# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a60563dc-29b4-59ca-b940-9fe5b971e1a3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240411-O1
**Docket/Reference:** SB240411-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240411-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240411-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, lic. iur. C. Maira und lic. iur. 

B. Amacker sowie die Gerichtsschreiberin MLaw A. Blaser

Urteil vom 10. Februar 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend bandenmässiger Diebstahl 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

vom 16. Mai 2024 (DG230092)

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Anklage:

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat vom 31. Mai 2023 (Urk. 20) ist diesem 

Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 52 S. 20 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des bandenmässigen Diebstahls im Sinne 

von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 139 Ziff. 3 lit. b StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 14 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit 

heute 59 Tage durch Haft erstanden sind.

3.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.

4.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 8 Jahre des Landes ver-

wiesen.

5.

Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird 

angeordnet.

6.

Es wird die Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils im Sinne 

von  Art. 257  der  Schweizerischen  Strafprozessordnung  angeordnet.  Das  Forensi-

sche  Institut  Zürich  (FOR)  wird  mit  dem  Vollzug  beauftragt  und  der  Beschuldigte 

verpflichtet, innert 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft des Urteils beim Forensischen 

Institut  Zürich,  Polizei-  &  Justizzentrum  PJZ,  Erkennungsdienst‚  Güterstrasse 33, 

8010 Zürich zwecks DNA-Probenahme für die DNA-Profilerstellung zu erscheinen. 

Kommt  er  dieser  Verpflichtung  unentschuldigt  nicht  nach,  wird  die  Kantonspolizei 

hiermit  verpflichtet,  ihn  -  auf  entsprechende  Mitteilung  des  Forensischen  Instituts 

Zürich hin - zwangsweise vorzuführen. Der Beschuldigte wird auf Art. 205, 207 und 

417 StPO aufmerksam gemacht.

7.

Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 

25. Mai 2023 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und der Lager-

behörde nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung bzw. gutscheinenden 

Verwendung überlassen:

-   3   -



A017'189'127: Führerausweis "Peru, Q…", gültig bis 15.10.2025, sowie In-

tern. Führerausweis "Peru Nr. …", gültig bis 14.08.2023 (Asservat-Nr. 

A017'189'127).

8.

Der Privatkläger 1, B._____, wird mit seinem Genugtuungsbegehren auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen.

9.

Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung mit allfälligen haftpflichtigen 

Mittätern / Mittäterinnen verpflichtet, dem Privatkläger 4, C._____, Schadenersatz 

in Höhe von Fr. 1530.– zzgl. Zins von 5% seit dem 13. März 2023 zu bezahlen.

10. Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung mit allfälligen haftpflichtigen 

Mittätern / Mittäterinnen verpflichtet, dem Privatkläger 4, C._____, Genugtuung in 

Höhe von Fr. 200.– zzgl. Zins von 5% seit dem 13. März 2023 zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.

11. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 

mit Fr. 4'934.80 (inkl. Mehrwertsteuer), zuzüglich zur bereits geleisteten Akontozah-

lung in Höhe von Fr. 3'554.10, aus der Gerichtskasse entschädigt.

12. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

1'800.–   Gebühr für das Vorverfahren

3'554.10   amtlicher Verteidiger (Akontozahlung)

4'934.80   amtlicher Verteidiger (Restzahlung)

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die 

Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten.

14.

(Mitteilungen)

15.

(Rechtsmittel)"

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Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 70 S. 2 i.V.m. Urk. 56 S. 2 und Urk. 39 S. 2)

1.

Der Beschuldigte sei betreffend die ihm in den Dossiers 1, 2, 3, 4 und 5 vorgeworfe-

nen Straftaten im Sinne von Art. 139 Ziffer 1 StGB des mehrfachen Diebstahls schul-

dig zu sprechen. 

2.1. Der Beschuldigte sei mit einer Busse von CHF 100.00 sowie einer Freiheitsstrafe von 

acht Monaten zu bestrafen; die bereits erstandene Haft sei dabei anzurechnen; 

2.2. die Freiheitsstrafe sei unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren bedingt aus-

zufällen; 

2.3. betreffend die Busse sie bei schuldhafter Nichtbezahlung eine Ersatzfreiheitsstrafe 

von einem Tag anzuordnen. 

3.

Von der Anordnung einer Landesverweisung im Sinne von Art. 66a StGB sei vollum-

fänglich abzusehen; sollte dennoch eine Landesverweisung angeordnet werden, sei 

dieselbe auf das gesetzlich zulässige Mindestmass von fünf Jahren zu begrenzen. 

4.

5.

Auf eine Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) sei zu verzichten. 

Die Verfahrenskosten inklusive der Untersuchungs- und Verteidigungskosten seien 

infolge offensichtlicher Uneinbringlichkeit auf die Staatskasse zu nehmen. 

b)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 62)

Verzicht auf Anschlussberufung und Stellen eines Antrages.

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Erwägungen:

I. Prozessgeschichte / Prozessuales

1.

Verfahrensgang

1.1. Am  24. Mai  2024  (Datum  Poststempel)  meldete  der  Beschuldigte  frist-

gerecht Berufung gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts 

Zürich (nachfolgend Vorinstanz) vom 16. Mai 2024 an (Urk. 50), welches ihm am 

22. Mai 2024 schriftlich im Dispositiv eröffnet worden war (vgl. Prot. I S. 14 ff. i.V.m. 

Urk. 47 und Urk. 48/2). Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 52 = Urk. 55) 

am 15. August 2024 (Urk. 54/2) reichte der Beschuldigte gleichentags und damit 

fristgerecht seine Berufungserklärung ein (Urk. 56). 

1.2. Mit  Präsidialverfügung  vom  12. September  2024  wurde  den  Privatklägern 

sowie der Staatsanwaltschaft eine Kopie der Berufungserklärung des Beschuldig-

ten  zugestellt  und  Frist  angesetzt,  um  Anschlussberufung  zu  erheben  oder  ein 

Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 60). Mit Eingabe vom 23. Sep-

tember 2024 erklärte die Staatsanwaltschaft Verzicht auf Anschlussberufung sowie 

Stellen eines Antrages und ersuchte um Dispensation von der Teilnahme an der 

Berufungsverhandlung (Urk. 62). Die Privatkläger liessen sich nicht vernehmen. 

1.3. Die Parteien wurden am 8. November 2024 zur Berufungsverhandlung auf 

den 10. Februar 2025, 08.00 Uhr, vorgeladen, wobei der Staatsanwaltschaft das 

Erscheinen freigestellt wurde (Urk. 63). Die Vorladung konnte dem Beschuldigten 

persönlich nicht zugestellt werden (Urk. 65). Er konnte jedoch durch seine Vertei-

digung über den Verhandlungstermin orientiert werden (Urk. 67). 

1.4.

Zur heutigen Berufungsverhandlung erschien die amtliche Verteidigung des 

Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. X._____ (Prot. II S. 3). Es war weder über Vor-

fragen noch Beweisanträge zu entscheiden (Prot. II S. 4). In der Sache selbst stell-

ten  die  Parteien  die  eingangs  wiedergegebenen  Anträge  (Urk. 70  S. 2  i.V.m. 

Urk. 56 S. 2 und Urk. 39 S. 2 sowie Urk. 62). Das Verfahren ist spruchreif. 

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2.

Umfang der Berufung

2.1. Die Berufungserklärung des Beschuldigten (Urk. 56) richtet sich gegen die 

rechtliche  Würdigung  und  damit  den  Schuldpunkt  (Dispositivziffer  1),  den  Straf-

punkt (Dispositivziffern 2-3), die Landesverweisung sowie die SIS-Ausschreibung 

(Dispositivziffern 4-5) und die Kostenauflage (Dispositivziffer 13). Hierbei blieb es 

auch  im  Rahmen  der  Berufungsbegründung  (Urk. 70  S. 2),  wobei  neu  beantragt 

wurde, der Beschuldigte sei weder zur Zahlung eines Schadenersatzes noch einer 

Genugtuung zu verpflichten, eventualiter sei er nur dem Grundsatz nach hierzu zu 

verpflichten und der Privatkläger zur konkreten Geltendmachung seiner Forderun-

gen  auf  den  Zivilweg  zu  verweisen  (Urk. 70  S. 2).  Da  die  Zivilansprüche  mit  der 

Berufungserklärung nicht angefochten wurden, hat es dabei sein Bewenden. Die 

Erklärung, auf welche Teile sich die Berufung beschränkt, ist verbindlich (Art. 399 

Abs. 4 StPO; statt vieler BGer 6B_1320/2020 vom 12. Januar 2022 E. 2.2. mit Ver-

weisen). Für die adhäsionsweise Beurteilung von Zivilforderungen im Strafprozess 

findet im Übrigen die zivilprozessuale Verhandlungsmaxime Anwendung (BGE 127 

IV  215  E. 2d).  Daher  hat  der  Beschuldigte  substantiiert  darzulegen,  welche  Tat-

sachenbehauptungen der klagenden Partei im Einzelnen anerkannt oder bestritten 

werden  (siehe  hierzu  ausführlicher  OGer  ZH  SB230338-O  vom  8. Januar  2024 

E. 3.2. f. S. 41 f.). Selbst bei der Annahme, der Entscheid über die Zivilansprüche 

sei  mit  der  Berufungserklärung  angefochten  worden,  hätte  es  damit  vorliegend 

beim vorinstanzlichen Entscheid sein Bewenden gehabt, da zum diesbezüglichen 

Antrag  keinerlei  Ausführungen  getätigt  wurden  (Urk. 70  S. 2  ff.).  Hinsichtlich  den 

Strafpunkt gilt es festzuhalten, dass die Verteidigung in der Berufungserklärung um 

Bestätigung der Dispositivziffer 3 ersucht. Aufgrund des engen sachlichen Zusam-

menhangs sind jedoch sowohl Strafart und -höhe als auch deren Vollzug gemein-

sam  zu  überprüfen,  weswegen  Dispositivziffer  3  ebenfalls  als  angefochten  zu 

betrachten ist (BGE 144 IV 383 E. 1.1.). Die Verteidigung hat Dispositivziffer 3 mit 

der Berufungsbegründung im Übrigen neu ebenfalls angefochten (Urk. 70 S. 2). 

2.2. Nicht  angefochten  und  in  Rechtskraft  erwachsen  sind  somit  Dispositiv-

ziffern 6  (Entscheid  über  DNA-Erfassung),  7  (Entscheid  über  Beschlagnahmun-

-   7   -

gen),  8-10  (Entscheid  über  Zivilansprüche),  11  (Entschädigung  amtliche  Vertei-

digung) und 12 (Kostenfestsetzung), was vorab festzustellen ist. 

3.

Formelles

3.1. Die urteilende Instanz muss sich nicht mit allen Parteistandpunkten einläss-

lich  auseinandersetzen  und  jedes  einzelne  Vorbringen  ausdrücklich  widerlegen 

(vgl.  BGE  136  I  229  E. 5.2;  BGer  6B_1130/2014  vom  8.  Juni  2015  E. 4).  Die 

Berufungsinstanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte 

beschränken.

3.2. Soweit  nachfolgend  auf  Erwägungen  der  Vorinstanz  im  angefochtenen 

Entscheid  verwiesen  wird,  erfolgt  dies  in  Anwendung  von  Art. 82  Abs. 4  StPO 

(vgl. dazu etwa BGer 6B_570/2019 vom 23. September 2019 E. 4.2 m.w.H., sowie 

NYDEGGER,  Der  Verweis  auf  die  Entscheidbegründung  der  Vorinstanz  gemäss 

Art. 82  Abs. 4  StPO,  recht  2021,  S. 15 ff.),  auch  ohne  dass  dies  jeweils  explizit 

Erwähnung findet.

3.3. Nachdem einzig der Beschuldigte Berufung führt, steht die Überprüfung des 

vorinstanzlichen  Urteils  unter  dem  Vorbehalt  des  Verschlechterungsverbots 

(Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Schuldpunkt

1.

Die Verteidigung stellt die Qualifikation der Delikte als Diebstahl i.S.v. Art. 139 

StGB nicht in Frage (Urk. 70 S. 2 i.V.m. S. 4 und S. 7). Diese ist korrekt und bedarf 

damit keiner Ausführungen. Die Verteidigung monierte jedoch, die Annahme des 

Qualifikationstatbestands  der  bandenmässigen  Begehung  sei  unzutreffend 

(Urk. 70 S. 2 ff.).  

2. Bandenmässigkeit  ist grundsätzlich  dann gegeben, wenn zwei oder mehrere 

Täter sich mit dem ausdrücklich oder konkludent geäusserten Willen zusammen-

finden, inskünftig zur Verübung mehrerer selbständiger, im Einzelnen möglicher-

weise  noch  unbestimmter  Straftaten  zusammenzuwirken.  Dieser  Zusammen-

schluss  ist  es  denn  auch,  der  den  Einzelnen  psychisch  und  physisch  stärkt,  ihn 

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deshalb besonders gefährlich macht und die Begehung von weiteren solchen Straf-

taten voraussehen lässt. Zur Annahme der Bandenmässigkeit genügen damit zwei 

Personen, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten zusammengefunden 

haben.  Vorausgesetzt  sind  jedoch  gewisse  Mindestansätze  einer  Organisation 

(etwa einer Rollen- oder Arbeitsteilung) oder eine Intensität des Zusammenwirkens, 

welche ein gewisses Ausmass erreichen muss, so dass von einem bis zu einem 

gewissen Grade fest verbundenen und stabilen Team gesprochen werden kann, 

auch wenn dieses allenfalls nur kurzlebig war (BGE 135 IV 158 E. 2. mit Verwei-

sen). Mitglied einer Bande kann man sodann auch sein, wenn der Tatbeitrag nicht 

unabdingbar ist. Die Austauschbarkeit einzelner Bandenmitglieder vermag an der 

Bandenmässigkeit ebenfalls nichts zu ändern (BGer 6B_563/2023 vom 6. Dezem-

ber 2023 E. 5.2.2.). Sodann muss auch nicht jedes Mitglied einer Bande bei jeder 

Tat dabei sein (BGer 6B_42/2016 vom 26. Mai 2016 E. 2.2.). 

3.

Zusammenarbeit

3.1. Aussagen der Beteiligten

3.1.1. Sowohl der Beschuldigte als auch D._____ machten geltend, sie hätten ei-

nige Tage vor den Diebstählen im Januar 2023 beschlossen, in die Schweiz einzu-

reisen, um Diebstähle zu begehen (Urk. D1/6/4 F/A 23 i.V.m. Urk. D1/7/5 F/A 5-6 

und  F/A 22).  Der  Beschuldigte  erklärte  hierbei,  sich  um  das  Auto  gekümmert  zu 

haben, wobei die beiden anderen ausgestiegen seien, um die Diebstähle zu bege-

hen (Urk. D1/6/4 F/A 24 i.V.m. F/A 25). Dies bestätigte D._____ und präzisierte, sie 

selbst sei für die Ablenkung zuständig gewesen und jemand habe das Deliktsgut 

behändigt (Urk D1/7/5 F/A 16 f. i.V.m. F/A 32-34). Beide äusserten sodann, verein-

bart gewesen sei, das Deliktsgut zu gleichen Teilen zu teilen (Urk. D1/6/4 F/A 30 

i.V.m. Urk. D1/7/5 F/A 25). 

3.1.2. Hinsichtlich der im März 2023 begangenen Diebstähle erklärte D._____, der 

Beschuldigte, E._____ und sie selbst hätten einige Tage vorher vereinbart, gemein-

sam Diebstähle zu begehen. Sie hätten hierbei zusammengearbeitet und verein-

bart, alles zu gleichen Teilen zu teilen (Urk. D1/7/5 F/A 42-44 i.V.m. F/A 45 f.). Der 

Beschuldigte  sei  wieder  im  Auto  gewesen,  jemand  habe  abgelenkt  und  jemand 

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habe das Deliktsgut behändigt (Urk. D1/7/5 F/A 47 f.). Dies bestätigte der Beschul-

digte  (Urk. D1/6/4  F/A 33  f.  i.V.m.  F/A 35-39).  Auch  E._____  bestätigte  dies  und 

präzisierte,  D._____  habe  aufgepasst  und  er  selbst  habe  die  Unachtsamkeit  der 

Opfer ausgenutzt (Urk. D1/7/6 F/A 28 i.V.m. F/A 39, F/A 42 und F/A 44). Er meinte 

sodann, es sei der Beschuldigte gewesen, welcher Kontakt mit ihm aufgenommen 

und ihn aufgefordert habe nach Frankreich zu reisen, um in der Schweiz Diebstähle 

zu  begehen  (Urk. D1/7/6  F/A 40).  Was  sie  entwendet  hätten,  sei  immer  spontan 

entschieden worden (Urk. D1/7/6 F/A 41). 

3.1.3. Der Beschuldigte und D._____ lernten sich sodann im Rahmen eines Tref-

fens mit berufsmässigen Dieben kennen (Urk. D1/6/4 F/A 12 i.V.m. F/A 13 f.). Er 

bezeichnete sie auch als seine Partnerin (Urk. D1/6/3 F/A 27), was darauf hindeu-

tet, dass er sie – entgegen der Verteidigung (Urk. 70 S. 6) – gut kannte. 

3.1.4. Die Aussagen der Beteiligten sind in Anbetracht der Tatsache, dass sie sich 

damit alle auch selbst belasteten, im Kern übereinstimmen und in sich schlüssig 

sind  als  glaubhaft  zu  werten.  Sie  werden  im  Übrigen  auch  durch  die  weiteren 

Beweismittel (insbesondere die Videoaufzeichnungen) gestützt. 

3.1.5. Der  Beschuldigte  arbeitete  damit  jeweils  arbeitsteilig  mit  D._____  sowie 

E._____ und F._____ alias F'._____ zusammen. Es gab eine klare Arbeits- bzw. 

Rollenteilung. Es handelte sich nicht um eine unkoordinierte Kooperation, wie dies 

die Verteidigung geltend machte (Urk. 70 S. 6). Besonders ausgeklügelt muss die 

Vorgehensweise sodann nicht sein. Sie reisten im Übrigen jeweils extra zur Ver-

übung  der  Diebstähle  in  die  Schweiz  ein,  wobei  sie  anschliessend  direkt  wieder 

nach Frankreich reisten, um dort in einem Hotel zu übernachten (Urk. D1/6/4 F/A 31 

i.V.m. F/A 39 und Urk. D1/7/5 F/A 26). Dies deutet eindeutig darauf hin, dass es 

sich bei den Beteiligten um eine Bande handelt. Auch das Umfeld, in dem zumin-

dest der Beschuldigte und D._____ sich kennenlernten, deutet darauf hin. Sodann 

zeugt dies davon, dass die Taten – entgegen der Verteidigung (Urk. 70 S. 6) – nicht 

aus dem Affekt heraus geschahen.

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3.2. Videoaufzeichnungen

3.2.1. Die  Videoaufzeichnung  der  in  Dossier  2  behandelten  Tat  zeigt,  wie  der 

Beschuldigte sich zunächst jeweils sehr geschickt vor dem Mittäter platzierte und 

wie  er  ihn  abdeckte.  Dieser  stellte  sodann  zunächst  seinen  Rucksack  bei  der 

Tasche des potenziellen Geschädigten ab und durchsuchte diese Tasche minuten-

lang nach potentiellem Diebesgut. Hierbei wirkte er völlig entspannt. Auch das Be-

treten der Lobby durch weitere Personen brachte ihn nicht aus der Ruhe. Scheinbar 

mühelos wechselte er in einem solchen Moment vom Durchwühlen des fremden 

Gepäckstücks zum scheinbaren Durchstöbern seines eigenen Rucksacks ehe er 

blitzschnell wieder zum Durchstöbern der fremden Tasche überging. Wenngleich 

zunächst kein Diebesgut ausgemacht werden konnte, blieben die drei hartnäckig 

und ruhig bis sich eine Gelegenheit bot, bei der dann schliesslich der Beschuldigte 

zugriff,  da  das  spätere  Diebesgut  in  seiner  Nähe  abgestellt  wurde.  Die  Bande 

realisierte die Gelegenheit umgehend und wechselte deshalb die Rollenverteilung. 

Der  Beschuldigte  griff  sich  sodann,  wie  bereits  erwähnt,  die  Tasche,  worauf  alle 

drei rasch die Lobby mit dem Deliktsgut verliessen (Urk. D2/5 ab Min. 02:33).

3.2.2. In der Videoaufzeichnung zu Dossier 3 ist sodann ersichtlich wie die Mittäte-

rin und der Mittäter des Beschuldigten die Bar lediglich für einen kurzen Augenblick 

betraten,  den  Diebstahl  begingen  und  diese  umgehend  wieder  verliessen.  Vom 

Betreten der Bar bis zu deren Verlassen mit Diebesgut vergingen keine 30 Sekun-

den.  Mit  offenbar  geschultem  Blick  erspähten  sie  die  sich  beim  Stuhlbein  eines 

Gastes befindende Markentasche. Sie unterhielten sich in der Folge. Während der 

Mittäter so tat, als würde er seinen Rucksack auf dem Boden abstellen, ergriff er 

die auf dem Boden platzierte Tasche und deckte diese mit seinem Rucksack ab. 

Umgehend deckte auch die Mittäterin das Diebesgut ab. Ohne zu zögern verliessen 

sie sofort die Bar (Urk. D3/4 ab Min. 01:29). 

3.2.3. Die  auf  den  Videoaufzeichnungen  sichtbare  professionelle  und  routiniert 

wirkende,  arbeitsteilige  Vorgehensweise  sowie  gleichbleibende  Grundbesetzung 

lässt ohne weiteres darauf schliessen, dass die Diebstähle im Rahmen einer Bande 

begangen wurden, wenngleich nicht immer alle vier miteinander operierten. Dies 

ist – entgegen der Verteidigung (Urk. 39 S. 6 i.V.m. Urk. 70 S. 5) – zur Erfüllung der 

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Bandenmässigkeit auch nicht erforderlich. Gerade in grösseren Banden dürfte es 

durchaus üblich sein, dass nicht immer sämtliche Mitglieder aktiv an einer Tat vor 

Ort mitwirken. Eine Bande muss jedoch nicht besonders gross sein. Sodann wird 

aus den Aufzeichnungen ersichtlich, dass der Beschuldigte nicht nur die Rolle des 

Fahrers  inne  hatte,  sondern  zumindest  teilweise  bei  der  Tatbegehung  physisch 

anwesend war und offenbar manchmal das Deliktsgut gar selbst behändigte, was 

er im Übrigen im Rahmen der Untersuchung auch zugab (Urk. D1/6/4 F/A 47 S. 8 

i.V.m. S. 10). Mithin wusste der Beschuldigte entgegen der Verteidigung vom Tat-

plan  bzw.  dessen  Umsetzung,  war  er  doch  zumindest  teilweise  an  dieser  direkt 

beteiligt (Urk. 70 S. 5). 

3.3. Ermittlungen in Belgien

Der Beschuldigte, D._____, E._____ und F._____ alias F'._____ wurden ausser-

dem am 7. Februar 2023 gemeinsam am Flughafen in G._____ [Belgien] gesichtet. 

Ihnen  wird  in  diesem  Zusammenhang  vorgeworfen  dort  –  zu  viert  gemeinsam  – 

einen Diebstahl begangen zu haben (Urk. D4/1 S. 5 f.; Urk. D5/1 S. 5 f.). Dies stellt 

ein weiteres Indiz für die generelle Zusammenarbeit aller vier Beteiligten als Bande 

dar. 

4. Mangelnde besondere Gefährlichkeit

4.1. Die  Verteidigung  machte  geltend,  vorliegend  werde  der  Unrechts-  und 

Schuldgehalt der Taten durch die nur wenigen Male und in wechselnden Besetzun-

gen verübten Delikte nicht wesentlich erhöht. Die geringe Anzahl an Delikten reiche 

nicht  aus,  um  eine  besondere  Gefährlichkeit  zu  begründen,  welche  eine  höhere 

Bestrafung rechtfertigen würde (Urk. 39 S. 6 i.V.m. Urk. 70 S. 6). 

4.2.

Zur  Annahme  der  Bandenmässigkeit  ist  lediglich  ein  durch  ein  Banden-

mitglied verübter Diebstahl erforderlich (BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, Art. 139 N. 121 

mit Verweisen). In Anbetracht der fünf zur Anklage gebrachten Delikte ist dieses 

Erfordernis vorliegend ohne weiteres erfüllt. 

4.3. Die  Qualifikation  des  Tatbestands  rechtfertigt  sich  sodann,  wie  bereits 

einleitend  ausgeführt,  nicht  aufgrund  der  zur  Anklage  gebrachten  Anzahl  Delikte 

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sondern aufgrund der besonderen Gefährlichkeit, die sich daraus ergibt, dass der 

Zusammenschluss  die  Täter  stark  macht  und  die  fortgesetzte  Verübung  solcher 

Delikte voraussehen lässt (BGer 6B_1145/2016 vom 7. April 2017 E. 1.3. mit Ver-

weisen). Eine Gefährlichkeit in diesem Sinne ist vorliegend ohne weiteres gegeben. 

Die Verteidigung erläuterte gar selbst, der Beschuldigte habe sich mit den Mittätern 

umgeben, welche ihm die dringend benötigte Gesellschaft geleistet und ihn auf die 

schiefe Bahn geführt hätten (Urk. 44 S. 2). Damit zeigt die Verteidigung selbst die 

Gefährlichkeit der vorliegend gegebenen Gruppendynamik auf. Ebendieser Zusam-

menschluss  führte  damit  eingestandenermassen  dazu,  dass  beim  Beschuldigten 

ein gewisser Halt erzeugt wurde und ihn derart stärkte, dass er zur fortgesetzten 

Verübung von Diebstählen bereit und motiviert war. Diese Stärkung der Täter durch 

die Zusammenarbeit in der Gruppe zeigt sich sodann auch in den Videoaufzeich-

nungen  der  Taten.  Darauf  ist  gut  ersichtlich,  wie  abgeklärt,  ruhig  und  gerade  zu 

überlegen wirkend, die Täter jeweils in der Zusammenarbeit agierten (Urk. D2/5 ab 

Min. 02:33 i.V.m. Urk. D3/4 ab Min. 01:29). Bei alleine oder nur durch Zufall kurz-

zeitig zusammenarbeitenden Personen wäre dies so nicht zu erwarten. 

5.

Tatbeitrag und Plan

5.1. Die  Verteidigung  machte  weiter  geltend,  die  begangenen  Delikte  hätten 

keine besonders minuziöse Planung notwendig gemacht. Diese hätten auch ohne 

den  Tatbeitrag  des  Beschuldigten  realisiert  werden  können.  Diebstähle  unter 

Ablenkung der Opfer würden regelmässig auch von einem Täter alleine oder von 

maximal zwei Tätern vorgenommen. Das Verwenden eines Fluchtfahrzeuges sei in 

diesem Rahmen in der Regel nicht notwendig (Urk. 44 S. 2). 

5.2.

5.2.1. Es  ist  zu  bezweifeln,  dass  die  Delikte,  wie  die  Verteidigung  es  geltend 

machte, in dieser Art und Weise auch ohne den Fahrdienst des Beschuldigten hät-

ten begangen werden können. Schliesslich musste die Bande aus Frankreich zu 

den Tatorten in der Schweiz gelangen und von dort möglichst rasch (damit nicht 

ohne  weiteres  verfolgbar)  wieder  verschwinden.  Die  Tatsache,  dass  die  Delikte 

aber allenfalls auch ohne den Fahrdienst des Beschuldigten hätten verübt werden 

-   13   -

können,  vermag  an  der  Bandenmässigkeit  jedoch  nichts  zu  ändern.  Schliesslich 

muss nicht jeder Tatbeitrag unabdingbar sein. Der Beschuldigte hat eine ihm von 

der Bande zugeteilte Rolle übernommen, welche diese für notwendig oder zumin-

dest erwünscht erachtete. Dies genügt als Tatbeitrag. Hinsichtlich Dossier 2 und 

Dossier 4 war es sodann der Beschuldigte, welcher jeweils das Diebesgut behän-

digte,  was  er  im  Übrigen  auch  selbst  bestätigte  (Urk. D1/6/4  F/A 47  S. 8  i.V.m. 

S. 10). Damit leistete er diesbezüglich unzweifelhaft den essenziellsten Tatbeitrag. 

5.2.2. Eine besonders minuziöse Planung wird sodann nicht vorausgesetzt. Jeden-

falls wirkt die Zusammenarbeit nicht planlos oder unbeholfen, wie es bei spontanen 

Aktion zu erwarten wäre. Ganz im Gegenteil ergibt sich aus den Videoaufzeichnun-

gen  eine  abgeklärte,  koordinierte,  professionelle  und  von  gewisser  Routine 

zeugende  Zusammenarbeit,  die  auf  eine  Bande  schliessen  lässt  (siehe  hierzu 

vorstehend E. II.3.2.).  

6.

Vorsatz

6.1. Weiter führte die Verteidigung aus, der Beschuldigte habe zu keiner Zeit den 

Vorsatz gehabt, in Zukunft regelmässig und wiederholt in einer festen Zusammen-

setzung und somit als Bande Diebstähle zu verüben. Lediglich in zwei zeitlich eng 

begrenzten Phasen habe er sich dazu hinreissen lassen, mit jeweils zwei weiteren 

Personen einmal drei Delikte und das andere Mal zwei Delikte zu verüben (Urk. 39 

S. 6 i.V.m. Urk. 70 S. 6). Er sei gerade nicht als klassischer Kriminaltourist in die 

Schweiz eingereist, sondern habe sich infolge seiner emotionalen Notlage bzw. sei-

ner Verlorenheit i.S. eines Kontrollverlustes vorübergehend mit Leuten umgeben, 

welche ihm eine Weile lang die dringend benötigte Gesellschaft geleistet hätten. 

Diese hätten ihn aber auf die schiefe Bahn geführt. Es sei zu keiner Zeit das Vor-

haben des Beschuldigten gewesen, in die Schweiz zu kommen, um hier eine mög-

lichst  hohe  Anzahl  an  Delikten  zu  verüben  bzw.  um  möglichst  viel  Deliktsgut  zu 

erbeuten (Urk. 44 S. 2). Für die Annahme der Bandenmässigkeit müssten die Be-

teiligten sich gerade darüber einig sein, zukünftige Delikte gemeinsam zu begehen. 

Dieser Wille zur gemeinschaftlichen Verübung von Straftaten dürfe nicht alleine ge-

stützt darauf angenommen werden, dass die Täter gemeinsam mehrere Delikte in 

-   14   -

enger örtlicher und zeitlicher Nähe auf ähnliche Weise verübten (Urk. 39 S. 6 i.V.m. 

Urk. 70 S. 5). 

6.2. Die  äusseren  Umstände  lassen  keinen  anderen  Schluss  zu,  als  dass  der 

Beschuldigte sehr wohl dazu bereit war, im Rahmen der Bande eine unbestimmte 

Vielzahl an Delikten zu verüben. Wie bereits ausgeführt, berichtete E._____, man 

habe  vorher  nie  gewusst,  was  –  und  damit  auch  nicht  wie  viel  –  man  erbeuten 

würde. Dies zeigt auf, dass die Beteiligten sich zwar einig waren, in die Schweiz 

einzureisen, um Diebstähle zu begehen – insofern war der Beschuldigte ein klassi-

scher Kriminaltourist – deren genaue Anzahl jedoch von den sich bietenden Gele-

genheiten abhing und nicht vorab auf eine fixe Anzahl begrenzt war. Der Beschul-

digte und seine Mittäter reisten nicht mit einem konkreten Deliktsziel in die Schweiz 

ein.  Es  bestehen  sodann  gar  Indizien,  dass  der  Vorsatz  des  Beschuldigten  und 

seiner  Mittäter  nicht  nur  auf  eine  unbestimmte  Vielzahl  an  Delikten  mit  Tatort 

Schweiz beschränkt war sondern sich gar auf das europäische Ausland – nämlich 

Belgien – erstreckte (Urk. D4/1 S. 5 f.; Urk. D5/1 S. 5 f.). Es ist des weiteren nicht 

vorausgesetzt, dass sich der Vorsatz im Rahmen einer Bande Diebstähle zu bege-

hen auf unbestimmte Zeit erstreckt. 

6.3. Die  Kontaktaufnahme  seitens  des  Beschuldigten  gegenüber  E._____,  bei 

welcher er ihn dazu motivierte, zu ihm nach Frankreich zu reisen, um in der Schweiz 

Diebstähle zu begehen, lässt im Übrigen auf eine aktive Organisationsrolle des Be-

schuldigten schliessen. Es erscheint keinesfalls so, als hätte er sich hierzu lediglich 

einige Male hinreissen lassen. Dies spricht sodann auch dafür, dass der Beschul-

digte seinen Mittäter – entgegen der Verteidigung (Urk. 70 S. 6) – ganz gut gekannt 

hat, schliesslich würde man eine fremde Person, zu der kein Vertrauensverhältnis 

besteht,  wohl  kaum  zu  einer  Diebestour  motivieren,  zumal  eine  derartige  Kon-

taktaufnahme mit dem Risiko verbunden ist, verraten zu werden.

6.4.

Im  Übrigen  zeugt  die  abgeklärte  und  professionelle  Vorgehensweise  der 

Beteiligten  –  auch  des  Beschuldigten  selbst  –  von  einer  gewissen  Routine.  Dies 

lässt  vermuten,  dass  nicht  nur  einzelne  Delikte  verübt  wurden  und  auch  nicht 

geplant war lediglich ein paar wenige Diebstähle zu begehen. Es handelte sich um 

ein äusserst professionelles, abgeklärtes und gut koordiniertes Team. 

-   15   -

7.

Fazit

In  Anbetracht  der  voranstehenden  Erwägungen  bestehen  keine  Zweifel  an  der 

Bandenmässigkeit der deliktischen Handlungen. Da die Beteiligten gemäss ihren 

Angaben den konkreten Tatentschluss jeweils einige Tage vor den Deliktsserien im 

Januar 2023 bzw. März 2023 fällten, ist von Tatmehrheit auszugehen. Damit hat 

sich der Beschuldigte des mehrfachen bandenmässigen Diebstahls i.S.v. Art. 139 

Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 139 Ziff. 3 lit. b StGB schuldig gemacht. Da die Vorinstanz 

den  Beschuldigten  jedoch  lediglich  wegen  einfacher  Tatbegehung  verurteilte 

(Urk. 55  S. 20),  ist  er  in  Nachachtung  des  Verschlechterungsverbots  lediglich 

wegen  einfacher  Tatbegehung  zu  verurteilen  (vgl.  BGer  6B_712/2018  vom 

18. Dezember 2019 E. 3.2.).

III. Strafe

A.

Strafzumessung

1.

Strafzumessungsregeln

Auf die Ausführungen der Vorinstanz zu den Strafzumessungsregeln kann verwie-

sen werden (Urk. 55 E. IV.2. S. 9 f.). Diese sind korrekt.

2.

Strafart und Strafrahmen 

2.1. Bei qualifiziertem Diebstahl kommt Art. 172ter Abs. 1 StGB nicht zur Anwen-

dung (Art. 172ter Abs. 2 StGB). Damit kommt vorliegend unabhängig vom konkreten 

Deliktsbetrag die Bestrafung mit einer Busse nicht in Frage. Da Art. 139 Ziff. 3 lit. b 

StGB  einen  Strafrahmen  von  sechs  Monaten  Freiheitsstrafe  bis  zu  zehn  Jahren 

vorsieht, kommt ausschliesslich eine Freiheitsstrafe in Betracht. 

2.2. Umstände, welche es rechtfertigen würden den Strafrahmen zu verlassen, 

liegen keine vor. Damit bleibt es beim Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zehn 

Jahren Freiheitsstrafe (Art. 139 Ziff. 3 lit. b StGB). 

-   16   -

3.

Strafzumessung i.e.S.

3.1. Objektive Tatschwere

3.1.1. Der  Beschuldigte  beging  im  Januar  2023  innerhalb  von  zwei  Tagen  drei 

Delikte, wobei Deliktsgut im Wert von Fr. 61.– (Dossier 1), Fr. 1'350.– (Dossier 4) 

und  Fr. 4'928.–  (Dossier  2),  d.h.  insgesamt  Fr. 6'339.–,  erbeutet  wurde.  Sodann 

beging er im März 2023 innerhalb von einem Tag zwei weitere Delikte, wobei er 

gleichentags verhaftet wurde. Das Deliktsgut von Dossier 3 hatte einen Wert von 

insgesamt Fr. 1'729.–. Beim in Dossier 5 behandelten Diebstahl wurde sodann u.a. 

ein  Ipad,  Apple  Air  Pods  Pro,  ein  Computer,  sowie  ein  Portemonnaie  mit  Inhalt 

erbeutet,  wobei  der  genaue  Deliktsbetrag  nicht  ermittelt  werden  konnte  (Urk. 20 

S. 6). Wenngleich der Betrag offen ist, so handelt es sich dennoch aufgrund der 

erbeuteten  Gegenstände  nicht  um  eine  Bagatelle.  Insgesamt  handelt  es  sich 

sodann – entgegen der Verteidigung, welche von einem geringen Gesamtdelikts-

betrag spricht (Urk. 70 S. 7) – um einen nicht mehr unerheblichen Deliktsbetrag. 

3.1.2. Der Beschuldigte lenkte hierbei jeweils den Personenwagen mit seinen Mit-

tätern an den Tatort und von diesem wieder weg. Sodann behändigte er hinsichtlich 

der Dossiers 2 und 4 selbst das Deliktgut. Er nutzte dabei die Unachtsamkeit der 

Geschädigten  aus,  liess  die  Situation  von  seiner  Mittäterin  überwachen  und 

decken.  Das  auf  der  Videoaufzeichnung  zu  Dossier  2  ersichtliche  Vorgehen  des 

Beschuldigten  zeugt  sodann  von  einer  gewissen  Abgeklärtheit,  Routine  und 

Professionalität. 

3.1.3. Der Beschuldigte behändigte hierbei nicht etwa gezielt einen einzelnen Wert-

gegenstand  wie  eine  teure  Uhr,  sondern  Taschen  samt  Inhalt,  womit  er  in  Kauf 

nahm den Geschädigten neben klassischen Wertsachen auch persönliche Gegen-

stände und Ausweise zu entziehen. Erstere sind unter Umständen nicht ersetzbar 

und Zweitere nur mit erhöhtem Aufwand wieder zu erlangen. Dies bringt unnötige 

Unannehmlichkeiten für die Geschädigten mit sich. Vorliegend befanden sich unter 

dem Deliktsgut denn u.a. auch Reisepässe und Fahrzeugschlüssel (Urk. 20 S. 3-

5). Gleiches gilt für Dossier 1, wo der Mittäter des Beschuldigten eine Laptoptasche 

klaute (Urk. 20 S. 1), sowie Dossiers 3 und 5, wo dieser jeweils eine Tasche bzw. 

-   17   -

einen Rucksack behändigte. Hinsichtlich Dossier 1 wurde zusätzlich ein Datenver-

lust seitens des Geschädigten in Kauf genommen. Unter dem Deliktsgut der drei 

Dossiers befanden sich denn u.a. auch ein Reisepass, ein Zutrittsbadge, diverse 

Schlüssel  sowie  einige  persönliche  Gegenstände  (Urk. 20  S. 4-6).  Da  auch  der 

Beschuldigte jeweils so handelte, wenn er es war, welcher das Deliktsgut entwen-

dete, ist davon auszugehen, dass er mit diesem Vorgehen einverstanden war.

3.1.4. Die Verteidigung machte geltend, der Beschuldigte habe nicht nach einem 

im Voraus gefassten, strategischen Tatplan, d.h. einem Masterplan gehandelt. Viel-

mehr seien die ihm zur Last gelegten Handlungen durch spontane Entscheidungen 

geprägt,  weshalb  die  Verfehlungen  in  ihrer  Gesamtheit  weder  als  besonders 

schwerwiegend noch besonders unmoralisch zu qualifizieren seien (Urk. 70 S. 8). 

Die Geschädigten der entsprechenden Delikte wurden zwar zufällig ausgewählt. Es 

kann  jedoch  ein  zumindest  teilweise  mehr  oder  minder  gezieltes  Tatvorgehen 

festgestellt werden, wenngleich den einzelnen Delikten keine grössere Tatplanung 

voraus  ging.  So  fanden  im  Vorfeld  der  Deliktbegehung  –  soweit  ersichtlich  –  nie 

irgendwelche Auskundschaftungen statt. Es wurden hingegen gezielt Orte gewählt, 

an welchen mit relativ gut zugänglichem Deliktsgut der erbeuteten Art zu rechnen 

war.  Damit  handelte  es  sich  –  entgegen  der  Verteidigung  (Urk. 39  S. 7  i.V.m. 

Urk. 70 S. 8) – nicht um spontane Aktionen. Schliesslich reisten der Beschuldigte 

und seine Mittäter ausschliesslich zum Begehen von Diebstählen in die Schweiz 

ein  und  steuerten  gezielt  die  jeweiligen  Tatorte  an,  wo  sie  ansonsten  nichts  zu 

suchen hatten. Das konkrete Deliktsgut wurde dann aber aufgrund der sich bieten-

den Gelegenheit gewählt. Mit der Verteidigung kann jedoch festgehalten werden, 

dass in Anbetracht denkbarer Verhaltensweisen im Rahmen des Tatbestands weit-

aus schlimmere Konstellationen denkbar wären, es sich mithin nicht um besonders 

schwerwiegende Verfehlungen handelt. 

3.1.5. Weiter gilt es zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte wusste oder zumin-

dest damit rechnen musste, dass die gewählten öffentlichen Deliktsorte videoüber-

wacht  werden,  und  dass  er  Gefahr  lief,  beim  Delinquieren  entdeckt  oder  später 

überführt  zu  werden.  Die  Bereitschaft  des  Beschuldigten,  die  Taten  trotz  dieses 

-   18   -

hohen Risikos zu begehen, zeugt von einer gewissen Unverfrorenheit und Abge-

brühtheit.

3.2. Subjektive Tatschwere

3.2.1. Subjektiv  handelte  der  Beschuldigte  mit  direktem  Vorsatz  aus  rein  egoisti-

schen  –  finanziellen  –  Beweggründen.  Schliesslich  hatten  er  und  seine  Mittäter 

vereinbart, sich das Deliktsgut gleichmässig aufzuteilen. 

3.2.2. Die  Verteidigung  machte geltend, der  Beschuldigte  habe  die  Taten  infolge 

einer emotionalen und materiellen Notlage begangen. Er habe nach Orientierung 

und Halt gesucht, was ihn letztlich zu den ihm vorgeworfenen Handlungen verleitet 

habe (Urk. 39 S. 7 i.V.m. Urk. 70 S. 8). Dem ist nicht zu folgen. Zum Zeitpunkt der 

Tatbegehung hatte der Beschuldigte gemäss seinen Angaben in Frankreich Asyl 

beantragt und von den Behörden gemäss seinen Aussagen die Möglichkeit erhal-

ten an Lebensmittel zu kommen (Urk. D1/6/3 F/A 15). Sodann verfügte er über eine 

Unterkunft  (Urk. D1/6/3  F/A 20).  In  Frankreich  haben  Asylbewerber  denn  auch 

Anspruch  auf  Unterbringung  und  Nahrung  sowie  rechtliche,  psychologische  und 

medizinische  Unterstützung.  Falls  das  Asylverfahren  nach  sechs  Monaten  noch 

nicht abgeschlossen ist, besteht sodann gar die Möglichkeit einer legalen Arbeits-

tätigkeit  nachzugehen  (https://help.unhcr.org./france    Droits  et  obligations).  In 

einer  Notlage  befand  sich  der  Beschuldigte  damit  keineswegs.  Wenngleich  der 

Beschuldigte sich aufgrund der Trennung von seiner Freundin in einer emotional 

schwierigen  Phase  befunden  haben  mag,  so  rechtfertigt  dies  dennoch  keine 

Reduktion der Strafe. Dieser Umstand begründet noch lange keine Notwendigkeit 

Straftaten zu verüben. Der Beschuldigte hat sich denn auch generell ohne Not dafür 

entschieden nach Frankreich zu gehen. Er hätte nach der Trennung ohne weiteres 

von  Spanien  aus  in  seine  Heimat  zurückkehren  können  (Urk. D1/6/3  F/A 15). 

Gründe,  die  dagegen  –  und  für  die  Notwendigkeit  eines  Verbleibs  in  Europa  – 

sprechen,  wurden  weder  geltend  gemacht  noch  sind  solche  ersichtlich.  Es  ist 

insbesondere  nicht  belegt,  dass  der  Beschuldigte  tatsächlich  ein  Asylgesuch  in 

Frankreich  gestellt  hat  und  dieses  begründet  gewesen  wäre.  Zum  Entscheid  in 

Europa zu bleiben führte er denn auch lediglich aus, er habe mehr mit dem Herzen 

als mit dem Kopf überlegt (Urk. D1/6/3 F/A 25). 

-   19   -

3.2.3. Die  subjektive  Tatkomponente  vermag  die  objektive  damit  nicht  zu  relati-

vieren.

3.3.

Zwischenfazit

Das  Tatverschulden  ist  damit  –  im  Rahmen  aller  denkbaren  den  Tatbestand 

erfüllenden Szenarien – mit der Verteidigung (Urk. 70 S. 8) als leicht einzustufen. 

In  Anbetracht  obgenannter  Aspekte  erscheint  unter  Berücksichtigung  des  Straf-

rahmens  von  6  Monaten  bis  zu  zehn  Jahren  Freiheitsstrafe  eine  solche  von 

20 Monaten als angemessen. 

4.

Täterkomponente und weitere Strafzumessungskomponenten

4.1. Auf die Ausführungen der Vorinstanz zum Vorleben des Beschuldigten kann 

vollumfänglich  verwiesen  werden  (Urk. 55  E. IV.4.1.  S. 11  f.).  Dieses  ist  strafzu-

messungsneutral zu werten. 

4.2. Der  Beschuldigte  ist  nicht  vorbestraft  (Urk. 58  i.V.m.  Urk. D1/16/4-9).  Wie 

bereits die Vorinstanz festhielt, wurde offenbar auch in Belgien gegen den Beschul-

digten ermittelt. Der Ausgang dieses Verfahrens ist jedoch nicht aktenkundig. Dies 

ist daher strafzumessungsneutral zu werten. 

4.3. Die  Verteidigung  brachte  vor,  der  Beschuldigte  habe  seit  den  Ereignissen 

deutliche Fortschritte in seiner Lebensführung gemacht. Er gehe in Spanien einer 

geregelten Erwerbstätigkeit nach, die ihm finanzielle Sicherheit und einen struktu-

rierten  Alltag  ermögliche.  Er  wolle  keinesfalls  noch  einmal  straffällig  werden 

(Urk. 70 S. 8). Die Tatsache, dass sich der Beschuldigte – soweit im Strafregister-

auszug ersichtlich – seit den Ereignissen nicht mehr strafbar gemacht hat, zeugt 

noch  nicht  von  einer  verbesserten  Lebensführung.  Im  Übrigen  wurden  keinerlei 

Belege  zu  den  weiteren  Behauptungen  der  Verteidigung  eingereicht,  weshalb 

unklar bleibt, ob der Beschuldigte tatsächlich einer legalen, geregelten Arbeitstätig-

keit in Spanien nachgeht. 

4.4. Der Beschuldigte hat den Sachverhalt – wie auch die Verteidigung geltend 

machte (Urk. 70 S. 8) – vollständig eingestanden. Die Beweislage war zum Zeit-

-   20   -

punkt  des  Geständnisses  aufgrund  der  vorhandenen  Videoaufzeichnungen  und 

den belastenden Aussagen seiner Mittäter erdrückend. Damit rechtfertigt sich keine 

Strafreduktion  um  einen  Drittel.  Trotzdem  konnte  der  Aufwand  der  Strafver-

folgungsbehörden  durch  das  Geständnis  ein  Stück  weit  reduziert  werden.  So 

musste die Vorinstanz beispielsweise keine umfangreiche Sachverhaltserstellung 

vornehmen. Damit rechtfertigt es sich die Strafe um 4 Monate zu reduzieren. 

5.

Haftanrechnung

Der  Beschuldigte  befand  sich  vom  13. März  2023,  23.10 Uhr,  bis  11. Mai  2023, 

14.30 Uhr,  und  damit  während  60  Tagen 

in  Haft 

(Urk. D1/14/1 

i.V.m. 

Urk. D1/14/13). Dies ist ihm auf die Strafe anzurechnen.

6.

Fazit

Hieraus resultiert eine Freiheitsstrafe von 16 Monaten. Aufgrund des Verschlech-

terungsverbots hat es jedoch bei der vorinstanzlich ausgesprochenen Strafe sein 

Bewenden. Damit ist der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten zu 

bestrafen, wobei 60 Tage durch Haft erstanden sind. 

B.

Vollzug

Der bedingte Vollzug bei Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren ist bereits auf-

grund des Verschlechterungsverbotes zu bestätigen.

IV. Landesverweisung / SIS-Ausschreibung

A.

Landesverweisung

1.

Zunächst  kann  auf  die  theoretischen  Ausführungen  der  Vorinstanz  zur 

Landesverweisung verwiesen werden (Urk. 55 E. VI.1.2. S. 14). Der Beschuldigte 

ist vorliegend – entgegen der Verteidigung (Urk. 70 S. 9) – wegen bandenmässigen 

Diebstahls und damit einer Katalogtat nach Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB zu verurteilen. 

Damit ist er grundsätzlich obligatorisch des Landes zu verweisen. 

-   21   -

2.

Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung erstmals und 

nur in Bezug auf eine mögliche fakultative Landesverweisung vor, die zur Beurtei-

lung  stehenden  Delikte  würden  keine  erhebliche  Gefährdung  der  öffentlichen 

Sicherheit der Schweiz darstellen. Weder der Unrechtsgehalt der Taten noch die 

konkreten  Umstände  würden  darauf  schliessen  lassen,  dass  vom  Beschuldigten 

eine  ernsthafte  Bedrohung  für  die  Gesellschaft  ausgehe.  Der  Beschuldigte  habe 

sich zu keiner Zeit gewalttätig verhalten und sich aus Not lediglich einige wenige 

Male in einer untergeordneten Rolle an kleineren Diebstählen beteiligt. Ihm könne 

keine wiederholte oder systematische Begehung zur Last gelegt werden, denn es 

handle  sich  um  vereinzelte  und  situativ  bedingte  Straftaten,  welche  insgesamt 

keine besondere kriminelle Energie oder Gefährlichkeit erkennen liessen. Auch da 

ein  Strafmass  von  acht  Monaten  Freiheitsstrafe  vorliegend  angemessen  bzw. 

verhältnismässig sei, handle es sich nicht um schwerwiegende Straftaten, welche 

zusätzliche  Massnahmen  rechtfertigen  würden.  Aus  all  diesen  Gründen  sei  die 

Verhängung  einer  fakultativen  Landesverweisung  unbegründet,  unverhältnis-

mässig  hart  und  würde  den  Rehabilitationsbestrebungen  des  Beschuldigten 

zuwiderlaufen (Urk. 70 S. 10 f. ).

3.

Der Beschuldigte reiste jeweils gezielt zur Verübung von Diebstählen und nur 

kurzzeitig  in  die  Schweiz  ein.  Über  einen  Aufenthaltstitel  verfügte  er  nie.  Er  war 

damals  in  Frankreich  sesshaft.  Persönliche  Beziehungen  zur  Schweiz  wurden 

weder geltend gemacht noch sind solche aus den Akten ersichtlich. Mittlerweile lebt 

er sodann in Spanien. Ein schwerer persönlicher Härtefall im Sinne von Art. 66a 

Abs. 2 StGB ist damit zu verneinen. Die Verteidigung machte das Vorliegen eines 

solchen denn auch nicht geltend (vgl. Urk. 70). 

4.

Damit erübrigt sich auch eine Interessenabwägung. Eine solche würde jedoch 

zuungunsten des Beschuldigten ausfallen. Schliesslich hat dieser keinerlei persön-

liche Interessen am Verbleib in  der Schweiz.  Er war hier nie auch nur kurzzeitig 

sesshaft oder in irgendeiner Form integriert, sondern befand sich als Kriminaltourist 

in  der  Schweiz.  Das  öffentliche  Interesse  würde  hier  eindeutig  überwiegen. 

Schliesslich ist die öffentliche Sicherheit und Ordnung durch Mitglieder derartiger 

Diebesbanden  stark  gefährdet.  Entgegen  der  Verteidigung  handelt  es  sich  sehr 

-   22   -

wohl  um  schwerwiegende  Straftaten,  wenngleich  die  konkrete  Tatschwere  nicht 

besonders schwer wiegt. Schliesslich handelt es sich beim bandenmässigen Dieb-

stahl  um  eine  Katalogtat.  Deren  systematische  Begehung  –  wovon  die  konkrete 

Vorgehensweisen zeugt – macht das öffentliche Interesse an einer Landesverwei-

sung vorliegend umso grösser. Die Tatsache, dass keine Gewalt angewandt wurde, 

vermag hieran nichts zu ändern. Der Beschuldigte handelte im Übrigen auch nicht 

aus einer Not heraus. 

5.

Die  Verteidigung  führte  sodann  –  wie  schon  vor  Vorinstanz  –  an,  dass  die 

Dauer der obligatorischen Landesverweisung von 8 Jahren dem Tatverhalten des 

Beschuldigten in keiner Art und Weise adäquat Rechnung trage bzw. masslos über-

trieben sei. Infolge der bloss leichten Verfehlungen des Beschuldigten sowie infolge 

der  nachweislich  fehlenden  Gefährdung  der  Sicherheit  in  der  Schweiz,  sei  die 

Landesverweisung auf das gesetzliche Mindestmass von 5 Jahren zu begrenzen 

(Urk. 39 S. 9 f. i.V.m. Urk. 70 S. 11 f.). Der Beschuldigte sei nicht vorbestraft. Zwar 

sei er mehrfach in die Schweiz eingereist, jedoch nie mit dem Ziel, hier Diebstähle 

zu  begehen.  Er  sei  kein  Kriminaltourist.  Seine  Taten  seien  einer  akuten  Notlage 

geschuldet gewesen. Er habe zudem direkt nach seiner Festnahme Kooperations-

bereitschaft und Reue gezeigt. Inzwischen habe er denn auch eine geregelte Arbeit 

in  Spanien  aufgenommen,  wodurch  er  sein  Leben  habe  in  den  Griff  bekommen 

können. Angesichts der geringen Schwere der Taten und der erkennbaren Bemü-

hungen um eine Wiedereingliederung sei eine derart langandauernde Landesver-

weisung ungerechtfertigt (Urk. 70 S. 11 f.). 

6.

Bei  der  Bemessung  der  Dauer  der  Landesverweisung  sind  sowohl  die 

Interessen des Beschuldigten am Verbleib in der Schweiz als auch die öffentlichen 

Interessen  an  einer  Landesverweisung  abzuwägen.  Die  ausgesprochene  Dauer 

hat sodann stets verhältnismässig zu sein und ist auch nach dem Verschulden des 

Täters zu bemessen (BSK StGB-ZURBRÜGG/HRUSCHKA, Art. 66a N. 28 f.). 

7.

Der Beschuldigte hat, wie bereits ausgeführt, keinerlei Interesse am Verbleib 

in  der  Schweiz.  Daher  stellt  die  Landesverweisung  an  und  für  sich  auch  keinen 

schweren  Eingriff  für  ihn  dar.  Wenngleich  sich  das  objektive  Tatverschulden  im 

Rahmen des Denkbaren noch im leichten Bereich bewegte, handelt es sich bei den 

-   23   -

Taten keineswegs um bloss leichte Verfehlungen des Beschuldigten. Er handelte 

direktvorsätzlich und ohne Not aus rein finanziellem Interesse. Gemäss erstelltem 

Sachverhalt reiste der Beschuldigte sodann – entgegen der Verteidigung – aussch-

liesslich  zum  Zweck  der  Begehung  von  Diebstählen  mit  seinen  Mittätern  in  die 

Schweiz ein und verliess diese nachfolgend jeweils wieder. Damit handelt es sich 

beim Beschuldigten sehr wohl um einen klassischen Kriminaltouristen. Das öffent-

liche Interesse an einer länger dauernden Fernhaltung des Beschuldigten ist daher 

– insbesondere in Anbetracht der systematischen Vorgehensweise – als sehr gross 

einzustufen. Die Behauptung, der Beschuldigte gehe inzwischen in Spanien einer 

geregelten Arbeitstätigkeit nach, ist im Übrigen in keiner Weise belegt. Der Beschul-

digte zeigte sich zwar kooperationsbereit, was in Anbetracht der erdrückenden Be-

weislage jedoch nicht gross zu seinen Gunsten gewertet werden kann. Angesichts 

des gleich fünffach begangenen bandenmässigen Diebstahls besteht ein gewichti-

ges öffentliches Interesse an der Fernhaltung des Beschuldigten. Sein Verhalten 

tangiert  die  öffentliche  Ordnung  und  Sicherheit  sehr  wohl  deutlich.  Es  erscheint 

damit  verhältnismässig  den  Beschuldigten  für  insgesamt  8  Jahre  des  Landes  zu 

verweisen.  

B.

SIS-Ausschreibung

1.

Die  Verteidigung  brachte  vor,  die  Ausschreibung  der  Landesverweisung  im 

SIS  sei  weder  geboten  noch  verhältnismässig.  Das  Begehen  von  fünf  kleineren 

Diebstählen mit einem nur geringen Gesamtdeliktsbetrag reiche bei Weitem nicht 

aus, um die erforderliche "gewisse "Schwere" zu erreichen. Angesichts seiner Vor-

strafenlosigkeit stellten die vorliegend zu beurteilenden Delikte in ihrer Gesamtheit 

einen einmaligen Vorfall dar, wobei er in einer sehr schwierigen Lebenslage unge-

plant und unüberlegt gehandelt habe. Die begangenen Delikte seien nicht beson-

ders gravierend. Der Beschuldigte sei seit der Festnahme zudem kooperativ und 

geständig gewesen und habe nunmehr eine Arbeitsstelle sowie ein regelmässiges 

und sicheres Einkommen. Die sachlichen Voraussetzungen für die Ausschreibung 

der Landesverweisung im SIS seien damit nicht gegeben (Urk. 70 S. 14 f.). Der Fall 

des Beschuldigten habe international gesehen auch keine derart hohe Relevanz, 

welche eine Ausschreibung im SIS rechtfertigen würde (Urk. 39 S. 12 i.V.m. Urk. 70 

-   24   -

S. 16).  Der  Beschuldigte  habe  unter  hoher  Belastung  und  unter  hohem  Druck 

gehandelt. Es würden auch keine Anzeichen für die Wahrscheinlichkeit einer wei-

teren Deliktsbegehung ohne Ausschreibung im SIS vorliegen. Eine Ausschreibung 

im SIS sei nicht nur unverhältnismässig sondern gar kontraproduktiv, da ihm diese 

sein stabiles und sicheres Leben in Spanien gefährden würde und damit auch die 

öffentliche Sicherheit der Schweiz. Das aktuelle Leben des Beschuldigten gebe kei-

nen  Anlass  zur  Annahme,  er  könnte  erneut  Delikte  begehen  oder  die  öffentliche 

Sicherheit in der Schweiz oder einem anderen Land bedrohen (Urk. 70 S. 16 f.). 

2.

2.1. Eine Ausschreibung im SIS setzt voraus, dass die Ausschreibungsvoraus-

setzungen gemäss Art. 21 und Art. 24 der Verordnung (EU) 2018/1861 erfüllt sind 

(Verordnung  [EU]  2018/1861  des  europäischen  Parlaments  und  des  Rates  vom 

28. November 2018 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schen-

gener Informationssystems [SIS] im Bereich der Grenzkontrollen, zur Änderung des 

Übereinkommens zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen und zur 

Änderung  und  Aufhebung  der  Verordnung  [EG]  Nr.  1987/2006).  Gemäss  Art.  24 

Ziff. 2 lit. a der Verordnung 2018/1861 ist die Voraussetzung für eine Ausschreibung 

im  SIS  gegeben,  wenn  der  Drittstaatsangehörige  wegen  einer  Straftat  verurteilt 

worden  ist,  die  mit  Freiheitsstrafe  von  mindestens  einem  Jahr  bedroht  ist.  Diese 

Voraussetzung ist gemäss ständiger Rechtsprechung jedoch bereits dann erfüllt, 

wenn der entsprechende Straftatbestand abstrakt eine Freiheitsstrafe im Höchst-

mass von einem Jahr oder mehr vorsieht (BGE 147 IV 340 E. 4.4.1.). 

2.2.

Zusätzlich  ist  im  Lichte  des  Verhältnismässigkeitsprinzips  gemäss  Art. 21 

Abs. 1 der Verordnung 2018/1861 zu prüfen, ob Angemessenheit, Relevanz und 

Bedeutung des Falles eine Ausschreibung im SIS rechtfertigen. Mithin ist zu prüfen, 

ob  von  der  betroffenen  Person  eine  Gefahr  für  die  öffentliche  Sicherheit  und 

Ordnung ausgeht. An die Annahme einer solchen Gefahr sind jedoch keine allzu 

hohen  Anforderungen  zu  stellen.  Nicht  verlangt  wird,  dass  das  individuelle  Ver-

halten  der  betroffenen  Person  eine  tatsächliche,  gegenwärtige  und  hinreichend 

schwere  Gefährdung  darstellt,  die  ein  Grundinteresse  der  Gesellschaft  berührt. 

Dass bei der Legalprognose eine konkrete Rückfallgefahr verneint und die Strafe 

-   25   -

bedingt ausgesprochen wurde, steht einer Ausschreibung der Landesverweisung 

im SIS daher nicht entgegen. Ebenso wenig setzt Art. 24 Abs. 2 der Verordnung 

2018/1861 die Verurteilung zu einer schweren Straftat voraus, sondern es genügen 

eine oder mehrere Straftaten, die einzeln betrachtet oder in ihrer Gesamtheit von 

einer  gewissen  Schwere  sind,  unter  Ausschluss  von  blossen  Bagatelldelikten. 

Entscheidend ist zudem nicht das Strafmass, sondern in erster Linie die Art und 

Häufigkeit der Straftaten, die konkreten Tatumstände sowie das übrige Verhalten 

der betroffenen Person (BGE 147 IV 340 E. 4.8.). 

2.3. Die  SIS-Ausschreibung  stellt  keine  Strafsanktion  dar  (BGE  146  IV  172 

E. 3.3.4.).  Es  geht  dabei  vielmehr  um  das  Recht  der  Unterzeichnerstaaten  auf 

Information. Insbesondere bei bandenmässig handelnden Kriminaltouristen wiegt 

dieses Recht besonders schwer bzw. besteht ein gewichtiges Interesse daran. 

3.

3.1. Vorliegend beging der Beschuldigte gleich fünf Taten, welche einen Straf-

rahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vorsehen. Der Beschuldigte wurde 

denn auch konkret zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten verurteilt, womit auch 

gemäss der Argumentation der Verteidigung die sachliche Voraussetzung für eine 

Ausschreibung  des  Landesverweises  im  SIS  ohne  weiteres  erfüllt  ist  (Urk. 70 

S. 15). Die Bandenmässigkeit an und für sich sowie die konkreten Tatbeiträge des 

Beschuldigten  sorgten  hierbei  für  eine  besondere  Gefährdung  der  öffentlichen 

Sicherheit und Ordnung. Es handelte sich bei den Taten des Beschuldigten gemäss 

erstelltem Sachverhalt  und  entgegen  der  Verteidigung  denn  auch  keinesfalls  um 

einen einmaligen Vorfall, zumal der Beschuldigte und seine Mittäter zur Deliktsver-

übung gleich mehrfach in die Schweiz einreisten. Der Beschuldigte entwendete das 

Diebesgut dabei mehrfach persönlich. Er war auch derjenige, der für die Diebstähle 

im März 2023 E._____ als Mittäter hinzuzog und stets dafür sorgte, dass sich die 

Bande  im  europäischen  Raum  durch  seine  Fahrdienste  frei  bewegen  und  in  die 

Schweiz einreisen konnte, um dort bandenmässige Diebstähle zu begehen. Damit 

handelte er entgegen der Verteidigung weder ungeplant noch unüberlegt. Die An-

wesenheit des Beschuldigten als Kriminaltourist im Hoheitsgebiet der Schengen-

Mitgliedstaaten  stellt  damit  eine  grosse  Gefahr  für  die  öffentliche  Sicherheit  und 

-   26   -

Ordnung dar. Im Übrigen bestehen zumindest Anhaltspunkte dafür, dass die Bande 

auch im europäischen Ausland tätig war, wenngleich eine entsprechende Verurtei-

lung nicht belegt ist. 

3.2. Auch  die  Tatsache,  dass  der  Beschuldigte  sich  inzwischen  ein  Leben  in 

Spanien aufgebaut haben mag, vermag daran nichts zu ändern. Die Einschränkun-

gen seiner Bewegungsfreiheit im Hoheitsgebiet aller Schengen-Mitgliedstaaten als 

Folge der Ausschreibung hat er in Kauf zu nehmen. Die behauptete Arbeitstätigkeit 

des Beschuldigten in Spanien ist im Übrigen auch nicht belegt und das Vorhanden-

sein  einer  Aufenthaltsgenehmigung  wurde  noch  nicht  einmal  behauptet.  Soweit 

bekannt besteht eine solche nicht. Die Ausschreibung der Landesverweisung (Ein-

reise- und Aufenthaltsverweigerung) im Schengener Informationssystem ist damit 

anzuordnen.

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen

Die  erstinstanzliche  Kosten-  und  Entschädigungsauflage  (Dispositivziffer  13)  ist 

ausgangsgemäss und unter Hinweis  auf  die  zutreffenden vorinstanzlichen Erwä-

gungen hierzu zu bestätigen (Urk. 55 E. XI. S. 20). 

2.

Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen

2.1. Die  Kosten  des  Berufungsverfahrens  werden  nach  Obsiegen  und  Unter-

liegen  verteilt  (Art. 428  Abs. 1  StPO).  Nachdem  der  Beschuldigte  mit  seiner 

Berufung unterliegt, sind ihm die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme 

der Kosten der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen auf die Gerichtskasse 

zu  nehmen  sind,  aufzuerlegen.  Die  Rückzahlungspflicht  des  Beschuldigten 

hinsichtlich der Kosten der amtlichen Verteidigung bleibt sodann gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ist praxisgemäss 

auf Fr. 3'600.– festzusetzen (§ 16 Abs. 1 i.V.m. § 14 Abs. 1 lit. b GebV OG).

-   27   -

2.2.

2.2.1. Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung richtet sich nach der Verord-

nung über die Anwaltsgebühren (AnwGebV) vom 8. September 2010 (§ 23 Anw-

GebV). Die Entschädigung wird festgesetzt, nachdem die Anwältin oder der Anwalt 

dem Gericht oder der Strafverfolgungsbehörde eine Aufstellung über den Zeitauf-

wand und die Auslagen vorgelegt hat (§ 23 Abs. 2 AnwGebV). Mit dieser Aufstel-

lung kann ein Antrag zur Höhe der beanspruchten Vergütung verbunden werden. 

Einen solchen hat Rechtsanwalt lic. iur. X._____ gestellt (vgl. Urk. 69). 

2.2.2. Die konkrete Bemessung der Entschädigung richtet sich nach § 16 ff. Anw-

GebV. Demnach ist lediglich das Honorar für das Vorverfahren ein Aufwandhonorar 

(§ 16  AnwGebV).  Für  den  eigentlichen  Strafprozess  ist  eine  Pauschalgebühr 

vorgesehen,  welche  für  einen  Prozess  vor  Bezirksgerichten  Fr. 1'000.–  bis 

Fr. 28'000.– beträgt (§ 17 Abs. 1 lit. b AnwGebV). Im Berufungsverfahren wird die 

Gebühr  grundsätzlich  nach  den  für  die  Vorinstanz  geltenden  Regeln  bemessen. 

Dabei  wird  auch  berücksichtigt,  ob  das  Urteil  vollumfänglich  oder  nur  teilweise 

angefochten worden ist (§ 18 AnwGebV). Die Grundlage für die Festsetzung der 

Gebühr  bilden  im  Strafprozess  die  Bedeutung  des  Falls,  die  Verantwortung  der 

Anwältin  oder  des  Anwalts,  der  notwendige  Zeitaufwand  der  Anwältin  oder  des 

Anwalts sowie die Schwierigkeit des Falls (§ 2 AnwGebV). 

2.2.3. Zunächst gilt es zu beachten, dass das vorinstanzliche Urteil nur teilweise 

angefochten wurde. So wurde insbesondere der Sachverhalt anerkannt. Der vor-

liegende Fall ist für den Beschuldigten sicherlich von einer gewissen Bedeutung, 

schliesslich lebt er mittlerweile in Spanien und geht es vorliegend unter anderem 

um eine Landesverweisung sowie die Ausschreibung im SIS. Sodann wurde eine 

tiefere  Strafe  beantragt.  Anlässlich  der  Berufungsverhandlung  wurden  jedoch  im 

Wesentlichen die gleichen Argumente wie vor Vorinstanz vorgebracht. Der recht-

liche  Schwierigkeitsgrad  des  vorliegenden  Falles  liegt  im  unteren  Bereich.  Der 

Aktenumfang ist sodann überschaubar. 

2.2.4. In Anbetracht vorgenannter Aspekte erscheint es angemessen Rechtsanwalt 

lic. iur. X._____ pauschal mit Fr. 4'324.– (inkl. 8.1% MwSt.) – Fr. 4'000.– zzgl. 8.1% 

-   28   -

MwSt.  –  aus  der  Gerichtskasse  zu  entschädigen.  Eine  Nachforderung  gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt, wie bereits ausgeführt, vorbehalten. 

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

vom 16. Mai 2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

1.

2.

3.

4.

5.

6.

[…]

[…]

[…]

[…]

[…]

Es wird die Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Pro-

fils im Sinne von Art. 257 der Schweizerischen Strafprozessordnung 

angeordnet. Das Forensische Institut Zürich (FOR) wird mit dem 

Vollzug beauftragt und der Beschuldigte verpflichtet, innert 30 Tagen 

ab Eintritt der Rechtskraft des Urteils beim Forensischen Institut Zürich, 

Polizei- & Justizzentrum PJZ, Erkennungsdienst‚ Güterstrasse 33, 

8010 Zürich zwecks DNA-Probenahme für die DNA-Profilerstellung zu 

erscheinen. Kommt er dieser Verpflichtung unentschuldigt nicht nach, 

wird die Kantonspolizei hiermit verpflichtet, ihn - auf entsprechende Mit-

teilung des Forensischen Instituts Zürich hin - zwangsweise vorzufüh-

ren. Der Beschuldigte wird auf Art. 205, 207 und 417 StPO aufmerk-

sam gemacht.

7.

Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Lim-

mat vom 25. Mai 2023 beschlagnahmten Gegenstände werden einge-

-   29   -

zogen und der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft zur 

Vernichtung bzw. gutscheinenden Verwendung überlassen:



A017'189'127: Führerausweis "Peru, Q…", gültig bis 15.10.2025, 

sowie Intern. Führerausweis "Peru Nr. …", gültig bis 14.08.2023 

(Asservat-Nr. A017'189'127).

8.

Der Privatkläger 1, B._____ wird mit seinem Genugtuungsbegehren 

auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

9.

Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung mit allfälligen 

haftpflichtigen Mittätern / Mittäterinnen verpflichtet, dem Privatkläger 4, 

C._____, Schadenersatz in Höhe von Fr. 1530.– zzgl. Zins von 5% seit 

dem 13. März 2023 zu bezahlen.

10. Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung mit allfälligen haft-

pflichtigen Mittätern / Mittäterinnen verpflichtet, dem Privatkläger 4, 

C._____, Genugtuung in Höhe von Fr. 200.– zzgl. Zins von 5% seit 

dem 13. März 2023 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen.

11. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für die amtliche Verteidigung des 

Beschuldigten mit Fr. 4'934.80 (inkl. Mehrwertsteuer), zuzüglich zur be-

reits geleisteten Akontozahlung in Höhe von Fr. 3'554.10, aus der Ge-

richtskasse entschädigt.

12. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

1'800.–   Gebühr für das Vorverfahren

3'554.10   amtlicher Verteidiger (Akontozahlung)

4'934.80   amtlicher Verteidiger (Restzahlung)

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

13.

[…]

-   30   -

14.

[Mitteilungen]

15.

[Rechtsmittel]"

2.

Schriftliche Eröffnung und Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig des bandenmässigen Diebstahls im Sinne von 

Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 139 Ziff. 3 lit. b StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 14 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

60 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

3.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt.

4.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 8 Jahre des Landes 

verwiesen.

5.

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufent-

haltsverweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet.

6.

Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 13) wird 

bestätigt.

7.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

4'324.–   amtliche Verteidigung (inkl. 8,1% MWSt)

8.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten.

9.

Schriftliche Eröffnung und Mitteilung im Dispositiv an

-   31   -







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (versandt)

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (versandt)

das Migrationsamt des Kantons Zürich (versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an





die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an









die Vorinstanz

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten.

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

-   32   -

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 10. Februar 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. B. Gut

MLaw A. Blaser

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht 

bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe de-

finitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 

bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.