# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea81b05a-4977-5b4e-ac9c-e823ae801c2f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.06.2020 UV 2018/83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2018-83_2020-06-12.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2018/83

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 01.09.2020

Entscheiddatum: 12.06.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 12.06.2020
Art. 6 UVG: Bejahung der Kausalität zwischen einem radiologisch erhobenen 
Labrumeinriss und einem Sturz vom Fahrrad auf die rechte Hüfte unter 
Berücksichtigung der Unfalldiagnose einer direkten Kontusion der rechten 
Hüfte (Entscheid des Versicherungsgerichts vom 12. Juni 2020, UV 2018/83).

Entscheid vom 12. Juni 2020

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Karin Huber-Studerus 

und Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Katja Meili

Geschäftsnr.

UV 2018/83

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

Sympany Versicherungen AG, Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war seit dem 6. August 2012 bei der Z.___ als 

kaufmännische Angestellte tätig und dadurch bei der Sympany Versicherungen AG 

(nachfolgend: Sympany) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 26. Juni 

2015 mit dem Fahrrad auf die rechte Seite stürzte (act. G 5.1, G 5.8). Am 3. September 

2015 fand eine Erstbehandlung durch Dr. med. B.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, 

statt, der einen Status nach Velosturz mit direkter Kontusion rechtes Kniegelenk und 

rechte Hüfte diagnostizierte und die Versicherte für eine Röntgenuntersuchung des 

Hüftgelenks und MRT-Untersuchungen des Hüft- und Kniegelenks dem Röntgeninstitut 

H.___ zuwies (act. G 5.8). Die am 7. September 2015 durchgeführte 

Röntgenuntersuchung des Hüftgelenks brachte normale ossäre Strukturen mit normal 

weitem Gelenkspalt und ohne Hinweis auf eine Schmerzursache ossär zur Darstellung 

(act. G 5.2). In den MRT-Untersuchungen vom 25. September 2015 zeigten sich Bone 

bruise-Zonen der Tibia lateral, des Femurkopfes und -halses sowie geringeren 

Ausmasses des oberen und unteren Schambeinastes rechts und ein kleiner Labrumriss 

rechts anterosuperior (act. G 5.3). Am 3. November 2015 wurde die Versicherte durch 

Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, Orthopädie Y.___, untersucht, der ebenfalls einen Status nach 

Velosturz mit direkter Kontusion des rechten Kniegelenks und der rechten Hüfte 

diagnostizierte und eine Physio- und medikamentöse Therapie verordnete (act. G 5.4). 

Eine zweite und letzte Untersuchung durch Dr. C.___ fand am 1. Dezember 2015 statt. 

Im Untersuchungsbericht vom 7. Dezember 2015 berichtete er, dass mit der 

Physiotherapie eine deutliche Schmerzregredienz habe erzielt werden können. Die 

Physiotherapie werde noch etwas fortgesetzt, ansonsten seien jedoch keine 

spezifischen Massnahmen mehr notwendig. Eine Nachkontrolle sei nicht erforderlich 

(act. G 5.5, vgl. auch act. G 5.6).

A.a. 

Am 19. Februar 2018 erfolgte durch die Arbeitgeberin der Versicherten eine als 

Rückfall zum Unfall vom 26. Juni 2015 bezeichnete Unfallmeldung (act. G 5.7). Laut 

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bericht von Dr. B.___ vom 3. März 2018 war die Versicherte wegen Schmerzen in der 

rechten Hüfte und einer Schwäche in dieser Region am 16. Februar 2018 wieder bei 

ihm vorstellig geworden, worauf er sie erneut an die Y.___ überwiesen hatte (act. G 

5.8). Dort war sie am 20. Februar 2018 durch Dr. med. D.___, Facharzt FMH für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, untersucht 

worden, der persistierende Hüftschmerzen rechts mit/bei Status nach Velosturz 

anfangs Dezember 2015 diagnostiziert hatte (act. G 5.10). Eine MRT-Untersuchung des 

rechten Hüftgelenks, welche durch ihn veranlasst und am 28. Februar 2018 in der I.___ 

durchgeführt worden war, hatte den bereits bekannten knorpelseitigen Labrumriss 

kranioventral sowie eine leichte femoroacetabuläre Chondropathie dorsal gezeigt (Grad 

1-2; act. G 5.9). Im Bericht vom 20. März 2018 zur Untersuchung vom 7. März 2018 

hielt Dr. D.___ fest, dass der Labrumriss traumatisch bedingt sei, weil in den 

durchgeführten kernspintomographischen Bildgebungen kein femoroacetabuläres 

Impingement sichtbar gewesen sei. Er vermute die Schmerzursache im Labrumriss 

(act. G 5.11).

In der Folge unterbreitete die Sympany den Schadenfall ihrem beratenden Arzt Dr. 

med. E.___, Allgemeine Innere Medizin FMH, zur Beurteilung der Kausalität der als 

Rückfall zum Unfall vom 26. Juni 2015 gemeldeten Hüftschmerzen rechts ohne 

erneutes Trauma. Dr. E.___ verneinte am 21. März 2018 eine Rückfallkausalität sowie 

das Vorhandensein traumatischer Läsionen und bezeichnete die Hüftbeschwerden als 

unfallfremd (act. G 5.12). Gestützt auf diese Beurteilung teilte die Sympany der 

Versicherten mit Schreiben vom 22. März 2018 mit, dass ihre ab dem 20. Februar 2018 

behandlungsbedürftigen Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

eine Folge des Unfalls vom 26. Juni 2015 seien. Die Sympany könne daher keine 

Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung erbringen (act. G 5.13).

A.c. 

Nachdem sich die Versicherte mit Schreiben vom 19. April 2018 mit der 

Leistungsablehnung nicht einverstanden erklärt hatte (act. G 5.17), unterbreitete die 

Sympany den Schadenfall erneut Dr. E.___, der am 2. Mai 2018 an seiner Beurteilung 

festhielt (act. G 5.19).

A.d. 

Darauffolgend bestätigte die Sympany mit Verfügung vom 4. Mai 2018 die 

Ablehnung der Ausrichtung von Versicherungsleistungen aus der obligatorischen 

A.e. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.

Mit Eingabe vom 8. Mai 2018 erhob die Versicherte gegen die Verfügung vom 4. Mai 

2018 Einsprache (act. G 5.25). Diese wies die Sympany gestützt auf eine ausführliche 

versicherungsmedizinische Stellungnahme von Dr. E.___ vom 5. November 2018 (act. 

G 5.27) mit Einspracheentscheid vom 12. November 2018 ab (act. G 5.28).

C.  

Unfallversicherung für den Rückfall bzw. die ab dem 20. Februar 2018 

behandlungsbedürftigen Beschwerden in der Hüftgegend (act. G 5.23).

Dr. D.___ berichtete am 7. Mai 2018 über eine Untersuchung der Versicherten vom 

25. April 2018. Er stellte die Diagnose persistierender Hüftschmerzen rechts mit/bei 

Verdacht auf einen symptomatischen Labrumriss Hüfte rechts und erklärte, dass nun 

auf Wunsch der Versicherten die Anmeldung zur operativen Sanierung der rechten 

Hüfte im Sinne einer Hüftarthroskopie erfolge (act. G 5.22). Bereits am 26. April 2018 

hatte Klinik J.___ der Sympany ein entsprechendes Kostengutsprachegesuch für einen 

stationären Aufenthalt der Versicherten vom 17. bis 21. Mai 2018 zur Durchführung 

einer Hüftarthroskopie mit Labrumrefixation ex Trimmung rechts eingereicht (act. G 

5.21; siehe auch act. G 5.20).

A.f. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 12. November 2018 erhob die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 3. Dezember 2018 Beschwerde 

mit dem Antrag, der angefochtene Einspracheentscheid betreffend die Verfügung vom 

4. Mai 2018 sei aufzuheben und die Beschwerde sei gutzuheissen. Sinngemäss wurde 

zudem die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen für den als Rückfall zum Unfall 

vom 26. Juni 2015 gemeldeten Labrumriss im rechten Hüftgelenk beantragt (act. G 1).

C.a. 

In der Beschwerdeantwort vom 28. Februar 2019 beantragte die Sympany 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin), die Beschwerde sei abzuweisen und der 

Einspracheentscheid vom 12. November 2018 sei zu bestätigen; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge (act. G 5). Zur Begründung ihres Antrags hatte die 

Beschwerdegegnerin am 4. Februar 2019 Dr. E.___ nochmals zwei Fragen gestellt (act. 

G 5.29), welche dieser am 18. Februar 2019 beantwortet hatte (act. G 5.30).

C.b. 

Die Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 7).C.c. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Angesichts dessen, dass die Beschwerdegegnerin nach der Beschwerdeeinreichung 

eine medizinische Stellungnahme von Dr. E.___ (act. G 5.30) eingeholt hat, ist zunächst 

zu prüfen, ob sie mit diesem Vorgehen das Prinzip des Devolutiveffekts verletzt hat 

(vgl. dazu BGE 136 V 5 E. 2.5 mit Hinweis und BGE 127 V 231 f. E. 2b/aa mit 

Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 16. Dezember 2014, 8C_284/2014, E. 5.2.3). 

Zwar beantwortete Dr. E.___ in der versicherungsmedizinischen Stellungnahme vom 

18. Februar 2019 (act. G 5.30) offenkundig bedeutsame Fragen im Zusammenhang mit 

der Beurteilung der Unfallkausalität, andernfalls die Beschwerdegegnerin ihm diese 

auch nicht gestellt hätte. Allerdings hat sie den versicherungsmedizinischen 

Sachverhalt bzw. die Frage der Unfallkausalität bereits im Verwaltungsverfahren durch 

Dr. E.___ abklären lassen. Die von der Beschwerdegegnerin nach der 

Beschwerdeeinreichung an Dr. E.___ gerichteten Fragen waren von diesem bereits in 

seiner versicherungsmedizinischen Stellungnahme vom 5. November 2018 (act. G 5.27) 

thematisiert worden, doch wurden seine Ausführungen von der Beschwerdeführerin in 

der Beschwerde nochmals konkret hinterfragt und zur erneuten Beurteilung 

vorgebracht. Aufgrund dieser Sachlage kann der Beschwerdegegnerin nicht 

vorgeworfen werden, sie habe die notwendigen Abklärungen in ein späteres Verfahren 

verschoben. Es erscheint sachgerecht, dass sie die konkreten Vorbringen der 

Beschwerdeführerin nochmals von Dr. E.___ überprüfen und genauer - insbesondere 

durch einschlägige medizinische Literatur - belegen liess. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass dessen interne versicherungsmedizinische Aktenbeurteilung ohne Mitwirkung der 

Beschwerdeführerin erstellt worden ist und keine namhafte Verzögerung des 

Beschwerdeverfahrens verursacht hat. Ausserdem ist davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin einer Aufhebung des Einspracheentscheids mit Rückweisung der 

Sache aus formellen Gründen gegenüber einem materiellen Entscheid nicht den Vorzug 

geben würde. Die fragliche Aktenbeurteilung von Dr. E.___ wurde der 

Beschwerdeführerin zusammen mit der Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin 

zugestellt. Insofern kann auch nicht von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs 

ausgegangen werden. Aus all diesen Gründen ist von keiner Verletzung des 

Devolutiveffekts auszugehen. Vielmehr rechtfertigt es sich, die 

versicherungsmedizinische Stellungnahme von Dr. E.___ vom 18. Februar 2019 (act. G 

5.30) aus verfahrensökonomischen Gründen für die Beurteilung der Unfallkausalität zu 

berücksichtigen und somit in den materiellen Entscheid einzubeziehen (vgl. dazu auch 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Urteile des Bundesgerichts vom 16. Dezember 2014, 8C_284/2014, E. 5.5, und 15. 

Januar 2014, 8C_40/2013, E. 5.5).

2.

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden 

daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2015 zur Diskussion steht, die bis 31. 

Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

3.  

Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der 

Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach 

nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; André Nabold, in: 

Kommentar zum Schweizerischen Unfallversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung [UVG], Bern 2018, N 48 ff. zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Irene Hofer, 

Basel 2019, N 66 zu Art. 6 UVG, Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/ Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht regelmässig auf Angaben ärztlicher Experten und 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 53, 59 zu Art. 

6 UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 66 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 

58; BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des 

Urteils 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009, je mit Hinweisen). Bei physischen 

Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 

134 V 111 f. E. 2.1, BGE 127 V 103 E. 5b/bb; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Ob ein 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; 

die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/

Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 

58 f., Rumo-Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 4).

Gemäss Art. 11 UVV werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle gewährt, 

wobei ein Rückfall einen besonderen revisionsrechtlichen Tatbestand im Sinn von Art. 

22 UVG darstellt. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer 

vermeintlich geheilten Krankheit bzw. vermeintlich geheilter Unfallfolgen, so dass es zu 

ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu einer weiteren Arbeitsunfähigkeit 

kommt. Da der Rückfall begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis in der 

Vergangenheit anschliesst, kann er eine Leistungspflicht des (damals haftbaren 

Unfallversicherers) nur dann auslösen, wenn zwischen den erneut vorgebrachten 

Beschwerden und der seinerzeit erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296 f. E. 2c; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326; 

UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 89 f. zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 117 

zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 78 f.; ).

3.2. 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 

Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). 

Insofern kann rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, welche die 

Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und 

Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig 

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine 

Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4, BGE 125 V 353 f. 

E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit 

und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; RKUV 1997 Nr. U 281 

E. 1a S. 281 f.). Ärztliche Beurteilungen aufgrund der Akten, wie sie von Dr. E.___ am 5. 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

November 2018 (act. G 5.27) und 18. Februar 2019 (act. G 5.30) erstellt wurden, sind 

nicht an sich unzuverlässig. Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass 

genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 

56 S. 371).

Gemäss dem im Sozialversicherungsrecht herrschenden Untersuchungsgrundsatz 

hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Rechtserheblich 

sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über die Rechte und Pflichten 

so oder anders zu entscheiden ist. Die Parteien tragen nur insofern eine Beweislast, als 

im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus 

dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der bei einem 

Rückfall zu erfüllenden Anspruchsvoraussetzung eines erneuten natürlichen 

Kausalzusammenhangs handelt es sich um eine anspruchsbegründende Tatsache. Ist 

ein solcher nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen, trägt damit die 

versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54 f., 

79; RKUV Nr. U 206 S. 328 E. 3b; UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 90 zu Art. 6 UVG; 

BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 117 zu Art. 6 UVG). Ebenso wie der leistungsbegründende 

natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es sich um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast für den Wegfall der vom 

Unfallversicherer zunächst anerkannten natürlichen Kausalität nicht bei der 

versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 

mit Hinweisen; BGE 117 V 263 f. E. 3b; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54 f.). Diese 

Beweislastverteilungen greifen allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich 

erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung 

einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 

Wirklichkeit zu entsprechen - die blosse Möglichkeit genügt, wie bereits erwähnt, nicht 

(BGE 129 V 181 E. 3.1, BGE 119 V 337 E. 1, BGE 118 V 289 E. 1b, BGE 117 V 360 E. 

4a mit Hinweisen, BGE 117 V 261 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 

3b; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. Zürich 2020, N 53, 59 zu Art. 43 ATSG; 

Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4; Locher/ Gächter, a.a.O., § 70 N. 56 ff.). Die 

Versicherungsträger haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unter­

lagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Anspruchs gestatten. Insbesondere 

dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten das Verfahren nicht 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.

Streitig und zu prüfen ist, ob zwischen den der Beschwerdegegnerin am 19. Februar 

2018 durch die Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin gemeldeten (act. G 5.7), ab 16. 

Februar 2018 bei Dr. B.___ und nachfolgend auch bei Dr. D.___ behandelten 

Hüftgelenksbeschwerden rechts (act. G 5.8, G 5.10 f., G 5.16, G 5.18) und dem Unfall 

vom 26. Juni 2015 ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, so dass ein Rückfall 

bejaht werden kann. Diese Frage wird von der Beschwerdegegnerin allein gestützt auf 

die versicherungsmedizinischen Stellungnahmen ihres beratenden Arztes Dr. E.___ 

vom 5. November 2018 (act. G 5.27) und 18. Februar 2019 (act. G 5.30) verneint.

5.  

erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 

weshalb sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (SVR 

2013 UV Nr. 9, 8C_592/2012, E. 5.2; Kieser, a.a.O., N 54 zu Art. 43 ATSG).

Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine 

strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares 

Korrelat verlangt. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst 

gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit - wissenschaftlich anerkannten 

(BGE 134 V 231) - apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen, CT, MRT, 

EEG) bestätigt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 

8C_216/2009, E. 2).

5.1. 

Unbestritten ist, dass sich bei der Beschwerdeführerin bereits anlässlich der in 

zeitlicher Nähe zum Unfall, d.h. im Rahmen des Grundfalls, am 25. September 2015 im 

Röntgeninstitut H.___ durchgeführten MRT-Untersuchung des rechten Hüftgelenks ein 

kleiner Labrumeinriss rechts antero-superior als organisches Substrat manifestiert 

hatte (act. G 5.3). Dieser gelangte unverändert auch in der im Rahmen des Rückfalls 

bei der Radiologie I.___ veranlassten MRT-Bildgebung vom 28. Februar 2018 zur 

Darstellung (act. G 5.9). Labrumrisse stellen zwar laut medizinischer Literatur eine 

degenerative Erkrankung dar, doch stellt Dr. E.___ zu Recht nicht in Frage, dass sie 

auch als Folge eines Traumas auftreten können (vgl. dazu act. G 5.30; S. D. 

Steppacher/M. Tannast/K. A. Siebenrock, Klinik und Poliklinik für Orthopädische 

Chirurgie, Inselspital, Universität Bern, "Labrumläsionen des Hüftgelenks", in 

Orthopädie und Unfallchirurgie up2date3 2008, S. 215 ff.; https://gelenk-klinik.de/

hueftgelenk/labrumlaesion-verletzung-der-gelenklippe-der-huefte.html#ursachen, 

abgerufen am 9. Juni 2020; Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4. Aufl. Bern 2005, S. 721. f., 953 f., 975; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. München 

2003, S. 182). Ausserdem sind die am 19. Februar 2018 als Rückfall zum Unfall vom 

26. Juni 2015 gemeldeten und seit 16. bzw. 20. Februar 2018 (fach)ärztlich 

behandelten Hüftbeschwerden offensichtlich auf die Labrumläsion zurückzuführen. So 

vermutete Dr. D.___ im Untersuchungsbericht vom 20. März 2018 die Schmerzursache 

im Labrumriss (act. G 5.11), und die Beschwerdeführerin trat am 17. Mai 2018 für eine 

Hüft-Arthroskopie mit Labrumrefixation ex Trimmung rechts in die Klinik J.___ ein (act. 

G 5.20, G 5.21). Vor diesem Hintergrund ist eine Verursachung des Labrumrisses durch 

den Unfall vom 26. Juni 2015 grundsätzlich in Betracht zu ziehen.

Dadurch, dass die Beschwerdegegnerin für die Folgen des Unfalls vom 26. Juni 

2015 Leistungen erbrachte, anerkannte sie jedoch nicht bereits eine natürliche 

Kausalität zur Labrumläsion rechts. Im Grundfall diagnostizierten die behandelnden 

Ärzte Dr. B.___ und Dr. C.___ bei der Beschwerdeführerin eine Hüftgelenkskontusion 

(act. G 5.4 ff., G 5.8). Als kontusionsbedingte Schäden zeigten sich in der MRT-

Bildgebung vom 25. September 2015 Bone bruise-Zonen des Femurkopfs und -halses 

sowie in geringerem Ausmass des oberen und unteren Schambeinastes rechts (act. G 

5.3). Bei einer Kontusion handelt es sich um eine Weichteilverletzung ohne strukturelle 

Schädigung der Gelenke und Knochen, die nach der medizinischen Erfahrung - wie 

auch von Dr. E.___ in seiner versicherungsmedizinischen Stellungnahme vom 5. 

November 2018 (act. G 5.27) festgestellt - ohne spezifische Behandlung innert kurzer 

Zeit folgenlos ausheilt und bei der sich die damit verbundenen Beschwerden innert 

kurzer Zeit demzufolge gänzlich zurückbilden (Debrunner, a.a.O., S. 412). Nach der 

Erstbehandlung durch Dr. B.___ am 3. September 2015 (act. G 5.8) konsultierte die 

Beschwerdeführerin am 3. November und 1. Dezember 2015 Dr. C.___, der im 

Untersuchungsbericht vom 7. Dezember 2015 erklärte, dass keine Nachkontrolle mehr 

erforderlich sei (act. G 5.4 f.). In der MRT-Bildgebung vom 28. Februar 2018 konnte 

sodann kein Bone bruise mehr nachgewiesen werden (act. G 5.9). In den Akten sind 

während rund drei Jahren bis zur Untersuchung durch Dr. B.___ am 16. Februar 2018 

(act. G 5.8) keine ärztlichen Untersuchungen oder Behandlungen mehr dokumentiert. 

Aufgrund dieses Sachverhalts stellte Dr. E.___ in der versicherungsmedizinischen 

Stellungnahme vom 5. November 2018 schlüssig und überzeugend fest, dass 

Kontusionen sowie Bone bruise folgenlos abheilten und dies auch bei der 

Beschwerdeführerin der Fall sei (act. G 5.27). Während die Beschwerdegegnerin 

unstreitig ihre Leistungspflicht für die vorgenannten vorübergehenden 

Gesundheitsschäden anerkannt hat, kann dies nicht für den Labrumriss gelten. Zwar 

war dieser bereits im Grundfall aktenkundig, doch wurde er in den damaligen ärztlichen 

Berichten nie explizit als behandlungsbedürftig oder beschwerdeverursachend 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.

Nachfolgend ist mithin zu prüfen, ob der Labrumriss rechts im Bereich des rechten 

Hüftgelenks der Beschwerdeführerin auf den Unfall vom 26. Juni 2015 zurückzuführen 

ist. Die allgemeine Feststellung von Dr. E.___ in der Stellungnahme vom 5. November 

2018 (act. G 5.27), dass eine Labrumläsion respektive ein Labrumriss keinen spezifisch 

traumatischen Befund darstelle, ist - wie bereits erwähnt (vgl. Erwägung 5.2) - zu 

bestätigen. Insofern braucht es bei einem Gesundheitsschaden, der im Regelfall 

krankheits- bzw. degenerativ bedingt ist, eindeutige Hinweise, damit - im Einzelfall - 

eben nicht von einer krankheits- bzw. degenerativ bedingten, sondern von einer 

traumatischen Gesundheitsschädigung ausgegangen werden kann. Entsprechend 

beleuchtet Dr. E.___ in seinen Stellungnahmen vom 5. November 2018 (act. G 5.27) 

und 18. Februar 2019 (act. G 5.30) verschiedene Kausalitätskriterien, die nach seiner 

Beurteilung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gegen eine 

traumatische Verursachung der Labrumläsion rechts sprechen. Wie die nachfolgenden 

Erwägungen zeigen, vermögen jedoch die Ausführungen von Dr. E.___ nicht zu 

überzeugen und ist in der Gesamtwürdigung der vorliegenden Akten davon 

auszugehen, dass der Velosturz vom 26. Juni 2015 auf die rechte Hüfte mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit den Labrumriss, der für die als 

Rückfall gemeldeten Beschwerden verantwortlich ist, verursacht hat.

7.  

diskutiert. Die Beschwerdegegnerin hatte im Grundfall keinen erkennbaren Anlass, den 

natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 26. Juni 2015 und dem 

Labrumriss näher zu prüfen und hat dies offensichtlich auch nicht getan. Demnach 

bleibt es auch im Rückfallverfahren dabei, dass die Beschwerdeführerin die Beweislast 

bezüglich des Nachweises des ursächlichen Zusammenhangs zwischen der rechten 

Labrumläsion und dem Unfallereignis vom 26. Juni 2015 trägt. Gegebenenfalls hätte sie 

deshalb auch die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (vgl. Erwägung 3.4).

 7.1. 

Dr. E.___ diskutiert zunächst den Unfallmechanismus und die initiale 

Unfalldiagnose, welche entscheidende Komponenten für die Beurteilung der 

Kausalitätsfrage bilden. Laut Dr. E.___ sind für einen traumatischen Labrumschaden ein 

direktes Hochenergietrauma des Hüftgelenks, traumatische Hüftluxationen oder 

bestimmte Konfigurationen von Azetabulumfrakturen gefordert. Er belegt seine 

Feststellung anhand des von ihm mit seiner Stellungnahme vom 18. Februar 2019 (act. 

7.1.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

G 5.30) eingereichten medizinischen Fachartikels (S. 220). Insbesondere die Luxation 

und Subluxation werden auch in der weiteren medizinischen Literatur als 

Unfallmechanismus bzw. Unfalldiagnose mehrfach beschrieben (Steppacher/Tannast/

Siebenrock, a.a.O.., S. 216, 220; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 

Berlin/Boston 2017, S. 210 "Bankart-Läsion"; Roche Lexikon, a.a.O., S. 182; 

Prometheus, LernAtlas der Anatomie, Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, 4. 

Aufl., S. 264; Debrunner, a.a.O., S. 722). Dr. E.___ stellt in der Stellungnahme vom 5. 

November 2018 (act. G 5.27) nachvollziehbar fest, dass keine Hinweise für eine 

Hüftluxation, eine Subluxation oder eine Fraktur im Azetabulumbereich bestehen 

würden. Die behandelnden Ärzte Dr. B.___ und Dr. C.___ stellten jedoch als 

Unfalldiagnose in Übereinstimmung mit einem Sturz vom Fahrrad eine direkte 

Kontusion der rechten Hüfte (act. G 5.4 ff., G 5.8), welche an sich ein direktes 

Hochenergietrauma bedeuten könnte. Die Aussage von Dr. E.___, dass die Angabe 

einer Kontusion für die Anerkennung eines durch ein Hochenergietrauma verursachten 

und damit traumatischen Labrumrisses nicht ausreiche, vermag in Bezug auf den 

konkreten Fall aus folgenden Gründen nicht zu überzeugen und ist damit nicht 

genügend beweiskräftig.

Zunächst ist festzustellen, dass Dr. E.___ Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 

ist und seine medizinische Tätigkeit laut FMH-Verzeichnis (https://www.doctorfmh.ch/, 

abgerufen am 9. Juni 2020) einzig in versicherungsmedizinischer Beratung besteht. Für 

die Würdigung des konkreten Falles, bei welchem es um eine orthopädische oder 

orthopädisch-chirurgische Detailbeurteilung geht, verfügt er damit nicht über eine 

genügende Qualifikation. Die Beweiskraft seiner Beurteilung ist dadurch bereits 

geschmälert.

7.1.2. 

Auf die Frage der Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 3. Dezember 2018 

(act. G 1; vgl. auch act. G 5.1.29), aufgrund welcher Evidenz ein Labrumriss 

ausschliesslich auf ein Hochenergietrauma zurückzuführen sei, antwortet Dr. E.___ in 

seiner Stellungnahme vom 18. Februar 2019 (act. G 5.30), dies entspreche einer 

medizinischen Erfahrungstatsache und der Literatur und verweist wiederum auf den mit 

der Stellungnahme eingereichten Fachartikel. Eine allgemeine, bundesgerichtlich und in 

der Literatur anerkannte Erfahrungstatsache - vergleichbar mit jener im 

Zusammenhang mit der Ursachenbeurteilung von Diskushernien (vgl. dazu RKUV 2000 

Nr. U 379 S. 193, E. 2a mit Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG] vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3; BSK UVG-Hofer, 

a.a.O., N 72 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.) - ist jedoch nicht 

7.1.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bekannt. Eine eigene Erfahrung kann Dr. E.___ nicht vorweisen. Insofern ist die 

Aussagekraft seiner Begründung gering.

Eine Beweisführung anhand medizinischer Literatur ist an sich zulässig. 

Beigezogene Fachartikel müssen inhaltlich jedoch einerseits schlüssig und zuverlässig 

sein und vor allem auch eine geeignete Grundlage für die Beurteilung der sich 

stellenden medizinischen Frage bilden. Sie müssen bezogen auf den konkreten Fall die 

ärztlichen Schlussfolgerungen überprüf- und nachvollziehbar machen. Das einzige Mal, 

wo im Fachbeitrag von Steppacher/Tannast/Siebenrock (a.a.O.) ein 

Hochenergietrauma überhaupt erwähnt wird, ist auf S. 220. Dort heisst es: "Die 

offensichtlichste Form eines Labrumschadens ist die Labrumavulsion beim direkten 

Hochenergietrauma des Hüftgelenks". Ein solcher Labrumabriss, der auch noch häufig 

mit einem ossären Ausriss des Azetabularrandes kombiniert ist, wurde bei der 

Beschwerdeführerin unstreitig nie diagnostiziert. Vielmehr wurde bei ihr - wie bereits in 

Erwägung 5.3 erwähnt - ein kleiner Labrumeinriss rechts antero-lateral zeitnah zum 

Unfall bildgebend festgestellt (act. G 5.3) und nach der Rückfallmeldung bildgebend 

bestätigt (act. G 5.9). Dass dafür ein Hochenergietrauma vorausgesetzt wäre - wie Dr. 

E.___ behauptet - ist dem von ihm eingereichten Fachbeitrag nirgends zu entnehmen. 

Als Ursache für einen Labrumeinriss dürfte ein Sturz direkt auf die rechte Hüfte, von 

dem die behandelnden Ärzte Dr. B.___ (act. G 5.8), Dr. C.___ (act. G 5.4 ff.) und Dr. 

D.___ (act. G 5.10) ausgingen, ohne Weiteres ausreichen. So lässt sich beispielsweise 

dem Beitrag der beiden Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. F.___ 

und Dr. med. G.___ "Labrumläsion (Verletzung der Gelenklippe der Hüfte)" entnehmen, 

dass ein solcher Schaden nur schon durch falsche Bewegungen, die mit einer Rotation 

der Hüfte einhergehen - typischerweise bei sportlicher Aktivität - sowie durch 

Verletzungen und Krankheiten, welche den Knochen oder den Knorpel des Hüftgelenks 

schädigen, entstehen kann (https://gelenk-klinik.de/ hueftgelenk/labrumlaesion-

verletzung-der-gelenklippe-der-huefte.html., abgerufen am 9. Juni 2020).

7.1.4. 

Nach dem Sturz konnten im Rahmen der MRT-Untersuchung vom 25. 

September 2015 in der Rodiag Bone bruise-Zonen des Femurkopfs und -halses sowie 

in geringerem Ausmass des oberen und unteren Schambeinastes rechts erhoben 

werden (act. G 5.3). Angesichts des in Erwägung 7.1.4 Gesagten, vermögen auch die 

Ausführungen von Dr. E.___ zu den Ödemzonen eine traumatische Verursachung des 

Labrumeinrisses bei der Beschwerdeführerin nicht zu widerlegen. Dr. E.___ erklärt in 

seiner Stellungnahme vom 18. Februar 2019 (act. G 5.30), dass Ödemzonen 

unspezifisch seien und sowohl überlastungsbedingt als auch traumatisch bedingt 

auftreten könnten. Bei einem Trauma könnten sie zwar durchaus ein Hinweis für eine 

7.1.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

relevante Krafteinwirkung sein, doch müssten für einen traumatischen Labrumriss 

zusätzlich Frakturen oder Zeichen einer Luxation bestehen, welche er, wie bereits 

erwähnt - in Übereinstimmung mit den vorliegenden medizinischen Akten, 

insbesondere dem MRT-Untersuchungsbericht vom 25. September 2015 (act. G 5.3) -, 

bei der Beschwerdeführerin als nicht gegeben bezeichnet. Dasselbe gilt für den von Dr. 

E.___ zusätzlich geforderten sofortigen Funktionsverlust im Hüftbereich. Wie gesagt, ist 

jedoch im vorliegenden Fall kein Labrumabriss, sondern (nur) ein Labrumeinriss zu 

beurteilen. Dass die Forderungen von Dr. E.___ auch bei einem Labrumeinriss gelten, 

ist in keiner Weise belegt. So ist jedenfalls darauf hinzuweisen, dass noch drei Monate 

nach dem Unfall vom 26. Juni 2015 Bone bruise-Zonen (Ödemzonen) nachweisbar 

waren (vgl. act. G 5.3), was auch in Übereinstimmung mit Dr. E.___ ein Hinweis dafür 

ist, dass das Knorpel- und Knochengewebe im Bereich des Hüftgelenks signifikant in 

Mitleidenschaft gezogen worden ist.

 7.2. 

Laut Dr. E.___ ist ausserdem das Alter der Beschwerdeführerin von 47 Jahren 

kein überzeugendes Kriterium für einen traumatischen Labrumschaden. Auch 

diesbezüglich verweist er auf den fachärztlichen Artikel von Steppacher/Tannast/

Siebenrock (a.a.O., S. 216), wonach Labrumläsionen beim jungen Patienten 

alarmierend seien. Heutzutage werde von einer Prävalenz von ca. 10 - 15 % in der 

jungen Bevölkerung ausgegangen. Weiter führt Dr. E.___ aus, dass Labrumläsionen bei 

fortgeschrittenen Arthrosen des Hüftgelenks Bestandteil der degenerativen 

Veränderungen und meist ein chronisch degenerativer Prozess seien. Entsprechend ist 

dem fachärztlichen Artikel von Steppacher/Tannast/Siebenrock (a.a.O., S. 216) zu 

entnehmen, dass Labrumläsionen offensichtlich im Endstadium der Koxarthrose 

auftreten würden, weshalb in früheren Studien auch eine erhöhte Prävalenz in der 

älteren Personengruppe gefunden worden sei.

7.2.1. 

Die Stichhaltigkeit der obigen epidemiologischen Ausführungen bzw. die von Dr. 

E.___ daraus gezogene Schlussfolgerung für den konkreten Fall - das Alter der 

Beschwerdeführerin beweise keinen traumatischen Labrumschaden - ist fraglich. Die 

Bezugnahme auf die Prävalenz von Labrumläsionen in der jungen Bevölkerung ist 

lediglich eine allgemeine statistische Feststellung mit einem Aussageinhalt, aus dem 

sich keine offenkundig überzeugende Erkenntnis für den konkreten Fall gewinnen lässt. 

Die Prävalenz in der jungen Bevölkerung mag zwar alarmierend sein, doch ist die 

Beschwerdeführerin weder eine junge Patientin noch ist eine Prävalenz von 10 bis 15% 

ein Wert, der in Bezug auf die Beschwerdeführerin eine traumatische Labrumläsion 

7.2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

praktisch ausschliessen würde. Festzustellen ist aber vor allem auch, dass sich bei der 

Beschwerdeführerin im Rahmen der MRT-Untersuchung vom 25. September 2015 (act. 

G 5.3) keine Coxarthrose gezeigt hatte. Erst in der MRT-Untersuchung vom 28. Februar 

2018 (act. G 5.9) hat sich eine femoroazetabuläre Chondropathie dorsal, jedoch nur 

eine leichte (Grad 1-2), gezeigt. Vor diesem Hintergrund kann in Bezug auf die 

Beschwerdeführerin eigentlich sogar gefolgert werden, dass sich bei ihr die 

epidemiologischen Erkenntnisse glücklicherweise nicht bestätigt haben. Die 

vorgenannten epidemiologischen Erkenntnisse lassen durchaus voneinander 

abweichende Gesundheitszustände zu und es muss in Bezug auf die 

Beschwerdeführerin gestützt auf das Beurteilungskriterium der Epidemiologie nicht mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einer degenerativ 

bedingten Labrumläsion ausgegangen werden.

In der Gesamtwürdigung der vorliegenden Akten und der Erwägungen 7.1 f. ist 

festzustellen, dass die Ausführungen von Dr. E.___ nicht darzulegen vermögen, 

weshalb der am 25. September 2015 objektivierte Labrumeinriss rechts antero-

superior (act. G 5.3) und der in der MRT-Bildgebung vom 28. Februar 2018 (act. G 5.9) 

weiterhin beschriebene knorpelseitige Labrumriss kranioventral keine Verletzungsfolge 

des Unfalls vom 26. Juni 2015 darstellt. Dr. D.___ spricht sich im Bericht vom 20. März 

2018 (act. G 5.11) eindeutig für einen traumatisch bedingten Labrumeinriss aus. Er 

erklärt seine Ansicht überzeugend damit, dass in den durchgeführten 

kernspintomographischen Bildgebungen kein femoroazetabuläres Impingement 

sichtbar gewesen sei, welches auch laut Dr. E.___ ursächlich für eine Labrumläsion 

hätte sein können (vgl. dazu auch Steppacher/Tannast/Siebenrock, a.a.O., S. 216, 

218), aber im Falle der Beschwerdeführerin nicht vorliege.

7.3. 

Anzufügen ist abschliessend, dass die zeitliche Abfolge nur in solchen Fällen einen 

ungenügenden Beweis für eine Unfallkausalität darstellt (vgl. dazu die grundsätzliche 

Untauglichkeit der Beweismaxime "post hoc ergo propter hoc" [BSK UVG-Hofer, 

a.a.O., N 67 zu Art. 6 UVG; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 

2. Aufl. Berlin 1989, S. 460 Fn 1205; Kieser, a.a.O., N 96 zu Art. 4 ATSG; BGE 119 V 

341 f. E. 2b/bb, SVR 2009 UV Nr. 13, 8C_590/2007, S. 52, E. 7.2.4, sowie SVR 2008 

UV Nr. 11, U 290/06, S. 34, E. 4.2.3, je mit Hinweisen), in denen das Vorliegen einer 

strukturellen Verletzung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

verneint werden kann. Im vorliegenden Fall wurde jedoch bei der Beschwerdeführerin 

nach dem Unfall vom 26. Juni 2015 ein Labrumeinriss radiologisch objektiviert (act. G 

5.3) und lässt eine Gesamtbetrachtung im Sinne der vorangegangenen Erwägungen die 

überwiegend wahrscheinliche Schlussfolgerung einer traumatischen Verursachung des 

7.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

8.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Labrumeinrisses zu. Die Beschwerdegegnerin hat damit ihre Leistungspflicht aus der 

obligatorischen Unfallversicherung für einen Rückfall zu Unrecht verneint und hat für 

diesen die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 12.06.2020
	Art. 6 UVG: Bejahung der Kausalität zwischen einem radiologisch erhobenen Labrumeinriss und einem Sturz vom Fahrrad auf die rechte Hüfte unter Berücksichtigung der Unfalldiagnose einer direkten Kontusion der rechten Hüfte (Entscheid des Versicherungsgerichts vom 12. Juni 2020, UV 2018/83).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T03:49:53+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen