# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 86717b27-28ed-554c-b98d-543a9141602a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.12.2014 IV 2012/269
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-269_2014-12-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/269

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 09.06.2020

Entscheiddatum: 08.12.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 08.12.2014
Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Die 
gesundheitlich bedingte, vorübergehende Arbeitsunfähigkeit in einer 
adaptierten Tätigkeit ist nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Rückweisung der Sache zur weiteren 
Abklärung und zur anschliessenden Neuverfügung an die 
Beschwerdegegnerin. Da die Rückweisung nicht zu einer Besserstellung der 
Beschwerdeführerin führen kann, sind ihr die Kosten für das 
Beschwerdeverfahren aufzuerlegen (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 8. Dezember 2014, IV 2012/269).

Entscheid Versicherungsgericht, 08.12.2014

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Lea Locher

Entscheid vom 8. Dezember 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Veronica Hälg-Büchi, St. Leonhard-Strasse 20, 

Postfach 123, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___, meldete sich am 5. Dezember 2008 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen 

zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche Integration/Rente) an 

(IV-act. 1). Sie gab an, seit dem Jahr 2007 an Arthrose und an einer Zyste im linken 

Knie zu leiden. Nach dem Abbruch einer Lehre habe sie als Verkäuferin gearbeitet. Vom 

29. Januar 2006 bis am 31. August 2008 habe sie in der B.___ AG zu 100 % als SRK-

Pflegehelferin gearbeitet. Seit dem 3. März 2008 sei sie bis auf Weiteres zu 100 % 

arbeitsunfähig. Die Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen 

(nachfolgend: Klinik für Orthopädie) hatte am 25. November 2008 berichtet (IV-act. 2), 

die Versicherte leide an einem Status nach mehrfacher Patellaluxation links mit/bei 

Status nach lateralem Release links bei lateralem Hyperpressionssyndrom mit Femoro-

Patellar-Arthrose bei subluxierter Patella links im März 2008 (Hospitalisation vom 3. bis 

6. März 2008). Sie klage über belastungsabhängige Schmerzen im linken Kniegelenk 

sowie über ein Extensionsdefizit und Druckdolenz peripatellär. Sie sei vom 30. Oktober 

bis 10. Dezember 2008 in ihrer bisherigen Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. 

Der Hausarzt Dr. med. C.___, Innere Medizin FMH, hatte am 3. April 2008 berichtet 

(act. G 7.2), die Versicherte leide seit März 2007 unter zunehmenden, 

belastungsabhängigen Knieschmerzen auf der linken Seite. Sie sei in ihrer bisherigen 

Tätigkeit vom 3. März bis 16. April 2008 zu 100 %arbeitsunfähig gewesen. Ab 17. April 

2008 könne mit einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden.

A.b  Gemäss dem Fragebogen für Arbeitgebende (eingegangen am 16. Dezember 

2008, IV-act. 18 - 1 ff.) hatte die B.___ AG die Versicherte vom 2. Juni 2006 bis 

31. August 2008 als Pflegehilfe beschäftigt. Der letzte effektive Arbeitstag sei der 

27. Februar 2008 gewesen. Sie habe das Arbeitsverhältnis wegen der durch die 

gesundheitlichen Probleme bedingten langen Abwesenheit der Versicherten gekündigt. 

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Die Versicherte habe bei einem 100 %-Pensum Fr. 3'700.-- verdient. Sie habe als 

Pflegehilfe u.a. die folgenden Arbeiten ausgeführt: Körperpflege, Mobilisation, Transfer 

und Lagerung. Gemäss dem IK-Auszug hatte ihr Lohn im Jahr 2007 Fr. 51'034.-- 

betragen (IV-act. 11).

A.c  Die Klinik für Orthopädie berichtete am 26. Februar 2009, dass am 24. Juli 2008 

eine diagnostische Kniegelenksinfiltration und am 9. Januar 2009 ein offener lateraler 

Release durchgeführt worden seien (IV-act. 22 - 2 f.). Der klinische Verlauf sei 

insgesamt regelrecht. Die Versicherte habe angegeben, die Schmerzen in der 

Kniekehle links sowie die Hüftschmerzen rechts seien vollständig rückläufig. Aktuell 

bestünden noch belastungsabhängige Schmerzen beim Treppensteigen sowie beim 

Bergab- und Bergauflaufen, ein nächtlicher Ruheschmerz sowie ein morgendlicher 

Anlaufschmerz. Die Kündigung und die versicherungsrechtliche Auseinandersetzung 

belasteten die Versicherte psychisch. Die Arbeitsfähigkeit müsse mit Geduld 

schrittweise aufgebaut werden.

A.d  Am 18. März 2009 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, aufgrund ihres 

Gesundheitszustandes seien zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen 

möglich (IV-act. 24). Am 7. August 2009 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass ihr bei 

der Stellungsuche Beratung und Unterstützung gewährt werde (IV-act. 28).

A.e  Am 1. September 2009 wurde die Versicherte vom RAD-Arzt Dr. D.___, Facharzt 

für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, untersucht 

(Bericht vom 2. September 2009, IV-act. 33). Anlässlich der Untersuchung habe die 

Versicherte über ausgeprägte Schmerzen im linken Kniegelenk, einerseits infrapatellär, 

anderseits retropatellär lokalisiert, geklagt. Der Schmerz strahle nach proximal bis in 

den Oberschenkel und nach distal aus. Weiter bestehe in der Kniekehle ein 

Spannungsgefühl. Die Schmerzen seien ständig vorhanden und verstärkten sich unter 

Belastung. Die Nachtruhe sei deutlich gestört. Dr. D.___ erklärte abschliessend, dass 

die Versicherte ausgeprägte Beschwerden bei linksseitiger Femoropatellararthrose, bei 

einem Zustand nach viermaliger Patellaluxation mit Hyperpressionssyndrom und 

Dysplasie der medialen Patellafacette und des entsprechenden Femurcondylus 

aufweise. Neben den Schmerzen bestünden Schwellungszustände sowie eine 

eingeschränkte Beweglichkeit. Die Versicherte habe ihre Beschwerden konsistent 

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vorgetragen. Diese liessen sich durch die Resultate der klinischen Untersuchung und 

die Ergebnisse der bildgebenden Verfahren erklären. Auch ausserhalb der 

Untersuchungssituation habe die Versicherte ein konsistentes Verhalten gezeigt. Sie 

weise eine ausgeprägte Adipositas auf. Beim Pflegeberuf handle es sich um eine 

Tätigkeit mit hoher körperlicher Beanspruchung. In dieser Tätigkeit sei die Versicherte 

definitiv nicht mehr arbeitsfähig. Es müsse von einem instabilen Gesundheitszustand 

ausgegangen werden, da zwei Eingriffe zur Diskussion stünden: Ein endoprothetischer 

Ersatz der Patella und eine Magenbypass-Operation. Die Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit könne zurzeit nicht geschätzt werden. Auch könne noch nicht 

bestimmt werden, wie eine leidensadaptierte Tätigkeit aussehen müsste.

A.f   Am 14. September 2009 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass aufgrund ihres 

Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich 

seien (IV-act. 34).

A.g  Der Hausarzt berichtete am 3. November 2009 (IV-act. 35), dass am 8. Oktober 

2009 ein Femoropatellar-Gelenksersatz am linken Knie erfolgt sei (Operationsbericht: 

IV-act. 35-5 f.). Das bisherige postoperative Resultat sei gut. Die Versicherte sei noch 

beim Gehen, Heben und Tragen eingeschränkt. Sofern sich nach der Rehabilitation ein 

gutes Resultat zeige, sei sie in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig. Der RAD-Arzt 

Dr. D.___ erklärte am 11. November 2009, dass der Gesundheitszustand weiterhin 

instabil sei und die Versicherte deshalb zu 100 % arbeitsunfähig sei (IV-act. 36).

A.h  Am 15. Januar 2010 berichtete das Adipositas-Zentrum des Spitals F.___ (IV-act. 

40) u.a., dass die Versicherte aufgrund des komplizierten postoperativen Verlaufs, der 

Schmerzen und der sozialen Probleme psychisch deutlich labil sei. Die orthopädischen 

Beschwerden stünden stark im Vordergrund. Der Hausarzt berichtete am 17. Januar 

2010 (IV-act. 41), dass der Gesundheitszustand stationär sei. Nachdem zunächst 

erfreuliche Fortschritte bezüglich der Belastbarkeit und Beweglichkeit des linken 

Kniegelenks nach Femoropatellarersatz am 8. Oktober 2009 hätten verzeichnet werden 

können, stagniere die Situation seit Dezember 2009. Seit Mitte Januar 2010 sei die 

Versicherte auf Sozialhilfe angewiesen. Gleichzeitig habe ihr Lebenspartner sie 

verlassen. Aufgrund dieser psychosozialen Belastungen habe sie eine depressive 

Symptomatik mit Schlafstörung und Zukunftsängsten entwickelt. Sie habe eine 

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antidepressive Therapie begonnen. Bezüglich des Knies habe noch kein stabiler 

Zustand erreicht werden können. Der Versicherten sei eine adaptierte Tätigkeit mit 

einem Pensum von vier Stunden pro Tag zumutbar. Es müsste sich um eine 

vorwiegend sitzende Tätigkeit, ohne Heben von Lasten über 5 kg, handeln. In 

Anbetracht der bekannten rezidivierenden Lumboischialgien müsste dabei besonders 

darauf geachtet werden, dass die Möglichkeit zur Wechselpositionierung und zu 

genügend Pausen bestünde. Der RAD-Arzt Dr. G.___ erklärte am 26. Januar 2010, dass 

der Gesundheitszustand weiterhin instabil sei (IV-act. 42).

A.i   Am 16. Februar 2010 attestierte die Klinik für Orthopädie der Versicherten eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 16. Februar 2010 bis auf Weiteres (Arztzeugnis 

zuhanden Krankenkasse/Versicherung; IV-act. 44).

A.j   Am 28. April 2010 berichtete die Klinik für Orthopädie (IV-act. 47), dass der 

Gesundheitszustand stationär sei. Nach initialer Besserung der 

Beschwerdesymptomatik nach Femoropatellarersatz am 8. Oktober 2009 sei es 

persistierend zu einem schmerzhaften Subluxationsphänomen der Patella bei aktiver 

Extension aus endgradiger Flexion gekommen. Deshalb sei am 1. April 2010 eine 

Osteotomie und Medialisierung der Tuberositas Tibiae erfolgt. Wenige Tage nach der 

Entlassung habe sich die Versicherte im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) aufgrund 

persistierender lateralseitiger Schmerzen mit Ausstrahlung in den proximalen 

Unterschenkel vorgestellt. Aktuell sei sicher nur eine sitzende Tätigkeit zumutbar; der 

zeitliche Rahmen müsste in einem Arbeitsversuch evaluiert werden.

A.k  Gemäss dem Bericht des Instituts für Anästhesiologie des KSSG vom 15. 

September 2010 (IV-act. 50) hatte eine konservative analgetische Therapie zu einer 

Besserung der Beschwerdesymptomatik geführt. Die weitere Behandlung erfolge in der 

Orthopädie, da ein linksseitiger Kniegelenksersatz geplant sei. Dr. med. H.___ vom 

KSSG berichtete am 13. April 2011 (IV-act. 62), am 17. November 2010 sei die 

Femurkomponente des Femoropatellar-Ersatzes über einer lateralen Tuberositas-OT 

ausgebaut worden und es sei eine Knie-TP-Implantation erfolgt (Hospitalisation vom 

16. bis 26. November 2010). Am 1. Januar 2011 habe die Versicherte berichtet, dass 

sie beschwerdefrei sei und dass nur noch bei Druck im Bereich des medialen 

Kniegelenkes leichte Restbeschwerden bestünden. Die Versicherte sei in ihrer 

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bisherigen Tätigkeit vom 16. November 2010 bis am 17. Januar 2011 (Nachkontrolle) 

zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Aufgrund des erfreulichen Verlaufs sei die 

Versicherte in ihrer bisherigen Tätigkeit seit dem 17. Januar 2011 nur noch bei 

knienden Tätigkeiten eingeschränkt. Eine adaptierte Tätigkeit dürfte keine kauernden 

und knienden sowie nur selten bückende Tätigkeiten beinhalten. Auch das Steigen auf 

Leitern und Gerüste sei der Versicherten nicht mehr zumutbar.

A.l   Dr. med. I.___, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, 

berichtete am 2. Mai 2011 (IV-act. 64), dass die Versicherte am 21. Juni 2010 bei ihm in 

Behandlung gewesen sei. Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gab 

er ein chronisches Schmerzsyndrom im Kniegelenk links an. Die Prognose sei unsicher. 

Eine erneute arthroskopische Intervention mit Narbenrelease erscheine sinnvoll. Einen 

Kniegelenksersatz sehe er in der aktuellen Situation für noch nicht indiziert. Der Beruf 

als Pflegehelferin könne der Versicherten nicht mehr zugemutet werden. Es bestehe 

eine erhebliche Einschränkung der Knieglenksbelastung. In einer 

behinderungsangepassten, d.h. nicht kniegelenksbelastenden Tätigkeit sei sie zu 50 % 

arbeitsfähig. Ihr seien lediglich noch rein sitzende Tätigkeiten, Über-Kopf-Arbeiten und 

Rotationen im Sitzen/Stehen zumutbar. Die Einschränkungen liessen sich durch 

medizinische Massnahmen wahrscheinlich vermindern. Es könne mit einer Erhöhung 

der Einsatzfähigkeit gerechnet werden.

A.m Der Hausarzt berichtete am 23. Mai 2011 (IV-act. 66), dass sich der Gesund­

heitszustand verbessert habe. Aktuell lasse sich ein flüssiges Gangbild beobachten. 

Schmerzen bestünden noch bei stärkerer Belastung, z.B. beim Knien oder beim 

Treppenabsteigen. Die postoperative Rehabilitation sei durch die markante Gewichts­

reduktion erleichtert worden. Die Versicherte habe in den letzten Monaten durch die 

schwere Erkrankung ihres (behinderten) Lebenspartners unter einer starken 

emotionalen und psychosozialen Belastung gelitten. Bezüglich der 

Kniegelenksproblematik links könne von einem stabilen Gesundheitszustand 

ausgegangen werden. Eine körperlich leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit mit der 

Möglichkeit einer freien Beinbewegung und ohne kniende und kauernde Arbeiten 

könne die Versicherte wohl zu einem vollen Pensum ausüben. Diese Einschätzung 

gelte ab 1. Mai 2011.

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A.n  Der RAD-Arzt Dr. J.___ hielt am 6. Juni 2011 fest, dass gestützt auf die ärztlichen 

Berichte für den Zeitraum Februar 2008 bis April 2011 von einer Arbeitsunfähigkeit von 

100 % auch in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen sei (IV-act. 67).

B.    

B.a  Mit Vorbescheid vom 1. Juli 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass 

die Zusprache einer befristen Rente vom 1. Juni 2009 (sechs Monate nach der IV-

Anmeldung) bis am 30. April 2011 vorgesehen sei (IV-act. 72). Die Abklärungen hätten 

ergeben, dass es ihr seit dem 27. Februar 2008 (Beginn der einjährigen Wartezeit) nicht 

mehr möglich sei, als Pflegehelferin tätig zu sein. Aus medizinischer Sicht sei es ihr 

zumutbar, ab Mai 2011 zu 100 % eine leidensangepasste Tätigkeit auszuüben und 

dabei mindestens ihr früheres Einkommen von Fr. 51'213.-- zu erzielen. Der 

Invaliditätsgrad betrage ab 1. Mai 2011 somit 0 %.

B.b  Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte am 15. Juli 2011 durch das 

Sozialamt der Gemeinde S.___ einwenden (IV-act. 75 - 1), sie leide weiterhin unter 

starken Knieschmerzen und es sei nicht ausgeschlossen, dass sie sich erneut einer 

Operation werde unterziehen müssen. Überhaupt sei sehr fraglich, ob sie je wieder voll 

arbeitsfähig werde. Dem Einwand lagen zwei ärztliche Atteste bei: Der Hausarzt hatte 

die Versicherte am 4. Juli 2011 für die Zeit vom 4. bis 15. Juli 2011 zu 100 % 

arbeitsunfähig geschrieben (IV-act. 75 - 5). Die Klinik für Orthopädie hatte ihr am 

15. Juli 2011 vom 1. Mai bis am 31. Oktober 2011 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 

attestiert (IV-act. 75 - 4).

B.c  Ebenfalls am 15. Juli 2011 berichtete die Klinik für Orthopädie (IV-act. 80), dass 

der Gesundheitszustand stationär sei. Die Versicherte habe über einen expliziten 

Schmerz im Bereich der Tuberositasschraube mit auch elektrisierender Dyssensibilität 

berichtet. Ansonsten gehe es ihr gut. Gehen könne sie schmerzfrei. Eine diagnostisch/

therapeutische Infiltration habe die Versicherte abgelehnt. Am 13. Januar 2012 

berichtete dieselbe Klinik (IV-act. 86), dass am 4. Oktober 2011 komplikationslos eine 

Osteosynthesenmaterialentfernung im Bereich der Tuberositas tibiae links und die 

Neurolyse des Ramus infrapatellaris des Nervus saphenus durchgeführt worden sei. 

Direkt postoperativ habe die Versicherte über eine deutliche Besserung der 

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Beschwerdesymptomatik mit Regredienz einerseits der belastungsabhängigen 

Schmerzen im Bereich der Tuberositas als auch der elektrisierenden Schmerzen im 

Bereich des medialen Tibiaplateaus berichtet. Bei der ersten Nachkontrolle am 

30. November 2011 habe sie jedoch wiederum über generalisierte Beschwerden im 

Bereich des gesamten Kniegelenks mit Betonung der proximalen Tibia geklagt. Die 

Beweglichkeit sei nicht eingeschränkt gewesen. Radiologisch sei der Befund bis auf 

die Entfernung der Tuberositasschrauben ebenfalls unverändert gewesen. Weitere 

Interventionen seien von der Versicherten strikt abgelehnt worden. Orthopädischerseits 

bestehe kein Grund für eine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit. Sitzende Tätigkeiten 

sollten möglich sein.

B.d  Am 2. Februar 2012 hielt die RAD-Ärztin Dr. K.___ fest (IV-act. 87), dass die Ver­

sicherte von Februar 2008 bis Ende November 2011 in einer adaptierten Tätigkeit zu 

100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Seit 1. Dezember 2011 sei sie in einer leichten, 

vorwiegend sitzenden Tätigkeit mit der Möglichkeit einer freien Beinbewegung und 

ohne kniende oder kauernde Arbeiten zu 100 % arbeitsfähig.

B.e  Am 8. Februar 2012 (IV-act. 88) teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, aufgrund 

der vorliegenden Unterlagen müsse davon ausgegangen werden, dass vom 1. Mai 

2011 bis am 30. November 2011 eine vollständige Erwerbsunfähigkeit bestanden habe. 

Ab 1. Dezember 2011 sei von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % auszugehen. Somit 

bestehe vom 1. Juni 2009 bis am 28. Februar 2012 ein Anspruch auf eine ganze IV-

Rente. Die Rente werde nach einer gesetzlichen Wartezeit von drei Monaten eingestellt. 

Am 26. März 2012 liess sich die inzwischen rechtlich vertretene Versicherte vernehmen 

(IV-act. 95). Die Rechtsvertreterin machte geltend, die Versicherte habe Anspruch auf 

Berufsberatung und Arbeitsvermittlung, da sie auch ab dem 1. Mai 2011 nicht 

vollständig arbeitsfähig gewesen sei. Am 25. Mai 2012 teilte die IV-Stelle der 

Rechtsvertreterin mit (IV-act. 97), dass sie am Vorbescheid festhalte. Da die Versicherte 

seit Mai 2011 in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei, habe sie keinen 

Anspruch auf Arbeitsvermittlung. Eine mögliche adaptierte Tätigkeit sei beispielsweise 

eine Überwachungs- und Kontrolltätigkeit.

B.f   Mit Verfügung vom 20. Juni 2012 (IV-act. 100) sprach die IV-Stelle der 

Versicherten aus den im ursprünglichen Vorbescheid angegebenen Gründen für den 

Zeitraum vom 1. Juni 2009 bis 30. April 2011 eine befristete ganze Rente zu.

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C.    

C.a  Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

am 17. Juli 2012 Beschwerde erheben (act. G 1). Die Rechtsbegehren lauteten wie 

folgt: Die Verfügung vom 20. Juni 2012 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei 

ab 1. Mai 2011 eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Eventualiter sei über den 

Gesundheitszustand ab dem 1. Mai 2011 ein pluridisziplinäres Gutachten zu erstellen. 

Die Rechtsvertreterin machte geltend, dass die bei den Akten liegenden Arztberichte 

keine brauchbaren Arbeitsfähigkeitsschätzungen enthielten: Erstens lasse sich aus 

keinem Bericht eine klare Arbeitsfähigkeitsschätzung herauslesen. Zweitens hätten die 

Ärzte den Arbeitsfähigkeitsgrad unterschiedlich eingeschätzt. Drittens divergiere die 

Meinung hinsichtlich der Frage, welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin noch 

zumutbar seien. Und viertens hätten die Ärzte sich jeweils nur mit einem 

Gesundheitsschaden auseinandergesetzt und deshalb nicht über ein ganzheitliches 

Bild verfügt. Weiter belegten die mit der Beschwerde eingereichten medizinischen 

Berichte, dass die Beschwerdeführerin seit dem 1. Mai 2011 weiterhin vollständig 

arbeitsunfähig sei. Aus dem Umstand, dass die L.___ Arbeitslosenkasse Adressatin des 

Berichts der Klinik für Orthopädie vom 25. Juni 2012 (act. G 1.1/3) gewesen sei, könne 

geschlossen werden, dass es sich hierbei nicht um einen Bericht zugunsten der 

Beschwerdeführerin handle. Denn aufgrund ihrer Arbeitsunfähigkeit sei die 

Beschwerdeführerin nicht vermittlungsfähig und habe deshalb keinen Anspruch auf 

eine Arbeitslosenentschädigung. Neben den Kniebeschwerden, die sich mit der Zeit 

laufend verschlechtert hätten und mit vielen zum Teil hoch dosierten Medikamenten 

behandelt würden, hätten sich auch andere Gesundheitsbeschwerden manifestiert. Im 

Juni 2012 habe sich die Beschwerdeführerin einer Staroperation am rechten Auge 

unterzogen und am 22. Juni 2012 habe sie sich die Gallenblase entfernen lassen. Auch 

einen Nabelbruch habe sie erlitten. In den nächsten Monaten sei eine 

Magenbypassoperation geplant. Alleine daraus ergebe sich, dass die 

Beschwerdeführerin offensichtlich keiner 100 %igen Arbeitstätigkeit nachgehen könne. 

Sodann würden Tätigkeiten, die die Beschwerdeführerin mit ihren multiplen 

Gesundheitsschädigungen ausführen könnte, auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

nicht angeboten. Dies könne durch die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin bis zum 

heutigen Tag keine leidensangepasste Tätigkeit gefunden habe, belegt werden. Aus 

dieser Tatsache könne aber auch geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin 

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überhaupt nicht arbeitsfähig sei. Weiter habe die Beschwerdegegnerin das 

Invalideneinkommen zu hoch beziffert. Falls überhaupt eine der Beschwerdeführerin 

zumutbare adaptierte Tätigkeit existieren würde, wäre sie schlecht bezahlt. Die 

Beschwerdegegnerin habe nicht aufgezeigt, wo die Beschwerdeführerin arbeiten 

könnte und bei welcher Tätigkeit sie ein Einkommen in der Höhe des 

Valideneinkommens verdienen würde. Auch einen Leidensabzug habe sie nicht 

vorgenommen, obwohl sich vorliegend ein maximaler Leidensabzug aufdränge. Die 

Klinik für Orthopädie habe sich im Bericht vom 25. Juni 2012 detailliert mit der 

Krankengeschichte auseinandergesetzt. Der Bericht sei klar und schlüssig. Falls er in 

Zweifel gezogen würde, müsste für die Zeit ab 1. Mai 2011 ein unabhängiges 

polydisziplinäres Gutachten erstellt werden. Die Beschwerdeführerin leide nicht nur 

unter Kniebeschwerden, ihr ganzer Gesundheitszustand sei angeschlagen. Die Klinik 

für Orthopädie hatte am 27. Februar 2012 berichtet (act. G 1.1/8), die 

Beschwerdeführerin habe am 22. Februar 2012 bei einer Nachkontrolle angegeben, 

dass sie zunehmend Schmerzen im Bereich des linken Knies habe. Die 

Beschwerdeführerin könne sich aktuell nicht vorstellen, zu arbeiten. Das Walking, 

welches die Beschwerdeführerin zur Gewichtsreduktion begonnen habe, sei 

zunehmend schwierig geworden. Klinisch bestehe eine diffuse Druckdolenz über dem 

linken Knie, welche schwer zu objektivieren und lokalisieren sei. Der 

Bewegungsumfang sowie die radiologische Kontrolle hätten ein erfreuliches Resultat 

gezeigt. Man habe eine diagnostische Punktion empfohlen, die von der 

Beschwerdeführerin jedoch abgelehnt worden sei. Die Beschwerdeführerin habe sich 

eher eine Operation vorstellen können, aktuell sei eine solche jedoch nicht indiziert. Es 

würden daher keine weiteren Massnahmen ergriffen. Die nächste routinemässige 

Kontrolle werde fünf Jahre postoperativ, d.h. im November 2015, stattfinden. Am 25. 

Juni 2012 hatte dieselbe Klinik berichtet (act. G 1.1/3), die Kontrollen vom 30. No­

vember 2011 und vom 22. Februar 2012 hätten nochmals verdeutlicht, dass die 

Aufnahme einer Arbeitstätigkeit aufgrund der progredienten Beschwerdesymptomatik 

des linken Knies unmöglich sei. Damals sei ein stufenweises Integrieren in eine 

adaptierte Arbeitstätigkeit empfohlen worden. Von orthopädischer Seite seien keine 

weiteren Massnahmen ergriffen worden. Die Beschwerdeführerin habe in der 

Sprechstunde vom 21. Juni 2012 deutlich und glaubwürdig erklärt, dass sie sich zwar 

weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig fühle, jedoch bereit sei, stufenweise eine Tätigkeit 

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aufzunehmen. Das KSSG hatte der Beschwerdeführerin am 5. Juli 2012 eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 4. Oktober 2011 bis am 5. Januar 2012 attestiert 

(act. G 1.1/4). Der Hausarzt schrieb sie am 6. Juli 2012 vom 22. Juni bis am 15. Juli 

2012 zu 100 % arbeitsunfähig (act. G 1.1/5). Gemäss dem provisorischen 

Austrittsbericht der Klinik für Chirurgie des KSSG vom 24. Juni 2012 (act. G 1.1/7) 

wurde bei der Beschwerdeführerin wegen einer symptomatischen Cholezystolithiasis 

am 22. Juni 2012 eine laparoskopische Cholezystektomie (Gallenblasenentfernung) 

durchgeführt. Der peri- und postoperative Verlauf sei problemlos gewesen. Aufgrund 

der Operation wurde der Beschwerdeführerin vom 24. bis 29. Juni 2012 eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. G 1.1/6).

C.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 17. Oktober 2012 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung brachte sie vor, der RAD sei zum Schluss 

gekommen, dass der vorliegende Sachverhalt genügend abgeklärt sei. Dr. K.___ habe 

sich detailliert mit sämtlichen Arztberichten auseinandergesetzt und plausibel und 

nachvollziehbar erläutert, weshalb seit Dezember 2011 eine volle Arbeitsfähigkeit in 

einer adaptierten Tätigkeit bestehe. Insbesondere bezüglich des 

Arbeitsfähigkeitsgrades werde vollumfänglich auf die RAD-Stellungnahme vom 28. 

September 2012 (IV-act. 108) verwiesen. Die neu ins Recht gelegten Arztberichte 

vermöchten keine Zweifel an der Richtigkeit der Einschätzung des RAD zu wecken. Die 

Beschwerdeführerin übersehe, dass der nach Art. 16 ATSG vorausgesetzte 

hypothetische ausgeglichene Arbeitsmarkt durchaus Arbeitsstellen mit körperlich 

leichten und vorwiegend sitzenden Tätigkeiten aufweise. Geeignete Tätigkeiten seien 

etwa leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie 

Verpackungsarbeiten. Gestützt auf die LSE-Tabellenlöhne sei es der 

Beschwerdeführerin möglich, an ihr früher erzieltes Einkommen anzuknüpfen. Selbst 

wenn ein maximal zulässiger Leidensabzug von 25 % vorgenommen würde, würde 

kein Rentenanspruch resultieren. Ein über 10 % hinausgehender Abzug dürfte aber 

vorliegend nicht angebracht sein. In ihrer Stellungnahme vom 29. September 2012 (IV-

act. 108) hatte sich Dr. K.___ mit den mit der Beschwerde neu eingereichten ärztlichen 

Berichten auseinandergesetzt. Dem Bericht des KSSG vom 27. Februar 2012 sei zu 

entnehmen, dass die Behandlung der Knieproblematik abgeschlossen sei. Bei der 

Gallenblasenoperation handle es sich um ein neues Krankheitsbild, das nicht im 

Zusammenhang mit der Knieproblematik stehe und keine weitere Arbeitsunfähigkeit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/21

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begründe. Weiter sei unklar, welche Klinik das Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 5. Juli 

2012 (act. G 1.1/4) ausgestellt habe. Ohnehin sei die Ausstellung rückwirkender 

Arbeitsunfähigkeitszeugnisse in der medizinischen Tätigkeit unüblich. Der Bericht der 

Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG vom 25. Juni 2012 beschreibe 

schliesslich den gleichen medizinischen Sachverhalt und enthalte die gleiche 

Beurteilung wie die Stellungnahme des RAD vom 2. Februar 2012. Der RAD halte somit 

aus medizinischer Sicht an der bisherigen Beurteilung fest. Die Arbeitsunfähigkeit vom 

24. Juni bis am 15. Juli 2012 wegen der Gallenblasenoperation führe nicht zu einem 

bleibenden Gesundheitsschaden.

C.c  Mit Replik vom 19. November 2012 (act. G 10) brachte die Rechtsvertreterin vor, 

dass sich der Gesundheitszustand erneut verschlechtert habe. Diese neue Entwicklung 

habe Dr. K.___ nicht in ihre Beurteilung einfliessen lassen. Die rechte Hand der 

Beschwerdeführerin müsse am Karpaltunnel operiert werden. Am 18. Dezember 2012 

finde eine Magenbypassoperation statt. Im rechten Knie sei eine beginnende Arthrose 

und bei beiden Fersen ein Fersensporn festgestellt worden. Entgegen der Aussage von 

Dr. K.___ sei die Behandlung des linken Knies noch nicht abgeschlossen. Nach wie vor 

müsse die Beschwerdeführerin dreimal pro Woche zur Physiotherapie. Sodann befinde 

sich die Beschwerdeführerin seit einiger Zeit wegen einer psychischen 

Beeinträchtigung in psychosomatischer Behandlung. Dr. K.___ habe sich in ihrem 

Bericht nur mit der Problematik des linken Knies und der Gallenblasenoperation 

auseinandergesetzt. Sie habe die Beschwerdeführerin zudem weder gesprochen noch 

gesehen. Auf ihren Bericht könne daher nicht abgestellt werden. Der Fachbereich 

Psychosomatik des KSSG hatte der Beschwerdeführerin für die Monate September, 

Oktober und November 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert (act. G 

10.1/11 ff.). Der Hausarzt hatte sie vom 22. Juni bis am 15. Juli 2012 und vom 25. Juli 

bis 2. August 2012 für 100 % arbeitsunfähig erklärt. Ansonsten sei die 

Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsfähig gewesen (act. G 10.1/14).

C.d  Mit Duplik vom 23. November 2012 (act. G 12) erklärte die Beschwerdegegnerin, 

dass die geltend gemachte gesundheitliche Verschlechterung für das laufende Ver­

fahren irrelevant sei. Sie halte vollumfänglich an ihren Ausführungen in der 

Beschwerdeantwort und an ihrem Antrag fest.

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C.e  Am 19. Dezember 2012 reichte die Rechtsvertreterin zusätzliche Arztberichte ein 

(act. G 13). Der Fachbereich Psychosomatik des KSSG hatte am 12. Dezember 2012 

berichtet (act. G 13.1/15), dass nach Eintritt in die ambulante Behandlung unter einer 

schlafanstossenden und antidepressiven Therapie eine Verbesserung der 

Grundstimmung und eine leichte Verbesserung der weiter persistierenden 

Schlafstörungen habe erreicht werden können. Aufgrund der anhaltenden 

psychosozialen Belastung und der mangelnden Selbstwirksamkeit bestünden unter 

erhöhtem Stress weiterhin deutliche Stimmungsschwankungen. Teilweise sei die 

Schlafqualität deutlich beeinträchtigt. Es sei mit einer weiteren Verbesserung des 

psychischen Gesundheitszustandes zu rechnen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe seit 

Behandlungsbeginn am 7. September 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. 

Aufgrund der aktuellen Belastungssituation mit geplanter bariatrischer Operation im 

Dezember 2012 sei bis Ende 2012 weiterhin von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % 

auszugehen. Die Rechtsvertreterin reichte am 19. Dezember 2012, am 28. Januar 2013 

und am 13. März 2013 weitere Arbeitsunfähigkeitsatteste für die Zeit ab Ende 

November 2012 ein (act. G 13, 15 und 17). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf 

eine Stellungnahme zu diesen Eingaben (vgl. act. G 19).

C.f   Mit Schreiben vom 8. Oktober 2014 (act. G 20) kündigte das 

Versicherungsgericht der Rechtsvertreterin an, dass es nach einer vorläufigen 

Durchsicht der Akten erscheine, als ob die im Recht liegenden Akten die von der 

Beschwerdegegnerin angenommene vollständige Arbeitsunfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit im Zeitraum 27. Februar 2008 bis 30. April 2011 nicht mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen 

vermöchten. Es sei daher möglich, dass eine Rückweisung der Sache zur weiteren 

Abklärung zu einer reformatio in peius führe. Innert Frist erklärte die Rechtsvertreterin, 

dass die Beschwerdeführerin die Beschwerde nicht zurückziehe (act. G 21).

Erwägungen:

1.

1.1  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

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durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder ver­

bessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 

Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.2  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad 

grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu 

erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 

genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach 

Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 119).

2.

2.1  Die behandelnden Ärzte sowie die RAD-Ärzte sind sich einig darüber, dass die 

Beschwerdeführerin aufgrund der Kniebeschwerden links in ihrer angestammten 

Tätigkeit als Pflegehelferin seit Februar 2008 (letzter Arbeitstag am 27. Februar 2008) 

zu 100 % arbeitsunfähig ist. Diese Einschätzung ist aufgrund der spezifischen 

Anforderungen des Pflegeberufes (Tätigkeit beinhaltet häufiges Gehen und Stehen 

sowie kniebelastende Tätigkeiten wie den Transfer von Patienten) gut nachvollziehbar, 

weshalb darauf abzustellen ist.

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2.2  Als Nächstes ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin auch in einer adaptierten 

Tätigkeit wegen der Kniebeschwerden links eingeschränkt ist. Dr. med. M.___ von der 

Klinik für Orthopädie hat im Januar 2012 berichtet, dass bei der Nachkontrolle am 30. 

November 2011 radiologisch bis auf die Entfernung der Tuberositasschrauben (am 

4. Oktober 2011) ein unveränderter Befund vorgelegen habe. Die Beweglichkeit sei 

nicht eingeschränkt gewesen. Die Beschwerdeführerin habe aber wiederum über 

generalisierte Beschwerden im Bereich des gesamten Kniegelenks mit Betonung der 

proximalen Tibia geklagt. Aus orthopädischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in einer 

sitzenden Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Die RAD-Ärztin hat diese Einschätzung 

übernommen und erklärt, dass die Beschwerdeführerin seit dem 1. Dezember 2011 in 

einer leichten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit mit der Möglichkeit einer freien 

Beinbewegung und ohne kniende oder kauernde Arbeiten zu 100 % arbeitsfähig sei. 

Am 27. Februar 2012 haben Dr. med. N.___ und Dr. med. O.___, Oberarzt der Klinik für 

Orthopädie, noch einmal bestätigt, dass der Bewegungsumfang sowie die 

radiologische Kontrolle ein erfreuliches Resultat gezeigt hätten. Klinisch bestehe noch 

eine diffuse Druckdolenz über dem linken Knie, welche jedoch schwer zu objektivieren 

und lokalisieren sei. Die Behandlung sei abgeschlossen. Demgegenüber berichteten 

Dr. med. P.___ und Dr. med. Q.___ von der Klinik für Orthopädie am 25. Juni 2012, 

dass die Kontrollen vom 30. November 2011 und 22. Februar 2012 nochmals 

verdeutlicht hätten, dass eine Aufnahme der Arbeitstätigkeit aufgrund der 

progredienten Beschwerdesymptomatik des linken Knies unmöglich sei. Die 

Beschwerdeführerin habe in der Sprechstunde vom 21. Juni 2012 angegeben, 

weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig zu sein. Die Berichte der Klinik für Orthopädie 

widersprechen sich somit bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Der Bericht 

von Dr. P.___ und Dr. Q.___ überzeugt aus den folgenden Gründen nicht: Erstens ist 

unklar, ob sich die Aussage von Dr. P.___ und Dr. Q.___, dass die Aufnahme der 

Arbeitstätigkeit, wie sie von der IV gefordert werde, zurzeit unmöglich sei, auf die 

bisherige Tätigkeit als Pflegehelferin oder auf eine adaptierte Tätigkeit bezogen hat. 

Zweitens geht aus dem Bericht hervor, dass Dr. P.___ und Dr. Q.___ ihre 

Arbeitsfähigkeitsschätzung allein gestützt auf die subjektiven Angaben der 

Beschwerdeführerin abgegeben haben. Bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung geht es 

jedoch nicht darum, ob sich eine versicherte Person noch arbeitsfähig fühlt, sondern 

ob bzw. in welchem Ausmass der versicherten Person unter Berücksichtigung der 

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medizinischen Gesichtspunkte eine Arbeitstätigkeit objektiv noch zumutbar ist. Drittens 

hat die Schmerzsymptomatik, welche gemäss Dr. P.___ und Dr. Q.___ die 

Arbeitsunfähigkeit begründet, nach dem letzten operativen Eingriff am 4. Oktober 2011 

nicht mehr durch objektive Befunde erklärt werden können. Und viertens ist nicht 

nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin lediglich aufgrund einer diffusen 

Druckdolenz in einer leichten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit in ihrer Arbeitsfähigkeit 

eingeschränkt sein sollte. Mit Dr. M.___ und der RAD-Ärztin ist daher davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin (spätestens) seit dem 30. November 2011, 

d.h. der ersten Nachkontrolle nach dem operativen Eingriff am 4. Oktober 2011, mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit in einer leichten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit mit 

der Möglichkeit einer freien Beinbewegung und ohne kniende oder kauernde Arbeiten 

zu 100 % arbeitsfähig ist.

2.3  Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin von Februar 2008 bis Ende November 

2011 wegen der Kniebeschwerden links auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % 

arbeitsunfähig gewesen ist. Ein allfälliger Rentenanspruch entstünde frühestens sechs 

Monate nach der Anmeldung, d.h. vorliegend frühestens am 1. Juni 2009. Wegen des 

Wartejahres ist somit die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer adaptierten 

Tätigkeit ab dem 1. Juni 2008 zu ermitteln. Zwischen dem 1. Juni 2008 und dem 

30. November 2011 wurden am linken Knie mehrere operative Eingriffe durchgeführt. 

Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Beschwerdeführerin in der Zeit zwischen den 

operativen Eingriffen nicht (zumindest Teilzeit) einer knieschonenden Tätigkeit hätte 

nachgehen können. Entscheidend ist einzig, ob ihr während dieser Zeit die Ausübung 

einer adaptierten Tätigkeit objektiv betrachtet zumutbar gewesen wäre. Die 

Arbeitsunfähigkeitsatteste der behandelnden Ärzte für das Jahr 2008 beziehen sich alle 

auf die bisherige Tätigkeit als Pflegehelferin (vgl. act. G 7.2 und IV-act. 14). Für den 

Zeitraum 1. Juni bis 31. Dezember 2008 liegen somit keine 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte mit Bezug auf eine adaptierte 

Tätigkeit im Recht. Abgesehen von den Tagen, an denen die Beschwerdeführerin 

hospitalisiert gewesen ist, liegen für den Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis 30. 

November 2011 nur drei Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen vor, die sich eindeutig 

(auch) auf eine adaptierte Tätigkeit beziehen: Der Hausarzt und Dr. I.___ haben der 

Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit ab 17. Januar 2010 bzw. ab 21. Juni 

2010 bis auf Weiteres in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % 

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attestiert (vgl. IV-act. 41 und 64). Zudem hat der Hausarzt am 23. Mai 2011 erklärt, 

dass die Beschwerdeführerin ab 1. Mai 2011 eine adaptierte Tätigkeit wohl zu einem 

vollen Pensum ausüben könne (IV-act. 66 - 3). Hinzu kommt, dass Dr. R.___ von der 

Klinik für Orthopädie ab dem 28. April 2010 zumindest von einer teilweisen 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit (IV-act. 47 - 3) und Dr. H.___ vom KSSG 

ab dem 17. Januar 2011 (IV-act. 62), der Hausarzt ab dem 1. Mai 2011 (IV-act. 66) und 

Dr. M.___ (spätestens) ab dem 13. Januar 2012 (IV-act. 86) von einer vollständigen 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen sind. Es ist daher nicht 

hinreichend erstellt, dass die Beschwerdeführerin vom 1. Juni 2008 bis 30. November 

2011 ununterbrochen auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig 

gewesen ist. Die Beschwerdegegnerin hat somit ihre Untersuchungspflicht nach Art. 43 

Abs. 1 ATSG verletzt. Die Sache ist deshalb zur Abklärung, ob im Zeitraum 1. Juni 2008 

bis 30. November 2011 durchgehend eine Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit bestanden hat und falls ja, wie hoch der Arbeitsunfähigkeitsgrad gewesen ist, 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

2.4  Die Rechtsvertreterin hat geltend gemacht, dass die Beschwerdeführerin nicht nur 

durch die Beschwerden im linken Knie, sondern auch durch weitere somatische 

Gesundheitsbeeinträchtigungen in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Eine 

gesundheitliche Beeinträchtigung ist nur dann invalidisierend, wenn sie eine 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit zur Folge hat (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Beschwerdeführerin ist 

wegen der Gallenblasenentfernung vorübergehend vom 22. Juni bis 29. Juni 2012 

vollständig arbeitsunfähig gewesen. Eine langandauernde, invalidisierende 

Arbeitsunfähigkeit hat somit nicht bestanden. Auch beim Nabelbruch und der 

Staroperation ‒ über die im Übrigen keine medizinischen Akten im Recht liegen ‒ ist 

davon auszugehen, dass sie nur kurzzeitige Arbeitsunfähigkeiten zur Folge gehabt 

haben. Des weiteren hat die Rechtsvertreterin in der Beschwerdeschrift erklärt, dass in 

den nächsten Monaten eine Magenbypassoperation geplant sei. Für die Bestimmung 

der Arbeitsfähigkeit ist der Gesundheitszustand im Verfügungszeitpunkt, d.h. am 

20. Juni 2012, massgebend. Die Magenbypassoperation ist vorliegend somit ausser 

Acht zu lassen. Gleiches gilt für die in der Replik angekündigte Karpaltunneloperation 

der rechten Hand: Die Rechtsvertreterin hat erst in der Replik und damit fünf Monate 

nach Verfügungserlass erklärt, dass die Beschwerdeführerin "seit einiger Zeit" unter 

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einer Gefühllosigkeit von drei Fingern der rechten Hand leide. Es ist deshalb davon 

auszugehen, dass diese Beschwerden erst nach Verfügungserlass eingetreten sind 

bzw. ein behandlungsbedürftiges Ausmass erlangt haben. Auch mit der Replik hat die 

Rechtsvertreterin schliesslich noch vorgebracht, dass die Beschwerdeführerin unter 

einer beginnenden Arthrose im rechten Knie sowie einem Fersensporn in beiden Fersen 

leide. Auch diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen hat die Beschwerdeführerin im 

Verwaltungsverfahren nie erwähnt; die Rechtsvertreterin hat diesbezüglich auch keine 

medizinischen Berichte eingereicht. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass 

diese Beschwerden erst nach Verfügungserlass soweit fortgeschritten gewesen sind, 

dass eine Diagnose hat gestellt werden können. Demzufolge sind auch die beginnende 

Arthrose im rechten Knie und der Fersensporn in beiden Fersen vorliegend nicht zu 

berücksichtigen.

2.5  Schliesslich hat die Rechtsvertreterin in der Replik noch vorgebracht, dass die 

Beschwerdeführerin auch aus psychiatrischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit 

beeinträchtigt sei. Das Adipositas-Zentrum des Spitals F.___ hat im Januar 2010 

berichtet, dass die Beschwerdeführerin aufgrund des komplizierten postoperativen 

Verlaufs (Femoropatellar-Gelenksersatz am 8. Oktober 2009), der Schmerzen und der 

sozialen Probleme psychisch deutlich labil sei. Auch der Hausarzt hat im Januar 2010 

darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin eine depressive Symptomatik mit 

Schlafstörung und Zukunftsängsten entwickelt und deshalb eine antidepressive 

Therapie begonnen habe. Die beiden Berichte enthalten weder eine Bescheinigung 

einer psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit noch eine Empfehlung, eine 

psychotherapeutische Behandlung zu beginnen. Es ist daher davon auszugehen, dass 

die psychischen Beeinträchtigungen zu diesem Zeitpunkt noch keinen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit gehabt haben. Im Mai 2011 hat der Hausarzt berichtet, dass die 

Beschwerdeführerin in den letzten Monaten wegen der schweren Erkrankung ihres 

Lebenspartners unter einer starken emotionalen und psychosozialen Belastung gelitten 

habe. Er hat jedoch erklärt, dass die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit 

voll arbeitsfähig sei. Der Hausarzt ist somit im Mai 2011 weiterhin davon ausgegangen, 

dass die psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen keine Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit haben. Am 7. September 2012 und damit rund zweieinhalb Monate 

nach Verfügungserlass hat sich die Beschwerdeführerin erstmals in psychiatrische 

Behandlung begeben. Der Fachbereich Psychosomatik hat ihr ab dem 1. September 

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2012 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aus psychischer Sicht wegen 

Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen bescheinigt. Ein weiterer Hinweis 

dafür, dass sich die psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen erst nach dem 

Verfügungserlass am 20. Juni 2012 manifestiert haben ist der Umstand, dass die 

Rechtsvertreterin in der Beschwerde vom 17. Juli 2012 noch nicht auf das Bestehen 

psychischer Probleme hingewiesen hat. Es muss daher davon ausgegangen werden, 

dass im Verfügungszeitpunkt keine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit bestanden 

hat.

3.

3.1  Für die Bemessung des Valideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin rich­

tigerweise auf das zuletzt erzielte Einkommen als Pflegehelferin abgestellt (gemäss IK-

Auszug im Jahr 2007 Fr. 51'034.--) und dieses an die Nominallohnentwicklung bis 2009 

(Zeitpunkt frühestmöglicher Rentenbeginn) angepasst. Unter Berücksichtigung der 

Nominallohnentwicklung (Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung 2009, T1.2.05., 

Nominallohnindex, Frauen, Gesundheits- und Sozialwesen [Abschnitt M, N, O]) beträgt 

das Valideneinkommen jedoch Fr. 52'821.-- und nicht wie von der 

Beschwerdegegnerin errechnet Fr. 51'213.--. Wie die Beschwerdegegnerin richtig 

angeführt hat, fallen als adaptierte Tätigkeit beispielsweise leichtere 

Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten in 

Betracht. Es handelt sich hierbei um Hilfsarbeitertätigkeiten. Der durchschnittliche Lohn 

einer Hilfsarbeiterin gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik 

hat im Jahr 2009, aufgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.6 Stunden, 

Fr. 52'457.-- betragen. Die Rechtsvertreterin hat geltend gemacht, dass sich ein 

maximaler Tabellenlohnabzug von 25 % aufdränge. Ein solcher Abzug darf nur dann 

erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person 

wegen eines oder mehreren persönlichen oder beruflichen Merkmale (z.B. Alter, Dauer 

der Betriebszugehörigkeit, Nationalität, Aufenthaltskategorie, Beschäftigungsgrad) ihre 

gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur 

mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der 

Höhe des Abzugs ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das 

Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu 

schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (BGE 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/21

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134 V 322 E. 5.2). Eine Benachteiligung gegenüber anderen Arbeitnehmern für die Zeit 

ab 1. Dezember 2011 ist nur insoweit ersichtlich, als die Beschwerdeführerin aufgrund 

ihres fortgeschrittenen Alters und ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung 

voraussichtlich mehr gesundheitsbedingte Absenzen wird verzeichnen müssen und 

dass sie in einer adaptierten Tätigkeit keine Berufserfahrung vorweisen kann 

(Dienstaltersnachteil). Ein Tabellenlohnabzug von 10 % für die Zeit ab 1. Dezember 

2011 erscheint aufgrund dieser beiden Merkmale als angemessen. Ob für die Periode 

vom 1. Juni 2008 bis 30. November 2011 ein höherer Tabellenlohnabzug gerechtfertigt 

ist, hat die Beschwerdegegnerin nach Durchführung der weiteren Abklärungen zu 

prüfen. Der Tabellenlohnabzug könnte deshalb höher ausfallen, weil sich die 

Beschwerdeführerin während diesem Zeitraum diversen operativen Eingriffen hat 

unterziehen müssen, die viele Absenzen zur Folge gehabt hätten. Die 

Beschwerdegegnerin wird den Einkommensvergleich somit gestützt auf die genannten 

Zahlenwerte vornehmen müssen.

3.2  Die angefochtene Verfügung ist somit aufzuheben und die Sache ist im Sinne der 

Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.

4.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Bei 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache zur weiteren 

Abklärung werden die Gerichtskosten in der Regel vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin auferlegt. Dies wäre im vorliegenden Fall jedoch nicht 

angemessen, da die Rückweisung nicht zu einer Besserstellung der 

Beschwerdeführerin führen kann; unter Umständen führt die Rückweisung sogar, wie 

vorgängig angedroht, zu einer reformatio in peius. Unter diesen Umständen muss, trotz 

der Aufhebung der angefochtenen Verfügung, von einem vollständigen Unterliegen der 

Beschwerdeführerin ausgegangen werden. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren 

sind deshalb der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist durch den 

geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt.

bis

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4.2  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin aus den oben 

angeführten Gründen nicht als obsiegende Partei erachtet werden kann, hat sie keinen 

Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.      Die angefochtene Verfügung vom 20. Juni 2012 wird aufgehoben und die Sache 

wird zur weiteren Abklärung und zur anschliessenden Neuverfügung im Sinne der 

Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.      Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

ist durch den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt.

3.      Das Gesuch um eine Parteientschädigung wird abgewiesen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.12.2014
	Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Die gesundheitlich bedingte, vorübergehende Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ist nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung und zur anschliessenden Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin. Da die Rückweisung nicht zu einer Besserstellung der Beschwerdeführerin führen kann, sind ihr die Kosten für das Beschwerdeverfahren aufzuerlegen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Dezember 2014, IV 2012/269).

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