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**Case Identifier:** 67c0349b-a456-5881-a292-38af753676b1
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-27
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 27.11.2023 SK.2023.33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2023-33_2023-11-27.pdf

## Full Text

Urteil vom 27. November 2023 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Martin Stupf, Vorsitz 

Stefan Heimgartner und Alberto Fabbri, 

Gerichtsschreiber Hanspeter Lukács 

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch den  

Leitenden Staatsanwalt des Bundes Nils Eckmann 

 

und als Privatklägerschaft: 

 

C. 

 
gegen 

  1. A., amtlich verteidigt durch Advokat Nico Baum-

gartner 

  

2. B., amtlich verteidigt durch Advokatin Anina 

Hofer 

 

Gegenstand  
Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in 

verbrecherischer Absicht; Sachbeschädigung; ver-

suchtes Herstellen, Verbergen, Weiterschaffen von 

Sprengstoffen und giftigen Gasen, evtl. versuchte Wi-

derhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz; straf-

bare Vorbereitungshandlungen; Widerhandlung gegen 

das Waffengesetz 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2023.33 

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SK.2023.33 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

1. A.  

1.1 A. sei schuldig zu sprechen: 

− der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Ab-

sicht (Art. 224 Abs. 1 StGB); 

− der Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB); 

− des versuchten Herstellens, Verbergens, Weiterschaffens von Sprengstoffen 

und giftigen Gasen (Art. 226 Abs. 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB); 

− der strafbaren Vorbereitungshandlungen im Hinblick auf vorsätzliche Tötung, 

Mord sowie schwere Körperverletzung (Art. 260bis Abs. 1 lit. a, b, c StGB); 

− der Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG). 

1.2 A. sei mit einer Freiheitsstrafe von 96 Monaten zu bestrafen, unter Anrechnung 

der Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 485 Tagen. 

1.3 A. sei mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 30.-- zu bestrafen.  

1.4 Die Verfahrenskosten seien A. zur Hälfte aufzuerlegen, unter solidarischer Haf-

tung mit B. 

2. B. 

2.1 B. sei schuldig zu sprechen: 

− der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Ab-

sicht (Art. 224 Abs. 1 StGB); 

− der Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB); 

− des versuchten Herstellens, Verbergens, Weiterschaffens von Sprengstoffen 

und giftigen Gasen (Art. 226 Abs. 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB); 

− der strafbaren Vorbereitungshandlungen im Hinblick auf vorsätzliche Tötung, 

Mord sowie schwere Körperverletzung (Art. 260bis Abs. 1 lit. a, b, c StGB). 

2.2 B. sei mit einer Freiheitsstrafe von 108 Monaten zu bestrafen, unter Anrechnung 

der Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 485 Tagen. 

2.3 Die mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 20. November 2020 gegen 

B. wegen versuchter Erpressung, Gehilfenschaft zu Diebstahl, Sachbeschädi-

gung und Hausfriedensbruch, strafbarer Vorbereitungshandlungen zu Raub, 

mehrfacher Widerhandlung gegen das Waffengesetz, mehrfacher Widerhand-

lung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Widerhandlung gegen das 

Sprengstoffgesetz bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe in der Höhe von 

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20 Monaten und die bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 150 Tagessätzen 

zu CHF 30.-- seien asperationsweise im Umfang von 12 Monaten Freiheitsstrafe 

und 120 Tagessätzen Geldstrafe zu CHF 30.-- zu widerrufen.  

2.4 Die Verfahrenskosten seien B. zur Hälfte aufzuerlegen, unter solidarischer Haf-

tung mit A. 

3. Sicherheitshaft 

A. und B. seien in Sicherheitshaft zu behalten; die Sicherheitshaft sei um 3 Mo-

nate zu verlängern (Art. 231 Abs. 1 StPO). 

4. Beschlagnahmte Gegenstände bzw. Datensicherungen 

4.1 Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände seien A. zurückzugeben (Art. 267 

Abs. 3 StPO): 

− Asservat-ID 46315, 46312, 57881, 57882. 

4.2 Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände seien B. zurückzugeben (Art. 267 

Abs. 3 StPO): 

− Asservat-ID 51193, 51192, 51191, 51610, 50663, 30531, 30532. 

4.3 Die folgenden Gegenstände bzw. Datensicherungen seien nach Ermessen des 

Gerichts einzuziehen und als Beweismittel in den Akten zu belassen, zu vernich-

ten bzw. den Berechtigten zurückzugeben: 

− Asservat-ID 46311, 46313, 51607, 101004, 100837, 51600, 51602, 51609, 

51604, 51608, 51601, 51603, 51605, 51606, 100829, 50673, 50674, 50669, 

50986 (Inhaber A.); 

− Asservat-ID 51196, 51195, 51194, 51190, 51185, 51186, 51187, 51188, 

51189, 46319, 46318, 46317, 51611, 51612, 51613, 100835, 100834, 

100833, 100832, 100831, 100830, 50664, 50665, 50667, 50666, 50668, 

30541, 30525, 30526, 30527, 30528, 30529, 30530, 30536, 30538, 30539, 

30540, 30543, 30544, 30533, 30537, 30542 (Inhaber B.); 

− Asservat-ID 51000, 51026, 51025, 51024, 51023, 51022, 51021, 51020, 

51019, 51018, 51017, 51016, 51015, 51014, 100843, 51012, 51011, 51010, 

51009, 51008, 51007, 51006, 51005, 51004, 51003, 51001 (Tatortspuren); 

− Asservat-ID 100825, 100824 (Inhaberin D.); 

− Asservat-ID 100823 (Inhaberin E.); 

− Asservat-ID 15795, 15796, 15797, 15798, 15799, 15839, 15878, 15879, 

15800, 15801 (Inhaber F.); 

− Asservat-ID 101386 (Inhaber G.). 

  

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5. Verteidigungskosten 

5.1 Advokat Nico Baumgartner sei für die amtliche Verteidigung von A. in gerichtlich 

zu bestimmender Höhe aus der Kasse der Eidgenossenschaft zu entschädigen 

(Art. 135 Abs. 1 StPO). 

A. sei zu verpflichten, dem Bund die Entschädigung zurückzuzahlen, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

5.2 Advokatin Anina Hofer sei für die amtliche Verteidigung von B. in gerichtlich zu 

bestimmender Höhe aus der Kasse der Eidgenossenschaft zu entschädigen (Art. 

135 Abs. 1 StPO). 

B. sei zu verpflichten, dem Bund die Entschädigung zurückzuzahlen, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

6. Vollzug 

Der Kanton Basel-Stadt sei als Vollzugskanton zu bestimmen (Art. 74 Abs. 2 

StBOG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 und Art. 34 Abs. 1 StPO). 

7. Weitere Verfügungen 

Die weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen. 

Anträge der Privatklägerschaft C.: 

(keine) 

Anträge der Verteidigung von A.: 

1. Der Beschuldigte A. sei hinsichtlich sämtlicher Vorwürfe gemäss Anklageschrift 

der Bundesanwaltschaft vom 17. August 2023 vollumfänglich und kostenlos von 

Schuld und Strafe freizusprechen. 

1.1 Eventualiter sei der Beschuldigte A. ausschliesslich wegen untauglichen Ver-

suchs des unbefugten Verkehrs mit Sprengmitteln oder pyrotechnischen Gegen-

ständen gemäss Art. 37 Abs. 1 Sprengstoffgesetz (in der Fassung vom 1. Ja-

nuar 2022) in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und des Verstosses gegen 

Art. 33 Abs. 1 lit. a des Waffengesetzes schuldig zu sprechen und mit einer be-

dingten Freiheitsstrafe von nicht mehr als 16 Monaten zu bestrafen, wobei die 

Bemessung der Probezeit in das Ermessen des Gerichts gelegt wird.  

Von allen übrigen Vorwürfen sei A. vollumfänglich und kostenlos von Schuld und 

Strafe freizusprechen. 

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2. Die Verfahrenskosten seien in sorgfältigem Ermessen vom Gericht nach dem 

Prozessausgang zu verteilen. Für die ausgestandenen Untersuchungs-, Sicher-

heits- und Auslieferungshaft sei der Beschuldigte A. gemäss den einschlägigen 

gesetzlichen Bestimmungen angemessen zu entschädigen. 

3. Der Verteidigung sei eine angemessene Entschädigung gemäss den Bestim-

mungen über die amtliche Verteidigung von Art. 135 StPO (unter Beachtung der 

einschlägigen reglementarischen Vorgaben [Art. 11-14 BStKR]) zu entrichten. 

4. Vom im Abschnitt 4 der Anklageschrift vom 17. August 2023 aufgelisteten Be-

schlagnahmegut seien die Gegenstände mit den folgenden Asservat-ID-Num-

mern unverzüglich, kostenlos und unbeschwert an A., sofern dies nicht bereits 

geschehen ist, herauszugeben: 

Asservat-ID 46311, 46315, 50986, 51600, 51601, 51602, 51603, 51604, 51605, 

51606, 51607, 51608, 51609. 

Bezüglich aller anderen am besagten Ort genannten Gegenstände wird auf jeg-

liche Ansprüche verzichtet, und es werden auch keine weiteren Anträge zum Be-

schlagnahmegut gestellt. 

Anträge der Verteidigung von B.: 

1. Der Beschuldigte B. sei von sämtlichen Vorwürfen vollumfänglich und kostenlos 

freizusprechen. 

2. B. sei für die ausgestandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft eine Entschä-

digung in der Höhe von CHF 200.-- pro Hafttag sowie für das Strafverfahren eine 

angemessene Genugtuung nach Ermessen des Gerichts zu bezahlen. 

3. Die beschlagnahmten Gegenstände seien B. herauszugeben. 

4. Es seien sämtliche Kosten dem Staat aufzuerlegen und die Honorarnote der amt-

lichen Verteidigerin sei zu genehmigen. 

  

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Prozessgeschichte: 

A. Sachverhaltskomplex «Z.» 

Aufgrund eines mutmasslichen Sprengstoffanschlags an der H.-Strasse … in Y. 

vom 30. März 2022 eröffnete die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt 

am gleichen Tag eine Strafuntersuchung gegen Unbekannt (vgl. BA-01-01-01-

0001). Die Bundesanwaltschaft eröffnete gleichzeitig – in mündlicher Absprache 

mit der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt – ein Verfahren wegen Ge-

fährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht 

(Art. 224 StGB) und Sachbeschädigung (Art. 144 StGB) gegen Unbekannt und 

erklärte die Verfahrensübernahme (BA-01-01-01-0002; SV.22.0446-REM).  

Mit Ausdehnungsverfügung vom 11. Juli 2022 dehnte die Bundesanwaltschaft 

das am 30. März 2022 eröffnete Verfahren gegen Unbekannt wegen Gefährdung 

durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 StGB) 

und Sachbeschädigung (Art. 144 StGB) auf A. (nachfolgend: Beschuldigter 1 

bzw. A.) und B. (nachfolgend: Beschuldigter 2 bzw. B.) aus (BA-01-01-01-0003; 

neu SV.22.0446-BSI).  

B. Sachverhaltskomplex «X.» 

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt erhob am 22. Juni 2022 gegen 

A. und B. Strafanzeige wegen strafbarer Vorbereitungshandlungen (Art. 260bis 

StGB) und Widerhandlung gegen Art. 33 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1997 

über Waffen, Waffenzubehör und Munition (Waffengesetz, WG; SR 514.54). Die 

Anzeige stützte sich auf einen Vorfall vom 20. Juni 2022, bei welchem A. und B. 

nach X. (DE) gereist sein sollen, um von einem vermeintlichen Verkäufer – einem 

verdeckten Ermittler der deutschen Behörden – Sprengstoff zu erwerben, um da-

mit eine «Sprengung eines Rohbaus» in Y. durchzuführen. B. habe zudem die 

Absicht gehabt, zu einem späteren Zeitpunkt eine Pistole mit Schalldämpfer und 

eine Handgranate zu erwerben. A. und B. wurden nach Übergabe des vermeint-

lichen «Sprengstoffes», bei welchem es sich um Knetmasse gehandelt habe, von 

der deutschen Polizei festgenommen und in Untersuchungshaft versetzt (BA-05-

01-0002 f.). 

Am 27. Juni 2022 eröffnete die Bundesanwaltschaft gegen A. und B. eine Straf-

untersuchung wegen Anwerbung, Ausbildung und Reisen im Hinblick auf eine 

terroristische Straftat (Art. 260sexies StGB) bezüglich des mutmasslichen Spreng-

stoffkaufs in X. (DE) mit der Absicht, damit in der Schweiz einen Anschlag zu 

begehen (BA-01-01-02-0001 f.; Verfahrensnummer SV.22.0826-BK).  

Gestützt auf die Anfragen der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt vom 

27. Juni 2022 um Übernahme der Vorverfahren VT.2022.13259 gegen A. und 

VT.2022.13258 gegen B. wegen strafbarer Vorbereitungshandlungen und Wider-

handlung gegen das Waffengesetz erklärte die Bundesanwaltschaft am 

15. Jul 2022 die Verfahrensübernahme (BA-02-02-0001 f. -02-02-0003,  

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-02-02-0005) und vereinigte die kantonalen Verfahren mit dem Verfahren 

SV.22.0826-BK gemäss Art. 26 Abs. 2 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 lit. a StPO zur Ver-

folgung und Beurteilung in der Hand der Bundesbehörden (BA-02-02-0007 ff.).  

Die Bundesanwaltschaft dehnte das Verfahren gegen A. und B. in Bezug auf den 

Sachverhaltskomplex «X.» auf den Vorwurf des versuchten Herstellens, Verber-

gens, Weiterschaffens von Sprengstoffen und giftigen Gasen gemäss Art. 226 

Abs. 2 i.V.m. Art. 22 StGB sowie eventuell der Widerhandlungen gegen Art. 37 

ff. des Bundesgesetzes über explosionsgefährliche Stoffe vom 25. März 1977 

(Sprengstoffgesetz, SprstG; SR 941.41) aus (BA-13-01-0054). Sie präzisierte, 

dass sich der Vorwurf der Widerhandlung gegen das Waffengesetz (A.) auf den 

Besitz ohne Berechtigung eines Elektroschockgeräts «Power 200» am 

20. Juni 2022 und in der Zeit davor beziehe (BA-13-01-0106). 

C. Die Verfahren SV.22.0446-ECN (vormals: SV.22.0446-BSI; Sachverhaltskom-

plex «Z.») und SV.22.0826-BK (Sachverhaltskomplex «X.») wurden per 4. Au-

gust 2022 unter der Verfahrensnummer SV.22.0446-ECN vereinigt. 

D. A. wurde am 20. Juni 2022 in X. (DE) wegen versuchten Erwerbs von Sprengstoff 

verhaftet (vgl. BA-06-02-0026 ff.). Am 21. Oktober 2022 wurde er gestützt auf 

den Haftbefehl der Bundesanwaltschaft vom 2. September 2022 (BA-06-02-0001 

ff.), das Auslieferungsersuchen des Bundesamts für Justiz an Deutschland vom 

7. September 2022 (BA-06-02-0013 ff.) und die Auslieferungsbewilligung des Mi-

nisteriums der Justiz und für Migration von Baden-Württemberg vom 4. Okto-

ber 2022 (BA-06-02-0017 f.) den Schweizer Strafverfolgungsbehörden überge-

ben und gleichentags festgenommen (BA-06-02-0026 ff.).  

Gemäss Angabe der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart vom 10. Oktober 2022 

befand sich A. aufgrund eines inländischen Strafverfahrens bis zum 4. Okto-

ber 2022 in Untersuchungshaft und anschliessend bis zur Übergabe an die 

Schweiz in Auslieferungshaft (BA-06-02-0021 f.). 

Da A. auf die Einhaltung des Spezialitätsgrundsatzes verzichtet hat und auch das 

Ministerium der Justiz und für Migration von Baden-Württemberg keinen diesbe-

züglichen Vorbehalt angebracht hat, sind mit der Auslieferung an die Schweiz 

keine Spezialitätswirkungen verbunden (BA-06-02-0016 ff.). 

E. B. wurde am 20. Juni 2022 in X. (DE)wegen versuchten Erwerbs von Sprengstoff 

verhaftet (vgl. BA-06-01-0023 ff.). Am 18. Oktober 2022 wurde er gestützt auf 

den Haftbefehl der Bundesanwaltschaft vom 2. September 2022 (BA-06-01-0004 

ff.), das Auslieferungsersuchen des Bundesamts für Justiz an Deutschland vom 

7. September 2022 (BA-06-01-0014 ff.) und die Auslieferungsbewilligung des Mi-

nisteriums der Justiz und für Migration von Baden-Württemberg vom 4. Okto-

ber 2022 (BA-06-01-0019 f.) den Schweizer Strafverfolgungsbehörden überge-

ben und zugleich festgenommen (BA-06-01-0023 ff.).  

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B. befand sich bis zur Bewilligung der Auslieferung am 4. Oktober 2022 aufgrund 

eines deutschen Strafverfahrens in Deutschland in Untersuchungshaft.  

Da B. nicht auf die Einhaltung des Spezialitätsgrundsatzes verzichtet hat, sind 

mit der Auslieferung an die Schweiz Spezialitätswirkungen im Sinne von Art. 38 

IRSG und Art. 14 des Europäischen Auslieferungsübereinkommens vom 13. De-

zember 1957 (EAUe; SR 0.353.1) verbunden (vgl. BA-06-01-0017 ff.).  

Gestützt auf ein Nachtragsersuchen vom 11. August 2023 betreffend Zustim-

mung zur nachträglichen Auslieferung von B. im Hinblick auf den allfälligen Wi-

derruf und die Vollstreckung der mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft 

vom 20. November 2020 gegen B. bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 

20 Monaten teilte das Ministerium der Justiz und für Migration von Baden-Würt-

temberg mit Schreiben vom 2. Oktober 2023 mit, dass die Vollstreckung der im 

Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 20. November 2020 bedingt aus-

gesprochenen Freiheitsstrafe in der Schweiz bewilligt wird, soweit die Verurtei-

lung wegen versuchter Erpressung, Gehilfenschaft zu Diebstahl, Sachbeschädi-

gung und Hausfriedensbruch, strafbare Vorbereitungshandlungen zu Raub, 

mehrfache Widerhandlung gegen das Waffengesetz und mehrfache Widerhand-

lung gegen das Betäubungsmittelgesetz erfolgt ist. Es hielt fest, dass demgegen-

über – mangels beiderseitiger Strafbarkeit bzw. Sanktionierbarkeit – eine Bewil-

ligung der Strafvollstreckung nicht möglich ist, soweit der Verurteilung eine Wi-

derhandlung gegen das Sprengstoffgesetz zugrunde liegt. Im Übrigen würden 

die mit der Auslieferung verbundenen Spezialitätswirkungen gelten. Das Minis-

terium der Justiz und für Migration von Baden-Württemberg präzisierte mit 

Schreiben vom 25. Oktober 2023, dass die Auslieferungsbewilligung vom 2. Ok-

tober 2023 auch die im Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 20. No-

vember 2020 bedingt verhängte Geldstrafe umfasse, mit Ausnahme der Verur-

teilung wegen Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz (TPF 18.261.1.016 

f., -024 f.). 

F. Am 24. Oktober 2022 ersuchte die Staatsanwaltschaft Stuttgart (DE) die Bundes-

anwaltschaft um Übernahme der Strafverfolgung in einem Ermittlungsverfahren 

der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen A. und B. wegen Verbrechensverabre-

dung gemäss §§ 308 Abs. 1, 30 Absatz 2 deutsches Strafgesetzbuch  

(D-StGB). Im deutschen Verfahren ging es um einen mutmasslichen Kauf von 

Sprengstoff C4 durch A. und B., wobei letzterer zunächst die Kontaktnahme mit 

einem vermeintlichen Veräusserer des Sprengstoffs angebahnt habe und A. und 

B. am 20. Juni 2022 nach X. gereist seien, um den vermeintlichen Sprengstoff 

von einem verdeckten Ermittler des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg 

entgegenzunehmen und damit einen schweren Sprengstoffanschlag auf ein Ob-

jekt in Y. zu verüben (BA-02-04-0001 ff.).  

Die Bundesanwaltschaft erklärte mit Schreiben an die Staatsanwaltschaft Stutt-

gart vom 1. November 2022 die Annahme des Ersuchens (BA-02-04-0007 ff.). 

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SK.2023.33 

G. Mit Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Bern (nachfolgend: 

Zwangsmassnahmengericht) vom 24. Oktober 2022 wurde A. bis am 20. Ja-

nuar 2023 in Untersuchungshaft versetzt (BA-06-02-0044 ff.). Mit Haftentlas-

sungsverfügung vom 13. Dezember 2022 entliess die Bundesanwaltschaft A. per 

14. Dezember 2022 aus der Haft (BA-06-02-0067 ff., 06-02-0074 f.). Am 22. De-

zember 2022 erliess sie einen Festnahmebefehl, worauf A. am 23. Dezem-

ber 2022 festgenommen wurde (BA-06-02-0076 ff.). Mit Entscheid des Zwangs-

massnahmengerichts vom 25. Dezember 2022 wurde A. bis am 22. März 2023 

in Untersuchungshaft versetzt (BA-06-02-0103 ff.). In der Folge wurde die Haft 

bis am 22. August 2022 verlängert (BA-06-02-0140 ff., -06-02-0173 ff.). Auf Ge-

such der Bundesanwaltschaft vom 17. August 2023 ordnete das Zwangsmass-

nahmengericht am 25. August 2023 Sicherheitshaft zufolge Kollusions- und Aus-

führungsgefahr (Art. 221 Abs. 1 lit. b und Art. 221 Abs. 2 StPO) an und versetzte 

A. bis am 17. November 2023 in Sicherheitshaft (TPF 18.231.7.003 ff.). Auf Ge-

such der Strafkammer vom 10. November 2023 verlängerte es die Sicherheits-

haft bis zum 27. November 2023 (TPF 18.231.7.090 ff.). 

H. Mit Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts vom 21. Oktober 2022 wurde B. 

bis am 17. Januar 2023 in Untersuchungshaft versetzt (BA-06-01-0068 ff.). Mit 

Haftentlassungsverfügung vom 13. Dezember 2022 entliess die Bundesanwalt-

schaft B. per 14. Dezember 2022 aus der Haft (BA-06-01-0142 ff.,  

06-01-0148 f.). Am 22. Dezember 2022 erliess sie einen Festnahmebefehl, wo-

rauf B. am 23. Dezember 2022 festgenommen wurde (BA-06-01-0150 ff.). Mit 

Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts vom 25. Dezember 2022 wurde B. 

bis am 22. März 2023 in Untersuchungshaft versetzt (BA-06-01-0178 ff.). In der 

Folge wurde die Haft bis am 22. August 2022 verlängert (BA-06-01-0274 ff.,  

-06-01-0341 ff.). Auf Gesuch der Bundesanwaltschaft vom 17. August 2023 ord-

nete das Zwangsmassnahmengericht am 25. August 2023 Sicherheitshaft zu-

folge Kollusions- und Wiederholungsgefahr (Art. 221 Abs. 1 lit. b und c StPO) an 

und versetzte B. bis am 17. November 2023 in Sicherheitshaft (TPF 18.232.7.001 

ff.). Auf Gesuch der Strafkammer vom 10. November 2023 verlängerte es die 

Sicherheitshaft bis zum 27. November 2023 (TPF 18.232.7.158 ff.). 

I. Die im Zusammenhang mit weiteren gegen A. und einen Drittbeteiligten unter-

suchten Vorfällen (u.a. mutmasslichen Vermögensdelikten) erfolgte Ausdehnung 

des Verfahrens wurde mit Bezug auf A. und den Drittbeteiligten mit Verfügung 

vom 28. Juli 2023 vom Verfahren SV.22.0446-ECN rechtskräftig abgetrennt und 

entsprechende Aktenstücke ausgesondert (BA-03-00-0001 ff.).  

J. Am 31. Juli 2023 kündigte die Bundesanwaltschaft gemäss Art. 318 StPO den 

bevorstehenden Abschluss des Verfahrens gegen A. und B. in Bezug auf die 

nachfolgend zur Anklage gebrachten Tatbestände an. Die Parteien erhielten Ge-

legenheit, Beweisanträge zu stellen (BA-03-00-0009 ff.).  

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SK.2023.33 

Die Verteidigung von A. teilte am 10. August 2023 mit, dass keine Beweisanträge 

an die Bundesanwaltschaft gestellt würden (BA-16-03-0066 f.). 

Die Verteidigung von B. beantragte am 8. August 2023 unter Hinweis auf eine 

Aktennotiz (BA-10-01-0578), es sei abzuklären, ob aus den Daten des beim Be-

schuldigten B. sichergestellten Handys Samsung Galaxy A32 Beitrittsdaten des 

Benutzers für zwei holländische Telegram-Gruppen eruiert werden können, und 

diese seien alsdann zu den Akten zu nehmen (BA-19-01-0001 f.). Die Bundes-

anwaltschaft liess der Verteidigung am 14. August 2023 das Ergebnis ihrer dies-

bezüglichen Abklärungen zukommen (BA-16-02-0119 f.). Die Verteidigung von 

A. wurde davon mit einer Kopie bedient (BA-16-03-0069 f.). 

K. Die Bundesanwaltschaft erhob am 17. August 2023 beim Bundesstrafgericht, 

Strafkammer (nachfolgend: Strafkammer), Anklage gegen A. und B. wegen Ge-

fährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht 

(Art. 224 Abs. 1 StGB), Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB), 

versuchten Herstellens, Verbergens, Weiterschaffens von Sprengstoffen und gif-

tigen Gasen (Art. 226 Abs. 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), eventuell versuchter 

Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz (Art. 37 Ziff. 1 aSprstG i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB), und strafbarer Vorbereitungshandlungen (Art. 260bis Abs. 1 

lit. a, b, c StGB). Gegen A. erhob sie zudem Anklage wegen Widerhandlung ge-

gen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG; TPF 18.100.1 ff.). 

L. Die Verfahrensleitung der Strafkammer lud die Parteien am 22. August 2023 ein, 

Beweisanträge einzureichen. Die Parteien reichten keine Beweisanträge ein bzw. 

verzichteten in ihren Eingaben darauf, derzeit Beweisanträge zu stellen. A. und 

B. reichten auf Einladung hin das ausgefüllte Formular zur persönlichen und fi-

nanziellen Situation ein. Die Akten wurden von Amtes wegen um die Führungs-

berichte der Haftanstalten, je einen Strafregister- und Betreibungsregisterauszug 

sowie die Steuerunterlagen in Bezug auf beide Beschuldigte ergänzt. 

M. Die Hauptverhandlung fand am 25. Oktober 2023 vor der Strafkammer in Bel-

linzona in Anwesenheit der Bundesanwaltschaft, der Beschuldigten und ihrer 

Verteidiger statt. Die Privatklägerschaft verzichtete auf eine Teilnahme.  

N. Das Urteil der Strafkammer wurde am 27. November 2023 in Anwesenheit der 

Parteien, mit Ausnahme der Privatklägerschaft, mündlich eröffnet. Die Sicher-

heitshaft gegen A. und B. wurde bis zum 26. März 2024 verlängert. 

O. Die Bundesanwaltschaft sowie die Verteidiger der Beschuldigten A. und B. haben 

innert Frist bei der Strafkammer Berufung angemeldet. 

- 11 - 

SK.2023.33 

Die Strafkammer erwägt: 

1. Prozessuales 

1.1 Bundesgerichtsbarkeit ist in Bezug auf die Tatbestände der Gefährdung durch 

Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht gemäss Art. 224 StGB 

und des (versuchten) Herstellens, Verbergens, Weiterschaffens von Sprengstof-

fen und giftigen Gasen gemäss Art. 226 StGB gestützt auf Art. 23 Abs. 1 lit. d 

StPO gegeben. Die übrigen Straftatbestände unterliegen gemäss Art. 22 StPO 

grundsätzlich kantonaler Gerichtsbarkeit; diesbezüglich erfolgte gestützt auf 

Art. 26 Abs. 2 StPO eine Vereinigung zur Strafverfolgung und Beurteilung der 

Taten in der Hand der Bundesbehörden (vgl. Prozessgeschichte lit. A und B). 

Demnach ist für alle angeklagten Taten Bundesgerichtsbarkeit gegeben. 

1.2 Die Kompetenz des Kollegialgerichts ergibt sich aus Art. 19 Abs. 2 StPO e contra-

rio i.V.m. Art. 36 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Organisation der Strafbe-

hörden des Bundes vom 19. März 2010 (StBOG; SR 173.71). 

1.3 Schweizerische Strafhoheit 

1.3.1 Dem Schweizerischen Strafgesetzbuch ist unterworfen, wer in der Schweiz ein 

Verbrechen oder Vergehen begeht (Art. 3 Abs. 1 StGB). Diese Bestimmung rea-

lisiert das Territorialitätsprinzip (POPP/KESHELAVA, Basler Kommentar, 4. Aufl. 

2019, Art. 3 StGB N. 1). Was zu inländischer Tatverübung gehört, bestimmt Art. 8 

StGB (POPP/KESHELAVA, a.a.O., Art. 3 StGB N. 5). Nach dieser Bestimmung gilt 

ein Verbrechen oder Vergehen als da begangen, wo der Täter es ausführt oder 

pflichtwidrig untätig bleibt, und da, wo der Erfolg eingetreten ist (Art. 8 Abs. 1 

StGB). Der Versuch gilt als da begangen, wo der Täter ihn ausführt, und da, wo 

nach seiner Vorstellung der Erfolg hätte eintreten sollen (Art. 8 Abs. 2 StGB). 

Handlung ist dasjenige menschliche Verhalten, welches dem objektiven Tatbe-

stand entspricht. Es kann in mehreren Teilakten bestehen, die alle einen Hand-

lungsort ergeben – nicht nur bei jenen Erfolgsdelikten, da die Handlung gesetz-

lich allein durch das Resultat determiniert wird, sondern auch bei den schlichten 

Tätigkeitsdelikten. Handlung ist dabei alles, was die Klammer der natürlichen 

Handlungseinheit umfasst (POPP/KESHELAVA, a.a.O., Art. 8 StGB N. 4). Bei den 

Transitdelikten kommt es in den Zwischenräumen zu einem Handlungsort nur, 

wenn der Tatbestand gerade in einer solchen Transithandlung liegt, wie z.B. beim 

Tatbestand des Herstellens, Verbergens, Weiterschaffens von Sprengstoffen 

und giftigen Gasen gemäss Art. 226 StGB (POPP/KESHELAVA, a.a.O., Art. 8 StGB 

N. 9). 

1.3.2 Gemäss Anklageschrift (S. 14 ff.) haben sich die Beschuldigten A. und B. im In-

ternet über den Kauf von Plastiksprengstoff C4 informiert, über den Messenger-

Dienst Telegram (von der Schweiz aus) konkrete Anfragen zum Erwerb von Plas-

tiksprengstoff C4 gemacht, Details der Lieferung via E-Mail (von der Schweiz 

- 12 - 

SK.2023.33 

aus) besprochen, das Geld zum Bezahlen des Kaufpreises in der Schweiz be-

reitgestellt, vom vermeintlichen Anbieter die Lieferung des Sprengstoffs nach 

Deutschland gewünscht, wo sie den Sprengstoff abholen und bezahlen wollten, 

um ihn in die Schweiz zu verbringen, wo sie dessen Lagerung bis zur Verwen-

dung im Raum Y. vorgesehen hatten. Sodann seien die Beschuldigten am 

20. Juni 2022 mit dem Geld nach X. gereist, um den Sprengstoff in Empfang zu 

nehmen, mit dem Ziel, ihn in die Schweiz zu verbringen. Damit bestehen hinrei-

chende Anknüpfungspunkte für einen schweizerischen Handlungsort im Sinne 

von Art. 8 StGB. Die schweizerische Strafhoheit ist damit zu bejahen. 

1.4 Beide Beschuldigten bestreiten jegliche Täterschaft (s. hinten E. 2.3).  

1.4.1 Im Strafverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Danach klären die Strafbe-

hörden von Amtes wegen alle für die Beurteilung der Tat und der beschuldigten 

Person bedeutsamen Tatsachen ab (Art. 6 Abs. 1 StPO). Über Tatsachen, die 

unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend 

erwiesen sind, wird nicht Beweis geführt (Art. 139 Abs. 2 StPO). Beweisanträge 

dürfen mithin nur in den engen Grenzen von Art. 139 Abs. 2 StPO abgewiesen 

werden. Ungeeignet ist ein Beweismittel, wenn es offensichtlich untauglich ist 

und bei dem daher von vornherein feststeht, dass der angebotene Beweis die 

streitige Tatsache nicht zu beweisen vermag. Die Ermittlung des wahren Sach-

verhalts ist von zentraler Bedeutung. Insofern ist es mit Blick auf das Ziel der 

Erforschung der materiellen Wahrheit erforderlich, dass die Gerichte eine aktive 

Rolle bei der Beweisführung einnehmen (BGE 144 I 234 E. 5.6.2). Nur wenn die 

Gerichte ihrer Amtsermittlungspflicht genügen, dürfen sie einen Sachverhalt als 

erwiesen (oder nicht erwiesen) ansehen und in freier Beweiswürdigung darauf 

eine Rechtsentscheidung gründen. Der Grundsatz «in dubio pro reo» kann sach-

logisch erst zur Anwendung kommen, wenn alle aus Sicht des urteilenden Ge-

richts notwendigen Beweise erhoben wurden (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.2; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_789/2019 vom 12. August 2020 E. 2.3; zum Ganzen 

auch: Urteil des Bundesgerichts 6B_110/2020 vom 1. Oktober 2020 E. 1.1.1). 

Eine tatbestandsmässige, zum Schuldspruch beitragende Tatsache ist rechtser-

heblich festgestellt, sobald das Gericht erkennt, dass die Zuverlässigkeit des Be-

weisergebnisses nicht ernsthaft zu bezweifeln ist (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.3). 

1.4.2 Gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO geht das Gericht von der für die beschuldigte Per-

son günstigeren Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel daran bestehen, 

dass die tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat erfüllt sind. Diese 

Bestimmung operationalisiert den verfassungsmässigen Grundsatz der Un-

schuldsvermutung («in dubio pro reo»; Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK). 

Sie verbietet es, bei der rechtlichen Würdigung eines Straftatbestands von einem 

belastenden Sachverhalt auszugehen, wenn nach objektiver Würdigung der ge-

samten Beweise ernsthafte Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt tatsächlich 

so verwirklicht hat, oder wenn eine für die beschuldigte Person günstigere Tat-

version vernünftigerweise nicht ausgeschlossen werden kann. Auf der anderen 

- 13 - 

SK.2023.33 

Seite kann keine absolute Gewissheit verlangt werden; abstrakte und theoreti-

sche Zweifel sind kaum je ganz auszuräumen (BGE 144 IV 345 E. 2.2.1).  

1.4.3 Die Überzeugung vom Vorliegen rechtlich erheblicher Tatsachen kann direkt 

oder indirekt gewonnen werden. Oft ist es möglich, unmittelbar die Haupttatsa-

che, die Verübung der Straftat, zu beweisen, wenn beispielsweise ein Zeuge den 

Beschuldigten beim Begehen der Tat beobachtet hat (HAUSER/SCHWERI/HART-

MANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., 2005, § 59 N. 10 f.; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.7). Liegen keine di-

rekten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein indirekter Beweis zu-

lässig. Indizien (Anzeichen) sind Hilfstatsachen, die, wenn selber bewiesen, auf 

eine andere, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache schliessen lassen. Es gilt, 

die Indizien daraufhin zu überprüfen, ob sie ausschliesslich für eine Hypothese 

sprechen oder ob sie ambivalent sind, weil sie je nach Kontext unterschiedlich 

verstanden werden können. Die «In-dubio»-Regel weist den Rechtsanwender 

an, ernsthaften Anhaltspunkten für alternative Sachverhalte nachzugehen und zu 

prüfen, ob sich daraus allenfalls ein unüberwindlicher Zweifel ergibt, der es ver-

bietet, den tatbestandsmässigen Sachverhalt anzunehmen. Der erfolgreiche In-

dizienbeweis begründet eine der Lebenserfahrung entsprechende Vermutung, 

dass die nicht bewiesene Tatsache gegeben ist. Für sich allein betrachtet deuten 

Indizien jeweils nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte 

Tatsache hin. Auf das einzelne Indiz ist der Grundsatz nicht anwendbar (Urteile 

des Bundesgerichts 6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.8; 6B_291/2016 

vom 4. August 2016 E. 2.1; 6B_527/2014 vom 26. September 2014 E. 2.1). Ge-

meinsam – einander ergänzend und verstärkend – können Indizien aber zum 

Schluss führen, dass die rechtserhebliche Tatsache nach der allgemeinen Le-

benserfahrung gegeben sein muss. Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis 

gleichgestellt (zum Ganzen: BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.4, 2.2.3.6; Urteile des Bun-

desgerichts 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.2.3, nicht publ. in BGE 147 

IV 176; 6B_188/2022 vom 17. August 2022 E. 3.2; 6B_299/2020 vom 13. No-

vember 2020 E. 2.2.2; 6B_902/2019 vom 8. Januar 2020 E. 2.2.1; 6B_811/2019 

vom 15. November 2019 E. 1.3; je m.H.; 6B_1427/2016 vom 27. April 2017 E. 3). 

2. Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer 

Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB) 

2.1 Anklagevorwurf (Anklage Ziff. 1.1.2; Sachverhaltskomplex «Z.») 

A. und B. wird zusammengefasst vorgeworfen, sie hätten in Mittäterschaft am 

29. und 30. März 2022 in der Region Y. eine mit einer Zeitschaltuhr verbundene 

unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung (nachfolgend: USBV) transpor-

tiert, am 30. März 2023 ca. um 00:23 Uhr vor der Liegenschaft I. in Y. platziert 

und gleichentags zeitverzögert ca. um 03:53 Uhr explodieren lassen. Dabei sei 

u.a. fremdes Eigentum in erheblichem Umfang konkret gefährdet worden; auch 

hätten die Hausbewohner C. und J. sowie Hausangestellte, Gäste, der 

- 14 - 

SK.2023.33 

Zeitungsverträger oder andere, zufällig in der Nähe der Detonation anwesende 

Menschen durch die Wirkungen der Explosion (Druck- und Splitterwirkung, Feu-

erball) schwere oder tödliche Verletzungen erleiden können.  

Die Beschuldigten hätten in der verbrecherischen Absicht gehandelt, einerseits 

fremdes Eigentum in erheblichem Umfang zu zerstören, die in der Liegenschaft I. 

wohnenden Personen zu bedrohen und einzuschüchtern, diese oder zufällig an-

wesende andere Personen ohne Rücksicht auf mögliche schwere Verletzungs- 

oder Todesfolgen potenziell zu gefährden und andererseits, um die Grundlage 

für eine darauffolgende Erpressung von Geld bzw. Bitcoins zu schaffen, indem 

ihre besondere Gefährlichkeit und ihre ernsthafte Bereitschaft manifestiert wer-

den sollte, im Falle der Nichtbezahlung einer bestimmten Erpressungssumme 

weitere Explosionen oder ähnliche Attacken zu verursachen. 

2.2 Rechtliches 

2.2.1 Nach Art. 224 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer vorsätzlich und in verbreche-

rischer Absicht durch Sprengstoffe oder giftige Gase Leib und Leben von Men-

schen oder fremdes Eigentum in Gefahr bringt. Die Strafandrohung dieser Be-

stimmung lautet auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr. Ist nur Eigentum in 

unbedeutendem Umfange gefährdet worden, so kann auf Freiheitsstrafe bis zu 

drei Jahren oder Geldstrafe erkannt werden (Art. 224 Abs. 2 StGB). 

2.2.2 Der Sprengstoffbegriff gemäss Art. 224 Abs. 1 StGB deckt sich im Wesentlichen 

mit dem Begriff im Sprengstoffgesetz. Als Sprengstoffe gelten gemäss Art. 5 

Abs. 1 SprstG «einheitliche chemische Verbindungen oder Gemische solcher 

Verbindungen, die durch Zündung, mechanische Einwirkung oder auf andere 

Weise zur Explosion gebracht werden können und die wegen ihrer zerstörenden 

Kraft, sei es in freier oder verdämmter Ladung, schon in verhältnismässig gerin-

ger Menge gefährlich sind». Darunter fallen Stoffe gemäss Art. 2 der Verordnung 

über explosionsgefährliche Stoffe vom 27. November 2000 (Sprengstoffverord-

nung, SprstV; SR 941.411). Nicht unter den Sprengstoffbegriff fallen Molotow-

Cocktails (Brandwurfkörper) und Stoffe nach Art. 5 Abs. 2 lit. a SprstG (explosi-

onsfähige Gase, Dämpfe von flüssigen Brennstoffen sowie andere Stoffe, die erst 

nach einer Vermischung mit Luft explodieren), lit. b (bei der Herstellung chemi-

scher Produkte verwendete Hilfsstoffe oder entstehende Zwischenerzeugnisse, 

die explosionsgefährlich sind, aber diese Eigenschaft vor Abschluss des Produk-

tionsverfahrens verlieren) und lit. c (explosionsfähige Erzeugnisse und Präpa-

rate, die nicht zu Sprengzwecken hergestellt und in den Handel gebracht wer-

den). Die Definition in Art. 5 Abs. 1 SprstG gilt auch für die Art. 224-226 StGB, 

wobei das Merkmal der zerstörerischen Kraft entscheidend ist (BGE 104 IV 232 

E. Ia; 103 IV 241 E. I.1; TPF 2022 97 E. 3.1.1; Urteil der Strafkammer des Bun-

desstrafgerichts SK.2015.28 vom 7. April 2016 E. 4.1; TRECHSEL/CONINX, 

Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, Art. 224 

StGB N. 2; ROELLI, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 224 StGB N. 4).  

- 15 - 

SK.2023.33 

Feuerwerkskörper und andere gebrauchsfertige Erzeugnisse mit einem Explosiv- 

oder Zündsatz, die nicht zum Sprengen bestimmt sind, gelten als pyrotechnische 

Gegenstände (Art. 7 SprstG). Sie fallen nicht unter den Sprengstoffbegriff von 

Art. 5 SprstG. Pyrotechnische Gegenstände sind daher grundsätzlich nicht als 

Sprengstoff im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB zu qualifizieren. Ausgenommen 

sind Erzeugnisse, die besonders grosse Zerstörungen bewirken oder zum Zwe-

cke der Zerstörung verwendet werden (Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 

vom 5. August 2019 E. 1.5.1; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.2.5; 

6B_299/2012 vom 20. September 2012 E. 2.2; BGE 104 IV 232 E. 1a; TPF 2022 

97 E. 3.1.1; Urteile der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2017.17 vom 

9. August 2017 E. 4.1.1; SK.2015.28 vom 7. April 2016 E. 4.2). 

2.2.3 Art. 224 StGB ist ein konkretes Gefährdungsdelikt und setzt objektiv voraus, dass 

der Täter durch Sprengstoffe oder giftige Gase Leib und Leben von Menschen 

oder fremdes Eigentum konkret in Gefahr bringt (Urteile des Bundesgerichts 

6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.2.2; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 

E. 4.2.5; BGE 115 IV 111 E. 3b; 103 IV 241 E. I.1). Die konkrete Gefährdung ist 

gegeben, wenn eine Verletzung nicht nur möglich, sondern nach dem gewöhnli-

chen Lauf der Dinge wahrscheinlich ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_79/2019 

vom 5. August 2019 E. 1.1.2; BGE 103 IV 241 E. I.1). Massgebend sind die tat-

sächlichen Umstände des konkreten Falles. Die Verursachung einer Explosion 

durch Sprengstoffe ist nicht zwingend gemeingefährlich. Vielmehr kommt es auf 

die Umstände des Einzelfalls an. Es spielt eine erhebliche Rolle, wo der Täter 

wann eine Explosion welchen Ausmasses verursacht. Der Tatbestand muss da-

her wenigstens vom Gefährdungserfolg her sachgemäss begrenzt werden. Die 

Gefahr muss zwar nicht einer Mehrzahl von Personen oder Sachen von grosser 

Substanz gelten; es genügt die gezielte Gefährdung eines Menschen oder einer 

fremden Sache, aber gemäss der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

ausschliesslich unter der Voraussetzung, dass sie nicht im Voraus individuell be-

stimmt, sondern vom Zufall ausgewählt ist. Die besondere Verwerflichkeit des 

gemeingefährlichen Delikts wird erst dadurch begründet, dass die Opfer unbetei-

ligte Drittpersonen sind, die nicht individuell ausgewählt wurden und für den Täter 

als Repräsentanten der Allgemeinheit erscheinen. Demnach muss die Unbe-

stimmtheit nicht in der Zahl der betroffenen Rechtsgüter liegen, sondern darin, 

welche Rechtsgüter überhaupt in Gefahr geraten. Um die Allgemeinheit zu re-

präsentieren, müssen die Rechtsgüter vom Zufall ausgewählt sein, selbst wenn 

im Augenblick des Angriffs bereits feststeht, wen es treffen kann (BGE 148 IV 

247 E. 2 und 3). Wie die Gefährdung zu erfolgen hat, umschreibt das Gesetz 

nicht. Für die Erfüllung des Tatbestandes genügt jeder wie auch immer geartete 

Umgang mit Sprengstoff oder giftigen Gasen, sofern nur der Gefährdungserfolg 

eintritt (Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.1.2; 

6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.2.5 mit Hinweisen). Demnach ist für 

die Vollendung der Tat auch nicht erforderlich, dass der Sprengstoff zur Explo-

sion gelangt, solange sich eine (konkrete) Gefahr ergeben hat (ROELLI, a.a.O., 

- 16 - 

SK.2023.33 

Art. 224 StGB N. 7; TRECHSEL/CONINX, a.a.O., Art. 224 StGB N. 4). Angesichts 

der hohen Strafdrohung und des Umstands, dass der Tatbestand schon im Falle 

der Gefährdung einer einzigen Person erfüllt sein kann, ist indes eine eher grosse 

Wahrscheinlichkeit der Verletzung von Leib, Leben sowie Eigentum und damit 

eine eher nahe Gefahr erforderlich (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 

vom 5. August 2019 E. 1.1.2; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.4.2). 

2.2.4 Subjektiver Tatbestand 

Art. 224 Abs. 1 StGB erfordert zunächst Gefährdungsvorsatz. Dieser liegt vor, 

sobald der Täter die Gefahr kennt und trotzdem handelt. Nicht erforderlich ist, 

dass der Täter die Verwirklichung der Gefahr, sei es auch nur eventuell, gewollt 

hat. Sodann ist eine verbrecherische Absicht verlangt. Diese besteht darin, dass 

der Täter den Sprengstoff einsetzt, um vorsätzlich ein darüber hinausgehendes 

Verbrechen oder Vergehen zu verüben (Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 

vom 5. August 2019 E. 1.2.3; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.2.5). 

In verbrecherischer Absicht handelt auch, wer nicht rechtmässig und sachge-

recht Sprengstoff einsetzt und dabei – aufgrund der gesetzten Gefahr – eventu-

alvorsätzlich in Kauf nimmt, dass es zu einer Körperverletzung oder Sachbeschä-

digung kommt. Gestützt auf den Willen des historischen Gesetzgebers zieht das 

Bundesgericht die Schlussfolgerung, dass unter Art. 225 StGB (Gefährdung 

ohne verbrecherische Absicht; fahrlässige Gefährdung) fällt, wer bei einer recht-

mässigen Handhabung von Sprengstoff z.B. zu industriellen oder Forschungs-

zwecken Personen oder fremdes Eigentum gefährdet, aber nicht verletzen will. 

Nicht auf Art. 225 StGB berufen kann sich demgegenüber, wer Leib, Leben oder 

Eigentum Dritter durch Sprengstoff ohne legalen Zweck einer konkreten Gefahr 

aussetzt, wenn er dabei in Kauf nimmt, dass es aufgrund der gesetzten Gefahr 

zu einer Körperverletzung oder Sachbeschädigung kommt. Auch wer mit dem 

eigentlichen Ziel handelt, Personen zu erschrecken, nicht jedoch zu verletzen, ist 

nach Art. 224 StGB und nicht nach Art. 225 StGB strafbar, wenn er durch die von 

ihm gesetzte Gefahr eine Verletzung von Personen oder Eigentum eventualvor-

sätzlich in Kauf nimmt (Urteil des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. Au-

gust 2019 E. 1.7.2 m.w.H.). Sodann handelt der Täter mit verbrecherischer Even-

tualabsicht, wenn ihn die Aussicht auf den bloss möglichen, nicht sicheren Eintritt 

des Erfolges nicht von der bewussten und gewollten Begehung der Tat abhält 

(Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.2.3; 

6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.6.3, 4.6.4; vgl. TPF 2022 97 E. 3.2.2). 

2.2.5 Mittäterschaft 

Mittäter ist, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Delikts 

vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so 

dass er als Hauptbeteiligter dasteht. Mittäterschaft kann durch tatsächliches Mit-

wirken bei der Ausführung begründet werden. Tatbestandsmässige Ausfüh-

rungshandlungen sind indes keine notwendige Voraussetzung. Nicht erforderlich 

- 17 - 

SK.2023.33 

ist ferner, dass der Mittäter bei der Fassung des gemeinsamen Tatentschlusses 

mitwirkt. Es reicht, dass er sich später den Vorsatz seiner Mittäter zu eigen 

macht, wobei konkludentes Handeln genügt (BGE 135 IV 152 E. 2.3.1; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_127/2021 vom 27. September 2021 E. 4.1). Bei der Mittäter-

schaft hat jeder Mittäter innerhalb der durch den Tatplan gesteckten Grenzen für 

die Tat als Ganzes einzustehen und muss sich die Taten seiner Mittäter grund-

sätzlich zurechnen lassen. Das Konzept der Mittäterschaft bewirkt mithin eine 

materiell-rechtlich begründete Beweiserleichterung bei der Zurechnung von Teil-

aspekten einer Tat an die Mittäter. Führen verschiedene Personen gemeinsam 

strafbare Handlungen insbesondere in örtlich, zeitlich oder funktionell unter-

schiedlichen Zusammenhängen arbeitsteilig aus, verwehrt das Institut der Mittä-

terschaft dem einzelnen Mittäter den Einwand, ein anderer habe die fragliche 

Teilhandlung ausgeführt. Es muss somit nicht jedem Beteiligten jede Teilhand-

lung eines komplexen Tatgeschehens im Detail nachgewiesen und zugeordnet 

werden (Urteile des Bundesgerichts 6B_81/2013 vom 5. September 2013 E. 2.5; 

6B_557/2012 vom 7. Mai 2013 E. 2.7). 

2.3 In tatsächlicher Hinsicht ist vorab zu prüfen, ob die Beschuldigten A. und B. die 

ihnen vorgeworfenen Straftaten vom 30. März 2022 verübt haben. Beide Be-

schuldigte bestritten im Vorverfahren sowie in der Hauptverhandlung jegliche 

Tatbeteiligung im Zusammenhang mit den Vorwürfen gemäss den Sachverhalts-

komplexen «Z.» und «X.». Auf deren Aussagen wird unter dem hier erörterten 

Vorwurf gemäss Art. 224 StGB gesamthaft eingegangen. 

2.3.1 A. machte im deutschen Strafverfahren wegen «Vorbereitung eines Explosions- 

oder Strahlungsverbrechens» im Zusammenhang mit dem mutmasslich versuch-

ten Erwerb von Sprengstoff in X. (DE) keine Aussagen (Einvernahmen vom 

21./22. Juni 2022; BA B-02-04-002-0426 ff.; B-02-04-001-0234 ff.).  

In der delegierten Einvernahme der Bundeskriminalpolizei (BKP) vom 21. Okto-

ber 2022 erklärte A. zum Vorwurf, dass er und B. für den Sprengstoffanschlag 

vom 30. März 2022 an der H.-Strasse … in Y. verantwortlich seien: «Ich bin un-

schuldig, ich habe nie etwas damit zu tun». An dieser Aussage hielt er nach Vor-

spielen der Aufzeichnung der Überwachungskamera der fraglichen Liegenschaft 

fest. Zum Vorwurf, dass er mit B. am 20. Juni 2022 versucht habe, in X. (DE) 

Sprengstoff zu kaufen und dabei verhaftet worden sei, sagte er: «Ich sage gar 

nichts. Ich bin unschuldig. Ich habe nichts damit zu tun» (BA-13-01-0007). In der 

Einvernahme durch die Bundesanwaltschaft vom 21. Oktober 2022 erklärte A. zu 

diesen Vorwürfen: «Ich bin unschuldig»; «Ich sage gar nichts»; «Ich habe nichts 

damit zu tun» (BA-13-01-0012).  

In der Verhandlung vor dem Zwangsmassnahmengericht vom 24. Oktober 2022 

machte A. zum Haftantrag der Bundesanwaltschaft vom 22. Oktober 2022 (BA-

06-02-0032 ff.) keine Angaben zur Sache und gab zu Protokoll: «Ich habe nichts 

davon gemacht; ich bin unschuldig»; «Ich habe alles gesagt; ich bin unschuldig. 

- 18 - 

SK.2023.33 

Ich habe nichts gemacht» (BA-06-02-0045). Es erfolgten keine weiteren Einver-

nahmen des Beschuldigten im Rahmen von Haftanordnungen. 

In den folgenden Einvernahmen im Vorverfahren verweigerte A. grundsätzlich 

die Aussage bzw. er beantwortete Fragen mit «nein». Er erklärte wiederholt, er 

sei unschuldig und habe nichts damit zu tun (Einvernahmen vom 10. Novem-

ber 2022, 23. Dezember 2022, 8. Februar 2023, Konfrontationseinvernahme mit 

B. vom 11. Mai 2023, Konfrontations- und Schlusseinvernahme mit B. vom 

28. Juli 2023; BA-13-01-0019 ff., 13-01-0027 ff., 13-01-0044 ff., 13-01-0053 ff., 

13-01-0105 ff.). Auf Vorhalt des Inhalts von abgehörten Telefongesprächen ab 

seiner Mobiltelefon-Rufnummer mit D. vom 15. und 17. Dezember 2022 erklärte 

A. u.a.: «Das war dummes Geschwätz, mehr nicht. Das war einfach so dahinge-

sagt» (BA-13-01-0035); bzw. «Es war eigentlich alles dummes Geschwätz» (BA-

13-01-0036). In der Hauptverhandlung machte er vom Aussageverweigerungs-

recht Gebrauch. 

2.3.2 B. machte im deutschen Strafverfahren wegen «Vorbereitung eines Explosions- 

oder Strahlungsverbrechens» im Zusammenhang mit dem mutmasslich versuch-

ten Erwerb von Sprengstoff in X. (DE) keine Aussagen (Einvernahmen vom 

21./22. Juni 2022; BA B-02-04-002-0418 ff.; B-02-04-001-0182 ff.).  

In der delegierten Einvernahme der BKP vom 18. Oktober 2022 verweigerte B. 

Aussagen zu den Vorwürfen, wonach er und A. für den Sprengstoffanschlag vom 

30. März 2022 an der H.-Strasse … in Y. verantwortlich seien, und er mit A. am 

20. Juni 2022 versucht habe, in X. (DE) Sprengstoff zu kaufen und dabei verhaf-

tet worden sei (BA-13-02-0001 ff.). Auch in der Einvernahme durch die Bundes-

anwaltschaft vom 19. Oktober 2022 verweigerte er Aussagen zu diesen Vorwür-

fen (BA-13-02-0005 ff.).  

In der Verhandlung vor dem Zwangsmassnahmengericht vom 21. Oktober 2022 

machte B. zum Haftantrag der Bundesanwaltschaft vom 19. Oktober 2022 (BA-

06-01-0054 ff.) keine Aussage (BA-06-02-0068 ff.). Es erfolgten keine weiteren 

Einvernahmen des Beschuldigten im Rahmen von Haftanordnungen. 

In den folgenden Einvernahmen verweigerte B. die Aussage (Einvernahmen vom 

10. November 2022, 23. Dezember 2022, 8. Februar 2023; BA-13-02-0015 ff., 

13-02-0022 ff., 13-02-0039 ff.; Konfrontationseinvernahme vom 11. Mai 2023, 

Konfrontations- und Schlusseinvernahme mit A. vom 28. Juli 2023; BA-13-01-

0053 ff., 13-01-0105 ff.). Auf Vorhalt des Inhalts von abgehörten Telefongesprä-

chen, welche A. mit D. am 15. und 17. Dezember 2022 geführt hatte, verweigerte 

er die Aussage (BA-13-02-0027 f., 13-02-0040 ff.). 

In der Hauptverhandlung bestritt der Beschuldigte B. alle Vorwürfe vollumfänglich 

und erklärte, er sei unschuldig; er distanziere sich ganz klar davon, einen Men-

schen vorsätzlich oder eventualvorsätzlich gefährdet zu haben oder in Kauf ge-

nommen zu haben, einen Menschen zu töten oder zu verletzen. Im Übrigen 

machte er von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. 

- 19 - 

SK.2023.33 

2.4 Sachliche Beweismittel 

2.4.1 Laut Rapport der Kantonspolizei Basel-Stadt vom 30. März 2022 ging an jenem 

Tag um 03:57 Uhr eine Meldung ein, wonach es zu einer Explosion gekommen 

sei. Nach weiteren Meldungen aus der Anwohnerschaft habe als Tatort die Lie-

genschaft I. in Y. eruiert werden können. Bei dieser Liegenschaft handle es sich 

um ein freistehendes Einfamilienhaus mit angebauter Garage und einem grossen 

Umschwung mit Bepflanzung. Die Bewohner C. und J. hätten sich zur Tatzeit im 

Haus befunden. Gemäss den polizeilichen Feststellungen, welche vor Ort an-

hand der Aufzeichnungen der Videoüberwachungskameras, die den Eingangs-

bereich der Liegenschaft abdeckten, gemacht werden konnten, sei eine unbe-

kannte Person am 30. März 2023 um 00:23 Uhr von der K.-Strasse her zu Fuss 

gekommen, habe sich zur Liegenschaft I. begeben und dort im Eingangsbereich 

bei der Rabatte einen unbekannten Gegenstand deponiert. Anschliessend habe 

sich die Person entfernt und sei vermutlich mit einer weiteren Person durch die 

L.-Strasse in Richtung M.-Strasse gegangen. Um 03:53 Uhr sei am Ort des de-

ponierten Gegenstandes eine Stichflamme sowie eine darauffolgende Explosion 

mit Druckwelle entstanden, welche Sachschaden am und im Haus verursacht 

habe. Weiter hätten diverse Äste des danebenstehenden Baumes geglüht. Der 

Polizeibericht hält folgende Sachschäden fest: Fensterscheiben inklusive Rah-

men im Erdgeschoss und drei Fensterscheiben im ersten Obergeschoss zerbors-

ten; diverse Gegenstände im Haus beschädigt. Aufgrund der Detonation bzw. 

Druckwelle seien die Fensterscheiben zerborsten und dahinterliegende Gegen-

stände beschädigt worden (BA-10-02-0001 ff.). Die festgestellten Schäden wur-

den fotografisch dokumentiert (BA-10-02-0008 ff.). 

Gemäss dem Kriminaltechnischen Untersuchungsbericht der Staatsanwaltschaft 

des Kantons Basel-Stadt, Abteilung Forensik, vom 24. November 2022 habe 

beim Eintreffen der Polizei bei der Liegenschaft I. ein grosser Sachschaden fest-

gestellt werden können. Eine Vielzahl von Scheibenfeldern der Fenster und Ein-

gangstüren seien auf der Nordseite zerborsten gewesen und Pflanzen im Bereich 

des Haupteinganges hätten Brandschäden aufgewiesen. Da zu diesem Zeitpunkt 

eine Gasexplosion nicht habe ausgeschlossen werden können, sei die Evakuie-

rung des Ehepaars C.J. erfolgt. Da das Anwesen über eine Videoanlage mit meh-

reren Kameras verfüge und das Geschehnis im Aufzeichnungsbereich liege, sei 

eine Sichtung der Videosequenzen erfolgt. Nach der Zeitvorgabe des Aufzeich-

nungsgerätes sei für den 30. März 2022, 00:23 Uhr, eine unbekannte Person zu 

erkennen, welche sich mit zwei Tragtaschen dem freistehenden Anwesen genä-

hert habe. Zielstrebig habe diese Person die Tragtaschen links neben der Haupt-

eingangstür in die Rabatte gestellt. Eine weitere Person habe sich im Bereich der 

kreuzenden Fusswege, N.-Strasse und L.-Strasse, aufgehalten. Nachdem ein 

Täter die beiden Tragtaschen hingestellt habe, sei es nach 3,5 Stunden, um 

03:53 Uhr, zur Umsetzung einer unkonventionellen Spreng- und/oder Brandvor-

richtung (USBV) gekommen. Bei der Auslösung seien unmittelbar nacheinander 

zwei Explosionen erfolgt, bei welchen jeweils ein Feuerball im Bereich der 

- 20 - 

SK.2023.33 

Rabatte und dem nahestehenden Baum zu sehen gewesen sei (BA-10-01-0195). 

Eine Fotodokumentation zeigt von der Explosion herrührende Fragmente sowie 

am Gebäude (Fenster, Türen), an Gegenständen im Haus und an Pflanzen (Göt-

terbaum, Rhododendron) in der Nähe des Explosionszentrums entstandene 

Schäden auf (BA-10-01-0225 bis BA-10-01-0250). Die Distanz vom Explosions-

zentrum zur Fassade des Hauptgebäudes beträgt 520 cm, jene zum Götterbaum 

150 cm (BA-10-01-0246). 

Laut Einsatzrapport der Berufsfeuerwehr Y., welche am 30. März 2022 um 

04:20 Uhr vor Ort eintraf, sei der Hausbewohner C. gut ansprechbar gewesen; 

er sei im Bett gelegen und habe keinen gesundheitlichen Schaden aufgewiesen. 

Auch dessen Ehefrau J. habe keinen gesundheitlichen Schaden aufgewiesen. 

Gemäss Aussagen von C. und aufgrund der Tatsache, dass Glassplitter im Inne-

ren des Hauses gelegen hätten, müsse die Druckwelle von aussen entstanden 

sein (BA-10-01-0025 ff, -0029). 

2.4.2 Das Forensische Institut Zürich (nachfolgend: FOR) nahm am 30. März 2022 bei 

der Liegenschaft I. eine systematische Spurensicherung um das Explosionszent-

rum, auf dem Vorplatz des Hauses, der angrenzenden Strasse sowie in der der 

Strasse gegenüberliegenden Wiese vor und erstellte am 25. Juli 2022 einen Spu-

renbericht (BA-11-01-0001 ff.). Laut Bericht habe sich im Bereich des Eingangs 

des Hauses unter einem Strauch ein Krater (Explosionszentrum) mit einer Di-

mension von etwa 45 x 45 cm und einer Tiefe von etwa 25 cm befunden. Im 

Umfeld des Kraters seien diverse Kartonfragmente erkennbar gewesen. Im un-

tersuchten Bereich seien Kartonteile, Kunststoff- und Textilfragmente, Schrau-

ben und Elektrobauteile sichergestellt und im Wiesland eine Batterie aufgefun-

den worden. Auf dem Hausdach sei Kleinmaterial sichergestellt worden. Beim 

Explosionszentrum seien Proben für Laboruntersuchungen entnommen worden. 

An der der Explosion zugewandten Seite des Hauses sei ein grosser Sachscha-

den entstanden. Die Fenster seien auf allen Stockwerken (Keller, Erdgeschoss 

und erster Stock) mehrheitlich geborsten und die Fensterrahmen grösstenteils 

beschädigt worden; dahinterliegende Gegenstände seien weggeschleudert wor-

den. Der (zum Explosionszentrum) nahestehende Götterbaum habe an einer 

Stelle Brandspuren aufgewiesen. Am 5. April 2022 seien nachträglich zusätzliche 

Proben für Branduntersuchungen entnommen worden. Dabei seien Schrauben, 

welche im Götterbaum gesteckt hätten, sichergestellt worden.  

Laut Spurenbericht ergab die Auswertung der Analysenresultate der Schmauch-

untersuchungen den Hinweis auf die Verwendung eines energetischen Gemi-

sches auf Basis von Kalium, Perchlorat und Aluminium (z.B. Blitzknallsatz)  

(BA-11-01-0010). Die Untersuchung Brandanalytik ergab – ausser für die Brand-

probe ab Götterbaum explosionsseitig – keine Rückstände von Brandlegungs-

mitteln, jedoch liessen sich in der erwähnten Brandprobe Spuren eines Gemi-

sches von Kohlenwasserstoffen (Aliphaten und Aromaten) nachweisen. Derar-

tige Flüssigkeiten fänden hauptsächlich als «Verdünner» in verschiedenster Zu-

sammensetzung Verwendung (BA-11-01-0010). In Bezug auf die Wirkladung der 

- 21 - 

SK.2023.33 

USBV hielt das FOR fest, dass aufgrund der Dimensionen, der Form und der 

Beschaffenheit der sichergestellten Kartonfragmente diese Fragmente von ab-

gebrannten, zylinderförmigen pyrotechnischen Gegenständen, wie z.B. Blitz-

knallkörpern, stammen könnten. Die Menge des Spurenmaterials und die Auf-

zeichnungen der Überwachungskameras, auf welchen zwei Explosionen erkenn-

bar seien, würden auf mehrere pyrotechnische Gegenstände hindeuten. Eine ge-

naue Artikel-/Herstellerbestimmung sei nicht möglich. Zum Brandmittel stellte 

das FOR fest, dass es sich um eine Kunststoffflasche mit brennbarer Flüssigkeit 

(«Verdünner») handle (BA-11-01-0012 f.). Zum Zündsystem (Auslösesystem und 

[An-]Zündmittel) hielt das FOR fest, aufgrund der Fragmente dürfte es sich um 

einen Lithium-Ionen-Akkumulator («Batterie») als Energiequelle und eine Zeit-

schaltuhr zur Zeitverzögerung handeln. Die diversen Elektro- und Elektronikteile 

könnten von der USBV stammen; die Funktion dieser Teile sei nicht bekannt  

(BA-11-01-0014 ff.). Auf dem Vorplatz seien mehrere Senkkopfschrauben gefun-

den worden; zwei Senkkopfschrauben hätten im Götterbaum, welcher nahe des 

Explosionszentrums stehe, gesteckt. Schrauben könnten als Beiladung in einer 

USBV, zur Verstärkung des Haupteffekts, verwendet werden. Die kleine Anzahl 

Schrauben deute jedoch darauf hin, dass es sich nicht um eine Beiladung handle; 

die Schrauben könnten von einem Gehäuse oder einer anderen Komponente der 

Vorrichtung stammen (BA-11-01-0017). Die Textil- und Kunststofffragmente wür-

den aufgrund der Aufzeichnungen der Videoüberwachung darauf hinweisen, 

dass diese von den Taschen stammen könnten, in denen die USBV-Komponen-

ten transportiert worden seien (BA-11-01-0018). Zum Aufbau der USBV hielt das 

FOR fest, als Wirkladung seien wahrscheinlich mehrere pyrotechnische Gegen-

stände mit Blitzknallsatz in Kombination mit einer brennbaren Flüssigkeit (Ge-

misch von Kohlenwasserstoffen, z.B. «Verdünner») in einer handelsüblichen 

Kunststoffgetränkeflasche (z.B. PET-Flasche) verwendet worden. Die auf den Vi-

deoaufzeichnungen sichtbaren Umsetzungen (Explosion und Explosion mit Feu-

erball) würden zu einer solchen Wirkladung passen. Die Wirkladung sei durch 

ein elektrisches Auslösesystem zeitverzögert ausgelöst worden. Aufgrund der Vi-

deoaufzeichnungen stehe fest, dass sich die USBV ca. 3,5 Stunden nach dem 

Deponieren vor Ort umgesetzt habe. Hinweise auf eine Beiladung lägen nicht 

vor. Eine exakte Rekonstruktion der USBV sei nicht möglich (BA-11-01-0018). 

2.4.3 Die Bundesanwaltschaft beauftragte das FOR am 26. April 2023 mit der Erstel-

lung eines Gutachtens nach Art. 184 StPO bezüglich der Zusammensetzung, 

Funktionsweise, Zündung und Herkunft der bei der Liegenschaft I. am 

30. März 2022 umgesetzten USBV (BA-11-01-0024 ff.). Das FOR erstattete am 

26. Mai 2023 sein Gutachten (BA-11-01-0074 ff.). Es verweist darin auf den Spu-

renbericht vom 25. Juli 2022, in welchem die wesentlichen Erkenntnisse zur Zu-

sammensetzung der für die Verursachung der Explosion vom 30. März 2022 ver-

wendeten USBV festgehalten worden seien (BA-11-01-0077).  

Das FOR erstellte anhand der Aufzeichnungen der Videoüberwachung der Lie-

genschaft I. eine Analyse mittels Einzelbildextraktion der Videoaufzeichnung 

- 22 - 

SK.2023.33 

ACCC8EFDA90A vom 30. März 2022, ab 00:23:10 Uhr (BA-11-01-0099 bis 11-

01-0110) und ab 03:52:58 Uhr (BA-11-01-0113 bis 11-01-0138). Gemäss Video-

analyse ist Folgendes zu erkennen (BA-11-01-0088 f.): Zum Deponieren der 

USBV um ca. 00:23 Uhr: Auf dem Video sind zwei Personen zu sehen (in der 

Fotodokumentation weiss bzw. gelb markiert). Die weiss markierte Person bleibt 

im Hintergrund und bewegt sich lediglich im Bereich der Strassenlaterne. Die 

gelb markierte Person nähert sich über den Vorplatz dem Gebäude und deponiert 

zwei Gegenstände, die sie mutmasslich in zwei Tragtaschen mitführt, unter dem 

Gebüsch am rechten Bildrand. Die Person bückt sich, deponiert die Gegenstände 

und bewegt sich nach gut 4 Sekunden bereits wieder rückwärts weg. Anschlies-

send geht sie zurück über den Vorplatz und verschwindet nach hinten in Richtung 

oberer Bildrand respektive zur weiss markierten zweiten Person. Das FOR hält 

dazu fest: Aufgrund der kurzen Zeitdauer beim Deponieren der beiden Taschen 

unter dem Gebüsch musste die USBV bereits fertig vorbereitet mitgebracht wor-

den sein. Zum Umsetzen der USBV mit Folgebrand um ca. 03.53 Uhr: Das FOR 

hält dazu fest: Beim Frame 0353_0022 sind unter dem Gebüsch am rechten Bild-

rand erste Lichteffekte und Funken zu sehen (Abb. 27). Die erste Explosion ent-

wickelt sich innert knapp 1 Sekunde bis zur maximalen Intensität (Abb. 28 bis 

37). Anschliessend ist eine dichte Rauch- oder «Dampfwolke» zu sehen, die 

rasch aufsteigt (Abb. 38 bis 41). Auf Frame 0353_0055 (Abb. 41) ist am untersten 

Bildrand ein auffälliger Effekt zu sehen, in dem die untersten Bildzeilen stark 

überblendet sind, was auf den Beginn der zweiten Explosion zurückzuführen ist. 

Das nächste Einzelbild, Frame 0353_0056 (Abb. 42), ist fast vollständig über-

blendet, was auf eine extrem helle Explosion hinweist. Die extreme Helligkeit be-

urteilt das FOR als Folge der Explosion, kombiniert mit einer heftigen Verpuffung 

(d.h. einem extrem schnellen Abbrand) des vermutlich als Aerosolwolke vorhan-

denen Brandmittels. Anschliessend nimmt die Helligkeit kontinuierlich rasch ab 

(Abb. 43 bis 57). Danach sind einzelne Brandherde zu sehen, deren Intensität 

innert den folgenden ca. 50 Sekunden rasch abnimmt (Abb. 58 bis 78). Das FOR 

hält fest, dass zwei Explosionen in einem zeitlichen Abstand von ca. 2 Sekunden 

erfolgten, wobei die zweite deutlich intensiver und extrem viel heller war. Die ext-

reme Helligkeit ist Folge der Explosion kombiniert mit einer heftigen Verpuffung 

des vermutlich als Aerosolwolke vorhandenen Brandmittels. Ob der zeitliche Ver-

satz beabsichtigt oder zufällige Folge der immer leicht variierenden Abbrenn-

dauer der Anzündmittel von pyrotechnischen Gegenständen war, kann aufgrund 

des hohen Zerstörungsgrads und der massiven Fragmentierung der ursprüngli-

chen Komponenten der USBV nicht gesagt werden.  

Bezüglich der Zusammensetzung und Funktionsweise der USBV hielt das FOR 

fest: Zur Wirkladung: Die beschmauchten, teilweise angesengten Kartonschei-

ben bzw. Fragmente (Abb. 79 bis 82), die weiteren Kartonfragmente, vermutlich 

von Kartonrohren (Abb. 83), und die drei kleinen Kartonrohre (Abb. 84) dürften 

von pyrotechnischen Gegenständen mit einem Durchmesser von ca. 60 mm 

stammen. Es sind keine Überreste eines Dekors oder von Beschriftungen vor-

handen. Es liessen sich nur auf dem Asservat A016'052'827 (Brandprobe ab 

- 23 - 

SK.2023.33 

Götterbaum explosionsseitig) Rückstände von Brandlegungsmitteln nachweisen. 

Es handelt sich um Spuren eines Gemisches von verschiedenen Kohlenwasser-

stoffen, was für «Verdünner» typisch ist. Weiter konnte im Asservat A016'052'827 

ein Anteil von Ethanol (Alkohol) sowie von in Brennspritzubereitungen verwen-

deten Vergällungsmitteln nachgewiesen werden, was für gekauften «Verdünner» 

unüblich ist. Brennspritprodukte umfassen neben normalem Brennsprit auch 

Brandgele auf Brennspritbasis. Eine Konsultation der Datenbank von bodenknal-

lenden pyrotechnischen Gegenständen der deutschen Polizei ergab nur zwei py-

rotechnische Gegenstände mit einem Durchmesser von ca. 60 mm. Es handelt 

sich um ein Produkt mit dem Namen «Delovâ Rana», als Variante 2 bezeichnet, 

das eine Länge von ca. 81 mm hat und einen Blitzknallsatz mit einer Nettoexplo-

sivstoffmasse (NEM) von ca. 47 g aufweist. Bei den Kartonfragmenten und Kar-

tonhülsen könnte es sich um Überreste von drei pyrotechnischen Gegenständen 

der Marke «Delovâ Rana», Variante 2, handeln. Nicht auszuschliessen, aber 

nicht plausibel erklärbar sei, dass die pyrotechnischen Gegenstände selbst her-

gestellt worden seien. Das Brandmittel dürfte sich in einer handelsüblichen Ge-

tränkeflasche befunden haben. Zum Zündsystem: Im Spurenmaterial sind zahl-

reiche Trümmerteile vorhanden, die als Zündsystem verwendet werden könnten. 

Allerdings sind diese Trümmerteile derart stark fragmentiert, dass sich keine kon-

kreten Aussagen zu Art und Funktion des Zündsystems machen liessen. Es be-

stehen Hinweise für die Verwendung einer elektromechanischen Zeitschaltuhr 

(«Timer»), welche auf eine halbe Stunde genau eingestellt werden kann (Abb. 87 

bis 89). Eine zeitliche Verzögerung der Zündung von vier Stunden ist dadurch 

möglich. Die Zeitdifferenz zwischen dem Deponieren der USBV und den Explo-

sionen beträgt 3,5 Stunden, was einem ganzen Vielfachen von 30 Minuten ent-

spricht. Die Überreste eines Lithium-Ionen-Akkumulators (Abb. 86) könnten so-

wohl die Funktion einer Energiequelle für einen elektronischen «Timer» gehabt 

als auch als Energiequelle für die eigentliche Anzündung gedient haben. Hin-

weise auf alternative Zündmechanismen bestehen nicht (BA-11-01-0092 ff.).  

Aufgrund des hohen Zerstörungsgrades der Trümmerteile konnte das FOR we-

der eine Aussage dazu machen, wie die USBV aufgebaut war, noch dazu, wie 

sie gezündet worden ist. Zur Frage, wie der in der Videoaufzeichnung ersichtliche 

Feuerball zu erklären sei, verwies es auf seine Videoanalyse (BA-11-01-0093 f.). 

Anhand der Videoanalyse konnte das FOR zum Umstand, dass die Täterschaft 

am 30. März 2022, 00:23 Uhr, zwei Gegenstände deponierte hatte, die um 

03:53 Uhr explodierten, keine (zusätzlichen) Aussagen machen (BA-11-01-

0095). 

Zur Frage, ob die USBV aus explosionsstofftechnischer Sicht als «Sprengstoff» 

zu betrachten sei, sowie zur Frage ihrer zerstörerischen Kraft und zum Gefähr-

dungspotenzial, hielt das FOR fest: Die Auswertung der Analysenresultate der 

Schmauchuntersuchungen ergab den Hinweis auf die Verwendung eines ener-

getischen Gemisches auf Basis Kalium, Perchlorat und Aluminium (z.B. Blitz-

knallsatz). Blitzknallsätze sind sehr energiereiche pyrotechnische Systeme, die 

- 24 - 

SK.2023.33 

mit hoher Reaktionsgeschwindigkeit umsetzen. Dementsprechend gross sind 

Explosionsdruck und Knalleffekt. Blitzknallsätze aus pyrotechnischen Gegen-

ständen haben eine grosse Zerstörungskraft. Diese wird durch eine allfällige Ver-

dämmung noch verstärkt. Zum Ablauf der beiden Explosionen sowie zur Verpuf-

fung des Brandmittels bei der zweiten Explosion verwies das FOR auf die vor-

stehend zitierte Videoanalyse und die Fotodokumentation (Einzelframes) im Bild-

anhang (Abb. 28 bis 78). Es hielt fest: Sowohl die Explosionen der Blitzknallsätze 

als auch die Verpuffung des Brandmittels und die Folgebrände waren derart hef-

tig, dass für Personen in der näheren Umgebung eine konkrete Gefahr in Form 

von schweren Verletzungen oder Verbrennungen bestand (BA-11-01-0093). 

Am 23. Juni 2023 beantwortete das FOR Ergänzungsfragen (BA-11-01-0163 ff.). 

Den Sachverhalt «Z.» betreffend hielt es zur Frage, welche Besonderheiten bei 

der Zündung von Explosivstoffen mittels Fernzündung bekannt seien (Frage 6), 

fest: «Eine Zündung mittels Fernzündung hat zur Folge, dass der Bereich der 

Sprengung nur mit zusätzlichen Mitteln (Evakuation, Absperrung, Überwachung, 

Kommunikation, Sicherheitspersonal etc.) unter Kontrolle gehalten werden kann. 

Je grösser die Distanz zwischen Sprengvorrichtung und Zündstelle ist, desto 

schwieriger ist es festzustellen, ob sich zum Zeitpunkt der Sprengung Lebewe-

sen in der kritischen Zone befinden. Aus diesem Grund umfasst ein Sicherheits-

dispositiv bei zivilen Sprengarbeiten im urbanen Gebiet die Evakuation des Ge-

fahrenbereichs, eine konsequente Absperrung sowie die permanente Aufrecht-

erhaltung des entsprechenden Sicherheitsdispositivs. Ohne diese Sicherheits-

massnahmen besteht die konkrete Gefahr, dass Personen durch die Sprengwir-

kung getötet oder (schwer) verletzt werden» (BA-11-01-0173). 

2.4.4 A. und B. wurden am 14. Dezember 2022 aus der Untersuchungshaft entlassen 

(Prozessgeschichte lit. G und H). Die BKP konnte mittels Observation feststellen, 

dass sich A. umgehend ein neues Mobiltelefon besorgte. Die neue Mobiltelefon-

nummer 1 wurde von der BKP eruiert (BA-10-01-0275). In der Folge wurde von 

der Bundesanwaltschaft auf diesen Anschluss eine Echtzeit-Telefonüberwa-

chung gemäss Art. 269 StPO und Art. 57 VÜPF angeordnet und vom Zwangs-

massnahmengericht des Kantons Bern am 19. Dezember 2022 für die Dauer 

vom 15. Dezember 2022 bis am 14. März 2023 genehmigt (BA-09-01-04-0001 

ff.). Die aktive Telefonkontrolle wurde am 15. Dezember 2022 um 16:40 Uhr auf-

geschaltet und bis am 23. Dezember 2023 durchgeführt (BA-09-01-04-0014 f., 

BA-10-01-0275, -0929). Die Gespräche wurden transkribiert und von der BKP 

ausgewertet (BA-10-01-0307 ff., 10-01-0930 ff.). 

Am 15. Dezember 2022 führte A. von 16:51 Uhr bis 17:31 Uhr ein Telefonge-

spräch mit D. D. war bis zu diesem Zeitpunkt bereits zweimal, zuletzt am 12. De-

zember 2022, einvernommen worden (E. 2.5.8). Folgende Dialoge wurden u.a. 

aufgezeichnet (BA-10-01-0278 ff., 10-01-0930 ff.): 

− A.: «Ja, aber der O. hat mich fast verpetzt, […] der hat alles gesagt, was er 

weiss, alles. Komplett.» D.: «Sicher nicht.» A.: «Doch, doch […]». 

- 25 - 

SK.2023.33 

D.:  «Welcher O., der von YYY. oder so?» A.: «Der O.». D.: «Der Kleine?» 

A.: «Jaja […]» (BA-10-01-0283). 

− A.: «B. hat sich in die Hosen geschissen, Mann. Wegen dem haben die mich 

aufgesucht, der hat keine Eier gehabt, um das hinzulegen. Ich musste das 

machen. Ich musste den Transport von W. nach Y., ich musste hingehen und 

das hinlegen. Und der hat 50 % bekommen. Und der Hurensohn provoziert 

‘ich habe Nerven aus Stahl, ich habe keine Angst blablabla'. Ich habe auch 

keine Angst.» (BA-10-01-0287). 

− A.: «Der B. ist schlimmer, glaub es mir, der hat vor einem Jahr schon einmal 

etwas gemacht, wo einer unter den Zug gegangen ist wegen ihm.» 

D.: «Was?» A.: «Da hat er 40 Millionen Bitcoins bekommen, aber es ist am 

Tag auf dem Konto, als das andere Arschloch gesprungen ist, hat das ganze 

Passwort mit in den Tod genommen. Jetzt gibt es irgendwo ein Konto mit 

40 Millionen Bitcoins und keiner kann zugreifen.» […] «Der hat ja schon ein-

mal eine ganze Folterkammer gehabt und alles, dann haben sie ein paar 

Leute gefoltert und so weiter.» D.: «Der B.»? A.: «Jaja.» D.: «Spinner, wirk-

lich.» (BA-10-01-0287). 

− A.: «Das stimmt, ich weiss es. Der hat mich ja ein Jahr lang gesucht, der 

wollte mich unbedingt, ein Jahr lang hat er mich gesucht, jeden Tag hat er 

mich gesucht.» D.: «Wollte er Dir etwas machen?» A.: «Nein, der hat keine 

Eier gehabt, der hat mich gesucht, um das zu machen. Der kommt beim ers-

ten Gespräch, bist Du dabei oder nicht? Und ich so, ja um was geht's?» […] 

«Bist du dabei oder nicht?» […] «Ich so, also ich bin dabei, habe ich gesagt.» 

[…] «Oh Scheisse, was habe ich gemacht. Aber mach mal, kein Problem, 

neue Erfahrungen sammeln.» D.: «Diese Villa im Z.?» A.: «Ja.» D.: «Die zwei 

Kinder von diesem Siech, der dort drinnen wohnt? Die sind mit meinen Eltern 

in die Klasse gegangen.» A.: «Nein, die sind, der war alleine dort drinnen. Der 

hat keine Kinder.» D.: «Die sind erwachsen, die sind erwachsen.» A.: «Eben, 

die wohnen in V., ich weiss.» D.: «Wieso weisst Du das alles Alter? Weil sie 

auch darauf sind auf den Briefen?» A.: «Nein, ich habe mich schon informiert, 

Mann, bevor ich irgendetwas gemacht habe.» […] «Wir sind auch mal fünf 

Wochen vorher den ganzen Weg abchecken gegangen, wir haben alles an-

geschaut und alles, wo können wir es hin machen, wie kann man es am bes-

ten machen, wo sind die Kameras.» […] «Und ich weiss, wenn der B. etwas 

macht, finden sie keine Spuren, das habe ich gesehen von anderen Vorfällen. 

Der hat mir alles gezeigt, ich habe alles gelesen. Der Bulle hat gesagt, wenn 

er der […] finden sie keine Spuren, da können sie noch lange suchen. Wegen 

dem habe ich auch sofort ja gesagt, ich mache mit.» D.: «Scheisse Junge. 

Sie haben auch nichts gefunden.» A.: «Ja, ich weiss, ich weiss.» D.: «Es ist 

einfach so behindert, Alter.» A.: «Zum Glück haben wir kein Rizin hinein ge-

macht, wir haben noch 20 Tabletten Rizin gehabt, Mann. Die haben wir ins 

WC geworfen.» (BA-10-01-0288 f.).  

- 26 - 

SK.2023.33 

Am 17. Dezember 2022 von 13:38 Uhr bis 16:10 Uhr führte A. ein weiteres Tele-

fongespräch mit D., wobei er der Anrufende war. Folgende Dialoge wurden u.a. 

aufgezeichnet (BA-10-01-0330 ff., 10-01-0934 ff.): 

− A.: «Der hat keine Eier, Mann, der ist gut im Planen, aber zum Durchsetzen 

hat er keine Chance. Nichts, der kann gut planen. Alles, da ist er top, aber 

sonst in der Durchsetzung ist er eine Null, eine Niete, er hat Angst. Er hat sich 

sogar zwei, drei Wochen nach VV. (IT) verpisst nach dem ganzen Scheiss 

[…]»; […] «Und der andere verpisst sich dann nach VV. (IT), geht in die Ferien 

mit der Mutter» [ …]. «Ich sagte ihm, nehmt mich doch mit. Er meinte, nein, 

nein, ich bin mit Familie, mit Mutter und so, aber von Mutter hat er nie ein 

Foto geschickt, nur von sich. Und dann immer am Schreiben: ’Und wie sieht 

es aus? Sind sie schon gekommen, sind sie noch nicht gekommen? Weisst 

du schon mehr und blablabla.' Ich so, nein komm zurück in die Schweiz, 

Arschloch» (BA-10-01-0343 f.). 

− A.: «Nein, Mann, der hatte richtige psychische Probleme. Der konnte drei, 

vier Tage nicht mehr schlafen. Dann ging er nach VV. (IT).» D.: «Für Ferien.» 

A.: «Nein, zum Abschalten, Kopf frei bekommen, weil er Angst gehabt hat, 

dass er in den Knast muss.» [ …]. «Er hat noch gesagt, wenn sie die ersten 

zwei, drei Wochen nicht kommen, dann sind wir durch. Dann haben wir es 

bestanden. Die ersten zwei Wochen sind die Schlimmsten, hat er gesagt» 

(BA-10-01-0344). 

− A.: «Im Planen ist er top, ok, den Weg habe ich ausgesucht, den Spazierweg 

von der P.-Strasse bis hinauf, den habe ich ausgesucht. Der ging durch einen 

Wald und Wiese bis zum Waldspital, dann gingen wir dort durch ein Wohn-

quartier durch diesen Park. Da hat es nirgends Kameras. Das (den Weg) sind 

wir zweimal abgelaufen.» D.: «Alter.» A.: «Das habe ich alles ausgesucht, 

das war mein Plan. Der andere wollte durch, nicht mit dem Bus, aber er wollte 

durch die normale Strasse laufen, da kommt alle 15 Meter eine Busstation 

mit Kameras, Mann, da wollte er laufen. Auffälliger geht's ja nicht. Da kann 

man ja genauso gut gerade mit dem Tram gehen» (BA-10-01-0345). 

− A.: «Nein, nein. Wir wollten Geld erpressen. Wir wollten Geld erpressen. Wir 

haben gesehen im Darknet, der hat viel Bitcoins und so, hat viel Geld, wir 

hatten eine Liste, Mann, mit etwa 50 Leuten in der Umgebung von Y., dann 

hast du da alle Konten gesehen, wer am meisten Geld hat mit Adressen, mit 

ganzer Familie, Adresse alles drauf gewesen. Dann gingen wir abchecken, 

ok, so so so, alles anschauen gegangen, dann haben wir einen Plan gemacht. 

Wir wollten bei vier Leuten etwas ‘hinmachen’, wegen dem, ein Wixer bezahlt 

nicht, wenn wir es bei vier machen, bezahlt sicher bestimmt einer» (BA-10-

01-0347). 

− D.: «Macht einfach keine Pläne mehr zusammen, ich sage es einfach wie es 

ist.» A.: «Wieso, der Plan war ja gut, die Ausführung eigentlich auch, nur der 

Kauf ist Scheisse gelaufen.» D.: «Oh fuck. Aber habt ihr schon einmal 

- 27 - 

SK.2023.33 

Sprengstoff gekauft? Meine Fresse, wieso hat der das nicht ‘geschnallt’?» 

A.: «Ja, aber das hat er in Amsterdam gekauft für 25'000 Franken. Vor zwei 

Jahren war das, dann hat er es 1,5 Jahre gelagert in einer Garage, er hat 

eine Garage gemietet. Er hat es dort gelagert, 1,5 Jahre lang.» […]. «Aber 

das war der grösste Bullshit, Mann. Das hat nicht mal etwas gemacht.» 

D.: «Wir haben es ja gesehen […].» A.: «Nein, die Explosion selber habe ich 

nicht gesehen, nur wie ich hinlaufe, aber die Explosion selber habe ich nicht 

gesehen.» D.: «Hast du nicht gesehen?» A.: «Nein, habe ich nicht gesehen, 

erst jetzt, gestern, vorgestern, als ich geschaut habe im Internet.» D.: «Ach 

was, das haben sie euch nie gezeigt?» A.: «Nein, die Explosion selber haben 

sie uns nie gezeigt. Nein gar nicht. Scheiss [… (unverständlich)] mit Benzin, 

es ist eine Chemiebombe gewesen.» D.: «Mann, Jesus. Was habt ihr erwar-

tet, dass es gleich an die Decke fliegt, oder was?» A.: «Ich habe gesagt, unter 

Auto machen, aber das Scheiss-Auto war in der Garage» (BA-10-01-0349 f., 

-0936). 

− D.: «[ …] Wann hast Du Geburtstag? Am Silvester, am 31. hast Du?» 

A.: «Ja.» D.: «[ …] Du hast jedes Jahr an Deinem Geburtstag Feuerwerk. 

[…].» A.: «Hätten wir es an Silvester gemacht, wäre es nochmals ein anderer 

Erfolg gewesen» (BA-10-01-0352). 

− D.: «[…] Für B. wird nicht viel sprechen […].» A.: «Bei mir hat der ja alles 

gehabt. Ich habe ihm alles bezahlt. Jeden Tag habe ich ihm 100 Stutz in den 

Arsch geschoben, damit wir Zeit generieren konnten.» […] «Meine Wohnung 

war ja die Hauptwohnung, wo alles stattgefunden hat. Und so weiter. Von 

dem haben sie ja alles getroffen und geplant, haben sie ja gesagt. Da haben 

sie ja nicht mal unrecht» (BA-10-01-0368, -0937). 

− A.: «Deine erste Aussage war halt ein bisschen so, ein bisschen zwischen-

drin, so muss ich's sagen. Und dann die zweite, der O., der hat mich noch 

mehr verdächtigt, und zwar richtig.» D.: «Nein, nein, nein. Du kannst eines 

wissen, A., meine Aussage, die ich gemacht habe, alles was ich gesagt habe, 

was vielleicht gegen euch gewesen sein könnte, das haben die mir alles 

schon vorgewiesen, das haben die alles schon gewusst. Die haben euch 

schon im Z., das Gespräch in der Q.-Strasse, das haben die abgehört, wie 

auch immer, das weiss ich nicht, aber das haben sie alles gewusst.» A.: «Da 

haben wir nur einmal telefoniert, nicht mal etwas geschrieben, nichts.» 

D.: «Die haben Dich wahrscheinlich schon vorher abgehört. Meine Kollegin 

sagt, dass sie Dich vermutlich schon lange beschattet haben, weil der B. hat 

wie lange schon mit denen geschrieben? Du hast es gesagt, ein halbes Jahr 

oder nicht?» A.: «Mit wem?» D.: «Der mit dem Sprengstoff.» A.: «1 Monat.» 

D.: «Die haben sicher schon 6 Monate gegen euch ermittelt. Aber 100 Pro-

zent. Die Zahl habe ich nicht von irgendwo her. Die haben schon seit Anfang 

Jahr gegen euch ermittelt. 2022. Gegen B. und gegen Dich, weil sie gewusst 

haben, dass ihr irgendetwas plant. [ …] da muss jemand vorher zur Polizei 

gegangen sein und ausgepackt haben. Irgendjemand, der irgendwie davon 

- 28 - 

SK.2023.33 

gewusst hat. Der B. muss sicherlich mit jemandem darüber gesprochen ha-

ben und dieser Jemand muss etwas gesagt haben, anders kann ich mir das 

nicht erklären, warum die von allem gewusst haben. Ich weiss, dass Du nicht 

mit jedem darüber redest.» A.: «Ich nehme an, mein alter Dealer ging nicht 

zu den Bullen, der schuldet mir noch 10'000 Franken. Aber der von der  

Q.-Strasse, sein Onkel, sein Cousin, ein Block weiter, vielleicht gingen sie zu 

dem, der hatte ja Kontakt mit der Bundesanwaltschaft. Der hat mir ja vorher 

schon alles erklärt, dass sie nichts haben. Nach zwei, drei Monaten, nach 

zwei Monaten als das war da im Z. Da hat er mir gesagt, er habe Kontakt 

aufgenommen mit einem Bundesanwalt, also es war eine Frau, wahrschein-

lich genau die Frau, nehme ich jetzt mal an, und er hat sie gefragt, ob sie 

wissen, wer das gewesen ist. Sie haben ihm schon damals gesagt, sie haben 

gar nichts, nur ein halber Schuhabdruck und einer ist Schweizer. Und dann 

wusste ich, es kann uns nichts passieren. […] Sie haben 10 % von der Be-

weislage gehabt und sie haben auf eine zweite Bombe gewartet. Und die 

wäre ja auch fast gekommen» (BA-10-01-0373 ff.). 

− A.: «Alles gut, passiert nicht viel, Standard-Sachen halt, wie früher. So Sa-

chen wie das jetzt, Z., ein halbes Jahr, Jahr warten, das stimmt. Im Januar 

wäre eine Aktion geplant gewesen, wenn alles geklappt hätte. Dann wäre im 

Januar noch eine Aktion geplant gewesen. In eine Villa einsteigen mit Waffen, 

Schutzmaske, den Typen bedrohen, dass er sein Bankkonto leert, direkt auf 

unsere Konten schickt, sobald es auf unserem Konto ist, können die Bullen 

nichts mehr machen. Das wäre eine saubere Sache gewesen, wären dort 

hinausgegangen und fertig. Vielleicht in Knast, kommen wieder raus und wir 

wären Millionäre gewesen» (BA-10-01-0394). 

Am 22. Dezember 2022 von 18:00 Uhr bis 18:38 Uhr führte A. ein weiteres Tele-

fongespräch mit D., wobei er der Anrufende war. Folgende Dialoge wurden u.a. 

aufgezeichnet (BA-10-01-0396 ff., 10-01-0941 ff.): 

− A.: «Der B. hat das zwei Jahre geplant. Er wollte ja zuerst nach ZZ. gehen. 

Er hat die Bombe mit nach ZZ. genommen, dann ist er aber zu mir gekom-

men, weil er sie nicht hinlegen wollte, in ZZ., keine Ahnung, warum, wegen 

Kameras und viele Leute und so, blablabla. Ist hierhin gekommen mit der 

Bombe. Ich habe nichts gewusst, dass er eine Bombe dabeihatte. Und dann 

hat er die Bombe wieder mit nach W. genommen. Der Vollidiot». [ …] «Und 

dann kam eben das Z. auf» (BA-10-01-0398 f.). 

− A.: «Er hat mir schon von Anfang an erklärt, was passiert, wenn sie uns fest-

nehmen und so. Das habe ich vor ihnen alles gewusst. Bevor wir überhaupt 

etwas gemacht haben, hat er mir alles erklärt. [ …] Aber ich habe mich dann 

drauf eingelassen. Ich habe mich drauf eingelassen und fertig. [ …] Aber ich 

konnte auch keinen Rückzieher mehr machen, weil ich ja alles schon ge-

wusst habe. [ …] Aber der Idiot, der plant das ein Jahr lang, geht mit einer 

Bombe nach ZZ., kommt mit einer Bombe zu mir in die Wohnung und sagt 

mir das aber erst nach vier Monaten, als das im Z. bereits passiert war, er 

- 29 - 

SK.2023.33 

habe eigentlich zuerst das in ZZ. machen wollen, aber er habe sich nicht ge-

traut wegen zu vielen Kameras. Deswegen kam er dann auf mich» (BA-10-

01-0404). 

− A.: «Ja, ich bin dort, der hinläuft.» D.: «Im Z.?» A.: «Ja.» D.: «Nein?» 

A.: «Doch!» D.: «A.!» A.: «Ich bin der, der hingelaufen ist und…»; D.: «Und 

er stand hinten bei den Laternen?» A.: «Eh ja, der Vollidiot.» [ …] «Und dann 

noch schön in die Kamera, statt um die Ecke warten.» D.: «Hei nein... A.... 

ich hätte nie gedacht, dass du das gemacht hast. Du bist ganz anders gelau-

fen.» A.: «Eh, normal... ich habe schon gewusst, dass ich meinen Gang ver-

stellen muss und alles.» D.: «Ich bin die ganze Zeit davon ausgegangen, er 

sei es gewesen. Ich hätte... wenn ich eine ehrliche Antwort hätte geben müs-

sen beim Video... und hätte müssen tendieren wer könnte das sein auf dem 

Video von euch zwei, dann hätte ich 100 % B. gewettet... 100 % B.…» 

A.: «Nein, der Fettsack ist hinten gestanden, hat gar nichts gemacht...»; 

D.: «Hei, ich muss mir das Video gleich nochmal reinziehen... Nein, A., 

nein...»; A.: «Ich bin zuerst hingelaufen und dann noch mal zurück, weil das 

Auto weg war. Da bin ich noch mal zurück und habe gefragt, wo ich das jetzt 

hinlegen soll, das Auto sei weg. Ich könne es nicht unter das Auto machen... 

ja, dann machst du es irgendwo an der Hauswand, im Gebüsch oder so, wo 

er es nicht gerade sieht.» D.: «Und dann bist du zurückgelaufen und dann 

habt ihr gezündet?» A.: «Nein, nicht gerade gezündet. Es war eine Zeitschalt-

uhr von vier Stunden eingeschaltet. Dann sind wir den ganzen Weg zurück-

gelaufen...»; D.: «Habt ihr es euch nicht mal angeschaut?». A.: «Nein, wir 

sind nach Hause gegangen, habe alles aufgeräumt. Kleider ausgezogen, al-

les in den Abfall geworfen... direkt weg in den Container gemacht... komplett... 

alles was damit zu tun hatte, alles... haben die Wohnung geputzt. Dann haben 

wir noch eine Pizza bestellt...»; [ …] «...der andere scheisst sich in die Hose, 

Mann... kann die ganze Nacht nicht pennen, ich schön am Pizza essen, einen 

Joint am Rauchen, einen Faden am Ziehen. Die ganze Zeit auf die Uhr ge-

schaut, wann ist vier Uhr am Morgen, wann ist vier Uhr am Morgen» (BA-10-

01-0405 f.). 

− D.: «Aber häh…, wieso habt ihr das gemacht? Einfach so?» A.: «Wir wollten 

den erpressen, Mann... Fünf Millionen in Bitcoins... aber der andere... der B. 

ist ja einen Tag später nach VV. (IT) verschwunden der Vollidiot... also ei-

gentlich eine Woche später... Wir hätten nach zwölf Tagen ein Erpresser-

schreiben schreiben wollen... über Darknet-E-Mail... keine Ahnung, wie das 

System heisst... auf jeden Fall ist er nach drei Wochen zurückgekommen und 

da war schon ein Monat vergangen, Mann... Keine Sau hat es mehr interes-

siert, weisst du was ich meine... Die Drohung war für den Arsch […]; «Der 

andere verschwindet einfach, weil er Druck bekommen hat. Konnte vier Tage 

nicht pennen, da ist er einfach nach VV. (IT) verschwunden» […]; «Und ich 

jeden Tag am Konsumieren, Mann... jeden Tag Party gemacht, weil ich ge-

dacht habe, die Bullen kommen rein und nehmen mich fest. Habe noch 

- 30 - 

SK.2023.33 

5'000 Franken durchgelassen innerhalb einer Woche» […]; «Weil ich dachte, 

wenn ich eh schon in den Knast gehe, kann ich es wenigstens noch etwas 

geniessen»; D.: «Hei, die hätten euch niemals für das drangenommen... nie... 

aber das Scheiss X.»; A.: «Sie haben auf eine zweite Bombe gewartet... sie 

haben auf eine zweite Bombe gewartet und das habe ich gewusst» (BA-10-

01-0406 f.). 

− D.: «Ich sage einfach, A.… und das wird dir dein Anwalt auch sagen, wenn 

B. aufmacht, ist das der späteste Moment, in dem du reden musst. Wenn B. 

zu reden beginnt, musst du auch reden, nicht dass du der Arsch bist in dieser 

Nummer.» A.: «Das hat er schon gesagt, das hat er schon gesagt.» D.: «Das 

ist das wichtigste, wenn du... ich sage einfach… ich will einfach nur... mich 

interessiert nicht, was mit B. ist» A.: «Ja, hätte ich von Anfang an die Fresse 

aufgemacht, wäre ich gar nicht verhaftet worden, Mann. Dann wäre ich direkt 

nach der Verhaftung wieder entlassen worden.» D.: «Genau... fertig und du 

hättest darüber lachen können, dass er jetzt drinsitzt, vermutlich.» A.: «Dann 

wären sie... dann wären sie auch nie drauf gekommen wegen Z., dann hätten 

sie nur das wegen Sprengstoffkauf gemacht und fertig» (BA-10-01-0409 f.). 

− D.: «Aber schwör 100 % du bist das auf dem Video?! […].» A.: «100... ohne 

Scheiss, das bin ich.» D.: «Alter, ich hätte meine Hand ins Feuer gelegt und 

hätte geschworen, das bist nicht du.» A.: «Doch, doch.» […] «Ich habe es 

auch von W. nach Y. transportiert beim zweiten Mal, im Rucksack. Und weisst 

du wo wir Übergabe gemacht haben? Bei der Kirche. Neben dem Bullenpos-

ten, bei den Bullen, vis-a-vis vom Bullenposten haben wir Übergabe ge-

macht.» D.: «Der wohnt ja dort in der Nähe, oder?» A.: «Ja, weiter hinten, ja. 

Bei […] haben wir auf dem Areal Übergabe gemacht in einer Tasche.» […] 

«Und dann, und dann war auch noch dabei, ich musste voraus gehen, der ist 

etwa 10 Minuten später mit dem Zug gekommen». D.: «Obwohl er dort 

wohnt.» A.: «Nein, ich musste nach Y., an dem Tag als wir es gemacht haben, 

da musste ich ja das Zeug holen, das Zeug holen, dann bin ich voraus ge-

gangen am Bahnhof, dann ist er hinterher gezottelt und im Zug ist er zwei 

Waggons weiter hinten gesessen als ich. Zwei Waggons weiter hinten.» […] 

«Weil er gedacht hat, wir werden vielleicht im Zug schon gefickt. Und in Y. 

bin ich direkt gelaufen zu mir in die Wohnung und er ist noch schnell in R. 

gegangen, weisst du, hat sich schön Zeit gelassen, falls sie im Video heraus-

finden würden, weisst du, dass es keinen Zusammenhang gibt.» D.: «Nein, 

wirklich, Du bist jetzt einfach, bald hast du es geschafft, das wird jetzt einfach 

eine Weile dauern bis alles fertig ist mit den Ermittlungen, aber du hast es 

geschafft und dann halte dich fern von so Abschaum.» A.: «Schlussendlich, 

als ich gemerkt habe, dass sie nicht zahlen, habe ich den Spiess umgekehrt, 

habe gedacht, dann gehe ich lieber in den Knast und dann hole ich halt Scha-

denersatz rein, fertig, was ist das Problem, so komme ich auch an Geld» (BA-

10-01-0413 f.). 

- 31 - 

SK.2023.33 

2.5 Persönliche Beweismittel 

2.5.1 Zu den Aussagen der Beschuldigten A. und B. wird auf die vorstehenden Erwä-

gungen verwiesen (E. 2.3). 

2.5.2 C. gab in der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-

Stadt vom 5. April 2022 zu Protokoll, dass es einen unglaublichen «Höllenklapf», 

einen unheimlich lauten Klapf, gegeben habe. Als die Polizei in den Überwa-

chungskameras nachgeschaut habe, habe man gesehen, was passiert sei. Er 

habe zum Zeitpunkt der Explosion im Bett in seinem Schlafzimmer geschlafen; 

seine Ehefrau sei in ihrem Schlafzimmer gewesen; andere Personen hätten sich 

nicht im Haus aufgehalten. Die Schlafzimmer lägen auf der Südseite des Hauses, 

während die Explosion auf der Nordseite gewesen sei. In seinem Schlafzimmer 

sei die Balkontüre durch die Druckwelle aufgedrückt worden, einen Spalt weit 

jedenfalls, ebenso im Schlafzimmer seiner Ehefrau. Wenn sie «unten» gewesen 

wären, wären sie «mause» (BA-12-01-0002 f.). C. erklärte, es seien ihm keine 

Personen aufgefallen, welche das Umfeld des Hauses ausgekundschaftet hät-

ten. Er habe keine Drohungen oder Ankündigungsschreiben erhalten, auch kein 

Bekennerschreiben. Er sei nicht erpresst worden und habe mit niemandem Streit. 

Er sei von 1962 bis 2008 CEO des Familienunternehmens S. gewesen und sei 

Verwaltungsratspräsident. Das Unternehmen sei in der Lebensmittelbranche ak-

tiv, in der Schweiz und in ZZZ., wo es eine grosse Fabrik und eine Plantage be-

sitze. Es seien ihm keine Aufforderungen zu Geldzahlungen unter Androhung 

von Nachteilen gegenüber dem Unternehmen S., Familienangehörigen oder 

sonst nahestehenden Personen bekannt (BA-12-01-0004 ff.).  

In der Einvernahme als Auskunftsperson (Privatklägerschaft) vom 15. März 2023 

(Konfrontationseinvernahme mit A. und B.) erklärte C. auf die Frage, was er beim 

Vorfall vom 30. März 2022 festgestellt habe, es habe eine unerhört zünftige De-

tonation, eine Riesenexplosion, gegeben. Sie (er und seine Ehefrau) hätten auf 

der Südseite geschlafen, die Explosion sei auf der Nordseite gewesen. Im ersten 

Moment habe er gedacht, ein Blitz habe in das Haus eingeschlagen. Der Alarm 

sei sofort ausgelöst worden, alle Nachbarn seien gekommen, die Polizei sei ge-

kommen. Auf der Frontseite sei alles zertrümmert gewesen. Die schwere, dop-

pelt gesicherte und einbruchsichere Eichentüre habe es «weggeblasen», sie sei 

eingedrückt worden, alle Frontscheiben seien kaputt gegangen, die Rhododend-

ren-Pflanzen habe es entblättert, und das Erdreich sei voller Scherben gewesen. 

Man habe vorne nicht mehr ins Haus hineingehen können, man habe von hinten 

her hineingehen müssen. Wenn sie die Schlafräume auf der Nordseite gehabt 

hätten, wäre er heute nicht hier, sie wären alle tot, auch seine Frau. Die Namen 

der Beschuldigten A. und B. habe er noch nie gehört. Er habe keine Hinweise auf 

eine finanziell motivierte Tat; es seien keine erpresserischen Forderungen ge-

stellt worden (BA-12-01-0015 ff., -0021).  

Auf Vorhalt des Telefongesprächs zwischen A. und D. vom 15. Dezember 2022, 

bei welchem A. sagte, er habe sich schon informiert, «die sind, der war alleine 

- 32 - 

SK.2023.33 

dort drinnen», der habe keine Kinder bzw. er wisse, dass diese in V. wohnen 

würden (BA-10-01-0288), erklärte C., keines seiner Kinder wohne in V., doch sein 

Sohn T., CEO der S.-Gruppe, habe bis vor zwei, drei Jahren dort gewohnt. Der 

diesbezügliche Eintrag im Handelsregister betreffend die AA. AG, welcher V. als 

Wohnsitz seines Sohnes T. angebe, sei veraltet (BA-12-01-0018 f.).  

2.5.3 J. gab in der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt 

vom 5. April 2022 zu Protokoll, sie habe nach der Explosion zuerst gedacht, dass 

junge Leute beim Spielplatz mit Feuerwerk geschossen hätten, das komme 

manchmal vor, und sei zu ihrem Mann nach vorne gegangen. Im Türmchen seien 

drei Fenster offen gewesen; dann sei sie zur Eingangstüre gegangen und habe 

gesehen, dass die Scheiben und die Türe stark beschädigt seien. Die Polizei sei 

bereits da gewesen, bevor sie diese habe verständigen können. Sie habe die 

Eingangstüre nicht öffnen können. Dann habe sie beim Bediensteteneingang öff-

nen wollen, aber dort seien überall Trümmer herumgelegen. Die Polizei sei dann 

via Gartentür hereingekommen. Zum Zeitpunkt der Explosion seien nur sie und 

ihr Mann im Haus gewesen. Sie sei im Bett, in ihrem Schlafzimmer auf der Ost-

seite, gewesen. Im ersten Stockwerk sei sie durch die Explosion nicht unmittelbar 

gefährdet gewesen, aber wenn sie sich im Erdgeschoss aufgehalten hätte, dann 

hätte es sie getroffen (BA-12-02-0002).  

2.5.4 U., Tochter von C. und J., wohnhaft an der H.-Strasse … in Y., gab in der dele-

gierten Einvernahme durch die BKP als Auskunftsperson vom 4. Juli 2022 zu 

Protokoll, sie sei am 30. März 2022 in der Nacht erwacht, weil es einen Knall 

gegeben habe. Sie sei aufgestanden, um die Kameras zu kontrollieren, und habe 

ihren Partner (BB.) geweckt; dieser habe dann um das Haus herum kontrolliert. 

Als ihr Partner später zum Flughafen gefahren sei, habe er die Polizei vor dem 

Haus ihrer Eltern gesehen und sie angerufen, worauf sie ihre Eltern angerufen 

habe. Die Eltern hätten gesagt, eine Bombe sei vor der Türe gewesen. Sie könne 

sich nicht vorstellen, weshalb dort eine Sprengladung platziert worden sei (BA-

12-15-0002). Sie habe auf ihren Überwachungskameras festgestellt, dass einige 

Tage zuvor eine Person sich auf die Einfahrt ihres Hauses begeben habe und 

wieder gegangen sei. Diese Person habe sich ähnlich bewegt wie die Person, 

welche den Sprengsatz platziert habe (BA-12-15-0003). U. erklärte sinngemäss, 

sie habe keine Kenntnis davon, dass die Sprengladung mit Aktivitäten der 

Firma S. oder mit ihrer Familie zu tun haben könnte. Das Unternehmen werde 

von ihrem Bruder geführt und sie helfe dort aus, wo es nötig sei (BA-12-15-0003 

ff.). 

2.5.5 BB., wohnhaft an der H.-Strasse … in Y., gab in der delegierten Einvernahme 

durch die BKP vom 4. Juli 2022 als Auskunftsperson zu Protokoll, seine Partnerin 

(U.) sei die Tochter des Geschädigten C. Sie habe am 30. März 2022 eine Ex-

plosion gehört, ihn geweckt und ihm gesagt, es habe getönt wie eine Bombe; er 

selber habe geschlafen und nichts gehört. Er habe um das Haus herum nachge-

schaut, aber nichts feststellen können. Am nächsten Tag habe er früh zum 

- 33 - 

SK.2023.33 

Flughafen gehen müssen und sei daher beim Elternhaus seiner Partnerin vorbei-

gefahren, wo er «viel Polizei» gesehen habe. Er habe angehalten und gefragt, 

ob etwas mit den Eltern sei. Die Polizei habe ihm gesagt, es habe nur Sachscha-

den gegeben. Er habe seine Partnerin benachrichtigt; diese habe ihn anschlies-

send über den Sachverhalt informiert. Er könne sich überhaupt nicht vorstellen, 

weshalb dort eine Sprengladung platziert worden sei (BA-12-12-0002). BB. be-

stätigte, dass er seit 2011 in der Funktion als CEO der CC. Group tätig sei. Er 

könne sich nicht vorstellen, dass die Sprengladung ihm als CEO der CC. Group 

gegolten haben könnte (BA-12-12-0003 f.). Er erklärte sinngemäss, ihm sei im 

Unternehmen oder aus dessen Umfeld nichts bekannt, das mit dieser Sprengla-

dung in Zusammenhang stehen könnte. Seit dem letzten Vorfall, der Blockade 

eines Schlachthofes im Jahr 2018, sei es ruhig geworden (BA-12-12-0003 ff.).  

2.5.6 E. gab in der delegierten Einvernahme durch die BKP als Auskunftsperson vom 

30. Juni 2022 zu Protokoll, sie sei die Schwester des Beschuldigten 1; den Be-

schuldigten 2 kenne sie gar nicht und sie wisse nicht, wer das sei (BA-12-04-

0002). Sie erklärte, ihr Bruder sei schon lange arbeitslos, eigentlich seit dem Ab-

schluss der Lehre als Strassenbauer. Seine (Ex-)Freundin sei in seiner Wohnung 

auf ihn losgegangen, worauf er ins Spital habe gehen müssen. Dann sei er in der 

Klinik TT. in Y. gewesen. Als er herausgekommen sei, habe er ihr gesagt, er 

wolle sich an der Freundin rächen, sie z.B. in die Luft sprengen. Das sei vor ca. 

einem Monat gewesen. Er habe ihr das auf WhatsApp geschrieben; auf sein 

Drängen habe sie das gelöscht. Danach habe sie nichts mehr gehört, bis er nach 

X. gegangen sei und ihr das WhatsApp mit dem Couvert und dem Geld geschickt 

habe. Aber bei ihm wisse man nie, ob er es dann wirklich mache oder ob es nur 

Geschwätz sei. Er sei auf dem Sozialamt und habe immer Schulden bei Kollegen. 

Sie wisse, dass er schon lange mit Betäubungsmitteln zu tun habe, angefangen 

habe es mit Cannabis; er habe Kokain oder etwas anderes verkauft, sie wisse 

aber nicht, ob er das noch tue. Er baue immer wieder «Scheisse» und sei auch 

schon zusammengeschlagen worden. Er habe ihr vor drei oder vier Wochen ge-

sagt, er müsse einen grösseren Geldbetrag beschaffen, aber sie habe nicht ge-

wusst weshalb (BA-12-04-0001 ff.). Auf Vorhalt einer auf dem Mobiltelefon des 

Beschuldigten 1 sichergestellten WhatsApp-Kommunikation mit ihr vom 

20. Juni 2022, 12:42 Uhr, welche ein Foto mit einem offenen Briefumschlag mit 

mehreren 50 Euro-Scheinen und die Mitteilung «So halb drei Bini in X.» zeigt 

(BA-12-04-0010), erklärte E., das habe er ihr geschickt, er habe es aber auch im 

WhatsApp-Status gehabt. Sie habe nicht gewusst, was er damit vorgehabt habe. 

Sie habe angenommen, er habe Drogen kaufen wollen, das sei das Nahelie-

gendste gewesen, da er immer solche Kontakte gehabt habe. Sie nehme an, 

dass er deswegen gesagt habe, er müsse Geld organisieren. Auf Vorhalt, dass 

der Beschuldigte 1 in X. habe Sprengstoff kaufen wollen und dabei verhaftet wor-

den sei, erklärte E., von Sprengstoff habe sie nichts gewusst; das könnte höchs-

tens wegen seiner Ex-Freundin sein (BA-12-04-0006 f.). 

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SK.2023.33 

2.5.7 DD. gab in der delegierten Einvernahme durch die BKP als Auskunftsperson vom 

4. Juli 2022 zu Protokoll, sie sei die Schwester des Beschuldigten 1; den Be-

schuldigten 2 kenne sie nicht so gut; sie habe vielleicht sein Gesicht einmal ge-

sehen, aber der Name sage ihr nichts (BA-12-05-0002). Sie erklärte, ihr Bruder 

habe eine Lehre als Strassenbauer gemacht, sei aber derzeit arbeitslos; am ver-

gangenen Dienstag hätte er (über ein Temporärbüro) im Strassenbau arbeiten 

beginnen können. Er habe seinen Lebensunterhalt mit Drogenverkauf bestritten 

und Cannabis und Kokain verkauft. Er habe auch viel gestohlen. Sie habe ihm 

auch schon Geld geliehen, damit er habe Essen kaufen können. Früher sei er 

viel zusammengeschlagen worden. Von Waffen oder Sprengstoff wisse sie 

nichts; sie glaube, er besitze einen Schlagstock (BA-12-05-0004). Auf Vorhalt 

einer auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten 1 sichergestellten WhatsApp-Kom-

munikation vom 20. Juni 2022, 12:43 Uhr, welche u.a. ein Foto mit einem offenen 

Briefumschlag mit mehreren 50 Euro-Scheinen zeigt mit der Mitteilung «Bin am 

halb drei in X.», worauf DD. ihren Bruder fragte «Was machsch in X.» und dieser 

antwortete «Paar Sachen abhole» (BA-12-04-0010), erklärte DD., das habe er 

ihr geschickt, auch die Fotos von sich im Zug. Sie wisse eigentlich nur, was er 

geschrieben habe und habe ihm dann viel Spass gewünscht. Ihr erster Gedanke 

sei gewesen, er gehe Drogen kaufen. Sie habe vorher nicht gewusst, dass er 

nach X. wolle. Sie könne nur vermuten, dass er mit dem Geld habe Drogen kau-

fen wollen. Auf Vorhalt, dass der Beschuldigte 1 in X. habe Sprengstoff kaufen 

wollen und dabei verhaftet worden sei, erklärte DD., sie habe keine Ahnung, 

wozu ihr Bruder Sprengstoff habe verwenden wollen (BA-12-05-0005 ff.). 

2.5.8 D. gab in der delegierten Einvernahme durch die BKP als Auskunftsperson vom 

5. Juli 2022 zu Protokoll, sie kenne A. schon länger, seit ihrer Jugendzeit, sie 

hätten eine Art Freundschaft. Vor drei Jahren sei er wieder in ihr Leben getreten 

(BA-12-06-0002 f.). In Bezug auf B. erklärte D. auf Vorhalt eines Fotos (Beilage 1, 

BA-12-06-0010), diesen habe sie in einem Heim in W. kennengelernt; er sei kurz-

zeitig mit ihr im gleichen Heim gewesen. Seit 2015 habe sie keinen Kontakt mehr 

mit ihm gehabt (BA-12-06-0004).  

D. erklärte, sie stehe mit A. auf WhatsApp in Kontakt. Auf dem Huawei-Mobilte-

lefon habe sie Nachrichten von A. zur Explosion im Z. erhalten. Auf dem HTC-

Mobiltelefon habe sie Nachrichten von A. vom 20. Juni 2022 erhalten, als er auf 

dem Weg nach X. gewesen sei. Da habe es auch Bilder von ihm, vom Reiseplan 

und vom Geld, das er dabeigehabt habe. Das sei für sie einfach Geschwätz ge-

wesen. Das letzte Mal habe sie an Ostern mit A. Kontakt gehabt, als er ihr und 

ihrem Mann gesagt habe, er sei das «im Z.» gewesen, zusammen mit «B.» (BA-

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