# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ae27c783-adbc-508c-8766-77827581bf67
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240338-O1
**Docket/Reference:** SB240338-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240338-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240338-O/U/bs

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. M. Langmeier, Präsident, lic. iur. S. Volken 

und Oberrichterin lic. iur. S. Fuchs sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw N. Hunziker

Urteil vom 19. Dezember 2024

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Diebstahl etc. und Widerruf

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

10. Abteilung - Einzelgericht, vom 5. Juni 2024 (GG240049)

- 2 -

Anklage:

Die  Anklageschrift  der  Staatsanwaltschaft  Zürich-Sihl  vom  1. März 2024 

(Urk. D1/18) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 34 S. 35 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig





des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB sowie

des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB.

2.

Vom Vorwurf des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (begangen am 

25. Februar 2023, Dossier 1) wird der Beschuldigte freigesprochen.

3.

Die mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 14. Juli 2021 bedingt 

ausgesprochene Freiheitsstrafe von 6 Monaten wird widerrufen. 

4.

Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit 10 Mo-

naten Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe, wovon bis und mit heute 1 Tag durch Haft 

bereits erstanden sind.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 5 Jahre des Landes ver-

wiesen.

5.

6.

7.

Es wird die Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils im Sinne 

von Art. 257 StPO angeordnet. Das Forensische Institut Zürich (FOR) wird mit dem 

Vollzug beauftragt und der Beschuldigte verpflichtet, innert 30 Tagen ab Eintritt der 

Rechtskraft des Urteils beim Forensischen Institut Zürich, Polizei- & Justizzentrum 

PJZ, Erkennungsdienst‚ Güterstrasse 33, 8010 Zürich zwecks DNA-Probenahme 

für die DNA-Profilerstellung zu erscheinen. Kommt er dieser Verpflichtung unent-

schuldigt nicht nach, wird die Kantonspolizei hiermit verpflichtet, ihn - auf entspre-

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chende Mitteilung des Forensischen Instituts Zürich hin - zwangsweise vorzuführen. 

Der Beschuldigte wird auf Art. 205, 207 und 417 StPO aufmerksam gemacht.

8.

Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 9. Januar 2024 be-

schlagnahmte Vermögenswert von Fr. 111.70 wird definitiv beschlagnahmt und zur 

Verfahrenskostendeckung verwendet.

9.

Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 9. Januar 2024 be-

schlagnahmte Leichtmotorfahrrad KTM (A017'177'809) wird definitiv beschlag-

nahmt und öffentlich ausgeschrieben (Art. 267 Abs. 6 StPO). Der vorgenannte be-

schlagnahmte Gegenstand wird dem jeweiligen Berechtigten nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Entscheides gegen Nachweis seiner Berechtigung auf erstes 

Verlangen herausgegeben oder nach Ablauf von fünf Jahren vom Zeitpunkt der 

Ausschreibung im kantonalen Amtsblatt der Lagerbehörde zur gutscheinenden Ver-

wendung überlassen. Ein allfälliger Erlös wird zur Deckung der Verfahrenskosten 

verwendet.

10. Die folgenden, beim Forensischen Institut Zürich (FOR) lagernden Spurenträger 

und Asservate werden der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils 

zur Vernichtung überlassen:

 DNA-Spur-Wattetupfer (Asservat Nr. A017'223'551);

 DNA-Spur-Wattetupfer (Asservat Nr. A017'223'584);

 DNA-Spur-Wattetupfer (Asservat Nr. A017'223'595);

 DNA-Spur-Wattetupfer (Asservat Nr. A017'223'619);

 DNA-Spur-Wattetupfer (Asservat Nr. A017'223'642);

 DNA-Spur-Wattetupfer (Asservat Nr. A017'223'653);

 FOR-Foto (Asservat Nr. A017'223'357).

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ AG Schadenersatz 

von Fr. 635.70 zu bezahlen.

12. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Ver-

teidiger des Beschuldigten mit Fr. 8'955.00 (pauschal; inkl. Barauslagen und MwSt.) 

aus der Gerichtskasse entschädigt.

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13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

2'000.00

die weiteren Kosten betragen:

2'500.00 Gebühr für das Vorverfahren;

2'850.00 Kosten DNA-Auswertung (Dossier 2);

630.00 Spurenbericht FOR (Dossier 2);

8'955.00

amtliche Verteidigung;

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.

15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. 

Vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

16.

(Mitteilungen)

17.

(Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 3 f.)

a)

Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 36; Urk. 45 S. 1 f.)

1.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 5. Juni 

2024  hinsichtlich  der  Dispositivziffern  2.,  9.,  10.,  12.  und  13.  in  Rechtskraft 

erwachsen ist.

2.

Das Strafverfahren sei in Bezug auf den Vorwurf des Hausfriedensbruchs im 

Sinne von Art. 186 StGB zum Nachteil der B._____ AG einzustellen.

Eventualiter:

Der  Beschuldigte  sei  vom  Vorwurf  des  Hausfriedensbruchs  im  Sinne  von 

Art. 186 StGB und entsprechend von Schuld und Strafe freizusprechen.

- 5 -

3.

Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 

StGB zum Nachteil der B._____ AG und entsprechend von Schuld und Strafe 

freizusprechen.

4.

Auf  die  Zivilforderungen  der  B._____  AG  sei  nicht  einzutreten,  eventualiter 

seien diese auf den Zivilweg zu verweisen.

5.

Der  beim  Beschuldigten  beschlagnahmte  Geldbetrag  von  CHF  111.70  sei 

diesem herauszugeben.

6.

Die  Kosten  des  Untersuchungsverfahrens,  des  erstinstanzlichen  und  ober-

gerichtlichen Gerichtsverfahrens sowie der amtlichen Verteidigung seien voll-

umfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.

b)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 39)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

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Erwägungen:

I. Verfahrensgang / Umfang der Berufung

1.

Der  Verfahrensverlauf  bis  zum  erstinstanzlichen  Urteil  ergibt  sich  aus  dem 

angefochtenen Entscheid (Urk. 34 S 4).

2. Gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Einzelgerichts des Bezirks-

gerichts Zürich vom 5. Juni 2024 meldete der Beschuldigte fristgerecht Berufung 

an ( Prot. I S. 25, Urk. 28). Nach Zustellung des begründeten Entscheids erfolgte 

rechtzeitig die Berufungserklärung (Urk. 30, Urk. 33/2 und Urk. 36). Die Staatsan-

waltschaft verzichtete nach entsprechender Fristansetzung auf eine Anschlussbe-

rufung und stellte auch keinen Antrag auf Nichteintreten (Urk. 37 und Urk. 39). 

3.

Zur Berufungsverhandlung vom 19. Dezember 2024 erschienen der Beschul-

digte und sein amtlicher Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. X._____. Vorfragen wa-

ren keine zu behandeln. Die Verteidigung reichte mehrere Urkunden als Beweis-

mittel  ins  Recht  (Urk.  46/1-10).  Ansonsten  wurden  keine  Beweisanträge  gestellt. 

Das Verfahren ist spruchreif.

4.

Die  Berufung  des  Beschuldigten  richtet  sich  gegen  die  Dispositivziffern 1 

(Schuldspruch),  3  -  8  (Widerruf,  Strafe,  Vollzug,  Landesverweisung,  DNA-Probe 

und  -Profil,  beschlagnahmter  Vermögenswert),  11  (Schadenersatz),  14  und  15 

(Kostenauflage) (Urk. 36, Urk. 45 und Prot. II S. 5). Folglich ist das vorinstanzliche 

Urteil vom 5. Juni 2024 im übrigen Umfang (Dispositivziffern 2, 9, 10, 12 und 13) in 

Rechtskraft erwachsen, was mittels Beschluss festzustellen ist. 

5.

Soweit nachfolgend für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des einge-

klagten Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt 

dies  in  Anwendung  von  Art. 82  Abs. 4  StPO,  auch  ohne  dass  dies  explizit  Er-

wähnung findet. Ferner hat sich das Gericht nicht mit jedem Parteivorbringen ein-

lässlich  auseinanderzusetzen,  sondern  kann  sich  auf  die  wesentlichen  Punkte 

beschränken. Die Entscheidbegründung hat dabei die wesentlichen Überlegungen, 

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von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt, 

kurz zu nennen (vgl. BGE 146 IV 297 E. 2.2.7, mit weiteren Hinweisen).

II. Strafantrag (Dossier 2, Hausfriedensbruch)

1.

Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten, dem Antrag der Staatsanwalt-

schaft folgend, unter anderem wegen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 

StGB (Urk. 34 Dispositivziffer 1). 

Die  Verteidigung  moniert,  wie  bereits  vor  Vorinstanz,  bezüglich  dieses  Vorwurfs 

liege  kein  gültiger  Strafantrag  vor  und  beantragt  die  Einstellung  des  Verfahrens 

(Urk. 24 S. 2 ff.; Urk. 36 und Urk. 45 S. 3 ff.). Sie argumentiert, es sei nicht erstellt, 

dass der Strafantrag vom Inhaber des Hausrechts und von einem vertretungsbe-

rechtigten Organ der B._____ AG gestellt worden sei. Es stehe nicht einmal fest, 

von wem der Strafantrag gemäss Urk. D2/2/2 unterzeichnet worden sei. Auf dem 

Formular sei als Vertretung der B._____ AG C._____, Assistenz Leitung Personal-

wesen, aufgeführt. Fest stehe, dass diese, welche auch nicht zeichnungsberechtigt 

sei, den Strafantrag vom 28. Februar 2023 nicht unterzeichnet habe, wie ein Ver-

gleich mit dem Schreiben vom 16. Januar 2024 (Urk. D2/6/4) zeige. Es ergebe sich 

aus  den  Akten  nicht,  wer  den  Strafantrag  vom  28.  Februar  2023  unterzeichnet 

habe. Ein expliziter Strafverfolgungswille der Geschädigten innert der Antragsfrist 

von 3 Monaten sei vorliegend auch nicht in anderer Weise aktenkundig. Aufgrund 

des Fehlens eines gültigen Strafantrages und damit einer Prozessvoraussetzung 

sei das gegen den Beschuldigten geführte Strafverfahren in Bezug auf den Vorwurf 

des Hausfriedensbruchs einzustellen (Urk. 24 S. 2 ff.; Urk. 46 S. 3 ff.).

2.

In ihren Erwägungen hielt die Vorinstanz unter Hinweis auf die bundesgericht-

liche Rechtsprechung fest, bei juristischen Personen richte sich das Antragsrecht 

nach  der  internen  Organisation  der  juristischen  Person.  Es  seien  jene  Personen 

antragsberechtigt, die ausdrücklich oder stillschweigend damit beauftragt seien, die 

in  Frage  stehenden  Interessen  der  juristischen  Person  zu  wahren  bzw.  den 

betreffenden Vermögenswert zu verwalten. Es sei nicht alleine auf die Zeichnungs-

berechtigung  gemäss  Handelsregistereintrag  abzustellen.  Entscheidend  sei  viel-

mehr, dass der Strafantrag nicht dem Willen der Gesellschaftsorgane widerspreche 

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und  von  diesen  genehmigt  werden  könne.  C._____  sei  zwar  nicht  im  Handels-

register als unterschriftsberechtigt eingetragen, indessen sei praxisgemäss davon 

auszugehen,  dass  die  Strafantragsstellung  dem  Willen  der  Geschädigten  ent-

spreche (Urk. 34 S. 5). 

3.1. Unbestritten ist, dass ein unterzeichneter Strafantrag, datiert vom 28. Februar 

2023, bei den Akten liegt (Urk. D2/2/2). Als Geschädigte ist dabei die Privatklägerin 

aufgeführt und als deren Vertretung "C._____, geb. tt.03.1976" in ihrer Funktion als 

"Assistenz Leitung Personalwesen". Es ist der Verteidigung darin Recht zu geben, 

dass die Unterschrift auf dem Strafantrag offenkundig nicht diejenige von C._____ 

ist, wie der Abgleich mit dem Schreiben vom 16. Januar 2024 (Urk. D2/6/4) ergibt. 

Wem die Unterschrift zuzuordnen ist, erschliesst sich aus dem Strafantrag und den 

übrigen Akten nicht und muss offen gelassen werden. Nebst dem Strafantrag liegt 

das  ausgefüllte  Formular  "Geltendmachung  von  Rechten  als  Privatklägerschaft" 

vom 28. April 2023 im Recht, mit welchem sich die B._____ AG als Privatklägerin 

konstituierte und ihr Schadenersatzbegehren anmeldete (Urk. D2/6/2). Unterschrie-

ben ist das Formular von D._____("i.V. von C._____"), welche sich überdies zu-

sammen mit einem Begleitschreiben namens der Privatklägerin an die Staatsan-

waltschaft richtete und Bezug nahm zu der bei der Polizei eingereichten Liste be-

treffend  der  nach  dem  Einbruch  fehlenden  Produkte  (Urk.  D2/6/3).  Sodann  sind 

zwei Emailkorrespondenzen von C._____ mit dem fallführenden Staatsanwalt ak-

tenkundig, in welchen der Kontakt zwischen der Staatsanwaltschaft und den Ver-

kaufsberaterinnen der fraglichen Filiale hergestellt wird (Urk. D2/5/1 und D2/5/2). 

Nachdem die Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom 9. Januar 2024 der Privatklä-

gerin  den  bevorstehenden  Abschluss der  Untersuchung mitteilte  und  in  Aussicht 

stellte,  Anklage  wegen  Diebstahls  und  Hausfriedensbruch  zu  erheben  (Urk. 

D1/13/1,  Blatt  2),  erfolgte  am  16. Januar  2024  durch  die  Bereichsleiterin  HR, 

E._____,  und  C._____  namens  der  Privatklägerin  eine  Eingabe  mit  dem  Inhalt, 

dass sie aufgrund der Aussagen der Mitarbeiterin, der eingereichten Listen mit den 

gestohlenen Produkten und Attrappen sowie der tatsächlichen und rechtlichen Ver-

hältnisse "Anklage" gegen A._____ wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs "er-

heben" würden (Urk. D2/6/4). 

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3.2. Der  Strafantrag  stellt  eine  Prozessvoraussetzung  dar  (BGE  129  IV 305 

E. 4.2.3.), seine Gültigkeit ist von Amtes wegen zu prüfen. Er ist bei der Polizei, der 

Staatsanwaltschaft oder der Übertretungsstrafbehörde schriftlich einzureichen oder 

mündlich zu Protokoll zu geben (Art. 304 Abs. 1 StPO). Schriftliche Eingaben sind 

zu  datieren  und  zu  unterzeichnen  (Art.  110  Abs.  1  StPO).  Verlangt  ist  zunächst, 

dass der Antragsteller seine Identität bekannt gibt. Antragsberechtigt sind stets nur 

bestimmte Personen; die Behörden können nur dann überprüfen, ob ein gültiger 

Strafantrag  vorliegt,  wenn  über  die  Person  des  Antragstellers  Klarheit  besteht. 

Anonym  eingereichte  Strafanträge  sind  mithin  unzulässig  (vgl.  BSK-StPO-

Riedo/Boner, Art. 304 N 6).

Vorliegend ist nicht nachvollzieh- und erkennbar, wer den Strafantrag unterzeichnet 

hat.  Klar  ist  einzig,  dass  die  im  Strafantrag  aufgeführte  Vertretung  der  Privat-

klägerin, C._____, den Strafantrag nicht unterzeichnet hat. Auch aus den übrigen 

durch  die  Mitarbeitenden  der  Privatklägerin  eingereichten  Schriftstücke  ist  nicht 

auszumachen,  wem  die  Unterschrift  zuzuordnen  ist.  Damit  wird  dem  Gericht 

verunmöglicht, die Antragsberechtigung bzw. im Falle einer juristischen Person die 

rechtsgültige Vertretung und damit die Gültigkeit des Strafantrages zu überprüfen, 

weshalb von einem ungültigen Antrag auszugehen ist. Ein anderweitig rechtsgültig 

gestellter  Strafantrag,  namentlich  aus  dem  Polizeirapport  (Urk.  D2/1)  oder  dem 

Formular "Geltendmachung von Rechten als Privatklägerschaft", mit welchem sich 

die  Privatklägerin  zwar  als  Zivilklägerin  hinsichtlich  des  geltend  gemachten 

Schadenersatzanspruches betreffend des Diebstahls, nicht aber als Strafklägerin 

(Art. 119 Abs. 2 lit. a StPO) konstituierte (Urk. D2/6/2), ist nicht auszumachen. Das 

Schreiben der Privatklägerin vom 16. Januar 2024, unterzeichnet durch E._____ 

(Bereichsleiterin  HR)  und  C._____ 

(Fachfrau  Arbeitsrecht/Ombudsstelle) 

(Urk. D2/6/4), mit welchem sie bei Abschluss des Verfahrens erklärten, es werde 

"Anklage"  gegen  den  Beschuldigten  wegen  Diebstahls  und  Hausfriedensbruchs 

"erhoben",  erfolgte  nach  Ablauf  der  dreimonatigen  Strafantragsfrist  und  vermag 

deshalb keine Wirkung mehr zu entfalten. Es kann damit auch offen bleiben, ob der 

Ansicht  der  Vorinstanz  zu  folgen  wäre,  wenn  effektiv  C._____  den  Strafantrag 

unterzeichnet hätte - nachdem, wie gesehen, ebendieses gerade nicht der Fall ist. 

Das Verfahren wegen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB ist deshalb 

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mangels erfüllter Prozessvoraussetzung einzustellen (Art. 379 StPO in Verbindung 

mit Art. 329 Abs. 4 StPO und Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO).  

III. Schuldpunkt (Dossier 2, Diebstahl)

1.1 Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten im angefochtenen Punkt im 

Wesentlichen vor, am 16. Februar 2023, zirka um 23.40 Uhr im F._____ Zürich bei 

der  geschlossenen  Filiale  der  B._____  AG  eingebrochen  zu  sein,  indem  er  mit 

Körperkraft  die  Schiebetüre  des  Verkaufsgeschäftes  aufgedrückt  habe,  in  der 

Absicht, dieses nach Lebensmitteln, Bargeld und anderen Wertgegenständen zu 

durchsuchen. In der Folge habe der Beschuldigte Gegenstände (namentlich …) im 

Gesamtwert von Fr. 647.50 behändigt, ohne diese zu bezahlen. Dies in der Absicht, 

wie ein Eigentümer über diese Gegenstände zu verfügen und sich dadurch einen 

ihm nicht zustehenden Vermögensvorteil zu verschaffen (Urk. 18 S. 3). 

1.2. Die Vorinstanz erachtete den fraglichen Anklagevorwurf als rechtsgenüglich 

bewiesen  und  verurteilte  den  Beschuldigten  nebst  dem  vorstehend  erwähnten 

Hausfriedensbruch wegen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (Urk. 34 

S. 6 ff. und Dispositivziffer 1). Namentlich gelangte sie bei der Beweiswürdigung 

zum Schluss, dass der Täter, welcher bei der Tat durch die Überwachungskamera 

im F._____ gefilmt worden war, eine auffällige Leuchtjacke getragen habe. Der Be-

schuldigte habe am Abend nach der Tat bei einer Kontrolle durch die Stadtpolizei 

Zürich  dieselbe  auffällige  Kleidung  getragen,  welche  mit  vergleichbaren  Leucht-

streifen versetzt gewesen sei. Zudem habe er sie - wie der Täter - ebenfalls offen 

und mit aufgestelltem Kragen getragen. Sodann seien die Hosen frappant ähnlich. 

Überdies stimmten auch die Gesichtszüge, der Haarschnitt, die Ohren sowie der 

Bereich um die Augenbrauen und Stirn sowie die Gangart des Täters mit denjeni-

gen des Beschuldigten überein. Insgesamt seien die Ähnlichkeiten zwischen dem 

Täter  auf  dem  Überwachungsvideo  vom  F._____  und  dem  Beschuldigten  derart 

gross, dass es sich kaum um einen Zufall handeln könne. Dass der Beschuldigte 

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gemäss polizeilicher Feststellung nicht als DNA-Hauptspurenträger des gestohle-

nen Velos in Frage komme, sei weder be- noch entlastend (Urk. 34 S. 11). 

1.3. Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf durchwegs und erklärte, in jener Nacht 

mit namentlich nicht bekannten Kollegen an der Langstrasse unterwegs gewesen 

zu  sein.  Er  sei  nicht  die  von  der  Überwachungskamera  erfasste  Person 

(Urk. D1/4/2, Urk. D1/4/3 F/A 23 ff., Prot. I S. 15 f., Urk. 44 S. 11 f.). 

Die  Verteidigung  kritisiert  den  Umstand,  dass  der  Beschuldigte  aufgrund  der 

ähnlichen  Kleidung  als  Täter  identifiziert  werde.  Zwar  räumt  sie  ein,  dass  eine 

Ähnlichkeit nicht abzusprechen sei, aber diese genüge selbstredend nicht. Zudem 

erschienen  die  Leuchtstreifen  der  vom  Beschuldigten  getragenen  Jacke  als 

deutlich breiter als jene der vom Täter getragenen Jacke. Es handle sich um eine 

weit  verbreitete  und  von  sehr  vielen  Arbeitern  getragene  Schutzkleidung,  in  der 

Stadt  Zürich  würden  vermutungsweise  viele  Tausend  Personen  solche  Kleidung 

tragen.  Dies  sehe  man  auch  eindrücklich  auf  den  Filmaufnahmen  der  Über-

wachungskamera, wo drei Männer mit gleicher oder sehr ähnlicher Schutzkleidung 

durch  die  F._____-halle  liefen,  und  einige  Minuten  später  seien  drei  Männer  zu 

sehen, welche in Schutzkleidung die F._____-halle betreten (Urk. D2/2/6 [23:35:49 

und  23:42:20]).  Untauglich  für  die  Beweisführung  sei  sodann,  dass  der  Beschul-

digte 20 Stunden nach der Tat eine ähnliche Schutzkleidung getragen habe. Zwar 

möge sein, dass aufgrund der Videoaufnahmen eine gewisse Ähnlichkeit zwischen 

dem  Täter  und  dem  Beschuldigten  bestehe,  dies  genüge  aber  nicht,  um  mit 

hinreichender Sicherheit zu beweisen, dass der Beschuldigte der Täter sei. Beim 

Täter seien etwa die Kopfhaare auf der rechten und linken Kopfseite sehr kurz bzw. 

gar  abrasiert,  beim  Beschuldigten  sei  dies  nicht  der  Fall.  Auch  entspreche  der 

sichtbar auffällige Gang nicht der Gangart des Beschuldigten. Gegen seine Täter-

schaft  spreche  sodann,  dass  keinerlei  DNA-Spuren  des  Beschuldigten  auf  dem 

E-Bike hätten festgestellt werden können (Urk. 24 S. 5 ff., Urk. 45 S. 6 ff.).

1.4. Der Beweiswürdigung der Vorinstanz liegen die Aussagen des Beschuldigten 

(Urk. D1/4/2-4; Prot. I S. 13 f.), die Aufnahmen der Überwaschungskamera sowie 

die dazugehörigen Screenshots (Urk. D2/2/4 und D2/2/6), die Fotodokumention der 

Stadtpolizei Zürich mit den Tagesbildern des Beschuldigten (Urk. D2/2/7) und der 

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Kurzbericht des FOR betreffend Fahrzeugspurensicherung (E-Bike) (Urk. D2/4/3) 

zugrunde. 

Den vorstehend wiedergegebenen Erwägungen und dem Ergebnis der Vorinstanz 

kann vorbehaltlos gefolgt werden (Urk. 34 S. 10 ff.; Art. 84 Abs. 4 StPO). Zwar ist 

nicht von der Hand zu weisen, dass die vom Täter getragene Jacke dem Erschei-

nungsbild der üblichen Schutzkleidung von Tausenden von Arbeitnehmenden ent-

spricht und einzig aufgrund der Jacke nicht auf die Täterschaft des Beschuldigten 

geschlossen werden kann. Es ist auch nicht die Hose alleine, die es ausmacht. Wie 

die Vorinstanz jedoch richtig feststellte, ist das physische Erscheinungsbild derart 

übereinstimmend mit den Merkmalen des Täters, dass nicht mehr von einem Zufall 

gesprochen werden kann. Insbesondere stimmen auch die Ohren- und Augenpartie 

des  Täters  mit  denjenigen  des  Beschuldigten  überein.  Was  die  Verteidigung  so-

dann zu den seitlichen Kopfhaaren ausführt, lässt sich aufgrund der unterschiedli-

chen Aufnahmewinkel sowie der Qualität der Fotos (Urk. D2/2/4) nicht als entlas-

tendes  Argument  anführen.  Jedoch  ist  augenscheinlich,  dass  der  Täter  und  der 

Beschuldigte  beide  schwarze  Haare  haben  und  einen  gleichen  Haarschnitt.  Die 

Physiognomie, die Statur und die Haltung des Beschuldigten sowie die Überein-

stimmung der Kleidung lassen keine rechtserheblichen Zweifel an der Täterschaft 

des Beschuldigten aufkommen. Schliesslich ist mit Blick auf den Strafregisteraus-

zug anzumerken - und auch das spricht gegen einen Zufall - dass dem Beschuldig-

ten  Einbruchdiebstähle  in  Ladengeschäfte  nicht  grundsätzlich  wesensfremd  sind 

(Urk.  42;  Beizugsakten  Bezirksgericht  Zürich,  Geschäfts-Nr.  GG210110,  act. 35 

und Geschäfts-Nr. DG070189, act. 46). Und letztlich hat der Beschuldigte in der 

Berufungsverhandlung eingeräumt, dass es ihm in einem schleichenden Prozess 

bereits  an  jenem  16.  Februar  2023  schlecht  gegangen  sei,  bevor  er  dann  am 

8. März 2023 krankgeschrieben worden ist. Er sei depressiv gewesen, habe wieder 

einen "Absturz" gehabt, sich Vorwürfe gemacht und sich hineingesteigert (Urk. 44 

S.  12/13).  Wie  aus  weiteren  Aussagen  des  Beschuldigten  hervorgeht,  sind  dies 

Umstände, die ein delinquentes Verhalten seinerseits ganz offenkundig fördern; je-

denfalls  schrieb  er  sämtliche  ihm  vorgehaltenen  Vorstrafen  jeweils  "Abstürzen" 

bzw. seinem Drogenkonsum zu (Urk. 44 S. 8). Soweit die Verteidigung die Spuren-

auswertung im Zusammenhang mit dem E-Bike, welches der Täter bei sich hatte, 

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ins Feld führt, so ist richtig, dass der Beschuldigte nicht als Hauptspurenträger in 

Frage kommt (D2/4/3). Dies fällt weder zu Gunsten noch zu Lasten des Beschul-

digten  aus.  Umso  mehr,  als  die  Spuren  des  Beschuldigten  allenfalls  aufgrund 

spurendienstlich unsachgemässer Handhabung des E-Bikes verwischt worden sein 

könnten.  Der  Abgleich  des  DNA-Hauptprofils  im  Staff-Index  führte  nämlich  zu 

einem Treffer mit dem DNA-Profil eines polizeilichen Sachbearbeiters (Urk. D2/4/3 

und Urk. D2/4/1).

1.5. Nach  dem  Gesagten  ist  der  Anklagesachverhalt,  mit  der  Vorinstanz,  durch 

das Untersuchungsergebnis erstellt.

2.

Die rechtliche Subsumption der Vorinstanz ist korrekt (Urk. 34 S. 13 f.) und 

bedarf  keiner  weiteren  Erläuterung.  Überdies  wird  sie  weder  vom  Beschuldigten 

noch von der Verteidigung in Frage gestellt. Der Beschuldigte ist somit des Dieb-

stahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen.

IV. Strafe 

1.

Zu den allgemeinen Grundsätzen der Strafzumessung, zum massgeblichen 

Strafrahmen sowie zur Wahl der Strafart (Freiheitsstrafe) kann auf die zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 34 S. 14 ff.). 

2.1. Bei der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass die Deliktssumme 

von  rund  Fr.  600.00  sehr  gering  ist  und  die  Tat  nicht  von  langer  Hand  geplant 

scheint, das Vorgehen mithin äusserst simpel ist. Immerhin, und das greift erschwe-

rend, drang der Beschuldigte, um die Tat ausführen zu können, in einen geschlos-

senen und durch das Hausrecht geschützten Raum ein, was einer gewissen zu-

sätzlichen  kriminellen  Energie  bedarf.  Das  objektive  Tatverschulden  ist  deshalb 

nicht  mehr  als  sehr  leicht  einzustufen  und  wird  durch  die  subjektive  Tatschwere 

nicht  relativiert.  Der  Beschuldigte  handelte  direktvorsätzlich.  Sein  Motiv  für  den 

Diebstahl  von  …-produkten  im  Umfang  von  mehreren  Hundert  Franken  ist  nicht 

auszumachen und sein Handeln hat schon beinahe einen albernen Anstrich, fällt 

- 14 -

aber letztlich nicht erschwerend ins Gewicht. Es rechtfertigt sich eine Freiheitsstrafe 

von 2 Monaten.

2.2 Was  die  Täterkomponente  betrifft,  kann  zu  den  persönlichen  Verhältnissen 

des Beschuldigten vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwie-

sen werden (Urk. 34 S. 18 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Be-

schuldigte aktualisierend aus, dass er weiterhin zu 100 % bei der G._____ AG an-

gestellt auf dem Bau arbeite. Allerdings habe er einen höheren Stundenlohn, wes-

halb er heute ca. Fr. 5'500.00 pro Monat verdiene. Im Jahr 2024 habe er keinen 

Drogenrückfall gehabt. Er sei mit Diaphin substituiert und stabil. Weiter ist den Aus-

führungen des Beschuldigten zu entnehmen, dass er über ein gutes Setting beste-

hend aus ihn begleitenden Fachpersonen, seiner Familie - in die er eingebunden 

ist  -  und  seinem  Sohn  -  den  er  regelmässig  sieht  -  verfügt  (Urk. 44  S. 1  ff.).  Die 

persönliche Situation des Beschuldigten und sein Werdegang wirken sich strafzu-

messungsneutral aus. Jedoch fallen die Vorstrafen straferhöhend ins Gewicht. Im 

Jahre 2007 sind zwei Vorstrafen wegen Betäubungs- und Strassenverkehrsdelikten 

sowie gewerbsmässigem und einfachem Diebstahl, Sachbeschädigung und Haus-

friedensbruch verzeichnet. Das dritte Urteil erwirkte der Beschuldigte im Februar 

2019  wegen  Verübung  einer  Tat  in  selbstverschuldeter  Unzurechnungsfähigkeit 

und  ein  Weiteres  im  Juli  2021  wegen  Hausfriedensbruchs,  einfachen  Diebstahls 

und Sachbeschädigung (Urk. 42). Der Beschuldigte handelte im vorliegenden Fall 

nicht nur erneut einschlägig, sondern auch während laufender Probezeit. Die Vor-

instanz  ist  darin  zu  bestätigen,  dass  der  Beschuldigte  offensichtlich  uneinsichtig 

und  unbelehrbar  ist.  Weitere  strafzumessungsrelevante  Faktoren,  insbesondere 

hinsichtlich des Nachtatverhaltens, liegen nicht vor. Die aufgrund der Tatschwere 

festgelegte Strafe ist nach dem Gesagten um 1 Monate zu erhöhen.

3.

Im Ergebnis ist der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 3 Monaten zu 

bestrafen. Die im Verfahren, das zum Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 14. Juli 

2021 führte, erstandene Haft von einem Tag (Urk. 42 S. 6) ist dabei anzurechnen 

(Art. 51 StGB).

- 15 -

V. Vollzug

1.

Zu den allgemeinen Voraussetzungen des bedingten Strafvollzuges wird auf 

die  Ausführungen  der  Vorinstanz  verwiesen  (Urk.  34  S.  21  f.).  Jedoch  sind  die 

Voraussetzungen von Art. 42 Abs. 2 StGB sehr knapp nicht erfüllt. Der Beschuldigte 

wurde zwar mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 14. Juli 2021, und damit in-

nerhalb der letzten fünf Jahre, zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt, jedoch 

liegt diese bei 6 Monaten und nicht bei den gesetzlich geforderten "mehr als sechs 

Monaten".

2. Mit der heute auszufällenden Freiheitsstrafe von 3 Monaten sind die objekti-

ven Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges gegeben. 

Was die Legalprognose betrifft, so ist diese äusserst getrübt. Der Beschuldigte ist 

mehrfach einschlägig vorbestraft und delinquierte gar während laufender Probezeit 

(Urk.  42).  Der  Sachverhalt,  der  der  Verurteilung  durch  das  Bezirksgericht  Zürich 

vom 14. Juli 2021 wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs 

zugrunde lag, zeigt sodann ein sehr ähnliches Vorgehen wie der vorliegend zu be-

urteilende Fall. Der Beschuldigte drang in der Nacht, damals mit einem Mittäter, in 

einen Kiosk in Zürich ein, indem sie das Rolltor und die Eingangstüre des Laden-

geschäfts aufbrachen. Schliesslich erbeuteten sie Waren im Gesamtwert von rund 

Fr.  14'000.00,  die  sie  in  mitgebrachten  Taschen  hinaustrugen.  Wenige  Stunden 

später betrat der Beschuldigte das Geschäft nochmals und nahm Bargeld im Um-

fang von Fr. 11'000.00 aus der Ladenkasse an sich (Beizugsakten Bezirksgericht 

Zürich, Geschäfts-Nr. GG210110, Urk. 35). Der Beschuldigte legt eine offensichtli-

che Gleichgültigkeit gegenüber der Rechtsordnung und dem Eigentum anderer an 

den Tag und muss als renitent betrachtet werden. Von einer günstigen Prognose 

kann  nicht  mehr  gesprochen  werden,  vielmehr  erscheint  eine  unbedingte  Strafe 

angezeigt,  um  den  Beschuldigten  von  weiterer  Delinquenz  abzuhalten.  Die  Frei-

heitsstrafe ist daher zu vollziehen.

VI. Widerruf

1.

Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen 

und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so widerruft 

- 16 -

das Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der Strafe (Art. 46 Abs. 1 

StGB). Ist nicht zu erwarten, dass der Verurteilte weitere Straftaten begehen wird, 

so verzichtet das Gericht auf einen Widerruf. Es kann den Verurteilten verwarnen 

oder die Probezeit um höchstens die Hälfte der im Urteil festgesetzten Dauer ver-

längern (Art. 46 Abs. 2 StGB). Der Widerruf ist nur anzuordnen, wenn aufgrund der 

erneuten Straffälligkeit eine eigentliche Schlechtprognose besteht. Die Prüfung der 

Bewährungsaussichten  des  Täters  ist  anhand  einer  Gesamtwürdigung  aller  we-

sentlichen Umstände vorzunehmen. Das Gericht kann zum Schluss kommen, dass 

vom  Widerruf  des  bedingten  Vollzugs  für  die  frühere  Strafe  abgesehen  werden 

kann,  wenn  die  neue  Strafe  vollzogen  wird  (Urteil  des  Bundesgerichts 

6B_1449/2021 vom 21. September 2022 E. 2.2.2. mit weiteren Hinweisen).

2.

Der Beschuldigte beging den hier zu beurteilenden Diebstahl während laufen-

der Probezeit, weshalb die objektiven Voraussetzungen für einen Widerruf der mit 

Urteil  des  Bezirksgerichts  Zürich  vom  14.  Juli  2021  bedingt  ausgesprochenen 

Freiheitsstrafe von 6 Monaten erfüllt sind. Die Legalprognose des Beschuldigten ist 

– wie  ausgeführt  (vgl.  Erw.  V.2.)  –  aufgrund  der  strafrechtlichen  Vorgeschichte 

getrübt. Allerdings ist weiter zu berücksichtigen, dass das neue Delikt nicht sehr 

schwer wiegt (vgl. Erw. IV.2.1.). Zudem wird die neue Freiheitsstrafe von 3 Monaten 

vollzogen. Der Beschuldigte musste noch nie eine Freiheitsstrafe verbüssen. Bis-

her wurde der Vollzug der Freiheitsstrafen (teilweise zugunsten einer stationären 

Suchtbehandlung)  stets  aufgeschoben.  Längere  strafprozessuale  Haft  hatte  der 

Beschuldigte bisher ebenfalls nicht zu vergegenwärtigen (Urk. 42). Es kann des-

halb davon ausgegangen werden, dass der Vollzug der neuen Freiheitsstrafe dem 

Beschuldigten die volle Tragweite seines Fehlverhaltens vor Augen führt und einen 

bleibenden Eindruck hinterlässt, sodass er sich künftig wohl verhalten wird. Zudem 

hat der Beschuldigte seine Drogensucht seit rund einem Jahr unter Kontrolle. Er ist 

substituiert und hat ein gutes Setting in Form von Fachleuten und Familie, die ihn 

unterstützen (E. IV.2.2.). Dementsprechend ist auf den Widerruf der mit Urteil des 

Bezirksgerichts Zürich vom 14. Juli 2021 bedingt ausgefällten Freiheitsstrafe von 6 

Monaten zu verzichten. Um den verbleibenden Bedenken Rechnung zu tragen, ist 

die Probezeit um 2 Jahre zu verlängern.

- 17 -

VII. Landesverweisung

Die Vorinstanz verwies, dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgend, den Beschul-

digten gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB für fünf Jahre des Landes (Urk. 34 

S. 23 ff. und  Dispositivziffer 6). Nachdem das Verfahren betreffend Hausfriedens-

bruch  einzustellen  ist  und  es  damit  an  einem  Schuldspruch  wegen  eines  Delikts 

aus dem abschliessenden Katalog gemäss Art. 66a Abs. 1 StGB und damit einer 

notwendigen Voraussetzung fehlt, ist keine Landesverweisung auszusprechen.

VIII. DNA-Probenahme und DNA-Profil

1.

Der erstinstanzliche Entscheid ist dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt 

und hat eine Probeentnahme sowie die Erstellung eines DNA-Profils im Sinne von 

Art. 257 StPO angeordnet. Die Verteidigung moniert im Berufungsverfahren diese 

Anordnung  offenbar  unter  der  Prämisse  eines  Freispruchs.  Gründe  für  das  Ab-

sehen einer solchen Massnahme im Falle eines Schuldspruchs wurden nicht vor-

gebracht (Urk. 45).

2.

Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Probeentnahme sowie die An-

ordnung eines DNA-Profils nach Art. 257 StPO korrekt wiedergegeben (Urk. 34 S. 

31). Ebenso zutreffend wie überzeugend ist ihr Fazit. Der Beschuldigte hat ein Ver-

brechen (Diebstahl) begangen. Er ist teilweise einschlägig vorbestraft und hat wäh-

rend laufender Probezeit erneut delinquiert. Aufgrund der vorne geschilderten ge-

trübten Legalprognose (vgl. Erw. V.2.) ist – mit der Vorinstanz (Urk 34 S. 31 f.) – in 

Anwendung von Art. 257 StPO eine DNA-Probe zu entnehmen und ein entspre-

chendes Profil zu erstellen. 

- 18 -

IX. Beschlagnahme

1. Mit  Verfügung  vom  9. Januar  2024  beschlagnahmte  die  Staatsanwaltschaft 

Zürich-Sihl gestützt auf Art. 263 Abs. 1 lit. b StPO und unter Berücksichtigung der 

finanziellen  Verhältnisse  (Art.  268  Abs.  2  StPO)  Bargeld  des  Beschuldigten  im 

Betrag von Fr. 111.70 (Urk. D3/5).

2.

Die Vorinstanz entschied diesbezüglich, der Betrag sei definitiv zu beschlag-

nahmen und zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten zu verwenden (Urk. 34 

S. 32 und Dispositivziffer 8). Die Verteidigung moniert im Berufungsverfahren die-

ses Ergebnis und fordert die Herausgabe an den Beschuldigten (Urk. 45 S. 24).

3.

Vom  Vermögen  der  beschuldigten  Person  kann  so  viel  beschlagnahmt 

werden, als voraussichtlich zur Deckung der Verfahrenskosten nötig ist (Art. 268 

Abs. 1 lit. a StPO). Wie noch zu zeigen sein wird, ist der Beschuldigte sowohl für 

das erstinstanzliche Verfahren als auch das Berufungsverfahren teilweise kosten-

pflichtig (vgl. Erw. XI.). Der Entscheid der Vorinstanz ist bei diesem Ausgang nicht 

zu  korrigieren  und  der  beschlagnahmte  Betrag  von  Fr.  111.70  zur  teilweisen 

Deckung der Verfahrenskosten zu verwenden. Im Urteilsdispositiv steht, der ent-

sprechende Betrag werde "zur Vollstreckung des Urteils verwendet" (Urk. 47 S. 4). 

Hierbei handelt es sich um einen offensichtlichen Verschrieb, der von Amtes wegen 

zu berichtigen ist (Art. 83 Abs. 1 StPO).

X. Zivilansprüche

Das vorinstanzliche Urteil wird hinsichtlich des Schuldspruchs betreffend Diebstahl 

im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB bestätigt. Es ist - unter Verweis auf die zutref-

fenden vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 34 S. 33) - der Schadenersatzanspruch 

der Privatklägerin zu bejahen. Der Betrag von Fr. 635.70 ist begründet und ausge-

wiesen (vgl. Urk. D2/5/1). Die vorinstanzlichen Erwägungen bedürfen keiner Ergän-

zung. Der Beschuldigte ist zur entsprechenden Zahlung zu verpflichten. 

- 19 -

XI. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  der  Untersuchung  und  des  erstinstanzli-

chen  Verfahrens,  mit  Ausnahme  derjenigen  der  amtlichen  Verteidigung,  dem 

Beschuldigten  zur  Hälfte  aufzuerlegen  und  zur  Hälfte  auf  die  Gerichtskasse  zu 

nehmen (Art. 426 Abs. 1 und 2 StPO). 

Die  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  sind  zur  Hälfte  einstweilen  auf  die 

Gerichtskasse  zu  nehmen;  vorbehalten  bleibt  diesbezüglich  eine  Nachforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Im übrigen Umfang sind diese Kosten definitiv auf 

die Gerichtskasse zu nehmen.

2.

Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  auf  Fr.  3'600.00  festzu-

setzen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 GebV 

OG). 

3.

Die amtliche Verteidigung macht für das Berufungsverfahren eine Entschädi-

gung von total Fr. 6'104.70 (inkl. Barauslagen und MwSt.) geltend (Urk. 43). Der 

Aufwand  ist  -  insbesondere  auch  mit  Blick  auf  die  tatsächliche  Dauer  der  Be-

rufungsverhandlung - ausgewiesen und angemessen und in dieser Höhe zu ent-

schädigen.

4.

Die  Kosten  des  Berufungsverfahrens  tragen  die  Parteien  nach  Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unter-

liegt mit seinen Anträgen teilweise, weshalb ihm die Kosten zu zwei Fünfteln auf-

zuerlegen sind. Die übrigen Kosten hat die Gerichtskasse zu tragen. 

Die  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  sind  zu  zwei  Fünfteln  einstweilen  auf  die 

Gerichtskasse  zu  nehmen;  vorbehalten  bleibt  diesbezüglich  eine  Nachforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Im übrigen Umfang sind diese Kosten definitiv auf 

die Gerichtskasse zu nehmen.

- 20 -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird  festgestellt,  dass  das  Urteil  des Bezirksgerichts  Zürich  vom  5.  Juni 

2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

(…)

Vom Vorwurf des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (begangen 

am 25. Februar 2023, Dossier 1) wird der Beschuldigte freigesprochen.

1.

2.

3.-8. (…)

9.

Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 9. Januar 2024 

beschlagnahmte Leichtmotorfahrrad KTM (A017'177'809) wird definitiv be-

schlagnahmt und öffentlich ausgeschrieben (Art. 267 Abs. 6 StPO). Der vor-

genannte beschlagnahmte Gegenstand wird dem jeweiligen Berechtigten 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides gegen Nachweis seiner Be-

rechtigung auf erstes Verlangen herausgegeben oder nach Ablauf von fünf 

Jahren vom Zeitpunkt der Ausschreibung im kantonalen Amtsblatt der Lager-

behörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen. Ein allfälliger Erlös 

wird zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet.

10. Die folgenden, beim Forensischen Institut Zürich (FOR) lagernden Spuren-

träger und Asservate werden der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Urteils zur Vernichtung überlassen:















DNA-Spur-Wattetupfer (Asservat Nr. A017'223'551);

DNA-Spur-Wattetupfer (Asservat Nr. A017'223'584);

DNA-Spur-Wattetupfer (Asservat Nr. A017'223'595);

DNA-Spur-Wattetupfer (Asservat Nr. A017'223'619);

DNA-Spur-Wattetupfer (Asservat Nr. A017'223'642);

DNA-Spur-Wattetupfer (Asservat Nr. A017'223'653);

FOR-Foto (Asservat Nr. A017'223'357).

11.

(…)

- 21 -

12. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Ver-

teidiger des Beschuldigten mit Fr. 8'955.00 (pauschal; inkl. Barauslagen und 

MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.

13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

2'000.00

die weiteren Kosten betragen:

2'500.00 Gebühr für das Vorverfahren;

2'850.00 Kosten DNA-Auswertung (Dossier 2);

630.00 Spurenbericht FOR (Dossier 2);

8'955.00

amtliche Verteidigung;

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

14.-15. (…)

16.

(Mitteilungen)

17.

(Rechtsmittel)"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

Es wird erkannt:

1.

Das Verfahren betreffend den Vorwurf des Hausfriedensbruchs (Dossier 2) 

wird eingestellt.

2.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des Diebstahls im Sinne von Art. 139 

Ziff. 1 StGB.

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 3 Monaten, 

woran ihm 1 Tag Haft aus dem Verfahren, das zum Urteil des Bezirksge-

richts Zürich, 10. Abteilung, vom 14. Juli 2021 führte, angerechnet wird.

4.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

- 22 -

5.

Die mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 14. Juli 2021 

bedingt ausgefällte Freiheitsstrafe von 6 Monaten wird nicht widerrufen und 

6.

7.

die Probezeit wird um 2 Jahre verlängert.

Der Beschuldigte wird nicht des Landes verwiesen.

Es wird die Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils im 

Sinne von Art. 257 StPO angeordnet. Das Forensische Institut Zürich (FOR) 

wird mit dem Vollzug beauftragt und der Beschuldigte verpflichtet, innert 

30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft des Urteils beim Forensischen Institut 

Zürich, Polizei- & Justizzentrum PJZ, Erkennungsdienst‚ Güterstrasse 33, 

8004 Zürich zwecks DNA-Probenahme für die DNA-Profilerstellung zu er-

scheinen. Kommt er dieser Verpflichtung unentschuldigt nicht nach, wird die 

Kantonspolizei hiermit verpflichtet, ihn - auf entsprechende Mitteilung des 

Forensischen Instituts Zürich hin - zwangsweise vorzuführen. Der Beschul-

digte wird auf Art. 205, 207 und 417 StPO aufmerksam gemacht.

8.

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 9. Januar 2024 

beschlagnahmten Fr. 111.70 werden zur teilweisen Deckung der Verfah-

renskosten verwendet.

9.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ AG Schaden-

ersatz von Fr. 635.70 zu bezahlen. 

10. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens, mit 

Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden zur Hälfte dem 

Beschuldigten auferlegt und zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zur Hälfte einstweilen und im 

übrigen Umfang definitiv auf die Gerichtskasse genommen. Die Rück-

zahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im Umfang der Hälfte gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

- 23 -

11. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'600.00 ; die weiteren Kosten betragen:

6'104.70   amtliche Verteidigung

12. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden zu zwei Fünfteln dem Beschuldigten aufer-

legt und zu drei Fünfteln auf die Gerichtskasse genommen.

13. Die Kosten der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren werden zu 

zwei Fünfteln einstweilen und im übrigen Umfang definitiv auf die Gerichts-

kasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im Um-

fang von zwei Fünfteln gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

14. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (versandt)

die Privatklägerin B._____ AG (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl

die Privatklägerin B._____ AG

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an











die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste

das Migrationsamt des Kantons Zürich

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und Formular B

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA unter Beilage des 
Formulars"Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-
Materials"

- 24 -







das Forensische Institut, Polizei- & Justizzentrum PJZ, 
Erkennungsdienst‚ Güterstrasse 33, 8010 Zürich unter Hinweis auf 
Disp.-Ziffer 7

die amtliche Verteidigung sowie den Beschuldigten persönlich gemäss 
Disp.-Ziff. 7 betr. Fristbeginn

in die Akten G.Nr. GG210110-L des Bezirksgerichts Zürich.

15. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 19. Dezember 2024

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. M. Langmeier

MLaw N. Hunziker

- 25 -

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.