# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 436e03ff-69cf-5451-a847-ebedbefdebbf
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-12-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 20.12.2005 B 2005/149
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2005-149_2005-12-20.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2005/149

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 20.12.2005

Entscheiddatum: 20.12.2005

Urteil des Verwaltungsgerichts vom 20. Dezember 2005
Öffentliches Beschaffungswesen, Art. 5bis VöB (sGS 841.11). Hat eine 
Anbieterin an der Vorbereitung der Ausschreibung oder der 
Ausschreibungsunterlagen so mitgewirkt, dass sie den Zuschlag zu ihren 
Gunsten beeinflussen kann, darf sie sich nicht am Vergabeverfahren 
beteiligen. Der Zuschlag an eine solche Anbieterin ist aufzuheben 
(Verwaltungsgericht, B 2005/149).

Urteil vom 20. Dezember 2005

Anwesend: Präsident Prof. Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter Dr. E. Oesch-Frischkopf, 

lic. iur. A. Linder, Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener; Gerichtsschreiber lic. iur. Th. Vögeli

_______________

In Sachen

INGE Nay + Partner AG / Verkehrsingenieure Eschen,

c/o Nay + Partner AG, Bahnhofstrasse 3, 9303 Wittenbach,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic.oec. Alfred Paul Müller, Im Ochsenbrunnen 11, 7310 

Bad Ragaz,

gegen

Baudepartement des Kantons St. Gallen, Lämmlisbrunnenstrasse 54, 9001 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Vorinstanz,

und

INGE Meyer/Sigmaplan, c/o Martin Meyer AG, Lukasstrasse 17, 9008 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

öffentliches Beschaffungswesen;

Erneuerung Verkehrsleitsystem (VLS) auf der Nationalstrasse A 1, Stadtautobahn St. 

Gallen

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ Das Baudepartement schrieb im Amtsblatt 10/2005 vom 7. März 2005 die 

Erneuerung des Verkehrsleitsystems und der Verkehrstelevision auf der Stadtautobahn 

der Nationalstrasse A1 im offenen Verfahren aus. Innert der am 19. Mai 2005 

abgelaufenen Eingabefrist reichten insgesamt sieben Ingenieurunternehmungen bzw. 

Ingenieurgemeinschaften eine Offerte ein. Am 16. August 2005 vergab das 

Baudepartement den Zuschlag zum Preis von Fr. 1'745'842.35 an die INGE Meyer/

Sigmaplan, bestehend aus der Martin Meyer AG, St. Gallen, und der Sigmaplan AG, 

Bern. Zur Begründung wurde ausgeführt, das Angebot überzeuge hauptsächlich in den 

Punkten Auftragsverständnis, Referenzen, Struktur und Organisation. Gegenüber den 

Mitbewerbern habe sich die INGE Meyer/Sigmaplan durch Weitsicht (Nachtarbeit, 

Arbeitssicherheit, Kommunikation gegenüber Dritten, etc.) abgehoben. Bezüglich des 

Preises stehe sie an zweiter Stelle. Hinsichtlich der Termine sei ein Grossteil der 

insgesamt sieben eingereichten Angebote ebenbürtig.

B./ Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 29. August 2005 erhob die INGE Nay + 

Partner AG/Verkehrsingenieure Eschen gegen den Zuschlag Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht und beantragte, es sei der Zuschlag gemäss angefochtener 

Verfügung des Tiefbauamtes vom 16. August 2005 aufzuheben (Ziff. 1), das 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Vergabeverfahren sei mit oder ohne verbindliche Anweisungen an die Vorinstanz/

Auftraggeberin zurückzuweisen (Ziff. 2) und der Beschwerde sei aufschiebende 

Wirkung zu erteilen (Ziff. 3), unter Kosten- und Entschädigungsfolge (Ziff. 4). Zur 

Begründung wird im wesentlichen vorgebracht, die INGE Meyer/Sigmaplan sei als 

Verfasserin des Vorprojekts derart vorbefasst, dass sie am Vergabeverfahren nicht 

hätte teilnehmen dürfen. Zudem habe die Vorinstanz bei der Zuschlagsverfügung 

Kriterien zur Anwendung gebracht, welche in den Angebotsunterlagen gar nicht 

genannt worden seien, und sie habe bei der Beurteilung dieser Kriterien den ihr 

zustehenden Ermessensspielraum überschritten.

In seiner Vernehmlassung vom 5. September 2005 beantragt das Baudepartement, das 

Gesuch um aufschiebende Wirkung wie auch die Beschwerde seien abzuweisen. Es 

begründet diesen Antrag im wesentlichen damit, dass die INGE Meyer/Sigmaplan zwar 

das verkehrstechnische Vorprojekt erstellt habe, die Ausschreibung und die 

Ausschreibungsunterlagen jedoch vom Tiefbauamt ausgearbeitet worden seien. 

Letzteres habe im Rahmen der Ausschreibung die Art und Weise der Vorbefassung der 

INGE Meyer/Sigmaplan offen gelegt, indem es das Vorprojekt auch den anderen 

Anbietern habe zukommen lassen, eine grosszügige Frist von elf Wochen zur 

Einreichung der Angebote eingeräumt und ausdrücklich auf die Möglichkeit 

aufmerksam gemacht habe, dass zusätzliche Auskünfte eingeholt werden könnten. Die 

INGE Nay + Partner AG/Verkehrsingenieure Eschen habe hievon keinen Gebrauch 

gemacht. Zudem verhalte sich die Beschwerdeführerin treuwidrig, wenn sie sich gegen 

die angebliche Vorbefassung der INGE Meyer/Sigmaplan erst nach erfolgtem Zuschlag 

statt bereits bei der Ausschreibung wehre. Aus den Ausschreibungsunterlagen sei 

explizit hervorgegangen, dass die Verfasserin des Vorprojekts zur Submission 

zugelassen sei und dass die Anbieter durch Einreichen ihrer Angebote ihr 

Einverständnis hiezu bekunden würden. Zudem sei die Auswertung der Angebote von 

drei voneinander unabhängigen Personen nach den in den Ausschreibungsunterlagen 

aufgeführten Zuschlagskriterien erfolgt.

Am 7. September 2005 erteilte der Präsident des Verwaltungsgerichts der Beschwerde 

die aufschiebende Wirkung. Er zog im wesentlichen in Erwägung, es könne nicht 

ausgeschlossen werden, dass die INGE Meyer/Sigmaplan an der Erstellung der 

Ausschreibungsunterlagen in einer Art und Weise mitgewirkt habe, dass sie den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zuschlag zu ihren Gunsten habe beeinflussen können. Daran ändere auch nichts, dass 

den übrigen Anbietern das Vorprojekt zugestellt und ihnen eine grosszügige Frist zur 

Einreichung ihrer Angebote eingeräumt worden sei.

In ihren Stellungnahmen vom 19. September resp. 3. Oktober 2005 halten die INGE 

Nay + Partner AG/Verkehrsingenieure Eschen sowie das Baudepartement an ihren 

Anträgen fest.

Auf die weiteren Vorbringen der Beteiligten wird, soweit wesentlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Die Beschwerdegegnerin beteiligte sich am Beschwerdeverfahren nicht.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1./ a) Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 5 Abs. 2 

des Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das öffentliche Beschaffungswesen, 

sGS 841.1, abgekürzt EGöB). Der Zuschlag ist eine durch Beschwerde selbständig 

anfechtbare Verfügung (Art. 15 Abs. 2 lit. e der Interkantonalen Vereinbarung über das 

öffentliche Beschaffungswesen, sGS 841.32, abgekürzt IVöB). Die Mitglieder der INGE 

Nay + Partner AG/Verkehrsingenieure Eschen sind als nicht berücksichtigte Anbieter 

zur Beschwerde gegen den Zuschlag legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 

45 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). 

Zudem entspricht die Beschwerdeschrift vom 29. August 2005 zeitlich, formal und 

inhaltlich den gesetzlichen Vorgaben (Art. 15 Abs. 3 IVöB in Verbindung mit Art. 64 

Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

b) Die Beschwerdeführerin rügt die Begründung des Zuschlags als mangelhaft.

In der Zuschlagsverfügung wird kurz begründet, weshalb das berücksichtigte Angebot 

mit Bezug auf die Zuschlagskriterien das wirtschaftlich günstigste ist. Die Begründung 

enthält insbesondere den Preis des berücksichtigten Angebots oder die tiefsten und 

höchsten Preise der in das Vergabeverfahren einbezogenen Angebote (Art. 41 Abs. 3 

VöB).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Aus der Begründung des Zuschlags muss für den Anbieter nachvollziehbar sein, 

weshalb er mit seinem Angebot gegenüber einem anderen Anbieter unterlegen ist (vgl. 

GVP 2000 Nr. 24). Dies war anhand der vorliegenden Begründung sowie der ergänzend 

erteilten Auskünfte ohne weiteres der Fall. Ob die Begründung schlüssig und rechtlich 

haltbar ist oder nicht, ist nicht eine formelle, sondern eine inhaltliche Frage. In formeller 

Hinsicht ist jedenfalls die Zuschlagsverfügung nicht zu beanstanden.

2./ Die Vorinstanz führt zunächst an, dass sich die Beschwerdeführerin treuwidrig 

verhalte, wenn sie sich gegen die angebliche Vorbefassung der Beschwerdegegnerin 

erst nach dem Zuschlag wehre, nachdem sie ihr Angebot vorbehaltlos eingereicht und 

die Ausschreibungsunterlagen akzeptiert habe. Letztere hätten darauf hingewiesen, 

dass die Verfasser des Vorprojekts zur Submission zugelassen seien.

a) Die Vergabebehörde ist aufgrund des in Art. 5 Abs. 1 der Schweizerischen 

Bundesverfassung (SR 101) verankerten Legalitätsprinzips verpflichtet, die Gesetze 

und damit auch Art. 5bis der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen 

(sGS 841.11, abgekürzt VöB) betreffend die Regelung der Vorbefassung von Amtes 

wegen zu beachten. Es ist ihr daher verwehrt, die Anbieter mittels Zustimmung zu den 

Modalitäten des Ausschreibungsverfahrens, insbesondere der Teilnahme der Verfasser 

des Vorprojekts, zu verpflichten, einen rechtswidrigen Zuschlag zu akzeptieren bzw. 

auf das Recht zur Anfechtung des Zuschlags zu verzichten (vgl. VerwGE vom 25. 

Oktober 2005 i.S. H., zur Zeit publiziert in: www.gerichte.sg.ch).

b) In den Ausschreibungsunterlagen wurden die Anbieter orientiert, dass die Verfasser 

des Vorprojekts zum Submissionsverfahren zugelassen werden. Es liesse sich deshalb 

fragen, ob die Rüge, die Projektverfasser seien derart vorbefasst, dass sie am 

Verfahren nicht hätten teilnehmen dürfen, bereits gegen die Ausschreibung hätte 

vorgebracht werden müssen. Dabei ist zu beachten, dass eine öffentliche 

Ausschreibung Anordnungen enthalten kann, deren volle Bedeutung und Tragweite 

auch bei objektiver Betrachtungsweise noch wenig klar ist und sich für die 

Interessenten erst im Verlaufe des weiteren Verfahrens mit genügender Eindeutigkeit 

ergibt, wobei die Anfechtungsmöglichkeit in einem späteren Verfahrensabschnitt, 

gegebenenfalls sogar erst im Rahmen der Zuschlagsverfügung, erhalten bleibt (Galli/

Moser/Lang, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zürich 2003, Rz. 610 mit Hinweis). Wie nachfolgend ausgeführt wird (vgl. Erw. 3), ist 

nicht jeder vorbefasste Anbieter nicht zum Vergabeverfahren zuzulassen; massgeblich 

ist vielmehr die Intensität seiner Beeinflussung resp. die Art seiner vorgängigen 

Mitwirkung. Indem sich die übrigen Anbieter erstmals im Rahmen der Offertstellung 

vertieft mit der Problematik auseinandersetzen, die Ausschreibungsunterlagen 

würdigen und allfällige Vorprojekte prüfen konnten, ist ihnen eine Anfechtung der 

Ausschreibung wegen unzulässiger Teilnahme eines vorbefassten Mitbieters nicht 

vorher zuzumuten. Die Beschwerdeführerin hat somit ihr Recht zur Rüge der 

unzulässigen Vorbefassung der Beschwerdegegnerin nicht verwirkt.

3./ Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Beschwerdegegnerin habe als 

Verfasserin des verkehrstechnischen Vorprojektes über detailliertere Informationen und 

wesentlich mehr Angaben als die übrigen Anbieter und somit auch über einen 

wesentlichen Wettbewerbsvorteil verfügt.

a) Ein wesentliches Ziel des Vergaberechts besteht in der Gewährleistung eines echten, 

fairen und offenen Wettbewerbs. Ein solcher Wettbewerb ist nur möglich, wenn für alle 

Bewerber die gleichen Wettbewerbsbedingungen gelten. Neben dem 

Gleichbehandlungsgrundsatz und dem Diskriminierungsverbot (Art. 5 VöB) steht 

deswegen auch der Grundsatz der Vorbefassung im Zentrum des öffentlichen 

Beschaffungsrechts (Art. 5bis VöB). Dieser besagt, dass Personen und 

Unternehmungen, die an der Vorbereitung der Ausschreibung oder der 

Ausschreibungsunterlagen dergestalt mitgewirkt haben, dass sie den Zuschlag zu ihren 

Gunsten beeinflussen können, sich am Vergabeverfahren nicht beteiligen dürfen. 

Kriterium zur Beurteilung der Zulässigkeit einer Vorbefassung ist demgemäss, 

inwieweit der vorbefasste Anbieter den Zuschlag zu seinen Gunsten beeinflussen 

konnte.

Die Vorbefassung eines Anbieters setzt voraus, dass er sich bereits vor der Teilnahme 

am Submissionsverfahren, also vor Eröffnung des Verfahrens, mit der konkret in Frage 

stehenden Beschaffung befasst hat. Dabei ist unbedeutend, auf welche Art der 

Anbieter mitgewirkt hat, sei es durch das Verfassen von Projektgrundlagen, durch das 

Erstellen von Ausschreibungsunterlagen oder durch das Informieren der 

Beschaffungsstelle über bestimmte technische Spezifikationen des zu beschaffenden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gutes (vgl. Nyffenegger/Kobel, Vorbefassung im Submissionsverfahren, in: BVR 2004 

S. 55 f. mit weiteren Hinweisen). Eine Verfahrensbeteiligung wird dabei als zulässig 

erachtet, wenn der durch die Vorbefassung bewirkte Wissensvorsprung nur zu einem 

geringfügigen Vorteil gegenüber den anderen Anbietern führt, wenn die Mitwirkung des 

vorbefassten Anbieters bei der Vorbereitung des Submissionsverfahrens nur 

untergeordneter Natur ist und die Mitwirkung sowie dessen Wissensvorsprung 

gegenüber den übrigen Anbietern offen gelegt wird (vgl. Nyffenegger/Kobel, a.a.O., S. 

64 f. mit weiteren Hinweisen).

Ebenfalls nicht zu beanstanden ist ein Wissensvorsprung, der nicht dem 

Submissionsverfahren, sondern der bisherigen Tätigkeit des Submittenten entspringt; 

so kann einem Anbieter nicht verwehrt werden, Vorwissen auszunützen, das er sich 

durch frühere Arbeiten für denselben Auftraggeber - allenfalls sogar am selben Objekt - 

erworben hat (vgl. VerwGE ZH vom 8. Dezember 2004, in: BEZ 2005 S. 21). So kann 

bspw. bei der Erweiterung eines Gebäudes der ursprüngliche Erbauer zum Angebot 

zugelassen werden.

Die Gefahr der Vorbefassung resp. die Art der Beeinflussung kann darin bestehen, dass 

der vorbefasste Anbieter versucht, die bevorstehende Beschaffung auf das von ihm 

angebotene Produkt bzw. die von ihm angebotene Dienstleistung auszurichten, um 

seine Chancen auf den Zuschlag zu erhöhen, oder dass er die im Rahmen der 

Vorbereitung des Submissionsverfahrens gewonnenen Kenntnisse bei der Erstellung 

der Offerte einsetzt oder durch vorgängigen Behördenkontakt persönliche 

Bekanntschaft mit den Behördemitgliedern schliessen und auf diese Weise Sympathien 

gewinnen kann (Nyffenegger/Kobel, a.a.O., S. 56 mit weiteren Hinweisen). Des weiteren 

liegt eine bloss untergeordnete Mitwirkung dann nicht vor, wenn ein Anbieter bei 

Bauvorhaben mit der Planung oder Projektierung beauftragt worden ist, wenn er zur 

gesamten Submission Studien oder Vorprojekte erstellt und zu diesem Zweck die 

konkreten Verhältnisse vertieft studiert oder wenn er wesentliche Teile oder gar die 

gesamten Ausschreibungsunterlagen ausgearbeitet hat (vgl. BGE 2P.164/2004, Erw. 

3.3). Eine solche Vorbefassung erweist sich als unzulässig und hat im Grundsatz den 

Ausschluss aus dem Submissionsverfahren zur Folge (BGE a.a.O., Erw. 3.3). Nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung reicht zwar ein lediglich objektiv begründeter 

Anschein einer Vorbefassung noch nicht zum Ausschluss aus, da sich ein Unternehmer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einen Ausschluss solange nicht gefallen lassen müsse, als das Vorliegen eines 

unzulässigen Wettbewerbsvorteils aus Vorbefassung nicht erwiesen sei; die Beweislast 

hiefür obliege mangels gegenteiliger Regelung dem Konkurrenten, der sich vom 

Ausschluss des vorbefassten Anbieters bessere Aussichten für den Zuschlag 

verspreche (BGE a.a.O., Erw. 5.7.3). Nach Art. 5bis VöB ist in diesem Zusammenhang 

aber nicht entscheidend, ob die vorbefasste Unternehmung den Entscheid über den 

Zuschlag tatsächlich zu ihren Gunsten beeinflusste, sondern ob sie die Möglichkeit 

hatte, dies zu tun.

b) Vorliegend wurde den beiden Mitgliedern der Beschwerdegegnerin, d.h. der Martin 

Meyer AG und der Sigmaplan AG, im Rahmen eines freihändigen Verfahrens je der 

Zuschlag zur Fachplanung der verkehrstechnischen Belange für den Ersatz des 

Verkehrsleitsystems (VLS) im Umfange von Fr. 145'260.-- bzw. Fr. 150'000.-- erteilt. 

Beide Mitglieder der Beschwerdegegnerin waren bereits früher am fraglichen Objekt 

tätig: So war Gustaaf Kooijman, vorgesehener Projektleiter der Sigmaplan AG, beim 

bestehenden Leitsystem aus den 80er-Jahren bereits als Projektleiter an der Planung, 

Realisierungsbegleitung und Inbetriebsetzung beteiligt. Darüber hinaus hat er die 

Anlage seit Inbetriebnahme bis heute betreut. Auch die Martin Meyer AG kennt gemäss 

eigenen Angaben die fraglichen Projekte, welche sie teilweise bereits für den Kanton 

St. Gallen realisiert hat.

Dass die Mitglieder der Beschwerdegegnerin bereits vor dem streitigen 

Vergabeverfahren resp. vor dem Vorprojekt für die Bauherrschaft tätig waren und gar 

das zu ersetzende Verkehrsleitsystem planten, realisierten und über die gesamte 

bisherige Betriebsdauer betreuten, kann ihnen aufgrund des vorstehend Ausgeführten 

hinsichtlich der Frage der Zulassung zum Vergabeverfahren grundsätzlich nicht zum 

Nachteil gereichen, selbst wenn damit zwangsläufig ein gewisser Wissensvorsprung 

verknüpft ist.

Hingegen erweist sich die Mitwirkung bei der Ausarbeitung des Vorprojekts als 

problematisch. Die Arbeiten im Rahmen der Vorprojektierung umfassten den 

verkehrstechnischen Teil für das Verkehrsleitsystem und das 

Verkehrserfassungssystem, die Tunnelfernsehüberwachung (TV-Anlage, 

Ereignisdetektion und Bildspeicherung), die Sicherheitseinrichtungen in den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Tunnelanlagen gemäss den Richtlinien des Bundesamtes für Strassen 

(Bankettbeleuchtung, Fluchtwegsignalisation, Hinweistafeln in SOS-Nischen, etc.) 

sowie die Anpassung und Ergänzung der Infrastruktur zu den genannten Systemen. 

Dabei wurden die Mitglieder der Beschwerdegegnerin nicht lediglich als 

Sachverständige zur Beurteilung einzelner Sachbereiche beigezogen. Sie prüften 

vielmehr in einem Vorprojekt den Ist-Zustand, beschrieben die neu notwendigen 

Funktionalitäten und erarbeiteten gestützt hierauf ein Bauprojekt, in welchem die 

vorgesehenen Sanierungs- und Ergänzungsarbeiten erläutert wurden und in dem die 

geplante Signalisation dargestellt wurde. Diese wurde ausserdem dem ASTRA zur 

Genehmigung eingereicht, und es wurde eine relativ detaillierte 

Gesamtkostenschätzung erstellt. Anlässlich dieser Vorprojektierung nahmen die 

Mitglieder der Beschwerdegegnerin mehrfach an Sitzungen mit Vertretern der 

Bauherrschaft und weiterer involvierter Planer sowie an Begehungen der fraglichen 

Örtlichkeiten teil.

Damit ging die Mitwirkung der an der Beschwerdegegnerin beteiligten 

Unternehmungen am Vorprojekt weit über eine lediglich untergeordnete Tätigkeit resp. 

punktuelle Unterstützung hinaus, bildet das Vorprojekt doch die wesentliche Grundlage 

der streitigen Vergabe. Durch die Ausarbeitung dieses Konzepts sowie durch die 

persönlichen Besprechungen mit Vertretern der Bauherrschaft und weiterer 

Projektmitarbeiter konnten sich die beteiligten Unternehmungen mit den Bedürfnissen 

der Bauherrschaft und den Problemstellungen bedeutend intensiver und viel früher 

auseinandersetzen als die anderen Anbieter. Hieran vermag auch nichts zu ändern, 

dass die Vorinstanz das Vorprojekt den übrigen Anbietern zukommen liess und ihnen 

eine gemäss eigenem Dafürhalten grosszügige Frist von elf Wochen zur Offertstellung 

eingeräumt hat. Des weitern konnten die an der Beschwerdegegnerin Beteiligten 

bereits im Hinblick auf das ASTRA-Genehmigungsverfahren verschiedene 

Lösungsmöglichkeiten mit der Vergabebehörde diskutieren und so eher einschätzen, 

worauf die Vergabebehörde besonderes Gewicht zu legen beabsichtigt. Von einem aus 

solcher Vorbefassung resultierenden Wissensvorsprung geht letztlich auch die 

Vorinstanz aus, wenn sie anführt, dass die Beschwerdegegnerin hauptsächlich nebst 

Referenzen, Struktur und Organisation hinsichtlich des Auftragsverständnisses 

überzeugt habe. Es ist offensichtlich, dass die Beschwerdegegnerin als Verfasserin des 

Vorprojekts und Teilnehmerin an diversen Sitzungen und an der Begehung der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Örtlichkeiten ein vertieftes Verständnis der Auftragslage hat. Umgekehrt weist auch die 

Beschwerdegegnerin in ihrer Offerte darauf hin, dass sie bereits das Vorprojekt verfasst 

und dabei auf wichtige Punkte bei der Realisierung des Projektes hingewiesen habe; 

die im Rahmen der Offerteingabe eingebrachte Projektanalyse zeige deshalb die 

wichtigsten Aspekte für die bevorstehende Sanierung noch einmal kurz auf. Auch 

scheint das Kriterium, wonach im Vergabeverfahren Ingenieurgemeinschaften gesucht 

werden, die bereits gemeinsam bei ähnlichen Projekten zusammengearbeitet haben, 

insofern auf die Beschwerdegegnerin zugeschnitten zu sein, als das Vorprojekt im 

freihändigen Verfahren noch getrennt an beide Mitglieder der Beschwerdegegnerin 

vergeben wurde und letztere dann bei der Angabe entsprechender Referenzen in ihrer 

Offerte auf die Projektgemeinschaft beim Vorprojekt hinweist. Auffallend ist des 

weitern, dass die Bewertungen der Offerte der Beschwerdegegnerin von allen drei 

Prüfenden deckungsgleich sind, obwohl sie unabhängig voneinander vom 

Kantonsingenieur-Stellvertreter, vom Leiter Elektroplanung und vom Leiter 

Verkehrstechnik vorgenommen wurden. Nicht nur die Punktezahl stimmt überein, 

sondern sämtliche der einzelnen Kriterien wurden von allen drei Experten genau gleich 

gewichtet, was ungewöhnlich erscheint und bei keiner der übrigen Bewertungen der 

Fall ist. Sollten die Bewertungen der Beschwerdegegnerin unabhängig voneinander 

zum gleichen Resultat geführt haben, so würde dies ebenfalls die Folgerung bestärken, 

dass es der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer vorgängigen Mitwirkung gelungen ist, 

ihr Angebot in besonderem Masse auf die Wünsche und Erwartungen der 

Vergabebehörde auszurichten.

c) Aufgrund der vorstehenden Ausführungen steht fest, dass die an der 

Beschwerdegegnerin Beteiligten nicht lediglich Grundlagen, sondern ein umfassendes 

und teilweise sehr detailliertes Vorprojekt erstellt haben, im Rahmen dieser 

Projektarbeit mehrmals mit verschiedenen Vertretern der Bauherrschaft sowie weiterer 

involvierter Projektmitarbeiter über Mach- und Wünschbarkeit des Projekts diskutiert 

und hierzu die fraglichen Örtlichkeiten begangen haben, in ihrer Offertstellung auf die 

Vorprojektierung verwiesen und die Vorinstanz insbesondere das Auftragsverständnis 

der Beschwerdegegnerin als massgebliches Zuschlagskriterium würdigt, woraus sich 

ergibt, dass die an der Beschwerdegegnerin beteiligten Unternehmungen in einer Art 

und Weise an der Vorbereitung der Ausschreibung mitwirkten, dass sie die Möglichkeit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

hatten, den Zuschlag zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Daraus folgt, dass die 

Beschwerdegegnerin nicht am Verfahren hätte teilnehmen dürfen.

4./ Die Beschwerdeführerin rügt des weitern, die Vorinstanz habe beim Zuschlag 

Kriterien zur Anwendung gebracht, welche in den Ausschreibungsunterlagen nicht 

genannt worden seien. Insbesondere sei unbegründet, weshalb sich die 

Beschwerdegegnerin, wie von der Vorinstanz ausgeführt, "mit Weitsicht (Nachtarbeit, 

Arbeitssicherheit, Kommunikation gegenüber Dritten, etc.)" von den übrigen Anbietern 

abgehoben habe. Zudem sei nicht nachvollziehbar, weshalb das Kriterium des 

Auftragsverständnisses bei ihr, der Beschwerdeführerin, lediglich als "verstanden" 

qualifiziert worden sei, nachdem sie gar eine normgerechte Auftragsanalyse eingereicht 

habe. Des weitern sei das Erfordernis des Versicherungsausweises nicht im Formular 

"Eignungsprüfung" enthalten gewesen, weshalb ihr das Nichteinreichen eines solchen 

nicht zur Last gelegt werden dürfe. Sodann sei das Kriterium, dass eine 

Arbeitsgemeinschaft von Bietern Referenzen über gemeinsame Projekte einreichen 

müsse, willkürlich. Die abgegebenen Referenzen seien nicht berücksichtigt worden; 

Referenzen des Schlüsselpersonals und Personaleinsatzprogramm hätten nicht 

bewertet werden können, da diese nicht Bestandteil der mit der Offerte abzugebenden 

Unterlagen gewesen seien. Es sei ausserdem nicht nachvollziehbar, weshalb die 

Vorinstanz hinsichtlich der Struktur der Beschwerdeführerin von "keiner oder 

schlechter Struktur" spreche; schliesslich hätte auch der Nachweis eines 

projektbezogenen Qualitätsmanagements nicht bewertet werden können, da auch ein 

solches nicht Bestandteil der mit der Offerte abzugebenden Unterlagen gewesen sei.

a) Art. 34 Abs. 1 VöB bestimmt, dass das wirtschaftlich günstigste Angebot den 

Zuschlag erhält. Das wirtschaftlich günstigste Angebot ist nicht identisch mit dem 

preisgünstigsten bzw. preislich tiefsten Angebot. Bei der Wirtschaftlichkeit können 

neben dem Preis noch weitere Kriterien berücksichtigt werden (vgl. GVP 2004 Nr. 36 

mit weiteren Hinweisen). Diese sind in Art. 34 Abs. 2 VöB aufgeführt. Es handelt sich 

um Qualität, Termin, Garantie- und Unterhaltsleistungen, Kundendienst, 

Betriebskosten, Innovationsgehalt, Ästhetik, Umweltverträglichkeit, Erfahrung, 

Sicherung des Ausbildungsstandes einer Berufsgattung, Vereinbarkeit mit technischen 

Systemen von Bund, anderen Kantonen und Gemeinden sowie Arbeitssicherheit (Art. 

34 Abs. 2 lit. a bis n VöB). Die Aufzählung ist nicht abschliessend, wie der Begriff 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

"insbesondere" in Art. 34 Abs. 2 Ingress VöB zum Ausdruck bringt. Der Auftraggeberin 

wird dadurch ein weiter Ermessensspielraum eingeräumt.

Die Kriterien werden mit allfälligen Unterkriterien im Rahmen der Ausschreibung in der 

Reihenfolge ihrer Bedeutung oder mit ihrer Gewichtung bekannt gegeben (Art. 34 Abs. 

3 VöB). Die Gewichtung der einzelnen Kriterien ist einer Rechtskontrolle nur beschränkt 

zugänglich. Wie beispielsweise die Ästhetik eines Bauwerkes oder die Erfahrung einer 

Unternehmung gewichtet und in Relation zu einer bestimmten Preisdifferenz gesetzt 

werden, ist weitgehend eine Ermessensfrage, in die das Verwaltungsgericht nicht 

eingreifen darf. Es kann lediglich einschreiten, wenn einzelne Kriterien in unzulässiger 

Weise ausser Acht gelassen bzw. fehlerhaft angewendet wurden. Dies wäre etwa dann 

der Fall, wenn unter Berufung auf ökologische Gründe generell einheimische Anbieter 

bevorzugt werden, weil sie einen kürzeren Anfahrtsweg haben (vgl. GVP 2004 Nr. 36 

mit weiteren Hinweisen).

Auch hinsichtlich der Frage, wie die Sachverhaltselemente unter die festgelegten 

Kriterien zu subsumieren sind, kommt der Vergabebehörde grundsätzlich ein 

erheblicher Ermessensspielraum zu. Die Grundsätze der Transparenz und der 

Gleichbehandlung der Anbieter gebieten jedoch, dass die Vergabebehörde wichtige 

Einzelgesichtspunkte, die sie im Rahmen eines Zuschlagskriteriums zu berücksichtigen 

gedenkt, explizit in Form von Subkriterien definiert und bekannt gibt (Galli/Moser/Lang, 

a.a.O., Rz. 445).

b) In ihrer Zuschlagsverfügung vom 16. August 2005 führt die Vorinstanz an, dass sich 

das Angebot der Beschwerdegegnerin hinsichtlich Leistung und Qualität als das beste 

erweise. Es überzeuge hauptsächlich in den Punkten Auftragsverständnis, Referenzen, 

Struktur und Organisation. Gegenüber den Mitbewerbern habe sich die 

Beschwerdegegnerin durch Weitsicht (Nachtarbeit, Arbeitssicherheit, Kommunikation 

gegenüber Dritten, etc.) abgehoben. Bezüglich des Preises stehe sie an zweiter Stelle. 

Punkto Termine sei ein Grossteil der Angebote ebenbürtig. Gesamthaft betrachtet sei 

das Angebot der Beschwerdegegnerin das wirtschaftlich günstigste.

In den Ausschreibungsunterlagen wurden als Zuschlagskriterien Leistung, Preis und 

Termine vermerkt. Bei der Leistung wurden als Unterkriterien neben dem Stichwort 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

"Qualität" die Begriffe Auftragsverständnis, Gesamteindruck, Referenzen der letzten 5 

Jahre vergleichbarer Anlagen, Erfahrung und Referenzen des Schlüsselpersonals, 

namentliches Personaleinsatzdiagramm, Struktur und Organisation des Anbieters, 

Unternehmergespräch, allg. Eindruck, Konzept, Verständnis, Kompetenz, 

Projektmanagement sowie projektbezogenes Qualitätsmanagement angeführt.

c) Weder die Arbeitssicherheit noch die Ausgestaltung der Kommunikation mit Dritten 

oder die Handhabung der Nachtarbeit sind in den Ausschreibungsunterlagen als 

Zuschlags- oder als Unterkriterien explizit aufgeführt. Die Vorinstanz hält in ihrer 

Vernehmlassung fest, mit dem Hinweis auf diese Umstände seien nicht zusätzliche 

Kriterien angewendet, sondern sei bloss zusammenfassend begründet worden, 

inwiefern die Beschwerdegegnerin das Unterkriterium Auftragsverständnis und 

Gesamteindruck am besten erfüllt habe.

Auch das Prüfungsprogramm der Offertauswertungen enthält lediglich die Zuschlags- 

und Unterkriterien, welche in den Ausschreibungsunterlagen aufgeführt wurden. Die 

Elemente der Nachtarbeit, Arbeitssicherheit und Kommunikation gegenüber Dritten 

sind dagegen nicht explizit aufgeführt.

Da die Vorinstanz das Angebot der Beschwerdegegnerin hauptsächlich in den Punkten 

Auftragsverständnis, Referenzen, Struktur und Organisation (und somit in den 

vorgegebenen Zuschlags- resp. Unterkriterien) als überzeugend betrachtete und die 

Elemente Nachtarbeit, Arbeitssicherheit und Kommunikation gegenüber Dritten bei der 

Beschwerdeführerin negativ bewertete, geht somit aus der Begründung des Zuschlags 

hervor, dass diesen Elementen eine besondere Bedeutung beigemessen und sie nicht 

lediglich nebst anderen als Teilelemente des Auftragsverständnisses berücksichtigt 

wurden. Zur Wahrung der Grundsätze der Transparenz und Gleichbehandlung der 

Anbieter hätte die Vorinstanz deshalb in den Ausschreibungsunterlagen das Kriterium 

des Auftragsverständnisses detaillierter umschreiben und somit die wesentlichen 

Gesichtspunkte offen darlegen müssen.

Die geringere Bewertung der Beschwerdeführerin im Punkt Auftragsverständnis bzw. 

Eindruck ist nach dem Gesagten nicht überzeugend begründet. Bestätigt wird dies mit 

der Begründung der Vorinstanz vom 22. August 2005, wo unter dem erwähnten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Kriterium das Fehlen eines Versicherungsnachweises und gemeinsamer Referenzen 

bemängelt wurde. Inwiefern diese Elemente unter das Kriterium des 

Auftragsverständnisses subsumiert werden können, ist nicht nachvollziehbar, da die 

Referenzen als separates Unterkriterium aufgeführt sind und ein 

Versicherungsnachweis den Eignungskriterien zuzuordnen wäre.

Die Beschwerdeführerin rügt, dass ihr Auftragsverständnis von der Vorinstanz lediglich 

mit "verstanden" qualifiziert wurde, was einen Abzug von 30 Punkten gegenüber der 

höchsten Bewertung ergab. Die Vorinstanz konnte diese Bewertung nicht plausibel 

begründen, da die von ihr angeführten Gründe wie erwähnt überwiegend anderen 

Kriterien zuzuordnen sind.

d) Weiter rügt die Beschwerdeführerin, ihre Referenzen seien nicht bewertet worden. 

Die Vorinstanz wendet dagegen ein, es sei bezüglich der Elektroingenieure keine für 

dieses Projekt relevante Empfehlung abgegeben worden, und bei den übrigen 

Referenzen sei das Projekt noch nicht abgeschlossen bzw. hätten die Arbeiten die 

Tunnelbeleuchtung und -belüftung betroffen, nicht aber das Verkehrsleitsystem. Dieser 

Bereich wurde von der Vergabebehörde als wesentlich betrachtet, weshalb es nicht 

ausschlaggebend ist, ob bei den von der Beschwerdeführerin angegebenen Arbeiten 

noch zusätzliche Aspekte massgebend waren. Bei dieser Sachlage kann die 

unterschiedliche Bewertung jedenfalls nicht als geradezu ermessensmissbräuchlich 

qualifiziert werden, zumal sich die Vergabebehörde auf die angegebenen Referenzen 

der an der Beschwerde beurteilten Unternehmungen beschränken durfte und nicht 

gehalten war, weitere Referenzen von weitern Unternehmungen zu berücksichtigen, die 

allenfalls von der Beschwerdeführerin beigezogen werden können.

e) Die Rüge, dass Nachweise über Erfahrung, Referenzen des Schlüsselpersonals und 

des Personaleinsatzprogramms sowie des projektbezogenen Qualitätsmanagements 

nicht hätten bewertet werden dürfen, weil sie nicht Bestandteil der mit der Offerte 

einzureichenden Unterlagen gewesen seien, ist nicht stichhaltig.

In den Ausschreibungsunterlagen waren als Unterkriterien der Leistung u.a. ein 

projektbezogenes Qualitätsmanagement, Erfahrung und Referenzen des 

Schlüsselpersonals sowie ein namentliches Personaleinsatzdiagramm aufgeführt. Es ist 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

daher offensichtlich, dass die Anbieter in ihrer Offerte in der einen oder anderen Form 

Unterlagen beizubringen hatten, die zur Beurteilung dieser Elemente verwendet werden 

konnten. Ein Nachweis hierüber war somit entgegen der Auffassung der 

Beschwerdeführerin Bestandteil der einzureichenden Offerte. Wie diese Referenzen 

dann bewertet werden, steht wiederum im Ermessen der Vergabebehörde. Es ist 

deshalb auch an dieser zu entscheiden, ob sie einzelne Referenzen näher untersucht 

und hiezu von den Kontaktpersonen zusätzliche Informationen einholt oder ob sie 

lediglich auf die von der Beschwerdeführerin gemachten Angaben abstellt. Ein 

Ermessensmissbrauch ist darin ebenso wenig zu erblicken wie eine 

Ermessensunterschreitung oder -überschreitung. Die Bewertung erweist sich daher 

auch in diesem Kriterium als rechtmässig.

f) Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, die Vorlage eines 

Versicherungsnachweises habe bei der Bewertung nicht berücksichtigt werden dürfen, 

weil eine solche nicht im Formular "Eignungsprüfung" aufgeführt gewesen sei. In den 

Ausschreibungsunterlagen wurde jedoch ausdrücklich gefordert, dass der 

Versicherungsnachweis als Eignungskriterium mit Eingabe der Offerte zu erbringen sei. 

Daran ändert nichts, dass dieses Eignungskriterium im Formular "Eignungsprüfung" 

nicht mehr aufgeführt wurde. Selbst wenn es sich hierbei um ein Versehen der 

Vergabebehörde handeln sollte, wäre es der Beschwerdeführerin zuzumuten gewesen, 

sich bei der Vergabebehörde vorgängig zu erkundigen, ob ein solcher Nachweis zu 

erbringen sei oder nicht, nachdem in den Ausschreibungsunterlagen ausdrücklich 

darauf hingewiesen worden ist. Dass ein Versicherungsnachweis überhaupt verlangt 

wurde, ist bei einem Auftragsvolumen zwischen 1,5 und 2,5 Mio. Franken im übrigen 

durchaus legitim.

g) Weiter bemängelt die Beschwerdeführerin die Bewertung des Kriteriums "Struktur 

und Organisation" des Anbieters. Mit der Offerte sei ein Organigramm eingereicht 

worden, aus welchem übersichtlich eine klare Struktur hervorgehe. Das Organigramm 

sei allgemein gehalten und zeige auf, dass jegliche elektromechanische Infrastrukturen 

durch die Nay + Partner AG realisiert werden könnten. Aus der Vereinbarung mit der an 

der INGE Beteiligten seien die Zuständigkeiten und Schnittstellen klar ersichtlich.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Dagegen wendet die Vorinstanz ein, aus dem projektbezogenen Organigramm der 

Beschwerdegegnerin gehe klar hervor, wie die Elektro- und Verkehrsingenieure 

miteinander verknüpft seien, während die Beschwerdeführerin lediglich das 

Standardorganigramm des Elektroingenieurunternehmens eingereicht habe, aus dem 

die Einbindung der Verkehrsingenieure nicht hervorgegangen sei. Die unterschiedliche 

Beurteilung von Struktur und Organisation sowie des projektbezogenen 

Qualitätsmanagements ist daher aufgrund der eingereichten Offerten nicht zu 

beanstanden; insofern ist eine unterschiedliche Bewertung nachvollziehbar. Die 

Bewertung kann nicht als rechtswidrig eingestuft werden, wenn ein allgemeines 

Qualitätsmanagement-Zertifikat weniger hoch gewichtet wird als ein projektbezogenes 

Qualitätsmanagement.

Im übrigen wurde bei sämtlichen Anbietern auf ein Unternehmergespräch verzichtet 

und auf eine Bewertung dieses Kriteriums verzichtet. Somit liegt keine 

Ungleichbehandlung vor (vgl. GVP 2002 Nr. 32 zur Problematik der rechtsgleichen 

Behandlung bei sog. Unternehmergesprächen).

h) Sodann rügt die Beschwerdeführerin, dass das Eignungskriterium, wonach eine 

Arbeitsgemeinschaft von Bietern Referenzen über gemeinsame Projekte einreichen 

müsse, willkürlich und verfassungswidrig sei. Diese Rüge ist nicht hinreichend 

substantiiert. Insbesondere wird nicht dargelegt, inwiefern durch ein solches 

Eignungskriterium gesetzliche Bestimmungen oder allgemeine Rechtsgrundsätze 

verletzt werden. Hinzu kommt, dass dieses Kriterium bereits in den 

Ausschreibungsunterlagen aufgeführt war und deshalb eine Rüge bereits gegen die 

Ausschreibung hätte vorgebracht werden müssen (VerwGE vom 24. Oktober 2002 i.S. 

T. AG mit Hinweis auf frühere Entscheide). Die Tragweite des besagten 

Eignungskriteriums war für die Beschwerdeführerin bereits aus den 

Ausschreibungsunterlagen ersichtlich, und zwar ungeachtet des Umstandes, dass 

dieses Kriterium den Verfassern des Vorprojekts in besonderem Masse einen Vorteil 

verschaffte und darauf auch die Rüge der unzulässigen Vorbefassung gestützt werden 

konnte.

i) Weiter rügt die Beschwerdeführerin, dass der Angebotspreis nur mit 35 Prozent 

gewichtet worden sei. Es dürfe nicht sein, dass dem Preis kein höherer Stellenwert 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

beigemessen werde, dies insbesondere beim vorliegenden Kriterium der Leistung, 

welches mit 55 Prozent ins Gewicht falle und äusserst fragwürdig bewertet worden sei. 

Dem Preis sei eine höhere Bewertung zuzumessen.

Die Kriterien werden nach Art. 34 Abs. 3 VöB wie erwähnt in der Reihenfolge ihrer 

Bedeutung oder mit ihrer Gewichtung bekannt gegeben. Es ist somit nach dieser 

Bestimmung zulässig, die einzelnen Kriterien lediglich in der Reihenfolge ihrer 

Bedeutung aufzuführen. Das Gewicht der einzelnen Kriterien wurde denn auch nach 

Massgabe ihrer Reihenfolge festgelegt. Inwiefern eine Gewichtung der Leistung bzw. 

deren Qualität mit 55 Prozent oder des Preises mit 35 Prozent rechtswidrig oder 

unzweckmässig ist, legt die Beschwerdeführerin nicht dar. Im vorliegenden Fall 

handelte es sich um eine spezialisierte Dienstleistung, bei welcher gute Gründe für eine 

überdurchschnittlich hohe Gewichtung der Qualität vorliegen. Zudem war die Formel 

zur Gewichtung des Preises in den Ausschreibungsunterlagen aufgeführt. Die 

Einwendungen gegen diese Formel können daher in der Beschwerde gegen den 

Zuschlag nicht mehr gehört werden (vgl. oben Erw. g). Im übrigen bestehen auch keine 

Anhaltspunkte, dass die Offerte mit dem höchsten Preis eine sog. Scheinofferte 

darstellt, welche ausschliesslich zur Beeinflussung der Preisbewertung gestellt wurde.

Die Einwendungen gegen die Bewertung des Angebotspreises sind nach dem 

Gesagten unbegründet.

5./ Zusammenfassend ergibt sich, dass die Zuschlagsverfügung vom 16. August 2005 

aufzuheben ist. Die Angelegenheit ist gestützt auf Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 

56 Abs. 2 VRP an die Vorinstanz zur neuen Beurteilung im Sinne der Erwägungen und 

zur neuen Entscheidung unter Ausschluss der Beschwerdegegnerin vom Verfahren 

zurückzuweisen. Dies entpricht einer Gutheissung der Beschwerde.

Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens zulasten der Vorinstanz (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von Fr. 5'000.-- ist angemessen (mit Einschluss der Kosten von Fr. 

750.-- der Verfügung vom 7. September 2005, Ziff. 381 und 382 Gerichtskostentarif, 

sGS 941.12). Auf die Erhebung der Kosten ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 5'000.-- ist der Beschwerdeführerin 

zurückzuerstatten.

Die Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 

98bis VRP). Ihr Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht, weshalb die 

Entschädigung ermessensweise festzusetzen ist (Art. 6 der Honorarordnung für 

Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt HonO). Im vorliegenden 

Fall erscheint eine Entschädigung von Fr. 4'000.-- zuzügl. MWSt angemessen (Art. 22 

Abs. 1 lit. c HonO), nachdem für das Zwischenverfahren betr. aufschiebende Wirkung 

bereits eine Entschädigung von Fr. 750.-- zugesprochen wurde.

Demnach hat das Verwaltungsgericht zu Recht erkannt:

1./ Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Zuschlagsverfügung vom 16. August 

2005 aufgehoben.

2./ Die Angelegenheit wird zur neuen Beurteilung im Sinne der Erwägungen und zu 

neuer Entscheidung unter Ausschluss der Beschwerdegegnerin vom Verfahren an die

Vorinstanz zurückgewiesen.

3./ Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 5'000.-- werden der 

Vorinstanz auferlegt; auf ihre Erhebung wird verzichtet. Der geleistete Kostenvorschuss 

von Fr. 5'000.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.

4./ Die Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin für das Hauptverfahren mit Fr. 4'000.-- 

zuzügl. MWSt ausser- amtlich zu entschädigen.

V. R. W.

Derr Präsident: Der Gerichtsschreiber:

 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zustellung dieses Entscheides an:

 

lic. oec. Alfred Paul Müller, 7310 Bad Ragaz)

die Beschwerdeführerin (durch Rechtsanwalt–

die Vorinstanz–

die Beschwerdegegnerin–

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Urteil des Verwaltungsgerichts vom 20. Dezember 2005
	Öffentliches Beschaffungswesen, Art. 5bis VöB (sGS 841.11). Hat eine Anbieterin an der Vorbereitung der Ausschreibung oder der Ausschreibungsunterlagen so mitgewirkt, dass sie den Zuschlag zu ihren Gunsten beeinflussen kann, darf sie sich nicht am Vergabeverfahren beteiligen. Der Zuschlag an eine solche Anbieterin ist aufzuheben (Verwaltungsgericht, B 2005/149).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T17:00:18+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen