# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9bf0f67a-6df7-5e6f-a191-d94aa0074eb2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-03-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.03.2012 C-5409/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5409-2010_2012-03-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-5409/2010 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  M ä r z  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), 

Richter Beat Weber, Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, 

Gerichtsschreiberin Christine Schori Abt. 

 

 
 

Parteien 

 
A._______,  

vertreten durch B._______,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 

 
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
IV-Rentengesuch. 

 

 

C-5409/2010 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, 

dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA (nachfolgend: Vor-

instanz) mit Verfügung vom 30. Juni 2010 (Vorakten act. 32) das Leis-

tungsbegehren vom 8. Oktober 2009 (Vorakten act. 3) des kosovarischen 

Staatsbürgers A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) abgewiesen 

hat, da zwischen der Schweiz und dem Kosovo seit dem 1. April 2010 

keine zwischenstaatliche Vereinbarung mehr bestehe und bis zum 

31. März 2010 keine Verfügung in der Sache ergangen sei, 

dass der Beschwerdeführer, vertreten durch seine Ehefrau B._______, 

diese Verfügung mit Beschwerde vom 23. Juli 2010 (act. 1) beim Bun-

desverwaltungsgericht angefochten und beantragt hat, die Verfügung der 

Vorinstanz vom 30. Juni 2010 sei aufzuheben und dem Antrag auf Aus-

richtung einer Invalidenrente sei stattzugeben, 

dass der Beschwerdeführer am 27. Oktober 2010 (act. 8) unaufgefordert 

ein ärztliches Attest vom 8. Februar 1993 eingereicht hat, 

dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 16. November 2010 

(act. 10) die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der ange-

fochtenen Verfügung beantragt hat,  

dass der Beschwerdeführer mit Replik vom 9. Dezember 2010 (Post-

stempel, act. 13) einen EKG-Rapport vom 8. Juni 1993 eingereicht hat, 

dass der Beschwerdeführer am 22. Dezember 2010 den Kostenvor-

schuss in der Höhe von Fr. 300.- geleistet hat (act. 14), 

dass die zuständige Instruktionsrichterin das vorliegende Beschwerdever-

fahren daher mit Verfügung vom 11. Mai 2011 (act. 15) bis zum Vorliegen 

eines rechtskräftigen Urteils in der Sache C-4828/2010 sistiert hat, 

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-

gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit 

Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Inva-

lidenversicherung (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Beschwerden 

gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist, 

dass die IVSTA eine Vorinstanz gemäss Art. 33 lit. d VGG ist und keine 

Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt, 

C-5409/2010 

Seite 3 

dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes 

vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist, 

dass die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht 

(Art. 60 ATSG und Art. 52 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 

über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) und der einverlang-

te Kostenvorschuss von Fr. 300.- innert Frist geleistet wurde, weshalb auf 

die Beschwerde einzutreten ist, 

dass sich im vorliegenden Verfahren die Frage stellt, ob das Abkommen 

vom 8. Juni 1962 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und 

der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialversicherung 

(SR 0.831.109.818.1; im Folgenden: Sozialversicherungsabkommen) so-

wie die Verwaltungsvereinbarung vom 5. Juli 1963 betreffend die Durch-

führung dieses Abkommens (SR 0.831.109.818.12) auf Bürger von Koso-

vo weiterhin anwendbar sind, 

dass sich das Bundesverwaltungsgericht zu dieser Frage mit Grundsatz-

urteil C-4828/2010 vom 7. März 2011 geäussert und die Weiteranwen-

dung des Sozialversicherungsabkommens bejaht hat, 

dass das Urteil vom 7. März 2011 in der Folge beim Bundesgericht ange-

fochten wurde, 

dass das Bundesgericht mit Urteil 9C_329/2011 vom 27. September 2011 

auf die Beschwerde gegen den Entscheid des Bundesverwaltungs-

gerichts C-4828/2010 nicht eingetreten ist, 

dass das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-4828/2010 vom 

7. März 2011 somit am 27. September 2011 in Rechtskraft erwachsen ist, 

sodass das vorliegende Verfahren wieder aufzunehmen ist, 

dass das Sozialversicherungsabkommen demnach auch im vorliegenden 

Fall weiterhin anwendbar ist, 

dass die Vorinstanz das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers da-

her zu Unrecht mangels gültigem Sozialversicherungsabkommen mit dem 

Kosovo abgewiesen hat, 

dass die Beschwerde somit gutzuheissen, die angefochtene Verfügung 

aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, damit 

sie die Prüfung des Leistungsbegehrens fortsetze und anschliessend in 

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Seite 4 

Anwendung des noch in Kraft stehenden Sozialversicherungsabkommens 

in der Sache neu verfüge, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu er-

heben sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), sodass der geleistete Kosten-

vorschuss von Fr. 300.- dem Beschwerdeführer auf ein von ihm anzuge-

bendes Konto zurückzuerstatten ist, 

dass dem Beschwerdeführer, der sich nicht anwaltlich vertreten liess und 

dem auch sonst keine notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten 

entstanden sind, für das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 

VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Sistierung des Verfahrens wird aufgehoben. 

2.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefochtene Verfügung vom 

30. Juni 2010 wird aufgehoben und die Sache wird an die Vorinstanz zu-

rückgewiesen, damit sie die Prüfung des Leistungsbegehrens fortsetzt 

und anschliessend unter Anwendung des noch in Kraft stehenden Sozial-

versicherungsabkommens in der Sache neu verfügt. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der bereits geleistete Kos-

tenvorschuss von Fr. 300.- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

  

C-5409/2010 

Seite 5 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Formular Zahl-

adresse) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. …) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Franziska Schneider Christine Schori Abt 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die 

Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-

terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

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