# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 03aaea3b-e67a-558c-9ab7-7aaf30c5fadd
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-07
**Language:** de
**Title:** Solaranlagen. Einordnung. § 238 Abs. 4 PBG.
**Docket/Reference:** BRGE II Nr. 0070/2013
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_ii_nr._0070-2013_vom_7._mai_2013.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
2. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE II Nr. 

R2.2012.00145 
0070/2013 

Entscheid vom 7. Mai 2013 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Peter Rütimann, Baurichter Emil Seliner, Baurichter 
Stefano Terzi, Gerichtsschreiber Hansjörg Weber     

in Sachen 

Rekurrierende 

1.  N. und A. K., [….]  
2. 
3. 
4. 
5. 
6. 
7. 

 [….] 
 [….] 
 [….] 
 [….]  
 [….] 
 [….] 

gegen 

Rekursgegnerinnen 

1.  Baukommission Z, [….]  

2.  P. Architektur, [….]  

betreffend 

Baukommissionsbeschluss  vom  3.  September  2012;  Baubewilligung  für 
zwei Einfamilienhäuser 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit  Beschluss  vom  3.  September  2012  (Versanddatum  10.  September 

2012)  erteilte  die  Baukommission  Z  der  P.  Architektur  die  baurechtliche 

Bewilligung  für  zwei  Einfamilienhäuser  auf  dem  Grundstück  Kat.-Nr.  5293 

am T.-weg in Z. 

B. 

Hiergegen  gelangten  N.  und  A.  K.  und  die  im  Rubrum  genannten 

Mitrekurrierenden  mit gemeinsamer  Rekurseingabe  vom  10. Oktober 2012 

innert  Frist  an  das  Baurekursgericht  des  Kantons  Zürich  und  beantragten 
die  Aufhebung  des  angefochtenen  Beschlusses  unter  Kosten-  und  Ent-

schädigungsfolgen zulasten der Rekursgegnerinnen.  

C. 

Mit  Präsidialverfügung  vom  12.  Oktober  2012  wurde  der  Rekurseingang 

vorgemerkt und das Vernehmlassungsverfahren eingeleitet. Die Baubehör-

de  beantragte  mit  Eingabe  vom  12.  Dezember  2012  die  Abweisung  des 

Rekurses. Die Bauherrschaft liess sich nicht vernehmen.  

D. 

Am 12. März 2013 führte die 2. Abteilung des Baurekursgerichts einen Au-

genschein vor Ort durch. 

E. 

Auf  die  Parteivorbringen  und  die  Feststellungen  anlässlich  des  Lokalter-

mins wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachstehen-

den Erwägungen Bezug genommen. 

R2.2012.00145 

Seite 2 

 
 
Es kommt in Betracht: 

1. 

Den  Rekurrierenden,  die  Eigentümer  umliegender,  teils  direkt  angrenzen-

der  und  teils  nur  durch  Verkehrsanlagen  von  der  Bauparzelle  getrennter 

Grundstücke sind, kommt die nach § 338a Abs. 1 des Planungs- und Bau-

gesetzes  (PBG)  erforderliche  Nähe  zum  Streitobjekt  zu.  Aufgrund  der  von 

ihnen  geltend  gemachten  Rechtsverstösse  (Grenzabstandsverletzung  und 

mangelnde Einordnung) sind sie auch als im Sinne der genannten Norm in 

schutzwürdigen  Interessen  berührt anzusehen  und  damit  rekursberechtigt. 

Die  Rekurrierenden  haben  überdies  rechtzeitig  die  Zustellung  des  bau-

rechtlichen  Entscheids  verlangt  und  damit  ihr  Rekursrecht  auch  in  dieser 

Hinsicht gewahrt. 

2. 

Kurz vor dem auf den 12. März 2013 (13:00 Uhr) angesetzten Lokaltermin 

wurde die Rekursinstanz  von den Rekurrierenden darüber informiert, dass 

die "Hälfte der Profilstangen" nicht mehr stehe (vgl. act. 16). Anlässlich des 

gleichwohl  durchgeführten  Augenscheins  traf  die  Gerichtsabteilung  eine 
− soweit  erkennbar  –  vollständige  Profilierung  an.  Der  Vertreter  der  Bau-
herrschaft erklärte auf entsprechende Frage, dass gewisse Profilstangen im 

Interesse notwendiger Arbeiten auf dem Rekursgrundstück vorübergehend 

hätten beseitigt werden müssen. Kurz vor dem Augenschein, konkret wäh-

rend  der  Mittagszeit,  seien  sie  durch  ihn  wieder  gesetzt  worden.  Seitens 

der Rekurrierenden wurde mit Nichtwissen bestritten, ob die wieder aufge-

stellten  Profile  das  strittige  Bauvorhaben  höhenmässig  korrekt  wiederge-

ben. 

Welche  Profilstangen  neu  gesetzt  wurden,  steht  nicht  im  Einzelnen  fest. 

Jedoch wurde selbst nach rekurrentischer Darstellung höchstens die Hälfte 

der Profilstangen neu aufgestellt, sodass zumindest bei der anderen Hälfte 

vom  Fortbestand  der  durch  die  Gemeinde  höhenüberprüften  Aussteckung 

auszugehen  war.  Im  Hinblick  darauf  sah  sich  die  Rekursinstanz  dazu  im-

stande,  das  strittige  Bauvorhaben  (im  Verbund  mit  den  am  Augenschein 

vorliegenden Bauplänen) volumetrisch abzuschätzen.  

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Seite 3 

 
 
Ein Anlass dazu, den Augenschein abzubrechen und zu einem solchen er-

neut vorzuladen, bestand daher nicht. 

3. 

Streitbetroffen  ist  das  in  Z  befindliche,  im  Nordosten  vom  T.-weg  und  im 

Südosten vom L.-weg bzw. einem von diesem her zugänglichen Fahrzeug-

abstellplatz  begrenzte  Grundstück  Kat.-Nr.  5293.  Die  Bauherrschaft  beab-

sichtigt, auf dieser nach Südwesten abfallenden Parzelle zwei in einem Ab-

stand  von  13,5 m  nebeneinander  situierte,  durch  einen  Zwischenbau  ver-

bundene  Einfamilienhäuser  zu  erstellen  (Häuser  West  und  Süd).  Die  für 

sich  betrachtet  einen  Grundriss  von  9  x  14 m  aufweisenden  Wohnbauten 

verfügen  über  je  zwei  anrechenbare  Untergeschosse  (von  den  eines  nur 

beschränkt  in  den  gewachsenen  Boden  ragt;  in  den  Plänen  Erdgeschoss 

genannt)  sowie  je  ein  Voll-  und  ein  Dachgeschoss.  Überdacht  sind  sie 

durch  Schrägdächer,  deren  Firste  parallel  zur  Gebäudelängsseite  von 

Nordosten  nach  Südwesten  und  damit  in  der  Hangfalllinie  verlaufen.  Der 

dreigeschossige,  2,9 m  von  den  Südwestfassaden  der beiden  Einfamilien-

häuser zurückversetzte Zwischenbau ist demgegenüber mit einem begrün-

ten  Flachdach  versehen.  Im  obersten  Geschoss  des  bis  knapp  unter  die 

Traufe  der  Einfamilienhäuser  reichenden  Zwischenbaus  sind  Garagen  un-

tergebracht.  Im  mittleren  Geschoss  befinden  sich  Waschküchen,  deren 

Fensterfläche  gemäss  einem  Vermerk  in  den  Plänen  weniger  als  5 %  der 

Bodenfläche beträgt (vgl. act. 13.4). 

Das Rekursgrundstück gehört nach der geltenden Bau- und Zonenordnung 

(BZO) der zweigeschossigen Wohnzone W2/30 an. In dieser sind ein klei-

ner Grundabstand von 5 m und ein grosser Grundabstand von 8 m zu be-

achten (Art. 15 BZO). Letzterer gilt nach Art. 25 Abs. 1 Satz 2 BZO "für die 

längere  Fassade,  welche  nach dem  Sektor Ost-Süd-West  gerichtet  ist". In 

Art. 34 BZO hat die Gemeinde  Z bestimmt, dass das Freilegen von Unter-

geschossen nur bis 1,5 m unterhalb des gewachsenen Bodens zulässig ist. 

4. 

Die  Rekurrierenden  wenden  gegen  die  von  der  Vorinstanz  erteilte  Bewilli-
gung  für das  vorstehend  umschriebene  Bauvorhaben  zur Hauptsache  ein, 
dass  bei  diesem  der  grosse  Grundabstand  nicht  wie  projektiert  auf  der 

Südwest-, sondern vielmehr der Südostseite eingehalten sein müsste. Wei-

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Seite 4 

 
 
ter machen sie geltend, dass sich die geplanten Gebäude nicht in das be-

stehende "hochwertige Einfamilienhausquartier" einordneten. 

Auf  die  von  den  Rekurrierenden  im  Weiteren  gerügten  Rechtsverstösse 

wird  in  den  nachstehenden  Erwägungen  eingegangen.  In  diesen  wird,  so-

weit erforderlich, auch auf die Entgegnungen der Vorinstanz zu den rekur-

rentischen Einwänden insgesamt Bezug genommen.  

5.1. 

Zur Frage der Ansetzung des grossen Grundabstandes führt die Vorinstanz 

in ihrer Rekursantwort an, dass die 36 m lange Südwestseite des Gesamt-

kubus sowohl optisch als auch architektonisch als längste Fassade im Sek-

tor  Ost-Süd-West  in  Erscheinung  trete.  Daran  ändere  der  auf  jener  Seite 

2,90 m  von  den  Fassaden  der  Einfamilienhäuser  zurückspringende  Zwi-
schenbau  nichts.  Gemäss  langjähriger  –  von  der  Rekursinstanz  in  einem 
vorgängigen  Entscheid  als vertretbar eingestufter  – Praxis zu  Art. 25 BZO 
würden  nur  Gebäudevorsprünge  mit  einer  Tiefe  von  mindestens  3 m  als 

"selbständig  fassadenbildend"  betrachtet.  Dieses  Mass  werde  durch  die 

beidseits  des  Zwischenbaus  vorspringenden  Einfamilienhäuser  nicht  er-

reicht. 

5.2. 

Mit  der erwähnten  vorinstanzlichen  Praxis hatte  sich  die  Rekursinstanz  im 

Entscheid BRKE II Nr. 0038/2010 vom 2. März 2010 zu befassen. Die Vor-

instanz führte damals an, dass bei der Bestimmung der Fassadenlänge im 

Sinne von Art. 25 BZO zurückversetzte Fassadenbereiche nur bis zu einer 

Tiefe von 3 m, was der Differenz zwischen grossem und kleinem Grundab-

stand entspreche, berücksichtigt würden. Weiter zurückliegende Fassaden 

seien unter dem Gesichtspunkt der Zweckbestimmung von Art. 25 BZO be-

deutungslos. 

Die  Rekursinstanz  gelangte  im  erwähnten  Entscheid  zum  Schluss,  dass 

diese Interpretation von Art. 25 BZO ohne weiteres vertretbar und auf alle 

Fälle innerhalb des Ermessensspielraums liege, welcher der Vorinstanz bei 

der Anwendung dieser Norm zukommt. Hieran ist vorliegend festzuhalten.  

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Seite 5 

 
 
5.3. 

Am  vorstehend  Gesagten  vermag  der Hinweis der Rekurrierenden auf  die 

Regelung  von  Art.  30  Abs.  1  BZO  nichts  zu  ändern.  Nach  dieser  Bestim-

mung  haben  Hauptgebäude  Schrägdächer  aufzuweisen,  deren  Firstrich-

tung  parallel  zur  längeren  Gebäudeseite  verläuft.  Letztere  muss  nach  An-

sicht der Rekurrierenden auch für den grossen Grundabstand massgebend 

sein.  

Beizupflichten ist den Rekurrierenden darin, dass die für die Ansetzung des 

Firstes eines Schrägdaches und die für die Einhaltung des grossen Grund-

abstandes massgebende Gebäudeseite häufig identisch sein dürften. Dies 

ist jedoch zumindest vom Wortlaut der entsprechenden Bestimmungen her 

nicht zwingend. Während für den grossen Grundabstand nach Art. 25 BZO 

die in bestimmter Weise ausgerichtete "längere Fassade" massgebend ist, 

ist der First von Schrägdächern nach Art. 30 Abs. 1 BZO parallel zur "län-

geren  Gebäudeseite"  anzusetzen.  Diese  Bestimmungen  sind  auch  unter-

schiedlich  motiviert.  Bei  der  Regelung  über  die  Firstansetzung  handelt  es 

sich um eine Gestaltungsvorschrift. Die sich auf den grossen Grundabstand 

beziehende  Bestimmung  ist,  auch  wenn  dies  aus  deren  Wortlaut  (im  Ge-

gensatz zu entsprechenden Regelungen anderer Gemeinden) nicht mit al-

ler Deutlichkeit hervorgeht, wohnhygienisch motiviert. Der Sinn und Zweck 

von  grossen  Grundabständen  liegt  regelmässig  darin,  die  Besonnung  und 

Belichtung des auf dem Baugrundstück geplanten Gebäudes zu verbessern 

(vgl. VB.2004.00145, E. 5; www.vgrzh.ch).  

Dieser  Zweck  würde  verfehlt,  wenn  der  grosse  Grundabstand  vorliegend 

auf  der  Südostseite  eingehalten  werden  müsste.  Die  Wohnräume  der  ge-

planten Einfamilienhäuser sind, was die Befensterung und die Balkone zei-

gen,  klarerweise  nach  Südwesten  ausgerichtet.  Die  in  der  Südostfassade 

von Haus Süd vorhandenen Fenster belichten weitgehend Schlaf- und Sa-

nitärräume sowie einen Korridor (vgl. act. 13.4 und 13.5). 

5.4. 

Seine  Richtigkeit  hat  andererseits,  dass  die  Firste  der  Schrägdächer  der 
beiden  Einfamilienhäuser  –  bei  gesonderter  Betrachtung  dieser  Bauten − 
parallel zu deren längerer Gebäudeseite verläuft. Damit wird bei diesen als 
eigenständig wahrgenommenen Dächern der gestalterischen Vorschrift von 
Art. 30 BZO genügt. Würde die längere Fassade im Sinne von Art. 25 BZO 

als  für  die  Firstansetzung  massgebend  angesehen,  entstünden  Gebäude 

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im  "Chaletstil",  die  jedenfalls  nach  der  verwaltungsgerichtlichen  Recht-

sprechung verpönt sind (vgl. hierzu VB.2011.00668 in BEZ 2012 Nr. 4).  

5.5. 

Aus  diesen  Gründen  erweisen  sich  die  gegen  die  Ansetzung  des  grossen 

Grundabstandes  gerichteten  Einwände  der Rekurrierenden  als nicht  stich-

haltig. 

6. 

Nicht  genügt  wird  nach  Auffassung  der  Rekurrierenden  auch  der  Abgra-

bungsvorschrift von Art. 34 BZO. Sie machen geltend, dass das zulässige 

Abgrabungsmass von 1,5 m bei der Westecke von "Haus West" überschrit-

ten sei.  

Dieser Einwand erweist sich als unzutreffend. Entgegen der Darstellung der 

Rekurrierenden  wird  der  heute  im  fraglichen  Bereich  auf  der  Kote 

515.94 m ü. M.  verlaufende  gewachsene  Boden  nicht  bis  auf  die  Kote 

514.10 m ü. M., sondern lediglich bis auf das Mass von 514.55 m ü. M. ab-

gegraben (vgl. act. 13.8 [Nord-West-Fassade Haus West]). Unerheblich ist, 

dass  der  künftige  gestaltete  Boden  als  mauerumrandetes  Pflanzbeet  aus-

gestaltet  wird  (vgl.  act.  13.3).  Sinn  und  Zweck  von  Art.  34  BZO,  nämlich 

dass Untergeschosse über dem gestalteten Boden nicht mehr als 1,5 m in 

Erscheinung treten sollen, wird auch auf diese Weise genügt.  

7. 

Im Erdgeschoss des Zwischenbaus sind die Waschküchen der seitlich an-

grenzenden  Einfamilienhäuser  geplant.  Gemäss  einem  Vermerk  im  Plan 
Grundrisse EG beträgt die Fensterfläche dieser je 23,1 m2 grossen Räume 
"weniger  als  5 %  der  Bodenfläche"  (vgl.  act.  13.4).  Die  Rekurrierenden 

wenden  ein,  dass  das  genannte  Mass  durch  die 

im  Plan 

Süd-West-Fassade  ausgewiesenen  Fenster  dieser  Räume  deutlich  über-

schritten  sei  (vgl.  act. 13.7).  Aufgrund  der  Ausgestaltung  der  fraglichen 
Räume  bestehe  die  Gefahr,  dass  diese  –  weil  zur  Überschreitung  der  er-
laubten  Ausnützung  führend −  unzulässigerweise  zu  anrechenbaren  Zwe-
cken verwendet würden. Eine solche Nutzung sei daher durch eine grund-
buchliche Anmerkung zu untersagen.  

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Hierzu besteht kein zwingender Grund. Zutreffend ist zwar, dass durch die 

im Plan Süd-West-Fassade dargestellten Fenster der fraglichen Räume ei-

ne  5 %  der  Bodenfläche  überschreitende  Fensterfläche  gegeben  ist.  Die 

Bauherrschaft  ist  indessen  auf  der Angabe  im  Erdgeschossplan  zu  behaf-

ten.  Die  Fenster  werden  daher  zu  verkleinern  sein.  Sofern  die  fraglichen 

Räume  nur  ihrem  deklarierten  Verwendungszweck  entsprechend  ausge-

baut  und  insbesondere  mit  den  notwendigen  Anschlüssen  versehen  wer-

den, ist, weil sich Waschküchen wegen der notwendigen Zu- und Ableitun-

gen innerhalb eines Gebäudes nicht ohne Weiteres verschieben lassen, ei-

ne  unzulässige  Umnutzung  wenig  wahrscheinlich.  Ein  Nutzungsrevers  er-

weist sich daher als entbehrlich. 

8.1. 

Die  Rekurrierenden  halten  schliesslich  auch  dafür,  dass  das  strittige  Bau-

vorhaben der Einordnungsvorschrift von § 238 Abs. 1 PBG widerspreche. 

Nach dieser Norm sind Bauten, Anlagen und Umschwung für sich und in ih-

rem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung im 

Ganzen  und  in  ihren  einzelnen  Teilen  so  zu  gestalten,  dass  eine  befriedi-

gende Gesamtwirkung erreicht wird. 

Bei  der  Anwendung  dieser  Vorschrift  steht  der  örtlichen  Baubehörde  eine 

besondere  Entscheidungs-  und  Ermessensfreiheit  zu.  Insoweit  auferlegt 

sich das Baurekursgericht bei der Überprüfung diesbezüglicher kommuna-

len  Entscheide  Zurückhaltung.  Es  überprüft  zwar  nicht  nur  die  Rechtmäs-

sigkeit, sondern auch die Zweckmässigkeit der kommunalen Verfügung, er-

setzt  aber  einen  vertretbaren  Ermessensentscheid  der  Gemeindebehörde 

nicht durch eigenes Ermessen. 

8.2. 

Die  Rekurrierenden  begründen  die  ihres  Erachtens  fehlende  Einordnung 

damit,  dass  die  innerhalb  eines  hochwertigen,  unternutzten  Einfamilien-

hausquartiers geplanten "klotzigen Einfamilienhäuser" auf die sensible Um-

gebung  ungenügend  Rücksicht  nähmen.  Durch  den  überdies  geplanten 

Zwischenbau entstehe ein quer zum Hang stehender unpassender Gebäu-
deriegel. Zu kritisieren seien insbesondere auch die in der Hangfalllinie ver-
laufenden Firste, durch welche die Gebäude in einen Gegensatz zum bau-

lichen Umfeld träten.  

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Dem  letztgenannten  Einwand  hält  die  Vorinstanz  unter  Hinweis  auf  eine 

von ihr eingereichte, dem GIS-Browser der Baudirektion entnommene Luft-

aufnahme  (vgl.  act.  13.12) entgegen,  dass  im fraglichen  Gebiet  keine  ein-

heitliche Firstrichtung gegeben sei. Zur Kubatur der projektierten Gebäude 

führt  die  Vorinstanz  an,  dass  gemäss  konstanter  Rechtsprechung  einer 

Bauherrschaft  gestützt  auf  die  Einordnungsvorschrift  höchstens  beim  Vor-

liegen  ausserordentlicher  Umstände  untersagt  werden  könne,  die  zonen-

gemässen  Baumöglichkeiten  auszuschöpfen.  Solch  besondere  Umstände 

seien in casu nicht gegeben. Für sich selbst betrachtet wird das Projekt im 

angefochtenen  Beschluss  als  "gut  gestaltet"  bezeichnet.  Positiv  hervorge-

hoben wird auch die Wahl der Fassadenfarben (beige bei den Einfamilien-

häusern,  braun  beim  Zwischenbau;  vgl.  act.  13.7),  die  das  Bauvorhaben 

kleiner erscheinen liessen, als es bei hellen Fassadenfarben der Fall wäre.  

Inwiefern die Vorinstanz bei diesen Einschätzungen das ihr bei der gestal-

terischen Beurteilung von Bauvorhaben zustehende Ermessen rechtsmiss-

bräuchlich  gehandhabt  haben  sollte,  ist  nicht  erkennbar.  Richtig  ist  zwar, 

dass  die  Kubatur  beim  strittigen  Projekt  teils  deutlich  über  derjenigen  der 

bestehenden  Gebäude  liegt.  Dies  gilt  gemäss  den  Feststellungen  anläss-

lich  des  Augenscheins  namentlich  für  die  vorhandenen  älteren  Bauten 

talseits des Baugrundstücks (Prot. S. 6 f., Fotos 1 und 5). Der Unterschied 

zu  den  bergwärts  des  T.-wegs  bestehenden  neueren  Gebäuden,  nament-

lich auch demjenigen der Rekurrierenden Nr. 1, ist demgegenüber weniger 

ausgeprägt (Prot. S. 7, Fotos 3 und 4). Wenn die Vorinstanz zum Schluss 

gelangte,  dass das  ihr  zur Genehmigung  vorgelegte  Projekt  innerhalb  des 

gegebenen  baulichen  Umfelds  gestalterisch  genügend  sei,  erweist  sich 

dies  als  vertretbar.  Dies  gilt  mit  Blick  auf  die  bestehende  Dachlandschaft 

auch für die vorgesehene Firstrichtung. Zum überdies monierten Entstehen 

eines Riegels hat die Vorinstanz in nachvollziehbarer Weise erwogen, dass 

eine  solche  optische  Wirkung  durch  die  geplante  Höhen-  und  Fassaden-

staffelung nicht eintritt.  

Als Fazit ist festzuhalten, dass sich die Vorinstanz bei ihrem eine genügen-

de  Einordnung  des  strittigen  Bauvorhabens  bejahenden  Entscheid  im 

Rahmen  des  ihr  diesbezüglich  zustehenden  Ermessens  hielt.  Die  entge-

genstehende Auffassung der Rekurrierenden ist nicht stichhaltig. 

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Seite 9 

 
 
8.3. 

Nicht einzutreten ist auf den Rekurs, soweit sich die Rekurrierenden im Zu-

sammenhang  mit  der 

ihres  Erachtens  zulässigen  Überbauung  des 

Rekursgrundstücks auf eine aus dem Jahr 1963 datierende diesbezügliche 

Dienstbarkeit beziehen. Diese brauchte die Vorinstanz, welche nach § 320 

PBG lediglich zu prüfen hatte, ob das Vorhaben den Vorschriften des  Pla-

nungs-  und  Baugesetzes  und  den  zugehörigen  Verordnungen  entspricht, 

nicht zu berücksichtigen. 

9.1. 

Bei  beiden  der  geplanten  Einfamilienhäuser  sind  auf  der  südöstlichen 

Schrägdachfläche  jeweils  auf  drei  Felder  aufgeteilte  Sonnenkollektoren 

vorgesehen.  Diese  nehmen  die  neben  den  überdies  geplanten  Schlepp-

gauben vorhandene Dachfläche beim Haus West fast vollständig und beim 

Haus Süd weitgehend ein (vgl. act. 13.8). 

Art. 39 Abs. 1 BZO bestimmt, dass Anlagen zur Nutzung von Sonnenener-

gie gestattet sind, wenn eine befriedigende Einordnung erreicht wird. Auch 

bei der Anwendung dieser Norm steht der örtlichen Baubehörde ein von der 

Rekursinstanz zu respektierender Ermessensspielraum zu. 

9.2. 

Die Rekurrierenden wenden gegen die Solaranlagen ein, dass die Dächer 

durch  diese  unruhig  und  "zerstückelt"  wirkten.  Eine  einheitliche  geschlos-

sene  Dachfläche  sei nicht  mehr wahrnehmbar. Eine befriedigende  Einord-

nung werde nicht erreicht. Ausserdem wird geltend gemacht, dass von den 

Sonnenkollektoren störende Blendwirkungen ausgehen könnten.  

Die Vorinstanz verweist diesbezüglich auf die von ihr in Dispositiv-Ziffer II.3 

statuierte Nebenbestimmung, wonach die Solaranlagen ins Dach einzulas-

sen seien und die gleiche oder eine ähnliche Farbe wie die Dachhaut auf-

zuweisen  hätten.  Damit  macht  sie  indirekt  und  in  vertretbarer  Weise  gel-

tend, dass der Anforderung von Art. 39 Abs. 1 BZO genügt werde. Die ent-

gegenstehende  Auffassung  der  Rekurrierenden,  wonach  diese  Bestim-

mung nicht eingehalten sei, erweist sich damit als unbegründet.  

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Seite 10 

 
 
9.3. 

Allerdings  stellt  sich  die  Frage,  ob  und  inwieweit  der  Bestimmung  von 

Art. 39 Abs. 1 BZO überhaupt noch eine (selbständige) Bedeutung zukom-

men kann. Mit dem in dieser Bestimmung statuierten Kriterium der befriedi-

genden  Einordnung  von  Solaranlagen  wird  nicht  anders  als  mit  § 238 

Abs. 1  PBG  verlangt,  dass  sich  eine  Solaranlage  im  Verhältnis  zum  Ge-

bäude,  auf  oder  an  dem  sie  angebracht  werden  soll,  und  gegebenenfalls 

auch im Verhältnis zur baulichen und landschaftlichen Umgebung befriedi-

gend  einordnet.  Am  1.  April  2013  ist  indes  der  neue  Absatz  4  von  § 238 

PBG in Kraft getreten. Diese Bestimmung ist im vorliegenden Rechtsmittel-

verfahren zu beachten, führt doch eine Abwägung der in Frage stehenden 

Interessen dazu, den Belangen des Umweltschutzes im Verein mit der Er-

weiterung der Grundeigentümerbefugnisse den Vorrang zu geben (vgl. zum 

Ganzen RB 1985 Nr. 116).  

Nach § 238 Abs. 4 PBG werden "sorgfältig in Dach- und Fassadenfläche in-

tegrierte Solaranlagen bewilligt, sofern nicht überwiegende öffentliche Inte-

ressen  entgegenstehen".  Das  Vorliegen  der  Rekurslegitimation  vorausge-

setzt  (§  338a  Abs.  1  PBG),  können  Nachbarn  in  bauästhetischer  Hinsicht 

somit  höchstens  noch  rügen,  die  streitgegenständliche  Solaranlage  sei 

nicht sorgfältig in die betreffende Dach- oder Fassadenfläche integriert. Mit 

darüber  hinausgehenden  gestalterischen  Einwänden  –  namentlich,  dass 
sich  die  Solaranlage  nicht  befriedigend  in  das  Erscheinungsbild  des 

rekursbetroffenen Gebäudes oder gar in dessen bauliche und landschaftli-
che Umgebung einordne – sind Nachbarn demgegenüber nicht mehr zu hö-
ren.  

Mit ihrer Rüge, wonach die Dächer durch die geplante Solaranlage unruhig 

und  "zerstückelt"  wirkten  und  eine  einheitliche  geschlossene  Dachfläche 

nicht mehr wahrnehmbar sei, machen die Rekurrierenden sinngemäss gel-

tend, dass eine sorgfältige Integration im Sinne von § 238 Abs. 4 PBG nicht 

gegeben sei. Von einer sorgfältig integrierten Solaranlage im Sinne dieser 

Bestimmung  kann  indes  ohne  Weiteres  ausgegangen  werden.  Es  ist 

schwer  vorstellbar,  was  diesbezüglich  über  die  von  der  Vorinstanz  in  Dis-

positiv-Ziffer II.3 getroffene Anordnung hinaus noch verlangt werden könn-

te. Dass eine sorgfältig integrierte Solaranlage nur dann vorliege, wenn ne-

ben dieser noch eine geschlossene, normal eingedeckte Dachfläche wahr-
nehmbar ist und die Dachfläche nicht  – wie in casu – weitgehend von der 
Anlage eingenommen wird, ist § 238 Abs. 4 PBG nicht zu entnehmen. Der 

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Seite 11 

 
 
Rekurs erweist sich damit auch nach dem neu geltendem Recht als unbe-

gründet.  

9.4. 

Nach  §  238  Abs.  4  PBG  können  der  Bewilligungsfähigkeit  sorgfältig  inte-

grierter Solaranlagen höchstens noch überwiegende öffentliche Interessen 

entgegenstehen.  Eine  solches  Interesse  besteht  namentlich  an  der  Wah-

rung von Schutzobjekten (Carmen Walker Späh, PBG-Revision: Abbau von 

Hürden  bei  energetischen  Gebäudesanierungen,  PBG  aktuell  2/2012, 

S. 8 f.).  Die  sich  aus  §  238  Abs.  4  PBG  ergebende  Unbeachtlichkeit  jegli-

cher entgegenstehender privater Interessen ist indes mit dem übergeordne-

ten  Bundesumweltschutzrecht  nicht  vereinbar.  Den  vom  Umweltschutzge-

setz (USG) gewährleisteten Schutz von Menschen, Tieren und Pflanzen, ih-

rer Lebensgemeinschaften und Lebensräume vor schädlichen oder lästigen 
Einwirkungen,  wozu  nach  Art.  7  Abs.  1  USG  auch  Strahlen  gehören,  wo-

runter  hinwiederum  auch  sichtbares  Licht  einschliesslich  von  Anlagen  ge-

spiegeltes Sonnenlicht (Blendwirkung) fällt, kann die kantonalrechtliche Be-

stimmung von § 238 Abs. 4 PBG nicht ausschliessen. Nähere diesbezügli-

che Ausführungen erübrigen sich  vorliegend. Denn der rekurrentische Ein-

wand,  wonach  von  den  beim  vorliegend  strittigen  Bauvorhaben  geplanten 

Solaranlagen  störende  Blendwirkungen  ausgehen  "könnten",  erweist  sich 

als  ungenügend  substantiiert.  Die  Rekurrierenden  hätten  aufzeigen  müs-

sen,  bei  welchen  Grundstücken  und  in  welchem  Ausmass  solche  Einwir-

kungen zu erwarten sind. Dies haben sie unterlassen. In diesem Punkt ist 

auf den Rekurs somit nicht einzutreten.  

10. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Rekurs abzuweisen ist, soweit 

darauf einzutreten ist. 

[….] 

R2.2012.00145 

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