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**Case Identifier:** 754f0c0f-8f5f-5c28-827c-dd40acda0f3b
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-10-15
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 15.10.2020 BV.2020.12
**Docket/Reference:** BV.2020.12
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BV-2020-12_2020-10-15

## Full Text

Kostenerkenntnis (Art. 96 Abs. 1 VStrR). Entschädigung bei Einstellung (Art. 100 Abs. 4 VStrR).
;;Kostenerkenntnis (Art. 96 Abs. 1 VStrR). Entschädigung bei Einstellung (Art. 100 Abs. 4 VStrR).
;;Kostenerkenntnis (Art. 96 Abs. 1 VStrR). Entschädigung bei Einstellung (Art. 100 Abs. 4 VStrR).
;;Kostenerkenntnis (Art. 96 Abs. 1 VStrR). Entschädigung bei Einstellung (Art. 100 Abs. 4 VStrR).

Beschluss vom 15. Oktober 2020 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 
Roy Garré, Vorsitz, 
Andreas J. Keller und Stephan Blättler,  
Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Fürsprecher Alfred Meier, Gian 
Andrea Rusca, Hannes Teuscher und Rechtsanwäl-
tin Claudia Büchi,  
 

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

EIDGENÖSSISCHE STEUERVERWALTUNG, 
Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Verrech-
nungssteuer, Stempelabgaben,  
 

Beschwerdegegnerin 
 
 

Gegenstand  Kostenerkenntnis (Art. 96 Abs. 1 VStrR);  
Entschädigung bei Einstellung (Art. 100 Abs. 4 
VStrR) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BV.2020.12 
 
 
 

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Sachverhalt: 
 

A. Die Pensionskasse der B. AG in Z. (nachfolgend «Pensionskasse») gab der 
Genossenschaft C. im Dezember 2009 ein Aktivdarlehen im Umfang von to-
tal Fr. 9 Mio., das mittels eines Grundpfandes im ersten Rang abgesichert 
wurde (Verfahrensakten, pag. 124.100.029 ff.). Im Geschäftsjahr 2010 trat 
die Pensionskasse einen Teil dieser Darlehensforderung in Höhe von 
Fr. 5 Mio. an die D. AG ab. Über die Genossenschaft C. wurde am 7. März 
2011 der Konkurs eröffnet.  
 
 

B. Die D. AG berichtigte das Darlehen noch im Geschäftsjahr 2010 auf Fr. 1.-- 
und reichte ihrer Steuervertreterin und Revisionsstelle, der Treuhand- und 
Revisionsgesellschaft E. (nachfolgend «Gesellschaft E.») aufforderungsge-
mäss unter anderem die Zessionsvereinbarung vom 1. Juli 2010 ein, die sei-
tens der D. AG die Unterschrift von F. und G. trug (Verfahrensakten, 
pag. 124.100.028).  
 
 

C. Am 26. Juni 2012 reichte die Gesellschaft E. der Steuerverwaltung des Kan-
tons Schwyz die Jahresrechnung 2010 der D. AG ein (Verfahrensakten, 
pag. 124.100.068). In der Folge forderte die Steuerverwaltung des Kantons 
Schwyz die D. AG mit Schreiben vom 29. November 2012 auf, ihr unter an-
derem die Unterlagen/Informationen zur Abschreibung des Darlehens Ge-
nossenschaft C. von Fr. 4'999'999.-- einzureichen (Verfahrensakten, pag. 
124.100.073). Dieser Aufforderung kam die Gesellschaft E. nach und reichte 
nebst anderem die Zessionsvereinbarung vom 1. Juli 2010 ein (Verfahrens-
akten, pag. 124.100.074). 
 
 

D. Mit Schreiben vom 15. Mai 2013 teilte die Steuerverwaltung des Kantons 
Schwyz der Gesellschaft E. mit, dass sie der D. AG für das Geschäftsjahr 
2010 eine Aufrechnung in Höhe von Fr. 4'999'999.-- vornehmen werde (Ver-
fahrensakten, pag. 124.100.067 f.). Die Gesellschaft E. nahm hierzu mit 
Schreiben vom 27. Mai 2013 Stellung und führte unter Verweis auf das 
Steuerdossier aus, dass das am 9. Dezember 2009 von der Pensionskasse 
gewährte Darlehen am 1. Juli 2010, mithin noch im Jahr 2010 und vor Eröff-
nung des Konkurses über die Genossenschaft C. an die D. AG zediert wor-
den sei (Verfahrensakten, pag. 124.100.058 f.).  
 
 

E. Aus der Konkursmasse der Genossenschaft C. erhielt die D. AG im Ge-
schäftsjahr 2013 eine Konkursdividende in Höhe von Fr. 2'777'777.80 sowie 

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einen Anteil am Mietertrag von Fr. 20'575.80 zugesprochen (Verfahrensak-
ten, pag. 124.100.046). 
 
 

F. Mit Schreiben vom 10. Februar 2014 erstattete die Steuerverwaltung des 
Kantons Schwyz der Eidgenössischen Steuerverwaltung (nachfolgend 
«ESTV») eine Meldung betreffend die Einbuchung einer geldwerten Leistung 
(sog. Nonvaleurs) seitens der D. AG im Betrag von Fr. 2'222'222.--. In der 
Folge führte die ESTV, Abteilung Externe Prüfung (nachfolgend «DVS-EP»), 
am 11. September 2014 eine Domizilprüfung der B.-Gruppe durch und über-
prüfte die Geschäftsbücher der Geschäftsjahre 2009 bis 2013 (Verfahrens-
akten, pag. 124.100.005 ff.). Anlässlich der Schlussbesprechung vom 
11. September 2014 teilte die DVS-EP unter anderem mit, dass der D. AG 
eine geldwerte Leistung von Fr. 2'201'645.40 in Rechnung gestellt werde, 
die sich aus der Differenz des verbuchten Nonvaleurs von Fr. 4'999'999.-- 
und der Konkursdividende von Fr. 2'777'777.80 und dem Mietertragsanteil 
von Fr. 20'575.80 zusammensetze. Am 12. Januar 2015 stellte die DVS-EP 
der D. AG eine Verrechnungssteuer von Fr. 770'575.90 in Rechnung und 
wies sie darauf hin, dass der darin dargelegte Sachverhalt auch strafrechtli-
che Folgen nach sich ziehen könne (act. 1.8). 
 
 

G. Am 29. Mai 2015 eröffnete die ESTV, Abteilung Strafsachen und Untersu-
chungen (nachfolgend «DVS-ASU»), gegen F., als Mitglied des Verwal-
tungsrats der D. AG und mutmasslichen Verantwortlichen für das Rech-
nungswesen, ein Strafverfahren wegen des Verdacht auf Hinterziehung der 
Verrechnungssteuer i.S.v. Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes vom 13. Oktober 
1965 über die Verrechnungssteuer (Verrechnungssteuergesetz, VStG; 
SR 642.21; Verfahrensakten, pag. 101.100.001). Am 10. November 2015 
wurde die Untersuchung auf G., den damaligen Präsidenten des Verwal-
tungsrats der D. AG, und beide Mitarbeiter der Gesellschaft E., A. und H., 
ausgedehnt (Verfahrensakten, pag. 101.100.002 f.; 101.200.002 f.).  
 
 

H. Mit an die ESTV gerichtetem Schreiben vom 16. Dezember 2015 verlangte 
die Gesellschaft E. im Namen der D. AG bzw. B. AG die Rückleistung der 
entrichteten Verrechnungssteuer von Fr. 770'575.90, allenfalls um Erlass 
einer anfechtbaren Verfügung (act. 1.7, 1.8). Dieses Schreiben wurde der 
ESTV am 18. Dezember 2015 zugestellt (act. 1.10).  
 
 

I. Im Schlussprotokoll vom 4. Dezember 2017 hielt die ESTV fest, dass die 
D. AG im Zusammenhang mit der Übernahme einer nicht werthaltigen Dar-

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lehensforderung im Jahr 2011 eine geldwerte Leistung zugunsten der nahe-
stehenden Pensionskasse erbracht habe, für die keine spontane Abrech-
nung der Verrechnungssteuer erfolgt sei. A. liess sich zum Schlussprotokoll 
mit Eingabe vom 27. Februar 2018 vernehmen. Er ersuchte unter anderem 
um Einstellung des Verfahrens und um Zusprechung einer Parteientschädi-
gung (Verfahrensakten, pag. 190.100.133 ff.).  
 
 

J. Mit Entscheid vom 28. November 2019 hielt die DVS-EP fest, dass die D. AG 
der ESTV Verrechnungssteuer im Umfang von Fr. 770'575.90 schulde (Ver-
fahrensakten, pag. 124.100.077 ff.). Dagegen erhob die B. AG als Rechts-
nachfolgerin der D. AG bei der ESTV, Abteilung Recht, am 10. Januar 2020 
Einsprache, über welche zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht entschie-
den worden ist (Verfahrensakten, pag. 124.100.080 ff.; act. 16.1).  
 
 

K. Mit Verfügung vom 4. März 2020 stellte die ESTV das gegen F., A. und G. 
geführte Strafverfahren infolge Verjährung ein und auferlegte ihnen die Ver-
fahrenskosten, bestehend aus einer Spruchgebühr von Fr. 1’500.-- und 
Schreibgebühr von Fr. 60.--, unter solidarischen Haftung je zu einem Drittel 
(act. 1.1).  
 
 

L. Gegen die Verfügung vom 4. März 2020 gelangte A. mit Beschwerde vom 
3. April 2020 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts. Er bean-
tragt im Hauptbegehren die Aufhebung der Verfügung im Kostenpunkt. Zu-
dem ersucht A. um Anweisung der ESTV um Zusprechung einer Entschädi-
gung für die ihm im Zusammenhang mit dem eingestellten Verwaltungsstraf-
verfahren entstandenen Kosten (act. 1). Parallel dazu hatten auch F. und G. 
Beschwerde erhoben (vgl. BV.2020.13-14). 
 
 

M. Die ESTV liess sich mit Schreiben vom 18. Mai 2020 vernehmen, worin sie 
die kostenfällige Abweisung der Beschwerde beantragt (act. 6). A. replizierte 
mit Eingabe vom 9. Juni 2020 und hielt an den in der Beschwerde gestellten 
Begehren fest (act. 10). Die Duplik der ESTV vom 2. Juli 2020 wurde A. am 
6. Juli 2020 zur Kenntnis gebracht (act. 13, 15). Die Eingabe vom 17. Juni 
2020, mit welcher A. zur Duplik der ESTV unaufgefordert Stellung nahm, 
wurde der ESTV am 20. Juli 2020 zur Kenntnisnahme zugestellt (act. 16, 17). 
 
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 
erforderlich, in den folgenden Erwägungen Bezug genommen. 

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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Bei der Verfolgung und Beurteilung von Widerhandlungen gegen das Bun-

desgesetz vom 13. Oktober 1965 über die Verrechnungssteuer (Verrech-
nungssteuergesetz, VStG; SR 642.21) findet das Bundesgesetz vom 
22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0) Anwen-
dung; verfolgende und urteilende Verwaltungsbehörde ist die ESTV (Art. 67 
Abs. 1 VStG). 
 

1.2 Die Bestimmungen der Eidgenössischen Strafprozessordnung (StPO; 
SR 312.0) sind insoweit ergänzend oder sinngemäss anwendbar, als das 
VStrR dies ausdrücklich festlegt (vgl. Art. 22, Art. 30 Abs. 2-3, Art. 31 Abs. 2, 
Art. 41 Abs. 2, Art. 43 Abs. 2, Art. 58 Abs. 3, Art. 60 Abs. 2, Art. 80 Abs. 1, 
Art. 82, Art. 89 und Art. 97 Abs. 1 VStrR). Soweit das VStrR einzelne Fragen 
nicht abschliessend regelt, sind die Bestimmungen der StPO grundsätzlich 
analog anwendbar (BGE 139 IV 246 E. 1.2 S. 248 E. 3.2 S. 249; Urteile des 
Bundesgerichts 1B_210/2017 vom 23. Oktober 2017 E. 1.1; 1B_91/2016 
vom 4. August 2016 E. 4.1; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 
1B_433/2017 vom 21. März 2018 E. 1.1; vgl. auch TPF 2016 55 E. 2.3). Die 
allgemeinen strafprozessualen und verfassungsrechtlichen Grundsätze sind 
jedenfalls auch im Verwaltungsstrafverfahren zu berücksichtigen (BGE 139 
IV 246 E. 1.2 und E. 3.2; TPF 2018 162 E. 3; 2017 107 E. 1.2 und E. 1.3; 
2016 55 E. 2.3).  
 

1.3 Vorliegend führte die Beschwerdegegnerin gegen den Beschwerdeführer ein 
Verwaltungsstrafverfahren wegen des Verdachts auf Gehilfenschaft zur Hin-
terziehung der Verrechnungssteuer i.S.v. Art. 61 lit. a VStG. Es findet grund-
sätzlich das VStrR Anwendung. 
 
 

2.  
2.1 Wird das Verfahren eingestellt, kann der mit Kosten beschwerte Beschul-

digte gegen das Kostenerkenntnis innert 30 Tagen seit Eröffnung des Ent-
scheides bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde 
führen (Art. 25 Abs. 1 VStrR). Die Verfahrensvorschriften von Art. 28 Abs. 2-
5 VStrR gelten sinngemäss (Art. 96 Abs. 1 VStrR). Mit der Beschwerde kann 
die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststel-
lung des rechtserheblichen Sachverhalts oder die Unangemessenheit gerügt 
werden (Art. 28 Abs. 2 i.V.m. Art. 96 Abs. 1 VStrR). 
 

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2.2 Der Beschuldigte, gegen den das Verfahren eingestellt wird, kann eine Ent-
schädigung für die Untersuchungshaft und für andere Nachteile, die er erlit-
ten hat, begehren (Art. 99 Abs. 1 VStrR). Der Entschädigungsanspruch er-
lischt, wenn er nicht innert eines Jahres nach Eröffnung der Einstellung oder 
nach Eintritt der Rechtskraft des Entscheides geltend gemacht wird (Art. 100 
Abs. 1 VStrR). Das Entschädigungsbegehren ist der beteiligten Verwaltung 
schriftlich einzureichen und hat einen bestimmten Antrag sowie dessen Be-
gründung zu enthalten (Art. 100 Abs. 3 VStrR). Über das Begehren trifft die 
Verwaltung spätestens innert drei Monaten einen Entscheid. Das Stellen ei-
nes Entschädigungsbegehrens schon vor erfolgter Einstellung ist nicht aus-
geschlossen (vgl. BGE 115 IV 156). Entsprechend kann die Verwaltungsbe-
hörde die Frage der Entschädigung – statt wie vom Gesetz vorgesehen in 
einem formell separaten Verfahren – gleichzeitig mit der Einstellungsverfü-
gung im Strafverfahren materiell behandeln (vgl. Entscheid des Bundesstraf-
gerichts BV.2005.3 vom 11. Mai 2005 E. 1.3). Gegen den Entscheid kann 
innert 30 Tagen seit der Eröffnung bei der Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts Beschwerde geführt werden (Art. 25 Abs. 1 VStrR); die Ver-
fahrensvorschriften von Art. 28 Abs. 2–5 VStrR gelten sinngemäss (Art. 100 
Abs. 4 VStrR). Gemäss Art. 28 Abs. 4 VStrR ist die bei der unzuständigen 
Behörde eingereichte Beschwerde unverzüglich der zuständigen Behörde zu 
überweisen; rechtzeitige Einreichung der Beschwerde bei der unzuständigen 
Behörde wahrt die Beschwerdefrist. 
 

2.3 Das gegen den Beschwerdeführer eröffnete Verwaltungsstrafverfahren 
wurde am 4. März 2020 unter Kostenauflage eingestellt. Die Beschwerde 
wurde form- und fristgerecht erhoben. Der Beschwerdeführer ist von den ihm 
auferlegten Verfahrenskosten berührt und hat an der Aufhebung des Ent-
scheids im Kostenpunkt ein schutzwürdiges Interesse, weshalb auf die Be-
schwerde diesbezüglich einzutreten ist. Demgegenüber ist auf die Be-
schwerde nicht einzutreten, soweit mit ihr eine Parteientschädigung für das 
vorinstanzliche Verfahren anbegehrt wird. Über das am 27. Februar 2018 
gestellte Entschädigungsbegehren des Beschwerdeführers hat die Be-
schwerdegegnerin in der angefochtenen Einstellungsverfügung nicht ent-
schieden. Mangels eines Anfechtungsgegenstandes ist auf den diesbezügli-
chen Antrag des Beschwerdeführers nicht einzutreten.  
 

2.4 Nach dem Gesagten ist auf die vorliegende Beschwerde einzutreten soweit 
sie sich gegen das Kostenerkenntnis richtet.  

 
 

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3.  
3.1 Wird das Verfahren eingestellt, so können gemäss Art. 95 Abs. 2 VStrR dem 

Beschuldigten Kosten ganz oder teilweise auferlegt werden, wenn er die Un-
tersuchung schuldhaft verursacht oder das Verfahren mutwillig wesentlich 
erschwert oder verlängert hat. Trotz etwas anderer Formulierung ist die Trag-
weite dieser Bestimmung identisch mit derjenigen von Art. 426 Abs. 2 StPO, 
welche im ordentlichen Strafverfahren Anwendung findet. Es kann deswe-
gen auf die Literatur und Rechtsprechung zu dieser Bestimmung zurückge-
griffen werden (Beschluss des Bundesstrafgerichts BK.2011.4 vom 22. Au-
gust 2011 E. 2.1; vgl. EICKER/FRANK/ACHERMANN, Verwaltungsstrafrecht und 
Verwaltungsstrafverfahrensrecht, Bern 2012, S. 285 Fn. 991).  
 

3.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts verstösst eine Kostenauflage 
bei Freispruch oder Einstellung des Verfahrens gegen die Unschuldsvermu-
tung (Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK), wenn dem Angeschuldigten 
in der Begründung des Kostenentscheids direkt oder indirekt vorgeworfen 
wird, es treffe ihn ein strafrechtliches Verschulden im Sinne des untersuch-
ten Tatbestandes. Damit käme die Kostenauflage einer Verdachtsstrafe 
gleich. Dagegen ist es mit Verfassung und Konvention vereinbar, einem nicht 
verurteilten Angeschuldigten die Kosten zu überbinden, wenn er in zivilrecht-
lich vorwerfbarer Weise, d.h. im Sinne einer analogen Anwendung der sich 
aus Art. 41 OR ergebenden Grundsätze, eine (andere) geschriebene oder 
ungeschriebene Verhaltensnorm klar verletzt und dadurch das Strafverfah-
ren veranlasst oder dessen Durchführung erschwert hat. Dabei darf sich die 
Kostenauflage in tatsächlicher Hinsicht nur auf unbestrittene oder bereits klar 
nachgewiesene Umstände stützen. Zwischen dem nicht strafrechtlich vor-
werfbaren Verhalten und den durch die Untersuchung entstandenen Kosten 
muss ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Das Sachgericht 
muss darlegen, inwiefern die beschuldigte Person durch ihr Handeln in zivil-
rechtlich vorwerfbarer Weise gegen eine Verhaltensnorm klar verstossen hat 
(Urteile des Bundesgerichts 6B_792/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2; 
6B_170/2016 vom 5. August 2016 E. 1.1; je mit zahlreichen Hinweisen auf 
die Rechtsprechung). Die Haftung der beschuldigten Person darf nicht weiter 
gehen, als der Kausalzusammenhang zwischen dem ihr vorgeworfenen feh-
lerhaften Verhalten und den Kosten verursachenden behördlichen Handlun-
gen reicht (BGE 120 la 147 E. 3b; 119 la 332 E. 1b; 116 la 162 E. 2c-e; Ur-
teile des Bundesgerichts 6B_181/2013 vom 29. August 2013 E. 1.3, 
6B_614/2013 vom 29. August 2013 E. 2.4; 1B_180/2012 vom 24. Mai 2012 
E. 2; TPF 2012 70 E. 6.3.1/6.4.2; 2009 151 E. 2.1; 2005 101 E. 2; s.a. TAOR-
MINA/WÜST, Basler Kommentar, 2020, Art. 95 VStrR N. 13 ff.). 
 

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3.3 In der angefochtenen Einstellungsverfügung wurde dem Beschwerdeführer 
ein Drittel der Verfahrenskosten, d.h. Fr. 520.-- auferlegt (act. 1.1, S. 6). Die 
Kostenauflage begründete die Beschwerdegegnerin damit, dass der Be-
schwerdeführer das Verwaltungsstrafverfahren schuldhaft (mit-)verursacht 
habe. Namentlich sei die rückdatierte Zessionsvereinbarung, die als Grund-
lage für die Verbuchung der Darlehenszession und die Wertberichtigung ge-
dient habe, unter Verantwortung des Beschwerdeführers erstellt und durch 
F. und G. unterzeichnet worden. Innerhalb der Gesellschaft E. habe der Be-
schwerdeführer weder die Revisionsabteilung noch die Steuerabteilung über 
den rückdatierten Vertrag und den tatsächlichen Sachverhalt orientiert. Nach 
Erstellung des Jahresabschlusses und der Steuererklärung habe der Be-
schwerdeführer die Zessionsvereinbarung dem Steueramt des Kantons 
Schwyz einreichen lassen. Über die mit dem Steueramt des Kantons Schwyz 
gehabte Besprechung und deren Vorhalten, dass ein strafrechtlich relevan-
tes Verhalten vorliege, habe er weder F. noch G. orientiert. Als Steuerexperte 
und Geschäftsleiter hätten ihm die möglichen steuerlichen und steuerstraf-
rechtlichen Folgen von Anfang an bewusst gewesen sein müssen, die spä-
testens nach der Besprechung mit dem Steueramt des Kantons Schwyz ab-
sehbar gewesen seien. Daran ändere seine persönliche Auffassung nichts, 
dass keine geldwerte Leistung vorliege und keine Verrechnungssteuer ge-
schuldet sei. Das Unterlassen der Deklaration der geldwerten Leistung und 
der Umstand, dass der Sachverhalt gegenüber den Steuerbehörden nicht 
offengelegt worden war, hätten den Tatverdacht gesetzt und den Grund für 
die Eröffnung des Strafverfahrens gegeben. Die Beschuldigten hätten daher 
das Verfahren schuldhaft verursacht, weshalb ihnen die Verfahrenskosten 
aufzuerlegen seien (act. 1.1, S. 5). 
 

3.4 Einleitend sei angemerkt, dass beide Parteien im Rahmen ihrer Eingaben im 
vorliegenden Beschwerdeverfahren an der Sache vorbei argumentieren. Sie 
fokussieren ihre Ausführungen auf die Frage, ob eine geldwerte Leistung 
vorlag, die der Verrechnungssteuer unterlag und welche Rolle dabei dem 
Beschwerdeführer zukam. Damit verkennen die Parteien, dass angesichts 
des vorliegenden Beschwerdegegenstandes nicht massgebend ist, ob eine 
Verrechnungssteuer tatsächlich geschuldet und ob das dem Beschwerde-
führer vorgeworfene Verhalten als Gehilfenschaft zur Hinterziehung von Ver-
rechnungssteuer zu qualifizieren ist. Diese Fragen sind im Zusammenhang 
mit der hier zu beurteilenden Kostenauflage nicht von Interesse. Vielmehr 
geht es angesichts des Beschwerdegegenstandes einzig darum zu prüfen, 
ob dem Beschwerdeführer neben dem strafrechtlichen Vorwurf ein zusätzli-
ches zivilrechtliches oder verwaltungsrechtliches Verhalten vorgeworfen 
werden kann, welches das Verwaltungsstrafverfahren kausal verursacht hat, 
und zudem schuldhaft und widerrechtlich war. Eine Kostenauflage kommt 

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bei Freispruch oder Einstellung des Verfahrens in einem äusserst einge-
schränkten Rahmen und lediglich in besonderen Konstellationen in Frage. 
Somit hätte die Beschwerdegegnerin die Kostenauflage mit einem Vorwurf 
begründen müssen, der nicht bereits vom strafrechtlichen Vorwurf umfasst 
ist. Ein solches Verhalten des Beschwerdeführers ist vorliegend nicht zu er-
kennen. Das Verwaltungsstrafverfahren gegen den Beschwerdeführer 
wurde wegen Gehilfenschaft zur Hinterziehung von Verrechnungssteuer er-
öffnet. Im Wesentlichen wurde er beschuldigt, den Steuerbehörden eine 
rückdatierte Zessionsvereinbarung eingereicht zu haben. Trotz der Einstel-
lung der Untersuchung gegen den Beschwerdeführer auferlegte die Be-
schwerdegegnerin ihm die Verfahrenskosten im Wesentlich genau mit der 
Begründung, er habe durch die Einreichung des rückdatierten Zessionsver-
trages die Einleitung des Strafverfahrens verursacht. Dem Beschwerdefüh-
rer wird somit direkt vorgeworfen, er habe mit der Erstellung und Einreichung 
der mutmasslich rückdatierten Zessionsvereinbarung Gehilfenschaft zur 
Hinterziehung von Verrechnungssteuer geleistet. Die Ausführungen in der 
Verfügung vom 4. März 2020 wie auch in der Beschwerdeantwort der Be-
schwerdegegnerin zeigen deutlich, dass die hier zu beurteilende Kostenauf-
lage gerade eine Verdachtsstrafe darstellt. Mit ihrer Argumentation verletzt 
die Beschwerdegegnerin die Unschuldsvermutung i.S.v. Art. 32 Abs. 1 BV 
und Art. 6 Ziff. 2 EMRK. Dementsprechend ist die Kostenauflage unzulässig 
und die Beschwerde ist gutzuheissen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens 
wird die Beschwerdegegnerin über das Entschädigungsbegehren des Be-
schwerdeführers zu entscheiden haben. Bereits an dieser Stelle sei darauf 
hinzuweisen, dass der Kostenentscheid die Entschädigungsfrage präjudi-
ziert (Beschluss des Bundesstrafgerichts BK.2011.4 vom 22. August 2011 
E. 2.1; vgl. BGE 137 IV 352 E. 2.4.2; je m.w.H.).  
 

3.5 Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als begründet, soweit da-
rauf einzutreten ist. Die Einstellungsverfügung vom 4. März 2020 ist insoweit 
aufzuheben, als sie in Ziffer 2 des Dispositivs die Verfahrenskosten dem Be-
schwerdeführer auferlegt.  
 
 

4.  
4.1 Gerichtskosten werden in Anlehnung an das Verursacherprinzip in der Regel 

nach Obsiegen/Unterliegen verteilt (Beschluss des Bundesstrafgerichts 
BE.2013.16 vom 27. Februar 2014 E. 7; vgl. BGE 138 IV 225 E. 8.1 bis 8.2 
zur Situation unter der StPO). Da der Beschwerdeführer in der Hauptsache 
obsiegt hat, sind keine Gerichtskosten zu erheben. Die Bundesstrafgerichts-
kasse ist anzuweisen, dem Beschwerdeführer den geleisteten Kostenvor-
schuss von Fr. 1'500.-- (act. 3) vollumfänglich zurückzuerstatten.  
 

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4.2 Bei diesem Ergebnis ist dem Beschwerdeführer in analoger Anwendung von 
Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG eine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Be-
schlüsse des Bundesstrafgerichts BV.2018.25 vom 26. November 2018 
E. 6.2; BE.2016.4 des Bundesstrafgerichts vom 17. Februar 2017 E. 2.3).  
 
Art. 12 Abs. 2 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 
2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafver-
fahren (BStKR; SR 173.713.162) sieht vor, dass im Verfahren vor der Be-
schwerdekammer die Anwältin oder der Anwalt spätestens mit der einzigen 
oder letzten Eingabe die Kostennote einzureichen hat, anderenfalls das Ge-
richt das Honorar nach Ermessen festsetzt. Die Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers reichten dem Gericht bis dato keine detaillierte Kostennote 
ein. Daher ist die Parteientschädigung für das vorliegende Verfahren ermes-
sensweise auf Fr. 2‘000.-- festzulegen (vgl. Art. 10 i.V.m. Art. 12 Abs. 2 
BStKR). Damit hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine 
Parteientschädigung von Fr. 2‘000.-- auszurichten. 
 
 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Die Dis-

positivziffer 2 der Einstellungsverfügung vom 4. März 2020 wird aufgehoben.  
 
2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. Die Bundesstrafgerichtskasse wird an-

gewiesen, dem Beschwerdeführer den von ihm geleisteten Kostenvorschuss 
in Höhe von Fr. 1‘500.-- zurückzuerstatten.  
 

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädi-
gung von Fr. 2‘000.-- zu bezahlen.  

 
 

Bellinzona, 15. Oktober 2020 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Fürsprecher Alfred Meier, Gian Andrea Rusca, Hannes Teuscher und 

Rechtsanwältin Claudia Büchi 
- Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, 

Verrechnungssteuer, Stempelabgaben 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen den vorliegenden Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.