# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b8163da3-db59-5e63-9e76-acd00f3db2f5
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-19
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 19.08.2025 ZVE.2025.12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZVE-2025-12_2025-08-19.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 1. Kammer 

 

ZVE.2025.12  
(SC.2025.6)  

 

 

Entscheid vom 19. August 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Lindner, Präsident  

Oberrichter Giese  

Oberrichterin Möckli         

Gerichtsschreiber Tognella 

 

 
   

Gesuchsteller   A._____,  

[..,] 

 

    
    

Gesuchs-

gegnerin 

 B._____ GmbH,  

[…] 

 

  

 

 
 

Gegenstand  Arbeitsrechtliches Schlichtungsverfahren 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Mit Schlichtungsgesuch vom 20. Januar 2025 beantragte der Gesuchsteller 

beim Bezirksgericht Aarau, Arbeitsgericht: 

 

" Die beklagte Partei sei zu verurteilen, der klagenden Partei  
 

- den Betrag von Fr. 2'976.55 netto zu bezahlen; 
 
- den Betrag von Fr. 6'218.00 brutto abzüglich Soziallasten zu 

bezahlen; 
 

Die beklagte Partei sei unter Hinweis auf die Unterlassungsfolgen ge-
mäss Art. 343 ZPO zu verurteilen, der klagenden Partei  
 
-  ein Vollzeugnis auszustellen; 
 
- Lohnabrechnungen für die Zeit vom April, Juni, Juli, Sept., Okt., 

Nov., Dez., 2022; April, Juni 2023; Oktober 2024 zu erstellen; 
 
-  Lohnausweis 2024, Abrechnung über die Quellensteuer für das 

gesamte Arbeitsverhältnis; 
 
Unter Kostenfolgen zu Lasten der beklagten Partei." 

 

1.2. 

Mit Eingabe vom 31. Januar 2025 teilte die Gesuchsgegnerin mit, die An-

gelegenheit sei infolge einer von den Parteien am 16. Dezember 2024 vor 

dem Bezirksgericht Aarau erzielten Einigung per Saldo aller Ansprüche ab-

geschlossen. 

 

1.3. 

Mit Entscheid vom 13. Februar 2025 erkannte die Präsidentin des Arbeits-

gerichts: 

 

" 1. 
Auf das Schlichtungsgesuch wird nicht eingetreten. 
 
2. 
Die auf den 28. Februar 2025, 8.00 Uhr, angesetzte Verhandlung findet 
nicht statt. 
 
3. 
Es werden keine Gerichtskosten gesprochen und keine Parteientschä-
digungen ausgerichtet." 
 

 - 3 - 

 

 

2. 

2.1. 

Gegen diesen ihm am 19. Februar 2025 zugestellten Entscheid erhob der 

Gesuchsteller mit Eingabe vom 24. Februar 2025 sinngemäss Berufung. 

 

2.2. 

Am 4. und 20. März 2025 reichte der Gesuchsteller unaufgefordert weitere 

Eingaben ein. 

 

2.3. 

Mit Berufungsantwort vom 28. März 2025 beantragte die Gesuchsgegnerin: 

 

" Die Berufung sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann, un-
ter Kosten- und Entschädigungsfolge." 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Vorinstanz begründete ihr Nichteintreten auf das Schlichtungsgesuch 

im Wesentlichen damit, die Parteien hätten in Bezug auf das Arbeitsver-

hältnis anlässlich der Schlichtungsverhandlung vom 16. Dezember 2024 

(SC.2024.97) einen Vergleich geschlossen und in dessen Ziffer 4 festge-

halten, dass sie mit Vollzug des Vergleichs aller Ansprüche aus dem Ar-

beitsverhältnis auseinandergesetzt seien. Dasselbe Arbeitsverhältnis liege 

auch dem vorliegenden Schlichtungsgesuch zu Grunde, weshalb darüber 

bereits rechtskräftig entschieden sei und auf eine allfällige Klage nicht ein-

zutreten wäre. Unter diesen Umständen sei das Nichtvorliegen einer Pro-

zessvoraussetzung für die Schlichtungsbehörde offensichtlich und es 

rechtfertige sich – auch um einen prozessualen Leerlauf zu vermeiden –, 

auf das vorliegende Schlichtungsgesuch nicht einzutreten (angefochtener 

Entscheid E. 4.2.). 

 

1.2. 

Gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO ist die Berufung zu begründen. In seinen 

Ausführungen hat sich der Berufungskläger mit der Begründung im erstin-

stanzlichen Entscheid im Einzelnen und sachbezogen auseinanderzuset-

zen (REETZ, in: Sutter-Somm / Lötscher / Leuenberger / Seiler [Hrsg.], Kom-

mentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO-Komm.], 4. Aufl. 

2025, N. 36 zu Art. 311 ZPO). Begründen bedeutet aufzuzeigen, inwiefern 

der angefochtene Entscheid als fehlerhaft erachtet wird. Hierfür muss die 

Berufung hinreichend klar abgefasst sein, was insbesondere eine genaue 

Bezeichnung der beanstandeten Passagen sowie der Aktenstücke, auf 

welche sich die Kritik stützt, bedingt (BGE 141 III 569 E. 2.3.3, 138 III 374 

E. 4.3.1, Urteil des Bundesgerichts 5A_466/2016 vom 12. April 2017 

 - 4 - 

 

 

E. 2.3). Allgemeine Kritik am vorinstanzlichen Entscheid genügt nicht 

(BGE 141 III 569 E. 2.3.3, 138 III 374 E. 4.3.1, Urteile des Bundesgerichts 

5A_466/2016 vom 12. April 2017 E. 2.3, 4A_651/2012 vom 7. Februar 

2013 E. 4.2; SEILER, Die Berufung nach ZPO, 2013, N. 896; HURNI, Der 

Rechtsmittelprozess der ZPO, ZBJV 2020, S. 76). Der Berufungskläger hat 

dem angefochtenen Entscheid vielmehr eine Gegenargumentation entge-

genzustellen (HURNI, a.a.O., S. 74 und 75 ff.).  

 

1.3. 

Der Gesuchsteller bringt mit seiner Berufung soweit verständlich einerseits 

verschiedene Vorwürfe gegen die Gesuchsgegnerin als Arbeitgeberin vor, 

unter anderem bezüglich der Umstände seiner Kündigung und des ihm 

ausbezahlten Lohnes. Andererseits beanstandet er (in pauschal gehalte-

nen und nicht detailliert nachvollziehbaren Ausführungen) das Verhalten 

des Richters im ersten Verfahren (SC.2024.97), welches mit einem Ver-

gleich beendet worden ist. 

 

1.4. 

Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens kann nur die Frage 

sein, ob die Vorinstanz auf das Schlichtungsgesuch zu Recht nicht einge-

treten ist. Eine Gutheissung könnte daher nur zu einer Rückweisung an die 

Vorinstanz zwecks Durchführung des Schlichtungsverfahrens führen. We-

der können im Berufungsverfahren allfällige Ansprüche des Gesuchstellers 

aus seinem Arbeitsverhältnis mit der Gesuchsgegnerin geprüft werden, 

noch kann das Verhalten des Richters aus einem anderen Verfahren beur-

teilt werden. Mit der Begründung der Vorinstanz, wonach über die im 

Schlichtungsverfahren geltend gemachten Ansprüche bereits rechtskräftig 

entschieden worden sei, setzt sich der Gesuchsteller nicht auseinander. 

Dies führt grundsätzlich zu einem Nichteintreten auf die Berufung.  

 

2. 

2.1. 

Die Präsidentin des Arbeitsgerichts erliess den angefochtenen Entscheid 

in der Funktion als Schlichtungsbehörde (§ 4 Abs. 1 lit. b i.V.m. § 8 Abs. 1 

lit. a EG ZPO). Die Frage, ob eine Schlichtungsbehörde überhaupt einen 

Nichteintretensentscheid fällen darf, wird in Lehre und Rechtsprechung 

kontrovers diskutiert (vgl. BGE 146 III 47 zur sachlichen und BGE 146 III 

265 zur örtlichen Zuständigkeit mit je zahlreichen Hinweisen auf die Lehre). 

Es stellt sich daher die Frage einer allfälligen von Amtes wegen zu beach-

tenden Nichtigkeit des angefochtenen Entscheids. Es ist aus diesem Grund 

nachfolgend zu prüfen, ob im vorliegenden Fall ein solcher Nichteintreten-

sentscheid zulässig gewesen ist. 

 

2.2. 

Das Gericht tritt gemäss Art. 59 Abs. 1 ZPO auf eine Klage oder auf ein 

Gesuch nicht ein, sofern die Prozessvoraussetzungen nicht erfüllt sind. 

 - 5 - 

 

 

Eine Prozessvoraussetzung unter anderen ist nach Art. 59 Abs. 2 lit. e ZPO, 

dass die Sache noch nicht rechtskräftig entschieden ist. Ein vor einer 

Schlichtungsbehörde abgeschlossener Vergleich hat nach Art. 208 Abs. 2 

ZPO die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheids. In einen Vergleich kön-

nen gemäss Art. 201 Abs. 1 Satz 2 ZPO auch ausserhalb des Verfahrens 

liegende Streitfragen zwischen den Parteien einbezogen werden.  

 

2.3. 

Obwohl sich Art. 59 Abs. 1 und Art. 60 ZPO ihrem Wortlaut nach nur an 

das Gericht wenden und der Nichteintretensentscheid in den Bestimmun-

gen über den Schlichtungsversuch nicht ausdrücklich erwähnt wird, ist ein 

Nichteintretensentscheid der Schlichtungsbehörde nicht von vornherein 

ausgeschlossen. Die Schlichtungsbehörde ist im Grundsatz aber keine Ent-

scheidinstanz. Ihre primäre Aufgabe besteht gemäss Art. 201 Abs. 1 Satz 

1 ZPO im Versuch, die Parteien in formloser Verhandlung zu versöhnen. 

Kommt es zu keiner Einigung, so erteilt sie in Anwendung von Art. 209 Abs. 

1 ZPO grundsätzlich die Klagebewilligung. Ein Nichteintretensentscheid 

der Schlichtungsbehörde kommt daher höchstens in Betracht, wenn die 

Prozessvoraussetzung offensichtlich fehlt (Entscheid des Appellationsge-

richts Basel-Stadt BEZ.2021.79 vom 31. August 2022 mit Verweisen auf 

BGE 146 III 47 und 146 III 265). 

 

2.4. 

Nach der Ansicht von ZÜRCHER ist eine Prüfungsbefugnis der Schlichtungs-

behörde mit Bezug auf Prozessvoraussetzungen wie das Rechtsschutzin-

teresse, anderweitige Rechtshängigkeit oder abgeurteilte Sache grund-

sätzlich abzulehnen. Das vergleichsweise formlose Schlichtungsverfahren 

(fehlender Schriftenwechsel, beschränkte Beweiserhebungsmöglichkeiten) 

sei nicht darauf ausgelegt, derartige, unter Umständen heikle Abgrenzun-

gen erfordernde Fragen in verlässlicher Weise zu klären und einem Ent-

scheid zuzuführen. Die Beantwortung solcher Fragen setze oftmals fundier-

tes juristisches Wissen voraus, das nicht überall – zumindest nicht bei mit 

Laien besetzten Schlichtungsbehörden – in gleichem Masse zur Verfügung 

stehe (ZÜRCHER, in: Sutter-Somm / Lötscher / Leuenberger / Seiler, a.a.O., 

N. 6c zu Art. 59 ZPO). ZINGG ist der Meinung, es sei – von klaren Rechts-

missbrauchsfällen abgesehen – sinnvoller, wenn die Schlichtungsbehörde 

solche Entscheide dem Gericht überlasse (ZINGG, in: Berner Kommentar, 

2012, N. 31 zu Art. 60 ZPO). Nach EGLI / MROSE dürfte der Entscheid über 

solche Prozessvoraussetzungen meist dem urteilenden Gericht vorbehal-

ten bleiben, da diese Prozessvoraussetzungen aufwändige Abklärungen in 

rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht verlangten. Die erforderliche Offen-

sichtlichkeit werde kaum je gegeben sein (EGLI / MROSE, in: Brunner / 

Schwander / Vischer, Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 

3. Aufl. 2025, N. 25 zu Art. 202 ZPO). 

 

 - 6 - 

 

 

Weitere Lehrmeinungen und Entscheide beziehen sich nicht direkt auf die 

Prozessvoraussetzung der abgeurteilten Sache nach Art. 59 Abs. 2 lit. e 

ZPO, sondern auf die Prozessvoraussetzung der nicht anderweitigen 

Rechtshängigkeit (Art. 59 Abs. 2 lit. d ZPO). Diese beiden Prozessvoraus-

setzungen sind aber insofern eng miteinander verwandt, als mit beiden ver-

hindert werden soll, dass in der gleichen Sache mehrere (unter Umständen 

widersprüchliche) Sachurteile ergehen. Sie erscheinen für die Frage, ob die 

Schlichtungsbehörde gestützt darauf einen Nichteintretensentscheid fällen 

dürfen soll, weitgehend miteinander vergleichbar. In zwei Entscheiden des 

Obergerichts Bern und einem weiteren des Appellationsgerichts Basel-

Stadt wurde in diesem Zusammenhang festgehalten, die Schlichtungsbe-

hörde habe die Prozessvoraussetzung der fehlenden anderweitigen 

Rechtshängigkeit grundsätzlich nicht zu prüfen und dürfe deswegen keinen 

Nichteintretensentscheid fällen, denn diese Prüfung setze eine Auseinan-

dersetzung mit dem jeweiligen Streitgegenstand der beiden Verfahren so-

wie eine Einholung der Akten des bereits hängigen Verfahrens voraus. Es 

sei jedoch nicht auszuschliessen, dass die Schlichtungsbehörde aus-

nahmsweise einen Nichteintretensentscheid fälle, wenn etwa derselbe Klä-

ger bei derselben Schlichtungsbehörde ein zweites Schlichtungsgesuch 

mit identischen Anträgen gestützt auf einen identischen Lebenssachverhalt 

einreiche (Entscheide des Obergerichts Bern ZK 18 380/381 vom 15. No-

vember 2018 E. 14.5 und ZK 20 242 vom 3. September 2020 E. 10.4 sowie 

des Appellationsgerichts Basel-Stadt BEZ.2021.79 vom 31. August 2022). 

DOMEJ hält dafür, wegen anderweitiger Rechtshängigkeit dürfe die Schlich-

tungsbehörde keinen Nichteintretensentscheid erlassen (DOMEJ, in: Ober-

hammer / Domej / Haas, Schweizerischen Zivilprozessordnung, Kurzkom-

mentar, 3. Aufl. 2021, N. 10 zu Art. 59 ZPO). 

 

GEHRI hält allgemein zur Prüfung von Prozessvoraussetzungen durch die 

Schlichtungsbehörde fest, die Schlichtungsbehörde sollte in offensichtli-

chen Fällen nicht nur im Lichte der Rechtssicherheit und des Grundsatzes 

von Treu und Glauben einen Nichteintretensentscheid fällen dürfen, son-

dern auch, um einen prozessualen Leerlauf vor Gericht zu vermeiden, wel-

cher notabene den Zielen eines Schlichtungsverfahrens – namentlich der 

Prozessbeschleunigung und der Entlastung der Gerichte – zuwiderlaufen 

würde (GEHRI, in: Basler Kommentar, 4. Aufl. 2025, N. 4b zu Art. 59 ZPO). 

ERK führt aus, trete das Fehlen einer Prozessvoraussetzung nicht offen-

sichtlich zu Tage, so habe sich die Schlichtungsbehörde in Zurückhaltung 

zu üben und im Zweifelsfall die Klagebewilligung auszustellen, denn pri-

märe Aufgabe der Schlichtungsbehörde sei es zu schlichten, statt zu rich-

ten (ERK, in: Brunner / Schwander / Vischer, a.a.O., N. 7 zu Art. 59 ZPO). 

 

Zusammenfassend besteht im Wesentlichen Konsens darüber, dass die 

Schlichtungsbehörde die Prozessvoraussetzungen im Allgemeinen und 

insbesondere auch jene der abgeurteilten Sache in der Regel nicht prüfen 

und gestützt darauf keinen Nichteintretensentscheid fällen darf. Dies gilt 

 - 7 - 

 

 

namentlich, wenn dies weitere Abklärungen rechtlicher oder sachlicher Art 

voraussetzen würde. Hingegen darf ein solcher Nichteintretensentscheid 

ausnahmsweise ergehen, wenn die betreffende Prozessvoraussetzung of-

fensichtlich nicht erfüllt ist. 

 

2.5. 

2.5.1. 

Die Bestimmung und Abgrenzung der Streitgegenstände verschiedener 

Verfahren für die Beurteilung, ob eine abgeurteilte Sache (res iudicata) vor-

liegt, kann komplex sein und ist in der Regel nicht mit dem Aufgabenbereich 

einer Schlichtungsbehörde zu vereinbaren. Dies muss selbst dann gelten, 

wenn gemäss der kantonalen Gerichtsorganisation (wie in den arbeits-

rechtlichen Streitigkeiten im Kanton Aargau mit den Gerichtspräsidenten) 

hauptberufliche Juristen als Schlichtungsbehörde amten, welche über die 

notwendigen fachlichen Fähigkeiten für diese Entscheidung verfügen wür-

den. Die Bestimmungen der ZPO sind in allen Kantonen unabhängig von 

der kantonalen Gerichtsorganisation gleich auszulegen. 

 

2.5.2. 

Einigen sich die Parteien in einem Vergleich auf eine Saldo-Klausel ("per 

Saldo aller Ansprüche auseinandergesetzt"), bezwecken sie damit, sämtli-

che im Zeitpunkt des Vergleichs bestehenden Ansprüche zwischen ihnen 

(ausser denjenigen, die mit dem Vergleich selber statuiert werden) aufzu-

heben. Damit wird insofern nachhaltig Rechtsfrieden geschaffen, als wei-

tere Ansprüche zwischen den Parteien gerichtlich nicht mehr geltend ge-

macht werden können. Diese Wirkung kann erzielt werden, da einerseits 

einem vor einer Schlichtungsbehörde geschlossenen Vergleich gemäss 

Art. 208 Abs. 2 ZPO die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheids zu-

kommt, und sich der Vergleich andererseits gemäss Art. 201 Abs. 1 Satz 2 

ZPO nicht auf die Ansprüche beschränken muss, die Gegenstand des 

Schlichtungsverfahrens sind. Damit wird eine Res-iudicata-Wirkung für 

sämtliche bestehenden Ansprüche zwischen den Parteien erzielt. Liegt ein 

solcher Vergleich vor, ist es unter Umständen offensichtlich, dass ein neues 

Verfahren zwischen den Parteien an der Prozessvoraussetzung der bereits 

abgeurteilten Sache scheitert. In solchen Fällen sollte es einer Schlich-

tungsbehörde möglich sein, einen Nichteintretensentscheid zu fällen. Die 

Durchführung des Schlichtungsverfahrens käme ansonsten einem pro-

zessualen Leerlauf gleich. 

 

2.5.3. 

Vorliegend schlossen die Parteien im Schlichtungsverfahren SC.2024.97 

am 16. Dezember 2024 eine Vereinbarung (unnummerierte Berufungsbei-

lage), in deren Ziff. 4 sie festhielten: 

 

 

 

 - 8 - 

 

 

" 4. 
Mit Vollzug dieses Vergleichs erklären sich die Parteien als per Saldo 
aller Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis auseinandergesetzt." 

 

Gestützt darauf schrieb der Präsident des Arbeitsgerichts Aarau das Ver-

fahren mit Entscheid vom gleichen Tag ab (Beilage zur Eingabe der Ge-

suchsgegnerin vom 31. Januar 2025).  

 

Mit dem Schlichtungsgesuch vom 20. Januar 2025, welches am Ursprung 

des vorliegenden Verfahrens steht, macht der Gesuchsteller erneut An-

sprüche gegen die Gesuchsgegnerin aus dem Arbeitsverhältnis geltend. 

Dieses Arbeitsverhältnis zwischen den Parteien war am 16. Dezember 

2024, im Zeitpunkt des Abschlusses des Vergleichs, bereits beendet. Dem-

entsprechend fallen die neu geltend gemachten Ansprüche offensichtlich 

unter die Saldoklausel und unterliegen dem Vergleich, welchem die Wir-

kung eines rechtskräftigen Entscheids zukommt. Ähnlich wie in dem vom 

Obergericht Bern angeführten Beispiel (Einreichung zweier Schlichtungs-

gesuche mit denselben Anträgen zwischen denselben Parteien bei dersel-

ben Schlichtungsbehörde gestützt auf denselben Lebenssachverhalt, vgl. 

oben E. 2.4) ist das Fehlen einer Prozessvoraussetzung (hier der fehlenden 

res iudicata) offensichtlich. Die Vorinstanz als Schlichtungsbehörde durfte 

daher ausnahmsweise einen Nichteintretensentscheid fällen.  

 

2.6. 

Es bleibt somit dabei, dass die Berufung abzuweisen ist, soweit überhaupt 

darauf eingetreten werden kann. 

 

3. 

In arbeitsrechtlichen Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 30'000.00 

sind vorbehaltlich bös- oder mutwilliger Prozessführung keine Verfahrens-

kosten zu erheben (Art. 114 lit. c und 115 Abs. 1 ZPO) und keine Parteient-

schädigung zuzusprechen (§ 25 EG ZPO). 

 

Beim anwaltlich nicht vertretenen Gesuchsteller ist davon auszugehen, 

dass er die Berufung aus Unbedarftheit und nicht aus Mut- oder Böswillig-

keit erhoben hat. Dementsprechend sind keine Gerichtskosten zu erheben 

und es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen. Eine Parteientschädi-

gung fällt auch ausser Betracht, da der ebenfalls nicht anwaltlich vertrete-

nen Gesuchsgegnerin keine ersatzfähigen Aufwendungen entstanden 

sind. 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

 - 9 - 

 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

[…] 

  

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. In vermögensrechtlichen 

Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der Streitwert in arbeits- und miet-

rechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in allen übrigen Fällen mindestens Fr. 

30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeu-

tung oder es handle sich um einen Entscheid des Konkurs- und Nachlassrichters (Art. 44 

Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be-

deutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf die 

sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Der Streitwert des kantonalen Verfahrens beträgt Fr. weniger als Fr. 15'000.00. 

 

 

   

Rechtsmittelbelehrung für die subsidiäre Verfassungsbeschwerde (Art. 113 ff. BGG)  

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die subsidi-

äre Verfassungsbeschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden, so-

weit keine Beschwerde nach den Artikeln 72 - 89 BGG zulässig ist (Art. 44 Abs. 1, Art. 90, 

Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1, Art. 113, Art. 117 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid verfassungsmässige Rechte (Art. 116 BGG) verletzt. 

 - 10 - 

 

 

Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die 

Partei sie in den Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 

BGG). Wird gegen einen Entscheid sowohl ordentliche Beschwerde als auch Verfassungs-

beschwerde geführt, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen (Art. 

119 Abs. 1 BGG). 

 

 
   

Aarau, 19. August 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:     Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Lindner      Tognella