# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2a33ca6-3ba3-5ba4-bad8-7f7feab16977
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-05-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.05.2024 D-2246/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2246-2021_2024-05-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2246/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  M a i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richter David R. Wenger,  

Richterin Chrystel Tornare Villanueva,  

Gerichtsschreiber Martin Scheyli 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am [...], 

Eritrea,  

vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt,  

[...],  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz 

   

Gegenstand 

 
Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft (Familienasyl);  

Verfügung des SEM vom 20. April 2021  

 

 

 

D-2246/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer stellte am 14. November 2011 in der Schweiz ein 

Asylgesuch. Mit Verfügung vom 16. Januar 2012 anerkannte ihn das da-

malige Bundesamt für Migration (BFM; nunmehr Staatssekretariat für Mig-

ration [SEM]) als Flüchtling und gewährte ihm Asyl. 

B.  

B.a Mit Eingabe an das BFM vom 10. April 2012 stellte der Beschwerde-

führer ein Gesuch um Familienzusammenführung zugunsten seiner Ehe-

frau B._______, der beiden gemeinsamen Kinder C._______ und 

D._______ sowie der einer früheren Ehe entstammenden Kinder 

E._______ und F._______.  

B.b Mit Eingaben an das BFM vom 11. April 2013 und vom 4. November 

2013 liess der Beschwerdeführer unter anderem mitteilen, seine Familie 

befinde sich in Äthiopien, dies mit Ausnahme des Sohnes F._______, der 

sich in Eritrea bei seiner leibIichen Mutter namens G._______ aufhalte.  

B.c Mit Eingabe an das BFM vom 13. März 2014 liess der Beschwerdefüh-

rer mitteilen, die im Zusammenhang mit dem Gesuch um Familienzusam-

menführung durchgeführten DNA-Analysen hätten ergeben, dass er nicht 

der Vater von E._______ sei. Sein zweiter Sohn aus erster Ehe, 

F._______, lebe noch bei dessen Mutter in Eritrea. Er ziehe sein Gesuch 

um Familienzusammenführung für diese beiden Kinder zurück. 

B.d Mit Verfügung des SEM vom 20. Oktober 2015 wurden die Ehefrau 

des Beschwerdeführers, B._______, sowie die beiden gemeinsamen Kin-

der C._______ und D._______ gestützt auf Art. 51 Abs. 1 des Asylgeset-

zes (AsylG, SR 142.31) in dessen Flüchtlingseigenschaft einbezogen, ver-

bunden mit der Gewährung des Asyls. 

C.  

Mit Eingabe an das SEM vom 20. Mai 2019 teilte der Beschwerdeführer 

unter dem Titel "Familienzusammenführung" sinngemäss und im Wesent-

lichen mit, er ersuche darum, in Bezug auf seinen Sohn F._______, der 

sich in Äthiopien aufhalte, einen DNA-Test durchführen zu lassen. 

D.  

Mit Schreiben vom 24. Mai 2019 teilte das SEM dem Beschwerdeführer 

mit, aus der Eingabe vom 20. Mai 2019 gehe nicht klar hervor, ob es sich 

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dabei um ein Familienzusammenführungsgesuch zugunsten von 

F._______ handle. Sollte dies der Fall sein, werde er um entsprechende 

Mitteilung gebeten und zudem aufgefordert, sich dazu zu äussern, wer das 

Sorgerecht für F._______ habe, bei wem dieser wohne und wo sich dessen 

Mutter befinde. Weiter wurde der Beschwerdeführer zur Einreichung einer 

Bestätigung aufgefordert, aus welcher das Einverständnis der Mutter her-

vorzugehen habe, dass er das Sorgerecht seines Sohnes übernehme. Mit 

Schreiben an den Beschwerdeführer vom 29. Mai 2019 wiederholte das 

SEM im Wesentlichen seine Aufforderungen. 

E.  

Mit Eingabe an das SEM vom 18. August 2020 teilte der Beschwerdeführer 

mit, sein Sohn F._______ befinde sich in einem Lager des Roten Kreuzes 

für Minderjährige in Äthiopien. Dessen Mutter halte sich in Eritrea auf und 

er, der Beschwerdeführer, habe zu ihr keinen Kontakt, weshalb er von ihr 

keine Bestätigung erlangen könne. Mit der Eingabe wurden eine Kopie ei-

ner vom 16. Juni 2015 datierenden Bestätigung des UNHCR betreffend 

den rechtlichen Status von F._______ als Flüchtling und dessen Registrie-

rung im Flüchtlingslager Adi-Hirush (Äthiopien) sowie eine Photographie 

eingereicht.  

F.  

Mit Eingabe an das Staatssekretariat vom 10. September 2020 wiederholte 

der Beschwerdeführer im Wesentlichen diese Angaben und beantragte 

sinngemäss die Durchführung eines DNA-Tests betreffend seine Vater-

schaft zu F._______.  

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 13. Oktober 2020 teilte das SEM dem Be-

schwerdeführer mit, es habe bezüglich seines Gesuches um Familienzu-

sammenführung die Akten seines ordentlichen Asylverfahrens, die Akten 

des Asylverfahrens seiner Ehefrau B._______ sowie die Akten des Verfah-

rens betreffend Familienasyl für seine Ehefrau und die beiden gemeinsa-

men Kinder konsultiert. Aus diesen Akten gehe hervor, dass sich 

F._______ zum Zeitpunkt der Ausreise des Beschwerdeführers bei seiner 

Mutter in Eritrea aufgehalten und nicht mit ihm, dem Beschwerdeführer, 

zusammengelebt habe. Demnach habe er zum Zeitpunkt seiner Flucht aus 

Eritrea nicht in einem gemeinsamen Haushalt mit seinem Sohn F._______ 

gelebt. Es würden sich aus den Akten auch keine Hinweise auf eine gelebte 

schützenswerte Beziehung zwischen ihm und seinem Sohn F._______ vor 

seiner Ausreise aus Eritrea ergeben. Demnach sei das Erfordernis der 

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Trennung durch Flucht im Sinne von Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG nicht erfüllt. 

Zudem lägen auch keine Hinweise vor, er habe in den letzten Jahren den 

Kontakt zu seinem Sohn F._______ aufrechterhalten. Angesichts dessen 

bestehe für das Gesuch um Familienzusammenführung betreffend 

F._______ keine Aussicht auf Erfolg, und das SEM schlage ihm vor, das 

Gesuch zurückzuziehen. Anderenfalls werde er aufgefordert, glaubhaft zu 

machen, dass er vor seiner Ausreise aus Eritrea und während der letzten 

Jahre in der Schweiz eine schützenswerte Beziehung zu seinem Sohn 

F._______ geführt habe. Als Beilage wurde dem Beschwerdeführer ein 

Formular für die Erklärung, das Gesuch zurückzuziehen, übermittelt.  

H.  

Mit Eingabe vom 21. Oktober 2020 teilte der Beschwerdeführer dem SEM 

sinngemäss und im Wesentlichen mit, F._______ habe mit seiner Mutter 

gelebt, aber – wie ebenfalls seine Schwester (sic; in anderen Eingaben als 

Bruder bezeichnet) E._______ – auch mit B._______. Mit dieser seien 

F._______ und E._______ nach Äthiopien geflüchtet. Nach einer DNA-

Analyse, aufgrund welcher E._______ nicht sein Sohn sei, habe er die bei-

den zurück zu ihrer Mutter schicken lassen. Er habe mit F._______ immer 

Kontakt gehabt. Nun lebe dieser in Äthiopien und wolle mit seinem Vater 

zusammenleben. Er, der Beschwerdeführer, ersuche um Durchführung ei-

ner DNA-Analyse. Mit der Eingabe reichte der Beschwerdeführer auch das 

mit der Zwischenverfügung vom 13. Oktober 2020 übermittelte Formular 

unterzeichnet und datiert ein, wonach er das Gesuch um Familienzusam-

menführung betreffend F._______ zurückzuziehe. 

I.  

Mit Eingabe an das SEM vom 29. März 2021 erinnerte der Beschwerde-

führer an sein Gesuch um Familiennachzug zugunsten von F._______. Da-

bei legte er dar, die Situation in Äthiopien wie auch in den dortigen Flücht-

lingslagern sei sehr gefährlich. Er, der Beschwerdeführer, habe den eritre-

ischen Militärdienst geleistet und habe in jener Zeit höchstens einen Monat 

Urlaub erhalten, um bei seinen Kindern und seiner (heutigen) Ehefrau zu 

sein. F._______ sei bei diesen Gelegenheiten auch immer dabei gewesen. 

Zudem habe er für alle seine Kinder monatlich einen Unterhaltsbeitrag von 

100 eritreischen Nakfa bezahlt. Mit der Eingabe übermittelte er erneut eine 

Kopie der bereits eingereichten Bestätigung des UNHCR sowie eine wei-

tere Photographie.  

J.  

Mit Verfügung vom 20. April 2021 lehnte das SEM das Gesuch des 

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Beschwerdeführers um Einbezug seines Sohnes F._______ in seine 

Flüchtlingseigenschaft und um Gewährung des Familienasyls ab.  

K.  

Mit Eingabe vom 12. Mai 2021 wandte sich der Beschwerdeführer an das 

Bundesverwaltungsgericht, wobei er im Wesentlichen ausführte, er sei mit 

dem Entscheid des SEM nicht einverstanden. 

L.  

Mit Zwischenverfügung der damals zuständigen Instruktionsrichterin vom 

25. Mai 2021 wurde die Eingabe vom 12. Mai 2021 als provisorische Be-

schwerde gegen die genannte Verfügung entgegengenommen. Zugleich 

wurde festgestellt, die Eingabe genüge den gesetzlichen formellen Anfor-

derungen an eine Beschwerde nicht, und der Beschwerdeführer wurde un-

ter Androhung des Nichteintretens aufgefordert, innert sieben Tagen ab Er-

halt der Verfügung eine verbesserte Beschwerde einzureichen. Die Zwi-

schenverfügung ging dem Beschwerdeführer am 27. Mai 2021 zu. 

M.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 3. Juni 2021 beantragte der Be-

schwerdeführer die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Zurück-

weisung der Sache an die Vorinstanz zur vollständigen Abklärung des 

Sachverhalts und zur erneuten Beurteilung, eventualiter die Bewilligung 

der Einreise von F._______ in die Schweiz und die Gewährung des Fami-

lienasyls zu dessen Gunsten. Des Weiteren teilte er mit, er habe beim SEM 

einen Antrag auf Einsicht in die vorinstanzlichen Akten gestellt, und bean-

tragte die Erstreckung der Frist zur Beschwerdeverbesserung um sieben 

Tage nach erfolgter Akteneinsicht. In prozessualer Hinsicht ersuchte er 

ausserdem um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG.  

N.  

Mit Zwischenverfügung vom 8. Juni 2021 wurde festgestellt, dass mit der 

Eingabe des Rechtsvertreters vom 3. Juni 2021 fristgerecht eine rechts-

genügliche Beschwerde eingereicht worden sei. Weiter wurde das SEM 

aufgefordert, dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die beantragte 

Akteneinsicht zu gewähren.  

O.  

Mit Schreiben vom 22. Juni 2021 erteilte das SEM dem Rechtsvertreter 

Einsicht in die betreffenden Verfahrensakten.  

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P.  

Mit Zwischenverfügung vom 25. Juni 2021 wurde dem Beschwerdeführer 

Gelegenheit gegeben, bis zum 12. Juli 2021 eine Ergänzung der Be-

schwerde einzureichen.  

Q.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 12. Juli 2021 ergänzte der Be-

schwerdeführer seine Beschwerde. Dabei wurde in prozessualer Hinsicht 

beantragt, die Vaterschaft des Beschwerdeführers zu F._______ sei – soll-

ten diesbezüglich Zweifel bestehen – von Amtes wegen abzuklären. Es 

werde deshalb um Bestätigung der Kostenübernahme durch das SEM und 

um Ansetzung einer angemessenen Frist zur Einreichung der DNA-Ana-

lyse ersucht. Auf die mit dieser Eingabe und der Eingabe vom 3. Juni 2021 

vorgebrachte Begründung der Beschwerde wird, soweit für den Entscheid 

wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. 

R.  

Mit Zwischenverfügung vom 7. Dezember 2021 wurde das mit der Eingabe 

vom 3. Juni 2021 gestellte Gesuch um unentgeltliche Prozessführung vor-

behältlich der Einreichung einer Fürsorgebestätigung gutgeheissen. 

Gleichzeitig wurde der Beschwerdeführer unter Androhung des Nichtein-

tretens auf die Beschwerde aufgefordert, bis zum 22. Dezember 2021 eine 

Fürsorgebestätigung einzureichen oder einen Kostenvorschuss von 

Fr. 750.– zu leisten. 

S.  

Mit Einzahlung vom 15. Dezember 2021 wurde der verlangte Kostenvor-

schuss geleistet.  

T.  

Mit Vernehmlassung vom 4. Januar 2022 hielt das SEM vollumfänglich an 

seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.  

U.  

Mit Zwischenverfügung vom 7. Januar 2022 wurde dem Beschwerdeführer 

diesbezüglich das Replikrecht erteilt. 

V.  

Mit Eingabe des Rechtsvertreters vom 24. Januar 2022 wurde eine Replik 

eingereicht. 

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Seite 7 

W.  

Mit persönlicher Eingabe vom 22. Mai 2023 und Eingabe seines Rechts-

vertreters vom 2. Juni 2023 übermittelte der Beschwerdeführer jeweils ein 

Beweismittel (Kopie der Ergebnisse eines vom 9. Mai 2023 datierenden 

DNA-Tests) betreffend seine Vaterschaft zu F._______. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden ge-

gen Verfügungen, die gestützt auf das AsylG durch das SEM erlassen wor-

den sind, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich (mit 

Ausnahme von Verfahren betreffend Personen, gegen die ein Ausliefe-

rungsersuchen des Staates vorliegt, vor welchem sie Schutz suchen) end-

gültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können im Anwen-

dungsbereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 

Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

2.  

Der Beschwerdeführer ist legitimiert; auf seine frist- und formgerecht ein-

gereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und Art. 108 Abs. 6 AsylG; 

Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden – unter dem Titel Familienasyl – 

Ehegatten von asylberechtigten Flüchtlingen und deren minderjährige Kin-

der ihrerseits als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl, sofern keine be-

sonderen Umstände dagegensprechen.  

Dem Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft und der Asylgewährung ent-

gegenstehende besondere Umstände sind gemäss der Rechtsprechung 

des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. zum Folgenden BVGE 2018 VI/6 

E. 5.1 f., 2017 VI/4 E. 3.1, 2012/32 E. 5.1 und 5.4.2) beispielsweise anzu-

nehmen, wenn das Familienmitglied Bürger oder Bürgerin eines anderen 

Staates als der Flüchtling ist und die Familie in diesem Staat nicht 

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gefährdet ist, wenn der Flüchtling seinen Status derivativ erworben hat 

oder wenn das Familienleben während einer längeren Zeit nicht gelebt 

wurde und erkennbar ist, dass die Familienmitglieder nicht den Willen ha-

ben, als Familie zusammenzuleben. In jedem Fall bedingt die Zuerkennung 

der Flüchtlingseigenschaft, dass die anspruchsberechtigte Person ihren 

Heimat- oder Herkunftsstaat verlassen hat. Im Hinblick hierauf haben Per-

sonen, welche nach Art. 51 Abs. 1 AsylG als Flüchtlinge anzuerkennen 

sind, aus Art. 51 Abs. 4 AsylG einen Anspruch auf Erteilung einer Einrei-

sebewilligung, sofern sie sich im Ausland aufhalten und durch die Flucht 

des anerkannten Flüchtlings von diesem getrennt wurden. Dabei setzt das 

Kriterium der Trennung durch die Flucht nach ständiger Rechtsprechung 

voraus, dass die vorbestandene Familiengemeinschaft alleine aufgrund 

der Fluchtumstände und somit unfreiwillig getrennt wurde. Das Bundesver-

waltungsgericht geht bei Familien, die bereits vor der Ausreise des asylbe-

rechtigten Mitglieds im Heimatstaat getrennt lebten, gleichwohl von einer 

vorbestandenen gelebten Familiengemeinschaft aus, wenn zwingende 

Gründe für das Getrenntleben vorgelegen haben. Die Bewilligung der Ein-

reise zwecks Gewährung von Familienasyl gemäss Art. 51 Abs. 1 und 4 

AsylG dient der Bewahrung von vorbestandenen Familiengemeinschaften 

beziehungsweise deren Wiederherstellung, sofern die Gemeinschaft al-

leine aufgrund der Fluchtumstände und somit unfreiwillig getrennt wurde, 

aber weder der Aufnahme von neuen respektive von vor der Flucht noch 

gar nicht gelebten familiären Beziehungen, noch der Wiederaufnahme von 

zuvor beendeten Beziehungen. 

3.2  

3.2.1 Das SEM begründete die Ablehnung des Gesuchs um Einbezug von 

F._______ in die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und um 

Gewährung des Familienasyls in der angefochtenen Verfügung im Wesent-

lichen folgendermassen: Aus den Akten gehe hervor, dass sich F._______ 

zum Zeitpunkt der Ausreise des Beschwerdeführers aus Eritrea bei seiner 

Mutter in Eritrea aufgehalten und nicht mit dem Beschwerdeführer zusam-

mengelebt habe. Dies ergebe sich sowohl aus dem Protokoll der Befra-

gung zur Person vom 24. November 2011 im Rahmen des Asylverfahrens 

des Beschwerdeführers als auch aus einem Schreiben des Schweizeri-

schen Roten Kreuzes vom 4. November 2013 im Zusammenhang mit ei-

nem damaligen Gesuch um Familienzusammenführung. Demnach habe 

der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt seiner Flucht aus Eritrea nicht in ei-

nem gemeinsamen Haushalt und damit in einer Familiengemeinschaft mit 

seinem Sohn F._______ gelebt. Es würden sich aus den Akten auch keine 

hinreichenden Hinweise auf eine gelebte schützenswerte Beziehung 

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zwischen dem Beschwerdeführer und F._______ vor der Ausreise aus Erit-

rea ergeben. Zwar mache der Beschwerdeführer geltend, bei den Besu-

chen bei seiner Familie während des Militärdienstes sei jeweils auch 

F._______ dabei gewesen und er habe an seine Kinder monatlich 100 

Nakfa gezahlt. Diese Aussagen seien weder sehr ausführlich, noch seien 

sie mit Beweismitteln belegt worden. Auch eine eingereichte, aber nicht 

weiter kommentierte Photographie mit verschiedenen Kindern könne nicht 

als Indiz für eine schützenswerte Beziehung mit F._______ gewertet wer-

den. Somit fehle es am Erfordernis einer bestehenden Familiengemein-

schaft, die durch Flucht getrennt wurde, im Sinne von Art. 51 Abs. 1 und 4 

AsylG. Zudem lägen auch keine Hinweise vor, dass der Beschwerdeführer 

in den letzten Jahren den Kontakt zu seinem Sohn F._______ in affektiver 

und wirtschaftlicher Hinsicht in ausreichender Weise aufrechterhalten 

habe. Weder lägen Belege dafür vor, wie er in den letzten Jahren mit 

F._______ in Kontakt gestanden sei, noch dafür, dass er ihn aus der 

Schweiz finanziell unterstützt habe. Indem das Gesuch um Familiennach-

zug aufgrund dieser Erwägungen abzulehnen sei, erübrige es sich, weitere 

Instruktionsmassnahmen durchzuführen, so unter anderem zu Familien- 

und Abstammungsverhältnissen (etwa mittels einer DNA-Analyse) sowie 

zum Vorliegen eines rechtsgültigen alleinigen Sorgerechts des Beschwer-

deführers. Bezüglich des Vorbringens, dass es für F._______ als Flücht-

ling, Eritreer und ethnischer Tigrinya in Äthiopien gefährlich sei, werde fest-

gehalten, dass nach Erkenntnissen des SEM das betreffende Flüchtlings-

lager nicht von Kriegshandlungen betroffen sei. 

3.2.2 Dem hielt der Beschwerdeführer mit der Beschwerdeverbesserung 

vom 3. Juni 2021 und der Beschwerdeergänzung vom 12. Juli 2021 im We-

sentlichen Folgendes entgegen.  

Das SEM habe den Anspruch auf rechtliches Gehör, die Pflicht zur voll-

ständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts so-

wie Art. 51 Abs. 1 und 4 AsyIG verletzt. Das vorinstanzliche Verfahren sei 

rund zwei Jahre lang beim SEM hängig gewesen. Nach rund eineinhalb 

Jahren habe das Staatssekretariat im Oktober 2020 erneut das rechtliche 

Gehör gewährt. Jedoch sei dabei unterlassen worden, dem Beschwerde-

führer das rechtliche Gehör in Bezug auf die in der angefochtenen Verfü-

gung angegebenen Aktenstellen zu gewähren. Weiter habe sich das SEM 

nicht konkret damit auseinandergesetzt, dass der Beschwerdeführer wäh-

rend des Militärdienstes anlässlich der Besuche bei seiner Familie mit sei-

nen Kindern zusammen gewesen sei, darunter auch F._______. Das SEM 

habe sich diesbezüglich auf die pauschale Behauptung gestützt, diese Be-

ziehung sei nicht schützenswert. Beim Militärdienst habe es sich um einen 

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objektiven, ausserhalb der Macht des Beschwerdeführers stehenden Um-

stand gehandelt, der nicht zur Verneinung der schützenswerten Beziehung 

führen dürfe. Zudem habe das SEM die Abklärungspflicht verletzt, da es 

keine weitere Anhörung des Beschwerdeführers durchgeführt habe. Die 

damaligen Befragungen im ordentlichen Asylverfahren seien nicht auf die 

Abklärung der Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und seinem 

Sohn F._______ ausgerichtet gewesen. Zudem hätte auch der lange zeit-

liche Abstand zwingend zu einer erneuten Anhörung führen müssen.  

Bei solcher Gelegenheit hätte der Beschwerdeführer der Vorinstanz auch 

die weiteren Unterlagen übergeben können, welche er auf Beschwerde-

ebene eingereicht habe. Aus diesen gehe hervor, dass er in engem Kontakt 

mit seinem Sohn F._______ stehe. Zudem habe die Mutter von F._______, 

mit welcher der Beschwerdeführer wieder habe in Kontakt treten können, 

bestätigt, dass dieser seinen Sohn mit Unterhaltszahlungen unterstützt 

habe und sie zusammengelebt hätten. Es stehe fest, dass der Beschwer-

deführer und F._______ in Eritrea soweit zusammengelebt hätten, wie dies 

angesichts der gesamten Umstände – insbesondere des Militärdiensts des 

Beschwerdeführers – möglich gewesen sei. Weiter habe der Beschwerde-

führer seinen Sohn F._______ finanziell unterstützt und sie stünden mittels 

eines digitalen Kommunikationsmittels (Messengerdienst) in engem per-

sönlichem Kontakt. Es stehe somit fest, dass zwischen dem Beschwerde-

führer und seinem Sohn F._______ eine schützenswerte Beziehung be-

stand habe und weiterhin bestehe, womit die Voraussetzungen von Art. 51 

Abs. 1 und 4 AsyIG erfüllt seien. 

3.2.3 Im Rahmen der Vernehmlassung führte das SEM im Wesentlichen 

aus, mit Zwischenverfügung vom 13. Oktober 2020 sei dem Beschwerde-

führer der Sachverhalt klar dargelegt worden, wobei ihm auch die entspre-

chenden Akten zugestellt worden seien. Aus diesen Aktenstücken gehe 

selbsterklärend hervor, welche Passagen gemeint gewesen seien, ohne 

dass es notwendig gewesen wäre, die Aktenstellen genau zu benennen. 

Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs könne daraus nicht abgeleitet wer-

den. 

Die Aussagen betreffend das Zusammenleben des Beschwerdeführers mit 

seinem Sohn F._______ würden den genannten Akten widersprechen und 

müssten als nachträgliche Anpassung des Sachverhalts gewertet werden. 

Der Beschwerdeführer habe seinen Heimatstaat Eritrea im Jahr 2010 ver-

lassen. Hinsichtlich eines Zeitraums von mehr als zehn Jahren habe er le-

diglich für die Jahre 2020 und 2021 belegt – und dies auch nur ansatz-

weise –, dass er mit F._______ in Kontakt gestanden sei. Es sei auch 

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darauf zu hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2014 ein da-

maIs für F._______ hängiges Gesuch um Familienzusammenführung zu-

rückgezogen habe. Dies belege, dass er offensichtlich nicht an der Auf-

rechterhaltung einer engeren Beziehung mit F._______ interessiert gewe-

sen sei.  

3.2.4 Mit der Replik wiederholte der Beschwerdeführer durch seinen 

Rechtsvertreter im Wesentlichen die bereits zuvor beschwerdeweise vor-

gebrachten Argumente. Zudem wurde behauptet, es würde überspitzten 

Formalismus darstellen, vom Beschwerdeführer für die Zahlung von Unter-

haltsleistungen zugunsten des Sohnes F._______ betreffend die letzten 

zehn Jahre entsprechende Belege zu verlangen. 

3.3 Zunächst ist hinsichtlich der mit der Beschwerdeergänzung vom 

12. Juli 2021 gestellten Anträge auf Abklärung der Vaterschaft des Be-

schwerdeführers zu F._______ von Amtes wegen, auf Bestätigung der 

diesbezüglichen Kostenübernahme durch das SEM und auf Ansetzung ei-

ner Frist zur Einreichung einer entsprechenden DNA-Analyse Folgendes 

festzustellen: Zum einen kommt der Frage der tatsächlichen Vaterschaft 

des Beschwerdeführers zu F._______, wie die nachfolgenden Erwägungen 

ergeben, keine entscheidwesentliche Bedeutung zu. Zum anderen wurde 

mit Eingaben vom 22. Mai und 2. Juni 2023 bereits ein entsprechendes 

Beweismittel (Kopie der Ergebnisse eines vom 9. Mai 2023 datierenden 

DNA-Tests) eingereicht. Die genannten Anträge sind folglich gegenstands-

los, womit auf sie nicht weiter einzugehen ist. 

3.4 Soweit mit den beschwerdeweisen Eingaben geltend gemacht wird, 

das SEM habe den Anspruch auf rechtliches Gehör und die Pflicht zur kor-

rekten Abklärung des Sachverhalts verletzt, ist zunächst festzustellen, 

dass die Eingaben des Beschwerdeführers im vorinstanzlichen Verfahren 

sowohl sprachlich als auch inhaltlich schwer verständlich und von Wider-

sprüchen geprägt waren. So legte der Beschwerdeführer beispielsweise 

mit Eingabe vom 21. Oktober 2020 dar, sein Sohn F._______ wolle mit ihm 

zusammenleben, und ersuchte um Durchführung einer DNA-Analyse, wäh-

rend er gleichzeitig eine von ihm unterzeichnete Erklärung einreichte, wo-

nach er das betreffende Gesuch um Familienzusammenführung zurück-

ziehe. Trotz der Unklarheit der jeweiligen Eingaben und Anträge des Be-

schwerdeführers – deren Bedeutung sich zu einem erheblichen Teil nur 

sinngemäss erschliessen lässt – wurde durch das SEM ein umfassendes 

Verfahren, wenn auch ohne mündliche Anhörung, durchgeführt. Zu erwäh-

nen ist auch, dass der Beschwerdeführer, nachdem er durch das 

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Staatssekretariat mit Schreiben vom 24. und 29. Mai 2019 aufgefordert 

worden war, seine erste Eingabe vom 20. Mai 2019 zu präzisieren, wäh-

rend fünfzehn Monaten nicht reagierte, bis er am 18. August 2020 doch 

noch eine Stellungnahme einreichte. Die Dauer des vorinstanzlichen Ver-

fahrens ist somit offensichtlich dem Beschwerdeführer zuzuschreiben.  

Weiter bringt der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter vor, mit 

Zwischenverfügung vom 13. Oktober 2020 habe ihm das SEM zwar erneut 

das rechtliche Gehör gewährt, dabei jedoch nicht die genauen Aktenstellen 

bezeichnet, auf welche sich die betreffenden Fragen gerichtet hätten. In 

der genannten Verfügung wurde unter Beilage von Kopien der betreffen-

den Aktenstücke völlig unmissverständlich ausgeführt, den Akten des Asyl-

verfahrens der Ehefrau des Beschwerdeführers, B._______, und den Ak-

ten des Verfahrens betreffend Familienasyl für die Genannte und die bei-

den gemeinsamen Kinder sei zu entnehmen, dass sich F._______ zum 

Zeitpunkt der Ausreise des Beschwerdeführers bei seiner Mutter in Eritrea 

aufgehalten und nicht mit ihm, dem Beschwerdeführer, zusammengelebt 

habe. Welche konkreten Aussagen in den betreffenden Aktenstücken da-

bei gemeint waren, ist ohne weiteres erkennbar. Der in der Vernehmlas-

sung vorgebrachte Standpunkt des SEM, es sei nicht notwendig gewesen, 

die Aktenstellen genau zu benennen, ist daher als zutreffend zu erachten.  

Es erweist sich somit, dass die Rüge, der Anspruch des Beschwerdefüh-

rers auf rechtliches Gehör sei durch die Vorinstanz verletzt worden, unter 

den erwähnten Gesichtspunkten unbegründet ist. 

3.5 In materieller Hinsicht wird durch den Beschwerdeführer in einem ers-

ten Punkt vorgebracht, das SEM habe sich nicht ausreichend damit aus- 

einandergesetzt, dass er trotz seiner Dienstpflicht in der eritreischen Armee 

im Rahmen der Möglichkeiten mit allen seinen Kindern, und somit auch mit 

seinem Sohn F._______, eine schützenswerte Beziehung geführt habe. 

Diesbezüglich ist dem Beschwerdeführer zugute zu halten, dass nach gel-

tender Praxis bei Familien, die bereits vor der Ausreise des asylberechtig-

ten Mitglieds im Heimatstaat getrennt lebten, gleichwohl von einer vorbe-

standenen gelebten Familiengemeinschaft auszugehen ist, wenn zwin-

gende Gründe für das Getrenntleben vorgelegen haben (BVGE 2018 VI/6 

E. 5.2). Solche Gründe könnten im Falle des Beschwerdeführers bezüglich 

des Zeitraums vor seiner Ausreise aus Eritrea tatsächlich gegeben sein. 

Jedoch kann die Frage, ob die Vorinstanz auch gehalten gewesen wäre, 

die konkreten Umstände des Familienlebens des Beschwerdeführers – wie 

von ihm geltend gemacht – im Rahmen einer ergänzenden Anhörung ge-

nauer abzuklären, aus nachfolgenden Erwägungen offen bleiben.  

D-2246/2021 

Seite 13 

3.6 Wie sich nämlich erweist, kommt – nebst der tatsächlichen Vaterschaft 

des Beschwerdeführers (vgl. E. 3.3) – auch der Frage, ob im Zeitraum vor 

der Ausreise aus dem Heimatstaat trotz der militärischen Dienstleistung 

eine gelebte Familiengemeinschaft des Beschwerdeführers mit seinem 

Sohn F._______ bestand, keine entscheidwesentliche Bedeutung zu.  

Der Beschwerdeführer macht zwar geltend, er habe seinen Sohn 

F._______ finanziell unterstützt und stehe mit ihm mittels eines Messen-

gerdienstes in engem persönlichem Kontakt. Im Verlauf des vorinstanzli-

chen Verfahrens reichte er keine Beweismittel zu den Akten, welche einen 

derartigen Kontakt belegen könnten. Mit der Beschwerdeschrift reichte er 

in diesem Zusammenhang folgende Beweismittel ein: Aus verschiedenen 

Screenshots von seinem Mobiltelephon geht hervor, dass er mit seinem 

Sohn F._______ zwischen dem 18. September 2020 und dem 29. April 

2021 mehrfach durch einen Messengerdienst Text- und Sprachnachrichten 

austauschte. In einem vom 27. April 2021 datierenden Schreiben teilte 

G._______, die Mutter von F._______, dem Beschwerdeführer im Wesent-

lichen mit, sie habe für das Geld, das er ihr für die Kinder geschickt habe, 

keine Zahlungsbelege, da sie es jeweils bar auf die Hand erhalten habe. 

Seine Frage, ob die Kinder zusammenleben würden, könne sie bestätigen. 

Die Photographie einer vom 24. August 2020 datierenden Quittung einer 

äthiopischen Bank belegt, dass von einer Person, deren Rolle vom Be-

schwerdeführer nicht näher bezeichnet wurde, ein Betrag von 4'000 äthio-

pischen Birr (nach damaligem Wechselkurs ungefähr Fr. 100.–) einbezahlt 

wurde. Ein Screenshot von einem Mobiltelephon zeigt zudem mit Datum 

vom 10. April 2021 einen Kontakt mit einer weiteren äthiopischen Bank an, 

wobei keine sonstigen verwertbaren Informationen ersichtlich sind. Abge-

sehen von der Kopie der Ergebnisse eines vom 9. Mai 2023 datierenden 

DNA-Tests, welcher die tatsächliche Vaterschaft belegt, wurden im Be-

schwerdeverfahren keinerlei weitere Beweismittel eingereicht, die für die 

Beantwortung der Frage von Bedeutung sein könnten, in welcher Weise 

sich der Beschwerdeführer mit seinem Sohn F._______ im betreffenden 

Zeitraum in Kontakt befand. Mit Blick auf die vorhandenen Beweismittel ist 

festzustellen, dass diese nicht geeignet sind, eine enge und dauerhaft auf-

recht erhaltene Beziehung des Beschwerdeführers zu seinem Sohn 

F._______ zu belegen.  

Dem steht gegenüber, dass der Beschwerdeführer im Rahmen eines ers-

ten Gesuchs um Familienzusammenführung, das sich auch auf seinen 

Sohn F._______ bezog, mit Eingabe an das BFM vom 13. März 2014 im 

Wesentlichen folgende Erklärungen abgab: Die durchgeführten DNA-Ana-

lysen hätten zu seinem Erstaunen ergeben, dass ihn seine erste Ehefrau 

D-2246/2021 

Seite 14 

betreffend die Vaterschaft von E._______ angelogen habe und er nicht 

dessen Vater sei. Sein zweiter Sohn aus erster Ehe, F._______, lebe noch 

bei dessen Mutter in Eritrea. Da er nun nicht der Vater von E._______ sei, 

ziehe er sein Gesuch um Familienzusammenführung für diese beiden Kin-

der zurück. Weiter ist anzumerken, dass der Beschwerdeführer im vor-

instanzlichen Verfahren, wie bereits erwähnt (E. 3.4), auf eine Aufforderung 

des SEM, sein neues Gesuch um Familienzusammenführung zugunsten 

seines Sohnes F._______ zu präzisieren, erst nach fünfzehn Monaten re-

agierte. Es kann somit auch nicht gesagt werden, dass seitens des Be-

schwerdeführers eine möglichst rasche Wiedervereinigung mit seinem 

Sohn F._______ angestrebt wurde (vgl. BVGE 2018 VI/6 E. 5.5). 

3.7 Aus dem Gesagten folgt, dass dem Einbezug von F._______ in die 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und damit verbunden der 

Asylgewährung besondere Umstände im Sinne der Rechtsprechung des 

Bundesverwaltungsgerichts (vgl. E. 3.1) entgegenstehen, indem das Fami-

lienleben während einer längeren Zeit nicht gelebt wurde und auch nicht 

ausreichend erkennbar ist, dass die Familienmitglieder den Willen hätten, 

als Familie zusammenzuleben. Die Vorinstanz hat das Gesuch des Be-

schwerdeführers um Einbezug seines Sohnes F._______ in seine Flücht-

lingseigenschaft und um Gewährung des Familienasyls daher zu Recht ab-

gelehnt.  

4.  

Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Ver-

fügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt rich-

tig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG; Art. 49 

VwVG). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 

5.  

5.1 Mit Zwischenverfügung vom 7. Dezember 2021 wurde das mit der Ein-

gabe vom 3. Juni 2021 gestellte Gesuch um unentgeltliche Prozessführung 

vorbehältlich der Einreichung einer Fürsorgebestätigung gutgeheissen. In 

der Folge wurde mit Einzahlung vom 15. Dezember 2021 gleichwohl der 

alternativ verlangte Kostenvorschuss geleistet. Angesichts dessen ist die 

prozessuale Bedürftigkeit des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 65 

Abs. 1 VwVG als nicht gegeben zu erachten. Die mit Zwischenverfügung 

vom 7. Dezember 2021 unter dem genannten Vorbehalt erfolgte Gutheis-

sung des Antrags auf unentgeltliche Prozessführung ist daher wiedererwä-

gungsweise aufzuheben. 

D-2246/2021 

Seite 15 

5.2 Somit sind angesichts des Ausgangs des Verfahrens dessen Kosten 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Die 

Kosten sind auf Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a 

VGG). Dabei ist zur Begleichung der Verfahrenskosten der in selber Höhe 

geleistete Kostenvorschuss zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Zur Begleichung wird der in selber Höhe geleistete Kostenvorschuss 

verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Contessina Theis Martin Scheyli 

 

 

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