# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 51819c4d-eec1-5b40-bb57-8487a1e975c2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.01.2012 E-26/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-26-2012_2012-01-20.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­26/2012

U r t e i l   v om     2 0 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichterin Muriel Beck Kadima,
mit Zustimmung von Richter Markus König, 
Gerichtsschreiberin Tu­Binh Truong.

Parteien A._______, geboren am (…),
Georgien, 
(…),  
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 7. 
Dezember 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass  der  Beschwerdeführer  –  ein  gebürtiger  Abchase  mit  letztem 
Wohnsitz  in  B._______  (Georgien)  –  eigenen  Angaben  zufolge  am  22. 
November 2010  in die Schweiz einreiste, wo er am 23. November 2010 
um Asyl nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  (EVZ)  Chiasso  vom  29.  November  2010  zur 
Begründung des Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, er sei in 
B._______  (Georgien)  aufgrund  seines  bekannten  politischen 
Engagements – mithilfe von diversen internationalen Organisationen und 
Nichtregierungsorganisationen  (NRO)  habe  er  die  Wahlen  sowie  die 
Haftbedingen in B._______ überwacht – von der Regierung argwöhnisch 
beobachtet und ab Dezember 2006 verfolgt worden (unter anderem fast 
zweimonatige  Inhaftnahme wegen vorgeschobenem Drogenbesitz sowie 
Misshandlungen während der Polizeihaft, vgl. A1/11 S. 5), 

dass  er  ferner  anführte,  er  sei  im  Frühling  2009  nach  C._______ 
gegangen  und  habe  dort  erfolglos  um  Asyl  nachgesucht,  weshalb 
C._______ ihn im März­April 2010 nach Georgien rückgeschafft habe, 

dass er angab, keine weiteren Gründe für die Ausreise aus Georgien zu 
haben (vgl. A1/11 S. 6),

dass  er  anlässlich  der  Anhörung  vom  18.  August  2011  demgegenüber 
vorbrachte,  er  sei  generell  seit  seinem  fünften  Lebensjahr  –  zuerst  in 
Sukhumi  (Hauptstadt  der  Autonomen  Republik  Abchasien),  dann  in 
B._______ und  in Tibilisi  (Städte  in Georgien)  –  aufgrund  seiner Ethnie 
staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen (vgl. A21/18 S. 
4), so habe er insbesondere in seiner Kindheit während des Konfliktes in 
Abchasien  sechs  Monate  in  Gefangenschaft  von  abchasischen  und 
tschetschenischen Gruppierungen  verbracht,  und  er  sei  deshalb  wegen 
seiner  in  der  Schweiz  verbrachten  Untersuchungshaft  retraumatisiert 
worden, weshalb er nun an Gedächtnislücken leide (vgl. A21/18 S. 5 f.), 

dass  er  zudem  vorbrachte,  er  sei  nach  seiner  Rückschaffung  aus 
C._______  von  der  lokalen  Polizei  in  Georgien  verhaftet  worden,  und 
man habe ihm auf dem Polizeiposten mit einer Spritze einen Stoff injiziert, 
der bei ihm eine Gehirnschwäche ausgelöst habe (vgl. A21/18 S. 7 ff.), 

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dass  er  schliesslich,  um eine  allfällige Rückführung  nach Russland  bat, 
zumal er auch die russische Staatsangehörigkeit besitze,

dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung 
vom 7. Dezember 2011 – eröffnet am 9. Dezember 2011 – ablehnte und 
die Wegweisung und deren Vollzug anordnete,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 30. Dezember 2011 gegen 
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
dabei  sinngemäss  beantragte,  ihm  sei  die  Flüchtlingseigenschaft 
zuzuerkennen sowie Asyl zu gewähren, 

dass  er  zudem  seinen  bereits  anlässlich  der  Anhörung  geäusserten 
Wunsch vorbrachte, es sei –  für den Fall der Abweisung  im Asylpunkt – 
die Wegweisung nach Russland (dessen Staatsangehörigkeit er gemäss 
eigenen  Angaben  auch  besitzen  würde)  oder  nach  Abchasien  zu 
vollziehen, 

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31]  i. V. m.  Art. 31 – 33  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

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ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 
111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält,

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

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dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Recht mit der 
Begründung ablehnte, seine Asylvorbringen seien unglaubhaft, 

dass insbesondere zwischen seinen Aussagen im EVZ und jenen an der 
Anhörung – mit Ausnahme seiner Vorbringen, er habe mit verschiedenen 
NRO  zusammengearbeitet  und  habe  sich  bei  den  Wahlen  engagiert 
(A1/11 S. 5, A21/18 S. 10), und hinsichtlich des Reiseweges – praktisch 
keine Berührungspunkte gibt, zumal der Beschwerdeführer sich – wie von 
der  Vorinstanz  korrekt  und  ausführlich  aufgezeigt  –  in  massive 
Widersprüche sowohl in Bezug auf seine Fluchtgründe als auch auf seine 
familiären Verhältnisse verstrickte, 

dass  zudem  auch  Zweifel  hinsichtlich  seiner  Identität  bestehen,  da 
er  –  wie  vom  BFM  dargelegt  –  gemäss  einer  Meldung  der  deutschen 
Asylbehörden  in  C._______  unter  einem  anderen  Namen  erfolglos  um 
Asyl nachgesucht habe, was auf Beschwerdeebene nicht bestritten wird, 

dass  zudem  die  geltend  gemachten  psychischen  Probleme  bzw.  die 
daraus  resultierenden Gedächtnislücken von der Vorinstanz zu Recht  in 
Zweifel  gezogen  werden,  denn  diese  werden  vom  Beschwerdeführer 
anlässlich  der  Anhörung  immer  jeweils  dann  geltend  gemacht,  wenn  er 
aufgefordert wird,  sich zu den  festgestellten Widersprüchen zu äussern, 
wohingegen  er  –  wie  von  der  Vorinstanz  richtig  festgestellt  –  keinerlei 
Mühe bekundet, seine Reise  in die Schweiz mit zahlreichen Details und 
konziser Schilderung der Abläufe widerspruchsfrei zu rekonstruieren, 

dass  der  Beschwerdeführer  diesen  vorinstanzlichen  Erwägungen  in 
seiner  Beschwerde  lediglich  entgegenhält,  er  leide  aufgrund  seiner 
posttraumatischen  Belastungsstörung  an  Gedächtnislücken,  und  sein 
Leben sei geprägt gewesen von ethnischer Verfolgung, zumal für ihn die 
Zugehörigkeit  Abchasiens  –  welches  nicht  als  souveräner  Staat 
anerkannt werde – zu Georgien nicht vertretbar sei, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  nach  dem  Gesagten  die 
vorinstanzlichen  Erwägungen  zur  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  somit  vollumfänglich  bestätigen  kann,  zumal  sich 
dieser  in  seiner Beschwerde offensichtlich nicht  darum bemüht,  die  von 
der Vorinstanz festgestellten massiven Widersprüche aufzulösen, und die 
Vorbringen  zur  angeblichen  ethnischen  Verfolgung  durch  georgische 
Behörden unsubstanziiert und unklar bleiben, 

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dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die 
Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt 
hat,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 

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da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat 
droht,

dass gesundheitliche Probleme unter dem Blickwinkel  von Art.  3 EMRK 
gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte 
(EGMR)  nur  dann  ein  völkerrechtliches  Vollzugshindernis  darstellen, 
wenn  die  Erkrankung  gravierend  ist  und  ausserordentliche  Umstände 
vorliegen  (vgl.  EGMR  vom  7.  Oktober  2004  i.S.  Dragan  und  andere 
gegen  Deutschland,  Nr.  33743/03,  angeführt  in  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2005 
Nr. 23 E. 5.1), 

dass  vorliegend  die  Voraussetzungen  einer  gravierenden  Erkrankung 
bzw.  ganz  aussergewöhnliche  Umstände  ("very  exceptional 
circumstances"), wie sie der EGMR in seinem Urteil vom 2. Mai 1997 i.S. 
D.  gegen  Grossbritannien  feststellte,  unter  Berücksichtigung  des 
Arztberichtes  vom  8.  September  2011  des  E._______  (vgl.  A24/3) – 
wonach  beim  Beschwerdeführer  eine  mittelschwere  posttraumatische 
Belastungsstörung  diagnostiziert  wurde  –  bei  einer  Rückkehr  nach 
Georgien ausgeschlossen werden können, 

dass  sich  der Wegweisungsvollzug  somit  auch  in  Berücksichtigung  der 
gesundheitlichen Situation als zulässig erweist, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

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dass  in  Georgien  weder  Krieg  noch  Bürgerkrieg  oder  eine  Situation 
allgemeiner Gewalt herrschen, 

dass gemäss der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts im Rahmen der 
Tatbestandsvariante  der  medizinischen  Notlage  im  Sinne  von  Art.  83 
Abs. 4  AuG  nur  dann  auf  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges 
geschlossen  wird,  wenn  eine  notwendige  medizinische  Behandlung  im 
Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen 
und  lebensgefährdenden  Beeinträchtigung  des  Gesundheitszustandes 
der  betroffenen  Person  führt,  wobei  als  wesentlich  die  allgemeine  und 
dringende  medizinische  Behandlung  erachtet  wird,  welche  zur 
Gewährleistung einer menschenwürdigen Behandlung absolut notwendig 
ist,  und  die  Unmöglichkeit  einer  dem  schweizerischen  Standard 
entsprechenden  medizinischen  Behandlung  im  Heimat­  und 
Herkunftsstaat allein noch nicht die Unzumutbarkeit des Vollzugs bewirkt 
(vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2, mit Hinweis auf EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a 
und 5b), 

dass  die  Erwägungen  der  Vorinstanz  –  wonach  die  in  der  Schweiz 
begonnene  (nach  drei  Sitzungen  durch  den  Beschwerdeführer 
abgebrochene)  Gesprächstherapie  grundsätzlich  aufgrund  in  Georgien 
existierender  Behandlungsmöglichkeiten  (auch  medikamentöser)  dort 
weitergeführt  werden  könne,  und  angesichts  des  eigenmächtigen 
Abbruch  durch  den  Beschwerdeführer  fraglich  sei,  ob  er  die 
entsprechenden Therapiemöglichkeiten nutzen werde – vollumfänglich zu 
bestätigen  sind,  folglich  vorliegend  die  Voraussetzungen  einer 
medizinischen Notlage offensichtlich nicht gegeben sind, 

dass  somit  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimatstaat  des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete 
Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der 
Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass in Bezug auf sein Anliegen, die Wegweisung möge nach Abchasien 
vollzogen  werden,  anzumerken  ist,  dass  seine  diesbezüglich 
vorgebrachten  persönlichen  Beweggründe  –  er  habe  sich Georgien  nie 
zugehörig  gefühlt  –  durchaus  nachvollziehbar  sind,  sich  aus  den  Akten 
indessen keine Anhaltspunkte ergeben, der Beschwerdeführer würde bei 
einer  Rückschaffung  in  eine  Stadt  in  Georgien  von  den  georgischen 
Behörden  gehindert  werden,  von  dort  aus  in  die  Autonome  Republik 
Abchasien weiterzureisen, 

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach 
Georgien  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art. 83 
Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Beschaffung 
gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu 
auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

dass  der  Beschwerdeführer  in  Bezug  auf  seine  Behauptung,  er  besitze 
ebenso die russische Staatsangehörigkeit und möchte deshalb, dass der 
Wegweisungsvollzug nach Russland erfolge, daran zu erinnern sei, dass 
er  gemäss  Art.  8  Abs.  1  AsylG  verpflichtet  ist,  an  der  Feststellung  des 
Sachverhaltes mitzuwirken, 

dass er seine  Identität  indessen nicht belegte und an der Erstbefragung 
als Staatsangehörigkeit  lediglich Georgien  angab, weshalb  das BFM zu 
Recht nur diesbezüglich etwaige Vollzugshindernisse prüfte, 

dass  es  der  Vorinstanz  folglich  nicht  oblag,  die  Vollziehbarkeit  der 
Wegweisung nach Russland zu prüfen,

dass  ein  Wegweisungsvollzug  nach  Russland  indessen  ebenfalls  als 
zumutbar,  zulässig  und  möglich  erachtet  werden  dürfte,  nachdem  dies 
dem  ausdrücklichen  Wunsch  des  Beschwerdeführers  entspricht  und  er 
diesbezüglich keine Bedenken äusserte, 

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

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Seite 10

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Tu­Binh Truong

Versand: