# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0cf1341a-693a-532c-ac22-8a2e72d5152f
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-10-29
**Language:** de
**Title:** Einschätzung 2008 und Direkte Bundessteuer 2008
**Docket/Reference:** ST.2010.243
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2010_243_le.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION I 
DES KANTONS ZÜRICH 

1 ST.2010.243 
1 DB.2010.180 

Entscheid 

29. Oktober 2010 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Anton Tobler und Sekretärin Barbara Müller 

A ,    

In Sachen 

gegen 

Rekurrent/ 
Beschwerdeführer,  

1.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

2.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

Rekursgegner,  

Beschwerdegegnerin,  

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

betreffend 

Einschätzung 2008 und Direkte Bundessteuer 2008 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige)  lebt seit Jahren  mit seiner Partnerin und den 

gemeinsamen  Kindern  (B,  geb.  …  1992  und  C,  geb.  …  1994)  in  einem  Haushalt  zu-

sammen.  Nachdem  ihm  in  den  Vorjahren  jeweils  der  Abzug  für  Kinder  im  eigenen 

Haushalt  gewährt  und  er  zum  Verheiratetentarif  besteuert  worden  war,  wurde  er  mit 

Einschätzungsentscheid  vom  22. Oktober  2009  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern 

2008 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 71'600.- und einem steuerbaren Ver-

mögen  von  Fr. 614'000.-  eingeschätzt,  unter  Anwendung  des  Grundtarifs  und  Strei-

chung des Kinderabzugs sowie des erhöhten Abzugs für Versicherungsprämien, dafür 

unter  Gewährung  eines  Abzugs  von  Unterhaltsbeiträgen  für  seine  Kinder  an  die 

Kindsmutter. Mit Hinweis des gleichen Tages wurde ihm die analoge Veranlagung der 

direkten  Bundessteuer  2008  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr. 72'400.-  in 

Aussicht gestellt und mit Veranlagungsverfügung vom 6. November 2009 formell eröff-

net.  

B.  Am  18.  November  2009  erhob  der  Pflichtige  Einsprache  gegen  den  Ein-

schätzungsentscheid  betreffend  Staats-  und  Gemeindesteuern  2008  sowie  gegen  die 

Veranlagung  der  direkten  Bundessteuer  2008.  Er  beantragte,  dass  ihm  –  wie  in  der 

Vergangenheit – der Verheiratetentarif sowie die Kinderabzüge zu gewähren seien.  

Mit Auflage vom 28. Mai 2010 forderte das kantonale Steueramt den Pflichtigen 

auf,  den  Nachweis  der von  ihm  erbrachten  Bar-  und  Naturalleistungen  für  den  Unter-

halt der Kinder pro 2008 zu erbringen. Am 25. Juni 2010 antwortete der Pflichtige, dass 

es ihm nicht möglich sei, diesen Nachweis zu leisten. Zudem hielt er an seinem Antrag 

fest,  dass  ihm  –  als  wirtschaftlich  stärkerem  Elternteil  –  der  Verheiratetentarif  zu  ge-

währen sei.  

Am  9.  Juli  2010  mahnte  das  kantonale  Steueramt  die  Auflage  vom  28.  Mai 

2010. Mit Schreiben vom 14. Juli 2010 erklärte der Pflichtige  erneut, dass  er  den ge-

forderten Nachweis nicht erbringen könne.  

Mit je separaten Einspracheentscheiden vom 6. August 2010 wies das kantona-

le Steueramt die Einsprachen ab.  

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C. Gegen die Einspracheentscheide erhob der Pflichtige am 15./16. August 

2010 Rekurs bzw. Beschwerde. Nach wie vor beantragte er, dass ihm der Verheirate-

tentarif sowie die Kinderabzüge zuzugestehen seien. Das kantonale Steueramt schloss 

mit am 27. August 2010 auf kostenfällige Abweisung der Rechtsmittel.  

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  a)  Nach  Art.  213  Abs.  1  lit.  a  DBG  (in  der  Fassung  gemäss  Verordnung 

über den Ausgleich der Folgen der kalten Progression für die natürlichen Personen bei 

der direkten Bundessteuer vom 4. März 1996/27. April 2005 [VO KP]) kann der Steuer-

pflichtige  für  jedes  minderjährige  Kind,  für  dessen  Unterhalt  er  sorgt,  Fr.  6'100.-  vom 

Einkommen  abziehen  (Kinderabzug).  Massgeblich  für  die  Beurteilung  der  Abzugsfä-

higkeit  sind  die  Verhältnisse  am  Ende  der  Steuerperiode  oder  der  Steuerpflicht 

(Abs. 2).  Direkt  an  diesen  Kinderabzug  gekoppelt  sind  sodann  zusätzliche  Versiche-

rungsprämienabzüge  von  Fr.  700.-  je  Kind,  für  welche  ein  entsprechender  Abzug  be-

ansprucht werden kann (Art. 33 Abs. 1 lit. g DBG, in der Fassung der VO KP). Die ent-

sprechenden Bestimmungen für die Staats- und Gemeindesteuern finden sich in § 34 

Abs. 1 lit. a und § 31 Abs. 1 lit. g StG (in der Fassung vom 25. April 2005 bzw. 25. Au-

gust  2003,  je  in  Kraft  seit  1.  Januar  2006).  Demnach  werden  zur  Steuerberechnung 

vom  Reineinkommen  für  minderjährige  Kinder  unter  elterlicher  Sorge oder  Obhut  des 

Steuerpflichtigen,  deren  Unterhalt  er  zur  Hauptsache  bestreitet,  als  Kinderabzug  je 

Fr. 6'800.- abgezogen. Massgeblich für die Beurteilung der Abzugsfähigkeit sind auch 

hier  die  Verhältnisse  am  Ende  der  Steuerperiode  oder  der  Steuerpflicht  (§  34  Abs.  2 

StG).  Der  an  den  Kinderabzug  anknüpfende  zusätzliche  Versicherungsprämienabzug 

beträgt Fr. 1'200.- je Kind (§ 31 Abs. 1 lit. g Satz 3 StG, in der Fassung vom 25. August 

2003).  Sodann  können  Alimentenzahlungen  bzw.  "Unterhaltsbeiträge"  für  Kinder  laut 

Art. 33  Abs. 1  lit. c  DBG  und  nach  § 31  Abs. 1  lit. c  StG  (in  der  Fassung  vom 

11. September 2000) von den steuerbaren Einkünften abgesetzt werden, sofern sie an 

den  Elternteil  fliessen,  unter  dessen  elterlicher  Sorge  oder  Obhut  das  Kind  steht  und 

wenn sie für Minderjährige bestimmt sind. Diesfalls ist ein entsprechender Sozialabzug 

beim Leistenden ausgeschlossen (vgl. Art. 213 Abs. 1 DBG und § 34 Abs. 1 StG). Die 

genannten  Unterhaltszahlungen  unterliegen  anderseits  beim  empfangenden  Elternteil 

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gemäss Art. 23 lit. f DBG und § 23 lit. f StG (in der Fassung vom 11. September 2000) 

der Einkommenssteuer. 

b) Sind die Eltern eines Kindes nicht verheiratet, steht die elterliche Sorge der 

Mutter zu (Art. 298 Abs. 1 ZGB). Unter bestimmten Voraussetzungen kann  die elterli-

che  Sorge  auf  Antrag  beider  Eltern  ihnen  gemeinsam  übertragen  werden  (Art.  298a 

ZGB). Liegt das elterliche Sorgerecht ausschliesslich bei der Mutter, steht der Kinder-

abzug ihr und nur ihr zu (BGr, 12. Januar 1999 = StE 1999 B 29.3 Nr. 15; StE 2008 B 

29.3 Nr. 35; Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 35 N 23). Auf der 

anderen  Seite  hat  sie  die  Kinderalimente  zu  versteuern,  welche  sie  für  den  Unterhalt 

des Kindes zu verwenden hat. Insofern sorgt sie für das Kind und kommt zur Hauptsa-

che für dessen Unterhalt auf (Locher, Art. 35 N 27, auch zum Folgenden). All das gilt 

auch dort, wo die Eltern im Konkubinat leben. Das Verwaltungsgericht hat diesbezüg-

lich  für  die Staats-  und  Gemeindesteuern  erkannt,  dass  der  Umstand,  dass  derjenige 

Elternteil, welchem die elterliche Sorge nicht zusteht, die rein faktische Obhut über sein 

Kind allein oder zusammen mit dessen Mutter ausübt, unbeachtlich ist. Anders verhält 

es  sich  nur  dort,  wo  das  Gericht  oder  die  Vormundschaftsbehörde  das  Obhutsrecht 

formell zugewiesen hat (RB 2006 Nr. 86 = StE 2007 B 29.3 Nr. 31). 

Mit dieser Lösung decken sich die steueramtlichen Weisungen. So bestimmen 

das Merkblatt des kantonalen Steueramts über die Gewährung von Sozialabzügen und 

die  Anwendung  der  Steuertarife  bei  Familien  vom  25.  Februar  2008  (Ziff.  2.1.1  [kurz: 

Merkblatt]; ZStB Nr. 20/010) wie auch die Weisung der Finanzdirektion über Sozialab-

züge  und  Steuertarife  vom  18.  Dezember  2009  (Rz  25;  kurz:  Weisung  [ZStB 

Nr. 20/002]) und das Kreisschreiben Nr. 7 der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 

20. Januar 2000 zu Direkte Bundessteuer Steuerperiode 1999/2000 betreffend Famili-

enbesteuerung  nach  dem  DBG  (in  ASA  68,  570),  dass  dort,  wo  bei  unverheirateten 

Eltern die elterliche Sorge oder Obhut über ein minderjähriges Kind nur einem Elternteil 

zusteht, nur dieser den Kinderabzug beanspruchen kann. 

c) Laut Art. 214 Abs. 1 DBG und §§ 35 Abs. 1 bzw. 47 Abs. 1 StG gilt für die 

Steuerpflichtigen  ein  allgemeiner  Grundtarif  (bzw.  Alleinstehendentarif).  Indes  greift 

nach Abs. 2 dieser Normen für Ehegatten, die in rechtlich und tatsächlich ungetrennter 

Ehe  leben,  sowie  für  verwitwete,  gerichtlich  oder  tatsächlich  getrennt  lebende,  ge-

schiedene und ledige Steuerpflichtige, welche mit Kindern (oder unterstützungsbedürf-

tigen Personen) im gleichen Haushalt zusammenleben und deren Unterhalt zur Haupt-

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sache bestreiten, ein milderer Tarif (sog. Verheiratetentarif). Dabei verweisen die kan-

tonalen  Normen  ausdrücklich  auf  Kinder  im  Sinn  des  Kinderabzugs  von  § 34  Abs. 1 

lit. a StG. Mit diesen Sonderbestimmungen soll die entsprechende Gruppe von Steuer-

pflichtigen  fiskalisch  angemessen  entlastet  werden.  Eine  Beschränkung  auf  eheliche 

Gemeinschaften  und  Eineltern-  bzw.  Halbfamilien  besteht  insofern  nicht.  Das  aber 

heisst, dass auch Konkubinatspaare in den Genuss einer solchen Entlastung kommen 

können.  Leben  die  Eltern  im  Konkubinat  und  wohnt  das  Kind  bei  ihnen,  kann  dabei 

der – und nur der – Elternteil den Verheiratetentarif beanspruchen, welcher den Unter-

halt  des  Kindes  zur  Hauptsache  bestreitet;  und  dies  ist  derjenige  Elternteil,  dem  die 

elterliche Sorge zusteht, der für das Kind Unterhaltsbeiträge erhält und damit Anspruch 

auf den Kinderabzug  hat (BGr, 26. Oktober 2005  =  StE 2006  B 29.3 Nr. 28; Weisung 

Rz 58 ff.; Locher, Art. 36 N 19 f.; Ivo P. Baumgartner, in: Kommentar zum Schweizeri-

schen Steuerrecht, Band I/2a, 2.A., 2008, Art. 36 N 36a und 36b DBG). Wie die Dinge 

bei gemeinsamer elterlicher Sorge liegen, braucht hier nicht erwähnt zu werden. 

2. Der Pflichtige brachte in der Einsprache vor, dass seine Kinder in einer Zeit 

zur Welt gekommen seien, wo unverheiratete Eltern noch keine gemeinsame elterliche 

Sorge hätten beantragen können. Dieser Umstand müsse berücksichtigt werden und er 

sei  so  zu  behandeln,  wie  wenn  er  mit  seiner  Partnerin  zusammen  die  gemeinsame 

elterliche Sorge über die Kinder hätte. In der Antwort auf die Auflage im Einsprachever-

fahren  erklärte  er  sodann,  dass  er  mit  seinen  Kinder  und  der  Mutter  der  Kinder  zu-

sammen eine ganz normale Familie bilde. Er lebe seit 25 Jahren in einer festen Bezie-

hung mit seiner Partnerin, sie hätten zwei gemeinsame Kinder und wollten diejenigen 

steuerlichen Erleichterungen in Anspruch nehmen, die die Steuergesetzgebung vorse-

he, nämlich die Besteuerung des wirtschaftlich stärkeren Teils zum Verheiratetentarif.  

Mit  dem  Rekurs  bzw.  der  Beschwerde  erklärte  der  Pflichtige  erneut,  dass  er 

mehrheitlich für die beiden Kinder aufkomme und seit deren Geburt mit ihnen zusam-

menlebe.  Bis  2007  sei  er  zum  Verheiratetentarif  besteuert  worden.  Sodann  wolle  er 

ebenfalls die Kinderabzüge vornehmen können. Die Weisungen des kantonalen Steu-

eramts seien nach Inkrafttreten der Teilrevision des ZGB (u.a. betreffend gemeinsame 

elterliche  Sorge)  erlassen  worden.  Die  Steuerbehörde  könne  nicht  rückwirkend  seine 

Verhältnisse neu beurteilen. Es sei unbestritten, dass er zur Hauptsache für die Kinder  

aufkomme.  Sodann  entspreche  es  dem  Geist  der  Steuergesetzgebung,  dass  bei  un-

verheirateten  Steuerpflichtigen  mit  gemeinsamen  Kinder,  die  im  Konkubinat  zusam-

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menlebten, ein Steuerpflichtiger vom günstigeren Tarif und den Kinderabzügen profitie-

ren  könne  und  zwar  derjenige,  der  das  grössere  Einkommen  habe.  Nur  eine  solche 

Regelung  gereiche  zum  Wohl  der  Kinder.  Im  Übrigen  stünden  die  Kinder  seit  diesem 

Frühling nunmehr unter gemeinsamer elterlicher Sorge. 

3.  a)  Unbestrittenermassen  stand  am  hier  massgeblichen  Stichtag  des 

31. Dezember 2008 die elterliche Sorge allein der Mutter der Kinder und Partnerin des 

Pflichtigen  zu.  Die  gemeinsame  elterliche  Sorge  wurde  gemäss  den  Angaben  des 

Pflichtigen  erst  im  Frühjahr  2010  erteilt.  Auch  lag  bis  zum  31. Dezember  2008  keine 

formelle  Übertragung  des  Obhutsrechts  auf  den  Pflichtigen  vor  und  hat  der  Pflichtige 

an die Partnerin Unterhaltsbeiträge für die Kinder zu leisten. Damit steht der Kinderab-

zug im Sinn von Art. 213 Abs. 1 lit. a DBG bzw. § 34 Abs. 1 lit. a StG für die Steuerpe-

riode  2008  entsprechend  dem  Ausgeführten  aber  nicht  ihm,  sondern  einzig  seiner 

Partnerin  zu.  Die  rein  faktische  Obhut  des  Pflichtigen  über  die  Kinder  ändert  daran 

nichts.  

Da es nach der aktuellen verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung zum Kin-

derabzug bei nicht verheirateten Eltern, auch wenn sie im Konkubinat zusammenleben, 

allein  darauf  ankommt,  bei  wem  die  elterliche  Sorge  über  die  Kinder  liegt,  zielte  die 

Auflage  mit der Aufforderung zum Nachweis  der vom Pflichtigen  geleisteten  Bar- und 

Naturalleistungen  an  den  Unterhalt  der  beiden  Kinder  einzig  noch  darauf  ab,  höhere 

effektive  Leistungen  als  die  in  den  Unterhaltsverträgen  festgesetzte  Beträge  nachzu-

weisen (vgl. hierzu unten, Ziff. 4). Selbst wenn der Pflichtige hätte nachweisen können, 

dass er faktisch in überwiegendem Umfang an den Unterhalt der Kinder beiträgt – was 

ohne  Weiteres  glaubhaft  scheint  –  so  würde  dies  am  Ergebnis  nichts  ändern,  da  es 

eben gerade in den Fällen, in denen der Pflichtige weder über die gemeinsame noch 

alleinige elterliche Sorge verfügt, von vornherein nicht (mehr) darauf ankommt und ihm 

der Kinderabzug – ohne elterliche Sorge oder formelle Obhutszuteilung über die Kinder 

–  von  vornherein  verwehrt  ist.  Die  Rechtsprechung  geht  nämlich  in  diesen  Fällen  da-

von aus, dass derjenige Elternteil den Unterhalt der Kinder zur Hauptsache bestreitet, 

dem die Unterhaltsbeiträge für die Kinder im Unterhaltsvertrag zugesprochen werden.  

b) Steht dem Pflichtigen nach dem Gesagten kein Kinderabzug zu, so kann er 

auch  den  Verheiratetentarif  nicht  beanspruchen.  In  dessen  Genuss  kommt  nach  dem 

Gesagten eben nur derjenige Elternteil, dem der Kinderabzug zusteht, d.h. vorliegend 

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die Partnerin des Pflichtigen. Daran ändert wie gesehen der Umstand nichts, dass die 

Kinder  mit  dem  Pflichtigen  zusammenleben  und  er  in  erheblichem  oder  gar  überwie-

gendem Umfang an deren Unterhalt beiträgt. 

c) Nichts vermag der Pflichtige für sich sodann aus dem Umstand herzuleiten, 

dass das Steueramt ihm während Jahren bis und mit Steuerperiode 2007 den Kinder-

abzug  sowie  den  Verheiratetentarif  gewährt  hat.  Denn  die  rechtliche  Beurteilung  be-

zieht sich jeweils einzig auf die entsprechende Steuerperiode, für welche die Einschät-

zung  vorgenommen  wird.  Dass  die  Steuerbehörde  in  früheren  Jahren  einen  Abzug 

toleriert  hat,  verschafft  dem  Pflichtigen  keinen  Anspruch  auf  einen  erneuten  Abzug, 

falls sich zeigt, dass das geltende Recht einen solchen nicht zulässt. Die Steuerbehör-

den  dürfen  solche  Abzüge  in  jeder  Periode  einer  Neuüberprüfung  unterziehen  (BGr, 

9. April 2008, 2C_589/2007, www.bger.ch). 

4. a) Wie erwähnt, kann der Kindsvater, dem kein Kinderabzug zusteht, nach 

Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG und § 31 Abs. 1 lit. c StG Unterhaltsleistungen ("Unterhaltsbei-

träge") an die Kindsmutter für das unter deren elterlicher Sorge stehende Kind von den 

steuerbaren Einkünften abziehen. Leben die Eltern zusammen mit ihrem gemeinsamen 

unmündigen Kind im Konkubinat, so kann derjenige Elternteil, welchem das Sorgerecht 

nicht zusteht, Leistungen, welche er gestützt auf einen Unterhaltsvertrag leistet, in Ab-

zug bringen.  

Nach Art. 276 ZGB haben die Eltern für den Unterhalt des Kindes aufzukom-

men (Abs. 1). Dieser wird durch Pflege und Erziehung oder, wenn das Kind nicht unter 

der Obhut der Eltern steht, durch Geldzahlung geleistet (Abs. 2). Sind die Eltern nicht 

verheiratet,  wird  der  Umfang  der  Unterhaltsbeiträge  desjenigen  Elternteils,  welchem 

die elterliche Sorge nicht zusteht, vorzugsweise mittels Unterhaltsvertrag einvernehm-

lich  festgesetzt  (Peter  Breitschmid,  in:  Basler  Kommentar,  3.  A.,  2006,  Art. 287  N 1 

ZGB). Ein solcher wird gemäss Art. 287 Abs. 1 ZGB erst mit der Genehmigung durch 

die  Vormundschaftsbehörde  verbindlich.  Dabei  geht  es  vorab  um  finanzielle  Leistun-

gen, nämlich die Höhe des Unterhaltsbeitrags, dessen Dauer sowie allfällige Abstufun-

gen,  Indexierung  und  Abänderung.  Wenn  die  Eltern  -  wie  hier – in  eheähnlichen  Ver-

hältnissen  zusammenleben  kann,  die  Erfüllung  der  Unterhaltspflicht  auch 

in 

Naturalform  erfolgen.  Es  liegt  nahe,  den  steuerrechtlichen  Begriff  des  "Unterhaltsbei-

trags"  (Art. 35  Abs. 1  lit. c  DBG  und  § 31  Abs. 1  lit. c  StG)  mit  dem  zivilrechtlichen 

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gleichzusetzen.  Dies  umso  mehr,  als  in  beiden  Gesetzen  übereinstimmend  von  "Bei-

trägen"  und  nicht  von  "Zahlungen"  die  Rede  ist.  Können  die  vertraglich  festgelegten 

Unterhaltsbeiträge im Sinn des Zivilrechts (siehe Art. 287 Abs. 1 und 2 ZGB) nicht al-

lein  Geldzahlungen  umfassen,  sind  folgerichtig  steuerlich  auch  Naturalleistungen  be-

achtlich (Zigerlig/Jud, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. 

A., 2008, N 18a DBG). Dabei sind Naturalleistungen, wie das Zivilrecht zeigt, begrifflich 

umfassend  zu  verstehen  (Breitschmid,  Art. 276  N 20  f.).  Entsprechend  ist  jedenfalls 

dort,  wo  ein  vormundschaftlich  genehmigter  Unterhaltsvertrag  vorliegt,  fiskalisch  ein 

umfassender  Abzug  statthaft  (in  diesem  Sinn  möglicherweise  RB 2006  Nr. 86  = 

StE 2007 B 29.3 Nr. 31 E. 6).  

b) Der Pflichtige lebt mit seinen Kindern und seiner Partnerin in einem Haus-

halt  zusammen.  Er  bezahlt  keine  separaten  Unterhaltsbeiträge  an  die  Kindsmutter, 

sondern trägt selber direkt zum Unterhalt der Kinder bei. Er macht geltend, dass er den 

Umfang  der  von  ihm  geleisteten  Naturalleistungen  nicht  nachweisen  könne.  Mangels 

anderweitigen Nachweises ist deshalb zur Quantifizierung des vom Pflichtigen bestrit-

tenen Kinderunterhalts auf die Unterhaltsverträge abzustellen.  

In den von der Vormundschaftsbehörde genehmigten Unterhaltsverträgen hat 

sich der Pflichtige verpflichtet, für seinen Sohn  B, geb. … 1992 (in der  Steuerperiode 

2008  15  bzw.  16  Jahre  alt),  monatlich  Fr.  760.-  zu  bezahlen.  Die  Unterhaltsbeiträge 

sind gemäss Unterhaltsvertrag indexiert, wobei der Pflichtige beweisen könnte, dass er 

selber den Teuerungsausgleich nicht erhalten hat. Diesbezüglich liegen keine Anhalts-

punkte  vor,  weshalb  vermutungsweise  zugunsten  des  Pflichtigen  davon  auszugehen 

ist, dass er einen solchen erhalten hat. Damit ist der Betrag auf das Kalenderjahr 2008 

zu  indexieren.  Dies  ergibt  einen  monatlichen  Betrag  für  das  Jahr  2008  von  Fr.  894.- 

(Indexstand im Nov. 2007: 158.3, Basis Oktober 1992 = 134,5 Punkte). Insgesamt er-

gibt dies für den Sohn B Unterhaltsbeiträge in der Steuerperiode 2008 von Fr. 10'728.-. 

Für die Tochter C, geb. … 1994 wurden dieselben Unterhaltsbeiträge verein-

bart.  Sie  war  in  der  Steuerperiode  2008  14  bzw.  15  Jahr  alt.  Die  Unterhaltsbeiträge 

wären monatlich im Voraus zu bezahlen. Damit galt für sie im Kalenderjahr 2008 wäh-

rend 5 Monaten der Betrag von Fr. 680.- und während der restlichen 7 Monate der Be-

trag  von  Fr.  760.-.  Indexiert  auf  das  Jahr  2008  ergibt  dies  bei  ihr  monatliche  Beträge 

von Fr. 770.- bzw. Fr. 860.- (Indexstand im Nov. 2007: 114.3, Basis April 1994 = 101 

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Punkte). Insgesamt ergibt dies für die Tochter C Unterhaltsbeiträge in der Steuerperio-

de 2008 von Fr. 9'870.- (Fr. 3'850.- + Fr. 6'020.-). 

Total  kann  der  Pflichtige  damit  in  der  Steuerperiode  2008  Unterhaltsbeiträge 

an seine Kinder in der Höhe von Fr. 20'598.- zum Abzug bringen. Dass er von seinem 

Arbeitgeber  Kinderzulagen  erhalten  hätte,  ist  aus  seinem  Lohnausweis  nicht  ersicht-

lich.  Das  kantonale  Steueramt  errechnete  im  Einschätzungs-  bzw.  Veranlagungsent-

scheid  unter  Einrechnung  von  Kinderzulagen,  aber  ohne  Indexierung  der  Unterhalts-

beiträge einen (leicht höheren) Gesamtbetrag von Fr. 22'520.-, den es dem Pflichtigen 

als Abzug zugestand. Nachdem die Unterhaltverträge nur als Anhaltspunkt für die Be-

messung der (tatsächlichen) Unterhaltsleistungen des Pflichtigen bzw. zur Bestimmung 

des Abzugs dienen, ist indessen vorliegend von einer Korrektur abzusehen.   

Richtigerweise  hat  das  kantonale  Steueramt  den  (deklarierten)  Versiche-

rungsprämienabzug  von Fr.  700.- bzw.  Fr. 1'200.- pro Kind  gestrichen, nachdem sich 

dieser ebenfalls nach der Berechtigung zum Kinderabzug richtet  (siehe oben, E. 1.a). 

Hiergegen wehrt sich der Pflichtige allerdings nicht.  

Insgesamt hat es deshalb beim Betrag von Fr. 22'520.- als Abzug von Beiträ-

gen an den Unterhalt seiner Kinder sein Bewenden zu haben.  

5. Nach alledem erweist sich die Einschätzung bzw. Veranlagung des kanto-

nalen Steueramts als rechtsbeständig, weshalb der Rekurs und die Beschwerde abzu-

weisen  sind.  Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  vorliegenden  Verfahrens  dem 

Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG; § 151 Abs. 1 StG).  

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

2.  Die Beschwerde wird abgewiesen.  

[…] 

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