# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** da02bd13-1f90-5665-bee3-286766be5ba9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.08.2023 200 2023 206
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-206_2023-08-15.pdf

## Full Text

200 23 206 IV
KOJ/SHE/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. August 2023

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 23. Februar 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2023, IV/23/206, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1969 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. 
Beschwerdeführerin) meldete sich im Februar 2009 unter Verweis auf 
unfallbedingte Knie- und Schulterbeschwerden links bei der IV-Stelle Bern 
(nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). Nach in der Folge getätigten 
beruflichen und medizinischen Abklärungen lehnte die IVB mit Verfügung 
vom 24. Januar 2011 (AB 52) und der Begründung, der Versicherten sei 
eine leichte Arbeit ganztags zumutbar bzw. sie sei uneingeschränkt 
leistungsfähig, einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung 
ab. Die Verfügung blieb unangefochten.

B.

Im Februar 2020 (AB 75) meldete sich die Versicherte unter Verweis auf 
Herz-, Knie- und Rückenprobleme, „Cholesterin“, hohen Blutdruck und 
psychische Probleme erneut bei der IVB zum Leistungsbezug an. Mit 
Schreiben vom 30. September 2020 (AB 89) teilte die IVB der Versicherten 
mit, zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen mit Aussicht auf Erfolg 
durchführen zu können, jedoch den Anspruch auf eine Rente zu prüfen. In 
der Folge tätigte die IVB erneut medizinische und berufliche Abklärungen. 
Auf Anraten des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; vgl. Beurteilung 
vom 28. Oktober 2021 [AB 112]) holte die IVB bei der B.________ 
(nachfolgend MEDAS) ein polydisziplinäres Gutachten ein (vgl. Gutachten 
vom 
27. April 2022 inkl. interdisziplinäre Gesamtbeurteilung und Teilgutachten in 
vier Disziplinen [AB 132.1-132.10]). Weiter veranlasste sie eine Abklärung 
vor Ort (vgl. Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 10. Januar 2023; 
AB 138). Mit Vorbescheid vom 13. Januar 2023 (AB 139) stellte die IVB bei 
einem in Anwendung der spezifischen Methode des Betätigungsvergleichs 
(Haushalt 100%, Erwerb 0%) ermittelten Invaliditätsgrad von 3% die 
Ablehnung eines Rentenanspruchs in Aussicht. Nach dagegen erhobenem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2023, IV/23/206, Seite 3

Einwand (AB 140) und Einholen einer Stellungnahme beim 
Abklärungsdienst vom 6. Februar 2023 (AB 146) verfügte die IVB am 23. 
Februar 2023 
(AB 147) dem Vorbescheid entsprechend. 

C.

Mit Eingabe vom 17. März 2023 erhob die Versicherte dagegen 
Beschwerde und beantragte weitere medizinische Abklärungen, 
insbesondere das Einholen eines psychiatrischen Gutachtens. 

Mit Eingabe vom 5. April 2023 (Postaufgabe) beantragte die 
Beschwerdeführerin die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. 

Am 28. April 2023 ging beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern eine 
Stellungnahme des Sozialdienstes C.________ vom 26. April 2023 ein.

Mit Beschwerdeantwort vom 28. April 2023 schloss die 
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Eine Ergänzung der 
Beschwerdeantwort ging am 8. Mai 2023 beim Verwaltungsgericht ein.

Mit Verfügung vom 8. Mai 2023 hiess der zuständige Instruktionsrichter das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 

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kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch 
den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse 
an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 
ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 23. Februar 2023 (AB 147). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine In-
validenrente und dabei insbesondere die Frage, ob der medizinische 
Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt wurde.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). Vorbehältlich besonderer 
übergangsrechtlicher Regelungen sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich 
diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu 
ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 148 V 162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert 
die angefochtene Verfügung (vom 23. Februar 2023 [AB 147]) nach dem 
Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020. Der frühestmögliche 

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Zeitpunkt der potentiellen Entstehung eines Rentenanspruchs liegt mit Blick 
auf das Leistungsbegehren vom Februar 2020 (AB 75) und Art. 29 IVG, 
wonach der Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach 
Geltendmachung des Leistungsanspruchs entstehen kann, jedoch im 
August 2020 und damit – wie auch die Revisionsgründe (vgl. E. 3.1 
hiernach) – vor dem 1. Januar 2022, weshalb die Bestimmungen des IVG 
und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung (IVV, SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fas-
sung (fortan: aArt.) massgebend sind (vgl. Rz. 9100 ff. des Kreisschreibens 
des Bundesamts für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente 
in der Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungswei-
sungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen 
Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung 
verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der 
volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als 
Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Ren-
te, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Drei-

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viertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditäts-
grad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei 
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertels-
rente. 

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in 
Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie un-
fähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (aArt. 28a Abs. 2 IVG; 
spezifische Methode [Betätigungsvergleich]; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293).

Nach aArt. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (aArt. 
28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder 
der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin 
und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invali-
ditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; 
BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23)

Bei einer im Haushalt tätigen versicherten Person im Besonderen entschei-
det sich die Frage, ob sie als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige zu 
betrachten ist, nicht danach, ob sie vor ihrer Heirat erwerbstätig war oder 
nicht. Vielmehr sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen 
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben 
gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die 
Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu 
berücksichtigen. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der 

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versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu 
würdigen (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30, 117 V 194 E. 3b S. 195; SVR 2020 IV 
Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1).

2.5

2.5.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG).

2.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.5.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 
2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2023, IV/23/206, Seite 8

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 
200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom Februar 
2020 (AB 75) eingetreten. Die Eintretensfrage ist – da nicht streitig – vom 
Gericht nicht zu beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Seit der 
rentenverneinenden Verfügung vom 24. Januar 2011 (AB 52) liegen u.a. 
mit der koronaren und hypertensiven Kardiopathie (Erstdiagnose April 
2016) und dem im April 2016 erlittenen Myokardinfarkt (AB 118/22, 
132.5/7) sowie der erheblichen psychischen Dekompensation, von der sich 
die Beschwerdeführerin gemäss Gutachten nicht erholt hat (AB 132.3/8 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2023, IV/23/206, Seite 9

Ziff. 6), Revisionsgründe vor, so dass eine freie Prüfung des 
Rentenanspruchs erfolgt (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11).

3.2 Aus medizinischer Sicht ergibt sich im Wesentlichen das Folgende:

In der interdisziplinären MEDAS-Gesamtbeurteilung vom 27. April 2022 
(AB 132.1) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) gestellt (S. 7 Ziff. 4.2):

1. Chronische schwere Depression mit psychiatrischen Symptomen (ICD-
10 F32.3)

2. Deutliche Gonarthrose bei

- Zustand nach Abrasio patellae links 1991

- Zustand nach Direktkontusion links 2005

- Zustand nach Verdacht auf Subluxation und Luxation der Patella 
(keine Seitenangabe) mit Kapselriss 09/1988

3. Degeneratives Schulterleiden beidseits mit

- Ansatzverkalkung der Supraspinatussehne links

- mässiger AC-Gelenksarthrose links

- anteriorer Labrumläsion mit Partialruptur des Lig. glenohumerale 
mediale links

- kleinem Einriss im anterioren Anteil der Supraspinatussehne rechts 
mit Tendinose bei Zustand nach Kontusion des rechten Armes 2008

4. Lumbovertebrales Schmerzsyndrom

- mit kleiner breitbasiger Diskusprotrusion, DD Hernie L4/L5 links 
paramedian mit möglicher Irritation der Nervenwurzel L5 links

5. Morbide Adipositas (BMI 44.6 kg/m2)

6. Typ 2 Diabetes mellitus unter Insulintherapie

7. Koronare Herzerkrankung mit Z.n. Myokardinfarkt

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) bestünden eine 
Grosszehengrundgelenksarthrose beidseits, eine arterielle Hypertonie, ein 
Verdacht auf eine chronisch venöse Stauung, eine Gastritis, ein 
Schlafapnoesyndrom, eine Nasenmuschelhyperplasie, ein Lupus 
erythematodes tumidus, ein Eisenmangel, eine normozytäre Anämie, ein 
Zustand nach Nikotinabusus sowie aktenkundig eine klinisch transitorische 
ischämische Attacke am 22. Januar 2019 (MRI Infarkt im Nuculeus 
caudatus rechts) ohne nervale Residuen (S. 8 Ziff. 4.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2023, IV/23/206, Seite 10

Die psychiatrisch bedingten Funktionsstörungen seien im Wesentlichen fol-
gendermassen zusammenzufassen: Deutlich reduzierte psychomentale 
Ausdauer und Belastbarkeit, verminderte Stresstoleranz, subjektiv 
akzentuiertes Insuffizienzgefühl, negative Kognition in Bezug auf die eigene 
Person. In Anlehnung an das Mini-ICF-APP lägen aus psychiatrischer Sicht 
bei der Versicherten Beeinträchtigungen in den folgenden Fähigkeiten vor 
(Beziehungskontext: Allgemeiner Arbeitsmarkt): Flexibilität und 
Umstellungsfähigkeit (mittelgradig: monotoner Tagesablauf), 
Selbstbehauptungsfähigkeit (schwer: Selbsterlebnis als Belastung für 
andere), Durchhaltefähigkeit (mittelgradig: geringe psychomentale 
Belastbarkeit), Verkehrsfähigkeit (schwer: Hilflosigkeit im Aussenbereich 
ohne Begleitung), Spontanaktivität (mittelgradig: wenig Eigeninitiative im 
Alltag). Wenig oder nicht beeinträchtigt seien folgende Fähigkeiten: 
Anpassung an Regeln und Routinen, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, 
Gruppenfähigkeit, Planung und Strukturierung von Aufgaben, Anwendung 
fachlicher Kompetenzen, Kontaktfähigkeit zu Dritten, familiäre 
Beziehungen, Selbstpflege. Die hier relevanten internistischen 
Erkrankungen bedingten einen erhöhten Pausenbedarf und führten auch zu 
einer eingeschränkten körperlichen Belastbarkeit, was auch für die 
rheumatologischen Erkrankungen gelte, durch die zusätzlich längeres 
Stehen oder Gehen belastend wäre (S. 8 f. Ziff. 4.3). 

Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung oder Persönlichkeitsänderung 
lägen nicht vor. Es sei von einer geringen Integration der Versicherten in 
ihrer Wahlheimat Schweiz auszugehen, was sich an ihren sehr geringen 
sprachlichen Kompetenzen zeige (S. 9 Ziff. 4.4).

Die Versicherte verfüge über gute Ressourcen in den komplexen Ich-
Funktionen Realitätsprüfung, Urteilsbildung, Beziehungsfähigkeit, 
Kontaktgestaltung, Interaktionskompetenz und Intentionalität. Sie sei 
durchaus in der Lage, Willenskräfte zu mobilisieren, um allfällige 
Hindernisse bei der Bewältigung von Aufgaben zu überwinden. Das 
Zusammenleben in einer intakten Ehe und der regelmässige Kontakt zu 
den Kindern seien positiv hervorzuheben. Als Belastungsfaktoren seien 
fehlende Integration vor Ort, Erkrankung des Ehemannes, lange Absenz 
vom Berufsalltag und Berufsleben, Abhängigkeit von der Sozialhilfe, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2023, IV/23/206, Seite 11

Multimorbidität in relativ frühem Alter mit zum Teil schweren Erkrankungen 
(z.B. koronare Herzkrankheit), geringe Schulbildung, fehlende berufliche 
Ausbildung, angespannte finanzielle Situation, unsichere Perspektive sowie 
als erheblich erlebter Verlust der Mutter vor zwei Jahren zu nennen. Das 
Zusammenspiel einiger dieser psychosozialen Belastungsfaktoren führe zu 
direkten negativen funktionellen Folgen, die als nicht-medizinisch 
begründete Funktionsstörungen bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
abgezogen werden müssten. Leichte, wechselbelastende Tätigkeiten seien 
möglich, sitzende Tätigkeiten seien zu bevorzugen. Arbeiten, welche so 
anstrengend seien, dass der Versicherten für mehr als eine Minute ein 
normales Sprechen nicht möglich sei, seien nicht geeignet. Tätigkeiten mit 
hohem Stresspegel, hoher Verantwortung oder mit Multitasking wären eher 
ungünstig, auch solche mit besonderem Anspruch an Sozialkompetenz 
oder Eigeninitiative oder Arbeiten in Nachtschicht (Ziff. 4.5). 

Aus psychiatrischer und internistischer Sicht seien die angegebenen 
Beschwerden und das Verhalten während der Untersuchung konsistent 
und in Bezug auf die Alltagsaktivitäten, auf die Akten und auf die aktuell 
durchgeführten Untersuchungen nachvollziehbar. Hinsichtlich der 
Antidepressiva bestehe eine Compliance (siehe Labor). Aus 
rheumatologischer Sicht bestehe eine Diskrepanz zwischen den subjektiv 
wahrgenommenen und beschriebenen Beschwerden und den 
objektivierbaren Befunden. Denn die Ganzkörperschmerzen seien nicht 
objektivierbar. Erwähnenswert sei ausserdem, dass die Versicherte den 
Lebensalltag nach ihren Angaben primär im Liegen verbringe, aber auch 
Einkaufen gehe oder sich um das Enkelkind kümmere. Dass sie sich im 
Haushalt nicht mehr einbinde, sei nicht nachvollziehbar. Die Versicherte 
habe die Haushalttätigkeiten an die Kinder abgetreten. Ein sekundärer 
Krankheitsgewinn könne nicht ausgeschlossen werden. Neurologisch 
fänden die angegebenen starken bis stärksten Rückenschmerzen keine 
Erklärung. Es bestehe zudem ein Kontrast zwischen der Angabe 
mindestens starker Rückenschmerzen auch anlässlich der aktuellen 
neurologischen Untersuchung einerseits und dem Fehlen jedweder 
Schmerzäusserung und nervaler Dehnungszeichen andererseits (S. 10 Ziff. 
4.6). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2023, IV/23/206, Seite 12

Angaben zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit könnten nicht 
gemacht werden, da keine angestammte Tätigkeit definiert sei (Ziff. 4.7). In 
einer leidensangepassten Tätigkeit sei die Versicherte ganztags, d.h. zu 
8.5 Stunden täglich bei einem verminderten Rendement um 70%, d.h. 
insgesamt zu 30% arbeits- und leistungsfähig. Dies gelte anhand der 
dokumentierten internistischen und psychiatrischen Sachverhalte seit 
anfangs 2020. Zuvor sei eine längerfristige höhergradige Arbeitsunfähigkeit 
nicht anzunehmen (Ziff. 4.8). Die psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit 
sei so gross, dass die internistisch bedingte Arbeitsunfähigkeit nicht ins 
Gewicht falle (Ziff. 4.9). 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2023, IV/23/206, Seite 13

der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 
137 V 210 E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 
353; SVR 2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.4 Das MEDAS-Gutachten vom 27. April 2022 mit interdisziplinärer 
Gesamtbeurteilung und Teilgutachten in vier Disziplinen (AB 132.1-132.10) 
erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.3. 
hiervor). Die Feststellungen der Gutachter beruhen auf eigenen 
spezialärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten (AB 
132.2) sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen 
worden. Die Beschwerdeführerin wurde in den betroffenen Disziplinen 
untersucht und beurteilt. Auf Inkonsistenzen wurde hingewiesen (AB 
132.1/10 Ziff. 4.6, 132.4/11 Ziff. 7.3, 132.6/8 Ziff. 7.3). Die Gutachter haben 
ihre Befunde und Diagnosen im Rahmen einer interdisziplinären 
Beurteilung schliesslich einleuchtend diskutiert und darauf basierend das 
Leistungsprofil erstellt. Die Gutachter kamen in der nachvollziehbaren und 
überzeugenden interdisziplinären Diskussion zum Schluss, dass die 
Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit vollzeitig 
arbeitsfähig ist, das Rendement jedoch um 70% reduziert ist, d.h. eine 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 30% besteht. Auch kamen die 
Gutachter zum überzeugenden Schluss, dass die psychisch bedingte 
Arbeitsunfähigkeit so gross ist, dass die internistisch bedingte 
Arbeitsunfähigkeit nicht ins Gewicht fällt (AB 132.1/10 Ziff. 4.8 f.). Die 
Ausführungen der Gutachter in den Beurteilungen der medizinischen 
Zusammenhänge sind für die streitigen Belange umfassend und die 
gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden 
nachvollziehbar und einleuchtend begründet. Dem Gutachten kommt damit 
voller Beweiswert zu und es ist in der Folge darauf abzustellen.

Soweit die Beschwerdeführerin beschwerdeweise eine erneute 
„gesundheitliche Abklärung“ und dabei insbesondere eine psychiatrische 
Begutachtung verlangt, ist ihr nicht zu folgen. Bei den von ihr bzw. von der 
mitinvolvierten Sozialarbeiterin im Vorbescheid- bzw. Beschwerdeverfahren 
vorgebrachten Aussagen, wonach die Beschwerdeführerin nicht in der 
Lage sei, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (AB 140/3), bzw. seit der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2023, IV/23/206, Seite 14

Unterstützung mit wirtschaftlicher Sozialhilfe seit Juni 2019 es ihr aus 
gesundheitlichen Gründen nie möglich gewesen sei, einer Arbeit 
nachzugehen (Stellungnahme vom 26. April 2023 [in den Gerichtsakten]), 
handelt es sich nicht um ärztliche, geschweige denn fachärztlich fundierte 
Argumente, welche für das vorliegende Verfahren relevant wären (vgl. E. 4 
f. hiernach) bzw. den Beweiswert der gutachterlichen Aussagen mindern 
könnten. Vielmehr wurde im Einwand zum Vorbescheid selbst auf die 
gutachterlich festgestellte Arbeits- und Leistungsfähigkeit verwiesen und 
einzig die Statusfestlegung bemängelt (AB 140/1). Nur Dr. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hat im 
Vorbescheidverfahren von Seiten der Ärzteschaft – jedoch ohne genaue 
Kenntnis des Inhalts der gutachterlichen Ergebnisse und ohne 
medizinische Begründung – am 25. Januar 2023 (AB 141) telefonisch 
mitgeteilt, die Beschwerdeführerin sei in jeder Tätigkeit zu 100% 
arbeitsunfähig und immer in Begleitung ihres Ehemannes. Er forderte eine 
Kopie des Gutachtens an. Nach Erhalt des Gutachtens (vgl. Schreiben der 
Beschwerdegegnerin vom 27. Januar 2023 [AB 145]) hat sich Dr. med. 
D.________ nicht mehr zum Gutachten vernehmen lassen. Damit bestehen 
keine auch nur geringen Zweifel an der Schlüssigkeit des psychiatrischen 
MEDAS-Teilgutachtens, worin denn auch schlüssig aufgezeigt wird, warum 
aus psychiatrischer Sicht eine 70%-ige und nicht eine gänzliche 
Arbeitsunfähigkeit vorliegt (AB 132.3/8 Ziff. 6). Da zudem auch die 
somatischen Teilgutachten wie auch die interdisziplinäre MEDAS-
Gesamtbeurteilung überzeugen, ist der Sachverhalt rechtsgenüglich 
abgeklärt und in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 
368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 
163 E. 4) kann auf weitere Beweismassnahmen verzichtet werden. 

3.5 Aufgrund des Dargelegten ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin 
in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 30% arbeits- und leistungsfähig ist. 
Betreffend dem attestierten Gesundheitszustand bzw. der dadurch 
bedingten Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit kann 
vorliegend mit Blick auf das Ergebnis (vgl. E. 5 hiernach) auf eine 
Indikatorenprüfung und damit auf die Durchführung eines strukturierten 
Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 verzichtet werden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2023, IV/23/206, Seite 15

4.

Anders als noch im Verwaltungs- (AB 138/5 Ziff. 4.2) und 
Vorbescheidverfahren (vgl. 140/1), als die Beschwerdeführerin vorbrachte, 
sie wäre im Gesundheitsfall zu 100% ausserhäuslich erwerbstätig, wird der 
von der Beschwerdegegnerin festgelegte Status 100% Haushalt vor 
Verwaltungsgericht nicht mehr bestritten. Die Annahme der 
Beschwerdegegnerin ist denn auch nicht zu beanstanden: 

Wie gutachterlich dargelegt, besteht die 70%-ige Einschränkung der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit erst seit Anfang 2020 und es ist nicht von 
einer zuvor bestehenden längerfristig höhergradigen Arbeitsunfähigkeit 
auszugehen (AB 132.1/10 Ziff. 4.8). Bereits mit Verfügung vom 24. Januar 
2011 (AB 52) lehnte die IVB rechtskräftig und mit der Begründung, der 
Beschwerdeführerin sei eine wechselbelastende leichte Arbeit ganztags 
zumutbar bzw. sie sei uneingeschränkt leistungsfähig, einen Anspruch auf 
Leistungen der Invalidenversicherung ab. Die Beschwerdeführerin hat zwar 
die subjektive Krankheitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu können. Die 
Überzeugung kann jedoch gemäss rheumatologischem MEDAS-Teilgut-
achten aus rheumatologisch-somatischer Sicht nicht begründet werden. 
Die Frage der Motivation sei im vorliegenden Fall zu hinterfragen, denn die 
Erstanmeldung bei der Invalidenversicherung sei bereits im Jahr 2008 
erfolgt. Im EFL-Bericht von 2010 sei bereits auf eine erhebliche 
Symptomausweitung hingewiesen worden (AB 132.4/12 Ziff. 7.4). 

Weiter ist die von der Beschwerdeführerin anlässlich des 
Vorbescheidverfahrens getätigte Aussage, nach dem Stellenverlust 2007 
habe sie bewiesen, dass sie auf der Suche nach einer Erwerbstätigkeit im 
ersten Arbeitsmarkt gewesen sei (AB 140/1), zu relativieren bzw. es kann 
offen bleiben, wie seriös die 2007-2009 getätigten Stellenbemühungen 
wirklich waren. In den der Arbeitslosenversicherung eingereichten 
Nachweisen der persönlichen Arbeitsbemühungen (vgl. 32/19 ff.) gab die 
Beschwerdeführerin in der Spalte „Ergebnis der Bewerbung“ grösstenteils 
„keine Arbeit“ oder „keine Stelle frei“ an, woraus zu schliessen ist, dass es 
sich um sogenannte Blindbewerbungen und nicht Bewerbungen auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2023, IV/23/206, Seite 16

ausgeschriebene offene Stellen gehandelt hat. Aus 
arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht können Blindbewerbungen 
durchaus sinnvoll sein. Sie dienen der Abklärung, ob eine Stelle frei ist. 
Indessen haben sich Versicherte in erster Linie um ausgeschriebene und 
damit offene Arbeitsgelegenheiten zu bemühen, bei welchen die 
Erfolgsaussichten auf einen Vertragsabschluss erheblich grösser sind 
(Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 22. Februar 2007, C 16/07, E. 
3.1). Als ernsthafte Arbeitsbemühungen können die Blindbewerbungen 
mangels schriftlichen Nachweises allerdings nicht berücksichtigt werden 
(vgl. etwa Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. 
Dezember 2017, EL/2018/43, E. 3.2). Vielmehr ist gemäss den 
Feststellungen des Abklärungsdienstes im Abklärungsbericht vom 10. 
Januar 2023 davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nach 
Beendigung des letzten Dienstverhältnisses im Juli 2007 nicht weiter nach 
einer neuen Anstellung gesucht hat (AB 138/6 Ziff. 4.2). Nur der 
Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass die Beschwerdeführerin jene 
Stelle nicht aus gesundheitlichen Gründen verlor, sondern die besagte 
Anstellung aufgrund qualitativ ungenügender Arbeitsleistung (Reklamation 
von Kunden) und Nichteinhaltung der Arbeitszeit (den Arbeitsplatz 
frühzeitig verlassen, zu spät am Arbeitsplatz erschienen) durch die 
Beschwerdeführerin von der Arbeitgeberin gekündigt wurde (vgl. 
Kündigungsschreiben vom 27. März 2007 [AB 19/6]). Wie der 
Abklärungsdienst in der Stellungnahme vom 6. Februar 2023 (AB 146/3) zu 
Recht festhielt, hat die Beschwerdeführerin schliesslich seitdem sie in der 
Schweiz lebt nie Anstrengungen unternommen, um ihre mangelhaften 
Deutschkenntnisse (benötigte anlässlich der Abklärungen eine 
Übersetzungshilfe [AB 132.3/1 Ziff. 1.1, 132.4/1 Ziff. 1.1, 132.5/1 Ziff. 1.1, 
132.6/4 Ziff. 4.2, 138/1]) zu verbessern und dadurch die ihr zur Verfügung 
stehenden Arbeitsmöglichkeiten zu erweitern (AB 146/3).

Auch die familiären Verhältnisse sprechen entgegen dem Vorbringen im 
Vorbescheidverfahren (AB 140/1) nicht dagegen, eine Erwerbstätigkeit 
aufzunehmen. Nach erfolgter rechtskräftiger Leistungsablehnung im Januar 
2011 war das jüngste Kind der Beschwerdeführerin über 14 Jahre alt und 
bedurfte, wenn überhaupt, keiner nennenswerten Betreuung mehr. Zudem 
war ihr Ehemann zu diesem Zeitpunkt arbeitslos, ausgesteuert und wurde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2023, IV/23/206, Seite 17

vollumfänglich vom Sozialdienst unterstützt (vgl. u.a. 25/5 Ziff. 3.6, 
44.2/14). Einer Aufnahme eines zumindest teilzeitlichen Pensums wäre 
daher nichts im Wege gestanden bzw. es wäre zum damaligen Zeitpunkt 
sogar zu erwarten gewesen, dass die Beschwerdeführerin eine 
hochprozentige Arbeitstätigkeit aufnimmt (vgl. diesbezüglich auch die 
zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der ergänzenden 
Beschwerdeantwort). Finanziell ging es ihr und ihrem Ehemann ein paar 
Jahre vor der Neuanmeldung im Jahre 2020 offensichtlich nicht derart 
schlecht, dass sie eine Arbeitsstelle hätte annehmen müssen. Denn wie sie 
selbst anlässlich der Haushaltsabklärung 2023 angab, habe ihr Ehemann 
vor seiner ...operation im Jahr 2021 ein 100%-Pensum inne gehabt (AB 
138/7 Ziff. 2). Auch gab sie gegenüber dem internistischen Gutachter an, 
die finanzielle Situation sei so weit in Ordnung, es stehe genug Geld zur 
Verfügung (AB 132.5/4).

Aufgrund des Dargelegten ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin nicht 
aus gesundheitlichen oder familiären Gründen, sondern alleine aus freien 
Stücken nach 2007 keine Erwerbstätigkeit aufgenommen hat und es kann 
gemäss der Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 6. Januar 2023 
(AB 146/4) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen 
werden, dass sie mit zunehmendem Alter zumindest in der für das 
vorliegende Verfahren massgebenden Zeit ab dem Jahr 2020 auch bei 
guter Gesundheit keiner ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit mehr 
nachgehen würde, sondern ausschliesslich im Aufgabenbereich (Haushalt) 
tätig wäre. Damit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 
einen Status 100% Haushalt angenommen und den Invaliditätsgrad in 
Anwendung der spezifischen Methode des Betätigungsvergleichs ermittelt 
hat.

5.

Nachfolgend sind die Einschränkungen im Bereich Haushalt zu prüfen.

5.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2023, IV/23/206, Seite 18

chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 
547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

5.2 Der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 10. Januar 2023 (AB 
138) samt Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 6. Februar 2023 
(AB 146) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung gemäss E. 5.1 hier-
vor und überzeugt. Die Feststellungen der fachkundigen Abklärungsperson 
basieren auf eigenen, vor Ort und in Anwesenheit der Beschwerdeführerin, 
ihres Ehemannes sowie ihrer Tochter durchgeführten Erhebungen (AB 
138/2). Ferner wurden die von den MEDAS-Gutachtern festgestellten ge-
sundheitsbedingten Einschränkungen resp. das entsprechende Zumutbar-
keitsprofil berücksichtigt (AB 138/7 Ziff. 5.1 sowie 138/8 ff. Ziff. 7). Der Ab-
klärungsbericht ist zudem hinsichtlich der Gewichtung der Tätigkeitsberei-
che ausreichend detailliert und den Einschränkungen sowie den Angaben 
der Beschwerdeführerin wurde angemessen Rechnung getragen. Damit ist 
mit den Feststellungen des Abklärungsdienstes (vgl. AB 138/8 ff. Ziff. 7.1 
sowie AB 146/4) davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin die 
meisten Haushaltstätigkeiten trotz Gesundheitsschaden zumutbar sind, für 
die dennoch angegebenen Einschränkungen aus gutachterlicher und damit 
medizinischer Sicht sich keine Erklärung findet bzw. soweit tatsächlich eine 
Einschränkung besteht, die entsprechenden wenigen Haushaltstätigkeiten 
im Sinne der Schadenminderungspflicht (vgl. hierzu BGE 141 V 642 E. 4.3 
S. 648, 133 V 504 E. 4.2 S. 509; SVR 2011 IV Nr. 11 S. 30 E. 5.5; vgl. auch 
Ziff. 3090 des bis am 31. Dezember 2021 in Kraft gestandenen Kreisschrei-
bens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH] 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2023, IV/23/206, Seite 19

sowie Ziff. 3614 des seit 1. Januar 2022 in Kraft stehenden Kreisschreibens 
über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]) dem nicht 
erwerbstätigen und im gleichen Haushalt lebenden Ehemann zumutbar 
sind. Letzteres würde auch für Grosseinkäufe gelten, womit solche nicht 
zwingend online (AB 138/11) zu tätigen sind. Wie im rheumatologischen 
Gutachten zu Recht festgestellt wurde, ist es nicht nachvollziehbar, dass 
sich die Beschwerdeführerin nicht mehr im Haushalt einbindet und ein 
sekundärer Krankheitsgewinn kann nicht ausgeschlossen werden (AB 
132.4/11 Ziff. 7.3). Insgesamt wurden für die Teilbereiche gründliche 
Reinigung eine Einschränkung von 30% bzw. gewichtet von 0.9% und für 
...arbeit, ...- und ...pflege eine solche von 20% bzw. gewichtet 2% 
anerkannt. Soweit die involvierte Sozialarbeiterin anlässlich des 
Vorbescheidverfahrens vorbrachte, die Beschwerdeführerin sei nicht in der 
Lage, einen Haushalt zu führen (AB 140/3), handelt es sich nicht um eine 
abklärungsspezifisch-fachkundige Einschätzung, welche den Beweiswert 
des Abklärungsberichts bzw. der im Vorbescheidverfahren beim 
Abklärungsdienst eingeholten Stellungnahme zu schmälern vermöchte. 
Damit besteht kein Anlass, in das Ermessen der Verwaltung (vgl. E. 5.1 
hiervor) einzugreifen. 

5.3 Aufgrund des Dargelegten ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin 
im Bereich Haushalt zu 2.9% eingeschränkt ist, was einem aufgerundeten 
Gesamt-Invaliditätsgrad von 3% entspricht. Es besteht folglich kein 
Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. E. 2.3 hiervor). Die angefochtene 
Verfügung vom 23. Februar 2023 ist nicht zu beanstanden und die 
dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2023, IV/23/206, Seite 20

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unent-
geltlichen Rechtspflege (vgl. Verfügung vom 8. Mai 2023) ist die Be-
schwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 
113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht zu 
befreien.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2023, IV/23/206, Seite 21

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2023, IV/23/206, Seite 22

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.