# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 57582898-8b93-5023-8082-4fe4681945ff
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-09-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 30.09.2011 UV 2010/38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2010-38_2011-09-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2010/38

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 01.04.2020

Entscheiddatum: 30.09.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 30.09.2011
Art. 18 UVG. Art. 16 ATSG. Anspruch auf Invalidenrente. Frage des 
Valideneinkommens bei einem Versicherten, der im Unfallzeitpunkt Gipser-
Lehrling war (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 
30. September 2011, UV 2010/38).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 30. September 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Niedermann, St. Leonhard-Strasse 20, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Invalidenrente

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Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ war als Gipser-Lehrling beim Gipsergeschäft B.___ angestellt und dadurch 

bei der Suva unfallversichert, als er am 30. April 2006 einen Treppensturz auf den 

Rücken erlitt (Unfallmeldung vom 22. Mai 2006; UV-act. II/1). Eine Röntgenabklärung 

ergab gemäss Bericht vom 4. Juli 2006 eine initiale Dehydratation des Diskus L5/S1 

und im Übrigen ein normales lumbales Kernspintomogramm (UV-act. II/6). Dr. med. 

C.___, FMH Physikalische Medizin, bescheinigte am 17. Juli 2006 das Vorliegen von 

hartnäckigen Kreuz-/Gesässbeschwerden (UV-act. II/7). Am 4. Oktober 2006 zog sich 

der Versicherte zuhause eine Fingerfraktur zu (UV-act. II/21). Dr. C.___ berichtete am 

27. Oktober 2006 unter anderem, er habe die Behandlung wegen Unzuverlässigkeit 

des Patienten abgeschlossen (UV-act. II/26). Eine ambulante Untersuchung im 

Kantonsspital St. Gallen ergab gemäss Bericht vom 23. November 2006, dass bei 

unauffälligem Röntgenbefund von Seiten des Spitals keine weiteren Massnahmen 

erforderlich seien. Dem Patienten sei sportliche Aktivität empfohlen worden (UV-act. II/

27).

A.b   Am 29. November 2006 fiel der Versicherte aus einer Höhe von ca. zwei Metern 

von einem Baugerüst (UV-act. I/1). Der erstbehandelnde Arzt Dr. med. D.___, 

Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte am 20. Dezember 2006 eine Metatarsale 

Fraktur des rechten Fusses und bestätigte eine volle Arbeitsunfähigkeit (UV-act. I/2). 

Am 18. Januar 2007 berichteten die Ärzte des Spitals Wil über eine anlässlich eines 

stationären Aufenthalts vorgenommene Plattenosteosynthese Metatarsale II rechts 

(UV-act. I/12). Am 15. März 2007 teilte die Suva dem Versicherten mit, bezüglich der 

Rückenbeschwerden bestehe ab 2. Dezember 2006 volle Arbeitsfähigkeit. Die ärztliche 

Behandlung sei diesbezüglich abgeschlossen worden, und der Unfall vom 30. April 

2006 werde als abgeschlossen betrachtet. Für das Ereignis vom 29. November 2006 

erbringe sie die gesetzlichen Versicherungsleistungen (UV-act. II/34, I/8). Am 5. Juli 

2007 eröffnete die Suva dem Versicherten, nach dem Ergebnis der ärztlichen 

Untersuchung vom 2. Juli 2007 (UV-act. I/29) sei er ab 4. Juli 2007 (wieder) zu 50% 

arbeitsfähig. Da die Arbeitsfähigkeit im Betrieb nicht mehr verwertet werden könne 

(Auflösung des Anstellungsverhältnisses), müsse diese aufgrund des allgemeinen 

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Arbeitsmarkts beurteilt werden (UV-act. I/32). Nach Entfernung des 

Osteosynthesematerials am 3. September 2007 (UV-act. I/45) und Auftreten einer 

Wundheilungsstörung (UV-act. I/54) erfolgte am 14. November 2007 im Kantonsspital 

St. Gallen ein erneuter operativer Eingriff am rechten Fuss (UV-act. I/59). In Berichten 

vom 4. April und 4. Juni 2008 wurde zusätzlich die Diagnose eines aktuellen CRPS Typ 

I gestellt (UV-act. 76, 95). Nach Durchführung von weiteren ärztlichen Behandlungen 

und Abklärungen (UV-act. I/99, I/102, I/109, I/115) stellte die Suva mit Verfügung vom 

14. Januar 2009 die Heilkostenleistungen auf dieses Datum und die Taggeldleistungen 

im Sinn einer Übergangslösung per 28. Februar 2009 ein (UV-act. I/119). Diese 

Verfügung bestätigte sie mit Einspracheentscheid vom 8. September 2009 (UV-act. I/

138), der in der Folge in Rechtskraft erwuchs.

A.c   Mit Verfügung vom 3. November 2009 verneinte die Suva die Voraussetzungen für 

die Ausrichtung einer Invalidenrente und einer Integritätsentschädigung mit der 

Begründung, es liege weder eine wesentliche Behinderung noch eine unfallbedingte 

Erwerbseinbusse oder eine erhebliche Schädigung der Integrität vor (UV-act. I/139). 

Die gegen diese Verfügung durch Rechtsanwalt lic. iur. R. Niedermann, St. Gallen, 

erhobene Einsprache (UV-act. I/141, I/148) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 

9. April 2010 ab (UV-act. I/153).

B.       

B.a   Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Niedermann für den Versicherten 

am 12. Mai 2010 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben, und es 

sei dem Beschwerdeführer eine Rente entsprechend einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 17% auszurichten. Zur Begründung legte er unter anderem dar, dass die 

Beschwerdegegnerin von einem zu tiefen Valideneinkommen bzw. von einem nicht 

anwendbaren Gesamtarbeitsvertrag und von zu tiefen Mindestlöhnen ausgehe. Im Juli 

2006 habe der Beschwerdeführer die Lehrabschlussprüfung nicht bestanden, worauf 

der Lehrvertrag um ein weiteres Jahr zwecks Wiederholung der Prüfung verlängert 

worden sei. Infolge der durch die Rücken- und Fussverletzung bedingten 

Arbeitsunfähigkeit habe der Beschwerdeführer praktisch keine Möglichkeit gehabt, 

seine mangelhaften praktischen Fähigkeiten bis zur Lehrabschlussprüfung im Sommer 

2007 zu verbessern. Obwohl er noch arbeitsunfähig gewesen sei, sei er im Juni 2007 

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nochmals zur Lehrabschlussprüfung angetreten, welche er jedoch wiederum nicht 

bestanden habe. Per 30. August 2007 sei das Arbeitsverhältnis aufgelöst worden. Er 

habe die Lehre im Sommer 2007 überwiegend wahrscheinlich infolge der durch den 

Unfall vom 29. November 2006 bedingten Arbeitsunfähigkeit nicht abschliessen 

können. Beim Valideneinkommen sei auf den Mindestlohn für Lehrabgänger im dritten 

Jahr nach der Lehre (Fr. 4'710.-- x 13) bzw. für gelernte Berufsarbeiter (Fr. 4'946.-- x 

13) gemäss Gesamtarbeitsvertrag (GAV) 2009-2012 abzustellen. Bei der Bestimmung 

des Invalideneinkommens werde zu Unrecht ein höherer Leidensabzug von 15% 

verweigert.

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 14. September 2010 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen 

Einspracheentscheids. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im 

angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus, die Annahme in der 

Beschwerde, der Beschwerdeführer habe die (erste) Lehrabschlussprüfung wegen 

mangelnden praktischen Fähigkeiten nicht bestanden, gehe fehl. Die Aussage, der 

Beschwerdeführer habe bei der zweiten Lehrabschlussprüfung lediglich in den 

praktischen Fächern den erforderlichen genügenden Notendurchschnitt nur ganz 

knapp verpasst, sei aktenwidrig. Es seien nicht die körperlichen Beschwerden 

gewesen, die den Beschwerdeführer am Bestehen der Lehrabschlussprüfung gehindert 

hätten. Er hätte auch ohne den Unfall seine Lehre im Juni 2007 überwiegend 

wahrscheinlich nicht abgeschlossen. Die Beschwerdegegnerin sei somit beim 

Valideneinkommen zu Recht nicht vom Lohn eines gelernten Gipsers ausgegangen. 

Selbst wenn zugunsten des Beschwerdeführers und entgegen den Angaben des 

Lehrbetriebs davon ausgegangen werde, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2009 

ohne den Unfall den Lohn eines Berufsarbeiters (gemäss GAV 2009-2012) erzielen 

würde, wäre kein Anspruch auf eine Invalidenrente ausgewiesen. Die Vorbringen in der 

Beschwerde würden keinen höheren Abzug beim Invalideneinkommen als 10% 

rechtfertigen. Selbst ein Leidensabzug von 5% würde den Umständen ausreichend 

Rechnung tragen. Da kein Rentenanspruch bestehe, erübrigten sich Ausführungen zum 

versicherten Verdienst.

B.c   Mit Replik vom 24. Januar 2001 bestätigte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers unter Einreichung weiterer Aktenstücke seinen Standpunkt. 

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Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin habe der Beschwerdeführer die 

beiden Lehrabschlussprüfungen nicht primär wegen mangelnder Schulleistungen, 

sondern insbesondere wegen der praktischen Fähigkeiten nicht bestanden. Der Grund 

hierfür liege bei der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit und damit der Unmöglichkeit, 

die Mängel in den praktischen Fähigkeiten im zusätzlichen Lehrjahr zu beheben (act. G 

17).

Erwägungen:

1.      

1.1    Streitig ist, ob der Beschwerdeführer als Folge des Unfalls vom 29. November 

2006 Anspruch auf eine Invalidenrente hat; hinsichtlich der Frage des Integritäts­

entschädigungsanspruchs erwuchs der Einspracheentscheid vom 9. April 2010 

unangefochten in Rechtskraft. Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen 

Entscheid die rechtlichen Voraussetzungen der Bemessung von Invalidenrenten 

zutreffend dar (Erw. 1); darauf ist zu verweisen.

1.2    Im Nachgang zu einem stationären Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon vom 

17. Juli bis 7. August 2008 wurde im Austrittsbericht vom 19. August 2008 

festgehalten, der Beschwerdeführer sei wegen subjektiver Schmerzzunahme und 

mangelnder Kooperation am Therapieprogramm vorzeitig entlassen worden. Infolge 

erheblicher Symptomausweitung, Selbstlimitierung und ungenügender Kooperation 

hätten die zu erwartenden Verbesserungen bezüglich Funktion und Belastbarkeit nicht 

erreicht werden können. Das Ausmass der demonstrierten Einschränkungen lasse sich 

mit den geringfügigen objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen 

Untersuchung und bildgebenden Abklärung (UV-act. I/101) sowie der Diagnose aus 

somatischer Sicht nur zum Teil erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich 

daher primär auf medizinisch-theoretische Überlegungen, ergänzt durch die 

Beobachtungen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm. Eine 

weitergehende Einschränkung lasse sich medizinisch-theoretisch nicht begründen. 

Aktuell bestünden keine Hinweise auf ein CRPS. Es bestehe keine psychische Störung 

von Krankheitswert. Die bisherige Tätigkeit als Gipser sei aktuell nicht zumutbar, da die 

Anforderungen zu hoch seien (langes Gehen und Stehen, Hantieren mit zu schweren 

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Lasten). Die Zumutbarkeit für andere berufliche Tätigkeiten werde im Moment noch 

nicht festgelegt, da die Leukozytenszintigraphie noch abzuwarten sei (UV-act. I/102). 

Eine Abklärung im Kantonsspital St. Gallen, Klinik für Nuklearmedizin, vom 22. August 

2008 ergab ein unauffälliges 3-Phasen-Teilkörperskelettszintigramm beider Füsse ohne 

Hinweis auf eine entzündliche oder ossäre Pathologie. Eine Osteomyelitis sei praktisch 

ausgeschlossen. Die Durchführung einer Leukozytenszintigraphie würde keine weitere 

Information bringen (UV-act. I/109). Kreisarzt Dr. med. E.___, Facharzt FMH für 

Chirurgie, hielt im Bericht der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 10. Dezember 

2008 unter anderem fest, der dystrophe Verlauf sei abgeheilt. Verblieben sei ein 

mögliches Schmerzsyndrom. Diese Unfallfolgen würden die Erheblichkeitsgrenze zur 

Ausrichtung einer Integritätsentschädigung nicht erreichen. Es stünden keine weiteren 

medizinischen Massnahmen zur Verfügung, die zu einer wesentlichen Verbesserung 

des Zustandes führen würden. Dem Patienten seien vollschichtig Tätigkeiten 

idealerweise mit Wechselpositionen, sitzend, aber auch im Raum und bis 

Mittelstrecken gehend zumutbar. Lange Gehstrecken wie Botengänge und repetitives 

Treppengehen seien wie das Heben und Tragen gelegentlich von schweren Gewichten 

wie auch das Besteigen von Leitern eingeschränkt. Zu vermeiden sei das Aussetzen an 

Vibrationen (UV-act. I/115).

2.      

2.1    Aufgrund der geschilderten medizinischen Akten (UV-act. I/102, I/109, 115) ist mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die frühere Tätigkeit als 

Gipser vom Beschwerdeführer nicht mehr ausgeübt werden kann, ihm jedoch 

Tätigkeiten mit Wechselpositionen, sitzend und bis Mittelstrecken gehend 

uneingeschränkt zumutbar sind, wobei lediglich bei langen Gehstrecken und 

repetitivem Treppengehen, beim Heben und Tragen von schweren Gewichten wie auch 

beim Besteigen von Leitern Einschränkungen bestehen. Zu vermeiden ist das 

Aussetzen an Vibrationen (UV-act. I/115). Anderslautende ärztliche Einschätzungen 

liegen nicht vor, und auch der Beschwerdeführer lässt die Zumutbarkeitsbeurteilung 

nicht in Frage stellen. Streitig sind hingegen die der Invaliditätsbemessung zugrunde 

liegenden Vergleichseinkommen (Art. 16 ATSG).

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2.2    Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im Zeitpunkt des (möglichen) Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird 

in der Regel am zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 

angepassten Verdienst angeknüpft; dies in der Annahme, dass die bisherige Tätigkeit 

ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 129 V 224 Erw. 4.3.1, mit 

Hinweisen). Eine berufliche Weiterentwicklung ist zu berücksichtigen, wenn konkrete 

Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine versicherte Person einen beruflichen Aufstieg 

und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht 

invalid geworden wäre (RKUV 1993 Nr. U 168, S. 100, Erw. 3b). Zur Festlegung des 

Valideneinkommens 2008 von Fr. 51'246.-- ging die Beschwerdegegnerin von dem im 

GAV 2007-2009 für das Maler- und Gipsergewerbe angegebenen Branchen-

Mindestlohn für branchenfremde Mitarbeiter (d.h. solche ohne Branchen-

Berufsabschluss) aus, der per 1. April 2008 Fr. 3'942.-- betrug (UV-act. I/153 S. 8 mit 

Hinweis auf UV-act. I/151 S. 12 Ziff. 9.3 und UV-act. I/86f). Der Beschwerdeführer stellt 

sich demgegenüber auf den Standpunkt, es sei auf den Mindestlohn für gelernte 

Gipser abzustellen (act. G 1 S. 5). Dieser betrug gemäss GAV 2009-2012 (abrufbar 

unter www.smgv.ch) Fr. 4'946.-- pro Monat bzw. Fr. 64'298.-- pro Jahr für die 

Kategorie der gelernten Berufsarbeiter ab drei Jahren Berufserfahrung. Für 

Lehrabgänger im 3. Jahr nach der Lehre beläuft sich der Monatslohn auf Fr. 4'710.-- 

pro Monat bzw. Fr. 61'230.-- pro Jahr.

        Zu prüfen ist die (hypothetische) Frage, ob der Beschwerdeführer ohne den Unfall 

vom 29. November 2006 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Lehre als Gipser 

(im zweiten oder dritten Anlauf) erfolgreich abgeschlossen hätte oder nicht. Anlässlich 

einer Besprechung vom 11. September 2006 gab die Arbeitgeberin des 

Beschwerdeführers zu Protokoll, dieser habe die Lehrabschlussprüfung nicht 

beschwerdebedingt, sondern eher wegen der schulischen Leistungen nicht bestanden. 

Sie (die Arbeitgeberin) habe trotz bestehender Unstimmigkeiten (Unpünktlichkeit, 

Absenzen) den Lehrvertrag um ein Jahr verlängert (UV-act. II/11). Die im Juni 2007 

abgelegte Wiederholungsprüfung bestand der Beschwerdeführer ebenfalls nicht, da er 

die reglementarische Minimalnote in den Fächern praktische Arbeiten und 

Berufskenntnisse sowie bei der Gesamtnote nicht erreichte (Beilage zu UV-act. II/121; 

act. G 17.1/4). Dieses Ergebnis macht deutlich, dass das Nichtbestehen der Prüfung 

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http://www.smgv.ch/

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nicht nur in mangelnden praktischen Fähigkeiten begründet war. Trotz Teilnahme am 

Unterricht (vgl. UV-act. I/4, I/27) und entsprechender Prüfungsvorbereitungsmöglichkeit 

erreichte der Beschwerdeführer weder im Fach Berufskenntnisse noch in der 

Gesamtwertung die erforderliche Minimalnote. Im Schreiben des Kantonal St. 

Gallischen Gewerbeverbandes vom 20. Juni 2007 wurde er darauf hingewiesen, dass 

er die Prüfung im Juni 2008 nochmals wiederholen könne (Beilage zu UV-act. II/121; 

act. G 17.1/4). In einem Fragebogen der Invalidenversicherung gab der ehemalige 

Arbeitgeber am 26. August 2008 an, bei gewissen Arbeiten (Decken verputzen, Wände 

abglätten zum Streichen) habe der Beschwerdeführer den Anforderungen nicht 

entsprechen können. Man habe "nur Umtriebe" mit ihm gehabt (Beilage zu UV-act. II/

121). Bereits in der Unfallmeldung vom 22. Mai 2006 hatte der Arbeitgeber erklärt, es 

bestünden riesige Probleme mit diesem Lehrling. Seiner Ansicht nach sei er "nur zu 

faul, um zu arbeiten" (UV-act. II/1). Die IV lehnte im Vorbescheid vom 17. November 

2009 die Kostengutsprache für eine erstmalige berufliche Ausbildung mit der 

Begründung ab, dass der Beschwerdeführer am 28. Juli 2009 vom IV-Berufsberater 

aufgefordert worden sei, sich bei ihm zu melden. Da er sich nicht gemeldet habe, 

werde davon ausgegangen, dass er kein Interesse an beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen habe (UV-act. I/140).

        Die geschilderten Umstände deuten darauf hin, dass der Beschwerdeführer 

sowohl die erste Lehrabschlussprüfung wie auch den zweiten Versuch in erster Linie 

wegen der mangelnden schulischen Leistungen nicht bestanden hat und die 

körperlichen Beschwerden nicht verantwortlich für das Nichtbestehen waren. Im 

Weiteren weisen die Gegebenheiten auf mangelnde Motivation des Beschwerdeführers 

im Zusammenhang mit Fragen der Berufsbildung und -ausübung hin. Zwar ist 

festzuhalten, dass die Behandlung im Nachgang zum Unfall vom 29. November 2006 

im Verlauf verzögert bzw. mit Komplikationen verbunden war und relativ lange dauerte 

(vorstehende Erw. 1.2), was die Wiederaufnahme der Arbeit nach dem Unfall 

erschwerte. Die Gipsertätigkeit wurde denn auch ärztlicherseits als nicht mehr 

zumutbar erachtet. Jedoch bestanden wie erwähnt bereits vor dem Unfall und damit 

unfallunabhängig berufliche Probleme, und auch für eine Neuorientierung mit Hilfe der 

IV bestand im Jahr 2009 offenbar kein wirkliches Interesse des Beschwerdeführers. Er 

hat denn auch nach seinen Angaben in der Beschwerdeschrift "bis heute die von der IV 

beabsichtigten Umschulungsmassnahmen noch nicht in Angriff genommen", weshalb 

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sein Rechtsvertreter auch der Rentenprüfung bzw. der Bemessung des 

Invalideneinkommens anhand von LSE-Löhnen zustimmt (act. G 1 S. 7). Die Frage, ob 

die dargelegten Umstände für die (hypothetische) Schlussfolgerung ausreichen, dass 

der Beschwerdeführer ohne Eintritt des Unfalls überwiegend wahrscheinlich auch im 

dritten Anlauf die Lehrabschlussprüfung als Gipser nicht geschafft hätte, kann jedoch - 

wie nachstehend zu zeigen sein wird - offenbleiben, denn selbst bei Annahme eines 

Valideneinkommens von Fr. 61'230.-- (Lohn von Lehrabgängern im dritten Jahr nach 

der Lehre) bzw. von Fr. 64'298.-- (gelernter Berufsarbeiter ab 3 Jahren Berufserfahrung) 

wäre der Rentenanspruch abzuweisen.

2.3    Das Invalideneinkommen ist anhand statistischer Löhne zu bemessen. Aus der 

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2008 TA 1 

Niveau 4 ist für Männer ein durchschnittliches Monatssalär von Fr. 4'806.-- ersichtlich. 

Das hieraus errechnete Jahressalär von Fr. 57'672.-- basiert auf 40 Wochenstunden 

und ist auf die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit 2009, d.h. auf 41.7 

Stunden, aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 60'123.-- ergibt. Im Jahr 2009 

stiegen die Nominallöhne um 2.1%, woraus für dieses Jahr ein Betrag von Fr. 61'386.-- 

resultiert.

        Es ist angesichts des dargelegten Zumutbarkeitsprofils (vollzeitliche Zumutbarkeit 

von Tätigkeiten mit Wechselpositionen, sitzend und bis Mittelstrecken gehend, mit 

gewissen Einschränkungen bei langen Gehstrecken und repetitivem Treppengehen, 

beim Heben und Tragen von schweren Gewichten wie auch beim Besteigen von 

Leitern) nicht ohne Weiteres davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine 

Erwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt wegen unfallbedingter 

Einschränkungen lediglich mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten kann. Ein 

Abzug lässt sich nicht schon damit begründen, dass der in Betracht fallende 

Arbeitsmarkt gesundheitsbedingt eingeschränkt ist. Vielmehr rechtfertigt sich ein 

Abzug nur, wenn der Versicherte auch im Rahmen einer von den Ärzten als geeignet 

erachteten Tätigkeit in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist und deshalb mit einem 

reduzierten Lohn zu rechnen hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Oktober 2010, 

8C_536/2010, Erw. 2.5 mit Hinweisen). In einer leichten bis mittelschweren 

wechselbelastenden Tätigkeit ohne lange Gehstrecken ist der im Zeitpunkt des 

Erlasses des angefochtenen Entscheids x-jährige Beschwerdeführer, der über eine 

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Niederlassungsbewilligung C verfügt (UV-act. I/121 [Lehrvertrag]), jedoch 

uneingeschränkt arbeitsfähig. Es fehlt an Anhaltspunkten dafür, dass unfallbedingt 

lediglich ein reduzierter Lohn erzielbar wäre. Wenn der Beschwerdeführer die 

Berücksichtigung der (fehlenden) Dienstjahre mit einem Abzug vom 

Invalideneinkommen unter Hinweis auf die Lohnangaben für gelernte Arbeiter gemäss 

GAV für das Maler- und Gipsergewerbe begründet, so ist mit der Beschwerdegegnerin 

(act. G 7 S. 5) festzuhalten, dass es vorliegend um den Durchschnittslohn aller 

Branchen (nicht nur der Maler- und Gipserbranche) und aller Dienstalterskategorien von 

ungelernten Arbeitskräften geht. Beim geschilderten Sachverhalt erscheint ein 

Leidensabzug nicht ausgewiesen. Demgemäss ergibt die Gegenüberstellung des 

Invalideneinkommens von Fr. 61'386.-- mit dem (höheren) Valideneinkommen von Fr. 

64'298.-- eine Erwerbsunfähigkeit von 5% (aufgerundet; BGE 130 V 122 Erw. 3.2). Die 

Berücksichtigung eines Leidensabzuges von 5% würde zu einer Erwerbsunfähigkeit 

von 9% (abgerundet) führen. Würde als Valideneinkommen der hier - unter Annahme 

der bestandenen Lehrabschlussprüfung - angemessen erscheinende Lohn von 

Lehrabgängern im dritten Jahr nach der Lehre zugrunde gelegt (Fr. 61'230.-), läge der 

rechnerische Invaliditätsgrad noch tiefer. Die Beschwerdegegnerin verneinte damit zu 

Recht einen Rentenanspruch.

3.      

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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