# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce465c38-8ba4-5336-bae6-9e17079ec7d4
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 29.09.2021 SB200142
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200142_2021-09-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB200142-O/U/cwo 
 
Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, lic. iur. S. Volken und 

Ersatzoberrichter lic. iur. M. Weder sowie der Gerichtsschreiber 

M.A. HSG M. Wolf-Heidegger 

Urteil vom 29. September 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Dr. iur. X1._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. F. Stadelmann, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend Schändung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, III. Abteilung,  
vom 4. November 2019 (DG190016) 
 
 
 
 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 8. Juli 2019 

(Urk. 18) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 40 S. 34 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 4 Tage durch 

Haft erstanden sind.  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.  

4. Es werden Tätigkeitsverbote im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. a und Abs. 4 StGB 

angeordnet. Dem Beschuldigten wird jede berufliche und jede organisierte ausser-

berufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen respektive 

volljährigen, besonders Schutzbedürftigen umfasst, für die Dauer von 10 Jahren 

verboten. 

5. Es wird für die Dauer der Tätigkeitsverbote eine Bewährungshilfe im Sinne von 

Art. 67 Abs. 7 StGB angeordnet. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger eine Genugtuung in der Höhe 

von Fr. 5'000.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 19. Dezember 2018 zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

7. Die amtliche Verteidigerin wird für ihre Bemühungen und Auslagen mit 

Fr. 16'480.50 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

8. Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Privatklägers wird für seine Bemühungen 

und Auslagen mit Fr. 11'827.25 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ent-

schädigt. 

- 3 - 

9. Es wird davon Vormerk genommen, dass die amtliche Verteidigerin lic. iur. 

X2._____ bereits mit Verfügung vom 22. März 2019 mit Fr. 2'463.75 entschädigt 

wurde. 

10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'200.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 35.95   Auslagen (Gutachten) 

Fr. 1'950.00   Auslagen Polizei 

Fr. 2'463.75   Entschädigung für die amtliche Verteidigerin lic. iur. X2._____ 

Fr. 16'480.50   Entschädigung für die amtliche Verteidigerin Dr. iur. X1._____ 

Fr. 11'827.25   Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsvertretung des Privatklägers lic. iur. Y._____ 

Verlangt keine der Parteien ein Begründung, ermässigt sich die Entscheidgebühr 

um einen Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausser diejenigen 

der amtlichen Verteidigerinnen und des unentgeltlichen Rechtsvertreters des 

Privatklägers, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigungen und des unentgeltlichen Rechtsvertreters werden auf die Gerichts-

kasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO bzw. Art. 138 Abs. 1 StPO. 

12. (Mitteilung) 

13. (Rechtsmittel) " 

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Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 13 f.) 

a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 103 S. 1) 

I. Das Urteil des Bezirksgerichts Horgen DG 1900016-F/UB/Bra vom 

4. November 2019 sei aufzuheben und A._____ sei von Schuld und 

Strafe freizusprechen. 

II. Das gegenüber A._____ ausgesprochene Tätigkeitsverbot sei aufzu-

heben. 

III. Die Zivilforderung von CHF 5'000 sei abzuweisen resp. auf den Zivil-

weg zu verweisen. 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zu Las-

ten des Staates. 

V. Die von den Eltern des Privatklägers geforderte Entschädigung für 

Anwaltskosten in der Höhe von CHF 537.75 sei abzuweisen resp. auf 

die Staatskasse zu nehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 105 S. 1) 

1. Schuldigsprechung wegen Schändung gemäss Art. 191 StGB gemäss 

vorinstanzlichem Urteil 

2. Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten und Anrechnung 

der erstandenen Haft 

3. Gewährung des bedingten Vollzuges der Freiheitsstrafe unter An-

setzung einer Probezeit von 2 Jahren 

4. Anordnung von Tätigkeitsverboten gemäss Art. 67 Abs. 3 lit. a und 

Abs. 4 StGB 

5. Anordnung einer Bewährungshilfe gemäss Art. 67 Abs. 7 StGB 

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c) Des Vertreters der Privatkläger B._____ und C._____: 

(Urk. 94, sinngemäss) 

1. Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

2. Die Kosten des Straf- und Gerichtsverfahrens sind ausgangsgemäss 

dem Beschuldigten aufzuerlegen 

3. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, den Privatklägern B._____ und 

C._____ eine Prozessentschädigung in Höhe von Fr. 537.75 zu bezah-

len. 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1.1  Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom 

4. November 2019 wurde der Beschuldigte A._____ anklagegemäss der Schän-

dung schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten bestraft, 

wobei ihm der bedingte Strafvollzug gewährt wurde. Sodann wurden 

Tätigkeitsverbote ausgesprochen (Urk. 40 S. 34). Gegen diesen Entscheid liess 

der Beschuldigte durch seine amtliche Verteidigung mit Eingabe vom 14. Novem-

ber 2019 innert gesetzlicher Frist Berufung anmelden (Art. 399 Abs. 1 StPO; 

Urk. 36). Die Berufungserklärung der Verteidigung ging ebenfalls innert gesetz-

licher Frist bei der Berufungsinstanz ein (Art. 399 Abs. 3 StPO; Urk. 42). Die An-

klagebehörde hat mit Eingabe vom 23. April 2020 innert Frist Anschlussberufung 

erhoben (Urk. 46; Art. 400 Abs. 2 f. und Art. 401 StPO). Mit Vorladungen vom 

11. Februar 2021 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 3. Mai 

2021 vorgeladen (Urk. 52 und Urk. 53); die entsprechende Berufungsverhandlung 

wurde jedoch auf ein Verschiebungsgesuch der amtlichen Verteidigerin hin 

verschoben (Urk. 59 und Urk. 60). Mit Vorladungen vom 17. Mai 2021 wurden die 

Parteien deshalb neu zur Berufungsverhandlung auf den 29. September 2021 

vorgeladen (Urk. 61 und Urk. 62). Mit Schreiben vom 22. Juni 2021 teilte der un-

entgeltliche Vertreter des Privatklägers mit, dass dieser am tt.mm.2021 verstor-

ben sei und reichte entsprechende Belege ins Recht (Urk. 76 und Urk. 78/1-2). 

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Mit Präsidialverfügung vom 9. August 2021 wurde Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

daher als unentgeltlicher Vertreter des Privatklägers †D._____ entlassen (Urk. 85) 

und seine Entschädigung mit Beschluss vom 17. August 2021 festgesetzt 

(Urk. 90). Mit Eingabe vom 23. September 2021 reichte Rechtsanwalt lic. iur. 

Y._____, neu in der Stellung als Vertreter der in das Verfahren eingetretenen El-

tern des Privatklägers †D._____, Frau B._____ und Herr C._____, eine Stellung-

nahme im Vorfeld der Berufungsverhandlung ein und erklärte, an dieser nicht teil-

zunehmen (Urk. 94). 

1.2. Ein mit Eingabe vom 9. Juni 2021 zwischenzeitlich von der Anklagebehörde 

gestellter Antrag auf Anordnung von Ersatzmassnahmen wurde, nach Anhörung 

des Beschuldigten, mit Präsidialverfügung vom 30. Juni 2021 abgewiesen 

(Urk. 63; Urk. 80; Prot. II S. 5 ff.; Urk. 83). 

1.3. Beweisergänzungsanträge wurden im Berufungsverfahren nicht gestellt 

(Art. 389 Abs. 3 StPO; Urk. 42 und Urk. 46). Zur Berufungsverhandlung erschie-

nen der Beschuldigte in Begleitung seiner amtlichen Verteidigerin, Rechtsanwältin 

Dr. iur. X1._____, Staatsanwältin lic. iur. F. Stadelmann als Vertreterin der Ankla-

gebehörde sowie die Eltern des Privatklägers †D._____, Frau B._____ und Herr 

C._____, persönlich (Prot. II S. 13).  

2. Die Verteidigung hat die Berufung in ihrer Berufungserklärung nicht 

beschränkt (Urk. 42; Art. 399 Abs. 4 StPO). Die Anklagebehörde richtet sich in ih-

rer Anschlussberufung lediglich gegen das vorinstanzliche Strafmass (Urk. 46). 

Demnach sind im Berufungsverfahren einzig die vorinstanzliche Kostenfestset-

zung (Urteilsdispositiv-Ziffer 10) sowie die Bemessung der Entschädigungen der 

Parteivertreter (Urteilsdispositiv-Ziffern 7, 8 und 9) nicht angefochten und in 

Rechtskraft erwachsen, was vorab mittels Beschluss festzustellen ist (Art. 404 

StPO). 

II. Schuldpunkt 

1.1.  Dem Beschuldigten A._____ wird in der Anklageschrift der Staatsanwalt-

schaft I des Kantons Zürich vom 8. Juli 2019 zusammengefasst vorgeworfen, er 

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habe am Morgen des 19. Dezembers 2018 als Betreuer im Behindertenheim 

E._____ in F._____ im Rahmen der Morgentoilette die Hand des Privatklägers an 

dessen Penis geführt, sodass es sowohl beim Privatkläger und beim Beschuldig-

ten, welcher seine Badehose heruntergezogen habe, zu einer Erektion gekom-

men sei. Der Privatkläger, welcher an einer schweren Mehrfachbehinderung gelit-

ten habe, sei nicht in der Lage gewesen, das Vorgehen des Beschuldigten als se-

xuelle Handlung wahrzunehmen, sich eine Meinung darüber zu bilden, diese 

kundzutun und sich gegen die Handlung des Beschuldigten zur Wehr zu setzen. 

Der Beschuldigte habe im Wissen um die Schwerst-Behinderung des Privatklä-

gers und zur Befriedigung seiner eigenen sexuellen Bedürfnisse gehandelt 

(Urk. 18 S. 2 f.).  

1.2.  Der Beschuldigte ist geständig, zur fraglichen Zeit am fraglichen Ort den 

Arm des Privatklägers an dessen Ellbogen geführt zu haben, so dass dieser mit 

seiner Hand sein Glied berühren konnte. Dies, da der Privatkläger eine Erektion 

gehabt habe und sich – gemäss Ansicht des Beschuldigten – an seinem Glied 

habe anfassen wollen (Urk. 40 S. 6; Prot. I S. 12; Urk. 102 S. 6 f.). Der Beschul-

digte bestreitet jedoch den Anklagesachverhalt dahingehend, er habe die von ihm 

getragene Badehose nicht heruntergezogen und auch selber keine Erektion ge-

habt (Prot. I S. 11 und S. 28; Urk. 102 S. 13) . Er habe die Hand des Privatklägers 

an dessen Penis geführt, weil der Privatkläger ihm nonverbal, durch Blicke, zu 

verstehen gegeben habe, dass er – der Privatkläger – dies wünsche (Prot. I S. 12; 

Urk. 102 S. 9 f.). Er selber – der Beschuldigte – habe keine eigene sexuelle Moti-

vation zu dieser Handlung gehabt (Prot. I S. 29 f.).  

1.3.  Der Privatkläger war aufgrund seiner multiplen, schwersten Behinderung 

urteilsunfähig und nicht in der Lage, Aussagen zum massgeblichen Sachverhalt 

zu machen. Der Anklagevorwurf beruht daher massgeblich auf den Aussagen des 

Zeugen G._____. Der Zeuge war zum Tatzeitpunkt knapp 27 Jahre alt und am 

Tatort als gelernter Fachmann-Betreuung tätig sowie zusätzlich in einer Ausbil-

dung zum Sozialpädagogen (Urk. 4/2 S. 3). Gemäss seinen Aussagen betrat er 

das Zimmer des Privatklägers, als – einzig – der Beschuldigte und der Privatklä-

ger sich dort aufhielten. Der Zeuge hat in zwei staatsanwaltschaftlichen Einver-

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nahmen geschildert, welche Situation er – seiner Darstellung gemäss – angetrof-

fen hat (Urk. 4/2 und Urk. 4/3). Die Verteidigung moniert in der 

Berufungserklärung, der Zeuge sei nur zweimal einvernommen worden. Eine er-

neute, beweisergänzende Befragung des Zeugen an der Berufungsverhandlung 

beantragt sie jedoch ausdrücklich nicht (Urk. 42 S. 3).  

1.4.  Gemäss Art. 343 Abs. 3 StPO  erhebt das (erstinstanzliche) Gericht im Vor-

verfahren ordnungsgemäss erhobene Beweise nochmals, sofern die unmittelbare 

Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfällung notwendig erscheint. Art. 343 

Abs. 3 StPO verankert in den darin genannten Fällen eine (einmalige) Unmittel-

barkeit im erstinstanzlichen Verfahren (BGE 140 IV 196 E. 4.4.1). Die unmittelba-

re Kenntnis des Beweismittels erscheint für die Urteilsfällung dann notwendig im 

Sinne von Art. 343 Abs. 3 StPO, wenn sie den Ausgang des Verfahrens beein-

flussen kann. Dies ist namentlich der Fall, wenn die Beweiskraft des Beweismit-

tels in entscheidender Weise vom Eindruck abhängt, der bei seiner Präsentation 

entsteht, beispielsweise wenn es in besonderem Masse auf den unmittelbaren 

Eindruck einer Zeugenaussage ankommt, so etwa wenn Aussage gegen Aussage 

steht (BGE 140 IV 196 E. 4.4.2; WOLFGANG WOHLERS, Die formelle Unmittelbarkeit 

der Hauptverhandlung, ZStrR 131/2013 S. 318 ff., 333, 335). Allein der Inhalt der 

Aussage einer Person (was sie sagt) lässt eine erneute Beweisabnahme nicht als 

notwendig erscheinen. Massgebend ist, ob das Urteil in entscheidender Weise 

vom Aussageverhalten der Person (wie sie es sagt) abhängt (BGE 140 IV 196 E. 

4.4.2). Eine Beweisabnahme durch das Gericht gemäss Art. 343 Abs. 3 StPO ist 

aber nicht schon deshalb notwendig, weil nonverbales Verhalten wie Mimik, Ges-

tik, Redefluss, Emotionen etc. der einvernommenen Person stets Teil ihrer Aus-

sageleistung ist. Andernfalls hätte der Gesetzgeber bei den Personalbeweisen 

konsequenterweise das Unmittelbarkeitsprinzip statuieren müssen, was er jedoch 

unterliess (BSK StPO-HAURI/VENETZ, 2. Aufl. 2014, Art. 343 N 22). Das Gericht 

verfügt beim Entscheid über die Frage, ob die unmittelbare Kenntnis des Be-

weismittels im Sinne von Art. 343 Abs. 3 StPO für die Urteilsfällung notwendig er-

scheint, über einen Ermessensspielraum (BGE 140 IV 196 E. 4.4.2; NIKLAUS 

SCHMID, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl. 2013, N. 

1330). 

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Wohl hängt vorliegend der Ausgang des Verfahrens wesentlich von den Aussa-

gen des Zeugen G._____ ab. Der Inhalt seiner Aussagen weicht auch in wesentli-

chen Punkten vom Inhalt der Aussagen des Beschuldigten ab. Dies allein erfor-

dert jedoch gemäss der zitierten Praxis keine erneute Befragung des Zeugen vor 

Schranken. Der Zeuge ist durch die inkriminierte Tat nicht selber betroffen. Sei-

tens des Beschuldigten wird ihm auch nicht ausdrücklich unterstellt, den Beschul-

digten absichtlich falsch zu belasten. Es wurde sowohl im Hauptverfahren als 

auch im Berufungsverfahren als Hypothese in den Raum gestellt ("wäre es nicht 

möglich?"), der Zeuge sei mit den Behandlungsmethoden des Beschuldigten nicht 

einverstanden gewesen und deshalb schon mit einer vorgefassten Meinung in 

das Zimmer des Privatklägers getreten (Urk. 32 S. 7; Urk. 103 S. 14 i.V.m. Prot. II 

S. 18 f.). Vielmehr unterstellte die Verteidigung dem Zeugen eine falsche (bisher) 

respektive eine unvollständige (neu) Wahrnehmung.  

Die Art und Weise der Widergabe seiner Darstellung (inklusive allfälliges nonver-

bales Verhalten) durch den Zeugen sind mithin vorliegend nicht entscheidend und 

es kann – erschöpfend – und ohne erneute Befragung auf seine bisherigen Ein-

vernahmen abgestellt werden, zumal – wie erwogen – auch die Verteidigung kei-

ne gerichtliche Befragung des Zeugen verlangt.  

1.5.  Der Zeuge G._____ hat in seiner ersten staatsanwaltlichen Einvernahme 

ausgesagt, er habe schwungvoll die unüblicherweise bis auf einen Spalt ge-

schlossene Türe des Zimmers des Privatklägers geöffnet und das Zimmer betre-

ten, worauf der Beschuldigte mit einer abrupten Bewegung seine Badehose nach 

oben gezogen habe. In der Badehose sei dessen erigierter Penis erkennbar ge-

wesen. Der Beschuldigte sei einen Schritt vom Bett zurückgetreten, habe die 

Oberschenkel zusammengepresst und die Hände vor die Badehose gelegt. Der 

Zeuge habe den Beschuldigten auf dessen sowie den erigierten Penis des Privat-

klägers angesprochen, worauf der Beschuldigte auf den Fussboden geschaut und 

dies bejaht habe. Der Beschuldigte habe wenig später zu ihm gesagt, er solle ihn 

am Leben lassen (Urk. 4/2 S. 3 ff.). In seiner zweiten staatsanwaltlichen Einver-

nahme, dreieinhalb Monate später, hat der Zeuge auf entsprechende Frage pau-

schal seine früheren Depositionen bestätigt. Es wurde ihm dann mitgeteilt, dass 

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der Beschuldigte behaupte, der Zeuge könne aufgrund der räumlichen Konstruk-

tion des Zimmers gar nicht – namentlich – die erigierten Penisse des Beschuldig-

ten und des Privatklägers gesehen haben. Der Zeuge antwortete darauf – offen-

bar ungläubig – lachend mit: "Was soll ich dazu sagen? Es ist lächerlich. Ich habe 

diese Situation sehr detailliert beschrieben. Ich habe diese Situation auch sehr 

detailliert in Erinnerung. Ich habe meine Aussagen nach bestem Wissen und Ge-

wissen gemacht. Ich habe nichts dazu gedichtet, ich habe nichts erfunden". Er 

habe den Beschuldigten auf seinen erigierten Penis angesprochen; dieser habe 

nach unten geschaut und es bejaht. Er habe ihm gesagt, er solle ihn am Leben 

lassen. Er bleibe bei seinen Aussagen gemäss erster Einvernahme (Urk. 4/3 S. 3 

ff.).  

1.6. Der Zeuge hat mithin mehrfach bekräftigt, wie sicher er sich seiner Wahr-

nehmung war (vgl. Urk. 4/2 S. 10). Er wiederholte auch, dass der Beschuldigte 

ihm seine Wahrnehmung sogar – beschämt – bestätigt und ihn sinngemäss um 

Gnade gebeten habe. Den originellen und daher bemerkenswerten, mehrfach ge-

äusserten Ausspruch des Beschuldigten, der Zeuge solle ihn doch am Leben las-

sen, erzählte der Zeuge dem gemeinsamen Vorgesetzten H._____, was dieser 

als Zeuge bestätigt hat (Urk. 4/4 S. 7). Schliesslich beschrieb der Zeuge G._____ 

auch ausführlich, dass der Beschuldigte dermassen betroffen reagiert habe, dass 

er sich um den Beschuldigten gesorgt habe (Urk. 4/2 S. 10).  

Mit der zutreffenden Beweiswürdigung der Vorinstanz, auf welche verwiesen wird, 

ist die Schilderung des Zeugen G._____ stimmig, nachvollziehbar, lebensnah, de-

tailliert, auch in Nebensächlichkeiten originell, plausibel und damit insgesamt 

überzeugend und glaubhaft (Urk. 40 S. 16 ff.). Eine falsche Wahrnehmung ist 

aufgrund der konstanten und stimmigen Schilderung des Zeugen auszuschlies-

sen. Und für eine bewusste Falschbelastung des Beschuldigten fehlt dem Zeugen 

G._____ jegliches Motiv. Der Beschuldigte selber brachte hierzu im Berufungsver-

fahren zwar vor, der Zeuge G._____ sei – rückblickend betrachtet – vielleicht ei-

fersüchtig auf ihn gewesen, da er – der Beschuldigte – es mit schwerbehinderten 

Person so gut gehabt und mit diesen gut habe arbeiten können (Urk. 102 S. 13). 

Auf den Grund der angeblichen Eifersucht angesprochen, gab der Beschuldigte 

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jedoch zu verstehen, dass es überheblich wäre, zu sagen, er sei deutlich besser 

gewesen als seine vergleichbaren Kollegen (Urk. 102 S. 16). Unter diesen Um-

ständen bestand für den Zeugen G._____ gar kein Grund, auf den Beschuldigten 

eifersüchtig zu sein. 

Die Verteidigung hat an der Hauptverhandlung argumentiert, der Beschuldigte 

habe im ganzen Verfahren "gleich und konsistent ausgesagt, mit seiner Badehose 

habe er gar nichts zu tun gehabt" (Urk. 40 S. 32 S. 6 ff.). (Auch) ein konstantes, 

pauschales Bestreiten vermag die detaillierte, erlebt wirkende und daher über-

zeugende Schilderung des Zeugen nicht per se in Zweifel zu ziehen. Weiter hat 

die Verteidigung argumentiert, es sei nicht nachvollziehbar, wie der Zeuge bei der 

gegebenen Personen-Möbel-Konstellation im Zimmer des Privatklägers Aussagen 

über dessen Lendenbereich habe machen können (Urk. 32 S. 7 und Prot. I S. 34; 

Urk. 42 S. 3; Urk. 103 S. 14). Die diesbezüglichen Schilderungen des Zeugen 

decken sich jedoch mit der Darstellung des Beschuldigten, wonach der Privatklä-

ger eine Erektion gehabt habe. Folglich war der Zeuge – entgegen der sinnge-

mässen Behauptung der Verteidigung – sehr wohl in der Lage, von seinem 

Standort nach Betreten des Zimmers das von ihm Geschilderte genau wahrzu-

nehmen (Urk. 32 S 7 f.). Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten ist es zudem 

beim Betreten des Raumes ohne weiteres möglich, bei einer hinter dem Bett ste-

henden Person ein abruptes Hochziehen einer Badehose und eine Erektion 

wahrzunehmen, wie das der Zeuge G._____ schilderte. Dass der Zeuge G._____ 

beim Beschuldigten auch tatsächlich eine Erektion erkannte, ist – wie bereits er-

wogen – aufgrund seiner äusserst glaubhaften Aussagen, insbesondere auch 

zum Verhalten des Beschuldigten, als er den Beschuldigten damit konfrontiert 

hatte, erstellt. Dass es sich bei diesen Schilderungen allenfalls um eine Einbil-

dung des Zeugen aufgrund einer Vorbefasstheit gegenüber dem Beschuldigten 

handeln könnte, kann somit ohne Weiteres ausgeschlossen werden. 

1.7. Der äussere Anklagesachverhalt ist mithin aufgrund der eigenen Zugabe 

des Beschuldigten dahingehend erstellt, dass er die Hand des Privatklägers an 

dessen Penis führte und der Privatkläger eine Erektion hatte. Ob der Penis des 

Privatklägers bereits erigiert war, als der Beschuldigte ihm die Hand zu diesem 

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führte, wie der Beschuldigte behauptet (Prot. I S. 17), oder ob der Penis des Pri-

vatklägers erst durch die Berührung mit seiner eigenen Hand erigierte, wie die 

Anklage es umschreibt, kann offen bleiben. Weiter ist gestützt auf die in allen Tei-

len überzeugende Schilderung des Zeugen G._____ erstellt, dass der Beschuldig-

te zum Zeitpunkt des Eintretens des Zeugen seine Badehose heruntergeschoben 

hatte, er einen erigierten Penis hatte und er die Badehose abrupt nach oben zog. 

Wenn die Verteidigung im Berufungsverfahren bemängelt, der Zeuge habe nicht 

ausgesagt, ob der Beschuldigte sich selber befriedigt habe (Urk. 42 S. 3), ist dies 

belanglos, da Solches dem Beschuldigten gar nicht vorgeworfen wird.  

Zum inneren Sachverhalt ist aufgrund der Tatsache, dass seine Handlung am 

Privatkläger bei ihm selber zu einer Erektion führte, erstellt, dass der Beschuldigte 

zumindest zu einem erheblichen Teil zum Zweck seiner eigenen sexuellen 

Erregung gehandelt hat. Seine Erektion zum Tatzeitpunkt ist dafür Beleg genug; 

eine entsprechende Schilderung des Zeugen ist dafür entgegen der Verteidigung 

nicht nötig (Urk. 42 S. 3). Wenn der Beschuldigte konstant behauptet, er habe 

"Hilfe zur sexuellen Selbsthilfe" oder "Sexualassistenz" betreiben wollen (Urk. 4/4 

S. 4; Urk. 32 S. 9; Urk. 102 S. 9 ff.), kann ihm dies nicht rundweg widerlegt wer-

den. Allerdings handelte er zweifellos auch mit einer eigenen sexuellen Motivati-

on. Dies deckt sich schliesslich auch mit der Aussage des Zeugen G._____: Ent-

gegen der Verteidigung hat der Zeuge dem Beschuldigten eine Missbrauchsmoti-

vation nicht abgesprochen. Vielmehr sagte der Zeuge an der durch die Verteidi-

gung selektiv und unvollständig zitierten Stelle auch, beim Beschuldigten sei ein 

sexuelles Bedürfnis "dazu gekommen" (Urk. 32 S. 13; Urk. 4/2 S. 15). Zugunsten 

des Beschuldigten ist im Übrigen davon auszugehen, dass die fragliche Protokoll-

stelle fehlerhaft ist: Aus dem Gesamtzusammenhang ist zu vermuten, dass der 

Zeuge wohl eher gesagt hat: "Ich glaube nicht, dass er es aus einem sexuellen 

Bedürfnis heraus gemacht hat, aber das kam dann noch dazu".  

2.1.  Wer eine urteilsunfähige oder eine zum Widerstand unfähige Person in 

Kenntnis ihres Zustandes zum Beischlaf, zu einer beischlafähnlichen oder einer 

anderen sexuellen Handlung missbraucht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn 

Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 191 StGB). Urteilsunfähigkeit liegt vor, wenn 

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das Opfer in sexuellen Belangen nicht in der Lage ist, eigenverantwortlich, d.h. in 

wirklicher Kenntnis der Bedeutung und Tragweite seines Verhaltens zu handeln, 

insbesondere vernunftgemäss darüber zu entscheiden, mit dem Täter sexuelle 

Kontakte zu haben oder nicht. Sie wird sich darauf beziehen müssen, dass das 

Opfer ausserstande ist, einen vernünftigen Entscheid über die Einwilligung zu se-

xuellen Beziehungen zu treffen (OFK StGB-WEDER, Art. 191 N 4 mit Verweis auf 

die Praxis in BGE 120 IV 198 und im Urteil des Bundesgerichts 6B_597/2007 vom 

22. April 2008). 

Widerstandsunfähig ist, wer nicht im Stande ist, sich gegen ungewollte sexuelle 

Kontakte zu wehren. Die Bestimmung schützt somit Personen, die einen zur 

Abwehr ausreichenden Willen zum Widerstand gegen sexuelle Übergriffe nicht 

oder nicht sinnvoll bilden, äussern oder betätigen können. Missbrauch liegt vor, 

wenn der Täter die Schutzlosigkeit des Opfers ausnützt (Urteil des Bundesge-

richts 6B_597/2007 vom 22. April 2008 E. 4.1. mit Verweis auf BGE 133 IV 49 E. 

7.2, mit Hinweisen).  

2.2. Gemäss Darstellung in der Anklageschrift war der Privatkläger zum Tatzeit-

punkt "nicht in der Lage, sich einen Willen in Bezug auf diese sexuelle Handlung 

zu bilden und diesen Willen auch kundzutun". Er sei – generell – "nicht fähig, ei-

gene Bedürfnisse willentlich, konkret und zielgerichtet zu äussern" (Urk. 18 S. 2).  

2.3. Der Beschuldigte behauptet im gesamten bisherigen Verfahren, er sei durch 

den Privatkläger durch nonverbales Verhalten (abwechselnde Blicke auf sein 

Geschlechtsteil und den Beschuldigten) dazu aufgefordert worden, dass er die 

Hand des Privatklägers an dessen Penis lege (Prot. I S. 12; Urk. 102 S. 9 ff.). 

Auch die Argumentation der Verteidigung geht – einzig – von diesem Sachverhalt 

aus (Urk. 32 S. 11 ff.). In der Folge wurde erheblicher Untersuchungsaufwand be-

trieben zur strittigen Frage, ob der Privatkläger dahingehend zur Willensbildung in 

der Lage ist, ob er intim berührt werden möchte (vgl. die Zusammenfassung der 

entsprechenden Zeugenaussagen in Prot. I S. 19-24 und Urk. 5/1-7).  

Solches geht jedoch eigentlich am Kern der Sache vorbei: Gemäss dem vorste-

henden Beweisergebnis beging der Beschuldigte mit dem Anklagevorwurf eine 

- 14 - 

Handlung, welche fraglos über die behauptete, uneigennützige Sexualassistenz 

hinausging: Der Beschuldigte hatte seinen eigenen Intimbereich entblösst und 

wurde durch seine am Privatkläger vorgenommene Handlung selber sexuell er-

regt. Dass der Privatkläger in der Lage gewesen wäre, sich zu einer solchen se-

xuellen Interaktion mit einer anderen Person, hier dem Beschuldigten, einen Wil-

len zu bilden und diesen konkret zu äussern, behauptet – zurecht – nicht einmal 

der Beschuldigte.  

Mit der Anklage und im Resultat mit der Vorinstanz war der Privatkläger für die 

konkret inkriminierte sexuelle Handlung des Beschuldigten nicht urteilsfähig. Da 

der Privatkläger in diese Handlung des Beschuldigten mangels Urteilsfähigkeit gar 

nicht einwilligen konnte, liegt ein Missbrauch vor (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_128/2012 vom 21. Juni 2012 E.1.2.). Dass der Privatkläger aufgrund seiner 

schwersten multiplen Behinderung auch nicht in der Lage war, sich gegen die 

Handlung des Beschuldigten zur Wehr zu setzen, steht ausser Frage. Wenn die 

Verteidigung dazu behauptet, der Privatkläger wäre in der Lage gewesen, dem 

Beschuldigten verständlich zu machen, wenn er nicht hätte berührt werden wol-

len, und der Beschuldigte hätte sich dann daran gehalten, kann sich dies wieder 

höchstens auf die seitens des Beschuldigten behauptete Sexualassistenz bezie-

hen (Urk. 32 S. 12 f.; Urk. 103 S. 18). Wie gesehen ist vorliegend jedoch objektiv 

kein Fall von – reiner – Sexualassistenz ohne sexuelle Involvierung des Ausfüh-

renden zu beurteilen. Damit hat der Beschuldigte den objektiven Tatbestand von 

Art. 191 StGB erfüllt.  

2.4.  Zum subjektiven Tatbestand hat die Vorinstanz erwogen, "der Beschuldigte 

hätte aufgrund seiner langjährigen Berufserfahrung wissen müssen, dass der 

Privatkläger nicht in der Lage ist, seinen Willen bezüglich der sexuellen Hand-

lungen zu bilden und diesen auch zu äussern. Er hätte auch erkennen müssen, 

dass der Privatkläger nicht in der Lage ist, sich gegen die Vornahme dieser Hand-

lungen zu wehren, weshalb der Beschuldigte eventualvorsätzlich gehandelt" habe 

(Urk. 40 S. 22).  

Diese Beurteilung geht – wiederum – eigentlich von einer anderen Tathandlung 

aus als der tatsächlich inkriminierten: Die vorliegende Tat des Beschuldigten war 

- 15 - 

– wie vorstehend erwogen – erstelltermassen mehr als eine reine Sexualassis-

tenz, bei welcher strittig ist, ob der Assistierte diese gewollt hat.  

Der Beschuldigte manipulierte am Privatkläger – entgegen der Verteidigung 

(Urk. 42 S. 3) – zumindest auch in der Absicht, sich selber sexuell zu erregen. 

Dies ergibt sich zwingend nicht nur aus der Tatsache, dass er mit der inkriminier-

ten Handlung bei sich selber eine Erektion herbeiführte, sondern auch daraus, 

dass er sich zu diesem Zweck die Badehose heruntergezogen hatte.  

Betreffend eine solche interaktive sexuelle Handlung war der Privatkläger nicht 

urteilsfähig und das wusste der Beschuldigte. Aufgrund der offensichtlichen 

schwersten und dem Beschuldigten bestens bekannten Behinderungen des Pri-

vatklägers wusste er auch um dessen Widerstandsunfähigkeit (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1142/2017 vom 23. März 2018 E.2.1.). Somit hat der Be-

schuldigte mit Vorsatz und nicht nur eventualvorsätzlich gehandelt. 

2.5.  Mithin ist der angefochtene Schuldspruch der Schändung im Sinne von 

Art. 191 StGB zu bestätigen.  

III. Sanktion 

1.1. Die Vorinstanz hat zutreffende grundsätzliche Erwägungen zur Strafzu-

messung gemacht und den anwendbaren Strafrahmen korrekt abgesteckt 

(Urk. 40 S. 22-24). Darauf kann verwiesen werden. 

1.2.  In der Folge hat die Vorinstanz den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe 

von 12 Monaten bestraft (Urk. 34). Die Verteidigung hat sich im Hauptverfahren 

nicht eventualiter zu einem allfälligen Strafmass geäussert (Urk. 32). Im Beru-

fungsverfahren geht sie objektiv und subjektiv von einem tiefen Verschulden aus 

und beantragt – für den Fall eines Schuldspruchs – eine Bestrafung des Beschul-

digten mit maximal sechs Monaten (Urk. 42; Urk. 103 S. 18 ff.). Die 

anschlussappellierende Anklagebehörde beantragt im Berufungs- wie bereits im 

Hauptverfahren eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten (Urk. 46; Urk. 30; Urk. 105 

S. 1).  

- 16 - 

2.1.  Zur Tatkomponente und dort zur objektiven Tatschwere hat die Vorinstanz 

erwogen, es habe sich bei der Tat des Beschuldigten um ein einmaliges Handeln 

von kurzer Dauer gehandelt. Die Tat sei ohne Gewaltanwendung vollzogen wor-

den und von geringer Intensität gewesen. Unter Berücksichtigung möglicher Tat-

varianten bei der Schändung nach Art. 191 StGB liege die vorliegende Handlung 

im untersten Bereich des Denkbaren (Urk. 40 S. 24). Dies kann nicht ohne Weite-

res übernommen werden: Wenn die Vorinstanz im Vorgehen des Beschuldigten 

keine "eigentliche" kriminelle Energie erkennt, ist dies – auch wenn die Tat entge-

gen der Anklagebehörde (Urk. 105 S. 3) situationsbedingt begangen wurde – 

doch allzu milde. So hat die Vorinstanz – allerdings an falscher Stelle – zur objek-

tiven Tatschwere korrekt erwogen, der Beschuldigte habe seine vertrauensvolle 

Position ausgenutzt und das ihm von Patienten, Eltern und Angehörigen sowie 

seiner Arbeitgeberin entgegengebrachte Vertrauen schamlos missbraucht. Insbe-

sondere dieser Vertrauensbruch fällt bei der vorliegend zu beurteilenden Tat 

massgeblich ins Gewicht und führt – mit der Anklagebehörde (Urk. 105 S. 3) – 

dazu, dass das objektive Tatverschulden gerade nicht mehr im untersten Bereich 

des Denkbaren anzusiedeln ist. 

Die nach der Beurteilung der objektiven Tatschwere bemessene Einsatzstrafe von 

5 Monaten fällt daher zu tief aus. Angemessen sind vielmehr 10 Monate Frei-

heitsstrafe. 

2.2.  Subjektiv hat der Beschuldigte entgegen der Vorinstanz mit Vorsatz ge-

handelt. Korrekt hat die Vorinstanz jedoch erkannt, dass er – entgegen der Ver-

teidigung (Urk. 103 S. 17 f.) – sehr wohl mit sexuellem Motiv zur Befriedigung 

seiner eigenen sexuellen Bedürfnisse und damit egoistisch gehandelt hat (Urk. 40 

S. 25). Unter Einbezug des Vertrauensbruchs qualifizierte die Vorinstanz die 

subjektive Tatschwere als erheblich und damit als schwerer als die objektive 

Tatschwere, was zu einer Erhöhung der Einsatzstrafe führe (Urk. 40 S. 24 f.). 

Auch wenn der Vertrauensbruch vorliegend bereits bei der objektiven Tatschwere 

berücksichtigt wurde, so hat die Bewertung des subjektiven Tatverschuldens 

aufgrund der vorsätzlichen Begehung der Tat ebenfalls zu einer merklichen 

Erhöhung der Einsatzstrafe zu führen. Eine markante Erhöhung der hypotheti-

- 17 - 

schen Einsatzstrafe um mehr als das Doppelte, wie die Vorinstanz dies tat, 

kommt jedoch nicht in Frage. 

Die hypothetische Einsatzstrafe nach der Beurteilung der Tatkomponente ist so-

mit auf 14 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen.  

2.3.  Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz den Werdegang und die persön-

lichen Verhältnisse des Beschuldigten angeführt (Urk. 40 S. 26). An der Beru-

fungsverhandlung wurde ergänzt, dass der Beschuldigte grundsätzlich gesund 

sei, er jedoch aufgrund einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus im ver-

gangenen November vermehrt müde sei und viele Ruhezeiten brauche, was sich 

auch auf seine Arbeitstätigkeit auswirke. Sein Einkommen sei weiter massiv ge-

schrumpft: So arbeite er lediglich noch bei der … in I._____ als Schulbusbegleiter 

und Rollstuhlfahrtrainer in einem Pensum von etwa 11% sowie auch als Assistent 

bei einer Privatperson und erziele damit ein monatliches Nettoeinkommen von 

rund Fr. 1'500.–. Er habe ursprünglich eine Ausbildung als Konstruktionsschlosser 

abgeschlossen und 15 Jahre auf diesem Beruf gearbeitet. Nachdem er sich je-

doch Teilzeit der Behindertenbetreuung widmen wollte, aber keine Teilzeitanstel-

lung als Schlosser habe finden können, habe er sich danach ausschliesslich der 

Behindertenbetreuung gewidmet. Er wohne weiterhin mit seiner Ehefrau, seiner 

volljährigen Tochter und einem volljährigen Pflegesohn zusammen und habe in 

der Vergangenheit ein zweites Pflegekind über einen Zeitraum von 2 Jahren bei 

sich aufgenommen und habe noch sporadischen Kontakt mit diesem. In seiner 

Freizeit sei er in der Guggenmusik, fahre Ski und Snowboard und gehe gerne 

Schwimmen (Urk. 102 S. 2 ff.). All dies wiegt strafzumessungsneutral, ebenso die 

Vorstrafenlosigkeit des Beschuldigten (Urk. 41). Eine besondere 

Strafempfindlichkeit weist er nicht auf: Der Beschuldigte mag betreffend seine 

weitere berufliche Tätigkeit sensibel hinsichtlich einer Verurteilung sein, nicht 

jedoch speziell zur Sanktionshöhe. Mit der Vorinstanz ist der Beschuldigte ledig-

lich hinsichtlich jenes Teils des Anklagesachverhalts geständig, welchen er glaubt 

rechtfertigen zu können. Ein strafrechtlich-relevantes Fehlverhalten gesteht er 

nicht ein, weshalb er keine Einsicht oder gar Reue als positives Nachtatverhalten 

strafreduzierend für sich reklamieren kann.  

- 18 - 

Die Beurteilung der Täterkomponente wirkt sich somit mit der Vorinstanz auf die 

nach der Beurteilung der Tatkomponente bemessene hypothetische Einsatzstrafe 

weder erhöhend noch senkend aus. Somit ist der Beschuldigte mit einer Frei-

heitsstrafe von 14 Monaten zu bestrafen.  

2.4.  Der Anrechnung der erstandenen Haft steht nichts entgegen (Art. 51 StGB).  

3.  Dem Beschuldigten ist auch mit dem entsprechenden Antrag der Anklage-

behörde in Bestätigung der Vorinstanz der bedingte Strafvollzug zu gewähren un-

ter Ansetzung der gesetzlich minimalen Probezeit von 2 Jahren (Urk. 46; Urk. 40 

S. 34; Urk. 105 Abs. 1; Art. 42 Abs. 1 und Art. 44 Abs. 1 StGB).  

4.  Die Vorinstanz hat für den Beschuldigten mit einlässlicher Begründung – 

insbesondere auch zur Anwendbarkeit des alten Rechts – ein Tätigkeitsverbot im 

Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. a und Abs. 4 aStGB für die Dauer von 10 Jahren und 

für die Dauer des Tätigkeitsverbots die zwingend vorgesehene Bewährungshilfe 

im Sinne von Art. 67 Abs. 7 aStGB angeordnet (Urk. 40 S. 29 f. und S. 34). Die 

Verteidigung hat sich mit dem entsprechenden Antrag der Anklagebehörde be-

reits im Hauptverfahren nicht auseinandergesetzt (Urk. 32) und die erfolgte An-

ordnung auch im Berufungsverfahren nicht substantiiert kritisiert (Urk. 42; 

Urk. 103 S. 20). Das Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. a und Abs. 4 

aStGB sowie die für die Dauer des Tätigkeitsverbots angeordnete Bewährungshil-

fe im Sinne von Art. 67 Abs. 7 aStGB sind ausgangsgemäss und aufgrund des 

zwingenden Charakters dieser Bestimmungen ohne Weiteres zu bestätigen.  

IV. Zivilanspruch des Privatklägers 

1.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten verpflichtet, dem Privatkläger 

†D._____ eine Genugtuung von Fr. 5'000.– zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 

19. Dezember 2018 zu bezahlen (Urk. 40 S. 34). Die Privatklägervertretung hatte 

im Hauptverfahren eine solche von Fr. 8'000.– beantragt (Urk. 31 S. 2) und die 

vorinstanzliche Anordnung im Berufungsverfahren nicht angefochten (Urk. 48). 

Die Verteidigung hat sich weder im Hauptverfahren noch im Berufungsverfahren 

- 19 - 

substantiiert zu einer allfälligen Genugtuungshöhe geäussert (Urk. 32, Urk. 42 

und Urk. 103 S. 20). 

1.2. Der Geschädigte †D._____ ist am tt.mm.2021 – und somit während laufen-

dem Berufungsverfahren – verstorben (Urk. 78/2). Gemäss Art. 121 StPO gehen 

die Verfahrensrechte der geschädigten Person auf die Angehörigen im Sinne von 

Art. 110 Abs. 1 StGB über, sofern die geschädigte Person nicht bereits auf ihre 

Verfahrensrechte als Privatklägerschaft verzichtet hat. Der Genugtuungsanspruch 

des verstorbenen Privatklägers wurde im vorliegenden Strafverfahren noch vor 

seinem Tod adhäsionsweise geltend gemacht und ein Verzicht auf seine Verfah-

rensrechte als Privatkläger ist nicht erfolgt. Entsprechend sind seine Eltern – als 

Verwandte in gerader Linie – dazu berechtigt, die Ausrichtung der Genugtuung 

weiterhin zu verlangen bzw. Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils zu 

beantragen. 

1.3. Die Verteidigung beantragt lediglich – und kürzest – aufgrund des beantrag-

ten Freispruchs, dass die Zivilforderung abzuweisen oder auf den Zivilweg zu 

verweisen sei (Urk. 103 S. 20). Der Beschuldige ist vorliegend jedoch der Schän-

dung schuldig zu sprechen und es sind keine weiteren substantiierten Bestreitun-

gen der Verteidigung, insbesondere auch zur Höhe der Genugtuung, ersichtlich, 

die dem entgegen stehen würden. Entsprechend ist die vorinstanzliche Anord-

nung aufgrund der auch im Adhäsionsverfahren geltenden Verhandlungs- und 

Dispositionsmaximen (Art. 55 und Art. 58 ZPO) ohne weiteres zu bestätigen, 

wenn auch neu festzuhalten ist, dass die Genugtuung den Angehörigen auszu-

richten ist. 

1.4. Der Beschuldigte ist somit zu verpflichten, den Privatklägern B._____ und 

C._____ eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 5'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 

dem 19. Dezember 2018 zu bezahlen. 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1.  Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenauflage zu bestätigen 

(Art. 426, Art. 135 Abs. 4 und Art. 138 Abs. 1 StPO).  

- 20 - 

2.  Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– festzu-

setzen. 

3.  Im Berufungsverfahren unterliegt der appellierende Beschuldigte mit seinen 

Anträgen vollumfänglich. Die anschlussappellierende Anklagebehörde obsiegt im 

Wesentlichen. Ihr Unterliegen ist verglichen mit dem Unterliegen des Beschuldig-

ten marginal und kann für die Kostenauflage vernachlässigt werden.  

Ausgangsgemäss sind dem Beschuldigten die Kosten des Berufungsverfahrens, 

mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen 

Privatklägervertretung, aufzuerlegen (Art. 428 StPO).  

Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Privatklägerver-

tretung sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Eine Rückforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 und Art. 138 Abs. 1 StPO ist vorzubehalten. 

4.1. Die amtliche Verteidigerin des Beschuldigten, Rechtsanwältin Dr. iur. 

X1._____, macht im Berufungsverfahren Aufwendungen von rund 42 Stunden 

und im Betrag von Fr. 9'258.10 (exkl. MwSt.) sowie Auslagen in Höhe von 

Fr. 514.80 (exkl. MwSt.) und somit gesamthaft ein Honorar von Fr. 10'524.85 (inkl. 

MwSt.) geltend (Urk. 92). Insbesondere der geltend gemachte Aufwand für die 

Ausarbeitung des Plädoyers, für die Teilnahme an der Berufungsverhandlung und 

auch für die Nachbesprechung mit dem Beschuldigten fallen dabei zu hoch aus. 

Insgesamt erscheint dem Aufwand und der Schwierigkeit des Falles vorliegend 

eine pauschale Entschädigung mit Fr. 9'000.– (inkl. MwSt. und Auslagen) ange-

messen. 

4.2. Nachdem der Geschädigte †D._____ am tt.mm.2021 verstarb (Urk. 78/2), 

wurde sein früherer unentgeltlicher Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic. iur. 

Y._____, mit Präsidialverfügung vom 9. August 2021 per selbiges Datum entlas-

sen und für seine Aufwendungen und Auslagen im Berufungsverfahren bis zum 

9. August 2021 mit Beschluss vom 17. August 2021 mit Fr. 4'108.35 (inkl. MwSt.) 

entschädigt (Urk. 85 und Urk. 90).  

- 21 - 

4.3. Die Privatkläger B._____ und C._____ lassen im Berufungsverfahren sinn-

gemäss die Zusprechung einer Prozessentschädigung in Höhe von Fr. 537.75 

(inkl. MwSt. und Auslagen) für ihre anwaltliche Vertretung beantragen (Urk. 94 

S. 8). Sie obsiegen mit ihren – ebenfalls sinngemäss – gestellten Anträgen auf 

Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids und Kostenauflage an den Beschul-

digten vollumfänglich. Ausgangsgemäss ist der Beschuldigte daher zu verpflich-

ten, den Privatklägern B._____ und C._____ für ihre anwaltliche Vertretung im 

Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung in Höhe des von deren Rechts-

vertreter geltend gemachten Betrags von Fr. 537.75 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 

lit. a StPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen, III. Abtei-

lung, vom 4. November 2019 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt: 

1.-6. (…) 

7. Die amtliche Verteidigerin wird für ihre Bemühungen und Auslagen mit 

Fr. 16'480.50 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

8. Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Privatklägers wird für seine Bemühun-

gen und Auslagen mit Fr. 11'827.25 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichts-

kasse entschädigt. 

9. Es wird davon Vormerk genommen, dass die amtliche Verteidigerin lic. iur. 

X2._____ bereits mit Verfügung vom 22. März 2019 mit Fr. 2'463.75 entschä-

digt wurde. 

10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'200.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 35.95   Auslagen (Gutachten) 

Fr. 1'950.00   Auslagen Polizei 

- 22 - 

Fr. 2'463.75   Entschädigung für die amtliche Verteidigerin lic. iur. X2._____ 

Fr. 16'480.50   Entschädigung für die amtliche Verteidigerin Dr. iur. X1._____ 
 
 
 
 

Fr. 11'827.25   Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsvertretung des Privatklägers lic. iur. Y._____ 

Verlangt keine der Parteien ein Begründung, ermässigt sich die Entscheid-

gebühr um einen Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

11. (…). 

12. (Mitteilung) 

13. (Rechtsmittel)." 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Schändung im Sinne von 

Art. 191 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 14 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 4 Tage 

durch Haft erstanden sind.  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt.  

4. Es werden Tätigkeitsverbote im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. a und Abs. 4 

aStGB angeordnet. Dem Beschuldigten wird jede berufliche und jede orga-

nisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Min-

derjährigen respektive volljährigen, besonders Schutzbedürftigen umfasst, 

für die Dauer von 10 Jahren verboten. 

5. Es wird für die Dauer der Tätigkeitsverbote eine Bewährungshilfe im Sinne 

von Art. 67 Abs. 7 aStGB angeordnet. 

- 23 - 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern B._____ und C._____ 

eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 5'000.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 

19. Dezember 2018 zu bezahlen. 

7. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositiv-Ziffer 11) wird bestätigt.  

8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.–  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 9'000.–   amtliche Verteidigung 

Fr. 4'108.35   unentgeltliche Vertretung der Privatklägerschaft 

9. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amt-

lichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO 

vorbehalten. 

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern B._____ und C._____ 

für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 537.75 zu 

bezahlen. 

11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (übergeben) 
− die Privatkläger B._____ und C._____ in doppelter Ausfertigung (über-

geben) 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste (versandt)  
− den Rechtsvertreter der Privatkläger B._____ und C._____ (versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

- 24 - 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich  
− den Rechtsvertreter der Privatkläger B._____ und C._____ im Doppel 

für sich und die Privatklägerschaft 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

  

- 25 - 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
− die Kordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des 

DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials". 

12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 29. September 2021 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Ch. Prinz 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

M.A. HSG M. Wolf-Heidegger 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht bezahlt werden. 

Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen 

(Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 

StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

	Urteil vom 29. September 2021
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 40 S. 34 ff.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 4 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Es werden Tätigkeitsverbote im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. a und Abs. 4 StGB angeordnet. Dem Beschuldigten wird jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen respektive volljäh...
	5. Es wird für die Dauer der Tätigkeitsverbote eine Bewährungshilfe im Sinne von Art. 67 Abs. 7 StGB angeordnet.
	6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 5'000.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 19. Dezember 2018 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	7. Die amtliche Verteidigerin wird für ihre Bemühungen und Auslagen mit Fr. 16'480.50 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	8. Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Privatklägers wird für seine Bemühungen und Auslagen mit Fr. 11'827.25 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	9. Es wird davon Vormerk genommen, dass die amtliche Verteidigerin lic. iur. X2._____ bereits mit Verfügung vom 22. März 2019 mit Fr. 2'463.75 entschädigt wurde.
	10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Verlangt keine der Parteien ein Begründung, ermässigt sich die Entscheidgebühr um einen Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausser diejenigen der amtlichen Verteidigerinnen und des unentgeltlichen Rechtsvertreters des Privatklägers, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen ...
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 13 f.)
	I. Das Urteil des Bezirksgerichts Horgen DG 1900016-F/UB/Bra vom 4. November 2019 sei aufzuheben und A._____ sei von Schuld und Strafe freizusprechen.
	II. Das gegenüber A._____ ausgesprochene Tätigkeitsverbot sei aufzuheben.
	III. Die Zivilforderung von CHF 5'000 sei abzuweisen resp. auf den Zivilweg zu verweisen.
	IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten des Staates.
	V. Die von den Eltern des Privatklägers geforderte Entschädigung für Anwaltskosten in der Höhe von CHF 537.75 sei abzuweisen resp. auf die Staatskasse zu nehmen.
	1. Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
	2. Die Kosten des Straf- und Gerichtsverfahrens sind ausgangsgemäss dem Beschuldigten aufzuerlegen
	3. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, den Privatklägern B._____ und C._____ eine Prozessentschädigung in Höhe von Fr. 537.75 zu bezahlen.
	Erwägungen:
	I.  Prozessuales
	II.  Schuldpunkt
	III.  Sanktion
	IV.  Zivilanspruch des Privatklägers
	V.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen, III. Abteilung, vom 4. November 2019 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1.-6. (…)
	7. Die amtliche Verteidigerin wird für ihre Bemühungen und Auslagen mit Fr. 16'480.50 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	8. Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Privatklägers wird für seine Bemühungen und Auslagen mit Fr. 11'827.25 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	9. Es wird davon Vormerk genommen, dass die amtliche Verteidigerin lic. iur. X2._____ bereits mit Verfügung vom 22. März 2019 mit Fr. 2'463.75 entschädigt wurde.
	10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Verlangt keine der Parteien ein Begründung, ermässigt sich die Entscheidgebühr um einen Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	11. (…).
	12. (Mitteilung)
	13. (Rechtsmittel)."
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 14 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 4 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Es werden Tätigkeitsverbote im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. a und Abs. 4 aStGB angeordnet. Dem Beschuldigten wird jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen respektive volljä...
	5. Es wird für die Dauer der Tätigkeitsverbote eine Bewährungshilfe im Sinne von Art. 67 Abs. 7 aStGB angeordnet.
	6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern B._____ und C._____ eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 5'000.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 19. Dezember 2018 zu bezahlen.
	7. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositiv-Ziffer 11) wird bestätigt.
	8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	9. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Ver...
	10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern B._____ und C._____ für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 537.75 zu bezahlen.
	11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (übergeben)
	 die Privatkläger B._____ und C._____ in doppelter Ausfertigung (übergeben)
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste (versandt)
	 den Rechtsvertreter der Privatkläger B._____ und C._____ (versandt)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 den Rechtsvertreter der Privatkläger B._____ und C._____ im Doppel für sich und die Privatklägerschaft
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
	 die Kordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials".

	12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.