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**Case Identifier:** 24cc46f9-bd29-5eb7-b0d7-44435a9689eb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 06.08.2020 19-2307
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_19-2307_2020-08-06.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/16

Publikationsplattform

Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden

Fall-Nr.: 19-2307

Stelle: Generalsekretariat Bau- und Umweltdepartement

Instanz: Bau- und Umweltdepartement

Publikationsdatum: 20.08.2020

Entscheiddatum: 06.08.2020

BDE 2020 Nr. 65
Art. 56 Abs. 2 VRP, Art. 16a RPG, Art. 34 RPV, Art. 7 BGBB. Ein Anfahrtsweg 
von 1,1 km (Gehdistanz) spricht nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung und der kantonalen Praxis des AREG für die betriebliche 
Notwendigkeit eines Betriebsleiterwohnhauses in der Nähe der für eine 
Milchviehhaltung bereits bewilligten Scheune in der Landwirtschaftszone 
(Erw. 4). Weil die verweigerte Zustimmung zum Betriebsleiterwohnhaus nur 
wegen der fehlenden betrieblichen Notwendigkeit bzw. zu geringen Distanz 
ohne vorherige Prüfung der Wirtschaftlichkeit ergangen war, wurde die 
verweigerte Baubewilligung und die raumplanungsrechtliche Teilverfügung 
aufgehoben und die Angelegenheit wegen mangelhafter 
Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückgewiesen (Erw. 5 und 6).

BDE 2020 Nr. 65 finden Sie im angehängten PDF-Dokument

Kanton St.Gallen 

Baudepartement 

 

 
 

  

 

 

 

 

 

19-2307 

 

Entscheid Nr. 65/2020 vom 6. August 2020 

Rekurrent 

 

 

 A.___ 

vertreten durch MLaw Michael Ritter, Rechtsanwalt, Bachstrasse 10, 

4313 Möhlin 

 

 

   

gegen 

 

 

Vorinstanz  Gemeinderat Z.___ (Entscheid vom 5. März 2019) 

 

 

Betreff  Baugesuch (Neubau Betriebsleiterwohnhaus) 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 65/2020), Seite 2/15 

 

Sachverhalt 

A.  

a) A.___, Z.___, ist u.a. Eigentümer von Grundstück Nr. 001, 

Grundbuch Z.___, im Gebiet Y.___ östlich des Flugplatzes. Das 

Grundstück liegt gemäss geltendem Zonenplan der Gemeinde Z.___ 

vom 22. April 1997 in der Landwirtschaftszone. Auf dem Grundstück 

stand bis vor kurzem ein Weidstall (Vers.-Nr. 002). 
 

b) A.___ (Jahrgang 1953) führte mit seinem Sohn B.___ (Jahrgang 

1987) einen Landwirtschaftsbetrieb mit einem Tierbestand von 22,8 

Grossvieheinheiten (GVE) und einer landwirtschaftlichen Nutzfläche 

von rund 15,9 ha (Quelle: Landwirtschaftliche Datenbank 2018). Hier-

von stehen 2,5 ha im Eigentum von A.___, wobei der Hauptanteil der 

eigenen landwirtschaftlichen Nutzfläche auf das Grundstück Nr. 003 

beim heutigen Betriebszentrum an der K.___gasse in Z.___ entfällt. 

Nach der Erreichung des AHV-Alters wurde die Ehefrau von A.___ 

dem Landwirtschaftsamt des Kantons St.Gallen zunächst als Bewirt-

schafterin gemeldet. Heute gilt B.___ als Bewirtschafter. Beim Be-

triebszentrum an der K.___gasse stehen die Wohnhäuser von A.___ 

und B.___ auf den Grundstücken Nrn. 004 und 003. Dort befindet sich 

der Hauptstall (Vers.-Nr. 005) für die Milchviehhaltung. Für das Jung-

vieh dient ein alter Stall (Vers.-Nr. 006) auf Grundstück Nr. 007. Neben 

der Viehhaltung wird ausserdem Obst gepresst und eine kleine 

Schnapsbrennerei geführt. Alle Betriebseinrichtungen an der 

K.___gasse befinden sich in der Wohnzone (W2). Der nicht überbaute 

Bereich von Grundstück Nr. 003 befindet sich in der östlich angren-

zenden Landwirtschaftszone. Der Weidstall in der Y.___ war vom heu-

tigen Betriebszentrum über die L.___strasse und die M.___strasse 

(beides Gemeindestrassen 3. Klasse) erreichbar. 

 

c) Am 26. August 2015 stellte A.___ ein Bauermittlungsgesuch für 

den Neubau eines Betriebsleiterwohnhauses auf Grundstück Nr. 001. 

Mit Schreiben vom 26. Januar 2016 teilte der Gemeinderat Z.___ 

A.___ mit, das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) 

habe mit Mail vom 5. November 2015 festgestellt, es könne hierfür 

keine Zustimmung in Aussicht gestellt werden. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auszug aus dem Zonenplan 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 65/2020), Seite 3/15 

 

B.  

a) Mit Baugesuch vom 24. Mai 2016 beantragte A.___ beim Ge-

meinderat Z.___ dennoch die Baubewilligung für die Erstellung eines 

Betriebsleiterwohnhauses und eines Stalls auf Grundstück Nr. 001. 

Nach den Angaben im Baugesuch soll der Weidstall abgebrochen wer-

den. 

 

b) Innert der Auflagefrist vom 23. August bis 5. September 2016 

gingen keine Einsprachen gegen das Bauvorhaben ein. 

 

c) Mit zwei separaten raumplanungsrechtlichen Teilverfügungen 

vom 26. Januar 2018 verweigerte das AREG seine Zustimmung zum 

Betriebsleiterwohnhaus und dem Stall. In den beiden Verfügungen 

wurde unter anderem ausgeführt, die vorgesehene Scheune mit einem 

Anbindestall für 30 Milchkühe, sieben Rinder, zwei Kälberboxen, einer 

Abkalberbox, einem Technikraum, einem Heuraum und einem WC sei 

nicht angemessen dimensioniert und entspreche somit nicht dem 

Zweck der Landwirtschaftszone. Hinsichtlich des Betriebsleiterwohn-

hauses wurde festgestellt, dass dieses für die Bewirtschaftung nicht 

erforderlich sei. Zudem sei der geplante Landwirtschaftsbetrieb mut-

masslich nur mit einem Baulandverkauf finanzierbar und nur deshalb 

längerfristig existenzfähig. Die beiden raumplanungsrechtlichen Teil-

verfügungen wurden A.___ am 14. Februar 2018 durch die Baubewil-

ligungskommission Z.___ zur Kenntnis gebracht und Gelegenheit für 

eine allfällige Stellungnahme eingeräumt. In der Folge kam es am 

25. April 2018 zu einer Besprechung, an der auch Mitarbeiter des 

AREG teilnahmen. 

 

d) Mit raumplanungsrechtlicher Teilverfügung vom 6. Februar 

2019 wurde die Zustimmung für den Stall alsdann doch erteilt, obwohl 

A.___ vorgängig keine Redimensionierung veranlasst hatte und somit 

weiterhin die mit Baugesuch vom 24. Mai 2016 eingereichten Pläne 

der Zustimmung zugrunde lagen. Zur Tragbarkeit wurde unter Hinweis 

auf das durchschnittliche landwirtschaftliche Einkommen in den Jah-

ren 2014 bis 2016 von Fr. 76'000.–, den Revisionsbericht der X.___ 

vom 2. August 2017 und den Betriebsvorschlag 2018 mit einem land-

wirtschaftlichen Einkommen von Fr. 37'400.– nun festgehalten, dass – 

soweit ersichtlich – die Scheune aus der betriebswirtschaftlichen Sicht 

angemessen sei und der Zukunft des landwirtschaftlichen Gewerbes 

diene. 

 

e) In der Folge kam es zu einer Projektänderung, weil die Raum-

aufteilung in der Scheune unter Beibehaltung des Gebäudevolumens 

verändert bzw. spiegelverkehrt erstellt werden sollte. Auf eine noch-

malige öffentliche Auflage des Gesuchs wurde verzichtet. Mit raum-

planungsrechtlicher Teilverfügung vom 8. April 2019 stimmte das 

AREG der Projektänderung zu. Am 5. Juni 2019 erteilte der Gemein-

derat Z.___ die Baubewilligung für die neue Scheune (Anbindestall 

Vers.-Nr. 008) und den Rückbau des heutigen Weidstalls (Vers.-

Nr. 002) auf Grundstück Nr. 001. 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 65/2020), Seite 4/15 

 

f) Bereits mit raumplanungsrechtlicher Teilverfügung vom 16. Ja-

nuar 2019 hielt das AREG an der Verweigerung der Zustimmung zum 

Betriebsleiterwohnhaus fest, weil dieses für die Bewirtschaftung der 

neuen Scheune nicht erforderlich sei. Die Entfernung von den beste-

henden Betriebsleiterwohnhäusern zur neuen Scheune betrage nur 

1,1 km. Dies sei zu Fuss in einer Viertelstunde und mit einem Fahr-

zeug innert weniger Minuten zu bewältigen. Im bestehenden Hofbe-

reich seien bereits zwei Wohnhäuser in der Grösse von üblichen Be-

triebsleiterwohnhäusern vorhanden. Für die Bewirtschaftung der 

neuen Scheune stünden zudem die bereits bestehenden Wohnbauten 

auf den Pachtgrundstücken zur Verfügung. So seien auf Pachtgrund-

stück Nr. 009 ein Zweifamilienhaus (Vers.-Nr. 010) und auf den Pacht-

grundstücken Nrn. 011 und 007 zwei weitere Wohnhäuser vorhanden. 

Bei einer Kostenschätzung von Fr. 1'520'000.– für das neue Betriebs-

leiterwohnhaus und den Stall sei das Betriebsleiterwohnhaus aus rein 

landwirtschaftlicher Sicht kaum tragbar, weil dies nur mit einem Erlös 

von Fr. 600'000.– aus einem Baulandverkauf und einer Hypotheken-

erhöhung der Wohnbauten in der Bauzone um Fr. 450'000.– finanziert 

werden könne. Die raumplanungsrechtliche Teilverfügung vom 16. Ja-

nuar 2019 wurde von der Baubewilligungskommission Z.___ dem da-

maligen Vertreter des Rekurrenten zum rechtlichen Gehör zugestellt. 

Gleichzeitig wurde ihm Gelegenheit für eine Stellungnahme innert 

14 Tagen eingeräumt. Von dieser Gelegenheit wurde in der Folge kein 

Gebrauch gemacht. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auszug aus dem Zonenplan 

 

g) Mit Beschluss vom 25. Februar 2019 verweigerte der Gemein-

derat Z.___ daraufhin die Baubewilligung für das Betriebsleiterwohn-

haus. Die raumplanungsrechtliche Teilverfügung vom 16. Januar 2019 

wurde zum integrierenden Bestandteil des abschlägigen Beschlusses 

erklärt. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 65/2020), Seite 5/15 

 

C.  

Gegen diesen Beschluss erhob A.___, vertreten durch lic.iur. Adrian 

Koller, Rechtsanwalt, Bütschwil, mit Schreiben vom 19. März 2019 Re-

kurs beim Baudepartement. Mit Rekursergänzung vom 30. April 2019 

werden folgende Anträge gestellt:  

 
1. Die Verfügung der Vorinstanz vom 25. Februar 2019 

sei aufzuheben und das Baugesuch zur Erstellung ei-
nes Ersatzbaus Betriebsleiterwohnhaus auf Parzelle 
Nr. 001, Grundbuch Z.___, sei zu bewilligen. 

2. Die Vorinstanz sei anzuweisen, sämtliche Vorakten zu 
edieren. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.  

Zur Begründung wird geltend gemacht, das AREG habe zu Recht fest-

gestellt, dass der landwirtschaftliche Betrieb ein landwirtschaftliches 

Gewerbe gemäss Art. 7 des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bo-

denrecht (SR 211.412.11; abgekürzt BGBB) darstelle. Die der land-

wirtschaftlichen Nutzung dienenden Bauten seien grundsätzlich zo-

nenkonform. B.___ sei ausgebildeter Metzger und Landwirt und werde 

den Betrieb zu gegebener Zeit übernehmen. Es bestehe die Möglich-

keit, mit dem Abtausch diverser Grundstücke die landwirtschaftlichen 

Nutzflächen konzentriert um den neuen Standort des bewilligten 

neuen Stalls auf Liegenschaft Nr. 001 zu legen. Weiter sei durch die 

Milchwirtschaft die Anwesenheit des Rekurrenten und – nach der Be-

triebsübergabe – diejenige seines Sohns erforderlich. Die Überwa-

chung vom heutigen Betriebsleiterwohnhaus könne nicht hinreichend 

gewährleistet werden. Ein ständiges Hin- und Herfahren sei nicht zu-

mutbar. Zudem betrage die tatsächliche Distanz 1,7 km, weil die di-

rekte Verbindung mit einem Fahrverbot belegt sei. Nach der Betriebs-

übergabe müsste sein Sohn nach der Gründung einer Familie die Stre-

cke mehrmals täglich zurücklegen, was insbesondere für die Kinder 

viel zu gefährlich sei. Auch die vom Rekurrenten bereits in der dritten 

Generation geführte Lohnbrennerei mit einem zusätzlichen jährlichen 

Einkommen von rund Fr. 5'000.– bis Fr. 6'000.– erfordere eine stän-

dige Überwachung während des Brennvorgangs. Hinzu komme, dass 

die Brennerei Geruchsimmissionen in der näheren Umgebung verur-

sache. Deshalb sei es nicht möglich, die Brennerei weiter in der Wohn-

zone zu führen. 

 

D.  

a) Mit Schreiben vom 22. Mai 2019 verzichtet die Vorinstanz auf 

eine Stellungnahme. 

 

b) Mit Vernehmlassung vom 26. Juni 2019 beantragt das AREG, 

den Rekurs abzuweisen. Zur Begründung wird geltend gemacht, dem 

Rekurrenten und dessen Sohn als künftigem Betriebsinhaber stünden 

bereits im heutigen Betriebszentrum zwei Wohnhäuser und weiteres 

Bauland zur Verfügung. Selbst bei einer Fahrdistanz von 1,7 km könne 

die Fahrt zum neuen Stall über befestigte Strassen und wegen in der 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 65/2020), Seite 6/15 

 

Regel unproblematischer winterlicher Verhältnisse innerhalb von 5 Mi-

nuten zurückgelegt werden. Bereits der heutige Stall mit dem Jungvieh 

auf Grundstück Nr. 007 liege nicht im unmittelbaren Hofbereich. Der 

Rekurrent sei sich auch in Anbetracht der zerstückelten Pachtgrund-

stücke gewohnt, für deren Bewirtschaftung zahlreiche Distanzen zu-

rück zu legen. Gemäss Betriebskonzept werde zuerst der Stall für die 

Milchviehhaltung gebaut und später das Betriebsleiterwohnhaus. Es 

sei somit objektiv möglich, die Milchviehhaltung ohne dauernde Auf-

sicht vor Ort zu betreiben, was überdies mit den heutigen technischen 

Methoden der Stallüberwachung ohne weiteres machbar sei. Zudem 

werde ein Grossteil der Kühe im Sommer zur Alp gebracht, so dass in 

dieser Zeit weniger Arbeits- und Überwachungsaufwand anfalle. Aus-

schliessliche Milchviehhaltung mit einer Nutzfläche von lediglich 

2,5 ha Eigenland und weit verstreutem Pachtland würde in Anbetracht 

sinkender Milchpreise eine wirtschaftliche Unsicherheit darstellen. Zu-

dem werde die arbeitsintensive Betreuung weiterhin durch den im 

AHV-Alter stehenden Rekurrenten erfolgen, derweil dessen Sohn als 

potenzieller Betriebsnachfolger wesentliche Teile seines Einkommens 

mit auswärtiger Tätigkeit erziele. Ob für die wirtschaftliche Weiterent-

wicklung tatsächlich weitere Nutzflächen gepachtet werden könnten, 

werde sich erst zeigen. Bei der Lohnbrennerei handle es sich um einen 

nichtlandwirtschaftlichen Nebenerwerb innerhalb des bestehenden 

Wohnhauses. Sie sei weder Bestandteil des bereits bewilligten Stalls 

noch des geplanten Betriebsleiterwohnhauses. Sie könne mit der heu-

tigen Ablufttechnik weiterhin von der Bauzone aus erfolgen. Mit der 

Baulandreserve bestehe ausserdem die Möglichkeit der örtlichen Neu-

ausrichtung der Lohnbrennerei. 

 

E.  

a) Das Baudepartement führte am 28. Oktober 2019 in Anwesen-

heit der Verfahrensbeteiligten sowie eines Vertreters des AREG, Ab-

teilung Bauen ausserhalb Bauzone, einen Augenschein durch. Hierbei 

wurden die heutigen Betriebsräumlichkeiten an der Köchelgasse und 

der leerstehende Stall für die Jungviehhaltung auf der Liegenschaft 

Nr. 007 besichtigt. Zur heutigen Verbindungsstrasse zur Liegenschaft 

Nr. 001 über die L.___strasse und M.___strasse führte ein Vertreter 

der Vorinstanz aus, man sei zusammen mit den Nachbargemeinden 

daran, die diversen Fahrverbote im Riet zu überarbeiten. Neu sei der 

Zusatz "Zubringerdienst und landwirtschaftlicher Verkehr gestattet" 

vorgesehen. Die amtliche Publikation laufe bereits. 

 

b) Mit Eingabe vom 29. Januar 2020 reicht der Rekurrent, nunmehr 

vertreten durch MLaw Michael Ritter, Rechtsanwalt, Möhlin, eine Stel-

lungnahme zum Augenscheinprotokoll ein. Es wird bemängelt, dass 

die tatsächliche Distanz zwischen dem neuen Betriebsstandort (Stall-

gebäude) und dem aktuellen Wohngebäude am Augenschein nicht be-

gutachtet worden sei. Zudem würden rechtliche Ausführungen zur 

Thematik der Fahrverbote fehlen. Aktuell sei es dem Rekurrenten ver-

wehrt, die direkten Verbindungsstrassen zu benutzen, so dass er ei-

nen Umweg über eine Strecke von 1,6 km zu fahren habe. 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 65/2020), Seite 7/15 

 

c) Nach dem Augenschein teilte die Vorinstanz mit, dass der Bau 

der neuen Scheune auf Grundstück Nr. 001 nach dem Abbruch des 

Weidstalls im Gang sei. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

neue Scheune/Stall auf Grundstück Nr. 001 

 

F.  

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen 

eingegangen. 

Erwägungen  

1.  

1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus 

Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1; 

abgekürzt VRP).  

 

1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 

VRP sind erfüllt. Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP). 

Auf den Rekurs ist einzutreten. 

 

2.  

Der Rekurrent macht zunächst geltend, das AREG habe zu Recht fest-

gestellt, dass ein landwirtschaftliches Gewerbe vorliege, welches nicht 

nur knapp, sondern deutlich über der nach Art. 7 BGBB vorgeschrie-

benen Grenze liege. Mit dem vorgesehenen Abtausch von Grundstü-

cken und der Zupachtung von Grundstücken in der näheren Umge-

bung der zwischenzeitlich im Bau befindlichen neuen Scheune in der 

Gastermatt könne der Betrieb künftig noch weiter ausgebaut und um 

den dortigen Standort konzentriert werden, was mit der Befragung von 

Zeugen bestätigt werden könnte. 

 

Es ist unbestritten, dass der Betrieb des Rekurrenten mit einer Nutz-

fläche von rund 15 ha ein landwirtschaftliches Gewerbe im Sinn von 

Art. 7 BGBB darstellt. Dies ist eine Grundvoraussetzung für die Bewil-

ligung von Wohnbauten in der Landwirtschaftszone. Ob der Rekurrent 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 65/2020), Seite 8/15 

 

oder dessen Sohn zusätzliche Flächen pachten oder eigene Flächen 

mit den als Zeugen offerierten C.___ und D.___ tatsächlich abtau-

schen und dadurch zu weiteren landwirtschaftlichen Nutzflächen im 

Gebiet Y.___ kommen können, ist für dieses Verfahren nicht relevant. 

Vorliegend ist bei der Bewilligungsfähigkeit des Betriebsleiterwohn-

hauses einzig auf den heutigen Bestand an eigenen und gepachteten 

Flächen abzustellen. Mithin erübrigt sich die Befragung der beiden of-

ferierten Zeugen. Das Beweisangebot ist deshalb abzulehnen. 

 

3.  

Zwischen dem Rekurrenten und dem AREG herrscht Uneinigkeit dar-

über, wie gross die tatsächliche Wegdistanz zwischen dem heutigen 

Betriebszentrum an der K.___gasse und der neuen Scheune in der 

Y.___ wäre. Der Rekurrent sieht sich durch Fahrverbote einge-

schränkt, welche einen Umweg und eine Strecke von 1,6 km mit sich 

bringen würden und neuerdings (gemäss Ausführungen in der Ein-

gabe vom 29. Januar 2020) bei einer direkten Wegstrecke und Miss-

achtung der Fahrverbote mit einem Weg von 1,4 km verbunden wäre. 

 

3.1 Zum vornherein stösst der Vorwurf ins Leere, wonach die Weg-

strecke am Augenschein nicht abgefahren wurde. Das AREG ist bei 

seiner Beurteilung von einer Wegstrecke von rund 1 km bzw. 1,1 km 

ausgegangen, wenn hierfür die direkte Verbindung über die 

L.___strasse und M.___strasse benutzt wird. Dies wurde vom Rekur-

renten nie bestritten. Ein Abfahren der Strecke am Augenschein erüb-

rigte sich deshalb, zumal für die Ermittlung der Distanz auch techni-

sche Hilfsmittel zur Verfügung stehen. Eine Suche mit Google Maps 

zeigt, dass mit der direkten Verbindung auf dem Fahrrad eine Strecke 

von 1 km und mit dem vom Rekurrenten angeführten Umweg mit dem 

Auto eine Strecke von 1,4 km bei einer Fahrt vom heutigen Betriebs-

zentrum zur neuen Scheune einhergehen würde. 

 

 

 

 

Auszug aus Google Maps 

 

 

 

 

 

 

Auszug aus Google Maps 

Strecke zu Fuss / mit dem Fahrrad Strecke mit dem Auto 

 

3.2 Eine Auseinandersetzung mit der Frage, ob der Rekurrent bei 

der aktuellen Beschilderung des Fahrverbots mit dem heutigen Zusatz 

"Zubringerdienst gestattet" die L.___strasse und die M.___strasse be-

fahren dürfte, erübrigt sich, weil die von der Vorinstanz am Augen-

schein erwähnte Überarbeitung der diversen Fahrverbote bereits weit 

fortgeschritten ist. So hat die Vorinstanz bereits vor dem Zeitpunkt des 

Augenscheins diverse Verkehrsanordnungen getroffen. Unter ande-

rem wurde für die L.___strasse und die M.___strasse für das Signal 

"Verbot für Motorwagen und Motorräder" neu der Zusatz "Zubringer-

dienst sowie landw. Verkehr gestattet" verfügt. Die öffentliche Auflage 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 65/2020), Seite 9/15 

 

erfolgte am 10. Oktober 2019 mit einer Einsprachefrist bis 25. Oktober 

2019 (https://publikationen.sg.ch/amtliche-publikationen). Der vorma-

lige Vertreter des Rekurrenten wurde nach dem Augenschein zusätz-

lich mit E-Mail vom 6. November 2019 über diese Publikation infor-

miert. Gegen die Verkehrsanordnungen gingen auf dem Gemeindege-

biet von Z.___ keine Einsprachen ein. Es ist damit bloss noch eine 

Frage der Zeit, bis das sich über die Gemeinden Z.___, W.___ und 

V.___ erstreckende Gesamtverkehrskonzept genehmigt wird und der 

Rekurrent für die L.___strasse und M.___bachstrasse von dieser Er-

leichterung profitieren kann. Damit werden die L.___- und die 

M.___strasse für Fahrten offenstehen, soweit diese im Zusammen-

hang mit der Bewirtschaftung des Wieslands und der neuen Scheune 

in der Y.___ stehen. Solche Fahrten sind bei einem signalisierten Zu-

satz "landwirtschaftlicher Verkehr gestattet" nach Art. 87 der eidgenös-

sischen Verkehrsregelnverordnung (SR 741.11) bei einem Fahrverbot 

grundsätzlich erlaubt. 

 

3.3 Eine Strecke von 1,1 km kann mit dem Fahrrad in vier Minuten 

bzw. zu Fuss in einer Viertelstunde zurückgelegt werden. Der Weg 

führt von der K.___gasse über die Kantonsstrasse Z.___ – V.___ und 

die asphaltierten L.___- und M.___strasse. Entgegen den Behauptun-

gen des Rekurrenten ist auf dem Rückweg an die K.___gasse bloss 

ein Höhenunterschied von 30 m zu bewältigen. Eine gute strassen-

mässige Erschliessung zwischen dem heutigen Betriebsgebäude an 

der K.___gasse und dem bewilligten Stall in der Y.___ ist damit ohne 

weiteres vorhanden. Selbst im Winter kann der bewilligte Stall im 

Y.___ innert weniger Minuten erreicht werden, weil die Schneeräu-

mung der L.___- und der M.___strasse sichergestellt ist. 

 

3.4 Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass mit der Bewirt-

schaftung der Scheune und der damit verbundenen Milchviehhaltung 

auf Grundstück Nr. 001 eine Strecke von 1,1 km verbunden wäre, 

wenn diese weiterhin vom heutigen Betriebszentrum an der 

K.___gasse erfolgen würde. 

 

4.  

Im Rekursverfahren ist umstritten, ob das geplante Betriebsleiterwohn-

haus aus betrieblichen Gründen zwingend notwendig und damit an 

seinem vorgesehenen Standort in der Landwirtschaftszone zonenkon-

form ist. 

 

4.1 Wohnbauten waren nach der bis 31. August 2000 geltenden 

Fassung von Art. 16 des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes 

(SR 700; abgekürzt RPG) in der Landwirtschaftszone nur zonenkon-

form, wenn sie hinsichtlich Standort und Ausgestaltung in einer unmit-

telbaren funktionellen Beziehung zu einem Landwirtschafts- oder Gar-

tenbaubetrieb standen und im Hinblick auf die bodenabhängige Nut-

zung des Landes als unentbehrlich erschienen. Die bundesgerichtli- 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 65/2020), Seite 10/15 

 

che Rechtsprechung verlangte, dass der Wohnraum für ein ordnungs-

gemässes, zonenkonformes Bewirtschaften des Bodens ein längeres 

Verweilen am betreffenden Ort erforderte und dieser von der nächst-

gelegenen Wohnzone weit entfernt lag. Das Vorrecht, ausserhalb der 

Bauzone zu wohnen, sollte damit einem relativ engen Personenkreis 

vorbehalten bleiben. Dazu zählten nur Leute, die als Betriebsinhaber 

oder Hilfskräfte unmittelbar in der Landwirtschaft tätig waren und ihre 

Familienangehörigen (BGE 121 II 67 Erw. 3a; 115 Ib 295 Erw. 3a; 113 

Ib 138 Erw. 4d). 

 

Art. 16a RPG umschreibt die Zonenkonformität in der Landwirtschafts-

zone neu. Danach sind in der Landwirtschaftszone Bauten und Anla-

gen zonenkonform, die zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung oder 

für den produzierenden Gartenbau nötig sind. Die vorgenommene Er-

weiterung bezieht sich jedoch nur auf die als zonenkonform anerkann-

ten landwirtschaftlichen Nutzungsformen, die sich jetzt nicht mehr al-

lein auf die bodenabhängige Produktion beschränken. Dagegen sollte 

an den strengen Kriterien, welche die bundesgerichtliche Rechtspre-

chung für die Zonenkonformität von Wohnbauten aufgestellt hatte, 

festgehalten werden (vgl. Botschaft des Bundesrates zu einer Teilre-

vision des Bundesgesetzes über die Raumplanung vom 22. Mai 1996, 

BBl 1996 III S. 533; R. MUGGLI, Kurzkommentar zum Entwurf für eine 

Änderung des Raumplanungsgesetzes vom 20. März 1998, Raum & 

Umwelt 1998, Art. 16a Rz. 4; Urteil des Bundesgerichtes 1A.19/2001 

vom 22. August 2001 Erw. 3b). Davon ging auch der Verordnungsge-

ber beim Erlass der neuen konkretisierenden Norm von Art. 34 Abs. 3 

der eidgenössischen Raumplanungsverordnung (SR 700.1; abgekürzt 

RPV) aus. Danach sind Bauten für den Wohnbedarf in der Landwirt-

schaftszone zonenkonform, wenn sie für den Betrieb des entsprechen-

den landwirtschaftlichen Gewerbes unentbehrlich sind. Das setzt vor-

aus, dass aus betrieblichen Gründen die ständige Anwesenheit der 

bewirtschaftenden Personen erforderlich und die nächste Wohnzone 

weit entfernt und schwer erreichbar ist (BGE 125 III 175 Erw. 2b; 121 

II 307 Erw. 3b, je mit Hinweisen). Art. 34 Abs. 3 RPV kodifiziert die 

bisherige Rechtsprechung, die weiterhin wegleitend sein soll (Urteil 

des Bundesgerichts 1A.78/2006 vom 1. Dezember 2006, Erw. 2.3). 

Wohnraum ausserhalb der Bauzone ist nur zulässig, wenn die Bewirt-

schaftung aus objektiven Gründen nicht von der Bauzone aus möglich 

ist (Urteil des Bundesgerichtes A.179/1987 vom 4. August 1987 

Erw. 3a). 

 

Die Beurteilung der Zonenkonformität hängt somit insbesondere von 

Art und Umfang der betriebsnotwendigen Überwachungsaufgaben, 

von der Distanz zur nächsten Wohnzone sowie von der Frage ab, ob 

das Gewerbe hauptberuflich ausgeübt wird. Ist die Betriebsführung 

auch von einer Wohnzone aus möglich oder verlangen die betriebli-

chen Verhältnisse keine dauernde Anwesenheit, fehlt es am erforder-

lichen sachlichen Bezug des Bauvorhabens zur landwirtschaftlichen 

Produktion (B. WALDMANN/P. HÄNNI, Raumplanungsgesetz, Bern 

2006, N 14 zu Art. 16a). Auf subjektive Vorstellungen und Wünsche 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 65/2020), Seite 11/15 

 

des Einzelnen kann es ebenso wenig ankommen wie auf die persönli-

che Zweckmässigkeit und Bequemlichkeit (BGE 121 II 67 Erw. 3a mit 

Hinweisen; Urteile des Bundesgerichtes 1A.78/2006 vom 1. Dezem-

ber 2006 Erw. 3.3 und 1C.67/2007 vom 20. September 2007 

Erw. 3.1). Die Distanz zur nächstgelegenen Wohnzone bzw. die Zu-

mutbarkeit eines Standorts in der Wohnzone stellt nach konstanter 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein eigenständiges Kriterium für 

die Beurteilung der Zonenkonformität bzw. der Standortgebundenheit 

in der Landwirtschaftszone dar (BGE 123 II 499 Erw. 3b/cc; Urteil des 

Bundesgerichtes 1C.67/2007 vom 20. September 2007 Erw. 3.3). 

 

4.2 Die zwischenzeitlich im Bau befindliche Scheune auf Grund-

stück Nr. 001 ist auf den gut ausgebauten und auch im Winter von 

Schnee geräumten Gemeindestrassen zwar problemlos erreichbar. 

Die Fahrdistanz zu den heutigen beiden Wohnhäusern des Rekurren-

ten und seines Sohns an der K.___gasse liegt mit 1,1 km und einer 

Distanz zur nächsten Wohnzone von rund 900 m aber deutlich über 

der vom Bundesgericht noch als zumutbar bezeichneten Entfernung 

von rund 500 m im Fall der Milchkuhhaltung (Urteil des Bundesgerich-

tes 1A.120/1998 vom 21. Juni 1999 Erw. 2d). In einem etwas anderen 

Entscheid hat das Bundesgericht die Zonenkonformität von neuem 

Wohnraum in der Landwirtschaftszone bei einem Betrieb bejaht, der 

bei einer Entfernung von rund einem Kilometer zum bisherigen Wohn-

haus eine Nutzfläche von 24 ha mit 25 Grossvieheinheiten ausweisen 

konnte (Urteil des Bundesgerichtes 1A.130/2000 vom 16. November 

2000). Insofern ist nicht ersichtlich, weshalb im vorliegenden Fall ein 

Anfahrtsweg von 1,1 km noch zumutbar sein sollte. Bei alledem steht 

die ablehnende Haltung des AREG auch im Widerspruch mit der im 

eigenen Vollzugshandbuch (Bauen ausserhalb Bauzonen in der Fas-

sung vom August 2018) auf Seite 41 wiedergegebenen kantonalen 

Praxis, wonach es für die Haltung von Milchkühen in der Regel ange-

messen und betriebsnotwendig sei, dass der Betriebsleiter in unmittel-

barer Nähe des Stalls wohne. Seine dauernde Anwesenheit auf dem 

Hof sei bei der Milchviehhaltung in der Regel unentbehrlich. Befinde 

sich das bestehende Betriebsleiterwohnhaus allerdings nicht wesent-

lich mehr als 200 m Gehdistanz vom Milchviehstall entfernt in der 

Bauzone oder liege die Bauzone nur in etwa dieser Distanz vom Stall, 

gelte die Entfernung zur Bauzone als derart gering, dass die betriebs-

notwendigen Überwachungsaufgaben ohne weiteres von dort aus 

wahrgenommen werden könnten. 

 

4.3 Die vom AREG gegen die betriebliche Notwendigkeit des Wohn-

hauses beim neuen Stall vorgetragenen Einwendungen vermögen 

deshalb nicht zu überzeugen, weil sich das heutige Betriebszentrum 

bzw. die beiden Wohnhäuser des Rekurrenten und von B.___ an der 

K.___gasse deutlich ausserhalb der bei einer Milchviehhaltung noch 

zumutbaren Distanz befinden. Weiter kann dem Rekurrenten nicht ent-

gegengehalten werden, er zeige mit der im Betriebskonzept vorgese-

henen, zeitlich vorgezogenen Erstellung der Scheune auf Grundstück 

Nr. 001 und der erst auf einen späteren Zeitpunkt hin vorgesehenen 

Erstellung des Betriebsleiterwohnhauses auf Grundstück Nr. 001 

 

 

 

 

 

 
 
 

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selbst auf, dass die Bewirtschaftung vom 1,1 km entfernten Betriebs-

zentrum zumindest vorläufig zumutbar sei. Im Betriebskonzept wurde 

nämlich ebenfalls dargelegt, nur durch die Mithilfe des Rekurrenten 

nach Erreichung des AHV-Alters sei es möglich, nach der Erstellung 

der Scheune das für das neue Betriebsleiterwohnhaus notwendige Ei-

genkapital zu erwirtschaften. Eine Anerkennung der Zumutbarkeit ei-

ner langfristigen Bewirtschaftung der neuen Scheune vom heutigen 

Betriebszentrum an der K.___gasse aus kann dem Rekurrenten unter 

diesen Umständen nicht entgegengehalten werden. Vielmehr scheint 

er diesen Zeit- und Fahraufwand bloss vorübergehend in Kauf nehmen 

zu wollen. 

 

4.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass eine betriebliche Notwen-

digkeit für die Erstellung eines Betriebsleiterwohnhauses in unmittel-

barer Nähe der nun im Bau befindlichen Scheune auf Grundstück 

Nr. 001 grundsätzlich gegeben wäre. 

 

5.  

Im vorinstanzlichen Verfahren wurde indessen offengelassen, ob der 

Landwirtschaftsbetrieb langfristig existenzfähig bzw. die Erstellung ei-

nes neuen Betriebsleiterwohnhauses überhaupt tragbar ist. 

 

5.1 Für die Erstellung von Wohnbauten in der Landwirtschaftszone 

setzt die Zonenkonformität voraus, dass der Betrieb voraussichtlich 

längerfristig bestehen kann (Art. 34 Abs. 4 Bst. c RPV). Die betriebli-

che Existenz muss längerfristig gesichert sein, um zu vermeiden, dass 

unnötige Bauten bewilligt werden, die nach kurzer Zeit wieder leer ste-

hen. Daher ist es notwendig, dass der Gesuchsteller ein Betriebskon-

zept vorlegt (Urteil des Bundesgerichtes 1A.177/2003 vom 22. Okto-

ber 2003). Daraus erhellt, dass in der Landwirtschaftszone die Ertei-

lung einer Baubewilligung nicht nur projekt-, sondern auch personen-

bezogen ist, weil das erwähnte Kriterium der Notwendigkeit nur im Zu-

sammenhang mit dem künftigen Nutzer respektive dessen Betrieb be-

urteilt werden kann. 

 

5.2 Nach dem Betriebskonzept soll die Arbeit im Betrieb noch für 

geraume (und ungewisse Zeit) zur Hauptsache durch den Rekurrenten 

erbracht werden. Es liegt in der Natur der Sache, dass der heute be-

reits im AHV-Alter stehende Rekurrent diese Arbeitsleistung nur noch 

einige Jahre wird erbringen können. Alsdann soll sein Sohn B.___ den 

Betrieb übernehmen und die hierfür notwendige Arbeitsleistung erbrin-

gen. Mithin gilt es in Bezug auf B.___ als künftigem Nutzer des Be-

triebsleiterwohnhauses zu beurteilen, ob er mit seiner künftigen land-

wirtschaftlichen Tätigkeit über ein existenzsicherndes Einkommen ver-

fügen wird, um die Investitionen in die bereits errichtete Scheune auf 

Grundstück Nr. 001 und das geplante Betriebsleiterwohnhaus aus 

dem landwirtschaftlichen Einkommen tilgen zu können. Nach Angaben 

des Rekurrenten vom 12. Oktober 2016 sollen die Gesamtanlagekos-

ten von ca. Fr. 1'520'000.– mit Baulandverkauf (Fr. 500'000.–), einem 

 

 

 

 

 

 
 
 

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Baukredit (Fr. 550'000.–), Eigenleistungen (Fr. 150'000.–), Eigenmit-

teln (Fr. 200'000.–) und einer Restfinanzierung aus dem Betriebskonto 

(Fr. 120'000.–) finanziert werden.  

 

5.3 In den Vorakten befindet sich nur ein Revisionsbericht der X.___ 

vom 2. August 2017 mit einer Gegenüberstellung der Bilanz und Er-

folgsrechnung der beiden Betriebsjahre 2015 und 2016 sowie ein Be-

triebsvorschlag des Landwirtschaftlichen Zentrums SG, Kaltbrunn, 

vom 28. August 2017, für das Betriebsjahr 2018. Zahlenangaben zur 

Ertragssituation und zur Rentabilität der neuen Scheune in Kombina-

tion mit dem geplanten Betriebsleiterwohnhaus auf Grundstück 

Nr. 001 sind darin jedoch nicht enthalten. Ob und inwieweit der in der 

Vergangenheit erwirtschaftete Betriebserfolg auch noch für das heute 

umstrittene Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von rund 

Fr. 1'520'000.– relevant ist, ergibt sich aus den Akten indessen nicht. 

Weder in den Vorakten noch in der raumplanungsrechtlichen Teilver-

fügung finden sich Anhaltspunkte, dass die Wirtschaftlichkeit vom 

AREG im Detail untersucht worden wäre. Hierfür wären auch die mit 

der bewilligten Scheune und der damit einhergehenden Milchviehhal-

tung zu erwartenden Einnahmen zu berücksichtigen. Stattdessen 

wurde lediglich festgehalten, dass ein Betriebsleiterwohnhaus aus rein 

landwirtschaftlicher Sicht kaum tragbar sei. 

 

5.4 Somit ergibt sich, dass die Bewilligung des Betriebsleiterwohn-

hauses ohne vorherige Prüfung der Wirtschaftlichkeit und nur wegen 

der fehlenden betrieblichen Notwendigkeit bzw. der angeblich zu ge-

ringen Distanz zu den heutigen Wohnhäusern an der K.___gasse ver-

weigert wurde. 

 

6.  

Nachdem der rechtserhebliche Sachverhalt nicht vollständig ermittelt 

wurde, kann die Vorinstanz nicht zur Erteilung der Baubewilligung an-

gehalten werden. Es ist deshalb zu prüfen, ob die vollständige Sach-

verhaltsabklärung nun von der Rekursinstanz nachzuholen ist. 

 

6.1 Die Rekursinstanz kann die Sache zu neuer Entscheidung an 

die Vorinstanz zurückweisen (Art. 56 Abs. 2 VRP). Eine Rückweisung 

ist dann geboten, wenn der angefochtene Verwaltungsakt mit formel-

len Mängeln behaftet ist und diese im Rechtsmittelverfahren nicht ge-

heilt werden können. Ferner ist die neue Verfügung auch dann der 

Vorinstanz zu überlassen, wenn ausgesprochene Ermessensfragen 

zu entscheiden sind. Schliesslich drängt sich die Rückweisung auf, 

wenn die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt nur ungenü-

gend ermittelt hat oder im Verfahren umfangreiche Nova vorgebracht 

worden sind, so dass weitere Abklärungen und Beweiserhebungen nö-

tig werden, die vorzunehmen die Vorinstanz aus personellen, fachli-

chen oder anderen Gründen allenfalls besser in der Lage ist 

(CAVELTI/VÖGELI, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.Gallen, 

St.Gallen 2003, N 1029 ff.; BDE Nr. 62/2013 vom 9. Oktober 2013 

Erw. 3.2). 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

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6.2 Im vorliegenden Fall wird der Rekurrent bei der Sachverhaltsab-

klärung mitzuwirken und namentlich sein Betriebskonzept massge-

blich zu präzisieren und zu ergänzen haben. Eine Aufhebung des an-

gefochtenen Beschlusses und eine Rückweisung zur Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes drängt sich deshalb auf. Der Rekurs 

ist im Sinn der Erwägungen gutzuheissen und die Angelegenheit we-

gen mangelhafter Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen. Dementsprechend sind der angefochtene Beschluss der Vor- 

instanz vom 25. Februar 2019 und die Teilverfügung des AREG vom 

16. Januar 2019 aufzuheben. 

 

7.  

7.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die 

Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen 

werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'600.– (Nr. 20.13.01 des 

Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung, 

sGS 821.5).  

 

7.2 Wird in einem Rechtsmittelverfahren gegen die Verweigerung 

einer Bewilligung nicht nur die Aufhebung des angefochtenen Ent-

scheids, sondern auch die Erteilung der Bewilligung bzw. die Rückwei-

sung zur Erteilung der Bewilligung beantragt, so obsiegt der Rechts-

mittelkläger nur teilweise, wenn der Entscheid wegen mangelnder 

Sachverhaltsabklärung aufgehoben und an die Vorinstanz zurückge-

wiesen wird (R. HIRT, Die Regelung der Kosten nach st.gallischem 

Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St.Gallen 2004, S. 98). Weil 

der Rekurrent neben der Aufhebung der Verfügung vom 25. Februar 

2019 auch die Erteilung der Bewilligung für das geplante Betriebs-

leiterwohnhaus beantragt hat, diese Bewilligung mit dem Rekursent-

scheid aber nicht ausgesprochen wird, rechtfertigt sich eine Überbin-

dung der amtlichen Kosten im Umfang von Fr. 1'800.– auf den Rekur-

renten. Der Restbetrag von Fr. 1'800.– ist der Vorinstanz aufzuerle-

gen. Auf die Erhebung des Kostenanteils der Vorinstanz wird in An-

wendung von Art. 95 Abs. 3 VRP verzichtet. 

 

7.3 Der von B.___ und E.___ am 28. März 2019 geleistete Kosten-

vorschuss von Fr. 1'800.– ist zu verrechnen. 

 

8.  

Der Rekurrent stellt ein Begehren um Ersatz der ausseramtlichen Kos-

ten. 

 

8.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt, 

soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-

messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-

digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-

liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung 

(Art. 98ter VRP). 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 65/2020), Seite 15/15 

 

8.2 Weil der Rekurrent mit seinen Anträgen teilweise obsiegt und 

das Verfahren zudem in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwie-

rigkeiten bot, die den Beizug eines Rechtsvertreters rechtfertigen, be-

steht grundsätzlich Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung 

(Art. 98bis VRP). Weil keine Kostennote vorliegt, ist die anteilmässige 

ausseramtliche Entschädigung in Anwendung von Art. 6 in Verbindung 

mit Art. 22 der Honorarordnung (sGS 963.75) ermessensweise auf 

Fr. 1'600.– festzulegen. Sie ist von der Vorinstanz zu bezahlen (siehe 

hierzu VerwGE B 171/1996 vom 12. Juni 1997). 

Entscheid 

1.  

a) Der Rekurs von A.___ wird im Sinn der Erwägungen teilweise 

gutgeheissen und die Angelegenheit wegen mangelhafter 

Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

 

b) Der Beschluss des Gemeinderates Z.___ vom 25. Februar 2019 

und die raumplanungsrechtliche Teilverfügung vom 16. Januar 2019 

werden aufgehoben. 

 

2.  

a) A.___ bezahlt eine Entscheidgebühr von Fr. 1'800.–. 

 

b) Der am 28. März 2019 von B.___ und E.___ geleistete Kosten-

vorschuss von Fr. 1'800.– wird verrechnet. 

 

c) Auf die Erhebung der amtlichen Kosten in der Höhe von 

Fr. 1'800.– bei der Politischen Gemeinde Z.___ wird verzichtet. 

 

3.  

Das Begehren von A.___ um Ersatz der ausseramtlichen Kosten wird 

teilweise gutgeheissen. Die Politische Gemeinde Z.___ hat A.___ mit 

Fr. 1'600.– ausseramtlich zu entschädigen. 

 

 

Die Vorsteherin 

 

 

 

Susanne Hartmann 

Regierungsrätin 

	Publikationsplattform
	Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden
	BDE 2020 Nr. 65
	Art. 56 Abs. 2 VRP, Art. 16a RPG, Art. 34 RPV, Art. 7 BGBB. Ein Anfahrtsweg von 1,1 km (Gehdistanz) spricht nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und der kantonalen Praxis des AREG für die betriebliche Notwendigkeit eines Betriebsleiterwohnhauses in der Nähe der für eine Milchviehhaltung bereits bewilligten Scheune in der Landwirtschaftszone (Erw. 4). Weil die verweigerte Zustimmung zum Betriebsleiterwohnhaus nur wegen der fehlenden betrieblichen Notwendigkeit bzw. zu geringen Distanz ohne vorherige Prüfung der Wirtschaftlichkeit ergangen war, wurde die verweigerte Baubewilligung und die raumplanungsrechtliche Teilverfügung aufgehoben und die Angelegenheit wegen mangelhafter Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückgewiesen (Erw. 5 und 6).