# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d002c883-4744-5a26-a6f4-8173ff760a58
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-10-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.10.2018 F-4025/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-4025-2017_2018-10-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-4025/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  O k t o b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Martin Kayser (Vorsitz), 

Richter Fulvio Haefeli,  

Richter Gregor Chatton,    

Gerichtsschreiberin Christa Preisig. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Schaad,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Einreiseverbot. 

 

 

 

F-4025/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein im Jahr 1970 geborener kosovarischer Staats-

angehöriger, heiratete im Jahr 1993 seine erste Ehefrau traditionell; im Jahr 

2004 erfolgte die zivile Trauung. Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor 

(geb. 1995, 1997 und 2001). Am 9. Mai 2006 wurde die Ehe geschieden. 

Am 18. Januar 2007 ging der Beschwerdeführer eine zweite Ehe ein. Er 

heiratete eine in der Schweiz niedergelassene Landsfrau, die wiederum 

am 5. Oktober 2006 von ihrem damaligen Mann – wie sich herausstellen 

sollte dem Bruder des Beschwerdeführers – geschieden worden war. Zum 

Zeitpunkt der Eheschliessung war die zweite Ehefrau des Beschwerdefüh-

rers im vierten Monat schwanger mit dem Kind ihres Ex-Mannes. 

Am 6. November 2012 trennten sich der Beschwerdeführer und seine 

zweite Ehefrau; die Ehescheidung erfolgte am 25. Februar 2013 im Ko-

sovo. Am 1. November 2013 heiratete der Beschwerdeführer erneut seine 

erste Ehefrau. Die zweite Ehefrau nahm ihre Beziehung zum Bruder des 

Beschwerdeführers – ihrem ersten Ehemann und Vater ihres während der 

Ehe mit dem Beschwerdeführer geborenen Sohnes – ebenfalls wieder auf 

(vgl. zum Ganzen Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 2, S. 13). 

B.  

Mit Verfügung vom 3. Juli 2015 widerrief das Migrationsamt Zürich die Nie-

derlassungsbewilligung des Beschwerdeführers (SEM-act. 3, S. 29-31). 

Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich bestätigte den Widerruf mit 

Entscheid vom 21. Dezember 2016 letztinstanzlich (SEM-act. 2). 

C.  

Nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils des Verwaltungsgerichts Zürich 

betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung setzte das Migrations-

amt Zürich dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2. März 2017 eine 

Ausreisefrist bis am 31. Mai 2017 (SEM-act. 3, S. 15). 

D.  

Die Vorinstanz gewährte dem Beschwerdeführer hierauf mit Schreiben 

vom 21. Juni 2017 das rechtliche Gehör bezüglich der Anordnung einer 

dreijährigen Fernhaltemassnahme (SEM-act. 4, S. 49-50). 

E.  

Mit Verfügung vom 29. Juni 2017 verhängte die Vorinstanz gegenüber dem 

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Seite 3 

Beschwerdeführer gestützt auf Art. 67 AuG ein dreijähriges Einreiseverbot, 

gültig bis am 28. Juni 2020. Gleichzeitig ordnete sie die Ausschreibung zur 

Einreiseverweigerung im Schengener Informationssystem (SIS II) an und 

entzog einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Sie begründete die 

Anordnung der Fernhaltemassnahme einerseits mit dem rechtsmiss-

bräuchlichen Festhalten des Beschwerdeführers an der Ehe mit seiner 

zweiten Ehefrau. Überdies führte sie an, er sei nicht innerhalb der ange-

setzten Frist ausgereist (SEM-act. 7, S. 58-59). 

F.  

Mit Beschwerde vom 18. Juli 2017 gelangte der Beschwerdeführer an das 

Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt darin die Aufhebung der ange-

fochtenen Verfügung und des Einreiseverbots. In verfahrensrechtlicher 

Hinsicht ersuchte er um die Wiederherstellung der aufschiebenden Wir-

kung. Zur Begründung führt er im Wesentlichen an, er sei innerhalb der ihm 

gesetzten Frist ausgereist, weshalb im Sinne von Art. 67 Abs. 1 Bst. b AuG 

(SR 142.20) kein Anlass für die Anordnung eines Einreiseverbots bestehe. 

Sollte dieser Auffassung nicht gefolgt werden, sei aus humanitären oder 

anderen wichtigen Gründen im Sinne von Art. 67 Abs. 5 AuG von der Ver-

hängung eines Einreiseverbotes abzusehen. Ein solches würde ihn daran 

hindern, seine Verwandten und Freunde in der Schweiz und seine in 

Deutschland wohnhafte Tochter zu besuchen (Akten des Bundesverwal-

tungsgerichts [BVGer-act.] 1). 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 31. Juli 2017 wies das Bundesverwaltungsge-

richt das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der 

Beschwerde ab (BVGer-act. 3). 

H.  

In ihrer Vernehmlassung vom 7. September 2017 beantragt die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde und präzisiert, der Grund für die Fernhal-

temassnahme sei das Eingehen einer rechtsmissbräuchlichen Ehe 

(BVGer-act. 6). 

I.  

Der Beschwerdeführer machte von der ihm eingeräumten Möglichkeit zur 

Replik keinen Gebrauch. 

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Seite 4 

J.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen der Vorinstanz, die gestützt auf Art. 67 AuG 

ein Einreiseverbot zum Gegenstand haben (Art. 31 ff. VGG, Art. 112 Abs. 1 

AuG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG i.V.m. Art. 112 Abs. 1 AuG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde le-

gitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Sache 

endgültig (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

2.  

Mit der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann vorliegend die 

Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Miss-

brauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes sowie die Unangemessenheit gerügt 

werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bun-

desrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die 

Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abwei-

sen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Ent-

scheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2). 

3.  

3.1 Das SEM verfügt Einreiseverbote gegenüber weggewiesenen Auslän-

derinnen und Ausländern, wenn die Wegweisung nach Art. 64d Abs. 2 

Bst. a-c AuG sofort vollstreckt wird (Art. 67 Abs. 1 Bst. a AuG) oder die 

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Seite 5 

betroffene Person der Ausreiseverpflichtung nicht innert Frist nachgekom-

men ist (Art. 67 Abs. 1 Bst. b AuG). Es kann sodann nach Art. 67 Abs. 2 

AuG Einreiseverbote gegen ausländische Personen erlassen, die gegen 

die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland 

verstossen haben oder diese gefährden (Bst. a), Sozialhilfekosten verur-

sacht haben (Bst. b) oder in Vorbereitungs-, Ausschaffungs- oder Durch-

setzungshaft genommen worden sind (Bst. c). Das Einreiseverbot wird 

grundsätzlich für eine Dauer von höchstens fünf Jahren verhängt. Es kann 

für eine längere Dauer verfügt werden, wenn die betroffene Person eine 

schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt 

(Art. 67 Abs. 3 AuG). Schliesslich kann die verfügende Behörde aus huma-

nitären oder anderen wichtigen Gründen von der Verhängung eines Einrei-

severbots absehen oder ein Einreiseverbot vollständig oder vorüberge-

hend aufheben (Art. 67 Abs. 5 AuG). 

3.2 Das in Art. 67 AuG geregelte Einreiseverbot stellt keine Sanktion für 

vergangenes Verhalten dar, sondern eine Massnahme zur Abwendung ei-

ner künftigen Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (vgl. Bot-

schaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 

8. März 2002 [nachfolgend: Botschaft], BBl 2002 3813). Die öffentliche Si-

cherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG bildet den 

Oberbegriff für die Gesamtheit der polizeilichen Schutzgüter; sie umfasst 

u.a. die Unverletzlichkeit der objektiven Rechtsordnung und der Rechtsgü-

ter Einzelner (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 3809). In diesem Sinne liegt nach 

Art. 80 Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulas-

sung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE, SR 142.201) ein Verstoss 

gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung u.a. vor, wenn gesetzliche 

Vorschriften oder behördliche Verfügungen missachtet werden. Wider-

handlungen gegen Normen des Ausländerrechts fallen ohne Weiteres un-

ter diese Begriffsbestimmung und können ein Einreiseverbot nach sich zie-

hen (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 3813). Die Verhängung eines Einreisever-

bots knüpft an das Risiko einer künftigen Gefährdung an. Gestützt auf 

sämtliche Umstände des Einzelfalls ist eine entsprechende Prognose zu 

stellen. Dabei ist naturgemäss primär das vergangene Verhalten der be-

troffenen Person zu berücksichtigen (vgl. Urteil des BVGer C-5068/2015 

vom 26. April 2016 E. 3.2; siehe auch F-5525/2016 vom 14. Dezember 

2017 E. 5.2; F-3533/2016 vom 31. Mai 2017 E. 3.2; je m.H.). 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerdeschrift geltend, er 

sei innerhalb der ihm gesetzten Frist ausgereist, weshalb Art. 67 Abs. 1 

F-4025/2017 

Seite 6 

Bst. b AuG nicht zur Anwendung gelangen könne. Das Einreiseverbot sei 

deshalb aufzuheben (BVGer-act. 1). 

4.2 Die Vorinstanz hat das gegen den Beschwerdeführer verhängte Einrei-

severbot in der Verfügung vom 29. Juni 2017 mit dem Festhalten an einer 

rechtsmissbräuchlichen Ehe zwecks Verbleibs in der Schweiz und dem da-

mit einhergehenden Entzug der Niederlassungsbewilligung begründet. Zu-

dem sei die Ausreise nicht fristgerecht erfolgt, weshalb eine Fernhalte-

massnahme anzuordnen sei. In ihrer Vernehmlassung präzisierte sie, 

Grund für die Fernhaltemassnahme sei das Eingehen einer rechtsmiss-

bräuchlichen Ehe. Damit räumt sie implizit ein, dass Art. 67 Abs. 1 Bst. b 

AuG als Grundlage für die Anordnung einer Fernhaltemassnahme ausser 

Betracht fällt. 

5.  

Zu prüfen bleibt damit, ob ein Verstoss gegen die öffentliche Ordnung und 

Sicherheit im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG vorliegt. 

5.1 Von einem Verstoss gegen die öffentliche Ordnung ist nach bundesver-

waltungsgerichtlicher Rechtsprechung auszugehen, wenn eine ausländi-

sche Person eine Ehe deshalb eingeht beziehungsweise eine gelebte und 

intakte Ehe vortäuscht, um ausländerrechtliche Bestimmungen zu umge-

hen (Urteile des BVGer F-3533/2016 vom 31. Mai 2017 E. 4.3; 

F-4369/2015 vom 18. Oktober 2016 E. 4.4; je m.H.), was im Übrigen auch 

spezialgesetzlich unter Strafe gestellt ist ("Täuschung der Behörden"; 

Art. 118 AuG). 

5.2 Für das Bundesverwaltungsgericht steht – insbesondere unter Verweis 

auf die ausführlichen und nachvollziehbaren Erwägungen des Urteils des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 21. Dezember 2016 – ausser 

Frage, dass der Beschwerdeführer mit der Heirat seiner zweiten Ehefrau – 

der Ex-Frau seines Bruders – die Umgehung ausländerrechtlicher Vor-

schriften bezweckte, um eine Aufenthaltsbewilligung zu erwirken, ohne 

aber mit ihr eine wirkliche Lebensgemeinschaft als Ehepaar führen zu wol-

len. Der Beschwerdeführer macht im Beschwerdeverfahren denn auch 

nicht geltend, das Eingehen der Ehe mit seiner zweiten Ehefrau sei nicht 

rechtsmissbräuchlich gewesen. 

5.3 Mit dem Eingehen der Ehe zur rechtsmissbräuchlichen Erlangung ei-

nes Anwesenheitsrechts hat der Beschwerdeführer gegen die öffentliche 

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Seite 7 

Ordnung verstossen, womit die Voraussetzungen für den Erlass eines Ein-

reiseverbots gemäss Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG erfüllt sind. 

6.  

6.1 Zu prüfen bleibt, ob die Fernhaltemassnahme in richtiger Ausübung 

des Ermessens ergangen und angemessen ist. Der Entscheid darüber, ob 

ein Einreiseverbot anzuordnen und – falls ja – wie es innerhalb des zuläs-

sigen zeitlichen Rahmens zu befristen ist, legt Art. 67 Abs. 2 AuG in das 

pflichtgemässe Ermessen der Behörde. Zu beachten ist dabei insbeson-

dere der Grundsatz der Verhältnismässigkeit (BVGE 2016/33 E. 9.2; 

2014/20 E. 8.1; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, vgl. Allgemeines Verwaltungs-

recht, 7. Aufl. 2016, Rz. 514 ff.). Erforderlich ist eine einzelfallbezogene In-

teressenabwägung unter Berücksichtigung sämtlicher wesentlichen Um-

stände (Art. 5 Abs. 2 BV; Art. 96 AuG). Massgebend sind dabei das öffent-

liche Interesse an der Fernhaltemassnahme einerseits und die durch sie 

beeinträchtigten privaten Interessen des Beschwerdeführers andererseits. 

Ausgangspunkt der Überlegungen bilden die Stellung der verletzten oder 

gefährdeten Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Ver-

haltens und die persönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers (Urteil 

des BVGer F-3533/2016 vom 31. Mai 2017 E. 5.1). 

6.2 Der Beschwerdeführer hat durch das Eingehen und die Aufrechterhal-

tung einer Scheinehe die Ausländerbehörden über Jahre hinweg getäuscht 

und sich dadurch erhebliche aufenthaltsrechtliche Vorteile verschafft. Sol-

ches Fehlverhalten wiegt objektiv schwer. Aus dem von ihm gezeigten Ver-

halten ist auf eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu 

schliessen, d.h. das Einreiseverbot hat spezialpräventiven Charakter, um 

weiteren illegalen Handlungen des Beschwerdeführers entgegenzuwirken. 

Zu berücksichtigen ist hierbei auch, dass den ausländerrechtlichen Nor-

men im Interesse einer funktionierenden Rechtsordnung eine hohe Bedeu-

tung zukommt. Namentlich das generalpräventiv motivierte Interesse, die 

ausländerrechtliche Ordnung durch eine konsequente Massnahmenpraxis 

zu schützen, ist als gewichtig zu betrachten. Es besteht somit ein gewich-

tiges öffentliches Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers 

(vgl. Urteile des BVGer F-3533/2016 E. 5.2 vom 31. Mai 2017; 

F-4369/2015 vom 18. Oktober 2016 E. 5.2; je m. H.). 

6.3 Dem öffentlichen Interesse sind die privaten Interessen des Beschwer-

deführers gegenüberzustellen. In seiner Beschwerde hält er fest, das Ein-

reiseverbot würde ihm Besuche bei seinen Verwandten und einer Vielzahl 

von in der Schweiz lebenden Freunden verunmöglichen, die Ausdehnung 

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Seite 8 

des Einreiseverbots auf alle Schengen-Staaten stünde zudem auch Besu-

chen bei seiner in Deutschland wohnhaften Tochter entgegen. Dies stelle 

einen Eingriff in sein Recht auf Privat- und Familienleben dar. 

6.4 Die Pflege freundschaftlicher oder verwandtschaftlicher Beziehungen 

in der Schweiz scheitert nicht an der angefochtenen Verfügung, sondern 

an der fehlenden Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers. Zu prü-

fen bleibt daher, ob die über die Verweigerung des Aufenthaltsrechts hin-

ausgehende, durch das Einreiseverbot zusätzlich bewirkte Erschwernis vor 

Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV standhält, was vorliegend zu be-

jahen ist. So vermögen die geltend gemachten privaten Interessen des Be-

schwerdeführers das öffentliche Interesse an dessen Fernhaltung ange-

sichts der eingegangenen rechtsmissbräuchlichen Ehe und des daraus re-

sultierenden Verstosses gegen die öffentliche Ordnung nicht in Frage zu 

stellen. Zum einen ist die Fernhaltemassnahme nicht als absolutes Einrei-

severbot ausgestaltet. Sie stellt die Einreise vielmehr unter den Vorbehalt 

der Bewilligung. Dem Beschwerdeführer bleibt es freigestellt, aus wichti-

gen Gründen mittels Gesuch die zeitweilige Suspension der angeordneten 

Fernhaltemassnahme zu beantragen (Art. 67 Abs. 5 AuG). Aus wichtigen 

Gründen oder aufgrund internationaler Verpflichtungen können auch die 

Schengen-Staaten die Einreise in das eigene Hoheitsgebiet gestatten, wo-

mit auch ein Besuch der Tochter nicht von Vornherein ausgeschlossen ist 

(vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 6 Abs. 5 Bst. c der Verordnung [EU] Nr. 

2016/399 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 

[kodifizierter Text] über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 

der Grenze durch Personen [Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 77/1 

vom 23. März 2016] sowie Art. 25 Abs. 1 Bst. a [ii] der Verordnung [EG] Nr. 

810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 

über einen Visakodex der Gemeinschaft [Visakodex, ABl. L 243/1 vom 15. 

September 2009]). Zum anderen ist es dem Beschwerdeführer zumutbar, 

den Kontakt zu seinen in der Schweiz wohnhaften Familienmitgliedern und 

Freunden sowie seiner in Deutschland lebenden Tochter während der Gül-

tigkeit des Einreiseverbots auf andere Weise als durch Besuche in der 

Schweiz oder Deutschland zu pflegen, etwa mittels moderner Kommunika-

tionsmittel oder Treffen ausserhalb der Schengen-Staaten. 

6.5 In Anbetracht der Interessenabwägung erscheint das mit Verfügung 

vom 29. Juni 2017 verhängte Einreiseverbot somit sowohl im Grundsatz 

als auch hinsichtlich der Dauer von drei Jahren als angemessen und ver-

hältnismässig. 

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Seite 9 

7.  

7.1 Wird – wie vorliegend – gegen eine Person, die nicht die Staatsange-

hörigkeit eines Mitgliedstaats der Europäischen Union oder der Europäi-

schen Freihandelsassoziation besitzt, ein Einreiseverbot verhängt, wird sie 

nach Massgabe der Bedeutung des Falles im Schengener Informations-

system (SIS II) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben, womit die Wir-

kungen der Massnahme auf alle Schengen-Staaten ausgedehnt wird (vgl. 

Art. 21 und 24 der Verordnung [EG] Nr. 1987/2006 vom 20. Dezember 2006 

über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Infor-

mationssystems der zweiten Generation, [SIS-II-Verordnung, ABl. L 381/4 

vom 28. Dezember 2006]; Art. 21 der N-SIS-Verordnung vom 8. März 2013 

[SR 362.0]; Art. 6 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 SGK). Voraussetzung der Aus-

schreibung im SIS II ist eine nationale Ausschreibung, die gestützt auf eine 

Entscheidung der zuständigen nationalen Instanzen ergeht (Art. 24 Ziff. 1 

SIS-II-VO). Die Ausschreibung erfolgt, wenn die nationale Entscheidung 

mit der Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung oder die nationale 

Sicherheit begründet wird, welche die Anwesenheit der betreffenden Per-

son in einem Mitgliedstaat darstellt. Insbesondere kann eine Ausschrei-

bung eingegeben werden, wenn die Entscheidung darauf beruht, dass der 

Drittstaatsangehörige ausgewiesen, zurückgeschoben oder ausgeschafft 

worden ist (Art. 24 Ziff. 3 erster Teilsatz SIS-II-VO). 

7.2 Der Beschwerdeführer ist kosovarischer Staatsangehöriger und damit 

Drittstaatsangehöriger im Sinne von Art. 3 Bst. d SIS-II-VO. Aufgrund der 

Ausschreibung im SIS II ist es ihm untersagt, den Schengen-Raum zu be-

treten. In Anbetracht des schweren Verstosses gegen die öffentliche Ord-

nung durch das Eingehen einer Scheinehe und dem daraus folgenden Ent-

zug der Aufenthaltsberechtigung in der Schweiz ist die Ausschreibung zu 

Recht erfolgt und verhältnismässig (vgl. Art. 21 i.V.m. Art. 24 Abs. 3 SIS-II-

VO). Eine mit der Ausschreibung einhergehende zusätzliche Beeinträchti-

gung der persönlichen Bewegungsfreiheit hat der Beschwerdeführer mithin 

in Kauf zu nehmen (Urteile des BVGer F-3533/2016 vom 31. Mai 2017 

E. 6.3; F-4369/2015 vom 18. Oktober 2016 E. 6.3; je m.H.). 

8.  

Die angefochtene Verfügung ist nach dem Gesagten im Lichte von Art. 49 

VwVG nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen. 

9.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des 

F-4025/2017 

Seite 10 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigung vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.- werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Sie sind durch den am 17. August 2017 in gleicher Höhe geleis-

teten Kostenvorschuss gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref-Nr. […]) 

– das Migrationsamt des Kantons Zürich 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Martin Kayser Christa Preisig 

 

 

 

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