# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5ec44e0-1663-5097-a978-384063a7a094
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.06.2021 200 2020 889
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-889_2021-06-18.pdf

## Full Text

200 20 889 ALV
LOU/LUB/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 18. Juni 2021

Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Arbeitslosenkasse Unia 
Kompetenzzentrum D-CH-West, Postfach 3398, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 4. November 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2021, ALV/20/889, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1993 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
stand ab 1. November 2019 als nebenberuflicher ... in einem unbefristeten 
Arbeitsverhältnis mit der B.________ SA (Arbeitgeberin; Akten der Arbeits-
losenkasse Unia [Unia bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 170 f., 182 f.), 
welches er mit Schreiben vom 8. Februar 2020 (act. II 81) per 16. Februar 
2020 kündigte. Am 17. Februar 2020 meldete er sich beim Regionalen Ar-
beitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an (act. II] 186 f.) 
und stellte gleichentags Antrag auf Arbeitslosenentschädigung per 17. Fe-
bruar 2020 (act. II 202-205). Mit Verfügung vom 6. Mai 2020 (act. II 136-
138) stellte die Unia den Versicherten wegen selbstverschuldeter Arbeitslo-
sigkeit ab dem 17. Februar 2020 für die Dauer von 20 Tagen in der An-
spruchsberechtigung ein. Eine hiergegen erhobene Einsprache (act. II 112-
119) wies sie mit Entscheid vom 4. November 2020 (act. II 62-71) ab.

B.

Mit Eingabe vom 30. November 2020 erhob der Versicherte Beschwerde 
gegen den Einspracheentscheid vom 4. November 2020 und stellte folgen-
de Rechtsbegehren:

1. Primärantrag: Das Verwaltungsgericht hebt den angefochtenen Einspracheent-
scheid auf und urteilt, dass in diesem Fall kein Verschulden vorliegt, das die Kür-
zung des Arbeitslosengeldes rechtfertigt.

2. Sekundärantrag: Die angefochtene Verfügung ist an die Erstinstanz zur vollständi-
gen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts und unter Wahrung der mass-
gebenden Rechtsprinzipien (rechtliches Gehör, Verhältnismässigkeit und formelle 
Unterschrift) zur Neubeurteilung zurückzuweisen.

Mit Beschwerdeantwort vom 21. Dezember 2020 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 30. Januar 2021 hielt der Beschwerdeführer sinngemäss an 
den beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren fest.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2021, ALV/20/889, Seite 3

Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 5. Februar 2021 auf 
Einreichung einer Duplik.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 der Verordnung 
vom 31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 
die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmun-
gen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 
1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Ver-
waltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die 
Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 4. Novem-
ber 2020 (act. II 62-71). Streitig und zu prüfen ist die Einstellung in der An-
spruchsberechtigung im Umfang von 20 Tagen ab dem 17. Februar 2020 
wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2021, ALV/20/889, Seite 4

1.3 Der Streitwert liegt bei einer Einstelldauer von 20 Tagen (vgl. E. 1.2 
hiervor) und einer Taggeldhöhe von Fr. 140.-- (act. II 160) unter 
Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterli-
che Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 In formeller Hinsicht macht der Beschwerdeführer ein Eröffnungs-
mangel geltend, da die Verfügung der Unia vom 6. Mai 2020 nicht unter-
zeichnet worden sei (Beschwerde S. 2 Ziff. 3.1).

Die Verfügungen werden mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen. Sie 
sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entspre-
chen. Aus einer mangelhaften Eröffnung einer Verfügung darf der betroffe-
nen Person kein Nachteil erwachsen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Eine Unter-
schrift ist bei sozialversicherungsrechtlichen Verfügungen nicht generell 
verlangt; insbesondere ergibt sich die Unterschriftspflicht nicht aus dem 
Grundsatz der Schriftlichkeit (vgl. BGE 105 V 249 ff.) und besteht nament-
lich bei Verfügungen, welche IT-gestützt ausgefertigt werden, nicht (vgl. 
BGE 112 V 87 f.). In der Praxis werden sozialversicherungsrechtliche Ver-
fügungen kaum je handschriftlich unterzeichnet (UELI KIESER, Kommentar 
zum ATSG, 4. Aufl. 2020, Art. 49 N. 57).

Zwar erkannte der Beschwerdeführer zu Recht, dass die Verfügung vom 
6. Mai 2020 (act. II 136-138) nicht handschriftlich unterzeichnet wurde, die 
Unterschrift stellt jedoch, wie zuvor ausgeführt, bei sozialversicherungs-
rechtlichen Verfügungen kein generelles Gültigkeitserfordernis dar. Aus 
dem Briefkopf der Verfügung und den weiteren Angaben (Adresse, Name 
des Sachbearbeiters, Personen-Nr., SV-Nr. etc.) geht zweifelsfrei hervor, 
dass der mit Einsprache beanstandete Entscheid durch die Beschwerde-
gegnerin erlassen wurde, was der Beschwerdeführer auch nicht in Abrede 
stellt. Der Name des Sachbearbeiters erscheint zudem auch an anderer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2021, ALV/20/889, Seite 5

Stelle in den Akten (vgl. act. II 143 f., 146). Im Übrigen hat die Beschwer-
degegnerin im Verwaltungsverfahren weder die Kompetenz bzw. Zustän-
digkeit des Sachbearbeiters zum Erlass der Verfügung noch deren rechtli-
che Aussenwirkung in Zweifel gezogen (vgl. act. II 68 f. Ziff. 17 f.). Ein 
Eröffnungsmangel ist daher zu verneinen (vgl. dazu auch Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 8. Oktober 2019, 8C_434/2019, E. 2.2).

2.2 Weiter macht der Beschwerdeführer in formeller Hinsicht eine Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs geltend. Die Stellungnahmen der Arbeitge-
berin vom 7. April und 29. Oktober 2020 seien ihm nicht zugestellt worden, 
bzw. hätten ihm zugstellt werden müssen. Den Inhalt letzterer im Einspra-
cheentscheid wiederzugeben entspreche nicht Art. 21 Abs. 1 VRPG. Die 
verfügende Instanz habe die Parteien anzuhören, bevor sie verfüge oder 
entscheide (Beschwerde S. 2 f. Ziff. 3.2).

Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der 
Bundesverfassung [BV; SR 101]). Das rechtliche Gehör dient einerseits der 
Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwir-
kungsrecht der Verfahrensbeteiligten beim Erlass von Verfügungen dar, die 
ihre Rechtsstellung betreffen. Dazu gehört insbesondere das Recht der 
Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äus-
sern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, 
mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung 
wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Be-
weisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu be-
einflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungs-
recht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in 
einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 
143 V 71 E. 4.1 S. 72; SVR 2019 AHV Nr. 7 S. 20 E. 3.1.1). Nach der 
Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung 
des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die 
Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die so-
wohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Die Heilung 
eines allfälligen Mangels soll aber die Ausnahme bleiben (BGE 137 I 195 
E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2019 IV Nr. 65 S. 210 E. 
4.3). Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2021, ALV/20/889, Seite 6

Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst 
bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs abzusehen, 
wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und 
damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der An-
hörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförder-
lichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 
2.3.2 S. 197; SVR 2019 AHV Nr. 7 S. 20 E. 3.1.1, 2013 IV Nr. 26 S. 76 E. 
4.2).

Bereits vor Erlass der mit Einsprache angefochtenen Verfügung vom 6. Mai 
2020 (act. II 136-138) legte der Beschwerdeführer gegenüber der Be-
schwerdegegnerin in dem als "Stellungnahme im Voraus zur Kündigung an 
B.________ SA" bezeichneten Schreiben vom 17. Dezember 2018 (recte: 
wohl Februar 2020; Eingangsdatum: 19. Februar 2020; act. II 185) die 
Gründe, welche ihn zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses veranlasst 
hatten, dar. Sodann gewährte ihm die Beschwerdegegnerin mit Schreiben 
vom 7. April 2020 (act. II 161) und damit vor Erlass der angefochtenen Ver-
fügung erneut Gelegenheit, eine Stellungnahme zum Kündigungsgrund 
einzureichen, welche er mit Schreiben vom 17. Dezember 2018 (recte: 
wohl April 2020; Eingangsdatum: 21. April 2020; act. II 155; vgl. auch 
act. II 124) wahrnahm. Die verfügende Instanz hat damit den Beschwerde-
führer vor der Verfügung angehört bzw. ihm das rechtliche Gehör gewährt. 
Unerheblich ist, dass die Beschwerdegegnerin ihm die Aktennotiz vom 
23. April 2020 über das Telefongespräch mit der Arbeitgeberin nicht wei-
tergeleitet hat. Die Parteien müssen nicht angehöhrt werden vor Verfügun-
gen, die durch Einsprache anfechtbar sind (Art. 42 ATSG). Unter diesen 
Umständen zielt auch der Einwand, die Beschwerdegegnerin dürfe die 
notwendigen Sachverhaltsabklärungen nicht einfach ins Einspracheverfah-
ren verschieben (Beschwerde S. 3 Ziff. 3.3), ins Leere, klärte sie doch of-
fensichtlich den Sachverhalt vor Verfügungserlass ab. Dass die Beschwer-
degegnerin im Einspracheverfahren von der Arbeitgeberin eine zusätzliche 
Stellungnahme vom 29. Oktober 2020 (act. II 72) einholte, vermag daran 
nichts zu ändern, zumal die in der Einsprache vorgebrachten Einwände 
dazu Anlass gaben. Letztlich kann aber offen bleiben, ob eine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs insbesondere auch hinsichtlich der im Einsprache-
verfahren eingeholten Stellungnahme der Arbeitgeberin vom 29. Oktober 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2021, ALV/20/889, Seite 7

2020 (act. II 72) vorliegt, wenn ein Versicherter gar nie – auch nicht vor 
Beschwerdeerhebung – Akteneinsicht verlangt hat. Denn eine allfällige 
Verletzung des rechtlichen Gehörs wäre hier so oder anders geheilt, wurde 
doch die besagte Stellungnahme, wie der Beschwerdeführer selbst aus-
führt (Beschwerde S. 3 Ziff. 3), im angefochtenen Einspracheentscheid 
ausführlich wiedergegeben (act. II 65 Ziff. 7), sodass er davon hat Kenntnis 
nehmen und sich vor dem angerufenen Gericht – das sowohl den Sachver-
halt wie auch die Rechtslage und die Angemessenheit frei überprüfen kann 
– äussern können. Im Übrigen war es dem Beschwerdeführer ohne weite-
res möglich, gestützt auf den angefochtenen Einspracheentscheid eine 
ausführlich begründete Beschwerde einzureichen, zumal die Beschwerde-
gegnerin darin die wesentlichen Überlegungen genannt hat, von denen sie 
sich hat leiten lassen und auf welche sich deren Entscheid stützt. Ausser-
dem muss sie sich nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behaup-
tung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzten sondern sie kann 
sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken 
(BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181; SVR 2020 AHV Nr. 
2 S. 5 E. 4, 2017 KV Nr. 6 S. 30 E. 5).

3.

3.1 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist die versicherte Person in der 
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden 
arbeitslos ist. Der Tatbestand der selbst verschuldeten Arbeitslosigkeit er-
fasst Verhaltensweisen der versicherten Person, die eine Verletzung der 
Pflicht, Arbeitslosigkeit zu vermeiden, bedeuten (ARV 2014 S. 147 E. 3.1). 
Die Arbeitslosigkeit gilt insbesondere dann als selbstverschuldet, wenn die 
versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne 
dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Ver-
bleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 
lit. b AVIV).

3.2 Nach der Rechtsprechung ist bei der Prüfung der Frage, ob der ver-
sicherten Person ein Verbleiben am bisherigen Arbeitsplatz nicht mehr zu-
mutbar gewesen sei, ein strenger Massstab anzulegen (SVR 1997 ALV 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2021, ALV/20/889, Seite 8

Nr. 105 S. 323 E. 1). Dass die Art der Beschäftigung oder das Betriebskli-
ma den Wünschen der versicherten Person nicht entsprochen haben, 
genügt zur Annahme der Unzumutbarkeit nicht (ARV 1986 S. 95 E. 2). 
Auch ein gespanntes Verhältnis zu Vorgesetzten oder Mitarbeiterinnen und 
Mitarbeitern des früheren Arbeitgebers begründet für sich allein keine Un-
zumutbarkeit (BGE 124 V 234 E. 4b bb S. 239; ARV 1986 S. 92 E. 2b; Ent-
scheid BGer vom 9. Juni 2017, 8C_66/2017, E. 2). Eine Unzumutbarkeit 
aus gesundheitlichen Gründen muss durch ein eindeutiges ärztliches 
Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel) belegt sein, 
wobei die Zumutbarkeit zum Verbleiben strenger beurteilt wird als die Zu-
mutbarkeit zum Antritt einer neuen Stelle (BGE 124 V 234 E. 4b bb S. 238; 
ARV 2009 S. 265 E. 2.2; BGer 8C_66/2017, E. 2 und E. 4.3).

4.

4.1 Aufgrund der Akten ist erstellt und unbestritten, dass der Beschwer-
deführer das seit 1. November 2019 bestehende (unbefristete) Arbeitsver-
hältnis mit der B.________ SA am 8. Februar 2020 per 16. Februar 2020 
kündigte (act. II 81, 170 f., 182 f., 186, 202 f.). Es liegen gestützt auf die 
Akten keine Hinweise vor, dass die Arbeitgeberin ihn gezwungen hätte, von 
sich aus zu kündigen. Daran vermag auch die mit E-Mail vom 31. Januar 
2020 (act. II 76) bzw. Schreiben vom 7. Februar 2020 (act. II 154) ausge-
sprochene Verwarnung mit Kündigungsandrohung der Arbeitgeberin nichts 
zu ändern. Aus deren Ausführungen kann nicht geschlossen werden, der 
Beschwerdeführer sei von ihr zur Kündigung gedrängt worden. Das Vor-
bringen des Beschwerdeführers, er habe sich entschlossen, der fristlosen 
Entlassung zuvor zu kommen und von seinem Recht zur kurzfristigen Auf-
lösung des Arbeitsverhältnisses Gebrauch zu machen (Replik S. 4 
Ziff. 1.4.4), überzeugt daher nicht.

Angesichts der arbeitsvertraglichen Regelung vom 31. Oktober 2019, wo-
nach der Einsatzplan je nach Bedarf der Arbeitgeberin sowie der angekün-
digten Verfügbarkeit des Arbeitnehmers erstellt werde und die Arbeitszeit 
daher von Monat zu Monat variieren könne sowie der Entlöhnung im Stun-
denlohn (act. II 182 Ziff. 2.2 und 4.1), ist von einem sog. Arbeitsverhältnis 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2021, ALV/20/889, Seite 9

auf Abruf auszugehen (vgl. ULLIN STREIFF/ADRIAN VON KAENEL/ROGER RU-
DOLPH, Arbeitsvertrag, 7. Aufl. 2012, Art. 319 N 18). Eine Garantie für einen 
bestimmten Beschäftigungsgrad wurde darin nicht vorgesehen. Darüber 
hinaus bestehen keine Hinweise darauf, dass die Arbeitgeberin den Be-
schwerdeführer vorübergehend weniger oder gar nicht mehr zur Arbeit auf-
gefordert hätte und dass sie auch weiterhin nicht beabsichtigt hätte, ihn wie 
bisher zur Arbeit aufzubieten (vgl. AVIG-Praxis ALE des Staatssekretariats 
für Wirtschaft [SECO], Rz. B98 [abrufbar unter <www.arbeit.swiss>]).

Der Beschwerdeführer macht zwar weiter geltend, er habe während der 
Probezeit eine andere Stelle gesucht, die ihm auch praktisch sicher zuge-
sagt gewesen sei, gesteht jedoch selber ein, die Anstellung habe sich dann 
aber im letzten Moment zerschlagen (act. II 156 Ziff. 4; Beschwerde S. 10 
Ziff. 3.7 lit. d). Folglich hat er sein Arbeitsverhältnis mit der B.________ SA 
aufgelöst, ohne dass ihm im Kündigungszeitpunkt eine neue Stelle tatsäch-
lich zugesichert gewesen war. Damit begründet die Kündigung durch den 
Beschwerdeführer grundsätzlich eine selbstverschuldete Arbeitslosigkeit 
nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV (vgl. E. 3.1 hiervor). Durch sein Verhalten 
ging er das Risiko ein, länger arbeitslos zu bleiben. Zu prüfen ist somit die 
Frage der Zumutbarkeit des Verbleibens am bisherigen Arbeitsplatz (vgl. 
E. 3.1 in fine und 3.2 hiervor).

4.2 Im Rahmen der Abklärung des Kündigungsgrundes (act. II 161) 
machte der Beschwerdeführer im Schreiben vom 17. Dezember 2018 (rec-
te: wohl April 2020; act. II 124 f. und act. II 155 f. jeweils Ziff. 1 f.) gegenü-
ber der Beschwerdegegnerin geltend, es sei ihm nicht möglich gewesen, 
die (zeitlich engen) Einsatzpläne einzuhalten. Gemäss den Akten hielten 
sich nach Ansicht der Arbeitgeberin denn auch diverse andere Mitarbeiter 
nicht an die Einsatzpläne und es erfolgten deshalb zunächst per E-Mail 
vom 31. Januar 2020 (act. II 76) allgemeine Verwarnungen mit Kündi-
gungsandrohung gleichzeitig an mehrere Mitarbeitende – mitunter auch 
den Beschwerdeführer – in harschem Ton (act. II 76) und anschliessend 
noch individuell schriftlich am 7. Februar 2020 für den Beschwerdeführer 
(act. II 154). In der Begründung der Einsprache vom 27. Mai 2020 führte er 
zudem aus, das Arbeitsklima sei unzumutbar, zerrüttet, unmöglich und sehr 
frustrierend gewesen (act. II 113 Ziff. 3.2 lit. b).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2021, ALV/20/889, Seite 10

Ungeachtet allfälliger Verfehlungen der Angestellten der Arbeitgeberin er-
scheinen die kollektive Verwarnung per Mail wie auch die darin angeschla-
gene Ausdrucksweise und verbale Behandlung der Angestellten als unge-
wöhnlich und lassen angesichts der groben Tonlage ohne weiteres auf ein 
angespanntes Verhältnis zwischen der Arbeitgeberin sowie den Arbeit-
nehmenden schliessen und sie bestätigen zweifellos allgemein einen ge-
wissen Druck und Schwierigkeiten im Betrieb. 

Anhand der Akten bleibt unklar, ob der Beschwerdeführer ab Februar 2020 
mit einem bestimmten Beschäftigungsgrad und fixem Monatslohn fest an-
gestellt wurde, ein entsprechender (neuer schriftlicher) Arbeitsvertrag fehlt 
soweit ersichtlich. Gegen eine entsprechende Anstellung ab Februar 2020 
sprechen jedenfalls der am 31. Oktober 2019 abgeschlossene unbefristete 
Arbeitsvertrag auf Abruf, zumal dieser keine Angaben über einen Wechsel 
zu einem Voll- oder Teilzeitarbeitsverhältnis mit bestimmtem Beschäfti-
gungsgrad enthält (act. II 182 f.), die vagen Bedingungen der Arbeitgeberin, 
wie etwa "Nach Ablauf der Probezeit wird je nach Situation auf einen Fest- 
und/oder Teilzeitvertrag geändert" (act. II 78), sowie die unklare Verknüp-
fung einer Anstellung mit den Aufträgen und dem Geschäftsverlauf 
(act. II 72 Ziff. 4, act. II 75). Insofern kann ungeachtet der umstrittenen und 
unklaren Lohnregelung jedenfalls nicht gesagt werden, der Beschwerdefüh-
rer sei per Februar 2020 in eine Anstellung mit bestimmtem Beschäfti-
gungsrad bzw. fixem Monatslohn gewechselt, sondern lief überwiegend 
wahrscheinlich (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429) das am 31. Oktober 
2019 abgeschlossenen Arbeitsverhältnis auf Abruf weiter. Sodann lässt 
sich anhand der Akten – entgegen den beschwerdeführerischen Vorbrin-
gen (Beschwerde S. 3 ff. Ziff. 3.4 f.) – nicht erhärten, dass die vereinbarte 
dreimonatige Probezeit (vgl. Arbeitsvertrag vom 31. Oktober 2019 
[act. II 182 f.] i.V.m. Art. 9 Abs. 2 des als integrierenden Bestandteil bilden-
den Gesamtarbeitsvertrages [GAV] für den Bereich der … … [abrufbar un-
ter <www.seco.admin.ch>, Rubrik: Arbeit/Personenfreizügigkeit und Ar-
beitsbeziehungen/Gesamtarbeitsverträ-ge/Gesamtarbeitsverträge 
Bund/Allgemeinverbindlich erklärte Gesamtarbeitsverträge]), welche auch 
bei der Arbeit auf Abruf der vertraglich zulässigen Höchstdauer entspricht 
(vgl. STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., Art. 335b N 14), im Zeit der 
Kündigung des Beschwerdeführers vom 8. Februar 2020 (act. II 81) ange-

http://www.seco.admin.ch
https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit.html
https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit/Personenfreizugigkeit_Arbeitsbeziehungen.html
https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit/Personenfreizugigkeit_Arbeitsbeziehungen.html
https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit/Personenfreizugigkeit_Arbeitsbeziehungen/Gesamtarbeitsvertraege_Normalarbeitsvertraege.html
https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit/Personenfreizugigkeit_Arbeitsbeziehungen/Gesamtarbeitsvertraege_Normalarbeitsvertraege/Gesamtarbeitsvertraege_Bund.html
https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit/Personenfreizugigkeit_Arbeitsbeziehungen/Gesamtarbeitsvertraege_Normalarbeitsvertraege/Gesamtarbeitsvertraege_Bund.html
https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit/Personenfreizugigkeit_Arbeitsbeziehungen/Gesamtarbeitsvertraege_Normalarbeitsvertraege/Gesamtarbeitsvertraege_Bund/Allgemeinverbindlich_erklaerte_Gesamtarbeitsvertraege.html

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2021, ALV/20/889, Seite 11

dauert hätte. Daran vermag auch die vom Beschwerdeführer in der Be-
schwerde (S. 4 Ziff. 3.4 lit. b) abgebildete Nachricht der Arbeitgeberin vom 
10. Februar 2020 nichts zu ändern. Wird eine längere Probezeit vereinbart 
als drei Monate, so ist die Abmachung zwar nicht nichtig (dann würde die 
gesetzliche Frist von einem Monat gelten), sondern nur teilnichtig, d.h. sie 
wird auf drei Monate reduziert (vgl. STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., 
Art. 335b N 5). Zudem bestehen auch keine Hinweise für eine Verhinde-
rung an der Arbeitsleistung (infolge Krankheit, Unfall oder Erfüllung einer 
nicht freiwillig übernommenen, gesetzlichen Pflicht), welche die Probezeit 
um die Dauer der Verhinderung verlängerte (vgl. STREIFF/VON KAE-
NEL/RUDOLPH, a.a.O., Art. 335b N 13; vgl. auch Lohnabrechnungen der 
Monate November, Dezember 2019 und Januar 2020; act. II 189-191). 
Entsprechendes wird denn auch nicht geltend gemacht. Letztlich kann je-
doch die Frage nach der Dauer der Probezeit offenbleiben, denn – selbst 
bei Annahme von deren Fortdauer und einer Kündigungsfrist von lediglich 
sieben Tagen – ist im Rahmen der Schadenminderungspflicht und des zu-
mutbaren Verbleibens an der Arbeitsstelle (vgl. E. 4.3 hiernach) die Kündi-
gung per 16. Februar 2020 dem Beschwerdeführer als verfrüht vorzuwer-
fen.

4.3 Aufgrund des ungewöhnlichen und harschen Verhaltens der Arbeit-
geberin im Rahmen der Verwarnung vom 31. Januar bzw. 7. Februar 2020 
(act. II 76, 154) sowie der unterschiedlichen Auffassung bzw. Differenzen 
hinsichtlich der Art und Weise der Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses 
nach vollendeter Probezeit erscheint zwar der Entschluss zur Selbstkündi-
gung des unbefristeten Arbeitsverhältnisses mit der B.________ SA bis zu 
einem bestimmten Grad als verständlich. Jedoch ist hier im allein massge-
benden, arbeitslosenversicherungsrechtlichen Kontext festzuhalten, dass 
es dem Beschwerdeführer zumutbar gewesen wäre, das Arbeitsverhältnis 
erst zu kündigen, wenn er eine neue Stelle zugesichert gehabt hätte. Ein 
schlechtes Arbeits-/Betriebsklima sowie Meinungsverschiedenheiten und 
Spannungen zu den Vorgesetzen vermögen eine Unzumutbarkeit des Ver-
bleibens am bisherigen Arbeitsplatz nicht zu begründen (vgl. E. 3.2 hier-
vor). Die Verhältnisse an der Arbeit mögen für den Beschwerdeführer sub-
jektiv unbefriedigend gewesen sein, rechtfertigen jedoch unter Berücksich-
tigung der strengen bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine vorzeitige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2021, ALV/20/889, Seite 12

Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Auch wenn dem Beschwerdeführer 
gemäss den arbeitsvertraglichen Bestimmungen kein bestimmter Beschäf-
tigungsgrad garantiert wurde, handelt es sich nicht um ein Arbeitsverhältnis 
mit ausserordentlichen und nicht absehbaren Beschäftigungsschwankun-
gen, die eine Arbeit im Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. g AVIG unzumutbar 
erscheinen lassen (vgl. AVIG-Praxis ALE Rz. B99 und D26). Der Be-
schwerdeführer arbeitete im November 2019 167.62 Stunden (inkl. 12 Std. 
"e-learning"; act. II 191), im Dezember 2019 171.55 Stunden (act. II 190) 
sowie im Januar 2020 198.72 Stunden (act. II 189) und erzielte dabei je-
weils Nettolöhne (inkl. Dienstspesen) von Fr. 3'753.70, Fr. 3'817.70 und 
Fr. 4'764.00. Die Arbeitseinsätze waren ferner gemäss den arbeitsvertragli-
chen Bestimmungen nicht unvorhersehbar, sondern richteten sich mitunter 
auch nach der angekündigten Verfügbarkeit des Arbeitnehmers (act. II 182 
Ziff. 2.2) und waren somit vom Beschwerdeführer seiner Kapazität entspre-
chend planbar. Eine ständige – die Arbeit als unzumutbar begründende – 
Abrufbereitschaft war nicht erforderlich (vgl. AVIG-Praxis ALE Rz. B296). 
Schliesslich ist eine Unzumutbarkeit für das Verbleiben am bisherigen Ar-
beitsplatz auch aus medizinischer Sicht nicht erstellt und wird auch nicht 
geltend gemacht. Ein entsprechendes Arztzeugnis wurde nicht vorgelegt, 
welches eine gesundheitsbedingte Unzumutbarkeit des Verbleibs – bis zum 
Finden einer neuen Stelle – bestätigt hätte. 

4.4 Zusammenfassend wäre es dem Beschwerdeführer zumutbar ge-
wesen, sein Arbeitsverhältnis weiterzuführen und mit einer Kündigung zu-
zuwarten, bis er eine neue Arbeitsstelle gefunden hätte. Die Arbeitslosigkeit 
infolge der Selbstkündigung vom 8. Februar 2020 (act. II 81) ohne zugesi-
cherte andere Stelle gilt damit als selbstverschuldet (Art. 44 Abs. 1 lit. b 
AVIV), weshalb der Beschwerdeführer gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in 
der Anspruchsberechtigung einzustellen ist (vgl. E. 3.1 f. hiervor). Der 
Sachverhalt erweist sich als hinreichend abgeklärt und auf weitere Be-
weismassnahmen kann in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden 
(BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236, 124 V 90E. 4b S.94, 122 V 157E. 1d S. 162; 
SVR 2017 ALV Nr. 6 S. 18 E. 4.2).

4.5 Zu prüfen bleibt die Angemessenheit der verfügten Sanktion von 
20 Einstelltagen ab dem 17. Februar 2020.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2021, ALV/20/889, Seite 13

4.5.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Ver-
schuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und nicht nach der tatsächlichen 
Dauer der Arbeitslosigkeit (BGE 113 V 154; SVR 2006 ALV Nr. 20 S. 71 
E. 3.1 f.). Massgebend ist das Gesamtverhalten der versicherten Person, 
das unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalls, 
d.h. der objektiven und subjektiven Gegebenheiten zu würdigen ist (BGE 
141 V 365 E. 4.1 S. 369). Die Dauer der Einstellung beträgt 1 bis 15 Tage 
bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei 
schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a - c AVIV). Nach Art. 45 Abs. 4 
lit. a AVIV liegt unter anderem ein schweres Verschulden vor, wenn die 
versicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstel-
le ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle aufgegeben hat.

Innerhalb dieses Rahmens entscheiden die Organe der Arbeitslosenversi-
cherung nach pflichtgemässem Ermessen. Das Sozialversicherungsgericht 
darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund anstelle desjenigen der Ver-
waltung setzen; die Rekursbehörde muss sich somit auf Gegebenheiten 
abstützen können, welche ihre abweichende Ermessensausübung als na-
heliegender erscheinen lassen (BGE 123 V 150 E. 2 S. 152; SVR 2020 
ALV Nr. 11 S. 36 E. 3.3; ARV 2020 S. 95 E. 4.2).

4.5.2 Indem die Beschwerdegegnerin eine Einstellung von 20 Tagen ver-
fügte (act. II 137), qualifizierte sie das Verschulden des Beschwerdeführers 
als mittelschwer im unteren Bereich (vgl. E. 4.5.1 hiervor). Wenn – wie hier 
– eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen aufgegeben 
wird, liegt grundsätzlich ein schweres Verschulden gemäss Art. 45 Abs. 4 
lit. a AVIV vor (vgl. auch das Einstellraster gemäss AVIG-Praxis ALE 
Rz. D75 Ziff. 1.D). Art. 45 Abs. 3 AVIV bildet deshalb bei Einstellungen 
nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV die Regel, von welcher jedoch bei Vorliegen 
besonderer Umstände im Einzelfall abgewichen werden darf. Dabei ist das 
Vorliegen entschuldbarer Gründe im Sinne von Art. 45 Abs. 3 AVIV für eine 
allfällige Milderung der Sanktion massgebend, sofern solche eine Sanktion 
nicht geradezu ausschliessen. Diese im konkreten Einzelfall liegenden 
Gründe können sich auf die Situation der betroffenen Person oder auf eine 
objektive Gegebenheit beziehen (BARBARA KUPFER BUCHER, Rechtspre-
chung des Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl. 2019, Art. 30 S. 203; Ent-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2021, ALV/20/889, Seite 14

scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] 
vom 4. April 2007, C 186/06, E. 2; BGE 130 V 125 E. 3.2 S. 126). Mit Blick 
auf die schuldmindernd zu berücksichtigenden Umstände des Beschwerde-
führers, insbesondere dem harschen gestörten Betriebsklima, den Span-
nungen zu den Vorgesetzten wie auch den unbestimmten Angaben betref-
fend Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nach vollendeter Probezeit, er-
scheint die auf 20 Einstelltage festgesetzte Sanktion vertretbar. Es besteht 
kein triftiger Grund, in das Ermessen der Verwaltung einzugreifen (vgl. 
E. 4.5.1 hiervor).

4.6 Nach dem Dargelegten ist die mit Einspracheentscheid vom 4. No-
vember 2020 (act. II 62-71) bestätigte Einstellung in der Anspruchsberech-
tigung von 20 Tagen ab dem 17. Februar 2020 wegen selbstverschuldeter 
Arbeitslosigkeit im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist ab-
zuweisen.

5.

5.1 Es sind keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 1 Abs. 1 AVIG 
i.V.m. aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen 
und hier anwendbaren Fassung [vgl. Art 83 ATSG]).

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat der unterliegende Beschwerde-
führer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus 
Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG); der Beschwerdegegnerin 
steht praxisgemäss ebenfalls keine Parteientschädigung zu (Art. 104 
Abs. 4 i.V.m. Art. 2 Abs. 1 lit. c VRPG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2021, ALV/20/889, Seite 15

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________ (mitsamt Kopie der Eingabe der Beschwerdegegnerin 

vom 5. Februar 2021)
- Arbeitslosenkasse Unia 
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.