# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 56ed6efe-f607-5460-9f33-e6f55dc9ad0c
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-29
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2012 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2012
**Docket/Reference:** DB.2014.142
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2014_142_yv.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2014.142 
1 ST.2014.172 

Entscheid 

 29. Januar 2015 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Anton Tobler, Steuerrichter Mi-
chael Ochsner und Gerichtsschreiberin Vivienne Blunschi 

In Sachen 

A,    
,   

vertreten durch Zambra Finanz AG,  
Schaffhauserstrasse 63, Postfach 1353, 8152 Glattbrugg,  

Beschwerdeführerin/
Rekurrentin,  

gegen 

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2012 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2012 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Die 1951 geborene A (nachfolgend die Pflichtige) war rund 40 Jahre für die 

B AG tätig, ehe sie per 31. Januar 2012 nach letztlich einvernehmlicher Auflösung des 

Arbeitsverhältnisses in den vorzeitigen Ruhestand trat. Am 30. April 2012 wurde ihr in 

der  Folge  eine  Kapitalleistung  aus  der  beruflichen  Vorsorge  in  der  Höhe  von  

Fr.  135'298.-  ausbezahlt.  Diese  wurde  mit  Veranlagungsverfügung  bzw.  Einschät-

zungsentscheid der Steuerkommissärin vom 19. September 2012 nach Massgabe von 

Art.  38  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezember  1990 

(DBG)  bzw.  §  37  des  Steuergesetzes  vom  8. Juni  1997  (StG)  getrennt  vom  übrigen 

Einkommen  besteuert.  Am  1.  Oktober  2013  erfolgte  eine  steuerbehördliche  Berichti-

gung  bzw.  wurde  die  separate  Besteuerung  dieser  Kapitalleistung  zurückgenommen 

(Festsetzung der Leistung auf Fr. 0.-). Grund dafür war das Ergebnis des ordentlichen 

Veranlagungs- bzw. Einschätzungsverfahren der Steuerperiode 2012, welches hier im 

Streit liegt und nachfolgend zu beurteilen ist.  

B.  In  der  Steuererklärung  2012  deklarierte  die  Pflichtige  einkommensseitig 

neben  der  ab  dem  1.  Februar  2012  erhaltenen  Rente  von  Fr.  112'365.-  einen  letzten 

Lohn  der  B  AG  von  Fr.  211'303.-.  Dem  Lohnausweis  für  die  Zeit  vom  1.  -  31.  Janu-

ar 2012  war  dabei  zu entnehmen,  dass  in diesem  ein  arbeitgeberseitiger  Einkauf  von 

Fr. 198'500.-  in  die  berufliche  Vorsorge  der  Pflichtigen  enthalten  war.  Dabei  erfasste 

die B AG den letzteren Betrag zunächst im Bruttolohn, brachte ihn unter dem Titel ei-

nes  Einkaufs  in die berufliche  Vorsorge  jedoch wieder  zum  Abzug,  sodass  ein Netto-

lohn von Fr. 12'803.- resultierte. Die Pflichtige deklarierte im Ergebnis ebenfalls diesen 

Nettolohn, indem sie den Vorsorgeeinkauf von Fr. 198'500.- auf der Seite der Einkom-

mensabzüge aufführte.   

Mit  Veranlagungsverfügung  (Direkte  Bundessteuer  2012)  bzw.  Einschät-

zungsentscheid  (Staats-  und  Gemeindesteuern  2012)  vom  1.  Oktober  2013  rechnete 

die  Steuerkommissärin  den  vorerwähnten  Vorsorgeeinkauf  2012  im  Umfang  der  im 

gleichen Jahr bezogenen Kapitalleistung von Fr. 135'298.- einkommensseitig auf; dies 

unter  Hinweis  auf  das  Vorliegen  einer  Sperrfristverletzung.  Aufgrund  dieser  Korrektur 

resultierten die folgenden Steuerfaktoren: 

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Direkte Bundessteuer  

Staats- und Gemeindesteuern 

       Fr.  

        Fr. 

Steuerbares Einkommen 

275'300.- 

Steuerbares Vermögen  

274'400.- 

1'994'000.-. 

C.  Hiergegen  liess  die  Pflichtige  am  31.  Oktober  2013  Einsprache  erheben 

und geltend machen, der nicht zum Abzug zugelassene Betrag von Fr. 135'298.- quali-

fiziere  als  vorsorgeähnliche  Leistung  (Abgangsentschädigung  bzw.  Kapitalabfindung) 

und  sei  deshalb  zum  Vorsorgetarif  zu  besteuern;  sinngemäss  war  damit  der  Antrag 

verbunden,  den  deklarierten  Vorsorgeeinkauf  im  Rahmen  der  ordentlichen  Veranla-

gung  bzw.  Einschätzung  im  vollen  Umfang  steuermindernd  zu  berücksichtigen.  Zur 

Begründung  wurde  insbesondere  die  Vereinbarung  betreffend  die  Auflösung  des  Ar-

beitsverhältnisses  der  Pflichtigen  vorgelegt.  Dieser  gemäss  hatte  sich  die  B  AG  ver-

pflichtet, der Pflichtigen eine einmalige Einlage von Fr. 198'500.- netto in die Pensions-

kasse zu leisten; dies mit dem Ziel, sie bis zum Erreichen des ordentlichen Pensions-

alters,  sowie  auch  darüber  hinaus,  so  zu  stellen,  wie  wenn  sie  ordentlich  pensioniert 

worden wäre. Auf diese Vereinbarung Bezug nehmend liess die Pflichtige vorbringen, 

bei  einer  Kündigung  mit  gleichzeitiger  vorzeitiger  Pensionierung,  könne  von  einer 

missbräuchlichen  Steuerumgehung  nicht  die  Rede  sein.  Wenn  sie  sich  "einen  Teil" 

(sinngemäss den Betrag von Fr. 135'298.-) habe auszahlen lassen, so liege darin kei-

ne  Steuerumgehung,  weil  sie  ja  tatsächlich  vorzeitig  pensioniert  worden  sei  und  ihr  

somit  die  Teilauszahlung  für  die  Bestreitung  der  Lebenshaltungskosten  bis  zum  Zeit-

raum  der  ordentlichen  Pensionierung  gedient  habe.  Eine  andere  Sichtweise  würde 

darauf  hinauslaufen,  dass  sie  wegen  der  Sperrfrist  ihre  Vorsorge  gar  nicht  hätte  ver-

wenden können bzw. sie in dieser Zeit vom Vermögen hätte leben müssen. Die Sperr-

frist habe Missbräuche zu verhindern und nicht die Finanzierung einer vorzeitigen Pen-

sionierung  mit  einer  Missbrauchssteuer  zu  belasten.  Die  Kapitalauszahlung  von 

Fr. 135'298.-  entstamme  im  Übrigen  zusätzlichem  Sparkapital,  welches  die  Vorsorge-

stiftung als Folge eines sehr guten Geschäftsgangs der Pflichtigen ab 2000 zugespro-

chen habe. Das eigene Einbringen dieser Summe zwecks Teilfinanzierung der gesam-

ten Vorsorgelücke von Fr. 198'500.- hätte zur Folge gehabt, dass die Pflichtige einen 

Teil der Vorsorgelücke selbst hätte finanzieren müssen. Alternativ betrachtet hätte die 

B  AG  diese  zusätzliche  Finanzierung  deshalb  auch  direkt  an  die Pflichtige auszahlen 

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können, was also ebenfalls als vorsorgerechtliche Kapitalabfindung zu betrachten wä-

re.  

Mit  Entscheiden  vom  16.  Juli  2014  hielt  das  kantonale  Steueramt  am  Vorlie-

gen einer Sperrfristverletzung fest und wies die Einsprachen ab. 

D.  Hiergegen  liess  die  Pflichtige  am  23.  Juli  2014  Beschwerde  bzw.  Rekurs 

erheben  und  beantragen,  das  ihr  ausbezahlte  ausserordentliche  Sparkapital  von 

Fr. 135'298.- als Abgangsentschädigung mit Vorsorgecharakter zu qualifizieren und als 

vorsorgeähnliche  Leistung  zum  Vorsorgetarif  zu  besteuern;  sinngemäss  wurde  damit 

wiederum auch der Antrag gestellt, den deklarierten Vorsorgeeinkauf im vollen Umfang 

steuermindernd zu berücksichtigen. Zur Begründung wurde insbesondere betont, dass 

es  sich  bei  der  ausbezahlten  Kaptalleistung  um  langjähriges  Sparkapital  gehandelt 

habe, welches bereits per 2007 vorhanden gewesen sei und das Resultat von Sparka-

pitalansprüchen der Vorsorgeeinrichtung aus den Jahren 2000 bis 2006 darstelle. Ein 

missbräuchlicher, steuerlich motivierter zeitnaher Einkauf und Kapitalbezug betreffend 

dieses Sparkapitals liege damit nicht vor.  

Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  12.  August  2014  auf  Abweisung  der 

Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (ESTV)  stimmte in  ihrer  Stellung-

nahme  vom  6.  Oktober  2014  dem  Vorliegen  einer  Sperrfristverletzung  zu,  vertrat  je-

doch die Auffassung, dass die streitbetroffene Kapitalleistung der B AG bei Qualifikati-

on  als  Abgangsentschädigung  mit  Vorsorgecharakter  tatsächlich  zum  Vorsorgetarif 

besteuert  werden  könne.  Ob  eine  solche  Abgangsentschädigung  vorliege,  lasse  sich 

gestützt  auf  die  Akten  jedoch  nicht  beurteilen,  weil  eine  der  diesbezüglichen  Voraus-

setzungen (Kapitalleistung dient der Schliessung einer durch die vorzeitige Pensionie-

rung bedingten Deckungslücke) bisher nicht thematisiert worden sei bzw. der Sachver-

halt insoweit nicht abschliessend geklärt sei.  

Mit Eingabe vom 24. Oktober 2014 liess die Pflichtige zur Stellungnahme der 

ESTV replizieren, dass gestützt auf die bereits eingereichten Unterlagen der Nachweis 

einer Deckungslücke von Fr. 198'500.- explizit erbracht worden sei.  

Auf weitere Stellungnahmen verzichteten die Parteien.  

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a)  Von  den  Einkünften  werden  laut  Art. 33  Abs. 1  lit. d  DBG  bzw.  § 31 

Abs. 1 lit. d StG die gemäss Gesetz, Statut oder Reglement geleisteten Einlagen, Prä-

mien  und  Beiträge  zum  Erwerb  von  Ansprüchen  aus  Einrichtungen  der  beruflichen 

Vorsorge abgezogen. Diese Bestimmungen vollziehen die bundesrechtliche Vorschrift 

von  Art. 81  Abs. 2  des  Bundesgesetzes  über  die  berufliche  Alters-,  Hinterlassenen- 

und Invalidenvorsorge vom 25. Juni 1982 (BVG), wonach die von den Arbeitnehmern 

und  Selbstständigerwerbenden  nach  Gesetz  oder  reglementarischen  Bestimmungen 

geleisteten  Beiträge  an  Vorsorgeeinrichtungen  bei  den  direkten  Steuern  des  Bundes, 

der Kantone und Gemeinden abziehbar sind. Abzugsfähig sind dabei nicht nur die or-

dentlichen Beiträge an die Vorsorgeeinrichtung, sondern auch die Beiträge für den Ein-

kauf von Lohnerhöhungen, von Beitragsjahren, von Vorfinanzierungen für Frühpensio-

nierungen  oder  von  im  Rahmen  einer  Scheidung  übertragenen  Austrittsleistungen 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  2. A.,  2009,  Art. 33  N 81 

DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 31 N 79 StG; RB 1996 

Nr. 48; VGr, 23. Januar 2002 = StE 2002 B 27.1 Nr. 26).  

b)  Zu  beachten  sind  hingegen  die  Einkaufsbeschränkungen  von  Art. 79b 

Abs. 3 BVG, in der Fassung vom 3. Oktober 2003, in Kraft seit 1. Januar 2006. Dem-

nach  dürfen  bei  getätigten  Einkäufen  die  daraus  resultierenden  Leistungen  innerhalb 

der nächsten drei Jahre nicht in Kapitalform aus der Vorsorge zurückgezogen werden.  

aa) Die bundesgerichtliche Rechtsprechung liess den Abzug von Vorsorgebei-

trägen schon vor Inkrafttreten von Art. 79b BVG dann nicht zu,  wenn eine Steuerum-

gehung vorlag (zu diesem Begriff vgl. u.a. BGE 131 II 627 E. 5.2 S. 635 f.; ASA 78, 289 

E. 5.1; StE 2004 A 21.13 Nr. 6 E. 3.1), insbesondere bei missbräuchlich steuerminimie-

renden,  zeitlich  nahen  Einkäufen  und  Kapitalbezügen  in/von  Vorsorgeeinrichtungen, 

d.h. im Fall von gezielt vorübergehenden und steuerlich motivierten Geldverschiebun-

gen  in  die  2.  Säule,  mit  denen  nicht  die  Schliessung  von  Beitragslücken  angestrebt, 

sondern  die  Pensionskasse  als  steuerbegünstigtes  Kontokorrent  zweckentfremdet 

wird.  Denn  das  Ziel  eines  Einkaufs  von  Beitragsjahren  besteht  im  Aufbau  bzw.  der 

Verbesserung  der  beruflichen  Vorsorge.  Dieses  Ziel  wird  namentlich  dann  offensicht-

lich verfehlt, wenn die gleichen Mittel kurze Zeit später – bei kaum verbessertem Versi-

cherungsschutz – der Vorsorgeeinrichtung wieder entnommen werden (vgl. zum Gan-

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zen BGE 131 II 627 E. 4.2 u. 5.2 S. 633 ff.; BGE 131 II 593 E. 4 S. 603 ff.; ASA 78,  

289 E. 5; RDAF 2009 II 9 E. 4 u. 5; StE 2004 A 21.13 Nr. 6 E. 3; StR 2007, 636 E. 4.1;  

StR  2003,  879  E.  3.2;  BGr,  3.  März  2008,  2C_555/2007,  E.  3  u.  4,  sowie  13.  Ap-

ril 2006, 2A.705/2005, E. 5). 

bb) Diese Praxis ist auch Grundlage der Bestimmung von Art. 79b Abs. 3 BVG 

(BGr, 12. März 2010, 2C_658/2009 = ASA 79, 685 = StR 2010, 860 E. 2.1). In letzte-

rem  Entscheid  erwog  das  Bundesgericht,  Art. 79b  Abs.  3  BVG  sei  zwar  eine  primär 

vorsorgerechtliche  Norm,  beruhe  aber  klar  auf  steuerrechtlichen  Motiven.  Dem  Wort-

laut nach regle sie zwar nur das Problem der Zulässigkeit einer Kapitalauszahlung in-

nert drei Jahren seit der Einzahlung und äussere sich scheinbar nicht direkt zur Frage, 

ob diese Einzahlung vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden dürfe. Die par-

lamentarischen Beratungen zu Art. 79b Abs. 3 BVG liessen jedoch unmissverständlich 

erkennen,  dass  mit  der  Sperrfrist  dieselben  Missbräuche  der  Steuerminimierung  be-

kämpft  werden sollten, welche  schon  die  bundesgerichtliche  Praxis  zur  Verweigerung 

der Abzugsberechtigung wegen Steuerumgehung veranlasst hätten. Aus Entstehungs-

geschichte, Wortlaut und Systematik ergebe sich deshalb mit Blick auf die steuerrecht-

liche  Problematik  Folgendes:  Art.  79b  Abs.  3  BVG  übernehme  und  konkretisiere  die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Verweigerung der Abzugsberechtigung wegen 

Steuerumgehung  im  Sinn  einer  einheitlichen  und  verbindlichen  Gesetzesregelung. 

Wenn  diese  Vorschrift  die  getätigten  Einkäufe  für  die  "daraus  resultierenden  Leistun-

gen"  einer  dreijährigen  Kapitalrückzugssperre  unterwerfe,  so  sei  das  sodann  nicht  – 

wie  sich  aus  dem  Wortlaut  zu  ergeben  scheine  –  als  eine  notwendigerweise  direkte 

Verknüpfung zwischen dem Einkauf und der Leistung zu verstehen. Einer solchen Ver-

knüpfung  müsse  ohnehin  entgegengehalten  werden,  dass  die  einbezahlten  Beträge 

nicht ausgesondert und die Leistungen aus Vorsorgeeinrichtungen nicht aus bestimm-

ten  Mitteln,  sondern  aus  dem  Vorsorgekapital  der  versicherten  Person  insgesamt  fi-

nanziert werden. Diesen Gesichtspunkten werde eine Praxis gerecht, welche Art. 79b 

Abs.  3  BVG  so  auslege,  dass  jegliche  Kapitalauszahlung  in  der  Dreijahresfrist  miss-

bräuchlich sei und jede während der Sperrfrist erfolgte Einzahlung vom Einkommens-

abzug  somit  ausgeschlossen  werden müsse.  Zusammenfassend  hielt  das  Bundesge-

richt  fest,  gestützt  auf  Art. 79b  Abs. 3  BVG  seien  Kapitalauszahlungen  in  der 

Dreijahresfrist konsequent und grundsätzlich ausnahmslos mit missbräuchlicher Steu-

erminimierung gleichzusetzen.  

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2. a) Im Zeitpunkt ihrer Pensionierung per Ende Januar 2012 war die Pflichtige 

im Rahmen ihrer beruflichen Vorsorge seit 39 Jahren bei der Pensionskasse der B AG 

Personalvorsorgestiftung  versichert;  die  in  dieser  Zeit  angesparte  Freizügigkeitsleis-

tung belief sich auf Fr. 1'554'612.55 (Stand 1. Januar 2012; vgl. Versicherungsausweis; 

R-act. 3/6). Aus dieser Versicherung wurde ihr im Anschluss an die Pensionierung am 

30.  April  2012  eine  Kapitalleistung  von  Fr.  135'298.-  ausbezahlt  (vgl.  die  diesbezügli-

che Meldung der Pensionskasse). Die dergestalt ausbezahlte Summe entsprach dem 

in der Freizügigkeitsleistung enthaltenen  "Sparkapital", welches in den jährlichen Ver-

sicherungsausweises jeweils separat ausgewiesen wurde (vgl. Versicherungsausweise 

2007,  2010  und  2012).  Dass  dieses  Sparkapital  jeweils  gesondert  ausgewiesen  wor-

den  ist,  ändert  nichts  daran,  dass  es  sich  im  Kreislauf  der  gebundenen  beruflichen 

Vorsorge befunden hat; von vornherein nicht weiter hilft damit der Pflichtigen der Hin-

weis darauf, dass dieses Sparkapital schon länger bestanden habe und arbeitgebersei-

tig  finanziert  worden  sei.  Im  Übrigen  war  die  Auszahlung  dieses  Sparkapitals  keines-

wegs zwingend, lässt sich doch einem Schreiben der Pensionskasse vom März 2010 

entnehmen, dass das Sparkapital etwa auch für die Erhöhung der Überbrückungsrente 

bis zum Beginn der AHV-Rentenzahlung verwendet werden könne.  

Erhielt  die  Pflichtige  per  Ende  April  2012  eine  Kapitalauszahlung  aus  ihrer 

beruflichen Vorsorge in der vorerwähnten Höhe, so sind nach dem Gesagten gestützt 

auf die Sperrfristregelung von Art. 79b Abs. 3 BVG und die diesbezügliche bundesge-

richtliche Rechtsprechung in den drei vorausgehenden Jahren getätigte Einkäufe in die 

berufliche  Vorsorge  missbräuchlich  und  damit  einkommensseitig  nicht  absetzbar  im 

Sinn von Art. 33 Abs. 1 lit. d DBG bzw. § 31 Abs. 1 lit. d StG.  

b) Im vorliegenden Fall hat im Januar 2012 und damit kurz vor dem Kapitalbe-

zug bzw. innerhalb der Sperrfrist ein Einkauf in die berufliche Vorsorge in der Höhe von 

Fr. 198'500.- stattgefunden. Getätigt hat diesen jedoch nicht die Pflichtige, sondern in 

Form einer Einmaleinlage ihre Arbeitgeberin, was zur Frage führt, ob in einer solchen 

Konstellation die Sperrfristregelung womöglich differenziert zu handhaben ist. In einem 

gleich gelagerten Fall hat das Steuerrekursgericht erst kürzlich entschieden, dass dem 

nicht  so  ist  bzw.  dass  die  Sperrfristregelung  uneingeschränkt  anwendbar  bleibt 

(vgl. StRG, 7. April 2014, 1 DB.2013.249 + 1 ST.2013.294, auch zum Folgenden). 

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c) Hätte die Pflichtige den Vorsorgeeinkauf von Fr. 198'500.- aus eigenen Mit-

teln  selbst  getätigt,  so  wäre  diesem  die  steuerliche  Abzugsfähigkeit  aufgrund  der 

Sperrfristregelung im Umfang der zeitnahen Kapitalauszahlung von Fr. 135'298.- ohne 

weiteres abzusprechen. Als Folge davon resultierte einerseits eine einkommensseitige 

Aufrechnung  in  diesem  Betrag  (Zulassung  eines  Abzugs  für  Vorsorgeeinkauf  von 

Fr. 63'202.-  statt Fr. 198'500.-); anderseits wäre auf die Besteuerung der ausbezahlten 

Kapitalleistung von 135'298.- zu verzichten, weil die Auszahlung unter diesen Umstän-

den durch die nicht zulässige, aber gleichwohl getätigte Einzahlung neutralisiert würde  

(vgl.  zu  diesem  klassischen  Fall  der  Verletzung  der  Sperrfristregelung  etwa:  StRG, 

27. Mai 2013, 1 DB.2013.10 + 1 ST.2013.10).  

Hier  wurde  der  Vorsorgeeinkauf  nun  aber  nicht  von  der  Pflichtigen,  sondern 

von  deren  Arbeitgeberin  (der  B  AG)  finanziert;  dies  vor  dem  Hintergrund  der  primär 

arbeitgeberseitig  gewünschten,  letztlich  jedoch  einvernehmlichen  Auflösung  des  Ar-

beitsverhältnisses und der damit einhergehenden vorzeitigen Pensionierung der Pflich-

tigen.  In  Frage steht  damit  eine  arbeitgeberseitige  Kapitalabfindung,  welche  nicht  an-

lässlich der  vorzeitigen  Pensionierung  an  die  Pflichtige  ausbezahlt,  sondern  zu deren 

Gunsten in die Vorsorgeeinrichtung der B AG eingebracht wurde. Die ESTV spricht in 

diesem Zusammenhang von einer "Kapitalabfindung des Arbeitgebers, welche direkt in 

die  Vorsorgeeinrichtung  seines  Betriebs  einbezahlt  wird"  und  beschreibt  diese  Form 

der  arbeitgeberseitigen  Kapitalabfindung  unter  steuerlichen  Aspekten  wie  folgt  (vgl. 

deren  Kreisschreiben  Nr.  1  vom  3.  Oktober  2002:  Die  Abgangsentschädigung  resp. 

Kapitalabfindung des Arbeitgebers, Ziff. 3.3): 

" In  der  Praxis  kommt  es  vor,  dass  der  Arbeitgeber  eine  Kapitalabfindung  

(d.h. eine Einlage) zugunsten des Arbeitnehmers direkt in die Vorsorgeeinrich-

tung  seines  Betriebes  einbezahlt,  um  damit  –  unter  anderem  –  bestehende 

und  allenfalls  künftige  Vorsorgelücken  des  ausscheidenden  Arbeitnehmers 

schliessen  zu  können.  Auch  eine  so  verwendete  Kapitalabfindung  ist  als 

Lohnbestandteil im Lohnausweis aufzuführen.   

Eine solche Direkteinzahlung in die Vorsorgeeinrichtung ist nur zulässig, wenn  

• ein Arbeitsverhältnis noch besteht;  

• das Vorsorgereglement einen solchen Einkauf vorsieht;  

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• eine entsprechende Vorsorgelücke im Zeitpunkt des Austritts aus der Firma 

bereits bestanden hat;  

• infolge des Austritts aus dem Unternehmen und dessen Vorsorgeeinrichtung 

eine Vorsorgelücke entsteht (…)  

Vom  Arbeitgeber  nach  Gutdünken  erbrachte  Einlagen  gehören  grundsätzlich 

zum  massgebenden  Lohn.  Dasselbe  gilt  für  reglementarisch  vorgesehene 

Sonderzuwendungen, mit denen einzelne Arbeitnehmer individuell begünstigt 

werden. Sofern der Arbeitgeber Arbeitnehmer-Einlagen für den Einkauf in die 

Vorsorgeeinrichtung  übernimmt,  sind  solche  Einlagen  als  Bestandteil  des 

massgebenden Bruttolohns im Lohnausweis (separat) aufzuführen. Damit der 

Arbeitnehmer den Einkauf steuerlich geltend machen kann, muss die geleiste-

te  Einkaufssumme  im  Lohnausweis  separat  (Rubrik  "Versicherungsbeiträge") 

ausgewiesen werden (Beispiel 4 im Anhang)." 

d) Die B AG hat diese Vorgaben der ESTV teilweise korrekt umgesetzt, indem 

sie im Lohnausweis 2012 einerseits die Kapitalleistung von Fr. 198'500.- in den Brutto-

einkünften  erfasste (dort  allerdings  nicht  separat  aufführte)  und  andererseits  Beiträge 

für  den  Einkauf  in  die  berufliche  Vorsorge  in gleicher  Höhe  wieder  vom  Bruttolohn  in 

Abzug brachte (Ziff. 10.2).  

Bei  dieser  Sachlage  ist  mithin  davon  auszugehen,  dass  der  Pflichtigen  per 

Januar  2012  im  Umfang  einer  arbeitgeberseitigen  Kapitalabfindung  von  Fr.  198'500.- 

Lohn  zugeflossen  ist,  welcher  sogleich  und  direkt  für  einen  Einkauf  in  die  berufliche 

Vorsorge verwendet worden ist. Auf diesem Lohn wurden gemäss Lohnausweis denn 

auch  die  üblichen  Sozialversicherungsbeiträge  abgezogen  (insb.  AHV-Beiträge; 

vgl. Ziff.  9).  Damit  ist  steuerlich  nicht  nur  ein  Einkommensabfluss  (Vorsorgeeinkauf), 

sondern auch ein Einkommenszufluss (Kapitalabfindung) zu beurteilen. 

e) Was zunächst den Vorsorgeeinkauf von Fr. 198'500.- anbelangt, kann die-

ser  im  Umfang  des  anschliessenden  Kapitalbezugs  von  Fr.  135'298.-  aufgrund  der 

Sperrfristregelung  von  Art. 79b  Abs.  3  BVG  einkommensseitig  nicht  zum  Abzug  ge-

bracht  werden;  der  zulässige  Einkauf  reduziert  sich  damit  auf  die  verbleibende  Diffe-

renz  von  Fr.  63'202.-.  Wie  sich  aus  dem  bereits  erwähnten  Bundesgerichtsentscheid 

ableitet  (vgl.  E.  1b/bb),  handelt  es  sich  bei  der  Sperrfrist  nämlich  um  eine  verobjekti-

vierte  Frist,  die  keine  Ausnahmen  erlaubt  und  bei  der  es  auf  die  subjektiven  Beweg-

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gründe der steuerpflichtigen Person nicht ankommt (VGr Basel-Stadt, 12. August 2013, 

VD.2012.219/240).  

Kann  die  Pflichtige  die  per  Januar    2012  erhaltene  Kapitalabfindung 

Fr. 198'500.- nur im Umfang eines Einkaufs von Fr. 63'202.-  in die berufliche Vorsorge 

einbringen, so verbleibt eine Restkapitalabfindung von Fr. 135'298.- und stellt sich da-

mit  noch  die  Frage,  wie  diese  zu  versteuern  ist.  Während  die  Vorinstanz  von  der  or-

dentlichen  Besteuerung  im  Sinn  Art.  17  Abs.  1  DBG  bzw.  §  17  Abs.  1  StG  ausgeht, 

verlangt  die  Pflichtige  die  gesonderte  Besteuerung  als  "Kapitalleistung  aus  Vorsorge" 

zum  reduzierten  Tarif  im  Sinn  von  Art.  17  Abs.  2 DBG  i.V.m.  Art.  38  DBG  bzw.  § 17 

Abs. 2 StG i.V.m. § 37 StG.  

3. a) Die Schweizerische Steuerkonferenz (SSK) hat in  ihrer Loseblattsamm-

lung  "Vorsorge  und  Steuern"  den  Anwendungsfall  A.3.1.12  publiziert,  welcher  exakt 

den  hier  vorliegenden  Sachverhalt  betrifft.  Der  Musterfall  steht  denn  auch  unter  dem 

Titel  "Arbeitgeberfinanzierter  Einkauf  bei  Frühpensionierung  und  nachfolgender  Kapi-

talbezug".  

Die  SSK  kommt  bei  der  Lösung  dieses  Musterfalls  zunächst  ebenfalls  zum 

Schluss, dass ein arbeitgeberfinanzierter Vorsorgeeinkauf im Umfang eines anschlies-

senden  Kapitalbezugs  des  Begünstigten  innerhalb  der  Sperrfrist  steuerlich  nicht  ab-

setzbar ist.  

In einem 2. Schritt  gibt sie vor, dass die vom Arbeitgeber ausgerichtete Leis-

tung  zu  qualifizieren  bzw.  zu  prüfen  sei,  ob  ordentlicher  Lohn  oder  eine  Kapitalabfin-

dung  mit  Vorsorgecharakter  vorliege.  Von  letzterem  sei  gemäss  (vorstehend  in  

E.  2c  erwähntem)  Kreisschreiben  der  ESTV  auszugehen,  wenn  die  Leistung  aus-

schliesslich  und  unwiderruflich  dazu  diene,  die  mit  den  Risiken  Alter,  Invalidität  und 

Tod verbundenen finanziellen Folgen zu mildern. Dazu gehörten auch freiwillig geleis-

tete  Entschädigungen  des  Arbeitgebers  an  den  Arbeitnehmer,  um  die  durch  den  vor-

zeitigen  Austritt  (Frühpensionierung)  entstandenen  Lücken  in  dessen  beruflicher  Vor-

sorge  zu  schliessen.  Damit  Abgangsentschädigungen  steuerlich  als  Vorsorgeleistun-

gen qualifiziert werden könnten, seien kumulativ folgende Voraussetzungen zu erfüllen:  

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  die  steuerpflichtige  Person  verlässt  das  Unternehmen  ab  dem  vollendeten  

55. Altersjahr;  

  die (Haupt-) Erwerbstätigkeit wird definitiv aufgegeben oder muss aufgegeben 

werden;  

  durch  den  Austritt  aus  dem  Unternehmen  und  dessen  Vorsorgeeinrichtung 

entsteht eine (künftige) Vorsorgelücke.  

Nachdem diese Voraussetzungen in der Konstellation des Musterfalls (Varian-

te 1) erfüllt waren, schloss die SSK darauf, dass die Abgangsentschädigung  – soweit 

aufgrund  des  späteren  Kapitalbezugs  innert  Sperrfrist  nicht  als  Vorsorgeeinkauf  ab-

setzbar – gesondert zum Vorsorgetarif steuerbar sei.  

Die Lösung der SSK führt damit letztlich zum gleichen steuerlichen Ergebnis, 

wie wenn keine Sperrfristkorrektur vorgenommen würde, indem anstelle der (späteren) 

Kapitalauszahlung die (frühere) Abgangsentschädigung in gleichem Umfang gesondert 

zum Rentensatz besteuert wird.  

Die  Informationsschrift  "TREX  -  Der  Treuhandexperte"  orientiert  sich  in  der 

von  der  Pflichtigen  eingereichten  Ausgabe  vom  Mai  2012  offensichtlich  ebenfalls  an 

dieser  SSK-Lösung  (vgl.  Ledergerber/Lazzarini:  Die  Kapitalabfindung  durch  den  Ar-

beitgeber, TREX 2012, 272 ff. Ziff. 5.4, Variante C). Sinngemäss lässt damit auch die 

Pflichtige ein Vorgehen gemäss SSK-Lösung verfechten.  

b) Festzuhalten ist dazu zunächst, dass Lösungsvorschläge der SSK im Rah-

men  von  Musterfällen  für  die  kantonalen  Steuerverwaltungen  und  die  Gerichte  nicht 

verbindlich sind; die rechtliche Prüfung im konkreten Anwendungsfall kann ohne weite-

res zu einem anderen Resultat führen.  

c) Im vorliegenden Fall ist entgegen der Auffassung der Pflichtigen nicht ein-

wandfrei  nachgewiesen,  dass  die  oben  angeführten  Voraussetzungen  betreffend  eine 

mögliche Qualifikation der Abgangsentschädigung als arbeitgeberseitige Vorsorgeleis-

tung  eingehalten  sind:  Zwar  liess ihr  die  B  AG  die Kapitalabfindung  von  Fr. 198'500.- 

per  Januar  2012  mit  Blick  auf  ihre  Frühpensionierung  zukommen,  war  sie  zu  diesem 

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Zeitpunkt über 55 Jahre alt, gab sie ihre Erwerbstätigkeit definitiv auf und entstand ihr 

aufgrund der Frühpensionierung mit Blick auf das (bei der B AG) ordentliche Pensions-

alter  von  62  Jahren  wohl  auch  eine  Vorsorgelücke.  Ob  die  Letztere  den  Betrag  von 

Fr. 198'500.-  erreichte,  ist  jedoch  fraglich.  Eine  diesbezügliche  konkrete  Berechnung 

der  Pensionskasse  liegt  nicht  vor.  In  Ziffer  2  der  Vereinbarung  betreffend  Auflösung 

des  Arbeitsverhältnisses  ist  allerdings  festgehalten,  dass  die  Arbeitgebereinlage  von 

Fr.  198'500.-  dazu  diene,  die  Versicherte  sowohl  bis  zum  Erreichen  des  ordentlichen 

Pensionsalters  als  auch  darüber  hinaus  (inkl.  Überbrückungsrente)  so  zu  stellen,  wie 

wenn  sie  ordentlich  pensioniert  worden  wäre  (vgl.  Auflösungsvereinbarung  vom 

29. Februar/7.  März  2012).  Der  Pflichtigen  fehlten  bis  zur  ordentlichen  Pensionierung 

lediglich  noch  19  Monate  (vgl.  Versicherungsausweis  per  1.1.2012);  in  dieser  Zeit-

spanne hätte sie bei einem versicherten Lohn von zuletzt Fr. 147'800.- bzw. Jahresbei-

trägen  von  Fr. 13'305.-  (Versicherte)  bzw.  Fr. 19'958.-  (Arbeitgeber)  noch  rund  

Fr.  50'000.-  an  Sparbeiträgen  einbringen/vereinnahmen  können,  um  alsdann  im  Alter 

62  die  volle  Rente  zu  erhalten;  insoweit  ist  von  einer  (künftigen)  Lücke  auszugehen. 

Sollte  gemäss  der  vorstehenden  Formulierung  die  Pflichtige  schon  im  Zeitpunkt  der 

frühzeitigen Pensionierung gleich gestellt werden,  wie wenn sie ordentlich pensioniert 

worden wäre, so ersetzte die arbeitgeberseitige Abfindung im Umfang der verbleiben-

den rund Fr. 150'000.- offensichtlich auch Lohn, welcher ihr bei ordentlicher Pensionie-

rung noch zugeflossen wäre (vgl. dazu auch nachfolgend lit. e) bzw. diente sie der Fi-

nanzierung  der  (ersatzweise)  vorzeitig  einsetzenden  Berentung.  In  diesem  letzteren 

Sinn  kann  ebenfalls  von  einer  entstehenden  Lücke  ausgegangen  werden  (längere 

Laufzeit  der  Rente  wegen  vorzeitiger  Pensionierung  bei  unverändertem  Sparkapital), 

doch ist deren genaue Höhe nicht bekannt.  

Soweit  die  Pflichtige  in  ihrer  Replik  zum  Nachweis  der  Vorsorgelücke  eine 

arbeitgeberseitige erstellte rudimentäre Berechnung einreichte, hilft diese nicht weiter. 

Zum  einen  wurde  diese  Berechnung  offensichtlich  nicht  von  der  Pensionskasse, son-

dern von der B AG erstellt. Ausgegangen wird dabei von einer Gegenüberstellung zwi-

schen ordentlicher Pensionierung per 1. September 2013 (Alter 62) sowie frühzeitiger 

Pensionierung per 1. Oktober 2011 (nicht 31. Januar 2012); dabei werden "Altersren-

ten  lebenslänglich",  "Überbrückungsrenten"  (bis  1.  September  2015  und  damit  also 

AHV-Überbrückungsrenten) sowie "Renten total" verglichen und werden darauf basie-

rend  "Kosten  Finanzierung"  von  Fr.  150'000.-  festgehalten.  Eine  Vorsorgelücke  per 

31. Januar 2012 von Fr. 198'500.- lässt sich mit einer solchen Berechnung nicht nach-

weisen.  

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d)  Eine  zusätzliche  Sachverhaltsuntersuchung  zu  letzterem  Punkt  kann  ent-

gegen der Auffassung der ESTV unterbleiben. Geht man nämlich zugunsten der Pflich-

tigen  von  der  grundsätzlichen  Möglichkeit  einer  arbeitgeberseitigen  Vorsorgeleistung 

(Kapitalabfindung) aus, so gilt Folgendes:  

aa) Nur wenn die B AG der Pflichtigen mit Blick auf die Frühpensionierung, die 

definitive  Einstellung  der  Erwerbstätigkeit  und  die  Tatsache  einer  (nachgewiesenen) 

Vorsorgelücke  die  Abgangsentschädigung  von  Fr.  198'500.-  direkt  ausbezahlt  hätte, 

qualifizierte diese als Vorsorgeleistung bzw. "gleichartige Kapitalabfindung des Arbeit-

gebers"  im  Sinn  von  Art.  17  Abs.  2  DBG  bzw.  §  17  Abs.  2  StG;  diesfalls  hätte  die 

Pflichtige die Kapitalabfindung von Fr. 198'500.- folglich per 2012 getrennt vom übrigen 

Einkommen    zum  Rentensatz  versteuern müssen.  Hinzugekommen  wäre  im  Rahmen 

dieser  gesonderten  Besteuerung  die  im  gleichen  Jahr  bezogene  Kapitalauszahlung 

aus der Kaderversicherung (Fr. 135'298.-). Insgesamt wäre mithin im Steuerjahr 2012 

eine  Kapitalleistung  von  rund  Fr.  333'798.-  gesondert  vom  übrigen  Einkommen  zum 

privilegierten  Rentensatz  zu  versteuern  gewesen.  Das  Zusammenzählen  der  beiden 

Kapitalleistungen  in  der  gleichen  Steuerperiode  hätte  sich  bei  den  Staats-  und  Ge-

meindesteuern auf den reduzierten Rentensatz erhöhend ausgewirkt (der diesbezügli-

che  Steuersatz  nimmt  Mass  an  einem  Zehntel  der  Kapitalleistung).  Zu  beachten  ist 

sodann, dass die Pflichtige die ihr im Alter 61 von der Arbeitgeberin ausbezahlte Vor-

sorgeleistung selbstredend nicht wieder – mit Blick auf eine Rentenverbesserung – in 

den Vorsorgekreislauf hätte einbringen können. Tritt im Rahmen einer Frühpensionie-

rung der Vorsorgefall ein und werden dabei (vom Arbeitgeber oder von der Vorsorge-

einrichtung)  Kapitalleistungen  ausgerichtet,  so  sind  die  Letzteren  dem  Vorsorgekreis-

lauf  definitiv  entzogen  und  deshalb  im  Auszahlungsjahr  gesondert  zu  besteuern.  Das 

nicht bezogene Kapital bildet alsdann das verbleibende Rentensubstrat. 

bb)  Im  vorliegenden  Fall  wurde  nun  aber  nicht  so  vorgegangen.  Die  Einbrin-

gung  der  Abgangsentschädigung  in  den  Vorsorgekreislauf  zur  Schliessung  der  durch 

die Frühpensionierung entstehenden Vorsorgelücke (soweit diese ausgewiesen wäre) 

zielte nach dem Gesagten darauf ab, der Pflichtigen bereits per Ende des Arbeitsver-

hältnisses die gleichen Rentenverhältnisse zu sichern, wie wenn sie sich nicht vorzeitig 

hätte pensionieren lassen. Dergestalt liegt keine (Vorsorgecharakter aufweisende und 

sofort zum Rentensatz steuerbare) Kapitalauszahlung an die Pflichtige vor, sondern ein 

Vorsorgeeinkauf  zur  Verbesserung  der  Vorsorgesituation,  welcher  –  vorbehältlich  der 

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Sperrfristregelung – steuerlich auch absetzbar ist. Mit dem Ziel der Verbesserung der 

Vorsorgesituation  ist  es  alsdann  aber  nicht  vereinbar,  wenn  die  getätigte  Einzahlung 

von  Fr. 198'500.-  in  Form  eines  unmittelbar  anschliessenden  Kapitalbezugs  von 

Fr. 135'298.-  der  beruflichen  Vorsorge  sogleich  wieder  entzogen  wird,  denn  im  ent-

sprechenden  Umfang  verbessert  sich  die  Vorsorgesituation  nicht.  Bei  der  gewählten 

Vorgehensweise  wurden  die  im  Vorsorgekreislauf  angesparten  Beiträge  lediglich  im 

Umfang  der  Differenz  zwischen  der  Einzahlung  und  dem  anschliessenden  Bezug 

(= Fr. 63'202.-) erhöht; nur in diesem Umfang wurde damit im Ergebnis eine Verbesse-

rung der Vorsorgesituation erreicht, weshalb der darüber hinaus getätigte Einkauf auf-

grund der Sperrfristregelung steuerlich nicht abgesetzt werden kann.  

Hat  die  B  AG  der  Pflichtigen  eine  Abgangsentschädigung  von  Fr. 198'500.- 

(zwecks Einzahlung in die berufliche Vorsorge und Verbesserung der Altersrente) zu-

gestanden und wurde die Leistung (aufgrund des gleichzeitigen Kapitalbezugs) letztlich 

aber lediglich im Nettobetreffnis von Fr.  63'202.- ihrer beruflichen Vorsorge zugeführt, 

so verbleibt ein Restanteil von Fr. 135'298.-, welcher mit einer Verbesserung der beruf-

lichen  Vorsorge  nichts  zu  tun  hat  und  deshalb  als  ordentlicher  Lohn  qualifiziert.  Als 

solche  wurde  die  (ganze)  Abgangsentschädigung  denn  auch  auf  dem  Lohnausweis 

aufgeführt  und  dem  Lohncharakter  entsprechend  wurden  auch  die  Sozialversiche-

rungsbeiträge abgeführt.   

Eine  auf  den  Restanteil  von  Fr.  135'298.-  beschränkte  Umqualifikation  der 

Abgangsentschädigung  in  eine  "gleichartige  Kapitalabfindung"  im  Sinn  von  Art.  17 

Abs. 2 DBG bzw. § 17 Abs. 2 StG führte im Ergebnis zu den Steuerfolgen, welche die 

Sperrfristregelung  gerade  verhindern  will:  Anstelle  der  Kapitalleistung  aus  der  berufli-

chen  Vorsorge  würde  dergestalt  eine  gleich  hohe  arbeitgeberseitige  Kapitalleistung 

gesondert zum Rentensatz von Art. 38 DBG bzw. § 37 StG besteuert. Eine solche Um-

qualifikation  muss  indes  daran  scheitern,  dass  die  B  AG  der  Pflichtigen  eben  gerade 

keine solche vorsorgerechtliche Kapitalleistung ausgerichtet hat. Hätte sie dies getan, 

so wäre nach dem bereits Gesagten die Leistung als Ganzes zusammen mit der Kapi-

talleistung  aus  der  Vorsorgeeinrichtung  im  Jahr  der  Auszahlung  gesondert  zum  Ren-

tensatz zu versteuern gewesen und hätte die Pflichtige danach auch keine Möglichkeit 

mehr gehabt, durch Vorsorgeeinkäufe eine Rentenverbesserung zu erreichen.  

Unter diesen Umständen lässt sich der Lösungsvorschlag der SSK im Anwen-

dungsfall A.3.1.12 nicht halten und ist mit dem kantonalen Steueramt und entgegen der 

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Auffassung  der  ESTV  in  deren  Beschwerde-  bzw.  Rekursantwort  davon  auszugehen, 

dass die Abgangsentschädigung, welche die B AG dem Vorsorgekonto der Pflichtigen 

hat  gutschreiben  lassen,  im  Umfang  des  anschliessenden  Kapitalbezugs  durch  die 

Pflichtige als ordentlich zu versteuerndes Einkommen im Sinn von Art. 17 Abs. 1 DBG 

bzw. § 17 Abs. 1 StG qualifiziert.  

e) Für die Qualifikation der arbeitgeberseitigen Kapitalleistung als Lohn spre-

chen im Übrigen auch folgende Umstände: 

Hintergrund der vorzeitigen Pensionierung der Pflichtigen bildet der Umstand, 

dass die B AG die Auflösung des beinahe 40jährigen Arbeitsverhältnisses  mit der als 

Personalchefin  tätigen  Pflichtigen  wünschte  und  letztlich  gegen  deren  Willen  auch 

durchsetzte. Ohne die einvernehmliche Regelung mit der Abgangsentschädigung wäre 

es offensichtlich zu einem Rechtsstreit betreffend die Beendigung bzw. Kündigung des 

Arbeitsverhältnisses  gekommen.  Dies  ergibt  sich  aus  dem  von  der  Pflichtigen  im  Zu-

sammenhang mit der Auflösung ihrer Arbeitsverhältnisses erstellten (undatierten) Pro-

tokoll. In diesem ist festgehalten, dass die B AG davon ausging, das Arbeitsverhältnis 

der Pflichtigen per Ende 2011 mit einer Frist von 12 Monaten auf Ende 2012 kündigen 

zu  können.  Als  die  Pflichtige  dies  in  Abrede  stellte,  wurde  ihr  angedroht,  im  Kündi-

gungsfall  jede  Stunde  mit  irgendwelchen  Arbeiten  absitzen  zu  müssen.  In  der  Folge 

wurde  die  Kündigung  mit  Schreiben  der  B  AG  vom  10.  August  2011  auf  den 

31. Dezember 2012 tatsächlich auch ausgesprochen. Sicher ist damit, dass der Pflich-

tigen  beim  Szenario  der  arbeitgeberseitigen  Kündigung  (mit  womöglich  anschliessen-

dem  Rechtsstreit  vor  Arbeitsgericht)  noch  Lohnansprüche  bis  mindestens  Ende  2012 

zugestanden hätten; dies bei einem Jahreslohn von rund Fr. 180'000.-. Wenn sie nun 

im Rahmen der erwähnten Vereinbarung anfangs März 2012 einwilligte, die Auflösung 

des Arbeitsverhältnisses entgegen der ausgesprochenen Kündigung auf den 31. Janu-

ar  2012  vorzuverlegen  und  sich  im  Gegenzug  von  der  B  AG  eine  Abgangsentschädi-

gung  von  Fr. 198'500.-  ausbedingte,  so  qualifiziert  die  Letztere  primär  als  Ersatz  für 

den  ansonsten  noch  bis  zum  rechtmässig  möglichen  Kündigungstermin  (mindestens 

also bis Ende 2012) weiterlaufenden Lohn. Wenn alsdann dieser Schlusslohn noch in 

die Vorsorge eingebracht wurde, um der Pflichtigen die frühzeitig einsetzende Rente zu 

verbessern,  so  ist  der  entsprechende  Einkauf  steuerlich  nicht  absetzbar,  soweit  an-

schliessend gleich wieder ein Kapitalbezug erfolgt und dergestalt die Rentenverbesse-

rung  im  entsprechenden  Umfang  neutralisiert  wird.  Im  Umfang  der  zeitgleichen  Ein- 

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und  Auszahlung  von  Vorsorgegeldern  bleibt  es  folglich  bei  ordentlichem  (Schluss-

)Lohn.  

4.  Gestützt  auf  diese  Erwägungen  sind  die  Rechtsmittel  abzuweisen.  Aus-

gangsgemäss  sind  die  Beschwerde-  und  Rekurskosten  der  Pflichtigen  aufzuerlegen 

(Art. 144  Abs. 1 DBG  und  § 151  Abs. 1 StG).  Die  Zusprechung  einer  im  Bereich  der 

direkten  Bundessteuer  von  Amts  wegen  zu  prüfenden  Parteientschädigung  entfällt 

(Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundesgesetzes über das Verwal-

tungsverfahren vom 20. Dezember 1968). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  Der Rekurs wird abgewiesen.  

[…] 

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