# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c300a2af-35a2-55a7-94d5-669612dedd05
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 28.08.2019 LB180040
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LB180040_2019-08-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: LB180040-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende,  

Oberrichter lic. iur. M. Spahn und Oberrichter lic. iur. A. Huizinga  

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Faoro 

Urteil vom 28. August 2019 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagte und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Hilfskonkursmasse von B._____,  
Klägerin und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____ und / oder  

Rechtsanwältin lic. iur. Y2._____ 

 

betreffend Forderung 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 11. Juli 2018 
(CG120020-G) 

- 2 - 

 

Rechtsbegehren (Urk. 2): 

" 1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 
CHF 21'500'000.00, zuzüglich Verzugszinsen ab 30. Mai 2006, 
berechnet gemäss den §§ 247, 286 und 288 des Bürgerlichen 
Gesetzbuches der Bundesrepublik Deutschland (BGB), zu bezah-
len; 

 2a. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 
USD 1'489'500.00, zuzüglich Verzugszinsen ab 14. März 2007, be-
rechnet gemäss den §§ 247, 286 und 288 des Bürgerlichen Gesetzbu-
ches der Bundesrepublik Deutschland (BGB), zu bezahlen; 

 2b. Eventualiter sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den Betrag 
von CHF 1'801'967.00, zuzüglich Verzugszinsen ab 20. März 2007, be-
rechnet gemäss den §§ 247, 286 und 288 des Bürgerlichen Gesetzbu-
ches der Bundesrepublik Deutschland (BGB), zu bezahlen; 

 3a. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 
USD 500'000.00, zuzüglich Verzugszinsen ab 4. Februar 2006, be-
rechnet gemäss den §§ 247, 286 und 288 des Bürgerlichen Gesetzbu-
ches der Bundesrepublik Deutschland (BGB), zu bezahlen; 

 3b. Eventualiter sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den Betrag 
von CHF 644'720.00, zuzüglich Verzugszinsen ab 4. Februar 2006, be-
rechnet gemäss den §§ 247, 286 und 288 des Bürgerlichen Gesetzbu-
ches der Bundesrepublik Deutschland (BGB), zu bezahlen; 

 4a. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 
USD 1'030'000.00, zuzüglich Verzugszinsen ab 14. Dezember 2006, 
berechnet gemäss den §§ 247, 286 und 288 des Bürgerlichen Gesetz-
buches der Bundesrepublik Deutschland (BGB), zu bezahlen; 

 4b. Eventualiter sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin den Betrag 
von CHF 1'238'276.00, zuzüglich Verzugszinsen ab 14. Dezember 
2006, berechnet gemäss den §§ 247, 286 und 288 des Bürgerlichen 
Gesetzbuches der Bundesrepublik Deutschland (BGB), zu bezahlen; 

 alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen und zusätzlich Mehrwert-
steuerzusatz zulasten der Beklagten" 

 
 
 
 

- 3 - 

Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 11. Juli 2018 (Urk. 194 = Urk. 197 S. 
210 ff.): 

"1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 21'500'000.– zu bezahlen, 

zuzüglich Zinsen 

zu 6.37 % p.a. vom 31. Mai 2006 bis zum 30. Juni 2006; 
zu 6.95 % p.a. vom 1. Juli 2006 bis zum 31. Dezember 2006; 
zu 7.70 % p.a. vom 1. Januar 2007 bis zum 30. Juni 2007; 
zu 8.19 % p.a. vom 1. Juli 2007 bis zum 31. Dezember 2007; 
zu 8.32 % p.a. vom 1. Januar 2008 bis zum 30. Juni 2008; 
zu 8.19 % p.a. vom 1. Juli 2008 bis zum 31. Dezember 2008; 
zu 6.62 % p.a. vom 1. Januar 2009 bis zum 30. Juni 2009; 
zu 5.12 % p.a. vom 1. Juli 2009 bis zum 30. Juni 2011; 
zu 5.37 % p.a. vom 1. Juli 2011 bis zum 31. Dezember 2011; 
zu 5.12 % p.a. vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2012; 
zu 4.87 % p.a. vom 1. Januar 2013 bis zum 30. Juni 2013; 
zu 4.62 % p.a. vom 1. Juli 2013 bis zum 31. Dezember 2013; 
zu 4.37 % p.a. vom 1. Januar 2014 bis zum 30. Juni 2014; 
zu 4.27 % p.a. vom 1. Juli 2014 bis zum 31. Dezember 2014; 
zu 4.17 % p.a. vom 1. Januar 2015 bis zum 30. Juni 2016; 
zu 4.12 % p.a. seit 1. Juli 2016. 

Die Beklagte ist alternativ ermächtigt, diesen Betrag (Kapitalschuld und Zin-

sen) zum im Zeitpunkt der Zahlung am Zahlungsort (C._____, Deutschland) 

geltenden Wechselkurs in Euro zu bezahlen. 

2. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin USD 1'489'500.– zu bezahlen, 

zuzüglich Zinsen 

zu 7.70 % p.a. vom 15. März 2007 bis zum 30. Juni 2007; 
zu 8.19 % p.a. vom 1. Juli 2007 bis zum 31. Dezember 2007; 
zu 8.32 % p.a. vom 1. Januar 2008 bis zum 30. Juni 2008; 
zu 8.19 % p.a. vom 1. Juli 2008 bis zum 31. Dezember 2008; 
zu 6.62 % p.a. vom 1. Januar 2009 bis zum 30. Juni 2009; 
zu 5.12 % p.a. vom 1. Juli 2009 bis zum 30. Juni 2011; 

- 4 - 

zu 5.37 % p.a. vom 1. Juli 2011 bis zum 31. Dezember 2011; 
zu 5.12 % p.a. vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2012; 
zu 4.87 % p.a. vom 1. Januar 2013 bis zum 30. Juni 2013; 
zu 4.62 % p.a. vom 1. Juli 2013 bis zum 31. Dezember 2013; 
zu 4.37 % p.a. vom 1. Januar 2014 bis zum 30. Juni 2014; 
zu 4.27 % p.a. vom 1. Juli 2014 bis zum 31. Dezember 2014; 
zu 4.17 % p.a. vom 1. Januar 2015 bis zum 30. Juni 2016; 
zu 4.12 % p.a. seit 1. Juli 2016. 

Die Beklagte ist alternativ ermächtigt, diesen Betrag (Kapitalschuld und Zin-

sen) zum im Zeitpunkt der Zahlung am Zahlungsort (C._____, Deutschland) 

geltenden Wechselkurs in Euro zu bezahlen. 

3. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin USD 500'000.– zu bezahlen, zu-

züglich Zinsen 

zu 6.37 % p.a. vom 4. Februar 2006 bis zum 30. Juni 2006; 
zu 6.95 % p.a. vom 1. Juli 2006 bis zum 31. Dezember 2006; 
zu 7.70 % p.a. vom 1. Januar 2007 bis zum 30. Juni 2007; 
zu 8.19 % p.a. vom 1. Juli 2007 bis zum 31. Dezember 2007; 
zu 8.32 % p.a. vom 1. Januar 2008 bis zum 30. Juni 2008; 
zu 8.19 % p.a. vom 1. Juli 2008 bis zum 31. Dezember 2008; 
zu 6.62 % p.a. vom 1. Januar 2009 bis zum 30. Juni 2009; 
zu 5.12 % p.a. vom 1. Juli 2009 bis zum 30. Juni 2011; 
zu 5.37 % p.a. vom 1. Juli 2011 bis zum 31. Dezember 2011; 
zu 5.12 % p.a. vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2012; 
zu 4.87 % p.a. vom 1. Januar 2013 bis zum 30. Juni 2013; 
zu 4.62 % p.a. vom 1. Juli 2013 bis zum 31. Dezember 2013; 
zu 4.37 % p.a. vom 1. Januar 2014 bis zum 30. Juni 2014; 
zu 4.27 % p.a. vom 1. Juli 2014 bis zum 31. Dezember 2014; 
zu 4.17 % p.a. vom 1. Januar 2015 bis zum 30. Juni 2016; 
zu 4.12 % p.a. seit 1. Juli 2016. 

Die Beklagte ist alternativ ermächtigt, diesen Betrag (Kapitalschuld und Zin-

sen) zum im Zeitpunkt der Zahlung am Zahlungsort (C._____, Deutschland) 

geltenden Wechselkurs in Euro zu bezahlen. 

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4. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin USD 1'030'000.– zu bezahlen, 

zuzüglich Zinsen 

zu 6.95 % p.a. vom 15. Dezember 2006 bis zum 31. Dezember 
2006; 
zu 7.70 % p.a. vom 1. Januar 2007 bis zum 30. Juni 2007; 
zu 8.19 % p.a. vom 1. Juli 2007 bis zum 31. Dezember 2007; 
zu 8.32 % p.a. vom 1. Januar 2008 bis zum 30. Juni 2008; 
zu 8.19 % p.a. vom 1. Juli 2008 bis zum 31. Dezember 2008; 
zu 6.62 % p.a. vom 1. Januar 2009 bis zum 30. Juni 2009; 
zu 5.12 % p.a. vom 1. Juli 2009 bis zum 30. Juni 2011; 
zu 5.37 % p.a. vom 1. Juli 2011 bis zum 31. Dezember 2011; 
zu 5.12 % p.a. vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2012; 
zu 4.87 % p.a. vom 1. Januar 2013 bis zum 30. Juni 2013; 
zu 4.62 % p.a. vom 1. Juli 2013 bis zum 31. Dezember 2013; 
zu 4.37 % p.a. vom 1. Januar 2014 bis zum 30. Juni 2014; 
zu 4.27 % p.a. vom 1. Juli 2014 bis zum 31. Dezember 2014; 
zu 4.17 % p.a. vom 1. Januar 2015 bis zum 30. Juni 2016; 
zu 4.12 % p.a. seit 1. Juli 2016. 

Die Beklagte ist alternativ ermächtigt, diesen Betrag (Kapitalschuld und Zin-

sen) zum im Zeitpunkt der Zahlung am Zahlungsort (C._____, Deutschland) 

geltenden Wechselkurs in Euro zu bezahlen. 

5. Im übrigen Umfang (Zinsbegehren) wird die Klage abgewiesen. 

6. Die erstinstanzliche Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 386'000.–  ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 1'240.–   Kosten des Schlichtungsverfahrens; 

CHF 100'000.–   zweitinstanzliche Entscheidgebühr; 

CHF 487'240.–   Kosten total. 

7.  Die Gerichtskosten für das erst- und das zweitinstanzliche Verfahren, ein-

schliesslich der Kosten des Schlichtungsverfahrens, werden der Beklagten 

auferlegt. 

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8.  Die Entscheidgebühr für das erst- und das zweitinstanzliche Verfahren wird 

– soweit ausreichend – mit den von der Klägerin im erst- und zweitinstanzli-

chen Verfahren geleisteten Kostenvorschüssen von insgesamt 

CHF 370'500.– verrechnet und im Mehrumfang (CHF 115'500.–) von der 

Beklagten bezogen. 

Die Beklagte wird überdies verpflichtet, der Klägerin die von ihr geleisteten 

Kostenvorschüsse von insgesamt CHF 370'500.– sowie die Kosten des 

Schlichtungsverfahrens von CHF 1'240.– zu ersetzen. 

9. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung für das 

erst- und das zweitinstanzliche Verfahren von insgesamt CHF 438'900.– 

(8 % MwSt. darin enthalten) zu bezahlen. 

Die von der Klägerin für eine allfällige Parteientschädigung der Beklagten für 

das erst- und zweitinstanzliche Verfahren bei der Bezirksgerichts- bzw. der 

Obergerichtskasse hinterlegte Sicherheit von insgesamt CHF 347'000.– wird 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids an die Klägerin zurückbe-

zahlt. 

10. Schriftliche Mitteilung an 

− die Parteien (je gegen Empfangsschein) und 

− das Bezirksgericht Frauenfeld zuhanden der Strafakten S1.2014.21 (in 

Kopie und gegen Empfangsschein). 

11. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustel-

lung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht 

des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach, 8021 Zürich, erklärt werden. In 

der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige 

Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 

Wird nur die Regelung der Gerichtskosten und der Parteientschädigung in 

diesem Entscheid angefochten, kann innert 30 Tagen von der Zustellung an 

im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des Kan-

tons Zürich, Postfach, 8021 Zürich, Beschwerde erhoben werden. In der Be-

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schwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Ur-

kunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen". 

Berufungsanträge: 

der Beklagten (Urk. 196 S. 2): 
 
"1.  Das Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Abteilung, vom 11. Juli 2018 (Ge-

schäfts-Nr. CG120020), sei aufzuheben und es sei die Klage vollumfänglich 
abzuweisen. 

2. Eventuell sei die Sache an das Bezirksgericht Meilen zurückzuweisen. 
3.  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin, so-

wohl für das erstinstanzliche als auch für das zweitinstanzliche Verfahren". 
 

Erwägungen: 

I.  

 1. Die Beklagte war die (seit 2004 geschiedene) Ehefrau von B._____, der 

zusammen mit anderen Personen im sog. D._____-Skandal, einem der grössten 

Fälle von Wirtschaftskriminalität in der Bundesrepublik Deutschland der 90er Jah-

re des letzten Jahrhunderts, betrügerische Handlungen im Deliktsbetrag von meh-

reren Milliarden DM verübt hatte. 1995 hatten die Eheleute A._____/B.______ ei-

ne Güterstandsvereinbarung geschlossen, in der sich B._____ verpflichtete, der 

Beklagten aus Güterrecht DM 110 Mio. zu bezahlen (abzüglich bereits geleisteter 

DM 12 Mio.). Im Anschluss an die Verhaftung von B._____ im Jahr 2000 wurde in 

Deutschland das Insolvenzverfahren eröffnet. Der deutsche Insolvenzverwalter 

Rechtsanwalt E._____ reichte im Jahr 2001 in Deutschland gegen die Beklagte 

eine Anfechtungsklage im Streitwert von DM 178 Mio. nach § 129 ff. der deut-

schen Insolvenzordnung (vergleichbar der paulianischen Anfechtung gemäss Art. 

185 ff. SchKG) ein, die er 2003 jedoch zurückzog. Ebenfalls im Jahr 2001 hatte 

die Beklagte mit dem Insolvenzverwalter am 30. April eine (erste) "Vergleichs- 

und Auseinandersetzungsvereinbarung" und am 17. September 2001 eine "zweite 

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Ergänzungsvereinbarung" geschlossen. Die hier zu beurteilenden Ansprüche 

stützen sich im Wesentlichen auf die zweite der genannten Vereinbarungen. Ge-

mäss der ersten Vereinbarung sollte die Beklagte dem Insolvenzverwalter ihr 

ganzes Vermögen (Orientierungswert DM 366.7 Mio.) herausgeben bzw. sonst 

wie übertragen, wofür sie DM 20 Mio. erhalten und von gewissen Verpflichtungen 

gegenüber einer Drittperson freigestellt werden sollte. 

 In den beiden Vereinbarungen erwähnt war ein Grundstück in F._____, das 

die Beklagte offenbar aus Mitteln ihres Ehemannes erworben hatte und aufwändig 

umbauen liess. Aus hier nicht näher interessierenden bewilligungsrechtlichen 

Gründen konnte die Beklagte dieses Grundstück zu nur 40 % halten, sodass ihr 

Schwiegervater B'._____ sen. als Eigentümer der anderen 60 % ins Grundbuch 

eingetragen wurde. In der ersten Vereinbarung von April 2001 verpflichtete sich 

die Beklagte – gegen eine hier nicht näher interessierende Gegenleistung – das 

Eigentum an dem ihr gehörenden Grundstück auf Insolvenzverwalter E._____ zu 

übertragen. Ausserdem versprach sie zu gewährleisten, dass Schiegervater 

B'._____ sein Grundstück ebenfalls unentgeltlich an den Insolvenzverwalter über-

tragen werde. Wegen der gesetzlichen Regeln betreffend Grundstückerwerb 

durch Ausländer in der Schweiz wurde in der zweiten Ergänzungsvereinbarung 

vom September 2001 von einer (bewilligungspflichtigen) Übertragung des Anteils 

der Beklagten an Insolvenzverwalter E._____ abgesehen. Ausserdem verpflichte-

te sie sich, dass Schwiegervater B'._____ zugunsten von Insolvenzverwalter 

E._____ ebenfalls eine Verkaufsvollmacht und eine Abtretungserklärung bezüg-

lich seiner 60 % abgebe, was dieser dann auch tat, diese allerdings rund ein Jahr 

später widerrief. Am 28. November 2006 teilte die Beklagte dem Insolvenzverwal-

ter mit, dass sie die genannten Vereinbarungen für sittenwidrig und nichtig erach-

te. Das Grundstück wurde – kurz nachdem es die Beklagte und ihr Schwiegerva-

ter an die Kinder B''._____ übertragen und es gleichzeitig mit einem Wohnrecht 

zu Gunsten der Beklagten belastet hatten – an einen Dr. G._____ verkauft, der 

dafür einen beurkundeten Kaufpreis von Fr. 17.5 Mio. und zusätzlich Fr. 4 Mio. für 

die Ablösung des Wohnrechts sowie Inventar bezahlte.  

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 Mit einer Klage, welche der Insolvenzverwalter beim Landgericht Karlsru-

he/D eingereicht hatte, verlangte der Insolvenzverwalter die Feststellung der Gül-

tigkeit der mit der Beklagten geschlossenen Vereinbarungen. Gestützt auf Art. 5 

Ziff. 1 aLugÜ erklärte sich jenes Gericht für zuständig und stellte die Wirksamkeit 

der Vereinbarungen fest. Nachdem die zweite Instanz, das Oberlandesgericht 

Karlsruhe, die Zuständigkeit der deutschen Gerichte verneint hatte, entschied 

schliesslich der Bundesgerichtshof, dass die Schweizer Gerichte als Wohnsitz-

staat der Beklagten (Art. 2 Abs. 1 aLugÜ) zuständig seien. Inzwischen hatte die 

Beklagte nämlich ihren Wohnsitz in die Schweiz verlegt.  

 Der neue Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Dr. H._____, als Nachfolger des 

verstorbenen E._____, klagte am 23. Dezember 2008 gegen die Beklagte beim 

Bezirksgericht Meilen den Betrag von Fr. 17.5 Mio. aus dem Verkauf der Liegen-

schaft in F._____ ein (Geschäfts-Nr. CG080055). In einem Vorurteil wurde die 

Prozessführungsbefugnis des Insolvenzverwalters vom Bezirksgericht bejaht, von 

der Kammer hingegen verneint (Geschäfts-Nr. LB100033), was zu einem Nicht-

eintreten auf die Klage führte. Das Bundesgericht bestätigte diesen Entscheid im 

Verfahren BGer 4A_389/2011, teilweise publiziert als BGE 137 III 631. Auf eine 

von der Beklagten erhobene Widerklage betreffend Ungültigkeit der Vereinbarun-

gen von 2001 sowie Rückgabe von bereits Geleistetem traten das Bezirksgericht 

Meilen, bestätigt durch die Kammer (Geschäfts-Nr. LB120015), und das Bundes-

gericht (BGer 4A_380/2012) – als Folge des Nichteintretens auf die Hauptklage – 

wegen der fehlenden Prozessführungsbefugnis des Insolvenzverwalters ebenfalls 

nicht ein.  

 Auf Gesuch des Insolvenzverwalters anerkannte das Bezirksgericht Meilen 

am 23. Februar 2012 den Beschluss des Amtsgerichts Karlsruhe vom 1. Mai 2000 

(Nr. 4 IN 71/00) betreffend Konkurseröffnung über B._____ im Sinne von Art. 166 

IPRG für das Gebiet der Schweizerischen Eidgenossenschaft, eröffnete den sog. 

Hilfskonkurs, auch Anschlusskonkurs oder Mini-Konkurs genannt, und beauftragte 

das Konkursamt Küsnacht mit dem Vollzug. Die Klage, wie sie am 27. Juli 2012 

vor Vorinstanz von der Hilfskonkursmasse von B.______, vertreten durch das 

Konkursamt Küsnacht, eingeleitet wurde, betrifft Ansprüche aus den eingangs 

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genannten Vereinbarungen aus dem Jahr 2001. Die Beklagte hielt die genannten 

Vereinbarungen unter anderem gemäss Art. 166 ff. IPRG, Art. 271 StGB und ge-

mäss dem Bewilligungsgesetz für ungültig bzw. nichtig und machte Wucher, 

Rücktritt und Verjährung gemäss dem materiellen deutschen Recht geltend.  

 Mit Teilurteil vom 23. Juni 2015 (Geschäfts-Nr. CG120020) wies die Vor-

instanz das Rechtsbegehren Ziff. 1 mit folgendem Fazit ab: "Aufgrund des oben 

Ausgeführten erweisen sich die Bestimmungen der ersten Vergleichs- und Ausei-

nandersetzungsvereinbarung vom 30. April 2001 sowie der zweiten Ergänzungs-

vereinbarung vom 17. September 2001 in Bezug auf das in F._____ gelegene 

Grundstück aufgrund von Art. 26 BewG sowie Art. 271 StGB i.V.m. Art. 20 Abs. 2 

OR als (teil-)nichtig […]".  

 Die Klägerin focht diesen Entscheid bei der Kammer rechtzeitig an (Ge-

schäfts-Nr. LB150044). Mit Beschluss vom 13. Dezember 2016 hiess diese die 

Berufung gut, hob das Urteil vom 23. Juni 2015 auf und wies die Sache zur Fort-

führung des Verfahrens im Sinne der Erwägungen und zur neuen Entscheidung 

an die Vorinstanz zurück (Urk. 189 S. 40). Die Beklagte zog den Fall an das Bun-

desgericht weiter, das mit Urteil vom 19. September 2017 (Urk. 191) auf die Be-

schwerde wegen Art. 93 BGG nicht eintrat (Urk. 191; BGer 4A_65/2017).  

 2. Die Vorinstanz behandelte nunmehr die ursprüngliche Klage bezüglich 

der im Teilurteil vom 23. Juni 2015 offen gelassenen Punkte und fällte am 11. Juli 

2018 das eingangs wiedergegebene und hier zu beurteilende Urteil (Urk. 197 S. 

210). Dieser Entscheid wurde von der Beklagten rechtzeitig an die Kammer wei-

tergezogen, was der Klägerin am 20. September 2018 angezeigt wurde (Urk. 

201).  

 3. Mit Verfügung vom 27. September 2018 (Urk. 202) wurde bei der Beklag-

ten ein Kostenvorschuss für die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens im Be-

trage von Fr. 193'000.– verlangt. Mit Datum und Poststempel 2. Oktober 2018 

(Urk. 203) stellte die Klägerin das Gesuch, die Beklagte zu einer Sicherstellung 

für die Parteientschädigung von Fr. 158'866.–, eventualiter Fr. 119'133.– zu ver-

halten (Urk. 203 S. 2), wofür sie insbesondere die Zahlungsunfähigkeit der Be-

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klagten i.S.v. Art. 99 Abs. 1 lit. b ZPO, aber auch weitere Gründe anführte. Nach-

dem der Beklagten Gelegenheit zur Stellungnahme zu diesem Gesuch gegeben 

worden war (Urk. 207), stellte diese am 9. Oktober 2018 ein Gesuch um Frister-

streckung zur Leistung des Kostenvorschusses (Urk. 208), das ihr letztmals bewil-

ligt wurde (Urk. 209). Weiter ersuchte die Beklagte um Erstreckung der Frist zur 

Stellungnahme betreffend Sicherheitsleistung (Urk. 210). Die Klägerin ihrerseits 

wies mit einer kurzen Eingabe vom 16. Oktober 2018 darauf hin, dass die Be-

gründung der Beklagten in ihrem Fristerstreckungsgesuch deutlich auf ihre Zah-

lungsunfähigkeit hinweise (Urk. 211). Die Kammer erstreckte der Beklagten als-

dann mit Verfügung vom 16. Oktober 2018 die Frist zur Stellungnahme zur ver-

langten Sicherstellung der Parteientschädigung letztmals bis zum 12. November 

2018 (Urk. 212). Mit Verfügung vom 26. Oktober 2018 wurde der Beklagten eine 

einmalige Nachfrist von 5 Tagen zur Leistung des Kostenvorschusses angesetzt 

(Urk. 214), welcher dann mit Valuta 29. Oktober 2018 in der Höhe von Fr. 

193'000.– geleistet wurde (Urk. 215). Die Stellungnahme der Beklagten zur Si-

cherstellung der Parteientschädigung ging mit Datum vom 12. November 2018 

rechtzeitig ein und wurde der Klägerin zugestellt (Urk. 216 samt Beilagen 218/6-

7). Am 16. November 2018 erneuerte die Klägerin ihr ursprüngliches Gesuch vom 

2. Oktober 2018 und wendete sich gegen die von der Beklagten veranlasste Pro-

zessfinanzierung (Urk. 220), während die Beklagte mit Eingabe vom 3. Dezember 

2018 darum ersuchte, den Antrag der Klägerin um Sicherstellung abzuweisen 

(Urk. 224). Mit Verfügung vom 4. Dezember 2018 (Urk. 227) wurde die Beklagte 

verpflichtet, Sicherheit für die Entschädigung der Gegenpartei in der Höhe von Fr. 

120'000.– zu leisten, welche in bar oder durch Garantie einer in der Schweiz nie-

dergelassenen Bank oder eines zum Geschäftsbetrieb in der Schweiz zugelasse-

nen Versicherungsunternehmens geleistet werden könne. Mit Valuta 17. Dezem-

ber 2018 leistete die I._____ AG einen Vorschuss von Fr. 120'000.– (Urk. 229). 

Mit Eingabe vom 20. August 2019 stellte die Beklagte – unter Einreichung des Ur-

teils des Bundesgerichts 6B_1208/2018 und 6B_1209/2018 vom 6. August 2019 – 

ein Gesuch um formelle Fristansetzung zur Noveneingabe (Urk. 234 und 235). 

Dieses Gesuch wurde mit Verfügung vom 22. August 2019 abgewiesen 

(Urk. 236). Unter dem 23. August 2019 erstattete die Beklagte eine Noveneingabe 

- 12 - 

(Urk. 237-239). Diese ist der Gegenpartei mit dem heutigen Entscheid zuzustel-

len. 

 4. Die Akten der Verfahren CG120020 (Urk. 1 bis 195) und LB150044 wur-

den beigezogen. Das Verfahren wurde zur Bearbeitung Ersatzrichterin Prof. Dr. 

J._____ zugeteilt. Zufolge Ablaufs der Amtsdauer (30. Juni 2019) wirkt Ersatzrich-

terin J._____ am Entscheid nicht mehr mit.  

 5. Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung wie auch die un-

richtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

In der Berufung ist aufzuzeigen, inwiefern der angefochtene Entscheid als fehler-

haft erachtet wird. Die Begründung muss hinreichend genau und eindeutig sein 

und von der Berufungsinstanz mühelos verstanden werden können. Dies setzt vo-

raus, dass der Berufungskläger im Einzelnen die vorinstanzlichen Erwägungen 

bezeichnet, die er anficht, und die Aktenstücke nennt, auf denen seine Kritik be-

ruht. Diese Anforderungen gelten – wenn auch weniger streng – auch gegenüber 

juristischen Laien. Sind die Anforderungen erfüllt, überprüft die Berufungsinstanz 

den angefochtenen Entscheid sowohl in rechtlicher als auch in tatsächlicher Hin-

sicht frei. Ihre Kognition ist umfassend, sie kann sämtliche gerügten Mängel frei 

und unbeschränkt überprüfen (Art. 310 ZPO) und wendet das Recht von Amtes 

wegen an (Art. 57 ZPO). Dabei kann sich die Berufungsinstanz abgesehen von 

offensichtlichen Mängeln darauf beschränken, die Beanstandungen zu beurteilen, 

welche die Parteien in ihren schriftlichen Begründungen gegen das erstinstanzli-

che Urteil erheben (BGer 5A_635/2015, Urteil vom 21. Juni 2015 E. 5 unter Hin-

weis auf BGE 138 III 374 E. 4.3.1 S. 375; BGer 5A_141/2014 vom 28. April 2014 

E. 2.4; BGer 4A_619/2015 vom 25. Mai 2016 E. 2.2.4 mit weiteren Hinweisen; 

Reetz/Theiler, ZK ZPO, 3. A. 2016, Art. 310 N 5 und 6; Art. 311 N 36). Es ist 

nachstehend auf die erhobenen Einwendungen soweit erheblich einzugehen. 

 6. Gemäss Art. 312 Abs. 1 ZPO ist keine Berufungsantwort einzuholen, 

wenn die Sache spruchreif ist. Das trifft hier zu.  

- 13 - 

II.  

 1. Von den in der Klage vorgebrachten Streitpunkten wurde die Ungültigkeit 

bzw. Nichtigkeit der von der Beklagten mit dem ursprünglichen Insolvenzverwalter 

geschlossenen Vereinbarungen (Urk. 4/4 und Urk. 4/25) wegen Verstosses gegen 

Art. 166 ff. IPRG, Art. 271 StGB und gegen das Bewilligungsgesetz im Beschluss 

vom 13. Dezember 2016 (LB150044) der Kammer verneint. Die Kammer ist durch 

ihren Entscheid gebunden, auch wenn die Rechtskraft noch nicht eingetreten ist 

und jenes Urteil mit dem vorliegenden Urteil zu den bisher noch nicht beurteilten 

Streitpunkten ans Bundesgericht weitergezogen werden kann.  

 2. Die Vorinstanz hat sich mit der Bedeutung früherer Verfahren und Ent-

scheidungen (Urk. 197 E. V.) auseinandergesetzt und auch die Beklagte geht da-

von aus, dass das aufgehobene Urteil des Landgerichts Karlsruhe rechtlich nicht 

existiere (Urk. 196 Rz 85). Diese Ausführungen treffen zu, so dass darauf verwie-

sen werden kann. Nicht unzulässig ist es allerdings, dass sich eine Partei – hier 

die Klägerin (vgl. E. IV./5.g) – argumentativ auf die Ansichten und Folgerungen, 

die jenem Urteil zugrunde liegen, beruft, und sie für ihre eigene Argumentation 

verwendet.  

 3. Auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zum anwendbaren 

Recht kann gleichermassen verwiesen werden (Urk. 197 E. VI.).  

 Zum Inhalt des ausländischen Rechts ist anzufügen, dass die Beklagte mit 

ihrer Berufung ein weiteres Privatgutachten eingereicht hat, welches sich – wie 

die beiden bereits vorliegenden Gutachten – mit den sich stellenden Verjährungs-

fragen befasst (Gutachten von Univ.-Prof. Dr. K._____, … des Instituts für Verfah-

rensrecht und Insolvenzrecht der Universität Köln vom 27. August 2018, Urk. 

199/3). Da es sich dabei um ein (privates) Rechtsgutachten handelt, dem der 

Stellenwert von Parteibehauptungen zukommt (KuKo ZPO-Schmid, 2. Auflage 

2014, N. 27 zu Art. 95; N. 15 f. und N. 18 zu Art. 183), gibt es keine Noven-

schranke (Sébastien Moret, Aktenschluss und Novenrecht nach Schweizerischer 

Zivilprozessordnung, Zürcher Studien zum Verfahrensrecht, Band 177, Zürich 

- 14 - 

2014, Rz 506). Die Einreichung im Berufungsverfahren ist zulässig und es ist – 

gleich wie die bereits vor erster Instanz eingereichten Parteigutachten L._____ 

(Urk. 87/1) und M._____ (Urk. 67/79 und 83/97) – als Parteibehauptung zum aus-

ländischen Recht in die Würdigung einzubeziehen.  

 4.  Die Beklagte bringt in ihrer Berufung Folgendes zur Abklärung:  

• Nichtigkeit der Vergleichsvereinbarungen von 2001 zufolge Formmangels 

(Urk. 196 S. 8 ff.) 

• Nichtigkeit der Vereinbarungen von 2001 wegen Wuchers bzw. Sittenwidrig-

keit (Urk. 196 S. 12 ff.) 

• Rücktritt von den Vergleichsvereinbarungen durch die Beklagte (Urk. 196 S. 

30 ff.) 

• Verjährungsfragen bezüglich Zahlung von Fr. 17.5 Mio. (Verkauf Grund-

stück; Urk. 196 S. 39 ff.), bezüglich Zahlung von Fr. 4 Mio. (Wohnrecht und 

Inventar; Urk. 196 S. 84 ff.) bzw. betreffend Schmuck- und Kunstgegenstän-

de (welche die Beklagte nicht herausgab bzw. veräusserte; Urk. 196 S. 94 

ff.).  

III. 

Formnichtigkeit der Vergleichsvereinbarungen (Urk. 4/4 und 4/25) aus dem 
Jahr 2001 zwischen dem deutschen Insolvenzverwalter und der Beklagten  

 1. Die Beklagte macht geltend, dass der die Vereinbarungen beurkundende 

Notar in Basel wegen des Zusammenhangs mit dem Grundstück am Lageort im 

Kanton Graubünden unzuständig gewesen sei (Urk. 196 Rz 14). Dagegen steht 

die Ansicht der Vorinstanz, wonach die Verpflichtung zur Vollmachtserteilung, zur 

Abtretung/Erlösablieferung durch die Beklagte, zur Gewährleistung der Koopera-

tion von B'._____ sen. (Vollmachteinräumung, Abtretung des Verkaufserlöses an 

den Insolvenzverwalter) sowie allgemein zur Übertragung des Vermögens nicht 

unter Art. 119 Abs. 3 IPRG falle, sondern gemäss Art. 124 Abs. 3 IPRG nach 

- 15 - 

deutschem oder nach schweizerischem Recht zu beurteilen sei. Im Schweizer 

Recht sei keine besondere Form vorgeschrieben und die Form der notariellen 

Beurkundung nach deutschem Recht sei durch den Basler Notar eingehalten 

worden. Zu diesen divergierenden Standpunkten ergibt sich im Einzelnen Folgen-

des:  

 2. Die Vorinstanz weist auf die Auffassung der Beklagten hin, dass sowohl 

die beiden Vereinbarungen als auch die Abtretungen und Vollmachtserteilungen – 

soweit sie das Grundstück in F._____ betrafen – in der Form der öffentlichen Be-

urkundung hätten erfolgen müssen, was bezüglich der Abtretungen und Voll-

machten nicht der Fall gewesen sei. Weiter wären die öffentlichen Beurkundun-

gen, soweit sie die Liegenschaften in F._____ betroffen hätten, nicht im zutreffen-

den Kanton – nämlich am Lageort Graubünden – vorgenommen worden (Urk. 197 

E. VIII./2.). Die Vorinstanz weist in Abweichung zu diesem Standpunkt darauf hin, 

dass es strikte zu unterscheidende Rechtsgeschäfte gebe, nämlich die Abtretung 

(als Verfügungsgeschäft), die Vollmachterteilung (als separates, abstraktes 

Rechtsgeschäft) sowie die Vergleichsvereinbarungen, welche entsprechende 

Kausalgeschäfte sowie weitere Verpflichtungen enthalten würden (Urk. 197 

E.VIII./3. S. 27 f.). Nach welchem Recht diese Rechtsgeschäfte zu beurteilen sei-

en, sei differenziert zu betrachten (Urk. 197 S. 28). Allerdings gehe es hier darum, 

ob die verschiedenen Verpflichtungen, welche die Beklagte in den Vergleichsver-

einbarungen übernommen habe (Verpflichtung zur Vollmachtserteilung, Verpflich-

tung zur Abtretung/Erlösablieferung, Verpflichtung zur Gewährleistung der Koope-

ration von B'._____ sen. [Vollmachtserteilung, Abtretung des Verkaufserlöses] 

und allgemein zur Übertragung ihres Vermögens), wirksam vereinbart worden 

seien, was sich im Grundsatz nach deutschem Recht richte (Urk. 197 S. 28 f.). 

Die Frage der Formgültigkeit sei allerdings separat anzuknüpfen. Zu beachten sei 

die Spezialbestimmung betreffend Verträge über Grundstücke und ihren Ge-

brauch. Art. 119 IPRG nenne das Recht des Lageortes, wobei Rechtswahl zuläs-

sig sei. Hinsichtlich der Form sei jedoch zwingend das Recht des Lageortes an-

wendbar (Art. 119 Abs. 3 IPRG). Massgeblich sei demnach, ob die Vereinbarun-

gen aus dem Jahr 2001 "Verträge über Grundstücke und deren Gebrauch" seien 

(Urk. 197 S. 29). Die Vereinbarung vom 30. April 2001 (Urk. 4/4) sei ein "Vertrag 

- 16 - 

über ein Grundstück" i.S.v. Art. 119 IPRG. Zu den Verpflichtungen zur Vollmach-

terteilung und zur Abtretung des Grundstückerlöses etc. ergebe sich bereits aus 

dem Teilurteil vom 23. Juni 2015 (Urk. 135 E. V./2.4.3.-4. S. 22 ff.), dass diese 

nicht unter Art. 119 Abs. 3 IPRG fallen würden, da weder ein dingliches noch ein 

persönliches (Gebrauchs-)Recht eingeräumt worden sei (Urk. 197 S. 30 E. 6). Es 

gelte das Prinzip des favor negotii von Art. 124 IPRG, wonach es ausreiche, wenn 

ein Vertrag entweder am einen oder am anderen Ort formgültig sei (Urk. 197 S. 

30 E. 7). Nach schweizerischem Recht (Art. 11 Abs. 1 OR) seien die Vereinba-

rungen formlos gültig (Urk. 197 S. 30 E. 8.). Bleibe damit noch Art. 124 Abs. 3 

IPRG, der Formvorschriften zum Schutz einer – als "unterlegen" zu betrachtenden 

– Partei vorsehe (Urk. 197 S. 30 f. E. 8 f.). Nach deutschem Recht sehe § 311 

BGB (neu: § 311b Abs. 3 BGB) die notarielle Beurkundung vor, wenn es um die 

Verpflichtung auf Übertragung eines Vermögens oder Teilen davon gehe. Wegen 

der Verpflichtung der Beklagten, ihr gesamtes derzeitiges Vermögen an den In-

solvenzverwalter herauszugeben/zu übereignen/abzutreten, sei nach deutschem 

Recht eine notarielle Beurkundung erforderlich (Urk. 197 S. 31 f. E. 9. und 10.), 

was im vorliegenden Fall beachtet worden sei (Urk. 197 S. 33 E. 12. und 13.). 

Das deutsche Recht anerkenne Beurkundungen im Ausland grundsätzlich als 

wirksam, sofern die ausländische Beurkundung funktional gleichwertig sei. Das 

sei der Fall, wenn die ausländische Urkundsperson nach Ausbildung und Stellung 

eine dem deutschen Notar entsprechende Funktion ausübe und ein Verfahrens-

recht anwende, das den tragenden Grundsätzen des deutschen Beurkundungs-

rechts entspreche (Urk. 197 E. 14. S. 33 f.). Die Gleichwertigkeit einer Beurkun-

dung durch einen Basler Notar habe der BGH mit Urteil vom 17. Dezember 2013, 

II ZB 6/13, NJW 2014, S. 2026 Rz 14, anerkannt (Urk. 197 S. 34 E. 15.), so dass 

die Vergleichsvereinbarungen sowohl nach schweizerischem als auch nach deut-

schem Recht formgültig seien.  

 3. Nach den Vorbringen der Beklagten wäre die Beurkundung der Ver-

gleichsvereinbarungen als Geschäfte im Zusammenhang mit einem Grundstück 

durch einen Bündner Notar vorzunehmen gewesen, andernfalls sie formungültig 

und daher nichtig sei (Urk. 196 Rz 14); Art. 119 Abs. 3 IPRG sei zwingendes 

Recht (Urk. 196 Rz 16). Der Insolvenzverwalter habe eine eigentümerähnliche 

- 17 - 

Stellung bezüglich des Grundstückes in F._____, sei doch in der ersten Ver-

gleichsvereinbarung sogar vorgesehen gewesen, dass die Liegenschaft in 

F._____ auf den Insolvenzverwalter übertragen werde. Nur wegen der Bewilli-

gungspflicht für Ausländer gemäss BewG sei dann die zweite Ergänzungsverein-

barung (Urk. 4/25) abgeschlossen worden, was am Motiv und den beabsichtigten 

wirtschaftlichen Folgen nichts habe ändern wollen, nämlich dass der Insolvenz-

verwalter mit der Kombination von umfassender Verkaufsvollmacht und Abtretung 

die Liegenschaft habe verkaufen und den Kaufpreis habe vereinnahmen können, 

und zwar nach Gutdünken des Insolvenzverwalters und ohne Mitwirkung der Be-

klagten. Die Vollmacht habe ein vollumfängliches und alleiniges Verfügungsrecht 

gewährt, wie das sonst nur einem Eigentümer zukomme. Komme dazu, dass der 

Insolvenzverwalter (zu Unrecht) auch Grundpfandrechte an der Liegenschaft in 

F._____ in Anspruch genommen habe und nehme (Urk. 196 Rz 17). Die Argu-

mentation der Vorinstanz, dass der Grundbuchverwalter lediglich den wirtschaftli-

chen Gegenwert habe erhalten wollen, sei nicht stichhaltig, zumal die erste Ver-

gleichsvereinbarung vom 30. April 2001 auch nach der Vorinstanz ein grund-

stückbezogenes Rechtsgeschäft gewesen sei (Urk. 196 Rz 19). In beiden Verein-

barungen sei dem Insolvenzverwalter daher eine eigentümer(-ähnliche) Stellung 

eingeräumt worden (Urk. 196 Rz 20). Die Formgültigkeit sei daher nach schweize-

rischem Recht und zwar nach Art. 119 Abs. 3 IPRG zu beurteilen, unterstehe sie 

doch als Ausfluss des schweizerischen ordre public dem Beurkundungsobligatori-

um von Art. 657 ZGB und Art. 216 OR (Urk. 196 Rz 21, Rz 23). Nach dem hier 

massgeblichen schweizerischen Recht sei deshalb die Formgültigkeit zu vernei-

nen (Urk. 196 Rz 24). Gehe es um eine Liegenschaft im Kanton Graubünden, so 

sei problematisch, dass die Beurkundung nicht durch den Kreis- bzw. Grundbuch-

verwalter in F._____ gemäss Art. 2 Abs. 2 bzw. 3 des Notariatsgesetzes des Kan-

tons Graubünden erfolgt sei. Die Zuständigkeit der Urkundsperson sei gemäss 

Brückner (Schweizerisches Beurkundungsrecht, Rz 695) eine Beurkundungsvo-

raussetzung. Damit würden die Vergleichsvereinbarungen gegen schweizerische 

Formvorschriften verstossen und seien daher ungültig, sodass Rechtsbegehren 1 

bereits aus diesem Grund abzuweisen sei (Urk. 196 Rz 28 f.). Wegen Verstosses 

- 18 - 

gegen die schweizerischen Formvorschriften seien die Vergleichsvereinbarungen 

ungültig und die Klage sei aus diesem Grund abzuweisen (Urk. 196 Rz 29).  

 4. Für die Kammer steht wie für die Vorinstanz fest, dass die Parteien jeden-

falls in der Ergänzungsvereinbarung keinen Grundstückkauf oder eine andere ver-

tragliche Einigung zur Übertragung des Grundeigentums in F._____ geschlossen 

haben, sondern dass sie andere vertragliche Vorkehrungen trafen. Dabei ging es 

unstreitig nach wie vor darum, der (deutschen) Insolvenzmasse den Grundstück-

wert zuzuführen. Das ergibt sich aus der Ergänzungsvereinbarung vom 

17. September 2001 selbst, wo in Ziff. 3 steht (Urk. 4/25): "Gemäss § 1 Ziff. 1 der 

Vereinbarung vom 30.04.2001 hat sich Frau A._____ u.a. verpflichtet, ihren Mitei-

gentumsanteil bezüglich des Anwesens in F._____/Schweiz auf Rechtsanwalt 

E._____ zu übertragen. Ferner hat sie sich verpflichtet, gegenüber Rechtsanwalt 

E._____ zu gewährleisten, dass Herr B'._____ sen. seinen Miteigentumsanteil 

ohne Entgelt auf den Insolvenzverwalter innerhalb einer Frist von 3 Monaten nota-

riell überträgt. Es hat sich nunmehr herausgestellt, dass aufgrund der schweizeri-

schen Beschränkungen betreffend Grundstückserwerbe von Nichtschweizern eine 

Übertragung auf Rechtsanwalt E._____ nicht stattfinden kann. Die entsprechende 

Verpflichtung von Frau A._____ wird daher wie folgt geändert […]". Dass das kei-

ne Umgehung des Bewilligungsgesetzes ist, ist im Beschluss der Kammer vom 

13. Dezember 2016 (LB150044) bereits entschieden worden, sodass die behaup-

tete Umgehung nicht nochmals zu thematisieren ist.  

 5. Aufgrund der Ansicht der Beklagten, dass die Vereinbarungen zwischen 

ihr und dem deutschen Insolvenzverwalter nach der lex fori (Art. 119 Abs. 3 

IPRG) ein formbedürftiges Grundstückgeschäft über die Liegenschaft in F._____ 

seien bzw. enthielten, ist noch dieser Frage nachzugehen. Voranzustellen ist, 

dass es nicht um die Vereinbarung vom 30. April 2001 (Urk. 4/4) geht, die zwar 

ein Grundstückgeschäft enthielt (so auch die Vorinstanz in Urk. 197 S. 29 f.), die 

jedoch wegen der zweiten Ergänzungsvereinbarung vom 17. September 2001 

diesbezüglich ersetzt und nicht umgesetzt wurde. Klar und darin auch ausdrück-

lich erwähnt ist (Urk. 4/25 Ziff. 3 S. 4 f.), dass mit der zweiten Ergänzungsverein-

barung vom 17. September 2001 punkto Grundstück in F._____ ein anderer – 

- 19 - 

gangbarer – Weg gesucht worden war, damit sich der Insolvenzverwalter den 

Gegenwert des Grundstückes verschaffen konnte, ohne zuvor bewilligungspflich-

tig Grundeigentum für den Weiterverkauf erwerben zu müssen. Der Vorinstanz ist 

zuzustimmen, dass das, was die Parteien in der Zweiten Ergänzungsvereinba-

rung betreffend die Liegenschaft in F._____ vereinbart haben, kein Grundstück-

kauf ist. Direkt sind die bezüglichen Formvorschriften daher nicht anwendbar. 

Fraglich kann demnach höchstens noch sein, ob die Erteilung einer Vollmacht für 

die Veräusserung eines Grundstückes formbedürftig gewesen wäre oder ob die 

Abtretung des Veräusserungserlöses einer Form bedurft hätte, weil damit nach 

den Behauptungen der Beklagten ein formbedürftiges Rechtsgeschäft "umgan-

gen" wurde. In diesem Zusammenhang kann wiederholt werden, was die Vo-

rinstanz bereits im Teilurteil vom 23. Juni 2015 (Urk. 135 S. 25 E. V./2.4.3.1.) 

ausgeführt hat: "Weder ist es nach schweizerischen Recht verboten noch sonst 

wie auffällig, wenn jemandem eine Verkaufsvollmacht eingeräumt wird bzw. der 

Verkaufserlös von einer Liegenschaft abgetreten wird. Die Vollmachtserteilung für 

den Abschluss formbedürftiger Rechtsgeschäfte folgt dann auch anerkannter-

massen immer dem Grundsatz der Formfreiheit (in Deutschland ist dies sogar in § 

167 Abs. 2 BGB/D gesetzlich normiert; vgl. Gauch/Schluep, Schweizerisches Ob-

ligationenrecht - Allgemeiner Teil, Band I, 9. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2008, Rz 

1349). […] Somit stellt die zweite Ergänzungsvereinbarung in Bezug auf das 

Grundstück in der Schweiz kein grundstückbezogenes Rechtsgeschäft dar, des-

sen Form sich aufgrund der Spezialanknüpfung von Art. 119 Abs. 3 IPRG zwin-

gend nach schweizerischem Recht beurteilt" (Urk. 135 S. 26 E. V./2.4.4.). Was die 

Vollmacht im Zusammenhang mit Grundstückverkäufen anbelangt, hat das Bun-

desgericht in BGE 112 II 330 E. 1a (am Ende) erwähnt, dass sie formlos erteilt 

werden kann.  

 6. Die öffentliche Beurkundung findet sich insbesondere bei besonders wich-

tigen oder risikoreichen Geschäften und immer dann, wenn eine Eintragung in ein 

öffentliches Register erforderlich ist (BK OR-Müller, N. 111 zu Art. 11). Die öffent-

liche Beurkundung der Grundeigentumsübertragung (Art. 657 ZGB) bzw. des 

Grundstückkaufes (Art. 216 OR) – worum es sich hier gerade nicht handelt – dient 

mehreren Zwecken: Schutz vor übereiltem Vorgehen, Präzision des Vertrages, 

- 20 - 

besondere Aufbewahrungspflicht, Vorabprüfung des Vertrages im Hinblick auf 

den Registereintrag (Marc Wolfer, in: Alfred Koller, Der Grundstückkauf, 3. Aufla-

ge, Bern 2017, Rz 14 zu § 2; BSK ZGB II-Strebel/Laim, 5. Auflage 2015, N. 1 zu 

Art. 657; Jürg Schmid, Der öffentlich-rechtliche Vertrag oder die Verwaltungsver-

fügung als Rechtsgrundausweis für grundbuchliche Verfügungen, ZBGR 85/2004 

S. 317 ff., S. 321; Heinz Rey, Die Grundlagen des Sachenrechts und das Eigen-

tum, Grundriss des schweizerischen Sachenrechts, Band I, 3. Auflage, Bern 

2007, Rz 1360). Es wird unterschieden zwischen der Schutzwirkung, die der 

Zweckbestimmung der obligationenrechtlichen Formvorschriften entspricht (vgl. 

Schmid, a.a.O., S. 321; Rey, a.a.O., Rz 1361a), und dem registerrechtlichen 

Zweck, der darin besteht, dass dem Registereintrag ein klar formuliertes Rechts-

geschäft zu Grunde liegt. Der registerrechtliche Zweck spielt bei einem Geschäft, 

wie es der deutsche Insolvenzverwalter mit der Beklagten geschlossen hat, von 

vornherein keine Rolle, weil ein Verkauf bzw. die Eigentumsübertragung am 

Grundstück durch den Bevollmächtigten erst später vorgenommen worden wäre. 

(Erst) dafür wäre dann eine öffentliche Beurkundung erforderlich gewesen und 

dabei wäre dem registerrechtlichen Zweck die nötige Aufmerksamkeit geschenkt 

worden. Was die erteilte Vollmacht anbelangt, wäre in diesem Zusammenhang 

eher an die Schutzwirkung zu denken. Da jedoch – wie bereits erwähnt – die 

Vollmacht gemäss BGE 112 II 330 E. 1a formlos erteilt werden kann, ist der Frage 

nicht weiter nachzugehen. Und die Tatsache, dass die Beklagte den Verkaufser-

lös dem Insolvenzverwalter abgetreten hat, oder verallgemeinernd gesagt: dass 

der Verkaufserlös an eine andere Person als den veräussernden Grundeigentü-

mer zu bezahlen ist, ist auch bei einem eigentlichen (beurkundungspflichtigen) 

Grundstückskauf kein zwingend zu beurkundendes Vertragselement (vgl. Rey, 

a.a.O., Rz 1397 ff.), weil formbedürftig nur diejenigen Vertragspunkte sind, deren 

Bindung an eine Form zur Verwirklichung des jeweiligen gesetzlichen Schutzzwe-

ckes unerlässlich ist (BK OR-Müller, N. 158 zu Art. 11).  

  7. Die Kammer kommt zum gleichen Ergebnis wie die Vorinstanz, nämlich 

dass der von der (deutschen) lex causae verlangten Form der öffentlichen Beur-

kundung beim Basler Notar Genüge getan wurde. Die Bevollmächtigung des In-

solvenzverwalters und die Abtretung des Verkaufserlöses sind keine "Verträge 

- 21 - 

über Grundstücke", so dass Art. 119 Abs. 3 IPRG i.V.m Art. 657 ZGB und Art. 218 

OR (öffentliche Beurkundung) nicht zur Anwendung kommen. Die Frage, ob für 

eine allfällige Beurkundung ausschliesslich das Bündner Notariat am Lageort zu-

ständig gewesen wäre, stellt sich demnach – wenn gar keine öffentliche Beurkun-

dung erforderlich ist – nicht (Urk. 196 Rz 27 f.).  

IV.  

Wucher bzw. Sittenwidrigkeit der Vereinbarungen von 2001 

 1. Die Beklagte führt in der Berufung (Urk. 196 S. 12 ff.) aus, dass die Vor-

instanz in ihrem Urteil die eigene Position (Urk. 197 E. IX./1.-1.6. S. 35 ff.) grund-

sätzlich zutreffend zusammengefasst habe und fasst diese ihrerseits nochmals 

kurz zusammen: Sie sei als Hausfrau und Mutter zweier Kinder (13 und 15 Jahre 

alt) bei der Verhaftung ihres Mannes im Jahr 2000 ahnungslos gewesen, unter 

Schock gestanden und psychisch und finanziell unter enormen Druck gekommen. 

Der Insolvenzverwalter habe Ansprüche auf ihr gesamtes Vermögen erhoben. Es 

sei eine Zwangslage und sie in einer Schwächesituation gewesen (Urk. 196 Rz 31 

(i). Der Insolvenzverwalter habe im Klageentwurf vom 24. April 2001 DM 176 Mio. 

geltend gemacht, habe dann aber mit der ersten Vergleichsvereinbarung (vom 30. 

April 2001) ihr ganzes Vermögen von DM 366 Mio. abzüglich DM 20 Mio. bean-

sprucht. Tatsächlich wären es höchstens Anfechtungsansprüche von rund DM 72 

Mio. gewesen, da die Beklagte DM 113 Mio. nicht kontaminiertes Vermögen ge-

habt habe und Anfechtungsansprüche nur während zwei Jahren nach der Insol-

venzeröffnung durchsetzbar gewesen seien. Sie habe im Vergleich um DM 250 

Mio. (DM 366'777'000 ./. 72'962'416 ./. 20 Mio.) nachgegeben: ein offensichtliches 

Missverhältnis (Urk. 196 Rz 31 (ii). Die Beratung durch ihren Anwalt sei wegen ei-

nem für den Insolvenzverwalter ersichtlichen Interessenkonflikt nicht korrekt ge-

wesen (Urk. 196 Rz 31 (iii). Der Insolvenzverwalter habe die Zwangsla-

ge/Schwächesituation ausgebeutet (Urk. 196 Rz 31 (iv). Zu Unrecht erachte die 

Vorinstanz die Voraussetzungen des § 138 BGB als nicht erfüllt (Urk. 196 Rz 33).  

- 22 - 

 2. a) Die Vorinstanz weist darauf hin, dass die allgemeinen Unwirksamkeits-

gründe – insbesondere § 138 BGB – auch für den (aussergerichtlichen) Vergleich 

nach § 779 BGB gelten würden. § 138 Abs. 2 BGB (Wucher) sei lex specialis und 

habe daher gegenüber § 138 Abs. 1 BGB (Sittenwidrigkeit) und § 134 BGB (ge-

setzliches Verbot, Rechtswidrigkeit) i.V.m. § 291 dStGB (strafrechtlicher Wucher-

tatbestand) Vorrang. Sie bezieht sich zunächst auf die Ansicht der Beklagten, weil 

sie auf das gegenseitige Nachgeben abgestellt habe und die subjektive Betrach-

tungsweise für massgeblich halte und nicht die Rechtspositionen aus objektiver 

Sicht (Urk. 197 E. XIII./2.1.1., 2.1.2., recte E. IX./2.1.1. und 2.2.1 S. 43 ff.).  

 b) In Urk. 197 E. IX./2.1. und 2.2. S. 43 ff. wendet sich die Vorinstanz dem 

Tatbestand des Wuchers i.S.v. § 138 Abs. 2 BGB zu ("Nichtig ist insbesondere 

ein Rechtsgeschäft, durch das jemand unter Ausbeutung der Zwangslage, der 

Unerfahrenheit, des Mangels an Urteilsvermögen oder der erheblichen Willens-

schwäche eines anderen, sich oder einem Dritten für eine Leistung Vermögens-

vorteile versprechen oder gewähren lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis 

zu der Leistung stehen"). Beim Verhältnis von Leistung und Gegenleistung sei ein 

"auffälliges Missverhältnis" vorausgesetzt. Beim Vergleich sei nicht auf das Ver-

hältnis des Werts der im Vergleich beiderseits übernommenen Verpflichtungen 

abzustellen, sondern das beiderseitige Nachgeben gegeneinander abzuwägen 

und es sei eine rein subjektive Betrachtungsweise massgebend, d.h. wie die Par-

teien die Rechtslage beim Vergleichsschluss eingeschätzt hätten. Die "wahre" 

Ausgangslage sei mit Blick auf Sinn und Zweck des Vergleichsschlusses un-

massgeblich. Den Rechtsstreit quasi mit einer nachträglichen Prüfung des hypo-

thetischen Ausgangs nachzuholen, verbiete sich, weil mit dem Vergleich um des 

Rechtsfriedens Willen auf die Aufklärung der wirklichen Rechtslage gerade ver-

zichtet worden sei, womit auch eine Schmälerung der materiellen Rechtspositio-

nen in Kauf genommen werde. Stelle sich später heraus, dass die vermeintlichen 

Ansprüche gar nicht bestanden hätten, so könne der Vergleich deswegen nicht 

wucherisch oder sittenwidrig sein (Urk. 197 S. 43 f.). Alles, was mit Blick auf die 

wahre Rechtslage aufgeführt werde, sei unbehelflich (Urk. 197 E. IX./2.1.2 S. 44), 

was auch für die Gegenüberstellung von Leistung und Gegenleistung zutreffe, 

wobei die Beklagte letztlich auf ihrer Seite die tatsächliche Leistungspflicht mit der 

- 23 - 

"wahren" Rechtsposition vor Vergleichsabschluss vergleiche. Zu berücksichtigen 

sei die subjektive Betrachtungsweise der Parteien (Urk. 197 E. IX./2.1.4. S. 45), 

welche sich aus den Vorbemerkungen in der ersten Vereinbarung vom 30. April 

2001 (Urk. 4/4) ergebe (Urk. 197 E. IX./2.1.5.). Die Parteien seien demnach da-

von ausgegangen, dass es eine durchaus valable Möglichkeit gebe, dass die Be-

klagte wegen der Anfechtungsansprüche, der weiteren Ansprüche des Insolvenz-

verwalters und des drohenden strafrechtlichen Verfalls praktisch ihr ganzes Ver-

mögen verlieren könnte, dass den Parteien aber auch die Risiken, die erheblichen 

Kostenfolgen und der enorme Zeitaufwand bewusst gewesen seien. Der Beklag-

ten habe eine unangreifbare Rechtsposition von DM 20 Mio. zugestanden werden 

sollen sowie zusätzlich diverse Freistellungen und die Übernahme von Kosten (§§ 

5-8). Mit der nachträglichen Übernahme der vorerst nicht bedachten Steuerschul-

den der Beklagten sei es in der Ergänzungsvereinbarung immer noch darum ge-

gangen, die eingeräumte, sichere Vermögensposition zu bewahren (Urk. 197 E. 

IX./2.1.6. S. 46). Ein willkürliches Hochschrauben der Ansprüche durch den Insol-

venzverwalter habe es nicht gegeben. Dass er "nur" DM 176 Mio. eingeklagt und 

dennoch im Rahmen des Vergleichs die Übertragung von DM 366 Mio. genannt 

habe, gehe auf die Verwendung von "Orientierungswerten" (Urk. 4/4 Anlage A) 

sowie – wichtiger – darauf zurück, dass der Insolvenzverwalter nur Anfechtungs-

ansprüche mit drohenden Verwirkungsproblemen geltend gemacht habe, was 

sich denn auch ausdrücklich aus der Klage selber (Urk. 67/1 S. 52, recte: S. 51 f.) 

ergebe (Urk. 197 E. IX/2.1.7. S. 47). Wenn die Beklagte heute die Klärung der 

"wahren" Rechtslage fordere, sei dies nicht mehr möglich, weil die Parteien eben 

gerade auf einen solchen Rechtsstreit verzichtet hätten (Urk. 197 E. IX./2.1.8. S. 

47). Dass der Beklagten nach ihrem Vorbringen mindestens DM 13 Mio. hätten 

belassen werden müssen, was der Insolvenzverwalter gewusst habe, sei insoweit 

unzutreffend, als die Klägerin höchstens und nur möglicherweise einen solchen 

Betrag anerkannt habe, wobei der Insolvenzverwalter gemäss § 1 Ziff. 1 der ers-

ten Vergleichsvereinbarung (Urk. 4/4) tatsächlich von einem gewissen nicht kon-

taminierten Vermögen ausgegangen sei, das allerdings wesentlich tiefer ange-

nommen worden sei, wie sich aus der Klageschrift (Urk. 67/1) ergebe, wo er das 

Eigenvermögen aus seiner Sicht darstelle. Auch wenn er DM 13 Mio. angenom-

- 24 - 

men hätte, wären DM 20 Mio. immer noch ein substantielles Zugeständnis gewe-

sen, wozu noch Freistellungen in Millionenhöhe hinzugekommen seien (Urk. 197 

E. IX/2.1.9 S. 48). Ein etwa gleiches Abweichen von den subjektiven Standpunk-

ten sei jedenfalls nicht erforderlich; beim Vergleich gebe es kein rein mathemati-

sches, schrittweises Nachgeben und auch keine exakte Mittelposition. Es müsse 

mindestens ein "auffälliges Missverhältnis" vorliegen, so namentlich, wenn sich 

"das Nachgeben einer Partei bei einer Gesamtwürdigung aller Umstände, na-

mentlich des Inhalts, der Beweggründe und des Zwecks, als ein in seinem Ge-

samtcharakter mit den guten Sitten nicht zu vereinbarendes Geschäft" darstelle 

(BGH, Urteil vom 16. Juni 2000, BLw 19/99, WM 2000, 1762, E. II.1b/bb) (Urk. 

197 E. IX./2.1.10 S. 49).  

 c) Bereits aus diesen Gründen ist nach Ansicht der Vorinstanz der Wucher-

tatbestand nicht gegeben. Trotzdem lässt sie Ausführungen zum Schwächezu-

stand (Zwangslage, Unerfahrenheit, Mangel an Urteilsvermögen, erhebliche Wil-

lensschwäche) folgen (Urk. 197 E. IX./2.2. ff. S. 50 ff.). Zur Sittenwidrigkeit ge-

mäss § 138 Abs. 1 BGB und anderen Unwirksamkeitsgründen führte die Vor-

instanz aus (Urk. 197 IX./E. 3. ff. S. 57 ff.): Sittenwidrigkeit sei zwar möglich, wenn 

die Voraussetzungen des speziellen Wuchertatbestandes nicht (voll) erfüllt seien. 

Zu einem auffälligen Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung müss-

ten weitere sittenwidrige Umstände, namentlich eine verwerfliche Gesinnung hin-

zukommen, die bei "besonders grobem Missverhältnis" allerdings vermutet werde 

(Urk.197 E. IX./ 3.1). Fehle es bereits an einem Missverhältnis zwischen Leistung 

und Gegenleistung, so liege auch kein wucherähnliches Rechtsgeschäft vor und 

von einer verwerflichen Gesinnung könne ebenfalls nicht ausgegangen werden. 

Die erwähnte Vermutung bei grobem Missverhältnis wäre im Zusammenhang mit 

einem Vergleich ohnehin nicht anwendbar, namentlich, wenn es erhebliche recht-

liche und tatsächliche Beweisschwierigkeiten gegeben habe. Ausserdem sei die 

verwerfliche Gesinnung des Insolvenzverwalters nicht substantiiert behauptet und 

angesichts der Übernahme zusätzlicher Freistellungsansprüche im Zusammen-

hang mit der Ergänzungsvereinbarung auch nicht naheliegend (Urk. 197 E. 

IX./3.2). Die beiden Vereinbarungen vom 30. April 2001 und vom 17. September 

2001 seien daher gültig zustande gekommen (Urk. 197 E. IX./3.4.).  

- 25 - 

  3. Die Beklagte äussert sich zu den vorstehenden Erwägungen wie folgt: Die 

Vorinstanz habe in Urk. 197 E. IX./2.1.5. S. 45 betreffend die subjektive Sicht ein-

zig auf die Vorbemerkungen zur Vereinbarung vom 30. April 2001 (Urk. 4/4) ab-

gestellt (Urk. 196 Rz 35). Sie sei von einer "durchaus valablen Möglichkeit" für ei-

nen praktisch ganzen Vermögensverlust der Beklagten ausgegangen, so dass ei-

ne sichere Vermögensposition von netto DM 20 Mio. ein substantielles Zuge-

ständnis sei (Urk. 196 Rz 36). Nach der Rechtsprechung des BGH komme es da-

rauf an, wie die Parteien die Sach- und Rechtslage beim Vergleichsschluss ein-

geschätzt hätten und in welchem Ausmass sie davon abgewichen seien und zur 

Bereinigung des Streitfalles gegenseitig nachgegeben hätten, was sich aus dem 

Urteil des BGH vom 2. Juli 1999, V ZR 135/98 Rz 12 m.H. ergebe (Urk. 196 Rz 

37). Die Beklagte habe vor Vorinstanz dargelegt (Urk. 66 Rz 6, 30, 32-40 und 

258, Urk. 81 Rz 153, Urk. 124 Ziff. 1), dass der Insolvenzverwalter die Sachlage 

gegenüber der Beklagten absichtlich so falsch dargestellt habe, dass sie ihr ge-

samtes Vermögen verloren geglaubt habe, wogegen die Klägerin nichts Substan-

tielles vorgebracht habe (Urk. 81 Rz 148-149). Daher sei davon auszugehen, 

dass die Insolvenzverwaltung – im Bewusstsein, wie niedrig ihre Ansprüche ei-

gentlich gewesen seien – um ein Vielfaches höhere Ansprüche vorgegeben habe 

(Urk. 196 Rz 38). Es gehe nicht an, wenn die Vorinstanz die nicht substantiierte 

Sachdarstellung der Klägerin mit einem Hinweis auf die Vorbemerkungen der 1. 

Vergleichsverhandlung widerlege, weil die Vorbemerkungen nicht geeignet seien, 

die tatsächliche subjektive Sicht der Parteien beim Vertragsschluss, insbes. der 

Insolvenzverwaltung, darzustellen. Die Vorbemerkungen könnten daher auch 

nicht gegen den Standpunkt der Beklagten sprechen. Belegt sei lediglich die Tat-

sache, dass die Insolvenzverwaltung viel zu hohe Ansprüche geltend gemacht 

habe, obwohl sie nach allgemeiner Lebenserfahrung als professionelle Partei die 

objektiv bestehende Sach- und Rechtslage sehr wohl hätte einschätzen können 

(Urk. 196 Rz 39). Die Beklagte verkenne nicht, dass die objektive Rechtslage vor 

Vergleichsschluss nicht direkt massgeblich sei. Die Klägerin müsse im Nachhinein 

tatsächlich nicht sämtliche vom Insolvenzverwalter berühmten Ansprüche bewei-

sen. Mit Blick auf die subjektive Sicht der Insolvenzverwaltung sei wesentlich, 

dass die wahre Rechtslage, nämlich das Nichtbestehen der "weiteren Ansprü-

- 26 - 

che", für den professionellen Insolvenzverwalter ersichtlich gewesen sei (Urk. 81 

Rz 155 ff., Urk. 124 Ziff. 1). Es komme nach dem BGH darauf an, wie die Parteien 

die Sach- und Rechtslage bei Abschluss des Vergleichs eingeschätzt hätten. Bei 

einem professionellen Insolvenzverwalter sei davon auszugehen, dass die Ein-

schätzung objektiv zutreffend gewesen sei (Urk. 196 Rz 40). Dass der Insolvenz-

verwalter bei Vergleichsabschluss subjektiv von substantiellen weiteren Ansprü-

chen ausgegangen sei, habe die Klägerin nicht substantiiert geltend machen kön-

nen. Die Beklagte habe dargelegt, weshalb die Ansprüche der Insolvenzverwal-

tung maximal DM 72 Mio. betragen hätten (Urk. 66 Rz 32-48, Rz 232-248; Urk. 81 

Rz 150-175 und Rz 236-249; Urk. 124 Rz 1). Die Klägerin habe dies nicht sub-

stantiiert bestritten und auch nicht bewiesen. Anhaltspunkte, dass der Insolvenz-

verwalter seine Position so wertvoll eingeschätzt habe, fehlten (Urk. 81 Rz 158; 

Urk. 196 Rz 42). Der Insolvenzverwalter habe gewusst, dass seine Ansprüche 

maximal rund DM 72 Mio. betrügen, dennoch habe er – um Druck zu erzeugen 

und sein Mandat erfolgreich auszuüben – um Faktoren höhere Ansprüche auf das 

ganze Vermögen der Beklagten erhoben, ja seine Ansprüche willkürlich hochge-

schraubt. Dessen müsse sich der Insolvenzverwalter gemäss Urk. 197 E. 

IX./2.1.4 m.H. auf BGH, Urteil vom 24. Oktober 1968, II ZR 214/66 auch bewusst 

gewesen sein. Die gestützt auf die "Vorbemerkungen" in den vorinstanzlichen Er-

wägungen (Urk. 197 E. IX./2.1.6.) getroffene Feststellung, beide Parteien hätte es 

für möglich gehalten, dass die Beklagte ihr ganzes Vermögen verlieren könnte, 

sei daher unzutreffend. Richtig sei, dass – mangels gegenteiliger substantiierter 

Behauptungen der Klägerin – davon auszugehen sei, dass der professionelle In-

solvenzverwalter die objektive Sach- und Rechtslage abgeklärt und sie entspre-

chend subjektiv so eingeschätzt habe, wie sie sich bei der Prüfung objektiv dar-

gestellt habe. Es müsse angenommen werden, dass die Insolvenzverwaltung die 

Sach- und Rechtslage zutreffend eingeschätzt habe, so dass sich die objektive 

Rechtslage und die subjektive Einschätzung entsprechen würden. Der Insolvenz-

verwalter müsse sich daher subjektiv bewusst gewesen sein, dass er nur mit An-

fechtungsansprüchen Erfolg haben könne, welche sich auf Vermögensübertra-

gungen innerhalb der letzten zwei Jahre bezögen, was maximal rund DM 72 Mio. 

bzw. EUR 37.3 Mio. (Urk. 196 Rz 31 (ii) gewesen seien (Urk. 196 Rz 43).  

- 27 - 

 4. Die Beklagte weist darauf hin:  

• In Urk. 66 Rz 232 habe sie geltend gemacht, sie habe sich gemäss Anlage 

A1 zur Vereinbarung vom 30. April 2001 zur Übertragung von DM 

366'777'000.– verpflichtet, abzüglich jene DM 20 Mio., die sie zurückerhalten 

habe. Dem sei der Verzicht gegenübergestanden, was der Insolvenzmasse 

gegen die Beklagte zugestanden hätte (Urk. 4/4 § 7 Ziff. 1: "alle Ansprüche 

[…] wegen denkbarer Insolvenzanfechtung, ungerechtfertigter Bereicherung 

sowie allen sonstigen denkbaren Anspruchsgrundlagen", ausgenommen et-

waige weitere Schadenersatzansprüche gemäss § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. 

§§ 263, 26 und 27 StGB, 830 BGB [§ 823 Abs. 2 BGB betrifft die Schaden-

ersatzpflicht, § 263 den Betrug und die §§ 26 und 27 StGB Anstiftung und 

Beihilfe, § 830 BGB die Verantwortlichkeit von Mittätern und Beteiligten.]). 

Bei Anlage A1 (Urk. 4/4), von der die Rede ist, befindet sich eine Auflistung 

der Vermögensgegenstände der Beklagten (zu Orientierungswerten). Aus 

den Rubriken Grundstücke Inland, Grundstücke Ausland, weitere Vermö-

genswerte Inland, weitere Vermögenswerte Ausland, und BGB-Gesellschaft 

ergibt sich ein Betrag von DM 366'776'572.  

• Die Ansprüche des Insolvenzverwalters seien tatsächlich aber viel tiefer ge-

wesen, weil nur Ansprüche aus den letzten zwei Jahren vor Insolvenzeröff-

nung hätten geltend gemacht werden können (Urk. 66 Rz 235). Die Vorteils-

anfechtung gemäss § 133 Abs. 1 InsO scheitere im vorliegenden Fall bereits 

daran, dass die Beklagte als "Beschenkte" die erforderliche Kenntnis eines 

etwaigen Benachteiligungsvorsatzes von B._____ nicht gehabt habe; sie 

habe ihn für vermögend gehalten und die ihr nicht bekannten Straftaten nicht 

erkennen können (Urk. 66 Rz 239). Ein Benachteiligungsvorsatz habe sich 

nicht beweisen lassen. Dem Insolvenzverwalter, der die Beweislast zu tra-

gen gehabt habe, seien daher lediglich Anfechtungsansprüche wegen un-

entgeltlichen Leistungen geblieben, wobei dafür die zweijährige Anfech-

tungsfrist von § 32 KO gegolten habe (Urk. 66 Rz 241).  

- 28 - 

• Das Finanzamt habe (für die Zeit vom 11. Februar 1998 bis 31. Januar 

2000) Vermögensübertragungen von B._____ an die Beklagte in der Höhe 

von höchstens rund DM 72 Mio./EUR 37.3 Mio. festgestellt, für die Zeit bis 

11. Februar 1998 (10 bis 2 Jahre vor der Insolvenz) weitere ca. DM 57.02 

Mio. (Urk. 66 Rz 242).  

• Die Leistung der Beklagten sei 4.7 mal höher gewesen als die Gegenleis-

tung, weil die Beklagte auf DM 344 Mio., der Insolvenzverwalter auf DM 72 

Mio. verzichtet habe (Urk. 66 Rz 244). Die Insolvenzverwaltung habe nahe-

zu das Doppelte von dem erlangt, was sie kurz zuvor mit ihrer Klage ver-

langt habe, und über das Vierfache, was sie voraussichtlich hätte durchset-

zen können (Urk. 66 Rz 245). Ausserdem seien der Beklagten in der 1. Ver-

gleichsvereinbarung höhere Schulden, insbesondere die Steuern überlassen 

worden (Urk. 66 Rz 246-248). Da die Leistung die Gegenleistung um mehr 

als das Doppelte übersteige, sei dies ein grobes Missverhältnis mit der Fol-

ge einer Vermutung für eine verwerfliche Gesinnung, welche die Klägerin 

widerlegen müsse (Urk. 66 Rz 253 f. mit Hinweis auf BGH in NJW 1969 

S. 925). Der Insolvenzverwalter habe seine Ansprüche im Rahmen der Ver-

gleichsverhandlungen willkürlich nach oben geschraubt, indem er mit der 

Klage vom 24. April 2001 noch DM 176 Mio. verlangt und am 30. April 2001 

beim Vergleich über DM 346 Mio. beansprucht habe (Urk. 66 Rz 258). Die in 

einer Zwangslage befindliche Beklagte habe DM 110 Mio. behalten wollen, 

habe dann aber schrittweise nachgegeben (Urk. 66 Rz 259). Trotz Über-

nahme der Schenkungssteuern durch die Insolvenzverwaltung in der Ergän-

zungsvereinbarung vom 17. September 2001 habe sich nichts Grundsätzli-

ches verändert, auch wenn sich die Gegenleistung der Insolvenzverwaltung 

um rund DM 32 Mio. erhöht habe, zumal nach der Vereinbarung die Steuern 

erst zu übernehmen waren, wenn sie rechtskräftig gewesen seien (Urk. 66 

Rz 266). 

• Die Beklagte wendet ein, die Klägerin könne auch heute noch nicht substan-

tiieren, welche "Ansprüche anderer Art" genau gemeint gewesen seien (Urk. 

81 Rz 153). Der lapidare Verweis auf "ungerechtfertigte Bereicherung etc." 

- 29 - 

(Urk. 71 Rz 474) und der Hinweis auf die Präambel der ersten Vergleichs-

vereinbarung genügten nicht (Urk. 81 Rz 154). Die ungerechtfertigte Berei-

cherung hätte allenfalls auf § 822 BGB gestützt werden können (Urk. 81 

Rz 155), jedoch setze § 822 BGB voraus, dass der Schuldner infolge der 

Zuwendung des Erlangten an den Dritten nicht mehr dem Primäranspruch 

des Gläubigers ausgesetzt sei. Da B._____ nicht enthaftet worden sei (vgl. 

dazu Palandt/Sprau, 78. Auflage 2019, Rz 7b zu § 822), habe es keinen Di-

rektanspruch der Gläubiger bzw. der Insolvenzverwaltung gegen die Beklag-

te gegeben (Urk. 81 Rz 156). Nichts hätte näher gelegen, als diese weiteren 

Ansprüche einzuklagen (Urk. 81 Rz 157). Insgesamt versäume es die Kläge-

rin, den Bestand etwaiger weiterer Ansprüche darzulegen (Urk. 81 Rz 158), 

sodass davon auszugehen sei, dass solche Ansprüche nicht bestehen wür-

den (Urk. 81 Rz 159) und der Insolvenzverwalter einzig auf Anfechtungsan-

sprüche verzichtet habe (Urk. 81 Rz 159).  

• Die behauptete Freistellung in Millionenhöhe könne am krassen Missver-

hältnis nichts ändern, sei es doch eine Selbstverständlichkeit, dass bei der 

Übernahme eines ganzen Vermögens auch die latenten Schulden über-

nommen würden (Urk. 81 Rz 160). Auch die Vergleichsvereinbarung mit 

Herrn N._____ (Urk. 4/6) ändere nichts, weil nicht feststehe, dass die DM 10 

Mio. ihm tatsächlich geschuldet gewesen seien und DM 10 Mio. das grund-

sätzliche Missverhältnis nicht ändern könnten (Urk. 81 Rz 161). 

• Anfechtungsansprüche hätten nur für die letzten zwei Jahre vor der Insol-

venz bestanden (Urk. 81 Rz 162 ff.) und diese allfälligen Anfechtungsan-

sprüche hätten lediglich einen Wert von DM 72 Mio. gehabt (Urk. 81 Rz 166 

ff.). Die Leistung der Beklagten sei 4.7 Mal höher gewesen (Urk. 81 Rz 169 

f.) und der Beklagten seien höhere Schulden als Vermögen überlassen wor-

den (Urk. 81 Rz 171 ff.).  

• Die anwaltliche Beratung der Beklagten sei offensichtlich unsorgfältig gewe-

sen (Urk. 81 Rz 174). Es folgen weitere Ausführungen zur Schwächesituati-

on (Urk. 81 Rz 177).  

- 30 - 

 5. a) Die Vorinstanz hat darauf hingewiesen, dass sich aus der Klage erge-

be, dass nur jene Anfechtungsansprüche – rund DM 176 Mio. – eingeklagt wor-

den seien, bei denen die Verjährung gedroht habe. Die Beklagte sei in der Duplik 

ebenfalls davon ausgegangen, dass mit der Klage Anfechtungsansprüche geltend 

gemacht worden seien; das ergebe sich aus BB1 der Klage (Urk. 81 Rz 152). 

 b) Die Beklagte weist darauf hin, dass zu erwarten gewesen wäre, dass die 

weiteren Ansprüche ebenfalls gerichtlich geltend gemacht worden wären, so dass 

es keine "anderweitigen Ansprüche" gegeben haben könne (Urk. 81 Rz 157). 

Dem ist aus verfahrensrechtlicher Sicht entgegen zu halten, dass die Klage am 

24. April 2001 über eine Forderung von ca. DM 176 Mio. eingereicht worden war 

(Urk. 67/1). Darin waren die laufenden Verhandlungen für eine gütliche Einigung 

erwähnt (Urk. 67/1 S. 51). Bereits am 30. April 2001 schlossen die Parteien dann 

die Vergleichs- und Auseinandersetzungsvereinbarung, womit im (Wesentlichen) 

alle Ansprüche aus denkbarer Insolvenzanfechtung, aus ungerechtfertigter Berei-

cherung sowie aus allen sonstigen denkbaren Anspruchsgrundlagen ausge-

schlossen worden waren (Urk. 4/4 § 7 Ziff. 1). Der Insolvenzverwalter konnte da-

her aus prozessualen Gründen keine zweite Klage einreichen.  

 c) Die Vergleichsvereinbarung vom 30. April 2001 mit den Vorbemerkungen 

hat für die Vorinstanz zur Klärung der Frage, wovon die Parteien bei Vergleichs-

schluss ausgingen, eine wesentliche Rolle gespielt und sie hat verschiedentlich 

darauf verwiesen (Urk. 197 S. 39 f.). Habe aus subjektiver Sicht der Parteien der 

totale Vermögensverlust gedroht, so erscheine die der Beklagten eingeräumte si-

chere Vermögensposition von netto DM 20 Mio. als ein substantielles Zugeständ-

nis (act 197 E. IX./2.1.6.).  

 Die Beklagte kritisiert in der Berufung, dass die Vorinstanz in tatsächlicher 

Hinsicht ausschliesslich auf diese Vorbemerkungen abgestellt habe. Ohne weiter-

gehende Begründung halte die Vorinstanz fest, "dass die Vertragsparteien davon 

ausgegangen sein mussten, dass eine durchaus valable Möglichkeit bestand, 

dass die Beklagte im Rahmen der Anfechtungsansprüche, der weiteren Ansprü-

che des Insolvenzverwalters und des drohenden strafrechtlichen Verfalls prak-

tisch ihr gesamtes Vermögen verlieren könnte".  

- 31 - 

 d) Zutreffend ist der Hinweis der Beklagten insoweit (Urk. 196 Rz 36), als 

sich aus den Vorbemerkungen die "valable" Möglichkeit, dass die Beklagte ihr 

ganzes Vermögen verlieren könnte, so explizit nicht ergibt. Die Vorinstanz hat 

sich denn auch nicht auf eine explizite Aussage bezogen, sondern hat aus dem 

Text insgesamt diesen Schluss gezogen, was sich aus der Formulierung ergibt 

([...] dass die Vertragsparteien davon ausgegangen sein mussten [Hervorhebung 

durch die Kammer] […] verlieren könnte [Hervorhebung durch die Kammer]).  

 e) Die Beklagte macht in Urk. 196 Rz 38 geltend, "dass der Insolvenzverwal-

ter gegenüber der Beklagten die Sachlage absichtlich so falsch dargestellt hatte, 

dass ihr ganzes Vermögen verloren sei" und ruft dafür folgende Belegstellen aus 

ihren Rechtsschriften des erstinstanzlichen Verfahrens an, nämlich Urk. 66 Rz 6, 

30, 32-40 und 258; Urk. 81 Rz 153; Urk. 124, Ziff. 1. Aus diesen Belegstellen 

ergibt sich Folgendes:  

• Urk. 66 Rz 6, 30, 32-40, 258 

Urk. 66 Rz 6: Druck des Insolvenzverwalters unter Ausnutzung der Tatsache, dass fast das 
ganze Vermögen durch die Strafbehörden arrestiert worden war. Er überredete die Beklagte 
zur Übertragung von rund DM 366 Mio. gegen eine Abfindung von 20 Mio. und damit um 
170 Mio. mehr, als er im gleichen Zeitraum eingeklagt hatte.  

Urk. 66 Rz 30: Der rechtsunkundigen Beklagten wurde aufgrund der dinglichen Arreste dar-
gestellt, ihr gesamtes Vermögen sei faktisch verloren. Durch die Übertragung auf den Insol-
venzverwalter verliere sie nichts.  

Urk. 66 Rz 32 ff.: Gestützt auf paulianische Anfechtungstatbestände sei die Herausgabe 
des gesamten Vermögens verlangt worden (Rz 32). Die Rechtsauffassung der Insolvenz-
verwaltung ergebe sich aus dem Entwurf zur Klageschrift vom 24. April 2001 (Urk. 67/1) 
(Rz 32). Der Gesamtstreitwert der Klage habe DM 176 Mio. betragen (Rz 34). Im Verhältnis 
zu den zu übertragenden Werten von DM 366 Mio. seien 20 Mio. eine sehr geringe Gegen-
leistung (Rz 36). Noch am 24. April 2001 habe der Insolvenzverwalter keineswegs das ge-
samte Vermögen der Beklagten herausverlangt, sondern nur etwa die Hälfte, auch nicht die 
der Beklagten gehörenden Grundstücke, insbes. auch nicht das Grundstück, in dem die Be-
klagte damals gewohnt habe, was nur auf die Ansicht des Insolvenzverwalters schliessen 
lasse, dass es diesbezüglich keine Anfechtungsansprüche gebe (Rz 36). In den rechtlichen 
Ausführungen des Klageentwurfes (S. 53, Ziff. III., Anlage B5) habe der Insolvenzverwalter 
sämtliche Geschäfte zwischen den Eheleuten angefochten (Rz 37). Bei der sog. Vorsatzan-
fechtung betrage die Frist 10 Jahre (Rz 38). Der Insolvenzverwalter habe sich auch auf § 
134 InsO bzw. 32 KO gestützt, was ebenfalls weitestgehend aussichtslos gewesen wäre 
(Rz 39). Die Klageschrift habe erheblichen Druck ausgeübt, da die Beklagte wegen der 
dinglichen Arreste keine so aufwändigen Zivilprozesse hätte führen können.  

- 32 - 

Urk. 66 Rz 258, 259: Bei der Beurteilung des Wuchers nach BGH sei das Ausmass des 
Nachgebens massgeblich. Der Insolvenzverwalter habe von DM 176 Mio. auf 346 Mio. 
künstlich hochschraubt und überhaupt nicht nachgegeben, während die Beklagte von DM 
110 Mio. aus schrittweise nachgegeben habe. Das sei ein wucherischer Vergleich.  

• Urk. 81 Rz 153 

Der Insolvenzverwalter sei damals selber nicht von weiteren Ansprüchen ausgegangen und 
könne diese auch heute nicht substantiieren.  

• Urk. 124 Ziff. 1 (Plädoyernotizen der Beklagten an der Hauptverhandlung 

vom 11. Dezember 2014, S. 2 f.)  

Hier wird wiederholt: Klageentwurf mit DM 176 Mio. insolvenzrechtlicher Anfechtungsan-
sprüche, wenige Tage später Forderung nach Abtretung des ganzen Vermögens im Umfang 
von DM 366 Mio. zuzüglich allfälliges weiteres Vermögen mit Gegenleistung DM 20 Mio., 
davon DM 3 Mio. aufgeschoben. Die Insolvenzverwaltung habe sich einem Dilemma ausge-
setzt gesehen, dass sie möglicherweise die insolvenzrechtlichen Anfechtungsansprüche 
nicht in voller Höhe gegen das gesamte Vermögen würde durchsetzen können. Das Fehlen 
der Grundstücke der Beklagten und diverser Bankkonten in der Klageschrift zeige, dass die 
Insolvenzverwaltung geglaubt habe, keinen Anspruch zu haben. Die Profis bei der Insol-
venzverwaltung dürften bei der Klage ans oberste Limit des noch Vertretbaren gegangen 
sein. Insolvenzrechtliche Ansprüche seien auf zwei Jahre nach der Konkurseröffnung be-
schränkt gewesen. Die Klage von DM 176 Mio. habe auf einer behaupteten Vorsatzanfech-
tung beruht. Die Insolvenzverwaltung habe ganz genau gewusst, dass es dafür kein rechtli-
ches Fundament gegeben habe. B._____ habe nach den Berechnungen des Finanzamtes 
in den letzten zwei Jahren vor Stellung des Antrags auf Konkurseröffnung in Erfüllung der 
Güterrechtsvereinbarung lediglich DM 72 Mio. an die Beklagte übertragen. Der Beklagten 
seien Steuern von DM 91.6 Mio. bzw. 47 Mio. EUR überlassen worden. Die Freistellung sei 
praktisch wertlos gewesen, weil diese weitestgehend verjährt gewesen seien. Die Beklagte 
habe nach damaligen Berechnungen bzw. Wissensstand ein ihr selbst zustehendes originä-
res – d.h. nicht von ihrem Ehemann erhaltenes – Vermögen von rund DM 23 Mio. beses-
sen.  

 f) Die Beklagte weist weiter darauf hin, dass die Klägerin ihren Ausführun-

gen (den soeben dargestellten Hinweisen in Urk. 66 Rz 6, 30, 32-40 und Rz 258; 

Urk. 81 Rz 153; Urk. 124, Ziff. 1) nichts Substantielles entgegengehalten habe, 

was die Beklagte schon in Urk. 81 Rz 148 f. erwähnt habe (Urk. 196 Rz 38). Die 

angesprochenen Ausführungen in Urk. 81 Rz 148 stehen unmittelbar unter dem 

Titel, die Klägerin habe den Ausführungen der Beklagten zum Tatbestand des 

Wuchers nichts entgegen halten können. Die Beklagte führt a.a.O. an, sie habe 

sich in der Klageantwort (Urk. 66 Rz 226-267) ausführlich zum Tatbestand des 

Wuchers geäussert und aufgezeigt, warum die Vergleichsvereinbarungen nichtig 

seien (Urk. 81 Rz 148). Die Klägerin habe sich in der Replik nicht damit ausei-

- 33 - 

nandergesetzt, sondern darauf in Urk. 71 Rz 465 mit einem einzigen Wort "bestrit-

ten" reagiert (Urk. 81 Rz 149).  

 g) Dass die Klägerin nichts Substantielles angeführt habe, trifft so nicht zu, 

hat sie doch in der Replik durchaus einschlägige Ausführungen gemacht. In 

Urk. 71 Rz 103 – nach der Überschrift "Keine Nichtigkeit der Vereinbarung wegen 

Wuchers" – führt sie aus, dass der Aspekt des Wuchers in Zusammenhang mit 

der Vergleichsvereinbarung schon längst durch das Landgericht Karlsruhe beur-

teilt und festgestellt worden sei, wonach die Vereinbarung gemäss § 138 Abs. 2 

BGB nicht nichtig sei (Urk. 71 Rz 105 mit Hinweis auf 4/74 S. 29). In Urk. 4/74 

S. 29 – Urteil des Landgerichts Karlsruhe, 11. Zivilkammer, vom 23. November 

2007 in Sachen des Insolvenzverwalters gegen die Beklagte – setzt sich das 

Landgericht mit der Frage des Wuchers auseinander, einleitend mit der Aussage 

(S. 29): "Die Vergleichs- und Auseinandersetzungsvereinbarung ist nicht nach 

§ 138 Abs. 2 BGB nichtig". Daran schliesst unmittelbar Folgendes an: 

"Es besteht kein auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung. Die von der Be-
klagten vorgenommene Gegenüberstellung der vermeintlich ausgetauschten Leistungen ist irre-
führend und wird Sinn und Zweck der damaligen Regelung, wie sie in den Vorbemerkungen zur 
Vergleichs- und Auseinandersetzungsvereinbarung dokumentiert ist (Hervorhebung durch 
die Kammer), nicht gerecht. Zunächst schliesst § 779 BGB im Grundsatz die Anwendung des §§ 
138 BGB nicht aus. Abzustellen ist insoweit auf den Zeitpunkt des Vergleichsschlusses (Pa-
landt/Heinrichs, BGB, 66. Auflage, § 138 Rn. 9)". [Es folgen Ausführungen zum Wuchertatbe-
stand: Austauschgeschäft, wechselseitiges Nachgeben (S. 30), subjektive Betrachtungsweise, 
keine objektive Überprüfung, etc.].  

 In Urk. 71 Rz 105 bis 111 nimmt die Klägerin auf weitere Ausführungen im 

Urteil des Landgerichts Karlsruhe zum Thema Wucher Bezug und verweist jewei-

len auf bestimmte Seitenzahlen des Urteils. Wie bereits vorne (E. II./2.) und auch 

von der Vorinstanz festgestellt, ist das erwähnte Urteil des Landgerichts Karlsruhe 

durch eine obere Instanz aufgehoben worden, so dass es kein Urteil (mehr) ist 

und daher auch keine Urteilswirkungen mehr haben kann. Es kann damit nicht auf 

gerichtlich verbindlich Festgestelltes verwiesen werden, das – wegen der Wirkun-

gen der Rechtskraft – nicht mehr in Frage gestellt werden könnte. Das verkennt 

die Klägerin, wenn sie sich in Urk. 71 Rz 109 ff. auf die Rechtskraft und damit die 

Verbindlichkeit beruft. Allerdings heisst das auch nicht, dass Übernahmen von 

Textstellen und Verweise der Klägerin auf die Erwägungen in diesem Dokument 

- 34 - 

(Urk. 71 Rz 105 bis 108) nicht beachtlich wären. Mit ausreichend präzisen Ver-

weisen kann die Klägerin die Erwägungen des Landgerichts Karlsruhe zu ihrem 

eigenen Standpunkt machen und ins vorliegende Verfahren einführen, nicht an-

ders, als wenn Parteistandpunkte aus anderen Quellen (z.B. aus Parteigutachten, 

rechtlichen Erwägungen aus der juristischen Literatur) durch Verweise in einen 

Prozess eingebracht werden. Was in der Rechtsschrift stehen muss und inwieweit 

verwiesen werden kann, ist eine Frage der Substantiierung, wobei Richtschnur 

sein muss, dass für das Gericht und für die Gegenpartei zweifelsfrei klar sein 

muss, worauf verwiesen und was damit gesagt bzw. unterstrichen werden will. In 

einem neueren Entscheid hat das Obergericht des Kantons Zürich – Geschäfts-

Nr. LB170015, Urteil vom 18. März 2019 S. 67 f. S. 70 ff. lit. d (www.gerichte-

zh.ch) – zu Verweisen Stellung genommen und sie bei ausreichender Klarheit zu-

gelassen (vgl. auch BGer 4A_443/2017 vom 30. April 2018, E. 2.2.2).  

 Die Klägerin beruft sich darauf, dass sie die Vergleichs- und Auseinander-

setzungsvereinbarung nicht für nichtig halte (Urk. 71 Rz 105), dass das erforderli-

che Missverhältnis nicht gegeben ist (Urk. 71 Rz 106), ebenso wenig wie die sub-

jektiven Voraussetzungen des Wuchertatbestandes (Zwangslage, Schwäche) 

(Urk. 71 Rz 107). Für das Verständnis des Wuchertatbestandes im vorliegenden 

Fall nimmt sie direkt auf die Erwägungen des Landgerichts Karlsruhe (Urk. 4/74 

Seiten 29 - 35) Bezug. Ihr Verweis ist damit ausreichend klar. Auf den Seiten 29 - 

31 finden sich allgemeine rechtliche Ausführungen zum Missverhältnis von Leis-

tung und Gegenleistung, auf S. 31 (Mitte) wendet sich jenes Gericht den Vorbe-

merkungen des Vergleichs vom 30. April 2001 zu, welche es zusammenfasst (S. 

31 f.), u.a., dass es sich bei den DM 176 Mio. gemäss Anlage A1 des Vergleichs 

vom 30. April 2001 um Orientierungswerte handle, dass nicht grundsätzlich im 

Streit gestanden habe, dass die Beklagte über eigenes, nicht inkriminiertes Ver-

mögen verfügt habe (§ 1 Ziff. 1 der Vereinbarung), dass der Insolvenzverwalter 

von einem Wert des Vermögens der Beklagten von deutlich unter DM 20 Mio. 

ausgegangen sei (Urk. 4/74 S. 32 untere Hälfte). Das Nachgeben auf den siche-

ren Betrag von DM 20 Mio. könne kein auffälliges Missverhältnis sein (Urk. 4/74 

S. 32 f.). A.a.O. auf S. 33 ff. hat das Landgericht Karlsruhe Stellung zur (fehlen-

den) Zwangslage, zu behaupteten Beratungsmängeln bzw. Kenntnis des Insol-

- 35 - 

venzverwalters von der behaupteten fehlerhaften anwaltlichen Beratung der Be-

klagten genommen (a.a.O.; S. 34 f.) 

 Die Klägerin hat auch noch weitere einschlägige Ausführungen gemacht, 

z.B.:  

• Urk. 2 Rz 8  

Genannt werden: Ansprüche aus Anfechtung einer Güterstandsvereinbarung, ungerechtfer-
tigter Bereicherung, Rückzahlung, Herausgabe, Abtretung und Rückübereignung von Rech-
ten. Rz 49: Auch genannt werden rechtsgeschäftliche Vereinbarungen gemäss § 129 ff. In-
sO (das sind Anfechtungsansprüche). 

• Urk. 71 Rz 156  

Auch andere Ansprüche (nicht nur paulianische) hätten bestanden; Verweis auf Urk. 4/4 S. 
4. 

• Urk. 71 Rz 161 

Die Anfechtungsklagen seien nicht aussichtslos gewesen.  

• Urk. 71 Rz 162 

Bestritten, dass der Insolvenzverwalter durch die Vereinbarungen DM 170 Mio. mehr erhal-
ten haben solle als er am 24.4.01 eingeklagt hatte.  

• Urk. 71 Rz 163 f. 

Hinweis auf den Klageentwurf (4/1 = 67/1 S. 52): Es habe noch weitere Ansprüche ohne 
Zeitproblem der Anfechtungsfrist gegeben, die noch nicht geltend gemacht worden seien. 

• Urk. 71 Rz 165 

Der Insolvenzverwalter sei unter Zeitdruck gewesen. Die Klage sei zu Orientierungswerten 
und aufgrund grober Schätzung erfolgt.  

• Urk. 71 Rz 166 

Steuerfreistellungen für die Einkommenssteuern von ca. EUR 6.5 Mio., die Vermögenssteu-
ern von ca. EUR 700'000 und die Schenkungssteuern von rund EUR 27 Mio. seien zur Ge-
genleistung von DM 20 Mio. hinzugekommen. 

• Urk. 71 Rz 200:  

Es erfolgt ein expliziter Vorbehalt weiterer Ansprüche ohne Zeitproblem.  

 

- 36 - 

• Urk. 71 Rz 211 f. 

• Es gebe divergierende Darstellungen der Beklagten zum "Altvermögen" zwischen rund DM 
152 Mio. und DM 23 Mio. Steuerberater O._____ komme per 2. April 2001 auf DM 13 Mio. 
nicht kontaminiertes Altvermögen (Urk. 73/107 S. 128). 

• Urk. 71 Rz 215 

Es sei bestritten, dass die Beklagte ein nicht inkriminiertes Vermögen von DM 113 Mio. ge-
habt habe; dieses habe höchstens DM 13 Mio. betragen.  

• Urk. 71 Rz 219 

Es sei davon auszugehen, dass Rechtsanwalt Dr. P._____ die Rechtslage genau analysiert 
und die Beklagte entsprechend aufgeklärt habe.  

• Urk. 71 Rz 221 

Bei DM 13 Mio. nicht kontaminiertem Altvermögen sei eine Zahlung von DM 20 Mio. nicht 
befremdend (mit Hinweis auf Bericht O._____; dort Hinweis auf Urk. 67/12 S. 18; Urk. 66 S. 
43). 

• Urk. 71 Rz 237 

Die Steuern seien mit der Ergänzungsvereinbarung übernommen worden. 

• Urk. 71 Rz 469 f. 

Ausser dem Betrag von DM 13 Mio. stamme das Geld aus dem deliktischen Tun von 
B._____.  

 h) Die Beklagte verlangt, es sei – weil die Klägerin ihren Ausführungen nicht 

Substantielles entgegen gehalten habe – von ihrer eigenen Sachdarstellung aus-

zugehen, "namentlich davon, dass die Insolvenzverwaltung, obschon ihr bewusst 

war, wie «niedrig» ihre Ansprüche eigentlich waren, gegenüber der Beklagten 

vorgab, ihre Ansprüche seien um ein Vielfaches höher" (Urk. 196 Rz 38; ange-

führt werden die vorstehend im Einzelnen dargestellten Zitate aus Urk. 66 Rz 6, 

30, 32-40 und Rz 258; Urk. 81 Rz 153; Urk. 124, Ziff. 1). Dass dies nicht zutrifft, 

ist aus den Verweisen auf die Vorbringen der Klägerin ersichtlich.  

 i) Die Beklagte bezieht sich auf die Erwägungen der Vorinstanz, wonach 

nicht auf die übernommenen Verpflichtungen abzustellen sei, sondern auf das 

gegenseitige Nachgeben der Vergleichsparteien. Zudem sei nach der Vorinstanz 

die subjektive Betrachtungsweise massgebend, also die subjektive Einschätzung 

- 37 - 

der Sach- und Rechtslage. Die "wahre" Sach- und Rechtslage sei nicht massge-

blich und die Behauptungen der Beklagten seien daher weitgehend unerheblich 

(Urk. 196 Rz 34 mit Verweis auf Urk. 197 E. XIII./2.1.1. und 2.1.2., recte wohl E. 

IX./2.1.1. und 2.1.2. S. 43). Die Vorinstanz habe in tatsächlicher Hinsicht aus-

schliesslich auf die Vorbemerkungen der Vergleichsvereinbarung vom 30. April 

2001 (Urk. 4/4) abgestellt, die nach ihr die subjektive Einschätzung der Parteien 

"in wünschenswerter Klarheit" festhalte. Gestützt auf diese Vorbemerkungen stel-

le die Vorinstanz ohne jegliche weitergehende Begründung fest, dass die Parteien 

von der bereits erwähnten, durchaus valablen Möglichkeit ausgegangen seien, 

dass die Beklagte im Rahmen der Anfechtungsansprüche, der weiteren Ansprü-

che des Insolvenzverwalters und des drohenden strafrechtlichen Verfalls prak-

tisch das gesamte Vermögen verlieren könnte. Die sichere Vermögensposition 

von DM 20 Mio. erscheine deshalb als substantielles Zugeständnis (Urk. 196 

Rz 36 mit Hinweis auf Urk. 197 E. IX./2.1.6.).  

 aa) In der bei den Akten liegenden und von den Parteien auch immer wieder 

zitierten Vergleichs- und Auseinandersetzungsvereinbarung (Urk. 4/4) wird in den 

Vorbemerkungen erwähnt, dass die zuständige Staatsanwaltschaft im damals ge-

führten Ermittlungsverfahren davon ausgehe, dass B._____ mit anderen mit ei-

nem Netz von betrügerischen Handlungen insbesondere Banken und Leasingge-

sellschaften um mehrere Milliarden gebracht habe. Der Insolvenzverwalter mache 

als Vertreter aller Gläubiger geltend, dass er für den Fall einer Verurteilung von 

Herrn B._____ i.S.v. § 73 Abs. 1 Satz 3 StGB für alle Vermögensgegenstände, 

die dem sog. Verfall unterliegen würden, bzw. im Wege des Wertersatzes auch 

von Dritten (hier: die Beklagte) beansprucht werden könnten, privilegiert sei. Zwi-

schen den Vergleichsparteien seien Vermögensübertragungen unter insolvenz-

rechtlichen Gesichtspunkten streitig. Sie seien sich diesbezüglich uneins und der 

Insolvenzverwalter berühme sich weiterer, ebenfalls umstrittener Ansprüche. 

Verwiesen wird auf lange Verhandlungen, auf eine Abstimmung mit den zuständi-

gen Strafverfolgungsbehörden, die Zustimmung des Gläubigerausschusses und 

darauf, dass lange und teure Prozesse vermieden werden wollten (Urk. 4/4 S. 3 

f.).  

- 38 - 

 bb) Die Beklagte hat weiter geltend gemacht, die allfälligen Anfechtungsan-

sprüche hätten lediglich einen Wert von DM 72'962'416 (EUR 37.3 Mio.) gehabt, 

weil B._____ in den letzten zwei Jahren vor der Insolvenz der Beklagten lediglich 

diesen Betrag übertragen habe (Urk. 81 Rz 166 mit Hinweis auf Urk. 66 Rz 242 

und 243). Damit setze sich die Klägerin nicht auseinander, sondern behaupte oh-

ne Begründung, dass es noch Ansprüche aus anderen Rechtsgrundlagen gege-

ben habe (Urk. 81 Rz 167). Das bestreite die Beklagte. Für die Beurteilung von 

Leistung und Gegenleistung sei höchstens von einem Wert von DM 72'962'416 

auszugehen (Urk. 81 Rz 168). Die Leistung der Beklagten von DM 346 Mio. (DM 

366 Mio. abzüglich DM 20 Mio.) sei damit 4.7 x höher gewesen (Urk. 81 Rz 169), 

wozu die Klägerin in Urk. 71 Rz 489 lediglich erwähne, tatsächlich seien die An-

sprüche des Insolvenzverwalters um ein Vielfaches höher gewesen (Urk. 81 Rz 

170).  

 Weiter führt die Beklagte an, der Insolvenzverwalter habe ihr gesagt, ihr 

ganzes Vermögen sei faktisch verloren, wobei gemäss ihren Ausführungen in 

Urk. 66 Rz 30 als Grund für den drohenden faktischen Totalverlust die dinglichen 

Arreste genannt worden seien (die Strafbehörden hatten im Strafverfahren gegen 

B._____ über fast das ganze Vermögen der Beklagten einen dinglichen Arrest ge-

legt; Urk. 66 Rz 6). Die Beklagte spricht damit die (vom Insolvenzverwalter beein-

flusste) Willensbildung bei ihr an, während die Vorinstanz Rückschlüsse zieht, 

wovon die Vertragsparteien angesichts der Vorbemerkungen in Urk. 4/4 ausge-

gangen sein dürften (Urk. 197 E. IX./2.1.6. S. 46).  

 cc) Die Beklagte macht geltend, die Vorbemerkungen in der Vergleichsver-

einbarung seien nicht geeignet, die tatsächliche subjektive Sicht der Parteien, 

insbesondere der Insolvenzverwaltung, beim Vertragsschluss zu belegen. Die In-

solvenzverwaltung habe nämlich ein gewichtiges Interesse daran gehabt, die An-

sprüche mit Blick auf die Vereinbarungen möglichst hochzuschrauben, um das 

bestehende Missverhältnis zu verschleiern. Belegt sei die Tatsache, dass die In-

solvenzverwaltung viel zu hohe Ansprüche geltend gemacht habe (Urk. 196 Rz 

39).  

- 39 - 

 Nach den Vorbringen der Parteien stehen im Zusammenhang mit dem Ver-

gleichsschluss verschiedene Zahlen im Raum: Der Insolvenzverwalter habe die 

Beklagte überredet, DM 366 Mio. an ihn zu übertragen gegen eine Abfindung von 

20 Mio. (Urk. 66 Rz 6). Die effektiv eingereichte Klage des Insolvenzverwalters 

gegen die Klägerin von DM 170 Mio. (recte: 176 Mio., vgl. Urk. 197 E. 2 S. 3; 

Urk. 66 Rz 258) sei viel tiefer gewesen. Die Beklagte habe ausgehend von DM 

110 Mio. schrittweise (auf DM 20 Mio.) nachgegeben (Urk. 66 Rz 258 f.). Die Be-

klagte habe nach damaligen Berechnungen bzw. damaligem Wissensstand DM 

23 Mio. besessen (Urk. 124 Ziff. 1). Es habe zu Gunsten der Beklagten Steuer-

freistellungen gegeben (Einkommenssteuer von ca. EUR 6.5 Mio., Vermögens-

steuern von ca. EUR 700'000, Schenkungssteuern von rund EUR 27 Mio.); es 

gebe divergierende Darstellungen der Beklagten zum "Altvermögen": zwischen 

DM 152 Mio. (Urk. 66 Rz 42 mit Verweis auf Urk. 67/10 S. 2 [Besprechungsver-

merk der Kriminalpolizei vom 10. April 2000]) und DM 13 Mio. (Steuerberater 

O._____ komme per Stichtag 2. April 2001 auf nicht kontaminiertes Altvermögen 

von DM 13 Mio. [Urk. 73/107 S. 128]). Die Beklagte habe ein nicht inkriminiertes 

Vermögen von DM 113 Mio. behauptet, welches allerdings höchstens DM 13 Mio. 

betragen habe (Urk. 71 Rz 215, 221, 469 f.).  

 Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang zwei privat veranlasste Be-

richte. Die Beklagte hat das vom 20. Februar 2001 datierte Gutachten Q._____ 

(Urk. 67/12 "Vermögensbestand von Frau A._____ ohne Erwerb aus infizierten 

Geldern der D._____-Gruppe") veranlasst (Urk. 81 Rz 251) und eingereicht, worin 

ihr Vermögen mit DM 113 Mio. beziffert wurde (Urk. 67/12 S. 18). Unter dem Titel 

"Altvermögen" ermittelte Q._____ den Betrag von DM 20'398'000 (Urk. 67/12 S. 

4). Nach der Beklagten hat ihr dieser Betrag unabhängig von B._____ zugestan-

den. Von der Klägerin (auszugsweise) eingereicht ist der "Bericht A._____, Ver-

mögensentwicklung und -herkunft 1946-2000, Stand: 2. April 2001" (Urk. 73/107) 

des Steuerberaters O._____, wo zusammenfassend in einer "Gesamtschätzung" 

DM 13 Mio. (geerbte Vermögen, nur teilweise nicht inkriminierter Gewinn aus dem 

Verkauf des D._____-Gebäudes [Urk. 73/107 S. 128]) genannt werden.  

- 40 - 

 dd) Die Vorinstanz hat darauf hingewiesen, dass die Beklagte eine nachträg-

liche Überprüfung der jeweiligen Rechtspositionen anstrebe, was nicht zulässig 

sei, weil mit dem Vergleich gerade auf die Klärung der wirklichen – objektiven – 

Rechtslage verzichtet worden sei; die Nachholung des Rechtsstreites mit einer 

nachträglichen Prüfung des hypothetischen Ausganges sei daher unzulässig 

(Urk. 197 S. 43 f.). Entscheidend sei einzig die rein subjektive Betrachtung, näm-

lich die jeweilige Einschätzung der Rechtslage und das Mass der Abweichung von 

dieser Position. Die Vorinstanz verweist auf BGH, Urteil vom 24. Oktober 1968, II 

ZR 214/66, E. II/2a, das im Zusammenhang mit den hier zu klärenden Fragen lau-

tet:  

"Dem Berufungsgericht ist an sich zuzustimmen, dass die Behauptung des Beklagten, tatsächlich 
nichts veruntreut und deshalb nichts geschuldet zu haben, für sich genommen unter dem Ge-
sichtspunkt des § 138 BGB nicht schlüssig ist. Hiermit wäre dargetan, rückblickend bestehe ein 
krasses Missverhältnis zwischen der objektiven Rechtslage, wie sie vor Abschluss des Vergleichs 
bestanden, und den Verpflichtungen, die der Beklagte im Vergleich übernommen habe. Für die 
Beurteilung der Frage, ob der eine Vertragspartner den anderen gemäß § 138 Abs. 1 oder 2 BGB 
sittenwidrig übervorteilt hat, kommt es aber bei einem Vergleich regelmäßig nicht auf eine Gegen-
überstellung der Vergleichspflichten und der wahren Ausgangslage, sondern darauf an, wie die 
Parteien die Sach- und Rechtslage bei Abschluss des Vergleichs eingeschätzt haben und in wel-
chem Ausmaß sie davon abgewichen sind und zur Bereinigung des Streitfalls gegenseitig nach-
gegeben haben (BGH, NJW 64, 1787/88). Denn im allgemeinen verbietet es sich, einen Vergleich, 
selbst wenn ihn die begünstigte Partei mit nicht zu billigenden Mitteln herbeigeführt hat, als sitten-
widrig zu behandeln, wenn er seinem Inhalt nach aus der Sicht beider Vertragsparteien bei Ver-
gleichsabschluss als sachgerechte Bereinigung des Streitfalls erschien. Im vorliegenden Falle hat 
der Kläger nach den Feststellungen des Berufungsgerichts einen Restschaden von 240 000 DM 
geltend gemacht. Der Beklagte hatte dagegen jede Schuld bestritten. Geht man nur von dieser 
nach aussen zutage getretenen Bewertung der Sach- und Rechtslage durch die Parteien aus, 
kann von unverhältnismäßigen Zugeständnissen des Beklagten und einem Missverhältnis im bei-
derseitigen Nachgeben nicht gesprochen werden. Diese Beurteilung ist aber im vorliegenden Fall 
zu eng; sie wird dem weitergehenden Vortrag des Beklagten über die Umstände, unter denen es 
zum Vergleichsabschluss gekommen ist, nicht ausreichend gerecht. Dieser Vortrag läuft unter an-
derem sinngemäß auf die Behauptung hinaus, der Vorstand des Klägers habe selbst an die Höhe 
der geltend gemachten Forderung nicht geglaubt, sondern die Ansprüche willkürlich hochge-
schraubt und das – für ihn erkennbar fehlerhafte – Zahlenwerk der Anklageschrift nur als Vorwand 
genommen, um die Forderung zu überhöhen und ihn, den Beklagten, auf diese Weise zu unver-
hältnismäßigen Zugeständnissen zu bewegen. Sollte das der Fall sein, könnte die vom Kläger 
nach außen hin vorgegebene Einschätzung der Lage kein Maßstab für die Beurteilung der Frage 
sein, ob er unverhältnismäßige Zugeständnisse des Beklagten durchgesetzt hat; das tatsächliche 
Nachgeben des Klägers wäre dann nicht nur nach der objektiven Ausgangslage, sondern auch 
vom subjektiven Standpunkt des Vereinsvorstands, auf den es hier ankommt, sehr viel geringer 
gewesen oder gleich Null zu setzen. Hätte der Kläger dann außerdem die besondere Situation des 
Beklagten als Untersuchungshäftling ausgenutzt, wie dieser es behauptet, um den Vergleich her-
beizuführen, so könnte eine zusammenfassende tatrichterliche Würdigung möglicherweise zu dem 

- 41 - 

Ergebnis kommen, der Kläger habe den Beklagten in einer gemäß § 138 BGB vorwerfbaren Wei-
se übervorteilt." 

 Die Beklagte wendet ein, ihr gehe es nicht um die Feststellung der objekti-

ven Leistung, die die Vorinstanz ablehne (Urk. 196 Rz 40). Aber: Der professio-

nelle Insolvenzverwalter habe schon damals die gegen die Beklagte erhobenen 

Ansprüche geprüft und daher um deren Wert gewusst. Der objektive Wert müsse 

sich daher notwendigerweise mit seiner subjektiven Einschätzung decken, sodass 

letztlich als subjektiver Wert doch der deckungsgleiche objektive Wert massge-

blich sei (Urk. 196 Rz 40): Verzicht der Beklagten auf netto DM 346 Mio. (DM 366 

Mio. abzüglich DM 20 Mio.), Verzicht des Insolvenzverwalters auf allenfalls durch-

setzbare Anfechtungsansprüche von höchstens rund DM 72 Mio. (Urk. 196 Rz 41, 

43). Die Leistung der Beklagten von netto DM 344'777'000.– (recte: DM 

346'777'000.–) sei damit fast fünfmal höher gewesen als jene der Insolvenzver-

waltung (bestehend im Verzicht auf Anfechtungsansprüche).  

 ee) Vor dem Hintergrund der Rechtsprechung des BGH geht es hier darum, 

ob der Insolvenzverwalter "an die Höhe der geltend gemachen Forderung nicht 

geglaubt, sondern die Ansprüche willkürlich hochgeschraubt" hat (vorstehend zi-

tiertes Urteil vom 24. Oktober 1968, II ZR 214/66, E. II/2a), um die Beklagte so zu 

unverhältnismässigen Zugeständnissen zu bewegen.  

 Nach der Vergleichsvereinbarung sollte der Insolvenzverwalter von der Be-

klagten DM 366'776'572.31 erhalten und musste ihr dafür DM 20 Mio. überlassen 

(Urk. 196 Rz 31). Die Beklagte begründet die Überhöhung der Ansprüche des In-

solvenzverwalters damit, dass er nur DM 176 Mio. eingeklagt habe (z.B. Urk. 66 

Rz 62) bzw. dass ihm allenfalls durchsetzbare Anfechtungsansprüche in der Höhe 

von höchstens DM 72'962'416 (EUR 37.3 Mio.) zugestanden hätten, auf die er im 

Vergleich verzichtet habe (Urk. 66 Rz 242 f.).  

 Der Betrag von DM 72'962'416, den die Klägerin bestreitet (Urk. 71 Rz 485 

ff.), ergibt sich nach der Beklagten (Urk. 66 Rz 242) aus der Übersicht über 

Schenkungssteuerbescheide des Finanzamtes C._____-… vom 2. Dezember 

2004 (Urk. 67/18) und aus den Schenkungssteuerbescheiden Nr. 1-134 des Fi-

nanzamtes C._____-… vom 2. Dezember 2004 (Urk. 67/70). Die Liste in Urk. 

- 42 - 

67/18 weist in der Rubrik "Wert DM" für die Zeit vom 16.07.1987 bis 31.01.2000 

den Betrag von 183'939'014.60 (umgerechnet EUR 94'046'524.80) aus. Auf die 

Zeit vom 11. Februar 1998 bis 31. Januar 2000 entfallen aufgrund der steueramt-

lichen Auflistung (Urk. 67/18) die vorstehend erwähnten DM 72'962'416.–. Beige-

legt ist eine "Beige" von ca. 2.5 cm Dicke mit 134 Bescheiden über Schenkungs-

steuern, alle datiert von 2. Dezember 2004 (Urk. 67/70), wobei davon auszugehen 

ist, dass es sich um die Einschätzungen für die Beträge handelt, die in Urk. 67/18 

in der letzten Kolonne aufgelistet sind.  

 Die Vorinstanz hat zum Betrag von DM 176 Mio. ausgeführt, es handle sich 

um einen Orientierungswert, die Klage sei unter Zeitdruck wegen drohender Ver-

wirkung eingereicht worden und habe nur diejenigen Ansprüche umfasst, die ei-

nem Zeitproblem unterlegen seien, was in der Klage auch ausdrücklich festgehal-

ten worden sei. Ausserdem sei in den Vorbemerkungen zum Vergleich (vgl. auch 

Urk. 4/4 § 7 Ziff. 1) auf den möglichen Bestand anderer Ansprüche hingewiesen 

worden, so dass nicht angenommen werden könne, dass der Insolvenzverwalter 

den Klagebetrag von DM 176 Mio. als Maximalposition aller Ansprüche verstan-

den habe (Urk. 197 E. IX./E. 2.1.7 S. 47). Die Klägerin sei nicht gehalten, die dort 

erwähnten "weiteren Ansprüche" zu substantiieren oder gar zu belegen, weil es 

nach einem Vergleichsschluss nicht mehr um die "wahre Rechtslage" gehen kön-

ne. Was durch einen Vergleichsschluss habe verhindert werden sollen, könne 

nicht im Nachhinein verlangt werden und die Klägerin sei nicht gehalten, nach-

träglich sämtlich Ansprüche, denen sie sich berühmt habe, substantiiert darzule-

gen bzw. zu behaupten (Urk. 197 E. IX./. 2.1.8. S. 47 f.) 

 ff) Die Beklagte kritisiert den vorinstanzlichen Entscheid; der Insolvenzver-

walter sei tatsächlich von viel geringeren Ansprüchen ausgegangen. Es sei be-

legt, dass die Insolvenzverwaltung viel zu hohe Ansprüche vorgeschoben habe, 

obschon sie nach allgemeiner Lebenserfahrung als professionelle Partei die ob-

jektiv bestehende Sach- und Rechtslage sehr wohl habe einschätzen können 

(Urk. 196 Rz 39). Es gehe tatsächlich nicht um die objektive Rechtslage, jedoch 

sei es "mit Blick auf die Eruierung der wahren subjektiven Sicht der Insolvenzver-

waltung wesentlich, dass die wahre Rechtslage, namentlich das Nichtbestehen 

- 43 - 

«weiterer Ansprüche» für die professionelle Insolvenzverwaltung ersichtlich ge-

wesen war" (Urk. 196 Rz 40). Die Beklagte verweist auf ihre Ausführungen in Urk. 

81 Rz 155 ff., dass eine ungerechtfertigte Bereicherung aus Rechtsgründen nicht 

möglich gewesen sei (Rz 155 f.) und dass zu erwarten gewesen wäre, dass die 

behaupteten weiteren Ansprüche eingeklagt worden wären (Rz 157). Daraus zieht 

die Beklagte den Schluss, dass "weitere Ansprüche" nicht existiert hätten (Rz 

159). Die "Freistellungen in Millionenhöhe" hätten am krassen Missverhältnis 

nichts ändern können und es sei eine Selbstverständlichkeit, dass, wer ein gan-

zes Vermögen übernehme, auch die entsprechenden Schulden tragen müsse (Rz 

160). Ob mit der Vergleichszahlung von DM 10 Mio. vom Dezember 2011 an 

Herrn N._____ (Urk. 4/6) durch die Insolvenzverwaltung tatsächlich eine Schuld 

der Beklagten bezahlt worden sei, sei fraglich und vermöge nichts am Leistungs-

ungleichgewicht zu ändern.  

 Die Beklagte erneuert in der Berufung ihre Sachdarstellung, der Insolvenz-

verwalter habe gewusst, dass ihr nicht der Verlust ihres ganzen Vermögens ge-

droht hätte, sondern max. DM 72'962'416. Dem Insolvenzverwalter sei das klar 

gewesen, sodass nach allgemeiner Lebenserfahrung und mangels gegenteiliger 

substantiierter Behauptungen der Klägerin davon auszugehen sei, dass er die ob-

jektive Sach- und Rechtslage abgeklärt habe und die Lage so eingeschätzt habe, 

wie sie sich bei objektiver Prüfung darstelle. Dem Insolvenzverwalter müsse damit 

bewusst gewesen sein, dass er mit der Geltendmachung der Anfechtungsansprü-

che aus der Zeit vor zwei Jahren vor Eröffnung der Insolvenz keinen Erfolg haben 

würde, so dass der Maximalwert rund DM 72 Mio. betragen hätte (Urk. 196 Rz 39-

41, Rz 43).  

 gg) Auch wenn i.S. der Beklagten von durchsetzbaren Anfechtungsansprü-

chen von DM 72 Mio. auszugehen wäre, wäre nicht auf diesen Betrag abzustel-

len. Aus Rechtsgründen ist in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass Steu-

ereinschätzungen nicht unbesehen auf andere Rechtsgebiete "überführt" werden 

können, weil die öffentlichrechtlichen und die privatrechtlichen Grundlagen nicht 

identisch sind, ganz abgesehen davon, dass die Steuerbehörden nicht notwendi-

gerweise von allen privatrechtlichen Vorgängen Kenntnis erlangen. Das ist aller-

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dings nicht entscheidend. Ausschlaggebend ist, dass es – wie die Vorinstanz dar-

gelegt hat – nicht darum gehen kann, den von den Parteien ihrerseits willentlich 

nicht durchgeführten Prozess nachzuholen.  

 Wäre seinerzeit ein Prozess um die Ansprüche der Insolvenzverwaltung 

bzw. der Masse zu führen gewesen, hätte die Beweislast grundsätzlich beim In-

solvenzverwalter gelegen. Es hätte sich dann auch zeigen müssen, ob es ihm ge-

lungen wäre, die (von der Beklagten besonders angezweifelten) Voraussetzungen 

für die sog. Vorsatzanfechtung i.S.v. § 133 Abs. 1 InsO bzw. § 31 KO zu bewei-

sen (Kenntnis vom Benachteiligungsvorsatz des Schuldners, die vermutet wird, 

wenn die beschenkte Person um die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners wuss-

te). Dass die Beklagte Kenntnis von den Machenschaften bzw. von der Zahlungs-

unfähigkeit ihres Mannes gehabt hatte, wäre dann vom Insolvenzverwalter zu be-

haupten und nachzuweisen gewesen (vgl. Kreft in HK-InsO, 4. Auflage 2006, 

N. 12 zu § 133). Auch die "weiteren Ansprüche" hätte die Insolvenzverwaltung in 

einem Forderungsprozess behaupten und beweisen müssen. Im hier zu beurtei-

lenden Zusammenhang geht es hingegen nicht um zuzusprechende Ansprüche – 

das wäre das unzulässige Nachholen des mit dem Vergleich vermiedenen Pro-

zesses – sondern um die Frage der Gültigkeit bzw. Nichtigkeit der Vergleichs- und 

Auseinandersetzungsvereinbarung (Ur