# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 87be67e5-1b97-5c01-93f8-26889ec48c84
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 18.03.2021 810 20 271
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-20-271_2021-03-18.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 
Verwaltungsrecht 
 
vom 18. März 2021 (810 20 271)  
____________________________________________________________________ 
 
 
 
Kindes- und Erwachsenenschutzrecht 
 
 
Unentgeltliche Rechtspflege / Verletzung der Begründungspflicht 
 
 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Markus 

Clausen, Hans Furer, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl, Gerichts-
schreiberin Stephanie Schlecht 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____, Vorinstanz 
 

  
  
Betreff Unentgeltliche Rechtspflege  

(Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 
13. Oktober 2020) 

 
 
 
 
A. A.____ und C.____ sind die Eltern von D.____ (geb. 2005) und E.____ (geb. 2017). 
D.____ trat am 1. Juli 2013 im Rahmen einer freiwilligen Platzierung ins Schulheim F.____ ein.  
 
B. Mit Entscheid vom 25. September 2013 errichtete die Kindes- und Erwachsenen-
schutzbehörde B.____ (KESB) eine Beistandschaft für D.____ und ernannte G.____, Berufs-

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beistandschaft B.____, als Beiständin. Mit Entscheid der KESB vom 22. Juli 2019 wurde neu 
H.____, Berufsbeistandschaft B.____, als Mandatsperson eingesetzt und G.____ per 31. Juli 
2019 aus ihrem Amt entlassen.  
 
C. Mit Entscheid vom 22. November 2019 setzte die KESB die zu verlegenden Kosten auf 
Fr. 11'681.-- fest. Gleichzeitig forderte sie die Kindseltern auf, ein Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege einzureichen. Ein solches reichten diese mit Eingabe vom 25. August 2020 ein.  
 
D. Am 29. Mai 2020 entzog die KESB den Kindseltern superprovisorisch das Aufenthalts-
bestimmungsrecht über D.____ und platzierte D.____ per sofort in das Durchgangsheim I.____. 
Mit Entscheid vom 24. September 2020 bestätigte die KESB ihren superprovisorischen Ent-
scheid und erweiterte die Aufgaben der Beiständin. 
 
E. Mit Entscheid vom 13. Oktober 2020 wies die KESB das Gesuch der Kindseltern um 
unentgeltliche Rechtspflege zufolge fehlender Mittellosigkeit ab, auferlegte ihnen die Kosten in 
der Höhe von Fr. 11'681.-- gemäss Entscheid vom 22. November 2019 und ordnete an, dass 
diese nach Rechtskraft des Entscheids in Rechnung gestellt würden.  
 
F. Dagegen erhebt A.____ mit Eingabe vom 9. November 2020 Beschwerde beim Kan-
tonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), und verlangt sinn-
gemäss die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Sie macht geltend, das von der KESB 
aufgestellte Sanierungsbudget sei unvollständig und stimme nicht mit ihren tatsächlichen Kos-
ten überein. Ferner rügt sie die ihr auferlegten Kosten in deren Höhe. 
 
G. In ihrer Vernehmlassung vom 30. November 2020 beantragt die KESB die Abweisung 
der Beschwerde und verweist zur Begründung auf die Erwägungen im angefochtenen Ent-
scheid.  
 
H. Mit Verfügung vom 11. Dezember 2020 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung 
überwiesen und angeordnet, dass über die gestellten Anträge im schriftlichen Verfahren ent-
schieden werde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 

1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. De-
zember 1907 in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide einer Kindes-
schutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des kanto-
nalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 
erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB die Abteilung Verfas-
sungs- und Verwaltungsrecht des Kantonsgerichts für zuständig. Das Verfahren richtet sich 
nach den Art. 450 ZGB bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen 
Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB; §§ 43 ff. des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). Nach Art. 450 

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Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die 
der betroffenen Person nahestehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Interesse an der 
Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdefüh-
rerin ist als direkte Verfahrensbeteiligte zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übri-
gen formellen Voraussetzungen gegeben sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 
 
2. Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvoll-
ständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt 
werden (Art. 450a Abs. 1 ZGB). Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorliegen-
den Beschwerde somit volle Kognition zu. 
 
3. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die KESB das Gesuch der Kindseltern 
um unentgeltliche Rechtspflege zu Recht abgewiesen und ihnen die Kosten in der Höhe von 
Fr. 11'681.-- auferlegt hat. 
 
4.1 Die KESB stellt im angefochtenen Entscheid folgende Berechnung des Existenzmini-
mums an: Auf der Einkommensseite ermittelt sie ein monatliches Einkommen der Kindsmutter 
von insgesamt Fr. 5'797.85, welches sich aus ihrem Lohn in der Höhe von Fr. 2'043.85 sowie 
einer Invalidenrente in der Höhe von Fr. 3'754.-- zusammensetze. Hinzu komme ein monatli-
ches Einkommen des Kindsvaters in der Höhe von Fr. 26.65. Diesem Einkommen von gesamt-
haft Fr. 5'824.50 stellt sie ein erweitertes Existenzminimum von Fr. 5'393.-- gegenüber. Sie führt 
hierzu aus, dass unter anderem die selbst getragenen Gesundheitskosten, die Kosten für die 
Drittbetreuung des Sohnes sowie insbesondere die Hypothekarzinsen der Liegenschaft berück-
sichtigt worden seien. Aus der Gegenüberstellung des Gesamteinkommens der Kindseltern und 
des erweiterten Existenzminimums resultiere ein monatlicher Überschuss von Fr. 431.--, wes-
halb ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen, ihnen der Rechnungsbetrag in der 
Höhe von Fr. 11'681.-- aufzuerlegen und nach Rechtskraft des Entscheids in Rechnung zu stel-
len sei.  
 
4.2 Im vorliegenden Fall ist festzustellen, dass die Begründung äusserst summarisch aus-
gefallen ist. Aus diesem Grund ist in einem ersten Schritt zu prüfen, ob die Vorinstanz damit der 
Verpflichtung, ihren Entscheid zu begründen, nachgekommen ist. 
 

4.3 Die Begründungspflicht der Behörden ist Bestandteil des in Art. 29 Abs. 2 der Bundes-
verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 verankerten An-
spruchs auf rechtliches Gehör. Sie ist auch ausdrücklich in § 9 Abs. 3 der Verfassung des Kan-
tons Basel-Landschaft (KV) vom 17. Mai 1984 festgeschrieben. Die Begründung eines Ent-
scheids entspricht den Anforderungen von Art. 29 Abs. 2 BV, wenn die Betroffenen dadurch in 
die Lage versetzt werden, die Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und sie in voller Kennt-
nis der Umstände an eine höhere Instanz weiterzuziehen. Die Begründungspflicht soll verhin-
dern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und der betroffenen Person 
ermöglichen, die Verfügung sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die 
betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheides ein 
Bild machen können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt wer-

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den, von denen sich die Behörde hat leiten lassen. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich 
ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinan-
dersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte 
beschränken (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2; BGE 129 I 232 E. 3.2; Urteil des Kantonsgerichts, Ab-
teilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 31. Oktober 2018 [810 17 223] 
E. 5.2; KGE VV vom 20. Dezember 2017 [810 17 93] E. 5.1; GEROLD STEINMANN, in: Ehrenzel-
ler et al. [Hrsg.], St. Galler Kommentar zur schweizerischen Bundesverfassung, 3. Auflage, Zü-
rich 2014, N 49 zu Art. 29 BV; BERNHARD WALDMANN, in: Waldmann/Belser/Epiney [Hrsg.], Bas-
ler Kommentar, Basel 2015, N 57 zu Art. 29 BV). 
 
4.4 Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt ungeachtet der Erfolgs-
aussichten der Beschwerde in der Sache selbst grundsätzlich zur Aufhebung des angefochte-
nen Entscheids (BGE 137 I 195 E. 2.2, mit weiteren Hinweisen; STEINMANN, a.a.O., N 59 zu 
Art. 29 BV). Darauf kann in nicht besonders schwerwiegenden Fällen verzichtet werden, wenn 
die betroffene Person sich vor einer Rechtsmittelinstanz äussern kann, die sowohl den Sach-
verhalt wie auch die Rechtslage frei überprüft; zudem dürfen dem Betroffenen daraus keine 
Nachteile erwachsen (BGE 138 III 225 E. 3.3; BGE 135 I 279 E. 2.6; BVGE 2009/61 E. 4.1.3). 
Diese sogenannte "Heilung" ist aber in der Regel ausgeschlossen, wenn es sich um eine be-
sonders schwerwiegende Verletzung der Parteirechte handelt. Selbst dann kann jedoch aus-
nahmsweise von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abgesehen werden, wenn 
und soweit dies zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen füh-
ren würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der 
Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2; BGE 133 I 201 E. 2.2; Urteil des 
Bundesgerichts 5A_2/2016 vom 28. April 2016 E. 2.2; KGE VV vom 5. April 2017 [810 16 249] 
E. 5.2; KGE VV vom 18. Juni 2014 [810 13 350] E. 4.1).  
 
4.5 Die Vorinstanz führt im angefochtenen Entscheid zwar die in der Grundbedarfsberech-
nung berücksichtigten Einkommenspositionen auf, versäumt es jedoch darzulegen, auf welche 
Grundbeträge und weiteren Zuschläge sie auf der Passivseite abgestellt hat. Sie beschränkt 
sich darauf, unter Hinweis auf drei ausgewählte und in unbekannter Höhe angerechnete Zu-
schläge (Gesundheitskosten, Kosten für Drittbetreuung des Sohnes, Hypothekarzinsen) ledig-
lich die Gesamthöhe des von ihr berechneten erweiterten Existenzminimums aufzuführen. Da-
mit zeigt die Vorinstanz die für die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege massgebliche 
gesamte wirtschaftliche Situation der Kindseltern nicht auf. Hinzukommt, dass sie keinen Ent-
scheid über einen allfälligen Gebührenverzicht oder eine Reduktion der Gebühren nach § 17a 
und § 18 der Verordnung über die Gebühren zum Zivilrecht (GebV) vom 8. Januar 1991 gefällt 
hat, obwohl sie den Kindseltern mit dem angefochtenen Entscheid vornehmlich einschlägige 
Kosten gemäss § 17 und 18 GebV auferlegt. Eine derart summarische Begründung vermag den 
Anforderungen an die Begründungspflicht als Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör 
im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV nicht zu genügen. Damit ist sie ihrer Begründungspflicht offen-
sichtlich nicht nachgekommen und hat den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Die Be-
schwerde ist somit begründet, der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Angelegenheit 
zur Neubeurteilung an die KESB zurückzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt 
es sich, näher auf die Rüge betreffend die Höhe der entstandenen Kosten einzugehen.  

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5. Vermerkt sei, dass der streitgegenständliche Entscheid auch aufgrund der darin festge-
legten Zahlungsanordnung (Fälligkeit des gesamten Rechnungsbetrags von Fr. 11'681.-- nach 
Rechtskraft des Entscheids bei einem monatlichen Überschuss von Fr. 431.--) nicht haltbar und 
die Beschwerde auch aus diesem Grund gutzuheissen gewesen wäre. Sollte die Vorinstanz im 
Rahmen der Neubeurteilung der Angelegenheit also zum Schluss gelangen, der Beschwerde-
führerin aufgrund ihrer finanziellen Verhältnisse die im Rahmen der kindesschutzrechtlichen 
Verfahren entstandenen Kosten oder einen Teil davon aufzuerlegen, so wird sie die Zahlungs-
modalitäten dem errechneten Überschuss anzupassen haben (vgl. E. 4.5 hiervor).  
 
6. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 
dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und 
die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Aus-
mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Dem Verfahrensausgang entsprechend werden die Verfah-
renskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- der unterliegenden Vorinstanz auferlegt. Eine Parteient-
schädigung fällt mangels Beizugs eines Anwalts oder einer Anwältin ausser Betracht (§ 21 
Abs. 1 VPO). 
 
 

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid der Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 13. Oktober 2020 aufgehoben 
und die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Kindes- und Erwach-
senenschutzbehörde B.____ zurückgewiesen. 

   
 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden der Kindes- 

und Erwachsenenschutzbehörde B.____ auferlegt. 
   
 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 
 
 
 
 
 
 
Präsidentin 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin