# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b7b9e18-cee4-52ed-9d0f-6e578f75ee41
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.04.2025 E-2036/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2036-2021_2025-04-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2036/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Lorenz Noli (Vorsitz), 

Richter Simon Thurnheer, Richter Markus König,    

Gerichtsschreiber Kevin Schori. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Beschwerdeführerin, 

sowie deren Kinder,   

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

E._______, geboren am (…), 

F._______, geboren am (…), 

G._______, geboren am (…), 

Serbien / Kosovo,   

alle vertreten durch Laura Rossi, Fürsprecherin,  

Beschwerdeführende,   

  
Gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch);  

Verfügung des SEM vom 30. März 2021 / N (…). 

 

E-2036/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

I. 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin und ihre Kinder (die rubrizierten Kinder sowie 

die zwischenzeitlich volljährigen (…) H._______, I._______ und 

J._______) suchten am (…) 2015 erstmals in der Schweiz um Asyl nach. 

Dabei machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, Roma zu 

sein und aus K._______, Gemeinde L._______ im Kosovo zu stammen. 

Dort habe sie bis zu ihrem (…) Lebensjahr gelebt. Von 19(…) bis 19(…) 

habe sie mit ihrem Mann respektive Ehemann (nachfolgend: Mann), 

M._______ (N […]), in N._______, Gemeinde O._______, in Kosovo ge-

lebt. Im Jahr 19(…) seien sie nach P._______ in Serbien gegangen und 

dort bei ihrem (…) eingezogen. Im (…) 2015 seien nachts vier unbekannte 

Männer ins Haus eingedrungen und hätten ihren Mann mitgenommen. Sie 

sei von diesen Personen geschlagen worden. Als sie versucht habe, die 

Polizei anzurufen, hätten diese ihr den Telefonhörer aus der Hand genom-

men. Am anderen Tag habe sie alles ihrem (…) erzählt, welcher aber nichts 

habe unternehmen können. Sie habe sich daher mit ihren Kindern auf den 

Weg zu ihrer Mutter machen wollen. An der Bushaltestelle habe sie jedoch 

einen Schlepper mit einem Kleinbus getroffen, der sie und die Kinder in die 

Schweiz gebracht habe. 

Zudem sei sie als Roma in P._______ nicht sicher gewesen. Die Kinder 

hätten sich nicht frei gefühlt und hätten die Schule regelmässig nicht besu-

chen dürfen. Sie seien von anderen Schülern schikaniert worden. Das Ver-

hältnis zu ihren (…) und deren Familien sei zudem schlecht gewesen, sie 

sei oft von ihnen geschlagen worden.  

A.b Am (…) wurden die Kinder F._______ und G._______ in der Schweiz 

geboren.  

B.  

B.a Mit Verfügung vom 23. Juni 2016 lehnte das SEM die Asylgesuche der 

Beschwerdeführenden ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 

sowie den Vollzug an. Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechts-

kraft. Zur Begründung führte das SEM zum einen an, dass die Vorbringen 

der Beschwerdeführenden hinsichtlich der Entführung des Kindsvaters so-

wie der Gewalt seitens der Schwiegerfamilie unglaubhaft seien. Zum an-

deren fehle es den geschilderten Schikanen und Erschwernissen aufgrund 

ihrer Ethnie (Roma) an asylrechtlicher Relevanz. 

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Seite 3 

B.b Gemäss den aktenkundigen «Laissez-passer»-Dokumenten reisten 

die Beschwerdeführenden anschliessend nach Kosovo aus. 

II. 

C.  

Am 6. Februar 2019 reichten die Beschwerdeführenden ein zweites Asyl-

gesuch (Mehrfachgesuch) ein. Zur Begründung des Asylgesuchs führte die 

Beschwerdeführerin im Schreiben vom 6. Februar 2019 Folgendes aus: 

Nach ihrer Rückkehr in den Kosovo im (…) 2017 hätten sie mit der albani-

schen Polizei und der dortigen Bevölkerung aufgrund ihrer serbischen Do-

kumente Probleme gehabt. Die Kinder hätten nicht in die Schule gehen 

können, da sie dort von den anderen Kindern geschlagen und schikaniert 

worden seien. Deshalb seien sie nach Serbien zu ihrem Mann respektive 

Vater zurückgekehrt. Da er geglaubt habe, die zwei in der Schweiz gebo-

renen (…) seien nicht von ihm, sei sie von ihm und dessen (…) geschlagen 

worden. Ausserdem habe die Familie Streit mit einer Nachbarsfamilie ge-

habt. Es sei zu einer Schlägerei gekommen. Seither habe sie Angst gehabt, 

das Haus zu verlassen. Diese Leute hätten sie verfolgt und immer wieder 

mit dem Tod bedroht. Ihr (…) H._______ sei bei der Arbeit von Leuten ver-

prügelt worden. Sie hätten unzählige Male die Polizei gerufen, diese habe 

aber nichts unternommen, da sie Geld von dieser Familie erhalten habe. 

Da sie in Serbien Angst um ihr Leben hätten, hätten sie erneut um Asyl in 

der Schweiz ersucht. Sie sei zudem krank und leide an psychischen Prob-

lemen. Ihr Mann habe ihr gedroht, ihre Geschwister zu töten, sollte sie der 

Polizei erzählen, von ihm geschlagen worden zu sein. Sie habe Angst vor 

ihm und wolle nicht mehr mit ihm zusammenleben. 

D.  

Am (…) suchte auch M._______ in der Schweiz um Asyl nach. Mit Verfü-

gung vom (…) 2019 lehnte das SEM sein Asylgesuch ab. In der Folge ist 

er unkontrolliert abgereist. 

E.  

E.a Mit Schreiben vom 4. April 2019 forderte das SEM die Beschwerdefüh-

renden auf, ihre Asylgesuche schriftlich zu ergänzen und allfällige Beweis-

mittel einzureichen. 

E.b Mit Eingabe vom 29. April 2019 reichten die Beschwerdeführenden 

Arztberichte aus Serbien und sechs polizeiliche Berichte respektive Anzei-

gen betreffend einen rassistischen Angriff auf die Beschwerdeführerin und 

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ihren Mann sowie Angriffe auf ihre (…) H._______ und J._______ ein (je-

weils in Kopie inkl. Übersetzung).  

F.  

Mit Schreiben vom 7. Juni 2019 ersuchte die Beschwerdeführerin um Zu-

teilung ihres sich damals im Asylverfahren befindenden Mannes in den 

Kanton Q._______, damit er sie im Asylzentrum R._______ besuchen und 

ihr bei der Kinderbetreuung helfen könne.  

G.  

Mit Schreiben vom 28. August 2019 erklärte die Beschwerdeführerin für 

sich und ihre Kinder den Rückzug ihrer Asylgesuche; sie wollten freiwillig 

nach Serbien zurückkehren. In der Folge schrieb die Vorinstanz das Asyl-

verfahren ab. 

III. 

H.  

Mit Schreiben vom 2. September 2019 erklärte die Beschwerdeführerin 

den Widerruf des Rückzugs ihrer Asylgesuche vom 28. August 2019. 

Hierzu gab sie an, ihr Mann habe sie und die Kinder mit dem Tod bedroht 

nachdem sie ihm mitgeteilt habe, dass sie zurückkommen würden. Sie hät-

ten Angst um ihr Leben und könnten daher nicht nach Serbien zurückkeh-

ren. 

Dieses Schreiben nahm die Vorinstanz als zweites Mehrfachgesuch ent-

gegen. 

I.  

Mit Vollzugs- und Erledigungsmeldung vom (…) 2019 informierte 

S._______ die Vorinstanz darüber, dass die rubrizierten Kinder der Be-

schwerdeführerin sowie (…) (J._______) am (…) 2019 vom Vater in der 

Asylunterkunft abgeholt worden seien und seither als verschwunden gäl-

ten. Die Beschwerdeführerin befinde sich aufgrund angeblicher Drohungen 

seitens des Mannes seit dem (…) 2019 in (…). 

J.  

Mit Schreiben vom 30. Januar 2020 zeigte die vormalige Rechtsvertreterin 

der Beschwerdeführenden, Rechtsanwältin Mejreme Omuri, unter ande-

rem ihre Mandatierung an und reichte einen Arztbericht der T._______ vom 

(…) 2019, einen Abklärungsbericht der U._______ vom (…) 2019 und ei-

nen Bericht des (…) vom (…) 2020 betreffend die Beschwerdeführerin ein.  

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Seite 5 

K.  

Mit Eingabe vom 5. Juni 2020 reichten die Beschwerdeführenden einen 

ärztlichen Kurzbericht vom (…) 2020 sowie einen (psychiatrischen) Auf-

nahmebericht vom (…) 2020 betreffend die Beschwerdeführerin ein. 

L.  

L.a Mit Schreiben vom 22. Juni 2020 nahm das SEM unter anderem Bezug 

auf die Beweismitteleingabe der Beschwerdeführenden vom 5. Juni 2020 

und forderte sie auf, ihre Asylgründe sowie die in der Anamnese des mit 

der Beweismitteleingabe eingereichten Aufnahmeberichtes vom (…) 2020 

erwähnte Entführung der Kinder nach Serbien für (…) Monate durch den 

Kindsvater ausführlicher darzulegen und Beweismittel einzureichen. 

L.b In ihrer Stellungnahme vom 18. September 2020 machten die Be-

schwerdeführenden im Wesentlichen Folgendes geltend: 

Nach dem negativen Asylentscheid vom 23. Juni 2016 seien sie in den Ko-

sovo zurückgekehrt. Mit dem Rückkehrhilfegeld aus der Schweiz hätten sie 

sich eine Wohnung mieten können. Das Leben habe sich jedoch mit den 

Kindern als schwierig gestaltet und sie hätten finanzielle Probleme gehabt. 

Ihre Verwandten, welche ebenfalls unter prekären Bedingungen lebten, 

hätten sie nicht unterstützen können. Zudem seien sie von der albanischen 

Bevölkerung drangsaliert worden. Aufgrund dessen seien sie (…) 2018 

nach Serbien zu M._______ zurückgekehrt. Dort sei die Beschwerdefüh-

rerin erneut Opfer schwerster häuslicher Gewalt seitens ihres Mannes und 

dessen Familie geworden. Sie sei (…). Sie sei mit ihrer Kraft am Ende ge-

wesen und habe sich das Leben nehmen wollen, aufgrund der Kinder aber 

davon abgesehen. Die Familie habe angezweifelt, dass ihr Mann der Vater 

der (…) sei. Zudem habe die Familie ihres Mannes mit einer Nachbarsfa-

milie einen grossen Streit gehabt. Es sei zu Schlägereien und Verletzungen 

gekommen. Die Nachbarn hätten eine grosse Geldsumme verlangt und die 

Familie mit dem Tod bedroht. Sie seien nicht mehr aus dem Haus gegan-

gen. Unter dem Vorwand, ihre Mutter zu besuchen, sei die Beschwerde-

führerin kurz in den Kosovo zurückgekehrt, um sich dort Papiere für (…) 

(F._______ und G._______) ausstellen zu lassen. Auf ihr Drängen hin 

habe ihr Mann ihr schliesslich erlaubt, mit den Kindern zu Besuchs- und 

Erholungszwecken für kurze Zeit in die Schweiz zu reisen.  

In der Schweiz sei sie jedoch nicht zur Ruhe gekommen. Ihr Mann sei 

mehrmals in die Schweiz gereist, habe sie tätlich angegriffen und schliess-

lich die Kinder zurück nach Serbien geholt. Dies in der Hoffnung, dass sie 

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ihm folgen würde. Er habe ihr gedroht, sie und / oder ihre Geschwister um-

zubringen. Im Zusammenhang mit den Vorfällen in der Schweiz sei ein 

Strafverfahren eröffnet worden. Die Kindesentführung, die Verfolgung der 

Beschwerdeführerin durch ihren Mann bis in die Schweiz sowie ihre Ver-

suche, die Kinder wieder in die Schweiz zu holen, würden durch die mit 

Eingabe vom 30. Januar 2020 (vgl. Bst. J) eingereichten Beweismittel un-

termauert. Sie habe circa im (…) 2019 letztmals direkten Kontakt zu ihrem 

Mann gehabt, als sie ihn habe überreden wollen, die Kinder wieder zurück-

zubringen. Die Kinder, insbesondere die (…), hätten telefonischen Kontakt 

zu ihrem Vater. Mit Hilfe von Drittpersonen hätten die Kinder im (…) 2019 

wieder in die Schweiz gebracht werden können. Der genaue Aufenthaltsort 

ihres Mannes sei ihr nicht bekannt, er reise jedoch regelmässig in die 

Schweiz. Letztmals sei er (…) 2020 in die Schweiz gekommen und habe 

seine Kinder sehen wollen.  

L.c Als Beweismittel reichten die Beschwerdeführenden folgende Doku-

mente ein (jeweils in Kopie): 

– Eröffnungsverfügung der Staatsanwaltschaft V._______ vom (…) 

2019, 

– Anzeigerapport der Regionalpolizei V._______ vom (…) 2019 (inkl. 

Aussage der Beschwerdeführerin sowie Zeugenaussage vom Leiter 

des Asylzentrums R._______), 

– Ergänzungsberichte der Polizei vom (…) 2019, 

– Befragungsprotokoll der Beschwerdeführerin vom (…) 2019, 

– Befragungsprotokoll des Leiters des Asylzentrums vom (…) 2019, 

– Fotografie einer Todesdrohung des Mannes betreffend die Beschwer-

deführerin (geäussert per WhatsApp gegenüber […]). 

M.  

Mit Eingabe vom 30. Oktober 2020 reichten die Beschwerdeführenden ein 

Schreiben der (…) vom (…) 2020 betreffend C._______ (Termin Sprech-

stunde) sowie ein Schreiben des (…) vom (…) 2020 betreffend die Be-

schwerdeführerin (Einladung zum Erstgespräch) zu den Akten. 

N.  

N.a Mit Schreiben vom 20. November 2020 forderte die Vorinstanz die Be-

schwerdeführerin auf, zum Sachverhalt der Kindesentführung schriftlich 

ausführlicher Stellung zu nehmen.  

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N.b In ihrer Stellungnahme vom 23. Dezember 2020 machte die Be-

schwerdeführerin im Wesentlichen Folgendes geltend: 

Ihr Mann habe im (…) 2019 den Kindern erzählt, dass er krank sei und bald 

sterben werde. Er habe den Wunsch geäussert, die Kinder zu sehen. Des-

halb habe sie ihm erlaubt, sie im Asylzentrum, wo sie damals gewohnt hät-

ten, zu besuchen. Dort habe er verlangt, dass die ganze Familie nach Ser-

bien zurückkehre, was sie jedoch nicht gewollt habe. Nach Drohungen sei-

tens des Mannes ihr gegenüber und weil sie Angst um das Leben ihrer 

Familie gehabt habe, habe sie schliesslich eine Genehmigung unterzeich-

net, welche es ihm erlaubt habe, die Kinder ins Ausland mitzunehmen. Sie 

selber habe sich aber geweigert, die Schweiz zu verlassen, und in der 

Folge eine Anzeige beziehungsweise eine Meldung bei der Polizei ge-

macht. Da sie die Genehmigung zur Ausreise ihrer Kinder unterzeichnet 

habe, habe die Staatsanwaltschaft in der Folge eine Nichtanhandnahme 

verfügt. Aufgrund der Gefährdungslage sei sie im (…) untergebracht wor-

den. Es sei zudem eine Rechtsanwältin eingeschaltet worden, die sich um 

die Rückkehr der Kinder in die Schweiz bemühen sollte. 

Im (…) 2019 habe sie sich mit dem Mann in der Wohnung ihres (…) 

I._______ in W._______ getroffen. Nach einer Eskalation des Treffens sei 

ihr (…) eingeschritten und sie habe die Wohnung verlassen können. Ihr 

Mann habe schliesslich eingewilligt, die Kinder wieder in die Schweiz zu 

bringen. Diese seien mit (…) H._______ (…) 2019 in die Schweiz zurück-

gekehrt. Heute (im Zeitpunkt der Stellungnahme) würden alle minderjähri-

gen Kinder wieder bei ihr in der Schweiz leben.  

Der genaue Aufenthaltsort ihres Mannes sei ihr aktuell nicht bekannt. Ge-

mäss ihrer Stellungnahme vom 24. September 2020 sei er aber am (…) 

2020 ins Rückkehrzentrum, wo sie leben würden, gekommen und habe 

gedroht, die Kinder wieder mitzunehmen. Er habe sie geschlagen und als 

sie die Polizei habe rufen wollen, habe er ihr Mobiltelefon zu Boden gewor-

fen. Da das (…) bereits ausgebucht gewesen sei, habe sie drei Nächte in 

einem Hotel verbracht, bis sie schliesslich wieder ins Asylzentrum zurück-

gekehrt sei. Von ihrem Mann fehle seither jede Spur. Sie vermute, dass er 

sich nach wie vor in der Schweiz aufhalte. 

N.c Als Beweismittel reichten die Beschwerdeführenden einen Behand-

lungsbericht des (…) betreffend die Beschwerdeführerin vom (…) 2020 

(ambulante Zuweisung nach […]) ein. 

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Seite 8 

O.  

Mit Eingabe vom 18. März 2021 reichten die Beschwerdeführenden fol-

gende Dokumente und Beweismittel ein: 

– Kopie des polizeilichen Einvernahme-Protokolls der Beschwerdeführe-

rin vom (…) 2021, 

– Behandlungsbestätigung der (…) ([…]) betreffend die Beschwerdefüh-

rerin vom (…) 2021, 

– Bericht des (…) betreffend C._______, 

– Kostenübernahmebestätigung der X._______ vom (…) 2021. 

P.  

Mit Verfügung vom 30. März 2021 – eröffnet tags darauf – verneinte das 

SEM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden und lehnte ihre 

Mehrfachgesuche ab. Gleichzeitig verfügte es ihre Wegweisung aus der 

Schweiz und ordnete den Vollzug an. Darüber hinaus erhob es eine Ge-

bühr und lehnte die Anträge der Beschwerdeführenden um unentgeltliche 

Verbeiständung sowie um Anhörung ab.   

III. 

Q.  

Mit Eingabe vom 30. April 2021 erhoben die Beschwerdeführenden Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragten die Aufhebung 

der Verfügung vom 30. März 2021, die Anerkennung als Flüchtlinge und 

die Gewährung von Asyl, eventualiter sei die Unzulässigkeit respektive die 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige 

Aufnahme anzuordnen. Subeventualiter sei die Sache zur vollständigen 

und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie Neube-

urteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht sei 

ihnen für das erstinstanzliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege in-

klusive Beiordnung ihrer vormaligen Rechtsvertreterin als amtliche Rechts-

beiständin zu gewähren. Für das vorliegende Beschwerdeverfahren sei die 

unentgeltliche Prozessführung inklusive Kostenvorschussverzicht sowie 

Beiordnung ihrer vormaligen Rechtsvertreterin zu gewähren. Im Fliesstext 

der Beschwerde stellten die Beschwerdeführenden darüber hinaus den An-

trag um Edition der gesamten Strafakten bei der Staatsanwaltschaft 

V._______ (vgl. Beschwerde S. 8). 

Als Beweismittel reichten die Beschwerdeführenden eine Eingabe des Ad-

vokaturbüros «Y._______» an die Staatsanwaltschaft V._______ vom (…)  

2020 sowie ein Formular vom (…) 2021 ein. 

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Seite 9 

R.  

Mit Verfügung vom 3. Mai 2021 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht 

den Beschwerdeführenden den Eingang ihrer Beschwerde und stellte ihren 

einstweiligen legalen Aufenthalt in der Schweiz für die Dauer des Be-

schwerdeverfahrens fest. 

S.  

S.a Mit Schreiben vom 3. Juni 2021 (vorab per Fax) informierten die Be-

schwerdeführenden das Gericht über aktuelle Vorfälle:  

Am (…) 2021 sei die Rechtsvertreterin in ihrer Kanzlei auf die Beschwer-

deführerin und ihren Mann getroffen. Dieser sei erneut in die Schweiz ge-

reist und habe die Kinder nach Serbien mitnehmen wollen. Die Kinder 

wünschten, mit dem Vater nach Serbien zu gehen. Es könne nicht ausge-

schlossen werden, dass die Beschwerdeführerin unter Druck stehe, sie 

habe verängstigt reagiert. Eine Rückkehr der Kinder nach Serbien stelle 

eine Gefährdung des Kindeswohls dar. Das letzte Mal seien die (…) an-

geblich krank und abgemagert in die Schweiz zurückgebracht worden. Der 

Mann habe sich schliesslich entfernt. Danach gefragt, ob die Rückkehr der 

Kinder nach Serbien wirklich ihrem Willen entspreche, habe die Beschwer-

deführerin geantwortet, dass sie keine Wahl habe und ihr Mann sie nicht in 

Ruhe lassen würde. Sie wolle nicht, dass (…) im Kosovo etwas passiere. 

Ihr Tod sei das kleinere Übel. Sie habe zudem angegeben, von ihrem Mann 

vor ein paar Tagen im Zentrum erneut mit Faustschlägen attackiert worden 

zu sein. Sie sei zwar einen Moment lang schwach geworden und habe sich 

aufgrund des negativen Asylentscheids sowie der expliziten Wünsche der 

Kinder überlegt, zu ihm zurückzugehen. Diesen Gedanken habe sie jedoch 

kurze Zeit nach dem tätlichen Angriff verworfen. Dann sei (…) der Be-

schwerdeführerin mit (…) vor der Türe gestanden und habe mit der Rechts-

vertreterin und der Beschwerdeführerin sprechen wollen. Dies habe die 

Rechtsvertreterin nicht akzeptiert. Nachdem (…) gegangen sei, habe (…) 

ins Büro geholt werden können. 

Die Beschwerdeführerin wolle nicht, dass die Kinder mit dem Vater nach 

Serbien zurückkehrten, weshalb sie sich dazu entschlossen hätten, ihre 

Asylgesuche nicht zurückzuziehen. Da sich der Mann und (…) noch immer 

vor dem Gebäude aufgehalten hätten, hätten sie die Polizei informiert. Die 

Beschwerdeführerin und ihr Mann seien getrennt voneinander auf den Po-

lizeiposten gebracht worden. Danach habe sie zurück ins Rückkehrzent-

rum Z._______ gehen können; auch ihr Mann sei freigelassen worden. Sie 

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Seite 10 

stehe unter Druck; die (…) seien wütend, weil die Polizei beigezogen wor-

den sei. 

Per (…) 2021 sei aufgrund der Gefährdungslage eine Unterbringung in ei-

ner (…) organisiert worden. Die älteren minderjährigen Kinder stellten sich 

jedoch auf den Standpunkt, dass sie mit ihrem Vater zurück nach Serbien 

reisen wollten und die Beschwerdeführerin das Asylverfahren beenden 

solle. Gleichzeitig habe ihr Mann die Kinder angerufen und setze sie (Be-

schwerdeführerin) via Freisprecheinrichtung des Telefons unter Druck. 

Eine Beeinflussung der jüngeren Kinder seitens der (…) werde vermutet. 

Die (…), welche eine ausserordentlich enge Beziehung zum Vater pflegten, 

seien ebenfalls im Rückkehrzentrum Z._______ untergebracht. Am (…) 

2021 habe die Beschwerdeführerin die Rechtsvertreterin darüber infor-

miert, dass sie aufgrund eines (…) ins Krankenhaus gebracht worden sei. 

Die Informationen über die beschriebenen Vorfälle seien dem zuständigen 

Staatsanwalt weitergeleitet worden, woraufhin der Kindsvater am (…) 2021 

zur Verhaftung ausgeschrieben und am (…) 2021 in Haft genommen wor-

den sei. Das Zwangsmassnahmengericht habe die beantragte Untersu-

chungshaft von (…) Monaten bestätigt. Seit der Inhaftierung des Kindsva-

ters habe sich der Druck seitens der Familienangehörigen auf die Be-

schwerdeführerin massiv erhöht. Die volljährigen und unter anderem auch 

die minderjährigen (…) forderten sie auf, das Strafverfahren zu beenden 

und den Strafantrag zurückzuziehen. Ihr werde die Schuld an allem gege-

ben. Gleichzeitig werde ihre Familie im Kosovo bedroht. Ihr (…), welcher 

in Aa._______ lebe und sie zuletzt vor circa drei Jahren telefonisch kon-

taktiert habe, habe sie vor einigen Tagen angerufen und ihr nahegelegt, 

das Strafverfahren zu beenden und sich für die Freilassung ihres Mannes 

einzusetzen.  

Am (…) 2021 sei sie ins Rückkehrzentrum zurückgekehrt, da die älteren 

Kinder mit der Betreuung der minderjährigen Geschwister überfordert ge-

wesen seien. Sie könne zwar mit den Kindern in ein (…) gehen, doch ins-

besondere B._______ weigere sich, mitzugehen. Sie sei daher vor der 

Wahl gestanden, sich alleine in ein (…) zu begeben und eine Fremdplat-

zierung der Kinder zu riskieren, oder in das Zentrum zurückzukehren, wo 

sie dem stetigen Druck der volljährigen (…) ausgesetzt sei. Sie habe sich 

für Letzteres entschieden, obwohl sie sich nicht in der Lage sehe, dem 

Druck standhalten zu können und die Situation zu eskalieren drohe. 

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Seite 11 

Während des Aufenthalts der Beschwerdeführerin im (…) sei seitens des 

Zentrums die KESB (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde) beigezo-

gen worden. Die behandelnden Ärzte sowie ihre Sozialarbeiterin hätten 

soeben einen Bericht zuhanden der KESB verfasst und eine Kindswohlge-

fährdungsmeldung eingereicht. Es sei schlichtweg nicht nachvollziehbar, 

weshalb bis heute keine Unterbringung in einer Mutter-Kind-Institution sei-

tens der zuständigen Behörden verfügt worden sei. Sie werde gezwungen, 

in einer Situation auszuharren, welche sie zu Entscheidungen zwinge, die 

sie nicht frei treffen könne. Zudem seien sowohl ihre psychische Gesund-

heit als auch das Kindeswohl stark gefährdet. Sämtliche destabilisierenden 

Vorkommnisse würden zweifelsohne negative Folgen für die Kinder haben.  

S.b Als weitere Beweismittel reichten die Beschwerdeführenden eine 

«Empfehlung zur weiteren Unterbringung» des (…) zuhanden der KESB 

sowie einen E-Mail-Verlauf zwischen der Rechtsvertreterin und dem Rück-

kehrzentrum Z._______ ein. Ferner ersuchten die Beschwerdeführenden 

darum, das Urteil nicht zu publizieren, da dieses heikle Informationen ent-

halten werde und eine Gefährdungssituation bestehe.  

T.  

Mit Schreiben vom 7. Juni 2021 gelangte die zuständige KESB an das Bun-

desverwaltungsgericht. Darin führte sie aus, dass sie nach Eingang einer 

Gefährdungsmeldung die Kinder am (…) 2021 angehört habe. Dabei hät-

ten diese geäussert, nach Serbien zurückkehren zu wollen.  

Das Anhörungsprotokoll der Kinder sowie des Kindsvaters vom (…) 2021 

wurde dem Schreiben beigelegt. 

U.  

Mit Eingabe vom 28. Juni 2021 reichten die Beschwerdeführenden eine 

Fürsorgebestätigung ein. 

V.  

V.a Mit Instruktionsverfügung vom 19. August 2021 hiess der Instruktions-

richter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und setzte die 

vormalige Rechtsvertreterin der Beschwerdeführenden – Rechtsanwältin 

Mejreme Omuri – als amtliche Rechtsbeiständin ein.  

V.b Mit Zwischenverfügung vom 15. November 2021 entliess der Instrukti-

onsrichter Rechtsanwältin Mejreme Omuri aus ihrem Mandat als amtliche 

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Seite 12 

Rechtsbeiständin und ordnete der Beschwerdeführerin Fürsprecherin 

Laura Rossi als neue amtliche Rechtsbeiständin bei. 

W.  

Mit Eingabe vom 3. Dezember 2021 reichten die Beschwerdeführenden 

das Strafurteil des Regionalgerichts V._______ vom (…) 2021 betreffend 

den Ehemann der Beschwerdeführerin ein.  

X.  

Mit Schreiben vom (…) 2022 informierte S._______ das Bundesverwal-

tungsgericht über das Untertauchen der sechs rubrizierten Kinder der Be-

schwerdeführerin. Diese seien laut Mutter und (…) (Name nicht bekannt) 

freiwillig zum Vater nach Serbien zurückgekehrt. 

Y.  

Mit Zwischenverfügung vom 3. Mai 2022 lud der Instruktionsrichter die Be-

schwerdeführerin ein, sich zur Vollzugs- und Erledigungsmeldung des Kan-

tons Q._______ vom (…) 2022 zu äussern und den aktuellen Aufenthalts-

ort ihrer Kinder bekanntzugeben. 

Z.  

Mit Schreiben vom 18. Mai 2022 teilte die Beschwerdeführerin dem Bun-

desverwaltungsgericht mit, dass sich «nach wie vor alle sieben Kinder in 

Serbien bei ihrem Vater» befänden. Zuerst sei B._______ mit (…) nach 

Serbien gegangen, die anderen sechs Kinder seien vor circa (…) Wochen 

alle zusammen nach Serbien gereist. 

AA.  

Mit Schreiben vom 30. August 2022 ersuchte die Beschwerdeführerin um 

Mitteilung, bis wann mit einem Urteil gerechnet werden könne. Sie sei zu-

dem in grosser Sorge um ihre Kinder und befürchte, dass die Kinder in 

Serbien von der Familie ihres Mannes vernachlässigt würden. Sie habe die 

Kinder auch nicht freiwillig gehen lassen, sondern sei von ihrem Mann zu-

sammen mit den älteren (…) dazu gezwungen worden. Hierauf antwortete 

der Instruktionsrichter mit Schreiben vom 31. August 2022. 

BB.  

BB.a Mit Verfügung vom 14. April 2023 leitete der Instruktionsrichter den 

Schriftenwechsel ein und lud die Vorinstanz ein, eine Vernehmlassung ein-

zureichen. 

E-2036/2021 

Seite 13 

BB.b Mit Vernehmlassung vom 31. Mai 2023 hielt die Vorinstanz an den 

Erwägungen in der angefochtenen Verfügung fest. Zudem äusserte sie 

sich zu einigen spezifischen Punkten.  

BB.c Mit E-Mail vom 6. Juli 2023 informierten die kantonalen Behörden 

das Gericht über die Rückkehr der minderjährigen Beschwerdeführenden 

in die Schweiz. 

BB.d Mit Replik vom 7. Juli 2023 nahm die Beschwerdeführerin Stellung 

zur Vernehmlassung der Vorinstanz. Darüber hinaus informierte sie das 

Gericht unter anderem darüber, dass die Kinder C._______, D._______, 

E._______, F._______ und G._______ in die Schweiz zurückgekehrt 

seien. 

BB.e Mit Verfügung vom 26. September 2023 lud der Instruktionsrichter 

die Vorinstanz ein, eine ergänzende Vernehmlassung / Duplik einzureichen 

und sich zu einzelnen Punkten – insbesondere die Rückkehr der Kinder in 

die Schweiz und die damit verbundenen Vorbringen – spezifisch zu äus-

sern.   

BB.f Mit ergänzender Vernehmlassung / Duplik vom 12. Oktober 2023 hielt 

die Vorinstanz weiter an der angefochtenen Verfügung fest und äusserte 

sich zu spezifischen Punkten. Die Duplik wurde den Beschwerdeführenden 

mit Verfügung vom 16. Oktober 2023 zur Einreichung einer ergänzenden 

Stellungnahme / Triplik zugestellt, welche am 28. November 2023 einging.  

Mit der Triplik reichten die Beschwerdeführenden betreffend die Beschwer-

deführerin acht Arztberichte (datiert auf den […] und […] 2021, […] und 

[…] April 2022, […] und […] 2022 sowie […] 2022; inkl. Entbindung von der 

Schweigepflicht und dazugehörigem Schreiben der Rechtsvertreterin), ein 

Ausdruck eines Mail-Verkehrs zwischen der rubrizierten Rechtsvertreterin 

und dem Zentrum Z._______ sowie die Schweizer Geburtsurkunden der 

Kinder G._______ und F._______ (in Kopie) ein. 

CC.  

CC.a Mit Eingabe vom 29. November 2023 reichten die Beschwerdefüh-

renden einen Arztbericht vom (…) 2023 betreffend die Beschwerdeführerin 

ein.  

CC.b Mit Eingabe vom 4. Juni 2024 reichten die Beschwerdeführenden 

weitere Arztberichte vom (…) und (…) Mai 2024 betreffend die Beschwer-

deführerin ein.  

E-2036/2021 

Seite 14 

CC.c Mit Eingabe vom 23. Dezember 2024 informierten die Beschwerde-

führenden über die stationäre psychiatrische Behandlung der Beschwer-

deführerin und die Eröffnung eines Kindesschutzverfahrens betreffend 

F._______, G._______, C._______, D._______ und E._______ durch die 

KESB. Hierzu reichten sie den verfahrensleitenden Entscheid der KESB 

vom (…) 2024 sowie das Protokoll eines Zielgesprächs vom (…) 2024 zu 

den Akten. 

CC.d Mit Eingabe vom 14. März 2025 reichten die Beschwerdeführenden 

zwei Arztberichte vom (…) respektive (…) 2025 betreffend G._______ und 

F._______ ein.  

DD.  

Zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zog das Bundesverwal-

tungsgericht die vorinstanzlichen Akten des Mannes der Beschwerdefüh-

rerin (M._______, N […]) sowie der beiden (…) I._______ ([…]) und 

Ab._______ (N […]) bei. 

  

E-2036/2021 

Seite 15 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Nach Ansicht der Vorinstanz vermochten die Vorbringen der Beschwer-

deführenden den Anforderungen von Art. 7 AsylG an das Glaubhaftma-

chen nicht zu genügen.  

Aus ihren Ausführungen gehe zwar hervor, dass die Beschwerdeführerin 

damals, als sie die Genehmigung für die Ausreise der Kinder unterzeichnet 

habe, unter Druck ihres Manns gestanden sei und sich mit dem Wunsch 

der Kinder, ihrem Vater ins Heimatland zu folgen, konfrontiert gesehen 

habe. Nichtsdestotrotz erscheine ihre Vorgehensweise unter den geschil-

derten Umständen wenig nachvollziehbar und konstruiert. Einerseits sei 

E-2036/2021 

Seite 16 

nicht nachvollziehbar und realitätsfremd, dass sie eine solche Genehmi-

gung – auch unter Druck – unterzeichnet habe, wenn sie andererseits gel-

tend mache, bereits im Heimatland von ihrem Mann (häusliche) Gewalt er-

litten zu haben. Zudem dränge sich in diesem Zusammenhang die Frage 

auf, weshalb sie ihrem Mann den Zugang zum Asylzentrum überhaupt er-

laubt habe. Ferner gelte festzuhalten, dass sie mit dieser Situation nicht 

alleine auf sich gestellt gewesen sei, da sie sich in einem Zentrum befun-

den habe und zum Beispiel auch der Zentrumsleiter zugegen gewesen sei. 

Es wäre ihr deshalb in diesem Moment zuzumuten gewesen, sich Hilfe zu 

holen und allenfalls die damals Anwesenden oder Involvierten mit einzube-

ziehen beziehungsweise diesen Personen zu signalisieren, dass sie mit 

dem Vorgehen des Kindsvaters nicht einverstanden sei. Dies umso mehr, 

als sie danach eine Mitteilung beziehungsweise eine Anzeige bei der Poli-

zei gemacht habe, was deutlich mache, dass sie durchaus in der Lage ge-

wesen sei, zu handeln, und ihr auch bewusst gewesen sei, mit dem Vorge-

hen ihres Mannes nicht einverstanden gewesen zu sein. Weiter seien auch 

die Umstände rund um die Rückkehr der Kinder nicht klar. Ihr Vorbringen, 

wonach sie nach der Entführung der Kinder eingewilligt habe, in der Woh-

nung ihres (…) ihren Mann zu treffen, erscheine wenig plausibel. Vielmehr 

wäre von ihr zu erwarten gewesen, Hilfe bei Drittpersonen zu suchen. Dies 

habe sie indessen nicht getan, sondern habe sich alleine beziehungsweise 

lediglich in Begleitung ihres (…) – der gemäss den Akten ein gutes Verhält-

nis zu (…) zu pflegen scheine – zu ihrem Mann begeben. Ferner sei nicht 

ersichtlich und erscheine wenig plausibel, dass sie nach diesen Gescheh-

nissen ihrem Mann am (…) 2020 wiederum Zugang zum Asylzentrum ge-

währt habe. Auch dies entspreche in keiner Weise dem Verhalten einer 

Person, die das von ihr geltend gemachte erlebt habe. Schliesslich habe 

sie anlässlich der verschiedenen Anhörungen bei der Polizei auch stets 

verneint, eine Strafanzeige gegen ihren Mann einreichen zu wollen. Ihr Er-

klärungsversuch, dass die Kinder ihren Vater lieben würden und sie die 

Kinder nicht habe stressen wollen, vermöge nicht zu überzeugen. Es sei 

vielmehr davon auszugehen, dass eine Frau und Mutter, deren Mann die 

Kinder entführe, alles daran setze, ihre Kinder wieder zurückzubekommen 

und sich einer Strafanzeige gegen ihn wohl kaum verschliessen würde. 

Dies stelle eine weitere Inkohärenz der Vorbringen rund um die geltend 

gemachte Kindesentführung dar. Zusammengefasst sei festzuhalten, dass 

ihre Schilderungen rund um die Mitnahme ihrer Kinder durch ihren Mann 

und die Art und Weise, wie die Kinder wieder in die Schweiz gelangt sein 

wollen, wenig nachvollziehbar und konstruiert erschienen. Es könne nicht 

ausgeschlossen werden, dass sie sich durch diesen Sachverhalt eine bes-

sere Ausgangslage und ein allfälliges Bleiberecht in der Schweiz erhofft 

E-2036/2021 

Seite 17 

habe. Dies werde insbesondere durch den Umstand erhärtet, dass es ihr 

während dieser Zeit mehrfach möglich gewesen wäre, Hilfe von Dritten zu 

bekommen. Sie habe indessen keine Hilfe beansprucht. Dies erscheine 

insbesondere auch aufgrund des Umstandes, dass sie in der Schweiz 

durch eine Anwältin vertreten werde, wenig nachvollziehbar. Es wäre ihr 

zuzumuten gewesen, ihre Anwältin um Rat zu fragen. Von dieser Möglich-

keit scheine sie indessen auch keinen Gebrauch gemacht zu haben. Be-

züglich der Malträtierungen seitens ihres Lebensgefährten gelte festzuhal-

ten, dass der Zentrumsleiter ausgesagt habe, nie Zeuge von Gewalt ihr 

gegenüber geworden zu sein. Es sei indessen davon auszugehen, dass er 

mit den Besuchen ihres Mannes in seinem Zentrum kaum einverstanden 

gewesen wäre, wenn ihr Mann dort negativ aufgefallen wäre. Daran ver-

möge im Übrigen auch das am (…) 2021 eingereichte polizeiliche Einver-

nahme-Protokoll vom (…) 2021 nichts zu ändern, da es darin im Wesentli-

chen wiederum um einen ähnlich gelagerten Sachverhalt gehe. Ferner 

müsse auch festgehalten werden, dass sie bereits seit 2011 vergeblich ver-

suche, sich in Europa, namentlich in Aa._______ und der Schweiz, ein Blei-

berecht zu verschaffen. Deshalb und angesichts des bisher Gesagten 

dränge sich der Verdacht auf, dass sie mit allen zur Verfügung stehenden 

Mitteln versuche, ihren Aufenthalt in der Schweiz zu verlängern, obwohl sie 

den Schutz der Schweiz nicht nötig habe. 

Allfällige Asylvorbringen, die sich in Serbien ereignet hätten, seien einzig 

dann geeignet, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, wenn diese auch 

im Heimatstaat zu einer Verfolgungssituation führten. Da aufgrund der Ak-

ten nicht geschlossen werden könne, dass die Beschwerdeführerin auf-

grund der geltend gemachten Probleme in Serbien auch im Kosovo ent-

sprechende Nachteile zu befürchten habe, könne darauf verzichtet wer-

den, in Serbien Erlebtes im vorliegenden Asylentscheid weitergehend zu 

thematisieren und einer Glaubhaftigkeitsprüfung zu unterziehen. Vollstän-

digkeitshalber sei betreffend häusliche Gewalt in Serbien festzuhalten, 

dass es in Serbien für Frauen und Mädchen, die Opfer von häuslicher Ge-

walt geworden seien, grundsätzlich möglich sei, Schutz zu bekommen. 

Serbien gelte als sicherer Drittstaat, weshalb die Regelvermutung gelte, 

dass in diesem Land keine asylrelevante staatliche Verfolgung stattfinde 

und im Falle einer Verfolgung durch Drittpersonen staatlicher Schutz ge-

währleistet sei. Aufgrund dessen sei davon auszugehen, dass sie sich dort 

grundsätzlich an die bestehenden und zuständigen Behörden wenden und 

um Schutz ersuchen könne. Daher wären die von ihr geschilderten Nach-

teile, die in der Vergangenheit lägen, in Serbien auch nicht asylrelevant. 

E-2036/2021 

Seite 18 

Die Vorbringen im Zusammenhang mit der erlittenen Gewalt seitens des 

(…) und der Familie ihres Mannes seien im Wesentlichen bereits anlässlich 

ihres ersten Asylgesuches geltend gemacht und rechtskräftig als unglaub-

haft qualifiziert worden. Im Übrigen erweise sich eine Anhörung als nicht 

angezeigt.  

3.2  

3.2.1 In ihrer Beschwerde wiederholt die Beschwerdeführerin zunächst 

den Sachverhalt, wobei sie einige Ergänzungen anbrachte. Sie führte hin-

sichtlich der Glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen weiter aus, dass sich das 

SEM insbesondere auf das stark kritisierte Kriterium der Plausibilität stütze. 

Im Zusammenhang mit der Genehmigung der Ausreise der Kinder aus der 

Schweiz gelte es zudem zu beachten, dass sie damals lediglich betreffend 

(…) ein Dokument habe unterzeichnen müssen. Bezüglich der anderen 

minderjährigen Kinder habe die Zentrumsleitung in R._______ nach Rück-

sprache mit S._______ und unter Berücksichtigung der Äusserung der Kin-

der, wonach sie mit ihrem Vater gehen wollten, ein Schreiben aufgesetzt. 

Sie sei damals weder in körperlicher noch psychischer Hinsicht in der Lage 

gewesen, die Wegnahme der Kinder zu verhindern. Zudem habe sie auf-

grund der in der Vergangenheit erlittenen Gewalt sowie der Persönlich-

keitszüge ihres Mannes grosse Angst gehabt. Dass von ihm eine beson-

dere Gefährlichkeit ausgehe und sie keine andere Wahl gehabt habe, als 

die Kinder gehen zu lassen, gehe aus den eingereichten Beweismitteln 

(insb. Protokolle der Polizei) hervor ([…]). Schliesslich sei sie aufgrund der 

Gefährdungslage in ein ausserkantonales (…) gebracht und es seien Ab-

klärungen für eine Aufnahme ins Opferschutzprogramm getätigt worden. 

Es treffe sodann keineswegs zu, dass sie sich betreffend die Mitnahme der 

Kinder nicht Hilfe suchend an Drittpersonen gewandt habe, was insbeson-

dere aus dem eingereichten Anzeigerapport der Polizei vom (…) 2019 so-

wie den Aussagen des Zentrumsleiters hervorgehe. Inwiefern die Vorbrin-

gen rund um die Rückführung der Kinder aus Serbien unklar sein sollten, 

sei nicht nachvollziehbar. Sie habe in ihrer Eingabe vom 23. Dezember 

2020 erklärt, wie die Rückführung abgelaufen sei und habe diesbezüglich 

bereits am 30. Januar 2020 einen Bericht des (…) zu den Akten gereicht, 

aus welchem der Ablauf hervorgehe. Diesen habe die Vorinstanz jedoch 

ausser Acht gelassen. Diese Beweismittel zeigten, dass sie – entgegen 

dem SEM – auf sämtliche ihr zur Verfügung stehenden Mittel zurückgegrif-

fen habe, um die Kinder zurückzuholen, und sich auch an Dritte gewandt 

habe. Sie habe zunächst eine Anzeige erstattet, worauf jedoch eine Nicht-

anhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft erfolgt sei, weil eine Ein-

willigung zur Ausreise der Kinder vorgelegen habe. Daraufhin habe sie sich 

E-2036/2021 

Seite 19 

von einer Rechtsanwältin beraten und die Möglichkeiten aufzeigen lassen. 

Da Verfahren um Rückführung von Kindern gestützt auf die internationalen 

Abkommen in der Regel mehrere Jahre dauerten, habe sie sich für den 

informellen Weg entschieden und sich auf ein Gespräch mit ihrem Mann 

eingelassen, was durchaus nachvollziehbar erscheine. Ihr Einverständnis 

zu den Besuchen ihres Mannes im Rückkehrzentrum sei insbesondere 

deshalb erfolgt, weil die Kinder den Vater hätten sehen wollen und er der 

Familie vorgegaukelt habe, aufgrund einer schweren Krankheit bald zu 

sterben. Unzutreffend sei in dieser Hinsicht das Vorbringen des SEM, wo-

nach sie ihrem Mann im (…) 2019 sowie am (…) 2020 Zugang zum Rück-

kehrzentrum verschafft habe, wofür es nicht den geringsten Hinweis gebe. 

Schliesslich sei auch die Behauptung des SEM falsch, wonach sie gegen 

ihren Mann keine Anzeige eingereicht habe. Sie habe sowohl wegen der 

Kindesentführung als auch wegen der erlittenen Gewalt und der Drohun-

gen Anzeige erstattet. Aus den Beschwerdebeilagen 2 und 3 gehe sodann 

hervor, dass sie sich bereits am (…) 2020 als Straf- und Privatklägerin im 

hängigen Strafverfahren konstituiert und dies mit Ausfüllung des Formulars 

«plainte pénale – partie plaignante» vom (…) 2021 bestätigt habe. Zusam-

menfassend könne festgehalten werden, dass sich die Argumente der Vo-

rinstanz unter Berücksichtigung der Beweismittel allesamt als falsch erwie-

sen hätten und die Würdigung der Beweismittel sowie der Vorbringen ein-

seitig und selektiv erfolgt sei. Ihre Schilderungen erwiesen sich im Rahmen 

einer Gesamtwürdigung als äusserst glaubhaft und könnten keinesfalls als 

«Konstruktion» abgetan werden. Sie habe ihre Erlebnisse bei allen invol-

vierten Stellen und Personen, insbesondere bei den Strafbehörden, den 

Mitarbeiterinnen des (…), den behandelnden Ärzten und auch bei der 

Rechtsvertreterin inhaltlich kohärent und widerspruchsfrei geschildert. Sie 

habe detailliert von den Vorfällen in Serbien und in der Schweiz berichtet, 

Gespräche wiedergegeben und versucht, die Ereignisse zeitlich einzuord-

nen. Ihre Aussagen seien sodann von Gefühlsregungen geprägt gewesen. 

Dass ihr Mann äusserst gewalttätig sei, belegten die Vorfälle in der 

Schweiz und insbesondere auch der Bericht der T._______, wonach nach 

dem Aufenthalt in der Wohnung in Ac._______ ein (…) festgestellt worden 

sei. Daran vermöge auch der Hinweis des SEM, dass die im ersten Asyl-

verfahren gemachten Aussagen betreffend die erlittene Gewalt bereits 

rechtskräftig und unglaubhaft seien, nichts zu ändern. Dies sei falsch, habe 

sie doch bereits in der BzP die Gewalt seitens des (…) erwähnt. 

3.2.2 Im Falle einer Rückkehr nach Serbien beziehungsweise in den Ko-

sovo habe die Beschwerdeführerin asylrelevante Nachteile zu befürchten. 

E-2036/2021 

Seite 20 

Die Gefährdungslage sei als derart hoch eingestuft worden, dass sie in ei-

ner ausserkantonalen (…) untergebracht worden sei und Mitarbeiter des 

Opferhilfeprogramms der Kantonspolizei Q._______ beigezogen worden 

seien. Sogar die (…) in R._______ hätten Angst vor ihrem Mann gehabt. 

Die Gefährdung einer massiven Misshandlung bei einem Zusammentref-

fen mit dem Mann werde sodann seitens Fachpersonen als hoch einge-

schätzt. Ihr Mann habe wiederholt gedroht, dass er sie umbringen werde, 

dies auch gegenüber (…). Die Einleitung des Strafverfahrens in der 

Schweiz sowie die Tatsache, dass sie standhaft geblieben und nicht zu ihm 

nach Serbien zurückgekehrt sei, erhöhten dieses Risiko. Dabei spiele es 

keine Rolle, ob sie sich in Serbien oder im Kosovo aufhalte. Ihr Mann werde 

sie – insbesondere auch wegen der gemeinsamen Kinder, die ihm in der 

Vergangenheit wiederholt den Aufenthaltsort verraten hätten – überall auf-

finden. Aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Volksgruppe der Roma sei nicht 

von der Schutzwilligkeit der heimatlichen Behörden auszugehen. Ohnehin 

sei auch die Schutzfähigkeit zu verneinen, da in beiden Ländern bei der 

Umsetzung der Gesetze und des Schutzes von Opfern häuslicher Gewalt 

erhebliche Schwierigkeiten bestünden. Die Behörden könnten sie nicht ef-

fektiv beschützen, was jedoch unter Berücksichtigung der Hartnäckigkeit 

ihres Mannes sowie seines Bestrebens, die Kinder an sich zu nehmen und 

die Mutter zu bestrafen, erforderlich sein werde. Aufgrund ihrer schwachen 

Position als alleinstehende Roma-Frau, ihrer psychischen Verfassung, den 

starken Angstgefühlen sowie der mit einer Anzeige verbundenen konkreten 

Gefahr weiterer Verfolgungsmassnahmen sei es ihr darüber hinaus nicht 

zuzumuten, die Behörden um Schutz zu ersuchen. Sie sei deshalb als 

Flüchtling anzuerkennen und ihr sei Asyl zu gewähren. Die minderjährigen 

Kinder seien in ihre Flüchtlingseigenschaft miteinzubeziehen.  

3.2.3 Ihren Rückweisungsantrag begründeten die Beschwerdeführenden 

damit, dass das SEM ihre Vorbringen, die eingereichten Beweismittel so-

wie die einschlägigen Gesetzesnormen missachtet habe. Die Begründung 

sei nicht nachvollziehbar. So seien beispielsweise die mit Eingabe vom 

20. Januar 2020 (recte: 30. Januar 2020) eingereichten Belege vom SEM 

nicht berücksichtigt und im Rahmen der materiellen Prüfung auch nicht ge-

würdigt worden, was sich bereits aus der Auflistung der Beweismittel in der 

Verfügung ergebe. Die erlittene häusliche Gewalt, die Gefährlichkeit des 

Mannes, ihre psychische Verfassung sowie das Kindeswohl seien bei der 

Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft und des Wegweisungsvollzugs völ-

lig ausser Acht gelassen worden. Ferner beruhe die Glaubhaftigkeitsprü-

fung des SEM auf einer selektiven Vorgehensweise, wobei insbesondere 

die Aussagen des Zentrumsleiters als Zeuge nicht beachtet worden seien. 

E-2036/2021 

Seite 21 

Das SEM habe es sodann unterlassen, die Strafakten beizuziehen, und 

halte fälschlicherweise in ihrem Entscheid fest, dass sie die gesamten 

Strafakten eingereicht habe. Schliesslich stelle das SEM in Missachtung 

der eingereichten Dokumente tatsachenwidrige Behauptungen an, um sei-

nen Entscheid zu begründen. Damit sei das SEM seiner Pflicht zur richti-

gen und vollständigen Sachverhaltsfeststellung nicht nachgekommen und 

habe ihren Anspruch auf rechtliches Gehör mehrfach verletzt. 

3.3 In der Vernehmlassung vom 31. Mai 2023 nahm die Vorinstanz zu-

nächst Bezug auf die angefochtene Verfügung und hielt fest, dass alle Be-

schwerdeführenden sowohl die kosovarische als auch die serbische 

Staatsangehörigkeit besässen, so dass ihnen grundsätzlich die Möglichkeit 

offen stehe, sich in beiden Ländern – Kosovo oder Serbien – niederzulas-

sen. Dass lediglich eine Wegweisung nach Kosovo geprüft worden sei, 

habe mit der Aktenlage zu tun und dem Umstand, dass die Beschwerde-

führerin im Kosovo geboren sei, dort noch über ein taugliches familiäres 

Beziehungsnetz verfüge und zudem vom Kindsvater getrennt lebe. Aus 

diesem Grund sei sie zusammen mit den Kindern in den Kosovo wegge-

wiesen worden. Zudem gehe aus den Akten hervor, dass die Beschwerde-

führerin bereits nach Ablehnung des ersten Asylgesuches in den Kosovo 

und nicht nach Serbien zurückgekehrt sei; sie habe damals auch Rück-

kehrhilfe für ihre Rückkehr in den Kosovo erhalten. Bezüglich der Prüfung 

der Zumutbarkeit der Wegweisung in den Kosovo und insbesondere auch 

der dortigen medizinischen Versorgungsmöglichkeiten im psychologi-

schen / psychiatrischen Bereich werde auf die Erwägungen in der ange-

fochtenen Verfügung verwiesen. Dass die Kinder seit (…) 2022 in Serbien 

bei ihrem Vater lebten, ändere grundsätzlich nichts an der Wegweisungs-

verfügung. Indessen stehe es der Beschwerdeführerin grundsätzlich frei, 

nach Serbien zurückzukehren, zumal sie ebenfalls die serbische Staatsan-

gehörigkeit besitze. Auch in Serbien sei es für Opfer häuslicher Gewalt 

grundsätzlich möglich, Schutz zu bekommen. Serbien gelte als sicherer 

Drittstaat, weshalb die Regelvermutung gelte, dass es in diesem Land 

keine staatliche Verfolgung gebe und im Falle einer Verfolgung von Dritt-

personen staatlicher Schutz gewährleistet sei. In Serbien bestehe sodann 

die Möglichkeit, Sozialhilfe zu beantragen und es sei auch ein rechtlicher 

Rahmen für den Schutz von ethnischen Minderheiten vorhanden. Zwar 

könnten Roma im täglichen Leben kleineren oder grösseren Benachteili-

gungen und (behördlichen) Schikanen ausgesetzt sein, dabei handle es 

sich jedoch nicht um ernsthafte Nachteile. Sodann sei in Serbien auch eine 

medizinische Grundversorgung vorhanden und die ambulante und statio-

näre Betreuung psychisch kranker Personen sichergestellt. Im Übrigen 

E-2036/2021 

Seite 22 

werde auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen, an 

denen festgehalten werde. 

3.4 Mit Replik vom 7. Juli 2023 informierten die Beschwerdeführenden zu-

nächst über die Rückkehr der minderjährigen Kinder in die Schweiz, wel-

che in einem angeblich verwahrlosten Zustand gewesen seien. Sie hätten 

keinen Zugang zur notwendigen Gesundheitsversorgung gehabt. Entge-

gen der Ansicht der Vorinstanz verfügten die Kinder nicht über die kosova-

rische Staatsangehörigkeit – sie seien im Kosovo nie registriert worden. 

Einzig die Mutter habe beide Staatsangehörigkeiten. Damit sei der Vollzug 

der Wegweisung in den Kosovo weder zulässig, noch zumutbar oder mög-

lich. Sodann hätten sie bereits in der Vergangenheit in Serbien um Hilfe 

ersucht, welche ihnen aber verwehrt worden sei. In Serbien wären sie dem 

Vater schutzlos ausgeliefert, welcher sich mit hoher Wahrscheinlichkeit we-

gen der Verurteilung in der Schweiz an ihr rächen wolle. Weiter seien die 

Kinder vom Vater und dessen Familie in Serbien vernachlässigt worden. 

C._______ sei auf eine (…)therapie angewiesen, welche in Serbien jedoch 

nicht verfügbar gewesen sei. Damit spreche auch die gesundheitliche Si-

tuation von C._______ für einen Verbleib in der Schweiz. 

3.5 In der Duplik vom 12. Oktober 2023 äusserte sich die Vorinstanz zu-

nächst zur Wiedereinreise der Kinder und verwies auf die angefochtene 

Verfügung, worin sie eine Rückkehr sowohl in den Kosovo als auch Serbien 

als zumutbar erachtet habe. Insofern könne die Rüge, die Kinder seien 

wieder in die Schweiz zu ihrer Mutter gereist, weil der Vater nicht in der 

Lage sei, für sie zu sorgen, nicht gehört werden. Die Beschwerdeführerin 

sei mit ihren Kindern aus der Schweiz weggewiesen worden und müsse 

daher mit ihren minderjährigen Kindern zusammen das Land verlassen. In 

diesem Kontext erübrige sich eine Klärung hinsichtlich der Fähigkeiten und 

Möglichkeiten des Kindesvaters, die Kinder adäquat zu betreuen.  

Hinsichtlich der Staatsangehörigkeit der Kinder sei festzuhalten, dass die 

Kinder sowohl serbische als auch kosovarische Geburtsurkunden besäs-

sen. Ihnen sei im Jahr 2016 ein Laissez-passer für eine Rückkehr in den 

Kosovo ausgestellt worden. Dies, nachdem das Innenministerium in Pris-

tina einem Rückübernahmeantrag zugestimmt habe. Es sei daher davon 

auszugehen, dass die Kinder – auch wenn sie nicht die kosovarische 

Staatsangehörigkeit besässen – mit ihrer Mutter in den Kosovo zurückkeh-

ren und sich dort niederlassen könnten. Dies umso mehr, als die Beschwer-

deführerin bereits nach der Ablehnung ihres ersten Asylgesuches mit ihren 

Kindern in den Kosovo und nicht nach Serbien zurückgekehrt sei.  

E-2036/2021 

Seite 23 

Weiter bilde die (…) von C._______ kein Wegweisungshindernis, da diese 

auch im Kosovo behandelt werden könne. Das hierfür benötigte Medika-

ment sei auch in Kosovo verfügbar. Eine Behandlung könne zum Beispiel 

in (…) in Pristina erfolgen. Es stehe den Beschwerdeführenden auch offen, 

medizinische Rückkehrhilfe zu beantragen um die allfälligen Kosten des 

Medikaments oder der Behandlung abzufedern. 

3.6 In der Triplik vom 28. November 2023 machten die Beschwerdeführen-

den zunächst geltend, die Beschwerdeführerin habe sich seit 2021 mehr-

fach in ambulante und auch stationäre psychiatrische Behandlung bege-

ben müssen; es sei zu (…) gekommen. Nun sei es erneut zu einem Zu-

sammenbruch gekommen. Die Beschwerdeführerin sei am (…) 2023 not-

fallmässig in die Psychiatrie eingewiesen worden und habe ihre Kinder im 

Zentrum zurücklassen müssen. Seit dem (…) 2023 sei sie zurück bei ihren 

Kindern im Zentrum. Aufgrund ihrer sehr fragilen psychischen Verfassung 

müsse jedoch jederzeit mit einer erneuten stationären Behandlung gerech-

net werden.  

Es stelle sich die Frage, ob der kosovarische Staat schutzwillig und schutz-

fähig sei und ob der Wegweisungsvollzug in den Kosovo zulässig und zu-

mutbar wäre. Die psychisch schwer belastete Beschwerdeführerin sei Mut-

ter von fünf minderjährigen Kindern. Es stelle sich die Frage, ob der Weg-

weisungsvollzug einer alleinerziehenden Mutter mit fünf Kindern nach Ser-

bien oder in den Kosovo vor dem Hintergrund der labilen psychischen Ver-

fassung der Beschwerdeführerin sowie ihrer ethnischen Zugehörigkeit zur 

Gruppe der Roma zulässig beziehungsweise zumutbar wäre. Der Kindsva-

ter sei mit Urteil vom (…) 2021 der (…) sowie (…) und (…) zum Nachteil 

der Beschwerdeführerin schuldig gesprochen worden. Bei einer Rückkehr 

in den Kosovo müsste sie erneut befürchten, Opfer häuslicher Gewalt 

durch den Kindsvater zu werden. Als Angehörige der Ethnie der Roma 

habe sie im Kosovo keinen Zugang zu einer geeigneten Schutzinfrastruk-

tur, da die Roma in allen Aspekten des Lebens generell und systematisch 

diskriminiert würden. Die Schutzfähigkeit und der Schutzwille der kosova-

rischen Behörden seien zu verneinen. Aufgrund ihrer schwachen Position 

wäre es ihr individuell auch gar nicht zumutbar, um Schutz zu ersuchen. 

Infolge der Mehrfachdiskriminierung, welcher die Beschwerdeführerin als 

Roma, alleinerziehende Mutter, alleinstehende, psychisch kranke Frau und 

Gewaltopfer ausgesetzt sei, habe sie weder Zugang zu Schutzinfrastruktur 

noch einer Wohnung. Die Kinder hätten aus demselben Grund weder Zu-

gang zum Schulsystem noch dem Gesundheitswesen. Damit bestehe in 

E-2036/2021 

Seite 24 

Kosovo keine Schutzalternative. Die fehlende Beschulung der Kinder so-

wie die drohende Obdachlosigkeit – wie anlässlich ihrer letzten Rückkehr 

in den Kosovo – stellten eine Kindswohlgefährdung dar. Weiter sei 

C._______ auf (…) angewiesen. Er liefe konkret Gefahr, die notwendige 

Medikation nicht zu erhalten. Sodann könne aufgrund der erneuten Desta-

bilisierung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin nicht davon 

ausgegangen werden, dass sie ihren Kindern eine verlässliche und verfüg-

bare Mutter sein könnte. Als Roma-Familie hätten sie im Kosovo auch kei-

nen Zugang zu Institutionen des Kinderschutzes. Durch die psychische Er-

krankung der Beschwerdeführerin liefen die Kinder Gefahr, nach einer 

Rückkehr in den Kosovo ungenügend betreut und vernachlässigt zu wer-

den, was eine weitere Gefährdung des Kindswohls darstelle. Schliesslich 

seien G._______ und F._______ in der Schweiz geboren; auf ihrem Ge-

burtsschein sei ihre Nationalität als «(…)» festgehalten. Damit stelle sich 

die Frage, ob der Vollzug einer Wegweisung in den Kosovo zusammen mit 

der Beschwerdeführerin überhaupt möglich wäre. Der Vollzug der Wegwei-

sung sei daher unzulässig. 

4.  

4.1 Die formellen Rügen (vgl. vorstehend E. 3.2.3) sind vorab zu beurtei-

len, da sie allenfalls geeignet sind, eine Kassation der angefochtenen Ver-

fügung zu bewirken.  

4.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der 

Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in 

ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Die Begründung 

eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gege-

benenfalls sachgerecht anfechten kann, was nur der Fall ist, wenn sich so-

wohl der von der Verfügung Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz 

über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. Die verfü-

gende Behörde kann sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschrän-

ken, hat aber wenigstens kurz die Überlegungen anzuführen, von denen 

sie sich leiten liess und auf die sie ihren Entscheid abstützte (vgl. BGE 143 

III 65 E. 5.2). 

E-2036/2021 

Seite 25 

Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsätzen des 

Asylverfahrens (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Dabei muss die Be-

hörde die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen be-

schaffen, die rechtlich relevanten Umstände abklären und darüber ord-

nungsgemäss Beweis führen. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung 

dann, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger oder nicht weiter 

belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. Unvollständig ist sie, wenn 

die Behörde trotz Untersuchungsmaxime den Sachverhalt nicht von Amtes 

wegen abgeklärt oder nicht alle für die Entscheidung wesentlichen Sachum-

stände berücksichtigt hat (vgl. dazu AUER/BINDER, in: Kommentar zum 

Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, 

Art. 12 N 16). Der Untersuchungsgrundsatz gilt nicht uneingeschränkt, zu-

mal er sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden findet 

(Art. 13 VwVG und Art. 8 AsylG; vgl. a.a.O. Art. 12 N 8; BVGE 2012/21 

E. 5.1).  

4.3 Nach Prüfung der Akten erweist sich die Rüge, dass die Vorinstanz die 

mit Eingabe vom 30. Januar 2020 (vgl. vorinstanzliche Akten […]-3/15 

[nachfolgend: act. 3], im Aktenverzeichnis als «Gesuch um Akteneinsicht» 

bezeichnet) eingereichten Beweismittel (Arztbericht der T._______ vom 

[…] 2019, Abklärungsbericht der […] vom […] 2019 sowie Bericht des […] 

vom […] 2020) nicht gewürdigt habe, als zutreffend. Diese fanden keinen 

Niederschlag in der vorinstanzlichen Begründung. Hinsichtlich dieser Be-

weismittel ist indes sogleich relativierend festzustellen, dass diese damals 

bloss zu einem noch etwas detaillierterem Bild der bestehenden Situation 

hätten führen können, indes aber ohnehin keine grundlegend neuen Sach-

verhaltselemente enthalten. Ferner wurden im Laufe des vorliegenden Be-

schwerdeverfahrens auch zahlreiche aktualisierende Eingaben der 

Rechtsvertretung vorgenommen, so dass auch aus dieser Sicht der ent-

scheidrelevante Sachverhalt aktuell zweifelsfrei vollständig und klar vor-

liegt.  

Darüber hinaus scheint die Vorinstanz das mit Eingabe vom 18. September 

2020 (vgl. act. 10) eingereichte Befragungsprotokoll des Zentrumsleiters 

(vgl. a.a.O. Beilage 5) zumindest nicht mit der nötigen Aufmerksamkeit ge-

lesen zu haben. Das SEM nahm hierbei explizit auf die Aussage des Zent-

rumsleiters Bezug, wonach er nie persönlich Zeuge körperlicher Gewalt 

der Beschwerdeführerin gegenüber geworden sei, liess dabei aber die wei-

teren Aussagen des Zentrumsleiters ausser Acht, wonach der Mann im 

Zentrum für erhebliche Schwierigkeiten und auch Angst gesorgt habe und 

gar die Polizei avisiert worden sei (vgl. a.a.O. Ziff. 81-92, 133-144, 178-

E-2036/2021 

Seite 26 

180, 197-217, 216 f., 236 f.). Die Vorinstanz gelangte daher zum nicht 

gänzlich korrekten Schluss, dass M._______ im Zentrum wohl nicht nega-

tiv aufgefallen sei, zumal diesfalls der Zentrumsleiter mit seinen Besuchen 

kaum einverstanden gewesen wäre (vgl. angefochtene Verfügung S. 8).  

Ferner ist es ungenau, wenn das SEM im Entscheid festhielt, die Be-

schwerdeführerin habe die gesamten Strafakten eingereicht (vgl. a.a.O.  

S. 5), was zumindest so nicht ganz zutrifft. Die Beschwerdeführerin führte 

in ihrer Beweismitteleingabe vom 18. September 2020 zwar die «gesamten 

Strafakten V._______» als Beweismittel auf, präzisierte aber gleichzeitig, 

dass diese von Amtes wegen vom SEM zu edieren seien (vgl. a.a.O. S. 4). 

Dass das SEM diese im Laufe des Verfahrens ediert hätte, geht aus den 

Akten nicht hervor. Jedoch wäre auch hier nicht ersichtlich, dass ein Beizug 

der gesamten Strafakten vorliegend überhaupt notwendig gewesen wäre, 

zumal die zentralen Aktenstücke ohnehin bereits eingereicht wurden. Aus 

demselben Grund erachtet auch das Gericht ein Beizug dieser Akten für 

nicht notwendig und der entsprechende Antrag ist abzuweisen.  

4.4 Die Beschwerdeführenden rügten ferner, das SEM habe die Gefähr-

lichkeit des Mannes, ihre psychische Verfassung sowie das Kindeswohl bei 

der Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft und des Wegweisungsvollzugs 

völlig ausser Acht gelassen. Dies trifft jedoch klar nicht zu. Die Vorbringen 

hinsichtlich der geltend gemachten Gefahr, welche von ihrem Mann aus-

gehe, wurden vom SEM eingehend geprüft und sowohl im Wesentlichen 

für unglaubhaft als auch nicht relevant im Sinne von Art. 3 AsylG befunden 

(vgl. angefochtene Verfügung Ziff. IV). Die Prüfung des Vollzugs der Weg-

weisung erfolgte sodann unter expliziter Würdigung des Kindeswohls und 

der gesundheitlichen (psychischen) Beschwerden (vgl. a.a.O. Ziff. V). Al-

leine im Umstand, dass das SEM im Rahmen der Würdigung der genann-

ten Aspekte zu einer anderen Ansicht gelangte als von den Beschwerde-

führenden gewünscht, ist kein formeller Mangel der angefochtenen Verfü-

gung zu erkennen. Vielmehr beschlägt dies die Frage nach der materiellen 

Richtigkeit des Entscheids, worauf nachfolgend (vgl. E. 6) eingegangen 

wird.  

4.5 Nach dem Ausgeführten erweisen sich sowohl die Sachverhaltsfest-

stellung als auch die Begründung in der angefochtenen Verfügung als stel-

lenweise mangelbehaftet.  

E-2036/2021 

Seite 27 

Die erwähnten Versäumnisse sind aber klar nicht derart schwerwiegend, 

dass sie eine Kassation der angefochtenen Verfügung rechtfertigen wür-

den. Die vorliegend als geringfügig zu qualifizierenden leichten Verletzun-

gen der Untersuchungs- beziehungsweise Begründungspflicht sind aber 

nachfolgend im Kostenpunkt zu berücksichtigen (vgl. E. 14).    

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (…)  (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge-

richt hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen von Asylvorbringen 

in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis; 

darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2013/11 

E. 5.1 und 2010/57 E. 2.3, je m.w.H.). 

6.  

6.1 Vorab sind hinsichtlich der Glaubhaftigkeit der von der Beschwerdefüh-

rerin geltend gemachten Verfolgung respektive Bedrohung durch ihren 

Mann klare und handfeste Vorbehalte anzubringen: 

6.1.1 Zum einen ist das widersprüchliche Verhalten der Beschwerdefüh-

renden gegenüber dem Kindsvater vor dem Hintergrund der angeblich er-

heblichen Gefahr, welche von ihm ausgehe, nicht nachvollziehbar. Im 

Mehrfachgesuch vom 6. Februar 2019 erklärte die Beschwerdeführerin 

noch, Angst vor ihrem Mann zu haben und nicht mehr mit ihm leben zu 

wollen (vgl. vorstehend Bst.  C.). Dennoch ersuchte sie mit Schreiben vom 

E-2036/2021 

Seite 28 

(…) 2019 – nachdem ihr Mann ebenfalls in der Schweiz um Asyl nachge-

sucht hatte – ausdrücklich um seine Zuteilung in denselben Kanton, damit 

er sie besuchen und bei der Kinderbetreuung helfen könne (vgl. Bst. F.) – 

dies angeblich auf Bitten ihrer Kinder.  

Weiter kommt hinzu, dass (…) 2019 die Beschwerdeführenden sodann er-

klärten, freiwillig nach Serbien zurückkehren zu wollen, nur um kurz darauf 

um Fortführung des Asylverfahrens zu bitten, da der Kindsvater sie (wie-

derum) mit dem Tod bedroht habe.  

Zusätzlich ergibt sich bezüglich der Ereignisse im (…) 2019 aus dem Poli-

zeirapport vom (…) 2019, dass die Beschwerdeführerin kurz zuvor im Zent-

rum (…) mit ihrem Mann gehabt habe (vgl. act. 10 a.a.O. S. 4; Befragungs-

protokoll vom 13. September 2019 Ziff. 294-298).  

Weiter ergibt sich aus auch dem polizeilichen Befragungsprotokoll der Be-

schwerdeführerin vom (…) 2019 entgegen der unzutreffenden Darstellun-

gen in der Beschwerde, dass die Beschwerdeführerin ausdrücklich darauf 

verzichtet hat, eine Anzeige gegen ihren Mann zu erstatten (vgl. a.a.O. Ziff. 

393-396). Erst am (…) 2020 entschied sie sich überhaupt dazu, eine An-

zeige aufzugeben (vgl. act. 13, polizeiliches Befragungsprotokoll vom […] 

2021 Ziff. 251-253). 

6.1.2 Auch in Bezug auf die Kinder ergeben sich diesbezüglich handfeste 

Unstimmigkeiten. Der offensichtliche Widerspruch, dass die beiden (…) der 

Beschwerdeführerin – I._______ und Ab._______ – ihre Asylgesuche da-

mit begründeten, der Vater sei ihnen gegenüber gewalttätig gewesen und 

habe sie mit dem Tod bedroht, gemäss Angaben der Beschwerdeführerin 

sowie weiteren Hinweisen in den Akten allerdings eine «ausserordentlich 

enge Beziehung zum Vater» pflegten (vgl. Eingabe der Beschwerdeführen-

den vom 2. Juni 2021 S. 3), sich gar auf die Seite des Vaters gestellt haben 

und schliesslich mit ihm und den weiteren Kindern nach Serbien zurück-

kehrten, führt zum Schluss, dass die von der Beschwerdeführerin geschil-

derte Familiensituation und -dynamik nicht vollständig der Wahrheit ent-

sprechen dürfte.  

Zusätzlich ist diesbezüglich auf das Protokoll der KESB hinzuweisen, ge-

mäss welchem die durch die KESB befragten Kinder (B._______, 

C._______, D._______, E._______, G._______, F._______, I._______, 

Ab._______, J._______) zu Protokoll gaben, die Aussagen der Mutter ge-

E-2036/2021 

Seite 29 

genüber ihrem Vater entsprächen nicht der Wahrheit und dass sie eigent-

lich viel lieber nach Serbien zu ihrem Vater zurückkehren wollten. Auch die-

ser Umstand lässt erkennen, dass vorliegend vermutlich in erster Linie ein 

Zerwürfnis der beiden Eltern vorliegt.  

Aus den Akten ergibt sich weiter, dass – mit Ausnahme der (…) – alle Kin-

der regen Kontakt zum Vater pflegen und mehrfach den Wunsch äusser-

ten, nach Serbien zurückzukehren (vgl. bspw. Angaben der Beschwerde-

führenden in act. 10 S. 4, act. 12 S. 2, Beschwerde S. 7, act. 10, Befra-

gungsprotokoll des Zentrumsleiters vom 13. September 2019 Ziff. 86 f., 

169-172). Sie sind denn auch im (…) 2022 allesamt – und soweit aus den 

Akten ersichtlich freiwillig – erneut nach Serbien zurückgekehrt. Anschlies-

send habe sie der Vater wieder in die Schweiz zur Mutter gehen lassen.  

Zusätzlich erscheint auch das Verhalten von M._______, die Beschwerde-

führerin und die Kinder sowohl alleine in den Kosovo gehen zu lassen als 

auch dann einem Ferienaufenthalt der Beschwerdeführerin mit sämtlichen 

(minderjährigen) Kindern in der Schweiz zuzustimmen, mit dem Bild eines 

sie vollständig kontrollieren wollenden und sie als sein Eigentum betrach-

tenden Mannes nicht vereinbar.  

Dass es auch zu gewalttätigen Episoden zwischen der Beschwerdeführe-

rin und ihrem Mann – insbesondere im Rahmen dessen Bemühungen, die 

Kinder nach Serbien zurückzuholen – gekommen sein könnte, ist nicht 

grundsätzlich anzuzweifeln und ist insbesondere auch durch den gerichtli-

chen Schuldspruch belegt respektive wird durch die grundsätzlich an-

schaulichen Schilderungen der Beschwerdeführerin im Rahmen der poli-

zeilichen Befragungen untermauert. Den Akten lassen sich auch weitere 

Hinweise auf schwierige Verhaltensweisen des Mannes entnehmen (vgl. 

polizeiliche Befragungsprotokolle, angebliche WhatsApp-Drohungen etc.).  

Die Zweifel an der dahinterliegenden Familiengeschichte werden dadurch 

allerdings nicht ausgeräumt. Wie auch die Asylgesuche von I._______ und 

Ab._______ zeigen, liegt die Vermutung nahe, die Familie versuche, durch 

das Aufbauschen gewalttätiger Episoden / Tendenzen von M._______ ei-

nen Asylgrund in der Schweiz zu konstruieren. Im Übrigen entsteht aus der 

Lektüre des ersten Mehrfachgesuchs vom 6. Februar 2019 (vgl. vor-

instanzliche Akten N […] B2) der Eindruck, dass der Streit mit der gegneri-

schen Familie der eigentliche Grund für das (neuerliche) Asylgesuch ge-

wesen ist.  

E-2036/2021 

Seite 30 

Eine abschliessende Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen kann 

indes offenbleiben, zumal sich die Vorbringen wie nachfolgend ausgeführt 

selbst bei Wahrunterstellung als nicht relevant im Sinne von Art. 3 AsylG 

erweisen. 

6.1.3 Aus den Akten ergibt sich demnach gesamthaft betrachtet das Bild 

einer komplizierten Familien- und Beziehungssituation. Die Beschwerde-

führerin möchte sich scheinbar von ihrem Mann lösen, sich aber auch von 

ihren Kindern nicht trennen, welche grundsätzlich ein gutes Verhältnis zum 

Vater pflegen und augenscheinlich lieber wieder nach Serbien zurückkeh-

ren möchten. Für die Kinder ist daher nicht von einer Gefahr auszugehen. 

Die nachfolgende Prüfung hinsichtlich der Relevanz der häuslichen Gewalt 

kann sich daher auf die Beschwerdeführerin beschränken. 

Insofern die Kinder als urteilsfähig zu betrachten sind – was insbesondere 

beim mittlerweile volljährigen B._______ sowie den sich im Jugendalter 

befindenden Kinder C._______ und D._______ anzunehmen ist – stellt 

sich zudem angesichts ihrer wiederholten Äusserungen, eigentlich lieber 

nach Serbien zurückkehren zu wollen, die Frage, ob das vorliegende Asyl- 

respektive Beschwerdeverfahren überhaupt noch ihrem Willen entspricht. 

Angesichts des Verfahrensausgangs kann vorliegend indes auf eine ein-

gehende Prüfung dieser Frage verzichtet werden.  

6.2  

6.2.1 Das Flüchtlingsrecht ist subsidiär ausgestaltet. Demnach ist eine Be-

dürftigkeit nach internationalem Schutz dann anerkannt, wenn der Heimat-

staat Betroffenen keinen Schutz bieten will oder kann (vgl. Entscheidungen 

und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 

2006 Nr. 18 E. 10.1 S. 201). Der Schutz gilt als ausreichend, wenn im Hei-

matstaat eine funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur zur Verfü-

gung steht, also in erster Linie polizeiliche Aufgaben wahrnehmende Or-

gane und ein Rechts- und Justizsystem, das eine effektive Strafverfolgung 

ermöglicht; diese Struktur muss den Betroffenen darüber hinaus zugäng-

lich sein (vgl. zur sog. Schutztheorie BVGE 2011/51 E. 7.1–7.4 m.w.H.). 

Darüber hinaus folgt aus dem Grundsatz der Subsidiarität, dass Asylsu-

chende, die mehrere Staatsangehörigkeiten besitzen, nicht auf den Schutz 

eines Drittstaates angewiesen sind, sofern sie in einem der Staaten, des-

sen Staatsangehörigkeit sie besitzen, Schutz vor Verfolgung finden können 

(vgl. BVGE 2022 VI/I E. 6.3 m.w.H.).  

E-2036/2021 

Seite 31 

6.2.2 Das Gericht geht aufgrund der Aktenlage davon aus, dass für die Be-

schwerdeführenden sowohl in Serbien als auch in Kosovo eine Aufent-

haltsmöglichkeit besteht. Als Kinder der Beschwerdeführerin, welche über 

beide Staatsangehörigkeiten verfügt, sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, 

welche einer Wohnsitznahme in Serbien oder im Kosovo respektive einer 

Registrierung oder Erlangung der Staatsbürgerschaft des jeweiligen Lan-

des grundsätzlich entgegenstehen, zumal sie sich nach dem ersten Asyl-

verfahren offensichtlich sowohl in Kosovo als auch anschliessend in Ser-

bien niederlassen konnten (vgl. hierzu auch die zutreffenden Ausführungen 

des SEM in der Duplik vom 12. Oktober 2023, S. 2; vgl. zu den gesetzli-

chen Grundlagen zur Erlangung der Staatsangehörigkeit in Serbien und 

Kosovo allgemein Deutsches Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 

Länderkurzinformation Kosovo: Staatsangehörigkeit vom Juni 2024, online 

abrufbar unter < https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Beho-

erde/Informationszentrum/Laenderkurzinformationen/2024/laenderkurz-

info-kosovo-06-24-staatsangehoerigkeit.pdf >, zuletzt abgerufen am 

30. April 2025).   

6.2.3 Der Bundesrat hat sowohl Serbien als auch den Kosovo als sichere 

Heimat- respektive Herkunftsstaaten («Safe Country») im Sinne von 

Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet (vgl. Asylverordnung 1 über Verfah-

rensfragen vom 11. August 1999, SR 142.311, Anhang 2). Für sichere Hei-

mat- respektive Herkunftsstaaten gilt definitionsgemäss die Regelvermu-

tung, dass keine asylrelevante staatliche Verfolgung stattfindet und Schutz 

vor nichtstaatlicher Verfolgung gewährleistet ist. Es handelt sich hierbei um 

eine relative Verfolgungssicherheit, welche im Einzelfall auf Grund konkre-

ter und substanziierter Hinweise umgestossen werden kann. Derartige Hin-

weise sind vorliegend nicht ersichtlich. Die Gründe hierfür wurden von der 

Vorinstanz – zumindest hinsichtlich einer Rückkehr nach Serbien – zutref-

fend und ausführlich dargelegt (vgl. angefochtene Verfügung Ziff. IV.2, Ver-

nehmlassung S. 2 f.). In Serbien bestehen grundsätzlich die gesetzlichen 

Grundlagen, um sich gegen häusliche Gewalt zu wehren. Sodann ist auf-

grund der Akten nicht anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin beab-

sichtigt, wieder bei ihrem Mann einzuziehen, weshalb es ihr auch freiste-

hen dürfte, weitere strafrechtliche Instrumente zu nutzen und sich gegen 

allfällige Nachstellungen des Mannes gerichtlich / juristisch zu wehren, wie 

sie dies auch bereits in der Schweiz getan hat.  

Mit Bezug auf den Kosovo wird nicht verkannt, dass Frauen bei der Durch-

setzung ihrer Rechte im Allgemeinen und in Bezug auf den Schutz vor dro-

hender häuslicher Gewalt im Besonderen nach wie vor auf Schwierigkeiten 

E-2036/2021 

Seite 32 

stossen. Jedoch sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Fortschritte in 

der staatlichen Ahndung von häuslicher Gewalt gegen Frauen erzielt wor-

den, insbesondere auch in der Umsetzung der Istanbul-Konvention 

(SR 0.311.35; vgl. hierzu bspw. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

[BVGer] E-2643/2020 vom 17. November 2020 E. 6.2; vgl. auch die Studie 

des Europarats, Mapping support services for victims of violence against 

women in Kosovo, 10. Juni 2017, < https://rm.coe.int/mapping-support- 

services-for-victims-of-violence-against-women-in-koso/168072d125 >;  

SEM, Focus Kosovo, Häusliche Gewalt, 22. Januar 2020, 

< https://www.sem.admin.ch/dam/sem/de/data/internationales/herkunfts 

laender/europa-gus/kos/kos-haeusliche-gewalt-d.pdf.download.pdf/kos-

haeusliche-gewalt-d.pdf >). Da der Mann der Beschwerdeführerin zudem 

ohnehin in Serbien wohnhaft ist, ist davon auszugehen, dass es ihr im Falle 

einer Rückkehr in den Kosovo möglich sein wird, seinen allfälligen Nach-

stellungen auszuweichen oder auch von den dortigen Behörden den not-

wendigen Schutz einzufordern. Es ist sodann nicht ersichtlich, dass sie ihr 

Mann nach ihrer Rückkehr in den Kosovo im (…) 2017 dort aufgesucht und 

belästigt hätte, zumal ihren Aussagen zufolge der älteste Sohn nach Ser-

bien gegangen ist, um den Vater zu suchen und sie aufgrund der schwieri-

gen Situation im Kosovo in der Folge zu ihm zurückgekehrt sind (vgl. 

act. 10 S. 1 f.).  

Darüber hinaus ist zu betonen, dass den Akten nicht zu entnehmen ist, 

dass die Beschwerdeführerin hinsichtlich der behaupteten häuslichen Ge-

walt – welche sie im Rahmen des ersten Asylverfahrens nicht erwähnt hat 

– jemals um Schutz bei den zuständigen heimatlichen Behörden oder In-

stitutionen ersucht respektive versucht hat, ihren Mann oder die anderen 

Familienmitglieder (ihr […] sowie dessen Familie) anzuzeigen. Sie machte 

lediglich geltend, die serbische Polizei sei hinsichtlich des Streits mit der 

Nachbarfamilie untätig geblieben, da die Polizei von diesen Leuten Geld 

erhalten habe (vgl. B2; act. 10 S. 3). Die heimatlichen Behörden erhielten 

hinsichtlich der Gewalt seitens ihres Mannes damit gar keine Gelegenheit, 

ihre Schutzfunktion wahrzunehmen. Das Fehlen einer staatlichen Schutz-

fähigkeit oder eines staatlichen Schutzwillens vermochte sie demnach 

nicht zu belegen; insbesondere kann daher auch nicht davon ausgegangen 

werden, ihr würde aufgrund ihrer Roma-Ethnie sowie den weiteren persön-

lichen Faktoren kein Schutz gewährt. Den Akten sind keine Gründe zu ent-

nehmen, die es der Beschwerdeführerin nach ihrer Rückkehr in die Heimat 

– sei es Serbien oder Kosovo – verunmöglichen würden, bei den entspre-

chenden Behörden um Schutz zu ersuchen. Sie lassen auch nicht darauf 

schliessen, dass sie von den serbischen Behörden generell aufgrund ihrer 

E-2036/2021 

Seite 33 

Ethnie diskriminiert worden wäre, zumal es ihr in Serbien problemlos mög-

lich war, mehrere Anzeigen aufzugeben (vgl. B5).  

Im Übrigen ist festzustellen, dass kein Staat – auch die Schweiz nicht – 

Opfer von häuslicher Gewalt in jedem Fall und unter allen Umständen zu 

schützen vermag. Gesamthaft betrachtet ist es den Beschwerdeführenden 

nicht gelungen, die im Fall von sicheren Herkunftsstaaten geltende Regel-

vermutung zu widerlegen.  

6.2.4 Gleiches gilt für die von den Beschwerdeführenden geltend gemach-

ten Bedrohungen durch ihre Nachbarn in Serbien und Anfeindungen sei-

tens der Zivilbevölkerung. Sie sind gehalten, sich an die staatlichen Insti-

tutionen zu wenden. Sollten die Behörden des einen Landes im Rahmen 

eines allfälligen Schutzersuchens oder einer Anzeige keine (ausreichen-

den) Massnahmen ergreifen, steht den Beschwerdeführenden einerseits 

der dortige Rechtsweg offen, andererseits haben sie aber auch die Mög-

lichkeit, sich im anderen Land (Kosovo resp. Serbien) oder innerhalb des 

Landes an einem anderen Ort niederzulassen.  

6.3 Es ist den Beschwerdeführenden nach dem Ausgeführten nicht gelun-

gen, Asylgründe im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft darzutun. Die Vor-

instanz hat demzufolge zu Recht ihre Flüchtlingseigenschaft verneint und 

das Mehrfachgesuch abgelehnt.  

7.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über 

eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch 

auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungs-

vollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts 

der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigen-

schaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich 

E-2036/2021 

Seite 34 

ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 

E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

9.  

9.1 Die Vorinstanz gelangte zu der Erkenntnis, dass sich der Vollzug der 

Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich erweise. Da die Be-

schwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllten, könne auch 

der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG nicht 

angewandt werden. Ferner ergäben sich aus den Akten keine Anhalts-

punkte dafür, dass ihnen im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe 

oder Behandlung drohe. Bei Kosovo handle es sich sodann um einen si-

cheren Heimatstaat, in den die Rückkehr gemäss Regelvermutung zumut-

bar sei – dies gelte auch für Angehörige der albanischsprachigen Roma. 

Die Beschwerdeführerin besitze gemäss den Akten sowohl die kosovari-

sche als auch die serbische Nationalität. In Kosovo lebten (…) und (…), 

womit ein taugliches Beziehungsnetz bestehe. Der Umstand, dass ihre Fa-

milie angeblich in wirtschaftlich angespannten Verhältnissen lebe, vermöge 

daran nichts zu ändern, da ein grosser Teil der Bevölkerung im Kosovo 

ebenfalls mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen habe. Es stehe 

ihr sodann offen, Rückkehrhilfe zu beantragen, was es ihr ermöglichen 

würde, bei einer Rückkehr in den Kosovo wieder Fuss zu fassen. Aus den 

Akten gehe sodann hervor, dass sie bereits nach der Ablehnung ihres ers-

ten Asylgesuches in den Kosovo und nicht nach Serbien zurückgekehrt sei 

und auch damals Rückkehrhilfe erhalten habe. Hinsichtlich des Kindes-

E-2036/2021 

Seite 35 

wohls der minderjährigen Kinder, die mit ihr in der Schweiz lebten, sei fest-

zuhalten, dass sie bereits früher in der Schweiz gewesen seien und nun 

wieder hier lebten. Ein Teil der Kinder sei im schulpflichtigen Alter und be-

suche die Schule in der Schweiz. Aufgrund der verhältnismässig kurzen 

unterbrochenen Aufenthalte in der Schweiz, ihres relativ jungen Alters so-

wie des aktuell letzten, kurzen Aufenthaltes könne nicht davon ausgegan-

gen werden, dass sie sich derart in der Schweiz integriert hätten, dass eine 

Rückkehr in ihr Heimatland eine Entwurzelung und somit eine unzumut-

bare Härte darstellen würde. 

Schliesslich gehe aus den Akten und ihren Aussagen hervor, dass die Be-

schwerdeführerin in den letzten Jahren vorwiegend getrennt von ihrem 

Mann gelebt und teilweise über lange Zeit – auch in der Vergangenheit – 

keinen Kontakt zu ihm gehabt habe. Aufgrund dessen könne in ihrem Fall 

nicht von einer intakten und tatsächlich gelebten Familienbeziehung aus-

gegangen werden. Zudem habe sie bereits in den letzten Jahren unter Be-

weis gestellt, dass sie mit den Kindern auch alleine respektive ohne den 

Kindsvater zurechtkomme. So sei sie zum Beispiel nach der Ablehnung 

ihres ersten Asylgesuches alleine mit den Kindern in den Kosovo zurück-

gekehrt. Sie sei Anfang 2019 auch wieder alleine mit den Kindern in die 

Schweiz gereist, um hier erneut um Asyl zu ersuchen. In ihrer Stellung-

nahme vom 24. Dezember 2020 habe sie zudem angegeben, keinen Kon-

takt zum Mann mehr zu pflegen. Aufgrund dessen stehe auch ihre persön-

liche und familiäre Situation einer Rückkehr in den Kosovo nicht im Wege.  

Schliesslich seien auch ihre gesundheitlichen Beschwerden im Kosovo be-

handelbar. So befinde sich auch eines der neu gebauten Ad._______ in 

ihrer Herkunftsgemeinde L._______ und es gebe dort Regionalspitäler mit 

psychiatrischen Abteilungen. Zu den verschiedenen Einrichtungen für psy-

chische Gesundheit hätten grundsätzlich alle registrierten Einwohner Ko-

sovos – unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit – Zugang. Es gebe 

keine Hinweise auf Fälle von Diskriminierungen von Angehörigen der ver-

schiedenen Roma-Gruppen im Gesundheitsbereich. Betreffend 

C._______ gehe aus dem Bericht des (…) hervor, dass er an einer (…) 

leide und ihm das Medikament (…) verschrieben worden sei. Bisher habe 

er dieses Medikament nicht erhalten.  

Es sei davon auszugehen, dass eine Rückkehr des Kindes mit seiner Mut-

ter und den Geschwistern keine unmittelbare und drohende Gefahr für 

seine Gesundheit und sein Leben bedeute Es bestehe auch die Möglich-

keit, medizinische Rückkehrhilfe zu beantragen, so dass eine allenfalls in 

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Seite 36 

der Schweiz begonnene Therapie im Kosovo weitergeführt werden könnte. 

Ohnehin seien die gesundheitlichen Aspekte von C._______ ebenfalls 

nicht derart gewichtig, dass sie eine Rückkehr unzumutbar erscheinen lies-

sen. 

Mit der Vernehmlassung und Duplik ergänzte die Vorinstanz im Wesentli-

chen, dass in Serbien die Möglichkeit bestehe, Sozialhilfe zu beantragen – 

insbesondere, wenn sich eine Person als arbeitsunfähig erweise oder 

sonst über keine Mittel zum Unterhalt verfüge. Roma könnten im alltägli-

chen Leben zwar kleineren oder grösseren Benachteiligungen und (be-

hördlichen) Schikanen ausgesetzt sein, wobei es sich aber nicht um ernst-

hafte Nachteile handle. Die medizinische Grundversorgung sei in Serbien 

vorhanden. Grundsätzlich könnten alle Medikamente aus dem westlichen 

Ausland beschafft werden. Die ambulante und stationäre Betreuung psy-

chisch kranker Personen sei ebenfalls sichergestellt. Das von C._______ 

im Rahmen seiner (…)therapie benötigte [Medikament] sei in Kosovo auf 

dem Markt sowie in verschiedenen Kliniken verfügbar, so zum Beispiel in 

der Apotheke Ae._______ in Pristina oder der Spitalapotheke des Univer-

sitätsspitals Pristina. Die Verabreichung des Medikaments und entspre-

chende Betreuung könne zum Beispiel in (…) Pristina gewährleistet wer-

den. Aufgrund dessen bilde die (…) von C._______ kein Wegweisungshin-

dernis, da diese auch im Kosovo behandelt werden könne. In Serbien sei 

die medizinische Grundversorgung ebenfalls gewährleistet. Die Beschwer-

deführenden könnten sodann für C._______ medizinische Rückkehrhilfe 

beantragen, um die allfälligen Kosten des Produktes abzufedern.  

9.2 Die Beschwerdeführenden machten geltend, dass sich die Unzulässig-

keit des Wegweisungsvollzugs aus der drohenden Verletzung von Art. 2 

und 3 EMRK sowie Art. 3 und 24 des Übereinkommens vom 20. November 

1989 über die Rechte des Kindes (nachfolgend: KRK, SR 0.107) ergäben. 

Vom Mann der Beschwerdeführerin gehe eine reelle und konkrete Gefahr 

aus und es fehle sowohl in Serbien als auch in Kosovo an einem wirksa-

men Schutz durch die Behörden. Zudem sei bei einer Wegweisung der Be-

schwerdeführerin mit einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustands 

zu rechnen. Die Fortführung einer psychiatrisch-psychotherapeutischen 

Behandlung erachteten die behandelnden Ärzte vor dem Hintergrund einer 

(…) im Rahmen der sehr belastenden psychosozialen Faktoren und der 

Symptomatik einer (…) als dringend indiziert. Aufgrund der prekären wirt-

schaftlichen Situation in beiden Ländern, dem erschwerten Zugang zu Ar-

beit und einer Wohnung für eine alleinstehende Roma-Frau mit fehlender 

E-2036/2021 

Seite 37 

Ausbildung und gesundheitlichen Problemen könne nicht davon ausgegan-

gen werden, dass sie sich mit ihren Kindern ein menschenwürdiges Leben 

werde aufbauen können. Ihre Familienangehörigen lebten unter prekären 

Lebensbedingungen und verfügten lediglich über knappe finanzielle Mittel, 

weshalb sie ihr nicht helfen könnten.  

Ein besonderes Augenmerk gelte zudem den Kindern, insbesondere auch 

dem an einem «(…)» leidenden C._______, welcher Anspruch darauf 

habe, dass bei Erlass eines Entscheids sein Recht auf Gesundheit gemäss 

Art. 24 KRK beachtet werde. Das Kind sei in der Schweiz am besten auf-

gehoben. C._______ sei weiter auf die Einnahme von [Medikamenten] an-

gewiesen und liefe nach einer Rückkehr in den Kosovo Gefahr, aufgrund 

der Diskriminierung der Roma beim Zugang zum Gesundheitssystem die 

notwendige Medikation nicht zu erhalten. 

Mit der Replik und Triplik fügten die Beschwerdeführenden an, dass die 

Kinder bei ihrem Vater in Serbien keinen Zugang zur notwendigen Gesund-

heitsversorgung gehabt hätten. Die von C._______ benötigte (…)therapie 

sei in Serbien nicht verfügbar gewesen. Die Beschwerdeführerin müsse 

aufgrund ihrer sehr fragilen psychischen Verfassung sodann jederzeit da-

mit rechnen, dass sie sich erneut in stationäre Behandlung begeben 

müsse. Als Angehörige der Roma hätte sie im Kosovo sodann keinen Zu-

gang zu einer geeigneten Schutzinfrastruktur, da Roma diskriminiert wür-

den. Auch hätten sie keinen Zugang zu einer Wohnung. Und aufgrund des 

fehlenden Zuganges zu Institutionen des Kindesschutzes im Kosovo liefen 

die Kinder Gefahr, ungenügend betreut und vernachlässigt zu werden. Da 

die (…) in der Schweiz geboren seien und auf ihrem Geburtsschein die 

Nationalität «unbekannt» festgehalten worden sei, sei unklar, ob der Voll-

zug der Wegweisung in den Kosovo möglich wäre.   

10.  

10.1 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den 

Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführenden 

in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht-

mässig. 

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Seite 38 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführenden 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr («real risk») 

nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschie-

bung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Wie vorstehend dargelegt gelingt ihnen dies nicht. 

Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den 

Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erschei-

nen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne 

der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

10.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Sind von einem allfälligen Weg-

weisungsvollzug Kinder betroffen so bildet im Rahmen der Zumutbarkeits-

prüfung das Kindeswohl einen weiteren Prüfungspunkt. Dies ergibt sich 

nicht zuletzt aus einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 83 Abs. 4 

AIG im Lichte von Art. 3 Abs. 1 KRK. Unter dem Aspekt des Kindeswohls 

sind sämtliche Umstände einzubeziehen und zu würdigen, die im Hinblick 

auf eine Wegweisung wesentlich erscheinen. (vgl. ausführlich BVGE 

2009/28 E. 9.3.2 S. 367 f.). Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist 

– unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu ge-

währen. 

10.2.1 Die allgemeine Lage im Kosovo und in Serbien ist weder von Krieg, 

Bürgerkrieg noch von allgemeiner Gewalt gekennzeichnet und der Vollzug 

der Wegweisung dorthin grundsätzlich zumutbar. Der Bundesrat hat so-

wohl Serbien als auch Kosovo als Heimat- oder Herkunftsstaat bezeichnet, 

in welchen eine Rückkehr in der Regel zumutbar ist (vgl. Anhang 2 der 

Verordnung über den Vollzug der Weg- und Ausweisung sowie der Lan-

desverweisung von ausländischen Personen [VVWAL, SR 142.281]). Die 

Regelvermutung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges kann durch 

konkrete und substanziierte Hinweise umgestossen werden.  

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Seite 39 

10.2.2 Die Vorinstanz stellte in der angefochtenen Verfügung und im Rah-

men des Schriftenwechsels zu Recht fest, dass auch keine individuellen 

Gründe gegen die Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung sprechen.  

10.2.2.1 In Bezug auf die medizinischen Belange der Beschwerdeführerin 

und C._______ ist festzuhalten, dass nach Lehre und konstanter Praxis 

nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs aus medizini-

schen Gründen zu schliessen ist, wenn eine notwendige medizinische Be-

handlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu 

einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesund-

heitszustands der betroffenen Person führen würde (vgl. BVGE 2011/50 

E. 8.3; 2009/2 E. 9.3.2 je m.w.H.). Wie von der Vorinstanz in der Be-

schwerde und im Rahmen des Schriftenwechsels ausführlich und zutref-

fend dargestellt wurde, existieren sowohl in Serbien als auch im Kosovo 

adäquate Behandlungsmöglichkeiten für die gesundheitlichen Probleme 

der Beschwerdeführerin (gemäss den zuletzt eingereichten Arztberichten 

[vgl. Bst. DD] eine […], eine […] sowie Verdacht auf […]) und die (…) von 

C._______. Weshalb gemäss Arztbericht der stellvertretenden Oberärztin 

Af._______ des (…) vom (…) 2024 die von der Beschwerdeführerin benö-

tigte Betreuung und Behandlung in der Heimat wohl nicht zur Verfügung 

stehen sollte, wurde nicht weiter erörtert. Diese pauschale Anmerkung ver-

mag daher die konkreten Ausführungen des SEM nicht zu entkräften, zu-

mal sie auch der Feststellung im Arztbericht von Oberarzt Ag._______ der 

(…) vom (…) 2023 entgegensteht, wonach aus ärztlicher Sicht nichts ge-

gen eine Behandlung im Heimatstaat spreche (vgl. a.a.O. S. 3). Ferner 

wurde auch die pauschale Behauptung der Beschwerdeführenden, wo-

nach die von C._______ benötigte Therapie anlässlich seiner kurzzeitigen 

Rückkehr nach Serbien dort nicht verfügbar gewesen sei, weder mittels 

Beweismittel untermauert, noch wurde konkret aufgezeigt, welche Bemü-

hungen überhaupt unternommen wurden, um eine Behandlung zu erhal-

ten. Die ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz vermochten die Be-

schwerdeführenden damit in dieser Hinsicht ebenfalls nicht umzustossen.  

10.2.2.2 Die Behauptung, aufgrund ihrer Roma-Ethnie keinen Zugang zu 

allenfalls vorhandenen Behandlungsmöglichkeiten zu erhalten, steht so-

dann den aktenkundigen Arztberichten aus Serbien entgegen, welche die 

Beschwerdeführenden im Rahmen des (ersten) Mehrfachgesuches einge-

reicht haben (vgl. B5). Betreffend den kurzzeitigen Aufenthalt im Kosovo 

ergeben sich aus den Akten sodann keine Hinweise darauf, dass sie dort 

(vergeblich) versucht hätten, medizinische Behandlung zu erhalten. Es ist 

daher davon auszugehen, dass bei einer Rückkehr in die Heimat sowohl 

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Seite 40 

die Beschwerdeführerin als auch ihre Kinder – insbesondere C._______ – 

bei Bedarf Zugang zu der benötigten medizinischen Behandlung haben 

werden. Dasselbe gilt auch für F._______ und G._______, bei welchen in 

den Arztberichten vom (…) und (…) 2025 Verdachtsdiagnosen auf eine (…) 

(G._______) beziehungsweise eine (…) (F._______) gestellt wurden, wel-

che auf psychosoziale Belastungsfaktoren wie den innerfamiliären Konflikt 

und die Fremdplatzierungen zurückzuführen seien. Schliesslich steht nach 

gefestigter Rechtsprechung auch eine allfällige Suizidalität der Beschwer-

deführerin dem Vollzug der Wegweisung nicht entgegen. Einer solchen ist 

gegebenenfalls im Rahmen der Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen. 

10.2.2.3 In Bezug auf die Kinder der Beschwerdeführerin ist festzuhalten, 

dass diese zumeist entweder schon volljährig sind (B._______, […]) oder 

in den nächsten Jahren volljährig werden (C._______, fast […], 

D._______, bald […]; E._______ bald […]). Lediglich die beiden Kinder 

F._______ und G._______ sind jünger, wobei diese bald das (…) Altersjahr 

erreichen werden. Der volljährige Sohn und die drei älteren Kinder können 

daher aktiv in die täglichen Belange sowie die Betreuung der beiden jün-

geren Geschwister eingebunden werden und können ihre Mutter aktiv ent-

lasten. Zusätzlich ist davon auszugehen, dass die Familie im Kosovo auch 

auf die Unterstützung ihrer Verwandten ([…], vgl. Befragung zur Person 

[BzP] vom 27. Mai 2015, A5 Ziff. 3.01; Anhörung vom 8. Juni 2016, A24 

F24-26) zählen können.  

10.2.2.4 Darüber hinaus verfügt die Beschwerdeführerin eigenen Angaben 

zufolge über (…) in Aa._______ – wobei sie mit mindestens einem (…) 

noch in Kontakt steht (vgl. Bericht des […]  vom […] 2020, act. 3 Beilage 

4, S. 6 – dies im Widerspruch zur Angabe im Schreiben vom 2. Juni 2021 

S. 4, wonach der in Aa._______ lebende […] ihr nach drei Jahren ohne 

Kontakt telefonisch nahegelegt habe, das Strafverfahren zu beenden) – 

sowie (…), welche in der Schweiz lebe (N […]; gemäss ZEMIS verfügt die 

[…] in der Schweiz über eine Niederlassungsbewilligung). Anlässlich des 

ersten Asylgesuchs sagte die Beschwerdeführerin sodann aus, dass sie 

von ihren im Ausland lebenden (…) gelegentlich finanziell unterstützt wor-

den sei (vgl. A24 F38 f.). Darüber hinaus ist (…) der Beschwerdeführerin – 

im ZEMIS als Ab._______ erfasst – in der Schweiz aufenthaltsberechtigt 

und kann sie gegebenenfalls ebenfalls finanziell unterstützen. 

10.2.2.5 Mit Bezug auf das Kindeswohl ist festzustellen, dass sich die Be-

schwerdeführenden seit Februar 2019 in der Schweiz aufhalten, wobei die 

Kinder zwischenzeitlich mehrmals nach Serbien zum Vater zurückgekehrt 

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Seite 41 

sind. Den Akten ist sodann zu entnehmen, dass die Kinder es eigenen Aus-

sagen zufolge vorziehen, nach Serbien zurückzukehren (vgl. bspw. Anga-

ben der Beschwerdeführenden in act. 10 S. 4, act. 12 S. 2, Beschwerde S. 

7, act. 10, Befragungsprotokoll des Zentrumsleiters vom […] 2019 Ziff. 86 

f., 169-172). Von einer fortgeschrittenen Verwurzelung in der Schweiz kann 

daher nicht gesprochen werden. Weder in den vorinstanzlichen Akten noch 

den Beschwerdeakten finden sich Hinweise, welche zu einer gegenteiligen 

Annahme führen könnten. Eine Wegweisung in den Heimatstaat hätte da-

mit keine derartige Entwurzelung zur Folge, dass eine Rückkehr dorthin 

dem Kindeswohl abträglich wäre. Im Übrigen ist – wie ausgeführt – das 

Bestehen von Behandlungsmöglichkeiten in der Heimat für C._______ zu 

bejahen.  

10.2.2.6 Schliesslich ist mit der Vorinstanz auf die Möglichkeit der finanzi-

ellen und medizinischen Rückkehrhilfe hinzuweisen, welche allfällige 

(Start-)Schwierigkeiten im Falle einer Rückkehr in finanzieller respektive 

medizinischer Hinsicht relativieren dürfte. 

10.2.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

10.3 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zu-

ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendi-

gen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu 

auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als