# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 12bce8ca-5158-5a5a-8306-9ea7907fa739
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-06-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.06.2024 E-3583/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3583-2024_2024-06-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3583/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  J u n i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter David R. Wenger, 

mit Zustimmung von Richter Lorenz Noli;   

Gerichtsschreiber Jonas Attenhofer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Kolumbien,   

vertreten durch lic. iur. Tania Zitella,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 28. Mai 2024 / N (…). 

 

 

 

E-3583/2024 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 26. April 2024 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte, 

dass er am 16. Mai 2024 im Beisein seiner Rechtsvertretung vertieft zu 

seinen Gesuchsgründen angehört wurde,  

dass er geltend machte, er sei kolumbianischer Staatsangehöriger und 

habe vor seiner Ausreise aus Kolumbien in B._______ gelebt, 

dass er weiter geltend machte, er sei im Handel von landwirtschaftlichen 

Erzeugnissen, als Verwalter des Gemeindemarktes, als (…) sowie als (…) 

tätig gewesen,  

dass er zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen die Verfol-

gung durch Private und eine damit zusammenhängende Unzulänglichkeit 

der kolumbianischen Justiz geltend machte, 

dass er zur Stützung seiner Vorbringen im vorinstanzlichen Verfahren ins-

besondere mehrere Bestätigungsschreiben, Drohbriefe und eine Bestäti-

gung einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu den Akten reichte, 

dass die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers am 27. Mai 2024 Stel-

lung zum Entscheidentwurf der Vorinstanz nahm, 

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 28. Mai 2024 – gleichentags eröff-

net – die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneinte, sein 

Asylgesuch ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Voll-

zug anordnete, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 4. Juni 2024 gegen diese 

Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben hat und 

beantragt, es sei die angefochtene Verfügung vollständig aufzuheben, 

seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm in der Schweiz Asyl zu 

gewähren, 

dass er eventualiter beantragt, die Dispositivziffern 4 und 5 der vorinstanz-

lichen Verfügung seien aufzuheben und er sei mit Flüchtlingseigenschaft 

in der Schweiz vorläufig aufzunehmen, 

dass er subeventualiter beantragt, die Verfügung sei vollständig aufzuhe-

ben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

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Seite 3 

dass er in prozessualer Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung inklusive Kostenvorschussverzicht ersucht, 

dass er im Rechtsmittelverfahren verschiedene Medienberichte und Be-

richte von NGOs zu den Akten reichte, 

dass er mit ergänzender Eingabe vom 17. Juni 2024 eine Kopie einer Be-

scheinigung über die Mitgliedschaft in der (…) sowie zusätzliche Medien-

berichte ins Recht legte, 

 

und zieht in Erwägung,  

dass es auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – 

endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM 

entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),  

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),  

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG und im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5) richten,  

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich 

– wie nachfolgend aufgezeigt – um ein solches Rechtsmittel handelt, wes-

halb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),  

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde,  

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

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Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG),  

dass die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft 

zu machen ist (Art. 7 AsylG),  

dass die Vorinstanz ihren Asylentscheid damit begründet, die Vorbringen 

des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die Asylrelevanz 

und an die Glaubhaftmachung der Flüchtlingseigenschaft nicht stand,  

dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe im Wesentli-

chen geltend macht, er erfahre Verfolgung durch nichtstaatliche Akteure 

und die kolumbianischen Behörden würden ihn nicht schützen, 

dass die vorinstanzliche Verfügung die Beweismittel auflistet und die Be-

gründung der Verfügung entgegen der Behauptung des Beschwerdefüh-

rers nicht vermuten lässt die Vorinstanz habe die Beweismittel nicht gebüh-

rend berücksichtigt und im Übrigen auch die Begründungsdichte der ange-

fochtenen Verfügung nicht zu beanstanden ist,  

dass die Feststellung des Sachverhalts auch sonst nicht zu beanstanden 

ist, womit der Subeventualantrag der Rückweisung der Sache an die Vo-

rinstanz abzuweisen ist, 

dass das Gericht nach Durchsicht der Akten zum Schluss gelangt, dass die 

Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 28. Mai 2024 mit überzeugender und 

gehörig auf die Akten abgestützten Begründung zur Erkenntnis gelangt ist, 

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen von Art. 7 

AsylG an das Glaubhaftmachen eines Asyl begründenden Sachverhalts 

und jenen von Art. 3 AsylG an die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit nicht 

zu genügen vermögen,  

dass auf die Erwägungen des SEM verwiesen werden kann und es dem 

Beschwerdeführer nicht gelingt, diesen Argumenten etwas Stichhaltiges 

entgegenzusetzen, 

dass bezüglich der nichtstaatlichen Verfolgung der flüchtlingsrechtliche 

Schutz subsidiär ist und voraussetzt, dass die betroffene Person in ihrem 

Heimat- oder Herkunftsstaat keinen ausreichenden Schutz vor nichtstaat-

licher Verfolgung erfährt, 

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dass der Schutz als ausreichend gilt, wenn eine funktionierende Schutzinf-

rastruktur zur Verfügung steht und diese dem Betroffenen zugänglich ist 

(vgl. BVGE 2011/51 E. 7.1-7.4 m.w.H.), 

dass das Bundesverwaltungsgericht von der grundsätzlichen Schutzfähig-

keit und Schutzwilligkeit der kolumbianischen Strafverfolgungs- und Justiz-

behörden ausgeht (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-2001/2024 vom 16. 

Mai 2024 E. 7.3 m.w.H.), 

dass es der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren wie auch in 

der Rechtsmitteleingabe versäumt zu substantiieren weshalb die kolumbi-

anischen Behörden ihn nicht würden schützen können oder wollen und die 

als Beweismittel eingereichten allgemeinen Berichte über die diesbezügli-

chen Zustände in Kolumbien an dieser Einschätzung nichts zu ändern ver-

mögen, 

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingseigen-

schaft nachzuweisen oder zumindest aufzuzeigen, weshalb die Vorinstanz 

das Asylgesuch zu Unrecht abgelehnt hat,  

dass die Anordnung der Wegweisung aus der Schweiz im Einklang mit den 

gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist, da der Beschwer-

deführer insbesondere weder über einen Aufenthaltstitel für die Schweiz 

noch über eine Anspruchsgrundlage auf Erteilung eines solchen verfügt 

(Art. 44 [erster Satz] AsylG; BVGE 2013/37 E. 4.4 und 2009/50 E. 9, je 

m.w.H.),  

dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1–4 AIG [SR 142.20]), 

dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernis-

sen gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweis-

standard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, allfällige Weg-

weisungsvollzugshindernisse sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis 

möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 

2011/24 E. 10.2 m.w.H.),  

dass sich der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen 

völker- und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig erweist (Art. 83 

Abs. 3 AIG), da nach vorstehenden Erwägungen keine Hinweise auf eine 

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Seite 6 

flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung bestehen (Art. 5 Abs. 1 AsylG; 

Art. 33 Abs. 1 FK [SR 0.142.30]) und auch keine konkreten Anhaltspunkte 

für eine in der Heimat drohende menschenrechtswidrige Behandlung (im 

Sinne von Art. 3 EMRK) ersichtlich sind,  

dass in Kolumbien weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine Situation allge-

meiner Gewalt, aufgrund derer eine Rückkehr generell unzumutbar wäre, 

herrscht (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-2001/2024 vom 16. Mai 2024 

E. 7.3 m.w.H.). 

dass auch keine individuellen Gründe gegen einen Wegweisungsvollzug 

sprechen, da der Beschwerdeführer gemäss Aktenlage gesund und im er-

werbsfähigen Alter ist, über mehrjährige und vielfältige Berufserfahrung 

verfügt, in seiner Heimat finanziell gut situiert war sowie intakte Beziehun-

gen zu seinen in verschiedenen Regionen wohnhaften nahen Verwandten 

und zu seiner Partnerin unterhält (vgl. SEM-Akten 14/16 F27f., F42, 

F50-54), 

dass sich der Vollzug der Wegweisung somit in allgemeiner wie auch in 

individueller Hinsicht als zumutbar erweist, 

dass es dem Beschwerdeführer obliegt, sich die für seine Rückkehr allen-

falls benötigten Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; 

vgl. BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist,  

dass die Anordnung der vorläufigen Aufnahme somit ausser Betracht fällt 

(Art. 83 Abs. 1-4 AIG), womit das Eventualbegehren abzuweisen ist, 

dass nach dem Gesagten die angefochtene Verfügung zu bestätigen und 

die eingereichte Beschwerde als offensichtlich unbegründet abzuweisen 

ist,  

dass mit vorliegendem Urteil in der Hauptsache das Gesuch um Befreiung 

von der Kostenvorschusspflicht (gemäss Art. 63 Abs. 4 VwVG) gegen-

standslos geworden ist, 

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist, da sich die Beschwerde 

nach dem Gesagten als von Anfang an aussichtslos erwiesen hat,  

dass dem Beschwerdeführer demnach die Kosten des Verfahrens – wel-

che praxisgemäss auf Fr. 750.– zu bestimmen sind – aufzuerlegen sind 

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(Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

 

  

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Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David R. Wenger Jonas Attenhofer 

 

 

Versand: