# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c6cec315-39a7-51dd-80b0-5147fe87cebe
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 12.06.2013 R 2012 162
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2012-162_2013-06-12.pdf

## Full Text

§ VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

R 12 162

5. Kammer 

bestehend aus

Präsident Meisser als Vorsitzender, Verwaltungsrichter Audétat 

und Verwaltungsrichterin Moser, Aktuar Gross

URTEIL
vom 12. Juni 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter, 

Beschwerdeführer

gegen 

Stadt Maienfeld,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Clavadetscher, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Baugesuch

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1. Am 20. September 2010 stellten A._____ das Gesuch um den Neubau ei-

nes Einfamilienhauses auf Parzelle 2140 an der P.____gasse in Maienfeld. 

Dieses Haus steht heute auf der später von Parzelle 2140 abgetrennten 

Parzelle 2571. Die Zufahrt für die damalige Parzelle 2140 (bestehendes 

und neues Gebäude) sollte über die P._____gasse in der nördlichen Ecke 

von Parzelle 2140 erfolgen, mit zwei Parkplätzen beim bestehenden vor-

deren und einem Fussweg zum hinteren neuen Gebäude. Als Baustellen-

zufahrt wurde temporär bis Bauvollendung eine Baupiste entlang der Süd-

grenze mit einem Durchbruch durch die bestehende Wingertmauer bei der 

Südostecke von Parzelle 2140 bewilligt.

2. Am 1., mitgeteilt am 5. November 2010, bewilligte der Stadtrat Maienfeld 

das Bauvorhaben unter Bedingungen und Auflagen.

3. Am 18. Juni 2012 beantragten A._____, sie möchten als Eigentümer der 

neuen Parzelle 2571 den in der Zwischenzeit fertig gestellten Neubau mit 

einer direkten Zufahrtsstrasse ab der P.____ erschliessen. Diese resultiere 

aus der zwischenzeitlich erfolgten Abparzellierung des Neubaus und dem 

damit einhergehenden Besitzerwechsel sowie dem dazugehörenden 

Durchfahrtsrecht auf Parzelle 2140 zugunsten der neuen Parzelle 2571. 

Die neue Zufahrt soll entlang der Südgrenze der Parzelle zum neuen Ge-

bäude führen.

4. Per Mail vom 17. Juni 2012 schrieb das Bauamt den Gesuchstellern, das 

Gesuch werde abgelehnt, weil bedeutende strassenraumbildende Mauern 

gemäss Art. 48 BG zu erhalten seien. Die Abparzellierung eines Grunds-

tücks könne nicht als Argument für eine neue Zufahrt dienen, da zwei Häu-

ser durchaus mit einer Zufahrt erschlossen werden könnten. Die Baubewil-

ligung inklusive Planbeilagen vom 5. November 2010 bleibe gültig und die 

Bauherrschaft werde ersucht, die Baupiste innert nützlicher Frist zurückzu-

bauen und die provisorisch aufgebrochene Mauerlücke zu schliessen. 

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5. Mit Schreiben vom 22. August 2012 bestätigt die Stadt das E-Mail vom 17. 

Juni 2012. Das Baugesuch sei an der Sitzung vom 20. August 2012 behan-

delt worden und könne nicht bewilligt werden, da in der Stammbewilligung 

2010 für beide Häuser nur eine Zufahrt bewilligt worden sei, die Parkplätze 

für das Haus auf Parzelle 2571 beim Haus an der P._____gasse erstellt 

werden sollten und ein Fussweg zum hinteren Haus bewilligt worden sei. 

Das Bauamt habe im März 2011 eine temporäre Baustellenzufahrt für die 

Zeit der Bauarbeiten bewilligt, unter dem Hinweis, die Mauer sei nach Voll-

endung der Bauarbeiten wieder zu schliessen und in den ursprünglichen 

Zustand zu versetzen. Parzelle 2571 müsse so oder anders über Parzelle 

2140 erschlossen werden.

Die Baubehörde schlage vor, die bisherige Zufahrt bis auf einen Durchgang 

von maximal 1 m zu schliessen und die Zufahrt zu beiden Häusern neu im 

Westen vorzusehen und ein entsprechendes Änderungsgesuch zu stellen. 

Ihnen werde Frist bis 30. September 2012 zur Einreichung eines entspre-

chenden Gesuchs gesetzt. Sollte bis dahin keine Antwort eintreffen, sei der 

provisorische Maueraufbruch bis zum 31. Oktober 2012 zu schliessen und 

die Baupiste zurückzubauen.

6. Am 3. Oktober 2012 schlugen A._____ verschiedene Varianten vor. Dabei 

sollte die zweite, westlich (recte: südöstlich) gelegene Zufahrt mit einem 

mobilen Mauerstück kaschiert werden.

7. Am 18. Oktober 2012 verweigerte der Stadtrat die Bewilligung betreffend 

das Gesuch vom 8. (recte 3.) Oktober 2012. Er hielt an der Begründung 

laut Schreiben vom 22. August 2012 fest und ergänzte, dass dem Projekt 

eines mobilen Mauerstückes aus Präjudizgründen nicht zugestimmt wer-

den könne. Eine zusätzliche Zufahrt könne nicht bewilligt werden.

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Die Baubehörde räume ihnen aber nach wie vor die Möglichkeit ein, eine 

der beiden Zufahrten zu wählen und am anderen Ort die Mauer bis auf 

einen Durchgang von maximal 1 m zu schliessen.

8. Am 24. Oktober 2012 stellten A._____ der Stadt noch verschiedene Fra-

gen.

9. Am 19. November 2012 erhoben A._____ gegen den Baubescheid vom 18. 

Oktober 2012 Beschwerde und beantragten dessen Aufhebung und Rück-

weisung der Sache an den Stadtrat mit der Auflage/Weisung, den Be-

schwerdeführern die Zufahrt zu ihrem Haus auf Parzelle 2571 über die be-

stehende Maueröffnung an der P._____gasse (4 m) im Südosten über Pa-

rzelle 2140 zuzugestehen. Es sei Vormerk davon zu nehmen, dass die Be-

schwerdeführer bereit seien, bei Gutheissung laut vorstehendem Absatz 

einen mobilen Mauerersatz auf der Länge von 3 m gemäss beiliegender 

Skizze zu erstellen. Eventuell sei dieser Entscheid auch direkt vom Verwal-

tungsgericht zu treffen.

Für die Bauplatzschliessung sei mit Zustimmung der Baubehörde an der 

südöstlichen Ecke von Parzelle 2041 die Mauer auf einer Länge von rund 

3 m Breite unterbrochen worden. Dieser Zustand bestehe noch heute. Die 

Erbengemeinschaft, welche Eigentümerin von Parzelle 2140 sei, habe ih-

nen das Durchfahrtsrecht entlang der Südgrenze eingeräumt.

Zum Schreiben vom 24. Oktober 2012 habe die Stadt noch keine Stellung 

bezogen.

Würde es beim Entscheid der Baubehörde bleiben, wäre Parzelle 2571 

nicht ordentlich erschlossen, zum Beispiel im Brandfall.

Auch an anderen Stellen in der Stadt seien Mauern mehrfach durch Private 

unterbrochen worden, ohne wieder geschlossen zu werden.

Durch einen mobilen Mauerersatz würde eine allfällige Beeinträchtigung 

des Ortsbildes vermieden.

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10. Am 14. Januar 2013 beantragte die Stadt, die Beschwerde sei abzuweisen, 

soweit darauf eingetreten werde. Laut Baueingabe sei die Zufahrt über die 

bestehende Einfahrt zum vorbestandenen Haus auf Parzelle 2140 vorge-

sehen gewesen. Für die Parkierung seien zwei Parkplätze zur Verfügung 

gestanden und die Fussgängererschliessung sei entlang der Nordgrenze 

vorgesehen gewesen. Ein temporärer Durchbruch durch die Wingertmauer 

während der Erstellung des Hauses sei genehmigt worden. Indessen sei 

darauf hingewiesen worden, dass die Wingertmauer nach Bauvollendung 

des Einfamilienhauses wieder instand gestellt werden müsse.

Schon am 22. August 2012 habe der Stadtrat ein gleich lautendes Bauge-

such der Beschwerdeführer abgewiesen. Dieser Entscheid sei rechtskräftig 

geworden und das neue Gesuch unterscheide sich vom ursprünglichen nur 

dadurch, dass eine bewegliche Vorrichtung zur Schliessung eines in Form 

einer Mauer errichteten Tors vorgesehen sei. Diese Änderung rechtfertige 

aber keine abweichende Beurteilung. Die Wingertmauern gehörten zu den 

wichtigsten Bestandteilen des äusseren Erscheinungsbildes der Stadt und 

eine nachgebildete Imitation könne das angestrebte Erscheinungsbild nicht 

herstellen. Das wäre nur Fassade und sogar diese liesse sich nicht so kon-

struieren, als dass sie nicht als solche erkennbar wäre.

Falls die Beschwerdeführer durch Parzellenteilung eine Wegenot herbei-

geführt hätten, hätten sie sich dies selber zuzuschreiben. Für die beiden 

Häuser werde nur eine Zufahrt zugelassen, sie könnten wählen welche. Auf 

die Beschwerde gegen die Verweigerung der Zufahrt als solche könne nicht 

eingetreten werden, da bereits eine rechtskräftige Abweisungsverfügung 

bestehe.

Wingertmauern seien gemäss Art. 48 Abs. 1 BauG bedeutend und stras-

senraumbildend. Sie seien zu erhalten oder gleichwertig zu ersetzen. Die 

Baubehörde könne unerlässliche Abbrüche, Durchbrüche oder Verschie-

bungen von Einfriedungen bewilligen, wenn dadurch der Wert der sied-

lungsbaulichen Situation und der räumlich vorherrschenden Struktur sowie 

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das Landschaftsbild nicht geschmälert würden. Die Wingertmauern entlang 

der P._____gasse seien solche Mauern. Hier wie auch an anderen Orten 

sei die Anzahl von Zufahrten deshalb von der Baubehörde schon immer 

auf ein Minimum beschränkt worden, zum Beispiel auf Parzellen 2515 und 

2516, und es sei darauf geachtet worden, dass Zufahrten auch für verschie-

dene Parzellen kombiniert werden könnten, z.B. auf Parzellen 2219, 2291, 

340, 2356, 367 und 2358. Der Stadtrat habe auch provisorische Öffnungen 

immer wieder schliessen lassen, zum Beispiel von Parzellen 2529 und 44 

sowie 735.

11. Am 15. Februar 2013 hielten die Beschwerdeführer replicando an ihren An-

trägen fest.

Es gehe nicht um Wegenot, sondern um eine vernünftige und gesetzes-

konforme Erschliessung des Hauses auf Parzelle 2571.

Die jetzt bewilligte Zufahrt und Parkplatzeinrichtung auf Parzelle 2140 auch 

für das Haus der Beschwerdeführer sei nicht verhältnismässig und auch 

nicht durchführbar.

Die Mauern hätten nicht die Bedeutung, welche ihnen die Stadt beimesse. 

Sie würden zum Teil sogar von der Stadt dem Zerfall überlassen.

Die von der Stadt angeführten Beispiele seien mit dem vorliegenden nicht 

vergleichbar.

12. Am 2. April 2013 hielt auch die Stadt Maienfeld duplicando an ihren Anträ-

gen fest.

Auf die Beschwerde könne nicht eingetreten werden, weil bereits in der 

Stammbewilligung vom 1. Dezember 2010 die Zufahrtsfrage geregelt wor-

den sei. Dies sei am 20./22. August 2012 bestätigt worden. Dieser Ent-

scheid sei rechtskräftig. Auf das Baugesuch vom 3. Oktober 2012 habe die 

Baubehörde mitgeteilt, dass im Wesentlichen an den Begründungen im 

Schreiben vom (recte) 22. August 2012 festgehalten und aus Präjudizgrün-

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den dem vorgeschlagenen Projekt einer mobilen Mauer nicht zugestimmt 

werden könne. Dabei handle es sich um einen Nichteintretensentscheid, 

auch wenn er nicht ausdrücklich als solcher gekennzeichnet worden sei. 

Dies ergebe sich schon daraus, dass auf die Begründung des früheren, 

rechtskräftigen Entscheides verwiesen worden sei.

Revisionsgrund sei keiner vorgelegen.

Würde der Baubescheid eine materielle Beurteilung des Baugesuchs ent-

halten, wäre diese materielle Beurteilung zu Unrecht, weil ohne Vorliegen 

eines Revisionsgrunds, erfolgt. Darauf könnte nicht eingetreten werden.

Die Stadt habe sich stets für die Erhaltung der Mauern eingesetzt. Wo sie 

in ihrem Eigentum stünden, würden sie auch gut unterhalten.

13. Am 3. Juni 2013 führte eine Delegation des Verwaltungsgerichts (5. Kam-

mer) einen Augenschein durch, an welchem der Beschwerdeführer 

A._____ persönlich in Begleitung seines Rechtsvertreters (RA lic. iur. Diego 

Quinter) teilnahm. Seitens der Beschwerdegegnerin waren der Stadtpräsi-

dent, der Leiter des Bauamtes und deren Rechtsvertreter (RA Dr. iur. Peter 

Clavadetscher) anwesend. Allen Beteiligten wurde dabei an verschiedenen 

Standorten (vgl. Protokoll des Augenscheins Ziff. 2) die Möglichkeit gebo-

ten, sich auch noch mündlich vor Ort zu den aufgeworfenen Fragen und 

den jeweiligen Zufahrtsvarianten (1-4) zu äussern. Weiter wurde mit allen 

Anwesenden – anhand eines vorgängig von der Beschwerdegegnerin ver-

teilten Routenplanes - eine Stadtrundfahrt mit einem Kleinbus unternom-

men, um die Bewilligungspraxis betreffend Erhaltung von Wingertmauern 

auf dem Stadtgemeindegebiet und entlang der dortigen Hauptverkehrsach-

sen mittels anderer Vergleichsobjekte zu demonstrieren. Dieser Routen-

plan (Abfahrstecke mit Besichtigungspunkten) wurde zu den Akten genom-

men. Weiter wurden vom Gericht noch insgesamt 28 Fotos erstellt: Nämlich 

von den genauen Örtlichkeiten und Raumverhältnissen auf Parzelle 2140 

und Parzelle 2571, der bestehenden Wingertmauerlücke entlang der 

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P._____gasse (aufgrund der zuvor nur provisorisch erteilten Baustellenzu-

fahrt; beantragte Zufahrtsvariante 4), und Fotos von den aus dem Kleinbus 

aufgenommenen Referenzobjekten andernorts auf dem Stadtgebiet. Diese 

Bildaufnahmen wurden allesamt dem Protokoll des Augenscheins vom 3. 

Juni 2013 beigefügt.   

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und am 

Augenschein wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen noch näher ein-

gegangen.  

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Zuerst gilt es festzuhalten, dass es sich beim angefochtenen Entscheid 

vom 18. Oktober 2012 der Stadt (Beschwerdegegnerin) nicht um einen 

Nichteintretensentscheid handelt. Wie die Beschwerdegegnerin darin sel-

ber schrieb, hat sie die zweite Baueingabe/Projektänderung vom 8. (recte 

3.) Oktober 2012 behandelt und aufgrund der öffentlich-rechtlichen Gesetz-

gebung überprüft. Gestützt auf ihre Untersuchungen verweigerte sie als-

dann die Bewilligung. Das erneute Baugesuch respektive Projektände-

rungsgesuch enthielt zudem eine Änderung in Form des Projektes eines 

mobilen Mauertors, was nach Ansicht der Beschwerdeführer eine Beein-

trächtigung des Ortsbildes verhindert und deshalb unter diesem Aspekt 

zwei Zufahrten ermöglicht hätte. Dadurch entstand eine neue Ausgangs-

lage, welche ohnehin eine materielle Neubeurteilung der Frage, ob eine 

oder zwei Zufahrten erlaubt sind, nötig gemacht hätte. Der Antrag der Be-

schwerdegegnerin auf Nichteintreten ist daher unbegründet.        

2. a) Materiell geht es vorliegend einzig um die Frage, ob die Beschwerdegeg-

nerin zu Recht die Bewilligung für die Erstellung einer zweiten Zufahrt zu 

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den Gebäuden auf den Parzellen 2140 und 2571 (hinterliegend) verweigert 

hat. Ausgangspunkt für die Beurteilung dieser Rechtsfrage ist Art. 48 Abs. 

1 des städtischen Baugesetzes (BauG), welcher wie folgt lautet:

Mauern, Einfriedungen und Pflanzen [Titel zu Art. 48]
1Bedeutende strassenraumbildende Mauern sowie bedeutende Mauern im 
Landschaftsraum sind zu erhalten oder gleichwertig zu ersetzen. Die Bau-
behörde kann unerlässliche Abbrüche, Durchbrüche oder Verschiebungen 
von Einfriedungen bewilligen, wenn dadurch der Wert der siedlungsbauli-
chen Situation und der räumlich vorherrschenden Struktur sowie das Land-
schaftsbild nicht geschmälert werden.

b) Die Beschwerdegegnerin betrachtet die Wingertmauer entlang der 

P._____gasse als bedeutende strassenraumbildende Mauern. Wie der Au-

genschein vom 3. Juni 2013 gezeigt hat, trifft diese Beurteilung des vor-

herrschenden Strassenbilds entlang der P._____gasse – umrahmt beidsei-

tig von Wingertmauern – zu. Die Einrahmung der Strassenverkehrsfläche 

durch die Mauern links und rechts der P._____gasse (vgl. Augenschein 

Fotos Nr. 1, 4 und 22, erstellt durch das Gericht) sind auf längeren Stras-

senabschnitten lückenlos vorhanden und bilden ohne Zweifel ein wesentli-

ches Charakteristikum dieser Hauptverkehrsader vom Stadtzentrum in die 

südöstlich davon gelegenen Wohnquartiere („X.“ und „Y.“; vgl. Stadtplan 

bzw. anlässlich des Augenscheins an alle Anwesenden verteilter Routen-

plan für die Besichtigung der Vergleichs-/Referenz-objekte). Unterbrochen 

werden die beidseits verlaufenden Wingertmauern entlang der 

P._____gasse lediglich durch die Hauszufahrten der unmittelbar an die 

P._____gasse angrenzenden Wohnbauten und Liegenschaften, wobei nir-

gends mehr als eine Hauszufahrt pro überbautem Grundstück ersichtlich 

war (vgl. Fotos Nr. 11, 18, 21, 23, 26 und 28; sowie Planbeilage 14 der 

Beschwerdegegnerin). Das von der Beschwerdegegnerin zur Wahrung und 

Beibehaltung des städtischen Ortsbilds geltend gemachte Erhaltungs- und 

Ersatzgebot von Wingertmauern auf dem gesamten Stadtgebiet wurde 

nachweislich weitest möglichst nachgelebt. So wurde andernorts z.B. der 

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Bau einer neuen niedrigen Wingertmauer aus verkehrspolizeilichen Grün-

den verfügt (vgl. Foto Nr. 24) oder der Rückbau einer Baustellenzufahrt 

samt Neubau der dafür provisorisch abgerissenen Wingertmauer (Foto Nr. 

25; “Im untern Stieg“) durch die Beschwerdegegnerin angeordnet und auch 

durchgesetzt. Anstelle einer zweiten Liegenschaftszufahrt wurde andern-

orts auch tatsächlich die Anlage eines Fussweges entlang der Wingert-

mauer mit eigenständiger Zugangsvorrichtung (Foto Nr. 27) für zulässig er-

klärt. Das Kriterium von „bedeutenden strassenraumbildenden Mauern“ ist 

deshalb nach Ansicht des Gerichts klar als erfüllt zu betrachten. Erfüllen 

die Wingertmauern aber auf dem gesamten Stadtgebiet im Allgemeinen 

und entlang der P._____gasse im Besonderen die Qualifikation „bedeuten-

der ortsbildtypischer Raum- und Strasseneinfassungen“, so müsste 

gemäss Art. 48 Abs. 1 BauG ein „unerlässlicher Durchbruch“ bejaht werden 

können, um tatsächlich die Bewilligung für eine zweite Hauszufahrt zu den 

Parzellen 2140/2571 - unter dieser doch sehr einschränkenden Bedingung 

- erteilen zu können. Diese Voraussetzung gilt es hier noch zu prüfen.         

3. a) Wie der gerichtliche Augenschein vom 3. Juni 2013 bezüglich der vermeint-

lichen Notwendigkeit einer eigenständigen Hauszufahrt für das hinterlie-

gende Wohnhaus der Beschwerdeführer auf Parzelle 2571 ergeben hat, 

bedarf es dafür aber nicht zwingend eines zweiten Mauerdurchbruchs an 

der südöstlichsten Ecke der Parzelle 2140 (vgl. Zufahrtsvariante 4 gemäss 

Planbeilage Nr. 5 der Beschwerdeführer; Fotos Nr. 2, 3, 6, 8). Von einem 

unerlässlichen Durchbruch im Sinne von Art. 48 Abs. 1 BauG kann hier 

aber schon deshalb keine Rede sein, weil die vorgelagerte Parzelle 2140 

bereits über eine ca. 5 Meter breite Liegenschaftszufahrt verfügt und die 

zweite Zufahrt nach Variante 4 lediglich in einem Abstand von rund 30 Me-

tern davon zu liegen käme (vgl. Fotos 1, 11 und 18). Zwei Mauerdurch-

brüche auf so engem Raum für die Erschliessung der beiden Parzellen 

2140/2571 liesse sich ortsbildmässig aber sicherlich nicht rechtfertigen, zu-

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mal die Beschwerdeführer anhand der oben bereits erwähnten Planbeilage 

5 selbst vernünftige Zufahrtsvarianten vorgeschlagen haben, die alternativ 

– bei lediglich einem einzigen Mauerdurchbruch – zum Zuge kommen 

könnten. Insbesondere die skizzierte Zufahrtsvariante 3 mittels Verlänge-

rung der Zufahrt über die zwei bestehenden Parkplätze auf dem Vorplatz 

der Parzelle 2140 erscheint dem Gericht problemlos möglich, ohne dass 

zwingend eine zweite Mauereröffnung erstellt werden müsste. Ob der ein-

zige Mauerdurchstoss dabei über die Einfahrt zur Variante 4 oder wie bis-

her über die bestehende und bewilligte Hauptzufahrt zum Wohnhaus auf 

Parzelle 2140 führt, kann an dieser Stelle offengelassen werden, da die 

Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführern ausdrücklich die Wahlfrei-

heit für die Erschliessung der Parzellen 2140/2571 – unter der Bedingung 

nur eines einzigen Mauerdurchbruchs für die Hauptzufahrt zu den beiden 

Liegenschaften 2140/2571 ab der P._____gasse – gelassen hat. 

b) Aus dem Gesagten ergibt sich, dass im konkreten Fall sicherlich kein „un-

erlässlicher Durchbruch“ nach Art. 48 Abs. 1 BauG vorliegt. Die beiden 

Häuser auf den Parzellen 2140/2571 können ohne Probleme entweder 

über die bestehende Hauszufahrt zur Parzelle 2140 (mit zwei Parkplätzen 

vor dem Haus) respektive die am 1./5. November 2010 bewilligte Zufahrt 

einschliesslich Fussweg entlang der Nordgrenze (Variante 1; vgl. Fotos 7, 

9, 11, 13, 14, 15, 16) oder sonst allenfalls über die neue, südöstlich gele-

gene Zufahrt (Variante 4; Fotos 2, 3, 6, 8, 10) bzw. einer allfällig kombinier-

ten Lösungsvariante (Variante 3; Fotos 5, 8, 12) erschlossen werden. Bei 

jeder dieser Konstellationen ist die Erschliessung über eine einzige Zufahrt 

möglich und allen Betroffenen zumutbar. Selbst die Zufahrtsvariante 2 wäre 

– wenn auch deutlich umständlicher als die übrigen Zufahrtsvarianten (vgl. 

Fotos 18, 19 und 20) – theoretisch (mit nur einer einzigen Hauptzufahrt) 

realisierbar. Dass der für eine zweite Zufahrt erforderliche (ehemals nur 

temporär und somit nicht auf Dauer bewilligte) Mauerdurchbruch bei der 

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Zufahrtsvariante 4 (für Baustellenzufahrt zur Parzelle 2571) nicht bloss eine 

Verbesserung der privaten Situation der Beschwerdeführer darstellt, son-

dern eben auch „unerlässlich“ wäre, behaupten die Beschwerdeführer zwar 

sinngemäss, indem sie dazu vorbrachten, ohne zweiten Mauerdurchbruch 

wäre die Erschliessung von Parzelle 2571 – speziell auch aus feuerpolizei-

lichen Gründen – ungenügend. Wie eingangs (E.3a) dargetan, trifft diese 

Sachdarstellung aber so nicht zu, weil vernünftige Zufahrtsalternativen – so 

vor allem Variante Nr. 3 oder eine Kombination von Nr. 4 und Nr. 3 – auch 

bei nur einem Mauerdurchbruch problemlos realisierbar sind; und zwar un-

ter Wahrung einer ausreichenden Zufahrt für die öffentlichen Rettungs- und 

Notfalldienste zu den Parzellen 2140 und 2571. Das Projektänderungsge-

such der Beschwerdeführer vom 3. Oktober 2012 ist hierzu ohne Belang 

(mit Einbau eines mobilen Mauerstückes à 3 Meter Breite plus Briefkasten 

und Gittertor mit Fussgehweg à 1 Meter Breite [sichtbarer Mauerdurch-

bruch] für Zufahrtsvariante 4; vgl. Plan Frontsicht Zufahrt 1:25; Beilage Nr. 

6 der Beschwerdeführer), weil diese Projektänderung am Grundsatz der 

„Bewilligungsfähigkeit“ nur einer Zufahrt für die Parzellen 2140/2571 über-

haupt nichts ändert.

c) Hinzu kommt, dass sich die Beschwerdeführer mit ihrer Argumentations-

weise noch selbst in offenen Widerspruch zu ihrem früheren Verhalten set-

zen. Sie selber haben die jetzt bestehende Erschliessungssituation nämlich 

in ihrem ursprünglichen Baugesuch vom 20. September 2010 so beantragt. 

Die städtische Baubehörde hat das damalige Baugesuch unter diesem As-

pekt insbesondere gestützt auf die am 20. Oktober 2010 erteilte feuerpoli-

zeiliche Bewilligung, die in die Baubewilligung vom 1./5. November 2010 

integriert wurde, bewilligt (vgl. Ziff. 3 der erwähnten Baubewilligung; Bei-

lage 1 der Beschwerdegegnerin). Eine diesbezügliche Änderung der Ver-

hältnisse liegt seither aber nicht vor und wurde von den Beschwerdeführern 

auch nicht behauptet. Mit ihrer jetzigen – erst im Beschwerdeverfahren er-

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hobenen – gegenteiligen Argumentation können die Beschwerdeführer 

deshalb nicht gehört werden. Die Beschwerde müsste im Übrigen so oder 

anders abgewiesen werden, da offensichtlich kein unerlässlicher Mauer-

bruch vorliegt (vgl. E.3a und 3.b). Auf die weiter gerügte Verletzung des 

Gleichbehandlungsgebots muss damit nicht (mehr) eingegangen werden.

4. a) Der angefochtene Entscheid vom 18. Oktober 2012 ist folglich rechtmässig, 

was zur Abweisung der Beschwerde vom 19. November 2012 führt.

b) Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Gerichtskosten 

gestützt auf Art. 73 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) vollumfänglich den Beschwerdeführern – unter soldia-

rischer Haftung für das Ganze -  aufzuerlegen. Eine aussergerichtliche Ent-

schädigung steht der Beschwerdegegnerin gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG 

nicht zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegte.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3‘000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 284.--

zusammen Fr. 3‘284.--

gehen – unter solidarsicher Haftung für das Ganze - zulasten von A._____ 

und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheids an die Finanz-

verwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

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3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung an]