# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f1f71ec0-a6dc-5368-9644-f0667aa3d86e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-05
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 05.07.2021 SK 2020 435
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-435_2021-07-05.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 20 435

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 5. Juli 2021 

Besetzung Oberrichterin Falkner (Präsidentin i.V.), Oberrichter Gerber,
Obergerichtssuppleantin Gysi
Gerichtsschreiberin Susedka

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
vertreten durch Staatsanwältin E.________, Staatsanwaltschaft 
des Kantons Bern, Besondere Aufgaben, Amthaus, Hodlerstrasse 
7, 3011 Bern

und

C.________
amtlich vertreten durch Fürsprecherin D.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand Menschenhandel, Förderung der Prostitution, Vergewaltigung etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 20. Dezember 2019 (PEN 19 598)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland, Kollegialgericht in Fünferbesetzung 
(nachfolgend: Vorinstanz), fällte am 20. Dezember 2019 folgendes Urteil 
(pag. 11374 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Menschenhandels, begangen in der Zeit ab Sommer 2013 bis am 25.09.2013 in 
F.________, G.________, H.________ und evtl. anderswo, zum Nachteil von C.________ 
(Ziff. 1 AKS);

2. der Förderung der Prostitution, begangen in der Zeit vom 21.09.2013 bis 25.09.2013 in 
H.________ und evtl. anderswo, zum Nachteil von C.________ (Ziff. 2 AKS);

3. der Vergewaltigung, begangen am 20.09.2013 im Hotel an der I.________ in G.________, zum 
Nachteil von C.________ (Ziff. 3 AKS);

4. der sexuellen Nötigung, begangen am 20.09.2013 im Hotel an der I.________ in G.________, 
zum Nachteil von C.________ (Ziff. 4 AKS);

5. der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz, begangen vom 19.09.2013 bis am 
25.09.2013 (Ziff. 5 AKS);

und in Anwendung der 

Art. 182 Abs. 1, 3 und 4 StGB (Schuldspruch gemäss Ziff. 1 hiervor)
Art. 195 Abs. 3 aStGB (Schuldspruch gemäss Ziff. 2 hiervor)
Art. 190 Abs. 1 StGB (Schuldspruch gemäss Ziff. 3 hiervor)
Art. 189 Abs. 1 StGB (Schuldspruch gemäss Ziff. 4 hiervor)
Art. 116 Abs. 1 lit. b AuG (Schuldspruch gemäss Ziff. 5 hiervor)

Art. 34, 40, 42 Abs. 1, 44, 47, 49 Abs. 1, 51 StGB sowie Art. 14 IRSG
Art. 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 62 Monaten (5 Jahre und 2 Monate).

Die Auslieferungs-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 310 Tagen (14.02.2019 - 
20.12.2019) wird im Umfang von 310 Tagen auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

2. Zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 900.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

3. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 30‘723.00 und Aus-
lagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung und Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung 

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der Privatklägerschaft) von CHF 48‘820.60, insgesamt bestimmt auf CHF 79‘543.60 (ohne Kos-
ten für die amtliche Verteidigung und Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklä-
gerschaft auf CHF 41‘852.60).

Kosten der Untersuchung CHF 18’223.00
Kosten Auftritt Staatsanwaltschaft (Art. 21 VKD) CHF 1’000.00
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 11’500.00
Total CHF 30’723.00

Kosten für die amtliche Verteidigung (vgl. Tabelle) CHF 24’402.85
Kosten der uR der Privatklägerschaft (vgl. Tabelle) CHF 13’288.15
Kosten der Staatsanwaltschaft CHF 11’129.60
Total CHF 48’820.60

Total Verfahrenskosten CHF 79’543.60

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

II.

1. Die amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung von A.________ durch Fürsprecher 
B.________ wird wie folgt bestimmt:

Leistungen ab 02.04.2019
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 96.08 200.00 CHF 19’216.65
Reisezuschlag CHF 225.00

CHF 1’832.10
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 21’273.75 CHF 1’638.10

CHF 1’491.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 24’402.85

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecher B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 24‘402.85.

2. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
C.________ durch Fürsprecherin D.________ werden wie folgt bestimmt:

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Leistungen bis 31.12.2017
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 7.07 200.00 CHF 1’413.20
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 25.00
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 1’438.20 CHF 115.05

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 1’553.25

volles Honorar CHF 1’766.65
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 25.00
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 1’791.65 CHF 143.35

CHF 0.00
Total CHF 1’935.00

nachforderbarer Betrag CHF 381.75

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Leistungen ab 01.01.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 50.68 200.00 CHF 10’136.80
Reisezuschlag CHF 225.00

CHF 534.10
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 10’895.90 CHF 839.00

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 11’734.90

volles Honorar CHF 12’671.00
Reisezuschlag CHF 225.00

CHF 534.10
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 13’430.10 CHF 1’034.10

CHF 0.00
Total CHF 14’464.20

nachforderbarer Betrag CHF 2’729.30

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecherin D.________ für die unentgeltliche Rechtsvertretung 
von C.________ mit CHF 13‘288.15. 

Der Kanton Bern kann von A.________ die Erstattung der amtlichen Entschädigung für die un-
entgeltliche Rechtsvertretung von C.________ verlangen, wenn er sich in günstigen wirtschaftli-
chen Verhältnissen befindet (Art. 138 Abs. 2 i.V.m. Art. 426 Abs. 4 StPO). 

A.________ wird verpflichtet, C.________ zuhanden von Fürsprecherin D.________ als Diffe-
renz zwischen der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege und dem vollen 
Honorar CHF 3‘111.05 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO). Fürsprecherin D.________ hat in 
diesem Umfang gegenüber ihrer Klientschaft ein Nachforderungsrecht (Art. 42a KAG). 

III.

A.________ wird in Anwendung von Art. 49 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO weiter verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 30‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 21.09.2013 an die 
Straf- und Zivilklägerin C.________.

2. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine Kosten ausgeschieden.

IV.

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Weiter wird verfügt:

1. A.________ wird in Sicherheitshaft belassen. Die Verlängerung der Sicherheitshaft wird für vor-
erst 6 Monate, d.h. bis zum 20.06.2020 bewilligt (Art. 231 i.V.m. Art. 227 StPO).

Begründung: vgl. separates Dokument

2. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. J.________) wird nach Ab-
lauf der gesetzlichen Frist dem zuständigen Bundesamt erteilt (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

3. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten wird 
nach Ablauf der gesetzlichen Frist der auftraggebenden Behörde erteilt (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 
Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

4. [Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend: Beschuldigter), verteidigt 
durch Rechtsanwalt B.________, am 20. Dezember 2019 (pag. 11389) form- und 
fristgerecht die Berufung an. Nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung 
mit Verfügung vom 29. September 2020 (pag. 11503 f.) erklärte der Beschuldigte 
mit Eingabe vom 20. Oktober 2020 (pag. 11518 ff.) form- und fristgerecht die Beru-
fung. Er focht das Urteil der Vorinstanz vom 20. Dezember 2019 vollumfänglich an. 
Die Generalstaatsanwaltschaft (pag. 11529 f.) und C.________ (nachfolgend: Pri-
vatklägerin), vertreten durch Fürsprecherin D.________ (pag. 11532 f.), erklärten 
weder Anschlussberufung noch beantragten sie ein Nichteintreten auf die Berufung 
des Beschuldigten. 

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 1. Juli 2021 statt 
(pag. 11586 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit Berufungserklärung vom 20. Oktober 2020 beantragte der Beschuldigte – wie 
bereits im erstinstanzlichen Verfahren (vgl. pag. 11355) – es seien K.________, 
L.________ und M.________ als Zeugen, evtl. als Auskunftspersonen zu befragen 
(pag. 11520). Mit Verfügung vom 21. Oktober 2020 wurde der General-
staatsanwaltschaft und der Privatklägerin Gelegenheit geboten, innert Frist zu den 
Beweisanträgen des Beschuldigten Stellung zu nehmen (pag. 11525 f.). Die Gene-
ralstaatsanwaltschaft teilte mit Schreiben vom 28. Oktober 2020 (pag. 11529 f.) mit, 
dass Staatsanwältin E.________, Staatsanwaltschaft für Besondere Aufgaben, im 
Verfahren vor der 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern die staats-
anwaltschaftlichen Aufgaben wahrnehmen werde. Staatsanwältin E.________ be-
antragte und begründete mit Eingabe vom 10. November 2020 (pag. 11537 ff.) 
sinngemäss – unter Hinweis auf ihre abweisende Verfügung vom 8. Juli 2019, die 
abweisende Verfügung des Gerichtspräsidenten vom 14. November 2019 und an-
lässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 18. Dezember 2019 – die 
Abweisung der Beweisanträge. Mit Eingabe vom 3. November 2020 (pag. 11532 f.) 
stellte und begründete die Privatklägerin ebenfalls den Antrag, die Beweisanträge 
des Beschuldigten auf Befragung diverser Personen seien abzuweisen. Zudem 

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reichte sie ein mit «Situation der Frauen in F.________, Teil II: Prostitution und 
Menschenhandel» betiteltes Dokument zu den Akten (pag. 11534 f.). 

Die mit Berufungserklärung vom 20. Oktober 2020 gestellten Beweisanträge, es 
seien K.________, L.________ und M.________ zu befragen, wurden mit Be-
schluss vom 13. November 2020 abgewiesen. Auf die entsprechende Begründung 
wird verwiesen (pag. 11541 ff.). Zudem erkundigte sich die Vorsitzende im Vorfeld 
der Berufungsverhandlung beim zuständigen Polizisten nach dem Verbleib des 
selbst verfassten Schreibens der Privatklägerin, welches gemäss Vermerk im poli-
zeilichen Protokoll vom 26. September 2013 diesem beiliegen sollte (vgl. Aktenno-
tiz der Vorsitzenden vom 3. Juni 2021 [pag. 11575]). Des Weiteren wurde im Hin-
blick auf die oberinstanzliche Verhandlung von Amtes wegen ein aktueller 
Führungsbericht bei der Justizvollzugsanstalt (JVA) N.________ über den Be-
schuldigten (datierend vom 17. Juni 2021; pag. 11576 ff.) eingeholt. 

Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte der Beschuldigte, wie bereits mit Beru-
fungserklärung vom 20. Oktober 2020, erneut die Beweisanträge auf Befragung di-
verser Zeugen bzw. Auskunftspersonen, welche unter Hinweis auf den Beschluss 
vom 13. November 2020 wiederum abgewiesen wurden (pag. 11541 ff.; 
pag. 11607). 

Schliesslich wurden die Privatklägerin sowie der Beschuldigte zur Person und zur 
Sache ergänzend einvernommen (pag. 11590.; pag. 11603 ff.).

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung vom 1. Juli 2021 namens des Beschuldigten folgende Anträge 
(pag. 11519 f.; pag. 11615 f.; Hervorhebungen im Original):

A.________ sei freizusprechen von den Anschuldigungen:

1. des Menschenhandels, angeblich begangen in der Zeit ab Sommer 2013 bis am 25.09.2013 in 
F.________, G.________, H.________ und evtl. anderswo, zum Nachteil von C.________ 
(I. Ziff. 1 des Urteils);

2. der Förderung der Prostitution, angeblich begangen in der Zeit vom 21.09.2013 bis 25.09.2013 
in H.________ und evtl. anderswo, zum Nachteil von C.________ (I. Ziff. 2 des Urteils);

3. der Vergewaltigung, angeblich begangen am 20.09.2013 im Hotel an der I.________ in 
G.________, zum Nachteil von C.________ (I. Ziff. 3 des Urteils);

4. der sexuellen Nötigung, angeblich begangen am 20.09.2013, im Hotel an der I.________ in 
G.________, zum Nachteil von C.________ (I. Ziff. 4 des Urteils);

5. der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz, angeblich begangen vom 19.09.2013 bis am 
25.09.2013 (I. Ziff. 5 des Urteils);

unter Auferlegung der erst- sowie der oberinstanzlichen Verfahrenskosten an den Kanton Bern sowie 
unter Ausrichtung einer Parteientschädigung in der Höhe der gesamten Verteidigungskosten gemäss 
eingereichter Honorarnote und unter Ausrichtung einer Haftentschädigung an A.________ in richter-
lich zu bestimmender Höhe bzw. für die ausgestandene Auslieferungs-, Untersuchungs- und Sicher-
heitshaft sowie einer Genugtuung in richterlich zu bestimmender Höhe.

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Die Zivilklage sei abzuweisen und A.________ sei unverzüglich aus dem Strafvollzug zu entlassen. 

Staatsanwältin E.________ stellte und begründete für die Generalstaatsanwalt-
schaft anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung folgende Anträge 
(pag. 11624; pag. 11638 f.; Hervorhebungen im Original):

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. des Menschenhandels, begangen ab Sommer 2013 bis ca. am 25.9.2013 in F.________, 
G.________, H.________ und evtl. anderswo z.N. von C.________;

2. der Förderung der Prostitution, begangen vom 21. bis 25.9.2013 in H.________ und evtl. an-
derswo z.N. von C.________;

3. der sexuellen Nötigung, begangen am 20.9.2013 in H.________ zum Nachteil von 
C.________;

4. der Vergewaltigung, begangen am 20.9.2013 in H.________ zum Nachteil von C.________;

5. der Widerhandlung gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz begangen vom 19. bis am 
25.9.2013

und er sei in Anwendung von Art. 182 Abs. 1, 195 Bst. c, 189, und 190 StGB,
Art. 116 Abs. 1 Bst. b AIG
Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 62 Monaten, unter Anrechnung der bisher ausgestandenen Auslie-
ferungs-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft;

2. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine Gebühr von 
CHF 1'000.00 gemäss Art. 21 VKD).

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Das Gericht habe über die Aufbewahrung bzw. Löschung des erhobenen DNA-Profils sowie der 
erhobenen erkennungsdienstlichen Daten (Dakty, Foto, Signalement) zu verfügen.

2. Der verurteilte A.________ sei in Sicherheitshaft zu belassen (Art. 231 Abs. 1 Bst. a StPO).

3. Die Honorare der amtlichen Verteidiger sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

4. Das Urteil sei dem Bundesamt für Polizei mitzuteilen (Art. 1 Ziff. 3 Mitteilungsverordnung). 

Fürsprecherin D.________ stellte und begründete namens der Privatklägerin fol-
gende Anträge (pag. 11628):

1. Der Beschuldigte A.________ sei zu verurteilen wegen

a. Menschenhandels
b. Förderung der Prostitution
c. Vergewaltigung
d. sexueller Nötigung

jeweils zum Nachteil von C.________. 

2. Er sei gestützt auf diese Schuldsprüche zu einer gerichtlich zu bestimmender Sanktion zu verur-
teilen.

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3. Der Beschuldigte sei zu verurteilen, der Privatklägerin eine Genugtuung von CHF 30'000.00 zu-
züglich Zins von 5 % seit dem 21. September 2013 zu bezahlen. 

4. Der Beschuldigte sei zu verurteilen, der Privatklägerin sämtliche Parteikosten zu ersetzen und 
die Verfahrenskosten zu tragen. 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Aufgrund der vollumfänglichen Berufung des Beschuldigten ist das gesamte Urteil 
zu überprüfen. Die Kammer verfügt dabei als Berufungsgericht über umfassende 
Kognition (Art. 398 Abs. 2 und 3 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). Aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten darf das Urteil 
nicht zu seinem Nachteil abgeändert werden; es ist das Verschlechterungsverbot 
zu beachten (Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorwürfe gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten werden gemäss Anklageschrift vom 10. Juli 2019 folgende 
strafbare Handlungen zur Last gelegt (pag. 946 ff.; Hervorhebungen im Original):

1. Menschenhandel (Art. 182 Abs. 1 StGB)

C.________ ist in sehr armen Verhältnissen zusammen mit einem älteren Bruder und zwei älteren 
Schwestern bei ihren Eltern in O.________ (F.________) aufgewachsen. Ihre Mutter litt mehrere Jah-
re an Krebs und starb schliesslich im Jahr 2011. Ihr Vater war gewalttätig und hatte ein Alkoholpro-
blem. Nach dem Tod ihrer Mutter lebte C.________ alleine bei ihrem Vater. Die Geschwister waren 
damals bereits aus dem Elternhaus ausgezogen. Von ihnen erhielt sie kaum Hilfe. C.________ be-
suchte die Schule bis in die 8. Klasse. Eine Berufsausbildung konnte sie aus finanziellen Gründen 
nicht absolvieren. 

C.________ lernte A.________ ca. im Sommer 2013 via Bekannte kennen. Sie war damals 17Jahre 
alt, A.________ 35-jährig. C.________ erzählte A.________ von ihrem Leben, insbesondere von den 
Schwierigkeiten mit ihrem gewalttätigen und alkoholabhängigen Vater. Sie erzählte ihm auch, dass 
sie von zu Hause weg wollte. C.________ vertraute A.________. Er sagte ihr, dass er sie hübsch fin-
de und sich in sie verliebt habe. Er bot ihr Geld an und passte auf sie auf. 

Eines Tages fragte A.________ C.________, ob sie Interesse habe, in der Schweiz als Prostituierte 
zu arbeiten. Dies fand sie abstossend, weshalb sie zunächst ablehnte. Irgendeinmal entscheid sie 
sich jedoch dafür, weil sie dachte, sie könne auf diese Weise viel Geld verdienen, um ihrer Familie zu 
helfen. Zwischen den beiden kam es bereits in F.________ zu Geschlechtsverkehr. Dadurch sollte 
C.________ lernen, wie sich eine Prostituierte verhalten muss. 

A.________ organisierte und finanzierte C.________ einen ca. dreiwöchigen Aufenthalt im Hotel 
P.________ in P.________ (F.________). Dort warteten sie, bis C.________ am 16.9.2013 18-jährig 
wurde und selbstständig aus F.________ ausreisen konnte. Sie selber sah den Hotelaufenthalt als 
Lösung an, weil sie Probleme mit dem Alkoholkonsum ihres Vaters hatte. A.________ hielt sich 
während dieser Zeit zwar nicht immer bei ihr auf. Er kontrollierte sie aber ständig, etwa ihr Handy, ihre 
Nachrichten oder Anrufe. Sie durfte zwar das Hotel unbeaufsichtigt verlassen, war allerdings verpflich-
tet, A.________ stets über ihre Schritte zu informieren. Ebenfalls kontrollierte er sie via den älteren 

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Herrn an der Rezeption. Während des Hotelaufenthalts wurde A.________ kurz vor der Abreise im 
Rahmen einer Auseinandersetzung gegen C.________ tätlich. Er zerbrach dabei ihr Handy und trak-
tierte sie mit Fusstritten und Ohrfeigen. Dabei sagte er auch, dass er in sie investiert habe und ihm 
das Geld für den Hotelaufenthalt zurückzahlen müsse. Bei dieser Gelegenheit teilte er ihr mit, dass 
sie von ihren Einnahmen immer 50% abgeben müsse (eventualiter: Mitteilung der 50%-Aufteilung erst 
in der Schweiz). 

Am 16.9.2013, an C.________ achtzehntem Geburtstag, gingen die beiden mit ein paar Kollegen in 
die Stadt, wo er ihr Kleider kaufte. Er besorgte auch die Versicherung sowie das Busticket für sie. Am 
Vortrag der Abreise (17.9.2013) wollte C.________ eigentlich nicht mehr in die Schweiz kommen. Sie 
hatte Angst. Sie dachte jedoch, nicht weg zu können, weil er sie sowieso finden würde. An diesem 
Tag sagte er ihr auch, dass sie in die Schweiz kommen müsse, weil er lange auf ihren Geburtstag 
gewartet habe, damit sie ausreisen könne. 

Am 18.9.2013 fuhren A.________ und C.________ mit dem Bus in die Schweiz. Er gab ihr die Anwei-
sung, auf der Fahrt nicht viel mit ihm zu sprechen. Zudem trug er ihr auf, bei einer allfälligen Kontrolle 
zu sagen, sie wolle in Q.________ ihre Schwester besuchen. Nachdem sie ein bisschen mit einem 
anderen Mädchen aus dem Reisecar geredet hatte, machte er ihr Vorwürfe, weil sie seine Anweisung 
missachtet hatte, nicht mit anderen zu reden. In Q.________, Busbahnhof R.________, erwartete 
K.________ die beiden. C.________ kannte sich in der Schweiz nicht aus. Gemeinsam fuhren sie mit 
Bus und Bahn nach G.________. 

In G.________ bezogen A.________ und C.________ ein Zimmer in einem Hotel an der I.________, 
das K.________ bereits im Voraus reserviert hatte. Dort wohnten A.________ und C.________ von 
Donnerstag, 19.9.2013 bis Samstag, 21.9.2013. Während des Aufenthalts im Hotel an der I.________ 
in G.________ erzählte A.________ C.________ von anderen Frauen, mit denen er in S.________ 
das Gleiche gemacht habe. Er zeigte ihr Fotos von den Frauen und erzählte ihr, diese Frauen hätten 
ihm ebenfalls 50% abgeben müssen. Weiter drohte er damit, sie in F.________ an andere Leute zu 
verkaufen, sollte sie hier als Prostituierte nicht akzeptiert werden und keine Arbeitsbewilligung erhal-
ten. A.________ und K.________ erklärten ihr, dass sie eine Schuld von CHF 2'100.00 plus die Kos-
ten für erotische Kleider und Schuhe von ca. CHF 100.00-200.00 (eventualiter ca. Euro 3’000.00) ab-
arbeiten müsse. Am Freitag, 20.9.2013 fand ein Vorstellungsgespräch im T.________ H.________ 
statt. C.________ hatte bis im letzten Moment gehofft, dass A.________ ihr eine andere Arbeit als die 
Prostitution verschaffen würde. Er sagte ihr, dass sie ihm das Geld zurückgeben müsse. Sie hatte 
keine andere Wahl, denn sie hatte Angst vor ihm. Er drohte ihr damit, ihr Elternhaus abzubrennen und 
ihrem Bruder etwas anzutun, wenn sie dies nicht machen würde. A.________ begleitete C.________ 
sodann zum Vorstellungsgespräch, wartete aber irgendwo draussen. Im T.________ H.________ 
sollte niemand wissen, dass sie K.________ kannte.

A.________ beabsichtigte, C.________ in der Prostitution auszubeuten. Zunächst hätte sie Schulden 
von mind. CHF 2'100.00 - ca. Euro 3’000.00 abarbeiten müssen. Begründet wurde diese Forderung 
namentlich mit den Kosten für den Hotelaufenthalt in P.________ (F.________) (ca. Euro 210.00), für 
das Busticket in die Schweiz (U.________ 446.00, umgerechnet ca. CHF 123.00) sowie für die in der 
Schweiz gekauften erotischen Kleider und Schuhe (ca. CHF 100.00-200.00). Nach Abzahlung dieser 
Schulden hätte sie 50% ihrer Einnahmen an K.________ abgeben müssen, welche die Einnahmen an 
A.________ weitergeleitet hätte. Beabsichtigt war, dass K.________ C.________ bei der Prostituti-
onstätigkeit beaufsichtigte und sich um das Inkasso und die Weiterleitung des Schuldbetrags bzw. 
später von 50% der Einnahmen von C.________ an A.________ kümmert.

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2. Förderung der Prostitution (Art. 195 Bst. c StGB)

gemeinsam begangen mit K.________, indem sie C.________ dazu veranlassten, ab dem 21.9.2013 
im T.________ H.________ als Prostituierte zu arbeiten. Dabei machten sie sich einerseits die unter 
Ziff. 1 erwähnten Drohungen zu Nutze, andererseits C.________ Abhängigkeit, ihre Naivität und fi-
nanzielle Bedürftigkeit. C.________ konnte zudem kein Deutsch. Die beiden verpflichteten 
C.________, Schulden in der Höhe von ca. CHF 2'100.00 plus die Kosten für erotische Kleider von 
ca. CHF 200.00 (eventualiter: ca. Euro 3’000.00) abzuarbeiten. Nach Abzahlung des geforderten Be-
trags hätte C.________ jeweils 50% ihrer Einkünfte aus der Prostitutionstätigkeit im T.________ 
H.________ an A.________ und K.________ abgeben müssen.

Im T.________ H.________ erhielt C.________ das Zimmer vis-à-vis von K.________. K.________ 
war stets informiert darüber, mit wem C.________ ins Zimmer gehen würde. K.________ waren die 
Dienstleistungen, die C.________ erbrachte sowie die entsprechenden Preise bekannt. K.________ 
tätigte auch einen Kontrollanruf, als C.________ die mit dem Kunden vereinbarte Zeit überzogen hat-
te. Weiter achtete K.________ darauf, dass C.________ nicht zu viel mit den anderen Prostituierten 
diskutierte. A.________ verlangte, dass C.________ ihm ihre Verdienste per SMS mitteilt. Für die an-
gebotenen Dienste gab es eine Preisliste.

3. Vergewaltigung (Art. 190 StGB), evtl. Ausnützung der Notlage (Art. 193 StGB)

begangen während des Aufenthalts im Hotel an der I.________ in G.________, am Freitagabend, 
20.9.2013 (eventualiter: Donnerstag, 19.9.2013), indem A.________ von C.________ verlangte, dass 
sie mit ihm schlafe und ihn oral befriedige. Dies, damit sie lerne, wie sich eine Prostituierte verhalten 
muss. C.________ sagte ihm, dass sie das nicht wolle und tat so, als würde sie schlafen. Darauf in-
sistierte er und sagte, sie solle machen, was er sage. Er spielte einen Pornofilm ab und forderte sie 
auf, das gezeigte Geschehen nachzumachen. Darauf vollzog er mit ihr in verschiedenen Stellungen-
den Geschlechtsverkehr. Sie gehorchte ihm wegen seiner autoritären Art, die sie beinahe lähmte. Da-
neben waren ihr die früher ausgesprochenen Drohungen (vgl. vorne Ziff. 1) während dem Ge-
schlechtsverkehr präsent. Zudem wusste sie nicht, wohin sie hätte gehen können, wenn sie sich ge-
wehrt hätte; sie war von ihm abhängig.

4. Sexuelle Nötigung (Art. 189 StGB)

begangen während des Aufenthalts im Hotel an der I.________ in G.________, am Freitag, 
20.9.2013 (eventualiter: Donnerstag, 19.9.2013), indem A.________ von C.________ verlangte, dass 
sie ihn oral befriedige. Dies, damit sie lerne, wie sich eine Prostituierte verhalten muss. Sie sass auf 
dem Bett, er stand und packte sie am Kopf und hielt sie dort fest, währendem er seinen Penis in ihren 
Mund hielt, ihren Kopf bewegte und sich so befriedigte. Dabei konnte sie nicht selbstständig agieren; 
er hatte sie unter Kontrolle. Sie bekam plötzlich das Gefühl, keine Luft mehr zu kriegen und ersticken 
zu müssen. Zudem spürte sie einen Brechreiz und musste würgen. Als sie ihn wegstiess, ejakulierte 
er über ihr Gesicht und ihren Oberkörper.

5. Widerhandlungen gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz (Art. 116 Abs. 1 Bst. b 
AIG)

gemeinsam begangen mit K.________ vom 19.9.2013 bis ca. 25.9.2013, indem sie C.________ eine 
Erwerbstätigkeit als Prostituierte in T.________ H.________ vermittelten, ohne dass sie hierfür eine 
Bewilligung hatte.

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7. Unbestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist, dass sich die Parteien im Sommer 2013 kennenlernten und zwar 
über eine oder mehrere Freunde, resp. einen Freundeskreis. Ebenfalls von beiden 
Parteien bestätigt ist, dass die Privatklägerin aus schweren persönlichen und wirt-
schaftlichen Verhältnissen stammt. Ihre Mutter sei gestorben und der Vater ein 
schwerer Alkoholiker, der sie regelmässig geschlagen habe. Aus diesem Grund 
habe die Privatklägerin vor der Abreise in die Schweiz am 18. September 2013 
mindestens drei Wochen in einem Hotel in P.________ gelebt. Ebenfalls klar ist, 
dass die Privatklägerin zwei Tage zuvor, nämlich am 16. September 2013 ihren 
18. Geburtstag und damit die Ausreisemöglichkeit ohne Erlaubnis der Eltern er-
reicht hatte. Der Beschuldigte war zu der Zeit bereits 35 Jahre alt. Unbestritten ist 
somit auch, dass die Privatklägerin und der Beschuldigte am 18. September 2013 
mit einem Reisecar aus F.________ abreisten und am Folgetag am 19. September 
2013 beim Busbahnhof R.________ in Q.________ ankamen, wo die Ehefrau des 
Beschuldigten, K.________ auf sie wartete. Diese war schon länger in der Schweiz 
und prostituierte sich selber im Hotel T.________ in H.________. Schliesslich ist 
auch unbestritten, dass die Privatklägerin und der Beschuldigte im gleichen Zimmer 
des Hotels an der I.________ in G.________ übernachteten und die Privatklägerin 
nach ihrem dortigen Hotelaufenthalt anfing, sich im T.________ H.________ zu 
prostituieren. 

8. Bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet die ihm vorgeworfenen Anklagepunkte vollumfänglich 
und macht geltend, dass er nichts mit der Prostitutionstätigkeit der Privatklägerin zu 
tun gehabt habe, er sie weder kontrolliert noch vermittelt habe oder die Art und 
Weise, wie sie diesem Beruf nachgehen solle, bestimmt habe. Die Privatklägerin, 
welche sich bereits in F.________ prostituiert habe, habe ihn gebeten, mit der Ab-
reise in die Schweiz zu warten, damit sie ihn begleiten könne. Sie habe auch das 
Hotel in P.________ selbst bezahlt, nicht er habe ihren Aufenthalt finanziert. Er ha-
be sie auch nicht überredet in die Schweiz mitzukommen, um hier der Prostitution 
nachzugehen. Vielmehr habe er ihr gesagt, dass sie in der Schweiz viel mehr ver-
dienen könne, wenn sie sich schon prostituiere. Bestritten ist auch, dass die Privat-
klägerin in der Schweiz, mit Ausnahme eines kleinen Betrages, Schulden beim Be-
schuldigten hätte abbauen und ihm danach weiterhin 50 % ihrer Einnahme hätte 
übergeben müssen. 

Schliesslich bestritt der Beschuldigte auch mit Nachdruck, überhaupt irgendwel-
chen sexuellen Kontakt mit der Privatklägerin gehabt, geschweige denn die ihm 
konkret zur Last gelegten sexuellen Übergriffe begangen zu haben.

9. Objektive Beweismittel

9.1 Vorbemerkungen

Die objektiven Beweismittel wurden von der Vorinstanz ausführlich wiedergegeben, 
so insbesondere die aufgezeichneten Telefongespräche zwischen K.________ und 
dem Beschuldigten, nachdem dieser am 27. September 2013 die Schweiz wieder 

12

verlassen hatte. Darauf wird in erster Linie verwiesen (pag. 11409; S. 16 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

9.2 Polizeilicher Ermittlungsbericht vom 3. Dezember 2019

Im polizeilichen Ermittlungsbericht vom 3. Dezember 2013 (pag. 114 ff.) wird auf 
die Anzeige der Privatklägerin gegen einen unbekannten Freier wegen Diebstahls 
ihres Portemonnaies verwiesen und damit auf die edierten Akten PEN 17 1002. 
Daraus ist ersichtlich, dass die Privatklägerin am 23. September 2013 um 16:00 
Uhr in Begleitung von V.________, Geschäftsführer des Hotels T.________, auf 
dem Polizeiposten vorsprach, um einen Diebstahl vom 22. September 2013 mor-
gens (zwischen 03:35 und 03:55 Uhr) zu melden. V.________ habe geltend ge-
macht, im Portemonnaie seien CHF 1'250.00, die F.________ Identitätskarte (ID) 
der Privatklägerin und die Arbeitsbewilligung derselben gewesen. Die Privatkläge-
rin konnte erst am 25. September 2013 mit einer Übersetzerin befragt werden und 
machte gemäss Anzeigerapport geltend, im Portemonnaie habe es einen Betrag 
von CHF 500.00 gehabt. Am 23. September 2013 konnte das Portemonnaie mit ei-
nem Anmeldeformular des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements 
(EJPD), lautend auf die Privatklägerin, gefunden werden. Die F.________ ID sei 
am 2. Oktober 2010 in W.________ in einem Couvert mit der Anschrift «Hotel 
T.________» aufgegeben worden. V.________ habe die ID am 7. Oktober 2013 
auf die Polizeiwache gebracht. Das EJPD-Anmeldeformular liegt weder der Dieb-
stahlsanzeige bei, noch ist es in den hier vorliegenden Akten zu finden. Gemäss 
Ermittlungsbericht vom 3. Dezember 2013 wurden denn auch noch drei weitere 
F.________ Frauen als weitere Opfer bezeichnet, unter anderem auch 
X.________, welche die Privatklägerin unter dem Namen Y.________ kannte. Im 
Ermittlungsbericht wurde weiter festgehalten, dass eine Befragung aus ermittlungs-
taktischen Gründen bisher nicht erfolgt sei. Allerdings wurde X.________ auch 
später nie, obwohl ihre gesamten Personalien bekannt waren und sie bekannter-
massen eine B-Bewilligung bis am 21. Juli 2014 hatte, nie einvernommen. Die bei-
den anderen Frauen wurden angeblich befragt, die Protokolle liegen den Akten al-
lerdings nicht bei.

9.3 Anzeigerapport des Dezernats Besondere Ermittlungen vom 18. Januar 2016

Aus dem Anzeigerapport des Dezernats Besondere Ermittlungen vom 18. Januar 
2016 (pag. 119 ff.) ist ersichtlich, dass die Polizei mit Observation, Echtzeit-
Telefonüberwachung und einem Arbeitsbesuch in F.________ die Ermittlungen 
voranzutreiben versuchte, ohne jedoch die weiteren involvierten Personen zu be-
fragen. Befragt wurden einzig die Bewohner (Z.________, AA.________) und der 
Rezeptionist (AB.________) des Hotels an der I.________ in G.________, wo sich 
der Beschuldigte mit der Privatklägerin zu Anfang aufgehalten hatte (pag. 132 f.). 
Die Angaben des Rezeptionisten AB.________ (festgehalten in einer informellen 
Gesprächsnotiz [pag. 187 f.]) ergaben jedoch ausser dem unbestrittenen Aufenthalt 
der beiden nur die Erkenntnis, dass die Ehefrau des Beschuldigten das Hotel eini-
ge Tage im Voraus reserviert und bezahlt hatte und dies bereits zum zweiten Mal 
(das erste Mal war im Juli 2013). Zudem erklärte er, dass die Ehefrau nicht im Ho-
tel übernachtet habe. Des Weiteren liegt dem Bericht über den Arbeitsbesuch in 
F.________ ein Fotodossier bei, welches die Wohnsituation (Elternhaus) der Pri-

13

vatklägerin zeigt (pag. 178 ff.). Eine Observation konnte aufgrund der Ausreise des 
Beschuldigten am 27. September 2013 nicht mehr durchgeführt werden. 

9.4 Telefonauswertung des Nokia GSM (AC.________)

Aus der Telefonauswertung des Nokia GSM mit der Rufnummer AC.________ 
(pag. 153 ff.) ist, wie die Vorinstanz zurecht festhält, zwar ersichtlich, dass die Pri-
vatklägerin nur gerade sechs Kontakte gespeichert hatte (pag. 11410; S. 17 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung), indessen hatte sie auch mit weiteren unbe-
kannten und darunter auch schweizerischen Rufnummern Kontakt. Um wen es sich 
dabei handelte, wurde nicht ermittelt. Die Feststellung der Vorinstanz, das Natel sei 
erst am 21. September 2013 in Betreib genommen worden, trifft so nicht zu; viel-
mehr ist ersichtlich, dass das Mobiltelefon bereits im April 2012 in Betrieb war und 
am 15. September 2013 mit einer F.________ SIM-Karte von Vodafone wieder neu 
in Betrieb genommen wurde. Am 19. September 2013 um 07:52:34 Uhr loggte es 
sich denn auch mit der F.________ Nummer im schweizerischen Netz zum ersten 
Mal ein (pag. 160; pag. 163). Am 20. September 2013 wurde die F.________ SIM-
Karte mit einer Schweizer Karte ausgetauscht, denn an diesem Abend um 22:19 
Uhr erfolgte damit der erste Anruf auf die Telefonnummer des Beschuldigten 
(pag. 157; pag. 163). In derselben Nacht, jedoch am 21. September 2013 ab 01:08 
Uhr, wurden zwei Nummern in F.________ aber auch der Beschuldigte, dessen 
Ehefrau und eine AD.________ mehrmals angerufen, resp. SMS-Mitteilungen ge-
sendet. Schliesslich schrieb die Ehefrau des Beschuldigten der Privatklägerin am 
21. September 2013 um 06:30:29 Uhr «ich mache mich bereit» und die Privatklä-
gerin antwortet kurz darauf, sie solle ihr bitte die Ohrringe ins Zimmer 6 bringen 
und später um 07:44:42 Uhr, sie solle ihr Portemonnaie mitnehmen und gut darauf 
achten (SMS Nr. 100, 102 und 103 [pag. 164]). Dieselben SMS zwischen der Ehe-
frau des Beschuldigten und der Privatklägerin findet man wiederum auch am 
21. September 2013 ab 19:14:32 Uhr (SMS Nr. 129-131 [pag. 164]). Später am 
Abend fragte K.________ die Privatklägerin, ob sie wach sei und ob sie zu ihr 
kommen könne (SMS Nr. 139-142 [pag. 164]). Am 24. September 2013 um 
11:01:37 Uhr (SMS Nr. 178 [pag. 165]) schrieb die Privatklägerin der Ehefrau des 
Beschuldigten zum ersten Mal über ihre Finanzen und zwar wortwörtlich: «Was 
machst du, wie fühlst du dich, ich habe bis jetzt nur gerade das Haus bezahlt». 
Ebenfalls am 24. September 2013 um 13:50:55 Uhr erfolgte dann das SMS 
(Nr. 182) an den Beschuldigten: «ich habe nur Geld für das Haus gemacht, es sind 
überhaupt keine Klienten mehr, wir reden morgen». Die offizielle Übersetzung lau-
tet: «Ich habe nur Geld für die Miete verdient, es sind kaum Klienten». Dieselben 
SMS an die Ehefrau und an den Beschuldigten finden sich dann am 25. September 
2013 um 00:00:12 Uhr und 01:55:39 Uhr wieder (Nr. 191 und 194 [pag. 166]). Auch 
mit AD.________ und F.________ hatte die Privatklägerin regelmässig Kontakt. 
Aus dem Mobiltelefon der Privatklägerin wurden des weiteren auch Fotos extra-
hiert, die die Privatklägerin in «Arbeitskleidung» zeigen (Erstellungsdatum: 
23./24. September 2013 [pag. 167 f.]). 

9.5 Aktive Telefonüberwachung

Schliesslich fasste die Vorinstanz auf mehreren Seiten die Ermittlungen aus der ak-
tiven Telefonüberwachung, die vom 27. September 2013 bis zum 26. Dezember 

14

2014 stattfand, zusammen. Den Erwägungen der Vorinstanz ist hierzu insbesonde-
re Folgendes zu entnehmen (pag. 11411 ff.; S. 18 ff. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung):

Es konnten zahlreiche Gespräche zwischen K.________ und dem Beschuldigten festgestellt werden. 
Letzterer hielt sich bereits ab dem 27.09.2013 wieder in F.________ auf und passte dort auf die ge-
meinsame Tochter auf. Gemäss der polizeilichen Auswertung konnte festgestellt werden, dass der 
Beschuldigte scheinbar keiner Arbeit nachging und sich offenbar von seiner Ehefrau aushalten liess, 
indem sie ihm stetig Geld über Money Gram oder Western Union transferierte (pag. 132, pag. 377 - 
451). Sobald er Geld benötigt habe, habe er dies K.________ mitgeteilt, welche ihm umgehend den 
gewünschten Betrag übermittelt habe. Sie habe ihm zudem beinahe täglich gemeldet, wie viel Geld 
sie mit der Prostitution verdient hatte und ihm eine SMS mit dem konkreten Betrag und dem Wort 
„Kuss“ geschickt (vgl. statt vieler pag. 10007, 10017, 10034 usw.).

Die für die Beweiswürdigung relevanten Telefongespräche – wo nicht anders gekennzeichnet, handelt 
es sich um Gespräche zwischen K.________ („A“) und dem Beschuldigten („B“) – werden nachfol-
gend im übersetzten Originalwortlaut wiedergegeben:

Gespräch vom 27.09.2013, 15:38 Uhr (pag. 10002)
(…) 
A: (…) Der Besitzer hat gesagt, dass wir aufpassen müssten, denn die Polizei würde kommen.
B: Wozu kommen die? Bist du verrückt oder was? Was heisst…es könnte sein…dass sie kom-

men…hat der Patron gesagt, dass sie kommen, oder was?
A: Sie sagen, dass sie „eine von den unseren" war…und solche Sachen.
B: Bist du verrückt!!! Ich hab’ damit nicht zu tun, ich war Zuhause, ich habe nichts zu tun damit. 
(…)

Gespräch vom 28.09.2013, 17:28 Uhr (pag. 10012)
(…) 
B: Und in der anderen Sache? Noch etwas Neues?
A: Nicht gerade, aber die Mädchen sprechen viel.
B: Ich ficke sie und ihre Rasse. Lass sie sprechen. So seid ihr Frauen. Was hast du mit dem zu 

tun. Spreche bis es dir schlecht wird! (…)

Gespräch vom 30.09.2013, 21:54 Uhr (pag. 10045 f.)
(…) 
[…]
B: diese Nummer…pass auf…diese Nummer zeigte es mir an +AE.________ – ist die von dort?
A: ich weiss nicht wenn es mit ..AF.________ ist weiss ich nicht – du sagst AG.________..??
B: Ja AH.________….
A: aha. ich muss nachschauen
B: merke dir: AH.________ AI.________ ..AJ.________ ..AK.________
A: Ich kann mir nicht alles merken. Nur die Anfangsnummer kann ich mir merken 
B: +AF.________ AH.________ sollst du dir merken… Pass auf was ich dir sage – die dreckige 

Schlampe, verstehst du? sie ist weggegangen mit denen…
A: Ja ..und sie ist hier?
B: Ja… und hat das Mädchen hier angerufen.. verstehst du?.. und ihr gesagt sie solle zur Poli-

zei gehen, und sie solle mich preisgeben.. sie hat gesagt was sie sagen soll ..so und so… 
dass sie mit mir weggegangen sei und niemand mehr nichts über sie wisse.. verstehst du? 
stell dir vor wie dreckig diese Schlampe ist… verstehst du

A: mmhmm
B: Sie sagte der hier, sie solle zur Polizei gehen und mein Nummernschild, mein Name ange-

ben und dass sie mit mir weggegangen sei und seither niemand mehr nichts von ihr wisse 
stell dir vor wie dreckig diese Schlampe sein kann!!

A: mmhmm die hat sicher auch mit dieser Sache mit der Bewilligung zu tun, die Schlampe
B: mit was??
A: Mit der Polizei!!!

15

B: …Ah .. auf jeden Fall ist weggegangen von dort, sie ist nicht mehr dort… verstehst du? 
…oder nicht?? ..sie ist nicht mehr dort… wo sie ist weiss ich nicht.. deswegen frage ich we-
gen der Nummer, die ist von einem Fixnetz ansonsten wäre die Nummer mit AL.________ 
gewesen… verstehst du?

A: Zeigt es dir AL.________ an? Zuerst die Vorwahl dann AJ.________
B: ja aber es zeigt AH.________ an… ja sie hat der angerufen und gesagt „er ist mit seiner 

Frau da und er behandelt seine Frau schlecht..“ siehst du wie dreckig diese Schlampe ist.. 
verstehst du..und sie solle zur Polizei gehen und all dies sagen.. sie solle mich als vermisst 
melden – aber nicht sagen das sie selbst angerufen habe.. und damit habe ich sie, damit ist 
die Geschichte erledigt.. verstehst du? Sie hat der gesagt, was sie sagen soll, aber nicht, 
dass sie selbst angerufen hat um diese Anweisungen zu geben.. (…)

B: weisst du von wem sie das gelernt hat? … von denen
A: mhmmm
B: von denen .. verstehst du? Ich habe soeben mit der anderen über Facebook gesprochen und 

so hab’ ich es erfahren, ich werde sie morgen treffen – sie hat mich angerufen und mir er-
zählt, was die andere ihr aufgetragen hat – die andere hat übrigens jemand anders angeru-
fen um die hier zu suchen und ihr zu sagen wie sie die Sache machen solle, die sie sich 
ausgedacht hat. Angeblich hatte sie, bevor sie abgereist ist, zu der gesagt, im Falle dass ihr 
etwas zustosse, wisse sie ja mit wem sie abgereist sei und es der Polizei erzählen .. und nun 
rief sie an und sagte sie solle gehen und es sagen…

A: aha .. (…)
B: Und sie sagte, dass sie betreut werde, sie ist dort mit den anderen zwei dreckigen. Verstehst 

du wie das läuft?
A: mhm
B: Verstehst du?
A: Ich weiss nicht was ich sagen soll…
B: Die hat nichts gegen mich in der Hand… verstehst du? niemand hat Geld von ihr genommen, 

…die hat absolut nichts in der Hand gegen mich .. verstehst du? Wenn jemand zu mir 
kommt, dann sage, „Ich war da, ich weiss von nichts“ – nur soviel: dass ich ihr angeblich 200 
Franken geliehen hätte, sag, dass du wegen diesen 200 Franken Streit mit ihr hattest.. ver-
stehst du?.. …sie hat es der anderen erzählt und sie hat es mir gesagt… wenn sie zur Polizei 
geht dann sagt die aus, dass sie von ihr angerufen worden ist.. verstehst du?

Gespräch vom 02.10.2013, 13:45 Uhr (pag. 10059)
(…) 
B erzählt A er habe sich mit der Freundin von dieser Dreckschlampe getroffen und erfahren, dass die-
se ausgesagt habe „er hätte sie schlecht behandelt, sie geschlagen
B: ich hätte sie geschlagen, ich hätte sie schlecht behandelt in den zwei Tagen in denen sie mit 

uns zusammen war, aber das kann doch nicht stimmen denn ab Montag war sie ja nicht 
mehr dort. Sie ist nun in AM.________, aber lange kann sie dort nicht bleiben, höchstens 
zwei Wochen, länger nicht, ohne Papiere darf sie nicht dort bleiben. Ich werde mich um sie 
kümmern, um diese Dreckschlampe, das kann ich dir sagen. Das ist der Dank für die vielen 
Zigaretten, Essen, die 200 fränkige Jacke und alles.

Für längere Zeit lassen sich danach keine fallrelevanten Gespräche mehr nachlesen. Aus mehreren 
Gesprächen lässt sich aber schliessen, dass A und B danach vermehrt abhörsicher über das Internet 
kommuniziert haben (pag. 10070, 10147, 10179, 10290, 10329).

Fallrelevante Gespräche ergeben sich dann erst wieder in der Zeit nach der vorläufigen Anhaltung 
des Beschuldigten durch die F.________ Polizei am 07.05.2014 (pag. 26).

Gespräch vom 07.05.2014, 13:53 Uhr (pag. 10783 f.)

(…)

[…]
B: (…) …heute früh am Morgen sind drei zu mir gekommen und haben mich mitgenommen
A: (ist sprachlos - sagt nichts)
B: Hast du gehört?
A: ja

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B: Warum weiss ich nicht... wegen einer Reklamation aus der Schweiz.. scheinbar geht es um 
Verschiedenes.. warum? …wieso? ..weiss ich nicht..

A: Und wo bist du jetzt?
B: Sie haben mich wieder gehen lassen ..ich habe Aussage gemacht ..ja ..und es wird sich zei-

gen was folgen wird.. verstehst du?
A: (seufzt laut) (…)
B: Mhmhm ich muss einen Anwalt haben um zu erfahren worum es geht. Ich durfte nicht einmal 

mit meinem Auto fahren, sie haben mich mit ihrem mitgenommen.
A: Gott!!!
B: Sie standen neben mir sogar beim Anziehen bis ich parat war.. Weswegen wissen auch sie 

scheinbar nicht… Probleme in der Schweiz hiess es.. auf dem Papier steht „Verhaftung“ und 
„Auslieferung“ das heisst, dass sie mich von hier nehmen und dorthin bringen, weisst du?

A: Aha. Ist es wegen dieser Dreckschlampe?
B: Ich weiss gar nichts! Ich weiss nicht wo das Problem liegt! Ich habe ausgesagt, ich sei eine 

Woche in den Ferien dort gewesen, ich hätte dich besucht, soviel. (…)
B: (…) ich hatte Angst die würden mich nicht gehen lassen… (…)
B: Mhm …ich werde mit AN.________ reden.. mal schauen ob er das Geld von dir für mich 

schickt ..mal schauen. Vielleicht morgen. Ich muss unbedingt herausfinden um was es geht. 
(…)

B: Was ich mitbekommen habe ist etwas von „Festnahme“, „Verhaftung“ und „Auslieferung“. 
Verstehst du. Aber wie ich es verstanden habe, haben sie keinen PAKT mit denen, d.h. sie 
können mich deswegen nicht zu ihnen schicken. Verstehst du? Die haben keinen PAKT. 
Verstehst du?

Gespräch vom 24.08.2014, 15:33 Uhr (pag. 10925)
(…)
B sagt er habe Probleme – er habe aus der Schweiz eine Vorladung erhalten, es handle sich um An-
schuldigung wegen Vergewaltigung, Prostitution, Menschenhandel und solche Sachen. Am 13. No-
vember müsse er vor Gericht erscheinen. Die Polizei aus Q.________ habe ihm eine Vorladung ge-
schickt. Jetzt müsse er beide Autos verkaufen und sich einen guten Anwalt nehmen. Es schaue ziem-
lich schlecht aus.
A seufzt…. (…)

Gespräch vom 03.09.2014, 19:07 Uhr zwischen K.________ (A) und einer Kollegin (B) (pag. 10937 f.)
(…)
B: Ja besonders jetzt wo ER (AP.________) Probleme hat ist es gut, wenn du kommst. 
(…)
A: Ich habe Angst, ich bin ja mit ihm verheiratet und vielleicht nehmen sie sonst mich an seiner 

Stelle
B: nein nein,… die hätten dich sonst schon vorgeladen wenn das so wäre… höchstens als Zeu-

gin werden sie dich vorladen. Auch für ihn ist es schwer… vor allem was er mit der Kleinen 
machen soll.

(…)
A: (…) Ein paar Jahre wird er schon bekommen, denn er wird für Vieles angeklagt.(…)

Gespräch vom 09.09.2014, 16:22 Uhr zwischen K.________ (A) und ihrer Mutter (B) (pag. 10944 f.)
(…)
A: es wird schwer für mich, denn es könnte sein, dass mein Mann eingesperrt wird aber sag 

niemandem etwas davon
(…)
B: Nein ich sag nichts. Ich kenne auch zwei die haben Mädchen hinüber gebracht und die wur-

den auch eingesperrt, fünf Jahre hat jeder bekommen.
A: Ich glaube meiner bekommt nicht soviel sondern mehr
B meinst du?
A: aber er hat nichts gemacht auch wenn er angeklagt ist. Ich kenne die Person die ihn ange-

klagt hat aber ich weiss nicht wo die sich aufhält, wenn ich es wüsste würde ich mit ihr reden 
aber ich finde sie nicht

B: .. du findest sie nicht. Wer ist sie, kennst du sie?
A: ..nein… aber er hat ihr nichts getan.. ich kann nicht am Telefon sprechen…man hört viel-

leicht mein Telefon ab… (…)

17

(…) 
B: So ist es im Leben der Faden reist irgend einmal.. man weiss nie, wen man hinüberführt.. so 

etwas wird hart bestraft, für so etwas geben sie fünf Jahre oder mehr, es ist gefährlich…
A: …aber er hat nichts getan, wenn er das getan hätte, täte er mir nicht leid, dann würde ich 

sagen „er hat es getan“
B: ..die hat bestimmt ausgesagt, dass er sie hinübergeführt hat, das wird es sein, dafür be-

kommt er mehr als fünf Jahre, so etwas ist gefährlich
A: Der bekommt sicher mehr… so um die 15 Jahre, sie hat ihn angeklagt wegen Vergewalti-

gung, sie sagt er hätte sie geschlagen und solche Sachen
(…)

Gespräch vom 09.11.2014, 15:48 Uhr zwischen K.________ (A) und der Schwester (B) (pag. 10999 
f.)
(…)
A: Er wurde angezeigt…. Deswegen war ich daheim um einen Anwalt in der Heimat zu bezah-

len ..
B: Aber weswegen?
A: was weiss ich..? ..wegen Gewalt, Vergewaltigung.. so was.. und das hier, in diesem Land.
B: Aber hat er es wirklich getan?

A: Ich glaube nicht, es verleumdet ihn eine, aber ich weiss es nicht, das wird sich zeigen am 13.

[…]

10. Subjektive Beweismittel

10.1 Vorbemerkungen

Vorliegend sind die einzigen wirklichen subjektiven Beweismittel die Aussagen der 
Privatklägerin und des Beschuldigten. Es wurden zwar noch zwei Bewohner und 
der Rezeptionist des Hotels an der I.________ in G.________ befragt, allerdings 
erfolgte deren Befragungen nicht parteiöffentlich (vgl. pag. 187 f.; pag. 355 ff.; 
pag. 366 ff.). Weil es bei dieser einmaligen Befragung blieb, hatte der Beschuldigte 
nie die Gelegenheit, ihre Aussagen in Zweifel zu ziehen und Fragen an die Aus-
kunftspersonen zu stellen. Entsprechend sind ihre (belastenden) Aussagen infolge 
Verletzung von Art. 6 Abs. 3 Bst. d der Konvention zum Schutze der Menschen-
rechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) grundsätzlich nicht verwertbar. Ob 
allenfalls ausreichend kompensierende Faktoren gegeben sind, um den Anspruch 
des Beschuldigten auf ein faires Verfahren und die Überprüfung der Verlässlichkeit 
der Beweismittel zu gewährleisten, kann vorliegend offen bleiben, zumal sich die 
Aussagen der Auskunftspersonen wiedersprechen (Z.________ will Geschlechts-
verkehr und Lachen gehört haben; AA.________ nur Streit, wobei er niemanden 
auf den Fotos erkannt hat) oder sie für die hier vorliegenden Fragen nicht mehr re-
levant sind, denn der Aufenthalt im Hotel der Privatklägerin und des Beschuldigten 
sind nicht bestritten. 

Die Vorinstanz gab die Aussagen der Privatklägerin und des Beschuldigten richtig 
zusammengefasst wieder (pag. 11415 ff.; S. 22 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung), darauf wird verwiesen. Nachfolgend werden diese zum besseren Ver-
ständnis nochmals und teilweise ergänzt wiedergegeben. 

10.2 Aussagen der Privatklägerin

Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 25. September 2013 bezüglich des 
Diebstahls (pag. 254ff.) schilderte die Privatklägerin als Auskunftsperson den Vor-
fall mit dem Freier in der Nacht vom 21./22. September 2013, resp. in den frühen 

18

Morgenstunden vom 22. September 2013. Auf Frage erklärte sie, sie sei am 
19. September 2013 in die Schweiz eingereist und arbeite seit dem 21. September 
2013 im T.________ H.________. Zwischen ihrer Anreise und ihrer Ankunft in 
H.________ sei sie in einem Hotel in G.________ gewesen. Die Frage, ob sie 
früher schon in der Schweiz oder anderswo in dieser Branche gearbeitet habe, 
verneinte sie (pag. 257 Z. 120 ff.).

Nach einer kurzen Pause wurde sie nochmals einvernommen, dieses Mal bezüg-
lich Widerhandlung gegen das Ausländergesetz (pag. 264 ff.). Als aktuelle Arbeit 
gab sie Erotik-Masseuse im Hotel T.________ H.________ an und ein Einkommen 
von CHF 1'200.00 in drei Tagen. Sie wohne auch im T.________ H.________, sei 
aber bereits am 19. September 2013 mit dem Bus in die Schweiz eingereist. Sie sei 
in Begleitung einer Kollegin gewesen, welche schon mehrmals in der Schweiz ge-
wesen sei und im Sexgewerbe gearbeitet habe. Im T.________ H.________ heisse 
der Chef V.________ und an der Bar arbeite AD.________. AO.________ arbeite 
im Büro und kontrolliere die Videoüberwachung. Sie habe einen Vertrag unter-
schrieben und bezahle jeden Abend CHF 100.00 für die Miete. Auf Frage, ob sie in 
F.________ oder anderswo schon im Sexgewerbe gearbeitet habe, verneinte sie 
wiederum. Auf zweimalige Frage, ob sie das auch freiwillig mache, brach die Pri-
vatklägerin in sich zusammen, begann zu weinen und zitterte am ganzen Körper 
(vgl. Verbal; pag. 268). Sie gab nun an, dass sie gezwungen worden sei, dies zu 
tun. Es seien Leute aus F.________, die sie zwingen würden. Es sei ein Ehepaar 
aus F.________. Ihn habe sie in F.________ bei einer Kollegin kennengelernt. Er 
habe ihr gesagt, dass er sie hübsch finde und sich in sie verliebt habe. Sie habe 
ihm erzählt, dass ihre Mutter gestorben und ihr Vater alkoholabhängig sei. Da sie 
sehr arme Leute seien, habe er ihr Geld angeboten und auf sie aufgepasst. Eines 
Tages habe er sie gefragt, ob sie Interesse habe, in der Schweiz als Sexarbeiterin 
zu arbeiten. Erst habe sie dies abstossend gefunden und ihm gesagt, dass sie dies 
nicht wolle. Doch irgendeinmal habe sie gedacht, dass sie so viel Geld verdienen 
könnte, um ihrer Familie zu helfen. Dieser Mann habe sie danach in die Schweiz 
begleitet und ihr im Hotel das weitere Vorgehen erklärt. Im Bus seien sie nebenein-
ander gesessen und sie habe den Bus auch nicht selber verlassen dürfen 
(pag. 269). In Q.________ sei sie zusammen mit dem Beschuldigten 
(«AP.________») ausgestiegen und seine Frau K.________ habe bereits auf sie 
gewartet. Er habe ihr seine Frau vorgestellt und diese habe ihr erklärt, dass sie nun 
alle zusammen ins Hotel fahren würden. Dabei handle es sich um ein Hotel an der 
I.________ in G.________. Sie habe sich im Hotel nicht frei bewegen können. 
K.________ oder der Beschuldigte seien immer um sie herum gewesen. Auf Frage, 
ob sie sich frei habe bewegen können oder eingesperrt gewesen sei, erklärte sie, 
der Beschuldigte und K.________ seien immer um sie herum gewesen. In der 
Wohnung sei sie immer eingesperrt gewesen und habe nicht über einen eigenen 
Schlüssel verfügt. K.________ arbeite als Sexarbeiterin im Hotel T.________, im 
Zimmer 10. Auf ihrem Handy gab sie dann auch die Schweizer-Telefonnummer des 
Beschuldigten und K.________ an. Auf Frage, ob die beiden ihr gedroht hätten, er-
klärte sie, sie hätten ihr gedroht, das Haus ihres Vaters niederzubrennen, ihrem 
Bruder etwas anzutun und dass sie sie jagen würden, bis sie sie gefunden hätten 
(pag. 270). Auf Frage, ob sonst noch jemand im T.________ unter Zwang arbeite, 

19

bejahte sie und nannte den Namen Y.________, diese sei zurzeit sicher im 
T.________. Als sie noch in F.________ gewesen sei, sei sie zusammen mit dem 
Beschuldigten in einem Hotel gewesen. An einem Tag, als sie den Anruf ihrer 
Schwester habe entgegennehmen wollen, habe sie der Beschuldigte vehement 
daran gehindert. Er habe ihr Handy zerbrochen, habe mit den Füssen gegen ihre 
Hüfte gekickt und ihr einige Ohrfeigen gegeben. Er habe dieses Hotelzimmer orga-
nisiert und sie sei etwa drei Wochen dort gewesen, bis zu ihrem 18. Geburtstag, 
d.h. bis am 16. September 2013. Der Beschuldigte sei nicht immer bei ihr gewesen. 
Sie habe mit dem Alkoholkonsum ihres Vaters Probleme gehabt und das Hotel-
zimmer als Lösung angesehen. Der Beschuldigte habe sie aber ständig kontrolliert, 
ihr Handy, ihre Nachrichten, Anrufe usw. Grundsätzlich habe sie das Hotel schon 
unbeaufsichtigt verlassen dürfen, sie habe den Beschuldigten aber immer über all 
ihre Schritte informieren müssen. Sie habe sich auch nur mit ihrem Bruder treffen 
dürfen. Er habe ihr verbal gedroht, dass sie in ihrem restlichen Leben Probleme 
haben würde. Was er ihr genau antun würde, habe er ihr nicht direkt gesagt. Er ha-
be ihr aber erklärt, dass er zum Beispiel in S.________ bereits eine Frau «betreut» 
habe, welche er nach Nichtgehorchen beinahe zu Tode geprügelt habe. Da habe 
sie gewusst, zu was er vermutlich fähig sein würde (pag. 271). Auf Frage bestätigte 
die Privatklägerin, dass sich der Beschuldigte mehrmals an ihr sexuell vergriffen 
habe, um ihr beizubringen, was sie den Kunden später bieten solle. Auf Fragen 
zum Ablauf im T.________ erklärte die Privatklägerin, dass jede Frau selber habe 
entscheiden dürfen, was sie anbieten wolle. Auch hätten die Frauen selber mit den 
Freiern verhandelt und sie habe die Möglichkeit gehabt, einen ihr nicht genehmen 
Freier abzulehnen (pag. 272). Am Schluss bat sie ihren Bruder in F.________ kon-
taktieren zu dürfen, um ihm zu sagen, dass er sich in Sicherheit bringen solle 
(pag. 273).

Am 26. September 2013 wurde die Privatklägerin vom Dezernat Besondere Ermitt-
lungen als Opfer erneut polizeilich einvernommen (pag. 275 ff.). Auf Frage, ob sie 
zu einer Gegenüberstellung mit dem Beschuldigten bereit sei, begann sie zu wei-
nen und hielt fest, dass sie Angst vor den beiden habe (pag. 276 Z. 37 f.). Auf Fra-
ge, ob sie genau schildern könne, wie sie in die Schweiz gekommen sei etc., 
übergab sie der Polizei ein Papier, auf dem sie alles aufgeschrieben habe 
(pag. 277 Z. 66; vgl. Aktennotiz vom 3. Juni 2021 [pag. 11575], wonach dieses Pa-
pier aber gar nie abgegeben wurde). Sie erklärte, dass sie den Beschuldigten im 
Sommer 2013 durch eine Kollegin kennengelernt habe. Am Anfang habe sie selber 
mit diesem Mann eine Beziehung gehabt. Später habe er sie gefragt, ob sie bereit 
sei, in die Schweiz zu kommen, um Geld zu verdienen (pag. 277 Z. 69 f.). Er habe 
ihr gesagt, sie könne sich in der Schweiz prostituieren und viel Geld verdienen 
(pag. 278 Z. 72). Sie habe ihm mehr vertraut als ihrem Vater und ihm viel über ihr 
Leben erzählt. Als sie später einen grossen Streit mit ihrem Vater gehabt habe, ha-
be der Beschuldigte sie gefragt, ob sie von diesem weg wolle und mit ihm in einem 
Hotel in F.________ wohnen wolle. Anfänglich habe sie während einer Woche bei 
einem Kollegen des Beschuldigten namens AQ.________ gewohnt (Z. 80). Dieser 
habe sie im Auftrag des Beschuldigten begonnen zu kontrollieren, als der Beschul-
digte in der Schweiz gewesen sei. Sie sei dann wieder nach Hause zu ihrem Vater 
gegangen. Der Beschuldigte habe sich dann aber bei ihr entschuldigt und sie sei 

20

mit ihm in das Hotel P.________ gegangen (pag. 278 Z. 86). Ihr bester Freund 
AR.________ kenne ihre ganze Geschichte. Der Beschuldigte habe ihr erklärt, 
dass sie bis zu ihrem 18. Geburtstag, wenn sie selbständig ausreisen könne, im 
Hotel leben könnten, also für ca. drei Wochen. Das Hotelzimmer, pro Nacht ca. 
EUR 10.00, habe der Beschuldigte bezahlt. Ein Tag vor ihrem Geburtstag seien sie 
zu einem Cousin des Beschuldigten an ein Fest gegangen. Der Beschuldigte habe 
dort ein bisschen zu viel getrunken und habe ihr das Natel wegnehmen wollen. Sie 
habe es ihm nicht geben wollen und auch nicht, dass er all ihre SMS lese. Er sei 
sehr böse geworden, habe die SIM-Karte aus dem Telefon genommen und habe 
dieses zerbrochen. Er habe ihr dann, so dass alle anderen es hätten hören können, 
gesagt, dass sie sehen werde, was er mit ihr machen werde, wenn sie wieder im 
Hotel seien. Zu diesem Zeitpunkt habe sie nicht unbedingt in die Schweiz kommen 
wollen, sie habe schon Angst vor dem Beschuldigten gehabt, denn er habe immer 
alles wissen und kontrollieren wollen. Im Hotel zurück habe sie ihre Sachen ge-
packt, aber der Beschuldigte habe sie mit den Füssen gegen ihre Hüfte gekickt und 
ihr auch Ohrfeigen gegeben. Er habe ihr dann erklärt, dass er in sie investiert habe, 
sie ihm das Geld zurückgeben müsse und es nichts bringe, in F.________ zur Poli-
zei zu gehen. Auf einmal sei er dann wieder sehr lieb zu ihr gewesen. Er habe ge-
sagt, dass sie in die Schweiz gehen und ihm das Geld langsam zurückzahlen kön-
ne. Damit habe er das Geld für das Hotel gemeint. Später in der Schweiz habe er 
dann gesagt, dass sie auch das Busticket usw. zurückzahlen müsse. In diesem 
Moment habe sie nicht gewusst, dass er verheiratet sei und eine Tochter habe. Mit 
ihm habe sie eine sexuelle Beziehung gehabt, d.h. sie habe mit ihm schlafen müs-
sen. Sie seien nicht ein Liebespaar gewesen. Er habe ihr erklärt, dass sie mit ihm 
Sex haben müsse, damit sie trainieren könne, wie sich eine Prostituierte verhalten 
müsse. Sie sei damit aber nicht einverstanden gewesen. Anfänglich habe sie es in-
teressant gefunden, dass man hier Geld verdienen könne, aber dann habe sie rea-
lisiert, was sie machen müsse und dann habe sie diesen Job nicht mehr machen 
wollen. Sie habe keine Vorstellung darüber gehabt, was es heisse, als Prostituierte 
zu arbeiten (pag. 278 Z. 116 f.). In dieser Nacht habe er ihr auch gesagt, dass sie 
von ihren Einnahmen immer 50 % abgeben müsse. Am nächsten Tag, an ihrem 
Geburtstag, seien sie mit einem Paar (später korrigiert: AS.________ [Z. 268]) in 
die Stadt gegangen, wo der Beschuldigte ein paar Kleider gekauft habe. Sie seien 
ins Restaurant und dann ins Hotel gegangen. Er sei dann alleine los, um eine Ver-
sicherung für sie zu bezahlen. Danach seien sie wieder mit ihrer besten Freundin 
AT.________ ins Restaurant (pag. 279 Z. 123). An diesem Abend habe sie nicht 
mehr in die Schweiz kommen wollen und habe Angst gehabt. Sie habe aber nicht 
weggekonnt, weil er sie ja sowieso finden würde. An diesem Tag habe er auch ge-
sagt, dass sie in die Schweiz kommen müsse und er lange auf ihren Geburtstag 
gewartet habe, damit sie ausreisen könne. Sie würden am nächsten Morgen um 
05:00 Uhr abreisen (das Busticket konnte sie gleich bei der Einvernahme aushän-
digen; pag. 287 f.). Auf Vorhalt eines Fotos von K.________ (pag. 284) bestätigte 
die Privatklägerin, dass es sich um die Frau des Beschuldigten handle (pag. 279 
Z. 140). Sie mache alles, was ihr Mann sage. In der Schweiz habe der Beschuldig-
te erklärt, dass sie auf ihn und K.________ hören müsse. Sie seien einander 
gleichgestellt. Sie habe von Donnerstag bis Samstag mit dem Beschuldigten in 

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G.________ im Hotel gewohnt und sei zur Prostitution überredet worden. Der Be-
schuldigte habe ihr gesagt, dass sie ihm das Geld zurückgeben müsse. Sie habe 
keine andere Wahl und Angst vor ihm gehabt. Am Freitagabend, 20. September 
2013, habe er mit ihr einen Termin im T.________ gehabt, um sie in die Arbeit ein-
zuführen. Wenn sie dies nicht machen würde, würde er das Elternhaus abbrennen 
und ihren Bruder erschlagen. Sie habe bis zum letzten Moment gehofft, dass er ihr 
eine andere Arbeit ausserhalb der Prostitution geben würde (pag. 279 Z. 154 ff.). 
Ihre Identitätskarte habe sie immer bei sich gehabt und den beiden nicht abgeben 
müssen. Der Beschuldigte habe ihr auch erklärt, dass wenn sie als Prostituierte in 
der Schweiz nicht akzeptiert werde, sie nach F.________ zurück müsse und er sie 
dort an andere Leute verkaufen würde. Die beste Lösung für sie sei, dass sie für 
ihn arbeite und ihm jeweils 50 % der Einnahmen abgebe. K.________ und er hät-
ten ihr erklärt, dass sie die Schuld von CHF 2'100.00 zurückbezahlen müsse. Da-
nach dürfe sie 50 % der Einnahmen für sich behalten (pag. 280 Z. 193 f.). Sie habe 
ihnen bisher noch nichts bezahlt und alle Einnahmen, CHF 1'200.00, bei sich. Ca. 
CHF 600.00 seien ihr gestohlen worden und für die vier Nächte habe sie 
CHF 400.00 bezahlt. Den Rest habe sie bei sich. Nein, AT.________ sei nicht mit 
in die Schweiz gekommen, obwohl es noch ein anderer Freund des Beschuldigten, 
genannt AS.________, bei ihr probiert habe. Nein, sie sei nicht in den Beschuldig-
ten verliebt gewesen (pag. 280 Z. 220). Sie habe anfänglich einfach Vertrauen in 
ihn gehabt. Vor ihrer Reise in die Schweiz habe sie AT.________ erklärt, dass sie 
zur Polizei gehen solle, falls sie nach ihrer Ankunft während dreier Tage nichts hö-
re. Zuletzt fügte sie noch hinzu, sie habe vor dem Beschuldigten und dessen Fami-
lie Angst, weil sie Zigeuner seien (pag. 281 Z. 259 f). 

Die Privatklägerin wurde am 19. November 2013 nochmals vom Dezernat Beson-
dere Ermittlungen einvernommen (pag. 290 ff.). Sie erklärte, sie habe die beiden 
Personen [den Beschuldigten und seine Ehefrau] seit sie das Hotel verlassen habe 
nicht mehr gesehen. Vorher hätten sie zwar kein Liebesverhältnis gehabt, aber sie 
(gemeint sei der Beschuldigte) hätten sich gut verstanden. Sie denke, dass der Be-
schuldigte auch K.________ gegenüber in höherer Position stehe (pag. 291 Z. 34 
f.). Selbstverständlich habe diese das von ihr übergebene Geld an ihn weitergeben 
müssen. Sie sei mit K.________ in Q.________ erotische Kleider kaufen gegan-
gen, was so zwischen CHF 100.00-200.00 gekostet habe. Nicht gewusst habe 
K.________ jedoch, dass sie mit ihm Geschlechtsverkehr gehabt habe. Er habe ihr 
auch gesagt, dass sie ihr davon nichts erzählen dürfe (pag. 292 Z. 88 f.). Er habe 
ihr keinen genauen Termin zur Rückzahlung der Schulden vorgegeben. Sie hätte 
es einfach tun müssen. Sie hätte ihn immer anrufen sollen, wenn sie runter ins Ho-
tel gegangen sei bzw. immer morgens mitteilen müssen, wie viel Einnahmen sie 
erwirtschaftet habe. Solange er in der Schweiz sei, hätten sie beide (K.________ 
und sie) jeden Morgen zu ihm ins Hotel kommen müssen. K.________ habe ei-
gentlich genau gewusst, mit wem sie sich aufs Zimmer hinaufbegeben habe und 
wie viel sie somit verdienen würde. Sie habe die Preise und die Dienstleistungen 
genau gekannt. Die SIM-Karte, welche sie dabei gehabt habe im Hotel, habe er ihr 
hier in der Schweiz gegeben und die F.________ an sich genommen. Das Gerät 
habe sie bereits in F.________ erhalten. Auf Vorhalt der beiden SMS vom 24. und 
25. September 2013 gab die Privatklägerin an, dass sie diese dem Beschuldigten 

22

geschrieben habe. Es sei Teil der Abmachung gewesen, dass sie ihm ihre Ver-
dienste so mitteile, da er ansonsten wütend würde (pag. 294 Z. 143 ff.). Auf Vorhalt 
der Fotos vom Handy erklärte sie, das erste Foto (pag 306) sei noch aus 
F.________, die anderen (pag. 307-309) habe sie gemacht, resp. eine Spanierin, 
unter anderem auch um dem Beschuldigten zu zeigen, wie sie sich bei der Arbeit 
kleide. K.________ habe sie in diesen Beruf eingeführt, von ihr sei sie jedoch nicht 
bedroht worden (Z. 185). Auf Vorhalt ihrer früheren Aussage vom 25. September 
2013, wonach die beiden ihr gedroht hätten das Haus des Vaters niederzubrennen 
etc., korrigierte sie diese Aussage. Es sei nur der Beschuldigte gewesen, der Druck 
auf sie ausgeübt habe. Er habe ihr mehrere Beispiele von vorherigen Mädchen ge-
nannt. Dadurch habe er ihr Angst gemacht (Z. 198). Er habe gesagt, dass es ihm 
nicht schwerfallen würde, ihrem Vater alles wegzunehmen, ihm das Haus nieder-
zubrennen und ihrem Bruder etwas anzutun. Er habe genau gewusst, dass sie sehr 
an ihrem Bruder hänge, darum habe er dies so ausgenutzt. Er verhalte sich auch 
K.________ gegenüber sehr autoritär und streng (pag. 295 Z. 207 f.). Ja, sie sei 
von K.________ im Hotel T.________ kontrolliert und überwacht worden. Sie habe 
auch darauf geachtet, dass sie nicht allzu viel mit anderen Mädchen diskutiere. 
Ebenso habe K.________ nicht gewollt, dass beim Vorstellungsgespräch heraus-
komme, dass man sich kenne (Z. 239 f.). Auf Frage, ob sie das Hotel auch alleine 
hätte verlassen können, erklärte sie, sie habe sich frei bewegen und in die Stadt 
gehen können. Sie hätte einfach so weggehen können (Z. 261). AD.________ ha-
be ihr auch angeboten, sich ihr anzuvertrauen, aber sie habe ihr nicht getraut. Aus-
ser Y.________, die im Sommer mit dem Beschuldigten in die Schweiz gekommen 
sei, habe es wohl schon vorher Mädchen gegeben, zum Beispiel AU.________. 
Der Beschuldigte habe auf dem Laptop sehr viele Fotobilder von Mädchen, aber 
sie wisse nichts Näheres. Sie wisse auch nicht, ob noch jemand anders für ihn ar-
beite. Auf Fragen zur Einreise etc. erklärte sie, sie sei mit dem Beschuldigten zu-
sammen in einem Reisecar von F.________ in die Schweiz gereist. Er habe den 
Sitz neben ihr besetzt. Obwohl sie nebeneinander gesessen hätten, hätten sie nicht 
viel zusammen gesprochen. Er habe auch nicht gewollt, dass sie seinen Namen 
nenne. Er habe ihr gesagt, dass sie bei Kontrollen sagen solle, dass sie in der 
Schweiz in Q.________ ihre Schwester besuchen wolle (Z. 342 f.). In den Fahr-
pausen habe man sich ein bisschen bewegen können, sie habe den Bus alleine 
verlassen können. Sie sei nicht von ihm überwacht worden (Z. 350). Während einer 
Fahrpause sei er für ein Telefonat weggegangen. Sie habe dann ein bisschen mit 
einem anderen Mädchen aus ihrem Reisecar geredet. Als der Beschuldigte wieder 
zurückgekehrt sei, habe er ihr Vorwürfe gemacht, dass sie seine Anweisungen, 
nicht mit anderen zu reden, nicht befolgt habe. K.________ habe sie bereits in 
Q.________ erwartet, da habe sie sie zum ersten Mal gesehen. Näher befragt zum 
Aufenthalt im Hotelzimmer an der I.________ in G.________ gab die Privatklägerin 
sodann zu Protokoll, dass K.________ dieses Zimmer angemietet und bezahlt ha-
be. Sie habe aus dem Zimmer gehen können, aber mit den beiden zusammen. Als 
sie rausgegangen seien, habe der Beschuldigte einen Mann namens AN.________ 
getroffen. In der Nähe des Hotels befinde sich auch noch ein Kebabstand, wo die 
Verkäuferin Rumänin sei. Dort habe er diesen AN.________ getroffen. K.________ 
und sie seien draussen geblieben. Sie sei nicht eingesperrt gewesen, aber sie hät-

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te auch nicht weggehen können, ohne darüber Rechenschaft und Erklärungen ab-
zugeben (pag. 298 Z. 383 f.). Auf Vorhalt, dass sie in ihrer Einvernahme vom 
25. September 2013 ausgesagt habe, in der Wohnung eingesperrt gewesen zu 
sein, gab die Privatklägerin an, dass dies so nicht stimme. Es sei ihr schon klar, 
dass bei ihrer ersten Einvernahme halt ein paar Fehler passiert seien. Sie habe die 
Ungereimtheiten schon während der Einvernahme bemerkt, sich damals aber nicht 
gewagt, diese zu korrigieren. Die Polizei wies sie daraufhin an, in Zukunft sämtliche 
Ungereimtheiten sofort zu erkennen zu geben. Die Privatklägerin wurde dann ge-
beten, zu schildern, was sich in diesem Hotel zugetragen habe. Gemäss Verbal 
zögerte die Privatklägerin mit der Aussage und wirkte weinerlich (pag. 299 Z. 406). 
Es sei etwas Schlimmes und Hässliches passiert, so dass man es kaum in Worte 
fassen könne. Sie bat darum, es aufschreiben zu können. Folglich wurde mit ihr 
vereinbart, dass sie möglichst detailgetreu aufschreibt, was sich zugetragen habe 
(Handnotiz; pag. 312). Weiter bat die Privatklägerin darum, während der Überset-
zung den Raum verlassen zu dürfen. Übersetzt lautet ihre Notiz wie folgt (Z. 419):

«Er hat mich mehrfach gezwungen mit ihm zu schlafen und zwar in verschiedenen Positionen um 
mich in diesen Beruf zu initiieren… Aber als wir in Q.________ [recte: G.________, vgl. Z. 446] in 
dem Hotel bei der Garage angekommen sind, ist am zweiten Abend etwas passiert. Es war bevor ich 
ins Hotel nach H.________ ging. Es ist etwas passiert, was ich mit Sicherheit so schnell nicht mehr 
vergessen werde. Als K.________ gegangen ist hat er gesagt, ich solle mit ihm schlafen und ihn oral 
befriedigen. Ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht wolle und habe so getan, als wolle ich schlafen. 
Er hat insistiert und gesagt ich solle nicht immer kommentieren was er sagt. Und ich solle machen 
was er sage. Er werde einen Pornofilm auflegen und ich solle genau schauen und lernen, wie man 
Oralsex macht. Ich stellte mich schlafend, in der Hoffnung er würde aufhören, aber dem war nicht so. 
Während 20 Minuten hat er den Pornofilm angeschaut, dann ist er aufgestanden vom Bett, hat sich 
ausgezogen. Ich habe gesagt, er solle mich in Ruhe lassen, ich wolle schlafen. Er sagte, ich solle 
nicht schon wieder kommentieren und ich solle ihm Oralsex machen. Er hörte nicht auf. Er hat meinen 
Kopf genommen und hat mich beinahe erstickt. Hat mich nicht losgelassen… Das Ganze hat gute 10 
Minuten gedauert, dann hat er sich in mir entleert und hat mich beschimpft mit den übelsten Worten. 
Gesagt ich sei für nichts nutze… schickte mich ins Bad, ich solle mich waschen und gesagt, jetzt kön-
ne ich schlafen, denn am nächsten Tag ginge es los ins Hotel… Mehrere Male hat er sich an mir ver-
gangen um sich sexuell zu befriedigen. Hat mich jedes Mal gezwungen dazu. Jedes Mal war es so, 
dass ich nicht aus Vergnügen mit ihm geschlafen habe…»

Auf zusätzliches Nachfragen der Polizei gab die Privatklägerin an, dass der er-
zwungene Geschlechtsverkehr in G.________ stattgefunden habe. An diesem 
Abend habe Geschlechts- und Oralverkehr stattgefunden, beides erzwungen. Dies 
stehe nicht in der Handnotiz, weil sie sich beeilt habe und sie gehemmt gewesen 
sei. Der Geschlechtsverkehr habe noch vor dem Oralsex stattgefunden. Der Sex 
sei nach dem erwähnten Pornofilm gewesen. Vaginal- und Oralsex habe beides 
sehr rasch und zusammenhängend stattgefunden. Dann sei diese hässliche Phase 
eingetroffen, wo er sich in ihr entleert und sie dann zum sich waschen geschickt 
habe. Die Positionen seien nichts Kompliziertes gewesen, einfach nachgemacht, 
was er gesehen habe. Er habe ihren Kopf festgehalten und sie habe ihn wegge-
stossen. Dann habe er sich in ihr entleert und sie beschimpft. Der Zwang beim Va-
ginalverkehr sei so gewesen, dass er gesagt habe, sie solle tun und nicht ableh-
nen, was er wolle. Er sei nicht der Mann, mit dem man aus Vergnügen schlafe. Er 

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habe dies jedes Mal gemacht. Es sei der Ton, die Stimme, seine autoritäre Art, 
dass man ihm gehorche. Während dem sexuellen Kontakt habe er sie nicht bedroht 
(pag. 301 Z. 498). Sie hätte ihn ablehnen und sich wehren können. Jedoch habe 
sie sich die Frage gestellt, wohin sie dann gehen könnte. Sie sei in dieser Zwangs-
situation gewesen und habe nicht gewusst, wohin sie gehen könnte. Weil er eine 
so autoritäre Art habe und auch seine Aussprache, da sei man fast wie gelähmt. 
Seine bereits erwähnten Drohungen seien nicht in direktem Zusammenhang mit 
dem Geschlechtsverkehr ausgesprochen worden. Die Drohungen seien ihr 
während dem Geschlechtsverkehr jedoch voll präsent gewesen. Der Oralsex sei, 
weil er ihren Kopf dort, also an seinem Geschlechtsteil, festgehalten habe, schlim-
mer als der Vaginalsex gewesen. Er habe auch ihre Haare festgehalten und habe 
so ihren Kopf dirigiert. Erst als sein Penis erschlafft gewesen sei, habe sie den Be-
schuldigte wegstossen können. Während ca. 10 Minuten habe sie überhaupt nicht 
selbständig agieren können. Er habe sie unter Kontrolle gehabt. Sie habe sich da-
bei vor allem gedemütigt gefühlt. Sie habe empfunden, dass er sie benutze. Es sei 
ihr bewusst geworden, dass alles, was vorher gewesen sei, nur Fassade gewesen 
sei. Sie hätten auch einvernehmlichen Sex gehabt. Sie habe sich bereits damals 
zum Sex mit ihm verpflichtet gefühlt. Der damalige Sex habe aber nichts mit der Si-
tuation hier in G.________ gemeinsam. Es sei viel schlimmer und etwas ganz An-
deres gewesen. Beim Oralsex habe sie plötzlich das Gefühl gehabt, dass sie keine 
Luft mehr kriege. Sie habe Brechreiz bekommen und dabei gewürgt. Sie habe ihn 
weggestossen und dies sei dann der Moment gewesen, wo er sich entleert habe. 
Sie habe das Gefühl gehabt, als fülle er das ganze Zimmer (pag. 302 Z. 550). Nein, 
sie habe nicht um Hilfe geschrien. Sie glaube nicht, dass jemand von diesem Vor-
fall im Hotel etwas mitbekommen habe. Sie habe mit nichts verhütet. Theoretisch 
hätte sie von jedem Freier oder auch vom Beschuldigten schwanger werden kön-
nen. Sex ohne Präservativ sei zwar nicht verlangt worden, aber es sei klar gewe-
sen, dass man den Wünschen der Klienten zu entsprechen habe. So, wie an die-
sem Abend in G.________, sei es nie vorher oder nachher gewesen (pag. 303 
Z. 609 f.). 

Rund fünfeinhalb Jahre später wurde die Privatklägerin anlässlich der staatsan-
waltschaftlichen Schlusseinvernahme am 20. Mai 2019 zum ersten Mal parteiöf-
fentlich einvernommen (pag. 315 ff.; inkl. Videoaufzeichnung auf USB-Stick 
[pag. 354]). Die Einvernahme fand auf Deutsch statt (pag. 316 Z. 15). Auf Frage, 
ob sie ihre bisherigen Aussagen aus dem Jahre 2013 bestätigen könne, hielt die 
Privatklägerin fest, dass sie vieles vergessen habe, es sei ja schon sechs Jahre 
her. Wenn ihr Fragen gestellt werden würden, könne sie sich erinnern. Ja, sie habe 
damals die Wahrheit gesagt (pag. 318 Z. 94 ff.). Sie sei mit ihren Eltern und vier 
Geschwistern aufgewachsen, wobei sie die Jüngste und als einziges Kind noch zu 
Hause gewesen sei. Da ihre Familie sie nicht habe unterstützen können, habe sie 
die Schule nach der 8. Klasse abgebrochen. Die Mutter sei 2011 an Magendarm-
krebs gestorben, damals sei sie 16 Jahre alt gewesen. Sie habe oftmals zu Hause 
den Haushalt machen müssen. Sie hätte Mechanikerin lernen wollen, aber der 
Weg in die Stadt wäre sehr teuer gewesen. Sie hätten arm gelebt. Es habe Streit 
und Schlägereien gegeben. Ihr Vater sei Alkoholiker gewesen. Er sei manchmal 
besoffen nach Hause gekommen und habe einen Grund gesucht, damit er sie habe 

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schlagen können. Als die Mutter gestorben sei, habe er ihr Vorwürfe gemacht. Sie 
sei ihm oft aus dem Weg gegangen und er sei oftmals aggressiv gewesen, wenn 
sie gestritten hätten. Es sei einfach zu viel für sie gewesen (pag. 318 Z. 102 ff.). 
Anschliessend erzählte die Privatklägerin nochmals, wie sie den Beschuldigten 
kennengelernt habe und gab nun das Jahr 2012 an (pag. 322 Z. 251). Er sei nett 
gewesen und sie habe sich ihm anvertraut. Auf Frage wer AQ.________ sei, den 
sie erwähnt habe, erklärte sie, das sei ein Kollege von AV.________, über welchen 
sie den Beschuldigten kennengelernt habe. Dieser AQ.________ sei etwa 20 Jahre 
alt gewesen. Sie habe auch nie bei ihm gewohnt, da dieser noch zu Hause ge-
wohnt habe (pag. 323 Z. 280). Sie sei fast einen ganzen Sommer lang im Hotel in 
P.________ gewesen bis sie in die Schweiz gekommen sei. Sie erinnere sich nicht 
mehr so gut (Z. 284 f.). Der Beschuldigte habe dann angefangen, sie zu kontrollie-
ren, resp. sie über den älteren Herrn am Empfang kontrollieren zu lassen (Z. 300 
ff.). Auf Vorhalt, was nun genau mit ihrem Handy passiert sei, erzählte sie, sie sei-
en bei Verwandten gewesen und er habe ihr Handy gewollt, das sie ihm nicht ge-
geben habe. Zurück im Hotelzimmer habe er es dann kaputt gemacht und sie ge-
schlagen. Von der Situation erstellte sie dann eine Skizze (Beilage 1; pag. 349). 
Am nächsten Tag habe er ihr dann im Laden vis-à-vis vom Hotel ein neues Handy 
gekauft (Z. 324). Auch die Bustickets habe er besorgt. Als sie ihn so zwei bis drei 
Monate gekannt habe, habe er davon angefangen, dass es für sie besser wäre, 
hierher zu kommen. Er habe von seiner Frau gesprochen, dass sie hier als Coif-
feuse arbeite. Sie habe aber nicht gewusst, dass es seine Frau sei, er verheiratet 
sei und ein Kind habe (Z. 347 f.). Die Beziehung sei auch körperlich gewesen, sie 
habe mit ihm geschlafen, aber er habe ihr nichts aufgedrängt (Z. 364). Sie habe 
auch gewusst, dass sie wegen der Prostitution in die Schweiz gekommen seien. Es 
sei nicht ihr Traumjob gewesen und sie sei nicht hierher gekommen, um das zu 
machen. Es sei mehr wie Ferien gewesen. Der Beschuldigte habe Andeutungen 
gemacht, dass sie jung und hübsch sei. Damals sei sie noch dumm gewesen und 
habe das geglaubt. Sie sei naiv gewesen. Als sie in die Schweiz gekommen seien, 
habe sie nicht gedacht, dass sie das sofort machen sollte (Z. 376 ff.). Die Reise 
habe sie einfach gemacht und nicht an die Konsequenzen gedacht. Vor der Abrei-
se habe der Beschuldigte ihr Kleider für den Alltag sowie die Billetts gekauft und ihr 
einen blauen Koffer gegeben. Ihre beste Kollegin AT.________ habe gesagt, sie 
solle das nicht machen. Nachdem sie ins Schutzprogramm gekommen sei, habe 
sie diese angerufen und erzählt, was passiert sei (pag. 327 Z. 429 ff.). Sie hätte 
niemandem anrufen dürfen und habe ihr dennoch angerufen und ihr gesagt, dass 
sie sich Sorgen mache um ihren Bruder. Die Leute im Schutzprogramm hätten das 
irgendwie mitbekommen und sie gefragt, ob sie telefoniert habe. Sie habe nein ge-
sagt, worauf sie ihr gesagt hätten, dass sie wüssten, dass sie jemanden angerufen 
habe. Ja, sie habe etwas gemacht, was sie nicht hätte machen dürfen (Z. 444). 
Genaueres über die Prostitutionstätigkeit habe sie erfahren, als sie in Q.________ 
angekommen seien. Obwohl sie nein gesagt habe, habe er gesagt, sie müsse das 
sowieso machen, weil sie ihm Geld schulde. Es sei so ein Thai-Salon in 
G.________ gewesen, aber die Frau dort habe gesagt, dass sie zu jung sei und 
keinen Pass habe (Z. 466 f.). Es seien etwa EUR 3'000.00 für das Hotel, Essen, 
Kleider gewesen (pag. 328 Z. 484 ff.). Dass sie das Geld abbezahlen solle, habe er 

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ihr in der Schweiz gesagt, in F.________ sei es wie geschenkt gewesen (Z. 506). 
Sie hätte lediglich CHF 50.00 für sich behalten können, für Zigaretten und Essen, 
den Rest hätte sie K.________ abgeben sollen (Z. 516). Er habe ihr auch Anwei-
sungen gegeben, was sie bezüglich des Portemonnaie-Diebstahls sagen solle, 
nämlich dass CHF 2'100.00 vorhanden gewesen seien und nicht nur CHF 800.00 
(Z. 521 ff.). Dass die Frau des Beschuldigten im Bordell arbeite, habe sie erst im 
Hotel in der Schweiz erfahren. Angesprochen darauf, ob darin irgendetwas Speziel-
les vorgefallen sei, stockte die Privatklägerin und gab zunächst an, dass sie viel-
leicht später darüber sprechen würde (Verbal; Z. 568). Auf Initiative von Fürspre-
cherin D.________ wurde die Privatklägerin dann aber doch gleich im Anschluss, 
d.h. noch vor der Mittagspause zum Aufenthalt in diesem Hotelzimmer befragt 
(Verbal; Z. 579 ff.). Sie gab an, dass sie mit ihm in diesem kleinen Zimmer gewe-
sen sei. Ihre weiteren Erzählungen kamen sogleich wieder ins Stocken und die Pri-
vatklägerin erkundigte sich, ob sie es einfach aufschreiben könne (Z. 592). Darauf-
hin wurde vereinbart, dass die Staatsanwältin die Fragen stellt und die Privatkläge-
rin versuchen wird, diese zu beantworten. Falls es nicht gehen sollte, würde sie die 
Fragen schriftlich beantworten (Verbal; Z. 594 f.). Er habe einfach gewollt, dass sie 
den Porno anschaue und es nachmache. Diese Filme habe er auf einem Laptop 
gehabt. In der Folge zeichnete die Privatklägerin die Situation im Zimmer auf (Bei-
lage 2; pag. 350). Sie habe nicht so grusige Sachen machen wollen, sie schäme 
sich auch dafür. Es falle ihr schwer, darüber zu sprechen und dass es passiert sei. 
Es blockiere sie. Sie könne es besser aufschreiben. Folglich schrieb die Privatklä-
gerin das Vorgefallene auf Deutsch auf einem leeren Blatt nieder (Beilage 3; 
pag. 351). Gemäss Verbal seufzte sie während dem Aufschreiben mehrfach 
(Z. 631 f.). Nachfolgender Text wurde den im Einvernahmeraum anwesenden Per-
sonen dann – wiederum in räumlicher Abwesenheit der Privatklägerin – verlesen:

«Meine wünsch were das ich so schnell wie möglich weg von ihm gehe. Ich musste jeden abend fil-
meporno anschauen und alles mit ihm nach machen. Das schlimmste war für mich wem ich ihm sex 
oral mache musste dann hatter seine schwanz in meine mund gesteckt und meine kopf in den hände 
und nicht mehr lossgellasen s bis ich keine luft mehr gekrigt habe. Er wolle auch analsex haben und 
das tat so weh ich habe ihm gebetet aufzuhören er wolle nicht und sage das dort ohne das verdienen 
die frauen nicht so viel geld.»

Nach einer kurzen Pause wurde Rechtsanwalt B.________ von Fürsprecherin 
D.________ gebeten, den Raum zu verlassen, da die Privatklägerin die nun fol-
gende Sequenz lieber in dessen Abwesenheit erzählen möchte (Verbal; Z. 640 ff.). 
Rechtsanwalt B.________ verliess daraufhin das Einvernahmezimmer. Die Privat-
klägerin gab danach an, dass der Beschuldigte während dem Porno-Schauen auf 
dem Bett gewesen sei und sie auf dem anderen Bett. Als der Film fertig gewesen 
sei, habe er ihr gesagt, sie solle Oralverkehr machen. Er habe sie am Kopf ge-
packt, sie auf der Seite vom Kopf gehalten und es gemacht, bis sie keine Luft mehr 
gekriegt habe. Er habe noch Analverkehr gewollt. Es sei so schmerzhaft gewesen. 
Sie habe ihm gesagt, er solle aufhören (pag. 333 Z. 661 f.). Er habe vor dem Oral-
verkehr die Videos angelassen. Er habe sich einfach die Kleider ausgezogen und 
sie habe auch ihre Kleider abziehen müssen. Ja, es habe in G.________ Ge-
schlechtsverkehr und danach Oralverkehr gegeben. Auf Frage, ob er einen Sa-
menerguss beim Oralverkehr hatte, führte sie aus: «Nein. Es tut mir leid, es fällt mir 

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einfach so schwer. Wenn ich darüber rede, bekomme ich Kopfschmerzen und es 
ist so viel blockiert» (Z. 693 f.) (Anmerkung: Wie ein Abgleich mit der Videosequenz 
der Einvernahme ab 02:10:52 Uhr auf dem USB-Stick zeigt, lautete die tatsächliche 
Antwort der Privatklägerin auf die Frage, ob der Beschuldigte einen Samenerguss 
beim Oralverkehr gehabt habe: «Ja, einfach…»). Sie habe ihn mit den Händen 
nach hinten geschupst, als sie keine Luft mehr gehabt habe. Sie habe versucht, 
durch die Nase zu atmen, aber das sei irgendwie auch nicht gegangen (Z. 705 f.). 
Als sie ihn weggeschupst habe, habe er sie «überall angespritzt mit seinem…» und 
auf Vorhalt «Seinem Sperma?», «einfach so…». Ja, auch auf dem Gesicht. Da-
nach sei er duschen gegangen (Z. 718). Es sei so wie ein Muss gewesen. Der Ge-
schlechtsverkehr sei in F.________ gewesen und nicht vor diesem Vorfall. Nein, 
sie erinnere sich nicht mehr, dass sie vor der Episode mit dem Oralverkehr, am 
selben Abend, bereits Geschlechtsverkehr mit dem Beschuldigten gehabt hätte 
(Z. 746). Auch erinnere sie sich nicht mehr, ob es bei anderer Gelegenheit in 
G.________ zu Geschlechtsverkehr gekommen sei. Sie hätte in dieser Situation 
schlagen können oder keine Ahnung. Er sei sehr impulsiv und nerve sich sehr 
schnell. Vor allem, wenn man nicht das mache, was er sich wünsche. Er schreie 
einem an und dann mache man schon, was er wolle (Z. 754 ff.). Als er ihren Kopf 
gehalten habe, sei sie am Sitzen auf dem Bett gewesen und er sei gestanden. 
Wann es passiert sei, wisse sie nicht mehr genau, der Vorfall könnte in der ersten 
Nacht im Hotel gewesen sein. Es sei nicht so spät gewesen, eher am Abend. Er 
habe sie oft beschimpft und runtergemacht. Bezüglich den sexuellen Übergriffen 
habe sie kein klares Nein gesagt. Sie habe ihn einfach nicht beachtet, so dass er 
von selber verstehe, dass sie es nicht möchte. Sie habe Angst vor ihm gehabt. Sie 
habe gewusst, dass er es sowieso machen würde (Z. 815 ff.). Auf Frage, wie es 
angefangen habe mit der Arbeit erklärte sie, sie habe zu einem Vorstellungsge-
spräch gehen müssen. Sie habe noch Läuse gehabt und er habe sie schon wieder 
runtergemacht, dass sie so dreckig sei (Z. 837 f.). Sie sei am Nachmittag dort ge-
wesen und habe ab dem nächsten Tag dort wohnen müssen. Die Frau, die dort ar-
beite, sei auch F.________ und sowas wie die Chefin, sie sei wohl die Frau oder 
Freundin des Besitzers. Sie heisse AD.________ und habe ihr das Zimmer gezeigt. 
K.________ sei die ganze Zeit auch dort gewesen und habe ihr gesagt, wen sie 
nehmen solle. Am ersten Abend habe sie dann den jungen Mann genommen, aber 
das sei ja nicht gut gekommen. Sie sei dann nicht mehr lange dort gewesen. Wie 
viel sie im T.________ für das Zimmer habe bezahlen müssen, wisse sie nicht 
mehr. Der Beschuldigte habe ihr gesagt, dass sie bis Weihnachten das Geld 
zurückgeben müsse. Sie hätte K.________ das Geld geben sollen. Sie habe so-
wieso alles unter Kontrolle gehabt. Ihr Zimmer sei vis-à-vis von ihrem eigenen 
Zimmer gewesen. Nachdem ihre Schulden abbezahlt gewesen wären, hätte sie nur 
die Hälfte abgeben müssen. Auf Vorhalt der SMS vom 24. September 2013 konnte 
sie sich weder an die Bedeutung des Nachrichtentextes noch an die abgespeicher-
te Nummer erinnern (Z. 940 ff.). Auch auf Vorhalt ihrer eigenen Aussagen, wonach 
es dabei um einen Teil der Abmachung und ihre Verdienste gegangen sein soll, 
konnte sie sich nicht mehr erinnern (Z. 952). Angesprochen auf die Differenz ihrer 
geltend gemachten Schulden (EUR 3'000.00, vorher: CHF 2'100.00) hielt die Pri-
vatklägerin fest, dass dies nur so eine ungefähre Angabe sei (pag. 342 Z. 1003). 

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Auf Ergänzungsfrage von Fürsprecherin D.________ gab die Privatklägerin zu Pro-
tokoll, dass der Beschuldigte sie zweimal bedroht habe, einmal im Hotel in 
F.________ und einmal in G.________. Beim ersten Mal habe er ihr gesagt, dass 
wenn sie ihn verarsche, er sie für den Rest ihres Lebens zum Leiden bringen wer-
de. Beim zweiten Mal habe er ihr gesagt, wenn sie davonrenne oder Faxen mache, 
er ihren Bruder abschlachte und ihrer Familie Leid zufügen werde (Z. 1040 ff.). Auf 
Ergänzungsfrage von Rechtsanwalt B.________ verneinte die Privatklägerin, sich 
bereits in F.________ prostituiert zu haben. Die Behauptung des Beschuldigten, 
dass sie sich mit seinem «Götti», dem Lastwagenfahrer AW.________ prostituiert 
habe, stimme nicht. Wegen den Läusen sei es so, dass die Frau des Beschuldigten 
dort im Hotel in G.________ das gemerkt habe und sie dann den Kopf mit einem 
speziellen Shampoo gewaschen hätten. Dieses Shampoo habe K.________ mit-
gebracht (Z. 1120 ff.). Auf Vorhalt der Fotos aus F.________ vom Hotel in 
P.________ erklärte die Privatklägerin, das Hotel habe nicht so ausgesehen. Das 
Hotel sei direkt an der Autobahn gewesen (Z. 1138). 

Die Privatklägerin wurde sodann am 18. Dezember 2019 an der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung einvernommen (pag. 11309 ff.). Darin bestätigte sie im Wesent-
lichen ihre bisherigen Aussagen. Betreffend ihre Zeit im Hotel P.________ erklärte 
sie nun, sie sei den ganzen Sommer dort ein und ausgegangen, zwischendurch 
habe sie auch für drei Wochen bei einer Frau in AX.________ gelebt (pag. 11310 
Z. 21 ff.). Auf Frage, wie die Beziehung damals zum Beschuldigten gewesen sei, 
erklärte sie, sie hätten eine gute Beziehung gehabt, sie habe nichts Böses empfun-
den. Er habe ihr keine Vorschläge gemacht und sie sei auch zwischendurch nach 
Hause gegangen (Z. 34 ff.). Auch auf Frage zu den sexuellen Kontakten erklärte 
sie, es sei dabei zu keinem Zwang gekommen. Mit der Zeit habe sie dann aber 
verstehen können, dass er mit ihr andere Gedanken, etwas anderes vorhabe 
(pag. 11310 Z. 46 f.). Sie habe mehrere Male versucht, wegzugehen bzw. zu flüch-
ten. Aber es sei leider zu spät für sie gewesen. Er habe ihr Träume verkauft 
(pag. 11311 Z. 9). Es sei wohl damals schon um Prostitution gegangen (Z. 12). Sie 
sei aber naiv gewesen, habe gedacht, er zwinge sie dann nicht. In F.________ sei 
noch nicht davon die Rede gewesen, dass sie ihm Schulden zurückzahlen müsse. 
In der Schweiz habe sie bemerkt, dass der Beschuldigte und K.________ im Ver-
steckten über sie geredet hätten. Plötzlich einmal habe K.________ gesagt, dass 
sie etwas auf ihren Haaren habe, keine Ahnung ob Läuse oder so. Sie seien zu-
sammen in eine Apotheke gegangen, um ein Shampoo zu kaufen, obwohl sie sel-
ber nichts Verdächtiges in ihren Haaren gesehen habe. Als sie vom Haarewaschen 
wieder ins Zimmer gekommen sei, sei sie mitten in ein Gespräch geraten. Sie habe 
nur mitbekommen, dass der Beschuldigte zu K.________ gesagt habe: «nimm sie 
zu dir, bis…» (pag. 11312 Z. 25 ff.). Am nächsten Tag seien sie gemeinsam in ein 
Cabaret in der Nähe des Hotels gegangen. Die Frau dort habe sie aber nicht über-
nehmen wollen, da sie keinen Pass gehabt habe und zu jung gewesen sei. Danach 
seien sie so verblieben, dass K.________ dort im Hotel, wo sie selber arbeite, 
nachfragen würde, ob die Privatklägerin ein Vorstellungsgespräch erhalten könnte. 
Alleine im Hotel mit dem Beschuldigten habe dieser ihr dann mitgeteilt, dass er mit 
ihr nicht zufrieden sei. Es habe in diesem Zimmer zwei aufklappbare Betten ge-
habt, die man aus einem Schrank habe machen können (pag. 11313 Z. 18). Da-

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nach schilderte die Privatklägerin nochmals den Ablauf des Vorfalls im Hotelzim-
mer: Anschauen von Pornos auf dem Laptop, Aufforderung des Nachmachens, der 
Beschuldigte habe sich dann ausgezogen und sie habe das Gleiche machen sol-
len. Am Anfang sei es normaler Geschlechtsverkehr ohne ihr Einverständnis gewe-
sen (pag. 11313 Z. 33 f.). Danach habe er ihr plötzlich gesagt, dass sie sich auf 
das Bett hinlegen solle. Im Porno sei gerade eine Szene gelaufen, in der Oralsex 
vorgenommen worden sei. Sie könne sich nicht mehr erinnern, wie und was gewe-
sen sei. Es habe ein paar Minuten gedauert, das, was er verlangt habe. Als sie das 
gemacht habe, habe er Gewalt gegen sie angewandt. Er habe sie an den Haaren 
gepackt und nicht mehr loslassen wollen. Nach diesen Schilderungen senkte die 
Privatklägerin den Blick, wirkte weinerlich und verharrte still (Verbal; pag. 11313 
Z. 40). Auf die Frage des Gerichtspräsidenten, ob es gehe oder sie eine weitere 
Pause einlegen möchte, reagierte die Privatklägerin nicht. Daraufhin begab sich 
Fürsprecherin D.________ zu ihr und forderte sie auf, aufzustehen. Sie erklärte ihr, 
dass das Geschilderte nicht jetzt stattfinde und sie nur Menschen etwas erzähle, 
die ihr zuhören würden, ähnlich wie im Kino. Sie solle nicht von «Ich» sprechen, 
sondern von der Frau und ihr einen Namen geben (Verbal; pag. 11313 Z. 44-47). 
Danach fuhr die Privatklägerin fort: Sie habe für ein paar Sekunden oder auch län-
ger nicht mehr atmen können. Sie habe versucht, durch die Nase zu atmen. Plötz-
lich sei er zu seinem Höhepunkt gekommen und habe auf sie, ihr Gesicht und 
überall hin ejakuliert. Ab diesem Moment habe sie sich wie Dreck gefühlt 
(pag. 11314 Z. 1 ff.). Sie habe danach natürlich nicht sehr gut schlafen können, er 
aber schon. Sie erinnere sich daran, dass er geschnarcht habe. Am nächsten Mor-
gen habe sie Eier und Wurst gekocht und danach seien sie zum Hotel in 
H.________ gegangen (pag. 11314 Z. 11 ff.). Das Vorstellungsgespräch mit 
AD.________ habe nicht lange gedauert und am gleichen Abend habe sie ihre 
Kleider ins Hotel H.________ gezügelt. Der Beschuldigte sei beim Vorstellungsge-
spräch draussen geblieben, so dass er den Überblick behalten und auf sie gewartet 
habe. Weiter kam die Privatklägerin auf ihr Vorstellungsgespräch bzw. ihre Tätig-
keit im Hotel T.________ H.________ sowie den Vorfall mit dem gestohlenen Por-
temonnaie zu sprechen. Der Beschuldigte habe etwas davon gesagt, dass ihre 
Schulden EUR 2'000.00 betragen würden. Ihr sei dann auch gesagt worden, dass 
sie danach 50 % ihrer Einnahmen abgeben müsse. Zudem führte sie erneut den 
Vorfall mit dem gestohlenen Portemonnaie aus (pag. 11315 f.). Sie sei vom Be-
schuldigten mehrfach verbal bedroht worden.

Die Privatklägerin wurde zuletzt anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung vom 
1. Juli 2021 befragt (pag. 11590 ff.), zunächst ohne Übersetzung. Auf entsprechen-
de Fragen hin führte die Privatklägerin aus, dass AY.________, wahrscheinlich die 
Schwester des Beschuldigten, mehrmals versucht habe, mit ihr Kontakt aufzuneh-
men. Wer AR.________ und «AZ.________» sei, wisse sie nicht mehr (pag. 11591 
Z. 21 ff.). Den Beschuldigten habe sie durch eine Kollegin, AV.________, kennen-
gelernt. Sie habe oft Streit mit ihrem Vater gehabt. In den letzten drei Wochen, be-
vor sie in die Schweiz gekommen sei, habe sie jeden Tag dort [im Hotel] gewohnt. 
Vorher sei sie im Hotel gewesen und dann sei sie wieder zu ihrem Vater gegangen 
und dann habe es wieder Streit gegeben und sie sei wieder ins Hotel. So sei es 
fast den ganzen Sommer gewesen. Auf Frage, wie sie von ihrem Dorf ins Hotel ge-

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kommen sei, führte die Privatklägerin aus, dass der Beschuldigte sie mit dem Auto 
abgeholt habe. Sie habe ihn angerufen und er sei sofort gekommen und habe sie 
geholt. Darauf angesprochen, dass der Beschuldigte nicht den ganzen Sommer in 
F.________ gewesen sei, gab die Privatklägerin an, dass sie eine oder zwei Wo-
che(n) zurück zu ihrem Vater sei. Sie habe nicht gewusst, wo er [der Beschuldigte] 
gewesen sei. Er habe ihr auch nicht gesagt, was er in seiner Freizeit mache. Vom 
Hotel sei sie mit dem Bus zurück ins Dorf. Der Bus fahre zuerst in die Stadt und 
von dort aus sei sie nach Hause gefahren (pag. 11592 Z. 1 ff.). Auf die Frage, wo-
von sie im Hotel in F.________ gelebt habe, führte die Privatklägerin aus, dass sie 
vom Beschuldigten gelebt habe. Er habe ihr Geld für das Essen gegeben oder ha-
be ihr Essen mitgebracht. Er habe Verwandte, welche auf der rechten Seite des 
Hotels einen Laden mit Gemüse gehabt hätten. Wenn sie kein Geld gehabt habe, 
habe sie es [das Geld] dort bekommen. Während dieser Zeit sei auch eine Kollegin 
zu ihr gekommen. Manchmal sei sie auch alleine in die Stadt gegangen und wieder 
zurück (pag. 11592 Z. 25 ff.). Die Reise in die Schweiz habe der Beschuldigte or-
ganisiert, er habe auch die Tickets bezahlt. Als sie in den Bus eingestiegen seien, 
habe der Beschuldigte ihr das Ticket gegeben und gesagt, dass sie es selber zei-
gen und sagen müsse, dass sie nach Q.________ zu ihrer Schwester gehe. Das 
Nokia 5230 habe sie seit dem Hotel in P.________. Der Beschuldigte habe es ihr 
als Wiedergutmachung geschenkt, weil er ihr das andere kaputt gemacht habe. In 
der Schweiz habe sie selber eine SIM-Karte gekauft. Der Beschuldigte habe ihr 
beigebracht, wie sie «10 Franken» sagen müsse. Das Geld habe sie von 
K.________ erhalten. Auf Frage, ob sie nach Ankunft in G.________ irgendwelche 
Aufträge erhalten habe, führte die Privatklägerin aus (nachdem die Frage übersetzt 
wurde), dass sie sich habe prostituieren müssen. Sie habe auch kochen müssen 
und andere Sachen. Auf Frage gab sie an, dass er ihr noch «sexuelle Aufträge» 
gegeben habe. Sie habe auch suchen müssen, wo sie sich prostituieren könne 
(pag. 11593 Z. 4 ff.). Auf Frage, wie der Beschuldigte ihr gesagt habe, wie sie su-
chen solle, meinte die Privatklägerin, dass sie zusammen zu einem kleinen Bordell 
gegangen seien, oder so ähnlich. Es sei in der Nähe des Hotels gewesen. Die Frau 
habe sie nicht anstellen wollen, weil sie keinen Pass gehabt habe. Die einzige Lö-
sung sei schlussendlich gewesen, dass sie mit seiner Frau ins T.________ gehe. 
Es habe ansonsten keine anderen Pläne gegeben (pag. 11593 Z. 38 ff.). Auf Fra-
ge, ob die Idee mit dem T.________ H.________ also eine Notlösung und nicht 
von Anfang an geplant gewesen sei, antwortete die Privatklägerin: «Nein, einmal 
habe ich gehört, wie er und seine Frau sprechen. Er hat ihr gesagt, sie soll mich zu 
sich nehmen bis…». Die Frage, ob der Beschuldigte ihr gesagt habe, sie solle ein 
Bordell oder eine Arbeit in der Stadt suchen, verneinte die Privatklägerin und führte 
aus, selber nicht aber im Beisein von ihm und seiner Frau. Sie seien am Organisie-
ren gewesen, um etwas zu finden. Auf Vorhalt ihrer Aussagen, wonach sie sich am 
20. September 2013 im T.________ H.________ vorgestellt habe und Frage, ob 
sie sofort mit der Arbeit begonnen habe, führte die Privatklägerin aus, dass sie 
noch am gleichen Abend dorthin gegangen sei. Auf Frage, was dann bis am Abend 
passiert sei, gab die Privatklägerin an, dass sie nicht darüber reden wolle. Die Fra-
gen, ob es die Geschichte sei, welche sie bereits zweimal aufgeschrieben habe 
und ob es an diesem Nachmittag passiert sei, bejahte die Privatklägerin. Auf Vor-

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halt, wonach sie bisher immer gesagt habe, dass es am Abend passiert sei, führte 
die Privatklägerin aus, dass es vielleicht 17:00 oder 18:00 Uhr gewesen sei. Sie 
seien zurückgegangen, hätten gegessen. Es sei nichts Besonderes passiert, erst 
danach. Am gleichen Abend sei sie dann ins T.________ H.________ gegangen 
(pag. 11594 Z. 1 ff.). Im Zusammenhang mit dem aufgefundenen Portemonnaie 
und der Anmeldebestätigung führte die Privatklägerin aus, dass sie glaube, dass 
der dicke Mann, welcher im Büro [im T.________ H.________] gearbeitet habe, die 
Anmeldung in der Schweiz gemacht habe. Aber sie hätten es nicht akzeptiert und 
abgelehnt. Sie hätten nur ein Papier gehabt, dass sie es gemacht hätten. Es sei ei-
ne Anmeldung mit ihrer ID gemacht worden. Diese ID habe sie ihm gezeigt, sie ha-
be sie immer bei sich gehabt. Der Beschuldigte habe sie nicht gehabt. Als sie aus 
dem Hotel gegangen seien, habe er ihr die ID gegeben (pag. 11595 Z. 1 ff.). Ange-
sprochen auf die Zimmerzuteilung im T.________ H.________ führte die Privatklä-
gerin aus, dass sie am Anfang ganz oben gewesen sei. Sie glaube, es sei der letz-
te Stock gewesen. Dann hätten sie sie runtergebracht, in den zweiten oder dritten 
Stock. Auf Bemerkung hin, wonach es hier nur um zwei oder drei Nächte gehe, 
konkretisierte die Privatklägerin, dass sie in der ersten Nacht ganz oben gewesen 
sei. AD.________ habe es ihr gegeben. Eine Stunde später habe sie sie runterge-
bracht, weil sie alleine gewesen sei. Es seien nur zwei Nächte gewesen. In der 
Nacht als der Junge das Portemonnaie gestohlen habe, habe sie mit einer anderen 
Frau zusammen im gleichen Zimmer übernachtet. Es sei eine unbekannte 
F.________ Frau gewesen. K.________ habe mit Y.________ zusammengewohnt. 
Auf Vorhalt eines Printscreens aus dem Video der Akten betreffend Diebstahl und 
entsprechende Frage hin, führte die Privatklägerin aus, dass das ihr Zimmer gewe-
sen sei, gegenüber der Treppe. Sie sei immer in diesem Zimmer gewesen, ausser 
am Anfang. Auf der anderen Seite sei auch ein Zimmer gewesen und vis-à-vis sei 
K.________ gewesen (pag. 11595 Z. 17 ff.). Auf Frage, was vis-à-vis heisse, mein-
te die Privatklägerin, dass es noch weitere Zimmer nach rechts gegeben habe. 
K.________ sei dort weiter hinten gewesen, so viel sie sich noch erinnere. Auf 
Vorhalt ihrer Aussagen, wonach K.________ einen Kontrollanruf bei der Privatklä-
gerin gemacht haben solle als der Klient bei ihr gewesen sei aber auf dem Telefon 
in den frühen Morgenstunden vom 22. September 2013 kein einziger Anruf von 
K.________ registriert worden sei, führte die Privatklägerin – nachdem die Frage 
übersetzt werden musste – aus, dass sie nicht wisse, warum aber das habe sie 
wirklich gemacht. Auf weiteren Vorhalt, wonach sie am 25. September 2013 zwei 
Mal bei der Polizei befragt worden sei und sie danach um einen Anruf bei ihrem 
Bruder gebeten habe, damit die