# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 740b1d73-c4c2-5ade-9d27-515d6c5ce886
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-09
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 09.01.2024 VBE.2023.285
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-285_2024-01-09.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2023.285 / SW / sc 
Art. 3 

 

Urteil vom 9. Januar 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin  

Oberrichterin Gössi  

Oberrichterin Fischer  

Gerichtsschreiberin Wietlisbach          

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____ 

vertreten durch Anouck Zehntner, Advokatin, Rain 63, 5000 Aarau    

 

 
       
Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern   

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 11. Mai 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1986 geborene Beschwerdeführer war bei der Beschwerdegegnerin 

gegen die Folgen von Unfällen versichert, als ihm gemäss Unfallmeldung 

vom 10. Oktober 2022 am 26. September 2022 bei der Demontage einer 

Theke eine Stütze auf das rechte Knie fiel und er sich dabei die Innenseite 

des Knies verletzte. Infolgedessen anerkannte die Beschwerdegegnerin 

ihre Leistungspflicht für die Folgen des fraglichen Ereignisses und richtete 

die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) aus. Nach ent-

sprechenden Abklärungen und dem Einholen versicherungsmedizinischer 

Berichte schloss die Beschwerdegegnerin den Fall mit Verfügung vom 

3. März 2023 per 5. Februar 2023 ab und verneinte den Anspruch des Be-

schwerdeführers auf weitere Versicherungsleistungen. Die gegen die Ver-

fügung vom 3. März 2023 erhobene Einsprache wies die Beschwerdegeg-

nerin mit Einspracheentscheid vom 11. Mai 2023 ab.  

 

2. 

2.1. 

Mit Eingabe vom 12. Juni 2023 erhob der Beschwerdeführer fristgerecht 

Beschwerde gegen diesen Einspracheentscheid und stellte folgende An-

träge: 

 

"1.  
Dem Beschwerdeführer seien die versicherten Leistungen aus UVG zuzu-
sprechen. 
 
2. 
Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 27. Juli 2023 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen be-

treffend den Unfall vom 26. September 2022 mit Einspracheentscheid vom 

11. Mai 2023 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 91) zu Recht per 5. Februar 

2023 eingestellt hat. 

 

2. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

(Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 

 - 3 - 

 

 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-

stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-

treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ein-

getreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für 

die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 

dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-

ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-

dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-

rung entfiele (BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163; 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit 

Hinweisen; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 

E. 4.3.1 S. 406). 

 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 

der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-

recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-

finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 

S. 181 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_646/2019 vom 6. März 

2020 E. 8). 

 

Die Anerkennung der Leistungspflicht durch den Unfallversicherer ist in 

rechtlicher Hinsicht von Belang. Ist die Unfallkausalität einmal mit der erfor-

derlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen aner-

kannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht 

die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, 

wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa-

chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesund-

heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo 

ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässi-

gen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder 

später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (Urteil des Bundesge-

richts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2). Ebenso wie der leistungs-

begründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen je-

der kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits-

schadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage 

handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungs-

begründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht beim 

Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 56). 

Diese Rechtsprechung beschlägt dabei einzig die rechtlichen Folgen der 

Abklärung, insofern als dem Unfallversicherer die Beweislast zugewiesen 

wird für den Fall, dass ungeklärt bleibt, ob dem Unfall (noch) eine kausale 

 - 4 - 

 

 

Bedeutung für den andauernden Gesundheitsschaden zukommt. Bevor 

sich aber überhaupt die Frage der Beweislast stellt, ist der Sachverhalt im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes richtig und vollständig zu klären 

(SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9, 8C_354/2007 E. 2.2 mit Hinweisen). Gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt die Beweislastverteilung bezüg-

lich des Wegfalls der Unfallkausalität nur für Schädigungen, welche bei An-

erkennung einer Leistungspflicht des Unfallversicherers auch wirklich zur 

Diskussion standen. Der Nachweis des Dahinfallens der Unfallkausalität 

von Beschwerden, welche im Rahmen der Leistungsanerkennung gar nicht 

thematisiert worden sind, trifft nicht den Unfallversicherer (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_819/2016 vom 4. August 2017 E. 4 in SZS 2017 

S. 659). 

 

3. 

3.1. 

Im Einspracheentscheid vom 11. Mai 2023 (VB 91) stützte sich die Be-

schwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die versi-

cherungsinterne Beurteilung von Dr. med. B._____, Facharzt für Orthopä-

dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 

10. Mai 2023 (VB 88). Dieser führte aus, die Angaben des Beschwerdefüh-

rers zum Unfallhergang variierten zwar, doch beschreibe der geschilderte 

Hergang ein Anpralltrauma bzw. in der biomechanischen Konsequenz eine 

direkte Gewalteinwirkung, was einer Kontusion gleichkomme. Dass es am 

26. September 2022 zu einer relevant belasteten Rotation des gebeugten 

und passiv in Streckung gezwungenen Kniegelenkes gegen den (wie in ei-

ner Ski-Bindung) fixierten Unterschenkel gekommen sei, also ein Mecha-

nismus gewirkt habe, der als Drehsturz eine Gewalt begründen könne, die 

ausschliesslich Menisken und nicht die Begleitstrukturen treffe, sei unwahr-

scheinlich. Ein Anpralltrauma, welches der Beschwerdeführer mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit erlebt habe, vermöge nicht eine Zerreissung 

von Meniskusgewebe zu bewirken (VB 88 S. 4 f.). Der Unfall vom 26. Sep-

tember 2022 habe nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätzli-

chen strukturellen Läsionen geführt, welche objektivierbar seien (VB 88 

S. 7).    

 

3.2. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerung des Experten begründet ist 

(BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).  

 

  

 - 5 - 

 

 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebe-

nen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gut-

achtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge An-

forderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver-

lässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-

lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 

E. 4.4 S. 469 f. und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.).  

 

Beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es im 

Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen. Dies ist ins-

besondere der Fall, wenn genügend Unterlagen aufgrund anderer persön-

licher Untersuchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anam-

nese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische Sach-

verständige muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterlagen 

ein lückenloses Bild machen können (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 22. Dezember 

2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

 

3.3. 

Der Beschwerdeführer bringt vor, an der Schlussfolgerung der Suva-Ärzte, 

dass der Unfall in keinem auch nur geringen (teil-)kausalen Zusammen-

hang mit dem Meniskusriss stehe, würden ernsthafte Zweifel bestehen. Die 

von ihnen gemachten Feststellungen seien nicht begründet (Bericht von 

Dr. med. C._____ vom 27. Januar 2023; VB 46), nicht korrekt (Bericht von 

Dr. med. D._____ vom 24. Februar 2023; insbesondere im Zusammen-

hang mit der vermeintlichen Baker-Zyste; VB 58) oder würden sich haupt-

sächlich auf den vermeintlichen Unfallhergang, welchem gemäss bundes-

gerichtlicher Rechtsprechung allerhöchstens untergeordnete Bedeutung 

zukomme, fokussieren. Im Gegensatz dazu könne den vorhandenen Akten 

und den fachradiologischen Beurteilungen von Dr. med. E._____ entnom-

men werden, dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall nie an Kniebe-

schwerden gelitten habe, beim verletzten Knie eine streng umschriebene 

Meniskusläsion vorliege, keine umgebenden strukturellen Veränderungen 

vorhanden seien, aus welchen eine degenerative Meniskusläsion abgelei-

tet werden könne, und schliesslich auch das Alter gegen eine degenerative 

Genese spreche (vgl. Beschwerde S. 7).  

 

3.4. 

Bezüglich des Ereignisses vom 26. September 2022 ist den Akten Folgen-

des zu entnehmen: 

 

 - 6 - 

 

 

3.4.1. 

Dr. med. C._____, Fachärztin für Chirurgie, erklärte mit Bericht vom 27. Ja-

nuar 2023, der Unfall habe nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 

zusätzlichen strukturellen Läsionen geführt. Es handle sich um eine dege-

nerative Meniskopathie bei medialer Überlastung. Nach max. 4-6 Wochen 

hätten die Unfallfolgen im Beschwerdebild mit überwiegender Wahrschein-

lichkeit keine Rolle mehr gespielt (vgl. VB 46 S. 1).  

 

3.4.2. 

Dr. med. D._____, praktischer Arzt, führte in seiner versicherungsinternen 

Beurteilung vom 24. Februar 2023 aus, die intraoperative Bilddokumenta-

tion bestätige einen degenerativ veränderten ausgewalzten Meniskus mit 

Lappenbildung im weissen (nicht durchbluteten) Bereich. Es seien keine 

Hinweise auf eine frische Verletzung ersichtlich. Bei der Durchsicht der 

MRI-Dokumentation bestätige sich der Befund einer komplexen Rissbil-

dung ausgehend von einer Horizontalläsion, welche bis an die Oberfläche 

reiche. Weiter sehe man medial am Kniegelenk eine Weichteilschwellung, 

welche die initialen Angaben einer Kontusion (mit entsprechender Mitreak-

tion des Seitenbandapparates in Form einer geringen Signalanhebung) be-

stätige. Es handle sich somit nicht um Folgen einer Zerrung, sondern um 

eine kontusionsbedingte Signalanhebung. Für einen im Bericht des Kan-

tonsspitals F._____ in der Anamnese erwähnten Sturz bzw. eine Distorsion 

würden entsprechende Befunde im MRI fehlen. Als Hinweis auf den vorbe-

stehenden degenerativen Befund finde sich auch eine deutliche Baker-

Zyste als Folge des chronischen Reizzustandes. Unfallbedingt sei es zu 

einer Kontusion des linken Kniegelenks medial mit entsprechendem Nach-

weis im MRI und Beschwerden medial gekommen. Die im MRI vorgefun-

denen Befunde seien als Zufallsbefunde im Rahmen der Schmerzabklä-

rung zu werten. Die Befunde und Beschwerden seien mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht unfallkausal (vgl. VB 58 S. 2 ff.).  

 

3.4.2.1. 

Diesen Ausführungen widersprach Dr. med. E._____, Facharzt für Radio-

logie, mit Beurteilung vom 31. März 2023. Er brachte vor, der Meniskusriss 

sei primär als radiäre, schräg-vertikal verlaufende Läsion charakterisiert. 

Die radiäre Risscharakteristik sei grundsätzlich richtungsweisend für eine 

unfallkausale Genese. Die flaue und geringgradige Signalerhöhung inner-

halb des medialen Meniskus angrenzend an den Riss in Richtung Pars in-

termedia sei differentialdiagnostisch als Begleitkontusion im Rahmen des 

Traumas zu interpretieren, was aufgrund der direkten Nachbarschaft zum 

radiären Meniskusriss plausibel sei. Eine eventuelle vorbestehende mu-

koide Meniskusdegeneration könne nicht ausgeschlossen bzw. davon dif-

ferenziert werden. Die von Dr. med. D._____ ins Feld geführte klassische 

Horizontalläsion, welche gemeinhin als degenerativ verursacht gelte und 

bei Patienten ab 50 Jahren auftrete, liege in dieser Form nicht vor. Weiter 

seien auch keine substanziellen Knorpeldegenerationen vorhanden. Der 

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Arthrosegrad sei als Grad 0 oder I (fragliche Veränderung) nach Kellgren-

Lawrence einzustufen und somit in der Altersnorm. Daraus könne kein Ar-

gument für eine degenerative Genese der Meniskusläsion abgeleitet wer-

den. Ausserdem liege keine Baker-Zyste vor, wie es Dr. med. D._____ fest-

gestellt habe. Es handle sich um eine ganglionzystische Transformation der 

hinteren Gelenkkapsel. Insofern sei entgegen dem Bericht von Dr. med. 

D._____ kein Hinweis auf einen vorbestehenden degenerativen Befund als 

Folge eines chronischen Reizzustandes vorhanden. Es gebe zwar kontro-

verse Diskussionen, inwieweit die Rissmorphologie bzw. –charakteristik ei-

nen Rückschluss auf die Ursache bzw. Beschwerdeursächlichkeit zulasse, 

aber in der radiologischen Literatur werde der vertikal verlaufende radiäre 

Meniskusriss nicht als degenerative Meniskusläsion, sondern weitgehend 

traumatologisch eingeordnet, insbesondere beim jungen Patienten. Inso-

fern liege mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine unfallkausale Menis-

kusläsion des posteromedialen Meniskus vor (vgl. VB 81 S. 3 f.). 

 

3.4.2.2. 

Diese Einschätzung stellte wiederum Dr. med. B._____ in Frage, welcher 

im Bericht vom 10. Mai 2023 ausführte, nach HEMPFLING würden Zusam-

menhangstrennungen von Meniskusgewebe einem multikausalen Gesche-

hen entsprechen. Eine alleinige Druckbelastung bewirke keinen Meniskus-

riss. Für eine traumatische Entstehung eines Meniskusrisses werde in der 

Literatur eine Begleitverletzung des Bandapparates oder eine Fraktur ge-

fordert. Einzig der sogenannte "Drehsturz", bei welchem das gebeugte und 

rotierte Kniegelenk bei fixiertem Unterschenkel plötzlich passiv in die Stre-

ckung gezwungen werde, gelte als Mechanismus, der eine auf das Knie-

gelenk einwirkende Gewalt begründen könne, die ausschliesslich die Me-

nisken und nicht die Begleitstrukturen treffe. Der Beschwerdeführer be-

schreibe den Unfallhergang nicht einheitlich. Auf dem einen Formular habe 

er festgehalten, beim Ausführen einer Arbeit auf dem Bau sei ihm ein Ge-

genstand entgegengekommen, woraufhin er gestürzt sei und das Knie ge-

gen eine Wand geschlagen habe. Dies entspreche einem Anpralltrauma. 

Im Rahmen der Meldung vom 10. Oktober 2022 sei hingegen festgehalten 

worden, es sei ihm eine Stütze auf das rechte Knie gefallen und er habe 

sich an der inneren Seite des Knies verletzt. Diese Version weiche zwar 

von der ersten Schilderung ab, entspreche in der biomechanischen Konse-

quenz aber ebenfalls einer direkten Gewalteinwirkung und komme folglich 

einer Kontusion gleich. Dass es am 26. September 2022 zu einer relevant 

belasteten Rotation des gebeugten und passiv in Streckung gezwungenen 

Kniegelenkes gegen den fixierten Unterschenkel gekommen sei, also ein 

Mechanismus gewirkt habe, welcher als Drehsturz eine Gewalt hätte be-

gründen können, die ausschliesslich die Menisken und nicht die Begleit-

strukturen getroffen habe, sei unwahrscheinlich (VB 88 S. 3 ff.).  

 

Weiter führte Dr. med. B._____ aus, in der Beurteilung der Morphologie der 

Läsion des innenseitigen Meniskus-Hinterhorns anhand des 

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Kernspintomogramms vom 4. Oktober 2022 bestehe gemäss den Akten 

Dissens. Seiner Meinung nach handle es sich um eine komplexe Läsion. 

Gemäss versicherungsmedizinischer und kniechirurgisch spezialisierter Li-

teratur liege die Bedeutung der Kernspintomografie in der hohen Zuverläs-

sigkeit, mit der Meniskusläsionen in ihren unterschiedlichen Ausprägungen 

zur Darstellung gebracht und überdies intrameniskale Veränderungen er-

kannt würden. Dies alleine sei jedoch nicht ausreichend, um belastbare 

Schlussfolgerungen zu deren Ursache zu ziehen. Vor diesem Hintergrund 

würden bildgebende Kriterien im vorliegenden Kontext nachrangig bedeut-

sam erscheinen, was vor allem damit zu begründen sei, dass der beschrie-

bene Unfallhergang nicht überwiegend wahrscheinlich geeignet sei, eine 

isolierte Zerreissung von Menisken zu bewirken. Der Literatur sei zudem 

auch zu entnehmen, dass kernspintomografische Untersuchungen von be-

schwerdefreien Personen belegen würden, dass sich degenerative Verän-

derungen der Menisken auch unbemerkt entwickeln könnten. Das Kern-

spintomogramm vermöge folglich ein "morphologisches Substrat" zur Dar-

stellung zu bringen, lasse "aber keinen ausreichenden Rückschluss auf 

dessen Ursache oder dessen Krankheitswert zu". Weiter sei festzuhalten, 

dass die Aussage von Dr. med. E._____, "Zwar gibt es kontroverse Diskus-

sionen, inwieweit die Rissmorphologie bzw. –charakteristik einen Rück-

schluss auf die Ursache bzw. Beschwerdeursächlichkeit zulässt, aber in 

der radiologischen Literatur wird der vertikal verlaufende radiäre Meniskus-

riss nicht als degenerative Meniskusläsion, sondern weitgehend traumato-

logisch eingeordnet, insbesondere beim jungen Patienten", mit den von ihm 

genannten Quellen nicht gestützt werden könne, insbesondere würden sich 

die entsprechenden Aussagen grösstenteils gar nicht auf radiäre Läsionen 

beziehen. Zudem schränke Dr. med. E._____ eine traumatische Genese 

als "weitgehend" ein, womit eine Möglichkeit beschrieben werde, welche 

nicht ohne Weiteres eine überwiegende Wahrscheinlichkeit im Einzelfall er-

lange. Des Weiteren lasse er unbeachtet, was von den kniechirurgisch spe-

zialisierten Orthopäden "Rupp und Mitarbeitenden" als essentiell gefordert 

werde: Ein definierter Mechanismus, der einzig als Drehsturz geeignet 

wäre, eine isolierte Zerreissung von Menisken zu bewirken (vgl. VB 88 

S. 4 ff.).  

 

In Konklusion vermöge ein Anpralltrauma, welches der Beschwerdeführer 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erlebt habe, nicht eine Zerreissung 

von Meniskusgewebe zu bewirken. Die Bildmorphologie einer Läsion lasse 

allenfalls Möglichkeiten deren Entstehung diskutieren. Ohne ein überwie-

gend wahrscheinlich ursächlich nachvollziehbar geeignetes Ereignis bleibe 

diese Diskussion allerdings ohne nützlichen Erkenntnisgewinn. Der Unfall 

habe nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen struktu-

rellen Läsionen geführt, die objektivierbar seien (vgl. VB 88 S. 7).  

 

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3.4.2.3. 

Mit Bericht vom 31. Mai 2023 nahm Dr. med. E._____ erneut Stellung und 

führte aus, wie bereits ausgeführt liege beim Beschwerdeführer ein schräg 

und radiär vertikal verlaufender Einriss im zentralen Segment des postero-

medialen Meniskus vor, der vom Apex bis an die Spitze reiche. Eine kom-

plexe Läsion, wie sie Dr. med. B._____ beschreibe, umfasse vertikale und 

horizontale Risskomponenten, welche jedoch nicht vorliegen würden. Viel-

mehr handle es sich um einen unidirektionalen, oblique verlaufenden und 

streng umschriebenen Riss, der in der sagittalen Richtung auf zwei Schich-

ten in unterschiedlicher Höhe getroffen worden sei. Der Einschätzung von 

Dr. med. B._____ werde somit vollumfänglich widersprochen. Dies sei re-

levant, da keine klassische, horizontale Risskomponente des Hinterhorns 

vorliege, welche im Wesentlichen als degenerative Rissform eingestuft 

werde. Inwieweit der radiäre Riss grundsätzlich ätiologisch als traumaas-

soziiert oder degenerativ bedingt einzustufen sei, werde in der Literatur 

kontrovers diskutiert. Dies sei dadurch bedingt, dass in vielen Zusammen-

stellungen unter radiären Rissen die radiäre Ablösung der hinteren Menis-

kuswurzel miteingeschlossen werde, welche sehr häufig ältere Patienten 

mit Kniearthrose betreffe, oder ältere Patienten mit Kniearthrose und einer 

radiären Läsion mitberücksichtigt würden. Die degenerative Läsion betreffe 

auch bei dieser Rissform ältere Patienten, darin seien sich die Experten 

einig. Radiäre Risse beim jüngeren Patienten würden traumatischen Ereig-

nissen zugeordnet. Dr. med. B._____ gebe sich Mühe, den radiären Einriss 

des posteromedialen Meniskus in Richtung degenerative Meniskusläsion 

zu diskutieren. Die zu betrachtende Läsion müsse jedoch sehr genau defi-

niert werden, bevor sie mit in der Literatur aufgeführten Kollektiven mit ra-

diären Rissen verglichen werde. Vorliegend sei es eine streng umschrie-

bene Meniskusläsion. Begleitend lasse sich keine relevante Knorpelläsion 

im medialen femorotibialen Gelenk finden. Genau diese wäre jedoch bei 

einer chronischen, radiären Meniskusläsion zu erwarten. Durch den Verlust 

der Meniskusspannung entstehe eine substantielle Fehlbelastung, die in 

kurzer Zeit zu Arthrose mit Knorpelschädigungen führe. Es würden jedoch 

keine umgebenden strukturellen Veränderungen vorliegen, aus denen eine 

degenerative Genese der Meniskusläsion abgeleitet werden könnte. Zu-

dem betreffe die degenerative, radiäre Meniskusläsion Patienten höheren 

Alters und nicht einen zum Unfallzeitpunkt 36-jährigen Patienten ohne wei-

tere Gelenkdegenerationen. Dr. med. B._____ habe betont, dass eine nur 

auf fachradiologische Qualifikationen und Expertise geführte Diskussion 

sinngemäss keinen belastbaren Rückschluss auf deren Krankheitswert er-

laube. Das werde zur Kenntnis genommen, jedoch dahingehend relativiert, 

dass sehr wohl abgeschätzt werden könne, ob die vorliegende Läsion eine 

auf Degeneration oder Krankheit beruhende Ursache aufweise. Eine Ab-

wägung der vorliegenden Befundkonstellation führe zum Schluss, dass 

nicht die Diagnose einer chronisch degenerativen Meniskusläsion gestellt 

werden könne und die Kriterien für eine vorwiegend auf Abnützung oder 

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Erkrankung zurückzuführende Meniskusläsion (mindestens 50%ig) nicht 

erfüllt seien (vgl. VB 98 S. 2 f.). 

 

3.4.2.4. 

Am 4. Juli 2023 erstattete Dr. med. B._____ eine weitere ärztliche Beurtei-

lung. Er führte aus, Dr. med. E._____ stütze sich in seiner Beurteilung aus-

schliesslich auf die kernspintomographische Bildmorphologie der Läsion 

des Innenmeniskus, was seiner Qualifikation als Facharzt für Radiologie 

entspreche. Vor dem unter orthopädisch-chirurgischen Fachärztinnen und 

Fachärzten unstrittigen Hintergrund, dass eine traumatische Entstehung ei-

nes Meniskusrisses in der Regel gemeinsam mit Verletzungen des 

Bandapparates, vorzugsweise des vorderen Kreuzbandes und der Kollate-

ralbänder, oder einer Fraktur, zum Beispiel des Schienbeinkopfes, eintrete, 

verblüffe die Verkehrung von Ursache und Wirkung, wenn gesagt werde, 

eine Argumentation zur Kausalität, die sich im Wesentlichen auf den Un-

fallmechanismus stütze, sei nicht mehr relevant. Das vom Beschwerdefüh-

rer beschriebene Anpralltrauma sei mit einem "Drehsturz", welcher zu einer 

isolierten Meniskusverletzung führen könne, nicht zu vergleichen. Ein An-

pralltrauma sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit geeignet, eine 

isolierte Meniskusverletzung zu bewirken. Weiter bestehe Dr. med. 

E._____ darauf, dass "ein schräg und radiär vertikal verlaufender Einriss 

im zentralen Segment des posteromedialen Meniskus vor[liege], der vom 

Apex bis an die Spitze reicht", während die Dres. med. G._____, Fachärztin 

für Radiologie, und H._____, Fachärztin für Radiologie, vom Kantonsspital 

Baden eine "komplexe Rissbildung des Innenmeniskushinterhornes mit 

longitudinalen und vertikalen Risskomponenten" beschrieben hätten. Ein 

Vergleich des zur Diskussion stehenden Befundes mit einem Referenzbei-

spiel sei bereits mit seiner letzten Beurteilung vom 9. Mai 2023 erfolgt und 

stütze den Befund der beiden letztgenannten Fachärztinnen. Zudem habe 

Dr. med. E._____ Literatur aufgeführt, welche seine Aussagen sogar ent-

kräfte. Unter Verweis auf weitere Publikationen würden die zitierten "Ma-

meri und Mitarbeitenden" erklären, dass radiäre Läsionen des Innenmenis-

kus in typischer Weise degenerativen Ursprungs seien. Dies würden auch 

"Jarraya und Mitarbeitende" so festhalten. Ausserdem liste Dr. med. 

E._____ eine Arbeit von "Simonetta und Mitarbeitenden" auf, auf welche er 

jedoch nicht Bezug nehme. Gleichwohl sei bemerkenswert, dass die Auto-

ren eine Beschreibung von degenerativen Komplexläsionen als Kombina-

tion verschiedener Muster liefern würden, wie sie dem fachradiologischen 

Befund der Dres. med. G._____ und H._____ vom 4. Oktober 2022 ent-

spreche. Zusammenfassend könne die radiologische Bewertung, welcher 

Läsionstyp vorliege, nur mögliche Kausalitäten beschreiben. Hierzu herr-

sche unter den involvierten Fachärztinnen und Fachärzten für Radiologie 

vorliegend keine Einigkeit. Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit eines 

kausalen Zusammenhangs lasse sich allein durch die Bildgebung nicht be-

legen. Dass der Unfallmechanismus nicht mehr relevant sei, vermöge nicht 

zu überzeugen. Auch unter Berücksichtigung der Stellungnahme von Dr. 

 - 11 - 

 

 

med. E._____ habe der Unfall vom 26. September 2022 nicht mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen strukturellen Läsionen geführt, 

welche objektivierbar seien (vgl. Beilage 1 zur Vernehmlassung vom 

27. Juli 2023 S. 3 ff.).  

 

3.5. 

Zum einen ist festzuhalten, dass unter den involvierten Ärzten Uneinigkeit 

betreffend die Morphologie der Läsion besteht und sie auch die Frage, ob 

und inwieweit auf der Basis von fachradiologischen Qualifikationen und Ex-

pertisen beurteilt werden kann, ob die Läsion auf eine Degeneration zu-

rückzuführen ist oder nicht, uneinheitlich beantworten. Zum anderen wird 

auch die Bedeutung des Unfallhergangs, welcher vom Beschwerdeführer 

nicht immer auf die gleiche Weise beschrieben wurde (vgl. VB 88 S. 4), 

nicht einheitlich gewertet. Während Dr. med. B._____ diesen in den Vor-

dergrund stellte, gab Dr. med. E._____ als Radiologe seine Beurteilung pri-

mär anhand der Bildgebung ab (vgl. VB 81; 88; 98; Beilage 1 zur Vernehm-

lassung vom 27. Juli 2023). Ausserdem äusserte sich Dr. med. E._____ 

zum Arthrosegrad und zum Thema Baker-Zyste bzw. ganglionzystische 

Transformation der hinteren Gelenkkapsel (vgl. VB 81 S. 3) und brachte 

damit Argumente vor, welche aus seiner Sicht gegen eine degenerative 

Veränderung sprechen. Darauf ging Dr. med. B._____ jedoch nicht näher 

ein und hat somit auch nicht nachvollziehbar dargelegt, ob diese Aspekte 

vorliegend keine Rolle spielen oder sich allenfalls doch anders darstellen 

könnten (vgl. VB 88). Auch in seiner zweiten Stellungnahme wies Dr. med. 

E._____ wieder darauf hin, dass keine umgebenden strukturellen Verän-

derungen vorliegen würden, aus denen eine degenerative Genese der Me-

niskusläsion abgeleitet werden könnte (vgl. VB 98 S. 2), wozu sich 

Dr. med. B._____ im Bericht vom 4. Juli 2023 erneut nicht äusserte 

(vgl. Beilage 1 zur Vernehmlassung vom 27. Juli 2023). Es stehen folglich 

sich widersprechende fachärztliche Aussagen im Raum und es ist festzu-

halten, dass insbesondere die Ausführungen von Dr. med. E._____ an der 

Einschätzung von Dr. med. B._____, auf welche sich die Beschwerdegeg-

nerin im Einspracheentscheid vom 11. Mai 2023 (VB 91) im Wesentlichen 

stützte, mindestens geringe Zweifel begründen.  

 

3.5.1. 

Zusammenfassend erweist sich der relevante medizinische Sachverhalt 

damit in Anbetracht der strengen Anforderungen an Beurteilungen durch 

versicherungsinterne medizinische Fachpersonen (vgl. E. 3.2 hiervor) so-

wie im Lichte der Untersuchungsmaxime als nicht rechtsgenüglich erstellt. 

Die Sache ist daher zur ergänzenden Abklärung und anschliessenden Neu-

verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (vgl. BGE 139 V 

99 E. 1.1 S. 100; 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264 f.). Bei diesem Ergebnis er-

übrigt sich die Prüfung der weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers 

(vgl. BGE 117 V 261 E. 3b S. 264; vgl. auch Urteil 8C_21/2012 vom 

27. März 2012 E. 3.3). 

 - 12 - 

 

 

 

4. 

4.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, 

dass der angefochtene Einspracheentscheid vom 11. Mai 2023 aufzuhe-

ben und die Sache zur weiteren Abklärung und zur Neuverfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. 

 

4.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

4.3. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der rich-

terlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG), denn die Rück-

weisung der Sache an die Verwaltung zwecks Vornahme ergänzender Ab-

klärungen gilt als anspruchsbegründendes Obsiegen (BGE 132 V 215 

E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen). 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid 

vom 11. Mai 2023 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung im 

Sinne der Erwägungen und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer die Par-

teikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 3'300.00 zu bezahlen. 

 

 
    

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 - 13 - 

 

 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 9. Januar 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Peterhans Wietlisbach