# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 13b58ba8-b979-506d-b0b9-805a99b63394
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-14
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 14.04.2022 I 2021 71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2021-71_2022-04-14.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2021 71

Entscheid vom 14. April 2022 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
MLaw Milena Pesic, a.o. Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Leistungen)

2

Sachverhalt:

A. A.________ (geb. ________1962) liess sich nach der obligatorischen 
Schulzeit (in C.________) im Detailhandel (Modehaus D.________, 1979-1981, 
Verkauf mit EFZ) und an einer Handelsschule (E.________, 1981-1982) ausbil-
den. In der Folge übte sie diverse Erwerbstätigkeiten aus (Sekretärin Immobilien-
treuhand/ Aussendienst in der Textilbranche/ Buchhalterin u.a.), seit 2006 als 
Selbständigerwerbende im Bereich Buchhaltungen/ Steuererklärungen sowie seit 
2009 auch im Immobilienbereich (Verkauf, Verwaltung usw., siehe IV-act. 32). 
A.________ ist Mutter einer Tochter (geb. ________1988) und eines Sohnes 
(geb. ________1996, vgl. IV-act. 7-3/9 oben).

B. Am 6. Oktober 2017 unterzeichnete A.________ eine IV-Meldung zur 
Früherfassung; als gesundheitliche Probleme erwähnte sie (mittel - schwere) De-
pressionen und eine Verletzung der HWS (IV-act. 1). 

Nach einem Abklärungsgespräch vom 18. Dezember 2017 folgte am 20. Dezem-
ber 2017 (= Eingangsdatum) die IV-Anmeldung.

C. Nach Abklärungen unterzeichnete A.________ am 11. Mai 2018 
eine Eingliederungsvereinbarung für eine Ausbildung zum SIZ Web Publisher 
bzw. SIZ Web Publisher Professional (vgl. IV-act. 38; SIZ = Schweizerisches In-
formatik-Zertifikat). Gemäss Mitteilung vom 25. Mai 2018 erteilte die IV-Stelle 
zunächst Kostengutsprache für diese Ausbildung bei der Firma F.________ in 
G.________ (IV-act. 40f.). Nach drei Abenden wurde dieser Kurs abgebrochen 
(u.a. weil die SIZ-Anerkennung fehlte, vgl. IV-act. 47-16f./24). Daraufhin erteilte 
die IV-Stelle am 30. Juli 2018 Kostengutsprache für eine analoge Ausbildung bei 
der Firma H.________ (I.________, IV-act. 45). Der geplante Kursbeginn 
(31.8.2018) musste aufgrund der Erkrankung des Dozenten (Inhabers) verscho-
ben werden (IV-act. 47-21/24). Nach einer Rückenoperation (4.10.2018) und an-
haltenden Schmerzen sagte A.________ die geplante Ausbildung auf unbe-
stimmte Zeit ab (IV-act. 47-21f./24).

Am 7. März 2019 und 8. August 2019 nahm der RAD-Arzt Dr.med. J.________ 
(Allgemeinmedizin FMH) zur Gesundheitssituation Stellung (IV-act. 61 und 72). 

Am 28. August 2019 teilte die IV-Stelle A.________ mit, dass eine polydisziplinä-
re medizinische Untersuchung nötig sei (IV-act. 74). Der Begutachtungsauftrag 
wurde der K.________ zugelost (IV-act. 77). Daraufhin wies A.________ mit 
Email vom 29. August 2019 darauf hin, dass sie im L.________ in Behandlung 
sei (IV-act. 76), worauf entsprechende Berichte eingeholt wurden (IV-act. 80ff.).

3

D. Mit Schreiben vom 25. September 2019 wurden A.________ die Namen 
der begutachtenden Sachverständigen bekanntgegeben (IV-act. 93). Das ME-
DAS-Gutachten wurde am 20. Januar 2020 fertiggestellt und ging am 27. Januar 
2020 bei der IV-Stelle ein (IV-act. 114). 

Nach einer Prüfung des Gutachtens durch den RAD-Arzt (IV-act. 117) erfolgten 
am 10. Februar 2020 Rückfragen an die Gutachter (IV-act. 118), welche mit 
Schreiben vom 9. März 2020 beantwortet wurden (IV-act. 121). Nach einer weite-
ren Stellungnahme des RAD-Arztes vom 17. März 2020 (IV-act. 123) folgten zu-
sätzliche Rückfragen an die Gutachter (IV-act. 124). Die Antworten der Gut-
achterstelle gingen am 15. Mai 2020 bei der IV-Stelle ein (IV-act. 126). 

Mit Schreiben vom 1. Juli 2020 forderte die IV-Stelle von A.________ konkrete 
Angaben zum aktuell betriebenen Webshop für Dessous und Bademoden (IV-
act. 130). Nach einer knappen Antwort vom 3. Juli 2020 (IV-act. 131) beharrte die 
IV-Stelle unter Hinweis auf die Mitwirkungspflichten auf substantiierte Angaben 
zum betriebenen Webshop (IV-act. 132). A.________ äusserte sich in einer 
Email-Eingabe vom 10. Juli 2020 (IV-act. 133). Der für eine Plattenentfernung 
vorgesehene Operationstermin (8.9.2020) wurde aufgrund der Corona-Situation 
verschoben (IV-act. 137 i.V.m. 141). 

Der RAD-Arzt Dr.med. J.________ nahm am 21. September 2020 eine aktuali-
sierte Beurteilung vor (IV-act. 138). Mit Schreiben vom 10. November 2020 for-
derte A.________, dass über ihre Rentenansprüche zeitnah zu verfügen sei (IV-
act. 141). Am 10. Dezember 2020 teilte Prof. Dr.med. M.________ (N.________, 
O.________) der IV-Stelle mit, dass die geplante Plattenentfernung aktuell nicht 
möglich sei, weil im Spital das Tragen von Masken obligatorisch sei, indes die 
betroffene Patientin unter Panikattacken leide, sobald sie eine Maske tragen 
müsste (IV-act. 142). Der RAD-Arzt Dr.med. J.________ empfahl am 26. Januar 
2021 die Einholung weiterer medizinischer Auskünfte (IV-act. 144).  

E. Mit Vorbescheid vom 25. Februar 2021 kündigte die IV-Stelle an, für den 
Zeitraum vom 1. Juni 2018 befristet bis 31. März 2019 eine ganze IV-Rente zu 
gewähren. Zudem wurde festgehalten, dass ab Februar 2020 eine Verschlechte-
rung eingetreten sei, weshalb am 16. Februar 2020 eine Operation erfolgte. 
Diesbezüglich seien noch Abklärungen pendent, mithin könne vorerst nur der 
Leistungsanspruch bis Januar 2020 beurteilt werden (IV-act. 148). 

Dazu äusserte sich A.________ in einer Eingabe vom 26. Februar 2021 (IV-act. 
152-2/3) und ihr Rechtsvertreter in einer Eingabe vom 12. April 2021 (IV-act. 
155). Am 10. August 2021 nahm nochmals der RAD-Arzt Stellung (IV-act. 158).

4

F. Am 16. September 2021 verfügte die IV-Stelle, A.________ habe für den 
Zeitraum vom 1. Juni 2018 bis 31. März 2019 Anspruch auf eine ganze IV-Rente, 
während der Leistungsanspruch ab Februar 2020 noch geprüft werde. 

G. Gegen diese am 20. September 2021 eingegangene Verfügung liess 
A.________ rechtzeitig am 19. Oktober 2021 beim Verwaltungsgericht Be-
schwerde erheben mit den folgenden Anträgen:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 16. September 2021 sei aufzu-
heben.

2. Es sei der Beschwerdeführerin eine ganze Rente über den 3. Dezember 2018 
(bzw. den 31. März 2019) hinaus und bis auf weiteres auszurichten.

3. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit 
diese nach Einholen eines interdisziplinären Gutachtens neu über den Ren-
tenanspruch verfüge.

4. Es sei der Beschwerdeführerin eine angemessene Entschädigung zuzuspre-
chen.

Nachdem die IV-Stelle sich mit Eingabe vom 9. November 2021 zur Thematik 
des rechtlichen Gehörs im Verwaltungsverfahren geäussert hatte, liess das Ge-
richt mit Schreiben vom 10. November 2021 dem Rechtsvertreter das IV-
Aktendossier zur Einsichtnahme zustellen und ihm eine Frist zur Ergänzung der 
Beschwerde ansetzen. 

In der Eingabe vom 10. Dezember 2021 ergänzte der Rechtsvertreter die Be-
schwerde. Mit Vernehmlassung vom 3. Januar 2022 beantragte die IV-Stelle, die 
Beschwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolgen zu Lasten der Beschwerdefüh-
rerin.

Mit Eingabe vom 26. Januar 2022 nahm die Beschwerdeführerin zur vorinstanzli-
chen Vernehmlassung Stellung, worauf sich die IV-Stelle nochmals in einer Ein-
gabe vom 9. Februar 2022 äusserte.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Vorab rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen 
Gehörs, weil ihr die Einsicht ins IV-Aktendossier verwehrt worden sei.

1.2.1  Nach der Aktenlage forderte die Versicherte mit Email vom 8. März 2021, 
dass ihr die "vollständigen Akten auf CD-Rom auszuhändigen" seien. Falls diese 
Akten nicht bis zum 12. März 2021 eintreffen würden, seien sie direkt an ihren 
Rechtsvertreter (an die Büroadresse in O.________) zuzustellen, da sie dem-
nächst (16.3.2021) durch Prof. M.________ operiert werde (vgl. IV-act. 153). 

5

1.2.2  Daraufhin liess eine Mitarbeiterin der Vorinstanz an die Email-Adresse der 
Versicherten sowie zusätzlich an P.________ (Kanzleiadresse Rechtsvertreter) 
die Nachricht zukommen, dass (sinngemäss) die IV-Akten (120.4 MB) sowie die 
BVM-Akten (87.3 MB) auf dem betreffenden Server zum Herunterladen bereit 
seien (WebTransfer); dabei wurde der entsprechende Link angegeben (IV-act. 
154). 

1.3.1  Mit Schreiben vom 14. September 2021 an die IV-Stelle bemängelte der 
Rechtsvertreter der Versicherten, dass die Verfügung bislang nicht rechtsgenüg-
lich eröffnet worden sei; zudem wurden mit der neuen Verfügung die vollständi-
gen IV-Akten angefordert (IV-act. 164).

1.3.2  Daraufhin teilte die zuständige Mitarbeiterin der IV-Stelle an die Email-
Adresse P.________(Kanzleiadresse Rechtsvertreter) sinngemäss mit, dass die 
betreffenden Akten per IncaMail im PDF-Format zur Ansicht (mit einem Down-
loadlink) bereit stünden (IV-act. 166). 

1.3.3  Nach Erhalt der vollständigen IV-Verfügung (eingegangen am 20.9.2021) 
ersuchte der Rechtsvertreter mit Schreiben vom 20. September 2021 die IV-
Stelle nochmals um Zustellung der IV-Akten (IV-act. 167).

1.4 In der Beschwerde bemängelte der Rechtsvertreter erneut, dass ihm das 
IV-Dossier noch nicht zugegangen sei.

1.5 Es trifft nach der Aktenlage zu, dass die Beschwerdeführerin vor der Ein-
reichung der Beschwerde nicht sämtliche IV-Akten sehen konnte, allerdings ge-
schah dies nicht absichtlich, sondern offenbar ging die Vorinstanz davon aus, 
dass mit der Bereitstellung der Akten auf dem digitalen Weg (zum Herunterladen) 
die Versicherte bzw. ihr Rechtsvertreter die IV-Akten einsehen könne. Dass dies 
zunächst nicht klappte, sondern im Ergebnis eine postalische Zustellung der IV-
Akten durch das Gericht nötig wurde, ist nicht als derart gravierender Fehler zu 
qualifizieren, welcher tel quel eine Rückweisung der Sache zur Nachholung des 
rechtlichen Gehörs rechtfertigen würde. Vielmehr ist hier eine Heilung dieses 
Mangels möglich, 

- nachdem die Rechtsmittelinstanz in casu den Sachverhalt und die 
Rechtslage frei prüfen kann,

- und die Beschwerdeführerin vor Gericht die Möglichkeit erhielt, nach Ein-
blick in die IV-Akten ihre Beschwerde uneingeschränkt zu ergänzen,

- sowie hier eine Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und (un-
nötigen) Verzögerungen führen würde,

6

- welche mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen 
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl. statt vieler Urteil 
2C_856/2013 vom 10.2.2014 Erw. 3.2; VGE III 2013 222 vom 27.3.2014 
Erw. 2.2.2 mit weiteren Hinweisen; siehe auch den in Art. 61 lit. a ATSG 
enthaltenen Grundsatz des raschen Verfahrens).

1.6 Sodann sind in den weiteren, von der Beschwerdeführerin vorgebrachten 
Umständen (wonach zum einen die angefochtene Verfügung zunächst nicht 
vollständig bzw. nicht ordnungsgemäss an den Rechtsvertreter zugestellt wurde 
sowie zum andern eine erneute RAD-Beurteilung der Versicherten vor Verfü-
gungserlass nicht vorgelegt wurde) ebenfalls keine Gründe zu erblicken, um in 
direkter Aufhebung der angefochtenen Verfügung die Sache zur Nachholung des 
rechtlichen Gehörs an die Vorinstanz zurückzuweisen. Auch hier sprechen die in 
Erwägung 1.5 (in fine) angeführten Aspekte und die zwischenzeitlich gewährte 
Akteneinsicht (mit Möglichkeit zur uneingeschränkten Ergänzung der Beschwer-
de) für eine Heilung der aufgetretenen Unzulänglichkeiten.

1.7 Nach dem Gesagten ist im konkreten Fall die geltend gemachte Verletzung 
des rechtlichen Gehörs geheilt worden. Das Begehren der Beschwerdeführerin 
zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung wegen Verletzung des rechtlichen 
Gehörs ist abzuweisen.

2.1.1  Nach Art. 4 Abs. 1 des Invalidenversicherungsgesetzes (IVG; SR 831.20) 
in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des So-
zialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) gilt als Invalidität die durch einen kör-
perlichen oder geistigen Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich blei-
bende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 
Gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG sind für die Beurteilung des Vorliegens einer Er-
werbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti-
gung zu berücksichtigen; eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie 
aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist.

Die versicherte Person hat nach Art. 28 Abs. 2 IVG:

- Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, 
- Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, 
- Anspruch auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, 
- und Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent 

invalid ist. 

2.1.2  Anzufügen ist, dass der Gesetzgeber mit der Gesetzesrevision "Weite-
rentwicklung der IV" (WE IV) bzw. den Änderungen des IVG vom 19. Juni 2020, 
welche per 1. Januar 2022 in Kraft getreten sind, u.a. ein neues, stufenloses 

7

Rentensystem eingeführt hat. Mit diesem Wechsel wird die Höhe des Anspruchs 
auf eine Invalidenrente neu in prozentualen Anteilen einer ganzen Rente festge-
legt und nicht mehr wie bisher nach Viertelsrentenstufen (vgl. Erw. 1.1.1 in fine). 
Allerdings gilt das stufenlose Rentensystem für Rentenansprüche ab dem 1. Ja-
nuar 2022. Rentenansprüche, die vor dem 1. Januar 2022 entstanden sind, wer-
den noch nach altem Recht zugesprochen (vgl. die Übergangsbestimmungen zur 
IVG-Änderung vom 19.6.2020; vgl. auch Anne-Sylvie Dupont, Weiterentwicklung 
der IV, in SZS 1/2022, S. 7; siehe auch Mélanie Sauvain, Sozialversicherungen: 
Was ändert sich 2022, in: SZS 1/2022, S. 41; Kreisschreiben über die Überg-
angsbestimmungen zum Rentensystem im Rahmen der WE IV, Rz. 1008).

2.1.3  Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfügung einen befristeten Ren-
tenanspruch ab 1. Juni 2018 festgelegt. Mithin geht es um vor dem 1.1.2022 ent-
standene Rentenansprüche, welche grundsätzlich nach dem bisherigen Recht zu 
prüfen sind.

2.1.4  An dieser Stelle ist hervorzuheben, dass die IV-Stelle im vorliegenden Fall 
lediglich über die Leistungsansprüche im Zeitraum nach der IV-Anmeldung vom 
20. Dezember 2017 bis und mit 31. Januar 2020 verfügt hat. Ob und inwieweit 
der Versicherten gegebenenfalls ab Februar 2020 weitere Rentenleistungen (in 
welchem Umfange) zustehen, darüber hat die IV-Stelle noch nicht verfügt, son-
dern in der angefochtenen Verfügung ausdrücklich festgehalten, der Leistungs-
anspruch ab Februar 2020 werde noch geprüft. Bei dieser konkreten Sachlage 
gehört die Fragestellung, welche Rentenansprüche der Versicherten für die Zeit 
ab 1. Februar 2020 zustehen, nicht zum Gegenstand des vorliegenden Be-
schwerdeverfahrens. 

Mit anderen Worten kann, soweit die Versicherte mit ihrer Beschwerde Renten-
leistungen für die Zeit ab 1. Februar 2020 beantragt, auf die Beschwerde nicht 
eingetreten werden, weil diesbezüglich noch kein Anfechtungsobjekt vorliegt. 
Sollte - nach den von der IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung angekündig-
ten weiteren Abklärungen ("wird noch geprüft") - die Versicherte mit der künftigen 
Verfügung über den Leistungsanspruch ab Februar 2020 nicht einverstanden 
sein, wird ihr diesbezüglich dannzumal der Rechtsweg (ans Verwaltungsgericht) 
offen stehen.

2.2 Der Invaliditätsgrad bestimmt sich nach Art. 16 ATSG, wonach zur Ermitt-
lung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behand-
lung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig-
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (= sog. hypothetisches 

8

Invalideneinkommen), zum Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt wird, das 
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (= sog. hypothetisches 
Valideneinkommen). Es ist für die Invaliditätsbemessung nicht entscheidend, ob 
die versicherte Person ihre (Rest-)Arbeitsfähigkeit erwerblich verwertet, d.h. von 
der verbliebenen Erwerbsfähigkeit Gebrauch macht. Vielmehr ist die Invalidität 
stets auf der Grundlage desjenigen Erwerbseinkommens zu bemessen, das die 
versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit erzielen könnte (Meyer/ 
Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. A., Art. 28a N 27).

2.3 Die Invalidität bemisst sich somit nicht nach medizinischen, sondern nach 
wirtschaftlichen, erwerblichen Kriterien, nach der Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsun-
fähigkeit ist das Unvermögen, auf dem gesamten für die versicherte Person in 
Frage kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt die verbliebene Arbeitsfähigkeit 
in zumutbarer Weise wirtschaftlich zu verwerten (BGE 109 V 25 Erw. 3d). Wer 
nicht mindestens teilweise arbeitsunfähig ist, kann auch nicht erwerbsunfähig 
und mithin nicht invalid sein (vgl. BGE 105 V 139 Erw. 1b).

2.4 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-
beschwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (vgl. Art. 43 
Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungs-
gericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des Sachverhalts 
zu sorgen (BGE 122 V 157 Erw. 1a). Mit dem Untersuchungsgrundsatz korrelie-
ren die Mitwirkungspflichten der versicherten Person, indem diese zur Abklärung 
des Sachverhaltes beitragen muss (vgl. Meyer/Reichmuth, a.a.O., Art. 53-57 IVG 
N 10 mit Verweis auf BGE 122 V 157 Erw. 1a).

2.5.1  Die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter sind bei der Bemes-
sung des IV-Grades auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist 
es, den Gesundheitszustand des Versicherten zu beurteilen. Der Arzt hat auch 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit 
der Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem 
Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 Erw. 4).

2.5.2  In der Würdigung der Beweise ist der Sozialversicherungsrichter frei (vgl. 
Art. 61 lit. c ATSG). Er hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Er hat alle 
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 
danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be-

9

urteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; 
122 V 157 Erw. 1c). 

2.5.3  Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist mithin entscheidend, 
ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizini-
schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 Erw. 3a).

2.5.4  In der Rechtsprechung sind die Aufgaben von Rechtsanwender und 
Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung seit jeher wie folgt verteilt 
worden: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es erstens, den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe 
der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher 
Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde 
zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der 
Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür die Verwaltung und im Streitfall 
Gerichte nicht kompetent sind (z.B. Urteil BGer 9C_437/2012 vom 6.11.2012 
Erw. 3.2). Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine 
abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur 
Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer 
Sicht so substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Angaben sind eine 
wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche 
Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (so die mit BGE 
105 V 156 Erw. 1 begründete und in zahllosen Urteilen bestätigte 
Rechtsprechung, z.B. BGE 132 V 93 Erw. 4).

2.5.5  Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von 
externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Un-
tersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erör-
terung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweis-
würdigung Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 Erw. 3b/bb; Urteil BGer 
9C_278/2016 vom 22.7.2016 Erw. 3.2.2). 

10

2.6.1  Für die Festsetzung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Leiden definiert 
das strukturierte Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 systematisierte Indi-
katoren, die - unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs-
faktoren einerseits und allfälliger Kompensationspotentiale (Ressourcen) ander-
seits - erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen 
(Urteil BGer 8C_213/2020 vom 19.5.2020 Erw. 4.1 mit Verweis auf BGE 141 V 
281 Erw. 2 S. 285 ff., Erw. 3.4 - 3.6 und 4.1 S. 291 ff.). Bei der Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit haben sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch 
die Organe der Rechtsanwendung in ihrer Einschätzung des Leistungsvermö-
gens an den normativen Vorgaben zu orientieren, die Gutachter im Idealfall 
gemäss der entsprechend formulierten Fragestellung (BGE 141 V 281 Erw. 5.2 
S. 306 f.).  

2.6.2  Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht 
ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher 
praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene 
medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu 
respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (vgl. Urteil BGer 
I 676/05 vom 13.3.2006 Erw. 2.4 mit Hinweisen).

2.7 Gelangt der Rechtsanwender nach der Beweiswürdigung zum Schluss, ein 
Gutachten erfülle sowohl die mit BGE 141 V 281 definierten versicherungsmedi-
zinischen Massstäbe wie auch die allgemeinen rechtlichen Beweisanforderungen 
(Erw. 1.4ff.), ist es beweiskräftig und die darin formulierten Stellungnahmen zur 
Arbeitsfähigkeit sind zu übernehmen. Eine davon losgelöste juristische Parallelü-
berprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens soll nicht statt-
finden (BGE 141 V 281 Erw. 5.2.3; Urteil BGer 8C_260/2017 vom 1.12.2017).

2.8 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwal-
tung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, 
ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten 
und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis 
nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (an-
tizipierte Beweiswürdigung; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-
rechtspflege des Bundes, 3. A. Rz. 153; Urteil BGer 8C_424/2010 vom 19.7.2010 
Erw. 3.2.3 mit Verweis auf BGE 134 I 140 Erw. 5.3). 

3. Was die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Versicherten für den hier 
massgebenden Zeitraum (bis 31.1.2020) sowie die Auswirkungen auf das 
verbliebene (zumutbare) Leistungsvermögen (im genannten Zeitraum) anbelangt, 
sind den Akten u.a. die nachfolgend aufgeführten Angaben zu entnehmen.

11

3.1.1  Mit der IV-Anmeldung ging am 20. Dezember 2017 bei der IV-Stelle ein 
Bericht von Prof. Dr.med. Q.________ (Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, N.________ Klinik R.________, 
O.________) vom 10. November 2017 ein mit folgender Diagnose und Verweis 
auf die gleichentags durchgeführte Operation (IV-act. 10):

C5 Syndrom bei Diskusprotrusion und foraminalen Engen, Unkarthrose C4/5

Durchgeführte Operation: Anteriore Dekompression und foraminale 
Dekompression, Spondylodese (Medtronic Divergence)

Dazu attestierte dieser Arzt eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis 30. Januar 
2018 (IV-act. 13).

3.1.2  Nach einer Kontrolle im Rahmen des Sprechstundenbesuchs vom 12. Ja-
nuar 2018 stellte Prof. Dr.med. Q.________ folgende Diagnosen (IV-act. 14):

Verdacht auf Neuropathie des Nervus Occipitalismajor (C2)
Lokale Blockade C1/C2
Blockade C5
Verdacht auf posttraumatische Radikulopathie C5 bei Schmerzen im Bereich 
Schulter ausstrahlend in Oberarm ventral und Unterarm radialseits
Subacromiales Impingement

Die Einschätzung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit verlängerte dieser Arzt 
bis zum 15. Februar 2018 mit dem Hinweis, wonach danach voraussichtlich die 
Wiederaufnahme der Arbeit möglich sei (IV-act. 14-2/3).

3.2.1  Am 2. Februar 2018 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass bei ihr als 
Folge eines Unfalles vom 1. Januar 2018 (Kreuzbeinfraktur) am 5. Februar 2018 
eine Infiltration wegen unerträglicher Schmerzen im Spital S.________ vorge-
nommen werde (IV-act. 20 oben). 

3.2.2  In einem Bericht vom 7. Februar 2018 (an Prof. Dr.med. Q.________) 
stellte Dr.med. T.________ (Rheumatologie FMH/ Intervent. Schmerztherapie 
SSIPM/ Manuelle Medizin SAMM, N.________, Klinik R.________) die Diagnose 
einer manifesten Osteoporose (ED 02/2018), Risikofaktoren: Inadäquate Sa-
krumfraktur 01/17 (recte wohl 01/18), Vitamin D Hypovitaminose (IV-act. 27-1/7).

3.2.3  Am 13. Februar 2018 berichtete Prof Dr.med. Q.________ nach einer Kon-
trolle vom 1. Februar 2018 der IV-Stelle unter anderem sinngemäss (IV-act. 28):

- dass zu den Ursachen der Arbeitsunfähigkeit eine Depression (Krank-
heit), ein Auffahrunfall 2008 sowie ein Unfall vom 5.1.18 (Ohnmacht + 
Sturz → Sacrumfraktur) zählen;

- dass seit dem Auffahrunfall 2008 Nackenschmerzen bestünden;

12

- dass eine Radikulopathie C5 nachgewiesen sei, welche operiert worden 
sei (diesbezüglich sei die Prognose gut);

- dass hinsichtlich der bisherigen Tätigkeit als Immobilienmaklerin die 
Schmerzen und die Depression einschränkend seien;

- dass die bisherige Tätigkeit in einem zeitlichen Rahmen von 50% zu-
mutbar sei bzw. mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit im 
April 2018 zu 50% zu rechnen sei,

- dass dieser Arzt eine sitzende Tätigkeit empfahl mit wenig Belastung der 
oberen Extremität (IV-act. 28-2/7 oben).

3.3 Dr.med. U.________ (Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 
V.________), welche die Versicherte seit dem 20. Juni 2017 behandelte, stellte 
in ihrem Bericht vom 15. Februar 2018 an die IV-Stelle folgende Diagnosen (IV-
act. 30-1/8):

Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, 
ICD-10 F33.1 bestehend seit 05/17, erste Episode 2012

Akzentuierte Persönlichkeitszüge: expressiv-selbstdarstellend Z73.1 (Klinik 
AB.________ 09/17)

Status nach operativer Entfernung einer Bandscheibe und Wirbelsäulenversteifung 
in 11/17 Ortho Clinic N.________

Diagnosen von Prof. Q.________, Ortho Clinic N.________, 01/18: 

V.a. Neuropathie des Nervus Occipitalismajor, Lokale Blockade C1/C2

V.a. posttraumatische Radikulopathie C5 bei Schmerzen im Bereich Schulter, 
ausstrahlend in Oberarm ventral und Unterarm radialis

Subacromiales Impingement

Diese Psychiaterin führte unter anderem weiter aus, dass sich nach einer sie-
benmonatigen Beziehung der Partner im Mai 2017 von der Versicherten getrennt 
habe (mit der Begründung, er möchte mit seiner Frau zusammenbleiben), worauf 
es der Versicherten immer schlechter gegangen sei. Seither sei sie innerlich un-
ruhig, traurig, müde, mit diffusen Ängsten und Schlafstörungen, gereizt, weiner-
lich und sie fühle sich unter Druck. Durch die Schmerzen sowie noch vorhandene 
depressive Symptome sei die Versicherte in ihrer Leistungsfähigkeit mittelgradig 
eingeschränkt (IV-act. 30-4/8 unten). 

Zudem empfahl diese Psychiaterin Berufsberatung sowie ein Coaching und Un-
terstützung bei der Jobsuche (IV-act. 30-7/8 Ziff. 1.2). 

3.4 Der Hausarzt Dr.med. W.________ (Allg. Innere Medizin FMH, 
X.________) berichtete der IV-Stelle am 2. März 2018 von chronischen Nacken-
schmerzen mit langer Leidenszeit (IV-act. 31-2/10 oben). Zur Frage der Arbeits-
fähigkeit verwies dieser Arzt auf den Operateur (IV-act. 31-2/10 Ziff. 1.6). Auf die 

13

Frage, ob mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden 
könne, antwortete der Hausarzt mit "hoffentlich" (IV-act. 31-3/10 Ziff. 1.9).

3.5 Dr.med. Y.________ (Klinische Dozentin/ Fachärztin FMH für Neurologie, 
N.________, Klinik R.________) fasste in ihrem Bericht vom 7. März 2018 an 
Prof. Dr.med. Q.________ die Diagnosen wie folgt zusammen (IV-act. 33-1/4):

1. St.n. Sturz mit Insuffizienzfraktur S3 rechts am 01.01.2018
- Anamnestisch Urininkontinenz im Sinne von Stressinkontinenz seit 

dem 07.02.2018 sowie Hypästhesien und z.T. Parästhesien im Bereich 
des rechten Gesässes und des rechten Beines (Dermatom L5 
entsprechend)

2. Chronisches cervico-craniales Schmerzsyndrom bei Fehlstellung der HWS, 
Arthrosen der Kopfgelenke und Osteochondrosen C4-C7, Spondylarthrosen 
C2-C7 (im Segment C3-C5 links aktuell aktiviert) und foraminaler Einengung 
C4/5 links

- Leichte radikuläre Reizsymptomatik C5 links
- Vd.a. Neuropathie des Nervus occipitalis major
- Lokale Blockade C1/C2 sowie C5
- St.n. anteriorer Dekompression und Fusion (ACDF) C4/C5 am 

10.11.2017, postoperativ vollständig beschwerdefrei

3. St.n. Schleudertrauma 2008

4. Subacromiales Impingement

Nebendiagnose
Chronische Depression seit 5 Jahren

- St.n. mittelschwerer Episode mit Hospitalisation vom 07.08.-14.09.2017
- Aktuell keine medikamentöse Therapie

Anamnestisch Unverträglichkeit der Myotonolytika

Eine konkrete Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nahm diese Neurologin nicht vor (IV-
act. 33).

3.6.1  Am 17. April 2018 teilte die Versicherte der IV-Fachperson für berufliche 
Integration (sinngemäss) mit, dass ihr Sohn Informatiker sei und sie ihn beizie-
hen werde, um "die Selbständigkeit im WebDesign aufzubauen". Sie sei über-
zeugt, dass dies das Richtige für sie sei und sie die besprochene Ausbildung im 
WebDesign gerne absolvieren werde (IV-act. 47-4/24 oben).

3.6.2  Am 8. Juni 2018 teilte die Versicherte mit, dass sie die Ausbildung bei der 
F.________ begonnen habe, indes das Programm nur "Windows-kompatibel" 
sei, sie selbst indessen mit "Mac" arbeite (IV-act. 47-9/24 oberhalb der Mitte). 
Dieser Kurs wurde vorzeitig abgebrochen, weil die nötige Anerkennung fehlte 
(IV-act. 47-14ff./24). 

3.6.3  Daraufhin wurde der Versicherten eine neue Eingliederungsvereinbarung 
unterbreitet mit einem Angebot bei einem anderen Kursanbieter. Der geplante 

14

Kursbeginn (31.8.2018) wurde zunächst verschoben, weil der Dozent erkrankt 
war (IV-act. 47-21/24). Später fühlte sich die Versicherte aufgrund starker Rü-
ckenschmerzen nicht mehr in der Lage, lange zu sitzen bzw. den geplanten Kurs 
aufzunehmen (IV-act. 47-23/24). 

Am 4. Oktober 2018 führte Prof. Dr.med. Q.________ eine minimal-invasive ISG-
Fusion bds. sowie eine endoskopische Denervation ISG bds. durch (IV-act. 64).

3.6.4  Am 4. Dezember 2018 teilte die Psychiaterin Dr.med. U.________ der IV-
Stelle mit, dass die Versicherte seit März 2018 nicht mehr bei ihr erschienen und 
die Behandlung abgeschlossen worden sei (IV-act. 48). Eine Rückfrage der IV-
Stelle vom 4. Dezember 2018, ob noch eine psychiatrische Behandlung (bei 
wem) durchgeführt werde (IV-act. 49), beantwortete die Versicherte am 6. De-
zember 2018 dahingehend, dass sie aufgrund der körperlichen Einschränkungen 
und der deswegen erfolgten Arzttermine und physiotherapeutischen Behandlun-
gen nicht in der Lage sei, zusätzliche psychiatrische Termine wahrzunehmen, in-
des würden Antidepressiva und Schmerzmittel ihr helfen, im Alltag so gut wie 
möglich zurechtzukommen (IV-act. 50).

3.7 Am 14. Januar 2019 ging bei der IV-Stelle ein Bericht von Prof. Dr.med. 
Q.________ (vom 10.1.2019) ein, wonach bei unveränderter Diagnose bei der 
Versicherten ein verbesserter Gesundheitszustand bzw. eine langsame Besse-
rung vorliege. Die Arbeitsunfähigkeit betrage bis Ende Januar 2019 80% (IV-act. 
51).

3.8 Dr.med. Z.________ (FMH Psychiatrie und Psychotherapie, AA.________), 
welche die Versicherte seit dem 26. Januar 2019 behandelt, stellte in ihrem Be-
richt vom 21. März 2019 folgende Diagnosen (IV-act. 65-2/4 Ziff. 2.5):

Rezidivierende depressive Störung, F33.1-2
St.n. Schleudertrauma (Autounfall 2008)
St.n. diversen Operationen

Insgesamt attestierte diese Psychiaterin eine reduzierte Leistungsfähigkeit sowie 
Konzentrationsstörungen (IV-act. 65-3/4 Ziff. 3.4) bzw. eine vollständige Arbeits-
unfähigkeit ab 26. Januar 2019 (IV-act. 66-1/4 Ziff. 1.3).

3.9 Prof. Dr.med. Q.________ bescheinigte am 6. Mai 2019 - nach der am 
29. April 2019 durchgeführten Infiltration Bursa trochanterica rechts (IV-act. 71-
1/14) - einen verbesserten Zustand (bei unveränderter Diagnose). Seit der letz-
ten Berichterstattung habe er selber keine Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 
69, Ziff. 4). Dennoch schätzte er die Arbeitsfähigkeit der Versicherten für eine 
angepasste Tätigkeit auf "momentan ca. 50%" (IV-act. 69 oben).

15

3.10  Am 14. Juni 2019 konsultierte die Versicherte im Institut für Anästhesiolo-
gie des L.________ erstmals Dr.med. AC.________ (Oberarzt), welcher im glei-
chentags verfassten Bericht u.a. komplexe posttraumatische Schmerzen im Be-
cken-Sakrumbereich inkl. ISG bds. sowie auch lumbaler Wirbelsäule u. Hüften 
bds., einen Status nach ACDF C4/5 bei posttraumatischer Radikulopathie C5 bei 
Schmerzen im Bereich der Schulter sowie eine beginnende Coxarthrose rechts 
diagnostizierte (IV-act. 80-1/3). Zur Arbeitsfähigkeit nahm dieser Arzt nicht Stel-
lung. Am 21. August 2019 (IV-act. 82), 23. August 2019 (IV-act. 83), 11. Septem-
ber 2019 (IV-act. 87), 25. September 2019 (IV-act. 95), 
14. Oktober 2019 (IV-act. 100) und 16. Oktober 2019 (IV-act. 104) folgten Inter-
ventionen am L.________-Institut für Anästhesiologie.

3.11 Der Hausarzt Dr.med. W.________ wies die Versicherte für eine zusätzli-
che Beurteilung (second opinion) Prof. Dr.med. M.________ (Spezialist für 
Traumatologie, Wirbelsäulen-, Becken- und Hüftchirurgie, Trauma Zentrum 
N.________) zu, welcher bei der Untersuchung vom 11. November 2019 folgen-
de Diagnosen stellte (IV-act. 112):

Chronische Lumbalgien mit Blockadegefühl und Irritation L5 links bei St.n. bds. 
minimalinvasiver ISG-Fusion und endoskopische Denervation am 4.10.2018

St.n. endoskopischer Fazettengelenksdenervationen ISG L4 - S1 bds.

St.n. Dekompression und Fusion C4/5 am 10.11.2017 bei Spondyloarthrosen C2-
C7 mit foraminaler Enge C4/5 links

Zur zusätzlichen Klärung empfahl er eine SPECT-CT-Untersuchung, welche in 
der Folge durchgeführt wurde und am 21. November 2019 u.a. zu diesen Dia-
gnosen und folgender Beurteilung führte (IV-act. 111-1/2):

Aktivierte ISG-Pseudoarthrose rechts mit 2 Schrauben mit Lockerung und knapp 
im Sakrum sowie einer Schraubenlockerung im Iliumbereich ohne Fusion rechts
Fehlplatzierte ventrale ISG-Fusionsschraube links mit Irritation der L5-Wurzel links 
mit Radikulopathie L5 links und fehlender Fusion des ISG
Spondyloarthrose L4/5
(…)
Bei einer sehr schwierigen und komplexen Situation mit chronischen Schmerzen 
besteht eine Nicht-Fusion sicher der rechten Seite mit auch auf der linken Seite 
wahrscheinlich einer partiellen Fusion, aber einer Fehllage der ventralen ISG-
Fusionsschraube mit Irritation der L5-Wurzel links. Es ist nun zu diskutieren, 
entweder die Situation so zu belassen. Mit einer Infiltration wird sicher keine 
Besserung eintreten. Neurologisch wurde ebenfalls der Verdacht geäussert auf 
eine L5-Radikulopathie. Ebenfalls ist eine Nicht-Fusion auf der rechten Seite 
vorhanden. Eine definitive Lösung einer sicheren ISG-Fusion ist wahrscheinlich nur 
noch möglich mit einer dorsalen Zuggurtungsplatte und Auffüllen der Defekte 
sowie Entfernung der Schraube, wobei 2 möglicherweise belassen werden können 

16

auf der einen Seite links, die ventrale aber entfernt werden muss sowie dorsal eine 
Spongiosaplastik angelegt werden muss. (…)

3.12  Nach einer Prüfung der medizinischen Aktenlage hatte der RAD-Arzt 
Dr.med. J.________ (Allgemeinmedizin FMH) am 8. August 2019 die Durch-
führung einer interdisziplinären Begutachtung angeregt (IV-act. 72), was der Ver-
sicherten mit Schreiben vom 28. August 2019 mitgeteilt worden war (IV-act. 74). 

3.12.1  Am interdisziplinären MEDAS-Gutachten vom 20. Januar 2020 wirkten 
folgende Sachverständige mit (IV-act. 114-4/236 i.V.m. 114-12/236 und 121-2/2):

- Dr.med. AD.________ (Psychiatrie und Psychotherapie FMH/ zertif. 
mediz. Gutachter SIM/ Fallführer);

- Dr.med. AE.________ (Allgem Innere Medizin FMH/ zertif. mediz. Gutachterin 
SIM);

- Dr.med. univ. AF.________ (Neurologie);

- Dr.med. AG.________ (Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe-
gungsapparates FMH/ Manuelle Medizin SAMM);

- Dr.med. AH.________ (Psychiatrie und Psychotherapie FMH/ Neuropsycholo-
gie).

3.12.2  Diese Gutachter stellten in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung (Kon-
sensbeurteilung) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-
act. 114-9/236):

- Aktivierte ISG-Pseudarthrose beidseits

- Zustand nach mehrfachen interventionellen Eingriffen und Steissbeinfraktur 
(zervikal, lumbal, ISG-Arthrodese)

- Opioid-Gebrauch (Aufgrund des Opioid-Gebrauchs sind Arbeiten mit Fahrtätig-
keiten bis zu einer Abstinenz vorerst nicht geeignet. Für eine Entgiftung und 
Entwöhnung sind circa 2 Monate ausreichend).

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter 
was folgt fest (IV-act. 114-9/236):

- Erhöhte Blutdruckwerte, DD mögliche arterielle Hypertonie
- Radiologisch isoliertes Syndrom (DD klinisch asymptomatische Multiple Sklero-

se)
- Mögliche Wurzelirritation L5 beidseits
- Agoraphobie mit Panikstörung, ICD-10: F40.01
- Minimale neuropsychologische Störung ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig-

keit.

17

3.12.3  In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung fassten die Gutachter die Ant-
worten auf den nachfolgend aufgeführten Fragestellungen wie folgt zusammen 
(vgl. IV-act. 114-9ff./236):

4.3  Funktionelle Auswirkungen der Befunde/ Diagnosen

Die aktivierte ISG-Pseudarthrose beidseits und der Zustand nach mehrfachen in-
terventionellen Eingriffen und Steissbeinfraktur (zervikal, lumbal, ISG-Arthrodese) 
bedingen eine reduzierte körperliche Belastbarkeit. Aufgrund des Opioid-Ge-
brauchs sind Arbeiten mit Fahrtätigkeiten bis zu einer Abstinenz vorerst nicht ge-
eignet. Für eine Entgiftung und Entwöhnung sind circa 2 Monate ausreichend.

4.4  Diskussion eventuell relevanter Persönlichkeitsaspekte

Eine in der Kindheit oder Jugend einsetzende und die biographische Entwicklung 
durch psychische und Verhaltensauffälligkeiten erheblich störende Beeinträchti-
gung lässt sich nicht erheben: Die ICD-10 Achsenkriterien einer Persönlichkeitss-
törung lässt sich somit nicht attestieren.

4.5  Diskussion Belastungsfaktoren und Ressourcen

Soziale oder familiäre Belastungsfaktoren mit funktioneller Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit liegen nicht vor. Anamnestisch und anhand der hiesigen Befunde 
sind die Selbständigkeit, Selbstversorgungsfähigkeit und sozial Aktivität nicht er-
heblich limitiert, was die Annahme einer Arbeitsfähigkeit stützt.

4.6  Konsistenzprüfung

Für die reklamierte hohe Schmerzintensität ergab sich in den klinischen Befunden 
kein ausreichendes Korrelat.

3.12.4  Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit veranschlagten die Gut-
achter insgesamt auf 50%, wobei die orthopädischen Befunde als limitierend be-
urteilt wurden (IV-act. 114-10/236 Ziff. 4.7). 

Für angepasste Tätigkeiten schätzten die Gutachter aufgrund der orthopädischen 
Befunde die Arbeitsfähigkeit ebenfalls auf 50% (IV-act. 114-10/236 Ziff. 4.89). 

Zudem ergänzten die Gutachter, dass sich keine additive Zusammenziehung von 
Teilarbeitsunfähigkeiten ergebe. Die orthopädische Limitation sollte in ca. einem 
Jahr nochmals durch eine gutachterliche Nachunteruntersuchung geprüft wer-
den. Aufgrund des Opioid-Gebrauchs seien Arbeiten mit Fahrtätigkeiten bis zu 
einer Abstinenz vorerst nicht geeignet. Für eine Entgiftung und Entwöhnung sei-
en ca. 2 Monate ausreichend (IV-act. 114-11/236). 

3.13  Am 10. Februar 2020 äusserte sich der RAD-Arzt Dr.med. J.________ 
zum eingetroffenen MEDAS-Gutachten u.a. wie folgt (IV-act. 117):

Es besteht eine ziemlich komplexe orthopädische Problematik mit

St.n. Dekompression und Spondylodese C4/C5 11/17

St.n. Steissbeinfraktur mit protrahiertem Verlauf 1/18

18

St.n. ISG-Arthrodese bds 10/18 und nun offenbar leider Pseudarthrosebildung 
bzw. Schraubenlockerung

Eine Einschränkung der AF ergibt sich gemäss Medas K.________ aus rein 
orthopädischer Sicht.

Die attestierte Rest-AF von 50% für leichte bis höchstens mittelschwere 
Tätigkeiten in Wechselposition (entsprechend der angestammten Tätigkeit) ist als 
Momentaufnahme soweit nachvollziehbar.

Gemäss dem der Medas beiliegenden Bericht vom Trauma-Zentrum N.________ 
Dr. M.________ vom 21.11.19 ist bei der Versicherten aber bereits eine 
Reoperation mit Revision der ISG-Pseudarthrosen geplant.

Wir werden nachfragen müssen, ob und wann diese grössere Operation nun 
durchgeführt wurde/wird und wie das Resultat aussieht. (…)

3.14  Die vom RAD-Arzt angeregte Rückfrage bei den Gutachtern, ab wann die 
attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit zu veranschlagen sei, beantworteten die Gut-
achter am 9. März 2020 wie folgt (IV-act. 121):

Als Rekonvaleszenzphase nach der stattgehabten ISG-Arthrodese können circa 
2 Monate angesetzt werden. Anderslautende orthopädische Einschätzungen zur 
Arbeitsfähigkeit liegen aktenkundig nicht vor.

Es ist nicht ersichtlich, warum bei einer Arbeitsfähigkeit von 50% eine Fernreise 
nicht möglich sein sollte, dies könnte erst bei einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit 
fraglich bzw. nicht plausibel sein. Die Indikatoren wurden bei der Bewertung der 
Arbeitsfähigkeit berücksichtigt.

3.15  In der Stellungnahme vom 17. März 2020 empfahl der RAD-Arzt Dr.med. 
J.________, auf die Ergebnisse des MEDAS-Gutachtens abzustellen. Es könne 
davon ausgegangen werden, dass ab 12. Juni 2017 bis 3. Dezember 2018 eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit sowie ab 4. Dezember 2018 eine 50%ige Arbeits-
fähigkeit bestanden habe. Ergänzend kommentierte er, er verstehe weiterhin 
nicht, wie jemand wegen Schäden am Bewegungsapparat nur maximal 4 Stun-
den pro Tag (50% AF) leichte Tätigkeiten ausüben könne, parallel dazu aber 
Fernreisen in den Pazifikraum mit Langstreckenflügen unternehme.

3.16  Daraufhin unterbreitete die IV-Stelle mit Schreiben vom 20. März 2020 den 
Gutachtern u.a. noch folgende Fragen (IV-act. 124-1/5):

1. Frau … nahm zwischen 19.02.2019 und 27.02.2019 je einen Hin- und Rückflug 
nach AM.________ wahr, Flugzeit 11.5 h. Die Versicherte konnte im Juni/ Juli 
2019 bei ihrer Fernreise (AN.________) einen Flug - bekanntlich - in 
langandauernder Zwangshaltung absolvieren. Der Flug nach AN.________ 
dauert total 20.5 bis 23.5 Stunden. Auch hier ein Hin- und Rückflug, 
dazwischen gemäss Akten mehrere Island-Hopper (________ 
→________→________ und ________). Auf AN.________ machte Frau … 
nachweislich Autorundfahren und Ausflüge.

Bisher wurde nicht auf die Details des Reiseverhaltens von Frau … 
eingegangen. Wir bitten Sie sich deshalb dazu ausführlicher zu äussern (…).

19

2. Gemäss N.________-Attest vom 26. November 2018 ging man damals bis 
Ende Januar 2019 von einer 80%igen Arbeitsunfähigkeit aus. Trotzdem reiste 
Frau … 11.5 h nach AM.________ und zurück. Wie passt dies zusammen? 
(…)

3. Frau .. gab am 14. März 2019 per E-Mail an, sie habe in der rechten Hüfte 
Probleme und wiederum starke Rückenschmerzen. Das ärztliche Attest vom 
21. März 2019, Dr. Z.________, berichtete von einer für Ende Januar 2019 
vollen (100%) Arbeitsunfähigkeit. Eine offenkundige 
Zustandsverschlechterung. Die N.________ berichtete am 9. April 2019 von 
"momentan ca. 50%"iger Arbeitsfähigkeit. Bis zur AN.________-Reise im 
Juni/Juli 2019 berichtete Frau … über keine relevante Zustandsverbesserung.

Der Flug nach AN.________ dauert total 20.5 bis 23.5 Stunden. Auch hier ein 
Hin- und Rückflug, dazwischen gemäss Akten mehrere Island-Hopper (…). Auf 
AN.________ machte Frau … nachweislich Autorundfahrten und Ausflüge. 
Wie passt dieses Reiseverhalten im Detail zu den medizinischen 
Erkenntnissen für denselben Zeitraum? (…)

4. Frau … führte überdies seit mind. August 2019 einen Webshop resp. 
Versandhandel, baute diesen auf, bewarb diesen im Internet in regelmässigen 
und engen Zeitabständen, ging auf Einkauf für den Webshop nach 
AO.________ etc. Dies trotz teils 100%iger, teils 80%iger und teils 50%iger 
Arbeitsunfähigkeit.

Wie lässt sich dies mit den geltend gemachten Beschwerden und 
Arbeitsunfähigkeits-Graden in den jeweiligen Zeitphasen vereinen? (…)

3.17  In der Stellungnahme vom 29. April 2020 wiederholten die Gutachter im 
Wesentlichen ihre Antworten vom 9. März 2020 (siehe oben, Erw. 3.14 i.V.m. IV-
act. 126). 

3.18  Nach einer Sprechstundenkonsultation vom 4. Mai 2020 berichtete Prof. 
Dr.med. M.________ dem Hausarzt (unter Hinweis auf die bereits bekannten 
Diagnosen) was folgt (IV-act. 129):

Zwischenzeitlich war die Patientin sehr zufrieden. Jetzt wieder etwas vermehrt 
Schmerzen und wieder Targin-Einnahme. Sie versucht aber, nun zu reduzieren 
von 20 auf 10 mg.

Befunde:
Überall schön abgeheilte Wunden, auch im Bereich der ehemaligen 
Spannungsblasen. Gewisse Druckdolenz parasakral medial, aber auch lateral. 
Einbeinstand möglich. Zehen- und Fersengang möglich. 

Röntgenbefund: In der Röntgenuntersuchung zeigt sich eine identische Stellung 
ohne Lockerungszeichen und ohne Materialbruch.

Beurteilung/ Procedere:
Ich empfehle nun eine intensive Physiotherapie. Sicher ein Teil der Beschwerden 
sind bedingt durch die Platte. Ich empfehle eine Plattenentfernung nach 
nachgewiesener Fusion. (…)

20

3.19  Nachdem die Versicherte aufgefordert worden war, die Buchhaltungsunter-
lagen des Webshops einzureichen (IV-act. 130), erklärte sie am 3. Juli 2020, sie 
habe versucht - soweit dies mit den akuten Schmerzen möglich gewesen sei - 
ein kleines Einkommen zu erzielen. Leider sei es beim Versuch geblieben; sie 
habe keinen Umsatz generieren können, sondern nur Ausgaben bewirkt. Deswe-
gen habe sich auch keine Buchhaltung geführt. Der Webshop werde seit längerer 
Zeit nicht mehr betrieben; sie habe damals maximal pro Tag "vielleicht eine halbe 
Stunde am Stück arbeiten" können (IV-act. 131). 

Am 10. Juli 2020 ergänzte die Versicherte unter anderem (sinngemäss), dass sie 
für die Erstellung des Webshops eine einfache Vorlage verwendet habe, wobei 
der Sohn ihr geholfen habe. Das Ganze sei ohne grossen Aufwand möglich ge-
wesen. Sie habe lediglich einen Tag in AO.________ an einer Messe für Des-
sous teilgenommen, zusammen mit ihrer Tochter, alleine hätte sie es nicht ge-
schafft. Zu den Fernreisen führte sie aus (IV-act. 133-1/2):

In AM.________ war ich mit meiner Tochter im Urlaub. Wir lagen am Strand oder 
Pool. Es war eine Auszeit, die ich dringend benötigte, um mich von den 
Operationen zu erholen. Ebenso meine AN.________ Reise. Während dieses 
Urlaubes wurde ich auch regelmässig von meinem Arzt telefonisch betreut. Diese 
Reise wurde in Absprache mit meinem Arzt gemacht. Es ging um Erholung, die ich 
hier nicht fand. (…)

3.20  Eine Anfrage der IV-Stelle, wann die Plattenentfernung geplant sei (IV-act. 
134), beantwortete Prof. Dr.med. M.________ am 19. August 2020 zunächst da-
hingehend, dass die Operation zeitnah geplant werde (IV-act. 135), worauf er mit 
Schreiben vom 10. Dezember 2020 klarstellte, dass die geplante Plattenentfer-
nung auf unbestimmte Zeit nicht möglich sei, weil im Spital das Tragen von Mas-
ken obligatorisch sei, die Versicherte indessen unter Panikattacken leide, sobald 
sie eine Maske tragen müsste (IV-act. 142).

3.21  Eine Rückfrage der IV-Stelle vom 8. Februar 2021, ob bis zur gesundheitli-
chen Verschlechterung (Operation vom 16.02.2020) der Beurteilung im MEDAS-
Gutachten gefolgt werden könne, bejahte der RAD-Arzt Dr.med. J.________ 
gleichentags mit dem Hinweis, dass ab der Reoperation im Februar 2020 die Si-
tuation neu abgeklärt werden müsse (IV-act. 145). 

In der Stellungnahme vom 10. August 2021 äusserte sich der RAD-Arzt zu den 
Einwendungen der Versicherten u.a. dahingehend, dass die damaligen Berichte 
von Prof. Dr.med. M.________ im MEDAS-Gutachten mitberücksichtigt worden 
seien; die Hauptdiagnose einer aktivierten ISG-Pseudarthrose sei von den Gut-
achtern aus den Berichten von Prof. Dr.med. M.________ sogar übernommen 
worden. Hauptsächlich aufgrund dieser Pseudarthrose sei im Gutachten eine 

21

Reduktion der Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht auf 50% erfolgt (IV-act. 
158).

4.1 Bevor auf die strittige Frage der zumutbaren Arbeits- bzw. verbliebenen 
Leistungsfähigkeit der Versicherten nachfolgend näher eingegangen wird, ist fol-
gender Ausgangspunkt hier festzuhalten: Nach der höchstrichterlichen Recht-
sprechung sollen Rentenleistungen erst dann zur Ausrichtung gelangen, wenn 
keine zumutbaren Eingliederungsmassnahmen (mehr) in Betracht fallen (u.a. 
Urteil des Bundesgerichts 9C_108/2012 vom 5.6.2012 Erw. 2.2.1 mit Hinweisen). 
Der in der Invalidenversicherung geltende Grundsatz "Eingliederung vor Rente" 
bewirkt, dass die Rente grundsätzlich hinter einer Eingliederungsmassnahme 
bzw. dem damit verbundenen Taggeld zurücktreten muss (so Art. 28 Abs. 1 lit. a 
IVG). Ein Rentenanspruch kann im Prinzip erst nach Beendigung der 
Eingliederungsmassnahmen entstehen, und zwar selbst dann, wenn diese nur 
einen Teilerfolg brachten oder scheiterten. Vor diesem Zeitpunkt ist eine Rente, 
gegebenenfalls auch rückwirkend, nur dann zuzusprechen, wenn die versicherte 
Person nicht oder noch nicht eingliederungsfähig ist (vgl. Urteile des 
Bundesgerichts 9C_380/2021 vom 31.1.2022 Erw. 5.1, 9C_450/2019 vom 
14.11.2019 Erw. 3.3.1 mit Verweis auf BGE 121 V 190 Erw. 4c, d, e S. 192 ff.; 
vgl. auch Meyer/Reich-muth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. 
Aufl. 2014, N 7 zu Art. 28 IVG; Urteil des Bundesgerichts 9C_689/2019 vom 
20.12.2019 Erw. 3.1; VGE I 2021 9 vom 17.05.2021 Erw. 1.3).

4.2.1  Im konkreten Fall verhält es sich so, dass die Versicherte per Email der 
zuständigen Person der IV-Stelle am 10. April 2018 (mithin rund 3 ½ Monate 
nach der IV-Anmeldung vom 20.12.2017) was folgt mitteilte (IV-act. 47-3/24 un-
ten):

Anders bei der Ausbildung Webdesign. Die H.________ in O.________ bietet 'mir' 
eine anerkannte und von diversen Berufsverbänden empfohlene Ausbildung und 
Abschluss. Damit habe ich reelle Chancen auf dem Arbeitsmarkt, da diese Bran-
che ein überdurchschnittliches Beschäftigungswachstum ausweist und der Bedarf 
an zusätzlichen ICT Fachleuten bis 2022 auf 87'000 Personen geschätzt wird.
Ich habe Ihnen eine detaillierte Aufstellung über die Ausbildung ICT Professional 
Web SIZ zusammengestellt. (…)

4.2.2  Eine Woche später teilte die Versicherte (am 17.4.2018) der IV-Stelle 
telefonisch mit, ihr Sohn sei Informatiker; sie werde ihn zu Rate ziehen, um die 
Selbständigkeit im WebDesign aufzubauen. Sie sei davon überzeugt, dass dies 
das Richtige für sie sei und dass sie diese Ausbildungen gerne machen würde 
(IV-act. 47-4/24 oben).

22

4.2.3  Am 11. Mai 2018 unterzeichnete die Versicherte eine Eingliederungsver-
einbarung für eine Ausbildung "SIZ Web Publisher". Als Ziel dieser Massnahme 
wurde ausdrücklich festgehalten, dass mit der Finanzierung der betreffenden 
Ausbildungen "wieder eine vollständige Arbeitsfähig- und Selbständigkeit erreicht 
werden" sollte (IV-act. 38). 

4.2.4  Am 8. Juni 2018 teilte die Versicherte per Email mit, dass sie die Ausbil-
dung beim Kursanbieter (F.________) begonnen habe, indes das Programm nur 
"Windows-kompatibel" sei, derweil sie selbst mit "Mac" arbeite (IV-act. 47-9/24). 
Später teilte die Versicherte mit, dass diese Ausbildung vorzeitig abgebrochen 
worden sei, weil die nötige (Branchen)Anerkennung (SIZ) fehle (IV-act. 47-
14ff./24). 

4.2.5  In der Folge beabsichtigte die Versicherte, die gewünschte Informatik-
Ausbildung bei einem anderen Anbieter aufzunehmen, wobei sich der geplante 
Ausbildungsbeginn (31.8.2018) verschob, weil der Dozent erkrankte (IV-act. 47-
21/24). 

4.3.1  Bei dieser konkreten Sachlage waren sich die Parteien mindestens im ers-
ten Halbjahr 2018 grundsätzlich einig, dass die Versicherte ein relevantes Ein-
gliederungspotenzial aufwies, weshalb die IV-Stelle damals auch bereit war, die 
erwähnte Informatik-Ausbildung zu finanzieren. Im Lichte dieser damals unbe-
strittenen Eingliederungsfähigkeit und gewährten Eingliederungsmassnahme fällt 
ein Rentenanspruch für die Zeit vor der in der angefochtenen Verfügung zuge-
sprochenen IV-Rente (ab 1.6.2018) zum vornherein ausser Betracht. 

4.3.2  Nach dem Gesagten geht es in den nachfolgenden Erwägungen (nachdem 
die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung eine ganze IV-Rente für die Zeit 
vom 1.6.2018 - 31.3.2019 gewährte) um einen allfälligen Rentenanspruch für den 
Zeitraum vom 1. April 2019 bis 31. Januar 2020 und mithin für 10 Monate. Be-
reits dargelegt wurde, dass die Frage eines Rentenanspruchs für die anschlies-
sende Zeit ab 1. Februar 2020 nicht zum Gegenstand des vorliegenden Be-
schwerdeverfahrens gehört (vgl. oben, Erw. 2.1.4).

5. Eine gerichtliche Würdigung der Angaben zur gesundheitlichen Situation 
und zum Leistungsvermögen der Versicherten im hier interessierenden Bereich 
(bis 31.1.2020) zeitigt die nachfolgend dargelegten Ergebnisse.

5.1.1  Prof. Dr.med. Q.________ berichtete am 10. Januar 2019 von einem ver-
besserten Gesundheitszustand der Versicherten, wobei er eine 80%ige Arbeits-
unfähigkeit noch bis Ende Januar 2019 bescheinigte (IV-act. 51).

23

5.1.2  Im Einklang damit steht auch, dass die Versicherte für ihre im Sommer 
2018 aufgenommene Webshop-Tätigkeit (Registrierung der Domain 
AI.________.com am 19.7.2018, vgl. Fremdakten 2-77/88) am 15. Januar 2019 
eine Lingerie-/Modemesse in AO.________ (AP.________) besuchte (Fremdak-
ten 2-81/88). Gemäss den Abklärungen der Vorinstanz hat die Versicherte ihren 
Webshop (für Lingerie) bis zum 31. Januar 2019 ausgiebig beworben (Linkedin 
23x, Facebook 29x, Instagram 27x, vgl. Fremdakten 2-81/88), ohne dass sie die-
se Tätigkeit damals der Vorinstanz offenlegte.

5.1.3  Dass es der Versicherten zu dieser Zeit gesundheitlich wesentlich besser 
ging, dokumentiert die (vor Gericht unbestrittene) Tatsache, dass sie in der Lage 
war, am 19. Februar 2019 eine Reise nach AM.________ mit einer Flugzeit von 
über 11 Stunden für den Hinflug und rund 14 Tage später (vgl. Eingabe vom 
26.1.2022, S. 4 unten) für den Rückflug zu absolvieren (vgl. Fremdakten 4-18/18, 
am 27.2.2019 war die Versicherte noch nachweislich in AQ.________).

5.1.4  Dr.med. Z.________, welche die Versicherte seit dem 26. Januar 2019 
psychiatrisch behandelte, attestierte in ihrem Bericht vom 21. März 2019 der Ver-
sicherten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, ohne aber sich mit der Reise-
tätigkeit der Versicherten (AO.________ / AM.________) und der Tätigkeiten für 
den Webshop auseinanderzusetzen, was den Schluss nahelegt, dass sie von 
diesen Aktivitäten der Versicherten keine Kenntnis hatte (IV-act. 66). 

5.2 Sodann veranschlagte Prof. Dr.med. Q.________ in seinem Verlaufsbericht 
an die IV-Stelle vom 6. Mai 2019 für angepasste Tätigkeiten eine aktuelle Ar-
beitsfähigkeit von 50% (IV-act. 69 oben).

5.3.1  Anlässlich der Erstkonsultation im L.________-Institut für Anästhesiologie 
vom 14. Juni 2019 und der Kontrolle vom 19. Juni 2019 wurden die bereits er-
wähnten Diagnosen aufgelistet (vgl. IV-act. 80 und 81 bzw. Erw. 3.10), ohne 
dass Dr.med. AC.________ (Oberarzt) zum Arbeitsfähigkeitsgrad Stellung nahm.

5.3.2  Im Anschluss daran reiste die Versicherte nach AN.________ und besuch-
te dort diverse Inseln/ Destinationen. Gemäss den vorinstanzlichen Abklärungen 
beträgt die reine Flugzeit zwischen 18 und 22 Stunden (hinzu kommen noch 
Transfers/ Umsteigezeiten an den Flughäfen, Ausflüge an Land etc., vgl. Frem-
dakten 5-16f./17). 

5.3.3  In diesem Zusammenhang fällt auf, dass die Versicherte die angebotene 
Informatik-Ausbildung (Umschulung) Ende 2018 absagte (aufgrund andauernder 
Schmerzen und Schmerzmittelmedikation, vgl. IV-act. 47-23/24 unten), hingegen 

24

in der Folge gesundheitlich in der Lage war, nach AO.________ (Januar 2019), 
nach AM.________ (Februar 2019) und nach AN.________ (Sommer 2019) zu 
reisen, was für ein verbliebenes (relevantes) Leistungsvermögen spricht und 
grundsätzlich ein wenig konsistentes Verhalten der Versicherten darstellt. 

5.3.4  Der Rechtsvertreter relativierte die Fernreisen der Versicherten in seiner 
Eingabe vom 26. Januar 2022 (S. 4f.) sinngemäss damit, dass die Reise nach 
AM.________ (in Begleitung der Tochter) als Auszeit gedient habe, wobei sie 
während der Reise täglich unverändert Schmerzmittel eingenommen habe, zu-
dem habe sie während des Flugs mit Hilfe von Zolpidem geschlafen und sich an-
schliessend "während 14 Tagen fast nur am Pool oder am Strand" aufgehalten. 
Auch die Reise nach AN.________ sei "eine Form der Flucht vor der äusserst 
belastenden lähmenden Situation zu Hause" gewesen; es habe sich um eine seit 
langer Zeit geplante Reise gehandelt. Beim Hin- und Rückflug habe sie einen 
Unterbruch in AR.________ (mit Übernachten) vorgenommen. Die Flüge habe 
sie weitgehend (schlafend) in Liegeposition verbracht. Dabei sei sie von ihrem 
Arzt Dr.med. AC.________ unterstützt worden, welcher sich regelmässig nach 
dem Gesundheitszustand erkundigt und ihr wenn nötig die Medikamente neu zu-
sammengestellt habe. Sie habe die Aktivitäten auf ein Minimum reduziert und 
sich weitgehend tagsüber am Pool/ Strand und abends im Hotelzimmer aufgehal-
ten.

5.3.5  Diese vorstehende Relativierung der Fernreisen vermag nicht zu überzeu-
gen. Wenn der Rechtsvertreter schreibt, dass die Versicherte "gesundheitlich gar 
nicht in der Lage war", den im Sommer 2018 lancierten Webshop "professionell 
zu betreiben" (siehe Beschwerdeschrift, S. 11 oben, vgl. auch IV-act. 155-6/9) 
und die Versicherte namentlich vorbringt, dass sie hinsichtlich des Webshops "an 
einem Tag vielleicht eine halbe Stunde am Stück arbeiten" konnte (IV-act. 133), 
ist nicht nachvollziehbar, dass die Versicherte für Urlaubszwecke die Strapazen 
von langen Flugreisen auf sich genommen hat, um anschliessend die Zeit am 
Meeresstrand oder im (am) Hotelpool zu verbringen. Wenn es zuträfe, dass die 
Versicherte sich maximal eine halbe Stunde mit ihrem Webshop beschäftigen 
konnte, wäre offenkundig zu erwarten gewesen, dass sie für Ferien am Strand/ 
Pool nicht nach AN.________ gereist, sondern eine viel näher gelegene Destina-
tion gewählt hätte. Mithin spricht die Tatsache, dass die Versicherte im Sommer 
2019 Ferien in AN.________ verbrachte, dass ihr damaliges Leistungsvermögen 
wesentlich höher war als die geltend gemachten "maximal 30 Minuten für ihren 
Webshop". Abgesehen davon trifft die Argumentation, wonach die Versicherte in 
AN.________ die Urlaubszeit ausschliesslich am Strand/Pool verbracht habe, 
nach der Aktenlage nicht zu. So zeigt beispielsweise eine Bildaufnahme vom 4. 

25

Juli 2019 einen Ausflug mit einem PW (Fremdakten 5-9/17). Auffallend ist aber 
auch, dass die Versicherte am 23. Juni 2019 um 9.45 Uhr eine Führung in 
AS.________ "Memorial Tour mit Abholung" absolvierte (siehe Fremdakten 5-
11/17, das dort abgebildete Ticket ist auf den Namen der Versicherten ausge-
stellt) und gleichentags um 11.45 Uhr das "AT.________ Memorial" besucht hat 
(vgl. Fremdakten 5-10/17). Dass die Versicherte mithin touristische Aktivitäten 
(Besuch einer Gedenkstätte aus dem 2. Weltkrieg) für mindestens einen halben 
Tag absolvieren konnte, belegt eindeutig, dass die Argumentation der Versicher-
ten, wonach sie "maximal 30 Minuten für ihren Webshop" arbeiten konnte, un-
glaubwürdig ist.

Im Übrigen konnte die Versicherte eine 90 Minuten umfassende Begutachtungs-
tranche ohne Schonsitz oder Schonhaltung bewältigen (vgl. IV-act. 114-40/236 
Mitte und unten).

5.4.1  Das vorliegende MEDAS-Gutachten basiert auf klinischen Untersuchun-
gen der Versicherten am 22. Oktober, am 24. Oktober und am 28. Oktober 2019 
sowie am 12. November 2019 (vgl. IV-act. 114-3/236), wobei sich die Gutachter 
der verschiedenen Fachrichtungen mit den medizinischen Vorakten ausführlich 
befasst haben (vgl. IV-act. 114-5/236 - 114-8/236; 114-15/236 - 114-29/236; 114-
50/236 - 114-64/236; 114-91/236 - 114-105/236; 114-128/236 - 114-142/236; 
114-168/236 - 114-182/236; 114-210/236 - 114-224/236). Mithin haben die Gut-
achter ihre Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit in Kenntnis und im 
Rahmen einer Auseinandersetzung mit der medizinischen Aktenlage vorgenom-
men. Zudem berücksichtigten die Sachverständigen auch die von der Versicher-
ten geklagten Beschwerden (vgl. 114-30/236; 114-32ff./236; 114-65ff./236; 114-
105ff./236; 114-143ff./236; 114-183ff./236). Insgesamt leuchtet die Darlegung der 
gesundheitlichen Situation und der medizinischen Zusammenhänge ein, nament-
lich auch, dass aufgrund der orthopädischen Befunde für angepasste Tätigkeiten 
nur eine Arbeitsfähigkeit von 50% veranschlagt wurde (IV-act. 114-10/236), zu-
mal die erhaltene Beweglichkeit der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule und 
mithin des Rumpfs, die Beweglichkeit der oberen Extremitäten inkl. Schulter-
gelenke, der Ellenbogengelenke, der Handgelenke/Hände sowie der unteren Ex-
tremitäten (Hüftgelenke, Kniegelenke, Sprunggelenke etc.) im Einzelnen unter-
sucht und beurteilt wurde (vgl. IV-act. 114-114ff./236). Zusammenfassend erfüllt 
das vorliegende MEDAS-Gutachten die von der Rechtsprechung entwickelten 
Grundsätze für eine beweiskräftige Abklärung (vgl. oben, Erw. 1.5.3).

5.4.2  An diesem Ergebnis vermögen die Vorbringen der beanwalteten Versi-
cherten vor Gericht nichts zu ändern. Soweit sie sich auf die Angaben von Prof. 
Dr.med. M.________ vom 11. und 21. November 2019 (IV-act. 111 und 112) be-

26

ruft, übersieht sie, dass sich die Sachverständigen damit befasst haben (vgl. IV-
act. 114-28f./236; 114-63f./236; 114-104f./236), 114-141f./236; 114-181f./236; 
114-223f./236). Im Umstand, wonach die von Prof. Dr.med. M.________ formu-
lierte Diagnose wortwörtlich an den vorerwähnten Stellen des Gutachtens wie-
dergegeben wurden, indessen nicht tel quel in die relevanten Diagnosen der 
Gutachter (IV-act. 114-9/236) überführt wurden, ist entgegen der Argumentation 
der Beschwerdeführerin vor Gericht (namentlich in der Eingabe vom 26.1.2022, 
S. 3) kein hinreichender Grund zu erblicken, um die Beweiskraft des Gutachtens 
für den hier zu beurteilenden Zeitraum (bis 31.1.2020) in Frage zu stellen. Dies 
gilt erst recht, als die Formulierung bzw. Differenzierungsdichte von bestimmten 
Diagnosen grundsätzlich noch nichts aussagt über den massgebenden Arbeits-
unfähigkeitsgrad (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 9C_491/2012 vom 
22.5.2013 Erw. 5.1.3; siehe auch Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. Rz. 80 
in fine zu Art. 44 ATSG mit Verweis auf das Urteil 9C_273/2018 Erw. 4.2). In die-
sem Zusammenhang fällt massgeblich ins Gewicht, dass sich Prof. Dr.med. 
M.________ zur Frage der Arbeitsfähigkeit nicht geäussert hat, sondern diesbe-
züglich einzig ausführte, "die Patientin hat seit längerer Zeit Blockadegefühle und 
starke Lumbalgien. Sie kann nicht längere Zeit sitzen…" (vgl. IV-act. 112 Mitte). 
Diese Angaben sind durchaus mit der Arbeitsfähigkeitseinschätzung der Gutach-
ter (von 50%) vereinbar, zumal wenn man die von der Versicherten vorgenom-
menen Reisen in die Beurteilung einbezieht. 

5.4.3  Die Beschwerdeführerin bringt in der Eingabe vom 26. Januar 2022 (S. 2) 
vor, der RAD-Arzt Dr.med. J.________ habe in der Stellungnahme vom 21. Sep-
tember 2020 die Fragestellung, ob weiterhin dem MEDAS-Gutachten gefolgt 
werden könne, verneint mit der Argumentation, dass der weitere Verlauf nach der 
ISG-Arthrodese "viel problematischer als von der Medas prognostisch ange-
nommen" eingetreten sei. Allerdings hat die Beschwerdeführerin diese Antwort 
ohne den Kontext berücksichtigt, wo der RAD-Arzt 

- ausdrücklich auf die Re-Operation "wegen ISG-Pseudarthrose mit Ent-
fernung der Schrauben und Verplattung" verwies (IV-act. 138-1/2 
oben);

- wo auf die Behandlung eines Infekts im Operationsgebiet verwiesen 
wurde,

- wo auf die Entfernung der nun störenden Platten verwiesen wurde 
(welche abzuwarten sei),

- wo der RAD-Arzt die Auffassung der Versicherten, welche sich offenbar 
noch weniger als 50% arbeitsfähig erachte, ausdrücklich als nicht nach-
vollziehbar beurteilte (IV-act. 138-1/2 Mitte);

- und wo der RAD-Arzt auf die Frage "Ab wann kann nach der geplanten 
Plattenentfernung (Datum in Abklärung) wieder von der 50%igen AF 

27

gemäss GA ausgegangen werden?" antwortete: "Alles unklar, weiter ist 
auch unklar, ob 50% im Endzustand stimmt oder nicht" (IV-act. 138-1/2 
unten).

Berücksichtigt man diesen ganzen Kontext, bezieht sich der vom RAD-Arzt an-
gesprochene weitere Verlauf grundsätzlich auf die Entwicklung nach dem 31. Ja-
nuar 2020, welche indessen wie erwähnt nicht zum Gegenstand des vorliegen-
den Beschwerdeverfahrens gehört. Vielmehr ist für den hier zu beurteilenden 
Gegenstand (massgebender Arbeitsfähigkeitsgrad bis 31.1.2020) weiterhin auf 
die Einschätzung des RAD-Arztes vom 10. Februar 2020 abzustellen, wonach 
die gutachtlich attestierte Restarbeitsfähigkeit von 50% für leichte bis höchstens 
mittelschwere Tätigkeiten in Wechselposition "als Momentaufnahme soweit nach-
vollziehbar" ist (IV-act. 117). Das Gericht hat keinen Anlass, davon abzuweichen.

5.4.4  Sodann kommt es nicht in Frage, dem Eventualbegehren der Beschwerde-
führerin zur Einholung eines weiteren interdisziplinären Gutachtens für die Beur-
teilung der massgebenden Arbeitsfähigkeit für den hier massgebenden Zeitraum 
(bis 31.1.2020) stattzugeben, da mit einem solchen Vorgehen keine neuen (echt-
zeitlichen) Erkenntnisse zu erwarten wären. Ob und inwieweit für die Beurteilung 
des weiterhin vor Vorinstanz pendenten Verfahrens zur Festlegung des Leis-
tungsanspruchs ab 1. Februar 2020 noch ein Gutachten (in welchen Fachdis-
ziplinen) nötig oder entbehrlich sein wird, ist nicht im vorliegenden Beschwerde-
verfahren zu entscheiden.

5.5 Aus all diesen Gründen ist auf das im Verfahren nach Art. 44 ATSG einge-
holte Gutachten rechtsprechungsgemäss abzustellen (BGE 137 V 210 Erw. 2.2.2 
S. 232), weil entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht hinreichend 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Mit anderen 
Worten ist es nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle in der angefochtenen Ver-
fügung zur Beurteilung des Leistungsanspruchs bis 31. Januar 2020 von einer 
50%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Immobilienmaklerin 
sowie in einer körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätig-
keit ausgegangen ist.

6. In der Folge ist der Einkommensvergleich näher zu prüfen.

6.1 Für die Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die ver-
sicherte Person im massgebenden Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbe-
ginns aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ohne Gesund-
heitsschaden tatsächlich verdient hätte. Das Valideneinkommen ist so konkret 
wie möglich festzusetzen. Da nach empirischer Erfahrung in der Regel ohne ge-

28

sundheitliche Beeinträchtigung die bisherige Tätigkeit weitergeführt worden wäre, 
ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich 
der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teue-
rung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (Urteil des 
Bundesgerichts 8C_134/2021 vom 8.9.2021 Erw. 3.2 mit Hinweisen, u.a. auf 
BGE 134 V 322 Erw. 4.1). Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 Erw. 3.3.2 mit Hinweisen). 

6.2.1  Die Vorinstanz orientierte sich bei der Festlegung des Valideneinkommens 
an den Einkünften der Versicherten aus ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit. In 
der Beschwerde (S. 10) wird bestritten, dass die Versicherte im Gesundheitsfall 
ihre selbständige Erwerbstätigkeit weitergeführt hätte. Vielmehr wird geltend ge-
macht, dass sie (sinngemäss) so oder anders eine Anstellung gesucht hätte bzw. 
erfolglos über 200 Bewerbungen vorgenommen habe. 

6.2.2  Beim ersten Abklärungsgespräch mit der Vorinstanz äusserte sich die Ver-
sicherte wie folgt zu den beruflichen Aspekten (vgl. IV-act. 5-2/5 unten):

Seit es ihr nicht gut gehe, konnte sie keine neuen Aufträge gewinnen. Sie habe 
über 200 Bewerbungen für ein Anstellungsverhältnis gemacht, jedoch immer eine 
Absage erhalten. Sie bewerbe sich auch z.B. bei der AJ.________ um Gestelle 
aufzufüllen.
Sie habe keinen Fachabschluss, was ihr den Einstieg erschwere.
Am liebsten würde sie ihre Selbständigkeit weiterführen.

An anderer Stelle führte die Versicherte ebenfalls beim Erstgespräch aus (IV-act. 
5-3/5 unten):

Gerne würde sie ihre Selbständigkeit wieder aufnehmen. Seit sie wieder unter 
Angstzuständen leide, erhalte sie keine Aufträge mehr. Ihre finanzielle Situation sei 
sehr kritisch.

Dass die Vorinstanz gestützt auf diese Erstangaben der Versicherten davon aus-
gegangen ist, die Versicherte hätte ohne gesundheitlichen Probleme ihre 
selbständige Erwerbstätigkeit weitergeführt, gibt keinen Anlass zur Beanstan-
dung.

Dafür spricht auch, dass die Versicherte nach ihren eigenen Angaben bereits 
1994 eine Handelsagentur für den Handel mit Konsumgütern gründete und nach 
Aufgabe ihrer unselbständigen Erwerbstätigkeit als Sekretärin und Buchhalterin 
bei der Firma AK.________ per 2005 eine selbständige Erwerbstätigkeit im 
Treuhandbereich aufnahm, welche sie mit weiteren selbständigen Aktivitäten er-
gänzte (ab 2017 "AL.________.com" und ab 2009 Verkauf, Vermittlung & Ver-
waltung von Immobilien, vgl. IV-act. 32-1/2 rechte Kolonne i.V.m. Fremdakten 2-

29

62ff./88 i.V.m. dem IK-Auszug, wonach die Versicherte in den Jahren 1995 bis 
2002 sowie ab 2004 Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit abrechnete).

6.2.3  Im Lichte all dieser Angaben sprechen die gewichtigeren Aspekte für den 
Standpunkt, wonach die Versicherte im Gesundheitsfall weiterhin selbständig er-
werbstätig wäre (wie sie dies mehr als einmal beim Erstgespräch darlegte). Von 
daher ist zur Festlegung des Valideneinkommens auf die von der Versicherten im 
Rahmen ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit abgerechneten Einkünfte abzustel-
len. Soweit es sich so verhalten sollte, dass die Versicherte nicht alle Einkünfte 
aus ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit abgerechnet hat, was angesichts der tie-
fen Beträge (gemäss IK-Auszug) nicht auszuschliessen wäre (vgl. IV-act. 24), 
könnte die Versicherte daraus hier nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

6.2.4  Gemäss dem IK-Auszug hat die Versicherten ab 2011 bis zum Vorjahr vor 
der IV-Anmeldung (Dezember 2017) aus ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit fol-
gende Einkünfte erzielt (vgl. IV-act. 147-9/10 oben i.V.m. IV-act. 24):

2011 38'300
2012 9'094
2013 9'333
2014 9'333
2015 9'333
2016 9'333

Daraus ist ein durchschnittliches Jahreseinkommen in den Vorjahren vor der IV-
Anmeldung von Fr. 14'121.-- abzuleiten. Die Annahme eines höheren Validen-
einkommens fällt deshalb ausser Betracht, weil die Versicherte aus ihrer 
selbständigen Erwerbstätigkeit vor 2011, mithin in den Jahren ab 2005 (Aufgabe 
der Anstellung bei der Firma AK.________) bis 2010, regelmässig aus selbstän-
diger Erwerbstätigkeit lediglich Einkünfte unter Fr. 9'000.-- abgerechnet hat (vgl. 
IV-act. 24-3/6). 

6.3.1  Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. 
Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - 
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass 
sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und 
erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und 
nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invali-
denlohn. Ist kein derartiges tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, 
namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-

30

nommen hat, so können nach der Rechtsprechung die Tabellenlöhne der vom 
Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) heran-
gezogen werden (BGE 135 V 297 Erw. 5.2; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 130, Urteil 
des Bundesgerichts 8C_7/2014 Erw. 7.1). Dabei wird in der Regel der Totalwert 
angewendet (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_206/2021 vom 10.6.2021 Erw. 
4.4.2 mit Hinweisen).

6.3.2  In der angefochtenen Verfügung ging die Vorinstanz nach Massgabe der 
LSE-Tabellenlöhne von einem durchschnittlichen Jahreseinkommen per 2019 als 
Hilfsarbeiterin von Fr. 55'222.-- aus, wovon sie bei einer massgebenden Arbeits-
fähigkeit von 50% insgesamt Fr. 27'611.-- anrechnete. Dieser Ausgangswert von 
Fr. 55'222.-- wird von der beanwalteten Beschwerdeführerin vor Gericht nicht in 
Frage gestellt, weshalb sich weitere Ausführungen dazu erübrigen. Ob für die 
Festlegung des massgebenden Invalideneinkommens vom von der Vorinstanz 
ermittelten Betrag (von Fr. 27'611.--) ein leidensbedingter Abzug von mindestens 
15% vorzunehmen wäre, wie in der Beschwerde (S. 11) geltend gemacht wurde, 
kann hier offen bleiben. Denn selbst wenn ein solcher Abzug zu gewähren wäre 
(was wie erwähnt offen bleiben kann), verhielte es sich so, dass ein entspre-
chend herabgesetztes Invalideneinkommen von Fr. 23'469.35 (27'611 x 0.85) im 
Vergleich zum oben hergeleiteten Valideneinkommen (Fr. 14'121.--) keinen ren-
tenbegründenden IV-Grad von mindestens 40% ergäbe. Damit bleibt es dabei, 
dass der Versicherten für den Zeitraum vom 1. April 2019 bis 31. Januar 2020 
kein IV-Rentenanspruch zusteht. Über allfällige Leistungsansprüche ab 1. Febru-
ar 2020 ist wie erwähnt nicht in diesem Beschwerdeverfahren zu befinden.

7. Nach dem Gesagten ist die vorliegende Beschwerde als unbegründet ab-
zuweisen. Diesem Ergebnis entsprechend werden die Verfahrenskosten der Be-
schwerdeführerin auferlegt. Eine Parteientschädigung fällt ausser Betracht.

31

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden der unterliegenden Beschwer-
deführerin auferlegt. Sie hat einen Kostenvorschuss in gleicher Höhe be-
zahlt, so dass die Rechnung ausgeglichen ist. 

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

4. Zustellung an:
- den Vertreter der Beschwerdeführerin (2/R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, 3003 Bern (A).

Schwyz, 14. April 2022

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die a.o. Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 12. Mai 2022