# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d26bc20d-2951-546d-8477-8a2bb8a0aba7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.01.2024 200 2023 737
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-737_2024-01-16.pdf

## Full Text

200 23 737 IV
SCP/ZID/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Januar 2024

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch B.________, lic. iur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 22. September 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2024, IV/23/737, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1989 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), der 
bei der Invalidenversicherung (IV) erstmals im März 1990 wegen einer 
Teilohratresie rechts angemeldet worden war und aufgrund der Geburtsge-
brechen Ziff. 390 und 441 gemäss Anhang der Verordnung vom 9. Dezem-
ber 1985 über Geburtsgebrechen (GgV; SR 831.232.21 [in Kraft gestanden 
bis 31. Dezember 2021, abgelöst durch die Verordnung des Eidgenössi-
schen Departements des Innern {EDI} vom 3. November 2021 über Ge-
burtsgebrechen {GgV-EDI; SR 831.232.211}, in Kraft seit 1. Januar 2022]) 
medizinische Massnahmen zugesprochen erhalten hatte (Akten der IV-
Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1.1), mel-
dete sich im März 2019 unter Hinweis auf Angstzustände, Serotoninmangel 
und eine (undifferenzierte) Persönlichkeitsstörung zum Leistungsbezug an 
(AB 4). Nach Auflösung des bisherigen Arbeitsverhältnisses (nach Ablauf 
der Sperrfrist) als ... bei D.________ (E.________) per 30. Juni 2019 (AB 
31, 33.5) und einem (erneuten) stationären Aufenthalt in der psychiatri-
schen Klinik F.________ vom 19. Juni bis 19. September 2019 mit ansch-
liessender teilstationärer Behandlung (AB 58) gewährte die IVB Eingliede-
rungsmassnahmen (Belastbarkeitstraining vom 20. Januar bis 19. April 
2020 [AB 61, 69], Aufbautraining vom 20. April bis 18. Oktober 2020 [AB 
67, 75, 77, 91]), welche per 27. September 2020 abgebrochen wurden (AB 
87). In einem Arbeitsversuch mit Coaching im ersten Arbeitsmarkt in einer 
angepassten Tätigkeit (AB 94, 113, 120; vgl. auch AB 88) konnte keine 
(weitere) Steigerung des Pensums und der Leistungsfähigkeit auf über 50 
% erzielt werden, weshalb die berufliche Eingliederung abgeschlossen 
wurde (AB 109). Im Rahmen (ergänzender) erwerblicher und medizinischer 
Abklärungen liess die IVB den Versicherten auf Empfehlung des Regiona-
len Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 125 ff.; vgl. auch AB 158) polydisziplinär 
begutachten (Expertise vom 19. Oktober 2022; AB 179). Mit Vorbescheid 
vom 21. Oktober 2022 stellte sie bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 
16 % die Verneinung eines Rentenanspruchs in Aussicht (AB 181). Auf 
Einwand des Versicherten hin (AB 190, 195) und nach Stellungnahmen der 
Gutachterstelle vom 3. und 29. März 2023 (AB 208, 211) erliess die IVB am 

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30. März 2023 einen im Ergebnis gleichlautenden (zweiten) Vorbescheid 
(AB 212). Auf erneuten Einwand hin (AB 226, 229, 239) holte die IVB eine 
Stellungnahme der Gutachterstelle vom 26. Juni 2023 (AB 232) sowie des 
RAD vom 15. September 2023 (AB 244; vgl. auch AB 242 f.) ein. In der 
Folge verfügte sie am 22. September 2023 wie angekündigt (AB 254).

B.

Hiergegen liess der Versicherte, wie schon im Vorbescheidverfahren ver-
treten durch den B.________, lic. iur. C.________, mit Eingabe vom 
23. Oktober 2023 Beschwerde erheben. Er beantragt, in Aufhebung der 
angefochtenen Verfügung sei nach genauerer medizinischer Abklärung der 
Arbeitsfähigkeit und nach korrekter Ermittlung des Invalideneinkommens 
über einen allfälligen Rentenanspruch neu zu befinden. Gleichzeitig er-
suchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von 
den Verfahrenskosten).

Mit Beschwerdeantwort vom 10. November 2023 schliesst die Beschwer-
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Am 20. November 2023 zog der Beschwerdeführer das Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege zurück, worauf dieses mit pro-
zessleitender Verfügung vom 15. Dezember 2023 als erledigt abgeschrie-
ben wurde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 22. September 2023 
(AB 254). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine Rente der IV.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV [WEIV]) und weiterer Erlasse (insbesondere des 
ATSG und der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversi-
cherung [IVV; SR 831.201]) in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher 
Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelun-
gen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfül-
lung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-
standes Geltung haben (BGE 148 V 162 E.  3.2.1 S. 166, 144 V 210 
E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert die angefochtene Verfügung vom 22. Sep-

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tember 2023 (AB 254), womit sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung 
vom 19. Juni 2020 erging. Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der 
potentiellen Entstehung des Rentenanspruchs (vgl. E. 4.1 nachfolgend) vor 
dem 1. Januar 2022, weshalb die Bestimmungen des IVG und diejenigen 
der IVV in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) 
massgebend sind (vgl. Rz. 9100 f. des Kreisschreibens über Invalidität und 
Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwal-
tungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 
S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Gemäss 
aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die 
versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 
wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von min-
destens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

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Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht nicht, so-
lange die versicherte Person ein Taggeld nach aArt. 22 IVG beanspruchen 
kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in 
dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3).

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerde-
führers lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

3.1.1 Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im Bericht vom 6. Dezember 2018 "Angststörung Agora-
phobie mit diversen Phobien" (ICD-10 F40.0) sowie Angst und depressive 
Störung, gemischt (ICD-10 F41.2), wobei die Symptomatik seit sieben Jah-

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ren bestehe. Daneben wies er auf einen regelmässigen Alkoholkonsum des 
Beschwerdeführers von täglich ein bis zwei Bier seit dem 19. Lebensjahr 
hin (AB 3.3/1). Er attestierte eine volle Arbeitsunfähigkeit ab 10. August 
2018 (AB 3.3/6). Auf seine Empfehlung hin (vgl. AB 3.3/2) erfolgte wegen 
krisenhafter Zuspitzung der Angsterkrankung eine stationäre Behandlung in 
der psychiatrischen Klinik F.________ zunächst auf der Kriseninterventi-
onsstation (1. bis 10. Oktober 2018; AB 15/8 ff.) und anschliessend auf der 
offen geführten psychotherapeutisch orientierten Station (15. Oktober 2018 
bis 21. Januar 2019; AB 15/2 ff.). Im Rahmen letzterer wurden (1.) Angst 
und depressive Störung, gemischt (ICD-10 F41.2) vor dem Hintergrund 
einer Persönlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen und histrionischen 
Anteilen, (2.) Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, schädli-
cher Gebrauch (ICD-10 F10.1), (3.) Vitamin-D-Mangel (ICD-10 E55.9) und 
(4.) Verdacht auf Colon irritabile diagnostiziert (AB 15/2 f.). Nach Klini-
kaustritt scheiterte ein Arbeitsversuch am bisherigen Arbeitsplatz (vgl. AB 
15/4 unten und 25/1 Ziff. 1.3), nach Meinung von Dr. med. G.________ 
wahrscheinlich auch wegen des "persönlichen Verhaltens" des Beschwer-
deführers (Bericht vom 17. April 2019; AB 25/5 Ziff. 3.6). Dr. med. 
G.________ attestierte eine Arbeitsfähigkeit von (maximal) 50 % (entspre-
chend dem aktuellen Beschäftigungsgrad; AB 25/5 Ziff. 4.1 f.), dies ver-
bunden mit dem Hinweis, dass dafür gesorgt werden müsse, dass die 
misslichen Bedingungen, die zur Dekompensation geführt hätten, geklärt 
bzw. eliminiert würden (AB 25/5 oben). Das bisherige Arbeitsverhältnis 
wurde arbeitgeberseits per 30. Juni 2019 (nach Ablauf der Sperrfrist) auf-
gelöst (AB 33.5).

3.1.2 Der RAD-Arzt Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, ging im Bericht vom 5. Juni 2019 gestützt auf die Akten 
(vgl. E. 3.1.1 hiervor) davon aus, dass sich im Übergang zum Erwachse-
nenalter wohl eine Angstsymptomatik entwickelt habe, wobei als ein mögli-
cher Auslöser ein intensiver Koffein- und Nikotinüberkonsum angegeben 
worden sei (vgl. AB 3.3/1 Ziff. 1). In der Folge hätten sich depressive Sym-
ptome eingestellt, bei denen auch eine umfangreiche psychosoziale Kom-
ponente erkennbar sei. Begleitet werde die psychopathologische Sympto-
matik von einem intensiven Alkoholkonsum, für den keine eigene Wahr-
nehmung bestehe. Die von den Behandlern gestellte Diagnose "Angst und 

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depressive Störung, gemischt" sollte nur dann verwendet werden, wenn 
keine der beiden Störungen eindeutig vorherrsche und somit eine ei-
genständige Diagnose rechtfertige. Darüber hinaus handle es sich bei die-
ser Störung um eine Kombination aus verhältnismässig milden Sympto-
men, was bedeute, dass man nicht zwingend von einem überdauernden 
Gesundheitsschaden ausgehen müsse (AB 35/5 f.).

3.1.3 Vom 19. Juni bis 19. September 2019 erfolgte eine erneute, 
zunächst stationäre und dann teilstationäre Behandlung in der psychiatri-
schen Klinik F.________. Als Hauptdiagnose habe sich eine narzisstische 
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.80) herauskristallisiert (AB 58/1). Die 
Angstsymptomatik sei seit dem letzten Aufenthalt deutlich im Hintergrund 
geblieben; der Beschwerdeführer könne seinen Alltag wieder grösstenteils 
angstfrei leben bzw. mit punktuellen Anflügen von Panikgefühlen soweit 
umgehen, dass sie ihn nicht in der Alltagsgestaltung hinderten. Depressive 
Episoden und die zuvor beschriebenen Ängste könnten am ehesten im 
Rahmen von emotionalem Vermeidungsverhalten und mangelhaft ausge-
bildetem Selbstzugang auf dem Boden der Hauptdiagnose interpretiert 
werden. Die Diagnose von schädlichem Alkoholmissbrauch könne derzeit 
nicht mehr aufrecht erhalten werden; alle Alkoholtests während des Auf-
enthalts seien negativ ausgefallen. Eine der grössten Herausforderungen in 
der Tagesstrukturierung habe (namentlich im teilstationären Teil der Be-
handlung ohne Weckhilfe) vor allem das morgendliche Aufstehen darge-
stellt, was die pünktliche Termineinhaltung zu dieser Tageszeit oft verhin-
dert habe. Aus der Hospitalisierung könne eine sehr positive Bilanz gezo-
gen werden. Im Anschluss an die Klinik habe sich der Beschwerdeführer 
für ein Arbeitstraining entscheiden können (AB 58/2 ff.).

3.1.4 Nach einer zeitlich befristeten (24. September bis 20. Dezember 
2019) ambulanten Übergangsbetreuung im Rahmen eines Arbeitstherapie-
programms im ... (im direkten Anschluss an den stationären Aufenthalt in 
der psychiatrischen Klinik F.________; AB 65) absolvierte der Beschwerde-
führer in der I.________ vom 20. Januar bis 19. April 2020 ein Belastbar-
keitstraining. Dabei konnte das Pensum (in Einhaltung der Arbeitszeiten, 
dies abgesehen von wenigen Ausnahmen) von zwei Stunden an fünf Ta-
gen auf vier Stunden an fünf Tagen gesteigert werden, wobei es dem Be-

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schwerdeführer recht gut gelungen sei, sich bei der Arbeit auf sich zu kon-
zentrieren (AB 69/1 f.). Im daran anschliessenden Aufbautraining bis 19. 
Juli 2020 konnte das Pensum von vier Stunden an fünf Tagen auf sechs 
Stunden an fünf Tagen erhöht werden, doch habe der Beschwerdeführer 
damit und mit dem Wechsel vom ... in die ... zunehmend Mühe bekundet 
und die Verspätungen hätten sichtlich zugenommen (AB 77/1 f.). Das Auf-
bautraining wurde in der Folge um drei Monate verlängert (vgl. AB 75), 
wurde aber per 27. September 2020 abgebrochen (vgl. AB 87; vgl. auch 
AB 82/2). Selbst nach dem Wechsel zurück ins ... habe der Beschwerde-
führer das Pensum von 70 bis 75 % nicht mehr bewältigen können und 
Verspätungen seien morgens und nachmittags fast täglich beobachtet wor-
den. Damit der Beschwerdeführer im ersten Arbeitsmarkt arbeiten und 
auch länger funktionieren könne, bedürfe es eines (Start-)Pensums von 50 
%, eines ruhigen Arbeitsplatzes ohne Kundenkontakt und eines verständ-
nisvollen Umfelds (Chef und Team; AB 91/2). In einem von der J.________ 
GmbH betreuten Arbeitsversuch im ersten Arbeitsmarkt bei K.________ 
vornehmlich im Bereich Online-Shop vom 15. Dezember 2020 bis 15. März 
2021 (AB 113/3) wurde der Beschwerdeführer im ersten Arbeitsmarkt in 
einem Pensum von 50 % für vermittelbar befunden (AB 113/8 f.), wobei die 
quantitative Arbeitsleistung mit der Verringerung der Psychopharmaka zu-
genommen habe (AB 113/4 f.).

3.1.5 Die den Beschwerdeführer vom 11. November 2019 bis 2. Septem-
ber 2021 (vgl. AB 146/1) ambulant behandelnde med. pract. L.________, 
im Medizinalberuferegister ohne Facharzttitel verzeichnet (vgl. <www.med-
regom.admin.ch>), M.________, ging in den Berichten vom 16. Februar 
und 6. Mai 2021 von einem stationären Gesundheitszustand aus (AB 103/1 
und 118/1 je Ziff. 1). Sie wies darauf hin, dass eine im Herbst 2020 erfolgte 
Abklärung bezüglich Autismusspektrumstörung (ASS) ohne Resultat ge-
blieben sei (AB 103/1 Ziff. 3; vgl. AB 101, 132). Neu sei aber eine ADHS 
(ICD-10 F90.0) diagnostiziert worden. Die in verschiedenen Situationen 
auftretenden Angstsymptome könnten einer Agoraphobie mit Panikstörung 
(ICD-10 F40.01) zugeordnet werden. Weiterhin habe die rezidivierende 
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), 
einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (AB 118/1 f. Ziff. 3 f.; vgl. auch 
AB 103/1 Ziff. 2 f.). Es bestünden weiterhin eine Tendenz zu Reizüberflu-

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tung (v.a. Geräusche) sowie Ängste im öffentlichen Raum (Autofahren, öV; 
AB 103/1 Ziff. 4); zudem sei es zu einer erneuten Zunahme von Erschöp-
fungsgefühl, Gereiztheit, Dünnhäutigkeit, hohem Schlafbedarf und Konzen-
trationsstörungen gekommen (AB 118/2 Ziff. 5). Der Beschwerdeführer 
zeige nach zwei bis vier Stunden Arbeit Erschöpfungszustände mit Kon-
zentrationsstörungen und erhöhtem Schlafbedarf. Es habe sich gezeigt, 
dass es ab einem Arbeitspensum von 60 % zu Überforderung mit Gereizt-
heit und wiederholten Arbeitsausfällen gekommen sei (AB 103/1 Ziff. 4). 
Dementsprechend betrage die maximale Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit 
50 % (AB 103/2 f. Ziff. 9, 11, 13 f.; vgl. auch AB 82/2). Es sei davon auszu-
gehen, dass die depressive Symptomatik unter adäquater antidepressiver 
medikamentöser Behandlung in absehbarer Zeit wieder weitgehend regre-
dient sein werde; angesichts des bisherigen Verlaufs sei ebenso anzuneh-
men, dass der letztlich nicht vollständig erklärbare, den Beschwerdeführer 
aber deutlich beeinträchtigende chronische Müdigkeitszustand (DD: Chro-
nic Fatigue Syndrom [CFS]; vgl. auch AB 103/1 Ziff. 3), der bisher eine Ar-
beitsunfähigkeit von 50 % bedungen habe, persistieren werde (AB 118/2 
Ziff. 9).

Im Abschlussbericht vom 8. September 2021 ergänzte med. pract. 
L.________ die bisher gestellten Diagnosen um die Diagnose Psychische 
und Verhaltensstörungen durch Alkohol, schädlicher Gebrauch (ICD-10 
F10.1; AB 146/1). Der Beschwerdeführer habe stets regelmässigen milden 
Alkoholkonsum angegeben. Kurz vor Behandlungsabschluss sei eine CDT-
Bestimmung durchgeführt worden, welche auf einen deutlich überdurch-
schnittlichen Alkoholkonsum hingewiesen habe (vgl. auch AB 136). Dar-
aufhin habe der Beschwerdeführer seinen Alkoholkonsum selbständig auf 
einen Viertel der bisherigen Menge reduziert und keine Entzugserschei-
nungen geäussert. Die letzte Spiegelbestimmung des Antidepressivums 
habe Summenwerte an der unteren therapeutischen Grenze bei zuverläs-
siger Einnahme ergeben (AB 146/2 oben; vgl. auch AB 136). Angesichts 
des Verlaufs sei die vorbestehende Diagnose einer narzisstischen Persön-
lichkeitsstörung nicht haltbar, auch wenn milde narzisstische Tendenzen 
bestehen mögen. Anlässlich der ASS-Abklärung habe sich aber das Vorlie-
gen einer ADHS bestätigt; angesichts geringem subjektivem Leidensdruck 
sei zunächst auf eine ADHS-spezifische Medikation verzichtet worden. Im 

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Zentrum der Symptomatik stehe eine chronisch reduzierte Belastbarkeit mit 
rascher Erschöpfbarkeit und chronischer Müdigkeit. In Absprache mit dem 
Hausarzt seien ausgedehnte Bluttests getätigt worden, um eine somatische 
Genese der chronischen Müdigkeit auszuschliessen; die bestehende ago-
raphobische, undulierend depressive sowie ADHS-Symptomatik und der 
Alkoholkonsum erklärten die chronische Müdigkeit nicht. Klinisch bestün-
den Hinweise für dependente – am ehesten zwanghafte – Persönlichkeits-
züge. Der Beschwerdeführer besitze gute Ressourcen (Intelligenz, abge-
schlossene Berufsausbildung, intaktes soziales Umfeld, Humor, prakti-
sches Geschick, Interesse an sportlichen Aktivitäten; AB 146/2).

3.1.6 Die Fachärzte der N.________ (MEDAS), diagnostizierten interdis-
ziplinär (Konsensbeurteilung vom 19. Oktober 2022) mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit (1.) ein dysexekutives Syndrom mit/bei Verhaltensauffällig-
keiten, reduzierter Flexibilität und Belastbarkeit, wobei zugrundliegende 
strukturelle cerebrale Veränderungen nicht ausgeschlossen seien (MRI 
wegen Platzangst nicht erfolgt), (2.) eine Panikstörung mit Symptomen ei-
ner Agoraphobie (ICD-10 F41.0), weitestgehend remittiert, (3.) eine Per-
sönlichkeits-Akzentuierung mit vorrangig narzisstischen Zügen (ICD-10 
Z73.0) und (4.) eine leicht- bis mittelgradige neurokognitive Störung. Ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien (1.) anamnestisch eine depressi-
ve Episode, derzeit remittiert (ICD-10 F32), (2.) ein Verdacht auf dysfunkti-
onal (hohen) Alkoholkonsum (ICD-10 F10.1) bei anhaltend erhöhtem CDT 
ohne erkennbare soziale oder physische Folgen, (3.) Spannungskopf-
schmerzen, (4.) unzureichender Vitamin-D-Spiegel, (5.) Verdacht auf Ei-
senmangel, Substitution empfohlen, und (6.) Vitamin B12 im Graubereich, 
Substitution empfohlen (AB 179.1/7 Ziff. 4.2). Der Beschwerdeführer habe 
zwar in Schule und Ausbildung inhaltlich gute Lernleistungen (zwei Ausbil-
dungen), in der Berufstätigkeit seit Anbeginn jedoch eine manifeste Ver-
minderung der Belastbarkeit und Verhaltensauffälligkeiten im Umgang mit 
Vorgesetzten und Kollegen gezeigt. Für diese Schwierigkeiten dürften ver-
schiedene Faktoren ursächlich sein (zum Ganzen: AB 179.1/6):

Neurologisch sei bei bereits seit Kindheit vorhandener Störung von einer 
hirnorganischen Komponente der Dysfunktion auszugehen, die eventuell 
auch in Zusammenhang mit Fehlbildungen wie der Gehörgangsatresie und 

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der Sehstörung (Visusminderung links) stehe. Die Symptomatik einer ver-
minderten Flexibilität und Belastbarkeit und Verhaltensauffälligkeiten lies-
sen sich mit der Diagnose eines dysexekutiven Syndroms erfassen. Akzen-
tuierend spielten die psychiatrische Komponente und der Alkoholkonsum 
eine Rolle (neurologisches Teilgutachten des PD Dr. med. et phil. 
O.________, Facharzt für Neurologie; AB 179.4/10 f.).

Psychiatrisch könne die Diagnose einer 2017 entwickelten und im Verlauf 
ausgeweiteten Panikstörung mit Agoraphobie aus gutachterlicher Sicht 
nachvollzogen werden; unter der entsprechenden störungsspezifischen 
Behandlung scheine sich die Angstsymptomatik weitestgehend zurückge-
bildet zu haben, heute bestünden nur noch anklingende Ängste. Die de-
pressive Symptomatik werde aus gutachterlicher Sicht am ehesten als Fol-
ge der Panikstörung eingeordnet. Eventuell hiermit vereinbar sei auch die 
vom Beschwerdeführer beschriebene subjektive Müdigkeit und reduzierte 
Durchhaltefähigkeit. Die ca. 2½-stündige Exploration habe ohne erkennba-
re Zeichen von Müdigkeit oder Erschöpfung durchgeführt werden können. 
Sicherlich seien auch deutliche Zeichen einer Dekonditionierung erkennbar, 
da der Beschwerdeführer seit nun mehr einem Jahr nicht mehr arbeite und 
auch in der Häuslichkeit einer eigenen Tagesstruktur nachgehe (Aufstehen 
um die Mittagszeit, Zubettgehen erst mitten in der Nacht). Narzisstische 
Persönlichkeitszüge im Rahmen einer Persönlichkeitsakzentuierung seien 
zwar klar erkennbar, doch bestehe entgegen den Vorbeurteilungen kein 
ausreichender Hinweis für das Vorliegen einer narzisstischen Persönlich-
keitsstörung, fehlten doch insbesondere maligne Persönlichkeitszüge. In 
Anbetracht des vorliegenden kognitiven Niveaus und der Reflektionsfähig-
keit des Beschwerdeführers sei nicht auszuschliessen, dass sich die ent-
sprechenden Züge im Verlauf, auch im Rahmen einer Nachreifung, nivellie-
ren könnten. Anhand der vom Beschwerdeführer mehr oder weniger glaub-
haft dargelegten Schilderungen des Alkoholkonsums lasse sich weder eine 
Alkoholabhängigkeit noch ein Alkoholabusus im Sinne der ICD-10 nach-
weisen; der CDT-Wert spreche nichtsdestotrotz für einen insgesamt regel-
mässigen und auch quantitativ höheren Alkoholkonsum. Folglich ergebe 
sich aus dem Alkoholkonsum keine versicherungsmedizinische Konse-
quenz im Sinne einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit. Schliesslich hätten 
sich zumindest in der gutachterlichen Situation keine klinischen Hinweise 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2024, IV/23/737, Seite 13

für das Vorliegen einer ADHS gefunden, zumal auch die Schilderung der 
schulischen Laufbahn und Leistung während der Lehre einer ADHS in 
höherem Ausmass widersprechen würde (psychiatrisches Teilgutachten 
des Dr. med. P.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie; 
AB 179.5/18 ff.).

Neuropsychologisch zeige sich eine leicht- bis mittelgradige neurokognitive 
Störung. Komplexere Informationsgeschwindigkeit, Flexibilitäts- und Flüs-
sigkeitsleistung seien im weit unterdurchschnittlichen Bereich. Die einfa-
chere Informationsgeschwindigkeit, die selektive Aufmerksamkeit und die 
Konzentrationsbelastungsfähigkeit sowie der visuelle verzögerte Abruf sei-
en im unterdurchschnittlichen Bereich. Das neuropsychologische Profil mit 
attentional-exekutiven Defiziten sei im Rahmen der einfachen Aufmerk-
samkeitsdefizitstörung unter Berücksichtigung der psychiatrischen Komor-
biditäten interpretierbar, wobei auch der erhöhte (regelmässige, aber nicht 
beständige) Alkoholkonsum (CDT-Wert) zu berücksichtigen sei (neuropsy-
chologisches Teilgutachten des Prof. Dr. rer. nat. med. habil. Q.________; 
AB 179.3/36 f. Ziff. 3).

In den Vorberichten, insbesondere auch den Berichten der beruflichen 
Massnahmen, zeige sich im Verlauf konstant und aus gutachterlicher Sicht 
aufgrund der zu stellenden Diagnosen plausibel, dass der Beschwerdefüh-
rer bei Zunahme von Belastungen und Stress mit dysfunktionalem Verhal-
ten und Kognition reagiere (AB 179.1/6). Aufgrund des dysexekutiven Syn-
droms mit Verhaltensauffälligkeiten, Minderleistungen im Bereich der Exe-
kution und verminderter Flexibilität sei mit erheblichen Einschränkungen bei 
höheren neurokognitiven Leistungen im beruflichen Alltag zu rechnen. 
Wichtig sei ein verständnisvoller Arbeitgeber. Aus der zwar in weiten Teilen 
abgeklungenen Angstsymtomatik ergebe sich eine leicht verringerte physi-
sche und psychische Belastbarkeit, welche bei etwaigen Eingliederungs-
massnahmen vorübergehend noch hinderlich sein könnte. Es sei jedoch 
damit zu rechnen, dass im Rahmen der Gewöhnung an den Arbeitsplatz 
diese Problematik rückläufig sei. Der Spannungskopfschmerz habe ana-
mnestisch nur geringe Auswirkungen auf den Alltag und werde vom Be-
schwerdeführer durch Einlegen von Pausen oder durch einen Mittagsschlaf 
kompensiert (AB 179.1/7 f. Ziff. 4.3). Die Einschränkungen der Arbeits-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2024, IV/23/737, Seite 14

fähigkeit setzten sich multifaktoriell zusammen, zum einen aufgrund des 
dysexekutiven Syndroms, einer noch bestehenden psychiatrischen Rest-
symptomatik, den leichten bis mittelschweren neurokognitiven Störungen, 
einer beruflichen Dekonditionierung sowie narzisstischen Persönlichkeits-
zügen. In der angestammten Tätigkeit als ... sowie in einer angepassten 
Tätigkeit sei unter Beachtung des Belastungsprofils – gewisse Flexibilität 
und Autonomie am Arbeitsplatz, Rückzugsmöglichkeiten, wenig Kunden-
kontakte, nicht zu strukturierte Tätigkeiten, um eine Unterforderung zu ver-
mieden, da sie sich genauso wie eine Überforderung negativ auf die Ar-
beitsleistung und Motivation auswirken würde – eine 80%-ige Arbeitsfähig-
keit möglich. In Übereinstimmung mit den beruflichen Abklärungen sowie 
den Einschätzungen der psychiatrischen Behandler sollte der Einstieg in 
einem 50%-igen Pensum erfolgen und dann, in Absprache mit den psychia-
trischen Behandlern, zügig stufenweise gesteigert werden. Bei Persönlich-
keitsakzentuierung mit vorrangig narzisstischen Zügen und aktuell weitge-
hend remittierter Panikstörung sowie einer leicht- bis mittelgradigen neuro-
kognitiven Störung sei auch zukünftig mit Einschränkungen der Arbeits-
fähigkeit zu rechnen (AB 179.1/9 f. Ziff. 4.7 ff.).

3.1.7 Die den Beschwerdeführer seit Ende August 2021 behandelnde Dr. 
med. R.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, ging im 
Bericht vom 16. November 2022 von einem weitgehend unveränderten 
Zustand aus (AB 195/26) und bezeichnete die von den Gutachtern attes-
tierte Arbeitsfähigkeit von 80 % als nicht nachvollziehbar. So habe während 
der Eingliederungsmassahmen eine maximale Arbeitsfähigkeit von 50 % 
erreicht werden können, zumal der Beschwerdeführer ein Pensum von 70 - 
75 % nicht habe bewältigen können und es zu einer Zustandsverschlechte-
rung gekommen sei (AB 195/27). Die gutachterliche Schlussfolgerung sei 
unter Einbezug einer sich fälschlicherweise im IV-Dossier des Beschwerde-
führers befindlichen Beurteilung einer fremden Person erfolgt (AB 195/28).

3.1.8 Damit konfrontiert führten die MEDAS-Gutachter am 3. März 2023 
aus, das betreffende Aktenstück sei zwar versehentlich in den Aktenauszug 
aufgenommen worden, habe jedoch keinen Eingang in die (fach-)gut-
achterliche Beurteilung gefunden. Vielmehr sei auf die korrekten, exploran-
denbezogenen Angaben aus dem korrekten Abschlussbericht vom 16. Ok-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2024, IV/23/737, Seite 15

tober 2020 betreffend den Beschwerdeführer ("[Start]Pensum von 50%, 
ruhiger Arbeitsplatz, kein Kundenkontakt und ein verständnisvolles Umfeld 
[Chef und Team]; vgl. AB 91/2) abgestellt worden, dies jedoch mit falscher 
Datumsangabe (AB 208/3). In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung sei 
die Funktionsfähigkeit des Beschwerdeführers aufgrund der aktuell gutach-
terlich erhobenen Befunde sowie im Verlauf aufgrund der Behandlerberich-
te und gestützt auf die Ergebnisse der Eingliederungsmassnahmen beur-
teilt worden. Im Verlauf habe sich im Rahmen der Massnahmen plausibel 
eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in angepasster Tätigkeit als ... herauskristal-
lisiert, welche auch gutachterlich attestiert werde (AB 208/4). Bei adäquater 
therapeutischer Unterstützung sei davon auszugehen, dass eine klein-
schrittige Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich sein sollte (AB 208/5; vgl. 
auch AB 211).

3.1.9 Nach erhobenem Einwand (vgl. AB 229) führten die MEDAS-
Gutachter am 26. Juni 2023 aus, die Notwendigkeit einer psychiatrischen 
Würdigung des dysexekutiven Syndroms als Komorbidität sei nicht gege-
ben. Die beim Beschwerdeführer bestehenden Verhaltensauffälligkeiten, 
reduzierte Flexibilität und Belastbarkeit sowie Konflikte mit Vorgesetzten 
und Kollegen am Ausbildungs- und Arbeitsplatz (dysexekutives Syndrom) 
würden psychiatrisch im Rahmen der Persönlichkeitsakzentuierung gewür-
digt. Neurologisch erfolge eine integrative Beurteilung unter Berücksichti-
gung des zudem vorliegenden dysexekutiven Syndroms und der leicht- bis 
mittelgradigen neurokognitiven Störung. Eine anteilige Aufteilung der Sym-
ptomatik in psychiatrisch oder neurologisch begründete Anteile sei nicht 
möglich und auch nicht zielführend. Es könne weiterhin auf das erstellte 
Zumutbarkeitsprofil des Gutachtens abgestellt werden (AB 232).

3.1.10 Hierzu führte Dr. med. R.________ als behandelnde Psychiaterin 
am 24. Juli 2023 aus, aus medizinischer Sicht entspreche die neurologi-
sche Diagnose eines dysexekutiven Syndroms psychiatrisch einer organi-
schen Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F07.9), welche im Vergleich zur Per-
sönlichkeitsakzentuierung eine schwere Diagnose darstelle. Die Störung 
könne mit medizinischen Massnahmen nicht verbessert werden. Bei vorlie-
genden Einschränkungen, welche im Rahmen einer schweren, nicht heilba-
ren organischen Störung bestünden, bleibe unklar, wie eine Verbesserung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2024, IV/23/737, Seite 16

und somit die 80%-ige Arbeitsfähigkeit erreicht werden könne. Beim Be-
schwerdeführer hätte im Rahmen einer mehrmonatigen IV-Wiedereinglie-
derungsmassnahme eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % erreicht wer-
den können. Der Zustand und die Einschränkungen seien seither unverän-
dert geblieben und könnten nicht mit medizinischen Massnahmen verbes-
sert werden (AB 239/3 f.).

3.1.11 Die neurologischen und neuropsychologischen Spezialistinnen und 
Spezialisten des RAD sowie Dr. med. H.________ bezeichneten das Gut-
achten vom 19. Oktober 2022 je betreffend ihr Fachgebiet als umfassend, 
schlüssig und nachvollziehbar (AB 242 ff.). Die Stellungnahme vom 26. Ju-
ni 2023 (vgl. AB 232) überzeuge. Insofern ziele auch die neu eingegangene 
Stellungnahme der behandelnden Psychiaterin vom 24. Juli 2023 (vgl. 
AB 239/3 f.) ins Leere, die eine Verschiebung der Auffälligkeiten in den 
neurologischen Bereich in den Vordergrund stelle. Neue medizinische As-
pekte würden unabhängig davon nicht vorgebracht (AB 244/2).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2024, IV/23/737, Seite 17

dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). Die unterschiedliche Natur von Behand-
lungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begut-
achtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander-
seits lässt es nicht zu, ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgut-
achten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu 
nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzun-
gen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende 
Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht 
rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benen-
nen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblie-
ben sind (SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3).

3.3 Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 19. Oktober 2022 
(AB 179.1) sowie die Teilgutachten (AB 179.3 bis 179.5) erfüllen mitsamt 
den Rückfragenbeantwortungen vom 3. und 29. März sowie 26. Juni 2023 
(AB 208, 211, 232) die Voraussetzungen der Rechtsprechung an Experti-
sen und erbringen vollen Beweis (vgl. E. 3.2.2 hiervor). Die gutachterlichen 
Feststellungen und Ausführungen beruhen auf umfassenden fachärztlichen 
Abklärungen und sind in Kenntnis bzw. Würdigung der Vorakten sowie der 
geklagten Einschränkungen getroffen worden. Die Gutachter legten die 
medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar und begründeten die 
daraus gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand sowie zur 
medizinisch-theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar. So-
dann fanden die Ergebnisse der einzelnen fachärztlichen Untersuchungen 
Eingang in die umfassende interdisziplinäre Konsensbeurteilung (vgl. 
BGE 143 V 124 E. 2.2.4 S. 128; 137 V 210 E. 1.2.4 S. 224). Das Gutachten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2024, IV/23/737, Seite 18

ist im Übrigen in sich widerspruchsfrei, schlüssig sowie überzeugend. Was 
der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag dessen Beweiswert nicht 
zu schmälern.

3.3.1 Im neurologischen Teilgutachten wird mit nachvollziehbarer Be-
gründung dargelegt, dass der Beschwerdeführer mit einem Geburtsgebre-
chen behaftet ist (Nr. 441: Atresia auris congenita inklusive Anotie und Mi-
krotie; vgl. dazu AB 1.1/7 f.), welches geeignet ist, zu einer dysexektutiven 
Störung mit verminderter Flexibilität, reduzierten exekutiven Fähigkeiten 
und reduzierter Belastbarkeit zu führen, und eine solche Symptomatik beim 
Beschwerdeführer im Langzeitverlauf auch aufgetreten ist (AB 179.4/10 f. 
Ziff. 7.1 f.). Dass diese Diagnose nicht als gesichert gelten kann (vgl. dazu 
AB 179.4/13), ändert daran nichts, wirkt sich dies doch nicht zum Nachteil 
des Beschwerdeführers aus. Entgegen der Darstellung der behandelnden 
Psychiaterin, welche zur Beurteilung einer solchen hirnorganischen 
Störung fachlich denn auch nicht hinreichend qualifiziert ist, begründet der 
Neurologe die aus den funktionellen Beeinträchtigungen ableitbare Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit von 80 % mit den Fakten, dass es dem Beschwer-
deführer trotz diesen Beeinträchtigungen einerseits gelungen ist, schulisch 
und ausbildungsmässig adäquate Leistungen zu erbringen, namentlich 
zwei Berufslehren und eine Handelsschule erfolgreich zu absolvieren (vgl. 
AB 179.4/5). Andererseits formuliert er Anforderungen an einen Arbeits-
platz, damit der Beschwerdeführer nicht Situationen ausgesetzt wird, bei 
welchen sich die Beeinträchtigungen auswirken, namentlich unter Beach-
tung dieser Anforderungen nicht mit den bekannten Verhaltensauffälligkei-
ten zu rechnen ist: wenig Kundenkontakt, Rückzugsmöglichkeiten und eine 
flexible Arbeitszeitgestaltung (AB 179.4/12). Dieses Zumutbarkeitsprofil 
deckt sich denn auch weitestgehend mit den Erwartungen des Beschwer-
deführers an eine angepasste Tätigkeit (AB 179.4/7).

3.3.2 In Bezug auf den Verlauf der Arbeitsfähigkeit gehen die Gutachter 
für die Zeit von Oktober 2018 bis zum Beginn der beruflichen Massnahmen 
im Januar 2020, also insbesondere für die Zeit der psychiatrischen Hospita-
lisationen vom 1. Oktober 2019 bis 21. Januar 2019 (vgl. AB 15) und vom 
19. Juni bis 19. September 2019 (vgl. AB 58), von einer vollen Arbeitsun-
fähigkeit aus. Die sich dann im Verlauf der IV-vermittelten beruflichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2024, IV/23/737, Seite 19

Massnahmen (mit entsprechenden Taggeldzahlungen) von Januar 2020 
bis März 2021 gestützt auf die Einschätzungen der Betreuer und Behandler 
herauskristallisierte Arbeitsfähigkeit von 50 % (AB 69/2, 77/2, 82/2, 91/2, 
113/8 f.; vgl. auch AB 103/2 f. Ziff. 9, 11, 13 f.) wird von den Gutachtern 
ausdrücklich bestätigt (AB 208/4). Nicht einverstanden ist der Beschwerde-
führer aber mit der gutachterlichen Annahme, dass nach dem Wiederein-
stieg ins Erwerbsleben in einem Pensum von 50 % (bei adäquater thera-
peutischer Unterstützung) zügig eine stufenweise Steigerung auf 80 % 
möglich sein sollte (vgl. AB 179.1/9 f. Ziff. 4.7, 211/2; vgl. auch AB 208/5). 
Zu diesem Punkt wird indessen von den Gutachtern überzeugend aufge-
zeigt, dass beim Beschwerdeführer Lebens- und Behandlungsumstände 
vorliegen, welche sich negativ auf die gesundheitlich bedingten Beeinträch-
tigungen auswirken. Aus den anamnestischen Angaben in sämtlichen Gut-
achten geht in erster Linie hervor, dass der Beschwerdeführer einen ver-
schobenen Tag- und Nachtrhythmus mit Aufstehen um die Mittagszeit 
pflegt (vgl. insbes. AB 179.5/23 Ziff. 8.2), welcher sich auf das Leistungs-
vermögen, namentlich am Morgen, negativ auswirkt. So verwundert es 
nicht, dass er im Rahmen der Abklärungs- und beruflichen Massnahmen, 
anlässlich welchen er überwiegend am Morgen zu erscheinen hatte (vgl. 
dazu die jeweiligen Stempelzeiten; AB 69/9, 77/8 und 91/7), Müdigkeit und 
Leistungsschwäche beklagte bzw. Mühe zeigte, die Arbeitszeitvorgaben 
einzuhalten. Schon der erstbehandelnde Dr. med. G.________ forderte im 
Bericht vom 17. April 2019, dass dafür gesorgt werden müsse, dass die 
misslichen Bedingungen, die zur Dekompensation geführt hätten, geklärt 
bzw. eliminiert würden (AB 25/5 oben). Sodann wirkt sich auch der durch 
den CDT-Wert (vgl. dazu AB 179/4 und 179.5/19) dokumentierte Alkohol-
Überkonsum negativ auf das Leistungsvermögen aus, weshalb die Gutach-
ter eine vollständige Sistierung für erforderlich halten (AB 179.4/12). Und 
schliesslich ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer mit Bezug auf das 
ihm morgendlich verschriebene Medikament Wellbutrin (Buproprion; 
AB 179.4/4 unten) einen Medikamentenspiegel im toxischen Bereich auf-
wies (AB 179.1/11). Bei diesem Medikament besteht gemäss Arzneimittel-
kompendium (abrufbar unter <https://compendium.ch>; ein Ausdruck mit 
öffentlich nur beschränkt zugänglichen Zusatzinformationen findet sich im 
Gerichtsdossier) ein Abhängigkeitspotenzial und als häufige Nebenwirkun-
gen treten Agitiertheit und Angstzustände sowie Kopfschmerzen auf, womit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2024, IV/23/737, Seite 20

aufgrund der vom Beschwerdeführer beklagten Symptomatik der Hinweis 
der Gutachter, es sollten eine Dosisanpassung und weitere Kontrollen der 
Serumkonzentrationen erfolgen (AB 179.1/11), zu überzeugen vermag. So 
wurde denn auch anlässlich des von der J.________ GmbH betreuten Ar-
beitsversuchs berichtet, dass nach einer Verringerung der Psychopharma-
ka die qualitative Arbeitsleistung zugenommen hat (AB 113/4 und /9). Bei 
diesen negativen Faktoren handelt es sich nicht um gesundheitliche Beein-
trächtigungen, sondern um Verhaltensweisen, deren Folgen der Beschwer-
deführer selber zu tragen hat. Soweit die behandelnde Psychiaterin und 
das ihn begleitende Umfeld diese Lebens- und Suchtgewohnheiten für ge-
geben hinnehmen, kann ihnen nicht gefolgt werden. In Bezug auf die (an-
erkannten) gesundheitlichen Beeinträchtigungen gilt es in Erinnerung zu 
rufen, dass die Panikstörung weitestgehend remittiert und die depressive 
Episode derzeit remittiert ist (AB 179.1/7 Ziff. 4.2), was doch eine beachtli-
che Verbesserung des Gesundheitszustands darstellt und was zweifellos 
auch Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zeitigt. 

3.3.3 Der Umstand, dass die Gutachter ein einen anderen Versicherten 
betreffendes Dokument nicht erkannt haben, lässt keine Zweifel an den 
gutachterlichen Feststellungen aufkommen, haben doch die Gutachter im 
Rahmen der Rückfragenbeantwortung einlässlich nachgewiesen, dass die-
ses Dokument nicht in die Beurteilung einbezogen wurde (AB 208/3). Fest-
zuhalten ist schliesslich, dass sich die Einschätzung des I.________ hin-
sichtlich der während des in der (nicht optimal angepassten Tätigkeit) ... 
geleisteten Arbeitspensums erbrachten Leistung von 80 % (AB 77/3) mit 
derjenigen gemäss Gutachten deckt und im Arbeitsversuch in einer dem 
Zumutbarkeitsprofil optimal angepassten Tätigkeit bei K.________ dem 
Beschwerdeführer sogar eine 100%-ige Leistungsfähigkeit attestiert wird 
(AB 113/9). Die beschwerdeweise vorgetragene Vermutung (S. 7 Bst. f) 
erweist sich damit als unzutreffend.

3.4 Nach dem Dargelegten gestatten die verfügbaren Unterlagen ent-
gegen der Auffassung des Beschwerdeführers eine zuverlässige Beurtei-
lung des strittigen Rechtsanspruchs. Die Beschwerdegegnerin hat den me-
dizinischen Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt. Weiterer Abklärung (wie 
im beschwerdeweisen Rechtsbegehren beantragt) bedarf es nicht (BGE 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2024, IV/23/737, Seite 21

144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; 
SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer 
aus rein medizinischer Sicht (bei Reduktion des Alkohol- und Medikamen-
tenkonsums sowie Anpassung des Tag-/Nacht-Rhythmus) seit dem Ab-
schluss der beruflichen Eingliederungsmassnahmen im März 2021 
(AB 113/3; vgl. auch AB 109) die angestammte wie auch eine entspre-
chende angepasste Tätigkeit zu 80 % möglich ist, dies nach einem Einstieg 
in einem Pensum zu 50 % und zügiger (stufenweiser) Steigerung 
(AB 179.1/9 f. Ziff. 4.7 f., 208/5 Ziff. 5). Gestützt darauf ist nachfolgend der 
Rentenanspruch zu prüfen.

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Der Beschwerdeführer ist seit August 2018 in seiner 
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt (AB 3.3/6, 25/5 Ziff. 4.1 f.) und die Anmel-
dung bei der IV erfolgte im März 2019 (AB 4). Damit fiele der frühestmögli-
che Rentenbeginn auf September 2019. Jedoch bezog der Beschwerdefüh-
rer während den beruflichen Eingliederungsmassnahmen vom 20. Januar 
2020 (vgl. AB 62) bis 15. März 2021 (AB 113/3; vgl. auch AB 109) IV-
Taggelder. Solche Eingliederungsmassnahmen stehen nach dem Grund-
satz ʺEingliederung vor Renteʺ einem Rentenanspruch von vornherein ent-
gegen (BGE 126 V 241 E. 5 S. 243; 121 V 190; AHI 2001 S. 154 E. 3b; 
Rz. 1045 des bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Kreisschreibens 
über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH] bzw. 
unter Herrschaft der hier intertemporal-rechtlich nicht anwendbaren Weite-
rentwicklung der IV [vgl. E. 2.1 hiervor] nunmehr auch explizit Art. 28 
Abs. 1bis IVG). Mithin ist der frühest mögliche Zeitpunkt des Rentenbeginns 
auf den 1. März 2021 festzulegen, was allerdings letztlich unerheblich ist.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2024, IV/23/737, Seite 22

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden. Dabei wird in der Regel 
der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorge-
nommenen Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (stan-
dardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung 
der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom 
sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 
S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesund-
heitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätig-
keiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entspre-
chend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und des-
halb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müs-
sen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu 
tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Fra-
ge, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt 
von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 
Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Natio-
nalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtli-
cher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2024, IV/23/737, Seite 23

tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 
E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). 
Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen 
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätz-
lich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu 
einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen 
(BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

4.2

4.2.1 Das zu Recht nicht bestrittene Valideneinkommen ist entsprechend 
dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin gestützt auf den zuletzt erzielten 
Lohn bei der E.________ festzulegen (AB 245/2), da der Beschwerdeführer 
im hypothetischen Gesundheitsfall immer noch an seinem angestammten 
Arbeitsplatz tätig wäre. Im Jahr 2019 betrug dieses Einkommen Fr. 60'645.-
- (AB 31/6 Ziff. 5.1). Indexiert auf das Jahr 2021 (BFS, Nominallohnindex 
Männer, 2016-2022, T1.1.15, Ziff. 45-47: Handel) beläuft sich das Validen-
einkommen auf Fr. 60'704.55.

4.2.2 Da der Beschwerdeführer keine ihm zumutbare Erwerbstätigkeit 
aufgenommen hat, ist das Invalideneinkommen anhand statistischer Werte 
zu ermitteln. Dem beweiskräftigen Gutachten zufolge kann der Beschwer-
deführer in seinem Tätigkeitsbereich, in welchem dem Rendement ange-
passte Tätigkeiten (vornehmlich … und damit weniger Kundenkontakte) 
ohne weiteres zu finden sind, zu 80 % tätig sein (AB 179.1/9 f.). In diesem 
Bereich verfügt er denn auch über zahlreiche (Zusatz-)Ausbildungen 
(AB 179.1/4 f. Ziff. 4.1). In Berücksichtigung dessen ist nicht zu beanstan-
den, dass die Beschwerdegegnerin auf die spezifisch auf diese Tätigkeit 
zugeschnittene Ziff. 47 (…) im Kompetenzniveau 2 (praktische Tätigkeiten 
wie Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von 
Maschinen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahrdienst) der 
LSE 2020 abgestellt hat (Fr. 5'116.--), was sich für den Beschwerdeführer 
insofern als vorteilhaft erweist, als der Totalwert im Anforderungsniveau 1 
ohnehin höher wäre (Fr. 5'261.--). Ausgehend von diesen Fr. 5'116.-- und 
unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit, der Nomi-
nallohnentwicklung und der Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit von 80 % er-
gibt sich per 2021 ein Invalideneinkommen von Fr. 51'251.20 (Fr. 5'116.-- x 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2024, IV/23/737, Seite 24

12 / 40 x 41.7 [BFS, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilun-
gen, Ziff. 47] / 101.8 x 101.9 [BFS, Nominallohnindex Männer, 2016-2022, 
T1.1.15, Ziff. 45-47: …] x 0.8).

Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers ist kein leidensbedingter 
Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen. Insbesondere trägt die gutachterli-
che Beurteilung den medizinischen Einschränkungen mit dem Zumutbar-
keitsprofil hinreichend Rechnung, sodass diese nicht nochmals mittels ei-
nes Abzuges zu berücksichtigen sind (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Der zusätzlich 
geforderte Pauschalabzug von 10 % gemäss dem am 1. Januar 2024 in 
Kraft getretenen Art. 26bis Abs. 3 IVV bezieht sich auf laufende und neue 
Renten, wogegen – wie vorliegend – im Falle einer verweigerten Rente 
eine Neuanmeldung erforderlich wäre (Abs. 2 der Übergangsbestimmung 
zur Änderung vom 18. Oktober 2023).

4.2.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 60'704.55 und einem Invali-
deneinkommen von 51'251.20 resultiert ein Invaliditätsgrad von aufgerun-
det 16 % (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Damit be-
steht kein Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. E. 2.3 hiervor).

4.3 Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 22. Sep-
tember 2023 (AB 254) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene 
Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung aufzuerlegen und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
zu entnehmen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2024, IV/23/737, Seite 25

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG); auch die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als öffentlich-
rechtliche Anstalt des Kantons Bern nicht Anspruch auf Ersatz ihrer Partei-
kosten (Art. 104 Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem in gleicher Höhe geleisteten Kosten-
vorschuss entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________, lic. iur. C.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Jan. 2024, IV/23/737, Seite 26

fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.