# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3fa1d50c-32a1-51e5-a736-8c26211dbe03
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.09.2018 200 2017 922
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-922_2018-09-06.pdf

## Full Text

200 17 922 IV
KOJ/LUB/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. September 2018

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt und Notar B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. September 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1959 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im September 2010 unter Hinweis auf ein Unfallereignis vom 
16. Februar 2010 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 22). Die IVB 
tätigte Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht. Dabei ge-
währte sie Frühinterventionsmassnahmen in Form eines Ausbildungskur-
ses (Lehrgang für …; AB 55). Mit Mitteilung vom 14. August 2012 schloss 
sie die beruflichen Massnahmen ab (AB 60) und holte einen Bericht des 
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 12. September 2012 (AB 63 
S. 3 f.) ein. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 65) wies die 
IVB mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 30. Oktober 2012 den 
Anspruch auf (weitere) Leistungen der IV ab (AB 68). 

B.

Im Oktober 2014 gelangte die Versicherte mit einem neuen Leistungsge-
such an die IVB (AB 81). Als gesundheitliche Beeinträchtigungen gab sie 
unfallbedingte Beschwerden an (AB 93). Die IVB nahm wiederum erwerbli-
che und medizinische Erhebungen vor, insbesondere liess sie die Versi-
cherte auf Empfehlung des RAD polydisziplinär begutachten (Gutachten 
der C.________ [MEDAS] vom 20. Juni 2017 inklusive Teilgutachten in den 
Bereichen Psychiatrie und Rheumatologie [AB 243.1 – 243.5] sowie Gut-
achten des Spitals D.________ vom 1. März 2017 im ausgegliederten Be-
reich Neurootologie [AB 225.1]). Mit Vorbescheid vom 6. Juli 2017 stellte 
die IVB bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 6 % die Abweisung des 
Leistungsgesuchs hinsichtlich einer Invalidenrente in Aussicht (AB 245). 
Nach erhobenem Einwand (AB 248) verneinte sie mit Verfügung vom 
18. September 2017 entsprechend dem Vorbescheid einen Rentenan-
spruch (AB 250).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 3

C.

Mit Eingabe vom 19. Oktober 2017 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt und Notar B.________, Beschwerde und stellte die folgen-
den Anträge:

«1. Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 18. September 2017 sei 
vollumfänglich aufzuheben.

2. a) Es seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leis-
tungen ab wann rechtens nach Massgabe eines Invaliditätsgrades 
von mindestens 40 % zzgl. eines Verzugszinses zu 5 % ab wann 
rechtens zuzusprechen.

b) Eventualiter: Die Beschwerdesache sei zur Durchführung 
einer Arbeitsplatzabklärung (Klärung der Frage, wieviel die Versi-
cherte im kleinen Pensum in der … verdient respektive in der Lage 
ist zu verdienen) und zur Neubeurteilung an die IV-Stelle Bern 
zurückzuweisen.

3. Den Gutachtern der MEDAS sei gerichtlich die Frage zu stellen, 
ob die Versicherte in dem im Gutachten vom 20. Juni 2017 
(Ziff. 5.5 «Prognose», Seite 54 des Gutachtens) beschriebenen 
„kleinen Pensum in der …“ als optimal eingegliedert zu gelten hat.

4. Es sei gestützt auf Art. 30 Abs. 3 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK eine 
öffentliche Verhandlung mit Publikums- und Presseanwesenheit 
durchzuführen.

5. Vor der Eröffnung des materiellen Endentscheides sei dem unter-
zeichneten Rechtsanwalt Gelegenheit zur Einreichung einer detail-
lierten Kostennote zur Geltendmachung einer Parteientschädigung 
zu geben (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV).

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Be-
schwerdegegnerin.

U.K.u.E.F.»

In ihrer Beschwerdeantwort vom 15. Dezember 2017 schloss die Be-
schwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 27. Dezember 2017 wies der Instrukti-
onsrichter die Anträge der Beschwerdeführerin gemäss Rechtsbegehren 
Ziff. 3 der Beschwerde und auf Durchführung einer Parteibefragung (vgl. 
Beschwerde S. 12 f.) ab.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 4

Mit Eingabe vom 28. März 2018 reichte die Beschwerdeführerin verschie-
dene Unterlagen zu den Akten und teilte mit, dass sie an der Durchführung 
einer öffentlichen Schlussverhandlung festhalte. Zudem nahm sie im Sinne 
einer Replik unaufgefordert zur Beschwerdeantwort Stellung und beantrag-
te die gerichtliche Befragung zweier Gutachter der MEDAS. Mit prozesslei-
tender Verfügung vom 17. April 2018 stellte der Instruktionsrichter ein Dop-
pel dieser Eingabe der Beschwerdegegnerin zu und wies den Antrag auf 
gerichtliche Befragung ab.

Mit Duplik vom 15. Mai 2018 hielt die Beschwerdegegnerin an den in der 
Beschwerdeantwort gestellten Rechtsbegehren und vorgebrachten Stand-
punkten fest. 

An der öffentlichen Schlussverhandlung vom 27. August 2018 bestätigte 
der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin im Wesentlichen die gestellten 
Rechtsbegehren und nahm hierzu im Rahmen des Plädoyers Stellung. 
Weiter reichte er dem Gericht eine aktualisierte Kostennote ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 5

gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde grundsätzlich einzutreten (vgl. E. 1.2 hiernach).

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 18. September 2017 
(AB 250). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Rente. Soweit die Beschwerdeführerin Ansprüche auf weitere 
Leistungen der Invalidenversicherung geltend macht, ist auf die Beschwer-
de nicht einzutreten, da die Beschwerdegegnerin allein über den Renten-
anspruch verfügt hat (BGE 125 V 413 E. 1a S. 414).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 6

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.2.1 Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, 
dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt 
sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Ge-
sundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend 
ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr 
zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechts-
anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben 
tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die 
Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 428, BGE 141 V 281 
E. 4.1 S. 296 ff.). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditäts-
grades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi-
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall 
anhand von Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu-
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 
V 281 E. 6 S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 
143 V 418, E. 7.2 S. 429).

2.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 7

nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 
sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-
spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 
intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärzt-
licher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig über-
wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar 
überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine ver-
selbständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 
E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschä-
digung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst 
wenn die klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben 
sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden 
Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheits-
schädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswir-
kungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.2.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standard-
indikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_492%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-V-49%3Ade&number_of_ranks=0#page49
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_492%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-V-294%3Ade&number_of_ranks=0#page294

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 8

sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dard-indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versi-
cherte Person zu tragen (E. 6 S. 308).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädi-
gung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, 
wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebe-
darfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 
2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 9

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsgesuch ein, 
so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die 
von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali-
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invali-
ditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän-
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie 
zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um 
nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invali-
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2017 IV Nr. 40 S. 122 E. 5.2.2).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch 
Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen 
Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen 
zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 
V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom Oktober 2014 
(AB 81) eingetreten und hat den Rentenanspruch in der angefochtenen 
Verfügung vom 18. September 2017 (AB 250) materiell geprüft. Die Eintre-
tensfrage ist – da nicht streitig – vom Gericht nicht zu beurteilen (BGE 109 
V 108 E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden Vergleichs-
zeitraum zwischen der Verfügung vom 30. Oktober 2012 (AB 68) und der 
Verfügung vom 18. September 2017 (AB 250) eine Veränderung in den 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_721%2F2010&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-198%3Ade&number_of_ranks=0#page198

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 10

tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den Invali-
ditätsgrad in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise zu beein-
flussen (vgl. E. 2.5 hiervor).

3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der Verfügung vom 
30. Oktober 2012 (AB 68) massgeblich auf den Bericht der RAD-Ärztin 
med. pract. Gisela Liefke, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom 
12. September 2012 (AB 63 S. 3 f.), worin diese als Diagnose mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches zervikovertebrales Syndrom 
(ICD-10 M54.2; myofasziale Befunde zervikal und am Schultergürtel bei 
muskulärer Dysbalance, subokzipitale Tendomyosen, beginnende Chon-
drose C5/6, chronische Kopfschmerzen, keine radikuläre Reiz- oder Aus-
fallsymptomatik) festhielt. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit nannte sie den Verdacht auf Persönlichkeit mit selbstunsicheren 
und differentialdiagnostisch (DD) emotional instabilen Zügen (ICD-10 
Z73.1), DD den Verdacht auf Zyklothymia, den Verdacht auf undifferenzier-
te Somatisierungsstörung (ICD-10 F45), Spannungskopfschmerzen (ICD-
10 G44.2; kein Hinweis auf organisches Korrelat der Beschwerden, Ver-
dacht auf vordergründig funktionelle Überlagerung) und einen St. n. leicht-
gradigem Halswirbelsäulen(HWS)-Distorsionstrauma im Rahmen des Un-
fallereignisses vom 16. Februar 2010 (aufgrund der Aktenlage und Eigen-
anamnese ohne Hinweise auf begleitende milde traumatische Hirnverlet-
zung; AB 63 S. 3). Aus versicherungsmedizinischer Sicht bestünden aktuell 
keine relevanten geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen. Die pas-
sageren Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit seien bedingt durch die un-
fallkausale schwere Anpassungsstörung. In körperlicher Hinsicht bestehe 
aus rein muskuloskelettaler Sicht eine Einschränkung der Leistungsfähig-
keit von 20 %. Dies gelte sowohl für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als … 
sowie als Mitarbeiterin im …. Diese Einschätzung könne auch für die Tätig-
keit als … angenommen werden. Für die Tätigkeit als … dagegen sei kei-
nerlei Einschränkung der Leistungsfähigkeit anzunehmen. In einer körper-
lich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit, ohne HWS-Zwangshaltungen, 
ohne längerdauernde Arbeiten mit gebeugtem Kopf oder Überkopf, ohne 
repetitive HWS-Rotation sei eine Arbeitsfähigkeit von 50 % vom 15. Juni 
bis 12. Juli 2010, eine Arbeitsfähigkeit von 75 % vom 13. Juli bis 9. August 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 11

2010 und eine Arbeitsfähigkeit von 100 % ab 10. August 2010 zumutbar 
(AB 63 S. 4).

3.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustandes seit Erlass 
der Verfügung vom 30. Oktober 2012 (AB 68) lässt sich den Akten im We-
sentlichen das Folgende entnehmen:

3.3.1 Im Bericht vom 24. November 2014 (AB 91 S. 1 – 3) diagnostizierte 
Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit ein zervikocephales Syndrom nach Akzelera-
tions-/Dezelerationstrauma, ein zervikobrachiales Syndrom, eine Vertigo, 
einen Tinnitus und einen Glomus caroticum-Tumor (AB 91 S. 1). Die ge-
lernte … arbeite zurzeit in einem Pensum von 35 % als … und in der …. 
Ein höheres Pensum sei medizinisch nicht möglich. Es bestünden insbe-
sondere körperliche Einschränkungen durch die Schmerzen im Bereich des 
Nackens, aber auch die psychische Beeinträchtigung sei relevant. Durch 
die körperlichen Beschwerden seien keine intensiven körperlichen Arbeiten 
möglich, das Arbeitstempo sei deutlich reduziert. Die Patientin brauche 
viele Pausen (AB 91 S. 2). Es könne höchstens mit einem Halten der Ar-
beitsfähigkeit gerechnet werden, eine Verbesserung sei nicht möglich. Die 
momentane Arbeit sei sicherlich nicht ideal (AB 91 S. 3).

3.3.2 Prof. Dr. med. F.________, Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie, 
nannte am 11. Dezember 2014 als Diagnose den Verdacht auf einen Glo-
mus-Tumor Ohr rechts mit Mastoiditis (AB 98 S. 2). Für die Tätigkeit als … 
und … attestierte er eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 
100 % vom 26. November bis 31. Dezember 2014.

3.3.3 Im Austrittsbericht des Spitals D.________ vom 29. Januar 2015 
(AB 112 S. 2 f.) über die Hospitalisation vom 12. bis 15. Januar 2015 dia-
gnostizierten die behandelnden Ärzte einen Glomus tympanicum-Tumor, 
Fish Stadium B rechts, mit Sekretretention im Mastoid. Als durchgeführte 
Therapien erwähnten sie eine Embolisation sowie eine konservative Masto-
idektomie, Tumorentfernung im Mittelohr rechts (AB 112 S. 2).

3.3.4 Dr. med. E.________ vermerkte im Verlaufsbericht vom 9. April 
2015 (AB 118 S. 2 ff.), der Gesundheitszustand sei stationär und habe sich 
seit der letzten Diagnosestellung nicht verändert. Als Diagnosen mit Ein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 12

fluss auf die Arbeitsfähigkeit lägen ein Glomus tympanicum-Tumor, Fish 
Stadium B rechts mit Sekretretention im Mastoid, ein zervikocephales Syn-
drom nach Akzelerations-/Dezelerationstrauma, ein zervikobrachiales Syn-
drom, ein Tinnitus und eine Vertigo vor (AB 118 S. 1). Mit einer Verbesse-
rung sei kaum zu rechnen. Langfristig sei wahrscheinlich mit einer Arbeits-
unfähigkeit von 50 % zu rechnen. Als gelernte … und aktuell im … bestehe 
eine gesundheitlich begründete Arbeitsunfähigkeit von 60 % ab 9. März bis 
6. April und von 80 % ab 7. April 2015 bis dato (AB 118 S. 2).

3.3.5 Am 17. November 2015 berichtete Prof. Dr. med. F.________ über 
einen stationären Gesundheitszustand. Die Patientin gebe an, rechts weni-
ger zu hören (AB 159 S. 1). Die Ausübung einer Arbeitstätigkeit sei aus 
HNO-Sicht möglich (AB 159 S. 2).

3.3.6 Dr. med. E.________ verzeichnete im Verlaufsbericht vom 26. No-
vember 2015 (AB 161), dass sich der Gesundheitszustand verbessert habe 
und bestätigte die von ihm am 9. April 2015 gestellten Diagnosen. Die Pati-
entin leide rezidivierend noch an Kopfschmerzen sowie an Schmerzen im 
Bereich des Nackens und okzipital. Die Schwindelproblematik sei persis-
tent (AB 161 S. 2). Momentan scheine eine Wiedererlangung der Arbeits-
fähigkeit zu 80 bis 100 % möglich, mit gewissen anhaltenden Einschrän-
kungen sei aber zu rechnen. Die gesundheitlich begründete Arbeitsun-
fähigkeit betrage 30 % ab 19. Oktober 2015 bis dato (AB 161 S. 3). 

Am 27. Mai 2016 (AB 187 S. 2 ff.) hielt Dr. med. E.________ fest, der Ge-
sundheitszustand habe sich verschlechtert. Die Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit seien zum Bericht von November 2015 unverändert 
(AB 187 S. 2). Mit einer Verbesserung könne nicht gerechnet werden. Die 
aktuelle Tätigkeit (…) sei bis zu einem maximalen Pensum von 70 % zu-
mutbar (AB 187 S. 3). 

3.3.7 Im neurootologischen (Teil-)Gutachten des Spitals D.________ vom 
1. März 2017 (AB 225.1), welches im Rahmen der polydisziplinären Unter-
suchung bei der MEDAS ausgegliedert worden war, führte PD Dr. med. 
G.________, Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie, als Diagnosen mit Re-
levanz für die Arbeitsfähigkeit einen posttraumatischen Schwindel mit/bei 
otolitischer Dysfunktion bds., mittel- bis hochgradiger, hochbetonter, senso-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 13

rineuraler Schwerhörigkeit rechtsbetont, chronischem Tinnitus Grad 2 bds. 
kompensiert, einen St. n. Glomus tympanicum-Tumor Fish Stadium B 
rechts mit/bei präoperativer Embolisation, St. n. Tumorentfernung rechts 
und ein chronisches zervikovertebrales Syndrom mit/bei Spannungskopf-
schmerzen und Verdacht auf funktionelle Überlagerung auf (AB 225.1 
S. 4 f.). Ohne Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte er einen St. n. 
depressiven Episoden 2009, den Verdacht auf undifferenzierte Somatisie-
rungsstörung, eine Myopie/Astigmatismus, einen St. n. Hysterektomie, ei-
nen St. n. Tonsillektomie, einen St. n. Sectio caesarea, einen St. n. Ma-
genulcus und einen St. n. atypischen Gesichtsschmerzen links (AB 225 
S. 5). Die Arbeit im … oder als … sei bei stehender und laufender Tätigkeit 
nicht geeignet. Bei intermittierender Schwindelsensation sowie einge-
schränkter Hörfähigkeit sei das Arbeiten in einer lärmigen … mit einer Min-
derung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit verbunden. Das Arbeiten als … 
oder in der … sei prinzipiell aus neurootologischer Sicht möglich. Die Min-
derung der Arbeitsfähigkeit sei mit maximal 10 % zu bemessen. In einer 
angepassten Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit aus otologischer und neuroo-
tologischer Sicht zu 100 % gegeben. Bei einem angepassten Arbeitsplatz 
müssten die Hörsituation sowie die Schwindelsensationen bei raschen 
Kopfbewegungen und Lageänderungen berücksichtigt werden (AB 225.1 
S. 8).

3.3.8 Prof. Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Sprech-
stundenbericht für Kniechirurgie vom 3. Mai 2017 (AB 239) eine beginnen-
de mediale und femoropatellar betonte Gonarthrose links. Die Patientin 
habe am 24. April 2017 ihre Arbeit als … sowie … vollumfänglich aufge-
nommen. Knien sei aktuell noch nicht möglich. MR-tomographisch zeige 
sich eine Meniskusläsion bei intakten Kreuzbändern. Die Knorpelschäden 
seien jedoch fortgeschritten. Aktuell sei die Patientin deutlich beschwer-
deärmer.

3.3.9 Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS vom 20. Juni 2017 
(AB 243.1) führten die Dres. med. I.________, Facharzt für Allgemeine 
Innere Medizin, und J.________, Facharzt für Physikalische Medizin und 
Rehabilitation und Rheumatologie, als Diagnosen mit wesentlicher Ein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 14

schränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine Somatisierungsstörung 
(ICD-10 F45.0), eine Gonalgie links, eine Schwerhörigkeit bds. (Hörgeräte-
Trägerin) und eine hochgradige Myopie (Dioptrien-Unterschied zwischen 
den Augen, eventuell reduziertes Stereosehen) auf. Als Diagnosen ohne 
wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert, 
erwähnten sie einen posttraumatischen Schwindel, eine Orthostase bei 
labilen Blutdruckwerten, ein chronisches zervikovertebrales Syndrom mit 
leichtem myofaszialem Reizzustand hochzervikal und im Bereiche des 
Schultergürtels bei muskulärer Dysbalance, einen St. n. nach lumbalem 
Schmerzsyndrom, einen St. n. Hashimoto-Thyreoiditis 2016, eine Unter-
funktion der Schilddrüse und anamnestisch eine Penicillin-Allergie (unsi-
cher; AB 243.1 S. 51 f.). In der zuletzt vollzeitig ausgeübten Tätigkeit als … 
in der … betrage die Arbeitsfähigkeit 40 %; die Einschränkungen basierten 
auf der psychiatrischen Beurteilung. Eine Tätigkeit in der … sei aus rheu-
matologischen Gründen nur noch zu 30 % möglich; die Versicherte könne 
nicht ausschliesslich eine stehend-gehende Tätigkeit ausüben, zudem 
bestünden auch Einschränkungen wegen der Schwerhörigkeit. Eine körper-
lich leichte, teilweise mittelschwere adaptierte Tätigkeit sei der Versicherten 
zu 50 % zumutbar, bspw. auch die von ihr aktuell in einem Kleinpensum 
ausgeübte Berufsarbeit in … und …. Die Haupteinschränkung basiere hier 
ebenfalls auf dem psychiatrischen Leiden. Bezüglich Realisierung der 
50 %-igen Arbeitsfähigkeit müssten folgende einschränkende Kautelen 
berücksichtigt werden: Die Versicherte sei Hörgeräteträgerin, zusätzlich 
leide sie an einem Tinnitus. Bei einer Arbeitstätigkeit müsse auf diese Ein-
schränkungen Rücksicht genommen werden. Sie könne nicht in lärmiger 
Umgebung arbeiten und auch nicht in einer Umgebung, wo auf akustische 
Signale geachtet werden müsse. Die Versicherte leide vor allem an an-
fallsmässigem Schwindel, bspw. bei raschen Kopfbewegungen, und auch 
mit einer orthostatischen Komponente. Sie dürfe nicht an sie potenziell ge-
fährdenden Maschinen beschäftigt werden (AB 243.1 S. 53). 

Im rheumatologischen Teilgutachten hielt Dr. med. K.________, Facharzt 
für Rheumatologie, fest, in Zusammenschau der angegebenen Beschwer-
den, der Aktenlage sowie der erhobenen klinischen und der aktuellen bild-
gebenden Befunde sei ein sehr diskretes zervikovertebrales Schmerzsyn-
drom mit leichtem myofaszialem Reizzustand im Bereich der Nacken-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 15

/Schulterpartie bei nur leichtgradiger Einschränkung der HWS-
Beweglichkeit ohne Anhalt für eine Segmentinstabilität und ohne klinische 
Hinweise für eine radikuläre Reiz- und/oder sensomotorische Ausfallsym-
ptomatik zu diagnostizieren. Die deutlich gezeigte Einschränkung hinsicht-
lich Extension der HWS bzw. Reklination des Kopfes finde keine hinrei-
chende Erklärung und sei als schmerzbedingte Selbstlimitierung zu werten, 
wobei kein Schmerzkorrelat an der HWS zu objektivieren sei. Zum Zeit-
punkt der Untersuchung zeige die Versicherte eine Gonalgie links mit posi-
tiver Meniskustestung medial und Zeichen einer medialen Gon- und femo-
ropatellären Reizsymptomatik mit leichter Beeinträchtigung des Beugever-
mögens (AB 243.5 S. 14).

Im psychiatrischen Teilgutachten hielt med. pract. L.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, fest, weder in Bezug auf den Unfall noch 
in Bezug auf die belastenden Erlebnisse in der Kindheit und der Jugend 
liessen sich Symptome feststellen, die auf eine posttraumatische Belas-
tungsstörung hinweisen würden (AB 243.3 S. 9). Es erscheine nach Akten-
lage, aber auch auf Basis der Angaben der Explorandin überwiegend 
wahrscheinlich, dass 2009 und 2010 depressive Phasen vorgelegen hät-
ten, deren Schweregrad jedoch höchstens leichtgradig gewesen sei. Im 
2011 sei keine Depression mehr belegbar gewesen und danach auch nicht 
mehr aufgeführt worden. Die Explorandin gebe somatische Beschwerden 
an, die in ihrem Ausmass jedoch nicht ausreichend somatisch erklärt wer-
den könnten. Sie stellten die Haupteinschränkung v.a. auch im Hinblick auf 
die Arbeitsfähigkeit dar. Es sei seit 2011 nicht zu einer Verschlechterung 
gekommen, sondern eine Diagnose, die damals noch nicht zu stellen ge-
wesen sei, sei spätestens 2012 als erfüllt anzunehmen, die Somatisie-
rungsstörung. Eine auffällige Persönlichkeitsstruktur zeige sich sicher; die 
Kriterien für eine abhängige Persönlichkeitsstörung seien jedoch nicht er-
füllt, so dass von akzentuierten Persönlichkeitszügen auszugehen sei 
(AB 243.3 S. 11). Die festgestellten Erkrankungen erreichten einen Schwe-
regrad, der einen mittleren Einfluss auf die funktionelle Leistungsfähigkeit 
habe. Die bisherige Therapie sei teilweise angemessen. Gemäss psychia-
trischen Abklärungen bestünden weitere Therapieoptionen, mit denen rele-
vante Besserungen des Gesundheitszustandes erwartet werden könnten. 
Die beklagten Leiden wirkten sich konsistent in vergleichbaren Lebensbe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 16

reichen aus. Aus gutachterlicher Sicht sei er vom Bestehen der geltend 
gemachten Behinderungen überzeugt. Die Explorandin verfüge nicht über 
genügend Ressourcen, um die aus somatischer Sicht attestierte Arbeits-
fähigkeit zu realisieren (AB 243.3 S. 12).

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1).

3.5 Das neurootologische (Teil-)Gutachten vom 1. März 2017 
(AB 225.1) sowie das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 20. Juni 
2017 (AB 243.1) erfüllen die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung 
an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderun-
gen (vgl. E. 3.4 hiervor). Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf 
eigenen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter 
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Aus-
führungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind ein-
leuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand werden nachvollziehbar, umfassend und einlässlich begründet. Die 
einzelnen Teilbeurteilungen stehen zudem untereinander in Übereinstim-
mung und sind auch in die polydisziplinäre Beurteilung eingeflossen. Inso-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 17

weit kommt den Gutachten voller Beweiswert zu (vgl. BGE 125 V 351 
E. 3b/bb S. 353).

Die Gutachter der MEDAS haben in schlüssiger Weise aufgezeigt, dass die 
Beschwerdeführerin mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit an einer 
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0), einer Gonalgie links, einer Schwer-
hörigkeit bds. (Hörgeräteträgerin) und einer hochgradigen Myopie (Kontakt-
linsenträgerin, Dioptrien-Unterschied zwischen den Augen, ev. reduziertes 
Stereosehen) leidet (AB 243.1 S. 51 f.).

3.6 Angesichts der seit der Vergleichsverfügung vom 30. Oktober 2012 
(AB 68) von der MEDAS neu gestellten somatischen Diagnosen (Gonalgie, 
Schwerhörigkeit bds. und hochgradige Myopie) ist eine revisionsrelevante 
Veränderung des Gesundheitszustandes zu Recht unbestritten, so dass 
eine umfassende Prüfung des Rentenanspruchs vorzunehmen ist (vgl. 
E. 2.5 hiervor). 

3.7 Zu prüfen ist, ob den erstellten psychischen Gesundheitsschäden 
(vgl. E. 3.5 hiervor) invalidisierende Wirkung zukommt.

Wohl hat sich der psychiatrische Gutachter med. pract. L.________ – wie 
die Beschwerdeführerin insoweit zutreffend ausführt (vgl. Beschwerde 
S. 12) – zu den Indikatoren geäussert (AB 243.3 S. 12). Dies entbindet 
Verwaltung und Gericht jedoch nicht davon, die Rechtsfrage nach dem 
Vorliegen einer Invalidität auf der Grundlage der medizinischen Tatsachen-
feststellungen frei zu prüfen. Rechtsprechungsgemäss liegt es nicht allein 
in der Zuständigkeit der mit dem konkreten Einzelfall (gutachterlich) 
befassten Arztpersonen, abschliessend und für die rechtsanwendende 
Stelle (Verwaltung, Gericht) verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch 
festgestellte Leiden zu einer (andauernden oder vorübergehenden) 
Arbeitsunfähigkeit (bestimmter Höhe und Ausprägung) führt. Die Frage, ob 
und in welchem Umfang die Feststellungen in einem medizinischen 
Gutachten anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf die 
Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen, ist rechtlicher Natur und damit frei 
überprüfbar. Darum kann aus rechtlicher Sicht von einer medizinischen 
Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit in einer Expertise abgewichen werden, 
ohne dass sie ihren Beweiswert gänzlich einbüsste. Darin liegt weder eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 18

Geringschätzung der ärztlichen Beurteilung noch eine gerichtliche 
Kompetenzanmassung, sondern es ist notwendige Folge des rein 
juristischen Charakters der sozialversicherungsrechtlichen Begriffe von 
Arbeits-/Erwerbsunfähigkeit und Invalidität (Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 25. Juni 2018, 8C_74/2018, E. 5.1).

Zunächst sind – unter der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 
V 281 E. 4.3 S. 298) – die Indikatoren zum Komplex „Gesundheitsschädi-
gung“ näher zu betrachten. Massgeblich sind demnach die Ausprägung der 
diagnoserelevanten Befunde, der Behandlungs- und Eingliederungserfolg 
resp. die -resistenz und allfällige Komorbiditäten (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 
S. 298 ff.).

3.7.1 Zum Indikator „Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und 
Symptome“ ist festzuhalten, dass diese nicht übermässig ist. Med. pract. 
L.________ bezeichnete die Einschränkungen als leicht bis mittelgradig 
(AB 243.3 S. 12 oben), was im Lichte des geschilderten Tagesablaufs bzw. 
der Aktivitäten überzeugt. Die Beschwerdeführerin gab an, dass sie nach 
dem Frühstück in den Garten gehe und dort diversen Aktivitäten nachgehe. 
Sie treffe sich auch mit Kolleginnen oder ihre Tochter komme zu Besuch. 
Seit kurzem gehe sie auch zu einem Gemeinschaftsnachmittag, wo gebetet 
und gesungen werde sowie Vorträge angeboten würden. Abends schaue 
sie fern oder stricke Socken und gehe gegen 22:00 Uhr zu Bett (AB 243.3 
S. 6). Gegen eine erhebliche Ausprägung spricht sodann die Tatsache, 
dass die Beschwerdeführerin – jedenfalls im hier massgebenden Zeitpunkt 
der angefochtenen Verfügung (vgl. auch E. 3.7.7 [in fine] hiernach) – seit 
mehreren Jahren nicht mehr in fachärztlicher Behandlung steht. 

3.7.2 Betreffend den Indikator „Behandlungs- und Eingliederungserfolg 
oder -resistenz“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist zu bemerken, dass 
der psychiatrische Gutachter der MEDAS die bisherige Therapie einzig als 
teilweise angemessen beurteilt. Er empfiehlt u.a. eine störungsspezifische 
Behandlung der Somatisierungsstörung im Rahmen einer Psychotherapie 
und bei ausbleibenden Verbesserungen den Beginn einer ambulanten 
psychiatrischen Ergotherapie (AB 243.3 S. 12 f.). Die Beschwerdeführerin 
nahm vom 26. März bis 24. April 2015 an einer arbeitsmarktlichen Mass-
nahme (AMM) teil. Im entsprechenden Abschlussbericht AMM vom 5. Mai 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 19

2015 wurde festgehalten, dass das Engagement und der Einsatzwille der 
Beschwerdeführerin sehr hoch gewesen seien und sie aufgrund der vor-
handenen Kompetenzen im ersten Arbeitsmarkt vermittelbar sei (AB 152 
S. 4). Zwar erfolgte am 7. April 2015 eine Reduktion des ursprünglichen 
Pensums von 100 % auf 80 %, dennoch wurde eine schrittweise Erhöhung 
des Pensums nicht ausgeschlossen. Zudem wurde ebenfalls eine thera-
peutische Begleitung als wichtig erachtet, um die psychische Widerstands-
fähigkeit zu stärken (AB 152 S. 3). Vor diesem Hintergrund verbietet sich 
die Annahme einer Behandlungs- bzw. Eingliederungsresistenz, was 
aufgrund der Bedeutung dieses Indikators (vgl. Entscheid des BGer vom 
15. März 2017, 8C_14/2017, E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 
E. 4.3.1.2 S. 299) stark zu gewichten ist.

3.7.3 Zu prüfen ist weiter, ob psychische oder somatische Komorbiditäten 
bzw. begleitende krankheitswertige Störungen, welche der Beschwerdefüh-
rerin Ressourcen rauben (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.), vorhanden 
sind. Gemäss BGE 143 V 418 E. 8.1 S. 430 fallen Störungen unabhängig 
von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in 
Betracht, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung 
beizumessen ist (Entscheid des BGer vom 9. Mai 2018, 9C_899/2017, 
E. 4.2.3). Med. pract. L.________ führte aus, dass sich eine auffällige Per-
sönlichkeitsstruktur zeige. Eine abhängige Persönlichkeitsstörung schloss 
er jedoch explizit aus und er diagnostizierte lediglich akzentuierte Persön-
lichkeitszüge (abhängig; ICD-10 Z73). Mit Blick darauf, dass nach der Ein-
schätzung des psychiatrischen Gutachters die Somatisierungsstörung klar 
im Vordergrund steht (AB 243 S. 9 oben und S. 11 Mitte), kommt den ak-
zentuierten Persönlichkeitszügen einzig eine untergeordnete Bedeutung 
zu. Dies widerspiegelt sich auch in seinen Ausführungen, wonach trotz aller 
Probleme und Verhaltensmuster, die auf eine abhängige Persönlichkeitss-
truktur hinweisen, die Beschwerdeführerin es immer wieder geschafft habe 
Arbeit zu finden; sie scheine lebenslang motiviert dafür gewesen zu sein 
und dies bis heute (AB 243.3 S. 9). Emotional instabile Züge konnte er kei-
ne feststellen (AB 243.3 S. 11). Sodann handelt es sich bei der diagnosti-
zierten rezidivierenden depressiven Störung (AB 243.3 S. 9) lediglich um 
eine Verdachtsdiagnose, welche überdies nicht mehr aktuell (Diagnose: 
„St. n. …“) und somit schon aus diesem Grund nicht relevant ist. Weiter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 20

verneinte med. pract. L.________ eine posttraumatische Belastungs-
störung (AB 243.3 S. 9). Die somatischen Beeinträchtigungen wirken sich 
bei einer angepassten Tätigkeit nicht wesentlich auf die Arbeitsfähigkeit 
aus; eine solche ist vollzeitlich zumutbar (vgl. E. 3.8 hiernach). Die ME-
DAS-Gutachter haben die hälftige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten 
Tätigkeit denn auch vornehmlich mit dem psychischen Geschehen begrün-
det. So führten sie aus, dass die Haupteinschränkung hier ebenfalls auf 
dem psychiatrischen Leiden basiere (AB 243.1 S. 53 Ziff. 5.2). Unter diesen 
Umständen sind die begleitenden psychischen und somatischen Störun-
gen, an welchen die Beschwerdeführerin leidet, nicht als derart ausgeprägt 
anzusehen, dass diesen eine wesentlich ressourcenhemmende Wirkung 
beizumessen wäre und sie gegen eine vollständige Arbeitsfähigkeit spre-
chen würden.

3.7.4 Dafür, dass der Komplex „Persönlichkeit“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) einer Erwerbstätigkeit entgegenstehen würde, bestehen keine An-
haltspunkte. Abgesehen davon, dass sich bei der Beschwerdeführerin eine 
akzentuierte Persönlichkeit mit abhängigen Zügen (ICD-10 Z73) zeigt, wel-
che, wie bereits erwähnt, nicht wesentlich ins Gewicht fällt (vgl. E. 3.7.3 
hiervor), sind weder die Kriterien für eine abhängige Persönlichkeits- noch 
diejenigen für eine Borderlinestörung erfüllt (AB 243.3. S. 11). Anlässlich 
der psychiatrischen Exploration waren keine Hinweise auf Wahnsymptome, 
Halluzinationen oder Ich-Störungen vorhanden (AB 243.3 S. 8). Vielmehr 
verfügt die Beschwerdeführerin über zahlreiche mobilisierbare Ressourcen. 
So ist sie in der Kontaktfähigkeit zu Dritten wie auch in der Wegefähigkeit 
nicht eingeschränkt (AB243.1 S. 12). Diese stellen ebenso wie ihre Ar-
beitsmotivation (AB 152 S. 4, AB 243.3 S. 9), ihre Ausbildung zur … sowie 
die langjährigen und vielseitigen Berufserfahrungen in verschiedenen Be-
rufszweigen (…, …, … und …; AB 33.2, AB 243.1 S. 48) mobilisierbare 
Ressourcen dar.

3.7.5 Der Komplex „sozialer Kontext“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) 
zeigt ebenfalls, dass die Beschwerdeführerin über mobilisierbare Ressour-
cen verfügt. Ein ausgeprägter Rückzug aus dem sozialen Leben ist nicht 
erkennbar und wird auch im Gutachten ausdrücklich verneint (AB 243.3 
S. 8). Die Beschwerdeführerin geht ausserhäuslichen Aktivitäten (zwei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 21

Teilzeitarbeitsstellen, Gemeinschaftsnachmittag, Besuchen von Kollegin-
nen, Einkaufen) nach und verfügt familienintern über eine intakte und tra-
gende Beziehung zu ihrer Tochter sowie über einige soziale Kontakte zu 
Kolleginnen (AB 243.1 S. 48, AB 243.3 S. 6). Einen anderen Schluss las-
sen auch die mit Eingabe vom 28. März 2018 eingereichten Schreiben mit 
Angabe über die Anzahl Besuche nicht zu (Beschwerdebeilagen [BB] 18 –
22).

3.7.6 Des Weitern ist in der Kategorie „Konsistenz“ in Bezug auf die Ein-
schränkung des Aktivitätsniveaus in vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 
141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 f.), entgegen der nicht näher begründeten Fest-
stellung des psychiatrischen Gutachters (AB 243.3 S. 12), eine Ungleich-
mässigkeit ersichtlich. Die Beschwerdeführerin verfügt über einen geregel-
ten und aktiven Tagesablauf. Wie bereits dargelegt, pflegt sie den zur 
Wohnung gehörenden Garten, besucht Kolleginnen oder erhält von diesen 
wie auch von der Tochter Besuch, nimmt an einem Gemeinschaftsnachmit-
tag teil und schaut abends fern oder strickt. Überdies führt sie selbständig 
den drei Zimmer umfassenden Haushalt, besorgt die Einkäufe und erledigt 
die administrativen Angelegenheiten selbst (AB 243.1 S. 6). Dieses von der 
Beschwerdeführerin geschilderte Aktivitätsniveau steht in Widerspruch zu 
der von med. pract. L.________ lediglich attestierten 50 %-igen 
Arbeitsfähigkeit in einer den Leiden angepassten Tätigkeit (AB 243.3 
S. 12); die beschriebenen Aktivitäten übersteigen die bei einer hälftigen 
Arbeitsunfähigkeit zu erwartenden Einschränkungen deutlich und sind 
insoweit inadäquat (vgl. Entscheid des BGer vom 9. Mai 2018, 
9C_899/2017, E. 4.2.5).

3.7.7 Der ebenfalls zur Kategorie „Konsistenz“ (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 
S. 304) gehörende Indikator „behandlungs- und eingliederungsanamnes-
tisch ausgewiesener Leidensdruck“ ist als nicht erfüllt zu betrachten. Die 
Beschwerdeführerin nimmt seit Jahren keine fachärztliche Behandlung 
mehr in Anspruch. Die von ihr erwähnten psychologischen und seelsorgeri-
schen Sitzungen entsprechen keiner fachärztlichen, d.h. psychiatrischen 
Behandlung und bei Dr. med. E.________, welcher eine psychotherapeuti-
sche Beratung seit 2015 bestätigt (BB 26), handelt es sich um einen Fach-
arzt für Allgemeine Innere Medizin. Nicht gefolgt werden kann den be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 22

schwerdeführerischen Ausführungen, wonach es sich bei den therapeuti-
schen Optionen nicht um fachärztliche Behandlungen handeln solle (vgl. 
Eingabe vom 28. März 2018 S. 3 oben), zumal andere als fachspezifische 
Behandlungen aus medizinischer Sicht nicht geeignet sind, auf das dia-
gnostizierte psychische Leiden einzuwirken. Schliesslich ist festzuhalten, 
dass die Beschwerdeführerin die psychotherapeutische Behandlung bei 
Dr. med. M.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (vgl. 
Eingabe vom 28. März 2018 S. 3 unten S. 4 oben), offenbar erst nach Er-
lass der angefochtenen Verfügung aufgenommen hat; anderes ist jeden-
falls aus den Akten nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin 
auch nicht geltend gemacht. Die aufgenommene Behandlung bei der be-
sagten Psychiaterin hat deshalb vorliegend unberücksichtigt zu bleiben 
(vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140).

3.7.8 Die Gesamtbetrachtung der Indikatoren – namentlich mit Blick auf 
die gering ausgeprägten diagnoserelevanten Befunde und Komorbiditäten, 
die verschiedenen vorhandenen Ressourcen, die aktenkundigen Diskre-
panzen – ergibt, dass in psychischer Hinsicht kein invalidisierender Ge-
sundheitsschaden bzw. keine Invalidität im Rechtssinne vorliegt. Daran 
vermögen auch die Vorbringen in der Beschwerde (S. 9 ff.) nichts zu än-
dern, namentlich soweit die Beschwerdeführerin sich auf Angaben von Ein-
gliederungsfachleuten beruft. Wenn keine Inkonsistenzen zwischen der 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der MEDAS-Gutachter und den Ergebnis-
sen der berufspraktischen Erprobung bestehen, heisst das nicht, dass der 
invalidisierende Gesundheitsschaden zu bejahen ist, hat doch die Indikato-
renprüfung gesamthaft zu erfolgen. Auch wenn der Beschwerdeführerin 
weder fehlende Kooperation und Motivation noch Selbstlimitierung oder 
Aggravation entgegengehalten werden, lässt dies noch nicht auf einen in-
validisierenden Gesundheitsschaden schliessen. Sodann ist für die Fest-
setzung der Arbeitsfähigkeit (vorbehältlich der Berücksichtigung rechtlicher 
Gesichtspunkte) ohnehin eher auf die Angaben der Ärzte bzw. Gutachter 
abzustellen, nicht diejenigen der beruflichen Eingliederungsfachleute (vgl. 
Entscheid des BGer vom 4. Juli 2008, 9C_833/2007, E. 3.3.2). Erhebliche 
Diskrepanzen zwischen den jeweiligen Einschätzungen, welche Zweifel an 
der ärztlichen Einschätzung wecken würden, liegen hier ohnehin nicht vor, 
zumal auch von medizinischer Seite eine hälftige Arbeitsfähigkeit attestiert 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 23

wird, dies jedoch aus psychischen Gründen, welche indessen unter rechtli-
chen Aspekten bei der Festsetzung der Erwerbsfähigkeit und damit des 
Invaliditätsgrads der Beschwerdeführerin nicht berücksichtigt werden kön-
nen.

3.8 In Anbetracht dieser Ausgangslage sind damit für das Zumutbar-
keitsprofil einzig die somatisch bedingten Einschränkungen massgebend, 
die durch die Gonalgie, die Schwerhörigkeit (die Beschwerdeführerin trägt 
Hörgeräte) und die Myopie begründet sind (AB 243.1 S. 52). In somatischer 
Hinsicht erlauben diese Beschwerden gemäss den Gutachtern die vollzeit-
liche Ausübung angepasster leichter bis mittelschwerer Tätigkeiten, wobei 
den Einschränkungen betreffend Gehör und Schwindel Rechnung zu tra-
gen ist (AB 243.1 S.31,  46 f. und S. 53 Ziff. 5.2). So hielt der rheumatologi-
sche Gutachter Dr. med. K.________ fest, der Beschwerdeführerin könnten 
jegliche körperlich leichten und mittelschweren Tätigkeiten in vorzugsweise 
wechselnden Körperpositionen ganztags und ohne Leistungseinschrän-
kung zugemutet werden (AB 243.5 S. 15) und der neurootologische Gut-
achter PD Dr. med. G.________ führte aus, die Arbeitsfähigkeit in einer 
angepassten Tätigkeit sei zu 100 % gegeben; beim angepassten Arbeits-
platz seien (immerhin) die Hörsituation sowie die Schwindelsensationen bei 
raschen Kopfbewegungen und Lageänderungen zu berücksichtigen 
(AB 225.1 S. 8).

3.9 Der Sachverhalt ist rechtsgenüglich abgeklärt. Auf weitere Beweis-
massnahmen kann in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 E. 1d 
S. 162) verzichtet werden. Namentlich erübrigt sich die beantragte Befra-
gung der Gutachter gemäss Rechtsbegehren Ziff. 3 der Beschwerde: Im 
Gutachten der MEDAS vom 20. Juni 2017 halten die Dres. med. 
I.________ und J.________ im Zusammenhang mit der Realisierung einer 
adaptierten Tätigkeit explizit fest, dass die Beschwerdeführerin nicht in lär-
miger Umgebung bzw. in einer Umgebung, wo auf akustische Signale ge-
achtet werden müsse, arbeiten könne (AB 243.1 S. 53). Damit ist evident, 
dass eine Tätigkeit in der … für die Beschwerdeführerin nicht geeignet ist, 
sie an einem solchen Arbeitsplatz mithin nicht optimal eingegliedert ist. 
Soweit die Beschwerdeführerin in der Schlussverhandlung das Fehlen be-
ruflicher Abklärung- und Eingliederungsmassnahmen moniert, ist darauf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 24

hinzuweisen, dass es grundsätzlich zulässig ist, den Rentenbescheid un-
abhängig von allfälligen Eingliederungsmassnahmen zu fällen, wenn ein 
rentenbegründender Invaliditätsgrad bereits ohne Durchführung der Ein-
gliederungsmassnahmen nicht gegeben ist (vgl. statt vieler Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 20. Mai 2015, 8C_187/2015, E. 3.2.1).

4.

4.1 Mit Bezug auf die Invaliditätsbemessung macht die Beschwerdefüh-
rerin geltend, dass bei der Verwertbarkeit der verbleibenden Arbeitsfähig-
keit nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden 
dürfe und die Restarbeitsfähigkeit auch bei ausgeglichener Arbeitsmarktla-
ge in der betroffenen Tätigkeit wirtschaftlich nicht mehr verwertbar sei (vgl. 
Beschwerde S. 8, 13 f.).

Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielba-
re Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu er-
mitteln. Dieser theoretische und abstrakte Begriff dient dazu, den Leis-
tungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenver-
sicherung abzugrenzen. Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt ist gekennzeich-
net durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage 
nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf 
und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektu-
ellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Er 
umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeits-
angebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen 
von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Dabei ist nicht von realitäts-
fremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren ver-
langt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und sub-
jektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisie-
rung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch recht-
sprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 
138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2017 IV Nr. 64 S. 201 E. 4.1, 2008 IV Nr. 62 
S. 205 E. 5.1). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, 
ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 25

zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzie-
len vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 320 
E. 3b).

Zu prüfen ist damit vorab die Frage der Verwertbarkeit der Restarbeits-
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt. 

4.2 Das Bundesgericht stellt hohe Hürden an die Unverwertbarkeit der 
Restarbeitsfähigkeit kurz vor dem AHV-Rentenalter stehender Versicherter 
(vgl. Entscheid des BGer vom 30. Dezember 2015, 9C_847/2015, E. 4.1 
und 4.3). Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditäts-
fremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches 
zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu 
führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbs-
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht 
mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf 
die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirt-
schaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Er-
werbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 
begründet. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verblie-
bene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwer-
ten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern 
hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art 
und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der ab-
sehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusam-
menhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fer-
tigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Be-
rufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 
S. 460; SVR 2016 IV Nr. 58 S. 192 E. 4.2.2). 

Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum 
der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für 
einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Massgeblicher 
Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit der 
(Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ist der Zeitpunkt, in welchem 
die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit feststeht. Dies 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 26

ist der Fall, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver-
lässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 457 E. 3.3 S. 462).

4.3 Der massgebende Zeitpunkt für die Beurteilung der Zumutbarkeit 
der Restarbeitsfähigkeit ist vorliegend die polydisziplinäre Begutachtung 
vom 20. Juni 2017 (AB 243.1). Der Beschwerdeführerin mit Jahrgang 1959 
verbleibt bei einem damaligen Alter von 57 Jahren und 8 Monaten noch 
eine mehr als sechsjährige Aktivitätsdauer bis zum Erreichen des AHV-
Alters von 64 Jahren (Art. 21 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG; 
SR 831.10]). Der Zugang zum Arbeitsmarkt kann unter Berücksichtigung 
der strengen bundesgerichtlichen Praxis (vgl. Entscheid des BGer vom 27. 
September 2010, 8C_482/2010, E. 4.2 f.) und mit Blick auf das massge-
bende Zumutbarkeitsprofil, wonach der Beschwerdeführerin leichte Tätig-
keiten unter Berücksichtigung der Hörbehinderung (keine lärmige Umge-
bung) und des Schwindels (keine Bedienung von die Beschwerdeführerin 
gefährdenden Maschinen; AB 243.1 S. 53) vollzeitlich zumutbar sind (vgl. 
E. 3.8 hiervor) sowie die in Frage kommenden leichten Hilfsarbeitertätigkei-
ten, die auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunab-
hängig nachgefragt werden (BGer 8C_482/2010, E. 4.2), nicht verneint 
werden. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin 
über einen Lehrabschluss als … verfügt (AB 33.2 S. 22) und in der … eine 
mehrjährige Berufserfahrung in verschiedenen Betrieben erworben hat 
(AB 33.2 S. 5 ff.). Bevor die Beschwerdeführerin alsdann die Tätigkeit als 
… und … aufgenommen hat, war sie in der … tätig. Dieser berufliche 
Verlauf mit unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern spricht für eine Vielseitigkeit 
und Anpassungsfähigkeit der Beschwerdeführerin.

Nach dem Dargelegten ist die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu 
bejahen und im Folgenden zu prüfen, wie es sich mit der Invalidität im Er-
werbsbereich verhält. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 27

5.

5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei-
tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

5.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 28

bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4.1 
S. 223, 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300). Aufgrund der im Oktober 2014 erfolgten 
Neuanmeldung (AB 81) ist der (hypothetische) Beginn des Rentenan-
spruchs auf Mai 2015 festzusetzen (Art. 29 Abs. 1 IVG).

5.4 Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen gestützt auf 
die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin, der …, 
bei welcher sie vollzeitlich als Mitarbeiterin in der … tätig war, ermittelt. 
Dies ist nicht zu beanstanden, da keine Hinweise dafür vorliegen, dass die 
Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit nicht weiterhin diese Tätigkeit 
ausüben würde. Die Anstellung bei der … wurde denn auch aus gesund-
heitlichen Gründen gekündigt (AB 27 S. 5). Dies ergibt – ausgehend von 
dem im Jahr 2010 erzielten Einkommen von Fr. 49‘153.-- (Fr. 3‘781.-- x 13 
Mt.; AB 27 S. 3) und auf das massgebende Jahr 2015 aufgerechnet – ein 
Valideneinkommen von Fr. 50‘969.-- (Fr. 49‘153.-- / 124.5 x 129.1; Bun-
desamt für Statistik [BFS], Nominallohnindex 1993-2015 [T1.93], Sektor 
Produktion).

5.5 Für das Invalideneinkommen kann – entgegen der Argumentation 
der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 14 f.) – nicht auf das effektiv 
im Rahmen der … erzielte Einkommen abgestellt werden, da, wie bereits 
dargelegt, es sich hierbei nicht um die bestmögliche Verwertungsoption 
handelt (vgl. E. 3.9 hiervor). Die Beschwerdeführerin schöpft mit dieser 
Tätigkeit ihre verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise aus, 
weshalb die Beschwerdegegnerin korrekterweise auf die Tabellenlöhne der 
LSE abgestellt hat. Soweit die Beschwerdeführerin in diesem Zusammen-
hang eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend macht (vgl. Be-
schwerde S. 15), kann ihr nicht gefolgt werden. Die Beschwerdegegnerin 
hat hinreichend begründet, weshalb und inwiefern auf die LSE abzustellen 
ist und die Beschwerdeführerin konnte dagegen fundiert Beschwerde erhe-
ben. Gestützt auf das medizinische Zumutbarkeitsprofil sind der Beschwer-
deführerin körperlich leichte Tätigkeiten zumutbar (vgl. E. 3.8 hiervor), wo-
mit dem Invalideneinkommen praxisgemäss der Wert Total von Tabelle 
TA1 der LSE 2014, Kompetenzniveau 1, Frauen, zugrunde zu legen ist 
(vgl. Entscheid des BGer vom 11. Januar 2018, 9C_621/2017, E. 2.3.1). 
Mit Blick auf die vorhandenen Einschränkungen (Schwerhörigkeit, Schwin-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 29

del und Tinnitus [vgl. E. 3.8 hiervor]) ist der von der Beschwerdegegnerin 
ermessensweise vorgenommene behinderungsbedingte Abzug vom Tabel-
lenlohn im Umfang von 10 % (AB 250 S. 1) vom Gericht nicht zu beanstan-
den. Ein höherer Abzug vom Tabellenlohn ist angesichts der in einer leich-
ten Verweisungstätigkeit weiterhin zumutbaren 100%-igen Arbeitsfähigkeit 
nicht gerechtfertigt. Auch die weiteren möglichen Aspekte (vgl. E. 5.2 hier-
vor) wirken sich hier nicht lohnmindernd aus. Insbesondere besitzt die Be-
schwerdeführerin das Schweizer Bürgerrecht (AB 22 S. 1) und hat noch 
eine relativ lange Aktivitätsdauer vor sich (vgl. E. 4.3 hiervor). Zudem wer-
den Hilfsarbeiten auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt alter-
sunabhängig nachgefragt (Entscheid des BGer vom 15. September 2016, 
8C_482/2016, E. 5.4.3 mit Hinweisen). Damit resultiert – angepasst an die 
betriebsübliche Arbeitszeit im Jahr 2015 (BFS, Betriebsübliche Wochenar-
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total) sowie nach Vornahme der 
Indexierung (BFS, T1.2.10 Nominallohnindex, Frauen, 2011 - 2016, Total) 
– ein hypothetisches Einkommen mit Gesundheitsschaden von Fr. 48‘647.-
- (Fr. 4‘300.-- x 12 Mt. / 40 h x 41.7 h / 103.6 x 104.1 x 0.9). 

5.6 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergibt sich 
ein aufgerundeter (vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) und 
rentenausschliessender (vgl. E. 2.3 hiervor) Invaliditätsgrad von 5 % 
([Fr. 50‘969.-- ./. Fr. 48‘647.--] / Fr. 50‘969.-- x 100). Selbst wenn zu Guns-
ten der Beschwerdeführerin von dem von ihr geltend gemachten Validen-
einkommen von Fr. 52‘651.-- ausgegangen und darüber hinaus bei der 
Berechnung des Invalideneinkommens der von ihr geforderte maximal 
zulässige Tabellenlohnabzug im Umfang von 25 % gewährt würde (vgl. 
Beschwerde S. 8, 16), resultierte ebenfalls ein rentenausschliessender In-
validitätsgrad von 23 % ([Fr. 52‘651.-- ./. Fr. 40‘539.--] / Fr. 52‘651.-- x 100).

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 18. September 
2017 (AB 250) rechtens. Die Beschwerde ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 30

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘000.--, werden ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Be-
zahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
entnommen. 

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Sept. 2018, IV/17/922, Seite 31

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt und Notar B.________ z.H. der Beschwerdeführerin 

(samt Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung vom 27. August 
2018)

- IV-Stelle Bern (samt Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung 
vom 27. August 2018)

- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.