# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1ae16b2-5fab-5d48-ba34-a16bd648f663
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.12.2010 D-7499/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7499-2010_2010-12-01.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7499/2010
law/joc/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  D e z e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Walter Lang, 
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;
Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg.

A.___________, geboren (...),
Türkei,
vertreten durch Dr. iur. Kamil Tanriöven, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 27. September 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7499/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführerin am 13. September 2009 in die Schweiz 
einreiste,  wo  sie  am  folgenden  Tag  im  Empfangs-  und  Verfahrens-
zentrum (EVZ) Kreuzlingen um Asyl nachsuchte, 

dass das BFM am 17. September 2010 im EVZ Kreuzlingen die Per-
sonalien  der  Beschwerdeführerin  erhob  und  sie  summarisch  zum 
Reiseweg und zu den Gründen für  das Verlassen des Heimatlandes 
befragte,

dass das BFM die Beschwerdeführerin am 27. September 2010 zu den 
Asylgründen anhörte, 

dass die Beschwerdeführerin im Rahmen dieser Anhörungen zur Be-
gründung ihres Asylgesuches darlegte, auf Anfrage ihrer ebenfalls in 
B.__________  wohnhaften  Freundin  C.___________  (Schreibweise 
gemäss Protokoll vom 27. September 2010; Anm. des Gerichts) habe 
sie  zirka  am  10.  März  2010  deren  aus  D.__________  stammende 
Kollegin E.___________ für zwei Wochen bei sich als Mitbewohnerin 
aufgenommen, 

dass sie wegen dieser Mitbewohnerin respektive wegen des Verdachts 
der Zusammenarbeit mit derselben Ende März 2010 zwei Mal auf dem 
Sicherheitsposten  in  F.__________  (B.__________),  befragt  worden 
sei, wobei die erste Befragung etwa drei, die zweite etwa drei bis vier 
Stunden gedauert  habe und man sie dabei  auch über ihre Freundin 
C.___________ sowie ihren Vater ausgefragt habe, 

dass die Polizei auch an ihrem Arbeitsplatz angerufen habe und man 
ihr  deswegen  respektive  wegen  psychischer  Probleme,  die  sie 
bekommen habe, gekündigt habe, 

dass sie Ende März durch die Polizei respektive den Sicherheitsposten 
in  F.__________,  auf  dem  sie  sich  habe  melden  müssen,  erfahren 
habe,  dass  E.___________  und  C.___________  ungefähr  am  24. 
März 2010 verhaftet worden seien, wobei sei vermute, dass die beiden 
kurdischen  Frauen  aus  politischen  Gründen  festgenommen  worden 
seien, 

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dass sie ihren in B.__________ wohnhaften Vater anfangs Mai 2010 
über  diese  Vorkommnisse  informiert  habe,  dieser  sie  deswegen 
geschlagen  und  ihr  erklärt  habe,  sie  könne  nun  nicht  mehr  alleine 
wohnen und müsse zu ihm zurückkehren, 

dass  ihr  Vater  sie  zudem zu  einer  Heirat  habe  zwingen  wollen,  sie 
jedoch bei ihrem Besuch bei ihrer in der Schweiz wohnhaften Mutter 
im Jahre 2007 einen Landsmann kennengelernt habe, mit dem sie seit 
März 2010 verlobt sei, 

dass  sie  aufgrund  dieser  Ereignisse  und  weil  ihre  Mutter  in  der 
Schweiz lebe, am 9. September 2010 in einem Lastwagen illegal aus 
der Türkei ausgereist und via Bulgarien,  sowie vermutlich Slowenien 
und Italien in die Schweiz gelangt sei, 

dass das BFM mit Verfügung vom 27. September 2010 – eröffnet am 
gleichen  Tag  2010  –  feststellte,  die  Beschwerdeführerin  würde  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllen,  ihr  Asylgesuch  vom 
13. September 2010 ablehnte, die Wegweisung aus der Schweiz ver-
fügte und deren Vollzug anordnete,

dass die Beschwerdeführerin gegen diese Verfügung mit Eingabe ihres 
Rechtsvertreters  vom  20.  Oktober  2010  beim  Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerde erheben und dabei beantragen liess, es sei ihr in 
der Schweiz Asyl zu gewähren und die Wegweisung sei aufzuheben, 

dass sie im Weiteren beantragen liess, bis zum definitiven Urteil  sei  
die Wegweisung zu sistieren und die aufschiebende Wirkung zu ge-
währen, 

dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungs-
gerichts  mit  Zwischenverfügung  vom 3. November  2010 auf  die  An-
träge betreffend Sistierung der Wegweisung und Gewährung der auf-
schiebenden  Wirkung  nicht  eintrat  und  die  Beschwerdeführerin  auf-
forderte,  bis  zum 18. November  2010 einen Kostenvorschuss in  der 
Höhe von Fr. 600.-- zu bezahlen, 

dass der Kostenvorschuss am 5. November 2010 geleistet wurde,

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesge-
setzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes 
vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]  i.V.m.  Art. 31-33  des  Ver-
waltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist  (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  an-
erkannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-

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keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art.  3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben hält, 

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich 
sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  ge-
fälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass das BFM die wesentlichen Vorbringen der Beschwerdeführerin, 
wonach in der Türkei ihre Mitbewohnerin und ihre Freundin verhaftet 
worden seien und sie zu diesen beiden Frauen polizeilich befragt und  
im Weiteren von ihrem Vater geschlagen worden sei, da sie nach die-
sen Ereignissen weiterhin alleine gewohnt  habe und nicht  habe hei -
raten wollen, zufolge widersprüchlicher und unsubstanziierter Angaben 
zu Recht als nicht glaubhaft im Sinne von Art. 7 AsylG erachtet hat, 

dass diesbezüglich zur Vermeidung von Wiederholungen vollumfäng-
lich auf die zutreffenden Erwägungen des BFM in der angefochtenen 
Verfügung verwiesen werden kann,

dass hervorzuheben ist, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen der 
summarischen  Befragung  ihre  Mitbewohnerin  namentlich  mit 
E.___________ und  ihre  langjährige  Freundin,  die  ein  Fotostudio in 
B.__________  besessen  habe,  mit  G.__________  (Schreibweise 
gemäss  Protokoll  vom  17. September  2010;  Anm.  des  Gerichts) 
benennt (vgl. act. A1/13 S. 6 ff.),

dass  sie  demgegenüber  während  der  einlässlichen  Anhörung  ihre 
enge Freundin und Besitzerin eines Fotostudios durchwegs mit  dem 
Namen  E.___________  sowie  ihre  Mitbewohnerin  stets  mit  dem 
Namen G.___________ bezeichnet (vgl. act. A10/19 S. 3 ff. ), 

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dass es der Beschwerdeführerin nicht gelingt, diesen massiven Wider-
spruch plausibel zu entkräften, da ihr Einwand, es treffe das zu, was 
sie  während  der  Direktbefragung  ausgesagt  habe  und  die  Namen 
hätten  nicht  gewechselt  (vgl.  act.  A10/19  S.  11),  nicht  stichhaltig 
erscheint, 

dass die Ausführungen in der Beschwerde, welche sich hauptsächlich 
in  der  Wiederholung  bereits  bekannter  Sachverhaltsfragmente  er-
schöpfen, ebenfalls nicht geeignet sind, zu einem anderen Schluss zu 
führen, 

dass die Darstellung in der Beschwerde, die Beschwerdeführerin sei in 
B.__________ durch  die  Polizei  inhaftiert  und  monatelang  in  Unter-
suchungshaft  gehalten worden,  nicht  glaubhaft  ist,  da  die 
Beschwerdeführerin  bis  anhin  nie  erwähnte,  inhaftiert  gewesen  zu 
sein, 

dass  sie  vielmehr  eine  Inhaftierung  explizit  verneinte  und  erklärte, 
zwei Mal für ein paar Stunden polizeilich befragt worden zu sein und 
sie habe nach der Inhaftierung der erwähnten Frauen im März bis Juni 
2010  gearbeitet  respektive  sich  bei  ihrer  Tante  sowie  bei  Freunden 
versteckt gehalten (vgl. act. A1/10 S. 2 und S. 7 f.; act. A10/19 S. 3 ff.),

dass es der  Beschwerdeführerin  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlings-
eigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, wes-
halb das BFM ihr Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat, wobei der Grundsatz der Einheit der Familie zu berücksichtigen ist  
(Art. 44 Abs. 1 AsylG), 

dass  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  nicht  verfügt  wird,  falls  die 
asylsuchende  Person  im  Besitze  einer  gültigen  Aufenthalts-  oder 
Niederlassungsbewilligung ist (Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 
11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311], 

dass  die  Wegweisung  in  die  Zuständigkeit  der  fremdenpolizeilichen 
respektive ausländerrechtlichen Behörden fällt, falls die asylsuchende 
Person über einen  grundsätzlichen  Anspruch auf Erteilung einer Auf-
enthaltsbewilligung verfügt (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), 

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dass in der Beschwerde erneut geltend macht wird, die Beschwerde-
führerin  beabsichtige  einen  in  der  Schweiz  wohnhaften  türkischen 
Landsmann demnächst zu heiraten, 

dass sich die Beschwerdeführerin jedoch aktuell nicht auf den Grund-
satz  der  Familieneinheit  im  Sinne  von  Art.  44  Abs.  1  AsylG  be-
ziehungsweise auf Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), 
wonach jede Person ein Recht auf Achtung ihres Familienlebens hat, 
berufen kann, 

dass einerseits die Berufung auf Art. 8 EMRK – wie wie auch auf den 
Grundsatz der Familieneinheit  nach Art. 44 Abs. 1 AsylG – das  Be-
stehen  einer  Familie  voraussetzt,  wobei  es  gemäss  der  Praxis  des 
Europäischen  Gerichtshofs  für  Menschenrechte  (EGMR) auf  ein  tat-
sächlich  bestehendes  Familienleben  ankommt  (vgl.  hierzu  etwa 
EGMR, K. und T. gegen Finnland [Grosse Kammer], Urteil vom 12. Juli 
2001, Beschwerde Nr. 25702/94, § 150),

dass die Unehelichkeit einer Partnerschaft grundsätzlich kein Hinder-
nis für die Anwendbarkeit des konventionsrechtlichen Familienbegriffs 
darstellt,  soweit  eine  tatsächlich  gelebte  Beziehung  besteht,  wobei 
diesbezüglich als wesentliche Faktoren das gemeinsame Wohnen res-
pektive der gemeinsame Haushalt, die finanzielle Verflochtenheit, die 
Länge und Stabilität der Beziehung sowie das Interesse und die Bin-
dung der  Partner  aneinander  zu  berücksichtigen sind (vgl.  CHRISTOPH 
GRABENWARTER,  Europäische  Menschenrechtskonvention,  4. Aufl., 
München/Basel/Wien  2009,  S. 204;  MARK E.  VILLIGER,  Handbuch  der 
Europäischen  Menschenrechtskonvention,  2. Aufl.,  Zürich  1999, 
S. 365;  LUZIUS WILDHABER in:  Internationaler  Kommentar  zur  Euro-
päischen  Menschenrechtskonvention,  Hrsg.:  Wolfram  Karl,  12. Lfg., 
Köln/Berlin/München  2009,  Art. 8  EMRK,  S. 137,  EGMR,  K.  und  T. 
gegen  Finnland  [Grosse  Kammer],  Urteil  vom  12. Juli  2001,  Be-
schwerde Nr. 25702/94, § 150),

dass vorliegend keine konkreten Anhaltspunkte vorliegen, die für eine 
tatsächliche gelebte gemeinsame und konstante Beziehung zwischen 
der Beschwerdeführerin und ihrem in der Schweiz wohnhaften Freund 
sprechen, 

dass die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben erst seit März 
2010  mit  ihrem  Freund  verlobt  ist,  und  aus  den  Akten  geht  nicht 

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hervor, dass sie diesen ausser im Jahre 2007, als sie ihn anlässlich 
eines  Besuches bei  ihrer  Mutter  kennengelernt  hat  (vgl. act. A10/19 
S. 2), je in der Schweiz oder anderswo getroffen hat,

dass  die  Beschwerdeführerin  ihre  Heiratsabsichten  bis  heute  nicht 
verwirklicht  hat  und sie  auch über  keine ausländerrechtliche Aufent-
haltsbewilligung verfügt, 

dass die Beschwerdeführerin selbst bei erfolgter Heirat oder Annahme 
eines  Familienlebens  im  obgenannten  Sinne  keinen  grundsätzlichen 
Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung aus Art. 8 EMRK 
für sich ableiten könnte, 

dass  die  Berufung  auf  die  Bestimmung von  Art.  8  EMRK nach  der 
Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  voraussetzen  würde,  dass  ein 
Familienmitglied  in  der  Schweiz  über  ein  gefestigtes  Anwesenheits-
recht  – nämlich das Schweizer  Bürgerrecht,  eine Niederlassungsbe-
willigung  oder  eine  Aufenthaltsbewilligung,  die  ihrerseits  auf  einem 
festen Rechtsanspruch beruht – verfügen würde (vgl. dazu BGE 130 II  
281 E. 3.1 S. 285 f., BGE 129 II 193 E. 5.3.1 S. 211, BGE 126 II 335 E. 
2a S. 339 f., BGE 126 II 377 E. 2b S. 382 ff., mit weiteren Hinweisen),

dass  indessen  der  künftige  Bräutigam hier  in  der  Schweiz  lediglich 
über eine Aufenthaltsbewilligung B und damit praxisgemäss nicht über 
ein  gefestigtes  Aufenthaltsrecht  verfügt  und  daher  die  Beschwerde-
führerin keinen grundsätzlichen Anspruch auf Erteilung einer Bewil li-
gung geltend machen könnte, 

dass die angeordnete Wegweisung demnach im Einklang mit den ge-
setzlichen Bestimmungen steht, 

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 

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machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
im Sinne von Art. 3 EMRK ersichtlich sind, die ihr in der Türkei droht,

dass sich die Beschwerdeführerin vorliegend – wie bereits oben dar -
gelegt – auch nicht auf Art. 8 EMRK berufen kann, 

dass schliesslich mit Bezug auf das Recht auf Eheschliessung festzu-
halten  ist,  dass  ein  allfälliges  Ehevorbereitungsverfahren  in  der 
Schweiz grundsätzlich  auch  dann  möglich  ist,  wenn  die  Brautleute 
nicht  in  der  Schweiz  wohnhaft  sind  (vgl.  Art. 62  ff.  der  Zivilstands-
verordnung vom 28. April 2004 [ZStV, SR 211.112.2]),

dass demnach auch diesbezüglich dem Vollzug der Wegweisung der 
Beschwerdeführerin  nichts entgegensteht und in diesem Zusammen-
hang keine Verletzung von Art. 12 EMRK feststellbar ist,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizi-
nischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

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dass  weder  die  allgemeine  Lage  in  der  Türkei  noch  individuelle 
Gründe  darauf  hindeuten,  die  gut  ausgebildete  Beschwerdeführerin, 
die  in  der  Türkei  über  ein  familiäres  Beziehungsnetz  verfügt  (vgl. 
act. A1 S. 2 ff.), wäre im Falle einer Rückkehr in die Heimat konkret ge-
fährdet, 

dass der Vollzug der Wegweisung durch das BFM somit zu Recht als 
zumutbar qualifiziert wurde, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es der Beschwerdeführerin obliegt, 
bei  der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art.  8 Abs. 4 
AsylG),

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG),

dass  die  Verfahrenskosten  durch  den  am  5.  November  2010  ge-
leisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe gedeckt und mit diesem zu 
verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Diese  sind  durch  den  geleisteten  Kostenvorschuss  in 
gleicher Höhe gedeckt und werden mit diesem verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg

Versand: 

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