# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3f1f880d-1fe5-5744-b739-54c373f128f5
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-19
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 19.03.2025 SST.2024.66
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2024-66_2025-03-19.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2024.66 
(ST.2023.17; StA.2021.4423) 

 

 

Urteil vom 19. März 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident 

Oberrichterin Vasvary 

Ersatzrichter Jovan 

Gerichtsschreiberin M. Stierli 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Baden, 

Mellingerstrasse 207, 5405 Baden 

 

 
    

Beschuldigter   A._____, 

geboren am tt.mm.1979, von Römerswil, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Stephan Weber, 

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Fahrlässige Tötung, Widerhandlung gegen das UVG 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Baden erhob am 6. Februar 2023 Anklage gegen 

den Beschuldigten wegen fahrlässiger Tötung. 

 

2. 

2.1. 

Am 8. November 2023 fand die Hauptverhandlung vor dem Präsidenten 

des Bezirksgerichts Baden mit Befragung des Beschuldigten sowie der 

(damaligen) Mitbeschuldigten B._____ und C._____ statt. Während der 

Präsident des Bezirksgerichts B._____ und C._____ vom Vorwurf der 

fahrlässigen Tötung freisprach, eröffnete er hinsichtlich des Beschuldigten 

gleichentags folgendes Urteil: 

 

1. 
Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 
 
- der fahrlässigen Tötung (Art. 117 StGB) sowie 
- der Übertretung des BG über die Unfallversicherung (Art. 112 Abs. 2 UVG). 
 
2. 
Der Beschuldigte wird hierfür in Anwendung der genannten Gesetzesbestimmungen sowie 
Art. 79 ATSG, Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 4 StGB, Art. 47 StGB, Art. 106 StGB, 
 
bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten und einer Busse von Fr. 6'000.00. 
 
Für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, ist eine Ersatzfreiheitsstrafe von 
28 Tagen auszusprechen.  
 
3. 
Der Vollzug der ausgefällten Freiheitsstrafe wird gestützt auf Art. 42 StGB aufgeschoben. 
Die Probezeit wird gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB auf 2 Jahre festgesetzt. 
 
4. 
Der beschlagnahmte Gabelstapler Doosan D25G, Fahrgestell-Nr. […] (derzeitiger 
Standpunkt: […]) wird der Berechtigten, der M._____ AG, […], nach Rechtskraft dieses 
Urteils auf erste Aufforderung hin zurückgegeben. 
 
Die Oberstaatsanwaltschaft wird angewiesen, die hierfür notwendigen Vorkehrungen zu 
treffen. 
 
5. 
5.1 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
 
a) der Gerichtsgebühr Fr. 4'000.00 
b) der Anklagegebühr Fr. 400.00 
c) 1/3 der Bestattungskosten von Fr. 1'175.55, 

der Abschlepp- und Einstellkosten von Fr. 19'232.65 
sowie der Kosten des KSA (inkl. IRM) von Fr. 4'592.00 Fr. 8'333.10 

d) den Spesen Fr.  77.90 
Total Fr. 12'811.00 

 - 3 - 

 

 

 
5.2 
Diese Verfahrenskosten gehen zu Lasten des Beschuldigten. 
 
6. 
Der Beschuldigte hat seine Parteikosten selber zu tragen. 

 

2.2. 

Der Beschuldigte meldete am 21. November 2023 Berufung gegen das ihm 

am 20. November 2023 zugestellte Urteilsdispositiv an. Das begründete 

Urteil wurde dem Beschuldigten daraufhin am 2. April 2024 zugestellt. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 15. April 2024 beantragte der Beschuldigte, 

die Ziffern 1. bis 6. des vorinstanzlichen Urteils seien aufzuheben und er 

sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates 

vollumfänglich freizusprechen. 

 

3.2. 

Mit dem Einverständnis der Parteien wurde das schriftliche Verfahren 

angeordnet. 

 

3.3. 

Der Beschuldigte reichte am 3. Juli 2024 die schriftliche Berufungs-

begründung ein. 

 

3.4. 

Mit Berufungsantwort vom 15. Juli 2024 beantragte die Staatsanwaltschaft 

die Abweisung der Berufung. 

 

3.5. 

Am 5. August 2024 reichte der Beschuldigte eine Stellungnahme zur 

Berufungsantwort der Staatsanwaltschaft ein. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der Beschuldigte beantragt einen vollumfänglichen Freispruch, womit das 

vorinstanzliche Urteil vollständig angefochten und entsprechend zu über-

prüfen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

 

 

 

 

 - 4 - 

 

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte bringt in seiner Berufung zunächst vor, die Vorinstanz 

habe mit seiner Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung durch Begehung 

den Anklagegrundsatz nach Art. 9 StPO verletzt. In der Anklageschrift sei 

ihm [einzig] vorgeworfen worden, dass er den Tod eines Menschen durch 

pflichtwidriges Untätigbleiben verursacht habe. Demgegenüber sei ihm 

nicht vorgeworfen worden, dass er den Taterfolg durch ein aktives Tun 

herbeigeführt habe. Die Vorinstanz habe ihm zwar den Würdigungs-

vorbehalt, dass sie die fahrlässige Tötung durch Begehung prüfen werde, 

eröffnet. Die Staatsanwaltschaft habe in der Anklageschrift den Tatvorwurf 

jedoch nur hinsichtlich der Unterlassung und nicht der Begehung 

umschrieben. Dementsprechend seien wesentliche Tatbestandsmerkmale, 

die die Begehung erfordere, in der Anklageschrift nicht enthalten 

(Berufungsbegründung, Ziff. II.2.). 

 

2.2. 

Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand 

des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; 

Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b 

EMRK). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten 

Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe 

in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Zugleich 

bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der 

beschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches Gehör 

(Informationsfunktion; BGE 149 IV 128 E. 1.2; BGE 144 I 234 E. 5.6.1; BGE 

141 IV 132 E. 3.4.1). Entscheidend ist, dass die beschuldigte Person genau 

weiss, welcher konkreter Handlungen sie beschuldigt und wie ihr Verhalten 

rechtlich qualifiziert wird, damit sie sich in ihrer Verteidigung richtig 

vorbereiten kann. Solange für die beschuldigte Person klar ist, welcher 

Sachverhalt ihr vorgeworfen wird, kann auch eine unpräzise Anklage nicht 

dazu führen, dass es zu keinem Schuldspruch kommen darf. Weiter ist das 

Gericht gemäss Art. 350 Abs. 1 StPO zwar an den in der Anklage umschrie-

benen Sachverhalt, nicht aber an die darin vorgenommene rechtliche 

Würdigung gebunden. Will es den Sachverhalt rechtlich anders würdigen 

als die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift, so eröffnet es dies den 

anwesenden Parteien und gibt ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme 

(Art. 344 StPO; vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1025/2014 vom 9. Feb-

ruar 2015 E. 1.3; vgl. zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts 

7B_267/2022 vom 13. Mai 2024 E. 3.4, 6B_749/2017 vom 12. Februar 

2018 E. 1.1). 

 

2.3. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten in der Anklageschrift vom 

6. Februar 2023 vor, er habe den Gabelstapler Doosan D25G (nachfol-

gend: Gabelstapler), mit welchem D._____ am Morgen des 18. Juni 2021 

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auf dem Werkareal der M._____ AG in Q._____ tödlich verunglückt ist, trotz 

der ihm bekannten Mängel, insbesondere des nicht funktionierenden 

Sicherheitsgurts, in Betrieb gelassen. 

 

Die Staatsanwaltschaft hat zwar sämtliche gegen den Beschuldigten 

erhobenen Vorwürfe in der Anklageschrift unter dem Titel «Fahrlässige 

Tötung durch Unterlassen, […]» aufgeführt. Der Tatbestand der fahrlässi-

gen Tötung gemäss Art. 117 StGB unterscheidet jedoch nicht, ob der Tod 

eines Menschen durch Begehung oder durch Unterlassung begangen 

worden ist, sondern spricht nur von einer «fahrlässigen» Verursachung. Ob 

sich diese Fahrlässigkeit in einem Tun oder einem Unterlassen des Täters 

verwirklicht hat, ist eine Frage der rechtlichen Würdigung des angeklagten 

Sachverhalts, an die das Gericht nicht gebunden ist.  

 

Die Vorinstanz hat bereits zu Beginn der Hauptverhandlung den 

Würdigungsvorbehalt angebracht, wonach sie die im 3. Absatz der 

Anklageschrift umschriebenen Verhaltensweisen (auch) als «fahrlässige 

Tötung durch Begehung» prüfen werde (Protokoll der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung vom 8. November 2023 (nachfolgend: Protokoll HV VI), 

S. 2). Er wusste somit, was ihm vorgeworfen wurde und wie dies die 

Vorinstanz – in Abweichung zur Anklage – zu würdigen gedachte. Dass die 

Anklage, die von einem Unterlassungsdelikt ausgegangen ist, in tatsächli-

cher Hinsicht zusätzliche Ausführung enthält als dies bei Annahme eines 

Begehungsdelikts nötig ist, z.B. zur Garantenstellung und zur hypotheti-

schen Kausalität, schadet mit Blick auf den Anklagegrundsatz nicht. 

 

Der Beschuldigte hat von der Möglichkeit, zur abweichenden rechtlichen 

Würdigung Stellung zu nehmen, keinen Gebrauch gemacht (Protokoll HV 

VI, S. 3). Aus seinem vorinstanzlichen Parteivortrag geht sodann hervor, 

dass er sich (auch) mit dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung durch 

Begehung auseinandersetzte, hat er selbst vor Vorinstanz doch ausgeführt, 

dass der Vorwurf, den Gabelstapler in Betrieb gelassen zu haben, mehr als 

ein Unterlassen darstelle und eine «überwiegende Handlungskompo-

nente» aufweise (Plädoyer des Beschuldigten vor der Vorinstanz, Rz. 26). 

 

Demnach steht fest, dass der Beschuldigte gestützt auf die Anklageschrift 

und den ihm bekannten Würdigungsvorbehalt der Vorinstanz wusste, was 

ihm vorgeworfen wurde. Mit der Verurteilung des Beschuldigten wegen 

fahrlässiger Tötung durch Begehung hat die Vorinstanz das Anklageprinzip 

nicht verletzt. 

 

3. 

3.1. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und unbestritten geblieben, dass 

D._____ am Morgen des 18. Juni 2021 – als leihweise für die M._____ AG 

tätiger Arbeitnehmer der O._____ AG – zusammen mit F._____ auf dem 

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Recyclingplatz des Werkareals der M._____ AG mit Betonblöcken 

gearbeitet hat und dabei mit dem Gabelstapler in einer ungesicherten 

Schlammpfütze stecken geblieben ist (vorinstanzliches Urteil E. II.2, II.5.2; 

Berufungsbegründung Ziff. II.3.2). Als D._____ darauf versucht hat, den 

Gabelstapler alleine heraus zu manövrieren, ist der nahezu vier Tonnen 

schwere Gabelstapler, welcher über keinen funktionierenden 

Sicherheitsgurt verfügt hat (UA act. 63 f.), seitlich umgekippt und D._____ 

ist vom Überrollbügel des Gabelstaplers bäuchlings in die Schlammpfütze 

gedrückt worden (UA act. 54 ff. und act. 125 f. F/A 10 ff.), worauf er 

aufgrund der Verlegung seiner Atemwege mit Schlamm erstickt ist (UA 

act. 152; vorinstanzliches Urteil E. II.2, II.4.3; Berufungsbegründung 

Ziff. II.3.2). 

 

Zu prüfen ist, ob der Beschuldigte den Tod von D._____ fahrlässig 

verursacht hat. 

 

3.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der fahrlässigen Tötung für schuldig 

befunden. Sie hat dazu erwogen, dem Beschuldigten habe im Unfall-

zeitpunkt als Geschäftsführer der M._____ AG die Führung des Kies- und 

Betonwerkes mitsamt den Angestellten oblegen. Er sei für den 

Gabelstapler, welcher im Eigentum der M._____ AG gestanden sei, 

verantwortlich gewesen. Indem er den Gabelstapler nach der Wartung für 

alle auf dem Werksareal tätigen Arbeitnehmer wieder zum Betrieb 

freigegeben habe, obwohl der Sicherheitsgurt defekt gewesen sei, habe er 

dessen fehlende Betriebssicherheit zu verantworten. Die Freigabe des 

Gabelstaplers sei dabei als sorgfaltspflichtwidrige Begehung zu 

qualifizieren (vorinstanzliches Urteil E. II.2., 3., 4. und 6., III.2.4., 3.1. und 

3.2.1. ff.). 

 

Gemäss der Bedienungs- und Wartungsanleitung des Gabelstaplers, 

welche der Beschuldigte hätte kennen müssen, verhindere der Sicherheits-

gurt, dass der Fahrer beim Umkippen aus der Fahrerkabine geschleudert 

werde. Mit der Freigabe des betriebsunsicheren Gabelstaplers habe der 

Beschuldigte alle Nutzer des Gabelstaplers einer unzulässigen Gefahr 

ausgesetzt, deren Verwirklichung für ihn vorhersehbar gewesen sei. Das 

Mitverschulden von F._____ sowie des Verunfallten habe den Kausal-

zusammenhang nicht unterbrochen (vorinstanzliches Urteil E. III.3.2.5.). 

 

3.3. 

Der Beschuldigte wendet dagegen ein, er sei zwar als formeller Geschäfts-

führer der M._____ AG eingesetzt gewesen. Jegliche 

Entscheidungskompetenzen im Bereich der Finanzen und der Organisation 

hätten jedoch bei B._____, dem einzigen Verwaltungsrat der M._____ AG 

gelegen, womit dieser auch für die Arbeitssicherheit und die 

Unfallverhütung zuständig gewesen sei. Die Verantwortung für die 

 - 7 - 

 

 

Freigabe des Gabelstaplers hätten folglich B._____ oder gegebenenfalls 

C._____, welcher im Unfallzeitpunkt der Sicherheitsverantwortliche 

gewesen sei, zu tragen. 

 

Abgesehen davon könne ihm, dem Beschuldigten, ohnehin keine Sorgfalts-

pflichtverletzung vorgeworfen werden. Er habe nicht gewusst, dass 

D._____ auf dem Werkareal der M._____ AG tätig gewesen sei; er habe 

diesen nicht dazu bestimmt, den Gabelstapler zu führen und er habe auch 

nicht verhindern können, dass sich dieser des Gabelstaplers bemächtige. 

Er habe vielmehr alles Zumutbare unternommen, um zu verhindern, dass 

es zu einer Verletzung fremder Rechtsgüter komme, indem er den 

Zündungsschlüssel des defekten Gabelstaplers eingezogen und in seinem 

Büro verwahrt habe. Die Vorinstanz habe nicht abgeklärt, wer den 

Zündschlüssel wieder behändigt oder ihn aktiv herausgegeben habe 

(Berufungsbegründung, Ziff. II.4.2. f.; Stellungnahme des Beschuldigten, 

Rz. 13 f. und 18). 

 

Der Kausalverlauf sei für ihn nicht vorhersehbar gewesen, da zu viele 

Faktoren auf den Erfolgseintritt eingewirkt hätten. Es entspreche nicht dem 

gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung, dass 

ein Mitarbeiter einen nicht zertifizierten Hilfsarbeiter, der unter dem Einfluss 

von Cannabis stehe und somit fahrunfähig sei, zum Führen eines Gabel-

staplers bestimme, dass dieser den Gabelstapler in einer Pfütze versenke 

und danach anweisungswidrig versuche, den Gabelstapler wieder alleine 

aus der Pfütze heraus zu manövrieren. Folglich habe sich nicht das Risiko 

des Betriebs eines defekten Gabelstaplers oder der fehlenden Ausbildung 

im Erfolg niedergeschlagen, sondern dasjenige einer unsachgemässen 

Benützung des Staplers durch eine unbefugte Person (Berufungsbegrün-

dung, Ziff. II.4.4. ff.; Stellungnahme des Beschuldigten, Rz. 15 ff. und 19 ff.) 

 

4. 

4.1. 

Der fahrlässigen Tötung gemäss Art. 117 StGB macht sich schuldig, wer 

fahrlässig den Tod eines Menschen verursacht. 

 

Fahrlässig handelt, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger 

Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflicht-

widrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, 

zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnis-

sen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Das Mass der im Einzelfall zu 

beachtenden Sorgfalt richtet sich, wo besondere, der Unfallverhütung und 

der Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, in 

erster Linie nach diesen Vorschriften (BGE 145 IV 154 E. 2.1; BGE 143 IV 

138 E. 2.1; BGE 135 IV 56 E. 2.1). 

 

 - 8 - 

 

 

4.2. 

Grundvoraussetzung für die Fahrlässigkeitshaftung bildet die Vorher-

sehbarkeit des Erfolgs. Die zum Erfolg führenden Geschehensabläufe 

müssen für den konkreten Täter mindestens in ihren wesentlichen Zügen 

voraussehbar sein. Zunächst ist also zu fragen, ob der Täter eine Gefähr-

dung der Rechtsgüter des Opfers hätte voraussehen bzw. erkennen 

können und müssen. Für die Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab 

der Adäquanz. Danach muss das Verhalten geeignet sein, nach dem 

gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung einen 

Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens wesentlich 

zu begünstigen. Die Adäquanz ist nur zu verneinen, wenn ganz ausserge-

wöhnliche Umstände, wie das Mitverschulden des Opfers bzw. eines 

Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursache hinzutreten, 

mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart 

schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache 

des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren – 

namentlich das Verhalten des Beschuldigten – in den Hintergrund drängen. 

Das Verhalten eines Dritten vermag den Kausalzusammenhang nur zu 

unterbrechen, wenn diese Zusatzursache derart ausserhalb des normalen 

Geschehens liegt, derart unsinnig ist, dass damit nicht zu rechnen war 

(BGE 142 IV 237 E. 1.5.2; BGE 135 IV 56 E. 2.1 je mit Hinweisen). 

 

Erforderlich ist zudem, dass der Eintritt des Erfolgs vermeidbar war. Dabei 

wird ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und geprüft, ob der Erfolg 

bei pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblieben wäre. Für die 

Zurechnung des Erfolgs genügt, wenn das Verhalten des Täters mindes-

tens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs 

bildete (BGE 140 II 7 E. 3.4; BGE 135 IV 56 E. 2.1 mit Hinweisen). 

 

4.3. 

Die Pflichten zum Schutz der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz bzw. zur 

Unfallverhütung ergeben sich u.a. aus Art. 328 Abs. 2 OR, Art. 82 UVG 

sowie der Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrank-

heiten (VUV; Urteil des Bundesgerichts 6B_1058/2022 vom 29. Januar 

2024 E. 3.4 mit Hinweisen). Gemäss Art. 328 Abs. 2 OR hat der Arbeit-

geber zum Schutz von Leben, Gesundheit und persönlicher Integrität der 

Arbeitnehmer die Massnahmen zu treffen, die nach der Erfahrung notwen-

dig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den Verhältnissen des 

Betriebes angemessen sind, soweit es ihm mit Rücksicht auf das einzelne 

Arbeitsverhältnis und die Natur der Arbeitsleistung billigerweise zugemutet 

werden kann. Der Arbeitgeber muss gemäss Art. 3 Abs. 2 VUV dafür 

sorgen, dass die Schutzmassnahmen und Schutzeinrichtungen in ihrer 

Wirksamkeit nicht beeinträchtigt werden und hat dies in angemessenen 

Zeitabständen zu überprüfen. Gemäss Art. 24 Abs. 1 VUV dürfen in 

Betrieben nur Arbeitsmittel eingesetzt werden, die bei ihrer bestimmungs-

gemässen Verwendung und bei Beachtung der gebotenen Sorgfalt die 

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Sicherheit und die Gesundheit der Arbeitnehmer nicht gefährden. 

Arbeitsmittel müssen bestimmungsgemäss verwendet werden, wobei die 

Vorgaben des Herstellers über die Verwendung des Arbeitsmittels zu 

berücksichtigen sind (Art. 32a Abs. 1 VUV). Arbeitsmittel sind sodann 

gemäss den Angaben des Herstellers fachgerecht in Stand zu halten 

(Art. 32b Abs. 1 VUV). Der Arbeitgeber hat sowohl eigene als auch in 

seinem Betrieb tätige Arbeitnehmer eines anderen Betriebs unter anderem 

über auftretende Gefahren aufzuklären (Art. 6 Abs. 1 VUV) und hat 

gegenüber Arbeitnehmern eines anderen Betriebs hinsichtlich der 

Arbeitssicherheit die gleichen Pflichten wie gegenüber den eigenen 

Arbeitnehmern (Art. 10 VUV). Sind schliesslich an einem Arbeitsplatz 

Arbeitnehmer mehrerer Betriebe tätig, haben deren Arbeitgeber sich 

gegenseitig und ihre jeweiligen Arbeitnehmer über die Gefahren und die 

Massnahmen zu deren Behebung zu informieren (Art. 9 Abs. 1 VUV). Das 

Bundesgericht leitet hieraus eine Pflicht der Arbeitgeber ab, auch für die 

Arbeitssicherheit von Arbeitnehmern anderer Unternehmen besorgt zu sein 

(Urteile des Bundesgerichts 6B_47/2021 vom 22. März 2023 E. 5.1.2; 

6B_516/2009 vom 3. November 2009 E. 3.4.2.1). 

 

Es besteht damit aufgrund der obgenannten Bestimmungen eine Rechts-

pflicht des Arbeitgebers, Leib und Leben seiner eigenen sowie der 

Arbeitnehmer anderer Betriebe, die in seinem Betrieb tätig sind, zu 

schützen, indem er ihnen nur Arbeitsmittel und Fahrzeuge zur Verfügung 

stellt, die über funktionierende Schutzeinrichtungen verfügen. 

 

4.4. 

Eine fahrlässige Tötung kann auch durch pflichtwidriges Unterlassen 

begangen werden (Art. 11 StGB). Voraussetzung ist in diesem Fall eine 

Rechtspflicht zur Vornahme der unterlassenen Handlung (Garanten-

stellung) sowie die Möglichkeit, diese Handlung vorzunehmen (BGE 148 IV 

39 E. 2.3.2; BGE 141 IV 249 E. 1.1 mit Hinweisen). Die Garantenstellung 

kann sich aus Gesetz, Vertrag oder Ingerenz (d.h. der Schaffung eines 

gefährlichen Zustands) ergeben (BGE 127 IV 27 E. 2b). Wer einen gefährli-

chen Zustand schafft, ist nach ständiger Rechtsprechung verpflichtet, die 

durch die Umstände gebotenen Vorsichtsmassnahmen zu treffen (BGE 

134 IV 255 E. 4.2.2 mit Hinweisen). Die Abgrenzung zwischen Handlung 

und Unterlassung ist im Zweifel nach dem Subsidiaritätsprinzip vorzuneh-

men. Demnach ist zunächst zu prüfen, ob ein aktives Tun vorliegt, das 

tatbestandsmässig, rechtswidrig und schuldhaft ist. Dabei sind nur solche 

Handlungen zu berücksichtigen, welche das Risiko, das in den tatbestands-

mässigen Erfolg umschlug, herbeiführten oder steigerten, mithin nicht auch 

solche Handlungen, welche dieses Risiko bloss nicht verhindert haben 

(BGE 115 IV 199 E. 2a; BGE 120 IV 265 E. 2b). Mangelnde Sorgfalt ist ein 

Tatbestandsmerkmal der Fahrlässigkeit und nicht ein Unterlassen im Sinne 

des unechten Unterlassungsdelikts. Wird eine gefährliche Unternehmung 

ohne genügende Sicherungsmassnahmen durchgeführt, so liegt in der Re-

 - 10 - 

 

 

gel ein Begehungsdelikt vor. Massgebender Anknüpfungspunkt ist insoweit 

nicht die im Unterbleiben von Sicherungsmassnahmen liegende Unterlas-

sung, sondern die in der Durchführung der Unternehmung bestehende 

Handlung (Urteil des Bundesgerichts 6B_47/2021 vom 22. März 2023 

E. 4.3 mit Hinweisen). 

 

4.5. 

Nach der Rechtsprechung ist bei Delikten, die in Unternehmen begangen 

werden, die strafrechtliche Verantwortlichkeit nach deren Organisations-

struktur zu bestimmen. Mitarbeitern kommt eine Garantenstellung nur im 

Rahmen ihres Aufgabenbereichs und nur insoweit zu, als ihnen auch die 

entsprechenden Entscheidkompetenzen delegiert sind. Entscheidend ist 

die tatsächliche Herrschaft über und die Verantwortung für die Gefahren-

quelle (Urteil des Bundesgerichts 6B/2021 vom 22. März 2021 E. 5.1.3). 

 

5. 

5.1. 

Der Gabelstapler, mit dem D._____ am 18. Juni 2021 verunfallt ist, hat über 

einen defekten Sicherheitsgurt verfügt. Die Verriegelungsplatte bzw. 

Schlosszunge hat komplett gefehlt, sodass das Anschnallen nicht möglich 

gewesen ist (UA act. 64). Aus der Bedienungs- und Wartungsanleitung des 

Gabelstaplers geht hervor, dass der Sicherheitsgurt für den Fahrer 

verhindert, dass der Fahrer aus der Fahrerkabine geschleudert wird, wenn 

der Gabelstapler vorwärts oder seitlich umkippt. Zudem sei der 

Sicherheitsgurt auszuwechseln, wenn er nicht ordnungsgemäss in die 

Schnalle eingeführt werden könne (UA act. 183). Ohne funktionierenden 

Sicherheitsgurt hat dem Gabelstapler somit zum Unfallzeitpunkt eine 

gemäss den Angaben des Herstellers notwendige Schutzeinrichtung 

gefehlt und der Gabelstapler hätte gemäss Art. 3 Abs. 2 VUV, Art. 24 

Abs. 1 VUV, Art. 32a Abs. 1 VUV sowie Art. 32b Abs. 1 VUV nicht 

eingesetzt werden dürfen. 

 

5.2. 

Gestützt auf den Arbeitsvertrag des Beschuldigten mit der M._____ AG 

sowie auf die Aussagen des Beschuldigten steht fest, dass er im 

Unfallzeitpunkt als Geschäftsführer und Betriebsleiter der M._____ AG tätig 

gewesen ist, wobei er insbesondere auch für die «Führung des Kies- und 

Betonwerks inklusive Angestellter» zuständig gewesen ist (UA act. 112 f. 

F/A 23 ff; UA act. 200 f., Ziff. 1.A; Protokoll HV VI, S. 3 f.). Aus der 

Beschreibung seiner Tätigkeiten sowie seiner Aussage, es komme 

manchmal vor, dass B._____ auf den Platz komme und sage, wie er etwas 

haben wolle, aber eigentlich unterstehe ihm [dem Beschuldigten] das 

tägliche operative Geschäft (UA act. 113 f. F/A 26, 39), ist sodann 

ersichtlich, dass er diese Funktion nicht nur formell, sondern auch faktisch 

wahrgenommen hat. Demgegenüber behauptet der Beschuldigte, C._____ 

sei im Unfallzeitpunkt der Sicherheitsverantwortliche der M._____ AG 

 - 11 - 

 

 

gewesen (UA act. 115 F/A 53). Als Belege dafür sind eine 

Arbeitsbestätigung für C._____ vom 31. Oktober 2021 (UA act. 440) sowie 

ein Organigramm der M._____ AG (UA act. 199) eingereicht worden. 

Sowohl das Organigramm als auch die Arbeitsbestätigung sind jedoch erst 

nach dem Unfall vom 18. Juni 2021 durch den Beschuldigten selbst (UA 

act. 114 F/ A 42 f.) bzw. durch seine Angestellte (UA act. 440) erstellt 

worden. Der Beschuldigte vermag damit nicht zu belegen, dass er C._____ 

die Aufgabe des Sicherheitsverantwortlichen vor dem Unfall übertragen 

hatte. C._____ hat in seiner Konfrontationseinvernahme mit dem 

Beschuldigten bestritten, der Sicherheitsverantwortliche der M._____ AG 

gewesen zu sein (UA act. 115 F/A 51) und vor dem Unfall über den 

defekten Sicherheitsgurt informiert worden oder für die Behebung des 

Defekts zuständig gewesen zu sein (UA act. 118 F/A 84 f.). Wäre der 

Beschuldigte tatsächlich davon ausgegangen, C._____ sei der 

Sicherheitsverantwortliche und folglich – wie nun von ihm behauptet – für 

die Stilllegung des Gabelstaplers verantwortlich gewesen, wäre zu 

erwarten gewesen, dass der Beschuldigte der Aussage von C._____ 

unmittelbar widersprochen und geltend gemacht hätte, er habe C._____ 

über den Defekt informiert (vgl. u.a. Urteil des Bundesgerichts 

6B_1018/2021 vom 24. August 2022 E. 1.3.1). Der Beschuldigte hat bei 

der Beantwortung derselben Fragen nach der Zuständigkeit für die 

Behebung des Defekts jedoch lediglich ausgeführt, ihm sei dieser bekannt 

gewesen und er sei dabei gewesen, ihn beheben zu lassen (UA act. 118 

F/A 84 f.). Da der Beschuldigte zudem vorgebracht hat, B._____ hätte zwar 

die Kostengutsprache für die Reparatur des Gabelstaplers erteilen (UA act. 

118 F/A 89 f.), dieser habe jedoch nach Kenntnis des Defekts nichts 

unternehmen müssen (UA act. 119 F/A 100 f.), ist erstellt, dass der 

Beschuldigte als Geschäftsführer sowie Betriebsleiter und nicht C._____ 

oder B._____ für die Stilllegung des Gabelstaplers verantwortlich gewesen 

wäre. Es wurde vom Beschuldigten denn auch weder behauptet noch ist 

ersichtlich, dass B._____ ihm bezüglich des Einsatzes des Gabelstaplers 

Weisungen erteilt und damit seine Entscheidkompetenz als 

Geschäftsführer hinsichtlich des Einsatzes des Gabelstaplers im Betrieb in 

irgendeiner Weise eingeschränkt hätte. Die Verantwortlichkeit des 

Beschuldigten für den defekten Gabelstapler bzw. dessen Stilllegung – und 

damit die Gefahrenquelle – ergibt sich schliesslich auch aus der Tatsache, 

dass er den Reparatur- und Service-Rapport der H._____ AG vom 10. Juni 

2021, aus welchem hervorging, dass der Gabelstapler gleichentags 

gewartet und dabei festgestellt wurde, dass dessen Sicherheitsgurt defekt 

war, für die M._____ AG unterzeichnet hat (act. 49). 

 

5.3. 

Der Defekt des Sicherheitsgurts ist dem Beschuldigten spätestens mit der 

Unterzeichnung des Reparatur- und Service-Rapports der H._____ AG am 

10. Juni 2021 bewusst gewesen. Ihm ist auch bekannt gewesen, dass der 

 - 12 - 

 

 

Gabelstapler ohne funktionieren Sicherheitsgurt nicht mehr in Betrieb hätte 

sein dürfen (UA act. 118 F/A 84). 

 

Da der Beschuldigte gegenüber sämtlichen Arbeitern auf dem Werkareal 

der M._____ AG verpflichtet gewesen ist, nur betriebssichere Arbeitsmittel 

zur Verfügung zu stellen, ist seine Behauptung, B._____ habe ihn jeweils 

nicht informiert, wenn er Personal aus anderen Unternehmen beigezogen 

habe und er habe dementsprechend auch nicht gewusst, dass D._____ am 

Unfalltag auf dem Werksareal anwesend gewesen sei, unbehelflich. 

Abgesehen davon hat der Beschuldigte im Untersuchungsverfahren noch 

ausgesagt, er habe den Einsatz von D._____ als «Handlanger» für die 

M._____ AG mit B._____ besprochen und er habe gewusst, dass D._____ 

dabei auf dem Recyclingplatz eingesetzt worden sei. Der Beschuldigte 

führte weiter sogar aus, dass es seine Aufgabe gewesen wäre, zu 

überprüfen, ob D._____ über eine Berechtigung zum Führen von 

Gabelstaplern verfügt habe (act. 117 F/A 73 ff.). 

 

Der Behauptung des Beschuldigten, er habe den Zündungsschlüssel des 

defekten Gabelstaplers eingezogen und in seinem Büro verwahrt – was 

nota bene ebenfalls für seine Zuständigkeit zur Stilllegung des Gabel-

staplers spricht – kann sodann nicht gefolgt werden. Würde diese zutreffen, 

wäre zu erwarten gewesen, dass der Beschuldigte sie bereits im Untersu-

chungsverfahren zu seiner Entlastung vorgebracht hätte. Im Widerspruch 

dazu hat er auf die Frage, ob der Stapler von jedem, der dies gewollt habe, 

habe benutzt werden können und ob es diesbezüglich eine Regelung 

gegeben habe, ausgesagt, er wisse es nicht (UA act. 116 F/A 67). Dass der 

Beschuldigte den Schlüssel des Gabelstaplers nicht in seinem Büro 

verwahrt hatte, ergibt sich weiter auch aus seinen Aussagen, er müsse 

davon ausgehen, dass der Schlüssel irgendwo auf dem Platz deponiert 

gewesen sei und dass die Entscheidung, den Gabelstapler in Betrieb zu 

belassen, von demjenigen getroffen worden sei, der den Schlüssel gesteckt 

habe (UA act. 116 F/A 69 und act. 119 F/A 95). Schliesslich ergibt sich auch 

aus den Aussagen von F._____, der Gabelstapler habe von jedermann 

verwendet werden können, diesbezüglich hätten keine Vorschriften 

bestanden, der Schlüssel habe normalerweise gesteckt und der 

Gabelstapler sei für alle Arbeiter frei zugänglich gewesen, dass der 

Beschuldigte den Gabelstapler nicht durch Verwahrung des Schlüssels 

ausser Betrieb genommen, sondern in Betrieb gelassen hatte und dass er 

die Arbeiter auf dem Werkareal der M._____ AG nicht über den defekten 

Sicherheitsgurt informiert hatte (UA act. 127 f. F/A 34 ff.). 

 

Insgesamt steht demnach fest, dass der Beschuldigte den Gabelstapler 

nach der Wartung durch die H._____ AG am 10. Juni 2021 im Wissen um 

dessen defekten Sicherheitsgurt in Betrieb gelassen und damit sämtlichen 

auf dem Werksareal tätigen Arbeitnehmern einen nicht betriebssicheren 

Gabelstapler zur Verfügung gestellt hat. Damit hat er seine 

 - 13 - 

 

 

Sorgfaltspflichten gemäss Art. 3 Abs. 2 VUV, Art. 24 Abs. 1 VUV Art. 32a 

Abs. 1 VUV sowie Art. 32b Abs. 1 VUV, sämtlichen Arbeitnehmern auf dem 

Areal der M._____ AG – und damit auch D._____ – nur Arbeitsmittel mit 

funktionierenden Schutzeinrichtungen zur Verfügung zu stellen, verletzt. 

 

5.4. 

Beim zur Verfügung Stellen des nicht betriebssicheren Gabelstaplers durch 

den Beschuldigten handelt es sich um ein aktives Tun, dem im Sinne des 

Subsidiaritätsprinzips der Vorrang zu geben ist. 

 

Letztlich erweist sich die Unterscheidung, ob es sich um ein Begehungs- 

oder Unterlassungsdelikt handelt, vorliegend jedoch nicht als entschei-

dend, da eine Garantenstellung des Beschuldigten zu bejahen ist. Wie 

erwähnt, muss der Arbeitgeber zum Schutz sämtlicher – auch nicht von ihm 

angestellter – Arbeitnehmer, die in seinem Betrieb bzw. auf seinem 

Werkareal tätig sind, unter anderem dafür sorgen, dass nur betriebssichere 

Arbeitsmittel verwendet und die Schutzmassnahmen und Schutzein-

richtungen in ihrer Wirksamkeit nicht beeinträchtigt werden. 

 

Dem Beschuldigten kam in seiner Funktion als Geschäftsführer und 

Betriebsleiter der M._____ AG mit den entsprechenden Kompetenzen 

diese Obhutspflicht zum Schutz sämtlicher auf dem Werkareal der M._____ 

AG tätiger Arbeitnehmer zweifellos zu. Zudem hat der Beschuldigte als 

Verantwortlicher für den Gabelstapler durch das zur Verfügung Stellen 

desselben trotz defekten Sicherheitsgurts eine Gefahr für diese 

Arbeitnehmer geschaffen (vgl. nachstehend), womit ihm auch eine 

Garantenstellung aus Ingerenz zukommt. 

 

5.5. 

Wie erwähnt, geht aus der Bedienungsanleitung des Gabelstaplers hervor, 

dass der Sicherheitsgurt dazu dient, einen Sturz des Lenkers aus dem 

kippenden Gabelstapler zu verhindern. Dem Beschuldigten als Geschäfts-

führer der M._____ AG und insbesondere als Verantwortlicher für den 

Gabelstapler, musste diese Bedienungsanleitung und die Gefahren, die bei 

einem Kippen des Gabelstaplers bestehen, bekannt sein. Zudem ist 

erstellt, dass der Beschuldigte wusste, dass der Sicherheitsgurt des 

Gabelstaplers defekt war und dass der Gabelstapler in diesem Zustand 

nicht mehr hätte betrieben werden dürfen (UA act. 49 und act. 118 F/A 84 

ff.). Sodann ist nicht ausser Acht zu lassen, dass der Beschuldigte wusste, 

dass es sich beim defekten Gabelstapler um den einzigen auf dem 

Betriebsgelände der M._____ AG handelte und dass sich die Reparatur 

des Gabelstaplers gemäss dem Beschuldigten (unter anderem) auch 

darum verzögerte, weil er zuerst noch klären wollte, wie lange der 

Gabelstapler während der Reparatur ausfallen würde (UA act. 118 f. F/A 

85 f. und 97 ff.). 

 

 - 14 - 

 

 

Somit war für den Beschuldigten zum einen vorhersehbar, dass der defekte 

Gabelstapler, sofern er nach der Wartung für mehrere Tage in Betrieb 

belassen wird, von den Arbeitern auf dem Werkareal der M._____ AG – 

unter anderem auch von D._____, dessen Anwesenheit dem 

Beschuldigten bekannt war (vgl. E. 5.2.7 vorstehend) – benutzt werden 

könnte. Zum anderen war für den Beschuldigten vorhersehbar, dass der 

jeweilige Lenker des Gabelstaplers infolge des fehlenden Sicherheitsgurts 

aus diesem stürzen könnte, wenn der Gabelstapler umkippt. Dabei ist 

entgegen der Ansicht des Beschuldigten nicht entscheidend, ob er den 

konkreten Geschehensablauf – Umkippen des Gabelstaplers in eine 

Schlammpfütze, wobei der Lenker infolge des nicht angebrachten 

Sicherheitsgurtes von diesem stürzt, von dessen Überrollbügel in eine 

Schlammpfütze gedrückt wird und erstickt – vorhersehen konnte. Relevant 

ist, dass es für den Beschuldigten vorhersehbar war, dass der jeweilige 

Lenker beim Umkippen des fast vier Tonnen schweren Gabelstaplers ohne 

angebrachten Sicherheitsgurt unter diesen stürzen und dadurch tödliche 

Verletzungen erleiden könnte, womit die zum Erfolg führenden 

Geschehensabläufe in ihren wesentlichen Zügen vorhersehbar waren 

(vgl. BGE 140 II 7 E. 3.4; BGE 135 IV 56 E. 2.1). 

 

5.6. 

Gestützt auf die Aussagen von F._____ ist erstellt, dass er seinen 

Arbeitskollegen D._____ angewiesen hatte, den Gabelstapler zu holen (UA 

act. 125 F/A 10). Es ist jedoch nicht ersichtlich, dass F._____ Kenntnis über 

den defekten Sicherheitsgurt gehabt hat und er ist auch nicht dafür 

zuständig gewesen, die Berechtigung von D._____ zum Führen des 

Gabelstaplers zu überprüfen. Diese Überprüfung hätte dem Beschuldigten 

oblegen (UA act. 117 f. F/A 78 ff.). F._____ kommt damit kein 

Mitverschulden am Unfall von D._____ zu. 

 

5.7. 

Aus dem Umstand, dass D._____ den Gabelstapler benutzt hat, obwohl 

dieser nur einen defekten Sicherheitsgurt hatte, kann ihm entgegen der 

Ansicht des Beschuldigten kein den Kausalzusammenhang 

unterbrechendes Mitverschulden angelastet werden. Zwar musste 

D._____, der im Besitz eines portugiesischen Führerausweises 

(Kategorien B1, B, C1, C; UA act. 435 f.) und bei der O._____ AG als 

Chauffeur angestellt gewesen ist (UA act. 208 ff.), um die allgemeine 

Gurtentragpflicht bei Fahrzeugen, die mit Sicherheitsgurten ausgerüstet 

sind (Art. 3a Abs. 1 VRV), und somit auch darum, dass der Gabelstapler 

ohne Sicherheitsgurt nicht gefahrenlos verwendet werden konnte, wissen, 

womit ihm ein Mitverschulden am Unfall zukommt, weil er dennoch mit dem 

Gabelstapler gefahren ist. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine 

Mitursache, mit der schlechthin nicht gerechnet werden musste und die 

derart schwer wiegt, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste 

Ursache des Erfolgs erscheint und so alle anderen mitverursachenden 

 - 15 - 

 

 

Faktoren – namentlich das Verhalten des Beschuldigten – in den 

Hintergrund drängt. Mithin musste der Beschuldigte damit rechnen, dass 

wenn er den einzigen Gabelstapler auf dem Gelände lässt, dieser auch 

dann benutzt wird, wenn der Sicherheitsgurt defekt ist. 

 

Sodann ist zwar erstellt, dass sich am Unfalltag eine «sehr niedrige 

Konzentration» von 1.3 µg/L (= 1.3 ng/ml) Tetrahydrocannabinol (THC) im 

Blut von D._____ befunden hat (UA act. 153, 172 f.). Dabei ist jedoch zu 

berücksichtigen, dass die nachgewiesene THC-Konzentration unterhalb 

des Bestimmungsgrenzwertes für die Fahrunfähigkeit im 

Strassenverkehrsbereich von 1.5 µg/L (Art. 31 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 2 

Abs. 2 VRV i.V.m. Art. 34 lit. a VSKV-ASTRA; BGE 147 IV 439 E. 3) liegt 

und dass bei einer solchen Konzentration leichte Beeinträchtigungen zwar 

nicht ausgeschlossen werden können, aber noch nicht mit 

Einschränkungen in Koordination und Reaktion zu rechnen ist. 

 

Der Umstand, dass D._____ alleine versucht hat, den Gabelstapler aus der 

Schlammpfütze zu manövrieren, obwohl ihm F._____ zuvor gesagt habe, 

er [D._____] solle warten, während er [F._____] eine Maschine hole, um 

zu versuchen, den Gabelstapler zu bergen (UA act. 126 f. F/A 11 f.), ist 

sodann höchstens als leichtes Mitverschulden von D._____ zu werten, 

zumal F._____ nicht der Vorgesetzte von D._____ gewesen ist (UA 

act. 128 F/A 40 ff.) und aus der Aussage, er solle warten, kein 

ausdrückliches Verbot, mit dem Gabelstapler zu manövrieren, hervorgeht. 

Der Beschuldigte, der den Gabelstapler mit defektem Sicherheitsgurt in 

Betrieb gelassen und die Nutzung des Gabelstaplers nicht geregelt hatte, 

durfte sodann nicht davon ausgehen, dass F._____ seinen Arbeitskollegen 

D._____ vom Manövrieren mit dem nicht betriebssicheren Gabelstapler 

abhält, da dies nicht seine Aufgabe gewesen ist und er keine Kenntnis vom 

defekten Sicherheitsgurt hatte. 

 

Ob der THC-Einfluss und das Nichtbefolgen der Anweisung von F._____ 

überhaupt eine Mitursache für den Unfall dargestellt haben, erscheint 

ohnehin fraglich, denn unabhängig vom Zustand des Gabelstaplerführers 

und davon, ob dieser den Gabelstapler alleine oder zusammen mit einem 

weiteren Arbeiter mit einer Maschine zu bergen versucht hätte, hätte der 

Gabelstapler kippen und der Gabelstaplerführer aufgrund des defekten 

Sicherheitsgurts von diesem stürzen, vom Überrollbügel in die 

Schlammpfütze gedrückt und dadurch tödlich verletzt werden können. 

 

Auch dieses weitere allfällige Mitverschulden von D._____ vermag das 

Verhalten des Beschuldigten als Ursache des Erfolgs somit nicht in den 

Hintergrund zu drängen (vgl. BGE 135 IV 56 E. 2.1 f.; BGE 134 IV 255 E. 

4.4.2; BGE 133 IV 158 E. 6.1). Indem der Beschuldigte den defekten 

Gabelstapler in Betrieb gelassen hatte, sodass ihn jeder auf dem Werkareal 

der M._____ AG benutzen konnte, ohne dass es für die Benutzung eine 

 - 16 - 

 

 

Regelung gegeben oder dass er die Arbeiter über den Defekt informiert 

hätte (UA act. 116 F/A 69, act. 118 F/A 84 und act. 127 f. F/A 34 ff.), hat er 

die Hauptursache für den Unfall geschaffen. Wie bereits erwähnt hatte 

nämlich der Beschuldigte als Geschäftsführer und Betriebsleiter der 

M._____ AG sowie als Verantwortlicher für den Gabelstapler für die 

Gewährleistung der Arbeitssicherheit und die Bereitstellung von 

betriebssicheren Arbeitsmitteln besorgt zu sein. 

 

Im Ergebnis wird der adäquate Kausalverlauf durch das Mitverschulden 

von D._____ nicht unterbrochen. Das dem Beschuldigten vorgeworfene in 

Betrieb Lassen des Gabelstaplers mit defektem Sicherheitsgurt ist die 

wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache für den Tod von D._____. 

 

5.8. 

Hätte der Beschuldigte pflichtgemäss gehandelt und den betriebsunsiche-

ren Gabelstapler nicht in Betrieb gelassen, sondern den auf dem Werks-

areal tätigen Arbeitnehmern einen Gabelstapler mit funktionierendem 

Sicherheitsgurt zur Verfügung gestellt, wäre D._____ mit an Sicherheit 

grenzender Wahrscheinlichkeit nicht tödlich verunfallt, denn der 

Sicherheitsgurt hätte den Sturz aus dem kippenden Gabelstapler 

verhindert, sodass D._____ nicht unter den Überrollbügel des 

Gabelstaplers hätte geraten und von diesem nicht in die Schlammpfütze 

hätte gedrückt werden können, was sein Ersticken verursacht hat. Mit dem 

Sturz aus dem Gabelstapler und den entsprechenden Folgen hat sich 

genau diejenige Gefahr verwirklicht, die durch das vom Beschuldigten zu 

verantwortende in Betrieb Lassen des Gabelstaplers mit defektem 

Sicherheitsgurt geschaffen worden war. 

 

5.9. 

Der Tatbestand der fahrlässigen Tötung gemäss Art. 117 StGB ist damit 

durch das zur Verfügung Stellen trotz Vorliegens eines für die Sicherheit 

relevanten Defekts des nicht betriebssicheren Gabelstaplers erfüllt. 

 

Auf die dem Beschuldigten in der Anklage weiter vorgeworfenen 

Sorgfaltspflichtverletzungen durch fehlende Überprüfung der Ausbildung 

und fehlende Instruktion für das Führen des Gabelstaplers sowie durch 

fehlende Absicherung oder Kennzeichnung der Schlammpfütze ist damit 

nicht weiter einzugehen. 

 

Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung des Beschuldigten im 

Schuldpunkt als unbegründet und er ist der fahrlässigen Tötung gemäss 

Art. 117 StGB schuldig zu sprechen. 

 

 - 17 - 

 

 

6. 

6.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten neben der fahrlässigen Tötung auch 

der Widerhandlung gegen Art. 112 Abs. 2 UVG schuldig gesprochen. Sie 

erwog im Wesentlichen, die auf dem Betriebsgelände tätigen Arbeitnehmer 

seien vom Beschuldigten nicht ausreichend und angemessen im Sinne von 

Art. 6 Abs. 1 VUV informiert und angeleitet worden, da ihnen lediglich jedes 

Jahr die Sicherheitsrichtlinien der SUVA abgegeben worden und alle zwei 

Monate E-Mails der Branchenlösung Nr. 8 des Verbandes arv Baustoff-

recycling Schweiz aufgehängt worden seien. Dadurch habe der Beschul-

digte eine unzulässige Gefahr für die auf dem Werksareal tätigen Arbeit-

nehmer geschaffen (vorinstanzliches Urteil E. III.6.3 f.). 

 

6.2. 

Wegen Widerhandlung gegen Art. 112 Abs. 2 UVG wird bestraft, wer 

fahrlässig als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer den Vorschriften über die 

Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten zuwiderhandelt und 

dadurch andere ernstlich gefährdet, sofern keine schwerere strafbare 

Handlung nach einem anderen Gesetz vorliegt. Der Straftatbestand ist 

damit im Verhältnis zur fahrlässigen Tötung subsidiär. 

 

Neben der vorliegenden Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung käme eine 

Verurteilung wegen Widerhandlung gegen Art. 112 Abs. 2 UVG somit 

allenfalls in Frage, wenn der Beschuldigte gegen Vorschriften über die 

Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten verstossen hat, die in 

keinem Zusammenhang mit dem tödlichen Unfall von D._____ gestanden 

haben, und dadurch andere Arbeitnehmer ernstlich gefährdet worden sind. 

Ein solcher Vorwurf ergibt sich aus der Anklage jedoch nicht. Diese wirft 

dem Beschuldigten vor, er habe den Gabelstapler trotz des ihm bekannten 

defekten Sicherheitsgurts in Betrieb gelassen, die Ausbildung von D._____ 

nicht überprüft und diesem die für das Fahren des Staplers erforderliche 

Anleitung und Instruktion nicht erteilt sowie die Schlammpfütze nicht 

gekennzeichnet oder abgesichert und dadurch den Tod von D._____ 

fahrlässig verursacht. Für eine zusätzliche Verurteilung wegen einer 

Widerhandlung gegen Art. 112 Abs. 2 UVG durch Verletzung einer anderen 

Unfallverhütungsvorschrift besteht damit kein Raum. 

 

Die Vorinstanz hat durch die Annahme einer nicht ausreichenden und 

angemessen Information und Anleitung sämtlicher auf dem Betriebs-

gelände tätigen Arbeitnehmer und dadurch verursachten ernstlichen 

Gefährdung den Anklagegrundsatz verletzt. Im Übrigen wäre ein solcher 

Vorwurf auch nicht genügend konkretisiert, da für den Täter damit nicht 

ersichtlich ist, welche Information und Anleitung ausreichend und 

angemessen gewesen wäre und worin die ernstliche Gefährdung der 

Arbeitnehmer gelegen hätte. 

 

 - 18 - 

 

 

Nach dem Gesagten kann entgegen der Vorinstanz kein Schuldspruch 

wegen Widerhandlung gegen Art. 112 Abs. 2 UVG ergehen. Da das Urteil 

des Obergerichts jenes des Bezirksgerichts ersetzt (Art. 408 Abs. 1 StPO), 

erfolgt formell jedoch kein Freispruch, denn dem Beschuldigten wurde in 

der Anklage nur eine fahrlässige Tötung, nicht aber auch eine Widerhand-

lung gegen Art. 112 Abs. 2 UVG vorgeworfen, und muss der Urteilsspruch 

nur den vorgegebenen Prozessgegenstand erschöpfend erledigen, was 

sich anhand eines Vergleichs zwischen Dispositiv und zugelassener 

Anklage ergibt (BGE 142 IV 378). 

 

7. 

7.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten wegen fahrlässiger Tötung zu einer 

bedingten Freiheitsstrafe von 8 Monaten und einer Verbindungsbusse von 

Fr. 3'000.00 verurteilt. Für die Zuwiderhandlung gegen Art. 112 Abs. 2 UVG 

sprach die Vorinstanz eine Übertretungsbusse von Fr. 3'000.00 aus. 

 

Während der letztgenannte Schuldspruch aufzuheben ist, ist der Schuld-

spruch wegen fahrlässiger Tötung zu bestätigen. Der Beschuldigte führt 

aus, im Falle eines Schuldspruchs wegen fahrlässiger Tötung sei eine 

bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen und eine Verbindungsbusse von 

«deutlich unter» Fr. 1'000.00 auszufällen, ohne dies näher zu begründen 

(Berufungsbegründung, Ziff. II.4.8.). 

 

7.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.). Darauf kann 

verwiesen werden. 

 

7.3. 

Die vom Beschuldigten begangene fahrlässige Tötung ist alternativ mit 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht (Art. 117 StGB). 

Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter 

Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips als wichtigstes Kriterium die 

Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den 

Täter und sein soziales Umfeld sowie die präventive Effizienz zu berück-

sichtigen (BGE 147 IV 241 E. 3; BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 

E. 4.1). 

 

Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft und auch sonst sind keine Gründe 

ersichtlich, die nur eine Freiheitsstrafe als zweckmässig erscheinen lassen. 

Es ist deshalb – soweit schuldangemessen – eine Geldstrafe auszufällen. 

 

 - 19 - 

 

 

7.4. 

Es liegt in der Natur eines jeden Fahrlässigkeitsdelikts, dass der eingetre-

tene Erfolg vom Täter nicht beabsichtigt worden ist. Diesem Umstand wird 

bei der fahrlässigen Tötung bereits durch den gegenüber der vorsätzlichen 

Tötung reduzierten Strafrahmen Rechnung getragen. Bei Fahrlässigkeits-

delikten ist in erster Linie massgebend, wie schwerwiegend der Täter 

gegen die ihm obliegenden Sorgfaltspflichten verstossen hat: Gleichgülti-

ges, leichtfertiges oder rücksichtsloses Verhalten wiegt offenkundig 

schwerer als blosse Unachtsamkeit oder eine Fehlreaktion, wie sie 

jedermann gelegentlich unterlaufen kann. Der Grad des Sorgfaltsverstos-

ses hängt dabei nicht nur von den äusseren Umständen, sondern auch von 

den persönlichen Fähigkeiten des Täters ab. Das Verschulden ist umso 

grösser, je leichter es für ihn gewesen wäre, die Rechtsgutsverletzung zu 

vermeiden (STRATENWERTH/BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Allge-

meiner Teil II: Strafen und Massnahmen, 3. Aufl., Bern 2020, § 5 N 28; vgl. 

auch BGE 117 IV 112 E.1 und Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 

18. Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Der Beschuldigte war im Unfallzeitpunkt als Geschäftsführer der M._____ 

AG tätig und für die Reparatur des Gabelstaplers verantwortlich. Obwohl er 

spätestens nach der Wartung des Gabelstaplers durch die H._____ AG seit 

dem 10. Juni 2021 Kenntnis über den defekten Sicherheitsgurt hatte, hat 

er den Gabelstapler in Betrieb gelassen. Bei einem defekten 

Sicherheitsgurt handelt es sich um einen klaren und nicht unerheblichen 

Sicherheitsmangel. Der Beschuldigte hat zwar beabsichtigt, den defekten 

Sicherheitsgurt reparieren zu lassen und ist mit der H._____ AG betreffend 

die Offerte in Kontakt gestanden (UA act. 118 F/A 85 f.), sodass nicht von 

einer völligen Gleichgültigkeit gegenüber der Sicherheit der auf dem 

Betriebsgelände tätigen Arbeitnehmer auszugehen ist. Aus dem Umstand, 

dass er ausgesagt hat, es sei in der Offertphase mit der H._____ AG noch 

zu klären gewesen, wie lange die Maschine – der einzige Gabelstapler des 

Betriebs – für die Reparatur nicht im Betrieb sein würde (UA act. 118 F/A 

97 ff.), ist jedoch ersichtlich, dass er trotz des Sicherheitsmangels nicht auf 

die Nutzung des Gabelstaplers verzichten wollte und damit wirtschaftliche 

Interessen über die Sicherheit der Arbeitnehmer gestellt hat. Für den 

Beschuldigten als Geschäftsführer wäre es sodann ein Leichtes gewesen, 

den Gabelstapler bis zur Reparatur des Sicherheitsgurtes ausser Betrieb 

zu setzen, indem er beispielsweise die Schlüssel des Gabelstaplers 

verwahrt oder den im Betrieb tätigen Arbeitnehmern die Nutzung des 

Gabelstaplers verboten hätte. 

 

Zu Gunsten des Beschuldigten ist demgegenüber zu berücksichtigen, dass 

für jeden Benutzer des Gabelstaplers ohne Weiteres ersichtlich war, dass 

dieser über keinen funktionierenden Sicherheitsgurt verfügte und D._____ 

wusste oder zumindest hätte wissen müssen, dass der Gabelstapler mit 

einem defekten Sicherheitsgurt nicht gefahrlos benutzt werden konnte. 

 - 20 - 

 

 

Weiter fällt leicht verschuldensmindernd ins Gewicht, dass D._____ im 

Unfallzeitpunkt unter dem Einfluss von THC stand und nach dem 

Festfahren des Gabelstaplers in der Schlammpfütze entgegen den 

Anweisungen von F._____ versuchte, diesen wieder 

hinauszumanövrieren.  

 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung des ordentlichen Strafrahmens von 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe und der davon erfassten 

fahrlässigen Tötungen von einem noch knapp leichten bis mittelschweren 

Tatverschulden und einer dafür angemessenen Geldstrafe von 180 

Tagessätzen sowie einer Verbindungsbusse von Fr. 5'000.00 (siehe dazu 

unten) als eine in ihrer Gesamtheit angemessene Sanktion auszugehen. 

 

7.5. 

Die Täterkomponente wirkt sich sodann neutral aus. Der Beschuldigte ist 

nicht vorbestraft, was jedoch als Normalfall zu gelten hat und sich deshalb 

nicht zu seinen Gunsten auswirkt (BGE 136 IV 1). 

 

Strafmindernde Faktoren wie Einsicht oder Reue sind nicht zu erkennen. 

Auch ein Geständnis liegt nicht vor. Der Beschuldigte hat zwar im 

Untersuchungsverfahren eingestanden, für die Reparatur des Gabel-

staplers verantwortlich gewesen zu sein. Vor der Vorinstanz und im 

vorliegenden Berufungsverfahren hat er jedoch behauptet, B._____ oder 

C._____ hätten den Betrieb des defekten Gabelstaplers zu verantworten.  

 

Weitere relevante, sich auf die Strafhöhe auswirkende Täterkomponenten 

sind nicht ersichtlich. Insbesondere sind keine aussergewöhnlichen Um-

stände für die Annahme einer erhöhten Strafempfindlichkeit auszumachen 

(vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 

E. 2.6.1 mit Hinweisen). 

 

7.6. 

Der Beschuldigte rügt eine Verletzung des Beschleunigungsgebots und 

begründet dies mit dem Überschreiten der Frist für die schriftliche Urteils-

begründung durch die Vorinstanz (Berufungsbegründung Ziff. II.1). 

 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze des Beschleunigungsgebots 

wiederholt dargelegt (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 7B_540/2023 

vom 6. Februar 2025 E. 18.2; BGE 143 IV 373). Darauf kann verwiesen 

werden. 

 

Die Vorinstanz hat für die schriftliche Urteilsbegründung rund 4 ½ Monate 

benötigt und damit die Ordnungsfristen von 60 und ausnahmsweise 90 

Tagen gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO überschritten. Die Überschreitung 

dieser Fristen führt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung jedoch 

nicht ohne Weiteres zur Annahme einer Verletzung des Beschleunigungs-

 - 21 - 

 

 

gebots, kann aber ein Indiz dafür darstellen (Urteil des Bundesgerichts 

7B_540/2023 vom 6. Februar 2025 E. 18.2.2; vgl. auch Urteil des 

Bundesgerichts 1B_82/2021 vom 9. September 2021, demzufolge ein 

Zuwarten der Ausarbeitung der schriftlichen Begründung eines Urteils um 

sechs Monate eine bloss leichte Verletzung darstelle, während aber bei 

einer Dauer von rund sieben Monaten von einer Verletzung des Beschleu-

nigungsgebots auszugehen sei, die nicht mehr als leicht angesehen 

werden könne). Vorliegend wurden die Fristen mit einer Begründungsdauer 

von rund 4 ½ Monaten nicht erheblich überschritten. Der Beschuldigte war 

seit der mündlichen Urteilseröffnung anlässlich der vorinstanzlichen Haupt-

verhandlung am 28. November 2023 sodann nicht mehr im Ungewissen 

über das Urteil. Längere unbegründete Verfahrensstillstände sind nicht 

behauptet worden und auch nicht ersichtlich. Die gesamte Verfahrensdauer 

von der ersten Befragung des Beschuldigten bis zum obergerichtlichen 

Urteil von rund 3 ½ Jahren erweist sich in Anbetracht der erforderlichen 

Untersuchungshandlungen und dem Umstand, dass es sich bis vor erster 

Instanz um ein Verfahren mit mehreren Beschuldigten gehandelt hat, als 

angemessen. Unter Würdigung der gesamten Umstände ist eine 

Verletzung des Beschleunigungsgebots daher zu verneinen. Schliesslich 

ist bei einer Gesamtbetrachtung auch nicht von einer übermässigen 

Verfahrensdauer bzw. einem Strafmilderungsgrund infolge langen Zeit-

ablaufs im Sinne von Art. 48 lit. e StGB auszugehen (vgl. BGE 140 IV 145). 

 

7.7. 

Die Tagessatzhöhe bestimmt sich nach den persönlichen und wirtschaftli-

chen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils (Art. 34 Abs. 2 

StGB). Der Beschuldigte hat gemäss der im Untersuchungsverfahren 

eingeholten Steuerauskunft im Jahr 2021 ein monatliches Nettoeinkommen 

von Fr. 9'788.90 erzielt (UA act. 14) und zum Zeitpunkt der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung ausgesagt, sein aktuelles Einkommen sei damit 

vergleichbar (Protokoll HV VI S. 4). Vor Obergericht hat er keine aktuellen 

Unterlagen eingereicht. Es gibt allerdings keinen Grund zur Annahme, dass 

sich die finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten massgeblich verändert 

hätten, zumal solches im Berufungsverfahren auch nicht geltend gemacht 

worden ist. Vom monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 9'788.90 sind 

pauschal 20% für Steuern, Krankenkassenbeiträge sowie die notwendigen 

Berufsauslagen in Abzug zubringen. Eine weitere Reduktion aufgrund der 

hohen Anzahl Tagessätze ist nicht angezeigt, da der Beschuldigte nicht nur 

über ein kleines oder mittleres Einkommen verfügt (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 6B_313/2013 vom 3. Mai 2013 E. 2.1 mit Hinweisen). Daraus 

resultiert ein Tagessatz von gerundet Fr. 260.00. 

 

7.8. 

Die Vorinstanz hat die Strafe bedingt ausgesprochen und die Probezeit auf 

das gesetzliche Minimum von zwei Jahre festgesetzt (Art. 44 Abs. 1 StGB), 

 - 22 - 

 

 

worauf aufgrund des vorliegend geltenden Verschlechterungsverbots 

(Art. 391 Abs. 2 StPO) nicht zurückzukommen ist. 

 

7.9. 

Eine bedingt ausgesprochene Geldstrafe kann mit einer Busse verbunden 

werden (Art. 42 Abs. 4 StGB). Das Hauptgewicht hat auf der bedingten 

Geldstrafe zu liegen, während der Verbindungsbusse nur untergeordnete 

Bedeutung im Sinne eines spürbaren Denkzettels zukommt. Nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts darf der Anteil der Verbindungsbusse 

an der gesamten Strafe, d.h. an der bedingt ausgesprochenen Geldstrafe 

und der Verbindungsbusse in ihrer Gesamtheit, maximal einen Fünftel 

betragen (was rechnerisch einem Viertel der Geldstrafe entspricht). 

Abweichungen von dieser Regel sind im Bereich tiefer Strafen denkbar, 

damit der Verbindungsbusse nicht lediglich symbolische Bedeutung 

zukommt (BGE 149 IV 321 E. 1.3.1 f.; BGE 135 IV 188 E. 3.4.4). 

 

Vorliegend ist die Verbindung der bedingt ausgesprochenen Geldstrafe mit 

einer Busse angezeigt, um dem Beschuldigten die Ernsthaftigkeit der 

Sanktion und die Konsequenzen seines Handelns, das zum fahrlässig 

verursachten Tod eines Menschen geführt hat, deutlich vor Augen zu 

führen. Unter Berücksichtigung der finanziellen Verhältnisse des Beschul-

digten ist die Verbindungsbusse auf Fr. 5'000.00 festzusetzen, ohne dass 

das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO) zur Anwendung 

gelangen würde, da als Hauptstrafe eine Geldstrafe statt Freiheitsstrafe 

und somit eine vergleichsweise mildere Strafe ausgesprochen wird (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_665/2021 vom 20. Juni 2022 E. 1.2.1 f. mit Hinwei-

sen). 

 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Busse ist 

ausgehend von dem als Umrechnungsschlüssel zu verwendenden Tages-

satz von Fr. 260.00 (BGE 149 I 248 E. 5.4.2; BGE 134 IV 60 E. 7.3.3) auf 

20 Tage festzusetzen (Art. 106 Abs. 2 StGB). 

 

7.10. 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte für die fahrlässige Tötung mit einer 

bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 260.00, d.h. 

Fr. 46'800.00, Probezeit zwei Jahre, sowie einer Verbindungsbusse von 

Fr. 5'000.00, ersatzweise 20 Tage Freiheitsstrafe, zu bestrafen. 

 

8. 

Nachdem der beschlagnahmte Gabelstapler Doosan D25G, Fahrgestell-

Nr. […], bereits durch die Oberstaatsanwaltschaft an die M._____ AG 

herausgegeben worden ist (Schreiben der Oberstaatsanwaltschaft vom 

18. Dezember 2023), ist darüber nicht mehr zu befinden (Art. 267 Abs. 1 

und Abs. 4 StPO). 

 

 - 23 - 

 

 

9. 

9.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge gutgeheis-

sen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1145/2022 vom 13. Oktober 

2023 E. 3.2.1). 

 

Der Beschuldigte erwirkt mit Berufung insofern einen für ihn günstigeren 

Entscheid, als dass die Verurteilung wegen einer Widerhandlung gegen 

Art. 112 Abs. 2 UVG und die dafür ausgesprochene Busse entfällt, und er 

für die fahrlässige Tötung mit einer bedingten Geldstrafe von 180 Tages-

sätzen à Fr. 260.00, d.h. Fr. 46'800.00, anstatt zu einer bedingten 

Freiheitsstrafe von 8 Monaten bestraft wird. Im Übrigen wird seine Berufung 

im Hauptpunkt – dem beantragten Freispruch vom Vorwurf der fahrlässigen 

Tötung – abgewiesen und die Verbindungsbusse auf Fr. 5'000.00 erhöht. 

 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, dem Beschuldig-

ten die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 3'000.00 (§ 18 VKD; 

vgl. § 29 GebührD) zu ¾ mit Fr. 2'250.00 aufzuerlegen und im Übrigen auf 

die Staatskasse zu nehmen. 

 

9.2. 

Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV 

47). Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte Anspruch auf ¼ seiner 

Parteikosten für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte im 

Berufungsverfahren (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 lit. a 

StPO), wobei diese Entschädigung der frei mandatierten Verteidigung 

zuzusprechen ist (Art. 429 Abs. 3 StPO). 

 

Der Wahlverteidiger des Beschuldigten hat keine Kostennote eingereicht. 

Somit ist der angemessene anwaltliche Aufwand nach pflichtgemässem 

Ermessen zu schätzen. Der freigewählte Verteidiger hat den Beschuldigten 

bereits im erstinstanzlichen Verfahren vertreten und war somit mit den 

Akten und den sich in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht stellenden 

Fragen bestens vertraut. Soweit ersichtlich ist es im Berufungsverfahren 

auch nicht zu einer neuen Verteidigungsstrategie gekommen. Das Ober-

gericht erachtet einen im Berufungsverfahren zu entschädigenden 

Aufwand von insgesamt 12 Stunden (notwendige Besprechungen und 

Kontakte mit dem Beschuldigten: 2 Stunden; Ausarbeitung der Berufungs-

erklärung, der Berufungsbegründung und der Stellungnahme zur Beru-

fungsantwort der Staatsanwaltschaft: 8 Stunden; übrige Aufwendungen mit 

verfahrensleitenden Verfügungen: 1 Stunde; Studium und notwendige 

Besprechungen des vorliegenden Urteils mit dem Beschuldigten: 1 Stunde) 

als angemessen. Unter Berücksichtigung des gemäss § 9 Abs. 2bis AnwT 

 - 24 - 

 

 

anwendbaren Stundenansatzes von Fr. 240.00, der pauschalisierten (§ 13 

AnwT) und praxisgemäss auf 3 % zu veranschlagenden Auslagen und der 

gesetzlichen Mehrwertsteuer von 8.1 % beträgt die richterlich festzuset-

zende Entschädigung insgesamt gerundet Fr. 3'200.00. Ausgangsgemäss 

sind dem freigewählten Verteidiger hiervon ¼, d.h. Fr. 800.00, auszurich-

ten. 

 

9.3. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 426 Abs.1 StPO trägt die beschuldigte Person 

die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Der Kostenentscheid 

präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV 47 E. 4.1; 137 IV 352 

E. 2.4.2).  

 

Der Beschuldigte wird im Sinne der Anklage schuldig gesprochen. Unter 

diesen Umständen sind die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von 

Fr. 12'811.00 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 400.00) dem Beschuldigten 

vollumfänglich aufzuerlegen, so wie dies die Vorinstanz getan hat. Seine 

vorinstanzlichen Parteikosten hat der Beschuldigte selbst zu tragen 

(Art. 429 Abs. 1 StPO e contrario). 

 

10. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO, Art. 81 StPO).  

 

  

 - 25 - 

 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist der fahrlässigen Tötung gemäss Art. 117 StGB 

schuldig. 

 

2. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss Art. 117 StGB sowie in Anwendung 

von Art. 47 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 und 4 StGB, Art. 44 StGB 

und Art. 106 StGB 

 

zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 260.00, d.h. 

Fr. 46'800.00, Probezeit 2 Jahre, und einer Verbindungsbusse von 

Fr. 5'000.00, ersatzweise 20 Tage Freiheitsstrafe, 

 

verurteilt. 

 

3. 

3.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 3'000.00 werden dem 

Beschuldigten zu ¾ mit Fr. 2'250.00 auferlegt und im Übrigen auf die 

Staatskasse genommen. 

 

3.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem Verteidiger des Beschuldig-

ten für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 800.00 

auszurichten. 

 

4. 

4.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 12'811.00 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 400.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

4.2. 

Der Beschuldigte hat seine erstinstanzlichen Kosten selbst zu tragen. 

 

  

 - 26 - 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu 

bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der 

Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB).  

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der vollstän-

digen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das Schweizerische 

Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 

Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde-

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 19. März 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six     M. Stierli