# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5444e7fd-21f2-5f07-bf11-420efa834ba3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-02-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.02.2015 E-7225/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7225-2014_2015-02-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-7225/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  F e b r u a r  2 0 1 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König, 

mit Zustimmung der Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner; 

Gerichtsschreiberin Martina Stark. 

   

Parteien 

 
A._______, 

Sri Lanka,  

p.A. Schweizer Botschaft in Colombo, Sri Lanka, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für 

Migration, BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 

Verfügung des BFM vom 8. Oktober 2014 / N (…). 

 

 

 

E-7225/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit englischsprachigem Schreiben vom 19. November 2009 ersuchte der 

Beschwerdeführer sinngemäss um Bewilligung der Einreise in die Schweiz 

zur Durchführung des Asylverfahrens. Er sei in einem sogenannten White 

Van entführt worden, als er nach einer schweren Operation in B._______ 

das Spital kurzzeitig verlassen habe. Er sei dann während zehn Tagen ver-

hört und massiv gefoltert worden. Diesen Vorfall habe er der Polizei, dem 

Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) sowie dem Human 

Rights Commissioner (HCR) angezeigt; ausserdem sei darüber auch in der 

lokalen Zeitung berichtet worden. Seither lebe er in grosser Angst bei sei-

nem Onkel in C._______.  

Als Beweismittel legte er Dokumente betreffend seine Operation, den Zei-

tungsbericht sowie die Anzeigebestätigungen samt englischsprachigen 

Übersetzungen ins Recht. 

B.  

In Beantwortung der Fragen der Schweizer Vertretung in B._______ vom 

7. Dezember 2009 führte der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 

1. Januar 2010 unter anderem aus, von einem (…)unfall im Alter von sie-

ben Jahren habe er grosse Narben davongetragen. Aufgrund dieser sei er 

immer wieder verhört und verdächtigt worden, sich terroristisch zu betäti-

gen. Davor könne ihn auch ein Umzug in einen anderen Landesteil nicht 

schützen, zumal er als Tamile stets erkannt werde und seine Narben nicht 

verdecken könne. 

C.  

In weiteren Mitteilungen vom 9. Juni 2010 und 15. November 2010 führte 

der Beschwerdeführer aus, er wechsle einmal die Woche seinen Aufent-

haltsort, weil er sich verfolgt und bedroht fühle. Ausserdem stehe eine wei-

tere Operation an, die er aus Furcht jedoch hinauszögere. Er reichte unter 

anderem weitere Beweismittel im Zusammenhang mit dem geltend ge-

machten Vorfall in B._______ sowie Fotografien seiner Narben ein.  

D.  

Das SEM teilte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 12. April 2011 

mit, gemäss den Akten werde der rechtserhebliche Sachverhalt als erstellt 

erachtet, weshalb auf eine mündliche Anhörung verzichtet werden könne. 

Es erwäge, sein Gesuch um Einreisebewilligung abzulehnen, da nicht da-

von auszugehen sei, er benötige internationalen Schutz vor Verfolgung im 

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Seite 3 

Sinn des Asylgesetzes. Aus diesem Grund werde ihm das rechtliche Ge-

hör, zur beabsichtigten Ablehnung seines Gesuchs um Einreisebewilligung 

gewährt. 

E.  

In seiner Stellungnahme vom 25. Mai 2011 machte der Beschwerdeführer 

geltend, nahe Verwandte und Freunde würden sich permanent in der 

Schweiz aufhalten und seien bereit für seinen Aufenthalt in der Schweiz 

wie auch für seine medizinischen Kosten aufzukommen. Zudem führte er 

aus, er müsse immer noch ständig den Wohnort wechseln, weil er von un-

bekannten bewaffneten Personen bedroht werde. 

F.  

Am (…) September 2014 wurde der Beschwerdeführer persönlich ange-

hört. Dabei gab er an, im (…) 2010 habe er geheiratet und am (…) sei er 

Vater (…) geworden. Er arbeite als (…) und lebe aktuell in C._______, wo-

bei er in D._______ registriert sei und bis vor kurzem auch in E._______ 

gelebt habe. Ungefähr im (…) 2009 habe er sich aufgrund der in seinem 

Gesuch geschilderten Gefährdungssituation für (…) Wochen in Saudi Ara-

bien aufgehalten. Es sei aber wieder in sein Herkunftsland zurückgekehrt, 

weil der Job als (…) nicht zu im gepasst habe. Seine Verwandten würden 

hauptsächlich im Ausland leben, insbesondere halte sich ein Cousin in der 

Schweiz auf, zu dem er allerdings nur Kontakt pflege, wenn dieser zu Be-

such komme. 

Als Grund für sein Gesuch um Einreisebewilligung in die Schweiz führte er 

seine am (…) 2009 erfolgte Entführung und Misshandlung durch die Terro-

rist Investigation Division (TID) während seinem Spitalaufenthalt an. Auch 

im aktuellen Zeitpunkt werde er noch immer gesucht, und es werde gegen 

ihn ermittelt. Aus diesen Gründen lebe er nicht in dem Dorf, in welchem er 

registriert sei. Nachdem er die Mitteilung des SEM vom 12. April 2011 er-

halten habe, dass eine Ablehnung seines Gesuchs beabsichtigt werde, sei 

er in E._______ verblieben und habe dort ohne Behelligungen gelebt. Als 

er jedoch anlässlich (…) nach D._______ gegangen sei, habe ein Reporter 

ihn fotografiert und dieses Foto sei in einer Zeitung erschienen. Wenige 

Tage später habe er erfahren, dass in D._______ gegen ihm ermittelt 

werde, weshalb er einen Freund um Hilfe gebeten habe, um seine Ausreise 

zu organisieren. Allerdings sei dieser Freund während den Vorbereitungen 

zur Ausreise im (…) 2014 von der TID mitgenommen worden. Kurz danach 

sei er selbst in seinem Haus in E._______ gesucht worden, weshalb er 

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nach C._______ umgezogen sei. Ausser seinem Onkel sei niemand in sei-

ner Familie politisch aktiv gewesen. 

G.  

Das SEM verweigerte dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 8. Okto-

ber 2014 die Einreise in die Schweiz und lehnte sein Asylgesuch ab. 

H.  

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit englischsprachi-

ger Eingabe vom 23. November 2014 bei der Schweizer Botschaft in Co-

lombo Beschwerde. Darin führte er aus, der Entscheid des SEM sei in einer 

Sprache verfasst, die er nicht verstehe, und er habe bisher auch keine 

Übersetzung erhältlich machen können. Er habe jedoch in seinen Einga-

ben und anlässlich der Botschaftsbefragung ausführlich Auskunft gegeben 

über seine erlebten Nachteile. 

Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte er unter anderem mehrere 

Anordnungen des Minister of Defence betreffend Haft respektive Haftver-

längerung seines Cousins sowie eine Haftbestätigung der TID vom (…) 

2014 betreffend seinen Freund ein. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Ausliefe-

rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinn von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, 

weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 In den vorinstanzlichen Akten befindet sich vorliegend kein Rückschein 

respektive keine Empfangsbestätigung, womit das Zustellungsdatum der 

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angefochtenen Verfügung nicht eruiert werden kann. Die Beweislast für die 

erfolgte Zustellung und deren Zeitpunkt trägt die Behörde, welche die Zu-

stellung veranlasst hat (vgl. FELIX UHLMANN / ALEXANDRA SCHWANK, in 

Bernhard Waldmann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar 

VwVG, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 34 N 10). Angesichts der fehlenden 

Empfangsbestätigung ist zugunsten des Beschwerdeführers von der 

Rechtzeitigkeit der Beschwerde auszugehen. 

1.4  

1.4.1 Das Verfahren wird in einer der vier Amtssprachen (Deutsch, Franzö-

sisch, Italienisch, Rätoromanisch) geführt (Art. 33a VwVG i.V.m. Art. 4 BV). 

Der Beschwerdeführer kann sich somit aus dem Vorbringen, er habe die 

Sprache, in welcher die angefochtene Verfügung des SEM abgefasst sei, 

nicht verstanden, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Der Vollständigkeit 

halber kann hier auch festgehalten werden, dass die Botschaft in Colombo 

in ihrem englischsprachigen Begleitbrief an den Beschwerdeführer das 

Dispositiv und die Rechtsmittelbelehrung der der SEM-Verfügung zusam-

mengefasst hat. 

1.4.2 Die Beschwerde wurde in englischer Sprache und somit nicht in einer 

Amtssprache des Bundes verfasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Be-

schwerdeverbesserung oder auf die Einholung einer Übersetzung kann in-

dessen aus prozessökonomischen Gründen praxisgemäss verzichtet wer-

den, da der Eingabe des Beschwerdeführers genügend klare, sinnge-

mässe Rechtsbegehren und deren Begründung zu entnehmen sind und 

ohne Weiteres – die zu beurteilende Sachlage ist rechtsgenüglich abge-

klärt – darüber befunden werden kann. 

1.5 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.6 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die zulässigen Rügen und die Kognition des Gerichts richten sich nach 

Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

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Seite 6 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten 

Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachfolgend aufgezeigt, 

handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde und der Beschwerdeentscheid nur summarisch 

zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

Das vorliegende Urteil ergeht gestützt auf die Übergangsbestimmung zur 

Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 (von der Bundesver-

sammlung als dringlich erklärt und am 29. September 2012 in Kraft getre-

ten), wonach für Asylgesuche, die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Än-

derung vom 28. September 2012 gestellt worden sind, die Artikel 12, 19, 

20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG in der bisherigen Fassung des Asylgesetzes 

Geltung haben. 

5.  

5.1 Die Vorinstanz führte in ihrem ablehnenden Entscheid aus, dass die 

geschilderten Vorfälle zwar zu bedauern seien, die vorgebrachten Behelli-

gungen und die damit verbundenen Beeinträchtigungen aufgrund ihrer Art 

und Intensität jedoch keinen ernsthaften Nachteil im Sinn von Art. 3 AsylG 

darstellen würden. Die Sicherheitslage habe sich seit dem Ende des Bür-

gerkriegs erheblich verbessert und es werde lediglich nach Führungsper-

sonen und Kämpfern der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gesucht. 

Weder der Beschwerdeführer noch seine Familienmitglieder seien jedoch 

für die LTTE tätig gewesen. Insbesondere seien die Massnahmen die ein 

Staat ergreife, um sich gegen bewaffnete Angriffe zu wehren, grundsätzlich 

legitim, weshalb diese keine einreiserelevante Verfolgung darstellen wür-

den. Es lägen ausserdem auch in Bezug auf die geltend gemachten Prob-

leme mit der TID keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine konkrete Be-

drohung in absehbarer Zukunft vor. Auch sei ihm von den sri-lankischen 

Behörden im (…) ein neuer Pass ausgestellt worden, weshalb nicht von 

einem aktuellen Verfolgungsinteresse seitens der heimatlichen Behörden 

auszugehen sei. Schliesslich diene das schweizerische Asylrecht nicht 

dem Ausgleich erlittenen Unrechts, weshalb mangels aktuellen Verfol-

gungsinteresses die Entführung im (…) 2009 keine Einreisebewilligung zu 

begründen vermöge. Im Übrigen stehe dem Beschwerdeführer offenbar die 

Möglichkeit offen, sich vor allfälligen Verfolgungsmassnahmen durch einen 

Wegzug in einen anderen Teil des Heimatlandes zu entziehen. Jedenfalls 

seien seine Vorbringen nicht einreiserelevant. 

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5.2 Der Beschwerdeführer wies in seiner Beschwerde im Wesentlichen da-

rauf hin, dass er seinem Cousin geholfen habe Sri Lanka zu verlassen, als 

dieser aus dem Rehabilitationscamp entlassen worden sei, weshalb er seit-

her von den Sicherheitsbehörden behelligt werde. Aus Sicherheitsgründen 

habe er diesen Umstand bisher nicht erwähnt. Viele Rehabili-tierte würden 

von sogenannten White Vans mitgenommen, weshalb er in grosser Angst 

lebe. 

6.  

6.1 Einer Person, welche im Ausland ein Asylgesuch gestellt hat, ist die 

Einreise in die Schweiz zu bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr für 

Leib, Leben oder Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG glaub-

haft gemacht wird (aArt. 20 Abs. 3 AsylG) – das heisst im Hinblick auf die 

Anerkennung als Flüchtling und die Asylgewährung – oder aber, wenn für 

die Dauer der näheren Abklärung des Sachverhalts ein weiterer Aufenthalt 

im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat oder die Ausreise in einen Drittstaat 

nicht zumutbar erscheint (aArt. 20 Abs. 2 AsylG). Asyl – und damit die Ein-

reise in die Schweiz – ist zu verweigern, wenn keine Hinweise auf eine 

aktuelle Gefährdung im Sinn von Art. 3 AsylG vorliegen oder es der Person 

zuzumuten ist, sich in einem Drittstaat um Aufnahme zu bemühen (aArt. 52 

Abs. 2 AsylG). 

6.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorausset-

zungen. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinn von Art. 3 AsylG 

sind mit Blick auf den Ausschlussgrund von aArt. 52 Abs. 2 AsylG nament-

lich die Beziehungsnähe zur Schweiz und zu anderen Staaten, die Mög-

lichkeit und objektive Zumutbarkeit einer anderweitigen Schutzsuche sowie 

die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in 

Betracht zu ziehen. Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilli-

gung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betreffenden Person, mithin die 

Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinn von Art. 3 AsylG glaubhaft 

gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der 

Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. BGVE 2011/10 E. 3.3 

S. 126). 

6.3 Verfolgt im Sinn von Art. 3 AsylG ist, wer aus den in Abs. 1 der genann-

ten Norm aufgezählten Gründen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder 

begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Dabei 

umfasst die Furcht vor künftiger Verfolgung allgemein ein auf tatsächlichen 

Gegebenheiten beruhendes objektives Element einerseits sowie die per-

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sönliche Furchtempfindung der betroffenen Person als subjektives Ele-

ment andererseits. Begründete Furcht vor Verfolgung nach Art. 3 AsylG hat 

demnach, wer gute – das heisst von Dritten nachvollziehbare – Gründe 

(objektives Element) für seine Furcht (subjektives Element) vorweist, mit 

gewisser Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft das Opfer von Ver-

folgung zu werden (vgl. BGVE 2011/50 E. 3.1.1; BGVE 2011/51 E. 6.2). 

7.  

7.1 Das SEM stellte fest, dass die Glaubhaftigkeit der Schilderungen des 

Beschwerdeführers zwar grundsätzlich nicht bezweifelt würde, seine gel-

tend gemachten Vorbringen aber nicht einreiserelevant seien. 

7.2 Der vorinstanzlichen Argumentation ist zunächst beizupflichten, soweit 

sie die Glaubhaftigkeit der Angaben des Beschwerdeführers in Bezug auf 

die erfolgte Entführung im (…) 2009 und die dabei erlittenen Misshandlun-

gen nicht bestritt. Er hat diese Erlebnisse in den verschiedenen Eingaben 

sowie anlässlich der Botschaftsbefragung anschaulich und nachvollziehbar 

geschildert und mit Beweismitteln belegt, sodass kein Grund besteht, die-

ses Vorbringen in Zweifel zu ziehen. Auch ist durchaus nachvollziehbar, 

dass sich der Beschwerdeführer in der Folge vor weiteren Nachteilen fürch-

tete. 

7.3 Nicht zu überzeugen vermag hingegen die geltend gemachte Suche 

nach ihm seitens der TID, nachdem er seit seinem Verbleib in E._______ 

im (…) 2011 bis zu (…) in D._______ unbehelligt gelebt habe (vgl. SEM 

Akten, A17, S. 4). Insbesondere ist nicht ersichtlich, weshalb nach rund (…) 

Jahren ohne konkrete Verfolgungsmassnahmen ein Foto in einer lokalen 

Zeitung – auf welchem der Beschwerdeführer in einer Reihe von Menschen 

und deshalb nur rein zufällig zu sehen war – das Interesse der Sicherheits-

kräfte am Beschwerdeführer wieder geweckt haben sollte. Ausserdem ist 

auch nicht davon auszugehen, dass die Ausreise des Beschwerdeführers 

im (…) 2009 und die Wiedereinreise nach lediglich (…) Wochen von den 

heimatlichen Behörden unbemerkt geblieben ist, zumal die Grenzkontrol-

len nur wenige Monate nach dem Ende des Bürgerkriegs wohl sehr umfas-

send gewesen sein dürften. Dennoch hat er aufgrund dieser Aus- und Wie-

dereinreise keine entsprechenden Behelligungen geltend gemacht. Aus-

serdem spricht die Rückreise aus Saudi Arabien nach Sri Lanka (gemäss 

seinen Angaben sei er in die Heimat zurückgekehrt, weil ihm die Arbeit im 

Drittstaat nicht zugesagt habe) gegen eine erhebliche subjektive Furcht vor 

Verfolgung zu diesem Zeitpunkt. Im Übrigen führte er auch nicht aus, er sei 

direkt von der TID oder einer anderen Behörde kontaktiert worden oder er 

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Seite 9 

habe eine entsprechende Vorladung erhalten. Schliesslich hat die Vo-

rinstanz zu Recht darauf hingewiesen, dass die offenbar problemlos er-

folgte Ausstellung eines neuen Passes im (…) darauf schliessen lässt, die 

sri-lankischen Behörden hätten kein aktuelles Verfolgungsinteresse an sei-

ner Person (vgl. Verfügung des BFM vom 8. Oktober 2014, S. 4). 

Aus diesen Gründen erachtet das Gericht die angebliche Suche nach dem 

Beschwerdeführer seit September 2013 als unglaubhaft. Schliesslich wird 

diese Einschätzung durch die fehlende Verbindung zu den LTTE gestützt 

und dadurch, dass er auch sonst zu keinem Personenkreis gehört, der ei-

ner erhöhten Verfolgungsgefahr ausgesetzt ist (vgl. BVGE 2011/24 E. 8). 

7.4 Nach dem Gesagten lassen auch die eingereichten Beweismittel in Be-

zug auf die Inhaftierung seines Cousins sowie seines Bekannten für sich 

allein nicht auf ein Verfolgungsinteresse der Sicherheitsbehörden am Be-

schwerdeführer schliessen. So beziehen sich die Vorladungen stets aus-

schliesslich auf den Cousin oder den Bekannten des Beschwerdeführers, 

nie auf ihn selbst. Zudem ist den Akten auch nicht zu entnehmen, dass er 

in besonders enger Beziehung zu diesen Personen gestanden wäre.  

7.5 Zusammenfassend ist somit davon auszugehen, dass der aus dem 

Norden Sri Lankas stammende Beschwerdeführer im (…) 2009, mithin (…) 

Ende des Bürgerkriegs und damit (…), wegen seiner grossen Narben so-

wie seines Spitalaufenthalts entführt und dabei massiv misshandelt worden 

ist. Seither lebte er nachvollziehbarerweise in Furcht vor weiteren Behelli-

gungen. Nachdem jedoch davon auszugehen ist, der Beschwerdeführer 

habe seither keine Massnahmen im Sinn von Art. 3 Abs. 2 AsylG erlebt, ist 

er sechs Jahre nach der erlittenen Entführung keinen gezielten und ernst-

haften Nachteilen aufgrund einer asylrechtlich relevanten Motivation mehr 

ausgesetzt.  

7.6 Im Übrigen fehlt es dem Beschwerdeführer auch an der persönlichen 

Beziehung zur Schweiz, zumal sich hier lediglich ein Cousin aufhalte, zu 

welchem er nur dann Kontakt pflege, wenn dieser nach Sri Lanka zurück-

kehre. Hingegen halten sich zwei seiner Geschwister in F._______ auf (vgl. 

SEM Akten, A17, S. 3). 

7.7  Somit hat die Vorinstanz zu Recht das Asylgesuch abgelehnt und die 

Einreise in die Schweiz verweigert. 

8.  

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Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Bei Ausland-Verfahren wird in-

dessen praxisgemäss auf eine Kostenauflage verzichtet (Art. 63 Abs. 1 in 

fine VwVG). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die Schweizer 

Botschaft in Colombo. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Markus König Martina Stark 

 

 

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