# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bee15080-8265-529e-85fd-903c580663eb
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-31
**Language:** de
**Title:** Kündigung nach Problemen am Arbeitsplatz. Weder posttraumatische Belastungsstörung noch ein anderer invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden. Abstellen auf Gutachten.
**Docket/Reference:** IV.2014.00192
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00192.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00192
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin F. Brühwiler
Urteil
vom
31. August 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Vischer
Herostrasse 7, 8048 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1964,
arbeitete ab August 1999
als Spitalangestellte
in der Abteilung Anästhesie in einem 100%-Pensum
(Urk. 13/8).
Nachdem es zu Problemen
mit zwei Mitarbeiterinnen und
ihrem
Vorgesetzen
gekommen war
(Urk. 13/10/2)
, war die Versicherte ab dem 24. Juni 2010 aufgrund psychischer Probleme krankgeschrieben (Urk.
13/10/2
, Urk.
13/8
/1
).
D
ie Versicherte
wurde daraufhin wiederholt
durch die Vertrauensärztin der Pensionskasse, Dr. med.
Y.___
,
FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie,
untersucht
(
Untersuchung
en
am
6. August 2010
[
Urk. 13/10/1-8
]
,
am
2. März 2011
[Urk. 13/10/9-16]
sowie
am
6. Juli 2011
[
Urk. 13/10/
17-24
])
.
Nachdem die Ver
trauensärztin – in Übereinstimmung mit dem damals
behandelnden
Psychiater Dr.
med.
Z.___
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie –
nach der letzten Untersuchung vom 6. Juli 2011
wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit attes
tiert hatte
(Urk. 13/10/20, 22)
und die
Versicherte
am 5. September 2011
trotz
Androhung einer fristlosen Kündigung bei Nichterscheinen
nicht
am Arbeits
platz erschienen
war
, kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis am 6. September 2011 fristlos per 10. September 2011 (Urk. 3/4 S. 5). Ein
dagegen
erhobener Rekurs wurde vom Bezirksrat
O.___
mit Beschluss vom 5. Juli 2012 gutgeheissen und d
ie Arbeitgeberin verpflichtet, der Versicherten den Lohn bis zur ordentlichen Kündigungsfrist (Ende Dezember 2011), eine Pönalentschädi
gung sowie eine Abfindung zu bezahlen (Urk. 3/4 S. 11 ff.). Begründet wurde die
ser Entscheid
damit,
dass der neue behandelnde
Arzt
der Beschwerdeführe
rin
, Dr. med.
A.___
,
FMH
Psychiatrie und Psychotherapie, ab dem 17. August 2011
eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit attestiert
, der letzte ver
trauensärztliche Untersuch am 6. Juli 2011 stattgefunden
habe u
nd es somit möglich sei
, dass sich der Gesundheitszustand
seit
damals
verschlechtert habe
und die Versicherte am 5. September 2011 nicht mehr arbeitsfähig gewesen sei
. Da die Arbeitgeberin die Versicherte nicht nochmals vertrauensärztlich
habe
untersuchen lassen, trage sie die Folgen der Beweislosigkeit (Urk. 3/4 S. 9 f.).
1.2
Am
14. Februar 2013
meldete sich
X.___
unter Hinweis auf psychi
sche Leiden
, bestehend seit dem 24. Juni 2010,
bei der Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Bezug von Leistungen der Invaliden
versicherung an (Urk.
13/2
).
Die IV-Stelle
tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen, wobei sie insbesondere einen Bericht beim behandelnden Psychi
ater Dr.
A.___
einholte (Urk. 13/12
; mitunterzeichnet durch
die behandelnde Psychotherapeutin,
Dr. phil.
B.___
), die Berichte von
Dr.
Y.___
beizog (Urk. 10
) und schliesslich eine psychiatrische Begutachtung bei Dr. med.
C.___
,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
veranlasste
(Expertise vom
19. Oktober
2013, Urk.
13/20).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 13/22-27) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 16. Januar 2014 (Urk. 2) einen
Leistungsa
nspruch.
2.
Dagegen erhob
X.___
mit Eingabe vom
17. Februar 2014
(Urk. 1)
Beschwerde und bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen. Ausserdem sei ein Obergutachten einzu
holen. In prozessualer Hinsicht
ersuchte sie um Ansetzung einer
zehntägige
n
Nachfrist zur ergänzenden Begründung der Beschwerde
sowie um
Bestellung von Rechtsanwalt Daniel Vischer zum unentgeltlichen Rechtsbeistand
(Urk. 1
S. 2
).
Das
Gesuch um Nachfristansetzung
wurde
mit
Verfügung vom
25. Februar 2014
(
Urk. 6)
abgewiesen
. Mit Beschwerdeantwort vom 10. April 2014
(Urk.
12
unter Beilage ihrer Akten, Urk.
13
/1-
33
) schloss die Beschwerdegegner
in auf Abweisung der Beschwerde
, was der Beschwerdeführerin
m
it Verfügung vom 17. April 2014 (Urk. 14)
zur Kenntnis gebracht wurde. Mit derselben Verfügung wurde ausserdem
das Gesuch um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsver
tretung mangels Bedürftigkeit abgewiesen. Am 28. Mai 2014 reichte die Be
schwerdeführerin einen weiteren
Bericht
von Dr.
A.___
und Dr. phil.
B.___
zu den Akten
(Urk. 16
,
Urk.
17), welcher der Beschwerdegegnerin
mit Schreiben vom
4. Juni 2014
zugestell
t wurde
(Urk. 18).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt gestützt auf das Gutachten von Dr.
C.___
dafür,
es liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor,
weshalb das Leistungs
begehren abzuweisen sei
(Urk. 2, Urk. 12).
1.2
Demgegenüber
verwies die Beschwerdeführerin auf die Beurteilung
ihres behan
delnden Psychiaters
Dr.
A.___
und ihrer behandelnden
Psychot
herapeutin Dr. phil.
B.___
, wonach sie
infolge der damaligen Probleme
am Arbeitsplatz
und der Kündigung
an einer posttraumatischen Belastungsstörung sowie an einer schweren depressiven Episode
leide
und vollständig arbeitsunfähig
sei. Die
Beschwerdeführerin
brachte vor
, diese medizinischen Schlussfolgerungen seien überzeugend, wohingegen auf das Gutachten von Dr.
C.___
nicht abgestellt werden könne
, da dieser
v
oreingenommen gewesen sei
und
haltlose Unterstel
lungen sowie abwegige Ausführungen gemacht habe
.
Da eine erhebliche Diver
genz zwischen der gutachterlichen Beurteilung und jener des behandelnden Psychiaters vorliege, sei
ein Obergutachten zu veranlassen
(Urk. 1, Urk. 16).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
ti
gung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausge
glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Unter
suchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gege
benenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuch
tet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten
und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
3.1.1
In ihrem ersten vertrauensärztlichen Bericht vom 23. August 2010 (Urk. 13/10/1-8)
notierte
Dr.
Y.___
, laut der Anmeldung der Dienstabtei
lung bestehe im Team der Spitalangestellten Anästhesie seit mindestens zwei Jahren ein Konflikt, an dem die Beschwerdeführerin einen wesentlichen Anteil habe. Ende Juni 2010 sei der Konflikt ein weit
ere
s Mal eskaliert, worauf die Beschwerdeführerin zu einer Rechtsberatung gegangen sei. Dem Begehren um eine Versetzung sei man in kurzer Zeit nachgekommen und die Beschwerde
führerin hätte am 20. Juli 2010 auf der Intensivstation weiterarbeiten können (Urk. 13/10/2). Die Beschwerdeführerin gab gegenüber der Vertrauensärztin an, sie wolle nicht auf die Intensivstation wechseln, sondern auf der Anästhesie bleiben, weil sie dort alle
s
kenne und alle im Team nett seien. Sie arbeite seit längerem mit den beiden Mitarbeiterinnen, mit denen es jetzt Konflikte gebe
,
und sie habe sich an die Vorgesetzten gewandt und um Hilfe gebeten. Im Oktober 2009 habe sie ein erstes Mal eine sehr schlechte Qualifikation erhalten, was sie sehr betroffen gemacht habe. Sie habe sich danach schwach und krank gefühlt und sich oft wegen Krankheit abmelden müssen
, was früher nie vorge
kommen sei
. Nun könne sie sich seit zwei Monaten überhaupt nicht mehr beruhigen
.
Sie fühle sich unschuldig und
habe das Gefühl,
ihre
Vorgesetz
t
e
unter
stütz
e sie nicht. Sie wolle in einer anderen Gruppe auf der Anästhesie weiterar
beiten (Urk. 13/10/2). Dr.
Y.___
diagnostizierte
eine Anpassungs
störung mit depressiver Reaktion und Angst gemischt (ICD-10 F43.22), diffe
rentialdiag
nostisch eine mittelgradige de
pressive Episode (ICD-10 F32.1) und hielt dafür, d
ie ersten
Symptome seien im Oktober 2009 aufgetreten, akut se
ien die Symp
tome seit Juni 2010 (Urk. 13/10/1).
Die Beschwerdeführerin sei zurzeit arbeits
unfähig, die Prognose sei jedoch grundsätzlich günstig. Es handle sich um eine reaktive Erkrankung auf
einen
lange dauernden Konflikt am Arbeits
platz. Wahrscheinliches und sinnvolles Ziel sei das Erreichen einer Versetzung in eine andere Abteilung (Urk. 13/10/4
, 7
).
3.
1.
2
Mit Verlaufsbericht vom 7. März 2011 (Urk. 13/10/9-16) hielt Dr.
Y.___
dafür, eine Versetzung auf die Intensivstation habe wegen der Ablehnung durch die
Beschwerdeführerin nicht realisiert werden können.
Die Beschwerdeführerin
fühle sich zu Unrecht am alten Arbeitsplatz ausgesper
rt und wolle nur dort arbeiten
(Urk. 13/10/10). Die Beschwerdeführerin gab gegenüber der Vertrau
ens
ärztin an, sie wolle
nicht
von ihrer Stelle weggehen, sie fühle sich unschul
dig. Sie wolle nicht auf die Intensivstation wechseln, weil diese auf dem glei
chen Stockwerk und zu wenig weit entfernt von der
ehemaligen
Arbeit
sstelle
sei. Das gebe ihr
zu
wenig Distanz und dadurch wenig
e
Vorteile. Sie würde wahrscheinlich regelmässig die ehemaligen Kollegen, aber auch die Mitarbeite
rinnen, mit denen sie Konflikte habe, treffen. Sie kämpfe solange sie könne, um an den alten Arbeit
splatz zurückzukehren zu können, sogar wenn sie dabei sterben sollte.
Sie halte es fast nicht aus, dass man sie beim Personaldienstleiter schlecht gemacht habe und sie das nicht korrigieren könne. Immer wenn sie daran denke, dass sie auf ihre alte Abteilung zurückkehren könnte, werde sie innerlich ruhig und verspüre Freude. Sie traue sich einen Arbeitseinsatz von 50 % zu (Urk. 13/10/10).
Der behandelnde Arzt Dr.
Z.___
teilte Dr.
Y.___
gegenüber mit
, auffallend sei die starke Fixierung der Beschwerdeführerin auf den Willen, an den alten Arbeitsplatz zurückzukehren und ihre Weigerung, ein anderes Szenario zu entwickeln. Eine intrapsychische psychotherapeutische Arbeit sei zurzeit nicht möglich, da die Beschwerdeführerin alles Konflikthafte ausserhalb ihrer Person erlebe (Urk. 13/10/14).
Dr.
Y.___
kam zum Schluss,
dass
ab sofort die Wiederaufnahme der Tätigkeit zu 50 % zumutbar sei (Urk. 13/10/11).
3.1.3
Im
Verlaufsbericht vom 11. Juli 2011 (Urk. 13/10/17-24)
notierte Dr.
Y.___
, die von der
Arbeitgeber
in
angebotene Versetzung auf die Intensivstation werde von der Beschwerdeführerin weiterhin abgelehnt. Gegen die Versetzungs
verfügung habe die Beschwerdeführerin Rekurs eingelegt
(Urk. 13/10/18
). Die Beschwerdeführerin
habe erklärt
,
nicht begreifen zu können, warum ihr das geschehen sei und warum sie nicht wie alle anderen Menschen eine zweite Chance auf der alten Abteilung bekomme. Auf der Anästhesie
abteilung
sei sie so glücklich gewesen und ausser mit zwei Personen habe sie es mit dem Rest des grossen Teams
gut
. S
ie wolle nur
dort
arbeiten
. An einem neuen Arbeits
platz würde man doch misstrauisch, was sie denn gemacht habe, dass sie habe gehen müssen. Zudem bekomme sie wegen der fehlenden Ausbildung als Pfle
geassistentin doch keinen guten Job
. Sie denke, dass sie nach allem nicht mehr normal leben könne
(Urk. 13/10/18)
.
Die Beschwerdeführerin gab weiter an, keine Schamgefühle zu haben. Sie fühle sich ungerecht behandelt.
Sie werde weiterkämpfen
, dann müsse man eben auch bezahlen. Sie fühle sich arbeitsun
fähig, weil die Beine geschwollen seien, sie Schmerzen im rechten Oberbauch habe, unter Stress Blutungen bekomme und weil sie nicht klar denken könne.
Sie würde gerne mit ihrem Mann ins Ausland verreisen (Urk. 13/10/18). Dr.
Y.___
hielt dafür, psychopathologisch zeige sich trotz subjektiv hohem Leidensdruck kein depressiver Befund mehr. Im Vordergrund würden die dysfunktionalen Kognitionen und die Einengung auf die Thematik stehen. Eine Agoraphobie bestehe nicht. Die teilweise subjektiv erlebte Unmöglichkeit, das Haus verlassen zu können, entspreche einem Meideverhalten und sei unter bestimmten Umständen auch allein überwindbar. Die beobachtbare Symptoma
tik habe einen vornehmlich reaktiven Charakter und werde möglicherweise auch durch äusse
re Umstände perpetuiert. Ein ei
ge
n
ständiges intrapsychisches Krankheitsgeschehen lasse sich trotz subjektiv erlebter Beeinträchtigung nicht nachweisen (Urk. 13/10/19).
Dr.
Z.___
teilte Dr.
Y.___
gegenüber
eben
falls
mit, es zeige sich kein depressiver Befund mehr. Die Beschwerdeführerin reagiere mit einer breiten Palette von Emotionen auf die Frustration, die sie empfinde. Sie sei im Affekt nicht depressiv eingeengt. Seiner Ansicht nach begründe der Zustand keine Arbeitsunfähigkeit mehr (Urk. 13/10/22).
3.2
Dr.
A.___
und Dr. phil.
B.___
–
bei welchen
di
e Beschwerdeführer seit dem 17.
August 2011
in Behandlung ist
(
Urk. 5 S. 1)
– hielten mit Bericht vom 10. April 2013 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 13/12) dafür, die Be
schwerdeführerin leide an einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2).
Anamnestisch wurde
festgehalten, die Beschwerdeführerin habe das Gefühl, man habe ihr bei der ehemaligen Arbeitsstelle Unrecht getan. Sie sei von diesem Vorgang offensichtlich traumatisiert und habe eine schwere Depression entwickelt (Urk. 13/12/
1-
2). Dr.
A.___
und Dr. phil.
B.___
hielten dafür, die Arbeitsfähigkeit sei
eingeschränkt, da
die Beschwerdeführerin sehr schnell ermüde und nach wie vor chronisch erschöpft sei. Das wirke sich bei der Arbeit insofern aus, als sie langsam sei, sich nichts mehr zutraue und Angst h
abe, wieder verletzt zu werden
(Urk. 13/12/2-3). Die Beschwerdeführerin sei in ihrem Konzentrationsvermögen, in ihrer Auffassungsfähigkeit sowie ihrer Belastbarkeit eingeschränkt, wobei diese Angaben seit dem Sommer 2009 gelten würden (Urk. 13/12/5).
Die Beschwerdeführerin sei
bis heute nicht im Stande zu arbeiten.
Es sei noch nicht klar, wann wieder eine Tätigkeit zumutbar sei.
Eine Wiederaufnahme der Arbeit auf weitere Sicht sei vorstellbar, die Beschwerde
führerin wünsche sich das auch (Urk. 13/12/
2-3,
6).
3.3
Die Beschwerdeführerin wurde am 17. Oktober 2013 von Gutachter Dr.
C.___
psychiatrisch untersucht (Expertise vom 19. Oktober 2013, Urk. 13/20).
Der Gutachter
führte aus,
im Gespräch habe sich eine altersentsprechend
unauf
fällig
wirkende, gepflegt und modisch gekleidete Beschwerdeführerin gezeigt,
die kaum unsicher und in ihrem anamnestischen Erzählen während der Anam
neseerhebung fast routiniert, kontrollierend und fast manipulativ gewirkt habe. Im Verlauf der ausführlichen Exploration habe sie in nicht
bedrückter
, als viel
mehr in dysphorischer und angriffslustiger
Stimmung
über ihre
verschiedene
psychosozialen Probleme und Schwierigkei
t
en und auch über gewisse gesund
heitliche Beschwerden berichtet, wobei der Hau
ptfokus der Klagen
, welche zeit
weilig fast dramatisch und tränenreich vorgetragen worden seien,
auf der Schil
derung von Konflikten am letzten Arbeitsplatz, welche aus ihrer Sicht Mobbing gewesen seien, und insbesondere
auf
dem Fehlverhalten von ihrem Vorgesetz
ten un
d den Kolleginnen ihr gegenüber
gelegen
habe
. Mehrfach h
ätten
sich in Bezug auf
-
aus ihrer subjektiven Sicht krankheitsbedingten
-
Einschränkungen über Verdeutlichungstendenzen hinausgehende Tendenzen zu Aggravation gezeigt. Trotz dramatischer Beschwerdeschilderung sei kein krankheitsbedingter Leidensdruck spürbar geworden (Urk. 13/20/15). Bei der Untersuchung habe sich eine allenfalls leichte dysthyme Symptomatik mit allenfalls sehr leichten Symptomen gefunden, wie zeitweilig und punktuell leichten Schwankungen der Stimmung, gewissen Selbstzweifeln und allenfalls punktuellen Konzentrations
störungen bei guter Aufmerksamkeit, guter Auffassungsgabe, unauffälligem Antrieb und insbesondere sehr guter Ausdauer
, die auch während der Untersu
chung habe beobachtet werden können
. Ein sozialer Rückzug habe nicht fest
gestellt werden können. Allenfalls habe sich, den beruflichen Bereich betref
fend, ein ausgeprägtes Schon- und Vermeidungsverhalten gefunden. Den Hauptfokus der Schilderungen der Beschwerdeführerin habe, wie schon in den Berichten von Dr.
Y.___
beschrieben, die von der Beschwerdeführerin erlebte Kränkung dargestellt, die in Folge eines Konfliktes am letzten Arbeits
platz im Zei
traum 2009/2010 entstanden sei
. Eine relevante depressive Symp
tomatik verneinte der Gutachter
(Urk. 13/20/16-17).
Sodann hielt er weiter dafür, dass a
uch
Symptome einer posttraumatischen Bela
s
tungsstörung
nicht
hätten
festgestellt werden können. Diesbezüglich
vermerkte
der Gutachter
ins
besondere, dass sich keine Furcht vor und Vermeidung von Stichworten, die die Leidende an das belastende Erlebnis erinnern könnte
n
, gefunden
hätten
. Im Gegenteil habe sich eine Tendenz gefunden, über die Erlebnisse im Zusammen
hang mit den Konflikten und Auseinandersetzungen am letzten Arbeitsplatz ausführlich berichten zu wollen (Urk. 13/20/14, 17). Ausserdem
sei vorliegend kein
für die Diagnosestell
ung einer
posttraumatischen Belastungs
störung
nach ICD-10 erforderliche
s
belastende
s
Ereignis oder
eine
Situation von aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenähnlichen Ausmass, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würden, gegeben (Urk. 13/20/17).
Diagnostisch sei der Verdacht auf eine Dysthymie zu diskutie
ren, die sich nach dem Abklingen einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion, wie von Dr.
Y.___
nachvollziehbar diagnostiziert, auf dem Boden von akzentuierten Persönlichkeitszügen mit narzisstischen und histrio
nischen Anteilen und insbesondere erhöhter Kränkbarkeit in den letzten zwei Jahren als blande Restsymptomatik bei ambivalenter Psychotherapiemotivation und Entschädigungswünschen entwickelt habe
. Weitere psychische Störungen hätten nicht festgestellt werden können
(Urk. 13/20/18). Die Beschwerdeführerin zeige gute und sicher ausbaufähige Ressourcen. Es bestehe eine normale Intelli
genz, ein normales Aktivitätsniveau in der Freizeit und sie beschäftige sich mit verschiedenen sie interessierenden Themen, sie habe regelmässige Kontakte mit Freundinnen und nehme auch rege Anteil am Leben ihres Sohnes und Mannes. Die partnerschaftliche Beziehung schildere sie als intakt. Sie unternehme tägli
che positive Aktivitäten, versorge ihren Haushalt und leben entgegen ihren Schilderungen wohl ein geordnetes, freies und sicher nicht überwiegend
von Krankheit geprägtes Leben (Urk. 13/20/18). Es seien verschiedene psychosoziale Belastungsfaktoren zu benennen: Subjektives Krankheitskonzept, Migrations
hintergrund, geringe Schulbildung und keine
Berufsausbildung
, relativ qualifi
zierte berufliche Tätigkeit ohne entsprechende Ausbildung, inzwischen eher geringer beruflicher Ehrgeiz, eher geringe Chancen auf dem freien Arbeitsmarkt, Dekonditionierung vom Arbeitsprozess, Entschä
digungs- und Rentenwunsch (Urk.
13/20/18).
Der Gutachter kam zum Schluss, dass aus psychiatrischer Sicht
nichts
gegen eine berufliche Wie
dereingliederung sprechen würde
. Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungs
fähigkeit
(Urk. 13/20/18-19).
Bezüglich beruflicher Eingliederungsmassnahmen sei jedoch zunächst eine gründliche Motivationsprüfung der Beschwerdeführe
rin durchzuführen. Aktuell habe keine Motivation für berufliche Eingliede
rungsmassnahmen festgestellt werden können (Urk. 13/20/20). Zum Bericht von Dr.
A.___
und Dr. phil.
B.___
merkte der Gutachter schliesslich noch an
, es stelle sich die Frage
, weshalb – wenn aus Sicht des behandelnden Psychiaters eine nach seiner Einschätzung so schwere Erkrankung über einen so langen Zeitraum vorgelegen habe sollte – keine intensiveren oder konsequenteren Behandlu
ng
smas
snahmen eingeleitet worden seien
, wie z.B. eine tagesklinische oder auch
vollstationäre
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung. Die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit durch den behandelnden Psychiater
sei wahrscheinlich weitestgehend auf Grundlage der subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin und der psychosozialen Belastungsfaktoren und nicht auf objektiv nachvollziehbaren Befunden erfolgt (Urk. 13/20/
17-
18).
Anhand der erhobenen Befunde könne nicht nachvollzogen
w
erden, wie Dr.
A.___
und Dr. phil.
B.___
zu ihren
diagnostischen Einschätzung
en
gekommen sei
en
. Auch
die fortgeführte Krankschreibung über mehr als zwei Jahre erscheine – anhand auch der im Bericht von Dr.
A.___
nicht mitgeteilten schwerwiegenden objektiven Befunde – so nicht nachvollziehbar (Urk. 13/20/21).
3.4
In den zwei weiteren
-
von der Beschwerdeführerin im Rahmen des Beschwer
deverfahrens eingereichten
-
Berichten von Dr.
A.___
und Dr. phil.
B.___
(Bericht vom 16. Februar 2014
[
Urk. 5
], Bericht vom 14. Mai 2014
[
Urk. 17
]
) teilten diese mit, dass nun ein Klinikaufenthalt ins Auge gefasst werde
und
die Beschwerdeführerin
am 21. Mai 2014 ein Vorstellungsgespräch im Sanatorium
D.___
haben werde
(Urk. 5 S. 2, Urk. 17 S. 3).
Sie hielten
fest
,
die Beschwer
deführerin
leide seit den Mobbingerfahrungen an ihrer ehemaligen Arbeitsstelle an den
typische
n
Symptome
n
, welche auf eine Traumatisierung hinweisen wür
den, wie Nachhallerinnerun
gen, Albträumen,
Vermeidungsverhalten, erhöhte
r
psychische Sensitivität
und
Erregung mit Ein- und Durchschlafstörungen, Kon
zentrationsschwierigkeiten und erhöhter Schreckhaftigkeit.
Diese Symptome seien während der ganzen Behandlungsdauer nicht abgeklungen.
Ausserdem seien auch die Kriterien für eine schwere depressive Episode erfüllt.
Die Beschwerdeführerin sei vollständig arbeitsunfähig (Urk. 5
,
Urk. 17). Soweit die Beschwerdegegnerin
ausgeführt habe
, dass sich die Beschwerdeführerin auf „hohem Aktivitätsniveau“ vergnüge und sich um ihre Schönheit kümmere,
sei festzuhalten
, dass in einer Depressionstherapie der Patient gezielt m
otiviert werde, sich zu bewegen, sich
nicht zu isolieren und so gut es gehe aktiv zu bleiben. In diesem Sinne hätten sie die Beschwerdeführerin ermuntert, schwim
men
zu gehen
und auch hie und da einen Spaziergang zu machen. Anfänglich habe sie sich Mühe gegeben, diesen Aktivitäten nachzukommen. Dann aber habe es vermehr
t
schlechtere Phasen gegeben, in denen sie sich nicht
habe
dazu aufraffen k
önnen
und tagelang, sogar wochenlang daheim geblieben sei, sehr oft auch im Bett. Spaziergänge mache
die Beschwerdeführerin
sozusagen nie, weil sie nämlich nahe an ihrem ehemaligen Arbeitsort lebe und immer Angst habe, Leuten von dort zu begegnen. Ähnlich sei es ihr mit ihren ehemaligen Mitarbeiterinnen gegangen. Anfänglich habe sie diese ab und zu getroffen und mit ihnen Kaffee getrunken,
habe sich dann aber zunehmend von ihnen zurück
gezogen, weil sie, nach einigen merkwürdigen Vorfällen, kein Vertrauen mehr gehabt habe.
Das Vertrauen bezüglich der ehemaligen Arbeitsstelle sei ganz geschwun
den.
Die Beschwerdeführerin lebe heute sehr zurückgezogen und in ständiger Angst (Ur
k. 17 S. 2).
4.
4.1
4.1.1
Das von Dr.
C.___
erstattete Gutachten
vermag die an eine beweiskräftige ärzt
liche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen (E. 2.2). Der Gutachter tätigte allseitige
umfassende Abklärungen
,
berücksichtigte die geklagten Beschwerden
und setzte sich mit den Vorakten auseinander. Seine Einschätzung, wonach
die Beschwerdeführerin entgegen der Beurteilung
von
Dr.
A.___
und Dr. phil.
B.___
weder an einer depressiven Störung noch an einer posttraumatischen Belastungsstörung leide und aus psychiatrischer Sicht vollständig arbeitsfähig sei, begründete er
sodann
in nachvollziehbarer Weise.
4.1.2
So steht die Feststellung von Dr.
C.___
, die Diagnose einer
invalidisierenden
posttraumatischen Belastungsstörung sei
bereits
mangels Trau
ma nicht nach
vollziehbar (E. 3.3
), in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung, wonach eine
solche
definitionsgemäss nur anerkannt wird, wenn sie nach einem Ereignis mit aussergewöhnli
cher
Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass auftritt
, das
bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde
, wie beispielsweise nach
einer
Vergewaltigung
,
einer
Folterung
oder wenn man Zeuge eines gewaltsamen Todes
wird
(Urteil des Bundesgerichts
9C_775/2009 vom 12. Februar 2010, E. 4.1,
9C_671/2012 vom 1
5.
November 2012, E. 4.3
; vgl. auch die entsprechende Umschreibung in der ICD-10-Klassifikation, F43.1, in:
Dilling
/Mom
bour/Schmidt, Hrsg., Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, 9. Aufl., Bern 2014, S. 207
). Diese Voraussetzung ist vorlie
gend
bei
der
Situation
am Arbeitsplatz
zweifelsohne nicht gegeben.
Typisches
Merkmal einer posttraumatischen Belastungsstörung
ist sodann unter anderem
die
Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten und üblicherweise findet sich Furcht vor und Vermeidung von Stichworten, die den Leidenden an das ursprüngliche Trauma erinnern könnten (
Dilling
/Mom
bour/Schmidt,
a.a.O.
, S. 207
).
Auch diesbezüg
lich wies Gutachter Dr.
C.___
zu Recht darauf hin, dass
sich kein solches V
er
halten
finde
, sondern die Beschwerdeführerin im Gegenteil eine Tend
enz zeig
e, über die Erlebnisse im Zusammenhang mit den Konflikten und Auseinanderset
zungen am letzten Arbeitsplatz ausführlich berichten zu wollen (E. 3.3)
. Dies ergibt sich denn auch in erhellender Weise aus den Berichten von Dr.
Y.___
, welche unter anderem
festhielt
,
im Vordergrund würde die Einengung auf diese Thematik stehen
(E. 3.1.1-E. 3.1.3).
Soweit
Dr.
A.___
und Dr. phil.
B.___
zur Begründung der posttraumatischen Belastungsstörung auf ein Vermei
dungsverhalten hinsichtlich des ehemaligen Arbeitsplatzes hinwiesen und
fest
hielten
,
die Beschwerdeführerin mache sozusagen nie Spaziergänge, weil sie nahe an ihrem ehemaligen Arbeitsort lebe und immer
Angst habe
, Le
u
ten von der Arbeit zu begegnen
,
sowie,
dass
das Vertrauen der Beschwerdefüh
rerin bezüglich der ehemaligen Arbeitsstelle ganz geschwunden
sei
und sie
heute in
ständiger Angst
lebe
(E. 3.4),
erscheint
entgegen
ihren
Ausführungen
der Lei
densdruck
nicht
allzu
gross, als es ansonsten schwer nachvollziehbar wäre,
weshalb
di
e Beschwerdeführerin
trotz permanenten Angstzuständen nicht
an einen anderen
Wohnort gez
o
ge
n
wäre
.
Wenn die Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift
schliesslich
vorbringt,
Gutachter Dr.
C.___
habe die posttraumatis
che Wirkung der Ereignisse ver
ka
nnt oder mindestens unterschätzt, was sich daran zeige, dass er ihr Weinen anlässlich der Untersuchung als theatralisch beschrieben
u
nd festgehalten habe, beim Tränenausbruch seien keine Trauer, Enttäuschung oder eine depressive Symptomatik
deutlich
geworden, sondern eine insbesondere unterschwellige Aggression und Wut über das ihr Widerfahrene (Urk. 1 S. 6; vgl. gutachterliche Ausführungen Urk. 13/
20/11, 13), ist darauf hinzuweisen, dass auch
Dr.
Y.___
notiert
hatte,
die Beschwer
deführerin habe häufig geweint
,
sich empört und vorwurfsvoll gezeigt
,
und
auch sie – wie auch der damals behan
delnde Psychiater Dr.
Z.___
-
dies
nicht als krankheitswertig er
achtet hatte
n
(Urk. 13/10/19-20).
D
ie Beurteilung von Dr.
C.___
, wonach keine posttraumatische Belastungs
störung diagnostiziert werden könne,
stimmt somit
auch mit
jenen
von Dr.
Y.___
und Dr.
Z.___
überein
, welche nie auf eine derartige Störung hingewiesen hatten
(E. 3.1.1-E. 3.1.3).
4.1.3
Was sodann die Diagnose einer
depressiven Störung
betrifft,
so ist die Beurtei
lung von
Gutachter Dr.
C.___
, wonach entgegen den Ausführungen von Dr.
A.___
und Dr. phil
.
B.___
keine
invalidisierende
depressive Störung diag
nostiziert werden könne, mit Blick auf den weitgehend unauffälligen psycho
pa
tho
logischen Befund ohne weiteres nachvollziehbar.
Auch angesichts des ge
schilderten Tagesablaufes erscheint diese Beurteilung als schlüssig.
So
wurde im Gutachten zum Tagesablauf festgehalten
,
die Beschwerdeführerin gehe mor
gens zwei bis drei Stunden schwimmen, lese manchmal, gehe einkaufen, sitze gerne am Sitzplatz im Garten, koche abends, wenn ihr Mann nach Hause komme, gehe abends oft mit ihrem Ehemann spazieren, fahre mit ihrem Sohn - am Wochenende oder wenn dieser frei ha
be – nach
E.___
zum Schwimmen und
treffe sich mit Freundinnen, mit welchen sie auch manchmal nach
E.___
schwimmen gehe. Ausserdem mache sie gerne Handarbeiten (Urk. 13/20/12).
Soweit Dr.
A.___
und Dr. phil.
B.___
dem entgegenhielten, die Beschwerde
führerin sei dazu motiviert worden, so gut es gehe aktiv zu bleiben, wobei
sie
aufgrund der Angst vor Treffen mit ehemaligen Mitarbeitenden sozusagen nie
Spaziergänge
mache (E. 3.4), erhellt sich insoweit, dass
sich die Beschwerde
führerin
– soweit es überhaupt zutreffen sollte, dass
sie
sozusagen keine Spa
ziergänge unternehme –
nicht aufgrund
einer Antriebslosigkeit respektive einer
depressiven Störung eingeschränkt fühlt, sondern aufgrund von äusseren Fak
toren, nämlich der
Nähe zum ehemaligen Arbeitsort. Solche Faktoren haben jedoch
invalidenversicherungsrechtlich
ausser Betracht zu bleiben
. Im Übrigen hielten Dr.
A.___
und Dr. phil.
B.___
lediglich pauschal fest, nach einer relativ guten Anfangsphase habe es vermehrt schlechtere Phasen gegen, in dene
n
sich die Beschwerdefüh
r
erin nicht habe aufraffen können und wochenlang daheim geblieben sei, sehr oft auch im Bett (E.
3.4). Diesbezüglich
ist
fest
zu
halten, dass
der Tagesablauf
im Gutachten
detai
lliert
geschildert
wurde
– wobei es keinerlei Anhaltspunkte gibt, dass Gutachter
Dr.
C.___
diesen
frei
erfunden hätte – und somit
spätestens
im Zeitpunkt der Begutachtung von einem
relativ hohen
Akti
vitätsniveau
ausgegangen werden durfte
.
War schliesslich die Durchführung einer stationären Behandlung in der Vergangenheit in der Psychotherapie nie Thema gewesen (E. 3.3, Urk. 13/20/11), erscheinen diese Ausführungen der behandelnden Ärzte (Nichtverlassen des Wohnung während Wochen, dabei sehr oft im Bett) als
äusserst
fragwürdig.
Diesbezüglich ist
darauf hinzuweisen
, dass sich die Beschwerdeführerin erst nach dem abschlägigen Rentenentscheid zur stationären Therapie
angemeldet hat
(vgl. E. 3.4).
4.1.4
Beschwerdeweise wurde gegen das Gutachten von Dr.
C.___
schliesslich einge
wendet, der Gutachter habe abwegige, verfehlte sowie haltlose Ausführungen
respektive Vorwürfe
gemacht, wobei auf die gutachterlichen Ausführungen, wonach
die Beschwerdeführerin das Hilfesystem selbst recht souverän
beherr
sche
,
sowie
auf die festgestellten psychosozialen Belastungsfaktoren (Entschädi
gungs- und Rentenwunsch, subjektives Krankheitskonzept) verwies
en wurde
(Urk. 1 S. 4).
Diese Vorbringen vermögen den Beweiswert des Gutachtens nicht zu schmälern.
So
ergibt sich aus dem Gutachten
, dass
sich
die Bes
chwerdefüh
rerin
arbeitsunfähig erachtet und
eine Rente wünscht (Urk. 13/20/13)
.
Dass es ihr jedoch mit dem subjektiven Krankheitskonzept nur darum gehe, ihren Ent
schädigungs- und Rentenwunsch zu erfüllen, hatte der Gutachter entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift nicht festgehalten (vgl. Urk. 13/20/18). Dass die Beschwerdeführerin sodann verschiedene Hilfen in Anspruch nimmt, entspricht den Tatsachen – was im Übrigen auch nicht bestritten wird -, wes
halb es nicht zu beanstanden ist, dass dies der Gutachter in seinem Gutachten festhielt (vgl. Urk. 13/20/18).
Da es für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens praxisgemäss nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommt (vgl. etwa Urteil des Bundesge
richts 8C_639/2011 vom 5. Januar 2012 E. 4.3.1), ist
schliesslich
das Vorbrin
gen der Beschwerdeführerin, die psychiatrische Untersuchung habe
lediglich
etwas mehr
als eine Stunde gedauert, vor dem Hintergrund der vollständigen und schlüssigen gutachterl
ichen Beurteilung unbehelflich.
4.
2
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass a
uf die gutachterliche Einschät
zung, wonach keine krankheitswertige Einschränkung bestehe, ohne weiteres abgestellt werden
kann
, wohingegen die
Beurteilung
von Dr.
A.___
und Dr. phil.
B.___
nic
ht zu überzeugen vermag. Damit erübrigen sich auch weitere Abklärungen. Die Beschwerde ist somit vollumfänglich abzuweisen
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Daniel Vischer
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstF. Brühwiler