# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e59ce9c5-3a37-536a-a965-3e9b4d6cc54e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 04.05.2021 120 2021 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_120-2021-8_2021-05-04.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

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BVD 120/2021/8

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 4. Mai 2021

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn C.________
Beschwerdeführer 1

Frau D.________
Beschwerdeführerin 2

und

Baupolizeibehörde der Gemeinde Worb, Bauabteilung, Bärenplatz 1, Postfach, 3076 Worb 1

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

betreffend die Verfügung der Baupolizeibehörde Worb vom 23. Dezember 2020 
(Baugesuchs Nr. 2020-3839; Dachsanierung)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdeführerin 2 ist Eigentümerin eines Bauernhauses, das im Bauinventar als 
schützenswertes K-Objekt inventarisiert ist. Die Parzelle Worb Gbbl. Nr. G.________ liegt in der 
Landwirtschaftszone. Nachdem die Gemeinde Kenntnis erhalten hatte, dass die 
Beschwerdeführerin das Dach des Bauernhauses ohne Baubewilligung saniert hatte, führte sie 
am 26. August 2020 eine Ortsbesichtigung durch. Mit Schreiben vom 24. September 2020 
eröffnete die Gemeinde ein baupolizeiliches Verfahren und gab der Beschwerdeführerin 
Gelegenheit, ein nachträgliches Baugesuch einzureichen.1 Am 27. Oktober 2020 reichten die 
Beschwerdeführenden ein nachträgliches Baugesuch für die Erneuerung des Dachs sowie ein 
Ausnahmegesuch nach Art. 24 ff. RPG2 ein.3

Mit Fachbericht vom 26. November 2020 beantragte die Denkmalpflege des Kantons Bern (KDP), 
das Bauvorhaben sei mit folgenden Auflagen zu bewilligen:

- Ortbrett eingeschnitten, keine Ortgangziegel. Ort- und Traufabschluss im historischen Kontext verjüngt.

1 Vorakten pag. 25
2 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)
3 Vorakten pag. 9 ff.

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- Kein Dachabsatz, bei einem Übergang von Unterdach zu Nacktdach ist die Differenz auszuschiften.
- Ziegelart Muldenziegel M 72 naturrot.
- Schneerückbehalt mit Rohrfänger, keine Schneestopper.
- Die im Inventar erwähnten und offenbar 1999 restaurierten Windladen sind integral zu erhalten.
- Dacheinbauten gemäss Vorgaben des Amtes für Gemeinden und Raumordnung.

Als Hinweis hielt die KDP fest, ausnahmsweise könnten auf dieser Höhenlage auch 
Bergmuldenziegel verwendet werden, um die Sicherheit im öffentlichen Raum zu gewährleisten.4

Das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) erteilte mit Verfügung vom 11. Dezember 2020 
die Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG und erklärte die Auflagen der KDP gemäss 
Fachbericht vom 26. November 2020 zum integrierenden Bestandteil der Ausnahmebewilligung. 

Mit Entscheid (Verfügung) vom 23. Dezember 2020 erteilte die Gemeinde Worb die 
Baubewilligung. Unter dem Titel «Auflagen» verfügte sie die Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustandes innert 180 Tagen ab Rechtskraft, jedoch spätestens bis am 31. Juli 2021, wie folgt:

- Die Bedingungen und Auflagen der Denkmalpflege des Kantons Bern sind in allen Teilen umzusetzen.
- Die Ortgangziegel sind zu entfernen und die Ziegel sind im Ortbrett einzuschneiden.
- Kein Dachabsatz, bei einem Übergang von Unterdach zu Nacktdach ist die Differenz auszuschiften.
- Die Schneestopper sind zu entfernen. Sie können durch einen Rohr-Schneefänger ersetzt werden.
- Kamine haben den Dachfirst (Steildach) gestützt auf die LRV um 50 cm zu überragen.

2. Dagegen reichte der Projektverfasser am 19. Januar 2021 eine von den 
Beschwerdeführenden mitunterzeichnete «Einsprache» bei der Gemeinde ein. Die Gemeinde 
Worb leitete die Eingabe an die Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) weiter. 

3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet,5 bat die 
Beschwerdeführenden, mitzuteilen, ob sie Beschwerde erheben wollten und wer in diesem Fall 
Beschwerdeführer sei. Falls bis zur gesetzten Frist keine Mitteilung eingehe, gehe die BVD davon 
aus, dass sie keine Beschwerde erheben wollten. 

Mit Eingabe vom 3. Februar 2021 teilten die Beschwerdeführenden mit, dass sie Baubeschwerde 
erheben wollten und reichten eine ausführlichere Begründung nach. Sie beantragen die 
Aufhebung der Auflage, wonach die Ortgangziegel zu entfernen und die Ziegel im Ortbrett 
einzuschneiden seien. Zu den weiteren Auflagen hielten sie fest, die Auflage zum Dachabsatz sei 
nicht relevant, weil keine solchen baulichen Massnahmen ausgeführt worden seien. Mit der 
Auflage, die Schneestopper zu entfernen, wären sie allenfalls einverstanden, auch wenn sie 
überzeugt seien, dass diese aus Gründen der Sicherheit erforderlich seien. Am Kamin seien keine 
Änderungen vorgenommen worden. Dieser überrage den First nach wie vor vorschriftsgemäss.

4. Das Rechtsamt führte den Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Die 
Gemeinde Worb reichte die Vorakten mit Kurzbrief vom 19. Februar 2021 ein, ohne einen Antrag 
zu stellen. Das AGR beantragt in seiner Stellungnahme vom 25. Februar 2021 die Abweisung der 
Beschwerde. 

5. Mit Verfügung vom 12. März 2021 teilte das Rechtsamt der BVD den Parteien mit, aufgrund 
einer vorläufigen summarischen Beurteilung sei das rechtliche Gehör der Beschwerdeführenden 

4 Vorakten pag. 6
5 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191)

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im vorinstanzlichen Verfahren sowie durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden, was 
grundsätzlich die Aufhebung des Entscheids und Rückweisung an die Vorinstanz zur Folge habe. 
Die umstrittenen Auflagen zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes würden 
vorliegend so eng mit der (nicht angefochtenen) Bau- und Ausnahmebewilligung 
zusammenhängen, dass eine getrennte Beurteilung nicht möglich sei. Es werde daher erwogen, 
den Entscheid der Gemeinde Worb und die Verfügung des AGR gesamthaft aufzuheben und die 
Sache zur Fortsetzung des Verfahrens an die Gemeinde zurückzuweisen. Da dies über den 
Antrag der Beschwerdeführenden hinausgehen würde, wies das Rechtsamt die 
Beschwerdeführenden auf die Möglichkeit eines Beschwerderückzugs hin.

Die Gemeinde Worb äusserte sich mit Stellungnahme vom 26. März 2021 zur mutmasslichen 
Gehörsverletzung und teilte mit, dass sie keinen Grund sehe, den Gesamtbauentscheid und die 
Verfügung des AGR aufzuheben und die Sache an die Gemeinde zurückzuweisen. Die 
Beschwerdeführenden hielten mit ihrer Stellungnahme vom 26. März 2021 an der Beschwerde 
fest.

6. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Die Gemeinde hat im angefochtenen Entscheid nicht nur die (nachträgliche) Baubewilligung 
erteilt, sondern auch Wiederherstellungsmassnahmen angeordnet. Beim vorinstanzlichen 
Entscheid handelt es sich daher um einen Bauentscheid im Sinne von Art. 32 ff. BauG6 und um 
eine Verfügung in einem Baupolizeiverfahren im Sinne von Art. 46 BauG. Bauentscheide und 
baupolizeiliche Verfügungen können innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der 
BVD angefochten werden (Art. 40 und 49 BauG). Die angefochtenen Auflagen wurden überdies 
in der Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG verbindlich erklärt. Verfügungen des AGR über 
Ausnahmegesuche nach den Art. 23 ff. RPG können zusammen mit dem Bauentscheid ebenfalls 
mit Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden (Art. 84 Abs. 4 BauG). Die BVD ist somit 
für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. Die Beschwerdeführenden sind 
Baugesuchstellende und Verfügungsadressaten. Die Beschwerdeführerin 2 ist überdies 
Eigentümerin des von der Wiederherstellung betroffenen Bauernhauses. Die 
Beschwerdeführenden sind durch den angefochtenen Entscheid in eigenen schutzwürdigen 
Interessen betroffen und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. 

b) Nach Art. 32 Abs. 2 VRPG7 müssen Parteieingaben einen Antrag, die Angabe von 
Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift enthalten; greifbare 
Beweismittel sind beizulegen. Bei fristgebundenen Eingaben müssen Antrag und Begründung 
innert der Frist eingereicht sein (Art. 33 Abs. 3 VRPG). An die Begründung einer Laienbeschwerde 
werden praxisgemäss keine hohen Anforderungen gestellt. Aus der Beschwerde muss aber der 
klare Wille zur Anfechtung hervorgehen und ersichtlich sein, in welchen Punkten und weshalb der 
angefochtene Entscheid beanstandet wird. Es genügt nicht, lediglich zu behaupten, der 

6 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 3. Aufl., Band I, Bern 2007, Art. 46 N. 15
7 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)

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angefochtene Entscheid sei falsch.8 Rechtliche Überlegungen sind nicht notwendig, da die 
Behörde das Recht von Amtes wegen anzuwenden hat.9 
Die Beschwerdeführenden bestätigten auf Nachfrage ihren Beschwerdewillen. In ihrer innert Frist 
eingereichten Eingabe mit dem Titel «Einsprache Bauentscheid» erklärten sie, sie seien mit 
diesem Bauentscheid nicht einverstanden. Sie seien sicher kompromissfähig, wenn es um 
verhältnismässige, sinnvolle Entscheide gehe. Die KDP habe nur eine beratende Funktion, 
zuständig für den Entscheid sei die Gemeinde. Sie beantragten eine Besprechung vor Ort, um 
gemeinsam eine gute Lösung zu finden. Auch wenn die Begründung äusserst knapp gehalten ist, 
geht insgesamt hervor, dass die Beschwerdeführenden der Auffassung sind, die mit der 
Baubewilligung verfügten Wiederherstellungsmassnahmen seien nicht verhältnismässig. Da die 
Gemeinde den Beschwerdeführenden das rechtliche Gehör zu den 
Wiederherstellungsmassnahmen nicht gewährt hatte und der Bauentscheid überdies nicht 
begründet ist (siehe nachfolgende Erwägung), war eine sachgerechte Anfechtung erschwert. Die 
Beschwerde genügt damit den Formerfordernissen von Art. 32 Abs. 2 VRPG. Auf die fristgerecht 
eingereichte Beschwerde kann eingetreten werden.

2. Rechtliches Gehör

a) Die Gemeinde stellt sich auf den Standpunkt, dass zum Zeitpunkt des Fachberichts der KDP 
vom 26. November 2020 die Bauarbeiten bereits abgeschlossen waren. Zudem seien die Auflagen 
im öffentlich-rechtlichen Interesse und unabhängig von den wirtschaftlichen Interessen der 
Baugesuchstellenden vorzunehmen. Deshalb habe sich die Gemeinde gegen eine vorgängige 
Zustellung und Eröffnung des Fachberichts entschieden.

b) Nach Art. 21 Abs. 1 VRPG hört die Behörde die Parteien an, bevor sie verfügt. Dies dient 
einerseits der Klärung der Sachlage und anderseits der Wahrung der Interessen der von einer 
allfälligen Wiederherstellungsverfügung betroffenen Grundeigentümer. Der Anspruch auf 
rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV10) umfasst auch das Recht der Parteien, von jedem 
eingereichten Aktenstück bzw. jeder Stellungnahme von Parteien und Behörden Kenntnis zu 
nehmen und sich dazu äussern zu können. Das gilt unabhängig davon, ob diese neue Tatsachen 
oder Argumente enthalten und ob sie die Entscheidbehörde tatsächlich zu beeinflussen 
vermögen. Die Beteiligten sind deshalb über jede Eingabe zu informieren, damit sie Gelegenheit 
haben, sich dazu zu äussern, wenn sie dies als notwendig erachten. Daher sind den Parteien im 
Baubewilligungsverfahren sämtliche Amts- und Fachberichte zuzustellen.11

Die Gemeinde stellte den Beschwerdeführenden zwar das Verfahrensprogramm zu, aus dem 
hervorgeht, dass nebst dem Gewässerschutzbericht der Gemeinde die Verfügung des AGR und 
ein Fachbericht der KDP eingeholt werden. Die Gemeinde stellte den Beschwerdeführenden aber 
den Fachbericht der KDP vom 26. November 2020 nicht zu. Die Beschwerdeführenden erhielten 
daher keine Kenntnis der von der KDP beantragten Auflagen, die im Kern 
Wiederherstellungsmassnahmen darstellen. Die Gemeinde gab den Beschwerdeführenden auch 
nicht in anderer Form bekannt, dass Wiederherstellungsmassnahmen geprüft werden. 
Dementsprechend hatten die Beschwerdeführenden keine Gelegenheit, sich zu den drohenden 

8 BVR 1997 S. 97 E. 4e; Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 32 N. 13 und 22
9 Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 32 N. 21; BGE 118 Ib 134 E. 2; VGE 22138 
vom 17. Dezember 2004
10 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101)
11 BGE 138 I 484 E. 2.1, 133 I 100 E. 4.3 ff.; BVR 2009 S. 328 ff. E. 2.4; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum 
Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 38-39 N 9b; Urs Eymann, Das rechtliche Gehör im 
erstinstanzlichen Baubewilligungsverfahren, in KPG-Bulletin 2006 S. 47 ff.

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einschränkenden Auflagen zu äussern. Das rechtliche Gehör der Beschwerdeführenden wurde 
verletzt.

c) Weiter verlangt der Anspruch auf rechtliches Gehör, dass sich die Behörde mit den 
Vorbringen der Parteien auseinandersetzt und ihre Verfügung bzw. ihren Entscheid begründet 
(Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG). Die Begründung muss so abgefasst sein, dass die Betroffenen die 
Verfügung sachgerecht anfechten können. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt 
werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. Bei 
belastenden Anordnungen sind die Anforderungen an die Begründung erhöht.12

Im angefochtenen Entscheid erklärte die Gemeinde die Verfügung des AGR vom 11. Dezember 
2020 und den Fachbericht der KDP vom 27. November 2020 zum integrierenden Bestandteil der 
Baubewilligung. Der Entscheid selber enthält jedoch keine Begründung für die angeordneten 
Wiederherstellungsmassnahmen. Die Begründung kann zwar in einem Verweis auf ein anderes 
Aktenstück bestehen, sofern dieses eine Begründung enthält.13 Solches ist weder beim 
Fachbericht der KDP noch bei der Verfügung des AGR der Fall. Aus dem angefochtenen 
Entscheid ist im Übrigen nicht ersichtlich, ob den Beschwerdeführenden die Verfügung des AGR 
und der Fachbericht der KDP eröffnet wurden. Für die Beschwerdeführenden war somit nicht 
ersichtlich, weshalb beim Dach Auflagen zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands 
angeordnet wurden. Hinzu kommt, dass der Entscheid eine Auflage zur Kaminhöhe enthält, 
obwohl diese soweit ersichtlich nicht Gegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens war. Es ist 
unklar, ob bei der Kaminhöhe ein unrechtmässiger Zustand besteht oder ob die Auflage nur im 
Sinne eines allgemeinen Hinweises aufgeführt wurde. Die mangelhafte Begründung des 
angefochtenen Entscheids und der Einbezug eines neuen Gegenstands (Kaminhöhe) stellen 
weitere Verletzungen des rechtlichen Gehörs dar, welche die sachgerechte Anfechtung des 
Entscheids erschwerten. 

3. Aufhebung von Amtes wegen und Rückweisung

a) Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist ein formeller Anspruch; die Verletzung des 
rechtlichen Gehörs führt deshalb grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. 
Eine Gehörsverletzung kann zwar dann geheilt werden, wenn die Rechtsmittelinstanz dieselbe 
Kognition hat wie die Vorinstanz und der beschwerdeführenden Person aus der Heilung kein 
Nachteil erwächst. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist selbst bei schwerwiegenden 
Gehörsverletzungen eine Heilung nicht ausgeschlossen, wenn und soweit die Rückweisung zu 
einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde.14

b) Im vorliegenden Fall wurde das rechtliche Gehör der Beschwerdeführenden durch die Vor-
instanz in mehrfacher Weise verletzt. Die Kumulation von Gehörsverletzungen steht vorliegend 
einer Heilung entgegen, dies auch deshalb, weil im Beschwerdeverfahren weder die Gemeinde 
noch das AGR in der Sache Stellung genommen haben. Eine materielle Auseinandersetzung und 
damit eine Heilung wären nicht ohne weitere Verfahrensschritte möglich. Hinzu kommt, dass der 
Sachverhalt nicht klar erstellt ist, machen doch die Beschwerdeführenden geltend, dass gewisse 
Auflagen unnötig seien, weil keine entsprechenden Änderungen vorgenommen worden seien. Es 
ist nicht Aufgabe der BVD als Rechtsmittelinstanz, die notwendigen weiteren Abklärungen zu 
treffen. 

12 BVR 2018 S. 341 E. 3.4.2, 2016 S. 402 E. 6.2; BGE 140 II 262 E. 6.2; Michel Daum, in Kommentar zum bernischen 
VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 52 N. 7
13 Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 52 N. 6
14 BGE 142 II 218 E. 2.8.1; Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 21 N. 9 bis 11

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c) Der angefochtene Entscheid leidet ausserdem an einem Widerspruch, indem für die 
Dachsanierung die Baubewilligung gemäss den Plänen vom 23. Dezember 2020 erteilt wird, 
gleichzeitig aber beim Dach Wiederherstellungsmassnahmen angeordnet werden. Diese betreffen 
unter anderem Ziegel, welche zu entfernen bzw. einzuschneiden seien. Die Bewilligung und die 
Wiederherstellungsmassnahmen stehen im vorliegenden Fall in einem untrennbaren 
Sachzusammenhang. Es wäre daher nicht möglich, den Entscheid nur hinsichtlich der 
umstrittenen Auflagen aufzuheben und zurückzuweisen.

d) Der Entscheid der Gemeinde Worb vom 23. Dezember 2020 ist daher insgesamt 
aufzuheben. Da die Auflagen der KDP auch Bestandteil der Ausnahmebewilligung nach Art. 24c 
RPG sind, ist die Verfügung des AGR vom 11. Dezember 2020 ebenfalls aufzuheben. Die Sache 
ist zur Fortsetzung des Verfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen. Dabei wird zunächst noch 
einmal der Sachverhalt zu klären sein, d.h. inwiefern das Dach und gegebenenfalls die Kaminhöhe 
nicht den anwendbaren Vorschriften entsprechen. Den Beschwerdeführenden sind sämtliche 
Fachberichte und Verfügungen zu eröffnen, sofern dies in der Zwischenzeit noch nicht erfolgt sein 
sollte. Den Beschwerdeführenden ist Gelegenheit zu geben, zu den in Aussicht stehenden 
Wiederherstellungsmassnahmen Stellung zu nehmen, wozu sinnvollerweise auch die KDP 
begrüsst wird. Soweit die Massnahmen nicht umstritten sind, erscheint eine Projektänderung nicht 
ausgeschlossen. Schliesslich wird das AGR neu zu verfügen und die Gemeinde Worb einen 
begründeten Entscheid zu fällen haben.

4. Kosten

a) Die Verfahrenskosten werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von CHF 800.– (Art. 103 
Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV15). Gemäss Art. 108 Abs. 1 VRPG sind die 
Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren der unterliegenden Partei aufzuerlegen. Bei einer 
Rückweisung wird praxisgemäss von einem vollumfänglichen Obsiegen der 
Beschwerdeführenden ausgegangen, wenn ein reformatorischer Hauptantrag vorliegt und die 
Neubeurteilung aufgrund der Rückweisung noch zu einer vollständigen Gutheissung des 
Begehrens führen kann.16 Der Gemeinde können keine Verfahrenskosten auferlegt werden, da 
sie nicht in ihren Vermögensinteressen betroffen ist (Art. 108 Abs. 2 Satz 2 VRPG). Die 
Verfahrenskosten trägt demnach der Kanton. 

b) Die Beschwerdeführenden waren nicht anwaltlich vertreten. Parteikosten sind keine zu 
sprechen (Art. 104 Abs. 1 i.V.m. Art. 108 Abs. 3 VRPG).

15 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21)
16 BVR 2016 S. 222 E. 4.1

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III. Entscheid

1. Der Entscheid der Gemeinde Worb vom 23. Dezember 2020 und die Verfügung des AGR 
vom 11. Dezember 2020 werden aufgehoben. Die Sache wird an die Gemeinde Worb 
zurückgewiesen zur Fortsetzung des Verfahrens im Sinne der Erwägungen. 

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Frau D.________ und Herrn C.________, eingeschrieben
- Baupolizeibehörde der Gemeinde Worb, Bauabteilung, eingeschrieben
- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), per E-Mail

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Rückweisungsentscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden, wenn 
die Voraussetzungen nach Art. 61 i.V.m. Art. 74 Abs. 3 VRPG erfüllt sind. Eine allfällige 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in drei Exemplaren einzureichen ist, muss einen 
Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift 
enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind beizulegen.