# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 397b8d01-3e2d-5c2e-8ecc-da789b5fadf4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.08.2008 D-1673/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1673-2008_2008-08-11.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1673/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Fulvio Haefeli, 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas, 
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

A.___
Irak,
B.___
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

C.___

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1673/2008

Sachverhalt:

A.
A.a Der  Beschwerdeführer,  ein  irakischer  Staatsangehöriger  kurdi-
scher Ethnie aus der Provinz (...) im Nordirak, suchte am 28. Januar 
2003 in der Schweiz um Asyl nach.

A.b Mit Verfügung vom 15. November 2004 lehnte das damalige Bun-
desamt für Flüchtlinge (BFF) das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug. 
Am  1.  Dezember  2004  erhob  der  Beschwerdeführer  dagegen 
Beschwerde bei der damaligen Schweizerischen Asylrekurskommissi-
on  (ARK).  Im  Rahmen  eines  Vernehmlassungsverfahrens  hob  das 
BFM  mit  Verfügung vom 23. Dezember 2005 die Ziffern 4 und 5 der 
Verfügung  vom  15. November  2004  wiedererwägungsweise  auf  und 
nahm  den  Beschwerdeführer  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegwei-
sungsvollzugs  vorläufig  auf. Mit  Urteil  vom 6. Januar  2006  wies  die 
ARK die Beschwerde ab, soweit sie nicht als gegenstandslos gewor-
den abgeschrieben wurde.

A.c Am 9. Oktober 2007 teilte das BFM dem Beschwerdeführer mit, 
es erachte nach einer Analyse der Sicherheits- und Menschenrechts-
situation in Irak den Vollzug der Wegweisung in die drei nordirakischen 
Provinzen Dohuk, Sulaymaniya und Erbil zurzeit als grundsätzlich zu-
mutbar. Angesichts  dessen gewährte  es  dem Beschwerdeführer  das 
rechtliche  Gehör  zur  beabsichtigten  Aufhebung  der  vorläufigen  Auf-
nahme und dem damit verbunden Wegweisungsvollzug.

A.d Mit Eingabe vom 6. November 2007 nahm der Beschwerdeführer 
durch seinen Rechtsvertreter dazu Stellung.

B.
Mit Verfügung vom 12. Februar 2008 hob das BFM die vorläufige Auf-
nahme  des  Beschwerdeführers  auf,  forderte  ihn  auf,  die  Schweiz  - 
unter  Androhung  von  Zwangsmitteln  im  Unterlassungsfall  -  bis  zum 
13. April  2008  zu  verlassen  und  beauftragte  den  Kanton 
Basellandschaft mit dem Vollzug der Wegweisung.

C.
Mit Beschwerde vom 13. März 2008 an das Bundesverwaltungsgericht 
beantragte  der  Beschwerdeführer,  die  angefochtene  Verfügung  des 

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BFM sei bezüglich der Ziffern 1 und 2 aufzuheben und die Unzumut-
barkeit oder Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. Es 
sei ihm die vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu gewähren. Ausser-
dem sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten.

D.
Mit Zwischenverfügung vom 18. März 2008 verzichtete der zuständige 
Instruktionsrichter  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und 
teilte dem Beschwerdeführer mit, er könne den Ausgang des Verfah-
rens in der Schweiz abwarten, und über das Gesuch um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) werde zu einem späteren Zeitpunkt befunden.

E.
Mit  Zwischenverfügung  vom 3.  April  2008  wurde  die  Vorinstanz  um 
eine Vernehmlassung ersucht. 

F.
Mit Vernehmlassung vom 15. April 2008 beantragte die Vorinstanz die 
Abweisung der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das BFM 
gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine 
Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet 
betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das 
Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer  ist  durch die angefochtene Verfügung berührt  und 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 

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beziehungsweise  Änderung.  Der  Beschwerdeführer ist  daher  zur 
Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 48 
Abs. 1  sowie  4  und  50 und  52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist 
einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Das BFM hebt die vorläufige Aufnahme auf und ordnet den Vollzug 
der Weg- oder Ausweisung an, wenn die Voraussetzungen nicht mehr 
gegeben sind (Art. 84 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Auslände-
rinnen und Ausländer vom 16. Dezember 2005 [AuG, SR142.20]). Die 
Voraussetzungen  für  die  vorläufige  Aufnahme  sind  nicht  mehr 
gegeben,  wenn  der  Vollzug  der  rechtskräftig  angeordneten  Wegwei-
sung zulässig (Art. 83 Abs. 3 AuG) und es der ausländischen Person 
möglich (Art. 83 Abs. 2 AuG) und zumutbar (Art. 83 Abs. 4 AuG) ist, 
sich rechtmässig in ihren Heimat-, in den Herkunftsstaat oder in einen 
Drittstaat zu begeben.

3.2 Der Vollzug der Wegweisung ist nicht zulässig, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in  den Heimat-,  Herkunfts-  oder in  einen Dritt-
staat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

3.2.1 So darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein 
Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit 
aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem 
sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu 
werden (Art. 5  Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkom-
mens vom 28. Juli  1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, 
SR 0.142.30]). 

3.2.2 Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des 
Übereinkommens vom 10. Dezember  1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grund-

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freiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschli-
cher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

3.2.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  Mario  Gattiker, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
mit Urteil der ARK vom 6. Januar 2006 rechtskräftig festgestellt wurde, 
dass  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllt, 
kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung 
finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist 
demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

3.2.4 Es ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall 
einer  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine 
konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass 
ihm  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche 
Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 16  S. 122,  mit 
weiteren  Hinweisen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil 
vom  6. Februar  2001,  Recueil  des  arrêts  et  décisions  2001-I, 
S. 327 ff.), was offensichtlich nicht der Fall ist, da der Beschwerdefüh-
rer  dies  nie  erwähnt  hat.  Insgesamt  sprechen  somit  die  Aussagen 
gegen das Risiko einer unter dem Blickwinkel von Art. 3 EMRK konkret 
drohenden menschenrechtswidrigen Behandlung oder Strafe. Auch die 
allgemeine  Sicherheits-  und  Menschenrechtslage  im  kurdischen 
Nordirak, die in BVGE E-6982/2006 vom 22. Januar 2008 umfassend 
beurteilt wurde, lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt 
nicht als unzulässig erscheinen.

3.2.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 
Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

3.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 

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konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

3.3.1 In der angefochtenen Verfügung hielt die Vorinstanz im Wesentli-
chen  fest,  in  den  drei  nordirakischen  Provinzen  Dohuk,  Erbil  und 
Sulaymaniya sei  die Sicherheitslage stabil. Es könne nicht mehr von 
einer Situation allgemeiner Gewalt ausgegangen werden. Der Wegwei-
sungsvollzug in diese Provinzen sei daher grundsätzlich zumutbar. Die 
Tatsache, dass zwischen Juli 2003 und März 2007 rund 500 Personen 
mit Rückkehrhilfe in den Irak zurückgekehrt seien (davon 84% in den 
Nordirak)  unterstreiche  die  Feststellungen  zur  Situation  in  dieser 
Region.  Der  Wegweisungsvollzug  sei  daher  grundsätzlich  zumutbar, 
zumal darüber hinaus festzustellen sei, dass sich auch das Amt des 
Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) nicht 
grundsätzlich gegen Wegweisungen in die genannten Provinzen stelle. 

Nach Auffassung der Vorinstanz sprechen im vorliegenden Fall  auch 
keine individuellen Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungs-
vollzugs.  Der  Beschwerdeführer  sei  mit  20  Jahren  in  die  Schweiz 
eingereist, habe also den weitaus grössten Teil seines Lebens in der 
Provinz  (...)  verbracht  und  sei  mit  Sprache,  Kultur,  Lebens-  und 
Arbeitsweise  bestens  vertraut.  Er  habe  sich  in  der  Schweiz  Berufs-
kenntnisse angeeignet. Ausserdem sei er aktenkundig gesund. Somit 
sei  davon  auszugehen,  dass  er  auch  nach  seiner  Rückkehr  in  der 
Lage sei,  die Sicherung seiner Existenz selbständig an die Hand zu 
nehmen.  Des  Weiteren  verfüge  er  in  seinem  Heimatland  über  ein 
Beziehungsnetz. Im Übrigen könne er vom Angebot der Rückkehrhilfe 
Gebrauch  machen,  welche  ihm  die  Reintegration  im  Heimatland 
erleichtern dürfte.

3.3.2 Der  Beschwerdeführer  brachte  in  seiner  Beschwerde  unter 
anderem vor, die allgemeine Lage im Nordirak würde eine Zumutbar-
keit des Wegweisungsvollzugs ausschliessen. Insbesondere die ange-
spannte  Lage im Konflikt  zwischen kurdischen Separatisten  und der 
Türkei,  sowie  die  Verübung  von  Bombenanschlägen  machten  eine 
Rückkehr unzumutbar.

3.3.3 Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  im  publizierten  Urteil 
E-4243/2007 vom 14. März 2008 aufgrund einer umfassenden Beurtei-

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lung der  aktuellen Situation in  den nordirakischen Provinzen Dohuk, 
Sulaymaniya  und  Erbil  zum  Schluss  gekommen,  dass  in  den  drei 
kurdischen Provinzen keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht und 
die dortige politische Lage nicht dermassen angespannt ist, als dass 
eine Rückführung dorthin als generell  unzumutbar betrachtet werden 
müsste. Zudem ist  die  Region mit  Direktflügen aus Europa und aus 
den Nachbarstaaten erreichbar. Damit entfällt  das Element der unzu-
mutbaren Rückreise via Bagdad und anschliessend auf dem Landweg 
durch den von Gewalt heimgesuchten Zentralirak. Zusammenfassend 
wurde im erwähnten Entscheid festgehalten, dass die Anordnung des 
Wegweisungsvollzugs  in  der  Regel  für  alleinstehende,  gesunde  und 
junge kurdische Männer, die ursprünglich aus einer der drei Provinzen 
stammen und dort nach wie vor über ein soziales Netz oder Parteibe-
ziehungen verfügen, zumutbar ist. Für alleinstehende Frauen und für 
Familien mit Kindern, sowie für Kranke und Betagte ist demgegenüber 
bei  der  Feststellung  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
grosse Zurückhaltung angebracht (vgl. a.a.O. E. 7.5 und insbesondere 
7.5.8).

3.3.4 Der Beschwerdeführer stammt aus der Provinz (...),  wo er seit 
seiner Geburt bis zur Ausreise gelebt hat. Zudem arbeitete er eigenen 
Angaben  zufolge  in  der  Landwirtschaft  in  (...).  Angesichts  des  noch 
jungen  Alters  des  Beschwerdeführers  und  seiner  beruflichen 
Erfahrungen im Irak und in der Schweiz ist davon auszugehen, dass er 
sich in seiner Heimat in den Arbeitsmarkt wird integrieren können. Bei 
der Wiedereingliederung werden ihm seine in der Heimat verbliebenen 
Verwandten behilflich sein können. Die Rückkehrhilfe der Schweiz wird 
ihm den Wiedereinstieg in seiner Heimat ebenfalls erleichtern können. 
Schliesslich  sind  keine  weiteren  individuellen  Gründe  ersichtlich, 
aufgrund derer allenfalls geschlossen werden könnte, der Beschwer-
deführer gerate im Falle der Rückkehr in die Heimat in eine existenz-
bedrohende Situation, weshalb der Vollzug der Wegweisung - überein-
stimmend mit dem BFM - als zumutbar zu bezeichnen ist. Die Ausfüh-
rungen in der Beschwerde vermögen an dieser Einschätzung nichts zu 
ändern.

Nach dem Gesagten erweist  sich der Vollzug der  Wegweisung auch 
als zumutbar.

3.4
Der  Beschwerdeführer  macht  in  seiner  Beschwerde  geltend,  der 

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Vollzug der Wegweisung sei unmöglich, da die "Aufnahmekapazitäten 
im Nordirak beschränkt" und die soziale Situation angespannt seien. 
Die  kurdische  Regionalregierung  habe  deswegen  eine  zwangsweise 
Rückkehr bisher grundsätzlich abgelehnt.

3.4.1 Gemäss Praxis der ARK, welche vom Bundesverwaltungsgericht 
weitergeführt  wird,  ist  der  Vollzug der  Wegweisung bereits  dann  als 
nicht  unmöglich zu erachten, wenn eine freiwillige Rückkehr möglich 
erscheint  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  ARK  EMARK 
2002  Nr. 23  E. 4  S. 187).  Im  Falle  des  Iraks  ist  die  Möglichkeit  der 
freiwilligen  Rückkehr  zu  bejahen,  insbesondere  da  wie  bereits 
erwähnt, die nordirakischen Provinzen Dohuk, Sulaymaniya und Erbil 
mit  Direktflügen aus Europa und aus den Nachbarstaaten erreichbar 
sind.

3.4.2 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG).

Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung auch als möglich 
zu bezeichnen (Art. 83 Abs. 2 AuG).

4.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

5.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich dem Beschwerdeführer als unterliegende Partei aufzuerlegen (Art. 
63 Abs. 1 VwVG). Jedoch rechtfertigt es sich vorliegend, auf eine Kos-
tenauflage zu verzichten (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 16 Abs. 1 
Bst. a VGG i.V.m. Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Das Gesuch um Gewährung der 

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unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird 
damit gegenstandslos.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. (...)
- (...)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Daniel Merkli

Versand: 

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