# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 94e0f6c1-6b03-5a29-8917-6de3e9613768
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.10.2025 C-805/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-805-2022_2025-10-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-805/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Beat Weber (Vorsitz), 

Richterin Viktoria Helfenstein, Richter Philipp Egli,    

Gerichtsschreiberin Anja Valier. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Deutschland), 

vertreten durch Peter Wohnlich, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 IV, Neuanmeldung;  

Verfügung der IVSTA vom 18. Januar 2022. 

 

 

 

C-805/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die am (…) 1961 geborene und in Deutschland wohnhafte deutsche 

Staatsangehörige A._______ (nachfolgend Beschwerdeführerin) ist ver-

heiratet und hat zwei erwachsene Kinder (geboren 1992 und 1994). Die 

Beschwerdeführerin ist diplomierte Operationsschwester und arbeitete un-

ter anderem vom 1. September 1998 bis 30. September 2013 zu 50% als 

OP-Schwester in der Klinik B._______ AG in C._______ sowie ab dem 

1. Oktober 2013 als Technische Operationsschwester Leitung zu 80% in 

der Venenklinik D._______ AG in C._______ (letzter Arbeitstag: 10. August 

2020) und leistete dabei bis Dezember 2020 Beiträge an die schweizeri-

sche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV; vor-

instanzliche Akten [act.] 49-52). 

B.  

B.a Am 19. Februar 2013 hat der damalige Arbeitgeber für die Beschwer-

deführerin eine Früherfassungsmeldung eingereicht, daraufhin meldete 

sich die Beschwerdeführerin am 22. April 2013 erstmals zum Bezug von 

Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung an und machte ge-

sundheitliche Einschränkungen (mit Arbeitsunfähigkeit von 100 %) geltend 

seit einem Unfall vom 11. April 2011, bei dem sie sich das rechte Knie an 

ihrer damaligen Arbeitsstelle am Operationstisch angeschlagen habe 

(act. 1, 7 und 10 S. 7 f.) und der sie ab 30. Oktober 2012 in ihrer Arbeitsfä-

higkeit einschränke. 

B.b In der Folge leitete das Sozialversicherungszentrum E._______ (nach-

folgend: IV-Stelle) das ordentliche Abklärungsverfahren ein und forderte 

die notwendigen Unterlagen ein. Zudem zog sie die Akten des Unfallversi-

cherers bei, welche der IV-Stelle im Verlauf des Verfahrens mehrfach Un-

terlagen, darunter auch ein von ihr in Auftrag gegebenes Gutachten sowie 

ihre Verfügung über die Einstellung der Leistungen aus der obligatorischen 

Unfallversicherung, übermittelte (act. 53 ff., 61 f., 75 ff, 79, 88). Sämtliche 

medizinischen Akten wurden dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur 

Würdigung unterbreitet.  

B.c Mit Verfügungen vom 30. Oktober 2013 und 9. Dezember 2013 lehnte 

die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend IVSTA oder Vo-

rinstanz) den Anspruch auf berufliche Massnahmen und Invalidenrente ab, 

da der RAD in seiner Beurteilung zum Ergebnis gekommen sei, dass nach 

erfolgter Operation, Rehabilitation und Rekonvaleszenzphase eine 

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Seite 3 

vollständige Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe-

rin im bisherigen Pensum von 50 % vorliege. Diese Einschätzung werde 

auch durch die behandelnden Ärzte bestätigt, welche keine Einwände für 

die Wiederaufnahme in der beruflichen Tätigkeit ab August/September 

2013 hätten. Die Beschwerdeführerin habe zudem die IV-Stelle informiert, 

dass sie ab dem 15. September 2013 wieder voll arbeitsfähig sei und ab 

dem 1. Oktober 2013 ihr bisheriges Pensum wieder aufgenommen habe. 

Deshalb bestehe kein Rentenanspruch und berufliche Massnahmen seien 

nicht nötig (act. 31 und 38). 

C.  

C.a Am 15. Februar 2021 reichte die Beschwerdeführerin bei der IV-Stelle 

erneut eine Anmeldung für den Bezug von Leistungen der schweizerischen 

Invalidenversicherung ein (act. 41). Die Beschwerdeführerin machte wei-

terhin Einschränkungen durch Probleme des rechten Knies geltend, wobei 

zwischenzeitlich am 13. Oktober 2020 eine Knietotalprothese implantiert 

worden sei. Zusätzlich machte sie insbesondere Beschwerden beider 

Füsse (Hallux) geltend (act. 41; 102 S. 4 f.).  

C.b Nach Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht und ge-

stützt auf die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. F._______ vom 28. Ok-

tober 2021 (act. 102 S. 14 ff.) teilte die IV-Stelle der Versicherten mit Vor-

bescheid vom 1. November 2021 mit, dass die Abweisung ihres (zweiten) 

Leistungsbegehrens vorgesehen sei, da keine gesundheitliche Einschrän-

kung vorliege, die eine bleibende oder längere Zeit andauernde Arbeits- 

respektive Erwerbsunfähigkeit begründe (act. 90). In der Folge erhob die 

Beschwerdeführerin am 3. Dezember 2021 dagegen (act. 94). 

C.c Nach weiteren Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht 

und gestützt auf eine Stellungnahme des RAD-Arztes vom 10. Januar 2022 

wies die Vorinstanz das Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin mit Ver-

fügung vom 18. Januar 2022 ab (act. 102 S. 19 f.; 105). Zur Begründung 

führte sie aus, dass die Würdigung der medizinischen Berichte und Be-

funde durch den RAD-Arzt ergeben habe, dass aus versicherungsmedizi-

nischer Sicht keine gesundheitlichen Einschränkungen vorliegen würden, 

welche eine bleibende oder längere Zeit dauernde Arbeits- respektive Er-

werbsunfähigkeit begründen würden. Es bestehe eine volle Arbeitsfähig-

keit in der bisherigen Tätigkeit im bisherigen Umfang. Folglich sei eine In-

validität im Sinne des Gesetzes nicht ausgewiesen (act. 105). 

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Seite 4 

D.  

D.a Gegen diese Verfügung liess die Beschwerdeführerin, vertreten durch 

Rechtsanwalt Peter Wohnlich, am 18. Februar 2022 Beschwerde einrei-

chen und machte geltend, sie sei sowohl im angestammten als auch in 

einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig, weshalb die Verfü-

gung der Vorinstanz vom 18. Januar 2022 vollumfänglich aufzuheben und 

der Beschwerdeführerin eine volle IV-Rente auszurichten sei, eventualiter 

sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung zwecks Vornahme von zusätzli-

chen Abklärungen zur gesundheitlichen Situation an die Vorinstanz zurück-

zuweisen. Insbesondere sei die Vorinstanz zu verpflichten, ein polydiszip-

linäres Gutachten zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, insbeson-

dere auch mit einer Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten 

Tätigkeit, einzuholen sowie eine eingehende Beurteilung der Auswirkun-

gen der Gesundheitseinschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorzuneh-

men (BVGer-act. 1). 

D.b Der mit Zwischenverfügung vom 23. Februar 2022 einverlangte Kos-

tenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.- (BVGer-act. 2) ging am 18. März 

2022 bei der Gerichtskasse ein (BVGer-act. 4).  

D.c Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 11. April 2022, 

unter Verweis auf den Verzicht der IV-Stelle auf Stellungnahme vom 6. April 

2022, die Abweisung der Beschwerde sowie die Bestätigung der Verfügung 

vom 18. Januar 2022 (BVGer-act. 6). 

D.d Das Bundesverwaltungsgericht schloss den Schriftenwechsel mit Zwi-

schenverfügung vom 14. April 2022 (BVGer-act. 7). 

E.  

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unter-

lagen wird – soweit erforderlich – in den nachstehenden Erwägungen ein-

gegangen. 

 

  

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kog-

nition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Be-

schwerde einzutreten ist (Art. 7 Abs. 1 VwVG; BVGE 2016/15 E. 1; 2014/4 

E. 1.2). 

1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-

desverwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) in 

Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundes-

gesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG, SR 

831.20) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der vorliegen-

den Beschwerde zuständig. 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-

ren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG, SR 172.021), soweit das VGG 

nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG 

bleiben in sozialversicherungsrechtlichen Verfahren die besonderen Best-

immungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemei-

nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) vorbehalten. 

Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bun-

desgesetzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und so-

weit die einzelnen Sozialversicherungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 

IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die IV anwendbar (Art. 1a–26bis 

und Art. 28–70 IVG), soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung 

vom ATSG vorsieht. Nach der Rechtsprechung sind neue Verfahrensvor-

schriften mangels anders lautender Übergangsbestimmungen mit dem Tag 

des Inkrafttretens sofort und in vollem Umfang anwendbar (BGE 130 V 1 

E. 3.2; 129 V 113 E. 2.2). 

1.3 Als direkte Adressatin ist die Beschwerdeführerin von der angefochte-

nen Verfügung berührt und sie kann sich auf ein schutzwürdiges Interesse 

an deren Aufhebung oder Änderung berufen (Art. 59 ATSG; Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 

ATSG; Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist, nachdem auch der Kos-

tenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde (Art. 63 Abs. 4 VwVG; vgl. auch 

BVGer-act. 4), einzutreten. 

 

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Seite 6 

2.  

2.1 Gemäss Art. 40 Abs. 2 IVV (SR 831.201) ist bei Grenzgängern die IV-

Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet diese eine Erwerbstätigkeit ausüben, zur 

Entgegennahme und Prüfung der Anmeldungen zuständig. Dies gilt auch 

für ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentli-

chen Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der Ge-

sundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht. 

Die Verfügungen werden von der IVSTA erlassen. 

2.2 Da die Beschwerdeführerin bei Eintritt des geltend gemachten Gesund-

heitsschadens als Grenzgängerin im Kanton E._______ einer Arbeit nach-

ging und zum Anmeldungszeitpunkt im grenznahen Deutschland Wohnsitz 

hatte, war die IV-Stelle des Kantons E.______ für die Entgegennahme und 

Prüfung der Anmeldung zuständig. Die angefochtene Verfügung vom 

18. Januar 2022 wurde sodann zu Recht von der IVSTA erlassen. 

3.  

Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

Verfügung vom 18. Januar 2022, mit welcher die Vorinstanz das Leistungs-

begehren der Beschwerdeführerin im Rahmen der Neuanmeldung vom 15. 

Februar 2021 mangels anspruchsbegründender Invalidität abgewiesen 

hat. 

4.  

Zum Beschwerdeverfahren ist Folgendes festzuhalten: 

4.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

4.2 Gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen ist 

das Bundesverwaltungsgericht nicht an die Begründung der Begehren der 

Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-

gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die 

von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. BVGE 2013/46 E. 3.2). 

4.3 Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der erstinstanzliche Sozi-

alversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht 

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Seite 7 

(vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; Art. 61 Bst. c ATSG; Art. 12 VwVG). Danach hat 

die Verwaltung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes we-

gen für die richtige und vollständige Abklärung des erheblichen Sachver-

halts zu sorgen (vgl. BGE 136 V 376 E. 4.1.1). Dieser Grundsatz gilt indes-

sen nicht unbeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten 

der Parteien (vgl. Art. 43 Abs. 3 ATSG; BGE 125 V 195 E. 2 und 122 V 158 

E. 1a, je m.w.H.). Sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

gilt im Sozialversicherungsrecht der Beweisgrad der überwiegenden Wahr-

scheinlichkeit (BGE 143 V 168 E. 2; 138 V 218 E. 6). 

5.  

Nachfolgend ist zunächst das anwendbare materielle Recht und der zeit-

lich massgebende Sachverhalt zu bestimmen: 

5.1 Die Beschwerdeführerin ist deutsche Staatsangehörige, wohnt in 

Deutschland und war in der schweizerischen Alters-, Hinterlassenen- und 

Invalidenversicherung (AHV/IV) versichert (vgl. oben Bst. A). Es liegt damit 

ein grenzüberschreitender Sachverhalt mit Bezug zur EU vor (vgl. dazu 

BGE 145 V 231 E. 7.1; 143 V 354 E. 4; 143 V 81 E. 8.1). Damit gelangen 

im vorliegenden das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 

0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur Koordinierung 

der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des FZA, insbeson-

dere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnungen 

(EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 (SR 

0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 2015 sind auch die 

durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und 

Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der 

Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer an-

spruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im Anwendungsbe-

reich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweizerischem 

Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des Bundesgerichts [BGer] 

9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4; Art. 46 Abs. 3 und Anhang VII der 

Verordnung [EG] Nr. 883/2004). Ferner besteht für die rechtsanwendenden 

Behörden in der Schweiz keine Bindung an die Feststellungen und Ent-

scheide ausländischer Versicherungsträger, Behörden und Ärzte bezüglich 

Invaliditätsgrad und Anspruchsbeginn. Vielmehr unterstehen auch aus 

dem Ausland stammende Beweismittel der freien Beweiswürdigung durch 

das Gericht (vgl. dazu z.B. Urteile des BVGer C-6073/2020 vom 4. August 

2022 E. 3.7.2; C-5049/2013 vom 13. Februar 2015 E. 3.2 m.H.). 

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Seite 8 

5.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen materiellen Rechts-

sätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder 

zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 

E. 7.1; 144 V 210 E. 4.3.1). Am 1. Januar 2022 sind die Änderung vom 

19. Juni 2020 des IVG und des ATSG (Weiterentwicklung der IV; AS 2021 

705; BBl 2020 5535; Botschaft des Bundesrates vom 15. Februar 2017 

[BBl 2017 2535]) sowie die Änderungen der Verordnung über die Invali-

denversicherung (IVV, SR 831.201) vom 3. November 2021 (AS 2021 706) 

in Kraft getreten. Die hier angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Ja-

nuar 2022, betrifft aufgrund der Neuanmeldung vom 15. Februar 2021 je-

doch Leistungen mit allfälligem Anspruchsbeginn vor dem 31. Dezember 

2021 (vgl. dazu nachfolgend E. 6.3 in fine). In dieser übergangsrechtlichen 

Konstellation sind nicht die am 1. Januar 2022 in Kraft getretenen Ände-

rungen, sondern die Bestimmungen des IVG und diejenigen der IVV in der 

bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung massgebend (vgl. 

zum Ganzen: Urteil des BGer 8C_385/2023 vom 30. November 2023 E. 2 

m.w.H.). 

5.3 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 18. Januar 2022) eingetretenen Sachverhalt 

ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither ver-

ändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungs-

verfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b).  

6.  

Weiter sind die vorliegend massgebenden gesetzlichen Grundlagen – in 

den vorliegend anwendbaren Fassungen (vgl. dazu oben E. 5.2) – und die 

dazu von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze darzulegen: 

6.1 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung 

hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (vgl. dazu Art. 8 Abs. 1 ATSG 

sowie nachfolgend E. 6.2) und bei Eintritt der Invalidität während mindes-

tens drei Jahren Beiträge geleistet hat (Art. 36 Abs. 1 IVG). 

Die Beschwerdeführerin hat unbestrittenermassen während mehr als drei 

Jahren Beiträge in diesem Sinn geleistet (vgl. act. 49), so dass die An-

spruchsvoraussetzung der Mindestbeitragsdauer erfüllt ist. 

6.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die 

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Seite 9 

Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein 

(Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen-

den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung 

des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs-

unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über-

windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Be-

einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufga-

benbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die 

zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-

sichtigt (Art. 6 ATSG). 

6.3 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-

bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), während ei-

nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (Bst. b) und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. c). 

Art. 29 Abs. 1 IVG sieht zudem vor, dass der Rentenanspruch frühestens 

nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-

spruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die 

Vollendung des 18. Altersjahrs folgt, entsteht. Dies gilt auch im Fall einer 

Neuanmeldung (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] 

C-2694/2017 vom 7. Juni 2021 E. 7.3 mit Hinweis auf BGE 142 V 547 E. 3). 

Aufgrund der Neuanmeldung vom 15. Februar 2021 (vgl. dazu oben 

Bst. C), können im vorliegenden Fall Rentenansprüche frühestens ab 

1. August 2021 geprüft werden (Art. 29 Abs. 1 IVG). 

6.4 Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf 

eine Viertelsrente, bei mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei mindes-

tens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 % auf eine 

ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 

50 %, so werden die entsprechenden Renten nur an Versicherte ausbe-

zahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) 

in der Schweiz haben (Art. 29 Abs. 4 IVG). Diese Einschränkung gilt jedoch 

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Seite 10 

– wie hier – nicht für die Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der EU 

und der Schweiz, sofern sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben 

(Art. 7 VO [EG] Nr. 883/2004; vgl. BGE 130 V 253 E. 2.3 und E. 3.1). 

6.5 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verwei-

gert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die versicherte Per-

son glaubhaft macht, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den 

Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 

IVV; BGE 133 V 263 E. 6). Tritt die Verwaltung – wie vorliegend – auf die 

Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu 

vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Ver-

änderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat 

demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 

ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; Urteil des BGer 8C_238/2023 

vom 22. November 2023 E. 3.2.1). Revisionsbegründend kann unter ande-

rem eine Änderung des Gesundheitszustandes oder der erwerblichen Aus-

wirkungen sein. Eine lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im We-

sentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts ist im revisionsrechtlichen 

Kontext nicht massgeblich (BGE 141 V 9 E. 2.3). Wie bereits erwähnt, ist 

die Änderung des Invaliditätsgrades eines Rentenbezügers in einer für den 

Anspruch erheblichen Weise Voraussetzung für eine Rentenrevision (be-

ziehungsweise Neuanmeldung). Für eine Rentenanpassung genügt nicht 

bereits «irgendeine» Veränderung im Sachverhalt. Eine hinzugetretene 

oder weggefallene Diagnose stellt somit nicht per se einen Revisionsgrund 

dar, da damit das quantitative Element der (erheblichen) Gesundheitsver-

besserung oder -verschlechterung nicht zwingend ausgewiesen ist. Eine 

weitere Diagnosestellung bedeutet nur dann eine revisionsrechtlich rele-

vante Gesundheitsverschlechterung oder eine weggefallene Diagnose 

eine verbesserte gesundheitliche Situation, wenn diese veränderten Um-

stände den Rentenanspruch berühren (BGE 141 V 9 E. 5.2 m.w.H.). Ob 

eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad er-

heblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-

fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-

gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-

teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 

Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3; 130 V 71 

E. 3.2.3). Bei einer Neuanmeldung zum Bezug von Leistungen der Invali-

denversicherung ist somit zunächst eine anspruchsrelevante Veränderung 

des Sachverhalts erforderlich. Erst in einem zweiten Schritt ist der Renten-

anspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend zu prüfen 

(Urteil des BGer 8C_4/2024 vom 27. November 2024 E. 3.3 mit Hinweisen 

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Seite 11 

auf BGE 141 V 9 und Urteil des BGer 9C_587/2023 vom 8. April 2024 

E. 2.3.1). 

6.6 Gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begeh-

ren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt 

die erforderlichen Auskünfte ein. Das Gesetz weist dem Durchführungsor-

gan die Aufgabe zu, den rechtserheblichen Sachverhalt nach dem Unter-

suchungsgrundsatz abzuklären, sodass gestützt darauf die Verfügung über 

die in Frage stehende Leistung ergehen kann (Art. 49 ATSG; SUSANNE LEU-

ZINGER-NAEF, Die Auswahl der medizinischen Sachverständigen im Sozi-

alversicherungsverfahren [Art. 44 ATSG], in: Riemer-Kafka/Rumo-Jungo 

[Hrsg.], Soziale Sicherheit - Soziale Unsicherheit, Bern 2010, S. 413 f.). 

6.6.1 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwal-

tung und – im Beschwerdefall – das Gericht auf Unterlagen, die von ärztli-

chen und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stel-

len sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist. Hinsichtlich des Beweis-

wertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-

lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge-

klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-

hänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-

folgerungen der Expertinnen und Experten begründet sind (BGE 134 V 231 

E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Eine begutachtende medizinische Fachperson 

muss über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil des 

BGer 9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1 m.H.). 

6.6.2 Zwar gilt für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsver-

fahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung, doch hat die Rechtspre-

chung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-

achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufgestellt (vgl. BGE 125 V 351 

E. 3b). So kommt den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten 

Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Be-

obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 

erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. 

BGE 137 V 210 E. 2.2.2, BGE 135 V 465 E. 4.4, BGE 125 V 351 E. 3b/bb). 

Berichte behandelnder Ärzte sind aufgrund deren auftragsrechtlichen 

C-805/2022 

Seite 12 

Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen. Dies gilt für 

den allgemein praktizierenden Hausarzt wie den behandelnden Spezialarzt 

(Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 655/05 vom 20. März 

2006 E. 5.4 m.H. auf BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Allerdings dürfen auch die 

potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen wer-

den, namentlich wenn sie wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher 

Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Be-

gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des BGer 

9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2 m.H.). Den Berichten und Gutach-

ten versicherungs-interner Ärzte kommt ebenfalls Beweiswert zu, sofern 

sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wi-

derspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit beste-

hen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsver-

hältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde 

Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonde-

rer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurtei-

lung objektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 135 V 465 E. 4.4 m.H. 

auf 125 V 351 E. 3b/ee). 

6.6.3 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, 

ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-

gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der Expertin 

oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a) 

und ob der Arzt oder die Ärztin über die notwendigen fachlichen Qualifika-

tionen verfügt (Urteil des BGer 9C_736/2009 vom 26. Januar 2010 E. 2.1). 

Interne Berichte des RAD nach Art. 49 Abs. 1 IVV haben eine andere Funk-

tion als die medizinischen Gutachten (Art. 44 ATSG) oder die Untersu-

chungsberichte des RAD im Sinne von Art. 49 Abs. 2 IVV (vgl. zu Letzteren 

BGE 135 V 254 E. 3.3 und 3.4). In Ersteren würdigen RAD-Ärztinnen und 

-Ärzte die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht, ohne dass sie 

selber medizinische Befunde erheben. Der Beweiswert ihrer Stellungnah-

men hängt davon ab, ob sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anforde-

rungen an ärztliche Berichte genügen. Sie müssen insbesondere in Kennt-

nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden sein und in der Beschrei-

bung der medizinischen Situation und der Zusammenhänge einleuchten; 

die Schlussfolgerungen sind zu begründen. Die RAD-Ärztinnen und -Ärzte 

müssen sodann über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachli-

chen Qualifikationen verfügen (SVR 2009 IV Nr. 56 S. 174, 9C_323/2009 

C-805/2022 

Seite 13 

E. 4.3.1; Urteil des BGer 8C_33/2021 vom 31. August 2021 E. 2.2.2). Die 

Stellungnahmen des RAD oder des medizinischen Dienstes der IVSTA, 

welche nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, können wie Aktengut-

achten beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im 

Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich festste-

henden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Be-

fassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile 

des BGer 9C_661/2019 vom 26. Mai 2020 E. 4.1; 9C_524/2017 vom 

21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.2; je m.H.).  

7.  

7.1 Die Vorinstanz ist auf die Neuanmeldung vom 15. Februar 2021 einge-

treten und hat mit Verfügung vom 18. Januar 2022 einen Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin mangels erheblicher Änderung des Sachverhalts 

verneint. Die Eintretensfrage ist damit vom Bundesverwaltungsgericht 

nicht zu beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b; Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts C-714/2021, C-4890/2021 vom 31. August 2023 E. 5). Nachfol-

gend in einem ersten Schritt zu prüfen, ob im massgebenden Vergleichs-

zeitraum zwischen dem 9. Dezember 2013 (Zeitpunkt der rechtskräftigen 

Ablehnung des ersten Leistungsbegehrens [vgl. oben Bst. B.c]) und der 

angefochtenen Verfügung vom 18. Januar 2022 eine anspruchsrelevante 

Veränderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin einge-

treten ist (vgl. oben E. 6.5). 

7.2 Im Zeitpunkt der unangefochten in (formelle) Rechtskraft erwachsenen 

Verfügung vom 9. Dezember 2013, mit welcher ein Anspruch der Be-

schwerdeführerin auf eine IV-Rente verneint wurde, lagen der Vorinstanz 

die folgenden medizinischen Unterlagen und RAD-Stellungnahmen vor: 

7.2.1 Am 4. Juli 2011 führte Dr. med. G._______, Zentrum für bildgebende 

Diagnostik, ein triplanares MRT des Kniegelenkes rechts durch und stellte 

in seinem Befundbericht vom 4. Juli 2011 keinen signifikanten Gelenker-

guss fest. Weiter erkannte er Signal- und Konturalterationen des patellaren 

Gelenkknorpels wie bei Chondromalacia patellae Grad Ill, eine ungefähr 

1,5 cm auf 1 cm grosse subkortikale lnfraktion in der Belastungszone des 

medialen Condylus mit mässigem perifokalen Spongiosaödem im Sinne 

einer medialen Condylennekrose. Begleitend hierzu fänden sich als Folge 

des direkten Traumas mehr diffuse Signalstörungen im distalen Anteil des 

M. vastus medialis mit Unschärfe seiner Sehne und des medialen Retina-

culums, aspektmässig einer Partialruptur entsprechend. Status nach 

C-805/2022 

Seite 14 

Operation eines ossären Kreuzbandausrisses, wobei eine konklusive Be-

urteilung des wahrscheinlich nicht kontinuitätsgetrennten Kreuzbandes 

nicht möglich sei, intaktes hinteres Kreuzband. Zum Teil lineare, zum Teil 

diffuse Signalstörungen im medialen Hinterhorn als Ausdruck einer kleinen 

Ruptur. Dr. med. G._______ führte aus, dass der Befund von fraglichem 

aktuellen Krankheitswert sei, es bestünden starke Knorpelschäden auf der 

inneren und äusseren Seite des Gelenks mit kleinen knöchernen Verände-

rungen am Gelenkrand. Der äussere Meniskus sehe normal aus (act. 17 

S. 5).  

7.2.2 Dr. med. H._______, Orthopäde in der Orthopädie in C._______, be-

schreibt in seinem Bericht vom 20. September 2011 belastungsunabhän-

gige Beschwerden am rechten Knie, die sich bei der Ausübung des Sports 

bemerkbar machen würden. Klinisch stellte er eine normale Beweglichkeit 

sowie eine Druckdolenz über dem medialen Gelenkspalt fest (act. 17 S. 6).  

7.2.3 Dr. med. I._______, Facharzt für Orthopädie/Unfallchirurgie, hielt in 

seinem Arztzeugnis vom 26. Oktober 2011 einen Zustand nach vorderer 

Kreuzbandersatzplastik des rechten Kniegelenks 1983 sowie einen Zu-

stand nach komplexer Vorfuss-Korrektur-Operation links 2008, jeweils ak-

tuell ohne Beschwerden, fest und nannte als vorläufige (aktuelle) Diagnose 

eine Kontusion des rechten Kniegelenks mit Infraktion der medialen 

Femurkondyle und ein Spongiosa-Ödem (act. 17 S. 7).  

7.2.4 Dr. med. J._______, Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie FMH, 

diagnostizierte für die Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft 

AG (nachfolgend Unfallversicherer) anhand der medizinischen Unterlagen 

in seinem Bericht vom 31. Oktober 2011 eine Kniekontusion rechts am 

11. April 2011 mit Partialruptur des medialen Retinaculum, Traumatisierung 

eines Vorzustandes bei Zustand nach Kreuzbandoperation, Retropatellar-

arthrose Grad Ill, Kondylennekrose medial, Chondromalazie mediales und 

laterales Gelenkkompartiment und prognostizierte einen guten Verlauf, wo-

bei es aufgrund des Vorzustandes immer wieder zu Problemen kommen 

könne (Arthrose) (act. 17 S. 9 f.). 

7.2.5 Dem Arztbericht von Dr. med. H._______ vom 24. November 2011 ist 

zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin stark hinke, im Stehen gebe 

es keine Auffälligkeiten. Das Knie sehe normal aus, habe keinen Erguss, 

kaum Überwärmung und sei mechanisch stabil. Die Beschwerdeführerin 

klage über Druckdolenz am ventralen medialen Tibiakopf, es bestehe eine 

exquisite Klopfdolenz, welche sich bis auf den distalen medialen Femur 

C-805/2022 

Seite 15 

ausbreite. Die Bänder im Knie seien stabil und es gebe keine Anzeichen 

für Probleme mit dem Meniskus. Die aktuellen Beschwerden könnten da-

her nicht auf eine Chondrokalzinose zurückgeführt werden, zudem gebe 

es keine Anzeichen für eine Gelenkentzündung oder den erwarteten Rei-

zerguss (act. 12 S. 24).  

7.2.6 Dr. med. K._______, Chefarzt Orthopädie und Unfallchirurgie, und 

Dr. med. L._______, Leitender Arzt Sektion Sportorthopädie und spezielle 

Kniegelenkchirurgie, M._______ Spital GmbH, stellten im Arztbericht vom 

15. Dezember 2011 die Diagnose Osteonekrose medialer Femurkondylus 

rechts bei Zustand nach direktem Anpralltrauma rechts und Zustand nach 

femoraler VKB- (Vorderes Kreuzband) Durchzugsnaht vor 28 Jahren 

(act. 55 S. 13 f.).  

7.2.7 Dr. med. J._______ erstellte am 17. Januar 2012 ein Gutachten für 

den Unfallversicherer. Er hielt fest, dass bei der Beschwerdeführerin be-

reits vor dem Unfall vom 11. April 2011 am rechten Knie ein Vorzustand bei 

Zustand nach vorderer Kreuzbandersatzplastik mit Instabilität und einer 

Chondropathia patellae bestanden habe. Er führte weiter aus, dass ange-

nommen werden müsse, dass die aktuelle Problematik im Zusammenhang 

mit dem Ereignis vom 11. April 2011 stehe. ln der MRI-Untersuchung vom 

4. Juli 2011 seien Veränderungen nachweisbar, welche, verglichen mit der 

MRI-Untersuchung vom 28. März 2011, mit überwiegender Wahrschein-

lichkeit auf ein erlittenes Trauma hinweisen würden. Er diagnostizierte eine 

traumatische Knorpel-Knochen-Läsion am medialen Femurkondylus 

rechts nach Kniekontusion am 11. April 2011 bei Zustand nach vorderer 

Kreuzbandersatzplastik von 1983 (act. 17 S. 21). 

7.2.8 Dr. med. N._______, behandelnder Arzt, orthopädisch-unfallchirurgi-

sche Partnerschaft an der O._______-Clinic, diagnostizierte am 12. Juni 

2012 eine leichte Impression der vorbestehenden subchondralen Fraktur 

des medialen Femurkondylus rechts (S82.18 R), einen vollständigen Ab-

riss der Hinterhornanheftung des lnnenmeniskus mit progredienter Extru-

sion des Meniskus nach medial rechts (M23.23 R), einen Knorpelschaden 

des medialen Femurkondylus rechts, im Bereich der Hinterhornloge, 

Schweregrad 4 (M94.26 R), einen Knorpelschaden lateral mit fokaler 

Schweregrad 4-Läsion am Femurkondylus rechts (M94.26 R) und einen 

Zustand nach mehrmaliger Knieoperation beidseits (Z48.9). Dr. med. 

N._______ empfahl die valgisierende Umstellung mit Slopekorrektur Knie 

rechts, um die VKB-Insuffizienz zu vermindern (act. 12 S. 21). 

C-805/2022 

Seite 16 

7.2.9 Die Beschwerdeführerin suchte nach plötzlichen stechenden Knie-

schmerzen Dr. med. L._______ auf. Dieser diagnostizierte am 29. Oktober 

2012 einen luxierten Korbhenkelriss des Innenmeniskus rechts, eine Oste-

onekrose medialer Femurkondylus rechts bei Zustand nach direktem An-

pralltrauma rechts am 1. April 2011 (recte: 11. April 2011), eine chronische 

Instabilität bei Zustand nach femoraler VKB-Durchzugsnaht rechts vor 28 

Jahren. Am 30. Oktober 2012 unterzog sich die Beschwerdeführerin einer 

Operation (act. 12 S. 18), wobei insbesondere das vordere Kreuzband im 

rechten Knie durch Sehnen ersetzt und ein Teil des Innenmeniskus im 

rechten Knie entfernt wurde, eine Knorpelglättung und Mikrofrakturierung 

des oberen rechten Oberschenkelknochens, eine Notchplastik sowie eine 

Teilsynovektomie des rechten Kniegelenks durchgeführt wurden (act. 12 S. 

16 f.). 

7.2.10 Dr. med. P._______, Radiologische Praxis, Q._______, führte am 3. 

Januar 2013 ein MRT des rechten Kniegelenks durch und beurteilte, dass 

der vordere Kreuzbandersatz intakt erscheine. Im Bereich der Tragzone 

des medialen Femurcondylus bestehe ein Nachweis eines osteochondra-

len Defektes mit begleitenden subchondralen ödematösen Markraumreak-

tionen, eine medial betonte Gonarthrose mit medial betonter Gelenksspalt-

verschmälerung. Dr. med. P._______ stellte keine neu auftretenden knö-

chernen Verletzungen oder ossären Destruktionen fest, keinen Anhalt für 

eine frische Bandläsion, sowie keinen Nachweis eines Meniskusganglions 

oder eines Neurinoms (act. 12 S. 8). 

7.2.11 Am 13. März 2013 unterzog sich die Beschwerdeführerin erneut ei-

ner Operation des rechten Knies. Dr. med. N._______ führte folgende Ope-

ration durch: arthroskopische Synovektomie, arthroskopische Resektion 

des Osteophyten, arthroskopische Resektion der Vernarbungen, arthro-

skopisches Debridement der Knorpelsituation, arthroskopische Knorpel-

gIättung, aufklappende valgisierende Umstellungsosteotomie mit winkel-

stabiler, medialer TomoFix Platte (Slope Korrektur mit Anhebung des Tibia-

plateaus nach dorsal) (act. 10 S. 7 ff.). Im Anschluss an die Operation hielt 

sich die Beschwerdeführerin vom 16. März 2013 bis 16. April 2013 statio-

när zur konservativ orthopädischen Behandlung im Medical Park 

R._______ auf (act. 10 S. 2 ff.). 

7.2.12 Am 21. Mai 2013 beurteilte der RAD das Operationsergebnis als 

vielversprechend. Er führte aus, dass die 4-wöchige intensive, stationäre 

Rehabilitationstherapie gute Erfolge zeige und anzunehmen sei, dass das 

Knie der Beschwerdeführerin wieder voll regeneriere, das heisst, dass sie 

C-805/2022 

Seite 17 

ungefähr ab Juli / August 2013 bei einem 50 %-Pensum wieder 100 % ar-

beitsfähig sei (act. 29 S. 7). 

7.2.13 Die Beschwerdeführerin konsultierte am 6. August 2013, fünf Mo-

nate nach der Knieoperation, Dr. med. N._______. Er diagnostizierte als 

Vorgeschichte die Arthroskopie am rechten Knie, mit Narbensektion, Knor-

pelglättung und Umstellungsosteotomie mit der TomoFix-Platte zur Stabili-

sierung der Knochen. Er führte in seinem Arztbericht aus, dass es der Be-

schwerdeführerin gut gehe, das Knie könne vollständig gestreckt (0 Grad) 

und bis zu 160 Grad gebeugt werden und sei sowohl medial als auch lateral 

stabil. Der postoperative Verlauf sei sehr zufriedenstellend und die Be-

schwerdeführerin ab 11. August 2013 wieder voll einsatzfähig und belast-

bar (act. 54 S. 57). 

7.2.14 Die Beschwerdeführerin trat schliesslich am 1. Oktober 2013 eine 

neue Arbeitsstelle in ihrem angestammten Beruf als diplomierte Operati-

onsschwester in ihrem bisherigen Pensum von 50 % an, weshalb die Vo-

rinstanz in ihrer Verfügung vom 9. Dezember 2013 schloss, es liege eine 

vollständige Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe-

rin in der angestammten Tätigkeit vor, weshalb kein Rentenanspruch be-

stehe (act. 38 S. 3 f.).  

7.3 Die vorliegend angefochtene Verfügung vom 18. Januar 2022, in wel-

cher die Vorinstanz (wiederum) auf eine vollständige Arbeitsfähigkeit in bis-

heriger Tätigkeit schloss, basiert im Wesentlichen auf den folgenden medi-

zinischen Unterlagen und RAD-Stellungnahmen: 

7.3.1 Dr. med. N._______ diagnostizierte bezüglich des rechten Kniege-

lenks am 12. April 2018, 28. Mai 2019, 11. Juli 2019 und 18. Juni 2020 eine 

mediale Gonarthrose bei Umstellungsosteotomie des rechten Kniegelenks 

(M17.9 R), eine Reruptur des VKB-Interponates rechtes Kniegelenk 

(M23.51 R) sowie Innenmeniskusläsion rechts, einen Zustand nach Knie-

Arthroskopie im Oktober 2020 (M23.33) und eine posttraumatische Mus-

kelschwäche Oberschenkel rechts (M62.89) (act. 40 S. 20 ff. und 30; 54 S. 

67). Diese Diagnosen stellten auch Dr. med. S._______ und T._______ am 

16. September 2019 (act. 40 S. 23) sowie Prof. Dr. med. U._______, Or-

thopädische Fachklinik V._______, im Arztbericht vom 17. April 2020 

(act. 40 S. 28 f.), Prof. Dr. med. W._______, Facharzt für Orthopädie und 

Unfallchirurgie, im Arztbericht vom 8. Juli 2020 (in letzterem Bericht ist zu-

sätzlich ein Genu valgum erwähnt) (act. 40 S. 32 ff.). 

C-805/2022 

Seite 18 

7.3.2 Dr. med. J._______ nahm im Auftrag des Unfallversicherers am 14. 

September 2020 erneut Stellung zu den medizinischen Unterlagen der Be-

schwerdeführerin. Er verwies auf seinen Bericht vom 17. Januar 2012 (vgl. 

E. 7.2.7) und führte aus, dass sich seit 2018 der Zustand wieder ver-

schlechtert habe, indem die Beschwerdeführerin über Beschwerden im 

Stehen und Gehen klage und eine fortgeschrittene mediale und retropatel-

lare Gonarthrose mit Instabilität bei vorderer Kreuzbandinsuffizienz festge-

stellt worden sei. Er stellte die Diagnose posttraumatische Gonarthrose 

rechts mit Instabilität nach Kniekontusion am 11. April 2011 mit subkortika-

ler Infraktion des medialen Femurkondylus bei/mit Zustand nach Valgisati-

onsosteotomie 2013, Ganglionexzision lateraler Tibiakopf 1997 und vorde-

rer Kreuzbandersatzplastik 1983 (act. 85). 

7.3.3 Am 13. Oktober 2020 fand durch Prof. Dr. med. W._______ und Dr. 

med. X._______ in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, 

Y._______, die Implantation einer zementierten Kniegelenkstotalendopro-

these mit Retropatellarersatz rechts statt (act. 55 S. 58 f.). Die Operation 

und der Heilungsverlauf verliefen komplikationslos (act. 40 S. 34, S. 37; 

act. 57). Im Anschluss daran hielt sich die Beschwerdeführerin vom 20. Ok-

tober 2020 bis 14. November 2020 stationär für die konservativ orthopädi-

sche Weiterbehandlung im Medical Park R._______ auf. Zur Epikrise bei 

Entlassung hielten die Ärzte fest, die Patientin werde für längere Strecken 

noch auf die Verwendung von Gehstützen angewiesen sein. Sie sei wieder 

in der Lage, die Aktivitäten des alltäglichen Lebens selbstständig zu bewäl-

tigen. Einschränkungen beständen noch für Arbeiten in gebückter Hartung, 

kniend oder im Hochsitz, kein Heben, Tragen bzw. Bewegen von Lasten 

über 10 kg (act. 40 S. 37). 

7.3.4 Bezüglich des Fussleidens reichte die Beschwerdeführerin im Ver-

fahren der Neuanmeldung für den vorliegend relevanten Zeitraum (vgl. 

oben E. 7.1) Arztberichte von Dr. med. S._______ und T._______ vom 

16. September 2019, von Dr. med. Dr. hc. Z._______ und Dr. Aa._______ 

vom 26. Januar 2021 und von Dr. med. Bb._______ vom 15. April 2021 

sowie den OP-Bericht von Dr. med. Cc._______ vom 7. Mai 2021 ein. Zu-

sammengefasst ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 

2008 und 2012 wegen Beschwerden aufgrund eines Hallux valgus beim 

linken Fuss Korrektur-Operationen vornehmen liess. Den Arztberichten 

von Dr. med. Dr. hc. Z._______ und Dr. Aa._______ vom 26. Januar 2021 

und von Dr. med. Bb._______ vom 15. April 2021 ist zu entnehmen, dass 

die Beschwerdeführerin am linken Fuss an einer Metatarsalgie leidet und 

das MRT des rechten oberen Sprunggelenks vom 15. April 2021 eine 

C-805/2022 

Seite 19 

Teilruptur des Aussenbandes mit Ruptur des Lig. Talofibulare anterius, 

keine Ruptur des Innenbandes, vorderes Syndesmosenband intakt, leichte 

Zerrung des hinteren Syndesmosenbandes, kleiner Längsriss des Pe-

roneus longus-Sehne bei Eintritt in das Fussgewölbe, sowie eine fortge-

schrittene Arthrose im Lisfranc-Gelenk ergab (act. 40 S. 9 ff.; act. 58). 

7.3.5 Im Weiteren reichte die Beschwerdeführerin Arztberichte ein, die auf 

Basaliome an der Unterlippe und an der Stirn hinweisen, die in den Jahren 

2018 und 2019 operativ entfernt wurden (act. 40 S. 1 ff.). 

7.3.6 Dr. med. Dd._______ (Internist, Betriebsarzt, Q._______) hielt mit 

Kurzbericht vom 13. Oktober 2020 und Arztbericht vom 19. Oktober 2020 

als Diagnosen eine akute Krisensituation (F43.0) sowie eine Gonarthrose 

(M17.96) fest und führte aus, dass die Beschwerdeführerin akute massive 

psychische Belastungen am Arbeitsplatz mit multiplen psychosomatischen 

Beschwerden wie z.B. rezidivierende hypertensive Krisen habe. Sie sei seit 

dem 13. August arbeitsunfähig (act. 82 S. 251 ff.). Mit fachärztlichem Attest 

vom 30. November 2020 attestierte Dr. med. Dd._______, dass die Be-

schwerdeführerin vom 13. August bis 11. Oktober 2020 auf Grund psycho-

somatischer Beschwerden, bedingt durch Probleme am Arbeitsplatz, ar-

beitsunfähig gewesen sei (act. 40 S. 41). In seinem Formularbericht vom 

3. Dezember 2020 nannte Ee._______, Facharzt für psychosomatische 

Medizin/Psychotherapie, Ff._______, die Diagnose chronische Schmerz-

störung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41), Kontaktan-

lässe mit Bezug auf das Berufsleben (Z56), empfahl eine ambulante Psy-

chotherapie und hielt fest, «bei Bedarf stützendes Gespräch möglich!» 

(act. 40 S. 40).  

7.3.7 Am 17. August 2021 wurde die Beschwerdeführerin von Dr. med. 

Gg._______ im Auftrag des Unfallversicherers begutachtet. Der Arzt diag-

nostizierte betreffend das rechte Knie einen Status nach VKB-Revision 

(VKB-Durchzugsnaht) 1984 mit intermittierenden, konklusiven, verschie-

den langen, belastungsbedingten Episoden bis 2011 aufgrund der klinisch 

festgestellten relevanten Insuffizienz des VKB's (intraoperative Feststel-

lung: komplette alte vordere Kreuzbandruptur) und den teilweise sekundä-

ren chondralen Reaktionen, einen Status nach Kontusion ohne äusserlich 

erkennbare Folgen am 11. April 2011, einen Status nach leichter Infraktion 

einer idiopathischen Osteonekrose im medialen Femurkondylus, einen 

Status nach Arthroskopie am 30. Oktober 2012 mit VKB-Plastik (Semi-

tendinosus-/Gracilissehnen-Transplant), Notchplastik, medialer Teilmenis-

kektomie und Mikrofakturierung des osteonekrotischen Bereichs im 

C-805/2022 

Seite 20 

medialen Femurkondylus, einen Status nach erneuter Arthroskopie und 

nachfolgender, tibial aufklappender valgisierender Umstellungsosteotomie 

mit Slope-Korrektur am 13. März 2013, einen Status nach Plattenentfer-

nung am 18. Juni 2014 sowie einen Status nach Knietotalprothese am 

13. Oktober 2020 mit primärer Gonarthrose und lateralen Beschwerden. 

Aus den Akten ergebe sich schlüssig (nicht nur überwiegend wahrschein-

lich), dass im rechten Kniebinnenraum nie und im periartikular-medialen 

Bereich des Knies nur eine vorübergehende Folge (Weichteilverletzung, 

welche aber zeitgerecht und folgenlos geheilt sei und Gegenteiliges weder 

dokumentiert noch wahrscheinlich sei) der inkriminierten Kontusion be-

standen habe. Dass die Beschwerden angedauert hätten und exazerbiert 

seien, sei auf die ereignisfremde und schicksalhaft ablaufende Osteonek-

rose im Bereich der Belastungszone des rechten medialen Femurkondylus 

(innerer Fortsatz des Oberschenkelknochens, der das Kniegelenk bildet) 

zurückzuführen und habe seither alle, das Knie betreffende Behandlungen 

indiziert. Betreffend den linken Fuss stellte Dr. med. Gg._______ multiple 

Eingriffe mit Restbeschwerden fest und betreffend den rechten Fuss eine 

degenerative und symptomatische Mittelfussveränderung (act. 79 S. 30). 

Der Gutachter kritisierte die Einschätzungen von Dr. med. J._______ 

(act. 17 S. 9 ff.; act. 54 S. 19 ff.) aufgrund von inkompletten Überlegungen. 

Eine nochmalige kritische Überarbeitung der Einschätzungen habe Dr. 

med. J._______ als nicht notwendig erachtet (act. 54 S. 75 ff.), was nicht 

nur in Anbetracht der seither vergangenen Zeit nicht lege artis sowie unse-

riös und irreführend sei. Der Bericht aus dem Jahre 2011 weise Fehler und 

Unklarheiten auf, unter anderem, weil damals kein Status «nach mehre-

ren» VKB-Eingriffen bestanden habe, sondern nur ein VKB-Eingriff stattge-

funden habe (act. 79 S. 27 f.).  

Der Gutachter hielt fest, dass die geschilderten und aus Sicht der Be-

schwerdeführerin eine uneingeschränkte Wiedereingliederung in den an-

gestammten Arbeitsprozess verhindernden Beschwerden weder klinisch 

noch radiologisch umfassend erklär- oder nachvollziehbar seien. Die Be-

schwerdeführerin werde durch die unkritische und nicht fachlich objektivier- 

und/oder begründbare Beurteilung der andauernden ärztlichen Bescheini-

gung von Unfallfolgen mit Bestätigung der anhaltenden Arbeitsunfähigkeit 

im Sinne einer subjektiven Leidensverstärkung (iatrogen prolongierte Be-

findlichkeitsstörung) seit langem unterstützt. Die Befunde seien weder am 

rechten Knie noch an den Füssen – unabhängig davon, ob die geltend ge-

machten Probleme unfallbedingt oder auf eine idiopathische primäre Ätio-

logie zurückzuführen sind – klinisch oder radiologisch auch nur annähernd 

so ausgeprägt, dass sich daraus eine signifikante, den Alltag oder das 

C-805/2022 

Seite 21 

Berufsleben möglicherweise, sicher aber nicht wahrscheinlich messbare 

Einschränkung ableiten und hinreichend mit einem objektivierbaren patho-

logischen Substrat begründen liesse. Die Beschwerden seien als Verdeut-

lichung zu interpretieren; dies sei auch daran zu erkennen, dass nach den 

jeweils technisch komplikationslos verlaufenen Operationen am Knie äus-

serst prolongierte stationäre Rehabilitationsmassnahmen stattgefunden 

hätten, ohne dass es hierfür eine nachvollziehbare Begründung gegeben 

habe oder dies mit den zeitnah dokumentierten klinischen Befunden aus 

der Retrospektive annähernd erklär- oder nachvollziehbar sei (act. 79 S. 

28 ff.).  

Was die Arbeitsunfähigkeit betreffe, seien die überwiegend wahrscheinli-

chen Kontusionsfolgen an den Weichteilen längst ausgeheilt und sei daher 

– seit der zeitgerechten Heilung – eine Beeinträchtigung des Alltags oder 

der beruflichen Tätigkeit nicht ausgewiesen. Auch die aktuellen klinischen 

und radiologischen ereignisfremden Befunde könnten die weiterhin anhal-

tend geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit nicht annährend, geschweige 

denn umfassend oder hinreichend erklären. Dies gelte sowohl im Zusam-

menhang mit dem hier zu beurteilenden rechten Knie als auch den Befun-

den an den Füssen. Als technische Operationsassistentin in leitender 

Funktion (als fast ausschliesslich stehende Tätigkeit) könne seit mindes-

tens dem 21. Januar 2021 aus orthopädisch-traumatologischer Sicht we-

der eine unfallbedingte noch eine ereignisfremde Begründung für eine Ein-

schränkung der Tätigkeit im angestammten Beruf anerkannt werden 

(act. 79 S. 35 f.). 

7.3.8 Der Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. F._______ vom 28. Oktober 

2021 ist zu entnehmen, dass er sich auf das wissenschaftliche Gutachten 

von Dr. med. Gg._______ vom 16. September 2021 abstützt. Er qualifiziert 

das Gutachten inhaltlich und formal als korrekt. Darin werde nicht nur die 

Frage der Unfallkausalität der Kniebeschwerden beleuchtet und verneint. 

Gestützt auf die vom Gutachter gestellten Diagnosen bestehe in der ange-

stammten Tätigkeit als leitende Operations-Schwester eine uneinge-

schränkte Arbeitsfähigkeit auch bei Berücksichtigung der ereignisfremden 

Diagnosen bezüglich des Unfalls. Diese Beurteilung sei versicherungsme-

dizinisch plausibel und nachvollziehbar. Medizinisch-theoretisch habe we-

gen der Implantation einer Kniegelenkstotalprothese am 13. Oktober 2020 

bis zur gutachterlichen Untersuchung am 17. August 2021 eine 100 %-ige 

Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab dem 18. August 2021 sei die Beschwer-

deführerin wieder zu 100 % arbeitsfähig für die angestammte Tätigkeit und 

auf dem freien Arbeitsmarkt gewesen. Es gebe keine weiteren 

C-805/2022 

Seite 22 

Einschränkungen und ein Belastungsprofil entfalle (act. 102 S. 14 ff.). Be-

züglich des neu eingereichten Sprechstundenberichts des Hh._______-

Krankenhauses vom 10. November 2021 (act. 94 S. 9), der die degenera-

tiven Veränderungen im Bereich des rechten Fusses beschreibe und eine 

Schuhzurichtung als konservative Therapie empfehle, hält der RAD-Arzt 

fest, dass diese Beschwerden schon Gegenstand des unabhängigen Gut-

achtens von Dr. med. Gg._______ gewesen seien. Die Forderung nach 

einem polydisziplinären Gutachten ohne relevante neue Diagnosen oder 

Befunde aus anderen Fachgebieten komme einer Suche nach Zufallsbe-

funden gleich und sei versicherungsmedizinisch nicht nachvollziehbar. Der 

Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei nur vo-

rübergehend und nicht langandauernd gewesen. Zudem lägen keine funk-

tionellen Einschränkungen im Haushalt vor (act. 102 S. 14 ff.).  

7.4  

7.4.1 Die Beschwerdeführerin führt im Rahmen des vorliegenden Be-

schwerdeverfahrens an, dass sich ihr Gesundheitszustand seit der Ableh-

nung ihres Rentengesuchs am 9. Dezember 2013 signifikant verschlech-

tert habe. In Bezug auf beide Füsse und das rechte Bein lägen medizinisch 

fundierte Einschränkungen vor, die sich signifikant auf die Arbeitsfähigkeit 

auswirkten. Die Patientin zeige Symptome einer exazerbierten Erkran-

kung, die eine signifikante Beeinträchtigung der körperlichen Verfassung 

zur Folge hätten. So sei sie beispielsweise kaum mehr in der Lage, das 

rechte Bein zu belasten. Die Beschwerdeführerin führt erneut an, dass das 

Gutachten von Dr. med. Gg._______ als ein unfallversicherungsrechtliches 

Gutachten zu betrachten sei, welches sich auf die Frage der Unfallkausa-

lität konzentriere. Die Vorinstanz habe auf diesen Einwand nicht reagiert. 

In dem vorliegenden Gutachten erfolge weder die Erhebung eines Belas-

tungsprofils noch eine Prognose bezüglich der Dauerhaftigkeit der gesund-

heitlichen Einschränkungen. Das Gutachten von Dr. med. Gg._______ 

weise signifikante Mängel auf, die eine Nachvollziehbarkeit und Beweis-

kraft einschränkten. Die Ausrichtung des Gutachtens auf die Leistungsein-

stellung gegenüber der Unfallversicherung stehe im Vordergrund, während 

die Untersuchung der Unfallkausalität und die Bewertung der erwerblichen 

Einschränkungen der gesundheitlichen Beschwerden der Beschwerdefüh-

rerin vernachlässigt würden. Des Weiteren führt die Beschwerdeführerin 

an, dass der Gutachter Dr. med. Gg._______ als von Vornherein befangen 

zu beurteilen sei und er somit von Vornherein nicht als Experte herangezo-

gen werden könne. Zu Beginn des Explorationsgesprächs sei die Be-

schwerdeführerin mit einem Bild des Operationssaals der Klinik B._______ 

C-805/2022 

Seite 23 

konfrontiert worden, bei der es sich um den früheren Arbeitgeber der Be-

schwerdeführerin handle. Zudem sei ihr seitens des Arztes versichert wor-

den, dass eine Verletzung am Operationstisch ausgeschlossen werden 

könne. Darüber hinaus habe er ihr dargelegt, dass sämtliche zuvor durch-

geführten Operationen fehlerhaft und obsolet gewesen seien, obschon er 

zu diesem Zeitpunkt nicht einmal über sämtliche relevante ärztliche Be-

richte verfügt habe. Diese Schlussfolgerung indiziere, dass der Gutachter 

seine Schlussfolgerungen nicht auf einer soliden Grundlage medizinischer 

Aktenlage getroffen habe, sondern vielmehr aufgrund einer vorgefassten 

Meinung. Aus dem gesamten Ablauf der Begutachtung, der sich auch im 

Gutachten widerspiegle, lasse sich eine manifeste Voreingenommenheit 

ableiten. Es sei darauf hingewiesen, dass dem Gutachter dieser Vorbehalt 

nicht zur Stellungnahme unterbreitet worden sei. Dies resultiere in einer 

unzureichenden Sachverhaltsabklärung an dieser Stelle (BVGer-act. 1). 

7.4.2 Das bislang von der Vorinstanz nicht durchgeführte, aber geforderte 

polydisziplinäre Gutachten sei insbesondere auch deshalb angezeigt, weil 

der Gutachter Dr. med. Gg._______ mehrfach darauf verweise, dass sich 

die Beschwerdeführerin subjektiv augenscheinlich nicht arbeitsfähig sehe. 

Es handle sich hierbei um eine Ausführung, die jeglicher medizinischer 

Substanz entbehre und sich daher nicht nachvollziehen lasse. Die Arbeits-

fähigkeit in einer potenziell angepassten Tätigkeit sei seitens der Vo-

rinstanz nicht evaluiert worden und es sei kein Belastungsprofil erstellt wor-

den. Die vorliegende Sachlage lasse den Schluss zu, dass die medizini-

sche Angelegenheit seitens der Vorinstanz nicht hinreichend erörtert wor-

den sei. Aus diesem Grund sei es zwingend erforderlich, dass die Vo-

rinstanz ein Gutachten in Auftrag gebe und einhole (BVGer-act. 1) 

7.4.3 In der Beschwerde wird zusätzlich auf den bereits eingereichten Be-

richt von Dr. med. Dr. h. c. Z._______ sowie Dr. Aa._______ vom 

Hh._______ Krankenhaus vom 10. November 2021 verwiesen (act. 94 S. 

9 f.). In Bezug auf den Fuss links äussert Dr. Aa._______ in ihrer Beurtei-

lung vom 26. Januar 2021 die Auffassung, dass bei anhaltenden Be-

schwerden gegebenenfalls eine minimalinvasive Osteotomie der Metata-

salia II-IV erforderlich sei. Der Operationstermin stehe zum gegenwärtigen 

Zeitpunkt noch nicht fest. Die Operation könne erst nach vollständiger Wie-

derherstellung der Belastbarkeit des rechten Beins durchgeführt werden. 

Die medizinischen Berichte vom 26. Januar 2021 und vom 10. November 

2021 legten nahe, dass insbesondere in Bezug auf beide Füsse sowie das 

rechte Bein noch erhebliche, medizinisch begründete Einschränkungen 

vorliegen würden, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Es sei von 

C-805/2022 

Seite 24 

essentieller Bedeutung, dass die Analyse der vorliegenden Daten mit äus-

serster Sorgfalt erfolge (BVGer-act. 1). 

7.4.4 Gemäss den Ausführungen von Dr. med. J._______ im Bericht vom 

10. Januar 2012, dessen Ergebnis er im neueren Bericht vom 10. Septem-

ber 2020 bestätigt habe, sei aufgrund des erlittenen Unfalls eine richtungs-

gebende Verschlimmerung des Vorzustandes zu verzeichnen. In der Kon-

sequenz sei die gesundheitliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin als erwiesen zu betrachten (BVGer-act. 1 Ziff. 2.5). 

Aufgrund der eindeutigen medizinischen Aktenlage sei festgestellt worden, 

dass die Beschwerdeführerin in ihrer ursprünglichen Tätigkeit als vollstän-

dig arbeitsunfähig zu betrachten sei. Andernfalls wäre sie in der Vergan-

genheit ihrer beruflichen Tätigkeit nachgegangen. Die Vorinstanz orientiere 

sich in ihrer Beurteilung ausschliesslich am Gutachten von Dr. med. 

Gg._______ und setze sich mit den divergierenden medizinischen Akten 

nicht hinreichend auseinander (BVGer-act. 1 Ziff. 2.6). 

7.5 Zur Beurteilung des RAD-Arztes ist Folgendes festzuhalten:  

7.5.1 Aus den Akten geht hervor, dass zwischen dem 9. Dezember 2013 

und dem 18. Januar 2022 – unter Vorbehalt des Nachfolgenden – keine 

gänzlich neuen, bislang unbekannten Diagnosen gestellt worden sind. Am 

13. Oktober 2020 wurde eine Kniegelenkstotalprothese am rechten Knie 

implantiert (vgl. E. 7.3.3). Zusätzlich reichte die Beschwerdeführerin neue 

ärztliche Unterlagen zu ihrem Fussleiden ein (vgl. E. C.a, E. 7.3.4), wobei 

unter anderem eine weitere Operation des linken Fusses in Aussicht ge-

stellt wurde (act. 57). Das Vorliegen neuer Diagnosen oder Eingriffe allein 

ist jedoch nicht ausreichend, um eine signifikante Veränderung des Ge-

sundheitszustandes zu belegen (vgl. oben E. 6.5). Für die Bestimmung des 

Rentenanspruchs ist vielmehr – unabhängig von der Diagnose und unbe-

sehen der Ätiologie – entscheidend, ob und in welchem Ausmass eine Be-

einträchtigung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsfähigkeit ausgewie-

sen ist (vgl. dazu Urteil des BGer 8C_827/2018 vom 10. April 2019 E. 6.2.2 

m.w.H.). In dieser Hinsicht ist festzuhalten, dass das Gutachten von Dr. 

med. Gg._______ zwar methodisch nachvollziehbar zur Frage der Unfall-

kausalität Stellung nimmt, für die Beurteilung der invalidenversicherungs-

rechtlichen Relevanz der funktionellen Folgen jedoch unzureichend bleibt, 

wie nachfolgend aufzuzeigen ist: In der persönlichen Untersuchung der Be-

schwerdeführerin wurden die Auswirkungen der Knie-TEP sowie der doku-

mentierten Fuss-Problematik nicht in der erforderlichen Tiefe geprüft. Der 

Gutachter beschränkt sich hinsichtlich der Füsse im Wesentlichen auf die 

C-805/2022 

Seite 25 

Feststellung multipler Eingriffe links und degenerativer Mittelfussverände-

rungen rechts, ohne deren funktionelle Auswirkungen näher zu analysie-

ren. Die geltend gemachten Beschwerden werden summarisch als Ver-

deutlichung qualifiziert, ohne eine differenzierte Auseinandersetzung mit 

den konkret geschilderten Einschränkungen beim Gehen und Stehen vor-

zunehmen. Ebenso bleibt unbegründet, weshalb die dokumentierten dege-

nerativen Befunde – trotz attestierter Symptomatik und dem Umstand, dass 

weitere operative Massnahmen «angedacht» sind und die vorgeführten 

Schuheinlagen als ungenügend beurteilt wurden – nicht geeignet sein sol-

len, eine relevante funktionelle Einschränkung im Alltag oder Erwerbsleben 

zu begründen. Statt einer fachlich vertieften Beurteilung wird die Proble-

matik teilweise polemisch zurückgewiesen («Absurdität, die nicht zu über-

treffen ist»), was den Anforderungen an eine sachliche, medizinisch nach-

vollziehbare Einschätzung nicht genügt. Damit fehlt es an einer tragfähigen 

Grundlage für die Beurteilung, ob und in welchem Ausmass die kombinierte 

Knie- und Fussproblematik die Belastbarkeit in den für die Invaliditätsbe-

messung zentralen Bereichen Stehen, Gehen und Tragen einschränkt. Na-

mentlich bleibt offen, ob die degenerativen Veränderungen an den Füssen 

in ihrem funktionellen Zusammenwirken mit der Knieendoprothese zusätz-

liche Einschränkungen bewirken, ob durch geeignete konservative oder 

operative Therapien eine wesentliche Verbesserung zu erwarten wäre und 

in welchem Umfang die geltend gemachten Schmerzen und Belastungs-

grenzen auf objektivierbare Befunde zurückgeführt werden können. Ange-

sichts der medizinischen Komplexität, die sowohl orthopädische wie auch 

rehabilitationsmedizinische Fachkenntnis erfordert, kann auf eine unab-

hängige fachärztliche Abklärung nicht verzichtet werden. Nur eine solche 

erlaubt eine fachübergreifende Würdigung der Knie- und Fussbefunde, die 

Erfassung der funktionellen Folgen im Alltag sowie die Beurteilung der Zu-

mutbarkeit in der angestammten wie auch in leidensangepassten Tätigkei-

ten. Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass der Beweiswert eines (hier 

im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren erstellten) Gutachtens im 

Rahmen einer Neuanmeldung entscheidend davon abhängt, ob es sich 

hinreichend auf die für Art. 87 Abs. 3 IVV massgebende Frage einer erheb-

lichen Änderung des Sachverhalts seit rechtskräftiger Ablehnung des 

früheren Leistungsgesuchs bezieht (vgl. oben E. 6.5; Urteil BVGer C-

5626/2017 E. 6.5.1). Eine explizite Äusserung von Dr. med. Gg._______ 

zu dieser spezifischen Fragestellung ist nicht ersichtlich. Die Eignung des 

unfallversicherungsrechtlichen Gutachtens für die invalidenrechtliche Fra-

gestellung ist bereits an dieser Stelle zu bezweifeln. Die ergänzenden Fest-

stellungen des RAD-Arztes (100 % Arbeitsunfähigkeit vom 13.Oktober 

2020 bis 17. August 2021 aufgrund Implantation einer 

C-805/2022 

Seite 26 

Kniegelenkstotalprothese) beruhen lediglich auf allgemeinmedizinischer 

Einschätzung; Zwar benötigen RAD-Ärzte nicht zwingend einen spezifi-

schen Facharzttitel, wenn sie lediglich die vorhandenen Akten würdigen, 

ohne einen Untersuchungsbericht im Sinne von Art. 49 Abs. 2 IVV zu er-

stellen. Beschränken sie sich jedoch nicht darauf, die ihnen vorliegenden 

Berichte und Gutachten zu würdigen, sondern nehmen sie eigenständige 

medizinische Beurteilungen vor, setzt dies eine spezifische fachärztliche 

Qualifikation voraus (vgl. Urteil des BGer 8C_342/2023 vom 7. Dezember 

2023 E. 5.7.3 mit Hinweisen; eingehend: Susanne Bollinger, Recht und 

Medizin: RAD – zuständig und auch kompetent?, HAVE 2023, 281 ff.). Die 

vorliegende Untersuchung zeigt, dass der RAD-Arzt sich nicht auf eine Ak-

tenwürdigung beschränkte. Vielmehr nahm er mit den ergänzenden Fest-

stellungen eine eigenständige medizinische Beurteilung über die Arbeits-

unfähigkeit der Beschwerdeführerin vor, die eine spezifische fachärztliche 

Qualifikation voraussetzt. Zudem bildete seine Beurteilung die Grundlage 

für die Beurteilung des Leistungsanspruchs. 

7.5.2 Im vorliegenden Verfahren ist zu klären, ob die Vorinstanz in ihrer 

Verfügung vom 18. Januar 2022 zu Recht davon ausging, dass die Be-

schwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit als leitende Operations-

schwester wie auch in einer angepassten Tätigkeit uneingeschränkt ar-

beitsfähig ist. Es ist dabei von essentieller Bedeutung, dass die Analyse 

der aktenkundigen Berichte der behandelnden (Fach-) Ärzte mit äusserster 

Sorgfalt erfolgt. Die von der Beschwerdeführerin eingereichten abweichen-

den ärztlichen Einschätzungen, namentlich die Berichte von Dr. med. Dr. 

h. c. Z._______ und Dr. Aa._______ vom 26. Januar 2021 sowie der Be-

richt des Hh._______-Krankenhauses vom 10. November 2021, wurden 

von der Vorinstanz zwar zur Kenntnis genommen, jedoch nicht in einer 

Weise gewürdigt, die den Anforderungen an eine umfassende Abklärung 

im Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG entspricht (vgl. E. 7.5.8). 

7.5.3 Die Beschwerdeführerin rügt, dass das Gutachten von Dr. med. 

Gg._______ eine einseitige Fokussierung auf unfallversicherungsrechtli-

che Fragestellungen aufweise, keine nachvollziehbare Prognose hinsicht-

lich der erwerblichen Auswirkungen enthalte und aufgrund der gesamten 

Begutachtungssituation von Befangenheit geprägt sei. In Bezug auf den 

Beweiswert des Gutachtens von Dr. med. Gg._______ ist zunächst festzu-

halten, dass gemäss der konstanten Rechtsprechung (BGE 137 V 210 

E. 1.3.4) Gutachten externer Sachverständiger, die im Verwaltungsverfah-

ren eingeholt wurden, volle Beweiskraft geniessen, sofern sie umfassend 

sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, die geklagten Beschwerden 

C-805/2022 

Seite 27 

berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten abgegeben wurden und in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge sowie in der Begründung 

der Schlussfolgerungen einleuchten. Es sei jedoch angemerkt, dass diese 

Grundsätze nur unter der Prämisse Gültigkeit besitzen, dass keine konkre-

ten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen.  

Im vorliegenden Fall bestehen signifikante Indizien, die die Schlüssigkeit 

und Vollständigkeit des Gutachtens anzweifeln lassen. So legt das vorhan-

dene Gutachten den Schwerpunkt auf die Analyse der Unfallkausalität der 

Knieproblematik, ohne jedoch in der für die Invalidenversicherung ent-

scheidenden Weise die seit 2018 zunehmend dokumentierten degenerati-

ven und traumatisch überlagerten Veränderungen zu würdigen. Die mehr-

fache operative Behandlung – Arthroskopien, Umstellungsosteotomie und 

schliesslich die Implantation einer Kniegelenkstotalprothese im Oktober 

2020 – wird zwar referiert, indessen fehlt eine differenzierte Auseinander-

setzung mit deren funktionellen Folgen. Dass der Gutachter die von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachten Einschränkungen beim Stehen 

und Gehen sowie die erhobenen Belastungsgrenzen pauschal als Verdeut-

lichung qualifiziert, ohne zu begründen, weshalb diese nicht zumindest teil-

weise im Zusammenhang mit den dokumentierten degenerativen Verände-

rungen und dem endoprothetischen Eingriff plausibel erscheinen könnten, 

vermag nicht zu überzeugen. Das Bundesgericht hält hierzu fest, dass, so-

weit die Anzeichen auf eine Aggravation neben einer ausgewiesenen ver-

selbständigten Gesundheitsschädigung auftreten, deren Auswirkungen im 

Umfang der Aggravation zu bereinigen sind (BGE 141 V 281 E. 2.2; Urteil 

des BGer 8C_288/2024 vom 29. Oktober 2024 E. 8.2). Dies ist hier nicht 

erfolgt. Des Weiteren enthält das Gutachten keine Auseinandersetzung mit 

der longitudinalen Entwicklung des vorliegenden Beschwerdebildes. Es 

bleibt offen, inwiefern die nachgewiesene progrediente Gonarthrose, die 

degenerativen Veränderungen und die wiederholten Operationen zu einer 

schrittweisen funktionellen Einschränkung führten, die für die Beurteilung 

der verbleibenden Leistungsfähigkeit von entscheidender Bedeutung ist. 

Das vorliegende Gutachten weist damit keine inhaltliche Tragfähigkeit und 

umfassende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf. 

7.5.4 Ein weiteres signifikantes Indiz gegen die Schlüssigkeit des Gutach-

tens ist die unzureichende Auseinandersetzung mit den aktuellen Befun-

den zur Fussproblematik. Die Beschwerdeführerin hat fachärztliche Be-

funde eingereicht, die signifikante degenerative Veränderungen im Bereich 

des Lisfranc-Gelenks sowie eine Teilruptur des Ligamentum talofibulare 

anterius dokumentieren. Diese Befunde datieren aus dem Jahr 2021 und 

C-805/2022 

Seite 28 

fallen somit klar in den für die Neuanmeldung relevanten Zeitraum. Gleich-

wohl werden sie im vorliegenden Gutachten lediglich am Rande erwähnt, 

ohne dass eine substanzielle Analyse ihrer funktionellen Auswirkungen 

vorgenommen wird. Es konnte bislang keine Antwort auf die zentrale Frage 

gefunden werden, inwiefern die vorliegenden Fussbeschwerden die Steh- 

und Gehfähigkeit beeinflussen. Beide sind für die bisherige Tätigkeit als 

Operationsschwester von entscheidender Bedeutung. Gemäss der invali-

denversicherungsrechtlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, die sich am 

Gesamtbild der gesundheitlichen Beeinträchtigungen orientiert, manifes-

tiert sich in diesem Fall eine signifikante Lücke. Die pauschale Qualifika-

tion, die Fussbeschwerden seien klinisch und radiologisch nicht erklärbar, 

ersetzt keine nachvollziehbare Auseinandersetzung mit den neueren bild-

gebenden Befunden und deren potenzieller funktioneller Relevanz. In An-

betracht der vorliegenden Umstände mangelt es dem Gutachten an der 

erforderlichen Schlüssigkeit und Vollständigkeit, um als fundierte Grund-

lage für die IV-rechtliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu dienen (vgl. 

hierzu konkret unten E. 7.5.7).  

7.5.5 Weiter erscheinen allfällige Einschränkungen in psychischer Hinsicht 

nicht hinreichend abgeklärt: Gemäss den Akten der Vorinstanz wurde von 

einem Facharzt für psychosomatische Medizin/Psychotherapie die Diag-

nose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Faktoren (F45.41) gestellt (vgl. E. 7.3.6). In der vorliegenden Beurteilung 

wird diese als «lediglich vorübergehend» klassifiziert, ohne dass eine um-

fassende fachärztliche Evaluation stattgefunden hätte (vgl. IV-act. 102 

S. 17). Die psychischen Faktoren erscheinen damit nicht hinreichend ge-

klärt. Es kann weder aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin 

selbst kein psychisches Leiden geltend macht, noch daraus, dass ihr 

Rechtsvertreter diesen Aspekt in der Beschwerde nicht aufgreift, geschlos-

sen werden, eine Abklärung sei entbehrlich. Vielmehr bedarf es zur ver-

lässlichen Beurteilung einer sorgfältigen psychiatrischen beziehungsweise 

psychosomatischen Untersuchung. 

7.5.6 Seitens der Vorinstanz wurde eine Prüfung der Rüge der Voreinge-

nommenheit des Gutachters unterlassen. Es trifft zwar zu, dass allein die 

Tatsache, dass ein Gutachter kritische Bemerkungen gegenüber der versi-

cherten Person oder gegenüber früheren medizinischen Einschätzungen 

äussert, noch keinen Ausstandsgrund zu begründen vermag. Gemäss der 

Rechtsprechung ist jedoch eine ernsthafte Prüfung des Anscheins der Be-

fangenheit erforderlich, wenn die versicherte Person konkrete Vorwürfe 

hinsichtlich einer vorab festgelegten Schlussfolgerung des Gutachters 

C-805/2022 

Seite 29 

erhebt (BGE 132 V 93 E. 7.2.2; Urteil des BGer 8C_227/2013 vom 22. Au-

gust 2013). Die Beschwerdeführerin schildert konkrete Vorkommnisse 

während der Exploration, die geeignet sind, Zweifel an der Unvoreinge-

nommenheit des Gutachters zu wecken (vgl. die in E.7.4.1 geschilderten 

Vorkommnisse; BVGer-act. 1 Ziff. 2.2). Die Frage, ob damit tatsächlich ein 

Ausstandsgrund vorliegt, braucht an dieser Stelle jedoch nicht erörtert wer-

den. Die vorliegende Entscheidung ist dahingehend zu kritisieren, dass die 

Vorinstanz die substantiierten Einwände ohne eine adäquate Prüfung ver-

worfen hat. Dies steht im Widerspruch zum Untersuchungsgrundsatz so-

wie dem Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine sorgfältige und faire 

Abklärung. Es wäre angezeigt gewesen, zumindest ergänzende Stellung-

nahmen einzuholen oder die Begutachtung einer anderen, neutralen Fach-

person zu übertragen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Wortwahl und 

Argumentation des Gutachters nicht in allen Teilen den an die gebotene 

Neutralität und Sachlichkeit zu stellenden Anforderungen genügt. Wenn er 

etwa Vorgutachten als «eine Absurdität, die nicht zu übertreffen ist» 

(act. 79 S. 39) bezeichnet, einen Vorgutachter als «sehr (selbst)kritikarm» 

(act. 79 S. 28) qualifiziert oder sich zum «Verdacht auf Befangenheit» 

(act. 79 S. 39) äussert, handelt es sich um wertende Bemerkungen ohne 

unmittelbaren medizinischen Bezug. Es ist festzustellen, dass dies ebenso 

Gültigkeit besitzt, sofern er sich unter Verweis auf Fotografien aus dem In-

ternet (act. 79 S. 29) zum Unfallhergang äussert. Derartige Ausführungen 

sind als spekulativ einzustufen und überschreiten den medizinischen Be-

gutachtungsauftrag. In Anbetracht der vorliegenden Formulierungen beste-

hen signifikante Zweifel an der geforderten Objektivität des vorliegenden 

Gutachtens (vgl. BGE 132 V 93 E. 7.2.2; Urteil des BGer 8C_665/2015 

E. 5.2). 

7.5.7 Es bleibt festzuhalten, dass das Gutachten von Dr. med. Gg._______ 

die Thematik der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht be-

handelt. Der Gutachter konstatiert, dass die Arbeitsfähigkeit in der bisheri-

gen Tätigkeit uneingeschränkt gegeben ist. Jedoch wird ausser Acht ge-

lassen, dass im Rahmen der Invalidenversicherung nicht nur die bisherige, 

sondern auch eine allfällige angepasste Tätigkeit von Relevanz ist. In An-

betracht der durchgeführten Kniegelenktotalprothese sowie der multiplen 

Fussoperationen wäre die Erstellung eines differenzierten Belastungspro-

fils erforderlich gewesen, welches die funktionellen Möglichkeiten und Ein-

schränkungen der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit be-

rücksichtigt. Eine zuverlässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit kann nur 

nach entsprechender Prüfung erfolgen. 

C-805/2022 

Seite 30 

7.5.8 Schliesslich ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die ergänzenden 

Berichte des Hh._______-Krankenhauses vom 10. November 2021 sowie 

die Stellungnahmen der behandelnden Ärztinnen und Ärzte nicht in gebo-

tener Weise berücksichtigt hat. Die eingereichten Arztberichte dokumentie-

ren eine Lisfranc-Arthrose mit klinisch fassbarer Instabilität und Schmer-

zwiedererkennung. Sie konkretisieren die oben (E. 7.5.4) angesprochene 

Grundsatzproblematik und enthalten therapeutische Empfehlungen 

(Schuhzurichtung, Abrollhilfe, Röntgenreizbestrahlung, Physiotherapie). 

Diese Empfehlungen weisen auf eine persistierende funktionelle Ein-

schränkung mit Relevanz für das längerdauernde Stehen und Gehen hin. 

Jedoch stützte sich der RAD in seiner Stellungnahme vom 28. Oktober 

2021 im Wesentlichen auf das Gutachten von Dr. med. Gg._______, ohne 

die neuen ärztlichen Befunde im Nachgang eigenständig zu analysieren. 

Der Hinweis, es handle sich um eine «Suche nach Zufallsbefunden», stellt 

keine adäquate Ersatzleistung für eine sachliche Auseinandersetzung mit 

den dokumentierten degenerativen Veränderungen und den konkret be-

schriebenen klinischen Einschränkungen dar. Die gebotene eigenständige, 

kritische Würdigung der Aktenlage gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG ist dem-

nach nicht gegeben. Dieser Umstand ist insbesondere vor dem Hinter-

grund von signifikanter Relevanz, da die behandelnden Ärztinnen – na-

mentlich Dr. Aa._______ und Dr. med. Ii_______ – die vorliegenden Be-

schwerden nachvollziehbar sowohl auf die Fussveränderungen als auch 

auf die postoperative Situation nach Knie-TEP zurückführen und zumindest 

übergangsweise eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestieren.  

7.5.9 In Anbetracht der obenstehenden Ausführungen ist festzustellen, 

dass die medizinische Sachverhaltsabklärung Lücken aufweist und die Be-

weiswürdigung der Vorinstanz nicht hinreichend ist. Aufgrund der divergie-

renden medizinischen Einschätzungen sowie der vom Gericht festgestell-

ten Mängel in der Erhebung des relevanten Gesundheitszustandes lässt 

sich die Restarbeitsfähigkeit nicht abschliessend klären. Es bestehen da-

mit erhebliche Zweifel an der uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit der Be-

schwerdeführerin seit August 2021, wie es das Gutachten von Dr. med. 

Gg._______ nahelegt. Die Zweifel betreffen nicht ausschliesslich die 

Schlüssigkeit der Diagnosen, sondern auch deren vollständige Berücksich-

tigung und insbesondere die angemessene Bewertung der funktionellen 

Auswirkungen und die Prognose. Aufgrund der divergierenden Einschät-

zungen zwischen Gutachten, RAD und Behandelnden ist eine unabhän-

gige, polydisziplinäre Begutachtung erforderlich, um die tatsächliche funk-

tionelle Leistungsfähigkeit – sowohl in der angestammten als auch in einer 

angepassten Tätigkeit – zuverlässig zu klären. 

C-805/2022 

Seite 31 

8.  

Zusammengefasst ist Folgendes festzuhalten: 

8.1 Die angefochtene Verfügung ist gestützt auf eine unvollständige Sach-

verhaltsabklärung ergangen. In Anwendung von Art. 61 Abs. 1 VwVG ist 

die Sache daher zur Vornahme der notwendigen medizinischen Abklärun-

gen und hernach neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

Die vorliegende Rückweisung an die Vorinstanz erfolgt in Übereinstim-

mung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Gemäss dieser ist 

eine Rückweisung an die IV-Stelle im Falle einer notwendigen Erhebung 

einer bisher vollständig ungeklärten Frage möglich. Ebenso steht es dem 

Bundesverwaltungsgericht frei, eine Sache zurückzuweisen, wenn allein 

eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Aus-

führungen erforderlich ist (BGE 139 V 99 E. 1.1; 137 V 210 E. 4.4.1.4). 

8.2 Die Vorinstanz ist in Anwendung von Art. 61 Abs. 1 VwVG anzuweisen, 

nach Aktualisierung und Vervollständigung der medizinischen Akten eine 

interdisziplinäre Begutachtung der Beschwerdeführerin zu veranlassen. 

Mit Blick auf die im Raum stehenden Befunde und Diagnosen erscheinen 

Expertisen in den Fachgebieten Orthopädie/Traumatologie, Rheumatolo-

gie und Innere Medizin erforderlich. Aufgrund der wiederholt dokumentier-

ten psychischen Belastungen sowie der Hinweise auf psychosomatische 

Komponenten ist auch die Disziplin der Psychiatrie zu involvieren. Die Ent-

scheidung, ob zusätzliche Fachbereiche, beispielsweise aus dem Bereich 

der Neurologie, erforderlich sind, obliegt den Gutachterinnen und Gutach-

tern. Die vorliegende Begutachtung hat nach den Standards der Schwei-

zerischen Versicherungsmedizin zu erfolgen. Zudem ist es essenziell, dass 

sämtliche erhobenen Befunde in einer interdisziplinären Gesamtschau und 

in ihrem Verlauf gewürdigt werden. Ferner ist die Erstellung eines differen-

zierten Belastungsprofils erforderlich, welches die funktionellen Möglich-

keiten und Einschränkungen der Beschwerdeführerin in bisheriger und an-

gepasster Tätigkeit realistisch abbildet. Im Falle einer Restarbeitsfähigkeit 

in der bisherigen und/oder in einer angepassten Tätigkeit stellt sich 

schliesslich die Frage nach der Verwertbarkeit derselben angesichts des 

fortgeschrittenen Alters der Beschwerdeführerin (mit Jahrgang 1961). 

8.3 Die interdisziplinäre Begutachtung hat grundsätzlich in der Schweiz zu 

erfolgen, da die Abklärungsstelle mit den Grundsätzen der schweizeri-

schen Versicherungsmedizin vertraut sein muss (Art. 7m der Verordnung 

vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-

rungsrechts [ATSV, SR 830.11]; vgl. auch Urteil des BGer 9C_235/2013 

C-805/2022 

Seite 32 

vom 10. September 2013 E. 3.2; statt vieler Urteil des BVGer C-3864/2017 

vom 11. März 2019 E. 7.5 m.w.H.). Im Weiteren ist die Gutachterstelle nach 

dem Zufallsprinzip gemäss Zuweisungssystem «SuisseMED@P» zu ermit-

teln (Art. 44 Abs. 7 Bst. a ATSG i.V.m. Art. 72bis Abs. 2 IVV; vgl. auch BGE 

139 V 349 E. 5.2.1) und der Beschwerdeführerin sind die ihr zustehenden 

Mitwirkungsrechte einzuräumen (vgl. insbesondere Art. 44 Abs. 2 und 3 

ATSG). 

8.4 Bei dieser Sachlage ist von der Einholung eines Gerichtsgutachtens 

oder Erhebung anderer Beweise abzusehen. Im Übrigen litte die Rechts-

staatlichkeit der Versicherungsdurchführung empfindlich und wäre von ei-

nem Substanzverlust bedroht, wenn die Verwaltung von vornherein darauf 

bauen könnte, dass ihre Arbeit ohnehin in jedem verfügungsweise abge-

schlossenen Sozialversicherungsfall auf Beschwerde hin gleichsam ge-

richtlicher Nachbesserung unterläge (BGE 137 V 210 E. 4.2; Urteil des 

BVGer C-1005/2021 vom 28. April 2023 E. 6.1). 

9.  

Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-

schädigung. 

9.1 Die Rückweisung der Sache zu erneuter Abklärung gilt für die Frage 

der Auferlegung der Gerichtskosten und der Parteientschädigung als voll-

ständiges Obsiegen, unabhängig davon, ob sie beantragt oder ob das ent-

sprechende Begehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt wird (vgl. 

BGE 146 V 28 E. 7; 141 V 281 E. 11.1; Urteil des BGer 8C_104/2024 vom 

22. Oktober 2024 E. 7.1) 

9.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m. 

Art. 69 Abs. 2 IVG), wobei die Verfahrenskosten grundsätzlich der unterlie-

genden Partei auferlegt werden (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der obsiegenden 

Beschwerdeführerin sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen, weshalb 

ihr der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.– nach Eintritt der Rechts-

kraft dieses Urteils zurückzuerstatten ist. Der Vorinstanz sind ebenfalls 

keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

9.3 Die obsiegende, anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat gemäss 

Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteient-

schädigung zu Lasten der Verwaltung. Da keine Kostennote eingereicht 

C-805/2022 

Seite 33 

wurde, ist die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 

2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des Verfahrensausgangs, des ge-

botenen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung der Streitsache und 

der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Verfahrens ist eine Par-

teientschädigung von Fr. 2’800.– (inkl. Auslagen, ohne Mehrwertsteuer 

[vgl. dazu auch Urteil des BVGer C-6173/2009 vom 29. August 2011 m.H.]) 

gerechtfertigt. Die Parteientschädigung ist von der Vorinstanz nach Eintritt 

der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu leisten. 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die Verfügung vom 18. Ja-

nuar 2022 aufgehoben und die Sache zu weiteren Abklärungen im Sinne 

der Erwägungen und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückgewie-

sen wird. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der von der Beschwerdefüh-

rerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.– wird ihr nach Eintritt der 

Rechtskraft des vorliegenden Urteils auf ein von ihr zu bezeichnendes 

Konto zurückerstattet. 

3.  

Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschä-

digung von Fr. 2’800.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und das BSV. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

C-805/2022 

Seite 34 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Beat Weber Anja Valier 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt, sofern die Voraussetzungen gemäss 

den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 

2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, wenn die 

Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht ein-

gereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer 

schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung überge-

ben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

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