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**Case Identifier:** 7eaa3748-1b5f-58b4-8554-1c1a7e530bde
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.05.2020 200 2018 738
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-738_2020-05-14.pdf

## Full Text

200 18 738 IV
KNB/GET/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. Mai 2020

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 6. September 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/18/738, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin) brach eine im Jahr 2011 begonnene Lehre als ... 2014 ab (Akten 
der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II], 2; 
5 S. 2 f.). Im Juni 2014 meldete sie sich unter Hinweis auf einen Diabetes 
mellitus Typ 1 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum 
Leistungsbezug an (act. II 2). Nach Abklärungen in medizinischer und er-
werblicher Hinsicht gewährte die IVB berufliche Massnahmen in Form ei-
nes Arbeitstrainings bzw. Coachings im Hinblick auf eine Tätigkeit als ... 
bzw. im Bereich des ... (act. II 36; 44; 56; 62; 76) und liess die Versicherte 
bei der MEDAS, C.________ (nachfolgend MEDAS), polydisziplinär begut-
achten (Expertise vom 1. Dezember 2015 [act. II 81.1 f.]). Nachdem die 
Integration in den ersten Arbeitsmarkt gescheitert war (vgl. act. II 98 S. 5; 
Protokolleintrag vom 28. Januar 2016 [in den Gerichtsakten]), übernahm 
die IVB die Kosten für eine (im August 2016 begonnene [act. II 105 S. 2]) 
Ausbildung zur … EBA (Eidgenössisches Berufsattest) bei der Abklärungs-
stelle D.________ (act. II 106), welche die Versicherte – nachdem sie im 
Hinblick auf vermehrte Absenzen sowie die Wahrnehmung der Diabetesbe-
ratung zur Schadenminderung aufgefordert worden war (act. II 143; 148) –  
erfolgreich abschloss (act. II 166 S. 2 ff.). Die Abklärungsstelle D.________ 
erklärte die Versicherte jedoch „für schwer vermittelbar in den ersten Ar-
beitsmarkt“ und eine berufliche Anschlusslösung konnte nicht gefunden 
werden (act. II 170 S. 3). Mit drei separaten Vorbescheiden vom 2. März 
2018 (act. II 133), 20. Juni 2018 (act. II 158) und vom 8. August 2018 (act. 
II 175) stellte die IVB der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 8% 
(ab 1. März 2015) bzw. 3% (ab 1. August 2018) die Verneinung eines Ren-
tenanspruchs, die Kürzung des Taggeldes für den Monat Mai 2018 bzw. 
den Abschluss der beruflichen Massnahmen (zufolge fehlender Vermittel-
barkeit im ersten Arbeitsmarkt wegen häufiger Absenzen) in Aussicht. Ge-
gen den Vorbescheid vom 2. März 2018 (betreffend Invalidenrente) erhob 
die Versicherte Einwand (act. II 157), woraufhin die IVB bei Dr. med. 
E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärzt-
licher Dienst (RAD), eine Stellungnahme einholte (act. II 176). Mit drei se-

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paraten Verfügungen vom 6. September 2018 (betreffend Invalidenrente 
[act. II 177]), 7. September 2018 (act. II 178 [betreffend Kürzung der Tag-
gelder für den Monat Mai 2018]) sowie vom 1. Oktober 2018 (betreffend 
Abschluss der beruflichen Massnahmen [act. II 179]) hielt die IVB an den in 
den entsprechenden Vorbescheiden in Aussicht gestellten Entscheiden 
fest. 

B.

Gegen die Verfügung vom 6. September 2018 (betreffend Invalidenrente) 
liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, mit Einga-
be vom 8. Oktober 2018 Beschwerde erheben. Sie stellt die folgenden 
Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 6. September 2018 sei 
aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin 
die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.

3. Eventualiter sei eine psychiatrische Begutachtung anzuordnen und 
die Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzu-
weisen.

4. Der Beschwerdeführerin sei für das Beschwerdeverfahren vor dem 
Verwaltungsgericht das Recht zur unentgeltlichen Rechtspflege zu er-
teilen, unter Einsetzung des Unterzeichnenden als amtlicher Anwalt.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

Mit weiterer Eingabe vom 22. Oktober bzw. 8. November 2018 reichte die 
Beschwerdeführerin einen Bericht von Dr. phil. F.________, Fachpsycho-
loge für Psychotherapie FSP, vom 22. Oktober 2018 (Akten der Beschwer-
deführerin [act. I] 4) zu den Akten. 

Mit Beschwerdeantwort vom 21. November 2018 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie eine 
Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. E.________ vom 19. November 
2018 (in den Gerichtsakten sowie act. II 185) ins Recht.

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Mit Schreiben vom 14. Januar 2019 reichte die Beschwerdeführerin einen 
zu Handen des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) Langenthal 
erstellten Bericht „AMM Ermittlung der Arbeitsmarktfähigkeit“ vom 3. Januar 
2019 (act. I 5) zu den Akten.

Mit Schreiben vom 25. März 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf 
die Einreichung einer Stellungnahme, wobei sie an ihren beschwerdewei-
sen Anträgen und Ausführungen festhält.

Mit Stellungnahme vom 20. April 2020 hält die Beschwerdeführerin an ihren 
beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren fest. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde grundsätzlich einzutreten. 

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 6. September 2018 
(act. II 177). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 
Soweit die Beschwerdeführerin darüber hinaus die Ausrichtung von „ge-
setzlichen Leistungen“ beantragt (vgl. Ziffer 2 der Rechtsbegehren), ist auf 
die Beschwerde nicht einzutreten, wurde die Verfügung vom 7. September 
2018 (betreffend Taggeldkürzung für den Monat Mai 2018 [act. II 178]) so-
wie die Verfügung vom 1. Oktober 2018 (betreffend berufliche Massnah-
men [act. II 179]) doch nicht mitangefochten respektive beschlägt die ange-
fochtene Verfügung vom 6. September 2018 („Kein Anspruch auf eine Inva-
lidenrente“; act. II 177) einzig den Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1

2.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-

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benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 

2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Bei Erlass der – zeitliche Grenze der gerichtlichen Prüfung 
bildenden – angefochtenen Verfügung vom 6. September 2018 (act. II 177; 
BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243) präsentierte sich die medizinische Aktenlage 
im Wesentlichen wie folgt: 

3.1.1 Vom … bis … 2014 hielt sich die Beschwerdeführerin in stationä-
rer, ab … 2014 in teilstationärer Behandlung in der psychiatrischen Abtei-
lung der Spital G.________ AG auf. Im Bericht der Spital G.________ AG 
vom 13. August 2014 (act. II 21) wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit ein Verdacht auf emotional-instabile Persönlichkeitss-
törung, Borderline Typus (ICD-10 F60.31), DD akzentuierte Persönlich-
keitszüge (ICD-10 Z73.1), eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 
F32.1), ein Zustand nach Anpassungsstörung mit längerer depressiver Re-
aktion (ICD-10 F43.21) sowie ein Diabetes mellitus Typ I diagnostiziert. Es 
sei eine „Überweisung vom Insel-Notfall“ erfolgt (S. 2). Anamnestisch wur-
de festgehalten, die Beschwerdeführerin sei an ihrer Lehrstelle von der 
Vorgesetzten vor den Kundinnen gedemütigt und schlecht und abwertend 
behandelt worden. Zunehmend habe sie depressive Symptome und An-

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triebsschwierigkeiten entwickelt, sich zurückgezogen und ihre Belastbarkeit 
habe abgenommen. Zudem seien ihre Blutzuckerschwankungen „sehr ex-
trem“ gewesen. Aufgrund der immer stärker werdenden Suizidgedanken 
habe sie schliesslich hospitalisiert werden müssen. Die Beschwerdeführe-
rin bringe zwei Diagnosen mit, die sich gegenseitig sehr ungünstig und ver-
stärkend beeinflussten: Den Diabetes und die emotional instabilen Persön-
lichkeitszüge. Der Umgang mit emotionalen Belastungen und Stress hätten 
direkte Auswirkungen auf ihren Körper und ihre Psyche. Sie brauche enge 
Begleitung, ein stabiles Umfeld und selbstwertfördernde Beziehungen, um 
sich konzentrieren zu können und um eine gewisse psychische Stabilität zu 
erhalten (S. 3). Sie habe viele Ressourcen, brauche aber Hilfe, um diese im 
Beruf umsetzen zu können (S. 4).

3.1.2 Im polydisziplinären, eine internistische, neurologische und psych-
iatrische Exploration beinhaltenden MEDAS-Gutachten vom 1. Dezember 
2015 (act. II 81.1 f.) wurden interdisziplinär im Wesentlichen die folgenden 
Diagnosen gestellt (act. II 81.1 S. 14): 

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 
F60.31) 

2. Dysthymia (ICD-10 F34.1) 
3. Diabetes mellitus Typ 1 (ICD 10 E10.4), ED 1995 

- beginnende diabetische Polyneuropathie (ICD-10 E14.4) 
- Neurographie vom 14. September 2015: beginnende demyelinisie-

rende Polyneuropathie an den unteren Extremitäten 
- unter Insulinpumpen-Therapie 

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Depressive Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4)
2. Thyreoiditis Hashimoto, ED 2008

In der interdisziplinären Beurteilung hielten die Gutachter fest, die Kriterien 
für eine Borderline-Persönlichkeitsstörung seien erfüllt; so bestehe eine 
deutliche Tendenz zu Streitereien und Konflikten mit anderen, eine un-
beständige, launische Stimmung bei Tendenz zu impulsiven Handlungen 
sowie zusätzlich das Gefühl von innerer Leere und einem sehr unsicheren 
Selbstbild. Die vordiagnostizierte depressive Episode sei mittlerweile remit-
tiert. Weil die Beschwerdeführerin weiterhin unter wechselndem Antrieb, 
Verlust des Selbstvertrauens, Rückzug und Konzentrationsschwierigkeiten 

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leide, könne am ehesten noch eine Dysthymie diagnostiziert werden 
(S. 15). Neben diesen psychiatrischen Diagnosen bestehe zusätzlich der 
weiterhin unzureichend kontrollierte Diabetes mellitus Typ 1, welcher die 
Gesamtsituation verkompliziere und zu einer qualitativen Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit führe. Als Komplikation habe sich einerseits eine be-
ginnende diabetische Polyneuropathie gezeigt. Zusätzlich bestehe gemäss 
aktenkundigem Arztbericht eine leichte nicht-proliferative diabetische Reti-
nopathie beidseits seit September 2014. Für eine angepasste Tätigkeit 
bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Falls ein Vorgesetzter die Be-
schwerdeführerin wertschätzend behandle und sie gut unterstützen und 
motivieren könne sei es möglich, dass die Beschwerdeführerin eine weitere 
Lehre im … Bereich oder auch als ... oder in ähnlichen Tätigkeitsfeldern 
abschliessen könne. Die intellektuellen Voraussetzungen dafür seien ge-
geben. Allerdings seien die Ressourcen der Beschwerdeführerin klein. 
Auch der Diabetes führe nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit für solche Berufe. 
Aufgrund des Diabetes sollte es sich aber nicht um Tätigkeiten mit Selbst-
gefährdungspotenzial handeln (S. 16). 

3.1.3 Im neuropsychologischen Bericht der Spital G.________ AG vom 
8. März 2016 (act. II 100 S. 2 ff.) wurde festgehalten, insgesamt ent-
sprächen die Befunde einer unspezifischen, leichten neuropsychologischen 
Störung bei einem leicht unterdurchschnittlichen, allgemeinen Leistungsni-
veau. Aufgrund der Einschränkungen in der verbalen Intelligenz benötige 
sie mehr Aufmerksamkeit und Zeit zum Erreichen normgerechter Ergebnis-
se. Dies könne zu einer deutlich schnelleren Ermüdbarkeit, aber auch zu 
Reizbarkeit führen. Die erzielten Leistungen seien vereinbar mit der Schul-
bildung der Beschwerdeführerin sowie den bestehenden psychiatrischen 
und somatischen Diagnosen. Eine genaue ätiopathologische Zuordnung 
gestalte sich jedoch als schwierig (S. 5). Aufgrund des vorliegenden Leis-
tungsniveaus sei aus rein neuropsychologischer Sicht eine zweijährige An-
lehre respektive eine Lehre in einem geschützten Rahmen grundsätzlich 
möglich. Allerdings werde die Beschwerdeführerin mit grosser Wahrschein-
lichkeit auf eine unterstützende Begleitung im Sinne einer Lernbegleitung 
oder Stützunterrichtes angewiesen sein. Unter grossen Belastungen sei mit 
Leistungseinbussen zu rechnen (S. 6).

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3.1.4 Im zu Handen des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin ver-
fassten Bericht vom 15. Juni 2018 (act. II 157 S. 4) hielt der seit dem 
21. November 2016 behandelnde Psychologe Dr. phil. F.________ die 
Diagnosen einer nicht näher bezeichneten tiefgreifenden Entwicklungs-
störung, mit sehr negativen Interaktionen mit sozialer, familiärer und beruf-
licher Umwelt in Kindheit und Jugend (ICD-10 F84.9), eine emotional insta-
bile Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typ (ICD-10 F60.31) sowie eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 
(ICD-10 F33.1), fest. In Folge dieser Störungen sei die Leistungsfähigkeit in 
sozialen, schulischen und beruflichen Bereichen stark reduziert. Eine Leis-
tungsfähigkeit sei nur in einem definierten, geschützten Rahmen – wie bis-
her bei der Abklärungsstelle D.________ – möglich. Allerdings sei hier 
„streng“ zu erwähnen, dass der Abschluss der Berufsbildung sowie das 
Einhalten von Arbeitsanforderungen trotz geschütztem Rahmen eine enor-
me Herausforderung gewesen sei. Eine Arbeitsfähigkeit für den ersten Ar-
beitsmarkt, für den die Beschwerdeführerin aktuell zu 100% arbeitsunfähig 
sei, sei aktuell nicht gegeben.

3.1.5 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________ hielt im Bericht vom 4. Sep-
tember 2018 (act. II 176) unter Bezugnahme auf den Bericht von Dr. med. 
F.________ fest, es seien keine neuen relevanten medizinischen Tatsa-
chen auszumachen. Es könne weiterhin auf das Gutachten der MEDAS 
vom 1. Dezember 2015 und das darin formulierte Zumutbarkeitsprofil ab-
gestellt werden (S. 3).

3.1.6 Im Bericht vom 22. Oktober 2018 (act. I 4) kritisierte Dr. phil. 
F.________ sowohl das MEDAS-Gutachten vom 1. Dezember 2015 (act. II 
81.1 f.) als auch die RAD-ärztlichen Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit als 
mangelhaft. 

3.1.7 In seiner Stellungnahme vom 19. November 2018 (act. II 185) hielt 
der RAD-Arzt Dr. med. E.________ an seiner Einschätzung im Bericht vom 
4. September 2018 (act. II 176) fest. 

3.2 Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung 
vom 6. September 2018 (act. II 177) respektive für die Ermittlung des Inva-
liditätsgrades auf die auf den Akten basierende Einschätzung des RAD-

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Arztes Dr. med. E.________ vom 4. September 2018 (act. II 176) ab, wel-
cher seinerseits das im MEDAS-Gutachten vom 1. Dezember 2015 (act. II 
81.1 f.) formulierte Zumutbarkeitsprofil mit einer 80%igen Arbeitsfähigkeit 
mit der Begründung für weiterhin massgeblich erachtete, es seien keine 
neuen relevanten medizinischen Tatsachen auszumachen. Hierzu ist Fol-
gendes festzuhalten: 

Die psychiatrische Begutachtung in der MEDAS erfolgte am 17. September 
2015 (act. II 81.2 S. 7). In dieser Zeit absolvierte die Beschwerdeführerin 
ein (von der Beschwerdegegnerin im Rahmen beruflicher Massnahmen 
unterstütztes) Praktikum in der freien Wirtschaft bei der H.________ AG 
(vgl. act. II 62), welches bis zu dessen Abbruch Ende Januar 2016 andau-
erte (vgl. Protokolleintrag vom 7. Januar 2016 [in den Gerichtsakten]). 

Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen die-
ses Praktikums zwar – wenngleich bei unstetem Leistungsniveau (vgl. act. 
II 77 S. 3) – anfänglich bzw. während der Zeit, als auch die psychiatrische 
Begutachtung erfolgte, Fortschritte machte (vgl. Protokolleintrag vom 
20. Oktober 2015 [in den Gerichtsakten]). In der weiteren Folge akzentuier-
te sich jedoch das Fehlen wesentlicher Grundarbeitsfähigkeiten (Stabilität, 
Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Verbindlichkeit) und die Weiterführung des 
Praktikums wurde als nicht mehr zielführend erachtet und stattdessen die 
Fortsetzung der beruflichen Massnahmen betreffend Ausbildungsmöglich-
keiten im ... im geschützten Rahmen empfohlen (vgl. Protokolleinträge vom 
1. Dezember 2015 und 28. Januar 2016 [in den Gerichtsakten]). Im „Bericht 
Coaching“ der Spital G.________ AG vom 22. Februar 2016 (act. II 98 S. 2 
– 7) wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin sei mit den Anforderun-
gen im Praktikum (1. Arbeitsmarkt) überfordert. Es sei zu mehreren eskalie-
renden Konfliktsituationen am Arbeitsplatz gekommen, so dass das Prakti-
kum vorzeitig habe beendet werden müssen – dies u.a. wegen unentschul-
digtem Fernbleiben vom Arbeitsplatz, starken Stimmungsschwankungen, 
impulsiven trotzigen Verhaltensweisen sowie abnehmender Motivation. 
Eine Verhaltenseinsicht habe nur begrenzt erarbeitet werden können. Zwar 
habe die Beschwerdeführerin gegen Ende benennen können, überfordert 
zu sein, jedoch falle es ihr schwer, eigene Anteile an den für sie schwieri-
gen Situationen zu erkennen bzw. zu akzeptieren. Komplexe Zusammen-

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hänge seien für sie generell schwierig zu erfassen. Die Diskrepanz zwi-
schen den notwendigen Voraussetzungen/Anforderungen, welche bei einer 
Ausbildung gegeben sein müssten und den eigenen Diskrepanzen diesbe-
züglich seien für die Beschwerdeführerin teilweise schwer zu erkennen und 
zu akzeptieren. Dies habe zu einer sichtbaren Hilflosigkeit, Ärger und ei-
nem Gefühl von erlebter Ungerechtigkeit geführt, verbunden mit einem ho-
hen Leidensdruck. Am 22. Januar 2016 habe die Beschwerdeführerin nach 
einer Eskalation am Arbeitsplatz notfallmässig bei der leitenden Psycholo-
gin der Ambulatorien der Psychiatrischen Dienste der Spital  G.________ 
AG vorgestellt werden müssen (S. 2 f.).

In der Folge wurden die beruflichen Massnahmen in den geschützten Be-
reich der Abklärungsstelle D.________ verlagert (S. 5; act. II 103), wobei 
aufgrund eines Multichecks Richtung ... (act. II 56) eine Ausbildung zur … 
EBA (nicht EFZ) als sachgerecht erachtet wurde (vgl. Protokolleintrag vom 
18. Dezember 2015 [in den Gerichtsakten]). Diese schloss die Beschwer-
deführerin zwar erfolgreich ab (act. II 166 S. 2 ff.), jedoch war die Ausbil-
dungszeit geprägt durch zahlreiche Absenzen. Im definitiven Bericht der 
Abklärungsstelle D.________ (act. II 170) wurde festgehalten, die Be-
schwerdeführerin habe ein Durchschnittspensum von 65% (bei geforderten 
100%) geleistet (S. 2). Aktuell sei sie aufgrund von unregelmässigen und 
reduzierten Arbeitseinsätzen sowie der unzuverlässigen Kommunikation 
ihrer Abwesenheiten (unentschuldigte Absenzen) im ersten Arbeitsmarkt 
schwer vermittelbar (S. 3).

3.3

3.3.1 Im Gebiet des Sozialversicherungsrechts gelten der 
Untersuchungsgrundsatz sowie der Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Der rechtserhebliche Sachverhalt 
ist von Amtes wegen unter Mitwirkung der Parteien zu ermitteln. In diesem 
Sinne rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es 
abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden 
ist. Der Verzicht auf weitere Abklärungen oder im Beschwerdefall auf 
Rückweisung der Sache zu diesem Zweck verletzt etwa dann Bundesrecht, 
wenn der festgestellte Sachverhalt unauflösbare Widersprüche enthält oder 
wenn eine entscheidwesentliche Tatfrage auf unvollständiger 

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Beweisgrundlage beantwortet wird (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 24. Januar 2020, 8C_538/2019, E. 2.5). 

3.3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.3 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee S. 353 f.). Soll ein 
Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens 
entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 
V 465 E. 4.4 S. 470).

3.3.4 Zwar obliegt die abschliessende Beurteilung der sich aus einem 
Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen Leistungsfähigkeit in der 
Hauptsache dem Arzt oder der Ärztin, nicht den Fachleuten der Berufsbe-
ratung/beruflichen Eingliederung. Mit Blick auf die rechtsprechungsgemäss 
enge, sich gegenseitig ergänzende Zusammenarbeit zwischen der Ärzte-
schaft und der Berufsberatung ist jedoch einer konkret leistungsorientierten 
beruflichen Abklärung nicht jegliche Aussagekraft für die Beurteilung der 
Restarbeitsfähigkeit abzusprechen. Steht eine medizinische Einschätzung 
der Leistungsfähigkeit in offensichtlicher und erheblicher Diskrepanz zu 
einer Leistung, wie sie während einer ausführlichen beruflichen Abklärung 
bei einwandfreiem Arbeitsverhalten/-einsatz der versicherten Person effek-

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/18/738, Seite 13

tiv realisiert wurde und gemäss Einschätzung der Berufsfachleute objektiv 
realisierbar ist, vermag dies ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen 
zu begründen und ist das Einholen einer klärenden medizinischen Stel-
lungnahme grundsätzlich unabdingbar (vgl. Entscheid des BGer vom 27. 
Juni 2018, 8C_48/2018, E. 4.3.1). 

3.4

3.4.1 Wie eingangs dargelegt, verwies der RAD-Arzt Dr. med. 
E.________ im Bericht vom 4. September 2018 (act. II 176) auf das seines 
Erachtens weiterhin gültige Zumutbarkeitsprofil der MEDAS vom 1. De-
zember 2015. Dies bestätigte er im Bericht vom 19. November 2018 (act. II 
185 S. 2). Für die Begründung der Arbeitsfähigkeit hatte der begutachtende 
Psychiater der MEDAS massgeblich auf das im Begutachtungszeitpunkt in 
der freien Wirtschaft absolvierte Praktikum bei der H.________ AG abge-
stellt (vgl. act. II 81.1 S. 8), indem er festhielt, aktuell zeige die Beschwer-
deführerin eine gute Arbeitsfähigkeit, weil sie „80%-ig ein Praktikum bei 
stabilem psychischem Zustand absolvieren kann.“ Der Gutachter wertete 
dies damals als Zeichen „für eine Besserung“ im Vergleich zur im Jahr 
2014 seitens der behandelnden Ärzte attestierten 100%igen Arbeitsun-
fähigkeit (vgl. act. II 81.2 S. 15). Diese Einschätzung einer 80%igen Ar-
beitsfähigkeit war auch in die interdisziplinäre Beurteilung eingeflossen 
(act. II 81.1 S. 16). Wie in E. 3.2 vorne dargelegt, wurde dieses Praktikum 
indessen wegen der nicht gegebenen Voraussetzungen im als solchen 
bezeichneten „Grundarbeitsverhalten“ (act. II 98 S. 6) sowie wegen Über-
forderung abgebrochen und die beruflichen Massnahmen wurden in den 
geschützten Bereich verlagert, wobei die Beschwerdeführerin auch hierbei 
einzig in einem Durchschnittspensum von 65% arbeitete. Mit Blick auf die 
über mehrere Jahre hinweg erfolgte Beobachtung und Begleitung der Be-
schwerdeführerin durch Fachleute der Berufsberatung bzw. beruflichen 
Eingliederung kann ihren sich daraus ergebenden Einschätzungen zur 
während der beruflichen Massnahmen effektiv gezeigten Leistungsfähigkeit 
und den ihres Erachtens bestehenden Einschränkungen im funktionellen 
Leistungsvermögen unter den gegebenen Umständen nicht jegliche Aus-
sagekraft für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit abgesprochen werden 
(vgl. E. 3.3.4 vorne). Dass das (durch zahlreiche Absenzen geprägte) Ar-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/18/738, Seite 14

beitsverhalten der Beschwerdeführerin nicht einwandfrei war, ändert aus 
derzeitiger Sicht nichts, weil die Beschwerdeführerin nach den im MEDAS-
Gutachten getroffenen (und insoweit mit den bis dahin erstellten medizini-
schen Berichten übereinstimmenden) Einschätzungen in ihrer Anpassung 
an Regeln und Routinen durch ihre Stimmungsschwankungen einge-
schränkt ist bzw. war und die persönlichkeitsbedingten Beziehungsstörun-
gen ihre Gruppen- und Kontaktfähigkeit sowie die Selbstbehauptungsfähig-
keit (stark) stören (act. II 81.2 S. 14). Demnach wecken die Ausführungen 
der Eingliederungsfachpersonen zur Leistungsfähigkeit dahingehend zu-
mindest geringe Zweifel (vgl. E. 3.3.3 vorne) an der einzig auf den Akten 
beruhenden Einschätzung von Dr. med. E.________, als derzeit fraglich ist, 
ob – mit dem RAD-Arzt – weiterhin an der im MEDAS-Gutachten unter an-
deren Prämissen erfolgten Einschätzung einer 80%igen Arbeitsfähigkeit (in 
der freien Wirtschaft) festgehalten werden kann. Insoweit fragt sich auch, 
ob seit der Begutachtung eine Änderung des Gesundheitszustandes (Art. 
17 ATSG) eingetreten ist (vgl. E. 3.4.2 sogleich).

3.4.2 Im weiteren hielt Dr. phil. F.________  in seinem Bericht vom 22. 
Oktober 2018 (act. I 4) u.a. die Diagnose einer rezidivierenden depressiven 
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode fest (S. 2), wobei sich die Be-
schwerdeführerin seit längerem „in einem Zustand von mittelgradiger und 
schwerer Depression“ befinde (S. 11). Dr. med. E.________ hielt hierzu in 
der Stellungnahme vom 19. November 2018 (act. II 185) fest, es könne im 
Verlauf einer Dysthymia durchaus zu leichten bis mittelgradigen depressi-
ven Episoden kommen. Für die Behandlung von depressiven Episoden 
ständen jedoch ausreichend evidenzbasierte Behandlungsmöglichkeiten 
zur Verfügung. Im Bericht von Dr. phil. F.________ werde lediglich ange-
geben, dass „psychotherapeutisch keine relevanten Veränderungen“ her-
beizuführen gewesen wären. Es seien jedoch keine Angaben zu einer leitli-
nienorientierten psychopharmakologischen antidepressiven Behandlung 
auszumachen. Unter einer leitlinienorientierten Behandlung sei jedoch mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer Verbesserung der depressi-
ven Symptomatik auf ein Niveau wie jenes zum Zeitpunkt der psychiatrisch-
gutachterlichen Untersuchung, als eine teilweise Remission der depressi-
ven Episode vorgelegen habe, auszugehen (S. 2). Dr. med. E.________ 
stellt damit das mögliche Bestehen einer seit der Begutachtung in der ME-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/18/738, Seite 15

DAS (erneut) aufgetretenen depressiven Störung nicht in Abrede. Soweit er 
einzig auf deren grundsätzliche Behandelbarkeit verweist, kann die Be-
schwerdegegnerin daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten, sagt die The-
rapierbarkeit für sich allein betrachtet doch nichts über den invalidisieren-
den Charakter einer psychischen Störung, so auch eines depressiven Lei-
dens, aus (BGE 143 V 409 E. 4.2.1 S. 413). Im Übrigen lässt sich aufgrund 
der Akten – wie erwähnt - nicht zuverlässig beurteilen, wie sich der Ge-
sundheitszustand seit der Begutachtung in der MEDAS entwickelte bzw. ob 
die von Dr. phil. F.________ – der entgegen den Ausführungen des 
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 8. November 2018 nicht Arzt 
sondern Psychologe ist - insoweit postulierte Verschlechterung überwie-
gend wahrscheinlich eingetreten ist, so dass der Hinweis von Dr. med. 
E.________, es lägen keine neuen relevanten medizinischen Tatsachen 
vor, weder verifizier- noch falsifizierbar ist. Auf die Berichte von Dr. phil. 
F.________ kann dabei nicht entscheidwesentlich bzw. jedenfalls nicht 
abschliessend abgestellt werden, da der Erfahrungstatsache Rechnung zu 
tragen ist, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre Vertrau-
ensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (Ent-
scheid des BGer vom 30. Mai 2018, 8C_55/2018, E. 6.2), was auch auf 
behandelnde Psychologen zutrifft. Auch erfüllen seine Berichte im Hinblick 
auf eine allfällige indikatorengeleitete Überprüfung der medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit nicht die Anforderungen gemäss BGE 141 V 
281. 

3.5 Aus dem Dargelegten folgt, dass sich die Frage, ob und wenn ja 
inwieweit die aktenkundige – und von den involvierten Eingliederungsfach-
personen nach Erstattung des MEDAS-Gutachtens am 1. Dezember 2015 
bzw. während der Durchführung der beruflichen Massnahmen überein-
stimmend beurteilte – Entwicklung (mit zahlreichen Absenzen sowie häufi-
ger Überforderung der Beschwerdeführerin) auf einen invalidenversiche-
rungsrechtlich relevanten Gesundheitsschaden zurückzuführen ist, anhand 
der im Recht liegenden Berichte nicht zuverlässig beantworten lässt. Damit 
bestehen an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Berichte von Dr. 
med. E.________ vom 4. September und 19. November 2018 (act. II 176; 
185) zumindest geringe Zweifel (vgl. E. 3.3.3 vorne). Auch kann dieser, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/18/738, Seite 16

medizinische Sachfragen betreffende, Mangel nicht auf dem Wege der Be-
weiswürdigung behoben werden. 

Indem die Beschwerdegegnerin einzig auf den Akten beruhende Berichte 
des RAD einholte und auf weitere Abklärungen verzichtete, hat sie dem 
Untersuchungsgrundsatz unter den gegebenen Umständen nicht Genüge 
getan (vgl. E. 3.3.1 vorne). Bei gegebener Aktenlage hat die 
Beschwerdegegnerin deshalb weitere Abklärungen vorzunehmen und ein 
verwaltungsexternes polydisziplinäres Verlaufsgutachten zu veranlassen. 
Dieses wird sich in Bezug auf die zu berücksichtigenden Fachrichtungen 
grundsätzlich am MEDAS-Gutachten orientieren und sich auch zur Frage 
zu äussern haben, inwieweit der Beschwerdeführerin eine Verbesserung 
der wiederholt als schlecht eingeschätzten Compliance hinsichtlich des 
Diabetes (vgl. act. II 30 S. 3, 10; 117 S. 5; 168 S. 1) und des 
Arbeitsverhaltens / der Motivation (bei Aufbieten allen guten Willens) 
zumutbar ist. 

3.6 Zusammenfassend ist, soweit darauf einzutreten ist, in Gutheis-
sung der Beschwerde die Verfügung vom 6. September 2018 (act. II 177) 
aufzuheben und die Sache – entsprechend dem Eventualantrag der Be-
schwerdeführerin – an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie 
nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den Leis-
tungsanspruch neu verfüge. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/18/738, Seite 17

4.2

4.2.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

4.2.2 Mit nicht zu beanstandender Kostennote vom 20. April 2020 hat 
Rechtsanwalt B.________ ein Honorar von Fr. 2‘838.35 (richtig: 
Fr. 2‘839.20 – 10.92 Stunden à Fr. 260.--), Auslagen von Fr. 184.20 und 
die Mehrwertsteuer (MWSt.) von Fr. 232.75 (richtig: Fr. 232.80) geltend 
gemacht. Der gesamte Parteikostenersatz wird somit auf Fr. 3‘256.20 (inkl. 
Auslagen und MWSt.) festgesetzt.

4.3 Bei diesem Ausgang ist das Rechtsschutzinteresse an der Beurtei-
lung des in diesem Verfahren gestellten Gesuchs um unentgeltliche 
Rechtspflege dahingefallen. Entsprechend ist das Verfahren um Erteilung 
der unentgeltlichen Rechtspflege als gegenstandslos geworden vom Ge-
schäftsverzeichnis abzuschreiben (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kom-
mentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 39 N. 1).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Soweit darauf einzutreten ist, wird in Gutheissung der Beschwerde die 
angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 6. September 2018 
aufgehoben, und die Sache wird an die Beschwerdegegnerin zurück-
gewiesen, damit sie – nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der 
Erwägungen – neu verfüge.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/18/738, Seite 18

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgeschrieben. 

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘256.20 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Mai 2020, IV/18/738, Seite 19

fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.