# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e33480e5-1476-5eae-8d3d-7e9b56c25e26
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.12.2011 E-4660/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4660-2010_2011-12-13.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­4660/2010

U r t e i l   v om   1 3 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richterin Muriel Beck Kadima; 
Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli.

Parteien A._______,
Sri Lanka,  
vertreten durch Evelyn Stokar, (…)
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 26. Mai 2010 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer  Sri  Lanka  am 
23. Januar 2009 und gelangte am 26. Januar 2009 in die Schweiz, wo er 
gleichentags  um  Asyl  nachsuchte.  Am  27.  Januar  2009  wurde  er  im 
Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  Basel  erstmals  befragt.  Das  BFM 
hörte  ihn  am  28.  September  2009  zu  den  Asylgründen  an.  Im 
Wesentlichen  machte  der  Beschwerdeführer  geltend,  er  sei  tamilischer 
Ethnie, sei  in B._______ (Jaffna) aufgewachsen und habe von 2007 bis 
zur Ausreise  in C._______ (Zentralprovinz) gelebt.  Im Jahre 1999 sei er 
bei  einem  Round­up  zusammen  mit  seinen  Brüdern  von  der  sri­
lankischen Armee festgenommen worden. Am gleichen Tag sei er wieder 
freigelassen worden. Während seiner College­Zeit von 2004 bis 2006  in 
D._______  (Ostprovinz)  sei  er  – wie alle  anderen Studenten –  von den 
Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE)  gezwungen  worden,  ein 
zweiwöchiges  Training  zu  absolvieren.  Im  Dezember  2006  sei  er 
zusammen  mit  anderen  Lehrpersonen  von  Angehörigen  der  Karuna­
Gruppe  festgenommen  worden.  Er  sei  beschuldigt  worden,  ein  LTTE­
Spion zu sein. Er sei noch am gleichen Abend wieder freigekommen. Im 
September  2007  sei  er  vom  Staat  als  E._______  an  der  F._______ 
angestellt worden. In der Folge sei er ständig vom Criminal Investigation 
Department  (CID)  kontrolliert,  befragt  und  schikaniert  worden  –  dies 
während der Schule als auch an den Wochenenden. Monatlich habe er 
sich  auf  der  Polizeistation  melden  müssen.  Schliesslich  sei  es  soweit 
gekommen,  dass  er  von  den  heimatlichen  Sicherheitskräften  täglich  im 
Unterricht  gestört  worden  sei.  Im  Übrigen  sei  es  allen  G._______  aus 
Jaffna ähnlich ergangen. Da er nicht in Ruhe habe leben können, habe er 
sich zur Ausreise entschlossen.

B. 
Mit  Verfügung  vom  26.  Mai  2010  verneinte  das  BFM  die 
Flüchtlingseigenschaft,  lehnte  das  Asylgesuch  ab,  verfügte  die 
Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an.

C. 
Mit  Eingabe  vom  28.  Juni  2010  an  das  Bundesverwaltungsgericht 
beantragt  der  Beschwerdeführer  durch  seine  Rechtsvertreterin,  der 
Entscheid  des  BFM  sei  aufzuheben  und  es  sei  ihm Asyl  zu  gewähren. 
Eventualiter  sei  die  Unzulässigkeit,  allenfalls  die  Unzumutbarkeit  der 
Wegweisung  festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen.  In 

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prozessualer  Hinsicht  sei  ihm  die  unentgeltliche  Rechtspflege  zu 
gewähren  und  es  sei  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  zu 
verzichten.

D. 
Mit Zwischenverfügung vom 6. Juli 2010 wies der Instruktionsrichter das 
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ab und setzte 
dem Beschwerdeführer Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses in der 
Höhe von Fr. 600.­.

E. 
Innert  der  angesetzten  Frist  leistete  der  Beschwerdeführer  den 
einverlangten Kostenvorschuss am 14. Juli 2010 fristgerecht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

2. 
Der  Beschwerdeführer  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat ein schutzwürdiges  Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung und  ist daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert. Auf 
die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde  ist somit einzutreten 
(Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 
und Art. 52 VwVG).

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3. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

4. 
4.1.  Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in 
einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters 
beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine 
solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen 
ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

4.2.  Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

5. 
5.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken. (Art. 3 AsylG).

5.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

6. 
6.1.  Das  BFM  lehnte  das  Asylgesuch  ab,  da  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  weder  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  AsylG  noch  denjenigen  an  das 
Glaubhaftmachen  gemäss  Art.  7  AsylG  standhalten  würden.  Zur 

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Begründung führte es aus, bezüglich der zwei eintägigen Festnahmen im 
Jahre  1999  und  2006  sei  der  zeitliche  sowie  sachliche 
Kausalzusammenhang  zwischen  den  beiden  Ereignissen  und  der 
Ausreise  nicht  mehr  gegeben.  Zur  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen 
führte  die  Vorinstanz  aus,  es  entspreche  grundsätzlich  nicht  dem 
Vorgehen  des  sri­lankischen  Staates,  LTTE­Angehörige  als  G._______ 
im  Staatsdienst  zu  beschäftigen.  Hätten  die  staatlichen  Organe  den 
Beschwerdeführer sodann tatsächlich der LTTE­Mitgliedschaft bezichtigt, 
so  hätten  sie  effizientere  Massnahmen  gegen  ihn  ergriffen,  statt  ihn 
täglich  (...) zu stören und  ihn ständig zu befragen. Ferner habe sich der 
Beschwerdeführer  unvereinbar darüber geäussert,  ob er unmittelbar  vor 
der Ausreise festgenommen worden sei.

6.2.  In  der  Rechtsmitteleingabe  wird  ausgeführt,  der  Beschwerdeführer 
sei  wöchentlich  in  H._______  und  zu  Hause  auf  blossstellende  und 
erniedrigende  Art  und Weise  von  der  Polizei  und  dem CID  schikaniert, 
überwacht  und  unter  Druck  gesetzt  worden.  Dabei  seien  ihm  immer 
wieder  dieselben  Fragen  bezüglich  seiner  Herkunft,  seiner  Familie  und 
seiner  LTTE­Verbindungen  gestellt  worden.  Es  sei  eine  Tatsache,  dass 
immer  wieder  junge,  aus  Jaffna  stammende  tamilische  Männer  in 
C._______ entführt worden seien. Beim Beschwerdeführer komme hinzu, 
dass er zwei Trainings bei der LTTE absolviert habe. Sodann sei er von 
lokalen  LTTE­Leuten  unter  Druck  gesetzt  worden,  für  sie  Waffen  zu 
verstecken. Diese gesamte Situation hätten zu einem für ihn letztlich nicht 
mehr erträglichen psychischen Druck geführt. 

Zur  Glaubhaftigkeit  wird  ausgeführt,  bei  einer  Gesamtwürdigung  der 
Aussagen  des  Beschwerdeführers  könne  nicht  von  wirklichen 
Widersprüchen  ausgegangen werden.  Bei  beiden  Befragungen  habe  er 
dasselbe  gemeint,  indes  mit  anderen  Worten  ausgedrückt.  Mit 
"Festnahme" habe er nicht eine eigentliche Verhaftung, sondern eine der 
unzähligen  polizeilichen  oder  geheimdienstlichen  Befragungen  gemeint. 
Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass der sri­lankische Staat keine 
unter  LTTE­Verdacht  stehende  Personen  einstelle,  so  sei  zu 
berücksichtigen,  dass  der  Beschwerdeführer  über  eine  besondere 
Ausbildung verfüge und dessen Kenntnisse besonders gefragt gewesen 
seien.  Schliesslich  mache  die  Vorgehensweise  der  heimatlichen 
Behörden  durchaus  Sinn,  gehe  es  doch  die  um  psychologische 
Zermürbung der tamilischen Minderheit.

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6.3. In der Rechtsmitteleingabe hält der Beschwerdeführer daran fest, er 
sei  in  der  geltend  gemachten  Art  und  Weise  seitens  der  heimatlichen 
Behörden  schikaniert,  befragt,  überwacht  und  unter  Druck  gesetzt 
worden.  Dem  ist  entgegenzuhalten,  dass  der  sri­lankische  Staat  den 
Beschwerdeführer  wohl  kaum  als  G._______  eingestellt  hätte,  wenn  er 
ihn  ernsthaft  der Unterstützung  der  LTTE  verdächtigt  hätte. Vor  diesem 
Hintergrund  erscheint  daher  der  geltend  gemachte  Aufwand  zur 
Überwachung  und  zur  Einschüchterung  des  Beschwerdeführers  seitens 
der  heimatlichen  Behörden  als  wesentlich  übersteigert  dargestellt. 
Überdies  steht  er  in  keinem  Verhältnis  zu  der  über  zwei  Jahre 
zurückliegenden, erzwungenen, lediglich zweiwöchigen Ausbildung durch 
die  LTTE,  welche  im  Übrigen  gemäss  den  Angaben  des 
Beschwerdeführers  damals  alle  aus  seiner Region  stammenden  jungen 
Männer beziehungsweise alle G._______ durchlaufen mussten. Weiter ist 
festzuhalten,  dass  den  heimatlichen  Behörden,  hätten  sie  den 
Beschwerdeführer  tatsächlich  der  Unterstützung  der  LTTE  verdächtigt, 
wesentlich weniger aufwendige Massnahmen zu seiner Überwachung zur 
Verfügung  gestanden  hätten.  Insoweit  bestehen  erhebliche  Zweifel  an 
den  geltend  gemachten  Vorbringen  des  Beschwerdeführers.  Diese 
werden  weiter  durch  Unstimmigkeiten  in  den  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  bekräftigt.  So  führte  er  anlässlich  der Erstbefragung 
an, er sei am Samstag vor der Ausreise verhaftet worden (vgl. Akten BFM 
A1  S.  5).  Demgegenüber  verneinte  er  anlässlich  der  Anhörung 
ausdrücklich, in C._______ je verhaftet worden zu sein (vgl. BFM A12 S. 
8). Entgegen der  in der Rechtsmitteleingabe vertretenen Ansicht handelt 
es sich dabei um ein wesentliches und einprägsames Vorkommnis in der 
Asylbegründung des Beschwerdeführers, welches sich überdies kurz vor 
der  Ausreise  zugetragen  hat.  Sodann  vermag  der Erklärungsversuch  in 
der Beschwerdeschrift betreffend Wortwahl in Anbetracht der eindeutigen 
Aussagen  des  Beschwerdeführers  anlässlich  der  Befragungen  nicht  zu 
überzeugen. Demnach ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, die 
behördlichen  Behelligungen  im  geltend  gemachten  Umfang  glaubhaft 
darzutun.  Damit  ist  der  Argumentation  in  der  Beschwerde  betreffend 
psychologische  Zermürbungstaktik  durch  die  sri­lankischen  Behörden 
sowie  des  angeführten  unerträglichen  psychischen  Druckes  die 
Grundlagen  entzogen.  Schliesslich  vermag  der  Beschwerdeführer  auch 
aus  dem Umstand,  dass  in  Sri  Lanka  in  der  Vergangenheit  G._______ 
spurlos verschwunden sind, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. 

Nachdem  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  seine 
Asylvorbringen  glaubhaft  darzutun,  erübrigt  es  sich,  auf  die  weiteren 

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Ausführungen,  insbesondere diejenigen zur Flüchtlingseigenschaft sowie 
die angebotenen Beweismittel,  weiter einzugehen. 

6.4.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer 
keine  Gründe  nach  Art.  3  AsylG  nachweisen  oder  glaubhaft  machen 
konnte. Die Vorinstanz hat die Flüchtlingseigenschaft demnach zu Recht 
verneint und das Asylgesuch abgelehnt.

7. 
7.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1  Asyl  Art.  32  der  Asylverordnung  1  vom  11.  August  1999  über 
Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]).

8. 
8.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

8.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83 
Abs. 3 AuG).

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So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

8.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerde­
führers nach Sri Lanka  ist demnach unter dem Aspekt  von Art. 5 AsylG 
rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung  nach  Sri  Lanka  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr 
("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft machen,  dass  ihm  im Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren 
Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Sri  Lanka 
lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht 
als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 

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Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

8.4.    Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

8.4.1. Das BFM hat in der angefochtenen Verfügung, ausgehend von der 
Situation  im  Jahr  2009,  festgestellt,  eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  in  den  Norden  Sri  Lankas  sei  wegen  des 
Bürgerkriegs  und  der  herrschenden  Sicherheits­  und 
Menschenrechtssituation  nicht  zumutbar.  Der  Beschwerdeführer  könne 
aber  gestützt  auf  die  mit  seiner  Staatsagehörigkeit  verbundenen 
Niederlassungsfreiheit  in  einem  anderen  Teil  seines  Heimatlandes 
Wohnsitz nehmen, beispielsweise in der West­ oder Zentralprovinz, wo er 
von  2004  bis  zu  seiner  Ausreise  bereits  gelebt  habe.  Zwar  gebe  es  in 
diesen  Regionen  strenge  Sicherheitskontrollen,  es  sei  aber  davon 
auszugehen,  dass  sich  die  dortige  Sicherheitslage  mit  der  Beendigung 
des  Krieges  stabilisieren  und  allmählich  verbessern werde. Der  Vollzug 
der Wegweisung sei daher zumutbar.

8.4.2.  Es  ist  zudem  festzuhalten,  dass  bereits  im  Zeitpunkt  der 
Beschwerdeerhebung  eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  aufgrund  der  damals  geltenden  Rechtsprechung  des 
Bundesverwaltungsgerichts  (BVGE  2008/2)  zumutbar  war.  Der 
Beschwerdeführer  hielt  sich  vor  der  Ausreise  während  rund  eineinhalb 
Jahren  freiwillig  in  C._______  (Zentralprovinz)  auf  und  war  dort 
berufstätig.  Aufgrund  seiner  damaligen  beruflichen  Tätigkeit  als 
G._______ war  zudem bereits  damals  davon auszugehen,  dass er  dort 
über ein genügendes soziales Beziehungsnetz verfügte.

8.4.3. Angesichts der seither veränderten Situation nach dem Bürgerkrieg 
hat das Bundesverwaltungsgericht im zur Publikation vorgesehenen Urteil 
BVGE E­6220/2006 vom 27. Oktober 2011 eine Neubeurteilung der Lage 
in  Sri  Lanka  vorgenommen.  Dabei  hat  es  festgestellt,  dass  sich  seit 
Beendigung  des  militärischen  Konflikts  zwischen  der  sri­lankischen 
Armee  und  den  LTTE  im  Mai  2009  die  Sicherheitslage  erheblich 
verbessert  und  stabilisiert  hat.  Die  LTTE wurden militärisch  vernichtend 

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geschlagen;  von  ihr  geht  heute  keine  Verfolgung  mehr  aus.  Der 
Wegweisungsvollzug  ist  daher  grundsätzlich  zumutbar  hinsichtlich  des 
gesamten Gebiets der Ostprovinz und auch hinsichtlich der Nordprovinz, 
dort allerdings mit Ausnahme des Vanni­Gebiets (geografisch definiert in 
E.  13.2.2.).  Bei  Personen,  deren  letzter  Aufenthalt  in  der  Nordprovinz 
längere  Zeit  zurückliegt,  sind  bei  der  Prüfung  der  Zumutbarkeit  die 
aktuellen  Lebens­  und  Wohnverhältnisse  sowie  das  Vorhandensein 
begünstigender Faktoren  (Existenz eines  tragfähigen Beziehungsnetzes, 
Sicherung des Existenzminimums und der Wohnsituation)  in Betracht zu 
ziehen.  Für  die  aus  dem  Vanni­Gebiet  stammenden  Personen  ist  die 
Wohnsitzverlegung in einen der anderen Landesteile Sri Lankas, welche 
allesamt  grundsätzlich  als  zumutbare  Aufenthaltsalternative  gelten,  zu 
prüfen.

8.4.4.  Der  Beschwerdeführer  stammt  aus  B._______  (Jaffna, 
Nordprovinz).  Von  2004  bis  2006  lebte  und  studierte  er  in  D._______ 
(Ostprovinz).  Im  Jahre  2007  übersiedelte  er  gemäss  seinen  Angaben 
freiwillig, und insbesondere ohne das Vorliegen eines Beziehungsnetzes, 
nach  C._______  (Zentralprovinz).  Vor  diesem  Hintergrund  ist  davon 
auszugehen,  dass  er  sich  sowohl  in D._______  als  auch  in C._______ 
auskennt  und  auch  heute  noch  –  im  Gegensatz  zur  seiner  damals 
erstmaligen  Wohnsitznahme  –  an  beiden  Orten  über  soziale  Kontakte 
verfügt,  auf  welche  er  bei  einer  Rückkehr  zurückgreifen  kann.  Zudem 
verfügt der Beschwerdeführer über eine Ausbildung als E._______ sowie 
mehrjährige  diesbezügliche  Berufserfahrung.  Laut  den  Ausführungen  in 
der  Rechtsmitteleingabe  war  er  seinerzeit  aufgrund  seiner  besonderen 
Ausbildung als G._______ sehr gefragt. Den Akten sind keine Hinweise 
zu  entnehmen,  dass  dem  heute  anders  wäre,  mithin  ist  davon 
auszugehen,  dass  er  bei  einer  Heimkehr  wieder  eine  eigene  Existenz 
aufbauen  kann.  Vor  diesem  Hintergrund  ist  eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  sowohl  nach  D._______  als  auch  nach  C._______ 
ohne  weiteres  zumutbar.  Bei  dieser  Sachlage  kann  offenbleiben,  ob 
darüber  hinaus  die  Kriterien  einer  zumutbaren  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  in  seine  Herkunftsregion  Jaffna  erfüllt  wären. 
Entgegen der in der Rechtsmitteleingabe vertretenen Ansicht erweist sich 
der Vollzug der Wegweisung somit insgesamt als zumutbar. 

8.5.  Der  Beschwerdeführer  ist  im  Besitze  einer  sri­lankischen 
Identitätskarte, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

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8.6. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

9. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist daher abzuweisen.

10. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.­ dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen  (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem am 
14.  Juli  2010  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss  zu 
verrechnen  (Art.  1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 
SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt  und  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss 
verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Kurt Gysi Barbara Balmelli

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