# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 79e9bf63-bfe6-5ba0-b43f-9a6871bb1fbb
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-27
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Aufsichtsbehörde Schuldbetreibung und Konkurs Basel-Landschaft 27.03.2012 420 2012 46 (420 12 46)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_005_420-2012-46_2012-03-27.pdf

## Full Text

Entscheid der Aufsichtsbehörde Schuldbetreibung und Konkurs  Basel-

Landschaft vom 27. März 2012 (420 12 46) 

 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) 

 

 

Pfändungsvollzug 

 

 

Besetzung  Vorsitzender Richter Dieter Freiburghaus, Richterin Barbara Jermann 
Richterich (Ref.), Richter René Borer; Aktuar i.V. Ömer Keskin 

  
 

Parteien  A.____ 
Beschwerdeführer 

  gegen 

  Betreibungsamt Laufen, Hintere Gasse 52, 4242 Laufen,  
Beschwerdegegner 

   

Gegenstand  Pfändungsvollzug / Beschwerde gegen den Pfändungsvollzug des 
Betreibungsamtes Laufen vom 7. Februar 2012 

 
 
 

A. Am 7. Februar 2012 vollzog das Betreibungsamt Laufen gegen A.____ eine Lohnpfän-
dung. Das Betreibungsamt ermittelte in Abwesenheit des Schuldners aufgrund bekannter An-
gaben ein monatliches Einkommen von CHF 4'735.00 und berechnete ein Existenzminimum 
des Schuldners von CHF 4'335.10. Die pfändbare Quote des Schuldners wurde auf 
CHF 400.00 festgesetzt. 

 
 
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B. Mit Schreiben vom 14. Februar 2012, welches am selben Tag der Post übergeben wurde, 
gelangte der Schuldner mit einer Beschwerde an die Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung 
und Konkurs. Er verlangte die Neuberechnung des Existenzminimums. Die Beschwerde be-
gründete er im Wesentlichen damit, dass eine Reihe von Ausgabepositionen unberücksichtigt 
geblieben seien und daher das Existenzminimum höher sei. Ferner sei ihm per Ende Februar 
2012 gekündigt worden. Er werde sich daher bei der Arbeitslosenversicherung anmelden müs-
sen und nur 80 % des bisherigen Einkommens erzielen.  

C. Mit Vernehmlassung vom 27. Februar 2012 beantragte das Betreibungsamt Laufen, die 
Beschwerde sei abzuweisen. In seiner Begründung führte das Betreibungsamt an, dass es am 
7. Februar 2012 anhand der Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Exis-
tenzminimums nach Art. 93 SchKG sowie der Weisungen betreffend Anwendung der regie-
rungsrätlichen Richtlinien vom 1. Juli 2009 das Pfändungsprotokoll des Beschwerdeführers er-
stellt habe. Steuern seien bei der Berechnung des Notbedarfs nicht zu berücksichtigen. Ebenso 
würden Ratenzahlungen an Gläubiger in der Berechnung fehlen. Der Schuldner habe das Kün-
digungsschreiben vom 29. Dezember 2011 weder vorgewiesen noch zu Protokoll gegeben. 

Erwägungen 

1. Mit Ausnahme der Fälle, in denen das Gesetz den Weg der gerichtlichen Klage vor-
schreibt, kann gegen jede Verfügung eines Betreibungsamtes bei der Aufsichtsbehörde über 
Schuldbetreibung und Konkurs wegen Gesetzesverletzung oder Unangemessenheit Beschwer-
de geführt werden. Wird eine Gesetzesverletzung oder Unangemessenheit geltend gemacht, so 
muss die Beschwerde gemäss Art. 17 Abs. 2 SchKG grundsätzlich innert zehn Tagen seit dem 
Zeitpunkt, in welchem der Beschwerdeführer von der Verfügung Kenntnis erhalten hat, ange-
bracht werden. Der Schuldner, der den Pfändungsvollzug anfechten will, hat innert zehn Tagen 
Beschwerde zu erheben. Im vorliegenden Fall hat das Betreibungsamt Waldenburg die Pfän-
dung am 7. Februar 2012 in Abwesenheit des Schuldners vollzogen. Die massgebliche Verfü-
gung datiert vom 7. Februar 2012. Die Beschwerde des Schuldners, welche am 14. Februar 
2012 der Post übergeben wurde, ist rechtzeitig erfolgt. Die sachliche Zuständigkeit der Dreier-
kammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts zur Behandlung der Angelegenheit ergibt 
sich aus § 6 Abs. 1 lit. b EG SchKG. Der Beschwerdeführer rügt insofern eine falsche Feststel-
lung des Sachverhalts, als dass er geltend macht, verschiedene für das Existenzminimum 
massgebliche Ausgabepositionen seien vom Betreibungsamt nicht berücksichtigt worden. Da-
mit sind die Anforderungen an eine zumindest summarische Beschwerdebegründung erfüllt. 
Ferner hat sich der Beschwerdeführer damit auf einen zulässigen Beschwerdegrund berufen. 
Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten. 

2.1 Gemäss Art. 93 Abs. 1 SchKG kann Erwerbseinkommen jeder Art so weit gepfändet 
werden, als es nach dem Ermessen des Betreibungsbeamten für den Schuldner und seine Fa-
milie nicht unbedingt notwendig ist. Es ist der tatsächliche, objektive Notbedarf des Schuldners 
und nicht etwa der standesgemässe oder gewohnte Bedarf zu bestimmen. Grundlage der Be-
rechnung des Existenzminimums eines Schuldners bilden gemäss Beschluss des Regierungs-
rates vom 18. August 2009 als administrative Aufsichtsbehörde über die Betreibungs- und Kon-

 
 
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kursämter im Sinne von § 6 Abs. 2 EG SchKG die Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- 
und Konkursbeamten der Schweiz vom 1. Juli 2009. Gemäss diesen Richtlinien wird einem 
Schuldner im Rahmen des Existenzminimums ein monatlicher Grundbetrag zugebilligt. Weitere 
notwendige Auslagen des Schuldners, wie z.B. der Wohnungsmietzins, Sozialbeiträge, unum-
gängliche Berufsauslagen, rechtlich geschuldete Unterhaltsbeiträge etc. werden zusätzlich zum 
Existenzminimum gerechnet. Diese Zuschläge zum Grundbetrag des Existenzminimums dürfen 
nach dem sog. Effektivitätsgrundsatz im Allgemeinen nur insoweit berücksichtigt werden, als 
eine Zahlungspflicht besteht und entsprechende Zahlungen bisher auch tatsächlich geleistet 
wurden (BÜHLER, Betreibungs- und prozessrechtliches Existenzminimum, in: AJP 2002, S. 647; 
BGE 121 III 20 E. 3a, 112 III 19 E. 4). Begründet wird dies damit, dass es stossend wäre, wenn 
dem Schuldner Beträge zugestanden würden, die er nicht zum vorgesehenen Zweck verwen-
det, sondern anderweitig ausgibt. Der Betreibungsbeamte hat die tatsächlichen Verhältnisse, 
die zur Ermittlung des pfändbaren Erwerbseinkommens nötig sind, von Amtes wegen abzuklä-
ren. Es steht ihm dabei ein weitgehendes Ermessen zu, das pflichtgemäss auszuüben ist. Das 
bedeutet insbesondere, dass sowohl den Interessen des Schuldners wie auch jenen des Gläu-
bigers Rechnung getragen werden muss. Die Ermittlungspflicht des Betreibungsbeamten be-
deutet jedoch nicht, dass der Schuldner hier von jeder Mitwirkungspflicht befreit ist. Es obliegt 
ihm im Gegenteil, die Behörde über die wesentlichen Tatsachen zu unterrichten und die ihm 
zugänglichen Beweise anzugeben (BGE 119 III 70). 

2.2 Der Beschwerdeführer moniert zunächst, dass Gebäudeversicherungsprämien bei der 
Berechnung des Existenzminimums durch das Betreibungsamt unberechtigter Weise aussen 
vor geblieben seien. Der Beschwerdeführer legte eine Rechnung sowie eine Mahnung der Ba-
sellandschaftlichen Gebäudeversicherung ins Recht. Diese Unterlagen vermögen im Lichte des 
Effektivitätsgrundsatzes jedoch keinen hinreichenden Nachweis dafür erbringen, dass Zahlun-
gen auch tatsächlich erfolgt sind. Aus den beigelegten Dokumenten lässt sich lediglich entneh-
men, dass eine Forderung gegenüber dem Beschwerdeführer besteht, nicht aber ob diese auch 
regelmässig befriedigt wird. Das Betreibungsamt hat somit zu Recht diese angebliche Ausga-
beposition nicht in seine Erwägungen aufgenommen. 

2.3 Ferner beanstandet der Beschwerdeführer, es sei nicht berücksichtigt worden, dass er 
Steuerausstände aus den Jahren 2007 bis 2009 habe und diese in Raten abzahle. Die Steuer-
schuld betrage insgesamt CHF 18'252.00. Gemäss den Richtlinien der Konferenz der Betrei-
bungs- und Konkursbeamten der Schweiz vom 1. Juli 2009 sind Steuern bei der Berechnung 
des Notbedarfs nicht zu berücksichtigen. Dieser Grundsatz findet auch in der bundesgerichtli-
chen Rechtsprechung seine Verankerung (BGE 126 III 89 E. 3 b). Der Grundsatz bezweckt, 
dass der Fiskus gegenüber anderen Gläubigern nicht bevorzugt werden soll (BSK SchKG-I-
VONDER MÜHLL, Art. 93 SchKG N 33). In Anwendung dieses Grundsatzes hat das Betreibungs-
amt zu Recht die rückständigen Steuerschulden des Beschwerdeführers nicht berücksichtigt. 
Die Rüge des Beschwerdeführers stösst deshalb ins Leere. 

2.4 Der Beschwerdeführer trägt weiter vor, dass er aufgrund der Verfügung des Friedens-
richters, Kreis Rheinfelden, vom 17. Januar 2012 zwölf monatliche Zahlungen in der Höhe von 
je CHF 300.00 an die B____AG bezahlen müsse. Damit macht der Beschwerdeführer sinnge-
mäss die Berücksichtigung bestehender Schulden geltend. Allerdings dürfen bereits zur Zeit 

 
 
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des Pfändungsvollzugs bestehende Schulden bei der Berechnung des Existenzminimums kei-
nesfalls berücksichtigt werden. Es wird damit vermieden, dass nicht-betreibende Gläubiger zu-
lasten der betreibenden Gläubiger bevorzugt werden (BSK SchKG-I-VONDER MÜHLL, Art. 93 
SchKG N 33). Bei der Berechnung des Existenzminimums beachtete das Betreibungsamt rich-
tigerweise die Ausstände des Beschwerdeführers nicht, womit dieser auch in diesem Punkt 
nicht durchzudringen vermag. 

2.5 Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, ihm sei per Ende Februar 2012 gekündigt 
worden. Er werde sich bei der Arbeitslosenversicherung anmelden müssen und nur noch 80 % 
des bisherigen Einkommen erwirtschaften. Demzufolge macht der Beschwerdeführer geltend, 
gegenüber den Verhältnissen im Zeitpunkt der Pfändung seien Veränderungen eingetreten. 
Massgebend für die Beurteilung der Einkommensverhältnisse des Schuldners und der Pfänd-
barkeit seines Erwerbes ist indessen der Zeitpunkt der Pfändung (BGE 102 III 10 E. 4). Ändern 
sich während der Dauer der Einkommenspfändung die für die Bestimmung des pfändbaren Be-
trages massgeblichen Verhältnisse hinsichtlich des Existenzminimums oder des Einkommens 
des Schuldners, so ist die Pfändung durch Erhöhung oder Ermässigung dieses Betrages diesen 
neuen Verhältnissen anzupassen. Eine solche Revision kann gemäss Art. 93 Abs. 3 SchKG 
von Amtes wegen oder aufgrund eines Revisionsbegehrens des Gläubigers oder des Schuld-
ners vorgenommen werden. Allerdings ist ein solches Begehren ausschliesslich beim zuständi-
gen Betreibungsamt und nicht bei der Aufsichtbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs ein-
zureichen (BGE 108 III 10 E. 4; BSK SchKG-I-VONDER MÜHLL, Art. 93 SchKG N 54). Dement-
sprechend kann das Begehren des Beschwerdeführers, wonach sich die massgeblichen Um-
stände geändert hätten, von der Aufsichtsbehörde nicht behandelt werden. Im Ergebnis vermag 
der Beschwerdeführer mit keinem seiner Anträge durchzudringen, weshalb die Beschwerde 
abzuweisen ist. 

3. Für das vorliegende Verfahren werden gemäss Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG keine Kos-
ten erhoben. 

Demnach wird erkannt: 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Kosten erhoben. 

Vorsitzender Richter 

 

 

Dieter Freiburghaus 

Aktuar i.V. 

 

 

Ömer Keskin