# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0a4e6585-d98f-5931-b165-aa03c0f6e23b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.08.2011 E-1502/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1502-2011_2011-08-23.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­1502/2011

U r t e i l   v om   2 3 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz),
Richter Thomas Wespi, Richter François Badoud,   
Gerichtsschreiber Urs David.

Parteien A._______,
(mit diversen Alias­Identitäten)
Afghanistan,  
vertreten durch (…), Rechtsberatungsstelle
für Asylsuchende St. Gallen / Appenzell,

Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin); 
Verfügung des BFM vom 1. März 2011 / N (…),

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  am  24. Mai  2010  ein  erstes  Asylgesuch  in 
der  Schweiz  stellte,  welches  er  im  Wesentlichen  mit  einer  Verfolgung 
seitens der Taliban begründete,

dass  Abklärungen  des  BFM  betreffend  den  Beschwerdeführer  drei 
Eurodac­Treffer (Abgleich von Fingerabdrücken) vom 28. Januar 2010 in 
Griechenland,  vom 5. März  2010  in Ungarn  und  vom 11. März  2010  in 
Österreich ergaben,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  27.  September  2010  in  Anwendung 
von Art.  34 Abs.  2 Bst.  d  des Asylgesetzes  vom 26.  Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat und 
dessen Wegweisung nach Ungarn anordnete,

dass  es  den  Entscheid  auf  Art.  10  und  Art.  18  Abs.  7  Dublin­II­
Verordnung (Verordnung  [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 
2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  Asylantrags  zuständig  ist,  den 
ein  Staatsangehöriger  eines  Drittlandes  in  einem  Mitgliedstaat  gestellt 
hat) abstützte,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  eine  gegen  diese  Verfügung 
erhobene Beschwerde vom 1. Oktober 2010 mit Urteil  vom 11. Oktober 
2010  (E­7121/2010)  vollumfänglich  als  offensichtlich  unbegründet  in 
einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters 
abwies, 

dass der Beschwerdeführer am 28. Oktober 2010 nach Ungarn überstellt 
wurde,

dass  er  am  8.  November  2010  in  der  Schweiz  ein  zweites  Asylgesuch 
stellte, 

dass das BFM mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung 
vom 14. Dezember 2010 in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
auf das zweite Asylgesuch des Beschwerdeführers wiederum nicht eintrat 
und dessen Wegweisung nach Ungarn anordnete,

dass  es  den  Entscheid  auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  c  und  Abs.  3  Dublin­II­
Verordnung abstützte,

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dass der Beschwerdeführer am 20. Januar 2011 nach Ungarn überstellt 
wurde,

dass er am 23. Januar 2011 sein drittes Asylgesuch in der Schweiz stellte 
und  zu  dessen  Begründung  anlässlich  der  Befragung  vom  3.  Februar 
2011  im Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ auf die  in 
den bisherigen Asylverfahren genannten Gründe verwies,

dass er  ferner erklärte, die ungarischen Beamten hätten  ihn nach seiner 
letzten  Rückführung  dorthin  einfach  auf  die  Strasse  gestellt 
beziehungsweise  ihm  empfohlen,  sich  nach  Budapest  oder  Wien  zu 
begeben, woraufhin er umgehend die Reise via Österreich zurück  in die 
Schweiz  angetreten  habe,  wobei  ihm  ein  barmherziger  Österreicher 
behilflich gewesen sei,

dass  dem  Beschwerdeführer  im  Rahmen  der  Befragung  im  EVZ  das 
rechtliche  Gehör  zu  einem  allfälligen  Nichteintretensentscheid  aufgrund 
der Verfahrenszuständigkeit Ungarns, Österreichs oder Griechenlands in 
Anwendung  der  Schengen/Dublin­Vertragsgrundlagen  mit  Wegweisung 
dorthin gewährt wurde,

dass  er  dabei  erklärte,  er  möchte  das  Asyl  nur  in  der  Schweiz  oder 
allenfalls  in  Österreich,  wogegen  er  in  Ungarn  eine  mehrmonatige 
Inhaftierung  und  anschliessende  Überstellung  nach  Griechenland 
befürchte  und  insofern  gar  eine  Rückführung  nach  Griechenland 
vorziehe,  welches  Land  gemäss  "Dublin"  eigentlich  ohnehin 
verfahrenszuständig wäre,

dass  er  im  Falle  einer  Rückführung  nach  Ungarn  Selbstmord  begehen 
würde,

dass  das  BFM  am  15.  Februar  2011  ein  Übernahme­
/Wiederaufnahmeersuchen  an Ungarn  richtete,  welchem  die  zuständige 
ungarische Migrationsbehörde am 24. Februar 2011 gestützt auf Art. 16 
Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 Dublin­II­Verordnung ausdrücklich zustimmte,

dass das BFM mit Verfügung  vom 1. März 2011 – eröffnet  am 2. März 
2011  –  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  das  dritte 
Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 23. Januar 2011 abermals nicht 
eintrat,  dessen  Wegweisung  nach  Ungarn  und  den  Vollzug  anordnete 
und ferner feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen diese Verfügung 
komme keine aufschiebende Wirkung zu,

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dass  es  zur  Begründung  seiner  Verfügung  ausführte,  gestützt  auf  die 
einschlägigen  staatsvertraglichen  Bestimmungen  (unter  anderem: 
Abkommen  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die 
Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten 
Asylantrags  [Dublin­Assoziierungsabkommen, SR 0.142.392.68]; Dublin­
II­Verordnung;  Verordnung  [EG] Nr.  1560/2003  der Kommission  vom 2. 
September  2003 mit Durchführungsbestimmungen  zur Verordnung  [EG] 
Nr. 343/2003 des Rates  [DVO Dublin])  sei Ungarn  für die Durchführung 
des Asylverfahrens zuständig,

dass  die  Verfahrenszuständigkeit  Ungarns  bereits  in  zwei 
vorangegangenen  und  rechtskräftig  abgeschlossenen  Asylverfahren 
festgestellt  worden  sei  und  zwischenzeitlich  kein  Erlöschensgrund 
hinzugetreten sei, zumal die dritte Asylgesuchstellung drei Tage nach der 
letzten Rückführung nach Ungarn erfolgt sei,

dass die ungarischen Behörden dem Ersuchen um Rückübernahme des 
Beschwerdeführer gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­Verordnung 
denn auch ausdrücklich zugestimmt hätten,

dass die Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich des ihm gewährten 
rechtlichen  Gehörs  keine  relevanten  Hindernisse  für  den  Vollzug  der 
Wegweisung  nach  Ungarn  begründeten,  weil  mit  der  gegebenen 
Zuständigkeit  Ungarns  ein  alternatives  Wegweisungszielland  ausser 
Betracht falle, er insbesondere in Griechenland nicht für das Stellen eines 
Asylgesuchs  daktyloskopisch  erfasst  worden  sei  und  er  sich  betreffend 
die  angebliche Deponierung  eines  Asylgesuchs  in  jenem  Land  ohnehin 
widersprochen habe,

dass  die  Überstellung  nach  Ungarn  –  vorbehältlich  einer  allfälligen 
Unterbrechung oder Verlängerung – bis spätestens am 24. August 2011 
zu erfolgen habe,

dass  der  Vollzug  der Wegweisung  nach  Ungarn  mangels  zureichender 
gegenteiliger  Anhaltspunkte  zulässig,  zumutbar  und  möglich  sei  und 
insbesondere  weder  dem  Non­Refoulement­Gebot  noch  Art.  3  der 
Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) widerspreche,

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dass gemäss Art. 107a AsylG einer allfälligen Beschwerde gegen diese 
Verfügung keine aufschiebende Wirkung zukomme,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 8. März 2011 gegen diese 
Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei 
die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung,  die  Anweisung  an  die 
Vorinstanz  zur  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  beziehungsweise  zur 
Anhandnahme  des  Asylgesuchs  zuständigkeitshalber  sowie  in 
prozessualer  Hinsicht  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
für  die  Verfahrenskosten  inklusive  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  und  die  Anordnung  einer  vollzugshemmenden 
vorsorglichen  Massnahme  beziehungsweise  die  Erteilung  der 
aufschiebenden Wirkung beantragt,

dass er  in der Begründung seine Verfolgung durch die Taliban bestätigt, 
seine  Irrfahrten  seit  Januar  2010  durch  ganz  Europa  beschreibt,  seine 
Furcht  vor  einer  mehrmonatigen  ungesetzlichen  Inhaftierung  im  Falle 
einer  erneuten  Überstellung  nach  Ungarn  bekräftigt  und  diese  durch 
einen UNHCR­Bericht vom November 2010 zu stützen versucht,

dass  er  eine  besondere  "Tragik"  darin  erkennt,  dass  er  sich  auf  die 
aktuelle  vollzugshinderliche  Dublin­Praxis  betreffend  Griechenland  nur 
deshalb nicht berufen könne, weil er dort kein Asylgesuch gestellt habe, 
nun  aber  aus  rein  formaljuristischen  Gründen  in  ein  Land  (Ungarn) 
zurückgeführt  werden  solle,  das  die  EMRK  und  die  Rechte  von 
Asylsuchenden genauso missachte wie Griechenland,

dass  das  BFM  deshalb  sein  Ermessen  zur  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts zu Unrecht nicht ausgeübt habe,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 9. März 
2011  den  Vollzug  der  Wegweisung  gestützt  auf  Art.  56  des 
Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  antragsgemäss  vorsorglich 
aussetzte,

dass die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 15. März 2011 
die  Gesuche  um  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  und  um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege guthiess und die Vorinstanz 
zur Einreichung einer Vernehmlassung bis zum 30. März 2011 einlud,

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dass  das  BFM  in  seiner  die  Beschwerdeabweisung  beantragenden 
Vernehmlassung  vom  17. März  2011  auf  seine  bisherigen Standpunkte 
und Erwägungen und hinsichtlich der Frage der Verfahrenszuständigkeit 
Ungarns ergänzend auf die Akten der bisherigen Asylverfahren, vorab auf 
das Urteil vom 11. Oktober 2010, verweist, 

dass  es  ferner  in  Erinnerung  ruft,  dass  Ungarn  als  EU­Mitglied  den 
Acquis  der  EU  im  Bereich  der  Menschenrechte  übernommen  habe,  es 
Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 
der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), der EMRK und des Übereinkommens 
vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame, 
unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 
0.105)  sei  und  das  Land  im  Übrigen  die  Aufnahmerichtlinien  vom  27. 
Januar 2003 (mit  ihren Mindestnormen für die Aufnahme und Betreuung 
von  Asylsuchenden)  ohne  Beanstandungen  seitens  der  Europäischen 
Kommission umgesetzt habe,

dass der Beschwerdeführer mit Replik  vom 6. April  2011 seinerseits an 
den  gestellten  Anträgen  festhält  und  eine  ungenügende 
Auseinandersetzung  mit  dem  individuellen  Sachverhalt  und  den 
eingereichten  Beweismitteln  rügt,  was  insbesondere  aus  der 
Bezugnahme zu "Italien" in der Vernehmlassung hervorgehe,

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

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dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht 
diesbezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese 
Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von 
Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den 
zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des 
Nichteintretensentscheides stellen (vgl. BVGE 2010/45 E. 10.2),

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  die  ungarischen  Behörden  dem  Ersuchen  des  BFM  um 
Rückübernahme  des  Beschwerdeführers  gestützt  auf  Art.  16  Abs.  1 
Bst.  c  Dublin­II­Verordnung  am  24.  Februar  2011  zugestimmt  haben 
und  Ungarn  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und 
Wegweisungsverfahrens  des  Beschwerdeführers  zuständig  ist,  zumal 
offensichtlich  keine  zwischenzeitlich  hinzugetretenen 
Erlöschensgründe auszumachen sind oder geltend gemacht werden, 

dass  diesbezüglich  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die 

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Erwägungen in der angefochtenen Verfügung und ergänzend auf  jene 
in  den  Verfügungen  und  Rechtsmittelentscheiden  der  rechtskräftig 
abgeschlossenen  ersten  beiden  Asylverfahren  verwiesen  werden 
kann,

dass  der  Beschwerdefokus  hauptsächlich  auf  die  Rüge  einer 
ungenügenden Ausnützung des Ermessensspielraums durch das BFM 
hinsichtlich der Selbsteintrittsfrage gerichtet ist,

dass  die  im  Zusammenhang  mit  einer  erneuten  Überstellung  nach 
Ungarn  erwähnten  Befürchtungen  des  Beschwerdeführers 
(mehrmonatige rechtswidrige Inhaftierung) nicht nachvollziehbar sind,

dass er denn auch nicht darzulegen vermag, wieso gerade er Opfer einer 
solchen  "Inhaftierung"  –  gemeint  sind  offenbar  sogenannte 
"administrative  detentions"  von  Asylbewerbern  –  werden  sollte  und 
inwiefern  gerade  in  seinem  Fall  eine  Überschreitung  der  Grenze  der 
Rechtmässigkeit zu befürchten sei,

dass  Ungarn,  wie  vom  BFM  zutreffend  festgehalten,  denn  auch 
Signatarstaat  des  FK,  der  EMRK  sowie  der  FoK  ist  und  keine 
konkreten  Hinweise  dafür  bestehen,  Ungarn  missachte  das 
Rückschiebungsverbot oder die einschlägigen Normen der EMRK,

dass  ergänzend  auf  die  Ausführungen  der  vorinstanzlichen 
Vernehmlassung verwiesen werden kann,

dass  an  diesen  Erkenntnissen  auch  unter  Berücksichtigung  des 
eingereichten  UNHCR­Berichts  vom November  2010  festzuhalten  ist, 
in  welchem  vor  allem  ungerechtfertigte  Behandlungen  von 
Asylbewerbern  mit  illegaler  Einreise  und/oder  gefälschten  Papieren 
angeprangert  werden,  wogegen  der  Beschwerdeführer  nach 
vorangehender  Vollzugsankündigung  in  einem  legal  definierten 
Prozess an die ungarischen Behörden rückübergeben würde,

dass der Beschwerdeführer auch im Zusammenhang mit seiner letzten 
Rücküberstellung  nach  Ungarn  keine  ungerechtfertigte  Behandlung 
oder  Inhaftierung geltend machte, sondern gar seine umgehende und 
bedingungslose  Freilassung mit  der  sinngemässen  Empfehlung  einer 
Kontaktnahme mit den Behörden in Budapest einräumte, 

dass  aufgrund  der  gesamten  Akten  und  Umstände  kein  konkreter 

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Grund zur Annahme besteht, der Beschwerdeführer würde von Ungarn 
ohne  korrekte  Prüfung  seiner  Gesuchsgründe  in  die  Heimat 
zurückgeführt,

dass  im  Übrigen  hinsichtlich  der  Dublin­Rückführungsdestination 
Ungarn  auch  auf  die  konstante  und  die  vorliegenden  Erkenntnisse 
stützende  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  verwiesen  werden 
kann  (vgl.  exemplarisch  die  in  den  vergangenen  Wochen  gefällten 
Urteile  E­3646/2011,  E­4087/2011,  E­3668/2011  und  E­1118/2011 
[letzteres  ebenfalls  mit  rubriziertem  Rechtsvertreter  und  unter 
Würdigung  des  auch  im  vorliegenden  Fall  eingereichten  UNHCR­
Berichts vom November 2010]),

dass  bei  dieser  Sachlage  für  die  schweizerischen  Asylbehörden 
insgesamt  keine  Veranlassung  besteht,  in  Abweichung  von  der 
festgestellten  Zuständigkeitsordnung  vom Selbsteintritt  gemäss Art.  3 
Abs. 2 Dublin­II­Verordnung i.V.m. Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 
1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 
Gebrauch  zu  machen,  das  BFM  die  Überstellung  des 
Beschwerdeführers  nach  Ungarn  in  diesem  Sinne  zu  Recht  als 
zulässig, zumutbar und möglich erachtet hat und die vom Bundesamt 
verfügte Wegweisung samt ihrem Vollzug zu bestätigen ist, 

dass eine Überstellung nach "Italien" nicht zur Diskussion steht und es 
sich  bei  dieser  Bezeichnung  des  Dublin­Destinationslandes  um  ein 
offensichtliches Redaktionsversehen  in der Vernehmlassung des BFM 
handelt,  zumal  im  ganzen  Dokument  ansonsten  ausschliesslich  und 
mehrfach das tatsächliche Destinationsland Ungarn erwähnt ist, 

dass  das BFM demzufolge  zu Recht  in  Anwendung  von Art.  34 Abs.  2 
Bst.  d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht 
eingetreten ist,

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die 
Wegweisung aus der Schweiz zu Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG) und 
vorliegend keine Ausnahme von diesem Grundsatz ersichtlich  ist  (vgl. 
BVGE 2008/34 E. 9.2), weshalb diese zu Recht angeordnet wurde,

dass  –  wie  bereits  angeführt  –  die  Frage  der  Zulässigkeit, 
Zumutbarkeit  und Möglichkeit  des Wegweisungsvollzugs  in Verfahren 
nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG bereits Voraussetzung (und nicht erst 
Regelfolge)  des  Nichteintretensentscheides  ist  (vgl.  BVGE  2010/45 

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E. 10.2), weshalb allfällige Vollzugshindernisse bereits im Rahmen der 
eventuellen Anwendung der sogenannten Souveränitätsklausel  (Art. 3 
Abs. 2 Dublin­II­Verordnung) geprüft wurden, 

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG), auf deren 
Erhebung  jedoch  angesichts  der  mit  Zwischenverfügung  vom  15.  März 
2011 gewährten unentgeltlichen Rechtpflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG 
zu verzichten ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Urs David

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