# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 18816b43-c186-5eb7-b2c4-cad8f20a12ce
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-07-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.07.2020 D-2973/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2973-2019_2020-07-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2973/2019 

law/bah 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  J u l i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richterin Muriel Beck Kadima, Richterin Contessina Theis; 

Gerichtsschreiber Christoph Basler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Christian Wyss, Fürsprecher, 

Advokaturbüro,  

Gesuchsteller,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM) 

Quellenweg 6, 3003 Bern. 

   

Gegenstand 

 
Revision; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  

D-6033/2018 vom 22. März 2019. 

 

 

 

D-2973/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Gesuchsteller – ein Tamile mit letztem Aufenthalt in B._______ 

(Nordprovinz) – suchte am 4. August 2018 in der Schweiz um Asyl nach. 

Am 8. August 2018 führte das SEM mit ihm die Befragung zur Person 

(BzP) durch, am 13. September 2018 hörte es ihn einlässlich zu seinen 

Asylgründen an. 

A.b Zur Begründung des Asylgesuchs machte der Gesuchsteller beim 

SEM geltend, er habe sein Heimatland im Juli 2015 verlassen, weil er sich 

vor der Armee und dem CID (Criminal Investigation Department) gefürchtet 

habe. Seit Ende 2005/Anfang 2006 sei er im Finanz-Bereich für die LTTE 

(Liberation Tigers of Tamil Eelam) tätig gewesen. Im Jahr 2010 hätten seine 

Probleme begonnen, weil die Armee und der CID nach ihm gesucht hätten. 

In den Jahren 2011 bis 2014 sei er mehrmals bei seinen Brüdern gesucht 

worden. Da sein Cousin C._______, der ihn bei den LTTE eingeführt habe, 

ermordet worden sei, und zwei Männer (D._______ und E._______), die 

bei den LTTE denselben Job gemacht hätten wie er, verschwunden seien, 

habe er sich zur Ausreise aus Sri Lanka entschlossen. Im Juli 2015 sei er, 

mit seinem mit einem (…) Visum versehenen Reisepass, nach F._______ 

geflogen. Nach einem einjährigen Aufenthalt (…) habe er seine Reise in 

die Schweiz angetreten. Der Gesuchsteller gab beim SEM eine seinen 

Cousin betreffende Todesanzeige (aus dem Internet) ab. 

A.c Mit Verfügung vom 26. September 2018 stellte das SEM fest, der Ge-

suchsteller erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylge-

such ab. Zugleich verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ord-

nete den Vollzug der Wegweisung an. 

Das SEM führte zur Begründung der Verfügung aus, die Aussagen des 

Gesuchstellers seien widersprüchlich ausgefallen. Er habe bei der BzP nur 

den CID erwähnt, von dem er verfolgt worden sei, während er bei der An-

hörung von der Armee und dem CID gesprochen habe. In der Anhörung 

habe er zuerst unmissverständlich dargelegt, er und zwei LTTE-Kollegen 

würden seit dem Jahr 2010 vom CID gesucht, während er später gesagt 

habe, dies sei nur eine Vermutung. Die Suche nach ihm bei seinem Bruder 

in G._______ habe er auf die Jahre 2012, 2013 und 2014 datiert. Seine 

Furcht vor den Behörden habe er mit dem Verschwinden von zwei LTTE-

Kollegen begründet. Bei der Anhörung habe er indessen angegeben, er 

habe die Namen der Verschwundenen von anderen Kollegen erfahren, die 

mit ihm zusammengearbeitet hätten. Diese beiden (H._______ und 

D-2973/2019 

Seite 3 

I._______) seien 2008 beziehungsweise 2009 ins Vanni-Gebiet geflohen. 

Hinsichtlich der Namen der verschwundenen Kollegen habe er aber unter-

schiedliche Angaben gemacht. Bei der BzP habe er ausgesagt, die beiden 

seien 2009 oder 2010 verschwunden, bei der Anhörung habe er gesagt, 

dies sei zwischen 2007 und 2009 geschehen. Die Angaben des Gesuch-

stellers seien zudem vage und stereotyp, habe er doch keine genaueren 

Angaben zum Handeln der Behörden gemacht. So hätten seine Probleme 

2010 begonnen, 2011 sei er bei seiner Schwester gesucht worden und von 

2012 bis 2014 bei seinem Bruder in G._______. Er habe gesagt, er be-

fürchte, das gleiche Schicksal zu erleiden, wie die beiden verschwundenen 

Kollegen oder sein Cousin. Er habe aber nicht sagen können, was diesen 

genau widerfahren sei. Die Kollegen seien zwischen 2007 und 2009 ver-

schwunden und er habe deren Nachnamen nicht nennen können, obwohl 

es sogar seine Freunde gewesen seien. Es erstaune, dass er sich über 

Probleme mit dem CID beklagt habe, sei er doch bei der BzP nicht in der 

Lage gewesen, die Bedeutung dieser Abkürzung zu benennen. Unlogisch 

sei auch sein Handeln nach dem Jahr 2009; er habe gesagt, sein Cousin 

sei im Mai 2008 getötet worden, weil er dieselbe Arbeit wie er selbst ge-

macht habe, die beiden anderen Kollegen seien vor 2010 verschwunden 

und im Jahr 2009 hätten sich alle LTTE-Leute getrennt. Aus diesen Grün-

den fürchte er sich; trotzdem habe er bis 2011 ausgerechnet im Haus sei-

nes Cousins gelebt, das auch als LTTE-Büro gedient habe. Es sei zudem 

darauf hinzuweisen, dass der Gesuchsteller sich 2015 persönlich einen 

Reisepass beschafft und mit diesem Sri Lanka legal verlassen habe. 

B.  

Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 22. Oktober 2018 be-

antragte der Gesuchsteller, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, 

seine Flüchtlingseigenschaft sei anzuerkennen und es sei ihm Asyl zu ge-

währen. Eventuell sei die Angelegenheit zu neuem Entscheid an das SEM 

zurückzuweisen. Subeventuell sei seine vorläufige Aufnahme anzuordnen.  

Der Beschwerde lagen eine Anzeige bei der sri-lankischen Polizei des Bru-

ders des Gesuchstellers vom 2. Oktober 2008, ein Schreiben des Parla-

mentsmitglieds J._______ vom 28. September 2018 und eine Bestätigung 

des Bischofs von G._______ vom 10. August 2018 bei. 

C.  

Mit Urteil D-6033/2018 vom 22. März 2019 wies das Bundesverwaltungs-

gericht die Beschwerde als offensichtlich unbegründet ab. 

D-2973/2019 

Seite 4 

Zur Begründung des Urteils wurde ausgeführt, die Vorbringen des Gesuch-

stellers seien in vielen Punkten widersprüchlich und unsubtanziiert. So 

habe er bei der BzP angegeben, er habe sich vor Verfolgung gefürchtet, 

weil zwei Arbeitskollegen verschwunden seien, während er bei der Anhö-

rung gesagt habe, er habe sich gefürchtet, das gleiche Schicksal wie sein 

ermordeter Cousin zu erleiden. Die von ihm angegebenen Daten hinsicht-

lich des Verschwindens zweier Kollegen stimmten nicht überein, und zum 

Jahr, in dem er begonnen habe, für die LTTE zu arbeiten, habe er ebenso 

abweichende Aussagen gemacht wie zu seinem letzten Wohnort. Die gel-

tend gemachte Suche durch den CID basiere einerseits auf Vermutungen, 

anderseits seien die Ausführungen dazu widersprüchlich ausgefallen. Es 

erscheine unwahrscheinlich, dass er mit einem authentischen Reisepass 

legal ausgereist wäre, falls er wirklich wegen LTTE-Aktivitäten gesucht wor-

den wäre. Die eingereichten Beweismittel hätten kaum Beweiskraft und wi-

dersprächen den Aussagen des Gesuchstellers hinsichtlich der Frage, ob 

er nach seiner Ausreise bei seinem Bruder K._______ noch gesucht wor-

den sei oder nicht. Gemäss den eingereichten Schreiben sei K._______ im 

Jahr 2008 festgenommen und befragt worden, während der Gesuchsteller 

geltend gemacht habe, dieser sei zwischen 2012 und 2014 mehrmals be-

fragt worden. Die Aussagen des Beschwerdeführers seien als unglaubhaft 

zu werten. 

D.  

Der Gesuchsteller liess durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 

13. Juni 2019 beim Bundesverwaltungsgericht ein Revisionsgesuch gegen 

dessen Urteil D-6033/2018 vom 22. März 2019 einreichen. Darin wird be-

antragt, das angefochtene Urteil sei aufzuheben und dem Gesuchsteller 

sei Asyl zu erteilen. Eventuell sei das Urteil bezüglich der Ziffern 4 und 5 

der Verfügung des SEM vom 26. September 2018 aufzuheben und der Ge-

suchsteller sei vorläufig aufzunehmen. Subeventuell sei die Sache zur voll-

ständigen Sachverhaltsabklärung an das SEM zurückzuweisen. Dem Re-

visionsgesuch sei aufschiebende Wirkung zuzusprechen und dem Ge-

suchsteller sei zu gestatten, den Entscheid in der Schweiz abzuwarten. 

Dem Gesuchsteller sei das Recht auf unentgeltliche Rechtspflege zu ge-

währen, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten und 

der unterzeichnende Anwalt sei ihm als amtlicher Anwalt beizuordnen. Es 

sei eine angemessene Frist zum Nachreichen von Originaldokumenten 

aus Sri Lanka einzuräumen.  

Dem Revisionsgesuch lagen unter anderen folgende Beweismittel bei: Vor-

ladung der sri-lankischen Polizei (Message Form) vom 9. März 2019 mit 

D-2973/2019 

Seite 5 

Übersetzung, Auszug aus dem Police Information Book vom 26. April 2019 

mit Übersetzung, Eingangsanzeige der HRC (Human Rights Commission) 

Sri Lanka, Schreiben von K._______ an die HRC vom 7. Januar 2019 mit 

Übersetzung, Bestätigungsschreiben von L._______ vom 18. April 2019 

mit Übersetzung, Rehabilitationsnachweis von L._______, Auszug aus 

dem Police Information Book vom 2. Oktober 2008 mit Übersetzung, Be-

stätigung des Bürger-Komitees G._______ vom 6. April 2019.  

Begründet wurde das Revisionsgesuch im Wesentlichen damit, dass die 

Polizeivorladung mit den anderen neu erhaltenen Dokumenten eine mas-

sive Gefährdung des Gesuchstellers in Sri Lanka belege. Die Vorladung 

vom 9. März 2019 bestätige die polizeiliche Suche nach ihm; er hätte am 

12. März 2019 beim CID eine Erklärung abgeben sollen. Das Dokument 

sei von einem CID-Offizier unterzeichnet und weise auf eine staatliche Ver-

folgung hin. Ein Auszug aus dem Informationsbuch der Polizeistation 

G._______ sei am 26. April 2019 und somit nach dem zu revidierenden 

Urteil entstanden. Es handle sich um eine Aussage der Schwester des Ge-

suchstellers, die bei der Polizei erklärt habe, in der vorhergehenden Nacht 

hätten zwei Leute des CID nach dem Bruder M._______ gefragt. Sie hätten 

die Aushändigung des Gesuchstellers verlangt und gedroht, sie würden ihn 

erschiessen, falls sie ihn sähen. Die Familie habe bei der Polizei um Schutz 

ersucht. Des Weiteren werde eine Anzeigebestätigung bei der HRC des 

Bruders K._______ vom 7. Januar 2019 und ein Schreiben an die HRC 

beigelegt. Diese Dokumente hätten bei intelligentem Handeln des Bruders 

noch vor dem Urteil eingereicht werden können, seien aber ungeachtet 

dessen ein wichtiges zusätzliches Beweismittel. K._______ sei von unbe-

kannten Personen mehrmals nach dem Gesuchsteller gefragt worden. Als 

er am 7. Januar 2019 bei der Polizei habe Anzeige erstatten wollen, habe 

diese eine Anzeige gegen Unbekannt nicht entgegennehmen wollen. 

L._______ bestätige mit Schreiben vom 18. April 2019, dass er zusammen 

mit N._______ für die LTTE gearbeitet habe. Er sei verhaftet und gefoltert 

worden, was er mit einem Nachweis des Rehabilitationscamps bestätige. 

Mit dem Auszug aus dem Polizeiinformationsbuch vom 2. Oktober 2018 

werde belegt, dass der Bruder des Gesuchstellers sich bei der Polizei be-

schwert habe, weil sieben Unbekannte nach seinem Bruder (dem Gesuch-

steller) gesucht hätten. Sie hätten behauptet, er habe mit seinem erschos-

senen Cousin für die LTTE gearbeitet. Sie seien schon früher vorbeige-

kommen. Die Familie habe die Polizei um Schutz ersucht. In einer Bestäti-

gung des Citizens Committee von G._______ (MCC) vom 6. April 2019 

werde ausgeführt, dass der Gesuchsteller nach dem Tod seiner Eltern 

2005 den LTTE beigetreten sei, wo er seinen Cousin getroffen habe. Die 

D-2973/2019 

Seite 6 

Armee verdächtige ihn, LTTE-Mitglied gewesen zu sein. Die Schwester 

und ein Nachbar bestätigten per E-Mail, dass der Gesuchsteller immer 

noch vom CID gesucht werde (diese Dokumente würden zu einem späte-

ren Zeitpunkt im Original eingereicht werden).  

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 20. Juni 2019 hiess der Instruktionsrichter das 

Gesuch um Aussetzung des Wegweisungsvollzugs gut. Das Gesuch um 

Gewährung der vollumfänglichen unentgeltlichen Rechtspflege hiess er 

ebenfalls gut; er ordnete dem Gesuchsteller Fürsprecher Christian Wyss 

als amtlichen Rechtsbeistand bei. Zur Nachreichung der in Aussicht ge-

stellten Beweismittel setzte er Frist bis zum 22. Juli 2019. 

F.  

Der Gesuchsteller liess mit Eingabe vom 18. Juli 2019 ein Schreiben des 

sri-lankischen Anwalts O._______ vom 20. Juni 2019 einreichen. Dieser 

erklärt in seinem Schreiben, der Bruder des Gesuchstellers, K._______, 

sei am 14. März 2019 vom Armee-CID verhaftet worden; er sei bedroht und 

über den Gesuchsteller befragt worden, der das Land verlassen habe, 

nachdem er vom Armee-CID schwer gefoltert worden sei. Der Gesuchstel-

ler sei 2008 oder früher bei den LTTE gewesen. Nachdem sein Cousin er-

schossen worden sei, habe er sich einige Zeit versteckt gehalten; der CID 

habe versucht, ihn zu verhaften, weshalb er Sri Lanka verlassen habe. Der 

CID und die Polizei hätten die Familie des Gesuchstellers aufgefordert, ihn 

zum CID-Büro zu bringen.  

G.  

Der Instruktionsrichter ersuchte die schweizerische Botschaft in Colombo 

(nachfolgend Botschaft) mit Schreiben vom 2. Dezember 2019 um die Vor-

nahme von Abklärungen im Heimatland des Gesuchstellers. 

H.  

Mit Eingabe vom 6. Dezember 2019 liess der Gesuchsteller ein Message 

Form der Polizei G._______ vom 29. November 2019 mit Übersetzung 

nachreichen. Die Polizei sei beauftragt worden, den Gesuchsteller festzu-

nehmen und dem CID zu überbringen.  

I.  

Der Instruktionsrichter übermittelte das vorgenannte Beweismittel mit 

Schreiben vom 12. Dezember 2019 an die Botschaft. 

D-2973/2019 

Seite 7 

J.  

Die Botschaft teilte dem Bundesverwaltungsgericht am 25. März 2020 die 

Ergebnisse ihrer Abklärungen mit. 

Bei den Polizeidokumenten handle es sich um Fälschungen (der Polizeiof-

fizier (…), der auf der Message Form vom 9. März 2019 als Receiving 

Officer aufgelistet sei, habe nie bei der Polizeistation P._______ gearbeitet; 

2019 habe kein Polizeioffizier (…) auf der Polizeistation in G._______ ge-

arbeitet, zudem habe dort im selben Jahr kein Polizeiinspektor namens 

Q._______ gearbeitet, weshalb seine Unterschrift gefälscht sei; die Unter-

schrift auf dem Dokument vom 26. April 2019 entspreche nicht derjenigen 

des Head Quarters Inspector, zudem habe kein Offizier (…) namens 

R._______ auf der Polizeistation gearbeitet).  

Die Eintragung bei der Menschenrechtskommission (MRK) sei korrekt, 

diese habe in diesem Fall allerdings nichts unternommen und die Kläger 

hätten sich nicht mehr an sie gewandt.  

Das Schreiben des MCC sei echt. Gemäss dem (…) würden solche Schrei-

ben auf Anfrage der Betroffenen und nur nach Abklärung der Sachlage aus-

gestellt.  

Anwalt O._______ bestätige die Authentizität des Schreibens vom 20. Juni 

2019 und dessen Inhalt. Er habe erklärt, die Mutter der Brüder habe sich 

an ihn gewandt, nachdem K._______ verhaftet worden sei.  

Die Authentizität des Schreibens von L._______ habe nicht abgeklärt wer-

den können. Auf dem Rehabilitationsformular seien keine offensichtlichen 

Fälschungsmerkmale ersichtlich.  

K.  

Mit Zwischenverfügung vom 22. April 2020 stellte der Instruktionsrichter 

dem Gesuchsteller eine Kopie des Abklärungsberichts der Botschaft zu 

und gewährte ihm Frist bis zum 7. Mai 2020 zur Einreichung einer Stellung-

nahme. 

L.  

Der Gesuchsteller liess am 5. Mai 2020 eine Stellungnahme zu den Abklä-

rungsergebnissen einreichen, der eine provisorische Kostennote seines 

Rechtsvertreters vom selben Tag beilag. In der Eingabe wird darauf hinge-

wiesen, dass die Echtheit von drei Dokumenten bestätigt worden sei, mit 

D-2973/2019 

Seite 8 

denen bekräftigt werde, dass der Gesuchsteller von Sicherheitskräften ge-

sucht worden sei. Nach seiner Flucht ins Ausland sei sein Bruder 

K._______ im Jahr 2019 festgenommen worden. Falls man die drei be-

hördlichen Dokumente als nicht echt betrachte, seien sie als nicht beweis-

tauglich zu erkennen. Der Gesuchsteller habe die Echtheit nicht beurteilen 

können, weshalb ihm keine betrügerische Absicht unterstellt werden dürfe. 

Da die übrigen eingereichten Dokumente die Gefährdung glaubhaft beleg-

ten, schliesse die Annahme der Beweisuntauglichkeit der kritisierten Poli-

zeidokumente das Vorliegen einer asylrelevanten Verfolgung nicht aus. Er 

erwarte ein Schreiben seiner Schwester und namentlich von Nachbarn, 

welche die Verfolgung der Familie im Jahr 2019 bestätigten. Die Originale 

mit den Übersetzungen würden nachgereicht, sobald sie einträfen. 

M.  

Mit Eingabe vom 12. Mai 2020 übermittelte der Gesuchsteller ein Bestäti-

gungsschreiben des sri-lankischen Anwalts O._______ vom 5. Mai 2020 

und ein Schreiben des Friedensrichters von G._______, S._______, vom 

5. Mai 2020. Der Anwalt bestätige, dass der Gesuchsteller vom CID ge-

sucht werde. Der Friedensrichter bestätige, dass der Gesuchsteller im Jahr 

2008 mit den LTTE «verhängt» gewesen sei. Die Armeegeheimdienste hät-

ten versucht, ihn zu verhaften, und suchten immer noch nach ihm. Die 

G._______-Polizeistation habe ein Mitteilungsformular vom 19. November 

2019 im Zusammenhang mit der Verhaftung von Herrn M._______ an und 

eine bestätigte Kopie der Klage vom 26. April 2019 ediert. Diese sowie das 

Formular der P._______-Polizei vom 9. März 2019 seien echt. Als diese 

Dokumente durch eine ausländische Behörde hätten überprüft werden sol-

len, habe die Polizei sie als gefälscht erklärt, weil sie eine Beeinträchtigung 

künftiger Arbeit befürchtet habe. Im Zusammenhang damit seien die Ange-

hörigen des Gesuchstellers bedroht worden. Es werde darum ersucht, 

dass das Schreiben des Friedensrichters bei diesem überprüft werde. 

N.  

Am 30. Juni 2020 reichte der Gesuchsteller die Originale der bereits in Ko-

pie eingereichten Schreiben von Rechtsanwalt O._______ vom 5. Mai 

2020 und des Friedensrichters von G._______, S._______, vom 5. Mai 

2020 mitsamt dem Zustellumschlag ein. 

 

  

D-2973/2019 

Seite 9 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet gemäss Art. 105 AsylG 

auf dem Gebiet des Asyls in der Regel endgültig über Beschwerden gegen 

Verfügungen des SEM (vgl. zur Ausnahme Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Es 

ist ausserdem zuständig für die Revision von Urteilen, die es in seiner 

Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. BVGE 2007/21 E. 2.1). 

1.2. Gemäss Art. 45 VGG gelten für die Revision von Urteilen des Bundes-

verwaltungsgerichts die Art. 121–128 BGG sinngemäss. Nach Art. 47 VGG 

findet auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsgesuches Art. 67 

Abs. 3 VwVG Anwendung. 

1.3. Der Gesuchsteller beruft sich in seiner Eingabe vom 13. Juni 2019 da-

rauf, dass er am 25. Mai 2019 und am 29. April 2019 Dokumente aus Sri 

Lanka erhalten habe. Zentral sei eine polizeiliche Vorladung vom 9. März 

2019, die am 28. Mai 2019 ausgehändigt worden sei. Die Vorladung datiere 

vor dem angefochtenen Urteil, sei ihm jedoch erst nach Urteilseröffnung 

bekannt geworden. Die Vorladung sei seinem Bruder K._______ überge-

ben worden, als die Sicherheitskräfte nach ihm (dem Gesuchsteller) ge-

sucht hätten. Der Gesuchsteller macht damit die ursprüngliche Fehlerhaf-

tigkeit des Urteils D-6033/2018 vom 22. März 2019 geltend. Die Eingabe 

vom 13. Juni 2019 ist daher als Revisionsgesuch entgegenzunehmen. 

1.4. Der Gesuchsteller ist durch das Urteil D-6033/2018 vom 22. März 

2019 besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen 

Aufhebung oder Änderung. Er ist daher zur Einreichung des Revisionsge-

suchs legitimiert (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG in analogiam). 

2.  

2.1. Das Revisionsgesuch ist ein ausserordentliches Rechtsmittel, das sich 

gegen einen rechtskräftigen Beschwerdeentscheid richtet. Wird das Ge-

such gutgeheissen, beseitigt dies die Rechtkraft des angefochtenen Ur-

teils, und die bereits entschiedene Streitsache ist neu zu beurteilen (vgl. 

MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-

gericht, 2. Aufl. 2013, S. 303 Rz. 5.36). 

2.2. Das Bundesverwaltungsgericht zieht auf Gesuch hin seine Urteile aus 

den in Art. 121–123 BGG aufgeführten Gründen in Revision (Art. 45 VGG). 

D-2973/2019 

Seite 10 

Nicht als Revisionsgründe gelten Gründe, welche die Partei, die um Revi-

sion nachsucht, bereits im ordentlichen Beschwerdeverfahren hätte gel-

tend machen können (sinngemäss Art. 46 VGG). 

2.3. An die Begründung ausserordentlicher Rechtsmittel werden erhöhte 

Anforderungen gestellt. Reine Urteilskritik genügt den gesetzlichen Anfor-

derungen an die Begründung eines Revisionsgesuchs nicht. Das Gesetz 

umschreibt die Revisionsgründe eng, die Rechtsprechung handhabt sie 

restriktiv (vgl. ELISABETH ESCHER, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger [Hrsg.], 

Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, Art. 121 N 1; 

NICOLAS VON WERDT in: Seiler/von Werdt/Güngerich/Oberholzer, Stämpflis 

Handkommentar SHK, Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2015, Art. 121 N 9).  

Im Revisionsgesuch ist darzulegen, welcher gesetzliche Revisionsgrund 

angerufen und welche Änderung des früheren Entscheids beantragt wird. 

Die in Art. 121–123 BGG enthaltene Aufzählung der Revisionsgründe ist 

abschliessend (Verletzung von Ausstandspflichten; Nichtbeurteilung von 

Anträgen; versehentliche Nichtberücksichtigung von in den Akten liegen-

den Tatsachen; Verletzung der EMRK nach Vorliegen eines Entscheids des 

Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte; nachträgliches Erfahren 

von erheblichen Tatsachen oder Auffinden von entscheidenden Beweismit-

teln, unter Ausschluss von Tatsachen oder Beweismitteln, die erst nach 

dem Entscheid entstanden sind). Für die Zulässigkeit eines Revisionsbe-

gehrens ist es nicht erforderlich, dass der angerufene Revisionsgrund tat-

sächlich besteht, sondern es genügt, wenn der Gesuchsteller dessen Be-

stehen behauptet und hinreichend begründet. 

3.  

3.1. Gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG kann in öffentlich-rechtlichen An-

gelegenheiten die Revision eines Urteils verlangt werden, wenn die ersu-

chende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entschei-

dende Beweismittel auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibrin-

gen konnte, unter Ausschluss der Tatsachen und Beweismittel, die erst 

nach dem Entscheid entstanden sind. 

3.2. Der Revisionsgrund der nachträglich erfahrenen Tatsache beinhaltet 

zum einen, dass sich diese bereits vor Abschluss des Beschwerdeverfah-

rens verwirklicht haben muss; als Revisionsgrund sind somit lediglich so-

genannte unechte Noven zugelassen. Zum anderen verlangt Art. 123 

Abs. 2 Bst. a BGG, dass die gesuchstellende Partei die fragliche Tatsache 

D-2973/2019 

Seite 11 

während des vorangegangenen Verfahrens, das heisst bis zur Urteilsfäl-

lung, nicht gekannt hat und deshalb nicht geltend machen konnte. Ausge-

schlossen sind damit auch Umstände, welche die gesuchstellende Partei 

bei pflichtgemässer Sorgfalt hätte kennen können, ebenso, wenn die Ent-

deckung der erheblichen Tatsachen auf Nachforschungen beruht, die be-

reits im früheren Verfahren hätten angestellt werden können, denn darin ist 

eine unsorgfältige Prozessführung der gesuchstellenden Partei zu erbli-

cken (vgl. zum Ganzen MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 306 

Rz. 5.47). Dass es einer gemäss Art. 123 BGG um Revision ersuchenden 

Partei nicht möglich war, Tatsachen und Beweise bereits im früheren Ver-

fahren vor- beziehungsweise beizubringen, ist nur mit Zurückhaltung anzu-

nehmen. Der Revisionsgrund der unechten Noven dient nicht dazu, bishe-

rige Unterlassungen in der Beweisführung wiedergutzumachen (vgl. ELISA-

BETH ESCHER, a.a.O., Art. 123 N 8). 

3.3. Revisionsweise eingereichte Beweismittel sind nur dann als neu zu 

qualifizieren und beachtlich, wenn sie entweder neue erhebliche Tatsachen 

erhärten oder geeignet sind, dem Beweis von Tatsachen zu dienen, die 

zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil der ge-

suchstellenden Partei unbewiesen geblieben sind, respektive wenn sie bei 

Vorliegen im ordentlichen Verfahren vermutlich zu einem anderen Ent-

scheid geführt hätten. Auf Revisionsgesuche, die auf erst nach Abschluss 

des Beschwerdeverfahrens entstandenen Tatsachen oder Beweismitteln 

gründen, ist – unabhängig von der Frage der Erheblichkeit der neuen Tat-

sachen oder Beweismittel – nicht einzutreten (vgl. BVGE 2013/22 E. 13). 

3.4. Vorliegend ist somit zu prüfen, ob sich der Gesuchsteller auf erhebli-

che Tatsachen oder Beweismittel beruft, die vor dem Urteil D-6033/2018 

vom 22. März 2019 entstanden sind, die er aber im vorangegangenen Ver-

fahren nicht hatte geltend machen respektive beibringen können. Weiter ist 

zu prüfen, ob die neuen Vorbringen und Dokumente bei zumutbarer Sorg-

falt bereits im früheren Verfahren hätten geltend gemacht respektive bei-

gebracht werden können, und ob sie für die Tatbestandsermittlung ent-

scheidend sind, das heisst, ob sie geeignet sind, die tatbeständliche 

Grundlage des angefochtenen Urteils zu ändern und zu einem anderen 

Ergebnis zu führen. 

4.  

4.1. Der Gesuchsteller ruft mit der Einreichung von sich bisher nicht in sei-

nem Besitz befindlichen, vor dem angefochtenen Urteil datierender Be-

weismittel (Message Form vom 9. März 2019 [Vorladung] und Schreiben 

D-2973/2019 

Seite 12 

von K._______ sowie Eingangsbestätigung der HRC vom 7. Januar 2019) 

sinngemäss den gesetzlichen Revisionsgrund von Art. 123 Abs. 2 Bst. a 

BGG an (der in der Eingabe vom 13. Juni 2019 erwähnte Art. 66 Abs. 2 

Bst. a VwVG gelangt bei Revisionsgesuchen gegen Urteile des Bundes-

verwaltungsgerichts nicht zur Anwendung). Das Revisionsgesuch ist damit 

als grundsätzlich hinreichend begründet zu erachten (vgl. E. 2.3.). Auf-

grund der Angaben des Gesuchstellers und der zugestellten Übermitt-

lungsdokumente ist die in Art. 124 Abs. 1 Bst. d BGG festgehaltene Frist 

für die Einreichung eines Revisionsgesuchs eingehalten und auf dieses ist 

– unter Vorbehalt der nachfolgenden Ausführungen – einzutreten. 

4.2. Mehrere der im Revisionsverfahren eingereichten Beweismittel kön-

nen von vornherein nicht zur Revision des Urteils D-6033/2018 vom 

22. März 2019 führen, weil sie erst nach dem Urteil entstanden sind und 

sich teilweise auch auf Ereignisse beziehen, die sich erst nach dem Urteil 

zugetragen haben sollen. Im Einzelnen sind dies die folgenden Beweismit-

tel: Auszug aus dem Polizeiinformationsbuch vom 26. April 2019, Schrei-

ben von L._______ vom 18. April 2019, Bestätigung des Bürger-Komitees 

G._______ vom 6. April 2019, Schreiben des Anwalts O._______ vom 

20. Juni 2019 und 5. Mai 2020, Message Form der Polizei von G._______ 

vom 19. November 2019 und Schreiben des Friedensrichters von 

G._______ vom 5. Mai 2020. Diesbezüglich ist auf das Revisionsgesuch 

nicht einzutreten (vgl. E. 3.3.).  

4.3. Der Auszug aus dem Informationsbuch der Polizei vom 2. Oktober 

2008 wurde bereits im Beschwerdeverfahren zusammen mit Schreiben ei-

nes Parlamentsmitglieds J._______ vom 28. September 2018 und eine 

Bestätigung des Bischofs von G._______ vom 10. August 2018 (vgl. Sach-

verhalt Bst. B) eingereicht und im Urteil D-6033/2018 vom 22. März 2019 

als im Widerspruch zu den Aussagen des Gesuchstellers stehend gewür-

digt. Durch die nochmalige Einreichung dieses Dokuments könnte allen-

falls versucht werden, eine andere Würdigung desselben zu erreichen, was 

revisionsweise nicht zulässig ist. Dieses Dokument kann somit nicht zur 

Revision des angefochtenen Urteils führen. 

5.  

5.1. Einleitend ist festzuhalten, dass sowohl das SEM, als auch das Bun-

desverwaltungsgericht die Vorbringen des Gesuchstellers, die er im or-

dentlichen Verfahren machte, als unglaubhaft einstuften. Bezüglich der im 

D-2973/2019 

Seite 13 

Beschwerdeverfahren eingereichten Beweismittel ging das Gericht im Ur-

teil D-6033/2018 vom 22. März 2019d davon aus, es handle sich um Ge-

fälligkeitsdokumente.  

5.2. Hinsichtlich des eingereichten, vom Bruder des Gesuchstellers ver-

fassten, Schreibens an die HRC vom 7. Januar 2019 und deren Bestäti-

gung vom gleichen Tag steht aufgrund der Abklärungen der Botschaft fest, 

dass die Dokumente authentisch sind. Gemäss der Botschaft hat die HRC 

indessen keine Schritte eingeleitet und die Familie des Gesuchstellers 

habe sich bei ihr auch nicht mehr gemeldet. Beim Schreiben des Bruders 

des Beschwerdeführers handelt es sich somit um dessen durch die HRC 

nicht überprüften Angaben, denen nur beschränkte Beweiskraft zukommen 

kann. Der Umstand, dass sich der Bruder nach dem 7. Januar 2019 nicht 

mehr an die HRC wandte, um sich über den Verlauf der Angelegenheit zu 

informieren, lässt nicht darauf schliessen, dass er ein besonderes Inte-

resse an einem Tätigwerden der HRC hatte. An den Darlegungen des Bru-

ders gegenüber der HRC bestehen somit erhebliche Zweifel. 

5.3.  

5.3.1. Zum zweiten Dokument, das revisionsrechtlich relevant sein könnte 

(Message Form vom 9. März 2019) ist festzustellen, dass es sich um ein 

behördeninternes Formular handelt, das von der (…) an die Polizeistation 

von P._______ gesandt wurde. Der Gesuchsteller hätte sich am 12. März 

2019 zu einer Aussage zu seinen terroristischen Aktivitäten für die LTTE 

bei der (…) melden müssen. Originale dieses Formular-Vordrucks zirkulie-

ren gemäss den Erkenntnissen der schweizerischen Asylbehörden auch 

ausserhalb der Polizei, weshalb es sich um ein einfach zu fälschendes Do-

kument handelt (vgl. Urteil des BVGer E-1936/2018 vom 23. April 2018 

E. 5.4. und 7.4.1.). Im Revisionsgesuch wird behauptet, die Vorladung sei 

dem Bruder des Gesuchstellers ausgehändigt worden, als die Sicherheits-

kräfte bei diesem nach ihm (dem Gesuchsteller) gefahndet hätten. Es er-

scheint jedoch unglaubhaft, dass die sri-lankischen Sicherheitskräfte dem 

Bruder des Beschwerdeführers, den sie angeblich immer wieder behelligen 

sollen, ein behördeninternes Dokument aushändigen würden, in dem aus-

geführt wird, der Gesuchsteller werde aufgrund terroristischer Aktivitäten 

gesucht und habe sich zwecks einer Aussage bei den Behörden zu mel-

den. Dass die sri-lankischen Sicherheitsbehörden einen des Terrorismus 

Verdächtigten schriftlich darauf hinweisen würden, er werde des Terroris-

mus verdächtigt und seit Langem gesucht, und ihn aufforderten, sich bei 

ihnen zu melden, erscheint absurd. Der Zweifel an der Authentizität des 

D-2973/2019 

Seite 14 

Meldeformulars werden durch die Ergebnisse der Abklärungen der Bot-

schaft, gemäss denen es sich um ein gefälschtes Dokument handelt, be-

stätigt. Daran vermögen die Entgegnungen in den Stellungnahmen und 

das Schreiben des Friedensrichters von G._______ nichts zu ändern. Es 

stellt sich die Frage, weshalb der Friedensrichter, der hinsichtlich des Ge-

suchstellers über keine Akten verfügen dürfte, Kenntnis davon haben 

sollte, dass dieser auf einer Liste gesuchter Personen stehe und dass die 

von ihm beim Bundesverwaltungsgericht eingereichten internen Polizeido-

kumente allesamt echt sein sollten. 

5.3.2. Gemäss Art. 10 Abs. 4 AsylG können verfälschte und gefälschte Do-

kumente sowie echte Dokumente, die missbräuchlich verwendet wurden, 

vom SEM oder von der Beschwerdeinstanz eingezogen werden. Das als 

gefälscht erkannte Dokument (Message Form vom 9. März 2019) ist daher 

einzuziehen.  

5.4. Abschliessend ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass der Gesuch-

steller im Rahmen der Befragungen durch das SEM angab, seine Prob-

leme (die geltend gemachte behördliche Suche nach ihm) hätten im Jahr 

2010 begonnen (vgl. act. A19/17 S. 5). Auf entsprechende Nachfrage gab 

er bei der Anhörung vom 13. September 2018 an, er stehe mit seinen Bru-

der K._______ in Kontakt und habe diesen gefragt, ob nach seiner Aus-

reise (im Juli 2015) noch nach ihm gesucht worden sei. K._______ habe 

ihm gesagt, es gebe keine Probleme mehr, seit er (der Gesuchsteller) aus-

gereist sei; nach seiner Ausreise habe niemand mehr nach ihm gefragt (vgl. 

act. A19/17 S. 7). Ebenso gab der Gesuchsteller an, die Behörden hätten 

ihn im Jahr 2011 einmal bei seiner Schwester T._______ und zwischen 

2012 und 2014 mehrmals bei seinem Bruder K._______ gesucht (vgl. act. 

A19/17 S. 8). Den Aussagen des Gesuchstellers folgend, verliess er sein 

Heimatland im Juli 2015 legal über den Flughafen von Colombo (vgl. act. 

A6/11 S. 6), wonach die heimatlichen Behörden seine Angehörigen bis im 

September 2018 nicht mehr aufgesucht hätten. Wäre er wegen Aktivitäten 

für die LTTE behördlich gesucht worden, hätte er es wohl kaum gewagt, 

Sri Lanka mit seinem kurz zuvor persönlich und regulär erhaltenen Reise-

pass zu verlassen (vgl. act. A5/11 S. 6). Im Zusammenhang mit den vorge-

nannten Aussagen des Gesuchstellers erscheint unglaubhaft, dass er nach 

der Anhörung zu den Asylgründen im September 2018 wiederum bei meh-

reren Geschwistern intensiv gesucht werden soll, nachdem die Behörden 

von seiner legal erfolgten Ausreise Kenntnis haben müssen und sich drei 

Jahre lang nicht für ihn interessiert haben sollen. 

D-2973/2019 

Seite 15 

5.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Gesuchsteller mit 

den beiden vorliegend zu prüfenden Dokumenten nicht gelingt, eine be-

hördliche Suche nach seiner Person zu belegen. Vielmehr entsteht in An-

betracht der gesamten Aktenlage der Eindruck, der Gesuchsteller versu-

che mit der Einreichung von gefälschten Dokumenten und (revisionsweise 

nicht weiter zu prüfenden) Gefälligkeitsschreiben (die in mehreren Punkten 

im Widerspruch zu seinen Angaben stehen) eine ihm in Sri Lanka drohende 

Verfolgung zu belegen, nachdem es ihm im ordentlichen Verfahren nicht 

gelungen war, eine solche glaubhaft zu machen. Es erübrigt sich, auf die 

weiteren Ausführungen in den Eingaben des Gesuchstellers einzugehen, 

da sie an der Würdigung des vorliegenden Sachverhalts nichts zu ändern 

vermögen. 

5.6.  

5.6.1. Der Antrag in der Stellungnahme vom 12. Mai 2020, das Schreiben 

des Friedensrichters von G._______ sei bei diesem überprüfen zu lassen, 

ist abzuweisen. Einerseits ist das Schreiben aufgrund des Ausstellungsda-

tums revisionsrechtlich irrelevant, anderseits überzeugt es – soweit es eine 

Entgegnung zum Ergebnis der Botschaftsabklärung ist – nicht. Das Bun-

desverwaltungsgericht ist aus den erwähnten Gründen zur Auffassung ge-

langt, dass das eingereichte Meldeformular vom 9. März 2019 gefälscht ist, 

woran die anderslautenden Angaben des Friedensrichters nichts zu ändern 

vermögen. 

5.6.2. Im Revisionsgesuch vom 13. Juni 2019 und der Stellungnahme vom 

5. Mai 2020 wird angekündigt, dass der Gesuchsteller Schreiben seiner 

Schwester und von Nachbarn erwarte, mit welchen die Verfolgung der Fa-

milie im Jahr 2019 bestätigt werden solle. Momentan lägen sie nur in  

E-Mail-Form vor und seien nicht übersetzt. Es rechtfertigt sich nicht, die 

Einreichung dieser Schreiben abzuwarten, da sie revisionsrechtlich nicht 

relevant sind (vgl. BVGE 2013/22). 

6.  

In Anbetracht des vorstehend Gesagten ergibt sich, dass keine Gründe 

vorliegen, aufgrund derer das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  

D-6033/2018 vom 22. März 2019 in Revision zu ziehen wäre. Das Revisi-

onsgesuch ist demnach abzuweisen, soweit auf dieses einzutreten ist.  

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dem Gesuchsteller im vorlie-

genden Revisionsverfahren die Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 

D-2973/2019 

Seite 16 

Abs. 1 i.V.m. Art. 68 Abs. 2 VwVG). Da ihm mit Zwischenverfügung vom 

20. Juni 2019 die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde (Art. 65 

Abs. 1 i.V.m. Art. 68 Abs. 2 VwVG) und sich an den Voraussetzungen dazu 

nichts geändert hat, sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

8.  

Da dem Gesuchsteller mit Zwischenverfügung vom 20. Juni 2019 auch die 

unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 2 i.V.m. Art. 68 Abs. 2 

VwVG gewährt wurde, ist dem amtlichen Rechtsbeistand zulasten des Ge-

richts ein amtliches Honorar für die ihm entstandenen, notwendigen Kosten 

zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 i.V.m. Art. 68 Abs. 2 VwVG; Art. 7 ff. des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Bei der Bemes-

sung desselben ist auf die vom Rechtsvertreter vorgelegte Kostennote vom 

5. Mai 2020 abzustellen, da der dort ausgewiesene zeitliche Aufwand (9.5 

Stunden) und die aufgeführten Auslagen (Fr. 164.50 inkl. Honorar Dolmet-

scher von Fr. 120.–) als der Sache ebenso angemessen erscheinen, wie 

der zur Anwendung gebrachte Stundenansatz (Fr. 200.–). Hinzuzurechnen 

ist ein Aufwand von 30 Minuten für die Eingabe vom 12. Mai 2020. Das 

amtliche Honorar ist nach dem Gesagten auf insgesamt Fr. 2202.– festzu-

setzen (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-2973/2019 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1. 

Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit auf dieses eingetreten wird. 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3. 

Fürsprecher Christian Wyss wird durch das Bundesverwaltungsgericht ein 

amtliches Honorar von Fr. 2202.– ausgerichtet.  

4. 

Das als gefälscht erkannte Dokument (Message Form vom 9. März 2019) 

wird eingezogen. 

5. 

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Christoph Basler 

 

 

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