# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 21afca98-6eeb-51a6-89fa-56fbb7840856
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.12.2011 E-6522/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6522-2011_2011-12-29.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­6522/2011

U r t e i l   v om   2 9 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn,
mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach,  
Gerichtsschreiberin Néomie Nicolet.

Parteien A._______,
Angola,  
vertreten durch Asylhilfe Bern, 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 27. Oktober 2011 / N (…).

E­6522/2011

Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer seinen Heimatstaat Angola eigenen Angaben 
zufolge  am  27. März  2011  verliess  und  tags  darauf  in  die  Schweiz 
einreiste, wo er am 29. März 2011 im Empfangs­ und Verfahrenszentrum 
(EVZ) B._______ um Asyl nachsuchte, 

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  8. April  2011  und  der 
einlässlichen Anhörung vom 18. Oktober 2011 zu seinen Asylgründen im 
Wesentlichen  ausführte,  zusammen  mit  seinen  zwei  Geschwistern  und 
Eltern in der Stadt C._______, der Provinz Lunda Norte, gelebt zu haben 
und  sein  Vater  sei  (…)  im  Generalstab  der  FAA  (Forças  Armadas 
Angolanas) gewesen,

dass  aufgrund  von  Differenzen  zwischen  dem  Vater  und  dem 
Gouverneur, vier Soldaten in der Nacht vom (…) 2010 das Wohnhaus der 
Familie  aufgesucht  hätten  und  es  zu  einer  bewaffneten 
Auseinandersetzung  gekommen  sei,  in  deren  Verlauf  sein  Vater,  seine 
Mutter sowie seine kleine Schwester tödlich angeschossen worden seien,

dass  er  (Beschwerdeführer)  –  auf  Aufforderung  des  Vaters  hin,  seine 
Waffe zu behändigen und zu schiessen – auf einen Soldaten geschossen 
und ihn am Oberschenkel getroffen habe, 

dass  er  hierauf  festgenommen  und  ins  Gefängnis  in  Lunda  Norte 
gebracht  und  drei  Tage  später  in  ein  Gefängnis  in  Luanda  verlegt  und 
angeschuldigt worden sei, einen Soldaten getötet zu haben,

dass  ihm  am  (…)  2011,  nachts,  mit  Hilfe  eines  Wächters  die  Flucht 
gelungen sei, ein Freund des Vaters ihn abgeholt und seine Reise in die 
Schweiz organisiert habe,

dass  er  entgegen  den Angaben  auf  der  Identitätskarte  nicht  am  6.  (…) 
1993  (die  angolanischen  Behörden  hätten  das  Geburtsdatum  falsch 
erfasst), sondern am 6. (…) 1993 geboren sei, 

dass der Beschwerdeführer im Verlaufe des erstinstanzlichen Verfahrens 
eine Kopie seiner Identitätskarte sowie vier Fotos zu den Akten reichte,

dass  das  BFM  das  Asylgesuch mit  Verfügung  vom  27. Oktober  2011 – 
eröffnet am 2. November 2011 – ablehnte und die Wegweisung aus der 
Schweiz sowie deren Vollzug anordnete,

E­6522/2011

Seite 3

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Vorbringen 
des  Beschwerdeführers  würden  den  Anforderungen  von  Art. 7  des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  die 
Glaubhaftmachung eines asylbegründenden Sachverhalts nicht genügen, 
weshalb die Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse,

dass  der  Beschwerdeführer  sich  verschiedentlich  widersprüchlich 
geäussert  habe,  insbesondere  bezüglich  der  Rückkehr  des  Vaters  von 
der Arbeit am Tage des Vorfalls,  indem er anlässlich der Kurzbefragung 
angab, der Vater sei spät (23 Uhr) heimgekehrt und  in der Anhörung zu 
Protokoll gab, er sei früher als gewohnt gekommen,

dass er  angab,  in Cabinda und  später  Lunda Norte  gewohnt  zu haben, 
auf  der  Identitätskarte  aber  als  Wohnadresse  Luanda  angegeben  sei, 
weshalb der Vorfall als konstruiert zu bewerten sei, 

dass  er  demgegenüber  die  Hauptstadt  der  Provinz  Lunda  Norte  nicht 
habe  nennen  können  und  fälschlicherweise  Luanda  –  die  Hauptstadt 
Angolas – genannt habe,

dass er anfänglich angegeben habe, minderjährig zu sein und aufgrund 
des  Ergebnisses  einer  Knochenalterbestimmung  –  in  welcher  die 
Altersangabe angezweifelt wurde – sein Geburtsdatum geändert habe,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  30.  November  2011 
(Poststempel  1. Dezember  2011)  gegen  die  vorinstanzliche  Verfügung 
Beschwerde  erhob  und  deren  Aufhebung,  die  Gewährung  des  Asyls, 
eventualiter  die  Feststellung  der  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und 
Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs sowie  in prozessualer Hinsicht 
die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beantragte, 

dass er zur Begründung  im Wesentlichen geltend machte, dass er über 
genügend Ortskenntnisse von Lunda Norte verfüge, seinen Aufenthalt  in 
C._______,  der  Provinz  Lunda  Norte,  mittels  den  eingereichten 
Beweismitteln  (zwei  Schreiben  der  Schule  Colégio  (…)  [Kopie  inkl. 
Übersetzungen],  eine  Geburtsurkunde  [Kopie  inkl.  Übersetzung]  sowie 
ein Schreiben eines Pfarrers der Evangelisch­methodistischen Kirche) zu 
beweisen  vermöge  und  die  Vorinstanz  fälschlicherweise  zum  Schluss 
gekommen sei, sein Wohnort sei Luanda gewesen,

E­6522/2011

Seite 4

dass zu seinen Gunsten zu berücksichtigen sei, dass er gleich anfänglich 
auf  den  Fehler  im Geburtsdatum  auf  seiner  Identitätskarte  hingewiesen 
habe und sich somit von Beginn weg ehrlich verhalten habe,

dass  verschiedene  Widersprüche  auf  die  mangelhaften 
Sprachkenntnissen  des  Übersetzers  anlässlich  der  Kurzbefragung 
zurückzuführen seien,

dass er auf die Aufforderung, die Hauptstadt der Provinz Lunda Norte zu 
nennen,  mit  der  Antwort  Luanda  richtig  gelegen  sei,  da  er  stets  davon 
ausgegangen sei, man frage ihn nach der Hauptstadt Angolas,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG,  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

E­6522/2011

Seite 5

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), diese glaubhaft gemacht ist, wenn 
die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für 
gegeben hält,

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass  die  Vorinstanz  gesetzes­  und  praxiskonform  erkannt  hat,  die 
Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen von Art. 7 
AsylG  an  die  Glaubhaftmachung  eines  asylbegründenden  Sachverhalts 
klar nicht genügen,

dass  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  vollumfänglich  auf  die 
diesbezüglichen  ausführlichen  Erwägungen  in  der  angefochtenen 
Verfügung  und  die  obige  zusammenfassende  Darstellung  derselben 
verwiesen werden kann,

dass  die  Beschwerdevorbringen,  welche  weitestgehend  die 
erstinstanzlichen  Aussagen  repetieren,  an  den  von  der  Vorinstanz 
festgestellten Unglaubhaftigkeit  der  Aussagen  nichts  zu  ändern  und  die 
Widersprüche nicht zu entkräften vermögen, 

E­6522/2011

Seite 6

dass gemäss eigenen Angaben der Beschwerdeführer bis zum 20. März 
2010  in  C._______  gewohnt  haben  und  der  Vorfall  –  im  Elternhaus  in 
C._______ – sich erst am (…) 2010 zugetragen haben soll und auf diese 
zeitliche Diskrepanz  angesprochen,  er  den Widerspruch  nicht  zu  klären 
vermochte (vgl. vorinstanzliche Akten A34 F42), 

dass der Beschwerdeführer bei der Kurzbefragung angab, der Vater habe 
ihn am Abend des Vorfalls gerufen, als die Soldaten bereits auf die Eltern 
und  das  Kleinkind  geschossen  hätten,  anlässlich  der  Anhörung  jedoch 
ausführte, die ganze Familie sei aus den Schlafzimmern gekommen, als 
die  Soldaten  ins  Haus  eingedrungen  seien  und  der  Beschwerdeführer 
daher  habe  sehen  können,  wie  sein  Vater  erstmals  angeschossen 
worden sei (vgl. A9 S.6, A34 F12),

dass  nicht  nachvollziehbar  ist,  wie  sich  der  Beschwerdeführer 
ungehindert – alles in Anwesenheit von vier Soldaten – aus den Fesseln 
habe  befreien,  die  am  Boden  liegende  Waffe  ergreifen  und  auf  einen 
Soldaten habe schiessen können (vgl. A34 F13), 

dass überdies der Beschwerdeführer angab,  in Lunda Norte gewohnt zu 
haben,  auf  der  eingereichten  Identitätskarte  aber  als  Wohnadresse 
(Residência)  der  Ort  Maianga  (Kommune  der  Hauptstadt  Luanda) 
aufgeführt ist, 

dass die  falschen Angaben betreffend die Hauptstadt  von Lunda Norte, 
den Notenscheinen der angolanischen Währung wie auch die Flugdistanz 
von  C._______  in  die  Hauptstadt,  den  Verdacht  erhärten,  dass  der 
Beschwerdeführer  sich  seit  längerem  nicht mehr  in  Angola  aufgehalten 
respektive nie in der Provinz Lunda Norte Wohnsitz gehabt habe,

dass  an  der  Einschätzung,  der  Beschwerdeführer  komme  aus  Luanda 
und  nicht  Lunda  Norte,  auch  die  eingereichten  Beweismittel  nichts  zu 
ändern vermögen,

dass  es  sich  erübrigt,  auf  weitere  Vorbringen  in  der  Rechtsmittelschrift 
und die eingereichten Beweismittel näher einzugehen, da diese aufgrund 
der Widersprüche  in den Asylvorbringen des Beschwerdeführer nicht zu 
einem anderen Ausgang des Verfahrens zu führen vermögen, 

dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die 
Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 

E­6522/2011

Seite 7

machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt 
hat,

dass  die  Ablehnung  oder  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der 
Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1 
AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und 
zudem  kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE 
2009/50  E. 9),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den 
gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt  zu 
Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche 
Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie 
sind  zu  beweisen, wenn  der  strikte  Beweis möglich  ist,  und  andernfalls 
wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl.,  Basel 
2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 

E­6522/2011

Seite 8

weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Re­foulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat 
droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass seit Beendigung des Bürgerkriegs Angola  sich  in einer Phase des 
Wiederaufbaus  befindet,  mit  Ausnahme  der  Enklave  Cabinda  keine 
bewaffneten  Gruppen  mehr  aktiv  sind  und  folglich  nicht  von  einer 
Situation allgemeiner Gewalt auszugehen ist,

dass  indessen  gemäss  der  in  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  (EMARK)  2004  Nr. 32 
festgehaltenen  und  vom  Bundesverwaltungsgericht  weitergeführten 
Praxis  der  Wegweisungsvollzug  von  Personen,  die  einer  Risikogruppe 
(Person  mit  gesundheitlichen  Problemen,  unbegleitete  Minderjährige, 
Personen  mit  Kleinkindern,  allein  stehende  Frauen  und  betagte 
Personen)  angehören,  grundsätzlich  als  unzumutbar  erachtet  wird  (vgl. 
beispielsweise  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­4830/2009  vom 
6. Dezember 2010 E. 6.2.1),

dass  den  Akten  keine  Anhaltspunkten  für  individuelle 
Wegweisungshindernissen  zu  entnehmen  sind,  zumal  es  sich  beim 
Beschwerdeführer  um  einen  jungen  und  gemäss  eigenen  Angaben 
gesunden und somit keiner Risikogruppe zugehörigen Mann handelt,

dass  insbesondere die Rückkehr  in die Hauptstadt Luanda als zumutbar 
erachtet wird  (EMARK 2004 Nr. 32) und der Beschwerdeführer gemäss 
seiner  Identitätskarte  zuletzt  –  oder  zumindest  für  eine  gewisse  Zeit – 

E­6522/2011

Seite 9

Wohnsitz in der Hauptstadt Angolas hatte und für ihn somit zumutbar ist, 
dorthin zurückzukehren, 

dass  im  Übrigen  aufgrund  der  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  die  Frage,  ob  er  –  wie  von  ihm  geltend  gemacht – 
über keine nahen Verwandten und damit kein tragfähiges soziales Netz in 
Angola verfüge, letztlich nicht geklärt und vom Bundesverwaltungsgericht 
praxisgemäss  auch  nicht  weiter  abzuklären  ist,  da  die 
Untersuchungspflicht  nach  Treu  und  Glauben  ihre  Grenzen  an  der 
Mitwirkungspflicht der beschwerdeführenden Person findet (Art. 8 AsylG), 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass sich seine Rechtsbegehren aufgrund vorstehender Erwägungen als 
aussichtslos  erwiesen  haben,  weshalb  das  Gesuch  um  unentgeltliche 
Rechtspflege trotz belegter Fürsorgeabhängigkeit abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

 (Dispositiv nächste Seite)

E­6522/2011

Seite 10

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen. 

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Regula Schenker Senn Néomie Nicolet

Versand: