# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 860b1caf-3093-500b-9732-8b5f85c1b1f6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-05-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.05.2015 E-4612/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4612-2014_2015-05-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-4612/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  M a i  2 0 1 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Daniel Willisegger, 

mit Zustimmung von Richter Markus König;   

Gerichtsschreiber Pascal Waldvogel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration  

(SEM; zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 17. Juli 2014 / N (…). 

 

 

 

E-4612/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Im Juli 2012 verliess die Beschwerdeführerin Syrien und gelangte am 

16. August 2012 in die Schweiz, wo sie am 28. August 2012 um Asyl nach-

suchte. Am 6. September 2012 wurde sie im Empfangs- und Verfahrens-

zentrum B._______ zur Person befragt. Das SEM hörte sie am 13. März 

2014 zu den Asylgründen an. Die Beschwerdeführerin machte im Wesent-

lichen geltend, ihr Sohn C._______, der für ein Koordinationsgremium der 

Revolution gearbeitet habe, sei aus Syrien geflüchtet, nachdem er aus der 

Haft freigelassen worden sei. Deswegen sei ihre Wohnung, in der sie zu-

sammen mit ihrer beiden Töchtern D._______ und E._______ gelebt habe, 

mehrmals von Sicherheitsbeamten aus Damaskus gestürmt worden. Diese 

hätten ihren Töchtern mehrfach mit Vergewaltigung gedroht. Ihr Sohn 

F._______ habe für die (…) gearbeitet und sei im Sommer 2012 desertiert. 

Eine Woche später sei sie zusammen mit ihren beiden Töchtern aus Syrien 

geflohen, da sie Massnahmen der syrischen Behörden gefürchtet hätten. 

Zudem sei ihr Sohn G._______ von den syrischen Behörden mitgenom-

men worden und sei seither verschwunden. 

B.  

Mit Verfügung vom 17. Juli 2014 (eröffnet am 18. Juli 2014) stellte die 

Vorinstanz fest, dass die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft 

nicht erfülle. Sie lehnte das Asylgesuch ab, wies die Beschwerdeführerin 

aus der Schweiz weg, schob den Vollzug der Wegweisung jedoch wegen 

Unzumutbarkeit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. Den 

zuständigen Kanton beauftragte sie mit der Umsetzung der vorläufigen 

Aufnahme. 

C.  

Mit Eingabe vom 18. August 2014 reichte die Beschwerdeführerin durch 

ihren Rechtsvertreter beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und 

beantragte, ihr sei vollumfänglich Einsicht in die Akten des laufenden Asyl-

verfahrens, insbesondere in die Akte 15/1 und den internen VA-Antrag zu 

gewähren, eventualiter sei das rechtliche Gehör zur Akte 15/1 und zum 

internen VA-Antrag zu gewähren beziehungsweise eine schriftliche Be-

gründung betreffend den internen VA-Antrag zuzustellen. Nach der Ge-

währung der Akteneinsicht und eventualiter des rechtlichen Gehörs und 

der Zustellung der schriftlichen Begründung sei ihr eine angemessene Frist 

zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen. Die angefoch-

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Seite 3 

tene Verfügung des SEM sei aufzuheben und die Sache dem SEM zur voll-

ständigen und richtigen Abklärung und Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Es sei festzustel-

len, dass die Rechtswirkungen der vorläufigen Aufnahme im Falle der Auf-

hebung der angefochtenen Verfügung ab Datum der angefochtenen Verfü-

gung fortbestehen. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuhe-

ben und es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und es sei ihr Asyl 

zu gewähren. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben 

und sie sei als Flüchtling anzuerkennen und deshalb vorläufig aufzuneh-

men. Eventualiter sei die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs festzu-

stellen. Als Beweismittel reichte sie den positiven Asylentscheid ihres Soh-

nes F._______ sowie die Beschwerde bezüglich ihrer Tochter D._______ 

ein. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 22. August 2014 stellte der Instruktionsrichter 

eine Kopie des Aktenstücks 15/1 zu und wies die Gesuche um Einsicht in 

den internen Antrag auf vorläufige Aufnahme und Ansetzung einer Frist zur 

Beschwerdeergänzung ab. Zudem verzichtete er auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses. 

E.  

Mit Schreiben vom 19. Dezember 2014 reichte die Beschwerdeführerin ein 

weiteres Beweismittel ein (Kopie Bestätigung der Ehefrau des Sohnes der 

Beschwerdeführerin betreffend die Inhaftierung desselben in H._______ 

inkl. Übersetzung). Mit Schreiben vom 16. März 2015 reichte sie eine ana-

loge Bestätigung gemäss der Beilage vom 19. Dezember 2014 ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die 

Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung 

legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist unter Vorbe-

halt nachfolgender Erwägungen (E. 7) einzutreten. 

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Seite 4 

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung 

auf Verletzung von Bundesrecht sowie unrichtige und unvollständige Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts hin (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. 

Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. 

Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt 

es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Ent-

scheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu 

gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines sol-

chen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubrin-

gen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen ge-

hört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mit-

zuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn die-

ses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtli-

ches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1 [S. 293]; 

BVGE 2009/35 E. 6.4.1, m.w.H.). 

Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbrin-

gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung 

angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form- und fristgerechten 

Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streit-

frage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss so ab-

gefasst sein, dass der oder die Betroffene den Entscheid gegebenenfalls 

sachgerecht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlich-en Überlegun-

gen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie 

ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit 

allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne 

Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1 [S. 188]). 

http://links.weblaw.ch/BGE-135-II-286
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35

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Seite 5 

3.2 Soweit die Beschwerdeführerin eine entsprechende Rüge im Zusam-

menhang mit Einzelvorbringen erhebt (Beschwerde Ziff. 15-17), legt sie 

nicht ansatzweise dar, worin die Gehörsverletzung bestehen soll. Vielmehr 

beschränkt sie sich darauf, einzelne Aussagen aus dem Anhörungsproto-

koll zu zitieren, die in der angefochtenen Verfügung nicht erwähnt worden 

seien (Beschwerde Ziff. 15-17). Das Vorbringen ist nicht geeignet, eine 

Verletzung der Begründungspflicht darzutun, zumal sich die Vorinstanz 

nicht mit allen Aussagen einzeln auseinandersetzen muss und auch nicht 

kann. An diesem Umstand ändert auch nichts, dass die angefochtene Ver-

fügung nicht erwähnt, dass ihr Sohn F._______ in der Schweiz Asyl erhal-

ten hat. Die Vorinstanz stellt nämlich in der der angefochtenen Verfügung 

fest, dass ihr Sohn in der Schweiz ebenfalls ein Asylverfahren durchlaufen 

habe, und verneint eine Reflexverfolgung nach Konsultation des Dossiers 

ihres Sohnes. Der Begründungspflicht ist Genüge getan. 

3.3 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, die Vorinstanz habe den 

rechtserheblichen Sachverhalt nicht vollständig und richtig abgeklärt. Ge-

mäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen 

fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismittel (Bstn. a-

e). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein fal-

scher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise 

falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den 

Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-

pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043). 

3.4 Die Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin befragt, angehört und den 

Sachverhalt nach Einräumung sämtlicher Verfahrensrechte festgestellt. 

Die Notwendigkeit einer zusätzlichen Anhörung ist nicht ersichtlich und es 

ergeben sich auch keine Hinweise auf eine Verletzung der Abklärungs-

pflicht. Demnach ist der Sachverhalt richtig und vollständig festgestellt.  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

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des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss gemäss Art. 7 AsylG die Flüchtlingsei-

genschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Abs. 1). Sie ist 

glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegen-

der Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Abs. 2). Unglaubhaft sind insbe-

sondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder 

in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder mass-

geblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden 

(Abs. 3). 

4.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen in einem publizierten Entscheid dargelegt und 

folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung im Wesentli-

chen zum Schluss, dass zwischen den Hausstürmungen, die sich gemäss 

der Beschwerdeführerin aufgrund der Ausreise ihres Sohnes C._______ 

ereignet hätten und der Ausreise der Beschwerdeführerin rund sechs oder 

sieben Monate später kein genügend enger Kausalzusammenhang be-

stehe. Auch aufgrund der Desertion ihres Sohnes F._______, der beim (…) 

gearbeitet habe, bestehe kein Grund zur Annahme, dass sie in Syrien mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit Reflexverfolgungsmassnahmen erleiden 

könnte.  

5.2 Die Beschwerdeführerin bringt dagegen auf Beschwerdeebene nichts 

vor, verweist jedoch auf die Beschwerde ihrer Tochter D._______, welche 

eine ähnliche Argumentation aufweise. 

Eine Verweisung auf eine andere Eingabe ist grundsätzlich zulässig, zumal 

die Beschwerde der Tochter D._______ in der eigenen Beschwerdeschrift 

abgedruckt ist. Doch es muss zumindest ersichtlich sein, auf welche Teile 

der Beschwerde verwiesen wird und welche Rügen übernommen werden 

(vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht, 2. Aufl. 2013, S. 124 Rz. 2.221; BOCHSLER/SEETHALER, in: 

Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], VwVG Praxiskommentar, 2009, Art. 52 

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Seite 7 

N 72). Beim Verweis der Beschwerdeführerin fehlt es an einer sachbezo-

genen Auseinandersetzung mit dem vorinstanzlichen Entscheid. Es ist 

nicht Sache des Gerichts, aus der doch sehr umfangreichen Beschwerde 

der Schwester den Sachverhalt und mögliche Rügen herauszusuchen, die 

auch auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin zutreffen könnten. 

Aus den Äusserungen der Beschwerdeführerin in der Befragung zur Per-

son und in der Anhörung sowie aus der angefochtenen Verfügung ergibt 

sich jedoch klar, dass die Beschwerdeführerin eine Reflexverfolgung auf-

grund ihrer beiden Söhne, die aus Syrien geflüchtet sind, geltend macht. 

Ob die Vorinstanz eine solche rechtmässig verneint hat, ist nachfolgend zu 

prüfen.  

5.3 Eine Reflexverfolgung liegt vor, wenn sich Verfolgungsmassnahmen 

abgesehen von der primär betroffenen Person auch auf Familienangehö-

rige und Verwandte erstrecken. Diese kann flüchtlingsrechtlich im Sinne 

von Art. 3 AsylG relevant sein, allerdings hängen die Wahrscheinlichkeit 

einer Reflexverfolgung und deren Intensität stark von den konkreten Um-

ständen des Einzelfalls ab. Die Annahme einer Reflexverfolgung erfordert 

eine sorgfältige Prüfung im Einzelfall. Es muss also aufgrund der Um-

stände des Einzelfalls ermittelt werden, ob die Furcht vor Verfolgung be-

gründet ist. Die erlittene Verfolgung beziehungsweise die begründete 

Furcht vor zukünftiger (Reflex-)Verfolgung muss ferner sachlich und zeit-

lich kausal für die Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat und 

grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asylentscheides noch aktuell sein. 

Dieser Nachweis muss durch die entsprechende Partei erbracht werden. 

5.4 Trotz des familiären Hintergrunds vermag die Beschwerdeführerin den 

Nachweis einer erfolgten oder künftig zu erwartenden Reflexverfolgung 

seitens der syrischen Behörden in ihrem konkreten Fall nicht zu erbringen. 

Sie macht geltend, sie sei wegen ihrer Söhne C._______ und F._______ 

ausgereist. C._______ sei regimekritisch aktiv gewesen und sei auch im 

Gefängnis gewesen. Nach seiner Haftentlassung sei er ausgereist. Weil 

die Behörden C._______ gesucht hätten, hätten sie mehrmals ihr Haus 

gestürmt und ihren Töchtern mit Vergewaltigung gedroht. Sie hätten diese 

Unterdrückung jedoch geduldet (SEM-Akten, A17/11 F22). Ihre beiden 

Töchter (Verfahren E-4610/2014 und E-4611/2014) bringen übereinstim-

mend vor, dass die Belästigungen sechs oder sieben Monate vor der Aus-

reise aufgehört hätten. Schon allein deshalb sind diese Vorbringen nicht 

asylrelevant. Es fehlt an einem genügend engen zeitlichen Kausalzusam-

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menhang zwischen der Ausreise der Beschwerdeführerin und den vorge-

brachten Belästigungen ihrer Töchter durch die Behörden. Zudem sind die 

Vorbringen der Beschwerdeführerin bezüglich der Hausstürmungen durch 

die syrischen Behörden nicht glaubhaft. Die Beschwerdeführerin wider-

spricht sich bezüglich dem Zeitpunkt, wann die Hausstürmungen begon-

nen hätten. Darauf angesprochen meint sie nur, sie wisse es nicht mehr 

genau (SEM-Akten, A17/11 F56). Zudem macht sie bezüglich der Anzahl 

Behördenmitglieder, die an den Hausstürmungen beteiligt waren, unter-

schiedliche Angaben und erklärt dies damit, dass sie bereits ein wenig älter 

sei (SEM-Akten, A17/11 F57). 

Ihr Sohn F._______ habe bei der (…) gearbeitet. Er habe nicht mehr für 

die Regierung arbeiten wollen, weil er sich nicht am Töten habe beteiligen 

wollen, weshalb er ausgereist sei. Eine Woche später sei sie mit ihren bei-

den Töchtern ebenfalls ausgereist, aus Angst, dass ihre Töchter wiederum 

von den Behörden belästigt und dieses Mal tatsächlich mitgenommen und 

vergewaltigt werden würden. Allein die Tatsache, dass ihr Sohn F._______ 

in der Schweiz Asyl erhalten hat, reicht noch nicht für die Annahme einer 

Reflexverfolgung der Beschwerdeführerin. Aus den Akten ergeben sich 

keine Hinweis darauf, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der Tätigkeit 

oder der Ausreise ihres Sohnes F._______ das Interesse der syrischen Be-

hörden geweckt hätte und dass ihre Furcht vor Reflexverfolgungsmass-

nahmen begründet ist. So ist beispielsweise nicht ersichtlich, dass ihr Sohn 

innerhalb der (…) eine herausragende Stellung innegehabt hätte, die das 

Interesse der Behörden nach dessen Flucht ebenfalls auf die Beschwerde-

führerin hätte lenken können. Das Schreiben der Ehefrau ihres Sohnes 

G._______, das die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren einge-

reicht hat, das bestätigen soll, dass auch dieser von Reflexverfolgungs-

massnahmen des syrischen Regimes betroffen sei, hat nur eine geringe 

Beweiskraft und ist mangels anderer Hinweise auf den vorgebrachten 

Sachverhalt als Gefälligkeitsschreiben ihrer Schwiegertochter zu betrach-

ten. Eine Reflexverfolgung liegt nicht vor. 

5.5 Die Beschwerdeführerin bringt in ihrem Rechtsbegehren, sie sei als 

Flüchtling anzuerkennen und deshalb vorläufig aufzunehmen (Nr. 7) sinn-

gemäss vor, sie berufe sich auf subjektive Nachfluchtgründe. In ihrer Be-

schwerde bringt sie jedoch nichts dergleichen vor. Subjektive Nachflucht-

gründe sind auch keine ersichtlich. 

6.  

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Seite 9 

6.1 Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatssekretariat in der Regel die 

Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an, wenn es das 

Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. Die Beschwerdeführerin ver-

fügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über 

einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (BVGE 2009/50 E. 9). Die Weg-

weisung ist nicht zu beanstanden. 

6.2 Der Vollzug der Wegweisung wurde zugunsten einer vorläufigen Auf-

nahme aufgeschoben. Da die Wegweisungsvollzugshindernisse alternati-

ver Natur sind (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748), besteht kein schutzwür-

diges Interesse an der Überprüfung, aus welchen Gründen die Vorinstanz 

den Vollzug aufgeschoben hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG). 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserhebliche Sachverhalt richtig 

und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist im 

Hauptbegehren (Aufhebung der angefochtenen Verfügung), im Eventual-

begehren (Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und Asylgewährung) 

sowie im Subeventualbegehren (Anerkennung als Flüchtling im Rahmen 

der vorläufigen Aufnahme) abzuweisen. Auf das Subsubeventualbegehren 

(Feststellung der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzuges) ist nicht ein-

zutreten. Das Zusatzbegehren zum Hauptbegehren (Feststellung, dass die 

vorläufige Aufnahme im Falle der Aufhebung fortbestehe) ist mit dessen 

Abweisung gegenstandslos geworden. Zusammenfassend ist die Be-

schwerde abzuweisen, soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist und 

darauf eingetreten werden kann. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdefüh-

rerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– fest-

zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie nicht gegenstandslos und 

darauf einzutreten ist.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Daniel Willisegger Pascal Waldvogel 

 

 

Versand: