# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29d2a1d6-51e1-5961-8619-206eeca7d797
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-25
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafkammer 25.10.2017 502 2017 251
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_005_502-2017-251_2017-10-25.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

502 2017 251

Urteil vom 25. Oktober 2017

Strafkammer

Besetzung Präsident: Hubert Bugnon
Richter: Jérôme Delabays, Sandra Wohlhauser
Gerichtsschreiberin: Franziska Waser

Parteien A.________, Beschwerdeführer

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Wiederherstellungsgesuch (Art. 94 StPO)

Beschwerde vom 13. September 2017 gegen die Verfügung der 
Staatsanwaltschaft vom 31. August 2017

Kantonsgericht KG
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In Anbetracht dessen,

dass mit Nachentscheid der Staatsanwaltschaft vom 1. Juni 2017 die gemeinnützige Arbeit von 
200 Stunden, zu der A.________ mit Strafbefehl vom 14. April 2015 bedingt verurteilt worden war, 
in eine Freiheitsstrafe von 50 Tagen umgewandelt wurde, nachdem die bedingte Strafe am 
8. August 2016 widerrufen wurde und A.________ die gemeinnützige Arbeit nicht leistete;

dass der Nachentscheid vom 1. Juni 2017 A.________ am 6. Juni 2017 zugestellt wurde, so dass 
die zehntägige Einsprachefrist am Freitag, 16. Juni 2017 abgelaufen ist;

dass A.________ mit Schreiben vom 22. Juni 2017 an die Staatsanwaltschaft den Antrag stellte, 
die Freiheitsstrafe sei in gemeinnützige Arbeit umzuwandeln;

dass die Staatsanwaltschaft dieses Schreiben als Gesuch zur Wiederherstellung der 
Einsprachefrist betrachtet hat und nicht als Einsprache, da es nach Ablauf der Einsprachefrist 
eingegeben wurde;

dass die Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 31. August 2017 im Besonderen festgestellt hat, 
dass der Beschwerdeführer keine Gründe für das Versäumen der Einsprachefrist vorgebracht 
habe und somit am Nachentscheid vom 1. Juni 2017 festzuhalten sei;

dass A.________ am 13. September 2017 gegen die Verfügung vom 31. August 2017 rechtzeitig 
Beschwerde erhoben hat;

dass er darin behauptet, er habe die Mahnungen der Abteilung Bewährungshilfe und alternativer 
Strafvollzug des Kantons B.________ zur Vorladung an eine Besprechung seines Arbeitseinsatzes 
nie erhalten;

dass er überdies geltend macht, dass seine Wohnsituation seit 2015 bis zum 15. Juli 2017 
schwierig war und er keine Übersicht über seine Post hatte, da er selten zu Hause war;

dass er gleichzeitig einwendet, dass er die eingeschriebenen Briefe nicht abholen konnte, weil er 
entweder nicht mobil oder die Abholfrist bereits abgelaufen war;

dass er noch darlegt, er würde seit Juli 2017 dank begleitetem Wohnen Unterstützung erhalten, er 
aber im Falle einer Inhaftierung seine Wohnung verlieren würde;

dass auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, sofern der Beschwerdeführer sich mit dem 
Nachentscheid vom 1. Juni 2017 und nicht mit der Verfügung vom 31. August 2017 
auseinandersetzt;

dass laut Art. 94 StPO einer Partei, die eine Frist versäumt hat und dadurch einen erheblichen und 
unersetzlichen Rechtsverlust erlitten hat, die Wiederherstellung der Frist gewährt werden kann, 
sofern sie glaubhaft gemacht hat, dass sie an der Säumnis kein Verschulden trifft;

dass dies beim Auftreten eines Ereignisses, das es der Partei objektiv unmöglich macht, selbst zu 
handeln oder einen Dritten zu beauftragen, es in ihrem Namen innerhalb der Frist zu tun, wie zum 
Beispiel bei einer Krankheit oder einem Unfall, der Fall sein kann;

dass der Beschwerdeführer zwar seine Schwierigkeiten, eingeschriebene Briefe abzuholen erklärt, 
er aber den Nachentscheid der Staatsanwaltschaft vom 1. Juni 2017 persönlich in Empfang 

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genommen hat (siehe Sendungsinformationen der Post mit der Unterschrift des Beschwerde-
führers), so dass sein Argument, er habe die eingeschriebenen Briefe nicht abgeholt, vorliegend 
nicht zu hören ist;

dass zudem der Umstand, er wäre selten zu Hause und hätte dadurch keine Übersicht über seine 
Post, eher auf ein selbstverschuldetes Säumnis hindeutet;

dass der Beschwerdeführer zumindest keine Umstände vorlegt, die es glaubhaft machen würden, 
dass in casu das Fristensäumnis unverschuldet wäre;

dass demzufolge die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 31. August 2017 nicht zu 
beanstanden und die Beschwerde abzuweisen ist;

dass dem Beschwerdeführer aufgrund der gesamten Umstände ausnahmsweise keine Kosten für 
das Beschwerdeverfahren auferlegt werden (Art. 425 StPO);

Die Kammer erkennt:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

Die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 31. August 2017 wird folglich bestätigt.

II. Es werden keine Kosten erhoben.

III. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeits-
voraussetzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht 
vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 25. Oktober 2017/fwa

Der Präsident Die Gerichtsschreiberin