# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2b721a18-bc7d-5cc4-b97e-7f6af1bb7f41
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 07.09.2023 725 23 21 / 197 (725 2023 21 / 197)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-23-21---197_2023-09-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 7. September 2023 (725 23 21 / 197) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Weder liegt eine unfallkausale Spätfolge des ursprünglich erlittenen Unfallereignisses 

noch eine seither neu eingetretene unfallähnliche Körperschädigung vor, welche eine 

Leistungspflicht der Suva auslösen würde.  

 

Namentlich stellt eine SLAP-Läsion in Form einer Verletzung der Labrumstruktur recht-

sprechungsgemäss keine Listenverletzung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG (bzw. alt-

rechtlich im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV) dar. Ebenso wenig können die vom Versi-

cherten beim Einreiben seiner linken Schulter wegen des Fehlens der rechten Hand durch-

geführten Verrenkungen, die er regelmässig und über mehrere Jahre hinweg vorgenom-

men hat, in ihrer Gesamtheit nicht als unfallähnliche Körperschädigung verstanden wer-

den. 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiber Stephan 
Paukner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Nikolaus Tamm, Advokat, 
Spalenberg 20, Postfach, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
 
 
A. Der 1960 geborene A.____ leidet seit Geburt an einer Dysmelie der rechten Hand. Am 
4. August 2013 erlitt er einen Fahrradsturz und zog sich dabei eine mehrfache Schlüsselbeinfrak-
tur links zu. Vom 4. bis 7. August 2013 befand er sich in der Folge in stationärer Behandlung im 
Spital B.____, wo er am 5. August 2013 mittels einer Plattenosteosynthese operativ versorgt 
wurde. Zum Zeitpunkt seines Unfalls war A.____ arbeitslos und in dieser Eigenschaft bei der 
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen 
versichert. Die Suva erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen in Form von Heilbehand-
lungen und Taggeldleistungen, insbesondere auch im Zusammenhang mit einer am 11. Juni 2019 
durchgeführten Revisionsoperation und Narbenexzision an der linken Schulter.  
 
B. Nebst persistierenden Beschwerden an der linken Schulter berichtete der Versicherte im 
Dezember 2018 neu über einen Tinnitus sowie über aufgetretene Kopfschmerzen. Am 17. Mai 
2021 meldete er der Suva zudem Beschwerden auch in der rechten Schulter. Nach Abklärung 
der medizinischen Verhältnisse durch ihren Kreisarzt lehnte die Suva mit Verfügung vom 26. Ok-
tober 2021 eine Leistungspflicht im Zusammenhang mit den Kopfschmerzen, den Ohrgeräuschen 
und den Beschwerden an der rechten Schulter ab. Eine hiergegen erhobene Einsprache des 
Versicherten wies sie mit Einspracheentscheid vom 9. Dezember 2022 ab. 
 
C. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Advokat Nikolaus Tamm, am 26. Ja-
nuar 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialver-
sicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, der angefochtene Einspracheentscheid sei 
aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen; es sei ein Gerichtsgut-
achten einzuholen, eventualiter sei die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an die Suva 
zurückzuweisen. Die Suva schloss mit Vernehmlassung vom 13. März 2023 auf Abweisung der 
Beschwerde. 

 
Auf die einzelnen Vorbringen und deren Begründung seitens der Parteien ist soweit notwendig in 
den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n   E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser im Kanton Basel-Landschaft, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantons-

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwal-
tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versiche-
rungsgericht und einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheent-
scheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist damit auch sachlich zur Behand-
lung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht erhobene 
Beschwerde vom 26. Januar 2023 ist somit einzutreten. 
 
2. Die Leistungspflicht bezüglich den Beschwerden des Versicherten an der linken Schul-
ter, die fraglos auf den Velosturz im Jahr 2013 zurückzuführen sind, ist nicht Streitgegenstand 
und wird von keiner der Parteien in Frage gestellt. Nachdem sich die vorliegende Beschwerde 
ausserdem ausschliesslich gegen die Leistungsablehnung der Suva im Zusammenhang mit den 
Beschwerden des Versicherten an dessen rechten Schulter richtet, gilt es, eine Leistungspflicht 
lediglich in diesem Zusammenhang zu prüfen. Umstritten ist dabei insbesondere, ob die Be-
schwerden an der rechten Schulter mit dem am 4. August 2013 erlittenen Unfallereignis in einem 
rechtsgenüglichen Kausalzusammenhang stehen.  
 
2.1 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten 
Bestimmungen über die Unfallversicherung (UVG) sowie der Verordnung über die Unfallversi-
cherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 in Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, 
die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestimmungen ereignet haben, werden jedoch 
nach bisherigem Recht ausgerichtet (Übergangsbestimmung in Art. 118 Abs. 1 UVG). So verhält 
es sich auch im vorliegenden Fall, weshalb nachfolgend noch auf das bisherige Recht und die 
dazu ergangene Rechtsprechung Bezug zu nehmen ist. 
 
2.2 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie 
gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. 
 
2.3 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt namentlich voraus, 
dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeits-
unfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht 
(BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 
Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht 
als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre-
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht 
erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt daher, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die 
körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit 
anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli-
che Störung entfiele. Für die Bejahung der natürlichen Unfallkausalität eines Beschwerdebilds 
genügt mithin eine Teilursächlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5), wobei sich die Leistungspflicht des 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

obligatorischen Unfallversicherers auch auf mittelbare bzw. indirekte Unfallfolgen erstreckt (Urteil 
des Bundesgerichts vom 24. März 2016, 8C_620/2015, E. 3.1). Ob zwischen einem schädigen-
den Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, 
ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das 
Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse 
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht 
(BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
2.4 Art. 11 UVV hält fest, dass Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen 
gewährt werden. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich 
geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) 
Arbeitsunfähigkeit kommt. Von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im 
Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem völlig 
anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen; RKUV 1994 
Nr. U 206 S. 327 E. 2). Rückfälle und Spätfolgen schliessen somit begrifflich an ein bestehendes 
Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversiche-
rers nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seiner-
zeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ebenfalls ein (natürlicher und 
adäquater) Kausalzusammenhang besteht (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; BGE 118 V 296 
E. 2c mit Hinweisen). Dabei gilt es klarzustellen, dass der Unfallversicherer in Bezug auf den 
geltend gemachten Rückfall nicht auf der Anerkennung des natürlichen Kausalzusammenhangs 
beim Grundfall behaftet werden kann, weil die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen 
können. Es obliegt vielmehr der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzu-
sammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen 
dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anfor-
derungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu 
stellen. Werden durch einen Unfall Beschwerden verursacht, übernimmt der Unfallversicherer 
den durch das Unfallereignis verursachten Schaden, spätere Gesundheitsstörungen hingegen 
nur, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 5. März 
2009, 8C_506/2008, E. 3.1.2). Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten 
Person aus (Urteil des Bundesgerichts vom 18. März 2014, 8C_747/2013, E. 3.2).  
 
3.1 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2).  
 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3.2 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen. Das Gericht hat diese nach dem für den Sozial-
versicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c des Bun-
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) - wie alle anderen 
Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht-
gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, un-
abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-
fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht 
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes 
eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend 
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 
Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1). 
 

3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versiche-
rungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An 
die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall 
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe 
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-
lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit 
Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3).  
 
3.4 Rechtsprechungsgemäss kann auch reinen Aktengutachten ein voller Beweiswert zu-
kommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche 
Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (RKUV 1993 Nr. U 167 
S. 95; nicht publizierte Erwägung 5b des Urteils BGE 114 V 109, veröffentlicht in RKUV 1988 Nr. 
U 56 S. 366; vgl. auch Urteile U 181/06 vom 21. Juni 2007, E. 2.3, und U 223/06 vom 8. Februar 
2007, E. 5.1.2). Aktengutachten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Be-
funde mehrfach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die Zu-
ordnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammenhang und das Ausmass der Behinderung 
unterschiedlich bewertet werden (HANS KIND, So entsteht ein medizinisches Gutachten, in: René 
Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der medizinischen Begutachtung in der Sozi-
alversicherung, Veröffentlichungen des Schweizerischen Instituts für Verwaltungskurse an der 
Universität St. Gallen/Band 42, St. Gallen 1997, S. 52). 
 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

4. Unbestritten ist, dass sich der Versicherte seine Beschwerden an der rechten Schulter 
nicht durch den ursprünglich erlittenen Velosturz zugezogen hat. Diese sind erst im Frühjahr 2021 
aufgetreten und der Suva erstmals am 17. Mai 2021 gemeldet worden (Suva-Dok 535). Bisher 
hat die Suva in Bezug auf diese Beschwerden noch keine Leistungen erbracht. Die Beweislast, 
wonach der für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers notwendige Kausalzusammenhang 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festzustehen hat, liegt mithin beim Beschwerdeführer 
(oben, Erwägungen 2.3 – 2.6). 
 
4.1 Der behandelnde Chirurg Dr. med. C.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Trauma-
tologie, berichtet in seiner Stellungnahme vom 20. Dezember 2021, dass der Versicherte an einer 
SLAP-Läsion, einer Verletzung der langen Bizepssehne sowie an einer AC-Gelenksarthrose 
rechts leide. Das erlittene Trauma sei als unfallähnliche Körperschädigung zu qualifizieren und 
sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ursächlich für die Läsionen. Der Versicherte habe Ende 
April 2021 eine Distorsion respektive eine Überstreckung der rechten Schulter im Sinne einer 
Flexion-Adduktion-Aussenrotationsbewegung mit einem supramaximal axialen Zug durch den lin-
ken Arm erlitten. Um Salben an der linken Schulter mit dem rechten Unterarm zu applizieren, 
müsse er mit der linken Hand am rechten Ellenbogen zusätzlich einen axialen Zug ausüben. 
Durch diesen supramaximalen Zug sei es zu plötzlich einschiessenden Schulterschmerzen 
rechtsseitig gekommen. Die Flexion- und Adduktionsbewegung über die Körpermitte mit zusätz-
lich axialem Zug bedinge einerseits ähnlich wie beim Check während des Hockeyspiels einen 
enormen Druck auf das AC-Gelenk. Andererseits komme es durch die zusätzliche Supinations- 
und Aussenrotationsbewegung unter axialem Zug zu einer erhöhten Belastung auf die Bi-
zepssehne respektive deren proximale Veränderung am Labrum supraglenoidale. Dies erkläre 
die SLAP- respektive die Bizepssehnenpathologie. Es werde auf die beigelegte Literatur verwie-
sen, wo die entsprechenden Trauma-Mechanismen benannt würden (Suva-Dok 574).  
 
4.2 Der Beschwerdeführer leitet aus dieser Einschätzung ab, dass es sich bei seinen Be-
schwerden an der rechten Schulter nicht um ein degeneratives Geschehen, sondern um eine 
Spätfolge des Unfalls aus dem Jahre 2013 handelt. Demgegenüber stellt sich die Suva auf den 
Standpunkt, dass diesen Beschwerden keine unfallbedingte Schädigung zu Grunde liege und 
namentlich eine überlastungsbedingte Schädigung des rechten Schultergelenks nicht überwie-
gend wahrscheinlich unfallkausal sei. Sie stützt sich dabei auf den kreisärztlichen Untersuchungs-
bericht ihres Kreisarztes Dr. med. univ. D.____, Arzt für Allgemeinmedizin, vom 19. Mai 2022, 
wonach sich die Ausführungen von Dr. C.____ zur Ursache der Befunde und Beschwerden pa-
thologisch und medizinisch nicht nachvollziehen liessen. Daraus geht weiter hervor, dass es nicht 
nachvollziehbar sei, auf welcher Grundlage beim beschriebenen Bewegungsmechanismus eine 
zusätzliche Supinations- und Aussenrotationsbewegung beim Eincrèmen der linken Schulter aus-
geführt werden müsse. Dies entspräche einer vollkommen unphysiologischen Bewegung. Die 
Behauptungen von Dr. C.____ zum Pathomechanismus seien durch die praktische Demonstra-
tion des Versicherten anlässlich der aktuellen Untersuchung widerlegt worden. Besonders sei 
festzuhalten, dass es durch das Führen des rechten Arms durch den linken Arm zu einer maxi-
malen Adduktion der linken Schulter komme, wodurch der Abstand der linken zur rechten Schul-
ter und zum rechten Arm deutlich verkürzt würde. Nicht nachvollziehbar sei, wie es bei dieser 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Bewegung ausserdem zu einem Zug auf die Bizepssehne komme. Ebenfalls nicht nachvollzieh-
bar sei die Verwendung des Begriffs eines supramaximal axialen Zuges, welcher nur durch eine 
zusätzliche mechanische Hilfe möglich sei. Schliesslich entbehre auch die Behauptung, wonach 
diese supramaximale Bewegung eine SLAP-Läsion bzw. die Bizepssehnenpathologie erkläre, 
einer nachvollziehbaren Grundlage. Der behandelnde Arzt möge erklären, wie es mit Blick auf 
den Verlauf von April bis Juli 2021 durch die Adduktion bei eleviertem Arm zu einer osteochond-
ralen Läsion der posterior-inferioren Cavitas glenoidale mit fraglichem, nach anterior angrenzen-
dem delaminierenden Knorpeleffekt im unteren Anteil des Glenoids und intraossären Zysten habe 
kommen können. Die von Dr. C.____ beigelegte Literatur belege in keiner Weise, dass die Be-
funde und Beschwerden vorliegend durch das passive Führen des rechten Arms auf die Gegen-
seite erklärt werden könnten. An der Beurteilung, wonach eine überlastungsbedingte Schädigung 
des rechten Schultergelenks nicht überwiegend wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem ur-
sprünglich erlittenen Ereignis vom 4. August 2013 stehe, könne deshalb festgehalten werden. 
Das tägliche Eincrèmen der linken Schulter durch das Führen des rechten Arms mit dem linken 
Arm führe zu keiner Schädigung des Schultergelenks, insbesondere nicht zu den im MRI vorge-
fundenen Befunden. Diese Befunde seien Folge des über Jahrzehnte intensiv betriebenen Sports 
unter aktiver und uneingeschränkter Beteiligung des rechten Arms, welcher anlagebedingt eine 
Dysmelie der rechten Hand aufweise. Bei den gestellten Diagnosen an der rechten Schulter 
handle es sich ausserdem nicht um eine Listendiagnose gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG. Die Befunde 
seien ausschliesslich vorbestehend und degenerativ-überlastungsbedingter Natur und eine Folge 
des über Jahrzehnte betriebenen Sports (Suva-Dok 593). 
 
5.1 Der Beschwerdeführer wendet in seiner Beschwerdebegründung zunächst ein, dass Dr. 
D.____ kein Schulterspezialist, sondern lediglich Arzt für Allgemeinmedizin sei. Ausserdem habe 
es dem Kreisarzt an der nötigen Unvoreingenommenheit und auch an der Bereitschaft gefehlt, 
sich auf seine Beschwerden und auf die Feststellungen des behandelnden Arztes Dr. C.____ 
einzulassen. Statt das Versehen in Bezug auf den falschen Fachbegriff für die fehlende Hand in 
den medizinischen Vorakten einfach zu korrigieren und sachlich auf den Kern der medizinischen 
Problematik einzugehen, habe sich der Kreisarzt in der Idee verrannt, sämtliche Beschwerden 
seien auf die Ausübung von Kampfsport zurückzuführen. Diese Auffassung habe schon vorbe-
standen, bevor der Versicherte überhaupt das Untersuchungszimmer des Kreisarztes betreten 
habe. Eine eigentliche Untersuchung habe im Übrigen keine stattgefunden.  
 
5.2 Diese Argumente überzeugen nicht. Inwiefern dem Kreisarzt ein Versäumnis mit Bezug 
auf den bisher in allen vorbestehenden Akten falsch verwendeten Fachbegriff der Atresie statt 
einer Dysmelie vorgehalten werden kann, ist nicht ersichtlich. Wenn der Kreisarzt in seiner Beur-
teilung unter dem Titel der Angaben des Versicherten festhält, dass in den bisherigen Unterlagen 
eine Atresie erwähnt werde, welche nicht zutreffen könne, kann daraus einzig abgeleitet werden, 
dass der Kreisarzt im Rahmen der Anamneseerhebung – im Übrigen in Übereinstimmung mit der 
Auffassung des Versicherten selbst – lediglich auf die bereits seit Beginn weg offensichtlich un-
zutreffende Diagnose hingewiesen hat. So ist in diesem Zusammenhang festzustellen, dass nicht 
nur das Kantonsgericht in seinem Urteil vom 23. Oktober 2014, sondern noch immer in den ak-
tuellsten medizinischen Unterlagen selbst der behandelnde Arzt Dr. C.____ von einer offensicht-

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

lich unzutreffenden Atresie ausgegangen ist (Suva-Dok 541, 544, ebenso ärztliche Gegendar-
stellung von Dr. C.____ vom 20. Dezember 2021, Suva-Dok 574, S. 2). Die mithin vollkommen 
zu Recht erfolgte Richtigstellung der medizinischen Begrifflichkeit durch den Kreisarzt nunmehr 
in einen vermeintlichen Zusammenhang mit einer allfälligen Voreingenommenheit seiner Person 
stellen zu wollen, entbehrt bei dieser Aktenlage jeglicher Grundlage.  
 
5.3 Der Beschwerdeführer stellt sich weiter auf den Standpunkt, dass der Kreisarzt kein 
Schulterspezialist sei, sondern lediglich über die Qualifikation eines Allgemeinmediziners und da-
mit gerade nicht über die erforderlichen Qualifikationen zur Beurteilung des vorliegend umstritte-
nen Sachverhalts verfüge. Dieser Auffassung steht die höchstrichterliche Rechtsprechung entge-
gen, wonach die Kreisärzte der Suva Fachärzte der Unfallmedizin sind. Da sie ausschliesslich 
Unfallpatienten, Körperschädigungen und Berufskrankheiten und deren Folgen zu beurteilen ha-
ben, verfügen sie unbesehen eines ursprünglich erworbenen Facharzttitels über ausgeprägte, 
namentlich auch traumatologische Erfahrungen und Kenntnisse (Urteil des Bundesgerichts vom 
2. November 2022, 8C_355/2022, E. 7.2). So verhält es sich auch hier. Dr. D.____ kommt dem-
nach durchaus die fachliche Kompetenz zu, die vorliegend strittige Kausalitätsfrage bezüglich der 
Schulterbeschwerden des Versicherten zu beurteilen. Daran ändert auch nichts, dass der Kreis-
arzt die Angelegenheit vorab mit einem Kollegen besprechen wollte. Angesichts der nicht alltäg-
lichen Fragestellung erweist sich ein allfälliger Fachaustausch im Gegenteil als durchaus nach-
vollziehbar und vermag keine mangelnde Kompetenz des Kreisarztes zu begründen.  
 
5.4 Auch hinsichtlich des Einwands, der Kreisarzt habe den Versicherten gar nicht erst rich-
tig untersucht, können keine Schlüsse gegen die Zuverlässig der umstrittenen Einschätzung ge-
zogen werden. So sind die Befunde an der rechten Schulter des Versicherten bereits aus den 
Vorakten bekannt gewesen und mussten deshalb nicht noch einmal erhoben werden. Es ist in 
diesem Zusammenhang daran zu erinnern, dass selbst reinen Aktengutachten ein voller Beweis-
wert zukommen kann, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die 
ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (oben, Erwä-
gung 3.4). Weil der Versicherte im vorliegenden Fall die Schädigung an seiner rechten Schulter 
auf den von ihm jahrelang praktizierten Bewegungsablauf beim Eincrèmen seiner linken Schulter 
mit dem rechten Vorderarm und das einhergehende Pflegemanöver zurückführt, war es zwar 
zielführend und korrekt, dass der Kreisarzt den Versicherten persönlich gesehen hat. Indessen 
war anlässlich seiner Untersuchung mit Blick auf die Vorakten einzig der geltend gemachte Me-
chanismus beim Einreiben der linken Schulter zu erheben, um anschliessend nachvollziehbar 
beurteilen zu können, ob allenfalls die Schädigung der rechten Schulter darauf zurückgeführt 
werden kann. Dass der Beschwerdeführer diese Bewegung, die vom Kreisarzt auch fotogra-
phisch festgehalten worden ist, nur in der Anfangsposition und nicht auch in der Endposition vor-
geführt hat, wie er in diesem Zusammenhang weiter moniert, ist letztlich nicht relevant, weil sich 
der Kreisarzt so oder anders ein Bild von der ausgeführten Bewegung und den dabei einwirken-
den Kräften machen konnte. Dafür spricht seine detaillierte Analyse, wonach es entgegen dem 
nicht einlässlich begründeten Postulat des behandelnden Arztes in der Tat wenig nachvollziehbar 
ist, wie bei dieser Bewegung ein Zug auf die Bizepssehne oder überhaupt ein supramaximal axi-
aler Zug stattfinden kann (oben, Erwägung 4.2). 
 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5.5 Dass der Kreisarzt die Schädigung der rechten Schulter bei dieser Ausgangslage insbe-
sondere unter Berücksichtigung des bereits vor dem Velosturz im Jahre 2013 extensiv betriebe-
nen Sports des Versicherten auf eine degenerative Genese zurückführt, erweist sich mithin als 
nachvollziehbar. Ob die Schädigung dabei tatsächlich auf eine intensive sportliche Betätigung 
des Versicherten zurückzuführen ist, ist letztlich allerdings nicht ausschlaggebend. Es mag zwar 
möglich sein, dass die rechte Schulter teilweise durch ihre Beanspruchung beim Eincrèmen der 
linken Schulter in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Allein die Möglichkeit einer Schädigung 
durch die jahrelange Beanspruchung der rechten Schulter durch die Pflege der linken Schulter 
reicht für eine Leistungspflicht der Unfallversicherung unter dem Titel einer allfälligen Spätfolge 
jedoch nicht aus (oben, Erwägung 2.4). Vielmehr müsste hierfür mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit feststehen, dass die Schädigung der rechten Schulter eine zumindest mittelbare Folge 
des Velosturzes bzw. der unfallbedingten Schulterverletzung links darstellt. Davon kann aber ge-
stützt auf die medizinischen Berichte gerade nicht ausgegangen werden. Im Gegenteil: Bereits 
die vorangehende Beurteilung von Dr. Platz vom 30. September 2021 spricht gegen eine trau-
matische Genese. Danach stellt die in der Bildgebung beschriebene osteochondrale Läsion eine 
degenerative und unfallfremd aufgetretene Veränderung dar, weil sich als entsprechender Hin-
weis intraossäre Zysten am unteren Rand der Cavitas glenoidalis erkennen lassen. Ebenfalls ist 
bereits dieser Einschätzung zu entnehmen, dass eine überlastungsbedingte Schädigung des 
rechten Schultergelenks aufgrund der Einschränkungen an der linken Schulter weder eine über-
wiegend wahrscheinliche Folge des ursprünglich erlittenen Unfallereignisses noch eine allfällige 
Spätfolge darstellt, weil selbst ein direktes Anpralltrauma biomechanisch nicht geeignet gewesen 
wäre, die bildgebend im MRI vom 20. Juli 2021 erhobene Verletzung des Labrums zu verursa-
chen (Suva-Dok 559). Dass keine Verletzung der Rotatorenmanschette vorliegt, stellt selbst der 
behandelnde Chirurg nicht in Abrede, sondern geht ebenfalls davon aus, dass die Sehnen der 
Rotatorenmanschette unauffällig sind (Suva-Dok 574, S. 2). Selbst wenn man nur auf die Beur-
teilung von Dr. C.____ abstellen würde, ergibt sich letztlich kein anderer Schluss: Der behan-
delnde Arzt zeigt nämlich gerade nicht auf, welcher medizinische Grund für einen überwiegend 
wahrscheinlichen Zusammenhang zwischen dem Unfallereignis von 2013 und einer Spätfolge 
sprechen soll. Der entsprechende Nachweis der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gelingt dem 
Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der vorliegenden Aktenlage somit nicht. Eine Leis-
tungspflicht der Suva unter dem Titel einer allfälligen Spätfolge, scheidet daher aus.  
 
6.1 Unbesehen davon postuliert der behandelnde Chirurg in seiner Stellungnahme vom 
20. Dezember 2021 ohnehin keine Spätfolge, sondern subsumiert die geltend gemachten Be-
schwerden und mit ihnen namentlich die zu diagnostizierende SLAP-Läsion unter eine unfallähn-
liche Körperschädigung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG. Demnach erbringt die Versicherung ihre Leis-
tungen auch bei den folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung 
oder Erkrankung zurückzuführen sind: a. Knochenbrüche; b. Verrenkungen von Gelenken; c. Me-
niskusrisse; d. Muskelrisse; e. Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. Trommel-
fellverletzungen. Bei den aufgelisteten Körperschädigungen wird davon ausgegangen, dass eine 
unfallähnliche Körperschädigung vorliegt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. 
Diese neue Regelung stellt auf Gesetzesstufe eine Vermutung auf, wonach der Unfallversicherer 
den Schadenfall bei erfüllter Listendiagnose übernehmen muss, sofern er keinen Befreiungsbe-
weis vorlegen kann (MARKUS HÜSLER, Erste UVG-Revision: Wichtigste Änderungen und mögliche 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Probleme bei der Umsetzung, in: SZS 2017, S. 26, 33). Dieser Gegenbeweis gelingt ihm mittels 
Nachweis, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzufüh-
ren ist (BGE 146 V 51 E. 8.6). 
 
6.2 Entgegen der von Dr. C.____ in diesem Zusammenhang diagnostizierte SLAP-Läsion 
ist nun aber festzustellen, dass die von ihm ursprünglich in die Wege geleitete MRI-Bildgebung, 
auf welche der Behandler zuletzt auch in seiner ärztlichen Stellungnahme vom 20. Dezember 
2021 referenziert, offenbar gerade keine SLAP-Läsion erkennen liess (Suva-Dok 546). Auch fällt 
auf, dass Dr. C.____ selbst davon ausgegangen ist, dass die Bilddiagnostik lediglich einen Ver-
dacht auf eine allfällige SLAP-Läsion aufgezeigt habe (Suva-Dok 544, ad MRI-Schulter rechts 
vom 20. Juli 2021). Auch die nachfolgenden Einträge in der Krankengeschichte des Versicherten 
belegen, dass der Behandler lediglich von einem Verdacht auf eine SLAP-Läsion ausgegangen 
ist (Suva-Dok 554). Insbesondere auch die Operationsindikation im Kostengutsprachegesuch 
vom 22. September 2021 wird nur mit einem Verdacht auf eine SLAP-Läsion begründet (Suva-
Dok 555). Wenn Dr. C.____ in seiner Stellungnahme vom 20. Dezember 2021 nun plötzlich pos-
tuliert, der Versicherte habe eine SLAP-Läsion erlitten, erweist sich seine darauf beruhende Ar-
gumentation sowie die Herleitung einer unfallähnlichen Körperschädigung mithin als widersprüch-
lich. So oder anders aber übersieht Dr. C.____, dass eine SLAP-Läsion in Form einer Verletzung 
der Labrumstrukturen rechtsprechungsgemäss keine Listenverletzung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 
lit. f UVG (bzw. altrechtlich im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV) darstellt. Selbst ein bildgebend 
erhärteter Riss des Labrums würde nicht unter die abschliessend aufgezählten Sehnenrisse fal-
len (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Januar 2014, 8C_835/2013, E. 4.2 f.). Damit aber entfällt 
eine Leistungspflicht des Unfallversicherers für die geltend gemachte Verletzung auch unter dem 
Titel einer unfallähnlichen Körperschädigung, und die diesbezüglich weiteren Voraussetzungen, 
namentlich eine überwiegend unfallkausale Genese, sind nicht weiter zu prüfen.  
 
6.3 Nichts desto trotz ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass das Bundesgericht in 
BGE 146 V 51 festgehalten hat, dass für eine unfallähnliche Körperschädigung stets ein initial 
benennbares Ereignis vorausgesetzt wird. Lässt sich ein solch initiales Ereignis nicht erheben 
oder ist es lediglich von untergeordneter oder gar harmloser Art, vereinfacht dies zwangsläufig 
den Entlastungsbeweis des Unfallversicherers, wonach die geltend gemachten Beschwerden 
mehrheitlich degenerativer Natur sein müssen (a.a.O., E. 8.6). Besteht das Ursachenspektrum 
für die geltend gemachten Beschwerden einzig aus Elementen, die für Abnutzung oder Erkran-
kung sprechen, so folgt daraus, dass der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers als erbracht 
gilt und sich weitere Abklärungen erübrigen. Unter diesem Blickwinkel können die vom Versicher-
ten beim Einreiben seiner linken Schulter wegen des Fehlens der rechten Hand durchgeführten 
Verrenkungen, die er regelmässig und über mehrere Jahre hinweg vorgenommen hat, in ihrer 
Gesamtheit nicht als unfallähnliche Körperschädigung verstanden werden. Auch die konkrete 
Einzelbewegung, die seine Beschwerden an der rechten Schulter im Frühjahr 2021 offenbar hat 
symptomatisch werden lassen, kann nicht unter eine unfallähnliche Körperschädigung subsu-
miert werden. Die einhergehenden Bewegungen sind im Vorfeld bereits zigfach ausgeübt und 
praktiziert worden, weshalb ihnen die rechtsprechungsgemäss erforderliche Voraussetzung einer 
besonders initialen Bedeutung letztlich abgeht (a.a.O., E. 8.6). Allfällige einhergehende 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Miktrotraumata, die durch stetige Abnutzung letztlich eine Schädigung herbeiführen könnten, fal-
len so oder anders daher nicht unter eine unfallähnliche Körperschädigung (Suva-Dok 559, S. 2). 
 
7. Zusammenfassend liegt weder eine unfallkausale Spätfolge des ursprünglich erlittenen 
Unfallereignisses noch eine seither neu eingetretene unfallähnliche Körperschädigung vor, wel-
che eine Leistungspflicht der Suva auslösen würde. Damit ist nicht zu beanstanden, dass die 
Suva ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit den rechtsseitig beklagten Schulterbeschwer-
den des Versicherten abgelehnt hat. Dies führt im Ergebnis zur Abweisung der Beschwerde. 
 
8. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kosten-
pflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Sieht das Einzelgesetz keine Kos-
tenpflicht vor, kann das Gericht einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichts-
kosten auferlegen. Da das UVG keine Kostenpflicht vorsieht und sich die Parteien weder mutwillig 
noch leichtsinnig verhalten haben, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 
Eine Parteientschädigung an den unterliegenden Beschwerdeführer ist bei diesem Verfahrens-
ausgang keine auszurichten.  
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.