# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8b0083d8-c500-5c51-a6a9-5a5155ffb820
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 19.12.2011 SB110429
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110429_2011-12-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr. SB110429-O/U/eh 

 

 

Mitwirkend: Die Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. S. Volken und  

Ersatzoberrichterin lic. iur. R. Affolter sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. C. Baumgartner 

 

Urteil vom 19. Dezember 2011 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft See/Oberland,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. Jürg Vollenweider, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

sowie 

 

Veterinäramt des Kantons Zürich,  
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,  

Verfahrensbeteiligte sowie Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend  

vorsätzliche Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz 

-   2   - 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Pfäffikon, Einzelgericht,  
vom 17. Februar 2011 (GG100034) 
 

-   3   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 16. Dezember 

2010 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 16). 

 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 35) 

1. Der Beschuldigte ist der vorsätzlichen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a 

TSchG schuldig. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 

Fr. 60.– (entsprechend Fr. 7'200.–) und einer Busse von Fr. 2'700.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-

gesetzt. 

4. Die Busse ist innert der von der Inkassostelle anzusetzenden Frist zu bezahlen. 

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 27 Tagen. 

5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 499.10   Untersuchungskosten. 

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem  

Beschuldigten auferlegt. 

7. (Mitteilungen) 

8. (Rechtsmittel) 

-   4   - 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 59, Urk. 37): 

Es sei der Beschuldigte von Schuld und Strafe freizusprechen, unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge zu Lasten der Staatskasse. 

b) Der Staatsanwaltschaft (schriftlich, Urk. 41): 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c) Der Vertreterin der Privatklägerschaft [Veterinäramt Kt. Zürich] (Urk. 61): 

1. Die Berufung sei abzuweisen. 

2. Der Beschuldigte sei in Bestätigung des Urteils des Bezirksgerichts Pfäffikon 

vom 17. Februar 2011 der vorsätzlichen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 

Abs. 1 lit. a TSchG schuldig zu sprechen. 

3. Er sei zu einer Geldstrafe von mindestens 150 Tagessätzen und einer  

Busse von mindestens Fr. 3'000.-- zu verurteilen. 

4. Dem Beschuldigten seien die Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

 

Das Gericht erwägt: 

I. Verfahrensgang und Prozessuales 

1. Am tt.mm.2010 erlitt ein Rind von A._____ verschiedene Verletzungen, die 

dazu führten, dass das Tier eingeschläfert werden musste. Die Staatsanwalt-

schaft See/Oberland führte deswegen gegen ihn eine Strafuntersuchung. 

2. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil des Bezirks-

gerichtes Pfäffikon, Einzelgericht, vom 17. Februar 2011 wurde der Beschuldigte 

-   5   - 

A._____ der vorsätzlichen Tierquälerei im Sinne von Art. 26  

Abs. 1 lit. a TSchG schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe von 120 Ta-

gessätzen zu Fr. 60.-- sowie mit einer Busse von Fr. 2'700.-- bestraft. Der Vollzug 

der Geldstrafe wurde bei einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben. Die Ersatz-

freiheitsstrafe für den Fall schuldhafter Nichtbezahlung der Busse bemass der 

Vorderrichter auf 27 Tage. Schliesslich wurden dem Beschuldigten die Kosten 

auferlegt (Urk. 35 S. 21 ff.). 

3.1 Gegen dieses Urteil liess der Beschuldigte durch seinen nach der Urteils-

eröffnung beigezogenen Verteidiger mit Schreiben vom 25. Februar 2011 recht-

zeitig bei der Vorinstanz Berufung anmelden (Urk. 27; Art. 399 Abs. 1 StPO). Die  

Berufungserklärung der Verteidigung vom 27. Juni 2011 ging innerhalb der  

gesetzlichen Frist bei der Berufungsinstanz ein (Urk. 37; Art. 399 Abs. 3 StPO). 

Es wird beantragt, den Beschuldigten von Schuld und Strafe freizusprechen.  

Damit ist das Urteil vollumfänglich angefochten. Gleichzeitig wurden verschiedene 

Beweisanträge gestellt.  

3.2 Mit Eingabe vom 14. Juli 2011 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass sie Be-

stätigung des erstinstanzlichen Urteils beantrage und auf das Stellen von  

Beweisanträgen verzichte (Urk. 41; Art. 400 Abs. 3 StPO; Art 389 Abs. 3 StPO).  

3.3 Am 27. Juli 2011 erhob das kantonale Veterinäramt Zürich fristgerecht  

Anschlussberufung bezüglich der erstinstanzlich ausgesprochenen Sanktion und 

stellte zugleich verschiedene Beweisanträge. Sämtliche Anträge wurden begrün-

det (Urk. 43; Art. 400 Abs. 3 StPO; Art 389 Abs. 3 StPO). Auf Präsidialverfügung 

vom 18. August 2011 (Urk. 47) äusserte sich das Veterinäramt zur Frage der  

eigenen Berufungslegitimation (Urk. 49). Mit Beschluss vom 26. September 2011 

bejahte die urteilende Kammer die eigenständige Rechtsmittellegitimation des  

Veterinäramtes in Tierschutzstrafsachen und trat auf dessen Anschlussberufung 

auch bezüglich der Sanktion ein (Urk. 51).  

3.4 Mit Präsidialverfügung vom 29. September 2011 wurden die Beweisanträge 

sowohl des Beschuldigten als auch jene des Veterinäramtes abgewiesen 

(Urk. 53; Urk. 37 und 43).  

-   6   - 

4. Am 19. Dezember 2011 fand die Berufungsverhandlung statt, anlässlich 

welcher die Verteidigung die eingangs erwähnten Anträge stellte (Urk. 59, 

Urk. 37). Da der ganze erstinstanzliche Entscheid angefochten ist, ist keine Teil-

rechtskraft eingetreten.  

II. Schuldpunkt 

1. Anklagevorwurf 

1.1 Die Staatsanwaltschaft See/Oberland wirft dem Beschuldigten vor, am 

tt.mm.2010, ca. 09.15 Uhr, ein Rind, welches die eingezäunte Weide des Bauern-

hofes an der …strasse .. in B._____ verlassen hatte, mit dem PW Jeep …, vor 

sich her getrieben zu haben, um es auf diese Weise zum Hof zurückzuführen. 

Vorgängig habe er versucht, das Rind zu Fuss zurückzutreiben, was misslungen 

sei. Im Bemühen, das Rind am Laufen/Rennen zu halten, sei er so dicht hinter 

dem Rind gefahren, dass dieses mehrmals mit den Hinterbeinen die Front des 

PWs touchiert habe. Kurz vor Erreichen des Hofes sei der Beschuldigte dem Rind 

absichtlich in die Hinterbeine gefahren und habe es so zu Fall gebracht. Das Rind 

sei in der Folge wieder aufgestanden und weiter gerannt, worauf der Beschuldigte 

dem Rind erneut derart heftig in die Hinterbeine gefahren sei, dass durch den 

Aufprall beide Hinterbeine des Rindes gebrochen seien. Diesmal sei das Rind 

aufgrund der Verletzungen nicht mehr imstande gewesen aufzustehen. Der Be-

schuldigte habe sich von der Kollisionsstelle entfernt, ohne sich weiter um das 

verletzte Tier zu kümmern. Das Rind habe in der Folge eingeschläfert werden 

müssen (Urk. 16). 

1.2 Der Beschuldigte anerkannte diesen Sachverhalt in den groben Zügen 

(Urk. 12 S. 1).  

So erklärte er, seinen Jeep geholt zu haben, um das Rind von der Strasse weg 

zurück auf die Weide zu treiben, nachdem er dies zunächst vergeblich zu Fuss 

versucht habe. Weiter räumte er ein, in der Folge mit dem Auto dicht hinter dem 

laufenden Rind gefahren zu sein (Urk. 3 S. 2). Beim Kuhtreiben sei es wichtig, 

dass das Tier stets beschäftigt sei bzw. man es immer in Bewegung halte, dann 

-   7   - 

schaue es nicht nach links oder rechts und laufe weiter den Weg entlang (Urk. 3 

S. 2; Urk. 12 S. 2). Er habe das Tier immer "anspornen" müssen, weshalb er  

relativ nah hinter ihm hergefahren sei (Urk. 12 S. 2; auch Urk. 24 S. 3). Das Tier 

sei teilweise galoppiert und er habe auch immer Druck gemacht, damit es schön 

in Bewegung bleibe (Urk. 3 S. 2 f., Urk. 58 S. 9). Das Tier habe den Weg gekannt 

und sei von selber nach rechts Richtung Hof abgebogen (Urk. 2 S. 3; Urk. 12  

S. 2). Ein Rind renne bis 40 km/h (Urk. 3 S. 1). Seine eigene Geschwindigkeit 

zum Zeitpunkt der Kollision schätzte der Beschuldigte unterschiedlich auf  

zwischen 20 bis 25 km/h bzw. 30-35 km/h (Urk. 2 S. 6, Urk. 58 S. 9) und vor dem 

Rechtsabbiegen zum Hof sicher auf ca. 30 km/h, wobei er nach der Kurve erneut 

Gas gegeben habe und auf das Rind aufgeschlossen sei (Urk. 12 S. 2). Fest steht 

auf Grund der eigenen Angaben des Beschuldigten sodann, dass er das am  

Boden liegende Rind zurückliess und sich zum Hof begab, um sich um die Tiere 

im Stall zu kümmern (Urk. 3 S. 5; Urk. 12 S. 2 und 4, Urk. 58 S. 7). Erst "einige 

Zeit später" ging er zur Unfallstelle zurück, um nach dem Rind zu schauen  

(Urk. 12 S. 2 f., Urk. 58 S. 8).  

Dieser eingestandene Sachverhalt deckt sich mit den übrigen Erkenntnissen aus 

den Verfahrensakten und ist ohne weiteres als erstellt anzusehen. 

1.3 Im Übrigen bestritt der Beschuldigte sowohl in der Untersuchung als auch in 

beiden Gerichtsinstanzen wesentliche Teile des eingeklagten Sachverhalts.  

Zusammengefasst bezeichnete er das Geschehen als Unfall (Urk. 12; Urk. 24 S. 

1; Urk. 37 S. 2; Urk. 58 S. 5). Entgegen der Auffassung der Vorinstanz - welche 

die Sachlage aus Sicht der Zeugin interpretiere, welche Sicht aber möglicher-

weise wegen der altersbedingt eingeschränkten Seh- und Hörkraft der Zeugin 

sowie wegen der grossen Entfernung vom Geschehen gerade keine Allgemein-

gültige sein könne - habe er seinem Rind keine überflüssigen Schmerzen zuge-

fügt und der ganze Ablauf sei auf eine unglückliche Verkettung von Zufällen zu-

rückzuführen und stelle mithin einen Unfall dar (Urk. 37 S. 2). 

Es ist daher im Folgenden zu prüfen, ob der bestrittene Sachverhalt aufgrund der 

vorliegenden Beweismittel rechtsgenügend nachgewiesen werden kann. 

-   8   - 

2. Grundsätze der Beweiswürdigung 

Zu den Grundsätzen der Beweiswürdigung, namentlich zur Beweisführung  

gestützt auf Aussagen Beteiligter sowie zur Unterscheidung zwischen der Glaub-

würdigkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen hat sich die Vo-

rinstanz umfassend geäussert, worauf zu verweisen ist (Urk. 35 S. 4 und 9 f.; 

Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Auch die Einschätzung der Glaubwürdigkeit bzw. der Motivlage des Beschuldig-

ten und der Zeugin C._____ durch die Vorinstanz kann übernommen werden  

(Urk. 35 S. 10). Zu betonen ist dabei, dass die Zeugin kein ersichtliches Interesse 

- namentlich auch kein finanzielles - hat, den Beschuldigten fälschlicherweise zu 

belasten. Vielmehr tat es ihr sogar leid, den Beschuldigten mit ihren Aussagen  

belasten zu müssen, was sie am Ende der Zeugeneinvernahme von sich aus  

anfügte (Urk. 11 S. 4).   

3. Beweismittel 

Neben den Aussagen des Beschuldigten (Urk. 3, 12 und 24) und jenen der  

Zeugin C._____ (Urk. 2 und 11) stehen als Beweismittel zur Verfügung: der Un-

tersuchungsbericht des Instituts für Veterinärpathologie der Universität Zürich 

vom 27. September 2010 (Urk. 6), die Fotodokumentation der Kantonspolizei Zü-

rich vom Tag des Ereignisses (Urk. 5), die von der Kantonspolizei Zürich produ-

zierte Luftaufnahme SWISSIMAGE vom Ereignisort (Urk. 4) sowie der Rapport 

der Kantonspolizei Zürich vom 1. November 2010 (Urk. 1).  

4. Aussagen des Beschuldigten 

4.1 Der Beschuldigte sagte anlässlich der polizeilichen Befragung vom 

tt.mm.2010 (Urk. 3) im Wesentlichen aus, er habe versucht, dem Rind mit dem 

Jeep den Weg zur Hauptstrasse abzuschneiden (Urk. 3 S. 1). Das Rind sei da-

raufhin sauer geworden und habe seinen Kopf gegen die Front des Jeeps  

gestossen. Er habe in diesem Moment realisiert, dass die Situation gefährlich sei. 

Deshalb habe er das Tier mit dem Auto in Richtung Kiesweg (Feldweg)  

geschubst. Sein Ziel sei es gewesen, das Rind von der Strasse wegzutreiben. Die 

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erste Kollision zwischen Jeep und Rind sei demnach der Stoss des Rindes mit 

dem Kopf gegen das Auto gewesen. Dabei habe es geknirscht und es könne sein, 

dass da das Kontrollschild abgerissen worden sei. Dieses könne aber auch  

abgerissen worden sein, als er das Rind von hinten touchiert habe (Urk. 3 S. 1 f.). 

Nachdem er das Rind einmal geschubst habe, sei es losgelaufen. Durch die  

Wiese sei das Treiben gut gelaufen (Urk. 3 S. 2). Da das Rind auf dem Kiesweg 

nicht mehr seitlich habe ausweichen können, habe er dem Tier nur noch hinterher 

fahren müssen. Er habe die Situation soweit unter Kontrolle gehabt, sei erleichtert 

und nicht mehr zornig gewesen (Urk. 3 S. 7). Auf dem Kiesweg habe er das Rind 

nicht touchiert. Nach der Abzweigung Richtung Hof sei das Rind ca. fünf Meter 

vor dem Jeep zu Boden gestürzt. Es habe versucht, wieder aufzustehen (Urk. 3 

S. 3). Er habe das Tier nur vage gesehen, es sei plötzlich weg gewesen und doch 

sei vor dem Aufprall plötzlich noch der "Arsch" aufgetaucht (Urk. 3 S. 6). Er habe 

sofort gebremst, sei voll auf die Bremse gegangen, aber noch mit dem Hinterteil 

des Rindes kollidiert, nicht mit den Beinen. Bei Beginn des Bremsmanövers sei er 

vielleicht so 5 bis 8 Meter vom Rind entfernt gewesen (Urk. 3 S. 6). Es sei auf 

keinen Fall so gewesen, dass er das Rind von hinten touchierte, so zu Fall  

brachte und erst dann die Vollbremsung einleitete (Urk. 3 S. 7). Die Delle auf der 

Motorhaube des Jeeps in ca. 1 Meter Höhe ordnete er dieser Kollision zu,  

relativierte seine Aussage aber sogleich dahin, er wisse nicht, wie es zu dieser 

Delle gekommen sei, sie sei einfach nachher da gewesen, alles sei sehr schnell 

gegangen. Auf den Hinweis des befragenden Polizisten, in dieser Höhe müsste 

die Kollision mit dem Oberschenkel oder mit dem Hinterteil des Rindes erfolgt 

sein und das Rind müsste mit einigem Gewicht auf die Haube gedrückt, bzw. er 

müsste das Rind "aufgeladen" haben, antwortete der Beschuldigte: "So war  

es irgendwie" (Urk. 3 S. 4). Er könne sich nicht erklären, warum es die Beine ge-

brochen habe (Urk. 3 S. 3 f.). Auch nannte der Beschuldigte stets nur eine  

Kollision mit dem Rind.  

Nach dem Unfall habe er angehalten und ein Stück zurückgesetzt. Das Rind habe 

am Boden gelegen, aber soweit gut ausgesehen. Es sei nichts Aussergewöhnli-

ches, dass Tiere nach einem solchen Effort einfach liegen blieben. Nach dem  

Füttern der Kühe sei er wieder zum Rind gegangen und habe versucht es aufzu-

-   10   - 

jagen, was misslungen sei. Er habe dann bemerkt, dass etwas mit den Hinter-

beinen nicht stimme; Blut habe es zu jenem Zeitpunkt nicht gehabt. Er sei dann 

zum Haus gegangen, um seinen Tierarzt zu kontaktieren, worauf auch schon die 

Polizei eingetroffen sei. Die Bemerkung des Polizisten, bei seiner Ankunft habe er 

Blut am Rind und auf dem Boden festgestellt, konterte der Beschuldigte mit der 

Mutmassung, das Tier habe nachher noch versucht aufzustehen und habe sich 

dabei verletzt (Urk. 3 S. 5).  

4.2 Am 15. Dezember 2010 äusserte sich der Beschuldigte anlässlich der  

Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft zu den Aussagen der Zeugin C._____ 

(Urk. 12). Er erklärte, der von der Zeugin C._____ geschilderte grobe Ablauf des 

Vorfalls sei grundsätzlich richtig (Urk. 12 S. 1). Im Übrigen bestätigte er seine 

Ausführungen der polizeilichen Befragung; es habe sich so abgespielt, wie er es  

damals geschildert habe (Urk. 12 S. 3). Zur Kollision führte er aus, das Tier sei 

auf die Vorderbeine hinuntergegangen. Er sei sogleich auf die Bremse getreten 

und schon habe es geknallt (Urk. 12 S. 2, 4). Auf Vorhalt des Untersuchungs-

berichts des Instituts für Veterinärpathologie der Universität Zürich vom  

27. September 2010 (Urk. 6) und der Erkenntnis, wonach es nicht möglich sei, 

dass das Tier an beiden Hinterbeinen auf gleicher Höhe von 41 cm einen Bruch 

erlitten habe, obwohl es zuvor gestürzt sei, erklärte der Beschuldigte, das Rind sei 

mit den Vorderbeinen eingeknickt, weshalb es auch möglich sei, dass er die  

Hinterbeine in dieser Höhe erwischt habe (Urk. 12 S. 3 f.). Er hielt an der Unfall-

version fest und auch daran, das Tier liegen gelassen zu haben in der Annahme, 

es sei erschöpft und brauche seine Ruhe (Urk. 12 S. 4 f.).  

4.3 An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung verharrte der Beschuldigte auf 

seinem Standpunkt und äusserte zudem Zweifel an der Fähigkeit und der  

Möglichkeit der Zeugin C._____, den Vorfall, wie von ihr geschildert, gehört und  

gesehen zu haben (Urk. 24 S. 2).  

4.4 Im Berufungsverfahren führt der Beschuldigte aus, es sei richtig, dass er mit 

dem Hinterteil des Tieres kollidiert sei. Weshalb das Rind gestürzt sei, könne  

er nicht sagen. Vielleicht habe es sich einen Stein ins Huf getrampt oder sei  

gestolpert. Er habe es einfach nicht gesehen. Er habe seine Aufmerksamkeit 

-   11   - 

während dem Fahren bei der Herde gehabt. Die Herde sei nervös gewesen. Als 

er zurück auf die Strasse geschaut habe, habe er nur noch das Hinterteil gesehen 

und eine Vollbremsung gemacht. Nachdem er nur das Hinterteil des Tieres  

gesehen habe, müsse er davon ausgehen, dass es vorne eingeknickt gewesen 

sei. Er habe das Tier nie zu Boden gehen sehen. Er sei bei der Fahrt abgelenkt 

gewesen, weil er sich auch noch um die anderen Tiere auf der Weide und im Stall 

hätte kümmern müssen. Er sei vom Melken weggerissen worden und ihm sei in 

jenem Zeitpunkt alles mögliche durch den Kopf gegangen. Nach dem Unfall habe 

er das Auto quer gestellt, damit das Tier nicht habe wegrennen können. Er sei 

dann ausgestiegen und habe geschaut, was dem Tier geschehen sei. Es habe 

ganz normal auf dem Bauch gelegen. Man habe keine Verletzung und kein Blut 

gesehen. Das Tier sei ruhig gewesen und habe nicht gemuht. Da er es ein Stück 

getrieben habe, sei es ihm nicht aussergewöhnlich erschienen, dass es etwas 

habe ausruhen müssen. Er sei dann zum Hof gegangen und habe dort die einge-

sperrten Tiere aus dem Barren lassen müssen. Dann sei er zum Rind zurück-

gekehrt (Urk. 58 S. 4ff.). 

4.5 Bereits an dieser Stelle ist festzuhalten, dass schon die eigenen Aussagen 

des Beschuldigten für sich allein betrachtet - soweit es um die bestrittenen  

Abläufe zur Kollision mit dem Rind geht - weitgehend unlogisch, in sich wider-

sprüchlich und wenig glaubhaft sind und folglich auch gegen seine durchgehend 

vertretene Unfallthese sprechen.  

Während der Beschuldigte gegenüber der Polizei am Tag des Vorfalls noch einen 

unvermittelten, nicht näher beschreibbaren Sturz des Rindes ca. 5 bis 8 Meter vor 

seinem Fahrzeug geltend machte ("Ich sah es nur vage. Es ging so schnell. Es 

[das Rind] war plötzlich weg, ..."; vgl. Urk. 3 S. 3 und 6), erwähnte er 3 ½ Monate 

später bei der Staatsanwaltschaft, das Tier sei auf die Vorderbeine hinunter-

gegangen bzw. mit den Vorderbeinen eingeknickt. Der Beschuldigte will also 

nunmehr Einzelheiten gesehen haben. Es handelt es sich bei diesen zwei vorge-

tragenen Versionen um völlig verschiedene Vorgänge mit einem ebenso unter-

schiedlichen Zeitbedarf. Ein Sturz geschieht unwillkürlich und ereignet sich  

erfahrungsgemäss in Sekundenbruchteilen. Das Hinuntergehen eines Rindviehs 

-   12   - 

auf die Vorderbeine bzw. das Einknicken mit den Vorderbeinen stellt demgegen-

über einen vergleichsweise beschaulichen, ca. zwei oder mehr Sekunden  

dauernden Akt dar und deutet regelmässig auf die Absicht des Tieres, sich zum 

Ausruhen und/oder Wiederkauen auf den Boden legen zu wollen. Die Vermutung 

liegt nahe, dass der Beschuldigte die zweite Darstellung nach dem Verletzungs-

bild des Tieres bzw. dem Ergebnis aus dem Untersuchungsbericht des Instituts 

für Veterinärpathologie der Universität Zürich vom 27. September 2010 (Urk. 6) 

ausrichtete, musste er doch eine Erklärung finden für die auf gleicher Höhe  

gebrochenen Hinterbeine des Rindes. So schwenkte er auf die neue Variante des 

Hinuntergehens auf die Vorderbeine bzw. Einknickens mit den Vorderbeinen und 

eine mögliche Kollision in ca. 41 cm Höhe mit den beiden Hinterbeinen (Urk. 12  

S. 3). Anderseits ordnete er auch die Delle auf der Motorhaube der Kollision mit 

dem Rind zu, d.h. einer Kollision mit dessen Oberschenkel oder Hinterteil, jedoch 

nicht mit dessen Hinterbeinen (Urk. 3 S. 3). Dennoch soll es nach seiner Darstel-

lung nur eine Kollision mit dem Tier gegeben haben. Das geht nicht auf. Diese  

variierenden Schilderungen des Beschuldigten betreffend die Kollisionsstelle beim 

Rind überzeugen nicht. Seine Aussage erscheint so oder so unzuverlässig, denn 

keine dieser Varianten ist schlüssig. Schon aufgrund seiner Ausführungen drängt 

sich daher der Schluss auf, dass es zu mehr als bloss einer Kollision mit dem Tier 

gekommen ist. 

Dass der Beschuldigte sich mit seinem Fahrzeug im Moment des behaupteten 

Sturzes des Rindes bzw. beim geltend gemachten Einknicken von dessen  

Vorderbeinen noch in ca. 5 bis 8 Metern Entfernung befunden haben soll, ist ihm 

ebenfalls nicht abzunehmen. Diese Distanzangabe steht nämlich in klarem  

Widerspruch zu seinen wiederholten eigenen Ausführungen, wonach er mit dem 

Auto dicht hinter dem Tier gefahren war und auch immer Druck gemacht hatte, 

wie es beim Kuhtreiben eben nötig sei. Selbst nach dem Rechtsabbiegen auf die 

Privatstrasse zum Hof und einem vorübergehenden Abstand zum Tier gab der 

Beschuldigte nach seiner Angabe erneut Gas und schloss auf das Rind auf  

(Urk. 12 S. 2). Das aber spricht dafür, dass er dem Tier im Augenblick der  

Kollision geradezu "aufgesessen" haben muss.  

-   13   - 

Wenig konsistent sind ferner die Aussagen des Beschuldigten zur Frage, ob er 

nach der Kollision mit dem Rind sein Auto nochmals benutzte. In der polizeilichen 

Befragung verneinte er dies zunächst ausdrücklich und korrigierte sich erst auf 

den Hinweis, gesehen worden zu sein, mit der vagen Bemerkung, es sei schon 

möglich, er wisse es nicht (Urk. 3 S. 5). Auch gegenüber dem Staatsanwalt gab er 

zu Protokoll, sich nicht erinnern zu können, nochmals auf die Wiese gefahren zu 

sein und dort eine Runde gedreht zu haben. Er hielt es für möglich, nochmals 

kontrolliert zu haben, ob der Zaun in Ordnung sei (Urk. 12 S. 3 f.). Damit meinte 

er wohl die Stelle des Zauns, die eingerissen gewesen sei, nachdem das Rind  

rübergesprungen sei (Urk. 3 S. 1). Allenfalls machte er sich damals auf die Suche 

nach dem verlorenen vorderen Kontrollschild (Urk. 3 S. 2 f.; Urk. 12 S. 3 f.). Dass 

er sich gar nicht mehr erinnert haben will, was nach dem Ereignis wirklich  

passierte und dass ihm im Nachhinein nur stückweise wieder etwas in den Sinn 

kam, ist ihm nicht abzunehmen (vgl. Urk. 58 S. 10). Insbesondere kann ihm auch 

nicht geglaubt werden, nicht zu wissen, ob er danach mit dem PW nochmals eine 

Runde zog, umso mehr, als er vor Vorinstanz einträumte, das Auto nach dem 

Vorfall umparkiert, also nochmals bewegt zu haben. Dieses Eingeständnis drehte 

der Beschuldigte gleichzeitig dahin, die Zeugin könnte das Umparkieren so aufge-

fasst haben, dass er das Rind angefahren hätte (Urk. 24 S. 5). 

Wie im folgenden zu zeigen sein wird, stehen die Aussagen des Beschuldigten 

zum strittigen Sachverhalt auch weitgehend im Gegensatz zu den Erkenntnissen 

aus den übrigen Beweismitteln. 

5. Aussagen der Zeugin C._____ 

5.1 Bevor die Aussagen von C._____ näher betrachtet werden, ist anzumerken, 

dass der mit Präsidialverfügung vom 29. September 2011 zu Recht  

abgewiesene Beweisantrag nicht erneuert wurde, weshalb diesbezüglich keine 

weiteren Erläuterungen anzubringen sind. (vgl. auch Urk. 53). 

Vor Vorinstanz monierte der Beschuldigte, er kenne die Zeugin C._____ nicht und 

er behaupte auch nicht, sie lüge. Dennoch habe er Zweifel an ihren Aussagen. Es 

liege eine Hauptstrasse und ein Industriegebiet zwischen ihrem Haus und dem 

-   14   - 

Ort des Vorfalles. Es sei ihm daher nicht klar, wie sie gehört haben wolle, dass er 

dreimal in das Tier gefahren sei. Zudem habe sie sich in ca. 300 Metern Ent-

fernung aufgehalten und stehe vielleicht auch schon der Pension nahe (Urk. 24 

S. 3). Auch an der Berufungsverhandlung brachte der Beschuldigte vor, die  

Aussagen einer älteren Dame, welche die Angelegenheit aus über 300 Metern 

Entfernung und durch einen Maschendrahtzaun hindurch beobachtet haben wolle, 

taugten wenig (Urk. 58 S. 7, Urk. 59 S. 4).  

Dieser Argumentation ist entgegen zu halten, dass die Aussagen der Zeugin 

C._____ klar, detailliert, in sich stimmig und mit den weiteren Beweismitteln - 

auch mit zahlreichen Aussagen des Beschuldigten ausserhalb des Kerngesche-

hens - im Einklang stehen, weshalb ihre Schilderungen keinerlei Zweifel an ihrer 

rundum intakten Wahrnehmungsfähigkeit aufkommen lassen (dazu auch die 

nachfolgende Erwägung 5.2).  

So war es das Brüllen der Kühe auf dem gegenüberliegenden Bauernhof,  

welches die Zeugin veranlasste, an jenem Sonntag Morgen, tt.mm.2010 um ca. 

09.15 Uhr von der Küche, wo sie am Kaffeetrinken war, auf den Balkon zu  

treten und nachzuschauen, was los ist (Urk. 2 S. 2; Urk. 11 S. 2). In der nach-

folgenden ca. halben Stunden konnte sie in allen Einzelheiten mitverfolgen, was 

sich zwischen dem ausgebüxten Rind und dem Beschuldigten abspielte. Gerade 

bei einem so aussergewöhnlichen und prägnanten Vorfall wie dem hier zu  

beurteilenden ist es naheliegend, dass eine dies bewusst und gezielt beobach-

tende Person ihre ganze Aufmerksamkeit dem Geschehen widmet und es ihr 

deshalb besonders haften bleibt. Die Zeugin muss vom Miterlebten betroffen  

gewesen sein, versuchte sie doch zweimal erfolglos, mit ihrem Natel vom Balkon 

aus die Mutter des Beschuldigten, deren Telefonnummer sie gespeichert hatte, zu 

erreichen, um sie über das Vorgefallene zu informieren und nachzufragen, was 

denn nun passiere. Und als sie kurz darauf realisierte, dass sich der Beschuldigte 

nicht um das Tier zu kümmern schien, initiierte sie, dass ihr um 09.45 Uhr neu 

dazu gekommener Ehemann sogleich, d.h. um 09.47 Uhr telefonisch die Polizei 

benachrichtigte (Urk. 2 S. 2; Urk. 11 S. 2; Urk. 1 S. 3). All dies nimmt niemand 

leichthin an einem Sonntag Morgen auf sich, erst recht nicht eine Nachbarin, der 

-   15   - 

es erklärtermassen leid tut, den ihr nicht näher bekannten Beschuldigten mit ihren 

Aussagen belasten zu müssen (Urk. 11 S. 4).   

Wie sich sodann aus der bei den Akten befindlichen Luftaufnahme (Urk. 4) sowie 

aus der Fotodokumentation (Urk. 5 S. 2) ergibt, bot sich der Zeugin von ihrem 

Balkon und somit von erhöhtem Standort aus freie Sicht auf das gesamte  

Geschehen, das sich in einer Distanz von ca. 100 bis ca. 260 Metern ereignete. 

Ein Industriegebiet liegt nicht dazwischen, jedoch eine Hauptstrasse, die an  

jenem frühen Sonntag Morgen aber kaum intensiv befahren gewesen sein dürfte. 

Die akustische Wahrnehmung durch die Zeugin mag dadurch höchstens punktuell 

beeinträchtigt gewesen sein. Der Sichtkontakt zu den sich abspielenden Szenen 

war indessen voll vorhanden. Das ergibt sich mit aller Deutlichkeit auch aus dem 

Umstand, dass sich die Angaben der Zeugin bis hin zum Kerngeschehen und 

auch zum Verhalten des Beschuldigten danach weitgehend mit den eigenen 

Schilderungen des Beschuldigten decken. Dazu gehören namentlich die folgen-

den Teile des Geschehens: der vergebliche Versuch des Beschuldigten, das sich 

ausserhalb der Weide befindliche Rind zu Fuss auf die Weide zurückzutreiben, 

das Holen seines Fahrzeuges bei sichtlich schlechter Gemütsverfassung ("ich war 

sauer", vgl. Urk. 3 S. 7, bzw. "Er machte einen wütenden Eindruck ... fuhr mit  

einem Karacho in die Wiese ... auf das Rind zu. Ich sah, wie Wasser ... regelrecht 

zur Seite spritzte", vgl. Urk. 2 S. 2), das Zurücklegen der Wegstrecke von einigen 

Hundert Metern durch das rennende Rind mit dem meist dicht dahinter folgenden 

Fahrzeug bei beträchtlicher Geschwindigkeit ("sicher mit 30 km/h", "das Rind  

galoppierte teilweise", vgl. Urk. 3 S. 3, 6 und Urk. 12 S. 2 bzw. "so schnell wie das 

Rind rennen konnte", vgl. Urk. 2 S. 2), das selbständige Rechtsabbiegen des  

Rindes vom Kiesweg Richtung Hof, das massive Gasgeben und erneute  

Aufschliessen zum Rind kurz vor der zweiten Kollision (Urk. 12 S. 2; Urk. 3 S. 3 

und Urk. 11 S. 4), das Zurücklassen des Rindes für einige Zeit und die zweite 

Rückkehr des Beschuldigten zum liegenden Rind erst nach dem Eintreffen der 

Polizei (10.04 Uhr, vgl. Urk. 1 S. 4).  

Alles in allem ist nicht zweifelhaft, dass die Zeugin beim gegebenen Sichtfeld von 

ihrer Dachterrasse aus auch objektiv zu genauer und vollständiger Beobachtung 

-   16   - 

der Ereignisse in der Lage war, trotz einer gewissen Entfernung. Sowohl das 

Fahrzeug des Beschuldigten als auch ein stehendes/rennendes Rind sind im  

offenen und flachen Gelände gut erkennbar (vgl. Fotodokumentation, Urk. 5).  

Es besteht somit nach dem Gesagten kein Grund, die Möglichkeit zu verneinen, 

dass die Zeugin den eingeklagten Vorfall visuell und akustisch vom fraglichen 

Standort aus einwandfrei mitverfolgen konnte. Bezogen auf die Zeugin C._____ 

sind die wesentlichen Grundlagen zur Beurteilung von Schuld und Strafe vorhan-

den. Auch wurde die Zeugin in prozessual korrekter Weise einvernommen. Auf ih-

re Aussagen ist daher abzustellen. 

5.2 Die Aussagen der Zeugin C._____ bei der Polizei vom 8. September 2010 

(Urk. 2) sind im angefochtenen Urteil sorgfältig dargestellt, worauf vorab ver-

wiesen werden kann (Urk. 35 S. 6 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). So sagte sie zum  

strittigen Sachverhalt aus, auf der Wiese vor dem Kiesweg (Feldweg) habe der 

Beschuldigte das Rind nicht touchiert. Auf dem Kiesweg zwischen dem Maisfeld 

und der Weide habe er das Rind aber etwa drei Mal mit der Front seines Autos 

touchiert. Er sei dem Rind jedoch nicht in die Beine gefahren, vielmehr sei er so 

dicht am Rind dran gewesen, dass es zwangsläufig beim Rennen mit den Hinter-

hufen das Auto berührt habe. Man habe den Knall der Hufe beim Auftreffen auf 

die Front des Autos gehört (Urk. 2 S. 1 f., 3). Nach dem Abbiegen zum Hof sei der 

Beschuldigte dem Rind während des Rennens so fest in die Hinterbeine gefahren, 

dass es eingeknickt sei. Es sei dann wieder aufgestanden bzw. habe sich nach 

dem Sturz wieder aufgerappelt, sei ein paar Meter gegangen, habe zurück-

geschaut zum noch still stehenden PW und sei dann wieder losgerannt. Der  

Beschuldigte habe dem Rind einen Vorsprung von ca. 2 - 2 ½ Wagenlängen  

gelassen, es nach 10-15 Metern bzw. eingeholt und sei ihm mit erheblicher  

Geschwindigkeit erneut in dessen Hinterbeine gefahren, so dass es zu Fall  

gekommen sei. Er sei merklich schneller gewesen als das Rind. Erst nach der 

Kollision habe er voll gebremst (Urk.  2 S. 2 f.). Das Fahrzeug sei genau hinter 

dem Rind stehen geblieben (Urk.  2 S. 3). Dann sei er zum Rind und anschlies-

send zum Hof gegangen. Bei der Rückkehr nach ca. 20 Minuten sei er ohne  

stehen zu bleiben am Rind vorbeigegangen, ins Auto gestiegen und wieder um 

-   17   - 

die Weide zur Wiese gefahren, wo das Rind ursprünglich gewesen sei, habe  

einen Kreis gedreht und sei wieder zum Rind zurückgefahren, wobei er den PW 

etwas vor der Aufprallstelle abgestellt habe. Wieder sei er ohne stehen zu bleiben 

am Rind vorbei weiter zum Hof gegangen (Urk.  2 S. 2 f.). Während sie am  

Telefon gewesen sei, sei er noch einmal zum Rind gegangen, aber nur daneben 

gestanden. Der Beschuldigte habe sich nicht weiter um das Tier gekümmert, nur 

sein Auto einmal begutachtet. Sie habe ihn erst wieder beim Rind gesehen, als 

die Polizei vor Ort gewesen sei (Urk. 2 S. 2). 

Die ihr vorgehaltene Version des Beschuldigten bei der Kantonspolizei, das Rind 

sei ca. 5 Meter vor ihm zu Boden gestürzt und er sei trotz sofortigem Bremsen 

noch mit dessen Hinterteil kollidiert, bezeichnete die Zeugin klar als unrichtig. Das 

Rind sei beide Male nicht von selber gestürzt, sondern beide Male durch den  

Beschuldigten zu Fall gebracht worden; das zweite Mal so massiv, dass es nicht 

wieder aufgestanden sei. Und auf Nachfrage des Polizisten, ob es aus ihrer Sicht 

sein könne, dass keine Absicht seitens des Beschuldigten bestanden habe, das 

Rind umzufahren, sondern dass er letztendlich tatsächlich nicht mehr habe  

bremsen können, erklärte die Zeugin C._____ dezidiert und wiederholt, es sei 

ganz klar Absicht erkennbar gewesen, das Rind umzufahren. Es sei kein Verse-

hen und kein Unfall gewesen, sondern klare Absicht. Er habe dem Rind einen 

Vorsprung gelassen, Gas gegeben und sei von hinten ins Tier hinein gefahren. Es 

habe absolut keinen Grund mehr dafür gegeben. Das Rind sei ja von selber un-

terwegs zum Hof gewesen, der Beschuldigte hätte es nicht einmal mehr antreiben 

müssen (Urk. 2 S. 3). Zu dieser Erkenntnis gelangte dann sinngemäss auch der 

Beschuldigte vor Vorinstanz: Er habe das Rind ja dort gehabt, wo er es gewollt 

habe (Urk. 24 S. 6).  

In der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft am 15. Dezember 2010 

(Urk. 11) bestätigte die Zeugin C._____ ihre Aussagen von der polizeilichen  

Befragung weitestgehend. Insbesondere brachte sie erneut zum Ausdruck, die 

Kollisionen nach dem Rechtsabbiegen auf dem Weg zum Bauernhof seien nicht 

aus Versehen, sondern mit Absicht passiert, der Beschuldigte habe vermutlich in 

der Wut so reagiert. Das erste Mal sei er nicht so schnell ins Tier gefahren, aber 

-   18   - 

beim zweiten Mal. Sodann bestätigte sie, dass das Tier nach dem ersten Mal ein-

knickte und wieder aufstand, beim zweiten Mal dann nicht mehr. Die Frage, ob 

das Tier je selber gestürzt sei, verneinte sie unmissverständlich. Das Rind sei 

nicht gestürzt, sondern von ihm angefahren worden (Urk. 11 S. 3 f.). In leichter 

Abweichung zur polizeilichen Befragung führte sie aus, auf dem oberen Feldweg 

habe der Beschuldigte das Rind zweimal (nicht dreimal) touchiert, sie habe  

jeweils einen dumpfen Schlag gehört (Urk. 11 S. 3). Eine weitere Differenz findet 

sich darin, dass sie in der ersten Befragung erklärt hatte, das Rind habe einige 

Male versucht aufzustehen (Urk. 2 S. 2). Demgegenüber deponierte C._____ in 

der Zeugeneinvernahme, das Tier habe nach dem zweiten Mal nicht versucht 

aufzustehen (Urk. 11 S. 3). Im Übrigen blieb sie bei ihren Aussagen. 

5.3  Würdigung der Aussagen der Zeugin C._____   

Mit der Vorinstanz sind die eben dargelegten, sehr detaillierten und in allen  

wesentlichen Aspekten konstanten Aussagen der Zeugin C._____ als klar, ein-

deutig, in sich stimmig und damit als glaubhaft einzustufen (vgl. Urk. 35 S. 14).  

Die genannten geringen Abweichungen in ihren Schilderungen vermögen das  

gesamte von ihr vermittelte, überaus realistische Bild der Ereignisse und insbe-

sondere auch des Kerngeschehens nicht zu erschüttern. Sie hat nicht nur  

äusserst genau beobachtet und authentisch den dumpfen Schlag oder Knall der 

das Fahrzeug berührenden Hufe des Rindes beim Rennen auf dem Feldweg er-

wähnt, sondern auch die Stimmung des Beschuldigten an jenem Sonntagmorgen 

zutreffend erfasst. Die Schilderungen der Zeugin erscheinen darüber hinaus auch 

deshalb wahrheitsgetreu, weil sie sehr sachlich sind und die Zeugin sich nicht un-

nötig negativ über den Beschuldigten äusserte. So verneinte sie etwa ausdrück-

lich, weitere Vorfälle gleichgelagerter Art mitbekommen zu haben und bekundete 

sogar explizit Mitleid mit dem Beschuldigten (Urk. 2 S. 4; Urk. 11 S. 4). Dennoch 

ist es absolut nachvollziehbar, dass nach dem Erlebten für sie Handlungsbedarf 

bestand, indem sie zunächst die Mutter des Beschuldigten zu orientieren versuch-

te und dann via ihren Ehemann die Polizei kontaktierte. Dass der Beschuldigte 

nach dem Vorfall sehr zerstreut, verwirrt, gereizt und im Ergebnis mit der Situation 

offensichtlich überfordert war, ergibt sich zweifelsfrei auch aus seinen eigenen 

-   19   - 

Aussagen (Urk. 3 S. 7; Urk. 12 S. 3; Urk. 24 S. 5) und aus dem Polizeirapport 

(Urk. 1 S. 4). 

Dass diese Geräusche, welche die Zeugin vernahm, auch von im Jeep mitge-

führtem Material stammen könnten, da es viele Schlaglöcher auf der Strasse  

gehabt und es daher stark gerumpelt habe, wie der Beschuldigte behauptet  

(Urk. 12 S. 2), ist zwar nicht gänzlich auszuschliessen. Der Umstand, dass der 

Beschuldigte dem Rind eingestandenermassen auf den Fersen folgte und der 

Feldweg, wo die Zeugin die Hufschläge gegen das Fahrzeug wahrgenommen hat, 

gut unterhalten ist (Urk. 5 S. 3 und 4), spricht allerdings gegen den Einwand des 

Beschuldigten. Es ist vielmehr die Privatstrasse zum Hof des Beschuldigten,  

welche etliche Schlaglöcher aufweist (vgl. Urk. 5 S. 1, 5 und 6). Letztlich betrifft 

diese akustische Feststellung aber ohnehin eine Nebensächlichkeit ausserhalb 

des Kerngeschehens und ändert nichts an den massgeblichen übrigen Erkennt-

nissen.  

6. Weitere Beweismittel und abschliessende Beweiswürdigung 

6.1 Gemäss Polizeirapport decken sich sämtliche festgestellten Spuren mit den 

Angaben der Zeugin (Urk. 1 S. 6), was sich unschwer auch anhand der übrigen 

Akten, namentlich der Fotos und des Untersuchungsberichts, verifizieren lässt.  

6.2 So waren in der Wiese, wo sich das Rind ursprünglich befand, die Reifen-

spuren des Fahrzeuges deutlich zu sehen, und zwar sowohl die Kreisspuren,  

welche beim Einkreisen des Rindes und beim zweiten Befahren der Wiese durch 

den Beschuldigten entstanden als auch die durch das Treiben verursachten 

Schlangenlinien dem Zaun entlang. Zudem lag auf der Wiese das vordere  

Kontrollschild des Autos, welches nach der vom Beschuldigten geschilderten  

Berührung PW/Rind abgefallen sein dürfte (Urk. 1 S. 6). Daraus ergibt sich zu-

gleich, dass der Beschuldigte entsprechend der Zeugenaussage und entgegen 

seiner anfänglichen Darstellung das Fahrzeug nach der finalen Kollision nochmals 

bewegte, indem er eine Runde zum Anfang der gefahrenen Strecke zog, um  

allenfalls nach dem Kontrollschild zu suchen, und danach das Auto in einigem 

-   20   - 

Abstand zum verletzten Rind parkierte, was im übrigen auch der Fotodokumenta-

tion zu entnehmen ist (Urk. 5 S. 1, 3 f. und 7).  

6.3 Aufgrund der Zeugenaussage, ebenfalls in Verbindung mit der Foto-

dokumentation (Urk. 5) und dem Polizeirapport (Urk. 1), verbleiben sodann  

keinerlei Zweifel, dass es zwei Kollisionen mit dem Rind gab. In einer Distanz von 

etwa 14 Metern vor der Endlage des Fahrzeuges wurde ein Stück des vorderen 

Kontrollschildhalters gefunden (Urk. 1 S. 6). Zwar kann nicht ausgeschlossen 

werden, dass sich dieses, wie vom Beschuldigten ebenfalls behauptet, wegen der 

Schlaglöcher in der Strasse gelöst hat. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass es 

aufgrund der ersten Kollision mit dem Rind abgefallen ist. Auf diese erste Kollision 

ist offensichtlich auch die grosse Delle am rechten vorderen Ende der Motor-

haube des Fahrzeuges zurückzuführen. Es ist unbestritten, dass sie von der  

Kollision mit dem Rind, wohl mit dessen Hinterteil, stammt, und es befanden sich 

dort auch Tierhaare, welche in Art und Farbe mit dem Fell des Rindes überein-

stimmten (Urk. 3 S. 4; Urk. 1 S. 7). Im Polizeirapport wird festgehalten, dass sich 

die Delle in ca. 92 cm Höhe befindet, was auch aus der Fotodokumentation  

ersichtlich ist (Urk. 5 S. 5 f.). Zu einer Delle in dieser Höhe konnte es jedoch nur 

kommen, wenn das Rind zum Zeitpunkt der Kollision stand bzw. rannte und mit 

einigem Gewicht auf die Haube gedrückt bzw. durch das Fahrzeug "aufgeladen" 

wurde, was selbst der Beschuldigte auf Vorhalt nicht in Abrede stellte ("So war es 

irgendwie"; Urk. 3 S. 4). Wäre das Rind hingegen, wie vom Beschuldigten  

behauptet, von alleine gestürzt, so wäre vielmehr das ganze Tier vom Fahrzeug 

nach vorne geschoben worden, was allenfalls zu einer Beschädigung des Kühler-

grills oder der Stossstange geführt hätte, nicht jedoch zu einer Delle in dieser  

Höhe. Auch müsste wohl eine entsprechend breitere Schleifspur auf der Strasse 

erkennbar sein sowie Blessuren an Haarkleid und Haut des Rindes im Rumpf-

bereich. Davon ist im Untersuchungsbericht des Instituts für Veterinärpathologie, 

welches am toten Tier eine Vollsektion durchführte, nicht die Rede. Die diagnosti-

zierten Verletzungen beschränken sich auf die Hinterbeine (Urk. 6). Somit ist  

erstellt, dass das Rind zum Zeitpunkt der ersten Kollision noch rannte und keines-

falls mehrere Meter vor dem Beschuldigten zu Boden gestürzt resp. eingeknickt 

war. Dass das Rind trotz dieser ersten Kollision keine (augenfälligen) Verletzun-

-   21   - 

gen im Bereich des Hinterteils aufwies, steht ebenfalls im Einklang mit den  

Darlegungen der Zeugin. Diese hatte die erste Kollision klar als weniger heftig  

beschrieben, und das Rind konnte sich gemäss ihrer Aussage auch wieder auf-

rappeln und nach kurzer Pause weiter rennen.  

6.4 An der Stelle, wo sich die zweite Kollision ereignet haben dürfte, sind  

gemäss dem Polizeirapport Blockierspuren der vier PW-Räder von jeweils  

ca. 1 Meter Länge ersichtlich. Weiter heisst es im Rapport:  

"Diese Spuren deuten darauf hin, dass A._____ erst ganz am Schluss, unmittelbar vor dem Still-
stand, voll bremste und dass er nicht, wie von ihm ausgesagt, schon frühzeitig, als er den Sturz des 
Rindes bemerkte, eine Vollbremsung einleitete. In diesem Fall hätte wohl eine längere Blockierspur 
vorhanden sein müssen. Ebenfalls ist zwischen den PW-Blockierspuren eine mehrere Meter lange, 
schmale Schleifspur sichtbar, welche von einem Huf des Rindes stammen könnte. Diese deutet da-
rauf hin, dass das Rind evtl. mit einiger Wucht zu Fall gebracht wurde und nach der Kollision vom 
PW geschoben/geschleift wurde, bis dieser stillstand. Am Ende der PW-Blockierspuren endet die 
eine lange Schleifspur und geht über in mehrere kurze Schleifspuren, wie sie entstehen, wenn das 
am Boden liegende Rind versucht, aufzustehen. Mehrere solche Schleifspuren, Blut am Boden und 
drei Kuhfladen zeigen auf, dass das Rind wohl mehrmals erfolglos versuchte, aufzustehen und sich 
dabei mehrere Meter vorwärts bewegte. Es ist zwar anzunehmen, dass sämtliche Spuren bei der 
Kollision entstanden, allerdings wurde der PW nach der Kollision noch einmal benutzt und danach 
wieder vor der Kollisionsstelle abgestellt. Aufgrund der leicht quer stehenden Endlage des PWs ist 
ersichtlich, dass er zuvor noch rückwärts bewegt worden war. Deshalb kann nicht ausgeschlossen 
werden, dass die Blockierspuren erst nachträglich bei der Rückkehr an die Kollisionsstelle entstan-
den" (Urk. 1 S. 6).  
All diese Spuren einschliesslich der Blutflecken am Boden lassen sich anhand der 

Fotodokumentation samt der dortigen Kommentare bestens erkennen und  

die entsprechende Interpretation ist gut nachvollziehbar (Urk. 5 S. 2 und 7).  

Zusammen mit der sorgfältigen und schlüssigen Zeugenaussage von C._____ ist 

davon auszugehen, dass die Interpretation der Wirklichkeit sehr nahe kommt. Das 

Rind muss mit einiger Wucht von hinten gerammt worden sein, indem der Be-

schuldigte mit seinem Fahrzeug mehr oder weniger ungebremst in das Rind fuhr 

und dieses nach der Kollision noch nach vorne geschoben wurde. Das sah schon 

die Vorinstanz zutreffend so (vgl. Urk. 35 S. 12). Auch ist in Würdigung  

-   22   - 

aller genannten Beweismittel tatsächlich anzunehmen, dass sämtliche Spuren bei 

dieser zweiten Kollision entstanden. Wenn die Zeugin in ihrer zweiten Einver-

nahme im Gegensatz zu ihrer ersten Befragung erklärte, das Tier habe nach der 

zweiten Kollision nicht aufzustehen versucht, steht das nicht zwingend im Wider-

spruch zu den Spuren und der eben zitierten Interpretation. Die Zeugin konnte 

von ihrem Standort aus zwar das Auto und das stehende bzw. rennende Rind 

bestens erkennen, jedoch - bezüglich der Endlage - höchstens noch Kopf und 

Rücken des liegenden Tiers und damit wohl kaum mehr allfällige Bewegungen 

der Beine. Dass das Rind zumindest ansatzweise versuchte, wieder aufzustehen 

und sich dabei auch etwas von der Kollisionsstelle weg bewegte, ist nicht zweifel-

haft, liegt es doch in der Natur vieler Lebewesen, insbesondere verletzter Säuge-

tiere, sich aus dem Gefahrenbereich entfernen und zurückziehen zu wollen. Die 

mehreren kurzen Schleifspuren lassen sich daher ohne weiteres diversen  

Aufstehversuchen zuordnen. Ein weiteres Indiz für Aufstehversuche und ein  

gewisses Entfernen vom Kollisionsort bilden die drei nacheinander platzierten 

Kuhfladen (Urk. 5 S. 7). Selbst der Angeklagte ging von Aufstehversuchen des 

Rindes aus (Urk. 3 S. 5). Im Ergebnis ist erstellt, dass der Beschuldigte das Rind 

zweimal zu Fall brachte, wobei das Tier nach dem zweiten Mal infolge der  

erlittenen Verletzungen nicht mehr imstande war aufzustehen. 

  

6.5 Gemäss dem Untersuchungsbericht des Instituts für Veterinärpathologie der 

Universität Zürich vom 27. September 2010 (Urk. 6) erlitt das Rind an beiden  

Hinterbeinen Verschiebungen und Mehrfachbrüche auf etwa gleicher Höhe. Der 

konkrete Befund lautete dahin, dass beim Rind auf der Höhe des proximalen  

Metatarsus, in ca. 41 cm Höhe, in kraniomedialer Richtung die Haut perforierende 

Knochenfragmente zu sehen waren. Die linke Hautperforation war ca. 2 x 1,5 cm, 

die rechte ca. 1,5 x 1 cm gross (Urk. 6 S. 1). Die Tarsometatarsalgelenke waren 

beidseitig nicht mehr kongruent und die proximalen Metatarsi nach kranial ver-

schoben. An beiden Metatarsi waren hochproximal und kaudal multiple Knochen-

fragmente abgebrochen, mit Gelenksbeteiligung. Rund um die frakturierten  

Stellen wurden hochgradige, grossflächige, dunkelrote Verfärbungen (Blutungen) 

in der Unterhaut festgestellt. Der Untersuchungsbericht kam zum Schluss, die  

-   23   - 

Läsionen d.h. Verletzungen seien am ehesten durch ein lokales stumpfes Trauma 

von aussen verursacht worden. Die Symmetrie der Läsionen an beiden Hinter-

beinen weise darauf hin, dass die Krafteinwirkung auf gleicher Höhe erfolgt sei 

(Urk. 6 S. 2). Es ist naheliegend, dass die Brüche dem Rind zugefügt wurden, als 

der Beschuldigte ein zweites Mal, laut der Zeugin mit Anlauf und massiv, von  

hinten auf das Tier auffuhr. Die Unterkante der vorderen Stossstange liegt in  

41 cm Höhe und auch dort befanden sich - wie schon im Bereich der Delle auf der 

Motorhaube - Tierhaare vom Fell des Rindes (Urk. 1 S. 7). Die spurentechnischen 

Merkmale und die visuellen Wahrnehmungen der Zeugin stimmen auch in diesem 

Aspekt überein. Damit ist zugleich erstellt, dass der Beschuldigte ungebremst in 

das rennende Rind gefahren ist.  

Die umschriebenen Verletzungen sind vor Ort auch fotografisch festgehalten  

worden und die blutenden Wunden des Rindes, d.h. die äusseren Blutungen,  

waren infolge der die Hautperforationen verursachenden Knochenbrüche zweifel-

los bereits unmittelbar nach der zweiten Kollision erkennbar. Gleiches gilt für die 

deutlich sichtbaren Blutspuren am Boden. Selbst dem ungeschulten Auge drängt 

sich sodann der Verdacht von Knochenbrüchen geradezu auf (vgl. Urk. 5 S. 8).  

Mit der Vorinstanz (Urk. 35 S. 13 ff.) ist daher festzuhalten, dass die Sachver-

haltsdarstellung des Beschuldigten bezüglich der Situation unmittelbar nach der 

Kollision ebenfalls nicht nachvollzogen werden kann. Das gilt einerseits für den 

von ihm gezogenen Schluss, dem Tier gehe es gut, es sei nur erschöpft, sowie 

seine Behauptung, es sei kein Blut sichtbar gewesen, dies auch nicht bei der  

ersten Kontrolle nach der Kollision. Beides wird durch die Fotodokumentation 

(Urk. 5) und den zitierten Untersuchungsbericht (Urk. 6) eindeutig widerlegt. Die 

Behauptung des Beschuldigten, die Verletzungen seien erst nach der Kollision 

entstanden, als das Rind versucht habe aufzustehen (Urk. 3 S. 5), geht ebenso 

an der Sache vorbei und ist als Schutzbehauptung einzustufen. Diesfalls wären 

die Verletzungen sicherlich nicht bei beiden Beinen auf genau gleicher Höhe ent-

standen.  

6.6 Auch was das Befinden des Beschuldigten nach dem Ereignis und sein Ver-

halten gegenüber dem verletzten Rind betrifft, zeigt sich weitgehende Überein-

-   24   - 

stimmung zwischen den Angaben des Beschuldigten einerseits und dem  

Eindruck, den die Zeugin und der vor Ort gewesene Polizist unabhängig  

voneinander zu Protokoll gaben:  

Der Beschuldigte behauptete selber nicht, sich sofort um das Rind gekümmert zu 

haben, sondern liess das gemäss seiner Behauptung lediglich erschöpfte Tier  

liegen und ging zunächst zum Hof, um seine Kühe zu füttern. Nach seiner  

Darstellung kehrte er danach zum Rind zurück und versuchte es aufzujagen, was 

nicht gelang. Erst in jenem Moment will er erkannt haben, dass mit den Hinter-

beinen etwas nicht stimmte. Das Vorhandensein von Blutspuren zu jenem Zeit-

punkt verneinte er (Urk. 58 S. 7, 8). Dann habe er das Telefon im Hause geholt 

und seinen Tierarzt angerufen, worauf er auch gleich den Hund bellen gehört  

habe, als die Polizei auf den Hof gefahren sei (10.04 Uhr; vgl. Urk. 1 S. 4). Schon 

nach seiner eigenen Schilderung liess der Beschuldigte das offenkundig verletzte 

Tier liegen, verrichtete zunächst andere Arbeit und kehrte erst "einige Zeit später" 

(Urk. 12 S. 2) zum Rind zurück, um dann anschliessend den Tierarzt zu kontaktie-

ren (Urk. 3 S. 4 f.; Urk. 12 S. 2-4). Dazu passt die eingestandene schlechte Laune 

des Beschuldigten. In zorniger Stimmung hatte er sich ans Steuer gesetzt in der 

Absicht, das Tier mit dem Auto vor sich her zu treiben. Nach dem Vorfall war er 

"gereizt", und als die Polizei auf dem Hof erschien, war er "stinkesauer, dass 

 jemand auf den Hof kommt" und "am Explodieren" (Urk. 3 S. 6 f.). Diese  

Stimmung widerspiegelte sich auch in manchen Antworten bei der polizeilichen 

Befragung (Urk. 3 S. 4 ff.). Damit ist schon aufgrund der eigenen Aussagen des 

Beschuldigten erstellt, dass er sich jedenfalls über längere Zeit nicht weiter um 

das verletzte Tier kümmerte. Davon, dass er "kurz nach dem Vorfall" den Tierarzt 

angerufen und um Rat gefragt habe (Urk. 37 S. 2), kann sicher nicht die Rede 

sein. Der Antrag der Verteidigung um "Beizug des Tierarztes" (Antrag 2 in Urk. 37 

S. 2) ist daher mit Verfügung vom 29. September 2011 zu Recht abgewiesen 

worden.  

Nach Ansicht des Polizisten zeigte sich der Beschuldigte bei dessen Ankunft  

äusserst unfreundlich und tat so, als ob nichts gewesen wäre. Der Polizist hatte 

nicht den Eindruck, dass der Beschuldigte zu jenem Zeitpunkt schon etwas zur 

-   25   - 

Versorgung des Tieres getan hatte, zumal er erst nach einiger Zeit auf das Rufen 

des Polizisten reagierte und - auf das verletzte Rind angesprochen - dessen Ver-

letzungen herunterspielte und von blosser Erschöpfung sprach, zudem klar mach-

te, dass er keine Einmischung von aussen wünsche und sich wieder entfernte mit 

der Bemerkung, er habe auch noch andere Tiere, um welche er sich kümmern 

müsse (Urk. 3 S. 5 f.; Urk. 1 S. 4, 7). Der rapportierende Polizist war schon  

ca. 30 Minuten vor Ort und hatte über die Einsatzzentrale der Kantonspolizei die 

Grosstierrettung aufgeboten, als der Beschuldigte nach einem Telefonat mit  

seinem Tierarzt damit begann, sich um das Rind zu kümmern (Urk. 1 S. 7).  

Nach all dem Gesagten täuschte sich die Zeugin C._____ gewiss nicht, wenn sie 

den Eindruck hatte, dass sich der Beschuldigte nach dem Vorfall nicht um das 

verletzte Tier kümmerte (Urk. 2 S. 2 und 4; Urk. 11 S. 3).   

Damit ist der eingeklagte Sachverhalt auch dahin erstellt, dass sich der Beschul-

digte nicht weiter um das verletzte Tier kümmerte. 

7. Fazit 

In Würdigung aller Beweismittel ist mit der Vorinstanz abschliessend festzuhalten, 

dass die Unfallthese des Beschuldigten nicht überzeugt und unglaubhaft ist. Viel-

mehr liegt auf der Hand, dass sich die Geschehnisse so zugetragen haben  

müssen, wie es die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten vorwirft. Nur am Rande 

sei ergänzt, dass die Versicherung laut dem Beschuldigten nichts zahlen wollte 

und auch die Rechtsschutzversicherung dem Beschuldigten nicht Hand bot  

(Urk. 24 S. 5). Diese Umstände sind zusätzliche Indizien gegen die vom Beschul-

digten vertretene Unfallthese.  

Der eingeklagte Sachverhalt ist damit rechtsgenügend erstellt und der nach-

folgenden rechtlichen Würdigung zugrunde zu legen. 

8.  Rechtliche Würdigung 

8.1 Der vorsätzlichen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG [SR 

455] macht sich schuldig, wer vorsätzlich ein Tier misshandelt, vernachlässigt, es 

unnötig überanstrengt oder dessen Würde in anderer Weise missachtet. Strafbar 

-   26   - 

ist somit jede Handlung, wodurch die Würde eines Tieres missachtet wird, wie es 

die Generalklausel zum Ausdruck bringt. Bei den ersten drei Tatbestandsvarian-

ten handelt es sich um Konkretisierungen der Missachtung der Würde des Tieres. 

8.2 Objektiver Tatbestand 

8.2.1  In objektiver Hinsicht ist erforderlich, dass es sich beim Tatobjekt um ein 

Wirbeltier handelt (Art. 2 Abs. 1 TSchG). Ein Rind ist ein Wirbeltier und ist deshalb 

vom Schutzbereich des Tierschutzgesetzes erfasst. Es zählt namentlich zu den 

Haustieren (Art. 2 Abs. 1 lit. a TSchV [SR 455.1]) und gleichzeitig zu den Nutz-

tieren (Art. 2 Abs. 2 lit. a TSchV).  

Das Gesetz definiert in Art. 3 lit. a TSchG die Würde des Tieres und auch, wann 

eine Missachtung vorliegt. Die Würde des Tieres ist der Eigenwert des Tieres, der 

im Umgang mit ihm geachtet werden muss. Eine Missachtung der Würde des  

Tieres liegt dann vor, wenn eine Belastung des Tieres nicht durch überwiegende 

Interessen gerechtfertigt werden kann. Eine Belastung liegt vor, wenn dem Tier 

insbesondere Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden, es in Angst 

versetzt oder erniedrigt wird, wenn tiefgreifend in sein Erscheinungsbild oder  

seine Fähigkeiten eingegriffen oder es übermässig instrumentalisiert wird. 

Die konkretisierten Tatbestandsvarianten (misshandeln, vernachlässigen und  

unnötig überanstrengen) werden vom Gesetz nicht definiert, und in der Tier-

schutzverordnung finden sich unter den verbotenen Handlungen nur beispielhaft 

und damit nicht abschliessend spezifische und besonders gravierende Handlun-

gen an Tieren (vgl. Art. 16 ff. TSchV). Gemäss der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung bedeutet Misshandlung, das unnötige Zufügen von Schmerzen oder 

Leiden. Erforderlich ist dabei aber eine gewisse Intensität, sodass nicht jede  

geringfügige unrechtmässige Einwirkung auf das Tier strafbar ist (BGE 85 IV 24 

E. 2.a). Nicht erforderlich ist hingegen eine fortdauernde oder sich wiederholende 

Leidenszufügung. Auch in einer einmaligen Einwirkung kann eine Misshandlung 

liegen (BGE 85 IV 24 E. 2.b). Soweit es um das Treiben von Tieren geht, statuiert 

Art. 182 TSchV, dass Tiere unter Berücksichtigung ihres arttypischen Verhaltens 

schonend zu treiben sind und dass Treibhilfen nur eingesetzt werden dürfen, 

-   27   - 

wenn das getriebene Tier ausweichen kann (Abs. 1). Der Einsatz von Elektro-

treibern ist gemäss Abs. 2 der genannten Bestimmung auf das absolut Not-

wendige zu beschränken.  

8.2.2 Vorliegend erfüllte der Beschuldigte gleich mehrere Tatbestandsvarianten.  

Zunächst wurde das Rind alles andere als schonend getrieben. Das gilt sowohl 

für die Art und Weise des Treibens mit einem Fahrzeug als auch die ständige 

Druckausübung auf das Tier durch dichtes Aufschliessen und mehrmaliges  

Touchieren, die relativ hohe Geschwindigkeit des Treibens und die längere  

Strecke. Das Vorgehen des Beschuldigten entbehrt auch deshalb jeder Verhält-

nismässigkeit, weil er das Rind auch dann noch unnötigerweise unvermindert  

weiter trieb und hautnah bedrängte, als es von selbst den privaten Weg zum Hof 

eingeschlagen hatte und sich damit auf sicherem heimischem Territorium befand 

(Urk. 5 S. 1 f., 5 und 7). Es liegen auch keine Hinweise vor, dass das Tier  

Anstalten gemacht hätte, nicht zum Hof zurückkehren zu wollen. In dieser  

Situation bestand keinerlei Gefahr mehr für das Rind oder für Dritte, welche ein 

solches Verhalten tolerierbar machen könnte (auch Urk. 35 S. 16). Durch diese 

fragwürdige Methode des Kuhtreibens überanstrengte der Beschuldigte das Tier 

unnötig.  

Überdies schuf er völlig unnötig die Gefahr, das Tier anzufahren und zu verletzen. 

Das trat in der Folge denn auch ein. So fuhr er das Rind gleich zweimal an. Beim 

zweiten Mal fuhr er ihm so massiv in die Beine, dass es an beiden Hinterbeinen 

Verschiebungen und Mehrfachbrüche erlitt und aufgrund dieser Verletzungen  

getötet werden musste. Damit fügte er dem Tier unnötige Schmerzen und  

unnötiges Leiden zu. Mit den Kollisionen verwirklichte der Beschuldigte die Tatbe-

standsvariante der Misshandlung. Die geforderte Intensität der unrechtmässigen 

Einwirkung auf das Tier ist bei einem doppelten Bruch der Hinterbeine zweifelsfrei  

gegeben, wie schon die Vorinstanz zutreffend erkannt hat. Die Misshandlung 

wurde noch dadurch perpetuiert, dass der Beschuldigte sich längere Zeit nicht um 

das verletzte Tier kümmerte.  

8.2.3 Der objektive Tatbestand ist damit gegeben. 

-   28   - 

8.3 Subjektiver Tatbestand 

8.3.1 In subjektiver Hinsicht ist bei allen Tatbestandsvarianten Vorsatz im Sinne 

von Art. 12 Abs. 2 StGB erforderlich. Gemäss Art. 12 Abs. 2 StGB begeht ein 

Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich, wer die Tat mit Wissen und Willen aus-

führt, ja bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt. 

Die bundesgerichtliche Rechtsprechung bejaht Eventualvorsatz, wenn der Täter 

den Eintritt des Erfolges bzw. die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber 

dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, 

sich mit ihm abfindet, mag er auch unerwünscht sein (BGE 131 IV 1 E. 2.2 mit 

Hinweisen; BGE 125 IV 242 E. 3c mit Hinweisen). Für den Nachweis des Vor-

satzes kann sich das Gericht, soweit der Täter nicht geständig ist, regelmässig 

nur auf äusserlich feststellbare Indizien und auf Erfahrungsregeln stützen, die 

Rückschlüsse von den äusseren auf die inneren Einstellungen des Täters  

erlauben (BGE 130 IV 62 E. 8.4). 

8.3.2 Es ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass eine direktvorsätzliche Tat-

begehung dem Beschuldigten nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden kann. 

So ist denn auch schwer vorstellbar, dass der Beschuldigte ein Tier aus seinem 

eigenen Stall mit voller Absicht zweimal anfuhr, mit dem Ziel, es zu verletzen, 

schadete der Beschuldigte durch sein Verhalten doch hauptsächlich sich selbst. 

Es ist jedoch mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass er wusste oder wissen 

musste, dass seine dichte und intensive Art des Treibens über eine beträchtliche 

Strecke zu einer Kollision mit dem Rind und damit verbundenen Verletzungen des 

Tieres führen kann. Insofern musste der Beschuldigte es zumindest für möglich 

halten, den Tatbestand durch sein Verhalten zu erfüllen, und er nahm die Tat-

bestandsverwirklichung in Kauf, auch wenn ihm der Erfolg - die Verletzung des 

Rindes - unerwünscht gewesen sein mag. Damit handelte der Beschuldigte mit 

Eventualvorsatz. Die subjektive Tatbestandskomponente ist damit ebenfalls  

erfüllt.  

8.4 Da weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe vorliegen, ist der 

Beschuldigte in Bestätigung des angefochtenen Urteils der vorsätzlichen Tier-

quälerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG schuldig zu sprechen.  

-   29   - 

III. Sanktion 

1. Strafrahmen 

Wegen vorsätzlicher Tierquälerei gemäss Art. 26 Abs. 1 TSchG wird mit Gefäng-

nis oder mit Busse bestraft, wer ein Tier misshandelt, vernachlässigt, es unnötig 

überanstrengt oder dessen Würde in anderer Weise missachtet (lit. a). Gemäss 

Art. 333 Abs. 2 lit. b StGB ist die Strafandrohung "Gefängnis" durch Freiheits-

strafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe von 1 - 360 Tagessätzen zu ersetzen. An 

die Stelle von "Busse" tritt die Geldstrafe (Art. 333 Abs. 5 StGB; Art. 34 StGB). 

Für die Strafzumessung gelten die allgemeinen Bestimmungen des StGB  

(Art. 333 Abs. 1 StGB; Art. 47 ff. StGB). 

Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe liegen keine vor.  

2. Strafart 

Zur Strafzumessung gehört in der grossen Mehrzahl der Fälle die Bestimmung 

nicht nur des Masses, sondern auch der Art der Strafe. Im vorliegend massgebli-

chen Bereich von 1 - 360 Tagessätzen bzw. bis zu 12 Monaten fallen neben-

einander Geldstrafe und Freiheitsstrafe in Betracht. Vorwegzunehmen ist, dass 

die Strafart nicht nach Massgabe des Verschuldens getroffen werden darf. Bei der 

Wahl der Sanktionsart kommt es auf deren Zweckmässigkeit, ihre Auswirkungen 

auf den Täter und sein soziales Umfeld und ihre präventive Effizienz an. Nach 

dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll im Regelfall diejenige gewählt werden, 

welche weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift oder ihn 

am wenigsten hart trifft (BGE 134 IV 82 E. 4.1 und 134 IV 97 E. 4.2.2). Das 

spricht zunächst für die Geldstrafe.  

Da es sich beim Beschuldigten um einen Ersttäter handelt, hat die Vorinstanz  

völlig zu Recht eine Geldstrafe ausgesprochen. Auch die Anschlussberufungs-

klägerin beantragt eine Geldstrafe, wenn auch eine höhere (Urk. 43). 

3. Strafzumessung 

-   30   - 

3.1 Innerhalb des massgebenden Strafrahmens ist die Strafe nach dem Ver-

schulden des Täters zu bemessen, wobei das Vorleben und die persönlichen 

Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters zu berück-

sichtigen sind (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der 

Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit 

des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, 

wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, 

die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB; vgl. BGE 

6B_585/2008 vom 19. Juni 2009 E. 2; 6B_426/2008 vom 29. August 2008 E. 2.2 

und BGE 134 IV 17 E. 2.1; Hansjakob / Schmitt / Sollberger, Kommentierte Text-

ausgabe zum revidierten Strafgesetzbuch, 2. Auflage, Luzern 2006, Art. 47 S. 42 

Mitte). Nach Art. 50 StGB hat das Gericht die für die Zumessung der Strafe erheb-

lichen Umstände und deren Gewichtung festzuhalten.  

Der Begriff des Verschuldens muss sich jedenfalls auf den gesamten Unrechts- 

und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Zu unterscheiden ist zwischen 

der Tat- und Täterkomponente (Donatsch / Flachsmann / Hug / Weder, Schweize-

risches Strafgesetzbuch, 18. Auflage, Zürich 2010, Art. 47 N 6). Bei der Tat-

omponente sind das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und Weise der 

Herbeiführung dieses Erfolges, die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt 

hat, und die Beweggründe des Schuldigen zu beachten. Sodann sind für das Ver-

schulden auch das "Mass an Entscheidungsfreiheit" beim Täter sowie die so  

genannte Intensität des deliktischen Willens bedeutsam (Donatsch / Flachsmann / 

Hug / Weder, Art. 47 N 11). Je leichter es für ihn gewesen wäre, die Norm zu  

respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung gegen sie (BGE 

6S.270/2006 vom 5. September 2006, E. 6.2.1; BGE 6S.43/2001 vom 19. Juni 

2001 E. 2 und BGE 6S.333/2004 vom 23. Dezember 2004 E. 1.1; BGE 122 IV 

241 und Pra 2001 S. 832 lit. a; Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, AT II, 

2. Auflage, Bern 2006, S. 179 N 13; Trechsel / Affolter-Eijsten, Schweizerisches 

Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 47 N 21).  

3.2 Tatkomponente 

-   31   - 

3.2.1 Vorerst ist die objektive Tatschwere als Ausgangskriterium für die Verschul-

densbewertung festzulegen und zu bemessen. Es ist zu prüfen, wie stark das 

strafrechtlich geschützte Rechtsgut überhaupt beeinträchtigt wurde. Darunter  

fallen etwa das Ausmass des Erfolges, wie insbesondere der Deliktsbetrag, die 

Gefährdung, das Risiko und der Sachschaden etc., sowie die Art und Weise des 

Vorgehens. Von Bedeutung ist auch die kriminelle Energie, wie sie durch die Tat 

und die Tatausführung offenbart wird, ebenso die Grösse des Tatbeitrages bei 

mehreren Tätern und die hierarchische Stellung (Wiprächtiger, BSK StGB I, 

2. Auflage, Basel 2007, Art. 47 N 69 ff.; Trechsel / Affolter-Eijsten, Art. 47 N 18 

ff.). Ausgehend von der objektiven Tatschwere hat der Richter dieses Verschul-

den zu bewerten. Er hat im Urteil darzutun, welche verschuldensmindernden und 

welche verschuldenserhöhenden Gründe im konkreten Fall gegeben sind, um so 

zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu gelangen. Gesetzliche  

Kriterien, welche für die Verschuldenseinschätzung von wesentlicher Bedeutung 

sind, finden sich beispielsweise in Art. 11 ff. und 48 StGB. Unter anderem trifft 

denjenigen ein geringerer Schuldvorwurf, dem lediglich eventualvorsätzliches 

Handeln anzulasten ist (Art. 12 Abs. 2 StGB) oder der die Tat durch Unterlassung 

begeht (Art. 11 Abs. 4 StGB). 

Zu erwähnen ist, dass die schweizerische Praxis bei nicht besonders schwerem 

Verschulden in aller Regel die Strafen im unteren bis mittleren Teil des vorge-

gebenen Strafrahmens ansiedelt. Strafen im oberen Bereich, insbesondere 

Höchststrafen, sind bloss ausnahmsweise und bei sehr schwerem Verschulden 

des Täters auszusprechen (Wiprächtiger, BSK StGB I, Art. 47 N 15). 

3.2.2 Bei der Bewertung des subjektiven Verschuldens stellt sich die Frage, wie 

dem Täter die objektive Tatschwere tatsächlich anzurechnen ist. Dazu gehören 

etwa die Frage der Schuldfähigkeit sowie das Motiv. Auch ist in diesem  

Zusammenhang entscheidend, über welches Mass an Entscheidungsfreiheit der 

Täter verfügte. Ferner sind die weiteren subjektiven Verschuldenskomponenten, 

wie beispielsweise einige der in Art. 48 StGB aufgeführten Gründe, zu berück-

sichtigen. 

-   32   - 

3.2.3 Das objektive Verschulden des Beschuldigten ist als erheblich einzustufen. 

Zuerst trieb der Beschuldigte das Rind in unverhältnismässiger Art und Weise und 

über eine längere Strecke mit dem Auto vor sich her und fuhr es schliesslich 

gleich zweimal an. Beim zweiten Mal fuhr er dem rennenden Tier sogar mit Wucht 

und so massiv in die Beine, dass er es definitiv zu Fall brachte, es verletzt liegen 

blieb und aufgrund der erlittenen Verletzungen eingeschläfert werden musste. Mit 

seinem Vorgehen hat der Beschuldigte die Unversehrtheit und die Würde des  

Tieres erheblich beeinträchtigt. Auch kümmerte er sich längere Zeit nicht um das 

verletzte Rind. Vielmehr ging er nach einem Blick auf das am Boden liegende Tier 

zuerst seine anderen Kühe versorgen und zog dann eine Runde mit seinem  

Fahrzeug, noch immer ohne den Tierarzt zu alarmieren (vgl. auch Erwägung II. 

8.2 hiervor) - ein Verhalten, das durchaus als verwerflich anzusehen ist (Urk. 35 

S. 17). Auch wenn dieses abschliessende Verhalten in einer Unterlassung  

bestand, vermag es das Verschulden kaum zu mindern, verlängerte der Beschul-

digte doch dadurch das Leiden des Rindes. Hinzu kommt, dass das Rind trächtig 

war, was der Beschuldigte wusste (Urk. 58 S. 10). Es befand sich im Uterus ein 

weiblicher Fötus mit einer Scheitel-Steisslänge von 42 cm (Urk. 6). Nicht nach-

vollziehbar ist ferner, weshalb der Beschuldigte das Rind auch auf seiner Pri-

vatstrasse kurz vor Erreichen des Hofes noch unvermindert weiter trieb, nachdem  

es dort längst in Sicherheit war und auch niemanden gefährden konnte (Urk. 24 

S. 5 f.). Das Verschulden wird lediglich dadurch leicht relativiert, dass der  

Beschuldigte nur eventualvorsätzlich handelte.  

3.2.4  Da der Beschuldigte nach wie vor an seiner Unfallversion festhält, muss 

sein Motiv letztlich im Dunkeln bleiben. Entlasten kann es ihn jedenfalls nicht.  

Aufgrund der Akten ist immerhin erstellt, dass er an jenem Sonntag Morgen  

streckenweise schlecht gelaunt war und mit der Arbeit auf seinem Hof überlastet 

und überfordert gewesen sein mag.  

Der Beschuldigte verfügte über volle Entscheidungsfreiheit, auch wenn er im Zeit-

punkt des Vorfalls alleine auf dem Hof war (Urk. 58 S. 11). Er hätte zum Beispiel 

auf den Einsatz seines Fahrzeuges verzichten können, nachdem das Rind korrekt 

rechts abgebogen war vom Feldweg auf die Privatstrasse zum Hof und er das 

-   33   - 

Tier dort hatte, wo er es wollte (Urk. 24 S. 6). Eine weitere Möglichkeit hätte darin 

bestanden, beim Treiben mit dem Auto verhältnismässig und rücksichtsvoll vor-

zugehen und keinesfalls (so) dicht auf das Rind aufzufahren.  

Verschuldensminderungsgründe gemäss Art. 48 StGB liegen nicht vor, ebenso 

wenig andere Reduktionsgründe wie etwa entschuldbare Notwehr (Art. 16 Abs. 1 

StGB) oder entschuldbarer Notstand (Art. 18 Abs. 1 StGB). 

Die subjektive Tatschwere vermag das objektive Tatverschulden nicht zu relativie-

ren und wirkt sich daher nicht strafreduzierend aus.  

3.2.5  Aufgrund der Tatkomponente ist die Einsatzstrafe auf rund 150 Tagessätze 

Geldstrafe festzusetzen. 

3.3 Täterkomponente 

3.3.1 Die Täterkomponente (vgl. Art. 47 Abs. 1 Satz 2 StGB) umfasst das  

Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat und im 

Strafverfahren. Bei der Beurteilung des Vorlebens fallen einerseits früheres Wohl-

verhalten, andererseits Zahl, Schwere und Zeitpunkt von Vorstrafen ins Gewicht.  

Unter dem Gesichtspunkt der persönlichen Verhältnisse ist etwa zu berück-

sichtigen, ob sich der Täter im Strafverfahren kooperativ verhielt, ob er Reue und 

Einsicht zeigte, ob er mehr oder weniger strafempfindlich ist.  

3.3.2 Zur Biografie des Beschuldigten kann vorab auf die Akten und auf das erst-

instanzliche Urteil verwiesen werden (Urk. 12 S. 5 f.; Urk. 24 S. 3 f; Urk. 35 S. 18). 

Der Beschuldigte arbeitet als selbständiger Landwirt. 2009 hat er den Landwirt-

schaftsbetrieb seines verstorbenen Vaters übernommen. Sein jährliches Netto-

einkommen aus dem Landwirtschaftsbetrieb variierte in den vergangenen drei 

Jahren zwischen Fr. 17'000.-- und Fr. 39'000.-- (Urk. 13/3, Urk. 58 S. 1). Mit der 

Vermietung von Zimmern erzielt der Beschuldigte zusätzlich einen geschätzten 

Ertrag von Fr. 15'000.-- pro Jahr. Vermögen hat er praktisch keines, jedoch hat 

der Beschuldigte im Zusammenhang mit dem Landwirtschaftsbetrieb Schulden, 

welche sich aus einer Hypothek über Fr. 285'000.--, einer Starthilfe von  

Fr. 120'000.-- und Schulden bei Familienangehörigen von rund Fr. 150'000.-- zu-

-   34   - 

sammensetzen (Urk. 58 S. 2). Unterhalts- oder Unterstützungsbeiträge muss er 

keine entrichten. Aus diesen persönlichen Verhältnissen lassen sich keine straf-

zumessungsrelevanten Faktoren ableiten.  

3.3.3 Gemäss Strafregisterauszug vom 23. Juni 2011 weist der Beschuldigte  

keine Vorstrafe auf (Urk. 36; auch Urk. 24 S. 3). In der Bevölkerung hat es als 

Normalfall zu gelten, (kriminell) nicht vorbestraft zu sein. Die Vorstrafenlosigkeit 

ist deshalb neutral zu behandeln. Ein Grund, hier anders zu entscheiden, besteht 

nicht und wird auch nicht geltend gemacht (BGE 136 IV 1 E. 2.6.4). Wenn die Vo-

rinstanz die Vorstrafenlosigkeit des Beschuldigten leicht strafmindernd berück-

sichtigte, so kann dem nicht zugestimmt werden (Urk. 35 S. 17).  

3.3.4 Bei der Strafzumessung ist, wie erwähnt, auch das Nachtatverhalten eines 

Täters zu beachten. Darunter fällt das Verhalten nach der Tat sowie im Strafver-

fahren. Insbesondere wirken ein Geständnis, das kooperative Verhalten eines  

Täters bei der Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und aufrichtige Reue 

strafmindernd (Trechsel / Affolter-Eijsten, Art. 47 N 22 ff.; Wiprächtiger, BSK 

StGB I, Art. 47 N 131; Schwarzenegger / Hug / Jositsch, S. 101 ff.). Der  

Beschuldigte verhielt sich im Strafverfahren grundsätzlich kooperativ. Von einem 

Geständnis und damit Einsicht in das Unrecht seines Verhaltens kann jedoch 

nicht gesprochen werden. Am Schluss des Verfahrens erklärte er immerhin, es 

tue ihm leid (Urk. 24 S. 6, Prot. II S. 11). Für das Nachtatverhalten rechtfertigt sich 

nur eine ganz minime Strafreduktion.  

3.3.5 Schliesslich ist die Wirkung der Strafe auf das Leben des Beschuldigten zu 

berücksichtigen. Mit dieser Formulierung im Gesetz (Art. 47 Abs. 1 StGB) wird 

letztlich die Strafempfindlichkeit angesprochen. Die Berücksichtigung der Straf-

empfindlichkeit kommt namentlich in Betracht, wenn der Täter aus medizinischen 

Gründen wie Krankheit, Alter oder Haftpsychose besonders empfindlich ist (BGE 

6S.703/1995 vom 26. März 1996, E. c mit Hinweisen). Das ist hier nicht der Fall. 

Der Beschuldigte ist weder alt noch krank. Er hat keine Kinder und es trifft ihn 

auch sonst keine Unterhaltslast gegenüber der Dritten. Er befindet sich in einer 

stabilen beruflichen und familiären Situation, wohnt er doch auf dem eigenen 

-   35   - 

Bauernhof. Es ist keine Strafempfindlichkeit ersichtlich, die hier zu berück-

sichtigen wäre.  

3.3.6 An der Berufungsverhandlung brachte der Verteidiger vor, der Beschuldigte 

habe durch den Vorfall grosse finanzielle Einbussen erlitten, welche sich auf die 

Strafhöhe auszuwirken hätten (Urk. 59 S. 10). 

Eine Strafreduktion wegen des Ablebens des Rindes bzw. wegen sonstiger  

finanzieller Einbussen kommt weder gestützt auf Art. 54 StGB noch im Rahmen 

von Art. 47 StGB in Frage. Die Anwendung von Art. 54 StGB setzt voraus, dass 

der Täter durch die unmittelbaren Folgen seiner Tat schwer betroffen ist. Gemeint 

sind Folgen, die bereits bei der Ausführung der Tat eingetreten oder eng mit dem 

tatbestandsmässigen Erfolg verbunden sind. Diese Unmittelbarkeit bzw. der  

Kausalzusammenhang zwischen dem Tatereignis und dem Ableben des Rindes 

ist hier zwar zu bejahen, nicht jedoch eine hinreichende Schwere der Betroffen-

heit des Beschuldigten, da mit der Bestimmung namentlich schwerste Verletzun-

gen des Täters selbst (vgl. BGE 117 IV 245) oder etwa der von ihm verschuldete 

Tod nächster Angehöriger (vgl. BGE 119 IV 280) angesprochen sind. Hier steht 

für den Beschuldigten indessen ein materieller Schaden durch den Verlust des 

Rindes im Vordergrund. Abgesehen davon findet Art. 54 StGB gemäss Recht-

sprechung und Lehre nur restriktiv Anwendung auf Vorsatzdelikte (BSK StGB I - 

Riklin, 2. Auflage, Basel 2007, Art. 54 N 36 f.). Vorliegend rechtfertigt es sich auch 

nicht, eine Strafmilderung nach freiem Ermessen im Rahmen von Art. 47 StGB 

vorzunehmen. 

3.4 In Würdigung aller massgebenden Strafzumessungsfaktoren ist der  

Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen (zuzüglich einer sog.  

Verbindungsbusse, worauf gleich zurückzukommen ist) zu bestrafen. 

3.5 Der erstinstanzlich festgelegte Tagessatz von Fr. 60.-- ist nicht zu bean-

standen. 

3.6 Somit erweist sich eine Bestrafung des Beschuldigten mit 150 Tagessätzen 

zu Fr. 60.-- als gerechtfertigt, wobei zu beachten ist, dass es insgesamt ver-

-   36   - 

schuldensangemessen ist, dem Beschuldigten darüber hinaus eine Busse aufzu-

erlegen. 

3.7 Gemäss Art. 42 Abs. 4 StGB kann eine bedingte Strafe (vgl. nachfolgende 

Erwägung IV.) mit einer unbedingten Geldstrafe oder mit einer Busse nach 

Art. 106 StGB verbunden werden. Die Bestimmung dient in erster Linie - aber 

nicht nur - dazu, die Schnittstellenproblematik zwischen der Busse (für Über-

tretungen) und der bedingten Geldstrafe (für Vergehen) zu entschärfen. Auf  

Massendelikte, die im untersten Bereich bloss mit Bussen geahndet werden, soll 

auch mit einer unbedingten Sanktion reagiert werden können, wenn sie die 

Schwelle zum Vergehen überschreiten. Die Strafenkombination nach Art. 42  

Abs. 4 StGB kommt in Betracht, wenn man dem Täter den bedingten Vollzug der 

Strafe gewähren, ihm aber dennoch in gewissen Fällen mit der Auferlegung einer 

zu bezahlenden Geldstrafe oder Busse einen spürbaren Denkzettel verabreichen 

möchte (BGE 134 IV 60 E. 7.3.1 S. 74 f.; BGE 134 IV 82 E. 8 S. 95 f.; BGE 

6B_1042/2008 vom 30. April 2009).  

Die vorinstanzlich ausgefällte Busse von Fr. 2'700.-- erscheint als sämtlichen  

Umständen, namentlich auch den wirtschaftlichen Verhältnissen des Beschuldig-

ten, angemessen; sie ist daher zu bestätigen. Auf die diesbezüglichen Erwägun-

gen der Vorinstanz kann verwiesen werden (Urk. 35 S. 19; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse ist eine Ersatzfreiheits-

strafe festzusetzen. Diese hat sich an der Tagessatzhöhe, hier Fr. 60.--, als  

Umrechnungsschlüssel zu orientieren (vgl. BGE 134 IV 60 E. 7.3.3). Die Vo-

rinstanz ist fälschlicherweise von einem Umrechnungsschlüssel von Fr. 100.-- 

ausgegangen (Urk. 35 S. 21). Das ist zu korrigieren und die Ersatzfreiheitsstrafe 

neu auf 45 Tage (2'700 : 60) festzusetzen. 

IV. Vollzug 

Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Voll-

zuges zutreffend dargestellt und diese zu Recht als gegeben erachtet (Urk. 35 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verbindungsbusse+zwingend+art.+42&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-IV-60%3Ade&number_of_ranks=0#page60

-   37   - 

S. 19 f.). Der Vollzug der Geldstrafe ist daher unter Ansetzung einer Probezeit 

von 2 Jahren aufzuschieben. 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1.  Erstinstanzliches Verfahren 

Die Vorinstanz hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.-- angesetzt und dem  

Beschuldigten die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens 

ausgangsgemäss auferlegt (Urk. 35 S. 19 f.; Dispositivziffern 5 und 6). Dies ist 

ohne Weiteres zu bestätigen (Art. 428 Abs. 3 StPO).   

2. Berufungsverfahren 

2.1 Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).  

2.2 Partei im vorliegenden Verfahren ist einerseits der Beschuldigte, der auch 

als Rechtsmittelkläger auftrat und das gesamte erstinstanzliche Urteil ange-

fochten hat. Partei ist sodann die Staatsanwaltschaft, welche Bestätigung des vor-

instanzlichen Urteils beantragt hat. Im Berufungsverfahren als Verfahrensbeteilig-

te mit vollen Parteirechten gemäss Art. 104 Abs. 2 StPO, ohne aber Partei im 

Sinne von Art. 104 Abs. 1 StPO zu sein, tritt zudem das Veterinäramt des  

Kantons Zürich auf. Dieses hat bezüglich der Sanktion Anschlussberufung  

erhoben. 

2.3 Der Beschuldigte unterliegt mit seinem Antrag auf Freispruch im Berufungs-

verfahren vollumfänglich. Hingegen obsiegt das Veterinäramt des Kantons Zürich 

mit der Anschlussberufung auf eine härtere Bestrafung. Zwar wird der beantrag-

ten Erhöhung der Busse nicht entsprochen, was sich aber nicht weiter auswirkt. 

Die Korrektur bei der Anzahl Ersatzfreiheitstage ist zu vernachlässigen. Die  

Kosten des Berufungsverfahrens sind somit in vollem Umfang dem Beschuldigten 

aufzuerlegen. 

-   38   - 

3. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- festzu-

setzen. 

 

Das Gericht erkennt: 

1. Der Beschuldigte ist der vorsätzlichen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 

Abs. 1 lit. a TSchG schuldig. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 

Fr. 60.-- (entsprechend Fr. 9'000.--) und einer Busse von Fr. 2'700.--.  

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 45 Tagen. 

5. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 5 und 6) wird bestätigt. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.--.  

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− den erbetenen Verteidiger im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft See/Oberland 
− das Veterinäramt des Kantons Zürich vertreten durch  

RAin lic. iur. Y._____ (übergeben) 

in vollständiger Ausfertigung an 

− den erbetenen Verteidiger im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten 

-   39   - 

− die Staatsanwaltschaft See/Oberland 
− das Veterinäramt des Kantons Zürich vertreten durch  

RAin lic. iur. Y._____ 
− das Bundesamt für Veterinärwesen 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechts-

mittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A 
 

9. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen,  
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

erichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

I. Strafkammer 

 Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 Oberrichter Dr. F. Bollinger lic. iur. C. Baumgartner 
 

	Urteil vom 19. Dezember 2011
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 35)
	1. Der Beschuldigte ist der vorsätzlichen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG schuldig.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 60.– (entsprechend Fr. 7'200.–) und einer Busse von Fr. 2'700.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die Busse ist innert der von der Inkassostelle anzusetzenden Frist zu bezahlen.
	Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 27 Tagen.
	5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem  Beschuldigten auferlegt.
	7. (Mitteilungen)
	8. (Rechtsmittel)
	Berufungsanträge:
	Es sei der Beschuldigte von Schuld und Strafe freizusprechen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Staatskasse.
	1. Die Berufung sei abzuweisen.
	2. Der Beschuldigte sei in Bestätigung des Urteils des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 17. Februar 2011 der vorsätzlichen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG schuldig zu sprechen.
	3. Er sei zu einer Geldstrafe von mindestens 150 Tagessätzen und einer  Busse von mindestens Fr. 3'000.-- zu verurteilen.
	4. Dem Beschuldigten seien die Verfahrenskosten aufzuerlegen.
	Das Gericht erwägt:
	1. Anklagevorwurf
	1.1 Die Staatsanwaltschaft See/Oberland wirft dem Beschuldigten vor, am tt.mm.2010, ca. 09.15 Uhr, ein Rind, welches die eingezäunte Weide des Bauernhofes an der …strasse .. in B._____ verlassen hatte, mit dem PW Jeep …, vor sich her getrieben zu habe...
	1.2 Der Beschuldigte anerkannte diesen Sachverhalt in den groben Zügen (Urk. 12 S. 1).
	So erklärte er, seinen Jeep geholt zu haben, um das Rind von der Strasse weg zurück auf die Weide zu treiben, nachdem er dies zunächst vergeblich zu Fuss versucht habe. Weiter räumte er ein, in der Folge mit dem Auto dicht hinter dem laufenden Rind ge...
	Dieser eingestandene Sachverhalt deckt sich mit den übrigen Erkenntnissen aus den Verfahrensakten und ist ohne weiteres als erstellt anzusehen.
	1.3 Im Übrigen bestritt der Beschuldigte sowohl in der Untersuchung als auch in beiden Gerichtsinstanzen wesentliche Teile des eingeklagten Sachverhalts.  Zusammengefasst bezeichnete er das Geschehen als Unfall (Urk. 12; Urk. 24 S. 1; Urk. 37 S. 2; Ur...
	Es ist daher im Folgenden zu prüfen, ob der bestrittene Sachverhalt aufgrund der vorliegenden Beweismittel rechtsgenügend nachgewiesen werden kann.
	2. Grundsätze der Beweiswürdigung
	Zu den Grundsätzen der Beweiswürdigung, namentlich zur Beweisführung  gestützt auf Aussagen Beteiligter sowie zur Unterscheidung zwischen der Glaubwürdigkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen hat sich die Vorinstanz umfassend geäusse...
	Auch die Einschätzung der Glaubwürdigkeit bzw. der Motivlage des Beschuldigten und der Zeugin C._____ durch die Vorinstanz kann übernommen werden  (Urk. 35 S. 10). Zu betonen ist dabei, dass die Zeugin kein ersichtliches Interesse - namentlich auch ke...
	3. Beweismittel
	Neben den Aussagen des Beschuldigten (Urk. 3, 12 und 24) und jenen der  Zeugin C._____ (Urk. 2 und 11) stehen als Beweismittel zur Verfügung: der Untersuchungsbericht des Instituts für Veterinärpathologie der Universität Zürich vom 27. September 2010 ...
	4. Aussagen des Beschuldigten
	4.1 Der Beschuldigte sagte anlässlich der polizeilichen Befragung vom tt.mm.2010 (Urk. 3) im Wesentlichen aus, er habe versucht, dem Rind mit dem Jeep den Weg zur Hauptstrasse abzuschneiden (Urk. 3 S. 1). Das Rind sei daraufhin sauer geworden und habe...
	Nach dem Unfall habe er angehalten und ein Stück zurückgesetzt. Das Rind habe am Boden gelegen, aber soweit gut ausgesehen. Es sei nichts Aussergewöhnliches, dass Tiere nach einem solchen Effort einfach liegen blieben. Nach dem  Füttern der Kühe sei e...
	4.2 Am 15. Dezember 2010 äusserte sich der Beschuldigte anlässlich der  Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft zu den Aussagen der Zeugin C._____ (Urk. 12). Er erklärte, der von der Zeugin C._____ geschilderte grobe Ablauf des Vorfalls sei grundsätz...
	4.3 An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung verharrte der Beschuldigte auf seinem Standpunkt und äusserte zudem Zweifel an der Fähigkeit und der  Möglichkeit der Zeugin C._____, den Vorfall, wie von ihr geschildert, gehört und  gesehen zu haben (Urk...
	4.4 Im Berufungsverfahren führt der Beschuldigte aus, es sei richtig, dass er mit dem Hinterteil des Tieres kollidiert sei. Weshalb das Rind gestürzt sei, könne  er nicht sagen. Vielleicht habe es sich einen Stein ins Huf getrampt oder sei  gestolpert...
	4.5 Bereits an dieser Stelle ist festzuhalten, dass schon die eigenen Aussagen des Beschuldigten für sich allein betrachtet - soweit es um die bestrittenen  Abläufe zur Kollision mit dem Rind geht - weitgehend unlogisch, in sich widersprüchlich und we...
	Während der Beschuldigte gegenüber der Polizei am Tag des Vorfalls noch einen unvermittelten, nicht näher beschreibbaren Sturz des Rindes ca. 5 bis 8 Meter vor seinem Fahrzeug geltend machte ("Ich sah es nur vage. Es ging so schnell. Es [das Rind] war...
	Dass der Beschuldigte sich mit seinem Fahrzeug im Moment des behaupteten Sturzes des Rindes bzw. beim geltend gemachten Einknicken von dessen  Vorderbeinen noch in ca. 5 bis 8 Metern Entfernung befunden haben soll, ist ihm ebenfalls nicht abzunehmen. ...
	Wenig konsistent sind ferner die Aussagen des Beschuldigten zur Frage, ob er nach der Kollision mit dem Rind sein Auto nochmals benutzte. In der polizeilichen Befragung verneinte er dies zunächst ausdrücklich und korrigierte sich erst auf den Hinweis,...
	Wie im folgenden zu zeigen sein wird, stehen die Aussagen des Beschuldigten zum strittigen Sachverhalt auch weitgehend im Gegensatz zu den Erkenntnissen aus den übrigen Beweismitteln.
	5. Aussagen der Zeugin C._____
	5.1 Bevor die Aussagen von C._____ näher betrachtet werden, ist anzumerken, dass der mit Präsidialverfügung vom 29. September 2011 zu Recht  abgewiesene Beweisantrag nicht erneuert wurde, weshalb diesbezüglich keine weiteren Erläuterungen anzubringen ...
	Vor Vorinstanz monierte der Beschuldigte, er kenne die Zeugin C._____ nicht und er behaupte auch nicht, sie lüge. Dennoch habe er Zweifel an ihren Aussagen. Es liege eine Hauptstrasse und ein Industriegebiet zwischen ihrem Haus und dem Ort des Vorfall...
	Dieser Argumentation ist entgegen zu halten, dass die Aussagen der Zeugin C._____ klar, detailliert, in sich stimmig und mit den weiteren Beweismitteln - auch mit zahlreichen Aussagen des Beschuldigten ausserhalb des Kerngeschehens - im Einklang stehe...
	So war es das Brüllen der Kühe auf dem gegenüberliegenden Bauernhof,  welches die Zeugin veranlasste, an jenem Sonntag Morgen, tt.mm.2010 um ca. 09.15 Uhr von der Küche, wo sie am Kaffeetrinken war, auf den Balkon zu  treten und nachzuschauen, was los...
	Wie sich sodann aus der bei den Akten befindlichen Luftaufnahme (Urk. 4) sowie aus der Fotodokumentation (Urk. 5 S. 2) ergibt, bot sich der Zeugin von ihrem Balkon und somit von erhöhtem Standort aus freie Sicht auf das gesamte  Geschehen, das sich in...
	Alles in allem ist nicht zweifelhaft, dass die Zeugin beim gegebenen Sichtfeld von ihrer Dachterrasse aus auch objektiv zu genauer und vollständiger Beobachtung der Ereignisse in der Lage war, trotz einer gewissen Entfernung. Sowohl das Fahrzeug des B...
	Es besteht somit nach dem Gesagten kein Grund, die Möglichkeit zu verneinen, dass die Zeugin den eingeklagten Vorfall visuell und akustisch vom fraglichen Standort aus einwandfrei mitverfolgen konnte. Bezogen auf die Zeugin C._____ sind die wesentlich...
	5.2 Die Aussagen der Zeugin C._____ bei der Polizei vom 8. September 2010 (Urk. 2) sind im angefochtenen Urteil sorgfältig dargestellt, worauf vorab verwiesen werden kann (Urk. 35 S. 6 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). So sagte sie zum  strittigen Sachverha...
	Die ihr vorgehaltene Version des Beschuldigten bei der Kantonspolizei, das Rind sei ca. 5 Meter vor ihm zu Boden gestürzt und er sei trotz sofortigem Bremsen noch mit dessen Hinterteil kollidiert, bezeichnete die Zeugin klar als unrichtig. Das Rind se...
	In der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft am 15. Dezember 2010 (Urk. 11) bestätigte die Zeugin C._____ ihre Aussagen von der polizeilichen  Befragung weitestgehend. Insbesondere brachte sie erneut zum Ausdruck, die Kollisionen nach dem Rechtsabb...
	6.3 Aufgrund der Zeugenaussage, ebenfalls in Verbindung mit der Fotodokumentation (Urk. 5) und dem Polizeirapport (Urk. 1), verbleiben sodann  keinerlei Zweifel, dass es zwei Kollisionen mit dem Rind gab. In einer Distanz von etwa 14 Metern vor der E...
	6.4 An der Stelle, wo sich die zweite Kollision ereignet haben dürfte, sind  gemäss dem Polizeirapport Blockierspuren der vier PW-Räder von jeweils  ca. 1 Meter Länge ersichtlich. Weiter heisst es im Rapport:
	"Diese Spuren deuten darauf hin, dass A._____ erst ganz am Schluss, unmittelbar vor dem Stillstand, voll bremste und dass er nicht, wie von ihm ausgesagt, schon frühzeitig, als er den Sturz des Rindes bemerkte, eine Vollbremsung einleitete. In diesem ...
	All diese Spuren einschliesslich der Blutflecken am Boden lassen sich anhand der Fotodokumentation samt der dortigen Kommentare bestens erkennen und  die entsprechende Interpretation ist gut nachvollziehbar (Urk. 5 S. 2 und 7).  Zusammen mit der sorgf...
	8.1 Der vorsätzlichen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG [SR 455] macht sich schuldig, wer vorsätzlich ein Tier misshandelt, vernachlässigt, es unnötig überanstrengt oder dessen Würde in anderer Weise missachtet. Strafbar ist somit ...
	8.2 Objektiver Tatbestand
	8.2.1  In objektiver Hinsicht ist erforderlich, dass es sich beim Tatobjekt um ein Wirbeltier handelt (Art. 2 Abs. 1 TSchG). Ein Rind ist ein Wirbeltier und ist deshalb vom Schutzbereich des Tierschutzgesetzes erfasst. Es zählt namentlich zu den Haust...
	Das Gesetz definiert in Art. 3 lit. a TSchG die Würde des Tieres und auch, wann eine Missachtung vorliegt. Die Würde des Tieres ist der Eigenwert des Tieres, der im Umgang mit ihm geachtet werden muss. Eine Missachtung der Würde des  Tieres liegt dann...
	Die konkretisierten Tatbestandsvarianten (misshandeln, vernachlässigen und  unnötig überanstrengen) werden vom Gesetz nicht definiert, und in der Tierschutzverordnung finden sich unter den verbotenen Handlungen nur beispielhaft und damit nicht abschli...
	8.2.2 Vorliegend erfüllte der Beschuldigte gleich mehrere Tatbestandsvarianten.
	Zunächst wurde das Rind alles andere als schonend getrieben. Das gilt sowohl für die Art und Weise des Treibens mit einem Fahrzeug als auch die ständige Druckausübung auf das Tier durch dichtes Aufschliessen und mehrmaliges  Touchieren, die relativ ho...
	Überdies schuf er völlig unnötig die Gefahr, das Tier anzufahren und zu verletzen. Das trat in der Folge denn auch ein. So fuhr er das Rind gleich zweimal an. Beim zweiten Mal fuhr er ihm so massiv in die Beine, dass es an beiden Hinterbeinen Verschie...
	8.2.3 Der objektive Tatbestand ist damit gegeben.
	8.3.1 In subjektiver Hinsicht ist bei allen Tatbestandsvarianten Vorsatz im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB erforderlich. Gemäss Art. 12 Abs. 2 StGB begeht ein Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt, ja bereits,...
	8.3.2 Es ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass eine direktvorsätzliche Tatbegehung dem Beschuldigten nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden kann. So ist denn auch schwer vorstellbar, dass der Beschuldigte ein Tier aus seinem eigenen Stall mit voller...
	8.4 Da weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe vorliegen, ist der Beschuldigte in Bestätigung des angefochtenen Urteils der vorsätzlichen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG schuldig zu sprechen.
	3. Strafzumessung
	3.1 Innerhalb des massgebenden Strafrahmens ist die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu bemessen, wobei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters zu berücksichtigen sind (Art. 47 Abs. 1 ...
	Der Begriff des Verschuldens muss sich jedenfalls auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Zu unterscheiden ist zwischen der Tat- und Täterkomponente (Donatsch / Flachsmann / Hug / Weder, Schweizerisches Strafgesetz...
	3.2 Tatkomponente
	Zu erwähnen ist, dass die schweizerische Praxis bei nicht besonders schwerem Verschulden in aller Regel die Strafen im unteren bis mittleren Teil des vorgegebenen Strafrahmens ansiedelt. Strafen im oberen Bereich, insbesondere Höchststrafen, sind blo...
	3.2.2 Bei der Bewertung des subjektiven Verschuldens stellt sich die Frage, wie dem Täter die objektive Tatschwere tatsächlich anzurechnen ist. Dazu gehören etwa die Frage der Schuldfähigkeit sowie das Motiv. Auch ist in diesem  Zusammenhang entscheid...
	3.2.3 Das objektive Verschulden des Beschuldigten ist als erheblich einzustufen. Zuerst trieb der Beschuldigte das Rind in unverhältnismässiger Art und Weise und über eine längere Strecke mit dem Auto vor sich her und fuhr es schliesslich gleich zweim...
	3.2.4  Da der Beschuldigte nach wie vor an seiner Unfallversion festhält, muss sein Motiv letztlich im Dunkeln bleiben. Entlasten kann es ihn jedenfalls nicht.  Aufgrund der Akten ist immerhin erstellt, dass er an jenem Sonntag Morgen  streckenweise s...
	Der Beschuldigte verfügte über volle Entscheidungsfreiheit, auch wenn er im Zeitpunkt des Vorfalls alleine auf dem Hof war (Urk. 58 S. 11). Er hätte zum Beispiel auf den Einsatz seines Fahrzeuges verzichten können, nachdem das Rind korrekt rechts abge...
	Verschuldensminderungsgründe gemäss Art. 48 StGB liegen nicht vor, ebenso wenig andere Reduktionsgründe wie etwa entschuldbare Notwehr (Art. 16 Abs. 1 StGB) oder entschuldbarer Notstand (Art. 18 Abs. 1 StGB).
	Die subjektive Tatschwere vermag das objektive Tatverschulden nicht zu relativieren und wirkt sich daher nicht strafreduzierend aus.
	3.2.5  Aufgrund der Tatkomponente ist die Einsatzstrafe auf rund 150 Tagessätze Geldstrafe festzusetzen.
	3.3 Täterkomponente
	3.6 Somit erweist sich eine Bestrafung des Beschuldigten mit 150 Tagessätzen zu Fr. 60.-- als gerechtfertigt, wobei zu beachten ist, dass es insgesamt verschuldensangemessen ist, dem Beschuldigten darüber hinaus eine Busse aufzuerlegen.
	IV. Vollzug
	Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Vollzuges zutreffend dargestellt und diese zu Recht als gegeben erachtet (Urk. 35 S. 19 f.). Der Vollzug der Geldstrafe ist daher unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufzu...
	V. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	1.  Erstinstanzliches Verfahren
	Die Vorinstanz hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.-- angesetzt und dem  Beschuldigten die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens ausgangsgemäss auferlegt (Urk. 35 S. 19 f.; Dispositivziffern 5 und 6). Dies ist ohne Weiteres zu bes...
	2. Berufungsverfahren
	2.1 Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).
	2.2 Partei im vorliegenden Verfahren ist einerseits der Beschuldigte, der auch als Rechtsmittelkläger auftrat und das gesamte erstinstanzliche Urteil angefochten hat. Partei ist sodann die Staatsanwaltschaft, welche Bestätigung des vor-instanzlichen ...
	2.3 Der Beschuldigte unterliegt mit seinem Antrag auf Freispruch im Berufungsverfahren vollumfänglich. Hingegen obsiegt das Veterinäramt des Kantons Zürich mit der Anschlussberufung auf eine härtere Bestrafung. Zwar wird der beantragten Erhöhung der B...
	3. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- festzusetzen.

	Das Gericht erkennt:
	1. Der Beschuldigte ist der vorsätzlichen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG schuldig.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 60.-- (entsprechend Fr. 9'000.--) und einer Busse von Fr. 2'700.--.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 45 Tagen.
	5. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 5 und 6) wird bestätigt.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.--.
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 den erbetenen Verteidiger im Doppel für sich und zuhanden  des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 das Veterinäramt des Kantons Zürich vertreten durch  RAin lic. iur. Y._____ (übergeben)
	 den erbetenen Verteidiger im Doppel für sich und zuhanden  des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 das Veterinäramt des Kantons Zürich vertreten durch  RAin lic. iur. Y._____
	 das Bundesamt für Veterinärwesen
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A

	9. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.