# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 48a562fb-1de1-5d73-8fda-828637ef49ea
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 27.03.2014 A 2013 57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2013-57_2014-03-27.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

A 13 57

4. Kammer 

bestehend aus

Vizepräsident Priuli als Vorsitzender, Verwaltungsrichter Stecher 

und Präsident Meisser, Aktuarin ad hoc Brülisauer

URTEIL
vom 27. März 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch B._____, (Ehemann)

Beschwerdeführerin

gegen 

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend abgaberechtliche Sicherstellungsverfügung

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1. Die Eheleute A._____ und B._____ wohnten in den Jahren 2005 bis 2007 

in X._____ im Kanton Graubünden und wurden, da sie trotz Mahnungen 

und teilweise Bussen für die Steuerperioden 2005 bis 2007 keine ent-

sprechenden Steuererklärungen eingereicht hatten, für alle drei Jahre 

nach Ermessen veranlagt. Dementsprechend belief sich gemäss Veran-

lagungsverfügung / Ermessentaxation für das Steuerjahr 2005 die Kan-

tonssteuer auf Fr. 553.-- und die Gemeindesteuer auf Fr. 571.--, basie-

rend auf einem steuerbaren Einkommen von Fr. 26'700.-- und einem 

Vermögen von Fr. 0.--. Die Bundessteuer wurde bei einem steuerbaren 

Einkommen von Fr. 31'700.-- mit Fr. 68.-- veranlagt. Im darauffolgenden 

Steuerjahr ging die Steuerbehörde von einem steuerbaren Einkommen 

von Fr. 42'000.-- und wiederum von einem Vermögen von Fr. 0.-- aus, 

woraus sich eine Kantonssteuer von Fr. 1'299.-- und eine Gemeindesteu-

er von Fr. 1'338.-- ergaben. Als direkte Bundesteuer resultierte bei einem 

steuerbaren Einkommen von Fr. 47'200.-- ein Steuerbetrag von Fr. 205.--. 

In der Steuerperiode 2007 wurde weder ein steuerbares Einkommen noch 

ein steuerbares Vermögen vermutet, weshalb weder auf kommunaler 

noch auf kantonaler noch auf Bundesebene Steuern erhoben wurden.

2. Mit Schreiben vom 10. Juni 2013 leitete das Steueramt des Kantons 

Zürich der Gemeinde X._____ verschiedene Unterlagen weiter, wonach 

A._____ bereits in den Jahren 2005 bis 2007 Eigentümerin der Kunst-

gemälde "C._____" im Wert von Fr. 36.5 Mio. und "D._____" im Wert von 

Fr. 16.5 Mio. sowie die Eheleute A._____ und B._____ zusammen Ei-

gentümer der Kunstgemälde "E._____" sowie "F._____", im Gesamtwert 

von Fr. 36 Mio., gewesen sein sollen. Entsprechende Einlagerungsverträ-

ge und Versicherungspolicen zu den vorerwähnten Kunstgemälden waren 

ebenfalls beigelegt. 

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3. Gestützt darauf errechnete die Steuerverwaltung des Kantons Graubün-

den provisorisch für die Jahre 2005 bis 2007 ausstehende Beträge für 

Nach- und Strafvermögenssteuern Kanton von Fr. 2'868'287.-- bzw. Kan-

ton, Gemeinde und Kirche von insgesamt Fr. 4'490'312.15, zuzüglich 

Verzugszinsen in der Höhe von Fr. 300'000.-- bis Fr. 400'000.--. 

 4. Am 30. September 2013 erliess die Steuerverwaltung des Kantons 

Graubünden zwei Sicherstellungsverfügungen gegenüber einerseits 

A._____ und andererseits B._____ (vgl. betreffend Sicherstellungsverfü-

gung gegenüber B._____ Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden A 13 56 vom 27. März 2014) für die "Nach- und Strafsteuern 

Kanton 2005 – 2007" im Betrag von je Fr. 3 Mio. Zur Begründung führte 

sie aus, dass sich inzwischen der Verdacht erhärtet habe, dass sie erheb-

liche Steuerwerte vor den Steuerbehörden geheim gehalten hätten und in 

der Vergangenheit ihnen gegenüber sowohl Inkassomassnahmen not-

wendig gewesen und Verlustscheine ausgestellt worden seien, weshalb 

die Steuerforderung gefährdet erscheine.

5. Die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden liess am 1. Oktober 2013 

gegenüber A._____ die Kunstwerke "C._____", "D._____" sowie 

"E._____" und "F._____" unter Arrest stellen. Mit gleichem Datum erfolgte 

auch der Arrestbefehl gegenüber B._____, mit welchem die Kunstwerke 

"E._____" sowie "F._____", unter Arrest gestellt wurden. Sämtliche Ar-

restgegenstände waren in Zürich Kloten eingelagert. Mit den entspre-

chenden Arrestaufträgen wurden das Betreibungsamt Kloten gleichentags 

angewiesen, den Arrest zu vollziehen, wobei der Arrestbefehl gegenüber 

A._____ teilweise und jener gegenüber B._____ ganz mit Schreiben vom 

20. Oktober 2013 der kantonalen Steuerverwaltung zurückgezogen wur-

den. Dem Schreiben war zu entnehmen, dass Abklärungen ergeben hät-

ten, dass die beiden Bilder E._____ und F._____ nie im Eigentum, son-

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dern nur im Besitz der Eheleute A._____ und B._____ gestanden hätten. 

Der Arrestbefehl gegenüber A._____ sei nunmehr auf die anderen beiden 

Kunstwerke beschränkt, jener gegenüber B._____ werde aufgehoben.

6. Gegen die erwähnte Sicherstellungsverfügung gegenüber A._____ vom 

30. September 2013, zugestellt am 17. Oktober 2013, erhob A._____ 

(nachfolgend Beschwerdeführerin) am 8. November 2013 Beschwerde an 

das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem sinngemässen 

Antrag, diese umgehend aufzuheben. Zur Begründung führte die Be-

schwerdeführerin im Wesentlichen aus, dass sie in Gütertrennung mit ih-

rem Mann lebe, weshalb Forderungen gegenüber ihrem Ehemann aus-

schliesslich ihn beträfen. Die Vorinstanz habe sich auf vertrauliche Unter-

lagen bzw. Informationen gestützt, welche auf fragwürdige bzw. illegale 

Art und Weise ihr zugespielt worden seien, und überdies seien die Unter-

lagen seit einigen Jahren überholt. Unter Berücksichtigung der Sachlage 

werde die Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht durch die kantonale 

Steuerbehörde deutlich. Die Gemälde seien bereits im Jahr 2000 durch 

die Staatsanwaltschaft des Kantons Appenzell i.R. wegen des Vorwurfs 

der Fälschung beschlagnahmt worden. Mit Urteil aus dem Jahr 2012 habe 

das Bundesgericht dann die Rückweisung der Sache an das Kantonsge-

richt Appenzell i.R. veranlasst. Auch vorliegend sei auf fragwürdige Akten 

abgestellt worden, welche, wie sich dies bei den zwei Bildern E._____ 

und F._____ inzwischen auch gezeigt habe, nicht zutreffen würden. Es 

liege erneut ein Willkürakt der Behörden vor, da es mehr als fraglich sei, 

ob die zu Skandalbildern gestempelten Gemälde überhaupt je verkauft 

werden könnten. 

7. In ihrer Vernehmlassung vom 18. Dezember 2013 beantragte die Steuer-

verwaltung des Kantons Graubünden (nachfolgend Beschwerdegegnerin) 

die Abweisung der Beschwerden. Das Verwaltungsgericht prüfe im Si-

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cherstellungsverfahren nur provisorisch und vorfrageweise, ob die Steu-

erschuld, für welche die Sicherstellung verlangt werde, bestehe (sog. 

Prima-facie-Würdigung). Der Güterstand habe keinen Einfluss auf die 

Haftung der Ehegatten für Steuerschulden. Im vorliegenden Fall habe sie 

im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Sicherstellungsverfügung 

auf den ihr damals bekannten Sachverhalt abgestellt, nämlich dass be-

reits seit anfangs der 2000er Jahre sich alle vier Bilder im Eigentum der 

Beschwerdeführerin respektive deren Ehemanns befunden hätten. Nach-

dem sich das Eigentum inzwischen auf zwei Bilder reduziert habe, habe 

sie einerseits den Arrestbefehl für die zwei Bilder E._____ und F._____ 

aufheben lassen und andererseits werde sie in der Betreibung den Betrag 

der Forderung auf Sicherheitsleistung nach unten korrigieren, falls sich 

bei der Bewertung der arrestierten Bilder zeigen sollte, dass diese einen 

tieferen Wert als angenommen aufweisen sollten. Auch der erforderliche 

Sicherstellungsgrund sei eindeutig gegeben, nachdem die Beschwerde-

führerin und ihr Ehemann Einkommens- und Vermögensverhältnisse der 

Beschwerdegegnerin gegenüber systematisch verschleiert hätten. Einer-

seits hätten sie für die Steuerjahre 2005 bis 2007 keine Steuererklärung 

eingereicht und anderseits hätten für verschiedene Steuerschulden Ver-

lustscheine ausgestellt werden müssen. 

8. Die Beschwerdeführerin führte mit Eingabe vom 28. Januar 2014 (Post-

stempel) replicando aus, während der für die im Kanton Graubünden vor-

zunehmende Besteuerung massgebenden Zeit sei der Staat davon aus-

gegangen, dass die zur Diskussion stehenden vier Bilder gefälscht gewe-

sen seien, weshalb sie auch keinen steuerbaren Wert aufgewiesen hät-

ten. Nach dem Bundesgerichtsurteil aus dem Jahre 2012 sei der Wert der 

echten Bilder, auf Grund der vorausgegangenen Untersuchungen und 

Fehlbehauptungen nicht mehr so hoch gestiegen, wie die Beschwerde-

gegnerin das angenommen habe. Schliesslich sei auch nachgewiesen, 

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dass die zwei Bilder E._____ und F._____ nie in ihrem Eigentum gestan-

den hätten, womit die für den Erlass der angefochtenen Sicherstellungs-

verfügungen getroffenen Annahmen auf Grund von völlig unzuverlässigen 

zugespielten Dokumenten überholt, unzutreffend und unzulässig seien. 

Für eine vorgenommene Nach- und Strafsteueruntersuchung fehle es 

damit schlichtweg an einer beweiskräftigen Begründung. 

9. In ihrer Duplik vom 28. Februar 2014 bestätigte die Beschwerdegegnerin 

ihre gestellten Anträge und Ausführungen. Die Beschwerdeführerin würde 

nicht bestreiten, dass sie in den Steuerperioden 2005 bis 2007 Eigentü-

merin zumindest der zwei Bilder C._____ und D._____ gewesen sei, 

weshalb sie und ihr Ehemann die Pflicht gehabt hätten, diese damals zu 

deklarieren. Sie hätten jedoch nicht einmal die Steuererklärungen einge-

reicht. Sollten sich die getroffenen Annahmen bezüglich Steuerbeträge im 

ordentlichen Veranlagungsverfahren als zu hoch oder überhaupt als nicht 

gerechtfertigt herausstellen, so werde nur der reduzierte Betrag arrestiert 

oder die Sicherstellungsverfügung falle sogar dahin. Es gehe vorliegend 

nur um vorsorgliche und provisorische Massnahmen der Steuersicherung.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie auf die angefochtene 

Sicherstellungsverfügung wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nach-

folgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren bildet die Sicherstellungs-

verfügung der Beschwerdegegnerin vom 30. September 2013, zugestellt 

am 17. Oktober 2013. Eine solche Verfügung kann mit Beschwerde an 

das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (Art. 158 Abs. 3 des Steu-

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ergesetzes für den Kanton Graubünden [StG; BR 720.000] i.V.m. Art. 49 

Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; 

BR 370.100]). Demzufolge fällt die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde in die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden. Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin be-

schwert und damit zur Beschwerdeerhebung ohne weiteres befugt. Auf 

die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist dem-

nach einzutreten. Streitig und durch das Verwaltungsgericht zu prüfen ist 

die Frage, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für den Erlass der Si-

cherstellungsverfügung erfüllt sind, die angefochtene Verfügung somit 

rechtmässig erging. Hingegen werden Mängel, die den Vollzug der Si-

cherstellungsverfügung bzw. die Arrestlegung oder den Arrestbefehl be-

treffen, nicht im Rechtsmittelverfahren gegen die Sicherstellungsverfü-

gung geprüft (vgl. betreffend Art. 169 des Bundesgesetzes über die direk-

te Bundessteuer [DBG; SR 642.11]: Urteile des Bundesgerichts 

2C_235/2013 vom 26. Oktober 2013 E.2.3; 2A.237/2006 vom 9. Januar 

2007 E.3.4; 2A.508/1995 vom 15. April 1996 E.3d und 5d; 2A.378/1994 

vom 31. August 1995 E.5c). 

2. a) Im konkreten Fall stellt sich die Frage, ob die in Art. 158 Abs. 1 StG bzw. 

Art. 169 Abs. 1 DBG genannten Voraussetzungen für den Erlass der Si-

cherstellungsverfügung erfüllt sind. Hat der Steuerpflichtige keinen Wohn-

sitz in der Schweiz oder erscheint die Bezahlung der von ihm geschulde-

ten Steuer oder Busse als gefährdet, kann die kantonale Steuerverwal-

tung gemäss Art. 158 Abs. 1 StG auch vor rechtskräftiger Feststellung 

des Betrages jederzeit Sicherstellung verlangen. Die genannte Bestim-

mung verlangt das Vorliegen eines Sicherstellungsgrundes sowie die pro-

visorische und vorfrageweise Prüfung, ob eine Steuerschuld besteht. Die 

materielle Abklärung der Steuerpflicht und die Festsetzung der Abgabe 

bleiben jedoch einem (separaten) Hauptverfahren in der Steuersache 

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überlassen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_235/2013 vom 26. Oktober 

2013 E.2.4; PVG 2003 Nr. 14 E.1; Urteile des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Graubünden A 13 11 und 12 vom 28. Mai 2013 E.3a; A 09 60 

und 61 vom 12. Januar 2010 E.2.2a). Sicherstellungsgründe im Sinne von 

Art. 158 Abs. 1 StG sind beispielsweise ein die Bezahlung der Steuerfor-

derung gefährdendes Verhalten des Steuerpflichtigen. Als solches gilt ein 

Verhalten, welches sich auf die Bezahlung der Steuerforderung nachteilig 

auswirken könnte, so beispielsweise etwa die Vorbereitung zur Abreise 

ins Ausland, Fluchtgefahr, die Verminderung des Vermögens durch ver-

schwenderische Lebensführung oder umfassende Schenkungen wie auch 

das Beiseiteschaffen oder Verheimlichen von Vermögenswerten (RICH-

NER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl., Zürich 

2009, Art. 169 Rz.10 ff.; FREY, in: REICH [Hrsg.], Schriften zum Steuer-

recht, Sicherstellungsverfügung und Arrestbefehl im Gesetz über die di-

rekte Bundessteuer, Zürich/Basel/Genf 2009 [zitiert: Sicherstellungsverfü-

gung und Arrestbefehl], S. 108 ff.; FREY, in: ZWEIFEL/ ATHANAS [Hrsg.], 

Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, Bundesgesetz 

über die direkte Bundessteuer, Art. 83–222, 2. Aufl., Basel 2008 [zitiert: 

Kommentar DBG], Art. 169 Rz. 16 ff.). Die Gefährdung der Steuerforde-

rung wird immer auch auf Grundlage der steuerlichen Deklarationspflich-

ten des Steuerschuldners beurteilt. Anlass zur Steuersicherung gibt des-

halb auch die systematische Verschleierung der Einkommens- und Ver-

mögensverhältnisse im Veranlagungsverfahren, indem der Steuerpflichti-

ge die Steuerbehörden systematisch über seine finanziellen Verhältnisse 

in die Irre führt, indem er Einkommen und Vermögen nicht deklariert (Ur-

teil des Bundesgerichts 2A.234/2006 vom 23. Januar 2007 E.2.2; RICH-

NER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., Art. 169 Rz. 26; FREY, Sicherstel-

lungsverfügung und Arrestbefehl, a.a.O., S. 115 ff.; FREY, Kommentar 

DBG, a.a.O., Art. 169 Rz. 25). Ebenso liegt eine Gefährdung vor, wenn 

offene Verlustscheine für Steuerforderungen bestehen und der Steuer-

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pflichtige sein neues Vermögen nicht deklariert (vgl. statt vieler FREY, 

Kommentar DBG, a.a.O., Art. 169 Rz. 28). Ob die Steuerschuld, für die 

Sicherstellung begehrt wird, besteht, prüft das Verwaltungsgericht im Si-

cherstellungsverfahren nur provisorisch und vorfrageweise. Dasselbe gilt 

für die Höhe des sicherzustellenden Betrags, der bloss glaubhaft zu ma-

chen ist. Die nähere Abklärung der Steuerpflicht und einer allfälligen (Mit-) 

Haftung des Ehegatten sowie die Festsetzung der Höhe der Abgabe blei-

ben dem Hauptverfahren in der Steuersache selbst vorbehalten. Das 

Verwaltungsgericht beschränkt sich insoweit auf eine Prima-facie-

Würdigung der tatsächlichen Verhältnisse (vgl. Urteile des Bundesge-

richts 2C_235/2013 vom 26. Oktober 2013 E.2.4; 2A.237/2006 vom 

9. Januar 2007 E.2.3; 2A.205/2005 vom 22. Dezember 2005 E.2.2.1; 

2A.746/2004 vom 16. Juni 2005 E.2.2; VGU A 13 11 und 12 E.3a; A 09 

60 und 61 E.2.2a; vgl. statt vieler auch FREY, Kommentar DBG, a.a.O., 

Art. 169 Rz. 49). Dieselbe Einschränkung gilt mit Blick auf das Vorliegen 

der Gefährdung der Steuerforderung; denn auch diese muss nach dem 

Gesetzeswortlaut, wonach die Bezahlung der Steuerschuld als gefährdet 

erscheinen muss, lediglich glaubhaft gemacht werden (vgl. VGU A 13 11 

und 12 E.3a; A 09 60 und 61 E.2.2a).

b) Im Lichte der vorstehend zitierten Vorgaben ist die Frage zu prüfen, ob 

konkrete Sicherstellungsgründe vorliegen. Aufgrund der Gesamtumstän-

de hat die Beschwerdegegnerin das Vorliegen einer objektiven Gefähr-

dung, die zumindest glaubhaft erscheinen muss, zu Recht bejaht. Offen-

bar verfügte die Beschwerdeführerin während ihrer Steuerpflicht im Kan-

ton Graubünden, d.h. während den Steuerperioden 2005 bis 2007 über 

namhafte Vermögenswerte. Sie war bzw. ist unbestrittenermassen Ei-

gentümerin der Kunstgemälde "C._____" im Wert von rund Fr. 36.5 Mio. 

und "D._____" im Wert von schätzungsweise Fr. 16.5 Mio. Indem die Be-

schwerdeführerin und ihr Ehemann (gemeinsame Steuerpflicht, vgl. 

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Art. 11 StG) nun aber weder die entsprechenden Steuererklärungen für 

die Jahre 2005 bis 2007 einreichten noch die genannten Werte versteuer-

ten, sondern die ermessensweise vorgenommenen Veranlagungen der 

Kantons- und Gemeinde- steuern ohne irgendwelche Vermögenswerte 

einerseits veranlassten und andererseits akzeptierten, haben sie offen-

sichtlich Vermögenswerte vor der Beschwerdegegnerin verheimlicht. Dar-

an vermögen auch die Einwände der Beschwerdeführerin nichts zu än-

dern, wonach die Beschwerdegegnerin rechtlich unzulässige und völlig 

falsche Informationen seitens des Steueramtes des Kantons Zürich ver-

wendet habe. Die Informationspflichten und -rechte unter den jeweiligen 

betroffenen Steuerbehörden ergeben sich ausdrücklich und direkt aus 

Art. 122a StG und 39 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisie-

rung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG; 

SR 642.14), sodass diesbezüglich keine Rechtsverletzung vorliegen 

kann. Ob die Informationen an sich zutreffend waren, gilt es noch im Ein-

zelnen zu prüfen und zu würdigen. Im Zeitpunkt des Erlasses der Sicher-

stellungsverfügungen durfte die Beschwerdegegnerin jedoch aufgrund der 

ihr zugestellten Akten davon ausgehen, dass die Beschwerdeführerin und 

ihr Ehemann Eigentümer der Kunstgemälde "E._____" und "F._____" und 

die Beschwerdeführerin selbst zudem Eigentümerin der Werke "C._____" 

und "D._____" waren, weshalb der Beschwerdegegnerin keine Sorgfalts-

pflichtverletzung vorgeworfen werden kann. Dass diese Werte während 

den hier massgebenden Veranlagungsjahren 2005 bis 2007 auf Grund 

der laufenden Staatsanwaltschaft- und Gerichtsverfahren im Kanton Ap-

penzell i.R. und vor Bundesgericht nicht gegeben gewesen seien, trifft 

aus Sicht der Beschwerdeführerin und ihres Ehemanns nicht zu, zumal 

sie ja gerade die Echtheit aller vier Bilder in den genannten Verfahren be-

haupteten. Gesamthaft hat die Beschwerdegegnerin hinreichend glaub-

haft gemacht, dass die Beschwerdeführerin (und ihr Ehemann) jahrelang 

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und systematisch umfangreiche Vermögenswerte verheimlicht haben. 

Das Vorliegen eines Sicherungsgrundes ist damit zu bejahen.

c) Im Weiteren ist im Sinne einer Prima-facie-Würdigung zu prüfen, ob sich 

die Steuerfolge als möglich erweist und nicht übersetzt ist. Die gestützt 

auf die zugestellten Akten des Steueramts des Kantons Zürich durch die 

Beschwerdegegnerin vorgenommenen Berechnungen der mutmasslich 

ausstehenden Beträge für die Nach- und Strafsteuern (insgesamt ca. 

Fr. 4.5 Mio.) sowie Zinsen (Fr. 300'000.-- bis Fr. 400'000.--) für die Steu-

erperioden 2005 bis 2007 erwiesen sich als ausgewiesen und über-

schlagsmässig korrekt, sodass in jenem Zeitpunkt auch die Beträge der 

Sicherstellungsverfügungen gegenüber der Beschwerdeführerin und ge-

genüber ihrem Ehemann von je Fr. 3 Mio. angebracht waren. Nun hat 

sich aber kurz nach Erlass der Sicherstellungsverfügung herausgestellt, 

dass die beiden Bilder E._____ und F._____ nie im Eigentum der Be-

schwerdeführerin und ihres Ehemanns, sondern immer in jenem eines 

Dritten standen. Es handelt sich hierbei um Tatsachen, die im Zeitpunkt, 

da die angefochtene Sicherstellungsverfügung erging, zwar bereits be-

standen, jedoch noch nicht bekannt waren. Es ist den Parteien – entge-

gen der sinngemässen Ausführung der Beschwerdegegnerin – unbe-

nommen, vor dem Verwaltungsgericht solche Noven vorzubringen (vgl. 

die Novenrechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 105 Abs. 1 und 2 

des ausser Kraft gesetzten Bundesgesetzes über die Organisation der 

Bundesrechtspflege [aOG]: BGE 122 II 1 E.1b; Urteil des Bundesgerichts 

2A.234/2006 E.1.3; zu Art. 169 DBG: FREY, Sicherstellungsverfügung und 

Arrestbefehl, a.a.O., S. 164, mit weiteren Hinweisen; zu § 181 des Zür-

cher Steuergesetzes: RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Kommentar zum 

Zürcher Steuergesetz, 3. Aufl., Zürich 2013, § 181 Rz. 37; ferner 

Art. 158a Abs. 1 StG i.V.m. Art. 278 Abs. 3 des Bundesgesetzes über 

Schuldbetreibung und Konkurs [SchKG; SR 281.1]). Immerhin sind die 

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Vorbringen der Sicherstellungsbehörde derart beschränkt, als der Streit-

gegenstand nicht durch eine Erhöhung des sicherzustellenden Betrags 

vor dem Verwaltungsgericht verändert werden kann (vgl. RICH-

NER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., § 181 Rz. 37). 

d) Ursprünglich ging die Beschwerdegegnerin für ihre Berechnung von ei-

nem Gesamtwert der vier Kunstgemälde in der Höhe von Fr. 89 Mio. aus. 

Die beiden Bilder E._____ und F._____ im Wert von insgesamt Fr. 36 

Mio. dürfen nach dem Gesagten hierfür nicht mehr herangezogen wer-

den, womit die Steuerschuld überschlagsmässig ausgehend von einem 

Vermögen von rund Fr. 53 Mio. (Fr. 89 Mio. ./. Fr. 36 Mio.) zu berechnen 

ist. Die ursprüngliche Nach- und Strafsteuerschuld für die Steuerperioden 

2005 bis 2007 inklusive Zinsen von insgesamt rund Fr. 4.9 Mio. erweist 

sich somit als übersetzt und ist zu reduzieren. Nachdem es sich bei Si-

cherstellungsverfügungen – wie im Übrigen auch bei Arrestierungsanträ-

gen – um provisorische bzw. vorsorgliche Massnahmen handelt, hätte die 

Beschwerdegegnerin, nachdem sie von den erwähnten neuen Eigen-

tumsverhältnissen Kenntnis erhalten hat, die Sicherstellungsverfügung 

zwingend anpassen müssen. Die Beschwerdegegnerin ist jedenfalls nicht 

befugt, sowohl gegenüber der Beschwerdeführerin als auch gegenüber 

ihrem Ehemann nach wie vor je Fr. 3 Mio. sicherzustellen. Angesichts des 

zur Berechnung der Nach- und Strafsteuern für die Jahre 2005 bis 2007 

heranzuziehenden Vermögens und deren Progression wird eine Sicher-

stellung über gesamthaft Fr. 3 Mio. als ausreichend erachtet. Der Ein-

wand der Beschwerdeführerin, dass die Bilder nach den Fälschungsvor-

würfen nicht zu den angenommenen Werten verkauft werden könnten, 

vermag daran nichts zu ändern, denn das Gericht hat die Prüfung der 

Rechtmässigkeit der Steuerforderung auf eine Prima-facie-Würdigung zu 

beschränken. Die Beschwerdeführerin ist diesbezüglich auf das ordentli-

che Verfahren zu verweisen. Ebenso ist der Einwand, dass bereits Ver-

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mögenswerte anderweitig gepfändet worden seien, unbehelflich und nicht 

belegt. Zumal nach den neusten Erkenntnissen nur die Beschwerdeführe-

rin Eigentümerin der nicht versteuerten Vermögenswerte, namentlich der 

Kunstgemälde "C._____" und "D._____", ist ihr Ehemann vermögens-

mässig somit nicht daran beteiligt ist und ihm gegenüber in der Sicherstel-

lungsverfügung überdies keine Solidaritätserklärung nach Art. 13 Abs. 1 

StG verfügt wurde, scheint es unter Berücksichtigung der Gesam-

tumstände – insbesondere aufgrund des Umstands, dass eine Sicherstel-

lung über insgesamt Fr. 3 Mio. für ausreichend erachtet wird und unter 

Bezugnahme auf das VGU A 13 56 betreffend Sicherstellungsverfügung 

gegenüber dem Ehemann der Beschwerdeführerin, worin die Sicherstel-

lungsverfügung ihm gegenüber aufgehoben wird – im vorliegenden Fall 

deshalb gerechtfertigt, die angefochtene Sicherstellungsverfügung ge-

genüber der Beschwerdeführerin über Fr. 3 Mio. aufrecht zu erhalten. Die 

Nach- und Strafsteuern zuzüglich Zinsen für die Jahre 2005 bis 2007 sind 

prima-facie mit der aufrecht erhaltenen Sicherstellungsverfügung über 

Fr. 3 Mio. gegenüber der Beschwerdeführerin und damit der Eigentümerin 

der Vermögenswerte einerseits gerechtfertigt und andererseits ausrei-

chend.

3. a) Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtene Sicherstellungsver-

fügung der Beschwerdegegnerin vom 30. September 2013, worin ge-

genüber der Beschwerdeführerin Nach- und Strafsteuern für die Steuer-

perioden 2005 bis 2007 von gesamthaft Fr. 3 Mio. sichergestellt wurden, 

aufgrund der Umstände rechtmässig ergangen ist. Die Beschwerde er-

weist sich demnach als unbegründet und ist daher abzuweisen.

b) Nach Art. 73 Abs. 1 VRG sind die Gerichtskosten von der Beschwerde-

führerin zu tragen. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht gemäss 

Art. 78 Abs. 2 VRG keine Parteientschädigung zu.

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 302.--

zusammen Fr. 3'302.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung die-

ses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]