# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 426434fb-8f6c-59db-8de8-eb7818b466d1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 20.11.2018 HG080251
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG080251_2018-11-20.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 
 

Geschäfts-Nr.: HG080251-O U 

 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. George Daetwyler, Präsident, und Oberrichterin 

Flurina Schorta, die Handelsrichter Dr. h.c. Stephan Weber, Hans-

Rudolf Müller und Patrik Howald sowie der Gerichtsschreiber Jan 

Busslinger 

 

Urteil und Beschluss vom 20. November 2018 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Klägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____ AG,  
Beklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

betreffend Forderung 
 

- 2 - 

Rechtsbegehren der Klägerin: 
(act. 1 S. 2-3) 

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin zu bezahlen: 
 
Unter dem Titel "Pflege-Betreuungsschaden": 
1.1. Fr.  783'282.— 

nebst Zins zu 5 % seit 01.10.2002 (mittleres Verfalldatum vom 
01.05.1994 bis zum Rechnungstag tt.02.2009) 

1.2. Fr.  2'790'341.— 
 nebst Zins zu 5 % ab tt.02.2009 (Rechnungstag) 
 
Unter dem Titel "Erwerbsausfall": 
1.3. Fr.  306'637.— 

nebst Zins zu 5 % seit 31.01.2006 
1.4. Fr.  4'324'367.— 
 nebst Zins zu 5 % seit dem 01.09.2010 
 
Unter dem Titel "Haushaltschaden": 
1.5. Fr.  150'097.— 

nebst Zins zu 5 % seit dem 01.07.2002 
1.6. Fr.  307'152.— 
 nebst Zins zu 5 % seit dem 01.09.2010 
 
Unter dem Titel "Genugtuung": 
1.7. Es sei der Klägerin eine nach richterlichem Ermessen zu bestim-

mende Genugtuungsrente von mehr als Fr. 16.—pro Tag bzw. 
Fr. 480.—pro Monat zu bezahlen nebst Zins zu 5 % ab mittlerem 
Verfalldatum für die Genugtuungsrente ab Unfalltag bis zum 
Rechnungstag. Diese Rente sei ab Rechnungstag (tt.02.2009) an 
den Landesindex der Konsumentenpreise anzubinden. 

 
Unter dem Titel "vorprozessuale Anwaltskosten": 
1.8. Fr.  133'251.— 
 nebst Zins zu 5 % ab Klageeinleitung 
 

- 3 - 

2. Der Klägerin sei für das vorliegende Verfahren unentgeltliche 
Prozessführung zu bewilligen und der Unterzeichnende sei ihr als 
unentgeltlicher Prozessbeistand zu bestellen. 

 
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, inklusive der Kos-

ten des Friedensrichters von Fr. 1'240.--, nebst Zins zu 5 % ab 
Klageeinreichung, zulasten der Beklagten. 

 

Am 15. November 2010 geändertes Rechtsbegehren der Klägerin: 
(act. 50 S. 2) 

1. "In Abänderung der Ziffer 1.3, 1.4, 1.5 und 1.6 des Rechtsbegeh-
rens gemäss Klageschrift sei die Beklage zu verpflichten, der Klägerin 
zu bezahlen, neu: 
 
Unter dem Titel "Erwerbsunfall" [sic!], inklusive Rentenschaden: 
1.3. Fr.  417'669.— 

nebst Zins zu 5 % seit 31.01.2006 
1.4. Fr.  1'166'815.— 
 nebst Zins zu 5 % seit dem 01.09.2010 
 
Unter dem Titel "Haushaltschaden": 
1.5. Fr.  160'062.— 

nebst Zins zu 5 % seit dem 01.07.2002 
1.6. Fr.  1'411'953.— 
 nebst Zins zu 5 % seit dem 01.09.2010." 
 

Konsolidiertes Rechtsbegehren der Klägerin: 
(act. 1 S. 2-3; act. 50 S. 2; konsolidiert) 

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin zu bezahlen: 
 
Unter dem Titel "Pflege-Betreuungsschaden": 
1.1. Fr.  783'282.— 

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nebst Zins zu 5 % seit 01.10.2002 (mittleres Verfalldatum vom 
01.05.1994 bis zum Rechnungstag tt.02.2009) 

1.2. Fr.  2'790'341.— 
 nebst Zins zu 5 % ab tt.02.2009 (Rechnungstag) 
 
Unter dem Titel "Erwerbsausfall", inklusive Rentenschaden: 
1.3. Fr.  417'669.— 

nebst Zins zu 5 % seit 31.01.2006 
1.4. Fr.  1'166'815.— 
 nebst Zins zu 5 % seit dem 01.09.2010 
 
Unter dem Titel "Haushaltschaden": 
1.5. Fr.  160'062.— 

nebst Zins zu 5 % seit dem 01.07.2002 
1.6. Fr.  1'411'953.— 
 nebst Zins zu 5 % seit dem 01.09.2010 
 
Unter dem Titel "Genugtuung": 
1.7. Es sei der Klägerin eine nach richterlichem Ermessen zu bestim-

mende Genugtuungsrente von mehr als Fr. 16.—pro Tag bzw. 
Fr. 480.—pro Monat zu bezahlen nebst Zins zu 5 % ab mittlerem 
Verfalldatum für die Genugtuungsrente ab Unfalltag bis zum 
Rechnungstag. Diese Rente sei ab Rechnungstag (tt.02.2009) an 
den Landesindex der Konsumentenpreise anzubinden. 

 
Unter dem Titel "vorprozessuale Anwaltskosten": 
1.8. Fr.  133'251.— 
 nebst Zins zu 5 % ab Klageeinleitung 
 
2. Der Klägerin sei für das vorliegende Verfahren unentgeltliche 

Prozessführung zu bewilligen und der Unterzeichnende sei ihr als 
unentgeltlicher Prozessbeistand zu bestellen. 

 
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, inklusive der Kos-

ten des Friedensrichters von Fr. 1'240.--, nebst Zins zu 5 % ab 
Klageeinreichung, zulasten der Beklagten. 

 

- 5 - 

Rechtsbegehren der Beklagten: 
(act. 9 S. 2) 

Die Klage sei maximal im Umfange von CHF 344'102.25 gutzuheissen 
und im übrigen Umfange vollumfänglich abzuweisen, 
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers. 
 

Mit der Duplik geändertes Rechtsbegehren der Beklagten: 
(act. 35 S. 2) 

Die Klage sei maximal im Umfange von CHF 268'825.80 gutzuheissen 
und im übrigen Umfange vollumfänglich abzuweisen, 
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers. 
 

Am 14. Januar 2011 geändertes Rechtsbegehren der Beklagten: 
(act. 54 S. 1) 

1. Unter dem Vorbehalt der Zulassung der von der Klägerin bean-
tragten Klageänderung sei in Abänderung des in der Duplik ge-
stellten Antrags das Begehren auf Ersatz eines zukünftigen Er-
werbsausfalls abzuweisen; 

2. das Begehren auf Ersatz eines Rentenschadens sei abzuweisen, 
soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann; 

3. das Abänderungsbegehren bzw. die Erhöhung des Rechtsbegeh-
rens unter dem Titel 'Haushaltschaden' sei abzuweisen, soweit 
darauf eingetreten werden kann. 

 

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Konsolidiertes Rechtsbegehren der Beklagten: 
(act. 35 S. 2 und 69; act. 54 S. 1; sinngemäss) 

Die Klage sei maximal im Umfange von CHF 144'121.85 gutzuheissen: 
Bisheriger Erwerbsausfall:  CHF  135'874.63 
Vorübergehender Pflegeschaden CHF  4'703.70 
Aufgelaufener Haushaltschaden (90 %) CHF  93'481.52 
Zukünftiger Haushaltschaden (90 %) CHF  156'700.95 
Genugtuung CHF  52'520.00 
Abzüglich diverse Akontozahlungen CHF  -299'159.00 
und im übrigen Umfange vollumfänglich abzuweisen, 
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin. 
 

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Übersicht 

Sachverhalt und Verfahren .................................................................................... 9 
A. Sachverhalt .................................................................................................... 9 

a. Parteien und ihre Stellung ........................................................................... 9 
b. Prozessgegenstand .................................................................................... 9 

B. Prozessverlauf .............................................................................................. 12 
C. Ausführungen der Parteien ........................................................................... 15 
Erwägungen ........................................................................................................ 16 
1. Prozessuales ................................................................................................ 16 

1.1. Anwendbares Prozessrecht .................................................................. 16 
1.2. Zuständigkeit ......................................................................................... 16 

1.2.1. Örtliche Zuständigkeit ......................................................................... 16 
1.2.2. Sachliche Zuständigkeit ...................................................................... 16 

1.3. Übrige Prozessvoraussetzungen .......................................................... 17 
1.4. Noven .................................................................................................... 17 

1.4.1. Allgemeines ........................................................................................ 17 
1.4.2. Eingabe der Klägerin vom 15. November 2010 .................................. 19 
1.4.3. Eingabe der Beklagten vom 22. Oktober 2012 ................................... 21 
1.4.4. Eingabe der Klägerin vom 19. April 2013 ........................................... 21 
1.4.5. Eingabe der Klägerin vom 16. Juni 2014 ............................................ 22 

2. Prozesserklärungen der Parteien ................................................................. 22 
2.1. Allgemeines ........................................................................................... 22 
2.2. Anträge der Klägerin ............................................................................. 22 
2.3. Anträge der Beklagten ........................................................................... 23 

3. Anwendbares Recht ..................................................................................... 24 
4. Haftungsbegründung .................................................................................... 24 
5. Allgemeines zur Haftungsausfüllung ............................................................ 26 
6. Betreuungs- und Pflegeschaden .................................................................. 28 

6.1. Allgemeines ........................................................................................... 28 
6.2. Aufwand ................................................................................................ 33 

6.2.1. Vom 22. September 1993 bis zum 30. April 1994 .............................. 33 
6.2.2. Vom 1. Mai 1994 bis zum 30. September 1994 .................................. 33 
6.2.3. Vom 1. Oktober 1994 bis zum 31. Juli 1995 ....................................... 34 
6.2.4. Vom 1. August 1995 bis zum 29. Februar 1996 ................................. 44 
6.2.5. Vom 1. März 1996 bis zum tt. Februar 2025 ...................................... 52 
6.2.6. Vom tt. Februar 2025 bis zum tt. Februar 2035 .................................. 52 
6.2.7. Vom tt. Februar 2035 bis zum tt. Februar 2045 .................................. 60 
6.2.8. Ab dem tt. Februar 2045 ..................................................................... 62 

6.3. Ansatz ................................................................................................... 66 
6.3.1. Vergangener Pflegeschaden .............................................................. 67 
6.3.2. Künftiger Pflegeschaden .................................................................... 71 

6.4. Versicherungsleistungen ....................................................................... 75 
6.4.1. Hilflosenentschädigung ...................................................................... 75 
6.4.2. Leistungen der Krankenpflegeversicherung ....................................... 77 

6.5. Schadensberechnung ........................................................................... 80 

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6.6. Zwischenergebnis ................................................................................. 86 
7. Erwerbsausfall .............................................................................................. 86 

7.1. Allgemeines ........................................................................................... 86 
7.1.1. Bruttoeinkommen ............................................................................... 86 
7.1.2. Nettoeinkommen ................................................................................ 88 
7.1.3. Berufswahl .......................................................................................... 90 
7.1.4. Reallohnsteigerung (Dynamisierung) ................................................. 93 

7.2. Invalideneinkommen ............................................................................. 96 
7.2.1. Vergangenes Invalideneinkommen bis zum 31. Dezember 2009 ....... 96 
7.2.2. Vergangenes Invalideneinkommen ab dem 1. Januar 2010 ............. 125 
7.2.3. Vergangenes und künftiges Invalideneinkommen ab 1. September 
2016 ........................................................................................................... 145 

7.3. Valideneinkommen .............................................................................. 162 
7.3.1. Hypothetischer Beginn der Erwerbstätigkeit ..................................... 165 
7.3.2. Hypothetischer Beschäftigungsgrad ................................................. 167 
7.3.3. Hypothetische Höhe des Einkommens ............................................. 169 

7.4. Versicherungsleistungen ..................................................................... 171 
7.4.1. Invalidenversicherung ....................................................................... 171 
7.4.2. Unfallversicherung ............................................................................ 174 

7.5. Schadensberechnung ......................................................................... 175 
7.6. Zwischenergebnis ............................................................................... 178 

8. Rentenschaden .......................................................................................... 179 
9. Haushaltschaden ........................................................................................ 183 

9.1. Allgemeines ......................................................................................... 183 
9.2. Aufwand .............................................................................................. 185 

9.2.1. Vom 1. Mai 1994 bis zum tt.mm.2010 .............................................. 186 
9.2.2. Ab dem tt.mm.2010 .......................................................................... 188 

9.3. Einschränkungen ................................................................................ 191 
9.3.1. Vom 1. Mai 1994 bis zum 31. Dezember 1995 ................................. 191 
9.3.2. Vom 1. Oktober 2005 bis zum tt.mm.2010 ....................................... 191 
9.3.3. Vom 1. Januar 1996 bis zum 30. September 2001 .......................... 199 
9.3.4. Vom 1. Oktober 2001 bis zum 30. September 2005 ......................... 201 
9.3.5. Vom tt.mm.2010 bis zum tt. Februar 2025 ....................................... 203 
9.3.6. Vom tt. Februar 2025 bis zum tt. Februar 2045 ................................ 237 

9.4. Ansatz ................................................................................................. 243 
9.4.1. Haushalt in der Schweiz ................................................................... 243 
9.4.2. Haushalt in Deutschland ................................................................... 244 

9.5. Schadensberechnung ......................................................................... 245 
9.6. Zwischenergebnis ............................................................................... 250 

10. Wohnungsmehrkosten ............................................................................ 250 
10.1. Vom 1. Oktober 2001 bis zum 30. September 2005 ........................ 251 
10.2. Vom 1. Oktober 2005 bis zum 31. Mai 2010 .................................... 252 
10.3. Zukunft ............................................................................................. 253 
10.4. Zwischenergebnis ............................................................................ 255 

11. Mobilitätsschaden ................................................................................... 255 
12. Genugtuung ............................................................................................ 258 
13. Vorprozessuale Anwaltskosten ............................................................... 266 
14. Akontozahlungen .................................................................................... 270 

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15. Gesamtergebnis ..................................................................................... 273 
16. Zinsen ..................................................................................................... 273 
17. Kosten- und Entschädigungsfolgen ........................................................ 274 

17.1. Gerichtskosten ................................................................................. 274 
17.2. Prozessentschädigung .................................................................... 276 
17.3. Verteilung ........................................................................................ 277 

18. Rechtsmittelstreitwert ............................................................................. 278 
 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhalt 

a. Parteien und ihre Stellung 

Die am tt. Februar 1975 in C._____ (CZ; C'._____) geborene Klägerin ist promo-

vierte Psychologin und in D._____ AG wohnhaft. 

Die Beklagte ist eine seit dem tt.mm.1884 im Handelsregister eingetragene Akti-

engesellschaft schweizerischen Rechts mit Sitz in Zürich ZH; sie bezweckt den 

Betrieb aller Arten von Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäften mit 

Ausnahme der direkten Lebensversicherung. 

b. Prozessgegenstand 

Die Klägerin macht Schadenersatz und Genugtuung aus einem Verkehrsunfall am 

22. September 1993 gegen die Beklagte als Haftpflichtversicherung des Halters 

und Fahrers des Unfallfahrzeugs geltend. 

E._____, welcher als Halter des Ford Probe mit dem Kennzeichen ZH … bei der 

Beklagten haftpflichtversichert war, verursachte am 22. September 1993 um ca. 

19:10 Uhr als Lenker dieses Fahrzeugs auf der Strasse der I. Klasse Nr. 3 E-55 

von Unterhaid (CZ; Dolní Dvořiště) in Richtung Budweis (CZ; České Budějovice) 

fahrend bei Kilometer 179.5 einen Selbstunfall. Nachdem er ein entgegenkom-

mendes Fahrzeug passiert hatte, gelangte er mit den rechten Rädern in den 

Schotterstreifen rechts der Strasse, worauf er die Kontrolle über das Fahrzeug 

verlor. Dieses schlitterte über die Strasse, kollidierte mit einem Verkehrsschild 

und stiess gegen die Böschung des gegenüberliegenden Strassengrabens, wo es 

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zwischen Bäumen eingekeilt im Wald zum Stillstand kam. Dabei wurde die auf 

dem Beifahrersitz sitzende Klägerin, welche zu dieser Zeit nicht angegurtet war, 

aus dem Fahrzeug geschleudert (act. 1 Ziff. 1 S. 4; act. 9 Ziff. 1 S. 3, Ziff. 4 S. 4-5; 

act. 10/1 S. 1-2; act. 10/2 S. 1-2). 

Bei dem Unfall erlitt die Klägerin insbesondere Verletzungen der Wirbelsäule. Das 

Vorliegen einer Paraplegie ist nicht streitig, doch decken sich die Behauptungen 

der Parteien bezüglich der konkreten Verletzungen und deren Lokalisation nicht 

vollständig (vgl. act. 1 Ziff. 5 S. 5; act. 9 Ziff. 5 S. 5). Das im vorliegenden Verfah-

ren erstellte medizinische Gutachten vom 12. September 2016 geht von einer 

kompletten Paraplegie ab dem 7. Brustwirbel (Th7) aus (act. 234 Ziff. 4 S. 6). 

Nach dem Unfall wurde die Klägerin notfallmässig ins Spital von Budweis über-

wiesen und operiert (act. 1 Ziff. 6 S. 5). Am 2. Oktober 1993 erfolgte die Verle-

gung ins Universitätsspital Zürich (act. 1 Ziff. 6, 7 S. 5). Dort erfolgte am 

3. Oktober 1993 die operative Reposition der Rotation/Translation zwischen dem 

4. und 5. Brustwirbel (Th4/5) mit anschliessender Stabilisierung durch eine dyna-

mische Knochenplatte (LC DCP) über je zwei Nachbarsegmente (act. 1 Ziff. 7 

S. 5; act. 9 Ziff. 7 S. 5; act. 4/3; act. 4/4). In der Folge kam es zu einem Funkti-

onsausfall des Atmungssystems infolge einer Lungenentzündung und von Lun-

genquetschungen (act. 1 Ziff. 8 S. 6; act. 9 Ziff. 8 S. 5; act. 4/4). Nach einer Stabi-

lisierung konnten am 13. Oktober 1993 die Schläuche gezogen werden (act. 1 

Ziff. 8 S. 6; act. 9 Ziff. 8 S. 6; act. 4/4). Da die Mobilisation gute Fortschritte mach-

te, erfolgte am 18. Oktober 1993 die Verlegung von der Intensivstation zur Reha-

bilitation in das Paraplegikerzentrum der Klinik F._____ (act. 1 Ziff. 9 S. 6; act. 9 

Ziff. 9 S. 6; act. 4/4: act. 4/5/26). Dort war die Klägerin vom 18. Oktober 1993 bis 

zum 30. April 1994 hospitalisiert (act. 1 Ziff. 9, 10 S. 6, Ziff. 18 S. 15; act. 9 Ziff. 10 

S. 6, Ziff. 18.1 S. 13-14, Ziff. 19 S. 17; act. 4/5/26). 

Nach der Entlassung aus der Rehabilitation hielt sich die Klägerin bei ihrer 

Grossmutter mütterlicherseits in Tschechien auf (act. 9 Ziff. 18.1 S. 14; act. 27 

Ziff. 18.1 S. 15). Der Zeitpunkt der Rückkehr aus Tschechien in die Schweiz ist 

streitig. Danach wohnte die Klägerin bis zum 30. September 2001 bei ihrer Mutter 

in G._____ ZH (act. 1 Ziff. 20 S. 17; vgl. act. 4/1). Vom 1. Oktober 2001 bis zum 

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30. September 2005 wohnte sie mit einer Kollegin in einer Wohngemeinschaft in 

Zürich … (act. 1 Ziff. 20 S. 17; vgl. act. 4/5/5-8; act. 4/17/1; act. 4/18/1-2), vom 

1. Oktober 2005 bis Juni 2010 alleine in Zürich 7 (act. 1 Ziff. 20 S. 17; act. 9 

Ziff. 20.1 S. 17-19; act. 106 S. 3; vgl. act. 4/5/1-4; act. 4/17/2-3; act. 4/18/3-6). 

Im Zeitpunkt des Unfalls hatte die Klägerin ihre Ausbildung am Gymnasium der 

Kantonsschule H._____ unterbrochen, um am 1. September 1993 eine auf vier 

Monate befristete Stelle bei der I._____ Bank in J._____ anzutreten (act. 9 Ziff. 21 

S. 25). Im August 1995 nahm die Klägerin den Besuch des Gymnasiums wieder 

auf, welches sie im Januar 1997 mit der Maturität Typus … abschloss (act. 1 

Ziff. 21 S. 26; act. 87). Im Herbst 1997 begann sie das Studium der Psychologie 

an der Universität Zürich, welches sie am tt.mm.2004 mit dem Lizenziat abschloss 

(act. 1 Ziff. 21 S. 26; vgl. act. 185/7). 

Vom 1. Dezember 2004 bis Ende Juni 2005 arbeitete die Klägerin mit einem Pen-

sum von 50 % im Paraplegikerzentrum der Universitätsklinik F._____; vom 1. Juli 

2005 bis 30. September 2009 war sie dort im Zusammenhang mit einem For-

schungsprojekt zu einem Pensum von 50 % beschäftigt (act. 1 Ziff. 22 S. 26-27; 

act. 27 Ziff. 28 S. 32; act. 89/2). Dazu arbeitete die Klägerin vom 1. August 2005 

bis 31. Oktober 2008 bei der K._____ AG in L._____ ZH (act. 1 Ziff. 22 S. 27, 

Ziff. 29 S. 30-31; act. 27 Ziff. 29 S. 33; act. 95; act. 96/1; act. 96/6). Vom 

1. Oktober 2009 an arbeitete sie an der Universitätsklinik F._____ als klinische 

Psychologin mit einem Pensum von 30 % zu einem Bruttojahreslohn von 

CHF 29'520.00 (act. 27 Ziff. 28 S. 32; act. 119/4). Zwischen den Parteien ist strei-

tig, ob die Klägerin in den Jahren 2008 und 2009 in einem darüber hinausgehen-

den Masse erwerbstätig gewesen sei. Ab 1. Januar 2010 wurde das Pensum der 

Klägerin aufgrund eines Zusatzprojekts um 20 % erhöht (act. 48 Ziff. 2.4 S. 12). 

Am tt.mm.2010 wurde die Klägerin promoviert (act. 47/7; act. 185/9). Am 

tt.mm.2010 brachte sie ihr erstes Kind M._____ zur Welt (act. 48 Ziff. 2.4 S. 12-

13; act. 50 S. 3; act. 54 S. 1-2). Einschliesslich bezahlten Mutterschaftsurlaubs 

war sie bis 30. November 2010 mit einem Pensum von 50 % zu einem Jahreslohn 

von CHF 45'415.20 beschäftigt (act. 48 Ziff. 2.4 S. 12; act. 50 S. 8). Im Juni 2010 

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gab die Klägerin ihre Wohnung an der N._____-Strasse in Zürich … auf und zog 

nach G._____ ZH (act. 106 S. 3). 

Am tt. August 2011 heiratete die Klägerin Dr. O._____ (act. 106 S. 3). Da der 

Ehemann der Klägerin seit Anfang 2011 zwecks Erwerbs seines Facharzttitels in 

Deutschland tätig war, lebte die Klägerin ab Mai 2011 zeitweise in Deutschland 

(act. 106 S. 4; act. 123 S. 3). Vom 10. Oktober 2011 bis Mai 2012 arbeitete die 

Klägerin mit einer wöchentlichen Bruttoarbeitszeit von 24 Stunden, entsprechend 

einer Nettoarbeitszeit von 20 Stunden, am Uni-Klinikum P._____ (act. 106 S. 4; 

act. 123 S. 1-2; act. 135 S. 3-4). Von Mai 2012 bis zum tt.mm.2012 erhielt sie eine 

Lohnfortzahlung wegen Schwangerschaft (act. 123 S. 1-2; act. 135 S. 4). Am 

tt.mm.2012 brachte die Klägerin ihr zweites Kind Q._____ zur Welt (act. 123 S. 1-

2; act. 135 S. 2). Vom tt.mm.2012 bis tt.mm.2013 bezog sie Elterngeld (act. 135 

S. 4; act. 185/30). Anschliessend verlängerte sie die Elternzeit um ein Jahr, um 

den deutschen Krankenversicherungsschutz beibehalten zu können (act. 195 

S. 4; act. 185/33). Am 28. Februar 2014 beendete die Klägerin ihre Anstellung 

und kehrte Mitte 2014 mit ihrer Familie ganz in die Schweiz zurück (act. 195 S. 5). 

Anfang 2015 bezog die Familie ein Einfamilienhaus in D._____ AG (act. 195 S. 5-

6; act. 214). 

B. Prozessverlauf  

Mit Einreichung der Klageschrift vom 15. Oktober 2008, unter Beilage der Wei-

sung, (act. 1; act. 3; act. 4/1-24) machte die Klägerin das vorliegende Verfahren 

hierorts rechtshängig (§ 102 Abs. 1 aZPO/ZH); gleichzeitig stellte sie ein Gesuch 

um unentgeltliche Prozessführung und um Bestellung eines unentgeltlichen 

Rechtsvertreters. Die Beklagte reichte die Klageantwortschrift vom 30. Januar 

2009 (act. 9; act. 10/1-32) innert erstreckter Frist (act. 8/1-3; Prot. S. 2) ein. Am 

28. Mai 2009 fand eine Referentenaudienz mit Vergleichsverhandlung statt, an-

lässlich welcher die Parteien einen Vergleich mit Widerrufsvorbehalt schlossen 

(Prot. S. 4-5). Mit Eingabe vom 18. Juni 2009 widerrief die Beklagte den Vergleich 

(act. 15). Mit Verfügung vom 29. Juni 2009 erfolgte die schriftliche Fortsetzung 

des Verfahrens unter Erteilung von Substantiierungshinweisen an die Parteien 

(Prot. S. 7-8). Die Klägerin reichte die Replik vom 24. September 2009 (act. 27; 

- 13 - 

act. 28/1-10) innert erstreckter Frist (Prot. S. 7-8; act. 23/1; act. 26/1) ein. Mit Be-

schluss vom 2. Oktober 2009 wurde das Gesuch der Klägerin um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsver-

treters abgewiesen (act. 31). Die Beklagte reichte die Duplik vom 8. Januar 2010 

(act. 35; act. 36/1-16) innert erstreckter Frist (Prot. S. 11; act. 33/1-3) ein. Mit Ver-

fügung vom 13. Januar 2010 wurde das Hauptverfahren als geschlossen erklärt 

(Prot. S. 13 [P13]). 

Der erste Beweisauflagebeschluss datiert vom 16. September 2010 (act. 42). Die 

Beklagte reichte ihre erste Beweisantretungsschrift mit Eingabe vom 

12. November 2010 (act. 46; act. 47/1-9), die Klägerin die ihrige mit Eingabe vom 

15. November 2010 (act. 48; act. 49/1-5) ein. Mit (eigener) Eingabe vom 

15. November 2010 führte die Klägerin zudem verschiedene Noven ein und än-

derte Ziffer 1.3-1.6 des Rechtsbegehrens (act. 50; act. 51/1-2). Zu dieser nahm 

die Beklagte mit Eingabe vom 14. Januar 2011 (act. 54; act. 55/1-5) innert er-

streckter Frist (act. 53/1; Prot. S. 20) Stellung. Daraufhin wurde der erste Beweis-

auflagebeschluss vom 16. September 2010 durch den zweiten Beweisauflagebe-

schluss vom 30. August 2011 (act. 61) ergänzt. Die Klägerin reichte ihre zweite 

Beweisantretungsschrift mit Eingabe vom 7. Oktober 2011 (act. 65; act. 66/1-4), 

die Beklagte die ihrige mit Eingabe vom 21. Oktober 2011 (act. 67; act. 68/1-2) 

ein. Der erste Beweisabnahmebeschluss datiert vom 20. August 2012 (act. 74). 

Den ihr mit dem Beweisabnahmebeschluss vom 20. August 2012 auferlegten 

Kostenvorschuss leistete die Beklagte am 10. September 2012 (act. 92), die Klä-

gerin am 25. September 2012 (act. 97). Die Beklagte reichte die ihr mit dem Be-

weisabnahmebeschluss vom 20. August 2012 auferlegten Mitteilungen und Stel-

lungnahmen mit Eingabe vom 22. Oktober 2012 (act. 98; act. 99/1-4) innert er-

streckter Frist (act. 83/1; act. 83/3; Prot. S. 79), die Klägerin die ihrigen mit Einga-

be vom 26. Oktober 2012 (act. 104; act. 105/1-11) innert erstreckter Frist 

(act. 82/1; act. 82/3; Prot. S. 79) ein. Mit (eigener) Eingabe vom 23. Oktober 2012 

führte die Beklagte zudem verschiedene Noven ein (act. 100; act. 101/1-2). Zu 

dieser nahm die Klägerin mit Eingabe vom 31. Oktober 2012 (act. 106) innert an-

gesetzter Frist (act. 102) Stellung. Mit Beschluss vom 8. Januar 2013 wurde u.a. 

der Beklagten Frist angesetzt, um im Zusammenhang mit den neuen Tatsachen-

- 14 - 

vorbringen in der Eingabe vom 23. Oktober 2012 konkrete Behauptungen aufzu-

stellen (act. 113). Mit Eingabe vom 14. März 2013 (act. 123; act. 124/1-3) stellte 

die Beklagte innert erstreckter Frist (act. 122/1; Prot. S. 100) entsprechende neue 

Tatsachenbehauptungen auf (act. 123). Zu diesen nahm die Klägerin mit Eingabe 

vom 19. April 2013 innert erstreckter Frist (act. 125; act. 127/1; Prot. S. 101) Stel-

lung (act. 135). Mit Beschluss vom 24. Mai 2013 erging ein ergänzender dritter 

Beweisauflagebeschluss (act. 140). Den Kostenvorschuss für das interdisziplinäre 

Gutachten leistete die Beklagte am 31. Mai 2013 (act. 143), die Klägerin am 

10. Juni 2013 (act. 144). Die Klägerin reichte ihre dritte Beweisantretungsschrift 

mit Eingabe vom 13. Juni 2013 (act. 146; act. 147/1; act. 150/3) innert Frist, die 

Beklagte die ihrige mit Eingabe vom 5. Juli 2013 (act. 154; act. 155/1) innert er-

streckter Frist (act. 151) ein. Der daraufhin ergangene zweite Beweisabnahmebe-

schluss datiert vom 24. September 2013 (act. 156). 

Aufgrund der Einsicht in edierte Akten (Personaldossier der Klägerin beim Be-

rufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum R._____; act. 185/1-34) stellte die 

Beklagte mit Eingabe vom 10. April 2014 auch einen neuen Beweisantrag 

(act. 189; act. 185/33). Mit Eingabe vom 16. Juni 2014 reichte die Klägerin eine 

Noveneingabe mit Beweismitteln ein (act. 195; act. 196/1-11). Die Stellungnahme 

der Beklagten datiert vom 7. Juli 2014 (act. 201). Der dritte Beweisabnahmebe-

schluss vom 3. September 2014 trug den durch die zwischenzeitlichen Editionen 

und Noveneingaben sich ergebenden Neuerungen bzw. Präzisierungen Rech-

nung und konsolidierte die bisherigen Beweisabnahmebeschlüsse (act. 205). Mit 

Beschluss vom 23. Februar 2015 wurde der Barvorschuss für das interdisziplinäre 

medizinische Gutachten erhöht (act. 212). Die Beklagte leistete ihren Anteil am 

4. März 2015 (act. 215), die Klägerin am 13. März 2015 (act. 216). Mit Datum vom 

14. September 2016 erfolgte die Erstattung des interdisziplinären Gutachtens 

(act. 233-239). Die Stellungnahme der Klägerin datiert vom 15. November 2016 

(act. 247), jene der Beklagten vom 5. Dezember 2016 (act. 250). Mit Eingabe vom 

17. November 2016 verzichtete die Klägerin auf die Einvernahme der Zeugin 2 

und des Zeugen 3 (act. 249). Anlässlich der Beweisverhandlung vom 9. März 

2017 erfolgten die persönliche Befragung der Klägerin und die Zeugeneinver-

nahmen (Prot. S. 189-282). Die Klägerin verzichtete auf die Einvernahme der 

- 15 - 

Zeugen 12 und 13 (Prot. S. 189-190). Die Stellungnahme zum Beweisergebnis 

der Klägerin datiert vom 19. Juni 2017 (act. 258), jene der Beklagten vom 27. Juni 

2017 (act. 263); mit Verfügung vom 10. Juli 2017 (act. 265) ist die Stellungnahme 

der Klägerin der Beklagten am 12. Juli 2017 (act. 266/2), jene der Beklagten der 

Klägerin am 12. Juli 2017 (act. 266/1) zugestellt worden. 

Nach durchgeführtem Haupt- und Beweisverfahren ist der Prozess spruchreif. 

Der vorliegende Entscheid ergeht in seit Beschluss vom 3. September 2014 bzw. 

23. Februar 2015 geänderter Gerichtsbesetzung. Über den Wechsel der Instrukti-

onsrichter sind die Parteien bereits mit Verfügungen vom 16. März 2016 (act. 224) 

bzw. 1. Februar 2018 (act. 267) in Kenntnis gesetzt worden. Zufolge zeitweiligen 

Funktionswechsels des bisherigen Gerichtsschreibers Dr. Matthias-Christoph 

Henn innerhalb der Rechtspflege wirkt vorliegend Gerichtsschreiber Jan Busslin-

ger mit. Die Parteien wurden mit Schreiben vom 22. Oktober 2018 auf die Ge-

richtsbesetzung hingewiesen (act. 269). 

C. Ausführungen der Parteien 

Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV; § 56 Abs. 1 aZPO/ZH) 

und die Begründungspflicht (Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG) verlangen, dass das Ge-

richt die massgebenden Erwägungen tatsächlicher und rechtlicher Art aufführt, 

auf welche sie ihren Entscheid stützt, und die angewendeten Gesetzesbestim-

mungen nennt. Hingegen ist nicht erforderlich, dass sich das Gericht mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinander setzt und jedes einzelne Vorbringen 

ausdrücklich widerlegt (BGE 133 III 439 E. 3.3 S. 445; BGE 142 III 433 E. 4.3.2 

S. 436; je mit Nw.). 

Auf die Ausführungen der Parteien ist nachfolgend einzugehen, soweit diese für 

die Entscheidungsfindung wesentlich sind. Zum Sachverhalt wird ergänzend auf 

die Schriftsätze (act. 1; act. 9; act. 27; act. 35) und die Noveneingaben (act. 50; 

act. 54; act. 100; act. 106; act. 123; act. 135; act. 195; act. 201) Bezug genom-

men. 

- 16 - 

Erwägungen 

1. Prozessuales 

1.1. Anwendbares Prozessrecht 

Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Zivilprozessordnung vom 

19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) in Kraft getreten und hat die Zivilprozessord-

nung des Kantons Zürich vom 13. Juni 1976 (aZPO/ZH; ehem. LS 271) ersetzt. 

Die vorliegende Klage wurde am 15. Oktober 2008 eingereicht (act. 1), womit die 

altrechtliche Rechtshängigkeit eintrat (§ 102 Abs. 1 aZPO/ZH). Gemäss Art. 404 

Abs. 1 ZPO richtet sich das vorliegende erstinstanzliche Verfahren damit noch 

nach dem bisherigen Verfahrensrecht. Einzig auf die örtliche Zuständigkeit ge-

langt grundsätzlich das neue Recht zur Anwendung (Art. 404 Abs. 2 Satz 1 ZPO). 

Im internationalen Verhältnis ist zu beachten, dass für die Schweiz ebenfalls am 

1. Januar 2011 das Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die 

Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen 

vom 30. Oktober 2007 (LugÜ; SR 0.275.11) jenes vom 16. September 1988 

(aLugÜ) ersetzte. Gemäss Art. 63 Ziff. 1 LugÜ bleibt auf rechtshängige Klagen 

das bisherige Recht anwendbar. 

1.2. Zuständigkeit 

1.2.1. Örtliche Zuständigkeit 

Angesichts des ausländischen Unfallorts liegt ein internationaler Sachverhalt vor. 

Die internationale Zuständigkeit stützt sich auf Art. 2 Abs. 1 aLugÜ, die örtliche 

Zuständigkeit auf Art. 131 IPRG. 

1.2.2. Sachliche Zuständigkeit 

Die sachliche Zuständigkeit richtet sich nach dem Gerichtsverfassungsgesetz des 

Kantons Zürich vom 13. Juni 1976 (aGVG/ZH; ehem. LS 211.1; BGer 

4A_504/2011 vom 24. Februar 2012 E. 2). Sie stützt sich auf §§ 62, 63 Ziff. 1 

aGVG/ZH. 

- 17 - 

1.3. Übrige Prozessvoraussetzungen  

Die übrigen Prozessvoraussetzungen sind erfüllt und bedürfen keiner weiteren Er-

läuterung. 

1.4. Noven 

1.4.1. Allgemeines 

Eine Klageänderung i.S.v. § 61 Abs. 1 aZPO/ZH liegt vor, wenn der Kläger einen 

andern oder weitern Anspruch erhebt. Sie setzt eine inhaltliche Änderung der 

Klage voraus (RICHARD FRANK/HANS STRÄULI/GEORG MESSMER, Kommentar zur 

zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 1997, N. 2 zu § 61 aZPO/ZH). Des-

halb liegt keine Klageänderung vor, wenn die Identität der Klage gewahrt bleibt 

(FRANK/STRÄULI/MESSMER, a.a.O., N. 13 zu § 61 aZPO/ZH). Von der Klageände-

rung zu unterscheiden sind sodann neue Tatsachenbehauptungen. Deren Zuläs-

sigkeit nach Abschluss des Behauptungsverfahrens ist nach § 115 aZPO/ZH zu 

beurteilen. 

Die Frage der Identität des Streitgegenstands war bereits vor der Vereinheitli-

chung des Verfahrensrechts auf Bundesebene eine solche des Bundesrechts, 

soweit bundesrechtliche Ansprüche in Frage standen (BGE 105 II 149 E. 1 

S. 151-152; zur Weitergeltung der bisherigen Rechtsprechung Botschaft zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7221, 

S. 7278), was bei den vorliegenden Ansprüchen aus der strassenverkehrsgesetz-

lichen Gefährdungshaftung zweifellos zutrifft. Nach herrschender Ansicht wird der 

Streitgegenstand durch das Rechtsbegehren und den behaupteten Lebenssach-

verhalt bestimmt (BGE 136 III 123 E. 4.3.1 S. 126; dem folgend BGE 139 III 126 

E. 3.2.3 S. 130-131; BGE 142 III 210 E. 2.1 S. 212-213). Der Begriff der An-

spruchsidentität ist nicht grammatikalisch zu verstehen; die Identität ist auch ge-

wahrt, wenn der neue Anspruch im früheren bereits enthalten war (BGE 139 III 

126 E. 3.2.3 S. 130-131; dem folgend BGE 142 III 210 E. 2.1 S. 212-213). Dies ist 

als Absage an die sog. materiellrechtliche Theorie zu verstehen, welche den 

Streitgegenstand nach dem geltend gemachten materiellen Anspruch bestimmt 

- 18 - 

(so bereits KassGer ZH, SJZ 1977, 238; KassGer ZH, ZR 70 Nr. 125 = SJZ 1972, 

141; FRANK/STRÄULI/MESSMER, a.a.O., N. 13a zu § 61 aZPO/ZH; MAX GULDENER, 

Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. Aufl. 1979, S. 200-201). Bei einem nichtin-

dividualisierten Rechtsbegehren liegt eine Klageänderung vor, wenn das Rechts-

begehren erweitert oder durch einen anderen Lebensvorgang begründet wird 

(GULDENER, a.a.O., S. 235). 

Beim Schaden aus einer Körperverletzung bildet das die Körperverletzung verur-

sachende Unfallereignis den massgebenden Lebenssachverhalt, auch wenn die 

einzelnen Schadenspositionen zusätzlicher Sachverhaltselemente bedürfen (BGE 

143 III 254 E. 3.6 S. 260; dem folgend BGer 4A_15/2017 vom 8. Juni 2017, SZZP 

2017 Nr. 2002 E. 3.3.4). Demzufolge liegt keine Klageänderung vor, wenn der 

Kläger den Umfang einzelner Schadenspositionen ändert oder andere Schadens-

positionen geltend macht, ohne das Rechtsbegehren zu ändern (in diesem Sinne 

bereits KassGer ZH, ZR 70 [1971] Nr. 125 = SJZ 1972, 141: [teilweise] Genugtu-

ungs- anstatt Schadenersatzanspruch; OGer ZH, ZR 72 [1973] Nr. 60 E. 2 S. 152: 

Erhöhung einer Schadensposition). Die Zulässigkeit einer solchen Begründungs-

substitution beurteilt sich nach dem Novenrecht (OGer ZH, ZR 72 [1973] Nr. 60 

E. 2 S. 152). 

Gemäss § 114 aZPO/ZH haben die Parteien Anträge zur Sache, Tatsachenbe-

hauptungen, Einreden und Bestreitungen bis zu ihrem letzten Vortrag oder ihrer 

letzten Rechtsschrift vorzubringen, worunter in der Regel die Replik bzw. die Dup-

lik zu verstehen ist (§§ 121, 128 aZPO/ZH; KassGer ZH, ZR 103 [2004] Nr. 38 

E. 2d S. 153-154). Davon sieht § 115 aZPO/ZH Ausnahmen vor, so insbesondere 

Tatsachen, von denen die Partei glaubhaft macht, dass sie trotz angemessener 

Tätigkeit nicht rechtzeitig angerufen werden konnten (§ 115 Ziff. 3 aZPO/ZH). 

Demzufolge können Tatsachen berücksichtigt werden, die sich im Zeitpunkt der 

letzten Rechtsschrift bereits ereignet hatten, aber nicht mehr vorgebracht werden 

konnten, oder erst seither eingetreten sind (FRANK/STRÄULI/MESSMER, a.a.O., 

N. 10 zu § 115 aZPO/ZH). Das Schrifttum zu § 115 Ziff. 3 aZPO/ZH bezeichnet 

diese als sog. echte Noven (FRANK/STRÄULI/MESSMER, a.a.O., N. 4, 5 zu § 115 

aZPO/ZH; RICHARD FRANK, Die eingeschränkte Zulassung von Noven berührt 

- 19 - 

nicht vorab die Frage des rechtlichen Gehörs, in: Mitteilungen aus dem Institut für 

zivilgerichtliches Verfahren in Zürich Nr. 20 vom August 1995, 27-30, S. 29, 30). 

Demgegenüber erfasst die Legaldefinition von Art. 229 Abs. 1 lit. a ZPO nur sol-

che Tatsachen, welche erst nach Abschluss der Behauptungsphase, dem sog. 

Aktenschluss, eingetreten sind. Solchermassen verstandene echte Noven können 

die Parteien unter § 115 Ziff. 3 aZPO/ZH vorbringen, ohne dass sie das Fehlen 

absichtlicher oder fahrlässiger Säumnis darzulegen haben. 

1.4.2. Eingabe der Klägerin vom 15. November 2010 

Mit Eingabe vom 15. November 2010 ändert die Klägerin unter dem Betreffnis 

"Klageänderung gemäss § 61 ZPO" die Ziffern 1.3 - 1.6 ihres Rechtsbegehrens 

mit der Begründung, die Klägerin habe am tt.mm.2010 ein Kind zur Welt gebracht 

(act. 50 Ziff. 1 S. 3); zudem macht sie neu auch einen Rentenschaden geltend 

(act. 50 Ziff. 2 S. 4). In diesem Zusammenhang stellt sie neue Behauptungen zum 

Erwerbsausfall und zum Haushaltschaden auf (act. 50 Ziff. 3-5 S. 5-13). 

Die Beklagte verzichtet zwar auf einen prozessualen Antrag (act. 54 S. 2). Sie 

anerkennt die Geburt als echtes Novum, stellt jedoch die Erfüllung der Vorausset-

zungen von § 115 Ziff. 3 aZPO/ZH in Frage (act. 54 S. 1-2). Die Klägerin müsse 

für jede einzelne Tatsache, welche sie neu in den Prozess einbringe, glaubhaft 

machen, dass sie diese trotz angemessener Tätigkeit in der Replik nicht habe an-

rufen können, auch nicht als Eventualstandpunkt. Die Klägerin habe in ihren 

Rechtsschriften weder bei der Beschreibung ihrer Lebensgestaltung ohne Unfall 

noch bei derjenigen mit Unfallfolgen ihren Kinderwunsch sowie das Zusammen-

ziehen mit einem Partner thematisiert. Sie habe vielmehr den Haushaltschaden 

auf der Basis eines Einpersonenhaushalts berechnet. Mit dem nun auf Basis ei-

nes Dreipersonenhaushalts geltend gemachten Haushaltschaden erhöhe sie ihr 

diesbezügliches Rechtsbegehren deutlich (act. 54 S. 2). 

Das mit der Eingabe vom 15. November 2010 modifizierte Rechtsbegehren er-

höht den eingeklagten Betrag insgesamt nicht. Wohl setzt die Klägerin den unter 

dem Titel des künftigen Haushaltschadens verlangten Betrag deutlich höher an. 

Dagegen nimmt sie beim unter dem Titel des künftigen Erwerbsausfalls verlang-

- 20 - 

ten Betrag trotz Einbezugs des Rentenschadens eine massive Reduktion vor. 

Damit liegt keine als Klageänderung zu qualifizierende Erweiterung des Rechts-

begehrens vor, sondern ein teilweiser Klagerückzug. 

Keine Änderung liegt auch hinsichtlich des tatsächlichen Klagefundaments vor. Im 

Haftungsgrund stützt sich die Klägerin nach wie vor auf den Verkehrsunfall vom 

22. September 1993. Es ist der Verkehrsunfall, welcher den massgeblichen Le-

benssachverhalt bestimmt (vgl. KassGer ZH, ZR 70 [1971] Nr. 125 = SJZ 1972, 

141) und den Streitgegenstand fixiert. Die Substitution einzelner Schadenspositi-

onen ändert den Streitgegenstand demgegenüber nicht. Die Identität der Klage 

bleibt gewahrt. Die Zulässigkeit der damit verbundenen neuen Tatsachenbehaup-

tungen unterliegt jedoch den Voraussetzungen von § 115 aZPO/ZH. 

Nachdem die Replik vom 24. September 2009 datiert, stellt die Geburt vom 

tt.mm.2010 eine nach Abschluss des Schriftenwechsels eingetretene Tatsache 

dar. Indem die Beklagte davon ausgeht, die Klägerin habe für jede einzelne Tat-

sache darzutun, weshalb sie diese nicht bereits im letzten Schriftsatz habe anru-

fen können, unterstellt sie diese denselben Bedingungen, wie sie für zum Zeit-

punkt des Schriftenwechsel bereits eingetretene Tatsachen gelten (vgl. KassGer 

ZH, ZR 103 [2004] Nr. 38 E. 2e und 2f/aa S. 154-155). Da die Geburt indessen 

erst nach dem Abschluss des Schriftenwechsels stattgefunden hat, bedarf die 

Einführung dieser Tatsache keiner Begründung, denn Tatsachen, welche noch 

nicht eingetreten sind, kann eine Partei auch noch nicht kennen. Die Klägerin 

konnte diesen Umstand und die daraus abgeleiteten Behauptungen in jenem 

Zeitpunkt deshalb noch nicht vorbringen. Daran ändert auch nichts, wenn die Klä-

gerin zum Zeitpunkt der Einreichung der Replik vom 24. September 2009 bereits 

einen Kinderwunsch hegte. Im Zeitpunkt der Replik vom 24. September 2009 

dürfte die Empfängnis des rund … [Anzahl] Wochen später zur Welt gekommenen 

Kindes noch nicht einmal stattgefunden haben, geschweige denn der Klägerin 

bekannt gewesen sein. Die Klägerin konnte deshalb noch gar nicht ahnen, dass 

sich ein solcher Wunsch realisieren würde. 

Wenn die Beklagte verlangt, die Klägerin hätte dieser künftigen Entwicklung be-

reits in Form von Eventualanträgen gerecht werden müssen, folgt sie in der Sa-

- 21 - 

che der strengen Eventualmaxime (vgl. GULDENER, a.a.O., S. 181-182), welche 

lediglich noch auf die Einrede der örtlichen Unzuständigkeit gemäss § 111 Abs. 1 

aZPO/ZH zur Anwendung gelangt (FRANK/STRÄULI/MESSMER, a.a.O., N. 4 zu 

§ 114 aZPO/ZH). Von einer Partei kann nicht verlangt werden, im Zeitpunkt eines 

Parteivortrages bloss theoretisch mögliche, jedoch noch nicht konkretisierte 

Sachverhaltsentwicklungen als Eventualvortrag vorzubringen, um jede spätere 

Entwicklung damit abzudecken. Dies entspräche nicht dem Sinn eines Eventu-

albegehrens und ist auch aus Sicht der Prozessökonomie abzulehnen. Deshalb 

sieht § 115 Ziff. 3 aZPO/ZH zu Recht die Möglichkeit vor, nach Abschluss des 

Schriftenwechsels eingetretene neue Tatsachen in das Verfahren einzuführen. 

Die mit Eingabe vom 15. November 2010 eingeführten, sich aus der Geburt vom 

tt.mm.2010 ergebenden neuen Behauptungen sind deshalb gestützt auf § 115 

Ziff. 3 aZPO/ZH als zulässige Noven entgegen zu nehmen. Im Folgenden wird 

davon ausgegangen, dass die entsprechenden Ausführungen der Parteien vor-

hergehende, entgegenstehende Vorbringen unter den jeweiligen Titeln ersetzen, 

weshalb – wo dies sinnvoll erscheint – nur auf diese neuen Vorbringen eingegan-

gen wird. 

1.4.3. Eingabe der Beklagten vom 22. Oktober 2012 

Mit Eingabe vom 22. Oktober 2012 bringt die Beklagte vor, die Klägerin wohne in 

Deutschland bei ihrem Ehemann und sei dort auch erwerbstätig (act. 100). Die 

Klägerin hat mit Eingabe vom 31. Oktober 2012 Stellung genommen (act. 106). 

Gestützt auf § 115 Ziff. 3 aZPO/ZH sind die neuen Tatsachenbehauptungen zu-

lässig. 

1.4.4. Eingabe der Klägerin vom 19. April 2013 

Mit Eingabe vom 19. April 2013 bringt die Klägerin vor, sie habe am tt.mm.2012 

ein zweites Kind zur Welt gebracht, und stellt in Aussicht, ihr Rechtsbegehren 

nach Durchführung des Beweisverfahrens gestützt auf § 61 Abs. 2 aZPO/ZH an-

zupassen (act. 135 S. 2). Hinsichtlich der Zulässigkeit dieses Novums kann voll-

umfänglich auf Ziffer 1.4.2 oben verwiesen werden. Nachdem die angekündigte 

- 22 - 

nachträgliche Bezifferung nach § 61 Abs. 2 aZPO/ZH nicht stattgefunden hat, er-

übrigen sich diesbezüglich Weiterungen. 

1.4.5. Eingabe der Klägerin vom 16. Juni 2014 

Mit Eingabe vom 16. Juni 2014 bringt die Klägerin vor, sie und ihr Ehemann hät-

ten in der Schweiz ein Haus gekauft (act. 195 S. 5-6), und reicht dazu den Kauf-

vertrag über die Liegenschaft am S._____-Weg in D._____ AG (Gemeinde … AG; 

act. 196/11) ein. Gestützt auf § 115 Ziff. 3 aZPO/ZH sind die neuen Tatsachenbe-

hauptungen zulässig. 

2. Prozesserklärungen der Parteien 

2.1. Allgemeines 

Gemäss § 188 Abs. 3 aZPO/ZH wird der Prozess auf Grund einer Parteierklärung 

erst erledigt, wenn die Erklärung zulässig und klar ist. Die Zulässigkeit setzt Aner-

kennungsfähigkeit der Sache voraus (FRANK/STRÄULI/MESSMER, a.a.O., N. 18 zu 

§ 188 aZPO/ZH). Zur Beurteilung der Klarheit bedarf die Parteierklärung der Aus-

legung. Dabei sind wie bei privatrechtlichen Willenserklärungen die gesamten 

Umstände einzubeziehen (GULDENER, a.a.O., S. 262). Prozesserklärungen sind 

grundsätzlich bedingungsfeindlich (OGer ZH, ZR 52 [1953] Nr. 159; 

FRANK/STRÄULI/MESSMER, a.a.O., N. 18 zu § 188 aZPO/ZH; GULDENER, a.a.O., 

S. 262). 

2.2. Anträge der Klägerin 

Mit Eingabe vom 15. November 2010 hat die Klägerin die Schadenspositionen in 

Ziffer 1.3-1.6 geändert und im Ergebnis um insgesamt CHF 1'931'754.00 reduziert 

(act. 50 S. 2). In diesem Umfang liegt eine Klagereduktion vor (vgl. 

FRANK/STRÄULI/MESSMER, a.a.O., N. 7 zu § 107 aZPO/ZH). Demzufolge ist das 

Verfahren im Umfang von CHF 1'931'754.00 zufolge Klagerückzugs als erledigt 

abzuschreiben. 

- 23 - 

2.3. Anträge der Beklagten 

In der Klageantwort sowie unter dem Vorbehalt, dass die Klägerin per 1. Januar 

2011 nicht umziehen werde (act. 35 Ziff. 58 S. 69), in der Duplik und in der Einga-

be vom 14. Januar 2011 hat die Beklagte verschiedene Maximalbeträge gemäss 

den eingangs aufgeführten Rechtsbegehren zur Disposition gestellt, welche sie im 

einzelnen aus folgenden Beträgen errechnet: 

 
Klageantwort 

(act. 9 Ziff. 43 S. 52) 
Replik 

(act. 35 Ziff. 58 S. 69) 
Eing. v. 14.01.2011 

(act. 54 S. 1) 

Bisheriger Erwerbsausfall 135'874.63 124'704.00 unverändert 

Zukünftiger Erwerbsausfall 124'704.00 124'704.00 0.00 

Vorübergehender Pflegeschaden 4'703.70 4'703.70 unverändert 

Aufgelaufener Haushaltschaden (90 %) 89'376.51 93'481.52 unverändert 

Zukünftiger Haushaltschaden (90 %) 136'082.41 156'700.95 unverändert 

Genugtuung 52'520.00 52'520.00 unverändert 

./. diverse Akontozahlungen ./. 199'159.00 ./. 299'159.00 unverändert 

Saldo 344'102.25 268'825.80 144'121.85 

Die Beklagte beantragt jeweils, die Klage sei maximal in diesem Umfange gutzu-

heissen (act. 9 S. 2; act. 35 S. 2, act. 54 S. 1). 

Da die Parteien über den vorliegenden Streitgegenstand frei verfügen können, 

wäre eine Teilerledigung durch Anerkennung grundsätzlich zulässig. Es fehlt je-

doch an einer klaren Parteierklärung der Beklagten. Bereits der Wortlaut weist 

durch die Beifügung des Wortes "maximal" darauf hin, dass die Beklagte eigent-

lich eine vollständige Klageabweisung begehrt. Dafür sprechen auch die in ihren 

Schriftsätzen enthaltenen Bestreitungen. Ein weiterer Hinweis auf die fehlende 

Verbindlichkeit der Erklärungen ist auch, dass die Beklagte die Beträge im Verlau-

fe des Verfahrens zweimal angepasst hat. In der Duplik und in der Eingabe vom 

14. Januar 2011 steht die Erklärung zudem unter Bedingung, dass die Klägerin 

per 1. Januar 2011 nicht umziehen werde. Die von der Beklagten genannten Be-

träge können deshalb nicht als teilweise Klageanerkennung verstanden werden. 

- 24 - 

3. Anwendbares Recht 

Gemäss Art. 134 IPRG i.V.m. Art. 1 Abs. 2 IPRG und Art. 4 lit. a des Überein-

kommens über das auf Strassenverkehrsunfälle anzuwendende Recht vom 4. Mai 

1971 (SR 0.741.31) gelangt auf die Haftung gegenüber dem Fahrzeugführer, dem 

Halter, dem Eigentümer oder jeder anderen Person, die hinsichtlich des Fahrzeu-

ges ein Recht hat, ohne Rücksicht auf ihren gewöhnlichen Aufenthalt das inner-

staatliche Recht des Zulassungsstaates zur Anwendung, wenn nur ein Fahrzeug 

an dem Unfall beteiligt ist und dieses Fahrzeug in einem anderen als dem Staat 

zugelassen ist, in dessen Hoheitsgebiet sich der Unfall ereignet hat. 

Der streitgegenständliche Unfall vom 22. September 1993 ereignete sich mit ei-

nem in der Schweiz immatrikulierten Fahrzeug in der Tschechischen Republik. 

Auf den vorliegenden Sachverhalt ist deshalb schweizerisches Recht anwendbar. 

Die Anwendbarkeit des schweizerischen Rechts ist zwischen den Parteien unbe-

stritten (act. 1 Ziff. 2 S. 4; act. 9 Ziff. 2 S. 4). 

Nach dem schweizerischen Recht richten sich insbesondere das Vorhandensein 

und die Art zu ersetzender Schäden sowie die Art und der Umfang des Ersatzes 

(Art. 8 Ziff. 3 und 4 des Übereinkommens vom 4. Mai 1971). 

Die für das unmittelbare Forderungsrecht bestehende Sonderanknüpfung von 

Art. 141 IPRG verweist ebenfalls auf das schweizerische Recht. 

Im Ergebnis untersteht der vorliegende Sachverhalt vollumfänglich dem schweize-

rischen Recht. 

4. Haftungsbegründung 

Gemäss Art. 58 Abs. 1 SVG haftet der Halter für den Schaden, wenn durch den 

Betrieb eines Motorfahrzeuges ein Mensch getötet oder verletzt oder Sachscha-

den verursacht wird. Der Geschädigte verfügt über einen direkten Anspruch ge-

gen den Motorfahrzeugversicherer (Art. 63 Abs. 2 SVG i.d.F. v. 19.12.1958 [AS 

1959 679] i.V.m. Art. 65 SVG [unverändert]). 

- 25 - 

Bei der Prüfung der Voraussetzungen eines Schadenersatzanspruches ist – einer 

neueren Tendenz in der Lehre folgend (VITO ROBERTO, Schweizerisches Haft-

pflichtrecht, N 7, 8, 246, 248, 252; im deutschen Recht etwa DIETER MEDI-

CUS/STEPHAN LORENZ, Schuldrecht I, 21. Aufl. 2015, N 664; a.A. WALTER FELL-

MANN/ANDREA KOTTMANN, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Band I, Bern 2012, 

N 64) – zwischen der Haftungsbegründung und der Haftungsausfüllung zu unter-

scheiden (BGE 143 III 254 E. 3.2 S. 256-257, E. 3.7 S. 261). Der herkömmliche 

Haftungsaufbau, welcher die Schadensberechnung an den Anfang stellt (HEINZ 

REY, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 4. Aufl. 2008, N 150; KARL OFTIN-

GER/EMIL W. STARK, Schweizerisches Haftpflichtrecht I, 5. Aufl. 1995, § 2 N 62), 

vermag die in der Praxis verbreitete Anerkennung der Haftung dem Grundsatz 

nach nicht zu erfassen. Bei der Verletzung von absolut geschützten Rechtsgütern, 

insbesondere bei Personenschäden, fehlt nach dem herkömmlichen Haftungsauf-

bau die wesentliche Unterscheidung zwischen der haftungsbegründenden Kausa-

lität zwischen Handlung und Rechtsgutverletzung (Körperverletzung) und der für 

die Schadensberechnung bedeutenden haftungsausfüllenden Kausalität zwischen 

Körperverletzung und Vermögensschaden, welche solchen Fällen unausgespro-

chen zugrunde liegt (vgl. z.B. BGE 91 II 425 E. 3b S. 426; BGE 95 II 255 E. 7a 

S. 264; BGE 127 III 403 E. 4a S. 404-405; BGE 143 III 254 E. 3.3 S. 257-258; 

HGer ZH HG120057-O vom 26. Januar 2016 E. 2.3, abrufbar unter 

<www.gerichte-zh.ch/entscheide>). Ein Schadenersatzanspruch besteht nur, 

wenn und insoweit die Körperverletzung, d.h. der haftungsbegründende Tatbe-

stand, zu einem entsprechenden ersatzfähigen Schaden geführt hat (BGE 91 II 

425 E. 3b S. 426; BGE 95 II 255 E. 7a S. 264; BGE 127 III 403 E. 4a S. 404-405; 

BGE 143 III 254 E. 3.3 S. 257-258; ROLAND BREHM, in: Berner Kommentar, 

4. Aufl. 2013, N. 9a zu Art. 42 OR, N. 6a zu Art. 46 OR). Auch ist eine Beweiser-

leichterung nach Art. 42 Abs. 2 OR nur für die Haftungsausfüllung mit der Scha-

densberechnung möglich (BREHM, a.a.O., N. 48a zu Art. 42 OR). Die Haftungs-

ausfüllung betrifft dabei die Rechtsfolgenseite von Art. 41 Abs. 1 OR bzw. Art. 58 

Abs. 1 SVG (BGE 143 III 254 E. 3.2 S. 256-257; vgl. auch OFTINGER/STARK, 

a.a.O., § 6 N 58 bezüglich der Frage der Vorteilsanrechnung). 

- 26 - 

Gemäss § 191 Abs. 2 Satz 1 aZPO/ZH kommt einem Erledigungsentscheid auf 

Grund eines Vergleichs materielle Rechtskraft zu. Aus einem Umkehrschluss aus 

§ 191 Abs. 2 Satz 2 aZPO/ZH folgt, dass dies auch für einen Erledigungsent-

scheid im Sühnverfahren gemäss § 98 Abs. 1 aZPO/ZH gilt 

(FRANK/STRÄULI/MESSMER, a.a.O., N. 21 zu § 191 aZPO/ZH). Nach dem zürcheri-

schen Zivilprozessrecht kommt die materielle Rechtskraft dabei – im Unterschied 

zu Art. 241 Abs. 1 ZPO – allerdings noch nicht der Parteierklärung, sondern erst 

dem Erledigungsentscheid zu (HANS ULRICH WALDER-RICHLI/BÉATRICE GROB-

ANDERMACHER, Zivilprozessrecht, 5. Aufl. 2009, § 26 N 81). 

Nachdem die Klägerin am 23. Oktober 1995 beim Friedensrichteramt Zürich … 

ein (erstes) Sühnbegehren gestellt hatte, anerkannte die Beklagte mit Eingabe 

vom 9. November 1995 eine Haftungsquote von 90 % (act. 1 Ziff. 4 S. 4; act. 9 

Ziff. 4 S. 4-5; act. 4/1 S. 2-3). Auf Antrag der Klägerin schrieb das Friedensrich-

teramt mit Verfügung vom 15. November 1995 die Klage als durch Vergleich erle-

digt ab (act. 4/1). 

Mit der Verfügung vom 15. November 1995 liegt ein Urteilssurrogat mit materieller 

Rechtskraft über den Haftungsgrund vor. Damit gilt als rechtskräftig festgestellt, 

dass die Beklagte der Klägerin dem Grund nach mit einer Quote von 90 % haftet. 

5. Allgemeines zur Haftungsausfüllung 

Art. 62 Abs. 1 SVG verweist hinsichtlich Art und Umfang des Schadenersatzes 

und der Zusprechung einer Genugtuung auf die Grundsätze des Obligationen-

rechts über unerlaubte Handlungen. Nach ständiger Rechtsprechung des Bun-

desgerichts stellt ein Schaden eine ungewollte Verminderung des Reinvermögens 

dar. Er kann in einer Verminderung der Aktiven, einer Vermehrung der Passiven 

oder in entgangenem Gewinn bestehen und entspricht der Differenz zwischen 

dem gegenwärtigen Vermögensstand und dem Stand, den das Vermögen ohne 

das schädigende Ereignis hätte bzw. den Einkünften, die nach dem schädigenden 

Ereignis tatsächlich erzielt worden sind, und denjenigen, die ohne dieses Ereignis 

zugeflossen wären (BGE 132 III 321 E. 2.2.1 S. 323-324 m.Nw.). Nach diesem 

Schadensbegriff sind grundsätzlich nur die wirtschaftlichen Auswirkungen eines 

- 27 - 

schädigenden Ereignisses ersatzfähig (BGE 127 III 403 E. 4a S. 404-405). Bei 

Körperverletzung kann das Gericht allerdings gestützt auf Art. 47 OR unter Wür-

digung der besonderen Umstände dem Verletzten eine angemessene Geldsum-

me als Genugtuung zusprechen. 

Im Haftpflichtrecht besteht ein Bereicherungsverbot (BGE 131 III 12 E. 7.1 S. 16; 

BREHM, a.a.O., N. 27 zu Art. 42 OR; REY, a.a.O., N 211; OFTINGER/STARK, a.a.O., 

§ 2 N 79). Erhält der Geschädigte mehrere ereignisbezogen, sachlich, zeitlich und 

personell kongruente Ersatzleistungen, sind diese so zu koordinieren, dass die 

Summe der Leistungen den Schaden nicht übertrifft (BGE 131 III E.7.1 S. 16). 

Gemäss Art. 88 SVG und Art. 42 Abs. 1 aUVG (Bundesgesetz vom 20. März 

1982, AS 1982 1676, zuletzt geändert durch Bundesgesetz vom 13. Dezember 

1991, AS 1992 1327; heute Art. 73 Abs. 1 ATSG) ist jedoch dessen Quotenvor-

recht zu berücksichtigen. 

Gemäss Art. 42 Abs. 1 OR trägt der Geschädigte die Beweislast für das Vorliegen 

eines Schadens. Lässt sich dieser nicht ziffernmässig nachweisen, so hat ihn das 

Gericht mit Rücksicht auf den gewöhnlichen Lauf der Dinge und die vom Geschä-

digten getroffenen Massnahmen zu schätzen (Art. 42 Abs. 2 OR). Die Schadens-

schätzung ist nicht nur auf den vergangenen, jedoch schwer nachweisbaren, son-

dern auch auf den künftigen Schaden anwendbar (BGE 114 II 253 E. 2a S. 256 

m.Nw.). Die Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR setzt voraus, dass die Rechts-

durchsetzung regelmässig an typischerweise vorliegenden Beweisschwierigkeiten 

scheitern würde (BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 275-276; dem folgend BGE 130 III 

321 E. 3.2 S. 324; BGE 132 III 715 E. 3.1 S. 719-720). Hingegen sind blosse Be-

weisschwierigkeiten im konkreten Fall, etwa durch das Fehlen eines Beweismit-

tels, nicht ausreichend (BGE 130 III 321 E. 3.2 S. 324). Sind die Anwendungsvo-

raussetzungen von Art. 42 Abs. 2 OR erfüllt, so gilt das Beweismass der überwie-

genden Wahrscheinlichkeit (BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 275-276; BGE 133 III 

153 E. 3.3 S. 161-162). Nach diesem "gilt ein Beweis als erbracht, wenn für die 

Richtigkeit der Sachbehauptung nach objektiven Gesichtspunkten derart gewich-

tige Gründe sprechen, dass andere denkbare Möglichkeiten vernünftigerweise 

- 28 - 

nicht massgeblich in Betracht fallen" (BGE 132 III 715 S. 719-720; dem folgend 

BGE 133 III 81 E. 4.2.2 S. 88-89). 

Gemäss Art. 43 Abs. 1 OR bestimmt das Gericht Art und Grösse des Schadener-

satzes. Dazu gehört insbesondere die Frage, ob ein Dauerschaden in Form eines 

Kapitals oder in Form einer Rente abzugelten ist (BGE 125 III 312 E. 6c S. 320-

321). Bei einer Kapitalabgeltung sind die künftigen Renten zu kapitalisieren (MARC 

SCHAETZLE/STEPHAN WEBER, Kapitalisieren, 5. Aufl. 2001, N 1.13). Der unter-

schiedlichen Auszahlungsweise ist bei der Kapitalabgeltung durch Diskontierung 

Rechnung zu tragen (SCHAETZLE/WEBER, a.a.O., N 1.14; BREHM, a.a.O., N. 71 zu 

Art. 43 OR). Zur Kapitalisierung zukünftigen Schadens verwendet das Bundesge-

richt seit dem Jahre 1946 einen Zinsfuss von 3,5 % (BGE 72 II 132 E. 4c S. 133-

134), welche Praxis es im Jahre 1999 in einem Grundsatzentscheid (BGE 125 III 

312 E. 7 S. 321-322) und seither in verschiedenen weiteren Entscheiden (BGer 

4A_254/2017 vom 9. April 2018 E. 3.1 m.Nw.) bestätigt hat. Die Parteien stellen 

den von der Rechtsprechung angewendeten Kapitalisierungszinsfuss nicht grund-

sätzlich in Frage. Im Interesse der Rechtssicherheit ist der künftige Schaden mit 

3,5 % zu kapitalisieren. 

Rechnungstag ist der 20. November 2018 (Urteilstag). In technischer Hinsicht er-

folgen die Berechnungen weitgehend mit der Applikation Leonardo. 

6. Betreuungs- und Pflegeschaden 

6.1. Allgemeines 

Gemäss Art. 62 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 46 Abs. 1 OR hat der Geschädigte einen 

Anspruch auf Ersatz der durch die Körperverletzung bedingten Kosten. Darunter 

fallen auch die Kosten dauernder Betreuung und Pflege (BGer 4C.276/2001 vom 

26. März 2002, Pra 91 [2002] Nr. 212 E. 6b/aa S. 1128; OFTINGER/STARK, a.a.O., 

§ 6 N 110). Der Betreuungs- und Pflegeschaden umfasst die Kosten des Mehrbe-

darfs des Verletzten an Betreuungs- und Pflegedienstleistungen sowie an Pflege-

hilfsmitteln (LANDOLT, in: Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2007, N. 241 zu Art. 46 

OR). Neben eigentlichen Pflege- und Betreuungsleistungen gehören dazu auch 

- 29 - 

pflegebedingter Haushaltsmehraufwand sowie Präsenzleistungen (HARDY LAN-

DOLT, Der Pflegeschaden, Bern 2002, N 49, 55; DERS., Pflegerecht II, Bern 2002, 

N 716). 

6.1.1. Die Klägerin verlangt einerseits Ersatz für durch Familienangehörige (ihre 

Mutter) und Drittpersonen erbrachte Pflegeleistungen, andererseits für durch sie 

selbst vorgenommene Pflegeleistungen (sog. Selbstpflegeschaden). 

Gestützt auf das Gutachten von T._____ vom 2. Juli 2007 (act. 4/15) macht sie 

geltend, dass sie pro Tag zusätzlich [d.h. im Vergleich zu einer nicht querschnitt-

gelähmten Person] 4,5 Stunden zur Aufrechterhaltung ihrer Gesundheit benötige 

(act. 1 Ziff. 17 S. 13-14). Diese Pflegeleistungen könne sie auch im freien Markt 

bei einem Pflegedienst kaufen. Im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht neh-

me sie diese Handlungen vorläufig selbst vor, solange sie dazu in der Lage sei 

(act. 1 Ziff. 17 S. 14). Unter Hinweis auf eine Literaturstelle (HARDY LANDOLT, in: 

Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2007, N. 390-395 zu Art. 46 OR) geht die Klägerin 

von der Ersatzfähigkeit des Selbstpflegeschadens aus (act. 1 Ziff. 36 S. 39-40). 

Dagegen vertritt die Beklagte die Ansicht, es sei lediglich Ersatz für notwendige 

fremde Hilfe, nicht jedoch für Selbstpflege zu gewähren (act. 9 Ziff. 36 S. 41). Ein 

Ersatz komme nicht in Frage, wenn den Geschädigten eine Schadenminde-

rungsobliegenheit treffe (act. 9 Ziff. 36 S. 41, 42-43). 

Während der Haushaltschadenersatz mithin die Abgeltung der Nachteile einer 

eingeschränkten Arbeitskraft im Haushalt bezweckt, dient der Pflegeschadener-

satz dem Ersatz der Kosten für Pflege- und Betreuungsleistungen (im weiteren 

Sinn), die ohne den Eintritt des haftungsbegründenden Ereignisses nicht angefal-

len wären (LANDOLT, Pflegerecht II, a.a.O., N 716). Somit besteht der Pflegescha-

den in den Kosten für fremde Hilfe, welche sich die verletzte Person zu beschaf-

fen hat (BGer 4C.276/2001 vom 26. März 2002, Pra 91 [2002] Nr. 212 E. 6b/bb 

S. 1129). Nach Lehre und Rechtsprechung ist auch die von Familienangehörigen 

unentgeltlich erbrachte Pflege als normativer Schaden des Geschädigten ersatz-

fähig (BGE 28 II 200 E. 6 S. 213-215; dem folgend BGE 97 II 259 E. III/3 S. 266; 

BGer 4C.276/2001 vom 26. März 2002, Pra 91 [2002] Nr. 212 E. 6b/aa S. 1128-

- 30 - 

1129; 4A_500/2009 vom 25. Mai 2010 E. 2.1; BREHM, a.a.O., N. 14 zu Art. 46 OR; 

ROBERT GEISSELER, Regulierung von Kinderschäden, in: Haftpflicht- und Versiche-

rungsrechtstagung 1999, hrsg. von Alfred Koller, St. Gallen 1999, 105-131, 

S. 122-123; LANDOLT, Pflegerecht II, a.a.O., N 736-739; DERS., in: Zürcher Kom-

mentar, a.a.O., N. 364, 365 zu Art. 46 OR). 

Die Bewertung des Angehörigenpflegeschadens erfolgt entweder nach dem Er-

werbsausfall- bzw. Haushaltschaden des Angehörigen (BGE 97 II 259 E. III/3 

S. 266; BGE 33 II 594 E. 4 S. 599) oder nach den mutmasslichen Lohnkosten ei-

ner Ersatzkraft bzw. der Heimunterbringung (BGE 28 II 200 E. 6 S. 213-215; je-

weils weitere Nw. bei LANDOLT, in: Zürcher Kommentar, a.a.O., N. 366, 367 zu 

Art. 46 OR). Übersteigt der Erwerbsausfall des Angehörigen die Kosten einer 

Pflegekraft wesentlich, sind aufgrund der Schadenminderungsobliegenheit nur die 

letzteren ersatzfähig (BGer 4C.276/2001 vom 26. März 2002, Pra 91 [2002] 

Nr. 212 E. 6b/aa S. 1128-1129, E. 6b/dd S. 1130; LANDOLT, in: Zürcher Kommen-

tar, a.a.O., N. 368-370, 375 zu Art. 46 OR). Die Entscheidung über die Erbringung 

der Pflegeleistungen obliegt grundsätzlich dem Geschädigten (GEISSELER, a.a.O., 

S. 120; HARDY LANDOLT, in: Haftung und Versicherung, hrsg. von Stephan We-

ber/Peter Münch, 2. Aufl. 2015, N 10.71). Die Schadenminderungsobliegenheit 

verlangt vom Geschädigten nicht, sein Leben in einem Heim zu verbringen, wenn 

die Pflege und Betreuung zu Hause teurer als ein Heimaufenthalt ist (HGer ZH ZR 

101 [2002] Nr. 94 S. 289-290). 

Während dem Geschädigten ein weitgehendes Wahlrecht zwischen Angehörigen- 

und Drittpflege sowie zwischen Haus- und Heimpflege zukommt, ist der Ersatz 

des Selbstpflegeschadens nicht anerkannt (LANDOLT, a.a.O., N 10.45). In Analo-

gie zum Selbstversorgungsschaden wird im Schrifttum die Ersatzfähigkeit eines 

Selbstpflegeschadens jedenfalls für die Fälle, in denen der Geschädigte berech-

tigt wäre, die fragliche Pflegeverrichtung durch Dritte vornehmen zu lassen, oder 

bei unüblicher Selbstpflege postuliert (LANDOLT, a.a.O., N 10.46; DERS., in: Zür-

cher Kommentar, a.a.O., N. 392, 393 zu Art. 46 OR). Es stellt sich deshalb die 

Frage, ob in Weiterentwicklung der Praxis die Ersatzfähigkeit des Pflegeschadens 

auf den Selbstpflegeschaden auszudehnen sei. 

- 31 - 

Zwischen dem Pflege- und dem Haushaltschaden bestehen jedoch erhebliche 

Unterschiede: Während beim Haushaltschaden der Geschädigte Dienstleistungs-

erbringer ist, ist er beim Pflegeschaden Dienstleistungsnehmer (LANDOLT, Pflege-

schaden II, a.a.O., N 716). Der Haushaltschaden bezweckt folglich einen Aus-

gleich für die Nachteile der eingeschränkten Arbeitskraft im nichterwerblichen Be-

reich (LANDOLT, a.a.O., N 709, 716). Dem Pflegeschaden kommt dagegen keine 

Erwerbsersatz-, sondern eine Kostenersatzfunktion zu (LANDOLT, in: Zürcher 

Kommentar, a.a.O., N. 373 zu Art. 46 OR; DERS., Pflegeschaden II, a.a.O., 

N 716). Der Pflegeschaden knüpft an einem entsprechenden Mehrbedarf an 

(LANDOLT, a.a.O., N 716), der Haushaltschaden dagegen an eine Minderleistung. 

Der Pflegeschaden entsteht durch einen Bedarf an Pflegeleistung, welcher durch 

die körperliche Beeinträchtigung überhaupt erst entsteht. Da der Pflegeschaden 

eine dem Geschädigten gegenüber zu erbringende Dienstleistung betrifft, lässt 

sich der Selbstpflegeschaden auch nicht einfach durch einen Fremdpflegescha-

den substituieren, wie dies beim Haushaltschaden der Fall ist. Liesse der Ge-

schädigte die entsprechenden Pflegeverrichtungen durch Dritte vornehmen, wür-

de ihm während der Vornahme immer noch ein entsprechender zeitlicher Mehr-

aufwand erwachsen, da die Vornahme von Pflegehandlungen – wiederum im Ge-

gensatz zum Haushaltschaden – naturgemäss die Mitwirkung des Gepflegten er-

fordert. Die beim Haushaltschaden bestehende Möglichkeit, einen Qualitätsverlust 

hinzunehmen, besteht ebenfalls nicht. 

Eine Ersatzfähigkeit des Selbstpflegeschadens führt mitunter zu heiklen Abgren-

zungsfragen. Führt die Selbstpflege zu einem zusätzlichen Erwerbsausfall- oder 

Haushaltschaden, so ist er unter diesen Schadenspositionen abzugelten (LAN-

DOLT, in: Zürcher Kommentar, a.a.O., N. 391 zu Art. 46 OR). Soweit der Geschä-

digte die Selbstpflege in Nachachtung seiner Schadenminderungsobliegenheit 

wahrnimmt, ist eine Ersatzfähigkeit ebenfalls zu verneinen (vgl. BGer 

4A_500/2009 vom 25. Mai 2010 E. 2.1; 4C.276/2001 vom 26. März 2002, Pra 91 

[2002] Nr. 212 E. 6b/bb S. 1129). Die Ersatzfähigkeit des reinen Selbstpflege-

schadens führt zu einem Ersatz für reinen Zeitverlust, welcher gerade nicht er-

satzfähig ist. 

- 32 - 

Den durch die Pflegebedürftigkeit bedingten vermehrten Zeitaufwand muss der 

Geschädigte bei der Arbeits-, Haushalts- oder Freizeit verbuchen. Ein Selbstpfle-

geschaden ist deshalb entweder beim Erwerbs- und Haushaltschaden, soweit die 

Pflegebedürftigkeit zu einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit führt, oder bei der 

Genugtuung, soweit die Pflegebedürftigkeit zu einem Freizeitverlust führt, zu be-

rücksichtigen (LANDOLT, a.a.O., N. 391 zu Art. 46 OR). Dabei ist auch ein zeitli-

cher Mehrbedarf zu berücksichtigen, welche dem Geschädigten dadurch entsteht, 

dass er zur Vornahme der erforderlichen Pflegeverrichtungen mehr Zeit benötigt, 

als wenn diese durch eine (ausgebildete) Drittperson ausgeführt werden. Einen 

solchen zeitlichen Mehrbedarf muss der Geschädigte jedoch hinreichend behaup-

ten. Dem Geschädigten ist wie bei der Entscheidung zwischen Haus- und Heim-

pflege die Entscheidungsautonomie zuzubilligen, ohne dass es ihm obliegt, die 

jeweils günstigste Lösung zu wählen. Eine Berücksichtigung sowohl beim Er-

werbs- oder Haushaltschaden als auch als Selbstpflegeschaden würde dagegen 

zu einer Mehrfachentschädigung führen. Unter dem Titel Pflegeschaden erscheint 

ein Selbstpflegeschaden deshalb nicht als ersatzfähig. 

6.1.2. Nach übereinstimmender Darstellung haben die Parteien aufgrund grund-

sätzlicher Differenzen in der Frage, welche Behinderungen im Alltag einen ersatz-

fähigen Schaden darstellen, vorprozessual keine Einigung über die gemeinsame 

Vergabe eines Haushalts- und Betreuungsgutachtens erzielen können (act. 1 

Ziff. 17 S. 13; act. 9 Ziff. 17 S. 11-12). In der Folge hat die Klägerin den Auftrag 

zum Gutachten von T._____ vom 2. Juli 2007 (act. 4/15) erteilt (act. 1 Ziff. 17 

S. 13). Dagegen wendet die Beklagte ein, es handle sich um ein Privatgutachten, 

welchem lediglich die Qualität einer Parteibehauptung zukomme (act. 35 Ziff. 12 

S. 17, Ziff. 15 S. 19). 

Gemäss § 172 Abs. 1 Satz 1 aZPO/ZH bestimmt das Gericht Zahl und Person der 

Sachverständigen. Demgegenüber kommt sog. Privatgutachten, welche eine Par-

tei einseitig in Auftrag gegeben hat, lediglich die Bedeutung von Parteibehauptun-

gen zu (BGE 95 II 364 E. 2 S. 368; dem folgend BGE 132 III 83 E. 3.4 S. 88, 

E. 3.6 S. 88-89; BGE 140 III 16 E. 2.5 S. 24; BGE 141 III 433 E. 2.6 S. 437-438; 

BGer 5D_56/2017 vom 30. November 2017 E. 3.1.3; HGer ZH [ER], ZR 77 [1978] 

- 33 - 

E. 4 S. 137-138; dem folgend HGer ZH [ER], ZR 87 [1988] Nr. 134 S. 316; weitere 

Nw. in FRANK/STRÄULI/MESSMER, a.a.O., N. 4 zu Vorbemerkungen zu § 171 ff. 

aZPO/ZH; GULDENER, a.a.O., S. 349). Eine Gleichstellung rechtfertigt sich nur, 

wenn die Parteien den Privatgutachter gemeinsam beauftragt haben (BGE 86 II 

129 E. 3 S. 134). Diese unterschiedliche Stellung von Privat- und Gerichtsgutach-

ten verstösst auch nicht gegen das Gebot des fairen Verfahrens (BGE 127 I 73 

E. 3f/bb S. 82-83). 

Dem Gutachten der T._____ vom 2. Juli 2007 ist deshalb nur die Bedeutung von 

Parteibehauptungen beizumessen. Dagegen stellt der Umstand, dass das Privat-

gutachten den gerichtlichen Gutachtern zugänglich war, den Beweiswert des Ge-

richtsgutachtens nicht in Frage (BGE 97 I 320 E. 3 S. 325). Dies anerkennt letzt-

lich auch die Beklagte, wenn sie dem gerichtlichen Gutachten fehlende Auseinan-

dersetzung mit den Vorakten attestiert (act. 250 Ziff. 3 S. 4). 

6.2. Aufwand 

6.2.1. Vom 22. September 1993 bis zum 30. April 1994 

Vom Unfall am 22. September 1993 bis zum 30. April 1994 befand sich die Kläge-

rin in stationärer Spitalbehandlung und Rehabilitation. Für diesen Zeitraum macht 

die Klägerin keinen Pflege-Betreuungsschaden geltend. 

6.2.2. Vom 1. Mai 1994 bis zum 30. September 1994 

Vom 1. Mai 1994 bis zum 1. Oktober 1994 hielt sich die Klägerin bei ihrer Gross-

mutter in Tschechien auf. 

Die Klägerin behauptet, für diesen Zeitraum sei eine Krankenschwester angestellt 

worden, welche bei der Grossmutter der Klägerin gewohnt und diese praktisch 

während 24 Stunden betreut habe; den Lohn der Krankenschwester habe die 

Grossmutter übernommen (act. 27 Ziff. 18.1 S. 15). 

Die Beklagte bestreitet unter Hinweis auf das Schreiben des damaligen Rechts-

vertreters der Klägerin an die Beklagte vom 21. Juni 1994 (act. 10/12) einen Auf-

wand von mehr als 2 Stunden (act. 9 Ziff. 18.1 S. 14). 

- 34 - 

Die in der Klagebegründung aufgestellte (act. 1 Ziff. 18 S. 15, Ziff. 36 S. 42) und 

in der Replik bei der Schadensberechnung (act. 27 Ziff. 36 S. 43 oben, 44 unten 

[Tabelle]) auch weiterhin aufrecht erhaltene Behauptung der Klägerin, sie sei zwi-

schen dem 1. Mai 1994 und dem 31. Juli 1995 während 8 Stunden pro Tag von 

der Mutter betreut worden, wird zwar für den Zeitraum vom 1. Mai 1994 bis 

1. Oktober 1994 durch ihre eigene Darstellung insofern widerlegt, als die Betreu-

ung durch eine im Haushalt der Grossmutter angestellte Drittperson erfolgte. In-

dessen scheint selbst die Beklagte davon auszugehen, dass ein Pflegeaufwand 

entstanden ist, bestreitet sie doch lediglich, dass konkrete Auslagen im geltend 

gemachten Umfang entstanden sind (vgl. act. 9 Ziff. 18.1 S. 14; act. 35 Ziff. 18 

S. 20-21). Angesichts des für die nachfolgenden Zeitabschnitte erstellten Pflege-

aufwands erscheint dies auch als folgerichtig. Damit ist ein Pflegeaufwand im Um-

fang der im Schreiben vom 21. Juni 1994 geltend gemachten zwei Stunden pro 

Tag nicht substantiiert bestritten. Das Ende des Zeitraums ist zur Vermeidung ei-

ner Überschneidung mit dem nachfolgenden Zeitraum auf den 30. September 

1994 festzusetzen. 

Der Pflegeaufwand vom 1. Mai 1994 bis 30. September 1994 betrug 2 Stunden 

pro Tag. 

6.2.3. Vom 1. Oktober 1994 bis zum 31. Juli 1995 

Für den Zeitraum zwischen 1. Oktober 1994 und 31. Juli 1995 ist bestritten, ob 

sich die Klägerin in der Schweiz bei ihrer Mutter oder teilweise nach wie vor in 

Tschechien bei der Grossmutter aufgehalten habe. 

Die Klägerin behauptet, die Mutter der Klägerin habe unter Einhaltung der Kündi-

gungsfrist ihren Beruf bei einer Bank ab 1. Oktober 1994 aufgegeben, um sich 

ganz der Pflege und Betreuung der Tochter zu widmen (act. 27 Ziff. 18.1 S. 15). 

Erst ab 1. August 1995 habe sie mit einem Pensum von 50 %, ab 1. März 1996 

mit einem Pensum von 100 % weiter gearbeitet (act. 1 Ziff. 18 S. 15). Vom 

1. Oktober 1994 bis 31. Juli 1995 habe der Zeitaufwand mindestens 8 Stunden 

pro Tag betragen (act. 1 Ziff. 18 S. 15). Auf entsprechenden Hinweis in der Verfü-

gung vom 29. Juni 2009 (Prot. S. 7-8) substantiierte die Klägerin den behaupteten 

- 35 - 

Pflegeaufwand anhand der konkreten Pflegemassnahmen: Aufstehen, Hilfe bei 

der Katheterisierung tagsüber und nachts, Bereitstellung des Materials dazu, 

Transfer auf den Rollstuhl, Dusche und Hilfe beim Anziehen, Zäpfchenverabrei-

chung, Zubereitung von Mahlzeiten, Essenseinnahme, Betten machen, Intimpfle-

ge, tägliches Wäschewaschen infolge nächtlicher Inkontinenz der Klägerin, 

Durchbewegung der Beine, Ausführen der Klägerin im Rollstuhl, Kleiderwechsel 

wegen Inkontinenz der Klägerin, Fahrdienst zu den verschiedenen Therapien der 

Klägerin sowie zu den Nachkontrollen ins Spital F._____, Hilfeleistung beim Zu-

bettgehen der Klägerin (act. 27 Ziff. 18.1 S. 16-17). Ergänzend wird auf act. 1 

Ziff. 18 S. 15 und act. 27 Ziff. 18.1 S. 16-17 verwiesen. 

Die Beklagte behauptet unter Hinweis auf Berichte der IV-Stelle für berufliche 

Eingliederung vom 13. Dezember 1994 (act. 36/1) und vom 8. August 1995 

(act. 36/2), die Klägerin habe sich bis Mai 1995 in Tschechien aufgehalten 

(act. 35 Ziff. 18 S. 21). Unter nochmaligem Hinweis auf das Schreiben des dama-

ligen Rechtsvertreters der Klägerin an die Beklagte vom 21. Juni 1994 (act. 10/12) 

bestreitet die Beklagte zudem einen Aufwand von täglich mehr als 2 Stunden 

(act. 9 Ziff. 18.1 S. 14). Ein Aufwand von täglich maximal zwei Stunden habe so 

lange bestanden, als das Badezimmer in der Wohnung der Mutter der Klägerin 

nicht umgebaut gewesen sei. Im Mai 1994 sei im Treppenhaus ein Treppenlift in-

stalliert und Anfang September 1994 das Badezimmer behindertengerecht umge-

baut worden (act. 9 Ziff. 18.1 S. 14-15). Die Beklagte bestreitet weiter, dass die 

Mutter der Klägerin wegen deren Betreuung ihre Arbeitsstelle bei einer Bank auf-

gegeben habe bzw. dies aufgrund der Unfallfolgen notwendig gewesen sei (act. 9 

Ziff. 18.1 S. 14). Unter Hinweis auf die Aktennotiz des Unfallversicherers vom 

24. Juli 1995 (act. 10/15) behauptet die Beklagte, die Klägerin habe lediglich bei 

der Morgentoilette mit Duschen, Haarewaschen etc., beim Anziehen und beim 

täglichen Wechseln und Waschen der verschmutzten Bettwäsche Dritthilfe benö-

tigt (act. 9 Ziff. 18.1 S. 15). Die Klägerin habe schon damals keine Hilfe beim Ka-

theterisieren, bei der Darmentleerung und beim nächtlichen Umlagern benötigt; 

bei der Essenszubereitung und der Reinigen handle es sich zudem nicht um Pfle-

geleistungen (act. 35 Ziff. 18 S. 20). 

- 36 - 

6.2.3.1. Zur Behauptung der Klägerin, dass die Klägerin ab dem 1. Oktober 1994 

von ihrer Mutter zuhause betreut worden sei (Beweissatz I.1.1), liegen als Haupt-

beweismittel die Aussagen der Zeugin 1 U._____, der Mutter der Klägerin, in der 

Beweisverhandlung vom 9. März 2017, als Gegenbeweismittel die Berichte der 

IV-Stelle für berufliche Eingliederung vom 13. Dezember 1994 (act. 36/1) und vom 

8. August 1995 (act. 36/2) vor. Mit Eingabe vom 17. November 2016 hat die Klä-

gerin auf die Einvernahme der zunächst ebenfalls angebotenen Zeugin 2  

V._____ und des Zeugen 3 W._____ verzichtet (act. 249). 

Die Zeugin 1 U._____ konnte zwar mit einiger Gewissheit angeben, die Stelle bei 

der Bank im Oktober 1994 gekündigt zu haben (Prot. S. 193), sagte jedoch auch 

aus, die Klägerin sei nach den Weihnachten 1994, gegen Frühling 1995, in die 

Schweiz zurückgekehrt (Prot. S. 193, 194). Der Bericht vom 13. Dezember 1994 

bezieht sich auf einen ambulanten Arztbesuch im Spital F._____ und die Mittei-

lung der Sozialarbeiterin, die Klägerin sei wieder nach Tschechien zurück gekehrt 

und wolle voraussichtlich erst im Herbst 1995 das Gymnasium weiterführen 

(act. 36/1). Der Bericht vom 8. August 1995 erwähnt, die Klägerin habe bis im Mai 

1995 in Tschechien geweilt (act. 36/2). 

Mit den angebotenen Beweismitteln ist ein Aufenthalt der Klägerin in der Schweiz 

lediglich ab Mai 1995 erstellt. Wohl sind an die Aussagen der Zeugin U._____ an-

gesichts der vergangenen Zeit und ihrer damaligen zweifellos aussergewöhnli-

chen physischen und emotionalen Belastung durch die Folgen des Unfalls ihrer 

Tochter, der Klägerin, keine allzu hohen Anforderungen zu stellen. Die Zeugin 

ordnet die Rückkehr jedoch zeitlich eindeutig nach den Festtagen 1994/1995 ein. 

Da die Festtage im Unterschied zu abstrakten Daten ein mit Gefühlen des familiä-

ren Zusammenseins assoziiertes Ereignis darstellen, ist eine solche zeitliche Ein-

ordnung auch aus der Erinnerung noch mit einer hinreichenden Gewissheit mög-

lich. Später sagte die Zeugin denn auch aus, sie sei wahrscheinlich über die Fest-

tage 1994/1995 nach Tschechien gefahren und habe dort mit der Klägerin zu-

sammen Weihnachten verbracht (Prot. S. 199). Auch wenn sich nicht ausschlies-

sen lässt, dass die Zeugin sich im Sinne ihrer ursprünglichen Angabe, die Kläge-

rin sei im Frühling 1994 in die Schweiz zurück gekehrt (Prot. S. 193), auf die Ent-

- 37 - 

lassung aus der Rehabilitation bezogen hätte, läge dazwischen der Aufenthalt in 

Tschechien im Sommer 1994. Da auch dieser Aufenthalt bei der Grossmutter in 

Tschechien einen markanten Punkt in der Geschichte der Klägerin darstellt, er-

scheint es als wenig wahrscheinlich, dass er der Zeugin entgangen ist. Die Aus-

sage der Zeugin stimmt zudem mit jenen in den Berichten vom 13. Dezember 

1994 und vom 8. August 1995 überein. Die zeitlichen Angaben in diesen Berich-

ten sind zwar mit Vorsicht zu würdigen, da diese nicht im Hinblick darauf erstellt 

wurden, die zeitlichen Verhältnisse bezüglich des Aufenthalts zu verurkunden, 

und auch nicht klar wird, ob die Klägerin selber Angaben gemacht hat oder diese 

lediglich von der nicht näher beschriebenen Sozialarbeiterin übernommen worden 

sind. Der zivilrechtliche Urkundenbegriff setzt jedoch keine Beweisbestimmung 

der Urkunde voraus, und eine gewisse Beweiseignung dieser Urkunden im Hin-

blick auf den Zeitpunkt der Rückkehr der Klägerin ist durchaus gegeben. Da sich 

die Urkunden mit den Aussagen der Zeugin weitgehend decken, ist davon auszu-

gehen, dass sich die Klägerin bis zum Mai 1995 lediglich zeitweise in der Schweiz 

aufhielt. Nach den Regeln der Beweislastverteilung fällt es zum Nachteil der Klä-

gerin aus, dass sich eine frühere Rückkehr in die Schweiz nicht nachweisen lässt. 

Es ist bewiesen, dass die Klägerin ab dem 1. Mai 1995 von ihrer Mutter zuhause 

betreut wurde; im Übrigen ist der Beweis nicht erbracht. Demnach hielt sich die 

Klägerin bis zum 30. April 1995 in Tschechien bei ihrer Grossmutter auf. 

6.2.3.2. Zur Behauptung der Klägerin, dass der Betreuungs- und Pflegeaufwand 

der Mutter der Klägerin vom 1. Oktober 1994 bis 31. Juli 1995 8 Stunden pro Tag 

betragen habe (Beweissatz I.1.2) liegen als Hauptbeweismittel die Aussagen der 

Zeugin 1 U._____, der Mutter der Klägerin, in der Beweisverhandlung vom 

9. März 2017, sowie das medizinische Gutachten vom 12. September 2016 

(act. 234) und das pflegerische Gutachten vom 25. März 2015 (act. 238), als Ge-

genbeweismittel der Austrittsbericht der Ergotherapie vom 3. Mai 1994 

(act. 10/10), die ADL-Checkliste der Ergotherapie vom 27. April 1994 (act. 10/11), 

das Schreiben vom 21. Juni 1994 (act. 10/12), die Rechnung der AA._____ AG 

für einen Rollstuhl-Lift vom 1. Juni 1994 (act. 10/13), das Kontrollblatt der IV-

Ausgleichskasse über individuelle Sachleistungen (act. 10/14), die Aktennotiz des 

- 38 - 

Unfallversicherers vom 24. Juli 1995 (act. 10/15), das Schreiben betreffend 

Selbsthilfestatuts vom 5. Januar 1995 (act. 10/16), das Schreiben an die Beklagte 

vom 24. März 1998 (act. 47/1) und die Stellungnahme von Dr. med. AB._____ 

vom 26. Januar 1995 (act. 47/2) vor. 

Zur Behauptung der Beklagten, dass der Betreuungsaufwand der Mutter in der 

Zeit vom 1. Oktober 1994 bis 31. Juli 1995 nur 2 Stunden pro Tag betragen habe 

(Beweissatz II.2.1), liegen als Gegenbeweismittel der Austrittsbericht der Ergothe-

rapie vom 3. Mai 1994 (act. 10/10), die ADL-Checkliste der Ergotherapie vom 

27. April 1994 (act. 10/11), das Schreiben vom 21. Juni 1994 (act. 10/12), die 

Rechnung der AA._____ AG für einen Rollstuhl-Lift vom 1. Juni 1994 (act. 10/13), 

das Kontrollblatt der IV-Ausgleichskasse über individuelle Sachleistungen 

(act. 10/14) und die Aktennotiz des Unfallversicherers vom 24. Juli 1995 

(act. 10/15) vor. 

Der Beweissatz II.2.1 ist ein Gegenbeweissatz zu Beweissatz I.1.2. Die von der 

Beklagten angerufenen Beweismittel sind in den Gegenbeweismitteln zu Beweis-

satz I.1.2 enthalten. Die Wiedergabe und Würdigung der Beweismittel kann für 

den Haupt- und den Gegenbeweissatz gemeinsam erfolgen. 

Die Zeugin 1 U._____ sagte, die Klägerin habe bis 2001 oder 2002 bei ihr ge-

wohnt. In der ersten Zeit sei sie praktisch auf hundertprozentige Hilfe angewiesen 

gewesen (Prot. S. 194). Man könne mit einem Zeitaufwand von sechs bis acht 

Stunden rechnen (Prot. S. 199). Im Oktober 1994 habe sie ihre Stelle gekündigt 

(Prot. S. 199). Es habe keine andere Möglichkeit gegeben, da sie alleine und Al-

leinverdienerin für die Familie gewesen sei. Die Klägerin habe Pflege gebraucht, 

und diese habe sie in der Schweiz nicht so gut zahlen können (Prot. S. 200). Zu 

den einzelnen Tätigkeiten sagte die Zeugin, die Klägerin habe selbstständig es-

sen (Prot. S. 197), sich Zäpfchen verabreichen (Prot. S. 198) und sich katheteri-

sieren können; vielleicht habe sie ihr die Sachen, die sie dazu gebraucht habe, 

schnell zum Bett oder auf die Toilette gebracht (Prot. S. 198). Im Übrigen stützte 

sie die Behauptungen der Klägerin zu den einzelnen Verrichtungen. Ergänzend 

wird auf Prot. S. 194-200, 212-216 verwiesen. 

- 39 - 

Das medizinische Gutachten vom 12. September 2016  und das pflegerische 

Gutachten vom 25. März 2016 errechnen für den Zeitraum vom 1. Oktober 1994 

(ausgehend von der Behauptung der Klägerin, ihre Mutter habe ihre Berufstätig-

keit in der Bank ab 1. Oktober 1994 aufgegeben; act. 27 Ziff. 18.1 S. 15) bis zu 

31. Juli 1995 folgenden Pflegeaufwand (act. 234 Ziff. 6.7 [recte: Ziff. 6.6] S. 7-8; 

act. 238 Ziff. 6 S. 1-2): 

Lagerung und Mobilisation (Unterstützung durch Drittperson = Mutter) 70 Min./Tag 

Blasenentleerung (Unterstützung durch Drittperson = Mutter) 110 Min./Tag 

Darmentleerung (selbständig durch die Klägerin) 100 Min./Tag 

Körperpflege (Unterstützung durch Drittperson = Mutter) 60 Min./Tag 

Zubereiten von Mahlzeiten (vollständige Übernahme durch Drittperson = Mutter) 60 Min./Tag 

Haushalt (vollständige Übernahme durch Drittperson = Mutter) 45 Min./Tag 

In dieser Aufstellung nicht berücksichtigt seien der zeitliche Aufwand für die Ver-

sorgung der restlichen Haushaltspflichten wie Staubsaugen, Putzen, Fensterreini-

gen, Erledigung von Besorgungen etc. Der Punkt Haushalt beziehe sich zeitlich 

nur auf Wäschewaschen und das Beziehen des Bettes. Dies ergibt einen Betreu-

ungs- und Pflegeaufwand von insgesamt 7.42 Stunden pro Tag. Der zeitliche 

Aufwand erscheine realistisch und plausibel in Anbetracht der Lähmungshöhe der 

Klägerin (act. 234 Ziff. 6.7 [recte: Ziff. 6.6] S. 8; act. 238 Ziff. 6 S. 1-2). Der Fahr-

dienst zu den Therapien sei durch die Mutter übernommen worden. Im einzelnen 

seien dies wöchentlich 3 Mal Schwimmen, 1-2 Mal Hippotherapie und 2 Mal Phy-

siotherapie gewesen (act. 234 Ziff. 6.7 [recte: Ziff. 6.6] S. 8; act. 238 Ziff. 6 S. 2). 

Ergänzend wird auf act. 234 Ziff. 6.7 [recte: Ziff. 6.6] S. 7-8 und act. 238 Ziff. 6 

S. 1-2 verwiesen. 

Hinsichtlich des Aufwands für die Blasenentleerung besteht zwischen den Aussa-

gen der Zeugin und dem Gutachten insofern eine Diskrepanz, als diese nach den 

Aussagen der Zeugin selbstständig durch die Klägerin, nach dem Gutachten hin-

gegen mit Hilfe der Mutter erfolgt sei. Da die Zeugin zu diesem sachverhaltlichen 

Umstand über eigene Wahrnehmungen verfügt, das Gutachten dagegen auf 

- 40 - 

Fremdaussagen abstellen muss, kommt den Aussagen der Zeugin grösseres 

Gewicht zu. 

Im Übrigen kann auf die quantitativen Feststellungen des Gutachtens abgestellt 

werden. Die diesbezüglichen Einwendungen der Beklagten (act. 250 Ziff. 3 S. 3-4) 

dringen nicht durch. Eine Vermischung mit dem Haushaltschaden liegt nicht vor, 

da beim Betreuungs- und Pflegeschaden der Mehrbedarf und nicht die Eigenleis-

tung der Klägerin abgegolten wird (Ziffer 6.1.1 oben). Zum Punkt Haushalt hält 

das Gutachten folgerichtig fest, dass sich dieser zeitlich nur auf das Wäschewa-

schen und das Beziehen des Bettes beziehe, was dem bei der Klägerin anfallen-

den Mehraufwand entspricht. Die Differenzen zwischen dem gerichtlichen Gut-

achten und jenem der T._____, welchem als Privatgutachten lediglich die Bedeu-

tung einer Parteibehauptung zukommt (Ziffer 6.1.2 oben), erklären sich daraus, 

dass letzteres den Status am 27. Juni 2007 abklärt, während es im vorliegenden 

Beweissatz um den Pflegeaufwand in den Jahre 1994/1995 geht. Die beiden Si-

tuationen sind nicht vergleichbar. Im Jahre 2007 verfügte die Klägerin über Routi-

ne im Umgang mit ihren Einschränkungen und benötigte deshalb auch keine 

Fremdhilfe mehr. Im Jahre 1994/1995 ging es bei der Klägerin hingegen darum, 

nach den Klinik- und Rehabilitationsaufenthalten überhaupt erst wieder den Ein-

stieg in das Alltagsleben zu finden. 

Damit ist von einem Fremdpflegeaufwand von 235 Min./Tag und einem Selbst-

pflegeaufwand von 210 Min./Tag auszugehen. Für den fraglichen Zeitraum macht 

die Klägerin lediglich den Fremdpflegeaufwand geltend (act. 1 Ziff. 18 S. 16). 

Die Fahrten zur Therapie erwähnt das Gutachten zwar, berücksichtigt diesen 

Aufwand jedoch in der Aufstellung nicht (vgl. auch den entsprechenden Einwand 

der Klägerin, act. 247 Ziff. 2 S. 2). 6-7 Therapiesitzungen pro Woche bedeuten, 

dass auf gewisse Wochentage zwei Termine fallen, während an den Wochenen-

den keine Termine stattgefunden haben dürften. Zum Zwecke der Berechnung ist 

von einem durchschnittlichen Aufwand für die Therapien von 1 ½ Stunden pro 

Tag auszugehen. Damit erhöht sich der Fremdpflegeaufwand um 90 Min./Tag. 

- 41 - 

Der Hauptbeweis ist im Umfang eines Fremdpflegeaufwands von 325 Min./Tag 

bzw. 5.42 Stunden/Tag gelungen. 

Die als Gegenbeweismittel angerufenen Urkunden scheinen dieses Ergebnis zu-

nächst zu relativieren. Der Austrittsbericht der Ergotherapie vom 3. Mai 1994 

(act. 10/10) und die ADL-Checkliste vom 27. April 1994 (act. 10/11) attestieren 

der Klägerin im Zeitpunkt des Austritts aus der Rehabilitation bei angepassten 

Wohnverhältnissen in allen Bereichen des täglichen Lebens Selbstständigkeit 

(act. 10/10 S. 1) mit Ausnahme des Transfers zum WC, dem Überwinden des 

Trottoirrandes und des Verladens des Rollstuhls ins Auto (act. 10/11). Die Stel-

lungnahme von Dr. med. AB._____ vom 26. Januar 1995 scheint von denselben 

Prämissen auszugehen (act. 47/2). Ein darüber hinausgehender Beweiswert 

kommt dieser nicht zu, da nicht bekannt ist, auf welche Akten sich Dr. med. 

AB._____ stützen konnte. Aus dem Austrittsbericht vom 3. Mai 1994 ergibt sich 

allerdings zugleich, dass der Umbau der sanitären Anlagen noch nicht stattgefun-

den hat (act. 10/10 S. 2). Die Ausführungen im Schreiben vom 21. Juni 1994 

(act. 10/12 S. 2) und die Rechnung der AA._____ AG vom 1. Juni 1994 

(act. 10/13) belegen lediglich den Einbau des Deckenlifts. Der im Schreiben vom 

21. Juni 1994 geltend gemachte Aufwand von täglich 2 Stunden bezieht sich zu-

dem auf den Zeitraum zwischen dem 1. Mai 1994 und dem 31. Juli 1994 

(act. 10/12 S. 3), worauf auch im Schreiben vom 24. März 1998 nochmals hinge-

wiesen wird (act. 47/1 S. 2). Dem Kontrollblatt (act. 10/14) und der Aktennotiz 

vom 24. Juli 1995 (act. 10/15 S. 1) ist zu entnehmen, dass danach auch das WC 

umgebaut wurde. Aus den vorliegenden Urkunden ergibt sich zugleich, dass am 

übrigen Nassbereich keine Anpassung erfolgte, weshalb es der Klägerin nicht 

möglich war, selbstständig zu duschen (act. 10/15 S. 1). Im Schreiben vom 

5. Januar 1995 ist denn auch lediglich von einem Umbau der Toilette die Rede 

(act. 10/16). Wenn der Bericht der Ergotherapie vom 3. Mai 1994 von angepass-

ten Wohnverhältnissen ausgeht (act. 10/10 S. 1), berücksichtigt er die konkreten 

baulichen Schwierigkeiten nicht. In Bezug auf die baulichen Anpassungen sagte 

auch die Zeugin U._____ auf Nachfrage, bei der Toilette sei die Türe verbreitert 

worden und später sei der Lift dazu gekommen (Prot. S. 201-202, 215). Da die 

Voraussetzungen der angepassten Wohnverhältnisse nicht erfüllt waren, können 

- 42 - 

die Aussagen des Berichts der Ergotherapie nicht unbesehen übernommen wer-

den. 

Der Gegenbeweis ist insoweit erstellt, als es der Klägerin möglich war, das WC 

selbstständig zu benutzen. Die Beklagte kann jedoch nicht widerlegen, dass es 

der Klägerin nicht möglich war, selbstständig zu duschen, da eine Anpassung des 

übrigen Nassbereichs nicht erfolgt war. Da hinsichtlich des Fremdpflegeaufwands 

bei der Blasenentleerung bereits der Hauptbeweis nicht erbracht ist und die Klä-

gerin die Darmentleerung auch nach dem medizinischen und pflegerischen Gut-

achten selbstständig vornahm, ändert der Gegenbeweis am Beweisergebnis 

nichts. 

Es ist bewiesen, dass die auf den Unfall vom 22. September 1993 zurückzufüh-

renden gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Klägerin in der Zeitspanne vom 

1. Mai 1995 bis 31. Juli 1995 einen Betreuungs- und Pflegeaufwand von 

5.42 Stunden pro Tag erforderten; im Übrigen ist der Beweis nicht erbracht. 

Nachdem die Klägerin den Beweis, bereits ab 1. Oktober 1994 in der Schweiz von 

ihrer Mutter gepflegt worden zu sein, nicht erbracht hat, ist für die Zeit zwischen 

dem 1. Oktober 1994 und dem 30. April 1995 davon auszugehen, dass sich die 

Klägerin weiterhin bei ihrer Grossmutter in Tschechien aufhielt und dort die not-

wendige Pflege erhielt. 

Demnach betrug der Pflegeaufwand von 1. Oktober 1994 bis 30. April 1995 (wei-

terhin) 2 Stunden pro Tag. Der Gegenbeweis, dass der Betreuungsaufwand der 

Mutter in der Zeit vom 1. Oktober 1994 bis 31. Juli 1995 nur 2 Stunden pro Tag 

betragen habe (Beweissatz II.2.1), ist insoweit erbracht; im Übrigen ist der Ge-

genbeweis nicht erbracht. 

6.2.3.3. Zur Behauptung der Beklagten, dass die Mutter der Klägerin ihre Arbeits-

stelle bei einer Bank wegen der Betreuung ihrer Tochter nicht aufgegeben habe 

(Beweissatz II.2.2), liegen als Gegenbeweismittel die Berichte der IV-Stelle für be-

rufliche Eingliederung vom 13. Dezember 1994 (act. 36/1) und vom 8. August 

1995 (act. 36/2) sowie das Schreiben der Mutter der Klägerin vom 14. September 

- 43 - 

2012 (act. 93) mit dem beiliegenden Arbeitszeugnis der I._____ Bank vom 

31. Oktober 1994 (act. 94/1), der Gratifikations- und Gehaltsmitteilung der I._____ 

Bank vom 6. Dezember 1993 (act. 94/2) und dem Anstellungsvertrag für Büro- 

und Verkaufspersonal vom 26. Februar 1996 (act. 94/3) vor. 

Aus den vorliegenden Dokumenten ergibt sich eindeutig, dass die Mutter der Klä-

gerin die Stelle bei der I._____ Bank nach dem 31. Oktober 1994 aufgab 

(act. 94/1) und am 4. März 1996 eine Halbtagesstelle bei der AC._____ antrat 

(act. 94/3). Die Berichte der IV-Stelle für berufliche Eingliederung vom 

13. Dezember 1994 (act. 36/1) und vom 8. August 1995 (act. 36/2) äussern sich 

lediglich zum Aufenthalt der Klägerin in Tschechien (Ziffer 6.2.3.1 oben), nicht je-

doch zur beruflichen Situation der Mutter der Klägerin. Es erscheint naheliegend, 

dass sie sich während des Tschechien-Aufenthalts der Klägerin ebenfalls öfters 

bei dieser aufhielt. 

Die Beklagte vertritt die Ansicht, dass die Mutter der Klägerin ab 1. November 

1994 Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezogen habe, schliesse eine frei-

willige Aufgabe der Erwerbstätigkeit aus (act. 263 Ziff. 33 S. 8). Die Mutter der 

Klägerin erwähnt zwar im Schreiben vom 14. September 2012 Abrechnungen der 

Arbeitslosenkasse vom 1. November 1994 bis zum 28. Februar 1996 (act. 93). 

Das erwähnte act. 94/2 stellt hingegen eine Gratifikations- und Gehaltsmitteilung 

der I._____ Bank vom 6. Dezember 1993, nicht eine Abrechnung der Arbeitslo-

senkasse dar. Es ist deshalb nicht erstellt, dass die Mutter der Klägerin Arbeitslo-

sengelder bezogen habe. 

Die Klägerin bemisst den Angehörigenpflegeschaden vorliegend allerdings so-

wieso nach den mutmasslichen Lohnkosten einer Ersatzkraft. Dies entspricht der 

im Schrifttum und Rechtsprechung insbesondere für den künftigen Pflegeschaden 

befürworteten Auffassung (BGer 4C.276/2001 vom 26. März 2002, Pra 91 [2002] 

Nr. 212 E. 6b/dd S. 1130; LANDOLT, in: Zürcher Kommentar, a.a.O., N. 373 zu 

Art. 46 OR), soll doch sichergestellt sein, dass der Geschädigte eine Drittperson 

marktgerecht entlohnen kann, wenn die Angehörigen die Pflege nicht mehr über-

nehmen können oder wollen (LANDOLT, in: Zürcher Kommentar, a.a.O., N. 374 zu 

Art. 46 OR). 

- 44 - 

6.2.4. Vom 1. August 1995 bis zum 29. Februar 1996 

Vom 1. August 1995 bis 29. Februar 1996 wohnte die Klägerin im Haushalt ihrer 

Mutter und besuchte ab 21. August 1995 das Gymnasium (act. 1 Ziff. 21 S. 26; 

act. 9 Ziff. 18.2 S. 15-16; act. 27 Ziff. 18.2 S. 18; anstelle des in den Rechtschrif-

ten angeführten 28. Februar 1996 wird im Sinne der Einheitlichkeit der Monatsab-

grenzungen nachfolgend der 29. Februar 1996 als Enddatum verwendet). Den 

Schulweg legte die Klägerin selbstständig mit dem Auto zurück (act. 9 Ziff. 18.2 

S. 15-16; act. 27 Ziff. 18.2 S. 18). 

Die Klägerin behauptet, ab 1. August 1995 habe sie einen Teil der "Pflegearbei-

ten" wie z.B. die Blasen- und Darmentleerung, Körperpflege, Muskeltraining und 

Physiotherapie selber ausführen können (act. 1 Ziff. 18 S. 16). Der Aufwand habe 

3,9 Stunden/Tag betragen (act. 1 Ziff. 18 S. 16). Zu den einzelnen erforderlichen 

Pflegehandlungen stützt sich die Klägerin auf das von ihr bei T._____ in Auftrag 

gegebene Gutachten (act. 1 Ziff. 17 S. 13-14; act. 4/15), welches den Pflegeauf-

wand nach den folgenden Positionen gruppiert: 

Lagerungen, Mobilisation 35 Min. 

Blasenentleerung 46.8 Min. 

Darmentleerung 80.7 Min.(*) 

Körperpflege 55 Min. 

Diverses / Sonstiges 20.5 Min. 

Muskeltraining, Therapien 46.2 Min.(**) 

(*) In act. 1 Ziff. 17 S. 14 irrtümlich als 87 Min. übertragen 

(**) In act. 1 Ziff. 17 S. 14 irrtümlich als 44.2 Min. übertragen 

Aus den aufgeführten Werten ergibt sich ein Zeitaufwand von insgesamt 

284.2 Min. pro Tag. Dem Gutachten von T._____, welches lediglich 270.2 Min. 

pro Tag aufführt (act. 4/15 S. 3), liegt ein Rechnungsfehler zugrunde. Für den 

Zeitraum der vollständigen Selbstpflege übernimmt die Klägerin den gerundeten 

Wert von 4.5 Stunden in die Rechtsschrift (act. 1 Ziff. 17 S. 14; act. 4/15 S. 3). 

- 45 - 

Der Aufwand der Mutter habe sich auf etwa 4 Stunden reduziert (act. 1 Ziff. 18 

S. 16; act. 27 Ziff. 18.2 S. 18). Die Hilfeleistungen der Mutter zuhause seien not-

wendig gewesen, weil die Klägerin durch die Fahrt in die Stadt, in die Schule und 

die Selbstkatheterisierung in der Schule mit dem vielen Hygienematerial, welches 

sie habe mit sich schleppen müssen, am Ende ihrer Kräfte gewesen sei (act. 27 

Ziff. 18.2 S. 18). 

Die Beklagte behauptet, die Klägerin habe immer weniger Dritthilfe in Anspruch 

nehmen müssen. Es sei denkbar, dass sie noch bis zum 20. Februar 1996 an Ta-

gen mit Stuhlgang durchschnittlich täglich während maximal einer Stunde und an-

sonsten maximal 30 bis 45 Minuten Dritthilfe in Anspruch habe nehmen müssen 

(act. 9 Ziff. 18.2 S. 16). Im Einzelnen bestreitet sie die Positionen wie folgt: 

Da die Hautverhältnisse der Klägerin gut seien, müsse sie sich pro Nacht lediglich 

zwei bis drei Mal umlagern, wobei sie dies im Anschluss an das Katheterisieren 

mache. Somit falle lediglich ein zusätzlicher Aufwand von täglich 5 bis 10 Minuten 

an (act. 9 Ziff. 17.1 S. 12). Die Klägerin müsse sich nicht acht, sondern effektiv 

nur vier Mal katheterisieren, womit sich der tägliche Aufwand um 20 Minuten kür-

ze (act. 9 Ziff. 17.2 S. 12). Während der Wartezeit, bis das Zäpfchen wirke, könne 

die Klägerin andere Verrichtungen ausführen, weshalb sich der Aufwand für die 

Darmentleerung auf maximal 50 Minuten verkürze (act. 9 Ziff. 17.3 S. 12-13). 

Schliesslich bestreitet die Beklagte einen Mehraufwand für Duschen, An- und 

Auskleiden (act. 9 Ziff. 17.4 S. 13). 

Hinsichtlich des Zeitaufwands für Inkontinenzsituationen ergibt sich nach Korrek-

tur des in act. 1 Ziff. 17 S. 14 enthaltenen Rechnungsfehlers Übereinstimmung mit 

den Behauptungen der Klägerin (act. 9 Ziff. 17.3 S. 13). Ob der bei den ange-

nommenen zwei Vorfällen resultierende Zeitaufwand nun eine oder zwei Stunden 

beträgt (act. 9 Ziff. 17.3 S. 12-13), fällt nicht mehr erheblich ins Gewicht. 

6.2.4.1. Zur Behauptung der Klägerin, dass der Betreuungs- und Pflegeaufwand 

der Mutter im Zeitraum vom 1. August 1995 bis 28. bzw. 29. Februar 1996 

4 Stunden pro Tag betragen habe (Beweissatz I.1.3), liegen als Hauptbeweismit-

tel die Aussagen der Zeugin 1 U._____, der Mutter der Klägerin, in der Beweis-

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verhandlung vom 9. März 2017, das medizinische Gutachten vom 12. September 

2016 (act. 234) und das pflegerische Gutachten vom 25. März 2016 (act. 238), als 

Gegenbeweismittel der Austrittsbericht der Ergotherapie vom 3. Mai 1994 

(act. 10/10), die ADL-Checkliste der Ergotherapie vom 27. April 1994 (act. 10/11), 

das Schreiben vom 21. Juni 1994 (act. 10/12), die Rechnung der AA._____ AG 

für einen Rollstuhl-Lift vom 1. Juni 1994 (act. 10/13), das Kontrollblatt der IV-

Ausgleichskasse über individuelle Sachleistungen (act. 10/14), die Aktennotiz des 

Unfallversicherers vom 24. Juli 1995 (act. 10/15), das Schreiben betreffend 

Selbsthilfestatus vom 5. Januar 1995 (act. 10/16), das Schreiben an die Beklagte 

vom 24. März 1998 (act. 47/1) und die Stellungnahme von Dr. med. AB._____ 

vom 26. Januar 1995 (act. 47/2) vor. 

Die Zeugin 1 U._____ sagte, es habe weniger Arbeit für sie gegeben, als die Klä-

gerin nicht mehr den ganzen Tag zuhause gewesen sei. Am Abend habe es je-

doch wieder Wäsche gegeben. Es sei nicht viel besser geworden. Im Jahre 1995 

sei es mit der Inkontinenz nicht viel besser gewesen. Das sei nachher erst alles 

besser geworden, aber es habe nach ihrer Erinnerung schon einige Jahre gedau-

ert, bis sie das beherrscht habe (Prot. S. 201). In der Wohnung an der AD._____-

Strasse sei nur die Toilette umgebaut worden. Ab 1. Januar 2000 hätten sie ge-

genüber in der AD._____-Strasse … gewohnt, wo die rollstuhlgängige Dusche, 

das Bett und der Lift im Haus gewesen seien. Dann sei das selbstverständlich al-

les einfacher gewesen, und die Klägerin habe auch die Hygiene mehr oder weni-

ger selber ausüben können (Prot. S. 202). Im August 1995 sei die