# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 83dc40f7-a9fe-5d8f-b379-1c89be579156
**Source:** Bundespatentgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-08-08
**Language:** de
**Title:** Entscheid S2016_008
**Docket/Reference:** S2016_008
**URL:** https://www.bundespatentgericht.ch/rechtsprechung/entscheidanzeige/90/

## Full Text

B u n d e s p a t e n t g e r i c h t

T r i b u n a l   f é d é r a l   d e s   b r e v e t s

T r i b u n a l e   f e d e r a l e   d e i   b r e v e t t i

T r i b u n a l   f e d e r a l   d a   p a t e n t a s

F e d e r a l   P a t e n t   C o u r t

S2016_008

Besetzung

Verfahrensbeteiligte

U r t e i l   v o m   8 .   A u g u s t   2 0 1 6

Präsident Dr. iur. Dieter Brändle,
Erste Gerichtsschreiberin lic. iur. Susanne Anderhalden

1. …

2. B AG, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Michael Ritscher
und/oder Rechtsanwalt Dr. iur. Mark Schweizer,
patentanwaltlich beraten durch Dr. Thorsten Bausch

Klägerin

gegen

C AG,  

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andri Hess,

Beklagte

Gegenstand

Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen (superprovi-
sorisch)

S2016_008

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Mit  Eingabe  vom  3. August  2016  (hier  eingegangen  am  5. August  2016) 
stellten die Klägerin 1, A AB, und die Klägerin 2, B AG (nachstehend Klä-
gerin), im Verfahren S2016_007 folgendes Massnahmebegehren:

"1. Der  Gesuchgegnerin  sei  unter  Androhung  einer  Ordnungsbusse  von 

CHF 1‘000  pro  Tag  nach Art.  343  Abs.  1  lit.  c  ZPO,  mindestens  aber 

CHF 5‘000  gemäss  Art.  343  Abs.  1  lit.  b  ZPO,  sowie der  Bestrafung  ihrer 

Organe nach Art. 292 StGB mit Busse im Widerhandlungsfall vorsorglich zu 

verbieten, in der Schweiz eine pharmazeutische Formulierung S, namentlich 

die  unter  der  Bezeichnung T 250  mg/5 ml mit  der  Zulassungsnummer  111

zum  Vertrieb  zugelassene verwendungsfertige  Formulierung,  selber  oder 

durch Dritte einzuführen, zu lagern, anzubieten, zu verkaufen oder auf ande-

re Weise in Verkehr zu bringen.

2. Die  Gesuchsgegnerin  sei  unter  Androhung  einer  Ordnungsbusse  von 

CHF 1‘000  pro  Tag  nach Art.  343  Abs.  1  lit. c  ZPO,  mindestens  aber 

CHF 5‘000  gemäss  Art.  343  Abs.  1  lit.  b  ZPO,  sowie der  Bestrafung  ihrer 

Organe nach Art. 292 StGB mit Busse im Widerhandlungsfall vorsorglich zu 

verpflichten, die von ihr in Verkehr gebrachten Produkte gemäss Rechtsbe-

gehren  Nr.  1  zurückzurufen,  d.h.  die  ihr  bekannten  Abnehmer  dieser  Pro-

dukte  innert  einer  Frist  von  maximal  5 Arbeitstagen  nach  Vollstreckbarkeit 

des  Urteils  zu  informieren,  dass  die  Gesuchsgegnerin  um Rücksendung 

dieser  Produkte  gegen  Rückerstattung  des  Kaufpreises  und  der  übrigen 

Auslagen bittet.

3. Das Verbot gemäss Rechtsbegehren 1 sei superprovisorisch, d.h. zunächst 

ohne Anhörung der Gesuchgegnerin, auszusprechen.

4. Eventualiter  zu  Rechtsbegehren  3  seien  das  vorsorgliche  Verbot  gemäss 

Rechtsbegehren  1 und  die  Verpflichtung  gemäss  Rechtsbegehren  2  nach 

Anhörung  der  Gesuchsgegnerin  lässlich  einer  mündlichen  Verhand-

lung auszusprechen, die innerhalb von 14 Tagen anzusetzen sei.

5. Eventualiter  zu  Rechtsbegehren  4  seien  das  vorsorgliche  Verbot  gemäss 

Rechtsbegehren  1 und  die  Verpflichtung  gemäss  Rechtsbegehren  2  nach 

einer  schriftlichen  Stellungnahme der  Gesuchsgegnerin  auszusprechen, 

für  deren  Einreichung  der  Gesuchsgegnerin  eine  nicht erstreckbare  Frist 

von 14 Tagen anzusetzen sei.

6. Alles  unter  Kosten- und  Entschädigungsfolgen,  inklusive  Kosten  des  not-

wendigerweise  beigezogenen  Patentanwalts,  zu  Lasten  der  Gesuchgegne-

rin."

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S2016_008

2.
Mit Verfügung vom 5. August 2016 wurde das Verfahren der Klägerin ab-
getrennt und unter der vorliegenden Prozessnummer S2016_008 weiter-
geführt.

3.
Die Klägerin stellt ein Massnahmebegehren gestützt auf das Streitpatent 
EP 000. Zu A AB wurde im Massnahmebegehren ausgeführt, A AB sei die 
eingetragene  Inhaberin  des  Streitpatentes.  Zur  Klägerin  im vorliegenden 
Verfahren,  B  AG,  wurde  dargelegt,  die  zur  Unternehmensgruppe  A AB 
gehörende  Klägerin  sei  "Zulassungsinhaberin  zum  Vertrieb  von  X®,  ei-
nem Mittel, das auf der patentgemässen Lehre beruht, und Lizenznehme-
rin am Massnahmepatent EP 000 in der Schweiz".

4.
Aktivlegitimiert  für  ein  Begehren  wie  das  vorliegende  ist  zum  einen  der 
Inhaber des Streitpatentes (Art. 8 Abs. 1 und Art. 72 PatG), zum anderen 
der  ausschliessliche  Lizenznehmer,  sofern  dies  im  Lizenzvertrag  nicht 
ausdrücklich ausgeschlossen worden ist (Art. 75 Abs. 1 PatG).

Die Klägerin ist nicht Patentinhaberin. Zur Natur ihrer Lizenz (welche sie 
im Übrigen auch nicht einreicht) macht die Klägerin keine Ausführungen, 
insbesondere behauptet sie weder, es handle sich um eine ausschliessli-
che  Lizenz,  noch,  dass  der  Lizenzvertrag  ihre  Klageberechtigung  nicht 
ausdrücklich  ausschliesse.  Damit  behauptet  die  Klägerin  die  beiden  tat-
sächlichen  Voraussetzungen  für  ihre  Aktivlegitimation ("Klagebefugnis" 
bzw.  "Klageberechtigung" in  der  Gesetzesterminologie)  nicht.  Entspre-
chend ist die Aktivlegitimation der Klägerin zu verneinen.

5.
Erweist sich das klägerische Begehren somit als mangels Aktivlegitimati-
on offensichtlich unbegründet, ist es abzuweisen.

Eine Stellungnahme der Beklagten ist nicht einzuholen (Art. 253 ZPO). 

6.
Ausgangsgemäss  trägt  die  Klägerin  die  Gerichtskosten  (Art.  106  Abs.  1 
ZPO). 

Der Streitwert beträgt CHF 1 Mio.

Eine  Parteientschädigung  ist  der  Beklagten,  nachdem  sie  nicht  begrüsst 
werden musste, nicht zuzusprechen.

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S2016_008

Der Präsident erkennt:

1.  Das klägerische Massnahmebegehren wird abgewiesen.

2.  Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 4'000.–.

3.  Die Kosten werden der Klägerin auferlegt.

4. Der Beklagten wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5.  Schriftliche Mitteilung an die Parteien, sowie nach Eintritt der Rechts-
kraft an  das  Institut  für  Geistiges  Eigentum,  je  gegen  Empfangsbe-
stätigung.

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  Zivilsachen  geführt  wer-
den (Art. 72 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache ab-
zufassen  und  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit Angabe  der  Be-
weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid 
und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

St. Gallen, 8. August 2016 

Im Namen des Bundespatentgerichts

Präsident

Erste Gerichtsschreiberin

Dr. iur. Dieter Brändle

lic. iur. Susanne Anderhalden

Versand: 10. August 2016

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