# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e8796d2f-ca74-5a03-ad4a-189b96a9777a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Einzelrichter 28.09.2021 ZK1 2021 79
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_002_ZK1-2021-79_2021-09-28.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Verfügung vom 28. September 2021

Referenz ZK1 21 133 / ZK1 21 79

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Michael Dürst, Vorsitzende
Bazzell, Aktuarin

Parteien A._____
Berufungsklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marc Breitenmoser
Fryberg Augustin Schmid, Quaderstrasse 8, 7000 Chur 

gegen

B._____
Berufungsbeklagter
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Guido Ranzi
Quaderstrasse 5, Postfach 519, 7001 Chur 

Gegenstand Vorsorgliche Massnahmen im Ehescheidungsverfahren 
(Kindesschutz)

Anfechtungsobj. Entscheid des Einzelrichters am Regionalgericht Plessur vom 
12. Mai 2021, im Dispositiv mitgeteilt am 2. Juni 2021, begründet 
mitgeteilt am 25. August 2021 (Proz. Nr. 135-2021-207)

Mitteilung 12. Oktober 2021

2 / 11

Sachverhalt

A. Am 23. März 2021 stellte B._____ beim Regionalgericht Plessur ein 
Gesuch um (superprovisorischen) Erlass und Abänderung vorsorglicher 
Massnahmen hinsichtlich eines unbegleiteten Besuchs- und Ferienrechts (Proz. 
Nr. 135-2021-207) in dem seit 10. Oktober 2018 zwischen ihm und A._____ 
hängigen Scheidungsverfahren (Proz. Nr. 135-2018-826).

B. Nach Abweisung des Gesuchs um superprovisorische Anordnung der 
beantragten Massnahmen ordnete der Einzelrichter für Zivilsachen am 
Regionalgericht Plessur mit Entscheid vom 12. Mai 2021, im Dispositiv mitgeteilt 
am 2. Juni 2021, begründet mitgeteilt am 25. August 2021, verschiedene 
Kindesschutzmassnahmen an, u.a. den Entzug des 
Aufenthaltsbestimmungsrechts der Eltern über ihre gemeinsame Tochter C._____ 
und deren vorsorgliche Unterbringung (Fremdplatzierung) in angemessener Weise 
ausserhalb der Familie bei Dritten (Dispositiv-Ziffer 1b). Den Vollzug der 
Kindesschutzmassnahmen delegierte der Einzelrichter an die zuständige Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde (Dispositiv-Ziffer 3).

C. Nach Eröffnung dieses Entscheids im Dispositiv beantragte A._____ 
(nachfolgend: Gesuchstellerin) beim Kantonsgericht mit Gesuch vom 10. Juni 
2021 den (superprovisorischen) Aufschub der Vollstreckbarkeit des Entscheids bis 
zum Ende der Berufungsfrist bzw. im Falle einer Berufung bis zum Entscheid des 
Berufungsgerichts. Gleichentags verlangte sie beim Regionalgericht Plessur die 
Begründung des Entscheids vom 12. Mai 2021.

D. Dem Gesuch um aufschiebende Wirkung wurde im Verfahren ZK1 21 79 
mit prozessleitender Verfügung vom 11. Juni 2021 einstweilen superprovisorisch 
entsprochen.

E. Die KESB Nordbünden erklärte auf Ersuchen der Kammervorsitzenden mit 
Schreiben vom 14. Juni 2021, den Entscheid vom 12. Mai 2021 nicht erhalten und 
keine Abklärungen zum Vollzug einer Fremdplatzierung in die Wege geleitet zu 
haben.

F. Der Einzelrichter in Zivilsachen am Regionalgericht Plessur bezog am 
17. Juni 2021 schriftlich Stellung zum Gesuch, unter Beilage des Gutachtens vom 
10. März 2021 betreffend Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit der Eltern.

G. B._____ (nachfolgend: Gesuchsgegner) beantragte mit Stellungnahme vom 
25. Juni 2021, das Gesuch abzuweisen, den einstweilen angeordneten Aufschub 

3 / 11

der Vollstreckbarkeit aufzuheben und die vom Vorderrichter angeordnete sofortige 
Vollstreckbarkeit der in den Dispositiv-Ziffern 1-4 angeordneten Massnahmen 
wieder in Kraft zu setzen und anzuordnen.

H. Am 6. Juli 2021 und am 15. Juli 2021 reichte die Gesuchstellerin neue 
Urkunden zu den Akten, wozu sich der Gesuchsgegner mit Schreiben vom 
9. August 2021 vernehmen liess. Ebenfalls am 9. August 2021 replizierte die 
Gesuchstellerin auf die Stellungnahme des Gesuchsgegners vom 25. Juni 2021. 
Beide Eingaben wurden den Parteien am 10. August 2021 zur Kenntnis gebracht, 
worauf die Gesuchstellerin mit Schreiben vom 6. September 2021 auf eine weitere 
Stellungnahme verzichtete.

I. Gleichentags reichte die Gesuchstellerin Berufung gegen den Entscheid 
vom 12. Mai 2021 (ZK1 21 133) ein und beantragte, dieser sei aufschiebende 
Wirkung zu erteilen.

J. Mit Verfügung vom 8. September 2021 wurden die Akten des Verfahrens 
ZK1 21 79 beigezogen und der im Verfahren ZK1 21 79 verfügte einstweilige 
Aufschub der Vollstreckbarkeit aufrechterhalten.

K. Mit Berufungsantwort vom 17. September 2021 beantragte der 
Gesuchsgegner mit Bezug auf den Antrag um aufschiebende Wirkung, der 
Berufung sei die aufschiebende Wirkung zu verweigern, die einstweilen 
angeordnete Untersagung der Vollstreckung des vorinstanzlichen Entscheids sei 
unverzüglich aufzuheben und die vom Vorderrichter angeordnete sofortige 
Vollstreckbarkeit der in den Dispositiv-Ziffern 1-4 angeordneten Massnahmen sei 
wieder in Kraft zu setzen und anzuordnen.

L. Mit Schreiben vom 27. September 2021 wurde den Parteien der Abschluss 
des Schriftenwechsels mitgeteilt.

Erwägungen

1.1. Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung von Gesuchen um 
aufschiebende Wirkung im Zeitraum zwischen der Eröffnung eines Entscheids im 
Dispositiv und der nachträglichen Zustellung der Begründung ergibt sich aus 
analoger Anwendung von Art. 263 ZPO (AppGer BS DGZ.2019.10 v. 17.12.2019 
E. 4.1; KGer BL 410 12 182 v. 19.6.2012 E. 1; KGer BL 430 12 374 v. 18.12.12; 
KGer FR 101 2018 312 v. 2.11.2018 E. 1.3 f.; vgl. zum Devolutiveffekt auch BGE 
142 III 695 E. 4.2.1; vgl. Alexander R. Markus/Daniel Wuffli, Rechtskraft und 
Vollstreckbarkeit: zwei Begriffe, ein Konzept?, in: ZBJV 151/2015 S. 114; OGer BE 

4 / 11

ZK 2018 411 für die Beschwerde unter Auslegung von Art. 325 Abs. 2 ZPO; die 
Rechtsmittelinstanz als unzuständig erachtend hingegen: OGer AG ZSU.2019.210 
v. 2.3.2020 E. 2, publ. in: CAN 2021 Nr. 14; Botschaft vom 26.2.2020 zur 
Änderung der Schweizerischen Zivilprozessordnung [Verbesserung der 
Praxistauglichkeit und der Rechtsdurchsetzung], BBl 2020 2697 ff., S. 2761 f.: 
gemäss Art. 239 Abs. 2bis E-ZPO Zuständigkeit de lege ferenda bei 
entscheidendem Gericht). Innerhalb des Kantonsgerichts liegt die Zuständigkeit 
für den Entscheid über die aufschiebende Wirkung gemäss Art. 9 Abs. 1 GOG (BR 
173.000) in Verbindung mit Art. 11 Abs. 1 und Art. 15 lit. b KGV (BR 173.100) bei 
der Kammervorsitzenden.

1.2. Soweit das vor Rechtshängigkeit gestellte Gesuch und der Berufungsantrag 
denselben Gegenstand haben, geht das vor Rechtshängigkeit angelegte 
Nebenverfahren ZK1 21 79 im nunmehr hängigen Hauptverfahren ZK1 21 133 auf. 
Nicht deckungsgleich ist der Teil des vor Rechtshängigkeit gestellten Gesuchs, 
der sich auf die Zeit bis zum Ablauf der Berufungsfrist bezieht. Aus 
prozessökonomischen Gründen rechtfertigt es sich jedoch, die aufschiebende 
Wirkung einerseits bis zum Ablauf der Berufungsfrist und andererseits bis zum 
Abschluss des Berufungsverfahrens gesamthaft zu beurteilen, weshalb die 
Verfahren in Anwendung von Art. 125 lit. c ZPO zu vereinigen sind. 

2.1. Entscheide betreffend vorsorgliche Massnahmen werden mit ihrer 
Eröffnung sofort vollstreckbar, auch wenn sie ohne schriftliche Begründung 
eröffnet worden sind (Art. 315 Abs. 4 lit. b ZPO; GVP 2018 S. 173 ff. E. 4.2 f.; 
AppGer BS DGZ.2019.10 v. 17.12.2019 E. 3.2; BBl 2020 2697 ff., S. 2774 f.: 
Art. 336 Abs. 3 E-ZPO [Vollstreckbarkeit]). Dies gilt auch für die in einem 
Scheidungsverfahren gestützt auf Art. 276 ZPO erlassenen vorsorglichen 
Massnahmen (BGE 137 III 475 E. 4.1). 

2.2. Die Vollstreckbarkeit vorsorglicher Massnahmen kann ausnahmsweise 
aufgeschoben werden, wenn der betroffenen Partei ein nicht leicht 
wiedergutzumachender Nachteil droht (Art. 315 Abs. 5 ZPO). Nach dem Willen 
des Gesetzgebers soll ein Vollstreckungsaufschub bei vorsorglichen Massnahmen 
nur in Ausnahmefällen angeordnet werden, was dem Umstand Rechnung trägt, 
dass die sofortige Vollstreckbarkeit den Hauptzweck des einstweiligen 
Rechtsschutzes bildet. Die Berufungsinstanz hat einen Vollstreckungsaufschub 
daher grundsätzlich nur zurückhaltend zu gewähren, sie verfügt indessen über 
einen grossen Ermessensspielraum der es ihr erlaubt, den Umständen des 
konkreten Falles Rechnung zu tragen (BGE 138 III 565 E. 4.3.1; BGE 137 III 475 
E. 4.1). Für den Aufschub der Vollstreckbarkeit vor Rechtshängigkeit der Berufung 

5 / 11

ist sodann in analoger Anwendung von Art. 263 in Verbindung mit Art. 261 ZPO 
Dringlichkeit bzw. für die superprovisorische Anordnung besondere Dringlichkeit 
nach Art. 265 Abs. 1 ZPO glaubhaft zu machen. Im vorliegenden Fall kann trotz 
der im Zeitpunkt des Gesuches noch fehlenden schriftlichen Begründung ferner 
eine Hauptsachenprognose gestellt werden. Das Gericht hat eine 
Interessenabwägung vorzunehmen und den bei Vollstreckung dem Betroffenen 
drohenden Nachteil gegen den Nachteil eines Aufschubes für den Gesuchsgegner 
abzuwägen.

2.3. Das Bundesgericht geht davon aus, dass bei Fragen der Obhut kurzfristige 
oder häufige Veränderungen das Wohl des Kindes zu beeinträchtigen vermögen 
und, im Falle der Zuweisung der Obhut an den bisher nicht hauptsächlich das Kind 
betreuenden Elternteil, im Zweifel das Wohl des Kindes gebietet, den bisherigen 
Zustand aufrecht zu erhalten oder wiederherzustellen und das Kind bei der 
bisherigen Hauptbezugsperson zu belassen. Dem Gesuch um aufschiebende 
Wirkung der Berufung desjenigen Elternteils, der bisher Hauptbezugsperson war, 
ist in der Regel stattzugeben, es sei denn die Berufung erscheine von vornherein 
als unzulässig oder in der Sache selbst als offensichtlich unbegründet oder das 
Kindeswohl würde bei Aufrechterhaltung des bestehenden Zustandes unmittelbar 
gefährdet (BGE 138 III 565 E. 4.3.2). Dieser Grundsatz ist vorliegend analog zu 
berücksichtigen, da der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts mit einer 
Fremdplatzierung des Kindes eine neue faktische Obhut bedeutet und somit 
dasselbe Beeinträchtigungspotential besteht, wie bei einer Zuweisung der Obhut 
an den nicht hauptbetreuenden Elternteil. Die Vollstreckbarkeit einer mit Berufung 
angefochtenen Fremdplatzierung ist somit jedenfalls dann bis zum Abschluss des 
Rechtsmittelverfahrens aufzuschieben, wenn die bisherigen 
Betreuungsverhältnisse keine akute Gefährdung des Kindeswohls erkennen 
lassen.

2.4. Die Gesuchstellerin bringt vor, dass das Gutachten der Kinder- und 
Jugendpsychiatrie Graubünden vom 10. März 2021, auf das sich die 
angeordneten Kindesschutzmassnahmen insbesondere stützen, inhaltliche 
Mängel aufweise, indem es zentrale Aspekte ausser Acht lasse bzw. 
unzureichend würdige. Eine Kindeswohlgefährdung liege ihrer Ansicht nach nicht 
vor. Sie beruft sich dabei auf die Einschätzungen weiterer Fachpersonen wie den 
früheren Kinderarzt, die Kinderärztin, den Kinder- und Jugendpsychiater, den 
Beistand und den Schulpsychologischen Dienst sowie die Klassenlehrerin der 
Tochter. Ferner macht sie geltend, dass mit dem Vollzug der Fremdplatzierung die 
Tochter ihre bisherige Hauptbezugsperson verlieren würde und damit eine 

6 / 11

Traumatisierung der Tochter sowie ein schwerer Eingriff in das Grundrecht auf 
Achtung des Familien- und Privatlebens einherginge. Zudem hätte die sofortige 
Fremdplatzierung auch für das Hauptverfahren betreffend Ehescheidung eine 
präjudizierende Wirkung. Aus diesen Gründen drohe der Gesuchstellerin ein nicht 
leicht wiedergutzumachender Nachteil. Die besondere Dringlichkeit ergebe sich 
aus der Traumatisierung der Tochter bei einer sofortigen Fremdplatzierung (ZK1 
21 79: act. A.1, II.B. 2 ff.; act. A.1, II.B.1). 

2.5. Dem Gesuchsgegner zufolge gründen die Kindesschutzmassnahmen 
neben dem Gutachten auch auf den Berichten des Beistandes, welche die 
Erkenntnisse des Gutachtens vollumfänglich bestätigen würden. Das Gutachten 
sei unparteiisch, umfassend und sorgfältig erstellt worden, unter Berücksichtigung 
aller massgeblichen Informationen. Es bestätige die Bedenken des 
Gesuchsgegners, des Beistandes und der Zuständigen der VORSA Graubünden 
betreffend die Erziehungsfähigkeit der Gesuchstellerin und weise eine massive 
Kindeswohlgefährdung nach. Der Gesuchsgegner hebt hervor, dass das 
Gutachten die Fremdplatzierung unter Hinweis auf Dringlichkeit empfehle, 
weshalb der Entscheid auch hinsichtlich der Anordnung der sofortigen 
Vollstreckbarkeit (Dispositiv-Ziffer 7a) richtig sei. Das Strafverfahren gegen den 
Gesuchsgegner spreche nicht gegen die sofortige Vollstreckung des Entscheides. 
Die Gesuchstellerin wolle das Verfahren verzögern und den Verlust der 
Unterhaltsbeiträge für sich und die Tochter so lange als möglich verhindern. Dem 
sei Einhalt zu gebieten und dem Gesuchsgegner endlich ein "normales" 
Besuchsrecht einzuräumen (ZK1 21 79: act. A.4).

2.6. Die Tochter befindet sich seit ihrer Geburt bei der Gesuchstellerin und seit 
dem Eheschutzentscheid vom 14. April 2016 auch in deren alleiniger Obhut. Die 
Gesuchstellerin war und ist somit unbestrittenermassen die Hauptbezugsperson 
der Tochter. Würde die erstinstanzlich angeordnete Fremdplatzierung vollstreckt, 
käme es folglich zu einer Änderung in der langjährigen Betreuungssituation, die 
nicht bloss einen Bruch in den Beziehungen der Tochter zur Gesuchstellerin und 
ihrer (Halb-)Schwester bedeuten würde, sondern je nach (derzeit noch 
unbestimmtem) Ort der Fremdplatzierung auch einen Schulhauswechsel zur Folge 
hätte, womit gerade der Rahmen entfiele, in welchem die Tochter gemäss 
Gutachten Stabilität und Kontinuität erlebt und wo sie gut integriert ist (act. B.3, 23 
und 76; auch ZK1 21 79: act. B.9). Würde die Berufung in der Folge gutgeheissen, 
käme es in relativ kurzer Zeit zu einem erneuten Wechsel, was dem von mehreren 
Seiten hervorgehobenen Bedürfnis des Mädchens nach Stabilität offenkundig 
widerspricht. Es liegt demnach grundsätzlich im Interesse des Kindeswohls, ein 

7 / 11

derartiges Hin und Her zu vermeiden und die Fremdplatzierung – sollte sich eine 
solche effektiv als notwendig erweisen – erst nach Vorliegen des rechtskräftigen 
Entscheides zu vollziehen. Unter diesem Aspekt war und ist die Dringlichkeit eines 
Vollstreckungsaufschubes zu bejahen. Dass zur Umsetzung der gerichtlich 
angeordneten Fremdplatzierung noch ein (erneut anfechtbarer) Vollzugsentscheid 
der KESB erforderlich wäre, vermag daran nichts zu ändern, zumal es wenig Sinn 
macht, die KESB Abklärungen zu einem möglichen Unterbringungsort des Kindes 
tätigen zu lassen, bevor überhaupt feststeht, ob der Entzug des 
Aufenthaltsbestimmungsrechts rechtskräftig wird.

2.7. Auch wenn das Gutachten die Erziehungsfähigkeit der Gesuchstellerin als 
unzureichend beurteilt und einen Obhutswechsel empfiehlt, geht aus diesem und 
den darin wiedergegebenen Berichten weiterer Personen keine akute Gefährdung 
hervor, welche ein sofortiges Handeln erfordern würde. Der Verdacht eines 
sogenannten Battered Child Syndroms (BCS) stützte sich auf einen von 
verschiedener Seite geschilderten Vorfall im Sommer 2017 und kann deshalb 
keine akute Kindeswohlgefährdung begründen. Im Übrigen bildete der genannte 
Vorfall bereits Gegenstand eines Abklärungsverfahrens der KESB Nordbünden, 
welche es bei der Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft und einer Weisung 
zu regelmässigen ärztlichen Kontrollen bewenden liess (ZK1 21 79: act. C.2). 
Letztere ergaben, wie aus dem Gutachten selber hervorgeht, keinerlei auffällige 
Befunde. Die weiteren im Gutachten vorgebrachten Bedenken hinsichtlich der 
Sozialisierung der Tochter, ihrer kognitiven Förderung, ihrer leichten 
Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), ihrem Bedürfnis nach 
emotionaler Anerkennung und Unterstützung sowie schliesslich ihres erheblichen 
Loyalitätskonflikts sind auf lange Sicht sicherlich zu berücksichtigen, erfordern 
jedoch allesamt kein sofortiges Einschreiten im Sinne einer Fremdplatzierung.

2.8. Obwohl die Gesuchstellerin den Aufschub der Vollstreckbarkeit des 
Entscheids und nicht einzelner Dispositiv-Ziffern (ZK1 21 79: A.1, I.1) bzw. die 
aufschiebende Wirkung der Berufung verlangt, die auf die vollumfängliche 
Aufhebung des angefochtenen Entscheids gerichtet ist (act. A.1, I.1 und I.2), 
macht sie einzig mit Bezug auf den Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts 
und der Fremdplatzierung der Tochter einen nicht leicht wiedergutzumachenden 
Nachteil geltend. Trotzdem rechtfertigt es sich in Anwendung der Offizialmaxime, 
die mit Verfügung vom 11. Juni 2021 bzw. 8. September 2021 angeordnete 
aufschiebende Wirkung der Berufung gesamthaft zukommen zu lassen, da die 
übrigen angeordneten Kindesschutzmassnahmen mehrheitlich an den Entzug des 
Aufenthaltsbestimmungsrechts und die Fremdplatzierung geknüpft oder auf diese 

8 / 11

angepasst sind und deren unabhängige Anordnung zum jetzigen Zeitpunkt nicht 
angezeigt ist. 

2.9. Flankierenden Massnahmen fehlen dadurch nicht; so bestehen – nebst der 
bereits erwähnten Erziehungsbeistandschaft – eine therapeutische Begleitung der 
Gesuchstellerin und der Tochter durch Dr. D._____ mit Sitzungen alle zwei 
Wochen (act. B.8) sowie eine sozialpädagogische Familienbegleitung (SPF), 
welche wegen der zeitweise fehlenden Kooperationsbereitschaft der 
Gesuchstellerin zwar seit Ende Oktober 2020 sistiert war, nun aber auf ihre 
Initiative hin im August 2021 wiederaufgenommen wurde und dank eines 
personellen Wechsels gut angelaufen zu sein scheint (act. B.11 und B.13). Ferner 
erhielt die Tochter ab Oktober 2020 Unterstützung durch eine schulische 
Heilpädagogin und wurde für die Hausaufgabenhilfe angemeldet, was gemäss 
Rückmeldung der Lehrpersonen (act. B.16) zu einer positiven Entwicklung im 
vergangenen Schuljahr geführt hat. Vor dem Hintergrund der bemängelten 
Sozialisierungsmöglichkeiten ist schliesslich die in der Zwischenzeit erfolgte 
Anmeldung der Tochter zu einem Kletterkurs zu erwähnen (act. B.12 f.). Auch 
wenn die jüngsten Anstrengungen der Gesuchstellerin durch die drohende 
Fremdplatzierung der Tochter motiviert sein mögen, tragen sie gleichwohl dazu 
bei, die aktuelle Betreuungssituation zu verbessern und eine unmittelbare 
Gefährdung des Kindes während der Dauer des Berufungsverfahrens 
abzuwenden. 

2.10. Die Berufung erscheint prima facie weder als offensichtlich unzulässig noch 
als offensichtlich unbegründet. Im Gegenteil kann ihr, zumindest hinsichtlich 
formeller Mängel des vorinstanzlichen Entscheids, eine positive 
Hauptsachenprognose gestellt werden. In diesem Sinne zu erwähnen ist, dass die 
Tochter vor Erlass der Kindesschutzmassnahmen nicht angehört wurde, ihr keine 
Kindesvertretung zur Seite gestellt wurde und die Regelung der Art und des Orts 
ihrer Unterbringung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde übertragen 
wurde (Dispositiv-Ziffern 1.b und 3), obwohl es sich bei Letzterem nicht um eine 
Vollzugsfrage handelt bzw. die Zuständigkeit beim Gericht liegt und nicht delegiert 
werden kann (Peter Breitschmid, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018 N 4 f. zu Art. 315-315b ZGB; 
Kurt Affolter-Fringeli/Urs Vogel, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, 
Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Bern 2016, N 26 und 29 zu Art. 296-317 ZGB; 
Affolter-Fringeli/Vogel, a.a.O., N 143 zu Art. 310/314b ZGB). In materieller Hinsicht 
fällt sodann auf, dass die Vorinstanz die Fremdplatzierung als Zwischenlösung zu 
verstehen scheint und sie davon ausgeht, dass die Obhut über die Tochter im 

9 / 11

Falle eines endgültigen Freispruches des Gesuchsgegners vom Vorwurf sexueller 
Handlungen mit der Halbschwester – wie auch gutachterlich primär empfohlen – 
dem Gesuchsgegner zu übertragen sein wird. Ob die aktuellen Verhältnisse einen 
derartigen Zwischenschritt tatsächlich erforderlich machen oder es mit Blick auf 
das hohe Bedürfnis der Tochter nach Stabilität allenfalls zweckmässiger wäre, vor 
einer Änderung der Obhut die rechtskräftige Erledigung des Strafverfahrens 
abzuwarten, erscheint jedenfalls nicht zum Vornherein klar. 

2.11. Die Voraussetzungen für einen Vollstreckungsaufschub im Sinne von 
Art. 315 Abs. 5 ZPO teilweise in Verbindung mit Art. 263 und Art. 261/Art. 265 
ZPO sind somit, der dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung (E. 2.3) 
folgend, als gegeben zu erachten und der Berufung ist in Bestätigung der 
einstweiligen Anordnung vom 11. Juni 2021 bzw. 8. September 2021 die 
aufschiebende Wirkung zu erteilen. Was das Besuchsrecht des Gesuchsgegners 
anbelangt, gilt damit weiterhin der Entscheid betreffend vorsorgliche Massnahmen 
im Ehescheidungsverfahren vom 23. Juli 2019 (Proz. Nr. 135-2019-512; RG 
act. II.1.1), während es hinsichtlich der Unterhaltspflicht des Gesuchsgegners 
vorderhand bei den im Eheschutzverfahren festgesetzten Beiträgen (Urteil des 
Kantonsgerichts ZK1 16 82 vom 12. Juni 2018) bleibt. Dem Interesse des 
Gesuchsgegners an einer Normalisierung des persönlichen Verkehrs bzw. einer 
Reduktion seiner Unterhaltspflicht wird mit einer beschleunigten Behandlung der 
Berufung Rechnung zu tragen sein. Sollten sich die finanziellen Verhältnisse des 
Gesuchsgegners seit der Beurteilung seines letzten Abänderungsgesuches (Proz. 
Nr. 135-2018-828) derart verändert haben, dass die Unterhaltsbeiträge 
unabhängig von der Frage der Fremdplatzierung herabzusetzen wären, stünde es 
dem Gesuchsgegner im Übrigen frei, mit einem entsprechenden Gesuch an die 
Vorinstanz zu gelangen. 

2.12. Es ist darauf hinzuweisen, dass auf den Entscheid über die Gewährung der 
aufschiebenden Wirkung jederzeit zurückgekommen werden könnte, wenn im 
Verlaufe des Berufungsverfahrens Anhaltspunkte für eine unmittelbare 
Gefährdung der Tochter durch den Verbleib bei der Gesuchstellerin auftreten 
würden.

3.1. Über die Kosten dieser Verfügung ist zusammen mit der Hauptsache zu 
entscheiden (Art. 104 Abs. 3 ZPO).

3.2. Bei dem Entscheid über die Gewährung der aufschiebenden Wirkung 
handelt es sich um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG, bei 
welchem der Rechtsweg jenem der Hauptsache folgt. Bei der Hauptsache handelt 

10 / 11

es sich um einen Entscheid betreffend vorsorgliche Massnahmen im 
Ehescheidungsverfahren, bei dem nach der bundesgerichtlichen Praxis nur die 
Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden kann (Art. 98 BGG und 
Art. 116 BGG). Der Entscheid über die Gewährung der aufschiebenden Wirkung 
stellt selber eine vorsorgliche Massnahme im Sinne von Art. 98 BGG dar, weshalb 
auch aus diesem Grund ausschliesslich eine Verletzung verfassungsmässiger 
Rechte gerügt werden kann (BGE 137 III 475 E. 2).

11 / 11

Demnach wird erkannt:

1. Der Berufung von A._____ gegen den Entscheid des Einzelrichters am 
Regionalgericht Plessur vom 12. Mai 2021 (Proz. Nr. 135-2021-207) wird in 
Bestätigung der einstweiligen Anordnung vom 11. Juni 2021 bzw. 
8. September 2021 die aufschiebende Wirkung erteilt.

2. Die Kosten bleiben bei der Prozedur.

3. Gegen den Entscheid über die Gewährung der aufschiebenden Wirkung 
kann unter den Voraussetzungen von Art. 93 BGG Beschwerde in 
Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 
geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: