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**Case Identifier:** 7438aeb0-c823-5ecb-89e4-aa0e3b990b80
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 23.10.2025 B 2025/105 B 2025/106
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2025-105-B-2025-10_2025-10-23.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/25

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2025/105 B 2025/106

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 05.01.2026

Entscheiddatum: 23.10.2025

Entscheid Verwaltungsgericht, 23.10.2025
Steuerrecht. Sitz/Hauptsteuerdomizil einer juristischen Person. Art. 20 Abs. 
1 StHG (SR 642.14). Art. 71 StG (sGS 811.1). Der Ort der tatsächlichen 
Verwaltung liegt praxisgemäss dort, wo eine Gesellschaft ihren 
wirtschaftlichen und tatsächlichen Mittelpunkt hat bzw. wo die 
normalerweise am Sitz sich abspielende Geschäftsführung besorgt wird. 
Massgebend ist die Führung der laufenden Geschäfte im Rahmen des 
Gesellschaftszweckes; bei mehreren Orten ist der Schwerpunkt der 
Geschäftsführung massgebend. Nicht entscheidend ist der Ort der 
Verwaltungsratssitzungen, der Generalversammlungen oder der Wohnsitz 
der Aktionäre (BGer 2C_1086/2012 vom 16. Mai 2013 E. 2.2 m.H.). Im 
konkreten Fall ging das Verwaltungsgericht davon aus, dass die Geschäfte 
der Beschwerdeführerin im Rahmen des Gesellschaftszwecks an mehreren 
Orten geführt werden. Es kam zum Schluss, dass die Indizienlage insgesamt 
für einen vom statutarischen Sitz in Z.__ /AR Ausserrhoden abweichenden 
Ort der tatsächlichen Verwaltung in Y.__/SG spreche. Ein solcher habe als 
«überwiegend wahrscheinlich» zu gelten, auch wenn F.__ bestimmte 
Leitungsfunktionen für die Beschwerdeführerin von O.__ aus 
wahrgenommen und ein Teil der Verwaltungs- und Managementtätigkeiten 
an spezialisierte Dienstleister delegiert gewesen sei. Im Jahr 2017 sei F.__ 
während mehrerer Monate in Y.__ gemeldet gewesen und habe für die 
Beschwerdeführerin Geschäftsleitungs- und Verwaltungshandlungen 
ausgeführt. Für die Vornahme solcher Tätigkeiten in Z.__/AR fehle es 
demgegenüber an jeglichen Hinweisen. Folglich seien der 
Beschwerdegegner und die Vorinstanz für das Jahr 2017 zu Recht vom 
Hauptsteuerdomizil der Beschwerdeführerin Y.__ ausgegangen. Art. 84 Abs. 
1 StG (sGS 811.1) und Art. 58 Abs. 1 lit. b DBG (SR 642.11). Gewinn-
Aufrechnung von geldwerten Leistungen einer AG. Das Verwaltungsgericht 
hielt hin-sichtlich der von der Vorinstanz bestätigten Gewinnaufrechnung 
eines Jaguar-Oldtimers fest, es gehe um ein Liebhaberobjekt, dessen Wert 
sich nicht ohne Weiteres bestimmen lasse; dies zeige sich insbesondere 

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St.Galler Gerichte

auch in den von den beiden Gutachtern veranschlagten grossen 
Preisspannen. Der Einbringungswert 2017 liege zwar gut einen Fünftel über 
dem von den beiden Schätzern festgelegten Versicherungswert/Marktwert. 
Indes sei zu beachten, dass gemäss Rechtsprechung betreffend geldwerte 
Leistungen erst eine Differenz von 25% zwischen Kaufpreis und 
Verkehrswert bei Liegenschaften als Indiz für ein – zur Aufrechnung 
führendes – offensichtliches Missverhältnis zwischen Leistung und 
Gegenleistung angesehen werde (VerwGE B 2024/58 f. vom 3. Februar 2025 
E. 3.4.1 m.H. auf BGer 2C_785/2020 vom 18. März 2021 E. 2.5.1 und E. 2.5.5). 
Eine Orientierung an dieser Schwelle erscheine auch bei 
Fahrnisgegenständen sachgerecht. Der diesbezüglich beweisbelastete 
Beschwerdegegner (Steuerverwaltung) habe nicht aufgezeigt, dass der 
Leistung der Beschwerdeführerin im Jahr 2017 auf das Konto 1460 ihres 
Aktionärs F.__ mit der Einbringung des Jaguars durch den Aktionär keine – 
im dargelegten Sinn – angemessene Gegenleistung gegenüberstehe. Auch 
ein simuliertes Geschäft werde zu Recht von keiner Seite behauptet, zumal 
es hierfür an jeglichen Anhaltspunkten fehle. Mit Blick auf die dargelegten 
Gegebenheiten erscheine es gerechtfertigt, im Umfang des 
Einbringungswerts 2017 von einer Aufrechnung abzusehen 
(Verwaltungsgericht, B 2025/105, B 2025/106). Gegen dieses Urteil wurde 
Beschwerde beim Bundesgericht erhoben (Verfahren 9C_660/2025)

Entscheid siehe pdf.

Kanton St.Gallen 

Gerichte 

 
 

 

 

 

Verwaltungsgericht 

Abteilung III 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 23. Oktober 2025  

Besetzung  Abteilungspräsidentin Lendfers; Verwaltungsrichterin Bietenharder,  

Verwaltungsrichter Engeler; Gerichtsschreiber Schmid  

   

Geschäftsnr.   B 2025/105 

B 2025/106 

 

   

Verfahrens- 

beteiligte 

 

 A.__ AG, 

Beschwerdeführerin,  

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Claude Aemisegger,  

schochauer ag, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,  

 

 

  Gegen 

  Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen,  

Unterstrasse 28, 9001 St. Gallen,  

Vorinstanz,  

 

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,  

Beschwerdegegner,  

 

Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte  

Bundessteuer, Eigerstrasse 65, 3003 Bern,  

Beschwerdebeteiligte,  

 

 

  

Gegenstand  Kantonssteuern und direkte Bundessteuer 2017 

 

 

B 2025/105 und B 2025/106 

 

2/23 

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest: 

A.   

a. 

Die A.__ AG wurde am 12. August 2011 mit Sitz in Z.__/AR (B.__ 001_) im Handelsregister 

eingetragen; eine weitere Adresse in St. Gallen (C.__-strasse 002_) wurde im April 2018 

im Handelsregister vermerkt (act. G 3/5). In der Steuererklärung 2017 vom 3. Januar 2019 

deklarierte die Gesellschaft einen Reingewinn von CHF 1’487'514 und ein steuerbares Ei-

genkapital von CHF 3'076'652. In der Steuerausscheidung gab sie für den Kanton St. Gal-

len einen Eigenkapitalanteil von CHF 257'243 an. Das Kantonale Steueramt St. Gallen teilte 

der Gesellschaft am 23. September 2022 mit, dass sich nach Lage der Akten der Ort der 

tatsächlichen Verwaltung für die Steuerperiode 2017 in Y.__ befunden habe, und forderte 

sie auf, im Handelsregister eine entsprechende Anpassung vorzunehmen. Die A.__ AG 

bestätigte hierauf am 21. Oktober 2022, die Handelsregister-Korrektur mutmasslich bis 

Ende 2022 vorzunehmen. Am 22. Dezember 2022 verlegte die Gesellschaft den Sitz nach 

Y.__ (C.__-strasse 002_); als weitere Adresse wurde vermerkt: D.__-strasse 003_, 

X.__/AR. Mit Verfügungen vom 6. April 2023 veranlagte das Kantonale Steueramt die Ge-

sellschaft – ausgehend von einem Hauptsteuerdomizil/Ort der tatsächlichen Verwaltung in 

Y.__ – für die Kantonssteuern 2017 mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 958'700 

(satzbestimmend: CHF 2'641'200) und einem steuerbaren Eigenkapital von CHF 2'923'000 

(satzbestimmend: CHF 4'010'000) sowie für die direkte Bundessteuer 2017 mit einem steu-

erbaren Reingewinn von CHF 2'641'200.  

b. 

Die dagegen erhobene Einsprache hiess das Kantonale Steueramt mit Entscheid vom 

29. August 2024 teilweise gut und reduzierte den in der ursprünglichen Veranlagung be-

rücksichtigten Aufrechnungsbetrag von CHF 1'548'859 auf CHF 864'268. Die hiergegen mit 

Eingabe vom 27. September 2024 erhobenen Rechtsmittel wies die Verwaltungsrekurs-

kommission des Kantons St. Gallen (VRK) mit Entscheid vom 3. April 2025 ab und aufer-

legte der Gesellschaft amtliche Kosten von CHF 2'000 (Rekurs; kantonalrechtlicher Teil) 

und CHF 500 (Beschwerde; bundesrechtlicher Teil), unter Anrechnung der in gleicher Höhe 

geleisteten Kostenvorschüsse (act. G 2).  

B.   

 

B 2025/105 und B 2025/106 

 

3/23 

a. 

Gegen diesen Entscheid erhob die A.__ AG durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe vom 

12. Mai 2025 (act. G 1) Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuhe-

ben (Ziffer 1) und es sei festzustellen, dass sich das Hauptsteuerdomizil der Beschwerde-

führerin für 2017 nicht im Kanton St. Gallen befunden habe (Ziffer 2). Eventualiter zum 

Rechtsbegehren Ziffer 2 seien für die Staats- und Gemeindesteuer 2017 ein steuerbarer 

Gewinn von CHF 269'018.05 und ein satzbestimmender Gewinn von CHF 1'951'618.05 so-

wie für die direkte Bundessteuer 2017 ein steuerbarer Gewinn von CHF 1'951'618.05 und 

ein satzbestimmender Gewinn von CHF 1'951'918.05 zugrunde zu legen (Ziffer 3). Sub-

eventualiter zum Rechtsbegehren Ziffer 3 sei die Sache zwecks Neuerfassung der Bemes-

sungsgrundlagen betreffend den steuerbaren Gewinn für 2017 im Kanton St. Gallen an die 

Veranlagungsbehörde (Beschwerdegegner) zurückzuweisen und der Beschwerdeführerin 

Gelegenheit zur Stellungnahme zu sämtlichen vorinstanzlichen Akten zu geben (Ziffer 4). 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten des Staates 

(Ziffer 5). 

b. 

In der Vernehmlassung vom 27. Mai 2025 beantragte die Vorinstanz Abweisung der Be-

schwerde (act. G 7). Der Beschwerdegegner beantragte in der Vernehmlassung vom 

19. Juni 2025 Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung 

verwies er auf den vorinstanzlichen Entscheid sowie auf den Einspracheentscheid vom 

29. August 2024 und äusserte sich ergänzend zu den Vorbringen in der Beschwerde 

(act. G 10). Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine weitere Stellungnahme (act. G 12).   

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung: 

1.  

Da die Vorschriften des Bundes und der Kantone zur Besteuerung der juristischen Perso-

nen vereinheitlicht sind, erledigte die Vorinstanz den Rekurs betreffend die Kantonssteuern 

2017 einerseits und die Beschwerde betreffend die direkten Bundessteuern 2017 ander-

seits zu Recht im gleichen Entscheid, aber mit getrennten Dispositivziffern. Unter diesen 

Umständen durfte auch die Beschwerdeführerin die Beschwerden in einer gemeinsamen 

Rechtsschrift erheben (BGE 135 II 260 E. 1.3). Ebenso ist es zulässig, dass das Verwal-

tungsgericht über die Beschwerden im gleichen Urteil entscheidet (BGE 142 II 293 E. 1.2). 

Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des Ge-

setzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 229 in Verbindung mit 

Art. 196 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 der 

Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145 des 

 

B 2025/105 und B 2025/106 

 

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Gesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Die Beschwerdeführerin ist zur 

Beschwerde legitimiert, und die Eingabe vom 12. Mai 2025 entspricht zeitlich, formal und 

inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 229 in Verbindung mit Art. 196 Abs. 1 StG 

in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 140 Abs. 1 

und 2 DBG). Auf die Beschwerden ist somit grundsätzlich einzutreten. Nicht einzutreten ist 

auf das Feststellungsbegehren (act. G 1 Rechtsbegehren Ziffer 2). Mit diesem beantragte 

die Beschwerdeführerin, es sei festzustellen, dass sich ihr Hauptsteuerdomizil im Jahr 2017 

nicht im Kanton St. Gallen befunden habe. Weil Feststellungsanträge subsidiär zu Gestal-

tungsbegehren sind und die Beschwerdeführerin mit ihrem Feststellungsbegehren aus-

schliesslich die negative Beantwortung einer ohnehin im Rahmen der Rechtsanwendung 

für ihr Gestaltungsbegehren (Rechtsbegehren Ziffer 1) zu prüfenden Rechtsfrage bean-

tragt, fehlt es ihr an einem aktuellen schutzwürdigen Feststellungsinteresse (BGer 

9C_154/2023 vom 3. Januar 2024 E. 1.1 m.H.). 

2.   

2.1.  

Vorliegend ist streitig, ob sich am statutarischen Sitz der Beschwerdeführerin im Jahr 2017 

in Z.__/AR auch der Ort der effektiven Leitung bzw. Verwaltung und damit das Hauptsteu-

erdomizil befand. Juristische Personen sind aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuer-

pflichtig, wenn sich ihr Sitz oder ihre tatsächliche Verwaltung in der Schweiz bzw. im Kanton 

befindet (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern 

der Kantone und Gemeinden, SR 642.14, StHG, sowie Art. 71 StG). Das Hauptsteuerdo-

mizil einer juristischen Person befindet im interkantonalen Verhältnis grundsätzlich an ihrem 

durch die Statuten und den Handelsregistereintrag bestimmten Sitz. Auf diesen zivilrechtli-

chen Sitz wird jedoch dann nicht abgestellt, wenn ihm in einem anderen Kanton ein Ort 

gegenübersteht, an dem die normalerweise am statutarischen Sitz sich abspielende Ge-

schäftsführung und Verwaltung, d.h. die leitende Tätigkeit, in Wirklichkeit vor sich geht. In 

solchen Fällen wird der Ort der effektiven Leitung bzw. Verwaltung als Steuerdomizil be-

trachtet. Nach der Praxis liegt die tatsächliche Verwaltung einer juristischen Person am Ort, 

wo die Fäden der Geschäftsführung zusammenlaufen, die wesentlichen Unternehmensent-

scheide fallen, die normalerweise am Sitz sich abspielende Geschäftsführung besorgt wird 

und die Gesellschaft den wirklichen, tatsächlichen Mittelpunkt ihrer ökonomischen Existenz 

hat. Die so verstandene tatsächliche Verwaltung einer juristischen Person ist abzugrenzen 

von der blossen administrativen Verwaltung einerseits und der Tätigkeit der obersten Ge-

sellschaftsorgane andererseits, soweit sie sich auf die Ausübung der Kontrolle über die ei-

gentliche Geschäftsleitung und gewisse Grundsatzentscheide beschränkt. Massgebend ist 

somit die Führung der laufenden Geschäfte im Rahmen des Gesellschaftszwecks; findet 

sie an mehreren Orten statt, ist der Schwerpunkt der Geschäftsführung   massgebend (BGE 

 

B 2025/105 und B 2025/106 

 

5/23 

150 II 321 E. 3.2 m.H.; zur Publikation vorgesehener BGer 9C_73/2024 vom 26. Februar 

2025, E. 4.1). Entscheidend sind die gesamten Umstände des Einzelfalls (BGer 

2C_384/2019 vom 18. November 2019 E. 2.1.2 m.H.; ZWEIFEL/HUNZIKER, in: Zwei-

fel/Beusch/de Vries Reilingh [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Inter-

kantonales Steuerrecht, 2. Aufl. 2021, § 8 N 5). Im interkantonalen Verhältnis räumt das 

Bundesgericht dem Ort der tatsächlichen Verwaltung der juristischen Person den Vorrang 

gegenüber dem statutarischen Sitz ein (BGE 146 II 111 E. 2.3.6). 

Ein Indiz für das Hauptsteuerdomizil bildet der Umstand, dass an einem Ort die Post effektiv 

bearbeitet wird und die Gesellschaft telefonisch erreichbar ist, wohingegen der Umstand, 

dass an einem Ort, an welchem zwar Postadresse und Telefonverbindung registriert sind, 

die Post und eingehende Telefone jedoch von einer beauftragten Person regelmässig wei-

tergeleitet werden, auf ein Briefkastendomizil hindeutet (BGer 2C_539/2017 vom 7. Februar 

2018 E. 3.1 mit Hinweisen). Der Ort der tatsächlichen Verwaltung liegt mithin dort, wo eine 

Gesellschaft ihren wirtschaftlichen und tatsächlichen Mittelpunkt hat bzw. wo die Geschäfts-

führung besorgt wird und die wesentlichen Unternehmensentscheide fallen. Die Träger der 

tatsächlichen Verwaltung sind regelmässig die zur Geschäftsführung autorisierten Vertreter 

des Verwaltungsrates bzw. der Gesellschafter. Mit der Geschäftsleitung bzw. der tatsächli-

chen Verwaltung ist nicht die Tätigkeit der obersten Gesellschaftsorgane, soweit sie sich 

auf die Ausübung der Kontrolle und gewisse Grundsatzentscheide beschränkt, gemeint 

(ZWEIFEL/HUNZIKER, a.a.O., § 8 N 12 f.). Nicht entscheidend ist der Ort der Verwaltungs-

ratssitzungen, der Generalversammlungen oder der Wohnsitz der Aktionäre, es sei denn, 

die Geschäftsführung konzentriere sich bei einer Person, die ihre Tätigkeit an verschiede-

nen Orten wahrnimmt, ohne dass die Gesellschaft über feste Einrichtungen und eigenes 

Personal verfügt (BGer 2C_848/2017 vom 7. September 2018 E. 3.2 mit Hinweisen; BGE 

150 II 321 E. 3.6.4). 

Die Veranlagungsbehörde trägt grundsätzlich die Beweislast für die steuerbegründenden 

und -erhöhenden, die steuerpflichtige Person jene für die steueraufhebenden und -min-

dernden Tatsachen (BGE 140 II 248 E. 3.5). In Bezug auf das Hauptsteuerdomizil juristi-

scher Personen gilt der Sitz in der Regel aufgrund des Handelsregistereintrags als bewie-

sen. Der andere Kanton, welcher den Ort der tatsächlichen Verwaltung auf seinem Gebiet 

geltend macht, hat die Umstände darzutun und zu beweisen, aus welchen sich ergibt, dass 

der ausserkantonale Sitz einer juristischen Person nur formeller Art ist und die tatsächliche 

Verwaltung im betreffenden Kanton besorgt wird. Erscheint aber der durch den anderen 

Kanton geltend gemachte Ort der tatsächlichen Verwaltung als überwiegend wahrschein-

lich (BGE 150 II 321 E. 3.6), genügt dies in der Regel als Hauptbeweis und obliegt es der 

steuerpflichtigen juristischen Person, den Gegenbeweis für den von ihr behaupteten Ort der 

 

B 2025/105 und B 2025/106 

 

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tatsächlichen Verwaltung ausserhalb des Kantons zu erbringen (BGer 2C_24/2021 vom 

6. Oktober 2021 E. 4.3 m.H.; BGE 147 I 325 E. 2.3). 

2.2.  

Im angefochtenen Entscheid legte die Vorinstanz unter anderem dar, in der Erfolgsrech-

nung 2017 der Beschwerdeführerin seien keine Mietkosten verbucht worden (act. G 8/8/2). 

Die Beschwerdeführerin habe eine Faktura eingereicht, mit der ihr ein Domizilservice in 

Speicher für September 2017 bis August 2018 in Rechnung gestellt worden sei (über ins-

gesamt CHF 1'000; act. G 8/5/3). Rechnungsstellerin sei E.__, W.__/AR, gewesen. Nicht 

entscheidend sei, ob es sich dabei, wie der Beschwerdegegner festhalte (vgl. act. G 8/8/11), 

um die ehemalige Sekretärin handle. Aufgrund der Umstände liege nahe, dass am statuta-

rischen Sitz weder Personal noch Büros oder andere Einrichtungen bestanden hätten und 

eine beauftragte Person ihre Adresse gegen eine bescheidene Domizilgebühr zur Verfü-

gung gestellt habe. Da somit starke Indizien für die Annahme eines bloss formellen Sitzes 

vorlägen, erscheine es naheliegend, dass in Speicher lediglich ein Briefkastendomizil be-

standen habe. F.__ habe im Jahr 2017 sowohl als Präsident des Verwaltungsrates der G.__ 

AG als auch der Beschwerdeführerin geamtet. Seine Söhne I.__ und J.__ H.__ hätten eben-

falls Einsitz in beide Verwaltungsräte genommen. Da die Domiziladresse der G.__ AG mit 

der «weiteren Adresse» der Beschwerdeführerin (in Y.__) übereingestimmt habe, liege die 

Vermutung nahe, dass die beiden Gesellschaften ihren administrativen Sitz an der C.__-

strasse 002_ Y.__ gehabt hätten. Denn es erscheine nicht plausibel, dass die beiden von 

der Familie H.__ geführten Gesellschaften an unterschiedlichen Standorten verwaltet wor-

den seien, zumal im Jahr 2017 die ebenfalls von F.__ geführte K.__ AG ihren Sitz auch dort 

gehabt habe. Hätten die Tätigkeiten der Geschäftsleitung, wie die Beschwerdeführerin gel-

tend mache, nicht an einem einzigen Ort stattgefunden, sei jener Ort massgebend, wo sich 

der Schwerpunkt der Geschäftsführung befunden habe. Der Gesellschaftszweck bestehe 

bei der Beschwerdeführerin im Wesentlichen in der Entwicklung, Planung, Projektierung 

und Realisierung von Bauten als Total- und Generalunternehmerin. Bestimmende Hand-

lungen der operativen Geschäftsführung seien demnach der Abschluss von General- und 

Totalunternehmerverträgen, das finanzielle Management der Projekte, die Beauftragung 

von Subunternehmen und Lieferanten sowie deren Koordination und Überwachung gewe-

sen. Nicht relevant sei, wo die von der Beschwerdeführerin erwähnten spezialisierten 

Dienstleister ihre Tätigkeiten ausgeführt hätten, auch wenn es sich dabei um übertragene 

Managementfunktionen gehandelt habe. Diesbezüglich habe die Beschwerdeführerin gel-

tend gemacht, sie habe in den Jahren 2013-2019 die Überbauung L.__ in V.__ realisiert. 

Ein Teilbetrag von CHF 15'560'000 sei Inhalt des Totalunternehmervertrages vom 7. Januar 

2014 gewesen, den die Beschwerdeführerin (TU) mit F.__ c/o G.__ AG (Bestellerin) abge-

schlossen habe (act. G 8/5/3). Dieser Vertrag habe jedoch nicht die hier relevante Steuer-

periode (2017) betroffen, weil die Fertigstellung für Herbst 2015 vereinbart worden sei. Im 

 

B 2025/105 und B 2025/106 

 

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Recht liege auch ein Mandatsvertrag, mit dem die Beschwerdeführerin am 16. März 2017 

beauftragt worden sei, eine Liegenschaft zu verkaufen. Auch diesen Vertrag habe F.__ un-

terzeichnet, und zwar in Y.__. Dies zeige zum einen, dass er massgeblich in die operative 

Geschäftsführung einbezogen gewesen sei, und zum anderen, dass er sich im fraglichen 

Jahr nicht durchgehend im Ausland aufgehalten habe. Der Wohnsitz von F.__ habe sich 

denn auch nicht während des ganzen Jahres 2017 im Ausland befunden. Gemäss Eintrag 

im kantonalen Einwohnerregister sei er vom 1. April bis 14. September 2017 in Y.__, M.__-

strasse 003_, gemeldet gewesen. Die dortige Liegenschaft werde auch von der Eigentü-

merin N.__ bewohnt. Seit der Rückkehr aus O.__ im Jahr 2019, wo er in P.__ über die G.__ 

AG drei Luxuswohnungen mit Hotelservice vermiete, habe F.__ wieder dort (M.__-strasse 

003_, Y.__) Wohnsitz. Diese Umstände würden nahelegen, dass in der Steuerperiode 2017 

wesentliche Anteile der operativen Führungsarbeit in Y.__ erfolgt seien. Ob F.__ sich nur 

zeitweise dort aufgehalten habe, um Verträge zu unterzeichnen, lasse sich nicht feststellen. 

Zu berücksichtigen sei aber, dass die Beschwerdeführerin auf dessen Präsenz nicht durch-

gehend angewiesen gewesen sei, da die beiden damals ebenfalls in Y.__ ansässigen Ver-

waltungsräte I.__ und J.__ H.__ zeichnungsberechtigt gewesen seien und operativ hätten 

tätig werden können. Nach Angaben der Beschwerdeführerin habe sich I.__ H.__ bei Ab-

wesenheit des Vaters um finanzielle Angelegenheiten gekümmert. Zusammenfassend sei 

festzuhalten, dass in Speicher lediglich ein Briefkastendomizil vorgelegen habe. Massge-

bend sei daher der Ort der tatsächlichen Verwaltung, welcher sich 2017 mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit in St. Gallen befunden habe (act. G 2 S. 6-8).  

2.3.  

Die Beschwerdeführerin anerkennt als grundsätzlich, dass die Tätigkeit der Geschäftslei-

tung der Beschwerdeführerin nicht an einem einzigen Ort stattfand. Sie ist jedoch der An-

sicht, dass die Tatsache, wonach sie im Jahr 2017 weder im Kanton St. Gallen noch im 

Kanton Appenzell Ausserrhoden Mietaufwendungen verbucht habe, weder für noch gegen 

einen Ort der tatsächlichen Verwaltung sprechen könne; mitnichten könne von einem «star-

ken Indiz» gesprochen werden, wie die Vorinstanz vorbringe. Im Weiteren sei I.__ H.__ erst 

am 21. Oktober 2019 als einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat der Beschwerdefüh-

rerin im Handelsregister eingetragen worden. J.__ H.__ sei als kollektivzeichnungsberech-

tigter Verwaltungsrat erst seit 5. Oktober 2021 eingetragen; einzelzeichnungsberechtigt sei 

er erst seit dem 16. Oktober 2024 (act. G 3/5 f.). Im Weiteren seien F.__ sowie seine Söhne 

I.__ und J.__ H.__ Mitglieder des Verwaltungsrats der Q.__ AG in U.__ (act. G 3/7). I.__ 

H.__ sei ferner Verwaltungsrat der R.__ und der S.__ AG, von denen keine an der C.__-

strasse in Y.__ domiziliert sei. Aus der Tatsache, dass die weitere Adresse der Beschwer-

deführerin mit dem Domizil der G.__ AG übereinstimme, lasse sich für die Bestimmung des 

Ortes der tatsächlichen Verwaltung nichts ableiten. Klarzustellen sei auch, dass diese wei-

tere Adresse an der C.__-strasse 002_ in Y.__ erst am 27. April 2018 im Handelsregister 

 

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aufgenommen worden sei (act. G 3/5). Sodann könnten aus dem Ort der Vertragsunter-

zeichnung (vgl. act. G 3/8 f.) keine Rückschlüsse auf den Ort der tatsächlichen Verwaltung 

bzw. das Hauptsteuerdomizil 2017 der Gesellschaft vorgenommen werden. Wenn die Vo-

rinstanz schliesslich auf einen Eintrag im kantonalen Einwohnerregister, einen Auszug aus 

dem Geoportal sowie auf Einträge auf www.ferienP.__.com abstelle (act. G 2 E. 3b/cc), 

verletze sie das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin, welcher diese Unterlagen nie 

zugestellt worden seien. Auch aus diesem Grund sei der angefochtene Entscheid aufzuhe-

ben und der Beschwerdeführerin Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Zum Vorbrin-

gen der Vorinstanz, wonach F.__ im Jahr 2017 in Y.__ (M.__-strasse 003_) gemeldet ge-

wesen sei, sei festzuhalten, dass die Meldebestätigung der Stadt Y.__ vom 12. Dezember 

2022 einen Zuzug von O.__ nach Y.__ per 7. Mai 2019 bestätige. Ungeachtet allfälliger 

Registereinträge habe sich F.__ während der ganzen Steuerperiode 2017 im Ausland be-

funden. Somit habe der Beschwerdegegner keine überwiegende Wahrscheinlichkeit für ei-

nen Ort der tatsächlichen Verwaltung in Y.__ im Jahr 2017 nachweisen können. Der tat-

sächliche Ort der Verwaltung der Beschwerdeführerin habe sich 2017 im Kanton Appenzell 

Ausserrhoden befunden, weil sich die Geschäftstätigkeit in diesem Jahr (neben einer klei-

neren Bautätigkeit im Thurgau) fast ausschliesslich auf das Bauprojekt L.__ in V.__ be-

schränkt habe. Die T.__ AG sei mit der Planung, Realisierung und dem Abrechnungswesen 

beauftragt gewesen (act. G 3/4 S. 4); die Fertigstellung habe bis Mitte 2019 gedauert (act. 

G 3/10, 3/11) und sei entgegen der vorinstanzlichen Behauptung nicht bereits im Herbst 

2015 abgeschlossen gewesen. Bis zur Fertigstellung seien die massgebenden Geschäfts-

entscheide vor Ort, d.h. auf der Baustelle in V.__, getroffen worden, zumal keine Mieträume 

zur Verfügung gestanden hätten. Damit bestehe ein starkes Indiz für den Ort der tatsächli-

chen Verwaltung im Jahr 2017 in V.__ (act. G12 S. 5-10). Die Beschwerdeführerin beruft 

sich im Weiteren auf die seit Jahren in guten Treuen erfolgte Besteuerung in Z.__/AR. Bis 

zum Schreiben des Beschwerdegegners vom 23. September 2022 hätten keine Hinweise 

für Zweifel am dortigen Hauptsteuerdomizil bestanden. Der darin erfolgten Aufforderung, 

ihren statutarischen Sitzung nach St. Gallen zu verlegen, sei die Beschwerdeführerin um-

gehend nachgekommen. Die Steuerveranlagung 2017 des Kantons AR sei unangefochten 

in Rechtskraft erwachsen (act. G 3/12). Der Kanton Appenzell Ausserrhoden werde seine 

Steuerhoheit mit grosser Wahrscheinlichkeit beanspruchen. Der Beschwerdegegner habe 

den Nachweis eines überwiegend wahrscheinlichen Hauptsteuerdomizils in St. Gallen nicht 

erbracht (act. G 1 S. 10-12 und S. 25-27). 

3.   

3.1.  

Wie dargelegt, rügt die Beschwerdeführerin eine Gehörsverletzung, indem die Vorinstanz 

auf einen Eintrag im kantonalen Einwohnerregister, einen Auszug aus dem Geoportal sowie 

 

B 2025/105 und B 2025/106 

 

9/23 

auf Einträge auf www.ferienP.__.com abgestellt habe (act. G 2 E. 3b/cc), ohne ihr diese 

Unterlagen zuzustellen. Hierzu ist mit der Vorinstanz (act. G 7) anzumerken, dass Informa-

tionen aus dem Internet grundsätzlich dann als notorisch gelten, wenn ihnen aufgrund des 

Umstands, dass sie leicht zugänglich sind und aus verlässlichen Quellen stammen, ein of-

fizieller Anstrich anhaftet (vgl. BGer 1C_287/2023 vom 21. August 2024 E. 4.2.3 m.H.). 

Letzteres ist beim Geoportal ohne Weiteres der Fall.  Bei der im angefochtenen Entscheid 

zitierten privaten Website handelt es sich unbestritten um die eigene Seite des Verwal-

tungsratpräsidenten der Beschwerdeführerin F.__ bzw. der von ihm beherrschten G.__ AG. 

Sodann sind die Daten im Einwohnerregister zwar nicht öffentlich einsehbar. Jedoch ist 

diesbezüglich von der unbestritten gebliebenen Feststellung der Vor-instanz (act. G 7) aus-

zugehen, dass der im Register vermerkte Eintrag (Wohnsitz von F.__ an der M.__-strasse 

003_, Y.__, vom 1. April bis 14. September 2017) auf eine entsprechende Meldung von 

F.__ selbst zurückzuführen sein dürfte. Indem die Vorinstanz die vorerwähnten Informatio-

nen der Beschwerdeführerin nicht zur Stellungnahme unterbreitete, hat sie deren rechtli-

ches Gehör nicht verletzt. 

3.2.    

3.2.1.  

Die Beschwerdeführerin hatte ihren statutarischen Sitz seit ihrer Gründung im Jahr 2011 

bis 2022 in Z.__/AR (act. G 3/6). Wie sich nachstehend ergeben wird und von Seiten der 

Verfahrensbeteiligten auch anerkannt ist, fanden die wirtschaftlichen Aktivitäten und die 

Geschäftsleitung der Beschwerdeführerin in diesem Jahr nicht an einem einzigen Ort statt, 

weshalb der Ort zu bestimmen ist, an welchem sich der Schwerpunkt der Geschäftsführung 

bzw. der leitenden Tätigkeiten im Jahr 2017 befand. Nicht unbedingt erforderlich ist, dass 

sich dort eine feste Geschäftseinrichtung oder Personal befinden. Ist dem aber so, kann 

dies ein Indiz für den Ort der wirklichen Leitung sein (vgl. OESTERHELT/SCHREIBER, in: Zwei-

fel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, StHG, 3. Aufl. 2017, N 

27 f. zu Art. 20 StHG). Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die operative Geschäftsfüh-

rung bei der Beschwerdeführerin mit Blick auf den im Handelsregister vermerkten Gesell-

schaftszweck im Wesentlichen den Abschluss von Generalunternehmerverträgen, die Pro-

jektfinanzierung, die Beauftragung von Subunternehmern und Lieferanten sowie deren 

Überwachung und Kontrolle beinhaltet. Im Handelsregister vermerkt ist sodann seit einer 

Anpassung der Zweck-Umschreibung im März 2017 auch der Handel mit Liebhaber- und 

Oldtimerfahrzeugen (act. G 3/5; vgl. dazu unter anderem act. G 8/8/20 Beilagen am 

Schluss). 

3.2.2.  

Aus der Erfolgsrechnung 2017 der Beschwerdeführerin (act. G 8/8/2) ist ersichtlich, dass 

 

B 2025/105 und B 2025/106 

 

10/23 

weder für die Adresse in Y.__ (C.__-strasse 002_) noch für diejenige Z.__/AR noch sonstwo 

Mietkosten verbucht bzw. Räumlichkeiten angemietet worden waren. In Y.__ beschäftigte 

die Beschwerdeführerin im Jahr 2017 nach ihren Angaben keine Mitarbeiter (act. G 8/4 

S. 3). Der Umstand, dass der Beschwerdeführerin für die Adresse in X.__ ein Domizilser-

vice für die Zeit vom September 2017 bis August 2018 über CHF 1'000 in Rechnung gestellt 

worden war (vgl. Schreiben 28. November 2017 und vom 28. Februar 2023 S. 2, act. G 

8/5/3 und 8/8/20 Beilage; act. G 8/8/11 [«automatische Postumleitung nach SG, unbenütz-

tes Büro»]), weist auf das Bestehen eines lediglich formellen Sitzes in X.__ hin. Sodann 

vermag der im angefochtenen Entscheid angeführte Umstand, dass F.__ im Jahr 2017 so-

wohl Präsident des Verwaltungsrates der Beschwerdeführerin als auch der G.__ AG (mit 

Domiziladresse Y.__, C.__-strasse 002_) gewesen sei, für sich allein nicht einen Sitz der 

Beschwerdeführerin im Jahr 2017 an derselben Adresse zu belegen, zumal er in dieser 

Form nicht zutrifft: Die «weitere Adresse» der Beschwerdeführerin (C.__-strasse 002_, 

Y.__) war erst im April 2018 ins Handelsregister eingetragen worden (act. G 3/5). Die bei-

den Söhne von F.__ amteten entgegen der Auffassung der Vorinstanz im Jahr 2017 noch 

nicht als Verwaltungsräte in beiden Gesellschaften. I.__ H.__ wurde erst per 21. Oktober 

2019 als einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat der Beschwerdeführerin eingetra-

gen und für J.__ H.__ besteht seit 5. Oktober 2021 eine Kollektivzeichnungsberechtigung 

bzw. seit 16. Oktober 2024 eine Einzelzeichnungsberechtigung (act. G 3/5 f.). F.__ wurde 

erst am 21. Oktober 2019 Präsident des Verwaltungsrats der Beschwerdeführerin. Für die 

Fällung massgebender Entscheide für die Beschwerdeführerin im Jahr 2017 fehlte den 

Söhnen von F.__ die Zeichnungsberechtigung (act. G 3/5). Auch hinsichtlich der im ange-

fochtenen Entscheid angeführten I.__ AG mit Domiziladresse C.__-strasse 002_, Y.__, und 

F.__ als Verwaltungsratspräsident ist festzuhalten, dass I.__ und J.__ H.__ erst im Sep-

tember 2020 eine (Kollektiv-)Zeichnungsberechtigung als Verwaltungsräte dieser Unter-

nehmung erhielten. Im Übrigen weist die Beschwerdeführerin darauf hin, dass F.__ Verwal-

tungsratspräsident sowie I.__ und J.__ H.__ Verwaltungsratsmitglieder von weiteren, nicht 

an der C.__-strasse 002_ in Y.__ domizilierten Unternehmen sind (vgl. vorstehende E. 2.3 

unter anderem m.H. auf act. G 3/7: Q.__ AG mit Domiziladresse in Bz.__). Anhand der 

vorstehend dargelegten Gegebenheiten allein lässt sich somit der Ort der tatsächlichen 

Verwaltung der Beschwerdeführerin im Jahr 2017 nicht bestimmen bzw. ein solcher Ort an 

der C.__-strasse 002_ in Y.__ nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad («überwiegend 

wahrscheinlich») belegen.  

Die Beschwerdeführerin beruft sich wie dargelegt auf einen tatsächlichen Ort der Verwal-

tung im Kanton Appenzell Ausserrhoden mit der Begründung, dass sich die Geschäftstätig-

keit im Jahr 2017 im Wesentlichen auf die Realisierung des Bauprojekts L.__ in V.__ be-

schränkt habe, die Fertigstellung desselben bis Mitte 2019 gedauert habe und die massge-

benden Geschäftsentscheide vor Ort (auf der Baustelle V.__), am Domizil der Dienstleister 

 

B 2025/105 und B 2025/106 

 

11/23 

(T.__ AG, By.__; Treuhandgesellschaft BA.__ AG, Bx.__, Bb.__ KLG, Bw.__) und am da-

maligen Ausland-Domizil von F.__ getroffen worden seien (vorstehende E. 2.3 erster Ab-

satz und act. G 8/4 S. 3 f. mit Beleghinweisen). Nach ihren Darlegungen war die Wahl des 

statutarischen Sitzes im Jahr 2011 im Kanton Appenzell Ausserrhoden erfolgt, weil damals 

das vorerwähnte Grossbauprojekt in V.__ in Aussicht stand (act. G 8/4 S. 3). Diesbezüglich 

ist zwar belegt, dass die Fertigstellung desselben bis 2015 vertraglich vereinbart worden 

war (act. G 8/5/3 Beilage [Vertrag S. 5]). Indes dauerten die Arbeiten insbesondere im hier 

zur Diskussion stehenden Jahr 2017 weiter an und konnten nach Lage der Akten erst 2019 

abgeschlossen werden (vgl. act. G 3/10 und 3/11a-11l). Mit der (nicht zutreffenden) Be-

gründung einer Fertigstellung der Überbauung in V.__ im Jahr 2015 lässt sich somit ein 

(«überwiegend wahrscheinlicher») Ort der tatsächlichen Verwaltung in St. Gallen im Jahr 

2017 ebenfalls nicht belegen.  

3.2.3.  

Die weitere Tatsache, dass F.__ sich 2013 ins Ausland abmeldete und 2019 von O.__ nach 

Y.__ zuzog (siehe die entsprechenden Meldebestätigungen von Einwohneramt/Bevölke-

rungsdiensten der Stadt Y.__, act. G 8/5 Beilage 6 am Schluss), sowie der im angefochte-

nen Entscheid angeführte (unbestritten gebliebene) Umstand, dass er in O.__ über die G.__ 

AG Wohnungen vermietete (vorstehende E. 2.2), schlossen zwischenzeitliche Aufenthalte 

in der Schweiz mit Durchführung von Geschäftsführungs- und Leitungsfunktionen für die 

Beschwerdeführerin selbstredend nicht aus. Gemäss Abklärungen der Vorinstanz im kan-

tonalen Einwohnerregister war er vom 1. April bis 14. September 2017 in Y.__, M.__-

strasse 003_, gemeldet. Auch wenn er im vorliegenden Verfahren einen im Jahr 2017 

durchgehenden Aufenthalt und Wohnsitz in O.__ geltend macht (act. 1 S. 7 f. Rz. 23), er-

klärt dies nicht, wie es zum erwähnten Registereintrag gekommen bzw. dass dieser unzu-

treffend ist (siehe im Übrigen auch die an F.__ an der M.__-strasse 003_ adressierte Rech-

nung über einen Jahresbeitrag als Einzelmitglied des Bc.__, Bv.__, vom 17. November 

2016, act. 8/5 Beilage 3). Der im vorinstanzlichen Entscheid angeführte Umstand, dass ein 

Mandatsvertrag mit der Bd.__ AG (betreffend Verkauf einer Liegenschaft) von F.__ am 

16. März 2017 in Y.__ unterzeichnet worden war (act. G 3/8 und G 8/8/20 Beilage; vorste-

hende E. 2.2), kann zwar für sich allein nicht unbesehen als Indiz für einen Ort der tatsäch-

lichen Verwaltung in Y.__ im Jahr 2017 betrachtet werden. Dies gilt auch für den weiteren 

Mandatsvertrag, den F.__ am 20. Juni 2017 mit derselben Unternehmung unterzeichnete 

(act. G 8/8/20 Beilage); letztere hatte ihren Sitz im Jahr 2017 in Y.__ und gemäss beiden 

Verträgen war die Unterzeichnung durch beide Parteien am selben Ort erfolgt (vgl. act. G 1 

S. 7 Rz. 21). Immerhin sind aber mit den erwähnten Unterschriften vom 16. März und 

20. Juni 2017 sowie einer weiteren in Vertretung der Beschwerdeführerin am 6. September 

2017 geleisteten Unterschrift (dazu nachfolgend; act. G 8/8/13 Beilage) mehrfache Anwe-

senheiten und Geschäftstätigkeiten F.__s in Y.__ im Jahr 2017 aktenkundig (siehe auch 

 

B 2025/105 und B 2025/106 

 

12/23 

eine weitere am 1. Februar 2017 ohne Ortsangabe, aber offensichtlich in der Schweiz ge-

leistete Unterschrift auf einem Mietvertrag für einen Garagenplatz; act. 8/5/3 Beilage). Auch 

Verwaltungstätigkeiten wie die Bearbeitung von Post und das Bezahlen von Rechnungen 

wurden für die Beschwerdeführerin offensichtlich regelmässig in Y.__ vorgenommen. So 

sandte die T.__ AG, By.__, ein Akontogesuch betreffend die Beschwerdeführerin von 

CHF 54'000 und eine Zahlungsanweisung vom 10. August 2017 im gleichen Betrag an 

«Be.__, c/o G.__ AG, 9016 Y.__» sowie eine Rechnung vom 20. Dezember 2017 über 

CHF 44'000 an die Beschwerdeführerin «c/o G.__ AG, C.__-strasse 002_, Y.__» (act. G 

8/8/20 Beilagen). Bf.__, Bu.__, stellte der Beschwerdeführerin «p.A. G.__ AG, C.__-strasse 

002_, Y.__» eine Rechnung vom 25. Juli 2017 über CHF 650'000 zu. Auf der Rückseite der 

Rechnung findet sich eine in Y.__ ausgestellte und von F.__ am 6. September 2017 in Y.__ 

unterzeichnete Bestätigung der Beschwerdeführerin betreffend Provision/Kauf von Anteilen 

an der Bg.__ GmbH (act. G 8/8/13). Am 15. Juni 2017 stellte die Gemeinde V.__ «Be.__, 

c/o G.__ AG, C.__-strasse 002_, Y.__» Abwasseranschlussgebühren betreffend die Über-

bauung in V.__ in Rechnung. Sodann wurden Rechnungen der Bh.__ vom 7. und 12. Juli 

2017 sowie 18. August und 19. September 2017 an die Beschwerdeführerin «c/o G.__ AG, 

C.__-strasse 002_, Z.__» adressiert (act. G 8/8/20 Beilagen). Schliesslich gingen an 

«Be.__, c/o G.__ AG, C.__-strasse 002_, Z.__» Rechnungen der Bb.__ KLG, Bz.__, vom 

31. August 2017 (Verkaufsprovision von CHF 51'872.40 betreffend die Überbauung in 

V.__) und der Bi.__ AG vom 28. September 2017 (Schlussrechnung Überbauung L.__, V.__ 

im Betrag von CHF 43'314.90). Die Bj.__ AG stellte der Beschwerdeführerin «c/o G.__ AG, 

C.__-strasse 002_, Y.__» am 11. Dezember 2017 einen Akontobetrag von CHF 66'000 in 

Rechnung (act. G 8/8/20 Beilagen). Die vorstehende Aufzählung ist nicht vollständig: Bei 

den Akten befinden sich weitere Rechnungen unter anderem betreffend den An- und Ver-

kauf sowie Restauration von Oldtimern (ausgestellt von der Beschwerdeführerin c/o G.__ 

AG, C.__-strasse 002_, Y.__ bzw. adressiert an «Be.__, G.__ AG, C.__-strasse 002_, 

Y.__»; vgl. act. G 8/8/20 Beilagen am Schluss).  

Angesichts dieser Gegebenheiten ist davon auszugehen, dass Post betreffend die Be-

schwerdeführerin im Jahr 2017 mehrheitlich «c/o» an die G.__ AG ging und dort auch be-

arbeitet wurde. Die Söhne von F.__, der seit vielen Jahren auch Verwaltungsratspräsident 

der G.__ AG ist, amteten im Jahr 2017 als Verwaltungsräte jener Gesellschaft (mit Kollek-

tivunterschrift zu zweien) und dürften insbesondere während der – durch Aufenthalte in 

Y.__ unterbrochenen – Abwesenheit von F.__ im Ausland soweit ersichtlich auch anste-

hende Angelegenheiten der Beschwerdeführerin bearbeitet haben. Im Rekursverfahren 

merkte die Beschwerdeführerin denn auch an, dass für «monetäre, vertrauliche und per-

sönliche Belange» I.__ H.__ bei Bedarf oder infolge Auslandabwesenheit als Stellvertreter 

gehandelt habe (act. G 8/4 S. 4).  

 

B 2025/105 und B 2025/106 

 

13/23 

3.2.4.  

Tätigkeiten der Beschwerdeführerin in Z.__ im Kanton Appenzell Ausserrhoden im Jahr 

2017 sind demgegenüber keine aktenkundig. Dass in V.__ das Baurojekt L.__ realisiert 

wurde, vermag daran nichts zu ändern. Auch mit dem Vorbringen, wenn überhaupt, liege 

der Ort der tatsächlichen Verwaltung in V.__ (act. G 1 S. 9 unten), ist die Beschwerdefüh-

rerin nicht zu hören. Sie belegt nämlich nicht, dass Geschäftsleitungs- und/oder Verwal-

tungstätigkeiten tatsächlich hauptsächlich auf der Baustelle L.__ stattgefunden hätten. Dies 

ist denn auch nicht wahrscheinlich angesichts dessen, dass sie als Totalunternehmerin ge-

mäss eigenen Angaben viele zentrale Tätigkeiten an Subunternehmen vergab und sie 

selbst keine Bautätigkeiten vornahm.  

3.2.5.  

Die geschilderte Indizienlage spricht insgesamt für einen vom statutarischen Sitz in Z.__ 

abweichenden Ort der tatsächlichen Verwaltung in Y.__. Ein solcher hat als «überwiegend 

wahrscheinlich» zu gelten, auch wenn F.__ bestimmte Leitungsfunktionen für die Be-

schwerdeführerin – wie er geltend macht (act. G 8/4 S. 3 f.) – von O.__ aus wahrnahm und 

ein Teil der Verwaltungs- und Managementtätigkeiten an spezialisierte Dienstleister dele-

giert war (act. G 8/4 mit Beleghinweisen). Im Jahr 2017 war F.__ wie dargelegt während 

mehrerer Monate in Z.__ gemeldet und führte für die Beschwerdeführerin tatsächlich Ge-

schäftsleitungs- und Verwaltungshandlungen aus. Für die Vornahme solcher Tätigkeiten in 

Z.__/AR fehlt es demgegenüber an jeglichen Hinweisen. Die Tatsache, dass die Beschwer-

deführerin ihren statutarischen Sitz im Jahr 2022 auf Aufforderung des Beschwerdegegners 

nach Z.__ verlegte, nachdem sie die Anstellung eines Teilzeitmitarbeiters per Januar 2023 

mit Arbeitsort Z.__ beschlossen hatte (act. G 8/4 S. 4 unten), steht einem bereits im Jahr 

2017 bestehenden Ort der tatsächlichen Leitung in Z.__ nicht entgegen. Folglich sind der 

Beschwerdegegner und die Vorinstanz für das Jahr 2017 zu Recht vom Hauptsteuerdomizil 

der Beschwerdeführerin in St. Gallen ausgegangen. 

3.3.   

3.3.1.  

Zum Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach der Beschwerdegegner sein Besteue-

rungsrecht verwirkt habe, indem er ihr erst am 8. März 2023 einen Veranlagungsvorschlag 

für die Steuerperiode 2017 zugestellt habe und sie in diesem Zeitpunkt bereits vom Kanton 

Appenzell Ausserrhoden (AR) für die Steuerperiode 2017 veranlagt gewesen sei, hielt die 

Vorinstanz fest, dass das Institut der Verwirkung des Besteuerungsrechts eines Kantons 

dem Schutz des anderen Kantons diene. Deshalb könne die Verwirkung nur durch den 

Kanton Appenzell Ausserrhoden und nicht durch die Beschwerdeführerin geltend gemacht 

werden (BGE 139 I 64 E. 3.2). Hierauf sei nicht weiter einzugehen (act. G 2 S. 8 f.). 

 

B 2025/105 und B 2025/106 

 

14/23 

Die Beschwerdeführerin anerkennt, dass die bundesgerichtliche Rechtsprechung betref-

fend die Verwirkung des Besteuerungsrechts zufolge Zeitablaufs in erster Linie die Kantone 

tangiert, welche die Steuerhoheit beanspruchen. Sie weist jedoch darauf hin, dass der Be-

schwerdegegner bis zum 23. September 2022, knapp 3¾ Jahre nach Einreichung der Steu-

erklärung bzw. über 3 Jahre nach Veranlagung der Steuerperiode 2017 der Beschwerde-

führerin im Kanton Appenzell Ausserrhoden, gewartet habe, um eine erste «Untersu-

chungshandlung» vorzunehmen. Während dieser Jahre habe die Beschwerdeführerin in 

guten Treuen darauf vertraut, dass sich ihr Hauptsteuerdomizil in Z.__/AR befinde. In den 

Folgejahren bis zur Sitzverlegung im Jahr 2022 habe sie im Kanton Appenzell Ausserrho-

den Steuererklärungen eingereicht und sei dort veranlagt worden. Hieraus dürfe ihr kein 

steuerrechtlicher Nachteil erwachsen. Das Ergebnis, dass zwei Kantone nunmehr je sepa-

rat für dieselbe Steuerperiode die direkte Bundessteuer einforderten, sei mit Treu und Glau-

ben nicht vereinbar und widerspreche dem Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung 

(Art. 127 Abs. 3 BV). Das Zuwarten des Beschwerdegegners mit seiner Veranlagung für 

die Steuerperiode 2017 sei als zumindest fragwürdig zu qualifizieren. In Nachachtung des 

Grundsatzes von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 2 BV) sei daher von einer Steuerhoheit des 

Kantons St. Gallen mit Hauptsteuerdomizil St. Gallen der Beschwerdeführerin im Jahr 2017 

abzusehen (act. G 1 S. 25-27).   

3.3.2.  

Die Berufung auf den Grundsatz des Vertrauensschutzes setzt voraus, dass eine Vertrau-

ensgrundlage besteht; eine solche kann namentlich in einer Verfügung oder in einer vorbe-

haltlosen Auskunft oder Zusicherung bestehen, sofern sich diese auf eine konkrete, die 

betreffende Person (oder Amtsstelle) berührende Angelegenheit bezieht. Vorausgesetzt ist 

weiter, dass die Person (oder Amtsstelle), die sich auf Vertrauensschutz beruft, berechtig-

terweise auf diese Grundlage vertrauen durfte und gestützt darauf nachteilige Dispositionen 

getroffen hat, die sie nicht mehr rückgängig machen kann (vgl. statt vieler BGer 

2C_226/2016 vom 9. November 2016 E. 4.1 mit Hinweisen). Vorliegend ist nachvollziehbar, 

dass die Beschwerdeführerin das lange Zuwarten des Beschwerdegegners für die Geltend-

machung der Steuerhoheit bzw. des Hauptsteuerdomizils beanstandet. Indes lässt sich al-

lein hieraus nichts zugunsten ihres Standpunkts ableiten, da es an einer Vertrauensgrund-

lage fehlt, aufgrund welcher sie hätte annehmen dürfen, dass der Beschwerdegegner seine 

Steuerhoheit nicht noch geltend macht. Eine erfolgreiche Berufung auf den Vertrauens-

schutz fällt bereits aus diesem Grund ausser Betracht, weshalb sich die Prüfung der weite-

ren Voraussetzungen erübrigt.  

4.   

 

B 2025/105 und B 2025/106 

 

15/23 

4.1.  

Im Weiteren ist streitig, ob die im Einspracheentscheid vom 20. August 2024 bestätigten 

und von der Beschwerdeführerin beanstandeten Einkommensaufrechnungen im vorliegen-

den Verfahren zu prüfen sind. Die Beschwerdeführerin hält fest, sie begnüge sich damit, 

von den Aufrechnungen von gesamthaft CHF 609'186 die offensichtlich zu Unrecht erfolgte 

Aufrechnung mit Bezug auf den per Ende 2017 vollzogenen Kauf des Jaguar E-Type anzu-

fechten. Mit Blick auf die Aufrechnung des Kaufpreises für den Verkauf bzw. die Einbrin-

gung des Jaguars für CHF 145'081.95 als verdeckte Gewinnausschüttung habe sie eben-

falls gutgläubig darauf vertraut, dass die Einbringung bzw. der Verkauf des Fahrzeugs 

durch F.__ auch ohne schriftlichen Kaufvertrag und Eurotax-Bewertung möglich sei, wie 

dies der Beschwerdegegner im Geschäftsjahr 2017 für drei weitere Kaufgeschäfte in der 

gleichen Art zugelassen habe. 

4.2.  

Aus Art. 196 Abs. 2 StG, wonach das Verwaltungsgericht ohne Bindung an die Begehren 

der Verfahrensbeteiligten entscheidet, wird die Zulässigkeit von echten und unechten No-

ven abgeleitet, wobei jedoch der Streitgegenstand vor Verwaltungsgericht nicht erweitert 

werden darf (LOOSER/LOOSER-HERZOG, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die 

Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar 2020, N 20 zu Art. 61 VRP). Ausgangspunkt 

und äusserster Rahmen für die Bestimmung des Streitgegenstands im Verfahren der nach-

träglichen Verwaltungsrechtspflege bildet die angefochtene Verfügung bzw. der angefoch-

tene Entscheid (sog. Anfechtungsgegenstand). Im Verlauf des Rechtsmittelverfahrens lässt 

sich der Streitgegenstand verengen, indem eine Verfügung oder ein Entscheid nur teilweise 

angefochten wird; erweitern oder qualitativ verändern lässt er sich jedoch nicht (vgl. BGE 

136 II 457 E. 4.2; 136 II 165 E. 5; BGE 133 II 35 E. 2). Ausgehend vom Anfechtungsgegen-

stand bestimmen die Parteibegehren über den Streitgegenstand (BGE 136 II 165 E. 

5.2; 133 II 30 E. 2.4). Die Begehren sind anhand ihrer Begründung auszulegen (BGE 137 

II 313 E. 1.3; BGer 2C_774/2018 vom 13. Mai 2019 E. 3.2). Innerhalb des Streitgegen-

stands kann eine Partei jederzeit eine neue rechtliche Begründung für ihren Standpunkt 

vortragen; auf einen früher eingenommenen Standpunkt kann sie auch wieder zurückkom-

men und ihr Rechtsmittel mit neuer Begründung weiterverfolgen. Eine andere Betrach-

tungsweise stünde im Widerspruch zum Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes we-

gen ("iura novit curia"; vgl. Art. 21 Abs. 1 VRP, BGE 136 II 165 E. 5.2 und BGer 

2C_683/2018 vom 3. Oktober 2019 E. 3.3.2 m.H.).  

4.3.  

Nachdem die vorstehende Prüfung ergeben hat, dass der Beschwerdegegner zu Recht 

vom Hauptsteuerdomizil im Kanton St. Gallen ausgegangen ist, zählt auch der steuerbare 

Gewinn der Beschwerdeführerin im Jahr 2017 zum Streitgegenstand des vorliegenden 

 

B 2025/105 und B 2025/106 

 

16/23 

Verfahrens. Der Einspracheentscheid vom 20. August 2024 handelte die Aufrechnungs-

frage in separaten Begründungsziffern ausführlich ab. Die Einsprache wurde mit Verweis 

im Entscheiddispositiv auf beiliegende Berechnungen teilweise gutgeheissen (act. G 8/2/1); 

letztere bildeten somit Teil des Entscheiddispositivs.  

Im gegen den Einspracheentscheid erhobenen Rekurs thematisierte die Beschwerdeführe-

rin ausschliesslich die Sitzfrage und beanstandete die steuerliche Nichtanerkennung des 

Sitzes in Z.__/AR. Die Einkommensaufrechnungen und die entsprechenden Berechnungen 

kamen demgegenüber im Rekurs nicht – auch nicht für den Fall der Nichtanerkennung des 

Sitzes in Z.__/AR – zur Sprache (act. G 8/1, 8/4). Die Beschwerdeführerin hielt explizit fest, 

auf den Rekurs zu den übrigen Punkten zum Einspracheentscheid werde verzichtet in der 

Annahme, dass das Bezugsrecht für den Kanton St. Gallen verwirkt sei (act. G 8/4). Die 

Vorinstanz hatte damit keinerlei Veranlassung, die Aufrechnungen im angefochtenen Ent-

scheid von sich aus zu überprüfen. Sie äusserte sich zu der im Rekurs angesprochenen 

Verwirkung und beschränkte sich im Übrigen auf die Prüfung der Sitzfrage.  

Bei der im vorliegenden Verfahren (wiederum) thematisierten Aufrechnung handelt es sich 

insofern nicht um ein Novum (im Kontext von Art. 196 Abs. 1 StG), als sie bereits in der 

Veranlagungsverfügung und im Einspracheentscheid abgehandelt worden war.  

4.4.  

Mit Blick auf die geschilderten rechtlichen Gegebenheiten war die Beschwerdeführerin be-

rechtigt, innerhalb des Streitgegenstands – Veranlagung der Kantonssteuern und direkte 

Bundessteuer 2017 bzw. die Höhe des steuerbaren Gewinns für jenes Jahr – auf ihren 

bereits im Einspracheverfahren vertretenen Standpunkt zur Einkommensaufrechnung be-

treffend den Verkauf des Jaguar E durch F.__ an die Beschwerdeführerin (vgl. Einsprache 

vom 8. Mai 2023, act. G 3/16 Ziffer 2) zurückzukommen. Die im Einspracheentscheid vom 

20. August 2024 bestätigte Aufrechnung konnte nicht für sich allein in Rechtskraft erwach-

sen, zumal das Entscheiddispositiv auf teilweise Gutheissung der Einsprache lautete (mit 

Verweis auf beigelegte Berechnungen) und die Bestätigung der Aufrechnung nicht in einer 

gesonderten Dispositivziffer erfolgte; letzteres geschah zu Recht, hätte es sich dabei doch 

um eine Feststellung gehandelt, über die nicht zu verfügen ist, solange auch eine Rechts-

gestaltung möglich ist. Von daher erweist sich die Sichtweise des Beschwerdegegners, wo-

nach auf die Frage der Aufrechnung im Beschwerdeverfahren nicht einzutreten sei (act. G 

10), als unzutreffend.  

4.5.  

Zwar haben sich weder die Vorinstanz (act. G 2 und 7) noch der Beschwerdegegner (act. 

G 10: der pauschale Verweis auf den Einspracheentscheid auf S. 1 bezieht sich 

 

B 2025/105 und B 2025/106 

 

17/23 

ausschliesslich auf die Frage des Hauptsteuerdomizils) zu den ausführlichen Einwänden 

des erst im Beschwerdeverfahren beigezogenen Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin 

betreffend Einkommensaufrechnung (act. G 1 S. 14-25) materiell geäussert. Diese Mög-

lichkeit hätte im Rahmen des Schriftenwechsels jedoch bestanden. Im Weiteren verzichtete 

die Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren wie dargelegt explizit auf die Bean-

standung der Aufrechnung und damit auf die Beurteilung dieser Frage durch die Vorinstanz. 

Mit ihrem Eventualantrag und ihrer ausführlichen entsprechenden Begründung bringt sie 

zum Ausdruck, dass sie mit der direkten Beurteilung der Frage der Aufrechnung durch das 

Verwaltungsgericht einverstanden ist. 

5.   

5.1.  

Der steuerbare Reingewinn juristischer Personen setzt sich gemäss Art. 82 Abs. 1 StG und 

Art. 58 Abs. 1 DBG zusammen aus dem Saldo der Erfolgsrechnung (lit. a) sowie allen vor 

Berechnung des Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teilen des Geschäftser-

gebnisses, die nicht zur Deckung von geschäftsmässig begründetem Aufwand verwendet 

werden (lit. b), wie insbesondere offene und verdeckte Gewinnausschüttungen/Gewinnvor-

wegnahmen und geschäftsmässig nicht begründete Zuwendungen an Dritte (Ziff. 5 und 6 

bzw. al. 5). Nach Art. 84 Abs. 1 StG und Art. 58 Abs. 1 lit. b DBG werden Aufwendungen 

bei der Berechnung des Reingewinns berücksichtigt, sofern sie geschäftsmässig begründet 

sind. Geschäftsmässig begründet und damit steuerlich absetzbar sind Kosten, wenn sie 

aus unternehmungswirtschaftlicher Sicht vertretbar erscheinen. Praxisgemäss sind Auf-

wendungen dann geschäftsmässig begründet, wenn sie mit dem erzielten Erwerb unter-

nehmungswirtschaftlich in einem unmittelbaren und direkten (organischen) Zusammen-

hang stehen. Somit muss alles, was nach kaufmännischer Auffassung (d.h. aus Sicht des 

ordentlichen Geschäftsführers) in guten Treuen zum Kreis der Unkosten gerechnet werden 

kann, steuerlich als geschäftsmässig begründet anerkannt werden. Der Zweck eines Un-

ternehmens bestimmt im Wesentlichen die Unternehmenstätigkeit. Dabei spielt es keine 

Rolle, ob ein Betrieb auch ohne den infrage stehenden Aufwand ausgekommen wäre und 

ob dieser Aufwand im Sinne einer rationellen und gewinnorientierten Betriebsführung 

zweckmässig war, es genügt der objektive Zusammenhang mit der Unternehmenstätigkeit 

(BGer, Urteil 2C_942/2017 vom 1. Februar 2018 E. 3.2 mit Hinweisen; OESTERHELT/MÜH-

LEMANN/BERTSCHINGER, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über die 

direkte Bundessteuer, 4. Aufl. 2022, N 22 zu Art. 58 DBG). 

Nicht zum geschäftsmässig begründeten Aufwand zählen Aufwendungen, welche die Ge-

sellschaft einzig für den privaten Lebensaufwand eines Beteiligten oder einer ihm naheste-

henden Person erbringt. Sie dürfen nicht unter dem Vorwand von Geschäfts- oder 

 

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18/23 

Repräsentationsspesen als Geschäftsaufwand verbucht werden, sondern gehören zum 

steuerbaren Reingewinn (BGer 2C_795/2015 und 796/2015 vom 3. Mai 2016 E. 2.2). Sol-

che Zuwendungen der Gesellschaft an die Anteilsinhaber oder ihnen nahestehende Dritte, 

die einem Aussenstehenden nicht oder zumindest nicht im gleichen Masse gewährt wür-

den, stellen geldwerte Leistungen, sog. verdeckte Gewinnausschüttungen, dar. Sie sind 

nach der Rechtsprechung immer dann anzunehmen, wenn (a) die Gesellschaft keine oder 

keine gleichwertige Gegenleistung erhält, (b) der Aktionär bzw. Gesellschafter direkt oder 

indirekt (z. B. über eine ihm nahestehende Person oder Unternehmung) einen Vorteil erhält, 

der einem Dritten unter gleichen Bedingungen nicht zugebilligt worden wäre, die Leistung 

also insofern ungewöhnlich ist, und (c) der Charakter dieser Leistung für die Gesellschafts-

organe erkennbar war (BGE 131 II 593 E. 5.1).  

5.2.   

5.2.1.  

Vorab ist festzuhalten, dass Gesellschaftszweck der Beschwerdeführerin gemäss Handels-

register auch der Handel mit «Waren aller Art, im Speziellen mit Liebhaber- und Oldtimer-

fahrzeugen» ist (act. G 3/6). Hierfür betreibt sie auch eine entsprechende Website (act. G 

3/16a). Entsprechende Verbuchungen (Einkäufe und Verkäufe) sind zudem aus den ein-

schlägigen Buchhaltungskonten ersichtlich (act. 3/14). Die streitige Einbringung eines Old-

timers durch einen Aktionär (F.__) in die Beschwerdeführerin steht damit grundsätzlich im 

Einklang mit dem gelebten Gesellschaftszweck.  

5.2.2.  

Mit Bezug auf die beanstandete Aufrechnung des Kaufpreises betreffend den per Ende 

2017 vollzogenen Verkauf/Einbringung des Jaguar E-Type für CHF 145'081.95 (verdeckte 

Gewinnausschüttung) wurde im Einspracheentscheid festgehalten, zusammen mit der Ein-

sprache seien ein Foto des Fahrzeugs und eine Kopie des amerikanischen Zertifikats aus 

dem Jahr 2002 eingereicht worden. Die nachgereichten Servicerechnungen aus den Jah-

ren 2015 und 2017 lauteten auf F.__ bzw. die G.__ AG. Bei einer Rechnung würden die 

Fahrzeugangaben fehlen. Des Weiteren seien eine unleserliche Handquittung aus dem 

Jahr 2011 über CHF 50'000, eine Zusammenstellung der Gesamtkosten des Autos sowie 

zwei Handquittungen für Reparaturen aus dem Jahr 2015 eingereicht worden. Die Einbrin-

gung des Autos sei infolge fehlenden Kaufbelegs (gemeint wohl: Kaufvertrags) zwischen 

F.__ und der Beschwerdeführerin sowie fehlender Eurotaxbewertung nicht nachgewiesen. 

Zudem laute keine der Servicerechnungen auf die Beschwerdeführerin. Dem Antrag auf 

Annullierung der Aufrechnung könne nicht entsprochen werden (act. G 8/2/1 S. 3 und 5). 

 

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5.2.3.  

Die Beschwerdeführerin wendet gegen die streitige Gewinnaufrechnung ein, dass der Be-

schwerdegegner drei Verkäufe von Oldtimern im Jahr 2017 nicht beanstandet habe, obwohl 

auch diese – mit F.__ als Verkäufer und der Beschwerdeführerin als Käuferin – ohne schrift-

lichen Kaufvertrag erfolgt seien. Der Beschwerdegegner habe die Verträge für den an-

schliessenden Weiterverkauf der Autos durch die Beschwerdeführerin genügen lassen (act. 

G 3/14, 3/17). Vor diesem Hintergrund erscheine die Aufrechnung des Kaufs des Jaguar E-

Type willkürlich. Der einzige Unterschied zu den drei vorerwähnten Rechtsgeschäften be-

stehe darin, dass die Beschwerdeführerin den Jaguar noch nicht habe weiterverkaufen kön-

nen; das Auto sei nach wie vor auf der Website zum Verkauf ausgeschrieben (act. G 3/16b). 

Die Einbringung des Jaguars durch F.__ habe ein vertretbares/gewöhnliches Geschäft dar-

gestellt. Mit der Gewöhnlichkeit sei der Drittvergleichstest erfüllt, weshalb die Annahme ei-

ner verdeckten Gewinnausschüttung zugunsten von F.__ von vornherein fehlgehe. Auch 

sei die nicht erfolgte Aufrechnung im Kanton Appenzell Ausserrhoden ein gewichtiges Indiz 

dafür, dass ein aus kaufmännischer Sicht vertretbares Geschäft vorliege. Der Jaguar E sei 

zu einem tieferen Preis (CHF 145’081.95) als die Selbstkosten von F.__ (CHF 156'465.95) 

in die Beschwerdeführerin eingebracht worden. Der vom Versicherungsgutachter vorge-

schlagene Versicherungsbetrag liege ca. CHF 30'000 unter dem Erwerbspreis (act. G 

3/23). Diese geringfügige Diskrepanz sei angesichts der Tatsache, dass der Experte für die 

Bewertung von der Versicherung (und nicht von der Beschwerdeführerin) beauftragt wor-

den sei, nicht weiter erstaunlich. Die Abweichung zwischen dem Wert gemäss den beiden 

Expertisen und dem Einbringungswert sei nicht derart gross, dass von einem Missverhältnis 

zwischen Leistung und Gegenleistung gesprochen werden könne. Das Auto sei zu einem 

sehr attraktiven Preis eingebracht worden. Beim eingebrachten Auto handle es sich somit 

nicht um einen «Nonvaleur» (vgl. VerwGE 2023/116 f. vom 26. Oktober 2023 E. 5.2). Ein 

Scheingeschäft sei ebenfalls zu verneinen. Von einer gewinnsteuerlichen Aufrechnung bei 

der Beschwerdeführerin sei deshalb abzusehen. Wenn der Beschwerdegegner erwäge, 

dass die Einbringung des Jaguars E-Type nicht nachgewiesen sei, weil keine Eurotaxbe-

wertung vorliege, handle er wider Treu und Glauben und verletze das rechtliche Gehör der 

Beschwerdeführerin. Die Beibringung einer Eurotaxbewertung sei nie gefordert worden, 

was im Übrigen ohnehin unzulässig wäre, da die Bewertung lediglich hinsichtlich eines all-

fälligen Missverhältnisses zwischen Leistung und Gegenleistung relevant sei und hierfür die 

Veranlagungsbehörde beweispflichtig sei. Die Belege für die Einbringung des Autos (Kauf 

durch F.__ und anschliessende Restaurierung) lägen vor. Um dem Belegprinzip nachzu-

kommen, hätten die Beschwerdeführerin und F.__ die 2017 getroffene Vereinbarung für 

das Beschwerdeverfahren verschriftlicht. Der Verwaltungsrat habe (ohne Mitwirkung von 

F.__) das Kaufgeschäft von 2017 nachträglich einstimmig genehmigt (act. G 3/26; act. G 1 

S. 14-25).  

 

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20/23 

5.2.4.  

Aus den Akten ist ersichtlich, dass F.__ den Jaguar E-Type am 7. September 2011 für 

CHF 50'000 erworben hatte (act. G 3/18). Im Weiteren liegen Rechnungsbelege für Res-

taurierungskosten der Jahre 2011 bis 2017 im Betrag von insgesamt CHF 106'465.95 vor. 

Die Rechnungen sind an die G.__ AG bzw. F.__ adressiert (act. G 3/20), die letzte Rech-

nung vom 4. November 2017 (act. G 3/20) wurde jedoch bereits von der Beschwerdeführe-

rin bezahlt und entsprechend bei ihr verbucht (act. G 1 S. 17 Rz. 53; act. G 3/14). Gemäss 

dem – zu Belegzwecken nachträglich verschriftlichten – Kaufvertrag ging das Auto per Ende 

Dezember 2017 zum Preis von CHF 145'081.95 auf die Beschwerdeführerin über (act. G 

3/15, 3/19, 3/22). Im Konto 1222 (act. G 3/14) wurde es mit einem Betrag von 

CHF 150'081.95 aufgeführt, wobei gemäss Angabe der Beschwerdeführerin im Betrag von 

CHF 5'000 von einer irrtümlichen Verbuchung auszugehen ist und richtigerweise 

CHF 145'081.95 zu verbuchen gewesen wären. Sie anerkennt deshalb die Aufrechnung im 

Betrag von CHF 5'000 (act. G 1 S. 13 Rz. 38). Eine in der Folge von der Fahrzeugversiche-

rung im Jahr 2018 in Auftrag gegebene Expertise ergab eine Handelsspannweite für ver-

gleichbare Fahrzeuge zwischen CHF 65'000 und CHF 130'000. Ein Versicherungsbetrag 

von maximal CHF 120'000 wurde als angemessen betrachtet (act. G 3/23). Auch der von 

der Beschwerdeführerin im Jahr 2025 beauftragte Experte schätzte den Marktwert des Ja-

guars auf CHF 120'000, wobei er von einer aktuellen Handelsspannweite von CHF 75'000 

bis CHF 150'000 ausging. Die Restauration des Fahrzeugs bezeichnet dieser Experte 

durchwegs als «sehr gut» (act. G 3/24).   

5.2.5.  

Für die Einbringung des Jaguars in die Beschwerdeführerin bedurfte es keines schriftlichen 

Vertrags, zumal Kaufverträge nicht formbedürftig sind. Ebenfalls war für die Einbringung als 

solche offensichtlich keine Eurotax-Bewertung erforderlich. Einer solcher Bewertung käme 

allenfalls für die Festlegung eines allfälligen Missverhältnisses zwischen Leistung und Ge-

genleistung (vgl. dazu nachstehend) eine Bedeutung zu, wobei vorliegend jedoch bereits 

zwei gutachterliche Bewertungen des Jaguars (act. G 3/23 f.) in den Akten liegen. Die Be-

schwerdeführerin durfte somit darauf vertrauen, dass die Einbringung des Fahrzeugs auch 

ohne schriftlichen Kaufvertrag und Eurotax-Bewertung möglich ist (vgl. act. G 1 S. 27 Rz. 

98). Von einer für die Beschwerdeführerin verlustträchtigen Transaktion im Jahr 2017 kann 

sodann nicht allein deshalb ausgegangen werden, weil sich das Auto bislang nicht weiter-

verkaufen liess, zumal eine längere (mehrjährige) Verkaufsdauer bei einem Objekt dieser 

Art nicht ungewöhnlich ist. Im Übrigen wäre jedoch selbst dann nicht von fehlender ge-

schäftsmässiger Begründetheit einer Transaktion bzw. von einer verdeckten Gewinnaus-

schüttung auszugehen, wenn eine wirtschaftlich verlustbringende Transaktion mit der Be-

schwerdeführerin vorläge (vgl. vgl. OESTERHELT/MÜHLEMANN/BERTSCHINGER, in: 

 

B 2025/105 und B 2025/106 

 

21/23 

Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, DBG, 4. Aufl. 2022, 

N 41 zu Art. 58 DBG).  

Konkret geht es um ein Liebhaberobjekt, dessen Wert sich nicht ohne Weiteres bestimmen 

lässt; dies zeigt sich insbesondere auch in den von den beiden Gutachtern veranschlagten 

grossen Preisspannen. Der Einbringungswert 2017 von CHF 145'081.95 liegt zwar gut ei-

nen Fünftel über dem von den beiden Schätzern auf CHF 120'000 festgelegten Versiche-

rungswert/Marktwert. Indes ist zu beachten, dass gemäss Rechtsprechung betreffend geld-

werte Leistungen erst eine Differenz von 25% zwischen Kaufpreis und Verkehrswert bei 

Liegenschaften als Indiz für ein – zur Aufrechnung führendes – offensichtliches Missver-

hältnis zwischen Leistung und Gegenleistung angesehen wird (VerwGE B 2024/58 f. vom 

3. Februar 2025 E. 3.4.1 m.H. auf BGer 2C_785/2020 vom 18. März 2021 E. 2.5.1 und 

E. 2.5.5). Eine Orientierung an dieser Schwelle erscheint auch bei Fahrnisgegenständen 

sachgerecht. Der diesbezüglich beweisbelastete Beschwerdegegner (vgl. VerwGE B 

2017/155 f. vom 16. November 2018 E. 3.1 dritter Absatz) zeigte nicht auf, dass der Leis-

tung der Beschwerdeführerin im Jahr 2017 von CHF 145'081.95 auf das Konto 1460 ihres 

Aktionärs F.__ (vgl. act. G 3/14) mit der Einbringung des Jaguars durch den Aktionär keine 

– im dargelegten Sinn – angemessene Gegenleistung gegenübersteht. Auch ein simuliertes 

Geschäft wird zu Recht von keiner Seite behauptet, zumal es hierfür an jeglichen Anhalts-

punkten fehlt (vgl. hierzu BGer 2C_988/2021 vom 27. September 2022 E. 4.1.3 zweiter 

Absatz m.H. und act. G 3/19 und 3/22). Mit Blick auf die dargelegten Gegebenheiten er-

scheint es gerechtfertigt, im Umfang des Einbringungswerts 2017 von CHF 145’081.95 von 

einer Aufrechnung abzusehen. 

6.   

6.1.  

Damit ist die Beschwerde in dem Sinn teilweise gutzuheissen, als im Umfang des Einbrin-

gungswerts 2017 des Jaguar E-Type von CHF 145’081.95 in der Steuerveranlagung 2017 

von einer Aufrechnung abzusehen ist; die Angelegenheit ist in diesem Sinne zur entspre-

chenden Neuveranlagung an den Beschwerdegegner zurückzuweisen. Im Übrigen – d.h. 

mit Bezug auf die Frage des Hauptsteuerdomizils 2017 der Beschwerdeführerin – ist die 

Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

6.2.  

Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens – 

ausgehend von einem ermessensweise hälftigen Obsiegen der Beschwerdeführerin – je 

zur Hälfte dem Beschwerdegegner und der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 

Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 6'500 (B 2025/105: CHF 3'500; B 2025/106: 

 

B 2025/105 und B 2025/106 

 

22/23 

CHF 3’000) erscheint angemessen (Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 5 DBG; Art. 7 

Ziff. 222 Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung der CHF 3’250 beim 

Beschwerdegegner, der überwiegend finanzielle Interessen verfolgt, ist nicht zu verzichten 

(Art. 95 Abs. 3 VRP). Die von der Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvorschüsse von 

insgesamt CHF 6’500 sind an ihren Kostenanteil von CHF 3’250 anzurechnen und der ver-

bleibende Betrag von CHF 3'250 an sie zurückzuerstatten. 

Die der Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Entscheid auferlegten Kosten des Ge-

richtsverfahrens von CHF 2'500 (kantonalrechtlicher Teil: CHF 2'000; bundesrechtlicher 

Teil: CHF 500) gehen aufgrund des Verfahrensausgangs ebenfalls je hälftig zu Lasten des 

Beschwerdegegners und der Beschwerdeführerin, bei letzterer unter Anrechnung der von 

ihr geleisteten Kostenvorschüsse von insgesamt CHF 2'500. Die Vorinstanz ist anzuwei-

sen, den verbleibenden Betrages von CHF 1'250 an sie zurückzuerstatten. 

6.3.  

Vorinstanz und Beschwerdegegner haben praxisgemäss keinen Anspruch auf ausseramt-

liche Entschädigung (LINDER, in: Rizvi/Schindler/Cavelti, a.a.O., N 19 f. zu Art. 98bis VRP). 

Die Beschwerdeführerin hat zufolge nicht mehrheitlichen Obsiegens praxisgemäss keinen 

Anspruch auf Entschädigung für das Beschwerdeverfahren und für das Rekursverfahren 

(vgl. statt vieler VerwGE B 2024/114 vom 30. Januar 2025 E. 6.4.1). 

  

 

B 2025/105 und B 2025/106 

 

23/23 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht: 

1.  

Die Beschwerdeverfahren B 2025/105 (Kantonssteuern 2017) und B 2025/106 (direkte 

Bundessteuern 2017) werden vereinigt. 

2.  

Die Beschwerde B 2025/105 wird in dem Sinn teilweise gutgeheissen, als in der Veranla-

gung der Kantonssteuern 2017 im Betrag von CHF 145’081.95 von einer Gewinnaufrech-

nung abgesehen wird; die Angelegenheit wird zur entsprechenden Neuveranlagung an den 

Beschwerdegegner zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit 

darauf eingetreten wird. 

3.  

Die Beschwerde B 2025/106 wird in dem Sinn teilweise gutgeheissen, als in der Veranla-

gung der direkten Bundessteuer 2017 im Betrag von CHF 145’081.95 von einer Gewinn-

aufrechnung abgesehen wird; die Angelegenheit wird zur entsprechenden Neuveranlagung 

an den Beschwerdegegner zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, 

soweit darauf eingetreten wird. 

4.  

Die Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegner bezahlen amtliche Kosten des Be-

schwerdeverfahrens von je CHF 3'250 (B 2025/105: CHF 1'750; B 2025/106: CHF 1'500). 

Die von der Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvorschüsse werden angerechnet und 

der verbleibende Betrag von CHF 3'250 an sie zurückerstattet. 

5.  

Die Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegner bezahlen amtliche Kosten des vor-

instanzlichen Verfahrens von je CHF 1'250 (kantonalrechtlicher Teil: CHF 1'000; bundes-

rechtlicher Teil: CHF 250). Die von der Beschwerdeführerin für jenes Verfahren geleisteten 

Kostenvorschüsse werden angerechnet. Die Vorinstanz wird angewiesen, den verbleiben-

den Betrag von CHF 1'250 an sie zurückzuerstatten. 

6.  

Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Verwaltungsgericht, 23.10.2025
	Steuerrecht. Sitz/Hauptsteuerdomizil einer juristischen Person. Art. 20 Abs. 1 StHG (SR 642.14). Art. 71 StG (sGS 811.1). Der Ort der tatsächlichen Verwaltung liegt praxisgemäss dort, wo eine Gesellschaft ihren wirtschaftlichen und tatsächlichen Mittelpunkt hat bzw. wo die normalerweise am Sitz sich abspielende Geschäftsführung besorgt wird. Massgebend ist die Führung der laufenden Geschäfte im Rahmen des Gesellschaftszweckes; bei mehreren Orten ist der Schwerpunkt der Geschäftsführung massgebend. Nicht entscheidend ist der Ort der Verwaltungsratssitzungen, der Generalversammlungen oder der Wohnsitz der Aktionäre (BGer 2C_1086/2012 vom 16. Mai 2013 E. 2.2 m.H.). Im konkreten Fall ging das Verwaltungsgericht davon aus, dass die Geschäfte der Beschwerdeführerin im Rahmen des Gesellschaftszwecks an mehreren Orten geführt werden. Es kam zum Schluss, dass die Indizienlage insgesamt für einen vom statutarischen Sitz in Z.__ /AR Ausserrhoden abweichenden Ort der tatsächlichen Verwaltung in Y.__/SG spreche. Ein solcher habe als «überwiegend wahrscheinlich» zu gelten, auch wenn F.__ bestimmte Leitungsfunktionen für die Beschwerdeführerin von O.__ aus wahrgenommen und ein Teil der Verwaltungs- und Managementtätigkeiten an spezialisierte Dienstleister delegiert gewesen sei. Im Jahr 2017 sei F.__ während mehrerer Monate in Y.__ gemeldet gewesen und habe für die Beschwerdeführerin Geschäftsleitungs- und Verwaltungshandlungen ausgeführt. Für die Vornahme solcher Tätigkeiten in Z.__/AR fehle es demgegenüber an jeglichen Hinweisen. Folglich seien der Beschwerdegegner und die Vorinstanz für das Jahr 2017 zu Recht vom Hauptsteuerdomizil der Beschwerdeführerin Y.__ ausgegangen. Art. 84 Abs. 1 StG (sGS 811.1) und Art. 58 Abs. 1 lit. b DBG (SR 642.11). Gewinn-Aufrechnung von geldwerten Leistungen einer AG. Das Verwaltungsgericht hielt hin-sichtlich der von der Vorinstanz bestätigten Gewinnaufrechnung eines Jaguar-Oldtimers fest, es gehe um ein Liebhaberobjekt, dessen Wert sich nicht ohne Weiteres bestimmen lasse; dies zeige sich insbesondere

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	auch in den von den beiden Gutachtern veranschlagten grossen Preisspannen. Der Einbringungswert 2017 liege zwar gut einen Fünftel über dem von den beiden Schätzern festgelegten Versicherungswert/Marktwert. Indes sei zu beachten, dass gemäss Rechtsprechung betreffend geldwerte Leistungen erst eine Differenz von 25% zwischen Kaufpreis und Verkehrswert bei Liegenschaften als Indiz für ein – zur Aufrechnung führendes – offensichtliches Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung angesehen werde (VerwGE B 2024/58 f. vom 3. Februar 2025 E. 3.4.1 m.H. auf BGer 2C_785/2020 vom 18. März 2021 E. 2.5.1 und E. 2.5.5). Eine Orientierung an dieser Schwelle erscheine auch bei Fahrnisgegenständen sachgerecht. Der diesbezüglich beweisbelastete Beschwerdegegner (Steuerverwaltung) habe nicht aufgezeigt, dass der Leistung der Beschwerdeführerin im Jahr 2017 auf das Konto 1460 ihres Aktionärs F.__ mit der Einbringung des Jaguars durch den Aktionär keine – im dargelegten Sinn – angemessene Gegenleistung gegenüberstehe. Auch ein simuliertes Geschäft werde zu Recht von keiner Seite behauptet, zumal es hierfür an jeglichen Anhaltspunkten fehle. Mit Blick auf die dargelegten Gegebenheiten erscheine es gerechtfertigt, im Umfang des Einbringungswerts 2017 von einer Aufrechnung abzusehen (Verwaltungsgericht, B 2025/105, B 2025/106). Gegen dieses Urteil wurde Beschwerde beim Bundesgericht erhoben (Verfahren 9C_660/2025)

		2026-01-28T04:04:31+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen