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**Case Identifier:** 349ace19-c304-5616-82dc-45f83b706613
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-10
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 10.02.2023 I 2022 16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2022-16_2023-02-10.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2022 16
I 2022 63

Entscheid vom 10. Februar 2023 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin

Parteien 1. A.________,
Beschwerdeführer Ziff. 1 (I 2022 16)

2. B.________,
Beschwerdeführerin Ziff. 2 (I 2022 63)

gegen

Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern,
Vorinstanz,

Gegenstand Unfallversicherung (Leistungen)

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Sachverhalt:

A. A.________ (Jg. 1977) war als Chauffeur der C.________ AG bei der Suva 
obligatorisch unfallversichert, als er am 26. Februar 2021 beim Beladen des LKW 
über die Kante der Hebebühne stolperte und mit der Schulter 
voran auf den Boden stürzte (Vi-act. 1). Gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG 
vom 6. April 2021 zog sich A.________ dabei eine Quetschung der linken Schul-
ter zu (Vi-act. 1). In der Folge prüfte die Suva ihre Leistungspflicht (Vi-act. 6ff., 
10, 13).

B. Bei den (intraoperativen) Diagnosen: Schulterdistorsionstrauma links mit 
Subskapularissehnenpartialruptur, SLAP II-Läsion und intraartikulärer Synovitis 
führte Dr.med. D.________ (Facharzt Orthopädische Chirurgie und Sportmedi-
zin) am 17. Mai 2021 eine Schulterarthroskopie links mit SLAP-Repair (Pu-
shLock/Arthrex), Subskapularissehnen Seit-zu-Seit-Naht und intraartikulärer 
Synovektomie durch (Vi-act. 14).

C. Mit Schreiben vom 25. Juni 2021 teilte die Suva A.________ mit, dass die 
medizinischen Unterlagen keinen sicheren oder wahrscheinlichen Kausalzu-
sammenhang zwischen dem Ereignis vom 26. Februar 2021 und der Operation 
vom 17. Mai 2021 zeigen würden, weshalb die Suva ab dem 17. Mai 2021 keine 
Versicherungsleistungen mehr erbringen werde (Vi-act. 25). Hierzu reichte 
Dr.med. D.________ am 8. Juli 2021 eine Stellungnahme ein (Vi-act. 34). Am 21. 
Juli 2021 erhob die B.________ (nachfolgend B.________), Krankenversicherer 
von A.________, gegen das Schreiben der Suva vom 25. Juni 2021 Einwände 
(Vi-act. 37).

D. Am 5. August 2021 verfügte die Suva - nach Einholung einer ärztlichen Be-
urteilung, welche am gleichen Tag erfolgte (Vi-act. 41) -, dass die Operation vom 
17. Mai 2021 keine Unfallfolgen mehr adressiere, weshalb der Eingriff abgelehnt 
werde und die Suva ab dem 17. Mai 2021 keine Versicherungsleistungen mehr 
erbringe (Vi-act. 43). Dagegen erhob die B.________ am 18. August 2021 Ein-
sprache (Vi-act. 45). Am 10. September 2021 liess A.________ Einsprache er-
heben, welche er am 18. Oktober 2021 ergänzte (Vi-act. 50, 54). Mit Entscheid 
vom 31. Januar 2022 wies die Suva die Einsprachen ab (Vi-act. 60).

E. Gegen den Einspracheentscheid reicht A.________ am 1. März 2022 beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz fristgerecht Beschwerde ein mit dem 
sinngemässen Antrag, der angefochtene Einspracheentscheid vom 31. Januar 
2022 sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen (= 
Verfahren I 2022 16).

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F. Gegen den Einspracheentscheid reicht am 4. März 2022 auch die 
B.________ Beschwerde ein und dies beim Kantonsgericht J.________ mit den 
Anträgen (= Verfahren 5V 22 88):

1. Der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 31. Januar 2022 in 
Sachen A.________ sei aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihre Leistungspflicht für das Er-
eignis vom 26. Februar 2021 basierend auf dem Bundesgesetz über die Un-
fallversicherung (UVG) weiterhin anzuerkennen und auch für die in diesem Zu-
sammenhang ab 17. Mai 2021 entstandenen Kosten weiterhin aufzukommen.

3. Eventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegne-
rin zurückzuweisen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

G. Die Vernehmlassung der Vorinstanz erfolgt am 29. März 2022. Am 18. Mai 
2022 reicht der Beschwerdeführer und am 15. Juni 2022 die Vorinstanz jeweils 
eine Stellungnahme ein. Der verfahrensleitende Richter des Verwaltungsgerichts 
Schwyz informiert die Parteien am 25. Juli 2022, das Verfahren I 2022 16 erst 
dann weiter zu bearbeiten, wenn über die Zuständigkeit im Verfahren vor dem 
Kantonsgericht J.________ rechtskräftig entschieden sei.

H. Der verfahrensleitende Richter des Kantonsgerichts J.________ führte den 
Schriftenwechsel durch und erkannte mit Urteil 5V 22 88 vom 5. September 
2022, auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde der B.________ werde nicht ein-
getreten. Die Akten würden nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils an das Ver-
waltungsgericht des Kantons Schwyz zur weiteren Behandlung der Beschwerde 
überwiesen.

Mit Schreiben vom 24. Oktober 2022 stellt das Kantonsgericht J.________ dem 
Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz die Akten des Verfahrens 5V 22 88 zu 
(Eingang 26.10.2022). Der verfahrensleitende Richter des Verwaltungsgerichts 
des Kantons Schwyz eröffnet anschliessend unter der Nummer I 2022 63, 
B.________ gegen Suva betreffend Unfallversicherung (Leistungen), ein neues 
Verfahren.

I. Mit Verfügung vom 27. Oktober 2022 vereinigt der verfahrensleitende Rich-
ter die Verfahren I 2022 16 und I 2022 63 und gewährt den Parteien das rechtli-
che Gehör. Am 16. November 2022 reicht die Beschwerdeführerin eine Stellung-
nahme ein.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

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1. Strittig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Vorinstanz die Leistungen (in-
kl. der Kosten für die Operation vom 17.5.2021) zu Recht per 17. Mai 2021 ein-
gestellt hat, weil die gesundheitliche Schädigung nicht mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit auf das Ereignis vom 26. Februar 2021 zurückzuführen sei bzw. 
die ab dem 17. Mai 2021 bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt 
seien.

1.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 
(UVG; SR 832.20) vom 20. März 1981 werden Leistungen der Unfallversicherung 
bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit 
das Gesetz nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundes-
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 
830.1) vom 6. Oktober 2000 die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, 
die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den 
Tod zur Folge hat. 

Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf die zweckmässige 
Behandlung der Unfallfolgen. Ist der Versicherte infolge des Unfalles voll oder 
teilweise arbeitsunfähig, so hat er Anspruch auf ein Taggeld (vgl. Art. 16 Abs. 1 
UVG). Wird der Versicherte infolge des Unfalles invalid, so hat er Anspruch auf 
eine Invalidenrente (vgl. Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet der Versicherte durch den 
Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Integrität, so hat er Anspruch auf eine angemessene Integritätsent-
schädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).

1.2 Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer bei Vorliegen ei-
nes Unfalls für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, 
als dieser in einem natürlichen sowie adäquaten Kausalzusammenhang zum 
versicherten Ereignis steht. Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Beste-
hen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in 
der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die 
Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine 
Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Re-
geln zu beurteilen ist. Die Adäquanz spielt im Bereich organisch objektiv ausge-
wiesener Unfallfolgen jedoch praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate 
weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 129 V 181 Erw. 3.1; BGE 
134 V 109 Erw. 2; BGE 135 V 465).

1.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten 

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oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge-
dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des 
natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleini-
ge oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass 
das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche 
oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern 
Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge-
sundheitliche Störung entfiele; m.a.W. wenn der Unfall überwiegend wahrschein-
lich zumindest eine indirekte Teilursache der gesundheitlichen Beschwerden ist 
(BGE 142 V 435 Erw. 1; BGE 134 V 109 Erw. 2.1; Urteil BGer 8C_689/2019 vom 
9.3.2020 Erw. 5.3 je mit Hinweisen). 

1.4.1 Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht einmal anerkannt, entfällt 
diese erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des 
Gesundheitsschadens darstellt, der Gesundheitsschaden mit anderen Worten 
nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann 
zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor 
dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch 
ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (vgl. 
BGE 146 V 51 Erw. 5.1 mit weiteren Hinweisen). 

1.4.2 Trifft ein Unfall auf einen vorgeschädigten Körper und steht aus ärztlicher 
Sicht fest, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je wieder er-
reicht werden können, so spricht die Rechtsprechung von einer richtunggeben-
den Verschlimmerung (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, Rechtsprechung des Bundesge-
richts zum UVG, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, S. 54; Bundesgerichtsurteil 
8C_212/2015 vom 10.7.2015 Erw. 2.2.1 m.H.). Bei einer bloss vorübergehenden 
Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes entfällt die Leistungspflicht 
des Unfallversicherers bei Eintritt des Status quo sine vel ante (vgl. Urteile BGer 
8C_331/2015 Erw. 2.1.1; 8C_557/2015 vom 7.10.2015 Erw. 5.2 ff.; 8C_320/2013 
vom 5.9.2013 Erw. 3.1).

1.5 Ob zwischen dem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber 
die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie-
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse 
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs-

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anspruchs nicht (vgl. BSK-Hofer, Art. 4 ATSG, Rz. 58 mit Hinweisen auf BGE 
142 V 435 Erw. 1; BGE 129 V 177 Erw. 3.1; vgl. BGE 119 V 335 Erw. 1). 

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss 
das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die 
blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des 
Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage 
handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein 
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht 
beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (vgl. BGE 146 V 51 Erw. 5.1). 

Der Beweis des Wegfalls des Kausalzusammenhangs muss nicht durch den 
Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es dar-
um, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Ge-
sundheitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei voller Ge-
sundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesund-
heitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind 
(Urteile BGer 8C_608/2020 vom 15.12.2020 Erw. 5.2; 8C_855/2018 vom 
14.3.2019 Erw. 3.1; 8C_523/2018 vom 5.11.2018 Erw. 3.2).

1.6 Bei Taggeldern und Heilbehandlung handelt es sich nicht um Dauerleistun-
gen. Der Versicherungsträger kann diese ohne Berufung auf einen Wiedererwä-
gungs- oder Revisionsgrund "ex nunc und pro futuro" einstellen, wenn sich her-
ausstellt, dass die gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen gar nicht erfüllt sind, 
etwa weil bei richtiger Betrachtung gar kein versichertes Ereignis vorliegt (BGE 
130 V 380 Erw. 2.3.1; Urteile BGer 8C_187/2017 vom 11.8.2017 Erw. 2.3; 
8C_176/2016 vom 17.5.2016 Erw. 3.2; 8C_249/2016 vom 1.3.2017 Erw. 3.2).

1.7.1 Gemäss dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG normierten Untersuchungsgrundsatz 
hat der Versicherungsträger die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen 
vorzunehmen. Diese Untersuchungspflicht gilt grundsätzlich auch im Gerichtsver-
fahren (Art. 61 lit. c ATSG; Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Art. 43 Rz. 28). 
Was notwendig ist, ergibt sich zum einen daraus, in welchem Umfang Abklärun-
gen vorzunehmen sind, und zum anderen daraus, in welcher Tiefe dies der Fall 
ist. Zunächst sind die für die zu entscheidende Frage massgebenden Bereiche 
abzustecken und in der Folge ist der Sachverhalt abzuklären. Die Verwaltung als 
verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur 
dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. 

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1.7.2 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das 
Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 146 V 51 Erw. 5.1). Die blosse Mög-
lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. 
Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu 
folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichs-
te würdigen (BGE 138 V 218 Erw. 6; BGE 126 V 353 Erw. 5b; BGE 125 V 193 
Erw. 2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Be-
weisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungs-
gerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung 
des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mit-
hin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Be-
weislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem un-
bewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel 
greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des 
Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt 
zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 
entsprechen (BGE 144 V 427 Erw. 3.2; Urteil BGer 8C_765/2020 vom 4.3.2021 
Erw. 3.2.2). Auf ein beantragtes Beweismittel kann ohne Verletzung des Gehör-
sanspruches des Versicherten verzichtet werden, wenn die Verwaltung oder der 
Richter bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt, der 
Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, sei nicht rechtserheblich oder der an-
gebotene Beweis vermöge keine Abklärungen herbeizuführen. In der damit ver-
bundenen antizipierten Beweiswürdigung kann kein Verstoss gegen das rechtli-
che Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV erblickt werden (BGE 144 V 361 Erw. 6.5).

1.8 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 43 und 61 ATSG). Danach haben 
die beurteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Be-
weismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da-
nach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei-
lung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

1.8.1 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medi-
zin ist die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall der Richter wesensgemäss auf 
Angaben ärztlicher Fachkräfte angewiesen. Hinsichtlich des Beweiswerts eines 
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas-
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

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worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Be-
urteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 
der Fachperson begründet sind (BGE 134 V 231 Erw. 5.1). Ausschlaggebend für 
den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft 
eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge-
gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; 
BGE 122 V 157 f. Erw. 1c mit Hinweisen; Weber, 'Hürden' und 'Hilfen' bei der 
richterlichen Würdigung von medizinischen Gutachten, JaSo 2020, S. 199). 

1.8.2 Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungs-
gemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, 
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (Urteil BGer 8C_587/2020 vom 5.2.2021 
Erw. 3.2). Ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger al-
leine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen. 
Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar-
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Soll ein Ver-
sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 
werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Be-
stehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun-
gen vorzunehmen (BGE 145 V 97 Erw. 8.5; BGE 139 V 225 Erw. 5.2; BGE 135 V 
465 Erw. 4.4 mit Hinweisen). 

Beratende Ärzte und Vertrauensärzte sind, was den Beweiswert ihrer ärztlichen 
Beurteilung angeht, versicherungsinternen Ärzten gleichzusetzen (vgl. Ur-
teil BGer 8C_646/2019 vom 6.3.2020 Erw. 4.3 m.w.H.). 

1.8.3 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll der Richter 
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass die Ärzte mitunter im Hinblick auf 
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer 
Patienten aussagen, weshalb den (unabhängigen) Fachärzten mehr Gewicht zu-
kommt (vgl. Urteil des BGer 8C_871/2008 vom 24.3.2009 Erw. 3.2 mit Hinwei-
sen; BGE 135 V 465 Erw. 4.5; BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc). Dies gilt grundsätz-
lich nicht nur für Hausärzte (BGE 135 V 465 Erw. 4.5), sondern auch für spezia-
lärztlich behandelnde Medizinalpersonen (Urteile BGer 8C_609/2017 vom 
27.3.2018 Erw. 4.3.3; 8C_180/2017 vom 21.6.2017 Erw. 4.4.2). Mit Blick auf die 
Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag kann daher im 
Streitfall regelmässig nicht auf die Sicht des behandelnden (Fach-)Arztes abge-
stellt werden (vgl. statt vieler: Urteil des BGer I 701/05 vom 5.1.2007 Erw. 2 mit 
Hinweisen). 

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1.8.4 Eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten ist nicht an sich unzuverläs-
sig. Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von 
persönlichen Untersuchungen vorliegen (Urteil BGer 8C_582/2021 vom 
11.1.2022 Erw. 8.2 m.w.H.). Dem reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert 
zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt, und es im Wesentlichen nur 
um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sach-
verhaltes geht. Aktengutachten sind insbesondere dann von Belang, wenn die re-
levanten Befunde mehrfach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben 
worden sind, aber die Zuordnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammen-
hang und das Ausmass der Behinderung verschieden bewertet werden. In die-
sen Fällen kann in einem Aktengutachten das Für und Wider der verschiedenen 
Meinungen erwogen und die überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine bestimm-
te Beurteilung deutlich gemacht werden (BGE 125 V 352 Erw. 3b/ee; Urteile 
BGer 8C_608/2020 vom 15.12.2020 Erw. 5.2; 8C_523/2018 vom 5.11.2018 Erw. 
5.2; 8C_540/2007 vom 27.3.2008 Erw. 3.2 mit Hinweisen).

2.1.1 Am 6. April 2021 unterbreitete die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers 
der Vorinstanz eine Bagatellunfall-Meldung UVG (Vi-act. 1). Dergemäss ereigne-
te sich am 26. Februar 2021, 8.30 Uhr, bei Abholung (von Ware) bei einem Liefe-
ranten folgender Unfall: "Beim Beladen des LKW über die Kante der Hebebühne 
gestolpert und mit der Schulter voran auf den Boden gestürzt. Die anhaltenden 
Schmerzen erforderten eine ärztliche Abklärung." Als verletzter Körperteil wird 
die Schulter links genannt, als Art der Verletzung eine Quetschung.

2.1.2 Bei einer telefonischen Befragung der Vorinstanz am 24. Juni 2021 be-
schrieb der Beschwerdeführer den Unfallhergang wie folgt (Vi-act. 21):

26.2.2021 K.________: Beim Beladen des LKW, bin ich mit dem Palettwagen auf 
die Hebebühne gefahren, habe einen Schritt zu viel gemacht und stürzte von der 
Ladefläche auf den ausgestreckten linken Arm.

Zu seiner Tätigkeit führte der Beschwerdeführer aus, dass er seit 2013 als 
Chauffeur in einem 100% Arbeitspensum arbeite. Sie würden (gefrorene) Pro-
dukte an Kunden ausliefern. Beim Kunden müsse man auch ausladen. Das Ein-
laden der Ware erfolge über den Nachtverlad.

Zum Heilverlauf lässt sich der Aktennotiz zur telefonischen Befragung was folgt 
entnehmen:

Erste Konsultation L.________, ca. 1 Monat oder 6 Wochen später. Ich weiss es 
nicht mehr genau. Ich verspürte seit dem Sturz ein Ziehen in der linken Schulter, 
habe es schon immer gemerkt ab dann. Ich dachte aber es bessert noch und ich 
renne nicht gleich sofort zum Arzt. Anfangs war es ja nicht so schlimm, wurde dann 
aber immer schlimmer und schlimmer. Ich konnte wegen Schmerzen den Arm 
auch nicht mehr hochstrecken, es ging nicht mehr. Wenn ich den Arm unten hatte, 

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merkte ich minim ein Ziehen im Ruhezustand. Nach 2-3 Wochen konnte ich dann 
auch nicht mehr auf dem Arm liegen. Der Hausarzt hat dann geröntgt und dann 
musste ich noch zum MRI in der Radiologie M.________ und dann weiter zu Dr. 
D.________. Am 17.5.2021 wurde ich im Spital N.________ operiert. Die Unfall-
meldung ist so spät erstellt worden, eben weil ich anfangs nichts gesagt hatte und 
dachte, es bessere schon wieder.

2.1.3 Die Erstbehandlung fand bei Dr.med. E.________ (Facharzt für Allgemeine 
Innere Medizin FMH) am 3. April 2021 statt. Der ärztliche Erstbericht (erstellt am 
7.6.2021, Vi-act. 17) lautet wie folgt:

Subjektiv 1. Der Patient ist vor ca 6-8 Wochen bei der Arbeit vor Hebebühne ge-
fallen.
Initial kein Schmerz.
Im Laufe der Zeit hat der Patient einen Schmerz in der Schulter Ober-
armseitig bemerkt. In den Supraspintusruptur.

Objektiv SZ.
Therapie Analgesie, Mitellaschlinge.
Prozedere WV Nach MRI. Dieses angemeldet.

2.2.1 Im Auftrag des Hausarztes wurde am 8. April 2021 mit der Fragestellung 
einer Rotatorenmanschettenruptur ein Arthro-MRI der linken Schulter gemacht. 
Der Radiologe Prof. Dr.med. F.________ berichtete (Vi-act. 12):

Befund
Nach vorangegangener lokaler Desinfektion und Gabe eines Lokalanästhetikums 
erfolgt die Punktion des linken Schultergelenkes unter Durchleuchtung. Das 
intraartikulär applizierte Kontrastmittel verbleibt streng im Gelenkraum. Flaue und 
sehr flächige Signalalteration im Ansatz Abschnitt der Supraspinatussehne. Es 
liegt zudem eine scharfkantige Signal Veränderung vor, die den gesamten 
Sehnenquerschnitt der Supraspinatussehne durchzieht. Normale Signalgebung im 
Bereich der Infraspinatussehne und der Subscapularissehne. Deutliche Arthrose 
im Akromioklavikulargelenk. Der Subakromialraum misst 5 mm. Kein Hinweis für 
eine glenohumerale Arthrose. Normale Darstellung des superioren Labrums. 
Regelrechter Verlauf der langen Bizepssehne im Sulcus bicipitalis. Der 
Bizepssehnen Anker stellt sich regelrecht dar.

Beurteilung
Ausgeprägte Tendinopathie Zeichen im Bereich der Supraspinatussehne bei AC-
Gelenksarthrose und Impingement Situation.
Zusätzlich liegt eine transmurale Ruptur der Supraspinatussehne vor.

2.2.2 Am 15. April 2021 verordnete Dr.med. E.________ Physiotherapie mit der 
Diagnose: "Supraspinatusläsion transmural nach Unfall am 26.02.2021 - Zuneh-
mende Impingement" (Vi-act. 2).

2.3.1 Nach der Überweisung untersuchte Dr.med. D.________ den Beschwerde-
führer am 28. April 2021 (Vi-act. 18). Er stellte (mit Bericht vom 30.4.2021) die 
Diagnose eines Schulterdistorsionstraumas links mit transmuraler Supraspina-

11

tussehnenläsion, Subscapularissehnenpartialruptur sowie Verdacht auf SLAP-
Läsion. Anamnestisch führte er aus, der Beschwerdeführer sei am 26. Februar 
2021 eine Laderampe hinabgestürzt und habe sich hierbei ein massives Schul-
terdistorsionstrauma links zugezogen. Er arbeite zu 100% als Chauffeur mit teil-
weise schweren Tätigkeiten. Der Beschwerdeführer habe anhaltende Bewe-
gungs-, Belastungs- und vor allem auch Ruheschmerzen. Klinisch zeige sich 
linksseitig ein freier Nacken- und Schürzengriff, jedoch endgradige Beschwerden. 
Die Aussenrotation sei linksseitig auf 20° reduziert, rechtsseitig betrage sie 50°, 
die Abduktion/Elevation betrage 140°, rechtsseitig 180°. Die Neer-Zeichen seien 
deutlich positiv, geringgradige Instabilität von Seiten der linken Schulter bei Tes-
tung des Apprehension- und Sulcus-Sign nachweisbar. Die Kraft sei im Seiten-
vergleich reduziert. Das MRI der linken Schulter zeige eine transmurale Supra-
spinatussehnenläsion, eine partielle Subscapularissehnenläsion und einen Ver-
dacht auf SLAP-Läsion. Dr.med. D.________ erachtete die Indikation für eine 
operative Massnahme aufgrund der Beschwerden als gegeben.

2.3.2 Am 17. Mai 2021 erfolgte bei (intraoperativer) Diagnose Schulterdistorsi-
onstrauma links mit Subskapularissehnenpartialruptur, SLAP II-Läsion und intra-
artikulärer Synovitis eine Schulterarthroskopie links mit SLAP-Repair (Pu-
shLock/Arthrex), Subskapularissehnen Seit-zu-Seit-Naht und intraartikulärer 
Synovektomie (Vi-act. 14). Zur Operation führte der Operateur aus:

Beachchair-Position. Nach Desinfektion und Abdeckung präoperative 
Antibiotikagabe. Eingehen über ein dorsales Standardportal und Einführen der 
Optik. Darstellung einer deutlichen intraartikulären Synovitis. Über ein anterior-
superiores Portal wird daraufhin der Shaver eingeführt und es erfolgt eine 
sukzessive intraartikuläre Synovektomie mit Blutstillung. Die Subskapularissehne 
zeigt im Sehnenansatzbereich eine Partialläsion, der unmittelbare Ansatz ist 
jedoch intakt. Es erfolgt nun ein Débridement der Subskapularissehne und 
anschliessend eine Seit-zu-Seit-Naht mit 0er Vicryl Faden, welcher über ein 
BirdBeak-Instrument eingeführt wird. Die lange Bizepssehne ist sicher geführt, die 
Supraspinatus- und Infraspinatussehne sind ohne Pathologie. Das Glenoid zeigt 
einen unauffälligen Knorpelbelag, das Labrum zeigt im vorderen und oberen 
Bereich eine SLAP II-Läsion. Es erfolgt nun über das anterior-superior Portal eine 
sukzessive Anfrischung mittels Raffel und Shaver, anschliessend Fassen des 
oberen Labrums in der 10.30 Uhr-Position mittels Scorpion-Zange und Refixation 
des Labrums mittels PushLock-Anker. Fotodokumentation. Ausgiebige Spülung, 
Einlage einer intraartikulären Drainage und Hautnaht. Anlage eines Ortho-Gilets.

Bei peri- und postoperativ komplikationslosem Verlauf konnte der Beschwerde-
führer unter physiotherapeutischer Anleitung sukzessive mobilisiert und schliess-
lich bei reizlosen Wund- und Narbenverhältnissen am 19. Mai 2021 nach Hause 
entlassen werden (Vi-act. 15). Mit ärztlichem Zeugnis vom 21. Mai 2021 attestier-

12

te Dr.med. D.________ dem Beschwerdeführer eine voraussichtliche Arbeitsun-
fähigkeit für acht Wochen zu 100% ab dem 17. Mai 2021 (Vi-act. 16).

2.3.3 Mit Bericht vom 20. Mai 2021 an die Vorinstanz wiederholte Dr.med. 
D.________ grösstenteils die Ausführungen im Bericht vom 30. April 2021 (vgl. 
Vi-act. 11 i.V.m. Vi-act. 18). Die Diagnose der SLAP-Läsion wurde als gesichert 
erachtet. Anamnestisch wurde zudem hinsichtlich der Schmerzen auf die fehlen-
de Besserungstendenz bei physiotherapeutischen Massnahmen hingewiesen. 
Der Befund lautete neu: "Leicht eingeschränkte Beweglichkeit von Seiten der lin-
ken Schulter mit jedoch massiven endgradigen Schmerzen."

2.4 In einer versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 8. Juni 2021 erachte-
te Kreisarzt Dr.med. G.________ (Facharzt für Chirurgie, speziell Allgemeinchir-
urgie und Traumatologie) die Einholung weiterer Auskünfte bzw. Unterlagen als 
notwendig. Im MRI sei weder "SSP Ruptur" noch SLAP Läsion noch "Läsion 
SSC" sichtbar, weshalb keine Indikation für "SAS" bestehe. Es bestehe eine 
grosse Diskrepanz zwischen der prä- und der postoperativen Diagnose (Vi-act. 
19).

2.5 Nach der telefonischen Abklärung beim Beschwerdeführer vom 24. Juni 
2021 durch die Vorinstanz (Vi-act. 21; Erw. 2.1.2) erfolgte die erneute Vorlage an 
Dr.med. G.________, woraufhin dieser am 25. Juni 2021 die Frage der Vorin-
stanz, ob der Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen struk-
turellen Läsionen, welche objektivierbar seien, geführt habe, verneint. Ebenso 
verneinte er die Frage, ob der Schaden, welcher operiert wurde, mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen sei, ohne dies zu begrün-
den. Eine Kontusion / Distorsion sei in der Regel nach 10 Wochen abgeheilt (Vi-
act. 36).

Die Vorinstanz stellte daraufhin mit Schreiben vom 25. Juni 2021 die Versiche-
rungsleistungen ab dem 17. Mai 2021 ein mit der Begründung, die medizinischen 
Unterlagen zeigten keinen sicheren oder wahrscheinlichen Kausalzusammen-
hang zwischen dem Ereignis vom 26. Februar 2021 und der Operation vom     
17. Mai 2021 (Vi-act. 25).

2.6.1 Am 8. Juli 2021 äusserte Dr.med. D.________ gegenüber der Vorinstanz, 
den Bericht vom 25. Juni 2021 mit Überraschung erhalten zu haben. Wie bereits 
im Operationsbericht vom 17. Mai 2021 festgehalten, habe sich der Beschwerde-
führer im Rahmen eines Sturzes eine Subscapularissehnenruptur wie auch eine 
SLAP-II-Läsion zugezogen. Aufgrund des Unfallmechanismus und der darauffol-

13

genden Verletzung sei aus orthopädisch-traumatologischer Sicht von eindeutig 
unfallbedingten Schädigungen auszugehen (Vi-act. 34).

2.6.2 Dr.med. G.________ bestätigte im Anschluss zum Bericht von Dr.med. 
D.________ am 14. Juli 2021, dass an der Stellungnahme vom 25. Juni 2021 
festzuhalten sei (Vi-act. 35).

2.7 Die Beschwerdeführerin (B.________) führte mit Einwand vom 21. Juli 
2021 gegenüber der Vorinstanz aus, mit deren Entscheid nicht einverstanden zu 
sein mit folgender Begründung (Vi-act. 37):

(…) Beim Sturz von der Ladefläche mit Abstützen auf den linken Arm in Abduktion 
und Aussenrotation ("Sturz auf ausgestreckten Arm") kommt es zu einem 
erheblichen Trauma mit Kompression des Glenohumeralgelenkes und Distorsion 
der Subscapularismuskulatur; dies begünstigt sowohl eine SLAP-Läsion 
(glenohumeral) wie auch eine Subscapularissehnenläsion. Die Schmerzanamnese 
ist passend zum Unfallmechanismus, wie auch zum intraoperativen Befund. Initial 
fand sich eine SLAP II und Subscapularis-Partialruptur, was der Patient als 
"Ziehen" beschreibt. Im Verlauf entwickelte sich eine glenohumerale Synovitis. 
Diese Entzündung spiegelt sich darin wider, dass der Patient mit der Zeit 
Nachtschmerzen hatte und den Arm nicht mehr "hochstrecken" konnte. Auch die 
klinische Untersuchung mit eingeschränkter linksseitiger Aussenrotation (Differenz 
30°), eingeschränkter Abduktion und Elevation (Differenz 40°), wie auch mit 
Endphasenschmerzen bei Schürzen-/Nackengriff sind kongruent zu den 
intraoperativen Befunden. Die intraoperative Diagnostik ist der bildgebenden 
überlegen. Traumatische Subscapularisrupturen sind wenn möglich rasch zu 
versorgen, da der Muskel schnell atrophieren kann und ihm eine zentrale 
biomechanische Schlüsselrolle sowie im Rahmen des exposed footprints mit 
Definition der Ausdehnung der rupturierten Gesamt-Rotatorenmanschette (wie die 
intratendinösen Veränderungen im MRI der Supraspinatussehne vom 08.04.2021) 
eine prognostische und klinische Relevanz zukommt.

Wir sind der Ansicht, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausale 
Verletzungen vorliegen, die intraoperativ aufgefunden und versorgt wurden. Bitte 
prüfen Sie unsere Ausführungen. Gerne erwarten wir den schriftlichen Rückzug 
Ihrer Leistungseinstellung. Sollten Sie sich unseren Ausführungen nicht 
anschliessen, bitten wir Sie um den Erlass der Verfügung sowie um eine 
ausführliche medizinische Stellungnahme.

2.8 In der Folge holte die Vorinstanz bei Kreisarzt Dr.med. G.________ ein 
versicherungsmedizinisches Aktengutachten ein, welches am 5. August 2021 er-
stellt wurde (Vi-act. 41). Die Beurteilung lautet wie folgt:

Der Versicherte erlitt am 26.02.2021 einen Sturz vor einer Hebebühne, wobei er 
nach vorne auf den linken ausgestreckten Arm stürzte. Seither verspürte er ein 
Ziehen in der linken Schulter. Erst nach fünf Wochen wird der Hausarzt wegen 
zunehmenden Schmerzen aufgesucht. Im Arthro-MRI sechs Wochen nach dem 
Unfallereignis wird vom Radiologen beschrieben, dass das intraartikulär applizierte 
Kontrastmittel streng im Gelenkraum verbleibt. Dennoch wird im Nachsatz der 
Beurteilung eine zusätzliche transmurale Ruptur der Supraspinatussehne 

14

diagnostiziert, was einen eklatanten Widerspruch darstellt. Er beschreibt zwar eine 
flaue und sehr flächige Signalalteration im Ansatz-Abschnitt der 
Supraspinatussehne und eine scharfkantige Signalveränderung, die den gesamten 
Sehnenquerschnitt der Supraspinatussehne durchzieht. Dies entspricht aber in 
keiner Weise einer transmuralen Ruptur, sondern nach meinem Dafürhalten einer 
CID (concealed interstitial delamination), was einer intratendinösen Partialläsion 
am Footprint entspricht. Die Diagnose einer transmuralen Ruptur hat sich 
intraoperativ nicht bestätigt.
Die Signalgebung im Bereich der Subscapularissehne wird vom Radiologen als 
normal befunden. Auch der Unterzeichner kann hier keine Läsion ausmachen. Im 
Operationsbericht wird aber eine Läsion der Subscapularissehne beschrieben (die 
Subscapularissehne zeigt im Sehnenansatzbereich eine Partialläsion, der 
unmittelbare Ansatz ist jedoch intakt), die möglicherweise auf dem Videoprintbild 
Nummer 3 (keine Bildlegende vorhanden) als oberflächliche Aufrauhung am 
cranialen Rand abgebildet ist. Bild 2 zeigt einen grossen Teil der 
Subscapularissehne mit dem Ansatz am Tuberculum minus. Hier ist keine Läsion 
abgebildet. Entspricht Bild 3 der intraoperativ diagnostizierten 
Subscapularissehenläsion, liegt diese aber viel weiter medial als im 
Operationsbericht beschrieben, denn es kommt auf diesem Bild noch das mittlere 
glenohumerale Ligament zur Darstellung. Die Läsion liegt somit nicht im 
Sehnenansatzbereich sondern mittig in der Sehne. Auf Grund dieser Lokalisation 
und des Aspektes der Läsion kann aber mit Sicherheit eine traumatische Genese 
ausgeschlossen werden. Ob diese Läsion überhaupt mit einer Seit-zu-Seit Naht 
versorgt werden muss, bleibe dahingestellt. Die Reparatur der Läsion ist nicht 
fotodokumentiert.

Im MRI kommt der Bicepsanker und das ventrale Labrum ohne Pathologie zur 
Darstellung. Bei der klinischen Untersuchung vom 28.404.2021 [recte: 28.04.2021] 
werden keine Zeichen einer Bicepssehnenpathologie erhoben. Gemäss 
Operationsbericht zeigt das Labrum aber im vorderen und oberen Bereich eine 
SLAP II-Läsion. Diese Läsion ist auf den Printbildern nicht zu finden. Nach dem 
Bericht erfolgt eine Fixierung des oberen Labrums bei 1030 Uhr. Die Bilder 5 und 6 
zeigen die Anfrischung des Glenoids, die Bilder 7-9 eine Naht des Labrums etwa 
auf Höhe des Subscpularissehnenoberrandes, das heisst bei ca. 0930 bis 1000 
Uhr. Diese Naht ist somit zu caudal angelegt und kann die vom Operateur 
diagnostizierte SLAP Läsion nicht suffizient reparieren, da insbesondere damit der 
«obere Bereich des Labrums» nicht adressiert wurde.

Zusammenfassend besteht eine grosse Diskrepanz zwischen der Klinik, dem MRI 
und dem Operationsbericht, insbesondere was die SLAP Läsion betrifft. Die 
pathologischen Befunde am Bicepsanker und am Labrum sind nicht mit 
Videobildern belegt und wurden mit der Reparation ungenügend adressiert.

Die Indikation zur Arthroskopie wird wegen der persistierenden Beschwerden 
gestellt, ohne dass dabei erwähnt wird, was operativ adressiert oder behoben 
werden soll.

Aufgrund der nicht objektivierbaren strukturellen Läsionen am Bicepsanker und am 
Labrum, die nur im Operationsbericht beschrieben aber nicht dokumentiert sind, 
und der klar degenerativen Aufrauhung am Oberrand der Subscapularissehne 
kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine unfallbedingte strukturelle Läsion 
in der linken Schulter ausgeschlossen und an der Feststellung, dass es durch den 

15

Unfallmechanismus zu einer Kontusion resp. Distorsion der linken Schulter kam, 
die nach 10 Wochen als abgeheilt beurteilt werden darf, festgehalten werden.

Aufgrund dieser Beurteilung hielt die Vorinstanz mit Verfügung vom 5. August 
2021 an der Einschätzung fest, dass es durch den Unfallmechanismus zu einer 
Kontusion respektive Distorsion der linken Schulter gekommen sei, die nach 
zehn Wochen als abgeheilt beurteilt werden dürfe. Die Operation vom 17. Mai 
2021 habe somit keine Unfallfolgen mehr adressiert, weshalb der Eingriff abge-
lehnt werde (Vi-act. 42).

2.9 Mit Einsprache vom 18. August 2021 an die Vorinstanz (Vi-act. 45) bringt 
die Beschwerdeführerin (gestützt auf die interne Beurteilung von Dr.med. 
H.________ [FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates] vom 16.8.2021; Bf-act. 13) vor, dass der intraoperative Bericht / Be-
fund dem bildgebenden Bericht / Befund überlegen sei. Der Unfallmechanismus 
passe sowohl zu einer Subscapularis-Partialruptur wie auch zu einer SLAP II. Die 
Klinik bei SLAP II werde bekanntlich in Ruhe und bei einfachen Alltagsbewegun-
gen oft mit wenig Schmerzen beschrieben. Bewegungen der Schulter über den 
Kopf seien dagegen sehr schmerzhaft (was dem Endphasenschmerz in der klini-
schen Untersuchung des Operateurs entspreche). Auch die Drehung des Arms 
hinter den Rücken, zum Beispiel beim Greifen nach dem Autogurt, sei schmerz-
haft (bei der klinischen Untersuchung des Operateurs sei es bei der Aussenrota-
tion - also bei der Dehnung des Subscapularis - zu Schmerzen gekommen, 
ebenfalls würden vom Operateur ein Sulcus-Zeichen und Aprehension-Zeichen 
beschrieben, was ebenfalls in diesem konkreten Fall auf die SLAP-Läsion hin-
weise). Bei Sinovitis sei ein Nachtschmerz typisch, dieser werde vorliegend 
ebenfalls beschrieben.

Traumatische Subscapularisrupturen seien, wenn immer möglich, rasch zu ver-
sorgen, da der Muskel schnell atrophieren könne und ihm eine zentrale biome-
chanische Schlüsselrolle sowie im Rahmen des exposed footprints mit Definition 
der Ausdehnung der rupturierten Gesamt-Rotatorenmanschette (wie die intraten-
dinösen Veränderungen im A-RM der Supraspinatussehne vom 8.4.2021) eine 
prognostische und klinische Relevanz zukomme, weshalb die Operation klar in-
diziert gewesen sei.

Zudem spreche gegen eine degenerative Läsion die Prävalenz der partiellen 
Subscapularisruptur von 13-24%, die selten isoliert, vielmehr vergesellschaftet 
mit Rotatorenmanschettenläsionen (komplette Ruptur der Supraspinatussehne), 
gehäuft mit Läsionen der langen Bicepssehne auftreten (was im konkreten Fall 
nicht vorliege). Weiter würden kombinierte Partialläsionen von Supra- und Sub-

16

scapularissehne gehäuft im Rahmen von Läsionen des Pulley-Systems, bei ante-
rosuperioren Impingement, auftreten (was hier ebenfalls nicht der Fall sei).

Aufgrund dieser medizinischen Angaben sei mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit von einer posttraumatischen Verletzung der linken Schulter im Rahmen des 
Unfalls vom 26. Februar 2021 auszugehen, der operative Eingriff sei medizinisch 
indiziert. Aufgrund der unfallkausalen Verletzungen, welche intraoperativ aufge-
funden und versorgt worden seien, liege weder ein Status quo sine noch ante 
vor.

Der internen Beurteilung von Dr.med. H.________ (Bf-act. 13) lässt sich ergän-
zend entnehmen, soweit der Kreisarzt - welchem die OP-Bilder vorliegen würden 
- beschreibe, dass die vom Operateur beschriebenen intraoperativen Befunde 
nicht mit der Bildgebung übereinstimmen würden und die vom Operateur durch-
geführte Behandlung nicht suffizient sei, könne hierzu keine Stellung genommen 
werden. Es werde die Einholung eines Fachgutachtens vorgeschlagen.

2.10 Mit Einspracheergänzung vom 18. Oktober 2021 (Vi-act. 54) liess der Be-
schwerdeführer den Bericht von Dr.med. D.________ vom 1. Oktober 2021 ein-
reichen. Darin beantwortete Letzterer die Fragen des Beschwerdeführers wie 
folgt:

1.1 Hat der Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen 
strukturellen Läsionen, welche objektivierbar sind, geführt?
Ja, der Unfall hat zu einer Subscapularissehnenpartialruptur sowie zu einer SLAP-
II- Läsion im Bereich der linken Schulter geführt. Am 17.05.2021 erfolgten 
daraufhin eine Schulterarthroskopie links mit Subscapularissehnen-Seit-zu-Seit-
Naht und ein SLAP-Repair.

1.2 Ist insbesondere der Schaden, welcher operiert wurde, mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen?
Beide Schäden sind typischerweise als Unfalltrauma anzusehen und wurden 
entsprechend operativ versorgt.

3. Bitte nehmen Sie zu der Beurteilung von Dr. med. G.________ vom 
05.08.2021 Stellung. Können Sie sich dieser anschliessen?
Intraoperativ zeigte sich eine Ansatzläsion im Längsverlauf der 
Subscapularissehne, welche als Traumafolge zu werten ist und mittels einer Seit-
zu-Seit-Naht versorgt wurde. Die vom Kreisarzt beschriebene Fixierung des 
oberen Labrums in der 9.30 bis 10.00-Uhr-Position kann, aufgrund der Videobilder, 
nicht nachvollzogen werden, intraoperativ wurde dies exakt in der 10.30-Uhr-
Position eingebracht. Diesbezüglich müsste allenfalls ein erneutes MRT zur 
Evaluation durchgeführt werden.
Gesamthaft ist daher weiterhin von einer traumatischen 
Subscapularissehnenläsion wie auch einer SLAP-II-Läsion auszugehen, welche 
operativ versorgt wurde.

17

2.11 Dr.med. G.________ hielt mit Beurteilung vom 20. August 2021 (Vi-act. 46) 
und 21. Oktober 2021 (Vi-act. 56) an seiner Beurteilung vom 5. August 2021 fest.

2.12 Am 23. März 2022 erfolgte - bereits im Rahmen des vorliegenden Be-
schwerdeverfahrens - eine kreisärztliche Beurteilung durch Dr.med. I.________ 
(Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-
rates). Dabei wird zum Unfallhergang ausgeführt, dass die Angaben dazu unge-
nau und widersprüchlich seien. Da der tatsächliche Hergang nicht ausreichend 
präzisiert sei, liessen sich keine Schlussfolgerungen zu Kausalität zwischen Er-
eignis und geltend gemachten Schäden daraus ziehen.

Des Weiteren lässt sich der Beurteilung was folgt entnehmen:

Zum Verhalten des Versicherten nach dem Ereignis:
Die Versicherungsmedizin richtet ihr Augenmerk besonders auf das Verhalten des 
Versicherten und die Abläufe unmittelbar nach dem Ereignis. Hierzu gehören das 
zeitnahe (innerhalb weniger Tage) Aufsuchen einer ärztlichen Behandlung, das 
sofortige Einstellen einer körperlichen Arbeit, das Anfertigen einer Nativ-
Röntgenaufnahme bei der Erstbehandlung sowie das Vorliegen einer 
Pseudoparalyse des betroffenen Armes.
Die traumatisch nach akuter Gewalteinwirkung verursachte 
Rotatorenmanschettenzerreissung führt unmittelbar zu Schmerzen, Kraft- und 
Funktionsverlust mit einem charakteristischen zeitlichen Verlauf [1,2]. In der akuten 
Phase (etwa bis drei Tage nach dem Unfallereignis) bestehen heftige Schmerzen. 
Da bei einer Zerreissung die Kraftübertragung vom Muskel auf die Sehne, und von 
ihr auf Knochen und Gelenk, unterbrochen ist, ist die aktive Beweglichkeit der 
Schulter in typischer Weise so massiv eingeschränkt, dass man von einer 
Pseudoparalyse, also scheinbaren Lähmung spricht. In der subakuten Phase (etwa 
bis 14 Tage nach dem Unfallereignis) lassen die Beschwerden nach, die betroffene 
Person leidet unter einer schmerzhaften Einschränkung der aktiven Beweglichkeit 
und es besteht eine Kraftminderung der verletzten Schulter. In der folgenden 
postakuten Phase kommt es zu einem weiteren Rückgang der Beschwerden und 
die initiale Bewegungseinschränkung kann durch die verbliebene 
Schultermuskulatur häufig kompensiert werden, was zu einer Besserung der 
aktiven Gelenksbeweglichkeit führt [3].
Im vorliegenden Fall wird das Ereignis auf den 26.02.2021 geltend gemacht. Eine 
Erstbehandlung fand offensichtlich am 03.04.2021 durch Dr. med. E.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, in O.________ statt. In der Anamnese ist 
angegeben, es habe initial kein Schmerz bestanden. Im Laufe der Zeit habe der 
Patient einen Schmerz in der Schulter oberarmseitig bemerkt.
Zur weiteren Abklärung veranlasste Dr. E.________ ein Arthro-MRI der linken 
Schulter.
Traumatische Rupturen von Strukturen am Schultergelenk führen zu heftigen 
Schmerzen. Sie veranlassen den Betroffenen, innerhalb weniger Tage ärztliche 
Hilfe aufzusuchen. Zudem hindern die Schmerzen, dass eine schwere körperliche 
Arbeit, wie sie bei dem Versicherten vorauszusetzen ist, fortgesetzt wird.

18

Im vorliegenden Fall bestanden offensichtlich nach dem Ereignis keine namhaften 
Schmerzen. Zudem ging der Versicherte seiner angestammten beruflichen 
Tätigkeit mindestens über 6 Wochen weiterhin nach.
Eine Nativ-Röntgenaufnahme der Schulter wurde nicht zeitnah angefertigt, da sich 
der erste Arztbesuch um ca. 6 Wochen verzögerte.
Eine Pseudoparalyse des Armes war angesichts der festgestellten Läsionen nicht 
zu erwarten.
Am 08.04.2021 wurde eine Arthro-MRI-Untersuchung des linken Schultergelenkes 
vorgenommen. Der beurteilende Radiologe, Prof. Dr. med. F.________ beschrieb, 
dass das intraartikulär applizierte Kontrastmittel streng im Gelenkraum verblieben 
sei. Gleichzeitig fand er eine scharfkantige Signalveränderung vor, die den 
gesamten Sehnenquerschnitt der Supraspinatussehne durchziehe. Er ging in der 
Zusammenfassung von einer transmuralen Ruptur der Supraspinatussehne aus.
Dieses Postulat widerspricht sich in sich. Bei einer durchgehenden, die gesamte 
Sehnendicke betreffenden Ruptur der Supraspinatussehne würde Kontrastmittel in 
den Subacromialraum ausgetreten sein. Ein solcher Austritt von Kontrastmittel ist 
im MRI bei eigener Durchsicht durch den Unterzeichner nicht festzustellen. Daher 
kann keine transmurale Ruptur der Supraspinatussehnen vorgelegen haben.
Dies bestätigte sich dann auch intraoperativ. Dr. D.________ beschrieb die 
Supraspinatussehne wie auch die Infraspinatussehne als intakt.
(…)
Bei eigener Durchsicht der MRI-Bilder durch den Unterzeichner findet sich in Serie 
11, Bild 1, Frame 9 (Bild 1) tatsächlich eine kleine Kontrastmittelunterminierung am 
superioren Labrum. Dies ist allerdings nach Auffassung des Unterzeichners als 
sogenannter sublabraler Recessus [4] zu werten. Es handelt sich hier nicht 
überwiegend wahrscheinlich um eine durchgehende SLAP-Läsion. Auch die 
vorliegende intraoperative Fotodokumentation vermag das Vorliegen einer 
vollständigen Trennung zwischen Labrum glenoidale und Glenoidrand nicht zu 
beweisen.
(…)
Gemäss Literatur [5] sind Läsionen im oberen Drittel der Subscapularissehne - nur 
dieser Bereich ist effektiv mittels Arthroskop von intraartikulär einsehbar - als 
überwiegend degenerativ zu werten. Auch die Läsion - ein Längssplit - im 
Faserverlauf der Sehne spricht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für einen 
degenerativen Vorzustand und kann nicht als unfallkausale Schädigung 
angesehen werden. Zudem führen Rupturen in Ansatzbereich der 
Subscapularissehne in der überwiegenden Zahl der Fälle zu einer Schädigung im 
Rotatorenintervall, also dem Aufhängeapparat der langen Bicepssehne im Sulcus 
bicipitalis, an der die Subscapularissehne massgeblich beteiligt ist. Eine Intervall-
Läsion lag aber offensichtlich nicht vor.
Zusammengefasst kann also nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer 
traumatischen Subscapularissehnenläsion und SLAP II-Läsion ausgegangen 
werden. Es handelt sich bei den beschriebenen Veränderungen überwiegend 
wahrscheinlich um einen degenerativen Vorzustand, der bei dem Ereignis zu Tage 
trat.
Ein weiteres Kriterium, welches gegen eine akute Schädigung der linken Schulter 
im vorliegenden Fall spricht, ist der Schmerzverlauf.

19

Hempfling et al. [6] führen aus, dass das (unfallbedingte) Zerreissen einer 
Sehnenstruktur immer mit einer erheblichen klinischen Beeinträchtigung 
verbunden ist. Typisch ist auch der allen unfallbedingten Veränderungen eigene 
Decrescendo-Verlauf von Schmerz und Symptomen. Zeigt sich dagegen ein 
Crescendo-Verlauf mit zunächst unfallnah leichten Beschwerden und 
Einschränkungen, die sich dann in den nächsten Tagen und Wochen verstärken 
und ausdehnen, deutet dies in der Regel auf eine unfallunabhängige Ursache hin. 
Beim rein verschleissbedingten Schaden zeigt sich häufig gerade dieser 
Crescendo-Verlauf und ein Schmerz ohne den typischen Funktionsverlust.
Loew et al. [7] sprechen bei traumatischer Zusammenhangstrennung von einem 
bleibenden Funktionsverlust der Schulter bei rückläufigen Schmerzen in den 
Folgewochen, bei degenerativen Veränderungen von Wiedererlangung oder 
Verbleiben der Funktion bei anhaltenden Schmerzen, vor allem auch beim Liegen 
auf der Schulter des nachts.
Im vorliegenden Fall ist dokumentiert, dass der Versicherte nach dem Sturz 
zunächst keine Schmerzen gehabt habe. Hierfür spricht auch, dass er seiner 
angestammten Tätigkeit weiter nachgegangen ist. Erst im Verlauf von sechs 
Wochen ist es zu Schmerzen gekommen, die den Versicherten beeinträchtigten. 
Dennoch setzt er offenbar seine Tätigkeit bis zum 17.05.2021 (Operationsdatum) 
fort.
Es lag also der oben beschriebene typische Crescendo-Verlauf des Schmerzes, 
wie er bei degenerativen Schäden, welche zu Tage treten, typisch ist.
Zusammenfassend ergeben sich bei Abwägung mehr positive Kriterien für einen 
degenerativen Vorzustand als für eine frische richtunggebende Unfallfolge. Auch 
eine richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes kann 
aufgrund des Charakters der Läsionen nicht angenommen werden.

2.13 Mit Beurteilung vom 4. April 2022 nimmt Dr.med. H.________ zur 
Beurteilung von Dr.med. I.________ Stellung. Demgemäss sei die ausführliche 
Analyse von Dr.med. I.________ orthopädisch und versicherungsmedizinisch 
nachvollziehbar. Es seien jedoch folgende Widersprüche auffindbar und nicht 
verwertete medizinische Fakten vorliegend:

1) unterschiedliche Unfallmechanismen in der Aktenlage
1a) Die SLAP Läsion ist mit dem beschriebenen Unfallmechanismus 
(Kompressionsunfall) medizinisch begründbar. (…)
Aus der Literatur kann folgende Übersicht zur Einteilung postulierter 
Entstehungsmechanismen der SLAP-Läsion abgeleitet werden:
- Fall auf den ausgestreckten Arm (23-31% der SLAP-Läsionen)
- Sturz auf den aussenrotierten Arm, in Verbindung mit Instabilität
1b) Sofern eine Kontusion (Unfallmeldung 04.05.2021: "Sturz mit Schulter voran 
auf Boden") stattgefunden haben sollte, ist auch diese mit der intraoperativ 
vorgefundenen Synovitis begründbar.
Das Trauma per se löste den Entzündungsprozess aus, welcher aufgrund der 
intraoperativ beschriebenen und somit vorliegenden SLAP-Läsion weiter 
unterhalten wird.
Hier ist die operative Therapie medizinisch indiziert, um die Entzündung zu 
unterbinden (Synoviektomie, Spülung, Repair der verletzten Strukturen).

20

Gesetzten Falles, dass also keine traumatisch-bedingte Labrum-Läsion (sondern 
eine degenerative SLAP-Läsion) vorliegen sollte, kommt derselbe biochemische 
posttraumatische Prozess zum Zuge:
Es kommt zu einem traumatisch aktivierten Labrum-Abrieb, welcher einen 
synovialen Reizzustand (Synovitis) produziert, der über Interleukin-1 und TNF-
Alpha eine Entzündungsreaktion in Gang setzt (s.OP-Bericht:"Darstellung einer 
deutlichen intraartikulären Synovitis" und s. Bericht Dr. med. E.________:" Im 
Laufe der Zeit hat der Patient einen Schmerz in der Schulter Oberarmseitig 
bemerkt"). Durch diese Reaktionen werden auch Metalloproteasen (Kollagenasen) 
freigesetzt, die als zersetzende Enzyme das Kollagengerüst angreifen und rasch 
zerstören (SLAP-Läsion). Dieser entzündliche Vorgang ist auch jener, der für das 
schmerzhafte Erscheinungsbild hauptverantwortlich ist, das mit 
Bewegungseinschränkung und allgemein eingeschränkter Funktion einhergeht, 
welches im Rahmen des Crescendo-Verlauf des Schmerzes inklusive der 
Nachtschmerz/Ruheschmerz typisch für diesen Entzündungsprozess ist.
1c) Subscapularis-Partialruptur
Aus der vom Kollegen zitierten Literatur ergibt sich folgende Darstellung:
(…)
Bei älteren Patienten kann bereits ein leichtes Trauma wie zum Beispiel ein „Sturz 
auf den ausgestreckten Arm" [Südkamp 2001] oder starke Krafteinwirkung 
entgegen der Muskelkontraktion zur Ausdehnung vorher bestandener 
degenerativer Läsionen und zur Ruptur führen [Südkamp 2001]. Isolierte komplette 
Rupturen des SSC sind mit 0,8-4% aller RM-Verletzungen selten und meist 
traumatischen Ursprungs [Bennett 2001, Edwards 2006, Kim 2003, Yoshikawa 
2005]. Sie können durch forcierte Aussenrotation bei abduziertem oder 
adduzierten Arm beim jungen Patienten (Treppensturz mit Hand am Geländer) 
verursacht werden.
Kombinierte Läsionen entstehen bei Stürzen auf den ausgestreckten Arm mit 
starker Hyperextension, traumatischen Subluxation des Humeruskopfes - vor allem 
beim älteren Patienten -, forcierter Abduktion oder durch ein direktes vorderes 
Trauma. Ausserdem können beim jungen Überkopfsportler als Zeichen 
chronischer Überbelastung durch repetitiven Stress kleine Mikroläsionen der 
Sehne entstehen [Bartl 2007, D'Adessi 2006, Davis 2001, Edwards 2005, Hepp 
2002, Jobe 1986, Morag 2009, Ryu 1988].
Im vorliegenden Fall wird im Operationsbericht weder eine 
Supraspinatussehnenläsion noch eine Pulleyläsion noch eine Subluxation oder 
Dislokation der langen Bicepssehne beschrieben. Nichtsdestotrotz kann ein sub-
coracoidales Impingement vorliegen, welches zu einer isolierten Läsion der 
Subscapularissehne (jedoch ohne im Operationsbericht beschriebenen 
Degenerationen der Subscapularissehne) führte. Dieses wird jedoch klinisch nicht 
konkret beschrieben (anterior durchgeführter Hawkinstest positiv). Bei der 
beruflichen Tätigkeit handelt es sich wenig wahrscheinlich um eine repetitive 
Überkopfarbeit gemäss vorliegenden Akten (…), weshalb diese Art der 
Degeneration wenig wahrscheinlich ist.
Vielmehr ist wahrscheinlich, dass der Sturz (entweder auf den ausgestreckten Arm 
oder direkt auf die Schulter) die Subscapularis-Partialruptur respektive deren 
Verschlechterung (bei fehlender Pseudoparalyse) bedingt hat. Falls bei diesem 
Patienten eine Längsruputur (gemäss Operationsbericht ist diese nicht konkret 
erkennbar aber infolge der Seit-zu-Seit-Naht durchaus anzunehmen) vorliegt, kann 

21

auch diese mit dem Unfallmechanismus der Kontusion, der Anamnese, dem 
Untersuchungsbefund (endgradige Beschwerden im Schürzengriff, reduzierte 
Aussenrotation - hier kommt es zur Dehnung des Muskels) begründet werden. 
Zudem wäre hier die beschriebene geringe Schmerzhaftigkeit (fehlende 
Pseudoparalyse) ebenfalls passend.
2) unterschiedlicher Schmerzangaben/Brückensymptome in der Aktenlage
(…)
2a) Handelt es sich also um einen anhaltenden, einen entzündlichen-
schmerzhaften oder aber einen Crescendo-Schmerz-Verlauf, so ist jeder dieser 
beschriebenen Schmerzverläufe mit der ausgedehnten intraoperativ vorliegenden 
Synovitis, welche behandelt wurde, bestätigt.
2b) Zur Klinik der SLAP-Läsion ist folgendes bekannt: bei der SLAP II-Läsion 
werden in Ruhe und bei einfachen Alltagsbewegungen oft wenig Schmerzen 
beschrieben. Bewegungen der Schulter über den Kopf sind dagegen sehr 
schmerzhaft (was dem Enphasenschmerz in der klinischen Untersuchung des 
Operateurs entspricht). Auch die Drehung des Arms hinter den Rücken, zum 
Beispiel beim Greifen nach dem Autogurt (oder klinisch beschriebener endgradiger 
Schürzengriff) ist schmerzhaft, ebenfalls werden vom Operateur ein Sulcuszeichen 
und ein Apprehensionzeichen beschrieben, was in diesem konkreten Fall auf die 
SLAP-Läsion hinweist. Einige Patienten klagen über einen Kraftverlust in der 
Schulter (so auch im vorliegenden Fall) und bei Sportlern kommt es zu einem 
Geschwindigkeitsverlust beim Werfen (was im vorliegenden Fall mit der 
beschriebenen teilweise schweren Tätigkeit vergleichbar ist, also eben der 
möglichen Ausführung derselben trotz bestehender Läsion). Es gibt auch 
Betroffene, die ein "knachendes" (recte: knackendes) Geräusch bei Bewegungen 
spüren.
3) Wertigkeit der MRI-Befundung versus der intraoperativen Befundung
Ein sublabraler Rezessus ist eine spaltförmige Lücke zwischen dem Glenoid 
anliegenden Unterrand des Labrums und der glenoidalen Knorpelfläche. Sie sind 
2-7 mm tiefensondierbar. Wenn ein Rezessus nicht tiefer als ca 2mm ist, dann ist 
dies physiologisch. Ein pathologischer Befund, der einer SLAP-II-Läsion entspricht, 
liegt nur dann vor, wenn die Ausdehnung des Rezessus das normale Mass 
überschreitet und auch Abkläsungszeichen (recte: Ablösungszeichen) erkennbar 
sind. Dies beweist die Überlegenheit der intraoperativen Befundung über die MRI-
Befundung.
(…)
Bekannt ist, dass A-RM-Untersuchungen eine Bildgebung mit zum Teil über- zum 
Teil unterbewerteten Befunden ist, demzufolge einer Richtschnur zur weiteren 
Therapie-Planung entspricht, sicherlich stellt diese Untersuchung nicht das einzige 
Element einer Diagnosestellung dar.
Anzumerken ist, dass im Operationsbericht keine Degeneration, auch nicht der 
Subscapularissehne, beschrieben wird.
Konklusiv liegt in Anbetracht der obigen Fakten - bei jedwelchen 
unfallmechanischen oder schmerzverlaufsbezogenen Variationen der Aktendaten - 
gerade auch bei der vom Patienten aus-/weitergeführten Arbeitstätigkeit mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine unfallbedingte (Synovitis) und 
richtungsgebende Verschlechterung einer möglichen degenerativen Läsion (SLAP-
II, Subscapularis-Partialläsion) vor.

22

Ergänzend führte Dr.med. H.________ am 21. April 2022 (Bf-act. 18) aus, es sei 
nicht nachvollziehbar, weshalb der beurteilende Kreisarzt die Bild-
Dokumentationen (Arthro-MRI, Operations-Fotografien), welche nur eine 
begrenzte Aussagekraft hätten, den dynamischen Befunden (Operationsbericht 
mit Widerspiegeln der vorliegenden dreidimensionalen Befunden) als überlegen 
definiere und darauf seine Begründungen abstütze. Es sei allgemein bekannt, 
dass zweidimensionale Bildgebungen den dreidimensionalen unterlegen seien 
und dementsprechend die dreidimensionalen Befunde zur Argumentation 
verwendet werden sollten, da nur daraus eine überwiegend vorliegende 
Wahrscheinlichkeit beurteilt werden könne. Sodann würde im konkreten Fall 
gemäss Kreisarztbeurteilung eine "Sorgfaltspflichtverletzung" des behandelnden 
Operateurs vorliegen, da eine Normvariante ("sublabraler Recessus") operativ 
"korrigiert" worden wäre, weshalb ein Haftpflichtfall zu prüfen wäre.

2.14 Mit Stellungnahme vom 26. April 2022 führt Dr.med. D.________ aus, dass 
der Beschwerdeführer unzweifelhaft am 26. Februar 2021 von einer Laderampe 
herabgestürzt sei und sich ein Schulterabduktions- bzw. distorsionstrauma links 
mit Aussenrotationskomponente zugezogen habe. Als LKW-Chauffeur habe er, 
trotz Schmerzen, weitergearbeitet. Eine physiotherapeutische Massnahme, 
welche kurz nach dem Unfallereignis begonnen worden sei, habe zu keiner 
Beschwerdebesserung geführt. Während Supraspinatussehnenläsionen 
durchaus als degenerative Folge beschrieben werden könnten, sei es bei einem 
44-jährigen Patienten unzweifelhaft ein Unfallereignis, welches zu einer 
Subscapularissehnenläsion führe. Auch die festgehaltene SLAP-Läsion sei als 
solches zu werten. Durch die operative Massnahme vom 17. Mai 2021 sei der 
Patient bereits wenige Monate postoperativ völlig beschwerdefrei gewesen, bei 
einer Abschlusskontrolle am 27. August 2021 habe er eine normale Funktion 
gezeigt. Es sei eine Physiotherapiepause eingelegt worden. Entsprechend dem 
Verlauf mit ausgeprägten Bewegungs- und Belastungsbeschwerden sowie 
Aussenrotationstrauma vom 26. Februar 2021, Nachweis einer 
Subscapularissehnen- wie SLAP-Läsion mit operativer Rekonstruktion und 
Beschwerdefreiheit im weiteren Verlauf, sei aus orthopädisch-traumatologischer 
Sicht von einem Unfallereignis auszugehen, welches operativ habe therapiert 
werden können.

2.15 Die ärztliche Beurteilung von Dr.med. I.________ vom 9. Juni 2022 (Datum 
der Unterschrift) lautet wie folgt:

Zu diskutieren sind 3 Pathologien:
 Eine Subscapularis-Sehnenpartialläsion im Längsverlauf der Sehne am Oberrand
 Eine SLAP II-Läsion (Abriss des Labrum glenoidale vom Pfannenrand vorne 

oben respektive anterosuperior)

23

 Eine intraartikuläre Synovitis
Vorweggeschickt sei gleich, dass es sich bei der postulierten deutlichen 
intraartikulären Synovitis (siehe Dr. med. H.________) allenfalls um eine Low-
Grade-Synovitis handelt. Der Unterzeichner würde diese synoviale Reizung, wie 
sie sich auf der intraoperativen Fotodokumentation darstellt, allenfalls als 
vermehrte Gefässinjektion bezeichnen. Diese ist in der Regel Folge der 
verwendeten Spüllösung (Ringer-Lösung), eines hohen Drucks der Spülflüssigkeit 
im Gelenk oder der Manipulationen selbst. Keinesfalls kann hier von einer 
erheblichen Synovitis gesprochen werden (vergleiche Abbildung 1 und Abbildung 
2). Eine erhebliche Synovitis zeigt synoviale Proliferationen in Form von Zotten.
(…)
Selbst wenn Entzündungsmediatoren (Interleukin-1 und TNF-Alpha) zu dieser 
Synovitis geführt haben sollten, sind diese und die Mediatoren nicht in der Lage, 
allein den Knorpel des Labrum glenoidale innerhalb von ca. 3 Monaten zu 
schädigen, ohne dass auch der Gelenkknorpel selbst betroffen wäre.
Über den Unfallhergang liegen diverse Schilderungen vor. Daher versucht Frau Dr. 
H.________, die Folgen der einzelnen Möglichkeiten nachzuvollziehen.
Bei einer Kompressionsverletzung, also Sturz mit Schulter voran, wäre ein 
Knochenmarködem im Glenoid und gegebenenfalls im Humeruskopf zu erwarten 
gewesen [1]. Ein solches ist auf den MRI-Aufnahmen nicht nachweisbar.
Bei einem Sturz mit dem Arm nach vorne sind die hinteren Labrumanteile durch 
einen Abschermechanismus gefährdet. Es wäre also ein Labrumschaden posterior 
superior zu erwarten. Zudem ist eher eine Verletzung der hinteren Anteile der 
Supraspinatussehne und der vorderen Anteile der Infraspinatussehne als Folge 
des Sturzes mit ausgestrecktem Arm in der Literatur beschrieben. Die 
Subscapularissehne ist bei diesem Mechanismus eher entlastet. Selbst wenn sie 
unter Spannung geraten würde, wäre ein Querriss zu erwarten.
Denkbar wäre weiterhin ein Sturz in Abspreizung und Aussenrotation des 
Schultergelenkes mit nach hinten ausgestrecktem Arm. Allerdings ist ein Riss der 
Subscapularissehne im Längsverlauf der Sehnenstruktur hierbei nicht überwiegend 
wahrscheinlich. Eher ist ein Komplettabriss der Subscapularissehne im 
Querverlauf am Tuberculum minus zu erwarten. Zudem ist der Bizeps-Pulley und 
der Vorderrand der Supraspinatussehne bei diesem Mechanismus gefährdet. Am 
Bizeps-Pulley wie auch an der Supraspinatussehne wurden allerdings keine 
Schäden nachgewiesen. Wahrscheinlicher ist eine Traktionsverletzung der 
Subscapularissehne durch rezidivierende Mikrotraumen bei schwerem Heben, 
Überkopfarbeiten oder, wie in der Literatur immer wieder geschildert, bei 
Wurfsportarten.
Der Unterzeichner hält einen traumatischen Labrumschaden für nicht überwiegend 
wahrscheinlich (siehe Ausführungen in der Beurteilung vom 28.03.2022). Es 
handelt sich eher um einen sublabralen Rezessus, der angeboren ist oder über 
längere Zeit erworben wurde.
Selbst wenn man die Läsion als SLAP-Läsion definieren würde, sprechen 
nachfolgende Gründe für eine verschleissbedingte Genese:
Weber et al. [2] teilen die Labrum-Schäden in atraumatische und traumatische 
Läsionen ein. Dabei sind die Bankart-Läsion (mit knöcherner Absprengung am 
Glenoid), der Labrum-Riss mit zusätzlicher Zusammenhangstrennung der 
glenohumeralen Bänder und der dorsale Labrum-Schaden traumatischer Genese, 

24

während Veränderungen des freien Randes des Labrum glenoidale und die 
sogenannten Korbhenkelrisse, also die vollständige Ablösung des Labrum 
glenoidale am Gelenkrand, degenerativen Ursprungs sind. Die 3 erstgenannten 
Labrumschäden sind im vorliegenden Fall auszuschliessen, eine knöcherne 
Verletzung des Glenoids oder eine Verletzung der glenohumeralen Bänder sind im 
vorliegenden Fall nicht beschrieben. Somit muss der Schaden als degenerativ 
angesehen werden. Diese Schädigung entspricht dem Typ II nach Snyder [3].
Eine Ruptur der Subscapularissehne an ihrem Ansatz entsteht durch ein 
Aussenrotations-Abduktions-Trauma oder eine Schulterluxation. Letztere hat nicht 
stattgehabt. Bei einem Aussenrotations-Abduktionstrauma ist ein Abriss der Sehne 
quer zum Faserverlauf zu erwarten. Die im OP-Bericht beschriebene 
Zusammenhangstrennung im Längsverlauf der Sehnenfasern ist unter den oben 
diskutierten Unfallhergängen nicht überwiegend wahrscheinlich.
Der Unterzeichner hat seine Beurteilung unter Berücksichtigung des Verhaltens 
des Versicherten nach dem Ereignis, des Schmerzverlaufes, der klinischen 
Befunde, der Bildgebung (MRT), der intraoperativen Fotodokumentation und der 
Informationen aus dem OP-Bericht verfertigt. Der 13-zeilige Operationsbericht 
(Technische Durchführung) enthält nur begrenzt Angaben zum diagnostischen 
intraoperativen Befund. Um die Situation entsprechend beurteilen zu können, 
waren weitere Befunde zu berücksichtigen, einschliesslich der Bildgebung. Daher 
greift der Einwand von Frau Dr. med. H.________, die «3D-Bildgebung» sei die 
aussagekräftigste, nicht.
Auch das Zitat von Prävalenzen (Häufigkeiten in einer bestimmten Altersgruppe) 
von Frau Dr. med. H.________ geht fehl, da die Versicherungsmedizin gehalten 
ist, den individuellen Einzelfall zu beurteilen.
Zu der Stellungnahme von Dr. med. D.________ vom 26.04.2022 bleibt nur zu 
bemerken, dass Beschwerdefreiheit vor einem Ereignis keine Beweiskraft für das 
Eintreten einer traumatischen Läsion, in diesem Fall des linken Schultergelenkes 
des Versicherten, hat.
Der Unterzeichner bleibt bei seiner Beurteilung vom 23.03.2022.

2.16 Mit Beurteilung vom 27. Juni 2022 nimmt Dr.med. H.________ zur voran-
gehenden Beurteilung von Dr.med. I.________ Stellung (vgl. vorstehende Erw. 
2.15). Betreffend Unfallmechanismen führt Dr.med. H.________ aus, dass in ih-
rer Beurteilung vom 4. April 2022 alle möglichen Unfallmechanismen detailliert 
analysiert worden seien und medizinisch so die Klarheit geschaffen werde, dass 
jedwedes Trauma in kausaler Relation zu den operativ vorliegenden Befunden 
liege. 

Entgegen der Aussage von Dr.med. I.________ - wonach von Dr.med. 
H.________ ein degenerativer Prozess angeführt werde, bei dem durch den 
Sturz eine Synovialitis aktiviert worden sei - handle es sich um einen durch das 
Trauma ausgelösten (und nicht um einen degenerativen) Entzündungsprozess. 
Des Weiteren hält Dr.med. H.________ vollumfänglich an ihrer letzten Beurtei-
lung fest und ergänzt u.a., es sei allein von Bedeutung, dass es sich um eine 
Synovitis handle. Auch sei bekannt, dass der Operationssitus zu einzelnen Foto-

25

dokumentationen vorrangig zu bewerten sei. Des Weiteren sei in der Operation 
vom 17. Mai 2021 eine Synoviektomie mit Blutstillung durchgeführt worden, was 
bei einer reinen Gefässinjektion nicht zum Tragen komme. Sollte die vom Opera-
teur gestellte Diagnose "Synovitis" als Fehldiagnose beurteilt werden, empfehle 
sie ein Fachgutachten.

Sodann sei aus der klinischen Rheumatologie bekannt, dass Entzündungen (IL-
1, TNF-A) - wie hier beschrieben nach ca. drei Monaten - keine globalen Verän-
derungen nach sich ziehen müssten. Auch wisse man, dass bevorzugt Verände-
rungen dort auftreten würden, wo bereits eine Gewebsveränderung vorliege. In 
der warmen orthopädischen Chirurgie sei ebenfalls bekannt, dass Knorpelläsio-
nen bei Arthrose (im Englischen "Arthritis", da auch durch IL-1 und TNF-A her-
vorgerufen) nicht an beiden Gelenkflächen vorkommen müssen.

Soweit Dr.med. I.________ bei einer Kompressionsverletzung ein Knochen-
marködem im Glenoid und gegebenenfalls im Humeruskopf erwarte, könne dies 
unter Beizug von Literatur widerlegt werden. Die Indizien müssten niemals zwin-
gend - und auch nicht alle - vorliegen (wie z.B. das Knochenmarködem). Es sei 
beschrieben, dass jeweils eine Abwägung und Implementation aller vorliegenden 
Fakten von Bedeutung sei (Vorgeschichte, Unfallereignis, klinisches Verlet-
zungsbild, radiologische und intraoperativ gewonnene pathomorphologische Be-
funde). Ein Trauma als ungeeignet zur Entstehung anzusehen, erscheine nicht 
zeitgemäss und wissenschaftlich nicht belegt. Bis auf eine deutliche Verminde-
rung des acromio-humeralen Abstandes hätten degenerative Veränderungen im 
Röntgen wenig Aussagekraft. Im MRT würden ein Ödem und das Kinking der 
Sehne sowie ein Stumpf am Tuberculum für eine traumatische Rotatorenman-
schetten-Läsion (RML) sprechen. Eine Atrophie des Muskels spreche dagegen. 
Intraoperativ oder histologisch gesicherte Einblutungen der Sehne würden für ei-
ne traumatische RML sprechen. 

Betreffend SLAP-Läsion führt Dr.med. H.________ weiter aus, es werde neu ei-
ne gutachterliche (entgegen der bestehenden) Einteilung vorgeschlagen, mit 
dem Hinweis, dass dies in Anlehnung an die Meniskusmorphologie und -
pathologie erfolge, da diese weitgehend Ähnlichkeiten aufweisen würden. Inwie-
weit die Unterschiedlichkeit der Gelenke hier vernachlässigbar sei, werde nicht 
beschrieben. Es sei jedoch orthopädisch-chirurgisch unbestritten, dass die Bio-
mechanik in der Genese der Verletzungsmuster einzelner anatomischer Struktu-
ren grundlegende Bedeutung habe. Aufgrund der fachspezifischen Literatur wäre 
bei allfälliger juristischer Unklarheit respektive bei Gegenentscheid zur bis anhin 
gültigen EBM mit biomechanischer Relevanz in der Entstehung von anatomi-
schen Strukturveränderungen ein SwissOrthopaedics-Fachgutachten zur Beurtei-

26

lung der Anwendung der Kriterien im Hinblick auf künftige Beurteilungen wün-
schenswert. 

Betreffend Ruptur der Subscapularissehne verweist Dr.med. H.________ auf ihre 
Beurteilung vom 4. April 2022 (vgl. vorstehende Erw. 2.13).

Abschliessend führt Dr.med. H.________ aus, dass am 4. April 2022 anhand der 
bestehenden Fachliteratur und der gesamten Aktenlage (inkl. Widersprüchlich-
keiten) sowohl eine medizinische wie auch versicherungsmedizinische Analyse 
zur Einzelfallbeurteilung erfolgt sei. Befremdend und widersprüchlich sei, dass 
Dr.med. I.________ u.a. Gutachter-Literatur mit Neueinteilungen zur Einzelfall-
beurteilung resp. zur Untermauerung seiner Argumentation verwende, jedoch 
seine Fachkollegin eine breitgefächerte und mehrfach kongruente Fachliteratur - 
die in der orthopädisch-chirurgischen Fachwelt als Basis der EBM diene - zur 
Einzelfallbeurteilung nicht verwenden solle. Aufgrund der Aussagen des beurtei-
lenden Kollegen Dr.med. I.________ - insbesondere derjenigen, dass es sich 
nicht wie vom Operateur beurteilt um eine SLAP-II-Läsion handle und die vom 
Operateur durchgeführte Behandlung nicht suffizient sei - wäre ein Fachgutach-
ten bei Zweifeln der Justiz wünschenswert, da allenfalls eine Haftpflichtprüfung 
folgen würde.

2.17 Gemäss Stellungnahme von Dr.med. I.________ vom 31. August 2022 
(Datum der Unterschrift) würden sich aus der Beurteilung vom 27. Juni 2022 kei-
ne neuen Aspekte ergeben. Die Argumentation von Dr.med. H.________ sei be-
reits in ihrer Beurteilung vom 4. April 2022 beinhaltet.

Dennoch geht Dr.med. I.________ erneut auf einige Aspekte ein:

 Dr. med. H.________ diskutiert unterschiedliche Möglichkeiten des 
Unfallherganges. Sie weist aber keinen Unfallhergang nach, der mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit stattgehabt hat.

 Dr. med. H.________ kapriziert sich weiterhin auf die Ausschüttung von 
Entzündungsmediatoren (Interleukin 1 und TNF Alpha) im Rahmen des 
Schadenereignisses als Ursache für die intraartikuläre Synovitis. Aus Sicht des 
Unterzeichners ist im vorliegenden Fall weiterhin allenfalls von einer Low grade-
Synovitis auszugehen. Für eine exakte Einstufung des Entzündungsgrades der 
Gelenkschleimhaut wäre eine biomechanische und histologische Untersuchung 
notwendig. Solche Untersuchungen liegen nicht vor, da in der Schweiz bei 
Unfällen, insbesondere Berufsunfällen, nicht üblich. Daher bleibt letztlich nur die 
intraoperative Fotodokumentation, um einen Eindruck von Schweregrad und 
Ausdehnung der Synovialitis zu bekommen.
Die AWMF-Leitlinie zur Synovialitis [1] stellt an die Durchführung einer 
Synovialektomie sehr hohe Ansprüche, weil eine solche die Knorpelernährung in 
einem Gelenk stark beeinträchtigt. Daher ist sie in der Regel synovialen 
Erkrankungen (rheumatoide Arthritis, pigmentierte villonoduläre Synovialitis, etc.) 
vorbehalten.

27

Die AWMF-Leitlinie bezieht sich im Übrigen auf die Ausarbeitungen von Veit 
Krenn [2], welcher ausführlich auch zur Begutachtung der Synovialitis im 
Schadenfall Stellung genommen hat.

 Wie bereits in den Vorbeurteilungen des Unterzeichners (09.06.2022, 
28.03.2022) ausgeführt, ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von 
einem traumatischen Schaden der Subscapularissehne auszugehen. Die Sehne 
ist gemäss Operationsbericht vom 19.05.2021 an ihrem Ansatz intakt gewesen. 
Es fand sich offensichtlich eine Zusammenhangstrennung im Faserverlauf der 
Sehne ausserhalb des Ansatzes. Diese wurden mit einer Seit-zu-Seit-Naht fixiert.
Es ist nicht davon auszugehen, dass es sich bei dieser 
Zusammenhangstrennung um eine Unfallfolge handelt. Diese Läsionen im 
Faserverlauf sind entweder rein degenerativ begründet oder durch ein 
subcoracoidales Impingement im Rahmen einer angeborenen Fehlform des 
Processus coracoideus.
Nebenbei sei bemerkt, dass es bei einer traumatischen Ruptur der 
Subscapularissehne entgegen der Ansicht von Frau Dr. H.________ nicht zu 
einer Pseudoparalyse der Schulter kommt.

 Zum sublabralen Recessus und dessen Unterscheidung gegenüber einer SLAP-
II-Läsion hat Hempfling [3] ausführlich Stellung genommen. Die Häufigkeit des 
Vorliegens eines sublabralen Recessus nimmt mit dem Alter zu. Zwischen dem 
50. und 83. Lebensjahr betrüge die Häufigkeit des sublabralen Recessus 63,6 bis 
85 %. Zudem unterscheidet Hempfling nach Tiefensondierbarkeit, die bis zu 10 
mm betragen kann. Er verweist ausserdem auf eine Arbeit, welche einen Score 
für die Unterscheidbarkeit zwischen sublabralem Recessus und SLAP-II-Läsion 
angewendet wird.
Nach Auffassung des Unterzeichners lässt sich eine SLAP-Läsion am 
einfachsten von einem sublabralen Recessus unterscheiden, wenn man mit dem 
Testhaken unter das Labrum sondiert und dieser dann am Glenoidrand austritt.

3.1 Gemäss Einspracheentscheid vom 31. Januar 2022 (Vi-act. 60) lege 
Dr.med. G.________ nachvollziehbar dar, dass das Ereignis vom 26. Februar 
2021 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Ursache für die geltend 
gemachten andauernden Beschwerden sei. Seine Beurteilung sei umfassend, 
berücksichtige die Berichte des Operateurs Dr.med. D.________ und habe diese 
sorgfältig gewürdigt. Zu berücksichtigen sei auch, dass die Versicherungsärzte 
der Vorinstanz nach ihrer Funktion und beruflichen Stellung Fachärzte im Bereich 
der Unfallmedizin seien und über besonders ausgeprägte traumatologische 
Kenntnisse und Erfahrungen verfügten. Der medizinische Sachverhalt sei in die-
sem Sinne als erstellt zu betrachten. Auf weitere medizinische Abklärungen sei in 
antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten. 

3.2 Der Beschwerdeführer macht mit Beschwerde vom 1. März 2022 geltend, 
die Vorinstanz hätte nach der Einsprache, mit Bericht von Dr.med. D.________, 
ein versicherungsexternes Gutachten in Auftrag geben müssen. Aus der Sicht 
des Beschwerdeführers würden diverse Punkte gegen die Zuverlässigkeit der 
Expertise von Dr.med. G.________ sprechen.

28

3.3 Mit Beschwerde vom 4. März 2022 macht die Beschwerdeführerin geltend, 
dass der Kreisarzt seine Aktenbeurteilung nicht nur über diejenige des untersu-
chenden Radiologen (was mangels gleichnamigen Facharzttitels nicht überzeu-
ge), sondern auch über die des behandelnden Operateurs stelle. Die Auffassung 
der Vorinstanz würde jedoch aus mehreren Gründen nicht überzeugen. Der Be-
schwerdeführer habe bis zum Sturz am 26. Februar 2021 eine klinisch absolut 
asymptomatische Schulter gehabt. Er habe sodann zu Beginn weg an leichten 
Schmerzen, die immer stärker wurden und die später auch mit Nachtschmerzen 
begleitet wurden, gelitten. Die Berichte der behandelnden Ärzte würden alle eine 
eindeutig pathologische Schulter mit Schmerzen beschreiben, und es hätten 
auch entsprechende klinische sowie radiologische Befunde nach dem Unfall vom 
26. Februar 2021 erhoben werden können, die alle bezeichnend seien für einen 
Sturz auf den ausgestreckten Arm und eine dabei zugezogene Kontusion bzw. 
Distorsion der linken Schulter. Ebenfalls sei bei ausbleibender Besserung der 
Symptomatik mobilisierende Physiotherapie mit dem Ziel, ein Impingement vor-
zubeugen, verordnet worden. Die Vorinstanz habe sodann auch die gesetzlichen 
Leistungen erbracht. Der Kreisarzt widerlege und verneine weder bei der einen 
(Beurteilung des Radiologen) noch der anderen (eigene Beurteilung) Diagnose 
(transmurale Supraspinatussehnenruptur und CID) explizit einen kausalen Zu-
sammenhang zum Unfallereignis. Der Kreisarzt setze sich nicht mit dem Einwand 
bzw. der Einsprache der Beschwerdeführerin und der fachärztlichen Beurteilung 
von Dr.med. H.________ auseinander. Im Weiteren habe der Kreisarzt seine 
Beurteilung über diejenige des behandelnden Operateurs gestellt, was bereits 
angesichts der örtlichen und zeitlichen Nähe des Operateurs zu den Verletzungs-
folgen nicht überzeuge. Insbesondere unterstelle er ihm mit seiner eigenen Ein-
schätzung eine ungenügende Behebung der SLAP Läsion II und damit ein Ver-
stoss gegen seine ärztliche Sorgfaltspflicht. Darauf könne ohne konkrete An-
haltspunkte augenscheinlich nicht abgestellt werden. Dies umso weniger, weil 
sowohl operativ als auch postoperativ keinerlei Komplikationen beschrieben sei-
en. Im Ergebnis halte der Kreisarzt zahlreiche Diskrepanzen fest, gelange aber 
dennoch zum Schluss, dass keine unfallkausalen Folgen mehr vorliegen würden. 
Das sei nicht plausibel. Nach Auffassung der Beschwerdeführerin würden solch 
gravierende Diskrepanzen vielmehr keine abschliessende Beurteilung der Sach-
lage zulassen. Der medizinische Sachverhalt sei weiter abzuklären. Abschlies-
send gelte es festzuhalten, dass nicht nur der Kreisarzt, sondern auch Dr.med. 
H.________ über einen entsprechenden Facharzttitel verfüge. Die radiologisch 
festgestellte und intraoperativ bestätigte SLAP-Läsion Typ II werde sodann auch 
als Sehnenriss gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG klassifiziert, womit deren Behand-
lung, wie auch jene der teilrupturierten Subscapularissehne unstrittig in den Leis-

29

tungsbereich des Unfallversicherers falle. Eine gegenteilige Auffassung lasse 
sich aus der Begründung des Einspracheentscheides nicht entnehmen.

Zusammenfassend sei daher festzuhalten, dass der Kausalzusammenhang zwi-
schen dem Sturz vom 26. Februar 2021 und den daraufhin festgestellten massi-
ven Schulterverletzungen sehr wohl gegeben sei und nicht überwiegend wahr-
scheinlich durch das Argument "status quo sine vel ante" unterbrochen werden 
könne. Der Versicherte sei bis zum strittigen Ereignis beschwerdefrei und in ei-
nem körperlich anstrengenden Beruf zu 100% arbeitsfähig gewesen. Zudem sei-
en bis zur Operation am 17. Mai 2021 lediglich gut 11 Wochen seit dem Unfall 
vergangen. Die 10-Wochen-Regel, mithin der "status quo sine", habe sich hier 
entgegen der Auffassung des Kreisarztes damit offensichtlich nicht bestätigt. Es 
sei daher davon auszugehen, dass die vorgefundenen Verletzungen auf den 
Sturz vom 26. Februar 2021 zurückzuführen seien.

3.4 Vernehmlassend verweist die Vorinstanz am 29. März 2022 auf die Aus-
führungen im Einspracheentscheid, woran festgehalten werde. Die von den Be-
schwerdeführern vorgebrachte Kritik vermöge keine Zweifel an der sorgfältig be-
gründeten kreisärztlichen Beurteilung zu wecken. Rechtsprechungsgemäss 
könnten auch reine Aktengutachten beweiskräftig sein. Des Weiteren reicht die 
Vorinstanz eine Beurteilung von Dr.med. I.________ vom 23. März 2022 ein (vgl. 
vorstehende Erw. 2.12), welche die Beurteilung des Kreisarztes Dr.med. 
G.________ bestätige. Vorliegend würden mehr positive Kriterien für einen de-
generativen Vorzustand als für eine frische richtungsgebende Unfallfolge spre-
chen. Auch eine richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzu-
standes könne aufgrund des Charakters der Läsionen nicht angenommen wer-
den.

3.5.1 Die Beschwerdeführerin verweist mit Stellungnahme vom 26. April 2022 
vollumfänglich auf die Beurteilung von Dr.med. H.________ vom 4. April 2022 
(Bf-act. 15) sowie die Ergänzung vom 21. April 2022 (Bf-act. 18) und hält vollum-
fänglich an ihrer Beschwerde und ihren Anträgen fest. Des Weiteren bringt sie 
vor, sollte das Gericht wider Erwarten die Unfallkausalität als nicht überwiegend 
wahrscheinlich erwiesen erachten, so bestünden aufgrund der vorliegenden Ak-
tenlage zumindest zahlreiche Diskrepanzen und offene Fragen, welche die Vor-
instanz offensichtlich hätte veranlassen müssen, weitere Abklärungen zu tätigen 
und gegebenenfalls ein externes Gutachten in Auftrag zu geben. In diesem Fall 
sei die Sache praxisgemäss an die Vorinstanz für weitere Abklärungen zurück-
zuweisen.

30

3.5.2 Mit Stellungnahme vom 18. Mai 2022 bestreitet der Beschwerdeführer die 
Ausführungen von Dr.med. I.________ und verweist auf die Stellungnahme von 
Dr.med. D.________ vom 26. April 2022.

3.6 Mit Verweis auf die ärztliche Beurteilung von Dr.med. I.________ vom 9. 
Juni 2022 (Datum der Unterschrift) hält die Vorinstanz am 15. Juni 2022 an der 
bisherigen medizinischen Beurteilung fest. Sie ergänzt, dass eine Beschwerde-
freiheit vor Ereignis keine Beweiskraft für das Eintreten einer traumatischen Läsi-
on habe.

3.7 Gestützt auf die ärztliche Beurteilung von Dr.med. H.________ vom 27. 
Juni 2022 hält die Beschwerdeführerin mit Stellungnahme vom 7. Juli 2022 fest, 
dass unverändert mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, 
dass eine unfallbedingte Synovitis und eine richtungsgebende Verschlechterung 
einer möglichen degenerativen Läsion (SLAP-II, Subscapularis-Partialläsion) vor-
liege, woraus die andauernde Leistungspflicht der Vorinstanz resultiere. Der ge-
naue Unfallhergang sei nicht restlos geklärt. Unbestritten sei, dass der Versicher-
te, ein 44-jähriger LKW-Chauffeur, am 26. Februar 2021 beim Beladen des LKW 
über die Kante der Hebebühne gestolpert und in der Folge gestürzt sei. Dabei 
habe er sich, ebenfalls unbestrittenermassen, Verletzungen an der linken Schul-
ter zugezogen und die Vorinstanz habe bis zum 17. Mai 2021 die gesetzlichen 
Leistungen erbracht. Dr.med. H.________ habe in ihrer Beurteilung sämtliche 
möglichen Unfallmechanismen detailliert analysiert und bewertet. Die Kausalität 
zwischen dem Unfall vom 26. Februar 2022 und der anlässlich der Operation 
vom 17. Mai 2021 behobenen Schädigungen der linken Schulter sei dabei in je-
der Variation erstellt. Ihre Beurteilung stütze sich auf die bestehende Fachlitera-
tur, welche als Basis der EMB diene, sowie auf die gesamte Aktenlage, einsch-
liesslich aller Widersprüchlichkeiten. Sie trage damit der vorliegenden Komple-
xität Rechnung und ihre Beurteilung genüge den bundesgerichtlichen Anforde-
rungen zum Beweiswert gemäss BGE 125 V 351 Erw. 3a. Insbesondere würden 
sowohl ihre Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge als auch diejenige 
der medizinischen Situation einleuchten und ihre Schlussfolgerungen seien be-
gründet. Die Begründung von Dr.med. I.________, weshalb es sich - wenn es 
sich überhaupt um eine SLAP-Läsion handeln sollte - um eine verschleissbeding-
te Genese handle, beschränke sich auf den Verweis, dass vorliegend keine der 
drei traumatischen Läsionen gemäss Weber et. al. vorliege. Es handle sich dabei 
jedoch um eine lediglich vorgeschlagene Neueinteilung in Anlehnung an die Me-
niskusmorphologie und
-pathologie. Eine Begründung, weshalb die Unterschiedlichkeit zwischen dem 
Knie und der Schulter (als beweglichstes Kugelgelenk des menschlichen Kör-

31

pers) vernachlässigbar sei, finde sich nicht. Sollte das Gericht dieser Neueintei-
lung folgen wollen, so sollte die Anwendung der Kriterien im Hinblick auf künftige 
Beurteilungen mittels Swiss-Orthopaedics-Fachgutachten beurteilt und geklärt 
werden. Im Rahmen der Operation vom 17. Mai 2022 sei, nebst der SLAP-II-
Läsion, eine Synovitis diagnostiziert und entsprechend behandelt worden. Sofern 
die vom Operateur Dr.med. D.________ gestellte Diagnose als Fehldiagnose 
und die erfolgte Behandlung als nicht suffizient beurteilt werden sollte, werde ein 
Fachgutachten beantragt. Abschliessend vermöge die Beurteilung von Dr.med. 
I.________ nichts an der medizinischen Einschätzung zu ändern. Die Beschwer-
deführerin halte damit vollumfänglich an ihrer Beschwerde und ihren Anträgen 
fest.

3.8 Gemäss Stellungnahme vom 31. August 2022 der Vorinstanz, vermöge die 
Kritik der Beschwerdeführerin bzw. von Dr.med. H.________ keine Zweifel an 
der bisherigen Beurteilung der Vorinstanz zu wecken, wie sich aus der Stellung-
nahmen von Dr.med. I.________ ergebe.

3.9 Mit Stellungnahme vom 16. November 2022 hält die Beschwerdeführerin 
vollumfänglich an ihrer Beschwerde und ihren Anträgen fest.

4.1 Unstrittig ist, dass der Beschwerdeführer am 26. Februar 2021 einen Unfall 
erlitt und dabei seine linke Schulter verletzte, und dass die Vorinstanz aufgrund 
dieses Ereignisses Versicherungsleistungen erbrachte. Für die Einstellung der 
Leistungen per 17. Mai 2021 stützt sie sich im angefochtenen Entscheid auf die 
Beurteilungen des sie beratenden Arztes Dr.med. G.________. Im Schriften-
wechsel vor Verwaltungsgericht reichte die Vorinstanz sodann Beurteilungen von 
Dr.med. I.________ ein. Den Beurteilungen dieser beiden Ärzte kommt der Be-
weiswert versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen zu (Urteil BGer 
8C_774/2020 vom 19.2.2021 Erw. 2.2), d.h. es kommt ihnen Beweiswert zu, so-
fern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wider-
spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (Urteil 
BGer 8C_587/2020 vom 5.2.2021 Erw. 3.2). Bestehen auch nur geringe Zweifel 
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 
Erw. 8.5).

Die Beschwerdeführer stützen sich sodann vorwiegend auf die Beurteilungen von 
Dr.med. D.________, dem behandelnden Arzt des Beschwerdeführers, und 
Dr.med. H.________, der beratenden Ärztin der Beschwerdeführerin.

4.2 Gestützt auf diese ärztlichen Beurteilungen lässt sich der medizinisch rele-
vante Sachverhalt jedoch nicht zuverlässig feststellen. 

32

4.2.1 Dr.med. I.________ hält in seiner Beurteilung vom 23. März 2022 zutref-
fend fest, dass die Angaben zum Unfallhergang ungenau und widersprüchlich 
sind (vgl. u.a. vorstehende Erw. 2.1.1, wonach der Beschwerdeführer beim Bela-
den des LKW über die Kante der Hebebühne gestolpert und mit der Schulter 
voran auf den Boden gestürzt sei; und Erw. 2.1.2, wonach der Beschwerdeführer 
beim Beladen des LKW mit dem Palettwagen auf die Hebebühne gefahren, einen 
Schritt zu viel gemacht und von der Ladefläche auf den ausgestreckten linken 
Arm gestürzt sei). 

In der neueren Rechtsprechung hält das Bundesgericht fest, dass zur Beurtei-
lung der Unfallkausalität aufgrund der neueren medizinischen Literatur dem Krite-
rium des Unfallmechanismus bei Sehnenmanschettenläsionen ohnehin keine 
übergeordnete Bedeutung (mehr) beizumessen sei. Es gehe vielmehr darum, die 
einzelnen Kriterien, die für oder gegen eine traumatische Genese der Verletzung 
sprächen, aus medizinischer Sicht gegeneinander abzuwägen und den Sachver-
halt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich habe, der Wahr-
heit zu entsprechen. Dabei gelte es etwa die bildgebenden Befunde, die Vorge-
schichte, den Unfallhergang, den Primärbefund und den Verlauf zu berücksichti-
gen (vgl. Urteil BGer 8C_672/2020 vom 15.4.2021 Erw. 4.1.3 mit Verweis auf Ur-
teil BGer 8C 59/2020 vom 14.4.2020 Erw. 5.3 f.). 

Bereits bei dieser ersten Fragestellung des Unfallherganges weichen die Aus-
führungen der involvierten Ärzte diametral voneinander ab. Während Dr.med. 
I.________ die Meinung vertritt, dass sich aus dem Unfallhergang keine Schluss-
folgerungen zu Kausalität zwischen Ereignis und geltend gemachten Schäden 
ziehen lassen, hält Dr.med. H.________ in ihrer Beurteilung vom 4. April 2022 
fest, dass sowohl ein Fall auf den ausgestreckten Arm als auch eine allfällige 
Kontusion (Sturz mit der Schulter voran auf den Boden) zu den gesundheitlichen 
Beschwerden führten, welche die Operation am 17. Mai 2021 indizierten. 
Gemäss Dr.med. H.________ sei einerseits die SLAP-Läsion mit dem Unfallme-
chanismus des Falles auf den ausgestreckten Arm begründbar. Sollte es hinge-
gen zu einer Kontusion gekommen sein, so sei dieser Mechanismus geeignet, 
die intraoperativ vorgefundene Synovitis zu begründen, welche durch die SLAP-
Läsion weiter unterhalten worden sei und womit die operative Therapie medizi-
nisch indiziert gewesen sei, um die Entzündung zu unterbinden (vgl. vorstehende 
Erw. 2.13). Dem widerspricht Dr.med. I.________ in seiner Beurteilung vom 8. 
Juni 2022 zunächst indem er die vom Operateur festgestellten Diagnosen der in-
traartikulären Synovitis und der SLAP II-Läsion in Frage stellt (vgl. nachfolgende 
Erw. 4.2.2). Gleichzeitig führt Dr.med. I.________ jedoch aus, dass von einer 
verschleissbedingten Genese auszugehen ist, selbst wenn die Diagnosen als zu-
treffend angenommen würden. Betreffend Synovitis hat Dr.med. I.________ fest-

33

gehalten, selbst wenn Entzündungsmediatoren zu dieser Synovitis geführt haben 
sollten, seien diese und die Mediatoren nicht in der Lage, allein den Knorpel des 
Labrum glenoidale innerhalb von ca. drei Monaten zu schädigen, ohne dass auch 
der Gelenkknorpel selbst betroffen wäre (vgl. vorstehende Erw. 2.15). Damit äus-
sert sich Dr.med. I.________ jedoch soweit ersichtlich nicht zur Aussage von 
Dr.med. H.________, wonach die Synovitis an sich Folge des Ereignisses vom 
26. Februar 2021 (der Kontusion) - ein durch das Trauma ausgelöster Entzün-
dungsprozess - bzw. damit unfallkausal und die Operation bereits deshalb indi-
ziert gewesen sei. Vielmehr geht er in seinen Beurteilungen vom 9. Juni 2022 
und vom 31. August 2022 von einer vermehrten Gefässinjektion, allenfalls von 
einer Low grade-Synovitis aber sicher nicht von einer ausgeprägten Synovitis 
und damit von einer abweichenden Diagnose aus (vgl. nachfolgende Erw. 4.2.2).

Betreffend SLAP-Läsion (soweit man die Läsion seines Erachtens als solche de-
finieren würde) verweist Dr.med. I.________ in seiner Beurteilung vom 9. Juni 
2022 auf die Einteilung von Weber et. al in atraumatische und traumatische Läsi-
onen und kommt zum Ergebnis, dass der Schaden als degenerativ angesehen 
werden muss (vgl. vorstehende Erw. 2.15). Hingegen äussert sich Dr.med. 
I.________ nicht mehr zur Kritik von Dr.med. H.________, wonach es sich dabei 
um eine neue Einteilung - in Anlehnung an die Meniskusmorphologie und -
pathologie - handle ohne zu begründen, inwieweit die Unterschiedlichkeit der Ge-
lenke vernachlässigbar sei. Dies obwohl orthopädisch-chirurgisch unbestritten 
sei, dass die Biomechanik in der Genese der Verletzungsmuster einzelner ana-
tomischer Strukturen grundlegende Bedeutung habe. Vielmehr äussert sich 
Dr.med. I.________ auch diesbezüglich in seiner Stellungnahme vom 30. August 
2022 zu seiner divergierenden Diagnose eines sublabralen Recessus.

Schliesslich sind sich die Mediziner auch bei der Beurteilung der Ruptur der 
Subscapularissehne (sowohl betreffend Diagnose und Behandlung als auch be-
treffend Unfallhergang) uneinig, wobei sich durch das Gericht nicht abschlies-
send beurteilen lässt, ob von und gegebenenfalls von welchen Begleitverletzun-
gen bei traumatischer Genese auszugehen wäre bzw. ob eine Zusammen-
hangstrennung durch Unfall im Längs- oder Querverlauf zu erfolgen hätte.

Die Ausführungen von Dr.med. H.________ vermögen zumindest bereits geringe 
Zweifel an der Schlüssigkeit der kreisärztlichen Beurteilung zu erwecken. Gleich-
zeitig vermögen sie ihrerseits - u.a. auch aus nachfolgenden Gründen - nicht, die 
Kausalität zwischen dem Ereignis vom 26. Februar 2021 und den gesundheitli-
chen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers, welche insbesondere zur Ope-
ration vom 17. Mai 2021 führten, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu be-
gründen. 

34

4.2.2 Aus den vorangehenden Ausführungen wird eine weitere Divergenz in den 
fachärztlichen Beurteilungen ersichtlich, nämlich die unterschiedlichen Beurtei-
lungen der Bildgebung bzw. des operativen Befundes.

Der Radiologe Prof. Dr.med. F.________ hält in seiner Beurteilung des Arthro-
MRI der linken Schulter des Beschwerdeführers vom 8. April 2021, neben aus-
geprägten Tendinopathie Zeichen im Bereich der Supraspinatussehne bei AC-
Gelenksarthrose und Impingement Situation, eine transmurale Ruptur der Supra-
spinatussehne fest. Im Befund wird im Bereich der Subscapularissehne eine 
normale Signalgebung festgehalten. Der Bizepssehnenanker stelle sich regel-
recht dar (vgl. vorstehende Erw. 2.2.1). 

Nach Eingang des MRI-Ergebnisses geht Dr.med. D.________ am 20. Mai 2021 
ebenfalls von einer transmuralen Supraspinatussehnenläsion aus. In Abwei-
chung von Prof. Dr.med. F.________ diagnostiziert Dr.med. D.________ jedoch 
eine Subscapularissehnenpartialruptur sowie den Verdacht auf eine SLAP-
Läsion (vorstehende Erw. 2.3.1). Aufgrund dieser Indikation führt Dr.med. 
D.________ am 17. Mai 2021 die Schulterarthroskopie durch, mit welcher er sei-
ne Diagnosen der Subscapularissehnenpartialruptur und der SLAP (II)-Läsion 
bestätigte, nicht jedoch die transmurale Supraspinatussehnenläsion. Zusätzlich 
wird eine intraartikuläre Synovitis diagnostiziert und behandelt (vgl. vorstehende 
Erw. 2.3.2). Nicht zu übersehen ist dabei, dass bei der knappen Beschreibung 
des intraoperativen Situs eine bessere (detaillierte) Dokumentation der entschei-
denden Befunde (SLAP II-Läsion, DD sublabraler Rezessus, Aspekt der Synovi-
tis, Präzisierung der Längsläsion in der Subskapularissehne, Supraspinatusseh-
ne ohne Pathologie bei MRI-Befund einer transmuralen Ruptur) hilfreich gewe-
sen wäre.

Gemäss der Beurteilung des Versicherungsmediziners Dr.med. G.________ vom 
8. Juni 2021 konnte dieser im MRI weder eine Supraspinatussehnenruptur, noch 
eine SLAP-Läsion oder eine Läsion der Subscapularissehne erkennen. Seines 
Erachtens besteht eine grosse Diskrepanz zwischen prä- und postoperativer 
Diagnose (vorstehende Erw. 2.4). In seiner Beurteilung vom 5. August 2021 ver-
gleicht Dr.med. G.________ sodann MRI, Operationsbericht, Klinik und Video-
printbilder der Operation und kommt zum Schluss, dass eine grosse Diskrepanz 
zwischen diesen Unterlagen bestehe, insbesondere was die SLAP-Läsion betref-
fe. Sodann stellt er die Vorgehensweise bei der Operation in Frage (vgl. vorste-
hende Erw. 2.8). 

Dr.med. H.________ hat diesbezüglich festgehalten, diese Aussagen nicht beur-
teilen zu können (allenfalls mangels Kenntnis der jeweiligen Bilder, vgl. hierzu 
vorstehende Erw. 2.9 in fine) und auf ein Fachgutachten verwiesen, jedoch mit 

35

dem Hinweis darauf, dass ihres Erachtens der intraoperative Befund/Bericht dem 
bildgebenden Bericht/Befund überlegen ist (vorstehende Erw. 2.9). Zudem erach-
tete sie die Klinik (erfasst durch den Operateur vorgängig zur Operation) als mit 
einer SLAP-Läsion vereinbar (vorstehende Erw. 2.13). 

Der Operateur Dr.med. D.________ konnte die vom Kreisarzt beschriebene Kritik 
an der Vorgehensweise bei der Operation, insbesondere bei der Fixierung des 
oberen Labrums, nicht nachvollziehen und schlug vor, es sei allenfalls ein erneu-
tes MRI zur Evaluation durchzuführen (vgl. vorstehende Erw. 2.10). Ein weiteres 
MRI wurde in der Folge nicht veranlasst. 

Dr.med. I.________ wertete in Beurteilung der MRI Bilder eine Kontrastmittelun-
terminierung am superioren Labrum als sublabraler Recessus und nicht als 
durchgehende SLAP-Läsion. Sodann erachtet er die Läsion im oberen Drittel der 
Subscapularissehne unter Berücksichtigung des intraoperativen Befundes und 
der Literatur als überwiegend degenerativ (vorstehende Erw. 2.12). Die Synovitis 
beurteilt Dr.med. I.________ gestützt auf die Operationsbilder allenfalls als Low-
Grade-Synovitis (vorstehende Erw. 2.15).

MRI- und Arthroskopiebilder sind sowohl von den behandelnden als auch von 
den beratenden und begutachtenden Ärzten zu betrachten und zu beurteilen. 
Entsprechend können - wie vorliegend dargestellt - unterschiedliche Beurteilun-
gen erfolgen. Damit ist eine Gesamtbeurteilung der medizinischen Erkenntnisse 
notwendig, um prüfen zu können, welche Beurteilung als schlüssig und nachvoll-
ziehbar erachtet wird (vgl. vorstehende Erw. 1.8.1ff.). Zwar kann eine unter-
schiedliche Befundsituation von MRI und Arthroskopie damit erklärt werden, dass 
die Arthroskopie gegenüber dem MRI durch direkten Einblick in die intraarti-
kulären Strukturen in vielen Fällen eine nochmals feinere diagnostische Differen-
zierung zulässt. Dem in der Arthroskopie erhobenen Befund könnte demnach ein 
höherer Beweiswert beigemessen werden als demjenigen Befund, der auf MRI 
Bildern basiert (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
UV 2020/28 vom 19.4.2021 Erw. 3.3.1 m.V.a. Pschyrembel, Klinisches Wörter-
buch, 267. Aufl. 2017, S. 153f. und Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädi-
sche Chirurgie, 4. Aufl. 2002, S. 247f., 725f. 1036f.). Damit lässt sich im konkre-
ten Fall jedoch nicht ohne weiteres feststellen, dass die Beurteilungen der MRI- 
und Arthroskopiebilder durch die Kreisärzte falsch bzw. nicht überwiegend wahr-
scheinlich erstellt sind. Vielmehr vermag bspw. der bildhafte Vergleich einer er-
heblichen Synovialitis mit den Arthroskopiebildern im konkreten Fall allenfalls ei-
nen intraoperativen Befund in Zweifel zu ziehen (vorstehende Erw. 2.15). Für ei-
nen korrekten intraoperativen Befund spricht hingegen wiederum der Umstand, 
dass die Operation (und somit gegebenenfalls auch die Diagnose und Behand-
lung) zur Beschwerdefreiheit des Beschwerdeführers geführt hat (vgl. vorstehen-

36

de Erw. 2.14). Unter Umständen vermag das postoperativ gute Ergebnis gar auf 
eine relativ gesunde Sehnensubstanz (und damit eher auf eine traumatische 
Genese) hinzuweisen (vgl. Hepp / Lambert, Die Begutachtung der 
Rotatorenmanschettenruptur im sozialgerichtlichen Verfahren – eine 
Zusammenarbeit von Richter und medizinischem Sachverständigen, MedSach 
05-2009, S. 181 ff.).

Nachdem sich die Ärzte im konkreten Fall bereits betreffend die Diagnosen und 
deren korrekten Behandlung uneins sind - was sich sodann auch auf die Beurtei-
lung des Unfallhergangs und schliesslich die Kausalität auswirkt - und sich somit 
dem Gericht nicht erschliesst, welcher Sachverhalt zumindest die Wahrschein-
lichkeit für sich hat, der Wahrheit zu entsprechen bzw. mehr als geringe Zweifel 
an der Beurteilung von Dr.med. I.________ und Dr.med. G.________ bes