# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 861dd00d-440f-59f5-a698-a7bd370cf4d7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 02.12.2016 SB160341
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160341_2016-12-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB160341-O/U/cs 
 

Mitwirkend: der Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, die Oberrichterin lic. iur. 

Affolter und der Ersatzoberrichter lic. iur. Wenker sowie der Ge-

richtsschreiber lic. iur. Hafner 

Urteil vom 2. Dezember 2016 

 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Drohung etc.   
 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur, Einzelgericht 

Strafsachen, vom 29. Januar 2016 (GG150090) 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 27. No-

vember 2015 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 20). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Drohung im Sinne von Art. 180 

Abs. 1 StGB und der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten, wo-

von 170 Tage (12. August 2015 bis 29. Januar 2016) durch Haft erstanden 

sind, sowie einer Busse von Fr. 400.–. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf  

2 Jahre festgesetzt. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 1'000.– zuzüglich 

5 % Zins ab 12. August 2015 als Genugtuung zu bezahlen.  

6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 2'400.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'500.00   Gebühr für das Vorverfahren; 

Fr. 612.50   Auslagen Vorverfahren 

Fr. 350.00   Kosten Kantonspolizei 

Fr. 250.00     Gutachten/Expertisen 

Fr. 19'126.10   Entschädigung amtliche Verteidigung 

Fr. 6'861.90   Entschädigung unentgeltl. RV Privatklägerin (1/2) 

Fr. 32'100.50   Total 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

- 3 - 

7. Die Kosten des Vorverfahrens (Gebühr Vorverfahren sowie Auslagen Vor-

verfahren, Auslagen Polizei, Gutachten/Expertisen) und des gerichtlichen 

Verfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung sowie der 

Hälfte der Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin, 

werden dem Beschuldigten auferlegt, diejenigen der amtlichen Verteidigung 

sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin indessen 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Art. 135 Abs. 4 StPO und 

Art. 138 StPO bleiben vorbehalten.  

8. Mitteilungssatz. 

9. Rechtsmittel. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten A._____: 

(Urk. 68 S. 2) 

1. In Abänderung des erstinstanzlichen Urteils sei der Berufungskläger 

bezüglich Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB und Tätlichkei-

ten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB freizusprechen und Disp. Ziff. 1 

aufzuheben. 

2. Weiter seien die Disp. Ziff. 2-5 des erstinstanzlichen Urteils aufzuheben 

und der Berufungskläger von jeglicher Strafe freizusprechen und zu 

keiner Genugtuungszahlung zu verpflichten. 

3. Dem Berufungskläger sei eine Genugtuungszahlung von 

CHF 25'700.00 auszurichten. 

4. Im Falle einer Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs sei der 

Berufungskläger mit einer milden, bedingten Geldstrafe zu bestrafen. 

- 4 - 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens inklusive jener der amtlichen Ver-

teidigung seien dem Berufungskläger im Falle einer Verurteilung nur 

anteilsmässig aufzuerlegen, jedoch infolge Mittellosigkeit auf die 

Staatskasse zu nehmen. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 
(schriftlich, Urk. 61 bzw. sinngemäss) 

 
 Verzicht auf Anschlussberufung und Bestätigung des vorinstanzlichen Ur-

teils. 

b) Des Vertreters der Privatklägerin 
 
 Keine Vernehmlassung. 

 

_______________________________________ 

 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte und Umfang der Berufung 

1. Vorinstanzliches Urteil 

1.1. Mit Urteil vom 29. Januar 2016 sprach das Einzelgericht am Bezirksgericht 

Winterthur den Beschuldigten A._____ der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 

StGB und der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig und be-

strafte ihn mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten, wovon 170 Tage bereits 

durch Haft erstanden seien, sowie einer Busse von Fr. 400.–. Der Vollzug der 

Freiheitsstrafe wurde aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

Demgegenüber wurde festgehalten, dass die Busse zu bezahlen sei, wobei die 

schuldhafte Nichtbezahlung der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen 

nach sich ziehen würde. Ferner wurde der Beschuldigte verpflichtet, der Privat-

klägerin Fr. 1'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 12. August 2015 als Genugtuung zu 

- 5 - 

bezahlen. Die Kosten einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung sowie 

der Hälfte der Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin, 

wurden dem Beschuldigten auferlegt, wobei diejenigen der amtlichen Verteidi-

gung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin einstweilen – 

unter dem Nachforderungsvorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO – auf die Gerichts-

kasse genommen wurden. 

1.2. Gegen das Urteil wurde seitens der Verteidigung im Anschluss an die Ur-

teilseröffnung am 29. Januar 2016 und damit rechtzeitig Berufung angemeldet 

(vgl. Prot. I S. 33). Mit Eingabe vom 18. August 2016 erstattete die Verteidigung 

daraufhin rechtzeitig die schriftliche Berufungserklärung (Urk. 58; Empfangsbestä-

tigung betr. schriftlich begründetes Urteil: Urk. 54). 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 29. August 2016 wurde der Staatsanwaltschaft 

IV des Kantons Zürich (hernach Staatsanwaltschaft oder Anklagebehörde) sowie 

der Privatklägerin unter Zustellung einer Kopie der Berufungserklärung der Ver-

teidigung Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder Nichteintreten 

auf die Berufung zu beantragen. Dem Beschuldigten wurde dieselbe Frist ange-

setzt, um das Datenerfassungsblatt einzureichen (Urk. 84; Empfangsscheine: 

Urk. 60/1-3). 

1.4. Seitens der Staatsanwaltschaft wurde mit Eingabe vom 1. September 2016 

Verzicht auf Anschlussberufung erklärt und die Bestätigung des vorinstanzlichen 

Urteils beantragt (Urk. 61). 

1.5. Die Privatklägerin liess sich demgegenüber innert der ihr angesetzten Frist 

nicht vernehmen. 

1.6. Mit Eingabe vom 14. September 2016 liess der Beschuldigte das Datener-

fassungsblatt einreichen (Urk. 62 u. 63). 

1.7. Am 24. Oktober 2016 ergingen die Vorladungen an die Staatsanwaltschaft, 

die Privatklägerin und den Beschuldigten zur heutigen Berufungsverhandlung 

(vgl. Urk. 64). 

- 6 - 

 

2. Umfang der Berufung 

Die Verteidigung beantragt einen vollumfänglichen Freispruch sowie die vollstän-

dige Kostenauflage zulasten der Staatskasse. Die Kostenfestsetzung durch die 

Vorinstanz (Dispositiv-Ziff. 6) wurde nicht beanstandet (Urk. 68 S. 2), weshalb 

diese in Rechtskraft erwachsen ist, was vorab mit Beschluss festzustellen ist. 

 

II. Prozessuales 

1. Die seitens der Vorinstanz gemachten detaillierten Ausführungen zur seitens 

der Verteidigung von B._____ im vorinstanzlichen Verfahren monierten Unver-

wertbarkeit der polizeilichen Einvernahme seines Mandanten infolge unterlasse-

ner Übersetzung (GG150091 Urk. 60 S. 9) sind zutreffend und geben zu keinen 

weiteren Bemerkungen Anlass, weshalb vollumfänglich auf diese verwiesen wer-

den kann (vgl. Urk. 57 E. II.2.). Die anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 

13. August 2015 (Urk. 8/1) von Seiten von B._____ gemachten Aussagen sind 

demnach verwertbar. Abgesehen davon ist diese Einvernahme für die Erstellung 

des Anklagesachverhaltes auch nicht in erster Linie massgebend (vgl. hinten insb. 

unter E. III.3.4.2.). 

2. Seitens der Vorinstanz wurde überdies zutreffend erwogen (Urk. 57 E. II.1.), 

dass in casu die erforderlichen Strafanträge vorliegen (Urk. 2). 

3.1. Weiter wurde seitens der Verteidigung von B._____ im vorinstanzlichen Ver-

fahren vorgebracht, dass dem Sohn der Privatklägerin und des Mitbeschuldigten 

B._____, C._____, anlässlich seiner staatsanwaltlichen Einvernahme vom 

20. Oktober 2015 (Urk. 9/2, Fragen 30, 38 u. 42) wie auch dem Mitbeschuldigten 

B._____ selbst in der staatsanwaltlichen Einvernahme vom 10. November 2015 

(Urk. 8/4: Frage 16) Suggestivfragen bzw. unzulässige Fragen gestellt worden 

seien (GG150091 Urk. 60 S. 10; Prot. GG150091 S. 26 f.), worauf der Vollstän-

digkeit halber auch im vorliegenden Verfahren einzugehen ist. 

- 7 - 

3.2. In Art. 140 StPO findet sich eine Auflistung der verbotenen Beweiserhe-

bungsmethoden, worunter Zwangsmittel, Gewaltanwendung, Drohungen, Ver-

sprechungen, Täuschungen und Mittel, welche die Denkfähigkeit oder die Willens-

freiheit einer Person beeinträchtigen können, fallen. Art. 143 StPO schreibt vor, 

wie eine Einvernahme durchzuführen ist, wobei in Absatz 4 festgehalten wird, 

dass die einzuvernehmende Person sich zum Gegenstand der Einvernahme äus-

sern kann und in Absatz 5 vorausgesetzt wird, dass durch klar formulierte Fragen 

und Vorhalte die Vollständigkeit der Aussagen und die Klärung von Widersprü-

chen angestrebt werden soll. Die Zulässigkeit von Suggestivfragen, die der einzu-

vernehmenden Person von vornherein eine bestimmte Antwort nahelegen, wird in 

der Strafprozessordnung nicht ausdrücklich geregelt. Suggestivfragen sind in An-

betracht des Gebots der Verfahrensfairness (Art. 3 Abs. 2 lit. d i.V.m. Art. 140 

StPO, Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK), der staatlichen Objektivitäts-

pflicht gemäss Art. 6 Abs. 2 StPO und des Grundsatzes von Treu und Glauben 

gemäss Art. 3 Abs. 2 lit. a StPO zu vermeiden. Verboten sind sie indessen nicht, 

weshalb ein Spielraum für eine situationsangepasste Einvernahmetechnik bleibt. 

Eine verbotene Untersuchungsmethode ist mittels Stellen von Suggestivfragen in 

jedem Fall gegeben, wenn sie einer Täuschung im Sinne von Art. 140 StPO ent-

sprechen. Falls dem nicht so ist, können Suggestivfragen allenfalls den Beweis-

wert der daraufhin gemachten Angaben in Frage stellen (GODENZI in: DO-

NATSCH/HANSJAKOB/LIEBER, STPO KOMM., 2. A., Art. 140 StPO N 12 u. Art. 143 

StPO N 33 m.w.H.; SCHMID, STPO PRAXISKOMMENTAR, 2. A., Zürich/St. Gallen 

2013, ART. 140 StPO N 5). Das Verbot von Suggestivfragen wie auch Verstösse 

gegen die in Art. 143 Abs. 4 und 5 StPO normierten Grundsätze sind jedenfalls 

als Ordnungsvorschriften ausgestaltet, weshalb Antworten trotz suggestiver bzw. 

unzulässiger Frageweise grundsätzlich verwertbar sind. Der Art, wie sie erlangt 

wurden, ist bei der Würdigung der entsprechenden Aussagen Rechnung zu tra-

gen (Urteil des Bundesgerichts 6B_89/2014 vom 1. Mai 2014, E. 1.4.5.; BSK-

STPO-HÄRING, Art. 143 StPO N 36a u. 37). Zu beachten ist hierbei, dass Kinder 

schon aufgrund ihres Alters erhöht suggestionsanfällig sind. Bei ihnen ist beson-

ders die Neigung ausgeprägt, immer – auch auf "unsinnige" Fragen – Antworten 

geben zu wollen (MARTIN HUSSELS, Fragen der Vernehmungstechnik und -taktik 

- 8 - 

bei der Einvernahme von Zeugen/Auskunftspersonen, Forum Poenale 2011, 

S. 357 f. m.w.H.). 

3.3. In casu ist offensichtlich, dass anlässlich der Befragung von C._____, wel-

cher im Zeitpunkt seiner korrekt gemäss Art. 178 lit. b StPO erfolgten Einvernah-

me als Auskunftsperson erst knapp neunjährig war, aufgrund seines kindlichen Al-

ters eine besonders zurückhaltende Befragungstechnik anzuwenden war, um all-

fällige Beeinflussungen auszuschliessen. Allerdings tangieren die seitens der Ver-

teidigung gerügten Fragestellungen allesamt Ordnungsvorschriften und demnach 

nicht die (prozessual relevante) Verwertbarkeit der Aussagen sondern – allenfalls 

– bloss deren (materiell relevante) Würdigung, worauf später eingegangen wird 

(s. hernach unter E. III.3.4.2.2.). Gleiches gilt für die Rüge der Verteidigung von 

B._____ hinsichtlich einer unzulässigen Frage anlässlich der Schlusseinvernahme 

desselben (s. hernach unter E. III.3.4.3.2.).  

4. Auf die Stellung von Beweisanträgen wurde seitens der Parteien verzichtet 

(Prot. II S. 6 und S. 25). Eine vom Amtes wegen vorzunehmende erneute Be-

weisabnahme gestützt auf Art. 389 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 343 Abs. 3 

StPO ist in vorliegender Konstellation ausserdem nicht erforderlich. So liegt in 

casu insbesondere keine klassische "Aussage gegen Aussage"-Situation vor, 

welche die unmittelbare Kenntnis eines der Beweismittel für die Urteilsfällung 

notwendig erscheinen lassen würde (s. hierzu folgende Urteile des Bundesge-

richts: 6B_620/2014 vom 25. September 2014, E. 1.4.2. m.w.H., sowie 

6B_98/2014 E. 3.8. vom 30. September 2014).  

5. Ebenso wurden im Berufungsverfahren seitens der Parteien keine (weiteren) 

prozessualen Einwendungen vorgebracht (vgl. dazu Prot. II S. 11). 

 

- 9 - 

III. Sachverhalt  

1. Unbestrittener Sachverhalt 

Die Beschuldigte anerkannte, dass der Mitbeschuldigte B._____ die Privatklägerin 

festgehalten habe sowie dass jener von C._____ gebissen worden sei, welcher 

daraufhin von der Privatklägerin abgelassen habe (Urk. 6/1 S. 4 ff.; Urk. 6/2 S. 3.; 

Urk. 6/3 S. 2 f.; Urk. 6/4 S. 2 ff.; Prot. I S. 9 ff.; Prot. II S. 23 f.). 

2. Bestrittener Sachverhalt 

2.1. Demgegenüber machte der Beschuldigte anlässlich der heutigen Beru-

fungsverhandlung wie auch bereits vor Vorinstanz und im Vorverfahren geltend, 

dass er die Privatklägerin weder bedroht noch mit den Händen gepackt habe. 

Vielmehr habe ihn die Privatklägerin beleidigt, bespuckt und geschlagen, worauf-

hin der Mitbeschuldigte B._____ zu seinem Schutz dazwischen gegangen sei 

(Urk. 6/1 S. 2 ff., Urk. 6/2 S. 2 ff., Urk. 6/3 S. 2 f., Urk. 6/4 S. 2 ff., Prot. I S. 9 ff.; 

Prot. II S. 23 f.). 

2.2. Nachfolgend ist zu prüfen, ob sich die beiden bestrittenen Anklagesachver-

halte vom Juli 2014 und August 2015 rechtsgenügend erstellen lassen. Dabei ge-

bietet es der Anspruch auf das rechtliche Gehör (Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO, Art. 29 

Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK), dass das Gericht die Vorbringen des vom 

Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in 

der Entscheidfindung berücksichtigt. Nicht erforderlich ist, dass es sich mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen 

ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann es sich auf die für den Entscheid wesentli-

chen Punkte beschränken. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen ge-

nannt werden, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die sich sein 

Entscheid stützt (BGer 6B_42/2016 vom 26. Mai 2016 E. 4.1.). 

- 10 - 

3. Beweiswürdigung 

3.1. Glaubwürdigkeit der Beteiligten 

Die Glaubwürdigkeit einer Person ergibt sich aus deren prozessualen Stellung, ih-

ren wirtschaftlichen Interessen am Ausgang des Verfahrens sowie vor allem an-

hand ihrer persönlichen Beziehungen und Bindungen zu den übrigen Prozessbe-

teiligten. Die seitens der Vorinstanz gemachten Erwägungen zur Glaubwürdigkeit 

des Beschuldigten (Urk. 57 E. III.5.1.a), des Mitbeschuldigten B._____ (Urk. 57 E. 

III.5.2.a), der Privatklägerin (Urk. 57 E. III.5.3.a), C._____ (Urk. 57 E. III.5.4.a) so-

wie von D._____ (Urk. 57 E. III.5.5.a), E._____ (Urk. 57 E. III.5.5.a) und F._____ 

(Urk. 57 E. III.5.5.a) sind zutreffend, weshalb vollumfänglich darauf verwiesen 

werden kann. In casu ist offensichtlich, dass die persönlichen Beziehungen und 

Bindungen zwischen insbesondere dem Beschuldigten, dem Mitbeschuldigten 

und der Privatklägerin von nicht unbeträchtlicher Bedeutung und insbesondere 

hinsichtlich der Motivlage der erwähnten Personen, so oder anders auszusagen, 

aufschlussreich sind. Darauf ist im Rahmen der Würdigung der Aussagen insbe-

sondere zur Vorgeschichte zum Vorfall vom August 2015 näher einzugehen (s. 

nachstehend unter E. III.3.4.1.). Weiter ist darauf zu verweisen, dass für den Be-

weiswert sämtlicher Aussagen der Beteiligten deren Glaubhaftigkeit das massge-

bende Kriterium bleibt.  

3.2. Glaubhaftigkeit der Aussagen 

3.2.1. Bei der Bewertung der Glaubhaftigkeit einer Aussage ist zu prüfen, ob die 

Sachverhaltsdarstellungen in wesentlichen Punkten Widersprüche enthalten, ob 

ihr Kerngehalt stimmig und ihr Ablauf logisch und schlüssig ist, sowie ob sie – so-

weit möglich – anhand objektiver Umstände verifizierbar sind. Zu achten ist insbe-

sondere auf Strukturbrüche innerhalb einer Aussage, Über- oder Untertreibungen, 

das Vorhandensein einer hinreichenden Zahl von Realitätskriterien sowie das 

Fehlen von Lügensignalen (BENDER, Die häufigsten Fehler bei der Beurteilung 

von Zeugenaussagen, SJZ 81, S. 53 ff.). Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer 

Aussagen sind spontane, detailreiche Schilderungen zu werten, welche sich allen-

- 11 - 

falls auch mit bewiesenen, zur Tatzeit vorhandenen äusseren Umständen ver-

flechten lassen. Als Hinweis für unglaubhafte Aussagen gelten Strukturbrüche in 

den Schilderungen des Aussagenden, welche in Widerspruch zu bereits erstellten 

Fakten stehen. Entscheidend ist letztendlich der innere Gehalt der Aussagen, 

verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen. Steht Aussage ge-

gen Aussage, so bedeutet dies also nicht, dass der Beschuldigte schon aus die-

sem Grund nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" freigesprochen werden muss. 

Vielmehr ist auf die Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Aussa-

gen abzustellen. Diese sind einer Analyse bzw. einer kritischen Würdigung zu un-

terziehen. Nur wenn weder in der einen noch in der anderen Richtung eine Über-

zeugung zu gewinnen ist, hat das Gericht im Zweifel für den Beschuldigten zu 

entscheiden (BENDER, a.a.O., S. 53 ff.; BENDER/NACK/TREUER, Tatsachenfeststel-

lung vor Gericht, 4. Aufl., München 2014, S. 76 ff.). 

3.2.2. Die wesentlichen, seitens des Beschuldigten, des Mitbeschuldigten 

B._____, der Privatklägerin, der Auskunftspersonen C._____ und D._____ sowie 

der Zeugen E._____ und F._____ gemachten Aussagen wurden von der Vo-

rinstanz sehr ausführlich und korrekt wiedergegeben (s. Urk. 57 E. III.4.6.-4.10.), 

weshalb vorab darauf – wie auch auf die zutreffenden theoretischen Ausführun-

gen zur freien richterlichen Beweiswürdigung und Aussagewürdigung (Urk. 57 

E. III.3.1.-3.2.) – verwiesen werden kann. Im Rahmen der nachfolgenden konkre-

ten Würdigung der Beweise ist die Glaubhaftigkeit der seitens der Beteiligten ge-

machten massgeblichen Aussagen zu erörtern. 

3.2.3. Weiter ist hier wiederzugeben, welche Aussagen der Beschuldigte an-

lässlich der Berufungsverhandlung machte. Er führte aus, am Abend vor dem Vor-

fall habe die Privatklägerin gesagt, er "sei Scheisse". Am Morgen des 12. August 

2015 sei sein Sohn auf seinen Rat hin zu den Brüdern seiner Ehefrau gegangen. 

Der Beschuldigte sei in der Wohnung geblieben, worauf die Privatklägerin ihn 

nicht gefragt habe, ob er auch etwas essen wolle und ihn als "alten Schmarotzer" 

bezeichnet habe. Bevor sie zur Arbeit gegangen sei, habe sie ihm einen Fusstritt 

verpasst. Am Abend habe er geplant, ins Bett zu gehen, bevor sie von der Arbeit 

zurückkehrte, aber sie sei früher als erwartet zurückgekommen. Sie sei auf den 

- 12 - 

Balkon gegangen und als sie wieder reingekommen sei, habe sie gefragt, was er 

da mache. Er habe sie beruhigen wollen und gefragt, wann sie diese im G._____ 

[Staat in Südosteuropa] erwarten könnten, und sich ihr dabei auf etwa einen hal-

ben Meter genähert. Sein Sohn habe gedacht, sie wolle ihn angreifen, und habe 

sie gepackt. Sie habe dem Beschuldigten in dieser Zeit Rötungen und etwa 7-8 

Faustschläge gegen den Oberkörper zugefügt. Sie habe "Genug jetzt", auf … 

[Sprache des Staates G._____] "…", gesagt. Sein Sohn habe die Faustschläge 

nicht gesehen, da er sie zu dieser Zeit festhielt. Er habe sie ihm gegenüber auch 

nicht erwähnt. Er habe die Privatklägerin weder bedroht noch angefasst (Prot. II 

S. 21-25). 

3.3. Weitere Beweismittel 

Nebst den bereits erwähnten Beweismitteln liegen – wie von der Vorinstanz zu-

treffend erwähnt (Urk. 57 E. III.4.) – eine Fotodokumentation der Wohnung 

(Urk. 3) sowie der Verletzungen der Privatklägerin und des Mitbeschuldigten 

B._____ (Urk. 4/1), ein Gutachten über die körperliche Untersuchung der Privat-

klägerin (Urk. 4/3), ein Spurenbericht des Forensischen Instituts Zürich (Urk. 4/5) 

sowie ein ärztlicher Bericht betreffend einer psychiatrisch-psychotherapeutischen 

Behandlung der Privatklägerin (Urk. 36) vor.  

3.4. Konkrete Würdigung 

3.4.1. Aussagen zur Vorgeschichte 

3.4.1.1. In casu ist offensichtlich, dass zwischen der Privatklägerin und dem 

Beschuldigten, ihrem Schwiegervater, im Allgemeinen wie auch im Speziellen 

kurz vor dem fraglichen Vorfall im August 2015 erhebliche Animositäten bestan-

den und Feindseligkeiten ausgetauscht wurden. 

Dies wird einerseits seitens des Mitbeschuldigten B._____ bestätigt, welcher da-

von berichtete, dass es unter anderem am Vorabend und am Vormittag des 

12. August 2015 Streitereien zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten 

gegeben habe. Dem liege gemäss den Aussagen von B._____ der Umstand zu-

grunde, dass die Privatklägerin mit dem Besuch des Beschuldigten nicht einver-

- 13 - 

standen gewesen sei und sich daran gestört habe, dass der Beschuldigte bei ei-

nem Nachbarn EUR 1'000.– ausgeliehen habe (Urk. 8/1 S. 1 ff.; Urk. 8/2 S. 2 ff.; 

Urk. 8/3 S. 2; Prot. GG150091 S. 12 f.). 

Auch die Privatklägerin bestätigte das Konfliktpotential in der Beziehung zum Be-

schuldigten (Urk. 7/1 S. 7 u. 7/2 S. 23; Urk. 34 S. 17, 23 u. 25): So sagte sie unter 

anderem aus, mit dem Beschuldigten praktisch immer, wenn sie ihn sehe, Ausei-

nandersetzungen zu haben, was bereits elf Jahre so gehe. Aus ihren Aussagen 

geht hervor, dass ihre Animositäten gegenüber ihrem Schwiegervater insbeson-

dere darin begründet sind, dass ihrem inzwischen verstorbenen Vater – im Ge-

gensatz zum Schwiegervater – der Kontakt zur Familie verwehrt worden sei (s. 

Urk. 7/2 S. 8 f.) sowie dass ihre Schwiegereltern einen grossen Einfluss auf ihren 

Mann hätten, was dazu führe, dass alles gemäss deren Wünschen geschehe. 

Das Vermögen, das sie und ihr Ehemann gespart hätten, hätten die Schwiegerel-

tern erhalten. Sie erwähnte mehrere zehntausend Franken, die diesen überwie-

sen worden seien, wobei ein Teil hiervon ohne ihr Wissen transferiert worden sei 

(Urk. 7/2 S. 9 f. u. 24). Die Privatklägerin bestätigte, auch am Vormittag des 

12. August 2015 eine verbale Auseinandersetzung mit dem Beschuldigten gehabt 

zu haben, anlässlich welcher dieser sie beleidigt und gesagt habe, dass sie kei-

nen Respekt habe, sie die falsche Frau für seinen Sohn und eine schlechte Mutter 

sei sowie dass sie schon noch etwas erleben werde (Urk. 7/2 S. 5 u. 18). Weiter 

führte sie aus, dass A._____ bei ihren Nachbarn Schulden habe machen wollen, 

ohne sie oder ihren Ehemann zu informieren (Urk. 7/2 S. 7 u. 18). 

Den Streit am Morgen des 12. August 2015 bestätigte auch der Beschuldigte. Al-

lerdings stellt er diese Auseinandersetzung anders als die Privatklägerin dar: Die 

Privatklägerin habe ihn beschimpft, von hinten mit den Füssen getreten und be-

droht (Urk. 6/1 S. 2). Weiter führte er aus, dass er im August 2015 zum ersten Mal 

in die Schweiz gekommen sei, und zwar, um seinen Sohn zu besuchen. In der 

Vergangenheit habe es mit der Privatklägerin nie Probleme gegeben und wenn 

sie ihn beleidigt habe, habe er das mit Zurückhaltung aufgenommen (Urk. 6/2 

S. 5). Finanziell seien er und seine Ehefrau von der Privatklägerin noch nie unter-

stützt worden. Nicht einmal zur Beschneidung ihres Sohnes C._____ habe sie et-

- 14 - 

was beigetragen. Seit ca. zwei bis drei Wochen vor der Beschneidung von 

C._____ habe die Privatklägerin nicht mehr mit ihm sprechen wollen (Urk. 6/2 S. 6 

f.). Auch wenn der Beschuldigte damit mehrfach durchblicken lässt, dass die Pri-

vatklägerin und nicht er die Ursache für ihre belastete Beziehung sei, gehen die 

sich kurz vor dem Vorfall noch erheblich intensivierenden Animositäten und 

Spannungen zwischen ihnen beiden auch aus seinen Aussagen deutlich hervor. 

3.4.1.2. Die Beziehung zwischen dem Mitbeschuldigten B._____ und der Pri-

vatklägerin, welche verheiratet sind und zwei gemeinsame Kinder (geb. 2006 und 

2011) haben, zeichnet sich dadurch aus, dass sie bereits seit mehreren Jahren 

belastet erscheint. Aus den Akten geht hervor, dass die Polizei bereits mehrfach 

wegen Auseinandersetzungen zwischen den Eheleuten ausrücken musste, wobei 

es zu Gewaltschutzmassnahmen, nicht aber zu strafrechtlichen Verurteilungen 

kam (SB160340 Urk. 17/1-3; Beizugsakten B-3/2009/6217 der Staatsanwaltschaft 

Winterthur-Unterland im Verfahren SB160340: Urk. 7; Prot. GG150091 S. 23 f.). 

Nach einer Auseinandersetzung im Jahre 2009, bei welcher die Polizei erschei-

nen musste, sei B._____ laut der Privatklägerin für drei Monate ausgezogen (Urk. 

7/3 S. 11; Urk. 8/4 S. 6; SB160340 Urk. 17/3). Seit dem Vorfall im Juli 2014, als er 

im Streit mit der Privatklägerin einen Tisch vom Balkon in den Garten hinunterge-

worfen habe, hätten die Eheleute gemäss B._____ einmal monatlich ein Ge-

spräch bei der KESB gehabt (Urk. 8/2 S. 6 f.). Die Nacht vor dem Vorfall hätten 

sie getrennt voneinander geschlafen (Prot. GG150091 S. 12; s. zudem nachste-

hend unter E. III.3.4.1.3.). Aus diesen Erwägungen folgt, dass die Beziehung zwi-

schen B._____ und der Privatklägerin zwar von erheblichen Schwierigkeiten be-

einträchtigt worden war, die Eheleute sich indes wiederholt zusammengerauft ha-

ben und im Zeitpunkt des Vorfalls vom 12. August 2015 mit behördlicher Unter-

stützung an ihrer Beziehung zu arbeiten schienen. 

3.4.1.3. Die Beziehung zwischen B._____ und dem Beschuldigten, seinem Va-

ter, welchen B._____ freiwillig regelmässig finanziell unterstützt (s. Prot. 

GG150091 S. 23), erscheint gut zu sein. Aus den Akten wie auch den gemachten 

Erwägungen geht klar hervor, dass B._____ in den Tagen vor dem Vorfall eine 

durchaus schwierige Vermittlungsrolle und Scharnierfunktion zwischen seinem 

- 15 - 

Vater und seiner Ehefrau zukam, deren Beziehung wiederum – wie bereits er-

wähnt – von Animositäten und Feindseligkeiten geprägt war. B._____ legte mehr-

fach unmissverständlich dar, dass er der Meinung sei, dass es der Privatklägerin 

in ihrem Verhalten gegenüber dem Beschuldigten an Respekt gemangelt habe 

(Urk. 8/1 S. 2; Prot. GG150091 S. 11 f.). Die Nacht vor dem Vorfall hätten sie laut 

seiner Aussage getrennt voneinander geschlafen, da es am Vortag Beleidigungen 

seitens der Privatklägerin gegenüber dem Beschuldigten gegeben habe (Prot. 

GG150091 S. 12). Demgegenüber lassen sich aus den Akten keine Aussagen 

von B._____ finden, in welchen er das Verhalten seines Vaters kritisiert. Gestützt 

auf diese Ausgangslage erscheint es naheliegend, dass sich B._____ in diesem 

Loyalitätskonflikt zwischen den beiden ihm nahestehenden Personen im Zweifels-

falle auf die Seite des Beschuldigten schlägt, welchem er sich – zumindest für die 

Tage dessen Besuchs in der Schweiz – offensichtlich mehr verpflichtet fühlt als 

der Privatklägerin. Dies scheint nicht zuletzt auch in einem Schamgefühl gegen-

über seinem Vater für die sehr eigenständig auftretende Privatklägerin, welche 

sich den hierarchischen Gepflogenheiten im familiären Verhältnis im Gegensatz 

zu B._____ nicht ohne Weiteres unterordnet, zu gründen. So gab B._____ denn 

auch zu Protokoll, dass er seinem Vater vorgängig nicht mitgeteilt habe, dass sei-

ne Ehefrau mit seinem Besuch nicht einverstanden sei, da er sich geschämt habe 

(Urk. 8/2 S. 2). 

3.4.1.4. Wie seitens der Vorinstanz ausgeführt wurde, dürfte sich C._____ als 

Sohn von B._____ und der Privatklägerin sowie als Enkel des Beschuldigten auf-

grund dieser familiären Beziehungen zu den Parteien in einem Loyalitätskonflikt 

befinden, weshalb von der Vorinstanz erwogen wurde, dass seine Aussagen trotz 

eigentlich uneingeschränkter Glaubwürdigkeit mit gewisser Vorsicht zu würdigen 

seien (Urk. 57 III.5.4.a), was nicht zu beanstanden ist. 

3.4.1.5. Die erörterten Spannungen in den Beziehungen zwischen dem Be-

schuldigten, dem Mitbeschuldigten und der Privatklägerin geben in casu nicht un-

beträchtliche Aufschlüsse über ihr Aussageverhalten, was sich nicht zuletzt auch 

daran zeigt, dass keine dieser drei Personen umfassend wahrheitsgemäss aus-

sagte. Darauf ist nachfolgend einzugehen. 

- 16 - 

3.4.2. Aussagen von C._____ im Zentrum 

3.4.2.1. Seitens der Vorinstanz wurde zutreffend festgehalten, dass C._____ 

den ganzen Vorfall bildlich und nachvollziehbar zu schildern vermocht habe, wes-

halb seine Aussagen als glaubhaft eingestuft wurden und es als plausibel erachtet 

worden ist, dass sich der Vorfall so abspielte, wie er ihn geschildert habe (Urk. 57 

E. III. 5.4.b). Den Ausführungen der Verteidigung in der Berufungsverhandlung, 

wonach den Aussagen von C._____, die sie vor Vorinstanz noch als glaubhaft 

bezeichnete (Urk. 37 S. 3), nur ein äusserst geringer Beweiswert zukomme (Urk. 

68 S. 6 ff.), ist demgegenüber nicht zu folgen. Ferner ging auch B._____ davon 

aus, dass sein Sohn immer bei ihm gewesen sei und alles mitbekommen habe 

(Urk. 8/1 S. 5). Seitens der Vorinstanz wurde deshalb richtigerweise auf die Schil-

derung von C._____ abgestellt. 

3.4.2.2. Wie von der Vorinstanz korrekt wiedergegeben wurde (Urk. 57 

E. III.5.4.b), ist C._____ lediglich einmal staatsanwaltlich – am 20. Oktober 2015 – 

einvernommen worden (Urk. 9/2). Hinsichtlich der Glaubhaftigkeit seiner Einver-

nahmen wurde seitens der Vorinstanz zutreffend darauf hingewiesen, dass er zu-

vor direkt nach dem Vorfall mündlich polizeilich befragt wurde (Urk. 57 E. 

III.5.4.b). Der Polizeirapport vom 13. August 2015 (Urk. 1 S. 4 f.) stellt grundsätz-

lich ein zulässiges und taugliches Beweismittel dar (vgl. BGer 6B_1057/2013 E. 

23 und BGer 6B_721/2011 E. 9.2.1.). Auch wenn vorliegend dem Beschuldigten 

das rechtliche Gehör nicht gewährt wurde, so ist der Rapport auf jeden Fall zu-

gunsten des Beschuldigten verwertbar. Da die anlässlich der staatsanwaltlichen 

Einvernahme gemachten Aussagen mit denjenigen des Polizeirapports im We-

sentlichen übereinstimmen, wirken sie sich aber in casu nicht entlastend aus. Zu-

treffend wurde von der Vorinstanz ebenfalls erwogen (Urk. 57 E. III.5.4.b), dass 

auch deshalb kein Anlass bestehe, an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen zu 

zweifeln, weil es – entgegen der Auffassung des Beschuldigten und B._____s – 

keine Hinweise dafür gebe, dass C._____s Aussagen in irgendeiner Form beein-

flusst worden seien. Richtig verweist die Vorinstanz darauf, dass C._____ mit sei-

nen Aussagen nicht nur seinen Vater und seinen Grossvater belastet, sondern 

teilweise auch deutlich von der Sachverhaltsdarstellung seiner Mutter, der Privat-

- 17 - 

klägerin, abweicht, weshalb die seitens der Verteidigung vorgebrachte bewusste 

oder unbewusste Beeinflussung durch dieselbe (Urk. 37 S. 3 f; Prot. I S. 22; Urk. 

68 S. 6 ff.) nicht verfängt. Von einer Wiederholung der seitens der Vorinstanz aus-

führlich wiedergegeben, auch auf jeweilige Konfrontation mit den anderslautenden 

Antworten der Privatklägerin erfolgten Ausführungen von C._____ kann deshalb 

an dieser Stelle abgesehen und vollumfänglich auf diese verwiesen werden (Urk. 

57 E. III.5.4.b) S. 51). Die von der Vorinstanz daraus gezogene Schlussfolgerung, 

dass sein Aussageverhalten neutral wirkt und weder einseitig belastend noch 

durch die Privatklägerin instruiert erscheint, ist deshalb richtig (Urk. 57 E. III.5.4.b) 

S. 51).  

Daran vermögen auch die seitens der Verteidigung von B._____ vorgebrachten 

Rügen hinsichtlich unzulässiger Suggestionen (GG150091 Urk. 60 S. 10; Prot. 

GG150091 S. 26; s. auch vorstehend unter E. II.3.1.-3.3.) nichts zu ändern. So ist 

in Bezug auf die vorliegend von der Verteidigung von B._____ als suggestiv mo-

nierte Frage 30 seiner staatsanwaltlichen Einvernahme zu bemerken, dass das 

Hinunterfallen der Privatklägerin vom Balkon bereits früher in derselben Einver-

nahme von der Auskunftsperson C._____ im Kontext damit, wovor er Angst ge-

habt habe, selbst aufgebracht wurde (Antworten auf Fragen 13 und 14). In Frage 

29 wurde C._____ gefragt, ob er wisse, ob seine Mutter Angst gehabt habe, dass 

ihr etwas passieren werde, was von C._____ mit der Begründung bejaht wurde, 

weil sie geweint habe. Die logische nächste Frage wäre diejenige gewesen, wo-

vor die Mutter aus seiner Sicht Angst gehabt habe. An deren Stelle wurde in der 

Frage 30 die Angst der Privatklägerin mit dem vom Balkon Geworfenwerden ver-

knüpft. Da diese Möglichkeit aber – wie zuvor erwähnt – bereits von C._____ 

thematisiert worden ist, ist eine unzulässige Beeinflussung zu verneinen. So oder 

anders fällt die Antwort von C._____ auf Frage 30 ("Weil sie traurig ist, wenn zum 

Beispiel ihr Mann vom Balkon runter fallen sollte. Sie hat Gefühle…") dermassen 

interpretationsbedürftig aus, dass ihr kein Beweiswert zukommt und sie weder 

geeignet ist, den Beschuldigen zu belasten noch diesen zu entlasten. Auch die 

nachfolgende Frage 31 ("Hat jemals die Gefahr bestanden, dass Deine Mutter 

vom Balkon fallen könnte?") ist gestützt auf die vorherige Thematisierung dieser 

Möglichkeit, nicht auf unzulässige Art und Weise gestellt worden.  

- 18 - 

Ebenso wenig ist die seitens der Verteidigung von B._____ ferner monierte Frage 

38 unzulässig, mittels welcher gefragt wurde, ob er gesehen habe, ob der Be-

schuldigte und der Mitbeschuldigte die Privatklägerin hin und her geschaukelt hät-

ten. Die Rüge des Verteidigers, dass diese Frage obsolet gewesen sei, nachdem 

C._____ bereits zuvor bestätigt gehabt habe, dass die Privatklägerin nie in die 

Luft gehoben worden sei (Antwort auf Frage 26), geht fehl. Die Wiederholung von 

auch anders formulierten Fragen zielt vielmehr dahin, die Konstanz des Aussage-

verhaltens zu überprüfen. So oder anders sagte C._____ gleichlautend aus, wes-

halb dies die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen stützt. 

Ferner rügt der Verteidiger von B._____ Frage 42, mittels welcher C._____ an 

seine bei der Polizei gemachte – anderslautende – Aussage erinnert wurde. Es 

erscheint jedenfalls nicht unzulässig, die einvernommene Person mit früheren 

Aussagen zu konfrontieren, zumal C._____ zu Beginn der staatsanwaltlichen Be-

fragung die Wahrheit seiner vor Polizei gemachten Aussagen bestätigte (Antwort 

auf Frage 8). Die Frage erweist sich deshalb als zulässig. Aus der Würdigung der 

Antwort von C._____ ergeben sich allerdings Widersprüche in Bezug auf den letz-

ten Standort der Privatklägerin, bevor diese die Wohnung verliess. Diese Unklar-

heit ist so oder anders nicht zu Ungunsten des Beschuldigten zu berücksichtigen 

(s. nachstehend E. III.3.4.2.7.). 

Im Nachfolgenden ist auf einige wesentliche Geschehnisse am Abend des 

12. August 2015 bzw. die diesbezüglichen Schilderungen von C._____ nochmals 

näher einzugehen. 

3.4.2.3. Die Vorgeschichte und Ausgangslage für das den beiden Beschuldig-

ten hernach folgende zur Last gelegte strafbare Verhalten schildert C._____ de-

ckungsgleich mit seinem Vater (so auch die Vorinstanz: Urk. 57 E. III.5.4.b) 

S. 48), wonach seine Mutter, nachdem sie zusammen ins Wohnzimmer gekom-

men seien, auf den Balkon gegangen sei, und durch Beleidigungen einen verba-

len Streit mit seinem Grossvater begonnen habe: Im Einzelnen habe sein Vater 

erwähnt, dass sie am folgenden Tag einen Termin hätten, woraufhin seine Mutter 

okay gesagt und ergänzt habe, dass er, der Grossvater, zum Glück nicht mit-

komme. Sie habe weiter ausgeführt, dass dieser für sie wie nicht am Leben sei, 

- 19 - 

woraufhin der Beschuldigte erwidert habe, sie sei nichts. Seine Mutter habe sich 

dann gewehrt und sein Vater habe versucht einen (weiteren) Streit zwischen den 

beiden zu verhindern und sei dazwischen gegangen (Urk. 9/2 S. 3 u. 5). Wie von 

der Vorinstanz zutreffend erwogen wurde (Urk. 57 E. III.5.4.b) S. 48), wurde von 

C._____ lebensnah und nachvollziehbar beschrieben, wie aus einem Gespräch 

und einer Bemerkung von seiner Mutter ein Streit zwischen ihr und seinem 

Grossvater entstand. Daran vermag auch der Umstand, dass die Privatklägerin 

bestritt, ihren Schwiegervater beleidigt zu haben, nichts zu ändern, weil ein Motiv 

für eine Falschbelastung durch ihren Sohn nicht ersichtlich ist und ein entspre-

chender Irrtum über das Vorgefallene gestützt auf seine detaillierten Ausführun-

gen ausgeschlossen werden kann. 

3.4.2.4. Auch die darauf folgende Beschreibung des Verhaltens seines Vaters 

und seines Grossvaters durch C._____, welcher während des Vorfalls auf der 

Wohnzimmercouch gesessen sei (Urk. 9/2 S. 5 f.) – erscheint lebensnah. So sei 

sein Vater dazwischen gegangen, um den Streit zu verhindern, woraufhin es dann 

"losgegangen sei". Sein Vater und sein Grossvater hätten seine Mutter gepackt. 

Seine Mutter habe dann "Lasst mich los" geschrien (Urk. 9/2 S. 3). Auf spätere 

Nachfrage schilderte C._____, dass sein Grossvater seine Mutter zuerst "irgend-

wie so am Bauch" und sein Vater sie an den Füssen gepackt habe (Urk. 9/2 S. 4 

und 8). Er habe seinen Vater gefragt: "Machsch du das würklich jetzt?", woraufhin 

dieser ihn böse angeschaut habe (Urk. 9/2 S. 4). Sie hätten seine Mutter nicht 

mehr losgelassen und seien mit ihr zur Balkontür gegangen, welche offen gestan-

den sei. Dort habe er angefangen, seinen Vater zu beissen (Urk. 9/2 S. 5). Der 

Vorinstanz ist darin beizupflichten, dass diese Schilderungen eindrücklich und 

bildlich vorstellbar erscheinen und sowohl seine bereits im Polizeirapport festge-

haltenen Aussagen (Urk. 1 S. 5) wie auch grundsätzlich diejenigen der Privatklä-

gerin bestätigen (Urk. 57 E. III 5.4.b) S. 49 f.). Es besteht demnach kein Anlass, 

an der Richtigkeit seiner Ausführungen zu zweifeln.  

3.4.2.5. Eindrücklich schilderte C._____ überdies seine Emotionen während 

des Vorfalls: Er sei erschrocken, als er das am Anfang gesehen habe. Er habe 

gedacht, dass sie böse werden wollen zu seiner Mutter (Urk. 9/2 S. 5). Er habe 

- 20 - 

Angst gehabt, Angst davor, dass seine Mutter in den Garten hinunterfalle 

(Urk. 9/2 S. 4). Er sei deshalb auf seinen Vater losgegangen und habe ihn in den 

Rücken gebissen. Dieser habe sich an die Bissstelle gefasst und seine Mutter 

losgelassen (Urk. 9/2 S. 6). Sein Grossvater habe seine Mutter zu fangen ver-

sucht und sie dabei am Nacken gepackt bzw. mit den Händen am Hals gekratzt 

(Urk. 9/2 S. 4 u. 7). Seine Mutter habe sich losreissen können, worauf sie zu-

sammen weg, nach draussen gegangen seien (Urk. 9/2 S. 3 f.). Auch die wieder-

gegebenen Schilderungen seiner Emotionen wirken sehr überzeugend und lassen 

klar auf selbst Erlebtes schliessen. 

3.4.2.6. C._____ verneinte - worauf auch seitens der Verteidigung hingewiesen 

wird (Urk. 37 S. 4; Urk. 68 S. 5) – indessen, dass seine Mutter vom Beschuldigten 

und Mitbeschuldigten in die Luft gehoben und dabei hin und her geschaukelt wor-

den sei (Urk. 9/2 S. 5 f.; und auch bereits bei der Polizei: Urk. 1 S. 5), wie es sei-

tens der Privatklägerin vorgebracht wird (s. nachstehend E. III.3.4.5.2.). Diesbe-

züglich ist vorab zu beachten, dass dem Beschuldigten in der Anklage lediglich 

zur Last gelegt wird, die Privatklägerin zusammen mit dem Mitbeschuldigten "in 

der Luft tragend" "zur Balkontüre und von dort auf den Balkon" geschleppt zu ha-

ben, nicht aber, diese hin- und hergeschaukelt zu haben (Urk. 20 S. 2). Allerdings 

bestätigte C._____, dass sein Vater seine Mutter an den Füssen gepackt habe 

(Urk. 9/2 S. 4), was mit seinen bei der Polizei gemachten Aussagen insofern 

übereinstimmt, als dort protokolliert wurde, dass sein Vater versucht habe, seine 

Mutter an den Füssen zu packen (Urk. 1 S. 5). Ausserdem führte C._____ auf die 

Frage, was der Beschuldigte und der Mitbeschuldigte mit der Privatklägerin ge-

macht hätten, als sie sie gepackt gehabt hätten, dass sie diese dann nicht mehr 

losgelassen hätten und mit ihr zur Balkontüre gegangen seien, wo er angefangen 

habe, seinen Vater zu beissen (Urk. 9/2 S. 5). Aus seinen Aussagen geht demzu-

folge deutlich hervor, dass der Beschuldigte und der Mitbeschuldigte die Privat-

klägerin gegen deren Willen zur Balkontüre verbrachten. Insofern ist der Anklage-

sachverhalt erstellt. Ob die Privatklägerin sich dabei zumindest teilweise in der 

Luft befand, was angesichts des Packens am Oberkörper durch den Mitbeschul-

digten und an den Füssen durch den Beschuldigten logisch wäre, kann demge-

genüber offen bleiben.  

- 21 - 

3.4.2.7. Nicht erstellt ist gestützt auf die Aussagen von C._____, dass die Pri-

vatklägerin auf den Balkon verbracht wurde, sagte er doch aus, dass sie zur offe-

nen Balkontüre gegangen seien, wobei weder sein Vater noch sein Grossvater 

jemals auf dem Balkon gestanden seien (Urk. 9/2 S. 5 f.). Entgegen der Auffas-

sung der Vorinstanz (Urk. 57 E. III.5.4.b) S. 51) machte C._____ in Bezug auf den 

Standort der Mutter konträre Aussagen: Nachdem er ausgesagt hatte, dass es in 

der Wohnung drin gewesen sei, wo sie sich losgerissen habe, bestätigte er da-

raufhin seine bei der Polizei gemachte Aussage als richtig, wonach die Privatklä-

gerin mit dem rechten Fuss auf dem Balkon und mit dem linken Fuss noch im 

Wohnzimmer gewesen sei (Urk. 9/2 S. 7 u. 9; Urk. 1 S. 5). Die Dynamik des vor-

liegenden Geschehens ist allerdings nicht zu unterschätzen, zumal sich die Pri-

vatklägerin laut den Aussagen von C._____ auch noch an der Balkontüre festge-

halten habe (Urk. 9/2 S. 9), was durchaus plausibel erscheinen lässt, dass sich 

die Privatklägerin zumindest mit einem Teil ihres Körpers noch im Wohnzimmer 

befunden hat. Auch wenn die Aussagen von C._____ zum Standort seiner Mutter 

nicht einheitlich waren, lässt sich der vermeintliche Widerspruch auflösen. Erstellt 

ist jedenfalls, dass die Privatklägerin zur Balkontüre, nicht aber auf den Balkon, 

geschleppt worden ist. 

3.4.2.8. Seitens der Verteidigung von B._____ vorgebrachte Zweifel 

(Prot. GG150091 S. 26) an der Aussage von C._____, dass der der Mitbeschul-

digte dem Beschuldigten gesagt habe, dass sie nun beide zusammen auf die Pri-

vatklägerin losgehen würden (Urk. 9/2 S. 8), wirken überdies wenig überzeugend, 

da das erstellte darauf folgende Handeln des Beschuldigten und des Mitbeschul-

digten genau eine solche Vorgehensweise aufzeigt, was die Aussage plausibel 

erscheinen lässt. Ein blosses auf Schlichtung des Streits zwischen dem Beschul-

digten und der Privatklägerin mit anschliessender räumlicher Trennung der Strei-

tenden bedachtes Handeln des Mitbeschuldigten B._____, wie es die Verteidi-

gung (Urk. 37 S. 6. u. 11; Prot. I S. 23) geltend macht – und auch diejenige von 

B._____ (GG150091 Urk. 60 S. 9 ff.) vorbringt –, erscheint auch deshalb ausge-

schlossen. 

- 22 - 

3.4.2.9. Ferner ist mit der Vorinstanz (Urk. 57 E. III.5.6.a) und der Verteidigung 

(Urk. 37 S. 4 u. 6) davon auszugehen, dass in casu nicht erstellt ist, dass der Be-

schuldigte der Privatklägerin mit den Worten drohte "du hast keinen Respekt, jetzt 

ist fertig, jetzt werfen wir dich über den Balkon und bringen dich um", weil 

C._____ solche Aussagen seines Grossvaters nicht bestätigte (Urk. 9/2 S. 4 f. u. 

8).  

3.4.2.10. Die Verursachung des angeklagten Verletzungsbilds der Privatklägerin 

ist unter Berücksichtigung der geschilderten Vorgehensweise des Beschuldigten 

und des Mitbeschuldigten sowie der mehrfach vorgebrachten Aussage von 

C._____, wonach sein Grossvater die Privatklägerin am Hals gekratzt habe (Urk. 

9/2 S. 4 f.), ebenfalls als erstellt anzusehen. Die seitens der Verteidigung von 

B._____ vorgebrachte Darstellung, wonach die Verletzungen der Privatklägerin 

allein durch B._____ beim Wegziehen derselben beigebracht worden seien 

(GG150091 Urk. 60 S. 11), erscheint angesichts des klaren Aussageverhaltens 

von C._____ unrealistisch und geht deshalb fehl. 

3.4.2.11. Schliesslich ist es aufgrund der Umstände und insbesondere der ag-

gressiven Vorgehensweise des Beschuldigten und des Mitbeschuldigten als plau-

sibel zu erachten, dass C._____ gestützt auf sein eigenes Erleben der Situation, 

und nicht – wie seitens der Verteidigung unterstellt zu werden scheint (Urk. 37 S. 

4; Prot. I S. 22; Urk. 68 S. 6 ff.) – aufgrund entsprechender Darstellungen der Pri-

vatklägerin davon ausging, dass sein Vater und sein Grossvater seine Mutter vom 

Balkon hinunterwerfen würden. Obschon er anlässlich seiner staatsanwaltlichen 

Einvernahme auch darauf verwies, dass seine Mutter gedacht habe, sie werde 

"runter geschupft vom Balkon" (Urk. 9/2 S. 6), führte er nämlich davor aus, er ha-

be Angst gehabt, dass sie in den Garten hinunter falle (Urk. 9/2 S. 4). Für ein ei-

genes Erleben dieser Angst spricht auch sein eindrückliches und aussergewöhnli-

ches Einschreiten in die Auseinandersetzung mittels Beissens seines Vaters, wel-

ches für den Bestand einer hohen Gefährdungslage betreffend die Privatklägerin 

spricht, welche er damit zu beseitigen suchte. Ferner ist erstellt, dass der Be-

schuldigte und der Mitbeschuldigte die Privatklägerin gegen ihren Willen zur offe-

nen Balkontüre verbrachten, an welcher sich die Privatklägerin festhielt, was nahe 

- 23 - 

legt, dass sie dadurch der Bewegungsrichtung etwas entgegensetzen wollte. Die-

ser Ablauf spricht klar dafür, dass die Privatklägerin auf den Balkon gebracht wer-

den sollte, was wiederum ein Hinunterwerfen der Privatklägerin bzw. ein entspre-

chendes Angsteinjagen bei der Privatklägerin im Sinne einer Lektionserteilung 

beim vorliegenden Kräfteungleichgewicht und der Dynamik des Geschehens als 

plausibel erscheinen lässt. Es ist naheliegend, dass das von C._____ geschilderte 

Rufen der Privatklägerin ("Lass mich los": Urk. 9/2 S. 3 u. 5) zu seiner ausserge-

wöhnlichen Reaktion zum Schutze der Privatklägerin beigetragen hat, wobei es 

indes – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 37 S. 6 f.; Urk. 68 S. 7) – vor 

dem Hintergrund des übrigen Geschehens eine blosse Mitursache für seine Re-

aktionsweise darstellte. Ob der frühere Vorfall, anlässlich welchem der B._____ 

während eines Streits mit der Privatklägerin wütend einen Tisch vom Balkon ge-

worfen hat (s. Urk. 6/2 S. 6 f.), bei den Angstgefühlen von C._____ eine Rolle 

spielte (so die Verteidigung: Urk. 37 S. 4), ist nicht auszuschliessen, aber gleich-

zeitig auch nicht von Relevanz. 

3.4.2.12. Gestützt auf die glaubhaften Aussagen von C._____ ist – im Wesentli-

chen einhergehend mit der Vorinstanz (Urk. 57 E. III.5.6.a) – erstellt, dass die Pri-

vatklägerin von der Arbeit nach Hause kam und, nachdem sie zusammen mit ihm 

ins Wohnzimmer gekommen sei, auf den Balkon ging. Von dort aus entstand ein 

zunächst verbaler Streit zwischen ihr und dem Beschuldigten, in dessen Folge die 

Privatklägerin auf den Beschuldigten zugegangen ist, worauf sie von ihm zuerst 

am Oberkörper und sogleich von B._____ an den Füssen gepackt wurde. Darauf 

haben die beiden Beschuldigten die Privatklägerin nicht losgelassen und sie ge-

waltsam bis zur offenen Balkontür verbracht. C._____ hat aufgrund dieser Vorge-

hensweise des Beschuldigten und des Mitbeschuldigten dermassen Angst um 

seine Mutter bekommen, dass er befürchtete, dass seine Mutter vom Balkon ge-

worfen werde, weshalb er sich veranlasst sah, seinen Vater in den Rücken zu 

beissen, woraufhin dieser die Privatklägerin losliess, sie sich vom Beschuldigten 

losreissen und mit C._____ nach draussen flüchten konnte.  

3.4.3. Aussagen von B._____ 

- 24 - 

3.4.3.1. Seitens der Vorinstanz wurden die Aussagen von B._____ eingehend 

und zutreffend gewürdigt, weshalb grundsätzlich vollumfänglich auf die von ihr 

diesbezüglich gemachten Erwägungen verwiesen werden kann (Urk. 57 

E. III.5.2.).  

3.4.3.2. Erwähnenswert erscheinen indes die nachfolgenden Umstände: Auffäl-

lig ist – wie von der Vorinstanz korrekt erwogen (Urk. 57 E. III.5.2.b) S. 39) – dass 

der Detaillierungsgrad bei B._____ stark schwankte: Während der Beginn der 

Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin ausführ-

lich und genau geschildert wird, erfolgten zum eigentlichen Kerngeschehen nur 

vage Angaben: So wurde von der Vorinstanz zutreffend ausgeführt, dass seine 

Angaben hinsichtlich des "Losgehens" seiner Frau auf seinen Vater unterschied-

lich sind (Urk. 57 E. III.5.2.b) S. 36 betr. Urk. 8/1 S. 3; Urk. 8/4 S. 2; Prot. 

GG150091 S. 11) wie auch diejenigen hinsichtlich der Beschreibung, auf welche 

Weise er die Privatklägerin gepackt habe (Urk. 57 E. III.5.2.b) S. 36 f: betr. 

Urk. 8/1 S. 3 f.; Urk. 8/2 S. 5; Urk. 8/3 S. 2; Urk. 8/4 S. 3; Prot. GG150091 S. 11). 

Der Verteidiger von B._____ bezeichnete allerdings eine anlässlich der 

Schlusseinvernahme des Mitbeschuldigten gestellte Frage als aktenwidrig und 

unzulässig, weil dieser – entgegen dem ihm gemachten Vorhalt (Urk. 8/4 Frage 

16) – im Rahmen der staatsanwaltlichen Einvernahme vom 20. Oktober 2015 

nicht zu Protokoll gab, die Privatklägerin lediglich und ausschliesslich an den Füs-

sen gepackt zu haben (Prot. GG150091 S. 26 f.). Dem Einwand der Verteidigung 

ist zu folgen, da aus der bezeichneten früheren Einvernahme keine entsprechen-

de Aussage des Mitbeschuldigten hervorgeht. Die seitens von B._____ gegebene 

Antwort vermag sich indes so oder anders nicht zu seinen Ungunsten auszuwir-

ken, da er ein blosses Packen der Privatklägerin an deren Oberkörper zu Proto-

koll gab, was eine Beeinflussung seitens der Staatsanwaltschaft ausschliesst. Zu 

Gunsten von B._____ ist bezüglich seiner vor Polizei gemachten Aussage, ge-

mäss welcher er erwähnte, die Privatklägerin auf den Balkon gezogen zu haben, 

um zu verhindern, dass sie seinen Vater schlage (Urk. 8/1 Frage 12), von einem 

Protokollfehler auszugehen, da er in derselben Befragung mehrfach zu Protokoll 

gab, nie auf dem Balkon gewesen zu sein (Urk. 8/1 Fragen 24, 32 u. 34).  

- 25 - 

3.4.3.3. Mit der Vorinstanz (Urk. 57 E. III.5.2.b) S. 38) ist zudem festzustellen, 

dass die Angaben von B._____ hinsichtlich des Zeitpunkts, in welchem er die Pri-

vatklägerin losgelassen habe, unpräzise erscheinen (Urk. 8/1 S. 3; Urk. 8/2 S. 5; 

Prot. GG150091 S. 15). Klar widersprüchlich sagte er – wie es die Vorinstanz 

richtig anführte (Urk. 57 E. III.5.2.b) S. 38) – in Bezug auf die Frage, ob die Bal-

kontüre im massgebenden Zeitpunkt offen oder geschlossen war, aus: Während 

er zu Beginn ausführte, die Balkontür sei geschlossen gewesen, da er sie auf-

grund des lauter werdenden Streits geschlossen habe, damit die Nachbarn den 

Streit nicht hörten (Urk. 8/1 S. 5, Urk. 8/2 S. 5), gab er anlässlich der vor-

instanzlichen Hauptverhandlung zu Protokoll, seine Frau nütze es aus, dass die 

Balkontür offen gewesen sei (Prot. GG150091S. 18), was in Bezug auf die offene 

Türe auch von C._____ bestätigt wird (Urk. 9/2 S. 5). Der Vorinstanz ist darin bei-

zupflichten (Urk. 57 E. III.5.2.b) S. 38), dass sich dieser Widerspruch in den Aus-

führungen von B._____ nicht begründen lasse, weshalb aufgrund des Gesagten 

davon auszugehen sei, dass es sich bei den Aussagen des Beschuldigten zu Be-

ginn der Untersuchung um eine reine Schutzbehauptung handle. 

3.4.3.4. Ferner wurde seitens der Vorinstanz richtig erwogen, dass die Aussa-

gen von B._____ keinen endgültigen Schluss bezüglich des Tatbeitrags des Be-

schuldigten zulassen. Sie legte unter Bezugnahme auf die Aussagen von B._____ 

zutreffend und ausführlich dar, dass seine entsprechenden Aussagen stark relati-

vierend, zurückhaltend und teilweise auch uneinheitlich erfolgten (Urk. 57 E. 

III.5.2.b) S. 39 ff.). Hierfür bezeichnend erscheint seine Aussage anlässlich der 

staatsanwaltlichen Einvernahme vom 20. Oktober 2015, wonach er die Privatklä-

gerin mit den Armen an den Hüften gepackt habe, selber aber nicht gesehen ha-

be, ob sein Vater die Privatklägerin irgendwo gepackt habe, woraufhin er die Pri-

vatklägerin dann mit Gewalt in Richtung der Balkontüre geschleppt habe (Urk. 8/3 

S. 2), nachdem er in den ersten beiden Einvernahmen noch die klaren Aussagen 

getroffen hatte, dass sein Vater seine Frau nicht gepackt, nicht einmal angefasst 

oder gar berührt habe (Urk. 8/1 S. 3 f., Urk. 8/2 S. 5 f.). Ausserdem erscheint die 

Unkenntnis über eine allfällige tätliche Beteiligung des Beschuldigten als vorge-

schoben und unglaubhaft. Es ist demnach offensichtlich, dass B._____ den Be-

schuldigten nicht belasten will, was in ihrer verwandtschaftlichen Beziehung be-

- 26 - 

gründet liegt. Ausserdem muss – wie bereits ausführlich dargelegt wurde (s. 

E. 3.4.1.3. vorstehend) – davon ausgegangen werden, dass sich B._____ – zu-

mindest für die Tage des Besuchs des Beschuldigten in der Schweiz – seinem 

Vater gegenüber mehr verpflichtet fühlte als seiner Ehefrau, weshalb die Zurück-

haltung in den entsprechenden Aussagen naheliegend erscheint. Deshalb ist die 

von der Vorinstanz aus der Würdigung der Aussagen von B._____ zum Verhalten 

seines Vaters gewonnene Schlussfolgerung, dass die Tendenz zu erkennen sei, 

dass er seinen Vater in Schutz nehmen und aus dem Konflikt heraushalten wolle, 

indem er nur zurückhaltende Äusserungen mache und den Tatbeitrag seines Va-

ter immer wieder als gering darstelle bzw. seinen Vater sogar als Streitschlichter 

bezeichne, richtig (Urk. 57 E. III.5.1.b) S. 39).  

3.4.3.5. Schliesslich wurde seitens der Vorinstanz auch zutreffend festgestellt, 

dass B._____ keine nachvollziehbare Begründung für die festgestellten Verlet-

zungen seines Vaters liefert (Urk. 57 E. III.5.2.b) S. 41). Als reine Schutzbehaup-

tung wirkt seine Darlegung, dass es vielleicht möglich sei, dass seine Frau und 

sein Vater am Vormittag eine Auseinandersetzung gehabt hätten (Urk. 8/4 S. 4). 

Dazu weist die Vorinstanz zutreffend darauf hin, dass nie jemand ausgeführt ha-

be, dass es am Vormittag des 12. August 2015 zu einer tätlichen Auseinanderset-

zung gekommen sei (Urk. 57 E. III.5.2.b) S. 40).  

3.4.3.6. Unter Berücksichtigung dieser Erwägungen geben die Aussagen von 

B._____ keinen Anlass, die seitens seines Sohnes zum relevanten Kerngesche-

hen gemachten Ausführungen ernsthaft in Zweifel zu ziehen. 

3.4.4. Aussagen des Beschuldigten 

3.4.4.1. Auch in Bezug auf die seitens des Beschuldigten gemachten Aussagen 

ist die – eingehende – Würdigung durch die Vorinstanz in keiner Weise zu bean-

standen, weshalb grundsätzlich vollumfänglich darauf verwiesen werden kann 

(Urk. 57 E. III.5.1.b). Beizupflichten ist der Vorinstanz im Ergebnis darin, dass sei-

ne Aussagen – entgegen der Verteidigung, welche seine Ausführungen als zu-

meist widerspruchsfrei und nachvollziehbar bezeichnet (Urk. 37 S. 8; Urk. 68 S. 8) 

– von Widersprüchen, Strukturbrüchen, Ungereimtheiten, Inkonstanz und teilwei-

- 27 - 

se ausweichendem Verhalten geprägt sind, was gegen deren Glaubhaftigkeit 

spricht (Urk. 57 E. III.5.1.b) S. 35). Im Nachfolgenden ist das Aussageverhalten 

des Beschuldigten nochmals zu erörtern. 

3.4.4.2. Zum Ausgangspunkt der Auseinandersetzung – das Beschimpfen 

durch die Privatklägerin – äusserte sich der Beschuldigte insbesondere in Bezug 

auf die seitens der Privatklägerin initiierte verbale Auseinandersetzung ähnlich 

wie B._____ und C._____. Allerdings erwähnte er konstant, dass er von der Pri-

vatklägerin überdies bespuckt worden sei (Urk. 6/1 S. 4 f.; Urk. 6/2 S. 3; Urk. 6/3 

S. 3; Prot. I S. 12), was allerdings von niemandem sonst bestätigt wurde. Wesent-

lich erscheint in diesem Zusammenhang, dass gestützt auf die Aussagen des Be-

schuldigten davon auszugehen ist, dass es die Privatklägerin war, welche den 

Streit vom Zaun gebrochen und den Beschuldigten provoziert hat, was seinen 

Niederschlag auch im übrigen Beweisergebnis findet. Mit der Vorinstanz als wenig 

überzeugend ist aber die Begründung des Beschuldigten einzustufen, weshalb er 

erst in der Schlusseinvernahme vom 10. November 2015 vorbrachte, dass die 

Privatklägerin ihm fünf bis sechs sehr feste Boxschläge bzw. sechs bis zehn 

Boxschläge zugefügt habe: So habe er dies verschwiegen, weil es ihm als Mann 

nicht wohl sei zu sagen, dass er von einer Frau geschlagen worden sei (Urk. 6/4 

S. 2 ff.). Seine weitere Behauptung, dass B._____ diese Boxschläge nicht gese-

hen haben soll (Urk. 6/4 S. 4), teilweise mit der Begründung, weil er zu diesem 

Zeitpunkt hinter ihm gestanden sein soll (Prot. I S. 11), erscheint bereits unter 

Einbezug der behaupteten Vielzahl an Boxschlägen wie auch deren Heftigkeit 

abwegig, war doch die Situation derart, dass die Privatklägerin durch ihr Herein-

stürmen in das Wohnzimmer die Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben muss-

te. Ausserdem behauptete der Beschuldigte andernorts wiederum, dass B._____ 

eingegriffen habe, weil er nicht gewollt habe, dass seine Frau seinen Vater schla-

ge (Prot. I S. 16), was vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte die Schläge 

nicht gesehen habe, wenig Sinn ergibt. Den Umstand, dass auch C._____ die 

Schläge nicht gesehen habe, erklärt der Beschuldigte ferner ausschliesslich da-

mit, dass dieser kleiner sei als seine Mutter und auch als B._____, weshalb er 

nicht habe sehen können, was seine Mutter ihm angetan habe (Urk. 6/4 S. 7), 

was unter Berücksichtigung der übrigen Erwägungen ebenso wenig überzeugend 

- 28 - 

erscheint. Ferner soll B._____ der Privatklägerin nämlich noch gesagt haben "Ich 

erdulde sogar deine Schläge, aber sei ruhig, nicht dass alle dies mitbekommen. 

Schämst du dich nicht, dich so zu verhalten" (Urk.6/4 S. 4), was die Glaubhaf-

tigkeit seiner Aussagen nochmals herabsetzt, weil diese Äusserungen von nie-

mandem bestätigt werden und es sich dabei offensichtlich um einen – sehr plum-

pen – Versuch handelt, eine Erklärung zu liefern, weshalb niemand die (vermeint-

lichen) Schläge der Privatklägerin mitbekommen haben soll.  

3.4.4.3. In Bezug auf das Eingreifen des Beschuldigten hielt die Vorinstanz zu-

treffend fest (Urk. 57 E. III.5.1.b) S. 32 f.), dass Ungereimtheiten bezüglich der 

Position des Beschuldigten sowie hinsichtlich des Zeitpunkts seines Eingreifens 

bestehen würden: Während der Beschuldigte anlässlich der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung zunächst angegeben habe, dass B._____ im Zeitpunkt der 

Schläge hinter ihm gestanden sei, hat er später ausgeführt, dass jener die Privat-

klägerin von hinten gepackt habe, und zwar noch bevor sie ihn, den Beschuldig-

ten, geschlagen habe (Prot. I S. 11). Die seitens der Vorinstanz daraus gezogene 

Schlussfolgerung, dass es in diesem Fall schlicht unmöglich sei, dass B._____ 

zugleich hinter dem Beschuldigten gestanden sei (Urk. 57 E. III.5.1.b) S. 32), ist 

richtig. 

3.4.4.4. Weitere Inkohärenzen ergeben sich auch aus seinen Aussagen zu den 

weiteren Handlungen von B._____. Die Vorinstanz hat zutreffend erwogen, dass 

uneinheitlich und unbestimmt bleibt, wann und vor allem wie B._____ die Privat-

klägerin gepackt haben soll (Urk. 57 E. III.5.1.b) S. 32 f.). So sagte der Beschul-

digte zunächst aus, dass B._____ sich zwischen ihn und die Privatklägerin ge-

stellt habe bzw. diese von der Seite her kommend seitlich bzw. von hinten ge-

packt habe, nachdem sie auf ihn, den Beschuldigten, losgekommen sei und sich 

ca. einen halben Meter vor ihm befunden habe. B._____ habe sie über ihren 

Oberarmen umklammert und sie dann nach hinten gezogen (Urk. 6/1 S. 4 f.). 

Hernach gab er wiederum an, B._____ habe sie seitlich mit den Armen umfasst 

(Urk. 6/2 S. 3), demgegenüber er sich anlässlich der Schlusseinvernahme dahin-

gehend äusserte, dass B._____ versucht habe, die Privatklägerin an der Taille, 

den Schultern und am Nacken zu halten (Urk. 6/4 S. 4). Zusammen mit den zuvor 

- 29 - 

in Bezug auf die Position und den Zeitpunkt des Eingreifens des Beschuldigten 

wiedergegebenen widersprüchlichen Aussagen des Beschuldigten im Rahmen 

der vorinstanzlichen Hauptverhandlung (s. vorstehend unter E. III.3.4.4.3.) folgt, 

dass sich aus der Darstellung des Beschuldigten kein kohärentes Bild des Ge-

schehens ergibt. 

3.4.4.5. Bezüglich seiner eigenen Handlungen und seiner damaligen Emotions-

lage äusserte sich der Beschuldigte ebenfalls nicht kohärent. So wurde seitens 

der Vorinstanz zutreffend darauf hingewiesen (Urk. 57 E. III.5.1.b) S. 33), dass 

Relativierungen und Verharmlosungen erkennbar seien, weil er zunächst aussag-

te, perplex und sprachlos (Urk. 6/1 S. 5) gewesen und zurückgewichen zu sein 

(Urk. 6/1 S. 7), wohingegen er später geltend machte, etwas auf die Privatklägerin 

zugegangen zu sein, aber bei den Schlägen auf seine Brust ganz ruhig und still 

dort gestanden (Urk. 6/4 S. 2 ff.) und auch sonst ruhig und besonnen (Prot. I 

S. 12) gewesen zu sein (Urk. 57 E. III.5.1.b) S. 33). Dass sich diese Selbstdarstel-

lung mit den Aussagen von C._____, wonach sein Grossvater wütend gewesen 

sei (Urk. 9/2 S. 8), nicht deckt, ist offensichtlich, und erscheint im Übrigen ange-

sichts des behaupteten vorangehenden Angriffs der Privatklägerin mit Beleidigun-

gen, Bespucken und mehreren Boxschlägen – wie die Vorinstanz zutreffend her-

vorhebt (Urk. 57 E. III.5.1.b) S. 33) – völlig unglaubhaft und lebensfremd, was er 

an anderer Stelle, wo er angibt, angesichts der üblen Schimpfworte seitens der 

Privatklägerin wütend geworden zu sein (Urk. 6/2 S. 3), sinngemäss auch einge-

steht. Für des Bestehen einer wütenden Befindlichkeit sprechen zudem teilweise 

auch seine Ausführungen, was er im damaligen Zeitpunkt zur Privatklägerin ge-

sagt haben soll. Auf die entsprechenden zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

zur Unterschiedlichkeit dieser Aussagen, welche sich nicht rational begründen 

lassen würden (Urk. 57 E. III.5.1.b) S. 33 f.), kann vollumfänglich verwiesen wer-

den und bedürfen keiner Ergänzungen. 

3.4.4.6. Auffällig ist zudem, wie offensiv der Beschuldigte der Privatklägerin im 

Rahmen seiner Befragungen ein Motiv für eine Falschbelastung zuweist und ihr 

überdies unterschiebt, C._____ für ihre Zwecke instrumentalisiert zu haben (Urk. 

6/1 S. 4). So machte der Beschuldigte mehrmals geltend, die Privatklägerin habe 

- 30 - 

durch die Falschbelastung die Ausgangslage für den am nächsten Tag anstehen-

den gerichtlichen Scheidungstermin bzw. für die bevorstehende Scheidung än-

dern wollen (Urk. 6/1 S. 6; Urk. 6/2 S. 5; Urk. 6/4 S. 2), was in den Akten keinen 

Niederschlag findet, bzw. habe sie ihnen eine Falle stellen (Prot. I S. 10) und sich 

rächen wollen (Urk. 6/4 S. 2). Es drängt sich auch deshalb die Vermutung auf, 

dass der Beschuldigte seine entsprechenden Aussagen nach dem Motto "Angriff 

ist die beste Verteidigung" traf. 

3.4.4.7. Schliesslich bringt der Beschuldigte auch eine doch recht abenteuerli-

che und unglaubhafte Erklärung für die bei der Privatklägerin festgestellten Ver-

letzungen vor: So könne es sein, dass sie sich die Verletzungen beim Passieren 

der Balkontüre zugezogen habe, welche nicht sehr breit, vielleicht ca. 70 cm breit 

sei, als sie von der Küche auf den Balkon gegangen sei (Urk. 6/4 S. 5). Bezeich-

nend ist, dass er diese Behauptungen später relativierte, indem er auf die Frage, 

ob B._____ ihr die Verletzungen beigebracht habe, ausweichend ausführte, dass 

seine Versuche [die von B._____] in dieser Sache menschlicher Art gewesen sei-

en und er einen Exzess habe verhindern wollen (Prot. I S. 15 f.), was klarerweise 

eine Zufügung (zumindest eines Teils) der Verletzungen durch B._____ nahe legt. 

3.4.4.8. Gestützt auf dieses Aussageverhalten des Beschuldigten kann, wie die 

Vorinstanz – unter Anwendung erheblicher Zurückhaltung – richtig folgert (Urk. 57 

E. III.5.1.b) S. 35), zur Sachverhaltserstellung nicht auf seine Aussagen abgestellt 

werden. 

- 31 - 

3.4.5. Aussagen der Privatklägerin 

3.4.5.1. Auch in Bezug auf die seitens der Privatklägerin gemachten Aussagen 

ist die sorgfältige Würdigung der Vorinstanz im Wesentlichen zutreffend und nicht 

zu beanstanden, weshalb auf diese verwiesen werden kann (Urk. 57 E. III.5.3.b). 

Zutreffend wurde von der Vorinstanz vorab auch erwähnt, dass ihre Aussagen 

insbesondere unter Berücksichtigung der belasteten Beziehung zu B._____ und 

des schlechten Verhältnisses zum Beschuldigten mit entsprechender Vorsicht zu 

würdigen seien (Urk. 57 E. III.5.3.a). Auf die entsprechenden Animositäten und 

Spannungen zwischen der Privatklägerin einerseits und dem Beschuldigten wie 

dem Mitbeschuldigten andererseits wurde bereits ausführlich hingewiesen (s. vor-

stehend unter E. III.3.4.1.1.-2.). Ungeachtet dessen steht indes die Glaubhaf-

tigkeit ihrer Aussagen im Zentrum. 

3.4.5.2. Der Vorinstanz ist darin beizupflichten (Urk. 57 E. III.5.3.b) S. 42 f.), 

dass die Privatklägerin den grundlegenden Ablauf des Vorfalls stets gleich schil-

dert: Sie sei nach Hause gekommen und ins Schlafzimmer gegangen, um sich 

umzuziehen, wohin ihr C._____ gefolgt sei. Daraufhin sei sie ins Wohnzimmer in 

Richtung Balkon gegangen, um zu rauchen, sei jedoch in der Mitte des Raumes 

von hinten durch ihren Schwiegervater an den Schultern/Oberarmen und am Hals 

gepackt und nach hinten gezogen sowie von ihrem Mann an den Füssen gepackt 

und angehoben worden. Beide hätten sie mit Gewalt auf den Balkon gezerrt, an 

ihr gerissen und sie dort hin und her geschwungen. Ihre rechte Schulter sei am 

Balkongeländer angelehnt gewesen bzw. habe über das Geländer hinausgeragt. 

Sie habe Todesangst gehabt. Sie habe sich gewehrt und versucht, sich loszureis-

sen. Sie habe dann plötzlich wieder Bodenkontakt erhalten, nachdem ihr Mann 

sie losgelassen habe und habe sich dadurch losreissen und durch die Küche 

flüchten können und sei dann mit dem Sohn C._____ ins Treppenhaus gelaufen 

und habe die Polizei verständigt (Urk. 57 E. III.5.3.b) S. 42 f. betr. Urk. 7/1 S. 4 ff., 

Urk. 7/2 S. 5 f. und 10 ff., Urk. 34 S. 5 ff. und 22). 

3.4.5.3. Allerdings bestehen bei gewissen Ausführungen der Privatklägerin 

nicht unerhebliche Zweifel (entsprechend auch die Verteidigung: Urk. 37 S. 5 ff.; 

- 32 - 

Urk. 68 S. 3 f.). In Bezug auf die angeblichen Drohungen und übrigen Äusserun-

gen, welche anlässlich des Vorfalls von Seiten des Beschuldigten ausgesprochen 

worden seien, kann auf die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz verwie-

sen werden (Urk. 57 E. III.5.3.b) S. 43 ff.), wonach die anfänglich beschriebenen 

Drohungen und übrigen Aussagen ihres Schwiegervaters später erheblich relati-

viert wurden. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass nicht erstellt ist, dass von 

Seiten des Beschuldigten ausdrücklich Drohungen ausgesprochen wurden (Urk. 

57 E. III.5.3.b) S. 44), ist jedenfalls nicht zu beanstanden und erweist sich insbe-

sondere auch vor dem Hintergrund des übrigen Beweisergebnisses – wobei den 

glaubhaften Aussagen von C._____, welcher keine Drohungen wahrgenommen 

hat (s. vorstehend unter E. III.3.4.2.9.), eine bedeutende Rolle zukommt – als rich-

tig. Unsicherheiten bestehen aufgrund der uneinheitlichen Aussagen sowie der of-

fensichtlichen Tendenz der Privatklägerin zu Übertreibungen auch in Bezug auf 

die übrigen von Seiten des Beschuldigten angeblich gemachten Äusserungen. 

Vor dem Hintergrund der angespannten Lage zwischen der Privatklägerin und ih-

rem Schwiegervater am fraglichen Abend und den situativen Gegebenheiten ist 

von einem verbalen Streit zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten 

auszugehen, auch wenn im Einzelnen nicht wortwörtlich erstellt werden kann, was 

gesprochen wurde. 

3.4.5.4. Die Vorinstanz würdigte die Neigung der Privatklägerin zu Übertreibun-

gen – auf welche auch die Verteidigung hinweist (Urk. 37 S. 5; Urk. 68 S. 3) – ge-

stützt auf eine sorgfältige Analyse ihrer Äusserungen zutreffend, weshalb vollum-

fänglich auf die entsprechenden Ausführungen verwiesen werden kann (Urk. 57 

E. III.5.3.b) insb. S. 45 f.). Ergänzend ist festzustellen, dass ihre Äusserungen be-

züglich ihres Verbringens durch den Beschuldigten und B._____ auf den Balkon 

widersprüchlich erscheinen, was sich insbesondere an der Reihenfolge, in wel-

cher die drei Personen auf den Balkon hinausgegangen sein sollen, festmachen 

lässt: Anfänglich sagte die Privatklägerin aus, ihr Schwiegervater sei voraus- und 

ihr Ehemann hinterhergelaufen (Urk. 7/1 S. 5). Anlässlich ihrer zweiten Einver-

nahme sprach die Privatklägerin demgegenüber davon, dass B._____ den Balkon 

zuvorderst betreten, sie selbst dazwischen gewesen und der Beschuldigte zuletzt 

gekommen sei (Urk. 7/2 S. 23). Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 

- 33 - 

gab die Privatklägerin zu Protokoll, sie wisse nicht mehr, wer den Balkon zuerst 

betreten habe, wobei sie selbst zuerst mit dem Oberkörper auf dem Balkon gewe-

sen sei (Urk. 34 S. 9). Bereits angesichts dieser uneinheitlichen Angaben der Pri-

vatklägerin kann in casu nicht mit rechtsgenügender Sicherheit erstellt werden, 

dass diese auf den Balkon verbracht worden ist. Da sie selbst davon ausgeht, 

dass sie der Länge nach getragen worden sei (Urk. 34 S. 9), erscheint auch ein 

nachvollziehbarer Irrtum über die vor und hinter ihr befindliche Person ausge-

schlossen, dass diese den Balkon – mit der Privatklägerin in der Mitte – allenfalls 

auf etwa derselben Höhe betreten haben könnten. Abgesehen davon werden die-

se Angaben der Privatklägerin auch von C._____ nicht bestätigt. Dieser befürch-

tete zwar, dass sein Vater und sein Grossvater seine Mutter vom Balkon hinun-

terwerfen würden, gab aber gleichzeitig an, nicht wahrgenommen zu haben, dass 

die Privatklägerin tatsächlich auf den Balkon hinaus verbracht wurde (s. vorste-

hend unter E. III.3.4.2.7. u. 3.4.2.11). Ebenso wenig bestätigte C._____ überdies 

ihre Aussagen (Urk. 7/1 S. 4; Urk. 7/2 S. 11 u. 13; Urk. 7/3 S. 4; Urk. 34 S. 7 ff.), 

dass sie vom Beschuldigten und B._____ in der Luft, das heisst, ohne jeglichen 

eigenen Bodenkontakt, getragen und hernach hin und her geschaukelt worden 

sei, wohingegen der Anklagesachverhalt gestützt auf seine glaubhaften Aussagen 

insofern erstellt ist, dass der Beschuldigte und der Mitbeschuldigte die Privatklä-

gerin gegen deren Willen zur Balkontüre verbrachten (s. vorstehend unter 

E. III.3.4.2.6. u. 3.4.2.7). Deshalb bestätigt sich die seitens der Vorinstanz vorge-

nommene Einschätzung, dass die Aussagen der Privatklägerin teilweise unein-

heitlich, ungenau und übertrieben erscheinen (Urk. 57 E. III.5.3.b) S. 43 ff.). 

3.4.5.5. In Bezug auf die seitens der Privatklägerin vorgebrachte damalige Be-

fürchtung, vom Balkon hinuntergeworfen zu werden, kann gestützt auf ihre Aus-

sagen wie auch die gesamten Umstände davon ausgegangen werden, dass diese 

Angst real war. Der Vorinstanz ist darin beizupflichten (Urk. 57 E. III.5.3.b) 

S. 45 f.), dass sie glaubhaft machen konnte, dass sie bei diesem Vorfall in nicht 

unerheblichem Masse in Angst und Schrecken versetzt wurde, was durch ihre 

teils spontanen Gemütsbewegungen während diverser Einvernahmen (Urk. 7/2 

S. 5, Urk. 7/3 S. 6), welche für tatsächlich Erlebtes sprechen würden, wie auch 

durch den ärztlichen Bericht betreffend ihre psychiatrisch-psychotherapeutische 

- 34 - 

Behandlung (Urk. 36), aus dem hervorgehe, dass der Vorfall einen bleibenden 

Eindruck hinterlassen habe, belegt würde. In Detaillierung dazu ist festzuhalten, 

dass der Privatklägerin im erwähnten ärztlichen Bericht von Dr. med. H._____, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine posttraumatischen Belastungs-

störung diagnostiziert wird, wobei gestützt auf die Darlegungen im Bericht nahe 

liegt, dass der Vorfall vom 12. August 2015 hierfür (zumindest überwiegend) kau-

sal war (s. hierzu auch die nachstehend unter E. VII.4. gemachten Erwägungen). 

Weiter spricht auch die Dynamik des Handlungsgeschehens und die Aufge-

brachtheit des Beschuldigten und B._____s für das Vorliegen der geschilderten 

Angst: So wurde erstellt (vorstehend E. III.3.4.2.11.), dass der Beschuldigte und 

der Mitbeschuldigte die Privatklägerin gegen ihren Willen zur offenen Balkontüre 

verbrachten, an welcher sich die Privatklägerin festhielt, um der Bewegungsrich-

tung etwas entgegenzusetzen. Diesbezüglich wurde bereits erwogen, dass dieser 

Ablauf klar dafür spricht, dass die Privatklägerin auf den Balkon gebracht werden 

sollte, was wiederum ein Hinunterwerfen der Privatklägerin bzw. ein entsprechen-

des Angsteinjagen bei der Privatklägerin im Sinne einer Lektionserteilung beim 

vorliegenden Kräfteungleichgewicht und der Dynamik des Geschehens als plau-

sibel erscheinen lässt (E. III.3.4.2.11.). Dass auch C._____ Angst gehabt hatte, 

dass seine Mutter vom Balkon gestossen werden sollte (E. III.3.4.2.5.), stellt 

überdies ein weiteres Indiz für das Vorliegen derselben Befürchtung bei der Pri-

vatklägerin dar. 

3.4.5.6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass gestützt auf die gemachten 

Erwägungen zum Aussageverhalten der Privatklägerin für die Erstellung des An-

klagesachverhalts im Wesentlichen weiterhin von der Sachdarstellung von 

C._____ auszugehen ist, wobei zusätzlich erstellt ist, dass die Privatklägerin in 

Angst geriet, weil sie befürchtete, vom Balkon hinunter geworfen zu werden. 

3.4.6. Aussagen von E._____, F._____ und D._____ 

In Bezug auf die Befragungen von E._____, F._____ und D._____ wurde seitens 

der Vorinstanz zutreffend erwogen, dass sich aus ihren Aussagen wenig Relevan-

tes ableiten lasse, aber immerhin festzustellen sei, dass sie mit der Sachverhalts-

darstellung von C._____ nicht im Widerspruch stehen würden (Urk. 57 E. 

- 35 - 

III.5.5.b). Ergänzend ist festzuhalten, dass aus dem Umstand, dass das Vorbrin-

gen der Verteidigung, wonach D._____ ausgeführt habe, die Privatklägerin und 

C._____ hätten die Wohnung "normal" verlassen, was er durch den Türspion be-

obachtet habe (Urk. 37 S. 10 in Bezug auf Urk. 9/5 S. 5), nichts am Beweisergeb-

nis zu ändern vermag. So handelt es sich bei der entsprechenden Wahrnehmung 

der Auskunftsperson um einen subjektiven Eindruck, welcher auf einer sehr kur-

zen Beobachtung mit eingeschränktem Blickfeld basiert. Ferner befanden sich die 

Privatklägerin und C._____ in diesem Augenblick bereits nicht mehr in der Woh-

nung, was deren Sicherheitsgefühl verstärkt und ihre Geschwindigkeit durchaus 

gedrosselt haben könnte. 

3.4.7. Übrige Beweismittel 

Wie seitens der Vorinstanz zutreffend ausgeführt wurde, sind die Verletzungen 

der Privatklägerin rechtsgenügend und auch gutachterlich dokumentiert (Urk. 4/1 

u. 4/3), wobei – ebenso korrekt – diejenigen an ihren Füssen und Beinen B._____ 

und diejenigen an ihrem Oberkörper dem Beschuldigten zuzurechnen sind (Urk. 

57 E. III.4.2., 4.3. u. 5.6). 

3.4.8. Ergebnis 

Gestützt auf die Beweiswürdigung ist – im Wesentlichen einhergehend mit der 

Vorinstanz (Urk. 57 E. III.5.6.a) – erstellt, dass die Privatklägerin von der Arbeit 

nach Hause kam und, nachdem sie zusammen mit C._____ ins Wohnzimmer ge-

kommen sei, auf den Balkon ging. Von dort aus entstand ein zunächst verbaler 

Streit zwischen ihr und dem Beschuldigten, in dessen Folge die Privatklägerin auf 

den Beschuldigten zugegangen ist, worauf sie von ihm zuerst am Oberkörper und 

sogleich von B._____ an den Füssen gepackt wurde. Darauf haben die beiden 

Beschuldigten die Privatklägerin nicht losgelassen und sie gewaltsam bis zur of-

fenen Balkontür verbracht. C._____ hat aufgrund dieser Vorgehensweise des Be-

schuldigten und des Mitbeschuldigten dermassen Angst um seine Mutter bekom-

men, dass er befürchtete, dass seine Mutter vom Balkon geworfen werde, wes-

halb er sich veranlasst sah, seinen Vater in den Rücken zu beissen, woraufhin 

dieser die Privatklägerin losliess, sie sich vom Beschuldigten losreissen, mit 

- 36 - 

C._____ nach draussen flüchten und die Polizei rufen konnte. Durch diesen Vor-

fall erlitt die Privatklägerin die in der Anklageschrift erwähnten Verletzungen, wo-

bei ihr diejenigen an ihren Füssen und Beinen von B._____ und diejenigen an ih-

rem Oberkörper vom Beschuldigten zugefügt worden sind. Durch das gewaltsame 

Verbringen in Richtung des Balkons geriet die Privatklägerin in Angst, weil sie be-

fürchtete, vom Balkon hinunter geworfen zu werden. 

 

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Würdigung der Staatsanwaltschaft 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, er habe sich durch sein Ver-

halten der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB, der Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 StGB und der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB 

schuldig gemacht (Urk. 20). 

2. Tätlichkeiten 

2.1. Vorliegend ist von einer Tätlichkeit und nicht von mehreren Tätlichkeiten 

auszugehen. Eine Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB ist gemäss bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung anzunehmen bei einer das allgemein übliche 

und gesellschaftlich geduldete Mass überschreitenden physischen Einwirkung auf 

einen Menschen, die keine Schädigung des Körpers oder der Gesundheit zur 

Folge hat. Die Verursachung von Schmerzen ist nicht erforderlich (BGE 117 IV 

16 f.; BGE 134 IV 191). 

2.2. In casu ist erstellt, dass B._____ die Privatklägerin an den Füssen und der 

Beschuldigte sie am Oberkörper gepackt und gemeinsam gewaltsam bis zur offe-

nen Balkontür verbracht haben, wodurch die Privatklägerin die in der Anklage-

schrift umschriebenen Hautrötungen, Kratzverletzungen, Hautschürfungen am 

Oberkörper bzw. eine Hautläsion am linken Fussrücken erlitt (E. III.3.4.8.). Wie 

seitens der Vorinstanz zutreffend erwogen (Urk. 57 E. IV.1.1.), hat der Beschul-

digte damit den objektiven Tatbestand der Tätlichkeiten erfüllt. Da es lediglich zu 

- 37 - 

einer vorübergehenden Beeinträchtigung des Wohlbefindens der Privatklägerin 

kam, wurde die Schwelle zur einfachen Körperverletzung durch sein Handeln 

nicht überschritten. 

2.3. Wie seitens der Vorinstanz zutreffend festgehalten wurde (Urk. 57 

E. IV.1.2.), haben der Beschuldigte und B._____ die Privatklägerin willentlich ge-

packt und gewaltsam zur Balkontür verbracht und dabei kleinere Verletzungen in 

Kauf genommen. Die unmittelbar durch B._____ verursachten Einwirkungen auf 

den Körper der Privatklägerin waren vom Willen des Beschuldigten mindestens 

eventuell mitumfasst. Der Tatbestand der Tätlichkeiten ist damit auch in subjekti-

ver Hinsicht erfüllt. 

2.4. Die seitens der Verteidigung geltend gemachte Notwehrhandlung des Be-

schuldigten bzw. seines Mitbeschuldigten gemäss Art. 15 StGB (Urk. 37 S. 12) 

entbehrt gestützt auf den erstellten Sachverhalt jeglicher Grundlage. Mangels 

Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründen hat sich der Beschuldigte dem-

nach der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. 

3. Nötigung 

3.1. Gemäss Art. 181 StGB begeht eine Nötigung, wer jemanden durch Gewalt 

oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner 

Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. Diese 

Strafnorm schützt die freie Willensbildung und Willensbetätigung (BGE 129 IV 8; 

BGE 129 IV 264; BGE 134 IV 221). Nicht vom geschützten Rechtsgut erfasst ist 

dagegen die körperliche Integrität (BGE 99 IV 210). Unter Gewalt ist die physi-

sche Einwirkung auf den Körper eines Menschen zu verstehen. Ist die Nötigung 

eine blosse Begleiterscheinung von Tätlichkeiten oder vorsätzlicher Körperverlet-

zung, so gehen diese Tatbestände demjenigen von Art. 181 StGB vor (DONATSCH, 

Strafrecht III, 9. A., Zürich 2008, S. 415; BGE 104 IV 73). Art. 126 StGB konsu-

miert demnach nur (aber immerhin) die Nötigung, welche unmittelbar mit dem An-

griff gegen den Körper einhergeht (TRECHSEL/FINGERHUTH, in: TRECHSEL/PIETH 

(HRSG.), StGB Praxiskommentar, 2. A., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 181 StGB 

N 18). 

- 38 - 

3.2. In casu wurde die Privatklägerin vom Beschuldigten und B._____ gepackt 

und gewaltsam gegen ihren Willen zur offenen Balkontür verbracht, was sie dul-

den musste. Ihre Willensfreiheit wurde deshalb durch die Gewaltanwendung des 

Beschuldigten und B._____ klarerweise tangiert. Allerdings geht die Nötigungs-

handlung vorliegend nicht über die erstellten Tätlichkeiten hinaus, weshalb erstere 

von letzteren konsumiert wird. Deshalb kann vorliegend offen bleiben, ob der Be-

schuldigte nebst den Tätlichkeiten auch den Tatbestand der Nötigung erfüllt hat. 

Im Übrigen ist – mit der Vorinstanz (Urk. 57 E. IV.2.2.) – darauf zu verweisen, 

dass die in Frage stehende gegen den Willen der Privatklägerin erfolgte Gewalt-

anwendung überdies in einer Handlungseinheit mit der – nachfolgend zu prüfen-

den – Drohungshandlung steht. 

4. Drohung 

4.1. Den Tatbestand der Drohung erfüllt, wer jemanden durch schwere Drohung 

in Schrecken oder Angst versetzt (Art. 180 Abs. 1 StGB). Der Begriff der Drohung 

bezieht sich auf das in Aussicht Stellen eines künftigen schweren Übels bzw. 

Nachteils, dessen Verwirklichung vom Willen des Drohenden abhängig ist 

(BGE 81 IV 106; BGE 99 IV 215; BGE 106 IV 128; TRECHSEL/FINGERHUTH, a.a.O., 

Art. 180 StGB N 1 f). Unter einer Drohung ist nicht nur eine blosse ausdrückliche 

Erklärung des Drohenden zu verstehen, sondern jegliches Verhalten, durch wel-

ches das Opfer vom Drohenden bewusst in Schrecken und Angst versetzt wird. 

Das in Aussicht gestellte Übel kann auf irgendeine Weise angekündigt werden, so 

durch Wort, Schrift, Gesten oder konkludentes Verhalten. Der Tatbestand ist voll-

endet, wenn das Opfer in seinem Sicherheitsgefühl tatsächlich schwer beeinträch-

tigt bzw. "in Schrecken oder Angst versetzt" wird. Das Opfer muss die Verwirkli-

chung des angedrohten Übels befürchten, was bedeutet, dass es die Zufügung 

für möglich hält oder tatsächlich damit rechnet, und andererseits, dass der ange-

drohte Nachteil von solcher Schwere ist, dass er Schrecken und Angst auszulö-

sen vermag (BSK STGB II-DELNON/RÜDY, Art. 180 StGB N 14, 24 u. 31). Die 

Äusserung, das Gegenüber töten zu wollen, stellt einen schweren Nachteil dar 

(BGer 6B_765/2010 vom 28. Februar 2011). 

- 39 - 

4.2. In casu ist erstellt, dass die Privatklägerin vom Beschuldigten und B._____ 

am Oberkörper und an den Füssen gepackt gegen ihren Willen gewaltsam zur of-

fenen Balkontüre verbrachte wurde und dadurch in Angst geriet, weil sie befürch-

tete, dass sie vom Balkon hinunter geworfen werden sollte (s. vorstehend E. 

III.3.4.5.5.). Diese Handlungsweise des Beschuldigten war denn auch ohne Wei-

teres geeignet, diese Angst bei der Privatklägerin zu verursachen, auch wenn es 

zu keiner ausdrücklichen, sondern nur einer konkludenten Drohung kam. Wie be-

reits ausgeführt (E. III.3.4.5.5.), sind diesbezüglich auch die Dynamik des Hand-

lungsgeschehens, die Aufgebrachtheit des Beschuldigten bzw. seines Mitstreiters 

und das Kräfteungleichgewicht zwischen den Kontrahenten von Bedeutung, wel-

che – nebst den entsprechenden Aussagen der Privatklägerin – dazu führen, 

dass die Angst der Privatklägerin real erscheint. Mit der Vorinstanz ist festzustel-

len (Urk. 57 E. IV.3.1.), dass es nur darauf ankommt, dass die Privatklägerin zum 

damaligen Zeitpunkt tatsächlich Angst hatte, vom Balkon hinuntergeworfen zu 

werden, unabhängig davon, ob diese Angst effektiv berechtigt gewesen ist. Der 

objektive Tatbestand der Drohung ist durch das Verhalten des Beschuldigten da-

mit erfüllt worden. 

4.3. Der Vorinstanz ist ferner darin beizupflichten (Urk. 57 E. IV.3.2.), dass in 

casu davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte und B._____ die Privatkläge-

rin gefügig machen wollten und ihr durch Angsteinflössen Respekt beibringen 

bzw. demonstrieren wollten, dass sie ihren Schwiegervater mit Respekt zu be-

handeln habe. Der Beschuldigte handelte demzufolge mit direktem Vorsatz. Der 

subjektive Tatbestand ist somit ebenfalls als erfüllt zu erachten. 

4.4. Mangels Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründen macht sich der 

Beschuldigte folglich der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB schuldig. 

5. Ergebnis 

Der Beschuldigte machte sich demzufolge der Drohung im Sinne von Art. 180 

Abs. 1 StGB und der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig. 

 

- 40 - 

V. Sanktion 

1. Strafrahmen 

1.1. Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des or-

dentlichen Strafrahmens der schwersten anzuwendenden Strafbestimmung fest-

zusetzen. Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit gefasst 

worden, um sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu tragen. Der ordentli-

che Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen 

und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. 

zu milde erscheint. Entgegen einer auch in der Praxis weit verbreiteten Auffas-

sung wird der ordentliche Strafrahmen nicht automatisch erweitert, worauf dann 

innerhalb dieses neuen Rahmens die Strafe nach den üblichen Strafzumessungs-

kriterien festzusetzen wäre. Zwar ist auch in der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung darauf hingewiesen worden, das Gesetz sehe eine Strafrahmenerweite-

rung vor. Damit sollte aber nur ausgedrückt werden, dass der Richter infolge ei-

nes Strafschärfungs- bzw. Strafmilderungsgrundes nicht mehr in jedem Fall an die 

Grenze des ordentlichen Strafrahmens gebunden ist. Der vom Gesetzgeber vor-

gegebene ordentliche Rahmen ermöglicht in aller Regel, für eine einzelne Tat die 

angemessene Strafe festzulegen. Er versetzt den Richter namentlich in die Lage, 

die denkbaren Abstufungen des Verschuldens zu berücksichtigen (BGE 136 IV 55 

E. 5.8.). 

1.2. Zutreffend erwogen hat die Vorinstanz denn auch, dass eine Erweiterung 

des Strafrahmens vorliegend nicht in Betracht fällt (Urk. 57 E. V.1.2.).  

1.3. Der vorliegend für die Drohung gemäss Art. 180 StGB massgebende Straf-

rahmen bemisst sich – wie seitens der Vorinstanz zutreffend festgestellt (Urk. 57 

E. V.1.) – auf einen Tagessatz Geldstrafe bis drei Jahre Freiheitsstrafe. 

1.4. Ebenso wurde von der Vorinstanz richtig festgehalten (Urk. 57 E. V.1.), dass 

Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 StGB mit Busse bestraft werden. Der an-

wendbare Strafrahmen für Übertretungen reicht gemäss Art. 106 Abs. 1 StGB von 

Fr. 1.– bis Fr. 10'000.– Busse. 

- 41 - 

2. Strafzumessungsfaktoren 

Im Übrigen wurden seitens der Vorinstanz zu den Kriterien der Strafzumessung 

die nötigen theoretischen Ausführungen gemacht. Darauf und auf die aktuelle 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Thema (BGE 136 IV 55 E. 5.4. ff.; 135 

IV 130 E. 5.3.1; 132 IV 102 E. 8.1; je mit Hinweisen) kann vorab verwiesen wer-

den. Zutreffend wurde auch festgehalten, dass zwischen der Tat- und Täterkom-

ponente sowie der objektiven und subjektiven Tatschwere zu unterscheiden ist (s. 

Urk. 57 E. V.2.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3. Konkrete Strafzumessung 

3.1. Drohung 

3.1.1. Von der Vorinstanz wurde im Zusammenhang mit der Tatkomponente aus-

geführt, dass hinsichtlich der objektiven Tatschwere ins Gewicht falle, dass der 

Beschuldigte durch sein Verhalten die Privatklägerin in erhebliche Angst und 

Schrecken versetzte (Urk. 57 E. V.3.1.). Die Privatklägerin fürchtete, dass sie vom 

Balkon aus dem dritten Stock hinuntergeworfen werde, weshalb die Todesangst, 

von der sie mehrfach sprach, nachvollziehbar erscheint. Ergänzend ist festzuhal-

ten, dass der Beschuldigte zusammen mit B._____ – wobei die Tatbeiträge aus-

tauschbar waren – aggressiv vorging, das Kräfteungleichgewicht dafür sorgte, 

dass sich die Privatklägerin kaum wehren konnte und der Beschuldigte nicht aus 

freien Stücken von der Privatklägerin abliess, sondern erst nachdem C._____ 

seinem Mitstreiter in den Rücken gebissen hatte und das gemeinsame Vorgehen 

dadurch gestoppt wurde. Vor dem Hintergrund des weiten Strafrahmens ist die 

objektive Tatschwere des Beschuldigten als gerade noch leicht einzustufen, wofür 

eine Einsatzstrafe von 270 Tagessätzen Geldstrafe bzw. 9 Monaten Freiheitsstra-

fe angemessen erscheint. 

3.1.2. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere wurde von der Vorinstanz zutref-

fend erwogen, dass sich der Beschuldigte direkten Vorsatz anzurechnen lassen 

habe sowie dass durch sein Verhalten die in seinen Augen respektlose Privatklä-

gerin Angst bekommen und gefügig gemacht werden sollte (Urk. 57 E. V.3.2.). Zu 

- 42 - 

seinen Gunsten ist in die Waagschale zu werfen, dass – sinngemäss einherge-

hend mit der Verteidigung (Urk. 37 S. 12; Urk. 68 S. 12) – davon auszugehen ist, 

dass die Privatklägerin ihn verbal beleidigte und ihn damit herausforderte, auch 

wenn dies seine darauf folgende Handlungsweise in keiner Weise rechtfertigt. Die 

subjektive Tatschwere vermag die objektive Tatschwere angesichts dieser Um-

stände leicht zu reduzieren, weshalb es sich rechtfertigt, die Einsatzstrafe um 60 

Tagessätze bzw. zwei Monate auf 210 Tagessätze Geldstrafe bzw. 7 Monate 

Freiheitsstrafe zu senken. 

3.1.3. Hinsichtlich der Täterkomponente ist festzustellen, dass zu den persön-

lichen Verhältnissen bzw. dem Vorleben des Beschuldigten auf die Ausführungen 

der Vorinstanz verwiesen werden kann (Urk. 57 E. V.4.2.). Anlässlich der Beru-

fungsverhandlung ergab sich, dass der Beschuldigte im G._____ über ein monat-

liches Renteneinkommen von € 170.– verfügt, zu dem monatliche Mieteinkünfte 

von € 150.– kommen. Zudem werde er durch seinen Sohn unterstützt. Ausser ei-

nem Haus im G._____ verfüge er über kein Vermögen, habe aber einschliesslich 

Hypothekarschulden von € 22'000.– insgesamt € 27'000.– Schulden (s. zum Gan-

zen: Prot. II S. 13 f.). Der Beschuldigte verfügt über keine Vorstrafen (Urk. 16/2). 

In Bezug auf die Täterkomponente ist – mit der Vorinstanz (Urk. 57 E. V.4.3.) – zu 

bemerken, dass sich aus den persönlichen Verhältnissen bzw. dem Vorleben des 

Beschuldigten keine strafzumessungsrelevanten Umstände ableiten lassen. 

Auf die seitens der Vorinstanz gemachten Erwägungen in Bezug auf die fehlende 

besondere Strafempfindlichkeit sowie die mangelnde Reue und Einsicht des Be-

schuldigten kann vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 57 E. V.4.3.). Eine sich 

strafmindernd auswirkende Kooperation bzw. ein sich entsprechend auswirken-

des Wohlverhalten des Beschuldigten liegt – entgegen der Verteidigung (Urk. 37 

S. 13) – nicht vor. Sein Nachtatverhalten wirkt sich demnach insgesamt strafzu-

messungsneutral aus. Schliesslich vermag sich auch der von der Verteidigung 

geltend gemachte "offenkundige Kulturkonflikt" (Urk. 37 S. 13) nicht strafmindernd 

zu Gunsten des Beschuldigten auszuwirken. 

3.1.4. Als Strafart für den Bereich der mittleren Kriminalität sieht das Gesetz die 

Geld- und die Freiheitsstrafe vor. Nach der Konzeption des Allgemeinen Teils des 

- 43 - 

Strafgesetzbuches stellt die Geldstrafe die Hauptsanktion dar. Freiheitsstrafen 

sollen nur verhängt werden, wenn der Staat keine anderen Mittel hat, die öffentli-

che Sicherheit zu gewährleisten. Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip soll bei 

alternativ zur Verfügung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquiva-

lenten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die 

persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift bzw. die ihn am wenigsten hart trifft 

(BGE 134 IV 82 E. 4.1.; Botschaft vom 21. September 1998 zur Änderung des 

Schweizerischen Strafgesetzbuches BBl 1999 S. 2043 f.). Die Geldstrafe ist ge-

genüber der Freiheitsstrafe die weniger eingriffsintensive Sanktion und gilt somit 

als mildere Strafe (BGE 134 IV 97 E. 4.1.1.-2.). Mit Blick auf die bundesgerichtli-

che Rechtsprechung hat das Gericht konkret zu prüfen und auch zu begründen, 

weshalb im Einzelfall eine Geldstrafe unzweckmässig und stattdessen eine Frei-

heitsstrafe auszusprechen ist, was seitens der Vorinstanz unterblieb. Die Begrün-

dungspflicht reicht nicht soweit, wie dies Art. 41 Abs. 2 StGB hinsichtlich der Aus-

fällung kurzer Freiheitsstrafen unter sechs Monaten verlangt. Allerdings sollten die 

Beweggründe des Gerichts für die eine oder andere Sanktionsform aus dem Urteil 

ersichtlich sein (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Februar 2010 6B_839/2009 

E. 3.4.). 

In casu spricht der Umstand, dass der Beschuldigte über kein Aufenthaltsrecht in 

der Schweiz verfügt und als … Bürger [des Staates G._____] in seinem Heimat-

staat lebt, nicht gegen die Aussprechung einer Geldstrafe, ist doch die Vollzugs-

prognose sowohl hinsichtlich Freiheits- wie auch Geldstrafe als zumindest ähnlich 

ungünstig einzustufen. Deshalb ist vorliegend auf die mildere Sanktionsart zu er-

kennen und eine Geldstrafe auszusprechen.  

Als Tagessatzhöhe erweist sich angesichts der knappen finanziellen Verhältnisse 

des Beschuldigten (s. vorstehend E. V. 3.1.3. und dortige Verweise) eine solche 

von Fr. 30.– als angemessen. Auch wenn der Beschuldigte lediglich ein geringes 

Einkommen erzielt, ist ebenso zu berücksichtigen, dass er über ein – zumindest 

teilweise abbezahltes – Eigenheim, und somit über Vermögen, verfügt. 

http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2016&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-IV-82%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page82

- 44 - 

3.1.5. Nach Würdigung der Tat- und der Täterkomponente erweist sich eine 

Geldstrafe von 210 Tagessätzen à Fr. 30.– (insgesamt Fr. 6'300.–) als angemes-

sen. 

3.1.6. Der Beschuldigte befand sich ab dem 12. August 2015 bis zum 29. Januar 

2016 in Haft. Es sind ihm daher 170 Tagessätze an die auszusprechende Geld-

strafe anzurechnen. 

3.2. Tätlichkeiten 

Bezüglich der Tätlichkeiten des Beschuldigten ist festzuhalten, dass insbesondere 

seine aggressive Vorgehensweise und weniger die daraus bei der Privatklägerin 

resultierenden Verletzungen im Vordergrund stehen. Insgesamt erscheint – auch 

unter Berücksichtigung der finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten – eine 

Busse im Betrag von Fr. 400.– als angemessen. Bezahlt der Beschuldigte die 

Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Ta-

gen. 

 

VI. Strafvollzug 

1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn ei-

ne unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung 

weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Materiell ist 

demnach das Fehlen einer ungünstigen Prognose vorausgesetzt. Das heisst in 

Anlehnung an die herrschende Praxis, dass auf das Fehlen von Anhaltspunkten 

für eine Wiederholungsgefahr abgestellt wird. Die günstige Prognose wird also 

vermutet. Bei der Beurteilung der Frage, ob die für die Gewährung des bedingten 

Strafvollzuges erforderliche Voraussetzung des Fehlens einer ungünstigen Prog-

nose vorliegt, ist eine Gesamtwürdigung aller Umstände vorzunehmen, wobei 

insbesondere Vorleben, Leumund, Charaktermerkmale und Tatumstände einzu-

beziehen sind. 

- 45 - 

2. Die objektiven Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvoll-

zuges sind angesichts der auszusprechenden Geldstrafe von 210 Tagessätzen 

gegeben (Art. 42 Abs. 1 StGB).  

3. Zum Vorleben des Beschuldigten ist festzuhalten, dass er nicht vorbestraft 

ist. Angesichts des Umstands, dass der Beschuldigte erstmals mehrere Monate in 

Untersuchungs- und Sicherheitshaft verbracht hat, ist aus heutiger Sicht zu erwar-

ten, dass er aus den angeklagten Vorfällen seine Lehren gezogen hat und sich in 

Zukunft wohl verhalten wird. Es ist ihm daher eine günstige Prognose zu stellen 

und der bedingte Vollzug zu gewähren. 

4. Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so be-

stimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 

StGB). Die von der Vorinstanz ausgesprochene Probezeit von zwei Jahren 

(Urk. 57 E. VI.) ist nicht zu beanstanden. 

 

VII. Genugtuung 

1. Seitens der Vorinstanz wurden die erforderlichen rechtlichen Ausführungen 

zu den Voraussetzungen für die Zusprechung von Genugtuung gemacht, weshalb 

vollumfänglich auf diese verwiesen werden kann (Urk. 57 E. VII.).  

2. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten (wie auch B._____ im Ver-

fahren GG150091), der Privatklägerin eine Genugtuung in Höhe von (je) 

Fr. 1'000.–, zuzüglich 5% Zins ab 12. August 2015, zu bezahlen (Urk. 57 Disposi-

tiv-Ziffer 5). 

3. Seitens des Beschuldigten wird heute diesbezüglich vorgebracht, der ärztli-

che Bericht über die Verletzungen der Privatklägerin sei zweifelhaft (Urk. 68 S. 3 

ff. und S. 11). 

4. Der Vorinstanz ist beizupflichten (Urk. 57 E. VII.), dass in casu objektiv eine 

erhebliche Verletzung der Persönlichkeitsrechte und insbesondere der psychi-

schen und in kleinerem Ausmass auch der physischen Integrität der Privatklägerin 

- 46 - 

vorliegt, welche Todesangst hatte. Dr. med. H._____, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie – welcher die Privatklägerin im Beurteilungszeitpunkt während 

rund zwei Monaten anlässlich von vier Sitzungen therapierte und sich zudem auf 

Angaben des Hausarztes der Privatklägerin stützte – diagnostizierte der Privat-

klägerin in seinem ärztlichen Bericht vom 20. Januar 2016 eine posttraumatische 

Belastungsstörung (Urk. 36). Weiter führte er aus, dass die psychiatrisch-

psychotherapeutische Behandlung erst begonnen habe und eine längerdauernde 

Behandlung notwendig sei. Grundsätzlich sei die mittelfristige Prognose für die 

Privatklägerin gut und die Arbeitsfähigkeit seit dem 1. Oktober 2015 zu 100% ge-

geben. Psychische Leiden, welche in den letzten zehn Jahren behandelt wurden, 

seien keine bekannt. Nicht zu folgen ist dem Einwand der Verteidigung, dass die 

psychischen Belastungen nicht direkt vom Vorfall vom 12. August 2015 herstam-

men würden, sondern insbesondere durch die Inhaftierungen des Ehemannes 

und des Schwiegervaters verursacht worden seien, weshalb es am adäquaten 

Kausalzusammenhang zum Vorfall mangle (Prot. I S. 23). So ist aus den weiteren 

Ausführungen des Berichts von Dr. med. H._____ herauszulesen, dass der Vorfall 

vom 12. August 2015 mindestens überwiegend kausal war für die Probleme der 

Privatklägerin, da er die Hauptursache für ihre Belastungen darstellt, auch wenn 

im Bericht ebenfalls darauf hingewiesen wird, dass seitens der Schwiegereltern 

ein langjähriger massiver Druck bestanden habe und die zur Zeit bestehenden 

Unsicherheiten – das ganze Familiensystem sei erschüttert – sich belastend auf 

die Privatklägerin auswirken würden. In Anbetracht der gesamten Umstände er-

scheint eine Genugtuung in der Höhe von (je) Fr. 1'000.– zuzüglich Zins ab dem 

Schadensereignis, als gerade noch angemessen.  

 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Ausgangsgemäss sind dem Beschuldigten nebst den Kosten der Untersu-

chung und des erstinstanzlichen Verfahrens auch die Kosten des Berufungsver-

fahrens – ausgenommen die Kosten der amtlichen Verteidigung und, mangels 

günstiger wirtschaftlicher Verhältnisse (Art. 426 Abs. 4 StPO), diejenigen der un-

entgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin – aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 

- 47 - 

StPO). Die Rückzahlungspflicht für die Kosten der amtlichen Verteidigung nach 

Art. 135 Abs. 4 StPO und für diejenigen der unentgeltlichen Rechtsvertretung der 

Privatklägerin gemäss Art. 138 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

2. Die Ger