# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cec6f074-0463-5a5d-a5f9-6cd7d2c178ec
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-07
**Language:** de
**Title:** Meniskusriss während Wanderung, kein Unfall und keine unfallähnliche Körperschädigung, Abweisung. (BGE 8C_456/2018)
**Docket/Reference:** UV.2017.00149
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2017.00149.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2017.00149
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiberin Kübler-Zillig
Urteil
vom
7. Mai 2018
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
Advokatur
Glavas
AG
Markusstrasse 10, 8006 Zürich
gegen
AXA Versicherungen AG
Generaldirektion
General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1960,
war seit dem 1. Januar 2013 bei der
Y.___
in einem Pensum von zirka 50 % als selbständige IT-Ausbildnerin tätig und war in dieser Eigenschaft bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: Axa) obli
ga
torisch gegen
Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert (Urk. 12/A1 Ziff. 1 und 3, Urk. 13/M1 S. 1 Mitte), als sie sich am 30. Oktober 2016 beim Wandern das Knie verdrehte (Urk. 12/A1 S. 2). Die Erstbehandlung erfolgte am 2. November 2016 im
A.___
, wobei eine symptomatische radiäre
Hinterhorn
läsion
des Innenmeniskus links diagnostiziert wurde (Urk. 13/M1 S. 1).
Mit Schreiben vom 18.
November
2016 (Urk. 12/A5)
und Verfügung vom 19. Dezem
ber 2016 (Urk. 12/A21) verneinte die Axa eine Leistungspflicht mangels Vorliegen eines Unfalles oder einer unfallähnlichen Körperschädigung. Die dagegen von der Versicherten
am 28. Dezember 2016
erhobene Einsprache (Urk.
12/A23) wies die Axa mit
Einspracheentscheid
vom 30. Mai
2017 (Urk. 12/A34 = Urk. 2
)
ab
.
2.
Die Versicherte erhob am 1
9.
Juni 2017 Beschwerde gegen den
Einsprache
ent
scheid
vom 30. Mai 2017 (Urk. 2) und beantragte
, es seien ihr die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen zu erbringen, eventue
ll
sei eine Gerichtsexpertise in Auftrag zu geben, um die Unfallmässigkeit der Beschwerden zu evaluieren (Urk. 1 S. 2, vgl. auch Urk. 7 S. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 24. August 2017 schloss die Axa auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 11 S. 2), worauf
am
24. November 2017 eine Instruktionsverhandlung mit Parteibefragung
durchge
führt
wurde (Urk. 15
, Prot. S. 3-8)
.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Das
hier zu beurteilende
Ereignis
hat am
30. Oktober 2016
stattgefunden
, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gen
de Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
1.3
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen
Lebens
bereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begrün
den keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusse
ren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100
E.
2d mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S. 176 f.)
bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam „programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Pro
grammwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1; RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1, Nr. U 510 S. 275, Nr. U 523 S. 541 E. 3.1).
1.4
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkun
g den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsion
en;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.5
Bei den unfallähnlichen Körpe
rschädigungen im Sinne von Art.
9
Abs.
2 UVV entfällt im Vergleich zu den eigentlichen Unfällen nach
Art.
4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusseren Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hinge
gen auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt namentlich für das Erfordernis des einwirkenden äusseren Faktors an sich, worunter ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, sinn
fälliger
–
eben unfallähnlicher
–
Einfluss auf den Körper zu verstehen ist. Dabei kann die schädigende Einwirkung auch in einer körpereigenen Bewegung be
stehen (Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.2 mit Hin
weisen auf BGE 139 V 327 E. 3.1, 3.3.1; 129 V 466 E. 2.2, 4.1
;
123 V 43 E. 2b).
Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist ein gesteigertes Schädi
gungspotenzial, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung führenden Faktors. Die physiologische Beanspruchung des Skeletts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren
Faktor dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2013 vom 1
4.
November 2013
E. 5.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E. 3.3.1, 129 V 466 E. 4.2.2, 4.3). Ein äusserer Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der Recht
sprechung vor, wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als
physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner Gliedmassen, verbunden ist (Urteil des
Bundes
ge
-
richts
8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E.
3.3.1). Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Ände
rungen der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, so etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen belastenden Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse unkontrollierbar gewordenen Positionsände
rung (vgl. BGE 129 V 466 E.
4.2.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3).
Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach
Art.
9
Abs.
2 UVV fallen als massgebender äusserer Faktor nicht in Betracht, wenn sie bei einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass ein davon unterscheidbares äusseres Moment mitspielen würde. Wer also etwa beim blossen Aufstehen, Absitzen, Abliegen, bei Bewegungen im Raum, Handreichungen und so weiter einen ein
schiessenden Schmerz verspürt, kann allein deswegen noch keine unfallähnliche Körperschädigung geltend machen. Ein äusserer Faktor ist nicht gegeben, wenn die versicherte Person einzig das erstmalige Auftreten von Schmerzen angibt, aber keine gleichzeitig mitwirkende äussere Komponente zu benennen vermag.
Auch ist das Erfordernis eines äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt, wenn
das Auftreten von Schmerzen bloss mit einem von der versicherten Person beschriebenen gewöhnlichen Bewegungsablauf einhergeht. Verlangt wird viel
mehr ein Geschehen, welchem ein gesteigertes Gefährdungspotenzial inne
wohnt, was zutrifft, wenn die als Schmerzauslöser angegebene Betätigung im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies bei vielen sportlichen Aktivitäten der Fall ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 129 V 466 E. 4.2.1, 4.2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Ablehnung einer Leistungspflicht im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 30. Mai 2017 (Urk. 2) damit, dass es zweifelsfrei am ungewöhnlichen äusseren Faktor fehle. Der Unfallbegriff sei unbestrittenermassen nicht erfüllt (S. 3 Ziff. 2.3.2).
Der vorliegend zu beurtei
lende Meniskusriss
sei zwar grundsätzlich eine Listenverletzung nach Art. 9 Abs. 2
lit
. e UVV. Strittig sei jedoch, ob es sich bei diesem Hergang überhaupt um ein unfallähnliches Ereignis im Rechtssinne handle (S. 3 Ziff. 2.3.4). Ge
-
stützt auf die Stellungnahme von
Dr.
med.
Z.___
sei das ange
gebene Ereignis nicht geeignet, eine derartige Meniskusschädigung zu verur
sachen, dazu wäre ein
währschaftes
Distorsionsereignis notwendig gewesen. Gemäss der Fachliteratur würden zudem bei unfallbedingten Meniskus-Läsio
nen, bei welchen die Grenzen der Belastbarkeit überschritten worden seien, zwangsläufig auch schützende Strukturen wie der Kapselbandapparat mitge
schädigt
. Eine solche Begleitverletzung sei vorliegend nicht dokumentiert, was umso mehr gegen einen traumatisch bedingten Meniskusschaden spreche
(S. 4 Ziff. 2.3.9).
Auch bei unfallähnlichen Körperschädigungen müssten zur Begrün
dung der Leistungspflicht des Unfallversicherers mit Ausnahme der Unge
wöhnlichkeit die übrigen Tatbestandsmerkmale des Unfalls erfüllt sein (S. 5 Ziff. 2.3.10). Das Auftreten von Schmerzen als solches sei kein äusserer (schädigender) Faktor im Sinne der Rechtsprechung (S. 5 Ziff. 2.3.11).
Es seien verschiedene Varianten angegeben worden, wie sich das Ereignis vom 30. Oktober 2016 zugetragen habe (S. 6 Ziff. 2.3.15). Die Aussage der ersten Stunde sei in der Regel unbefangener und zuverlässiger als spätere
Darstel
lungen (S. 5 Ziff. 2.3.14), weshalb auf die Sachverhaltsschilderung im Schreiben vom 13. November 2016 abzustützen sei (S. 6 Ziff. 2.3.16).
In der Beschwerdeantwort vom 24. August 2017
(Urk. 11)
führte die Beschwer
de
gegnerin sodann ergänzend aus,
beim Argument der Beschwerdeführerin, wonach sie bis zum Ereignis keine Beschwerden verspürt habe, handle es sich um die unzulässige Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc» (S. 3 f. Ziff. 3)
.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Urk.
7
) geltend,
sie sei tatsächlich auf dem lau
b
bedeckten Hang ausgerutscht. Dies habe nichts mit einer Anpassung des Sachverhaltes zu tun, sie habe lediglich vor
tragen wollen, was sich tatsächlich zugetragen habe
(S. 4 ad 1.2).
Im Rahmen der Sachverhaltsschilderung sei sie mit der Wortwahl überfordert gewesen, respektive sie habe das Ausgleiten auf dem Laub zunächst nicht als etwas Programmwidriges erkannt. Ausgleiten auf dem Laub Ende Oktober sei weder ungewöhnlich noch programmwidrig (S. 4 ad 1.1).
Das Ausrutschen mit Ver
drehen des verletzten Knies, wobei sie einen «Knacks» wahrgenommen habe, sei zweifelsohne ein ungewöhnlicher Faktor (S. 5 ad 2.3.2). Die Beschwerde
gegnerin werde dabei behaftet, dass in
casu
ein Meniskusriss entstanden sei, der einer Listenverletzung entspreche. Bei den somatischen Verletzungen werde die Adäquanz nicht weiter geprüft (S. 6 ad 2.3.4).
Bei Dr.
Z.___
sei davon auszugehen, dass er die Möglichkeit der Körperverletzung als unfallbedingt anerkannt habe (S. 7 ad 2.3.8). Alle Voraussetzungen des Unfallbegriffs aber auch der unfallähnlichen Körperschädigung seien vorbehaltlos zu bejahen. Das erhebliche und gesteigerte Schädigungspotential, indem sie in einem schrägen Gelände auf gefallenen Blättern nach unten gelaufen sei, gelte als weitaus höheres Gefährdungspotential als die in der Rechtsprechung anerkannten Fälle, in denen das
Gefährdungspotential eindeutig geringer sei (S. 8 ad 2.3.11 und 2.3.12).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin einen Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin aufgrund des Ereignisses am 30. Oktober 2016 aus der obligatorischen Unfallversicherung zu Recht verneint hat.
3.
3.1
Am 30. Oktober 2016 überdrehte sich die Beschwerdeführerin gemäss der am 4. November 2016 erfolgten Unfallmeldung beim Wandern das linke Knie (vgl. Urk. 12/A1 Ziff. 4 und 9 sowie S. 2).
3.2
Die Erstbehandlung erfolgte am 2. November 2016 im
A.___
, wobei PD
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, in seinem gleichentags erstellten Bericht eine symptomatische radiäre
Hinterhorn
läsion
des Innenmeniskus links diagnostizierte. Die Beschwerdeführerin zeige eine symptomatische mediale Meniskusläsion (Urk. 13/M1).
3.3
Das am 2. November 2016 durchgeführte MRI des linken Knies
ergab geringe degenerative Veränderungen im medialen
femorotibialen
Kompartiment mit
Chondropathie
Grad II. Beim medialen Meniskus gebe es eine umschriebene Unregelmässigkeit an der Unterfläche
basisnah
am Übergang von der dorsalen Pars intermedia zum Hinterhorn sowie leicht alteriert eine imponierende dorsale Aufhängung. Die Kollateralbänder und Kreuzbänder seien intakt, der Gelenker
guss mässig vermehrt (Urk. 13/M3).
3.
4
Anlässlich der Verlaufskontrolle am 8. Dezember 2016 hielt PD Dr.
B.___
fest, unter antiphlogistischer Behandlung habe sich die generalisierte
Synovitis
zurückgebildet. Es bestünden aber exquisite Knieschmerzen auf der Innenseite hinten bei tiefer
Kniebeugung und abruptem Drehen. Im Vergleich zur letzten Untersuchung hätten
sich keine neuen Aspekte mit eindeutiger Meniskus
symptomatik medial wie auch keine sonstigen Auffälligkeiten
ergeben
. Die Beschwerdeführerin zeige eine symptomatische traumatische mediale Meniskusläsion, es werde eine Kniearthroskopie links mit medialer
Teilmeniskektomie
geplant (Urk. 13/M2).
3.5
Am 22. Dezember 2016 führte PD Dr.
B.___
eine diagnostische Knie
ar
throskopie links, eine arthroskopische mediale
Teilmeniskektomie
links sowie eine arthroskopische partielle
Synovektomie
durch und diagnostizierte im gleichen
tags erstellten Operationsbericht eine dislozierte lappenförmige mediale Meniskusläsion links (Urk. 13/M6 S. 1). Die Operation sei komplikationslos verlaufen (S. 2).
3.6
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für Chirurgie, beratender Arzt der Be
schwerdegegnerin, führte in seinem Bericht vom 9. Mai 2017
(Urk. 13/M7)
nach Durchsicht der medizinischen Akten, Einsichtnahme in die bildgebende Abklä
rung vom 2. November 2016 sowie die intraoperative Fotodokumentation
aus, die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Beschwerden würden in Zusammenhang mit einem luxierten medialen Meniskuskomplexriss des linken Kniegelenks stehen. Es liege eine Meniskusrissbildung vor entsprechend der Diagnoseliste gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV (Ziff. 1). Ob zwischen dem geltend gemachten Ereignis und dem morphologischen Befund, wie er intraoperativ festgehalten sei, ein kausaler Zusammenhang bestehe, sei aus seiner Sicht fraglich. Die natürliche Kausalität sei aus seiner Sicht nur mit dem Bewe
isgrad der Möglichkeit gegeben (Ziff. 2). Es handle sich um eine Komplexrissbildung des medialen
Meniskushinterhorns
, welche in der Regel krankhaft degenerativer Art seien (Ziff. 2.a). Die intraoperative Fotodokumentation zeige zerfetzte Menis
kusanteile des
Hinterhorns
, welche lappenförmig ins Gelenk eingeschla
gen seien. Die Rissflächen seien abgerundet, was auf eine länger bestehende, chronische Läsion hinweise als lediglich zwei Monate (Ziff. 2.b).
C
hronische degenerative aber auch posttraumatische Meniskusrissbildungen könnten über lange Zeit klinisch stumm bleiben und würden dann plötzlich spontan oder aufgrund einer ungewohnten Bewegung symptomatisch, indem sie ins Gelenk hinein luxierten. Davon sei im vorliegenden Fall auszugehen (Ziff. 2.c). Die Sinnfälligkeit des angegebenen Ereignisses für die Ver
ursachung einer Menis
kusrissbild
ung erachte er als nicht gegeben. Für eine derartige Meniskusschä
digung, wie sie hier vorliege, müsse ein
währschaftes
Distorsionsereignis vor
handen sein (Ziff. 2.d).
4
.
4.1
Vorab gilt
es, den für die Beurteilung massgebenden Sachverhalt festzustellen.
Im Rahmen der Unfallmeldung wurde bezüglich d
e
s Ereignis
ses
vom 30. Oktober 2016 notiert, die Beschwerdeführerin habe sich beim Wandern auf einem Wanderweg das Knie überdreht (Urk. 12/A1 S. 2).
Auf dem Formular zum Schadenereignis führte die Beschwerdeführerin am 13. November 2016 weiter aus, beim Wandern/Spazieren habe es im linken Knie einen «Knall» gegeben.
Die Frage
Ereignete sich etwas Ungewöhnliches oder Programmwidriges, das zum Ereignis beitrug, z.B. ein Ausgleiten oder ein Sturz?
beantwortete sie
mit
„
Nein
“
.
Unmittelbar nach dem «Knall» habe sie das linke Knie von Stunde zu Stunde schlechter bewegen können. Treppen hinauf und
vor allem
hinunter gehen
sei ka
u
m mehr gegangen. Äusserlich habe sie keine Schwellung festgestellt (Urk. 12/A3).
Mit Schreiben vom 25. November 2016 präzisierte die Beschwerdeführerin den Sachverhalt wie folgt: Als sie
gewandert seien und über einen Hang hin
untergegangen seien, sei sie auf dem Laub ausgerutscht und habe sich in am Boden liegenden Holzästen verfangen. Es habe diesen Ruck gegeben, den sie als «Knall» bezeichnet habe. Ihr linkes Bein sei verdreht worden, was vermutlich die Schmerzen verursacht habe. Diese ruckartige Bewegung habe etwas in ihrem Knie bewirkt (Urk. 12/A10B).
Anlässlich eines Telefongespräches vom 8. Dezember 2016 führte sie aus, sie habe den Fragebogen wegen der Schmerzen nicht sorgfältig ausgefüllt. Beim Wandern sei sie gerutscht, habe sich in den Ästen verfangen, sodass es ihr das Bein verdreht habe. Gestürzt sei sie nicht, weil ihr Mann sie habe auffangen können. Sie sei dann noch bis zur nächsten Strasse gehumpelt, während ihr Mann das Auto geholt habe (Urk. 12/A12).
Im Rahmen der am
2
4.
November 2017 durchgeführten Instruktionsverhandlung erklärte die Beschwerdeführerin, sie sei am 30. Oktober 2016 mit ihrem Mann beim Wandern einen
Hang
hinaufgegangen. Danach, beim Hinunter
gehen, sei sie gestrauchelt, ausgerutscht und habe sich ein
wenig
an einem Ast verfangen. Sie wäre hingefallen, wenn ihr Mann sie nicht aufgefangen hätte. Es habe einen Knall gegeben, dies habe sie genau beschrieben (Prot. S.
4).
4.2
Weder aus der Unfallmeldung noch aus dem Formular zum Schadenereignis ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin während der Wanderung am 30. Oktober 2016 gestürzt oder ausgerutscht wäre (Urk. 12/A1 S. 2, Urk. 12/A3). Am 13. November 2016 führte sie auf dem Formular denn auch explizit aus, etwas Programmwidriges oder Ungewöhnliches wie ein Sturz oder ein Aus
gleiten habe sich nicht ereignet (Urk. 12/A3).
Gemäss ihren späteren Ausführungen ist die Beschwerdeführerin auf dem Laub ausgerutscht, gestrauchelt und hat sich (mit dem Fuss) in den am Boden
liegenden Holzästen verfangen (Urk. 12/A10B, Urk. 12/A12, Prot. S.  4). A
nlässlich der Instruktionsverhandlung
führte sie aus
, für sie sei ein Aus
rutschen ein Ausgleiten
. Ein Sturz sei nicht erfolgt, weil ihr Mann sie habe auffangen können. Von da her sei
das
„
Nein
“
in
ihren Augen auch heute noch korrekt. Sie sei aber gescheiter geworden und würde es heute anders formulieren (Prot. S. 7).
4.3
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Das Bundesgericht misst diesem Grundsatz regelmässig einen hohen Stellenwert bei (vgl. etwa Urteil 8C_534/2017 vom 5. Dezember 2017 E. 4.2). Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass sich die Beschwerdegegnerin daran orientiert hat. Dies gilt umso mehr, als vorliegend nicht lediglich zwei unterschiedliche Ereignisschilderungen zu würdigen waren und sind. Vielmehr handelt es sich um zwei sich gegenseitig ausschliessende Aussagen, zuerst sozusagen
„nicht A“ (kein Ausgleiten, kein Sturz) und später dann „A“ (Ausgleiten, Fast-Sturz).
Dass die Beschwerdegegnerin bei dieser Ausgangslage der zeitnaher zum Ereignis gemachten Aussage den höheren Beweiswert zuerkennt und somit eine Programmwidrigkeit im Sinne der Rechtsprechung als nicht überwiegend wahrscheinlich erachtet hat, dient der rechtsgleichen Behandlung aller Versicherter bei vergleichbarer Ausgangslage. Daran vermag nichts zu ändern, dass diese erste Angabe allenfalls auf ein allzu flüchtiges Lesen der gestellten Frage und damit ein Überlesen des nebst
einem allfälligen Sturz ausdrücklich erwähnten Ausgleitens zurückzuführen sein könnte.
5.
5.1
Zur Beurteilung einer allfälligen Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ist zunächst zu prüfen, ob das Ereignis vom 30. Oktober 2016 den Unfallbegriff im Sinne von Art. 4 ATSG
erfüllt.
Dabei ist vorliegend insbesondere der unge
wöhnliche äussere Faktor von Bedeutung.
Gestützt auf die massgebenden Schil
derungen der Beschwerdefü
hrerin (vgl. vorstehend E. 4.1-3
) steht fest, dass sie sich die Verletzung am linken Knie zuzog, ohne dass der natürliche Ablauf der Körperbewegung durch etwas Programmwidriges wie beispielsweise Stolpern,
Aus
gleiten, Anstossen oder Abwehren eines Sturzes beeinträchtigt war (vgl. BG
E 130 V 117 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_783/2013 vom 10. April 2014 E. 4.2)
.
Nachdem d
er äussere Faktor
gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
nur ungewöhnlich
ist
, wenn er - nach einem objektiven Massstab - nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_783/2013 vom 10. April 2014 E. 4.2)
,
könnte
selbst dann kein solcher Faktor
erkannt werden, wenn die Beschwer
deführerin ausgerutscht oder ausgeglitten wäre oder eine Abwehrbewegung zur Verhinderung eines Sturzes ausgeführt hätte. Wie diese nämlich selbst aus
führte, ist Ausgleiten auf Laub Ende Oktober nichts Ungewöhnliches (vgl. E. 2.2, Prot. S. 6), damit muss insbesondere auf
Wanderwegen
gerechnet werden. Das Ereignis vom 30. Oktober 2016 kann damit insgesamt mangels
eines
ungewöhnliche
n
äussere
n
Faktor
s
nicht als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG quali
fiziert werden.
5.2
Zu prüfen bleibt, ob das fragliche Ereignis allenfalls unfallähnlich war. Mit dem diagnostizierten Meniskusriss (vgl. E. 3.6) ist aus medizinischer Sicht unbe
stritte
nermassen eine Verletzung im Sinne von Art. 9 Abs. 2
lit
. c UVV ausge
wiesen.
Dem Ereignis vom 30. Oktober 2016 fehlt es allerdings an einem zur Bejahung des äusseren Faktors erforderlichen ge
steigerten Schädigungspotential
, sei es zufolge einer allgemeinen gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung führenden Faktors (vgl. vorstehend E.
1.5
).
Die Tatsache, dass im Zeitpunkt der Wanderung Ende Oktober Laub auf dem Boden gelegen hatte, führt
entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin
noch nicht zu einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, ist dies doch nicht Aussergewöhnliches und im Herbst eine häufige Naturerscheinung.
Gemäss den Schilderungen der Beschwerdeführerin in der Unfallmeldung sowie dem Formular zum Schaden
ereignis
kam es beim Wandern zu einem «Knall
»
im linken Knie
, ohne dass etwas Ungewöhnliches oder Programmwidriges zum Ereignis beigetragen hatte
(vgl. vorstehend E. 4.3
)
.
Das einzig Aussergewöhnliche war demnach das Auf
treten der Schmerzen, begleitet von einem als «Knall» bezeichneten Geräusch. Nachdem Schmerzen als Symptome einer Schädigung als massgebender äus
serer Faktor nicht in Betracht fallen
(vgl. vorstehend E. 1.5)
, ist
ein
hinzutreten
de
r
äussere
r
Faktor
zu verneinen.
5.3
S
odann
ist
darauf hinzuweisen, dass diese Beurteilung auch durch die Ausfüh
rungen von Dr.
Z.___
gestützt werden. Dieser führte in seinem Bericht vom 9. Mai 2017 detailliert und nachvollziehbar begründet sowie gestützt auf die vorliegenden Befunde aus, Komplexrissbildungen des medialen
Meniskushinter
horns
, wie sie bei der Beschwerdeführerin vorl
ä
ge
n
, seien in der Regel krankhaft degenerativer
Art.
Die abgerundeten
Rissflächen würden sodann auf eine länger
als lediglich zwei Monate
bestehende, chronische Läsion hinweisen. Für eine derartige Meniskusschädigung müsse ein
währschaftes
Distorsionsereignis vor
lie
gen
. Die natürliche Kausalität beurteilte Dr.
Z.___
nur als möglich, die Sinnfälligkeit des angegebenen Ereignisses für die Verursachung einer Meni
s
kus
rissbildung erachtete er als nicht gegeben
(E. 3.6).
Insgesamt sind damit auch die Voraussetzungen für die Qualifikation des Ereig
nisses vom 30. Oktober 2016 als unfallähnliche Körperschädigung zu ver
neinen.
5.3
Zusammenfassend steht somit fest, dass weder ein Unfallereignis vorliegt noch eine unfallähnliche Körperschädigung ausgewiesen ist.
Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leis
tung
en aus der Unfallversicherung demnach zu Recht verneint und der ange
fochtene
Einspracheentscheid
vom 30. Mai 2017 erweist sich als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
-
AXA Versicherungen AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem
siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannKübler-Zillig