# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e7cc8e9c-47d1-5e6a-bc02-aa611ac6ab45
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-03-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 02.03.2007 S 2006 171
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2006-171_2007-03-02.pdf

## Full Text

S 06 171

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 2. März 2007

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. a) Die heute 42-jährige … (geb. 11.10.1965) ist portugiesische 

Staatsangehörige, verheiratet und Mutter zweier Kinder (Jrg. 1997/2001). Von 

1990 bis Mai 2004 war sie als Service-Angestellte in einem Hotel-

/Gastrobetrieb in … erwerbstätig, wobei sie Fr. 1'260.-- im Monat verdiente. 

Sie leidet an einer seltenen Krankheit (Morbus Wegener - Entzündung der 

Blutgefässe unter Lungen-/Nierenbeteiligung; chronische 

Gefässentzündungen mit Problemen für Atemwege/Schleimhäute; mit 

allgemeiner Symptomatik: Fieber, Nachtschweiss, Gewichtsverlust). Auf den 

30.04.2004 verlor sie ihre Arbeitsstelle, worauf sie sich am 22.06.2004 bei der 

IV-Stelle Graubünden zum Bezug von IV-Leistungen 

(Rente/Berufsmassnahmen) anmeldete.

b) Nach weiteren Abklärungen über den Gesundheitszustand bzw. die 

medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit (Bericht Dr. … vom 06.07.2004; 

Bericht IV-Stellenärztin Dr. … vom 04.10.2004; Haushaltsabklärungen vom 

10.11.2004; Verlaufskontrolle am 22.02.2005) und die wirtschaftliche 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit (aufgeteilt Erwerbsanteil 28% und 

Haushaltsanteil 72%) verfügte die IV-Stelle am 16.06.2005, dass kein 

Anspruch auf eine IV-Rente bestünde, weil der ermittelte Invaliditätsgrad (IV-

Grad) nach der gemischten Methode bloss 16.7% betrage. Die dagegen 

erhobene Einsprache vom 19.07.2005 (samt Ergänzung vom 27.10.2006) 

wies die Vorinstanz mit Entscheid vom 15.11.2006 vollständig ab. 

2. Dagegen erhob die Versicherte am 15.12.2006 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim kantonalen Verwaltungsgericht mit den Begehren um 

kostenfällige Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und 

Neubeurteilung der Höhe des IV-Grads nach Einholung eines 

Medizinalgutachtens über ihre Arbeitsfähigkeit im Erwerbs- und 

Haushaltsbereich; evtl. um Zusprechung einer Dreiviertelsrente samt 

Kinderrente ohne Einholung eines Gutachtens. Im Übrigen sie ihr die 

unentgeltliche Rechtspflege samt Beistand in der Person von Rechtsanwältin 

lic. iur. … zu gewähren. Zur Begründung wurde dabei im Wesentlichen 

vorgebracht, dass die Wechselwirkung zwischen Erwerbs- und 

Haushaltstätigkeit zu wenig berücksichtigt worden sei. Die Arbeitsfähigkeit im 

Haushalt (70%) und jene im Erwerbsleben (30%) dürften nicht isoliert 

voneinander betrachtet werden; vielmehr würden sie sich gegenseitig 

beeinflussen. Neben der Haushaltsführung und der Betreuung ihrer zwei 

Kleinkinder habe sie wegen des sich seit Mai 2004 zunehmend 

verschlechternden Gesundheitszustands keine Kraft und Zeit mehr, um auch 

nur teilzeitlich einer regelmässigen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Bei einem 

Erwerbsanteil von 28% hätte die Einschränkung auf diesem Gebiet folglich 

100% betragen. Bei einem Haushaltsanteil von 72% hätte die 

Arbeitseinschränkung anhand der vorhandenen Arztberichte seit 2004 

mindestens 50% betragen, was hier nach der gemischten Methode im 

Resultat einen IV-Grad von 64% (100 x 0.28 + 50 x 0.72) ergeben und deshalb 

zum Bezug einer Dreiviertelsrente berechtigt hätte. Sollte dieser 

Gesamtbeurteilung nicht gefolgt werden, so müssten zur Ermittlung der 

Arbeitsfähigkeit in beiden Teilgebieten noch genauere Abklärungen über die 

aktuell vorhandene Leistungsfähigkeit der Versicherten getroffen werden 

(Einholung Gutachten). Zum Prozessgesuch um Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtspflege wurde geltend gemacht, dass der existenzielle 

Grundbedarf der 4-köpfigen Familie das Gehalt des erwerbstätigen 

Ehemannes der Versicherten übersteige und somit die finanzielle 

Bedürftigkeit ausgewiesen sei. Zudem könne die Beschwerde sicherlich auch 

nicht zum vornherein als aussichtslos bezeichnet werden.

3. In der Vernehmlassung beantragte die Vorinstanz die Abweisung der 

Beschwerde. Den Einwänden der Beschwerdeführerin hielt sie entgegen, 

dass die vorhandenen Arzt-/Abklärungsberichte schlüssig und vollständig 

seien sowie die prozentuale Gewichtung der je nach Teilaufgabengebiet 

eruierten Einschränkungen nach der gemischten Methode (Erwerbsanteil 

28% und Haushaltsanteil 72%) korrekt erfolgt seien, was letztlich aber nur zu 

einem IV-Grad von 16.7% (0 x 0.28 + 23.2% [Einschränkungsgrad im 

Haushalt laut Abklärungsbericht v. 10.11.2004] x 0.72) geführt habe. Gemäss 

höchstrichterlicher Rechtsprechung treffe es nicht zu, dass eine allfällige 

Wechselwirkung zwischen Erwerbs- und Hausanteil berücksichtigt werden 

dürfte. Eine reduzierte Leistungsfähigkeit im Erwerbsbereich wegen erhöhter 

Beanspruchung in der Haushaltsführung (Kinderbetreuung) könne demnach 

nicht zusätzlich zugunsten der Versicherten in Abzug gebracht werden. Falls 

sie wie früher an zwei Vormittagen in der Woche arbeiten ginge, sei auch nicht 

ersichtlich, wie sich ihre Einschränkung im Haushalt von 23.2% auf ihre 

Tätigkeit in der körperlich doch eher leichten Arbeit als Serviceangestellte 

negativ auswirken könnte. Nach der üblichen  Nachtruhe könne jedenfalls 

nicht mehr davon ausgegangen werden, dass sie von der Haushaltsarbeit am 

Vortag noch ermüdet wäre. Im Weiteren werde an der kritisierten 

Haushaltsabklärung vom Nov. 2004 unverändert festzuhalten, sei die 

betreffende Haushaltsexpertin doch einwandfrei nach dem dafür entwickelten 

Bewertungsschema mit differenziertem Aufgabenraster im Haushalt 

vorgegangen und müssten ihre Feststellungen nur dann nochmals durch 

einen Gutachter (Arzt; andere Fachleute) gesondert überprüft werden, falls 

sie sich als unglaubwürdig oder mit den medizinischen Befunden als 

unvereinbar erwiesen hätten. Es sei aber nicht so, dass den ärztlichen 

Schätzungen über die Arbeitsfähigkeit grundsätzlich ein Vorrang bzw. 

höheres Gewicht gegenüber den vor Ort festgestellten 

Arbeitseinschränkungen im Haushalt durch die IV-Expertin zukomme. Am 

angefochtenen Entscheid gebe es deshalb nichts auszusetzen.

4. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels bekräftigte die 

Beschwerdeführerin nochmals ihren Standpunkt für eine leidenangepasste 

Berentung, während die Vorinstanz am 19.01.2007 auf eine Duplik 

verzichtete.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Am 1. Januar 2007 ist das neue Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) in Kraft getreten, welches das bisherige 

Verwaltungsgerichtsgesetz (VGG; BR 370.100) und die bisherige 

grossrätliche Verordnung über das Verfahren in 

Sozialversicherungsstreitsachen (VVS; BR 542.300) abgelöst hat. 

Übergangsrechtlich bestimmt Art. 85 Abs. 2 VRG, dass sich die 

Weiterziehbarkeit und das Rechtsmittelverfahren nach neuem Recht richten, 

wenn bei dessen In-Kraft-Treten die Rechtsmittelfrist noch nicht abgelaufen 

ist. Umgekehrt gilt noch das bisherige Recht, falls die Rechtsmittelfrist vor 

dem 1. Januar 2007 bereits abgelaufen ist. Im konkreten Fall hat die 30-tägige 

Beschwerdefrist gegen den angefochtenen Einspracheentscheid vom 

15.11.2006 noch im Jahre 2006 geendet, weshalb hier noch bisheriges Recht 

zur Anwendung kommt.

2. a) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechtes [ATSG; SR 830.1] und Art. 

4 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Bei 

Nichterwerbstätigen wird die Unmöglichkeit, sich im bisherigen 

Aufgabenbereich zu betätigen, der Erwerbsunfähigkeit gleichgesetzt (Art. 5 

Abs. 1 IVG). Bei erwerbstätigen Versicherten erfolgt die Ermittlung der 

Invalidität nach der Methode des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG, Art. 

28 Abs. 2 IVG); bei nichterwerbstätigen durch den Betätigungsvergleich nach 

der spezifischen Methode (Art. 8 Abs. 3 ATSG i.V.m. Art. 27 der Verordnung 

zum IVG [IVV; SR 831.201]; BGE 130 V 98 E. 3.1, 104 V 136 E. 2a; BGE vom 

22.04.2003 [I 620/02] E. 1-2). Ist eine Versicherte mindestens 40% invalid, so 

hat sie Anspruch auf eine Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe 

Rente, bei mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine 

ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 IVG).

b) Im konkreten Fall ist die „gemischte Methode“ (Art. 8 Abs. 3 ATSG i.V.m. Art. 

28 Abs. 2ter IVG bzw. Art. 27bis IVV) anwendbar, zumal allseits unbestritten 

geblieben ist, dass die Versicherte vor Eintritt ihrer gesundheitlichen 

Beeinträchtigung (Morbus Wegener) beruflich in einem Teilpensum (12 

Stunden pro Woche an zwei Vormittagen) als Service-Angestellte tätig war 

(Anteil Erwerbstätigkeit 28%; ausgehend von 42.8 Std.-Woche bei 

Vollzeitpensum) und darüber hinaus zusätzlich noch den Haushalt für ihre 4-

köpfige Familie besorgte (Anteil 72%). Infolge Anerkennung jener 

Verhältniszahl ist schon erstellt, dass die gewählte Mischmethode die einzig 

richtige war, um sowohl auf dem Gebiet Erwerbstätigkeit über den 

Behinderungsgrad und den Teilinvaliditätsgrad als auch auf dem privaten 

Haushaltssektor über den Einschränkungsgrad sowie den Teilinvaliditätsgrad 

zuverlässig und vollständig Auskunft zu erhalten. Zu klären bleibt hier 

einerseits noch die Berücksichtigung einer allfälligen Wechselwirkung 

(zwischen Erwerbs- und Haushaltstätigkeit) für die Ermittlung der 

Restarbeitsfähigkeit (Behinderungs-/Einschränkungsgrad) sowie anderseits 

die Überprüfung der einzelnen Beeinträchtigungen im Haushalt, welche dann 

nach der gemischten Methode zu würdigen sind.

c) Soweit die Beschwerdeführerin im Erwerbsbereich von einem 

Behinderungsgrad/Teilinvaliditätsgrad von 100% mit dem Hinweis auf eine 

erhöhte Zeit- und Kraftbeanspruchung im Haushalt (Kinderbetreuung etc.) 

ausging und damit auf eine leistungsreduzierende Wechselwirkung innerhalb 

dieser beiden Arbeitsfelder abstellte, kann ihr bereits aus grundsätzlichen 

Überlegungen nicht gefolgt werden. Das Eidgenössische 

Versicherungsgericht hat sich zur Nichtberücksichtigung einer solchen 

Wechselwirkung dogmatisch schon einlässlich geäussert (vgl. BGE 125 V 155 

E. 5b und 159 E. 5c/dd; SVR 10/2006 IV Nr. 42) und dabei die 

Berücksichtigung einer allfälligen Wechselwirkung letztlich verworfen. Die 

zitierten Erwägungen des EVG bedeuten, bezogen auf den vorliegenden Fall, 

was folgt: Zum Ersten ist klar, dass bei einer medizinisch ausgewiesenen 

Arbeitsfähigkeit von 50% im Haushalt (Anteil 72%) nicht im Gegenzug einfach 

auf eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit als Serviceangestellte (Anteil 28%) 

wegen fehlender Leistungsreserven als Hausfrau bzw. Mutter geschlossen 

werden kann. Die „gemischte Methode“ laut Art. 27bis IVV basiert nämlich 

gerade darauf, dass ein bestimmtes Verhältnis zwischen gradueller 

Erwerbstätigkeit und einer Arbeitsfähigkeit im Haushalt besteht, weshalb die 

ermittelte Arbeitsfähigkeit auf einem der zwei Teilgebiete systembedingt auch 

nicht zu einer übermässigen Leistungseinbusse oder einem kompletten 

Tätigkeitsausfall auf dem anderen Beschäftigungssektor führen kann. Die 

angeführte Wechselwirkung kann daher schon unter diesem Blickwinkel zum 

vornherein keine Rolle spielen. Zum Zweiten geht aus dem IV-

Abklärungsbericht vom Nov. 2004 hervor, dass der Haushaltsexpertin die 

Atem- und Organfunktionsstörungen der Versicherten durchaus bekannt 

waren und jene Leiden bei der Gesamtbeurteilung ebenfalls bereits 

gebührend berücksichtigt wurden. Für die Nichtberücksichtigung einer 

gegenseitigen Beeinflussung spricht zudem auch der zentrale Begriff der 

Unzumutbarkeit einer Erwerbsaufnahme im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG, wie 

ihn der Gesetzgeber verstanden hat. Für die Frage, ob und allenfalls in 

welchem Umfang einer den Haushalt führenden (nicht oder 

teilerwerbstätigen) Versicherten die Aufnahme oder Erweiterung einer 

Erwerbstätigkeit zumutbar ist, sind danach nämlich rein haushaltsbezogene 

Arbeiten bzw. Einschränkungen absolut unbeachtlich. Wenn dem aber so ist, 

muss vorliegend auch davon ausgegangen werden, dass die Versicherte im 

Erwerbsbereich mit einem Anteil von 28% und einer (ärztlich attestierten) 

Arbeitsfähigkeit von 50% überhaupt nicht eingeschränkt ist, was mangels 

leistungsrelevanter Behinderung am bisherigen Arbeitsplatz somit aber auch 

keinen Teilinvaliditätsgrad (0 Behinderung x 0.28 Erwerbsanteil) ergeben 

konnte.

d) Was den von der Versicherten als zu tief bewerteten Einschränkungsgrad von 

23.2% im Haushalt betrifft, kann dieser Argumentation ebenfalls nicht gefolgt 

werden. Bei Versicherten, die teils erwerbstätig und teils zuhause tätig sind, 

greift im Haushalt der Betätigungsvergleich Platz (Art. 28 Abs. 2bis IVG). Zum 

Aufgabenbereich der zuhause tätigen Versicherten hat die Verwaltungspraxis 

ein Schema der üblicherweise anfallenden Haushaltsarbeiten aufgestellt, das 

eine möglichst rechtsgleiche und zuverlässige Festsetzung des IV-Grades 

gewährleisten soll. Der gesamte Tätigkeitsbereich der ausschliesslich im 

Haushalt zu verrichtenden Arbeiten beträgt dabei 100% (AHI-Praxis 1997 S. 

286). Der Betätigungsvergleich wird in der Rechtswirklichkeit getrennt für 

sieben Teilbereiche, die im Einzelfall nach den konkreten Verhältnissen vor 

Ort zu gewichten sind, vorgenommen. Gestützt auf jene Vorgaben gewichtete 

die Haushaltsexpertin des IV-Abklärungsdienstes im Nov. 2004 den 

Aufgabenbereich der Haushaltsführung mit 2% [Einschränkung 0%; 

Behinderungsgrad 0%], denjenigen der Ernährung mit 32% [20%; 6.4%] den 

der Wohnungspflege mit 14% [90%; 12.6%], den der ausserhäuslichen 

Einkäufe/Besorgungen mit 8% [15%; 1.2%], den der Wäsche/Kleiderpflege 

mit 15% [20%; 3%], den der Kinderbetreuung mit 17% [0%; 0%] sowie den 

der Krankenpflege und Balkon-/Pflanzenpflege mit 12% [0%; 0%] unter der 

Rubrik „Verschiedenes“. Insgesamt wurde damit im Haushaltsbereich korrekt 

auf einen Behinderungsgrad von 23.2% abgestellt. An jener Einschätzung gibt 

es nichts auszusetzen, liegen die ein- und festgesetzten Prozentwerte doch 

allesamt innerhalb der hierfür vorgesehenen Grenz- und Erfahrungswerte. Die 

dagegen – besonders bei der Kinderbetreuung und der Wäsche/Kleiderpflege 

– vorgebrachten Bedenken vermögen die Einschätzung der IV-

Haushaltsexpertin nicht zu erschüttern, geschweige denn zu widerlegen. Die 

Einwände der Versicherten sind objektiv zu vage, als dass daraus auf eine 

Fehlbeurteilung der Vorinstanz geschlossen werden müsste. Ein gewisser 

Ermessensspielraum liegt zudem in der Natur der Sache, weshalb nicht ohne 

Not in die Gesamtbeurteilung der Haushaltsexpertin einzugreifen ist. 

Abweichungen und Korrekturen drängen sich nur dort auf, wo es zumindest 

Anhaltspunkte gibt, dass die IV-Stelle unseriös, befangen oder sonst wie 

unfair gehandelt haben könnte. Solche Indizien bestehen im konkreten Fall 

indes nicht, womit auf die Erkenntnisse und Beurteilungen der IV-Expertin 

ohne Vorbehalt abgestellt werden darf (zum Beweiswert von IV-

Abklärungsberichten: BGE 130 V 63 E. 6.2, 128 V 94 E. 4, 127  137 E. 5.a; 

SVR 7/2004 IV Nr. 25). Die im Beiblatt (auf Seite 1 und S. 8) des 

Abklärungsberichts enthaltenen Hintergrundinformationen – samt der jeweils 

direkt zu den einzelnen Gewichtungen angeführten Kommentare (S. 5-6) - 

sind überzeugend und bestätigen den Gesamteindruck, wonach die 

Vorinstanz bei der Bewertung zu Recht auf die Abklärung abgestellt hat.

e) Daran ändert selbst der Hinweis der Versicherten auf die 

Zumutbarkeitsbeurteilung ihres Hausarztes Dr. … im Attest vom 21.09.2006 

nichts, worin der Genannte der Patientin als Hausfrau/Mutter zweier Buben 

keine Arbeitsfähigkeit, als Mitarbeiterin im Hotelbetrieb aber stets noch eine 

solche von 50% bescheinigte. Abgesehen davon, dass alle anderen 

Arztberichte resp. Feststellungen (vgl. Dr. …, RAD-Ostschweiz am 

13.09.2006; Dr. …, Hals- und Gesichtschirurge in … am 08.09.2006; Dr. …, 

Chefarzt Spital … am 24.04.2006; Dr. …, Gynäkologe 14.10.2005) seit Mai 

2004 von keiner Gesundheitsverschlechterung bei der Versicherten sprechen 

(keine neuen Krankheitsbilder diagnostiziert) und damit einhellig von einem 

stabilen Gesundheitszustand (2004-2006) ausgingen, ist auch nicht 

ersichtlich, gestützt auf welche Tatsache der Hausarzt plötzlich auf eine 

100%-ige Arbeitsunfähigkeit als Hausfrau erkannte. Jener neuen 

Einschätzung/Würdigung der Restarbeitsfähigkeit – bei klinisch nachweislich 

unverändert gebliebenem Beschwerdebild ab April/Mai 2004 – kann daher 

kein Beweiswert zukommen. Allein die Tatsache, dass es sich beim Morbus 

Wegener [medizinisch unbestritten] um eine nicht heilbare Krankheit handelt, 

Rückfälle jederzeit möglich sind und eine rasche Behandlung bei Rückfällen 

erforderlich ist, ändert im konkreten Fall noch nichts daran, dass derartige 

Rückfälle bzw. die dafür typischen Krankheitsschübe in der hier allein 

relevanten Zeitspanne (2004-2006) bisher noch nicht aufgetreten sind. Aus 

genau demselben Grunde durfte die Vorinstanz auch auf die Einholung 

weiterer Gutachten/Abklärungen (medizinisch/arbeitsfunktional) verzichten, 

konnte anhand der bereits zahlreich vorhandenen Arztatteste seit 2004 doch 

zum voraus nicht mit neuen Befunden oder Erkenntnissen gerechnet werden, 

die die Gesamtbeurteilung der Vorinstanz ernsthaft als falsch hätten 

erscheinen lassen und somit wirklich berechtigten Anlass zu weiteren 

Abklärungen gegeben hätten.

f) Zusammengefasst ergibt sich, dass die gemischte Methode für die Ermittlung 

des rentenrelevanten IV-Grads vorliegend korrekt angewandt wurde 

(Berechnungsfaktoren: 0 x 0.28 + 50 x 0.72 = 16.7%), und die Vorinstanz zu 

Recht einen Anspruch auf eine IV-Rente gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG verneinte.

3.   a) Der angefochtene Entscheid vom Nov. 2006 ist damit in jeder Beziehung 

rechtens und haltbar, was zur Abweisung der Beschwerde führt.

b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a ATSG und Art. 11 VVS, ausser hier 

nicht zutreffender Ausnahmen, kostenlos ist. Eine aussergerichtliche 

Entschädigung steht der Vorinstanz praxisgemäss nicht zu (Umkehrschluss 

aus Art. 61 lit. g ATSG).

4. Zum Gesuch betreffend Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung auf 

Kosten des Staates (Art. 61 lit. f ATSG; Art. 25 Abs. 4 VGG) infolge 

ausgewiesener Bedürftigkeit der Gesuchstellerin sei zuerst auf die 

Bundesgerichtsrechtsprechung verwiesen, wonach die Gewährung dieser 

Rechtswohltat gestützt auf Art. 29 Abs. 3 BV nebst der (finanziellen) 

Bedürftigkeit noch voraussetzt, dass die Erhebung einer Beschwerde nicht 

zum voraus als aussichtslos erscheint. Als aussichtslos gelten namentlich 

solche Prozessbegehren, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich 

geringer sind als die Verlustgefahren und die daher kaum mehr als ernsthaft 

bezeichnet werden können. Massgebend ist dabei, ob eine Streitpartei, die 

über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung 

ebenfalls zu einem Prozess entschliessen würde. Eine Partei sollte also einen 

Prozess - den sie auf eigene Rechnung und Gefahr so nicht führen würde - 

nicht nur anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 129 I 129 E. 2.3.1;  

BGE vom 19.06.2003 [4P.107/2003] E. 1; vom 19.06.2005 [2A.111/2005] E. 

3). Aufgrund der ausgewiesenen Bedürftigkeit der Gesuchstellerin und der 

Komplexität und Tragweite des Streitfalls ist das Gericht zur Überzeugung 

gelangt, dass die erhobene Beschwerde nicht vorab als aussichtslos im Sinne 

der für die Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege entwickelten 

Kriterien taxiert werden muss, weshalb ihr jene Rechtswohltat vorliegend 

gewährt wird. Dem Prozessantrag auf unentgeltliche Rechtspflege bzw. 

Verbeiständung  der namentlich bezeichneten Rechtsanwältin wird damit 

entsprochen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. a) … wird die unentgeltliche Rechtspflege in der Person von Anwältin lic. iur. … 

als unentgeltlicher Rechtsbeistand gewährt. 

b) Der Rechtsbeistand (Anwältin) hat nach Abschluss des vorliegenden 

Verfahrens dem Verwaltungsgericht die Kostennote zur Prüfung und 

Zahlungsanweisung einzureichen (Tarif: 75% der geltenden Honoraransätze 

des Bündnerischen Anwaltsverbandes).

c) Sollten sich die Einkommens- und/oder Vermögensverhältnisse von … 

verbessern, hat diese dem Kanton Graubünden die entsprechenden Kosten 

zurückzuerstatten (Art. 26 VGG).

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde am 4. Januar 2008 

abgewiesen (9C_265/2007).