# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3116175e-cf48-5590-8d3e-8799e434fd59
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.06.2017 IV 2014/292
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-292_2017-06-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/292

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.12.2019

Entscheiddatum: 13.06.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 13.06.2017
Art. 1a IVG. Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Art. 43 Abs. 1 ATSG. 
Versicherteneigenschaft bei ausländischer Staatsangehörigkeit, 
Erwerbstätigkeit im Ausland und Wohnsitz in der Schweiz. 
Invaliditätsbemessung. Verletzung der Untersuchungspflicht (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Juni 2017, IV 
2014/292). Entscheid vom 13. Juni 2017 Besetzung Versicherungsrichterin 
Karin Huber-Studerus (Vorsitz), Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 
Versicherungsrichter Ralph Jöhl; Gerichtsschreiber Tobias Bolt Geschäftsnr. 
IV 2014/292 Parteien A.___, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt 
Dr. iur. Kreso Glavas, Advokatur Glavas AG, Haus zur alten Dorfbank, 9313 
Muolen, gegen IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. 
Gallen, Beschwerdegegnerin, Gegenstand Rente Sachverhalt

IV 2014/292

A.   

A.a  A.___ meldete sich am 9. Dezember 2011 zum Bezug einer Rente bei der IV-Stelle 

des Fürstentums Liechtenstein an (IV-act. 17). Der Hausarzt Dr. med. B.___ berichtete 

am 12. Januar 2012 (IV-act. 21), der Versicherte leide an einer chronischen 

Hüftgelenkproblematik links, an chronischen lumbo-vertebrogenen Schmerzen, an 

einem chronischen panvertebrogenen Syndrom sowie an einem Diabetes mellitus Typ 

II. Im November 2010 seien eine Offsetkorrektur und ein Labrumtrimming an der 

rechten Hüfte durchgeführt worden. Der Spinalkanal L4/5 sei verengt. Neurologische 

Defizite seien nicht vorhanden. Ab dem 4. Oktober 2010 sei der Versicherte vollständig 

arbeitsunfähig, ab dem 1. Februar 2011 zu 50 Prozent arbeitsfähig, ab dem 20. Juni 

2011 uneingeschränkt arbeitsfähig und ab dem 29. August 2011 wieder nur zu 50 

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Prozent arbeitsfähig gewesen. Wegen der Schmerzexacerbationen sei ihm aktuell nur 

ein Pensum von 50 Prozent zumutbar. Dieses könnte durch eine Verbesserung der 

allgemeinen Kondition, durch eine Rekonditionierung oder durch eine Rehabilitation 

gesteigert werden. Eine wenig belastende Tätigkeit sollte uneingeschränkt zumutbar 

sein. Der Psychiater Dr. med. C.___ hatte im Juni 2011 berichtet (IV-act. 22–9 f.), der 

Versicherte habe ihn wegen einer akuten Krise auf Drängen seiner Lebenspartnerin hin 

einmal konsultiert. Er leide an einer Anpassungsstörung mit einer längeren depressiven 

Reaktion bei einer psychosozialen Belastung durch ständige Konflikte mit dem offenbar 

noch unselbständigen 2_ Jahre alten Sohn, bei einer Belastung durch einen 

chronischen Schmerz und bei einer akzentuierten Persönlichkeit mit narzisstisch-

perfektionistischen Zügen. Er habe dem Versicherten eine gemeinsame Konsultation 

zusammen mit dem Sohn empfohlen und ein Medikament als Schlafreserve 

abgegeben. Die Ärzte der Klinik D.___ hatten am 15. September 2011 berichtet, die 

rechte Hüfte sei schmerzfrei uneingeschränkt beweglich gewesen; nun stünden aber 

Hüftbeschwerden links im Vordergrund (IV-act. 22–5 f.). Die Arbeitgeberin des 

Versicherten berichtete am 26. Januar 2012 (IV-act. 23), sie beschäftige diesen seit 

dem 31. August 1998 als Operateur in der Reinigung. Der Monatslohn belaufe sich seit 

dem 1. Januar 2012 auf 5'895 Franken. Die Klinik D.___ berichtete am 18. April 2012 

(IV-act. 25), der Versicherte leide an belastungsabhängigen Schmerzen in der rechten 

Hüfte, an Hüftgelenk- und Leistenschmerzen links, an einem chronischen lumbo-

spondylogenen Schmerzsyndrom sowie an einem insulinpflichtigen Diabetes mellitus 

Typ II. Sie habe keine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Der Gesundheitszustand sei 

stationär. Bereits am 2. April 2012 hatte der Psychiater Dr. C.___ berichtet (IV-act. 27), 

der Versicherte habe ihn nur einmal konsultiert, weshalb er keine Angaben zum 

aktuellen Gesundheitszustand machen könne. Damals habe er kein Leiden festgestellt, 

das mit einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verbunden wäre. Am 10. Mai 2012 

notierte Dr. med. E.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), dass 

bezüglich der hartnäckigen Hüftschmerzen eine orthopädische Begutachtung 

notwendig sei (IV-act. 28).

A.b  Im Auftrag der IV-Stelle erstattete der orthopädische Chirurg Dr. med. F.___ am 5. 

August 2012 ein fachärztliches Gutachten (IV-act. 38). Er führte aus, abgesehen von 

einem leichten Hüfthinken rechts (Entlastungshinken), einer leichten kypho-

skoliotischen Haltungsdeformität mit einer etwas abgeflachten LWS-Lordose sowie 

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einer geringen Vornüberneigungshaltung ohne strukturelle Deformitätsdefizite habe er 

keine auffälligen Befunde erhoben. Der Versicherte habe sich weitgehend problemlos 

entkleiden und anziehen können. Im Untersuchungszimmer und auf der Treppe habe er 

ein recht flüssiges, hinkfreies und weitgehend behinderungsfreies Gangbild gezeigt. 

Wesentliche Schonhaltungsbefunde seien nicht aufgefallen. Wesentliche und 

fortgeschrittene strukturelle Deformitätsbefunde lägen nicht vor, doch sei auf den 

(geringen) acetabulären Impingementbefund der rechten Hüfte und auf den lumbo-

spondylogenen Wirbelsäulenbefund (ohne Hinweise für radiculäre Befunde) 

hinzuweisen. Das somatische Schmerzsyndrom sei chronifiziert. Auf der psychischen 

Ebene zeichne sich zunehmend eine Beeinträchtigung ab. Es bestehe eine 

zunehmende Selbstlimitierung. Die bisherige, nach wie vor ausgeübte Tätigkeit sowie 

leidensadaptierte Tätigkeiten seien dem Versicherten während vier bis fünf Stunden pro 

Tag zumutbar. Die RAD-Ärztin Dr. E.___ notierte am 29. August 2012 (IV-act. 39), die 

objektivierbaren Schäden am Bewegungsapparat seien mässig ausgeprägt und 

erklärten die Beschwerden nicht ausreichend. Nun sei eine psychiatrische Abklärung 

notwendig. Sie empfehle die Einholung eines Berichtes beim Psychiater Dr. C.___. 

Dieser berichtete am 10. September 2012 (IV-act. 41), der Versicherte befinde sich seit 

dem 20. August 2012 in seiner Behandlung. Im ersten Halbjahr 2012 habe sich unter 

der Belastung durch die anhaltenden Schmerzen und die anhaltenden, tiefgreifenden 

familiären Konflikte ein depressives Zustandsbild entwickelt. Der Versicherte leide an 

einer mittelgradigen depressiven Episode, die seine Arbeitsfähigkeit um 20 Prozent 

vermindere. Mittels einer fortgesetzten psychiatrisch-psychotherapeutischen 

Behandlung könne die Arbeitsfähigkeit gesteigert werden. Die RAD-Ärztin Dr. E.___ 

erachtete diese Angaben als überzeugend (IV-act. 42).

A.c  Am 8. November 2012 berichtete die Klinik D.___ (IV-act. 45), ein MRI der rechten 

Hüfte vom 8. November 2012 habe eine grosse Defektzone in der femoro-acetabulären 

Hauptbelastungszone gezeigt. An der rechten Hüfte könne wohl nur durch eine 

Hüfttotalendoprothese eine zufriedenstellende Situation erreicht werden. Der 

Versicherte werde sich bis zum Jahreswechsel überlegen, ob er mit einer 

entsprechenden Operation einverstanden sei. Am 26. April 2013 wurde dem 

Versicherten eine Hüfttotalendoprothese rechts eingesetzt (IV-act. 51 f.). Anlässlich der 

Verlaufsuntersuchung vom 6. Juni 2013 war die rechte Hüfte im Liegen frei beweglich 

und nicht schmerzhaft (IV-act. 53). Am 25. Juli 2013 berichteten die Ärzte der Klinik 

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D.___ über einen planmässigen Verlauf mit nur noch gewissen muskulären 

Restbeschwerden (IV-act. 55). Die RAD-Ärztin Dr. E.___ notierte am 14. August 2013 

(IV-act. 56), für die Zeit vom 26. April 2013 bis zum 16. August 2013 müsse von einer 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden. Aktuell sei der Versicherte 

wieder zu 50 Prozent arbeitsfähig. Seine Arbeitsfähigkeit sollte sich allerdings noch 

weiter steigern lassen, denn er sei ja schon vor der erfolgreichen Operation zu 50 

Prozent arbeitsfähig gewesen. Am 25. September 2013 berichtete Dr. B.___, eine 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei seines Erachtens nicht möglich (IV-act. 60). 

Daraufhin notierte Dr. E.___ am 9. Oktober 2013 (IV-act. 61), die Vermutungen von Dr. 

F.___ seien eingetroffen. Der Rentenanspruch sei ausgehend von einer 

Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent ab dem Jahr 2011 (mit einer vorübergehenden 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit von April bis August 2013) zu prüfen. Mit einer 

Verfügung vom 20. November 2013 sprach die liechtensteinische 

Invalidenversicherung dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. September 2012 eine 

halbe, mit Wirkung ab dem 1. Mai 2013 eine ganze und mit Wirkung ab dem 1. 

September 2013 wieder eine halbe Rente zu (IV-act. 68).

A.d  Zuhanden der IV-Stelle des Kantons St. Gallen, die einen Anspruch auf eine Rente 

der Schweizer Invalidenversicherung zu prüfen hatte, führte der RAD-Arzt Dr. med. 

G.___ am 10. Januar 2014 aus (IV-act. 69), der Sachverständige Dr. F.___ habe keine 

objektivierbaren Befunde genannt, die eine erhebliche gesundheitliche 

Beeinträchtigung erklären könnten. Zudem sei das Gutachten nicht mehr aktuell. Der 

Versicherte müsse auch psychiatrisch begutachtet werden. Am 5. Februar 2014 

berichtete Dr. B.___ (IV-act. 77), der objektive Befund habe sich seit der Begutachtung 

durch Dr. F.___ nicht verändert. Soweit er wisse, befinde sich der Versicherte nicht in 

einer psychiatrischen Behandlung. Der Urologe Dr. med. H.___, der den Versicherten 

wegen einer rezidivierenden Prostatitis behandelte (vgl. IV-act. 79–13), hatte diesen am 

2. Dezember 2008 für eine pulmologische Kontrolle angemeldet. Der Pneumologe Dr. 

med. I.___ hatte am 24. August 2009 berichtet (IV-act. 79–9 f.), der Versicherte leide an 

einem Asthma bronchiale und an einer Rhino-Coniunctivitis allergica. Im Alltag sei er 

von pulmonaler Seite her vollständig beschwerdefrei und körperlich voll leistungsfähig. 

Am 17. Februar 2014 berichtete Dr. H.___, der Versicherte sei zu 50 Prozent 

arbeitsfähig (IV-act. 79–1 ff.). Der RAD-Arzt Dr. G.___ notierte am 26. Februar 2014, 

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seines Erachtens sei der Versicherte in einer leidensadaptierten Tätigkeit 

uneingeschränkt arbeitsfähig (IV-act. 80).

A.e  Mit einem Vorbescheid vom 14. März 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit 

(IV-act. 84), dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens vorsehe. Zur Begründung 

führte sie aus, bei einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte 

Tätigkeiten könne der Versicherte gemäss den Ergebnissen der Schweizer 

Lohnstrukturerhebung ein Erwerbseinkommen von 61'776 Franken erzielen. Im 

Verhältnis zum Valideneinkommen von 76'326 Franken resultiere ein nicht 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von 19 Prozent. Am 18. März 2014 liess der nun 

anwaltlich vertretene Versicherte einwenden (IV-act. 86), er könne nur noch zu 50 

Prozent arbeiten und werde keine andere Arbeitsstelle finden, an der er ein höheres 

Pensum verrichten könnte. Er verstehe nicht, weshalb sich die IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen nicht dem Entscheid der liechtensteinischen Invalidenversicherung 

anschliesse. Am 31. März 2014 liess er die Zusprache einer halben Rente oder eine 

polydisziplinäre Begutachtung beantragen (IV-act. 90). Der RAD-Arzt Dr. G.___ notierte 

am 30. April 2014, dass seines Erachtens weitere medizinische Abklärungen nicht 

notwendig seien (IV-act. 92). Mit einer Verfügung vom 1. Mai 2014 wies die IV-Stelle 

das Rentenbegehren des Versicherten ab.

B.  

B.a  Am 2. Juni 2014 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 1. Mai 2014 erheben (act. G 1). Sein 

Rechtsvertreter beantragte die Zusprache einer halben Rente. Zur Begründung führte 

er aus, es sei unverständlich, dass die IV-Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: 

die Beschwerdegegnerin) anders als die liechtensteinische Invalidenversicherung nicht 

auf das Gutachten von Dr. F.___ abstellen wolle. Der Beschwerdeführer nutze seine 

verbliebene Restarbeitsfähigkeit voll aus, indem er weiterhin seine bisherige Tätigkeit in 

einem Pensum von nun 50 Prozent verrichte.

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 3. Juli 2014 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie aus, sie sei nicht an den Entscheid 

der liechtensteinischen Invalidenversicherung gebunden. Deshalb habe sie die 

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medizinischen Akten, die ihr von der IV-Stelle des Fürstentums Liechtenstein zur 

Verfügung gestellt worden seien, ergänzt und aktualisiert. Ihr RAD-Arzt habe gestützt 

auf die umfassenden Unterlagen eine nachvollziehbare und ausführlich begründete 

Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben. Darauf habe sie zu Recht abgestellt.

B.c  Mit einer Replik vom 15. September 2014 liess der Beschwerdeführer an seinem 

Antrag festhalten (act. G 13). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. 

G 15).

B.d  Am 5. Mai 2015 liess der Beschwerdeführer aktuelle medizinische Berichte 

einreichen (act. G 17). Die Klinik D.___ hatte am 19. Februar 2015 über eine Claudicatio 

spinalis-Symptomatik, eine Lipomatose L3–5 und eine zentrale Spinalkanalstenose 

L3/4 und L4/5 berichtet (act. G 17.1.1). Am 9. März 2015 war ein Sakralblock 

durchgeführt worden (act. G 17.1.2). Am 8. April 2015 hatte der Beschwerdeführer der 

Klinik D.___ berichtet, der Sakralblock habe nur zu einer Schmerzlinderung von etwa 

zehn Prozent geführt (act. G 17.1.3). In einem Bericht vom 21. April 2015 hatte die 

Klinik D.___ das Vorliegen einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung 

ausgeschlossen (act. G 17.1.4).

B.e  Am 18. November 2015 leitete die Beschwerdegegnerin einen Bericht der Klinik 

J.___ vom 10. November 2015 an das Versicherungsgericht weiter (act. G 19). Deren 

Ärzte hatten berichtet (act. G 19.1), radiologisch sei eine mässige Coxarthrose links 

nachgewiesen worden. Der Leidensdruck sei aber relativ hoch. Das aktuelle Pensum 

von 50 Prozent sei nicht mehr zu steigern. Der Beschwerdeführer liess am 9. Dezember 

2015 darauf hinweisen, dass ein weiterer Mediziner offenbar der Meinung sei, dem 

Versicherten könne nicht mehr als ein Arbeitspensum von 50 Prozent zugemutet 

werden (act. G 21).

B.f  Am 21. November 2016 leitete die Beschwerdegegnerin einen Bericht der Klinik 

J.___ vom 16. November 2016 an das Versicherungsgericht weiter (act. G 23). Diese 

hatte berichtet (act. G 23.1), der Gelenksspalt der linken Hüfte sei noch gut erhalten. 

Die arthrotischen Veränderungen seien diskret. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 

über 50 Prozent sei nicht möglich. Der Beschwerdeführer liess am 1. Dezember 2016 

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darauf hinweisen, dass auch dieser Bericht eine Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent 

belege (act. G 25).

Erwägungen

1.   

Zur Frage einer allfälligen gegenseitigen Bindungswirkung von Entscheiden der IV-

Stellen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein sind gemäss dem Art. 21 i.V.m. 

dem Art. 1 Abs. 1 in der Anlage 2 zum Anhang K i.V.m. der Ziff. 1 des Abschnitts A in 

der Anlage 2 zum Anhang K des Übereinkommens zur Errichtung der Europäischen 

Freihandels¬assoziation (EFTA; SR 0.632.31) die Vorschriften der beiden Verordnungen 

Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 (SR 0.831.109.268.11) der 

Europäischen Gemeinschaft zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit 

einschlägig. Laut diesen gäbe es eine solche Bindungswirkung nur, wenn die 

Definitionen des Invaliditätsgrades als übereinstimmend anerkannt worden wären (Art. 

46 Abs. 3 VO Nr. 883/2004 und Art. 49 Abs. 2 VO Nr. 987/2009), was für das Verhältnis 

zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Fürstentum Liechtenstein 

nicht der Fall ist (vgl. Anh. VII der VO Nr. 883/2004). Der Entscheid der 

liechtensteinischen Invalidenversicherung ist vorliegend also nicht bindend.

2.   

2.1  Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die 

während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat einen Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 1 IVG). Für die Bemessung der Invalidität wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, zu jenem 

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Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund 

geblieben wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).

2.2  Bei der Bemessung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens und 

damit auch bei der Berechnung des Invaliditätsgrades kommt der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung eine massgebende Bedeutung zu. Zur Beantwortung der 

Frage nach der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hat der Sachverständige Dr. 

F.___ im Auftrag der liechtensteinischen Invalidenversicherung ein orthopädisches 

Gutachten erstattet. Er hat die massgebenden bildgebend und klinisch objektivierbaren 

Befunde ausführlich beschrieben und gestützt darauf eine überzeugende Diagnose 

gestellt. Er hat sich aber weder mit den konkreten Anforderungen der angestammten 

Tätigkeit auseinandergesetzt noch beschrieben, was er unter einer leidensadaptierten 

Tätigkeit versteht. Obwohl die von ihm erhobenen massgebenden klinischen Befunde 

nur diskret gewesen sind, hat er selbst für eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent attestiert. Der RAD-Arzt Dr. G.___ hat später 

überzeugend aufgezeigt, dass dem Sachverständigen Dr. F.___ bei der Würdigung der 

objektiven klinischen Befunde mit Blick auf die Frage nach der Arbeitsfähigkeit ein 

Fehler unterlaufen sein musste. In seiner Aktennotiz vom 26. Februar 2014 (IV-act. 80) 

hat Dr. G.___ die massgebenden klinischen Befunde zusammengefasst und mit den 

von ihm detailliert spezifizierten Anforderungen einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit 

verglichen. Er hat mit einer überzeugenden Begründung aufgezeigt, dass die von Dr. 

F.___ angeführten klinischen Befunde die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in 

einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit nicht beeinträchtigen könnten. Nun ist aber das 

Gutachten von Dr. F.___ damals schon veraltet gewesen, worauf auch der RAD-Arzt 

Dr. G.___ in seiner ersten Stellungnahme hingewiesen hatte. Der Beschwerdeführer war 

nämlich nach der Begutachtung operiert worden; ihm war eine Hüfttotalendoprothese 

eingesetzt worden. Zudem hatte Dr. F.___ schon in seinem Gutachten auf eine 

beginnende psychische Fehlverarbeitung respektive Problematik hingewiesen. Der 

Psychiater Dr. C.___ hatte später die Diagnose einer mittelgradigen depressiven 

Episode gestellt. Trotz diesen deutlichen Hinweisen auf eine mögliche psychische 

Erkrankung sind diesbezüglich aber keine weiteren Abklärungen getätigt worden. Die 

Aktenwürdigung und die Arbeitsfähigkeitsschätzung des RAD-Arztes Dr. G.___ haben 

folglich nicht auf einer umfassenden und aktuellen Sachverhaltskenntnis beruht, 

weshalb sie nicht überwiegend wahrscheinlich richtig sein können. Der medizinische 

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Sachverhalt erweist sich gesamthaft betrachtet als ungenügend abgeklärt. Die 

Beschwerdegegnerin hat folglich ihre Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) 

verletzt, weshalb die angefochtene Verfügung als rechtswidrig aufzuheben ist. Weil es 

nicht die Aufgabe des Versicherungsgerichtes sein kann, die ureigenste Aufgabe der 

Beschwerdegegnerin – die Sachverhaltsabklärung – zu übernehmen, ist die Sache zur 

Einholung eines polydisziplinären Gutachtens und zur anschliessenden neuen 

Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

2.3  Im Sinne eines obiter dictum ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer in 

seiner angestammten Tätigkeit ein Erwerbseinkommen erzielt hat (13 × 5'895 = 76'635 

Franken), das erheblich höher als der Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne in der Schweiz 

(61'776 Franken) gewesen ist. Der Grund für die überdurchschnittliche Höhe des 

Lohnes lässt sich den Akten nicht eindeutig entnehmen. Möglicherweise hat der 

Beschwerdeführer über besondere Fertigkeiten verfügt, die einen höheren als den 

durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn gerechtfertigt haben. Denkbar ist auch, dass der 

Beschwerdeführer keine typische Hilfsarbeit, sondern eine anforderungsreichere 

Tätigkeit verrichtet hat, für die ein entsprechend höherer Lohn gerechtfertigt gewesen 

ist. Der Grund für die überdurchschnittliche Höhe des Einkommens könnte aber auch 

darin zu erblicken sein, dass das Lohnniveau im Fürstentum Liechtenstein deutlich 

höher als jenes in der Schweiz ist. Sollte es sich tatsächlich so verhalten und würde bei 

der Berechnung des Invaliditätsgrades auf der Validenseite das liechtensteinische 

Einkommen und auf der Invalidenseite ein schweizerisches Einkommen berücksichtigt, 

könnte nur ein verfälschter Invaliditätsgrad resultieren, weil dadurch Äpfel mit Birnen 

verglichen würden. Die Beschwerdegegnerin wird nicht umhin kommen, nach der 

Durchführung der notwendigen medizinischen Abklärungen eine berufsberaterische 

Abklärung bezüglich der Qualifikationen des Beschwerdeführers und des 

Anforderungsprofils der letzten Tätigkeit zu veranlassen. Zudem wird sie ein 

besonderes Augenmerk auf eine richtige und (mit Blick auf in der Schweiz beschäftigte 

Hilfsarbeiter) rechtsgleiche Bemessung der Vergleichseinkommen zu richten haben.

3.   

Die Rückweisung zur weiteren Abklärung gilt rechtsprechungsgemäss hinsichtlich der 

Kosten- und Entschädigungsfolgen als ein vollständiges Obsiegen der 

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beschwerdeführenden Partei. Deshalb hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten 

von 600 Franken zu bezahlen und dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

auszurichten, die angesichts des als durchschnittlich zu qualifizierenden 

Vertretungsaufwandes praxisgemäss auf 3'500 Franken (einschliesslich Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.

Entscheid

1.   

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung 

aufgehoben und die Sache wird zur Durchführung weiterer Abklärungen und zur 

anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.   

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 3'500.-- zu entschädigen.

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