# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d5bed3ff-af09-58d5-90bc-80580449a2c2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-07-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.07.2014 A-3395/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3395-2014_2014-07-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-3395/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  7 .  J u l i  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Salome Zimmermann (Vorsitz), 

Richter Daniel Riedo, Richter Jürg Steiger,    

Gerichtsschreiberin Susanne Raas. 

 

 
 

Parteien 

 
1. A.________, …, 

2. X._______ Corporation, …, 

beide vertreten durch …,  

Beschwerdeführende,  

 
 

 
gegen 

 

 
Eidgenössische Steuerverwaltung, Dienst für  

Informationsaustausch in Steuersachen SEI, 

Amtshilfe USA 

Eigerstrasse 65, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Amtshilfe (DBA-USA). 

 

 

A-3395/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, 

a) dass die Steuerbehörde der Vereinigten Staaten von Amerika (USA; In-

ternal Revenue Service in Washington [IRS]) am 17. April 2013 ein Amts-

hilfegesuch an die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) gerichtet 

hat, 

dass sich der IRS dabei insbesondere auf Art. 26 des Abkommens vom 

2. Oktober 1996 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und 

den Vereinigten Staaten von Amerika zur Vermeidung der Doppelbesteu-

erung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen (SR 0.672.933.61; 

DBA-USA 96) stützte, 

dass am 2. Juli 2013 im Bundesblatt eine Mitteilung der ESTV über das 

Amtshilfeverfahren erschien (Mitteilung der Eidgenössischen Steuerver-

waltung [ESTV] über das Amtshilfeverfahren des Internal Revenue Servi-

ce [IRS] der Vereinigten Staaten von Amerika vom 17. April 2013 betref-

fend Bank Julius Baer & Co. Ltd Kundenverhältnisse, BBl 2013 4850 ff.), 

worin die ESTV über das Amtshilfegesuch informierte und unter anderem 

erklärte, sie werde die Schlussverfügung von ihr bezeichneten, in der 

Publikation genannten Zustellungsbevollmächtigten zustellen, sollte eine 

betroffene Person innert der Frist von 20 Tagen keinen solchen bezeich-

net haben, 

dass die ESTV mit Schlussverfügung vom 23. August 2013 insbesondere 

zum Ergebnis gelangte, A._______ sei an der X._______ Corporation 

wirtschaftlich berechtigt und in seinem Fall seien sämtliche Vorausset-

zungen erfüllt, um dem IRS Amtshilfe zu leisten, 

dass die ESTV diese Schlussverfügung gleichentags an die von ihr be-

zeichneten Zustellungsbevollmächtigten sandte, weil weder A._______ 

noch die X._______ Corporation innert Frist einen Zustellungsbevoll-

mächtigten bezeichnet hatten, 

dass die Zustellungsbevollmächtigten die Schlussverfügung gleichentags 

an den Wohnsitz von A._______ (…) sandten, wo die Verfügung am 

2. September 2013 einging, 

dass A._______ und die X._______ Corporation (nachfolgend: Be-

schwerdeführende) am 1. Oktober 2013 gegen diese Schlussverfügung 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde einreichten, 

A-3395/2014 

Seite 3 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil A-5540/2013 vom 6. Janu-

ar 2014 auf die Beschwerde nicht eintrat, weil sie verspätet erfolgt sei, 

dass es zur Begründung unter anderem ausführte, mit der Ernennung 

von Zustellungsbevollmächtigten habe die ESTV eine zulässige Ersatz-

vornahme getätigt, was bedeute, dass die Verfügung am 23. August 2013 

zugestellt worden sei und die Beschwerdefrist am 23. September 2013 

abgelaufen sei, weshalb die Beschwerde vom 1. Oktober 2013 verspätet 

erfolgt sei (E. 2.4, 3.7. und 3.8 des genannten Urteils), 

dass die Beschwerdeführenden gegen dieses Urteil am 20. Januar 2014 

beim Bundesgericht Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-

ten erhoben, 

dass das Bundesgericht mit Urteil 2C_54/2014 vom 2. Juni 2014 die Be-

schwerde guthiess, soweit es darauf eintrat, den angefochtenen Ent-

scheid aufhob und die Sache zur materiellen Entscheidung an das Bun-

desverwaltungsgericht zurückwies, 

dass das Bundesgericht im Wesentlichen darauf hinwies, dass das Bun-

desgesetz vom 28. September 2012 über die internationale Amtshilfe in 

Steuersachen (Steueramtshilfegesetz, StAhiG, SR 672.5) das entspre-

chende Verfahren abschliessend regle und darin die Vornahme einer Er-

satzhandlung nicht vorgesehen sei, weshalb die Zustellung an die «Zu-

stellungsbevollmächtigten» nicht fristauslösend gewesen sei (E. 3.4 des 

Urteils des Bundesgerichts), sondern vielmehr auf den Zeitpunkt der tat-

sächlichen Kenntnisnahme abzustellen sei, womit die Beschwerdefrist im 

konkreten Fall gewahrt worden sei (E. 3.6 des Urteils des Bundesge-

richts), 

dass über die Beschwerde vom 1. Oktober 2013 nunmehr unter der Ver-

fahrensnummer A-3395/2014 materiell zu entscheiden ist, 

b) dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Bundesgeset-

zes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 

173.32) Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgeset-

zes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 

SR 172.021) beurteilt; dass zu den beim Bundesverwaltungsgericht an-

fechtbaren Verfügungen auch die Schlussverfügung der ESTV im Bereich 

der internationalen Amtshilfe in Steuersachen gehört (Art. 32 VGG e 

contrario und Art. 19 Abs. 1 und 5 StAhiG; Urteile des Bundesverwal-

A-3395/2014 

Seite 4 

tungsgerichts A-5465/2013 vom 25. November 2013, A-5285/2013 und 

A-5289/2013 vom 13. November 2013), 

dass im Beschwerdeverfahren die Bestimmungen über die Bundes-

rechtspflege gelten, sofern das StAhiG keine abweichenden Vorschriften 

enthält (vgl. Art. 19 Abs. 5 StAhiG); dass sich das Verfahren vor Bundes-

verwaltungsgericht somit grundsätzlich nach dem VwVG richtet, sofern 

das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG), 

c) dass das Bundesverwaltungsgericht mit (rechtskräftigem) Urteil 

A-5390/2013 vom 6. Januar 2014 zum Schluss kam, die dortige Be-

schwerde sei gutzuheissen, da auf das Amtshilfegesuch des IRS vom 

17. April 2013, welches sowohl das dortige als auch das nunmehr vorlie-

gende Verfahren ausgelöst hatte, nicht einzutreten gewesen sei; dass 

das Bundesverwaltungsgericht zur Begründung zusammengefasst aus-

führte, die im – dem Amtshilfegesuch vom 17. April 2013 beigelegten – 

Indictment angeführten Sachverhalte würden den notwendigen Tatbe-

stand «Betrugsdelikten und dergleichen» nicht erfüllen und der im Ge-

such selbst dargestellte Sachverhalt weise nicht denjenigen Detaillie-

rungsgrad auf, der bei Gruppenersuchen, welche diesen Tatbestand 

betreffen würden, erforderlich sei (E. 7.2.7 und 8.1 des genannten Ent-

scheids), 

d) dass sich auch die Schlussverfügung im vorliegenden Verfahren auf 

das genannte Amtshilfegesuch des IRS vom 17. April 2013 stützt, 

dass das im Verfahren A-5390/2013 zu diesem Amtshilfegesuch ausge-

führte damit auch für das vorliegende Verfahren gilt,  

dass sich somit unter Hinweis auf die Begründung im Urteil des Bundes-

verwaltungsgerichts A-5390/2013 vom 6. Januar 2014 weitere Ausfüh-

rungen erübrigen und die vorliegende Beschwerde gutzuheissen ist, 

e) dass demnach ausgangsgemäss den obsiegenden Beschwerdefüh-

renden und der Vorinstanz keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind 

(Art. 63 VwVG), 

dass den Beschwerdeführenden der im Verfahren A-5540/2013 auferlegte 

Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 15'000.-- somit nach Eintritt der Rechts-

kraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten ist, 

dass den Beschwerdeführenden eine Parteientschädigung von 

Fr. 10'000.-- zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 8 ff. sowie 

A-3395/2014 

Seite 5 

Art. 13 f. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht; SR 173.320.2), 

dass dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in 

Steuersachen gemäss Art. 83 Bst. h des Bundesgesetzes vom 17. Juni 

2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) innerhalb von 10 Tagen 

nur dann mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an 

das Bundesgericht weitergezogen werden kann, wenn sich eine Rechts-

frage von grundsätzlicher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus ande-

ren Gründen um einen besonders bedeutenden Fall im Sinn von Art. 84 

Abs. 2 BGG handelt (Art. 84a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG); dass das 

Bundesgericht entscheidet, ob dies der Fall ist. 

(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.) 

  

A-3395/2014 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Schlussverfügung der Eidgenös-

sischen Steuerverwaltung vom 23. August 2013 wird aufgehoben. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der von den Beschwerde-

führenden im Verfahren A-5540/2013 geleistete Kostenvorschuss in der 

Höhe von Fr. 15'000.-- wird ihnen nach Eintritt der Rechtskraft des vorlie-

genden Urteils zurückerstattet. 

3.  

Die Vorinstanz wird verpflichtet, den Beschwerdeführenden eine Partei-

entschädigung in Höhe von Fr. 10'000.-- zu bezahlen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführenden (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde) 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Salome Zimmermann Susanne Raas 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in 

Steuersachen kann innert 10 Tagen nach Eröffnung nur dann beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-

gelegenheiten geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grund-

sätzlicher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um 

einen besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG han-

delt (Art. 82, Art. 83 Bst. h, Art. 84a, Art. 90 ff. und Art. 100 Abs. 2 Bst. b 

BGG). In der Rechtsschrift ist auszuführen, warum die jeweilige Voraus-

setzung erfüllt ist. Im Übrigen ist die Rechtsschrift in einer Amtssprache 

abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 

Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in 

Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

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