# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f2373e3-5502-50ef-9855-0660303a2d5d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-03-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.03.2021 E-420/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-420-2019_2021-03-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-420/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  M ä r z  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas, 

Richterin Déborah D'Aveni, 

Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

und ihren Sohn 

B._______, geboren am (…), 

Kolumbien, 

vertreten durch lic. iur. Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt, 

(…),  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisung); Verfügung des SEM 

vom 20. Dezember 2018 / N (…). 

 

 

 

E-420/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die kolumbianische Beschwerdeführerin A._______ (vormals C._______) 

– mit letzter Wohnadresse in Bogotá – verliess gemäss eigenen Angaben 

mit ihrem (Kind) ihr Heimatland am (…) 2015. Zusammen reisten sie am 

1. Januar 2016 in die Schweiz ein und suchten am 29. März 2016 um Asyl 

nach. Am 1. April 2016 fand die Befragung zur Person (BzP) und am 9. Au-

gust 2017 eine eingehende Anhörung der Beschwerdeführerin statt. 

B.  

B.a Zur Begründung ihres Asylgesuchs brachte sie – unter Einreichung 

zahlreicher Beweismittel – vor, sie sei in Bogotá geboren und habe mit ihrer 

Familie ab dem Jahr 1989 in D._______ (Departamento Nariño) gelebt, wo 

ihre Eltern und ihre Geschwister auch heute noch leben würden. In 

D._______ habe sie E._______ (nachfolgend T.) kennengelernt. Ab dem 

Jahr 2002 habe sie, damals noch minderjährig, mit ihm in F._______ (De-

partamento Antioquia) gelebt (A23 F46 f.). Fünf Jahre später habe sie dort 

ihre Schulen beendet und zwischen 2008 und 2010 eine Ausbildung als 

(…) absolviert (A8 S. 3 f.). Im Jahr 2010 habe sie begonnen, für drei Jahre 

in einem (…) in G._______ (Departamento Antioquia) zu arbeiten, wo sie 

zeitweise (neben dem Hauptwohnort in F._______) in einer Wohnung ihres 

Arbeitgebers gewohnt habe (A23 F17 ff. und 27 ff.). Als sie im (…) Monat 

von T. schwanger gewesen sei (November 2009, A23 F97), sei dieser ver-

haftet worden; erst so habe sie erfahren, dass er ein Mitglied des «(…)» 

([…], welcher als Teil von «[…]» auch den «Autodefensas Unidas de Co-

lombia» [AUC] angehört, ein Dachverband rechtsgerichteter paramilitäri-

scher Gruppen [Anmerkung des Gerichts]) gewesen sei (A8 S. 7; A23 F52). 

Selbst nach dessen Demobilisierung im Jahr (…) (A25 F52) hätten er und 

seine Leute ihre Geschäfte – Drogenhandel, Erpressung, Mord – fortge-

führt. So sei der Grund seiner Verhaftung der Mord an einer (…) gewesen 

(A23 F53). 

Anfang (…) 2010 sei ihr (Kind) auf die Welt gekommen. Dieses sei damals 

krank gewesen, weshalb sie bis auf weiteres bei T. geblieben sei. Im (…) 

2010 – nach nur (…) Monaten Haft – sei T. gegen Bestechung entlassen 

worden (A23 F97 und 53). In dieser Zeit sei sie Zeugin seiner Geschäfte 

geworden und habe viele Leute des Militärs und der Staatsanwaltschaft 

kennengelernt (A23 F59). 

Im Jahr 2011 habe sie T. trotz Drohungen verlassen und fortan mit ihrem 

Kind in F._______ in einer eigenen Wohnung gelebt (A23 F25 f., 30, 59 

E-420/2019 

Seite 3 

und 98). Wenn sie in G._______ gewesen sei, habe die Familie von T. je-

weils auf ihr Kind aufgepasst (A23 F32 und 99 f.). Sie und ihre Familie 

seien jedoch von T. immer wieder bedroht worden (A23 F59). Im gleichen 

Jahr habe sie sich bei der Opferhilfe gemeldet, um Unterstützung zu erhal-

ten (A23 F52). Im (…) 2013, als sie unter Polizeischutz noch letzte Sachen 

bei T. habe abholen wollen, sei ihr Kind von seinem Vater entführt worden 

(A8 S. 7; A23 F37, 40 und 59); daraufhin habe sie F._______ verlassen 

und sich an verschiedenen Orten wie H._______, I._______ oder Bogotá 

(ab […] 2013, […] [A23 F84 ff.] […]) versteckt (A23 F33 ff. und 62 ff.). Sie 

habe ihr Kind erfolglos gesucht. Sie habe im (…) 2013 bei der Staatsan-

waltschaft eine Anzeige erstattet und sich beim Staatssekretariat für Men-

schenrechte gemeldet. Nichtsdestotrotz sei sie weiterhin von T., dem Mili-

tär, der Guerilla und diversen Politikern bedroht worden, weil diese befürch-

tet hätten, sie könne von den Geschäften von T. berichten (A23 F59 und 

100). 

Im Jahr 2014 habe sie schliesslich von einer Freundin erfahren, dass sich 

ihr Kind bei der Guerilla aufhalte; als Pfand für einen Drogendeal von T. 

Ohne staatliche Hilfe habe sie sodann ihr Kind befreien können und sei mit 

einem Taxi zunächst nach I._______ gefahren, um sich zu verstecken. 

Nach acht Tagen seien sie im (…) 2014 nach Bogotá, ihrem damaligen 

Wohnort, weitergefahren (A23 F59, 71 ff. und 82 f.). Doch auch dort sei sie 

(und ihre Familie an ihrem Wohnort) immer wieder bedroht worden; einmal 

sei sie am Wohnort ihrer Eltern von einem Unbekannten, der vermutlich 

zur Gruppierung von T. gehöre, vergewaltigt worden (A23 F89 ff.). Ende 

(…) 2014, als sie sich bei einem Familienangehörigen aufgehalten habe, 

sei sie von zwei Personen auf einem Motorrad angeschossen worden (A8 

S. 7; A23 F59). 

Im Sommer 2015 sei sie (…) mit einem Schengen-Visum in die Schweiz 

gereist und habe einen Schweizer Staatsbürger kennengelernt. Nach einer 

kurzen Rückkehr nach Bogotá sei sie Ende (…) 2015 – diesmal mit ihrem 

Kind – wieder in die Schweiz eingereist, um diesen Schweizer Bürger zu 

heiraten. Nachdem dieser jedoch die Beziehung beendet habe, habe sie 

um Asyl nachgesucht (A8 S. 4 und 7; A23 F106 ff.). 

B.b Die Beschwerdeführerin erwähnte ausserdem, dass sie zwischen 

2011 und 2015 diverse Länder in Südamerika als Touristin besucht und im 

Jahr 2013 ein Visum für die USA erhalten habe (A8 S. 4; vgl. Reisepässe 

Bst. T). 

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Seite 4 

C.  

Am 22. August 2017 ersuchte die Vorinstanz die Schweizer Botschaft in 

Bogotá um Abklärungen spezifischer Fragen (A25), welche mit Schreiben 

vom 21. und 29. Mai 2018 (A34 f.) teilweise beantwortet wurden. 

D.  

Am 25. September 2017 kam J._______ auf die Welt, (…) der Beschwer-

deführerin und des französischen Staatsangehörigen K._______, wohn-

haft in L._______. Das (…) hat die französische Staatsangehörigkeit (A36). 

E.  

Am 17. Oktober 2018 heirateten die Beschwerdeführerin und K._______ 

und sie nahm seinen Familiennamen an. Aufgrund des sich daraus erge-

benden Anspruchs auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung schlug das 

SEM den Beschwerdeführenden mit Schreiben vom 22. November 2018 

vor, die Asylgesuche zurückzuziehen. Dies wurde am 30. November 2018 

von den Beschwerdeführenden abgelehnt, da sie in Kolumbien immer noch 

gefährdet seien. Erst kürzlich habe die Beschwerdeführerin von ihrer 

Schwester erfahren, dass T. wisse, dass sie sein Kind ausser Landes ge-

bracht habe. 

F.  

Mit Verfügung vom 20. Dezember 2018 verneinte das SEM die Flüchtlings-

eigenschaft der Beschwerdeführenden und lehnte ihre Asylgesuche ab. 

Der Entscheid über ihren weiteren Aufenthalt in der Schweiz oder eine all-

fällige Wegweisung falle in die Zuständigkeit der kantonalen Behörden. Auf 

Details dieses Entscheides wird – soweit entscheidwesentlich – in den Er-

wägungen eingegangen. 

Die Verfügung beziehe sich laut SEM auch auf M._______ alias J._______ 

(geboren am […], Frankreich) respektive J._______ alias N._______ (ge-

boren am (…), Kolumbien).  

G.  

Gegen diesen Entscheid erhoben die Beschwerdeführenden am 23. Ja-

nuar 2019 – unter Einreichung diverser Beweismittel – Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht und beantragten, die Ziffern 1 und 2 des Verfü-

gungsdispositivs seien aufzuheben und die Sache sei zur rechtsgenügli-

chen Entscheidfindung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei 

ihre Flüchtlingseigenschaft unter Asylgewährung festzustellen. In verfah-

rensrechtlicher Hinsicht sei der Rechtsvertretung Einsicht in die von der 

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Seite 5 

Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Beweis-

mittel zu gewähren; weiter sei die unentgeltliche Prozessführung zu ge-

währen, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und die 

Rechtsvertretung als amtlichen Rechtsbeistand zu bestellen. Es wurde so-

dann darauf hingewiesen, dass die (…) M._____ keine Beschwerde er-

hebe. Auf die Begründung dieses Rechtsmittels (sowie auf die eingereich-

ten Beweismittel) wird – soweit entscheidwesentlich – in den Erwägungen 

eingegangen. 

H.  

Am 25. Januar 2019 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein-

gang der Beschwerde. 

I.  

Mit Verfügung vom 6. Februar 2019 wurde das SEM angewiesen, Einsicht 

in die beantragten Akten zu gewähren. Das Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG in Verbin-

dung mit aArt. 110a Abs. 1 AsylG wurde auf einen späteren Zeitpunkt ver-

schoben und die Beschwerdeführenden wurden eingeladen, das Formular 

«Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege» ausgefüllt und unterschrieben 

innert Frist zu retournieren. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

wurde verzichtet und die Vorinstanz eingeladen, eine Vernehmlassung ein-

zureichen. 

J.  

Am 12. Februar 2019 stellte das SEM der Rechtsvertretung die gewünsch-

ten Akten zu. Mit gleichem Datum reichte es dem Bundesverwaltungsge-

richt eine Vernehmlassung ein, welche der Rechtsvertretung am 19. Feb-

ruar 2019 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde. 

K.  

Am 18. Februar 2019 wurde dem Bundesverwaltungsgericht das Formular 

«Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege» eingereicht. Gleichzeitig wurde 

eine Frist für eine Ergänzung der Beschwerde beantragt. 

L.  

Mit Verfügung vom 27. Februar 2019 wurde das Formular «Gesuch um un-

entgeltliche Rechtspflege» im Original an die Beschwerdeführenden zur 

Ergänzung retourniert. Gleichzeitig wurde ihnen eine Frist zur Ergänzung 

ihrer Beschwerde und zur Einreichung des erwähnten Formulars ange-

setzt. 

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Seite 6 

M.  

Am 11. März 2019 wurden das erwähnte Formular und eine Erklärung der 

Wohngemeinde mit Datum vom 7. März 2019 betreffend die Sozialhilfe zu 

den Akten gereicht. 

N.  

Mit Verfügung vom 20. März 2019 lehnte die Instruktionsrichterin die Ge-

suche um unentgeltliche Prozessführung und amtliche Verbeiständung 

mangels Bedürftigkeit ab. 

O.  

Mit Eingabe vom 21. März 2019 beantragte die Rechtsvertretung, die Ver-

fügung vom 20. März 2019 sei in Wiedererwägung zu ziehen. 

P.  

Dieses Gesuch wurde mit Verfügung vom 2. April 2019 mit der Begründung 

abgewiesen, nach einer summarischen Überprüfung dürfte von der 

Schutzfähigkeit und -willigkeit von Kolumbien ausgegangen werden, wes-

halb die Begehren als aussichtslos zu bezeichnen sein dürften. 

Q.  

Am 2. Dezember 2019 und 5. Oktober 2020 reichte die Beschwerdeführe-

rin bezüglich ihrer Gefährdung in Kolumbien persönlich weitere Beweismit-

tel (teilweise mit Übersetzungen) dem Gericht ein, deren Kopien am 

29. Dezember 2020 dem Rechtsvertreter zur Kenntnis zugestellt wurden: 

 eine Kopie einer eidesstattlichen Erklärung vom 15. Oktober 2019 

von O._______ («Notaria Única del Círculo de D._______»); 

 eine Kopie eines Screenshots bezüglich anonymer Telefonanrufe; 

 eine Kopie einer eidesstaatlichen Erklärung vom 15. Oktober 2019 

von P._______ («Notario 29 de Q._______»); 

 ein Schreiben der Beschwerdeführerin mit Datum vom 29. Oktober 

2019; 

 Eine Kopie einer «Resolución No. (…) del (…) de 2020» samt ein 

dazugehörendes E-Mail der «Unidad para las Víctimas» und 

 ein Screenshot eines Briefes der «Autodefensas Gaitanistas de Co-

lombia» vom (…) 2020, den ihre Mutter am (…) 2020 erhalten habe. 

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Seite 7 

Damit sei belegt, dass sie vom kolumbianischen Staat als Opfer schwerer 

Menschenrechtsverletzungen (Morddrohungen und Vertreibung) aner-

kannt worden sei. Ausserdem hätten die «Autodefensas Gaitanistas de Co-

lombia» sie zum militärischen Ziel erklärt. 

R.  

Der Rechtsvertreter bestätigte am 31. Dezember 2020 den Eingang dieser 

Akten und bat das Gericht, die Nachreichung des Originals des Drohbriefes 

der «Autodefensas Gaitanistas de Colombia» vom (…) 2020 bis mindes-

tens am 31. Januar 2021 abzuwarten.  

S.  

Mit Schreiben vom 30. Januar und 7. Februar 2021 erklärte die Beschwer-

deführerin dieses noch nicht erhalten zu haben, reichte indes das Original 

eines weiteren Drohschreibens (mit demselben Absender, Datum und In-

halt) zu den Akten, welches an ihrer alten Adresse in Bogotá (wo sie bei 

ihrer Freundin P._______ gewohnt habe) aufgefunden worden sei. 

Des Weiteren habe sie erfahren, dass der Ehemann der Frau, welche ihr 

bei der Suche nach ihrem (damals entführten) Kind geholfen habe, auf-

grund dieser Hilfe ermordet worden sei (unter Beilage eines Zeitungsbe-

richts). Ferner reichte sie ein Gerichtsurteil vom (…) 2017 bezüglich des 

kriminellen «(…)» ein, welchem T. angehört habe, zu den Akten; (…) 

(Bm. 9). 

T.  

In den Akten der Vorinstanz (A2 und A30) liegen folgende Dokumente: 

 eine Kopie eines Berichts des Hospital (…) in D._______ vom 

6. März 2016 bezüglich C._______ (Diagnose: Angststörung und 

Depression; Konsultationsgrund: Schmerzen bei Narbe [Projektil] 

im rechten Bein; Bm. 1); 

 eine Kopie eines dringenden Untersuchungsauftrags der Staatsan-

waltschaft vom (…) 2013 an das Comisaria de F._______, dass das 

Kind seit dem (…) 2013 bei T. sei und dieser den Kontakt zur Mutter 

unterbinde, die den gemeinsamen Haushalt aufgrund familiärer Ge-

walt verlassen habe; T. habe das Kind in seiner Gewalt, um Druck 

auf die Mutter auszuüben (Bm. 2); 

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Seite 8 

 ein Brief der Beschwerdeführerin an die Staatsanwaltschaft vom 

(…) 2013 (Anzeigeerstattung wegen regelmässiger Bedrohung 

[seit (…) 2013]; Bm. 3 und 19); 

 Kopien eines Auszugs aus dem Geburtsregister von B._______ der 

Gemeinde R._______ (ohne Angaben des Kindsvaters; Bm. 4) und 

eines beglaubigten Auszugs aus dem Geburtsregister von 

S._______ der Gemeinde F._______ vom (…) 2010 (mit Angaben 

des Kindsvaters; Bm. 5 und 22); 

 Kopien eines Auszugs aus dem Geburtsregister von C._______ der 

Gemeinde Bogotá (Bm. 6) und einer Vaterschaftsanerkennung von 

T. («Notaria Primera» in T._______) vom (…) 2010 (Bm. 7); 

 eine Kopie eines Bestätigungsschreibens der «Unidad para la Aten-

ción y Reparación Integral a las Víctimas» (UARIV) in Bogotá vom 

(…) 2012, dass die Beschwerdeführerin am (…) 2012 als Opfer re-

gistriert worden sei (Bm. 8); 

 ein Auszug aus dem Internet vom (…) 2009, dass T. alias 

«U._______» oder «V._______» («exjefe paramilitar») in 

F._______ festgenommen worden sei (Verdacht der Teilnahme an 

kriminellen Gruppen – Geldwäscherei von Drogengeld «nar-

cotráfico» durch seine «(…)»; Bm. 9); 

 ein Auszug aus dem Internet (Pressemitteilungen von «[…]»), dass 

T. am (…) 2009 in F._______ festgenommen worden sei (Bm. 10); 

 Berichte über die Demobilisierung des «(…)» (Bm. 11), über den 

Mord an (…) W._______ in D._______ am (…) 2001 (Bm. 14) so-

wie über die lokale Sicherheitslage (Bm. 16 und 20); 

 zwei Waffenscheine der Republik Kolumbien von T. für zwei be-

stimmte Waffen (gültig bis (…) 2005 respektive (…) 2009; Bm. 12); 

 ein Auszug aus dem Internet bezüglich des Handelsregistereintrags 

von T. («[…]»; Bm. 13); 

 ein Ausweis «Programa para la Reincorporación a la Vida Civil” von 

T. (ausgestellt am […] 2005; Bm. 15); 

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Seite 9 

 eine polizeiliche Meldung vom (…) 2013 bezüglich der Kindesent-

führung von S._______ und Drohungen seitens T. (Bm. 17); 

 eine Kopie eines Schreibens des Staatssekretariats für Menschen-

rechte in F._______ vom (…) 2013 (Bm. 18); 

 zwei Zertifikate der Universidad (…) in Bogotá vom 3. Dezember 

2014 und 12. Juni 2015 (Bm. 21) und ein kolumbianischer Fahraus-

weis der Beschwerdeführerin, ausgestellt am (…) 2013; 

 ein annullierter (ausgestellt am […] 2007, u.a. mit einem Visum der 

USA [gültig vom (…) 2013 bis (…) 2023] und einem Schengen-Vi-

sum [gültig vom (…) 2015 bis (…) 2015]) und ein aktueller kolum-

bianischer Reisepass der Beschwerdeführerin (ausgestellt am […] 

2015, u.a. mit einem Schengen-Visum [gültig vom (…) 2015 bis (…) 

2016]); 

 ein Reisepass der Republik Kolumbien von B._______ (ausgestellt 

am […] 2015, u.a mit einem Visum der USA [gültig vom (…) 2015 

bis (…) 2025] und einem Schengen-Visum [gültig vom (…) 2015 bis 

(…) 2016]); 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

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Seite 10 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

1.5 Weil die Beschwerdeführenden über ein Aufenthaltsrecht in der 

Schweiz verfügen, äusserte sich das SEM in seiner Verfügung vom 20. De-

zember 2018 nur zur Flüchtlingseigenschaft und Asylgewährung, jedoch 

nicht zur Wegweisung und deren Vollzug. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.  

3.1 Vorweg ist die Rüge der unvollständigen Sachverhaltsfeststellung und 

der ungenügenden Beweiswürdigung zu prüfen, da ein allfälliger formeller 

Fehler eine materielle Behandlung verunmöglichen würde. 

3.2 In der Beschwerde wurde moniert, dass die Vorinstanz den Sachver-

halt nur äusserst knapp und unvollständig dargestellt habe. So habe sie 

die Funktion von T. beim (…) und den neuen Formationen sowie die juris-

tischen Vorwürfe, welche gegen ihn erhoben worden seien, völlig ausser 

Acht gelassen. Des Weiteren habe das SEM die Rolle der Beschwerdefüh-

rerin, sie sei eine wichtige Zeugin von verschiedenen Geschäften von T. 

gewesen, ignoriert. Dabei handle es sich indes um zentrale Argumente, 

denn aufgrund ihres Wissens rund um die Aktivitäten von T. und seinen 

Verflechtungen befinde sie sich in einer akuten Gefahrenlage – ähnlich wie 

damals die (...) W._______, welche umgebracht worden sei. Ferner habe 

das SEM auch die Modalitäten der Ausstellung des Reisepasses von 

S._______, die Einleitung eines diesbezüglichen Strafverfahrens (Fäl-

schung der Geburtsurkunde) gegen die Beschwerdeführerin sowie den 

Umstand, dass T. weiterhin auf der Suche nach seinem Kind sei (vgl. hierzu 

E-420/2019 

Seite 11 

seine Anzeige gegen die Beschwerdeführerin wegen missbräuchlicher 

Ausübung des Sorgerechts), nicht berücksichtigt. 

3.2.1 Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein fal-

scher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise 

falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den 

Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-

pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043). 

3.2.2 Das SEM hat in seiner Verfügung zunächst die Vorbringen auf deren 

Glaubhaftigkeit geprüft. Dabei hat es bezüglich der geltend gemachten 

Entführung des Kindes sowie des Umstandes, dass die Beschwerdeführe-

rin sich vor T. habe verstecken müssen, Widersprüche festgehalten. In der 

Tat mag diese Prüfung dürftig erscheinen, doch zeigt sie auf, dass aus 

Sicht des SEM eine Verfolgungshandlung durch T. – mithin die Entführung 

des Kindes – sowie eine Verfolgung durch das Militär, die Guerilla oder 

verschiedene Politiker aufgrund von Widersprüchen bezweifelt und somit 

als unglaubhaft erachtet wurden. Damit hatte die Vorinstanz keinen Anlass 

die weiteren Vorbringen im Einzelnen zu berücksichtigen. Allein der Um-

stand, dass die Beschwerdeführenden zu einer anderen Würdigung ihrer 

Vorbringen gelangen, spricht nicht für eine ungenügende Sachverhaltsdar-

stellung. Folglich ist diesbezüglich kein formeller Mangel erkennbar. 

3.3 Ferner wurde gerügt, dass Art. 17 Abs. 2 AsylG in Verbindung mit Art. 5 

der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) verletzt 

sei. Art. 5 AsylV 1 bezieht sich darauf, dass bei Asylgesuchen von Ehepaa-

ren, eingetragenen Partnerinnen und Partnern oder Familien jede urteils-

fähige asylsuchende Person Anspruch auf Prüfung ihrer eigenen Asylvor-

bringen hat. Die Rüge wurde dahingehend begründet, dass – nachdem die 

Beschwerdeführenden Aussicht auf die Ausstellung einer ausländerrechtli-

chen Bewilligung durch den Kanton hatten – das SEM nicht mehr an einer 

Prüfung der Asylgesuche interessiert gewesen sei. Folglich habe es sich 

scheinbar nicht ernsthaft mit den geltend gemachten Vorbringen auseinan-

dergesetzt.  

Hierzu ist festzuhalten, dass Art. 5 AsylV 1 auf die vorliegende Konstella-

tion nicht anwendbar ist, da der französische Ehemann der Beschwerde-

führerin nicht in das Asylverfahren involviert ist. Ausserdem wurden die 

Vorbringen der Beschwerdeführerin vom SEM in seiner Verfügung gewür-

digt, weshalb die Rüge fehlschlägt. 

E-420/2019 

Seite 12 

3.4 Schliesslich monierten die Beschwerdeführenden eine Verletzung des 

Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV). Gemäss Art. 29 

VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör, welcher als Mit-

wirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer Partei einzuräumen sind, 

damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung brin-

gen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1 und BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.H.). 

Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbrin-

gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung 

angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, dass sich die Be-

gründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und 

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 

E. 2.2.1). 

3.4.1 Den Beweismitteln sei, so die Beschwerdeführenden, von vornherein 

ohne sachliche Begründung jede Erheblichkeit abgesprochen worden. So 

sei durch das Schreiben des Opferbüros (A2 Bm. 8) bestätigt, dass die Be-

schwerdeführerin ein Opfer des kolumbianischen Bürgerkrieges sei. Die 

Vaterschaftsanerkennung (A2 Bm. 7) belege, dass T. zu dieser Zeit in ei-

nem Hochsicherheitsgefängnis gewesen sei. Ferner sei bewiesen, dass T. 

auch nach seiner Demobilisierung Waffen besessen habe (A2 Bm. 12 und 

15) und illegalen Geschäften nachgegangen respektive kriminell gewesen 

sei (A2 Bm. 13 und 16), wie der Mord an W._______ belege (A2 Bm. 14). 

Ferner sei klar, dass T. aufgrund seiner Mitgliedschaft bei den AUC verhaf-

tet worden sei (A2 Bm. 9 f.). 

Nachdem die Vorinstanz die wesentlichen Vorbringen – Verfolgungshand-

lungen durch T. sowie durch die Guerilla, das Militär oder diverse Politiker 

– geprüft und angezweifelt hat (Art. 7 AsylG), hat sie bezüglich der Beweis-

mittel festgehalten, dass eine Anzeigeerstattung (A2 Bm. 2 f. und 17 bis 

19) respektive ein Eintrag ins Opferregister (A2 Bm. 8) kein Hinweis darauf 

seien, dass sich die Ereignisse wie geschildert zugetragen hätten. Damit 

hat das SEM, die zu den konkreten Verfolgungsvorbringen gehörenden Be-

weismittel gewürdigt und angemessen berücksichtigt. Die Begründung 

wurde so abgefasst, dass die Beschwerdeführenden den Entscheid sach-

gerecht anfechten konnten. Ausserdem wurden die wesentlichen Überle-

gungen genannt, von denen sich das SEM hat leiten lassen. 

3.4.2 Das Vorgehen der Vorinstanz, so die Beschwerdeführenden weiter, 

am Wahrheitsgehalt der Beweismittel zu zweifeln, weil die Verfolgung nicht 

glaubhaft gemacht worden sei, sei unzutreffend. In diesem Fall könne eine 

E-420/2019 

Seite 13 

Verfolgung nie durch Beweismittel glaubhaft dargelegt werden (vgl. hierzu 

Urteil BVGer E-3686/2017 vom 1. Februar 2018 E. 6.4.2). 

Die Flüchtlingseigenschaft ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr 

Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält 

(Art. 7 Abs. 2 AsylG). Das SEM hat vorliegend aufgrund von widersprüch-

lichen Angaben und Ungereimtheiten die Meinung vertreten, die Vorbrin-

gen seien unglaubhaft. Sodann hat es bezüglich der Beweismittel festge-

halten, dass diese die Vorbringen – eine Verfolgung aufgrund eines flücht-

lingsrelevanten Motivs – nicht belegen würden. Daher ist das Vorgehen 

des SEM im vorliegenden Fall nicht als unzutreffend zu bezeichnen. Diese 

Feststellung widerspricht nicht dem von den Beschwerdeführenden heran-

gezogenen Urteil BVGer E-3686/2017 vom 1. Februar 2018. Darin hat das 

SEM – im Gegensatz zum vorliegenden Fall – aufgrund der unglaubhaft 

dargelegten Vorbringen von vornherein auf eine eingehende Würdigung 

der Beweismittel verzichtet (vgl. a.a.O. E. 6.4.1), was vom Gericht als un-

zutreffend bezeichnet wurde (vgl. a.a.O. E. 6.4.2). 

3.5 Die vorgebrachten Rügen erweisen sich angesichts dieser Sachlage 

als unbegründet, weshalb keine Veranlassung besteht, die Sache aus for-

mellen Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das 

diesbezügliche Rechtsbegehren ist somit abzuweisen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

E-420/2019 

Seite 14 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.3 Das Bundesverwaltungsgericht ist an die Begründung der Vorinstanz 

nicht gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG) und kann auf Beschwerdeebene 

eine Substitution der Motive vornehmen. 

5.  

5.1 Das SEM hat zur Begründung seiner ablehnenden Verfügung festge-

halten, dass die Beschwerdeführerin zur geltend gemachten Entführung 

ihres Kindes beziehungsweise zu seiner Befreiung widersprüchliche Anga-

ben gemacht habe. Ferner habe sie an der BzP trotz Nachfrage nicht er-

wähnt, dass sie Drohungen von Angehörigen des Militärs, der Guerilla, der 

AUC oder von Politikern erhalten habe. Ausserdem sei es seltsam, dass 

sie sich vor T. habe verstecken müssen, jedoch gleichzeitig an der Univer-

sität studiert habe und diversen Jobs – wie in einer (…) oder in einer (…) – 

nachgegangen sei. Weiter sei unklar, ob sie als Touristin verschiedene süd-

amerikanische Länder sowie die Schweiz besucht oder ob sie dort jeweils 

um Schutz nachgesucht habe. 

Angesichts dieser Ungereimtheiten und Widersprüche sei es ihr nicht ge-

lungen, die geltend gemachte Furcht vor Verfolgung glaubhaft darzulegen. 

Die eingereichten Beweismittel könnten diese Feststellung nicht umstos-

sen. Weil die Vorbringen unglaubhaft seien, sei deren Asylrelevanz nicht 

zu prüfen. 

5.2 In der Beschwerde wurde hinsichtlich der Glaubhaftigkeit vorgebracht, 

dass die Schilderungen der Ereignisse ab dem Jahr 2002 substantiiert, 

plausibel und lebensecht seien. Gemäss Reportagen aus dem Internet sei 

klar, dass T. (bekannt als «U._______», «X._______» oder «V._______») 

als Chef der AUC demobilisiert worden sei, jedoch später durch seine (…) 

Geld gewaschen habe. T. lege grössten Wert darauf, nicht in den Medien 

zu erscheinen, weshalb es schwierig sei, Belege über seine aktuelle Tätig-

keit zu finden. Jedoch sei aus dem ähnlichen Werdegang eines engen 

Weggefährten mit Decknamen «Y._______» erkennbar, dass dieser nach 

der Demobilisierung sich der Gruppe «Los Urabeños» (heute «Clan del 

Golfo») angeschlossen habe; ein Indiz für die aktuelle Tätigkeit von T. Es 

sei ausserdem bekannt, dass die Nachfolgeorganisationen der paramilitä-

rischen Gruppen weiterhin schwerwiegende Verbrechen begehen würden 

und mit diversen Behörden oder Politikern verflochten seien. 

E-420/2019 

Seite 15 

Die Beschwerdeführenden seien in Kolumbien von T. und dessen parami-

litärischen Gruppen verfolgt worden, weil die Beschwerdeführerin über viel 

Wissen aus dem kriminellen Umfeld von T. verfüge. Deswegen sei 

S._______ von seinem Vater entführt und die Beschwerdeführerin mit dem 

Tod bedroht worden. Ausserdem habe sie eine Schussverletzung erlitten 

und sei vergewaltigt worden. Kurz nach ihrer Ausreise sei überdies ein 

Freund ihres Vaters ermordet worden und T. habe sie wegen missbräuch-

licher Ausübung des Sorgerechts angezeigt. Ferner werde sie von der 

Guerilla in Z._______ verfolgt, da sie dieser ihr Kind entrissen habe, als er 

sich als Pfand bei der Guerilla befunden habe. Weil sie – wie bereits er-

wähnt – über viele Informationen rund um die kriminellen Verflechtungen 

verfüge, sei sie auch von lokalen Militärangehörigen und Politikern verfolgt. 

Eine Verfolgung durch nichtstaatliche Akteure sei flüchtlingsrelevant, wenn 

– wie vorliegend – die asylsuchende Person vom Staat keinen adäquaten 

Schutz erhalte (vgl. hierzu Berichte der Schweizerischen Flüchtlingshilfe 

[SFH] und Amnesty International sowie Urteil BVGer D-6271/2018 vom 

18. Dezember 2018). Die Beschwerdeführerin habe sich mehrmals erfolg-

los an staatliche Institutionen gewandt. So oder so würde staatlicher 

Schutz aufgrund all der Verflechtungen nicht helfen. Dies zeige der nur sie-

benmonatige Gefängnisaufenthalt von T., obwohl ihm Mittäterschaft bei der 

Ermordung einer (…), Drogenhandel und Geldwäscherei vorgeworfen wor-

den seien. Schliesslich bestehe im vorliegenden Fall auch keine interne 

Schutzalternative, da T. nicht nur lokal grossen Einfluss habe. 

6.  

6.1 Bezüglich der Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG gilt Folgendes fest-

zuhalten: 

6.1.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Gericht zum Schluss, dass 

glaubhaft ist, dass die Beschwerdeführerin aus subjektiver Sicht befürch-

tet, T. sei aufgrund des gemeinsamen Kindes auf der Suche nach ihnen 

(A23 F60 und 68). Sie habe T. als Minderjährige kennengelernt und sei 

gegen den Willen ihrer Eltern im Jahr 2002 zu ihm nach F._______ gezo-

gen (A23 F47 f.). Dass T. ein Mitglied diverser krimineller Banden war oder 

ist, wurde von der Vorinstanz nicht bestritten (A2 Bm. 9 bis 16). Nach der 

Geburt des gemeinsamen Kindes habe sie sich im Jahr 2011 von T. ge-

trennt (vermutlich auch wegen häuslicher Gewalt, A2 Bm. 2 und 17) und in 

F._______ eine eigene Wohnung bezogen, wobei die Familie von T. sich 

trotz den Umständen um das gemeinsame Kind gekümmert habe (A23 F32 

und 99 f.). Auch scheint glaubhaft, dass sich T. im Jahr 2013 seines Kindes 

E-420/2019 

Seite 16 

ohne Einwilligung der Beschwerdeführerin behändigt habe (vgl. Bm. 2 

und 17). Wie S._______ schliesslich befreit worden sei, gemäss der Vor-

instanz habe sich die Beschwerdeführerin diesbezüglich in Widersprüche 

verwickelt, kann offengelassen werden. Ferner ist nachvollziehbar, dass 

die Beschwerdeführerin von T., weil sie sich von ihm getrennt hat, bedroht 

wurde (A23 F59, 92 f. und 100). Dass sie sich deshalb vor ihm und seinem 

– gemäss ihren Aussagen einflussreichen – Umfeld fürchtet, ist ebenfalls 

plausibel. Diese Furcht wird dadurch untermauert, dass sie sich eine Ge-

burtsurkunde von Jeronimo hat anfertigen lassen, um das Land ohne die 

Einwilligung des Vaters verlassen zu können. In dieser Geburtsurkunde, 

bei welcher es sich gemäss der Botschaftsabklärung um eine Fälschung 

handle (A35), ist der Name des Vaters nicht aufgezeigt (A2 Bm. 4). Ge-

mäss der Beschwerde wurde wegen dieser Fälschung ein Strafverfahren 

gegen die Beschwerdeführerin eingeleitet (A23 F125). 

6.1.2 Unglaubhaft ist indes, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihres 

Wissens rund um die kriminellen Handlungen von T. sowie von der Guerilla 

oder anderen kriminellen Banden verfolgt wurde respektive wird (A23 F53). 

Ihre Antworten bezüglich ihres Wissens blieben immer sehr unkonkret (z.B. 

«… Zeugin vieler Sachen» [A23 F59, 93 und 100]; «Ich war Zeugin dessen, 

dass diejenigen, die Attentate angeordnet haben, sich mit Aa._______ zum 

Kaffee in unser Wohnzimmer gesetzt haben …» [vgl. Eingabe vom 7. Feb-

ruar 2021, S. 5 des Briefes auf Deutsch]). Ausserdem ist unwahrscheinlich, 

dass die Beschwerdeführerin nach ihrer Trennung von T. im Jahr 2011 von 

dessen Geschäften konkret noch etwas mitbekommen haben soll, zumal 

er bereits während ihres Zusammenlebens sehr diskret gewesen sei. Von 

diesen scheint sie, nach der Festnahme von T. im (…) 2009, über die Me-

dien erfahren und daraus Schlüsse über die Zusammenhänge zwischen 

dessen Geschäften und gewissen Personen gezogen zu haben (A23 F53). 

Folglich ist nicht davon auszugehen, dass sie eine Geheimnisträgerin ist, 

die im Fokus mächtiger Organisationen oder Personen steht. 

6.1.3 Bezüglich der Beweismittel ist Folgendes zu sagen: Das Schreiben 

der Opferhilfe (A2 Bm. 8; A23 F52), soweit erkennbar, bestätigt einen Geld-

transfer zuhanden der Beschwerdeführerin; indes ist offen, weshalb sie 

konkret als Opfer anerkannt wurde. Gemäss der «Resolución No. (…)» 

vom (…) 2020 (vgl. Eingabe vom 5. Oktober 2020) wurde sie aufgrund ei-

ner Zwangsvertreibung vom (…) 2011 («Desplazamiento Forzado» von 

G._______ nach F._______), als Folge von Aktivitäten von mutmasslich 

bewaffneten Gruppen dieser Zone, als Opfer anerkannt. Damit gilt sie in 

E-420/2019 

Seite 17 

Kolumbien als intern Vertriebene, jedoch ist keine gezielt gegen sie gerich-

tete Verfolgung daraus erkennbar. 

Durch eine eidesstattliche Aussage brachte ihre Schwester O._______ zu 

Protokoll, dass sie bezüglich ihrer Schwester auch heute noch anonyme 

Anrufe erhalte und an ihrem Wohnort bedroht werde (vgl. Eingabe vom 

2. Dezember 2019). Dies belegt lediglich, dass Unbekannte, vermutlich T. 

oder Personen aus seinem Umfeld, weiterhin auf der Suche nach der Be-

schwerdeführerin (aus privaten Gründen) sind. Es sagt indes nichts über 

ein allfälliges flüchtlingsrechtliches Verfolgungsmotiv aus. Auch die eides-

stattliche Aussage von P._______ belegt lediglich, dass die Beschwerde-

führerin zwischen 2012 und 2015 bei ihr in Bogotá gewohnt habe (vgl. Ein-

gabe vom 2. Dezember 2019). 

Hinsichtlich des Schreibens der «Autodefensas Gaitanistas de Colombia» 

vom (…) 2020 ist festzustellen, dass es kein Motiv nennt, weshalb die Or-

ganisation die Beschwerdeführerin zum militärischen Ziel erklärt habe. 

Auch wenn die Gaitanistas davon ausgehen würden, sie sei eine Geheim-

nisträgerin, ist nicht nachvollziehbar, weshalb das Schreiben, erst neun 

Jahre nachdem sie T. im Jahre 2011 verlassen habe, verfasst worden sein 

soll. Des Weiteren stellt dieses Dokument lediglich einen Ausdruck eines 

auf einem Computer geschriebenen Briefes ohne Unterschrift oder ande-

ren Merkmalen dar, der von irgendeiner Person hätte verfasst werden kön-

nen. 

6.1.4 Als Zwischenergebnis gilt festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 

glaubhaft dargelegt hat, dass sie von T. verfolgt wird; vermutlich weil sie 

nach der Trennung das gemeinsame Kind mitgenommen hat. Indes ist 

nicht glaubhaft, dass T. sie als Mitglied einer paramilitärischen Gruppe auf-

grund ihres Wissens rund um seine vermutlich kriminellen Machenschaften 

verfolgt. 

6.2 Als flüchtlingsrechtlich relevante Motive einer Verfolgung werden ab-

schliessend Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimm-

ten sozialen Gruppe und politische Anschauung genannt (Art. 3 AsylG). 

Diese fünf Verfolgungsmotive sind über ihre sprachlich allenfalls enge Be-

deutung hinaus so zu verstehen, dass die Verfolgung wegen äusserer oder 

innerer Merkmale, die untrennbar mit der Person oder der Persönlichkeit 

des Opfers verbunden sind, erfolgt. Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes 

erfolgt immer wegen des Seins, nicht wegen des Tuns (vgl. BVGE 2014/28 

E. 8.4.1 und EMARK 2006 Nr. 32 E. 8.7.1).  

E-420/2019 

Seite 18 

6.2.1 Vorliegend ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden 

aus einem rein privaten persönlichen Motiv heraus von T. bedroht werden 

und er ihnen deswegen nachgestellt hat. Ein Verfolgungsmotiv im Sinne 

von Art. 3 Abs. 1 AsylG – auch nicht die Zugehörigkeit zu einer bestimmten 

sozialen Gruppe – ist nicht auszumachen. 

In den weiteren geschilderten Ereignissen ist ebenfalls kein flüchtlingsrele-

vantes Motiv erkennbar: So basiert der Grund, weshalb die Beschwerde-

führerin im (…) 2014 angeschossen (A2 Bm. 1 und A23 F59) respektive 

vergewaltigt worden sei (A23 F89 ff.), nur auf Vermutungen. Auch ist ihren 

Aussagen betreffend den Mord an einem Freund ihres Vaters (A23 F94) 

kein Zusammenhang mit den Belästigungen seitens T. zu entnehmen. 

6.2.2 Das Motiv bei einer nichtstaatlichen Verfolgung kann sich indes so-

wohl auf die eigentliche Verfolgung als auch auf die fehlende Schutzwillig-

keit der Behörden beziehen. Die entsprechende Motivation kann somit – 

alternativ – sowohl die eigentliche Verfolgung als auch die Schutzunwillig-

keit bezüglich dieser Verfolgung betreffen (vgl. beispielsweise Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts D-4533/2017 vom 22. Februar 2021 E. 6.3). 

Vorliegend ist kein flüchtlingsrechtlich motivierter Schutzunwille des kolum-

bianischen Staates auszumachen. Die Beschwerdeführerin hat sich im 

Rahmen der Suche nach ihrem Kind an die Behörden wenden können. 

Auch ist den Akten nicht zu entnehmen, dass sich diese aus einem flücht-

lingsrechtlichen Grund geweigert hätten – sollten sie tatsächlich nicht wei-

ter aktiv geworden sein – behilflich zu sein.   

6.3 Die glaubhaften Vorbringen der Beschwerdeführenden sind folglich 

nicht asylrelevant, weshalb das SEM die Asylgesuche im Ergebnis zu 

Recht abgewiesen hat. Auch die auf Beschwerdeebene eingereichten Be-

weismittel vermögen, wie erwähnt, an dieser Einschätzung insgesamt 

nichts zu ändern. Folglich erfüllen die Beschwerdeführenden die Anforde-

rungen der Flüchtlingseigenschaft nicht. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzu-

weisen. 

8.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss 

E-420/2019 

Seite 19 

Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde mit Verfügung vom 2. April 2019 abgelehnt. Bei 

diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdeführen-

den aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-

zusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

Weil mit Verfügung vom 2. April 2019 auch das Gesuch um amtliche 

Rechtsverbeiständung abgelehnt wurde, ist kein amtliches Honorar zu ent-

richten. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-420/2019 

Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe 

 

 

Versand: