# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 523c7f1d-2ed1-5e42-ab20-dbe2da41df25
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-27
**Language:** de
**Title:** Gewässerschutz. Sanierung Laufhoffläche und Kontrollschächte (Rinderhaltung). Begriff des Inhabers.
**Docket/Reference:** BRGE III Nr. 0007/2021
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_iii_nr._0007-2021_vom_27._januar_2021_1.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
3. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE III Nr. 

R3.2020.00066 
0007/2021 

Entscheid vom 27. Januar 2021 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Felix Müller, Baurichter Roland Fraefel, Baurichter 
Martin Farner, Gerichtsschreiberin Nicole Herzig     

in Sachen 

Rekurrent 

R. F. […] 

vertreten durch […] 

gegen 

Rekursgegnerin 

1.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

Mitbeteiligte 

2.  R. H. […] 

vertreten durch […] 

betreffend 

Verfügung  des  Amtes  für  Abfall,  Wasser,  Energie  und  Luft  […];  Aufforde-
rung zur Sanierung […] 
______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 
Mit Verfügung vom 31. März 2020 forderte die Baudirektion Kanton Zürich 

R. F. zur gewässerschutzrechtlichen Sanierung der Laufhoffläche des Aus-

laufbereichs für  seine Mutterkuhhaltung  auf dem  Grundstück Kat.-Nr. 1 an 

der R.-Strasse 1 in X auf. 

B. 
Hiergegen  wandte  sich  R.  F.  mit  Rekursschrift  vom  30. April  2020  an  das 

Baurekursgericht des Kantons Zürich und stellte folgende Anträge: 

"1.  Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben; 

2.  Eventuell: 

Ziff. I./1. lit. a und lit. b seien zu bestätigen, wobei die Verpächterin R. 
H., R.-Strasse 1, […] X, zu verpflichten sei, dem Rekurrenten die Kos-
ten  für  Arbeiten,  zu  welchen  dieser  unter  Ziff. I./1.  lit. a  und  lit. b  der 
angefochtenen Verfügung verpflichtet wird, auf erstes Verlangen gegen 
Vorlage der entsprechenden Belege vollumfänglich zu vergüten; 
Im Übrigen sei die angefochtene Verfügung (Ziff. I./1. lit. c und Ziff. II.) 
aufzuheben. 

3.  Die Kosten des Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen, evtl. 

seien sie R. H., R.-Strasse 1, […] X, aufzuerlegen; 

unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolge  (zzgl.  MwSt)  zu  Lasten  des  Re-
kursgegners." 

C. 
Mit  Verfügung  vom  5. Mai  2020  wurde  vom  Rekurseingang  Vormerk  ge-

nommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. R. H. wurde als Ei-

gentümerin und Verpächterin der betroffenen Liegenschaft als Mitbeteiligte 

in das Rekursverfahren aufgenommen.  

D. 
Die  Baudirektion  Kanton  Zürich  schloss  mit  Rekursantwort  vom  29. Mai 

2020 auf Abweisung des Rekurses. 

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Seite 2 

 
 
Die  Mitbeteiligte  beantragte  mit  Stellungnahme  vom  5. Juni  2020  die  Ab-

weisung des Rekurses, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 

Mehrwertsteuer  auf  der  Parteienschädigung  zu  Lasten  des  Rekurrenten 

evtl. des Kantons Zürich. 

E. 
Der Rekurrent hielt mit Replik vom 22. Juni 2020 an seinen Anträgen fest. 

Die  Baudirektion  Kanton  Zürich  und  die  Mitbeteiligte  blieben  mit  Dupliken 

vom 6. bzw. 15. Juli 2020 ebenfalls bei ihren Anträgen.  

Es kommt in Betracht: 

1. 
Der  Rekurrent  ist  als  Adressat  der  angefochtenen  Verfügung  ohne Weite-

res  zur  Rekurserhebung  legitimiert  (§ 338a  des  Planungs-  und  Baugeset-

zes [PBG]). 

2. 
Das streitbetroffene Grundstück liegt in der Landwirtschaftszone und ist im 

südwestlichen  Bereich  mit  einer  landwirtschaftlichen  Mehrzweckbaute,  be-

stehend  aus  einem  Ökonomieteil,  einem  Wohnraum  und  einer  Remise, 

überbaut. Der Rest der Parzelle besteht aus Acker- und Weideflächen. Der 

Rekurrent bewirtschaftet das Grundstück seit dem Jahre 2006 als Pächter. 

Die  Pacht  umfasst  gemäss  Pachtvertrag  vom  1. April  2006  neben  der 

landwirtschaftlichen Nutzfläche auch den Ökonomieteil des Gebäudes und 

die Remise. Den Ökonomieteil nutzt der Rekurrent in der Winterfütterungs-

zeit als Stall für seine Mutterkuhhaltung. Hierzu gehört auch ein nördlich an 

die Baute anschliessender Laufhof für die Tiere, welcher von diesen seit ei-

ner baulichen Umgestaltung (Entfernung der Mistwürfe und Abdeckung mit 

einem Spaltenboden sowie Betonierungen) über einen Zugang entlang der 

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Ostseite  des  Gebäudes  direkt  erreicht  werden  kann.  Streitgegenstand  bil-

den  Sanierungsmassnahmen  aufgrund  der  sich  im  Bereich  des  Laufhofs 

ansammelnden  tierischen  Abgänge  bzw.  deren  Abfluss  ins  Umland  und  in 

die  Remise.  Das  kantonale  Amt  für  Abfall,  Wasser,  Energie  und  Luft  der 

Baudirektion  Kanton  Zürich  hat  den  Rekurrenten  mit  der  angefochtenen 

Verfügung  unter  Dispositiv-Ziffer  I.1.  zur  Vornahme  folgender  Sanierungs-

massnahmen verpflichtet:  

"a)  Die drei Kontrollschächte und deren Leitungen im Laufhofbereich sind 
durch ein Kanalreinigungsunternehmen zu spülen und mit einer Kame-
ra zu untersuchen. Der bauliche Zustand und der Verlauf der Leitungen 
ist  in  einem  Plan  zu  dokumentieren.  Die  Massnahme  ist  bis  31. Juli 
2020  ausführen  zu  lassen.  Die  Dokumentation  der  Kanalfernsehauf-
nahmen sind der Stadt Y und dem AWEL zuzustellen. 

b)  Der permanente Auslaufbereich und der Stallausgang ist baulich so zu 
gestalten,  dass  sämtliche  anfallenden  tierischen  Abgänge  in  die  Gül-
legrube abgeleitet werden. Es sind um die Laufhoffläche dichte Aufbor-
dungen  (Zement  oder  Asphalt)  mit  einer  Höhe  von  rund  10 cm  zu  er-
stellen. Die Laufhoffläche ist zu den weiteren Platzflächen und Gebäu-
den  abzugrenzen.  Diese  Massnahme  ist  bis  am  31. Juli  2020  auszu-
führen und der Stadt Y und dem AWEL zur Kontrolle zu melden. 

c)  Die  Laufhofflächen  sind  täglich  von  Mist  und  Jauche  zu  reinigen  und 
die anfallenden tierischen Abgänge sind in eine Güllegrube einzuleiten. 
Um  den  Abfluss  der  Jauche  in  die  Güllegrube  zu  gewährleisten,  sind 
die Lochdeckel der Güllegrube sauber zu halten." 

3. 
Der  Rekurrent  macht  geltend,  der  Laufhof  diene  weder  der  Lagerung  von 

Mist oder Gülle noch deren Aufbereitung. Vielmehr bestehe sein Zweck da-

rin, den Tieren in der Winterzeit den Auslauf ins Freie zu ermöglichen. Da-

mit  fehle  die  Rechtsgrundlage,  um  ihn  dazu  zu  verpflichten,  eine  dichte 
Aufbordung rund um den Laufhof zu erstellen. Zudem handle es sich hier-

bei  um  bauliche  Massnahmen,  welche  Sache  des  Verpächters  seien  und 

ohne dessen schriftliche Zustimmung nicht ausgeführt werden dürften, wie 

sich  aus  Art. 22a  des  Bundesgesetzes  über  die  landwirtschaftliche  Pacht 

(LPG) ergebe. Als Pächter habe er gemäss Art. 22 Abs. 3 LPG auf eigene 

Kosten  für  den  ordentlichen  Unterhalt  des  Pachtgegenstandes  zu  sorgen. 

Hierzu  habe  er  auch  kleinere  Reparaturen  vorzunehmen.  Gemäss  Art. 16 

des  Pachtvertrages  vom  1. April  2006  sei  hierfür  eine  Obergrenze  von 

Fr. 800.-- vereinbart  worden.  Höhere  Kosten  gälten  hingegen als Hauptre-

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paraturen  und  seien  Sache  des  Verpächters.  Die  Aufbordung  sei  somit 

auch aus diesem Aspekt nicht durch den Rekurrenten zu übernehmen. 

Betreffend  die  drei  Kontrollschächte  und  deren  Leitungen  im  Laufhofbe-

reich,  in  welche  das  Dachwasser  fliesse,  bringt  er  vor,  diese  würden  wohl 

zu den Abwasseranlagen im Sinne von Art. 15 Abs. 1 GSchG gehören. Al-

lerdings sei der Begriff des in die Pflicht zu nehmenden "Inhabers" je nach 

Sachzusammenhang differenziert zu verstehen. Zweck der verlangten Un-

tersuchung  sei  es,  abzuklären,  wohin  die  Leitungen  führten  und  zu  doku-

mentieren, wie deren baulicher Zustand sei. Dies sei jedoch nicht die Auf-

gabe  des  Pächters,  sondern  des  Eigentümers.  Der  Rekurrent  habe  die 

Kontrollschächte  und  Leitungen  weder  erstellt  noch  nutze  er  sie.  Diese 

würden  dem Abfluss  des  Dachwassers  dienen und  nicht dem  Laufhof.  Mit 

deren Abdichtung habe er dafür gesorgt, dass kein Abwasser vom Laufhof 

in die Schächte gelange. Bezüglich der angeordneten Massnahmen sei er 

hingegen  der  falsche  Adressat.  Auch  hier  sei  zudem  davon  auszugehen, 

dass es sich weder um einen ordentlichen Unterhalt noch in Bezug auf den 

Betrag um eine kleinere Reparatur handle. Von ihm habe nur verlangt wer-

den können, dafür zu sorgen, dass keine Ausscheidungen der Tiere in die-

se  Kontrollschächte  gelangten.  Dem  sei  er  mit  der  Abdichtung  durch  eine 

Folie nachgekommen.  

Entsprechend verlangt der Rekurrent die Aufhebung der diesbezüglich sta-

tuierten Auflagen oder eventualiter die vorfrageweise Klärung des Regress-

rechts des Rekurrenten auf die Verpächterin.  

Schliesslich  beantragt  der  Rekurrent  die  Aufhebung  der  Auflage  zur  tägli-

chen Reinigung der Laufhofflächen von Mist und Jauche. Dies sei im Win-

ter  schlicht  unmöglich.  Zudem  handle  es  sich,  wenn  die  Aufbordung  den 
Abfluss  von  tierischen  Ausscheidungen  in  die  angrenzenden  Flächen  ver-

hindere,  nicht  mehr  um  eine  gewässerschutzrechtliche  Auflage,  sondern 

um eine des Tierschutzes, zu der die Baudirektion nicht zuständig sei.  

4. 
Das AWEL führt hierzu aus, mit Art. 15 GSchG bestehe sehr wohl eine auf 

landwirtschaftliche Anlagen anwendbare gesetzliche Grundlage. Die Land-

wirtschaft  gelte  als  eine  der  Hauptquellen  der  Gewässerverschmutzung. 

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Art. 15 GSchG lege das Schwergewicht auf die Notwendigkeit, für den Ge-

wässerschutz besonders bedeutsame öffentliche und private Anlagen so zu 

erstellen  und  so  zu  betreiben,  dass  sie  keine  Gefahr  für  die  Reinheit  der 

Gewässer  darstellten.  Er  konkretisiere  damit  das  Verunreinigungsverbot 

gemäss Art. 6 GSchG und das Sorgfaltsgebot gemäss Art. 3 GSchG in Be-

zug  auf  besonders  gefährliche  Anlagen,  wie  sie  in  der  Landwirtschaft  zur 

Lagerung  und  Aufbereitung  von  Hofdünger,  namentlich  Gülle,  betrieben 

würden.  Gemäss  Art. 15  GSchG  sei  der  Inhaber  verantwortlich  für  die 

sachgemässe  Erstellung,  den  sachgemässen  Betrieb  sowie  die  dauernde 

Funktionsfähigkeit  seiner  Anlagen.  Der  diesbezügliche  Umgang  mit  Lauf-

höfen werde in § 16 der kantonalen Verordnung über den Gewässerschutz 

(KGSchV)  präzisiert.  Eine  Aufbordung  sei  grundsätzlich  bei  allen  perma-

nenten Laufhöfen vorzusehen, bei denen andernfalls tierische Abgänge ins 

Umland oder in ein Gewässer abfliessen könnten.  

Als  Inhaber  der  Anlage  könnten  abhängig  vom  Sachzusammenhang  der 

Grundeigentümer,  der  Baurechtsberechtigte,  der  Mieter  eines  Gebäudes, 

der Pächter eines Betriebs oder auch andere Personen verstanden werden. 

Der  Rekurrent  sei  als  Verhaltensstörer  für  den  gewässerschutzkonformen 

Umgang mit den anfallenden tierischen Abgängen verantwortlich. Von den 

von  ihm  gehaltenen  Tieren  falle  Abwasser  auf  dem  permanenten  Laufhof 

an, welches fachgerecht in einer Jauchegrube zu sammeln sei. Hierzu ha-

be  er  sich  zusammen  mit  der  Eigentümerin  darum  zu  kümmern,  wo  die 

Kontrollschächte  und  Leitungen  angeschlossen  seien.  Die  Festsetzung  ei-

ner  möglichen  Kostenaufteilung  zwischen  Pächter  und  Verpächterin  seien 

hingegen  nicht  Gegenstand  dieses  Verfahrens  und  habe  nichts  mit  dem 

Vollzug des Gewässerschutzgesetzes zu tun.  

Schliesslich hält das AWEL fest, die tägliche Entfernung der tierischen Ab-
gänge  entspreche  der  gängigen  landwirtschaftlichen  Praxis  und  die  Reini-

gung der Lochdeckel könne ein Überlaufen ins Umland oder in ein Gewäs-

ser  verhindern.  Die  Vollzugshilfe  Umweltschutz  in  der  Landwirtschaft  ver-

lange  denn  auch, dass  in  Laufhöfen der  Harn  rasch abfliessen  könne  und 

feste Exkremente regelmässig entfernt würden. Hierbei werde keine Abstu-

fung nach Jahreszeiten gemacht.  

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Seite 6 

 
 
5. 
Die Mitbeteiligte weist ergänzend auf Art. 22 GSchG hin, wonach der Inha-

ber  von  Anlagen  mit  wassergefährdenden  Flüssigkeiten  dafür  zu  sorgen 

habe, dass die zum Schutz der Gewässer erforderlichen baulichen und ap-

parativen  Vorrichtungen  erstellt,  regelmässig  kontrolliert  und  einwandfrei 

betrieben und gewartet würden. Diese Bestimmung beziehe sich zwar nicht 

direkt  auf  Hofdünger,  sei  jedoch  neben  Art. 3  und  6  GSchG  dennoch  zu 

beachten,  zumal  auch  Hofdünger  geeignet  sei,  nachteilige  Auswirkungen 

auf die Gewässer zu haben. Weiter verweist sie auf die Arbeitshilfe SE 25.0 

(Stand  Januar  2017)  des  AWEL,  wonach  das  Regen-  und  Abwasser  bei 

permanent  genutzten  Ausläufen  in  eine  Jauchegrube  fliessen  müsse  und 

mit  seitlichen  Aufbordungen  sicherzustellen  sei,  dass  keine  tierischen  Ab-

gänge wegfliessen oder Regenwasser zufliesse.  

Die  Kontrollschächte  würden  sich  im  Bereich  des  durch  den  Rekurrenten 

erstellten östlichen Zugangs  zum Laufhof und im heutigen Laufhofbereich, 

welcher früher jedoch als Lagerplatz genutzt worden sei, befinden. Da der 

Rekurrent diese Bereiche als Laufhoffläche umgenutzt habe, sei es an ihm 

als Inhaber, aufzuzeigen, wohin die Kontrollschächte entwässerten.  

6.1. 
Art. 15 Abs. 1 Satz 1 GSchG zählt die Anlagen und Einrichtungen auf, die 

sachgemäss erstellt, bedient, gewartet und unterhalten werden müssen. Es 

handelt sich einerseits ganz allgemein um (öffentliche und private) Abwas-

seranlagen.  Darunter  fallen  namentlich  Kanalisationsleitungen  zur  Ablei-

tung von verschmutzten und nicht verschmutzten Abwässern samt den da-

zu  gehörenden  Ausrüstungen  wie  Einlaufschächten,  Schlammsammlern, 

(d.h.  Schmutzwasser-, 
Kontrollschächten  oder  Mineralölabscheidern 
Mischwasser-  und  Meteorwasserkanalisationen).  Andererseits  werden  in 

Abs. 1 Satz 1 Einrichtungen und Anlagen der Landwirtschaft genannt. Auf-

gezählt  werden  Lagereinrichtungen  für  Hofdünger  (z.B.  Mistgruben,  Gülle-

behälter wie Güllengruben, Güllensilos oder Güllenlagunen samt den dazu 

gehörenden Leitungen) und flüssiges Gärgut; technische Aufbereitungsan-

lagen für Hofdünger (z.B. Mistkompostieranlagen, Güllevergärungsanlagen) 

und flüssiges Gärgut sowie Raufuttersilos. Art. 15 GSchG stellt damit eine 

Sonderordnung  für  ganz  bestimmte  Anlagen  und  Einrichtungen,  nämlich 

Abwasseranlagen, Anlagen und Einrichtungen für Hofdünger und flüssiges 

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Gärgut  sowie  Raufuttersilos,  dar.  Keine  eigenständige  Bedeutung  kommt 

dem Ausdruck "Lagereinrichtungen" zu. Es handelt sich dabei um Anlagen 

zur Lagerung von Hofdünger und flüssigem Gärgut; diese werden vom An-

lagebegriff mitumfasst. Nicht unter Art. 15 Abs. 1 GSchG fallen demgegen-

über Anlagen zur Lagerung von wassergefährdenden Flüssigkeiten im Sin-

ne  von  Art.  22  ff.  GSchG  (vgl.  zum  Ganzen  Hans  W.  Stutz,  Kommentar 

zum  Gewässerschutzgesetz  und  zum  Wasserbaugesetz,  Zürich  2016, 

N. 20 ff. zu Art. 15 GSchG). 

Hofdünger  muss  gemäss  Art.  14  GSchG  umweltverträglich  und  entspre-

chend dem Stand der Technik landwirtschaftlich oder gartenbaulich verwer-

tet  werden.  Dieser  ist  entsprechend  dort  aufzufangen,  wo  er  entsteht,  zu 

sammeln  und  zu  verarbeiten.  Werden  Kühe  und  Rinder  in  Laufställen  ge-

halten,  fällt  im  ganzen  Bereich  Gülle  an.  Ist  wie  hier  auch  ein  Laufhof  als 

Aussenbereich für die Tiere zugänglich, entsteht sie auch dort. Um die Ge-

wässer zu schützen genügt es entsprechend nicht, eine dichte Jauchegru-

be  bereitzustellen.  Es  ist  auch  zu  gewährleisten,  dass  die  tierischen  Ab-

gänge diese erreichen, ohne anderweitig wegzufliessen oder zu versickern. 

Entsprechend ist es unumgänglich, dass auch die Ställe und Laufhöfe oder 

andere, den Tieren dauernd zugängliche Bereiche so erstellt und unterhal-

ten werden, dass eine Ableitung in die Jauchegrube gewährleistet ist. Funk-

tionierende Fassungen und Leitungen sind somit als Teil der Anlage zwin-

gend.  

6.2. 
Der  streitbetroffene  Stall  liegt  im  Gewässerschutzbereich  Au.  Gemäss 
Merkblatt  AWEL  (Arbeitshilfe  SE  25.0,  Stand  2017,  abrufbar  unter 

https://www.zh.ch/de/umwelt-tiere/wasser-gewaesser/gewaesserschutz/ge-

waesserschutz-landwirtschaft.html#1832654755)  sind  befestigte  Laufhöfe 
für  Rindvieh  für  die  permanente  Nutzung  in  dieser  Zone  grundsätzlich  zu-

lässig,  allerdings  nur  als  dicht  betonierte  Fläche  und  mit  Entsorgung  des 

Regen-  und  Abwasseranfalls  in  eine  Jauchegrube.  Eine  Versickerung  im 

Wiesland ist nicht erlaubt. Zudem ist mit seitlichen Abgrenzungen (Aufbor-

dungen  oder  genügendes  Gefälle)  sicherzustellen,  dass  keine  tierischen 

Abgänge wegfliessen oder Regenabwasser zufliesst.  

Diese  Praxis,  welche  angepasste  Regelungen  für  die  verschiedenen 

Grundwasser- und Gewässerschutzzonen wie auch die diversen Ausgestal-

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tungen von Laufhöfen und Tierhaltungen berücksichtigt, ist nachvollziehbar 

und trägt dem übergeordneten Ziel des Gewässerschutzes bedarfsgerecht 

Rechnung.  Sie  dient  damit  einem  rechtsgleichen,  einheitlichen  und  sach-

gemässen  Vollzug  der  massgebenden  Rechtssätze  und  schliesst  individu-

ell-konkrete  Lösungen  in  begründeten  Spezialfällen  nicht  von  vornherein 

aus.  Damit  erweist  sich  die  Praxis  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  als  zu 

berücksichtigende  Verwaltungsrichtlinie  im  Sinne  der  bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung (vgl. BGr 1C_121/2019 vom 23. Juli 2019, E. 3.2 mit wei-

teren Hinweisen). 

6.3. 
Der  umstrittene  Laufhof  verfügt  unbestrittenermassen  über  keine  Aufbor-

dungen  und  es  besteht  offensichtlich  auch  kein  genügendes  Gefälle,  wel-

ches ein Abfliessen in die Umgebung und in das Gebäude, welches wiede-

rum nicht  über einen dichten  Boden  verfügt,  zuverlässig  verhindern  würde 

(vgl. Fotos in act. 10.2.2). Insofern erweist sich die Aufforderung des AWEL 

zur  Erstellung  einer  dichten  Aufbordung  um  den  Laufhof  als  erforderlich 

und ist zu Recht erfolgt.  

Bezüglich  der  Kontrollschächte  ist  festzuhalten,  dass  auch  diese  sich  im 

Laufhofbereich  befinden.  Zwar  wurden  sie  inzwischen  provisorisch  abge-

dichtet, sodass kein Abwasser aus dem Laufhof mehr in die Leitungen ge-

langen sollte. Da die Schächte gemäss den Ausführungen des Rekurrenten 

jedoch  dem  Abfluss  des  Dachwassers  dienen  sollen,  bilden  sie  ebenfalls 

Teil  der  Entwässerung  des  Laufhofes,  denn  gemäss  Merkblatt  AWEL  ist 

neben  dem  Abfluss  der  Gülle  in  die  Jauchegruben  auch  dafür  zu  sorgen, 

dass keine Fremdwasserzufuhr von Dächern, Vorplätzen oder aus dem an-

grenzenden Wiesland über  die  Laufhoffläche  erfolgt.  Sollten  also die  Kon-

trollschächte nicht durchlässig sein oder in die Kanalisation statt in die Jau-
chegrube führen und bei der weiteren Nutzung des Laufhofes geschlossen 

bleiben  müssen,  wäre  die  Dachentwässerung  anzupassen.  Die  Abklärun-

gen  betreffend  die  Schächte  und  deren Leitungen  hängen  somit  durchaus 

ebenfalls  mit  der  Laufhofentwässerung  zusammen  und  deren  Anordnung 

ist somit nicht zu beanstanden. 

6.4. 
Für  den  Rekurrenten  stellt  sich  die  Frage,  ob  er  als  Pächter  zu  Recht  zur 

Ergreifung  dieser  nötigen  Massnahmen  aufgefordert  wurde.  Gemäss 

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Art. 15 GSchG ist der Inhaber der Anlage pflichtig. Dabei ist der Inhaberbe-

griff  im  Gewässerschutzrecht  gleich  wie  im  Umweltschutzrecht  zu  definie-

ren: Als Inhaber gilt, wer die tatsächliche Herrschaft über eine Sache inne-

hat.  Tatsächliche  Sachherrschaft  "meint  das  faktische  Vermögen,  die  Sa-

che  ohne  Rücksicht  auf  Recht oder  Unrecht  zu  verwenden,  zu  verändern, 

zu  zerstören,  zu  behalten  oder  weiterzugeben"  (Hans  W.  Stutz  in:  Kom-

mentar  GSchG,  N.  21  zu  Art.  12  GSchG;  mit  Verweis  auf  Brun-

ner/Tschannen,  Kommentar  USG,  Vorbem.  zu  Art.  30-32e,  N  50,  mit  Ver-

weis  auf  BGE  119  Ib  492,  502,  E.  4b  cc;  118  Ib  407,  411,  E.  3c  =  URP 

1993, 87; vgl. auch Lustenberger, Gefahrenabwehr, 378 ff.; ferner Verwal-

tungsgericht BE, Urteil vom 15. März 2004, E. 4.4, in: BVR 2004 464, 472). 

In Bezug auf den Laufhof liegt die tatsächliche Nutzung beim Rekurrenten 

als Pächter. Die tierischen Abgänge entstehen dadurch, dass er den Platz 

als Laufhof für seine Kühe und Rinder nutzt. Ob dies bereits vor der Pacht 

im heutigen Umfang der Fall war oder nicht, tut dabei aus gewässerschutz-

rechtlicher Sicht nichts zur Sache. Die baulichen Verhältnisse genügen der 

aktuellen  Nutzung  nicht  und  sind  durch  den  Inhaber  der  Anlage  anzupas-

sen oder im Falle der Kontrollschächte abzuklären. Ob dieser aufgrund des 

Pachtverhältnisses Ansprüche an die Verpächterin stellen kann, stellt keine 

zur Beantwortung dieser Frage relevante Vorfrage dar und ist somit nicht in 

diesem Rekursverfahren, sondern auf dem Zivilweg zu klären.  

6.5. 
Gefahren für  die  Reinheit  der  Gewässer  gehen  von  den  Anlagen in  erster 

Linie nach ihrer Inbetriebnahme aus. Während der Betriebsphase kann es 

wegen  technischer  Defekte,  unsachgemässer  Bedienung,  mangelnder 

Wartung  und  ungenügendem  Unterhalt  zu  Freisetzungen  von  verschmutz-

tem Abwasser bzw. von Hofdünger, flüssigem Gärgut und flüssigen Abgän-
gen  aus  Raufuttersilos  kommen,  welche  die  ober-  und  unterirdischen  Ge-

wässer gefährden. Daher hat der Inhaber einen sachgemässen Betrieb der 

Anlagen während ihrer gesamten Nutzungsdauer sicherzustellen. In Bezug 

auf Abwasseranlagen enthalten Art. 13 Abs. 1 und 2 GSchV unter der Mar-

ginalie "Fachgerechter Betrieb" detaillierte Vorgaben. Nach Abs. 1 müssen 

die Inhaber von Abwasseranlagen diese in funktionstüchtigem Zustand er-

halten  (lit.  a),  Abweichungen  vom  Normalbetrieb  feststellen,  deren  Ursa-

chen  abklären  und  diese  unverzüglich  beheben  (lit.  b)  sowie  beim  Betrieb 

alle  verhältnismässigen  Massnahmen  ergreifen,  die  zur  Verminderung  der 

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Mengen  der  abzuleitenden  Stoffe  beitragen  (lit.  c).  So  müssen  auch  Lauf-

höfe unterhalten werden, damit die Anlagen funktionstüchtig bleiben. Dazu 

gehört  insbesondere  die  regelmässige  Reinigung  der  Laufhofflächen  und 

der Abflussgitter in die Jauchegrube. Dieser Unterhalt obliegt naturgemäss 

ebenfalls dem Inhaber der Anlage, also dem Viehhalter. Er hat den gewäs-

serschutzrechtlich korrekten Abfluss der tierischen Abgänge permanent zu 

gewährleisten. Ob er hierzu die Laufhoffläche täglich von Mist und Jauche 

zu  reinigen  hat,  ist  hingegen  aufgrund  betrieblicher  oder  tierschutzrechtli-

cher  Aspekte  zu  beurteilen  und  die  entsprechende  Auflage  verfügt  damit 

über keine in der Kompetenz des AWEL liegende Grundlage.  

7.1. 
Zusammenfassend  ist  somit  festzuhalten,  dass  die  Aufforderung  zur  tägli-

chen Reinigung in teilweiser Gutheissung des Rekurses aufzuheben ist. Im 

Übrigen erweist sich der Rekurs als unbegründet und ist entsprechend ab-

zuweisen.  Entsprechend  sind  auch  die  Gebühren  der  angefochtenen  Ver-

fügung nicht neu aufzuerlegen. 

Da die Frist zur Erfüllung der Sanierungsmassnahmen inzwischen abgelau-

fen ist, ist diese neu auf zwei Monate nach Rechtskraft dieses Entscheides 

anzusetzen. 

7.2. 
Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  Rekursverfahrens  zu  vier  Fünfteln 

dem Rekurrenten und zu je einem Zehntel der Baudirektion Kanton Zürich 

und  der  Mitbeteiligten  aufzuerlegen  (§  13  des  Verwaltungsrechtspflegege-

setzes [VRG]). 

Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV  VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 

Abs.  2  GebV  VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Re-

kursinstanz  ein  grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in:  Kom-

mentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

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Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 3'000.-- festzusetzen. 

7.3. 
Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte  und  schwieriger  Rechtsfragen  besonderen  Aufwand  erforderte  o-

der  den  Beizug  eines  Rechtsbeistandes  rechtfertigte.  Die  Bemessung  der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom 

16. Oktober 2003, E. 3.1). Demnach ist vorliegend der mehrheitlich obsie-

genden  Mitbeteiligten  zulasten  des  Rekurrenten  eine  reduzierte  Umtriebs-

entschädigung  zuzusprechen.  Angemessen  erscheint  ein  Betrag  von  Fr. 

800.--. Da die Umtriebsentschädigung pauschal festgelegt wird, entfällt die 

Zusprechung eines Mehrwertsteuerzusatzes von vornherein (BRKE II Nrn. 

0247 und 0248/2007 in BEZ 2007 Nr. 56; www.baurekursgericht-zh.ch). 

Demgegenüber kommt dem Rekurrenten als unterliegender Partei eine sol-

che von vornherein nicht zu.  

[…] 

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