# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7eaf5bba-fdb6-5bd1-a8b1-066a98513663
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 22.09.2025 110 2025 40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2025-40_2025-09-22.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

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3013 Bern
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www.bvd.be.ch/ra

BVD 110/2025/40

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 22. September 2025

in der Beschwerdesache zwischen

C.________
Beschwerdeführerin

vertreten durch Frau Rechtsanwältin D.________

und

E.________
Beschwerdegegnerin

sowie

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Lyss, Bau + Planung, Bahnhofstrasse 10, Postfach 
368, 3250 Lyss

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Lyss vom 5. März 2025 
(eBau-Nr. A.________; Ersatzneubau, generelle Baubewilligung)

I. Sachverhalt

1. Am 30. August 2022 reichte die B.________ bei der Gemeinde Lyss ein generelles Bauge-
such ein für die Errichtung eines Ersatzneubaus anstelle des bestehenden Gebäudes auf Parzelle 
Lyss Grundbuchblatt Nr. G.________. Die Parzelle liegt in der Mischzone M2. Gegenstand des 
generellen Baugesuchs sind unter anderem die Lage und Einordnung des Ersatzneubaus in die 
Umgebung und dessen äussere Gestaltung (Volumetrie, Aussenmasse). Gegen das Bauvorhaben 
erhob unter anderen die Beschwerdeführerin Einsprache.

2. Nach diversen Mängelbehebungen und der Einreichung ergänzender Unterlagen sowie 
mehrerer Projektänderungen erteilte die Gemeinde Lyss der Bauherrschaft mit Gesamtbauent-
scheid vom 5. März 2025 die generelle Baubewilligung für das geplante Bauvorhaben.

3. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 2. April 2025 Beschwerde bei der Bau- und 
Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Sie beantragt die Aufhebung des Gesamtbauent-
scheids vom 5. März 2025 und die Erteilung des Bauabschlags für das geplante Bauvorhaben der 

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Bauherrschaft. Dabei macht sie zusammengefasst geltend, dass die vorgesehene Baute die ma-
ximale Höhe und den grossen Grenzabstand nicht einhalte.

4. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet1, führte den Schriftenwech-
sel durch und holte die Vorakten ein. Mit Stellungnahme vom 6. Mai 2025 beantragte die Ge-
meinde Lyss die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung ihres Gesamtbauentscheids 
vom 5. März 2025. Mit Beschwerdeantwort vom 8. Mai 2025 beantragte die ursprüngliche Bau-
herrschaft einen Parteiwechsel zu Gunsten der Beschwerdegegnerin, zumal sie das betreffende 
Grundstück nach Erteilung der generellen Baubewilligung rechtmässig an diese veräussert habe. 
Weiter beantragt sie die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Gesamtbauent-
scheids vom 5. März 2025.

5. Mit Verfügung vom 26. Juni 2025 bot das Rechtsamt der Beschwerdegegnerin Gelegenheit, 
sich zum beantragten Parteiwechsel zu äussern. Diese erklärte sich mit Schreiben vom 16. Juli 
2025 damit einverstanden und schloss sich gleichzeitig den in der Beschwerdeantwort vom 8. Mai 
2025 von der ursprünglichen Bauherrschaft gestellten Anträgen vollumfänglich an. Mit Verfügung 
vom 7. August 2025 gab das Rechtsamt dem beantragten Parteiwechsel statt und nahm die Be-
schwerdegegnerin ins Rubrum auf.

6. In ihren Schlussbemerkungen vom 28. August 2025 erklärte sich auch die Beschwerdefüh-
rerin mit dem beantragten Parteiwechsel einverstanden und hielt an ihren ursprünglichen Rechts-
begehren fest.

7. Auf die Rechtsschriften und die Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann er 
– unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel angefochten 
werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im vorliegenden Fall das 
Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide können nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 
innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden. Die BVD ist 
somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen den Gesamtentscheid zuständig. 

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die Einspre-
cherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. Art. 40 
Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführerin, deren Einsprache abgewiesen wurde, ist durch den vor-
instanzlichen Gesamtentscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die 
form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirek-
tion (Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191).

2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1).
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).

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2. Gebäudehöhe

a) Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde vor, dass gemäss den Baugesuchsplä-
nen bei der Südwestfassade der Baute eine Fassadenhöhe von 8.6 m vorgesehen sei, obwohl 
bergseitig aufgrund des dort nicht zulässigen Hangzuschlags nur eine Fassadenhöhe von 7.5 m 
erlaubt sei. Zudem seien vorliegend entgegen den Ansichten der Vorinstanz und der Bauherr-
schaft zwei Attikageschosse auf unterschiedlichen Ebenen vorgesehen. Zumal weder das eine 
noch das andere Attikageschoss einen Rücksprung auf einer ganzen Fassadenseite aufweisen 
könne, sei die maximale Fassadenhöhe auf allen vier Gebäudeseiten einzuhalten. 

b) In der betreffenden Mischzone M2 ist gemäss Art. 212 Abs. 1 Bst a) GBR4 eine maximale 
traufseitige Fassadenhöhe von 7.5 m und eine Gesamthöhe von 11.5 m zulässig. Gemäss dem 
entsprechenden Hinweis im GBR (*1) zu Art. 212 Abs. 1) gilt die traufseitige Fassadenhöhe bei 
Gebäuden mit Flachdach – das heisst, bei einer Dachneigung von weniger als 5 Prozent – nur 
dann für alle Fassaden, wenn das oberste Geschoss die Attika-Anforderungen gemäss Art. 214 
Abs. 3 GBR nicht einhält. Sind die Anforderungen von Art. 214 Abs. 3 Bst. a) GBR eingehalten, 
ist die traufseitige Fassadenhöhe nur bei einer Fassade einzuhalten (vgl. *1) zu Art. 212 Abs. 1 
und Art. 214 Abs. 3 Bst. b). Art. 214 Abs. 3 Bst. a) GBR konkretisiert diese Anforderungen und 
hält fest, dass bei Flachdachgebäuden die traufseitige Fassadenhöhe auf allen Seiten einzuhalten 
ist, wenn das Attikageschoss eine Geschosshöhe von mehr als 3.2 m aufweist, die maximal zuläs-
sige Fläche gemäss Anhang A135 des GBR überschreitet und nicht auf mindestens einer ganzen 
Fassade um mindestens 2.5 m von der darunterliegenden Fassade zurückversetzt ist.

Schliesslich hält Art. 212 Abs. 2 GBR fest, dass bei Bauten am Hang mit Ausnahme der bergsei-
tigen Fassade überall eine Mehrhöhe von 1.2 m gestattet ist. Als Hang gilt gemäss dieser Bestim-
mung eine Neigung des massgebenden Terrains, die in der Falllinie gemessen innerhalb des Ge-
bäudegrundrisses wenigstens 10% beträgt.

c) Vorab ist festzuhalten, dass im vorliegenden Bauvorhaben unbestrittenerweise der er-
wähnte Hangzuschlag beansprucht werden kann: Wie das Amt für Gemeinden und Raumordnung 
(AGR) in seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2024 während des Baubewilligungsverfahrens 
richtig festgestellt hat, ist auf dem betreffenden Grundstück eine Hangneigung von mindestens 
10% erreicht. Dies wird mit Blick auf die Beilage in der Stellungnahme der Bauherrschaft vom 
26. November 2024 (Baugesuchsplan aus dem Jahr 1967) deutlich, wonach das ursprünglich be-
stehende und diesbezüglich massgebende Terrain im Schnitt des derzeit auf dem Baugrundstück 
bestehenden Gebäudes eine durchschnittliche Hangneigung von rund 35% aufweist. Zu Recht 
hat die Vorinstanz somit im angefochtenen Entscheid festgehalten, dass die Beschwerdegegnerin 
gestützt auf Art. 212 Abs. 2 GBR abgesehen von der bergseitigen Fassade überall eine Mehrhöhe 
von 1.2 m in Anspruch nehmen kann. Anders als Art. 212 Abs. 6 des Musterbaureglements des 
AGR5 enthält das GBR keinen Hinweis, wonach der Hangzuschlag bei der Gesamthöhe nicht an-
wendbar sei. Folglich kann der Hangzuschlag vorliegend bei gegebenen Voraussetzungen auch 
für die Gesamthöhe beansprucht werden.

Weiter ist in Übereinstimmung mit dem vorinstanzlichen Entscheid festzuhalten, dass es sich bei 
der vorliegend geplanten Baute um ein vertikal gestaffeltes Gebäude handelt, dessen Staffelung 
in der Höhe entsprechend Art. 214 Abs. 1 Bst. a) GBR mindestens 2 m beträgt. Entsprechend der 
Skizze in Anhang A132 Abs. 3 GBR ist die Gebäudehöhe somit für jeden der versetzten Gebäu-
deteile gesondert zu ermitteln.

4 Baureglement der Gemeinde Lyss vom 18. Juni 2012, genehmigt vom Amt für Gemeinden und Raumordnung 
(AGR) am 11. September 2013 / 20. Juni 2014 / 9. März 2021.

5 Abrufbar unter www.raumplanung.dij.be.ch/de/start/arbeitshilfen-und-muster/musterbaureglement--mbr-.html.

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Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid ausserdem richtig beschrieben hat, kommt das 
projektierte Attikageschoss vorliegend aufgrund der vertikalen Staffelung auf zwei unterschiedli-
chen Ebenen zu liegen. Das höherliegende Attikadach liegt auf der Kote 463.85 m.ü.M. und das 
tieferliegende Attikadach auf der Kote 460.65 m.ü.M. (siehe Baugesuchsplan «Schnitt 11» vom 
18. September 2023 in den Vorakten, pag. 193). Zur Klärung der hier interessierenden Frage der 
massgeblichen Fassadenhöhe ist allerdings irrelevant, ob nun entsprechend der Vorinstanz von 
einem Attikageschoss verteilt über zwei Ebenen, oder – wie von der Beschwerdeführerin verstan-
den – von zwei eigenständigen Attikageschossen die Rede ist. Fakt ist, dass das Attikageschoss 
auf diesen beiden Ebenen bei der jeweiligen Nordwestfassade des betreffenden Gebäudeteils 
über deren gesamten Länge – aufgrund der vertikalen Staffelung separat pro Gebäudeteil gese-
hen – jeweils mehr als 2.5 m rückversetzt ist. Gerade mit Blick auf diese an Hanglagen typische 
und sinnvolle Bauweise (treppenförmig am Hang angelegte, vertikal versetzte Häuser) wird denn 
auch klar, dass das Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach die «ganze Fassade» über die 
gesamte Gebäudelänge zu verstehen sei, unbegründet ist. Zumal vorliegend auch die anderen 
Anforderungen an das Attikageschoss unbestrittenerweise erfüllt sind (Geschosshöhe von maxi-
mal 3.2 m und maximal zulässige Fläche gemäss Anhang A135 des GBR), ist mit Blick auf die 
obigen Ausführungen und in Übereinstimmung mit dem vorinstanzlichen Entscheid festzuhalten, 
dass entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin die traufseitige Fassadenhöhe nicht bei allen, 
sondern nur bei jeweils einer Fassade einzuhalten ist.

Mit Blick auf die betreffenden Baugesuchspläne kann sodann festgehalten werden, dass die 
Vorinstanz in Ziffer 5.3 des angefochtenen Entscheids die Fassaden- und Gesamthöhen des pro-
jektierten Gebäudes korrekt erfasst hat: Der vordere bzw. talseitige Gebäudeteil im Nordosten 
weist eine traufseitige Fassadenhöhe von 8.7 m und eine Gesamthöhe von 11.9 m aus (siehe 
Baugesuchsplan «Fassade Nordost» vom 18. September 2023 in den Vorakten, pag. 194), was 
unbestrittenerweise und insbesondere unter Berücksichtigung des hier anzuwendenden Hangzu-
schlags innerhalb der zulässigen Masse liegt. Der hintere bzw. bergseitige Gebäudeteil im Süd-
westen weist in seinem nordwestlichen Bereich eine traufseitige Fassadenhöhe von 8.65 m und 
eine Gesamthöhe von 11.35 aus (siehe Baugesuchsplan «Fassade Nordwest» vom 18. Septem-
ber 2023 in den Vorakten, pag. 197). An seiner Südwestfassade und somit bergseitig beträgt die 
traufseitige Fassadenhöhe allerdings entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin nur 
5.9 m und die Gesamthöhe 8.6 m (siehe Baugesuchsplan «Fassade Südwest» vom 18. Septem-
ber 2023 in den Vorakten, pag. 196). Zumal – wie oben dargestellt – das oberste (Attika-)Ge-
schoss die Anforderungen des Art. 214 Abs. 3 GBR erfüllt, wird auch diesen Gebäudeteil betref-
fend deutlich, dass die im vorliegenden Bauprojekt vorgesehenen Höhen zulässig sind. Nichts 
anderes hat schliesslich auch schon das im Baubewilligungsverfahren miteinbezogene AGR in 
seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2024 festgestellt. Die diesbezügliche Rüge der Beschwer-
deführerin erweist sich folglich als unbegründet.

3. Grenzabstand

a) Weiter moniert die Beschwerdeführerin, dass mit dem strittigen Bauvorhaben der grosse 
Grenzabstand nicht eingehalten werde. Dieser müsse entgegen den Ausführungen im angefoch-
tenen Entscheid auf der Südostseite zu liegen kommen. Die besonnte Längsseite des projektier-
ten Gebäudes sei vorliegend eindeutig bestimmbar, insbesondere da keine Ost-West-Orientierung 
der Längsseite vorliege. Die Beschwerdegegnerin könne somit nicht von der im GBR vorgesehe-
nen Ausnahmeregelung profitieren, welche eine freie Wahl der besonnten Längsseite zulassen 
würde. 

Die Vorinstanz hielt in Ziffer 5.5 des Gesamtbauentscheids vom 5. März 2025 fest, dass – zumal 
keine Fassade eindeutig nach Norden ausgerichtet sei – sowohl die Südostfassade als auch die 

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Nordwestfassade nach langjähriger Gemeindepraxis als besonnt gelten würden. Da im strittigen 
Bauprojekt die Aussensitzplätze sowie die Terrassen gegen Nordwesten ausgerichtet seien und 
der grosse Grenzabstand nicht dem Nachbarschutz, sondern dem Eigenschutz diene, sei dieser 
vorliegend bei der Nordwestseite einzuhalten. Diese Seite sei insbesondere im Sommer beliebt, 
weil dort die Abendsonne auf den Aussensitzplätzen genossen werden könne.

b) Gemäss Anhang A143 Abs. 1 des GBR bezeichnet der grosse Grenzabstand die zulässige 
kürzeste Entfernung zwischen der projizierten Fassadenlinie der besonnten Längsseite des Ge-
bäudes und der Parzellengrenze. Anhang A143 Abs. 2 des GBR hält weiter fest, dass wenn die 
besonnte Längsseite nicht eindeutig bestimmbar ist (keine Seite mehr als 10% länger oder bei 
Ost-West-Orientierung der Längsseite), der Baugesuchsteller bestimmen kann, auf welcher Fas-
sade, die Nordfassade ausgenommen, der grosse Grenzabstand gemessen wird. 

Vorliegend zu beurteilen ist ein projektiertes Gebäude mit einer Länge von 21.16 m und einer 
Breite von 15.19 m (siehe Situationsplan vom 29. März 2022 in den Vorakten, pag. 186). Die 
Längsseiten sind bei diesem Grundriss folglich eindeutig bestimmbar. Ausgerichtet sind diese al-
lerdings gegen Südosten und Nordwesten, wobei der Grundriss des Gebäudes eine Abweichung 
von ungefähr 45° von der Nord-Südachse aufweist. Bei der Bestimmung, welche Längsseite dabei 
als besonnt gelten soll, stützt sich die Vorinstanz auf ihre langjährige Gemeindepraxis, wonach 
sowohl die Südost- als auch die Nordwestfassade als besonnt gelten kann. Diese Praxis bzw. 
Auslegung von Art. A143 GBR ist im Lichte der Gemeindeautonomie rechtlich vertretbar. Denn 
die Gemeinden bestimmen im Rahmen des übergeordneten Rechts, welche von mehreren gesetz- 
und zweckmässigen Planungslösungen zu wählen ist (Art. 65 Abs. 1 BauG). Dieser Kompetenz 
der Gemeinden ist auch bei der Auslegung und Anwendung der Nutzungsvorschriften Rechnung 
zu tragen. Wird die Anwendung einer solchen Bestimmung Gegenstand eines Beschwerdeverfah-
rens, haben die Rechtsmittelinstanzen zu prüfen, ob die Auslegung durch die Gemeinde rechtlich 
haltbar ist. Sie auferlegen sich mit anderen Worten eine gewisse Zurückhaltung gegenüber der 
Auffassung der Gemeinde, indem sie sich der Prüfung enthalten, ob eine andere Bedeutung der 
umstrittenen Bestimmung ebenfalls möglich und rechtlich vertretbar wäre.6 Dass die besonnte 
Längsseite im vorliegenden Fall im Nordwesten liegt und somit der grosse Grenzabstand ab der 
Nordwestfassade des projektierten Gebäudes gemessen werden kann, ist vor diesem Hintergrund 
nicht zu bemängeln. 

Weiter ist zu beachten, dass Wohnräume aus gesundheitlichen Gründen unmittelbar von aussen 
genügend Licht und Luft erhalten müssen (Art. 64 Abs. 1 BauV7). Der grosse Grenzabstand auf 
der besonnten Längsseite trägt zur wohnhygienisch erwünschten Belichtung und Besonnung der 
Wohnräume bei.8 Dieser Effekt kann grundsätzlich auch erzielt werden, wenn die Längsseite nicht 
direkt nach Süden ausgerichtet ist. Vorliegend sind die grossen Fensterfronten der Wohn- und 
Esszimmer sowie die sich davor befindenden (Dach-)Terrassen bzw. Sitzplätze allesamt auf die 
Nordwestseite ausgerichtet und werden dadurch insbesondere von der Abendsonne stärker be-
sonnt; entsprechend ist die Einhaltung des grossen Grenzabstands auf der Nordwestseite aus 
dem Gesichtswinkel der Wohnhygiene lohnender. Hinzu kommt, dass auch der Vorgartenbereich 
mit dem projektierten Spielplatz auf der Nordwestseite des Gebäudes zu liegen kommen wird 
(siehe Umgebungsgestaltungsplan vom 18. September 2023 in den Vorakten, pag. 187). Wohin-
gegen sich auf der Südostseite einzig die Erschliessung des Gebäudes mit einem schmalen Zu-
gangsweg zu den Eingangsbereichen der Wohnungen und den Untergeschossräumen befindet. 
Weiter werden die Wohn- und Esszimmer auf der Südostseite nur mittels einer schmalen Band-

6 Vgl. BVR 2019 S. 15 E. 3.2, 2016 S. 79 E. 4.6, 2015 S. 263 E. 5.1; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum 
Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Auflage, Bern 2020, Art. 9/10 N. 5, je mit Hinweisen.

7 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1).
8 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 12 N. 8 Bst. a.

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befensterung belichtet (siehe Baugesuchsplan «Fassade Südost» vom 18. September 2023 in 
den Vorakten, pag. 195). Demnach wird deutlich, dass hier auch Sinn und Zweck des grossen 
Grenzabstands – wie das AGR in seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2024 zu Recht festhielt, 
dient dieser dem Eigenschutz und nicht dem Schutz der Nachbarn – für eine Messung ab der 
Nordwestfassade des projektierten Gebäudes sprechen. 

Ausserdem bleibt darauf hinzuweisen, dass die derzeit auf dem Baugrundstück bestehende Baute 
denselben Fussabdruck wie der geplante Neubau aufweist und somit auf der Parzelle seit jeher 
so ausgerichtet ist, dass auf dessen Südostseite lediglich der kleine Grenzabstand zur Parzellen-
grenze zum betreffenden Nachbargrundstück eingehalten wird. 

Schliesslich ist der hier zu beurteilende Sachverhalt nicht vergleichbar mit dem von der Beschwer-
deführerin vorgebrachten und dem Entscheid BDE 110/2021/94 vom 6. September 2021 zugrunde 
liegenden Sachverhalt, zumal es dort um die unzulässige Festlegung des grossen Grenzabstands 
an einer Schmalseite ging. 

Im Sinne des soeben dargestellten praxisnahen Verständnisses des Anhangs A143 des GBR und 
vor dem Hintergrund der Gemeindeautonomie ist folglich nicht zu bemängeln, dass der grosse 
Grenzabstand im vorliegenden Bauprojekt auf der Nordwestseite des Gebäudes zu liegen kommt. 
Zumal dieser dort auch unbestrittenerweise eingehalten wird, erweist sich diese Rüge der Be-
schwerdeführerin ebenso als unbegründet und ihre Beschwerde ist demnach abzuweisen.

4. Kosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie hat die Verfah-
renskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr 
von CHF 2’200.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV9).

b) Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Gesamtbauentscheid der Gemeinde Lyss vom 
5. März 2025 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von CHF 2’200.– werden der Beschwerdeführerin zur Bezahlung auf-
erlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft er-
wachsen ist. 

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

9 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21).

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IV. Eröffnung

- Frau Rechtsanwältin D.________, eingeschrieben
- E.________, eingeschrieben
- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Lyss, Bau + Planung, eingeschrieben

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungspräsident

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim Verwaltungs-
gericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine allfällige Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in vier Exemplaren einzureichen ist, muss einen An-
trag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift ent-
halten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind beizulegen.