# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 302db415-c853-5a40-ba0d-91e6efb60c29
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-12-31
**Language:** de
**Title:** Anwendungsfall: Revision; unterschiedliche Beurteilung eine im Wesentlichen unverändert gebliebenene Gesundheitszustandes, daher keine Veränderung der Arbeitsfähigkeit, , jedoch eine Veränderung bezüglich der Einschränkungen im Haushalt, Abweisung
**Docket/Reference:** IV.2012.00432
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.00432.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.00432
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Hertli-Wanner
Urteil
vom
31. Dezember 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Cordula
Spörri
Zollikerstrasse
20, Postfach 1568, 8032 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1964 geborene
X.___
ist seit
2010
geschieden
(
Urk.
8/131)
und Mutter von zwei 1995 und 1997 geborenen Kindern
(
Urk.
8/46/1)
.
Sie absol
vierte eine Bürolehre und arbeitete zu
letzt als
Selbständigerwerbende
im Sekretariatsservice, wobei sie überw
iegend
Arbeiten für die Firma ihres
Ex-Mannes, die Einzelunternehmung
Y.___
, ausführte
(
Urk.
8/
14/4, 8/18/3 ff.
)
.
Am
6.
Mai 1992 zog sie sich bei einem Verkehrsunfall
eine Distorsion der
Halswir
belsäule
, eine Commotio cerebri und eventuell eine
Contusio
spinalis
zu und leidet als Folge davon an einem chronischen
zervi
c
ozephale
n
und
zervi
c
o
bra
chialen
Syndrom (
Urk.
8/
10
).
Am 1
5.
März 1996 meldete sie sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum
Renten
bezug an (
Urk.
8/
14
). Die IV-Stelle verneinte
mit Verfügung vom
2
9.
März 1996
einen Rentenanspruch der Versicherten (
Urk.
8/39 f.
).
Auf Beschwerde
hin
hob das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
d
ie Verfügung vom 2
9.
März
1996
mit Urteil vom
6.
April 2000 auf
und
hielt fest,
dass die Versicherte ab
1.
März 1995
aufgrund eines Invaliditätsgrades von 43
%
Anspruch auf eine
V
iertelsrente
habe
(IV.1998.00294,
Urk.
8/46).
1.2
Anlässlich eines von Amtes wegen im April 2001 eröffneten
Revisionsverfah
rens
(
Urk.
8/60) teilte die IV-Stelle der
Versicherten nach getätigten Abklärun
gen (
Urk.
8/65 ff.) mit Mitteilung vom
2
5.
September 2001
mit, dass sie Anspruch auf eine unveränderte Invalidenrente habe
(
Urk.
8/78)
.
1.3
Im September 2004 leitete die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren ein (
Urk.
8/87). Nach durchgeführten Abklärungen (
Urk.
8/88 f.) teilte die IV-Stelle mit Mitteilung vom 2
2.
September 2004 mit, dass die Versicherte Anspruch auf eine unveränderte Invalidenrente habe (
Urk.
8/91).
1.4
Anlässlich eines weiteren im Februar 2008 eröffneten Revisionsverfahrens (
Urk.
8/96 f.) nahm die IV-Stelle erwerbliche (
Urk.
8/99) und medizinische (
Urk.
8/114 und 116) Abklärungen vor.
Ferner gab sie das am
8.
Februar 2010 erstattete
tridisziplinäre
Gutachten des
Z.___
(
Z.___
,
A.___
;
Urk.
8/120)
, welches mit Schreiben vom
7.
April 2010 (
Urk.
8/123) ergänzt wurde,
in Auftrag (Urk. 8/
108
)
.
Weiter ver
anlasste sie eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, welche am 1
6.
Juni 2011 durchgeführt wurde (Abklärungsbericht vom
1.
Juli 2011;
Urk.
8/134).
Mit Vorbescheid vom 2
3.
November 2011
stellte die IV-Stelle der Versicherten aufgrund eines Invaliditätsgrades von nunmehr 31
%
die Aufhebung der Invaliden
rente
in
Aussicht
(
Urk.
8/139). Nach einem Ein
wand der Rechtsvertreterin der Versicherten (
Urk.
8/146) entschied die IV-Stelle mit Verfügung vom
6.
März 2012 wie im Vorbescheid angekündigt
(
Urk.
2)
.
2.
Dagegen liess die Versicherte am 2
3.
April 2012 Beschwerde erheben (
Urk.
1). Sie liess beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine halbe In
validenrente zuzusprechen, eventuell sei ihr weiterhin eine
Viertelsrente
zu
zusprechen. Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
9.
Mai 2012 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5). Mit Eingabe vom
8.
Juni 2012 liess die Versicherte mitteilen, dass ihre ältere Tochter aus der mütterlichen Wohnung ausgezogen sei und die jüngere Tochter eine Lehre begonnen habe (
Urk.
8). Die IV-Stelle teilte ihren Verzicht auf eine Stellungnahme mit Schreiben vom
2.
Juli 2012 mit
(
Urk.
11)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
G
emäss
Art.
28
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent An
spruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Pro
zent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente.
1.
2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig
sind
, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der An
teil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige d
er Tätigkeit im Aufgabenbereich
ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beein
trächtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten
Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhält
nisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvali
di
täten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
bezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG)
. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Eine
unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im We
sentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähig
keit stellt für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechts
konformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesge
richts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.
4
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des
Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil ei
nes Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tä
tigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
2.
2.1
Die IV-Stelle hob in ihrer Verfügung vom
6.
März 2012 (
Urk.
2) die
Viertels
rente
der Beschwerdeführerin auf das Ende
des
der Zustellung der Verfügung folgenden Monates
aufgrund eines Invaliditätsgrades von 31
%
auf. Der ge
sundheitliche Zustand der Beschwerdeführerin wie auch die Qualifikation (30
%
Erwerbsbereich / 70
%
Haushaltsbereich) hätten sich dabei nicht verändert. Än
derungen hätten sich
in der Einschränkung im Haushaltsbereich ergeben, wel
che nun noch 23.5
%
betrage.
Die Beschwerde
führerin
lässt dagegen zusammenfassend geltend machen (
Urk.
1),
dass sie
ohne Unfall
heute
zu 100
%
erwerbstätig wäre. Ihre Kinder seien bereits 17 und 15 Jahre alt und benötigten tagsüber keine Betreuung meh
r. Ausserdem lebe sie
seit 2005 von ihrem Ehemann getrennt u
nd könnte ein zusätzliches Einkommen gut gebrauchen.
Auch die Haushaltssituation
habe sich nicht verändert.
2.2
Vergleichsbasis für die Frage, ob eine wesentliche Änderung des Sachverhalts stattgefunden hat, sind die Verhältnisse des nach der erstmaligen Anmeldung vom
1
5.
März 1996 (
Urk.
8/14/6)
und
nach dem Urteil des
Sozialversicherungs
gerichts
vom
6.
April 2000 (
Urk.
8/46)
mit Verfügung
en
vom
1
0.
Oktober 2000 (
Urk.
8/
53 f.) und vom 1
0.
November 200
0 (
Urk.
8/55 f.)
mit der
Zusprache
ei
ner
Viertelsrente
abgeschl
ossenen Verfahrens.
Anlässlich der Revision im Jahre 2001, deren Abschluss durch die Mitteilung vom 2
5.
September 2001 (
Urk.
8/78) erfolgte, wurde einzig ein
kurzer
Verlaufsbericht von
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für
Allgemeine
Innere Medizin
,
(
Urk.
8/69)
eingeholt und weitere Arztberichte (
Urk.
8/70 f.), welche aus der Zeit kurz nach dem Unfall datieren und damit über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin vor der ursprünglichen
Rentenzusprache
Auskunft geben. Damit wurde keine voll
ständige Sachverhaltsabklärung durchgeführt.
Das
G
leiche gilt auch für die im Jahre 2004 durchgeführte Revision, anlässlich welcher einzig ein kurzes Schrei
ben von
Dr.
med.
C.___
,
Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation
sowie Rheumatologie
,
eingeholt wurde (
Urk.
8/89).
3
.
Das Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom
6.
April 2000 (
Urk.
8/46), mit welchem dieses die Verfügung vom
2
9.
März 1996
abgeändert hatte (
Urk.
8/
40
), ging von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit aus. Das Gericht stellte dabei auf die Berichte
von
Dr.
med.
D.___
vom
8.
März 1994
(
Urk.
8/
9 f.
= 8/70/35 ff.
)
,
Dr.
med.
B.___
vom
2
9.
November 1996
(
Urk.
8/
46/2, 7 f.)
und
Dr.
med.
E.___
vom
1
4.
Oktober 1996
(
Urk.
8/
70/31 ff.
)
ab. Diesen sind im Wesent
lichen die folgenden Diagnosen zu entnehmen: C
hronische
s
zervi
c
ozephales
und
zervi
c
obrachiales
Schmerzsyndrom bei einem Status nach Commotio cerebri, ein Schleu
d
ertraum
a
der Halswirbelsäule und wahrscheinlich eine
Contusio
spinalis
.
Im Zusammenhang mit dem
im Jahre 2008 eingeleiteten und mit Verfügung vom
6.
März 2012 (
Urk.
2) abgeschlossenen Rentenrevisionsverfahren wurde insbesondere eine
tridisziplinäre
Begutachtung beim
Z.___
in Auftrag gegeben (
Urk.
8/
108
). Im Gutachten vom
8.
Februar 2010 (
Urk.
8/120)
wurden die Re
sultate der neurologischen, neuropsychologischen und rheumatologischen Un
tersuchungen dargestellt und anschliessen
d
d
ie folgenden Diagnosen gestellt
:
C
hronisches
zer
vic
o-spondylogenes
und intermittierendes
zervi
c
ozephales
Schmerzsyndrom und
Periathropat
hia
humerus
scapularis
links
. Anders als die Ärzte anlässlich der
erstmaligen
Rentenzusprache
attestierten sie der Beschwer
deführerin in ihrer angestammten Tätigkeit
als Sekretärin
eine 70%ige Arbeits
fähigkeit
und in einer angepassten leichten Arbeitstätigkeit eine 80%ige Ar
beitsfähigkeit. Eine schwere Verweistätigkeit sei nicht zumutbar. In ihrer Ergänzung zum Gutachten vom
7.
April 2010 (
Urk.
8/123) führten
Dr.
med.
F.___
und
Dr.
med.
G.___
aus, dass davon ausgegangen werden könne,
dass es nach dem Unfall zwischen Mai 1992 und
bis spätestens
1994 zu einer Ver
besserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin mit nachfol
gender Stabilisierung ihres Gesundheitszustandes auf dem aktuellen Niveau ge
kommen sei.
Daraufhin hielt der Rechtsdienst der IV-Stelle in einer Stellungnahme vom 3
0.
Dezemb
er 2010 (
Urk.
8/140) fest, dass
seit der rechtskräftigen Beurteilung des Sozialversicherungsgerichts durch das Urteil vom
6.
April 2000 keine Ver
besserung des Gesundheitszustandes eingetreten sei, sondern einzig eine andere Einschätzung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitszustandes vorliege. Ein Revisionsgrund gemäss
Art.
17 ATSG sei bezüglich der medizini
schen Voraussetzungen nicht gegeben.
Entsprechend dieser Beurteilung hielt die IV-Stelle in der Verf
ü
gung vom
6.
März 2012 (
Urk.
2)
weiterhin eine
„
Einschränkung der Erwerbsfähigkeit von 50
%
“
fest.
Der medizinische Sachverhalt blieb
von der Beschwerdeführerin
un
bestritten (
Urk.
1 S. 3).
Aufgrund der Akten ist daher erstellt, dass die Be
schwerdeführerin im erwerblichen Bereich w
eiterhin zu 50
%
arbeitsunfähig
ist.
4.
4.1
Zu klären ist zunächst die Qualifikation der Beschwerdeführerin.
Die IV-Stelle stützte ihre Beurteilung hauptsächlich auf den Abklärungsbericht vom 1
6.
Juni 2011 (
Urk.
8/136) und qualifizierte die Beschwerdeführerin als Teilerwerbstätige (
Urk.
2). Sie hielt fest, dass davon ausgegangen werden könne, dass die Be
schwerdeführerin bei voller Gesundheit, wie schon im ursprünglichen Entscheid, im Umfang von 30
%
einer Erwerbstätigkeit nachgehen und sich im restlichen Umfang von 70
%
im Aufgabenbereich des Haushaltes betätigen würde.
Dies wurde von der Beschwerdeführerin bestritten, welche geltend machte, dass sie bei Gesundheit eine 100%ige Erwerbstätigkeit ausüben würde, da sie nun seit dem 3
0.
November 2010 geschieden sei und ihre Töchter 15 und 17 Jahre alt seien (
Urk.
1 S. 4).
4.2
Die Beschwerdeführerin erklärte
am 1
6.
Juni 2011
anlässlich der Abklärung vor Ort (
Urk.
8/
136), dass sie seit dem 1
8.
Januar 2011 geschieden sei, jedoch schon seit 2005 getrennt von ihrem Mann lebe. Unterh
altszahlungen bekomme sie keine. Sie besitze ein Mehrfamilienhaus mit 12 Wohnparteien und ein Ferien
ha
us in
H.___
und
lebe von deren Ertrag
sowie
von ihrem Vermögen.
Die 17jährige Tochter habe die Lehre abgebrochen und sei auf der Suche nach einer neuen Lehrstelle, während die jüngere 15jährige Tochter die Schule besuche. Die
Beschwerdeführerin
hat weiter
zu ihrer finanziellen Situation ausgeführt, dass die Liegenschaft nicht belastet sei und die Bruttomieteinnahmen bei ungefähr
Fr.
240‘000.-- jährlich lägen.
Anlässlich der Abklärung hat
die Versicherte
gemäss dem Abklärungsbericht
bezüglich einer Erwerbstätigkeit ohne Behinderung betont, dass sie
„
zu min
destens 150
%
ausgelastet sei
“
mit der Aufgabe als Familienfrau, da sie zwei pubertierende Töchter zu betreuen habe. Mit
ebenso grosser Bestimmtheit hatte
sie
gegenüber der Abklärungsperson
angegeben, dass sie bei guter Gesundheit „Vollgas“
gegeben hätte. Ihr eigenes Geschäft, welches vor dem Unfall bereits mehr als 100
%
Arbeitszeit gefordert habe, hätte sie weiter ausgebaut und sich um die Liegenschaftsverwaltung gekümmert.
Bei guter Gesundheit wäre sie we
der Hausfrau noch Mutter geworden
.
4.3
Bei der Qualifikation einer versicherten Person als erwerbstätige oder nicht er
werbstätige Person sind immer die gesamten persönlichen Umstände des Ein
zelfalles zu berücksichtigen. Massgebend ist
dabei
einzig, ob die versic
herte Person im Gesundheitsfall
bei ansonsten unveränderten Verhältnissen erwerbs
tätig wäre oder nicht.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin spielt es deshalb keine Rolle, ob sie vor dem Unfall je beabsichtigte
,
Kinder zu haben oder nicht.
Bereits im Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom
6.
April 2000 (
Urk.
8/46/6) wurde dazu ausgeführt, dass der Umstand, dass die Beschwerde
führerin seit Februar 1995 und seit November 1997 Mutter zweier Kinder sei, als Gegebenheit der dem Statusentscheid zugrunde zu legende konkrete
Le
benssituation
, wie sie sich im zu beurteilenden Zeitraum präsentierte, zu be
trachten sei. Daran ändert sich auch im
nun zu beurteilenden
Revisionszeit
punkt
nichts,
weshalb
auf die gegebene familiäre Situation abzustellen und davon auszugehen
ist
, dass die Beschwerdeführerin auch ohne
krankheitsbe
dingte
Einschränkungen Mutter zweier Kinder geworden wäre
.
Die Beschwerdeführerin
machte
im Abklärungsbericht vom
1.
Juli 2011 einer
seits
geltend, ihre familiären Aufgaben seien sehr intensiv und erforderten volle Präsenz
und
erklärte
andererseits
, dass sie im Gesundheitsf
all zu 100
%
erwerbstätig wäre. Denn i
m Gesundheitsfall
hätte sie keine Kinder
und dieser Aufgabenbereich
würde
daher
wegfallen
.
Wie bereits ausgeführt, sind die Kin
der als Gegebenheit
sowohl im Gesundheits- als auch im Krankheitsfall
zu be
trachten. Deshalb kann nicht
davon ausgegangen werden, dass die Beschwer
deführerin bei guter Gesundheit 100
%
arbeit
en würde. Sie hat diesbezüglich nichts vorgebracht,
sondern
nur klar
ausgeführt, dass ihre Töchter sie zu 150
%
beanspruchten.
Es kann daher aufgrund der Abklärung vor Ort nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin ihr Arbeitspensum
im
Ge
sundheitsfall
und bei sonst unveränderten Umständen erhöht hätte
.
Wenn
die Beschwerdeführerin nun in der Beschwerdeschrift geltend machte, sie würde
im Gesundheitsfall
ein volles Arbeitspensum ausüben
,
ist darauf hinzu
weisen, dass die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussage
n
der ersten Stunde“ abstellen, denen in beweismässiger Hin
sicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder an
derer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 1a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Die Beschwerdeführerin führte anlässlich der Erstellung des
Abklä
rungs
berichtes
glaubhaft
und mit
Überzeugung
aus, dass sie dann
und nur dann
ein 100%-Pensum ausgeübt hätte, wenn sie nicht Mutter gewo
rden wäre. Darauf ist abzustellen.
Weiter finden sich i
m Abklärungsbericht keine Hinweise dafür, dass die Beschwer
deführerin aus finanzie
llen Gründen im Gesundheitsfall
gezwungen gewesen wäre, mehr als 30
%
zu arbeiten. Sie machte diesbezüglich
auch
nichts geltend
.
Es ist jedoch
erstellt, dass sie einen Bruttomietzinsertrag von jährlich
Fr.
240‘000.--
erzielt
.
Die von der Abklärungsperson vorgenommene und von der IV-Stelle über
nommene Qualifikation mit einem Anteil im Erwerbsbereich von 30
%
und einem Anteil im Aufgabenbereich von 70
%
ist deshalb zu bestätigen.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin
ging
in ihrer Verfügung vom
6.
März 2012
zudem davon aus
(
Urk.
2), dass sich die Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Haushalt im Vergleich zur ursprünglichen
Rentenzusprache
erheblich verändert hätten. Die Beschwerdeführerin sei
nur noch
zu 23.50
%
und nicht
mehr
zu 40
%
eingeschränkt.
Die Beschwerdeführerin stellte sich
dagegen
auf den Standpunkt (
Urk.
1 S. 6 f.), dass anlässlich der Abklärung vom
1.
Juli 2011 keine wesentliche Veränderung zur früheren Abklärung vom 1
4.
August 1997
bestehe
. Insbesondere beim
„
Ein
kauf
“
, bei der
„
Betreuung der Kinder
“
und bei
„
Verschiedenem
“
sei die verän
derte Einschätzung der Abklärungsperson nicht begründet.
5
.2
Anlässlich des Abklärungsberichts Haushalt vom 1
4.
August 1997 (Erhebung am 1
2.
August 1997;
Urk.
8/24) ermittelte die Abklärungsperson insgesamt eine Einschränkung von 40
%
. Davon entfielen
9
%
auf die
„
Ernährung
“
und
10
%
auf die
„
Wohnungspflege
“
. Die 2
%
, welche auf den
„
Einkauf und weitere Be
sorgungen
“
entfielen, entstünden dadurch, dass es der Beschwerdeführerin nicht möglich sei, die mit dem Auto getätigten Einkäufe in die Wohnung hochzutra
gen.
Da sie nicht mehr als 8 kg
tragen könne, müsse sie das Einkaufsgut in Etappen hochtragen oder sich dabei helfen lassen. Auf die
„
Wäsche und die Kleiderpflege
“
entfielen 6
%
der Einschränkung. Was den Bereich
„
Be
treuung von Kindern oder andere
Familienangehörige
n
“
betreffe, sei darauf hinzuwei
sen, dass die Beschwerdeführerin die Grundpflege ihrer zweijährigen Tochter, wie An- und Auskleiden, Körperpflege und Wickeln, wenn auch mit einiger Mühe, selber durchführen könne. Sie sei jedoch nicht in der Lage
,
sie für län
gere Zeit zu tragen
,
mit ihr
h
erumzutollen oder aktiv mit ihr zu spielen. Die Einschränkung von 8
%
bei
„
Verschiedenem
“
ergebe sich daraus, dass die Be
schwerdeführerin vor dem Unfall in der Liegenschaft Reparatur- und
Renovati
onsarbeiten
ausgeführt habe,
welche sie jetzt auswärts geben müsse. Ausserdem
habe sie ihren Gemüsegarten
aufgeben müssen
und könne nicht mehr Rasen
mähen.
5
.3
Im Abklärungsbericht Haushalt vom
1.
Juli 2011 (Erhebung am 1
6.
Juni 2011;
Urk.
8/134) stellte die Abklärungsperson insgesamt eine Einschränkung im Haushalt von 23.50
%
fest. Bei der
„
Ernährung
“
ermittelte
sie
eine Einschrän
kung von 7.50
%
, bei der
„
Wohnungspflege
“
eine solche von 12
%
. Zum Be
reich
„
Einkauf und weitere Besorgungen
“
führte sie aus, dass die Beschwerde
führerin drei- bis viermal wöchentlich zum Einkauf fahre. Kleineinkäufe würden auch einmal die Kinder übernehmen. Die Einschränkung bei der
„
Wäsche und Kleiderpflege
“
bezifferte die Abklärungsperson
auf 4
%
. Zur
„
Betreuung von Kindern oder anderen Familienangehörigen
“
führte sie aus, dass die Beschwer
deführerin die altersgerechte Betreuung der Töchter als sehr intensiv empfinde. Vom Kindsvater habe sie keinerlei Unterstützung zu erwarten, die Kinder gin
gen den
n
auch nicht zu ihm. Sie sei
betreffend Kinderbetreuung
völlig auf sich alleine gestellt. Daraufhin führte die Abklärungsperson aus, dass die Beschwer
deführerin in diesem Bereich nicht mehr eingeschränkt sei.
Bezüglich des Be
reichs
„
Verschiedenes
“
hielt die Abklärungsperson fest, dass die Beschwerde
führerin bei der Pflanzenpflege selbständig sei. Ihren Garten vermisse die Beschwerdeführerin noch
immer
. Zu den Haustieren schauten aus
schliesslich die Kinder, da sie jene
gewollt hätten.
5.4
Aufgrund des Abklärungsberichtes und der Situation der Beschwerdeführerin leuchtet es ein
, dass
sie
im Haushalt im Vergleich zur Beurteilung im Jahre 1997 weniger eingeschränkt ist.
Dies
kommt daher
, dass die Kinder der Beschwerdeführeri
n
im Zeitpunkt, als die angefochtene Verfügung erging, schon 15 und 17 Jahre alt waren
und somit
die Beschwerdeführerin mit
der Betreuung ihrer Töchter
weniger belastet ist
.
Die 1997 festgestellten Beeinträchtigungen sind nun aufgrund der Selbständigkeit der Töchter der Beschwerdeführerin
weggefallen
. Die Betreuung pubertierender Kinder kann zweifelsohne
ebenfalls anstrengend sein;
ein
Zusammenhang
der Belastung
mit den gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin
besteht je
doch diesbezüglich nicht.
Weiter
ist
betreffend die
Einschränkung im
„
Einkauf
“
darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin
spätestens im Jahr 2008
umgezogen ist
(
Urk.
8/96)
.
Sie wohnt nun
gemäss
dem
Haushaltsabklärung
sbericht
in einem
Haus mit Lift (
Urk.
8/134/5)
. Über einen solchen verfügte
ihre Wohnung zur Zeit der Abkl
ä
r
ung im Jahre 1997 nicht (
Urk.
8/24/
6
).
Da die im Jahre 1997 festgestellte Ein
schränkung im Wesentlichen darauf gründete, dass die Beschwerdeführerin de
n
Einkauf in Etappen hochtragen
respektive
eine Hilfsperson orga
nisieren musste (
Urk.
8/24/8), fiel
diese
Einschränkung weg
.
Zum Bereich
„
Verschiedenes
“
hielt die Abklärungsperson fest, dass der Garten aus invaliditätsfremden Gründen aufgegeben worden sei und die Beschwerde
führer
in
ausgeführt habe, andere Aufgaben aus diesem Bereich hätte sie nie ge
habt. Es gibt keinen Grund
, von
diesen
eigenen
Ausführungen
der Beschwer
deführerin abzuweichen.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
im
Abklärungsbericht vom
1.
Juli 2011 (
Urk.
8/134)
im Vergleich zum Abklärungsbericht
aus dem Jahre 1997 (
Urk.
8/24
) eine wesentliche Verbesserung festgestellt werden konnte.
Die von der Verwaltung ermittelte Einschränkung im Haushalt von 23.50
%
ist demnach
plausibel und
rechtens
.
6.
Damit
ergibt sich
im Haushalt
eine Einschränkung von 23.50
%
und
im erwerbli
chen Bereich
eine solche von 50
%
.
Es resultiert ein Invaliditätsgrad von rund 31
%
(50 x 0.3 + 23.5 x 0.7).
Dies führt zur Bestätigung der ange
fochtenen Verfügung und zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Ve
rfahrensaufwand fest
zulegen und
auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfah
rens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Cordula
Spörri
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigHertli-Wanner