# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9feafae6-fbb8-5bde-9423-627263bba5a8
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-23
**Language:** de
**Title:** Invalidenrente, Gutachten beweiskräftig
**Docket/Reference:** IV.2022.00005
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2022.00005.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2022.00005
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Slavik
Ersatzrichterin Gasser Küffer
Gerichtsschreiberin Bachmann
Urteil
vom
2
3.
November 2022
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Jonas Achermann
Streiff
von
Kaenel
AG, Rechtsanwälte
Bahnhofstrasse 67, Postfach 183, 8620 Wetzikon ZH
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, gebo
ren 1962, hat ursprünglich
die Ausbildung zum Maschinen
mechaniker absolviert
. Danach übte er verschiedene
andere
Erwerbs
t
ätigkeiten aus, war namentlich als Bildhauer tätig (von 1986 bis 2005 im Rahmen einer selbständigen Tätigkeit) sowie
im Bereich Messebau
, ab 2006
arbeitete
er
hauptsächlich
für diverse Firmen
in der
Messebaumontage (vgl. Urk.
10/7-8
)
.
Seit
dem Jahr 2017
bezieht er Sozialhilf
e
(vgl.
Urk.
10/
41/2
sowie
Urk.
10/48/9
)
.
Am
23.
November 2017 wurde
X.___
durch den Sozialdienst der
damaligen Wohnsitzgemeinde
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
-
Stelle, unter Hinweis auf einen Bandscheibenvorfall
sowie eine seit September 2017 bestehende vollständige Arbeitsunfähigkeit
zur Früher
fassung an
gemeldet (Urk.
10/3)
; a
m
4.
Januar 2018
erfolgte die Anmeld
ung zur beruflichen Integration bzw. zum
Rente
nbezug
(
Urk.
10/9). Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht und erteilte dem Versicherten mit Verfügung vom
22.
November 2018 (U
rk.
10/33)
Kostengutsprache
für
berufliche
Eingliederungsmassnahmen (
Ausbildungskurs
[
Computer-Einführungskurs
]
sowie eine Potentialabklärung
[Durchführungsstelle
Y.___
]
)
;
die
Eingliederungsmassnahmen
schloss
sie
nach durchgeführter Potentialabklärung
(vgl. Abschlussbericht vom
1.
Februar 2019,
Urk.
10/39)
mit Mitteilung vom
5.
Februar 2019 wieder
ab
(Urk.
10/40). Nach durchgeführten weiteren
medizinischen
A
bklärungen
sowie
Veranlassung eines
Abklärungs
berichts
für Selbständigerwerbende
(U
rk.
10/66) stellte die IV-Stelle
X.___
mit Vorbe
scheid vom 18.
September 2020
mit Wirkung ab
1.
September
2018
die
rückwirkende
Zusprache einer ganzen Rente
in
Aussicht, welche sie per 1.
Mai 2019 auf ein
e halbe Rente herabsetze (Urk.
10/70).
Dagegen erhob der Versicherte
am 15. Oktober 2020 Einwand
mit der Begründung
, dass sich
sein
Gesundheitszustand
im Verlauf
nicht verbessert habe
und er bezogen auf den ersten Arbeitsmarkt gänzlich erwerbsunfähig sei
(
Urk.
10/75).
D
ie IV-
S
telle
holte daraufhin
bei den behandelnden Ärzten
ergänzende
Berichte ein und
veranlasste
schliesslich
eine
medizinische Begutachtung
durch
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt FMH für Innere Medizin sowie Facharzt FMH für Rheumatologie
(rheumatologische Begutachtung inkl. Evaluation der f
unktionellen Leistungsfähigkeit
[
EFL
]
; Urk.
10/90). Gestützt auf das
entsprechende
Gutachten
vom 2
8.
Juni 2021 (Urk.
10/98
) verneinte die IV-Stelle mit neuem Vorbesch
eid vom 6.
Oktober 2021 einen Anspruc
h auf eine Invalidenrente (Urk.
10/102). Daran hielt sie nach Einwa
nd des Beschwerdeführers vom 3.
November 2021 (
Urk.
10/105) mit Verfügung vom
18.
November 2021 fest (Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X.___
mit Eing
abe vom 4.
Januar 2022
Beschwerde erheben mit den Anträge
n, es sei die Verfügung vom 18.
November 2021 aufzu
heben und der Invaliditätsgrad des Versicherten neu festzulegen und ihm eine Invalidenrente zuzusprechen (1.), eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ein neues Gutachten zur Abklärung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführe
r
s sowie der Verwertbarkeit einer allfällig bestehenden Resta
rbeitsfähigkeit betreffend eine
angepasste Tätigkeit in Auftrag zu geben und danach den Invaliditätsgrad neu festzulegen (2.), unter Kosten- und Ent
schädi
gungsfolgen (zzgl. 7.7
%
MWSt
) zulasten der Beschwerdegegnerin (3.). In prozessualer Hinsicht liess
X.___
zudem
die Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung sowie die Bestellung von Rechtsanwalt Jonas Achermann als unentgeltlichen
Rechtsbeistand beantragen (Urk. 1 S.
2). Mit Eingabe vom 3
1.
Januar 2022 reichte er ergänzend eine Erklärung betreffend Rechtsschutzversicherung ins Recht (
Urk.
7-8). Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 2
1.
Februar 2022 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9), was
X.___
mit Verfügung vom 2
2.
Februar 2022 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11).
Mit Eingabe vom
2.
März 2022 reichte Rechtsanwalt Achermann seine Honorarnote
vom
1.
März 2022 ins Recht (Urk.
13).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da die angefochtene Verfügung vor dem
1.
Januar 2022 erging, sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden (BGE 148 V 174 E. 4.1).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederung
smassnahmen
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf
die Lohnhöhe haben können (BGE
124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen ges
amthaft zu schätzen und darf 25
% nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc)
.
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung im Wesentli
chen damit,
gemäss den getätigten Abklärungen bestehe seit dem 16.
Oktober
2017
in der bisherigen Tätigkeit
keine Arbeitsfähigkeit mehr.
Jedoch sei dem Beschwerdeführer a
b diesem Zeitpunkt eine
leidens
angepasste leichte bis mittel
schwere Tätigkeit im Umfang von 80
% zumutbar. Der Ein
kommensvergleich ergebe einen Invaliditätsgrad von 15
%, was keinen Rentenanspruch begründe (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer lässt dagegen
schlussfolgernd
vorbringe
n, die Beschwer
degegnerin stütze sich bei ihrer Verfügung vom 1
8.
September 2021 auf das
Gutachten von
Dr.
Z.___
, welches zwar richtigerweise bestätige, dass im bisherigen Tätigkeitsbereich eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestehe, jedoch eine Arbeitsfähigkeit von 80
% in angepasster Tätigkeit festlege.
Wie trotz vollständiger Arbeitsunfähigkeit im bisherigen
Tätigkeitsbereich auf eine 80%
ige Arbeitsfähigkeit im angepassten
Bereich geschlossen werde, bl
e
i
be unklar
. Auch müsse das Belastungsprofil gemäss EFL nach unten korrigiert werden,
sei doch
die entsprechende Beurteilung nicht unter realitätsnahen Bedingungen erfolgt. Eine Stelle gemäss dem angegebenen Belastungsprofil gebe es
alsdann
für den Beschwerdeführer
im ausgeglichenen Arbeitsmarkt
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
nicht. Auch sei ein leidensbedingter Abzug zu berücksichtigen. Dass der Bericht der
Y.___
aufgrund des Gutachtens von
Dr.
Z.___
unbeachtlich
sei, sei nicht nachvollziehbar
(
Urk.
1
, insbes. S.
17).
3.
3.1
PD
Dr.
med.
A.___
,
Facharzt FMH für O
rthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, sowie
leite
nder Oberarzt an der
B.___
, diagnostizierte in seinem Bericht vom
9.
Februar 2018 an den Hausarzt
pan
vertebrale Schmerzen mit/bei multise
gmentaler
Diskopat
h
ie LW
S
mit kleiner
dorso
-medialer Diskushernie L4/5 ohne Kompression
der
VaL
a
-Struktur (MRI 01.
11.2017). Beim Patienten bestünden paravertebrale Schmerzen lumbal betont bei leicht
-
b
is mässiggradigen Veränderungen. D
ie Ursache für die episodenhaften ausstrahlenden Beschwerden in die Beine
entsprächen
dem L5 Dermatom
, d
ie elektrischen Sensationen
und
rezidivierende
n
ausstrahlende
n
Nackenbeschwerden einschliesslich Lähmung der Arme seien nicht klar. Zur genaueren Abklärung werde der Patient zur Beurteilung der Elektrophysiologie einschliesslich Komp
lettierung der MRI mit BW
S und HWS
an die Neurologie überwiesen
. Darüber
hinaus bestehe ev
entuell
eine rheumatologische Erkrankung. Angaben zur Arbeitsfähigkeit machte er nicht (
Urk.
10/24).
3.2
Hausarzt
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, diagnos
t
i
zierte in seinem Formularbericht an die IV-Stelle a
m 2
3.
Februar 2018 unter Bezugnahme
auf
den MRI-
Befund des
D.___
vom 1.
November
2017
(vgl. dazu
Urk.
10/22/8f.)
eine
Diskusprotrusion
auf Höhe LWK 4/5, eine leichte
Recessusstenose
LWK 5
bds
.
, eine
Anulusruptur
rechts foraminal L5/S1, mögliche
L5
Reizung rechts
,
ein chronisches
lumbospon
d
ylogenes
Syndrom sowie N
ackenschmerzen. Seit Jahren bestünden rezidivierende lumbale Schmer
zen, insbesondere beim Heben von Lasten. Seit Mitte Oktober 2017 bestehe eine
Schmerzresistenz mit wechselnder
Ausstrahlung in die Beine linksbetont, ausser
dem auch Nackenbeschwerden. Als Bildhauer
und
Messebauer bestehe seit
dem
16. Oktober 2017 bis mindestens zum 31.
März 2018 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.
Im Haushalt bestehe keine Einschränkung.
Es seien weitere Abklärungen
(neurologisch und rheumatologisch)
in der
Schulthess
-K
link vereinbart.
Angaben zu einer angepassten Tätigkeit machte
Dr.
C.___
nicht (
Urk.
10/22
/1-6
).
3.3
Dr.
med.
E.___
,
Fachärztin für Neurologie und
Oberärzti
n Neurologie an der
B.___
,
stellte in ihrem Bericht vom
5.
März 2018
nach durchgeführten Abklärungen (MRI, Elektrophy
siologie)
die folgenden Diagnosen
(
Urk.
10/25/1-2)
:
-
Lumbospondylogenes
Syndrom mit Verdacht auf radikuläres Reizsyn
drom S1,
exazerbiert
ca
.
09/2017
-
Anamnestisch:
Lumboglutealgien
mit links Schmerzausstrahlung in Dermatom 1
-
Klinisch: Lasègue links positiv, kein radi
k
uläres sensomotorisches Defizit
-
MRI LWS 01.11.2017
:
multisegmentale leichte Diskopathie mit
möglicher leichter
rezessaler
I
rritation der Nervenwurzel S1 links auf Segmenthöhe L5/S1
-
EMG 28.02.2018: Kennmuskulatur L4-S1 l
i
nks ohne
Denervationszei
chen
-
Röntgen LW
S 09.02.2018: mult
i
seg
m
en
tale
Osteochondrose
, Spondylose bei insgesamt gu
t erhaltener Bandscheibenhöhe,
l
eichte skoliot
ische Fehlstellung, gut erhaltenes sagittales Profil
-
Zervikospondylogenes
Schmerz
s
yndrom mit inter
m
ittierend radikulärer Reizung für C6 linksbetont
-
Klinisch 05.03.2018
:
Radi
k
uläre Provokationsmanöver bland,
deutliche
Druckdolenz
Facettengelenke der mittleren HWS, kein radi
k
uläres sensomot
orisches Defizit
-
EMG 05.03.2018: Kennmuskulatur C5-C6 rechts und C6 links ohne
Denervationszeichen
-
Röntgen HWS 09.02.2018
:
leichte bis mittelgradige degenerative Ver
änderungen
p.m. HWK 5/6 mit
spondylophytären
Ausziehungen, leicht reduzierten
Intervertebralabständen
HWK3-HWK6, erhaltenes
Hinter
kantenalignement
sagittal
-
MRI HWS, BWS vom 03.03.2018: keine Spinalkanalstenose oder Myelopa
t
hie. Spondylarthrosen C3-C6,
Unkovertebralarthrosen
C3-C7, aktivierte
Osteochondrose
C6/
7.
Mögliche Neurokompre
ssion C4/5 für die Nervenwurzel
C5 rechts, C5/6 für NWC 6
bds
. leichtgradig für C7 links (C6/7)
. BWS nur mit leichten degener
ativen Veränderungen (
Diskusbul
ging
Th4/5 und Th
7-11, keine Neurokompression
)
.
Dr.
E.___
führte im Wesentlichen aus, k
orrelierend zu den auch cervikal beschriebenen Schmerzen zeigten sich MR-tomographisch mittelgradige degene
rative Veränderungen, vor allem der mittleren und unteren HWS mit
mehrsegmental leichter auch
ne
u
r
ofor
a
min
aler
Einengung vor
allem
für die Nervenwurzeln C5-C6 rechts und C6 links, welche nach Anamnese und klinischem Status auch mit einer dortigen radik
ul
ären Reizung vereinbar seien.
Nadelmyographisch zeige sich in entsprechender K
ennmuskulat
u
r
noch keine
Denervation
. B
ezügl
i
c
h der BWS
zeigten sich nur leichte degenerative Verände
rungen, hier ohne Hinweis auf eine Neurokompression. Eine Nervenwurzelinfilt
r
a
t
ion S1 sei geplant.
Bezüglich der Arbeitssituation sei der Patient
(da seit 09/2017 AUF)
im Gespräch mit der IV-Stelle
.
A
us medizinischer Sicht seien bei entsprechenden degenerativen Veränderungen
vor allem im Bereich de
r HWS einseitig die Wirbelsäule belastende
Tätigkeiten ungü
nstig, vor allem sei das Tragen
/Heben von schweren Gewichten zu vermeiden
(
Urk.
10/25).
Nach
am 2
0.
März 2018
durchgeführter Infiltrat
i
on (
Urk.
10/26) hielt
Dr.
E.___
aufgrund einer Telefonkonsultation
am 1
0.
April 2018 fest, bei passager sehr gutem Ansprechen auf die Infiltra
ti
on könne zusätzlich zu den
lumbospondylo
genen
Schmerzen eine radikuläre Reizkomponente für S1 links bestätigt werden. Mit dem Patienten sei vereinbart, dass er sich im Bedarfsfall im Abstand von 3
Monaten zur letzten I
nfiltrat
i
o
n bei erneuten Lumbalgien oder
Zervikalgien
erneut zur Infiltra
t
ion melde (
Urk.
10/2
7
).
3.4
Am 3
0.
April 2018 diagn
os
t
i
zierte
n
die für den Bericht der
B.___
, verantwortlich zeichnenden Ärzte
zusätzlich
eine
Thalassämia
minor. Angaben zur Arbeitsfähig
keit machten sie nicht (
Urk.
10/28)
.
3.5
Vom 7.
Januar bis zum
1.
Februar 2019 fand im Rahmen der
beruflichen
Eingl
i
e
derungsm
assnahmen eine Potentialabklärung
durch die
Y.___
statt. Im entsprechenden Abschlussbericht
vom 1.
Februar 2019
hielten die verantwortlich zeichnenden Fachpersonen
fest, während der vierwöchigen
Abklärung habe
seitens des Beschwerdeführers
ein hohes E
ngage
ment festg
e
stellt werden können, indem er sich offen und motiviert gezeigt habe, an den verschiedenen T
estunge
n und B
eratungsgesprächen teilzunehm
en. A
ufgrund seiner instabilen körperlichen Befindlichkeit habe sich die Potentialabklärung
für ihn
als
sehr herausfordernd erwiesen. Je
nach Tagesform sei es ihm aufgrund von starken Schmerzen insbe
sondere im Rücken (unterer Rücken und Bereich der Halswirbelsäule) und gelegentlich auch im Knie nicht möglich gewesen, an der Abklärung teilzuneh
men. Er habe die Abklärung an insgesamt sieben Tagen nicht wahrnehmen können und viermal früher verlassen müssen. Aufgrund der starken Schmerzen und der dadurch bedingten instabilen Präsenzwahrnehmung bestehe aus Sicht der
Y.___
aktuell keine relevante Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeits
markt. Um eine A
ussage bezügl
i
c
h der künftigen Eingliederungschancen im ersten Arbeitsmarkt machen zu können
,
würden
ärztliche Abkl
ä
r
ungen und Einschätzungen
als notwendig erachtet (
Urk.
10/39).
3.6
Am 2
8.
Januar 2019
(
Urk.
10/38)
,
2
6.
März 2019 (
Urk.
10/45)
,
2
6.
Juni 2019 und
am
1.
Oktober 2019 (
Urk.
10/63)
wurden
in der
B.___
Infiltrationen
an der Halswirbelsäule
dur
c
hgeführt
.
3.7
Im
an die IV-
Stelle
gerichteten
Versicherungsbericht
berichtete die Neurologin
Dr.
E.___
von der
B.___
am 8.
Oktober 2019
unter Angabe der bereits bekannten Diagnosen
über einen stationären Zustand
. E
s bestehe eine funktionelle
Einschränkung infolge Schmerzen
. Zur Arbeitsfähigkeit gab sie an, im Rahmen der Sprechstunde sei keine detaillierte Berufsanamnese erhoben worden, die Arbeitsfähigkeit sei
daher
nicht beurteilbar. E
ine
zum Teil
reduzierte Leistungsfähigkeit infolge
des
Sc
hmerzsyndrom
s
sei
vorstellbar
(
Urk.
10/53).
3.8
Hausarzt
Dr.
C.___
berichtete im Januar 2020 bei letzter Kontrolle
am 11.
Januar 2020 im Rahmen einer akuten Lumbalgie über einen stationären Gesundheitszustand, trotz wiederholter Infiltrationen sei es zu keiner wesentlichen Besserung gekommen. Als Bildhauer und Messebauer sei der Patient nicht mehr einsetzbar. Bezüglich Ressourcenprofil sei er im Januar 2019 abge
klärt worden. Es bestehe weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
10/59).
3.9
Dr.
med.
F.___
, Facharzt für O
rthop
ädische C
hirur
g
i
e FMH, diagnos
t
i
zierte im Bericht vom 5. November
2020 an die IV-Stelle einen St.
nach Kniearthroskopie rechts,
Plice
ktomie
, mediale Korpus/
Hinterhornresektion
, late
rale
Korpusresektion
, Knorpel-
Dé
bridement
medialer
Femurkondyl
am 20.
Ma
i 2020 bei medio-
lateraler
Meniskop
athie
mit
Plica
mediopate
llaris
mit Retropatellararthr
o
se mit
Chondromalazie
Grad II bis p
a
rtie
l
l
I
II, for
t
geschritt
ene
Chondromalazie
medialer
Femu
rkondyl
sowie laterale Meniskusläsion Kniegelenk rechts. Er habe den Patienten am 2
0.
Mai 2020 am rechte
n Knie operiert, die erste Nachkontrolle sei am 2
6.
Mai 2020 erfolgt, seitdem habe er den Patienten ni
c
ht mehr in der Sprechstunde beurteilt
,
so dass er bezüglich der aktue
l
len Situation keine Angaben machen könne (
Urk.
10/78
/7
).
3.10
Hausarzt
Dr.
C.___
verwies in seinem Formularbericht vom 3
0.
November
2020 an die IV-Stelle auf die am 2
0.
Januar 20
20
gestellten Diagnosen und ergänzte
im Wesentlichen
, das
s am 20.
Mai 2020 eine Kniearth
r
o
s
k
opie durchge
führt worden sei.
Die Arbeitsunfähigkeit betrage weiterhin 100
%.
Es bestünden nach wie vor belastungsabhängige Schmerzen im cervikalen Bereich und lumbal.
Aktuell sei die HWS-
Beweglichkeit nicht eingeschränkt, hingegen zeige sich lumbal ein ausgeprägter Hartspann mit aufgehobener LWS-Flexion, Fingerbo
denabstand 20 cm.
Aktuell würden keine Analgetika eingesetzt. Die vertebralen Einschränkungen behinderten weiter
h
in eine Tätigkeit als Bildhauer oder Messe
bauer. Effektiv gehe es dem Patienten besser aufgrund der Infiltrationen an der HWS in der
B.___
sowie
auch der Vermeidung der körperlichen Belastungen.
Die Aussage im Vorbescheid, wonach
der Patient seit dem
7.
Januar 2019 zu 50% arbeitsfähig sei, stehe im
Widerspruch zu seiner (
Dr.
C.___
s) Einschätzungen. Es sei ihm ni
c
ht bekannt, ob
sich
die Deklaration auf
eine fachärztliche Expertise stütze, seines Wissens sei der Patient
nie medizinisch begutachtet word
e
n
, was aufgrund der diskrepanten Einschätzungen nicht nachvollziehbar sei (
Urk.
10/79).
3.11
Neurologin
Dr.
E.___
von der
B.___
führte am
30.
Dezember 2020
auf Nachfrage der IV-Stelle
zur
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
aus, der Versicherte sei letztmalig am 2
9.
Oktober 2019 bezüglich Schmerzen am Bewegungsapparat bei ihnen in Behandlung gestanden
(Infiltrationstherapie)
. Ein fokal-neurologisches Defizit habe nicht bestanden. Es hätten funktionelle Einschränkungen bestanden bezüglich chronischer Schmerzen, der aktuelle Stand sei nicht bekannt. Im Rahmen der neurologischen Sprechstunde habe keine gut
achterliche Beurteilung stattgefunden
und eine detaillierte Arbeits
anamnes
e
sei nicht erhoben worden. Bei Fragen zur Arbeitsfähigkeit infolge chronischer Schmerzen sei daher
eine arbeitsmedizinische Beurtei
lung/Begutachtung empfohlen (
Urk.
10/86)
.
3.12
Vom
7.
bis
8.
Juni 2021
wurde
im Auf
t
r
a
g der IV-Stelle im
G.___
eine
Evaluation der
f
unktionellen Leistungsfähigkeit
durch
geführt. Im entsprechenden Bericht vo
m
8. Juni
2021
bezeichnete
die verantwort
lich zeichnende Fachperson
als arbeitsrelevante Probleme Schmerzen an der LWS und am Nacken sowie eine verminderte Stabilisationsfähigkeit am Rumpf
(LWS bis HWS)
.
Nach getätigten Abklärungen hielt sie s
chluss
folgernd fest, die beobachtete
B
elastbarkeit entspreche
einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit (Hantieren von Lasten selten bis max. 15 kg)
; z
eitlich sollte die Belastung wechselbelastend ganztags möglich sein. Sitzen, Stehen an Ort und Stehen und Gehen seien dem Klienten je manchmal (das heisst insgesamt ½ bis 3 Stunden) möglich. Selten möglich seien Arbeiten über Schulterhöhe,
vorgeneigtes Stehen
, vorgeneigt
es
S
itzen, Rotation im Sitzen,
Hockestellung
, wiederholte Kniebeugen. Manchmal möglich seien
neben
dem
Sitzen,
Stehen an Ort, Stehen und
G
ehen auch
Leitersteigen, Treppensteigen, Stossen, Ziehen
, Gehen.
Die beobachtete Belastbarkeit liege bei weitem unter den Belastungsanforderungen der bisherigen Arbeit.
Bezüglich Eingliederung
empfahl sie die Arbeitssuche (Urk.
10/97/2).
3.
13
Am
1
8.
Juni 2021 wurde der Beschw
e
rdeführer durch
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für Innere Medizin und Facharzt für Rheumatologie FMH,
untersucht.
In seinem Gutachten vom 28.
Jun
i 2021
stellte dieser die folgenden Diagnosen
(Urk.
10/98/41)
:
Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
1.
Unspezifische Rückenschmerzen mit/bei
-
Symptomausweitung
-
Fehlhaltung der Wirbelsäule
-
Degenerativen HWS-Veränderungen
-
Status nach lumbalem Morbus Scheuermann
2.
Mediale Gonarthrose rechts
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
3.
Talass
a
emia
minor
4.
Pollenallergie
5.
Nikotinabusus (40 pack
years
)
Dr.
Z.___
führte im Wesentlichen aus, a
nlässlich der Untersuchung habe der Beschwerdeführer über konstante und belastungsabhängige Kreuz- und Nacken
schmerzen mit intermittierenden Ausstrahlungen in die Extremitäten sowie über vor allem witterungsbedingt verstärkte Knieschmerzen rechts geklagt. Limitiert sehe er sich dadurch bei körperlich schweren Tätigkeiten sowie längerem Stehen und Sitzen, vor allem in ungünstigen P
osi
t
i
onen
(S. 44 f.)
.
Zu
r Untersuchung erscheine ein 59-
jähriger Mann in rechtem Allg
e
meinzustand. Es z
eige sich ein grenzwertiges Ü
bergewicht bei deutlicher abdominaler Adiposi
tas. Dabei imponiere der Versicherte bei schlanken proximalen Extremitäten muskulär nicht sehr kräftig. Ein leicht erhöhter Blutdruck se
i zumindest kontroll
bedürftig.
Die internistischen Diagnosen
Talassaemia
minor, P
ollenallergie
sowie Nikotinabusus wür
d
en nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Sei anamnestisch auch ein regelmässiger Alkoholkonsum erwähnt worden, habe er (
Dr.
Z.___
) bei der Untersuchung nicht den Eindruck eines schädigenden Konsums gewonnen
(S.
45)
.
Ansonsten sei auch der kursorische neurologische Status nicht zielführend gewesen, insbesondere habe dieser keine Hinweise auf eine radikuläre Sympto
matik ergeben
(S. 45)
.
Der Beschwerdeführer zeige meist eine minim skoliotische Fehlhaltung nach links. Se
ine H
altung sei schlaff mit Rückverlagerung des Oberkörpers bei vorgehaltenem Abdomen. Lasse er im
Einbeinstand
eine gewisse Stabilisation des Rumpfes erkennen, so verlagere er beim Arm-Vorhaltetest nach Matthias primär den Oberkörper weiter zurück. Stabil richte er sich auch mit Instruktionen nicht auf. Bereits bei leichter Flexion der Arme sei eine ungenügende muskuläre Stabilisation der Schulterblätter rechtsbetont erkennbar. Den Globaltest nach Spring habe er na
ch wenigen Versuchen bei Angabe
von lumbalen Schmerzen abgebrochen.
Belastungslimiten
hätten somit nicht beobachtet werden können, obwohl muskuläre Defizite evident seien
(S. 45)
.
Die Wirbelsäule habe auf allen Etagen eine relevante Bewegungseinschränkung und sch
merzhafte seg
mentale Befund
e
vermissen lassen. Die Halswirbelsäule habe eine freie Beweglichkeit sowohl der Kopfgelenke wie auch
i
m unteren Teil gezeigt. T
horakal hätten die Rumpfrotationen gewisse lumbale Flankenschmerzen ausgelöst, jedoch kein
e th
o
r
akalen Schmerzen. Die Lendenwirbelsäule sei diffus druckdolent gewesen, was hinreichend durch die beschriebene Fe
hlhaltung erklär
t werde. Ein
R
eklin
ationsschmerz
werde erklärt durch die chronische fehl
haltungsbedingte
Überlastung der dorsalen Strukturen. Dennoch
hätten
die
Quadrantentests
keine I
rradiationen in die unteren Extremitäten im Sinne einer
spondylogenen
Problematik ausgelöst
(S. 46)
.
Insofern würden die beschriebenen degen
era
tiven Veränderungen zervikal und lumbal kein klinisches Korrelat finde
n. Zudem imponierten diese bei
einem 59
j
ä
h
rige
n Mann nicht speziell auffällig. Lumbal s
eien diese im Zusammenhang mit e
iner durchgemachten Wachstumsstörung (M. Scheuermann) zu sehen, wobei die Bandscheibenfächer erstaunlich gut erhalten seien. Spondylotische Reaktionen würden sowieso nicht mit der Klinik korr
e
lieren. Der strukturelle Wirbelsäulen
schaden könne als mässig quantifiziert werden. Die muskuläre Problematik sei reversibel. I
nsofern i
mp
o
niere das W
irbelsäulenleiden
nicht
als gravier
end.
Schmerzen im Bereich der Extremitäten liessen sich somit mit der W
irbelsäulen
problematik nicht erklären und
es
habe auch von neurologischer S
eite elektrophysiologisch nie ein radikuläres Syndrom nachgewi
e
sen werden können.
Bereits der Wirbelsäulenchirurg
Dr.
A.___
habe im Februar 2018 gemeint, die Ursache der ep
is
odenhaften
,
ausst
r
ahlenden Beschwerden in die Beine, die elektrischen Sensationen und rezidivierenden Nackenschmerzen einschliesslich Lähmung der Arme sei nicht klar. Auch anlässlich der Untersuchung («heute») zeige der Beschwerdeführer auffallende muskuläre Schmerzen im Bereich des Schultergürtel
s
und des Oberkörpers, die sich mit der fehlhaltungsbedingten muskulären Dysbalance kaum erklären
liessen
(S. 46).
Der rechtsseitige Kniebefund sei klinisch absolut bland. Im MRI und auch arthroskopisch seien relevante Degenerationen beschrieben. Diese erklärten hinreichend di
e bewegungs- und belastungsabhä
n
g
i
gen Beschwerden, die anläss
lich der Untersuch
ung
(
«
heute
»
)
absolut
im Hintergrund stünden. Beklagt würden vielmehr witterungsbedingte Schmerzen. Eine relevante Knieproblematik könne ausgeschlossen werden. Es fänden sich bei symmetrischen Beinumfängen auch
keine Hinweise fü
r
einen schonungsbedingten
Mindergebrauch der rechten unteren Extremität
(S. 46)
.
Zusammenfassend handle es sich um eine chronifizierte, vor allem muskuläre Schmerzproblemati
k
, die sich nicht hinreichend mit den klinischen Befunden und mit den objektiven strukturellen Alterationen erklären lasse.
Habe die Sympto
matik mit Rückenschmerzen begonnen und
sich
im Verlauf ohne klares klinisches Korrelat ausgeweitet, spreche dies für eine Symptomausweitung.
Auffallend sei au
ch die Diskrepanz zwischen den
als
s
tark angegebenen Beschwerden, Limit
i
e
rungen und dem minimalen
Analgetikabedarf
sowie
dem weitgeh
enden Verzicht auch auf andere med
i
zinische Massnahmen. Auch scheine der Beschwerdeführer im Alltag durchaus funktionstüchtig. All diese Überlegungen liessen eine somatofo
rme Kompone
nte vermuten. Eine relevante psychiatrische
Erkrankung
sei
aber
nicht offensichtlich
(S. 47)
.
Zur
Arbeitsfäh
i
g
k
eit führte
Dr.
Z.___
aus, die bisherige Tä
tigkeit als Bildhauer und Messe
standbauer
sei heute nicht mehr möglich. Da eine 100
%
ige Arbeitsfä
higkeit ab 1
6.
Oktober 2017 gemeldet sei, sei davon auszugehen, dass seither für die bisherige Tätigkeit nie mehr eine A
rbeitsfähig
k
e
i
t
bestanden habe. Eine opti
mal angepasste Tätigkeit (körperlich leicht bis mittelschwer, wechselbelastend ohne häufiges Sitzen, Stehen an Ort und Gehen, ohne Tätigkeiten über Schulter
höhe, vorgeneigtes Stehen und Sitzen, Rotationen im Sitzen,
Hockestellung
und wiederholte Kniebeugen) sei vollzeitlich möglich. Aufgrund des vermehrten Pausenbedarfs bestehe eine Leistungsminderung von
maximal
20 %; insofern bestehe bezüglich eines Pensums von 100 % eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. Zum
diesbezüglichen
zeitlichen Verlauf hielt
Dr.
Z.___
fest,
da
der Hausarzt
Dr.
C.___
am 23. Feb
ruar 2018 geschrieben
habe
, dass im Haushalt keine E
in
schränkungen best
ünden, habe das wohl auch für das beschriebene Belastungs
profil zu gelten. Insofern könne davon ausgegangen werden, dass
abgesehen von kurzen, zeitlich nicht zu definierenden Absenzen
seit der gemeldeten Arbeitsun
fähigkeit ab 16. Oktober 2017
eine angepasste Tätigkeit immer hätte durchgeführt werden können. Für eine solche Tätigkeit lasse sich auch nach der K
niearthro
skopie vom 22.
Mai 2020 höchstens eine Arbeitsunfähigkeit von einem Monat begründen (S. 55).
4.
4.1
Das Gutachten
von
Dr.
Z.___
beruht auf einer
ausführlichen
Untersuchung
des Beschwerdeführer
s
und
wurde
in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
medi
zinischen
Vorakten
e
inschliesslich der
Ergebnisse
der
durchgeführten
P
o
ten
tialabklärung
und
der
Erkenntnisse aus der
EFL
erstellt
.
Der
Gutachter
setzt
e
sich
einlässlich
mit den
vom Beschwerdeführer
gemachten Angaben und
geklagten
Beschwerden
ausein
ander
und
stellte nachvollziehbare Diagnosen. Er legte die medizinische Situation einleuchtend dar und die von ihm gezogenen Schlüsse können nachvollzogen werden. Vor dem Hintergrund
der
bildgebend
ausgewie
senen degenerativen
Befunde
namentlich der Halswirbelsäule
, der
gestellten D
iagnosen
und der
anlässlich
der Untersuchung
erhobenen klinischen Befunde (
insbesondere
fehlende
radikuläre Symptomatik, Fehlen einer relevanten Bewegungseinschränkung
auf allen Etagen der Wirbelsäule, namentlich
im Bereich der
Halswirbelsäule,
jedoch
Druckdolenzen
im Bereich der LWS und HWS
/Schultergürtel
) kann insbesondere
nachvollzogen werden,
dass
dem Beschwerdeführer
körperlich schwere Tätigkeit
en
zwar
nicht mehr zumutbar
sind
, jedoch
– unter Einhaltung des genannten Belastungsprofils -
eine Arbeitsfähig
keit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
besteht
. D
ies gilt um
so mehr, als die
Einschätzung
von
Dr.
Z.___
auch
in Übereinstimmung mit den Ergebnissen der
durchgeführten
EFL
steht
, wonach der Beschwerdeführer in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit
– mit gewissen Einschränkungen –
vollzeitlich arbeits
fähig ist (E. 3.12 hiervor)
und
im Übrigen
nicht ersichtlich ist, dass
die Beurteilung von
Dr.
Z.___
zu d
en Angaben der behandelnden Ärzte
kontrastiert
.
So äusserte sich Hausarzt
Dr.
C.___
soweit
ersichtlich
lediglich
zur Ar
beitsfähigkeit als Bildhauer und Messebauer
(E. 3.2,
E.
3.8,
E.
3.10)
und
kann
aus den
Berichten
von
Dr.
E.___
– selbst wenn sie
zur (Rest-
)
Arbeitsfähigkeit
nicht abschliessend
Stellung bezog
–
immerhin
geschlossen werden
, dass auch sie
jedenfalls
von e
ine
r
bestehenden
Restarbeitsfähigkeit
ausgeht
. So
hatte sie mit Blick auf die
im Vordergrund stehenden
degenerativen Veränderungen
namentlich
im Bereich der
Halswirbelsäule
aus medizinischer Sicht
einzig
einseitig die Wirbelsäule belas
tende Tätigkeiten
als
ungünstig
bezeichnet und
angegeben, dass
das Tragen/Heben von schweren Gewicht
en zu vermeiden sei
(
E. 3.3
) bzw.
festgehal
ten
,
dass
eine funktionelle Einschränkung infolge Schmerzen bestehe bzw.
eine «zum Teil reduzierte» Leistungsfähigkeit infolge
des
Schmerzsyndrom
s
«vorstellbar»
sei (
E. 3.7
).
Schliesslich
kann
die
von
Dr.
Z.___
attestierte
Arbeitsfähigkeit
(von 80
%)
in angepasster Tätigkeit auch
unter quantitativen Aspekten
nachvollzogen werden
.
Wenn
Dr.
Z.___
grundsätzlich von einer Arbeitsfähigkeit in einer
leidens
ange
passten Tätigkeit
ausgeht
und
dem Beschwerdeführer
infolge erhöhten Pausenbedarfs
eine
Leistungsminderung
um 20
%
zugesteht
,
erscheint dies plausibel und
leuchtet dies nicht zuletzt
im Lichte der Angaben von
Dr.
E.___
(
won
a
ch
aufgrund der Schmerzen eine zum Te
il reduzierte
Leistungsfähigkeit
vorstellbar
sei
)
ebenfalls
ein
.
4.2
4.2.1
Soweit
der
Beschwerdeführer gegen das Gutachten ein
wendet
,
es sei eine ableh
nende Haltung
des Gutachters
erkennbar
,
da
Dr.
Z.___
wiederholt die nicht vorhandene M
otivation
erwähne
und
das Gutachten an mehreren Stellen den Eindruck
erw
e
cke
, der Beschwerdeführer spiele etwas vor
(
Urk.
1 S. 12)
,
überzeugt dieses Vorbringen nicht
.
Es ist nicht
ersichtlich
,
inwiefern
die
gestützt auf die Angaben des Besc
hwerdefü
h
r
ers
get
r
offene Feststellung
, wonach der Beschwer
deführer eine erneute Arbeits
t
ätigkeit
ausschliesse
,
weil er sich für eine körperlich leichte Tätigkeit am Computer nicht qualif
i
ziert sehe
(vgl. dazu etwa Gutachten S. 31 und 34)
und seine aktuelle Leistungsfähigkeit nur mit der früher sehr strengen Tätigkeit im Messebau vergleiche
(S.
48f.
)
,
aus objektiven Gründen den Anschein der Voreingenommenheit zu begründen
vermag
. D
ies gilt auch
für die
Angabe
n
,
wona
ch
sich
der Beschwerdeführer
durch di
e
anh
a
ltende Krankschrei
bung bestätigt fühle, dass er an einem gravierenden Bandscheibenschaden
leide
,
und
dass
es nicht den Eindruck mache
,
dass
sich
der Beschwerdeführer aus eige
nem Antrieb um eine erneute E
rwerbs
t
ätigkeit kümmere
(
S. 49
;
vgl. auch S. 53)
.
D
enn
mit
diesen Ausführungen
verleiht der Gutachter
lediglich seinen
Beo
b
ach
tungen
und Ü
berlegung
en
hinsichtlich
der
aus Sicht des
Beschwerdeführer
s
gegen eine Arbeitsfähigkeit
sprechenden
-
krankheit
sfremde
n
-
Aspekte
Ausdruck
, was
unter dem
Gesichtspunkt
der Unvoreing
e
nommenheit
nicht
zu beanstanden
ist.
Insbesondere trifft nicht zu, dass
Dr.
Z.___
dem
Beschwer
deführer ein simulie
rendes Verhalten (
«
e
t
was vorspielen
»
)
zum Vorwurf macht
e
, hatte
Dr.
Z.___
die
Unters
uchung
doch
als
weitgehend
aussagekräftig beurteilt und die
teilweise festgestellten inadäquaten Reaktionen
lediglich
im Rahme
n einer Verdeutlichung interpre
tiert (
Gutachten
S. 36).
Der
Beschwerdeführer scheint
im Übrigen
zu verkennen,
dass
i
m Rahmen der klinischen Untersuchung sich die Gutachtens
person, welche die Angaben des Exploranden nicht vorbehaltlos als richtig annehmen darf, auch zum beobachteten Verhalten und zur Plausibilität der ge
klagten Beschwerden zu
äussern
sowie allfällige Widersprüche aufzuzeigen
hat
(
vgl. dazu etwa
Urteil
des Bundesgerichts 9C_38/2022 vom 2
4.
Mai 2022 E.
4.4 unter Hinweis auf Urteile
9C_699/2019 vom 1
7.
Februar 2020 E. 3.2 und 8C_390/2017 vom
9.
November 2017 E. 4.1).
Unter
letzteren
Aspekt
fällt denn auch,
dass
der Gutachter
das
vom Beschwerdeführer
anlässlich der Unter
suchung geschi
l
de
r
te Aktivitätsniveau im Alltag
(
vgl. dazu S. 32 f.
; vgl. auch S.
36
und S. 48)
sowie den
Umstand, dass der Beschwerdeführer
seit Sommer 2020 in keiner Behandlung mehr stand und
Schmerzmittel
lediglich bei Bedarf bzw.
nicht regelmässig einnimmt (vgl. S.
49 f.
)
,
in sein
e Beurteilung miteinbezogen hat
.
4.2.2
Aber auch
s
owei
t der Beschwerdeführer
die Massgeblichkeit der
–
die Einschät
zung von
Dr.
Z.___
im Grundsatz
bestä
t
i
genden -
Ergebnisse der
EFL
in Abrede stellt
unter
Hinweis darauf, dass diese
nicht
unter realitätsnahen
Beding
u
ngen erfolgt
sei
, ergibt dies nichts zu seinen Gunsten.
Die hierzu
(einzig) angeführte
Begründung,
die Beurteilung, ob der Beschwerdeführer die Tätigkeit kniend ausführen könne,
habe
auf weichen Matten statt
g
efunden,
und
dass
im Arbeits
leben kaum je weiche Matten am Boden liegen würden
(vgl. Urk.
1 S. 13)
,
verfängt nicht. Sie
ist schon daher
unbehelflich
, als
dem
Beschwerdeführ
er angesichts des festg
el
e
gten
medizinischen
Belastungsprofi
l
s kniende Tätigkeiten
ohnehin
nicht bzw.
nur selten
zumut
bar sind und
es ihm
im Rahmen der
ihm obliegenden
Schadenminderungspflicht (vgl. dazu
BGE 120 V 368 E. 6b
) zuzu
muten
wäre
,
zur
Schonung seines rechten Knies
eine
Knieschutzmatte
e
i
nzusetzen
.
4.2.3
Soweit der Beschwerdeführer schliesslich auf den
eine rel
e
vante A
rbeitsfähigkeit
vernein
en
den
Abschlussbericht der
Y.___
hinweisen lässt
,
ist zu berücksich
tigen, dass n
ach der Rechtsprechung
d
ie Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die medizinischen Fachpersonen zu beantworten
ist
. Den Erkenntnissen von Eingliederungsfachpersonen im Rahmen von beruflichen Abklärungen respektive Programmen bezüglich der Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit kommt nur beschränkte Aussagekraft zu; sie beruhen in der Regel nicht auf vertieften medizinischen Untersuchungen, sondern auf berufspraktischen Beobachtungen, welche in erster Linie die subjektive Arbeitsleistung der versiche
rten Person wiedergeben (
vgl. etwa
Urteil
des Bundesgerichts 8C_21/2020
vom 8. April 2020 E. 4.1.2,
mit Hinweisen).
Auch
im Falle
des Beschwerdeführers beruhte
die
Beurteilung
im Bericht
der
Y.___
auf
im Rahmen der Abklärungen angestellten
Verhaltensbeobach
t
ung
en
und sub
jektiven Angaben
des Beschwerdeführers
. Wie
Dr.
Z.___
in seiner Expertise
dazu stellungnehmend
festhielt, wurden
a
lsdann
nicht nur medizinische, sondern auch andere
Faktoren
(
wie eine
aufgrund der vom Beschwerdeführer angegebenen Befindlichkeit
instabile Präsenzwahr
nehmung
)
berücksichtigt, und
darüber
hinaus
für
Aussagen bezüglich der Eingliederungschancen
eine ärztliche Abklä
rung als notwendig erachtet (S. 52).
Die Ergebnisse
vermögen
die Schlussfolge
rungen im Gutachten von
Dr.
Z.___
daher
nicht in Frage zu stellen.
4.3
Zusammengefasst
ist
die Beurteilung von
Dr.
Z.___
und somit
der
Beweiswert
des Gutachten
s
vom 2
8.
Juni 2021
nicht in Zweifel zu ziehen. Es ist demnach
gest
ütz
t
darauf
mit dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen B
eweisgrad der über
w
i
e
genden Wahrscheinlichkeit
(vgl. dazu BGE 129 V 177 E. 3.1)
erstellt
,
dass der
Beschwerdeführer seit
September/Oktober 2017 in seinen
zul
etzt ausgeübten Tät
igkeit
en
als
Bildhauer und
Messebauer nicht meh
r arbeitsfähig ist,
jedoch seither
in einer leidensang
e
passten Tätigkeit eine Arbeitsfäh
i
gkeit von 80
%
bestand bzw.
besteht.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer bestreitet die
Verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit
(vgl.
Urk.
1 S. 14
).
5.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln
(Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E.
3.1 mit Hinweis
)
.
Dabei ist nicht von realitäts
fremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsge
mäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9
C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE
138 V 457 E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Ent
gegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgegli
chene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vi
eler: Urteile des Bundesgericht
s 8C_434/2017 vom 3. Januar
2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2
.1, je mit weiteren Hinweisen).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2 mit Hinweis; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung, 3. Auflage
2014,
R
n
132 zu Art. 28a
).
5.3
Der Beschwerdeführer leidet an degenerativen
Veränderungen an
der W
irbels
äu
l
e und a
m
rechten Knie
.
Jedoch ist ihm gemäss dem Gutachten von
Dr.
Z.___
eine wechselbel
a
stende
,
leichte bis mittelschwer
e Tätigkeit
ohne Arbeiten über Schul
terhöhe, vorgeneigtes Stehen und Sitzen, Rotationen im Sitzen,
Hockestellung
und
wiederholte Kniebeugen
in einem Pensum von 80
% zumutbar
.
Das Belas
tungsprofil
ist
damit zwar eingeschränkt, jedoch
nicht derart eng, dass es
dem Beschwerdeführer
nicht möglich wäre, seine
Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten.
Weshalb ihm vor dem Hintergrund des
genannten
Belastbarkeitsprofils
etwa
(leichte
) Verpackungs-, Prüf-, Sortier- oder Überwachungsarbeiten
nicht
zumutbar sein sollen,
ist nicht ersichtlich.
Daher und da der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch Nischenarbeitsplätze umfasst (vgl. E. 5.2
hiervor), kann nicht gesagt werden,
dass
das Finden einer entsprechenden Stelle
zu
m Vorneherein ausgeschlossen
sei
. Dies gilt im Lichte der relativ hohen Hürden, welche das Bundesgericht für die Un
verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen en
twickelt hat (vgl. statt vieler etwa
Urteil des Bundesgerichts
9C_797/2019 vom 6. Januar 2020 E. 5
mit Hinweis)
,
selbst unter Berücksichtigung
dessen
, dass der Beschwerdeführer im
massgebenden
Zeitpunkt (des Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit einer [Teil-]Erwerbstätigkeit
[hier:
gestützt auf das Gutachten von
Dr.
Z.___
vom
28.
Juni
2021
]
; vgl. dazu
BGE 145 V 2 E. 5.3.1
) 59
½
Jahre alt war
.
So werden
die
vorliegend
in Betracht fallenden
leidensangepassten
(Hilfs-)Tätigkeiten
auf dem
massgebenden
(hypothetischen)
ausgeglichenen Arbeitsmarkt
altersunabhängig nachgefragt
(Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3)
und
erfordern
in der Regel
keine lange Einarbeitungszeit.
6.
6.1
Beim
Valideneinkommen
ging die Beschwerdegegnerin laut Einkommensver
gleich vom
6.
Oktober 2
021 (
Urk.
10/100)
gestützt auf den
Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende vom 1
7.
August 2020
für das Jahr
2018
von einem
gestützt auf Tabellenlöhne der Schweizer
ischen Lohnstrukturerhebung 2016 (LSE; TA1, Kompetenzniveau 1
[Hilfsarbeiten]
im Sektor 3 Dienstleistungen)
ermittelten
und auf das Jahr 2018 errechneten
Wert von Fr.
62
'697.65 aus (
vgl.
Urk.
10/100 unter Hinweis auf U
rk.
10/66
/8
; vgl. auch U
rk.
10/67).
Beim Invalideneinkommen zog sie ebenfalls
Tabellenlöhne
der LSE
2016 b
ei und stellte auf den Zentralwert (Median) der im Kompetenzniveau 1 von
Männern
im Total aller Wirts
chafts
zweige erzielten Löhne ab
, wobei sie
per 2018 ein jährliches Einkommen von F
r.
66‘
803.40 errechnete, wa
s
bei einem zumutbaren Pensum von 80 %
ein
Invalideneinkommen von Fr.
53‘442.70
ergab und
i
n Gegenüberstellung mit dem
Valideneinkommen
zu einem
Invaliditätsgrad von
(gerundet)
15
%
führte
(Urk. 2 S.
2
; vgl. wiederum
Urk.
10/100
)
.
Der so erfolgte Einkommensvergleich
blieb
bis auf die Frage des
leidensbedingten
Abzugs vom Tabellenloh
n (vgl. hierzu E. 6.2 hienach)
unbestritten,
weshalb sich
bei fehlenden Anhaltspunkten auf diesbezüg
liche Fehler
Weiterungen
bezüglich der Vergleichseinkommen
im Grundsatz
erübrigen
.
6.2
Während die Beschwerdegegnerin einen leidensbedingten Abzug
vom Invaliden
einkommen
nicht als ange
zeigt erachtete (vgl. auch Urk.
10/100)
,
beantragt der
B
eschwerdeführer
einen
Abzug von «mindestens» 25 %
(
Urk. 1 S. 15).
Ob
und gegebenenfalls in welcher Höhe
vor dem Hintergrund
der
persönlichen und be
ruflichen Merkmale
des Beschwerdeführers
ein
solcher
Abzug
vorzunehmen ist
, kann
jedoch
offen
bleiben. Denn ein
leidensbedingter
Abzug
ist
nach der Recht
sprechung
auf maximal 25 % festzusetzen (vgl. dazu
etwa
BGE 135 V 297 E. 5.2
)
und führte vorliegend
selbst ein
–
im Falle des Beschwerdeführers
kaum gerechtfertigter
–
maximaler
A
bzug
vom Invalideneinkommen
von 25
% zu einem Invaliditätsgrad von
gerundet
36
%
(Fr. 62'697.65 -
Fr. 53‘442.70 x 0.75
/
Fr.
62'697.65 x 100)
und somit
ebenfalls
nicht zu einem
rentenbegründenden I
nvaliditätsgrad
(
von mindestens 40 %
;
vgl.
E. 1.3;
so auch Urk.
10/100).
7.
Zusammengefasst
hat die IV-Stelle einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht verneint. Die
angefochtene
Verfügung vom
18. November 2021 erweist sich daher als rechtens, weshalb
die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen
ist
.
8
.
8
.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche Vertretung notwendig oder doch geboten ist (Art. 29 Abs. 3 BV; BGE 135 I 1 E. 7.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_686/2020 vom 1
1.
Januar 2021 E. 1).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt
, weshalb dem Beschwerdeführer a
ntragsgemäss (Urk. 1)
die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen
ist
.
8
.2
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Gemäss
§ 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird alsdann – auch im Rahmen der unentgeltlichen Vertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Mit Honorarnote vom
1.
März 2022 macht
e
Rechtsanwalt Jonas Achermann einen zu entschädigenden
Betrag
von F
r.
4‘365.10
(inkl. Barauslagen und
MWSt
)
geltend (
Urk.
13).
Jedoch erscheint
der
angegebene
Aufwand
–
i
nsbesondere
für das Verfassen der
Beschwerde (über 13
Stunden
)
–
der Sache
nicht als angemes
sen
. So
präsentiert
sich
der vorliegende Sachverhalt
in tatsächlicher
Hinsicht nicht
als
besonde
r
s
komplex
und
stellten sich in rechtlicher Hinsicht keine besonders schwierigen Fragen
.
A
ngesichts der zu studierenden Aktenstücke der Beschwerdegegnerin, des gerechtfertigten Aufwands sowie mit Blick auf die in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträge
ist die Entschädigung daher
bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 220
.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
nach
pflichtgemässem
Ermessen
auf Fr.
2‘900.--
festzusetzen.
8
.3
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 800.-- als angem
essen. Diese ist
ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen, jedoch zufolge der Bewilligung der
unentgeltlichen
Prozessführung einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
8
.4
D
er Beschwerdeführer
ist auf § 16 Abs.
4 GSVGer hinzuweisen, wonach er
zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Auslagen für die Vertretung verpflich
tet werden kann, sobald
er
d
azu in der Lage ist
.
Das Gericht
beschliesst:
In Bewilligung des Gesuchs vom
4.
Januar 2022
wird dem Beschwerdeführer
Rechtsan
walt
Jonas Achermann, Wetzikon
, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt,
und es wird ihm
die unentgeltliche Prozessführung gewährt
,
u
nd erkennt sodann
:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen.
3
.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Jonas Achermann, Wetzikon, wird mit Fr.
2‘900.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt. Der Beschwerdeführer wird auf die Nachzahlungspflicht
gemäss
§ 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Jonas Achermann
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubBachmann