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**Case Identifier:** c812447e-35ec-58b3-887f-63869933911c
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 10.03.2025 VBE.2024.408
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-408_2025-03-10.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2024.408 / ka / bs 
Art. 21 

 

Urteil vom 10. März 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Gössi  

Oberrichter Roth  

Gerichtsschreiber Battaglia 

Rechtspraktikant Alper          

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____ 

vertreten durch Dominik Sennhauser, Rechtsanwalt, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten    

 

     
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

 

     
   

Beigeladene   B._____  

 

    
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 14. Juni 2024) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Am 15. Juli 2019 meldete sich der 1974 geborene Beschwerdeführer bei 

der Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf ein Burnout für Leistungen (be-

rufliche Integration/Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 

an. Diese tätigte in der Folge medizinische und erwerbliche Abklärungen; 

insbesondere liess sie den Beschwerdeführer im Frühjahr 2023 bidiszipli-

när begutachten. Mit Vorbescheid vom 18. April 2023 stellte die Beschwer-

degegnerin dem Beschwerdeführer die Zusprache einer befristeten halben 

Rente vom 1. August 2021 bis 30. September 2022 in Aussicht. Nachdem 

der Beschwerdeführer der zuständigen Ausgleichskasse zur Rentenbe-

rechnung notwendige Unterlagen nicht zugestellt hatte, stellte die Be-

schwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Vorbescheid vom 7. März 

2024 die Abweisung seines Leistungsbegehren aufgrund fehlender Mitwir-

kung in Aussicht. Am 10. Mai 2024 verfügte die Beschwerdegegnerin die-

sem zweiten Vorbescheid entsprechend. Mit Verfügung vom 14. Juni 2024 

ersetze die Beschwerdegegnerin die Verfügung vom 10. Mai 2024 und 

sprach dem Beschwerdeführer doch die im Vorbescheid vom 18. April 2023 

in Aussicht gestellte befristete halbe Rente zu. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 14. Juni 2024 erhob der Beschwerdeführer mit 

Eingabe vom 16. August 2024 Beschwerde und stellte folgende Rechtsbe-

gehren: 

 

" 1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 14.06.2024 sei aufzuhe-
ben. 

 
 2. Dem Beschwerdeführer sei auch ab 01.10.2022 und bis auf Weiteres 

eine dem Invaliditätsgrad entsprechende Invalidenrente zuzusprechen. 

 

 3. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen. 

 

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen 
Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin." 

 

2.2. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassung vom 17. Oktober 

2024 die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 31. Oktober 2024 wurde die be-

rufliche Vorsorgeeinrichtung des Beschwerdeführers im Verfahren beigela-

den und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt, worauf diese mit 

Eingabe vom 7. November 2024 verzichtete. 

 - 3 - 

 

 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 

14. Juni 2024 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 141) zu Recht eine halbe 

Rente vom 1. August 2021 bis 30. September 2022 zugesprochen und ein 

darüber hinausgehender Rentenanspruch verneint wurde. 

 

2. 

2.1. 

Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, dass die Verfügung vom 

14. Juni 2024 seinen Anspruch auf rechtliches Gehör sowie Art. 57a IVG 

verletzt habe und allein deshalb schon aufzuheben sei (Beschwerde S. 6, 

Ziff. 10).  

 

2.2. 

2.2.1. 

Gestützt auf Art. 57a Abs. 1 Satz 1 IVG teilt die IV-Stelle der versicherten 

Person den vorgesehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren, den 

Entzug oder die Herabsetzung einer bisher gewährten Leistung sowie den 

vorgesehenen Endentscheid über die vorsorgliche Einstellung von Leistun-

gen mittels Vorbescheid mit. Die versicherte Person hat Anspruch auf 

rechtliches Gehör im Sinne von Art. 42 ATSG (Art. 57a Abs. 1 Satz 2 IVG). 

 

2.2.2. 

Sinn und Zweck des Vorbescheidverfahrens besteht darin, eine unkompli-

zierte Diskussion des Sachverhalts zu ermöglichen und dadurch die Ak-

zeptanz des Entscheids bei den Versicherten zu verbessern (BGE 134 
V 97 E. 2.7 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_25/2020 vom 

22. April 2020 E. 3.1.1). Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. 

Das Vorbescheidverfahren dient zwar auch der Ausübung des rechtlichen 

Gehörs, geht aber über den verfassungsrechtlichen Mindestanspruch 

(Art. 29 Abs. 2 BV) hinaus, indem es Gelegenheit bietet, sich zur vorgese-

henen Rechtsanwendung sowie zum beabsichtigten Endentscheid zu äus-

sern (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 584/01 vom 

24. Juli 2002 E. 3a und I 302/99 vom 21. Februar 2000 E. 2c). Die Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der 

Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung. Es kommt also nicht darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall 

für den Ausgang der materiellen Streitentscheidung von Bedeutung ist 

(BGE 126 V 130 E. 2b mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung kann eine 

nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs aus-

nahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit 

erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sach-

 - 4 - 

 

 

verhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Vorausset-

zung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei 

einer schwerwiegenden Verletzung des Gehörs von einer Rückweisung der 

Sache an die Verwaltung abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung 

zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen 

führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der 

betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu 

vereinbaren wären (Urteil des Bundesgerichts 9C_551/2022 vom 4. März 

2024 E. 4.3.1 mit Verweis auf: BGE 137 I 195 E. 2.3.2; 136 V 117 

E. 4.2.2.2; 132 V 387 E. 5.1; je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 

9C_555/2020 vom 3. März 2021 E. 4.4.1). Eine schwerwiegende Verlet-

zung der Anhörungspflicht liegt insbesondere dann vor, wenn überhaupt 

kein Vorbescheidverfahren durchgeführt wurde und ohne Gewährung des 

rechtlichen Gehörs eine rentenablehnende Verfügung erlassen wird (Urteil 

des Bundesgerichts 9C_551/2022 vom 4. März 2024 E. 4.3.2). Dies heisst 

hingegen nicht, dass eine IV-Stelle, die von dem im Vorbescheid in Aus-

sicht gestellten Entscheid abweichend verfügen will, vorgängig zwingend 

nochmals ein Vorbescheidverfahren durchzuführen hätte (vgl. SVR 2008 

IV Nr. 43 S. 145, 9C_115/2007 E. 4 f.; Urteile des Bundesgerichts 

9C_312/2014 vom 19. September 2014 E. 2.2.1; 8C_96/2012 vom 9. Mai 

2012 E. 3.2). 

 

2.3. 

Die Beschwerdegegnerin stellte dem Beschwerdeführer mit Vorbescheid 

vom 18. April 2023 zunächst – wie schliesslich auch mit der angefochtenen 

Verfügung verfügt wurde – die Zusprache einer befristeten halben Rente 

vom 1. August 2021 bis September 2022 in Aussicht (VB 115). Mit Schrei-

ben vom 19. April 2023 forderte die Ausgleichskasse vom Beschwerdefüh-

rer die Zustellung diverser Unterlagen (VB 117/2), was dieser bis am 

13. Mai 2024 unterliess (VB 130/1 f.). Als Grund für das Ausbleiben der Un-

terlagen erklärte der Beschwerdeführer im Telefongespräch mit der Fach-

spezialistin der Beschwerdegegnerin am 12. Dezember 2023, dass er auf-

grund seines Burnouts Mühe habe, die Post zu öffnen und deshalb auch 

etwas untergehen könne, woraufhin vereinbart wurde, dass ihm die Schrei-

ben der Ausgleichskasse erneut zugestellt werden würden (VB 118/1). Die 

Zustellung der Akten konnte per Einschreiben nicht erfolgen, da der Be-

schwerdeführer die Unterlagen nicht abholte (VB 120/1). Daraufhin erging 

am 7. März 2024 der neue Vorbescheid, der die Ablehnung des Rentenan-

spruchs aufgrund einer Verletzung der Mitwirkungspflichten in Aussicht 

stellte (VB 123). Am 10. Mai 2024 erliess die Beschwerdegegnerin die Ver-

fügung betreffend Ablehnung des Rentenanspruchs (VB 127). Am 13. Mai 

2024 reichte der Beschwerdeführer sämtliche angeforderten Unterlagen 

und Informationen bei der Ausgleichskasse ein (VB 130/1). Daraufhin er-

liess die Beschwerdegegnerin am 14. Juni 2024 eine neue Verfügung, mit 

der im Vorbescheid vom 18. April 2023 in Aussicht gestellten Leistungszu-

sprache (VB 140) und sendete diese dem Beschwerdeführer am 19. Juni 

 - 5 - 

 

 

2024 per E-Mail (VB 141). Ein erneuter entsprechender Vorbescheid wurde 

nicht erlassen. 

 

2.4. 

Einleitend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer zwischen dem ers-

ten Vorbescheid, der eine befristete halbe Rente in Aussicht gestellt hatte 

(VB 115), und dem zweiten Vorbescheid, der den ersten Vorbescheid er-

setzte (VB 123), etwa 11 Monate, also weitaus mehr als die in Art. 57a 

Abs. 3 IVG vorgesehenen 30 Tage Zeit hatte, seine Einwände zum Vorbe-

scheid vorzubringen. Der Beschwerdeführer hat gegen den Vorbescheid 

indes innert der gesetzlichen, mithin grundsätzlich nicht erstreckbaren Frist 

weder Einwände erhoben noch anschliessend jemals ein Gesuch um Frist-

wiederherstellung (vgl. Art. 41 ATSG) gestellt. Dass die Beschwerdegeg-

nerin betreffend die befristete halbe Rente in der Folge nicht verfügen 

konnte und den Beschwerdeführer nachdrücklich auf seine Mitwirkungs-

pflichten hinweisen musste, ist einzig auf dessen Untätigkeit zur Einrei-

chung der notwendigen Unterlagen zuhanden der Ausgleichskasse zurück-

zuführen, ohne welche diese nicht im Stand war, die Rentenhöhe festzu-

setzen. Die vom Beschwerdeführer hierzu angegebenen Gründe liegen in 

seiner Eigenverantwortung und sind nicht der Beschwerdegegnerin anzu-

lasten. Dem Beschwerdeführer sind seine Schwierigkeiten mit der Bearbei-

tung seiner Post seit längerem, spätestens seit dem 16. März 2022 bekannt 

(VB 102), ohne dass sich dieser um entsprechende Hilfe (Familie, Freunde, 

Sozialdienst, Institutionen, Rechtsvertretung) bemüht hätte. Nebenbei be-

merkt ist der Beschwerdeführer seit dem 2. April 2022 verheiratet 

(VB 130/4), weswegen sich die Frage stellt, wieso nicht seine Ehefrau 

seine Post bzw. seine eingeschriebenen Briefe hätte entgegennehmen 

können. Die ganze, über ein Jahr dauernde Verzögerung mit Erlass eines 

neuen Vorbescheides und anschliessender Verfügung wegen fehlender 

Mitwirkung ist somit alleine dem Beschwerdeführer zuzuschreiben. Jeden-

falls war ihm seit Zustellung des Vorbescheides vom 23. April 2023 hinrei-

chend bekannt, dass die Beschwerdegegnerin von einer 50%igen Arbeits-

fähigkeit ab August 2021 und einer anschliessenden 70%igen Arbeitsfähig-

keit des Beschwerdeführers ausging (VB 115/2 f.). Vor diesem Hintergrund 

kann vorliegend weder davon gesprochen werden, dass der angefochte-

nen Verfügung kein Vorbescheid vorausging, noch dass sich die Beschwer-

degegnerin auf einen Sachverhalt stützte, mit dem der Beschwerdeführer 

nicht hätte rechnen müssen. Die in der Beschwerde vorgebrachte Rüge 

eines nicht durchgeführten Vorbescheidverfahrens grenzt bei dieser Aus-

gangslage vielmehr an Treuwidrigkeit. Ein Verstoss gegen Art. 57a Abs. 1 

Satz 1 IVG oder eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist 

jedenfalls zu verneinen. Ohnehin wöge aber eine potentielle Verletzung 

nicht besonders schwer und die Rückweisung erwiese sich vorliegend als 

formalistischer Leerlauf, weshalb von einer Heilung der Verletzung auszu-

gehen wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_312/2014 vom 19. Septem-

ber 2014 E. 2.2.2). Der Beschwerdeführer konnte sich sodann (auch 

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abgesehen der von ihm nicht wahrgenommenen Möglichkeit im Verwal-

tungsverfahren) in seiner Beschwerde zureichend mit dem der Verfügung 

zugrundeliegenden Gutachten auseinandersetzen, wovon er denn auch 

Gebrauch gemacht hat (Beschwerde S. 7 ff., Ziff. 12 ff.). 

 

3. 

Am 1. Januar 2022 traten die Änderungen des revidierten IVG in Kraft (Wei-

terentwicklung der IV [WEIV]; Änderung vom 19. Juni 2020, AS 2021 705, 

BBI 2017 2535), dies mitsamt entsprechendem Verordnungsrecht. Die hier 

angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 2022. Entsprechend 

den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen ist nach der bis 

zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage zu beurteilen, ob bis zu die-

sem Zeitpunkt ein Rentenanspruch entstanden ist (BGE 150 V 323 

E. 4 S. 327 ff.; Urteil des Bundesgerichts 8C_823/2023 vom 8. Juli 2024 

E. 4 [zur Publikation vorgesehen]). Gemäss lit. b Abs. 1 der Übergangsbe-

stimmungen bleibt für Rentenbezüger, deren Rentenanspruch vor dem In-

krafttreten dieser Änderung entstanden ist und die in diesem Zeitpunkt das 

55. Altersjahr noch nicht vollendet haben, der bisherige Rentenanspruch 

so lange bestehen, bis sich der Invaliditätsgrad nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 

ändert. Der bisherige Rentenanspruch bleibt gemäss lit. b Abs. 2 der Über-

gangsbestimmungen auch nach einer Änderung des Invaliditätsgrades 

nach Art. 17 Abs. 1 ATSG bestehen, sofern der bisherige Rentenanspruch 

bei einer Erhöhung des Invaliditätsgrades sinkt oder bei einem Sinken des 

Invaliditätsgrades ansteigt. Der am 1. Januar 2022 weniger als 55 Jahre 

alte Beschwerdeführer fällt unter diese Bestimmung. 

 

4. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung in 

medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das bidisziplinäre Gutachten 

vom 23. Februar 2023 in den Disziplinen Rheumatologie und Psychiatrie. 

Die Gutachter Dr. med. C._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-

rapie, und Dr. med. D._____, Facharzt für Rheumatologie sowie für Physi-

kalische Medizin und Rehabilitation, stellten folgende Diagnosen 

(VB 114.1/19): 

 

"6.3 Diagnosen 
 

a) Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
 
1. Neurasthenie (ICD-10 F48.0) 
 
2. Schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1)" 

 

Zusammengefasst sei der Beschwerdeführer gestützt auf die Akten zwi-

schen November 2018 bis approximativ etwa Mitte 2022 (sowohl in der an-

gestammten als auch einer angepassten Tätigkeit) zu etwa 50 % arbeits-

unfähig gewesen. Seither könne lediglich von einer Arbeitsunfähigkeit von 

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30 % ausgegangen werden (VB 114.1/24 f.). Bei Einleitung der vom Gut-

achter empfohlenen Behandlung könne mit grosser Wahrscheinlichkeit da-

von ausgegangen werden, dass sich dadurch der Gesundheitszustand in-

nerhalb der nächsten sechs Monate soweit verbessern würde, dass es dem 

Versicherten möglich wäre, wieder einer 100%igen Tätigkeit nachgehen zu 

können (VB 114.1/26). 

 

5. 

5.1. 

Der Versicherungsträger und das Gericht (vgl. Art. 61 lit. c in fine ATSG) 

haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisre-

geln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwer-

deverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entschei-

den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; vgl. auch BGE 132 V 393 E. 2.1 

S. 396). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei-

dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-

zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Exper-

ten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 

Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 

in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 

V 351 E. 3a S. 352; 122 V 157 E. 1c S. 160 f.). Dennoch hat es die Recht-

sprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar 

erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-

achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 

E. 3b S. 352). 

 

5.2. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten (sowie den Anforderungen in Art. 72bis IVV für bi- und polydisziplinäre 

Gutachten entsprechenden) Gutachten externer Spezialärzte darf Beweis-

wert zuerkannt werden, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver-

lässigkeit der Expertise sprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_737/2019 

vom 19. Juli 2020 E. 5.1.4 mit Verweis auf BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470). 

Den Gutachten kommt somit bei Abklärungen im Leistungsbereich der So-

zialversicherung überragende Bedeutung zu (RENÉ WIEDERKEHR, in: Kie-

ser/Kradolfer/Lendfers [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über den 

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Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, 5. Aufl. 2024, N. 17 zu 

Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105). 

 

6. 

6.1. 

Der Beschwerdeführer stellt dem bidisziplinären Gutachten (VB 114) im 

Wesentlichen die Beurteilungen des Eingliederungsbetriebs (vgl. VB 96) 

und der behandelnden Psychiaterin Dr. med. E._____, Fachärztin für Psy-

chiatrie und Psychotherapie, gegenüber. Der Beschwerdeführer rügt, dass 

zusätzliche gesundheitliche Beeinträchtigungen vorlägen bzw. sich seine 

Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Exploration von 1.75 Stunden nicht beurtei-

len lasse. Zudem begründe der psychiatrische Gutachter nicht, inwiefern 

sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers Mitte 2022 verbes-

sert haben solle (Beschwerde S. 7-12). 

 

6.2. 

Hinsichtlich der Beurteilungen der behandelnden Ärztin, auf welche sich 

der Beschwerdeführer beruft, ist darauf hinzuweisen, dass es die unter-

schiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen 

(Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten 

fachmedizinischen Experten andererseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175) nicht 

zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen 

und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden 

Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben 

Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die be-

handelnden Ärzte wichtige Aspekte benennen, die im Rahmen der Begut-

achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. statt vieler: 

SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I 514/06 E. 2.1.1; Urteil des Bundesgerichts 

9C_425/2019 vom 10. September 2019 E. 3.4 mit Hinweisen). 

 

Grundsätzlich ist zu beachten, dass die psychiatrische Exploration von der 

Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem 

begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spiel-

raum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpre-

tationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte 

lege artis vorgegangen ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_13/2023 vom 

28. Juni 2023 E. 4.3; 8C_660/2022 vom 25. Mai 2023 E. 4.2 mit Hinweisen; 

vgl. auch BGE 145 V 361 E. 4.1.2 und SVR 2017 IV Nr. 5 S. 10, 

9C_634/2015 E. 6.1 i.f.; je Hinweisen). 

 

Da sich die behandelnden Ärzte in erster Linie auf die Behandlung zu kon-

zentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den Zweck einer den ab-

schliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden 

objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb 

kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 

V 351 E. 3a S. 352. Aus diesen Gründen wird im Streitfall eine direkte 

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Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden 

Ärzte denn auch kaum je in Frage kommen (BGE 135 V 465 E. 4.5 

S. 470 f.). Des Weiteren ist auch nicht relevant, welche Diagnose(n) gestellt 

wurden, sondern inwiefern eine funktionelle Einschränkung aufgrund von 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen besteht (vgl. BGE 144 V 245 E. 5.5.2 

S. 250 mit Hinweis auf BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281). 

 

6.3. 

Bezüglich der Dauer einer psychiatrischen Exploration ist festzuhalten, 

dass nach konstanter Rechtsprechung aus einer verhältnismässig kurzen 

Dauer nicht von vornherein auf eine Sorgfaltswidrigkeit des Gutachters ge-

schlossen werden kann. Für den Aussagegehalt eines medizinischen Be-

richts kommt es nämlich nicht in erster Linie auf die Dauer der Untersu-

chung an. Massgeblich ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und 

im Ergebnis schlüssig ist (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 

8C_130/2023 vom 8. August 2023 E. 4.4.4). Wichtigste Grundlage gut-

achterlicher Schlussfolgerungen bildet – gegebenenfalls neben standardi-

sierten Tests – die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symp-

tomerfassung und Verhaltensbeobachtung (vgl. statt vieler: SVR 2016 IV 

Nr. 35 S. 109, 8C_47/2016 E. 3.2.2 mit Hinweis; Urteile des Bundesgerichts 

8C_715/2022 vom 8. März 2023 E. 5.3.1; 9C_290/2022 vom 11. Januar 

2023 E. 4.1; 8C_127/2022 vom 8. Juli 2022 E. 5.2.2; 9C_190/2019 vom 

14. Mai 2019 E. 3.1). 

 

Das vom Beschwerdeführer in Frage gestellte psychiatrische Teilgutachten 

erstreckt sich über insgesamt 27 Seiten, ist strukturiert aufgebaut, befasst 

sich mit den in diesem Zeitpunkt vorgelegenen Akten und den Angaben des 

Beschwerdeführers. So wird dieser sowohl zu seinen Leiden im damaligen 

Zeitpunkt (VB 114.1/9 f.) als auch zu seinem Werdegang (VB 114.1/12-15) 

und zu seinen Zukunftsvorstellungen umfassend befragt (VB 114.1/15). Die 

vorgenommene medizinische Beurteilung befasst sich detailliert mit den 

Untersuchungsergebnissen, wird schlüssig hergeleitet (VB 114.1/17 ff.) 

und erfüllt damit die Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische 

Stellungnahme. Mit Blick auf die Dauer von 1.75 Stunden für die Explora-

tion ist das Gutachten damit nicht zu beanstanden. 

 

6.4. 

6.4.1. 

Der Beschwerdeführer stellt dem bidisziplinären Gutachten vom  

23. Februar 2024 (VB 114) den Bericht seiner behandelnden Psychiaterin 

vom 5. August 2024 gegenüber (Beschwerdebeilage [BB] 3). Soweit sich 

während des Verfahrens ein- bzw. nachgereichte Arztberichte zum Ge-

sundheitszustand im Zeitpunkt des Verfügungserlasses äussern oder be-

reits bei den Akten liegende Berichte erläutern und ergänzen, sind auch 

diese Berichte in die Beurteilung einzubeziehen (vgl. Urteile des Bundes-

gerichts 9C_262/2020 vom 18. August 2020 E. 4.2; 9C_175/2018 vom 

 - 10 - 

 

 

16. April 2018 E. 3.3.2 mit Hinweisen). Aus diesem Grund ist der Bericht 

der behandelnden Ärztin im vorliegenden Verfahren zu berücksichtigen. 

 

6.4.2. 

Im Bericht vom 5. August 2024 (BB 3) diagnostizierte die behandelnde Ärz-

tin Dr. med. E._____ beim Beschwerdeführer eine rezidivierende depres-

sive Störung (remittiert bis auf chronifizierte Erschöpfung; ICD-10 F33.1), 

eine saisonale affektive Störung (Winterdepression; ICD-10 F38.11), ein 

Burnout (ICD-10 Z73), ein Reizdarmsyndrom mit vorwiegend Diarrhoe 

(ICD-10 F45.32), eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung 

(ICD-10 F90.0), eine leichtgradige Persönlichkeitsstörung und eine milde 

Alkoholgebrauchsstörung und führte aus, dass aufgrund dieser Diagnosen 

und den Beschwerden des Beschwerdeführers bei ihm eine 100%ige Ar-

beitsunfähigkeit vorliege (BB 3/3). Im Wesentlichen bestehe eine starke Er-

schöpfungsneigung, die jedoch fluktuiere und vom Beschwerdeführer nicht 

gut vorhergesehen werden könne. Dieser könne an Arbeiten, die Konzent-

ration erforderten, oft nicht länger als 20-30 Minuten dranbleiben. Er richte 

sich regelmässig morgens ein Zeitfenster von zwei Stunden ein, in denen 

er seine E-Mails bearbeite, wobei er nicht während der gesamten Dauer 

der zwei Stunden zu effektiver Arbeit fähig sei. Autofahrten würden selten 

länger als eine Stunde dauern. Zudem würde er im Haushalt zwei Mal am 

Tag kochen und sei von den restlichen Arbeiten befreit (BB 3/1). Im Winter 

seien die Symptome regelmässig schlimmer (BB 3/2). Eine vertiefte Diag-

nostik bestätige hier den Verdacht auf ADHS, was in der Gutachterunter-

suchung verpasst worden sei, und der Beschwerdeführer leide an schmerz-

haften Diarrhoe-Attacken, welche das Beschwerdebild eines Reizdarmsyn-

droms erfüllten. Auch stehe der Beschwerdeführer bei der Benutzung von 

öffentlichen Verkehrsmitteln aufgrund sozialphobischer Kognitionen unter 

sehr hohem Stress, weswegen er in erschöpftem Zustand am Ziel an-

komme.  

 

6.4.3. 

Der Gutachter hielt fest, dass der Beschwerdeführer während der 

1.75 Stunden dauernden Exploration nicht den Eindruck hinterlassen habe, 

unter andauernden schweren und quälenden Schmerzen zu leiden, wes-

wegen keine Diagnose betreffend einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung gestellt werden könne. Für den Fall, dass eine Schmerz-

verarbeitungsstörung dennoch vorliegen sollte, hätte diese keine Auswir-

kung auf die Arbeitsfähigkeit (VB 114.1/19). Zudem seien die Kriterien für 

eine Diagnosestellung einer depressiven Episode nicht erfüllt. Insbeson-

dere lasse sich keine traurige oder gereizt-aggressive Stimmung, aber 

auch keine Freud-, Lust- oder Interesselosigkeit und auch nicht eine an-

dauernd verminderte Energie nachweisen. Zudem zeigten sich auch kein 

frühmorgendliches Erwachen, kein Morgentief, keine psychomotorische 

Hemmung oder Agitiertheit, kein deutlicher Appetitsverlust, kein Gewichts-

verlust und kein deutlicher Libidoverlust. Insbesondere dem Bericht von 

 - 11 - 

 

 

Dr. med. E._____ vom 19. April 2022 lasse sich die Diagnose einer rezidi-

vierenden depressiven Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode 

entnehmen. Im Vergleich mit den Befunden dieses Berichts lasse sich 

heute klinisch keine Hemmung des Denkens, auch keine Verlangsamung, 

im Gegenteil ein eher schnelles Denken sowie auch keine Affektarmut oder 

Bedrücktheit und keine Ängstlichkeit und ebenfalls keine Antriebsminde-

rung feststellen (VB 114.1/20). Des Weiteren hielt der Gutachter verschie-

dene Inkonsistenzen fest. So habe sich der Beschwerdeführer während der 

Untersuchung über ausgeprägte Konzentrationsschwierigkeiten beklagt, 

weswegen er unter anderem nicht in der Lage sei, einer regelmässigen Tä-

tigkeit nachzugehen. Zu einem anderen Zeitpunkt der Anamneseerhebung 

schildere er dann aber, dass er morgens regelmässig während zwei Stun-

den lang Zeitung lese und Mails beantworte, er könne am Nachmittag, zu-

mindest drei Nachmittagen pro Woche zwei bis drei Stunden zum Vergnü-

gen Auto fahren (VB 114.1/18). Darüber hinaus gehe er regelmässig an 

Wochenenden mit seinen Freunden Motorrad fahren und trinke dabei auch 

gerne drei Bier und zwei Whiskey (VB 114.1/12). Zudem beteilige er sich 

auch in sozialer Hinsicht aktiv in einer Rockband als Bassspieler, wobei er 

vereinzelte Auftritte mit der Band habe, wo er jeweils drei Mal eine halbe 

Stunde spielen könne (VB 114.1/14). Es müsse von einer gewissen un-

gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichba-

ren Lebensbereichen ausgegangen werden. Aufgrund der aktuellen Unter-

suchung lasse sich die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers, zu kei-

ner regelmässigen ausserhäuslichen Tätigkeit mehr fähig zu sein, nicht ob-

jektivieren (VB 114.1/18).  

 

6.5. 

Unter Berücksichtigung der in E. 5. erwähnten Kriterien hat der Gutachter 

nachvollziehbar dargelegt, weshalb die Diagnose einer Depression bzw. 

einer affektiven Störung nicht mehr objektiviert werden konnte. Die Ein-

schränkungen des Beschwerdeführers, wie beispielsweise die Ermüdungs- 

und Erschöpfungserscheinungen sowie die Konzentrationsschwierigkeiten, 

wurden vom Gutachter im Rahmen der Diagnose einer Neurasthenie be-

rücksichtigt und gewertet (VB 114.1/20 f.).  

 

Der Gutachter legte dabei aber nachvollziehbar dar, dass sich die Wahr-

nehmung des Beschwerdeführers einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit 

nicht mit dessen Aktivitätsniveau vereinbaren lasse (vgl. VB 114.1/18 so-

wie E. 6.4.3.). Bis auf gewisse vom Beschwerdeführer geäusserte Relati-

vierungen der entsprechenden gutachterlichen Erkenntnisse setzte sich die 

behandelnde Psychiaterin Dr. med. E._____ in ihrem Bericht vom  

5. August 2024 nicht mit diesen Inkonsistenzen auseinander. Auch RAD-

Ärztin F._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychiatrie, kommt in ihrem 

Bericht vom 16. Oktober 2024 (VB 149) zum Schluss, der Gutachter be-

gründe plausibel und ICD-10-konform das Vorhandensein einer inzwischen 

remittierten rezidivierenden depressiven Störung sowie einer Neurasthenie 

 - 12 - 

 

 

(VB 149/3). Die behandelnde Ärztin habe in ihrem Bericht vom 5. August 

2024 die Diagnosen eines Reizdarmsyndroms, einer einfachen Aktivitäts- 

und Aufmerksamkeitsstörung und einer saisonalen affektiven Störung hin-

gegen nicht ICD-10-konform hergeleitet (VB 149/3 f.). Deren Bericht lassen 

sich in der Tat im Wesentlichen bloss die Nennung weiterer Diagnosen ent-

nehmen, ohne dass die "vertiefte Diagnostik" (BB 3/2) weiter ausgeführt 

oder dargelegt worden wäre. Zudem verweist die RAD-Ärztin betreffend 

des diagnostizierten Reizdarmsyndroms zu Recht auf bereits in der Ver-

gangenheit stattgefundene Diarrhoeepisoden (vgl. VB 11/22 f.), welche so-

matisch im Rahmen einer Laktoseintoleranz bzw. als Folge einer Lebens-

mittelallergie erklärt worden sind (VB 149/3). Darüber hinaus erschliesst 

sich auch nicht ohne Weiteres, inwiefern sich Diarrhoe auf die Arbeitsfähig-

keit des Beschwerdeführers auswirken sollte. Z-Diagnosen, wie beispiels-

weise ein Burnout (Z73), sind nach ständiger Rechtsprechung invaliden-

versicherungsrechtlich schliesslich ohnehin unbeachtlich (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts Urteil 9C_542/2019 vom 12. November 2019 E. 3.2). 

 

Die behandelnde Ärztin geht ihrerseits sodann von einer vollständigen Ar-

beitsunfähigkeit seit Oktober 2022 aus (BB 3/3); eine Verschlechterung des 

gesundheitlichen Zustandes des Beschwerdeführers seit der Begutachtung 

wird in ihrem Bericht vom 5. August 2024 allerdings nicht postuliert. Der 

Bericht der behandelnden Ärztin ist zusammengefasst somit nicht geeignet, 

den Beweiswert der gutachterlichen Ausführungen zu schmälern. Es erge-

ben sich daraus keine rechtlich relevanten Aspekte, welche im Gutachten 

unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Auch für den RAD erfüllt das 

Gutachten die versicherungsmedizinischen Vorgaben, weswegen auch 

aus Sicht des RAD darauf abzustellen sei (VB 149/5).  

 

6.6. 

6.6.1. 

Der Beschwerdeführer macht zudem geltend, dass der Bericht des Einglie-

derungsbetriebs seine fehlende Eingliederungsfähigkeit attestiere (Be-

schwerde S. 8, Ziff. 13). So habe er zum Zeitpunkt der Berichterstattung 

nach wie vor eine geringe Ausdauer und ein reduziertes Durchhaltevermö-

gen, welches in einem tragbaren Pensum von 3h à 4 Tagen resultiere 

(VB 96/2).  

 

6.6.2. 

Den Ergebnissen leistungsorientierter beruflicher Abklärungen darf zwar 

nicht jegliche Aussagekraft für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit ab-

gesprochen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_501/2019 vom 15. Ok-

tober 2019 E. 3.4.3 mit Hinweisen). Die abschliessende Beurteilung der 

sich aus einem Gesundheitsschaden ergebenden Einschränkung der funk-

tionellen Leistungsfähigkeit obliegt in der Hauptsache indes den ärztlichen 

Fachkräften (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_646/2016 vom 16. März 

2017 E. 4.2.2 mit Hinweisen). 

 - 13 - 

 

 

 

6.6.3. 

Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers wurden die Erkennt-

nisse aus dem Bericht des Eingliederungsbetriebs im Gutachten berück-

sichtigt. So wird der Bericht des Eingliederungsbetriebs im psychiatrischen 

Teilgutachten ausdrücklich erwähnt (VB 114.1/22). Der Gutachter kommt 

jedoch zum Schluss, dass sich die im Bericht des Eingliederungsbetriebs 

vom 16. September 2021 erwähnte hohe Einschränkung der Arbeitsfähig-

keit im Zeitpunkt der Untersuchung (auch aufgrund der ihm zur Verfügung 

gestandenen Akten) nicht objektivieren lasse (VB 114.1/22). Im Übrigen 

wird für die Zeit von November 2018 bis Mitte 2022 vom Gutachter aufgrund 

der damals vorgelegenen diagnostizierten mittelgradig depressiven Epi-

sode ohnehin eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50 % angenommen 

(VB 114.1/25).  

 

6.7. 

Soweit der Beschwerdeführer schliesslich eine fehlende Begründung der 

Verbesserung der Arbeitsfähigkeit im Verlauf des Jahres 2022 rügt, ist auf 

die Ausführungen im psychiatrischen Teilgutachten hinzuweisen, wonach 

sich aufgrund der unpräzisen Angaben des Versicherten keine verlässli-

chen Aussagen betreffend den Verlauf der Arbeitsfähigkeit machen liessen 

und dementsprechend auf die Akten abgestützt werden müsse. Der Gut-

achter führte aus, dass mit Bezug auf die rezidivierende depressive Stö-

rung mit mittelgradiger Episode gemäss dem Bericht der behandelnden 

Ärztin vom 19. April 2022 (VB 105) im Vergleich dazu mittlerweile eine Ver-

besserung feststellbar sei, da die Diagnose einer Depression nicht mehr 

objektiviert werden könne (VB 114.1/20). Diese Einschätzung stimmt so-

dann mit der behandelnden Ärztin insoweit überein, als dass diese in ihrem 

Bericht vom 5. August 2024 die rezidivierende depressive Störung bis auf 

die chronifizierte Erschöpfung (ebenfalls) als remittiert bezeichnete 

(BB 3/3). Der Gutachter führte demnach nachvollziehbar aus, weshalb er 

von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes per Mitte 2022 aus-

ging.  

 

6.8. 

Zusammenfassend sind demnach keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche 

gegen die Vollständigkeit und Schlüssigkeit des psychiatrischen Teilgut-

achtens vom 23. Februar 2023 sprechen. Von den Verfahrensbeteiligten 

nicht aufgeworfene Rechtsfragen werden von der Beschwerdeinstanz nur 

geprüft, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus 

den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht 

(BGE 119 V 347 E. 1a S. 349 f. mit Hinweis auf BGE 110 V 48 E. 4a S. 53; 

LOCHER/GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, 

S. 590 f.). Das rheumatologische Teilgutachten (VB 114.2) wurde vom Be-

schwerdeführer nicht beanstandet, und es ergeben sich aus den Akten 

keine Hinweise darauf, dass auf dieses nicht abgestellt werden könnte. Der 

 - 14 - 

 

 

rechtserhebliche medizinische Sachverhalt erweist sich demnach als hin-

reichend abgeklärt, weshalb sich weitere Abklärungen erübrigen (BGE 144 

V 361 E. 6.5 S. 368 f.). Es ist somit zwischen November 2018 bis Mitte 

2022 (sowohl in der angestammten als auch einer angepassten Tätigkeit) 

von einer 50%igen und seit Juli 2022 von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit 

auszugehen (vgl. E. 4.).  

 

7. 

7.1. 

Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist 

Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades, welches für den Rentenanspruch massgeblich ist und 

nicht die Arbeitsfähigkeit, wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte 

Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini-

schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine 

ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom-

men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Vali-

deneinkommen).  

 

7.2. 

Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich 

(VB 140/5) unter Ermittlung eines Invaliditätsgrades von 50 % zwischen 

dem 1. August 2021 und 30. Juni 2022 sowie von 70 % ab 1. Juli 2022 

wurde vom Beschwerdegegner nicht beanstandet (BGE 119 V 347 E. 1a 

S. 349 f.). Die Berechnung der Beschwerdegegnerin gibt auch ausweislich 

der Akten zu keinerlei Weiterungen Anlass und erweist sich somit als kor-

rekt. Die Beschwerdegegnerin hat demnach dem Beschwerdeführer unter 

Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 IVV zu Recht vom 1. August 2021 bis 

zum 30. September 2022 eine halbe Rente gewährt und einen darüber hin-

ausgehenden Rentenanspruch verneint, weshalb die gegen die Verfügung 

vom 14. Juni 2024 erhobene Beschwerde abzuweisen ist. 

 

8. 

8.1. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00 und sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

 

8.2. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu. 

 - 15 - 

 

 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 10. März 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Kathriner Battaglia