# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f0f3567d-7b87-5d4a-9941-084cb456635e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-03-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 14.03.2006 SF 2006 2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2006-2_2006-03-14.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 14. März 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 06 2 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker 
RichterInnen Heinz-Bommer, Riesen-Bienz, Giger, Zinsli
Aktuar ad hoc Riesen-Ryser

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In der Strafsache

des A., Angeklagter, privat verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter, 
Goldgasse 11, 7002 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 21. Oktober 2004, 

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. A. wurde am 14. September 1957 in M./D geboren. Als er ungefähr 
ein Jahr alt war, zogen seine Eltern mit ihm nach N./AG, wo sein Vater fortan als 
selbständiger Heizungsmonteur tätig war. A. hat zwei Geschwister, eine ältere und 
eine jüngere Schwester. In N./AG besuchte er fünf Jahre die Primar- und drei Jahre 
die Bezirksschule. Nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit trat er 1971 in das 
O. in P. ein, um das Wirtschaftsgymnasium zu absolvieren. Diese Ausbildung 
konnte er nicht abschliessen, weil seinen Eltern das Geld fehlte. Nach dem Abbruch 
des Gymnasiums absolvierte A. eine Kochlehre, die er im Jahre 1978 erfolgreich 
abschloss. Anschliessend arbeitete er einige Jahre als Koch und Eisenleger bei ver-
schiedenen Arbeitgebern. Unter anderem war er während eines halben Jahres in 
R. tätig. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz betätigte er sich wiederum als Eisen-
leger respektive als Tagelöhner. In den Jahren 1986 bis 1988 verbüsste er in Q. 
eine Haftstrafe. In der Folge hatte er in Q. wiederum diverse Arbeitsstellen inne. 
Ungefähr im Jahre 1990 ging A. nach S., wo er mehrere Jahre lebte und sich mit 
einer Einheimischen verheiratete. Die Ehe wurde in der Schweiz nicht anerkannt. 
Nachdem seine Frau verstarb, kehrte er anfangs 1999 in die Schweiz zurück und 
arbeitete zunächst einige Monate bei der T. in Q. als Koch. In der Folge kam er nach 
U., wo er im November 2000 einen Hanfladen eröffnete, welchen er nach eigenen 
Angaben in der Zwischenzeit aufgegeben hat. Von Februar 2003 bis April 2004 be-
trieb er zudem in V. ebenfalls einen Hanfladen. Im Frühjahr 2004 erwarb A. in W. 
ein Haus. Seither ist er dort wohnhaft. Eigenen Angaben zufolge hat er Darlehens-
schulden in Höhe von Fr. 7'000.--. Für das Haus in W. bezahlte er nach eigener 
Aussage Fr. 100'000.--, wobei er den Kaufpreis mit einer Hypothek über Fr. 76'000.-
- sowie einem Darlehen seiner Grossmutter finanzierte. A. ist ledig und hat keine 
Unterhaltsverpflichtungen.

A. weist vier Vorstrafen auf: Das Bezirksgericht Q. bestrafte ihn am 7. Okto-
ber 1982 wegen wiederholten und fortgesetzten Diebstahls etc. mit 42 Tagen Ge-
fängnis, bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren. Im schweizerischen Strafre-
gister ist diese Strafe nicht mehr ersichtlich. Verzeichnet ist er indes mit folgenden 
drei Vorstrafen: Am 5. März 1987 verurteilte ihn das Bezirksgericht Q. wegen ge-
werbsmässiger Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer 2 ½-
jährigen Gefängnisstrafe. Diese Strafe hat A. vom 10. Dezember 1986 bis zum 9. 
August 1988 verbüsst. Das Kantonsgericht Graubünden verurteilte ihn am 10. Juni 
2003 wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 15 
Monaten Gefängnis, bedingt bei einer Probezeit von fünf Jahren. Ferner wurde A. 
mit Strafmandat des Kreispräsidenten V. vom 11. November 2003 wegen Vergehen 
gegen das Waffengesetz mit einer Busse von Fr. 400.-- bestraft. 

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A. befand sich vom 28. April 2004 bis zum 12. Mai 2004 in Untersuchungs-
haft.

B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 21. Oktober 
2004 wurde A. wegen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG sowie wegen 
mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG in Anklagezustand ver-
setzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubün-
den vom 21. Oktober 2004 folgender Sachverhalt zu Grunde:

„1. Nach durchgeführter Strafuntersuchung wurde A. am 10. Juni 2003 vom 
Kantonsgericht Graubünden wegen qualifizierter Widerhandlung gegen 
das Betäubungsmittelgesetz zu einer bedingten Gefängnisstrafe verur-
teilt. In der Zeit vom 23. Mai 2002 bis 28. April 2004, also während die-
ses Strafverfahrens und auch nach erfolgter Verurteilung gab A. in U. 
und V. weiterhin Haschisch und Marihuana in Form von stark THC-rei-
chen und rauchfertigen Hanfblüten ab. Die umgesetzte Haschisch- und 
Marihuanamenge sowie der damit erzielte Erlös konnte wegen fehlen-
der Aufzeichnungen nicht genau bestimmt werden. A. hat aber mindes-
tens 22'800 gr Marihuana in Form von getrockneten Hanfblüten sowie 
4'000 gr Haschisch [an Drittpersonen] abgegeben und damit einen Um-
satz von über Fr. 270'000.-- und einen Gewinn von einigen tausend 
Franken erzielt. Sodann war er im Besitze von 150.7 gr Haschisch und 
376.3 gr Marihuana, das er ebenfalls verkaufen wollte. Bei all seinen 
Taten handelte A. in der Absicht, sich mit den Einnahmen aus dem Ver-
kauf der Betäubungsmittel den Lebensunterhalt zu finanzieren.

 Im Einzelnen handelt es sich um folgende Fälle:

 1.1 Trotz des erwähnten Strafverfahrens führte A. den Hanfladen an der X. 
in U. weiter und mietete ab 1. Februar 2003 in V. einen Verkaufsladen 
hinzu. In der Zeit vom 23. Mai 2002 bis Ende Juli 2003 verkaufte er dort 
auch als Betäubungsmittel geltende Produkte, nämlich Marihuana in 
Form von abgepackten stark THC-reichen und rauchfertigen Hanfblüten 
sowie Haschisch. Ab ca. August 2003 verkaufte er das Haschisch und 
die getrockneten Hanfblüten nicht mehr in den Hanfläden, sondern liess 
diese Betäubungsmittel mittels eines Auslieferungsdienstes direkt zu 
Kunden bringen, die die Betäubungsmittel zuvor in den Läden bestellt 
und bezahlt hatten. Die Abgabe des Haschischs und Marihuanas er-
folgte in der Regel in Portionen zu 8 bis 16 Gramm. Für 1 gr Marihuana 
aus Indoor-Produktion verlangte A. rund Fr. 10.--; Outdoorhanf kostete 
durchschnittlich Fr. 6.25 und das Haschisch Fr. 10.-- bis Fr. 12.-- pro 
Gramm. Das Haschisch wies einen THC-Gehalt von über 17 % auf. Die 
Hanfblüten waren immer etwa von gleicher Qualität und wiesen einen 
THC-Gehalt von 5 % bis 6 % auf. Auch mit den Hanfblüten verkaufte A. 
somit als Betäubungsmittel geltende Produkte, wobei er wusste, dass 
die Abnehmer die gekauften Produkte ausschliesslich zum Zwecke des 
Konsums des berauschenden Inhalts ankauften. Total verkaufte A. in 
der Zeit vom 23. Mai 2002 bis 28. April 2004 in seinen Hanfläden in U. 
und V. sowie über den Auslieferungsdienst mindestens 18'500 gr ge-
trocknete Hanfblüten und 3'500 gr Haschisch für total Fr. 250'000.-- an 
ihm nicht namentlich bekannte Abnehmer.

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 1.2 In der Zeit vom 15. November 2003 bis Ende April 2004 verkaufte A. in 
U. 4'300 gr Marihuana in Form von getrockneten Hanfblüten für Fr. 
20'000.-- sowie 500 gr Haschisch für Fr. 3'500.-- an B., der den Hanfla-
den an der X. in U. von A. gemietet und in der Folge selber betrieben 
hat. Auch hier wiesen die getrockneten Hanfblüten einen THC-Gehalt 
von weit über den zulässigen 0.3 % auf. A. wusste, dass B. die Hanf-
blüten und das Haschisch weiter verkauft und die Endabnehmer diese 
Produkte dann durch Rauchen konsumieren würden.

 1.3 Anlässlich von am 28. und 29. April 2004 erfolgten Hausdurchsuchun-
gen wurden bei A. in W. 150.7 gr Haschisch sowie 376.3 gr Marihuana 
sichergestellt. Sowohl das Haschisch mit einem THC-Gehalt von 17 % 
bis 25 % als auch die Hanfblüten, die einen THC-Gehalt von 5 % auf-
wiesen, waren für den Verkauf an Drittpersonen bestimmt, obschon A. 
wusste, dass die Abnehmer die gekauften Produkte ausschliesslich zum 
Zwecke des Konsums des berauschenden Inhalts ankauften. Die 
Betäubungsmittel wurden beschlagnahmt.

 2. Auch seit dem 24. Mai 2002 bis heute konsumierte A. in U., V. und W. 
regelmässig Marihuana und Haschisch, letztmals Ende September 
2004. Ausser den oben unter Ziff 1.3 aufgeführten Drogen hat die Polizei 
am 28. April 2004 bei A. in W. und V. noch weitere 1'061.1 gr getrock-
nete Hanfblüten, also Marihuana, sowie 33.6 gr Haschisch sicher ge-
stellt. Diese Betäubungsmittel, die A. selber konsumieren wollte, wurden 
beschlagnahmt.

 3. Neben den obenerwähnten Betäubungsmitteln (total 1'437.4 gr Marihu-
ana und 184.3 gr Haschisch) wurden anlässlich der am 28. April 2004 
erfolgten Hausdurchsuchungen eine Digitalwaage ‚Palmscale’, mit wel-
cher die Hanfsäcklein abportioniert wurden, sowie 80 Minigripsäcklein 
sicher gestellt und in der Folge beschlagnahmt.

 4. A. unterhält zur Postfinance eine Geschäftsbeziehung. Im Hinblick auf 
eine Ersatzforderung und weil es sich [teils] um Drogenerlös handelt, 
wurden mit Verfügung vom 10. Mai 2004 bzw. 17.September 2004 auf 
seinem dortigen Konto Z. EUR 892.93 (oder umgerechnet ca. Fr. 1'388.-
-) beschlagnahmt.“

C. Am 11. Januar 2005 fand die Hauptverhandlung vor der Strafkammer 
des Kantonsgerichts Graubünden statt. Anwesend waren der Angeklagte A. sowie 
sein privater Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter. Die Anklage wurde 
von Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel mündlich vertreten. Gegen die Zuständigkeit 
und Zusammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände erhoben. In der Be-
fragung bestätigte A. die von ihm in den polizeilichen und untersuchungsrichterli-
chen Einvernahmen gemachten Aussagen. Insbesondere bestätigte er die errech-
neten Verkaufsmengen an Indoor- und Outdoorhanf sowie an Haschisch und aner-
kannte einen Umsatz in der Höhe von Fr. 220'000.-- bis Fr. 230'000.--. Er machte 
jedoch geltend, dass er diesen Umsatz nicht allein erwirtschaftet habe, sondern zu-
sammen mit seinen Angestellten, so dass ihm nicht der ganze Umsatz anzurechnen 
sei. 

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a) Der Staatsanwalt stellte in seinem Plädoyer die Anträge, A. sei im Sinne 
der Anklage schuldig zu sprechen. Dafür sei er mit zwei Jahren Gefängnis, teilweise 
als Zusatz zu der mit Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003 
ausgefällten Strafe von 15 Monaten Gefängnis, zu bestrafen. Die erstandene Un-
tersuchungshaft sei anzurechnen. Der mit Urteil des Kantonsgerichts Graubünden 
vom 10. Juni 2003 gewährte bedingte Strafvollzug für die Freiheitsstrafe von 15 
Monaten Gefängnis sei zu widerrufen. Die sichergestellten Betäubungsmittel und 
Betäubungsmittelutensilien seien gerichtlich einzuziehen, die Betäubungsmittel 
seien zu vernichten. Der Betrag von EUR 892.93, welcher auf dem Konto des An-
geklagten bei der Postfinance gesperrt und beschlagnahmt worden sei, sei im Sinne 
von Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 StGB richterlich einzuziehen. Das Gericht habe darüber zu 
befinden, ob der Angeklagte zu einer Ersatzleistung zu verpflichten sei und wenn 
ja, in welcher Höhe. Kostenfolge sei die gesetzliche. In der Begründung führte der 
Staatsanwalt unter anderem aus, der Sachverhalt sei nicht bestritten, der Umsatz 
und die Verkaufsmengen seien anerkannt. Haschisch sei gemäss Anhang a zum 
Betäubungsmittelgesetz per se ein Betäubungsmittel. Das vom Angeklagten ver-
kaufte Marihuana habe einen THC-Gehalt von weit über 0.3 % aufgewiesen und 
müsse daher auch als Betäubungsmittel gelten. Der objektive Tatbestand sei damit 
erfüllt. In subjektiver Hinsicht habe der Angeklagte zumindest eventualvorsätzlich 
gehandelt, da ihm nach eigenen Aussagen bewusst gewesen sei, dass die Abneh-
mer die Betäubungsmittel rauchen würden. Im weiteren habe der Angeklagte einen 
grossen Umsatz erzielt und mit dem Erlös aus dem Verkauf der Betäubungsmittel 
den grössten Teil seiner Lebenshaltungskosten bestritten. Das Verhalten des An-
geklagten erfülle somit objektiv und subjektiv den Tatbestand von Art. 19 Ziff. 2 lit. 
c BetmG. Bezüglich der Strafzumessung sei zu beachten, dass der Angeklagte eine 
grosse Menge Betäubungsmittel verkauft und einen grossen Umsatz erzielt habe. 
Das Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003 habe ihn nicht da-
von abgehalten, er habe den Verkauf lediglich anders organisiert. Der Angeklagte 
habe damit eine seltene Einsichtslosigkeit gezeigt. Es sei eine strenge Strafe zu 
verhängen. Zu beachten sei, dass die Straftaten teilweise vor dem Urteil des Kan-
tonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003 erfolgt seien, wofür eine Zusatzstrafe 
zum genannten Urteil auszusprechen sei. Insgesamt betrachtet sei eine Gefäng-
nisstrafe von 2 Jahren dem Verschulden des Angeklagten angemessen. Bei diesem 
Strafmass falle der bedingte Strafvollzug bereits aus objektiven Gründen ausser Be-
tracht. Es stelle sich im weiteren die Frage des Widerrufs des mit dem Urteil des 
Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003 gewährten bedingten Strafvollzu-
ges für die Gefängnisstrafe von 15 Monaten. Es rechtfertige sich, für die Straftaten 
innerhalb der Probezeit eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten Gefängnis anzuneh-

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men. Damit aber sei kein leichter Fall im Sinne des Gesetzes mehr gegeben, wes-
halb der mit Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003 gewährte 
bedingte Strafvollzug für die Gefängnisstrafe von 15 Monaten zwingend widerrufen 
werden müsse. Die sichergestellten Drogen und Betäubungsmittelutensilien seien 
gemäss Art. 58 StGB einzuziehen, die Drogen seien zu vernichten. Der auf dem 
Postkonto des Angeklagten gesperrte Betrag von EUR 892.93 sei gemäss Art. 59 
Ziff. 1 StGB einzuziehen. Der Angeklagte habe erklärt, er sei nicht in der Lage, eine 
Ersatzforderung zu bezahlen. Dies könne ihm nicht widerlegt werden. Es sei dem 
Gericht überlassen, über eine allfällige Ersatzforderung zu entscheiden.

b) Der Verteidiger von A., Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter, hielt in seinem 
Plädoyer fest, sein Mandant sei bezüglich des eingeklagten Sachverhalts grössten-
teils geständig. Er habe 22.8 kg Marihuana und 4 kg Haschisch verkauft. Der Ge-
winn sei minim ausgefallen, wenige tausend Franken, wenn überhaupt. Bezüglich 
des Umsatzes sei zu beachten, dass dieser nicht allein von seinem Mandanten ge-
neriert worden sei, sondern dass Dritte mitgeholfen hätten. Ein schwerer Fall 
gemäss Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG sei vorliegend nicht gegeben, weil der dazu not-
wendige Umsatz vom Angeklagten allein nicht erzielt worden sei. Sein Mandant sei 
daher schuldig des Verkaufs von Betäubungsmitteln, womit er Art. 19 Ziff. 1 Abs. 3, 
4 und 5 BetmG verletzt habe. Der Verstoss gegen Art. 19a BetmG sei von seinem 
Mandanten zugestanden worden. Bezüglich der Strafzumessung sei festzuhalten, 
dass sein Mandant zwar während einem laufenden Strafverfahren delinquiert habe. 
Er habe dies aber erklären können: Sein Mandant habe die Pflichten aus den Miet- 
und Arbeitsverträgen, welche er teilweise für eine längere Dauer abgeschlossen 
gehabt habe, erfüllen und einen Konkurs vermeiden wollen. Es sei eine Strafe von 
vier Monaten Gefängnis angemessen. Die objektiven Voraussetzungen des beding-
ten Strafvollzuges seien erfüllt, auch könne eine günstige Prognose gestellt werden, 
so dass der bedingte Strafvollzug gewährt werden könne. Sein Mandant habe aus 
dem vorliegenden Verfahren gelernt. Er habe völlig auf den Verkauf von legalen 
Produkten umgestellt, habe die Hanfläden so schnell als möglich aufgegeben und 
den Verkauf von Hanf eingestellt. Sein Mandant habe definitiv vom Verkauf illegaler 
Drogen Abstand genommen. Es sei ihm daher ein letztes Mal eine positive Pro-
gnose zu stellen. Bezüglich des Widerrufs des mit Urteil des Kantonsgerichts 
Graubünden vom 10. Juni 2003 gewährten bedingten Strafvollzuges für eine Ge-
fängnisstrafe von 15 Monaten sei zu beachten, dass ein Teil der vorliegend zu be-
urteilenden Straftaten vor jenem Urteil begangen worden seien. Es könne vorlie-
gend die positive Aussicht auf Bewährung bejaht werden, weshalb auf den Widerruf 
zu verzichten sei. Mit der Einziehung der Betäubungsmittel und Betäubungsmittelu-

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tensilien sei sein Mandant einverstanden, ausser bezüglich der Digitalwaage. Er 
beantrage, dass sein Mandant des Verkaufs von Betäubungsmitteln schuldig zu 
sprechen sei. Dafür sei er mit maximal vier Monaten Gefängnis zu bestrafen, wovon 
drei Monate als Zusatzstrafe zum Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. 
Juni 2003 auszusprechen seien. Der bedingte Strafvollzug sei zu gewähren unter 
Ansetzung einer Probezeit von fünf Jahren. Auf den Widerruf des mit Urteil des Kan-
tonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003 gewährten bedingten Strafvollzuges 
für die Gefängnisstrafe von 15 Monaten sei zu verzichten. Die beschlagnahmte Di-
gitalwaage sei zurückzuerstatten. Kostenfolge sei die gesetzliche. 

In seiner Replik führte der Staatsanwalt aus, dass der Angeklagte in der Un-
tersuchung und auch vor Schranken des Kantonsgerichts Graubünden einen Um-
satz von über Fr. 200'000.-- anerkannt habe. Nun solle dieser plötzlich doch unter 
Fr. 100'000.-- gelegen haben. Aber auch wenn der Umsatz unter Fr. 100'000.-- be-
tragen hätte, sei doch am Widerruf des bedingten Strafvollzuges festzuhalten. Eine 
günstige Prognose könne nicht gestellt werden. Er halte an seinen Anträgen fest. 

Duplizierend hielt der Verteidiger fest, dass bezüglich der Umsatzzahlen 
nicht vergessen werden dürfe, dass mehrere Personen daran mitgearbeitet hätten. 
Wenn nun auch diesen in einem Strafverfahren die selben Umsatzzahlen angerech-
net würden, so werde der Umsatz vervielfacht. Es könne nicht der gesamte Umsatz 
seinem Mandanten zugerechnet werden. Unter Berücksichtigung, dass etwa zwei 
bis drei Mitbeteiligte in etwa gleichem Umfang an der Erwirtschaftung des Umsatzes 
mitgearbeitet hätten, ergebe sich für seinen Mandanten ein Umsatz unter Fr. 
100'000.--. Die Staatsanwaltschaft habe selbst festgehalten, dass der Gewinn nicht 
die notwendige Höhe erreicht haben dürfte. Es liege folglich kein schwerer Fall vor. 

A. verzichtete auf ein eigentliches Schlusswort. Er hielt jedoch fest, dass er 
über den Antrag des Staatsanwaltes verwundert sei.

D. Mit Urteil vom 11. Januar 2005, mitgeteilt am 1. Juni 2005, erkannte 
die Strafkammer des Kantonsgerichts Graubünden:

„1. A. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG sowie 
der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

2. Dafür wird er - teilweise als Zusatz zu der mit Urteil des Kantonsgerich-
tes von Graubünden am 10 Juni 2003 ausgefällten Strafe von 15 Mona-
ten Gefängnis - mit 24 Monaten Gefängnis, abzüglich der erstandenen 
Untersuchungshaft von 15 Tagen, bestraft. 

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3. Der mit Urteil des Kantonsgerichtes Graubünden vom 10. Juni 2003 für 
die Strafe von 15 Monaten Gefängnis gewährte bedingte Strafvollzug 
wird widerrufen. Die Strafe ist zu vollziehen.

4. a) Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 5. August 2004 beschlag-
nahmten Betäubungsmittel (1'437.4 Gramm Marihuana, 184.3 Gramm 
Haschisch) werden gestützt auf Art. 58 Abs. 1 StGB gerichtlich einge-
zogen. Sie sind gestützt auf Art. 58 Abs. 2 StGB zu vernichten. 

b) Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 5. August 2004 sicherge-
stellte Digitalwaage „Palmscale“ inklusive Zubehör sowie die 80 Mini-
gripsäcklein werden gestützt auf Art. 58 Abs. 1 StGB zu Handen des 
Kantons Graubünden eingezogen. 

c) Die mit Verfügung vom 10. Mai 2004 und vom 17. September 2004 
auf dem Konto Z. der Postfinance sichergestellten EUR 892.93 (per 5. 
Oktober 2004) werden gestützt auf Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 
1 StGB zu Handen des Kantons Graubünden eingezogen.

d) Von der zusätzlichen Erhebung einer Ersatzabgabe wird gestützt auf 
Art. 59 Ziff. 2 Abs. 2 StGB abgesehen.

5. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus: 
- den Untersuchungskosten der 
 Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 9'171.--
- den Kosten der amtlichen Verteidigung im 
 Untersuchungsverfahren von Fr. 355.10
- und der Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.--
Total somit Fr. 13'526.10
gehen zu Lasten von A..

Die Kosten der Untersuchungshaft und die Kosten des Strafvollzuges 
trägt der Kanton Graubünden.

6. (Rechtsmittelbelehrung).

7. (Mitteilung).“

E. Gegen dieses Urteil erhob A. mit Eingabe vom 4. Juli 2005 strafrecht-
liche Nichtigkeitsbeschwerde beim Bundesgericht. Er beantragte die Aufhebung der 
Dispositivziffern 2 und 3 unter Zurückweisung der Sache an die Vorinstanz zwecks 
Neubeurteilung in diesem Umfang. In der Begründung hielt er fest, die Strafzumes-
sung durch die Strafkammer des Kantonsgerichts sei übermässig hart, das Kan-
tonsgericht habe das strafrechtliche Schuldprinzip verletzt. Das Bundesgericht 
hiess mit Urteil vom 14. Dezember 2005 die Nichtigkeitsbeschwerde gut, hob das 
angefochtene Urteil auf und wies die Sache zu neuer Entscheidung an die Straf-
kammer des Kantonsgerichts Graubünden zurück. Begründend wurde ausgeführt, 
vorliegend seien Straftaten zu beurteilen, die vor und nach der ersten Urteilsfällung 
vom 10. Juni 2003 begangen worden seien. Die Strafkammer des Kantonsgerichts 
habe die nach der Verurteilung begangenen Straftaten als die schwereren bezeich-
net. Für diese sei eine selbständige Strafe festzusetzen, welche nach Massgabe 

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der Zusatzstrafe für die früheren Straftaten angemessen zu erhöhen sei. Diese Er-
höhung um die Zusatzstrafe erfolge somit nach der Strafzumessungsregel von Art. 
68 Ziff. 1 StGB. Es könne daher die Zusatzstrafe nicht einfach zur selbständigen 
Strafe (für die späteren Straftaten) hinzugezählt werden (Kumulation), sondern die 
letztere müsse angemessen nach Massgabe der Zusatzstrafe erhöht und so die 
Gesamtstrafe gebildet werden (Asperationsprinzip).

F. Mit Schreiben vom 15. Februar 2006 nahm A. zum bundesgerichtli-
chen Urteil Stellung. Er führte aus, insbesondere unter dem Hinweis auf die in seiner 
Nichtigkeitsbeschwerde an das Bundesgericht im Detail gemachten Ausführungen 
bezüglich der Vergleichbarkeit früherer Urteilssprüche der Strafkammer des Kan-
tonsgerichts rechtfertige sich maximal eine Freiheitsstrafe von insgesamt 18 Mona-
ten (unter Einschluss derjenigen gemäss Urteil des Kantonsgerichts Graubünden 
vom 10. Juni 2003). Dabei sei auf die Erwägung, wonach die nach dem Urteil vom 
10. Juni 2003 begangenen Straftaten schwerer wiegen würden, zurückzukommen. 
Wesentlich für die Strafzumessung seien im weiteren die Umstände im Zeitpunkt 
der Urteilsfällung. Er bewege sich seit der letzten Urteilsfällung stets in W., baue 
sein Eigenheim älteren Datums aus, pflege seine Mutter und verdiene seinen Le-
bensunterhalt mit seiner Firma „BB.“. Den Drogen habe er endgültig den Rücken 
gekehrt. Dies alles müsse zu einer milderen Strafe führen sowie zum Verzicht auf 
den Widerruf der mit Urteil des Kantonsgerichts vom 10. Juni 2003 bedingt ausge-
sprochenen Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Abschliessend stellte er folgende An-
träge:

„1. Für die Straftaten nach dem Urteil vom 10 Juni 2003 sei A. mit maximal 
drei Monaten Gefängnis zu bestrafen, sodass er total mit keiner länge-
ren Gefängnisstrafe als 18 Monaten (unter Einschluss derjenigen 
gemäss Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003) be-
straft werden darf. 

2. Auf den Widerruf des mit Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 
10. Juni 2003 für die Straftaten von 15 Monaten Gefängnis gewährten 
bedingten Strafvollzuges sei zu verzichten.

3. A. sei der bedingte Strafvollzug zu gewährten.

4. Gesetzliche Kosten- und Entschädigungsfolge.“

Die Staatsanwaltschaft Graubünden hatte mit Schreiben vom 24. Januar 
2006 auf eine Stellungnahme zum Urteil des Bundesgerichtes verzichtet.

G. Am 14. März 2006 befasste sich die Strafkammer des Kantonsgerichts 
Graubünden erneut mit der Angelegenheit.

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Auf die weiteren mündlichen Ausführungen des Staatsanwaltes und des Ver-
teidigers sowie auf die richterliche Befragung des Angeklagten anlässlich der Haupt-
verhandlung vom 11. Januar 2005 wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. a) Das Urteil der Strafkammer des Kantonsgerichts Graubünden vom 
11. Januar 2005 in Sachen gegen A. (SF 04 44) wurde mit Entscheid des Kassati-
onshofes des Bundesgerichts vom 14. Dezember 2005 aufgehoben und die Sache 
zu neuer Entscheidung an die Strafkammer des Kantonsgerichts zurückgewiesen 
(vgl. Art. 277ter Abs. 1 BStP). Hebt der Kassationshof einen angefochtenen Ent-
scheid auf und weist er die Sache zu neuer Entscheidung an die kantonale Behörde 
zurück, so hat diese ihrem neuen Entscheid die rechtliche Begründung der Kassa-
tion zugrunde zu legen (vgl. Art. 277ter Abs. 2 BStP). Nach der Rechtsprechung 
ergibt sich aus dieser Regelung, dass die kantonale Behörde nach Aufhebung und 
Rückweisung nicht frei urteilen kann, als ob bisher überhaupt kein Urteil gefällt wor-
den wäre. Sie hat sich vielmehr auf das zu beschränken, was sich aus den für sie 
verbindlichen Erwägungen des Kassationshofes als Gegenstand der neuen Ent-
scheidung ergibt. Die kantonale Behörde darf somit grundsätzlich nur in jenen Punk-
ten auf ihr Urteil zurückkommen, welche zur Aufhebung des angefochtenen Ent-
scheids durch das Bundesgericht geführt haben, selbst wenn aus formellen Grün-
den das ganze Urteil aufgehoben wurde. Diese Rechtsprechung erfährt insofern 
eine Erweiterung, als die kantonale Behörde gegebenenfalls auch weitere Urteils-
punkte abzuändern hat, auf die sich die andere Beurteilung einer Rechtsfrage durch 
das Bundesgericht in der Weise auswirkt, dass sich in diesen Punkten sonst ein 
bundesrechtswidriger Entscheid der kantonalen Instanz ergäbe. Auch solche mittel-
baren Auswirkungen der rechtlichen Begründung der Kassation erlauben der kan-
tonalen Instanz und verpflichten sie zugleich, ihren durch das Bundesgericht aufge-
hobenen Entscheid - bei Nichtigkeitsbeschwerde des Verurteilten in den Grenzen 
des Verbots der reformatio in peius - entsprechend zu ändern (vgl. zum Ganzen 
BGE 117 IV 97 E 4b; 110 IV 116). Für das vorliegende Urteil bedeutet dies, dass 
die Strafkammer sich zunächst erneut mit der Strafzumessung zu befassen hat, wo-
bei dieser die Erwägungen des Bundesgerichts zugrunde zu legen sind. Falls sich 
dabei eine Strafhöhe ergeben sollte, die der Gewährung des bedingten Strafvollzu-
ges grundsätzlich nicht entgegensteht, so hat die Strafkammer auch darüber zu be-
finden. Ebenso ist gegebenenfalls der Widerruf des bedingten Strafvollzuges der 

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mit Urteil vom 10. Juni 2003 ausgesprochenen 15-monatigen Gefängnisstrafe neu 
zu beurteilen. Nicht neu zu beurteilen sind jedoch der Schuldspruch sowie die Ein-
ziehung der beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien 
und des sichergestellten Geldbetrages.

b) Der Angeschuldigte in einem Strafverfahren hat - unabhängig von der kan-
tonalen Verfahrensordnung - gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK einen Anspruch darauf, 
dass seine Sache in billiger Weise und öffentlich gehört wird. Dieser Anspruch ist 
Teilgehalt der umfassenden Garantie auf ein faires Verfahren. Vorliegend wurde 
bereits am 11. Januar 2005 eine mündliche Hauptverhandlung durchgeführt, in de-
ren Rahmen der Angeklagte und sein Rechtsvertreter die Möglichkeit erhalten ha-
ben, sich in jeder Hinsicht einlässlich und ausführlich zu äussern. Der Angeklagte 
wurde zudem an der Hauptverhandlung durch den Vorsitzenden eingehend zur Per-
son und zur Sache befragt, so dass das Gericht einen differenzierten persönlichen 
Eindruck gewinnen konnte. Seit der Hauptverhandlung erging nur das Urteil des 
Bundesgerichts vom 14. Dezember 2005, andere Handlungen wurden keine vorge-
nommen. Der Angeklagte hat die Gelegenheit erhalten, sich zum genannten Urteil 
des Bundesgerichts und auch zu den urteilsrelevanten Änderungen in seinen per-
sönlichen Verhältnissen detailliert zu äussern. Er hat von dieser Möglichkeit am 15. 
Februar 2006 denn auch Gebrauch gemacht. Es stellen sich im jetzigen Zeitpunkt 
grundsätzlich dieselben Fragen wie anlässlich der Hauptverhandlung vom 11. Ja-
nuar 2005. Rechtsfragen oder Fragen zum Angeklagten, die nicht aus den Akten 
beantwortet werden könnten, haben sich keine ergeben. Unter diesen Umständen 
aber wurde dem Anspruch des Angeklagten auf ein faires Verfahren mit der öffent-
lichen Hauptverhandlung vom 11. Januar 2005 sowie der Gelegenheit zur schriftli-
chen Stellungnahme zum Urteil des Bundesgerichts vom 14. Dezember 2005 
Genüge getan; auf eine erneute öffentliche Verhandlung kann verzichtet werden.

2. a) aa) Art. 1 Abs. 1 BetmG definiert den Begriff Betäubungsmittel als 
abhängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen Morphin, Kokain 
und Cannabis. Ausdrücklich wird damit Cannabis als abhängigkeitserzeugender 
Stoff unter Art. 1 Abs. 1 BetmG subsumiert. Weiter fällt Hanfkraut als Rohmaterial 
(Art. 1 Abs. 2 lit. a Ziff. 4 BetmG) sowie als Wirkstoff das Harz der Drüsenhaare (Art. 
1 Abs. 2 lit. b Ziff. 3 BetmG) unter die vom Betäubungsmittelgesetz erfassten Sub-
stanzen, ohne Rücksicht auf den Gehalt an psychoaktiven Substanzen (bei Hanf 
insbesondere Delta-Tetrahydrocannabinol). Es schliesst sodann weitere Stoffe ein, 
die "eine ähnliche Wirkung haben wie die Stoffe der Gruppen a oder b dieses Ab-
satzes" (Art. 1 Abs. 2 lit. c BetmG). Handel und Umgang mit Hanfkraut unterstehen 

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der staatlichen Kontrolle (Art. 2 BetmG). Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG hält fest, dass 
"Hanfkraut zur Betäubungsmittelgewinnung und das Harz seiner Drüsenhaare (Ha-
schisch)" nicht angebaut, eingeführt, hergestellt oder in Verkehr gebracht werden 
dürfen. Im Verzeichnis der verbotenen Stoffe (Anhang a und d zur Verordnung des 
Schweizerischen Heilmittelinstituts über die Betäubungsmittel und psychotropen 
Stoffe [BetmV-Swissmedic] vom 12. Dezember 1996) sind das Hanfkraut (Canna-
bis) zur Betäubungsmittelgewinnung, Cannabisextrakte zur Betäubungsmittelge-
winnung, Cannabisharz etc. und Tetrahydrocannabinol (THC) ebenfalls als Betäu-
bungsmittel aufgeführt. Wann Hanfkraut als Rohmaterial respektive als gebrauchs-
fertiges Betäubungsmittel zu gelten hat, geht aus dem Betäubungsmittelgesetz 
zwar nicht hervor, lässt sich nach dem Bundesgericht aber aus der Gesetzgebung 
zu den Lebensmitteln und der Landwirtschaft herleiten (BGE 126 IV 199).

bb) Der Bundesrat hat in bestimmten Fällen Anbau und Verkauf von Hanf 
gestattet. So können Hanf und Hanfprodukte zugelassene Bestandteile von Le-
bensmitteln sein (Art. 1 und 2 in Verbindung mit Anhang 4, S. 122 f., der Verordnung 
über Fremd-Inhaltsstoffe in Lebensmitteln vom 26. Juni 1995, gestützt auf Art. 7, 
Art. 9 Abs. 2 und Art. 16 Abs. 3 der Lebensmittelverordnung vom 1. März 1995). Die 
Vorschriften zur Landwirtschaft erlauben den Anbau einiger namentlich aufgeführter 
Hanfsorten ("Industriehanf", Art. 4 und Anhang 4, S. 18, der Verordnung des Bun-
desamtes für Landwirtschaft über den Sortenkatalog für Getreide, Kartoffeln, Fut-
terpflanzen und Hanf vom 7. Dezember 1998; Delegation der Zuständigkeit an das 
Bundesamt für Landwirtschaft in Art. 4 Abs. 2 der Verordnung über die Produktion 
und das Inverkehrbringen von pflanzlichem Vermehrungsmaterial vom 7. Dezember 
1998, gestützt insbesondere auf Art. 162 des Bundesgesetzes über die Landwirt-
schaft vom 29. April 1998). In allen genannten Fällen haben die zuständigen Bun-
desämter Grenzwerte für den Gehalt an THC festgesetzt, die nicht überschritten 
werden dürfen, damit die zugelassenen Produkte und Hanfsorten nicht als Betäu-
bungsmittel missbraucht werden. Bei Industriehanf liegt der Grenzwert bei einem 
THC-Gehalt von 0,3 %, bei Lebensmitteln je nach Produkt zwischen 0,2 und 50 mg 
THC/kg. Diese Grenzwerte dienen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes 
als Massstab dafür, ab welchem Gehalt an THC ein Hanfprodukt als Betäubungs-
mittel gelten muss und nach Art. 8 Abs. 1 lit. d BetmG nicht mehr in Verkehr gebracht 
werden darf (BGE 126 IV 200).

b) aa) Gemäss Art. 19 Ziff. 1 BetmG macht sich strafbar, wer unbefugt alka-
loidhaltige Pflanzen und Hanfkraut zur Gewinnung von Betäubungsmitteln anbaut 
(Abs. 1), wer Betäubungsmittel unbefugt herstellt, auszieht, umwandelt oder verar-

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beitet (Abs. 2), wer sie unbefugt lagert, versendet, befördert, einführt, ausführt oder 
durchführt (Abs. 3), wer sie unbefugt anbietet, verteilt, verkauft, vermittelt, ver-
schafft, verordnet, in Verkehr bringt oder abgibt (Abs. 4), ebenso wer sie unbefugt 
besitzt, aufbewahrt, kauft oder sonst wie erlangt (Abs. 5), wer hierzu Anstalten trifft 
(Abs. 6), wer den unerlaubten Verkehr mit Betäubungsmitteln finanziert oder seine 
Finanzierung vermittelt (Abs. 7) und wer öffentlich zum Betäubungsmittelkonsum 
auffordert oder öffentlich Gelegenheit zum Erwerb oder Konsum von Betäubungs-
mitteln bekannt gibt (Abs. 8). Die Strafe ist bei vorsätzlicher Tatbegehung Gefängnis 
oder Busse, in schweren Fällen Zuchtshaus oder Gefängnis nicht unter einem Jahr, 
allenfalls verbunden mit einer Busse bis zu Fr. 1'000'000.--. Soweit vorerwähnte 
Handlungen dem Eigenkonsum dienen, erfahren sie gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
eine privilegierte Behandlung; als Strafe drohen in diesem Falle - wie für den unbe-
fugten Konsum von Betäubungsmitteln selbst - Haft oder Busse. In leichten Fällen 
kann das Verfahren eingestellt oder von einer Strafe abgesehen werden. Es kann 
eine Verwarnung ausgesprochen werden (Art. 19a Ziff. 2 BetmG).

bb) Ein schwerer Fall liegt gemäss Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG einmal vor, 
wenn der Täter weiss oder annehmen muss, dass sich die Widerhandlung auf eine 
Menge von Betäubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in 
Gefahr bringen kann. In BGE 117 IV 314 ff. legte das Bundesgericht fest, dass Art. 
19 Ziff. 2 lit. a BetmG in Fällen, in denen sich die Widerhandlung gemäss Art. 19 
Ziff. 1 BetmG auf Cannabissubstanzen bezieht, nicht anwendbar ist. Ausdrücklich 
hielt das Bundesgericht im selben Entscheid aber fest, dass eine qualifizierte Tat-
begehung weiterhin anzunehmen ist, wenn der Täter als Mitglied einer Bande ge-
handelt hat, die sich zur Ausübung des unerlaubten Betäubungsmittelverkehrs zu-
sammengefunden hat (Art. 19 Ziff. 2 lit. b BetmG), oder wenn er durch gewerbs-
mässiges Handeln einen grossen Umsatz oder einen erheblichen Gewinn erzielt hat 
(Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG). Gewerbsmässig im Sinne von lit. c handelt, wer die 
deliktische Tätigkeit nach Art eines Berufes ausübt (BGE 116 IV 325 ff., 119 IV 132). 
Der Täter handelt berufsmässig, wenn aus den gesamten Umständen geschlossen 
werden muss, dass er sich darauf eingerichtet hat, durch deliktische Handlungen 
Einkünfte zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kosten zur Finanzierung 
seiner Lebensgestaltung darstellen. Als Indiz für die Gewerbsmässigkeit gelten bei-
spielsweise die Anzahl oder Häufigkeit der während eines bestimmten Zeitraums 
bereits verübten Taten oder auch die Entwicklung eines Systems beziehungsweise 
einer bestimmten Methode (BGE 116 IV 319 f.). Es ist dabei notwendig, dass der 
Täter die Tat bereits mehrfach begangen hat, dass er in der Absicht handelte, ein 
Erwerbseinkommen zu erlangen, und dass aufgrund seiner Taten geschlossen wer-

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den muss, er sei zu einer Vielzahl von unter den fraglichen Tatbestand fallenden 
Taten bereit gewesen (Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, BT I, Bern 1993, 
S. 331; BGE 116 IV 325 ff., 119 IV 132). Auf die zusätzlichen Voraussetzungen des 
grossen Umsatzes oder erheblichen Gewinns findet die in BGE 117 IV 63 entwi-
ckelte Rechtsprechung Anwendung, wonach der erzielte Bruttoumsatz beziehungs-
weise Nettoerlös massgebend ist (BGE 117 IV 64, bestätigt in BGE 122 IV 216), 
wobei ein Betrag in der Grössenordnung von Fr. 100'000.-- oder mehr als grosser 
Umsatz gilt (BGE 129 IV 188). Ein erheblicher Gewinn im Sinne des Gesetzes liegt 
gemäss Bundesgericht vor, sobald jemand durch gewerbsmässigen Handel mit 
Betäubungsmitteln Fr. 10'000.-- oder mehr Gewinn erzielt hat (BGE 129 IV 253; vgl. 
zum Ganzen sodann SJZ 94 [1998] Nr. 24, S. 541 f.).

3. Im November 2000 eröffnete A. an der X. in U. einen Hanfladen mit 
dem Namen AA.. Neben unbedenklichen Produkten verkaufte er in seinem Laden 
von anfangs Juli 2001 bis zur polizeilichen Kontrolle vom 23. Mai 2002 auch abge-
packte, rauchfertige Hanfblüten. Dafür wurde er vom Kantonsgericht Graubünden 
am 10. Juni 2003 wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-
gesetz verurteilt. Trotz dieses Strafverfahrens und der Verurteilung führte A. den 
Hanfladen an der X. in U. weiter. Bis Ende Juli 2003 verkaufte er dort auch weiterhin 
rauchfertige Hanfblüten sowie Haschisch. Ab ca. August 2003 verkaufte er die Hanf-
blüten und das Haschisch nicht mehr in seinem Laden, sondern liess beides mittels 
eines Auslieferungsdienstes direkt zu den Käufern bringen, welche zuvor im Laden 
bestellt und bezahlt hatten. Sowohl die Hanfblüten als auch das Haschisch bezog 
er von fünf Personen, deren Namen er jedoch nicht preisgegeben hat, aus verschie-
denen Teilen des Kantons Graubünden (polizeiliche Einvernahme vom 5. Mai 2004, 
act. 12.5, S. 4 Mitte; polizeiliche Einvernahme vom 6. Mai 2004, act. 12.6, S. 4 
Mitte). A. wog die Hanfblüten und das Haschisch nach dem Kauf jeweils selbst ab 
und füllte die Hanfprodukte anschliessend in Minigripsäcklein (untersuchungsrich-
terliche Einvernahme vom 12. Mai 2004, act. 12.8, S. 2 Mitte). Gemäss eigenen 
Angaben hat A. in der Zeit vom 23. Mai 2002 bis zum 15. November 2003 auf diese 
Weise durch seinen Laden an der X. in U. 14 bis 15 kg Marihuana und 3 kg Ha-
schisch an verschiedene Personen verkauft beziehungsweise durch seinen Ange-
stellten B. verkaufen lassen (polizeiliche Einvernahme vom 5. Mai 2004, act. 12.5, 
S. 3 Mitte). Am 15. November 2003 übernahm B. den AA. in U.. Auch er verkaufte 
in der Folge rauchfertige Hanfblüten sowie Haschisch. Beides bezog er von A., dem 
er die Ware bezahlte, um sie anschliessend auf eigene Rechnung weiter zu veräus-
sern. A. hat nach eigenen Aussagen in der Zeit vom 15. November 2003 bis zum 
28. April 2004 ungefähr 4.3 kg rauchfertige Hanfblüten und 500 g Haschisch an B. 

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geliefert (polizeiliche Einvernahme vom 6. Mai 2004, act. 12.6, S. 2 oben, sowie 
polizeiliche Einvernahme vom 12. Mai 2004, act. 12.7, S. 1). Ab dem 1. Februar 
2003 mietete A. zudem ein Verkaufslokal in V. hinzu. Auch dort verkaufte er unter 
anderem getrocknete Hanfblüten und Haschisch. Wie in U. führte er einen Auslie-
ferungsdienst ein, mit welchem die Hanfprodukte, welche die Kunden zuvor im La-
den bestellt und bezahlt hatten, direkt zu den Käufern gebracht wurden. In der Zeit 
vom 1. Februar 2003 bis zum 28. April 2004 verkaufte A. nach eigenen Angaben 
auf diese Weise ungefähr 4.5 bis 5 kg getrocknete Hanfblüten und 500 g Haschisch 
an unbestimmt viele Personen (polizeiliche Einvernahme vom 30. April 2004, act. 
12.4, S. 3 unten). Insgesamt verkaufte A. damit in der Zeit vom 23. Mai 2002 bis 
zum 28. April 2004 in seinen beiden Läden in U. und V. nach eigenen Angaben 
mindestens 18.5 kg getrocknete Hanfblüten und 3.5 kg Haschisch an unbestimmt 
viele Personen. Im weiteren lieferte er B. zwischen dem 15. November 2003 und 
dem 28. April 2004 zumindest 4.3 kg rauchfertige Hanfblüten und 500 g Haschisch. 
A. hat somit im Ganzen mindestens 22.8 kg rauchfertige Hanfblüten und 4 kg Ha-
schisch an Drittpersonen abgegeben. Daneben wurden anlässlich einer am 28. April 
2004 erfolgten Hausdurchsuchung bei A. in W. 150.7 g Haschisch und 376.3 g ge-
trocknete Hanfblüten sichergestellt. Beides war für den Verkauf beziehungsweise 
die Abgabe an Drittpersonen vorgesehen (polizeiliche Einvernahme vom 5. Mai 
2004, act. 12.5, S. 4 oben). A. hat diesen Sachverhalt sowie die Verkaufsmengen 
sowohl in der Untersuchung (vgl. untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 12. 
Mai 2004, act. 12.8, S. 2 Mitte; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 1. Ok-
tober 2004, act. 12.9, S. 2 f.) als auch anlässlich der mündlichen Verhandlung vor 
der Strafkammer des Kantonsgerichts Graubünden am 11. Januar 2005 ausdrück-
lich als zutreffend anerkannt. Im Folgenden ist mithin von diesem Sachverhalt und 
den genannten Verkaufsmengen auszugehen. Von den anlässlich der Hausdurch-
suchungen vom 28. und 29. April 2004 sichergestellten Hanfblüten und dem bei 
gleicher Gelegenheit sichergestellten Haschisch wurden sechs Proben Haschisch 
und vier Proben getrocknete Hanfblüten an den kriminaltechnischen Dienst der Kan-
tonspolizei St. Gallen geschickt. Dabei wurden vier Haschisch- und zwei Marihua-
naproben A. zugerechnet, während zwei Haschisch- und zwei Marihuanaproben B. 
zugeschrieben wurden. Die Proben von B. stammten aus dem Bunker (je einmal 
Haschisch und Marihuana) und dem Laden (je einmal Haschisch und Marihuana) in 
U.. Da B. jedoch sowohl die Hanfblüten als auch das Haschisch von A. bezogen 
und A. die bestellten Hanfprodukte jeweils im Bunker deponiert hat (vgl. polizeiliche 
Einvernahme von A. vom 12. Mai 2004, act. 12.7, S. 1), sind auch die Proben aus 
dem Bunker in U. im vorliegenden Verfahren aussagekräftig. Die Proben aus dem 
Geschäft in U. sind gemäss Aktenlage - zumindest grösstenteils - C., dem Bruder 

16

von B., zuzurechnen (vgl. polizeiliche Einvernahme von C. vom 3. Mai 2004, act. 
11.8, S. 1 unten; polizeiliche Einvernahme von C. vom 4. Mai 2004, act. 11.9, S. 2 
oben). Da zum einen nicht bekannt ist, von wem C. diese Hanfprodukte bezogen 
hat, und zum andern Angaben darüber fehlen, von welchen der im Laden in U. ge-
fundenen Haschisch- und Marihuanamengen die Proben stammen, finden die Pro-
ben aus dem Laden in U. im vorliegenden Verfahren keine Beachtung. Die Analyse 
der vorliegend relevanten Proben ergab für das Haschisch THC-Gehalte zwischen 
8 % und 25 % und für die Hanfblüten solche von 5 % (kriminaltechnischer Untersu-
chungsbericht vom 4. Juni 2004, act. 7.14, S. 2). Damit handelte es sich beim Ha-
schisch um gute bis ausgezeichnete, bei den Hanfblüten um gute Qualität. Das Harz 
der Drüsenhaare des Hanfkrautes (Haschisch) ist gemäss Gesetz ohne Rücksicht 
auf den Anteil an THC ein Betäubungsmittel und fällt damit unter das Betäubungs-
mittelgesetz (vgl. Art. 1 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b Ziff. 3 BetmG, Art. 8 Abs. 1 lit. d 
BetmG sowie Anhang a und d zur Verordnung des Schweizerischen Heilmittelinsti-
tuts über die Betäubungsmittel und psychotropen Stoffe [BetmV-Swissmedic] vom 
12. Dezember 1996). Hanfblüten sind, wie bereits einlässlich ausgeführt, gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ohne Weiteres den Betäubungsmitteln zuzu-
zählen und damit dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt, sobald der Anteil an THC 
0.3 % übersteigt. Gemäss kriminaltechnischer Analyse der Kantonspolizei St. Gal-
len wiesen die Proben der Hanfblüten einen THC-Gehalt von jeweils 5 % auf (act. 
7.14, S. 2). Ihr THC-Gehalt liegt somit um ein vielfaches über dem gesetzlich fest-
gelegten Grenzwert von 0.3 %. Es handelt sich folglich auch bei den untersuchten 
getrockneten Hanfblüten um Betäubungsmittel. Der hohe THC-Gehalt der unter-
suchten Hanfblüten sowie die Tatsache, dass A. gemäss seinen eigenen Angaben 
die Hanfblüten immer bei denselben Personen bezogen hat (polizeiliche Einver-
nahme vom 5. Mai 2004, act. 12.5, S. 4 Mitte; polizeiliche Einvernahme vom 6. Mai 
2004, act. 12.6, S. 4 Mitte), sind ein erster Hinweis darauf, dass A. generell Hanf-
blüten verkauft hat, die einen hohen THC-Gehalt aufgewiesen haben. A. hat sich 
gemäss seinen eigenen Aussagen in der Untersuchung über die THC-Gehalte der 
von ihm verkauften Hanfblüten keine Gedanken gemacht (untersuchungsrichterli-
che Einvernahme vom 12. Mai 2004, act. 12.8, S. 2 Mitte). Er hat sich auch nicht 
zur Qualität der Hanfprodukte geäussert, welche er veräussert hat. Anlässlich der 
polizeilichen Einvernahme vom 5. Mai 2004 hat er jedoch ausgesagt, dass er das 
in seinem Haus in W. sichergestellte gepresste Marihuana selbst habe konsumieren 
wollen, weil die Qualität sehr schlecht gewesen sei; das weitere, in W. gefundene 
Marihuana habe er Kollegen gratis zur Verfügung stellen wollen, weil dessen Qua-
lität ebenfalls schlecht gewesen sei (act. 12.5, S. 5 oben). Dies spricht dafür, dass 
A. die Qualität der Ware überprüft und nur Hanfblüten von guter Qualität, das heisst 

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mit einem entsprechend hohen THC-Gehalt, verkauft hat. Nachdem A. zum einen 
von den Hanfblüten, welche er verkaufte, selbst konsumiert hat (vgl. zum Beispiel 
seine Aussage bei der polizeilichen Einvernahme vom 5. Mai 2004, act. 12.5, S. 4 
unten: “Wie bereits erwähnt, konsumiere ich praktisch täglich einen Joint. Das Ma-
rihuana war ja zur genüge vorhanden“) und zum andern nach eigenen Angaben seit 
35 Jahren praktisch täglich Marihuana oder Haschisch konsumiert (polizeiliche Ein-
vernahme vom 5. Mai 2004, act. 12.5, S. 4 unten), war er im übrigen ohne Zweifel 
in der Lage, weniger gute oder gar schlechte Ware auszuscheiden. Die Aussagen 
von A. sind daher ein zweites, sehr gewichtiges Indiz, dass er Hanfblüten mit hohem 
THC-Gehalt verkauft hat. Schliesslich spricht auch die Tatsache, dass fast alle der 
befragten Käufer angaben, mehrfach - teilweise bis zu zwanzig Mal - im AA. in U. 
eingekauft zu haben (vgl. zum Beispiel polizeiliche Einvernahme von F., act. 10.1, 
S. 2 unten; polizeiliche Einvernahme von G., act. 10.2, S. 2 Mitte; polizeiliche Ein-
vernahme von H., act, 10.4, S. 2 oben; polizeiliche Einvernahme von I., act. 10.6, 
S. 4 Mitte; polizeiliche Einvernahme von J., act. 10.7, S. 2 Mitte; polizeiliche Einver-
nahme von K., act. 10.9, S. 2 Mitte: polizeiliche Einvernahme von L., act. 10.12, S. 
2 unten und S. 3 oben), für eine zumindest gute Qualität der angebotenen Hanf-
blüten. Neben dem anhaltend guten Absatz weist auch der gleichbleibende Ver-
kaufspreis - für Indoorhanf Fr. 10.-- pro Gramm, für Outdoorhanf Fr. 6.25 pro Gramm 
- auf eine gleichbleibende Qualität hin. Es ist unter diesen Umständen davon aus-
zugehen, dass die Hanfblüten, welche A. verkaufte, von zumindest guter Qualität 
waren. Ihr Gehalt an THC lag damit weit über dem gesetzlich festgesetzten Grenz-
wert von 0.3 %. Damit ist erstellt, dass A. in der Zeit vom 23. Mai 2002 bis zum 28. 
April 2004 insgesamt mindestens 22.8 kg Hanfblüten, welche einen THC-Gehalt 
von weit über 0.3 % aufwiesen und damit gemäss Gesetz als Betäubungsmittel zu 
betrachten waren, sowie 4 kg Haschisch an unbekannt viele Personen verkauft hat. 
In subjektiver Hinsicht ist davon auszugehen, dass A. zumindest eventualvorsätzlich 
handelte. Wie bereits ausgeführt, konsumiert A. nach eigenen Angaben seit mehr 
als 35 Jahren praktisch täglich Marihuana oder Haschisch (polizeiliche Einver-
nahme vom 5. Mai 2004, act. 12.5, S. 4 unten), weshalb er ohne Zweifel in der Lage 
war zu erkennen, dass der THC-Gehalt der Hanfblüten, die er verkaufte und von 
denen er selbst konsumierte, über dem vom Gesetz vorgesehenen Grenzwert lag, 
es sich somit um Betäubungsmittel handelte. Ebenso war ihm zweifellos bekannt, 
dass Haschisch dem Betäubungsmittelgesetz untersteht und ohne behördliche Be-
willigung nicht verkauft werden darf (vgl. seine Aussage anlässlich der untersu-
chungsrichterlichen Einvernahme vom 12. Mai 2004, act. 12.8, S. 3: „Ich wusste, 
dass es [sein Handeln] strafbar ist“). A. hat in der Untersuchung im weiteren erklärt, 
er habe vermutet, dass die von ihm verkauften Hanfprodukte von den Käufern ge-

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raucht würden (untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 12. Mai 2004, act. 
12.8, S. 2 Mitte; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 1. Oktober 2004, act. 
12.9, S. 3 unten). Diese Aussage hat er anlässlich der Hauptverhandlung vor der 
Strafkammer des Kantonsgerichtes am 11. Januar 2005 auf entsprechende Frage 
des Vorsitzenden bestätigt. A. wusste mithin um die konkrete Möglichkeit der ge-
setzwidrigen Verwendung der Hanfprodukte und ging sogar davon aus, dass sich 
diese Möglichkeit mit hoher Wahrscheinlichkeit verwirklichte. Er unternahm jedoch 
nichts, um eine illegale Verwendung seiner Hanfprodukte zu verhindern. A. hat da-
mit augenscheinlich zumindest in Kauf genommen, dass die Käufer die Hanfblüten 
beziehungsweise das Haschisch mittels Rauchen konsumierten. Wie sich den Ein-
vernahmen der Käufer entnehmen lässt, haben diese die Hanfprodukte auch 
tatsächlich geraucht (vgl. Dossier 10). Unter diesen Umständen muss nicht weiter 
geprüft werden, ob A. auch mit direktem Vorsatz handelte, obwohl sehr starke Indi-
zien dafür sprechen (vgl. unter anderem seine Aussage im Verfahren, welches zu 
seiner Verurteilung vom 10. Juni 2003 führte, wonach ihm klar gewesen sei, dass 
jemand, der Fr. 100.-- für ein Säcklein Hanfblüten ausgebe, diese anschliessend 
auch rauche [Urteil der Strafkammer des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 
2003, SF 03 17, S. 12]. Es ist nicht anzunehmen und es sind auch keine Hinweise 
ersichtlich, dass sich die Situation für A. nun anders darstellte). Denn gemäss bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung genügt Eventualvorsatz zur Erfüllung des Tatbe-
standes, jedenfalls dann, wenn wie vorliegend Hanfprodukte vertrieben werden, de-
ren THC-Gehalt den gesetzlichen Grenzwert überschreitet (BGE 126 IV 198). Aus 
dem Gesagten erhellt, dass A. ohne Frage sowohl den objektiven als auch den sub-
jektiven Tatbestand von Art. 19 Ziff. 1 BetmG erfüllt hat.

4. Die Staatsanwaltschaft Graubünden macht geltend, A. habe berufs-
mässig gehandelt sowie einen grossen Umsatz erzielt, weshalb er den qualifizierten 
Tatbestand von Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG erfüllt habe. A. bestreitet, dass der Um-
satz, welcher mit dem Verkauf von illegalen Hanfprodukten erzielt worden ist, zur 
Gänze ihm anzurechnen sei; es sei daher vorliegend unter den gegebenen Umstän-
den das Kriterium des grossen Umsatzes nicht erfüllt.

a) Gewerbsmässig im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 lit. c BetmG handelt, wer die 
deliktische Tätigkeit nach Art eines Berufes ausübt. Der Täter handelt berufsmässig, 
wenn aus den gesamten Umständen geschlossen werden muss, dass er sich darauf 
eingerichtet hat, durch deliktische Handlungen Einkünfte zu erzielen, die einen nam-
haften Beitrag an die Kosten zur Finanzierung seiner Lebensgestaltung darstellen 
(vgl. BGE 129 IV 188). A. hat in U. und V. die Hanfblüten und das Haschisch 

19

zunächst in seinen Läden, dann über einen von ihm organisierten Auslieferungs-
dienst verkauft. Er hat folglich eine geschäftliche Struktur und ein besonderes Sys-
tem für den Vertrieb der Hanfprodukte aufgebaut und benutzt. Gemäss eigenen An-
gaben hat er durch den Verkauf der Hanfblüten und des Haschischs einen Erlös in 
Höhe von Fr. 60'000.-- bis Fr. 70'000.-- erzielt (untersuchungsrichterliche Einver-
nahme vom 12. Mai 2004, act. 12.8, S. 2 unten). In derselben Einvernahme und 
auch anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 1. Oktober 2004 
hat er geltend gemacht, dass von diesem Erlös noch die Miet- und Nebenkosten 
sowie die Löhne für seine Angestellten in U. und V. abzuziehen seien, so dass prak-
tisch nichts mehr übrig geblieben sei (act. 12.8, S. 2 unten; act. 12.9, S. 1 und 2). 
Damit bestreitet er unter anderem, dass er aus dem Verkaufserlös der Hanfprodukte 
einen namhaften Beitrag an seine Lebenshaltungskosten geleistet hat. Um seine 
Ausführungen zu untermauern, zählt er in der untersuchungsrichterlichen Einver-
nahme vom 1. Oktober 2004 die Kosten auf, welche seiner Meinung nach vom Ver-
kaufserlös abzuziehen sind (act. 12.9, S. 2). Folgt man der Auffassung von A. und 
zieht alle geltend gemachten (aber nur teilweise belegten!) Kosten ab, bleibt 
tatsächlich kein Erlös mehr übrig. In seiner Argumentation übersieht A. jedoch, dass 
er in der Zeit, in der er illegale Hanfprodukte verkauft hat, auch mit dem Verkauf von 
legalen Produkten einen Erlös erzielt hat (vgl. untersuchungsrichterliche Einver-
nahme vom 1. Oktober 2004, act. 12.9, S. 4 oben). Dieser Erlös ist zum Gesamter-
lös hinzuzuzählen und anteilsmässig auf die Bezahlung der Miet- und Personalkos-
ten anzurechnen. Dies umso mehr, als die Ladenräumlichkeiten auch zum Verkauf 
der legalen Produkte gedient haben und das Personal auch mit dem Verkauf von 
legalen Produkten beschäftigt war (vgl. polizeiliche Einvernahme vom 30. April 
2004, act. 12.4, S. 2: „Welche Funktion übte E. im AA. aus? Er war [als] Verkäufer 
tätig und verkaufte Papierchen, Zigaretten, Pfeiffen und möglicherweise auch 
Hanf.“). Die Miet- und Personalkosten sind folglich nicht einzig durch den Verkauf 
der Hanfblüten und des Haschischs angefallen und sind daher auch nicht gesamt-
haft vom Erlös aus dem Verkauf der Hanfprodukte abzuziehen. Vielmehr sind die 
Miet- und Personalkosten anteilmässig auf den Erlös aus dem Verkauf der Canna-
bisprodukte und jenem von legalen Produkten aufzuteilen. Aus den Akten lässt sich 
nun aber nicht mit Sicherheit feststellen, wie gross der Erlös aus den legalen Pro-
dukten gewesen ist. A. hat zwar anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 6. 
Mai 2004 auf entsprechende Frage ausgeführt, er habe mit seiner Firma BB. im 
Jahre 2003 einen Umsatz von knapp Fr. 60'000.-- und einen Reingewinn von knapp 
Fr. 20'000.-- erzielt (act. 12.6, S. 4 unten). Es ist jedoch nicht klar, was unter der 
Firma BB. abgerechnet wurde, insbesondere ist nicht ersichtlich, ob und in wieweit 
der Verkauf von Zigarettenpapier etc. in den Läden auch im genannten Umsatz er-

20

fasst ist oder ob einzig die Bestellungen übers Internet erfasst sind. Aus den Aus-
sagen von A. geht hingegen sehr deutlich hervor, dass er erst durch die Einnahmen 
aus dem Handel mit Betäubungsmitteln in der Lage war, überhaupt seine Ausgaben 
zu decken (polizeiliche Einvernahme vom 6. Mai 2004, act. 12.6, S. 4: „Zu dieser 
Zeit [im Jahre 2003] hätte ich nur mit dieser Firma [BB.] nicht überleben können. Ich 
war folgedessen mehr oder weniger gezwungen, mit dem Drogenhandel fortzufah-
ren“; untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 1. Oktober 2004, act. 12.9, S. 2: 
„Als ich dann aber merkte, dass ich Mieten und Personalkosten und andere Ausla-
gen hatte, die ich sonst nicht bezahlen konnte, begann ich wieder mit der Abgabe 
von Hanfblüten und Haschisch“). Es ist durchaus möglich, dass A. für die Bezahlung 
der Miet- und Personalkosten im konkreten Fall vornehmlich Geld aus dem Verkauf 
von Marihuana und Haschisch benutzte, zum Beispiel weil dies gerade in bar zur 
Hand war. Dadurch aber wurden Mittel aus dem Verkauf von legalen Produkten frei, 
die er ansonsten dafür hätte heranziehen müssen. Mit diesen freien Mitteln konnte 
er sich erst seinen Lebensunterhalt finanzieren (vgl. seine bereits zitierte Aussage, 
wonach er allein mit den Einnahmen aus seiner Firma BB. nicht hätte überleben 
können). Durch den Handel mit illegalen Hanfprodukten hat A. folglich regelmässige 
Einkünfte erzielt, die einen namhaften Beitrag an die Kosten seiner Lebensführung 
darstellen (vgl. auch BGE 123 IV 113 E 2, wo das Bundesgericht deliktische Ein-
nahmen in der Höhe von durchschnittlich Fr. 500.-- pro Monat als namhaften Beitrag 
an die Lebenshaltungskosten bezeichnet hat). Im übrigen hat A. sowohl in der Un-
tersuchung als auch vor Schranken des Kantonsgerichts bestätigt, dass er den Er-
lös aus dem Verkauf der Betäubungsmittel teilweise auch dazu verwendet hat, seine 
Lebenshaltungskosten zu bestreiten (vgl. untersuchungsrichterliche Einvernahme 
vom 12. Mai 2004, act. 12.8, S. 2 unten: „Mit dem Erlös habe ich sodann teilweise 
meinen Lebensunterhalt bestritten.“). Im weiteren hat A. in unbekannt vielen Fällen 
getrocknete Hanfblüten und Haschisch verkauft und er war ohne Zweifel bereit, in 
unbestimmt vielen weiteren Fällen Marihuana und Haschisch zu verkaufen. Der Ver-
kauf der illegalen Hanfprodukte war folglich auf Dauer ausgelegt. A. handelte offen-
kundig berufs- und damit gewerbsmässig im Sinne des Gesetzes. Bezüglich des 
Umsatzes ist festzuhalten, dass A. diesen in der Untersuchung mit Fr. 220'000.-- 
bis Fr. 230'000.-- angegeben hat (polizeiliche Einvernahme vom 12. Mai 2004, act. 
12.7, S. 2 oben). Diese Zahlen hat er anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung 
vor der Strafkammer des Kantonsgerichts am 11. Januar 2005 auf entsprechende 
Frage des Vorsitzenden bestätigt. Sein Verteidiger hat in seinem Plädoyer jedoch 
geltend gemacht, A. habe diesen Umsatz nicht alleine erzielt, sondern mit Hilfe von 
zwei, drei weiteren Personen, weshalb nicht der gesamte Umsatz A. zugeschrieben 
werden könne. Es trifft zwar zu, dass A. sowohl in U. als auch in V. Angestellte hatte, 

21

die neben ihm in seinem Laden als Verkäufer gearbeitet und auch das Marihuana 
und das Haschisch den Käufern geliefert haben. A. war jedoch der Initiator des 
Betäubungsmittelverkaufs. Er hat die Ladenlokale gemietet und war in U. bis zum 
15. November 2003 und in V. bis zu seiner Verhaftung, abgesehen von den Mona-
ten Februar und März 2004, Geschäftsführer. Er hat die Kontakte zu den Betäu-
bungsmittelproduzenten hergestellt und gepflegt, hat mit ihnen verhandelt und 
selbständig entschieden, welche Betäubungsmittel wo und in welchen Mengen ein-
gekauft werden. Er hat die Betäubungsmittel selbst eingekauft, anschliessend ab-
portioniert und grösstenteils für die Auslieferung bereit gemacht. Er hat seine Ange-
stellten angelernt und instruiert, sie waren weisungsgebunden. Er hat den Preis der 
Ware selbständig festgelegt. Seine Angestellten mussten ihm das Geld aus dem 
Verkauf der Betäubungsmittel aushändigen, wobei sie jeweils 10 % als Bezahlung 
erhielten. A. hat offensichtlich ganz entscheidend zur Realisierung des Umsatzes 
beigetragen. Deshalb ist ihm auch der gesamte Umsatz von Fr. 220'000.-- bis Fr. 
230'000.-- anzurechnen (vgl. auch Urteil des Kassationshofes des Bundesgerichtes 
vom 12. November 2002, 6S.718/2001, E 6.3). In diesem Umsatz enthalten sind im 
übrigen auch die Beträge, welche B. nach dem 15. November 2003 an A. für die 
gelieferten Betäubungsmittel bezahlt hat, nicht jedoch der Umsatz, den B. nach der 
Übernahme des AA. in U. mit dem Verkauf von Betäubungsmitteln auf eigene Rech-
nung erzielt hat. Der von A. in der Untersuchung genannte und ihm zuzurechnende 
Umsatz von zumindest Fr. 220'000.-- ist ohne Zweifel als gross zu bezeichnen. Da-
mit ist vorliegend das Qualifikationsmerkmal des grossen Umsatzes ohne weiteres 
erfüllt. Nachdem bereits die Voraussetzung des gewerbsmässigen Handels bejaht 
werden musste, ist vorliegend der qualifizierte Tatbestand gemäss Art. 19 Ziff. 2 lit. 
c BetmG erfüllt. Unter diesen Umständen aber erübrigen sich an dieser Stelle Aus-
führungen zum Gewinn. 

Aus dem Gesagten erhellt, dass sich A. eines Verstosses gegen Art. 19 Ziff. 
2 lit. c BetmG schuldig gemacht hat.

5. A. hat in der Strafuntersuchung und auch vor Schranken des Gerichts 
zugestanden, dass er praktisch täglich Marihuana oder Haschisch konsumierte (vgl. 
polizeiliche Einvernahme vom 5. Mai 2004, act. 12.5, S. 4 unten). Mit diesem Eigen-
konsum und den damit zusammenhängenden Widerhandlungen gegen Art. 19 Ziff. 
1 BetmG hat A. die objektiven Tatbestandsmerkmale von Art. 19a Ziff. 1 BetmG 
erfüllt. In subjektiver Hinsicht ist davon auszugehen, dass A. wusste, dass sowohl 
der Eigenkonsum als auch die darauf hinführenden Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz verboten sind. Dies allein schon aufgrund seiner Verurtei-

22

lung durch das Kantonsgericht Graubünden vom 10. Juni 2003, mit welcher A. be-
reits wegen dem Konsum von Marihuana bestraft worden war. A. ist daher schuldig 
der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG. Auch dies hat sein 
Verteidiger vor Schranken des Gerichts vorbehaltlos anerkannt.

6. Nachdem sich A. der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG 
sowie der mehrfachen Wiederhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig ge-
macht hat, ist die Strafe zuzumessen.

a) aa) Bei der Strafzumessung hat der Richter die Strafe nach dem Verschul-
den des Täters zu bemessen, wobei er die Beweggründe, das Vorleben und die 
persönlichen Verhältnisse des Schuldigen berücksichtigt (Art. 63 StGB). In BGE 117 
IV 112 ff. hat das Bundesgericht grundsätzliche Bemerkungen zur Frage der Straf-
zumessung angebracht. Demnach muss sich der Begriff des Verschuldens auf den 
gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Bei der Tat-
komponente sind insbesondere zu beachten das Ausmass des verschuldeten Erfol-
ges, die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, und die Beweggründe, die 
Art. 63 StGB ausdrücklich erwähnt. Die Täterkomponente umfasst demgegenüber 
das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse, das Verhalten nach der Tat und im 
Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit (vgl. auch 
BGE 118 IV 14; 127 IV 101; 129 IV 6 E 6.1). Diese in die Waagschale gelegten 
Elemente wirken strafmindernd oder -erhöhend, wobei in der Begründung der Straf-
zumessung die Überlegungen des Richters nachvollziehbar sein müssen. Im weite-
ren ist der Richter nicht an die Höhe des von der Anklage geforderten Strafmasses 
gebunden. Vielmehr hat er das Strafmass innerhalb des gesetzlichen Rahmens 
nach sorgfältiger Würdigung des Falles und unter Berücksichtigung der Milderungs- 
und Schärfungsgründe zu bestimmen (vgl. Art. 126 Abs. 2 StPO). 

bb) Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen Freiheitsstrafen ver-
wirkt hat, so verurteilt ihn der Richter nach dem Asperationsprinzip zu der Strafe der 
schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Er kann jedoch das höchste 
Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte überschreiten und ist 
dabei zudem an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 68 Ziff. 1 
StGB). Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten Strafe be-
drohten Tatbestand fällt. Grundlage der Strafzumessung im vorliegenden Fall ist die 
in Art. 19 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG vorgesehene Strafe von 
Zuchthaus oder Gefängnis nicht unter einem Jahr. Der Gesetzgeber hat damit zu 
erkennen gegeben, dass die Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG als 

23

ernst zu nehmendes Delikt zu qualifizieren ist. Die objektive Schwere des Deliktes 
im konkreten Einzelfall zeigt sich aber insbesondere anhand des Ausmasses des 
Erfolges und der Art der Ausführung des Verbrechens. Dies erlaubt dem Richter 
eine Verfeinerung der Wertung, die der Gesetzgeber vorgezeichnet hat. Die Menge 
der umgesetzten Drogen ist zwar für die Strafzumessung nicht von ausschlagge-
bender Bedeutung; sie bildet indessen einen ersten massgeblichen Anhaltspunkt 
für den kriminellen Willen des Täters (BGE 121 IV 193 = Pra 85 [1996] Nr. 28).

b) Die Strafzumessung gestaltet sich vorliegend insofern etwas komplexer, 
als Straftaten zu beurteilen sind, die A. teilweise vor seiner mit Urteil der Strafkam-
mer des Kantonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003 erfolgten Verurteilung be-
gangen hat, und er auch danach noch straffällig geworden ist. Bei der Beurteilung 
einer Tat, welche vor der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe wegen einer anderen 
Tat begangen wurde, bestimmt der Richter die Strafe so, dass der Täter nicht 
schwerer bestraft wird, als wenn die mehreren strafbaren Handlungen gleichzeitig 
beurteilt worden wären (Art. 68 Ziff. 2 StGB). Der Gesetzgeber hat jedoch die Frage 
offengelassen, wie die Strafe festgesetzt werden muss, wenn der Richter gleichzei-
tig eine vor und eine nach der Verurteilung begangene Tat zu beurteilen hat. Einer-
seits liegt eine retrospektive Konkurrenz im Sinne von Art. 68 Ziff. 2 StGB, anderer-
seits eine neue Tat vor, welche Gegenstand desselben Urteils bilden. Nach der 
Rechtsprechung muss in einem solchen Fall eine Gesamtstrafe ausgesprochen 
werden (BGE 116 IV 14 ff. = Pra 79 [1990] Nr. 143; BGE 115 IV 25; BGE 116 IV 17 
E 2b). Art. 68 Ziff. 2 StGB ist jedoch Rechnung zu tragen, indem zuerst auf die Tat 
abzustellen ist, für welche das Gesetz die schwerste Strafe vorsieht; danach ist die 
Bestrafung abzuwägen, die für diese schwerste Tat im konkreten Fall angemessen 
ist. Schliesslich wird die Strafe gemäss der Strafzumessung für die andere Tat ent-
sprechend erhöht. Dabei ist zu präzisieren, dass das Element der Gesamtstrafe be-
züglich der Tat in retrospektiver Konkurrenz wie eine Zusatzstrafe bestimmt wird 
(BGE 115 IV 25; BGE 69 IV 59). Wiegt die alte Tat schwerer, wird theoretisch von 
einer Zusatzstrafe ausgegangen. An diese wird die Strafe für die spätere Tat ange-
fügt. Wenn die neue Tat schwerer wiegt, dient die dafür bemessene Strafe als 
Grundlage; sie wird unter Berücksichtigung der alten Tat erhöht (BGE 116 IV 14 ff. 
= Pra 79 [1990] Nr. 143; BGE 118 IV 121). Mit anderen Worten ist die Schwere der 
Strafe für die vor und nach dem Urteil begangenen Taten zu bestimmen, damit ent-
schieden werden kann, welche der beiden Strafen als Einsatzstrafe und welche als 
Zusatzstrafe zu gelten hat (BGE 118 IV 119; Wiprächtiger, Strafzumessung und be-
dingter Strafvollzug - eine Hersausforderung für die Strafbehörden, in: ZStrR 114 
[1996] S. 422 ff., S. 453 f.). Diese Methode erlaubt, Art. 68 Ziff. 1 StGB anzuwenden, 

24

ohne Art. 68 Ziff. 2 StGB zu vernachlässigen. Schliesslich ist zu beachten, dass in 
Fällen, wo Taten vor und nach einer früheren Verurteilung zu beurteilen sind, in der 
Regel die Höhe der jeweiligen Strafen in Zahlen anzugeben ist, damit sich überprü-
fen lässt, in welcher Weise das frühere Urteil berücksichtigt worden ist (vgl. BGE 
118 IV 121, vgl. auch BGE 129 IV 113).

c) Vorliegend fallen sowohl die Straftaten, die vor der Verurteilung vom 10. 
Juni 2003 begangen worden sind, als auch jene danach gesamthaft gesehen unter 
denselben Straftatbestand, nämlich Art. 19 Ziff. 2 lit. c BetmG. Damit kann allein von 
der Strafdrohung her nicht entschieden werden, welche Straftaten die schwereren 
sind. Es ist daher abzuwägen, welche Straftatengruppe mit Bezug auf den konkre-
ten Fall schwerer wiegt. Die Strafkammer des Kantonsgerichts kommt zum Schluss, 
dass das Verschulden für die Strafen nach der Verurteilung vom 10. Juni 2003 
schwerer wiegt. A. hat in seiner Stellungnahme vom 15. Februar 2006 zum Urteil 
des Bundesgerichtes vom 14. Dezember 2005 die Strafkammer ersucht, auf diese 
Gewichtung zurückzukommen und sie zu korrigieren. Er hat jedoch keine Aus-
führungen dazu gemacht, weswegen sich eine andere Gewichtung ergeben 
müsste. Die Strafkammer des Kantonsgerichts sieht denn auch keine Gründe, die 
zu einer anderen Gewichtung führen würden. Unter diesen Umständen ist vorlie-
gend zunächst eine Einsatzstrafe für die nach dem Urteil der Strafkammer des Kan-
tonsgerichts Graubünden vom 10. Juni 2003 verübten Straftaten festzusetzen. An-
schliessend ist diese Strafe im Rahmen der vorliegend auszusprechenden Ge-
samtstrafe angemessen für die vor der genannten Verurteilung begangenen Straf-
taten zu erhöhen, wobei zu beachten ist, dass die Strafe für die Taten vor dem Urteil 
vom 10. Juni 2003 in retrospektiver Konkurrenz zu bemessen ist. Dabei darf diese 
Zusatzstrafe für die vor dem 10. Juni 2003 begangenen Taten nicht für sich festge-
setzt werden, sondern sie stellt die angemessene Erhöhung der selbständigen 
Strafe für die nach dem 10. Juni 2003 begangenen Straftaten nach Massgabe des 
im ursprünglichen Urteil vom 10. Juni 2003 nicht abgegoltenen Sühnerestes dar 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. Dezember 2005, 6S.254/2005). 

aa) Das Verschulden von A. wiegt schwer. Er hat in einem Zeitraum von un-
gefähr 23 Monaten mindestens 22.8 kg Marihuana und 4 kg Haschisch verkauft, 
mithin eine erhebliche Menge. Davon entfallen etwa 12.8 kg Marihuana und 2 kg 
Haschisch auf den Zeitraum nach dem Urteil vom 10. Juni 2003. (In V. ist der Ver-
kauf von Betäubungsmitteln - mindestens 4.5 kg Marihuana und 0.5 kg Haschisch - 
ab Juni 2003 nachgewiesen [polizeiliche Einvernahme vom 30. April 2004, act. 12.4, 
S. 2 Mitte], er fällt deshalb vollständig in die Zeit nach dem früheren Urteil vom 10. 

25

Juni 2003; der Verkauf von Betäubungsmitteln an B. - zumindest 4.3 kg Marihuana 
und 0.5 kg Haschisch - fand nach der Geschäftsübergabe vom 15. November 2003 
statt, so dass auch er gänzlich in die Zeit nach dem 10. Juni 2003 fällt. Der Verkauf 
von Betäubungsmitteln in U., welcher A. zuzurechnen ist, fällt in die Zeit vom 23. 
Mai 2002 bis zum 15. November 2003. Vom 23. Mai 2002 bis zum Urteil vom 10. 
Juni 2003 sind es 12 ½ Monate, vom 10. Juni 2003 bis zum 15. November 2003 
fünf Monate. Dies entspricht einem Verhältnis von fünf zu zwei. Teilt man die von A. 
anerkannten, in der fraglichen Zeit verkauften Betäubungsmittel, nämlich 14 kg Ma-
rihuana und 3 kg Haschisch, im selben Verhältnis, ergibt dies für die Zeit vom 10. 
Juni 2003 bis zum 15. November 2003 4 kg Marihuana und ungefähr 1 kg Ha-
schisch. Insgesamt hat A. daher nach seiner Verurteilung vom 10. Juni 2003 die 
erwähnten 12.8 kg Marihuana und 2 kg Haschisch verkauft). A. hat auch noch nach 
dem Urteil vom 10. Juni 2003 bis zum 28. April 2004, also noch mehr als 10 Monate 
lang und somit über eine lange Zeitspanne, intensiv delinquiert und einen bedeu-
tenden Umsatz erzielt. Damit offenbarte er einen erheblichen kriminellen Willen. 
Das Gericht übersieht dabei nicht, dass A. mit Hanfprodukten gehandelt hat und 
dass Hanfprodukte nicht dasselbe Gefährdungspotenzial aufweisen wie zum Bei-
spiel Heroin oder Kokain. Trotzdem ist die Droge Cannabis in gesundheitlicher Hin-
sicht nicht einfach unbedenklich; ihr wohnen nicht vernachlässigbare Gefahren und 
Risiken inne, weshalb sie der Gesetzgeber ins Betäubungsmittelgesetz aufgenom-
men und damit den Umgang mit ihr mit Strafe bedroht hat (vgl. BGE 120 IV 256; 
117 IV 314). Der Drogenkonsum ist für Körper und Geist äusserst schädlich. Dies 
trifft vor allem für harte Drogen zu: nebst der verheerenden Einwirkung auf den Kör-
per sind sie gefährlich, weil sie den Willen auflösen und den Menschen zu einem 
Automaten machen, der nicht mehr frei über sein eigenes Leben entscheiden kann. 
Es kann aber auch schon bei Einnahmen geringer Mengen von Cannabis, eine 
Droge, die vielfach verharmlost wird, zu einer Einschränkung der Konzentrations-
fähigkeit und Aufmerksamkeit sowie der Motivationskraft und zu einer Reduktion 
der Kritikfähigkeit kommen. Konzentration, Aufmerksamkeit und Kritikfähigkeit sind 
aber alles Fähigkeiten, die im gesellschaftlichen Zusammenleben stark beansprucht 
werden. Sind diese Fähigkeiten infolge Drogenkonsums vermindert, wird es sehr 
schwierig sein, sich im Gesellschaftsleben etablieren zu können, und einer geeig-
neten Arbeit nach zu gehen. Dass A. auch noch nach der Verurteilung vom 10. Juni 
2003 über 10 Monate lang mit dieser bekanntermassen verbotenen Substanz in 
erheblichem Umfang gehandelt hat, zeigt eindeutig seine beträchtliche kriminelle 
Energie. Seine Handlungen, die insgesamt gesehen den Tatbestand von Art. 19 
Ziff. 2 lit. c BetmG erfüllen, sind als Verbrechen zu qualifizieren (Art. 9 Abs. 1 StGB) 
und verstossen in schwerer Weise gegen die öffentliche Ordnung (vgl. den Ent-

26

scheid des Bundesgerichtes vom 11. September 2000, 1P.317/2000, E 3d/bb). Er-
schwerend zu gewichten ist im weiteren, dass A. die Betäubungsmittel aus rein fi-
nanziellen Erwägungen, also aus rein egoistischen Motiven, verkauft hat. Es ging 
ihm nur darum, Geld für seine Läden und seinen Lebensunterhalt zu verdienen. In 
diesem Zusammenhang hat A. in der Untersuchung geltend gemacht, er sei gewis-
sermassen gezwungen gewesen, Betäubungsmittel zu verkaufen, da sein Gewinn 
aus dem Verkauf von legalen Produkten nicht gereicht habe, um die Miet- und Per-
sonalkosten seiner beiden Läden und seine Lebenshaltungskosten zu decken (vgl. 
polizeiliche Einvernahme vom 6. Mai 2004, act. 12.6, S. 4; untersuchungsrichterli-
che Einvernahme vom 1. Oktober 2004, act. 12.9, S. 2). Dem ist entgegen zu halten, 
dass A. zum einen einer legalen Tätigkeit hätte nachgehen können beziehungs-
weise legale Hilfe hätte suchen und in Anspruch nehmen können, um die anfallen-
den Kosten zu decken, und zum andern hätte er die beiden Läden auch aufgeben 
können, wenn ihr Betrieb seine finanziellen Möglichkeiten überstieg. A. hat bezüg-
lich der Aufgabe der beiden Läden argumentiert, er habe die langfristigen Mietver-
träge nicht auflösen können und zudem habe er die Mitarbeiter nicht auf die Strasse 
stellen wollen. Offensichtlich war es ihm nun nach seiner Entlassung aus der Unter-
suchungshaft aber doch möglich, sowohl die Mietverträge als auch die Arbeitsver-
hältnisse schnell und ohne weitere Probleme aufzulösen, hat A. anlässlich der 
Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht Graubünden am 11. Januar 2005 auf 
entsprechende Frage des Vorsitzenden doch erklärt, er habe nach Rücksprache mit 
dem Vermieter in V. früher aus dem Mietvertrag aussteigen können als vorgesehen 
und auch den Laden in U. könne er bald abgeben (vgl. auch untersuchungsrichter-
liche Einvernahme vom 1. Oktober 2004, act. 12.9, S. 5 unten: „Der Laden in V. ist 
seit Juli 2004 geschlossen. Der Laden in U. [ist] noch bis März 2005 offen, weil der 
Mietvertrag erst dann ausläuft.“). Auch sein Verteidiger hat im Rahmen seines Plä-
doyers anlässlich der Hauptverhandlung vom 11. Januar 2005 ausdrücklich darauf 
hingewiesen, dass A. die Miet- und Arbeitsverhältnisse nun schnell aufgelöst habe. 
Damit ist der Argumentation der Boden entzogen, er habe die Miet- und Arbeitsver-
träge nicht beenden können und sei so in eine finanzielle Zwangslage geraten. 
Denn es ist kein Grund ersichtlich, weshalb A. nicht bereits vor dem Urteil vom 10. 
Juni 2003 an die Vermieter hätte herantreten können, um erfolgreich über eine - 
vorzeitige - Auflösung der Mietverträge zu verhandeln, und warum er die Arbeits-
verhältnisse nicht bereits in jenem Zeitpunkt hätte beenden können. Wenn A. die 
Läden behalten wollte, obwohl deren Betrieb seine finanziellen Möglichkeiten über-
stieg, und er dadurch in eine schwierige finanzielle Lage geriet, so hat er diese gel-
tend gemachte Notlage selbst verschuldet, weshalb sie sein Verhalten in keiner 
Weise zu entschuldigen vermag. Er war nicht gezwungen, die Läden zu behalten, 

27

und er hätte sich um legale Hilfe bemühen können. Stattdessen hat er einen Weg 
gewählt, der zur Verwirklichung von strafbaren Handlungen in erheblichem Umfang 
geführt hat. Entgegen den Ausführungen des Verteidigers in seiner Nichtigkeitsbe-
schwerde an das Bundesgericht erschiene daher das Verschulden von A. nicht ge-
ringer, selbst wenn man ihm zugute halten würde, er habe aus sozialträchtigen 
Überlegungen gehandelt, wie er sie geltend macht. Ganz erheblich straferhöhend 
wertet die Strafkammer des Kantonsgerichts, dass A. während laufender Probezeit, 
sogar unmittelbar nach der Verurteilung vom 10. Juni 2003 erneut in bedeutendem 
Masse straffällig geworden ist. In diesem Zusammenhang ist mit allem Nachdruck 
darauf hinzuweisen, dass A. anlässlich der Hauptverhandlung vor der Strafkammer 
des Kantonsgerichts am 10. Juni 2003 mehrfach beteuert hat, er verkaufe jetzt keine 
illegalen Produkte mehr. Indem er unbekümmert dieser Äusserungen und der Ver-
urteilung vom 10. Juni 2003 in erheblichem Masse weiter delinquierte, hat er das 
Vertrauen, das ihm das Gericht am 10. Juni 2003 entgegengebracht hat, schwer 
getäuscht. Sein Verhalten kann nicht anders als unverfroren bezeichnet werden und 
fällt erschwerend ins Gewicht. Dabei legt das Gericht Wert darauf, festzuhalten, 
dass es sich in dieser Wertung nicht von persönlichen Animositäten leiten lässt, wie 
sie ihm der Verteidiger in seiner Nichtigkeitsbeschwerde an das Bundesgericht vor-
wirft. Vielmehr lässt das Verhalten von A. - dass er nämlich an der Verhandlung vom 
10. Juni 2003 mehrfach und glaubhaft beteuerte, er verkaufe keine illegalen Hanf-
produkte mehr, und damit in tückischer Weise bei der Strafkammer des Kantonsge-
richts Vertrauen in seine Einsicht und sein zukünftiges Wohlverhalten erweckte, 
während er gleichzeitig über seine Läden weiterhin und unvermindert Marihuana 
und Haschisch vertrieb - Rückschlüsse auf seinen ausserordentlich starken krimi-
nellen Willen zu. Die einzige Änderung, die A. nach dem Urteil vom 10. Juni 2003 
vornahm, war die, dass er die Betäubungsmittel nicht mehr in seinen Läden direkt 
verkaufte, sondern einen Auslieferungsdienst organisierte. Dieses Verhalten be-
weist eine gravierende Missachtung der verbindlichen Regeln des Rechts sowie den 
überaus starken Willen von A., sich nicht an das Gesetz, welches ihm wohlbekannt 
war, zu halten. Ebenso massiv straferhöhend wirkt die Vorstrafe aus dem Jahre 
2003, die auch das Gebiet des Betäubungsmittelgesetzes beschlägt. Schon damals 
war A. wegen dem Verkauf von 43 kg Marihuana sowie wegen dem Konsum von 
Marihuana verurteilt worden, also wegen gleichartiger Delikte, wie sie ihm vorlie-
gend vorgeworfen werden. A. liess sich durch das Urteil vom 10. Juni 2003 aber 
offensichtlich weder warnen noch belehren oder beeindrucken oder von weiterer 
Delinquenz abhalten, was wiederum seinen starken deliktischen Willen aufzeigt. Of-
fensichtlich war A. nicht gewillt, aus der Verurteilung vom 10. Juni 2003 die notwen-
digen Lehren zu ziehen. Lediglich leicht strafmindernd wertet die Strafkammer das 

28

Geständnis. A. hat zunächst alles bestritten und war erst nach einer gewissen Zeit 
in Untersuchungshaft bereit, seine Drogenverkäufe zuzugeben und Drogenmengen 
zu nennen. Jedoch war er weder in der Untersuchung noch anlässlich der Haupt-
verhandlung vor der Strafkammer des Kantonsgerichts bereit, seine Lieferanten zu 
nennen und seine Abnehmer zu bezeichnen, soweit diese den Strafverfolgungs-
behörden nicht bereits bekannt waren. Sein Geständnis ist mithin nicht umfassend, 
sondern nur teilweise erfolgt, weshalb es nur leicht strafmindernd veranschlagt wird 
(vgl. Urteile des Kassationshofes des Bundesgerichts vom 27. September 2004, 
6S.264/2004, und vom 20. August 2003, 6S.189/2003). Auch strafmindernd wirkt 
der ansonsten rechte Leumund. Keine strafmindernde Wirkung hat jedoch der von 
A. in seiner Nichtigkeitsbeschwerde an das Bundesgericht geltend gemachte Um-
stand, dass Hanfläden in Graubünden von der Polizei lange Zeit geduldet worden 
sein sollen. Zum einen handelt es sich dabei nämlich um eine unbewiesene Be-
hauptung von A., die in den Akten keine Stütze findet und schon gar nicht als ge-
richtsnotorisch bezeichnet werden kann. Zum andern musste A. spätestens seit 
dem Urteil vom 10. Juni 2003 ohne den geringsten Zweifel klar sein, dass der Han-
del mit illegalen Hanfprodukten strafbar ist und Widerhandlungen geahndet werden. 
In diesem Zusammenhang ist auf das Urteil des Bundesgerichtes vom 1. Oktober 
2003 (6S.241/2003) hinzuweisen, in welchem der Kassationshof deutlich gemacht 
hat, dass eine allfällige Duldung seitens der zuständigen Behörden die Tat von vorn-
herein nicht zu entschuldigen vermag, wenn das Unrechtsbewusstsein beim Täter 
vorhanden war. A. wusste, dass er etwas Verbotenes tat, weshalb sogar eine - nicht 
bewiesene - Duldung von anderen Hanfläden durch die Polizei sein Verhalten nicht 
zu rechtfertigen vermöchte. Selbst wenn daher Hanfläden von der Polizei über eine 
gewisse Zeit geduldet worden wären, könnte A. daraus nichts zu seinen Gunsten 
ableiten. Dasselbe ist zu der Feststellung von A. in der Nichtigkeitsbeschwerde an 
das Bundesgericht zu sagen, dass es sich bei der Vermieterin für die Räumlichkei-
ten in U. um die Ehefrau eines forensisch tätigen Rechtsanwaltes gehandelt habe, 
der zudem den Mietvertrag in Vertretung seiner Ehefrau unterzeichnet habe, wobei 
der Vermieterin das Verkaufssortiment bekannt gewesen sei. Auch dabei handelt 
es sich zum einen bezüglich der Kenntnis der Exponate durch die Vermieterin um 
eine unbewiesene Behauptung von A., und zum andern würde das Verhalten einer 
Vermieterin zu keinem berechtigten Vertrauen führen, selbst wenn ihr Ehemann 
Rechtsanwalt ist und den Mietvertrag in Vertretung seiner Ehefrau unterzeichnet. A. 
macht auch nicht geltend, er habe konkret mit dem Rechtsanwalt über sein Ver-
kaufssortiment sowie die Frage der Zulässigkeit seiner Verkäufe gesprochen oder 
er habe sich anderweitig an geeigneter Stelle darüber informiert. Seine Ausführun-
gen vermögen ihn daher in keiner Weise zu entlasten. Schliesslich wirkt sich vorlie-

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gend auch nicht strafmindernd aus, dass sich A. seit der Entlassung aus der Unter-
suchungshaft offenbar wohlverhalten hat, sind seit damals doch nur gerade knapp 
zwei Jahre vergangen. Dies ist keine so lange Zeitspanne, dass sie das Strafbe-
dürfnis bereits herabzusetzen vermöchte. Ganz leicht strafschärfend wirkt das Zu-
sammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen, nämlich der Verkauf von Betäu-
bungsmitteln sowie der Eigenkonsum. Strafmilderungsgründe sind nicht ersichtlich 
und werden auch nicht geltend gemacht. Die Strafkammer des Kantonsgerichts 
kommt zum Schluss, dass das Verschulden von A. bezüglich der nach der Verurtei-
lung vom 10. Juni 2003 begangenen Straftaten schwer wiegt. In Würdigung sämtli-
cher Strafzumessungsgründe erachtet sie dafür eine Strafe von 15 Monaten Ge-
fängnis als angemessen. Diese Einsatzstrafe ist nun für die vor der Verurteilung 
vom 10. Juni 2003 begangenen Straftaten angemessen zu erhöhen, unter Berück-
sichtigung, dass für diese Straftaten eine Zusatzstrafe zum Urteil vom 10. Juni 2003 
auszusprechen ist. 

bb) A. hat in der Zeit vom 23. Mai 2002 bis zum Urteil vom 10. Juni 2003, 
also in etwas mehr als einem Jahr, zusätzlich zu den am 10. Juni 2003 bereits be-
kannten 43 kg Marihuana weitere 10 kg getrocknete Hanfblüten und ungefähr 2 kg 
Haschisch verkauft. Die vor dem Urteil vom 10. Juni 2003 veräusserte Betäubungs-
mittelmenge erhöht sich damit um ungefähr einen Viertel, also ganz erheblich, und 
der Deliktszeitraum vor dem genannten Urteil wird mehr als verdoppelt. A. hat mit 
diesem nun bekannt gewordenen Verhalten einen wesentlich stärkeren kriminellen 
Willen zum Ausdruck gebracht, als im Urteil vom 10. Juni 2003 angenommen. Er 
hat über einen langen Zeitraum hinweg intensiv delinquiert und dabei auch einen 
bedeutenden Umsatz erzielt, was auf einen grossen kriminellen Willen schliessen 
lässt. Auch für diese Straftaten ist im übrigen darauf hinzuweisen, dass A. aus rein 
finanziellen Gründen delinquiert hat und dass er seine beiden Läden hätte aufgeben 
oder eine legale Tätigkeit beziehungsweise legale Hilfe hätte suchen können, wenn 
der Betrieb der beiden Läden seine finanziellen Möglichkeiten überstieg. Ganz er-
heblich straferhöhend wertet die Strafkammer den Umstand, dass A. offenbar 
während der gesamten Dauer der damaligen Strafuntersuchung und bis zum Ur-
teilstag vom 10. Juni 2003 in beträchtlichem Masse und offensichtlich völlig unbe-
eindruckt und unvermindert weiterhin mit Betäubungsmitteln gehandelt hat. Damit 
aber bewies A. eine grosse Einsichtslosigkeit und Unverfrorenheit. Die damalige 
Strafuntersuchung sowie der bevorstehende Gerichtstag haben ihn nicht von wei-
terer Delinquenz abgehalten, obwohl beides ihm eine deutliche Warnung hätte sein 
sollen. A. hat sich damit unbelehrbar und uneinsichtig gezeigt. Er war augenschein-
lich nicht in der Lage oder nicht gewillt, aus dem Strafverfahren die notwendigen 

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Konsequenzen zu ziehen. Das Bundesgericht hat bereits in Jahre 1976 festgehal-
ten, dass die Begehung neuer Vorsatztaten während eines hängigen Verfahrens 
Ausdruck eines ausgeprägten verbrecherischen Willens sei (BGE 102 IV 242 E 4a 
am Ende). A. hat vorliegend während des laufenden Strafverfahrens massiv weiter 
delinquiert und damit einen ganz ausserordentlichen kriminellen Willen zum Aus-
druck gebracht. Bezüglich seiner Ausführungen in der Nichtigkeitsbeschwerde an 
das Bundesgericht, dass die Polizei in Graubünden lange Zeit Hanfläden toleriert 
habe, kann auf das bereits unter Ziffer 6c/aa Gesagte verwiesen werden: Neben 
dem Umstand, dass es sich dabei um eine unbewiesene Behauptung von A. han-
delt, musste ihm spätestens seit der Eröffnung des Strafverfahrens, welches zum 
Urteil der Strafkammer vom 10. Juni 2003 führte, und der im Rahmen der Strafun-
tersuchung geführten polizeilichen und untersuchungsrichterlichen Einvernahmen 
sowie der erfolgten Hausdurchsuchung am 23. Mai 2002 ohne den geringsten Zwei-
fel bewusst sein, dass der Verkauf von illegalen Hanfprodukten strafbar ist und ge-
ahndet wird. Selbst wenn die Polizei Hanfläden lange Zeit geduldet hätte, spräche 
dies somit nicht zu seinen Gunsten. Ebenso kann A. nichts aus dem Umstand für 
sich ableiten, dass der Mietvertrag für die Räumlichkeiten in U. vom Ehemann der 
Vermieterin, der als Rechtsanwalt tätig ist, unterzeichnet wurde. Auch diesbezüglich 
kann auf das bereits unter Ziffer 6c/aa Gesagte verwiesen werden. Nur leicht straf-
mindernd wertet die Strafkammer das Geständnis, denn A. war nicht bereit, seine 
Lieferanten zu nennen und seine Abnehmer zu bezeichnen, soweit diese den Straf-
verfolgungsbehörden nicht bereits bekannt waren, so dass sein Geständnis nicht 
umfassend erfolgte (vgl. Urteile des Kassationshofes des Bundesgerichts vom 27. 
September 2004, 6S.264/2004, und vom 20. August 2003, 6S.189/2003). Strafmin-
dernd wirkt auch hier der ansonsten rechte Leumund. Lediglich leicht strafschärfend 
wirkt das Zusammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen, nämlich der Verkauf 
von Betäubungsmitteln sowie der Eigenkonsum. Strafmilderungsgründe sind nicht 
ersichtlich und werden auch nicht geltend gemacht. Aus dem Gesagten erhellt, dass 
das Verschulden von A. bezüglich der Straftaten, die er in der Zeit vom 23. Mai 2002 
bis zum 10. Juni 2003 verübte, recht schwer wiegt. Für die am 10. Juni 2003 be-
kannten Straftaten hat die Strafkammer mit Urteil gleichen Datums eine Freiheits-
strafe von 15 Monaten Gefängnis ausgesprochen. Der Verteidiger stellt sich nun in 
der Nichtigkeitsbeschwerde an das Bundesgericht auf den Standpunkt, mit dieser 
damaligen Strafe seien tendenziell bereits alle vor dem 10. Juni 2003 begangenen 
Straftaten von A. abgegolten, also auch jene, welche erst nach dem 10. Juni 2003 
bekannt geworden seien. Dem kann nicht zugestimmt werden. Die Strafkammer 
des Kantonsgerichts hat am 10. Juni 2003 eine Freiheitsstrafe ausgefällt, die dem 
Verschulden von A. für die damals bekannten Straftaten angemessen war. Grund-

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lage des damaligen Urteils war somit eine bestimmte Grösse des Verschuldens. In 
vorliegendem Verfahren hat sich nun aber gezeigt, dass A. vor dem 10. Juni 2003 
in erheblich grösserem Umfang straffällig geworden ist, als dem Gericht am 10. Juni 
2003 bekannt war. Das Verschulden von A. für diejenigen Straftaten, die erst 
nachträglich bekannt geworden sind, ist - wie bereits aufgezeigt - als recht schwer 
einzustufen. Insgesamt betrachtet wiegt das Verschulden von A. für alle vor dem 
10. Juni 2003 begangenen Straftaten also viel schwerer als jenes Verschulden, wel-
ches das Gericht seinem Urteil am 10. Juni 2003 zu Grunde legte. Da das Verschul-
den des Täters Grundlage der Strafzumessung bildet (vgl. Art. 63 StGB), führt ein 
viel grösseres Verschulden ohne Zweifel grundsätzlich zu einer höheren Strafe. Die 
am 10. Juni 2003 ausgesprochene Freiheitsstrafe deckt unter diesen Umständen 
das nachträglich bekannt gewordene Verschulden von A. nicht ab. Im übrigen ist 
darauf hinzuweisen, dass das Urteil vom 10. Juni 2003 unangefochten geblieben 
ist. A. war im damaligen Zeitpunkt offenbar selbst nicht der Auffassung, dass die 
damals ausgefällte Strafe ein viel grösseres Verschulden abgelte, als jenes, das zu 
jener Zeit bekannt war. Für die vor dem 10. Juni 2003 begangenen, aber erst 
nachträglich bekannt gewordenen Straftaten verbleibt mithin ein Sühnerest, der mit 
dem Urteil vom 10. Juni 2003 nicht abgegolten worden ist. Die Abgeltung dieses 
Sühnerestes führt zu einer Erhöhung der vorliegend auszusprechenden Gesamts-
trafe. Die Strafkammer kommt, unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumes-
sungsgründe, insbesondere in Nachachtung des Umstandes, dass eine teilweise 
Zusatzstrafe zum Urteil vom 10. Juni 2003 auszusprechen ist, zum Schluss, dass 
vorliegend eine Gesamtstrafe von 21 Monaten Gefängnis dem Verschulden von A. 
angemessen ist. Nachdem bereits eine Einsatzstrafe von 15 Monaten Gefängnis 
ausgefällt werden muss, beträgt der Anteil der Zusatzstrafe an der Gesamtstrafe 
folglich 6 Monate. 

d) Bei dieser Strafhöhe hat sich das Gericht - sofern die Voraussetzungen 
des bedingten Strafvollzuges gemäss Art. 41 Ziff. 1 StGB im übrigen gegeben sind 
- mit der Frage auseinander zu setzen, ob angesichts der persönlichen Verhältnisse 
des Schuldigen der Vollzug einer unbedingten Freiheitsstrafe nicht dem Zweck der 
Verbrechensverhütung zuwiderlaufe. Bejaht es diese Frage, so hat es diesem Um-
stand gemäss Art. 63 StGB unter dem Gesichtspunkt der persönlichen Verhältnisse 
strafmindernd Rechnung zu tragen (BGE 127 IV 97; 118 IV 337 E 2c). Dies gilt 
allerdings nur, soweit die Schwere des Tatunrechts, die Tatschuld und die übrigen 
Elemente der Täterkomponente die Herabsetzung der Freiheitsstrafe auf 18 Monate 
zulassen (Urteil des Bundesgerichts vom 9. September 2003, 6S.124/2003, E 3.2; 
BGE 118 IV 337 E 2c). Da vorliegend eine teilweise Zusatzstrafe zum Urteil des 

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Kantonsgerichts vom 10. Juni 2003 auszusprechen war, stellt sich jedoch vorab die 
Frage, ob dieser Umstand auf die Gewährung des bedingten Strafvollzuges Auswir-
kungen hat, und wenn ja, welche.

aa) Art. 68 Ziff. 2 StGB schreibt vor, dass eine Tat, welche bei rechtzeitiger 
Abklärung zusammen mit anderen Delikten durch eine Gesamtstrafe nach Art. 68 
Ziff. 1 StGB hätte geahndet werden können, im Rahmen eines nachträglichen se-
paraten Verfahrens nicht schwerer zu bestrafen sei, als wenn die Mehrheit strafba-
rer Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wäre. Der Täter soll durch die Auftei-
lung der Strafverfolgung in mehrere Verfahren weder benachteiligt noch besser ge-
stellt werden. Dieser Grundsatz muss sinngemäss auch für die Frage gelten, ob die 
Gewährung des bedingten Strafvollzuges wegen der Höhe der Strafe gemäss Art. 
41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zulässig oder ausgeschlossen ist. Geht es nur um eine ei-
gentliche Zusatzstrafe gemäss Ziff. 2 von Art. 68 StGB, durch welche ein oder meh-
rere vor der ersten (rechtskräftigen) Verurteilung begangene Delikte geahndet wer-
den, so ist gemäss konstanter Praxis die aus Grundstrafe und Zusatzstrafe sich 
ergebende gesamte Strafdauer dafür massgebend, ob für die Zusatzstrafe objektiv 
der bedingte Strafvollzug noch in Betracht kommt. Davon unterscheidet sich der hier 
zu beurteilende Sachverhalt insofern, als die neue (zweite) Strafe nur teilweise Zu-
satzstrafe ist, nämlich soweit es um die Bestrafung der vor dem Zeitpunkt der ersten 
Verurteilung vom 10. Juni 2003 begangenen Delikte geht. Wird nun aber - wie vor-
liegend erfolgt - festgehalten, welcher Anteil der neuen Strafe als Zusatzstrafe zum 
früheren Urteil zu betrachten ist, so entspricht es korrekter Anwendung von Art. 68 
und Art. 41 Ziff. 1 StGB, die objektive Möglichkeit des bedingten Strafvollzuges da-
von abhängig zu machen, ob diese in der neuen Gesamtstrafe enthaltene Zusatz-
strafe zusammen mit der zugehörigen Grundstrafe die Limite von 18 Monaten über-
steigt oder nicht. Es wäre stossend, wenn für eine Bestrafung, welche nach der 
dargelegten Praxis als selbständige Zusatzstrafe nicht bedingt ausgesprochen wer-
den könnte, der bedingte Strafvollzug zulässig wäre, sobald sie zum Bestandteil 
einer neuen Gesamtstrafe wird, weil der Täter nach der früheren Verurteilung erneut 
delinquiert hat. Der negative Umstand der Begehung weiterer Delikte nach der Ver-
urteilung kann nicht eine Besserstellung hinsichtlich der (objektiven) Zulässigkeit 
des bedingten Strafvollzuges zur Folge haben. Allerdings können sich besondere 
Probleme ergeben, wenn die nach der früheren Verurteilung begangenen Taten viel 
grösseres Gewicht haben als die für eine frühere Verfehlung in der Gesamtstrafe 
enthaltene Zusatzstrafe. Ob in einem solchen Fall wegen des geringen Zusammen-
hangs der neuen Gesamtstrafe mit einer den bedingten Strafvollzug objektiv aus-
schliessenden Grundstrafe die Gewährung des bedingten Strafvollzuges unzulässig 

33

sein soll oder nicht, hat das Bundesgericht bis anhin nicht entschieden (vgl. zum 
Ganzen BGE 109 IV 68 mit Hinweisen). Die Frage kann auch vorliegend offen ge-
lassen werden, da sowohl die Grundstrafe vom 10. Juni 2003 als auch die vorlie-
gend ausgesprochene Einsatzstrafe jeweils 15 Monate Gefängnis betragen. Unter 
diesen Umständen beträgt die für den Entscheid über die Gewährung des bedingten 
Strafvollzuges relevante Strafhöhe somit immer 21 Monate Gefängnis, unbesehen 
der Frage, ob die vorliegend auszusprechende Gesamtstrafe als Grundlage gewählt 
wird, weil der Zusammenhang mit der Grundstrafe als sehr gering eingeschätzt wird, 
oder ob die Grundstrafe zusammen mit der vorliegend ausgefällten Zusatzstrafe 
Grundlage bildet. Auszugehen ist folglich in jedem Fall von einer grundsätzlichen 
Freiheitsstrafe von 21 Monaten Gefängnis.

bb) Im Folgenden ist nun zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Ge-
währung des bedingten Strafvollzuges ansonsten - also abgesehen von der Straf-
höhe - gegeben wären. Neben dem Umstand, dass eine Gefängnisstrafe von weni-
ger als 18 Monaten ausgesprochen werden muss, ist weitere objektive Vorausset-
zung für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges gemäss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 
und 2 StGB, dass der Verurteilte in den letzten fünf Jahren vor der Tat keine Zucht-
haus- oder Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten wegen eines vorsätzlich be-
gangenen Vergehens oder Verbrechens verbüsst hat. A. hat in den letzten fünf Jah-
ren vor den Taten weder eine Gefängnis noch eine Zuchthausstrafe absitzen müs-
sen. Diese objektive Voraussetzung der Gewährung des bedingten Strafvollzuges 
ist mithin erfüllt.

cc) Subjektiv ist erforderlich, dass Vorleben und Charakter des Angeklagten 
erwarten lassen, er werde durch den Aufschub der Freiheitsstrafe von weiteren Ver-
brechen oder Vergehen abgehalten. Mit anderen Worten muss ihm eine günstige 
Prognose gestellt werden können (Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 
Kurzkommentar, 2. Auflage, 1997, N 13 zu Art. 41 StGB). Mit Bezug auf die günstige 
Prognose ist für diese auf den Zeitpunkt des vorliegenden Urteils und nicht des 
früheren Urteils abzustellen (vgl. BGE 128 IV 193 E. 3a S. 198 f.). Dabei ist es aber 
auch unter den nach Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu berücksichtigenden Umständen 
nicht zulässig, einzelnen Kriterien eine vorrangige Bedeutung beizumessen und an-
dere zu vernachlässigen oder überhaupt ausser Acht zu lassen. Vielmehr sind ne-
ben den Tatumständen das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsa-
chen, welche gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten 
seiner Bewährung zulassen, in die Beurteilung miteinzubeziehen, um aufgrund ei-
ner Gesamtwürdigung zu entscheiden, ob der Verurteilte für dauerndes Wohlver-

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halten Gewähr bietet oder nicht (BGE 118 IV 100 f.: PKG 1994 Nr. 28; PKG 1993 
Nr. 24 mit Hinweisen). Dabei genügt für eine positive Prognose weder die vage Hoff-
nung auf Bewährung (BGE 115 IV 82; 100 IV 133; 102 IV 63) noch die Annahme, 
der bedingte Strafvollzug vermöge den Verurteilten eher zu bessern als die Vollstre-
ckung der Strafe (BGE 74 IV 195). In erster Linie ist also der Grundsatz der Spezi-
alprävention massgebend (BGE 118 IV 100). Es ist jedoch offensichtlich, dass sich 
selbst durch eine umfassende und intensive Auseinandersetzung mit der Täterper-
sönlichkeit keine absolut zuverlässige Zukunftsvorhersage treffen lässt. Bei der Prü-
fung der günstigen Prognose im Sinne von Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB steht daher 
die Frage im Vordergrund, unter welchen Voraussetzungen einem Verurteilten trotz 
unsicherer Zukunftsaussichten Vertrauen geschenkt werden kann (PKG 1993 Nr. 
24 mit weiteren Hinweisen). Vermag der Richter begründetes Vertrauen zu gewin-
nen, so ist der Vollzug aufzuschieben. Der Richter muss von der Besserungsaus-
sicht mit Begründung überzeugt sein. Wo zwischen vager Hoffnung und Bedenken 
geschwankt wird, ist die Gewährung des bedingten Strafvollzuges nicht angezeigt 
(BGE 100 IV 133; 115 IV 82; 118 IV 97; PKG 1993 Nr. 24), weil dann kein Vertrauen 
auf Bewährung herrscht. - Vorliegend erschweren insbesondere die Vorstrafe aus 
dem Jahre 2003 und die Tatsache, dass A. während laufender Probezeit erneut 
straffällig geworden ist, aber auch die Länge und Schwere der Delinquenz eine 
günstige Prognose. Andererseits ist festzuhalten, dass A. die zwei Hanfläden nun 
offenbar aufgegeben hat und sich ganz auf das Geschäft seiner Firma „BB.“ sowie 
auf die Renovation seiner im Jahre 2004 erworbenen Altliegenschaft konzentriert. 
Es scheint, dass er sich eine berufliche Zukunft aufgebaut hat, die es ihm ermög-
licht, ohne weitere strafbare Handlungen sein Auskommen zu sichern. Daneben hat 
er offenbar seine Mutter zu sich genommen, die seiner Betreuung bedarf. Durch die 
Betreuung der Mutter und die Beziehung zur Mutter gewinnt A. ohne Zweifel eine 
gewisse Struktur sowie Stabilität in seinem sozialen Umfeld, was für eine günstige 
Prognose spricht. A. verfügt - abgesehen von den beiden Strafverfahren - über ei-
nen guten Leumund. Seit seiner Entlassung aus der Haft am 12. Mai 2004 ist 
gemäss Aktenlage nichts Nachteiliges über ihn bekannt geworden. Er hat sich mit-
hin in dieser Zeit wohlverhalten. Im weiteren hat er an der Hauptverhandlung vor 
der Strafkammer des Kantonsgerichts am 11. Januar 2005 erklärt, dass er nun wirk-
lich die Finger vom Hanfhandel lassen wolle, die ganzen damit verbundenen 
Schwierigkeiten seien ihm einfach zu gross. Auch wenn das Gericht aufgrund der 
Tatsache, dass A. bereits am 10. Juni 2003 versicherte, er handle nicht mehr mit 
illegalen Hanfprodukten, obwohl er unvermindert Marihuana und Haschisch ver-
trieb, diese Aussage mit Zurückhaltung würdigt, so scheint es aufgrund der gesam-
ten Umstände doch so, dass A. sich vom Vertrieb illegaler Cannabisprodukte los-

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gesagt und nun eingesehen hat, dass der Handel mit Hanfprodukten, die als Betäu-
bungsmittel konsumiert werden können, verboten ist, und dass er in Zukunft dieses 
Verbot respektieren will. Schliesslich gilt es auch zu bedenken, dass der bedingte 
Strafvollzug, den die Strafkammer des Kantonsgerichts Graubünden mit Urteil vom 
10. Juni 2003 für eine Strafe von 15 Monaten Gefängnis gewährte, widerrufen wird 
und diese Strafe somit vollzogen werden muss (vgl. unten Ziff. 7). Der Vollzug dieser 
Strafe wird A. ohne Zweifel eine eindrückliche und nachhaltige Warnung sein, je-
mals wieder straffällig zu werden. Kommt hinzu, dass auch die vorliegend ausge-
sprochene Strafe vollzogen werden kann, sollte sich A. während der Probezeit et-
was zu schulden kommen lassen. A. steht somit unter dem Zwang zum Wohlver-
halten. Die Strafkammer kommt daher zum Schluss, dass A. gerade noch eine 
günstige Prognose gestellt werden kann. Den allenfalls verbleibenden Unsicherhei-
ten ist bei der Festsetzung der Probezeit Rechnung zu tragen. Damit sind vorliegend 
auch die subjektiven Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvoll-
zuges erfüllt. Daneben sprechen weder die Schwere des Tatunrechts noch andere 
Elemente der Täterkomponente gegen eine Reduktion der Strafe. Entsprechend er-
scheint es der Strafkammer angemessen zu sein, eine bedingte Strafe auszuspre-
chen, weshalb die Strafe von 21 Monaten auf 18 Monate Gefängnis reduziert und 
der bedingte Strafvollzug gewährt wird (vgl. zum Ganzen BGE 118 IV 337 ff. und 
BGE 127 IV 97). 

dd) Schiebt der Richter den Strafvollzug auf, so setzt er dem Verurteilten eine 
Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 3 StGB). Die Dauer der Pro-
bezeit ist von den konkreten Umständen des Einzelfalles abhängig. Insbesondere 
sind Persönlichkeit und Charakter des Verurteilten sowie die Gefahr der Rückfällig-
keit zu beurteilen. Je grösser die Rückfallgefahr, umso länger muss die Be-
währungsprobe mit ihrem Zwang zum Wohlverhalten sein (vgl. BGE 95 IV 122; 
Trechsel, a.a.O., N 31 zu Art. 41 StGB). Die Vorstrafe aus dem Jahre 2003, die 
Tatsache, dass A.