# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f80c2d0-f215-577a-b14e-c4fc7a411d2c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 10.12.2014 SB140330
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140330_2014-12-10.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB140330-O/U/ad 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, und lic. iur. Stiefel,  

der Ersatzoberrichter lic. iur. Ernst sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Oswald 

 

Urteil vom 10. Dezember 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfache Sachbeschädigung etc.   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 
20. Mai 2014 (DG130094) 

 

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Anklage:  

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 17. 

September 2013 (Urk. 2/26) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:  

1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte folgende Tatbestände erfüllt hat: 

− mehrfache Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB; 

− einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB; 

− Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 

Ziff. 1 StGB; sowie 

− Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 

BetmG. 

2. Aufgrund der nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit des 

Beschuldigten wird von einer Strafe abgesehen. 

3. Es wird eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB 

angeordnet. 

4. Die bei der Kantonspolizei Zürich unter Lagernummer … sichergestellten 

Betäubungsmittel (0,1 Gramm Methamphetamin) werden eingezogen und 

vernichtet. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 Fr. 2'980.80 zu 

bezahlen. 

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6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 2'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'500.00   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 13'050.50   Auslagen Vorverfahren (gemäss Kontoauszug RIS) 

Fr. 15'281.00   amtliche Verteidigung 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der 

amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von 

Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden. 

8. Das Begehren des Beschuldigten um Zusprechung einer Genugtuung 

wegen Überhaft wird abgewiesen. 

Berufungsanträge:  

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 42 S. 2) 

1. In Ergänzung von Ziffer 1, alinea 2 des Dispositivs: einfache 

Körperverletzung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB [recte: Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB] aufgrund eines Stosses und anschliessendem 

Sturz des Privatklägers 1 auf die Treppe. 

2. In Abänderung von Ziffer 3 des Dispositivs: Es wird ein ambulante 

Massnahme im Sinne von Art. 63 Abs. 1 StGB für die Dauer von 

maximal 1 Jahr angeordnet. 

3. Es seien die Kosten des Berufungsverfahrens auf die Staatskasse zu 

nehmen und dem Berufungskläger für das Berufungsverfahren eine 

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angemessene Entschädigung auszurichten. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung seien auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland: 

(Urk. 32, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

 

__________________________ 

 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte und Prozessuales 

 1. Der Beschuldigte A._____ wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach, 

II. Abteilung, vom 20. Mai 2014 der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von 

Art. 144 StGB, der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 

1 StGB, der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 

285 Ziff. 1 StGB sowie der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne 

von Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig gesprochen. Aufgrund der nicht selbst 

verschuldeten Schuldunfähigkeit des Beschuldigten wurden jedoch von einer 

Strafe abgesehen und eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 

StGB angeordnet. Weiter wurden die sichergestellten Betäubungsmittel 

eingezogen und deren Vernichtung angeordnet. Schliesslich wurde der 

Beschuldigte verpflichtet, der Privatklägerin 2 Schadenersatz in der Höhe von Fr. 

2'980.80 zu bezahlen (Urk. 26). 

 Das vorinstanzliche Urteil wurde dem Beschuldigten und der 

Staatsanwaltschaft anlässlich der Hauptverhandlung vom 20. Mai 2014 mündlich 

eröffnet und im Dispositiv übergeben und der Privatklägerin 2 am 22. Mai 2014 

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und dem Privatkläger 1 am 28. Mai 2014 zugestellt (Prot. I S. 21, Urk. 17, Urk. 

18). Mit Eingabe vom 23. Mai 2014 meldete der Beschuldigte fristgerecht die 

Berufung an (Urk. 19). Das begründete Urteil wurde der Staatsanwaltschaft und 

der Privatklägerin 2 am 11. Juli 2014 und dem Beschuldigten und dem 

Privatkläger 1 am 14. Juli 2014 zugestellt (Urk. 25). 

 Mit Eingabe vom 4. August 2014 reichte die Verteidigung des Beschuldigten 

fristgerecht die Berufungserklärung ein (Urk. 29). Die Staatsanwaltschaft 

verzichtete auf Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung des 

vorinstanzlichen Urteils (Urk. 32). 

 Die Verteidigung stellte den Beweisantrag, ein neues psychiatrisches 

Gutachten einzuholen (Urk. 29 S. 4). Ein solches erübrigt sich, da das letzte 

psychiatrische Gutachten vom 18. März 2013 datiert und deshalb erst vor 1 ¾ 

Jahren erstattet wurde. Die Verhältnisse des Beschuldigten haben sich in der 

Zwischenzeit nicht derart verändert, als dass sich die Einholung eines neuen 

psychiatrischen Gutachtens aufdrängen würde. Er konsumiert nach wie vor 

Drogen, geht keiner Arbeit nach, nimmt die Medikamente nicht regelmässig ein 

und sucht Dr. B._____ nur unregelmässig auf (vgl. Prot. II S. 7, S. 10 f. und S. 

14). Seine Probleme bestehen demnach nach wie vor. Ausserdem wurde mit 

Schreiben vom 13. Oktober 2014 die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich um 

die Erstellung eines Therapieberichts des Beschuldigten ersucht (Urk. 37). Mit 

Eingabe vom 24. Oktober 2014 stellte die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich 

dem Gericht den Austrittsbericht des Beschuldigten vom 27. August 2014 zu (Urk. 

38). Das Verfahren erweist sich ohne weitere Beweiserhebungen als spruchreif. 

 2. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung 

(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in 

Rechtskraft (Schmid, StPO Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, Art. 402 N 1; Art. 437 

StPO). 

 Der Beschuldigte beschränkte seine Berufung auf den Schuldspruch 

betreffend einfache Köperverletzung (Dispositivziffer 1 teilweise) sowie die 

Anordnung einer stationären Massnahme (Dispositivziffer 3) (Urk. 29 S. 2 f.). 

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Damit ist festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, II. Abteilung, 

vom 20. Mai 2014 bezüglich der Dispositivziffern 1 teilweise (Feststellung der 

erfüllten Tatbestände der mehrfachen Sachbeschädigung, Gewalt und Drohung 

gegen Behörden und Beamte, Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes), 2 

(Absehen von einer Strafe aufgrund von Schuldunfähigkeit), 4 (Einziehung 

Betäubungsmittel), 5 (Schadenersatz an Privatklägerin 2), 6 und 7 

(Kostendispositiv) sowie 8 (Abweisung Genugtuungsforderung) in Rechtskraft 

erwachsen ist. 

 3. Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung liessen die Parteien die 

eingangs erwähnten Anträge stellen. 

II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

 1. In der Anklageschrift wird dem Beschuldigten unter dem Titel der 

einfachen Körperverletzung vorgeworfen, C._____, den Privatkläger 1, welcher 

aufgrund des Lärmes in den Keller gekommen sei und den Beschuldigten gefragt 

habe, was vor sich gehe, mit dem Velosattel an den Kopf geschlagen zu haben. 

Der Privatkläger 1 sei zu Boden gegangen und habe eine Rissquetschwunde am 

Kopf erlitten (Urk. 2/26 S. 2). 

 Was diesen Vorwurf betrifft, machte die Verteidigung geltend, dass der 

Beschuldigte den Privatkläger 1 nicht mit einem Schlag mit einem Velosattel auf 

den Kopf verletzt habe, sondern diesen lediglich weggestossen habe, worauf der 

Privatkläger 1 rückwärts umgefallen sei und sich den Kopf an der Treppe 

gestossen habe (Urk. 29 S. 2; Urk. 42 S. 5 f.). Der Beschuldigte habe die einfache 

Körperverletzung deshalb durch den Stoss und anschliessenden Sturz des 

Privatklägers 1 auf die Treppe verursacht (Urk. 29 S. 3; Urk. 42 S. 2 und S. 6). 

 2. Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass der eingeklagte 

Sachverhalt erstellt sei. Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann vorab 

auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden 

(Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 26 S. 7 ff.). 

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 3. Der eingeklagte Sachverhalt beruht insbesondere auf den Aussagen 

des Beschuldigten und des Privatklägers 1. Als weiteres Beweismittel liegt ein 

Kurzbericht des Spitals Bülach vom 24. November 2012 (Urk. 2/10) vor. 

Zusammenfassend und teilweise ergänzend kann Folgendes festgehalten 

werden: 

 3.1. Der Beschuldigte führte in der polizeilichen Einvernahme vom 24. 

November 2012 aus, der Privatkläger 1 sei in den Keller herunter gekommen und 

habe ihn gefragte, wieso er so Lärm mache. Der Privatkläger 1 sei in diesem 

Augenblick gekommen, als er das Kind und den Affen gesehen habe. Er habe 

den Privatkläger 1 am Kragen gepackt, und dieser sei zu Boden gefallen. 

Daraufhin habe er dem Privatkläger 1 gesagt, er solle am Boden bleiben, aber 

dieser sei wieder hinauf gelaufen. Er habe seine Narbe gesehen, aber die sei 

glaublich nicht so tief gewesen. Auf Nachfrage führte der Beschuldigte aus, der 

Privatkläger 1 habe eine Narbe am Kopf gehabt und geblutet. Diese habe er sich 

zugezogen, als er auf den Boden gefallen sei. Er habe den Privatkläger 1 nicht 

geschlagen, auch nicht mit dem Velosattel. Weiter führte er aus, er habe nicht 

darauf geachtet, ob es auf dem Eisen Blut gehabt habe, aber er habe den 

Privatkläger 1 nicht mit dem Eisen geschlagen. Auf die Frage, wie es dann zur 

Wunde gekommen sei, machte er geltend, er habe den Privatkläger 1 gestossen 

und dieser sei zu Boden gefallen. Wahrscheinlich habe er sich da den Kopf 

angeschlagen. Er habe geblutet (Urk. 2/5/1 S. 3 f.). 

 Anlässlich der Hafteinvernahme vom 26. November 2012 führte der 

Beschuldigte auf Vorhalt des Anklagesachverhalts aus, es interessiere ihn nur, ob 

die Wunde "viel oder wenig" gewesen sei. Er ergänzte, dass der Privatkläger 1 

immer noch aufrecht herumgegangen sei, als er verhaftet worden sei. Vielleicht 

werde er "in 100 Jahren jemanden verletzen, aber nicht am Samstag oder heute" 

(Urk. 2/5/2 S. 4). 

 Der Beschuldigte führte in der Haftanhörung vor dem 

Zwangsmassnahmengericht des Bezirksgerichts Bülach vom 27. November 2012 

aus, er habe im Keller eine Auseinandersetzung mit dem Privatkläger 1 gehabt, 

weil dieser ihn daran habe hindern wollen, die Kellertüre aufzubrechen. Mit dem 

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Velosattel habe er auf die Türe geschlagen und ihm gesagt, er solle weg, er störe 

ihn. Dann sei der Privatkläger 1 irgendwie nach hinten gefallen. Der Beschuldigte 

bestritt, den Privatkläger 1 mit dem Velosattel oder auf eine andere Weise am 

Kopf verletzt zu haben. Er räumte aber ein, gesehen zu haben, dass der 

Privatkläger 1 am Kopf geblutet habe. Es sei dazu gekommen, weil er hingefallen 

sei und sich am Kopf an der Waschtrogkante verletzt habe (Urk. 2/21/4 S. 3 f.). 

 In einer weiteren Haftanhörung vom 20. Februar 2013 führte der 

Beschuldigte aus, er habe den Privatkläger 1 nicht angegriffen, auch nicht mit 

einem Gegenstand. Nachdem er den Privatkläger 1 aufgefordert habe, 

wegzugehen, habe er diesen von der Türe weggestossen, denn dieser sei vor der 

Türe gestanden und habe ihn nicht in den Keller gelassen. Er habe den 

Privatkläger 1 auf die Seite gestossen und dieser sei hingefallen (Urk. 2/21/16 S. 

4). 

 In der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 12. Juni 2013 führte der 

Beschuldigte auf Vorhalt des Anklagesachverhalts aus, das sei nicht ganz 

zutreffend. Er habe den Privatkläger 1 gestossen und dieser sei nach hinten 

gefallen und habe den Kopf angeschlagen (Urk. 2/5/5 S. 2). 

 Vor Vorinstanz bestritt der Beschuldigte am 20. Mai 2014 erneut, den 

Privatkläger 1 geschlagen zu haben. Er räumte aber ein, dass es stimme, dass 

dieser Verletzungen am Kopf davongetragen habe. Der Privatkläger 1 habe sich 

verletzt, als er mit dem Kopf nach hinten gestürzt sei (Prot. I S. 12 f.). 

 Anlässlich der Berufungsverhandlung blieb er bei seiner Darstellung, 

wonach er den Privatkläger 1 nicht geschlagen, sondern umgestossen habe, 

wobei er zufolge des Sturzes verletzt worden sei (Prot. II S. 13) 

 3.2. Der Privatkläger 1 hielt in seiner Anzeige vom 25. November 2012 fest, 

er habe am Tag zuvor laute Schläge aus dem Untergeschoss kommend gehört. 

Er sei hinunter gegangen und habe gesehen, wie der Beschuldigte mit voller 

Wucht die Waschküchen-Türe mit einem Werkzeug demoliert habe, um dort 

einzudringen. Unten habe er den Beschuldigten gefragt, was das Problem sei. Da 

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habe sich dieser gegen ihn gedreht, ihn am Pullover gepackt, ihm mit dem 

gleichen Werkzeug auf den Schädel geschlagen und ihn ein erstes Mal auf den 

Boden gestossen. Ein zweites Mal habe er ihn mit dem Rücken gegen die 

unterste Stufe von der hinaufgehenden Treppe gestossen (Urk. 2/14). 

 In der polizeilichen Einvernahme vom 26. November 2012 führte der 

Privatkläger 1 aus, der Beschuldigte habe die Türe zum Waschraum demoliert. 

Ausserdem habe er noch etwas am Lift gemacht. Er habe den Beschuldigten 

gefragt, was denn los sei. Dieser habe sich umgedreht, ihn am Pullover gepackt 

und ihn mit dem Werkzeug geschlagen. Er sei zu Boden gefallen und habe 

ziemlich stark geblutet. Er habe kriechend die Treppe erreichen können, da sei 

der Beschuldigte nochmals auf ihn zugekommen und habe ihn mit der Stange 

bedroht. Er wisse nicht, womit genau er geschlagen worden sei. Es sei eine 

Stange mit zwei Spitzen oben gewesen (Urk. 2/8 S. 2). 

 Anlässlich der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 13. März 2013 

bestätigte der Privatkläger 1, gegenüber der Polizei die Wahrheit gesagt zu 

haben. Wegen den Schlägen auf den Kopf und dem Sturz auf die Treppenstufe 

mit dem Hinterkopf habe er ins Spital gehen müssen. Er führte aus, einen Schlag 

mit dem Sattel eines Mountain Bikes erduldet zu haben. Der Schlag habe ihn 

oben auf dem Kopf getroffen. Danach sei er zweimal mit beiden Händen 

gestossen worden und auf die Treppenstufe gefallen. Die Kante der Treppe habe 

ihn auf dem vierten Wirbel getroffen (Urk. 2/9 S. 4). Über den Verlauf des Vorfalls 

führte er aus, er habe Lärm gehört und sei hinunter ins Kellergeschoss gegangen. 

Da habe er gesehen, wie der Beschuldigte voller Wut herumgeschlagen habe. Er 

habe nicht gewusst womit, später aber gesehen, dass es ein Velosattel gewesen 

sei. Der Beschuldigte habe die Waschküchentüre traktiert. Es sei schon ein Loch 

zu sehen gewesen. Er habe gefragt, was los sei und versucht, den Beschuldigten 

zu beruhigen. Als er zur Waschküchentüre gegangen sei, habe ihm der 

Beschuldigte auf den Kopf geschlagen. Er habe nur mit Worten versucht 

herauszufinden, was los sei. Der Beschuldigte habe ihn plötzlich am Kragen 

gepackt, ihn zu sich gezogen und mit der anderen Hand mit dem Sattel auf seinen 

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Kopf geschlagen (Urk. 2/9 S. 5 ff.). Er habe erst von der Polizei erfahren, dass es 

sich um einen Sattel gehandelt habe (Urk. 2/9 S. 8). 

 3.3. Aus dem Kurzbericht des Spitals Bülach vom 24. November 2012 

ergibt sich, dass der Privatkläger 1 am Hinterkopf eine 7cm lange, 

schwalbenförmige Rissquetschwunde erlitt. Die Wunde musste genäht werden. In 

der Anamnese führte Dr. D._____ aus, dass der Täter den Privatkläger 1 mit 

einem Werkzeug auf den Kopf geschlagen und zweimal zu Boden gestossen 

habe. Beim zweiten Mal habe sich der Privatkläger 1 den Kopf und den Nacken 

am Treppenabsatz angeschlagen (Urk. 2/10). 

 3.4. Der Privatkläger 1 wurde sowohl von der Polizei wie auch von der 

Staatsanwaltschaft auf die Strafbarkeit einer falschen Anschuldigung sowie einer 

Irreführung der Rechtspflege hingewiesen (Urk. 2/8 S. 1, Urk. 2/9 S. 2). 

Ausserdem kannte er den Beschuldigten nicht persönlich. Er hatte also keinen 

Grund, den Beschuldigten zu Unrecht zu belasten. An seiner Glaubwürdigkeit 

bestehen deshalb keine Zweifel. Was seine Aussagen betrifft, so führte er 

konstant aus, aufgrund des Lärms in den Keller gegangen zu sein, den 

Beschuldigten gefragt zu haben, was los sei, von diesem mit dem Velosattel 

gegen den Kopf geschlagen worden und zu Boden gegangen zu sein. Diesen 

Ablauf erwähnte er in seiner Anzeige und in beiden Einvernahmen. Es finden sich 

keine Widersprüche in seinen Aussagen. Er sprach zwar zuerst von einem 

Werkzeug und erst später vom Velosattel, begründete dies aber plausibel damit, 

dass er erst von der Polizei erfahren habe, dass es sich beim Gegenstand um 

einen Velosattel gehandelt habe. Dass er im dynamischen Geschehen nicht 

erkennen konnte, um was für einen Gegenstand es sich handelte, ist 

nachvollziehbar. Ausserdem beschrieb er den Gegenstand als eine Stange mit 

zwei Spitzen, was durchaus dem Aussehen einer Stange mit einem Velosattel 

entsprechen könnte. Da erstellt ist, dass der Beschuldigte mit einem Velosattel 

und der daran befestigten Stange die Sachbeschädigung verursachte, ist es auch 

naheliegend, dass er genau diesen Gegenstand benutzte, um den Privatkläger 1, 

welcher dazu kam, zu schlagen. Sodann erwähnte der Privatkläger 1 zwar 

gegenüber der Polizei nicht, dass er auf den Hinterkopf gefallen sei, erzählte dies 

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jedoch gleich anschliessend an den Vorfall im Spital Bülach und gegenüber der 

Staatsanwaltschaft. Ausserdem entspricht dies auch den Aussagen des 

Beschuldigten, weshalb erstellt ist, dass der Privatkläger 1 - unter anderem - auf 

den Hinterkopf fiel. Die Aussagen des Privatklägers 1 weisen überdies viele 

Details auf und sind lebensnah, was darauf hinweist, dass er das Erzählte auch 

tatsächlich so erlebt hat. Die von ihm beschriebene Verletzung wird ausserdem 

durch den Spitalbericht bestätigt. Zusammenfassend sind seine Aussagen 

durchaus glaubhaft, weshalb auf sie abgestützt werden kann. 

 Daran ändern auch die Aussagen des Beschuldigten nichts. Er führte zwar 

konstant aus, dass er den Privatkläger 1 gestossen habe und dieser umgefallen 

sei, was auch vom Privatkläger 1 bestätigt wurde. Dass er den Privatkläger 1 

nicht mit dem Velosattel geschlagen habe, überzeugt aber nicht. Die Aussagen 

des Beschuldigten sind allgemein sehr wirr und oft ausweichend und vermögen 

nicht zu überzeugen. Das Abstreiten des Schlages zum Nachteil des 

Privatklägers 1 ist deshalb als Schutzbehauptung zu qualifizieren und vermag 

keine Zweifel an den glaubhaften Aussagen des Privatklägers 1 hervorzurufen. 

Vielmehr ist erstellt, dass der Beschuldigte den Privatkläger 1 mit dem Velosattel 

an den Kopf schlug, dieser zu Boden ging und eine Rissquetschwunde am Kopf 

erlitt. Allerdings ergibt sich weder aus den Aussagen des Privatklägers 1 noch aus 

dem Spitalbericht, ob die Rissquetschwunde durch den Schlag mit dem Velosattel 

oder das Aufschlagen des Kopfes des Privatklägers 1 auf den Boden oder den 

Treppenabsatz verursacht wurde. Das Verletzungsbild weist eher darauf hin, dass 

der Privatkläger 1 die Rissquetschwunde nicht durch den Schlag, sondern 

aufgrund des Aufpralls auf den Boden oder den Treppenansatz erlitt, was aber 

letztlich offen bleiben kann. 

 3.5. Das Verhalten des Beschuldigten, d.h. dessen Schlag mit dem 

Velosattel auf den Kopf des Privatklägers 1, welcher unmittelbar zum Sturz des 

Privatklägers 1 führte, verursachte eine Rissquetschwunde am Kopf des 

Privatklägers 1 und damit eine einfache Körperverletzung. Er musste durch sein 

Handeln damit rechnen, dass eine solche entstehen könnte, weshalb er diese in 

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Kauf nahm. Zusammenfassend hat der Beschuldigte den Tatbestand der 

einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt. 

III. Massnahme 

 1. Die Verteidigung führte aus, der Beschuldigte erachte die Anordnung 

einer stationären Massnahme ob seiner Vorgeschichte als unverhältnismässig. Er 

sei seit dem 4. Juli 2014 freiwillig in Behandlung in der Psychiatrischen 

Universitätsklinik Zürich, Station … für Akutpsychiatrie und unterziehe sich einer 

Behandlung mit dem Medikament Risperidon und begleitenden ärztlichen 

Gesprächen. Zudem werde er vom Sozialdienst betreffend seine Arbeits- und 

Wohnsituation gut unterstützt. Der Beschuldigte könne sich eine zwangsweise 

Einweisung in den Massnahmevollzug nicht vorstellen, denn dies könne nur 

funktionieren, wenn er freiwillig und von sich aus mitmache. Es sei vielmehr die 

Anordnung einer ambulanten Massnahme angebracht. Hinzu komme, dass der 

Beschuldigte seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft am 22. März 

2013, also seit über eineinhalb Jahren, ein deliktfreies Leben führe und nirgends 

auffällig geworden sei. Es sei deshalb eine ambulante Massnahme im Sinne von 

Art. 63 Abs. 1 StGB für die Dauer von maximal einem Jahr anzuordnen (Urk. 29 

S. 3 f.; vgl. auch Urk. 42 S. 7 ff.), nicht hingegen eine stationäre Massnahme, da 

eine solche nicht verhältnismässig sei (Urk. 42 S. 9 ff.). 

 2. Massnahmen nach den Artikeln 59-61, 63, 64, 67 und 67b StGB 

können auch bei Schuldunfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB getroffen 

werden (Art. 19 Abs. 3 StGB). Das Gericht ordnet die beantragte oder andere 

Massnahmen an, wenn es die Täterschaft und die Schuldfähigkeit für erwiesen 

und die Massnahme für erforderlich hält (Art. 375 Abs. 1 StPO). 

 Eine Massnahme ist anzuordnen, wenn eine Strafe allein nicht geeignet ist, 

der Gefahr weiterer Straftaten des Täters zu begegnen, ein 

Behandlungsbedürfnis des Täters besteht oder die öffentliche Sicherheit dies 

erfordert und die Vor-aussetzungen der Artikel 59-61, 63 oder 64 erfüllt sind. Die 

Anordnung einer Massnahme setzt voraus, dass der mit ihr verbundene Eingriff in 

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die Persönlichkeitsrechte des Täters im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit und 

Schwere weiterer Straftaten nicht unverhältnismässig ist. Das Gericht stützt sich 

beim Entscheid über die Anordnung einer Massnahme auf eine sachverständige 

Begutachtung (Art. 56 Abs. 1-3 StGB). Ist der Täter psychisch schwer gestört, so 

kann das Gericht eine stationäre Behandlung anordnen, wenn der Täter ein 

Verbrechen oder Vergehen begangen hat, das mit seiner psychischen Störung in 

Zusammenhang steht und zu erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer 

mit seiner psychischen Störung in Zusammenhang stehender Taten begegnen 

(Art. 59 Abs. 1 StGB). Das Gericht kann anordnen, dass der Täter, der psychisch 

schwer gestört, von Suchtstoffen oder in anderer Weise abhängig ist, nicht 

stationär, sondern ambulant behandelt wird, wenn der Täter eine mit Strafe 

bedrohte Tat verübt, die mit seinem Zustand in Zusammenhang steht und zu 

erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit dem Zustand des Täters 

in Zusammenhang stehender Taten begegnen (Art. 63 Abs. 1 StGB). 

 3. Die Vorinstanz hat sich eingehend mit der Massnahmethematik 

auseinandergesetzt und ist zum Schluss gekommen, dass eine stationäre 

Massnahme anzuordnen sei. Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann 

vorab auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 

26 S. 12 ff.). 

 3.1. Aus dem psychiatrischen Gutachten der Psychiatrischen 

Universitätsklinik Zürich vom 18. März 2013 ergibt sich, dass der Beschuldigte an 

einer undifferenzierten Schizophrenie leidet, weshalb er psychisch schwer gestört 

ist (Urk. 2/18/5 S. 33 f.). Zum Zeitpunkt der Tat litt er an einer psychischen 

Störung, d.h. an einer undifferenzierten Schizophrenie und einer Störung durch 

psychotrope Substanzen im Sinne eines Missbrauchs multipler Substanzen. 

Zudem stand er unter dem akuten Einfluss von Metamphetamin (Urk. 2/18/5 S. 37 

f.). Gemäss Gutachter besteht die undifferenzierte Schizophrenie weiterhin. 

Bezüglich des multiplen Substanzmissbrauchs bestehe keine Abstinenzmotivation 

des Beschuldigten und die Wahrscheinlichkeit, dass er bei einfacher 

Verfügbarkeit erneut psychotrope Substanzen konsumieren werde, sei hoch. 

Auch das Risiko erneuter Intoxikationszustände sei bei einem sehr 

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gedankenlosen und niederschwelligen Umgang mit psychotropen Substanzen, 

wie vom Beschuldigten praktiziert, hoch (Urk. 2/18/5 S. 39). 

 Die Tat des Beschuldigten stand mit seiner psychischen Störung in 

Zusammenhang, wusste er doch, dass es nicht rechtmässig ist, Gegenstände in 

einem Wohnhaus zu zerstören und Menschen anzugreifen. Er war aber aufgrund 

der psychischen Störung nicht in der Lage, gemäss dieser Einsicht zu handeln 

(Urk. 2/18/5 S. 38). 

 Im Gutachten wird die Gefahr beim Beschuldigten, erneut Straftaten zu 

begehen, als hoch eingestuft. Das Risiko erneuter Straftaten beziehe sich beim 

Beschuldigten vor allem auf erneute Gewaltstraftaten. Dieses sei in 

unbehandeltem Zustand und bei fortgesetztem Missbrauch psychotroper 

Substanzen als hoch einzustufen (Urk. 2/18/5 S. 38). Es wurde betreffend die 

Rückfallgefahr ausgeführt, dass die Behandlung der schizophrenen Erkrankung 

und eine konsequente Suchtmittelabstinenz die wesentlichen Ansatzpunkte seien, 

um im Falle des Beschuldigten das Rückfallrisiko erneuter Gewaltstraftaten zu 

senken. Eine derartige Behandlung sei bis anhin nicht erfolgt bzw. habe in den 

Jahren der ambulanten Behandlung durch Dr. B._____ aufgrund der schwierigen 

Einbindbarkeit des Beschuldigten in ein enges, effektives Behandlungssetting 

nicht adäquat umgesetzt werden können. Insofern sollte eine Behandlung, welche 

auf die Senkung des Rückfallrisikos für Gewaltstraftaten ziele, in einer 

integrierten, multimodalen Behandlung der schizophrenen Erkrankung und der 

Substanzproblematik des Beschuldigten liegen. Eine derartige Behandlung könne 

fachgerecht in einer spezialisierten forensisch-psychiatrischen Klinik umgesetzt 

werden. In Anbetracht der anstehenden medikamentösen Neueinstellung und der 

Vorgeschichte mit einer wenig erfolgreichen ambulanten Therapie mit 

unzuverlässiger Compliance sei unwahrscheinlich, dass eine Behandlung im 

ambulanten Setting gelingen könne (Urk. 2/18/5 S. 36 f.). 

 Aus dem Gutachten ergibt sich, dass sich mit einer stationären Massnahme 

der Gefahr weiterer mit der psychischen Störung des Beschuldigten in 

Zusammenhang stehender Taten begegnen lässt, denn gemäss Gutachter sei die 

Behandlungsprognose schizophrener Erkrankungen bei einer konsequenten, 

- 15 - 

fachgerechten Behandlung gut. Auch der Substanzmissbrauch könne 

psychiatrisch gut behandelt werden. Im Falle des Beschuldigten sei kritisch zu 

erwähnen, dass er bereits lange Jahre erkrankt sei, ohne dass eine adäquate 

medikamentöse Behandlung habe eingeleitet werden können. Aus psychiatrischer 

Sicht sei es dringend indiziert, den Beschuldigten so schnell wie möglich einer 

adäquaten Behandlung seiner psychischen Erkrankung zuzuführen (Urk. 2/18/5 

S. 37). Auch in den Schlussfolgerungen wird im Gutachten ausgeführt, sowohl die 

schizophrene Erkrankung als auch die Störung durch psychotrope Substanzen 

könnten psychiatrisch erfolgreich behandelt werden. Durch die effektive 

Behandlung lasse sich das Risiko neuerlicher Straftaten eindeutig senken. 

Aufgrund der gerade in der Einstellungsphase medikamentöser Behandlung 

häufig auftretenden Nebenwirkungen und Behandlungskomplikationen und der 

bisher eher schlechten Behandlungscompliance im ambulanten Setting sei eine 

derartige Behandlung im stationären Setting durchzuführen. Aus forensisch-

psychiatrischer Sicht sei eine langfristige stationäre Behandlung in einem 

spezialisierten forensisch-psychiatrischen Setting indiziert, in dem nach Abschluss 

der Akutbehandlung und Stabilisierung auch eine tragfähige, schrittweise 

Rehabilitierung und Resozialisierung in einem kriminoprotektiven 

gesellschaftlichen Kontext erfolgen könne (Urk. 2/18/5 S. 39 f.). 

 Sodann ergibt sich aus dem Gutachten, dass der Gefahr weiterer Straftaten 

des Beschuldigten nur mit einer stationären Massnahme begegnet werden kann. 

Aufgrund der psychischen Störung des Beschuldigten und der damit 

zusammenhängenden Tat besteht offensichtlich ein Behandlungsbedürfnis des 

Täters. Gemäss Gutachten wären Therapiemassnahmen initial auch im Rahmen 

einer gegen den Willen des Beschuldigten angeordneten Therapie möglich, 

allerdings wäre es unter diesen Umständen schwieriger, nachhaltige 

Veränderungen zu erreichen. Aus psychiatrischer Sicht wäre eine ambulante 

Behandlung sodann nicht zweckmässig durchführbar. Vielmehr wird eine 

Behandlung in einer spezialisierten forensisch-psychiatrischen Klinik empfohlen 

(Urk. 2/18/5 S. 40 f.). 

- 16 - 

 3.2. Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte einer Behandlung bedarf 

(vgl. Urk. 42 S. 9). Der Beschuldigte hat zwar immer wieder bewiesen, dass er 

sich von sich aus nicht regelmässig einer ambulanten Behandlung unterzieht. So 

ergab sich nicht nur aus seiner Befragung vor Vorinstanz, dass er nur 

unregelmässig bei Dr. B._____ in Behandlung war und verschriebene 

Medikamente nicht täglich einnahm (Prot. I S. 11), sondern auch aus der 

Befragung anlässlich der Berufungsverhandlung, wo er ausführte, während des 

letzten Monats keine Medikamente zu sich genommen und letztmals Anfang 

November 2014 Dr. B._____ aufgesucht zu haben (Prot. II S. 10 und S. 12). Es ist 

aber ein grosser Fortschritt, dass er sich am 4. Juli 2014 freiwillig zur Behandlung 

in die psychiatrische Universitätsklinik begab (vgl. Urk. 29 S. 2) und sich bis am 

18. August 2014 und damit 1 ½ Monate in der Klinik aufhielt (vgl. Urk. 38). 

Allerdings ist er nun zurück im Alltag, welcher keine Tagesstruktur aufweist, 

konsumiert gelegentlich wieder Drogen, nimmt die Medikamente nicht 

regelmässig ein und hat Dr. B._____ über einen Monat nicht mehr aufgesucht. 

Immerhin gibt ihm seine Familie (er wohnt bei einer Schwester) einen gewissen 

Halt, und ist er dank seiner Rente nicht von Sozialhilfe abhängig. Bei der Wahl der 

Massnahme ist sodann zu beachten, dass sich der 44-jährige Beschuldigte bis 

zum Vorfall vom 24. November 2012 nie etwas zu schulden kommen liess und nie 

auffällig wurde, obwohl die psychische Störung bereits seit längerem bestand und 

er schon zuvor Betäubungsmittel konsumierte. Der Beschuldigte lebt nunmehr 

seit seiner Haftentlassung vom 22. März 2013 und damit seit 1 ¾ Jahren 

deliktsfrei, obwohl er sich auf freiem Fuss befindet und keine geregelte 

Tagesstruktur aufweist. Die Wahrscheinlichkeit weiterer Straftaten ist vor diesem 

Hintergrund entgegen der Auffassung im Gutachten nicht als derart hoch 

einzuschätzen, dass der mit einer stationären Massnahme verbundene Eingriff in 

die Persönlichkeitsrechte des Beschuldigten verhältnismässig wäre. Auch die 

Schwere der begangenen Tat lässt eine stationäre Massnahme nicht als 

angemessen erscheinen. Kommt hinzu, dass aufgrund der Aussagen des 

Beschuldigten davon auszugehen ist, dass er bereit ist, sich einer ambulanten 

Massnahme zu unterziehen, weshalb eine solche erfolgversprechender ist als 

eine stationäre Massnahme, gegen die sich der Beschuldigte wehrt (vgl. Urk. 42 

- 17 - 

S. 7 und S. 11 f.). Selbst die Staatsanwaltschaft hatte eine ambulante Behandlung 

mit vorübergehender (einleitender) stationärer Behandlung im Sinne von Art. 63 

Abs. 1 und 3 StGB beantragt, da sie eine stationäre Massnahme im Sinne von 

Art. 59 StGB für nicht verhältnismässig erachtete (Urk. 2/26 S. 3; Urk. 14 S. 5 f.). 

Gestützt auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit ist deshalb eine ambulante 

Behandlung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 StG anzuordnen. Um der Tatsache 

Rechnung zu tragen, dass der Beschuldigte wiederholt Medikamente absetzte, 

das Aufsuchen von Dr. B._____ unterliess und gemäss seinen eigenen Angaben 

nach wie vor Betäubungsmittel konsumiert, ist er im Sinne von Art. 63 Abs. 3 

StGB vorübergehend stationär zu behandeln, um die ambulante Behandlung 

einzuleiten. Dies stellt eine geeignete Möglichkeit dar, den Beschuldigten in einem 

strukturierten Rahmen auf ein Medikament einzustellen, mit der ambulanten 

Therapie zu beginnen und einen Entzug von Betäubungsmitteln durchzuführen. 

 3.3. Im Ergebnis ist eine ambulante Behandlung mit einleitender stationärer 

Behandlung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 und 3 StGB (Behandlung psychischer 

Störungen) anzuordnen. 

IV. 

 Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Im vorliegenden Verfahren 

unterliegt der Beschuldigte mit sämtlichen Anträgen. Der Beschuldigte verfügt 

zwar über ein Renteneinkommen von Fr. 5'500.– pro Monat, davon unterliegen 

aber monatlich Fr. 3'000.– einer Lohnpfändung. Ausserdem ist er verschuldet 

(Prot. II S. 8 f. und S. 12). Deshalb erscheint es nicht billig, ihm trotz seiner 

Schuldunfähigkeit die Kosten aufzuerlegen (vgl. Art. 419 StPO). 

 Die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche auf Fr. 8'563.95 (inkl. 8 % 

MWST) festzusetzen sind, sind - unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO - auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

- 18 - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, II. Abteilung, 

vom 20. Mai 2014 bezüglich der Dispositivziffern 1 teilweise (Feststellung 

der erfüllten Tatbestände der mehrfachen Sachbeschädigung, Gewalt und 

Drohung gegen Behörden und Beamte, Übertretung des 

Betäubungsmittelgesetzes), 2 (Absehen von einer Strafe aufgrund von 

Schuldunfähigkeit), 4 (Einziehung Betäubungsmittel), 5 (Schadenersatz an 

Privatklägerin 2), 6 und 7 (Kostendispositiv) sowie 8 (Abweisung 

Genugtuungsforderung) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._____ ferner den Tatbestand 

der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

erfüllt hat. 

2. Es wird eine ambulante Behandlung mit einleitender stationärer Behandlung 

im Sinne von Art. 63 Abs. 1 und 3 StGB (Behandlung psychischer 

Störungen) angeordnet. 

3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 8'563.95   amtliche Verteidigung 

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt, aber sofort 

abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden definitiv auf 

die Gerichtskasse genommen. 

5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

- 19 - 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 
− die Privatkläger 

 (Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 

eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 

zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 

verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

6. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des 

Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des 

Bundesgerichtsgesetzes. 

- 20 - 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 10. Dezember 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Spiess 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Oswald 
 

 

	Urteil vom 10. Dezember 2014
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte folgende Tatbestände erfüllt hat:
	2. Aufgrund der nicht selbst verschuldeten Schuldunfähigkeit des Beschuldigten wird von einer Strafe abgesehen.
	3. Es wird eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB angeordnet.
	4. Die bei der Kantonspolizei Zürich unter Lagernummer … sichergestellten Betäubungsmittel (0,1 Gramm Methamphetamin) werden eingezogen und vernichtet.
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 Fr. 2'980.80 zu bezahlen.
	6.  Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse...
	8. Das Begehren des Beschuldigten um Zusprechung einer Genugtuung wegen Überhaft wird abgewiesen.
	Berufungsanträge:
	1. In Ergänzung von Ziffer 1, alinea 2 des Dispositivs: einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB [recte: Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB] aufgrund eines Stosses und anschliessendem Sturz des Privatklägers 1 auf die Treppe.
	2. In Abänderung von Ziffer 3 des Dispositivs: Es wird ein ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 Abs. 1 StGB für die Dauer von maximal 1 Jahr angeordnet.
	3. Es seien die Kosten des Berufungsverfahrens auf die Staatskasse zu nehmen und dem Berufungskläger für das Berufungsverfahren eine angemessene Entschädigung auszurichten. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.
	Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte und Prozessuales
	II.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung
	III.  Massnahme
	IV.

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, II. Abteilung, vom 20. Mai 2014 bezüglich der Dispositivziffern 1 teilweise (Feststellung der erfüllten Tatbestände der mehrfachen Sachbeschädigung, Gewalt und Drohung gegen Behörden...
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._____ ferner den Tatbestand der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt hat.
	2. Es wird eine ambulante Behandlung mit einleitender stationärer Behandlung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 und 3 StGB (Behandlung psychischer Störungen) angeordnet.
	3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt, aber sofort abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
	5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 die Privatkläger

	(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	6. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.