# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7590dd8d-62ca-5c7e-b3c3-8ee4576f2809
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-03-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.03.2016 E-1308/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1308-2016_2016-03-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-1308/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  M ä r z  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichter Daniel Willisegger, 

mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;   

Gerichtsschreiber Pascal Waldvogel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 10. Februar 2016 / N (…). 

 

 

 

E-1308/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin verliess Eritrea nach eigenen Angaben im Juli 

2014. Am 29. September 2014 reiste sie in die Schweiz ein und stellte glei-

chentags ein Asylgesuch. Am 30. Oktober 2014 wurde sie im Empfangs- 

und Verfahrenszentrum Basel zur Person befragt (BzP). Die Vorinstanz 

hörte sie am 15. Januar 2016 zu den Asylgründen an. Im Wesentlichen 

machte sie geltend, im August 2012 sei ihr Ehemann festgenommen wor-

den. Man habe ihn beschuldigt, Leuten bei der Flucht aus dem Land ge-

holfen zu haben. Im April 2013 seien die Behörden zwei Mal bei ihr zu 

Hause vorbeigekommen. Aus Angst, selbst auch verhaftet zu werden, habe 

sie Eritrea illegal verlassen. 

B.  

Mit Verfügung vom 10. Februar 2016 – eröffnet am 12. Februar 2016 – 

stellte die Vorinstanz fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingsei-

genschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung 

aus der Schweiz. Den zuständigen Kanton beauftragte sie mit dem Vollzug 

der Wegweisung. 

C.  

Mit Eingabe vom 1. März 2016 reichte die Beschwerdeführerin beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde ein. Sie beantragte, die Verfügung 

vom 10. Februar 2016 sei aufzuheben und sie sei als Flüchtling vorläufig 

aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht sei ihr die unentgeltliche Prozess-

führung zu gewähren und es sei auf Erhebung eines Kostenvorschusses 

zu verzichten. 

Sie reichte eine Fürsorgebestätigung sowie einen Bericht, indem sie ihre 

Ausreise aus Eritrea schildert, zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die 

Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung 

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Seite 3 

legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung 

auf Verletzung von Bundesrecht sowie unrichtige und unvollständige Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts hin (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

Im Zusammenhang mit dem Wegweisungsvollzug kann zudem die Unan-

gemessenheit gerügt werden (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 49 VwVG; vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

2.2 Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden die 

Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin, die Wegweisung und der 

Wegweisungsvollzug. Im Asylpunkt wurde die Verfügung von der Be-

schwerdeführerin nicht angefochten. 

2.3 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 7 AsylG muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder 

zumindest glaubhaft machen, wer um Asyl nachsucht (Abs. 1). Glaubhaft 

gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhanden-

sein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Abs. 2). Un-

glaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu 

wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht 

entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismit-

tel abgestützt werden (Abs. 3).  

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in einem publizierten Entscheid dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (BVGE 

2010/57 E. 2.2 und 2.3). 

3.2 Gemäss Art. 54 AsylG (subjektive Nachfluchtgründe) wird Flüchtlingen 

kein Asyl gewährt, wenn sie erst durch ihre Ausreise aus dem Heimat- oder 

Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise Flüchtlinge 

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Seite 4 

im Sinne von Art. 3 AsylG wurden. Personen mit subjektiven Nachflucht-

gründen erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig 

aufgenommen. Massgebend ist dabei einzig, ob die heimatlichen Behör-

den das Verhalten des Asylsuchenden als staatsfeindlich einstufen und 

dieser deswegen bei einer Rückkehr in den Heimatstaat eine Verfolgung 

im Sinne von Art. 3 AsylG befürchten muss. Es bleiben damit die Anforde-

rungen an den Nachweis einer begründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und 

7 AsylG; vgl. zum Ganzen auch BVGE 2009/29 E. 5.1; BVGE 2009/28 

E. 7.1). 

4.  

4.1 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz und der Beschwerdeführerin 

geht das Gericht davon aus, dass ein legales Verlassen des Landes ledig-

lich mit einem gültigen Reisepass und einem zusätzlichen Ausreisevisum 

möglich ist, und dass Ausreisevisa bereits seit mehreren Jahren nur noch 

unter sehr restriktiven Bedingungen und gegen Bezahlung hoher Geldbe-

träge an wenige als loyal beurteilte Personen ausgestellt werden, wobei 

Kinder ab elf Jahren, Männer bis zum Alter von 54 Jahren und Frauen bis 

47 Jahre grundsätzlich von der Visumserteilung ausgeschlossen sind. Ver-

schiedentlich gab es auch Zeiten, in welchen überhaupt keine derartigen 

Dokumente mehr erhältlich waren, selbst bei Vorliegen eines gültigen Rei-

sepasses. Wer versucht, das Land ohne behördliche Erlaubnis zu verlas-

sen, riskiert neben der gesetzlich angedrohten Bestrafung sein Leben, da 

die Grenzschutztruppen gemäss übereinstimmenden Quellen den Befehl 

haben, Fluchtversuche mit gezielten Schüssen zu verhindern. Das eritrei-

sche Regime erachtet das illegale Verlassen des Landes als Zeichen poli-

tischer Opposition gegen den Staat und versucht, mit den drakonischen 

Massnahmen der sinkenden Wehrbereitschaft und der Massenfluchtbewe-

gung in der Bevölkerung Herr zu werden (vgl. Urteil des BVGer                      

E-5045/2009 vom 29. November 2012 E. 6.4.2 m.w.H.). 

4.2 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung aus, der Be-

schwerdeführerin sei es nicht gelungen, ihre illegal Ausreise und damit sub-

jektive Nachfluchtgründe glaubhaft zu machen. Sie lege ihre Ausreise auf 

widersprüchliche, substanzlose und unplausible Art und Weise dar. So wi-

derspreche sie sich bezüglich der Zeit, die sie und ihre Begleiterin für die 

Ausreise gebraucht hätten und könne trotz mehrmaligem Nachfragen nicht 

sagen, wie sie sich orientiert hätten. 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/29
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/28

E-1308/2016 

Seite 5 

4.3 Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, sie habe bei den Befra-

gungen durch die Vorinstanz nicht die ganze Wahrheit gesagt. Sie habe 

verschwiegen, dass sie mit Hilfe eines Schleppers ausgereist sei. Dem 

Schlepper habe sie versprechen müssen, dass sie ihn niemandem gegen-

über erwähne. Sie habe jetzt realisiert, dass dies für sie schwere Konse-

quenzen habe und bereue es. Sie habe deshalb ihre Ausreise nochmals 

aufgeschrieben. Sie komme aus Eritrea, was von der Vorinstanz nicht an-

gezweifelt werde, und sei im militärdienstpflichtigen Alter, weshalb sie 

grundsätzlich kein Ausreisevisum erhalten könne. 

4.4 Aufgrund der Akten stimmt das Gericht der Vorinstanz darin zu, dass 

die Vorbringen der Beschwerdeführerin zu ihrer angeblich illegalen Aus-

reise aus Eritrea unglaubhaft sind. Die Beweiswürdigung der Vorinstanz ist 

nicht zu beanstanden. 

So führt die Vorinstanz zutreffend aus, die Beschwerdeführerin widerspre-

che sich bezüglich der Dauer, die sie und ihre Begleiterin für die Grenz-

überquerung gebraucht hätten. So gibt die Beschwerdeführerin in der BzP 

zu Protokoll, dies habe zwei Stunden gedauert (SEM-Akten, A3/12 S. 7), 

während sie in der Anhörung sagt, sie seien die ganze Nacht hindurch ge-

laufen (SEM-Akten, A16/20 F172). Dass dies in der BzP falsch übersetzt 

worden sei, wie die Beschwerdeführerin vorbringt, ist als Schutzbehaup-

tung zu qualifizieren. So bestätigt die Beschwerdeführerin in der BzP un-

terschriftlich die Vollständigkeit und Richtigkeit ihrer Aussagen nach der 

Rückübersetzung Satz für Satz (SEM-Akten, A3/12 S. 9). Wie sie und ihre 

Kollegin sich orientiert hätten, kann sie auch auf mehrfaches Nachfragen 

hin nicht beantworten (SEM-Akten, A16/20 F187 ff.). Insgesamt ist ihre 

Schilderung der angeblich illegalen Ausreise äusserst substanzlos und ihre 

Antworten sind durchgehend einsilbig und ausweichend. Es ist offensicht-

lich, dass die Beschwerdeführerin das Geschilderte nicht selbst erlebt hat. 

Daran ändert auch nichts, dass die Beschwerdeführerin auf Beschwerde-

ebene eingesteht, dass sie der Vorinstanz in den Befragungen nicht die 

ganze Wahrheit erzählt habe. So wurde die Beschwerdeführerin in beiden 

Befragungen darauf aufmerksam gemacht, dass ihre Aussagen vertraulich 

behandelt werden und sie ohne Furcht sprechen könne (SEM-Akten, A3/12 

S. 1 f. und A16/20 S. 2). Obwohl sie in der Anhörung vom Befrager darauf 

aufmerksam gemacht wurde, dass ihre Schilderung der Ausreise nicht 

glaubhaft sei, bestätigt die Beschwerdeführerin, dass sie die Wahrheit sage 

(SEM-Akten, A16/20 F194). Unter diesen Voraussetzungen muss der in 

englischer Sprache eingereichte Bericht der Beschwerdeführerin, in dem 

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Seite 6 

sie nochmals ihre angeblich illegale Ausreise schildert, als nachgeschoben 

und damit als unglaubhaft qualifiziert werden.  

4.5 Obwohl die Beschwerdeführerin die wahren Umstände ihrer Ausreise 

offensichtlich verheimlicht, lässt sich zwar (in Berücksichtigung der Erwä-

gung 4.1) noch nicht mit Bestimmtheit auf eine legale Ausreise schliessen. 

Aber sie kann auch nicht ausgeschlossen werden. Sich einzig auf die no-

torisch schwierige Ausreise zu berufen, ohne die konkreten Ausreise-

gründe und -umstände auch nur ansatzweise darzutun, reicht nicht aus. 

Die Partei wird nämlich auch unter der in Erwägung 4.1 dargelegten Recht-

sprechung nicht davon entbunden, subjektive Nachfluchtgründe nachzu-

weisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die Beweis- und Substanti-

ierungslast gilt von Gesetzes wegen und wird nicht etwa umgekehrt (Urteile 

des BVGer E-4799/2012 vom 21. Februar 2014 E. 6.3 und E-2511/2015 

vom 17. Juni 2015 E. 5.6). Unter diesen Umständen ist aufgrund der un-

glaubhaften Vorbringen im erstinstanzlichen Verfahren, welche im Übrigen 

ein schiefes Licht auf die persönliche Glaubwürdigkeit der Beschwerdefüh-

rerin werfen, und angesichts des vollständigen Fehlens nachvollziehbarer 

Erklärungen auf Beschwerdeebene festzustellen, dass sie das Vorliegen 

subjektiver Nachfluchtgründen nicht nachzuweisen oder zumindest glaub-

haft zu machen vermag. Die Vorinstanz hat deshalb zu Recht die Flücht-

lingseigenschaft der Beschwerdeführerin verneint. 

5.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus 

der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. Die 

Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. 

BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung wurde zu Recht angeordnet. 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, regelt die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

6.2 Grundsätzlich ist die Zulässigkeit, die Zumutbarkeit und die Möglichkeit 

des Wegweisungsvollzugs von Amtes wegen zu prüfen. Diese Untersu-

chungspflicht findet jedoch ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der asyl-

suchenden Person (Art. 8 AsylG), welche auch die Substanziierungslast 

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Seite 7 

trägt (Art. 7 AsylG). Es ist nicht Sache der Behörden, bei fehlenden, wo-

möglich gezielt vorenthaltenen Hinweisen, nach allfälligen Wegweisungs-

vollzugshindernissen in hypothetischen Herkunftsregionen zu forschen. 

Vermutungsweise ist deshalb davon auszugehen, einer Wegweisung stün-

den keine Vollzugshindernisse im gesetzlichen Sinne entgegen (statt vie-

ler: Urteil des BVGer E-2450/2014 vom 22. Mai 2014). 

6.3 Nach Art. 83 Abs. 3 AuG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-

rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen. Da die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht 

erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 

Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zu-

lässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen ver-

fassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 

des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

[FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 

Weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten er-

geben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-

schaffung nach Eritrea dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach 

Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-

setzt wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig. 

6.4 Nach Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-

länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 

6.4.1 In Eritrea herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt. Bezüglich der 

persönlichen Situation ist vorauszusetzen, dass begünstigende individuelle 

Umstände (namentlich ein wirtschaftlich tragfähiges soziales und familiä-

res Netz oder andere die wirtschaftliche Integration ermöglichende Fakto-

ren) vorliegen (Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 

Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 12 E. 10.5 – 10.8; in neuerer 

Rechtsprechung vgl. Urteile des BVGer E-6845/2013 vom 10. Januar 2014 

E. 7.2, E-6816/2014 vom 9. Juni 2015 und E-5237/2015 vom 20. Oktober 

2015 E. 7.2).  

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Seite 8 

6.4.2 Bezüglich der persönlichen Situation der Beschwerdeführerin kann 

den vorinstanzlichen Erwägungen gefolgt werden. Zutreffend stellt die     

Vorinstanz fest, dass die Beschwerdeführerin ihre Mitwirkungspflicht im 

Asylverfahren grob verletzt hat. Sowohl im Asylpunkt als auch bezüglich 

ihrer angeblich illegalen Ausreise macht sie offensichtlich unglaubhafte 

Aussagen. Korrekt führt die Vorinstanz in ihrer Verfügung aus, dass der 

Beschwerdeführerin ebenfalls nicht geglaubt werden kann, dass sie ver-

heiratet sei, zumal sie bezüglich der Geschwister ihres Ehemannes wider-

sprüchliche Angaben macht (SEM-Akten, A3/12 S. 3 und A16/20 F74). Aus 

der Kopie ihrer Heiratsurkunde kann die Beschwerdeführerin nichts zu ih-

ren Gunsten ableiten, zumal solche Dokumente nicht fälschungssicher 

sind. Überhaupt sind ihre Angaben zu ihrer persönlichen Situation durch-

gehend unsubstantiiert und oberflächlich. Zumindest geht aus ihren Aus-

sagen hervor, dass sie in Eritrea auf ein soziales und familiäres Netz zu-

rückgreifen kann, und dass sie angeblich über einen Onkel in Angola ver-

fügt, der ihr USD 4'000.– für ihre Reise nach Europa bezahlt hat. Des Wei-

teren kann ihre persönliche Situation aufgrund ihrer unglaubhaften Aussa-

gen nicht weiter beurteilt werden. In Anlehnung an Erwägung 6.2 ist des-

halb davon auszugehen, dass der Wegweisung diesbezüglich keine ge-

setzlichen Wegweisungsvollzugshindernisse entgegenstehen. Der Vollzug 

der Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Eritrea ist somit als zumut-

bar zu erachten. 

6.5 Es obliegt der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständigen Vertretung 

ihres Heimatstaats die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu 

beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu BVGE 2008/34 E. 12). Der Voll-

zug der Wegweisung ist möglich. 

6.6 Die Vorinstanz hat den Vollzug demnach zu Recht als zulässig, zumut-

bar und möglich erachtet. Damit fällt die Anordnung einer vorläufigen Auf-

nahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin die Kos-

ten des vorliegenden Verfahrens zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), die auf 

Fr. 600.– festzusetzen sind (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 

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Seite 9 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Dem Ersuchen um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung kann nicht stattgegeben werden, weil ihre Be-

gehren als aussichtslos zu gelten haben (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Der Antrag 

auf Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses ist mit diesem Ent-

scheid gegenstandslos geworden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Daniel Willisegger Pascal Waldvogel