# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e475a1f5-571c-5c5f-8a50-9a802dd82175
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-16
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 16.09.2020 WNO.2019.1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WNO-2019-1_2020-09-16.pdf

## Full Text

460 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2020 

 

50 Eigenmietwertbesteuerung  

- Normenkontrollverfahren: Festlegung der Eigenmietwerte im 

Aargau 

- Die Eigenmietwerte betragen 60 % der Marktmiete (§ 30 Abs. 2 

StG). Der Regierungsrat überprüft die Marktlage periodisch. Er 

unterbreitet dem Grossen Rat Bericht und Antrag, wenn sich die 

Marktwerte gegenüber den nach § 30 Abs. 2 StG festgelegten 

Eigenmietwerten um mehr als 5 Prozentpunkte verändert haben 

(§ 218 Abs. 3 StG). 

- Gemäss dem Dekret über die Anpassung der Eigenmietwerte vom 

24.  November 2015 (AnpD; SAR 651.140) wurden die Eigenmiet-

werte angehoben, so dass der Median aller Eigenmietwerte seither 

bei 60 % liegt. 

- Die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangt jedoch, dass die 

verfassungsmässige Grenze des steuerlich massgeblichen Eigenmiet-

werts auch im Einzelfall – und nicht etwa der Median aller Eigen-

mietwerte – bei 60 % der Marktmiete liegt. Dies wird durch die aar-

gauischen Regelungen (§ 218 Abs. 3 StG, AnpD) nicht gewährleistet, 

womit sie gegen Art. 8 Abs. 2 und Art. 127 BV verstossen und (im 

entsprechenden Umfang) aufzuheben sind.  

Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 

16. September 2020, in Sachen A. gegen den Kanton Aargau (WNO.2019.1).  

 

2020 Verwaltungsrechtspflege 461 

XIV. Verwaltungsrechtspflege 

 

51 Prinzipale Normenkontrolle 

- Voraussetzung für die Überprüfung von Erlassen ist das Vorliegen eines 

Rechtssatzes. 

- Die verwaltungsrechtliche Natur von Vorschriften setzt zudem voraus, 

dass diese hauptfrageweise (nicht als Vorfrage) von Verwaltungsbehörden 

angewendet werden oder eine Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts im 

Klageverfahren besteht. 

- Das Dekret zur Prämienverbilligung ist keiner abstrakten 

Normenkontrolle zugänglich. 

Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 19. Februar 

2020, in Sachen A., B. und C. gegen Kanton Aargau (WNO.2019.2). 

Aus den Erwägungen 

2. 
2.1. 
Gemäss § 70 Abs. 1 VRPG können dem Verwaltungsgericht 

Vorschriften verwaltungsrechtlicher Natur in kantonalen Gesetzen, 
Dekreten und Verordnungen sowie Erlassen von Gemeinden, 
öffentlich-rechtlicher Körperschaften und Anstalten jederzeit zur 
Prüfung auf ihre Übereinstimmung mit übergeordnetem Recht unter-
breitet werden. 

2.2. 
Im Rahmen der prinzipalen (oder abstrakten) Normenkontrolle 

prüft das Verwaltungsgericht Normen auf ihre Vereinbarkeit mit 
übergeordnetem Recht hin (vgl. MICHAEL MERKER, Rechtsmittel, 
Klage und Normenkontrollverfahren nach dem aargauischen Gesetz 
über die Verwaltungsrechtspflege, Kommentar zu den §§ 38-72 
aVRPG, Zürich 1998, § 68 N 60). Dabei wird ein Rechtssatz mit