# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6fe84c4-85ce-58ab-bf4c-1a5619b53140
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 06.11.2017 ZK2 2014 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2014-5_2017-11-06.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 06. November 2017 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 14 5          13. November 2017

Urteil
II. Zivilkammer

Vorsitz Schnyder
RichterInnen Hubert und Pritzi
Aktuarin ad hoc Riesen-Ryser

In der zivilrechtlichen Berufung

der X ._____ , Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte, vertreten 
durch Rechtsanwalt Dr. iur. Roland Hürlimann und Rechtsanwalt lic. iur. et dipl. 
Bau-Ing. ETH Johannes Zuppiger, Baur Hürlimann AG, Bahnhofplatz 9, Postfach 
1867, 8021 Zürich,

gegen

den Entscheid des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 22. November 2012, mit-
geteilt am 5. Dezember 2013, in Sachen der Klägerin, Berufungsklägerin und An-
schlussberufungsbeklagten gegen Y._____, Beklagter, Berufungsbeklagter und 
Anschlussberufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Luzi Bardill, 
Poststrasse 43, 7002 Chur,

betreffend Forderung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Die Baugesellschaft „U._____“, vertreten durch V._____, Y._____, beab-
sichtigte, an der O.1_____ in O.2_____/TI ein Terrassenhaus mit acht Eigen-
tumswohnungen zu erstellen. Im Vorfeld liess Y._____ im Juli 2001 durch die Fir-
ma W._____ einige Untersuchungen betreffend den Baugrund durchführen.

B. Im Jahre 2003 erfolgte die Ausschreibung bezüglich der Leistungsposition 
„NPK 174 Baugrubensicherung, Verankerungen, Nagelwand, Spritzbeton, Boden-
verdübelung“. Bezüglich des Baugrundes war in den „Besonderen Bestimmungen“ 
festgehalten: „Unter dem Gehängeschutt (schwach siltiger-sandiger Kies) folgt in 6 
– 12 m unter Ok best. Terrain der anstehende Fels (Granit/Gneis). Die Lage der 
Felsoberfläche ist im Schnitt 2 eingetragen“. Weitere Beschreibungen des Bau-
grundes waren in den Submissionsunterlagen nicht vorhanden. 

C. Neben anderen bewarb sich auch die A._____ AG (welche im Laufe des 
Verfahrens vor der Vorinstanz mit Aktiven und Passiven von der X._____ über-
nommen wurde) um die Arbeit. Gestützt auf das Leistungsverzeichnis, die „Be-
sonderen Bestimmungen“, beide vom 16. Juni 2003, sowie verschiedene Aushub-
pläne unterbreitete die A._____ AG Y._____ am 11. Juli 2003 eine Offerte. In der 
Folge fanden Gespräche zwischen Y._____ und der A._____ AG statt und am 4. 
August 2003 erstellten Y._____ beziehungsweise seine Ingenieure eine Nach-
tragsofferte betreffend Bodenverdübelung und Bodenvernagelung, die von der 
A._____ AG jedoch nicht ausgefüllt wurde. Die bereinigte Offertsumme der 
A._____ AG belief sich schliesslich auf Fr. 420‘000.00 (inkl. MwSt), wobei diese 
Offerte gemäss Notiz von I._____ auf dem Offertformular „pauschal pro m2 Wand 
gemäss tel. Vereinbarung vom 12.8.03“ gelten sollte. Da die Parteien von Arbeiten 
im Umfang von 1‘380 m2 ausgingen, ergab sich aus der Offertsumme ein Preis 
von Fr. 304.35 (inkl. MwSt.) pro m2. Am 27. August 2003 begann die A._____ AG 
(beziehungsweise ihre Subunternehmerin Z._____ SA) mit den Arbeiten auf dem 
Baugrundstück.

D. Am 29. September 2003 unterzeichneten die Parteien den Werkvertrag. 
Gemäss dessen Art. 1 übertrug Y._____ der A._____ AG die Arbeiten Baugru-
bensicherung, Verankerungen, Nagelwand, Spritzbeton, Bodenverdübelung „nach 
Massgabe dieses Vertrages zu den Preisen und Mengen des Leistungsverzeich-
nisses vom 11. Juli 2003 in der sich ergebenden Summe von pauschal Fr. 
420‘000.00 (inkl. Mwst 7.6 %), bezogen auf eine Wandfläche der Nagelwand von 
1‘380 m2. Ein Mehr- oder Minderausmass geht zulasten bzw. zugunsten des Bau-

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herrn“. Des Weiteren waren gemäss Art. 2 des Werkvertrages als Vertragsbe-
standteile vereinbart:

„1. Das Angebot des Unternehmers vom 11. Juli 2003 mit folgenden da-
zugehörenden Beilagen (Art. 15 Abs. 3 und 4 Norm SIA 118):

Beilagen + Technischer Bericht zur Submission:

- Schreiben Baugrubensicherung (Kontroll- und Überwachungsplan) 
von AA._____AG vom 20. August 2003

- Nachtragsofferte Bodenverdübelung und Bodenvernagelung vom 4. 
August 2003 (integrierender Bestandteil des Pauschalpreises)

- Geologisches Gutachten von W._____: Laborauswertung inkl. geo-
technisches Längenprofil der 2 Kernbohrungen aus dem Jahr 2001

- Schreiben des Unternehmers vom 8. August 2003
- Protokoll des Unternehmergesprächs vom 8. August 2003
- Bericht Wasserstand Lago di Lugano – Ponte Tresa (Jahre 2000 – 

2002)

2. Nachstehende, durch das Bauobjekt bedingte Besondere Bestimmun-
gen: Keine.

3. Das Leistungsverzeichnis (Art. 8 Norm SIA 118) vom 11. Juli 2003.

4. Pläne

- Situation Baugrubensicherung M 1:100 Plan Nr. 3101 a
- Ansichten Baugrubensicherung M 1:100 Plan Nr. 3102 a
- Schnitte und Detail Baugrubensicherung M 1:100 Plan Nr. 3103 a

5. Nicht durch das Bauobjekt bedingte, Allgemeine Bestimmungen: Do-
kumentiert in den Seiten 1 bis 18.“

Es folgte die Übernahme der SIA-Norm 118 „Allgemeine Bedingungen für Bauar-
beiten (1977/91)“ mit diversen Ergänzungen und Anpassungen. Explizit zum Ver-
tragsbestandteil erklärt wurden auch die SIA-Normen 191, 191/1 und 229. 
Gemäss Art. 4 des Werkvertrages sollten die Arbeiten zur Sicherung der Baugru-
be am 25. August 2003 in Angriff genommen werden und am 31. Oktober 2003 
abgeschlossen sein. Ferner wurde in Art. 5 des Werkvertrages O.4_____ als Ge-
richtsstand vereinbart.

Gemäss dem Leistungsverzeichnis („Besondere Bestimmungen“) und dem Kon-
troll- und Überwachungsplan, welche Bestandteile des Werkvertrags bildeten, war 
„der Spritzbeton mit einer Mass-Toleranz von ± 2 cm auszuführen“. Zudem durfte 
der Aushub für das Arbeitsplanum für die Vernagelungs- und Verankerungsarbei-
ten „im Max. 50 cm unter der Nagel- bzw. Ankerlage erstellt werden“. Die freige-
legte Böschung war mit Spritzbeton zu sichern und die Nägel und Anker waren 
unmittelbar nach dem Auftrag des Spritzbetons zu versetzen. Weiter wurde fest-
gehalten: „Vor grösseren Arbeitsunterbrüchen wie Wochenende, Feiertage, Ferien 

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etc. müssen sämtliche Nägel im Bereich der freigelegten Böschung festgesetzt 
werden. Anker müssen vor Arbeitsunterbrüchen > 4 Tage gespannt sein. Ein un-
gesicherter Bauzustand ist nicht zulässig“.

E. Während der Bauarbeiten traten diverse Probleme auf. Insbesondere kam 
es zu Instabilitäten, worauf die A._____ AG mit Verkleinerung der Etappen, Injek-
tionen und Verzicht auf gleichzeitiges Bohren und Gunitieren (Anbringen von 
Spritzbeton) reagierte. Der Baugrund musste örtlich mit Injektionen, zusätzlichen 
Ankern und zusätzlichen Nägeln verstärkt werden. Teilweise mussten Baugruben-
sicherungsmassnahmen auch an Stellen eingebaut werden, an denen bei Beginn 
der Arbeiten noch keine projektiert waren. Über- und Unterprofile mussten mit 
Nacharbeit und/oder mehr Spritzbeton behoben werden. Schliesslich ergab sich 
durch die Probleme auch eine erhebliche Verzögerung im ursprünglich vorgese-
henen Terminprogramm. Für die Bewältigung der auftretenden Probleme machte 
die A._____ AG beträchtliche Mehrkosten geltend.

F. a) Gemäss Protokoll der Bausitzung vom 10. September 2003 beanstandete 
Y._____ Massungenauigkeiten bei der Spritzbetonwand von bis zu 25 cm in der 
Flucht und im Senkel und dass die Wand auf jeder Seite 1.10 m zu kurz sei. Auch 
hätten die eingebauten Armierungsnetze keinen Abstand. Die zurzeit eingesetzte 
Mannschaft sei überfordert und – wo nötig – auszuwechseln. Ab dem 17. Septem-
ber 2003 führte die A._____ AG daher die ihrer Subunternehmerin Z._____ SA 
zugedachten Arbeiten selbst aus. 

b) Mit Schreiben vom 20. Oktober 2003 wies die A._____ AG Y._____ darauf 
hin, dass die gesamte Baugrube ihrer Auffassung nach in einem Gehängeschutt-
kegel liege, welcher mit teilweise grossen Blöcken durchsetzt sei. Das geologische 
Überprofil vermindere sich trotz in Höhe und Breite kleinerem Etappenaushub 
nicht. Dies heisse aber auch, dass der Mehraufwand eine Verlängerung der Bau-
zeit verursache. Im Sinne einer Nachtragsofferte verlangte die A._____ AG auf-
grund dieses Sachverhaltes Fr. 78‘000.00 für geologisch bedingten Mehrspritzbe-
ton und Fr. 5‘000.00 für das Umstellen der Installation. Y._____ bestätigte den 
Eingang der Nachtragsofferte am 27. Oktober 2003 und kündigte an, dass er die-
se zu gegebener Zeit prüfen werde, mit dem damaligen Wissensstand aber nicht 
bewilligen könne. Am 3. November 2003 teilte Y._____ der A._____ AG mit, es 
könnten keine weiteren Verzögerungen akzeptiert werden; es sei daher alles zu 
unternehmen, damit die Baumeisterarbeiten am 17. November 2003 in Angriff ge-
nommen werden könnten.

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c) Am 4. November 2003 unterbreitete die A._____ AG Y._____ eine weitere 
Nachtragsofferte. Darin führte sie aus, der Boden bestehe überwiegend aus ver-
wittertem, stark durchlässigem, wenig standfestem Gehängeschotter. Trotz kleine-
ren Aushubetappen breche laufend Bodenmaterial nach, so dass die Wandstärken 
massiv grösser als geplant ausgeführt werden müssten. Infolge der Geologie er-
gebe sich ein grosser Mehrverbrauch an Spritzbeton. An den Baugrubenflanken 
seien zusätzliche Verdübelungen nötig gewesen. Die Kosten für diese und weitere 
im Schreiben aufgeführte Mehrleistungen würden sich auf Fr. 205‘898.00 belau-
fen. Zudem würden die Mehrleistungen zu mindestens drei Wochen Fertigstel-
lungsverzug führen. Mit Schreiben vom 11. November 2003 an Y._____ stellte 
sich die AA._____AG auf den Standpunkt, im Leistungsverzeichnis sei die Boden-
qualität des Lockergesteins klar definiert worden und sie stimme mit den vorge-
fundenen Bodeneigenschaften überein. Die Verzögerungen, die auf zusätzliche 
Arbeiten an der Nord- und der Südflanke zurückzuführen seien, würden maximal 
eine Woche betragen.

G. Am 5. Dezember 2003 rügte Y._____, dass die Anforderungen des Kontroll- 
und Überwachungsplanes nicht eingehalten worden seien, was dazu geführt habe, 
dass die Verbauwand an der Grenze zum Grundstück S._____ umgekippt sei. Die 
A._____ AG wies diese Vorwürfe mit Schreiben vom 9. Dezember 2003 zurück 
und ortete den Fehler bei der Bauleitung, welche eine ungenügende Sicherung 
der Böschung angeordnet habe - was Y._____ mit Schreiben vom 10. Dezember 
2003 bestritt. Die A._____ AG machte in ihrem Schreiben vom 9. Dezember 2003 
unter Hinweis auf die geologische Situation zudem einen erheblichen Mehrver-
brauch an Spritzbeton und Zement geltend. Y._____ wiederum wies die A._____ 
AG mit Schreiben vom 22. Dezember 2003 darauf hin, dass diverse Gunitflächen 
extrem unregelmässig seien, so dass die Isolation nicht vollflächig angebracht 
werden könne. Zudem bestünden Überprofile, die weit ausserhalb der Toleranz-
grenze lägen. Weitere Beanstandungen von Y._____ betrafen unter anderem die 
Gunitwände beim Haupteingang 1. OG, an der Grenze zum Grundstück T._____ 
und beim Geräteraum Pergola, die Spritzbetonwand Richtung Grundstück 
T._____, die Gunitwand zur Ebene Pergola sowie eine um etwa 2 m zu hoch be-
tonierte Gunitwand.

H. a) Die A._____ AG schloss ihre Arbeiten an der Baustelle in O.2_____ Ende 
Januar 2004 ab. Im von keiner Partei unterzeichneten Abnahmeprotokoll vom 2. 
Februar 2004 wurde festgehalten, die Abweichungen des Spritzbetons lägen aus-
serhalb des im Werkvertrag definierten Toleranzbereichs. Die Nägel und Anker 
seien bezüglich Qualitätsanforderungen gemäss den Projektvorgaben ausgeführt. 

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Die Baugrube befinde sich auch nordseits in einem stabilen Zustand, nachdem 
dort eine Stützkonstruktion angebracht worden sei.

b) Mit Datum vom 13. Dezember 2004 reichte die A._____ AG Y._____ ihre 
Schlussabrechnung, bestehend aus der Schlussrechnung Vertragsarbeiten und 
der Schlussrechnung Zusatzarbeiten, beide datierend vom 22. November 2004, 
ein und forderte ihn zur Zahlung von insgesamt Fr. 972‘978.95 bis zum 10. Febru-
ar 2005 auf. Dieser Betrag setzte sich aus Vertragsarbeiten in Höhe von Fr. 
390‘781.05 (1‘284 m2 Wand zu je Fr. 282.85 plus Mehrwertsteuer) und Zusatzar-
beiten in Höhe von netto Fr. 582‘197.90 zusammen. Gleichzeitig setzte die 
A._____ AG Y._____ vorsorglich in Verzug. Y._____ wies die Forderung mit 
Schreiben vom 19. April 2005 vollumfänglich zurück. Er machte geltend, dass ei-
nerseits bereits Akontozahlungen von insgesamt Fr. 316‘086.05 geleistet worden 
seien und andererseits bezüglich der grundsätzlich noch bestehenden Restanz 
von Fr. 74‘695.00 die Verrechnungseinrede erhoben werde. Zudem könnten die 
geltend gemachten Zusatzarbeiten nicht zu seinen Lasten gehen. Einzig mit Be-
zug auf die Minirühlwand sei dem Grundsatze nach eine Entschädigung geschul-
det, wobei aber auch hier die Verrechnungseinrede erhoben werde. Ihm stehe 
gemäss Auflistung vom 9. August 2004 nämlich eine Gegenforderung in Höhe von 
Fr. 350‘874.05 zu.

I. Die Streitsache wurde am 19. Dezember 2006 beim Kreisamt Klosters zur 
Vermittlung angemeldet. Anlässlich der Schlichtungsverhandlung vom 9. März 
2007 kam keine Einigung zustande. Auch während der Offenhaltung des Proto-
kolls konnten sich die Parteien nicht einigen, so dass die A._____ AG mit Schrei-
ben vom 31. März 2008 den Leitschein bezog. Am 4. April 2008 (mitgeteilt am 7. 
April 2008) stellte der Kreispräsident Klosters als Vermittler den Leitschein aus, 
der folgende Rechtsbegehren enthält:

„Klägerisches Rechtsbegehren:

1. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von CHF 
656‘892.90 zuzüglich Zins von 6.875% seit dem 15. Mai 2005 zu be-
zahlen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten.

Beklagtisches Rechtsbegehren:

1. Abweisung der Klage.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin.“

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J. Mit Eingabe vom 28. April 2008 prosequierte die A._____ AG ihre Klage an 
das Bezirksgericht Prättigau/Davos. Sie stellte folgendes, gegenüber dem Leit-
schein verändertes Rechtsbegehren: 

„1. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin einstweilen den Be-
trag von CHF 656‘892.90 (inkl. MWSt.) zuzüglich Zins von 5% seit 
dem 15. Mai 2005 zu bezahlen, vorbehältlich der Anpassung des 
Rechtsbegehrens nach Abschluss des Beweisverfahrens.

2 Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten.“

Am 4. Juli 2008 reichte Y._____ seine Prozessantwort mit folgendem Rechtsbe-
gehren ein:

„1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Unter voller gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Ent-
schädigungsfolge zuzüglich 7.6% Mehrwertsteuer auf die ausseramtli-
che Entschädigung zu Lasten der Klägerin.“

Die Replik datiert vom 14. Oktober 2008, die Duplik vom 8. Januar 2009. Beide 
Parteien hielten an ihren jeweiligen Rechtsbegehren unverändert fest. 

K. Mit Beweisverfügung vom 9. Februar 2009 erklärte der Bezirksgerichtsprä-
sident Prättigau/Davos die mit den Rechtsschriften eingereichten Urkunden als 
erheblich. Er liess die anbegehrten Zeugen ebenso wie die Editionsbegehren nur 
teilweise zu. Weiter sah er die Einholung einer Expertise vor. Die freie richterliche 
Befragung der Parteien sowie die Beweisaussage von Y._____ behielt er vor. Die 
Beweisverfügung blieb unangefochten.

L. Mit Verfügung vom 25. März 2009 lehnte der Bezirksgerichtspräsident Prät-
tigau/Davos den von Y._____ in der Prozessantwort gestellten Antrag, es sei be-
züglich der materiellen Teilfrage betreffend Beschaffenheit des Baugrundes vor-
erst eine Verhandlung gemäss Art. 94 ZPO-GR durchzuführen, ab mit der Be-
gründung, dies erscheine vorliegend nicht als sinnvoll und würde nicht zu einer 
wesentlichen Verkürzung des ganzen Verfahrens beitragen.

M. Mit Schreiben vom 16. September 2009 beauftragte der Bezirksgerichts-
präsident Prättigau/Davos dipl. Bauing. ETH/SIA B._____ mit der Ausarbeitung 
einer Expertise und der Beantwortung der Expertenfragen der Parteien. Das Gut-
achten datiert vom 10. Mai 2010 und wurde den Parteien vom Bezirksgerichtsprä-
sidenten Prättigau/Davos am 18. Mai 2010 zugestellt unter gleichzeitiger Einräu-
mung einer Frist zur Stellungnahme. Während sich die A._____ AG in ihrer Stel-
lungnahme vom 6. Juli 2010 über weite Strecken mit den Schlussfolgerungen des 
Experten einverstanden erklären konnte und die Ausführungen des Experten nur 

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bezüglich der Störungs- und Vorhaltekosten und dem vorgeschlagenen Verant-
wortlichkeitsteiler von 80 % zu 20 % für die Überprofile kritisch hinterfragte, mach-
te Y._____ in seiner Stellungnahme vom 12. Juli 2010 geltend, das Gutachten 
weise gravierende Mängel auf, und er beantragte die Anordnung einer Oberexper-
tise, wobei vorgängig die Einvernahmen der zum Zeugnis zugelassenen Personen 
vorzunehmen seien. Mit Schreiben vom 1. September 2010 äusserten sich die 
A._____ AG und mit Schreiben vom 16. September 2010 Y._____ zu der Stel-
lungnahme der jeweiligen Gegenpartei zur Expertise. 

Am 7. März 2012 teilte der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos den Parteien 
mit, er erachte es nun, wo alle als relevant erklärten Zeugen einvernommen wor-
den seien, als sinnvoll, beim Experten insbesondere gestützt auf die Aussagen der 
Zeugen ein Ergänzungsgutachten in Auftrag zu geben. Gleichzeitig lud er die Par-
teien ein, konkrete Ergänzungsfragen einzureichen. Y._____ erneuerte daraufhin 
am 14. März 2012 seinen Antrag, es sei eine Oberexpertise einzuholen. Die 
A._____ AG ihrerseits stellte sich mit Schreiben vom 4. April 2012 gegen die Ein-
holung einer Oberexpertise. Gleichzeitig verzichtete sie auf die Unterbreitung von 
Ergänzungsfragen, behielt sich diese aber für den Fall vor, dass der Experte wider 
Erwarten zu Erläuterungen aufgefordert werde.

Am 10. August 2012 teilte Bezirksrichter Reto Keller den Parteien mit, dass infolge 
Versterbens des Bezirksgerichtspräsidenten die Verfahrensleitung an ihn überge-
gangen sei. Mit Verfügung vom 30. August 2012 stellte er im Weiteren fest, dass 
er nach Durchsicht der Akten zum Schluss gelangt sei, dass die Sache spruchreif 
und für ihre Beurteilung keine Oberexpertise notwendig sei. 

N. Am 22. November 2012 fand die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht 
Prättigau/Davos statt. Für die X._____ (ehemals A._____ AG) waren C._____ so-
wie ihre beiden Rechtsvertreter, die Rechtsanwälte Dr. iur. Roland Hürlimann und 
lic. iur.et dipl. Bau-Ing. ETH Johannes Zuppiger, anwesend. Y._____ war mit sei-
nem Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic. iur. Luzi Bardill, erschienen. 

Mit Entscheid vom 22. November 2012, mitgeteilt am 5. Dezember 2013, erkannte 
das Bezirksgericht Prättigau/Davos:

„1. Die Klage der X._____ gegen Y._____ wird teilweise gutgeheissen, 
und Y._____ wird verpflichtet, der X._____ CHF 261‘507.20, zuzüglich 
5% Zins seit dem 15. Mai 2005, zu bezahlen. Im übrigen Umfang wird 
die Klage abgewiesen.

2. Die Kosten des Sühneverfahrens vor dem Kreispräsidenten Klosters in 
Höhe von CHF 265.00 sowie die Kosten des Bezirksgerichts Prättigau/ 
Davos, bestehend aus:

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• der Gerichtsgebühr von CHF 20‘000.00
• dem Streitwertzuschlag von CHF 11‘730.00
• den Schreibgebühren von CHF 3‘150.00
• den Barauslagen von (Gutachten: CHF 63‘984.55) CHF 65‘120.00
total somit von CHF 100‘000.00

gehen zu 3/5 zu Lasten der X._____ (= CHF 60‘000.00) und zu 2/5 (= 
CHF 40‘000.00) zu Lasten von Y._____. Sie werden mit den von ihnen 
geleisteten Kostenvorschüssen verrechnet. Y._____ hat der X._____ 
den auf ihn entfallenden Anteil an den Kosten des Sühneverfahrens (= 
CHF 106.00 [2/5 von CHF 265.00]) zu bezahlen.

3. Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

4. (Rechtsmittelbelehrung.)

5. (Rechtsmittelbelehrung Kostenentscheid.)

6. (Mitteilung.)“

In der Begründung wies es den Antrag auf Einholung einer Oberexpertise ab. Be-
züglich Parteibefragung beider Parteien sowie Beweisaussage von Y._____ äus-
serte es sich nicht, es nahm diese Beweismittel aber auch nicht ab.

O. Gegen diesen Entscheid führt die X._____ mit Eingabe vom 24. Januar 
2014 Berufung beim Kantonsgericht von Graubünden. Sie beantragt:

„1. Der Entscheid des Bezirksgerichts Prättigau/Davos (Proz. Nr. 
Z.1_____) vom 22. November 2012 sei aufzuheben, und es sei die 
Klage der X._____ gegen Y._____ im Umfang von CHF 572‘116.10 
gutzuheissen und Y._____ zu verpflichten, der X._____ den Betrag 
von CHF 572‘116.10 (inkl. MWSt.) zuzüglich Zins von 5% seit dem 15. 
Mai 2005 zu bezahlen.

2. Es sei Y._____ zu verpflichten, die erst- und zweitinstanzlichen Ver-
fahrenskosten (inklusive Expertisenkosten) zu bezahlen, und es sei 
Y._____ zu verpflichten, der X._____ die ausseramtlichen Kosten der 
ersten Instanz von CHF 188‘599.35 sowie eine tarifkonforme Partei-
kostenentschädigung auch für das zweitinstanzliche Verfahren (zuzüg-
lich MWSt.) zu bezahlen.“

P. Mit Berufungsantwort und Anschlussberufung vom 27. Februar 2014 bean-
tragt Y._____:

„1. Die Berufung der X._____ sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Anschlussberufung: Der Entscheid des Bezirksgerichts Prättigau/Da-
vos vom 22. November 2012 (Proz. Nr. Z.1_____) sei aufzuheben und 
es sei die Klage der X._____ gegen Y._____ vollumfänglich abzuwei-
sen.

3. Es sei mit Bezug auf das Gutachten der BB._____ GmbH vom 10. Mai 
2010 samt Beilagen vom 12. Mai 2010 (Proz. Nr. Z.2_____, act. VI 11) 
eine Oberexpertise anzuordnen.

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4. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge für beide Instanzen zu 
Lasten der Klägerin, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbe-
klagten.

5. Eventualiter sei für den Fall der Abweisung der Berufung und der An-
schlussberufung für das erstinstanzliche Verfahren (unter Belassung 
der Verteilung der Gerichtskosten) dem Beklagten von der dortigen 
Klägerin der Betrag von CHF 25‘200.- an dessen Anwaltskosten zu 
entschädigen.“

Q. In ihrer Anschlussberufungsantwort vom 28. März 2014 stellt die X._____ 
schliesslich folgendes Rechtsbegehren:

„1. Die Berufung der Berufungsklägerin vom 24. Januar 2014 sei vollum-
fänglich gutzuheissen.

2. Die Anschlussberufung vom 27. Februar 2014 des Berufungsbeklag-
ten und Anschlussberufungsklägers sei vollumfänglich abzuweisen.

3. Es sei auf die Einholung einer Oberexpertise mit Bezug auf das Gut-
achten der BB._____ GmbH (Proz. Nr. Z.2_____, act. VI 11) vom 10. 
Mai 2010 zu verzichten.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für beide Instanzen zu Las-
ten des vorinstanzlichen Beklagten, Berufungsbeklagten und An-
schlussberufungsklägers.

5. Der Eventualantrag des Berufungsbeklagten und Anschlussberufungs-
klägers, ihm für den Fall der Abweisung der Berufung und der An-
schlussberufung für das erstinstanzliche Verfahren (unter Belassung 
der Verteilung der Gerichtskosten) von der dortigen Klägerin den Be-
trag von CHF 25‘200.- an dessen Anwaltskosten zu entschädigen, sei 
vollumfänglich abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 
zu Lasten des vorinstanzlichen Beklagten, Berufungsbeklagten und 
Anschlussberufungsklägers.“

R. Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen in 
den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, im Folgenden eingegangen.

II. Erwägungen

1. Bei der Überprüfung des angefochtenen Entscheids ist zu beachten, dass 
die Vermittlungstagfahrt am 19. Dezember 2006 stattgefunden hat und der Leit-
schein am 28. April 2008 an das Bezirksgericht Prättigau/Davos prosequiert wor-
den ist, beides also noch vor Inkrafttreten der Schweizerischen Zivilprozessord-
nung am 1. Januar 2011. Damit war das vorinstanzliche Verfahren nach den Re-
geln der bündnerischen Zivilprozessordnung (im Folgenden: ZPO-GR) zu führen, 
auch wenn die Hauptverhandlung am 22. November 2012 und somit nach Inkraft-
treten der Schweizerischen Zivilprozessordnung (im Folgenden: ZPO) durchge-

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führt worden ist (vgl. Art. 404 Abs. 1 ZPO). Für das Berufungsverfahren gelangt 
jedoch die Schweizerische Zivilprozessordnung zur Anwendung (Art. 405 Abs. 1 
ZPO).

2.1. Beim angefochtenen Entscheid, welcher offensichtlich eine vermögens-
rechtliche Angelegenheit mit einem Streitwert über Fr. 10‘000.00 zum Gegenstand 
hat, handelt es sich um einen erstinstanzlichen Endentscheid, welcher mit Beru-
fung angefochten werden kann (vgl. Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Die Zuständigkeit 
des Kantonsgerichts von Graubünden ergibt sich aus Art. 7 Abs. 1 des Ein-
führungsgesetzes zur Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 320.100). Gemäss Art. 
311 ZPO ist die Berufung unter Beilage des angefochtenen Entscheids innert 30 
Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids beziehungsweise seit der 
nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung schriftlich und begründet ein-
zureichen. Der angefochtene Entscheid des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 
22. November 2012 wurde den Parteien am 5. Dezember 2013 begründet mitge-
teilt (act. II.1) und ging der Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagten 
(im Folgenden: Berufungsklägerin) am 10. Dezember 2013 zu (act. V.2). Die Beru-
fung der Berufungsklägerin erfolgte mit Eingabe vom 24. Januar 2014 unter 
Berücksichtigung des Stillstands der Frist vom 18. Dezember bis und mit dem 2. 
Januar (Art. 145 Abs. 1 lit. c ZPO) demnach fristgerecht. Da die Rechtsschrift zu-
dem den übrigen Formerfordernissen entspricht, ist auf die Berufung grundsätzlich 
einzutreten.

2.2. Die Frist für die Berufungsantwort beträgt 30 Tage (Art. 312 Abs. 2 ZPO). 
Die Gegenpartei kann in der Berufungsantwort Anschlussberufung erheben (Art. 
313 Abs. 1 ZPO). Von dieser Möglichkeit hat der Berufungsbeklagte und An-
schlussberufungskläger (im Folgenden: Berufungsbeklagter) Gebrauch gemacht. 
Nachdem die Berufungsantwort und Anschlussberufung innert Frist der Schweize-
rischen Post übergeben worden ist (Art. 143 Abs. 1 ZPO; act. IV.2 und act. I.4) 
und zudem die übrigen Formerfordernisse erfüllt sind, kann auf die Anschlussbe-
rufung eingetreten werden.

3. Sowohl die Berufungsklägerin als auch der Berufungsbeklagte verweisen in 
ihren Rechtsschriften an mehreren Stellen zur Begründung ihrer Anträge auf ihre 
Ausführungen vor der ersten Instanz, ohne diese Ausführungen jedoch zu wieder-
holen.

Gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO ist die Berufung schriftlich und begründet einzurei-
chen. Das Bundesgericht hat in konstanter Rechtsprechung erklärt, begründen im 

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Sinne von Art. 311 Abs. 1 ZPO bedeute aufzuzeigen, inwiefern der angefochtene 
Entscheid als fehlerhaft erachtet werde. Dieser Anforderung genüge der Beru-
fungskläger nicht, wenn er lediglich auf die vor erster Instanz vorgetragenen Vor-
bringen verweise, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zufrieden 
gebe oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiere. Die An-
forderungen an die Berufungsbegründung gälten sinngemäss auch für den Inhalt 
der Berufungsantwort (vgl. zum Ganzen das Urteil des Bundesgerichts 
5D_148/2013 vom 10. Januar 2014 E. 5.1 f.; vgl. zu den Anforderungen an den 
Inhalt der Berufungsantwort auch die Urteile des Bundesgerichts 5A_660/2014 
vom 17. Juni 2015 E. 4.2 und 5A_438/2012 vom 27. August 2012 E. 2.4). Damit 
steht fest, dass es nicht genügt, wenn in einer Rechtsschrift im Berufungsverfah-
ren auf im erstinstanzlichen Verfahren vorgetragene Vorbringen verwiesen wird, 
ohne diese Vorbringen in der Rechtsschrift selbst zu wiederholen. Es ist der 
Rechtsmittelinstanz nicht zuzumuten, die Argumentationen der jeweiligen Partei 
im Sinne eines Puzzles in verschiedenen anderen Schriftstücken zusammenzusu-
chen und an deren Stelle zusammenzutragen beziehungsweise dasjenige davon, 
das für die Argumentation an den entsprechenden Orten gerade als passend er-
scheinen könnte. Das ist Sache der Parteien. Die Parteien haben folglich im Beru-
fungsverfahren in ihren Rechtsschriften aufzuzeigen, aus welchen Gründen dem 
angefochtenen Urteil beziehungsweise den Argumenten der Gegenpartei nicht 
gefolgt werden kann; die Argumentationsketten müssen sich dabei aus den 
Rechtsschriften selbst ergeben. Soweit die Berufungsklägerin und der Berufungs-
beklagte Vorbringen, die sie vor der ersten Instanz vorgetragen haben, in ihre 
Rechtsschriften im Berufungsverfahren aufnehmen wollen, ohne sie jedoch zu 
wiederholen, genügen ihre Rechtsschriften somit den Begründungsanforderungen 
im Berufungsverfahren nicht. Die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts hat sich nur 
mit Ausführungen, Argumenten, Rügen und Beweisofferten zu befassen, die sich 
in den Rechtsschriften des Berufungsverfahrens selbst finden.

4. Die Berufungsklägerin stellt in der Berufung den Antrag auf Zeugeneinver-
nahme von D._____. Sie hat diesen Zeugen bereits im vorinstanzlichen Verfahren 
benannt und der Zeuge wurde daraufhin auch rogatorisch einvernommen (vgl. 
Akten der Vorinstanz, act. V/8). Die Berufungsklägerin führt nicht näher aus, aus 
welchen Gründen eine erneute Einvernahme von D._____ notwendig wäre. Sie 
belässt es beim Hinweis, dass dieser Zeuge für die gesamte Sachdarstellung des 
Bauablaufs benannt werde, ohne dass dies in der Berufung bei jeder Randziffer 
wiederholt werde. Es fehlt damit an einer substantiierten Begründung des Antrags 
auf erneute Einvernahme von D._____. Insbesondere fehlen Ausführungen dazu, 

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welche neuen entscheidrelevanten Erkenntnisse aus einer erneuten Einvernahme 
von D._____ zu gewinnen wären. Die konkrete Erwartung neuer, entscheidrele-
vanter Erkenntnisse aber wäre Voraussetzung dafür, dass eine erneute Einver-
nahme von D._____ angeordnet werden könnte. Indem die Berufungsklägerin es 
unterlässt, ihren Antrag substantiiert zu begründen, erfüllt sie in diesem Punkt die 
Begründungsanforderungen an die Berufungsschrift, welche aus Art. 311 Abs. 1 
ZPO abgeleitet werden, nicht. Auf die Berufung ist insoweit nicht einzutreten.

5. Der Berufungsbeklagte stellt in der Berufungsantwort und Anschlussberu-
fung den Antrag, es sei eine Oberexpertise einzuholen. Diesen Antrag hat er be-
reits im vorinstanzlichen Verfahren mehrfach gestellt; die Vorinstanz hat den An-
trag im angefochtenen Entscheid abgelehnt. Der Berufungsbeklagte begründet im 
Berufungsverfahren seinen erneuten Antrag damit, dass das Gutachten mangel-
haft sei, dass es dem Gutachter an fachlicher Kompetenz gefehlt habe, dass der 
Gutachter völlig unkritisch die Grundhaltung der Berufungsklägerin übernommen 
und sich als parteibezogen erwiesen habe. Der Berufungsbeklagte äussert sich 
auf über zweiundzwanzig Seiten zu seinen Kritikpunkten. Er unterlässt es aber 
konsequent, genaue Fundstellen in den Akten anzugeben, die seine Behauptun-
gen stützen würden. Er belässt es dabei, die Ausführungen des Experten als un-
zutreffend und nicht in Übereinstimmung mit den Akten zu bezeichnen und eigene 
Behauptungen aufzustellen, ohne aber Beweise für seine Ausführungen konkret 
und nachvollziehbar zu benennen. Es ist nun aber nicht Aufgabe des Gerichts, die 
Akten nach möglichen Stützen für die Kritik des Berufungsbeklagten zu durchfors-
ten. Es wäre vielmehr Aufgabe des Berufungsbeklagten gewesen, seine Behaup-
tungen durch konkrete und detaillierte Verweise auf die entsprechenden Beweise 
zu belegen. Wie bereits die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, hält der Beru-
fungsbeklagte mit seiner Vorgehensweise den Ausführungen des Experten ein-
fach seine Sicht der Dinge entgegen. Allein dass der Experte eine andere Ansicht 
beziehungsweise einen anderen Standpunkt als der Berufungsbeklagte vertritt, 
macht die Expertise jedoch augenscheinlich nicht mangelhaft. Kommt hinzu, dass 
der Berufungsbeklagte sich zwar eingehend mit seinen Kritikpunkten an der Ex-
pertise beschäftigt, jedoch kaum auf die ablehnende Begründung der Vorinstanz 
eingeht. Er setzt sich mit dem angefochtenen Entscheid nicht auseinander, zeigt 
auch nicht auf, inwieweit die Entscheidung der Vorinstanz sich gerade wegen der 
Übernahme von Schlussfolgerungen aus dem Gutachten als falsch erweisen soll 
beziehungsweise inwieweit das Gutachten die vorinstanzliche Entscheidung nega-
tiv beeinflusst haben soll. Dies wäre jedoch Voraussetzung, um eine Oberexperti-
se anordnen zu können. Der Berufungsbeklagte zeigt nicht auf, inwieweit die von 

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ihm monierten Mängel des Gutachtens den angefochtenen Entscheid zu seinen 
Ungunsten beeinflusst haben sollen. Insgesamt gesehen kommt der Berufungsbe-
klagte seiner Begründungspflicht nicht nach, so dass auf seine Berufungsantwort, 
bzw. Anschlussberufung, insoweit nicht eingetreten werden kann (vgl. BGE 138 III 
E. 4.3). 

Daneben vermögen seine Argumente aber auch nicht zu überzeugen. Wie die Be-
rufungsklägerin zu Recht geltend macht, hat der Berufungsbeklagte die Fachkom-
petenz des Experten nicht in Frage gestellt, als es um die Expertennomination 
ging. Und auch die von ihm nun in der Berufungsantwort und Anschlussberufung 
behaupteten Punkte erschüttern die Fachkompetenz des Gutachters nicht. Es ist 
schlicht nicht ersichtlich, woraus der Berufungsbeklagte eine Voreingenommenheit 
des Gutachters gegenüber der bei der Baugrube in O.2_____ verwendeten Art der 
Baugrubensicherung ableiten will. Dass sich der Experte im Rahmen eines Ge-
sprächs mit einem fachkundigen Dritten über verschiedene Aspekte des Baugru-
benabschlusses ausgetauscht sowie die Schlussfolgerungen schriftlich festgehal-
ten hat und in seiner Expertise auf diese Schlussfolgerungen verweist, lässt ihn 
keineswegs voreingenommen erscheinen. Zudem hat der Experte die verwendete 
Baugrubensicherung als tauglich beurteilt (Expertise, Akten der Vorinstanz, act. 
VI/11, S. 27 zu Frage 4.2 und S. 38 Ziff. 5.1.15), was deutlich gegen eine Vorein-
genommenheit spricht. Der Berufungsbeklagte stellt im Weiteren die Behauptung 
auf, der Experte vermöge nicht zwischen permanenten und nicht permanenten 
Nagelwänden zu unterscheiden. Er unterlässt es jedoch aufzuzeigen, dass ein 
allenfalls bestehender Unterschied für das vorliegende Verfahren überhaupt rele-
vant wäre. Ebenso wenig zeigt er auf, wo der Experte eine entsprechende Unter-
scheidung nicht getroffen und wo diese Unterlassung zu einer falschen Schluss-
folgerung geführt haben soll. Die unbelegten Behauptungen des Berufungsbeklag-
ten ändern nichts daran, dass der Experte durchaus kompetent war, die sich vor-
liegend stellenden Fachfragen zu beurteilen. Mit Bezug auf die Ausgangslage des 
Gutachters geht der Berufungsbeklagte im Weiteren von der falschen Prämisse 
aus, der Vertragsschluss sei erst mit der Unterzeichnung der Werkvertragsurkun-
de erfolgt. Dass dem nicht so war, wird später aufgezeigt (vgl. Erwägung 7). Damit 
ist der Argumentation des Berufungsbeklagten, dass die vor der Unterzeichnung 
der Werkvertragsurkunde gemachten Erfahrungen mit dem Baugrund bei der Be-
urteilung der Kenntnis der Berufungsklägerin bezüglich der Bodenbeschaffenheit 
mitberücksichtigt werden müssten, der Boden entzogen. Weiter wirft der Beru-
fungsbeklagte dem Gutachter vor, dieser habe das Argument, die Berufungskläge-
rin habe entgegen den Anweisungen über zwei Stockwerke ausgehoben, allein mit 

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der Feststellung abgetan, die Berufungsklägerin bestreite dies. In diesem Zusam-
menhang kann dem Experten jedoch nichts vorgeworfen werden. Er hat in der 
Expertise festgestellt, ein Aushub über zwei Stockwerke sei aus den Unterlagen 
nicht ersichtlich. Die Planer hätten solche Aushübe zwar erwähnt, hätten aber kei-
nen Beweis für ein solches Vorgehen vorlegen können. Die A._____ AG bestreite 
vehement, einen Aushub über zwei Stockwerke ausgeführt zu haben. Zudem ha-
be die A._____ AG keine Aushubarbeiten erbracht (Expertise, Akten der Vor-
instanz, act. VI/11, S. 74 lit. b). Der Experte hat damit die Annahme, es seien Aus-
hübe über zwei Stockwerke gemacht worden, nicht allein deswegen abgelehnt, 
weil die A._____ AG beziehungsweise die Berufungsklägerin dies bestritten hat. 
Er hat vielmehr die ihm zur Verfügung stehenden Unterlagen und widersprüchli-
chen Aussagen beurteilt und ist daraufhin zum Schluss gelangt, dass Aushübe 
über zwei Stockwerke seiner Meinung nach nicht nachgewiesen seien. Der Exper-
te hat im Übrigen an anderer Stelle in der Expertise anerkannt, dass zwar in der 
Regel die vorgegebenen Aushubhöhen eingehalten worden seien, dass Aufnah-
men aber auch belegten, dass Ausnahmen vorgekommen seien (Expertise, Akten 
der Vorinstanz, act. VI/11, S. 50 oben „Fazit“). Der Experte anerkennt damit über-
mässig hohe Aushübe, einzig Aushübe über zwei Stockwerke sieht er als nicht 
nachgewiesen an. Weiter hat der Experte entgegen der Annahme des Berufungs-
beklagten nicht übersehen, dass anlässlich des Unternehmergesprächs offenbar 
über die Bodenkennwerte gesprochen worden ist. Er hat dies jedoch offenbar als 
wenig hilfreich eingeschätzt, da die Bodenkennwerte nach seiner Feststellung bei 
der Offertstellung nur eine untergeordnete Bedeutung haben (Akten der Vorin-
stanz, act. V/11, S. 71 lit. e unten und S. 75 Ziff. 5.2.5). Der Berufungsbeklagte 
belegt in seiner Rechtsschrift nicht, dass die Auffassung des Experten bezüglich 
des mangelnden Einflusses von Bodenkennwerten auf eine Offerte nicht zutref-
fend wäre. Dass anlässlich des Unternehmergesprächs aber über die Boden-
kennwerte hinausgehende Informationen zur Bodenbeschaffenheit ausgetauscht 
worden wären, ist nicht nachgewiesen. Zwar spricht der Zeuge E._____ davon, 
dass etwa eine halbe Stunde über die Baugrundqualität gesprochen worden sei 
(Akten der Vorinstanz, act. V/9, S. 4 Ziff. 3c). Im Protokoll zum Unternehmerge-
spräch vom 8. August 2003 findet sich dazu jedoch nichts (Akten der Vorinstanz, 
act. II/6). Gemäss Protokoll dauerte das ganze Unternehmergespräch 45 Minuten. 
Es ist kaum vorstellbar, dass ein Gesprächsteil von 30 Minuten in dieser Konstel-
lation im Protokoll keine Erwähnung gefunden hätte. Dies selbst unter Berücksich-
tigung, dass das Protokoll das Unternehmergespräch nur rudimentär wiedergeben 
soll (vgl. Einvernahme E._____, Akten der Vorinstanz, act. V/9, S. 14 Ziff. 19d). 
Kommt hinzu, dass es sich bei der Bodenbeschaffenheit um einen zentralen Punkt 

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der ganzen Baugrubensicherung handelt. Dass eine ausführliche Diskussion 
darüber keinen Niederschlag im Protokoll gefunden haben soll, erscheint nicht 
überzeugend. F._____, der Geschäftsführer der A._____ AG, hat in seiner Einver-
nahme einzig zugestanden, dass im Verlauf des Unternehmergesprächs die Bo-
denkennwerte genannt worden seien (Akten der Vorinstanz, act. V/6, S. 13). Eine 
weitergehende Diskussion über die Bodenbeschaffenheit ist bei dieser Aktenlage 
nicht nachgewiesen. Aus den Bodenkennwerten allein kann nun aber gemäss 
Gutachter nicht auf einen nicht standfesten Boden geschlossen werden (Experti-
se, Akten der Vorinstanz, act. VI/11, S. 19 „Fazit“). Dem setzt der Berufungsbe-
klagte einfach seine Auffassung entgegen, dass aufgrund der Bodenkennwerte 
von einer grossen Variabilität und damit auch von nicht standfestem Boden habe 
ausgegangen werden müssen. Warum aus den Bodenkennwerten entgegen der 
Feststellung des Experten eine grosse Variabilität hätte abgeleitet werden müs-
sen, zeigt der Berufungsbeklagte jedoch nicht auf. Der Umstand, dass zwei Inge-
nieurbüros mit den vorhandenen Kennzahlen zwei unterschiedliche Projekte der 
Baugrubensicherung erstellt haben, ändert daran nichts. Und dass das umgesetz-
te Projekt sich bewährt habe, ist in dieser Absolutheit nicht korrekt, vielmehr waren 
mehr Nägel und Anker und eine dickere Spritzbetonwand notwendig, als zunächst 
projektiert. Neben der Nennung der Bodenkennwerte im Unternehmergespräch 
sind in den auch in den Ausschreibungsunterlagen vorhandenen „Besonderen Be-
stimmungen“ noch gewisse oberflächliche Informationen zum Boden enthalten 
(Akten der Vorinstanz, act. II/3), die aber gemäss Expertise nur ungenaue Schlüs-
se über die Qualität des Baugrundes zuliessen (Expertise, Akten der Vorinstanz, 
act. VI/11, S. 34 Ziff. 5.1.12 a). Weiteres Wissen über die Beschaffenheit des Bo-
dens hatte die Berufungsklägerin vor Aufnahme der Arbeiten gemäss Aktenlage 
nicht. Der Austausch von vertieften Informationen über die Bodenbeschaffenheit 
ist damit insgesamt gesehen nicht nachgewiesen und es kann vorliegend nicht 
davon ausgegangen werden. Die weitere Behauptung, dass die Berufungsklägerin 
die ersten Arbeiten falsch ausgeführt habe, ist neu und hätte zweifellos bereits im 
vorinstanzlichen Verfahren angebracht werden können und müssen, weshalb sie 
nicht zu hören ist (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Weitere Anschuldigungen bleiben unsub-
stantiierte Behauptungen, die der Berufungsbeklagte ohne konkrete Hinweise auf 
die Akten vorbringt. Er unterlässt es sogar aufzuzeigen, wann und wo in der Bau-
grube die behaupteten Fehler passiert sein sollen. Bei den vom Berufungsbeklag-
ten behaupteten konkreten Unzulänglichkeiten des Gutachtens schliesslich han-
delt es sich offensichtlich überwiegend um andere Interpretationen des Beru-
fungsbeklagten und um einfache Behauptungen ohne Bezug zu den Akten. Insge-
samt gesehen vermag der Berufungsbeklagte nicht darzutun, dass das Gutachten 

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mangelhaft ist und daher ein Obergutachten notwendig wäre. Der Antrag auf Ein-
holung eines Obergutachtens wäre daher abzuweisen, auch wenn auf ihn einge-
treten werden könnte. 

6. Wie bereits festgestellt, richtete sich das vorinstanzliche Verfahren nach der 
bündnerischen Zivilprozessordnung. Damit war auch Art. 156 Abs. 1 ZPO-GR zu 
berücksichtigen, der in seinem zweiten Satz festgehalten hat: „Was nicht zuge-
standen wird, gilt als bestritten“. Darauf hat der Berufungsbeklagte in seiner Beru-
fungsantwort und Anschlussberufung zu Recht hingewiesen. Die Berufungskläge-
rin hält dem in der Anschlussberufungsantwort entgegen, die Anforderungen an 
das Substantiieren beziehungsweise an das substantiierte Bestreiten würden vom 
materiellen Bundesrecht bestimmt, weshalb die Behauptung des Berufungsbe-
klagten, die fehlende Anerkennung eines gegnerischen Sachverhaltselements be-
deute dessen Bestreitung, falsch sei. Dem kann nicht zugestimmt werden. Es trifft 
zwar durchaus zu, dass das materielle Bundesrecht bestimmte – und immer noch 
bestimmt –, wie weit inhaltlich substantiiert werden muss, damit ein Sachverhalt 
unter eine bestimmte Rechtsnorm subsumiert werden kann. Die Frage nach dem 
Zeitpunkt und der Form der Substantiierung beantwortete dahingegen das kanto-
nale Prozessrecht (vgl. statt vieler die Urteile des Bundesgerichts 4A_37/2011 
vom 27. April 2011 E. 6.2 und 4A_152/2009 vom 29. Juni 2009 E. 2.1; siehe auch 
das Urteil des Bundesgerichts 4A_356/2012 vom 31. Oktober 2012 E. 2.1.2). In 
gleicher Weise war es den Kantonen vorbehalten, in ihren Prozessrechten die 
Frage zu regeln, in welcher Form ein Sachvorbringen bestritten werden musste. 
Eine entsprechende Regelung hatte der Kanton Graubünden in Art. 156 Abs. 1 
ZPO-GR getroffen. Für das vorinstanzliche Verfahren galt mithin der Grundsatz, 
dass als bestritten angesehen werden musste, was nicht zugestanden war. Der 
Berufungsbeklagte musste daher die Sachverhaltsvorbringen der Berufungskläge-
rin, mit denen er nicht einverstanden war, nicht ausdrücklich bestreiten. Dasselbe 
galt aber auch für die Berufungsklägerin bezüglich der Sachverhaltsvorbringen 
des Berufungsbeklagten, die sie nicht akzeptieren wollte. Von diesem Grundsatz, 
dass als bestritten gilt, was nicht zugestanden ist, ist daher bei der Überprüfung 
des vorinstanzlichen Entscheids auszugehen. 

7. Der Berufungsbeklagte geht in der Berufungsantwort davon aus, dass der 
Werkvertrag mit der Unterzeichnung der Werkvertragsurkunde durch die Beru-
fungsklägerin am 29. September 2003 geschlossen worden ist und der Beru-
fungsklägerin daher ihre seit dem Baubeginn am 27. August 2003 gewonnenen 
Erfahrungen mit dem Baugrund anzurechnen sind. Dieser Sichtweise kann nicht 
gefolgt werden. Es trifft zwar zu, dass die Parteien im Werkvertrag festgehalten 

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haben, dass in Abänderung von Art. 3 SIA-Norm 118 der Werkvertrag nur gültig 
sei, wenn er in schriftlicher Form abgeschlossen werde (Werkvertrag, Akten der 
Vorinstanz, act. II/3, S. 4 lit. a.1). Im Zeitpunkt der Unterzeichnung der Werkver-
tragsurkunde hatte die Berufungsklägerin jedoch bereits einen Monat auf der Bau-
stelle gearbeitet. Wenn man der Auffassung des Berufungsbeklagten folgen wür-
de, hätte sie diese Arbeiten in einem vertragslosen Zustand erbracht. Die allge-
meine Lebenserfahrung spricht klarerweise gegen diese Annahme. Entscheidend 
ist jedoch, dass gemäss Art. 1 OR zum Abschluss eines Vertrages die überein-
stimmende Willensäusserung der Parteien genügt, wobei diese auch stillschwei-
gend sein kann. Mit der Offerte und dem daraufhin erfolgenden Zuschlag, spätes-
tens jedoch mit der vom Berufungsbeklagten widerspruchslos akzeptierten Auf-
nahme der Arbeiten haben die Parteien offensichtlich einen übereinstimmenden 
Willen geäussert. Dass sie in diesem Moment ohne schriftliche Vertragsurkunde 
nicht gebunden sein wollten, dafür gibt es in den Akten keine Hinweise. Und selbst 
wenn sie noch vor Aufnahme der Arbeiten durch die Berufungsklägerin übereinge-
kommen wären, dass der Werkvertrag erst verbindlich sein sollte, wenn er schrift-
lich vorlag (Art. 16 Abs. 1 OR), so hätten sie diesen Vorbehalt der Schriftlichkeit, 
der jederzeit formfrei aufgehoben werden kann (Urteil des Bundesgerichts 
4A_41/2009 vom 1. April 2009 E. 4.1), mit der vorbehaltlosen Aufnahme der Arbeit 
durch die Berufungsklägerin und dem ebenso vorbehaltlosen Akzept dieser Ar-
beitsaufnahme durch den Berufungsbeklagten konkludent fallen gelassen. Dem 
steht Art. 16 Abs. 1 OR nicht entgegen. Denn Art. 16 Abs. 1 OR enthält eine Ver-
mutung, die durch den Nachweis widerlegt werden kann, dass die Parteien ihren 
übereinstimmenden Abschlusswillen zwar nicht in der vereinbarten Form, in Wirk-
lichkeit aber doch erklärt und damit konkludent auf die vorbehaltene Form verzich-
tet haben. Ein konkludenter Verzicht ist etwa anzunehmen, wenn die Parteien vor 
Erfüllung der Form vertragliche Leistungen vorbehaltlos erbringen und annehmen 
(vgl. zum Ganzen statt vieler die Urteile des Bundesgerichts 2C_941/2010 vom 9. 
November 2013 E. 2.4, 4A_416/2012 vom 21. November 2012 E. 3.3, 4C.79/2005 
vom 19. August 2005 E. 2, jeweils mit Hinweisen). Mit dem vorbehaltlos erfolgten 
und akzeptierten Baubeginn als Erfüllungshandlung wird mithin die Vermutung von 
Art. 16 Abs. 1 OR widerlegt (vgl. Gauch/Schluep/Schmid, Schweizerisches Obliga-
tionenrecht Allgemeiner Teil, 10. Auflage, Zürich 2014, N 593). Daran ändert auch 
die im schriftlichen Werkvertrag enthaltene zitierte Klausel nichts, denn sie hat 
keine retrospektive Wirkung, das heisst, ein bereits abgeschlossener Vertrag wird 
durch sie nicht ungültig. Die Vertragsurkunde hat vielmehr nur noch deklaratori-
sche Bedeutung (vgl. Anton Egli, in: Peter Gauch/Hubert Stöckli [Hrsg.], Kommen-
tar zur SIA-Norm 118, 2. Auflage, Zürich 2017, N 12 zu Art. 20 SIA-Norm 118) 

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hinsichtlich des bereits zuvor, spätestens mit dem Beginn der Arbeiten am 27. Au-
gust 2003 abgeschlossenen Werkvertrages. Es ergibt sich denn auch aus dem 
Protokoll der Bausitzungen vom 21. und 27. August 2003, welches vom Beru-
fungsbeklagten selbst aufgesetzt worden ist, dass der Berufungsbeklagte davon 
ausging, dass zwischen den Parteien bereits ein Werkvertrag bestand (Akten der 
Vorinstanz, act. II/42a, S. 4: „Sitzung vom 21. August 2003“, Spiegelstrich 2; „Di-
verses“, Spiegelstrich 2). Sehr deutlich lässt sich diese Einstellung auch aus dem 
Protokoll der Bausitzung vom 3. September 2003 ablesen, in dem der Berufungs-
beklagte festgehalten hat, dass die Gunitoberfläche gemäss Werkvertragsbedin-
gungen ausgeführt werden müsse (vgl. Akten der Vor-instanz, act. II/42b, S. 3, 
„Technische Ausführung“, Spiegelstrich 1). Offensichtlich ging der Berufungsbe-
klagte zu Beginn der Arbeiten und damit vor Unterzeichnung der Werkvertragsur-
kunde davon aus, dass ein gültiger Werkvertrag bereits zustande gekommen war. 
Dasselbe ist für die Berufungsklägerin ohne Weiteres aus ihrer vorbehaltlosen Ar-
beitsaufnahme abzuleiten. Die Auffassung des Berufungsbeklagten, dass die Be-
rufungsklägerin über einen Monat ohne verbindlichen Vertrag gearbeitet haben 
soll, ist schlicht nicht überzeugend und findet in den Akten und im Verhalten der 
Parteien vor und bei der Arbeitsaufnahme keine Stütze. Im Übrigen wäre auch 
aufgrund des Vertrauensprinzips vom Abschluss eines Werkvertrages spätestens 
mit der Arbeitsaufnahme durch die Berufungsklägerin auszugehen. Das Vertrau-
ensprinzip besagt, dass eine Willenserklärung – soweit keine tatsächliche Willens-
übereinstimmung bewiesen ist – so auszulegen ist, wie sie von der andern Partei 
nach den gesamten Umständen in guten Treuen verstanden werden durfte und 
musste (vgl. zum Beispiel Urteil des Bundesgerichts 5A_439/2011 vom 12. De-
zember 2011 E. 2). Die Berufungsklägerin hatte sich am vom Berufungsbeklagten 
ausgeschriebenen Submissionsverfahren beteiligt und eine Offerte eingereicht. Es 
folgten Vertragsverhandlungen zwischen den Parteien, in denen die Offerte be-
sprochen und auch angepasst wurde. Auch wenn der genaue Zeitpunkt des Zu-
schlags nicht nachgewiesen ist, so ist unter den Parteien doch unbestritten, dass 
noch vor der Arbeitsaufnahme durch die Berufungsklägerin ein Zuschlag gegenü-
ber der Berufungsklägerin erfolgte. Ebenso unbestritten ist, dass die Berufungs-
klägerin am 27. August 2003 mit den Arbeiten auf der Baustelle begann und dass 
der Berufungsbeklagte den Arbeitsbeginn sowie die gesamten Arbeiten vorbehalt-
los entgegen nahm. Aus diesem Verhalten des Berufungsbeklagten durfte und 
musste die Berufungsklägerin aufgrund der gesamten Umstände einen Vertrags-
schluss zwischen den Parteien beim Zuschlag, spätestens aber mit der Aufnahme 
der Arbeiten annehmen, selbst wenn der Berufungsbeklagte sein Verhalten nicht 
so verstand. Denn aus den Akten ergibt sich nicht und der Berufungsbeklagte 

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macht auch nicht geltend, dass er sich gegenüber der Berufungsklägerin dahinge-
hend geäussert hätte, dass er durch sein Verhalten nicht gebunden sein wollte. 
Auch das Vertrauensprinzip spricht daher für den Abschluss eines Werkvertrages 
zwischen den Parteien spätestens mit der Arbeitsaufnahme durch die Berufungs-
klägerin. Schliesslich ist in die Überlegungen auch miteinzubeziehen, dass 
gemäss „Besondere Bestimmungen“, die Teil der Submissionsunterlagen waren, 
für die auszuführenden Arbeiten die SIA-Norm 118 gelten sollte (Akten der Vor-
instanz, act. III/29, S. 2, „Normen und Vorschriften“, Spiegelstrich 1). Indem die 
Berufungsklägerin sich an der Submission beteiligte und eine Offerte einreichte, 
akzeptierte sie diese Bedingung und die SIA-Norm 118 war zwischen den Parteien 
anwendbar, auch bereits im Offertverfahren. Art. 19 Abs. 3 SIA-Norm 118 stellt 
klar, dass der Werkvertrag auch dadurch abgeschlossen wird, dass mit der Aus-
führung der Arbeiten in beiderseitigem Einvernehmen begonnen wird. In der 
Werkvertragsurkunde wird diese Bestimmung zwar ausdrücklich wegbedungen 
(Akten der Vorinstanz, act. II/3, S. 4, Ziff. 4). Jedoch galt der Werkvertrag in der 
Submissionsphase noch nicht. Aufgrund des Vertrauensprinzips durfte die Beru-
fungsklägerin sich darauf verlassen, dass spätestens mit der Aufnahme der Arbei-
ten, welche der Berufungsbeklagte widerspruchslos akzeptierte, ja sogar verlang-
te, ein Werkvertrag abgeschlossen wurde. Lediglich der Vollständigkeit halber sei 
noch erwähnt, dass die späte Unterzeichnung der Werkvertragsurkunde auch 
nicht als Novation angesehen werden könnte, denn zum einen wird eine Novation 
nicht vermutet (Art. 116 Abs. 1 OR) und zum andern hat keine der Parteien eine 
Novation behauptet, geschweige denn bewiesen. 

Eine Würdigung der Akten sowie insbesondere des Verhaltens der Parteien führt 
zum Schluss, dass der Werkvertrag zwischen den Parteien spätestens mit der 
Arbeitsaufnahme der Berufungsklägerin am 27. August 2003 abgeschlossen wor-
den war. Bei dieser Sachlage aber fällt der Vertragsschluss nicht mit der Unter-
zeichnung der Werkvertragsurkunde zusammen. Er ist vielmehr früher erfolgt. 
Damit aber ist auch gesagt, dass die Erfahrungen, die die Berufungsklägerin nach 
der Arbeitsaufnahme mit dem Baugrund gemacht hat, keinen Einfluss mehr auf 
ihre Offerte und insbesondere auf den Inhalt des Werkvertrages haben konnten. 
Entgegen der Meinung des Berufungsbeklagten und in Übereinstimmung mit der 
Auffassung der Vorinstanz sind daher bezüglich der geltend gemachten Mehrkos-
ten allein diejenigen Kenntnisse über die Beschaffenheit des Baugrundes mass-
geblich, die die Berufungsklägerin vor Beginn der Arbeiten hatte. 

8. Die Vorinstanz hat gestützt auf die Expertise festgestellt, dass der Bau-
grund vom Berufungsbeklagten nur ungenügend abgeklärt worden sei und dass 

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die Angaben über den Baugrund in den Ausschreibungsunterlagen mangelhaft im 
Sinne von Art. 5 Abs. 2 SIA-Norm 118 seien. Sie hat weiter festgehalten, dass die 
Berufungsklägerin auch unter Berücksichtigung der Unternehmergespräche nicht 
habe damit rechnen müssen, dass der Boden nicht durchwegs standfest sei. Des 
Weiteren sei die Berufungsklägerin aufgrund von Art. 25 Abs. 3 SIA-Norm 118 
nicht verpflichtet gewesen, den von ihr zu bearbeitenden Baugrund zu prüfen, zu-
mal der Bauherr sachverständig gewesen sei. Der Berufungsbeklagte wendet sich 
in der Berufungsantwort zwar gegen die entsprechenden Feststellungen des Ex-
perten, jedoch stützt er sich dabei auf die Prämisse, dass die Erfahrungen mit dem 
Baugrund in der Zeit zwischen dem Baubeginn am 27. August 2003 und der Un-
terzeichnung der Werkvertragsurkunde am 29. September 2003 in die Beurteilung 
miteinbezogen werden müssten. Dass dem nicht so ist, ist gerade vorangehend 
einlässlich erörtert worden. Ebenso hat sich bereits herausgestellt, dass gemäss 
Aktenlage vor Aufnahme der Arbeiten keine vertieften Erkenntnisse über den 
Baugrund an die Berufungsklägerin gelangt sind. Den Ausführungen des Beru-
fungsbeklagten ist damit insoweit der Boden entzogen. Weiter macht der Beru-
fungsbeklagte geltend, der Umstand, dass die A._____ AG die Werkvertragsur-
kunde einen Monat nach Arbeitsbeginn ohne irgendwelche Änderungswünsche 
unterzeichnet habe, sei Beleg dafür, dass sie genau das vorgefunden habe, was 
im Zuge der Vertragsverhandlungen besprochen worden sei. Andernfalls hätte sie 
den Pauschalvertrag mit absoluter Sicherheit nicht unterzeichnet. Auch diesem 
Argument kann nicht zugestimmt werden. Wie bereits festgestellt, war der Werk-
vertrag spätestens mit der Aufnahme der Arbeiten am 27. August 2003 abge-
schlossen worden. Die Werkvertragsurkunde, die einzig den bereits abgeschlos-
senen Vertrag noch schriftlich festhalten sollte, konnte damit nur wiedergeben, 
was in jenem Zeitpunkt vereinbart worden war (gemäss Ausführungen der Beru-
fungsklägerin soll die Werkvertragsurkunde gegenüber dem abgeschlossenen 
Werkvertrag geringfügige Modifikationen enthalten haben, die sie aber akzeptiert 
habe [Anschlussberufungsantwort, act. I.3, S. 12 N 24]; da es sich um geringfügi-
ge Modifikationen gehandelt haben soll, können sie weder den Pauschalpreis 
noch was mit ihm abgegolten werden soll betroffen haben). Und vor Arbeitsauf-
nahme musste die A._____ AG aufgrund ihres damaligen Wissensstandes nicht 
annehmen, dass der Boden nicht standfest war und daher umfangreiche Mehrleis-
tungen notwendig werden würden, die zu erheblichen Mehrkosten führen würden. 
Mit seiner Unterschrift auf der Werkvertragsurkunde bestätigte F._____mithin ein-
zig, dass vor Arbeitsaufnahme ein Werkvertrag auf der Grundlage des damaligen 
Wissensstandes und mit einem bestimmten Arbeitsumfang sowie darauf basie-
rendem Pauschalpreis geschlossen worden war. Was er mit seiner Unterschrift 

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jedoch nicht zum Ausdruck brachte, war die Bereitschaft, allfällige Mehrkosten für 
erhebliche Mehrleistungen zu tragen. Aus dem Umstand, dass F._____die Werk-
vertragsurkunde mit dem Pauschalpreis etwas mehr als einen Monat nach der 
Arbeitsaufnahme unterzeichnet hat, ohne eine Anpassung des Preises zu verlan-
gen, kann folglich nicht geschlossen werden, dass die Bodenbeschaffenheit genau 
dem entsprochen hat, was im Rahmen der Vertragsverhandlungen besprochen 
worden ist, und dass die vorhandenen Unterlagen zum Baugrund folglich genügt 
hätten. Schliesslich macht der Berufungsbeklagte auch geltend, es seien alle not-
wendigen und auch üblichen Grundlagen und Angaben über den Baugrund vor-
handen gewesen. Dem widerspricht der Gutachter deutlich. Er hält klar fest, dass 
die Baugrundunterlagen, die der A._____ AG vorgelegen hatten, keinesfalls als 
regel- und normkonforme Beschreibung des Baugrundes gewertet werden können 
(Expertise, Akten der Vorinstanz, VI/11, S. 15 ff. Ziff. 3.5). Dem ist zuzustimmen. 
Es fehlen insbesondere Auswertungen und Interpretationen der vorhandenen Da-
ten durch einen Fachmann. Daran ändert nichts, dass der Berufungsbeklagte in 
etwa 200 m Distanz zum Baugrundstück bereits ein Bauvorhaben realisiert haben 
und dabei auf standfesten Boden gestossen sein soll (Einvernahme D._____, Ak-
ten der Vorinstanz; act. V/8, S. 5 Ziff. 4d). Denn zum einen ist dies nicht belegt 
und zum andern kann sich die Qualität des Bodens bekanntermassen auch in kur-
zer Distanz erheblich verändern (vgl. Expertise, Akten der Vor-instanz, act. VI/11, 
S. 64 oben Ziff. 5.1.40). Wenn der Berufungsbeklagte ohne fundierte Abklärung 
des Baugrundes auf seine Erfahrungen mit einem Baugrundstück in 200 m Entfer-
nung vertrauen wollte, so war das seine Entscheidung, deren Konsequenzen er zu 
tragen hat. Im Übrigen hat selbst der Geotechniker, der die vorhandenen geologi-
schen Unterlagen erarbeitet hat, gegenüber dem Experten festgestellt, dass diese 
Dokumente weder vollständig noch ausgewertet und interpretiert seien, was je-
doch notwendig sei, damit ein Unternehmer ein detailliertes Projekt ausarbeiten 
und offerieren könne (Beilagen zur Expertise, Akten der Vor-instanz, act. VI/11, 
Beilage 6, S. 3 Ziff. 2). Aus der Offerte, die der Geotechniker dem Berufungsbe-
klagten für das weitere Vorgehen zugestellt hat (Honorarofferte, Beilagen zur Ex-
pertise, Akten der Vorinstanz, act. VI/11, Beilage 5), ist denn auch klar ersichtlich, 
dass für eine aussagekräftige Beurteilung des Bodens weitere Schritte notwendig 
gewesen wären. Der Berufungsbeklagte wusste daher, dass die Unterlagen, die 
der Geotechniker erstellt hatte, weder vollständig noch ausgewertet und interpre-
tiert waren. Trotzdem verzichtete er auf weitere Abklärungen. Das muss er sich 
anrechnen lassen. Dabei hilft ihm auch der (behauptete, aber nicht belegte) Um-
stand nicht, dass es sich bei F._____um einen versierten Bauingenieur mit lang-
jähriger Erfahrung in der Baugrubensicherung handeln soll. Da der Bauherr vorlie-

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gend durch eine Bauleitung vertreten und von Sachverständigen beraten war, 
durfte sich F._____auf die Informationen verlassen, die er im Rahmen der Ver-
tragsverhandlungen erhalten hatte, und er musste den Baugrund nicht selbst ab-
klären (Art. 25 Abs. 3 SIA-Norm 118). Nur wenn sich offensichtliche, leicht er-
kennbare Fehler gezeigt hätten, dann hätte er selbst Abklärungen treffen müssen 
(Urteil des Bundesgerichts 4A_213/2015 vom 30. August 2015 E. 4.4.2). Solche 
offensichtlichen Fehler waren vorliegend jedoch nicht gegeben. Schliesslich hilft 
auch der Beschrieb des Baugrundes in den „Besonderen Bestimmungen“ dem 
Berufungsbeklagten nicht. Dieser Beschrieb ist vom Geotechniker als ungenügend 
eingestuft worden (Beilagen zur Expertise, Akten der Vor-instanz, act. VI/11, Bei-
lage 6, S. 3 Ziff. 2). Zum selben Ergebnis ist der Experte gelangt (Akten der Vorin-
stanz, act. VI/11, S. 34 Ziff. 5.1.12.a). Der Berufungsbeklagte hält dem Ergebnis 
der Expertise einmal mehr einfach seine Auffassung entgegen, dass der Unter-
nehmer aufgrund der ausgetauschten Informationen damit habe rechnen müssen, 
dass er nicht bindiges Material antreffen werde. Dies vermag die Ausführungen 
des Experten jedoch nicht zu entkräften. Insgesamt gesehen ist damit erstellt, 
dass der Berufungsbeklagte den Baugrund nur ungenügend abgeklärt hat und 
dass die Angaben über den Baugrund in den Ausschreibungsunterlagen mangel-
haft im Sinne von Art. 5 Abs. 2 SIA-Norm 118 gewesen sind.

9.1. Die Vorinstanz hat der Berufungsklägerin insgesamt Fr. 261‘507.20 zuge-
sprochen. Begründend hat sie zusammengefasst festgestellt, dass die Berufungs-
klägerin schon bald nach Arbeitsbeginn habe feststellen müssen, dass der Boden 
nicht durchwegs standfest gewesen sei und deswegen erhebliche Mehrarbeiten 
mit den entsprechenden Mehrkosten notwendig werden würden. Sie habe den 
Berufungsbeklagten jedoch erst am 20. Oktober 2003 über die Probleme mit dem 
Baugrund und die damit verbundenen Konsequenzen informiert. Dass der Beru-
fungsbeklagte vor dieser Anzeige hinreichende Kenntnis über den „mangelhaften“ 
Baugrund gehabt habe oder hätte haben müssen, sei nicht erstellt. Des Weiteren 
erscheine es dem Gericht nicht ausgeschlossen, dass der Berufungsbeklagte bei 
frühzeitiger Anzeige entsprechende Projektänderungen vorgenommen oder auch 
ganz auf die weitere Ausführung verzichtet hätte. Im Ergebnis müsse sich die Be-
rufungsklägerin vorwerfen lassen, dass sie ihre Anzeigepflicht gemäss Art. 25 
Abs. 3 SIA-Norm 118 und Art. 365 Abs. 3 OR nicht korrekt wahrgenommen habe, 
so dass das Risiko allfälliger Mehrkosten auf sie übergegangen sei. Nach Auffas-
sung des Gerichts ergebe sich daraus, dass sämtliche der von der Berufungsklä-
gerin geltend gemachten Kosten – mit Ausnahme der Mehrkosten, die eindeutig 
den Baugrubensicherungen auf Seiten T._____ und S._____ zugeordnet werden 

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könnten – von der Berufungsklägerin zu tragen seien. In der Folge stellte die Vor-
instanz eine Liste mit denjenigen Leistungen und Kosten auf, die sich ihrer Auffas-
sung nach zweifelsfrei den Baugrubensicherungen auf Seiten T._____ und 
S._____ zuordnen liessen. Dabei resultierte eine Forderung in Höhe von netto Fr. 
170‘941.80 (inkl. MwSt.). Hinzu rechnete sie die vom Experten als angemessen 
erachteten Kosten für eine Minirühlwand (Fr. 10‘009.85 netto, inkl. MwSt.) und für 
eine Notstromgruppe (Fr. 5‘860.55 netto, inkl. MwSt.). Unbestritten sei des Weite-
ren, dass vom vertraglich geschuldeten Werklohn noch Fr. 74‘695.00 ausstehend 
seien. Zusammengezählt ergebe sich die Summe von Fr. 261‘507.20, die der Be-
rufungsbeklagte der Berufungsklägerin schulde. 

Die Berufungsklägerin wendet sich in der Berufung in mehrfacher Hinsicht gegen 
die vorinstanzlichen Erwägungen und Schlussfolgerungen. Sie macht insbesonde-
re geltend, dass von Gesetzes wegen keine Anzeigepflicht für Mehrvergütungsan-
sprüche bestehe, dass im Werkvertrag keine entsprechende Anzeigepflicht ver-
einbart worden sei, schon gar nicht eine Anzeigepflicht mit Verwirkungsfolge, dass 
der Berufungsbeklagte von Anfang an über die Probleme und deren Folgen infor-
miert gewesen sei, weil er selbst beziehungsweise seine Fachbauleitung laufend 
vor Ort gewesen seien und sogar die erforderlichen baugrundbedingten Zusatz-
massnahmen angeordnet hätten, dass gemäss Art. 4.1.52 SIA-Norm 103 die Bau-
leitung laufend prüfen müsse, ob der Baugrund die der Projektierung zugrunde 
gelegten Eigenschaften aufweise, und die erforderlichen Projektänderungen ver-
anlassen müsse, dass der Berufungsbeklagte vor der Ausschreibung bewusst auf 
eine sorgfältige Baugrundabklärung verzichtet und ein wesentlich teureres und 
sichereres Projekt der Firma W._____ massiv „reduziert“ habe, weshalb er davon 
habe ausgehen müssen, dass während der Ausführung aufgrund der tatsächli-
chen Geologie erhebliche Mehrleistungen erforderlich sein würden, dass bei An-
zeigepflichtverletzungen des Unternehmers nicht dessen Mehrvergütungsan-
spruch verwirke, es entstehe vielmehr ein mit dem Werklohn verrechenbarer 
Schadenersatzanspruch des Bauherrn, denn zu ersetzen sei der durch die unter-
lassene oder verspätete Anzeige kausal entstandene Schaden, der vom Beru-
fungsbeklagten hätte substantiiert behauptet und bewiesen werden müssen, dass 
ein kausal verursachter Schaden bei Anzeigepflichtverletzung ausgeschlossen sei, 
wenn sich der Anzeigeadressat auch bei rechtzeitiger Anzeige nicht anders ver-
halten hätte oder technisch bedingt vernünftigerweise nicht anders hätte verhalten 
können, und dass es selbst bei einer (bestrittenen) Anzeigepflicht mit Verwir-
kungsfolge nicht angehe, dass die Vorinstanz auch diejenigen Leistungen als ver-

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wirkt betrachtet habe, die nach der Anzeige vom 20. Oktober 2003 angeordnet 
und ausgeführt worden seien.

9.2. Es ist unbestritten, dass den Unternehmer grundsätzlich eine Anzeigepflicht 
trifft für Mängel am Baugrund, die erst während der Ausführung des Werkes zu 
Tage treten (Art. 365 Abs. 3 OR; Art. 25 Abs. 1 und 3 SIA-Norm 118). Kommt er 
dieser Pflicht nicht oder nicht rechtzeitig nach, fallen die nachteiligen Folgen der 
versäumten oder verspäteten Anzeige ihm zur Last. Dabei können nachteilige 
Folgen darin bestehen, dass zusätzliche Kosten angefallen sind, die bei rechtzeiti-
ger Anzeige vermeidbar gewesen wären. Insofern nennt das Gesetz und die SIA-
Norm 118 zwar keine Anzeigepflicht für Mehrvergütungsansprüche, jedoch kann 
die Frage der Anzeige sehr wohl Einfluss darauf haben, wer entstandene zusätzli-
che Kosten zu tragen hat. 

9.3. Aufgrund der Vertragsfreiheit steht es den Parteien eines Werkvertrages 
frei, eine Anzeigepflicht für Mehrvergütungsansprüche zu vereinbaren. Die Beru-
fungsklägerin hat zu Recht darauf hingewiesen, dass dies vorliegend nicht ge-
schehen ist. Insbesondere aber hat der Berufungsbeklagte keine solche Vereinba-
rung behauptet und bewiesen. Nachdem auch das Gesetz und die SIA-Norm 118 
keine solche Anzeigepflicht statuieren, steht damit fest, dass die Berufungskläge-
rin keine Anzeigepflicht für Mehrvergütungsansprüche zu erfüllen hatte. 

9.4.1. Die Vorinstanz geht in der Begründung ihres Entscheides denn auch nicht 
davon aus, die Berufungsklägerin habe es verabsäumt, dem Berufungsbeklagten 
die Mehrkosten rechtzeitig anzuzeigen. Sie hat vielmehr ausgeführt, die Beru-
fungsklägerin habe den Mangel des Baugrundes, nämlich die fehlende Standfes-
tigkeit, dem Berufungsbeklagten nicht rechtzeitig angezeigt, womit sie die in Art. 
365 Abs. 3 OR beziehungsweise Art. 25 Abs. 3 SIA-Norm 118 statuierte Anzeige-
pflicht verletzt habe. Erst aus der Verletzung der Anzeigepflicht folgert die Vor-
instanz dann, dass die Berufungsklägerin die Mehrkosten zu tragen habe, weil 
nicht ausgeschlossen sei, dass der Berufungsbeklagte bei rechtzeitiger Anzeige 
anders gehandelt hätte und dadurch die Mehrkosten hätten vermieden werden 
können. Inwieweit die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen ist, die Beru-
fungsklägerin habe dem Berufungsbeklagten den Mangel des Baugrundes zu spät 
angezeigt, ist im Folgenden zu prüfen. Sollte sich ergeben, dass die Anzeige ver-
spätet war, so wäre zu klären, welche Folgen diese festgestellte Verspätung auf 
die Tragung der Mehrkosten hat.

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9.4.2. Art. 25 Abs. 1 SIA-Norm 118 hält fest, dass der Unternehmer Verhältnisse, 
die eine gehörige oder rechtzeitige Ausführung des Werkes gefährden, der Baulei-
tung ohne Verzug anzuzeigen hat. Art. 25 Abs. 3 SIA-Norm 118 verpflichtet den 
Unternehmer, Unstimmigkeiten oder andere Mängel, die er bei der Ausführung 
seiner Arbeit erkennt, unverzüglich anzuzeigen. Gemäss Art. 365 Abs. 3 OR hat 
der Unternehmer Mängel am Baugrund, die sich bei der Ausführung des Werkes 
zeigen, oder sonst Verhältnisse, die eine gehörige oder rechtzeitige Ausführung 
des Werkes gefährden, dem Besteller ohne Verzug anzuzeigen. Diese vom Ge-
setz und der SIA-Norm 118 gleichermassen vorgesehene Anzeige ist jedoch nicht 
Selbstzweck. Sie soll vielmehr den Bauherrn durch die Vermittlung von Informati-
onen in die Lage versetzen, die notwendigen Entscheidungen treffen und die er-
forderlichen Handlungen vornehmen zu können, um den Geschehensablauf zu 
ändern; die Anzeige soll dem Bauherrn die Verhältnisse oder den Mangel vor Au-
gen führen (vgl. Roland Hürlimann, a.a.O., N 2.3 zu Art. 25 SIA-Norm 118). Unter 
diesem Aspekt erscheint es offensichtlich, dass eine Anzeige für die Entscheidun-
gen des Bauherrn nicht notwendig und daher nutzlos wäre, wenn der Bauherr den 
Mangel oder die Verhältnisse selbst zu vertreten hat. In diesem Fall sind ihm der 
Mangel oder die Verhältnisse nämlich schon bekannt und der Unternehmer ist 
nicht verpflichtet, dem Bauherrn etwas anzuzeigen, von dem dieser bereits weiss 
(vgl. Roland Hürlimann, a.a.O., N 8.1 f. zu Art. 25 SIA-Norm 118). Vorliegend nun 
hat sich gezeigt, dass der Berufungsbeklagte den Baugrund nicht genügend ab-
geklärt hat; die Angaben über den Baugrund in den Ausschreibungsunterlagen 
waren mangelhaft (vgl. Erwägung 8). Der Berufungsbeklagte musste zudem um 
die Mangelhaftigkeit der Abklärung wissen, hatte der Geotechniker, der den Bau-
grund im Jahre 2001 angesehen hatte, doch eine Honorarofferte für die weitere 
notwendige Beurteilung des Bodens gestellt (Honorarofferte, Beilagen zur Experti-
se, Akten der Vorinstanz, act. VI/11, Beilage 5). Die Berufungsklägerin war daher 
nicht verpflichtet, dem Berufungsbeklagten die Mangelhaftigkeit der Baugrundab-
klärung, von der letzterer wissen musste, anzuzeigen. 

9.4.3. Zum selben Ergebnis gelangt man, wenn man in die Überlegungen mitein-
bezieht, dass E._____ gemäss eigener Aussage den Baugrund von Anfang an 
richtig eingeschätzt hat. So hat er in einem Schreiben vom 11. November 2003 an 
den Berufungsbeklagten festgehalten: „Im Leistungsverzeichnis wurde die Boden-
qualität des Lockergesteins klar definiert. Diese Charakterisierung stimmt mit den 
vorgefundenen Bodeneigenschaften überein“ (Akten der Vorinstanz, act. II/18 und 
III/61). Das Wissen von Hilfspersonen hat sich der Berufungsbeklagte anrechnen 
zu lassen (vgl. Art. 101 OR). Wenn der Berufungsbeklagte die Bodenqualität aber 

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von Anfang an richtig eingeschätzt hat, so war die Berufungsklägerin nicht ver-
pflichtet, ihm bezüglich dieser Bodenqualität eine Anzeige zukommen zu lassen.

9.4.4. Ein weiterer Gesichtspunkt ist der, dass das Baugrundrisiko grundsätzlich 
beim Bauherrn liegt. Er hat den Baugrund abzuklären (vgl. Art. 5 Abs. 2 SIA-Norm 
118). Der Unternehmer muss den Baugrund nur prüfen, wenn der Bauherr weder 
durch eine Bauleitung vertreten wird, noch selbst sachverständig ist, noch durch 
einen Sachverständigen beraten wird (Art. 25 Abs. 3 SIA-Norm 118). Erweist sich 
die Abklärung des Bauherrn als mangelhaft, so wird dies dem sachverständigen 
oder durch eine Bauleitung vertretenen oder durch einen Sachverständigen bera-
tenen Bauherrn als Verschulden angerechnet und die aus der mangelhaften Ab-
klärung resultierenden Mehrkosten treffen den Bauherrn und nicht den Unterneh-
mer (vgl. Art. 58 Abs. 2 SIA-Norm 118). Das Verschulden wird im Fall der mangel-
haften Baugrundabklärung fingiert, das heisst, unwiderleglich vermutet (vgl. Peter 
Gauch/ Hubert Stöckli, in: Peter Gauch/Hubert Stöckli [Hrsg.], Kommentar zur SIA-
Norm 118, 2. Auflage, Zürich 2017, N 13.2 zu Art. 58 SIA-Norm 118). Ist dem 
Bauherrn ein Selbstverschulden vorzuwerfen, zum Beispiel weil er einen Umstand 
gesetzt hat, der die vertragsgemässe Erfüllung erkennbar gefährdet, so bedarf es 
keiner Anzeige des Unternehmers bezüglich dieses Umstands (Roland Hürlimann, 
a.a.O., N 8.1 und 8.3 zu Art. 25 SIA-Norm 118). Wie bereits mehrfach festgestellt, 
hat der Berufungsbeklagte den Baugrund mangelhaft abgeklärt. Die Berufungs-
klägerin aber war nicht verpflichtet, den Baugrund selbst zu prüfen, nachdem der 
Berufungsbeklagte durch Sachverständige beraten war (W._____, AA._____AG, 
I._____). Die mangelhafte Baugrundabklärung führte zu Mehraufwendungen und 
Mehrkosten, mit denen die Berufungsklägerin bei der Offertstellung und bei Ab-
schluss des Werkvertrages nicht rechnen musste. Da die mangelhafte Baugrun-
dabklärung vom Berufungsbeklagten zu vertreten ist, hatte er den Umstand, der 
die vertragsgemässe Erfüllung erkennbar gefährdete, beziehungsweise den Man-
gel selbst gesetzt, so dass die Berufungsklägerin nicht verpflichtet war, ihm Anzei-
ge wegen der Bodenqualität zu machen.

9.4.5. Zusammengefasst ergibt sich mithin, dass die Berufungsklägerin nicht ver-
pflichtet war, dem Berufungsbeklagten die vorgefundene Bodenqualität anzuzei-
gen. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz kann der Berufungsklägerin keine 
Verletzung der Anzeigepflicht gemäss Art. 25 Abs. 1 und 3 SIA-Norm 118 und Art. 
365 Abs. 3 OR angelastet werden. 

9.5. Selbst wenn aber eine Pflicht zur Anzeige bejaht werden müsste und eben-
so davon ausgegangen werden müsste, die Anzeige sei verspätet erfolgt, so wür-

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de die Verspätung der Anzeige der Berufungsklägerin nur schaden, wenn eine 
rechtzeitige und inhaltlich genügende Anzeige den Geschehensablauf geändert 
hätte. Es müsste mithin eine adäquate Kausalität zwischen der Verspätung der 
Anzeige und den durch die Verwirklichung der Gefährdung der gehörigen oder 
rechtzeitigen Ausführung des Werkes beziehungsweise durch den Mangel ent-
standenen Mehrkosten bestehen (vgl. Roland Hürlimann, a.a.O., N 7.6 zu Art. 25 
SIA-Norm 118). Für den vorliegenden Fall würde dies bedeuten, dass eine (vorlie-
gend nicht festgestellte) Verspätung der Anzeige der Berufungsklägerin nur ent-
gegen gehalten werden könnte, wenn dem Berufungsbeklagten bei rechtzeitiger 
und inhaltlich genügender Anzeige Handlungsvarianten zur Verfügung gestanden 
hätten, die eine Verminderung oder gar den Wegfall von Mehrkosten zur Folge 
gehabt hätten. Solche Handlungsvarianten ergeben sich nun aber weder aus den 
Akten, noch werden sie vom Berufungsbeklagten geltend gemacht. Ebenso wenig 
hat der Berufungsbeklagte behauptet, dass er sich tatsächlich für eine solche 
Handlungsvariante entschieden hätte. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz 
genügt es nicht, dass (theoretisch) vorstellbar ist, dass günstigere Massnahmen 
(welche?) als die tatsächlich ausgeführten hätten ergriffen beziehungsweise dass 
auf das ganze Projekt hätte verzichtet werden können. Es müssten sich vielmehr 
konkrete Anhaltspunkte ergeben und der Berufungsbeklagte hätte auch substanti-
iert behaupten müssen, dass er andere Massnahmen ergriffen hätte, die die Kos-
ten des Baugrubenabschlusses im Vergleich zu den vorliegend geltend gemach-
ten Kosten gesenkt hätten, beziehungsweise dass er auf das Projekt verzichtet 
hätte, wenn er früher über die Schwierigkeiten mit dem Baugrund informiert wor-
den wäre. Solche Anhaltspunkte und Behauptungen des Berufungsbeklagten fin-
den sich jedoch nicht. Es ist der Berufungsklägerin zuzustimmen, dass der Beru-
fungsbeklagte nach der Anzeige vom 20. Oktober 2003 keine Änderungen oder 
Anpassungen des Projekts vorgenommen hat. Ebenso wenig hat er auf das ge-
samte Projekt verzichtet. Sein Verhalten ist als gewichtiges Indiz zu werten, dass 
ihm keine anderen, günstigeren Handlungsvarianten zur Verfügung standen. Mit 
Bezug auf das Projekt, welches die Firma W._____ ausgearbeitet hatte und wel-
ches die Vorinstanz in diesem Zusammenhang als mögliche Alternative erwähnt, 
ist festzuhalten, dass dieses Projekt gemäss Aussage von E._____ dem tatsäch-
lich ausgeführten Projekt in keiner Weise entsprochen hat, insbesondere war die 
Form eine andere (Akten der Vorinstanz, act. V/9, S. 20 unten). Ein Umschwenken 
auf das Projekt der Firma W._____ hätte zweifellos erhebliche Änderungen und 
Anpassungen der Pläne und der bereits bestehenden Baugrube erfordert, die sich 
wiederum in Mehrkosten niedergeschlagen hätten. Zudem wäre die Baugrube für 
die Zeitspanne, in der die Pläne hätten angepasst beziehungsweise (neu) erstellt 

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werden müssen, still gestanden, was ebenso zu beträchtlichen Kosten geführt hät-
te. Das Projekt der Firma W._____ kann daher nicht einfach als günstigere Hand-
lungsvariante betrachtet werden. Kommt hinzu, dass die ganze Baugrubensiche-
rung unter enormem Zeitdruck stand, da die Verträge mit dem Baumeister schon 
abgeschlossen waren und dieser für den Fall, dass er am vereinbarten Datum 
nicht mit den Arbeiten beginnen könnte, bereits im Voraus die Weiterverrechnung 
von ihm daraus entstehenden Kosten ankündigte. Eine für ein neues/anderes Pro-
jekt notwendige Neuplanung, die zwangsläufig eine gewisse Zeit in Anspruch ge-
nommen hätte, hätte daher ebenso (erhebliche) Mehrkosten verursacht, weshalb 
sie kaum als gangbare Alternative in Frage gekommen wäre. Dass die Verträge 
mit dem Baumeister schon abgeschlossen waren, spricht im Weiteren auch gegen 
die Annahme, der Berufungsbeklagte hätte bei früherer Kenntnis der Sachlage 
allenfalls auf das Projekt verzichtet, hätte er in diesem Fall mit grosser Wahr-
scheinlichkeit doch Schadenersatzansprüche des Baumeisters und allenfalls an-
derer am Projekt beteiligter Unternehmungen gewärtigen müssen. Insgesamt ge-
sehen finden sich weder in den Akten noch in den Ausführungen des Berufungs-
beklagten Anhaltspunkte dafür, dass dem Berufungsbeklagten eine günstigere 
Handlungsvariante offen gestanden oder dass er auf das gesamte Projekt verzich-
tet hätte, wenn er früher hinreichend über die Schwierigkeiten mit dem Baugrund 
informiert worden wäre. Ebenso fehlt es an Behauptungen des Berufungsbeklag-
ten, dass er tatsächlich eine andere, günstigere Variante gewählt oder auf das 
Projekt verzichtet hätte. Damit aber steht fest, dass eine rechtzeitige Anzeige 
nichts am Geschehensablauf geändert hätte. Eine (vorliegend nicht festgestellte) 
Verspätung der Anzeige würde der Berufungsklägerin folglich entgegen der Auf-
fassung der Vorinstanz nicht zum Nachteil gereichen.

9.6. Von den Parteien nicht aufgeworfen wurde die Frage der (rechtzeitigen) 
Abmahnung gemäss Art. 25 Abs. 3 SIA-Norm 118. Die II. Zivilkammer des Kan-
tonsgerichts hat sich mit dieser Frage daher nicht weiter zu befassen, da das an-
gefochtene Urteil im Berufungsverfahren aufgrund der von den Parteien erhobe-
nen Beanstandungen zu prüfen ist und es nicht darum geht, dass die Rechtsmitte-
linstanz eine von Grund auf eigene Prüfung sich stellender Tat- und Rechtsfragen 
vornimmt, als wäre dem Rechtsmittelverfahren noch keine gerichtliche Beurteilung 
vorangegangen (vgl. zum Ganzen BGE 142 III 413 E. 2.2.4 mit Hinweisen sowie 
das Urteil des Bundesgerichts 4A_397/2016 vom 30. November 2016 E. 3.1 mit 
zahlreichen Hinweisen). Selbst wenn die Frage der (rechtzeitigen) Abmahnung 
aber zu prüfen wäre, so ergäbe sich nichts zu Gunsten des Berufungsbeklagten, 
denn dieser hatte den Baugrund nicht genügend abgeklärt und er musste sich 

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dessen bewusst sein, wie bereits mehrfach festgestellt. Unter diesen Umständen 
aber musste er damit rechnen, dass bei der Ausführung der Baugrubensicherung 
Unvorhergesehenes auftreten konnte, das erhebliche Mehraufwendungen und 
damit auch Mehrkosten verursachen würde. Auch wenn er in 200 m Entfernung 
bereits ein Bauvorhaben realisiert haben und dabei auf standfesten Boden ge-
stossen sein soll (Einvernahme D._____, Akten der Vorinstanz; act. V/8, S. 5 Ziff. 
4d), so durfte er sich nicht einfach darauf verlassen, dass er erneut auf standfes-
ten Boden treffen würde, kann sich die Bodenbeschaffenheit doch bekanntermas-
sen auch innert kurzer Distanz grundlegend verändern (vgl. Expertise, Akten der 
Vorinstanz, act. VI/11, S. 64 oben Ziff. 5.1.40). Das Verhalten des durch Sachver-
ständige beratenen Berufungsbeklagten kann nicht anders interpretiert werden, 
als dass er einen erheblich schlechteren Baugrund mit den daraus resultierenden 
Mehrleistungen und Mehrkosten bewusst in Kauf genommen hat. Was der Bestel-
ler aber bewusst in Kauf nimmt, darauf muss ihn der Unternehmer nicht hinwei-
sen. Eine Abmahnung war von Anfang an nicht notwendig. Zudem würde es auch 
bezüglich einer Abmahnung an einer adäquaten Kausalität zwischen einer nicht 
vorgenommenen oder verspäteten Abmahnung und den Mehrkosten fehlen, da 
der Berufungsbeklagte nicht behauptet hat und sich in den Akten auch keine Hin-
weise dafür finden, dass günstigere Handlungsvarianten zur Verfügung gestanden 
hätten und der Berufungsbeklagte tatsächlich eine dieser Varianten gewählt hätte 
oder dass der Berufungsbeklagte gänzlich auf das Projekt verzichtet hätte.

9.7.1.  Schliesslich sei noch erwähnt, dass die Berufungsklägerin zu Recht darauf 
hingewiesen hat, dass Folge einer verspäteten Anzeige nach Art. 365 Abs. 3 OR 
und Art. 25 SIA-Norm 118 nicht die Verwirkung von Mehrvergütungsansprüchen 
wäre. Das Gesetz und ebenso die SIA-Norm 118 sehen vielmehr nur vor, dass der 
Unternehmer nachteilige Folgen seines Versäumnisses zu tragen hat. Des Weite-
ren ist der Berufungsklägerin auch darin zuzustimmen, dass die Parteien im 
Werkvertrag keine Verwirkung als Folge einer unterlassenen Anzeige vereinbart 
haben. Die Verwirkung von Ansprüchen wegen einer verspäteten oder gänzlich 
unterlassenen Anzeige stand damit vorliegend von vornherein nicht zur Diskussi-
on. 

9.7.2. Folge einer unterlassenen oder nicht rechtzeitigen Anzeige kann vielmehr 
sein, dass der Unternehmer schadenersatzpflichtig wird (vgl. Roland Hürlimann, 
a.a.O., N 7.5 zu Art. 25 SIA-Norm 118). Will der Besteller Schadenersatz geltend 
machen, so hat er im Prozess neben dem Fehlen oder der Verspätung der Anzei-
ge auch den Schaden sowie den Kausalzusammenhang zwischen dem Fehlen 
oder der Verspätung der Anzeige und dem Schaden zu behaupten und zu bewei-

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sen. Vorliegend hat es der Berufungsbeklagte gänzlich unterlassen, einen Scha-
den zu behaupten. Es fehlen in den vorinstanzlichen Rechtsschriften des Beru-
fungsbeklagten jedwelche Ausführungen dazu. Der Berufungsbeklagte hat sich 
nur dagegen gewehrt, dass er Mehrkosten zu übernehmen hat, er hat aber nicht 
geltend gemacht, ihm sei durch eine fehlende oder verspätete Anzeige ein Scha-
den erwachsen. Die Zusprechung von Schadenersatz würde unter diesen Um-
ständen schon an den fehlenden Behauptungen scheitern.

9.8. Aus dem Gesagten erhellt, dass die Berufungsklägerin entgegen der Auf-
fassung der Vorinstanz ihre aus Art. 25 Abs. 1 und 3 SIA-Norm 118 und Art. 365 
Abs. 3 OR fliessende Anzeigepflicht nicht verletzt hat. 

10.1. Hat die Berufungsklägerin ihre Anzeigepflicht nicht verletzt, so stellt sich die 
weitere Frage, inwieweit die von ihr geltend gemachten Mehrkosten ihr zustehen. 
Die Berufungsklägerin verlangt in der Berufung die Zusprechung der Mehrkosten, 
soweit sie vom Experten bestätigt worden seien. Des Weiteren macht sie geltend, 
sie habe Anspruch auf drei weitere Positionen, die vom Experten zu Unrecht 
gekürzt worden seien. Der Berufungsbeklagte wendet sich in der Berufungsant-
wort, wie gesehen, zunächst gegen die Expertise als solche. Dass seine Einwän-
de und Argumente nicht zu überzeugen vermögen, ist bereits einlässlich dargelegt 
worden. Daneben macht er geltend, zum einen seien die Mehraufwendungen auf 
den Seiten S._____ und T._____ bereits in der Pauschale enthalten und zum an-
dern sei die Arbeitsweise der A._____ AG für die Mehraufwendungen insgesamt 
verantwortlich. 

10.2. Mit Bezug auf die Mehrkosten S._____ und T._____ verweist der Beru-
fungsbeklagte auf die Aussage von E._____. Dieser hat erklärt: „Man wusste, 
dass bei diesen Flanken Sicherungsmassnahmen getroffen werden müssen, je-
doch noch nicht geplant und auch nicht berechnet werden konnten. Diese Zusatz-
arbeiten verlangten eine Bodenverdübelung. Damit die damit zusammenhängen-
den Kosten fixiert werden konnten, wurde eine Nachtragsofferte verlangt. Dies 
zum Zeitpunkt vor dem Vergabetermin. Wie dies dann rechnerisch vollzogen wur-
de, erinnere ich mich nicht mehr“ (Einvernahme, Akten der Vorinstanz, act. V/9, S. 
3 lit. e). Entgegen der Auffassung des Berufungsbeklagten sprechen die Aussa-
gen von E._____ nicht dafür, dass die Mehraufwendungen auf Seiten S._____ 
und T._____ in der Pauschale enthalten waren, hat der Zeuge doch ausdrücklich 
darauf hingewiesen, dass er sich nicht mehr erinnern könne, wie die zu erwarten-
den Kosten rechnerisch vollzogen worden seien. Im Weiteren betrifft die Nach-
tragsofferte vom 4. August 2003 einzig den Punkt Bodenverdübelung und Boden-

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vernagelung (Akten der Vorinstanz, act. II/3, Nachtragsofferte). Sieht man nun die 
Schlussrechnung Zusatzarbeiten vom 22. November 2004 (Akten der Vorinstanz, 
act. II/29) durch, so stellt man leicht fest, dass die Kosten der Bodenverdübelung 
nur einen geringen Teil der gesamten Zusatzkosten ausmachen. Zudem handelt 
es sich um Kosten für eine Bodenverdübelung, die erst im Laufe der Arbeiten an-
geordnet worden ist (vgl. Erwägung 11c), weshalb sie nicht in der Pauschale ent-
halten gewesen sein können. Eine separate Bodenvernagelung, wie sie die Nach-
tragsofferte vom 4. August 2003 vorsieht, ist in der Schlussabrechnung Zusatzar-
beiten gar nicht aufgeführt, die dort erwähnten Bodennägel stehen im Zusammen-
hang mit einer Nagelwand. Selbst wenn die Nachtragsofferte vom 4. August 2003 
im Pauschalpreis enthalten gewesen sein sollte, so würde die Schlussabrechnung 
Zusatzarbeiten nur Leistungen aufführen, die von der Nachtragsofferte nicht er-
fasst sind. Aus der Nachtragsofferte lässt sich damit nicht schliessen, die in der 
Schlussabrechnung Zusatzarbeiten bezüglich der Seiten T._____ und S._____ 
geltend gemachten Mehrkosten seien bereits in der Pauschale enthalten gewe-
sen. Was nun das Bausitzungsprotokoll vom 30. April 2004 (Akten der Vorinstanz, 
act. III/81) betrifft, auf das der Berufungsbeklagte verweist, so lässt sich daraus in 
keiner Weise ableiten, dass die Mehrkosten Seite T._____ nicht zu entschädigen 
gewesen wären. Aus dem Protokoll ergibt sich, dass die A._____ AG an der Bau-
sitzung nicht vertreten war, was nicht erstaunt, hatte sie ihre Arbeiten doch abge-
schlossen. Dass das Protokoll der A._____ AG zur Kenntnis gebracht wurde, 
dafür gibt es in den Akten keinen Beleg. Aber selbst wenn die A._____ AG vom 
Inhalt des Protokolls Kenntnis erhalten hat, so kann aus einem Schweigen ihrer-
seits nicht auf ein Akzept des Inhalts geschlossen werden (vgl. Erwägung 13 
a/cc). Insgesamt überzeugt das Argument des Berufungsbeklagten, dass die 
Mehraufwendungen auf Seiten S._____ und T._____ schon in der Pauschale ent-
halten seien, nicht. 

10.3. Mit Bezug auf das weitere Argument, die Mehraufwendungen seien auf die 
Arbeitsweise der A._____ AG zurückzuführen, belässt es der Berufungsbeklagte 
über weite Strecken dabei, Behauptungen aufzustellen, ohne diese jedoch mit 
Hinweisen auf Beweise zu belegen. Es fehlen in seinen Ausführungen weitgehend 
Verweise auf Aktenstellen, die seine Behauptungen stützen würden. Wie bereits 
ausgeführt, ist es nicht Aufgabe des Gerichts, die Akten nach möglichen Stützen 
für die Behauptungen und Argumente des Berufungsbeklagten zu durchforsten. Im 
Weiteren hat der Experte festgestellt, dass die A._____ AG „nicht in allen Teilen 
den Umständen entsprechend sorgfältig“ gearbeitet hat; aufgrund dieser Feststel-
lung hat er geschätzt, dass etwa 20 % der Überprofile auf unsorgfältiges Arbeiten 

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und 80 % auf die Geologie zurückzuführen waren (vgl. Akten der Vorinstanz, act. 
VI/11, S. 28 Ziff. 5.1.5 und S. 50 oben „Fazit“). Der Experte hat ein unsorgfältiges 
Arbeiten der A._____ AG somit in seiner Berechnung der vom Berufungsbeklag-
ten zu übernehmenden Mehrkosten berücksichtigt. Dass die teilweise fehlende 
Sorgfalt der A._____ AG einen höheren Abzug erfordern würde, hat der Beru-
fungsbeklagte nicht nachgewiesen. Insbesondere hat er weder behauptet noch 
belegt, dass der Experte nicht alle Unsorgfältigkeiten in seine Beurteilung mitein-
bezogen hätte. In diesem Zusammenhang ist hervorzuheben, dass der Beru-
fungsbeklagte zwar behauptet, die A._____ AG sei für die Aushubgenauigkeit ver-
antwortlich gewesen, dass dies jedoch von der Berufungsklägerin bestritten wird 
und sich ein Beweis in den Akten nicht findet. Der Berufungsbeklagte belässt es 
im Übrigen auch hier, allein eine Behauptung aufzustellen, ohne jedoch entspre-
chende Beweise zu benennen. Bezüglich des Protokolls der Bausitzungen vom 
21. und 27. August 2003, in welchem darauf hingewiesen wird, dass die Verant-
wortung für die Massgenauigkeit der Gunitwand nach Aussage von I._____ bei 
der A._____ AG liege (Akten der Vorinstanz, act. II/42a, S. 5), ist zu sagen, dass 
das Protokoll zum einen vom Berufungsbeklagten verfasst worden ist, so dass es 
einer Parteibehauptung gleichkommt, und dass zum andern kein Akzept der Beru-
fungsklägerin bezüglich dieses Protokolls bei den Akten liegt. Da die Berufungs-
klägerin bestreitet, für die Massgenauigkeit verantwortlich gewesen zu sein, ver-
mag das Protokoll unter diesen Umständen dafür keinen Beweis zu erbringen. 
Was nun den Kontroll- und Überwachungsplan vom 20. August 2003 (Akten der 
Vorinstanz, act. II/11) betrifft, auf den im Protokoll vom 21. und 27. August 2003 im 
Zusammenhang mit der Massgenauigkeit auch verwiesen wird, so hat der Experte 
festgestellt, dass die Regelung der Verantwortlichkeiten darin nicht klar und ein-
deutig festgelegt werde (Akten der Vorinstanz, act. VI/11, S. 14 unten). Auch aus 
dem Kontroll- und Überwachungsplan kann mithin nicht zweifelsfrei auf eine Ver-
antwortung der Berufungsklägerin für die Massgenauigkeit der Gunitwand ge-
schlossen werden. Insgesamt gesehen ist nicht belegt, dass mehr Mehrkosten auf 
eine unsorgfältige Arbeitsweise der A._____ AG zurückzuführen sind, als der Ex-
perte bereits berücksichtigt hat. 

10.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Argumentation des Berufungsbe-
klagten nicht überzeugt. Die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts sieht keinen 
Grund, von den Überlegungen und Wertungen des Gutachters abzuweichen. Ins-
besondere hat der Berufungsbeklagte nichts vorgebracht, was ein Abweichen 
rechtfertigen würde. Mit Bezug auf die von der Berufungsklägerin geltend gemach-
ten Mehrkosten, die der Experte als ausgewiesen erachtet, kann daher bezüglich 

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Bestand und Höhe auf die Expertise abgestellt werden. Der Berufungsklägerin 
stehen somit Mehrkosten in Höhe von Fr. 432‘700.95 zu (vgl. die Zusammenstel-
lung in der Expertise, Akten der Vorinstanz, act. VI/11, S. 56). Dieser Betrag ist 
brutto und exkl. MwSt. zu verstehen, wie sich aus einem Vergleich der Beträge in 
der Schlussrechnung Zusatzarbeiten vom 22. November 2004 (Akten der Vorin-
stanz, act. II/29) und in der Zusammenstellung der anerkannten Kosten in der Ex-
pertise (Akten der Vorinstanz, act. VI/11, S. 56) ergibt. Nach Abzug von Rabatt 
(8 %) und Skonto (2 %) (vgl. zu den Abzügen die Schlussrechnung Zusatzarbei-
ten, Akten der Vorinstanz, act. II/29, S. 1) sowie dem Hinzurechnen der Mehrwert-
steuer (7.6 %) ergibt dies einen Nettobetrag inkl. Mehrwertsteuer von Fr. 
419‘772.55.

11.1. Der Gutachter hat mit Bezug auf die in der Schlussrechnung Zusatzarbeiten 
vom 22. November 2004 (Akten der Vorinstanz, act. II/29) aufgeführten Punkte 
„850.203 Etappenzuschlag Armierung“, „850.204 Etappenzuschlag Beton“ und 
„890.130 Installation inkl. An- und Abtransport des Bohrgeräts“ keine Kosten aner-
kannt (vgl. Akten der Vorinstanz, act. VI/11, S. 56). Die Berufungsklägerin moniert, 
dass die Vorinstanz in diesen Punkten zu Unrecht dem Experten gefolgt sei und 
keine Forderung zugesprochen habe.

11.2. Mit Bezug auf den „Etappierungszuschlag Armierung T._____ [recte: 
T._____]/S._____“ macht die Berufungsklägerin geltend, der Experte habe die 
Berücksichtigung dieser Mehrkosten mit der Begründung abgelehnt, dass ein An-
zeigeerfordernis nach Art. 87 SIA-Norm 118 bestanden habe, welches die Beru-
fungsklägerin nicht erfüllt habe. Im Quantitativ habe der Gutachter die Forderung 
jedoch nicht in Frage gestellt. Entgegen der Auffassung des Experten statuiere 
Art. 87 SIA-Norm 118 jedoch keine Anzeigepflicht, vielmehr enthalte Art. 87 SIA-
Norm 118 lediglich eine Empfehlung. Zudem sei der Berufungsbeklagte, welcher 
die Bauleitung vor Ort wahrgenommen habe, bestens darüber im Bilde gewesen, 
dass Etappierungen vorgenommen worden seien. Es hätten auch keine vernünfti-
gen Alternativen zu den Etappierungen bestanden, so dass sich der Berufungsbe-
klagte ohnehin nicht hätte anders verhalten können. Die Forderung sei der Beru-
fungsklägerin daher zuzusprechen. Der Berufungsbeklagte wiederum stellt sich 
auf den Standpunkt, eine Anzeige sei für die Entschädigung eines solchen Zu-
schlags absolut notwendig. – In den Rechtsschriften der Berufungsklägerin im vor-
instanzlichen Verfahren fehlen jedwelche Ausführungen zum geltend gemachten 
Etappierungszuschlag. Es fehlen vertiefte Behauptungen zu den Etappen selbst. 
Es fehlen Äusserungen darüber, aufgrund welcher Umstände und Vereinbarungen 
ein (zusätzlicher?) Etappierungszuschlag geschuldet sein soll, denn Etappen wa-

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ren von Anfang an vorgesehen und mussten somit bei der Erstellung der Offerte 
bereits Berücksichtigung gefunden haben (vgl. bezüglich eines bereits in der Of-
ferte eingerechneten Etappierungszuschlages auch die Replik der Berufungsklä-
gerin im vorinstanzlichen Verfahren, Akten der Vorinstanz, act. I/4, S. 34 N „zu 
10“). Es fehlen Behauptungen bezüglich des mit Bezug auf den Etappierungszu-
schlag geltend gemachten Einheitspreises, worauf dieser gründet und wie er be-
stimmt worden ist. Die Berufungsklägerin spricht des Weiteren von „Pos. 850.203 
(Etappierungszuschlag Armierung T._____ [recte: T._____]/S._____)“ (Berufung, 
act. I.1, S. 27 N 69). Sieht man die Position in der Schlussabrechnung Zusatzkos-
ten nach (Akten der Vorinstanz, act. II/29, S. 5 unten), so zeigt sich aufgrund der 
für die Berechnung verwendeten Anzahl Quadratmeter deutlich, dass es sich nicht 
nur um die Seiten T._____ und S._____ handeln kann. Welcher Teil auf die Seiten 
T._____ und S._____ entfallen würde, ergibt sich aus der Schlussabrechnung Zu-
satzkosten nicht. Und schliesslich hätte die Berufungsklägerin mit Bezug auf den 
Etappierungszuschlag auch einen – zumindest normativen – Konsens behaupten 
müssen, was sie jedoch nicht getan hat. Insgesamt gesehen mangelt es daher an 
den notwendigen Behauptungen in den vorinstanzlichen Rechtsschriften. Die Be-
rufungsklägerin ist mit Bezug auf den geltend gemachten Etappierungszuschlag 
Armierung T._____/S._____ ihrer Behauptungslast nicht nachgekommen. Die ent-
sprechende Forderung ist damit nicht begründet und kann der Berufungsklägerin 
nicht zugesprochen werden.

11.3. Bezüglich des „Etappierungszuschlags Beton T._____/S._____“ macht die 
Berufungsklägerin dasselbe geltend wie zum „Etappierungszuschlag Armierung 
T._____/S._____“, nämlich dass der Gutachter zu Unrecht von einer Anzeige-
pflicht ausgegangen sei, dass die Vorinstanz dem Gutachter fälschlicherweise ge-
folgt und von nicht korrekt angezeigten Folgemassnahmen des mangelhaften Bo-
dens ausgegangen sei, dass keine Anzeigepflicht bestanden habe und der Beru-
fungsbeklagte als Bauleiter über die Etappierungen bestens im Bilde gewesen sei, 
weshalb diese Position zuzusprechen sei. Dieser Argumentation kann aus densel-
ben Gründen nicht gefolgt werden wie jener zum „Etappierungszuschlag Armie-
rung T._____/S._____“. Auch in diesem Zusammenhang hat es die Berufungsklä-
gerin unterlassen, in den vorinstanzlichen Rechtsschriften die notwendigen Be-
hauptungen aufzustellen. Auch hier fehlen in den vorinstanzlichen Rechtsschriften 
Ausführungen zu den Etappen selbst, zu Umständen und Vereinbarungen, auf-
grund derer der Zuschlag (zusätzlich?) geschuldet sein soll, zum verwendeten 
Einheitspreis und zum – zumindest normativen – Konsens. Auch mit Bezug auf 
den Etappierungszuschlag Beton ergibt sich aus der Schlussabrechnung Zusatz-

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kosten nicht, dass dieser lediglich für die Seiten T._____ und S._____ geltend 
gemacht wird (Akten der Vorinstanz, act. II/29, S. 5 unten), und trotzdem bezieht 
die Berufungsklägerin in der Berufung den Etappierungszuschlag nur auf diese 
beiden Seiten (Berufung, act. I.1, S. 27 N 70). Welcher Teil des Etappierungszu-
schlags Beton auf die Seiten T._____ und S._____ entfällt, ergibt sich aus der 
Schlussabrechnung Zusatzkosten nicht. Auch mit Bezug auf den „Etappierungs-
zuschlag Beton T._____/S._____“ ergibt sich mithin, dass die Forderung wegen 
fehlender notwendiger Behauptungen in den Rechtsschriften im vorinstanzlichen 
Verfahren nicht zugesprochen werden kann.

11.4. Unter der Position 890.130 ist in der Schlussabrechnung Zusatzarbeiten 
vom 22. November 2004 gemäss Berufung der Einsatz eines zusätzlichen Bohr-
geräts abgerechnet worden. Die Berufungsklägerin führt diesbezüglich aus, der 
Experte sei zu Unrecht davon ausgegangen, es handle sich um die Installations-
kosten eines vorbestehenden Spritzbetongeräts. Gestützt auf diese falsche An-
nahme weise er eine Mehrvergütung zurück. Es handle sich jedoch um ein zusätz-
liches Bohrgerät und nicht um Zusatzkosten für bestehende Baustelleninstallatio-
nen. Im Weiteren habe die Berufungsklägerin einen Nachtrag zu der verlangten 
Bodenverdübelung gestellt, der die Kosten für ein zusätzliches Bohrgerät enthal-
ten habe. Der Berufungsbeklagte habe die Ausführung der Bodenverdübelung 
freigegeben, nachdem er noch weitere Unterlagen verlangt und erhalten habe. Der 
Nachtragspreis von Fr. 7‘000.00 (brutto, exkl. MwSt.) sei damit verbindlich verein-
bart worden und er sei der Berufungsklägerin zuzusprechen. Der Berufungsbe-
klagte macht geltend, der Einsatz eines zusätzlichen Bohrgerätes sei nur notwen-
dig geworden, weil aufgrund der Vorgehensweise der Berufungsklägerin enorme 
Verzögerungen eingetreten seien. Aus diesem Grund seien zusätzliche Arbeits-
gruppen und Bohrgeräte verlangt worden, damit wenigstens einigermassen zügig 
habe gearbeitet werden können. Die Position sei folglich nicht zu entschädigen. – 
Es ist der Berufungsklägerin zuzustimmen, dass in der Schlussrechnung Zusatza-
rbeiten unter der Position 890.130 ein zusätzliches Bohrgerät in Rechnung gestellt 
worden ist und nicht ein zusätzliches Spritzbetongerät (Akten der Vorinstanz, act. 
II/29, S. 6). Soweit der Experte von einem Spritzbetongerät ausgegangen ist (Ex-
pertise, Akten der Vorinstanz, act. VI/11, S. 57 Ziff. 6), ist ihm mithin ein Fehler 
unterlaufen. Für die Beantwortung der sich vorliegend bezüglich Position 890.130 
stellenden Fragen ist jedoch kein bauspezifisches Fachwissen notwendig, so dass 
das Gericht eine Beurteilung vornehmen kann, ohne den Experten zu einer Stel-
lungnahme oder Ergänzung einzuladen. Mit Bezug auf die Verwendung eines (zu-
sätzlichen) Bohrgerätes hat die Berufungsklägerin in den vorinstanzlichen Rechts-

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schriften geltend gemacht, die Nachtragsofferte Nr. 1 (vgl. Akten der Vorinstanz, 
act. II/16) – die auch eine Position für ein zusätzliches Bohrgerät enthält – sei auf-
grund des mangelhaften Baugrundes notwendig geworden und der Berufungsbe-
klagte habe diese Nachtragsofferte Nr. 1 durch seine Weiterführungsanordnung 
leistungs- und preismässig anerkannt (Klage, Akten der Vorinstanz, act. I/2, S. 49, 
N 101e und h). Der Berufungsbeklagte hat mit seiner Argumentation in der Beru-
fungsantwort den Einsatz eines zweiten Bohrgerätes offensichtlich anerkannt (act. 
I.2, S. 44 lit. i). Auch wenn kein ausdrückliches Akzept des Berufungsbeklagten in 
den Akten zu finden ist und die Berufungsklägerin ein solches auch nicht behaup-
tet hat, so ist doch der Einsatz eines zweiten Bohrgerätes nachgewiesen, weshalb 
von einer konkludenten Annahme ausgegangen werden muss. Insbesondere aber 
ist nachgewiesen, dass der Berufungsbeklagte beziehungsweise seine Fachbau-
leitung die Verdübelung – teilweise noch vor der Offertstellung – angeordnet hat, 
in deren Zusammenhang das zusätzliche Bohrgerät offeriert und verrechnet wor-
den ist (vgl. Akten der Vorinstanz, act. III/66 und act. III/67). Dass der Berufungs-
beklagte dabei den für das zusätzliche Bohrgerät offerierten Preis nicht akzeptiert 
hätte, ergibt sich aus den Akten nicht. Dem Schreiben des Berufungsbeklagten 
vom 10. Dezember 2003 an die A._____ AG lässt sich zwar entnehmen, dass U