# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b186474b-2332-5bdf-bff6-619e9be3ae89
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-05-04
**Language:** de
**Title:** Anrechenbarkeit Untergeschoss.
**Docket/Reference:** BRKE II Nr. 0094/2010
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRKE_II_0094_2010_250.pdf

## Full Text

BRKE II Nr. 0094/02010 vom 4. Mai 2010 in BEZ 2010 Nr. 37 

Das  streitbetroffene  Einfamilienhaus  sollte  um  ein  zu  Wohnzwecken  genutztes 
Attikageschoss aufgestockt werden. Weil die Bau- und Zonenordnung in der Stand-
ortzone alternativ nur entweder ein anrechenbares Dachgeschoss oder aber ein an-
rechenbares  Untergeschoss  zuliess,  war  vorgesehen,  den  Bastelraum  im  Unterge-
schoss in einen Trockenraum und das dortige Büro in einen Kellerraum umzunutzen. 
Dessen  Fensterfläche  sollte  auf  4,95  Prozent  der  Bodenfläche  reduziert  werden. 
Weitere das Untergeschoss betreffende Massnahmen waren nicht geplant. Nament-
lich  war  mit  Bezug  auf  den  bestehenden  WC-/Duschraum  mit  einer Fläche  von  5,1 
m2  keine  Umnutzung  vorgesehen.  Der  Nachbarrekurrent  beantragte  die  Aufhebung
der Baubewilligung für die Aufstockung mit der Begründung, das Projekt sehe nach 
wie vor ein anrechenbares Untergeschoss vor, was die Aufstockung ausschliesse.   

Aus den Erwägungen: 

2. Zu prüfen sind die Prozessvoraussetzungen, insbesondere jene der Rekurs-
legitimation.  Zum  Rekurs ist  legitimiert,  wer durch  die  angefochtene  Anordnung  be-
rührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Änderung hat (§ 
338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes [PBG]). 

Die Rekurrentschaft ist Eigentümerin des nordöstlich an das Baugrundstück an-
grenzenden Grundstückes Kat.-Nr. 12038. Zur Begründung ihrer Rekurslegitimation 
macht  die  Rekurrentschaft  geltend,  mit  der  geplanten  Aufstockung  würde  sie  ihrer 
Aussicht auf See und Berge beraubt, und es würden die Besonnung und Belichtung 
weiter Teile ihres Grundstückes vermindert. Diese Auswirkungen seien nach Art und 
Intensität so beschaffen, dass sie auch bei objektiver Betrachtungsweise als Nachteil 
empfunden würden. 

Auf  Grund  der  Akten  ergibt  sich,  dass  zufolge  des  nordostseitigen  Anstosses 
des rekurrentischen Grundstückes an die Bauparzelle die angefochtene Aufstockung 
für die Rekurrentschaft in der Tat den von ihr geltend  gemachten Nachteil bewirken 
würde. Diesen vermöchte sie im Obsiegensfalle abzuwenden. Damit ist die Rekurs-
legitimation grundsätzlich gegeben. Allerdings wird diese dort noch näher zu prüfen 

- 2 - 

sein,  wo  die  Rekurrentschaft  höchstens  eine  Nebenbestimmung  und  nicht  die  Auf-
hebung der Baubewilligung zu erstreiten vermöchte. (…)  

3.2 Wie dargetan setzt die Realisierung des geplanten Dachgeschosses voraus, 
dass  das  Untergeschoss  nicht  mehr  an  die  Geschosszahlvorschriften  anrechenbar 
ist.  

Die die Anrechenbarkeit von Geschossen regelnde Norm von § 276 Abs. 1 PBG 
lautet: Als Geschosse zählen Vollgeschosse, Dach- und Untergeschosse mit Wohn-, 
Schlaf- und Arbeitsräumen sowie andere Untergeschosse, die mehrheitlich über dem 
gewachsenen Boden liegen. 

Das vorliegend streitbetroffene Untergeschoss liegt mehrheitlich  unter dem ge-
wachsenen Boden, bildet also nicht schon auf Grund seiner höhenmässigen Situie-
rung im gewachsenen Terrain ein anrechenbares Untergeschoss. 

Ausser  Zweifel  steht,  dass  die  im  Untergeschoss  heute  bestehenden  Nutzun-
gen,  also  der  Bastelraum  und  der  Büroraum,  zur  Anrechenbarkeit  des  Unterge-
schosses  führen.  Diese  Räume  dienen  dem  Wohnen,  wozu  auch  die Ausübung ei-
nes Hobbys und in untergeordnetem Umfange auch das Arbeiten gehören (§ 52 Abs. 
1  PBG;  zur  diesbezüglichen  Bedeutung  des  Bastelraumes  vgl.  BRKE  II  Nr. 
0052/2003 = BEZ 2003 Nr. 31). Daher sind diese Räume richtigerweise zur Umnut-
zung  vorgesehen.  In  der  Baueingabe  wird  die  projektierte  Umnutzung  damit  ange-
zeigt, dass der Bastelraum neu als Trockenraum (mit einer Fläche von 14,8 m2) und 
der Büroraum neu als Keller (mit einer Fläche von 20,2 m2) bezeichnet werden (gel-
ber Schrifteintrag der bisherigen und roter Schrifteintrag der künftigen Nutzungen; § 
4 Abs. 3 der Bauverfahrensverordnung [BVV]). 

Mit  dem  projektierten  Anbau  eines  Veloraumes  strassenseitig  vor  dem  Keller-
raum würde dessen Fensterfläche nach der unbestrittenen Sachdarstellung der Vor-
instanz  auf  4,95  Prozent  der  Bodenfläche  reduziert.  Weitere  die  beiden  Unterge-
schossräume betreffende bauliche Massnahmen sind nicht geplant. 

Mit Bezug auf den WC-/Duschraum mit einer Fläche von 5,1 m2 ist laut Planein-
gabe  keine  Umnutzung  vorgesehen;  es  bleibt  bei  der  (schwarz  eingetragenen)  Be-
zeichnung «DU/WC». 

3.3.1  Das  Verwaltungsgericht  das  Kantons  Zürich  hatte  sich  im  Entscheid  VB 
94/102  und  103  vom  25.  November  1994  mit  der  Frage  auseinanderzusetzen  ge-
habt, ob Restaurant-Toiletten und Personalgarderoben als für die Ermittlung der Ge-
schosszahl  anrechenbare  Wohn-,  Schlaf-  oder  Arbeitsräume  im  Sinne  der  vorste-
hend  zitierten  Norm  von  §  276  Abs.  1  PBG  gelten.  Das  Gericht  erwog,  angesichts 
der  Schwierigkeiten,  die  vielgestaltigen  Bewerbungsarten  abschliessend  zu  definie-
ren,  dürfe  der  Begriff  «Wohn-,  Schlaf-  und  Arbeitsräume»  nicht  einschränkend  auf-
gefasst werden. Als «Wohnen und Arbeiten» hätten vielmehr alle Nutzungen zu gel-
ten,  die  im  weitesten  Sinne  als  raumgebundene  Erscheinungsformen  dieser  zwei 
Grundtypen  menschlicher  Lebensentfaltung  verstanden  werden  könnten.  Den  Aus-
schlag gebe in erster Linie, ob ein Raum seiner Art nach – wie etwa Keller, Magazi-
ne, Tiefkühlräume oder Automatenzentralen  – praktisch unabhängig von der Anwe-
senheit  irgendwelcher  Personen  einen  reinen  Sachzweck  erfülle  oder  ob  er  für  die 

  
- 3 - 

Ausübung menschlicher Tätigkeiten und damit für den Aufenthalt von Menschen be-
stimmt sei. 

Gestützt  auf  diese  Erwägungen  kam  das  Verwaltungsgericht  zum  Schluss,  die 
in  jenem  Fall  streitbetroffenen  Toiletten-  und  Garderobenräume  erfüllten  nicht  (nur) 
einen blossen Sachzweck. Daher führten sie zur Anrechenbarkeit des streitbetroffe-
nen  Untergeschosses.  An  dieser  Rechtslage  ändere  auch  nichts,  dass  der Gesetz-
geber die  Vorschrift  von  §  276  Abs.  1  PBG  enger gefasst  habe  als jene von § 255 
Abs. 1 PBG. 

Mit dieser letzteren Feststellung nahm das Verwaltungsgericht auf den Umstand 
Bezug,  dass  in  der  Vorschrift  von  §  255  Abs.  1  PBG,  welche  die  an  die  Ausnüt-
zungsziffer  anrechenbaren  Räume  und  Flächen  definiert,  nebst  den  dem  Wohnen, 
Arbeiten  oder  sonst  dem  dauernden  Aufenthalt  dienenden  oder  hierfür  verwendba-
ren Räumen in Vollgeschossen auch die dazugehörigen Erschliessungsflächen und 
Sanitärräume in die Definition mit einbezogen werden. Mit andern Worten kann nach 
Auffassung  des  Verwaltungsgerichtes  aus  der  fehlenden  Erwähnung  von  Sanitär-
räumen in § 276 Abs. 1 PBG nicht geschlossen werden, dass diese nicht zur Anre-
chenbarkeit  eines  Unter-  oder  Dachgeschosses  an  die  Geschosszahl  führen.  Dass 
dieser  formale  Schluss  nicht  sachrichtig  wäre,  ist  einleuchtend,  weil  die  Vorschrift 
von § 276 Abs. 1 PBG umschreibt, welche Geschosse als ganze an  die Geschoss-
zahlvorschriften  anrechenbar  sind,  während  bei  der  Ausnützungsziffer  die  Anre-
chenbarkeit  einzelner  Räume  und  Flächen  zu  bestimmen  ist.  Mithin  dient  es  der 
Klarheit  des  Gesetzes,  Sanitärräume  und  Erschliessungsflächen  in  dieser  Norm  ei-
gens  zu  erwähnen.  Dessen  ungeachtet  bilden  Sanitärräume  stets  zwingenden  Teil 
der Infrastruktur von Wohn- und Arbeitsnutzung und führen daher zur Anrechenbar-
keit im Sinne von § 276 Abs. 1 PBG. 

Somit hat ein Sanitärraum im Dach- oder Untergeschoss eines zu Wohn- oder 
Arbeitszwecken  genutzten  Gebäudes  die  Anrechenbarkeit  dieses  Geschosses  an 
die Geschosszahlvorschriften zur Folge. 

3.3.2 Demnach zieht auch vorliegend der streitbetroffene Sanitärraum die Anre-
chenbarkeit  des  Untergeschosses  nach  sich.  Die  Aufstockung  ist  somit  nur  dann 
bewilligungsfähig, wenn der besagte Raum umgenutzt wird. Anders als beim Bastel-
raum oder beim Büro (vgl. nachfolgend E. 3.4.) wäre hier indes allein eine planliche 
Umbenennung  nicht  ausreichend,  um  die  Umnutzung  des  fraglichen  Raumes  aus-
zuweisen.  Der  Verbleib  der  Ausrüstungen  liesse  vielmehr  geradezu  zwingend  die 
Weiterführung der bisherigen Nutzung annehmen, weil jede andere Nutzung – etwa 
als  Vorratskammer  oder  Weinkeller  –  vernünftigerweise  ausgeschlossen  wäre. 
Überdies nimmt die Bauherrschaft selber den Standpunkt ein, den Sanitärraum wei-
terhin als Teil der Wohnnutzung des Erdgeschosses gebrauchen zu wollen. Von ei-
ner  Umnutzung  kann  somit  nur  dann  ausgegangen  werden,  wenn  die  im  Raum  in-
stallierte Ausrüstung, also Dusche und Toilette, beseitigt werden. 

Einen solchen Rückbau zu verlangen ist nicht etwa unverhältnismässig. Zur Be-
deutung des Verhältnismässigkeitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 der Bun-
desverfassung  [BV]) bei der Anwendung von Baupolizeivorschriften erwog das Ver-
waltungsgericht in einem neueren Entscheid, zwar habe der Grundsatz der Verhält-
nismässigkeit im ganzen Bereich des öffentlichen Rechts und sowohl für die Rechts-
setzung als auch für die Rechtsanwendung Geltung. Auch Spezialpolizeierlasse wie 

  
- 4 - 

zum  Beispiel  Baupolizeivorschriften  müssten  verhältnismässig  sein.  Sei  die  anzu-
wendende  Norm  als  solche  nicht  zu  beanstanden,  fordere  der  Verhältnismässig-
keitsgrundsatz  aber  bloss,  dass  sie  im  konkreten  Fall  richtig  und  ihrem  Sinn  und 
Zweck  entsprechend  angewendet  werde.  Die  Handhabung  des  Verhältnismässig-
keitsgrundsatzes sei mithin eine Frage der richtigen Rechtsanwendung. Dies bedeu-
te,  dass  die  mit  dem  verbindlichen  Sinn  übereinstimmende  Auslegung  und  Anwen-
dung der Norm nicht im Einzelfall aus Rücksicht auf die Verhältnismässigkeit unter-
bleiben dürfe. 

Das Verwaltungsgericht kommt alsdann zum Schluss, dass dann, wenn es um 
die Erteilung einer Baubewilligung geht, der Grundsatz der Verhältnismässigkeit nur 
(aber immerhin) insoweit zum Zuge kommt, als allenfalls eine Ausnahmebewilligung 
nach § 220 PBG zu erteilen ist. Für weitere Ausnahmen, welche ausserhalb des An-
wendungsbereiches von § 220 PBG liegen, bestehe demgegenüber, so das Verwal-
tungsgericht,  auch  unter  dem  Aspekt  des  Verhältnismässigkeitsprinzips  kein  Raum 
(VB.2009.00525 vom 18. November, E. 4.2). 

Insoweit liegen die Dinge bei der Bewilligungserteilung anders als bei der Statu-
ierung  eines  Befehls  zur  Beseitigung  eigenmächtig  bereits  herbeigeführter  bau-
rechtswidriger Verhältnisse, indem eine solche Anordnung nicht nur unter dem Vor-
behalt  der  Dispensfähigkeit,  sondern  stets  auch  der  Verhältnismässigkeit  als  selb-
ständig zu prüfender Voraussetzung steht. 

3.3.3  Gemäss  §  220  PBG  ist  von  Bauvorschriften  im  Einzelfall  zu  befreien, 
wenn  besondere  Verhältnisse  vorliegen,  bei denen  die  Durchsetzung  der Vorschrif-
ten  unverhältnismässig  erscheint  (Abs.  1).  Die  Erteilung  eines  Dispenses  setzt  das 
Vorliegen  «besonderer  Verhältnisse»  voraus.  Darunter  sind  Situationen  zu  verste-
hen, die wesentlich von den tatsächlichen Verhältnissen abweichen, welche der Ge-
setzgeber im Auge gehabt hat. Es handelt sich um Sachverhalte, die der Gesetzge-
ber bei richtiger Voraussicht  anders normiert  hätte,  sodass  ihnen  die Allgemeinord-
nung  nicht  mehr  gerecht  zu  werden  vermag.  Besondere  Verhältnisse  können  na-
mentlich  in  der Topographie,  Form  oder Lage  des Baugrundstückes liegen. Lassen 
sich die Überlegungen, die für die Begründung einer Ausnahmebewilligung angeführt 
werden, für eine Vielzahl von Fällen anstellen, so besteht keine Ausnahmesituation. 
Entsprechende Dispense zielen auf eine Änderung der gesetzlichen Ordnung ab und 
sind  daher  unzulässig.  Keinen  Ausnahmegrund  bildet  in  der  Regel  der  Umstand, 
dass die aus der Allgemeinordnung folgende Ablehnung der Baubewilligung für den 
Gesuchsteller  Härten,  Unbilligkeiten  oder  auch  nur  Unzulänglichkeiten  mit  sich 
bringt. Persönliche Verhältnisse und Anliegen vermögen regelmässig keine Dispens-
situation zu begründen. 

Indem  der  kommunale  Gesetzgeber  ein  anrechenbares  Dach-  oder  ein  anre-
chenbares Untergeschoss nur alternativ zulässt, nimmt er bewusst in Kauf, dass bis-
lang  anrechenbar  genutzte  Untergeschosse  bei  der  Aufstockung  oder dem  Ausbau 
eines schon bestehenden Dachgeschosses umgenutzt und somit dann, wenn nur so 
die Umnutzung sichergestellt ist, auch zurückgebaut werden müssen. Somit können 
hierin  keine  für  die  Dispenserteilung  vorausgesetzten  besonderen  Verhältnisse  er-
kannt  werden,  in  deren  Ansehung  der  kommunale  Gesetzgeber  anders  legiferiert 
hätte.  Die  Erteilung  eines  Dispenses  von  der  Vorschrift  von  Art.  13  Abs.  lit.  a  BZO 
fällt daher ausser Betracht. 

  
- 5 - 

3.4 Anders als bei der Nasszelle ist beim Bastelraum und beim Büro eine Um-
nutzung  überhaupt  projektiert.  Alsdann  kann  davon  ausgegangen  werden, dass die 
projektierte Umnutzung auch tatsächlich Platz greifen wird, und zwar  auch ohne die 
Anordnung  weiterer  baulicher  Massnahmen  (als  der  geplanten  Fensterverkleine-
rung). Der Kellerraum soll nur mehr eine Fensterfläche von 4,95 Prozent aufweisen, 
was  deutlich  unter  dem  gesetzlichen  Minimum  von  10  Prozent  liegt  (§  302  Abs.  2 
PBG).  Überdies  wird  diese  Fensterfläche  bandförmig  unmittelbar  unter  der  Decke 
lokalisiert  sein,  was  für  den  Aufenthalt  von  Menschen  nur  als  sehr  unattraktive  Be-
lichtungssituation  bezeichnet  werden  kann.  Noch  ungünstiger  sind  die  Verhältnisse 
im Trockenraum, der schon heute lediglich über ein Oblicht und damit über kein über 
dem Erdreich liegendes, der Vorschrift § 302 Abs. 2 PBG genügendes Fenster ver-
fügt.  

Bauliche Massnahmen wie die von der Rekurrentschaft anvisierten können und 
müssen  nicht  verlangt  werden.  Zwar  hatte  das  Verwaltungsgericht  im  Kontext  mit 
einem zur unzulässigen Wohnnutzung ausgebauten Estrichraum festgehalten, diese 
Nutzung sei durch bauliche Massnahmen zu verhindern, weil der Verzicht auf bauli-
che  Massnahmen  dauernde  behördliche  Kontrollen  voraussetze,  was  unzumutbar 
sei.  Gestützt  auf  diese  Erwägung  kam  das  Verwaltungsgericht  in  jenem  Fall  zum 
Schluss, als mildeste Massnahme dränge sich der Entzug des Lichtes und die Ent-
fernung  der  Beheizung  auf,  um  die  Wohnnutzung  zu  verunmöglichen.  Der  Estrich 
dürfe  als  Trocknungsraum  verwendet  werden;  hierzu  brauche  es  jedoch  keine  Hei-
zung (VB 88/1986 vom 19. August 1988). Jenem Fall lag indes ein gänzlich anders 
zu beurteilender Sachverhalt zu Grunde, indem der Bauherr das Dachgeschoss ent-
gegen  den  bewilligten  Plänen  und  sogar  entgegen  einem  Baustopp,  der  den  Fort-
gang  des  widerrechtlichen  Ausbaus  hätte  verhindern  sollen,  zu Wohnzwecken aus-
gebaut  hatte  (nicht  publiziert).  Damit  waren  bauliche  Massnahmen  offenkundig  un-
abdingbar. Demgegenüber verhält sich vorliegend die Bauherrschaft rechtskonform, 
woran  auch  nachbarliche  Vermutungen  nichts  zu  ändern  vermögen.  Auch  die  Eig-
nung  der  Räume  lässt  nicht  in  einem  Masse  auf  eine  künftige  Verletzung  der Bau-
bewilligung  schliessen,  welches  (weitere)  bauliche  Massnahmen  als  geboten  er-
scheinen liesse. Dies wäre etwa der Fall, wenn auch nach dem Anbau des Velorau-
mes noch eine grosszügige Befensterung verbliebe, so dass sich die Annahme einer 
missbräuchlichen  Nutzung  dieses  Raumes  geradezu  aufdrängte;  solches  ist  indes 
nicht  gegeben.  Schliesslich  ist  festzustellen,  dass  das  Einfamilienhaus  in  der heute 
bestehenden  Form  entgegen  der  Vorschrift  von  §  298  PBG  keinerlei  Nebenräume 
aufweist, so dass ein Bedarf nach solchen zu vermuten ist. 

Mithin  ist  davon  auszugehen,  dass  die  fraglichen  Räume  künftig  als  Trock-
nungsraum  und  als  Bastelraum  genutzt  werden.  Bauliche  Massnahmen  sind  somit 
nicht  anzuordnen.  In  Frage  käme  höchstens  die  Statuierung  eines  der  Sicherung 
dienenden  Nutzungsreverses  (§  321  Abs.  2  PBG).  Einen  solchen  anzuordnen  liegt 
indes vorab im qualifizierten Ermessen der Baubehörde (RB 1990 Nr. 84). Nachdem 
die  Vorinstanz  hierauf  verzichtet  hat, ist dieser Entscheid von der Rekursinstanz zu 
respektieren. Damit ist auch der (wohl zu bejahenden) Frage, ob die Rekurrentschaft 
an einem Revers ein schutzwürdiges Interesse hätte, hier nicht weiter nachzugehen. 

3.5  Demnach  ist  der  Sanitärraum  mittels  Beseitigung  von  Dusche  und  Toilette 

umzunutzen. Insoweit ist die Baubewilligung zu Unrecht erteilt worden. 

  
- 6 - 

Dass  sich  besagter  Mangel  ohne  besondere  Schwierigkeiten  und  damit  mit  ei-
ner Auflage heilen lässt (§ 321 PBG), bedarf keiner weiteren Begründung. Hingegen 
fragt  sich,  ob  eine  solche  Auflage  der  Rekurrentschaft  einen  Vorteil  verschaffte. 
Auch wenn der Nachbar durch die geplante Baute als solche betroffen ist, fehlt ihm 
das  Rechtsschutzinteresse  dann,  wenn  der  Mangel  durch  eine  für  den  Nachbarn 
bedeutungslose Nebenbestimmung geheilt werden könnte (RB 1987 Nr. 3). Sinnge-
mäss zieht die Rekursgegnerschaft in diesem Punkt das Vorliegen der Rekurslegiti-
mation in Zweifel. 

Auch unter dem Regime von § 338a Abs. 1 PBG, welche Norm schon eine rein 
faktische  Betroffenheit  des  Rekurrenten  als  legitimationsbegründend  gelten  lassen, 
kann  es  für  die  Frage,  ob  die  Legitimation  des  Nachbarrekurrenten  zu  bejahen  ist, 
eine  Rolle  spielen,  ob  die  Verletzung  von  nachbarschützenden  Bestimmungen  ge-
rügt  wird.  Diesfalls  ergibt  sich  nämlich  die  legitimationsbegründende  Betroffenheit 
bereits aus der engen räumlichen Beziehung im Verein mit der Rüge der Verletzung 
einer  oder  mehrerer  nachbarschützenden  Normen.  Nachbarschützende  Funktion 
kommt  nicht  nur  den  Bestimmungen  über  die  Gebäude-  und  die  Grenzabstände, 
sondern auch den Bestimmungen über die Ausnützung und die Geschosszahl zu (A. 
Kölz/J. Bosshart/M. Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kan-
tons Zürich, 2. A., 1999, § 21 Rz. 35). 

Hieraus ist zu schliessen, dass es bei der gerügten Verletzung solcher Bestim-
mungen für den Entscheid über die Legitimation nicht auf die konkrete Betroffenheit 
des  mit  seinem  Grundstück  anstossenden  Nachbarn  ankommen  kann,  wie  sie  bei-
spielsweise  bei  der  Unterschreitung  eines  Grenzabstandes  von  7  m  um  1  oder  2 
Prozent  wohl verneint  werden  müsste,  was  zu  rügen der Anstösser aber unzweifel-
haft legitimiert wäre. Vielmehr weist schon die dargelegte Normverletzung als solche 
den Anstösser ohne weiteres als betroffen aus. Auflagen, die der Heilung einer auch 
nur  minimalen  Verletzung  von  Normen  mit  nachbarschützender  Funktion  dienen, 
stellen mithin für den unmittelbaren Nachbarn einen Vorteil dar. Solche Auflagen lie-
gen demnach in seinem schutzwürdigen Interesse. 

Somit ist die angefochtene Bewilligung in teilweiser Gutheissung des Rekurses 

mit folgender Auflage zu ergänzen: 

«Vor  Baubeginn  hat  die  Bauherrschaft  abgeänderte  Pläne  einzureichen  und 
bewilligen zu lassen, mit denen die Umnutzung des Dusche-/WC-Raumes im Unter-
geschoss  in  einen  nicht  an  die  Geschosszahlvorschriften  anrechenbaren  Raum 
nachgewiesen wird.»