# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a0d2a798-e1cc-54c4-a9f3-6153b96fba81
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 07.09.2010 S 2010 43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2010-43_2010-09-07.pdf

## Full Text

S 10 43

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 7. September 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. a) Die heute 59-jährige … (geb. 1951) war früher im Spital … angestellt und 

durch die Arbeitgeberin bei der … gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle 

versichert. Am 27.11.2005 stolperte sie im Schnee und verletzte sich am 

linken Bein. Die Erstbehandlung erfolgte im Spital …, wo die Diagnose einer 

lateralen Malleolarfraktur links Typ Weber C (Knöchelfraktur links) gestellt 

wurde. Am gleichen Tag wurde sie notfallmässig opperiert, wobei eine offene 

Reposition und Osteosynthese vorgenommen wurde. Die Metallentfernung 

wurde – mit Ausnahme der Stellschraube – als fakultativ angesehen. Am 

26.04.2007 wurde die Versicherte erneut operiert, wobei die Metallteile und 

die gebrochene Stellschraube entfernt wurden. Der postoperative Verlauf 

verlief komplikationslos. Schon am 27.04.2007 wurde die Versicherte sodann 

mit reizlosen Wundverhältnissen und in gutem Allgemeinzustand nach Hause 

entlassen. Im Arztzeugnis vom 12.06.2007 stellte der Hausarzt der 

Versicherten, Dr. med. …, fest, dass nach der Metallentfernung ein 

Schmerzrückgang im oberen Sprunggelenk (OSG) zu verzeichnen sei; neu 

seien dafür aber Mittelfussschmerzen mit bisher nicht ganz klarer Ätiologie 

(Herkunft) aufgetreten. Je nach Verlauf sei eine Behandlung indiziert, wobei 

jedoch keine Arbeitsunfähigkeit vorliege.

b) Laut Abklärungsbericht vom 01.07.2009 hatte sich die Versicherte selbständig 

bei Dr. med. … im Spital … gemeldet, weil sie immer wieder starke 

belastungsabhängige Schmerzen im OSG verspürte. Dr. med. … kam zur 

Diagnose: Verdacht auf degenerative (alters- und abnützungsbedingte) 

Veränderungen im OSG antero-lateral.

c) Mit MRI-Bericht vom 08.07.2009 hatte Dr. med. … den Mittel- und den 

Rückfuss der Versicherten - unter besonderer Berücksichtigung des OSG und 

USG (unteres Sprunggelenk) links – geröngt und dabei eine unklare 

entzündliche Veränderung am Mittelfuss festgestellt. Dieser Befund sei mit 

einer möglichen aktiven Arthritis oder einer entzündlichen Arhtropathie nicht 

weiter zu klärender Herkunft vereinbar.

d) Am 10.07.2009 überwies der Spitalarzt Dr. med. … die Versicherte zur 

konsiliarischen Untersuchung an den Rheumatologen Dr. med. … in der …, 

mit dem Hinweis, dass er selber nicht glaube, dass die angegebenen 

Beschwerden im Zusammenhang mit der Malleolarfraktur (Knöchelbruch 

links) stünden, weshalb er um ein rheumatologisches Konsilium ersuche. Die 

darauf erhobenen Abklärungsberichte von Dr. med. … datieren vom 

26.08.2009 und vom 05.10.2009.

e) Am 24.08.2009 machte die Versicherte eine Rückfallmeldung mit der 

Begründung geltend, dass der Stolperunfall von November 2005 nie 

abgeschlossen worden sei, sie immer Schmerzen gehabt habe und sie seit 

der Fussknöcheloperation niemals (2005 bis 2009) schmerzfrei gewesen sei.

f) Am 06.10.2009 stellte der beratende Arzt des Unfallversicherers, Dr. med. …, 

fest, dass die derzeitigen Schmerzen im Mittelfuss lägen, nach dem Unfall 

vom 27.11.2005 aber einzig eine Köchelfraktur links ermittelt worden sei. Die 

Veränderungen im Vorfuss könnten daher nur möglicherweise auf den Unfall 

zurückgeführt werden. Ein überwiegend wahrscheinlicher 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den heutigen Beschwerden 

sei zu verneinen, was auch für den gemeldeten Rückfall gelte.

g) Gestützt auf diese medizinischen Erkenntnisse teilte der Unfallversicherer der 

Versicherten mit Verfügung vom 08.10.2009 mit, dass die aktuell geklagten 

Beschwerden nicht mehr Folge des Stolperunfalls seien und deshalb kein 

Anspruch auf Versicherungsleistungen aus UVG bestehe. Zusammen mit 

ihrer Einsprache reichte die Versicherte noch die zwei Abklärungsberichte von 

Dr. med. … vom 26.08.2009 und 05.10.2009 ein.

h) Mit Entscheid vom 10.02.2010 wies der Unfallversicherer die Einsprache der 

Versicherten ab und bestätigte damit die Verfügung vom 08.10.2009.

2. Dagegen erhob die Versicherte am 09.03.2010 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den Begehren um 

Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids samt der diesem 

zugrunde liegenden Verfügung und Verpflichtung des Unfallversicherers, ihr 

gegenüber die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen. Zur 

Begründung brachte sie vor, dass überhaupt kein Rückfall vorliegen könne, 

weil der ursprüngliche Unfall gar nie abgeschlossen worden sei. Eine 

definitive Heilung sei niemals eingetreten, was ihr Hausarzt Dr. med. … 

sicherlich bestätigen könne. Die Vorinstanz habe ihre Leistungspflicht bisher 

bereits anerkannt, weshalb sie nun dafür beweispflichtig sei, dass keine 

unfallbedingten Beschwerden mehr bestünden. Sie habe die Unfallakten nicht 

einsehen können und sie ersuche das Gericht, ihr das zu ermöglichen. Der 

Sachverhalt sei auch nicht richtig abgeklärt worden. Dass vom Spitalarzt Dr. 

med. … vermutete Ganglion am Vorderfuss sei durch das MRI nicht bestätigt 

worden. Die festgestellte Entzündung stamme vermutlich von der langen 

Blockade beim linken Sprunggelenk. Die Blockade sei anhand der 

gebrochenen Stellschraube über einen Zeitraum von 1½ Jahren entstanden. 

Damit sei sehr wohl ein hinreichender Kausalzusammenhang zwischen dem 

Unfall und den heutigen Leiden erstellt, ohne einen Rückfall zu bejahen.

3. In ihrer Vernehmlassung (Beschwerdeantwort) beantragte die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde. Generell könne hierzu auf die bereits im 

angefochtenen Einspracheentscheid enthaltene Begründung hingewiesen 

werden. Damals sei die Rückfallproblematik im Vordergrund gestanden, auf 

die im besagten Entscheid ausführlich eingegangen worden sei. Zwar sei es 

richtig, dass der Fallabschluss betreffend den Unfall vom 27.11.2005 weder 

durch eine Verfügung noch durch ein einfaches Schreiben erfolgt sei. 

Aufgrund einer ex-ante Betrachtung – basierend auf dem Hausarztbericht 

vom 12.06.2007 (Dr. med. …), dem Spitalattest … vom 27.04.2007 und der 

Konsultation bei Dr. med. … zwei Jahre nach dem letzten Abklärungsbericht 

– könne davon ausgegangen werden, dass das Ereignis vom 27.11.2005 als 

abgeschlossen betrachtet werden könne. Die am 24.08.2009 als Rückfall 

gemeldeten Beschwerden seien – aus den schon im strittigen Entscheid 

genannten Gründen - zu Recht verneint worden.

4. In ihrer Replik wiederholte die Beschwerdeführerin - nach Einsichtnahme in 

die ihr zugestellten Unfallakten - nochmals, dass der fragliche Unfall von der 

Vorinstanz noch nicht als abgeschlossen betrachtet werden könne, weil ihr 

der Abschluss der Heilbehandlung in keinem Arztbericht mitgeteilt worden sei. 

Nach dem September 2007 sei ihr kein Fragebogen mehr geschickt worden, 

weshalb sie nicht habe annehmen müssen, dass daraufhin der Fallabschluss 

stattfinden würde. Es sei richtig, dass zwischen dem letzten Abklärungsbericht 

und der erneuten Konsultation 1½ Jahre vergangen seien. Während dieser 

Zeitspanne habe sie mit Beschwerden und Schmerzen auf die 

Metallentfernung gewartet und auf eine selbsttherapierende Heilung vertraut. 

Der Hausarzt Dr. med. … habe sie über latente Beschwerden im linken Fuss 

orientiert. Derselbe sei bereit, auf Anfrage zu bestätigen, dass nie eine 

definitive Heilung erfolgt sei. Sie habe über lange Zeit an 

Bewegungseinschränkungen gelitten. Mit der vermehrten Beweglichkeit 

hätten sich die Entzündung, Schwellung und Reizung am OSG verstärkt. 

Zudem reichte sie noch einen neuen Abklärungsbericht vom 13.04.2010, 

verfasst durch den Chefarzt des Spitals …, Dr. med. …, zu den Akten.

5. In der Duplik verwies die Vorinstanz auf ihre Beschwerdeantwort und die dort 

enthaltenen Ausführungen. Der Abklärungsbericht von Dr. med. … wurde zur 

Kenntnis genommen und gleichzeitig vermerkt, dass dieser Bericht erst nach 

Abschluss des Einspracheverfahrens erstellt worden sei.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Strittig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz ihre gesetzlichen 

Versicherungsleistungen für die von der Beschwerdeführerin mit 

Rückfallmeldung vom 24.08.2009 geltend gemachten 

Fussknöchelbeschwerden – nach einem Stolperunfall im Schnee am 

27.11.2005 und der Metallentfernung einer gebrochenen Stellschraube am 

26.04.2007 zwecks Stabilisierung der Knöchelfraktur und nach Erbringung der 

Versicherungsleistungen dafür – zu Recht weitere Leistungen mit Verfügung 

vom 08.10.2009 bzw. mit dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 

10.02.2010 verneint hat.

b) Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt nach den Bundesgesetzen 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sowie der 

Spezialgesetzgebung im Unfallversicherungsrecht (UVG) zunächst voraus, 

dass zwischen dem Unfallereignis und dem geklagten Gesundheitsschaden 

ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im 

Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne 

deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als verwirklicht gedacht 

werden kann. Ob zwischen dem schädigenden Ereignis und einer 

gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist 

eine Tatfrage, worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter 

nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit 

eines Sachzusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs noch nicht. Das Gericht hat vielmehr jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 129 V 181 E. 

3.1, 126 V 353 E. 5b S. 360; 123 V 138 E. 3a, 119 V 138 E. 1, 118 V 289 E. 

1b; Pra 3/2004 Nr. 45 E. 2.2.2 S. 235; SVR-Rechtsprechung [SVR] 8-9/2003 

UV Nr. 11 E. 3.1 S. 32 Nr. 12 UV E. 3.1.1 S. 35; PVG 2000 Nr. 26, 1994 Nr. 

65). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung 

der medizinischen Zusammenhänge einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlagend für den 

Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a). Den im 

Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 

der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist in der 

Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 104 V 211 f. 

E. c). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht der 

Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick 

auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu 

Gunsten ihrer Patienten aussagen. Was Parteigutachten anbelangt, 

rechtfertigt der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer 

Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem 

Beweiswert (BGE 125 V 351 E. 3b; sowie BG-Urteil 8C_281/2007 vom 18. 

Januar 2008 E. 3).

c) Gemäss Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückfall um das 

Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Verletzung, sodass es zu 

ärztlicher Behandlung, möglicherweise zu einer weiteren Arbeitsunfähigkeit 

kommt. Von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im 

Verlaufe der Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu 

einem anders gearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und 

Spätfolgen (Art. 11 Verordnung über die Unfallversicherung [UVV]) schliessen 

somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können 

sie eine Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur auslösen, 

wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und den 

seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigungen ein 

natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang bejaht werden kann (vgl. 

BG-Urteil 8C_433/2007 vom 26.08.2008 E. 2.3 mit weiteren Hinweisen; SVR 

8-9/2003 UV Nr. 14 E. 4 S. 43; BGE 118 V 296 E. 2c; RKUV 1994 Nr. U 206 

S. 326 E. 2; sowie Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 

16.02.2010, UV 2009/18, E 1.3).

d) Die Beschwerdeführerin bestreitet zunächst generell das Vorliegen eines 

Rückfalls, da der Stolperunfall vom 27.11.2005 (Grundfall) von der Vorinstanz 

gar nie mit einer entsprechenden (formellen) Mitteilung abgeschlossen 

worden sei. Wie das Bundesgericht zu dieser Thematik bereits mehrfach 

festgehalten hat, ist auch ein „stillschweigender Fallabschluss“ – so wie ihn 

die Vorinstanz nach eigenen Angaben im Jahre 2007 vorgenommen hat – 

zulässig, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dementsprechend 

hielt es in zwei neueren Urteilen ausdrücklich was folgt fest: Standen zu einem 

konkreten Zeitpunkt keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall 

auch vorliegen, ohne dass der versicherten Person mitgeteilt wurde, der 

Unfallversicherer schliesse den Fall ab und stelle seine Leistungen ein. In 

dieser Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen Zeitpunkt davon 

ausgegangen werden konnte, es werde keine Behandlungsbedürftigkeit 

und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten. Umgekehrt ist der 

Leistungsanspruch unter dem Aspekt des Grundfalls und nicht unter 

demjenigen eines Rückfalls zu prüfen, wenn die versicherte Person während 

der leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall aufgetretenen 

Beschwerden gelitten hat bzw. wenn Brückensymptome gegeben sind, die 

das Geschehen über das betreffende Intervall hinweg als Einheit 

kennzeichnen (BG-Urteile 8C_102/2008 vom 26.09.2008 E. 4.1 und 

nochmals 8C_433/ 2007 vom 26.08.2007 E. 2.3).

e) Nach dem soeben Gesagten ist hier von einem „Rückfall“ auszugehen, da die 

Voraussetzungen für einen stillschweigenden Abschluss im 2007 als erfüllt 

angesehen werden können. Mit der Vorinstanz kann hierzu auf die Berichte 

des Spitals Davos über die Operation im April 2007 (Metallentfernung; 

Entfernung der gebrochenen Stellschraube) sowie deren Verlauf 

(komplikationslos; Entlassung der Patientin am 27.04.2007, also bereits einen 

Tag nach der Operation, in gutem Allgemeinzustand), sowie auf das Zeugnis 

des Hausarztes Dr. … vom 12.06.2007 (erwähnt Rückgang Schmerzen im 

OSG; neu dafür Mittelfussschmerzen unklarer Herkunft) hingewiesen werden. 

Dr. … hielt weder eine unfallbedingte Behandlung für angezeigt noch 

erwähnte er eine Arbeitsunfähigkeit der Versicherten. Keinen anderen 

Schluss lässt auch der Bericht von Dr. … vom 01.07.2009 zu, worin dieser 

den Verdacht auf degenerative (alters- und abnützungsbedingte) 

Veränderungen im OSG antero-lateral diagnostizierte. Das Ereignis von 

November 2005 (Grundfall) durfte durch die Vorinstanz folglich zu Recht als 

abgeschlossen betrachtet werden. 

Selbst wenn die Beschwerdeführerin in der mehrmonatigen Phase, während 

der aktenkundig keine medizinische Behandlung nötig war, gelegentlich unter 

Beschwerden litt, können dieselben nicht als eindeutige Brückensymptome 

gewertet werden; zumal sie im fraglichen Zeitraum von Juni 2007 bis Juli 2009 

offenkundig nicht derart erheblich waren, dass eine ärztliche Behandlung 

notwendig gewesen wäre. An dieser Tatsache würde auch eine Anfrage beim 

Hausarzt Dr. … nichts ändern. An der Rechtmässigkeit des stillschweigenden 

Abschlusses des Grundfalls kann zudem selbst der Umstand nichts ändern, 

dass die Beschwerdeführerin im Herbst 2007 (nach September 2007) keinen 

Fragebogen mehr zum aktuellen Stand ihrer Gesundheit vom Versicherer 

erhalten hat. Die Vorinstanz prüfte den Leistungsanspruch für die am 

24.08.2009 geltend gemachten Beschwerden demnach zu Recht unter dem 

Titel „Rückfall“, was bei der Beweislastverteilung zur Konsequenz hat, dass 

es nicht dem Versicherer, sondern vielmehr der Beschwerdeführerin obliegt, 

das Vorliegen des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen 

Beschwerdebild und dem Grundfall nachzuweisen. Nur wenn die 

Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht 

eine erneute Leistungspflicht des Unfallversicherers. Die Folgen einer 

allfälligen Beweislosigkeit trägt die versicherte Person, die aus dem 

unbewiesen gebliebenen natürlichen Kausalzusammenhang als 

anspruchsbegründender Tatsache Rechte – sprich Versicherungsleistungen 

- ableiten wollte (vgl. RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b; BGE 125 V 195 E. 

2, BGE 122 V 158 E. 1a je mit Hinweisen, BGE 117 V 264 E. 3b mit 

Hinweisen).

2. Bei der Würdigung der bekannten Arzt- und Klinikberichte gilt es zunächst den 

Bericht von Dr. … vom 21.07.2009, sein Schreiben an Dr. … vom 10.07.2009 

sowie die MRI-Untersuchung vom 08.07.2009 zu erwähnen, woraus sich 

keine Hinweise ergeben, dass die geklagten Leiden der Beschwerdeführerin 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal sind. Laut Bericht vom 

06.10.2009 des Vertrauensarztes des Unfallversicherers, Dr. …, sind die 

geklagten Beschwerden bloss möglicherweise unfallkausal und er verneint 

einen überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen den 

beim Stolperunfall im November 2005 (Grundfall) und dem seit Sommer 2007 

(Rückfall) zusätzlich geklagten Beschwerden. Hingegen geht aus jenem 

Bericht nicht hervor, ob Dr. … bei seiner Beurteilung die beiden Berichte von 

Dr. … vom 26.08.2009 und vom 05.10.2009 vorgelegen haben. Aufgrund der 

Bemerkung in seinem Bericht, dass ihm die Akten bei seiner Fallbeurteilung 

bis und mit Eingang am 24.08.2009 vorgelegen haben, scheint dies aber 

gerade nicht der Fall gewesen zu sein. Die Beurteilung von Dr. … stützt sich 

damit bei seiner Beurteilung nicht auf eine vollständige Aktenlage ab, weshalb 

seinem Bericht kein voller Beweiswert zukommen kann. 

Dr. … hält in seinem Attest vom 26.08.2009 unter der Diagnose fest: 

Posttraumatische, persistierende entzündliche Reaktion linker Mittelfuss 

mit/bei: - DD: postoperative Dystrophie, Erstmanifestation einer entzündlichen 

Erkrankung (am ehesten seronegative Spondarthropathie) traumatisch 

ausgelöst; - Status nach Malleolarfraktur Typ C links mit Osteosynthese 

27.11.2005, OSME 26.4.2007; - Hohlfuss beidseits. In der Beurteilung kam er 

zum Schluss, dass die Beschwerden aufgrund der Anamnese sowie der 

Klinik- und MRI-Befunde einer aktuell nicht sicher klassifizierbaren, 

unspezifischen Entzündung im Rückfussbereich entspreche. Die 

Beschwerden seien im Anschluss an die Malleolarfraktur und deren 

Behandlung aufgetreten, weshalb eine unfallassoziierte Genese oder 

Triggerung bestehe. Entsprechend habe die Patientin auch einen Rückfall 

gemeldet. Er (Dr. …) gehe präliminär von einer posttraumatischen dystrophen 

Reaktion mit entzündlicher Komponente aus. In seinem späteren Bericht vom 

05.10.2009 wiederholte Dr. … diese Diagnose, wobei sich die 

posttraumatische, persistierende entzündliche Reaktion linker Mittelfuss 

aktuell gebessert habe. In Anbetracht dieser Beurteilung geht das Gericht 

davon aus, dass Dr. … aber lediglich von einer möglichen Unfallkausalität der 

Beschwerden ausgeht; er machte nämlich keine Aussagen dazu, ob eine 

Unfallkausalität überwiegend wahrscheinlich sei oder nicht. 

In dem zusammen mit der Replik eingereichten Abklärungsbericht vom 

13.04.2010 von Dr. … hält dieser unter der Diagnose bzw. seiner Beurteilung 

fest: „Eindeutige arthrotische Beschwerden, die mit Sicherheit in einem 

indirekten Zusammenhang mit der Malleolarfraktur Typ C im Jahr 2005 

zusammenhängen, in dem anlässlich der Nachbehandlung der 

Malleolarfraktur die Mittelfussgelenke deutlich überlastet wurden. Ob es sich 

dabei um eine Verschlechterung einer vorbestehenden Arthropatie oder um 

eine primäre Überlastungsarthrose handelt, bleibt offen“.

Diese Beurteilung von Dr. … steht damit aber im offenen Widerspruch zu 

derjenigen von Dr. …. Obwohl der Beurteilung von Dr. … objektiv nur 

beschränkte Beweiskraft zukommt, weil sie erst nach Kenntnis des 

ablehnenden Einspracheentscheids vom 10.02.2010 abgegeben wurde, ist 

seine Beurteilung zu beachten. Angesichts dieser augenfälligen 

Ungereimtheiten betreffend Kausalitätsbeurteilung durch die zitierten 

Mediziner ist das Gericht deshalb zur Überzeugung gelangt, dass die 

Angelegenheit nochmals zur genaueren Abklärung der Unfallkausalität an die 

Vorinstanz zurückgewiesen werden muss. Dem kann vorliegend umso mehr 

zugestimmt werden, als der Bericht des Vertrauensarztes der Vorinstanz (Dr. 

…) auf unvollständigen Grundlagen beruhte und der Einfluss der 

gebrochenen Stellschraube (als direkte Folge des Stolperunfalls vom 

November 2005 [Grundfall]) auf die später geklagten Beschwerden am linken 

Mittelfuss seit 2007 [Rückfall] bis zuletzt im Unklaren geblieben ist. In diesem 

Sinne hat die Vorinstanz noch dem im Sozialversicherungsrecht stets zu 

beachtenden Untersuchungsgrundsatz Rechnung zu tragen (vgl. dazu auch: 

Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 

07.07.2009, UV 2008/137, E. 1.2).   

3. a) Der angefochtene Entscheid vom 10.02.2010 erweist sich damit nicht in jeder 

Beziehung als rechtmässig, was zu seiner Aufhebung und folglich zur 

Gutheissung der Beschwerde vom 09.03.2010 führt. Die Streitsache wird zur 

nochmaligen Prüfung der Unfallkausalität der geklagten Beschwerden und zu 

neuem Entscheid an den Unfallversicherer zurückgewiesen.

b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a ATSG kostenlos ist. Eine 

aussergerichtliche Entschädigung steht der nicht anwaltlich vertretenen 

Beschwerdeführerin jedoch nicht zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG; einzig Ersatz der 

„Parteikosten“.)  

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Entscheid aufgehoben 

und die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz 

zurückgewiesen.  

2. Es werden keine Kosten erhoben.