# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee2fa5bb-e97f-5cce-b155-39ca70a026ee
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 01.12.2023 110 2023 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2023-30_2023-12-01.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3013 Bern
Telefon +41 31 633 30 11
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www.bvd.be.ch/ra

BVD 110/2023/30

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 1. Dezember 2023

in der Beschwerdesache zwischen

Frau A.________
Beschwerdeführerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt B.________

und

C.________
Beschwerdegegnerin

sowie

Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, Poststrasse 25, 3071 Ostermundigen

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Kiesen, Gemeindeverwaltung, Bahnhofstrasse 10, 
Postfach 15, 3629 Kiesen

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland vom 2. Februar 2023 
(eBau Nummer 2022-2356/84472; Neubau Wohnhaus, Solaranlage, provisorische 
Brückenverstärkung)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegnerin reichte am 25. Februar (Papierform) bzw. am 13. März 2022 
(eBau) bei der Gemeinde Kiesen ein Baugesuch für den Neubau eines Wohnhauses mit drei 
Wohnungen, das Erstellen eines Carports, die Montage einer Solaranlage sowie das Erstellen 
einer provisorischen Brückenverstärkung über die «Chise» auf den Parzellen Kiesen 
Grundbuchblatt Nrn. H.________ (Wohnhaus, im Folgenden Bauparzelle), D.________ (Teil der 
Erschliessung) bzw. E.________ (Verstärkung der Brücke) ein. Die Parzellen Nrn. H.________ 
sowie D.________ liegen – soweit das vorliegende Baugesuch betreffend – in der Wohnzone W2, 
die Parzelle Nr. E.________ liegt in der Grünzone. Alle drei Parzellen befinden sich sodann im 
Gewässerschutzbereich Au. Gegen das Bauvorhaben erhob die Beschwerdeführerin Einsprache. 
Im Laufe des erstinstanzlichen Baubewilligungsverfahren ersuchte die Beschwerdegegnerin am 
12. Juli 2022 um den Erlass einer Teilbaubewilligung, in welcher der Bau des Carports vom 
restlichen Vorhaben ausgeklammert wird. Sodann reichte die Beschwerdegegnerin am 25. August 

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2022 bzw. 1. September 2022 eine Projektänderung ein. Diese beinhaltet den Anschluss des 
Meteorwassers via Retentionsbecken in den Vorfluter («Chise»). Zudem wurde auf zwei 
Dachflächenfenster auf der Ostseite aufgrund der Lärmbelastung durch die Eisenbahn verzichtet. 
Mit Gesamtentscheid vom 2. Februar 2023 erteilte das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland 
die Teilbaubewilligung.

2. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 6. März 2023 Beschwerde bei der Bau- und 
Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Sie beantragt die Aufhebung der 
Teilbaubewilligung vom 2. Februar 2023 und dem Bauvorhaben sei der Bauabschlag zu erteilen. 
Eventualiter sei die Teilbaubewilligung vom 2. Februar 2023 aufzuheben und die Sache zur 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sie macht geltend, die vorgesehene 
Entwässerungslösung mit der Einleitung des Meteorwassers in die «Chise» sei nicht sachgerecht, 
die Anhebung des Terrains nicht bewilligungsfähig, die Luftwärmepumpe auf die Südostseite des 
geplanten Gebäudes zu versetzen und die Bauprofile seien zu früh entfernt worden.

3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet,1 holte die Vorakten ein 
und führte den Schriftenwechsel durch. Weiter holte das Rechtsamt einen Fachbericht zum Thema 
Wasserbau beim Tiefbauamt des Kantons Bern, Oberingenieurkreis II (TBA OIK II), Abteilung 
Wasserbau, sowie einen Lärmschutznachweis bei der Beschwerdegegnerin bezüglich der 
geplanten Wärmepumpe ein. Die Verfahrensbeteiligten erhielten Gelegenheit, sich zum 
Fachbericht des TBA OIK II sowie zum eingereichten Lärmschutznachweis der 
Beschwerdegegnerin zu äussern. Davon machte die Beschwerdeführerin sowie das 
Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland Gebrauch. Inhaltlich beantragen im 
Beschwerdeverfahren sowohl die Beschwerdegegnerin wie auch die Gemeinde und das 
Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland die Abweisung der Beschwerden.

4. Auf die Rechtsschriften und den Fachbericht des TBA OIK II wird, soweit für den Entscheid 
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann er –
 unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel angefochten 
werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im vorliegenden Fall das 
Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide können nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 
innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden. Die BVD ist 
somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen den Gesamtentscheid zuständig. 

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die 
Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. 
Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführerin ist wohnhaft an der I.________strasse 9, 3629 
Kiesen, und auch Eigentümerin dieser Parzelle (Kiesen Gbbl. Nr. J.________), welche unmittelbar 
an die Bauparzelle grenzt. Sie hat am vorinstanzlichen Verfahren als Einsprecherin teilgenommen 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191).
2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)

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und ist mit ihrer Einsprache4 nicht durchgedrungen. Sie ist damit formell und materiell beschwert 
und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte 
Beschwerde ist einzutreten.5

2. Abführung Meteor- und Oberflächenwasser

a) Die Beschwerdeführerin macht geltend, die wasserbaupolizeiliche Ausnahmebewilligung für 
die Entwässerungslösung des Bauvorhabens mit der Einleitung des Meteorwassers via 
Retentionsbecken in den Vorfluter «Chise» sei zu Unrecht erteilt worden. Die von der 
Wasserbaupolizei vorgebachten Bestimmungen Art. 39a Abs. 1 Bst. b und f WBV6 seien 
vorliegend nicht einschlägig. Vielmehr liege eine Beeinträchtigung der «Chise» vor, da durch die 
Einleitung des Meteorwassers der Bauparzelle deren Abflusskapazität verringert werde (Art. 39a 
Abs. 1 Bst. c WBV). Durch das Einleiten des Meteor- und Oberflächenwassers werde der 
Wasserspiegel der «Chise» weiter erhöht, weshalb infolge des Bauvorhabens zudem künftig 
zusätzliche Aufwendungen bei Wasserbau oder Gewässerunterhalt zu erwarten seien (Art. 39a 
Abs. 1 Bst. h WBV). Der erteilten wasserbaupolizeilichen Ausnahmebewilligung stünden jedoch 
verschiedene, gewichtige öffentliche Interessen entgegen. Die bestehende Versickerungsanlage 
der F.________ AG auf der Parzelle Nr. G.________ führe bereits heute zu einer (dauer-
)feuchten, wassergesättigten Nutzwiese und zu Wasserstaus. Bestehende Versickerungsanlagen 
entlang der Parzelle Nr. J.________ seien regelmässig bereits bei einzelnen Gewittern bis oben 
gefüllt. Das Gutachten der L.________ AG vom 14. März 20227 habe die Sickerleistung der 
Bauparzelle denn auch als gering eingeschätzt und komme zum Schluss, dass eine konzentrierte 
Versickerung von Regenabwasser auf dem Grundstück nicht möglich sei und dieses daher in die 
örtliche Kanalisation abgeleitet werden müsse. Mit der Projektänderung vom 25. August bzw. 
1. September 2022 sei zwar auf die geplante Versickerungsanlage verzichtet worden. Entgegen 
der ausdrücklichen Empfehlung im Gutachten der L.________ AG, sehe das Bauvorhaben aber 
vor, das Meteorwasser via Retentionsbecken in den Vorfluter «Chise» anstatt in die örtliche 
Kanalisation zu leiten. Werde angrenzend an die Parzelle der Beschwerdeführerin 
(Nr. J.________) nebst den bereits bestehenden Versickerungsmulden ein weiteres 
Retentionsbecken erstellt, bestehe bei vermehrten Niederschlägen zudem die Gefahr, dass diese 
überschwemmten. So würde sämtliches Wasser in die künstlich geschaffene Wanne (vgl. hierzu 
auch Erwägung 3 nachfolgend) fliessen und damit die Gebäude an der I.________strasse Nrn. 
11, Nr. 9a und Nr. 9 überfluten. Ebenfalls bestehe die erhebliche Gefahr, dass der Vorfluter 
«Chise» über die Ufer trete und durch den Wannen-Effekt bis zu den Gebäuden Nr. 11, Nr. 9a 
und Nr. 9 an der I.________strasse vorstosse.

Die Gemeinde bringt vor, nach Art. 24 Abs. 3 AbwR8 sei das Dach- und Sauberwasser versickern 
zu lassen, wo es die geologischen Bodenverhältnisse zulassen. Die Bodenverhältnisse auf der 
Bauparzelle liessen eine Versickerung nicht zu. Die Gemeinde befürworte die von der 
Beschwerdegegnerin vorgeschlagene Lösung mit Ableitung des Sauberwassers in den Vorfluter 
«Chise». Die Ableitung in die örtliche Abwasserreinigungsanlage ARA werde nicht unterstützt.

b) Verschmutztes Abwasser muss gemäss den bundesrechtlichen Vorgaben behandelt 
werden; es darf nur mit Bewilligung der kantonalen Behörde in ein Gewässer eingeleitet oder der 

4 Vgl. die Einsprache vom 3. Mai 2022, in den Vorakten, pag. 147. 
5 Vgl. Art. 41 Abs. 1 und 2 sowie Art. 42 Abs. 2 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21).
6 Wasserbauverordnung vom 15. November 1989 (WBV; BSG 751.111.1).
7 Vgl. Vorakten, pag. 199.
8 Abwasserreglement der Einwohnergemeinde Kiesen vom 24. Mai 1991 (AbwR).

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Versickerung zugeführt werden (Art. 7 Abs. 1 GSchG9). Nicht verschmutztes Abwasser ist 
demgegenüber nach den Anordnungen der kantonalen Behörde versickern zu lassen. Erlauben 
die örtlichen Verhältnisse dies nicht, so kann es in ein oberirdisches Gewässer eingeleitet werden 
(Art. 7 Abs. 2 GSchG). Nicht verschmutztes Abwasser, das stetig anfällt, darf grundsätzlich weder 
direkt noch indirekt einer zentralen Abwasserreinigungsanlage zugeleitet werden. Die kantonale 
Behörde kann Ausnahmen bewilligen (Art. 12 Abs. 3 GSchG). Sie darf neue Zuleitungen von nicht 
verschmutztem Abwasser, das stetig anfällt, in eine zentrale Abwasserreinigungsanlage jedoch 
nur bewilligen, wenn die örtlichen Verhältnisse die Versickerung oder die Einleitung in ein 
Gewässer nicht erlauben (Art. 12 Abs. 2 GSchV). 

Auch das kantonale Recht bestimmt die gleiche Kaskadenordnung. Gemäss Art. 17 Abs. 1 KGV10 
sind folgende Abwasserarten versickern zu lassen: a) Nicht verschmutztes Regenabwasser von 
Dächern, Zufahrten, privaten und öffentlichen Verkehrsflächen, Parkplätzen und ähnlichen 
Flächen, b) Reinabwasser wie Brunnen- und Sickerwasser, Grund- und Quellwasser sowie 
unbelastetes Kühlwasser. Nach Art. 17 Abs. 2 KGV sind diese Abwasserarten unter Vorbehalt von 
Art. 48 WBG11 in ein oberirdisches Gewässer einzuleiten, wenn die örtlichen Verhältnisse eine 
Versickerung nicht erlauben. Da die "Entsorgung" von Regenabwasser das Grundwasser nicht 
beeinträchtigen darf und falsch konzipierte Anlagen zu Schadstoffeinträgen ins Grundwasser 
führen können, benötigt das Erstellen privater Versickerungsanlagen sodann eine kantonale oder 
kommunale Gewässerschutzbewilligung (Art. 26 Abs. 1 Bst. c KGV12). Zudem benötigt eine 
Einleitung von Regenabwasser direkt in ein Oberflächengewässer gemäss Art. 48 Abs. 1 WBG 
eine Wasserbaupolizeibewilligung und gemäss Art. 8 Abs. 3 Bst. i BGF eine fischereirechtliche 
Bewilligung.

c) Umstritten ist vorliegend die Entwässerung des Grundstücks vom Meteorwasser, mithin 
handelt es sich dabei um nicht verschmutztes Abwasser. Für dieses besteht nach dem Gesagten 
grundsätzlich die Versickerungspflicht. Es ist aber sowohl zwischen den Parteien wie auch für 
sämtlich beteiligte (Fach-)Behörden unbestritten, dass das Meteorwasser auf der Bauparzelle 
nicht versickert werden kann. Gemäss der gesetzlichen Kaskadenordnung ist es demnach in ein 
oberirdisches Gewässer zu leiten, sofern die örtlichen Verhältnisse es erlauben.

d) Die Beschwerdeführerin stützt ihre Forderung, das Wasser sei in die örtliche Kanalisation 
einzuleiten, auf das von der Beschwerdegegnerin eingeholte Gutachten der L.________ AG.13 
Dieses stellt zwar die fehlende Sickerfähigkeit der Bauparzelle fest. Es verkennt jedoch die 
gesetzliche Kaskadenordnung, indem es ohne Begründung die zweite Stufe – Entwässerung in 
ein oberirdisches Gewässer – überspringt.14 Die Vorinstanz prüfte daher zu Recht, ob eine 
Entwässerung mittels Retentionsbecken und Einlauf in den Vorfluter «Chise» möglich ist. Die 
Gemeinde Kiesen hat als zuständige Behörde für die Erteilung der Gewässerschutzbewilligung in 
vorliegendem Fall15 der Projektänderung und damit der Ableitung des Meteorwassers über ein 
Retentionsbecken in die «Chise» denn auch zugestimmt.16 Die erforderliche fischereirechtliche 

9 Bundesgesetz vom 24. Januar 1991 über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG; SR 814.20).
10 Kantonale Gewässerschutzverordnung vom 24. März 1999 (KGV; BSG 821.1).
11 Gesetz vom 14. Februar 1989 über Gewässerunterhalt und Wasserbau (Wasserbaugesetz, WBG; BSG 751.11).
12 Kantonale Gewässerschutzverordnung vom 24. März 1999 (KGV; BSG 821.1)
13 Vgl. das Gutachten vom 14. März 2022, in den Vorakten, pag. 199.
14 Vgl. auch den Fachbericht des OIK II vom 6. Juli 2023, abschliessende Bemerkungen.
15 Vgl. Merkblatt des AWA für das «Versickern von Regen- und Reinabwasser», abrufbar unter: www.bvd.be.ch -> 
Themen -> Wasser -> Abwasserentsorgung -> Grundstückentwässerung, sowie Merkblatt des AWA "Zuständigkeit für 
die Erteilung von Gewässerschutzbewilligungen" vom 17. April 2023, abrufbar unter: www.bvd.be.ch -> Themen -> 
Wasser -> Gewässerschutz -> Grundwasserschutz.
16 Vgl. den Amtsbericht Projektänderung vom 26. September 2022, in den Vorakten, pag. 337. Vgl. auch die 
Stellungnahme der Gemeinde vom 10. Dezember 20222, in den Vorakten, pag. 267.

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Bewilligung liegt ebenfalls vor.17 Der OIK II als zuständige kantonale Fachbehörde für die 
Wasserbaupolizei erteilte vorliegendem Bauvorhaben und der beabsichtigten 
Grundstückentwässerung seine Zustimmung und die dafür erforderliche 
Wasserbaupolizeibewilligung nach Art. 48 Abs. 4 WBG.18 

e) Die Beschwerdeführerin moniert im Zusammenhang mit der Erteilung der 
Wasserbaupolizeibewilligung deren rechtliche Abstützung durch die Fachbehörde. Der OIK II hat 
im vorinstanzlichen Verfahren im ersten Amtsbericht vom 29. April 202219 einzig das 
Brückenprovisorium beurteilt und sich dabei auf Art. 39a Abs. 1 Bst. b und f WBV abgestützt. Die 
hier interessierende Entwässerung des Baugrundstücks mittels Einleitung in den Vorfluter 
beurteilte der OIK II demgegenüber erst im zweiten Amtsbericht vom 14. September 2022.20 Dort 
nimmt der OIK II Bezug auf Art. 39a Abs. 1 Bst. h WBV (und nicht auf Art. 39a Abs. 1 Bst. b und f 
WBV). Der OIK II kam zum Schluss, dass infolge des Vorhabens künftig zusätzliche 
Aufwendungen bei Wasserbau oder Gewässerunterhalt zu erwarten seien. Da aber ein wichtiger 
Grund vorliege und keine überwiegenden Interessen entgegen stünden, könne die 
Ausnahmebewilligung erteilt werden. Die Beschwerdeführerin scheint demnach bei ihrem Vorwurf 
zu verkennen, dass vorliegend zwei Teile des Bauvorhabens eine wasserbaupolizeiliche 
Ausnahmebewilligung bedürfen. Das Vorgehen des OIK II und die rechtliche Abstützung in den 
beiden Amtsberichten ist auf jeden Fall nicht zu beanstanden.

Dem im Beschwerdeverfahren eingeholten Fachbericht des OIK II vom 6. Juli 2023 ist sodann zu 
entnehmen, dass die Abflusskapazität der «Chise» durch die Ausnahmebewilligung, mithin durch 
die Entwässerung des Grundstücks in den Vorfluter «Chise», nicht beeinträchtigt werde. Entgegen 
der Behauptung der Beschwerdeführerin wird demnach die Abflusskapazität auch nicht im Sinne 
von Art. 39a Abs. 1 Bst. c WBV verringert. Mit einer Einleitmenge 1.2 - 2 l/s auf ca. 30000 l/s 
(bestehender Querschnitt) handle es sich gemäss dem OIK II denn auch um eine 
Bagatellwassermenge, welche die Chise im Bereich M.________ nicht zum Ausufern bringe. 
Entsprechend den Intensitätskarten sei die bestehende K.________brücke mit einer Kapazität 
von ca. 20000 I/s und den Verklausungsszenarien (Verstopfung durch Schwemmholz) die 
Schwachstelle im Bereich M.________. Diese Schwachstelle liege oberhalb der geplanten 
Einleitstelle. Dieser überzeugenden Einschätzung des OIK II ist zu folgen. Was die 
Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, überzeugt hingegen nicht. Insbesondere vermag sie keine 
überwiegenden Interessen aufzeigen, welche der Erteilung der Wasserbaupolizeibewilligung 
entgegenstünden.

f) Die Beschwerdeführerin befürchtet, dass bei vermehrten Niederschlägen das 
Retentionsbecken und die bereits bestehenden Versickerungsmulden in der Umgebung der 
Bauparzelle überschwemmten und das Wasser auf ihre Parzelle fliesse. Aufgrund der 
mangelnden Sickerfähigkeit der Bauparzelle wird die vorliegende Entwässerungslösung von 
sämtlich involvierten (Fach-)Behörden befürwortet. Ein Retentionsbecken ist grundsätzlich so zu 
konzipieren, dass die erwartete Aufnahmekapazität auch bei grösserer Niederschlagsmengen die 
mögliche Abflussmenge nicht übersteigt, so dass einer Überfüllung des Retentionsbeckens 
vorgebeugt wird. Vorliegend hat die Gemeinde als zuständige Behörde die 
Gewässerschutzbewilligung für vorliegendes Bauvorhaben erteilt und damit der Entwässerung via 
Retentionsbecken in den Vorfluter zugestimmt. Im zweiten Amtsbericht des OIK II vom 14. 
September 2022 ist mittels Auflage sodann festgehalten, dass die Einleitung in das Gewässer so 
zu gestalten ist, dass bei Hochwasser [der «Chise»] keine Schäden infolge Rückstau entstehen 

17 Vgl. die entsprechende Bewilligung vom 19. September 2022, Vorakten, pag. 311.
18 Vgl. die beiden Amtsberichte Wasserbaupolizei vom 29. April 2022 und 14. September 2022, Vorakten pag. 303 
bzw. 299.
19 Vorakten pag. 303.
20 Vorakten pag. 299.

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können. Im Fachbericht vom 6. Juli 2023 führt der OIK II hierzu aus, die Entwässerungsanlage 
[des Bauvorhabens] sei mit einer entsprechenden Rückstauvorrichtung auszurüsten. Damit ist die 
Überschwemmungsgefahr des Retentionsbeckens durch Rückstau bei Hochwasser ebenfalls 
berücksichtigt. Die bestehenden Versickerungsmulden sind sodann nicht Gegenstand des 
Verfahrens. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, es werde eine künstliche Wanne 
geschaffen, wird auf Erwägung 3 verwiesen.

g) Zusammenfassend zeigt die Einschätzung des OIK II, dass die Entwässerungslösung der 
Beschwerdegegnerin entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin keine zusätzliche 
Überschwemmungsgefahr für deren Grundstück mit sich bringt. Die entsprechenden 
Befürchtungen der Beschwerdeführerin sind unbegründet. Folglich sind keine überwiegenden 
Interessen erkennbar, welcher der Erteilung der Ausnahmebewilligung gemäss Art. 48 Abs. 4 
WBG entgegenstünden. Diese wurde entsprechend der gesetzlich vorgesehenen Kaskade 
(Versickerung -> Einleitung in ein Oberflächengewässer -> Einleitung in die Kanalisation) zu Recht 
für vorliegende Entwässerungslösung der zweiten Stufe erteilt. Die Beschwerde ist in diesem 
Punkt demnach unbegründet und somit abzuweisen. 

3. Anhebung des Terrains

a) Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Terrainerhöhung auf der Bauparzelle um deutlich 
über einen Meter würde den bereits heute bestehenden Wannen-Effekt und damit die 
Hochwassergefahr für die Parzelle der Beschwerdeführerin deutlich und entscheidend 
akzentuieren. Es sei denn auch grundsätzlich auf dem bestehenden bzw. gewachsenen Terrain 
zu bauen. Terrainveränderungen seien, soweit sie nicht lediglich die Umgebungsgestaltung bis zu 
einem Umfang von 100 Kubikmetern betreffen, bewilligungspflichtig. Die vorliegende Aufschüttung 
der Bauaparzelle sei jedoch nicht bewilligungsfähig.

b)  Das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland hat zur gleichlautenden Rüge in der 
Einsprache der Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren festgehalten, die Anhebung 
des Terrains erfolge aufgrund der Auflage im Fachbericht Naturgefahren des OIK II vom 29. April 
202221. Es sei keine baupolizeiliche Vorschrift ersichtlich, welche der geplanten Anhebung des 
Terrains entgegenstünde, zumal die zulässige Gebäudehöhe von 7 m, gemessen an der 
Fassadenmitte, bei allen Fassaden eingehalten sei. 

c) Der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz ist zu folgen. Die Bauherrschaft ist 
grundsätzlich frei, wie sie ihr Bauvorhaben innerhalb des durch die baupolizeilichen Vorschriften 
gesetzten Rahmens umsetzen will. Vorschriften, welche eine Terrainaufschüttung direkt verbieten 
oder beschränken, sind weder dem kantonalen Baurecht noch dem GBR zu entnehmen. Die 
Beschränkung von Terrainveränderungen gemäss Art. 8 Abs. 1 GBR, die das Ortsbild und die 
Landschaft beeinträchtigen oder der traditionellen Umgebungsgestaltung nicht entsprechen, ist 
vorliegend offensichtlich nicht einschlägig und wird von der Beschwerdeführerin zu Recht auch 
nicht vorgebracht. Indirekt wird die Terrainaufschüttung durch die zulässige Gebäudehöhe 
beschränkt, da diese vom gewachsenen Terrain aus gemessen wird (Art. 27 Abs. 1 GBR). Damit 
reduziert sich mit der Aufschüttung des Terrains die maximal zulässige Gebäudehöhe, mithin liegt 
eine Terrainaufschüttung nicht im eigentlichen Interesse einer Bauherrschaft. Die 
Terrainaufschüttung erfolgt vorliegend denn auch aufgrund der bestehenden Gefährdung durch 
Hochwasser. Die zuständige Fachbehörde stellte im vorinstanzlichen Verfahren fest, alle 
Gebäudeöffnungen seien mittels festen Massnahmen so zu schützen, dass kein Wasser 
eindringen könne. Dazu würde die erforderliche Schutzhöhe auf die Kote von 537.40 m.ü.M. 

21 Vgl. Vorakten, pag. 303.

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festgelegt.22 Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, verfängt nicht. Es kann hierfür auf 
die Ausführungen unter Erwägung 2 bezüglich der Hochwassergefahr verwiesen werden. Erst 
recht keine Rolle spielt die Frage der Bewilligungspflicht der Terrainaufschüttung, da vorliegend 
gerade die Erteilung einer Baubewilligung strittig ist. Die Beschwerde ist folglich auch in diesem 
Punkt unbegründet und daher abzuweisen.

4. Rechtliches Gehör 

a) Teil der Baubewilligung ist eine Wärmepumpe, welche in der nordwestlichen Ecke des 
Untergeschosses im Gebäudeinnern geplant ist.23 Die Beschwerdeführerin rügt, es sei von der 
Vor-instanz trotz entsprechender Rüge in ihrer Einsprache vom 3. Mai 202224 nicht geprüft 
worden, ob die Wärmepumpe dem Stand der Technik entspreche und ob der Aufstellungsort so 
gewählt worden sei, dass in der Nachbarschaft möglichst geringe Immissionen entstehen würden. 
Sie verlangt im Beschwerdeverfahren erneut die Verschiebung der Wärmepumpe in die 
südöstliche Ecke des Gebäudes. Diese Platzierung an der bahnseitigen südöstlichen Seite dränge 
sich mit Blick auf die bestehende Lärmbelastung sowie vor dem Hintergrund der möglichst 
geringen Immissionen für die Nachbarschaft geradezu auf. Dies sei entgegen der Beurteilung 
durch das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland nicht nur eine nachbarrechtliche, sondern 
auch eine von der Baubewilligungsbehörde zu prüfendes öffentlich-rechtliche Fragestellung. 
Indem die Vorinstanz ihre gleichlautende Rüge gar nicht erst inhaltlich geprüft hätte, habe sie den 
Anspruch auf rechtliches Gehörs verletzt.

b) Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt, dass die Behörde die Vorbringen der 
Betroffenen sorgfältig prüft und beim Entscheid berücksichtigt. Daraus ergibt sich die Pflicht der 
Behörde, ihre Verfügung zu begründen (Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG25). Die Begründung muss so 
abgefasst sein, dass die Betroffenen die Verfügung sachgerecht anfechten können. Es müssen 
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen 
und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die Behörde muss jedoch nicht auf jedes Argument der 
Parteien eingehen; es genügt, wenn sie sich mit den wesentlichen Gesichtspunkten 
auseinandergesetzt hat.26

c) Im Gesamtentscheid vom 2. Februar 2023 führte das Regierungsstatthalteramt Bern-
Mittelland die Befürchtungen der Beschwerdeführerin und damaligen Einsprecherin bezüglich der 
projektierten Wärmepumpe und ihren mutmasslichen Emissionen unter der Ziffer 14 «Beurteilung 
der Einspracherügen, C. Erschütterungen, Schäden und weitere Immissionen durch Bauarbeiten 
auf dem Grundstück Nr. H.________ sowie dauernde Staub- und Lärmemissionen» auf. Eine 
inhaltliche Auseinandersetzung mit den gerügten Lärmemissionen der Wärmepumpe ist diesem 
Abschnitt jedoch nicht zu entnehmen. Vielmehr hält das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland 
einzig fest, der privatrechtliche Immissionsschutz sei in der Regel nicht verletzt, wenn das 
Bauvorhaben bzw. die damit verbundene Nutzung, wie vorliegend, den massgebenden öffentlich-
rechtlichen Vorschriften entspreche. Die Einhaltung der öffentlich-rechtlichen Vorschriften der 
Wärmepumpe wurde jedoch nicht überprüft. Auch aus den anderen Teilen des Gesamtentscheids 
geht hierzu nichts hervor. So hat es das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland insbesondere 
auch unterlassen, einen Lärmschutznachweis für die Wärmepumpe bei der Beschwerdegegnerin 
und damaligen Gesuchstellerin einzuholen (vgl. dazu Erwägung 5 nachfolgend). Nach dem 

22 Vgl. Ziffer 5.1. des Fachberichts Naturgefahren vom 29. April 2022, pag. 301.
23 Vgl. den Plan Grundriss 1. UG, Mst. 1:100, vom 21. Dezember 2021.
24 Vgl. Vorakten, pag. 147.
25 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
26 BVR 2018 S. 341 E. 3.4.2, 2016 S. 402 E. 6.2; BGE 140 II 262 E. 6.2; Michel Daum, in Kommentar zum bernischen 
VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 52 N. 7

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Gesagten kam das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland seiner Begründungspflicht nicht 
nach. Der Beschwerdeführerin war damit eine sachgerechte Anfechtung des angefochtenen 
Entscheids erschwert; ihr Anspruch auf rechtliches Gehör wurde daher verletzt. 

d) Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist ein formeller Anspruch; eine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs führt deshalb grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. 
Eine Gehörsverletzung kann aber dann geheilt werden, wenn die Rechtsmittelinstanz dieselbe 
Kognition hat wie die Vorinstanz und der beschwerdeführenden Person aus der Heilung kein 
Nachteil erwächst. Eine Heilung kommt in erster Linie bei nicht besonders schwerwiegenden 
Gehörsverletzungen in Frage. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist aber auch bei 
schwerwiegenden Gehörsverletzungen eine Heilung nicht ausgeschlossen, wenn und soweit die 
Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen 
würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache 
nicht zu vereinbaren wären.27 

e) Die Beschwerdeführerin erhielt mangels Prüfung der von der Wärmepumpe ausgehenden 
Lärmemissionen (insbesondere fehlender Lärmschutznachweis) durch das 
Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland und v.a. mangels Begründung der Bewilligung der 
Wärmepumpe im Gesamtentscheid zwar in der Beschwerde keine Gelegenheit, sich zur 
Einhaltung der Lärmvorschriften zu äussern bzw. die Überprüfung derselben durch die Vorinstanz 
nachzuvollziehen und zu hinterfragen. Gemäss Art. 40 Abs. 3 BauG kommt der BVD als 
Beschwerdeinstanz aber die volle Überprüfungsbefugnis zu. Das Rechtsamt holte von der 
Beschwerdegegnerin im laufenden Beschwerdeverfahren einen Lärmschutznachweis ein (vgl. 
dazu sogleich Erwägung 5).28 Die Beschwerdeführerin konnte sich dazu in vorliegendem 
Verfahren genügend äussern.29 Mit vorliegendem Beschwerdeentscheid werden die erteilte 
Baubewilligung und damit auch die projektierte Wärmepumpe unter Berücksichtigung der 
Vorbringen der Beschwerdeführerin ausführlich geprüft. Damit hat die Beschwerdeführerin ihre 
Parteirechte im Beschwerdeverfahren vollumfänglich wahrnehmen können. Die als leicht 
einzustufende Verletzung des rechtlichen Gehörs durch das Regierungsstatthalteramt Bern-
Mittelland kann demnach durch vorliegendes Verfahren geheilt werden. Es ist zudem nicht 
ersichtlich, dass der Beschwerdeführerin durch die Heilung der Gehörsverletzung ein Nachteil 
erwachsen würde. Die Verletzung des rechtlichen Gehörs hatte schliesslich keinen Einfluss auf 
den vorinstanzlichen Verfahrensausgang, zumal die Beschwerdeführerin in der Beschwerde bzw. 
in ihrer Stellungnahme zum Lärmschutznachweis vom 4. September 2023 keine Gründe vorbringt, 
weshalb die Erteilung der Baubewilligung fälschlicherweise erfolgt sei. (vgl. die nachfolgende 
Erwägung 5). Eine Aufhebung des Gesamtentscheids mit Rückweisung an die Vorinstanz würde 
somit zu einer unnötigen Verfahrensverlängerung führen. Die Voraussetzungen zur Heilung der 
Gehörsverletzung sind daher erfüllt. Sie ist allerdings bei der Kostenverlegung zu 
berücksichtigen.30

5. Wärmepumpe

a) Die Beschwerdeführerin bemängelt die fehlende Überprüfung der Wärmepumpe an sich 
(Stand der Technik) sowie deren Aufstellungsort und verlangt die Verschiebung der Wärmepumpe 
in die südöstliche Ecke des Gebäudes. Aus dem Gesamtentscheid des Regierungsstatthalteramts 
Bern-Mittelland sowie aus den Vorakten geht, wie gesehen, nichts Näheres zum Heizsystem des 

27 BGE 142 II 218 E. 2.8.1; Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 21 N. 9 bis 11.
28 Vgl. die Instruktionsverfügung vom 13. Juni 2023.
29 Vgl. die Instruktionsverfügung vom 24. Juli 2023.
30 Ruth Herzog, a.a.O., Art. 108 N. 21 und 39.

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Bauvorhabens hervor (vgl. Erwägung 4 vorangehend). Gemäss der Vollzugshilfe 6.21 des Cercle 
Bruit «Lärmrechtliche Beurteilung von Luft / Wasser-Wärmepumpen» ist in einem 
Lärmschutznachweis aufzuzeigen, ob die Belastungsgrenzwerte eingehalten werden.31 Das 
Rechtsamt verlangte in vorliegendem Beschwerdeverfahren von der Beschwerdegegnerin diesen 
Nachweis. Mit Eingabe vom 22. Juni 2023 kam die Beschwerdegegnerin dieser Aufforderung 
nach. 

b)  Bei der geplanten Luft-Wasser-Wärmepumpe handelt es sich um eine ortsfeste Anlage im 
Sinne von Art. 7 Abs. 7 USG32 und Art. 2 Abs. 1 LSV33, bei deren Betrieb Lärm verursacht wird, 
weshalb die bundesrechtlichen Bestimmungen über den Lärmschutz Anwendung finden. Nach 
Art. 25 Abs. 1 USG dürfen ortsfeste Anlagen nur errichtet werden, wenn die durch diese Anlagen 
allein erzeugten Lärmimmissionen die Planungswerte in der Umgebung nicht überschreiten. 
Gemäss Art. 40 Abs. 1 und Anhang 6 LSV, der unter anderem die Belastungsgrenzwerte für den 
Lärm von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen regelt, gilt für die vorliegend in der Wohnzone 
W2 einschlägige ES II ein Planungswert von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht. Dabei 
ergibt sich der massgebliche Beurteilungspegel (Lr) aus der Summe des A-bewerteten 
Mittelungspegels (Leq) am Immissionsort und der Pegelkorrektur (K1-K3).34

c) Aus dem Lärmschutznachweis für die vorliegend projektierte Wärmepumpe mit 
Innenaufstellung und Luftzufuhr bzw. -austritt über einen Schacht geht hervor, dass die 
Planungswerte sowohl tagsüber als auch in der Nacht mit Beurteilungspegeln Lr von 29.1 bzw. 
28.1 db(A) bei weitem eingehalten sind. Dabei ist zu beachten, dass im Lärmschutznachweis beim 
maximalen Schalleistungspegel mit 55 dB(A) für den Tagesbetrieb bzw. 49 db(A) für den 
Nachtbetrieb gerechnet wurde. Aus der von der Beschwerdegegnerin beigelegten Broschüre mit 
den technischen Daten des zu verbauenden Geräts gehen jedoch maximal Schallleistungspegel 
von 49 dB(A) für den Tagesbetrieb bzw. 43 db(A) für den Nachtbetrieb hervor. Mithin handelt es 
sich bei der Berechnung im Lärmschutznachweis um eine etwas überhöhte Angabe. In der Realität 
dürfte damit der Beurteilungspegel Lr noch tiefer sein, als im Lärmschutznachweis der 
Beschwerdegegnerin angegeben. Die weiteren Angaben im Lärmschutznachweis geben sodann 
zu keinen Bemerkungen Anlass. Auch die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Stellungnahme zum 
Lärmschutznachweis hierzu nichts vor. 

d) Auch wenn die Planungswerte eingehalten sind, ist im Einzelfall zu prüfen, ob im Rahmen 
des Vorsorgeprinzips zusätzliche Emissionsbegrenzungen erforderlich sind.35 Danach sind die 
Lärmemissionen so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich sowie 
wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 Bst. a LSV). Ist eine Anlage zu 
beurteilen, welche die massgebenden Planungswerte einhält, galten bereits praxisgemäss 
weitergehende Emissionsbeschränkungen nur dann als verhältnismässig, wenn mit relativ 
geringem Aufwand eine wesentliche Reduktion der Emissionen erreicht werden kann.36 Gemäss 
der Vollzugshilfe 6.21 des Cercle Bruit in der Fassung vom 16. Juni 2022 sind unterhalb der 
Planungswerte Pegelreduktionen von weniger als 3 dB denn auch als nicht wesentlich zu 
betrachten. Massnahmen, die eine geringere Wirkung erzielen, müssen daher im Rahmen der 
Vorsorge nicht umgesetzt werden. Pegelreduktionen von mehr als 3 dB müssen dann umgesetzt 

31 Vgl. Cercle Bruit Vollzugshilfe 6.21: Lärmrechtliche Beurteilung von Luft/Wasser-Wärmepumpen, S. 6 (Fassung vom 
16. Juni 2022).
32 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01).
33 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrats vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41).
34 Vgl. Anhang 6 Ziff. 31 Abs. 2 LSV.
35 Vgl. BGE 141 II 476 E. 3.2, 124 II 517 E. 4b; BGer 1C_204/2015 vom 18. Januar 2016 E. 3.7, 1C_393/2014 vom 
3. März 2016 E. 6.2, je mit Hinweisen.
36 BGer 1C_393/2014 vom 3. März 2016 E. 6.2 mit Hinweisen; BGE 133 II 169 E. 3.2; VGE 2017/319 vom 6. Juni 2018 
E. 3.2.

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werden, wenn der dafür erforderliche Aufwand relativ gering ist, was bis zu einem Prozent der 
Investitionskosten der Wärmepumpen-Anlage der Fall ist. Infrage kommen dafür die 
Innenaufstellung der Wärmepumpe (in der Regel nur bei Neubauten oder wenn bei bestehenden 
Gebäuden die geeigneten Öffnungen für Zu- und Abluft bereits vorhanden sind), die Wahl einer 
Anlage mit tiefem Schallleistungspegel (bei Wärmepumpen mit einem schallreduzierten 
Nachtbetrieb ist zudem der Flüstermodus in der Nacht zu aktivieren) und die Optimierung des 
Aufstellungsortes (möglichst geringe Lärmimmissionen, wobei auch technische Kriterien zu 
berücksichtigen sind). Bei den weiteren technischen und baulichen Massnahmen 
(Schalldämmhauben, Lärmschutzwände usw.) betragen die Kosten in der Regel mehr als 
ein Prozent der Investitionskosten der Wärmepumpen-Anlage, weshalb sie im Rahmen der 
Vorsorge regelmässig nicht verhältnismässig sind.37 Diese Praxis und die entsprechende 
Regelung in der Vollzugshilfe des Cercle Bruit sind seit dem 1. November 2023 in Art. 7 Abs. 3 
LSV festgehalten. Danach sind bei neuen Luft/Wasser-Wärmepumpen, die überwiegend der 
Raumheizung oder der Erwärmung von Trinkwasser dienen und deren Lärmimmissionen die 
Planungswerte nicht überschreiten, weitergehende Emissionsbegrenzungen nach Absatz 1 
Buchstabe a nur zu treffen sind, wenn mit höchstens einem Prozent der Investitionskosten der 
Anlage eine Begrenzung der Emissionen von mindestens 3 dB erzielt werden kann.

e) Aus dem Lärmschutznachweis ist zu entnehmen, dass das Vorsorgeprinzip erfüllt ist. Richtig 
ist, dass es sich bei der projektierten Wärmepumpe um ein Innen aufgestelltes, lärmarmes Gerät 
handelt und dass der schallreduzierte Nachtbetrieb, resp. die zusätzliche Frequenzreduktion in 
der Zeit von 19.00 bis 07.00 Uhr aktiviert ist. Damit hat die Beschwerdegegnerin erklärt, dass sie 
die Wärmepumpe während der akustischen Nachtzeit von 19.00 – 07.00 Uhr im Flüstermodus 
betreibt. Bezüglich dem von der Beschwerdeführerin explizit gerügten Aufstellungsort führt der 
Lärmschutznachweis diesen als optimierten Standort für die Nachbarschaft auf. Diese Aussage 
überzeugt hingegen nur bedingt. Dass ein vom Gebäude der Beschwerdeführerin abgewandter 
Aufstellungsort an der südöstlichen Ecke des Gebäudes (bahnseitig) aufgrund der Distanz und 
der Ausrichtung für die Beschwerdeführerin besser, d.h. weniger lärmbelastend, sein könnte bzw. 
müsste, leuchtet denn auch ein. Bei der Beurteilung, ob eine emissionsbegrenzende Massnahme 
im Rahmen der Vorsorge nötig und verhältnismässig ist, ist aber zuerst festzustellen, ob sie zu 
einer wesentlichen und wahrnehmbaren Reduktion des Immissionspegels führen würde. 
Vorliegend ist die Lärmbelastung beim Immissionsort am Wohnhaus der Beschwerdeführerin 
jedoch dermassen gering, dass die Emissionen der Wärmepumpe in den Umgebungsgeräuschen, 
welche sich erfahrungsgemäss selbst in der Nacht in ruhigen Wohnzonen zwischen ca. 28 bis 
35 db(A) bewegen,38 untergehen. Mit anderen Worten, brächte eine Versetzung des 
Aufstellungsortes für die Beschwerdeführerin gar keine spürbare, wahrnehmbare Verbesserung. 
Damit erübrigt sich auch die Prüfung gemäss Art. 7 Abs. 3 LSV, wonach bei neuen Luft/Wasser-
Wärmepumpen, deren Lärmimmissionen die Planungswerte nicht überschreiten, weitergehende 
Emissionsbegrenzungen nur – aber immerhin – zu treffen sind, wenn mit höchstens einem Prozent 
der Investitionskosten der Anlage eine Begrenzung der Emissionen von mindestens 3 dB erzielt 
werden kann. Zu beachten ist schliesslich im Zusammenhang mit dem Aufstellungsort der Anlage 
auch das Interesse der Beschwerdegegnerin bzw. der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner 
der drei Wohnungen am Schutz vor dem Betriebslärm der innen aufgestellten Anlage. Die von der 
Beschwerdeführerin geforderte Versetzung in die südöstlichen Ecke des Gebäudes käme 
mutmasslich im Bereich des Aussensitzplatzes im Erdgeschoss und der Balkone darüber zu 
liegen. Mit anderen Worten ist davon auszugehen, dass die Versetzung der Anlage im erwähnten 
Sinne zu einer erheblichen Verschlechterung der Lärmsituation für die Beschwerdegegnerin bzw. 

37 Vgl. zu den ganzen Massnahmen: Cercle Bruit, Vollzugshilfe 6.21: Lärmrechtliche Beurteilung von Luft/Wasser-
Wärmepumpen, Ziff. 2.1 und 2.2 (Fassung vom 16. Juni 2022).
38 Vgl. hierzu die Ausführungen des Amts für Umwelt und Energie in BDE 110/2021/172 vom 26. August 2022, E. 9h.

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die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner der drei Wohnungen führen würde. Auch dieser 
Umstand spricht klar gegen eine Versetzung der Anlage. 

Zusammenfassend ergibt sich, dass unter Berücksichtigung der gegebenen Umstände die 
Immissionen bei der Liegenschaft der Beschwerdeführerin mit der Wahl eines alternativen 
Standorts insgesamt nicht reduziert werden können. Zudem ist der von der Beschwerdeführerin 
verlangte Alternativstandort mit Blick auf den Eigenschutz der Beschwerdegegnerin bzw. den 
künftigen Bewohnerinnen und Bewohner der Liegenschaft auf der Parzelle Nr. H.________ als 
ungeeignet zu bezeichnen. Folglich kann im Rahmen der Vorsorge kein alternativer Standort 
verlangt werden. Der gegenteiligen Auffassung der Beschwerdeführerin ist nicht zu folgen. Im 
Übrigen sind mit der gleichen Begründung auch zusätzliche, weitergehende Massnahmen im 
Sinne des Vorsorgeprinzips vorliegend nicht zu prüfen.39

f) Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Planungswerte vorliegend eingehalten und weitere 
Lärmschutzmassnahmen im Sinne der Vorsorge unverhältnismässig sind. Die Beschwerde 
erweist sich demnach auch in diesem Punkt als unbegründet und ist abzuweisen. 

g) Der Lärmschutznachweis bildet im Regelfall Bestandteil der Baubewilligung und ist für die 
Bauherrschaft bereits deswegen verbindlich. Zusätzliche Auflagen sind in diesen Fällen nicht 
notwendig. Aufgrund der vorliegend anders gelagerten Ausgangslage ist der erst im 
Beschwerdeverfahren eingereichte Lärmschutznachweis vom 21. Juni 2023 mittels Auflage im 
Beschwerdeentscheid für die Beschwerdegegnerin verbindlich zu erklären. 

6. Profilierung

a) Die Beschwerdeführerin rügt, die Bauprofile für vorliegende Bauvorhaben seien bereits 
entfernt worden. Dieser Zustand widerspreche offensichtlich den gesetzgeberischen Vorgaben, 
wonach Bauprofile stehen zulassen seien, bis über das Bauvorhaben endgültig entschieden 
worden sei. Gründe für Erleichterungen im Sinne von Art. 16 Abs. 3 BewD seien nicht ersichtlich. 
Zudem müsse die Orientierung der Nachbarn und der Öffentlichkeit gewährleistet sein. Der 
Rechtvertreter habe sich jedenfalls kein ausreichendes und schon gar kein detailliertes Bild über 
die geplanten Ausmasse des Bauvorhabens im Gelände vor Ort machen können. Die 
Bauherrschaft sei daher aufzufordern den gesetzmässigen Zustand im Sinne von Art. 16 BewD 
herzustellen. Allfällige zusätzliche Kosten, welche sich aus dem gesetzwidrigen Zustand ergeben 
(nochmaliger Augenschein vor Ort durch Rechtsvertretung, zusätzliche Eingabe) habe die 
Beschwerdegegnerin zu übernehmen.

Die Beschwerdegegnerin bringt vor, die Bauprofile seien aufgrund der stürmischen Wetterlage in 
eigenem Ermessen, jedoch nach Abnahme durch die örtliche Baubehörde zu Gunsten der 
Sicherheit der Anwohner entfernt worden.

b) Nach Art. 16 Abs. 1 BewD müssen die Profile die äusseren Umrisse des Bauvorhabens 
kenntlich machen. Sie haben namentlich in den Gebäudeecken die Höhen der Fassaden 
(Schnittpunkt mit oberkant Dachsparren) und die Neigung der Dachlinien, bei Flachdächern die 
Höhe der Dachbrüstung, anzugeben. Zudem ist die Höhe von oberkant Erdgeschoss zu 
markieren. Konkretere Vorgaben enthält das Dekret dazu nicht. Zweck der Profilierung von Bauten 
und Anlagen auf dem Baugrundstück ist es, das Bauvorhaben in Ergänzung der Projektpläne zu 

39 Vgl. illustrativ für weitere Massnahmen zur Lärmreduktion bei Wärmepumpen, Cercle Bruit, Vollzugshilfe 6.21: 
Lärmrechtliche Beurteilung von Luft/Wasser-Wärmepumpen, Ziff. 2.2.2 i.V.m. Anhang 2 (Fassung vom 16. Juni 2022).

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veranschaulichen.40 Aus der Profilierung müssen die für das Erscheinungsbild wesentlichen 
Abmessungen im Gelände, nicht aber sämtliche Einzelheiten der geplanten Baute ersichtlich 
sein.41 Um Details über das Projekt zu erfahren, müssen die interessierten Personen die 
Baugesuchsakten einsehen. Laut Art. 16 Abs. 2 BewD sind die Profile stehen zu lassen, bis über 
das Bauvorhaben endgültig entschieden ist. Die Baubewilligungsbehörde kann für die Profilierung 
besondere Anordnungen treffen oder Erleichterungen gestatten, wenn wichtige Gründe dies 
erfordern. Die genügende Orientierung der Nachbarn und der Öffentlichkeit muss aber 
gewährleistet sein (Art. 16 Abs. 3 BewD). Werden die Profile vorher (z.B. während einer laufenden 
Beschwerdefrist) entfernt, schadet das grundsätzlich nicht42, doch läuft die Bauherrschaft das 
Risiko, dass sie im Falle einer Beschwerde die Profile auf Anweisung der Beschwerdeinstanz 
wieder aufstellen muss.43 Eine mangelhafte Profilierung ist zudem nach Treu und Glauben sofort 
zu rügen.44

c) Es ist unbestritten, dass das Bauvorhaben im Zeitpunkt seiner Bekanntmachtung 
vorschriftsgemäss profiliert war. Die Beschwerdeführerin moniert zwar zu Recht den Umstand, 
dass die Profile zu früh entfernt worden sind. Sie vermag aber daraus nichts zu ihren Gunsten 
abzuleiten. Ihr ist durch diese Ordnungswidrigkeit kein Nachteil entstanden, wurde sie doch 
hinreichend über das Projekt orientiert. So konnte sie im Vorgang zu ihrer Einsprache das 
Ausmass des Bauvorhabens sowohl mit den aufgestellten Profilen wie auch aus den aufgelegten 
Plänen genügend erkennen. Letztere standen im Übrigen auch dem später beigezogenen 
Rechtsvertreter zur Verfügung. Die mit der Beschwerde gerügten Punkte betreffen zudem 
Sachverhalte, bei welchen die Profilierung nicht von Belang ist. Das Beschwerderecht der 
Beschwerdeführerin wurde damit in keiner Art und Weise beeinträchtigt. 

d) Der Antrag der Beschwerdeführerin, die Bauprofile neu aufstellen zu lassen, ist daher 
abzuweisen. Wie die Ausführungen in vorliegendem Beschwerdeentscheid zudem aufzeigen, 
kann über die Beschwerde befunden werden, ohne einen Augenschein durchzuführen. Der 
Verfahrensantrag der Beschwerdeführerin auf Durchführung eines Augenscheins ist demnach 
ebenfalls abzuweisen.

7. Kosten 

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie hat die 
Verfahrenskosten zu tragen, soweit nicht das prozessuale Verhalten einer Partei eine andere 
Verlegung gebietet oder die besonderen Umstände rechtfertigen, auf Verfahrenskosten zu 
verzichten (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Als besondere Umstände fallen insbesondere behördliche 
Fehlleistungen in Betracht, die für die Parteien erheblichen Mehraufwand verursachen. Dies gilt 
namentlich für eine mangelhafte Entscheidbegründung. Eine Gehörsverletzung, die vor oberer 
Instanz geheilt werden kann, aber für die Betroffenen Nachteile wie Mehrkosten aus der 
Beschwerdeführung verursacht, kann zu einem teilweisen Verzicht auf die Verfahrenskosten 
führen.45 Bei der Kostenverlegung ist daher vorliegend zu berücksichtigen, dass die Vorinstanz 
ihrer Begründungspflicht nicht genügend nachgekommen ist.46 

40 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 34/34a 
N. 20.
41 BVR 1993 S. 314 E. 7 S. 331.
42 VGE 2010/301 vom 19. Oktober 2010 E. 6.3, 2009/290 vom 6. April 2010 E. 5.2 f.
43 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 34/34a 
N. 20.
44 BGer 1A.114/2001 vom 14. März 2002 E. 4.2.
45 BVR 2004, S. 133, E. 3.1.
46 Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 20 und 21.

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Die Verfahrenskosten werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von CHF 2200.00 (Art. 103 
Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV47). Die Verletzung des rechtlichen Gehörs der 
Beschwerdeführerin rechtfertigt es, in teilweiser Abkehr vom Unterliegerprinzip gemäss Art. 108 
Abs. 1 VRPG der Beschwerdeführerin lediglich vier Fünftel der Verfahrenskosten, ausmachend 
CHF 1760.00, aufzuerlegen. Die übrigen Verfahrenskosten trägt der Kanton (Art. 108 Abs. 2 
i.V.m. Art. 2 Abs. 1 Bst. a VRPG VRPG).

b) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern nicht 
deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung oder 
Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als gerechtfertigt 
erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Besondere Umstände können wiederum in behördlichem 
Fehlverhalten erblickt werden. Dieses kann zu einer Parteikostenpflicht des Gemeinwesens 
führen, etwa wenn eine Partei Beschwerde erheben musste, um ihre Verfahrensansprüche 
durchzusetzen, und ihr dadurch ein Mehraufwand entstanden ist.48 

Wie bereits ausgeführt, unterliegt die Beschwerdeführerin und hat demnach grundsätzlich keinen 
Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Aufgrund der Verletzung des rechtlichen Gehörs der 
Beschwerdeführerin durch das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland rechtfertigt es sich, 
einen Fünftel der Parteikosten der Beschwerdeführerin dem Regierungsstatthalteramt Bern-
Mittelland aufzuerlegen. Die Kostennote des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin vom 
6. Oktober 2023 gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Das Regierungsstatthalteramt Bern-
Mittelland hat demnach der Beschwerdeführerin die Parteikosten von CHF 5002.95 (Honorar von 
CHF 4510.– zuzüglich Auslagen von CHF 135.30 zuzüglich Mehrwertsteuer von CHF 357.65) zu 
einem Fünftel, ausmachend CHF 1000.60, zu ersetzen. 

III. Entscheid

1. Die Beschwerde vom 6. März 2023 wird abgewiesen. Der Gesamtentscheid des 
Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland vom 2. Februar 2023 wird bestätigt und mit 
folgender Auflage von Amtes wegen ergänzt:

«Der Lärmschutznachweis für die projektierte Luft/Wasser-Wärmepumpe vom 21. Juni 2023 ist 
verbindlicher Bestandteil der Baubewilligung vom 2. Februar 2023 und ist in allen Teilen einzuhalten.»

2. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 2200.00 werden der Beschwerdeführerin 
im Umfang von CHF 1760.00 zur Bezahlung auferlegt. Die übrigen Kosten trägt der Kanton. 
Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen 
ist.

3. Das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland hat der Beschwerdeführerin Parteikosten im 
Umfang von CHF 1000.60 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen.

47 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21).
48 BVR 2004, S. 133, E. 3.2.

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IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt B.________, eingeschrieben
- C.________, eingeschrieben
- Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, eingeschrieben
- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Kiesen, Gemeindeverwaltung, eingeschrieben

Zur Kenntnis mitzuteilen

- Tiefbauamt des Kantons Bern, Oberingenieurskreis II (TBA OIK II), Abteilung Wasserbau, 
per Kurier 

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 
allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in fünf Exemplaren einzureichen ist, 
muss einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 
Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 
beizulegen.