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**Case Identifier:** 3754755e-ce90-5928-8c35-3ab93bf432e3
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-08-02
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 02.08.2016 RR.2015.299
**Docket/Reference:** RR.2015.299
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2015-299_2016-08-02

## Full Text

Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Niederlande. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Niederlande. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Niederlande. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Niederlande. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).

Entscheid vom 2. August 2016  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Roy Garré,  

Gerichtsschreiber Miro Dangubic  

 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Florian Baumann 

und Rechtsanwältin Cornelia Stengel,  

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

STAATSANWALTSCHAFT DES KANTONS 

LUZERN, Oberstaatsanwaltschaft, 

 

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die 

Niederlande  

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

 
 
 
 
 
 
 
 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2015.299 

 

 

 

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Sachverhalt: 

 

 Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Rotterdam (nachfolgend "StA RO") führt 

eine Strafuntersuchung gegen A. wegen Abgabebetrugs. In diesem 

Zusammenhang gelangte die StA RO im Juni 2014 an das Bundesamt für 

Justiz (nachfolgend "BJ") und ersuchte um Vorabprüfung des Entwurfs eines 

Rechtshilfeersuchens (Verfahrensakten 1.5).  

 

 

 Auf Anfrage des BJ hin bezog die Eidgenössische Steuerverwaltung 

(nachfolgend "ESTV") am 18. Juli 2014 Stellung i.S.v. Art. 24 Abs. 3 IRSV 

zum obgenannten Ersuchen. Sie hielt darin fest, dass der geschilderte 

Sachverhaltskomplex einen Abgabebetrug (direkte Steuern) darstelle 

(Verfahrensakten 1.4). In der Folge teilte das BJ am 24. Juli 2014 den 

holländischen Behörden mit, dass einem allfälligen Rechtshilfeersuchen in 

Sachen A. entsprochen werden könne (Verfahrensakten 1.2).  

 

 

 Die niederländischen Behörden stellten das Rechtshilfeersuchen am 

24. Juli 2014. Es wurde um Durchsuchung der Wohnung von A., Auswertung 

von historischen Anrufdaten, Bankermittlung etc. ersucht (Verfahrensakten 

1.1). Gleichentags bestimmte das BJ den Kanton Luzern als Leitkanton i.S.v 

Art. 79 Abs. 1 IRSG (Verfahrensakten 1).  

 

 

 Mit Eintretensverfügungen vom 9. und 13. Oktober 2014 entsprach die 

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Luzern (nachfolgend „OStA LU“) dem 

Rechtshilfeersuchen. In der Folge verlangte sie die Edition der beantragten 

Bankunterlagen bei der Luzerner Kantonalbank, führte am 13. Oktober 2014 

eine Hausdurchsuchung bei A. durch und liess sich bei der Luzerner Polizei 

eine Übersicht über alle auf ihn eingelösten Fahrzeuge edieren (act. 1.2 und 

1.3).  

 

 

 Mit Eintretensverfügung vom 7. bzw. 10. Oktober 2014 hielt die OStA LU 

fest, dass das Rechtshilfeersuchen auch betreffend den historischen 

Anrufdaten den Anforderungen entspreche und ordnete den Vollzug der 

Massnahmen an (act. 1.3). Mit Verfügung vom 17. Oktober 2014 genehmigte 

das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Luzern die rückwirkende 

Teilnehmeridentifikation von zwei auf A. lautenden Telefonnummern. Nach 

der Auswertung der Daten verfasste die Luzerner Polizei am 7. Januar 2015 

einen diesbezüglichen Bericht (act. 1.3).  

 

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 Mit Schlussverfügungen vom 16. und 23. Oktober 2015 verfügte die OStA 

LU die Herausgabe von verschiedenen bei der Hausdurchsuchung vom 

13. Oktober 2014 sichergestellten Unterlagen, erhobenen Randdaten und 

von der Luzerner Kantonalbank edierten Bankunterlagen (act. 1.2 und 1.3).  

 

 

 Dagegen gelangt A., vertreten durch die Rechtsanwälte Florian Baumann 

und Cornelia Stengel, am 25. November 2015 an das hiesige Gericht und 

beantragt im Wesentlichen die Aufhebung der Schlussverfügungen und die 

Abweisung des Rechtshilfeersuchens (act. 1). 

 

 

 Die Beschwerdeantworten des BJ und der OStA LU erfolgten am 

18. Dezember 2015 (act. 6 und 7). Der Beschwerdeführer replizierte innert 

erstreckter Frist am 18. Januar 2016 (act. 10), was dem BJ und der OStA LU 

am 19. Januar 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (act. 11).  

 

 

 Der Beschwerdeführer machte am 10. März 2016 und 8. April 2016 zwei 

unaufgeforderte Eingaben (act. 12 und 16), welche dem BJ und der OStA 

LU in der Folge zur Kenntnis zugestellt wurden (act. 13 und 17).  

 

 

 Am 2. Juni 2016 wies der Beschwerdeführer das hiesige Gericht darauf hin, 

dass das gegen ihn laufende niederländische Strafverfahren eingestellt 

worden sei (act. 18). In der Folge erfolgte am 8. Juli 2016 der Rückzug des 

niederländischen Ersuchens (act. 19). 

 

 

 Mit Schreiben vom 12. Juli 2016 teilte dieses Gericht den Parteien mit, dass 

es aufgrund des Rückzugs des Rechtshilfeersuchens beabsichtige, das 

vorliegende Beschwerdeverfahren als gegenstandslos abzuschreiben. Den 

Parteien wurde im Sinne von Art. 72 BZP Gelegenheit gegeben, zu den 

Kosten- und Entschädigungsfolgen Stellung zu nehmen (act. 20).  

 

 

 Das BJ und die OStA LU beantragten am 15. Juli bzw. 18. Juli 2016, dass 

die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen seien (act. 21). Mit 

seiner Stellungnahme vom 21. Juli 2016 verlangt der Beschwerdeführer eine 

Entschädigung von Fr. 77‘835.-- (act. 24). Die Stellungnahmen wurden der 

jeweiligen Gegenpartei am 22. Juli 2016 zur Kenntnis zugestellt (act. 25). 

Am 26. Juli 2016 nahm der Beschwerdeführer unaufgefordert Stellung zu 

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den Vernehmlassungen des BJ und der OStA LU (act. 26), was diesen am 

27. Juli 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (act. 27).  

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug 

genommen.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen den Niederlanden und der Schweiz sind in 

erster Linie das Europäische Übereinkommen über die Rechtshilfe in 

Strafsachen vom 20. April 1959 (EUeR; SR 0.351.1), dem beide Staaten 

beigetreten sind, sowie die Bestimmungen der Art. 48 ff. des 

Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des 

Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener 

Durchführungsübereinkommen, SDÜ; ABl. L 239 vom 22. September 2000, 

S. 19-62) massgebend. 

 

1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen weder ausdrücklich noch 

stillschweigend regeln, bzw. das schweizerische Landesrecht geringere 

Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 140 

IV 123 E. 2; 137 IV 33 E. 2.2.2; 135 IV 212 E. 2.3; ZIMMERMANN, La 

coopération judiciaire internationale en matière pénale, 4. Aufl., Bern 2014, 

N. 229), sind das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale 

Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige 

Verordnung vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11) anwendbar (Art. 1 

Abs. 1 IRSG; BGE 136 IV 82 E. 3.1; 130 II 337 E. 1). Vorbehalten bleibt die 

Wahrung der Menschenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; 

ZIMMERMANN, a.a.O., N. 211 ff., 223 ff., 680 ff.).  

 

Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten 

sind darüber hinaus die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungs-

verfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 37 Abs. 2 lit. a 

i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die 

Organisation der Strafbehörden des Bundes [Strafbehörden-

organisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]).  

 

 

 

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2.  

2.1 Mit Schreiben vom 8. Juli 2016 haben die niederländischen Behörden das 

Rechtshilfeersuchen zurückgezogen, weshalb die verfügte 

Rechtshilfeleistung unterbleibt. Der Beschwerdeführer kann deshalb kein 

Interesse mehr an der Behandlung seiner Beschwerden haben. Das 

Beschwerdeverfahren ist entsprechend als gegenstandslos vom 

Geschäftsverzeichnis abzuschreiben (vgl. BGE 137 I 161 E. 4.3.2; Urteile 

des Bundesgerichts 2C_1226/2013 vom 11. Mai 2015, E. 1; 1C_122/2008 

vom 30. Mai 2008, E. 1; Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2014.116 

vom 13. Mai 2015, E. 2; RR.2013.291 vom 3. Juli 2014, E. 2).  

 

2.2 Nach konstanter Praxis gelangt im Beschwerdeverfahren vor dem 

Bundesstrafgericht für den Entscheid über die Kosten- und 

Entschädigungsfolgen bei Gegenstandslosigkeit Art. 72 des 

Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess (BZP; 

SR 273) sinngemäss zur Anwendung (TPF 2011 118 E. 2.2.2; Entscheide 

des Bundesstrafgerichts RR.2014.116 vom 13. Mai 2015, E. 3.1; 

RR.2014.173 vom 30. April 2015, E. 6.2; RR.2014.252 vom 20. November 

2014, E. 2; RR.2007.91 vom 4. September 2007). Gemäss dieser 

Bestimmung entscheidet das Gericht mit summarischer Begründung über 

die Prozesskosten aufgrund der Sachlage vor Eintritt des 

Erledigungsgrundes. 

 

Bei der Beurteilung der Kosten- und Entschädigungsfolge ist somit in erster 

Linie auf den mutmasslichen Ausgang des Prozesses abzustellen. Lässt sich 

dieser im konkreten Fall nicht feststellen, so sind allgemeine 

prozessrechtliche Kriterien heranzuziehen. Danach wird jene Partei kosten- 

und entschädigungspflichtig, welche das gegenstandslos gewordene 

Verfahren veranlasst hat oder in welcher die Gründe eingetreten sind, die 

dazu geführt haben, dass der Prozess gegenstandslos geworden ist. Die 

Regelung bezweckt, denjenigen, welcher in guten Treuen Beschwerde 

erhoben hat, nicht im Kostenpunkt dafür zu bestrafen, dass die Beschwerde 

infolge nachträglicher Änderung der Umstände abzuschreiben ist, ohne dass 

ihm dies anzulasten wäre. Bei der summarischen Prüfung des 

mutmasslichen Prozessausgangs ist nicht auf alle Rügen einzeln und 

detailliert einzugehen (BGE 118 Ia 488 E. 4a S. 494 f.). 

 

 

3. Bei den angefochtenen Entscheiden handelte es sich um 

Schlussverfügungen der ausführenden kantonalen Behörde in 

internationalen Rechtshilfeangelegenheiten, gegen welche innert 30 Tagen 

ab der schriftlichen Mitteilung bei der Beschwerdekammer des 

http://links.weblaw.ch/1C_122/2008
http://links.weblaw.ch/BGE-118-IA-488

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Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt werden kann (Art. 80e Abs. 1 i.V.m. 

Art. 80k IRSG; Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG).  

 

Die Schlussverfügungen vom 16. und 23. Oktober 2015 gingen am 

26. Oktober 2015 beim Vertreter des Beschwerdeführers ein. Sie wurden am 

25. November 2015 – somit innerhalb der Beschwerdefrist – angefochten.  

 

 

4.  

4.1 Zwischen den Parteien ist umstritten, ob das Rechtshilfeerfordernis der 

doppelten Strafbarkeit gegeben war, mithin ob der im Rechtshilfeersuchen 

wiedergegebene Sachverhalt unter Art. 14 Abs. 2 VStrR hätte subsumiert 

werden können (act. 1).  

 

4.2 Die Vertragsparteien des EUeR können sich das Recht vorbehalten, die 

Erledigung von Ersuchen um Durchsuchung oder Beschlagnahme der 

Bedingung zu unterwerfen, dass die dem Ersuchen zugrunde liegende 

strafbare Handlung sowohl nach dem Recht des ersuchenden als auch nach 

dem des ersuchten Staates strafbar ist (Art. 5 Ziff. 1 lit. a EUeR). Die Schweiz 

hat für die Vollziehung von Rechtshilfeersuchen, mit welchen 

Zwangsmassnahmen beantragt werden, einen entsprechenden Vorbehalt 

angebracht. Entsprechend bestimmt auch Art. 64 Abs. 1 IRSG für die 

akzessorische Rechtshilfe, dass prozessuale Zwangsmassnahmen nur 

angewendet werden dürfen, wenn aus der Sachverhaltsdarstellung im 

Ersuchen hervorgeht, dass die im Ausland verfolgte Handlung die objektiven 

Merkmale eines nach schweizerischem Recht strafbaren Tatbestandes 

aufweist. Vorbehältlich Fälle offensichtlichen Missbrauchs ist die Strafbarkeit 

nach dem Recht des ersuchenden Staates dabei in Anwendung von Art. 64 

Abs. 1 IRSG grundsätzlich nicht zu prüfen. Der Vorbehalt der Schweiz zum 

EUeR ist im gleichen Sinne auszulegen (BGE 116 Ib 89 E. 3c/aa mit 

Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 1A.7/2007 vom 3. Juli 2007, E. 3.2; 

1A.3/2006 vom 6. Februar 2006, E. 6.1 ; 1A.283/2005 vom 1. Februar 2006, 

E. 3.3; 1A.80/2006 vom 30. Juni 2006, E. 2.2; ZIMMERMANN, a.a.O., S. 536 f. 

N. 583).  

 

4.3 Das Rechtshilfeersuchen muss insbesondere Angaben über den Gegen-

stand und den Grund des Ersuchens enthalten (Art. 14 Ziff. 1 lit. b EUeR). 

Ausserdem muss das Ersuchen in Fällen, wie dem vorliegenden, die 

strafbare Handlung bezeichnen und eine kurze Darstellung des Sachverhalts 

enthalten (Art. 14 Ziff. 2 EUeR). Art. 28 Abs. 2 und 3 IRSG i.V.m. Art. 10 IRSV 

stellt entsprechende Anforderungen an das Rechtshilfeersuchen. Diese 

Angaben müssen der ersuchten Behörde die Prüfung erlauben, ob die 

doppelte Strafbarkeit gegeben ist (Art. 5 Ziff. 1 lit. a EUeR), ob die 

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Handlungen, wegen derer um Rechtshilfe ersucht wird, nicht ein politisches 

oder fiskalisches Delikt darstellen (Art. 2 lit. a EUeR) und ob der Grundsatz 

der Verhältnismässigkeit gewahrt wird (BGE 129 II 97 E. 3.1 S. 98 m.w.H.).  

 

Der Rechtshilferichter hat weder Tat- noch Schuldfragen zu prüfen und 

grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen, sondern ist 

vielmehr an die Sachdarstellung im Ersuchen gebunden, soweit sie nicht 

durch offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet 

wird (vgl. BGE 132 II 81 E. 2.1 S. 85 mit Hinweisen; Urteil des 

Bundesgerichts 1A.90/2006 vom 30. August 2006, E. 2.1; TPF 2007 150 

E. 3.2.4). 

 

4.4 Dem Rechtshilfeersuchen liegt folgender Sachverhalt zu Grunde 

(Verfahrensakten 3.1):  

 

Der Beschwerdeführer sei im Müllverarbeitungsgewerbe tätig gewesen. Im 

Jahre 2006 habe er sämtliche Anteile an der B. Groep für 

EUR 500‘000‘000.- - verkauft. Am 17. Februar 2007 sei er mit seiner 

Freundin, C., in die Schweiz ausgewandert. Seit 31. Dezember 2007 sei er 

in Z. angemeldet. Seine Wohnung in Y. habe er behalten.  

 

Die holländischen Behörden werfen dem Beschwerdeführer vor, dass sein 

Steuerberater mit Brief vom 23. November 2006 angegeben habe, dass er 

in die Schweiz auswandern und sich in Zukunft nur noch vereinzelt in den 

Niederlanden aufhalten werde. In Wahrheit habe er sich regelmässig in 

den Niederlanden aufgehalten. Da sich auch sein soziales Umfeld in den 

Niederlanden befinde, liege sein steuerrechtlicher Wohnsitz auch hier.  

 

In den niederländischen Einkommensteuererklärungen für den Zeitraum 

2007 – 18. April 2013 habe der Beschwerdeführer erklärt, dass sein 

Wohnsitz an der obgenannten Adresse in Z. liege. Da dies nicht stimme und 

sein steuerrechtlicher Wohnsitz in den Niederlanden liege, sei er zu Unrecht 

als nicht gebietsansässiger Steuerpflichtiger betrachtet worden, was zu einer 

Steuervergünstigung von EUR 123‘000‘000.-- geführt habe.  

 

4.5 Wie die Wiedergabe des Sachverhaltsvorwurfs zeigt, sind der 

Sachverhaltsdarstellung der ersuchenden Behörde auch keine 

offensichtlichen Fehler, Lücken oder Widersprüche zu entnehmen, welche 

die Sachverhaltsvorwürfe entkräften würden. Aus diesem Grund ist diese 

Sachverhaltsdarstellung für den Rechtshilferichter bindend und den 

nachfolgenden Erwägungen zu Grunde zu legen.  

 

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4.6 Für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit nach schweizerischem Recht ist 

der im Ersuchen dargelegte Sachverhalt so zu subsumieren, wie wenn die 

Schweiz wegen des gleichen Sachverhalts ein Strafverfahren eingeleitet 

hätte (BGE 132 II 81 E. 2.7.2 S. 90 mit Hinweis auf BGE 129 II 462 E. 4.4). 

Er muss dabei die objektiven Tatbestandsmerkmale einer Strafbestimmung 

des schweizerischen Rechts erfüllen. Bei der beidseitigen Strafbarkeit 

beschränkt sich der Rechtshilferichter auf eine Prüfung prima facie (BGE 124 

II 184 E. 4b/cc S. 188; Urteile des Bundesgerichts 1C_205/2007 vom 

18. Dezember 2007 E. 4.2; 1A.194/2005 vom 18. August 2005 E. 3.3.2 und 

1A.132/2005 vom 4. Juli 2005 E. 5.1; GARRÉ, Basler Kommentar, 

Internationales Strafrecht, Basel 2015, Art. 35 IRSG N. 7).  

 

4.7 Art. 3 Abs. 3 IRSG sieht im Einklang mit Art. 2 lit. a EUeR vor, dass 

Rechtshilfeersuchen abzulehnen sind, wenn der Gegenstand des 

Verfahrens eine Tat bildet, die auf eine Verkürzung fiskalischer Abgaben 

gerichtet ist. Jedoch kann einem Ersuchen um Rechtshilfe nach dem dritten 

Teil des Gesetzes (andere Rechtshilfe) entsprochen werden, wenn das 

Verfahren einen Abgabebetrug betrifft. In diesem Fall besteht trotz des 

Wortlauts des Gesetzes (Kann-Vorschrift) eine Pflicht zur 

Rechtshilfeleistung, wenn die übrigen Voraussetzungen dafür erfüllt sind 

(BGE 125 II 250 E. 2 S. 252).  

 

4.8 Gemäss Art. 24 Abs. 1 IRSV bestimmt sich der Begriff des Abgabebetruges 

im Sinne von Art. 3 Abs. 3 IRSG nach Art. 14 Abs. 2 des Bundesgesetzes 

über das Verwaltungsstrafrecht vom 22. März 1974 (VStrR, SR 313.0). 

Danach liegt ein Abgabebetrug vor, wenn der Täter durch sein arglistiges 

Verhalten bewirkt, dass dem Gemeinwesen unrechtmässig und in einem 

erheblichen Betrag eine Abgabe, ein Beitrag oder eine andere Leistung 

vorenthalten oder dass es sonst am Vermögen geschädigt wird. Ob eine Tat 

als Abgabebetrug zu qualifizieren ist, beurteilt sich allein nach den 

erwähnten Grundsätzen des schweizerischen Rechts. Es ist unerheblich, ob 

das fragliche Verhalten nach dem Recht des ersuchenden Staates ebenfalls 

als Abgabebetrug gilt oder ob es als Steuerhinterziehung geahndet wird 

(BGE 125 II 250 E. 3b S. 252 f.; Urteil des Bundesgerichts 1A.5/2003 vom 

16. Mai 2003, E. 4.1). 

 

Die Tathandlung beschreibt der objektive Tatbestand als "arglistiges 

Verhalten", das einer arglistigen Täuschungshandlung gleichgesetzt werden 

kann. D.h. es werden in Wahrheit inexistente Tatsachen vorgespiegelt oder 

tatsächlich bestehende Tatsachen unterdrückt (EICKER/FRANK/ACHERMANN, 

Verwaltungsstrafrecht und Verwaltungsstrafverfahrensrecht, Bern 2012, 

S. 110 f.). Tatsachen sind objektiv feststehende, vergangene oder 

gegenwärtige Geschehnisse oder Zustände. Zukünftige Ereignisse sind, 

https://www.swisslex.ch/AssetDetail.mvc/Show?assetGuid=090a3643-8acf-46cf-b4a2-2acb92730b7b#cons_2_7_2
https://www.swisslex.ch/AssetDetail.mvc/Show?assetGuid=090a3643-8acf-46cf-b4a2-2acb92730b7b#cons_2_7_2

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soweit sie jedenfalls ungewiss sind, keine Tatsachen. Wer Äusserungen 

oder Prognosen über künftige Vorgänge macht, täuscht somit nicht, auch 

wenn sie unwahr sind, d.h. nicht seiner wirklichen Überzeugung 

entsprechen. Prognosen können aber in Bezug auf die vom Täter zugrunde 

gelegten gegenwärtigen Verhältnisse (Prognosegrundlage) eine Täuschung 

darstellen. Massgebend ist, ob die Äusserung ihrem objektiven Sinngehalt 

nach einen Tatsachenkern enthält. Äusserungen oder Prognosen über 

künftige Vorgänge können zu einer Täuschung führen, wenn sie innere 

Tatsachen wiedergeben. Die Zukunftserwartung kann mithin als 

gegenwärtige innere Tatsache täuschungsrelevant sein (BGE 135 IV 76 

E. 5.1).  

 

4.9 Der Arglistbegriff von Art. 14 Abs. 2 VStrR orientiert sich grundsätzlich an 

der Rechtsprechung zum gemeinrechtlichen Betrugstatbestand gemäss Art. 

146 StGB (vgl. BGE 125 II 250 E. 5a S. 257; 115 Ib 68 E. 3a/bb S. 76 f.; 

s. auch BGE 122 II 422 E. 3a/cc S. 429). Nach der bundesgerichtlichen 

Praxis setzt Abgabebetrug nicht notwendigerweise die Verwendung falscher 

oder verfälschter Urkunden voraus. Zwar seien für die Annahme von Arglist 

immer besondere Machenschaften, Kniffe oder ganze Lügengebäude 

erforderlich. Unter gewissen Umständen könnten aber auch blosse 

Falschangaben oder sogar blosses Schweigen arglistig sein, wenn der 

Täuschende den Getäuschten von einer möglichen Überprüfung abhält oder 

voraussieht, dass dieser mit Rücksicht auf ein besonderes 

Vertrauensverhältnis von einer Überprüfung absehen wird (BGE 125 II 250 

E. 3b S. 252, E. 5a S. 257; 115 Ib 68 E. 3a/bb S. 77, je mit Hinweisen). 

 

Im Falle von blossen Falschdeklarationen müssen zur einfachen Lüge 

weitere Arglistmerkmale hinzutreten. Diese können grundsätzlich bejaht 

werden, wenn der Angeschuldigte den Getäuschten von der Überprüfung 

der Falschangaben abhält, wenn die Angaben objektiv nicht (oder selbst von 

der zuständigen Veranlagungsbehörde nur sehr schwer) überprüfbar sind, 

oder falls der Angeschuldigte Anlass hatte, den Verzicht auf eine 

Überprüfung vorauszusehen (vgl. BGE 125 IV 124 E. 2c S. 127, E. 3b S. 128; 

122 IV 197 E. 3d S. 205, je mit Hinweisen; zum Arglistbegriff in 

Abgabestrafsachen s. auch BGE 125 II 250 E. 3b S. 252, E. 5a S. 257; 115 

Ib 68 E. 3a/bb S. 77, je mit Hinweisen). 

 

4.10 Nach Schweizer Recht befindet sich der steuerrechtliche Wohnsitz einer 

Person dort, wo faktisch der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen liegt 

(BGE 138 II 300 E. 3.2). Gemäss dem angefochtenen Entscheid bestimmt 

sich der steuerrechtliche Wohnsitz gemäss niederländischem Recht nach 

ähnlichen Kriterien (act. 1.2, S. 6). Auf die geäusserten Wünsche bzw. 

gefühlsmässige Bevorzugung des Betroffenen kommt es bei der 

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Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes nicht an. Vielmehr wird eine 

Gewichtung gestützt auf Indizien vorgenommen (vgl. zuletzt Urteil des 

Bundesgerichts 2C_678/2013 vom 28. April 2014, E. 2.3). Mithin ist der 

steuerrechtliche Wohnsitz keine Tatsache, sondern eine Schlussfolgerung. 

Eine Täuschung über diesen ist dennoch möglich (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 1A.39/2007 vom 30. August 2007, E. 4; 1A.117/2004 vom 

12. August 2004, E. 3.3). Arglistig ist die Täuschung jedoch nur, wenn neben 

der falschen Angabe über den Wohnsitz zusätzliche Vorkehrungen getroffen 

werden, um die Steuerbehörden zu täuschen (UNSELD, Internationale 

Rechtshilfe im Steuerrecht, Zürcher Diss., Zürich/Basel/Genf 2011, S. 86 

und 91).  

 

4.11 Aus dem Rechtshilfeersuchen geht hervor, dass der Beschwerdeführer im 

Jahr 2007 in die Schweiz ausgewandert sei. Namentlich habe er im Kanton 

Luzern Wohnräume bezogen, seinen Zuzug den zuständigen Behörden 

gemeldet, Fahrzeuge eingelöst etc. Sein steuerrechtlicher Wohnsitz soll sich 

jedoch weiterhin in den Niederlanden befunden haben. Die niederländischen 

Behörden werfen dem Beschwerdeführer vor, mit Schreiben vom 

23. Februar 2006 angekündigt zu haben, sich nur noch vereinzelt in den 

Niederlanden aufhalten zu wollen und in der Folge lediglich die 

Steuererklärung für nicht Gebietsansässige eingereicht zu haben, mithin im 

Ergebnis die Falschdeklaration des steuerrechtlichen Wohnsitzes.  

 

4.12 Damit der Tatbestand des Abgabebetrugs erfüllt ist, müssten – gemäss dem 

oben Dargelegten – neben einer Falschdeklaration betreffend den 

steuerrechtlichen Wohnsitz weitere arglistige Vorkehrungen seitens des 

Beschwerdeführers vorliegen. Solche sind vorliegend nicht ersichtlich. Mithin 

ist die Rechtshilfevoraussetzung der doppelten Strafbarkeit nicht gegeben.  

 

4.13 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerde hätte gutgeheissen 

werden müssen.  

 

 

5.  

5.1 Entsprechend sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

Die Bundesstrafgerichtskasse ist anzuweisen, dem Beschwerdeführer den 

geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5'000.-- zurückzubezahlen 

(act. 3).  

 

5.2 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG kann die 

Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes 

wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwen-

dige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen. Parteikosten sind dann 

- 11 - 
 
 

als notwendig zu betrachten, wenn sie zur sachgerechten und wirksamen 

Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung unerlässlich erscheinen 

(BEUSCH, in VwVG – Kommentar zum Bundesgesetz über das 

Verwaltungsverfahren [Auer/Müller/Schindler, Hrsg.], Zürich/St. Gallen 

2008, Art. 64 N. 11). Nur in diesem Umfang lässt es sich rechtfertigen, die 

Kosten dem Prozessgegner aufzuerlegen. Der vom Gesetzgeber 

verwendete Begriff der "notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten" 

gewährt der urteilenden Instanz einen erheblichen Beurteilungsspielraum. 

Sie hat ausgehend von den konkreten Umständen des Einzelfalls bzw. der 

jeweiligen Prozesslage frei zu würdigen, ob und in welcher Höhe eine 

Parteientschädigung geschuldet ist (BGE 98 Ib 506 E. 2 S. 509 ff.; Urteil 

2A.468/2005 vom 7. April 2006, E. 3.2; ferner Urteile 8C_329/2011 vom 

29. Juli 2011, E. 6.1; 9C_108/2010 vom 15. Juni 2010, E. 7.2). Wichtige 

Kriterien sind neben der Komplexität von Sach- und Rechtslage namentlich 

die in Frage stehenden Folgen für die Person, deren Fähigkeiten und 

prozessuale Erfahrungen sowie die Vorkehren der Behörden (Urteil 

2A.58/1997 vom 17. November 1998, E. 3b mit Hinweisen; RHINOW ET AL., 

Öffentliches Prozessrecht, 2. Aufl., Basel 2014, Rz. 1700). Bei der Frage, ob 

es sich um notwendige Kosten handelt, ist auf die Prozesslage abzustellen, 

die sich dem Betroffenen im Zeitpunkt der Kostenaufwendung dargeboten 

hat (BEUSCH, a.a.O., N. 11 zu Art. 64). Sind die Kosten in diesem Sinne 

unnötig, so werden diese nicht ersetzt (BEUSCH, a.a.O., Art. 64 N. 11 unter 

Hinweis auf BGE 131 II 200 E. 7.3). 

 

Im Beschwerdeverfahren besteht die Parteientschädigung zur Hauptsache 

aus den Anwaltskosten, welche das Honorar und die notwendigen Auslagen 

umfassen (vgl. Art. 11 ff. des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 

31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in 

Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). Das Honorar wird nach 

dem notwendigen und ausgewiesenen Zeitaufwand der Anwältin oder des 

Anwalts für die Rechtsvertretung bemessen (Art. 12 Abs. 1 BStKR). Wird mit 

der einzigen oder letzten Eingabe keine Kostennote eingereicht, so setzt das 

Gericht das Honorar nach Ermessen fest (Art. 12 Abs. 2 BStKR). Liegt eine 

Kostennote vor, bedeutet dies aber noch nicht, dass diese unbesehen 

übernommen werden muss. Vielmehr sind nur die notwendigen Kosten bzw. 

der notwendige Zeitaufwand zu ersetzen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG). Es ist 

daher zu überprüfen, in welchem Umfang die in der Kostennote 

ausgewiesenen Kosten als notwendig für die Vertretung anerkannt werden 

können (BEUSCH, a.a.O., N. 17 zu Art. 64). Zur Überprüfbarkeit der 

Notwendigkeit sind an den Detaillierungsgrad der Kostennote 

entsprechende Anforderungen zu stellen (BEUSCH, a.a.O., N. 18 zu Art. 64). 

So hat aus der Kostennote nicht nur ersichtlich zu sein, welche Arbeiten 

durchgeführt worden sind und wer wie viel Zeit zu welchem Tarif 

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aufgewendet hat, sondern auch, wie sich der geltend gemachte Aufwand auf 

die einzelnen Arbeiten verteilt (BEUSCH, a.a.O., N. 18 zu Art. 64).  

Hat die obsiegende Partei bzw. ihre Rechtsvertretung deren Aufwand für die 

Mandatsführung in allen Einzelheiten ausgewiesen, ist die 

Beschwerdeinstanz unter dem Gesichtspunkt von Art. 29 Abs. 2 BV 

verpflichtet, sich damit auseinanderzusetzen und in Bezug auf die konkreten, 

geltend gemachten Aufwendungen nachvollziehbar darzulegen, aus 

welchem Grund es diese als sachfremden oder übertriebenen Aufwand nicht 

entschädigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_121/2010 vom 

22. Februar 2011, E. 3.1.4). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

in Strafsachen darf allerdings die Notwendigkeit des Aufwands dann als nicht 

nachgewiesen erachtet und die Prozessentschädigung pauschal bemessen 

werden, wenn der geltend gemachte Zeitaufwand zum Umfang und zur 

Schwierigkeit des Falles in einem offensichtlichen Missverhältnis steht (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_224/2013 vom 27. Januar 2014, E. 2.5 f.). Nach der 

bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 64 Abs. 1 VwVG ist 

die Kostennote in pauschaler Weise und ohne einlässliche Berechnung zu 

kürzen, wenn das Bundesverwaltungsgericht zum Ergebnis kommt, dass die 

Kostennote zu reduzieren ist (anstelle vieler: Urteile des 

Bundesverwaltungsgerichts A-3290/2013 vom 3. Juni 2014, E. 10.4, mit 

Hinweisen, und A-3762/2010 vom 25. Januar 2012, E. 21). 

 

5.3 Mit Honorarnote vom 19. Juli 2016 macht Rechtsanwalt Florian Baumann 

einen Aufwand von Fr. 77‘835.-- (259.45 h à Fr. 300.--) geltend (act. 24.1). 

Der geltend gemachte Zeitaufwand steht vorliegend zum Umfang und zur 

Schwierigkeit des Falles in einem offensichtlichen Missverhältnis: Zwar 

erwies sich die Prüfung der doppelten Strafbarkeit im vorliegenden 

Verfahren als komplex, ansonsten sind jedoch Schwierigkeit und Umfang als 

durchschnittlich einzustufen. Im Beschwerdeverfahren machte der 

Beschwerdeführer insgesamt sieben Eingaben, wobei vier davon 

unaufgefordert. Die Beschwerdeschrift vom 25. November 2015 macht 

hinsichtlich Bedeutung, Aufwand und Umfang den Hauptteil aus. Sie umfasst 

25 Seiten (act. 1). Es ist nicht einzusehen, inwiefern sich ein Arbeitsaufwand 

von knapp 260 Stunden dafür rechtfertigt. Zudem gilt es zu beachten, dass 

rund die Hälfte des geltend gemachten Zeitaufwandes vor dem 

16. Oktober 2015 datiert, mithin vor dem Erlass der ersten 

Schlussverfügung. Inwiefern dieser Aufwand im Zusammenhang mit dem 

vorliegenden Beschwerdeverfahren steht, ist nicht ersichtlich.  

 

Nach dem Gesagten wird die Notwendigkeit des Aufwandes als nicht 

nachgewiesen erachtet, weswegen die Prozessentschädigung pauschal auf 

Fr. 6‘000.-- festzusetzen ist.  

- 13 - 
 
 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Das Verfahren wird zufolge Rückzugs des Rechtshilfeersuchens als 

gegenstandslos vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.  

 

2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. Die Bundesstrafgerichtskasse wird 

angewiesen, dem Beschwerdeführer den geleisteten Kostenvorschuss in der 

Höhe von Fr. 5'000.-- zurückzubezahlen.  

 

3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer für das 

Beschwerdeverfahren eine Entschädigung von Fr. 6'000.-- auszurichten.  

 

 

 

 

Bellinzona, 3. August 2016  

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwälte Florian Baumann und Cornelia Stengel  

- Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern, Oberstaatsanwaltschaft 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 
Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).