# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b9ce74ab-d7eb-5e75-b463-d40ad52e0a90
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 21.06.2017 SK1 2016 25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2016-25_2017-06-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 21. Juni 2017 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 16 25 [mündlich eröffnet] 01. November 2017

(Mit Urteil 6B_1388/2017 vom 04. April 2018 hat das Bundesgericht die gegen 
dieses Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.)

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Schnyder
Richter Michael Dürst und Pedrotti
Aktuar Pers

In der strafrechtlichen Berufung

des X._____, Berufungskläger,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 1. April 2014, mitgeteilt am 18. Sep-
tember 2014, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Senn-
hofstrasse 17, 7001 Chur, gegen Y._____, Berufungsbeklagter, vertreten durch 
die Rechtsanwälte Dr. iur. Balz Gross, lic. iur. Roman Richers und lic. iur. Pascal 
Meier, Homburger AG, Prime Tower, Hardstrasse 201, 8005 Zürich,

betreffend fahrlässige schwere Körperverletzung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Y._____ wurde am _____ 1949 in O.1_____ geboren. Gemäss seinen An-
gaben ist er Direktor verschiedener Gesellschaften und befindet sich im Rentner-
stand. Nebenbei führte Y._____ mehrere Jahre das Sekretariat des A._____ und 
war dessen Chief Executive. Er ist verheiratet und wohnt in O.2_____. Zu seinen 
finanziellen Verhältnissen hat er keine Angaben gemacht. 

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist Y._____ nicht verzeichnet.

B. Am Freitag, _____ 2008, ereignete sich während den "B._____" auf der 
Skeletonbahn "C._____" in O.3_____ ein Sportunfall, bei dem sich X._____ (nach-
folgend X._____) eine schwere Verletzung am rechten Bein zuzog.

C. Zur Abklärung der Unfalldynamik und eines allfälligen strafrechtlichen Ver-
schuldens Dritter an diesem Ereignis eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubün-
den am 2. April 2008 eine Strafuntersuchung betreffend "O.4_____: Skeleton-
schlitten-Unfall zum Nachteil von X._____."

D. Mit Verfügung vom 23. November 2009 stellte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden das Verfahren ein. Dagegen liess der Geschädigte strafrechtliche 
Beschwerde erheben, welche vom Kantonsgericht von Graubünden mit Entscheid 
vom 3. März 2010 abgewiesen wurde (SK2 10 3). Die von X._____ dagegen er-
hobene Beschwerde hiess das Bundesgericht mit Urteil vom 24. Februar 2011 gut. 
Es hob den angefochtenen Entscheid auf und wies die Sache zur neuen Ent-
scheidung an die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
zurück (6B_800/2010). In der Folge hiess das Kantonsgericht von Graubünden mit 
Entscheid vom 23. März 2011 die Beschwerde des Geschädigten gut, hob die an-
gefochtene Einstellungsverfügung auf und wies die Sache zur Beweisergänzung 
und neuen Entscheidung an die Staatsanwaltschaft Graubünden zurück (SK2 11 
9).

E. Nach Ergänzung und Weiterführung der Strafuntersuchung gegen Y._____ 
als Beschuldigten ab Februar 2012 erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden am 
7. Januar 2013 unter Hinweis auf ihre Ausführungen im Schlussbericht Anklage 
gegen Y._____ wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung im Sinne von Art. 
125 Abs. 2 StGB. Gemäss Darstellung in der Anklageschrift vom 7. Januar 2013 
liegt dem Strafverfahren gegen Y._____ folgender Sachverhalt zugrunde: 

Am 25. Januar 2008, um 09.40 Uhr, befuhr X._____ (nachfolgend X._____) 
die Skeletonbahn C._____, Gemeindegebiet O.4_____. Dabei wurde aus-

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gangs der Kurve "D._____" sein Schlitten instabil und kollidierte vorerst mit 
der rechten, dann mit der linken und erneut mit der rechten Seitenwand der 
anschliessenden Geraden des Eiskanals. Dadurch wurde der rechte Unter-
schenkel des Fahrers X._____ über den oberen Rand der rechten Seiten-
wand geschleudert, wo er an einen der zwischen 10 und 12 cm vom Innen-
rand der Seitenwand entfernt angebrachten Holzpfosten der Sonnensegel 
prallte. Durch den Aufprall auf den nicht gepolsterten Vierkantpfosten wur-
de dem C.-Fahrer_____ der rechte Fuss oberhalb des Fussknöchels abge-
trennt.

Y._____ war im Winter 2007/08 Sekretär und Chief Executive des A._____ 
(C._____). In dieser Funktion war er für den gesamten Betrieb auf der 
C._____ zuständig. Unter anderem oblag es ihm, jeweils nach Konsultation 
der Bahnbauer und des Subkomitees für Sicherheit, am Anfang der Saison 
zu entscheiden, ob die Bahn zur Benützung freigegeben werden konnte. 
Das tat er auch am _____ 2007, nachdem er gemeinsam mit den Mitglie-
dern der erwähnten Kommission die Bahn zu Fuss abgelaufen war und 
diese auf ihre Betriebstauglichkeit und Sicherheit kontrolliert hatte. Dabei 
hatte er Kenntnis davon, dass die scharfkantigen Vierkantpfosten der Son-
nensegel an der Bahn im Bereich unterhalb der Kurve "D._____" nur weni-
ge Zentimeter vom inneren Bahnrand entfernt angebracht und nicht gepols-
tert waren. Trotzdem und obgleich er selbst als Benutzer des C._____s 
wusste, dass es ausgangs von Kurven zu Touchen mit den Seitenwänden 
und in der Folge davon dazu kommen konnte, dass Gliedmassen über die 
Seitenwände gehoben und an die Pfosten geschleudert werden konnten, 
unterliess er es pflichtwidrig dafür besorgt zu sein, dass diese Pfosten 
genügend weit von der Wandinnenseite zurückversetzt wurden, um einen 
Kontakt mit Körperteilen zu verhindern. Bei Anwendung der notwendigen 
Sorgfalt wäre es für ihn erkennbar gewesen, dass diese zur Befestigung 
der Sonnensegel im Seitenbankett zu nahe an der Bahn eingelassenen 
ungeschützten Vierkanthölzer eine Gefahr für die Sicherheit und Gesund-
heit der Fahrer darstellten, was letztlich dazu führte, dass X._____ an ei-
nem dieser Pfosten seinen Fuss verlor.

F. Mit Entscheid des Bezirksgerichts Maloja vom 15. April 2013 wurde der Ge-
schädigte als Privatkläger sowohl im Straf- wie auch im Zivilpunkt zugelassen. Ei-
ne von Y._____ dagegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht von 
Graubünden mit rechtskräftigem Beschluss vom 13. September 2013 teilweise gut 
und liess X._____ im Strafpunkt, nicht aber im Zivilpunkt, als Privatkläger im 
Hauptverfahren betreffend fahrlässige schwere Körperverletzung zu (SK2 13 22).

G. Anlässlich des Augenscheins auf dem "C._____" am 11. Februar 2013 be-
sichtigte das Bezirksgericht Maloja unter Führung von E._____ vom A._____ die 
für den konkreten Fall relevanten Stellen der Bahn und beobachtete dabei auch 
einige Fahrer beim Herunterfahren des Runs.

H.  An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja am 1. April 2014 
waren Y._____ mit seiner Verteidigerin, Rechtsanwältin lic. iur. Yvona Griesser, 

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sowie der Privatkläger X._____ mit seinem Vertreter, Rechtsanwalt lic. iur. Niko-
laus Tamm, anwesend. 

Die Staatsanwaltschaft Graubünden, welche darauf verzichtete, die Anklage 
mündlich zu vertreten, stellte gemäss Anklageschrift unter Hinweis auf ihre rechtli-
chen Erwägungen im Schlussbericht folgende Anträge: 

1. Y._____ sei schuldig zu sprechen der fahrlässigen schweren Körper-
verletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB.

2. Dafür sei er zu verurteilen:

 Zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je CHF 100.00. Der 
Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung ei-
ner Probezeit von 2 Jahren.

 Zur Bezahlung einer Busse von CHF 1'000.00, ersatzweise zu 
einer Freiheitsstrafe von 10 Tagen.

3. Kostenfolge sei die gesetzliche.

Der Rechtsvertreter von X._____ stellte in seinem Vortrag die folgenden Anträge:

1. Es sei der Anklage zu folgen und Y._____ der fahrlässigen schweren 
Körperverletzung schuldig zu sprechen.

2. Falls das Gericht wider Erwarten zum Schluss kommen sollte, dass es 
für den Ausgang des Verfahrens auf Ursache und Hergang des Unfal-
les ankommen kann, sei die Hauptverhandlung auszustellen und ein 
gerichtliches Gutachten einzuholen.

Dem Privatkläger seien keine Verfahrenskosten und Parteientschädi-
gungen bezüglich der Zivilklage aufzuerlegen.

3. Y._____ sei zur Bezahlung der im Vor- und Hauptverfahren entstan-
denen Vertretungskosten zu verurteilen (Parteientschädigung).

Demgegenüber beantragte die Verteidigerin in ihrem Plädoyer was folgt:

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der fahrlässigen schweren Körper-
verletzung freizusprechen.

2. Die Kosten der Strafuntersuchung und des gerichtlichen Verfahrens 
seien auf die Staatskasse zu nehmen.

3. Der Beschuldigte sei für Umtriebe im Strafverfahren angemessen 
(gemäss eingereichtem Leistungsjournal) aus der Staatskasse (even-
tuell vom Privatkläger) zu entschädigen.

I. Gegen das am 1. April 2014 gefällte und den Parteien am 2. April 2014 oh-
ne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Maloja meldete 
X._____ am 7. April 2014 Berufung an, woraufhin das Bezirksgericht Maloja den 
Parteien das begründete Urteil am 18. September 2014 mitteilte. Darin erkannte 
es wie folgt:

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1. Y._____ wird vom Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverlet-
zung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB freigesprochen.

2. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

 Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft CHF  3'825.00

 Barauslagen der Staatsanwaltschaft                   CHF     351.00

 Gerichtsgebühr CHF  4'000.00

Total CHF  8'176.00

werden auf die Staatskasse genommen, d.h. CHF 4'176.00 zulasten des 
Kantons Graubünden und CHF 4'000.00 zulasten des Bezirksgerichtes Ma-
loja.

3. Y._____ wird im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädigung 
zulasten des Bezirksgerichtes Maloja von pauschal CHF 15'000.00 inkl. 
MwSt. und Spesen zugesprochen.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung)."

J. Am 8. Oktober 2014 reichte der Rechtsvertreter von X._____ die schriftliche 
Berufungserklärung beim Kantonsgericht von Graubünden ein. Darin stellte er fol-
gende Anträge:

1. Y._____ sei in vollständiger Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils 
der fahrlässigen schweren Körperverletzung schuldig zu sprechen.

2. Es sei ein gerichtliches Gutachten zur Klärung von Ursache und Her-
gang des Unfalls einzuholen.

3. Y._____ sei zur Bezahlung einer angemessenen Parteientschädigung 
für das erstinstanzliche sowie das Berufungsverfahren zu verurteilen.

Zur Begründung wurde auf das Schreiben von X._____ persönlich vom 7. Oktober 
2014 sowie die schriftliche Fassung des anlässlich der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung vorgetragenen Plädoyers in der Beilage verwiesen. Überdies teilte 
Rechtsanwalt lic. iur. Nikolaus Tamm mit, dass das ihm übertragene Mandat mit 
der Einreichung der Berufungserklärung abgeschlossen sei.

In der Folge stellte der Vorsitzende der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden den anderen Parteien gestützt auf Art. 400 Abs. 2 StPO am 16. Ok-
tober 2014 eine Kopie der Berufungserklärung sowie des Schreibens von X._____ 
vom 7. Oktober 2014 zu. 

Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 21. Oktober 
2014 auf die Einreichung einer Stellungnahme. 

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K. Nach schriftlicher Einverständniserklärung der Parteien ordnete der Vorsit-
zende der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden gestützt auf Art. 
406 Abs. 1 lit. a StPO mit Verfügung vom 28. Januar 2015 das schriftliche Verfah-
ren an. Gleichzeitig forderte er den Berufungskläger zur schriftlichen Berufungs-
begründung bis am 20. Februar 2015 auf, welche X._____ am 19. Februar 2015 
einreichte.

Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 11. März 2015 
auf eine Vernehmlassung. 

In seiner Berufungsantwort vom 1. April 2015 liess Y._____ folgende Rechtsbe-
gehren stellen:

1. Die Berufung sei abzuweisen und das angefochtene Urteil des Be-
zirksgerichts Maloja vom 01.04.2014 sei zu bestätigen und

- Y._____ sei vom Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverlet-
zung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB freizusprechen (Dispo-Ziff. 1);

- die Verfahrenskosten (Untersuchung und erstinstanzliche Gerichts-
gebühr) seien auf die Staatskasse zu nehmen (Dispo-Ziff. 2);

- Y._____ sei eine Entschädigung zu Lasten des Bezirksgerichts Ma-
loja von pauschal CHF 15'000.00 zuzusprechen (Dispo-Ziff. 3).

2. Der Antrag auf Einholung eines gerichtlichen Gutachtens sei abzuwei-
sen.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Privatkläger aufzuer-
legen.

4. Der Privatkläger sei zu verpflichten, Y._____ für Umtriebe im Beru-
fungsverfahren mit CHF 8'850.00 zu entschädigen, eventuell sei 
Y._____ die Prozessentschädigung aus der Staatskasse auszurichten.

Mit Eingabe vom 4. Mai 2015 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf eine Stel-
lungnahme.

L. Mit Urteil vom 29. Januar 2016, mitgeteilt am 1. Februar 2016, erkannte die 
I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden wie folgt (SK1 14 42):

1. Die Berufung wird gutgeheissen und das angefochtene Urteil des Be-
zirksgerichts Maloja vom 1. April 2014 wird aufgehoben.

2. Y._____ ist schuldig der fahrlässigen schweren Körperverletzung 
gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB.

3. Dafür wird Y._____ mit einer Geldstrafe von  20 Tagessätzen zu je Fr. 
100.00, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, be-
straft. 

4. Die Kosten des Untersuchungs- und des vorinstanzlichen Verfahrens, 
bestehend aus:

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den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft von Fr. 3'825.00

den Barauslagen der Staatsanwaltschaft von Fr.    351.00

der Gerichtsgebühr der Vorinstanz von Fr.  4'000.00

total somit Fr.  8'176.00

gehen zu Lasten von Y._____, welcher X._____ zudem ausseramtlich 
mit Fr. 33'081.50 zu entschädigen hat.

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3‘000.00 gehen zu Las-
ten des Kantons Graubünden.

6. (Rechtsmittelbelehrung).

7. (Mitteilung).

M. Mit Urteil vom 25. Mai 2016 hiess das Schweizerische Bundesgericht die 
von Y._____ hiergegen erhobene Beschwerde, soweit darauf einzutreten war, 
teilweise gut, hob das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden auf und wies 
die Sache zu neuer Entscheidung an dieses zurück. Das Bundesgericht erachtete 
die Durchführung des schriftlichen Verfahrens vorliegend für unzulässig, da eine 
Beweiswürdigung vorgenommen worden sei. Vielmehr wäre in diesem von 
X._____ und Y._____ wie von der Staatsanwaltschaft und den Gerichtsbehörden 
durchgehend kontrovers geführten Prozess eine mündliche Berufungsverhandlung 
von vornherein zwingend gewesen (6B_260/2016).

N. In Nachachtung des bundesgerichtlichen Entscheids wurden die Parteien 
mit Verfügung des Vorsitzenden vom 12. September 2016 davon in Kenntnis ge-
setzt, dass das Kantonsgericht im Januar bzw. Februar 2017 eine mündliche 
Hauptverhandlung durchführen werde. Gleichzeitig wurden die Parteien aufgefor-
dert, bis zum 3. Oktober 2016 schriftlich anzugeben, welcher der vorgeschlagenen 
und provisorisch reservierten Termine von ihnen aus zwingenden Gründen nicht 
wahrgenommen werden könne. In der Folge musste eine zunächst auf den 31. 
Januar 2017 angesetzte Berufungsverhandlung mit Verfügung des Vorsitzenden 
vom 23. Januar 2017 abgesagt werden, nachdem die Rechtsvertreter von 
Y._____ mit Eingabe vom 18. Januar 2017 folgende Beweisanträge gestellt sowie 
dazugehörige Beilagen eingereicht hatten:

1. Es werden folgende Urkunden als Beweismittel ins Recht gelegt:

a. Sachverständigengutachten von F._____ vom 18. Januar 2017
b. Werkvertrag zwischen dem G._____ und dem A._____ einerseits 

und der H._____ andererseits vom November 2007
c. Fotos von www.H._____, die den Bau des C._____ veranschauli-

chen
d. Auszug aus Broschüre des Kurvereins O.3_____, Winter 1903
e. Auszug aus C. W. Domville Fife, Things Seen in Switzerland in 

Winter, 1926

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f. Draft Terms of Reference des Run, Racing and Safety Commitee 
vom 18. April 1985

g. Protokolle der Vereinsversammlungen des A._____ vom 17. Fe-
bruar 2005, 6. Mai 2005, 24. November 2005, 5. Mai 2006, 2. No-
vember 2006, 15. Februar 2007, 10. Mai 2007, 14. Februar 2008, 
8. Mai 2008 und 30. Oktober 2008

h. "Start of Season Checklist" vom 8. Dezember 2007
i. Bericht der Fédération Internationale de Luge de Course zuhan-

den des Internationalen Olympischen Komitees über den Unfall 
des georgischen Athleten I._____ am 12. Februar 2010

j. Schreiben von J._____ an den A._____ vom 22. Oktober 2013

2. Es seien

- F._____,
- K._____, O.3_____, und
- L._____, in O.5_____, L.1_____, zur Zeit c/o H._____, O.6_____

zu befragen.

3. Der Bericht des "M._____" vom 19. Juni 2008 sei aus dem Recht zu 
weisen.

O. Am 14. Februar 2014 reichte X._____ seine Stellungnahme zu den Be-
weisanträgen von Y._____ ein.

P. Mit Verfügung vom 28. April 2017 wurden der Beschuldigte und seine Ver-
teidiger sowie der Privatkläger und die Staatsanwaltschaft zur Berufungsverhand-
lung vom 20. Juni 2017 und allenfalls 21. Juni 2017 vorgeladen.

Q. Die Staatsanwaltschaft Graubünden teilte mit Schreiben vom 1. Mai 2017 
mit, dass sie auf die Teilnahme an der Berufungsverhandlung verzichte.

R. Mit Eingabe vom 5. Mai 2017 stellten die Rechtsvertreter von Y._____ den 
Antrag, im Rahmen einer schriftlichen Anfrage bei der IBSF (International Bob-
sleigh & Skeleton Federation, vormals FIBT [Féderation Internationale de Bob-
sleigh et de Tobogganing]) den Normgehalt von Ziff. 16.17 der damals geltenden 
FIBT-Regeln, welche eine Mindestabstandsvorschrift für Sonnensegel enthält, zu 
klären.

S. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 20. Juni 2017 waren Y._____ in Be-
gleitung seiner privaten Verteidiger, den Rechtsanwälten Dr. iur. Balz Gross, lic. 
iur. Roman Richers und lic. iur Pascal Meier, sowie X._____ und sein Bruder 
W._____ anwesend. Ebenfalls zugegen war N._____ als Dolmetscher. Die 
Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete – wie in ihrem Schreiben vom 1. Mai 
2017 angekündigt – auf eine Teilnahme. Der Vorsitzende eröffnete die Hauptver-
handlung um 09.00 Uhr. Einwände gegen die Zuständigkeit und die Zusammen-

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setzung des Gerichts wurden nicht erhoben, woraufhin der Vorsitzende das Ge-
richt für legitimiert erklärte. Nach Behandlung der von den Parteien gestellten Be-
weisanträge machte Y._____ eine umfassende Aussage zur Sache, wohingegen 
er nicht gewillt war, Angaben zur Person zu machen. In der Folge nahmen der 
Privatkläger und die Verteidiger in ihren Plädoyers zu der Berufung Stellung. Da-
bei hielt der Privatkläger an den Anträgen gemäss Berufungserklärung vom 8. Ok-
tober 2014 fest, derweil die Verteidigung die kostenfällige Abweisung der Berufung 
beantragte. Während der Privatkläger von seinem Replikrecht Gebrauch machte, 
verzichtete die Verteidigung im Anschluss daran auf eine Duplik. Nachdem dem 
Beschuldigten das letzte Wort erteilt worden war, wurde die mündliche Berufungs-
verhandlung geschlossen. Die von den Parteien beantragte mündliche Urteils-
eröffnung fand am 21. Juni 2017 um 15.00 Uhr im Gerichtssaal des Kantonsge-
richts von Graubünden statt. Anlässlich dieses Termins wurde den Parteien das 
Urteilsdispositiv ausgehändigt.

T. Auf die Ergebnisse der persönlichen Befragung des Beschuldigten durch 
den Vorsitzenden der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden, auf 
die weitere Begründung der Anträge anlässlich der mündlichen Berufungsver-
handlung sowie auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil wird, soweit erfor-
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Die strafrechtliche Abteilung des Schweizerischen Bundesgerichts hob das 
Urteil der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden vom 29. Januar 
2016 mit Urteil 6B_260/2016 vom 25. Mai 2016 auf und wies die Sache zu neuer 
Entscheidung an das Kantonsgericht zurück. Das Bundesgericht hielt die Durch-
führung einer mündlichen Berufungsverhandlung für zwingend notwendig, weil der 
Prozess von X._____ und Y._____ wie der Staatsanwaltschaft und den Gerichts-
behörden durchgehend kontrovers geführt worden sei. Zudem sei das schriftliche 
Verfahren ausgeschlossen, wenn – wie vorliegend – eine Beweiswürdigung vor-
genommen werde. Zur Sache selbst äusserte sich das Bundesgericht nicht. Über 
die von X._____ mit Eingabe vom 8. Oktober 2014 gegen das Urteil des Bezirks-
gerichts Maloja (das per 1. Januar 2017 als Folge der mit der Gebietsreform zu-
sammenhängenden Neustrukturierung der Bündner Justiz vom Regionalgericht 
Maloja abgelöst wurde) vom 1. April 2014, mitgeteilt am 18. September 2014, er-
hobene Berufung muss deshalb noch einmal befunden werden. Aufgrund der vom 
Bundesgericht geäusserten Kritik der fehlenden Durchführung einer mündlichen 

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Berufungsverhandlung, lud der Vorsitzende der I. Strafkammer die Parteien 
zunächst mit Verfügung vom 30. November 2016 (act. D.4) und anschliessend mit 
Verfügung vom 28. April 2017 (act. D.17) zu einer mündlichen Hauptverhandlung 
vor, anlässlich welcher sie Gelegenheit erhielten, ihre Standpunkte im Rahmen 
ihrer Parteivorträge darzulegen.

2. Als Berufungsinstanz kann das Kantonsgericht von Graubünden das erstin-
stanzliche Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (vgl. Art. 
398 Abs. 2 StPO). Die Berufung ist somit ein vollkommenes Rechtsmittel, mit wel-
chem erstinstanzliche Urteile in sachverhaltsmässiger wie auch in rechtlicher Hin-
sicht mit freier Kognition überprüft werden können (vgl. Niklaus Schmid, Schweize-
rische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N 
1 zu Art. 398 StPO; Markus Hug/Alexandra Scheidegger, in: Donatsch/Hansjakob/ 
Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. 
Aufl., Zürich 2014, N 14 zu Art. 398 StPO). Tritt das Berufungsgericht auf die Be-
rufung ein, so fällt es ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt (vgl. 
Art. 408 StPO). Weist das erstinstanzliche Verfahren aber Mängel auf, die im Be-
rufungsverfahren nicht geheilt werden können, so hebt das Berufungsgericht das 
angefochtene Urteil auf und weist die Sache zur Durchführung einer neuen Haupt-
verhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht 
zurück (vgl. Art. 409 Abs. 1 StPO). Im vorliegenden Fall kann das Berufungsge-
richt – wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt – selber ein Urteil fäl-
len, infolgedessen eine Rückweisung nicht erforderlich ist.

3. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde die 
Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsäch-
lich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (vgl. BGE 136 I 229 E. 
5.2 S. 236; BGE 124 I 241 E. 2 S. 242, je mit Hinweisen). Daraus folgt die Ver-
pflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforder-
lich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und 
jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 138 IV 81 E. 2.2 S. 84 
= Pra 2012 Nr. 105). Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentli-
chen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der 
Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in vol-
ler Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne 
müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 
Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 136 I 229 
E. 5.2 S. 236; BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88 mit Hinweisen). Im Rechtsmittelverfahren 
kann das Gericht gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO für die tatsächliche und die rechtli-

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che Würdigung des angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz 
verweisen.

4. In seiner Berufungserklärung vom 8. Oktober 2014 stellte der Berufungs-
kläger einen Beweisantrag auf Einholung eines gerichtlichen Gutachtens bezüg-
lich Ursache und Hergang des Unfalls, an welchem er auch anlässlich der mündli-
chen Berufungsverhandlung festhielt. Angesichts dessen, dass die Anklageschrift 
ein Vergehen (Art. 125 Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 StGB) zum 
Gegenstand hat und der angeklagte Sachverhalt massgebend ist, entfällt die An-
wendbarkeit von Art. 398 Abs. 4 StPO und die Frage neuer Beweise stellt sich 
grundsätzlich nicht (Luzius Eugster, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 3 zu 
Art. 398 StPO und N 5 zu Art. 399 StPO; Markus Hug, in: Donatsch/Hansjakob/ 
Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. 
Aufl., Zürich 2014, N 21 f. zu Art. 398 StPO). Zudem wurde der entsprechende 
Antrag bereits vor der Vorinstanz gestellt (vgl. SK1 14 42, Akten BG Maloja, act. 
28 S. 2), weshalb dieser ungeachtet der vorangegangenen Ausführungen zulässig 
ist (vgl. Hug, a.a.O., N 23 zu Art. 398 StPO). Der Antrag auf Einholung eines Gut-
achtens wurde bereits anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung nach ei-
ner Beratung abgewiesen und kurz begründet. Entscheidend hierfür sind im We-
sentlichen zwei Aspekte: Zum einen ist nicht ersichtlich, inwiefern von einem Gut-
achten weitere entscheidrelevante Erkenntnisse erwartet werden könnten, da der 
wirkliche Ablauf des Unfalls nicht im Detail bekannt und folglich auch nicht rekon-
struierbar ist. Zum anderen sind die Kurven des C._____ nicht in jedem Jahr iden-
tisch, weil die Bahn Jahr für Jahr von Hand neu erstellt wird, so dass eine genaue 
Rekonstruktion der damaligen Verhältnisse der Eisbahn ohnehin nicht möglich ist. 
Zudem wären mangels bekannter Parameter Spekulationen in Bezug auf den Ab-
lauf des Unfalls unumgänglich. Aus diesen Gründen würde einem Gutachten keine 
wesentliche Aussagekraft zukommen, weshalb davon abzusehen ist.

5. Mit Eingaben vom 18. Januar 2017 und 5. Mai 2017 (act. A.2 und A.4) stell-
te auch Y._____ verschiedene Beweisanträge. Die mündliche Berufungsverhand-
lung richtet sich nach den Bestimmungen über die erstinstanzliche Hauptverhand-
lung (Art. 405 Abs. 1 StPO), wo die Parteien vor Abschluss des Beweisverfahrens 
Gelegenheit erhalten, weitere Beweisanträge zu stellen (Art. 345 StPO). Dement-
sprechend können Beweisanträge im mündlichen Berufungsverfahren – wie im 
erstinstanzlichen Verfahren – bis zum Abschluss des Beweisverfahrens gestellt 
werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_542/2016 vom 5. Mai 2017 E. 3.4.3 mit 
weiteren Hinweisen). Die vor Abschluss des Beweisverfahrens gestellten Anträge 

Seite  12 — 61

der Verteidigung sind somit zulässig, weshalb vorgängig über diese zu befinden 
ist.

5.1. Die von Y._____ unter Ziff. 1 lit. a-j der Beweisanträge aufgeführten Urkun-
den werden antragsgemäss zu den Akten genommen. Gründe, dies nicht zu tun, 
sind weder erkennbar noch wurden solche vom Berufungskläger geltend gemacht.

5.2.1. Das von Y._____ eingereichte und zu den Akten genommene Privatgutach-
ten von F._____ soll nach Auffassung der Verteidigung bestätigen, dass der 
C._____ an der Unfallstelle so gebaut sei, dass Fahrer unter allen vorhersehbaren 
Umständen in der Bahn gehalten und nicht mit Körperteilen über den Bahnrand 
hinausgeraten würden, dass das Winken des Geschädigten die relevante wahr-
scheinliche Ursache des Unfalls sei, dass mit einem solchen Winken an der Un-
fallstelle nicht habe gerechnet werden müssen und daher mit einem Unfall von der 
Art des eingetretenen im Voraus nicht zu rechnen gewesen sei. Der Gutachter 
habe bestätigt, dass er dem Gericht gerne auch persönlich zur Verfügung stehe. 
Von der beantragten Einvernahme von F._____ als Sachverständiger ist im vorlie-
genden Verfahren abzusehen. Zum einen stellt die Befragung eines Privatgutach-
ters einzig eine Parteibehauptung dar. Von dessen Auffassung über den Hergang 
und die Ursache des Unfalls konnte sich das Gericht bereits aufgrund des einge-
reichten Gutachtens Kenntnis verschaffen, so dass sich eine zusätzliche Befra-
gung erübrigt. Zum anderen kommt F._____ weder die Rolle eines Zeugen noch 
eines gerichtlichen Experten und auch nicht einer Auskunftsperson zu. Im Übrigen 
kann er aus eigener Wahrnehmung zur Sache selbst keine Angaben machen, weil 
er sich am fraglichen Tag nicht auf dem Unfallgelände aufhielt und den Unfall so-
mit auch nicht beobachten konnte. Eine Befragung von F._____ erübrigt sich so-
mit aus den genannten Gründen.

5.2.2. K._____ soll sich nach der Darstellung der Verteidigung während des Un-
falls zusammen mit dem als Zeuge einvernommenen O._____ im Tower befunden 
haben. Nach der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sei dem Beschuldigten zu-
getragen worden, dass K._____ den Unfall zwar nicht selbst beobachtet habe, 
doch habe sie gehört, wie O._____ unmittelbar nach dem Unfall erwähnt habe, 
dass der Geschädigte gewinkt habe. Ihre Aussage wäre daher geeignet, die Frage 
zu klären, ob unmittelbar nach dem Unfall im Tower geäussert worden sei, dass 
der Geschädigte gewinkt habe, was zur Klärung der entscheidrelevanten Frage 
beitragen würde, ob er dies lediglich mit den Fingern der angelegten Hand oder 
mit dem ganzen Arm getan habe. Die Aussage der beantragten Zeugin ist für den 
vorliegenden Fall nicht erforderlich. Wie den nachfolgenden Ausführungen zu ent-

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nehmen ist, geht das Kantonsgericht nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" oh-
nehin von einem Winken mit nach vorne in die Höhe gehobenem linken Arm, ei-
nem sog. Fullwave, aus (vgl. E. 6.6), sodass auf die beantragte Einvernahme un-
geachtet der sich daraus ergebenden Antworten verzichtet werden kann.

5.2.3. Aus denselben Gründen ist der Antrag auf Einvernahme von L._____ abzu-
lehnen, welcher ebenfalls zur Frage des Winkens befragt werden soll. Aufgrund 
der vorangegangenen Ausführungen ist es nicht von Bedeutung, ob – wie dies von 
der Verteidigung dargelegt wird – die Sicht von L._____ möglicherweise durch die 
Kinder, die auf der Brücke standen, verdeckt wurde und er das Winken des Ge-
schädigten deshalb nicht sehen konnte. Gleiches gilt für die Frage, ob L._____ die 
Kinder tatsächlich sagen hörte, dass der Fahrer ihnen gerade zugewinkt habe. Da 
das Gericht ohnehin von einem Fullwave ausgeht, erweist sich eine Befragung 
von L._____ als unnötig.

5.3. Die Verteidigung stellt des Weiteren den Antrag, den Bericht des "M._____" 
vom 19. Juni 2008 (Akten StA, act. 3.19) aus dem Recht zu weisen, weil es sich 
dabei um ein rechtswidrig erlangtes Beweismittel handle. Zur Begründung wird 
ausgeführt, dass der fragliche Bericht auf Erhebungen der britischen Armee in der 
Schweiz beruhe. Diejenigen Personen, die im Auftrag der britischen Armee in der 
Schweiz Untersuchungshandlungen vorgenommen hätten, hätten damit mutmass-
lich gegen Art. 271 Ziff. 1 StGB verstossen. In strafbarer Weise erlangte Beweise 
dürften nach Art. 141 Abs. 2 StPO nicht verwertet werden, es sei denn, ihre Ver-
wertung sei zur Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich, was vorliegend nicht 
der Fall sei. Der Bericht habe zudem keinen Beweiswert, da er ausschliesslich auf 
den einseitigen Behauptungen des Geschädigten sowie Personen aus dessen 
Umfeld beruhe. Wie es sich mit der Verwertbarkeit des Berichts des "M._____" mit 
Blick auf Art. 141 Abs. 2 StPO konkret verhält, kann vorliegend offen gelassen 
werden. Da das Gericht – wie bereits erwähnt – von einem Fullwave ausgeht, 
bleibt der betreffende Bericht für die Frage nach der Art des Winkens des Ge-
schädigten ohne Einfluss. Insofern hat er für die Begründung des Urteils zwar kei-
ne Relevanz, er wird aber dennoch im Recht behalten. Für eine gegenteilige An-
ordnung seitens des Gerichts besteht keine Veranlassung, nachdem der Bericht 
seit nunmehr neun Jahren bei den Akten liegt. Mit Blick auf diese lange Zeitdauer, 
welche der fragliche Bericht nun schon im Recht liegt, kann seitens des Beschul-
digten von einem besonders gewichtigen rechtlich geschützten Interesse an der 
unverzüglichen Feststellung der Unverwertbarkeit des Beweises keine Rede sein 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_439/2015 vom 20. Januar 2016 E. 1.4 und 2.6). 
Insofern erfolgt der Antrag der Verteidigung, dieses Dokument aus den Akten zu 

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entfernen, ohnehin verspätet, weshalb ihm nicht entsprochen werden kann. Dem 
Bericht kommt überdies im Rahmen der Beweiswürdigung keine Bedeutung zu.

5.4. Schliesslich wird seitens der Verteidigung beantragt, im Rahmen einer 
schriftlichen Anfrage bei der IBSF den Normgehalt von Ziff. 16.17 der damals gel-
tenden FIBT-Regeln, welche eine Mindestabstandsvorschrift für Sonnensegel 
enthält, zu klären. In der Begründung wird ausgeführt, dass die FIBT-Regeln, auf 
welche der Berufungskläger in seiner Eingabe vom 14. Februar 2017 verschie-
dentlich verweise, vorliegend schon deshalb nicht anwendbar seien, weil der 
A._____ gar kein Mitglied der FIBT – seit 2015: IBSF – gewesen sei, sei und dies 
aus bahntechnischen Gründen auch nicht sein könne. Darüber hinaus habe die 
fragliche Abstandsregel auch nicht die Funktion einer Sicherheitsnorm, sondern 
diene der Zugänglichkeit des Bahnrands und der Sichtbarkeit der Bahn für Trainer, 
Kamerateams, Zuschauer etc. Anders als der C._____ werde der Bobsport häufig 
von vielen Zuschauern besucht und im Fernsehen übertragen, weshalb bei Bob-
bahnen die Geraden nicht durch feste Abdeckungen verdeckt sein dürften und die 
Sicht auch nicht durch Befestigungssysteme wie Pfosten, die am Bahnrand stün-
den, verdeckt sein dürfe. Mit einer Sicherheitsvorschrift zur Verhinderung von Kol-
lisionen mit solchen Pfosten habe dies jedoch nichts zu tun.

Zutreffend an diesen Ausführungen ist zunächst, dass der A._____, welcher die 
Bahn betreibt, ein privater Club mit eigenen Statuten und Reglementen ist (vgl. 
act. 3.22); ebenfalls zutreffend ist, dass er dem internationalen Bob- und Skeleton-
Verband (FIBT) nicht angeschlossen ist. Wie bereits das Bundesgericht (Urteil 
6B_800/2010 vom 24. Februar 2011 E. 7) festgehalten hat und auch die Vorin-
stanz zutreffend ausführt (vgl. angefochtener Entscheid E. 5.a), findet das interna-
tionale Skeleton-Reglement des FIBT hier deshalb keine direkte Anwendung. Das 
Mass der zu beachtenden Sorgfalt im Zusammenhang mit dem Betrieb der Anlage 
richtet sich daher in erster Linie nach dem allgemeinen Gefahrensatz. Die Regeln 
des FIBT können allerdings im Sinne eines Referenzmasstabs zur Bemessung der 
Sorgfaltspflicht in Einzelfragen herangezogen werden. Eine Klärung des Norm-
zwecks ist somit bereits mangels direkter Anwendbarkeit der FIBT-Regeln obsolet. 
Eine solche Anfrage bei der IBSF erübrigt sich aber auch deshalb, weil es sich bei 
der fraglichen Bestimmung nach Auffassung des Gerichts klar um eine Sicher-
heitsvorschrift handelt. So ist der betreffenden Norm zufolge "auf den geraden 
Streckenabschnitten eine Abdeckung zu wählen, die beweglich und auf einer 
Bahnseite offen ist. (…). Allfällige Pfosten und Befestigungssysteme müssen 50 
cm von der entsprechenden Innenwand der Bahn entfernt sein (Sur les tronçons 
rectilignes il faut choisir un type de couverture amovible, ouvert sur un côté de la 

Seite  15 — 61

piste. […]. Les éventuels poteaux et systèmes de fixation doivent être distants de 
50 cm du côté intérieur de la paroi de la piste)". Die Einsehbarkeit der Bahn wird 
demnach bereits dadurch sichergestellt, dass auf einer Seite keine Abschrankun-
gen bestehen. Auf der gegenüberliegenden Seite ist die Sichtbarkeit, sofern die 
Blenden nicht abgenommen werden, so oder anders nicht gegeben. Ebenso we-
nig dürfte aufgrund des vorgeschriebenen Abstands eine verbesserte Zugänglich-
keit gegeben sein. Hierfür müsste der entsprechende Abstand wohl noch grösser 
sein. Für die I. Strafkammer besteht deshalb kein Zweifel, dass die Abstandsvor-
schrift für Sonnen- und Wetterschutz aus Sicherheitsüberlegungen für die Fahrer 
erlassen wurde und nicht um die Zugänglichkeit des Bahnrands zu gewährleisten 
und die Sichtbarkeit der Bahn für Dritte sicherzustellen. Hinzu kommt, dass die 
Auslegung der entsprechenden Regeln eine Rechtsfrage darstellt, die dem Gericht 
vorbehalten bleibt. Damit erübrigt sich die beantragte Anfrage bezüglich des 
Normgehalts, weshalb auch dieser Antrag abzuweisen ist. Im Übrigen ist auch in 
diesem Zusammenhang festzuhalten, dass den entsprechenden Regeln der FIBT 
bzw. IBSF keine entscheidrelevante Bedeutung zukommt.

6. Durch die Strafuntersuchung ist erstellt und unbestritten geblieben, dass am 
25. Januar 2008 auf dem "C._____" ein von der britischen Armee offiziell geneh-
migtes internes Selektionsrennen für die "Inter Service Championships", die 
"B._____ 2008", durchgeführt wurde. Der Berufungskläger nahm als britischer 
Armeeangehöriger an diesem Rennen teil. Während seiner dritten Fahrt an die-
sem Tag geriet er beim Befahren der Kurve "D._____" ausgangs derselben in 
Schwierigkeiten. Als Folge davon prallte sein Schlitten an die rechte Seitenwand 
der anschliessenden Geraden und schleuderte mehrfach, mit den rechten und 
linken Seitenbanketten kollidierend, die Bahn hinunter. Sein Körper wurde dabei in 
die Höhe geworfen und das rechte Bein über den Rand des ca. 50 cm hohen rech-
ten Seitenbanketts gehoben. Dabei kam es zu einem massiven Anprall seines 
Beines an einem der an dieser Stelle angebrachten Vierkantpfosten für die Son-
nensegel, welche ca. 10-15 cm vom Bankettrand entfernt angebracht waren. Auf-
grund dieses Aufpralls wurde der rechte Fuss des Berufungsklägers oberhalb des 
Knöchels abgetrennt. Unglücklicherweise konnte der Fuss trotz sofortiger Hilfeleis-
tung und anschliessender Operation nicht mehr gerettet werden.

6.1. Die Vorinstanz hat Y._____ vom Vorwurf der fahrlässigen schweren Kör-
perverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB freigesprochen. In tatsächlicher Hin-
sicht ist sie dabei nach Würdigung der Aussagen des Geschädigten sowie der 
Zeugen P._____, O._____ und Q._____ zum Ergebnis gelangt, es sei beweis-
mässig erstellt, dass X._____ seinen Arm vollständig zum Winken angehoben und 

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nicht – wie von ihm behauptet – nur die Finger dazu benutzt habe. Demgegenüber 
stellte sich X._____ vor Vorinstanz auf den Standpunkt und macht auch im vorlie-
genden Berufungsverfahren geltend, er habe lediglich einen flachhändigen soge-
nannten "C.-winter_____" mit rückwärts am Bein angelegtem Arm ausgeführt. Der 
Sachverhalt ist mithin in Bezug auf die wesentliche Frage, wie sich X._____ unmit-
telbar vor dem Verlust der Kontrolle über seinen Schlitten konkret verhalten hat 
und ob dieses Verhalten gegebenenfalls zum nachfolgenden Unfall geführt hat, 
unklar und streitig. Es ist daher im Folgenden zunächst in tatsächlicher Hinsicht zu 
klären, von welcher Sachverhaltsversion auszugehen ist, das heisst konkret, ob 
der Geschädigte im Bereich vor der Strassenbrücke jemandem zugewinkt respek-
tive wie er dies getan hat. 

6.2. Zu dieser zentralen streitigen Sachverhaltsfrage liegen diverse Aussagen 
von Zeugen und Auskunftspersonen sowie die Depositionen des Geschädigten 
selbst vor. Bevor das Kantonsgericht in freier Beweiswürdigung den Sachverhalt 
zu ermitteln hat, bleibt allerdings zu prüfen, auf welche der vorliegenden Aussagen 
überhaupt abgestellt werden kann, zumal seitens der Verteidigung die Verwert-
barkeit sowohl der vor Eröffnung des Verfahrens gegen Y._____ im Februar 2012 
als auch jene der danach im Jahre 2012 durchgeführten Einvernahmen (allerdings 
mit unterschiedlicher Begründung) angezweifelt wird. Die neuen Verteidiger von 
Y._____ halten denn auch ausdrücklich an den bisherigen Ausführungen der vor-
maligen Verteidigerin fest und verweisen hierfür auf deren Berufungsantwort vom 
1. April 2015 sowie deren Plädoyer vor der Vorinstanz vom 1. April 2014 (act. 
D.24, S. 5). Folglich ist zunächst auf die darin vorgebrachten Rügen prozessualer 
Art einzugehen.

6.3. Was zunächst die ab 2012 durchgeführten Einvernahmen anbelangt, ist die 
Vorinstanz zu Recht von deren Verwertbarkeit ausgegangen. Dem von der Vertei-
digung in diesem Zusammenhang vorgebrachten Einwand, es liege hinsichtlich 
des Verfahrens gegen ihren Mandanten keine gültige Eröffnungsverfügung vor, 
womit auch die betreffenden Einvernahmen der Staatsanwaltschaft unverwertbar 
seien, kann nicht gefolgt werden. 

6.3.1. Gemäss Art. 309 Abs. 3 StPO hat die Eröffnung des Strafverfahrens mit 
einer formellen Verfügung zu erfolgen. Es handelt sich dabei allerdings um einen 
Sonderfall einer Verfügung, da diese mit keinem Rechtsmittel angefochten werden 
kann und dem Betroffenen somit auch nicht eröffnet werden muss. Mit anderen 
Worten stellt die Eröffnungsverfügung eine bloss amtsinterne Verfügung dar, wel-
che zwar in Schriftform zu erlassen ist, den Parteien aber nicht mitgeteilt und auch 

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nicht begründet werden muss. Es reicht die Benennung der beschuldigten Person 
und der Straftat, wobei eine blosse Aktennotiz oder ein Protokollvermerk genügt. 
Die Orientierung der beschuldigten Person erfolgt alsdann anlässlich der Vornah-
me der jeweiligen Untersuchungshandlungen (BGE 141 IV 20 E. 1.1.3 S. 24; vgl. 
auch Esther Omlin, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 39 ff. zu Art. 309 
StPO; Nathan Landshut/Thomas Bosshard, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], a.a.O., N 
42 ff. zu Art. 309 StPO). In Art. 311 Abs. 2 StPO wird der Staatsanwaltschaft 
schliesslich die Möglichkeit eingeräumt, die Untersuchung auf weitere Personen 
auszudehnen. Gemäss Wortlaut dieser Bestimmung hat sie auch dabei nach den 
Vorgaben von Art. 309 Abs. 3 StPO vorzugehen. Das bedeutet, dass die Untersu-
chungsbehörde das Verfahren formell mittels Eröffnungsverfügung auch gegen die 
neu identifizierten Beschuldigten respektive wegen den neu zur Frage stehenden 
Straftaten zu eröffnen hat (vgl. Art. 311 Abs. 2 StPO), wobei sich der Ausdeh-
nungsentscheid hinsichtlich der Formerfordernisse nach den obgenannten Vorga-
ben der Eröffnungsverfügung zu richten hat. Insbesondere hat er die Personalien 
des Beschuldigten sowie die diesem zur Last gelegte Straftat zu beinhalten (vgl. 
Omlin, a.a.O., N 14 ff. zu Art. 311 StPO; Landshut/Bosshard, a.a.O., N 16 zu Art. 
311 StPO). 

6.3.2. Im konkreten Fall hat die Staatsanwaltschaft Graubünden am 2. April 2008 
eine Eröffnungsverfügung betreffend das Verfahren gegen "O.4_____: Skele-
tonschlitten-Unfall vom 25. Januar 2008" zum Nachteil des Geschädigten erlassen 
(vgl. Akten StA, act. 1.1). Da zu diesem Zeitpunkt die Identität der beschuldigten 
Person noch nicht fest stand, war die betreffende Eröffnungsverfügung nicht ge-
gen eine konkrete Person als Beschuldigte gerichtet. Nach der bundesgerichtli-
chen Aufhebung der am 23. November 2009 erlassenen Einstellungsverfügung 
(Akten StA, act. 1.6) und der nachfolgenden Rückweisung der Sache zur Bewei-
sergänzung und neuen Entscheidung an die Staatsanwaltschaft durch das Kan-
tonsgericht von Graubünden (vgl. Akten StA, act. 1.19, 1.20) dehnte jedoch die 
Untersuchungsbehörde das Verfahren im Sinne von Art. 311 Abs. 2 StPO auf 
Y._____ als Beschuldigten aus. Dies merkte sie in der ursprünglichen Eröffnungs-
verfügung mit dem schriftlichen Zusatz "ab 21. Februar 2012 wird das Verfahren 
weitergeführt gegen: Y._____, geb. _____ 1949, von L.2_____, wegen fahrlässi-
ger schwerer Körperverletzung" an (vgl. Akten StA, act.1.1, Blatt 2). Entsprechend 
wurde der Rechtsvertreter des Beschuldigten am 12. Januar 2012 darüber in 
Kenntnis gesetzt, dass sein Mandant in Sachen Skeletonschlitten-Unfall im Zeit-

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raum vom 20. bis 22. Februar 2012 als Angeschuldigter befragt werde (vgl. Akten 
StA, act. 1.23). Mit dem schriftlichen Aktenvermerk des Ausdehnungsentscheids 
unter klarer Benennung der Person des Beschuldigten wie auch der zur Last ge-
legten Straftat und der Orientierung des Rechtsvertreters anlässlich der Ankündi-
gung der Einvernahme wurde folglich die Eröffnung der Strafuntersuchung gegen 
Y._____ gültig verfügt.

6.3.3. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass die erste Einver-
nahme des Beschuldigten durch die Staatsanwaltschaft bereits am 20. Februar 
2012 und damit vor der gemäss Aktenvermerk dokumentierten Weiterführung des 
Verfahrens gegen Y._____ am 21. Februar 2012 stattfand. Zum einen ist nämlich 
diesbezüglich darauf hinzuweisen, dass Einvernahmen der Staatsanwaltschaft 
dadurch, dass noch keine Eröffnungsverfügung erging, nicht ungültig werden. Sol-
che Untersuchungshandlungen werden durch Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO ("aus ih-
ren eigenen Feststellungen") abgedeckt. Entsprechend geht auch Art. 131 Abs. 2 
StPO davon aus, dass die Staatsanwaltschaft vor der Untersuchungseröffnung 
Einvernahmen durchführen kann (vgl. Landshut/Bosshard, a.a.O., N 8 zu Art. 309 
StPO). Überdies wird angesichts der bereits am 12. Januar 2012 erfolgten Orien-
tierung über die Befragung von Y._____ als Beschuldigten wie auch der ebenfalls 
vor der ersten Zeugeneinvernahme am 19. Januar 2012 eingereichten Vollmacht 
der Verteidigung "in Sachen: Strafsache der Staatsanwaltschaft Graubünden betr. 
fahrlässige schwere Körperverletzung (Skeletonschlitten-Unfall vom 25.01.2018 
[recte 2008]…) betreffend: Interessenvertretung als Angeschuldigter in allen Ver-
fahren in der Schweiz, einschliesslich Einvernahmen 2012 usw." (Akten StA, act. 
1.24) deutlich, dass die Strafuntersuchung gegen Y._____ als Beschuldigter mate-
riell vorgängig eröffnet worden ist. Dabei ist entgegen der Behauptung der Vertei-
digung klarzustellen, dass Mängel an der Ausgestaltung der Eröffnungsverfügung, 
wie beispielsweise ein falsches Datum, nicht zur Nichtigkeit des eingeleiteten Ver-
fahrens führen (vgl. Omlin, a.a.O., N 46 zu Art. 309 StPO mit Hinweisen). 

6.3.4. Die von der Staatsanwaltschaft im Jahre 2012 in der Strafuntersuchung 
gegen Y._____ durchgeführten Einvernahmen, welche allesamt im Beisein der 
Verteidigung und unter Wahrung der Verteidigungsrechte des Beschuldigten statt-
fanden (vgl. Akten StA, act. 4.8, 4.9, 4.11, 4.13-4.18, 4.20), sind daher entgegen 
dem Einwand der Verteidigung vollumfänglich verwertbar.  

6.4. Die Verteidigung macht weiter geltend, Y._____ sei jedenfalls vor 2012 
nicht Beschuldigter in der mit Verfügung vom 2. April 2008 eröffneten Untersu-
chung gegen "O.4_____: Skeletonschlitten-Unfall vom 25. Januar 2008" gewesen. 

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Demzufolge habe er auch an den Einvernahmen der Zeugen nicht teilgenommen, 
womit die im Zeitraum von Januar 2008 bis November 2009 durchgeführten Be-
fragungen unter Verletzung des Teilnahmerechts des Beschuldigten erfolgt und 
demnach gestützt auf Art. 147 Abs. 4 StPO nicht verwertbar seien. Hinzu komme, 
dass es sich bei der Einvernahme des Geschädigten vom 3. Februar 2008 ledig-
lich um eine polizeiliche Befragung ohne Hinweis auf Art. 307 StGB respektive auf 
Art. 303 StGB handle und somit auch unter diesem Gesichtspunkt um keine ver-
wertbare Einvernahme als Zeuge oder Auskunftsperson. 

6.4.1. Es ist richtig, dass den Parteien bei Beweiserhebungen durch die Staats-
anwaltschaft und die Gerichte gemäss Art. 147 Abs. 1 1. Satz StPO ein Teilnah-
merecht zusteht. Überdies hat auch die Polizei, wenn sie in originärer Kompetenz 
eine "förmliche" Einvernahme von beschuldigten Personen oder Auskunftsperso-
nen gestützt auf Art. 142 Abs. 2 StPO durchführt, die Formalien nach Art. 143 ff. 
StPO zu beachten. Folglich muss die Polizei aufgrund von Art. 143 Abs. 1 lit. c 
StPO alle einzuvernehmenden Personen über ihre Rechte und Pflichten belehren 
(Daniel Häring, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweize-
rische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 7 zu Art. 142 StPO). 

Vorliegend ist allerdings zu berücksichtigen, dass die betreffenden Befragungen 
allesamt vor Inkrafttreten der Schweizerischen StPO am 1. Januar 2011 durchge-
führt worden sind und für die Frage nach deren Verwertbarkeit demzufolge – was 
die Vorinstanz ausser Acht gelassen hat – auf die Übergangsbestimmung von Art. 
448 Abs. 2 StPO abzustellen ist. Danach behalten Verfahrenshandlungen, die vor 
Inkrafttreten der StPO angeordnet oder durchgeführt wurden, ihre Gültigkeit, so-
fern sie im Einklang mit der Bundesverfassung und der EMRK vorgenommen wur-
den (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_75/2013 vom 10. Mai 2013 E. 3.1 mit Hin-
weisen). Die gemäss Schweizerischer StPO geltenden formellen Voraussetzun-
gen für die Verwertbarkeit von Beweismitteln sind daher für die Beurteilung der 
unter dem alten Recht durchgeführten Einvernahmen nicht massgeblich. Vielmehr 
gebietet im Strafprozessrecht das Legalitätsprinzip, die Beweise nach dem jeweils 
gültigen Recht zu erheben, so dass sie grundsätzlich nicht durch eine Gesetzes-
änderung nachträglich mangelhaft werden können. Dies gilt unter anderem auch 
für Beweisabnahmen, die entgegen Art. 147 StPO nach früherem Recht nicht par-
teiöffentlich durchgeführt werden mussten. Voraussetzung dafür ist allerdings, 
dass sie im Einklang mit BV und EMRK standen (vgl. Thomas Fingerhuth, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-
ordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 4 f. zu Art. 448 StPO mit Hinweisen; Han-

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speter Uster, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizeri-
sche Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 3 zu Art. 448 StPO).

6.4.2. Die vorliegend zur Diskussion stehenden Einvernahmen wurden unter den 
damals geltenden Bestimmungen des Gesetzes über die Strafrechtspflege des 
Kantons Graubünden (StPO-GR) durchgeführt, welches dem Verteidiger respekti-
ve dem Beschuldigten ebenfalls das Recht zur Teilnahme an den Einvernahmen 
von Zeugen und Auskunftspersonen einräumte (vgl. aArt. 76c Abs. 3 StPO-GR; 
Willy Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. 
Aufl., Chur 1996, Ziff. 3.2 zu Art. 76c StPO GR; PKG 2002 Nr. 37; PKG 2000 Nr. 
16). Die Verteidigungsrechte sind Ausfluss des rechtlichen Gehörs im Sinne von  
Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK (vgl. dazu PKG 2002 Nr. 37, E. 5; 
PKG 2000 Nr. 16, E. 3.a; PKG 1991 Nr. 32; Urteil des Kantonsgerichtsausschus-
ses von Graubünden SB 96 67 vom 5. November 1996 E. 2.a. mit Hinweisen; 
Padrutt, a.a.O., S. 139 ff.). Die beschuldigte Person hat gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d 
EMRK Anspruch auf Befragung der Belastungszeugen. Dieser Anspruch ist ein 
besonderer Aspekt des Rechts auf ein faires Verfahren gemäss Art. 6 Ziff. 1 
EMRK. Er wird als Konkretisierung des rechtlichen Gehörs gemäss Art. 29 Abs. 2 
BV auch durch Art. 32 Abs. 2 BV geschützt (BGE 133 I 33 E. 2.2 S. 37 f. und 3.1 
S. 41; 131 I 476 E. 2.2 E. 480 ff.; 129 I 151 E. 3.1 S. 153 f.; je mit Hinweisen). 
Damit die Verteidigungsrechte gewahrt sind, muss die Gelegenheit der Befragung 
angemessen und ausreichend sein und die Befragung tatsächlich wirksam aus-
geübt werden können. Der Beschuldigte muss namentlich in der Lage sein, die 
Glaubhaftigkeit einer Aussage zu prüfen und den Beweiswert in kontradiktorischer 
Weise auf die Probe und infrage zu stellen (BGE 131 I 476 E. 2.2 S. 481; 129 I 
151 E. 4.2 S. 157 mit Hinweisen). 

6.4.3. Hinsichtlich der polizeilichen Befragungen von L._____ und X._____ als 
Auskunftspersonen vom 25. Januar 2008 und 3. Februar 2008 gilt es dabei aller-
dings zu berücksichtigen, dass die Parteiöffentlichkeit gemäss kantonalem Gesetz 
über das Strafverfahren lediglich im ordentlichen Untersuchungsverfahren, nicht 
aber im Ermittlungsverfahren der Polizei galt (vgl. Padrutt, a.a.O., Ziff. 3.1.2 zu Art. 
76c mit Hinweisen), was im Übrigen auch für das geltende Verfahrensrecht zutrifft, 
wo das Teilnahmerecht (mit Ausnahme von Art. 159 Abs. 1 StPO) ebenfalls erst 
ab Eröffnung der Strafuntersuchung gilt (vgl. Franz Riklin, StPO-Kommentar, 2. 
Aufl. Zürich 2014, N 1 zu Art. 147 StPO, N 2 zu Art. 312 StPO; Beat Rhyner, in: 
Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafpro-
zessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 13a und 31 zu Art. 306 StPO). Überdies sah 
die bündnerische StPO auch keine gesetzliche Pflicht vor, die zu befragende Aus-

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kunftsperson auf das ihr zustehende Aussageverweigerungsrecht oder auf die 
möglichen Straffolgen einer falschen Anschuldigung, einer Irreführung der 
Rechtspflege und einer Begünstigung hinzuweisen respektive eine solche Beleh-
rung im Protokoll schriftlich festzuhalten (vgl. Padrutt, a.a.O., Ziff. 3.1 zu Art. 87 
StPO-GR sowie die formellen Vorschriften für das Verhör gemäss Art. 87 StPO-
GR). Dieser Umstand lässt daher, da die Schweizerische StPO im Zeitpunkt der 
Durchführung der betreffenden Einvernahmen noch nicht in Kraft war, entgegen 
der Auffassung der Verteidigung auf die Verwertbarkeit der gegenüber der Polizei 
deponierten Aussagen von L._____ und X._____ als Auskunftspersonen schlies-
sen (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 6B_75/2013 vom 10. Mai 2013 E. 
3.3.).

6.4.4. Was sodann die ohne Gelegenheit zur Teilnahme des Beschuldigten im 
Zeitraum zwischen Januar 2008 und November 2009 durchgeführten untersu-
chungsrichterlichen Einvernahmen anbelangt, darf nicht ausser Acht gelassen 
werden, dass die Konfrontation nicht zwingend im Zeitpunkt der Aussage des Be-
lastungszeugen erfolgen muss, sondern auch erst in einem späteren Verfahrens-
stadium durchgeführt werden kann (BGE 125 I 127 E. 6.b S. 132 f. mit Hinweisen). 
Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte 
und des Bundesgerichts genügt es grundsätzlich, wenn der Angeschuldigte im 
Verlaufe des Strafverfahrens wenigstens einmal Gelegenheit erhält, den ihn belas-
tenden Personen Ergänzungsfragen zu stellen, sei es vor Gericht oder aber im 
Laufe der Untersuchung (vgl. Wolfgang Wohlers, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., 
Zürich 2014, N 13 zu Art. 147 StPO mit Hinweisen). Dabei kann auf das Konfron-
tationsrecht auch verzichtet werden. Der Beschuldigte kann den Behörden 
grundsätzlich nicht vorwerfen, gewisse Zeugen zwecks Konfrontation nicht vorge-
laden zu haben, wenn er es unterlässt rechtzeitig und formgerecht entsprechende 
Anträge zu stellen (vgl. zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts 6B_708/2007 
vom 23. April 2008 E. 4.4.2 und 6B_529/2014 vom 10. Dezember 2014 E. 4.2.1. 
und 5.2 mit Hinweisen). Von der Verwertbarkeit der zur Diskussion stehenden un-
tersuchungsrichterlichen Aussagen ist folglich sowohl dann auszugehen, wenn 
das Konfrontationsrecht tatsächlich ausgeübt wurde, als auch für den Fall, dass es 
ausgeübt hätte werden können, seitens des Beschuldigten aber darauf verzichtet 
wurde.

Im konkreten Fall hat Y._____ anlässlich des Untersuchungsabschlusses wie 
auch vor Vorinstanz keine diesbezüglichen Beweiserhebungen verlangt. Er hätte 
spätestens im vorinstanzlichen Verfahren eine Zeugenbefragung beantragen 

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müssen, was er aber nicht tat. Stattdessen beschränkte er sich darauf, in seinem 
Parteivortrag (vgl. ZK1 14 42, Akten BG Maloja, act. 32) auf die Unverwertbarkeit 
der Aussagen zu plädieren (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 
6B_529/2014 vom 10. Dezember 2014 E. 5.3 mit Hinweisen). Der Beschuldigte 
hat demnach auf sein Konfrontationsrecht verzichtet, womit auch die ohne Gele-
genheit zur Teilnahme des Beschuldigten im Zeitraum zwischen Januar 2008 und 
November 2009 durchgeführten untersuchungsrichterlichen Einvernahmen 
grundsätzlich verwertbar sind.

6.4.5. Im Übrigen gilt das Konfrontationsrecht grundsätzlich nur für Belastungs-
zeugen (Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK; Wohlers, a.a.O., N. 12 zu Art. 147 StPO). In der 
Folge wird indessen seitens der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden bei der Beweiswürdigung nicht auf Aussagen abgestellt, die vor Aus-
dehnung der Untersuchung auf Y._____ im Jahre 2012 erfolgten und letzteren 
belasten könnten (vgl. E. 6.5.1 ff.). Insbesondere übernimmt das Kantonsgericht – 
wie auch die Vorinstanz – im Wesentlichen die Darstellung des Beschuldigten hin-
sichtlich des Unfallhergangs im engeren Sinne, besonders betreffend des Verhal-
tens des Geschädigten unmittelbar vor dem Unfall, weshalb die Frage der Ver-
wertbarkeit der betreffenden Einvernahmen nicht von Bedeutung ist und somit 
auch nicht abschliessend beurteilt werden muss.

6.5. Bei der Würdigung der Beweismittel und Aussagen ist vom Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO auszugehen. Danach ent-
scheidet das Gericht auch im Berufungsverfahren nach freier, aus dem Verfahren 
gewonnenen persönlicher Überzeugung, das heisst gemäss dem in der Schweiz 
geltenden beschränkten Unmittelbarkeitsprinzip sowohl gestützt auf die in den Ak-
ten des Vorverfahrens enthaltenen Beweisergebnisse als auch auf das Ergebnis 
einer allfälligen Hauptverhandlung (vgl. Riklin, a.a.O., N 4 zu Art. 10 Abs. 2 StPO). 
Die Beweislast für die dem Angeklagten zur Last gelegte Tat liegt dabei 
grundsätzlich beim Staat, das heisst also bei den Strafbehörden (Wohlers, a.a.O., 
N. 6 zu Art. 10 StPO). An diesen Beweis sind hohe Anforderungen zu stellen. Ver-
langt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Be-
weis der Täterschaft. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK und 
Art. 10 Abs. 3 StPO fliessenden Beweiswürdigungsregel "in dubio pro reo" darf 
sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz eines für den Angeklagten un-
günstigen Sachverhalts überzeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zwei-
fel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurteilendes Erkenntnis beste-
hen (vgl. BGE 124 IV 86 E. 2.a S. 87 f.). Bloss theoretische und abstrakte Zweifel 
sind indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute 

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Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche und 
nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, mit andern Worten um solche, die sich 
nach der objektiven Rechtslage aufdrängen (vgl. BGE 120 Ia 31 E. 2.c S. 36 ff.). 
Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich möglichen 
Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sachver-
halt zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und nachvoll-
ziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte 
Beweise und Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise 
zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; Niklaus Schmid, Strafprozess-
recht, Eine Einführung auf der Grundlage des Strafprozessrechts des Kantons 
Zürich und des Bundes, 4. Aufl., Zürich 2004, N. 294 f.). Diese allgemeine Rechts-
regel kommt nicht schon dann zur Anwendung, wenn Aussage gegen Aussage 
steht. Es ist vielmehr anhand sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Umstän-
de zu untersuchen, ob die Darstellung der Anklage oder jene des Angeklagten den 
Richter zu überzeugen vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der 
einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grund-
satz "in dubio pro reo" der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenom-
men werden und es hat ein Freispruch zu erfolgen. 

Das für die Beweisführung geltende Gebot der freien Beweiswürdigung versteht 
sich zudem als Abkehr von gesetzlichen und faktischen Beweisregeln. Entspre-
chend sieht es alle zulässigen und verwertbaren Beweismittel als formell gleich-
rangig an. Überzeugungskraft entfalten sie einzig im Umfang ihrer inneren Auto-
rität (vgl. Thomas Hofer, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 55 f. zu Art. 10 
StPO). Es kommt mit anderen Worten nicht auf die Zahl und die Form der Be-
weismittel an, sondern auf deren Beweiskraft (vgl. Riklin, a.a.O., N 3 zu Art. 10 
Abs. 2 StPO). 

6.5.1. P._____ gab anlässlich seiner Zeugeneinvernahme vom 15. Februar 2012 
(Akten StA, act. 4.9, Antwort 8) gegenüber der Staatsanwaltschaft zu Protokoll, er 
habe unmittelbar nach dem Vorfall mit X._____ über den Unfallhergang gespro-
chen, wobei Letzterer sein Bedauern darüber geäussert habe, dass er am Ende 
der Geraden jemandem auf der Brücke zugewinkt habe. Entsprechend hatte 
P._____ bereits in seinem am 27. Januar 2008 verfassten Bericht festgehalten: 
„Prior to the ambulance’s arrival, while we were trying to keep Bernie conscious 
and engaged with us, he lucidly expressed regret at having waved to some spec-
tators on a bridge over the run, which he suspected may have had pivotal part in 
his accident“ (vgl. Akten StA, act. 4.10). In Übereinstimmung dazu bestätigte auch 

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O._____ am 20. Februar 2012 gegenüber der Staatsanwaltschaft, dass X._____ 
im Bereich vor der Strassenbrücke jemandem zugewinkt habe (vgl. Akten StA, act. 
4.8 Antwort 12). Dies wird im Übrigen auch vom Fotografen Q._____ bestätigt, 
welcher gemäss seiner Zeugenaussage vom 10. September 2012 beobachtet ha-
ben will, wie X._____ die lange Gerade hinunter fuhr und dabei Kindern auf der 
Brücke zugewinkt haben soll (vgl. Akten StA, act. 4.16, Antworten 5 und 6). Im 
Unterschied zu P._____, welcher sich nicht über die Art und Weise des Winkens 
äusserte, schilderte O._____ dabei ein Winken mit der linken Hand, welche 
X._____ zunächst hinten am Schlitten (Hosennaht) gehalten und daraufhin nach 
vorne in die Höhe genommen haben soll. Er sei absolut sicher, dass das die linke 
Hand beziehungsweise der linke Arm gewesen sei (Akten StA, act. 4.8, Antwort 
12). Sodann führte Q._____ gegenüber dem Staatsanwalt aus, dass X._____ den 
linken Arm gehoben und gewinkt habe, wobei er den Vorgang demonstrierte und 
erläuterte, dass es ein „fullwave", also ein umfassendes Winken gewesen sei (vgl. 
Akten StA, act. 4.16, Antworten 6 und 7 sowie Antwort auf die Ergänzungsfrage 
der Verteidigerin und Antwort auf die Ergänzungsfrage von RA Tamm, S. 3).

6.5.2. Dass er unmittelbar vor dem Unfall gewinkt habe, hat X._____ anlässlich 
seiner Einvernahmen denn auch selbst wiederholt zugegeben (vgl. Akten StA, act. 
4.18, S. 4 f.; 3.20; Akten BG Maloja, act. 30 Antwort 2). Er bestreitet jedoch in sei-
nen Aussagen durchgängig, dass er einen „fullwave“ respektive ein Winken mit 
nach vorne genommenem/r Arm/Hand ausgeführt haben soll, wie er von den Zeu-
gen Q._____ beziehungsweise O._____ geschildert wird. So gab X._____ bereits 
anlässlich seiner Einvernahme durch die Wiltshire Police vom 1. Dezember 2008 
(Akten StA, act. 3.20) zu Protokoll: „As I passed the Road Bridge/D._____ I gave a 
flat rearward wave of the fingers beside my leg (a traditional C._____ practice, 
which did not contribute to my late entry to D._____)“. Auch anlässlich seiner Ein-
vernahme durch die Staatsanwaltschaft als Privatkläger vom 10. Dezember 2012 
(Akten StA, act. 4.18, S. 4 f.) sagte X._____ in Übereinstimmung dazu aus, er ha-
be damals mit der rechten Hand einen „C.-winter_____“ mit angelegtem Arm auf 
Höhe Oberschenkel gegeben. Dabei betonte der Geschädigte, dass er nie einen 
Arm hochgehoben hätte, um zu winken, wie es O._____ beobachtet haben will. Er 
habe den Eindruck hier hätten O._____ und Q._____ etwas zu konstruieren ver-
sucht, was nicht geschehen sei. 

6.5.3. Den Aussagen der Zeugen O._____ und Q._____, welche ein umfassendes 
Winken mit der linken Hand respektive mit nach vorne gehobenem linken Arm 
schildern, stehen mithin die Angaben des Geschädigten gegenüber, welcher ledig-
lich einen sogenannten "C.-winter_____" einräumt. Dabei sprechen sowohl die 

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Kongruenz seiner Aussagen gegenüber der Staatsanwaltschaft und der Vorin-
stanz, wie auch der Umstand, dass X._____ bereits gegenüber der Wiltshire Poli-
ce im Jahre 2008, also zeitnah zum Unfall, in Übereinstimmung zu seinen späte-
ren Angaben einen "C.-winter_____" einräumte, für die Glaubhaftigkeit seiner Ver-
sion. Gegen die Glaubhaftigkeit dieser Version sprechen einerseits die erste Re-
aktion des Geschädigten unmittelbar nach dem Umfall, als er gegenüber P._____ 
sein Bedauern geäussert habe, dass er ein paar Zuschauern auf der Brücke zu-
gewinkt habe, was vermutungsweise eine ausschlaggebende Rolle beim Unfall 
gespielt haben könnte (vgl. Akten StA, act. 4.10), sowie der Umstand, dass der 
Geschädigte eigener Schilderung zufolge ein paar Kindern auf der Brücke habe 
zuwinken wollen. Wie die Verteidigung in diesem Zusammenhang zu Recht vor-
bringt, wäre für diese Kinder ein bloss flaches Winken mit den Fingern kaum 
wahrnehmbar gewesen und hätte demzufolge wenig Sinn gemacht. Vor diesem 
Hintergrund erscheint die Version des Geschädigten schon weniger plausibel. Auf 
der anderen Seite schildern Q._____ und O._____ in Abweichung zur Darstellung 
des Berufungsklägers unabhängig voneinander übereinstimmend und in sich ge-
schlossen glaubhaft ein Winken mit nach vorne angehobenem linken Arm. 
Q._____ beschreibt dabei ein volles Winken mit dem ganzen linken Arm ("fullwa-
ve"), währenddem O._____ ein Winken mit der linken Hand unter nach vorne in 
die Höhe genommenem Arm schildert. Auch wenn damit hinsichtlich der Details 
des beiderseits im Grundsatz deckungsgleich geschilderten Bewegungsablaufs 
minimale Unterschiede vorliegen, wird doch von beiden Zeugen unabhängig von-
einander klar und übereinstimmend ein Winken mit nach vorne in die Höhe ge-
nommenem linkem Arm bestätigt. Dabei konnte O._____ die Fahrt von X._____ 
am Unfalltag vom Tower aus beobachten, von wo aus man gemäss seinen eige-
nen Angaben bis zur Strassenbrücke und vor "D._____" einen sehr guten Über-
blick über die Bahn hat (vgl. Akten StA, act. 4.8, Antworten 2 und 11). Der Foto-
graf Q._____ seinerseits befand sich anlässlich seiner Beobachtung auf dem 
Scheitelpunkt der Kurve "W._____", welche direkt unterhalb von "S._____" liegt 
und von wo aus man nach Angaben des Beschuldigten (vgl. Akten StA, act. 4.13, 
Antwort 10) gegen unten den Verlauf der Bahn bis zur Strassenbrücke sehen 
kann. Dass die beiden Zeugen das Winken aus den angegebenen Distanzen von 
rund 200 m von der Kurve "W._____" respektive rund 450 m vom Tower aus (Ak-
ten StA, act. 3.4) zumindest theoretisch hätten sehen können, ist zudem aufgrund 
des anlässlich des vorinstanzlichen Augenscheins erstellten Fotomaterials ausge-
wiesen (vgl. Akten BG Maloja, act. 9) und wurde im Übrigen auch vom Geschädig-
ten selbst anlässlich seiner Befragung vor Vorinstanz eingeräumt (vgl. Akten BG 
Maloja, act. 30, Antwort 3). Ebenso kann angesichts des Aufsehens, den der Fall 

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damals erregt hat, davon ausgegangen werden, dass sich die Zeugen auch mehr 
als vier Jahre nach dem Vorfall noch daran erinnern konnten. 

6.5.4. Damit stehen aber hinsichtlich der massgeblichen Frage nach dem Verhal-
ten des Geschädigten unmittelbar vor dem Kontrollverlust über den Schlitten den 
im Grundsatz mehr oder minder stimmigen und konstanten Aussagen von 
X._____ die gegenteiligen übereinstimmenden und schlüssigen Depositionen der 
Zeugen Q._____ und O._____ gegenüber, wobei sich das Gericht nach Berück-
sichtigung sämtlicher dargelegter sich aus den Akten ergebenden Umstände we-
der von der einen noch der anderen Sachverhaltsdarstellung zu überzeugen ver-
mag.

6.6. Die wesentliche Frage nach der Art und Weise des Winkens bleibt also ent-
gegen den Erwägungen der Vorinstanz unklar. Das Gericht hat daher bei der 
nachfolgend vorzunehmenden rechtlichen Subsumption gemäss dem Grundsatz 
"in dubio pro reo" diesbezüglich von der für den Beschuldigten günstigeren Sach-
verhaltsversion auszugehen, das heisst also von einem Winken mit nach vorne in 
die Höhe gehobenem linken Arm, auch wenn sich dies möglicherweise so nicht 
verwirklicht hat.

7.1. Im Zusammenhang mit den im Recht liegenden Zeugenaussagen beantragt 
die Verteidigung nunmehr gestützt auf Art. 141 StPO, die Einvernahme von 
E._____ vom 22. Februar 2012 als unverwertbar aus dem Recht zu weisen, so-
weit sie belastenden Inhalts sei. Zur Begründung wird ausgeführt, dass E._____ 
zum Tatzeitpunkt Vorsitzender des "Run and Safety Commitees" gewesen und 
zusammen mit dem Bahnbauer insbesondere für den Bau des "C._____s" und 
dessen Abnahme zuständig gewesen sei. Folgerichtig sei er an seiner ersten Be-
fragung am 19. August 2009 als Auskunftsperson einvernommen und insbesonde-
re darauf hingewiesen worden, dass er zwar wahrheitsgetreu antworten, sich aber 
nicht selbst belasten müsse. Nach der Wiederaufnahme der Strafuntersuchung 
habe der Staatsanwalt zunächst beabsichtigt, E._____ weiterhin als Auskunftsper-
son zu befragen, was auch richtig gewesen wäre. Damals hätten sich nicht nur die 
Hinweise verdichtet, dass E._____ als Vorsitzender des "Run and Safety Commit-
tees" eine zentrale Rolle in Sicherheitsfragen zugekommen sei; vielmehr habe er 
das in seiner eigenen früheren Aussage ausdrücklich zugestanden. Es sei daher 
völlig unverständlich, weshalb die Staatsanwaltschaft E._____ am 22. Februar 
2012 – entgegen ihrer ursprünglichen Ankündigung – als der Wahrheit verpflichte-
ter, aussagepflichtiger Zeuge befragt habe, stehe doch zweifelsfrei fest, dass 
E._____ bereits damals richtigerweise als Beschuldigter, mindestens aber als 

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Auskunftsperson zu befragen gewesen wäre. Aus rechtlicher Sicht müsse dieser 
Verfahrensfehler zur Unverwertbarkeit der damaligen Aussage von E._____ 
führen. In Lehre und Rechtsprechung sei es unbestritten, dass Aussagen einer 
Person unverwertbar seien, wenn sie zu Unrecht als Zeuge befragt worden sei, 
obwohl sie als Auskunftsperson hätte befragt werden müssen. Insoweit die Zeu-
genaussage von E._____ indessen entlastende Momente enthalte, sei sie nach 
Lehre und Rechtsprechung zugunsten des Beschuldigten verwertbar.

7.2. Beweise, die unter Anwendung verbotener Beweiserhebungsmethoden im 
Sinne von Art. 140 StPO erhoben wurden, sind in keinem Falle verwertbar. Das-
selbe gilt, wenn das Gesetz einen Beweis als unverwertbar bezeichnet (Art. 141 
Abs. 1 StPO). Beweise, die Strafbehörden in strafbarer Weise oder unter Verlet-
zung von Gültigkeitsvorschriften erhoben haben, dürfen nicht verwertet werden, es 
sei denn, ihre Verwertung sei zur Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich (Art. 
141 Abs. 2 StPO). Beweise, bei deren Erhebung Ordnungsvorschriften verletzt 
worden sind, sind verwertbar (Art. 141 Abs. 3 StPO). Der Gesetzgeber hat darauf 
verzichtet, abschliessend die Bestimmungen aufzulisten, die als Gültigkeits- resp. 
Ordnungsvorschriften zu betrachten sind. Soweit das Gesetz eine Bestimmung 
nicht selber als Gültigkeitsvorschrift bezeichnet, hat die Praxis die Unterscheidung 
vorzunehmen, wobei primär auf den Schutzzweck der Norm abzustellen ist. Es ist 
im Einzelfall unter Berücksichtigung des Fairnessgebots zu prüfen, ob die Verfah-
rensvorschrift für die Wahrung der geschützten Interessen der betroffenen Person 
eine derart erhebliche Bedeutung hat, dass sie ihr Ziel nur erreichen kann, wenn 
bei Nichtbeachtung der Vorschrift der Beweis unverwertbar ist (Urteil des Bundes-
gerichts 6B_1039/2014 vom 24. März 2015 E. 2.3 mit zahlreichen Hinweisen; BGE 
141 IV 20 E. 1.2.3 S. 26).

7.3. Als Auskunftsperson wird unter anderem einvernommen, wer ohne selber 
beschuldigt zu sein, als Täterin, Täter, Teilnehmerin oder Teilnehmer der abzu-
klärenden Straftat oder einer anderen damit zusammenhängenden Straftat nicht 
ausgeschlossen werden kann (Art. 178 lit. d StPO). Die betreffende Person kann 
zu einem Kreis von Personen gehören, deren Beziehung zum fraglichen Delikt 
nach der gegenwärtigen Beweislage derart ist, dass zwar eine Tatbeteiligung nicht 
a priori verneint werden kann, dass aber noch nicht von einem Anfangsverdacht 
auszugehen ist, welcher die Eröffnung einer Strafuntersuchung rechtfertigen wür-
de. In Betracht kommen etwa Fallkonstellationen, in denen die zu befragende Per-
son durch eine andere belastet wird, oder solche, in denen der Beschuldigte aus 
einem bestimmten Kreis von Personen ermittelt werden muss, wobei unter ande-
rem der Einzuvernehmende als Beschuldigter nicht von vornherein ausgeschlos-

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sen werden kann (Andreas Donatsch, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 
2014, N 28 zu Art. 178 StPO). In derartigen Situationen ist die betreffende Person 
zunächst als Auskunftsperson, die keine Aussage- oder Wahrheitspflicht trifft (Art. 
180 Abs. 1 StPO), zu behandeln. Denn es soll niemand gezwungen werden, sich 
mit der Tat in Verbindung zu bringen oder falsches Zeugnis abzulegen. Wird je-
mand als Zeuge einvernommen und stellt sich später heraus, dass es sich effektiv 
um die tatverdächtige Person handelte, können die Aussagen wegen des Verbots 
des Selbstbelastungszwangs nicht verwertet werden (Roland Kerner, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessord-
nung, 2. Aufl., Basel 2014, N 1 und N 8 zu Art. 178 StPO; Donatsch, a.a.O., N 16 
zu Art. 178 StPO).

Demgegenüber handelt es sich beim Zeugen um eine an der Begehung einer 
Straftat nicht beteiligte Person, die der Aufklärung dienende Aussagen machen 
kann und nicht Auskunftsperson ist (Art. 162 StPO). Im Unterschied zur Aus-
kunftsperson untersteht der Zeuge der mit Strafe bedrohten Wahrheitspflicht (Art. 
177 Abs. 1 StPO, Art. 181 Abs. 2 StPO; Urteil des Bundesgerichts 6B_98/2016 
vom 9. September 2016 E. 2.4.2).

7.4. E._____ wurde im vorliegenden Verfahren zunächst richtigerweise als Aus-
kunftsperson vorgeladen und anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einver-
nahme vom 19. August 2009 auch als solche einvernommen (Akten StA, act. 4.5 
und 5.3). Nach Wiederaufnahme der Strafuntersuchung wurde er von der Staats-
anwaltschaft Graubünden am 20. Januar 2012 ein weiteres Mal als Auskunftsper-
son vorgeladen (Akten StA, act. 5.11 und 1.23). Die anschliessende Einvernahme 
erfolgte dann zwar unter der Bezeichnung "Einvernahme Auskunftsperson", 
tatsächlich wurde E._____ aber als Zeuge befragt und darauf hingewiesen, dass 
er als Zeuge verpflichtet sei, die Fragen nach bestem Wissen und Gewissen 
wahrheitsgemäss zu beantworten und nichts zu verschweigen; wissentlich falsche 
Zeugenaussagen würden gemäss Art. 307 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf 
Jahren oder Geldstrafe bestraft (Akten StA, act. 4.15, S. 1). Der Entscheid über 
die Eigenschaft, in welcher der Einzuvernehmende befragt wird, muss im Zeit-
punkt der Vorladung gefällt werden, weil der Vorgeladene das Recht hat zu erfah-
ren, in welcher Funktion er befragt werden wird (Art. 201 Abs. 2 lit. b StPO; Do-
natsch, a.a.O., N 13 zu Art. 178 StPO). Massgeblich für die Eigenschaft des Ein-
zuvernehmenden ist somit die Vorladung. Folglich hätte E._____ – und zwar so-
wohl gestützt auf die Vorladung vom 20. Januar 2012 als auch aufgrund seiner 
Eigenschaft als Vorsitzender des "Run and Safety Committees" – korrekterweise 

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erneut als Auskunftsperson einvernommen werden müssen, konnte doch zum 
damaligen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, dass er am gegenständlichen 
Unfall keine (Mit-)Verantwortung trägt. Als Auskunftsperson wäre E._____ aber 
entgegen der Belehrung nicht zur Aussage verpflichtet gewesen (Art. 180 Abs. 1 
StPO). Wie gesehen sind die Aussagen einer Person, welche zu Unrecht als Zeu-
ge anstatt als Auskunftsperson einvernommen wird, wegen des Verbots des 
Selbstbelastungszwangs grundsätzlich nicht verwertbar (E. 7.3). Begründet wird 
dies damit, dass die einvernommene Person als Zeuge die gestellten Fragen be-
antworten muss, während eine Auskunftsperson die Aussage ganz oder teilweise 
verweigern kann (Urteil des Obergerichts Zürich SB160312 vom 1. Dezember 
2016 E. 2). Daneben gilt es aber zu berücksichtigen, dass für die Beurteilung der 
Frage, ob es sich bei einer Bestimmung um eine Ordnungs- oder eine Gültigkeits-
vorschrift handelt, primär auf den Schutzzweck der Norm abzustellen ist, soweit 
das Gesetz eine Bestimmung nicht selber als Gültigkeitsvorschrift bezeichnet (E. 
7.2). Mit Blick auf den Schutzzweck der Norm sind die vorliegend relevanten Ver-
fahrensvorschriften im Zusammenhang mit der Einvernahme von E._____ jeden-
falls gegenüber dem Beschuldigten als reine Ordnungsvorschriften anzusehen, 
bezweckt die prozessuale Unverwertbarkeit von Aussagen einer zu Unrecht als 
Zeuge anstatt als Auskunftsperson einvernommenen Person in erster Linie doch 
die konsequente Durchsetzung des Selbstbelastungsverbots. Es geht mithin 
primär darum, die einvernommene Person davor zu schützen, sich zunächst an-
lässlich einer Einvernahme als Zeuge aufgrund der Wahrheitspflicht selbst zu be-
lasten und zu einem späteren Zeitpunkt des Verfahrens als beschuldigte Person 
mit diesen Aussagen konfrontiert zu werden (vgl. auch Kerner, a.a.O., N 17 zu Art. 
178 StPO). Eine solche Konstellation ist vorliegend nicht gegeben. Hinzu kommt, 
dass E._____ bei seiner zweiten Einvernahme ausdrücklich darauf hingewiesen 
wurde, dass er sich nicht selbst belasten müsse (Akten StA, act. 4.15, S. 2). Die 
entsprechenden Aussagen sind im gegen den Beschuldigten geführten Verfahren 
entgegen der Auffassung der Verteidigung somit verwertbar. Anders wäre es, 
wenn E._____ in der Folge als beschuldigte Person einvernommen worden wäre; 
diesfalls wäre die vorangegangene Einvernahme als Auskunftsperson dem 
Selbstbelastungsverbot zuwidergelaufen, was die Unverwertbarkeit der daraus 
erlangten Aussagen zur Folge gehabt hätte. Der seitens der Verteidigung gestellte 
Antrag, die Einvernahme von E._____ aus dem Recht zu weisen, ist nach dem 
Gesagten abzuweisen; dessen Aussagen sind folglich verwertbar und im Rahmen 
der Beweiswürdigung zu berücksichtigen. Doch selbst wenn dem entsprechenden 
Antrag stattgegeben würde und die Aussage von E._____ unberücksichtigt bliebe, 
würde das Gericht – wie den nachfolgenden Ausführungen im Rahmen der Be-

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weiswürdigung zu entnehmen ist – aufgrund der konkreten Umstände und der üb-
rigen im Recht liegenden Aussagen zum selben Schluss gelangen.

8.1. Gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB macht sich schuldig, wer fahrlässig einen 
Menschen in schwerer Weise an Körper oder Gesundheit schädigt. Fahrlässig 
handelt, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht 
bedacht oder darauf nicht Rücksicht genommen hat (Art. 12 Abs. 3 StGB). Ein 
Schuldspruch wegen fahrlässiger Körperverletzung setzt somit voraus, dass der 
Täter den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Sorgfalts-
widrig ist die Handlungsweise, wenn der Täter zum Zeitpunkt ihrer Vornahme nach 
den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen die bewirkte Gefähr-
dung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und müssen. Für die 
Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab der Adäquanz. Danach muss das 
Verhalten des Täters geeignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und 
den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen 
oder mindestens zu begünstigen. Die Voraussehbarkeit ist nur zu verneinen, wenn 
ganz aussergewöhnliche Umstände, wie das Mitverschulden des Opfers bezie-
hungsweise eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler als Mitursachen 
hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart 
schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des 
Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren – namentlich 
das Verhalten des Beschuldigten – in den Hintergrund drängen (vgl. BGE 131 IV 
145 E. 5.1 S. 147 f.; BGE 130 IV 7 E. 3.2 S. 10 f., je mit Hinweisen).

Für die Zurechenbarkeit des Erfolgs genügt indes die blosse Vorhersehbarkeit 
nicht. Erforderlich ist auch dessen Vermeidbarkeit. Der Erfolg ist vermeidbar, wenn 
er nach einem hypothetischen Kausalverlauf bei pflichtgemässem Verhalten des 
Täters ausgeblieben wäre (BEG 134 IV 193 E. 7.3 S. 204). Ein fahrlässiges Er-
folgsdelikt kann auch durch Unterlassen verübt werden. Voraussetzung ist in die-
sem Fall erstens eine Rechtspflicht zur Vornahme der unterlassenen Handlung 
(Garantenstellung) und zweitens die Möglichkeit, diese Handlung vorzunehmen. 
Zwischen der Unterlassung und dem Erfolg besteht ein Kausalzusammenhang, 
wenn bei Vornahme der gebotenen Handlung der Erfolg mit einem hohen Grad 
der Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten wäre. Die blosse Möglichkeit des Nicht-
eintrittes des Erfolges bei Vornahme der gebotenen Handlung reicht zur Bejahung 
dieses hypothetischen Zusammenhanges nicht aus (BGE 117 IV 130 E. 2.a S. 
133; 116 IV 182 E. 4 S. 185; 115 IV 189 E. 2 S. 191, je mit Hinweisen). 

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Das Mass der im Einzelfall zu beachtenden Sorgfalt richtet sich, wo besondere, 
der Unfallverhütung und der Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhal-
ten gebieten, in erster Linie nach diesen Vorschriften (BGE 130 IV 7 E. 3.3 S. 11; 
127 IV 34 E. 2.a S. 38 mit Hinweisen). Wo eine derartige Regelung fehlt, kann der 
Vorwurf der Fahrlässigkeit auch auf allgemeine Rechtsgrundsätze wie den allge-
meinen Gefahrensatz gestützt werden (BGE 106 IV 80 E. 4.b S. 81). Denn einer-
seits begründet nicht jeder Verstoss gegen eine gesetzliche oder für bestimmte 
Tätigkeiten allgemein anerkannte Verhaltensnorm den Vorwurf der Fahrlässigkeit, 
und andererseits kann ein Verhalten sorgfaltswidrig sein, auch wenn nicht gegen 
eine bestimmte Verhaltensnorm verstossen wurde. Die Vorsicht, zu der ein Ver-
antwortlicher verpflichtet ist, wird letztlich durch die konkreten Umstände und seine 
persönlichen Verhältnisse bestimmt, weil naturgemäss nicht alle tatsächlichen 
Gegebenheiten in Vorschriften gefasst werden können (vgl. BGE 135 IV 56 E. 2.1 
S. 64; 130 IV 7 E. 3.2 S. 10 f.; 127 IV 62 E. 2.d S. 65). 

Grundsätzlich gilt, dass derjenige, der einen Gefahrenbereich – zum Beispiel eine 
Sportanlage – schafft, die davon ausgehenden Gefahren zu kontrollieren und zu 
verhindern hat, dass dadurch Schädigungen fremder Rechtsgüter entstehen. Der 
Betreiber von Sportanlagen hat dafür einzustehen, dass zur Gefahrenabwehr alle 
zumutbaren Vorsichts-, Schutz- und Überwachungsmassnahmen getroffen wer-
den (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_800/2010 vom 24. Februar 2011 E. 6 und 
6S.610/1998 vom 2. Februar 1998 E. 3.b; Andreas Donatsch, Gedanken zum 
strafrechtlichen Schutz des Sportlers, in ZStrR 107/ 1990, S. 400 ff.; S. 416; Mela-
nie Berkel, Der Sportunfall im Lichte des Strafrechts, Giessen Diss. 2007, S. 182 
f.; zum Ganzen vgl. Philippe Weissenberger, Die Einwilligung des Verletzten bei 
den Delikten gegen Leib und Leben, Diss. Basel 1996). 

Grenze der Sicherungspflicht des Bahnbetreibers bildet die Zumutbarkeit. 
Schutzmassnahmen können nur im Rahmen des nach der Verkehrsübung Erfor-
derlichen und Möglichen verlangt werden, wenn auch ein Mindestmass an Schutz 
immer gewährleistet sein muss (BGE 121 III 358 E. 4.a S. 360 ff.; 115 IV 189 E. 
3.c S. 193). Eine weitere Schranke der Sicherungspflicht liegt in der Eigenverant-
wortung des einzelnen Sportlers. Es ist zu berücksichtigen, dass in erster Linie 
dieser für die Folgen der Gefährdung seiner Gesundheit einzustehen hat. Denn es 
muss dem eigenverantwortlich Handelnden offenstehen, sich sportlich zu betäti-
gen und dadurch kalkulierbare Risiken einzugehen. Die Anforderungen an die Ge-
fahrenabwendung haben sich mit andern Worten unter anderem danach auszu-
richten, dass sie nicht zum Ziel haben können, völlige Gefahrenfreiheit zu garan-
tieren. Sie sollen vielmehr die Gefahren auf ein erträgliches Mass beschränken. 

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Jede Sportart birgt in sich ein unterschiedlich hohes sportartspezifisches Grundri-
siko. Betreiber von Sportanlagen sind damit grundsätzlich nicht gehalten, das 
sportartspezifische tolerable Grundrisiko zu vermindern beziehungsweise die ei-
genverantwortlichen Sportler von einer kalkulierbaren Selbstgefährdung abzuhal-
ten (Urteil des Bundesgerichts 6S.610/1998 vom 2. Februar 1998 E. 3 mit Hinwei-
sen auf die Literatur; vgl. auch die jüngere Rechtsprechung des Bundesgerichts 
betreffend Mitwirkung an fremder Selbstgefährdung und einverständliche Fremd-
gefährdung: BGE 134 IV 149; Urteil 6S.91/2007 vom 6. Dezember 2007 und 17. 
Januar 2008 E. 4; BGE 131 IV 1 E. 3 S. 7 ff.; 125 IV 189 E. 3 S. 193 ff.).

8.2. Wie die Vorinstanz richtig erwogen hat und im Übrigen auch von Seiten des 
Beschuldigten nicht bestritten wird, ist die anlässlich der Unfallfahrt erlittene Ver-
letzung des Geschädigten (abgetrennter Fuss) als schwer im Sinne von Art. 122 
StGB zu qualifizieren, wobei diesbezüglich gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO anstel-
le eigener Begründung vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vor-
instanz (vgl. angefochtenes Urteil E. 4.a) verwiesen werden kann. Währenddem 
jedoch die Vorinstanz in rechtlicher Hinsicht von einem alle anderen mitverursa-
chenden Faktoren in den Hintergrund drängenden groben, unvorhersehbaren 
Fahrfehler des Geschädigten als Ursache des Erfolgs ausgeht, der auch durch 
pflichtgemässes Verhalten des Beschuldigten nicht vermeidbar gewesen sei (vgl. 
angefochtenes Urteil E. 4.a.aa sowie E. 8.d und 8.e), stellt sich der Geschädigte 
auf den Standpunkt, dass die zugezogene Körperverletzung auf eine pflichtwidrige 
Unterlassung des Beschuldigten zurückzuführen sei, da der "C._____" im Bereich 
der Unfallstelle nicht hinreichend gesichert gewesen sei. Nachfolgend bleibt daher 
ausgehend von den vorstehenden Sachverhaltsfeststellungen und den Rügen des 
Berufungsklägers zu prüfen, ob der Beschuldigte die schwere Körperschädigung 
von X._____ durch ein pflichtwidriges Untätigbleiben verschuldet hat, welches als 
strafrechtlich relevante Ursache für den Erfolg zu qualifizieren ist.

8.3. Beim "C._____" handelt es sich um eine Skeletonbahn aus Natureis, wel-
che jedes Jahr von Hand neu erstellt wird. Der A._____, welcher die Bahn be-
treibt, ist ein privater Club mit eigenen Statuten und Reglementen (vgl. Akten StA, 
act. 3.22). Er ist dem internationalen Bob- und Skeleton-Verband (FIBT) nicht an-
geschlossen. Wie bereits erwähnt (vgl. E. 5.4), findet das damals in Kraft gewese-
ne internationale Skeleton-Reglement des FIBT hier deshalb keine direkte An-
wendung. Das Mass der zu beachtenden Sorgfalt im Zusammenhang mit dem 
Betrieb der Anlage richtet sich in erster Linie nach dem allgemeinen Gefahrensatz. 
Die Regeln des FIBT können allerdings im Sinne eines Referenzmasstabs zur 

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Bemessung der Sorgfaltspflicht in Einzelfragen herangezogen werden (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 6B_800/2010 vom 24. Februar 2011 E. 7). 

8.4. Sicherungspflichtig für die Anlage ist, wie oben dargelegt, der Bahnbetrei-
ber. Ein strafrechtlich relevanter Vorwurf kann sich daher ergeben, wenn es der 
verantwortliche Bahnbetreiber versäumt, seiner am genannten Massstab zu be-
messenden Pflicht zur Sicherung der Bahn nachzukommen. Zwar hat auch der 
Sportler, welcher die Anlage benützt, ein Augenmerk auf die von ihm befahrene 
Anlage zu richten. Im Grundsatz darf er sich jedoch darauf verlassen, dass die 
erstellte und unterhaltene Anlage den Sicherungsanforderungen entspricht. Es fällt 
mithin in erster Linie in den Verantwortungsbereich des Bahnbetreibers, die Anla-
ge sachgerecht zu sichern, die davon ausgehenden Gefahren zu kontrollieren und 
zu verhindern, dass Schädigungen fremder Rechtsgüter entstehen. Mit anderen 
Worten müssen und mussten die Betreiber des "C._____s" umfassende Sicher-
heitsmassnahmen zur Gefahrenabwehr treffen beziehungsweise grundsätzlich 
alles Notwendige vorkehren, damit sich eine durch die Anlage geschaffene Gefahr 
nicht verwirklicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_800/2010 vom 24. Februar 
2011 E. 7). 

8.5.1. Die Verteidigung bringt neu vor, dass der Beschuldigte für den ihm vorge-
worfenen Sicherheitsmangel nicht verantwortlich sei. Zwar habe er im Unfallzeit-
punkt das Amt des Clubsekretärs inne gehabt, womit er eine wichtige Person im 
Clubleben und vor allem in wichtigen Aspekten für das reibungslose organisatori-
sche Funktionieren des A._____ verantwortlich gewesen sei. Dies reiche für eine 
strafrechtliche Haftung jedoch noch lange nicht aus. Dafür müsste ihm vielmehr 
rechtsgenüglich nachgewiesen werden, dass ihm persönlich eine Pflichtverletzung 
vorgeworfen werden könne, die kausal zum Unfall geführt habe. Mit dem Bau und 
der Sicherung des "C._____s" habe der Beschuldigte jedoch gar nichts zu tun ge-
habt, seien hierfür doch die Firma H._____ und namentlich R._____ verantwortlich 
gewesen. Letzterer sei ein hocherfahrener Spezialist und baue insbesondere je-
des Jahr auch den benachbarten Olympia Bobrun. Dessen persönliche Verantwor-
tung werde im Werkvertrag mit der H._____ von 2007 übrigens ausdrücklich er-
wähnt. Der Werkvertrag halte zwar fest, dass die H._____ den "C._____" gestützt 
auf die Instruktionen des A._____ und auf seine eigene Erfahrung baue, faktisch 
habe die Konstruktion allerdings fast ausschliesslich auf der jahrzehntelangen Er-
fahrung von R._____ basiert. Da der A._____ der H._____ hinsichtlich der Kon-
struktion der Unfallstelle nie konkrete Anweisungen erteilt habe, wie die Bahn zu 
bauen sei, habe die Erstellung einer sicheren Bahn in der ausschliesslichen Fach-
kompetenz der H._____ und namentlich in der Hand von R._____ gelegen. Auch 

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die am Bahnrand aufgestellten Sonnensegel sowie die Befestigungspfosten seien 
vom Bauunternehmer in eigener Verantwortung und ohne Intervention durch den 
A._____ angebracht worden. Der Beschuldigte habe auch in dieser Hinsicht kei-
nerlei Aufgaben oder Mitsprache bei der Bahnerstellung gehabt. Die fraglichen 
Sonnensegel seien im Übrigen auch seit über hundert Jahren verwendet worden 
und hätten während Jahrzehnten am fraglichen Ort gestanden. Sie dienten dazu, 
die Sonne von der Bahn fernzuhalten, um gefährliche Taustellen zu vermeiden. 
Möglicherweise könnte auch der Vorsitzende des "Run and Safety Committee", 
allenfalls sogar deren Mitglieder, strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wer-
den, sei doch eine der Kernaufgaben dieses Gremiums sicherzustellen, dass die 
Bahn die Erwartungen der Mitglieder an die Sicherheit erfülle. Was dagegen klare-
rweise nicht gehe, sei den Sekretär des A._____, welcher mit der Frage der Bau-
sicherheit gar nicht befasst gewesen sei, zur Rechenschaft zu ziehen. Dieser habe 
sich auf die vertragliche Pflicht des Werkunternehmers, die Sicherheit des Werks 
zu gewährleisten, genauso verlassen dürfen wie auf die wirksame Delegation si-
cherheitsrelevanter Fragen an die Spezialisten des "Run and Safety Committee". 
Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden.

8.5.2. Für die Beurteilung der Verantwortlichkeit des Beschuldigten und der damit 
einhergehenden Frage nach dessen Garantenstellung ist im Wesentlichen auf 
sein Verhalten und seine Aussagen im Untersuchungs- und erstinstanzlichen Ge-
richtsverfahren abzustellen. Die erste staatsanwaltschaftliche Einvernahme des 
Beschuldigten erfolgte am 21. Februar 2012. Auf den Vorhalt des Staatsanwalts, 
wonach er ihm vorwerfe, sich der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 
Abs. 2 StGB schuldig gemacht zu haben, äusserte sich der Beschuldigte dahinge-
hend, dass er diesen Vorwurf nicht anerkennen könne, und führte weiter aus, dass 
er etwas unternommen hätte, wenn er die Ereignisse hätte voraussehen können, 
was er aber nach Ansicht anderer Fahrer nicht habe können (Akten StA, act. 4.13, 
Antwort 18). Ähnlich äusserte er sich auch anlässlich der Schlusseinvernahme 
vom 10. Dezember 2012, wo er ausführte, dass sie die notwendigen Massnahmen 
ergriffen hätten, wenn sie das Ereignis in irgendeiner Weise hätten vorhersehen 
können. Zudem antwortete er auf die Frage des Staatsanwalts, wer im Winter 
2007/2008 im A._____ für den Bahnbetrieb verantwortlich gewesen sei und über 
die Freigabe der Bahn entschieden habe, dass er verantwortlich sei und er und 
das Safety-Komitee über die Freigabe der Bahn am ersten Tag entscheiden wür-
den (Akten StA, act. 4.20, Antworten 1, 12 und 14). Im Rahmen seiner Einver-
nahme vor der Vorinstanz gab der Beschuldigte sodann zu Protokoll, dass er als 
Sekretär und Chief Executive des A._____ für alle operativen Angelegenheiten 

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des Clubs und des täglichen Ablaufs und auch für die Sicherheit der Fahrer ver-
antwortlich gewesen sei. Die Frage, wer für die Sicherheit der Benützer verant-
wortlich sei, beantwortete er sodann uneingeschränkt mit: "Ich" (Akten BG Maloja, 
act. 29, Antworten 3 und 4). In der Folge konzentrierte sich auch die damalige Ver-
teidigerin des Beschuldigten im Rahmen ihres Plädoyers auf die mangelnde Vor-
aussehbarkeit und das grobe Fehlverhalten des Geschädigten, ohne auch nur ein 
einziges Mal auf die angeblich fehlende Verantwortlichkeit ihres Mandanten hin-
zuweisen (vgl. Akten BG Maloja, act. 32). Und schliesslich hielten auch seine neu-
en Verteidiger in ihrer Eingabe an das Bundesgericht vom 3. März 2016 ausdrück-
lich fest, dass der Beschuldigte seit der Saison 2007/2008 (mit Ausnahme der 
Saison 2014/2015) Sekretär und Chief Executive des A._____ sei und in seinen 
Funktionen auch in der Saison 2007/2008 für die Sicherheit und den Betrieb der 
St. Moritzer C._____ zuständig gewesen sei (vgl. ZK1 14 42, act. G.2.1, S. 5). 
Selbst auf die Nachfrage des Vorsitzenden des Bezirksgerichts Maloja, ob es üb-
lich gewesen sei, dass die Sonnensegel an Vierkantpfosten nur wenige Zentimeter 
vom inneren Bahnrand entfernt angebracht worden seien, und wieso die Vierkant-
pfosten nicht gepolstert worden seien, gab der Beschuldigte nicht zur Antwort, 
dass er damit nichts zu tun gehabt habe, sondern dass es nie als Möglichkeit an-
geschaut worden sei, dass sich jemand an diesen Pfosten anschlagen könnte (Ak-
ten BG Maloja, act. 29, S. 4). Bemerkenswert ist, dass der Beschuldigte bei sämt-
lichen Gelegenheiten kein Wort in Bezug auf seine angeblich fehlende Verantwort-
lichkeit verlor, sondern stets einräumte, dass er etwas unternommen hätte, wenn 
das eingetretene Ereignis voraussehbar gewesen wäre. Ebenso wenig wies er die 
Untersuchungsbehörde zu keinem Zeitpunkt darauf hin, dass anstelle von ihm 
E._____ bzw. das "Run and Safety Committee" für die Sicherheit der Fahrer ver-
antwortlich gewesen sein sollen. Soweit er diesen Umstand nunmehr damit zu 
begründen versucht, dass er es als zentralen Teil seiner Funktion als Clubsekretär 
verstanden habe, für den A._____ auch in Bereichen Verantwortung zu überneh-
men, wo ihn persönlich möglicherweise keine Rechtspflicht getroffen habe, so ist 
diese Argumentation vor dem Hintergrund einer eingeleiteten Strafuntersuchung 
gegen ihn wenig glaubwürdig. Auch wenn er sich als Repräsentant und externes 
Gesicht des Clubs gesehen haben mag, ist davon auszugehen, dass er seine 
Verantwortlichkeit für den ihm vorgeworfenen Sicherheitsmangel in Abrede gestellt 
und die seiner Auffassung nach zuständige Person bzw. das zuständige Gremium 
genannt hätte, wenn er denn tatsächlich der Meinung gewesen wäre, dass ihn im 
konkreten Fall keine Sorgfaltspflicht traf. Stattdessen räumte er noch vor der Vor-
instanz ein, dass er für die Sicherheit der Bahnbenützer verantwortlich gewesen 
sei, ohne bei seiner Antwort irgendwelche Einschränkungen zu machen. Erst an-

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lässlich der mündlichen Berufungsverhandlung vom 20. Juni 2017 wurde seitens 
der Verteidigung zum ersten Mal überhaupt der Einwand erhoben, dass der Be-
schuldigte für die ihm vorgeworfenen Sicherheitsmängel nicht verantwortlich sei. 
Zwar ist ein derartiger Wechsel der Verteidigungsstrategie durchaus legitim. In-
dessen zeigt bereits der Umstand, dass der Einwand der fehlenden Verantwort-
lichkeit erst zum jetzigen Zeitpunkt – wohlgemerkt mehr als fünf Jahre nach der 
ersten Einvernahme des Beschuldigten – vorgebracht wird, dass sowohl der Be-
schuldigte selbst als auch die Verteidigung bis noch vor kurzem davon ausgegan-
gen sind, dass tat