# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e1b7c4b5-110e-506f-b00b-812f6b7376ea
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.01.2012 C-140/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-140-2010_2012-01-24.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung III
C­140/2010

U r t e i l   v om   2 4 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Richterin Ruth Beutler (Vorsitz),
Richter Antonio Imoberdorf, Richter Blaise Vuille,   
Gerichtsschreiberin Viviane Eggenberger.

Parteien 1. A._______, 
2. X._______,
vertreten durch lic. iur. Hans Peter Aeberhard, Fürsprecher,
Beschwerdeführerinnen, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Verweigerung der Zustimmung zum arbeitsmarktlichen 
Vorentscheid.

C­140/2010

Seite 2

Sachverhalt:

A. 
Die  Beschwerdeführerin 1  gehört  zur  Unternehmensgruppe  der 
B._______ AG, Bern, und ist seit 2009 für die administrative Abwicklung 
der  seit  einigen  Jahren  mit  russischen  Partnern  aufgenommenen 
Geschäftsbeziehungen  zuständig.  Am  20. Juli  2009  stellte  sie  bei  der 
hierfür  zuständigen  Berner  Wirtschaft  (nachfolgend:  beco)  für  die 
Beschwerdeführerin 2  (eine 1981 geborene russische Staatsangehörige) 
ein Gesuch um Umwandlung von deren (im September 2007 erteilten und 
offenbar  durch  beco  bis  16. September  2009  verlängerten) 
Kurzaufenthaltsbewilligung  in  eine  Aufenthaltsbewilligung  bzw.  um 
Erteilung einer solchen zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit als Controll­
Managerin.

B. 
Beco erachtete die arbeitsmarktlichen Voraussetzungen für die Erteilung 
einer  Aufenthaltsbewilligung  nach  Art. 33  des  Ausländergesetzes  vom 
16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) als erfüllt und fällte entsprechend 
am  12. August  2009  einen  positiven  arbeitsmarktlichen  Vorentscheid. 
Diesbezüglich  unterbreitete  es  dem BFM gleichentags  einen Antrag  auf 
Zustimmung.

C. 
Mit  E­Mail­Nachricht  vom  1. September  2009  signalisierte  das  BFM 
gegenüber  der  kantonalen  Arbeitsmarktbehörde,  es  werde  dem 
eingereichten  Gesuch  nicht  zustimmen,  da  die  Voraussetzungen  von 
Art. 21 und 23 AuG nicht als erfüllt gelten könnten.

Daraufhin  trat  die  Beschwerdeführerin 1,  welche  diese  Nachricht 
weitergeleitet  erhielt,  mehrmals  mit  dem  Bundesamt  in  Kontakt.  Am 
30. September  2009  teilte  ihr  dieses  schriftlich  im  Wesentlichen  den 
Inhalt der erwähnten E­Mail­Nachricht mit.

Die  Beschwerdeführerin 1  wandte  sich  mit  weiteren  E­Mails  und 
Schreiben (samt Beilagen betreffend ihre Geschäftstätigkeit in Russland) 
an das BFM.

D. 
Am  16. September  2009  reiste  die  Beschwerdeführerin 2  aus  der 
Schweiz aus.

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Seite 3

E. 
Mit  Verfügung  vom  23. November  2009  verweigerte  die  Vorinstanz  die 
Zustimmung  zum  kantonalen  Vorentscheid  über  die  Bewilligung  zur 
Ausübung einer Erwerbstätigkeit. Zur Begründung führte sie aus, von der 
Erteilung der Kurzaufenthaltsbewilligung könne kein Anspruch hinsichtlich 
der ersuchten Aufenthaltsbewilligung abgeleitet werden. Die Zustimmung 
zur  Erteilung  der  Kurzaufenthaltsbewilligung  sei  damals  im  Sinne  eines 
Grenzfalls  und  für  maximal  12  Monate  sowie  unter  Auflagen  erteilt 
worden; die Verlängerung der Bewilligung auf 24 Monate durch beco sei 
gegen  die  Absicht  des  BFM  erfolgt.  Vorliegend  seien  daher  die 
Zulassungsvoraussetzungen  nach  Art. 18  –  24  AuG  zu  prüfen.  Der 
Inländer­ bzw. EU­/EFTA­Vorrang nach Art. 21 AuG sei nicht eingehalten. 
Die  Vakanz  könne  zudem  nicht  in  die  Kategorie  der  hochqualifizierten 
Spezialisten eingestuft werden; das vereinbarte Salär weise vielmehr auf 
eine  Funktion  auf  mittlerer  Sachbearbeiterstufe  hin.  Zudem  erfülle  die 
Beschwerdeführerin 2  die  persönlichen  Voraussetzungen  nach  Art. 23 
AuG nicht: Sie verfüge weder über eine eigentliche Controllingausbildung 
noch über Berufserfahrung auf Spezialistenstufe. In den Jahren 2002 bis 
2006  sei  sie  zwar  (jeweils  während  mehrerer  Monate)  in  der  Schweiz 
einer Beschäftigung nachgegangen; diese habe jedoch ausserhalb des in 
Frage  stehenden  Tätigkeitsbereiches  gelegen.  Der  mit  der 
Kurzaufenthaltsbewilligung  verbundene  Aufenthaltszweck  sei  damit  als 
erfüllt zu betrachten. Sollte sich im Rahmen der Tätigkeit von X._______ 
für die Beschwerdeführerin in Russland punktuell Bedarf nach Einsätzen 
(bspw.  geschäftlichen  Besprechungen)  in  der  Schweiz  ergeben,  so 
könnte  die Erteilung einer  unkontingentierten Kurzaufenthaltsbewilligung 
nach  Art. 19  Abs. 4  Bst. a  der  Verordnung  vom  24. Oktober  2007  über 
Zulassung, Aufenthalt  und Erwerbstätigkeit  (VZAE, SR 142.201) geprüft 
werden.  Aus  den  eingereichten  Unterlagen  werde  ersichtlich,  dass  das 
"Russlandgeschäft" für die Beschwerdeführerin 1 von Bedeutung sei; den 
Schluss  auf  eine  zentrale  bzw. Schlüsselrolle  der Beschwerdeführerin 2 
liessen diese Dokumente jedoch nicht zu. Es handle sich bei ihr nicht um 
eine Fachperson (bspw. eine Bauingenieurin), deren Einsatz im Rahmen 
von  definierten  Projekten  bei  der  Beschwerdeführerin 1  in  Bern 
erforderlich wäre. Im Hinblick auf Akquisitionen erscheine ihre Präsenz in 
Russland  sinnvoller.  Damit  erwiesen  sich  die  Voraussetzungen  für  die 
Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  an  die  Arbeitnehmerin  als  nicht 
erfüllt,  weshalb  die  beantragte  Zustimmung  zum  Vorentscheid  der 
kantonalen Arbeitsmarktbehörde zu verweigern sei.

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F. 
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  11. Januar  2010  haben  die 
Beschwerdeführerinnen  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde 
gegen diese Verfügung erhoben und ihre Aufhebung und die Zustimmung 
zum  arbeitsmarktlichen  Vorentscheid  beantragt.  In  verfahrensrechtlicher 
Hinsicht beantragten sie die Verlängerung der Kurzaufenthaltsbewilligung 
der  Beschwerdeführerin 2  bis  zum  Entscheid  im  Beschwerdeverfahren. 
Zur Begründung führen sie aus, für die Betreuung des Engagements der 
Beschwerdeführerin 1  in Russland  sei  diese  auf  eine Person  russischer 
Muttersprache  angewiesen,  die  in  der  Lage  sei,  die  russischen 
Niederlassungen  in  administrativen  Belangen  zu  betreuen,  und  auf  der 
persönlichen  Ebene  zudem  das  volle  Vertrauen  sowohl  der  russischen 
Geschäftspartner  als  auch  von  Z._______  (dem 
einzelzeichnungsberechtigten  Verwaltungsrat  der  Beschwerdeführerin 1) 
geniesse.  Eine  solche  Person  habe  Letzterer  zwei  Jahre  zuvor  in  der 
Beschwerdeführerin 2  gefunden. Der  Kanton Bern  habe  einen  positiven 
arbeitsmarktlichen Vorentscheid gefällt und das kantonale Kontingent sei 
nicht  ausgeschöpft.  Vorliegend  sei  lediglich  strittig,  ob  die 
Voraussetzungen  von  Art. 21  (Vorrang)  und  Art. 23  AuG  (persönliche 
Voraussetzungen)  erfüllt  seien.  Die  Beschwerdeführerin 2  erfülle  die 
persönlichen  Voraussetzungen,  da  sie  russischer  Muttersprache  und 
Staatsangehörigkeit  sowie  mit  den  "aktuellen  russischen  Eigenarten" 
vertraut  sei  und  den  russischen  Geschäftspartnern  gegenüber  als 
"waschechte  Russin"  auftreten  könne.  Einzig  eine  zu  diesem  Zweck  in 
Russland  rekrutierte  Person  weiblichen  Geschlechts,  russischer 
Muttersprache  und  Staatsangehörigkeit  sei  in  der  Lage,  diese 
"Brückenfunktion"  zu  übernehmen.  Als  persönliche  Vertraute  von 
Z._______ sei die Beschwerdeführerin 2 als Führungskraft zu betrachten. 
Ihre "Spezialität" liege insbesondere in ihren persönlichen Qualitäten und 
der  "gemeinsamen  Ebene"  mit  Z._______.  Diese  besondere  Stellung 
liesse gar eine Zulassung nach Art. 23 Abs. 3 AuG, mithin in Abweichung 
von  den  in  den  Absätzen  1  und  2  vorgesehenen Voraussetzungen,  als 
gerechtfertigt erscheinen. 

G. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  9. Februar  2010  trat  das 
Bundesverwaltungsgericht auf das sinngemässe Gesuch um Anordnung 
vorsorglicher Massnahmen mangels Zuständigkeit nicht ein.

H. 
In  ihrer Vernehmlassung  vom 14. April  2010  spricht  sich  die Vorinstanz 

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unter  Erläuterung  der  bereits  erwähnten Gründe  für  die  Abweisung  der 
Beschwerde aus. Ergänzend hebt  sie erneut hervor, das BFM habe mit 
Verfügung  vom  2. August  2007  einem  Aufenthalt  der 
Beschwerdeführerin 2  von  maximal  12  Monaten  zu  Aus­  bzw. 
Weiterbildungszwecken  bzw.  zur  Vorbereitung  ihres  Einsatzes  für  die 
Beschwerdeführerin 1  in  Russland  zugestimmt.  Die 
Kurzaufenthaltsbewilligung sei durch beco entgegen dem ausdrücklichen 
Wortlaut  der  erwähnten Verfügung  um  ein  Jahr  verlängert worden.  Aus 
diesem  Umstand  lasse  sich  daher  im  Hinblick  auf  die  Erteilung  der 
ersuchten  Aufenthaltsbewilligung  nichts  ableiten.  Weiter  führt  die 
Vorinstanz  aus,  die  Beschwerdeführerin 2  erfülle  die  persönlichen 
Voraussetzungen  gemäss  Art. 23  AuG  nicht.  Gefordert  sei  in  diesem 
Zusammenhang praxisgemäss ein Hochschul­Abschluss oder langjährige 
(einschlägige) Berufserfahrung. Die Beschwerdeführerin 2 verfüge jedoch 
lediglich  über  einen  Berufsabschluss  (aus  dem  Jahre  2000)  auf  nicht­
universitärer Stufe. In den Jahren 2002 und 2006 sei sie jeweils zeitweise 
in  der Schweiz  als Cabaret­Tänzerin  tätig  gewesen, während  sie  in  der 
übrigen Zeit  in Russland als Buchhalterin und Steuerberaterin gearbeitet 
habe.  Im  Mai  2008  (recte:  2009)  habe  sie  in  der  Schweiz  in  einem 
nebenberuflichen  Lehrgang  ein  "Bürofachdiplom  VSH"  erworben.  Damit 
verfüge sie  jedoch erst  über eine kaufmännische Grundausbildung.  Ihre 
Funktion  als  "Controll­Managerin"  umfasse  gemäss  Arbeitsvertrag  vom 
3. Juli  2007  die  Erledigung  von  Buchhaltungs­/Planungs­  und 
administrativen  Arbeiten  sowie  das  Erstellen  von  Verträgen  und 
Übersetzungen.  Damit  sowie  mit  dem  vereinbarten  Monatslohn  von 
Fr. 6'500.­  (brutto)  sei  von  einer  Funktion  auf  mittlerer 
Sachbearbeiterstufe auszugehen. Die Beschwerdeführerinnen würden  in 
ihrer Argumentation denn auch nicht die beruflichen Qualifikationen und 
Fähigkeiten  der  Beschwerdeführerin 2  hervorheben,  sondern 
insbesondere sprachliche und persönliche Aspekte (namentlich das gute 
Verhältnis bzw. Vertrauen und Sympathie zwischen Z._______ und  ihr). 
Bei  der  vorzunehmenden  Beurteilung  könnten  jedoch  ausschliesslich 
objektive  Gesichtspunkte  berücksichtigt  werden;  subjektive,  auf  der 
zwischenmenschlichen  Ebene  oder  in  persönlichen  "Qualitäten" 
beruhende  Aspekte  könnten  nicht  massgeblich  sein.  Verlange  der 
Arbeitgeber  spezifische  persönliche  Kompetenzen  (einschliesslich 
Sprachkenntnisse), habe er diese bei Personen zu suchen, die zunächst 
die Anforderungen des AuG erfüllten – was bei der Beschwerdeführerin 2 
gerade  nicht  der  Fall  sei.  Dass  der  Kanton  einen  positiven 
arbeitsmarktlichen  Vorentscheid  gefällt  habe,  sei  im  vorliegenden 
Verfahren  nicht  massgeblich.  Des  Weiteren  sei  namentlich  auch  das 

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Kriterium  des  Vorrangs  gemäss  Art. 21  AuG  nicht  erfüllt.  Auf  die 
entsprechenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung sei in der 
Beschwerde  nicht  eingegangen  worden  und  Nachweise  von 
Suchbemühungen seien nicht beigebracht worden. 

I. 
Mit  verfahrensleitender  Anordnung  vom  20. April  2010  wurde  den 
Beschwerdeführerinnen  die  Möglichkeit  gewährt,  zur  Vernehmlassung 
der  Vorinstanz  Stellung  zu  nehmen.  Die  hierfür  gesetzte  Frist  blieb 
ungenutzt.

J. 
Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird  –  soweit  rechtserheblich  –  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Zustimmung  zum 
arbeitsmarktlichen  Vorentscheid  unterliegen  der  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  (Art.  31,  Art.  32  sowie  Art.  33  Bst.  d  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Das 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  ist  endgültig  (Art.  1  Abs.  2  VGG 
i.V.m.  Art.  83  Bst.  c  Ziff.  2  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 
sich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 
(VwVG,  SR  172.021),  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts 
anderes bestimmt (Art. 37 VGG).

1.3.  Die  Beschwerdeführerin 1  ist  als  Adressatin  der  angefochtenen 
Verfügung zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist­ 
und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 
VwVG).

Die  Beschwerdeerhebung  erfolgte  –  den  Ausführungen  des  Vertreters 
zufolge – auch namens und auftrags der Beschwerdeführerin 2.  Jedoch 
findet sich bei den vorinstanzlichen Akten keine entsprechende Vollmacht 

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und eine solche wurde – entgegen einer entsprechenden Ankündigung in 
der Beschwerde – im Zuge des Verfahrens nicht nachgereicht. Die Frage 
der  Legitimation  braucht  jedoch  nicht  abschliessend  geklärt  zu  werden, 
da auf die vorliegende Rechtsmitteleingabe ohnehin einzutreten ist.

2. 
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhaltes  und  – sofern  nicht  eine  kantonale 
Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat –  die  Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist 
gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 
2011/1 E. 2, BVGE 2007/41 E. 2).

3. 
Als  Beweismassnahme  wird  die  gerichtliche  Befragung  von  X._______ 
und Z._______ (für die Beschwerdeführerin 1) beantragt.

Der  Behörde  kommt  grundsätzlich  die  Pflicht  zu,  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt  von  Amtes  wegen  zu  ermitteln  (Art.  12  VwVG).  Gemäss 
Art. 12  Bst. a  –  e  VwVG  kommen  als  Beweismittel  für  die  Behörde 
Urkunden,  Auskünfte  der  Parteien,  Augenscheine,  Auskünfte  und 
Zeugnisse  von Drittpersonen  sowie Gutachten  von Sachverständigen  in 
Betracht.  Grundsätzlich  werden  Auskünfte  von  Drittpersonen  schriftlich 
eingeholt  (PATRICK  L.  KRAUSKOPF/KATRIN  EMMENEGGER,  in: 
Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009, 
N 115  mit  Verweis  auf  N  104  f.  zu  Art.  12).  Im  Rahmen  der 
Sachverhaltsermittlung  sind  die  Behörden  verpflichtet,  die  von  den 
Parteien angebotenen Beweise abzunehmen, sofern diese geeignet sind, 
den  rechtserheblichen  Sachverhalt  zu  erhellen  (BGE  137  II  266  E. 3.2 
S. 270).  Kommt  die  Behörde  bei  pflichtgemässer  Beweiswürdigung  zur 
Überzeugung,  die  Akten  erlaubten  die  richtige  und  vollständige 
Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  oder  die  behauptete 
Tatsache sei  für die Entscheidung der Streitsache nicht von Bedeutung, 
kann sie auf die Erhebung weiterer Beweise verzichten, ohne durch diese 
antizipierte  Beweiswürdigung  den  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör 

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gemäss  Art.  29  Abs.  2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101)  zu  verletzen  (vgl. 
zum Ganzen BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 mit weiteren Hinweisen).

Vorliegend  ist  nicht  davon  auszugehen,  dass  eine  persönliche 
Vorsprache  von  Z._______  (für  die  Arbeitgeberin)  bzw.  X._______  zu 
massgeblichen  neuen  Erkenntnissen  führen  würde,  zumal  ihre 
mündlichen  Ausführungen  in  der  Substanz  nicht  über  die  schriftlichen 
Vorbringen hinausgehen dürften. Die beigezogenen Akten der Vorinstanz 
und  der  kantonalen  Arbeitsmarktbehörde  geben  hinreichend  Aufschluss 
hinsichtlich des entscheiderheblichen Sachverhalts. Von der beantragten 
Anhörung kann daher  in antizipierter Beweiswürdigung ohne Verletzung 
des rechtlichen Gehörs abgesehen werden.

4. 
X._______  untersteht  als  russische  Staatsangehörige  weder  dem 
Abkommen  vom  21.  Juni  1999  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  einerseits  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  und 
ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  über  die  Freizügigkeit 
(Freizügigkeitsabkommen  bzw.  FZA  SR  0.142.112.681)  noch  dem 
Abkommen vom 21. Juni 2001 zur Änderung des Übereinkommens vom 
4. Januar  1960  zur  Errichtung  der  Europäischen  Freihandelsassoziation 
(EFTA­Übereinkommen,  SR  0.632.31).  Ihre  Zulassung  als  sogenannte 
Drittstaatsangehörige  zum  schweizerischen  Arbeitsmarkt  richtet  sich 
deshalb  nach  dem  AuG  und  seinen  Ausführungsverordnungen, 
insbesondere der VZAE.

5. 

5.1.  Gemäss  Art.  99  AuG  legt  der  Bundesrat  fest,  in  welchen  Fällen 
Kurzaufenthalts­,  Aufenthalts­  und  Niederlassungsbewilligungen  sowie 
kantonale arbeitsmarktliche Vorentscheide dem BFM zur Zustimmung zu 
unterbreiten  sind.  Dieses  kann  die  Zustimmung  verweigern  oder  den 
kantonalen Entscheid einschränken.

5.2. Vor der Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung (Art. 32 AuG) oder 
einer  Aufenthaltsbewilligung  (Art.  33  AuG) mit  Erwerbstätigkeit  sind  die 
arbeitsmarktlichen  Vorentscheide  im  Sinne  von  Art.  83  VZAE  der 
Vorinstanz zur Zustimmung zu unterbreiten (Art. 85 Abs. 2 VZAE). Damit 
war  auch  der  Vorentscheid  der  kantonalen  Arbeitsmarktbehörde  vom 
12. August 2009 zustimmungsbedürftig. Das BFM kann die Zustimmung 

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aus  den  in  Art.  86  VZAE  genannten  Gründen  verweigern.  Es  befindet 
über  das  Vorliegen  der  entsprechenden  Voraussetzungen  in  Ausübung 
einer originären Sachentscheidskompetenz des Bundes ohne Bindung an 
die Beurteilung durch die kantonalen Behörden (vgl. BGE 127 II 49 E. 3a 
S. 51  f.  und  BGE  120  Ib  6  E. 3b f.  S. 11  f.;  ferner  Entscheide  des 
Eidgenössischen und  Justiz­  und Polizeidepartements  [EJPD],  publiziert 
in  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  70.23,  67.62  und 
66.66).

5.3.  Gemäss  Art.  18  AuG  können  Ausländerinnen  und  Ausländer  zur 
Ausübung  einer  unselbständigen  Erwerbstätigkeit  zugelassen  werden, 
wenn dies dem gesamtwirtschaftlichen  Interesse entspricht  (Bst. a), das 
Gesuch  eines  Arbeitgebers  vorliegt  (Bst.  b)  und  die  Voraussetzungen 
nach  den  Art.  20  –  25  AuG  erfüllt  sind  (Bst.  c).  Zu  beachten  gilt  es  in 
diesem Zusammenhang die Begrenzungsmassnahmen (Art. 20 AuG), die 
Bestimmungen  zum  Vorrang  (Art.  21  AuG),  die  Lohn­  und 
Arbeitsbedingungen  (Art.  22  AuG),  die  persönlichen  Voraussetzungen 
(Art.  23  AuG)  sowie  das  Erfordernis  einer  bedarfsgerechten  Wohnung 
(Art. 24 AuG). 

5.4. Art. 21 AuG regelt den Vorrang von inländischen Arbeitskräften und 
solchen  aus  dem  EU/EFTA­Raum.  Nach  dessen  Abs.  1  können 
Drittstaatsangehörige  zum  schweizerischen  Arbeitsmarkt  nur  dann 
zugelassen  werden,  wenn  nachgewiesen  wird,  dass  keine  dafür 
geeigneten Erwerbstätigen aus der Schweiz oder einem EU/EFTA­Staat, 
mit  welchem  ein  Freizügigkeitsabkommen  abgeschlossen  wurde, 
gefunden  werden  können.  Für  Ausländerinnen  und  Ausländer  mit 
Schweizer  Hochschulabschluss  gilt  seit  dem  1.  Januar  2011  eine 
spezielle  Regelung  (Art.  21  Abs. 3  AuG  [zum  Ganzen  vgl.  AS  2010 
5957]). Eine Anstellung ist ferner nur möglich, wenn gleichzeitig die orts­, 
berufs­ und branchenüblichen Lohn­ und Arbeitsbedingungen eingehalten 
werden (Art. 22 AuG).

5.5.  Kurzaufenthalts­  und  Aufenthaltsbewilligungen  an 
Drittstaatsangehörige  können  sodann  nur  Führungskräften, 
Spezialistinnen und Spezialisten und anderen qualifizierten Arbeitskräften 
erteilt  werden  (Art.  23  Abs.  1  AuG).  Zusätzlich  müssen  die  berufliche 
Qualifikation,  die  berufliche  und  soziale  Anpassungsfähigkeit,  die 
Sprachkenntnisse  und  das  Alter  eine  nachhaltige  Integration  in  den 
schweizerischen Arbeitsmarkt und das gesellschaftliche Umfeld erwarten 
lassen  (Art. 23  Abs.  2  AuG).  Das  duale  System  zu  Gunsten  von 

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Schweizerinnen  und  Schweizern  sowie  Angehörigen  der  EU/EFTA­
Staaten  wird  durch  die  Ausnahmegründe  von  Art.  23  Abs.  3  AuG 
durchbrochen und zwar wenn einer der folgenden Tatbestände erfüllt ist: 
Die  Drittstaatsangehörigen  sind  Investorinnen  und  Investoren  sowie 
Unternehmerinnen  und  Unternehmer,  die  Arbeitsplätze  erhalten  oder 
neue  schaffen  (Bst.  a);  es  handelt  sich  um  anerkannte  Personen  aus 
Wissenschaft,  Kultur  und  Sport  (Bst.  b);  Personen  mit  besonderen 
beruflichen Kenntnissen oder Fähigkeiten, sofern für deren Zulassung ein 
Bedarf  ausgewiesen  ist  (Bst.  c);  Personen  im  Rahmen  des 
Kadertransfers  von  international  tätigen  Unternehmen  (Bst.  d)  oder 
schliesslich  Personen,  deren  Tätigkeit  in  der  Schweiz  im  Rahmen  von 
wirtschaftlich  bedeutenden  internationalen  Geschäftsbeziehungen 
unerlässlich ist (Bst. e). 

6. 

6.1. Strittig  ist vorliegend, ob die Voraussetzungen von Art. 21 AuG und 
Art.  23  AuG  erfüllt  sind.  Deren  Vorliegen  kann  nicht  leichthin 
angenommen  werden,  soll  die  Absicht  des  Gesetzgebers  verwirklicht 
werden,  die  Zuwanderung  aus  dem  Nicht­EU/EFTA­Raum  restriktiv  zu 
gestalten,  konsequent  einem  längerfristigen  gesamtwirtschaftlichen 
Interesse  unterzuordnen  und  vermehrt  an  den  übergeordneten 
integrations­,  gesellschafts­  und  staatspolitischen  Zielen  zu  orientieren. 
Damit  einher  geht  das  Bestreben,  weder  eine  Strukturerhaltung  durch 
wenig  qualifizierte  Arbeitskräfte  mit  tiefen  Löhnen  zu  fördern,  noch 
Partikularinteressen  innerhalb  der  Wirtschaft  zu  schützen.  Die 
arbeitsmarktlich motivierte Zuwanderung aus dem Ausland soll  vielmehr 
auf die langfristige Integration der Ausländerinnen und Ausländer auf dem 
Arbeitsmarkt  und  in  der  Gesellschaft  ausgerichtet  sein  und  zu  einer 
ausgeglichenen Beschäftigung und einer Verbesserung der Struktur des 
Arbeitsmarktes  führen,  wie  dies  schon  die  per  1.  Januar  2008 
aufgehobene Verordnung vom 6. Oktober 1986 über die Begrenzung der 
Zahl  der  Ausländer  (BVO,  AS  1986  1791,  zum  vollständigen 
Quellennachweis  vgl.  Art.  91  Ziff.  5  VZAE)  vorgesehen  hatte  (zum 
Ganzen  vgl.  Botschaft  vom  8. März  2002  zum  Bundesgesetz  über  die 
Ausländerinnen und Ausländer, in BBl 2002 3709, insb. Ziff. 1.2.3 S. 3724 
ff.; zu den früheren materiellen Zulassungsvoraussetzungen, die sich von 
den heutigen in grundsätzlicher Hinsicht nicht unterscheiden, siehe ferner 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­4349/2008  vom  3. April  2009 
E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).

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6.2. Wie  aus  den  Akten  ersichtlich  ist,  ging  X._______  in  den  Jahren 
2002  bis  2006  während  jeweils  mehrmonatiger  Aufenthalte  einer 
Erwerbstätigkeit  in  diversen  Nachtclubs  nach.  Mit  Verfügung  vom 
2. August  2007  stimmte  die  Vorinstanz  einem  arbeitsmarktlichen 
Vorentscheid  von  beco  vom  26. Juni  2007  betreffend  Erteilung  einer 
Kurzaufenthaltsbewilligung  an  X._______  für  einen  Aufenthalt  von 
maximal 12 Monaten zu Weiterbildungszwecken zu. Zuvor war das BFM 
mit der Beschwerdeführerin 1 übereingekommen, dass der Aufenthalt der 
Arbeitnehmerin in der Schweiz zum Zwecke einer (teils betriebsinternen) 
Weiterbildung  im  Hinblick  auf  den  künftigen  Einsatz  für  die 
Beschwerdeführerin 1  in  Russland  erfolgen  und  12  Monate  nicht 
überschreiten  sollte.  Diese  hatte  sich  – entgegen  der  aktenwidrigen 
Darstellung  in  der  Beschwerdeschrift  (vgl.  S. 3)  – mit  diesen  Vorgaben 
ausdrücklich einverstanden erklärt und mitgeteilt, sie sehe daher von der 
bis  dahin  beantragten  Erteilung  einer  Jahresaufenthaltsbewilligung  ab 
(vgl.  Schreiben  vom  27. Juli  2007).  Gemäss  dem  Arbeitsvertrag  vom 
26. Juli 2007 sollte X._______ per 20. August 2007  ihre Tätigkeit  für die 
Beschwerdeführerin 1  aufnehmen  und  nebst  einer  externen 
Weiterbildung  (im  Hinblick  auf  den  Erwerb  eines  Bürofachdiploms) 
betriebsintern unter anderem Controlling­Aufgaben übernehmen. Effektiv 
erfolgte  die  Arbeitsaufnahme  in  der  Schweiz  am  18. September  2007 
(vgl.  Schreiben  von  Z._______  vom  9. Juli  2009).  Offenbar  verlängerte 
beco  in  der  Folge  auf  entsprechendes  Ersuchen  der 
Beschwerdeführerin 1 hin die Kurzaufenthaltsbewilligung von X._______ 
mit Gültigkeit bis zum 16. September 2009 (vgl. Beschwerde S. 3).

Gemäss einem neuen, vom 3. Juli 2009 datierenden Arbeitsvertrag sollte 
per  1. Oktober  2009  eine  Anstellung  von  X._______  als  "Controll­
Managerin"  bei  der  Beschwerdeführerin 1  erfolgen.  Im  Hinblick  auf  die 
Aufnahme  dieser  Tätigkeit  ersuchte  Letztere  am  20. Juli  2009  bei  beco 
um  Umwandlung  der  Kurzaufenthaltsbewilligung  in  eine 
Aufenthaltsbewilligung nach Art. 33 AuG (vgl. Sachverhalt Bst. A).

Aus  der  Erteilung  und  Verlängerung  der  Kurzaufenthaltsbewilligung 
vermag  die  Beschwerdeführerin 1  keinen  Anspruch  im  Hinblick  auf  die 
ersuchte  Aufenthaltsbewilligung  zur  Ausübung  einer  Erwerbstätigkeit 
abzuleiten. Zum einen handelt es sich vorliegend ohnehin um ein neues, 
andersartiges Verfahren,  in welchem ausschliesslich geprüft wird, ob die 
in Art. 18 – 24 AuG aufgelisteten Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind 
(vgl. Art. 40 Abs. 2 AuG i.V.m. Art. 83 ff. VZAE sowie auch Art. 54 VZAE). 
Zum  anderen  hatte  das  BFM  am  2. August  2007  bereits  seine 

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Zustimmung  zum  arbeitsmarktlichen  Vorentscheid  von  beco  erst  nach 
einem  längeren  Verfahren  sowie  unter  klaren  Vorgaben  hinsichtlich 
Dauer  und  Zweck  des  Aufenthalts  erteilt,  mit  welchen  sich  die 
Beschwerdeführerin 1  – wie  erwähnt –  einverstanden  erklärt  hatte. 
Diesen Vorgaben des BFM (sowie auch ihrer eigenen Versicherung, sich 
mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung von maximal 12 Monaten zufrieden 
zu  geben)  zum  Trotz  beantragte  die  Beschwerdeführerin 1  offenbar  die 
Verlängerung  der  Bewilligung  bei  beco,  welches  dem  Begehren  somit 
vorgabenwidrig entsprach.

6.3.  X._______  geniesst  als  Drittstaatsangehörige  keine 
Rekrutierungspriorität,  was  zur  Folge  hat,  dass  ihre  Zulassung  erst 
möglich  wäre,  wenn  für  die  Vakanz  bei  der  Beschwerdeführerin  weder 
einheimische  Erwerbstätige  noch  solche  aus  dem  EU­/EFTA­Raum 
rekrutiert  werden  könnten  (siehe  E. 5.4  hievor).  Das  Prinzip  des 
Vorranges inländischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach Art. 
21  AuG  ist  in  jedem  Fall  und  unabhängig  von  der  Wirtschafts­  und 
Arbeitsmarktlage  zu  beachten.  Hierbei  müssen  die  Arbeitgeberinnen 
und  Arbeitgeber  belegen,  dass  sie  trotz  umfassender 
Suchbemühungen keine geeigneten Arbeitskräfte aus dem Inland oder 
einem EU­/EFTA­Staat finden konnten; sie haben mit anderen Worten 
den  Nachweis  zu  erbringen,  die  Stelle  vergeblich  über  die 
branchenüblichen  Rekrutierungskanäle  –  beispielsweise  durch 
Inserate  in  der  Fach­  und  Tagespresse  oder  mittels  elektronischer 
Medien – ausgeschrieben zu haben. Wichtige Instrumente stellen auch 
die  öffentliche  und  private  Arbeitsvermittlung  dar.  Verlangt  werden 
inhaltlich  zweckmässige  und  echte  Bemühungen  über  einen 
angemessenen  Zeitraum  hinweg,  die  Stelle  mit  Leuten  aus  den 
Vorrang geniessenden Gebieten zu besetzen. Es  reicht  insbesondere 
nicht  aus,  wenn  derartige  Suchbemühungen  als  blosse 
Erforderniserbringung  erfolgen  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts C­2216/2010 vom 12. August 2010 E. 7.3). 
Zudem  dürfen  Personen  mit  Vorrang  nicht  aufgrund  fachlich  nicht 
relevanter  Kriterien  praktisch  ausgeschlossen  werden.  Als  Beispiel 
genannt  werden  etwa  für  einen  Tätigkeitsbereich  nicht  zwingend 
erforderliche  Sprachkenntnisse  oder  Fachkenntnisse,  die  nur  einen 
geringen  Zusammenhang  mit  dem  Tätigkeitsbereich  haben  (vgl. 
Weisungen des BFM zum Ausländerbereich, Ziffer 4.3.2, online unter: 
www.bfm.admin.ch  >  Dokumentation  >  Rechtliche  Grundlagen  > 
Weisungen  und  Kreisschreiben  >  I.  Ausländerbereich  >  4  Aufenthalt 
mit Erwerbstätigkeit [nachfolgend: Weisungen]).

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6.4. Was  die  Auslegung  von  Art.  21  AuG  und  Art.  23  AuG  anbelangt, 
stützt die Vorinstanz  ihre ablehnende Haltung nicht zuletzt auf die eben 
erwähnten Weisungen zum Ausländerbereich. Als Verwaltungsweisungen 
bestehen  ihre Hauptfunktionen darin, eine einheitliche und rechtsgleiche 
Handhabung des Verwaltungsrechts sicherzustellen,  indem sie Leitlinien 
und  Gesichtspunkte  zur  Konkretisierung  des  Verwaltungsermessens 
festlegen.  Verwaltungsgerichte  sind  in  der  Regel  nicht  an 
Verwaltungsweisungen  gebunden.  Freilich  pflegt  eine 
Beschwerdebehörde  selbst  im Rahmen  einer  Angemessenheitskontrolle 
nicht ohne Not von der Ermessenswaltung der Vorinstanz abzuweichen, 
zumal  wenn  wie  hier  Verwaltungsweisungen  vorliegen,  welche  das 
Ermessen konkretisieren und eine dem Einzelfall angepasste und gerecht 
werdende  Auslegung  der  anwendbaren  gesetzlichen  Bestimmungen 
zulassen  (PIERRE  TSCHANNEN/ULRICH  ZIMMERLI/MARKUS  MÜLLER, 
Allgemeines  Verwaltungsrecht,  3. Aufl.,  Bern  2009,  §  41  Rz.  11  ff.; 
ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 123 ff.; BGE 133 V 
257 E. 3.2 S. 258 f.,  BGE  130 V  163 E.  4.3.1 S. 171 f.,  BGE  129 V  67 
E. 1.1.1  S. 68  je  mit  Hinweisen).  Eine  solche  Zurückhaltung  rechtfertigt 
sich  umso  mehr,  wenn  die  Weisungen  –  wie  vorliegend  geschehen – 
unter  Mitwirkung  der  interessierten  Fachverbände  verfasst  wurden  und 
deshalb für sich die Vermutung eines sachgerechten und ausgewogenen 
Interessenausgleichs  beanspruchen  können  (vgl.  statt  vieler  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts C­4642/2007 vom 7. Dezember 2007 E. 5.1).

6.5.  Die  Vorinstanz  hatte  die  Beschwerdeführerin 1  vor  Erlass  der 
angefochtenen Verfügung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie die 
Voraussetzungen  für  eine  Bewilligungserteilung  als  nicht  gegeben 
erachte, insbesondere da das Erfordernis des Vorrangs nach Art. 21 AuG 
die  Erfolglosigkeit  vorausgehender  "ausführlicher  europaweiter 
Suchbemühungen"  seitens  der  Arbeitgeberin  nach  geeigneten 
"inländischen  Personen"  im  Sinne  von  Art. 21  Abs. 2  AuG  bzw. 
Erwerbstätigen  aus  EU­/EFTA­Staaten,  die  sich  auf 
Freizügigkeitsabkommen mit  der  Schweiz  berufen  können,  voraussetze 
(vgl.  E­Mail  vom  1. September  2009,  Schreiben  vom  30. September 
2009).

Aus den Akten geht hervor, dass X._______ ihre am 18. September 2007 
aufgenommene Tätigkeit bei der Beschwerdeführerin 1 weiterführte, ohne 
dass  von  deren  Seite  überhaupt  Suchbemühungen  getätigt  worden 
wären.  Zu  keinem Zeitpunkt,  in  keinem  einzigen Medium  (weder  in  der 

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Schweiz  noch  im  europäischen  Raum)  wurde  die  fragliche  Stelle 
ausgeschrieben, was die Beschwerdeführerin 1  im Übrigen auch nicht  in 
Abrede  stellt.  Mit  keinem  Wort  wird  hierzu  und  zum  entsprechenden 
vorinstanzlichen  Vorhalt  in  der  Beschwerdeschrift  Stellung  genommen. 
Der  unter  grossem persönlichen Engagement  von Z._______  geleistete 
Einsatz  der  Beschwerdeführerin 1  dafür,  gerade  diese  Arbeitnehmerin 
beschäftigen  zu  können  (unter  Betonung  insbesondere  der 
hervorragenden  persönlichen  Beziehung  zwischen  X._______  und 
Z._______),  lässt vielmehr darauf schliessen, dass es  ihr  in erster Linie 
um die Anstellung gerade dieser Person  ging und nicht  so  sehr um die 
Besetzung einer Stelle. Dass allenfalls eine andere Person die  fragliche 
Tätigkeit  hätte  übernehmen  können,  scheint  von  der 
Beschwerdeführerin 1  nicht  einmal  theoretisch  in  Betracht  gezogen 
worden  zu  sein  (vgl.  bspw.  ihr  Schreiben  vom  5. September  2009;  die 
Vorinstanz  spricht  aus  diesem  Grund  –  wie  es  scheint,  nicht  ganz 
unzutreffend – von einer "Fixierung auf X._______" [vgl. Vernehmlassung 
S. 5]).

Schon  aufgrund  dessen  erweisen  sich  vorliegend  die 
Zulassungsvoraussetzungen nach Art. 18 – 24 AuG als nicht erfüllt.

6.6. Eine Prüfung der weiteren Zulassungsvoraussetzungen erübrigt sich 
damit.  Lediglich  der  Vollständigkeit  halber  ist  darauf  hinzuweisen,  dass 
auch die persönlichen Voraussetzungen nach Art. 23 AuG nicht als erfüllt 
betrachtet werden können.

Im  Juni  2000  schloss  X._______  nach  einer  knapp  dreijährigen 
Ausbildung das "Chemische College" in Uvarovo/Russland ab, wobei sie 
die  "Qualifikation"  "Buchhalter  im  Fach  Wirtschaft,  Buchhaltung  und 
Controlling"  erhielt  (vgl.  Diplom  vom  25. Juni  2000).  Aus  der  Auflistung 
der besuchten Fächer ergibt sich, dass es sich dabei um eine allgemeine 
Ausbildung  auf  Mittelschul­Stufe  mit  Schwerpunkt  auf  wirtschaftlichen 
bzw.  betriebsökonomischen  Fächern  handelte.  Im Mai  2009  erwarb  sie 
(nach  einer  berufsbegleitenden  Weiterbildung)  in  Zürich  ein 
"Bürofachdiplom"  des  Vereins  Schweizerischer  Handelsschulen  (vgl. 
Diplom  vom  8. Mai  2009).  Im  Hinblick  auf  die  Tätigkeit  als  "Controll­
Managerin"  bei  der  Beschwerdeführerin,  für  welche  sie  vorgesehen  ist, 
lässt sie die von ihr abgeschlossene Aus­ und Weiterbildung wie auch die 
seit  September  2007  für  die  Beschwerdeführerin  ausgeübte  Tätigkeit 
nicht  als  in  besonderem  Masse  qualifiziert  erscheinen.  Die  Weisungen 
setzen  insoweit  einen  Universitätsabschluss,  ein  Fachhochschuldiplom, 

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eine  besondere  fachliche  Ausbildung  mit  mehrjähriger  Berufserfahrung, 
einen  Beruf  mit  Zusatzausbildung  oder  ausserordentliche,  unerlässliche 
Spezialkenntnisse  in  spezifischen  Bereichen  voraus  (vgl.  Weisungen 
Ziff. 4.3.4).  Dass  die  Arbeitnehmerin  damit  die  Voraussetzungen  von 
Art. 23 Abs. 1 und 2 AuG nicht erfüllt,  liegt damit ohne weiteres auf der 
Hand.  Geradezu  abwegig  erscheinen  sodann  die  Ausführungen  der 
Beschwerdeführerin, wenn sie eine Zulassung gestützt auf Art. 23 Abs. 3 
AuG fordert (vgl. Beschwerde S. 4).

Wie  die  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  zu  Recht  hervorhebt, 
begründet  die  Beschwerdeführerin 1  ihren  Wunsch,  X._______ 
weiterbeschäftigen  zu  können,  auch  nicht  in  erster  Linie  mit  ihrer 
beruflichen  Qualifikation  und  fachlichen  Fähigkeiten.  Vielmehr  hebt  sie 
besonders hervor, sie sei eine Frau und zudem russischer Muttersprache 
und  Staatsangehörigkeit  (so  dass  sie  russischen  Geschäftspartnern 
gegenüber  als  "waschechte  Russin"  auftreten  könne)  und  mit  der 
russischen  Bürokratie  vertraut  (vgl.  Beschwerde  S. 3  und  4).  Diese 
"Merkmale" weist  jedoch  jede  in der Schweiz oder  in einem EG­/EFTA­
Staat ansässige Frau mit entsprechender Herkunft bzw. Hintergrund auf 
und können nicht als X._______ besonders qualifizierende Eigenschaften 
gelten.  Den  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin 1  im  vorinstanzlichen 
Verfahren wie auch ihrer Rechtsmitteleingabe ist vielmehr – wie erwähnt 
– zu entnehmen, dass ihr Wunsch (und ihr grosser Einsatz dafür), gerade 
diese  Arbeitnehmerin  zu  beschäftigen,  in  der  guten  persönlichen 
Beziehung  zwischen  Z._______  und  ihr  gründet.  Dieses  hervorragende 
persönliche  Einvernehmen  wirkt  sich  sicherlich  positiv  auf  das 
Arbeitsklima aus und erscheint  insofern erfreulich;  zudem mag sich das 
X._______  angeblich  auch  von  den  russischen  Geschäftspartnern 
entgegengebrachte  Vertrauen  als  im  Hinblick  auf  die  Akquisition  von 
Aufträgen durchaus förderlich erweisen. Im vorliegenden Zusammenhang 
erweist  es  sich  jedoch  als  irrelevant:  Die  Voraussetzungen  für  die 
Zulassung  zum  schweizerischen  Arbeitsmarkt  ergeben  sich  aus  dem 
Wortlaut  des  Gesetzes  und  den  vorinstanzlichen  Weisungen,  denn 
lediglich objektive bzw. objektivierbare (und mithin überprüfbare) Kriterien 
können für einen solchen Entscheid ausschlaggebend sein – was letztlich 
auch  für  die  Beschwerdeführerin  einsichtig  sein  dürfte.  In  diesem 
Zusammenhang  kann  vollumfänglich  auf  die  Ausführungen  der 
Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung bzw. in der Vernehmlassung 
verwiesen  werden  (vgl.  insb.  Vernehmlassung  S. 3  und  4  sowie 
Sachverhalt Bst. H). 

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7. 
Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Zulassungsvoraussetzungen 
nach  Art. 18  –  24  AuG  nicht  erfüllt  sind,  weshalb  die  angefochtene 
Verfügung zu Recht ergangen ist (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist 
dementsprechend abzuweisen.

8. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind der Beschwerdeführerin 1 die 
Kosten aufzuerlegen  (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG  i.V.m. Art. 1, Art. 2 und 
Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die Verfahrenskosten von Fr. 800.­ werden den Beschwerdeführerinnen 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  am  9. März  2010  in  gleicher  Höhe 
geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses Urteil geht an:

– die Beschwerdeführerinnen (Einschreiben)
– die Vorinstanz (Akten Ref­Nr. […] retour)
– den Migrationsdienst des Kantons Bern (in Kopie)
– beco, Berner Wirtschaft, Münsterplatz 3, 3011 Bern (in Kopie, mit den 

Akten)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Viviane Eggenberger

Versand: