# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e5ded363-39ec-54dc-8a85-f19a0f2b3e79
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.09.2025 F-6501/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6501-2025_2025-09-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6501/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Basil Cupa, 

mit Zustimmung von Richter Gregor Chatton;   

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (...), 

Äthiopien,   

vertreten durch Hannah Hischier, 

 

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 13. August 2025 / N_______. 

 

 

 

F-6501/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.   

A.a Die Beschwerdeführerin ersuchte am (...) in der Schweiz um Asyl. Ein 

Abgleich ihrer Fingerabdrücke mit der europäischen Fingerabdruck-Daten-

bank (Eurodac) ergab, dass sie am (...) in Rumänien ein Asylgesuch ein-

gereicht hatte. 

A.b Am 23. Mai 2025 fand mit der Beschwerdeführerin das persönliche 

Gespräch statt gemäss Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Euro-

päischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der 

Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-

fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem 

Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

(nachfolgend: Dublin-III-VO). Dabei wurde ihr unter anderem das rechtliche 

Gehör zur Zuständigkeit Rumäniens für die Durchführung des Asyl- und 

Wegweisungsverfahrens gewährt und sie wurde zu ihrem Gesundheitszu-

stand befragt. 

Sie führte dazu aus, sie habe am 1. Januar 2022 ihre Heimat verlassen 

und sei mithilfe von Schleppern via B._______ nach Rumänien und später 

via C._______ in die Schweiz gereist. Als sie in Rumänien versucht habe, 

das Land zu verlassen, sei sie festgenommen und (Nennung Dauer) fest-

gehalten worden; auch seien ihr die Fingerabdrücke gegen ihren Willen 

abgenommen worden. In der Folge sei sie an einen unbekannten Ort res-

pektive in eine Flüchtlingsunterkunft gebracht worden, wo sie zirka (Nen-

nung Dauer) verbracht habe. Die rumänischen Behörden hätten sie be-

fragt, doch habe es mit dem Dolmetscher Verständigungsprobleme gege-

ben. Sie habe dort von ihren Problemen in Rumänien erzählt, jedoch keine 

Unterstützung erhalten. Später habe sie einen negativen Asylentscheid er-

halten, gegen welchen sie keinen Rekurs habe einlegen können. Sie 

fürchte sich vor einer Abschiebung nach Äthiopien, da ihr dort aufgrund 

politischer Probleme der Tod drohe. Bei der Einreise in Rumänien sei sie 

vom Schlepper einem Mann übergeben worden, der sie zu seiner Unter-

kunft gebracht und dort festgehalten habe. Sie sei seine Dienerin aber auch 

seine Frau gewesen. Sie habe für diesen Mann und auch auswärts für an-

dere Personen mehrmals beziehungsweise zirka drei Mal pro Woche ir-

gendwelche Tätigkeiten erledigen müssen. Ausserdem sei sie von diesem 

Mann missbraucht und geschlagen worden. Sie habe ein Kind in ihrer Hei-

mat, zu dem sie nicht einmal Kontakt habe aufnehmen können. Ferner 

müsse sie in Rumänien wegen des Täters um ihr Leben fürchten.  

 

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Seite 3 

Zu ihrem Gesundheitszustand befragt, gab sie an, sie sei psychisch kom-

plett am Ende. Sie sei sehr vergesslich geworden; das Gedächtnis sei nicht 

mehr, wie es sein sollte. Im Alter von (...) Jahren sei sie erstmals vergewal-

tigt worden. Sie sei schwanger geworden und habe eine Tochter bekom-

men. Sie habe (Nennung Leiden), welche durch die ihr zugefügten Schläge 

und Ohrfeigen ausgelöst worden seien. 

Sodann teilte das SEM der Beschwerdeführerin mit, ihre Ausführungen 

würden verschiedene Anzeichen dafür enthalten, dass sie Opfer eines Ver-

brechens im Zusammenhang mit Menschenhandel in Rumänien gewesen 

sein könnte. Sie werde daher nochmals zu einem Gespräch eingeladen, 

bei welchem sie in detaillierter Form über die in Rumänien erlebten Vor-

kommnisse berichten könne. 

A.c Am 23. Juni 2025 ersuchte das SEM die rumänischen Behörden um 

Rückübernahme der Beschwerdeführerin gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO. Am 26. Juni 2025 stimmten die rumänischen Behörden dem 

Übernahmeersuchen zu. 

A.d Im Rahmen der Anhörung Menschenhandel (MH) vom 7. Juli 2025 

machte die Beschwerdeführerin ergänzende Ausführungen zu ihrem Auf-

enthalt in Rumänien. In der Folge räumte das SEM der Beschwerdeführe-

rin gleichentags eine 30-tägige Erholungs- und Bedenkzeit mit Blick auf 

eine mögliche Zusammenarbeit mit der Polizei ein. Mit Schreiben vom 

15. Juli 2025 machte die Beschwerdeführerin ergänzende Ausführungen 

zum rechtserheblichen geschlechtsspezifischen Sachverhalt betreffend die 

Befragung Opfer von Menschenhandel vom 7. Juli 2025. Mit Erklärung vom 

7. August 2025 stimmte die Beschwerdeführerin einer allfälligen Kontakt-

aufnahme durch die Strafverfolgungsbehörden zu. 

A.e Am 15. Mai und am 5. August 2025 gingen bei der Vorinstanz Informa-

tionen und medizinische Unterlagen zum Gesundheitszustand der Be-

schwerdeführerin ein. 

B.  

Mit Verfügung vom 13. August 2025 (eröffnet am 20. August 2025) trat das 

SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das 

Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, ordnete die Wegweisung 

nach Rumänien an, forderte sie auf, die Schweiz spätestens am Tag nach 

Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, beauftragte den zuständigen 

Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung, händigte die editionspflichtigen 

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Seite 4 

Akten gemäss Aktenverzeichnis aus und stellte fest, einer allfälligen Be-

schwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. 

C.  

Die Beschwerdeführerin focht diese Verfügung mit Beschwerde vom 

27. August 2025 beim Bundesverwaltungsgericht an. Sie beantragte deren 

Aufhebung und die Anweisung an die Vorinstanz, auf ihr Asylgesuch ein-

zutreten. Eventualiter sei die Sache zur vollständigen Sachverhaltsfest-

stellung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei die Vor- 

instanz anzuweisen, individuelle Zusicherungen der rumänischen Behör-

den hinsichtlich des Zugangs zum Asylverfahren, Einräumung der Rechte 

als potenzielles Opfer sowie adäquater Unterbringung und notwendiger 

fachärztlicher Versorgung einzuholen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht er-

suchte sie um Anordnung vorsorglicher Massnahmen und Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung für die Beschwerde. Ferner sei ihr die unentgelt-

liche Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses sei zu verzichten. 

D.  

Mit Verfügung vom 28. August 2025 setzte der Instruktionsrichter den Voll-

zug der Wegweisung per sofort einstweilen aus. 

E.  

Mit Eingabe vom 1. September 2025 reichte die Beschwerdeführerin ein 

weiteres Beweismittel (Nennung Beweismittel) ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG 

[SR 142.31]; Art. 31 ff. VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind er-

füllt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, 

Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Das Gericht entscheidet 

über diese endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

F-6501/2025 

Seite 5 

1.3. Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 

1.4. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung, zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

2.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen 

Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO. 

Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die 

Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-

fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt 

hat (respektive innert Frist auf die entsprechende Anfrage nicht geantwor-

tet hat; vgl. Art. 22 Abs. 7 respektive Art. 25 Abs. 2 Dublin-III-VO), auf das 

Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2). 

2.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird.  

3.  

Der Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführerin in der Eurodac-

Datenbank ergab, dass sie am (...) in Rumänien ein Asylgesuch eingereicht 

hatte. Anlässlich des Dublin-Gesprächs bestritt sie dies nicht, wendete je-

doch ein, dies sei ihr nicht bewusst gewesen (vgl. SEM act. 16 S. 1 f.). 

Nachdem die rumänischen Behörden dem Wiederaufnahmegesuch der 

Vorinstanz am 26. Juni 2025 zugestimmt haben, ist die Zuständigkeit Ru-

mäniens grundsätzlich gegeben. 

4.  

4.1. Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass das Asylverfahren in Rumä-

nien keine systemischen Schwachstellen aufweist (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-

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Seite 6 

VO) und Hinweise dafür fehlen, wonach das Land seinen völkerrechtlichen 

Verpflichtungen gegenüber der Beschwerdeführerin nicht nachgekommen 

wäre oder das Asylverfahren vorliegend nicht regelkonform durchgeführt 

hätte (vgl. bspw. Urteil des BVGer F-3329/2025 vom 15. Mai 2025 E. 5 

m.w.H.). 

4.2. Die Beschwerdeführerin vermag nicht konkret darzulegen, dass Ru-

mänien die Sicherheit gestützt auf die Dublin-III-VO überstellter Personen 

nicht garantieren und ihre Rechte gemäss dem internationalen Recht nicht 

einhalten würde, so insbesondere hinsichtlich der EMRK, des Übereinkom-

mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-

menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105), 

des Übereinkommens vom 21. Dezember 1965 zur Beseitigung jeder Form 

von Rassendiskriminierung (SR 0.104), des Abkommens vom 28. Juli 1951 

über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (SR 0.142.30) und der Richtlinien 

des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 

2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung 

des internationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie). Unter diesen 

Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO nicht ge-

rechtfertigt. 

4.3. Hinsichtlich des Umstandes, dass es sich bei der Beschwerdeführerin 

um ein potenzielles Opfer von Menschenhandel handelt, ist festzuhalten, 

dass die Vorinstanz die rumänischen Behörden im Übernahmeersuchen 

wiederholt darauf aufmerksam gemacht hatte. Rumänien ist Signatarstaat 

der FoK und hat die entsprechenden völkerrechtlichen Verpflichtungen zu 

beachten. Die Befürchtung der Beschwerdeführerin, in Rumänien erneut in 

die Hände des nämlichen Entführers zu fallen, erscheint spekulativ. Die 

angebliche Entführung soll sich vor (Nennung Zeitpunkt) ereignet haben, 

weshalb das Risiko, vom Entführer ausfindig gemacht zu werden oder gar 

erneut in den Menschenhandelsprozess zu geraten (sog. Re-Trafficking), 

nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist. Dies nicht zuletzt auch 

deshalb, weil die Beschwerdeführerin seit ihrer Flucht aus der vermeintli-

chen Gefangenschaft (Nennung Zeitpunkt) offenbar vom Entführer oder 

von mit diesem allenfalls in Verbindung stehenden Personen nicht mehr 

kontaktiert worden ist. Bei Schutzbedarf ist sie gehalten, sich an die als 

schutzfähig und schutzwillig zu erachtenden rumänischen Behörden zu 

wenden. 

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Seite 7 

4.4. Sodann sind auch keine völkerrechtlichen Vollzugshindernisse ersicht-

lich, welche die Schweiz zu einem Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-

III-VO verpflichten würden. In casu hat die Beschwerdeführerin bereits ein 

Asyl- und Wegweisungsverfahren in Rumänien durchlaufen. Da Rumäni-

ens Asylsystem keine systemischen Mängel aufweist (vgl. E. 4.1 hievor), 

stellt ein definitiver Entscheid über ein Asylgesuch und die Wegweisung in 

das Heimatland nicht per se eine Verletzung des Non-Refoulement-Prin-

zips dar. Das Prinzip der Überprüfung eines Asylgesuchs durch einen ein-

zigen Mitgliedstaat ("one chance only") dient im Gegenteil der Vermeidung 

von multiplen Asylgesuchen in verschiedenen Staaten (vgl. BVGE 2017 

VI/5 E. 8.5.3.3). Es steht ihr im Übrigen frei, den rumänischen Behörden 

allfällige Wiederaufnahme- oder Wiedererwägungsgründe im Rahmen ei-

nes Folgeantrags (Art. 40 Verfahrensrichtlinie) zu unterbreiten. Die nicht 

weiter belegte und pauschale Behauptung der Beschwerdeführerin, sie 

habe in Rumänien infolge von Verständigungsproblemen und in Ermange-

lung der Kenntnisse ihrer Rechte kein faires Asyl- und Beschwerdeverfah-

ren und keine entsprechende Unterstützung als potentielles Opfer von 

Menschenhandel erfahren, vermag daran nichts zu ändern. Es liegen keine 

konkreten Hinweise vor, wonach die Behandlung ihres Asylgesuchs in Ru-

mänien mangelhaft gewesen sein könnte und ihre Wegweisung in Verlet-

zung des Non-Refoulement-Prinzips verfügt worden wäre. Sie führte an-

lässlich der Anhörung MH diesbezüglich an, sie habe über die Vorkomm-

nisse in Rumänien berichtet, sei jedoch sicher, dass dies der Dolmetscher 

"nicht so rübergebracht hat, wie ich berichtet habe". Nach dem Interview 

habe sie jedoch über das Problem nirgends berichtet und aus Angst auch 

keine Versuche unternommen, dies zu tun (vgl. SEM act. 20 S. 7, F42). 

Diese Möglichkeit wäre ihr jedoch offengestanden und ihr auch in Berück-

sichtigung ihrer damaligen schwierigen persönlichen Lage zumutbar gewe-

sen; dies umso mehr, als sie gemäss dem Einschätzungsbericht der 

D._______ nach der Ablehnung ihres Asylgesuchs in Rumänien mit einer 

unentgeltlichen Rechtsvertretung vernetzt worden sei (vgl. Bericht 

D._______ S. 4, 1. Abschnitt am Ende). Soweit die Beschwerdeführerin 

geltend macht, sie habe nach Erhalt des negativen Entscheids nicht einmal 

Rekurs einlegen können (vgl. SEM act. 16 S. 2 oben), ist dieser Einwand 

als nicht stichhaltig zu erachten. So ist der Übernahmezustimmung der ru-

mänischen Behörden zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin nach 

der Ablehnung ihres Asylgesuchs eine Beschwerde eingereicht hat, welche 

am (...) abgewiesen wurde (vgl. SEM act. 19). Die Beschwerdeführerin ver-

mag keine individuellen Umstände geltend zu machen, gestützt auf welche 

sich die Annahme rechtfertigen würde, Rumänien werde ihr nach einer 

Überstellung die ihr gemäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen 

Lebensbedingungen vorenthalten. Bei einer allfälligen vorübergehenden 

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Seite 8 

Einschränkung könnte sie sich ausserdem nötigenfalls an die dortigen Be-

hörden wenden und die ihr zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem 

Rechtsweg einfordern (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie).  

4.5. Was den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin angeht, sind 

folgende gesundheitlichen Beeinträchtigungen aktenkundig: (Nennung 

Leiden). Es sind ausser dem genannten Operationstermin keine weiteren 

Arzttermine ausstehend (vgl. SEM act. 14, 15 und 23). (...) Diese Leiden 

sind selbst in ihrer Gesamtheit betrachtet nicht derart gravierend, dass bei 

einer Überstellung nach Rumänien mit dem realen Risiko einer ernsten, 

raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszu-

stands gerechnet werden müsste, der zu intensivem Leiden oder einer er-

heblichen Verkürzung ihrer Lebenserwartung führen würde. Folglich ist die 

hohe Schwelle einer bei Überstellung real drohenden Verletzung von Art. 3 

EMRK nicht erreicht (vgl. Urteile des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 

13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, §§ 180-193, bestätigt 

durch Savran gegen Dänemark vom 7. Dezember 2021, Grosse Kammer, 

57467/15, §§ 121 ff.). Rumänien verfügt zudem über eine ausreichende 

medizinische Infrastruktur und ist gemäss Art. 19 Abs. 1 und 2 der Aufnah-

merichtlinie verpflichtet, der Beschwerdeführerin bei Bedarf die erforderli-

che medizinische Behandlung ihrer gesundheitlichen Probleme zukommen 

zu lassen. Antragstellenden mit besonderen Bedürfnissen ist die erforder-

liche medizinische oder sonstige Hilfe einschliesslich einer geeigneten psy-

chologischen Betreuung zu gewähren. Das Bundesverwaltungsgericht ver-

kennt nicht, dass sich ein stabiles Umfeld positiv auf die psychische Ge-

sundheit betroffener Personen auswirkt. Insofern ist der Wunsch der Be-

schwerdeführerin, eine psychologische Behandlung in der Schweiz begin-

nen zu können, verständlich. Die Dublin-III-VO räumt schutzsuchenden 

Personen jedoch kein Recht ein, den ihren Asylantrag prüfenden Mitglied-

staat und ihren Aufenthaltsort innerhalb desselben selbst auszuwählen 

(vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3). Vor diesem Hintergrund kann auf die Nachfor-

derung von zusätzlichen medizinischen Berichten mit Blick auf allfällige 

weitere ärztliche Termine respektive psychologische Behandlungen ver-

zichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2 

S. 357). Der medizinische Sachverhalt ist demnach als genügend abgeklärt 

zu erachten (vgl. auch E. 4.7 nachfolgend). Nach ihrer Ankunft in Rumä-

nien obliegt es der Beschwerdeführerin, sich an die dortigen medizinischen 

Institutionen zu wenden. Schliesslich hat die Vorinstanz den medizinischen 

Umständen bei der Bestimmung der konkreten Überstellungsmodalitäten 

Rechnung zu tragen und besorgt zu sein, dass die rumänischen Behörden 

vorgängig in geeigneter Weise über die spezifischen medizinischen Um-

stände informiert werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO). 

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Seite 9 

4.6. Die Vorinstanz hat sodann in rechtsfehlerfreier Ausübung des ihr nach 

Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 

11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) zukommenden Ermessens und ge-

stützt auf einen vollständig erstellten Sachverhalt (vgl. E. 4.7 nachfolgend) 

von einem freiwilligen Selbsteintritt der Schweiz abgesehen. 

4.7. Vor diesem Hintergrund liegt weder eine Verletzung des Untersu-

chungsgrundsatzes noch der Begründungspflicht vor. Hinsichtlich der Ge-

sundheitssituation der Beschwerdeführerin durfte die Vorinstanz den Sach-

verhalt angesichts der bereits mehreren aktenkundigen medizinischen Be-

richte als hinreichend erstellt erachten. Da das rumänische Asyl- und Auf-

nahmesystem rechtsprechungsgemäss keine systemischen Mängel auf-

weist, mithin über eine ausreichende medizinische Versorgung und Unter-

bringung verfügt, musste die Vorinstanz auch keine weiteren Abklärungen 

vornehmen. Dass die Beschwerdeführerin die Schlussfolgerungen des 

SEM nicht teilt, begründet keine unvollständige Sachverhaltsabklärung, 

sondern betrifft deren rechtliche Würdigung. Folglich ist der Eventualan-

trag, die Sache sei zu weiteren Sachverhaltsabklärungen an die Vorinstanz 

zurückzuweisen, abzuweisen.  

4.8. Nach dem Gesagten besteht kein Grund für eine Anwendung der Er-

messensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO. Somit bleibt Rumänien der für 

die Behandlung des Asylgesuches der Beschwerdeführerin zuständige Mit-

gliedstaat gemäss Dublin-III-VO. 

Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, die Vorinstanz anzuweisen, individu-

elle Zusicherungen der rumänischen Behörden hinsichtlich des Zugangs 

zum Asylverfahren, Einräumung der Rechte als potenzielles Opfer sowie 

adäquater Unterbringung und notwendiger fachärztlicher Versorgung ein-

zuholen. Der entsprechende Subeventualantrag (Rechtsbegehren Ziff. 4) 

ist abzuweisen. 

5.  

Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten und 

hat in Anwendung von Art. 44 AsylG ihre Überstellung nach Rumänien an-

geordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1). 

6.  

Die Beschwerde ist abzuweisen und die Verfügung des SEM zu bestätigen. 

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Seite 10 

7.  

Mit dem Entscheid in der Hauptsache sind die Gesuche um Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses gegenstandslos geworden. 

Der am 28. August 2025 verfügte einstweilige Vollzugsstopp fällt mit dem 

vorliegenden Urteil dahin. 

8.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist abzu-

weisen, da die Beschwerde gemäss den vorstehenden Erwägungen als 

aussichtslos zu bezeichnen war. Daher fehlt es, unbesehen der finanziellen 

Verhältnisse der Beschwerdeführerin, an einer gesetzlichen Vorausset-

zung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Bei diesem Ausgang des Verfahrens 

sind ihr die Kosten von insgesamt Fr. 750.– aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Basil Cupa Stefan Weber 

 

 

Versand: