# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d035d44c-5401-5d82-b99f-2ece891c3c4e
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-11
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafkammer 11.03.2022 502 2022 40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_005_502-2022-40_2022-03-11.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

502 2022 40

Urteil vom 11. März 2022

Strafkammer

Besetzung Präsident: Laurent Schneuwly
Richter: Jérôme Delabays, Sandra Wohlhauser
Gerichtsschreiberin: Silvia Gerber

Parteien A.________, Beschuldigter und Beschwerdeführer,

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Einsprache gegen einen Strafbefehl (Art. 354 StPO)

Beschwerde vom 20. Februar 2022 gegen die Verfügung des Polizei-
richters des Vivisbachbezirks vom 9. Februar 2022

Kantonsgericht KG
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erwägend,

dass A.________, geb. 1952, mit Strafbefehl vom 11. Januar 2022 wegen Hausfriedensbruch zu 
einer unbedingten Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu CHF 160.-, zzgl. Kosten, verurteilt wurde (act. 
10'005 ff.);

dass ihm dieser Strafbefehl am 12. Januar 2022 zugestellt wurde (act. 10'008);

dass er dagegen mit Schreiben vom 25. Januar 2022 (Postaufgabe) Einsprache erhob (act. 10'009 
ff.); 

dass die Staatsanwaltschaft die Einsprache sodann zuständigkeitshalber dem Polizeirichter des 
Vivisbachbezirks (nachfolgend: der Polizeirichter) zukommen liess; 

dass dieser mit Verfügung vom 9. Februar 2022 feststellte, dass die Einsprache nach Ablauf der 
10-tägigen Einsprachefrist eingereicht wurde und somit darauf nicht einzutreten ist;

dass A.________ mit Eingabe vom 20. Februar 2022 (Postaufgabe) dagegen Beschwerde erhob; 

dass sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Polizeirichter auf die Einreichung einer Stellung-
nahme zur Beschwerde verzichteten; 

dass gemäss Art. 115 Abs. 4 des Justizgesetzes vom 31. Mai 2010 (JG; SGF 130.1) das Rechtsmit-
telverfahren in der Sprache des angefochtenen Entscheids durchgeführt wird; eine für den ganzen 
Kanton zuständige Behörde kann von dieser Regel abweichen, wenn den Verfahrensparteien 
daraus kein schwerwiegender Nachteil erwächst und die beschuldigte Person zustimmt (Art. 118 
Abs. 1 JG); der vorliegend angefochtene Entscheid wurde in französischer Sprache erlassen, womit 
grundsätzlich auch das Rechtsmittelverfahren auf Französisch abgehandelt wird; da der nicht 
anwaltlich vertretene Beschwerdeführer, welcher die Beschwerde auf Deutsch verfasst hat, die fran-
zösische Sprache allerdings nur geringfügig beherrscht, kann das vorliegende Urteil ausnahmswei-
se, aufgrund besonderer Umstände und in Anwendung von Art. 118 Abs. 1 JG auf Deutsch erlassen 
werden;

dass gegen Verfügungen der erstinstanzlichen Gerichte die Beschwerde an die Strafkammer zuläs-
sig ist (Art. 393 Abs. 1 Bst. b StPO); 

dass der Beschwerdeführer Beschuldigter ist und ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung hat, so dass ihm die Beschwerdelegitimation zukommt (Art. 382 
Abs. 1 StPO);

dass die Beschwerde innert 10 Tagen schriftlich einzureichen ist (Art. 396 Abs. 1 StPO), was vorlie-
gend der Fall ist; 

dass die Einsprache gegen einen Strafbefehl innert 10 Tagen ab Zustellung eingereicht werden 
muss (Art. 354 Abs. 1 StPO); Fristen, die durch eine Mitteilung oder den Eintritt eines Ereignisses 
ausgelöst werden, beginnen am folgenden Tag zu laufen; fällt der letzte Tag der Frist auf einen 
Samstag, einen Sonntag oder einen vom Bundesrecht oder vom kantonalen Recht anerkannten 
Feiertag, so endet sie am nächstfolgenden Werktag; massgebend ist das Recht des Kantons, in 
dem die Partei oder ihr Rechtsbeistand den Wohnsitz oder den Sitz hat (Art. 90 Abs. 1 und 2 StPO); 
die Frist ist eingehalten, wenn die Verfahrenshandlung spätestens am letzten Tag bei der zuständi-

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gen Behörde vorgenommen wird; Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist bei der 
Strafbehörde abgegeben oder zu deren Handen der Schweizerischen Post, einer schweizerischen 
diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder, im Falle von inhaftierten Personen, der 
Anstaltsleitung übergeben werden (Art. 91 Abs. 1 und 2 StPO); eine verspätete Einsprache ist ungül-
tig (Art. 354 Abs. 1 StPO e contrario; vgl. u.a. BGE 142 IV 201 E. 2.2 mit Hinweisen);

dass der Polizeirichter das Folgende festhielt: der Strafbefehl sei dem Beschwerdeführer am 
12. Januar 2022 zugestellt worden, so dass die 10-tägige Einsprachefrist bis am Montag, 24. Januar 
2022 lief; der Beschwerdeführer habe seine Einsprache allerdings erst am 25. Januar 2022, und 
damit zu spät, der Post übergeben; auf die Einsprache sei somit nicht einzutreten und der Strafbefehl 
vom 11. Januar 2022 werde daher zum rechtskräftigen Urteil;

dass der Beschwerdeführer dem folgendes entgegenhält: er wisse nicht, was nicht korrekt sei; er 
habe der Staatsanwaltschaft nur erklärt, dass er nicht für etwas gerade stehen müsse, für welches 
er kein Verschulden habe, bzw. für etwas, das er nicht gemacht haben könne; wenn er nicht «in der 
Zeit» gewesen sei, hätte er es von der Staatsanwaltschaft sicher erfahren oder er habe falsch 
gerechnet; da der Gemeindepolizist behaupte, den Briefkasten erst am Mittwochmorgen geleert zu 
haben, könne er auch sagen, er leere den Briefkasten nur einmal pro Woche; seine Briefe seien also 
sicher alle rechtzeitig geschrieben worden; 

dass die Frage, ob sich der Beschwerdeführer mit diesen Ausführungen rechtsgenüglich mit der 
angefochtenen Verfügung auseinandersetzt, offenbleiben kann; er bestreitet nämlich nicht, dass ihm 
der Strafbefehl vom 11. Januar 2022 am 12. Januar 2022 zugestellt wurde; die Sendungsverfolgung 
der Post bestätigt dies zudem; demnach endete die Einsprachefrist am Montag, 24. Januar 2022; 
die erst am 25. Januar 2022 der Post übergebene Einsprache war somit verspätet; daran vermögen 
auch die Ausführungen des Beschwerdeführers nichts zu ändern; 

dass die angefochtene Verfügung dementsprechend nicht zu beanstanden und die Beschwerde 
abzuweisen ist; 

dass die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 200.- (Gerichtsgebühr: CHF 150.-; Auslagen: 
CHF 50.-) der unterliegenden Partei, in casu dem Beschwerdeführer, aufzuerlegen sind (Art. 428 
Abs. 1 StPO);

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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Die Kammer erkennt:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Folglich wird die Verfügung des Polizeirichters des Vivisbachbezirks vom 9. Februar 2022 
bestätigt. 

II. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 200.- (Gebühr: CHF 150.-; Auslagen: 
CHF 50.-) werden A.________ auferlegt.

III. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvorausset-
zungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 
2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen.

Freiburg, 11. März 2022/swo

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: