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**Case Identifier:** 8720b7b4-0e1c-5e94-b7e7-acf51d045cbc
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-16
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Zivilrecht 16.01.2024 400 23 222
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_001_400-23-222_2024-01-16.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht 

vom 16. Januar 2024 (400 23 222) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Zivilprozessrecht / Zivilgesetzbuch 

 

 
Kooperations- und Organisationsbereitschaft der Eltern sowie geografische Distanz der 
Wohnorte der Eltern bei alternierender Obhut (E. 4.2); der Eintritt des Kindes in den Kin-
dergarten führt für sich allein genommen nicht zu einem Wechsel des bisher funktionie-
renden alternierenden Betreuungsmodells (E. 5.3). 

 
 
Besetzung  Präsident Roland Hofmann; Gerichtsschreiber Giuseppe Di Marco 
  

 

Parteien  A.____,  
vertreten durch Advokatin Annalisa Landi, Oberwilerstrasse 3, Postfach 
312, 4123 Allschwil,  
Gesuchskläger und Berufungsbeklagter 

  gegen 

  B.____,  
vertreten durch Rechtsanwältin Rosa Renftle, Baslerstrasse 15, Post-
fach 44, 4310 Rheinfelden,  
Gesuchsbeklagte und Berufungsklägerin 

   

Gegenstand  Eheschutz  
Berufung gegen das Urteil des Gerichtspräsidenten des Zivilkreis-
gerichts Basel-Landschaft Ost vom 14. August 2023 

 

 

A. A.____ und B.____ haben am 8. August 2014 geheiratet. Aus der Ehe ist der Sohn 

C.____, geboren am 26. Mai 2020, entsprungen. Die Ehegatten lebten zusammen mit C.____ 

in der Liegenschaft des Ehemannes in Arisdorf. Im Mai 2022 zog die Ehefrau mit dem Sohn 

C.____ nach Magden. Per 19. Mai 2023 zog sie mit C.____ und ihrem Lebenspartner sowie 

dessen zwei Söhne nach Zofingen. 

 
 
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B. Mit Eingabe vom 30. März 2023 gelangte der Ehemann, vertreten durch Advokatin Anna-

lisa Landi, an das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost und beantragte, es sei das Getrenntle-

ben der Ehegatten seit dem 19. Mai 2023 festzustellen, C.____ unter seine alleinige Obhut zu 

stellen und dem Ehemann zu bewilligen, C.____ wieder an seinem Wohnort in Arisdorf einwoh-

neramtlich zu registrieren. Der Ehefrau sei ein ordentliches Kontaktrecht einzuräumen. Die Kos-

ten von C.____ seien von den Ehegatten je hälftig zu übernehmen, wobei das Kinderkonto 

durch den Ehemann zu verwalten sei, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

C. Anlässlich der Eheschutzverhandlung vom 20. Juni 2023 hielt der Ehemann im Wesentli-

chen an seinen Anträgen fest, jedoch sei C.____ unter die alternierende Obhut der Ehegatten 

zu stellen. Die Ehefrau, vertreten durch Rechtsanwältin Rosa Renftle, beantragte hingegen die 

Feststellung des Getrenntlebens der Ehegatten seit 16. Mai 2022. Im Weiteren sei C.____ bis 

zum Kindergarteneintritt unter der alternierenden Obhut der Eltern zu belassen, wobei sich der 

Wohnsitz von C.____ aus dem Wohnsitz der Ehefrau ableite. Mit dem Kindergarteneintritt sei 

C.____ unter die alleinige Obhut der Ehefrau zu stellen. Der Umzug von C.____ nach Zofingen 

sei per 19. Mai 2023 zu genehmigen. Bis zum Kindergarteneintritt von C.____ sei die Betreu-

ungsaufteilung zu zwei Dritteln bei der Kindsmutter und zu einem Drittel beim Kindsvater vorzu-

sehen, wobei sich die Ehegatten über die Aufteilung sowie das Holen und Bringen von C.____ 

am Wohnort jedes Ehegatten zu verständigen hätten. Beide Ehegatten hätten gleich viele Weg-

strecken zu übernehmen. Über die Ferien und gesetzlichen Feiertage hätten sich die Ehegatten 

frühzeitig abzusprechen, wobei darauf zu achten sei, dass C.____ jeweils einzelne Feiertage 

alternierend bei den Ehegatten verbringe.  

Nach dem Kindergarteneintritt von C.____ sei dem Ehemann ein gerichtsübliches Kontaktrecht 

von Freitagabend 18:00 Uhr bis Sonntag 18:00 Uhr an jedem zweiten Wochenende zu erteilen. 

Der Ehemann habe fünf Wochen Ferien mit C.____ und die Hälfte der gesetzlichen Feiertage 

gemäss dem Bezirk Zofingen zu übernehmen. Über die Ferien und gesetzlichen Feiertage hät-

ten sich die Ehegatten frühzeitig abzusprechen, wobei darauf zu achten sei, dass C.____ je-

weils einzelne Feiertage alternierend bei den Ehegatten verbringe.  

Darüber hinaus beantragte die Ehefrau vom Ehemann einen monatlich vorauszahlbaren und 

gerichtsüblich zu indexierenden Unterhaltsbeitrag für C.____ von mindestens CHF 1'400.00 per 

16. Mai 2022 bis 19. Mai 2023, von mindestens CHF 1'480.00 per 20. Mai 2023 bis 31. Juli 

2024 sowie von mindestens CHF 1'360.00 per 1. August 2024 bis auf Weiteres, jeweils ohne 

Kinder- und Erziehungszulagen. Dies alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten 

des Ehemannes.  

D. Nachdem die vom Zivilkreisgerichtspräsidenten Basel-Landschaft Ost (nachfolgend: Vor-

instanz) an der Verhandlung vom 20. Juni 2023 mündlich präsentierte und alsdann den Ehegat-

ten schriftlich unterbreitete Vereinbarung nicht zustande gekommen war, erkannte die Vor-

instanz mit Urteil vom 14. August 2023 was folgt:  

  1. Den Ehegatten wird das Getrenntleben bewilligt und es wird festgestellt, dass sie dieses 

per 19. Mai 2022 aufgenommen haben.  

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  2. Das Kind der Ehegatten, C.____, geb. am 26. Mai 2020, wird für die Dauer des Getrenntle-

bens unter die alternierende Obhut beider Elternteile im Verhältnis 50:50 gestellt. Das Kind 

hat seinen amtlichen Wohnsitz beim Vater.  

  3. Ab sofort bis zum Kindergarteneintritt von C.____ gilt folgende Betreuungsregelung:  

 Betreuung durch Mutter:  

 Montag ganztags mit Übernachtung bis Dienstagmittag. Donnerstagabend bis Freitag-

abend. 

 Jedes zweite Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend alternierend, wobei jeweils 

der Elternteil, bei welchem C.____ das Wochenende verbringt, für die Übergabe von 

C.____ besorgt zu sein hat.  

 Betreuung durch Vater:  

 Dienstagmittag nach der Spielgruppe bis Donnerstagabend. Übergabe an die Kindsmutter 

am Donnerstagabend.  

 Jedes zweite Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend alternierend, wobei jeweils 

der Elternteil, bei welchem C.____ das Wochenende verbringt, für die Übergabe von 

C.____ besorgt zu sein hat. 

 Für eine allfällige Drittbetreuung ist jeder Ehegatte an seinen Betreuungszeiten selbst ver-

antwortlich. 

  4. Ab dem Kindergarteneintritt von C.____ gilt folgende Betreuungsregelung: 

 Woche 1 

 Betreuung durch Mutter:  

 Montag ganztags mit Übernachtung, Dienstag ganztags mit Übernachtung, wobei die 

Kindsmutter C.____ am Mittwochmorgen in den Kindergarten bringt.  

 Freitag nach dem Kindergarten bis Montagmorgen, wobei die Kindsmutter am Montagmor-

gen C.____ in den Kindergarten bringt.  

 Betreuung durch Vater:  

 Ab Mittwochmorgen ganztags mit Übernachtung, Donnerstag ganztags mit Übernachtung 

bis Freitagmorgen, wobei der Kindsvater C.____ Freitagmorgen in den Kindergarten bringt. 

 Woche 2 

 Betreuung durch Mutter:  

 Montag ganztags mit Übernachtung, Dienstag ganztags mit Übernachtung, wobei die 

Kindsmutter C.____ am Mittwochmorgen in den Kindergarten bringt. 

 Betreuung durch Vater: 

 Mittwochmorgen bis Montagmorgen, wobei der Kindsvater C.____ am Montagmorgen in 

den Kindergarten bringt. 

 Für eine allfällige Drittbetreuung ist jeder Ehegatte an seinen Betreuungszeiten selbst ver-

antwortlich. 

  5. Jeder Elternteil verbringt mindestens 3 Wochen Ferien mit C.____. Ab dem Kindergarten-

eintritt von C.____ verbringt jeder Elternteil mindestens die Hälfte der Schulferien mit 

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C.____. Über ein weitergehendes oder abweichendes Ferienrecht verständigen sich die 

Ehegatten selbständig untereinander. 

 Die gesetzlichen Feiertage verbringen die Ehegatten ebenfalls hälftig mit C.____. Die Eltern 

sprechen sich frühzeitig ab. 

  6.  Grundlage der Unterhaltsberechnung bilden die folgenden Werte: 

 Nettoeinkommen des Ehemannes pro Monat (inkl. 13. Monatslohn, Boni/Gratifikation, ohne 

Zulagen) CHF 6'501.00; 

 Nettoeinkommen der Ehefrau pro Monat (inkl. 13. Monatslohn, Boni/Gratifikation, ohne Zu-

lagen) CHF 4'581.00; 

 Nettoeinkommen des Kindes C.____ (KiZ) CHF 200.00. 

  7. Der Ehemann hat der Ehefrau für das Kind C.____ mit Wirkung ab 1. August 2023 einen 

monatlichen und vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 600.00 zu bezahlen. Allfällig 

bezogene Kinder- bzw. Ausbildungszulagen sind zusätzlich geschuldet. Der Anteil der je-

dem Ehegatten zustehenden Kinderzulagen beträgt je 50%. 

  8. Die ausserordentlichen Kinderkosten tragen die Ehegatten je zur Hälfte. 

  9. Die Gerichtskosten von CHF 2'000.00 werden den Ehegatten je zur Hälfte auferlegt. 

 Jede Partei hat für ihre eigenen Parteikosten aufzukommen. 

E. Mit Berufung vom 4. September 2023 beantragte die Ehefrau (nachfolgend: Berufungs-

klägerin) beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, es seien die Ziffern 2, 3, 

4, 5 und 7 des vorinstanzlichen Urteils vom 14. August 2023 aufzuheben, eventualiter sei der 

Fall zur Neubeurteilung der Ziffern 2, 3, 4, 5 und 7 an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die einzelnen Berufungsanträge werden zusammen mit 

deren Begründung in den nachstehenden Erwägungen wiedergegeben. Die Berufungsklägerin 

stellte darüber hinaus die Verfahrensanträge, es seien die Parteien zu einer Verhandlung vorzu-

laden und es sei ihrer Berufung die aufschiebende Wirkung zu gewähren. Mit dem Urteil der 

Vorinstanz sei erstmals vorgesehen, dass C.____ seinen Wohnsitz beim Ehemann in Arisdorf 

habe. Zudem würden mit dem vorinstanzlichen Urteil die unmittelbare Betreuung der Eltern we-

sentlich verändert. Es sei angezeigt, für die Dauer des Rechtsmittelverfahrens keine neuen 

Verhältnisse zu schaffen. 

F. Nach Eingang eines Kostenvorschusses für das Rechtsmittelverfahren in Höhe von 

CHF 2'000.00 ersuchte der Ehemann (nachfolgend: Berufungsbeklagter) in seiner Berufungsan-

twort vom 1. Oktober 2023 um Abweisung der Berufung. Eventualiter sei ihm die alleinige Ob-

hut über C.____ spätestens ab Eintritt in den Kindergarten zuzuteilen, unter Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen. Das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung sei abzuweisen. 

C.____ sei stets in Arisdorf an seinem Geburtsort angemeldet gewesen, mit Ausnahme eines 

kurzen Intermezzos in Möhlin, weil die Berufungsklägerin mit C.____ ein paar Monate dort ge-

lebt habe. C.____ sei längst wieder in Arisdorf einwohneramtlich gemeldet. Die Betreuungsplä-

ne, welche die Berufungsklägerin zu diktieren versuche, seien so nie gelebt worden und würden 

der tatsächlich gelebten Betreuungszeit der Kindseltern widersprechen. 

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G. Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 3. Oktober 2023 wurde der Berufung die auf-

schiebende Wirkung verweigert, der Schriftenwechsel geschlossen und die Parteien zu einer 

Hauptverhandlung vor das Präsidium geladen. Diese wurde am 16. Januar 2024 im Beisein der 

Parteien mit ihren jeweiligen Rechtsvertreterinnen abgehalten. Nach Parteibefragungen, ge-

scheiterten Vergleichsbemühungen und den Plädoyers der Parteivertreterinnen stellte der Ge-

richtspräsident den Parteien den schriftlichen Entscheid in Aussicht.  

Erwägungen 

1. Gegen Eheschutzentscheide, welche in Anwendung des summarischen Verfahrens erge-

hen (vgl. Art. 271 lit. a ZPO), kann gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO Berufung erhoben werden, 

wobei in vermögensrechtlichen Streitigkeiten der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen 

Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 betragen muss (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Bei wieder-

kehrenden Nutzungen oder Leistungen gilt der Kapitalwert, wobei bei ungewisser oder unbe-

schränkter Dauer als Kapitalwert der zwanzigfache Betrag der einjährigen Nutzung oder Leis-

tung gilt (Art. 92 Abs. 2 ZPO). Im vorliegenden Verfahren beantragte die Berufungsklägerin bei 

der Vorinstanz einen gestaffelten monatlichen Kindesunterhaltsbeitrag von mindestens 

CHF 1'360.00 zuzüglich Kinder- und Erziehungszulagen ab Aufnahme des Getrenntlebens im 

Mai 2022, womit die Streitwertgrenze von CHF 10‘000.00 für eine Berufung erreicht ist. Nach 

Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 311 Abs. 1 ZPO ist die Berufung schriftlich und begründet innert zehn 

Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids bzw. seit der nachträglichen Zustellung der 

Entscheidbegründung bei der Rechtsmittelinstanz zu erheben. Das schriftlich begründete Ehe-

schutzurteil des Gerichtspräsidenten vom 14. August 2023 wurde der Berufungsklägerin am 

23. August 2023 fristauslösend zugestellt. Unter Berücksichtigung des fristverlängernden Wo-

chenendes gemäss Art. 142 Abs. 3 ZPO lief die Berufungsfrist am Montag, 4. September 2023, 

ab. Mit Einreichung der Berufung am 4. September 2023 wurde die Berufungsfrist eingehalten. 

Die Berufungsklägerin ist zur Erhebung der Berufung legitimiert und bringt zulässige Beru-

fungsgründe gemäss Art. 310 ZPO vor. Auf ihre Berufung ist einzutreten. Gemäss § 5 Abs. 1 

lit. a EG ZPO ist das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für die Beurteilung 

von Berufungen gegen Entscheide der Präsidien der Zivilkreisgerichte, die im summarischen 

Verfahren ergangen sind, sachlich zuständig. 

2. Vorab ist festzuhalten, dass es sich beim Kindesunterhalt um Kinderbelange im Sinne von 

Art. 295 ff. ZPO handelt, weshalb gemäss Art. 296 Abs. 3 ZPO die Offizialmaxime gilt und das 

Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen hat (Art. 296 Abs. 1 ZPO), mithin die 

uneingeschränkte Untersuchungsmaxime Anwendung findet und deshalb – entgegen der An-

sicht des Berufungsbeklagten – die Berufungsinstanz Noven ohne Einschränkung nach Art. 317 

Abs. 1 ZPO zu berücksichtigen hat (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). Jedoch ist auch hierbei der Rü-

gepflicht und Begründungslast hinsichtlich Art. 310 ZPO nachzukommen, so dass die Beru-

fungseingabe einerseits Anträge zu enthalten hat, mit welchen bestimmt zu erklären ist, welche 

Änderungen im Dispositiv des angefochtenen Entscheids verlangt werden. Andererseits muss 

sich die Berufung führende Partei sachbezogen mit den Erwägungen des angefochtenen Ent-

scheides auseinandersetzen und bestimmt dartun, inwiefern von der ersten Instanz das Recht 

falsch angewendet bzw. der Sachverhalt unrichtig festgestellt worden sein soll. Es ist grund-

sätzlich nicht Sache der Berufungsinstanz, einen vorinstanzlichen Entscheid von Amtes wegen 

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einer umfassenden Prüfung gemäss Art. 310 ZPO zu unterziehen. Ausnahmsweise gebietet es 

allerdings die Offizial- und Untersuchungsmaxime einzuschreiten, sofern der Fehler bei der 

Sachverhaltsfeststellung oder in der Rechtsanwendung geradezu augenscheinlich ist oder 

wenn aufgrund neuer Hinweise eine weitergehende Erforschung eines bestimmten Sachver-

halts geboten ist (KGE BL 400 21 201 vom 30. November 2021 E. 1.2; 400 20 225/227 vom 22. 

Dezember 2020 E. 2.1; 400 19 176 vom 12. November 2019 E. 3.1 ff.). 

3.1 Die Berufungsklägerin macht im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz habe ihren Er-

messenspielraum in Bezug auf den Wohnsitz von C.____ und die Betreuungsaufteilung verletzt. 

Die Vorinstanz habe erwogen, dass der Betreuungsanteil des Berufungsbeklagten von 41 % 

erhalten bleiben müsse, weshalb die aktuelle Betreuungsaufteilung dahingehend anzupassen 

sei, dass der Berufungsbeklagte den Dienstagnachmittag übernehme. Auch nach dem Kinder-

garteneintritt von C.____ müsse die Betreuung angepasst werden, um die Wechsel zwischen 

den Eltern zu reduzieren. Für den Wohnsitz beim Berufungsbeklagten spreche – so die Vor-

instanz – zum einen der Wohnort beider Grosseltern in der Nähe von Arisdorf, zum anderen der 

Umstand, dass die Berufungsklägerin in Zofingen auf sich alleine gestellt sei und ausserdem, 

dass der Wohnsitz des Berufungsbeklagten für C.____ mehr Stabilität aufweise. Es falle auf, 

dass im vorinstanzlichen Urteil kein einziges Kriterium zu Gunsten der Berufungsklägerin aufge-

führt sei. Die Gewichtung der Kriterien sei stark einseitig erfolgt. Die Vorinstanz hätte auch aus-

führen können, dass die Berufungsklägerin C.____ weiterhin zu 59 % betreue. Davon gehe 

auch die Vorinstanz aus, dennoch werde das Kriterium der Kontinuität nicht zu Gunsten der 

Berufungsklägerin aufgeführt. Die Vorinstanz führe im Weiteren fälschlicherweise aus, die 

Spielgruppe finde am Dienstagmorgen statt. Tatsächlich finde sie aber am Nachmittag statt. 

Nach Ansicht der Vorinstanz könne dadurch, dass der Berufungsbeklagte C.____ am Dienstag-

nachmittag betreue, dem Kind eine Autofahrt nach Zofingen erspart bleiben; dem Umstand, 

dass der Berufungsbeklagte zu 80 % arbeite, halte die Vorinstanz entgegen, dass der Beru-

fungsbeklagte an Randzeiten bzw. an anderen Tagen die Zeit nachholen könne. Die Vorinstanz 

sei mit keinem Wort darauf eingegangen, dass die Berufungsklägerin die Flexibilität des Beru-

fungsbeklagten stets bestritten habe. Sie habe auch keine Erkundigungen darüber vorgenom-

men, ob der Berufungsbeklagte tatsächlich an Randzeiten und am Wochenende arbeiten kön-

ne. Sie habe die Aussagen des Berufungsbeklagten zu seiner Erwerbstätigkeit nicht kritisch 

hinterfragt, sondern eins zu eins übernommen. Gemäss BGE 144 III 481 E. 4.7.1 sei es an den 

Eltern zu entscheiden, in welchem Umfang ein Kind persönlich oder fremdbetreut werde. Vor-

liegend hätten beide Eltern während des Zusammenseins klar der persönlichen Betreuung von 

C.____ den Vorzug gegeben. Die Berufungsklägerin arbeite nach wie vor 70 % und habe 

C.____ schon immer an zwei Tagen persönlich betreut. Die bisherige Betreuung, namentlich 

der grössere Umfang der persönlichen Betreuung durch die Berufungsklägerin, spreche für den 

Wohnsitz von C.____ in Zofingen, genauso wie für die Beibehaltung der Betreuung am Diens-

tag durch die Berufungsklägerin. C.____ werde von den Grosseltern je an einem Tag pro Wo-

che betreut, wobei die Grosseltern väterlicherseits in Arisdorf und mütterlicherseits in Rheinfel-

den wohnen würden. Beide Grosseltern würden demnach zwischen 30 und 40 Minuten von 

Zofingen entfernt wohnen. Obwohl C.____ bisher von den Kindseltern zu den Grosseltern ge-

fahren worden sei, wären die Grosseltern mütterlicherseits bereit, nach Zofingen zu fahren und 

C.____ dort zu betreuen. Nur weil die Berufungsklägerin nicht Eltern im gleichen Dorf habe, 

bedeute dies nicht, dass sie allein sei. Es entstehe der Eindruck, dass der Wohnsitz beider 

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Grosseltern besonders stark gewichtet worden sei. Ab Kindergarteneintritt von C.____ werde 

sich die Betreuung beider Grosseltern aber reduzieren und es sei denkbar, dass sie C.____ 

noch einen Nachmittag betreuen würden, sei es in Zofingen oder in Arisdorf. Die Behauptung 

der Vorinstanz, die Berufungsklägerin wäre in Zofingen alleine und könne C.____ notfallmässig 

nicht aus dem Kindergarten abholen, sei untragbar und auch nicht ausschlaggebend. Die Beru-

fungsklägerin sei in ihrer Anstellung sehr flexibel und könne im Homeoffice arbeiten. Weiter 

könne der mit ihr zusammenlebende Partner sie unterstützen. Ihre Eltern würden 40 Minuten 

entfernt leben und jederzeit erreichbar sein. Ausserdem lebe ihre Schwester in der Nähe und 

könne die Berufungsklägerin bzw. C.____ in Notfällen ebenfalls beistehen. Obwohl demnach 

die Berufungsklägerin auch ein gutes Umfeld aufweise, sei die Betrachtung der Vorinstanz er-

neut einseitig. Dasselbe gelte in Bezug auf das Kriterium der Stabilität. Die Patchworksituation 

sei für alle bereichernd und die beiden Kinder ihres Partners würden sich mit C.____ gut ver-

stehen. Der Umzug der Berufungsklägerin von Möhlin nach Zofingen habe zu keiner Verände-

rung der Betreuungsanteile beider Eltern geführt. Der Berufungsbeklagte habe den engen Be-

zug von C.____ zur Kindsmutter bei der Trennung unmittelbar anerkannt, indem er dem Umzug 

von C.____ nach Möhlin zugestimmt habe. Es sei ihm also bewusst gewesen, dass damit 

C.____ voraussichtlich in Möhlin in den Kindergarten kommen werde. Mit der Wohnsitzverle-

gung von C.____ nach Arisdorf erfolge längerfristig eine Verlagerung der überwiegenden Be-

treuung hin zum Ehemann. Mit dem Urteil werde mindestens indirekt die Beziehung zum Vater 

als wichtiger anerkannt als zur Mutter, ohne dass es hierfür sachliche Gründe gäbe. Wäre die 

Beziehung zum Vater tatsächlich bisher die Wichtigste gewesen, hätte der Berufungsbeklagte 

nicht dem Umzug nach Möhlin zugestimmt. Gerade im Alter von C.____ spiele die Beziehungs-

fortsetzung im bisherigen Rahmen eine starke Rolle. C.____ sei noch an keinem Ort geogra-

fisch verwurzelt und die Berufungsklägerin habe ihn stets mehr persönlich betreut als der Beru-

fungsbeklagte. Der Wohnsitz von C.____ habe daher bei der Berufungsklägerin zu sein. Der 

Entscheid der Vorinstanz sei nicht nachvollziehbar und stossend.  

3.2 Der Berufungsbeklagte bestreitet sämtliche Ausführungen der Berufungsklägerin. Die 

Vorinstanz habe ihr Ermessen zum Kindswohl ausgeübt, indem sie den Lebensmittelpunkt von 

C.____ in Arisdorf erkannt und die bisherige faktische Kindsbetreuung alternierend den Kindes-

eltern gewährt habe. Die Berufungsklägerin sei ohne Vorwarnung aus der ehelichen Liegen-

schaft in Arisdorf ausgezogen mit der Begründung, sie brauche eine Auszeit. Sie habe ihn im 

Glauben gelassen, bald nach Arisdorf zurückzukommen. Der Berufungsbeklagte sei nie damit 

einverstanden gewesen, dass C.____ nicht mehr am ehelichen Wohnsitz in Arisdorf leben solle. 

Seine Ummeldung nach Möhlin sei unter dem Vorbehalt einer Übergangszeit gewesen. Sodann 

treffe es nicht zu, dass C.____ mehr Zeit mit der Berufungsklägerin verbracht haben soll. Der 

Berufungsbeklagte sei seit der Geburt von C.____ täglich und intensiv in seine Betreuung invol-

viert gewesen. Er habe im Homeoffice gearbeitet und zusätzlich den ganzen Mittwoch frei ge-

habt, was im vorinstanzlichen Verfahren unbestritten geblieben sei. Auch mit dem Wegzug nach 

Möhlin habe C.____ seine aktive Zeit weiterhin beim Vater und deren Eltern in Arisdorf ver-

bracht. C.____ habe seinen Lebensmittelpunkt immer nur in Arisdorf gehabt. Beide Ehegatten 

seien sich auch während der vermeintlich vorübergehenden Trennungszeit grundsätzlich einig 

gewesen, dass sie das Kind gemeinsam zu gleichen Teilen betreuen würden. Es sei richtig, 

dass C.____ am Dienstagnachmittag und nicht am Dienstagmorgen in der Spielgruppe sei, al-

lerdings spiele diese Verwechslung insofern keine Rolle, als die Berufungsklägerin den Weg 

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ohnehin mit dem Auto fahre und der Berufungskläger C.____ am Dienstagnachmittag betreue. 

Der von der Berufungsklägerin eingereichte Bericht der Spielgruppenleiterin sei nicht neutral 

verfasst und stelle eine offensichtlich unausgewogene Parteibehauptung dar, zumal die Leiterin 

eine Freundin der Berufungsklägerin sei. Die Distanzen der Grosseltern zu den Wohnorten der 

Ehegatten seien von Bedeutung, weil die Grosseltern auch Betreuungszeit von C.____ über-

nehmen würden. Hinsichtlich des Wohnsitzes von C.____ in Arisdorf spreche sodann nicht nur, 

dass sein Lebensmittelpunkt dort sei, sondern auch, dass der Kindsvater einen Arbeitsweg von 

knapp 20 Minuten habe. Ausserdem würden die in Arisdorf wohnenden Grosseltern väterlicher-

seits gewährleisten, dass C.____ in einem Notfall sofort abgeholt werde. Die Berufungsklägerin 

arbeite in Aarburg und ihr aktueller Partner sei nicht wirklich von grosser Hilfe, da er eine Lei-

tungsfunktion habe und zudem seine bereits 10 und 12 Jahre alten Kinder abwechselnd mit 

deren Kindsmutter betreue. Die Patchworkfamilie, in der die Berufungsklägerin nun lebe, sei 

ganz neu und die beiden Kinder ihres Partners seien nur teilzeitlich bei ihm. In Notfällen seien 

die Grosseltern 40-50 Minuten von Zofingen entfernt und auch die Schwester der Berufungs-

klägerin könne in Notfällen nicht behilflich sein, denn die Autofahrt allein betrage ohne Stau 

mindestens 20 Minuten nach Zofingen. Die Vorinstanz habe nicht behauptet, die Berufungsklä-

gerin weise ein ungutes Umfeld für C.____ aus, sondern sie habe dargelegt, dass der Beru-

fungsbeklagte in seiner Umgebung weiterhin auf ein funktionierendes und bewährtes soziales 

Netz abstellen könne. Die seit der Trennung im Mai 2022 bis Juni 2023 marginal höhere Be-

treuungszeit der Berufungsklägerin von maximal 10 % rechtfertige mitnichten das Herausreis-

sen des Kindes aus seinem Geburts- und Elternhaus, von seinen Grosseltern und seinem 

Freundeskreis in Arisdorf, weshalb der Wohnsitz des Kindes zu Recht bei seinem Vater in Aris-

dorf geblieben sei. Das Urteil der Vorinstanz sei insgesamt ausgewogen und das Ermessen sei 

zweckmässig und innerhalb der gesetzlichen Schranken ausgeübt worden, womit die Berufung 

abzuweisen sei.  

4.1 Die Berufungsklägerin wirft der Vorinstanz eine falsche Ermessensausübung in Bezug 

auf die Betreuungsaufteilung zwischen den Ehegatten und die Festlegung des Wohnsitzes von 

C.____ vor, weil sie die von der Berufungsklägerin vorgetragenen Umstände grundlos nicht 

berücksichtigt und eine einseitige Beurteilung zugunsten des Berufungsbeklagten vorgenom-

men habe. Damit behauptet die Berufungsklägerin einen Ermessensmissbrauch durch die Vor-

instanz. Ein solcher liegt vor, wenn das Gericht zwar einen innerhalb des Ermessensspielrau-

mes liegenden Entscheid in Ausübung des ihm zukommenden Ermessensspielraumes trifft, die 

gerichtliche Entscheidung jedoch auf unsachlichen Kriterien beruht oder schlichtweg unver-

ständlich ist (REETZ/THEILER, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl., 

2016, Art. 310 N 35 m.w.H.). Blosse Unangemessenheit liegt dagegen vor, wenn ein gerichtli-

cher Entscheid (welcher innerhalb des gerichtlichen Ermessensspielraumes liegt und zudem in 

Ausübung des dem Gericht zukommenden Ermessensspielraumes getroffen wurde) auf sachli-

chen Kriterien beruht und auch nicht unverständlich ist, unter Berücksichtigung sämtlicher Ge-

gebenheiten des konkreten Falles aber dennoch als unzweckmässig erscheint, weshalb die 

Rechtsmittelinstanz – wäre sie anstelle der ersten Instanz zum Entscheid berufen gewesen – 

einen anderen (und zwar zweckmässigen) Entscheid getroffen hätte. Auch die (blosse) Unan-

gemessenheit eines erstinstanzlichen Entscheides kann mit Berufung gerügt werden (KGE BL 

410 12 39 vom 20. März 2012 E. 1.2), wobei sich die Rechtsmittelinstanz bei Eingriffen in ver-

tretbare Ermessensentscheide, trotz des ihnen zustehenden freien Ermessens, in der Regel 

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eine gewisse Zurückhaltung auferlegt, insbesondere bei einer grösseren Sachnähe der ersten 

Instanz zum Entscheid (REETZ/THEILER, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO 

Komm., 3. Aufl., 2016, Art. 310 N 36 m.w.H.). Indem die Berufungsklägerin vorliegend behaup-

tet, die Vorinstanz hätte ihre Argumente nicht berücksichtigt, rügt sie ausserdem eine Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 53 Abs. 1 ZPO; dazu 

BSK ZPO-GEHRI, 3. Aufl., 2017, Art. 53 N 6 ff. m.w.H.).  

4.2 Einleitend ist festzuhalten, dass das Vorliegen der Voraussetzungen für eine alternie-

rende Obhut, welche die Vorinstanz sorgfältig geprüft und bejaht hat (vgl. vorinstanzliche Ur-

teilserwägungen 11 ff.), von den Parteien nicht in Frage gestellt wird. Es besteht Einigkeit dar-

über, dass die Ehegatten bereits vor Aufnahme des Getrenntlebens am 19. Mai 2022 und auch 

danach ihren Sohn C.____ alternierend betreut haben, wobei die Berufungsklägerin C.____ 

jeweils etwas mehr betreut hat als der Berufungsbeklagte. Die Eltern wünschen sich, ihr Kind 

weiterhin alternierend betreuen und erziehen zu dürfen, zumindest bis zum Kindergarteneintritt 

des Kindes. Weiter ist erstellt, dass die Berufungsklägerin mit einem Arbeitspensum von 70 % 

arbeitet und der Berufungsbeklagte mit einem solchen von 80 %. Die Grosseltern mütterlicher- 

und väterlicherseits unterstützen die Ehegatten, indem sie C.____ je einmal in der Woche be-

treuen. Beide Elternteile sind zudem erziehungsfähig und es bestehen keine unüberwindbaren 

Kommunikationsprobleme (so bereits die Vorinstanz, vgl. Urteilserwägung 13). Hinzu kommt, 

dass die Distanz der Wohnorte der Berufungsklägerin in Zofingen und des Berufungsbeklagten 

in Arisdorf sowohl von beiden Elternteilen als auch von der Vorinstanz nicht als Hindernis für 

eine alternierende Betreuung zu etwa gleichen Teilen betrachtet wird. Das Kantonsgericht, Ab-

teilung Zivilrecht, schliesst sich dieser Meinung an. Die Betreuung von C.____ hat gemäss Aus-

sagen beider Eltern bislang grossmehrheitlich gut funktioniert. Nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung erfordert die Entfernung zwischen den Wohnorten der Eltern ein Mehr an Or-

ganisation (BGE 142 III 612 E. 4.3 m.w.H.). Für ein Kind wird eine Wegfahrt von 20 bis 30 Minu-

ten als zumutbar empfunden (BGer 5A_629/2019 vom 13. November 2020 E. 8.5; OGer ZH 

LZ210021 vom 10. März 2023 m.w.H.), wobei in Einzelfällen auch ein längerer Weg nicht per se 

gegen eine alternierende Obhut spricht (BGer 5A_748/2022 vom 9. Februar 2023 E. 4.2, 

4.3.3.2 m.w.H.); vielmehr ist die geografische Situation jeweils mit Blick auf das zentrale Kriteri-

um des Kindswohls, das konkrete Betreuungsmodell und die Kooperations- und Organisations-

bereitschaft der Eltern zu prüfen (BÜCHLER/CLAUSEN, FamKomm Scheidung, Band I, 4. Aufl., 

2022, Art. 298 N 9g). Das Kantonsgericht, Abteilung Zivilrecht, hat in einem kürzlich zu beurtei-

lenden Fall Autofahrten zwischen beiden Elternteilen von 60 bis 90 Minuten (bei zwei Autofahr-

ten pro Woche) als zumutbar und für ein dreijähriges Kind als kindswohlgerecht erklärt (KGE BL 

400 21 138 vom 25. Januar 2022 E. 4.3; vgl. auch OGer ZH PQ230029 vom 4. September 2023 

E. 3.11). In der vorliegenden Konstellation ist die Kooperations- und Organisationsbereitschaft 

der Eltern vorhanden und die Wegzeiten beider Elternteile stehen einem alternierenden Betreu-

ungsmodell nicht im Wege. Die Autofahrten von Zofingen nach Arisdorf (Berufungsklägerin) 

bzw. von Arisdorf nach Zofingen (Berufungsbeklagter) betragen rund 30 Minuten bei normalem 

Verkehrsaufkommen, während die Autofahrten von Zofingen nach Rheinfelden zu den Grossel-

tern mütterlicherseits bzw. zur Spielgruppe von C.____ in Magden etwa 40 bis 45 Minuten be-

anspruchen. Die Fahrt von Arisdorf zur Spielgruppe in Magden beträgt rund 10 Minuten. Der 

Entscheid der Vorinstanz, dass trotz Wegzug der Berufungsklägerin nach Zofingen weiterhin, 

d. h. über den Zeitpunkt des Eintritts des Sohnes in den Kindergarten hinaus, eine alternierende 

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Obhut mit etwa gleichen Betreuungsanteilen der Eltern zumutbar sowie kindswohlgerecht ist 

und daher zugelassen werden kann, entspricht dem Kindswohl und ist im Einklang mit der oben 

erwähnten Rechtsprechung, weshalb der vorinstanzliche Entscheid in diesem Punkt zu bestäti-

gen ist.  

4.3 Der Vorwurf der Berufungsklägerin an die Vorinstanz, dass die von den Parteien vorge-

brachten Kriterien einseitig zugunsten des Berufungsbeklagten berücksichtigt worden seien, 

trifft nicht zu. Aus der Optik der Berufungsklägerin mögen zwar einzelne Sätze im vor-

instanzlichen Urteil, wenn sie aus dem jeweiligen Zusammenhang gerissen werden, für sich 

allein betrachtet den Anschein einer einseitigen Darstellung des Sachverhaltes oder der Be-

weiswürdigung durch die Vorinstanz hervorrufen. Im Gesamtkontext sind aber die Kriterien der 

Parteien im Urteil der Vorinstanz nicht einseitig zu Gunsten des Berufungsbeklagten gewichtet 

worden, sondern jeweils in Berücksichtigung des Kindswohls. Wenn die Vorinstanz mit Blick auf 

die Betreuungsaufteilung und den Wohnsitz von C.____ nicht der Argumentation der Beru-

fungsklägerin folgt und im Sinne des Berufungsbeklagten entscheidet, bedeutet dies noch keine 

unzulässige parteiische bzw. einseitige Würdigung zu Gunsten des Berufungsbeklagten. Die 

Vorinstanz hat sich vielmehr vom Kindswohl als oberste Maxime des Kindesrechts leiten zu 

lassen, hinter dem elterliche Interessen zurücktreten müssen (BGE 142 III 612 E. 4.2; 141 III 

328 E. 5.4 m.w.H.; 5A_474/2016 vom 27. Oktober 2016 E. 5.3; KUKO ZGB-MICHEL/SCHLATTER, 

2. Aufl., 2018, Art. 273 N 9 m.w.H.). Die Berufungsklägerin müsste im Berufungsverfahren vor-

tragen, welche rechtsrelevanten Kriterien die Vorinstanz nicht oder falsch berücksichtigt habe. 

Zudem müsste sie darlegen, dass diese behaupteten Rechtsfehler der Vorinstanz zu einem 

falschen Urteil geführt hätten. Das gelingt der Berufungsklägerin vorliegend nicht. Hinsichtlich 

der Betreuungssituation hat die Vorinstanz im angefochtenen Urteil – entgegen der Behauptung 

der Berufungsklägerin – nicht nur festgehalten, dass der Berufungsbeklagte C.____ nach der 

Trennung mindestens zu 41 % betreut hat, sondern ebenso, dass die Berufungsklägerin etwas 

mehr Betreuungsanteile als der Berufungsbeklagte übernommen hat. Die Schlussfolgerung der 

Vorinstanz, es sei für die Stabilität und die elterliche Bindung wichtig, dass C.____ weiterhin 

den Kontakt zum Vater zu mindestens 41 % aufrechterhalten könne, ist folgerichtig und zu 

schützen. Anders als die Berufungsklägerin behauptet, hat die Vorinstanz ebenfalls zur Kennt-

nis genommen, dass die Berufungsklägerin mit C.____ am 19. Mai 2022 zunächst von Arisdorf 

nach Möhlin gezogen und der Berufungsbeklagte damit einverstanden gewesen ist. Die Vor-

instanz hat aber auch in Erwägung gezogen, dass die Berufungsklägerin mit ihrem späteren 

Wegzug nach Zofingen genau ein Jahr später (am 19. Mai 2023) neue Fakten geschaffen hat, 

mit denen der Berufungsbeklagte nicht einverstanden gewesen ist und er aus diesem Grund 

das vorliegende Eheschutzverfahren eingeleitet hat. Der Berufungsklägerin kann somit nicht 

gefolgt werden, wenn sie behauptet, der Berufungsbeklagte hätte den Wohnsitz von C.____ 

ausserhalb von Arisdorf akzeptiert. Mit dem Wegzug ins entferntere Zofingen haben sich die 

Fahrtzeiten zwischen den beiden Elternhaushalten in etwa verdoppelt. Das Kantonsgericht, 

Abteilung Zivilrecht, geht mit der Vorinstanz einig, dass aufgrund des Wegzuges der Beru-

fungsklägerin ins entferntere Zofingen und nach einjähriger Trennungszeit nicht unbesehen auf 

das bisherige Betreuungsmodell abzustellen ist, sondern veränderte Verhältnisse vorliegen, die 

eine Anpassung der Betreuung nach sich ziehen. In solchen Fällen erfordert das Kindswohl, 

dass die aktuelle Situation den Ausgangspunkt der weiteren Überlegungen bildet (BGer 

5A_397/2018 vom 16. August 2018 E. 4.1), weshalb eine Anknüpfung an die Betreuungsauftei-

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lung vor und unmittelbar nach der Trennung – entgegen den Ausführungen der Berufungskläge-

rin – nicht angezeigt ist. 

4.4 Die Vorinstanz hat mit Blick auf das Kindswohl die Kontinuität und Stabilität der Verhält-

nisse, die gerade bei Säuglingen und Kleinkindern besonders wichtig sind (BGE 142 III 612 

E. 4.3; BGer 5A_888/2016 vom 20. April 2018 E. 3.2.1), ins Zentrum ihrer weiteren Überlegun-

gen gerückt. Sie hat dabei einerseits zu Recht erwogen, dass die Betreuungsanteile der Eltern 

trotz des Wegzuges der Berufungsklägerin nach Zofingen in etwa gleich bleiben sollen, womit 

der Kontakt von C.____ zum Kindsvater von weiterhin mindestens zu 41 % aufrechterhalten 

soll. Daraus zieht die Kindsmutter den Umkehrschluss, dass sie C.____ weiterhin etwas mehr 

betreuen soll als der Kindsvater. Bei einer ungefähr hälftigen Betreuungsaufteilung gemäss 

dem vorinstanzlichen Urteil stellt das Argument der Berufungsklägerin, sie pflege eine engere 

Beziehung zum Kind und könne es mehr persönlich betreuen als der Berufungsbeklagte, weder 

das einzige noch das wichtigste Kriterium dar, zumal diese Aussagen vom Berufungsbeklagten 

bestritten werden. Aus dem Bericht der Spielgruppenleiterin, welche hauptsächlich die Bezie-

hung zwischen dem Kind und der Berufungsklägerin schildert, kann Letztere nichts für sich ab-

leiten. Die Vorinstanz hat richtig erwogen, dass vorliegend die Wechsel von einem Wohnort 

zum anderen für C.____ so minimal wie möglich zu gestalten sind (vgl. vorinstanzliche Ur-

teilserwägung 13). Auch für die zivilrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts erscheint es des-

halb vorliegend angemessen, das bisherige Betreuungsmodell in dem Sinne anzupassen, dass 

der Berufungsbeklagte die Betreuung von C.____ bereits am Dienstag übernimmt, und zwar 

jeweils nach dem Bringen von C.____ in die Spielgruppe durch die Berufungsklägerin. Da 

C.____ nach übereinstimmenden Angaben der Parteien die Spielgruppe jeweils am Dienstag-

nachmittag in Magden besucht und nicht am Dienstagvormittag, wie im vorinstanzlichen Urteil 

fälschlicherweise angenommen, ist in teilweiser Gutheissung der Berufung die Dispositivziffer 3 

Absatz 3 Satz 1 des vorinstanzlichen Urteils dahingehend abzuändern, dass die Betreuung des 

Vaters nicht am Dienstagmittag nach der Spielgruppe beginnt, sondern am Dienstagnachmittag 

unmittelbar nach dem Bringen von C.____ in die Spielgruppe. Seine Betreuungszeit dauert an-

schliessend bis Donnerstagabend. Sollte C.____ aus gesundheitlichen oder anderen Gründen 

die Spielgruppe nicht besuchen können oder diese verlassen müssen, hat der Berufungsbe-

klagte für die notwendige Betreuung von C.____ besorgt zu sein. Der Berufungsbeklagte hat 

versichert, dass er die Betreuungszeit am Dienstagnachmittag abdecken kann, da er seine Ar-

beitszeit im Homeoffice ausserhalb der Betreuungszeit von C.____ nachholen kann und zudem 

seine in Arisdorf wohnenden Eltern jederzeit bei Bedarf zur Mithilfe bereitstehen. Diese Aussa-

gen des Berufungsbeklagten erscheinen glaubhaft und sind im vorinstanzlichen Verfahren von 

der Berufungsklägerin nicht bestritten worden. Allfällige Erkundigungen beim Arbeitgeber des 

Berufungsbeklagten durch die Vorinstanz sind unter diesen Umständen nicht erforderlich gewe-

sen. Zudem hat der Berufungsbeklagte im Berufungsverfahren eine Bestätigung seines Arbeit-

gebers zur bestehenden Homeoffice-Regelung eingereicht, welche seine Ausführungen stützt. 

Darüber hinaus ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass eine Fremdbetreuung des Kindes vor-

liegend grundsätzlich mit der Eigenbetreuung gleichgesetzt werden kann (BGE 144 III 481 

E. 4.7.1), weshalb das Argument der Berufungsklägerin, aufgrund ihres Arbeitspensums habe 

sie C.____ im Gegensatz zum Berufungsbeklagten an zwei Tagen der Woche persönlich be-

treut, was sie auch weiterhin tun wolle, für die Aufteilung der alternierenden Betreuung nicht das 

entscheidende Kriterium darstellt. Soweit die Berufungsklägerin vorbringt, es sei an den Eltern 

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zu entscheiden, in welchem Umfang ein Kind persönlich oder fremdbetreut werde, ist ihr entge-

genzuhalten, dass zum einen die Grosseltern mütterlicher- und väterlicherseits C.____ je ein-

mal in der Woche betreut haben; zum anderen hat die Trennung und namentlich der Wegzug 

ins entferntere Zofingen dazu geführt, dass die Betreuung von C.____ kindswohlgerecht anzu-

passen ist, was je nach Distanz zwischen den Wohnorten der beiden Elternteile nicht immer mit 

einer Fortsetzung der bisherigen Betreuung einhergeht. Mit dem Betreuungswechsel am Diens-

tag ab Spielgruppenbeginn fällt für C.____ – im Vergleich zum vorhergehenden Betreuungs-

modell – eine Wegfahrt weg. Der Vorinstanz ist im Weiteren beizupflichten, dass zugunsten des 

Kindswohls weitere Autofahrten für C.____ reduziert werden können, wenn die Wochenenden 

im Vergleich zum vorher gelebten Betreuungsmodell in dem Sinne angepasst werden, dass die 

Parteien C.____ an den Wochenenden alternierend von Freitagabend 18:00 Uhr bis Sonntag-

abend 18:00 Uhr betreuen. Diese Anpassungen bei der Betreuung von C.____ gewährleisten 

sowohl eine Kontinuität als auch eine Stabilität der Verhältnisse am jeweiligen Wohnort der El-

tern. Der Entscheid der Vorinstanz in Bezug auf die Betreuungsregelung vor Einschulung von 

C.____ erscheint weder unangemessen, noch sind sonstige Ermessens- bzw. Rechtsanwen-

dungsfehler oder – mit Ausnahme der Spielgruppenzeit am Dienstag – fehlerhafte Sachver-

haltsfeststellungen dargelegt oder erkennbar. Die entsprechenden Rügen der Berufungskläge-

rin sind abzuweisen.  

4.5 Mangels Begründung ist auf den Antrag der Berufungsklägerin, es sei jeder Ehegatte 

berechtigt zu erklären, mindestens fünf Wochen Ferien mit C.____ zu verbringen, nicht weiter 

einzugehen. 

5.1 Die Berufungsklägerin rügt die Weiterführung der vorinstanzlich festgelegten alternie-

renden Betreuungsregelung ab Kindergarteneintritt von C.____ im August 2024 als nicht prakti-

kabel. Diese Regelung würde ihrer Ansicht nach dem Kindswohl nicht entsprechen, im Wesen-

tlichen weil von der bisherigen Betreuung abgewichen werde. Sie habe C.____ bisher in grös-

serem Umfang persönlich betreut und wolle dies auch weiterhin tun. Die berufliche Belastung 

des Berufungsbeklagten sei gross und es sei davon auszugehen, dass er überfordert sein wer-

de. Es sei ihr deshalb die alleinige Obhut zu übertragen und dem Berufungsbeklagten ein ge-

richtsübliches Kontaktrecht von jedem zweiten Wochenende von Freitagabend bis Sonntag-

abend zu erteilen. Das Kind sei unter der Woche an einem Ort zu belassen, da ihm keine halb-

stündigen Fahrten am Morgen zuzumuten seien. Der Wohnsitz von C.____ sei folglich bei ihr 

festzulegen.  

5.2 Der Berufungsbeklagte bestreitet die Ausführungen der Berufungsklägerin im Wesentli-

chen unter Hinweis auf das vorinstanzliche Urteil und er kontert mit dem Antrag, dass das Kind 

unter seine alleinige Obhut zu stellen sei, sollte die Rechtsmittelinstanz wider Erwarten zum 

Schluss gelangen, dass dem Kind die Fahrten nicht zuzumuten seien.  

5.3 Nach Meinung der zivilrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts ist der Berufungsklä-

gerin zu entgegnen, dass der Kindergarteneintritt für sich allein genommen nicht ausschlagge-

bend dafür sein kann, dass das bisher funktionierende alternierende Betreuungsmodell über 

Bord geworfen wird. Es sind im Lichte des Kindswohls sämtliche Umstände dieses Einzelfalles 

zu berücksichtigen. Bei einem dreijährigen Kleinkind, welches von den Kindseltern gemäss dem 

vorinstanzlichen Urteil in etwa zu gleichen Teilen betreut wird, ist die Kontinuität und Stabilität 

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der Verhältnisse wie erwähnt besonders wichtig. Die Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts 

pflichtet der Vorinstanz bei, dass in der vorliegenden Konstellation ein abrupter Systemwechsel 

nach dem Kindergarteneintritt nicht dem Kindswohl entspricht und die bisherige Betreuungslö-

sung mit minimalen Änderungen auch nach dem Kindergarteneintritt von C.____ im August 

2024 praktikabel ist. Mit der vorinstanzlichen Lösung, wonach die Berufungsklägerin C.____ ab 

dem Kindergarteneintritt von Montagmorgen bis Mittwochmorgen und zusätzlich alle zwei Wo-

chen von Freitag nach dem Kindergarten bis Montagmorgen betreut, werden die Wegfahrten für 

C.____ soweit möglich minimiert. Diese Wegfahrten erscheinen für die Kindseltern und für 

C.____ zumutbar, damit weiterhin eine alternative Betreuung im Interesse des Kindes gewähr-

leistet werden kann. Die weiteren Argumente der Berufungsklägerin, welche für einen System-

wechsel und gleichzeitig für einen Wohnsitz von C.____ in Zofingen sprechen sollen, werden 

genauso als Argumente für die Beibehaltung der alternierenden Betreuung und für den Wohn-

sitz von C.____ beim Berufungsbeklagten vorgebracht. So spricht für die Beibehaltung eines 

alternierenden Betreuungsmodells und den Wohnsitz von C.____ in Arisdorf, dass C.____ in 

seinem gewohnten Umfeld verbleibt, wo er den überwiegenden Teil seines bisherigen Lebens 

verbracht hat und die Umgebung kennt. Dort hat er seinen Lebensmittelpunkt und seine Gros-

seltern, die ihn regelmässig betreuen, leben in unmittelbarer Nähe. In Arisdorf hat Leon bereits 

einen Freundeskreis aufgebaut und die Nachbarskinder, welche mit ihm den Kindergarten be-

suchen werden, werden ihm den Einstieg in den Kindergartenalltag erleichtern. Der Kindergar-

ten befindet sich in ca. 10 Gehminuten vom Wohnort des Berufungsbeklagten am Mattenhof-

weg in Arisdorf und es darf davon ausgegangen werden, dass C.____ den Weg zum Kindergar-

ten auf den wenig befahrenen Strassen zusammen mit anderen Kindern bald alleine bewältigen 

kann. Der Berufungsbeklagte arbeitet im Z.____ und hat eine Wegzeit nach Arisdorf von 20 bis 

30 Minuten je nach Verkehrsaufkommen, so dass er in Notfällen zeitnah beim Kind sein kann. 

Wie bereits erwähnt, ist der Berufungsbeklagte flexibel in seiner Arbeitszeitgestaltung und kann 

auch im Homeoffice arbeiten. Darüber hinaus garantieren die Grosseltern im Verhinderungsfall, 

dass sie schnell vor Ort sein und C.____ in seinem gewohnten Umfeld betreuen können. Die 

Vorinstanz hat nicht behauptet, dass die Berufungsklägerin in Zofingen ein ungutes Umfeld für 

C.____ hat, jedoch berücksichtigt der Entscheid der Vorinstanz, den Wohnsitz des Kindes beim 

Berufungsbeklagten festzulegen, dass dieser in seiner Umgebung in Arisdorf weiterhin auf ein 

funktionierendes und bewährtes soziales Netz abstellen kann. Die Stabilität und Kontinuität der 

Verhältnisse sprechen klar für den Wohnsitz von C.____ in Arisdorf und es scheint weder par-

teiisch noch unangebracht, wenn die Vorinstanz in diesem Zusammenhang die Dauerhaftigkeit 

sowie die aktuelle Wohnsituation der Berufungsklägerin geprüft hat und dabei zum Schluss ge-

kommen ist, dass die Berufungsklägerin dem Kind keine vergleichbare Stabilität und Kontinuität 

der Verhältnisse in Zofingen bieten kann, selbst wenn sie ebenfalls flexibel in ihrer Arbeitszeit-

gestaltung ist und im Homeoffice arbeiten kann. Nicht erprobt ist namentlich, ob und wie C.____ 

in Notfällen durch die Berufungsklägerin bzw. allenfalls durch ihren Lebenspartner, ihren in 

Rheinfelden lebenden Eltern oder ihrer in Y.____ wohnhaften Schwester betreut werden könn-

te. Die Vorinstanz hat ihren Entscheid ausgewogen und unter Berücksichtigung aller relevanten 

Faktoren gefällt. Die Weiterführung der alternierenden Obhut mit Wohnsitz von C.____ in Aris-

dorf entspricht insbesondere dem Kindeswohl und ist den Kindseltern zumutbar, auch wenn 

dies ein Mehraufwand an Organisation und Kommunikation für sie bedeutet. Die Vorinstanz hat 

ihr Ermessen zweckmässig und innerhalb der gesetzlichen Schranken ausgeübt, weshalb ihr 

Entscheid zu schützen und die Berufung in diesem Zusammenhang abzuweisen ist.  

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6.1 In Bezug auf die Unterhaltsberechnung der Vorinstanz moniert die Berufungsklägerin 

einerseits die Höhe der in ihrem Bedarf eingesetzten Steuerlast von monatlich CHF 320.00. 

Aufgrund der inzwischen eingetroffenen provisorischen Steuerrechnung betrage die Steuerlast 

voraussichtlich CHF 380.00 pro Monat. Andererseits sei der Grundbetrag für C.____ im Ver-

hältnis der Betreuungsanteile der Berufungsklägerin von 60 % und des Berufungsbeklagten von 

40 % in Höhe von CHF 300.00 bei der Berufungsklägerin und von CHF 100.00 beim Beru-

fungsbeklagten zu berücksichtigen. Dasselbe gelte in Bezug auf den Überschuss für C.____, 

welcher zu zwei Dritteln an die Berufungsklägerin und zu einem Drittel an den Berufungsbeklag-

ten zuzusprechen sei. Ab dem Kindergarteneintritt seien zusätzlich die Veränderungen auf-

grund der beantragten alleinigen Obhut von C.____ durch die Berufungsklägerin unterhalts-

rechtlich zu beachten. 

6.2 In Bezug auf die Steuerlast der Berufungsklägerin ist mit dem Berufungsbeklagten fest-

zuhalten, dass die provisorische Steuerberechnung der Berufungsklägerin gestützt auf ihre ei-

genen Angaben beruht. Die Vorinstanz hat im Rahmen ihres pflichtgemäss ausgeübten Ermes-

sens die Steuerlast beider Parteien geschätzt. Dabei hat sie beim Berufungsbeklagten berück-

sichtigt, dass dieser aufgrund der zu leistenden Kinderunterhaltsbeiträge an die Berufungsklä-

gerin keinen ermässigten Steuertarif sowie keinen Kinderabzug geltend machen kann. Hinge-

gen kann die Berufungsklägerin den günstigeren Steuertarif sowie den Kinderabzug für sich 

beanspruchen. Diese Steuererleichterungen sind von der Berufungsklägerin bei ihrer geltend 

gemachten Steuerlast von monatlich CHF 380.00 nicht miteinbezogen worden, was eine Steu-

erberechnung durch das Kantonsgericht, Abteilung Zivilrecht, ergeben hat. Die geschätzte 

Steuerlast bei der Berufungsklägerin von CHF 320.00 durch die Vorinstanz ist daher nicht zu 

beanstanden. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen zu den Betreuungsanteilen der Parteien 

und zum Wohnsitz von C.____ sind sodann die weiteren Beanstandungen der Berufungskläge-

rin in Bezug auf die Aufteilung des Grundbetrages von C.____ und seinen Überschussanteil 

zurückzuweisen. Ebensowenig sind die von der Berufungsklägerin beantragten unterhaltsrecht-

lichen Änderungen nach Kindergarteneintritt von C.____ begründet, zumal ihr Antrag auf Zutei-

lung der alleinigen Obhut über C.____ abzuweisen ist.  

6.3 Der Berufungsbeklagte trägt zwar vor, dass die Aufteilung der Mietkosten der Beru-

fungsklägerin nach grossen und kleinen Köpfen durch die Vorinstanz anders hätte berechnet 

werden können. Letztlich habe die Vorinstanz aber durch den auf monatlich CHF 600.00 festge-

legten Kinderunterhaltsbeitrag, den der Berufungsbeklagte an die Berufungsklägerin zu leisten 

habe, einen insgesamt angemessenen Entscheid getroffen. Die Unterhaltsberechnung der Vor-

instanz kann folglich bestätigt werden. 

7. Den vorstehenden Erwägungen folgend ist die Berufung vollumfänglich abzuweisen, mit 

Ausnahme des offensichtlichen Irrtums der Vorinstanz bezüglich des Spielgruppenhalbtages 

von C.____ (vgl. dazu Erwägung 4.4 hiervor), welcher zur Folge hat, dass die Dispositivziffer 3 

Absatz 3 Satz 1 des vorinstanzlichen Urteils dahingehend abzuändern ist, als die Betreuung 

des Vaters nicht am Dienstagmittag nach der Spielgruppe beginnt, sondern am Dienstagnach-

mittag unmittelbar nach dem Bringen von C.____ in die Spielgruppe. Diese Abänderung des 

vorinstanzlichen Urteils rechtfertigt es, die Prozesskosten des vorliegenden Berufungsverfah-

rens in Anwendung des allgemeinen Verteilungsgrundsatzes von Art. 106 Abs. 2 ZPO zu 9/10 

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der Berufungsklägerin und zu 1/10 dem Berufungsbeklagten aufzuerlegen. Daraus folgt, dass 

die auf CHF 2'000.00 festzulegenden Gerichtskosten des Berufungsverfahrens (§ 9 Abs. 1 

i.V.m. § 8 Abs. 1 lit. h der Verordnung über die Gebühren der Gerichte, SGS 170.31) im Um-

fang von CHF 1'800.00 der Berufungsklägerin und im Umfang von CHF 200.00 dem Beru-

fungsbeklagten aufzuerlegen sind. Mit demselben Verteilungsschlüssel sind sodann die Partei-

entschädigungen zu verlegen, welche sich gestützt auf § 2 Abs. 1 der Tarifordnung für die An-

wältinnen und Anwälte (SGS 178.112) nach dem erforderlichen Zeitaufwand bestimmen. Die 

von beiden Rechtsvertreterinnen der Parteien eingereichten Honorarnoten vom 15. Januar 

2024 von CHF 4'594.30 inkl. MWSt (Advokatin Annalisa Landi) bzw. vom 18. Januar 2024 von 

CHF 4'825.30 inkl. MWSt (Rechtsanwältin Rosa Renftle, jeweils einschliesslich der Mehrwert-

steuer) sind tarifkonform und in ihrer Höhe zu bewilligen. Daraus ergibt sich, dass die Beru-

fungsklägerin nach Verrechnung des jeweiligen Entschädigungsanspruchs dem Berufungsbe-

klagten noch eine reduzierte Parteientschädigung von CHF 3'652.35 inkl. MWSt (90 % von 

CHF 4'594.30 abzüglich 10 % von CHF 4'825.30) zu leisten hat.  

 

Demnach wird erkannt: 

://: 1.  Die Berufung wird teilweise gutgeheissen. Dementsprechend wird Dis-

positivziffer 3 Absatz 3 Satz 1 des Präsidenten des Zivilkreisgerichts 

Basel-Landschaft Ost vom 14. August 2023 (Verfahren 120 23 541 I) 

aufgehoben und wie folgt abgeändert:  

Betreuung durch Vater: 

Dienstagnachmittag unmittelbar nach dem Bringen von C.____ in die 

Spielgruppe durch die Mutter bzw. ab Spielgruppenbeginn bis Donners-

tagabend.  

Im Übrigen wird das Urteil des Präsidenten des Zivilkreisgerichts Basel-

Landschaft Ost vom 14. August 2023 (Verfahren 120 23 541 I) bestätigt. 

 2.  Die Entscheidgebühr von CHF 2’000.00 für das Berufungsverfahren wird 

im Umfang von CHF 1’800.00 der Berufungsklägerin und im Umfang von 

CHF 200.00 dem Berufungsbeklagten auferlegt. 

Die Forderung des Staates wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss 

von CHF 2'000.00 verrechnet. Der Berufungsbeklagte hat der Beru-

fungsklägerin CHF 200.00 zu ersetzen. 

 3.  Die Berufungsklägerin hat dem Berufungsbeklagten eine reduzierte Par-

teientschädigung von CHF 3'652.35 (inkl. MWSt) für das Berufungsver-

fahren zu bezahlen. 

Präsident 
 
 
Roland Hofmann 

Gerichtsschreiber 
 
 
Giuseppe Di Marco 

 

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