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**Case Identifier:** 2557c153-f0a5-56a6-86f6-4ef02128d6bb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.09.2015 200 2015 182
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-182_2015-09-18.pdf

## Full Text

200 15 182 IV
LOU/SCM/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. September 2015

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch B.________, lic. iur. C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 23. Januar 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Sept. 2015, IV/15/182, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1961 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 24. Oktober 2012 unter Hinweis auf seit 2002 bestehende 
psychische Beeinträchtigungen bei der Eidgenössischen Invalidenversiche-
rung zum Leistungsbezug an (Akten der Invalidenversicherung [act. II] 1). 
Nach Vornahme medizinischer und erwerblicher Abklärungen, insbesonde-
re der Einholung eines polydisziplinären Gutachtens vom 12. Dezember 
2013 (act. II 32.1 - 32.4) sowie eines Abklärungsberichts Haushalt vom 
24. Februar 2014 (act. II 33), stellte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwer-
degegnerin) der Versicherten mit Vorbescheid vom 30. Juli 2014 (act. II 39) 
bei einem Status von 25 % Erwerb und 75 % Haushalt sowie einem ge-
wichteten Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 41 % rückwirkend ab 1. Oktober 
2013 die Ausrichtung einer Viertelsrente in Aussicht. Nach erhobenem 
Einwand der Versicherten (act. II 44) und hierzu eingeholter Stellungnahme 
des Abklärungsdienstes (act. II 47) verfügte die IVB am 23. Januar 2015 
(act. II 51) wie angekündigt.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch B.________, lic. iur. 
C.________, am 23. Februar 2015 Beschwerde. Unter Entschädigungsfol-
ge beantragt sie insofern die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, als 
der Status korrekt zu erheben und der Beschwerdeführerin eine Dreivier-
telsrente zuzusprechen sei. Gleichentags stellte sie ein Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege.

Mit Beschwerdeantwort vom 26. März 2015 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin das Nachstehende:

1. Der Beschwerdeführerin sei unter Androhung einer Reformatio in peius (Art. 61 lit. d 

ATSG) die Gelegenheit zu geben, ihre Beschwerde zurückzuziehen. Eventualiter: 

Die Beschwerde sei abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Sept. 2015, IV/15/182, Seite 3

2. Die Verfahrenskosten seien der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.

3. Es sei keine Parteientschädigung auszurichten.

Am 17. September 2015 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss 
Art. 56 Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; 
BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes über die 
Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) statt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG Beschwerden gegen 
solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfah-
ren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen 
Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhe-
bung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche 
Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über 
die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch 
die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 23. Januar 2015 (act. II 51), mit 
welcher der Beschwerdeführerin rückwirkend ab 1. Oktober 2013 eine Vier-
telsrente zugesprochen worden ist. Streitig und zu prüfen ist der Rentenan-
spruch der Beschwerdeführerin. Dabei beschränkt sich die richterliche 
Überprüfung nicht auf die Frage, ob der Beschwerdeführerin anstelle einer 

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Viertelsrente eine höhere IV-Rente zuzusprechen ist. Vielmehr ist der Ren-
tenanspruch als Ganzes zu prüfen, mithin die Frage, ob zu Recht über-
haupt eine Rente gewährt worden ist. Dies gilt umso mehr, als die Be-
schwerdegegnerin ausdrücklich eine reformatio in peius beantragt (vgl. 
Beschwerdeantwort). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 

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bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig 
sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet wer-
den kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 ATSG), wird für die Bemes-
sung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische 
Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 149).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
beziehungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten 
oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzu-
legen und der IV-Grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte 
Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150).

2.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-

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urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

3.1.1 Dr. med. D.________, Fachärztin für Neurologie FMH, diagnosti-
zierte im Bericht vom 6. Dezember 2012 (act. II 9) mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit ein schweres, u.a. sexuelles Kriegstrauma (…) mit schwe-
ren Traumafolgen: Depression, Panikanfälle, Hyperventilationsanfälle bis 
zur Ohnmacht, Albträume, Anfälle von Zerstörungswut, Migräneanfälle, 
zwischendurch unauffälliges Verhalten. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit 
bestehe seit 19. Oktober 2012 eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit.

3.1.2 Im Bericht vom 26. Dezember 2012 (act. II 12 S. 2 ff.) hielt Dr. med. 
E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, die nachste-
henden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: chronische 
Kopfschmerzen seit Jahren, Migräne, Panikattacken, Wutausbrüche, Be-
wusstlosigkeit, Depression, posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) 
sowie chronisch rezidivierende Bauchschmerzen. In der zuletzt ausgeübten 
Tätigkeit als ... habe er bisher nur kurzfristige Absenzen attestieren müs-
sen. Diese Tätigkeit sei im bisherigen Rahmen nach wie vor zumutbar, wo-
bei aufgrund der Ohnmacht und Kopfschmerzen eine verminderte Leis-
tungsfähigkeit bestehe.

3.1.3 Med. pract. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie FMH, führte im Bericht vom 3. Juni 2013 (act. II 18) mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit die folgenden Diagnosen auf: Dysthymia (ICD-10 
F 34.1), Pavor nocturnus (ICD-10 F 51.4) sowie eine andauernde Persön-
lichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F 62.0). In der zuletzt 

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ausgeübten Tätigkeit als ... bestehe seit 10. Oktober 2012 eine 100 %ige 
Arbeitsunfähigkeit; diese Tätigkeit sei ihr medizinisch nicht mehr zumutbar.

3.1.4 Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 
19. Juli 2013 (act. II 20) wurde die Beschwerdeführerin am 14. und 16. Ok-
tober 2013 an der MEDAS G.________, polydisziplinär begutachtet. Dabei 
erfolgten eine internistische, eine psychiatrische und eine neurologische 
Untersuchung.

Im dazugehörigen Gutachten vom 12. Dezember 2013 (act. II 32.1) dia-
gnostizierten die Ärzte mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine PTBS nach 
Traumatisierung im … (ICD-10 F 43.1), differentialdiagnostisch eine Per-
sönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F 62.0), eine formal 
mittelgradige bis schwere depressive Episode ohne psychotische Sympto-
me, chronifiziert (ICD-10 F 32.2), am ehesten im Rahmen der Diagnose 1, 
eine Angststörung, nicht näher bezeichnet (ICD-10 F 41.9), sowie eine Mi-
gräne ohne Aura (ICD-10 G 43.0; act. II 32.1 S. 20 Ziff. 6.1).

Die psychiatrische Gutachterin hielt im Fachgutachten vom 29. Oktober 
2013 (act. II 32.3) fest, dass aufgrund einer schwerwiegenden Störung im 
Bereich der Anpassungs-, Durchhalte- und Kontakt- sowie Verkehrsfähig-
keit keine Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehe. Aufgrund 
der Störung im formalen Gedankengang mit Einengung und Perseveratio-
nen sei die Beschwerdeführerin nicht in der Lage, adäquat auf ihre Umwelt 
zu reagieren. Durch dissoziative Zustände sei die Kontaktfähigkeit zu Drit-
ten sowie die Zumutbarkeit für jene schwer eingeschränkt. Eine leitlinien-
gestützte psychiatrische / psychotherapeutische Behandlung der Trauma-
folgestörungen, der Depression und der Angststörung sei indiziert (act. II 
32.3 S. 10). Auf eine detaillierte Schilderung des Erlebten sei in Anbetracht 
des Retraumatisierungsrisikos verzichtet worden (act. II 32.1 S. 21).

Im neurologischen Fachgutachten vom 18. Oktober 2013 (act. II 32.4) führ-
ten die Ärzte aus, quantitativ bestehe infolge der Migräne ohne Aura ledig-
lich eine 10 % bis 20 %ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für sämtliche 
Tätigkeiten. Aufgrund der Episoden mit emotionaler Instabilität gefolgt von 
Bewusstseinsalterationen liege aus neurologischer Sicht formal eine quali-

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tative Arbeitsunfähigkeit für Tätigkeiten mit potentieller Fremd- oder Selbst-
gefährdung vor (act. II 32.4 S. 6).

In der Gesamtbeurteilung gelangten die Gutachter zum Schluss, dass die 
Arbeitsfähigkeit aufgrund der psychiatrischen Beurteilung sowohl in der 
angestammten Tätigkeit als auch in sämtlichen Verweistätigkeiten seit Ok-
tober 2012 aufgehoben sei (act. II 32.1 S. 22). Mit Ergänzung vom 4. Juli 
2014 (act. II 38) führte die psychiatrische Gutachterin auf Nachfrage aus, 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei die Beschwerdeführerin aus rein 
psychiatrischer Sicht seit spätestens 2006 in ihrer Arbeitsfähigkeit ohne 
wesentlichen Unterbruch zu mindestens 40 % eingeschränkt. Es sei jedoch 
nicht auszuschliessen, dass die relevante psychiatrische Symptomatik und 
die entsprechende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit schon vorher be-
standen hätten. Da vor 2006 keine psychiatrische Behandlung stattgefun-
den habe, könne die retrospektive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht 
vor diesem Zeitpunkt erfolgen.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 

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Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich für die Rentenzusprache vom 
23. Januar 2015 (act. II 51) hauptsächlich auf das psychiatrisch-
neurologische Gutachten vom 12. Dezember 2013 (act. II 32.1) gestützt. Im 
Beschwerdeverfahren wendet sie davon abweichend ein, die diagnostizier-
te PTBS sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, weshalb 
die darauf entfallende Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
nicht zu berücksichtigen sei (vgl. Beschwerdeantwort S. 3).

Das vorliegende Gutachten erfüllt die von der höchstrichterlichen Recht-
sprechung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten An-
forderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), so dass grundsätzlich darauf abzustellen 
ist. Die untersuchenden Gutachter haben sich in ihren Beurteilungen sorg-
fältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen auseinandergesetzt sowie 
ihre Schlussfolgerungen und Einschätzungen gestützt auf ihre Untersu-
chungen bzw. die Akten in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise darge-
legt. Die Ausführungen in den Beurteilungen der medizinischen Zusam-
menhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum 
Gesundheitszustand grundsätzlich überzeugend begründet. 

Dem Einwand der Beschwerdegegnerin ist aber insofern zu folgen, als eine 
PTBS voraussetzt, dass sie mit einer Latenz von wenigen Wochen bis Mo-
naten, selten mehr als sechs Monate nach einem Ereignis mit ausserge-
wöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass auftritt, das bei 
fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde (vgl. DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen: ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 9. Aufl. 
2014, S. 207 f.; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 26. Juni 2013, 
9C_228/2013, E. 4.1.2). Mit Blick auf die im Jahre 1992 erlebten traumati-
schen Kriegsereignisse (vgl. act. II 18 S. 3 Ziff. 1.4, act. II 32.1 S. 11 f, 
act. II 32.3 S. 2) vermag die erstmals am 26. Dezember 2012 von Dr. med. 
E.________ gestellte Diagnose einer PTBS (act. II 12 S. 2 Ziff. 1.1) nicht zu 
überzeugen, auch wenn die von ihm (unter dem Titel „Diagnose“) beschrie-
benen Symptome durchaus den typischen Merkmalen der PTBS entspre-
chen (vgl. dazu Internationale Klassifikation psychischer Störungen, a.a.O., 

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S. 207 f.). Auch die im Bericht von Dr. med. D.________ aus dem Jahre 
2002 (act. II 12 S. 34 f.) erstmals medizinisch dokumentierten gesundheitli-
chen Einschränkungen vermögen keine PTBS zu begründen, zumal trotz 
der beschriebenen Beeinträchtigungen eine entsprechende Diagnose nicht 
gestellt und die traumatischen Kriegsereignisse bereits damals zehn Jahre 
zurücklagen. Auf die im Gutachten gestellte Diagnose einer PTBS kann 
folglich nicht abgestellt werden.

Dies ändert indessen nichts an der Beweiskraft des Gutachtens. Die Gut-
achter haben nämlich differentialdiagnostisch eine andauernde Persönlich-
keitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F 62.0) festgehalten, welche 
im Einklang steht mit dem Bericht von Dr. med. F.________ vom 3. Juni 
2013, der eine solche als seit dem Jahre 2009 bestehend diagnostizierte 
(vgl. act. II 18 S. 2 Ziff. 1.1). Einer andauernden Persönlichkeitsänderung 
nach Extrembelastung kann zwar eine PTBS vorangehen. Jedoch ist dies 
nicht zwingend, sondern kann sich eine solche durchaus auch eigenständig 
entwickeln; unter Berücksichtigung der von den Ärzten erhobenen Sym-
ptome ist die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach 
Extrembelastung gestützt auf die diagnostischen Leitlinien (vgl. Internatio-
nale Klassifikation psychischer Störungen, a.a.O., S. 286 f.) ohne weiteres 
nachvollziehbar. 

Die weiteren Einwände der Beschwerdegegnerin, wonach die Diagnosen 
der mittelgradigen bis schweren depressiven Episode sowie der Angst-
störung in Zweifel zu ziehen seien (vgl. Beschwerdeantwort), verfangen 
nicht. Die Beschwerdeführerin schilderte der psychiatrischen Gutachterin 
die wiederholten Angstzustände, welche ungefähr zweimal pro Woche auf-
träten (act. II 32.3 S. 2 f.). Diese werden in den gesamten medizinischen 
Akten immer wieder beschrieben. Insgesamt kann im Ergebnis auf die dia-
gnostischen Einschätzungen der Gutachter abgestellt werden. Es besteht 
zudem kein Anlass, von der attestierten Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
abzuweichen. Dabei ist auf die klaren Angaben im Gutachten (act. II 32.1. 
S. 22) abzustellen, namentlich auch betreffend den Beginn der Arbeitsun-
fähigkeit. Eher diffus und daher nicht massgebend sind demgegenüber die 
Ausführungen im Nachtrag vom 4. Juli 2014 (act. II 38), zumal die Gutach-
terin Dr. med. H.________ darin selbst festhielt, dass die retrospektive Ein-

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schätzung der Arbeitsfähigkeit ausserordentlich schwierig erscheine. Dem-
nach ist seit Oktober 2012 von einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit in sämt-
lichen Tätigkeiten auszugehen. 

Die am 3. Juni 2015 mit dem zur Publikation bestimmtem Entscheid 
9C_492/2014 neu ergangene Praxis des Bundesgerichts zur Überwindbar-
keit anhaltender somatoformer Schmerzstörungen und vergleichbarer psy-
chosomatischer Störungen ändert daran nichts, zumal die funktionellen 
Einschränkungen in jeglicher Arbeitstätigkeit ausgewiesen sind und eine 
Überwindbarkeit nicht zur Debatte steht.

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin hat den Status der Beschwerdeführerin 
mit 25 % Erwerbstätigkeit und 75 % Haushalt festgelegt (act. II 51 S. 6). 
Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, dass sie ohne ge-
sundheitliche Beeinträchtigung einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 50 % 
bis 70 % nachgehen würde (vgl. Beschwerde S. 3 f.).

4.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 
E. 3.3 S. 508). Bei einer im Haushalt tätigen versicherten Person im Be-
sonderen entscheidet sich die Frage, ob sie als ganztägig oder zeitweilig 
Erwerbstätige zu betrachten ist, nicht danach, ob sie vor ihrer Heirat er-
werbstätig war oder nicht. Es ist vielmehr zu prüfen, ob sie im Gesundheits-
fall mit Rücksicht auf die gesamten Umstände vorwiegend erwerbstätig 
oder im Haushalt beschäftigt wäre. Nebst den finanziellen Verhältnissen 
sind sämtliche weiteren Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichti-
gen, wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kin-

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dern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die 
persönlichen Neigungen und Begabungen der versicherten Person (BGE 
137 V 334 E. 3.2 S. 338, 125 V 146 E. 2c S. 150; AHI 1997 S. 289 E. 2b). 
Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten Per-
son nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen (BGE 
117 V 194 E. 3b S. 195).

Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxisgemäss 
nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfü-
gung (vgl. BGE 129 V 167 E. 1 S. 169) entwickelt haben, wobei für die hy-
pothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs-
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 137 V 334 E. 3.2 S. 338, 
125 V 146 E. 2c S. 150).

4.3 Im Nachgang an das polydisziplinäre Gutachten wurde am 17. Fe-
bruar 2014 eine Abklärung im Haushalt der Beschwerdeführerin vorge-
nommen (Bericht vom 24. Februar 2014 [act. II 33]). Gegenüber der Ab-
klärungsperson gab diese an, dass sie heute, wenn sie gesund wäre, wei-
terhin zu einem Pensum von 20 % bis 30 % erwerbstätig wäre (act. II 33 
S. 4 Ziff. 3.5).

Aufgrund der Akten kann als überwiegend wahrscheinlich angenommen 
werden, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Heimat in … das … besuchte 
und danach ein … zur ... abschloss (vgl. act. II 1 S. 4 Ziff. 5.2; act. II 33 S. 3 
Ziff. 3.1), was im Übrigen unbestritten blieb. Gegenüber dem psychiatri-
schen Gutachter gab sie an, nach dem … während sieben Jahren einer 
Tätigkeit als … nachgegangen zu sein (act. II 32.1 S. 16; vgl. auch act. II 
12 S. 34). Zum dabei ausgeübten Pensum liegen keine Angaben vor. Im 
Jahre 1986 und 1989 gebar sie zwei Kinder, mit welchen sie im Jahre 1992 
aufgrund des Krieges in die Schweiz flüchtete. 1995 und 1997 wurden zwei 
weitere Kinder geboren (vgl. act. II 1 S. 3 Ziff. 3.1, act. II 32.1 S. 16). Dass 
die Beschwerdeführerin nach ihrer Einreise in die Schweiz aufgrund ihrer 
familiären Verpflichtungen zunächst keiner Erwerbstätigkeit nachging, er-
scheint nachvollziehbar. Der Auszug aus dem individuellen Konto (IK; 
act. II 6) zeigt, dass sie ab dem Jahr 1997 in einem zunächst nur geringen 
Umfang erwerbstätig war (Einkommen pro Jahr: Fr. 3‘861.-- [1997/1998], 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Sept. 2015, IV/15/182, Seite 13

Fr. 1‘127.-- [1999], Fr. 5‘243.-- [2000], Fr. 7‘720.-- [2001]). Ab August 2001 
erhöhte sie das Arbeitspensum und ging bis Dezember 2011 diversen Teil-
zeittätigkeiten nach, darunter … sowie … (act. II 33 S. 3 f. Ziff. 3.2). Dies 
widerspiegelt sich im IK-Auszug (act. II 6), der ab dem Jahr 2002 einen 
deutlichen Einkommensanstieg gegenüber den Vorjahren ausweist. 

Obwohl es sich bei der gegenüber der Abklärungsperson Haushalt ge-
machten Angabe, wonach die Beschwerdeführerin heute, wenn sie gesund 
wäre, weiterhin zu einem Pensum von 20 % bis 30 % erwerbstätig wäre 
(act. II 33 S. 4 Ziff. 3.5), um eine sogenannte spontane "Aussage der ersten 
Stunde" handelt, welche in der Regel unbefangener und zuverlässiger ist 
als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen 
Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein 
können (BGE 121 V 45 E. 2a S. 47, 115 V 133 E. 8c S. 143; RKUV 2004 
U 515 S. 420 E. 1.2), ist darauf aus den folgenden Gründen nicht abzustel-
len: 

Die hilfsweise Berechnung eines hypothetischen Jahreseinkommens der 
Beschwerdeführerin in einer 100 %igen Tätigkeit anhand der LSE 2010, 
Tabelle TA1, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftsabtei-
lungen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht (1/2) – 
Privater Sektor, Anforderungsniveau 4, Frauen, Total, ergibt einen Betrag 
von Fr. 50‘700.-- (Fr. 4‘225 x 12). Davon und vom IK-Auszug (act. II 6) 
ausgehend kann approximativ auf die folgenden Beschäftigungspensen 
geschlossen werden: 46 % (2002; Einkommen: Fr. 23‘541.--), 38 % (2003; 
Fr. 19‘437.--), 38 % (2004; Fr. 19‘334.--), 25 % (2005; Fr. 12‘792.--), 29 % 
(2006; Fr. 14‘471.--), 31 % (2007; Fr. 15‘793.--), 59 % (2008; Fr. 29‘792.--) 
und 59 % (2009; Fr. 29‘877.--). Demnach kann für die Jahre 2002 bis 2009 
annäherungsweise von einem Beschäftigungsgrad von durchschnittlich 
knapp 40 % ausgegangen werden. Für die Berechnung des von der Be-
schwerdeführerin ungefähr ausgeübten Pensums sind die Zahlen des IK-
Auszuges ab dem Jahre 2010 nicht mehr heranzuziehen. Mit einem Ein-
bruch von einem Jahreseinkommen von Fr. 29‘877.-- (2009) auf 
Fr. 11‘539.-- (2010) bzw. Fr. 11‘272.-- (2011) ist von einer zunehmenden 
gesundheitlichen Verschlechterung in diesem Zeitraum auszugehen. Aus-
serdem bezog die Beschwerdeführerin in den Jahren 2010 und 2011 Ar-

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beitslosenentschädigung (act. II 6 S. 3). Das im Jahre 2012 erzielte Ein-
kommen von Fr. 25‘811.-- (vgl. Übersicht „Einkommen und Versicherungs-
zeiten“ [im Gerichtsdossier]) – was im Vergleich zu obenstehendem Lohn 
gemäss LSE-Tabelle einem Pensum von ca. 50 % entspricht – dürfte hier-
bei wohl zur Überforderung und vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab Okto-
ber 2012 (vgl. E. 3.3 hiervor) geführt haben. 

Gegenüber Dr. med. D.________ hatte die Beschwerdeführerin im August 
2006 überdies angegeben, seit drei Jahren eine feste Stelle zu 50 % inne-
zuhaben (act. II 12 S. 27). Ebenso hatte sie anlässlich der Begutachtung 
vom Oktober 2013 ausgeführt, von 1999 bis 2008 in einem 50 %-Pensum 
tätig gewesen zu sein (act. II 32.1 S. 12). Wenn der Abklärungsdienst in 
seinem Bericht nun ausschliesslich auf die vor Ort gemachte Aussage der 
Beschwerdeführerin abstellt und keine weitere Begründung für die Festle-
gung eines Status von 25 % Erwerb und 75 % Haushalt liefert, vermag dies 
nach dem Gesagten nicht zu überzeugen. Auch die gegenüber der Ab-
klärungsperson zusätzlich gemachte Angabe der Beschwerdeführerin, dass 
sie manchmal, wenn sie sich besser fühle, nach Arbeit im Rahmen von 
20 % bis 30 % suche (vgl. act. II 33 S. 4 Ziff. 3.5), deutet darauf hin, dass 
sie – trotz der in diesem Zeitpunkt bereits bestehenden vollständigen ge-
sundheitlichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 3.3 hiervor) – 
noch willens und bereit war, zu arbeiten. Aufgrund der Akten bestehen zu-
dem Anhaltspunkte dafür, dass bereits ab dem Jahr 2002 gesundheitliche 
Beschwerden bestanden haben, welche die Beschwerdeführerin hinderten, 
in einem höheren Pensum zu arbeiten, als sie es de facto getan hatte (vgl. 
act. II 12 S. 34 ff.). 

Insofern erscheint in Würdigung der gesamten Umstände die Annahme 
nicht haltbar, dass sie heute – ohne Betreuungspflichten gegenüber den 
Kindern – lediglich zu einem Pensum von 25 % erwerbstätig wäre. Dage-
gen spricht im Übrigen auch die finanzielle Situation der Familie (vgl. Ent-
scheid des BGer vom 22. Mai 2015, 8C_685/2014, E. 5.2.1): Der Ehemann 
war im Zeitpunkt der Haushaltsabklärung arbeitslos und die Ehegatten 
(sowie die 17-jährige Tochter) leben von Sozialhilfe (vgl. act. II 33 S. 4 
Ziff. 3.6, S. 6 Ziff. 6; Beschwerdebeilage [act. I] 3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Sept. 2015, IV/15/182, Seite 15

4.4 Insgesamt rechtfertigt sich ein Abweichen vom durch den Ab-
klärungsdienst festgelegten Status und es ist von einer Erwerbstätigkeit im 
Gesundheitsfall von 40 % auszugehen.

5.

Nachstehend ist der IV-Grad aufgrund der gemischten Methode bei einem 
Status von 40 % Erwerb und 60 % Haushalt zu berechnen:

5.1 Der frühest mögliche Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der 
gutachterlich attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab Oktober 2012 
(vgl. E. 3.3 hiervor bzw. act. II 32.1 S. 22; Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG) 
sowie der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 24. Oktober 2012 (act. II 1) 
der 1. Oktober 2013 (Art. 29 Abs. 1 IVG), was im Übrigen unbestritten ist. 

5.2 Zunächst ist die Einschränkung im Erwerbsbereich zu bestimmen: 
Da medizinisch eine vollständige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit seit 
Oktober 2012 ausgewiesen ist (vgl. E. 3.3. hiervor), erübrigt sich ein Ein-
kommensvergleich (vgl. E. 2.4 hiervor) und der IV-Grad entspricht dem 
Status von 40 % Erwerb.

5.3 Im Weiteren ist die Einschränkung im Aufgabenbereich Haushalt 
aufgrund eines Betätigungsvergleichs zu bestimmen.

5.3.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Sept. 2015, IV/15/182, Seite 16

schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 130 V 61 E. 6.2 S. 63; 
SVR 2012 IV Nr. 54 S. 196 E. 3.2).

5.3.2 Im Abklärungsbericht Haushalt vom 24. Februar 2014 (act. II 33) 
wurde mittels Betätigungsvergleichs eine Einschränkung im Aufgabenbe-
reich Haushalt von 21 % ermittelt. Der Bericht wurde vom spezialisierten 
Abklärungsdienst der Beschwerdegegnerin aufgrund einer Erhebung vor 
Ort am 17. Februar 2014 verfasst. Das Ergebnis stützt sich auf die Anga-
ben der Beschwerdeführerin zu den gesundheitlichen, sozialen und erwerb-
lichen Verhältnissen sowie zum Haushalt (Ziff. 1-6).

Die im Abklärungsbericht enthaltene Umschreibung der Haushaltsaufgaben 
entspricht den Vorgaben des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosig-
keit in der Invalidenversicherung des Bundesamtes für Sozialversicherung 
(KSIH, Rz. 3086). Die Gewichtung der einzelnen Aufgabenbereiche hält 
sich sodann innerhalb der dort angegebenen Bandbreiten und ist in Anbe-
tracht der konkreten Umstände nicht zu beanstanden. Was die Gewichtung 
der einzelnen Einschränkungen anbelangt, ist der Betätigungsvergleich 
nachvollziehbar begründet und hinreichend detailliert. Die Mithilfe von Fa-
milienangehörigen ist im Rahmen der Schadenminderungspflicht zu 
berücksichtigen und geht weiter als die ohne Gesundheitsschädigung übli-
cherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509). 
Dies wurde vorliegend umgesetzt und die Unterstützung der im Ab-
klärungszeitpunkt 17-jährigen Tochter und des Ehemannes bei der Haus-
haltführung wurde berücksichtigt (vgl. act. II 33 S. 6 Ziff. 5.5). Die ermittel-
ten Einschränkungen sind insbesondere auch unter Berücksichtigung der 
Aussage der psychiatrischen Gutachterin, wonach die Beschwerdeführerin 
aufgrund einer schwerwiegenden Störung im Bereich der Anpassungs-, 
Durchhalte- und Kontakt- sowie Verkehrsfähigkeit keine Tätigkeit mehr auf 
dem ersten Arbeitsmarkt ausführen könne und sie aufgrund der Störung im 
formalen Gedankengang mit Einengung und Perseverationen nicht in der 
Lage sei, adäquat auf ihre Umwelt zu reagieren sowie die Kontaktfähigkeit 
zu Dritten und Zumutbarkeit für jene durch dissoziative Zustände schwer 
eingeschränkt sei (vgl. E. 3.1.3 hiervor), schlüssig: Es erscheint nachvoll-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Sept. 2015, IV/15/182, Seite 17

ziehbar, dass die genannten Beeinträchtigungen im sicheren häuslichen 
Bereich weniger einschränkend sein dürften. Klare Fehleinschätzungen der 
Abklärungsperson, welche einen Eingriff des Gerichts in deren Ermessen 
rechtfertigen würden (vgl. E. 5.3.1 hiervor), sind nicht ersichtlich (vgl. aber 
E. 4 hiervor).

Der Abklärungsbericht ist demnach soweit voll beweiskräftig. Entsprechend 
der darin enthaltenen Aufstellung ist von einer leidensbedingten Einschrän-
kung bzw. von einem Teilinvaliditätsgrad im Aufgabenbereich Haushalt von 
21 % bzw. gewichtet 12.6 % (21 % x 0.6 [Status]) auszugehen.

5.4 Bei einer gewichteten Einschränkung von 12.6 % im Haushalt und 
40 % im Erwerbsbereich resultiert ein IV-Grad von gerundet 53 % (vgl. zur 
Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Damit hat die Beschwer-
deführerin ab dem 1. Oktober 2013 Anspruch auf eine halbe Rente der 
Invalidenversicherung (vgl. E. 2.3 hiervor).

6.

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde insoweit gutzuheissen, als die 
angefochtene Verfügung vom 23. Januar 2015 (act. II 51) aufzuheben und 
der Beschwerdeführerin ab dem 1. Oktober 2013 eine halbe IV-Rente zu-
zusprechen ist. Soweit weitergehend ist die Beschwerde abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Sept. 2015, IV/15/182, Seite 18

7.2

7.2.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Parteien, die durch eine Organisation (Integration Handicap, Pro-
cap, Gewerkschaft etc.; vgl. für die Auflistung der anspruchsberechtigten 
Organisationen BGE 126 V 11 E. 2 S. 11) unentgeltlich vertreten sind, ha-
ben von Bundesrechts wegen Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(BGE 122 V 278 E. 3e aa S. 280; SVR 1997 IV Nr. 110 S. 341 E. 3c).

Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei teilwei-
sem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteientschädi-
gung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1). Ist das 
Quantitative einer Leistung streitig, rechtfertigt eine "Überklagung" eine 
Reduktion der Parteientschädigung nur, wenn das Rechtsbegehren den 
Prozessaufwand beeinflusst hat. Bei Streitigkeiten um die Höhe einer Inva-
lidenrente darf die Parteientschädigung daher nicht allein deswegen redu-
ziert werden, weil der Beschwerde führenden Person nicht die beantragte 
ganze oder höhere Rente, sondern eine geringere Teilrente zugesprochen 
wird (BGE 117 V 401 E. 2c S. 407). 

7.2.2 Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikosten-
ersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechts-
schutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund 
eines allgemeingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, 
welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. 
Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung 
festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juris-
tinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversiche-
rungsexpertinnen und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertre-
tung gelten alle übrigen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rund-
schreiben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung 
für französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Sept. 2015, IV/15/182, Seite 19

Im Falle der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungs-
stelle im Sinne der Rechtsprechung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der 
Stundenansatz bei einer fachlich qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- und 
bei einer fachlich nicht qualifizierten Vertretung auf Fr. 80.-- festgelegt.

7.2.3 Mit Kostennote vom 24. August 2015 macht lic. iur. C.________ 
vom B.________ einen zeitlichen Aufwand von 9.75 Stunden geltend. Ent-
sprechend der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Pro-
zesses erscheint jedoch – insbesondere unter Berücksichtigung der bloss 
kurzen Beschwerdeschrift und des knapp eine Seite umfassenden Ge-
suchs um unentgeltliche Rechtspflege – ein maximaler Aufwand von 6.5 
Stunden als angemessen. Entsprechend wird die Parteientschädigung auf 
Fr. 845.-- (6.5 h x Fr. 130.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 42.-- und Mehr-
wertsteuer (MWSt.) von Fr. 70.95 (8 % von Fr. 887.--), somit auf total 
Fr. 957.95, festgesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin zu ersetzen.

7.3 Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist bei diesem Verfah-
rensausgang als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis ab-
zuschreiben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 23. Januar 2015 aufgehoben und der 
Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2013 eine halbe Rente der Invali-
denversicherung zugesprochen. Im Übrigen wird die Beschwerde ab-
gewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Sept. 2015, IV/15/182, Seite 20

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Par-
teikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 957.95 (inkl. Auslagen und 
MWSt.), zu ersetzen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
wird als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abge-
schrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.