# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8cee12de-43f9-53c4-a5e8-41e012c4cbaf
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-02-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 23.02.2007 S 2007 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_S-2007-1_2007-02-23.pdf

## Full Text

S 07 1

1. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 23. Februar 2007

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung / 

Vermittlungsfähigkeit

1. … ist 1969 geboren, ledig und gelernter Psychiatriepfleger. Zuletzt war er als 

Maler tätig. Am 23. November 2004 meldete der Versicherte einen Anspruch 

auf Arbeitslosenentschädigung (ALE) im Umfang von 100% ab selbigem 

Datum an.

2. Der zuständige Personalberater wies den Versicherten mit Schreiben vom 27. 

Juli 2006 an, sich telefonisch beim … auf eine offene unbefristete Stelle als 

Sortierer zu melden. Der Rückmeldung des möglichen Arbeitgebers vom 2. 

August 2006 ist zu entnehmen, dass sich der Versicherte dort nicht gemeldet 

hat.

3. Mit Schreiben vom 2. August 2006 wurde der Versicherte vom zuständigen 

Personalberater am 9. August 2006 zu einem Beratungsgespräch eingeladen. 

Der Meldung des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums Chur (RAV) ist zu 

entnehmen, dass der Versicherte dem Beratungsgespräch unentschuldigt 

ferngeblieben sei. Auf die Aufforderung zur Einreichung einer schriftlichen 

Stellungnahme betreffend Fernbleiben verzichtete der Versicherte. 

4. Am 28. August 2006 wurde der Versicherte wegen faktischer Ablehnung einer 

zugewiesenen Stelle für 48 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt. 

Straferhöhend wirke sich aus, dass er bereits wegen Ablehnung einer 

zugewiesenen Stelle habe sanktioniert werden müssen. Wenn sich ein 

vergleichbarer Vorfall wiederholen würde, wäre die Vermittlungsfähigkeit des 

Versicherten zu prüfen. Der Versicherte war schon mittels Verfügung vom 27. 

Oktober 2005 wegen faktischer Ablehnung einer Stelle für 30 Tage und mittels 

Verfügungen vom 17. Januar und vom 7. August 2005 wegen Fernbleibens 

von einem Beratungsgespräch für weitere fünf resp. zehn Tage in der 

Anspruchsberechtigung eingestellt worden. 

5. Mit Verfügung vom 31. August 2006 lehnte das kantonale Amt für Industrie, 

Gewerbe, und Arbeit Graubünden (KIGA) den Anspruch auf ALE wegen 

fehlender Vermittlungsfähigkeit per 10. August 2006 ab. Der Versicherte sei 

zur Stellungnahme aufgefordert worden, nachdem er einem Termin zum 

Beratungsgespräch vom 9. August 2006 wiederholt ferngeblieben sei. Er habe 

auf eine Stellungnahme verzichtet. 

Vorliegend sei erstellt, dass der Versicherte mehrfach Weisungen und 

Kontrollvorschriften nicht befolgt und zwei zugewiesene Stellen abgelehnt 

habe, weshalb er nicht vermittlungsfähig sei. 

6. Dagegen erhob der Versicherte am 18. September 2006 fristgerecht 

Einsprache. Er habe in den Formularen „Angaben der versicherten Person“ 

vom Juli und August 2006 seine Ferienabwesenheit vom 17. Juli bis zum 4. 

August 2006 sowie seine Abwesenheit wegen Reparaturarbeiten am 

familieneigenen Maiensäss vom 7. bis zum 11. August 2006 deklariert und 

seine Post vom 17. Juli bis zum 7. August 2006 bei der Poststelle … 

zurückbehalten lassen. Diese sei ihm am 8. August 2006 zugestellt worden. 

Er habe seine RAV-Unterlagen vom Vormonat am 7. August 2006 auf der 

Gemeinde abgegeben und sei anschliessend aufs Maiensäss gefahren. Nach 

seiner Rückkehr am 11. August 2006 habe er wieder Einsicht in seine Post 

gehabt, die seit dem 17. Juli 2006 angefallen sei und die verpassten RAV-

Termine gesehen. Den Termin vom 22. August 2006 habe er wegen Krankheit 

absagen und auf den 6. September 2006 verschieben müssen. Das 

Schreiben vom 14. August 2006 habe er nicht erhalten, sonst hätte er eine 

Stellungnahme verfasst. Ab dem 18. August 2006 sei er gemäss Arztzeugnis 

von Dr. med. … bis zum 1. September 2006 zu 100% arbeitsunfähig gewesen 

und habe deswegen das Haus nicht mehr verlassen können. Dies erwähne er 

für den Fall, dass er die Aufforderung zur Stellungnahme eingeschrieben 

erhalten haben sollte, denn er habe einen eingeschriebenen Brief auf der Post 

gehabt, welchen er in der kommenden Woche habe abholen wollen. Dies sei 

ihm dann aber nicht möglich gewesen. Erst während des Gesprächstermins 

am 6. September 2006 habe ihn der zuständige Personalberater darauf 

aufmerksam gemacht, dass er sich vor den Ferien bei ihm hätte abmelden 

müssen. Dies sei ihm nicht bekannt gewesen, da er von ihm auch bei früheren 

Ferienbezügen nie darauf angesprochen worden sei. Zudem werde diese 

Pflicht auch nicht in den beim RAV aufliegenden Informationsbroschüren 

erwähnt. 

7. Am 14. November 2006 wies das KIGA die Einsprache gegen die Verfügung 

vom 28. August 2006 betreffend Nichtbefolgung von Kontrollvorschriften und 

Weisungen und die Verfügung vom 31. August 2006 betreffend 

Vermittlungsfähigkeit ab. Der Versicherte sei verpflichtet, sicherzustellen, 

dass er in der Regel von der zuständigen Amtsstelle innert Tagesfrist erreicht 

werden könne. Dies gelte auch bei der Stellenzuweisung, weshalb sein 

Einwand betreffend zurückbehaltene Post nicht gehört werden könne. Zwar 

habe der Versicherte seine Ferienabwesenheiten im Juli 2006 und im August 

2006 auf den Formularen „Angaben der versicherten Person“ gemeldet, doch 

habe er diese erst am 9. August 2006 (für den Monat Juli) und am 31. August 

2006 (für den Monat August) eingereicht. Somit habe er seine 

Ferienabwesenheiten erst nachträglich gemeldet. Seine Ausführungen 

betreffend Nichtwissen seien blosse Schutzbehauptungen, denn es sei nicht 

das erste Mal, dass er seit seiner Anmeldung zur Arbeitsvermittlung am 23. 

November 2004 Ferien gemacht habe. Schon im Juli/August 2005 sei 

Ähnliches vorgefallen; da der Versicherte damals jedoch die Ferien 

richtigerweise im Voraus gemeldet gehabt habe, sei er daraufhin am 5. 

September 2005 nicht in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden. 

Somit müsse dem Versicherten klar sein, dass er seine Ferien im Voraus zu 

melden habe. Zudem sei erwiesen, dass er sich nicht auf die zugewiesene 

Stelle gemeldet habe und deshalb zu Recht in der Anspruchsberechtigung 

eingestellt worden sei. Die Einstelldauer von 48 Tagen bewege sich im 

mittleren Bereich des schweren Verschuldens. Straferhöhend sei, dass der 

Versicherte bereits wegen Ablehnung einer zugewiesenen Stelle sanktioniert 

habe werden müssen. Somit sei die Einstellungsdauer in Ordnung. 

Die Ausführungen des Versicherten, wonach er das Haus nicht habe 

verlassen und deshalb den Brief bei der Post nicht habe abholen können, sei 

eine Schutzbehauptung. Die Aufforderung zur Stellungnahme datiere vom 14. 

August 2006 und sei gleichentags der Post übergeben worden. Der 

Versicherte hätte bis zum Eintritt seiner Krankheit genügend Zeit gehabt, den 

eingeschriebenen Brief bei der Post abzuholen. Selbst wenn ihm das 

Schreiben nach dem 18. August 2006 angezeigt worden wäre, hätte er 

jemanden mit einer Vollmacht beauftragen können, den eingeschriebenen 

Brief bei der Post abzuholen. Somit sei er trotz formgültiger Einladung nicht 

zum Beratungsgespräch vom 9. August 2006 erschienen. 

In der Verfügung vom 28. August 2006 sei der Versicherte ausdrücklich darauf 

aufmerksam gemacht worden, dass seine Vermittlungsfähigkeit überprüft 

worden wäre, wenn sich ein vergleichbarer Vorfall wiederholt hätte. Die 

wiederholte Ablehnung zumutbarer Arbeit oder fortdauernd ungenügender 

Arbeitsbemühungen könne zur Vermittlungsunfähigkeit führen. Vorliegend 

stehe fest, dass der Versicherte eine ihm zugewiesene Stelle bereits zum 

zweiten Mal abgelehnt habe. Zudem sei er dem Beratungsgespräch vom 9. 

August 2006 ohne Rechtfertigungsgründe fern geblieben. Nachdem ihm 

vorgängig die Überprüfung seiner Vermittlungsfähigkeit angedroht worden 

sei, habe man ihm zu Recht die Vermittlungsfähigkeit abgesprochen. 

8. Am 3. Januar 2006 reichte der Versicherte Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht ein. Dabei führte er aus, dass das Urteil sehr hart 

ausgefallen sei. Seinen Fehler sehe er darin, dass er sich vor den Ferien bei 

der zuständigen Amtsstelle nicht abgemeldet habe. Seltsam finde er, dass die 

erhobenen Einstelltage in etwa der Zeit entsprächen, für welche er noch 

bezugsberechtigt gewesen sei. Zudem sei ihm von der RAV-Bezugsperson 

anfangs dieses Jahres mitgeteilt worden, dass er nicht mehr erwünscht sei 

und man ihn so schnell wie möglich loswerden wolle. In der Verfügung werde 

erwähnt, dass er bereits mutwillig eine zugewiesene Arbeit abgelehnt habe. 

Dabei habe er das RAV darauf aufmerksam gemacht, dass er drei Katzen 

habe und es ihm nicht möglich sei, in Davos zu arbeiten, da jemand die Tiere 

füttern müsse. Er sei dann aufgefordert worden, die Katzen mitzunehmen und 

sie im angebotenen Zimmer einzuschliessen. Leider habe er diese Arbeit 

absagen müssen. 

9. Am 22. Januar 2007 beantragte das KIGA die Abweisung der Beschwerde. 

Die Ausführungen betreffend die Katzen würden sich auf ein früheres 

Verfahren, gestützt auf die Verfügung vom 27. Oktober 2005, beziehen. Der 

Beschwerdeführer sei in der hier massgebenden Rahmenfrist zwischen dem 

24. November 2004 und dem 23. November 2006, abgesehen von den hier 

zur Diskussion stehenden zwei Verfehlungen, bereits dreimal wegen 

Nichtbefolgens von Kontrollvorschriften und Weisungen des RAV und einmal 

wegen Ablehnung einer zugewiesenen Stelle sanktioniert worden. 

Fortdauernd ungenügende Arbeitsbemühungen, wiederholte Ablehnungen 

von zumutbarer Arbeit und Verweigerung, an Eingliederungsmassnahmen 

teilzunehmen, liessen auf fehlende Vermittlungsbereitschaft schliessen. 

Vorliegend sei unbestritten, dass der Beschwerdeführer zum wiederholten 

Mal einem Termin zu einem Beratungsgespräch ohne Angabe von Gründen 

ferngeblieben sei. Unter solchen Umständen sei eine Kontrolle durch das 

zuständige RAV nicht möglich. Durch das mehrmalige Nichtbefolgen von 

Kontrollvorschriften und Weisungen des RAV und durch das zweimalige 

Ablehnen einer zumutbaren Stelle zeige der Beschwerdeführer, dass ihm die 

subjektive Vermittlungsbereitschaft fehle.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Am 1. Januar 2007 ist das neue Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) in Kraft getreten, welches das bisherige 

Verwaltungsgerichtsgesetz (VGG; BR 370.100) und für das 

Versicherungsgericht (Art. 49 Abs. 2 VRG) die bisherige grossrätliche 

Verordnung über das Verfahren in Sozialversicherungsstreitsachen (VVS; BR 

542.300) abgelöst hat. Übergangsrechtlich bestimmt Art. 85 Abs. 2 VRG, dass 

sich die Weiterziehbarkeit und das Rechtsmittelverfahren nach neuem Recht 

richten, wenn bei dessen In-Kraft-Treten die Rechtsmittelfrist noch nicht 

abgelaufen ist. Umgekehrt gilt noch das bisherige Recht, wenn die 

Rechtsmittelfrist vor dem 1. Januar 2007 bereits abgelaufen ist. Hier hat die 

30-tägige Beschwerdefrist gemäss Art. 60 VRG erst im Jahre 2007 geendet, 

weshalb vorliegend neues Recht zur Anwendung kommt.

2. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der 

Einspracheentscheid vom 14. November 2006 bzw. die diesem zugrunde 

liegenden Verfügungen vom 28. August resp. vom 31. August 2006. 

Nachfolgend gilt es zu prüfen, ob der Beschwerdeführer zu Recht für die 

Dauer von 48 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde und ob 

die Vermittlungsunfähigkeit des Beschwerdeführers per 10. August 2006 zu 

Recht verfügt wurde. 

3. a) Gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) 

muss der Versicherte, der Versicherungsleistungen beanspruchen will, alles 

Zumutbare unternehmen, um die Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu 

verkürzen. Das schweizerische Sozialversicherungsrecht wird vom Grundsatz 

beherrscht, dass die Versicherten die schuldhafte Herbeiführung eines 

Versicherungsfalles zu verhindern resp. den Schaden zu vermindern haben 

(Maurer, Schweizerisches Sozialversicherungsrecht, Band I, S. 324 ff.). In 

Konkretisierung dieser Pflicht bestimmt Art. 17 Abs. 3 AVIG, dass der 

Versicherte eine ihm vermittelte zumutbare Arbeit annehmen muss.

b) Nach Art. 16 Abs. 1 AVIG ist der Versicherte verpflichtet, zur 

Schadensminderung grundsätzlich jede Arbeit unverzüglich anzunehmen. 

Befolgt die versicherte Person die Weisungen des Arbeitsamtes nicht, 

namentlich indem sie eine ihr zugewiesene zumutbare Arbeit nicht annimmt 

und verursacht sie durch dieses normwidrige Verhalten schuldhaft einen 

Schaden im Sinne des Eintrittes oder der Verlängerung der Arbeitslosigkeit, 

so ist sie gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in der Anspruchsberechtigung 

einzustellen (vgl. Chopard, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, 

Diss., Zürich 1998, S. 34 f.). Zweck dieser Massnahme als 

versicherungsrechtliche Sanktion (ARV 1990, Nr. 20) ist die angemessene 

Mitbeteiligung der Versicherten am Schaden, den sie durch ihr pflichtwidriges 

Verhalten der Arbeitslosenversicherung verursacht haben (Gerhards, 

Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Band I, N 2 und 51 zu Art. 

30). Wer vom RAV angewiesen wird, sich um eine offene Stelle zu bewerben 

und dies unterlässt, erfüllt den Tatbestand von Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG ohne 

weiteres. Gemäss Rechtsprechung ist dieser Tatbestand aber auch dann 

erfüllt, wenn die Arbeitsstelle zwar nicht ausdrücklich abgelehnt, die 

versicherte Person jedoch durch ihr Verhalten in Kauf nimmt, dass sie 

anderweitig besetzt wird (BGE 122 V 38; Chopard, a.a.O., S. 148). Die 

versicherte Person hat bei den Verhandlungen mit dem möglichen 

Arbeitgeber klar und eindeutig ihre Bereitschaft zum Vertragsabschluss zu 

bekunden und sich so zu verhalten, dass sie die Chance, eine Stelle zu 

erhalten und damit die Arbeitslosigkeit zu beenden, nicht von vornherein 

vertut (PVG 1996, Nr. 97; ARV 1984, Nr. 14 / 1982, Nr. 5).

c) Vorliegend wurde dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 27. Juli 2006 

eine offene Stelle zugewiesen. Der Beschwerdeführer machte daraufhin 

geltend, er habe erst nach seiner Rückkehr aus den Ferien am 11. August 

2006 Einsicht in seine Post gehabt, weshalb er den Anweisungen des RAV 

keine Folge habe leisten können. Gemäss Art. 21 Abs. 1 der Verordnung zum 

Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) hat sich der Versicherte nach der 

Anmeldung entsprechenden Anordnungen des Kantons zu Beratungs- und 

Kontrollgesprächen persönlich bei der zuständigen Amtsstelle zu melden. 

Zumindest hätte er sicherstellen müssen, dass er von der zuständigen 

Amtsstelle innert Tagesfrist erreicht hätte werden können. Der 

Beschwerdeführer gibt seinen Fehler denn auch in seiner Beschwerdeschrift 

vom 31. Dezember 2006 zu, macht jedoch implizite lediglich geltend, dass die 

Einstellungsdauer von 48 Tagen zu lang sei. Hierzu ist zunächst festzuhalten, 

dass die Vorinstanz zu Recht von einem schweren Verschulden gemäss Art. 

45 Abs. 3 AVIV ausgegangen ist. Sodann ist aufgrund der strafschärfend zu 

berücksichtigenden Tatsache, dass der Beschwerdeführer bereits früher 

einmal wegen eines vergleichbaren Tatbestandes in der 

Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist, auch die im mittleren Bereich 

der für schweres Verschulden vorgesehenen Einstellungsdauer liegenden 48 

Tagen vom Gericht nicht zu beanstanden. 

4. a) Damit bleibt zu klären, ob der Beschwerdegegner die Vermittlungsunfähigkeit 

des Beschwerdeführers per 10. August 2006 zu Recht verfügt hat. Diese 

Frage beurteilt sich im Sozialversicherungsrecht prospektiv, d.h. von jenem 

Zeitpunkt und aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse, wie sie sich bis zum 

Erlass der Ablehnungsverfügung vom 31. August 2006 entwickelt haben. 

Hinsichtlich jener Verfügung fragt sich zunächst, ob ohne eigentliche 

Verwarnung die Absprechung der subjektiven Vermittlungsfähigkeit erfolgen 

darf. 

b) Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf 

Arbeitslosenentschädigung ist die Vermittlungsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 lit. f 

AVIG). Gemäss Art. 15 Abs. 1 AVIG ist der Arbeitslose vermittlungsfähig, 

wenn er bereit und in der Lage ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen. Zur 

Vermittlungsfähigkeit gehört demnach nicht nur die Arbeitsfähigkeit im 

objektiven Sinn, sondern subjektiv auch die Bereitschaft die Arbeitskraft 

entsprechend den persönlichen Verhältnissen während der üblichen 

Arbeitszeit einzusetzen (BGE 125 V 57 Erw. 6a, 123 V 216 Erw. 3; ARV 1998 

Nr. 46 S. 265 Erw. 1a, je mit Hinweisen).

Für die Annahme fehlender Vermittlungsbereitschaft auf Grund 

ungenügender Stellensuche bedarf es besonders qualifizierender Umstände. 

Solche sind aber nicht bloss dann gegeben, wenn eine versicherte Person 

trotz Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c 

AVIG sich über längere Zeit hinweg nicht um ein neues Arbeitsverhältnis 

bemühte (Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches 

Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, Basel 1998, Rz 219) 

oder nachdem vorgängig eine oder mehrere Einstellungen in der 

Anspruchsberechtigung gemäss Art. 30 Abs. 1 AVIG verfügt worden waren. 

Vielmehr führen Arbeitsbemühungen, die nicht nur ungenügend oder dürftig, 

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sondern derart unbrauchbar sind, dass sie besonders qualifizierende 

Umstände darstellen (wie z.B. blosse "pro forma" Bewerbungen), zur 

Vermittlungsunfähigkeit (ARV 1996/97 Nr. 19 S. 98 mit Hinweisen; zum 

Ganzen EVGU C 19/02 vom 26. September 2002).

c) Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat im Entscheid C19/02 in Erw.2 

eine vorgängige Verwarnung resp. die Androhung, dass die 

Vermittlungsfähigkeit überprüft werde, wenn sich ein vergleichbarer Fall 

wiederhole, nicht als notwendige Voraussetzung für die Absprechung der 

Vermittlungsfähigkeit angesehen. Für die Annahme fehlender 

Vermittlungsfähigkeit aufgrund ungenügender Stellensuche bedarf es nach 

diesem Entscheid indessen besonders qualifizierender Umstände. Solche 

sind nach dem zitierten EVG-Urteil zum Beispiel dann gegeben, wenn eine 

versicherte Person sich trotz Einstellung in der Anspruchsberechtigung über 

längere Zeit nicht um ein neues Arbeitsverhältnis bemüht oder nachdem 

vorgängig eine oder mehrere Einstellungen in der Anspruchsberechtigung 

gemäss Art. 30 Abs. 1 AVIG verfügt worden waren. 

Vorliegend ist dem Versicherten erst in der Verfügung vom 28. August 2006, 

also nur drei Tage vor Erlass der Verfügung betreffend 

Vermittlungsunfähigkeit, angedroht worden, dass die Vermittlungsfähigkeit 

überprüft werde, falls sich ein vergleichbarer Vorfall wiederholen würde. Dass 

das KIGA am 31. August 2006 aufgrund eines dem der Verfügung vom 28. 

August 2006 vorangehenden Ereignisses trotzdem die subjektive 

Vermittlungsunfähigkeit feststellte, ist zwar widersprüchlich, kann jedoch, da 

die vorhergehende Verwarnung nicht notwendige Voraussetzung für die 

Absprechung der Vermittlungsfähigkeit ist, und nachdem die besonders 

qualifizierenden Umstände angesichts der drei Einstellungsverfügungen vom 

17. Januar, 7. August und 27. Oktober 2005 vorliegen, trotzdem gerechtfertigt 

werden. Der Beschwerdeführer war allein schon durch die bereits erfolgten 

Einstellungen genügend gewarnt, dass ein erneuter Verstoss gegen 

Kontrollvorschriften oder Weisungen zur Überprüfung der 

Vermittlungsfähigkeit führen würde.

5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer zu Recht für 

die Dauer von 48 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde. Was 

die festgestellte Vermittlungsunfähigkeit anbetrifft, gilt grundsätzlich, dass, 

wenn das KIGA dem Beschwerdeführer schon androht, dass seine 

Vermittlungsfähigkeit im Wiederholungsfalle überprüft werde, es diesem denn 

auch die Möglichkeit zur Besserung einräumen muss, was es vorliegend nicht 

getan hat. Gemäss der oben ausgeführten Praxis des Bundesgerichtes stellt 

die Verwarnung jedoch keine notwendige Voraussetzung für die Absprechung 

der Vermittlungsfähigkeit dar. Insofern wurde dem Beschwerdeführer 

aufgrund der gesamten Umstände zu Recht die Vermittlungsfähigkeit 

abgesprochen, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

6. Gerichtskosten werden keine erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungsstreitigkeiten gemäss Art. 61 lit. 

a ATSG grundsätzlich kostenlos ist. Eine aussergerichtliche Entschädigung 

an die Vorinstanz entfällt gemäss Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.