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**Case Identifier:** 908e1021-a330-58e8-a7c9-1ecc49103ab8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.07.2020 200 2020 163
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-163_2020-07-29.pdf

## Full Text

200 20 163 IV
FUR/PES/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. Juli 2020

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. Januar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Mit Eingang am 9. Juli 2015 meldete sich die 1964 geborene A.________ 
(nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) bei der Invalidenversi-
cherung für eine berufliche Integration/Rente an (Antwortbeilage [AB] 8). 
Die IV-Stelle Bern (nachfolgend IV-Stelle bzw. Beschwerdegegnerin) nahm 
in der Folge in erwerblicher (AB 12 ff.) und medizinischer (AB 18, AB 22) 
Hinsicht Abklärungen vor. Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD; vgl. AB 23 S. 3) beauftragte sie sodann die Dres. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie 
E.________, Facharzt für Rheumatologie, mit einer bidisziplinären Begut-
achtung der Versicherten (vgl. AB 24 sowie das psychiatrische Gutachten 
von Dr. med. D.________ vom 6. Mai 2016 [AB 33.1] und das rheumatolo-
gische Gutachten von Dr. med. E.________ vom 24. Juni 2016 [AB 38.1]; 
die interdisziplinäre Beurteilung datiert vom 26. April 2016 und befindet sich 
im Gutachten von Dr. med. D.________ [AB 33.1 S. 21]). 

Insbesondere gestützt auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. 
D.________ wurde eine Intensivierung der psychiatrisch-psychotherapeu-
tischen Behandlung als erforderlich und zumutbar erachtet (vgl. AB 33.1 
S. 17, AB 41 f.), worauf die Therapiefrequenz bei Dr. med. F.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, ab Oktober 2016 (vorüber-
gehend; vgl. AB 58 S. 5) auf eine Sitzung wöchentlich erhöht wurde 
(AB 43). Nach Eingang eines Verlaufsberichts von Dr. med. F.________ 
vom 29. resp. 30. April 2017 (AB 48) und Rücksprache mit dem RAD 
(AB 53) wurde nach einer weiteren Aktualisierung der Akten (AB 58) 
Dr. med. D.________ mit einer psychiatrischen Verlaufsbegutachtung be-
auftragt (AB 59; Verlaufsgutachten vom 28. Dezember 2017 [AB 63.1]). 

Nach einer erneuten Aktualisierung der Akten (AB 74, AB 76) und Ab-
schluss der beruflichen Eingliederung auf Wunsch der Versicherten, da sie 
beruflich bereits genügend ausgelastet sei (AB 79), erfolgte hierauf die Prü-
fung der Rentenfrage. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 3

Am 29. November 2019 erliess die IV-Stelle einen Vorbescheid. Mangels 
eines Gesundheitsschadens mit invalidisierender Wirkung im Rechtssinne 
bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (AB 80). 
Hiergegen erhob die Versicherte am 13. Januar 2020 (Datum der Postauf-
gabe) Einwand (AB 81). 

Am 28. Januar 2020 verfügte die IV-Stelle unter Stellungnahme zu den 
erhobenen Einwänden ihrem Vorbescheid entsprechend die Abweisung 
des Leistungsbegehrens (AB 83). 

B.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch die 
B.________, Rechtsanwältin C.________, am 27. Februar 2020 Be-
schwerde mit den Rechtsbegehren, in Aufhebung der angefochtenen Ver-
fügung sei ihr eine ganze Rente auszurichten. Eventualiter sei die Angele-
genheit an die Vorinstanz zurückzuweisen. Unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. 

Mit Beschwerdeantwort vom 30. März 2020 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin, die Beschwerde sei abzuweisen. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 
28. Januar 2020 (AB 83). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdefüh-
rerin Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-

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keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG). 

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine 
rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, erfolgt gemäss höch-
strichterlicher Rechtsprechung anhand eines strukturierten normativen Prü-
fungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies 
gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der 
ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrava-
tion oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Liegt auch unter dem Ge-
sichtspunkt der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 eine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindikato-
ren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien „funktionel-
ler Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4 
S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). Die Aner-
kennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, 
wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten ge-
sundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindi-
katoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 6

Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen 
(E. 6 S. 308).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. Der 
Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ab-
lauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). 

Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind 
und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden 
kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 ATSG), wird für die Bemessung 
der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel-
chem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen 
(Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betätigungsvergleich]; BGE 142 
V 290 E. 4 S. 293).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 7

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe-
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Metho-
de; BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 290 E. 4 S. 293). Das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, wird dabei auf ein Vollpen-
sum hochgerechnet. Die prozentuale Erwerbseinbusse wird schliesslich 
anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre, gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Für die 
Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufga-
benbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der 
Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versi-
cherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des 
Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (Art. 27bis Abs. 4 IVV).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

2.6 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 8

nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.7 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2019 IV Nr. 40 S. 128 
E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2).

2.8 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die 
Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrschein-
lich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem 
feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weite-
rer Beweise zu verzichten. Gleiches gilt, wenn der Sachverhalt, den die 
Partei beweisen will, nicht rechtserheblich erscheint. In einem solchen Vor-
gehen liegt kein Verstoss gegen das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 
Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101). Auch das Fairnessgebot 
von Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; 
SR 0.101) gewährt in diesem Zusammenhang keinen zusätzlichen Schutz 
(BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d 
S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

3.

3.1 Den medizinischen Akten lässt sich im Wesentlichen Folgendes 
entnehmen:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 9

3.1.1 Gemäss Arztbericht der behandelnden Psychiaterin Dr. med. 
F.________ vom 12. August 2015 liegen bei der Beschwerdeführerin als 
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende de-
pressive Störung mit Angst- und Zwangssymptomen (ICD-10: F33) und als 
Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Fibromyalgie (ICD-
10: F45.4) vor (AB 18 S. 2). Seit Jahren bestünden Angst- und Zwangs-
symptome mit unterschiedlicher Ausprägung. Das Auftreten dieser Sym-
ptome scheine mit dem Beginn der Tätigkeit als …, welche mehr Verant-
wortung bedeutet habe, zu korrelieren. Die Beschwerdeführerin fühle sich 
zunehmend unsicher in ihrer Funktion als …, leide vermehrt unter dem 
Leistungsdruck und sei nicht mehr in der Lage, Entscheidungen zu treffen. 
Die Angst vor katastrophalen Folgen einer möglichen Fehlentscheidung 
endeten in Panikattacken. Unter diesem ständigen Druck habe sich eine 
negative Spirale mit Zunahme der Symptome bis zur Arbeitsunfähigkeit 
entwickelt. Bei einer Eingliederung in eine angepasste Tätigkeit sei eine 
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten (AB 18 S. 8). Die Be-
schwerdeführerin könne sich vorstellen, verschiedene Tätigkeiten, die mit 
weniger Verantwortung und mit weniger Leistungsdruck verbunden seien, 
auszuüben. Eine davon sei … von …. Sie suche auch Ausbildungsmög-
lichkeiten in dieser Richtung. Eine berufliche Integration in diesem Bereich 
erscheine realistisch und sei zu unterstützen (AB 18 S. 9). 

3.1.2 Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. G.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt mit Bericht vom 2. Oktober 
2015 demgegenüber als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine (von der behandelnden Psychiaterin als ohne Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit genannte) Fibromyalgie sowie ein chronisches lumboverte-
brales Schmerzsyndrom mit pseudoradikulärer Irritation ins linke Bein und 
als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine seit 2014 be-
stehende Depression fest (AB 22 S. 2). Der Beschwerdeführerin sei ihre 
bisherige Tätigkeit aus medizinischer Sicht noch zumutbar. Dabei bestehe 
keine verminderte Leistungsfähigkeit (AB 22 S. 4).

3.1.3 Die psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. D.________ vom 
25. April 2016 ergab als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leichtgradiger Epi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 10

sode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F33.00) sowie eine nicht näher 
bezeichnete Angststörung (ICD-10: F 41.9; AB 33.1 S. 12). Bezüglich der 
von der behandelnden Psychiaterin diagnostizierten rezidivierenden de-
pressiven Störung mit Angst- und Zwangssymptomen bestünden, abgese-
hen davon, dass aufgrund der erheblichen Ängste die Diagnosestellung 
einer separaten Angststörung als gerechtfertigt erscheine, keine relevanten 
Diskrepanzen. Hingegen seien die Kriterien für die separate Diagnosestel-
lung einer Zwangsstörung als nicht erfüllt zu betrachten. Auch die Diagnose 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung lasse sich in Überein-
stimmung mit der behandelnden Psychiaterin aufgrund der Untersuchung 
nicht rechtfertigen (vgl. AB 33.1 S. 17). 

Gemäss psychiatrischem Befund war die Stimmung der Beschwerdeführe-
rin anlässlich der Untersuchung ausgeglichen. Beim Gespräch über die 
Beschwerden während der Arbeit habe sich vorübergehend zeitweise eine 
bedrückte und traurige Stimmung feststellen lassen. Darüber hinaus habe 
die Versicherte aber immer wieder lächeln können. Die affektive Modulati-
onsfähigkeit und die Vitalität seien als nicht eingeschränkt zu beurteilen. 
Der Gedankengang sei in formaler Hinsicht weder gehemmt, verlangsamt 
noch an Ideen verarmt und nicht auf die geklagten Beschwerden eingeengt 
resp. in inhaltlicher Hinsicht unauffällig gewesen. Die Beschwerdeschilde-
rung sei logisch und kohärent und ohne ausgeprägtere Dramatisierungs-
tendenz erfolgt. Die Angaben seien weitgehend konsistent gewesen. Die 
Beschwerdeführerin habe nicht immer präzise zeitliche Angaben machen 
können. Während der gesamten zwei Stunden dauernden Exploration hät-
ten sich indes keine Konzentrations-, Aufmerksamkeits- oder Auffassungs-
störungen und auch keine Ermüdungszeichen klinisch feststellen lassen. In 
psychomotorischer Hinsicht fänden sich keine pathologischen Befunde. 
Hinweise für einen psychotischen Prozess lägen nicht vor (AB 33.1 S. 11). 

Anamnestisch liessen sich eine ausgeprägte Selbstwertproblematik, eine 
Ängstlichkeit verbunden mit der Angst, bei der Arbeit einen Fehler zu ma-
chen oder eine falsche Auskunft zu geben, welche katastrophale Ausmas-
se zur Folge haben könnte, erkennen, was mit einem Kontrollzwang ver-
bunden sei. Bei der Arbeit müsse die Beschwerdeführerin sich immer wie-
der vergewissern, ob sie einen Fehler gemacht habe. Es lasse sich auch 

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eine Angst vor grösserer Verantwortung nachweisen. Des Weiteren liessen 
sich anamnestisch die Symptome der verminderten Energie, der Müdigkeit, 
der gereizten und zum Teil bedrückt-traurigen Stimmung, der Vergesslich-
keit, der verminderten Konzentrationsfähigkeit sowie des zeitweise auftre-
tenden Gefühls einer allgemeinen Sinnlosigkeit eruieren. Schliesslich lies-
sen sich auch Panikattacken mit den Symptomen der ausgeprägten Angst, 
des Schwitzens, des Wärmegefühls, eines Drucks auf der Brust, der Atem-
not sowie des Zitterns und der Übelkeit nachweisen. Die Panikattacken 
würden unter anderem im Zusammenhang mit Telefongesprächen bei der 
Arbeit auftreten, zum Teil aber auch, wenn die Versicherte eine neue Auf-
gabe vom Vorgesetzten erhalte. Sie habe aufgrund ihrer Ängste, etwas 
Falsches zu machen oder einen Entscheid zu treffen, der negative Folgen 
für eine andere Person haben könnte, auch ausgeprägte Mühe bekundet, 
Entscheidungen zu fällen. Zu erwähnen sei, dass diese Ängste und Panik-
attacken auch zu Hause aufgetreten seien, allerdings in weit geringerem 
Ausmass als bei der Arbeit. Die Beschwerdeführerin habe auch Mühe und 
Ängste bekundet, allgemein das Haus zu verlassen (AB 33.1 S. 13). 

Zusätzlich zu den genannten Beschwerden leide die Beschwerdeführerin 
seit dem Jahr 2009 auch unter Schmerzen im Bereich des gesamten Rü-
ckens und beider Beine, etwas weniger im Bereich der Arme. Eine separa-
te Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung könne in-
des nicht gestellt werden, da die Kriterien hierfür als nicht erfüllt zu betrach-
ten seien. Während der Untersuchung hinterlasse die Beschwerdeführerin 
nicht den Eindruck, unter andauernden schweren und quälenden Schmer-
zen zu leiden. Die Schmerzen seien, sofern sie nicht hinreichend durch 
körperliche Störungen erklärt werden könnten, dennoch als psychische 
Überlagerung zu betrachten und in diesem Sinne der rezidivierenden de-
pressiven Störung und der Angststörung zu subsumieren. Relevante 
psychiatrische Komorbiditäten liessen sich nicht feststellen. Die Persönlich-
keit der Beschwerdeführerin sei einerseits zielstrebig, ehrgeizig und mit 
einem hohen Leistungsideal verbunden, andererseits lasse sich aber auch 
seit der Kindheit eine Ängstlichkeit nachweisen. In sozialer Hinsicht sei die 
Beschwerdeführerin indes sehr gut eingebettet. Aufgrund der rezidivieren-
den depressiven Störung, aber auch der Angststörung und der damit ver-
bundenen zwanghaften Beschwerden müsse aus psychiatrischer Sicht 

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gesagt werden, dass der Beschwerdeführerin seit Oktober 2014 keine voll-
wertige … Tätigkeit mehr zumutbar sei. In einer adaptierten … Tätigkeit, 
wie sie von der Beschwerdeführerin aktuell in der H.________ ausgeübt 
werde, lasse sich aus psychiatrischer Sicht hingegen keine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit oder Verminderung der Leistungsfähigkeit seit Mai 
2015 begründen; von Oktober 2014 bis April 2015 habe auch in einer adap-
tierten Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden (AB 33.1 S. 15 f.).

Es liessen sich auch Ressourcen erkennen. Diesbezüglich sei insbesonde-
re die intakte psychosoziale Funktionsfähigkeit der Beschwerdeführerin in 
der Beziehung mit ihrem Ehemann, ihrer Tochter aber auch ihren Eltern 
und ihrer Schwester sowie ihren Freundinnen zu nennen. Die Versicherte 
mache auch gerne ..., vor einem Jahr habe sie zudem begonnen, ... zu 
spielen. In der Untersuchung habe sie sich mit einem völlig situations-
adäquaten Verhalten präsentieren können. Die Coping-Strategien könnten 
als ausreichend gut betrachtet werden (AB 33.1 S. 16). 

Das Fähigkeitsniveau, gemessen am Ratingbogen Mini-ICF-APP sei insge-
samt als mittelgradig eingeschränkt zu beurteilen. Insbesondere seien die 
Selbstbehauptungsfähigkeit, aber auch die Entscheidungs- und Urteils-
fähigkeit wie auch die Anwendung fachlicher Kompetenzen sowie die Fle-
xibilität und Umstellungsfähigkeit als eingeschränkt zu betrachten (AB 33.1 
S. 16 f.). 

Aufgrund ihrer bis heute unverändert gebliebenen Schwierigkeiten betref-
fend das Treffen von Entscheidungen und das Tragen von Verantwortung 
sowie einer ausgeprägten Selbstwertproblematik sei die Beschwerdeführe-
rin nicht mehr in der Lage, eine vollwertige … Tätigkeit auszuüben. Der 
Gesundheitszustand habe sich seit der Krankschreibung im Oktober 2014 
und der im Rahmen von 50% ausgeübten adaptierten Tätigkeit im Mai 
2015 stabilisiert. Panikattacken würden nur noch etwa einmal pro Woche 
auftreten und nicht mehr mehrmals täglich wie früher. Auch stimmungs-
mässig sei es zu einer Verbesserung gekommen, selbst wenn die Be-
schwerdeführerin zeitweise noch unter einer bedrückt-traurigen Stimmung, 
einer verminderten Energie und einer Müdigkeit leide. Aktuell sei der 
Schweregrad der Depression lediglich noch als leichtgradig zu beurteilen. 
Aufgrund der längeren Dauer der depressiven Beschwerden sei in diagnos-

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tischer Hinsicht insgesamt von einer rezidivierenden depressiven Störung 
auszugehen. Die Angststörung sei jedoch nach wie vor als erheblich zu 
beurteilen, welche insbesondere bei der Arbeit in Erscheinung trete 
(AB 33.1 S. 14). 

Unter Mitberücksichtigung der geklagten erheblichen Intensität der verblei-
benden und vor allem bei einer beruflichen Tätigkeit als vollwertige … auf-
tretenden Beschwerden seien die bisherigen Behandlungen als kaum aus-
reichend zu beurteilen. Insbesondere sei es als nicht nachvollziehbar zu 
betrachten, weshalb die Sitzungsfrequenz Anfang 2016 von einer Sitzung 
wöchentlich auf eine Sitzung alles 2 bis 3 Wochen reduziert worden sei 
(AB 33.1 S. 15). Aus therapeutischer Sicht werde dringend eine Intensivie-
rung der bestehenden Gesprächstherapie empfohlen. Darüber hinaus wer-
de auch eine Augmentationstherapie, beispielsweise mit Lyrica, empfohlen. 
Eine vorübergehende zusätzliche teilstationäre Behandlung in einer dafür 
speziell eingerichteten psychotherapeutischen Tagesklinik sei zudem als 
sehr empfehlenswert zu betrachten. Von diesen Massnahmen könne mittel-
fristig mit einer weiteren Verbesserung des Gesundheitszustands und da-
durch mit grosser Wahrscheinlichkeit auch der Arbeitsfähigkeit gerechnet 
werden (AB 33.1 S. 17)

3.1.4 Die rheumatologische Begutachtung durch Dr. med. E.________ 
vom 25. April 2016 ergab keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte 
der Gutachter eine Fibromyalgie, ein Panvertebralsyndrom, eine Mus-
keldysbalance und Muskeldekonditionierung, eine Penicillinallergie, einen 
Status nach Salpingektomie links bei extrauteriner Schwangerschaft 2004, 
einen Status nach spontanem Frühabort 2005, einen Status nach Polypek-
tomie im Uterus 2006, einen Status nach schwangerschaftsinduzierter Hy-
pertonie und beginnender Thrombopenie, einen Status nach Geburt mit 
Sectio 
caesarea 2007 sowie einen Status nach Velosturz mit Vorderarmfraktur 
links mit Plattenosteosynthese im Februar 2016 (AB 38.1 S. 15). 2011 sei 
die Beschwerdeführerin wegen diffuser Schmerzen in die Rheumatologie 
des Spitals K.________ zur Abklärung überwiesen worden. Aufgrund der 
Anamnese, der klinischen Untersuchung und der Laborergebnisse habe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 14

eine entzündliche rheumatische Erkrankung ausgeschlossen und eine Fi-
bromyalgie diagnostiziert werden können (AB 38.1 S. 16). Er teile die Mei-
nung, dass die Beschwerdeführerin an einer Fibromyalgie leide. Diese er-
kläre auch zu einem wesentlichen Teil das "Panvertebralsyndrom" und das 
"chronische lumbovertebrale Schmerzsyndrom mit pseudoradikulärer 
Ausstrahlung ins linke Bein". Natürlich spielten bei den Rücken- und Bein-
schmerzen wahrscheinlich auch mechanische Faktoren, wie die mässigen 
degenerativen Veränderungen an der Lendenwirbelsäule und die Muskel-
dekonditionierung und die Dysbalance eine Rolle. Die Schmerzen könnten 
teilweise durch Muskeltriggerpunkte erklärt werden. Bei den mässigen und 
nicht schwerwiegenden degenerativen Veränderungen, welche im Alter von 
über 50 Jahren fast die Regel seien, seien diese mechanischen Faktoren 
jedoch nicht so ausgeprägt, dass sich dadurch eine längerdauernde Ar-
beitsunfähigkeit in der bisherigen leichten Tätigkeit als … begründen liesse. 
In Anbetracht der im Wesentlichen altersentsprechenden objektiven rheu-
matologischen Befunde sei von einer guten Prognose auszugehen. Aus 
rheumatologischer Sicht seien, ausser Übungen zur Dehnung und Kräfti-
gung, keine Therapien zu empfehlen. Es bestehe aus rheumatologischer 
Sicht keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Die subjektiven Be-
schwerden, vereinbar mit einer Fibromyalgie, seien aus psychiatrischer 
Sicht zu bewerten (AB 38.1 S. 18). Als gemeinsame interdisziplinäre Beur-
teilung könne diejenige des psychiatrischen Gutachters uneingeschränkt 
übernommen werden (AB 33.1 S. 21)

3.1.5 Ab Oktober 2016 wurde die Gesprächstherapie bei Dr. med. 
F.________ auf eine Sitzung wöchentlich intensiviert (AB 43). Im Verlaufs-
bericht vom 29. resp. 30. April 2017 wird als Diagnose neu eine kombinier-
te Persönlichkeitsstörung mit Zwangs- und Angstsymptomen sowie ausge-
prägter Selbstunsicherheit (ICD-10: F61) mit folgender rezidivierender de-
pressiver Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33) festgehalten. Die 
Versicherte habe seit Februar 2002 als … bei der H.________ gearbeitet. 
Die Anstellung sei ihr auf Februar 2017 wegen einer krankheitsassoziierten 
Leistungsminderung (Unmöglichkeit, ihr Pflichtenheft zu erfüllen) gekündigt 
worden. Der psychische Zustand der Beschwerdeführerin sei seit längerem 
befriedigend: Stimmung sowie Antrieb seien gut, sie könne Initiative entwi-
ckeln. Das Selbstwertgefühl bleibe fragil. Unsichere Situationen ertrage die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 15

Beschwerdeführerin schlecht. Sie reagiere darauf mit der Entwicklung von 
Zwängen (Kontrollzwang, ritualisierte Handlungen). Konfrontiert mit einer 
kritischen Umgebung oder Leistungsdruck entwickle sie bald Angstsym-
ptome. Die Beschwerdeführerin fühle sich im Grossen und Ganzen eher 
wohl in ihrer neuen Situation. Sie … … bei I.________. Das aktuelle Ar-
beitsklima sei wohlwollend. Sie fühle sich geschätzt. Sie könne ohne 
Angstzustände arbeiten. Die Problematik ihrer Arbeitssituation (Unsicher-
heit des Pensums, schlechte Entlöhnung) trübten jedoch regelmässig ihre 
Stimmung. Als objektive Befunde wurde festgehalten, die Beschwerdefüh-
rerin sei eine kontaktfreudige, humorvolle Person mit guter Stimmung. 
Beim Ansprechen von schwierigen, konflikthaften Situationen käme es zu 
einem baldigen Auftreten von Angstgefühlen; eine eher pessimistische Er-
wartungshaltung in Beziehungen sowie eine Selbstunsicherheit kämen zum 
Vorschein. Die Prognose bei einer angepassten Tätigkeit sei gut. Bei der 
Konfrontation mit einer kritischen, kompetitiven, leistungsorientierten Ar-
beitssituation drohten ein Rezidiv der depressiven Phasen und eine Zu-
nahme der Angst- und Zwangsstörungen (AB 48 S. 5). Die Beschwerdefüh-
rerin reagiere auf das Tragen von bestimmten Verantwortungen sowie auf 
eine kompetitive, kritische Umgebung mit der Entwicklung von Angstzu-
ständen und Zwangssymptomen. Bei langdauernder solcher Belastung 
drohe eine zunehmende Destabilisierung des psychischen Zustands. Die 
bisherige Erwerbstätigkeit als … sei nur unter ganz bestimmten Bedingun-
gen zumutbar: Verantwortungen müssten durch Vorgesetzte mitgetragen 
werden, es müsse eine Rückversicherungsmöglichkeit bestehen, die Um-
gebung müsse wohlwollend und nicht zu leistungsorientiert sein. Die Be-
schwerdeführerin sei sehr gut in der Lage, die Art der Verantwortungen, die 
sie tragen könne, zu evaluieren. Die Beschwerdeführerin arbeite zurzeit, 
zur Aufrechterhaltung einer Tagesstruktur, als …. Sie fühle sich wohl dabei. 
Eine Wiedereingliederung durch die Invalidenversicherung in einer ange-
passten Tätigkeit mit Zusatzausbildung sei möglich, wünschenswert und 
zumutbar (AB 48 S. 6).

3.1.6 Mit Verlaufsbericht vom 17. Juli 2017 hielt die behandelnde Psych-
iaterin sodann fest, die Intensivierung der Therapie ab Oktober 2016 habe 
keine konkrete Veränderung zur Folge gehabt. Im Zusammenhang mit dem 
stabilen psychischen Zustand der Beschwerdeführerin sei die Frequenz in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 16

der Folge ab April 2017 wieder auf eine Sitzung jede zweite Woche redu-
ziert worden. Im Lauf der Behandlung sei zunehmend sichtbar geworden, 
dass die Problematik der Beschwerdeführerin seit längerem bestehe. Ängs-
te und Zwänge bestünden seit der Kindheit/Adoleszenz und träten in 
Stresssituationen auf. Das schlechte Selbstwertgefühl, das fehlende 
Selbstvertrauen, die Angst, etwas Falsches oder Ungenügendes zu tun, die 
Angst, abgelehnt zu werden und die Neigung zum Zweifeln und sich in 
Frage zu stellen begleiteten die Beschwerdeführerin seit der Jugend. Die 
Notwendigkeit, beim Treffen von bestimmten Entscheidungen sich absi-
chern zu können, unterstützt zu werden sowie die Schwierigkeiten, sich in 
einer kompetitiven und kritischen Umgebung zu bewegen, würden mit die-
sen Merkmalen zusammenhängen. Diese seien als Persönlichkeitsanoma-
lien zu beurteilen. Am früheren Arbeitsplatz sei es wiederholt zu einer de-
pressiv-ängstlichen Dekompensation der Persönlichkeit, welche zur Sym-
ptomdiagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit Angst- und 
Zwangssymptomen geführt habe, gekommen. Seit die Versicherte in der 
neuen und angepassten Beschäftigung als … tätig sei, hätten sich die 
ängstlich-depressiven Zustände, die im Zusammenhang mit der Kritik und 
Ablehnung (Kündigung der früheren Stelle, erfolglose Bewerbungen) sowie 
der unklaren und/oder neuen Situation aufgetreten seien, rasch stabilisiert 
(AB 58 S. 5). 

3.1.7 Im Rahmen der psychiatrischen Verlaufsbegutachtung durch 
Dr. med. D.________ vom 20. November 2017 wurde die im Gutachten 
vom 6. Mai 2016 gestellte Diagnose einer nicht näher bezeichneten Angst-
störung (ICD-10: F41.9) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit bestätigt sowie eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärti-
ger Remission (ICD-10: F33.4) als Diagnose ohne Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit festgehalten (AB 63.1 S. 11). 

Aufgrund der aktuellen Untersuchungsbefunde sowie der anamnestischen 
Angaben der Beschwerdeführerin lasse sich keine Depression mehr objek-
tivieren. In diagnostischer Hinsicht sei von einer rezidivierenden depressi-
ven Störung mit gegenwärtiger Remission auszugehen (AB 63.1 S. 13). 
Des Weiteren müsse festgehalten werden, dass die in seinem Gutachten 
vom 6. Mai 2016 gestellte Diagnose einer nicht näher bezeichneten Angst-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 17

störung nach wie vor bestätigt werden könne, auch wenn es im Verlauf 
diesbezüglich zu einer deutlichen Verbesserung gekommen sei. Die Be-
schwerdeführerin leide nach wie vor unter einer Selbstwertproblematik ver-
bunden mit einem häufigen Gefühl, etwas Falsches gemacht zu haben. Die 
Ängste der Beschwerdeführerin würden intensiviert, sobald sie mit ihrer 
früheren Tätigkeit als … bei der H.________ konfrontiert werde (AB 63.1 
S. 12). 

Schwerwiegende psychiatrische Komorbiditäten liessen sich nicht nach-
weisen. Insbesondere sei in diesem Kontext erwähnt, dass sich keine Per-
sönlichkeitsstörung diagnostizieren lasse. Gegen das Vorliegen einer Per-
sönlichkeitsstörung spreche die Tatsache, dass während der aktuellen Un-
tersuchung keine ausgeprägteren Psychopathologien hätten festgestellt 
werden können, welche in einen Zusammenhang mit einer Persönlich-
keitsstörung gebracht werden könnten. Darüber hinaus lasse sich eine 
weitgehende Objektkonstanz feststellen. Die psychosoziale Funktions-
fähigkeit in der Beziehung mit ihrem Ehemann, ihrer Tochter sowie ihren 
Freundinnen, aber auch der Mutter sei als intakt zu beurteilen. Während 
der aktuellen Untersuchung hätten sich ebenfalls keine ausgeprägten Psy-
chopathologien feststellen lassen, welche zu einer negativen Interferenz in 
der Beziehung mit dem Untersucher geführt hätten. Es hätten sich auch 
vielfältige Ressourcen feststellen lassen. Diesbezüglich sei nebst der intak-
ten psychosozialen Funktionsfähigkeit die Tatsache zu nennen, dass die 
Beschwerdeführerin vielseitig interessiert sei. Sie informiere sich mit dem 
Hören von Informationssendungen im Radio. Darüber hinaus lese sie gerne 
Bücher, begebe sich auch gerne ins Theater oder in ein Museum und spie-
le sehr gerne und regelmässig …. Sozial sei sie zudem als gut eingebettet 
zu beurteilen. Behandlungsanamnestisch lasse sich ein ausgewiesener 
Leidensdruck feststellen. Die Beschwerdeführerin begebe sich seit drei 
Jahren in eine ambulante Psychotherapie bei Dr. med. F.________ und 
nehme auch weiterhin Citalopram 40 mg täglich ein. Das Fähigkeitsniveau, 
gemessen am Ratingfragebogen Mini-ICF-APP könne insgesamt aus rein 
psychiatrischer Sicht als nicht relevant eingeschränkt betrachtet werden. 
Unter all den erwähnten Faktoren könne die Prognose unter der Voraus-
setzung, dass die Beschwerdeführerin nicht gezwungen sei, weiterhin einer 
Tätigkeit als … nachzugehen, insgesamt als nicht ungünstig beurteilt wer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 18

den. Unter dieser Voraussetzung liessen sich keine relevanten Funktions-
einschränkungen nennen. Bei einer allfälligen künftigen Tätigkeit als … 
müsse mit einem Wiederauftreten all der oben erwähnten Symptome, im 
Speziellen der Ängste, des Kontrollzwangs und der Panikattacken gerech-
net werden. Aufgrund der Beschwerden von Seiten der nicht näher be-
zeichneten Angststörung und der damit verbundenen zwanghaften Be-
schwerden sei der Beschwerdeführerin nach wie vor und unverändert keine 
vollwertige … Tätigkeit mehr zumutbar. Seit seinem ersten psychiatrischen 
Gutachten, seit Mai 2016, lasse sich in einer adaptierten Tätigkeit aus rein 
psychiatrischer Sicht hingegen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
oder eine Verminderung der Leistungsfähigkeit begründen (AB 63.1 
S. 13 f.). 

Anlässlich der Verlaufsuntersuchung sei die Stimmung ausgeglichen ge-
wesen. Zu keinem Zeitpunkt habe sich eine bedrückte oder traurige und 
auch keine gereizte oder aggressive Stimmung feststellen lassen. Die Be-
schwerdeführerin habe immer wieder lächeln können. Die affektive Modula-
tionsfähigkeit und Vitalität seien nicht eingeschränkt und der Gedanken-
gang in formaler wie auch in inhaltlicher Hinsicht unauffällig gewesen. Kon-
zentrations-, Aufmerksamkeits- oder Auffassungsstörungen oder Ermü-
dungszeichen hätten sich rein klinisch nicht feststellen lassen. Hinweise für 
einen psychotischen Prozess seien nicht vorgelegen. In psychomotorischer 
Hinsicht hätten sich keine pathologischen Befunde gezeigt. Die Beschwer-
deschilderung sei logisch und kohärent und ohne relevante Dramatisie-
rungstendenz und die Angaben konsistent gewesen (AB 38.1 S. 10). 

Anlässlich der Untersuchung habe sich anamnestisch ein Schmerzsyndrom 
mit andauernden Schmerzen im Bereich des ganzen Körpers nachweisen 
lassen. Aus psychiatrischer Sicht müsse dazu gesagt werden, dass die 
Beschwerdeführerin während der Untersuchung nicht den Eindruck hinter-
lassen habe, unter andauernden schweren und quälenden Schmerzen zu 
leiden. Lediglich zweimal während der 75 Minuten dauernden Untersu-
chung hätten Mimik und Gestik bei einem Wechsel der Sitzposition kurz-
dauernd Schmerzen angedeutet. Des Weiteren müsse insofern eine gewis-
se Diskrepanz festgestellt werden, als dass die Beschwerdeführerin eine 
andauernde erhebliche Schmerzintensität angebe, andererseits jedoch nur 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 19

selten ein Schmerzmittel einnehme. Unter Berücksichtigung all dieser Fak-
toren könne die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerz-
störung nicht gestellt werden (AB 63.1 S. 11 f.). 

3.1.8 Vom 11. März bis 31. Mai 2019 nahm die Beschwerdeführerin am 
Programm der J.________ teil. Im Abschlussbericht vom 31. Mai 2019 sind 
als Diagnosen eine Fibromyalgie sowie rezidivierende depressive Episoden 
genannt. Die Beschwerdeführerin berichte, insgesamt sehr vom 
J.________-Programm profitiert zu haben. Die Schmerzen im Bereich des 
rechten Beins hätten sich durch das regelmässige Dehnen und Aufbautrai-
ning deutlich gebessert. Schmerzen spüre sie nur noch beim raschen 
Bergaufgehen. Die Schmerzen im rechten Ellenbogen hätten unter konse-
quenter Einnahme nicht-steroidaler Antirheumatika sowie physiotherapeuti-
schen Massnahmen ebenfalls deutlich gebessert. Aktuell mache sie wei-
terhin Übungen als Vorbereitung für das …, welches sie im August oder 
September (nach gut sechs Monaten Pause) wieder aufnehmen möchte. 
Schwierigkeiten bereite aktuell vor allem das Schreiben mit der rechten 
Hand, wobei es kurz nach Schreibbeginn zu Verkrampfungen in der Hand 
und dem rechten Arm komme. Leichte Verbesserungen hätten mit der Er-
gotherapie erreicht werden können, jedoch bestehe dort noch weiterer The-
rapiebedarf, weshalb die Beschwerdeführerin nach Abschluss des 
J.________-Programms die Ergotherapie fortführen werde. Ausserdem 
wolle die Beschwerdeführerin das Kraft- und Ausdauertraining fortführen 
und wieder einmal wöchentlich Schwimmen gehen. Während des 
J.________-Programms sei die Beschwerdeführerin während des ersten 
Monats zu 100%, während des zweiten Monats zu 80% und während des 
dritten Monats zu 60% arbeitsunfähig geschrieben gewesen. Nach Ab-
schluss des J.________-Programms sei keine weitere Arbeitsunfähigkeit 
mehr ausgestellt worden (AB 74 S. 2 f.).

3.1.9 Mit Verlaufsbericht vom 30. September 2019 hielt die behandelnde 
Psychiaterin eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit Zwangs- und 
Angstsymptomen (ICD-10: F61) mit folgender rezidivierender depressiver 
Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4) fest (AB 76 S. 2). Die ge-
genwärtige Behandlung bestehe noch in einer Sitzung alle sechs Wochen 
sowie Citalopram 20mg täglich (AB 76 S. 3). Die Beschwerdeführerin be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 20

finde sich seit längerem in einem guten psychischen Zustand. Die Stim-
mung sei gut, es bestünden zurzeit weder Zeichen einer Depression noch 
Angstattacken oder Zwangssymptome. Sie fühle sich in ihrer Arbeit als … 
bei I.________ wohl. Die psychische Problematik der Beschwerdeführerin 
habe zum Verlust ihrer Arbeitsstelle als … geführt und verunmögliche, dass 
sie weiterhin in ihrem erlernten Beruf arbeite. Im Zusammenhang mit der 
Fibromyalgie beklage sich die Beschwerdeführerin über Schmerzen, mit 
denen sie gut umgehen könne. Es bestehe auch eine verstärkte Ermüdbar-
keit. Die Prognose sei bei Weiterbestehen einer der aktuellen Arbeit ent-
sprechenden Arbeitssituation mit gutem Arbeitsklima, Schätzung ihrer 
Kompetenz und adäquater Förderung gut. Das psychische Gleichgewicht 
bleibe fragil. Bei Auftreten von zu grosser Unsicherheit, Kritik und/oder Ab-
lehnung drohten die Symptome von bedrückter bis depressiver Stimmung, 
Angst und Zwang sich wieder zu entwickeln (AB 76 S. 6). 

3.2 In medizinischer Hinsicht stützt sich die Beschwerdegegnerin im 
Wesentlichen auf die Ergebnisse der Begutachtungen der Beschwerdefüh-
rerin vom April 2016 (bidisziplinär: psychiatrisch und rheumatologisch) so-
wie vom November 2017 (psychiatrische Verlaufsbegutachtung). Dies ist 
nicht zu beanstanden. Die Gutachten erfüllen sämtliche der in Erwä-
gung 2.6 hiervor genannten, von der Rechtsprechung an medizinische Ex-
pertisen gestellten Anforderungen und erbringen damit hinsichtlich des me-
dizinischen Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin grundsätzlich 
vollen Beweis (vgl. E. 2.7 hiervor). Sie sind im Hinblick auf die streitigen 
Belange umfassend, beruhen auf allseitigen Untersuchungen, berücksichti-
gen die geklagten Beschwerden, sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben 
worden und in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und die Schluss-
folgerungen sind begründet. Konkrete Indizien, die gegen die Zuverlässig-
keit der Expertisen sprechen, sind keine ersichtlich.

Gestützt auf das rheumatologische Gutachten von Dr. med. E.________ 
vom 24. Juni 2016 (AB 38.1; vgl. E. 3.1.4 hiervor) kann eine relevante so-
matische Erkrankung mit längerdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit bei der Beschwerdeführerin auch unter Berücksichtigung der übrigen 
medizinischen Akten mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 21

lichkeit ausgeschlossen werden. Etwas anderes wird denn auch beschwer-
deweise nicht geltend gemacht. Gemäss dem psychiatrischen Gutachter 
Dr. med. D.________ liegen bei der Beschwerdeführerin auf psychiatri-
schem Fachgebiet eine nicht näher bezeichnete Angststörung (ICD-10: 
F41.9) sowie eine rezidivierende depressive Störung mit leichtgradiger Epi-
sode (April 2016; AB 33.1 S. 12) resp. gegenwärtiger Remission (Novem-
ber 2017; AB 63.1 S. 11) vor. Die von der Beschwerdeführerin berichteten, 
mittlerweile unstrittig remittierten Zwangssymptome waren nach überein-
stimmender Meinung des psychiatrischen Gutachters wie auch der behan-
delnden Psychiaterin nie derart ausgeprägt, als dass sie die Kriterien für 
die separate Diagnosestellung einer Zwangsstörung erfüllt hätten (vgl. 
AB 33.1 S. 17 sowie E. 3.1.3 hiervor). Dasselbe gilt für die Diagnose einer 
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. Während keiner der Untersu-
chungen hat die Beschwerdeführerin den Eindruck hinterlassen, unter an-
dauernden schweren und quälenden Schmerzen zu leiden, sodass die Kri-
terien einer entsprechenden Diagnose übereinstimmend als nicht erfüllt zu 
betrachten sind (vgl. AB 33.1 S. 15, AB 38.1 S. 11 und 13, AB 63.1 S. 12). 
Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung, wie sie von der behandelnden 
Psychiaterin zwischenzeitlich postuliert wird, konnte vom psychiatrischen 
Gutachter Dr. med. D.________ im Verlaufsgutachten sodann mit nach-
vollziehbarer Begründung ausgeschlossen werden, konnten doch anläss-
lich der Untersuchungen keine ausgeprägten Psychopathologien, sondern 
vielmehr vielfältige Ressourcen und eine intakte psychosoziale Funktions-
fähigkeit festgestellt werden (AB 63.1 S. 13). 

3.3 Nach dem Dargelegten erweist sich der medizinische Sachverhalt 
mit den Vorgutachten und dem psychiatrischen Verlaufsgutachten vom 
28. Dezember 2017(AB 63.1) als rechtsgenüglich abgeklärt. Von weiteren 
medizinischen Abklärungen sind bei dieser Ausgangslange keine neuen 
Erkenntnisse mehr zu erwarten, weshalb auf solche in antizipierter Be-
weiswürdigung zu verzichten ist (vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 
90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). 
Hinsichtlich der vom psychiatrischen Gutachter im Verlaufsgutachten als 
mit Auswirkung auf die Arbeitsunfähigkeit einzig noch gestellten Diagnose 
einer nicht näher bezeichneten Angststörung (ICD-10: F41.9) ist festzuhal-
ten, dass diese einzig auf anamnestischen Angaben und nicht auf echtzeit-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 22

lichen Feststellungen des Gutachters (weder anlässlich der ersten noch der 
Verlaufsbegutachtung) beruht, jedoch aufgrund der übereinstimmenden 
anamnestischen Angaben als gesichert erscheint. Die Diagnose hält denn 
auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 
stand (vgl. E. 2.2 hiervor; Hinweise auf ein aggravatorisches Verhalten der 
Beschwerdeführerin oder eine ähnliche Erscheinung finden sich nicht [vgl. 
AB 33.1 S. 18, AB 38.1 S. 19, AB 63.1 S. 15]). 

3.4 Zu prüfen bleibt, ob der nicht näher bezeichneten Angststörung 
resp. generell der psychischen Problematik der Beschwerdeführerin in ei-
ner gesamthaften Würdigung der massgebenden Indikatoren gemäss BGE 
141 V 281 aus juristischer Sicht eine invalidisierende Wirkung zuerkannt 
werden kann (vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3 S. 54). Diese Beurteilung ist ge-
stützt auf die medizinische Faktenlage und damit im Wesentlichen auf die 
in sachverhaltlicher Hinsicht voll beweiskräftigen Gutachten vom 6. Mai 
2016 (AB 33.1), 24. Juni 2016 (AB 38.1) und 28. Dezember 2017 (AB 63.1) 
vorzunehmen.

3.4.1 Kategorie "funktioneller Schweregrad"

3.4.1.1 Komplex "Gesundheitsschädigung"

Zum Indikator Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Sympto-
me ist festzuhalten, dass bei der Beschwerdeführerin anlässlich der ersten 
psychiatrischen Begutachtung nur geringe (vgl. AB 33.1 S. 11) und anläss-
lich der Verlaufsbegutachtung keine pathologischen Befunde mehr zu er-
heben waren (vgl. AB 63.1 S. 10). Das Funktionsniveau der Beschwerde-
führerin wurde in der Folge vom Gutachter nachvollziehbar als nicht rele-
vant eingeschränkt betrachtet (AB 63.1 S. 14). Dies deckt sich mit den 
Feststellungen gemäss Verlaufsbericht der behandelnden Psychiaterin vom 
30. September 2019, dass sich die Beschwerdeführerin seit längerem in 
einem guten psychischen Zustand befindet, ihre Stimmung gut ist und seit 
längerem weder Zeichen einer Depression noch Angstattacken oder 
Zwangssymptome bestehen (vgl. AB 76 S. 6). Angesichts der praktisch 
vollständig blanden objektiven Befunde anlässlich der gutachterlichen Be-
funderhebungen und der sich damit weitestgehend deckenden Berichte der 
behandelnden Psychiaterin ist in Übereinstimmung mit der Beschwerde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 23

gegnerin eine erhebliche Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde zu 
verneinen resp. im vorliegend relevanten Zeitraum von einem relativ gering 
ausgeprägten Leiden auszugehen (vgl. AB 83 S. 2). 

Zum Indikator Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz 
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist festzuhalten, dass es seit der Be-
gutachtung vom 25. April 2016 unstrittig zu einer deutlichen Verbesserung 
gekommen ist. Die Symptome der Ängste und des Kontrollzwangs und der 
Panikattacken traten im Zeitpunkt der Verlaufsbegutachtung vom 20. No-
vember 2017 lediglich noch in Verbindung mit Erinnerungen an die ehe-
mals ausgeübte Tätigkeit als … auf und eine Depression liess sich nicht 
mehr objektivieren (AB 63.1 S. 12 f.; siehe auch AB 76 S. 6). Die Be-
schwerdeführerin geht seit 2017 einer angepassten Beschäftigung als … 
nach. In dieser Arbeit fühlt sie sich nach übereinstimmenden Angaben in 
den Akten wohl (vgl. AB 58 S. 5, AB 63.1 S. 13, AB 76 S. 6) und mit den 
ca. 15 Lektionen pro Woche als ... für ... bei I.________ (vgl. AB 63.1 S. 13 
sowie Protokoll per 30. März 2020 S. 5 [in den Gerichtsakten]) – bei medi-
zinisch unstrittig uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit in Bezug auf eine sol-
che Tätigkeit (AB 63.1 S. 14) – beruflich genügend ausgelastet, worauf die 
berufliche Eingliederung in Absprache mit der Beschwerdeführerin abge-
schlossen wurde (AB 79). Der Indikator Behandlungs- und Eingliede-
rungserfolg oder -resistenz spricht damit als wichtiger Schweregradindika-
tor auch angesichts der mittlerweile attestierten guten Prognose – auch 
wenn diese unter der einschränkenden Bedingung abgegeben wurde, dass 
die Beschwerdeführerin nicht mehr in ihre angestammte Tätigkeit als … 
zurückkehrt (vgl. AB 63.1 S. 14, AB 76 S. 6), – gegen das Vorliegen einer 
invalidisierenden Beeinträchtigung.

Schwerwiegende Komorbiditäten liessen sich anlässlich der Begutachtun-
gen nicht nachweisen (vgl. AB 33.1 S. 15, AB 63.1 S. 13) und werden denn 
auch nicht geltend gemacht. Insbesondere kommt der bei der Beschwerde-
führerin diagnostizierten Fibromyalgie nach übereinstimmender Beurteilung 
in den Akten keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu (vgl. AB 33.1 
S. 12, AB 38.1 S. 15, AB 63.1 S. 11 ff.). Das Vorliegen relevanter psychi-
scher oder somatischer Komorbiditäten, welche der Beschwerdeführerin in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 24

erheblichem Ausmass Ressourcen rauben würden, ist damit zu verneinen 
(vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.).

3.4.1.2 Komplex "Persönlichkeit"

Bei der Beschwerdeführerin liess sich keine Persönlichkeitsstörung dia-
gnostizieren. Während der gutachterlichen Untersuchung vom 20. Novem-
ber 2017 konnten keine ausgeprägteren Psychopathologien festgestellt 
werden und die psychosoziale Funktionsfähigkeit der Beschwerdeführerin 
erwies sich als in jeglicher Hinsicht intakt. Das Fähigkeitsniveau gemessen 
am Ratingbogen Mini-ICF-APP konnte insgesamt als nicht relevant einge-
schränkt betrachtet werden. Es liessen sich auch vielfältige Ressourcen 
feststellen. Diesbezüglich wurde gutachterlicherseits nebst der intakten 
psychosozialen Funktionsfähigkeit die Tatsache genannt, dass die Be-
schwerdeführerin vielseitig interessiert sei, sich mit dem Hören von Infor-
mationssendungen im Radio informiere, gerne Bücher lese, sich auch ger-
ne ins Theater oder in ein Museum begebe und darüber hinaus gerne und 
regelmässig … spiele (AB 63.1 S. 13 f. vgl. AB 33.1 S. 15 f.). Auch wenn 
die Beschwerdeführerin gemäss Gutachten nach wie vor an einer Selbst-
wertproblematik verbunden mit dem häufigen Gefühl, etwas Falsches ge-
macht zu haben, leidet (AB 63.1 S. 12), fällt ihre Persönlichkeit, die vom 
Gutachter als zielstrebig, ehrgeizig und mit einem hohen Leistungsideal 
verbunden beschrieben wird (vgl. AB 33.1 S. 15 f.), im Rahmen einer um-
fassenden Ressourcenprüfung damit weder positiv noch negativ ins Ge-
wicht. 

3.4.1.3 Komplex "Sozialer Kontext"

Die Beschwerdeführerin verfügt grundsätzlich über einen geregelten Ta-
gesablauf (vgl. AB 63.1 S. 8; siehe auch AB 33.1 S. 9). Die Beziehungen 
mit ihrem Ehemann wie auch mit ihrer Tochter sind gut. Auch pflegt sie 
nach wie vor eine gute Beziehung mit vier bis fünf Freundinnen in Bern, mit 
denen sie gerne zusammen ist. Sie würden sich gegenseitig einladen und 
auch gemeinsam ins Theater oder in Museen gehen. Sodann spielt sie 
regelmässig einmal pro Woche ..., geht gerne Skifahren und am Meer ba-
den. ... macht sie jedoch nicht mehr, da sie hierfür wegen des … keine Zeit 
mehr habe (AB 63.1 S. 8; siehe auch AB 33.1 S. 8 f.). Die Beschwerdefüh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 25

rerin verfügt nach dem Dargelegten angesichts ihres Tagesablaufs resp. 
des hohen Aktivitätsniveaus und insbesondere ihrer guten sozialen Einbet-
tung (vgl. AB 63.1 S. 14) im sozialen Bereich über gute mobilisierbare Res-
sourcen. 

3.4.2 Kategorie "Konsistenz"

Von einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen 
vergleichbaren Lebensbereichen kann vorliegend nicht gesprochen wer-
den. Vielmehr hat die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben ein Jahr 
vor der ersten Begutachtung und damit in einer Zeit, in der sie vollständig 
arbeitsunfähig geschrieben war, neu angefangen, … zu spielen (vgl. 
AB 33.1 S. 9 i.V.m. AB 33.1 S. 14) und scheint auch in der übrigen Frei-
zeitgestaltung in keiner Weise eingeschränkt. So hält denn auch der psych-
iatrische Gutachter in seinem Verlaufsgutachten vom 28. Dezember 2017 
(AB 63.1) als Unterschied zum Aktivitätsniveau vor Eintritt des Gesund-
heitsschadens einzig fest, vollwertige … Tätigkeiten seien der Beschwerde-
führerin seither nicht mehr zumutbar (vgl. AB 63.1 S. 18).

Soweit der Gutachter festhält, behandlungsanamnestisch lasse sich ein 
ausgewiesener Leidensdruck feststellen (AB 63.1 S. 14), muss dies vorlie-
gend relativiert werden. Im Rahmen der ersten Begutachtung im April 2016 
wurde die Behandlung der Beschwerdeführerin als kaum ausreichend beur-
teilt (AB 33.1 S. 15). In der Folge wurde eine Intensivierung der psychia-
trisch-psychotherapeutischen Behandlung als erforderlich und zumutbar 
erachtet (vgl. AB 33.1 S. 17, AB 41 f.), worauf die Therapiefrequenz bei 
Dr. med. F.________ ab Oktober 2016 vorübergehend wieder (vgl. AB 18 
S. 3) auf eine Sitzung wöchentlich erhöht wurde (AB 43). Nachdem dies 
gemäss Bericht der behandelnden Psychiaterin vom 17. Juli 2017 keine 
konkrete Veränderung zur Folge hatte, wurde die Therapiefrequenz ab 
April 2017 nach nur sechs Monaten wieder auf eine Sitzung jede zweite 
Woche reduziert (AB 58 S. 5). Die Behandlung wurde in der Folge weiter 
reduziert und bestand im Zeitpunkt des Verlaufsberichts vom 30. Septem-
ber 2019 noch in einer Sitzung alle 6 Wochen und 20mg Citalopram täglich 
(AB 76 S. 3). Zudem wurde die berufliche Eingliederung in Absprache mit 
der Beschwerdeführerin abgeschlossen, da sich die Beschwerdeführerin 
mit den ca. 15 Lektionen pro Woche als … für … bei I.________ – bei me-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 26

dizinisch unstrittig uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit in Bezug auf eine 
solche Tätigkeit (AB 63.1 S. 14) – beruflich genügend ausgelastet (vgl. 
AB 63.1 S. 13 sowie Protokoll per 30. März 2020 S. 5 [in den Gerichtsak-
ten]) und in dieser Arbeit wohl fühlt (vgl. AB 58 S. 5, AB 63.1 S. 13, AB 76 
S. 6). Ein erheblicher Leidensdruck ist damit weder behandlungs- noch 
eingliederungsanamnestisch ausgewiesen.

3.5 In einer gesamthaften Würdigung der massgebenden Indikatoren 
gemäss BGE 141 V 281 ist nach dem Dargelegten die Schlussfolgerung 
der Beschwerdegegnerin zu bestätigen, wonach ein invalidisierender Ge-
sundheitsschaden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewie-
sen ist resp. der psychischen Problematik der Beschwerdeführerin aus 
rechtlicher Sicht keine invalidisierende Wirkung zuerkannt werden kann 
(vgl. AB 83 S. 2 f.). 

3.6 Es bleibt anzumerken, dass selbst bei – aufgrund der Indikatoren-
prüfung nach dem Dargelegten nicht gerechtfertigter – Annahme, dass der 
Beschwerdeführerin eine (vollwertige) … Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei, 
vorliegend entgegen der Beschwerdeführerin kein einen Rentenanspruch 
begründender Invaliditätsgrad vorläge. Bis Ende Januar 2017 hat die Be-
schwerdeführerin aufgrund der ihr attestierten psychischen Probleme un-
strittig keine Erwerbseinbusse erlitten, war sie bis zu diesem Zeitpunkt 
doch noch bei vollem Lohn bei der H.________ angestellt (vgl. AB 41, 
AB 48 S. 5 f., AB 63.1 S. 6). Es ist davon auszugehen, dass die Beschwer-
deführerin ohne die ihr attestierten psychischen Probleme nach wie vor 
unverändert bei der H.________ in einem 50%-Pensum arbeiten würde. 
Etwas anderes wird von der Beschwerdeführerin denn auch nicht geltend 
gemacht. Vielmehr wird auch von ihr als hypothetisches Valideneinkommen 
darauf abgestellt, was sie in einem 50%-Pensum bei der H.________ ver-
dienen würde (vgl. Beschwerde unter III. Begründung, Ziff. 10). 

Bei dieser Ausgangslage und angesichts des Umstands, dass sich die 
Beschwerdeführerin mit den ca. 15 Lektionen pro Woche als … für … bei 
I.________ – bei medizinisch unstrittig uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit 
in Bezug auf eine solche Tätigkeit (AB 63.1 S. 14) – beruflich genügend 
ausgelastet erachtet (vgl. AB 63.1 S. 13 sowie Protokoll per 30. März 2020 
S. 5 [in den Gerichtsakten]), ist auch unter Berücksichtigung der Tatsache, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 27

dass die Tochter der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der angefochtenen 
Verfügung bereits zwölf Jahre alt war, unverändert von einem Status von 
50% Erwerbstätigkeit und 50% Haushalt auszugehen, wie dies die Be-
schwerdeführerin mit dem beschwerdeweise geltend gemachten Validen-
einkommen zumindest implizit auch selbst tut. Ein davon abweichender 
Status wird weder geltend gemacht noch lassen die gesamten Umstände 
nach dem Dargelegten einen solchen als überwiegend wahrscheinlich er-
scheinen. 

Seit 1. Januar 2015 betrug der Lohn der Beschwerdeführerin bei der 
H.________ gemäss Fragebogen für Arbeitgebende vom 22. Juli 2015 
(AB 12 S. 3) Fr. 80'229.50 pro Jahr. Aufindexiert auf das Jahr 2017 (man-
gels Erwerbseinbusse fällt ein Rentenanspruch für die Zeit davor ausser 
Betracht) ergibt dies ein hypothetisches Valideneinkommen von 
Fr. 80'931.90 (Fr. 80'229.50 / 102.8 x 103.7 [Bundesamt für Statistik, 
Schweizerischer Lohnindex, Tabelle T1.2.10 Nominallohnindex, Frauen, 
2011 - 2019, Öffentliche Verwaltung]) resp. nach der gemäss Art. 27bis 
Abs. 3 lit. a IVV erforderlichen Aufrechnung auf ein 100%-Pensum (vgl. 
E. 2.4 hiervor) ein für die Bemessung des Invaliditätsgrades im erwerbli-
chen Bereich zu berücksichtigendes Einkommen von Fr. 161'863.80 
(Fr. 80'931.90 x 2). 

Seit Mai 2015 wird der Beschwerdeführerin von Seiten des psychiatrischen 
Gutachters für sämtliche nicht vollwertigen … Tätigkeiten eine uneinge-
schränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit attestiert. Bedingung ist ein gutes 
Arbeitsklima, die Möglichkeit, bei Unsicherheiten den Vorgesetzten zu kon-
sultieren und kein allzu kompetitives Umfeld (vgl. AB 33.1 S. 14 und S. 16, 
AB 63.1 S. 14; siehe auch AB 48 S. 5 f., AB 58 S. 5 und AB 76 S. 6). Unter 
Berücksichtigung, was die Beschwerdeführerin nach Abschluss ihres Stu-
diums in den Jahren 1994 bis 1999 in nicht-… Tätigkeiten verdient hat (vgl. 
AB 33.1 S. 8 und S. 12 i.V.m. AB 13) liegt das Einkommen, dass sie aktuell 
als … für … verdient (vgl. Beschwerdebeilage [BB] 7), weit unter dem, was 
sie auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt verdienen könnte. 
Für die Bemessung des Invaliditätsgrades im erwerblichen Bereich ist je-
doch auf Letzteres abzustellen (vgl. SVR 2018 IV Nr. 24 S. 79 E. 6.1). 
Hierzu sind die Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 28

nach den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturer-
hebungen (LSE) heranzuziehen. Dabei können aufgrund des Werdegangs 
der Beschwerdeführerin und ihrer jahrelangen Berufserfahrung bei … und 
in der H.________ (siehe AB 13 S. 4 f.) alternativ die statistischen Daten 
des Bereichs Finanz- und Versicherungsdienstleistungen oder der öffentli-
chen Verwaltung herangezogen werden, wobei in jedem Fall auf das Kom-
petenzniveau 3 (komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wis-
sen in einem Spezialgebiet voraussetzen) und nicht auf das Kompetenzni-
veau 4, welches Tätigkeiten mit komplexer Problemlösung und Entschei-
dungsfindung umfasst, welche ein grosses Fakten- und theoretisches Wis-
sen in einem Spezialgebiet voraussetzen, abzustellen ist, da Letzteres der 
Beschwerdeführerin gemäss psychiatrischer Beurteilung nicht mehr zumut-
bar ist. Wird zugunsten der Beschwerdeführerin auf den tieferen statisti-
schen Wert im Bereich der öffentlichen Verwaltung abgestellt, ergibt dies 
angesichts der unstrittig vollständigen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefüh-
rerin in einer angepassten Tätigkeit ein hypothetisches Invalideneinkom-
men 2017 bei einem 100%-Pensum von Fr. 87'209.20 (Fr. 6'998 [Bundes-
amt für Statistik, LSE 2016 Tabelle T1, Kompetenzniveau 3, Frauen, 
Ziff. 84: Öffentliche Verwaltung] / 40 h x 41.5 h [siehe BGE 126 V 75 E. 3b 
bb S. 76; Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt-
schaftsabteilungen Ziff. 84: Öffentliche Verwaltung, 2017] / 103.6 x 103.7 
[aufindexiert von 2016 auf 2017; Bundesamt für Statistik, Schweizerischer 
Lohnindex, Tabelle T1.2.10 Nominallohnindex, Frauen, 2011 - 2019, Öf-
fentliche Verwaltung] x 12 [Umrechnung auf ein Jahr]).

Im Bereich Haushalt ist die Beschwerdeführerin unstrittig nicht relevant 
eingeschränkt. Die Haushaltsarbeiten erledigt sie gemäss eigenen Anga-
ben grundsätzlich alleine, wobei sie jedoch alle zwei Wochen für 2½ Stun-
den durch eine Raumpflegerin unterstützt wird (vgl. AB 33.1 S. 9, AB 38.1 
S. 9, AB 63.1 S. 8). Die entsprechende Unterstützung wäre im Rahmen der 
Schadenminderungspflicht auch dem Ehemann zuzumuten, womit dieser 
Umstand zu keiner Anerkennung einer Einschränkung der Beschwerdefüh-
rerin im Bereich Haushalt führen kann. 

Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen 2017 re-
sultiert eine Einschränkung im erwerblichen Bereich von 46% (100 / 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Juli 2020, IV/20/163, Seite 29

Fr. 161'863.80 x [Fr. 161'863.80 - Fr. 87'209.20]) resp. gewichtet von 23% 
(0.5 x 46%). Nachdem im Bereich Haushalt keine relevante Einschränkung 
ausgewiesen ist, beträgt der massgebende Invaliditätsgrad damit bei An-
nahme, dass der Beschwerdeführerin eine (vollwertige) ... Tätigkeit nicht 
mehr zumutbar ist, ab Februar 2017 23%. Es bestünde somit auch diesfalls 
kein Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. E. 2.3 hiervor).

3.7 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung der Be-
schwerdegegnerin vom 28. Januar 2020 (AB 83) somit nicht zu beanstan-
den und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

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2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin 
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.