# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d83f68d2-d41e-58fa-8b01-4a49ff1cd087
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SM250002-O1
**Docket/Reference:** SM250002-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SM250002-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SM250002-O/U/bs 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. M. Langmeier, Präsident, Ersatzoberrichterin 

lic. iur. V. Seiler und Ersatzoberrichter PD Dr. S. Zogg sowie 

Gerichtsschreiber MLaw F. Herren

Urteil vom 15. September 2025

in Sachen

A._____, 

Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 

Berufungsbeklagte

sowie

Justizvollzug und Wiedereingliederung, 

Verfahrensbeteiligter

betreffend Rückversetzung in den Massnahmenvollzug (Nachverfahren) 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

vom 28. November 2024 (DA240025)

-   2   -

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 43 S. 22 f.)

"Es wird erkannt: 

1.

Der Antragsgegner A._____ wird für die Dauer von zwei Jahren mit Wirkung ab Antritt der 

Massnahme in den Vollzug der mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Strafkam-

mer, vom 9. Juli 2014 angeordneten und mit Beschluss des Bezirksgerichts Zürich vom 6. 

Juli 2018 verlängerten stationären therapeutischen Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB 

zurückversetzt. 

2.

Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

1'500.00 ; die weiteren Auslagen betragen:

8'303.90   amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und Mwst)

2'768.00   amtliche Verteidigung G.Nr. GH241094-L

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

3.

Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen für die amtliche Verteidi-

gung, werden dem Antragsgegner auferlegt, jedoch definitiv auf die Gerichtskasse genom-

men.

4.

5.

(Mitteilungen)

(Rechtsmittel)"

-   3   -

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 5 f.)

a)

Der Verteidigung des Berufungsklägers (Urk. 44 S. 2; Urk. 69 S. 1):

1.

Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 28. November 2024 

sei vollumfänglich aufzuheben;

2.

Der Antrag des Berufungsbeklagten 1 vom 16. Juli 2024 auf Rückversetzung 

des Berufungsklägers in die stationäre Massnahme nach Art. 59 StGB sei ab-

zuweisen und der Berufungskläger sei unverzüglich aus der Sicherheitshaft 

zu entlassen;

3.

Es  sei  der  Berufungsbeklagte  1  anzuweisen,  für  den  Berufungskläger  eine 

angemessene Wohnung in den Städten Zürich oder Winterthur zur Verfügung 

zu stellen;

4.

Die unter Ziff. IV der Verfügung des Berufungsbeklagten 1 vom 14. Septem-

ber 2022 enthaltenen Weisungen a, b und e seien aufzuheben;

5.

Unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  (zzgl.  8.1  MwSt.)  zulasten  der 

Staatskasse.

b)

Der Staatsanwaltschaft (Urk. 52):

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

-   4   -

Erwägungen:

I.

1. Die II. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich stellte mit Urteil vom 

9. Juli 2014 fest, dass A._____ (Berufungskläger) am 21. März 2013 durch Zufügen 

einer Stichverletzung in die Bauchgegend (Eindringtiefe von 5 cm) seines Nach-

barn B._____ mit einem offenen Messer mit einer 10 cm langen Klinge den Tatbe-

stand der versuchten schweren Körperverletzung im Zustand der Schuldunfähigkeit 

erfüllt habe und ordnete eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 

und Abs. 3 StGB (Behandlung von psychischen Störungen in einer geschlossenen 

Einrichtung) an (Urk. 2B/1; Geschäfts-Nr. SB140138-O).

2. Das Bezirksgericht Zürich verlängerte mit Beschluss vom 6. Juli 2018 die statio-

näre Massnahme gestützt auf Art. 59 Abs. 4 StGB rückwirkend ab 23. März 2018 

für die Dauer von fünf Jahren (Urk. 2B/1; Geschäfts-Nr. DA180007-L).

3. Am 14. September 2022 verfügte das Amt für Justizvollzug und Wiedereinglie-

derung des Kantons Zürich (JuWe; nachfolgend Verfahrensbeteiligter) die bedingte 

Entlassung  des  Berufungsklägers  aus  dem  stationären  Massnahmenvollzug  per 

30. September 2022. Die Probezeit wurde auf vier Jahre angesetzt, verbunden mit 

der Anordnung einer Bewährungshilfe und unter Erteilung von Weisungen, nämlich 

a)  Weiterführung  Therapie,  b)  Bewährungshilfegespräche,  c)  Abstinenz  mit  Kon-

trollen,  d)  Verbot  von  Waffen,  e)  strikte  Medikamenteneinnahme  nach  ärztlichen 

Vorgaben, f) Verbleib im betreuten Wohnen im C._____ (C._____), Wohngemein-

schaft D._____,) Absprache von Wohn- und Arbeitswechseln mit der Bewährungs-

hilfe (Urk. 2A/3).

4. Nach der bedingten Entlassung stand der Berufungskläger der ihm verordneten 

Therapie  und  neuroleptischen  Medikation  zunehmend  ablehnend  gegenüber. 

Nachdem der Verfahrensbeteiligte den psychischen Zustand und die Absprache-

fähigkeit des Berufungsklägers als kritisch beurteilt hatte, schrieb er den Berufungs-

kläger am 25. Juni 2024 gestützt auf Art. 364a Abs. 1 StPO zur Verhaftung aus und 

liess ihn gleichentags verhaften. Das Zwangsmassnahmengericht Zürich versetzte 

-   5   -

den Berufungskläger sodann mit Verfügung vom 28. Juni 2024 bis zum 28. Sep-

tember 2024 in Sicherheitshaft, welche mit weiterer Verfügung des Zwangsmass-

nahmengerichts vom 27. September 2024 bis zum 27. Dezember 2024, längstens 

jedoch bis zum Entscheid des Sachgerichts, verlängert wurde (Urk. 6 und 25). 

5. Am 16. Juli 2024 gelangte der Verfahrensbeteiligte an die Vorinstanz und bean-

tragte  gestützt  auf  Art.  62a  Abs.  3  StGB  in  Verbindung  mit  Art.  95  Abs.  3  und  5 

StGB  die  Rückversetzung  des  Berufungsklägers  in  den  Vollzug  der  stationären 

therapeutischen Massnahme nach Art. 59 StGB (Urk. 1). 

6. Die Vorinstanz führte auf Antrag des Berufungsklägers (Urk. 18) eine mündliche 

Verhandlung durch (Prot. I S. 9 ff.). Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergege-

benen, dem Berufungskläger am 16. Dezember 2024 begründet zugestellten Urteil 

vom 28. November 2024 (Urk. 41/2) entschied die Vorinstanz, ihn für die Dauer von 

zwei Jahren ab Antritt der Massnahme in den Vollzug der stationären therapeuti-

schen Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB zurückzuversetzen (Urk. 43). Gegen 

diesen Entscheid meldete der Berufungskläger mit Schreiben vom 23. Dezember 

2024  fristgerecht  Berufung  an  (Urk. 40=Urk.  46/1;  Poststempel:  24. Dezember 

2024).  Am  6.  Januar  2025  liess  er  die  Berufungserklärung  ebenfalls  fristgerecht 

folgen, mit den Anträgen, das Urteil des Bezirksgerichts aufzuheben, den Antrag 

des Verfahrensbeteiligten auf Rückversetzung in die stationäre Massnahme nach 

Art. 59 StGB abzuweisen, den Berufungskläger unverzüglich aus der Sicherheits-

haft zu entlassen und die Weisungen a), b) und e) vom 14. September 2022 aufzu-

heben (Urk. 44). 

7. Mit Präsidialverfügung vom 21. Januar 2025 wurde der Staatsanwaltschaft I des 

Kantons Zürich (nachfolgend Berufungsbeklagte) Frist angesetzt, um schriftlich im 

Doppel zu erklären, ob sie Anschlussberufung erhebe oder um begründet ein Nicht-

eintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 50). Die Berufungsbeklagte verzich-

tete am 23. Januar 2025 auf Anschlussberufung, beantragte die Bestätigung des 

vorinstanzlichen Urteils und ersuchte um Dispensation von der Berufungsverhand-

lung (Urk. 52). Der Berufungskläger erklärte sich mit der beantragten Dispensation 

einverstanden (Urk. 54). Mit Präsidialverfügung vom 5. Februar 2025 wurde den 

Parteien  Frist  angesetzt,  um  zur  anstehenden  Verlängerung  der  Sicherheitshaft 

-   6   -

Stellung zu nehmen (Urk. 55). Keine der Parteien liess sich dazu innert der ange-

setzten Frist vernehmen. Mit Präsidialverfügung vom 26. Februar 2025 wurde die 

Sicherheitshaft bis zum Endentscheid der Berufungsinstanz in der Hauptsache ver-

längert (Urk. 57). Am 16. Juni 2025 wurde zur Berufungsverhandlung vorgeladen 

(Urk. 60). Das Gefängnis Zürich stellte der Kammer am 20. August 2025 eine Kopie 

des aktuellen Führungsberichts über den Berufungskläger vom 19. August 2025 zu 

(Urk. 63) und die amtliche Verteidigerin, Rechtsanwältin lic. iur. X._____, liess eine 

E-Mail der Beiständin des Berufungsklägers vom 19. August 2025 betreffend Wie-

deraufnahme des Berufungsklägers in das betreute Wohnen zu den Akten geben 

(Urk. 64). Zur Berufungsverhandlung vom 4. September 2025 erschien der Beru-

fungskläger  in  Begleitung  seiner  amtlichen  Verteidigerin.  Das  Urteil  wurde  am 

15. September 2025 beraten und schriftlich eröffnet (Prot. II. S. 32 f.). Gleichzeitig 

verfügte  der  Präsident  die  Verlängerung  der  Sicherheitshaft  bis  zum  Massnah-

meantritt (Urk. 73).

II.

1. Das angefochtene Urteil erging am 28. November 2024 (Urk. 43). Die jüngste 

Revision der Strafprozessordnung trat per 1. Januar 2024 in Kraft. Selbstständige 

nachträgliche Entscheide nach Art. 365 Abs. 2 StPO wie die Rückversetzung in den 

Massnahmevollzug sind seit dem 1. Januar 2024 mit Berufung anfechtbar (Art. 398 

Abs. 1  StPO;  vgl.  AS  2023  468;  BBl  2019  6697).  Für  Rechtsmittel  gegen  erst-

instanzliche Entscheide, die nach Inkrafttreten dieses Gesetzes gefällt werden, gilt 

neues  Recht  (Art.  454  Abs.  1  StPO).  Das  Berufungsverfahren  richtet  sich  somit 

nach dem neuen Recht. 

2. Gemäss  Art.  402  StPO  hat  die  Berufung  im  Umfang  der  Anfechtung  auf-

schiebende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird im Umfang 

der  Berufungsanträge  gehemmt.  Der  Berufungskläger  lässt  das  Urteil  vollum-

fänglich  anfechten,  weshalb  der  angefochtene  Entscheid  im  Rahmen  des  Be-

rufungsverfahrens  gesamthaft  unter  Vorbehalt  des  Verschlechterungsverbots 

(Art. 391 Abs. 2 StPO) zur Disposition steht.

-   7   -

3. Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachver-

haltes nachfolgend auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt 

dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit 

Erwähnung findet. Weiter ist an dieser Stelle festzuhalten, dass aus dem Anspruch 

auf rechtliches Gehör die Pflicht des Gerichts folgt, seinen Entscheid zu begründen. 

Die Begründung muss kurz (bzw. in gedrängter Form) die wesentlichen Überlegun-

gen nennen, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen 

Entscheid stützt. Es darf sich aber auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschrän-

ken  und  muss  sich  nicht  ausdrücklich  mit  jeder  tatsächlichen  Behauptung  und 

jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen und diese widerlegen. Es kann sich 

mithin  auf  die  für  den  Entscheid  wesentlichen  Punkte  beschränken  (BGE 146 

IV 297  E.  2.2.7;  143  III  65  E.  5.2;  141  IV  249  E. 1.3.1;  BGer  6B_689/2019  vom 

25. Oktober  2019  E.  1.5.2,  mit  Hinweisen;  in  diesem  Sinne  gegen  eine  "über-

bordende Begründungspflicht" [namentlich in Strafsachen] auch FRANÇOIS CHAIX, 

Bundesgerichtspräsident, in: Plädoyer 3/2025, S. 20 f.).

4. Im  Zusammenhang  mit  Fragen  der  Änderung  oder  Fortführung  einer  Mass-

nahme ist es zweckmässig, ein Gutachten aus dem Hauptverfahren als Entschei-

dungsgrundlage mitzuberücksichtigen, sofern zu den entsprechenden Fragen aus-

drücklich Stellung genommen wurde und den Feststellungen ihre Aktualität nicht 

abgesprochen werden muss. Soweit ein früheres Gutachten mit Ablauf der Zeit und 

zufolge veränderter Verhältnisse an Aktualität eingebüsst hat, sind neue Abklärun-

gen  unabdingbar  (vgl.  BGE  134  IV  246  E.  4.3;  BGer  6B_435/2021  vom  21. Juni 

2021 E. 1.3; BSK StGB-HEER, 4. Aufl., 2019, Art. 56 N 66a). 

5. Für  eine  Begutachtung  ist  grundsätzlich  erforderlich,  dass  sich  der  Gutachter 

einen persönlichen Eindruck des Exploranden verschafft, indem er mit diesem ein 

eingehendes Gespräch führt (vgl. BGE 127 I 54 E. 2). Ein reines Aktengutachten 

ist  nur  in  Ausnahmefällen  eine  rechtsgenügende  Entscheidungsgrundlage,  na-

mentlich  bei  Verweigerung  der  Mitwirkung.  Ob  sich  ein  reines  Aktengutachten 

verantworten lässt, hat in erster Linie der angefragte Sachverständige zu beurteilen 

(vgl.  BGE  127  I  54  E.  2  f.;  BGer  6B_93/2015  vom  19.  Mai  2015  E.  5.2).  Ein 

Explorand kann aus der beschränkten Aussagekraft von Aktengutachten nichts zu 

-   8   -

seinen Gunsten ableiten, wenn er jede Kooperation mit dem Gutachter verweigert 

und  es  daher  selber  zu  vertreten  hat,  dass  auf  Aktengutachten  abgestellt  wird 

(BGE 146 IV 1 E. 3.2.1 f.; BGer 1B_117/2014 vom 9. April 2014 E. 2.2.2).

6. Nach dem Hauptgutachten von Dr. med. E._____ vom 30. Juli 2013 (Urk. 2B/3) 

und  seinem  Verlaufsgutachten  vom  28.  Dezember  2018  (Urk.  2B/94)  folgte  am 

28. Mai 2022 – mit Blick auf den Ablauf der stationären Massnahme bzw. eine be-

dingte Entlassung – ein Ergänzungsgutachten über den Berufungskläger durch den 

genannten  Gutachter.  Da  sich  der  Berufungskläger  zum  Zeitpunkt  dieser  Begut-

achtung weigerte, sich durch den Gutachter untersuchen zu lassen, erfolgte das 

Gutachten gestützt auf die Vollzugsakten, Stand per 14. März 2022. Trotz der Ver-

weigerung des Berufungsklägers an der Mitwirkung für dieses dritte Gutachten ge-

langte der Gutachter zum Schluss, dass sich eine Aktenbegutachtung verantworten 

lässt,  was  namentlich  vor  dem  Hintergrund  des  vorhandenen  umfang-  und  auf-

schlussreichen Aktenmaterials nicht zu beanstanden ist. Der Gutachter setzte sich 

eingehend mit den Vollzugsakten seit der zweiten Begutachtung im Jahr 2018 aus-

einander. Gestützt auf den Jahresbericht der PUK über den Berufungskläger vom 

14. März 2022 (Urk. 2B/143), den Führungsbericht der C._____ Wohngemeinschaft 

D._____  vom  11.  März  2022  (Urk.  2B/142),  das  Protokoll  der  Vollzugskoordina-

tionssitzung IV der Bewährungs- und Vollzugsdienste, Vollzug 3, vom 1. März 2022 

(Urk. 2B/141) und die Verfügung des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 

26. Februar 2021 (Urk. 2B/131) erhob er seine Befunde und beantwortete die ihm 

gestellten  Fragen  sorgfältig  und  ausführlich  (vgl.  Urk.  2A/145).  Das  Ergänzungs-

gutachten ist formell nicht zu beanstanden. Der einschlägigen Rechtsprechung in 

Bezug auf die Verwertbarkeit von Aktengutachten bei Verweigerung der Mitwirkung 

folgend erweist sich das vorliegende Ergänzungsgutachten als hinreichende Ent-

scheidungsgrundlage. Der Berufungskläger zieht denn auch nicht die Verwertbar-

keit des Ergänzungsgutachtens vom 28. Mai 2022 in Zweifel, sondern beanstandet 

die darin gezogenen Schlüsse an sich (vgl. dazu unten Ziff. III.5.). 

7. Nicht  das  formelle  Kriterium  des  Alters  des  Gutachtens  vom  28.  Mai  2022  ist 

entscheidend,  sondern  die  Frage,  ob  Gewähr  dafür  besteht,  dass  sich  die  Aus-

gangslage seit der Erstellung des Gutachtens nicht gewandelt hat (BGE 134 IV 246 

-   9   -

E. 4.3; BGer 7B_309/2023 vom 30. November 2023 E. 2.2.3). In der Sache beste-

hen keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass das Gutachten nicht mehr aktuell oder nicht 

mehr sachgemäss wäre. Bereits im Zeitpunkt des Gutachtens vom 28. Mai 2022 

hatte sich an der diagnostischen Einschätzung der Vorgutachten nichts Wesentli-

ches verändert (vgl. Urk. 2B/145 S. 15, 22). Die seither erreichte Stabilisierung des 

Berufungsklägers und seine Entwicklung seit der bedingten Entlassung ist sodann 

nicht  derart  gross,  dass  von  einer  anderen  Ausgangslage  gesprochen  werden 

könnte. Das Fortschreiten des natürlichen Alterungsprozesses des Berufungsklä-

gers genügt sodann entgegen der Ansicht der Verteidigung (vgl. Urk. 69 S. 6) nicht, 

um das Gutachten als veraltet erscheinen zu lassen, zumal die natürliche Alterung 

vom Gutachter bereits antizipiert wurde und der Berufungskläger überdies geltend 

macht,  seither  einen  positiven  Lebenswandel  hinsichtlich  Fitness  und  Ernährung 

durchlaufen zu haben, was den Alterungsprozess relativiert. Wenn die Verteidigung 

insbesondere die Schlussfolgerung des Gutachters, wonach das Rückfallrisiko nur 

mit den Rahmenbedingungen betreutes Wohnen und Medikamenteneinnahme ge-

ring bleibe, für überholt erachtet (Urk. 69 S. 6), nimmt sie vorweg, was erst noch zu 

prüfen ist, nämlich ob das Rückfallrisiko auch ohne die genannten Rahmenbedin-

gungen gering bleibt. Dass das Gutachten veraltet ist, lässt sich daraus nicht ab-

leiten. Bei alledem ist auch zu berücksichtigen, dass der Berufungskläger nicht nur 

die  Begutachtung  verweigerte,  sondern  der  therapeutischen  Begleitung  bzw. 

Behandlung  durch  das  ZAFT  (Zentrum  für  Ambulante  Forensische  Therapie  der 

PUK [Psychiatrische Universitätsklinik Zürich]) ab der bedingten Entlassung ableh-

nend  gegenüberstand,  wie  dem  Therapiezwischenbericht  vom  24. Juni  2024 

(Urk. 2B/163) zu entnehmen ist. Diese verweigernde bzw. ablehnende Haltung des 

Berufungsklägers  hat  sich  nicht  verändert,  sondern  eher  verfestigt  (vgl.  Prot. II 

S. 9 ff.,  S. 15).  Von  einem  weiteren  Gutachten  wären  unter  diesen  Umständen 

keine  neuen  Erkenntnisse  zu  erwarten.  Ein  aktualisiertes  Gutachten  könnte  sich 

angesichts der durch den Berufungskläger bekundeten Ablehnung der Begutach-

tung/Untersuchung durch den Gutachter Dr. med. E._____ und durch Psychiater 

der  PUK  wiederum  nur  auf  die  Vollzugsakten  stützen.  Therapieberichte  sind 

sodann  gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  geeignet,  die  Erstellung 

eines  (zusätzlichen)  Gutachtens  zu  rechtfertigen  oder  darzulegen,  dass  das  ge-

-   10   -

richtliche  oder  amtliche  Gutachten  mangelhaft  oder  nicht  schlüssig  ist  (vgl. 

BGer 6B_652/2016 vom 28. März 2017 E. 3.4.2 mit Verweisen). Im Umkehrschluss 

sind  diese  also  auch  dazu  geeignet,  darzulegen  und  zu  rechtfertigen,  dass  die 

Erstellung eines weiteren Gutachtens nicht notwendig ist. So ist es hier. Die behan-

delnden  Ärzte  des  Berufungsklägers  bestätigten  in  ihren  Berichten,  zuletzt  im 

Therapiezwischenbericht  vom  24.  Juni  2024,  fortlaufend  die  Diagnosen  einer 

schizophrenen Grunderkrankung bzw. eines schizophrenen Residuums und einer 

kognitiven Störung mit einem wenig beeinflussbaren Beeinträchtigungs- und Ver-

folgungswahn (dazu näher unten Ziff. III.9.-10.). Die betreffenden Diagnosen sind 

mithin  nach  wie  vor  aktuell.  Insgesamt  ist  in  prozessualer  Hinsicht  festzuhalten, 

dass das Ergänzungsgutachten vom 28. Mai 2022 keine formellen Mängel aufweist 

und nach wie vor aktuell ist. Damit ist es vollumfänglich verwertbar. 

III.

1. Sobald es der Zustand des Täters rechtfertigt, dass ihm Gelegenheit gegeben 

wird,  sich  in  der  Freiheit  zu  bewähren,  erfolgt  die  bedingte  Entlassung  aus  dem 

stationären Vollzug der Massnahme (Art. 62 Abs. 1 StGB). Bei der bedingten Ent-

lassung aus einer Massnahme nach Art. 59 StGB beträgt die Probezeit wie auch 

deren Verlängerung ein bis fünf Jahre (vgl. Art. 62 Abs. 2, Art. 62 Abs. 4 lit. b und 

Art. 62 Abs. 5 StGB). Der bedingt Entlassene kann verpflichtet werden, sich wäh-

rend der Probezeit ambulant behandeln zu lassen. Die Vollzugsbehörde kann für 

die Dauer der Probezeit Bewährungshilfe anordnen und Weisungen erteilen. Unter 

dem Titel "Nichtbewährung" bestimmt Art. 62a StGB: Ist auf Grund des Verhaltens 

des bedingt Entlassenen während der Probezeit ernsthaft zu erwarten, dass er eine 

Tat im Sinne von Artikel 64 Absatz 1 begehen könnte, so kann das Gericht, das die 

Massnahme angeordnet hat, auf Antrag der Vollzugsbehörde die Rückversetzung 

anordnen, bei einer Massnahme nach Art. 59 StGB für die Dauer von höchstens 

fünf Jahren (Art. 62a Abs. 3 und 4 StGB). Entzieht sich der bedingt Entlassene der 

Bewährungshilfe oder missachtet er die Weisungen, so erstattet die zuständige Be-

hörde dem Gericht oder den Strafvollzugsbehörden Bericht. Das Gericht kann in 

diesen  Fällen  die  Rückversetzung  in  den  Straf-  oder  Massnahmenvollzug  an-

-   11   -

ordnen, wenn ernsthaft zu erwarten ist, dass der Verurteilte neue Straftaten begeht 

(Art. 95 Abs. 3 und 5 StGB; vgl. Art. 62a Abs. 6 StGB). 

2. Vor der Anordnung einer Rückversetzung in den Massnahmenvollzug sind die 

allgemeinen Voraussetzungen einer Massnahmenanordnung zu prüfen. Zutreffend 

hat die Vorinstanz in diesem Zusammenhang auf die vorausgesetzte Massnahme-

bedürftigkeit, Massnahmewilligkeit und Massnahmefähigkeit hingewiesen und be-

tont, dass bei einer längeren Massnahmedauer und insbesondere einer Rückver-

setzung in den Massnahmevollzug nach einer bedingten Entlassung die Verhält-

nismässigkeit  im  engeren  Sinne  (Zweck-Mittel-Relation)  besonders  sorgfältig  zu 

prüfen ist (Urk. 43 S. 9 f.). Bei der Prüfung des Zweck-Mittel-Verhältnisses fallen im 

Rahmen der Gesamtwürdigung auf der einen Seite insbesondere die Schwere des 

Eingriffs in die Freiheitsrechte des Betroffenen in Betracht. Auf der anderen Seite 

sind  das  Behandlungsbedürfnis  sowie  die  Schwere  und  die  Wahrscheinlichkeit 

künftiger Straftaten relevant. Den Gefahren, die von einem Täter ausgehen, muss 

bei  einer  Interessenabwägung  grössere  Bedeutung  zukommen  als  der  Schwere 

des  mit  einer  Massnahme  verbundenen  Eingriffs  (vgl.  BGer  6B_70/2017  vom 

19. Juli  2017  E. 6.3;  BGer  6B_473/2014  vom  20.  November  2014  E. 1.6.2; 

BGE 139 I 180 E. 2.6.1).

3. Das Gericht hat eine stationäre Behandlung anzuordnen, wenn der Täter psy-

chisch schwer gestört ist, ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat, das mit 

seiner  psychischen  Störung  in  Zusammenhang  steht,  und  wenn  zu  erwarten  ist, 

durch die stationäre Behandlung lasse sich die Gefahr weiterer mit seiner psychi-

schen  Störung  in  Zusammenhang  stehenden  Taten  begegnen  (Art. 59  Abs. 1 

StGB). Eine Rückversetzung kommt nur unter der einschränkenden Voraussetzung 

in Betracht, dass aufgrund des Verhaltens des bedingt Entlassenen während der 

Probezeit ernsthaft zu erwarten ist, dass er eine verwahrungswürdige Straftat (i.S.v. 

Art. 64 Abs. 1 StGB) begehen könnte. Das Sich-Entziehen oder Missachten von 

Weisungen muss deutlich an eine ungünstige Legalprognose anknüpfen (BGE 118 

IV 330 E. 3c; BGer 6B_70/2017 vom 19. Juli 2017 E. 3.2). Dies kann insbesondere 

der Fall sein, wenn der positive Therapieverlauf, der eine bedingte Entlassung er-

möglichte, in engem Zusammenhang mit der Medikation stand, die betroffene Per-

-   12   -

son anschliessend die dringend benötigte Einnahme der Medikamente unterlässt 

und dies zu einer markanten Verschlechterung des gesundheitlichen Zustands und 

der sozialen Verfassung führt (vgl. Botschaft zur Änderung des Schweizerischen 

Strafgesetzbuches vom 21. September 1998, BBl 1999 S. 2085; BSK StGB-HEER, 

Art. 62a N 4). Ausschlaggebend ist die Legalprognose. Die Rückversetzung darf 

nicht allein deshalb ausgesprochen werden, um die Missachtung einer Weisung zu 

ahnden (BGE 118 IV 330 E. 3d; BGer 6B_70/2017 vom 19. Juli 2017 E. 3 und 4). 

4. Die Prognoseentscheidung darf das Gericht nicht unbesehen der sachverständi-

gen  Person  überlassen.  Vielmehr  muss  es  eine  eigenständige  Beurteilung  des 

Sachverständigenbeweises unter Einbezug aller für die Begutachtung relevanten 

Umstände vornehmen, damit es gestützt darauf einen eigenverantwortlichen Ent-

scheid zur Gefährlichkeit treffen kann. Die Gerichte sind gehalten, die individuellen 

Ergebnisse  eines  Gutachtens  selbständig  zu  prüfen  und  im  Urteil  darzulegen, 

warum der sachverständigen Person gefolgt wird oder auch nicht (vgl. OGer ZH 

SB230313 vom 1. März 2024, E. II.3.3.; BGE 149 IV 325 E. 4.2; BGer 6B_354/2022 

vom 24. August 2022, E. 3.1 und 3.3.1; BGer 6B_1147/2018 vom 25. März 2019 

E. 1.3.2; BSK StGB-HEER, Art. 56 N 50b, 75, 81).

5. Der  Berufungskläger  richtet  sich  sowohl  gegen  die  gutachterlichen  Diagnosen 

als auch gegen die ihm bescheinigte, ungünstige Legalprognose. Die Vorinstanz 

hat die Argumente der amtlichen Verteidigung und die Standpunkte des Berufungs-

klägers in der Anhörung (Prot. I S. 10 ff.) und in seinen persönlichen Verteidigungs-

notizen  (Urk. 30)  zutreffend  zusammengefasst,  ebenso  die  Standpunkte  des 

Verfahrensbeteiligten  und  der  Berufungsbeklagten  (vgl.  Prot. I  S. 18 ff.;  Urk. 43 

S. 10 ff.). Darauf kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen vorab verwiesen 

werden. 

6. Der Berufungskläger stellte an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung klar, dass 

er das Medikament Risperidon seit der Verhaftung nicht mehr nehme (Prot. I S. 11). 

Darauf angesprochen, ob es richtig sei, dass er eigentlich 2 mg Risperidon pro Tag 

hätte einnehmen sollen, dieses aber im April 2024 abgesetzt habe und es dann auf 

1 mg reduziert worden sei, erklärte der Berufungskläger, anlässlich eines Standort-

gespräches  vom  23.  April  2024  habe  er  mitgeteilt,  dass  er  das  Risperidon  nicht 

-   13   -

mehr nehmen wolle. Darauf habe er mit Herrn F._____ (Mitarbeiter des Verfahrens-

beteiligten) gesprochen, und sie hätten die Dosis auf 1 mg reduziert. Die Frage, 

weshalb  er  das  Risperidon  nicht  mehr  genommen  habe,  beantwortete  der  Beru-

fungskläger  dahingehend,  dass  er  mit  dem  Medikament  nicht  so  gut  sprechen 

könne und seine Worte zum Teil undeutlich seien, da seine Zunge geschwollen sei. 

Er könne keine sozialen Kontakte aufnehmen und vermeide diese. Er könne sich 

nicht konzentrieren und könne nicht lesen. Wenn er etwas lese, verstehe er es nicht 

(Prot. I  S.  14  f.).  Dazu  befragt,  warum  er  sich  nicht  mehr  vollständig  an  die  Be-

dingungen für die bedingte Entlassung, die Medikamenteneinnahme, Besuch von 

Therapien und die Bewährungshilfe gehalten habe, erklärte der Berufungskläger, 

er sei von der PUK für zehn Jahre als Laborratte gebraucht worden und habe des-

halb mit der Therapie aufgehört. Er bräuchte einen unabhängigen bzw. alternativen 

Psychiater. Er sei nicht gegen die Therapie, er sei einfach mit der PUK und dem 

Justizvollzug nicht einverstanden (Prot. I S. 14). Auf die Ergänzungsfrage der amt-

lichen Verteidigung, wie es ihm gehe, seitdem er am 25. Juni 2024 aufgehört habe, 

Risperidon  zu  nehmen,  gab  der  Berufungskläger  zu  Protokoll,  in  diesem  Kampf 

bekomme man mehr Kraft, man verbinde sich mit dem Leben intensiver und liebe 

das Leben noch mehr. In diesem Leben, das man liebe, müsse man etwas unter-

nehmen. Das mache er. Auch wenn er am Schluss den Tod finden müsste, würde 

er  da  weitermachen  (Prot.  I  S.  18).  Die  amtliche  Verteidigung  plädierte  vor  Vor-

instanz dafür, das Gericht könne feststellen, dass es dem Berufungskläger wieder 

gut gehe, seitdem er das Medikament nicht mehr nehme. Er sei bei klarem Ver-

stand und gebe nachvollziehbare Antworten. Dem Führungsbericht des Gefängnis-

ses (Urk. 27) sei zu entnehmen, dass es dem Berufungskläger dort sehr gut gehe, 

er  halte  sich  an  die  Regeln  und  habe  sich  in  das  soziale  Leben,  soweit  man  im 

Gefängnis von einem sozialen Leben sprechen könne, integriert (Prot. I S. 20). An-

lässlich der Berufungsverhandlung erklärte der Berufungskläger, weder Risperidon 

noch ein anderes Neuroleptikum nehmen zu wollen (Prot. II S. 13 f.). Sodann be-

nötige er keine psychiatrische Behandlung, da er die diagnostizierten psychischen 

Erkrankungen nicht habe (Prot. II S. 15, 25 f., 28). Die amtliche Verteidigung führte 

im  Berufungsverfahren  aus,  die  gutachterliche  (und  therapeutische)  Risikoein-

schätzung  stütze  sich  nicht  auf  konkrete  Erfahrungen  mit  dem  Berufungskläger, 

-   14   -

sondern  vielmehr  auf  allgemeine  Erfahrungswerte  mit  Personen  mit  einem  ver-

gleichbaren  Krankheitsbild.  Der  Berufungskläger  nehme  seit  mehr  als  fünfzehn 

Monaten  keine  Psychopharmaka  mehr  ein,  trotzdem  sei  er  weder  strafrechtlich 

noch sonst in irgendeiner Art negativ aufgefallen (Urk. 69 S. 5 und 7 f.). Auf diese 

und die weiteren, wesentlichen Äusserungen des Berufungsklägers und der amtli-

chen  Verteidigerin  wird  nachfolgend  (vgl.  unten  insbesondere  Ziff.  11.1.,  11.4., 

12. ff.) noch einzugehen sein. 

7. Für die Massnahmebedürftigkeit stellte die Vorinstanz auf die Einschätzung von 

Dr. med. E._____ in seinem zweiten Ergänzungsgutachten vom 28. Mai 2022 ab 

(Urk. 2B/145). 

7.1. Im (Haupt-)Gutachten vom 30. Juli 2013 über den Berufungskläger diagnosti-

zierte Dr. med. E._____ eine immer wieder auftretende schwergradige psychopa-

thologische Symptomatik, die – neben der Anlasstat – wiederholt zu fremdbedroh-

lichem  und  fremdaggressivem  Verhalten  geführt  habe,  unter  anderem  durch  Be-

drohen  des  Personals  der  kardiologischen  Klinik  mit  einem  Messer.  Wahnhaftes 

Erleben und eine auf diesem Boden erhöhte aggressive Verhaltensbereitschaft so-

wie eine wahnhaft determinierte Unfähigkeit zu einer adäquaten Realitätsprüfung 

habe die tatzeitaktuelle Psychopathologie bestimmt, im Tatzeitpunkt vom 21. März 

2013 habe eine anhaltende wahnhafte Störung bestanden. Neben der standardi-

sierten Risikoerfassung, die im 10-Jahreszeitraum eine 24%ige Wahrscheinlichkeit 

für erneute Gewalttätigkeiten sehe, liessen sich – so der Gutachter – für die gegen-

wärtige  Situation  unschwer  eine  ganze  Reihe  ungünstiger  legalprognostischer 

Merkmale  bestimmen.  Neben  den  wahnspezifischen  Risikomerkmalen  wie  zum 

Beispiel der aktiven psychotischen Symptomatik, der fehlenden Einsicht in die Pro-

blematik des eigenen Verhaltens, der Attribuierung von Schuld an andere, der feh-

lenden Krankheitseinsicht und der sich daraus ergebenden fehlenden Therapiebe-

reitschaft, ergäben sich weitere Risikomerkmale für zukünftige Drohungen und Ge-

walthandlungen. Das weitgehende Negieren früheren gewaltbereiten Handelns, die 

Unflexibilität  im  Umgang  mit  tradierten  Wertevorstellungen,  eine  Persönlichkeits-

disposition mit ineffektiven Konfliktbewältigungsstrategien, sogar mit einer wahner-

haltenden paranoiden Disposition, eine soziale Isolation, Wohnungslosigkeit, Unfä-

-   15   -

higkeit  zu  einträglicher  Arbeit,  unklare  finanzielle  Situation,  unklare  Perspektiven 

und die Tatsache, dass der Berufungskläger in unbehandeltem Zustand den glei-

chen Stressoren wie bis anhin ausgesetzt wäre, liessen sich als ungünstige Pro-

gnosemerkmale darstellen. Insgesamt weist der Gutachter auf ein hohes Risiko für 

die  Begehung  erneuter  Gewaltdelikte  bei  den  bestehenden  aktiven  Symptomen 

und Merkmalen hin (Urk. 2B/3 S. 39 ff., 51, 55). 

7.2. Im ersten Ergänzungsgutachten vom 28. Dezember 2018 präzisierte Dr. med. 

E._____  –  ohne  die  Diagnose  aus  dem  Jahr  2013  einer  wahnhaften  Persönlich-

keitsstörung in Frage zu stellen – beim Berufungskläger liege unter Bezugnahme 

auf entsprechende Einschätzungen des ZFT Rheinau und mit Blick auf einen fort-

geschrittenen kognitiven Abbau, formale Denkstörungen und einen nur teilremittier-

ten Wahn eine zunehmende Residualsymptomatik einer paranoiden Schizophrenie 

vor,  insbesondere,  weil  wahnhafte  Störungen  im  Langzeitverlauf  betrachtet  nicht 

ein solches Ausmass formaler Denkstörungen und kognitiver Beeinträchtigungen 

zeigten,  wie  sie  beim  Berufungskläger  deutlich  zu  beobachten  seien.  Die  für  die 

Tatzeit  festgestellten  psychischen  Störungen  bestünden  beim  Berufungskläger 

weiterhin, die Symptomatik bestehe in einer wahnhaften Symptomatik, einem feh-

lenden Krankheitsgefühl, einer fehlenden Krankheitseinsicht und einer im Grunde 

fehlenden  Behandlungsbereitschaft,  wenngleich  es  gelungen  sei,  mit  Nachdruck 

eine neuroleptische Behandlung zu etablieren, die geeignet sei, die Dynamik des 

bestehenden Wahnsystems zu entaktualisieren. Unter den gegebenen und weiter-

hin zu empfehlenden Rahmenbedingungen – sofern unter anderem weiterhin die 

medikamentöse  Einnahme  kontrolliert  werde,  ebenso  wie  sein  psychopathologi-

scher Befund –, schätzte der Gutachter die Rückfallgefahr des Berufungsklägers 

für  weitere  Straftaten  als  gering  ein.  Sollte  der  Berufungskläger  hingegen  sich 

selbst überlassen sein, so wäre damit zu rechnen, dass er die Medikamente ab-

setze,  was  dann  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit  zu  einer  erneuten  Zunahme  des 

Wahns und dessen Dynamik führen würde. Solchenfalls und ohne Sozialkontakte 

im Sinne des therapeutischen Teams, die kontrollierend, aber auch stützend auf 

ihn einwirken könnten, wäre das Risiko für erneutes, fremdaggressives Verhalten 

als hoch zu beurteilen. Psychopathologische Verschlechterungen beim Berufungs-

kläger  seien  anzunehmen,  wenn  er  die  neuroleptisch  wirksame  Medikation  nicht 

-   16   -

einnehme. Diese würden sich nicht von heute auf morgen einstellen, sondern lang-

sam, im Rahmen von Wochen und Monaten entwickeln (Urk. 2B/94 S. 24 ff., 28). 

7.3. Im zweiten Ergänzungsgutachten vom 28. Mai 2022 stellte Dr. med. E._____ 

fest, gestützt auf die vorliegenden Akten und Berichte habe sich erwartungsgemäss 

an  der  diagnostischen  Einschätzung  des  Berufungsklägers  nichts  verändert.  Die 

Legalprognose sei bei festgestellter Schuldunfähigkeit ganz entscheidend vom psy-

chopathologischen  Befund  des  Berufungsklägers  abhängig,  also,  ob  sich  das 

wahnhafte Erleben, wie es tatzeitaktuell bestanden habe, in der seinerzeitigen In-

tensität und mit entsprechender Handlungsrelevanz erneut einstellen werde, wobei 

der  Berufungskläger  zusätzlich  zur  Grunderkrankung  der  chronifizierten  parano-

iden Schizophrenie eine leichte kognitive Störung (differentialdiagnostisch eine de-

menzielle Entwicklung) aufweise, die sich negativ auf seine Reflektionsfähigkeit so-

wie  Impulskontrolle  auswirke.  Dieser  psychopathologische  Befund  sei  wiederum 

ganz entscheidend davon abhängig, ob der Berufungskläger psychopharmakolo-

gisch ausreichend behandelt sei und falls der Berufungskläger aus der laufenden 

Massnahme entlassen werden solle, die Sicherheit, dass er die Medikamente auch 

weiterhin einnehme, entsprechend hoch sei. Die Einstellung des Berufungsklägers 

hinsichtlich der Medikamentencompliance wird vom Gutachter als ambivalent be-

schrieben  –  einerseits  habe  er  es  in  der  Zeit  in  der  Wohngemeinschaft  D._____ 

geschafft,  anzuerkennen,  dass  er  Neuroleptika  durchaus  brauche,  andererseits 

äussere er auch, dass diese an allem schuld seien, namentlich seinem schlechten 

Gesundheitszustand mit Übergewicht, Herz- und Lungenproblemen. Der Therapie-

erfolg  im  Sinne  einer  trotz  fehlendem  Krankheitsverständnis  erreichten  Medika-

menteneinnahme und eines sozial angepassten Verhaltens wäre gefährdet, wenn 

der Berufungskläger sich selbst überlassen würde, womit sich die Notwendigkeit 

der  Weiterbetreuung  und  Weiterbehandlung  ergebe.  Aus  dem  psychopathologi-

schen  Zustandsbild,  das  sich  nicht  mehr  grundlegend  verbessern  lassen  werde, 

und seinen Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten, die wahrscheinlich zunäh-

men, ergebe sich zusätzlich ein engmaschiger Betreuungsbedarf, der im ambulan-

ten Bereich nicht gewährleistet werden könne. Wenngleich es auch im letzten Be-

obachtungszeitraum nicht gelungen sei, mit dem Berufungskläger eine tragfähige 

und legalprognostisch wirksame Deliktbearbeitung durchzuführen, und er sich wei-

-   17   -

terhin als Justizopfer sehe, und auch der psychopathologische Befund kaum ver-

änderbar gewesen sei, so sei es doch zu einer Stabilisierung gekommen, dahin-

gehend, dass er in der Wohngemeinschaft D._____ bei Gewährung von hohen Lo-

ckerungsstufen ein sehr angepasstes und an den Regeln orientiertes Leben geführt 

und die Medikamente unter Aufsicht eingenommen habe, was dazu geführt habe, 

dass der Wahn nicht mehr handlungsrelevant sei und er keine weiteren Straftaten 

begangen habe. Der Berufungskläger habe in früheren Begutachtungen paranoid 

gefärbte  Persönlichkeitseigenschaften  gezeigt,  die  auch  heute  noch  durch  seine 

Einlassungen,  ein  Justizopfer  zu  sein  und  sein  Misstrauen  gegenüber  Behörden 

gestützt würden. Mit einer erhöhten Rückfallwahrscheinlichkeit, auch für einschlä-

gige Delikte sei zu rechnen, wenn die Rahmenbedingungen, die zu der derzeitigen 

Stabilität  beigetragen  hätten,  künftig  wegfallen  sollten.  Denn  ein  Wegfall  dieser 

Rahmenbedingungen  würde  angesichts  seiner  Einlassungen,  ein  Justizopfer  zu 

sein,  und  seines  Misstrauens  gegenüber  Behörden  wahrscheinlich  dazu  führen, 

dass der Berufungskläger nur noch eine sehr unsichere Medikamentencompliance 

zeigen würde, was dann mit der Gefahr des erneuten Auftretens der psychotischen 

Symptomatik verbunden wäre, was dann auch die Wahrscheinlichkeit erhöhe, dass 

die  Handlungsrelevanz  hinsichtlich  erneuten  strafbaren  Verhaltens  zunehmen 

werde. Daran ändere auch der somatisch beeinträchtigte Zustand des Berufungs-

klägers mit eingeschränktem Aktionsradius und Antriebsminderung wenig. Da der 

Berufungskläger  bei  der  Anlasstat  ein  Messer  benutzt  habe,  wären  solchenfalls 

auch  Straftaten  mit  ungewissem,  denkbar  auch  schwererem  Ausgang  möglich 

(Urk. 2B/145 S. 15 ff., 21 ff., 25).

8. Der Gutachter begründet in den beiden Ergänzungsgutachten verständlich die 

Entwicklung eines schizophrenen Residuums – sichtbar namentlich hinsichtlich des 

fortwährenden,  wahnhaften  Erlebens,  ein  Justizopfer  zu  sein  (vgl.  dazu  unten 

Ziff. III.11.1.) – mit zunehmenden kognitiven Defiziten, die es ärztlich zu behandeln 

und zu beobachten gelte. In überzeugender Weise äusserte der Gutachter sodann 

davon ausgehend im zweiten Ergänzungsgutachten vom 28. Mai 2022 mit Blick auf 

eine bedingte Entlassung die dringende Empfehlung künftiger ärztlicher Behand-

lung und Beobachtung in einem ähnlichen Rahmen wie bisher (Urk. 2B/145 S. 22). 

Des Weiteren ist die gutachterliche Einschätzung der Rückfallgefahr bei fehlender 

-   18   -

bzw.  fortwährend  brüchigerer  Compliance  des  Berufungsklägers,  insbesondere 

hinsichtlich der Medikamenteneinnahme und Therapie (Urk. 2B/145 S. 26 f.), kon-

sistent  und  nachvollziehbar  begründet.  Es  leuchtet  unmittelbar  ein,  dass  –  ohne 

weitere psychopharmakologische Behandlung und Therapie – das wahnhafte Erle-

ben  des  Berufungsklägers  bei  gleichzeitig  zunehmender  Hilfsbedürftigkeit  ange-

sichts  kognitiver  Defizite  einerseits,  jedoch  fehlender  Einsicht  in  die  Problematik 

und den Krankheitswert des eigenen Verhaltens sowie fehlenden Konfliktbewälti-

gungsstrategien  andererseits,  ein  erhöhtes  Risiko  für  zukünftige  Straffälligkeit, 

einschliesslich von Gewalthandlungen im Sinne des Anlassdeliktes darstellt, da der 

Wahn  ohne  psychiatrische  und  insbesondere  psychopharmakologische  Behand-

lung wieder unmittelbar handlungsrelevant zu werden droht. Der Gutachter begrün-

det  überzeugend,  dass  sich  bei  Wegfall  des  haltgebenden  Rahmens  bestehend 

aus  Medikation,  Therapie,  betreutem  Wohnen  und  Bewährungshilfe  das  krank-

heitsbedingte Risiko für schwere Gewaltdelikte markant erhöht.

9. Die gutachterliche Diagnose und Einschätzung, dass das weiterhin bestehende 

schizophrene  Residuum  mit  wahnhaftem  Erleben  zwar  aktuell  nicht  unmittelbar 

handlungsleitend sei, das Deliktsrisiko im Sinne der Anlasstat ohne die stabilisie-

renden  Rahmenbedingungen  jedoch  erheblich  ansteige,  wird  im  Therapie-

zwischenbericht  des  ZAFT  vom  24.  Juni  2024  bestätigt.  Demgemäss  steige  das 

unter  den  aktuellen  Rahmenbedingungen  (v.a.  unter  der  Aufrechterhaltung  der 

aktuellen geschützten Wohnsituation und der überwachten Medikamentencompli-

ance) geringe Risiko für erneute Straffälligkeit im Sinne des Anlassdeliktes unter 

Wegfall der genannten Faktoren auf ein mittleres bis hohes Risiko an (Urk. 2A/103, 

S. 7 f.;  Urk. 2A/102  S.  7).  Die  chronischen  Wahnideen  hätten  zwar  aktuell  noch 

keine Handlungsrelevanz, seien aber im Sinne eines Risikomanagements hinsicht-

lich  Ärger  und  wütender  Affekte  "zwingend  kontinuierlich  zu  monitorisieren" 

(Urk. 2A/103,  S. 7  f.).  Das  grundlegende  Wahnthema  (Justizopfer,  Ungerechtig-

keitserleben)  sei  eng  mit  der  biographischen  Entwicklung  des  Berufungsklägers 

verknüpft und stelle einen nicht unwesentlichen Teil seines Selbstbildes dar, wel-

ches  einer  grundlegenden  Veränderung  nur  schwer  zugänglich  sei.  Gleichwohl 

könne  eine  antipsychotische  Medikation  die  Wahndynamik  günstig  beeinflussen 

dahingehend,  dass  sie  nicht  deliktrelevant  handlungsleitend  werde.  Weiter  wird 

-   19   -

festgehalten, die Ablehnung des Berufungsklägers gegenüber der ambulanten Be-

handlung habe sich inzwischen ausgeweitet bis zur Aufhebung der Schweigepflich-

tentbindungen dem C._____ und dem Hausarzt Herr Dr. G._____ gegenüber und 

bis hin zur Verweigerung der Medikamentenblutspiegelkontrollen. Aktuell gestalte 

sich für das ZAFT die Kontaktaufnahme zum Berufungskläger schwierig, da er auch 

für  einen  Minimalkontakt  via  Telefon  nicht  bereit  sei  und  Anrufe  ablehne.  Das 

Helfersystem  habe  auf  die  chronifizierte  und  wahnhaft  mitbedingte  Rigidität  und 

fehlende Kooperationsbereitschaft des Berufungsklägers unter der Vorgabe einer 

Minimalmedikation gewährend reagiert, um dem Berufungsklägers ein Minimum an 

Autonomie zu gewähren und eine basale Therapiebereitschaft, vor allem hinsicht-

lich  der  antipsychotischen  Medikation  aufrechtzuerhalten.  Leider  könne  diese 

Strategie  dann  nicht  mehr  weiterverfolgt  werden,  wenn  der  Berufungskläger  die 

Medikamentencompliance, so wie derzeit, einstelle bzw. in der Dosierung unterhalb 

der  als  Mindest-Effektivdosis  zu  bewertenden  Dosis  bleibe  und  regelmässige 

Medikamentenspiegelerhebungen ablehne. Vor diesem Hintergrund werde für den 

Berufungskläger ein bei ausbleibender Medikamentencompliance mittelfristig auch 

hohes Rückfallrisiko attestiert. Dieser Risikoentwicklung könne nur dadurch begeg-

net  werden,  dass  die  Minimalanforderungen  einer  psychiatrischen  Behandlung 

(Einnahme  einer  fachärztlich  als  wirksam  zu  bewertenden  Dosierung  eines  Anti-

psychotikums,  regelmässige  Spiegelerhebungen,  Kontakt  zu  einem  forensisch-

psychiatrischen  Facharzt)  wieder  erfüllt  würden  (Urk.  2A/103  S.  6  ff.;  vgl.  Urk. 

2A/107; vgl. auch Urk. 2A/101). Das Argument der Verteidigung, gemäss dem The-

rapiezwischenbericht des ZAFT vom 24. Juni 2024 bestünden keine Anhaltspunkte 

für eine Fremd- oder Eigengefährdung, es sei demgemäss (weiterhin) von einem 

geringen Risiko für erneute Straffälligkeit im Sinne des Anlassdeliktes auszugehen 

(Urk. 15 S. 3), sinnentleert die vorgenannte, mit dem Gutachten übereinstimmende 

Kernaussage  des  Therapiezwischenberichts,  wonach  eben  ausschliesslich  unter 

den aktuellen Rahmenbedingungen, insbesondere der überwachten Medikamen-

tencompliance, ein geringes Risiko für erneute Straffälligkeit bestehe und keine An-

haltspunkte für Fremd- oder Eigengefährdung bestünden, ohne die stabilisierenden 

Rahmenbedingungen das Deliktsrisiko im Sinne der Anlasstat hingegen erheblich 

ansteige (Urk. 2A/103 S. 3, 7). 

-   20   -

10. Der  Therapiezwischenbericht  des  ZAFT  vom  24.  Juni  2024  (Urk. 2A/103)  ist 

ausführlich und detailliert abgefasst. Zusammen mit dem Gutachten, insbesondere 

dem zweiten Ergänzungsgutachten von Dr. med. E._____ vom 28. Mai 2022, und 

den weiteren Berichten über die Zeit seit der bedingten Entlassung, namentlich dem 

Zwischenbericht  von  H._____  über  den  Verlauf  der  Bewährungshilfe  vom  8.  Juli 

2024 (Urk. 2A/107) und dem Zwischenbericht Wohnen des C._____ von I._____ 

vom 22. Mai 2024 (Urk. 2A/86), ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild. Es zeigt sich 

– darauf hat die Vorinstanz unter dem Titel des Therapieverlaufs bereits zutreffend 

hingewiesen (Urk. 43 S. 5 f.) – einerseits die Stabilisierung des Berufungsklägers 

im Rahmen des Massnahmevollzuges und damit das Greifen der Massnahme im 

Sinne einer psychiatrischen und psychopharmakologischen Behandlung/Therapie 

und  andererseits  die  Notwendigkeit  der  pharmakologischen  und  therapeutischen 

Weiterbehandlung des Berufungsklägers wegen des schizophrenen Residuums mit 

Wahnerleben und zunehmender kognitiver Defizite. Der Berufungskläger hat nach 

wie vor krankheitsbedingte psychische Defizite und ist nach wie vor therapeutisch 

sowie pharmakologisch behandlungsbedürftig. 

11. Aus den Ausführungen des Berufungsklägers persönlich (Prot. I S. 10 ff.; Prot. II 

S. 7 ff.; vgl. oben Ziff. 6. und unten 11.1. und 11.4.), dem Therapiezwischenbericht 

vom 24. Juni 2024 (Urk. 2A/103; vgl. oben Ziff. 9), dem Zwischenbericht über den 

Verlauf der Bewährungshilfe vom 8. Juli 2024 (Urk. 2A/107; vgl. unten Ziff. 11.2) 

und weiterer Korrespondenz (vgl. unten Ziff. 11.3) erhellt des Weiteren, dass seine 

Medikamenten- und Therapie-Compliance in psychiatrischer Hinsicht aktuell nicht 

mehr gegeben ist.

11.1. In  den  eindringlichen,  teilweise  an  den  Themen  der  gestellten  Fragen  weit 

vorbeigehenden  Schilderungen  des  Berufungsklägers  vor  Vorinstanz  und  an  der 

Berufungsverhandlung  sowie  in  seinen  Verteidigungsnotizen  (Urk. 30)  zeigt  sich 

nicht nur die von ihm hervorgehobene Ablehnung der weiteren psychopharmakolo-

gischen  Behandlung  und  forensisch-psychiatrischen  Therapie  sowie  der  Bewäh-

rungshilfe, sondern der gesamten Psychiatrie, die er als narzisstisches, einen Ge-

nozid verursachendes System bezeichnet. In den nachfolgend wiedergegebenen 

Ausführungen  des  Berufungsklägers  werden  wahnhaft  anmutende  Verfolgungs- 

-   21   -

und Verschwörungsszenarien sichtbar: "lch wurde von der PUK für zehn Jahre als 

Laborratte gebraucht und habe deshalb mit der Therapie aufgehört" (vgl. Urk. 30; 

vgl. Prot. I S. 14); "lch habe in meinen Notizen erwähnt, dass ich dieses Medika-

ment nicht mehr einnehmen will, da es seit zwölf Jahren mein Leben zerstört. Ich 

habe  das  Gefühl,  dass  dieses  System  und  die  Psychiater,  die  mich  behandeln, 

narzisstisch  sind"  (Prot.  I  S.  16);  "Wenn  wir  diese  zwei  Millionen  Menschen  mit 

psychischen Problemen bedenken, ist die Schweiz meiner Meinung nach wie ein 

Zentrum. Es handelt sich um einen Genozid. Das wird durch diese narzisstischen 

Psychiater  so  ausgeübt"  (Prot.  I  S.  17);  "lch  werde  heute  zur  Rechenschaft 

gezogen,  weil  Herr  F._____  irgendwie  hängengeblieben  ist.  Es  sind  paranoide 

Psychiater,  die  Geschichten  erfunden  haben.  Die  Behauptungen  von  Herrn 

F._____ stammen nicht von ihm. Die Menschen haben ihn als Marionette benutzt" 

(Prot. I S. 17 f.); "lch wurde zwölf Jahre lang isoliert und habe psychische Folter 

erlebt.  lch  beantrage  Genugtuung,  weil  ich  während  zehn  Jahren  solche  Dinge 

erleben musste. ln der Türkei wurde ich einmal 20 Tage und 29 Tage gefoltert. lch 

weiss ganz genau, was Folter bedeutet. Aus diesem Grund wurde ich 19 Monate 

in  der  PUK  durch  Psychiater  gefoltert  und  dies  wurde  bei  der  geschlossenen 

Massnahme weitergeführt. Nach 16 Monaten in der Sicherheitsstation begann die 

medikamentöse Folter." (Prot. I S. 18); "Zehn Jahre war ich dem Terror von Herrn 

F._____ und auch dem Terror der narzisstischen Psychiater ausgesetzt, bin isoliert 

und  stehe  unter  Folter"  (Prot.  II  S.  29).  Entgegen  der  Ansicht  der  Verteidigung 

(Urk. 34  S.  2  f.)  erscheint  dies  nicht  lediglich  als  eine  ausgeprägte,  berechtigte 

Justizkritik, sondern als Ausdruck des im Gutachten und den ärztlichen Berichten 

umschriebenen,  wahnhaften  Erlebens.  Der  Berufungskläger  fühlt  sich  als  Opfer 

eines verbrecherischen Systems "narzisstischer" Psychiater und gezielt gegen ihn 

handelnder Justiz- und Vollzugsbehörden. 

11.2. Im Zwischenbericht über den Verlauf der Bewährungshilfe vom 8. Juli 2024 

wird darauf hingewiesen, der Berufungskläger habe seit der bedingten Entlassung 

geäussert, dass er nicht einverstanden sei mit der Probezeit und dass der "Justiz-

terror"  noch  vier  Jahre  so  weitergehe.  Regelmässige  Bewährungshilfegespräche 

seien  aufgrund  der  ablehnenden  Haltung  des  Berufungsklägers  gegenüber  der 

Justiz  und  den  sprachlich  und  krankheitsbedingt  beschränkten  Einflussmöglich-

-   22   -

keiten  ohnehin  als  nicht  sinnvoll  erachtet  worden.  Aufgrund  der  seit  einiger  Zeit 

mangelnden  Bereitschaft  des  Berufungsklägers  für  die  Medikamenteneinnahme 

und Kontaktverweigerung mit dem ZAFT sei aber nun das zum Zeitpunkt der be-

dingten Entlassung als tragfähig erachtete Setting aktuell unter deliktpräventiven 

Aspekten nicht mehr gewährleistet gewesen. Der Berufungskläger habe zuletzt am 

19. Juni 2024 mitgeteilt, dass er zu einer weiteren Einnahme des verordneten Neu-

roleptikums nicht bereit sei und er habe auch einen freiwilligen Eintritt in die IPW 

oder ins Sanatorium Kilchberg abgelehnt. Er habe erklärt, wenn es notwendig sei, 

gehe er vor Gericht, allerdings brauche er dazu einen klaren Kopf und habe ange-

kündigt,  vorher  das  Neuroleptikum  ganz  abzusetzen.  Der  Berufungskläger  zeige 

sich sehr fixiert in seiner wahnhaften Haltung gegenüber der PUK und der Justiz. 

Er zeige keinerlei Kooperationsbereitschaft, die Therapie weiterzuführen, die ver-

ordneten Medikamente einzunehmen und die entsprechenden Weisungen einzu-

halten. Die Einschätzung gemäss Bericht des ZAFT vom 24. Juni 2024, dass bei 

fortbestehender Weigerung für die kontrollierte Medikamenteneinnahme und Kon-

takt mit dem ZAFT von einem hohen Rückfallrisiko ausgegangen werden müsse, 

werde von der Bewährungshilfe geteilt (Urk. 2A/107 S. 2 ff.). Zutreffend verweist 

die Vorinstanz in diesem Zusammenhang mit Blick auf die Ausführungen der amt-

lichen Verteidigung darauf, dass sich die Bezugspersonen des Berufungsklägers 

im  Wohnheim  C._____  im  Zwischenbericht  vom  22.  Mai  2024  von  I._____  zwar 

noch optimistisch zeigten und sie es damals angesichts des grundsätzlich ange-

passten  und  kooperativen  Verhaltens  des  Berufungsklägers  im  Wohnheim  und 

trotz der fehlenden Kooperationsbereitschaft mit der PUK bzw. Justiz als realistisch 

einschätzten, dass der Berufungskläger einen kleinen Haushalt weitgehend selb-

ständig führen könne (Urk. 2A/86). Diese Einschätzung wurde im E-Mail-Verkehr 

vom 24. Juni 2024 deutlich relativiert, wo Frau J._____ vom C._____ schreibt, der 

Berufungskläger spreche davon, "einen weiteren Fall" zu machen, was er vor allem 

auf Personen der PUK und Justiz beziehe und sie mache sich daher sehr grosse 

Sorgen, dass er irgendwann die Kontrolle verliere (Urk. 2A/104). Dass diese E-Mail 

sich lediglich auf Sorgen des Berufungsklägers über die Ungewissheit in Bezug auf 

den  weiteren  Massnahmenverlauf  bezieht,  wie  die  Verteidigung  meint  (Urk. 69 

S. 9),  trifft  offensichtlich  nicht  zu.  Angesichts  der  Vorgeschichte  des  Berufungs-

-   23   -

klägers  mit  der  versuchten  Verübung  eines  schweren  Körperverletzungsdeliktes 

muss bei der Androhung eines "weiteren Falls" das Schlimmste befürchtet werden. 

Eine  entsprechende  Befürchtung  kommt  ebenfalls  in  der  Aktennotiz  der  Bewäh-

rungshelferin K._____ vom 24. Juni 2024 zum Ausdruck, wo empfohlen wird, den 

Berufungskläger  sofort  zu  Verhaftung  auszuschreiben,  da  die  Situation  als  nicht 

mehr einschätzbar und folglich nicht mehr tragbar angesehen werde (Urk. 2A/106). 

Seine Aussage betreffend einen weiteren Fall hat der Berufungskläger anlässlich 

der Berufungsverhandlung denn auch nicht grundsätzlich in Abrede gestellt ("Ich 

habe es so gesagt: Sie wollen mich für einen zweiten Fall bereit machen"; vgl. Prot. 

II S. 12).

11.3. In verschiedener Korrespondenz und Aktennotizen des Verfahrensbeteiligten 

seit April 2024 bestätigt sich die zunehmend rigider werdende, ablehnende Haltung 

des  Berufungsklägers  hinsichtlich  der  Medikamenteneinnahme  und  -spiegeler-

hebungen sowie der Kontakte zu  den forensisch-psychiatrischen Fachärzten der 

PUK (vgl. Urk. 2A/75; Urk. 2A/85; Urk. 2A/93; Urk. 2A/98; Urk. 2A/100; Urk. 2A/105; 

ferner: Urk. 2B/159; Urk. 2B/162; Urk. 2B/164; Urk. 2B/167). Wie der Verfahrens-

beteiligte  vor  Vorinstanz  betonte,  waren  damit  die  gutachterlich  definierten, 

deliktprotektiven Faktoren zum Zeitpunkt des Antrages des Verfahrensbeteiligten 

vom 16. Juli 2024 nicht mehr gegeben. Laut entsprechender Rückmeldungen der 

Psychiater  aus  der  Grundversorgung  der  PUK  habe  sich  der  Kontakt  zum 

Berufungskläger in der Sicherheitshaft sodann von Beginn an schwierig gestaltet. 

Er  habe  sich  ablehnend  kritisch  gegenüber  den  Psychiatern  verhalten.  Die  erste 

Konsultation habe am 5. Juli 2024 stattgefunden, wo der Berufungskläger mitgeteilt 

habe, dass er mit dem Psychiater nicht zu sprechen beabsichtige und auch weitere 

Gespräche  ablehne.  Er  sei  dann  nochmals  aufgeboten  worden,  was  er  komplett 

abgelehnt habe. Der Psychiater habe ihn am 1. November 2024 letztmals besucht, 

wo  der  Berufungskläger  im  Wesentlichen  wiederholt  habe,  dass  er  keine 

Konsultationen  wünsche.  Psychopharmaka  habe  er  in  der  Haft  von  Anfang  an 

abgelehnt. Man habe den Berufungskläger nicht zu einer Behandlung motivieren 

können, und die Psychopathologie habe aufgrund des Kooperationsmangels nicht 

erhoben werden können (vgl. Prot. I S. 19). Die fehlende Medikamenteneinnahme 

und  Kooperationsbereitschaft  mit  den  behandelnden  forensisch-psychiatrischen 

-   24   -

Fachpersonen  bekräftigte  der  Berufungskläger  wiederholt  (vgl.  oben  Ziff.  6.  und 

11.1.).  Über  die  für  ein  (weitgehend)  autonomes  Leben  in  Freiheit  –  ohne  Medi-

kamente  und  selbst  in  der  Wohngemeinschaft  C._____  (vgl.  Urk.  64)  – 

ausreichende  psychische  Stabilität  verfügt  der  Berufungskläger  aktuell  nicht. 

Zutreffend verweist die Vorinstanz in diesem Zusammenhang zudem auf umwelt- 

und  situationsspezifische  Faktoren  wie  die 

im  Zeitpunkt  der  Anlasstat 

problematische  Lebens-  und  Wohnsituation  des  Berufungsklägers,  die  gemäss 

gutachterlicher  Einschätzung  die  soziale  und  persönliche  Desintegration  des 

Berufungsklägers begründet haben. Die Berichte des C._____ zeigen, dass sich 

der akute Anspannungszustand des Berufungsklägers nicht nur auf das laufende 

Verfahren und die Ungewissheit, wie es weitergeht, zurückführen lässt, wie dies die 

Verteidigung vorbringt, sondern sich eine solche Anspannung bzw. Stresssituation 

bereits im Frühjahr 2024 zeigte, und zwar im Zusammenhang mit dem Wechsel der 

Bezugsperson des Berufungsklägers im Wohnheim C._____. So wurde in Akten-

notizen  der  Bewährungshelferin  K._____  vom  18.  März  2024  festgehalten,  dass 

der Berufungskläger berichtet habe, dass sein Leben "giftig" geworden sei. Er wolle 

nicht,  dass  Frau  L._____  als  seine  (neue)  Bezugsperson  bezeichnet  werde.  Er 

habe ausgeführt, dass er ein kranker Mann sei. Seine Nerven lägen blank, er leide 

an hohem Blutzucker und könne nicht mehr schlafen (Urk. 2A/67). Die Leiterin des 

Wohnheims C._____, Frau M._____ habe mitgeteilt, dass der Berufungskläger der 

für  ihn  neu  zuständigen  Bezugsperson  Frau  L._____  keine  Chance  habe  geben 

wollen. Er suche eine Bezugsperson, die ihm einfach zuhöre, wie es die ehemalige 

Bezugsperson getan habe (Urk. 2A/68). Diese Aktennotizen erfolgten nach der per 

E-Mail  vom  7.  März  2024  seitens  der  Betreuerin  L._____  an  die  Bewährungs-

helferin K._____ aufgrund der ihr zugesandten Laborwerte des Berufungsklägers 

gesandten  Mitteilung,  dass  die  Blutwerte  des  Neuroleptikums  Risperidon  konti-

nuierlich  und  bereits  seit  dem  13.  September  2023  unter  den  angegebenen 

Referenzwert  gesunken  seien  und  dem  Hinweis,  dass  der  Berufungskläger  die 

Medikation nicht mehr unter Aufsicht nehme (Urk. 2A/62). Wie die Vorinstanz mit 

Blick  auf  die  Unsicherheit  über  den  Ausgang  des  vorliegenden  Verfahrens  fest-

gestellt  hat,  zeigt  sich  an  den  Äusserungen  und  dem  Verhalten  des  Berufungs-

klägers  bei  Wechsel  seiner  Bezugsperson,  dass  der  Berufungskläger  immer 

-   25   -

weniger in der Lage gewesen zu sein scheint, äusseren Druck, der in verschiedener 

Form, selbst im Rahmen des betreuten Wohnens immer wieder vorkommen kann, 

adäquat  zu  kompensieren.  Der  Auffassung  der  Verteidigung,  der  Antrag  auf 

Rückversetzung sei lediglich auf seine ablehnende Haltung hinsichtlich eines Teils 

der  ihm  bisher  auferlegten  Weisungen  zurückzuführen  und  sei  somit  vor  allem 

pönal  motiviert  (Urk.  15  S.  5;  Urk. 69  S. 4),  ist  vor  dem  dargelegten  Hintergrund 

entschieden zu widersprechen. 

11.4. Die dem Berufungskläger vor der Inhaftierung in Aussicht gestellte Alterna-

tive,  sich  statt  von  den  Fachpersonen  in  der  PUK,  im  Rahmen  einer  stationären 

Einweisung in die Integrierte Psychiatrie Winterthur oder das Sanatorium Kilchberg 

weiterbehandeln zu lassen (vgl. Urk. 2B/159), schien der Berufungskläger zunächst 

nicht auszuschliessen. Wie sich hingegen aus dem Protokoll des Verfahrensbetei-

ligten hinsichtlich der Anhörung des Berufungsklägers in Begleitung der amtlichen 

Verteidigerin vom 26. Juni 2024 ergibt (vgl. Urk. 2B/167), erklärte der Berufungs-

kläger anlässlich der Haftanhörung, für eine stationäre Massnahme nicht bereit zu 

sein, er wolle weiterhin in der Wohngemeinschaft leben (vgl. Urk. 2B/169). Anläss-

lich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bekräftigte der Berufungskläger, dass 

er einen unabhängigen Psychiater bräuchte (Prot. I S. 14). Sämtliche seitens der 

Justiz/des  Verfahrensbeteiligten  beauftragten  Psychiater  scheint  der  Berufungs-

kläger  als  nicht  unabhängig  abzulehnen.  Befangenheitsgründe  hinsichtlich  der 

Ärzte in der PUK sind indessen weder dargetan noch ersichtlich und auch deren 

fachliche Eignung zur Behandlung des Berufungsklägers ist gegeben, so dass die 

vehemente Ablehnung der Psychiater der PUK durch den Berufungskläger unbe-

gründet  ist.  Bis  zur  Berufungsverhandlung  hat  sich  die  ablehnende  Haltung  des 

Berufungsklägers sodann weiter verfestigt. Er wehrt sich nun nicht nur gegen eine 

stationäre Behandlung in einer anderen Einrichtung als der PUK, sondern möchte 

auch nicht in die frühere betreute Wohngemeinschaft zurückkehren (Prot. II S. 9 f.). 

Auch zeigt er sich nicht mehr offen gegenüber der Behandlung durch einen unab-

hängigen Psychiater, sondern lehnt jegliche psychiatrische Betreuung ab (Prot. II 

S. 15).

-   26   -

12. Die zitierten Ausführungen des Berufungsklägers im Rahmen des vorliegenden 

Verfahrens (vgl. oben Ziff. 11.1.) offenbaren eindrücklich und zusätzlich zum Gut-

achten (vgl. oben Ziff. 7.) und den genannten Berichten (vgl. oben Ziff. 11.2. und 

11.3)  die  vom  Gutachter  beschriebene  Wahnsymptomatik,  die  – bei  relevanter 

Reduktion  der  verordneten  Neuroleptika  unter  das  verordnete  Minimum –  dazu 

führt,  dass  die  Rückfallgefahr  mittelfristig  insbesondere  in  Stresssituationen  als 

hoch eingestuft werden muss. Dieses Szenario ist aktuell, nachdem der Beschul-

digte seit Frühling 2024 die verordnete Medikation zunehmend abgelehnt und in-

zwischen ganz abgesetzt hat. Wie die Vorinstanz (Urk. 43 S. 18) erwogen hat, ist 

die  gutachterlich  wohlbegründete  Empfehlung,  den  Berufungskläger  nicht  ohne 

stabilisierende Faktoren sich selbst zu überlassen, da das Risiko erneuter Gewalt-

ausbrüche sonst steigen würde, ernst zu nehmen. Mit der Vorinstanz sind die durch 

den Berufungskläger geäusserten Vorstellungen von einem vollständig selbststän-

digen Leben ausserhalb der Massnahme als wenig durchdacht und mit Blick auf 

die Informationen aus den Akten als vollkommen unrealistisch zu bezeichnen. Dies 

zeigt  sich  exemplarisch  daran,  dass  der  Berufungskläger,  darauf  angesprochen, 

nicht konkret sagen konnte, wohin er im Falle einer Freilassung gehen würde (vgl. 

Prot. II S. 10). Der Vorinstanz ist darin zu folgen, dass die vom Berufungskläger 

beantragte sofortige Entlassung eine plötzliche Konfrontation mit der Aussenwelt 

und ihren zahlreichen Anforderungen bewirken würde, was zu enormem Stress füh-

ren  und  den  Berufungskläger  massiv  unter  Druck  setzen  würde.  Dass  er  einem 

solchen Druck nicht gewachsen ist, geht aus dem genannten Zwischenbericht über 

den Verlauf der Bewährungshilfe vom 8. Juli 2024 anhand von Äusserungen des 

Berufungsklägers  in  der  jüngsten  Zeit  vor  seiner  Verhaftung  (er  spreche  davon, 

"einen weiteren Fall" zu machen) exemplarisch und in aller Deutlichkeit hervor. In-

zwischen hat der Berufungskläger über seine Rechtsanwältin anfragen lassen, ob 

und unter welchen Bedingungen eine Wiederaufnahme im C._____ möglich wäre. 

Ohne erneute regelmässige psychiatrische und/oder ärztliche Betreuung sowie die 

Bereitschaft, die neuroleptischen Medikamente einzunehmen, sofern sie verordnet 

sind, ist eine Wiederaufnahme nicht möglich, wie die entsprechende Antwort des 

C._____ vom 19. August 2025 zeigt (Urk. 64). Es muss aufgrund der dargelegten, 

überzeugenden  gutachterlichen  Feststellungen  im  Falle  einer  sofortigen  Entlas-

-   27   -

sung bzw. wenn keine erneute medikamentöse und psychiatrische Stabilisierung 

des Berufungsklägers erreicht und adäquat überwacht werden kann, ernsthaft be-

fürchtet werden, dass der Berufungskläger erneut einschlägig delinquieren könnte. 

Auf  die  fehlende  Medikamentencompliance  und  Therapiebereitschaft  folgt  mittel-

fristig eine hohe Rückfallgefahr. Der Berufungskläger ist daher erneut massnahme-

bedürftig.

13. Inwiefern  das  (mit  einer  geringfügigen  Ausnahme)  angepasste  und  korrekte 

Verhalten sowie die Absprachefähigkeit des Berufungsklägers in der Sicherheits-

haft (vgl. Urk. 27; Urk. 63) für die Legalprognose und sein künftiges Wohlverhalten 

von  ausschlaggebender  Bedeutung  sein  soll,  ist  entgegen  der  Auffassung  der 

Verteidigung (Urk. 15 S. 4; Prot. I S. 20; Urk. 69 S. 9 ff.) nicht einzusehen. In der 

Sicherheitshaft besteht im Vergleich zum betreuten Wohnen und im Gegensatz zur 

Vorstellung des Berufungsklägers von seinem künftigen Leben in Freiheit eine eng-

maschig  kontrollierte  Tagesstruktur  ohne  Bewährungsmöglichkeiten.  Das  regel-

konforme Verhalten des Berufungsklägers in der Sicherheitshaft ist daher kein ver-

lässlicher Indikator für ein ebensolches Verhalten in Freiheit. Gleiches gilt für den 

Umstand, dass sich der Berufungskläger anlässlich der Gerichtsverhandlung "an-

gepasst  und  höflich"  verhalten  hat  (Urk. 69  S. 10).  Für  die  Legalprognose  ergibt 

sich daraus nichts zu Gunsten des Berufungsklägers. 

14. Aufgrund der gutachterlichen Feststellungen und mit Blick auf den bisherigen 

Massnahmeverlauf ist der Berufungskläger mit der Vorinstanz (vgl. Urk. 43 S. 18 f.) 

sodann als hinreichend massnahmewillig und -fähig zu bezeichnen. Die Rechtspre-

chung stellt an das Erfordernis der Therapiewilligkeit zum Zeitpunkt des gerichtli-

chen  Entscheids  in  der  Regel  keine  allzu  hohen  Anforderungen,  trägt  sie  damit 

doch gerade dem Umstand Rechnung, dass es durchaus aufgrund der psychischen 

Erkrankung des Betroffenen an der Fähigkeit fehlen kann, die Notwendigkeit und 

das  Wesen  einer  Behandlung  abzuschätzen.  Mangelnde  Einsicht  gehört  bei 

schweren, langandauernden Störungen häufig zum typischen Krankheitsbild. Ein 

erstes Therapieziel besteht daher oft darin, eine Art Einsicht bzw. Therapiewilligkeit 

zu  schaffen.  Entsprechend  lässt  es  die  Rechtsprechung  genügen,  dass  beim 

betroffenen  Täter  eine  nur  minimale  Motivierbarkeit  erkennbar 

ist 

(vgl. 

-   28   -

BGer 6B_1287/2017  vom  18.  Januar  2018  E.  1.3.3  m.w.H.).  In  der  stationären 

Massnahme liess sich der Berufungskläger auf die pharmakologische und thera-

peutische Behandlung ein. Vor diesem Hintergrund sind bei ihm durchaus Anzei-

chen für eine minimale Motivierbarkeit vorhanden. Von Seiten des Gutachters wird 

ihm eine "unter den bestehenden Bedingungen dem Störungsbild angemessene" 

Behandlungsfähigkeit  bescheinigt  (Urk. 2B/145  S.  28).  Während  der  stationären 

Massnahme konnte mit ihm zwar kaum ein Krankheitsbild oder eine echte Krank-

heitseinsicht erarbeitet werden, jedoch war es möglich, mit ihm soweit zu arbeiten, 

dass er die risikosenkenden Faktoren der Medikation, Therapie und Wohnsituation 

akzeptierte,  was  die  behandelnden  Stellen  in  die  Lage  versetzte,  ihn  bedingt  zu 

entlassen (vgl. Urk. 2A/103). Mit der Vorinstanz besteht die berechtigte Hoffnung, 

dass dieser Zustand im Rahmen einer Rückversetzung möglichst bald wiederher-

gestellt, die Massnahme im Anschluss wieder stufenweise gelockert und der Beru-

fungskläger schliesslich wieder bedingt entlassen werden kann. Dass sich der Be-

rufungskläger gegen eine Rückversetzung in die stationäre Massnahme stellt und 

– wenn überhaupt – nur ambulant und nur von einem von der PUK unabhängigen 

forensischen Psychiater behandelt werden will (vgl. Prot. I S. 10 ff.), steht dem nicht 

entgegen. Mit Blick auf die gutachterlichen Überlegungen liegt, wie die Vorinstanz 

zu Recht bemerkt, der Fokus nicht auf einer deliktorientierten Therapie, sondern 

auf einer stabilen Compliance bezüglich Medikation, Therapie und Kommunikation 

mit  dem  Helfernetz,  damit  erneut  eine  bedingte  Entlassung  ins  Auge  gefasst 

werden kann, so dass dem Berufungskläger erneut ein autonomeres Leben in der 

betreuten Wohnform ermöglicht werden kann (vgl. Urk. 43 S. 19 f.; Prot. I S. 18 ff.). 

Der bisherige, mit der Vorinstanz und dem Gutachter (vgl. Urk. 43 S. 5; Urk. 2B/145 

S. 24)  insgesamt  hinsichtlich  einer  Stabilisierung  bis  hin  zu  einer  möglich  ge-

wordenen  bedingten  Entlassung  mit  den  genannten  Weisungen  erfolgreich  zu 

bezeichnende Behandlungsverlauf stellt die Eignung der stationären Massnahme 

gemäss Art. 59 StGB für den Berufungskläger unter Beweis.

15. Hinsichtlich der Verhältnismässigkeit der stationären Massnahme wurde bereits 

dargelegt,  dass  der  Berufungskläger  behandlungsbedürftig  ist  und  sich  die 

Rückversetzung in die stationäre Massnahme grundsätzlich eignet. Entgegen der 

Argumentation der Verteidigung vermag die Massnahme seine zukünftige Legal-

-   29   -

prognose nicht aufgrund einer damit auf kurze Sicht allenfalls damit verbundenen 

Frustration (die Verteidigung spricht von "traumatisierend" bzw. "kontraproduktiv") 

negativ zu beeinflussen (vgl. Urk. 15 S. 6; Urk. 69 S. 12 f.). Denn die Rückverset-

zung in den Massnahmevollzug stellt keine kurzfristige Intervention dar, sondern 

setzt auf die Chance, dass der Berufungskläger längerfristig wieder kooperiert. Die 

Ablehnung der weiteren Therapie durch die PUK und der Wunsch nach einem un-

abhängigen  Psychiater  erscheint  als  Ausdruck  der  gutachterlich  festgestellten 

Wahnsymptomatik.  Das  betreute  Wohnen,  der  Kontakt  zum  Hausarzt  und  den 

Sozialarbeitenden  im  Wohnheim  sind  nicht  ausreichend,  um  der  feststehenden 

Rückfallgefahr entgegenzuwirken. Eine ambulante Behandlung beurteilt der Gut-

achter wegen der fehlenden Medikamentencompliance überzeugend als nicht ge-

eignet und ausreichend, das beim Berufungskläger bestehende Risiko für erneute 

Handlungsrelevanz  der  Wahnsymptomatik  mit  damit  einhergehendem  Risiko  für 

die Begehung von Straftaten im Sinne der Anlasstat günstig zu beeinflussen. Die 

bisherigen Hilfebemühungen nach der bedingten Entlassung sind aufgrund der seit 

Frühjahr  2024  in  den  entscheidenden  Punkten  (Psychopharmaka  und  Therapie) 

zunehmend fehlenden Kooperationsbereitschaft des Berufungsklägers gescheitert, 

so  dass  ein  ambulantes  Setting  zurzeit  überdies  als  nicht  realisierbar  erscheint. 

Damit  sind  mildere  Massnahmen  als  eine  stationäre  Behandlung  aktuell  ausge-

schlossen. 

16. Die Vorinstanz zeigt unter dem Blickwinkel der Verhältnismässigkeit der statio-

nären Massnahme im engeren Sinne auf, dass der Berufungskläger eine schwere 

Straftat im Zustand völliger Schuldunfähigkeit begangen hat, und sie erkannte zu 

Recht  eine  hinreichende  Relation  zwischen  der  Schwere  der  Anlasstat  ohne 

Schuldfähigkeit  und  der  Dauer  der  freiheitsentziehenden  Massnahmen  (vgl. 

BGer 6B_68/2016  vom  28.  November  2016  E.  2.6,  nicht  publiziert  in:  BGE 143 

IV 1). Aufgrund der vom Berufungskläger beschriebenen (vgl. Prot. I S. 14; Urk. 30 

S. 2)  Nebenwirkungen  des  Medikaments  Risperidon  mag  es  durchaus  rationale 

Gründe für eine Ablehnung der pharmakologischen Behandlung geben. Die Ableh-

nung der Medikamenteneinnahme und Therapie in der PUK durch den Berufungs-

kläger geht aber darüber hinaus mit seinem Wahngedanken einher, ein Justizopfer 

zu sein, das in der PUK als "Laborratte" missbraucht werde. Dies zeigt sich auch 

-   30   -

daran,  dass  der  Berufungskläger  nicht  nur  Risperidon,  sondern  auch  ein  alter-

natives  Neuroleptikum  im  jetzigen  Zeitpunkt  ganz  grundsätzlich  ablehnt  (Prot. II 

S. 13 f.). Dieser Ablehnung und der für den Berufungskläger behauptetermassen 

traumatisierend erscheinenden Rückversetzung in die stationäre Massnahme mit 

der Dauer von dann insgesamt mehr als zwölf Jahren freiheitsentziehender Mass-

nahmen (zur Dauer der Rückversetzung sogleich) steht die schwere Anlasstat, bei 

der nur durch Zufall und Glück keine lebensgefährlichen Verletzungen des Opfers 

resultierten, so dass es beim Versuch blieb, und die bei Absetzen der Psychophar-

maka mittelfristig resultierende hohe Rückfallgefahr gegenüber. Die gutachterlich 

festgestellte Rückfallgefahr hinsichtlich schwerer Delikte gegen Leib und Leben im 

Sinne der Anlasstat ist infolge der Absetzung der Psychopharmaka auf ein nicht 

tolerierbares Risiko angestiegen. Mit anderen Worten hat die vom Berufungskläger 

ausgehende Gefährdung für hochwertige Rechtsgüter eine Intensität erreicht, wel-

che seine Rückversetzung in den stationären therapeutischen Massnahmevollzug 

mitsamt der pharmakologischen Behandlung als verhältnismässig erscheinen lässt. 

17. Die Voraussetzungen der Rückversetzung des Berufungsklägers in den statio-

nären  therapeutischen  Massnahmevollzug  aufgrund  Nichtbewährung  (Art.  62a 

Abs. 3 und 6 StGB; Art. 95 Abs. 5 StGB) sind erfüllt. Mit Blick auf die zu schützen-

den  hochrangigen  Rechtsgüter  erscheint  es  notwendig  sowie  verhältnismässig, 

den Berufungskläger zur erneuten Stabilisierung und damit Risikosenkung in die 

stationäre Massnahme nach Art. 59 StGB zurückzuversetzen. 

18. Zur  Dauer  der  Rückversetzung  äusserte  sich  der  Berufungskläger  nicht.  Der 

Vorinstanz (Urk. 43 S. 20 f.) ist darin zu folgen, dass mit Blick auf den bisherigen 

Therapieverlauf und die derzeitige, ablehnende Haltung des Berufungsklägers die 

seitens  des  Verfahrensbeteiligten  beantragten  zwei  Jahre  zur  Erreichung  einer 

Medikamentencompliance  und  Stabilisierung  realistisch  und  verhältnismässig  er-

scheinen, wobei der Berufungskläger durch das Mass seiner erneuten Kooperation 

entscheidend mitbestimmen kann, wie lange die Massnahme effektiv dauern wird. 

Die Rückversetzung ist entsprechend ebenfalls zweitinstanzlich für die Dauer von 

zwei Jahren anzuordnen.

-   31   -

IV.

1. Bei  diesem  Verfahrensausgang  würde  der  Berufungskläger  grundsätzlich 

kostenpflichtig  (Art.  428  Abs.  1  StPO).  Aufgrund  seiner  finanziellen  Verhältnisse 

– der  Berufungskläger  befindet  sich  seit  dem  Jahr  2013  in  Haft  bzw.  im  Mass-

nahmenvollzug,  er  bezieht  einzig  eine  IV-Rente –  sowie  aus  Gründen  der 

Resozialisierung sind die Kosten des Berufungsklägers einschliesslich der Kosten 

der amtlichen Verteidigung (Art. 422 Abs. 2 lit. a StPO) ausnahmsweise definitiv, 

mithin ohne Rückforderungsvorbehalt bezüglich der Verteidigerkosten (vgl. Art. 135 

Abs. 4 StPO), auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 425 StPO). Dies gilt auch für 

die  vorinstanzlichen  Kosten  (inkl.  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung;  vgl. 

Dispositivziffer 2 des vorinstanzlichen Urteils). Das vorinstanzliche Kostendispositiv 

(Ziff. 2 und 3) ist daher zu bestätigen.

2. Die amtliche Verteidigerin stellte für ihren Aufwand im Berufungsverfahren nach 

Massgabe von § 23 Abs. 2 der Verordnung des Obergerichts über die Anwaltsge-

bühren (AnwGebV OG) Rechnung über Fr. 7'446.65 (inkl. MWSt). Das geltend ge-

machte Honorar steht im Einklang mit den geltenden Ansätzen, der Bedeutung der 

Strafsache, der Verantwortung der Verteidigung sowie der Schwierigkeit des Falls 

und erweist sich als angemessen (§ 2 Abs. 1, § 18 Abs. 1 in Verbindung mit § 17 

Abs. 1 lit. b AnwGebV), mit Ausnahme der Barauslagen in Höhe von Fr. 200.65. 

Für  Letztere  liegt  keine  Aufstellung  im  Sinne  von  § 23  Abs. 2  AnwGebV  vor, 

sondern es handelt sich offensichtlich um Pauschalspesen in Höhe von 3 % des 

Honorars.  Da  nur  tatsächliche  Auslagen  zu  vergüten  sind,  sind  diese  Fr. 200.65 

(zzgl. 8.1% MWSt) von der Entschädigung abzuziehen. Unter Berücksichtigung der 

Dauer  der  Berufungsverhandlung  von  vier  Stunden  (zzgl.  Weg  und  Nachbe-

sprechung des Urteils) ergibt sich insgesamt eine Entschädigung von aufgerundet 

pauschal Fr. 7'300.–. Mithin ist Rechtsanwältin lic. iur. X._____ für ihre Aufwendun-

gen und Auslagen im Berufungsverfahren mit Fr. 7'300.– (inkl. 8.1% MwSt) aus der 

Gerichtskasse zu entschädigen.

-   32   -

Es wird erkannt:

1.

Der Berufungskläger A._____ wird für die Dauer von zwei Jahren mit Wirkung 

ab Antritt der Massnahme in den Vollzug der mit Urteil des Obergerichts des 

Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 9. Juli 2014 angeordneten und mit Be-

schluss des Bezirksgerichts Zürich vom 6. Juli 2018 verlängerten stationären 

therapeutischen Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB zurückversetzt. 

2.

3.

Das vorinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 2 und 3) wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'600.00 ; die weiteren Kosten betragen:

7'300.00   amtliche Verteidigung (inkl. 8,1% MWSt)

4.

Die  Kosten  des  Berufungsverfahrens,  einschliesslich  der  Kosten  der  amtli-

chen Verteidigung, werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.

5.

Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Berufungsklägers (versandt)

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt)

den Justizvollzug und Wiedereingliederung, Bewährungs- und Voll-
zugsdienste (versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Berufungsklägers 

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

den Justizvollzug und Wiedereingliederung, Bewährungs- und Voll-
zugsdienste

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an







die Vorinstanz

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular B

den Justizvollzug und Wiedereingliederung, Bewährungs- und Voll-
zugsdienste

-   33   -





das Migrationsamt des Kantons Zürich

das Obergericht des Kantons Zürich, II. Strafkammer, 
G.Nr. SB140138-O.

6. Gegen  diesen  Entscheid  kann  bundesrechtliche  Beschwerde  in  Straf-

sachen erhoben werden.

Die  Beschwerde  ist  innert  30  Tagen,  von  der  Zustellung  der  vollständigen, 

begründeten  Ausfertigung  an  gerechnet,  bei  der  gemäss  Art.  35  und  35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 Lau-

sanne  14)  in  der  in  Art.  42  des  Bundesgerichtsgesetzes  vorgeschriebenen 

Weise schriftlich einzureichen.

Die  Beschwerdelegitimation  und  die  weiteren  Beschwerdevoraussetzungen 

richten  sich  nach  den  massgeblichen  Bestimmungen  des  Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 15. September 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. M. Langmeier

MLaw F. Herren