# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 98b0f9e0-798f-55f6-8c93-88a75e30c1e2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.11.2025 E-8128/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8128-2025_2025-11-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-8128/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König, 

mit Zustimmung von Richter Grégory Sauder; 

Gerichtsschreiberin Karin Parpan. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch MLaw Meret Adam, Rechtsanwältin,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 24. September 2025 / N (…). 

 

 

 

E-8128/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der kurdische Beschwerdeführer mit letztem Wohnsitz in der Provinz Ga-

ziantep verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am (…) De-

zember 2023. Am 11. Dezember 2023 sei er in die Schweiz eingereist, wo 

er am selben Tag um Asyl nachsuchte. 

B.  

B.a Der damals noch minderjährige Beschwerdeführer wurde am 12. Ja-

nuar 2024 im Rahmen der sogenannten Erstbefragung für unbegleitete 

minderjährige Asylsuchende sowie am 7. Februar 2024 jeweils im Beisein 

seiner vormaligen Rechtsvertretung und Vertrauensperson zu seinen Asyl-

gründen angehört. Dabei machte er im Wesentlichen Folgendes geltend: 

B.b Kurz nach der Geburt von ihm und seinem Zwillingsbruder hätten sich 

ihre Eltern – ihrerseits Cousine und Cousin – scheiden lassen. Weder seine 

Onkel mütterlicher- noch diejenigen väterlicherseits seien mit der Bezie-

hung seiner Eltern einverstanden gewesen, zumal die Cousins unter sich 

zerstritten seien. Auf Intervention einiger älterer Familienangehöriger hin 

hätten seine Eltern einige Jahre später noch einmal kurzzeitig zueinander 

gefunden und ein weiteres Kind bekommen. Er (Beschwerdeführer) habe 

jahrelang keinen Kontakt zu seinem Vater gepflegt. Sein Zwillingsbruder 

sei zur Grossmutter väterlicherseits gezogen, weshalb er auch mit ihm 

kaum Kontakt gehabt habe. Seine Mutter habe sich im Jahr 2017 verletzt, 

weshalb er die Schule nicht mehr regelmässig besucht habe, um zum  

Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Er habe aufgrund der schweren 

körperlichen Arbeit im Kindesalter einen Bandscheibenvorfall erlitten und 

die Ärzte in der Türkei hätten ihn aufgrund seiner Ethnie nicht ausreichend 

behandelt. Ab November 2022 sei er zwischen die Fronten seiner verfein-

deten Onkel geraten, weil beide Seiten seine Arbeitskraft hätten ausbeuten 

wollen. Er sei von ihnen mehrmals mit dem Tode bedroht, geschlagen und 

misshandelt worden. Seine Situation sei ausweglos gewesen, weil die je-

weils andere Seite ihn umgebracht hätte, wenn er sich für einen Familien-

stamm entschieden hätte. Er habe sich deshalb schliesslich zur Ausreise 

entschieden und die Türkei Anfang Dezember 2023 illegal verlassen. Von 

seiner Mutter habe er erfahren, dass sein Vater bereits seit Längerem in 

der Schweiz lebe. 

C.  

Am 15. Februar 2024 wurde die Behandlung des Asylgesuchs dem erwei-

terten Verfahren zugeteilt, woraufhin die zugewiesene Rechtsvertretung ihr 

Mandat niederlegte. 

E-8128/2025 

Seite 3 

D.  

Der Beschwerdeführer machte mit Eingabe seiner aktuellen Rechtsvertre-

terin vom 4. Juli 2024 erstmals geltend, aufgrund von Äusserungen in den 

Sozialen Medien seien in der Türkei mehrere strafrechtliche Ermittlungs-

verfahren gegen ihn eingeleitet worden. In diesem Zusammenhang reichte 

er unter anderem folgende Beweismittel zu den Akten: 

• drei Vereinigungsbeschlüsse der Staatsanwaltschaft B._______ 

vom (…) 2024, (…) 2024 und (…) 2024; 

• einen Antrag auf Ausstellung eines Vorführbefehls der Staats- 

anwaltschaft B._______ vom (…) 2024; 

• einen Vorführbefehl des 1. Friedensstrafgerichts B._______ vom 

(…) 2024. 

E.  

Während des laufenden Asylverfahrens hielt sich der Beschwerdeführer 

vorübergehend bei seinem in der Schweiz wohnhaften Vater auf. Nach Be-

kanntwerden von Vorfällen häuslicher Gewalt wurde diesem das Aufent-

haltsbestimmungsrecht über den Beschwerdeführer mit Entscheid der zu-

ständigen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde vom 18. September 

2024 entzogen. 

F.  

F.a Das SEM gewährte dem Beschwerdeführer am 11. August 2025 das 

rechtliche Gehör zu den Aussagen seines Zwillingsbruders in dessen se-

paraten Asylverfahren. Dieser habe im Widerspruch zum Beschwerdefüh-

rer angegeben, sie hätten beide bei der Grossmutter väterlicherseits gelebt 

und jahrelang keinen Kontakt mehr mit der Mutter gehabt. Als die Gross-

mutter sich altershalber nicht mehr um sie habe kümmern können, habe 

der in der Schweiz wohnhafte Vater bei der zuständigen kantonalen Be-

hörde ein Gesuch um Familiennachzug eingereicht.  

F.b Der Beschwerdeführer ersuchte am 19. August 2025 um Einsicht in die 

Auszüge der Befragung seines Zwillingsbruders, auf die das SEM sich in 

seinem Schreiben gestützt habe. 

F.c Das SEM lehnte den Antrag auf Einsichtnahme in die Anhörungsproto-

kolle des Bruders ohne schriftliche Zustimmung dessen erziehungsberech-

tigter Person am 19. August 2025 ab und verwies darauf, dass dem Be-

schwerdeführer der wesentliche Inhalt am 11. August 2025 zur Kenntnis 

gebracht worden sei. 

E-8128/2025 

Seite 4 

F.d Der Beschwerdeführer hielt mit Eingabe vom 5. September 2025 im 

Wesentlichen fest, mehrheitlich bei seiner Mutter gelebt zu haben, sich auf-

grund der Ausbeutung seiner Arbeitskraft aber auch hin und wieder bei sei-

ner Familie väterlicherseits aufgehalten zu haben. 

G.  

Mit Verfügung vom 24. September 2025 – eröffnet am selben Tag – ver-

neinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, wies 

sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung sowie den Vollzug der 

Wegweisung an. 

H.  

Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht 

vom 23. Oktober 2025 (Datum der digitalen Übermittlung) Beschwerde  

gegen die vorinstanzliche Verfügung erheben. Darin beantragte er die Auf-

hebung der angefochtenen Verfügung und die Asylgewährung unter Aner-

kennung seiner Flüchtlingseigenschaft; eventualiter sei infolge Unzulässig-

keit sowie Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Auf-

nahme anzuordnen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses sowie um Beiordnung seiner Rechtsvertreterin als amtliche 

Rechtsbeiständin. 

I.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 24. Oktober 2025 den Ein-

gang der Beschwerde. 

J.  

Am 3. November 2025 setzte das kantonale Migrationsamt das Bundes-

verwaltungsgericht von einem Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

C._______ vom 23. Oktober 2025 in Kenntnis (eine Beschwerde des Va-

ters des Beschwerdeführers in Sachen Familiennachzug betreffend). 

K.  

Mit Eingabe vom 6. November 2025 liess der Beschwerdeführer eine Für-

sorgebestätigung nachreichen und beantragen, es seien die Berichte der 

Kantonspolizei Zürich betreffend die von seinem Vater ausgehende häus-

liche Gewalt zu editieren. 

  

E-8128/2025 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-

verwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen und 

hat ein schutz-würdiges Interesse an der Aufhebung beziehungsweise Än-

derung ihrer Verfügung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legi-

timiert (Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.3 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Der Zwillingsbruder des Beschwerdeführers ersuchte seinerseits am 

17. Mai 2024 in der Schweiz um Asyl. Angesichts der damaligen Minder-

jährigkeit der beiden Brüder und der – im Verlauf ihrer Verfahren bekannt 

gewordenen – Anwesenheit des Vaters in der Schweiz teilen sich beide die 

N-Nummer mit diesem. Das Gesuch des Bruders des Beschwerdeführers 

wurde vom SEM mit separater Verfügung vom 24. September 2025 eben-

falls abgewiesen und anschliessend mit Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht angefochten. Dieses Beschwerdeverfahren (E-8186/2025) 

wird koordiniert und gleichzeitig mit dem vorliegenden behandelt. Mit Urteil 

vom heutigen Datum weist das Gericht auch diese Beschwerde ab. 

4.  

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb sie 

im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zwei-

ten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG) ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summarischer 

Begründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

E-8128/2025 

Seite 6 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat wegen 

ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten so-

zialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften 

Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nach-

teilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile 

gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Frei-

heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck be-

wirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist sie, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

6.  

6.1 Das SEM begründete seinen ablehnenden Asylentscheid zunächst mit 

der mangelnden asylrechtlichen Relevanz der geltend gemachten Vorbrin-

gen. Aus den eingereichten Justizdokumenten – soweit überhaupt von de-

ren Authentizität auszugehen sei – könne insbesondere angesichts des 

mangelnden politischen Profils des Beschwerdeführers weder darauf ge-

schlossen werden, dass er in Untersuchungshaft genommen werde, noch 

dass ihm mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine langjährige Haftstrafe 

drohe. Seine Beiträge in den Sozialen Medien ständen sodann in einem 

engen zeitlichen Zusammenhang mit seiner Ausreise und insgesamt liege 

die Vermutung nahe, dass er die Ermittlungsverfahren gegen ihn in rechts-

missbräuchlicher Absicht bewusst selbst eingeleitet habe oder diese habe 

einleiten lassen. Es sei dem Beschwerdeführer nicht gelungen, die angeb-

lichen Probleme mit seinen Onkeln glaubhaft zu machen. Die diesbezügli-

chen Schilderungen seien auch unter Berücksichtigung seiner Minderjäh-

rigkeit im Zeitpunkt der Anhörung unsubstanziiert, pauschal und redundant 

ausgefallen. Ausserdem ständen die Aussagen seines Zwillingsbruders zu 

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Seite 7 

ihrem Wohnsitz und dem Familienleben im Widerspruch zu seinen eige-

nen. Im Übrigen habe er – unter Annahme der Wahrunterstellung eines 

tatsächlich bestehenden innerfamiliären Konflikts – nicht darzulegen ver-

mocht, dass die türkischen Behörden ihm diesbezüglich keinen Schutz vor 

Verfolgung bieten könnten. Schliesslich seien auch die angeblich erlittenen 

rassistischen Schikanen und Benachteiligungen – namentlich die behaup-

tete, mangelhafte medizinische Behandlung aufgrund seiner Ethnie – nicht 

von asylrechtlicher Relevanz.  

6.2 Der Beschwerdeführer führte zur Begründung seines Rechtsmittels zu-

nächst im Wesentlichen aus, die Vorinstanz habe sein Verfahren in Verlet-

zung des Beschleunigungsgebot wiederholt bewusst und mutwillig verzö-

gert. Angesichts der gegen ihn laufenden Ermittlungsverfahren wegen  

Terrorpropaganda – von denen er erst nach seiner Ankunft in der Schweiz 

durch seinen Vater erfahren habe – drohe ihm eine politisch motivierte In-

haftierung. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz habe er detailliert und 

widerspruchsfrei über die körperlichen und seelischen Misshandlungen 

seitens seiner Angehörigen, die zwangsweise Kinderarbeit und die drohen-

den weiteren Gefahren im Rahmen der Familienfehde berichtet. Das SEM 

habe ausserdem sein rechtliches Gehör verletzt, indem es ihm im Rahmen 

der Glaubhaftigkeitsprüfung Aussagen seines Zwillingsbruders entgegen-

gehalten habe, ohne ihm zumindest Einsicht in die betreffenden Protokoll-

stellen zu gewähren. Schliesslich sei das SEM seiner Pflicht nicht nach-

gekommen, abzuklären, in wessen Obhut er als unbegleiteter Minderjähri-

ger bei einer Rückkehr übergegeben werden könne und welche konkreten 

Umstände ihn dabei erwarten würden.  

7.  

7.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die vorinstanzliche Verfügung zu bestätigen ist. Die Ausfüh-

rungen in der Beschwerde vermögen den Erwägungen des SEM letztlich 

nichts Stichhaltiges entgegenzusetzen. Somit kann vorab auf die zutreffen-

den Erwägungen der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. 

Ergänzend hält das Bundesverwaltungsgericht Folgendes fest: 

7.2 Es ist unbestritten, dass die familiäre Situation des Beschwerdeführers 

nicht unproblematisch ist und gemäss Akten jedenfalls sein Vater in der 

Schweiz ihn bedauerlicherweise schlecht behandelt hat. Es ist nicht aus-

zuschliessen, dass auch das Verhältnis der beiden Zwillingsbrüder zuei-

nander nicht gänzlich unbelastet ist, unterscheiden sich ihre jeweiligen 

Aussagen zum Familienleben und zur Familiengeschichte doch stark 

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Seite 8 

voneinander. Obwohl das Bundesverwaltungsgericht gewisse Zweifel an 

der Glaubhaftigkeit der geschilderten Familienfehde teilt (vgl. dazu auch 

nachfolgende E. 9.3.4), kann eine abschliessende Beurteilung der Fami-

liendynamik letztlich unterbleiben, zumal es – wie das SEM zu Recht an-

gemerkt hat – keinen Grund zur Annahme gibt, die türkischen Behörden 

hätten ihm allenfalls benötigten staatlichen Schutz vor Behelligungen durch 

Verwandte verweigert oder würden dem mittlerweile Volljährigen bei Bedarf 

solchen Schutz in Zukunft verweigern. Unter den gegebenen Umständen 

besteht umso weniger Veranlassung zusätzliche Polizeiberichte beizuzie-

hen, als die zum Einsatz der Kinderschutzbehörde führende häusliche Ge-

walt des Vaters gegen seinen Sohn bereits im erstinstanzlichen Verfahren 

ausführlich thematisiert und dokumentiert worden war (vgl. insbes. SEM-

act. 46/2 und 47/6). Der entsprechende Prozessantrag ist abzuweisen. 

7.3 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ergibt sich aus den 

eingereichten Justizdokumenten im Zusammenhang mit Vorwürfen zu sei-

nen Aktivitäten in den Sozialen Medien – insbesondere dem Vorführbefehl 

– nicht, dass ihm bei einer Rückkehr mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

eine langjährige Haftstrafe oder gar unmenschliche Behandlung droht. 

Derzeit ist offen, ob die Staatsanwaltschaft aufgrund der ihm vorgeworfe-

nen Handlungen in den Sozialen Medien überhaupt Anklage erheben wird, 

ob das Gericht eine solche Anklage als begründet erachten und ein Ge-

richtsverfahren gegen den strafrechtlich unbescholtenen Beschwerdefüh-

rer eröffnet würde, ob er in der Folge (aus flüchtlingsrechtlich relevanten 

Motiven) zu einer Strafe (flüchtlingsrechtlich relevanter Intensität) verurteilt 

würde und ob ein solches Urteil vor den türkischen Rechtsmittelinstanzen 

bestehen könnte. In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, 

dass der Beschwerdeführer kein relevantes politisches Profil aufweist und 

er das hängige Ermittlungsverfahren während der Anhörung bezeichnen-

derweise mit keinem Wort erwähnte. Unter diesen Umständen ist – unge-

achtet der Authentizität der eingereichten Justizdokumente – nicht von  

einer ihm deswegen in absehbarer Zukunft mit erheblicher Wahrscheinlich-

keit drohenden Verfolgung auszugehen (vgl. dazu das Referenzurteil des 

Bundesverwaltungsgerichts E-4103/2024 vom 8. November 2024 E. 8 

m.w.H.). 

7.4 Nach den vorstehenden Erwägungen ist abschliessend festzuhalten, 

dass der – mittlerweile volljährige – Beschwerdeführer keine Rückweisung 

der Sache an die Vorinstanz aus formellen Gründen beantragt hat und er 

dessen ungeachtet weder aus der Dauer des vorinstanzlichen Verfahrens 

noch aus der Konsultation der Verfahrensakten seines Zwillingsbruders et-

was zu seinen Gunsten abzuleiten vermöchte. 

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Seite 9 

7.5 Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die Vorinstanz zu 

Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein 

Asylgesuch abgelehnt hat. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt namentlich bisher weder über eine aus-

länder-rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-

teilung einer solchen. Einem Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

C._______ vom 23. Oktober 2025 zufolge, wurde mit diesem Entscheid 

eine Beschwerde des Vaters der Zwillingsbrüder gegen die Verweigerung 

des für die beiden Kinder beantragten Familiennachzugs (respektive das 

Nichtreintreten auf das entsprechende Gesuch) abgewiesen; dieses Urteil 

ist noch nicht rechtskräftig. 

8.3 Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; 

vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimatstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

9.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

E-8128/2025 

Seite 10 

9.2.2 Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers ist in Beach-

tung dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen 

zulässig, da es ihm nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, womit das in Art. 5 

AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement im 

vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet. 

9.2.3 Sodann sind keine Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunfts-

staat drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinn von Art. 25 

Abs. 3 BV, von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 ge-

gen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Be-

handlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK er-

sichtlich. 

9.2.4 Gemäss Praxis des EGMR kann der Vollzug der Wegweisung eines 

abgewiesenen Asylsuchenden mit gesundheitlichen Problemen einen 

Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen; hierfür sind jedoch ganz ausser-

gewöhnliche Umstände Voraussetzung (vgl. Urteil des EGMR Paposh-

vili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, 

§ 183, bestätigt durch das Urteil Savran gegen Dänemark vom 7. Dezem-

ber 2021, Grosse Kammer 57467/2015). Die aktenkundigen gesundheitli-

chen Probleme des Beschwerdeführers – namentlich Posttraumatische 

Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), mittelgradige depressive Episode 

(ICD-10: F32.1), Rückenbeschwerden und Akne – sind offensichtlich nicht 

derart gravierend, dass sich die Annahme der Unzulässigkeit des Vollzugs 

der Wegweisung im Sinn der zitierten Rechtsprechung rechtfertigen würde 

und solches wird in der Beschwerde auch nicht geltend gemacht. Folglich 

droht auch in dieser Hinsicht keine Verletzung von Art. 3 EMRK. 

9.2.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

  

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Seite 11 

9.3.1 Es trifft zwar zu, dass die Vorinstanz bei der Beurteilung der Zumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs den Anforderungen an die Minderjährig-

keit des Beschwerdeführers im Verfügungszeitpunkt möglicherweise nicht 

ausreichend Rechnung getragen hat (vgl. dazu BVGE 2015/30 E. 7.2, 

2009/51 E. 5.6; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 

Asylrekurskommission [EMARK] 1998 Nr. 13 E. 5e). Angesichts der zwi-

schenzeitlich erreichten Volljährigkeit des Beschwerdeführers besteht aber 

keine Veranlassung, die Verfügung aus diesem Grund (von Amtes wegen) 

aufzuheben und das Verfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

Der Beschwerdeführer wäre – falls er kein Rechtsmittel eingelegt hätte – 

noch vor Eintritt der Rechtskraft der angefochtenen Verfügung volljährig 

geworden, weshalb eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz einen 

prozessualen Leerlauf darstellen würde, der angesichts der klaren Akten-

lage im Urteilszeitpunkt zu vermeiden ist. 

9.3.2 Auch unter Berücksichtigung der Entwicklungen nach dem versuch-

ten Militärputsch im Juli 2016 ist gemäss konstanter Praxis des Bundes-

verwaltungsgerichts nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt oder von 

bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen in der Türkei – auch nicht für Angehö-

rige der kurdischen Ethnie – auszugehen (vgl. Referenzurteil E-4103/2024 

a.a.O. E. 13.2).  

9.3.3 Die verheerenden Auswirkungen der starken Erdbeben vom 6. Feb-

ruar 2023 vermögen ebenfalls keine generelle Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs in die betroffene Heimatprovinz des Beschwerdeführers 

zu begründen (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1308/2023 vom 19. März 

2024 E. 11.3.1).  

9.3.4 Trotz des noch jungen Alters ist aufgrund der Akten nicht davon aus-

zugehen, dem Beschwerdeführer drohe bei einer Rückkehr aus individuel-

len Gründen in wirtschaftlicher oder sozialer Hinsicht eine existenzielle Not-

lage. In diesem Zusammenhang erscheint insbesondere zentral, dass der 

Beschwerdeführer über Familienangehörige in der Türkei verfügt und er 

nicht glaubhaft darzulegen vermochte, dass er keinerlei Kontakt mehr zu 

seinen Angehörigen unterhält. So hatte er etwa zu Beginn des Asylverfah-

rens ausgeführt regelmässigen Kontakt zu seiner Mutter zu pflegen, um 

später ohne überzeugende Erklärung zu behaupten, dieser Kontakt sei ab-

gebrochen und sie habe sich zuletzt nicht mehr um ihn kümmern wollen; in 

seinem Rechtsmittel beschränkt er sich nun auf die unbelegte Behauptung, 

seine Mutter sei mangels Einkommensquelle nicht in der Lage für ihn zu 

sorgen, was sich kaum mit dem angeblichen Kontaktabbruch in Einklang 

bringen lässt (vgl. Quellen act. A18 F1.16.04, act. A22 F20, act. A65, 

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Seite 12 

act. A80, act. A94 und Beschwerde S. 13). Ausserdem ist darauf zu ver-

weisen, dass der Beschwerdeführer sich selbständig um die Organisation 

seiner angeblichen illegalen Ausreise gekümmert haben will und der Vater 

eines Freundes die diesbezüglichen Kosten übernommen habe 

(vgl. act. A18 F5.01 und act. A22 F44, F67).  

9.3.5 Sodann gibt es keinen Grund zur Annahme, dass das Erdbeben im 

Februar 2023 der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs entgegenste-

hen könnte, zumal der Beschwerdeführer sich damals selbst noch in der 

Türkei aufgehalten und er keinerlei Probleme in diesem Zusammenhang 

geltend gemacht hat. 

9.3.6 Sodann erscheint der Wegweisungsvollzug vorliegend auch aus 

Gründen medizinischer Natur nicht unzumutbar nachdem der Beschwer-

deführer den diesbezüglichen, überzeugenden Argumenten in der ange-

fochtenen Verfügung betreffend die grundsätzliche Behandelbarkeit seiner 

Beschwerden (vgl. ebd. S 12) in seinem Rechtsmittel nichts entgegenge-

setzt hat (vgl. dazu BVGE 2017 VI/7 E. 6, 2011/50 E. 8.3 und 2009/2 

E. 9.3.2, je m.w.H.). 

9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, der über eine gültige, 

türkische Identitätskarte verfügt, sich bei der zuständigen Vertretung des 

Heimatstaates die für eine Rückkehr allenfalls notwendigen weiteren  

Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 

E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeich-

nen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellen und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

11.1 Mit dem vorliegenden Urteil ist das Beschwerdeverfahren abge-

schlossen. Die mit der Beschwerde gestellten Gesuche um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) und amtliche 

Rechtsverbeiständung (Art. 102m Abs. 1 Bst. a AsylG) sind – ungeachtet 

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Seite 13 

der nunmehr belegten Bedürftigkeit des Beschwerdeführers – abzuweisen, 

da die Begehren gemäss den vorstehenden Erwägungen als aussichtslos 

zu bezeichnen waren und es daher an einer gesetzlichen Voraussetzung 

zu deren Gewährung fehlt. Das Gesuch um Verzicht auf eine Kostenvor-

schusserhebung ist mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos ge-

worden. 

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1000.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 14 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amt-

liche Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1000.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Markus König Karin Parpan 

 

 

Versand: