# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f32f43c5-c10c-5d31-9a63-a28e0afcfda0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.11.2008 D-6901/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6901-2008_2008-11-11.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6901/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  N o v e m b e r  2 0 0 8  

Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, 
mit Zustimmung von Richter Markus König;
Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer.

A._______, geboren _______, Sri Lanka,
vertreten durch Rechtsanwalt Gabriel Püntener, 
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF) Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Wiedererwägung / zweites Asylgesuch; Verfügung des 
BFM vom 23. Oktober 2008 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6901/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am ... 1989 ein erstes Mal um Asyl in der 
Schweiz ersuchte, 

dass das BFF mit  Verfügung vom ... 1995 das erste Asylgesuch des 
Beschwerdeführers abwies und dessen Wegweisung aus der Schweiz 
verfügte, 

dass  das  BFF  indes  gleichzeitig  –  gestützt  auf  den  Bundesratsbe-
schluss vom 20. April  1994 betreffend srilankische Staatsangehörige, 
welche ihr Asylgesuch vor dem 1. Juli 1990 eingereicht haben – eine 
vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers anordnete, 

dass der Beschwerdeführer mit  Urteil  des Obergerichts des Kantons 
Bern vom ... 2001 wegen qualifizierter Freiheitsberaubung und qualifi-
zierter Entführung zu einer bedingt erlassenen Zuchthausstrafe von 18 
Monaten und einer bedingt ausgesprochenen Landesverweisung vom 
5 Jahren verurteilt wurde, 

dass als Folge davon das BFF mit Verfügung vom ... 2001 die angeord-
nete vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers aufhob, 

dass der Beschwerdeführer am 20. Juli 2001 gegen diesen Entscheid 
bei  der  damals  zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(ARK) Beschwerde einreichen liess, 

dass die eingereichte Beschwerde mit Urteil der ARK vom ... 2002 ab-
gewiesen wurde, 

dass der Beschwerdeführer ab dem ... 2002 als unbekannten Aufent-
halts galt, 

dass er eigenen Angaben zufolge nicht in sein Heimatland zurückkehr-
te, sondern sich bis zum Frühjahr 2008 an verschiedenen Orten in Ita-
lien aufhielt, wobei er sich im Sommer 2007 bei seiner Verlobten in der 
Schweiz aufgehalten habe, da diese krank gewesen sei, er anschlies-
send aber wieder nach Italien zurückgekehrt sei, 

dass  der  Beschwerdeführer  –  nach  seiner  erneuten  Einreise  in  die 
Schweiz angeblich am 23. März 2008 – am 7. April 2008 ein zweites 
Mal um Asyl in der Schweiz ersuchte, 

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dass er  zur  Begründung seines Gesuches vorab geltend machte,  er 
sei  von  Italien  in  die  Schweiz  zurückgekehrt,  da  es  seiner  in  der 
Schweiz wohnhaften Verlobten gesundheitlich sehr schlecht gehe, er 
sie pflegen möchte und sie beide jetzt auch heiraten wollten, 

dass er daneben anführte, eine seiner Schwestern sei seit mehr als 10 
Jahren bei der LTTE, weshalb er im Falle einer Rückkehr nach Sri Lan-
ka mit den Behörden Probleme bekäme, 

dass Rückkehrer zudem generell Probleme mit den Sicherheitskräften 
bekämen, da sie der Unterstützung der Rebellen verdächtigt würden, 

dass bei Rückkehrern ferner Geld vermutet werde, weshalb es häufige 
zu Entführungen und Erpressungen komme, 

dass er auf Frage nach dem Verbleib seiner Familienangehörigen unter 
anderem angab, seine Eltern lebten vorübergehend bei einem Freund 
seines Vaters im Colombo und würden von einer seiner im Ausland be-
findlichen Schwestern finanziell unterstützt, 

dass das BFM mit Verfügung vom 28. Mai 2008 (eröffnet am folgenden 
Tag) das zweite Asylgesuch des Beschwerdeführers abwies,  dessen 
Wegweisung aus der Schweiz verfügte und den Wegweisungsvollzug 
anordnete, 

dass das BFM in seinem Entschied die geltend gemachte Furcht vor 
asylrelevanter  Verfolgung  als  unglaubhaft  erklärte  und  schloss,  der 
Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka sei zulässig, zumutbar und auch 
möglich, wobei es in seinen Erwägungen namentlich auf die Möglich-
keit  einer  gesicherten  Wohnsitzsituation  des  Beschwerdeführers  bei 
seinen Eltern in Colombo verwies, 

dass  die  Verfügung  des  BFM  vom  28.  Mai  2008  unangefochten  in 
Rechtskraft erwuchs, 

dass der Beschwerdeführer am 22. Juli  2008 ein Gesuch um Erstre-
ckung der ihm bis zum 23. Juli 2008 angesetzten Ausreisefrist einrei-
chen liess,  wobei  er  zur Begründung auf  ein laufendes Ehevorberei-
tungsverfahren mit  seiner  in  der  Schweiz  wohnhaften  Verlobten ver-
wies, 

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dass das BFM mit  Schreiben vom 24. Juli  2008 an der angesetzten 
Ausreisefrist festhielt, 

dass der Beschwerdeführer von der zuständigen kantonalen Behörde 
am 1. Oktober 2008 als per 10. September 2008 verschwunden beim 
BFM abgemeldet wurde, 

dass diese Meldung von der kantonalen Behörde am 13. Oktober 2008 
widerrufen wurde,  unter  Hinweis darauf,  dass  der  Beschwerdeführer 
am  23. September  2008  in  X._______  ein  Asylgesuch  eingereicht 
habe, 

dass der Beschwerdeführer am 23. September 2008 (vorab per Tele-
fax) durch seinen neu mandatierten Rechtsvertreter beim Empfangs- 
und Verfahrenszentrum des BFM (EVZ) in X._______ eine als „Asylge-
such“ bezeichnete Eingabe einreichen liess, 

dass in der Eingabe für den nächsten Tag eine persönliche Vorsprache 
im EVZ in X._______ in Aussicht gestellt  und namentlich ausgeführt 
wurde, der Beschwerdeführer verweise zu seinen Asylgründen auf die 
sich seit dem Erlass der Verfügung des BFM vom 28. Mai 2008 in Sri 
Lanka und insbesondere in Colombo noch verschärfte Sicherheitslage, 
woraus sich neue Asylgründe ergäben, 

dass in  der  Eingabe ferner  ausgeführt  wurde,  hinsichtlich  der  Frage 
der Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzuges sei  vom BFM in seiner 
Verfügung vom 28. Mai 2008 auf ein in der Person der Eltern existie-
rendes  familiäres  Beziehungsnetz  in  Colombo  hingewiesen  worden, 
die Eltern hätten indes im August 2008 in den Norden Sri Lankas zu-
rückkehren  müssen,  da  ihnen  in  Colombo  nur  ein  vorübergehender 
Aufenthalt gewährt worden sei, 

dass der Beschwerdeführer diesbezüglich zwei Beweismittel in Kopie 
vorlegte (eine Aufenthaltsgestattung für  Colombo vom 20. Juni  2007 
und Bestätigung aus Y._______ vom 16. September  2008) und aus-
führte, die neue Sachlage rechtfertige zum einen die Einreichung ei-
nes neuen Asylgesuches und zum andern, bei einer allfälligen Ableh-
nung des Gesuches,  zumindest  die Feststellung der  Unzumutbarkeit 
des Wegweisungsvollzuges, 

dass  der  Beschwerdeführer  am  24.  September  2008  persönlich  im 
EVZ  in  X._______  zwecks  Einreichung  des  erneuten  Asylgesuches 

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vorsprach, worauf das BFM mit dem Beschwerdeführer am 3. Oktober 
2008 eine Erst- respektive Kurzbefragung durchführte, 

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  dieser  Befragung  ausführte, 
sein  vorangegangenes  Asylgesuch  sei  abgelehnt  worden,  weil  sich 
seine Eltern in Colombo befunden hätten und er zu ihnen hätte gehen 
können, wobei er anmerkte, gegen diesen Entscheid habe er keinen 
Rekurs gemacht, da er den Entscheid des BFM verloren habe, 

dass er in der Folge geltend machte, seine Eltern seien seit  August 
2008 nicht mehr in Colombo wohnhaft, sondern wieder nach Jaffna zu-
rückgekehrt, 

dass er ferner anführte, er könne angesichts der Verschärfung der Si-
cherheitslage nicht nach Colombo oder Jaffna, weil er sich vor der Ar-
mee und den anderen tamilischen Gruppen fürchte, und er könne nicht 
ins Vanni-Gebiet, da dieses Gebiet von der LTTE kontrolliert werde, 

dass er in diesem Zusammenhang erneut auf die Gefährdung wegen 
seiner Schwester, die bei der LTTE aktiv sei, hinwies, 

dass den Akten eine Notiz des BFM vom 7. Oktober 2008 beiliegt (act. 
A10),  worin  festgehalten  wird,  der  Beschwerdeführer  habe  am 
24. September 2008 persönlich ein Wiedererwägungsgesuch im EVZ 
in X._______ eingereicht, er werde wiederum seinem bisherigen Auf-
enthaltskanton  zugewiesen  und  die  Erstbefragung  werde  als  rechtli-
ches Gehör im Sinne einer mündlichen Begründung des Wiederewä-
gungsgesuches betrachtet, 

dass der Beschwerdeführer gemäss den Akten am 17. Oktober 2008 
von  der  zuständigen  kantonalen  Behörde  in  Ausschaffungshaft  ver-
setzt  wurde,  worauf zwischen dem Rechtsvertreter des Beschwerde-
führers und dem BFM ein Briefwechsel betreffend die rechtliche Quali-
fikation des Gesuches vom 23. September  2008 geführt  wurde (vgl. 
act. A16, A17 und A18), 

dass im Verlauf dieses Briefwechsels vom Beschwerdeführer geltend 
gemacht wurde, er habe ein erneutes Asylgesuch eingereicht und kön-
ne daher den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten, 

dass  demgegenüber  von Seiten  des  BFM angeführt  wurde,  der  Be-
schwerdeführer  habe  als  einzige  neues  Element  vorgebracht,  dass 

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sich  seine  Eltern  nicht  mehr  in  Colombo aufhielten,  sondern  in  den 
Norden zurückgekehrt seien, womit (lediglich) ein Wegweisungshinder-
nis geltend gemacht werde, 

dass das BFM mit Verfügung vom 23. Oktober 2008 (versandt am fol-
genden Tag; Rückschein noch nicht bei den Akten) die schriftliche Ein-
gabe  und  die  persönliche  Vorsprache  des  Beschwerdeführers  vom 
23./24. September 2008 als Wiedererwägungsgesuch hinsichtlich der 
Frage des Wegweisungsvollzuges qualifizierte, wobei das BFM gleich-
zeitig das Wiedererwägungsgesuch abwies, seinen negativen Asylent-
scheid vom 28. Mai 2008 als rechtskräftig und vollstreckbar erklärte, 
dem  Beschwerdeführer  Verfahrenskosten  auferlegte  und  abschlies-
send festhielt, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschieben-
de Wirkung zu, 

dass der  Beschwerdeführer am 31. Oktober  2008 – handelnd durch 
seinen Rechtsvertreter – gegen diesen Entscheid beim Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerde einreichen liess, wobei er unter anderem be-
antragte, der Vollzug der Wegweisung sei unverzüglich zu sistieren, 

dass er in in seiner Eingabe die Feststellung der Nichtigkeit sowohl der 
angefochtenen Verfügung als auch des vorinstanzlichen Beschlusses 
vom 7. Oktober 2008 (Aktennotiz betreffend Behandlung der Sache als 
Wiedererwägungsgesuch), eventualiter die Aufhebung der angefochte-
ne Verfügung und Rückweisung der Sache ans BFM, subeventualiter 
die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft,  subsubeventualiter  die 
Feststellung der Unzulässigkeit oder der Unzumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzuges beantragte, 

dass der Beschwerdeführer zur Begründung im Wesentlichen geltend 
machte, die Sache sei von der Vorinstanz statt als (erneutes) Asylge-
such zu Unrecht als Wiedererwägungsgesuch behandelt worden, 

dass er in diesem Zusammenhang anführte, mit Eingabe vom 23. Sep-
tember 2008 an das EVZ in X._______ habe er ein Asylgesuch einge-
reicht,  dabei  eine  flüchtlingsrechtliche  Gefährdungslage  geltend  ge-
macht  und  in  diesem  Zusammenhang  auch  Beweismittel  vorgelegt, 
welche beweisen würden, das er in Colombo nicht mehr über ein Be-
ziehungsnetz verfüge, 

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dass nämlich Tamilen ohne Beziehungsnetz in Colombo aufgrund der 
Veränderten politischen Situation jederzeit Gefahr liefen, verhaftet zu 
werden, 

dass damit eine flüchtlingsrechtlich relevante Gefahr für Leib und Le-
ben geltend gemacht werde,

dass zudem die Nichtigkeit des Wiedererwägungsentscheides geltend 
gemacht wurde, weil die Qualifikation des Gesuches nicht korrekt im 
Rahmen einer Verfügung eröffnet worden sei, 

dass er im Übrigen das Nachreichen einer vollständigen Beschwerde-
begründung  innert  der  noch  laufenden  Beschwerdefrist  in  Aussicht 
stellte, 

dass das Bundesverwaltungsgericht am 3. November 2008 (per Tele-
fax) – in Anwendung von Art. 56 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021] – voll-
zugshemmende Massnahmen anordnete, 

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen  Verfügungen  des  BFM  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  entscheidet 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31] 
i.V.m. Art. 31 - 34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1  des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass der Beschwerdeführer legitimiert  ist,  weshalb auf  die  frist-  und 
formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art.  6  AsylG 
i.V.m. Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 50 und Art. 52 VwVG),

dass vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zwar weitergehende 
Ausführungen innert  der noch laufenden Beschwerdefrist  in Aussicht 

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gestellt werden, indes – wie nachfolgend aufgezeigt – bereits aufgrund 
der derzeitigen Aktenlage in der Sache entschieden werden kann, 

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungswei-
se  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG) 
und es sich vorliegend – wie nachfolgend aufgezeigt – um eine solche 
handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  be-
gründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  aufgrund  der  vorliegenden  Aktenlage  gestützt  auf  Art. 111a 
Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel verzichtet wird,

dass in der Eingabe vom 23. September 2008 ausdrücklich die Fest-
stellung  der  Flüchtlingseigenschaft  beantragt  wurde,  wobei  aus  der 
Begründung  der  Eingabe  unmissverständlich  die  Absicht  des  Be-
schwerdeführers  hervorging,  die  Schweizer  Behörden  erneut  um 
Schutz vor Verfolgung zu ersuchen (vgl. Entscheidungen und Mitteilun-
gen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1998 Nr. 1 
E. 6.c.bb S. 13),

dass ein weiteres Gesuch um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft 
nach erfolglosem Durchlaufen eines Asylverfahrens als neues Asylge-
such zu behandeln ist, solange darin nicht zur Hauptsache Revisions-
gründe  geltend  gemacht  werden  (vgl.  EMARK  2006  Nr. 20  E. 2.3. 
S. 214), 

dass der Beschwerdeführer unbestrittenermassen in der Schweiz be-
reits ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen hat, 

dass die Eingabe vom 23. September 2008 nicht darauf abzielte, die 
bezüglich Nichtzuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und Ablehnung 
des Asylgesuchs in Rechtskraft erwachsene Verfügung des BFM vom 
28. Mai 2008 als von Anfang an fehlerhaft erscheinen zu lassen, mithin 
vom Beschwerdeführer in  keiner Weise Revisionsgründe vorgebracht 
wurden, 

dass vom Beschwerdeführer in seiner Eingabe und anlässlich der per-
sönlichen Befragung vielmehr aufzuzeigen versucht wurde, dass sich 
seit Eintritt der Rechtskraft jener Verfügung die Situation in einer Wei-
se verändert habe (namentlich aufgrund einer angeblich weiteren Ver-
schärfung  der  Sicherheitslage  vor  Ort  sowie  des  Wegfalls  seiner 

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familiären Anknüpfungspunkte in Colombo), welche nunmehr die Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft rechtfertigen soll,

dass vor diesem Hintergrund der Kernsatz der angefochtenen Verfü-
gung (vgl. S. 2, 5. Absatz), der Beschwerdeführer mache „sinngemäss 
die Anpassung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung im Wegwei-
sungspunkt an eine nachträglich eingetretene Veränderung der Sach-
lage geltend“, offenkundig fehl geht, da damit versucht wird, die Sache 
– trotz klar anders lautenden Gesuchsvorbringen – alleine auf die Fra-
ge des Wegweisungsvollzuges einzugrenzen, 

dass  es  sich  bei  der  als  "Asylgesuch"  bezeichneten  Eingabe  vom 
23. September  2008  nicht  um  ein  Gesuch  um  Wiedererwägung  der 
Verfügung vom 28. Mai 2008 hinsichtlich der Frage des Wegweisungs-
vollzuges,  sondern  –  ohne  weiteres  erkennbar  –  um  ein  erneutes 
Schutzersuchen vor Verfolgung und damit  um ein neues Asylgesuch 
handelte, 

dass nämlich in verschiedenen Eingaben vorgebracht wurde, aufgrund 
der veränderten Sachlage – Verschlechterung der Sicherheitslage und 
Wegfall des Beziehungsnetzes in Colombo – sei der Beschwerdeführer 
neu einer flüchtlingsrechtlich relevanten Gefährdung ausgesetzt, 

dass dieses Vorbringen als zweites Asylgesuch hätte geprüft  werden 
müssen (vgl. EMARK 1998 Nr. 1),

dass  sich  der  festgestellte  Verfahrensmangel  nicht  im  Rahmen  des 
vorliegenden Beschwerdeverfahrens heilen lässt, 

dass sich die Beschwerde hinsichtlich der beantragten Kassation der 
angefochtenen Verfügung als offensichtlich begründet erweist, 

dass  vor  diesem  Hintergrund  auf  eine  Auseinandersetzung  mit  den 
weiteren, als solche jedoch offensichtlich unzutreffend erscheinenden 
Beschwerdevorbringen (vorab jene betreffend eine angebliche Nichtig-
keit der vorinstanzlichen Verfügung, aber auch jene betreffend die an-
gebliche Qualifikation der Aktennotiz vom 7. Oktober 2008 als anfecht-
baren Entscheid) verzichtet werden kann, da sich von daher am Aus-
gang des Verfahrens nichts ändert, 

dass die Beschwerde demnach gutzuheissen, die Verfügung des BFM 
vom 23. Oktober 2008 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung 

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im Sinne der vorstehenden Erwägungen an die Vorinstanz zurückzu-
weisen ist,

dass der Beschwerdeführer sich demzufolge wiederum im Asylverfah-
ren  befindet,  während  dessen  gesamter  Dauer  er  sich  gestützt  auf 
Art. 42 Abs. 1 AsylG in der Schweiz aufhalten kann,

dass bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens keine Verfahren-
skosten aufzuerlegen sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG), 

dass dem vertretenen Beschwerdeführer angesichts des Obsiegens im 
Beschwerdeverfahren  in  Anwendung  von  Art.  64  Abs. 1  VwVG eine 
Parteientschädigung für  die  ihm erwachsenen  notwendigen und ver-
hältnismässig hohen Kosten zuzusprechen ist  (vgl. Art. 7 des Regle-
ments vom 21. Februar  2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), 

dass sich der notwendige und verhältnismässige Vertretungsaufwand 
aufgrund der Akten zuverlässig bestimmen lässt und auf Fr. 800.– (in-
klusive Mehrwertsteuer und Auslagen) festzusetzen ist (Art. 14 Abs. 2 
VGKE), weshalb auf das Nachfordern der vom Beschwerdeführer auf 
einen späteren Zeitpunkt in Aussicht gestellten Kostennote verzichtet 
werden kann.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die Verfügung des BFM vom 23. Oktober 2008 wird aufgehoben und 
die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorins-
tanz zurückgewiesen.

3.
Der Beschwerdeführer  kann den Ausgang des Asylverfahrens in  der 
Schweiz abwarten.

4.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

5.
Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine  Parteient-
schädigung von Fr. 800.– (inklusive MwSt und Auslagen) auszurichten.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- _______ (in Kopie)

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer

Versand: 

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