern. 

Das Strafgericht hätte, sofern es die Anwesenheit des Beschuldigten (tatsächlich) für notwendig 

erachtet hätte, am 1. März 2018 zufolge Abwesenheit des Beschuldigten keine Hauptverhandlung 

durchführen, sondern vielmehr das Abwesenheitsverfahren einleiten müssen (vgl. Erw. 2.9.). Sei 

die Anwesenheit der beschuldigten Person im Verfahren nicht (mehr) erforderlich, so entfalle lo-

gischerweise auch die Fluchtgefahr, zumal die Ersatzmassnahme in Form der Sicherheitsleistung 

in casu ausdrücklich und ausschliesslich im Hinblick auf die Teilnahme des Beschuldigten an der 

strafgerichtlichen Hauptverhandlung angeordnet worden sei. Mithin sei es mit dem Grundsatz 

von Treu und Glauben im Sinne von Art. 3 Abs. 2 lit. a StPO nicht in Einklang zu bringen, zum 

einen die Anwesenheit des Beschuldigten vor den Schranken des Strafgerichts als nicht erfor-

derlich zu erachten und ihn zu dispensieren, zum anderen aber anlässlich der erstinstanzlichen 

Hauptverhandlung aufgrund dessen Abwesenheit festzustellen, der Beschuldigte habe sich dem 

Verfahren entzogen (vgl. Erw. 2.10). Aus der erstinstanzlichen Verurteilung könne auch keine 

Erhöhung bzw. Konkretisierung der Fluchtneigung abgeleitet werden. Somit zeige sich, dass im 

Zeitpunkt der Verlängerung der Ersatzmassnahme in Form der Sicherheitsleistung das Erforder-

nis der Fluchtgefahr nicht vorgelegen sei (Erw. 2.11). Daher erweise sich die Verlängerung der 

Ersatzmassnahme in Form der Sicherheitsleistung als rechtswidrig (Erw. 2.13). 

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4.4.2 Gemäss Art. 239 Abs. 1 StPO wird die Sicherheitsleistung freigegeben, wenn der Haftgrund 

weggefallen ist (lit. a); das Strafverfahren durch Einstellung oder Freispruch rechtskräftig abge-

schlossen wurde (lit. b) oder die beschuldigte Person die freiheitsentziehende Sanktion angetre-

ten hat (lit. c). Wird die von der beschuldigten Person geleistete Sicherheitsleistung freigegeben, 

so kann sie zur Deckung der Geldstrafen, Bussen, Kosten und Entschädigungen verwendet wer-

den, die der beschuldigten Person auferlegt worden sind (Art. 239 Abs. 2 StPO).  

 

Sodann bestimmt 240 Abs. 1 StPO, dass die Sicherheitsleistung dem Bund oder dem Kanton, 

dessen Gericht sie angeordnet hat, verfällt, wenn sich die beschuldigte Person dem Verfahren 

oder dem Vollzug einer freiheitsentziehenden Sanktion entzieht. Eine verfallene Sicherheitsleis-

tung wird in sinngemässer Anwendung von Art. 73 StGB zur Deckung der Ansprüche der Ge-

schädigten und, wenn ein Überschuss bleibt, zur Deckung der Geldstrafen, Bussen und der Ver-

fahrenskosten verwendet. Ein allfällig noch verbleibender Überschuss fällt dem Bund oder dem 

Kanton zu (Art. 240 Abs. 4 StPO). 

 

Nach dem klaren Wortlaut von Art. 239 Abs. 2 StPO kommt die Verwendung der freigegebenen 

Sicherheit zur Deckung der Geldstrafen, Bussen, Kosten und Entschädigungen nur in Betracht, 

wenn die beschuldigte Person selbst die Sicherheit geleistet hat. Hat eine Drittperson die Sicher-

heit erbracht und tritt ein Freigabegrund ein, so ist sie der Drittperson zurückzuerstatten. Die Ver-

wendung zur Deckung von Geldstrafen, Bussen, Kosten und Entschädigungen, die der beschul-

digten Person auferlegt worden sind, ist unzulässig. Die Drittperson hat ihr Geld als Sicherheits-

leistung gegeben, um zu gewährleisten, dass sich die beschuldigte Person jederzeit zu Verfah-

renshandlungen oder zum Antritt einer freiheitsentziehenden Sanktion einstellt, nicht jedoch um 

für Schulden der beschuldigten Person zu bürgen. Tritt ein Freigabegrund ein, hat die Drittperson 

somit einen Rückforderungsanspruch, der zu befriedigen ist (vgl. MATTHIAS HÄRRI, Basler Kom-

mentar StPO, 2. Aufl., Art. 239 N 10, m.w.H.).  

 

Gemäss Art. 240 Abs. 1 StPO ist Voraussetzung des Verfalls ein „Sich-Entziehen“ des Beschul-

digten. Bei der Auslegung dieses Begriffs ist dem Zweck der Sicherheitsleistung Rechnung zu 

tragen. Diese soll wie die Untersuchungshaft als mildere Massnahme für diese die Flucht bzw. 

das Untertauchen des Beschuldigten verhindern. Untersuchungshaft und Sicherheitsleistung be-

zwecken dagegen nicht, den Beschuldigten ohne besonderen Aufwand vorladen zu können. Der 

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Beschuldigte entzieht sich i.S.v. Art. 240 Abs. 1 StPO dem Verfahren oder dem Sanktionenvoll-

zug somit nicht schon, wenn er einer Vorladung keine Folge leistet, sondern erst, wenn er flüchtet 

oder untertaucht (vgl. MATTHIAS HÄRRI, a.a.O., Art. 240 N 1; m.w.H., u.a. auf BGer 1B_115/2013 

vom 10. Oktober 2013, Erw. 3). Hat sich der Beschuldigte dem Verfahren oder dem Antritt einer 

freiheitsentziehenden Sanktion entzogen, ist der Verfall grundsätzlich zwingend. Er erfolgt unab-

hängig davon, ob der Beschuldigte oder ein Dritter die Sicherheit geleistet hat (MATTHIAS HÄRRI, 

a.a.O., N 4, m.w.H.).  

 

Schliesslich statuiert Art. 336 Abs. 1 StPO den Grundsatz der Erscheinungspflicht der beschul-

digten Person zur Hauptverhandlung. Gemäss Art. 336 Abs. 3 StPO kann die Verfahrensleitung 

die beschuldigte Person auf ihr Gesuch hin vom persönlichen Erscheinen dispensieren, wenn 

diese wichtige Gründe geltend macht und wenn ihre Anwesenheit nicht erforderlich ist. Bleibt die 

beschuldigte Person unentschuldigt aus, so sind die Vorschriften über das Abwesenheitsverfah-

ren anwendbar (Art. 336 Abs. 4 StPO).  

 

Als wichtige Gründe für eine Dispensation können Krankheit oder Landesabwesenheit gelten, 

nicht aber die blosse berufliche Inanspruchnahme. Aufgrund der Wichtigkeit der persönlichen 

Teilnahme der beschuldigten Person sind Dispensationsgesuche restriktiv zu entscheiden und 

nur in Fällen gutzuheissen, in denen die Anwesenheit der beschuldigten Person für deren Beur-

teilung nicht notwendig ist. Die Verschiebung der Hauptverhandlung ist der Dispensation der be-

schuldigten Person vorzuziehen. Wurde eine beschuldigte Person auf Gesuch hin dispensiert, 

findet eine Hauptverhandlung statt und kein Abwesenheitsverfahren gemäss Art. 366 ff. StPO 

(vgl. PETER-RENÉ WYDER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl., Art. 336 N 17-19, m.w.H.).  

 

4.4.3 Das Kantonsgericht vermag den vorinstanzlichen Erwägungen, welche zur Bejahung der 

Voraussetzungen des Verfalls gemäss Art. 240 Abs. 1 StPO geführt haben (vgl. S. 16 des ange-

fochtenen Urteils), nicht zu folgen. So ist zunächst in keiner Weise erkennbar, inwiefern die Ver-

fügung der vorinstanzlichen Verfahrensleitung vom 22. Januar 2018, mit welcher der Beschul-

digte vom persönlichen Erscheinen zur Hauptverhandlung dispensiert worden ist, nach wie vor 

vom Willen getragen gewesen sein soll, den Beschuldigten vor den Schranken anzuhören, wie 

dies noch mit Verfügung der Verfahrensleitung vom 2. August 2017 der Fall war, beinhaltete doch 

die neuere Verfügung genau die gegenteilige Anordnung. Daran ändert auch nichts, dass der 

Beschuldigte allenfalls mit seiner Mitteilung an seine amtliche Verteidigerin im November 2017, 

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er werde eigenmächtig der Hauptverhandlung definitiv fern bleiben, unabhängig von der Anord-

nung der Verfahrensleitung entschieden hat. Nach Treu und Glauben (Art. 3 Abs. 2 lit. a StPO) 

musste der Beschuldigte aufgrund der am 22. Januar 2018 verfügten Dispensation von der 

Hauptverhandlung vielmehr davon ausgehen, dass die vorinstanzliche Verfahrensleitung ihren 

ursprünglichen Willen, den Beschuldigten persönlich vor den Schranken anzuhören, zwischen-

zeitlich aufgegeben hat. Völlig zu Recht weist der Beschuldigte im vorliegenden Berufungsver-

fahren auf diesen Widerspruch hin, und bereits die Beschwerdeinstanz hat dieselbe Feststellung 

im obgenanntem Beschluss vom 8. Mai 2018 (Erw. 2.10) gemacht. Folglich bestand spätestens 

ab dem Zeitpunkt der Dispensation von der Hauptverhandlung auch kein Haftgrund mehr (so 

bereits die Beschwerdeinstanz in ihrem Beschluss vom 8. Mai 2018, Erw. 2.11 und 2.13). In der 

Tat stand die Verfahrensleitung des Strafgerichts vor der Wahl, entweder die Verpflichtung zur 

Anwesenheit aufrechtzuerhalten, wobei bei einem Nichterscheinen die Hauptverhandlung ge-

mäss Art. 366 Abs. 1 StPO hätte unterbrochen und zu einem neuen Verhandlungstermin geladen 

werden müssen, oder aber darauf zu verzichten (so das Strafgericht auf S. 16 des angefochtenen 

Urteils). Doch nur weil sich ein „Leerlauf“ - ausgelöst durch das mutmassliche Nichterscheinen 

des Beschuldigten zur Hauptverhandlung - abzeichnete, war es der Vorinstanz verwehrt, sich 

einer nicht als solche zu verstehenden „Dispensation“ zu bedienen. Wenn die Verfahrensleitung 

des Strafgerichts tatsächlich weiterhin auf dem persönlichen Erscheinen des Beschuldigten be-

harren wollte, dann hätte sie bei einer Abwesenheit des Beschuldigten an der Hauptverhandlung 

vom 1. März 2018 korrekterweise diese unterbrechen und das in Art. 366 StPO ausdrücklich 

vorgesehene Abwesenheitsverfahren einleiten müssen; darauf wies bereits die Beschwer-

deinstanz in ihrem obgenannten Beschluss vom 8. Mai 2018 (Erw. 2.9) hin. Abgesehen davon 

hat in Konstellationen wie der vorliegenden ohnehin die Verschiebung der Hauptverhandlung ge-

genüber der Dispensation Vorrang (vgl. Erw. 4.4.2). Die Feststellung der Vorinstanz, der Beschul-

digte habe sich durch sein Verhalten dem Verfahren entzogen, hält vor dem Recht daher nicht 

stand. In casu sind die Voraussetzungen des Verfalls gemäss Art. 240 Abs. 1 StPO somit gerade 

nicht gegeben. Demgegenüber sind - unter Vorbehalt von Art. 239 Abs. 2 StPO (vgl. nachfolgend 

Erw. 4.4.4) - die Erfordernisse für eine Freigabe der Sicherheitsleistung aufgrund des Wegfalls 

des Haftgrunds gemäss Art. 239 Abs. 1 lit. a StPO erfüllt. 

 

4.4.4 Beizupflichten ist hingegen der Feststellung der Vorinstanz, wonach im vorliegenden Fall 

keine Drittkaution vorliege, was eine Einziehung der Sicherheitsleistung (auch) gestützt auf 

Art. 239 Abs. 2 StPO ermögliche (so das Strafgericht auf S. 17 des angefochtenen Urteils). So 

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trifft zu, dass allein der Postkontoauszug vom 24. Mai 2016 betreffend eine Überweisung von 

Fr. 10‘000.-- (act. 333) noch nicht auf eine wirtschaftliche Berechtigung der Mutter des Beschul-

digten schliessen lässt, zumal der Beschuldigte aufgrund seiner Inhaftierung diese gezwungener-

massen nicht eigenhändig vornehmen konnte. Vielmehr liegen den Akten genügend Beweise 

bzw. Anhaltspunkte vor, welche für eine wirtschaftliche Berechtigung des Beschuldigten selbst 

sprechen. So weist die Staatsanwaltschaft zu Recht auf ein Schreiben des Beschuldigten an 

seine Mutter vom 23. März 2016 hin. Daraus geht hervor, dass dieser um Hilfe bei der Stellung 

der Kaution von Fr. 10‘000.-- bittet. Er schreibt seiner Mutter unter anderem, dass er bei seiner 

Rückkehr nach F.___ „ernsthaft Anlauf nehmen“ (i.S.v. „Gas geben“) werde, um das Geld zurück-

zuzahlen (act. 503). Auch die Vorinstanz erwähnt zutreffend das Antwortschreiben der Mutter des 

Beschuldigten vom 20. April 2016, worin sie bestätigt, sie habe das Geld von „H.___, dem Tau-

benzüchter“ bekommen. Bis zum 5. Juni 2016 müsse sie es zurückgeben, weshalb man falls 

nötig die Weiden verkaufen müsse (vgl. act. 517). Des Weiteren wies die Verteidigung selber in 

ihrem Schreiben vom 16. November 2016 an die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der 

Finanzabklärung darauf hin, der Beschuldigte habe seine einzigen Ersparnisse als Sicherheits-

leistung hinterlegt (vgl. act. 70.1). In ihrer Eingabe vom 13. September 2017 wiederholte die Ver-

teidigerin, dass die gesamten Ersparnisse des Beschuldigten in die Sicherheitsleistung geflossen 

seien (vgl. act. S93). In einem weiteren Schreiben der Verteidigerin vom 21. Dezember 2017 

wurde diese Darstellung insofern erstmals relativiert, als dem Strafgericht mitgeteilt wurde, dass 

sowohl der Beschuldigte als auch dessen Mutter momentan gesundheitlich angeschlagen seien. 

Sie könnten sich nur beschränkt medizinische Hilfe leisten, weil die gesamten Ersparnisse der 

Beiden in die da