# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 195057fc-9d46-58ad-a840-e43139516f60
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 11.10.2023 22-3370
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_22-3370_2023-10-11.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/14

Publikationsplattform

Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden

Fall-Nr.: 22-3370

Stelle: Generalsekretariat Bau- und Umweltdepartement

Instanz: Bau- und Umweltdepartement

Publikationsdatum: 23.11.2023

Entscheiddatum: 11.10.2023

BUDE 2023 Nr. 097
Baurecht, Art. 18 NHG, Art. 115, Art. 116, PBG. Die Eigentümer einer 
Hainbuche verlangten, dass der Baum unter Schutz gestellt werde. Die 
Rekursinstanz schützte jedoch den Beschluss der Vorinstanz, dass der 
Baum nicht als Lebensraum von schutzwürdigen Tieren und Pflanzen unter 
Schutz zu stellen sei. Zudem erachtete es die Rekursinstanz als begründbar 
und im Ermessen der Vorinstanz liegend, die Hainbuche nicht als markanten 
Einzelbaum zu schützen, auch wenn einzelne Kriterien wie etwa die 
besondere Wuchsform dafür gesprochen hätten. Abweisung des 
Rekurses. // (Gegen diesen Entscheid wurde Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht erhoben.)

BUDE 2023 Nr. 97 finden Sie im angehängten PDF-Dokument.

Kanton St.Gallen 

Bau- und Umweltdepartement 

 

 
 

  

 

 

 

 

 

22-3370 

 

Entscheid Nr. 97/2023 vom 11. Oktober 2023 

Rekurrenten 

 

  

 A.___,  

vertreten durch lic.iur. Liliane Kobler, Rechtsanwältin, 

Museumstrasse 35, 9004 St.Gallen 

 

   

gegen 

 

 

Vorinstanz  Gemeinderat Z.___ (Beschluss vom 28. April 2022) 

vertreten durch lic.iur. Christina Nossung, Rechtsanwältin,  

Teufener Strasse 3, 9001 St.Gallen 

 

 

Rekursgegnerin 

 

 

 B.___, 

vertreten durch Dr.iur. Lawrence Reiser, Rechtsanwalt, 

Marktgasse 20, 9000 St.Gallen 

 

 

Betreff  Gesuch um Unterschutzstellung einer Hainbuche 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 97/2023), Seite 2/13 

 

Sachverhalt 

A.  

a) A.___, beide Z.___, sind Eigentümer des Grundstücks Nr. 0001, 

Grundbuch Z.___. Das Grundstück befindet sich gemäss geltendem 

Zonenplan der Gemeinde Z.___ vom 14. Juli 1992 in der Wohnzone 

WE. Es wird im Norden über die Y.___-strasse (Gemeindestrasse 

1. Klasse) erschlossen. Südlich des Grundstücks liegt hangabwärts 

das unbebaute, 5'408 m2 grosse Grundstück Nr. 0002, das ebenfalls 

in der Wohnzone WE liegt und der B.___ gehört.  

 

b) Das Grundstück Nr. 0001 ist mit einem zweiflügligen Einfamili-

enhaus im Bungalow-Stil überbaut, dessen Winkel sich nach Süden 

hin öffnet. In der Öffnung bzw. in der südlichen Grundstücksecke steht 

1,5 m von der Grenze entfernt eine grosse, weitausladende Hainbu-

che. Der Baum wird auf 50 bis 75 Jahre geschätzt, ist mehrstämmig, 

ungefähr 15 m hoch und weist eine massive Krone mit einem Durch-

messer von ebenfalls etwa 15 m auf. Der Stammumfang misst knapp 

3,5 m. Die äussersten Äste der Krone reichen weit über die Grund-

stücksgrenze hinaus auf das südliche Grundstück Nr. 0002. Der Baum 

steht somit an der Kante des Hangs und nimmt so eine prominente 

Lage im Gelände ein. Das Grundstück Nr. 0002 ist visiert und soll mit 

sieben Einfamilienhäusern überbaut werden. Vorgesehen ist, dass 

das Grundstück von Süden von der X.___-strasse (Gemeindestrasse 

1. Klasse) her entlang des Grundstücks Nr. 0001 erschlossen wird, 

womit eine neue Erschliessungsstrasse erforderlich wird (geplanter 

Teilstrassenplan W.___-strasse). Die Strasse soll dabei entlang des 

Grundstücks Nr. 0001 und damit direkt südlich an der Hainbuche vor-

bei bzw. unter ihr hindurch verlaufen. Entlang der westlichen Grenze 

der beiden Grundstücke steht eine lange Hecke. 

 

c) Mit E-Mail vom 29. September 2020 beantragten A.___ im Rah-

men des Mitwirkungsverfahrens zur Revision der Schutzverordnung, 

die Hainbuche auf ihrem Grundstück Nr. 0001 unter Schutz zu stellen. 

Zur Begründung machte sie geltend, der Baum sei 75 Jahre alt und 

das Herzstück ihres abgewinkelten Hauses. Mit E-Mail vom 11. No-

vember 2020 liessen A.___ der Gemeinde zusätzlich ein Gutachten 

der Firma C.___ vom 9. November 2020 zukommen mit der Bitte, die-

ses bei der Beurteilung ihres Antrags einfliessen zu lassen. Die Gut-

achterin kam darin zum Schluss, dass mit Baumschutzmassnahmen 

und einem Rückschnitt um ca. 3 m gegen das Nachbargrundstück die 

Hainbuche auch bei einem Bauprojekt auf dem Nachbargrundstück 

ohne langfristige Schäden am Baum und an den Bauten stehen blei-

ben könne. 

 

d) Die Gemeinde Z.___ beauftragte darauf D.___ AG, im Februar 

2022 damit, die Schutzwürdigkeit der Hainbuche zu überprüfen. Diese 

kam in ihrer Beurteilung vom 17. Februar 2022 zum Schluss, dass der 

Baum zwischen 50 und 60 Jahre alt und von seiner Ausprägung her 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 97/2023), Seite 3/13 

 

sicher bemerkenswert sei und dass auch seine ökologische Vernet-

zungsfunktion ausser Frage stehe. Für den öffentlichen Raum sei er 

aber wenig bedeutsam, weil es zahlreiche andere vergleichbare Ein-

zelbäume in der Gemeinde gebe, die ebenfalls nicht geschützt wür-

den. Wenn also der Erhalt der Hainbuche zwar durchaus wünschens-

wert sei, könne ihre Aufnahme im Inventar der schützenswerten Ein-

zelbäume nicht unterstützt werden. Der Gemeinderat teilte darauf am 

18. März 2022 den Eigentümern des Grundstücks Nr. 0001 und wei-

teren Anstössern mit, dass er den Antrag für die Unterschutzstellung 

der Hainbuche voraussichtlich ablehnen werde. 

 

e) Die damalige Eigentümerin des Grundstücks Nr. 0002 liess mit 

Schreiben vom 31. März 2022 beantragen, das Gesuch betreffend Un-

terschutzstellung der Hainbuche abzuweisen und deren Aufnahme in 

das Inventar der kommunalen Schutzverordnung zu verweigern, wo-

gegen die Eigentümer der Hainbuche gleichentags beantragten, von 

der vorgesehenen Verfügung abzusehen und den Baum unter Schutz 

zu stellen. Eventuell sei bezüglich der Frage der Unterschutzstellung 

eine Zweitmeinung von einem ausgewiesenen Fachspezialisten ein-

zuholen. 

 

f) Mit Beschluss vom 28. April 2022 lehnte der Gemeinderat Z.___ 

den Antrag auf Unterschutzstellung der Hainbuche ab. Zwar sei der 

Baum wegen seiner Mehrstämmigkeit besonders ausgeprägt. Die 

Hainbuche komme in der Umgebung aber nicht natürlicherweise vor, 

sie habe keinerlei kulturhistorische Bedeutung und sei auch für den 

öffentlichen Raum bedeutungslos. Dazu komme, dass sie die Ab-

standsvorschriften gemäss Art. 98bis des Einführungsgesetzes zum 

Schweizerischen Zivilgesetzbuch (sGS 911.1; abgekürzt EG-ZGB) 

verletze.  

 

B.  

Gegen diesen Beschluss erhoben A.___, vertreten durch lic.iur. Liliane 

Kobler, Rechtsanwältin, St.Gallen, mit Schreiben vom 13. Mai 2022 

Rekurs beim Bau- und Umweltdepartement. Mit Rekursergänzung 

vom 27. Juni 2022 werden folgende Anträge gestellt:  

 
1. Der Beschluss Nr. 173/2022 der Gemeinde Z.___ vom 

28. April 2022 betreffend Unterschutzstellung der 
Hainbuche auf dem Grundstück Nr. 0001, Grundbuch 
Z.___, sei aufzuheben. 

2. Es sei festzustellen, dass die Hainbuche auf dem 
Grundstück Nr. 0001, Grundbuch Z.___, ein 
Schutzobjekt nach Art. 115 Bst. d PBG ist. 

3. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung 
an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich ge-
setzlich geschuldeter Mehrwertsteuer. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 97/2023), Seite 4/13 

 

Zur Begründung verweisen die Rekurrenten auf die wichtige Vernet-

zungsfunktion der Hainbuche und darauf, dass diese Vögeln und In-

sekten Unterschlupf und Nahrung spende, aber auch für Beschattung 

der Anwohnerinnen und Anwohner sorge. Der Baum könne rund 

150 Jahre alt werden, und sein ökologischer Wert nehme mit zuneh-

mendem Alter zu. Sodann weisen sie auf den Interessenkonflikt der 

D.___ AG hin, die sowohl für die Beurteilung des Bauprojekts auf dem 

Nachbargrundstück mit den sieben Einfamilienhäusern wie auch für 

die Unterschutzstellung der Hainbuche beauftragt worden sei. Aber 

auch sonst kritisieren sie, dass die Vorinstanz auf die Beurteilung des 

Ingenieurbüros abgestellt hat, zumal diese über gar kein spezifisches 

Fachwissen verfüge, um die Schutzwürdigkeit des Baums beurteilen 

zu können. So erstaune es nicht, dass für die Nichtunterschutzstellung 

das unsachliche Kriterium der Gleichbehandlung mit anderen nicht ge-

schützten Bäumen im öffentlichen Raum herangezogen worden sei. 

Auf Grund der von der Vorinstanz aufgestellten Kriterien sei der Baum 

vielmehr unter Schutz zu stellen. Auch der Förster vom Forstrevier 

Z.___ erachte die Hainbuche als einzigartiges und schönes Exemplar. 

 

C.  

a) Mit Vernehmlassung vom 21. Juli 2022 beantragt die vormalige 

Eigentümerin des Grundstücks Nr. 0002, vertreten durch Dr.iur. 

Lawrence Reiser, Rechtsanwalt, St.Gallen, den Rekurs unter Kosten-

folge zuzüglich Mehrwertsteuer abzuweisen. Zur Begründung wird gel-

tend gemacht, der Baum sei für die Öffentlichkeit zwar gut sichtbar, er 

stehe aber auf Privatgrund. Wäre den Rekurrenten zu folgen, müsste 

jeder solitär stehende Laubbaum im mittleren Alter in irgendwelchen 

Privatgärten unter Schutz gestellt werden. Sodann sei zu prüfen, ob 

die Rekurrenten überhaupt ein Rechtsschutzinteresse am vorliegen-

den Provokationsverfahren hätten, zumal sie die Unterschutzstellung 

ja auch noch im Rahmen der zu überarbeitenden Schutzverordnung 

bzw. im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens verlangen könnten. 

 

b) Mit Vernehmlassung vom 18. August 2022 beantragt die Vo-

rinstanz, vertreten durch lic.iur. Christina Nossung, Rechtsanwältin, 

St.Gallen, den Rekurs unter Kostenfolge abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten sei. Einführend wird aufgezeigt, dass die D.___ AG durch-

aus befähigt sei, die Schutzwürdigkeit der Hainbuche zu beurteilen, 

zumal diese u.a. auf Naturschutzanliegen im und ausserhalb des 

Walds spezialisiert sei. Sodann sei das Gesuch der Rekurrenten von 

der Umwelt- und Landwirtschaftskommission Z.___ behandelt und die 

Hainbuche einstimmig als nicht schützenswert bezeichnet worden. 

Der Förster sei dabei beratend anwesend gewesen und habe der Ein-

schätzung nicht widersprochen. Allein die Tatsache, dass ein Baum 

grundsätzlich eine ökologische Funktion ausübe, reiche für dessen 

Unterschutzstellung nicht aus. Einzelbäume würden nur geschützt, 

wenn sie die entsprechenden Schutzkriterien erfüllten, was bei der 

vorliegenden Hainbuche nicht der Fall sei. 

 

c) Mit Amtsbericht vom 28. September 2022 (Eingang 11. Novem-

ber 2022) kommt das Amt für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF) zum 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 97/2023), Seite 5/13 

 

Schluss, dass die Hainbuche wegen der Schönheit ihrer besonderen 

Wuchsform und der Prägung der Durchgrünung in der Wohnzone 

schützenswert sei. 

 

D.  

a) Das Bau- und Umweltdepartement führte am 16. Dezember 

2022 in Anwesenheit der Verfahrensbeteiligten sowie einer Vertrete-

rerin des ANJF einen Augenschein durch. Diese bekräftigt, dass es 

sich bei der Hainbuche um einen prägnanten Baum handle. Speziell 

sei insbesondere ihre Mehrstämmigkeit, womit sich ihre Qualität mehr-

heitlich durch die besondere Wuchsform auszeichne. Vor Ort müsse 

festgestellt werden, dass die Hainbuche die Durchgrünung des Quar-

tiers und somit die Vernetzung wesentlich mitbestimme, weil die Be-

stockung hangabwärts sehr mager sei. Die Qualität des Baums als Le-

bensraum nehme mit der Zeit noch zu, als eigentlicher Habitatbaum 

könne die Hainbuche heute aber noch nicht bezeichnet werden, auch 

wenn er schon näher an diesem Zeitpunkt sei als ein junger Baum. 

 

b) Mit Schreiben vom 14. März 2023 teilt die Bauverwaltung Z.___ 

die neuen Eigentumsverhältnisse das Grundstück Nr. 0002 betreffend 

mit. 

 

c) Die neue Rekursgegnerin lässt mit Schreiben des bisherigen 

Rechtsvertreters ihrer Rechtsvorgängerin vom 15. März 2023 mittei-

len, dass die Einigungsgespräche gescheitert seien und verweist an-

sonsten im Wesentlichen auf die Ausführungen gemäss Augenschein-

protokoll. 

 

d) Die Rekurrenten betonen mit Eingabe vom 15. März 2023 noch-

mals die Bedeutung der prägnanten Hainbuche für die Durchgrünung 

des ohnehin schwach bestockten Quartiers, zumal die noch beste-

hende Hecke entlang des benachbarten Grundstücks im Umgebungs-

plan des Bauprojekts für die sieben Einfamilienhäuser auch nicht mehr 

enthalten sei. Ihnen erschliesse sodann nicht, warum es sich bei der 

rund 70 Jahren alten Hainbuche um keinen Habitatbaum handeln soll. 

Würde sie in der Stadt stehen, wäre ihre Unterschutzstellung offen-

sichtlich keine Frage. Dass die Region kein Verbreitungsschwerpunkt 

für die Hainbuche sei, ändere nichts daran, dass sie hier gleichwohl 

vertreten sei. Ebenfalls zu Unrecht gegen die Unterschutzstellung sei 

berücksichtigt worden, dass der Baum in einem privaten Garten stehe 

und nicht im öffentlichen Raum. 

 

E.  

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen 

eingegangen.  

Erwägungen 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 97/2023), Seite 6/13 

 

1.  

1.1 Die Zuständigkeit des Bau- und Umweltdepartementes ergibt 

sich aus Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(sGS 951.1; abgekürzt VRP).  

 

1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 

VRP sind erfüllt. Die Rekurrenten sind Verfügungsadressaten, womit 

ihre Rekursberechtigung gegeben ist (Art. 45 VRP). Auf den Rekurs 

ist einzutreten. 

 

2.  

Am 1. Oktober 2017 ist das Planungs- und Baugesetz (sGS 731.1; 

abgekürzt PBG) in Kraft getreten und das Baugesetz vom 6. Juni 1972 

(nGS 8, 134; abgekürzt BauG) aufgehoben worden (Art. 172 Bst. a 

PBG). Die erstinstanzliche Verfügung erging am 28. April 2022. Mithin 

sind vorliegend grundsätzlich die Bestimmungen des PBG anwendbar, 

sofern sie gemäss Anhang zum Kreisschreiben «Übergangsrechtliche 

Bestimmungen im PBG» vom 8. März 2017 (Baudepartement SG, Ju-

ristische Mitteilungen 2017/I/1) als unmittelbar anwendbar erklärt wer-

den. Im Übrigen gelangen weiterhin das Baugesetz und das entspre-

chende Baureglement zur Anwendung.  

 

3.  

Die Rekursgegnerin spricht den Rekurrenten für den verlangten Fest-

stellungsentscheid das Rechtsschutzinteresse ab, weil sie die Unter-

schutzstellung der Hainbuche auch im Rahmen der Überarbeitung der 

Schutzverordnung bzw. eines Baubewilligungsverfahrens verlangen 

könnten.  

 

3.1 Nach Art. 116 Abs. 1 und 2 PBG können Grundeigentümerinnen 

oder Grundeigentümer ausserhalb eines Nutzungsplan- oder Baube-

willigungsverfahrens unentgeltlich von der Baubehörde einen Ent-

scheid über die Unterschutzstellung verlangen. Das entsprechende 

Provokationsverfahren ist in allen Gemeinden zulässig, unabhängig 

davon, ob diese bei den Baudenkmälern und archäologischen Denk-

mälern neu auf das Schutzinventar-Modell wechseln. Im Bereich der 

Natur- und Landschaftsschutzobjekte kann mit dem Provokationsver-

fahren z.B. geklärt werden, ob gestützt auf entsprechende Spezialbe-

stimmungen in der Naturschutzgesetzgebung ein Schutz von Geset-

zes wegen besteht (J. BEREUTER, in: Bereuter/Frei/Ritter [Hrsg.], Kom-

mentar zum Planungs- und Baugesetz des Kantons St.Gallen, Basel 

2020, Art. 116 N 2 ff.). 

 

3.2 Nach dem klaren Gesetzeswortlaut haben die Grundeigentüme-

rinnen und Grundeigentümer somit auch im Zusammenhang mit Ob-

jekten des Natur- und Heimatschutzes ein eigenes Instrument in der 

Hand, rechtsverbindlich feststellen zu lassen, ob ihr Eigentum unter 

Schutz steht, und wenn ja in welchem Umfang (BEREUTER, a.a.O., 

Art. 116 N 21). Entgegen der Meinung der Rekursgegnerin muss also 

gerade kein weiteres Verfahren wie etwa die Überarbeitung der 

Schutzverordnung oder ein Baubewilligungsverfahren abgewartet 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 97/2023), Seite 7/13 

 

werden, um einen entsprechenden Feststellungsentscheid erwirken 

zu können. Mithin ist die Vorinstanz auf das Provokationsbegehren der 

Rekurrenten zu Recht eingetreten. 

 

4.  

Die Rekurrenten wollen ihre Hainbuche als Habitatbaum bzw. als mar-

kanten Einzelbaum unter Schutz gestellt haben. 

 

4.1 Art. 115 PBG scheidet als Schutzobjekte u.a. Lebensräume von 

schutzwürdigen Tieren und Pflanzen (Bst. e) und markante Einzel-

bäume und Gehölze (Bst. f) aus. Der Schutz dieser Objekte geht im 

Kanton St.Gallen nicht über den bundesrechtlichen hinaus. Bundes-

rechtlich können markante Einzelbäume und Gehölze sowohl bei den 

Lebensräumen für Tiere und Pflanzen wie auch bei den Naturdenkmä-

lern eingeordnet werden (Art. 17 Abs. 1 Bst. d des eidgenössischen 

Raumplanungsgesetzes [SR 700; abgekürzt RPG]; BEREUTER, a.a.O., 

Art. 115 N 7 f.). Dementsprechend werden unter dem Begriff «Markan-

ter Einzelbaum, Baumgruppe (Geometrie: Punktobjekt)» in der Weg-

leitung des ANJF vom September 2015 die Merkmale beider Katego-

rien aufgeführt: 

 

– Einzelbaum, der als schutzwürdig erachtet wird (z.B. in Folge 

des Alters, der Schönheit durch besondere Wuchsform, Lebens-

raum für besondere Vögel oder höhlenbewohnende Tiere) 

 

– Baum, der einem Ort oder Platz eine besondere Bedeutung gibt 

(z.B. Dorf-Linde, Einzelbaum auf Hügelkuppe usw.) 
 

– Baum, der in einem Quartier die Durchgrünung entscheidend 

prägt 

 

4.2 Beim Schutz der Lebensräume von schutzwürdigen Tieren und 

Pflanzen geht es um den Biotopschutz. 

 

4.2.1 Nach Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Natur- und 

Heimatschutz (SR 451; abgekürzt NHG) ist dem Aussterben einheimi-

scher Tier- und Pflanzenarten durch die Erhaltung genügend grosser 

Lebensräume (Biotope) und andere geeignete Massnahmen entge-

genzuwirken. Besonders zu schützen sind Uferbereiche, Riedgebiete 

und Moore, seltene Waldgesellschaften, Hecken, Feldgehölze, Tro-

ckenrasen und weitere Standorte, die eine ausgleichende Funktion im 

Naturhaushalt erfüllen oder besonders günstige Voraussetzungen für 

Lebensgemeinschaften aufweisen (Art. 18 Abs. 1bis NHG). Diese Auf-

zählung ist beispielshaft. Bei den aufgelisteten Lebensräumen wird 

ihre Schutzwürdigkeit vermutet, bei anderen ist sie aufzuzeigen. Aber 

auch eine Hecke etwa, deren Schutzwürdigkeit also vermutet wird, 

muss, um als Biotop schutzwürdig zu sein, infolge ihrer Lage oder Zu-

sammensetzung entweder gefährdete Tier- oder Pflanzenarten beher-

bergen oder zumindest dafür (allenfalls als Vernetzungsfläche) geeig-

net sein. Art. 14 Abs. 3 der eidgenössischen Verordnung über den Na-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 97/2023), Seite 8/13 

 

tur- und Heimatschutz (SR 451.1; abgekürzt NHV) enthält einen Krite-

rienkatalog für die Bezeichnung schützenswerter Lebensräume (K.-L. 

FAHRLÄNDER, in: Keller/Zufferey/Fahrländer [Hrsg.], Kommentar NHG, 

2. Auflage, Zürich 2019, Art. 18 N 15 ff.).  

 

4.2.2 Als Biotop- oder Habitatbaum werden meist alte Bäume be-

zeichnet, die besondere kleine Lebensräume (Mikrohabitate) für an-

dere Lebewesen anbieten. Diese Lebensräume oder Biotope beste-

hen aus Höhlen, Horste oder besonderen Wuchsformen bzw. weisen 

Stamm- oder Rindenverletzungen oder einen Totholzanteil auf, die be-

stimmten Tieren, Pflanzen oder Mikroorganismen einen Lebensraum 

bieten. Baummikrohabitate sind also vom Baum getragene, klar abge-

grenzte Gebilde, auf die viele verschiedene, teils hochspezialisierte 

Tier-, Pflanzen-, Flechten- und Pilzarten während mindestens eines 

Teils ihres Lebens angewiesen sind. Baummikrohabitate können aber 

auch Elemente sein, für die der Baum lediglich als Stütze dient, bei-

spielsweise ein Nest, Efeu oder Lianen. Damit sind Baummikrohabi-

tate wichtige Zufluchtsorte, Brut-, Überwinterungs- oder Nahrungs-

plätze. Diese neueren Erkenntnisse beziehen sich zwar auf die Bio-

diversität im Wald. Viele Merkmale und Eigenschaften von Waldbäu-

men können aber auch auf Einzelbäume und Baumgruppen im Sied-

lungsgebiet übertragen werden. Der Unterschied liegt insbesondere 

darin, dass hier die Entwicklung eines Baums über seine Reifephase 

hinaus in die Zerfallphase aus Sicherheitsaspekten stark einge-

schränkt ist. Aus diesem Grund wurde bis anhin dem erreichbaren Al-

ter und dem damit zunehmenden ökologischen Wert eines Baums zu 

wenig Bedeutung zugemessen, was sich auf Grund neuerer Erkennt-

nisse aber geändert hat. Ein Ziel soll dabei sein, alte Bäume möglichst 

zu erhalten und nötigenfalls umsichtig zu pflegen sowie rechtzeitig Er-

satzpflanzungen zu planen (BUDE Nr. 47/2022 vom 30. Mai 2022 

Erw. 3.4.1 mit Hinweisen).  

 

4.2.3 Die Vertreterin des ANJF hat vor Ort aufgezeigt, dass die 50 bis 

75-jährige Hainbuche, die noch rund 10 m wachsen und ein Alter von 

120 bis 150 Jahre erreichen kann, noch nicht als Habitat bezeichnet 

werden kann. Zwar leben und bauen auf ihr wie auf jedem anderen 

Baum Vögel ihre Nester, und auch andere Lebewesen nutzen sie als 

Teil ihres Lebensraums. Es konnte aber nicht festgestellt werden, dass 

es sich dabei um einen besonders schützenswerten Lebensraum im 

Sinn des Gesetzes, d.h. um einen solchen für gefährdete Tiere und 

Pflanzen handelt. Dies wäre dann der Fall, wenn z.B. spezielle 

Schmetterlingsarten und Insekten sich auf die Hainbuche als Lebens-

raum spezialisiert hätten wie das bei alten Eichen der Fall ist oder 

wenn die Hainbuche auf Grund ihres Alters Totholz, Baumhöhlen und 

-verletzungen aufweisen würde, die Kleinrefugien für gefährdete Tier- 

und Pflanzenarten bieten würden. Da die Hainbuche sich aber noch 

nicht in der Abbau-, sondern mitten in der Reifephase befindet, ist all 

dies noch nicht der Fall. 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 97/2023), Seite 9/13 

 

4.2.4  Schutzwürdig könnte an sich auch die Vernetzungsfunktion der 

Hainbuche sein. Vor Ort hat sich denn auch bestätigt, dass der Hain-

buche eine gewisse Bedeutung für die Vernetzung der naturnahen Le-

bensräume zukommt, zumal sich der nähere Raum südlich des Grund-

stücks abgeholzt und leer präsentiert, was auch von der Vorinstanz 

anerkannt wird. Allerdings ist das entsprechende Gebiet nicht in der 

Liste der Gebiete mit lückigem Lebensraumverbund aufgeführt (vgl. 

Richtplan des Kantons St.Gallen Koordinationsblatt V 32 Lebensraum-

verbund). Zudem kann die Durchgrünung rechtlich auch durch andere 

Planungsinstrumente sichergestellt werden, wie das ANJF einräumt. 

Ohnehin kommt einem einzelnen Baum namentlich für Wildtiere auch 

nicht die gleiche Vernetzungsfunktion zu wie beispielsweise einer He-

cke. Eine solche befindet sich (noch) in unmittelbarer Nähe entlang 

der Grundstücke Nrn. 0002 und 0001. Zwar wird geltend gemacht, 

diese Hecke müsse offensichtlich der geplanten Überbauung der Re-

kursgegnerin weichen, weil diese auf dem entsprechenden Umge-

bungsplan nicht aufgeführt sei. Die betroffene Bauherrin selbst bestrei-

tet dies «mit Nichtwissen» und die Vorinstanz meint dazu, dass diese 

Hecke nicht geschützt sei. Dem muss aber entgegengehalten werden, 

dass bei Hecken von Gesetzes ein Schutzverdacht besteht, weshalb 

deren allfällige Beeinträchtigung im Rahmen des hängigen Baubewil-

ligungsverfahrens erst noch  geprüft und vom ANJF – allenfalls unter 

Auflagen einer Ersatzpflanzung – bewilligt werden müsste (Art. 3 der 

Verordnung über den Schutz wildwachsender Pflanzen und freileben-

der Tiere; sGS 671.1; abgekürzt NSV). Zudem steht die Hainbuche 

doch in einem sehr ländlichen Raum, der zumindest im weiteren Um-

kreis gut bestockt ist. Dementsprechend ist nicht zu beanstanden, 

dass die Vorinstanz der Hainbuche keine schutzwürdige Vernetzungs-

funktion im Sinn von Art. 18 NHG zugemessen hat. 

 

4.2.5 Nach dem Gesagten stellt die vorliegende Hainbuche somit kein 

Lebensraum für schutzwürdige Tiere und Pflanzen im Sinn von 

Art. 116 Bst. e PBG dar. Daran ändert nichts, dass sich die Hainbuche 

wie jeder stattliche Baum positiv aufs Klima auswirkt und den Rekur-

renten Schatten spendet. 

 

4.3 Naturdenkmäler im bundesrechtlichen Sinn sind Erscheinungen 

in der Natur, die sich durch eine besondere Seltenheit oder hohe Ein-

drücklichkeit auszeichnen, wie Solitärbäume (BEREUTER, a.a.O., 

Art. 115 N 17). Das Gleiche ist mit «markant» im Sinn von Art. 115 

Bst. f PBG gemeint. Als markant ist ein Baum zu bezeichnen, der seine 

Umgebung prägt, sich von dieser abhebt, aus ihr hervorsticht oder in 

seiner Umgebung auffällt und welchem im Orts-, Strassen- oder Land-

schaftsbild eine besondere Bedeutung zukommt (BUDE Nr. 47/2022 

vom 30. Mai 2022 Erw. 4.3 mit Hinweisen). Nicht von Bedeutung ist 

dabei, ob der Baum auf öffentlichem oder privaten Grund steht und ob 

er einheimisch ist oder nicht. 

 

4.3.1 Vorliegend ist unbestritten, dass es sich bei der Hainbuche um 

ein ausserordentlich schönes Exemplar handelt und sie wegen ihrer 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 97/2023), Seite 10/13 

 

Mehrstämmigkeit einzigartig ist. Gemäss ANJF spricht diese beson-

dere Ausprägung durch die Wuchsform für eine Unterschutzstellung. 

Es ist deshalb unnötig, wie beantragt weitere Fachpersonen darüber 

zu befragen, dass es sich hier um ein besonders schönes und einzig-

artiges Exemplar handelt. Dagegen befindet sich der Baum mitten in 

einer Wohnzone, so dass die Besonderheit der Mehrstämmigkeit prak-

tisch nur von den Eigentümern gesehen werden kann, zumal die weit 

heruntergezogene Baumkrone die Stämme weitgehend verdeckt. Die 

Hainbuche steht sodann unbestrittenermassen als Solitärbaum auf der 

Geländekante, wobei sie bedeutsamer für das (nicht unter Schutz ste-

hende) zweiflüglige Wohnhaus ist als für das Landschaftsbild. Kultur-

historisch ist der Standort unbestrittenermassen bedeutungslos. Mithin 

lassen sich gute Gründe für wie auch gegen die Unterschutzstellung 

der Hainbuche finden, weshalb zu entscheiden ist, welche Kriterien 

schliesslich überwiegen. 

 

4.3.2 Art. 33 Abs. 2 RPG schreibt vor, dass das kantonale Recht we-

nigstens ein Rechtsmittel gegen Verfügungen und Nutzungspläne vor-

sieht, die sich auf dieses Gesetz und seine kantonalen und eidgenös-

sischen Ausführungsbestimmungen stützen. Dabei ist eine volle Über-

prüfung durch wenigstens eine Beschwerdebehörde zu gewährleisten 

(Art. 33 Abs. 3 Bst. b RPG). Diese Funktion ist im kantonalem Recht 

dem Rekursverfahren vor dem Bau- und Umweltdepartement zuge-

dacht (Art. 46 Abs. 1 VRP). Volle Überprüfung bedeutet in diesem Zu-

sammenhang nicht nur freie Prüfung des Sachverhalts und der sich 

stellenden Rechtsfragen, sondern auch eine Ermessenskontrolle. Die 

Rechtsmittelbehörde hat zu beurteilen, ob das Ermessen richtig und 

zweckmässig ausgeübt worden ist. Als Rechtsfehler kann dabei aber 

nur eine unterbliebene Interessenabwägung, eine fehlerhafte Ermitt-

lung der Interessen, eine unzutreffende Beurteilung der Interessen 

und eine Unverhältnismässigkeit bei der Interessenabwägung gerügt 

werden. Die Rechtsmittelinstanzen müssen den zuständigen Behör-

den dabei aber einen gewissen Ermessensspielraum lassen, auch 

aufgrund ihrer besseren örtlichen Kenntnisse. Diese richterliche Zu-

rückhaltung bei der Überprüfung kommunaler Entscheide bezüglich 

unbestimmter Rechtsbegriffe fusst dabei auch in der Gemeindeauto-

nomie nach Art. 50 Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101; BGE 145 I 

52 Erw. 3.6 S. 57 ff.). Ist daher ein Bau- oder Planungsentscheid einer 

kommunalen Behörde nachvollziehbar, beruht er mithin auf einer ver-

tretbaren Würdigung der massgebenden Sachumstände, so haben die 

Rechtsmittelinstanzen diesen zu respektieren und dürfen das Ermes-

sen der kommunalen Behörde nicht durch ihr eigenes ersetzen (BUDE 

Nr. 83/2023 vom 12. September 2023 Erw. 5.2.2; BGE 141 II 245; Ur-

teil des Bundesgerichtes 1C_265/2014 vom 22. April 2015 Erw. 5.3).  

 

4.3.3 Die Vorinstanz hat die Schutzwürdigkeit anhand folgender Krite-

rien überprüft: 

 

– Besondere Ausprägung aufgrund von Grösse, Form und Alter 

– Kulturhistorische Bedeutung (z.B. Gerichtslinde, Schullinde) 

– Standort und Zustand 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 97/2023), Seite 11/13 

 

– Bedeutung für den öffentlichen Raum 

 

Die Rekurrenten rügen, die Vorinstanz habe sich dabei von einem ex-

ternen Büro beraten lassen, das für die vorliegende Fragestellung 

nicht qualifiziert sei. Dass die D.___ AG fachlich dazu nicht in der Lage 

sein sollte, wie die Rekurrenten geltend machen, kann aber nicht ge-

folgt werden, zumal diese u.a. Schutzgebietskartierungen, Vegeta-

tions- und Biotopkartierungen, Biotopaufwertungen und -planungen, 

ökologische Baubegleitungen sowie Landschaftsanalysen anbietet. 

Das Büro ist aber auch nicht befangen, bloss weil es die Vorinstanz 

auch bei der Bewilligung des Bauvorhabens auf dem Nachbargrund-

stück Nr. 0002 berät; die Rekurrenten bringt nichts vor und auch sonst 

ist nicht erkennbar, weshalb die Beraterin deswegen für die Rekurs-

gegnerin und gegen die Rekurrenten voreingenommen sein sollte.  

 

4.3.4  Die Vorinstanz begründet die Nichtunterschutzstellung der Hain-

buche u.a. damit, dass es in der Gemeinde noch zahlreiche andere 

gebe und aus Gründen der Gleichbehandlung hier keine Ausnahme 

gemacht werden soll. Diese Begründung geht insofern fehl, als es bei 

einer Unterschutzstellung immer um eine Einzelfallbeurteilung geht 

und bei einer geltend gemachten Gleichbehandlung konkret aufge-

zeigt werden müsste, worin die Gleichheit bestünde. Die Vorinstanz 

hat aber auch begründet, dass die Hainbuche am konkreten Ort ohne 

Bedeutung für den öffentlichen Raum sei, weil sie weder markant öf-

fentlich sichtbar noch zugänglich sei. Diesbezüglich kann der Vo-

rinstanz insofern zugestimmt werden, als die zwar von weither gut ein-

sehbare Hainbuche dem Standort keine besondere Bedeutung gibt, 

sondern vielmehr als Teil einer privaten Gartenbepflanzung wahrge-

nommen wird und dass ihre Besonderheit, die Mehrstämmigkeit also, 

von weitem kaum erkennbar ist. Bei dieser Beurteilung durfte die Vo-

rinstanz in ihrer Interessenabwägung auch berücksichtigen, dass der 

Baum direkt an der Grundstücksgrenze steht und dabei das geplante 

öffentliche Erschliessungsprojekt tangiert. Sodann hält das ANJF den 

Baum zwar insbesondere wegen der Schönheit seiner Wuchsform für 

schützenswert, betont aber seinerseits, dass die effektive Unter-

schutzstellung in der Verantwortung der Gemeinde liege und das Amt 

deshalb nur hinweisend Stellung beziehe. Damit erweist sich der an-

gefochtene Beschluss, dass die Hainbuche nicht markant im Sinn von 

Art. 115 Bst. f PBG in Erscheinung tritt, mit Blick auf das zu wahrende 

Ermessen der örtlichen Behörde als vertretbar, was von der Rechts-

mittelinstanz zu akzeptieren ist. Daran ändert auch nichts, dass die 

Hainbuche für die Eigentümer einen hohen emotionalen und materiel-

len Wert hat, weshalb auf die beantragte Befragung der U.___ GmbH 

verzichtet werden kann. 

 

5. 

Zusammenfassend ergibt sich, dass es sich bei der Hainbuche auf 

Grundstück dem Nr. 0001 um keinen schützenswerten Habitatbaum 

handelt und dass der Beschluss, die Hainbuche auch nicht als mar-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 97/2023), Seite 12/13 

 

kanten Einzelbaum zu schützen, begründbar ist und im Ermessensbe-

reich der Vorinstanz liegt. Der Rekurs erweist sich deshalb als unbe-

gründet und ist abzuweisen. 

 

6. 

6.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die 

Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen 

werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'500.– (Nr. 20.13.01 des 

Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung, 

sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend haben die 

Rekurrenten die amtlichen Kosten unter solidarischer Haftung zu 

bezahlen (Art. 96bis VRP). 

 

6.2  Der vom Rekurrenten am 7. Juni 2022 geleistete Kostenvor-

schuss von Fr. 1'800.– ist anzurechnen. 

 

7. 

7.1. Rekurrenten, Rekursgegnerin und Vorinstanz stellen ein Begeh-

ren um Ersatz der ausseramtlichen Kosten, die beiden ersteren zuzüg-

lich Mehrwertsteuer. 

 

7.2 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt, 

soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-

messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-

digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-

liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung 

(Art. 98ter VRP).  

 

7.3  Da die Rekurrenten mit ihren Anträgen unterliegen, haben sie 

von vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädi-

gung. Ihr Begehren ist deshalb abzuweisen. 

 

7.4  Die Rekursgegnerin obsiegt mit ihren Anträgen. Da das Verfah-

ren zudem in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten 

bot, die den Beizug eines Rechtsvertreters rechtfertigen, besteht 

grundsätzlich Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung 

(Art. 98bis VRP). Weil keine Kostennote vorliegt, ist die ausseramtliche 

Entschädigung in Anwendung von Art. 6 in Verbindung mit Art. 22 der 

Honorarordnung (sGS 963.75; abgekürzt HonO) ermessensweise auf 

Fr. 3'250.– festzulegen; sie ist von den Rekurrenten zu bezahlen. 

Ohne begründeten Antrag um Zusprechung der Mehrwertsteuer kann 

diese aufgrund des per 1. Januar 2019 geänderten Art. 29 HonO nicht 

zum Honorar hinzugerechnet werden. Dazu kommt, dass die zu ent-

schädigende Rekursgegnerin selber mehrwertsteuerpflichtig ist, wes-

halb sie die der Honorarrechnung ihres Anwalts belastete Mehrwert-

steuer von ihrer eigenen Steuerschuld abziehen kann, ohne dass ihr 

dadurch eine Mehrbelastung entsteht. Daher muss die Mehrwert-

steuer bei der Bemessung der ausseramtlichen Entschädigung nicht 

zusätzlich berücksichtigt werden (R. HIRT, Die Regelung der Kosten 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Bau- und Umweltdepartementes SG (Nr. 97/2023), Seite 13/13 

 

nach st.gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St.Gallen 

2004, S. 194). 

 

7.5  Die Vorinstanz hat grundsätzlich keinen Anspruch auf Ersatz der 

ausseramtlichen Kosten (R. HIRT, Die Regelung der Kosten nach 

st.gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St.Gallen 2004, 

S. 176). Sie bringt denn auch keine Gründe vor, die ein Abweichen 

von dieser Regel rechtfertigen. Ihr Begehren ist daher abzuweisen.  

Entscheid 

1. 

Der Rekurs von A.___, Z.___, wird abgewiesen. 

 

2. 

a) A.___ wird unter solidarischer Haftung eine Entscheidgebühr 

von Fr. 3'500.– auferlegt.  

 

b) Der am 7. Juni 2022 von A.___ geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 1'800.– wird angerechnet. 

 

3. 

a) Das Begehren von A.___ um Ersatz der ausseramtlichen Kos-

ten wird abgewiesen. 

 

b) Das Begehren der B.___ um Ersatz der ausseramtlichen Kosten 

wir gutgeheissen. A.___ entschädigen die B.___ ausseramtlich mit 

Fr. 3'250.–. 

 

c) Das Begehren der Politischen Gemeinde Z.___ um Ersatz der 

ausseramtlichen Kosten wird abgewiesen.   

 

 

 

Die Vorsteherin 

 

 

 

Susanne Hartmann 

Regierungsrätin 

	Publikationsplattform
	Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden
	BUDE 2023 Nr. 097
	Baurecht, Art. 18 NHG, Art. 115, Art. 116, PBG. Die Eigentümer einer Hainbuche verlangten, dass der Baum unter Schutz gestellt werde. Die Rekursinstanz schützte jedoch den Beschluss der Vorinstanz, dass der Baum nicht als Lebensraum von schutzwürdigen Tieren und Pflanzen unter Schutz zu stellen sei. Zudem erachtete es die Rekursinstanz als begründbar und im Ermessen der Vorinstanz liegend, die Hainbuche nicht als markanten Einzelbaum zu schützen, auch wenn einzelne Kriterien wie etwa die besondere Wuchsform dafür gesprochen hätten. Abweisung des Rekurses. // (Gegen diesen Entscheid wurde Beschwerde beim Verwaltungsgericht erhoben.)

		2024-05-26T20:26:40+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen