# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 027efb81-1390-5ce1-a37b-eef6187014fd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-12-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 08.12.2003 SKA 2003 49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SKA-2003-49_2003-12-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 08. Dezember 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
SKA 03 49

(Eine gegen diese Entscheidung erhobene Beschwerde wurde vom Bundes-
gericht mit Urteil vom 19. Januar 2004 abgewiesen.)

Entscheid
Kantonsgerichtsausschuss

als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Riesen-Bienz und Tomaschett-Murer
Aktuar Conrad

——————

In der Schuldbetreibungs- und Konkursbeschwerde

des X., Schuldner und Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Z.,

gegen

die Verfügung des Betreibungsamtes R. vom 11. November 2003, mitgeteilt am 12. 
November 2003, in Sachen Y., Gläubigerin und Beschwerdegegnerin, vertreten 
durch Gredig + Andri, Treuhand- und Revisions AG, Spitalstrasse, 7430 Thusis, 
gegen den Schuldner und Beschwerdeführer, 

betreffend Lohnpfändung (Lohnzession/Verfahren),

hat sich ergeben:

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A. Gestützt auf einen vom Betreibungsamt A. am 22. Januar 2003 aus-
gestellten Pfandausfallschein aus Grundpfandverwertung gemäss Art. 158 SchKG 
über Fr. 192'512.55 stellte die Gläubigerin Y. gegen den Schuldner X., S., am 27. 
Januar 2003 beim Betreibungsamt R. das Fortsetzungsbegehren auf Pfändung. Die 
erste Pfändungsankündigung in der Betreibung Nr. 014/03 erfolgte am 28. Januar 
2003 auf den 3. Februar 2003. Am 31. Januar 2003 ersuchte der Schuldner das 
Betreibungsamt, den Pfändungstermin auszusetzen, da er gegen Y. Klage auf Aber-
kennung der Ausfallforderung erhoben habe. Gegen die Weigerung des Amtes, die 
Pfändungsankündigung zu widerrufen, führte der Schuldner ohne Erfolg Be-
schwerde an den Kantonsgerichtsausschuss als Aufsichtsbehörde über Schuldbe-
treibung und Konkurs und an das Bundesgericht. 

B. In der Folge lud das Betreibungsamt den Schuldner auf den 29. Au-
gust sowie den 5. und 11. September 2003 zwecks Pfändung auf das Amt vor, unter 
Hinweis darauf, persönlich zu erscheinen, über seine Vermögens- und Erwerbsver-
hältnisse Auskunft zu geben und allfällige das Existenzminimum betreffende Unter-
lagen mitzubringen. Diesen Vorladungen leistete der Schuldner unentschuldigt 
keine Folge beziehungsweise liess jeweils Terminverschiebungen beantragen. Auf 
eine weitere Vorladung hin erschien der Rechtsvertreter des Schuldners, Rechts-
anwalt Z., am 16. September 2003 auf dem Betreibungsamt. Unterlagen über die 
Einkommens- und Notbedarfsverhältnisse des Schuldners X. wurden keine beige-
bracht. Statt dessen legte der Rechtsvertreter eine zwischen ihm und seinem Man-
danten am 23. März 2003 schriftlich abgeschlossene Zessionsvereinbarung folgen-
den Inhalts vor:

".......

VORBEMERKUNG:

X. schuldet Z. unter dem Titel Honorar für Anwaltsbemühungen seit 1998 
bis Ende 2002 rund Fr. 100'000.--. Weiters schuldet X. Z. unter dem Titel 
Schuldentilgung für H. R. X., so z.B. Steuern, ca. Fr. 120'000.--. Die For-
derungen Z.s gegenüber H. R. X. sind insgesamt fällig; X. mit bedeutenden 
Zahlungen auch in Verzug. Aufgrund dessen vereinbaren die Parteien er-
füllungshalber folgendes:

1. In Berücksichtigung seines Existenzminimums sowie der seitens X. für sei-
nen minderjährigen Sohn Paulin X. zu entrichtenden Unterhaltszahlungen 
tritt X. seine Lohnansprüche gegenüber der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft, VBS, Eidgenössisches Personalamt, 3003 Bern, im Umfange von 
monatlich Fr. 6'500.-- bis zur vollständigen Tilgung obgenannter Guthaben 
(Fr. 220'000.--) ab.

2. Die Schweizerische Eidgenossenschaft, VBS, Eidgenössisches Personal-
amt, 3003 Bern, wird hiermit von dieser Zession in Kenntnis gesetzt, 
gleichzeitig ersucht, ab April 2003 vom Lohn des X. Fr. 6'500.-- Z., Rechts-

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anwalt, 7000 Chur zu überweisen, und zwar auf sein Konto bei der 
UBS Chur, 208-640370.O1F, und zwar vorerst bis obgenannter Betrag 
vollständig getilgt ist. Die Schweizerische Eidgenossenschaft wird aus-
drücklich darauf aufmerksam gemacht, dass sie im Umfange von Fr. 
6'500.-- monatlich ab April 2003 rechtsgültig nur durch Zahlung an den Zes-
sionar sich gültig befreien kann.

........"

C. Mit Schreiben vom 17. September 2003 teilte das Betreibungsamt 
Rechtsanwalt Z. mit, die Lohnzession sei gemäss Art. 325 OR nichtig. Es lud den 
Schuldner auf den 22. September 2003 erneut auf das Amt vor und trug ihm auf, 
die für die Abklärung seines Notbedarfs erforderlichen Belege mitzubringen. Weiter 
kündigte das Betreibungsamt an, bei Nichtbefolgung beim Arbeitgeber eine Lohn-
sperre zu verfügen. 

Mit Schreiben vom 18. September 2003 teilte Rechtsanwalt Z. dem Betrei-
bungsamt mit, da das Arbeitsverhältnis des Schuldners mit der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft nicht dem Obligationenrecht unterstehe, sei unerheblich was 
Art. 325 OR normiere. Zudem habe diese Bestimmung nicht die vom Betreibungs-
amt behauptete Bedeutung. Das nämliche Schreiben liess der Schuldner bei der 
Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs als Beschwerde einlegen. 
Soweit die Aufsichtsbehörde darauf eintrat, wies sie die Beschwerde mit Entscheid 
vom 22. September 2003 ab.

Am 22. September 2003 verfügte das Betreibungsamt bei der Arbeitgeberin 
des Betreibungsschuldners eine sofortige Lohnsperre inkl. 13. Monatslohn. Gleich-
zeitig lud es den Schuldner auf den 29. September 2003 zwecks Lohnpfändung 
abermals auf das Amt vor. Daraufhin ersuchte der Schuldnervertreter das Betrei-
bungsamt um Dispensation, da "die Fakten klar" seien, allenfalls sei ein neuer Ter-
min mit ihm abzusprechen. Einer weiteren Vorladung leistete der Schuldnervertreter 
zwar am 13. Oktober 2003 Folge, konnte jedoch weder Lohnausweise noch Belege 
zum Notbedarf seines Mandanten vorlegen. Er stellte sie für einen späteren, unbe-
stimmten Zeitpunkt in Aussicht. Im Pfändungsprotokoll ist weiter vermerkt, auf 
Grund dieser Tatsachen müsse die Lohnsperre bei der Arbeitgeberin aufrecht er-
halten werden, bis die genaue Pfändungsquote nach Einreichung der Belege be-
stimmt werden könne.

Gegen die vom Betreibungsamt verfügte Lohnsperre bei der Arbeitgeberin 
liess X. am 3. Oktober 2003 Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde führen (Verfah-
ren SKA 03 42).

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Am 20. Oktober 2003 übermittelte der Rechtsvertreter des Schuldners dem 
Betreibungsamt Kopien der Lohnabrechnungen der Monate August und September 
2003 sowie eine Erklärung der Konkubinatspartnerin des Schuldners betreffend die 
Tragung der gemeinsamen Haushaltungskosten. Daraufhin hob das Betreibungs-
amt die Lohnsperre auf beziehungsweise ersetzte sie durch die "provisorische" 
Pfändung einer monatlichen Lohnquote von Fr. 6'818.95, welche es gleichentags 
der Arbeitgeberin gemäss Art. 99 SchKG notifizierte. Mit Verfügung vom 12. No-
vember 2003 schrieb die Aufsichtsbehörde die Beschwerde gegen die Lohnsperre 
(Verfahren SKA 03 42) als gegenstandslos ab.

D. Gegen die Lohnpfändung liess X. mit Eingabe vom 17. November 
2003 Beschwerde an den Kantonsgerichtsausschuss als Aufsichtsbehörde über 
Schuldbetreibung und Konkurs führen, mit den Anträgen:

"1. Die der angefochtenen Pfändungsverfügung zugrunde gelegte Lohn-
pfändung vom 11.11.2003 sei insoweit aufzuheben und das BA R. anzu-
weisen die Pfändung insoweit zu korrigieren, als eine Lohnzession des 
X. z.G. des Z., in Höhe von CHF 6'500.– pro Monat, wie dem Betrei-
bungsamt R. gegenüber geltend gemacht, vom pfändbaren Lohn nicht 
in Abzug gebracht wurde. Entsprechend sei die verfügte Lohnpfändung 
unter Anerkennung der erfolgten Lohnzession auf einen noch rechtmäs-
sigen Betrag von CHF 318.95 pro Monat zu reduzieren (CHF 6'818.95 - 
CHF 6'500.-- Lohnzession = CHF 318.95).

2. Vorliegender Beschwerde sei vorweg mittels Präsidialverfügung 
aufschiebende Wirkung zuzuerkennen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Gesetz."

Das Betreibungsamt R. schliesst auf Abweisung der Beschwerde.

Die Gläubigerin liess sich innert Frist nicht vernehmen.

Auf die Begründungen der Beschwerdeanträge und die Akten des Betrei-
bungsverfahrens ist, sofern und soweit sachdienlich, in den nachfolgenden Erwä-
gungen einzugehen.

E. Das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung wurde mit 
Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums vom 26. November 2003 abgewiesen.

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Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Mit Ausnahme der Fälle, in denen dieses Gesetz den Weg der gericht-
lichen Klage vorschreibt, kann gegen jede Verfügung eines Betreibungs- oder eines 
Konkursamtes bei der Aufsichtsbehörde wegen Gesetzesverletzung oder Unange-
messenheit Beschwerde geführt werden. Die Beschwerde muss binnen zehn Tagen 
seit dem Tag, an welchem der Beschwerdeführer von der Verfügung Kenntnis er-
halten hat, angebracht werden. In den Kreis der möglichen Anfechtungsobjekte fällt 
auch die Pfändungsurkunde gemäss Art. 112 ff. SchKG. Der angefochtene betrei-
bungsamtliche Akt datiert vom 11. November 2003 und wurde dem Beschwerten 
tags darauf eröffnet. Die Beschwerde vom 17. November 2003 ist rechtzeitig. Auf 
die im übrigen formgerechte, einen Antrag und eine Begründung enthaltende Be-
schwerde ist daher einzutreten.

2. Das Betreibungsamt R. bezeichnet die angefochtene Beschlagnahme 
in der Begleitkorrespondenz, im Pfändungsprotokoll wie auch in der Pfändungsur-
kunde selbst durchwegs als provisorische Pfändung (act. 03.1.O-S). Das ist unzu-
treffend. Entgegen dem Betreibungsamt liegt keine provisorische Pfändung im tech-
nischen Sinne gemäss Art. 83 Abs. 1, 118 SchKG vor, sondern eine definitive Lohn-
pfändung. Die irreführende Bezeichnung "provisorisch" mag daher rühren, dass der 
Schuldner sich verschiedentlich weigerte, zur Pfändung zu erscheinen, beziehungs-
weise die für die Bestimmung des pfändbaren Substrats erforderlichen Unterlagen 
zunächst gar nicht und anschliessend nur unvollständig beibrachte. Insofern bleibt  
-wie bei jeder Lohnpfändung-  wohl Raum für eine Revision der Pfändungsquote, 
falls sich der Schuldner doch noch bequemen sollte, vollständige und taugliche Un-
terlagen beizubringen. An der rechtlichen Qualifikation der angefochtenen Verfü-
gung als definitive Pfändung vermag die Verletzung der schuldnerischen Mitwir-
kungspflichten indessen nichts zu ändern; die Pfändung wird dadurch insbesondere 
nicht zu einer provisorischen, das heisst mit grundsätzlichen Vorbehalten behafte-
ten Pfändung.

3. Die Berechnung der pfändbaren Quote als solche, und damit die ihr 
zugrunde gelegten Einkommens- und Notbedarfsverhältnisse des Schuldners, ist 
nicht angefochten. Gegenteils anerkennt der Beschwerdeführer zumindest in dieser 
Hinsicht implizite das Vorgehen der Vorinstanz als richtig, wenn er geltend macht, 
die angefochtene Pfändungsverfügung sei "unter Berücksichtigung der Lohnzessi-
onsquote aufzuheben beziehungsweise zu korrigieren".

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4.a. Bei der Pfändung hat das Betreibungsamt zu prüfen, ob und inwieweit 
beim Schuldner vorhandene Werte zu pfänden sind. Eine amtliche Wegnahme oder 
die Pflicht zur Ablieferung setzt grundsätzlich voraus, dass es sich um Werte des 
Schuldners handelt, über die er verfügen kann. Nur das rechtlich dem Schuldner 
gehörende Vermögen darf gepfändet werden, wird doch ausschliesslich in sein Ver-
mögen vollstreckt (Thomas Rohner, Das Widerspuchsverfahren gemäss SchKG, 
Diss. St. Gallen 2002, S. 2). Die Pfändung offensichtlich nicht dem Schuldner 
gehörender Werte ist nichtig, wobei die Entscheidungsbefugnis des Betreibungsbe-
amten auf solche Fälle zu beschränken ist, in denen die Rechtslage völlig klar ist, 
und die Pfändung geradezu rechtsmissbräuchlich wäre (Beat Denzler, Der Anwen-
dungsbereich des Widerspruchsverfahrens, Diss. Zürich 1986, S. 32 ff.; Brun-
ner/Reutter, Kollokations- und Widerspruchsklagen nach SchKG, 2. A. Bern 2002, 
S. 81). Daraus ist zu schliessen, dass das Betreibungsamt grundsätzlich alles, was 
dem Rechtsschein nach dem Schuldner gehört, bis zur Deckung der Betreibungs-
forderung zu pfänden hat. Eine Forderung, die auf den Betreibungsschuldner als 
Gläubiger lautet, ist daher selbst dann zu pfänden, wenn es fraglich oder gar un-
wahrscheinlich ist, dass er (noch) ihr Gläubiger ist. Der Beschwerdeführer X. steht 
unbestrittenermassen in einem öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnis mit dem 
Bund und hat gegen diesen einen aktuellen Lohnanspruch von monatlich Fr. 
9'944.90. Dieser Anspruch steht originär ihm zu und ist daher unter Beachtung der 
Schranken von Art. 93 SchKG zu pfänden. Zur Frage, wie zu verfahren ist, wenn 
ein Dritter geltend macht, der Lohnanspruch stehe entgegen dem Anschein nicht 
mehr dem Betreibungsschuldner sondern ihm zu, vergleiche nachstehende Erwä-
gung Ziffer 5.

b. Der Beschwerdeführer macht geltend, das Arbeitsverhältnis zwischen 
ihm und der Schweizerischen Eidgenossenschaft unterstehe gemäss dem Vorbe-
halt von Art. 342 OR nicht dem OR. Das Arbeitsverhältnis sei vielmehr öffentlich-
rechtlicher Natur und folge den Bestimmungen des Bundespersonalgesetzes 
(BPG). Daraus ergebe sich zwingend, dass Art. 325 OR generell, aber auch speziell 
Art. 325 Abs. 2 OR im vorliegenden Fall nicht zur Anwendung komme. Das BPG 
kenne keine analoge Bestimmung zu Art. 325 Abs. 2 OR, weshalb für den Bereich 
öffentlich-rechtlicher Arbeitsverhältnisse gemäss diesem Gesetz kein Lohnzessi-
onsverbot gelte. Hierbei handle es sich um ein qualifiziertes Schweigen des Gesetz-
gebers. Dieser habe die Frage des Lohnzessionsverbots für den Bereich des BPG 
nicht einfach übersehen, sondern stillschweigend im negativen Sinn dahin geregelt, 
dass gerade kein Lohnzessionsverbot gelte. Für Analogieschlüsse und richterliche 
Lückenfüllung sei deshalb trotz oder selbst wegen Art. 6 Abs. 2 BPG kein Platz. 

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Selbst wenn Art. 325 Abs. 2 OR in Verbindung mit Art. 6 Abs. 2 BPG an-
wendbar sein sollte, gelte das Abtretungsverbot gemäss Art. 325 Abs. 2 OR nur zur 
Sicherung anderer Verbindlichkeiten. Das Gesetz formuliere das Verbot der Abtre-
tung also nicht allgemein, sondern beschränke es auf den Fall, dass die Abtretung 
"zur Sicherung" (en garantie, a garanzia) erfolge, wobei der Zweck der Zession 
durch das Verpflichtungsgeschäft bestimmt werde. Neben der Sicherungszession 
könnten durch pactum de cedendo weitere Abtretungsformen  -insbesondere die 
Zession erfüllungshalber-  vereinbart werden, die folglich nach dem Gesetzeswort-
laut zulässig blieben. Ein allgemeines Zessionsverbot könnte nur in Auslegung ge-
gen den klaren Wortlaut des Gesetzes erreicht werden, was abzulehnen sei. Eine 
Gesetzesanwendung gegen den klaren Wortlaut gelte schon generell für Arbeits-
verhältnisse privatrechtlicher Natur, welche direkt Art. 325 Abs. 2 OR unterstünden, 
als gesetzeswidrig. Gleiches müsse um so eher für Rechtsverhältnisse gelten, bei 
denen Art. 325 Abs. 2 OR nach Art. 6 Abs. 2 BPG nur sinngemäss  zur Anwendung 
komme. Für eine Auslegung gegen den klaren Gesetzeswortlaut bestehe kein 
Raum. Hierfür sprächen auch teleologische Überlegungen. Bei der Gesetzesnovelle 
von 1991 betreffend Art. 325 OR sei es bloss darum gegangen, "den verbreiteten 
Missständen im Gebiete der Abzahlungs- und Kleinkreditgeschäfte den Boden zu 
entziehen". Um einen solchen Fall gehe es vorliegend, im Unterschied zum Sach-
verhalt gemäss BGE 117 III 52 ff., gerade nicht. Zudem dürfe die relativ junge Norm 
von Art. 325 OR nicht über ihren Wortlaut hinaus im Einzelfall anders angewendet 
werden, würde doch dadurch der Wille des historischen Gesetzgebers übergangen. 
Vorliegend sei die Zession gerade nicht sicherungshalber, sondern erfüllungshalber 
erfolgt. 

c. Die Frage nach der Rechtsgültigkeit einer Zession ist eine solche des 
materiellen Rechts. Sie ist daher vom Zivilrichter abschliessend zu beantworten. 
Das Betreibungsamt und damit auch die Aufsichtsbehörden über Schuldbetreibung 
und Konkurs sind dafür nicht zuständig. Das Betreibungsamt muss sich in Anwen-
dung von Art. 325 OR nur über die Pfändbarkeit künftiger Lohnforderungen verge-
wissern und dabei lediglich summarisch prüfen, ob eine nicht zum vornherein und 
klarerweise ungültige Lohnzession vorliegt (BGE 110 III 115 E. 1). Diese summari-
sche, auf die Belange der Zwangsvollstreckung beschränkte Prüfung führt im vor-
liegenden Fall zum Ergebnis, dass die Lohnzession vom 23. März 2003 unbeacht-
lich ist.

Der Schuldner ist Oberst i. Gst. und steht als Instruktor in einem öffentlich-
rechtlichen Dienstverhältnis zur Eidgenossenschaft (VBS, Heer, Untergruppe Lehr-

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personal). Auf das gesamte Dienstverhältnis und damit die Lohnverhältnisse ist 
primär das Bundespersonalgesetz (BPG) vom 24. März 2000 (SR 172.220.1) an-
wendbar. Von einem qualifizierten Schweigen des BPG hinsichtlich des Lohnzessi-
onsverbots kann entgegen dem Beschwerdeführer indessen nicht die Rede sein. 
Denn gemäss Art. 6 Abs. 2 BPG gelten  -soweit das BPG und andere Bundesge-
setze nichts Abweichendes bestimmen-  für das Arbeitsverhältnis sinngemäss die 
einschlägigen Bestimmungen des Obligationenrechts (OR). Das OR ausschlies-
sende öffentlich-rechtliche Bestimmungen werden nicht angerufen und sind auch 
nicht ersichtlich. Dass das Lohnzessionsverbot von Art. 325 Abs. 2 OR im Dienst-
verhältnis von X. Geltung hat, ist denn auch die erklärte Meinung der Dienstherrin 
des Schuldners (act. 03.1.K). 

Der Beschwerdeführer macht unter Berufung auf Rehbinder/Portmann (Bas-
ler Kommentar, 3. A., N 1 zu Art. 325 OR) sodann geltend, Art. 325 Abs. 2 OR 
verbiete seinem unglücklich formulierten Wortlaut nach nur die Abtretung zwecks 
Sicherung. Andere Abtretungsformen, insbesondere die Zession erfüllungshalber, 
bleibe daher nach dem aktuellen Gesetzestext zulässig. Das an sich gewollte allge-
meine Zessionsverbot sei demnach gar nicht statuiert beziehungsweise könne nur 
in Auslegung gegen den klaren Wortlaut des Gesetzes erreicht werden. Diese 
wortsklavische Auslegung überzeugt nicht. Mit der parlamentarischen Initiative von 
1986 wurde die Revision von Art. 325 OR in dem Sinne angestrebt, dass Abtretun-
gen und Verpfändungen künftiger Lohnforderungen allgemein und ausnahmslos un-
zulässig sein sollten. Die Petitions- und Gewährleistungskommission des National-
rates und mit ihr der Bundesrat folgten im Grundgedanken dem Initianten, liessen 
aber die Abtretung oder Verpfändung künftiger Lohnforderungen zur Sicherung fa-
milienrechtlicher Unterhalts- und Unterstützungspflichten  -im Sinne einer Aus-
nahme-  weiterhin zu. In diesem Sinne ist die zitierte Bestimmung revidiert und vom 
Bundesrat auf den 1. Juli 1991 in Kraft gesetzt worden (vgl. AS 1991 974; BBl 1989 
III 1233, BBl 1990 I 120). Mit der Revision des Art. 325 OR (und den gleichzeitigen 
Änderungen im Recht des Abzahlungs- und Vorauszahlungskaufs) sollte dem Ab-
schluss  -wie sich die Petitions- und Gewährleistungskommission des Nationalrates 
ausdrückte-  sozial besonders gefährlicher Verträge und der damit verbundenen 
Abtretung oder Verpfändung künftiger Lohnforderungen entgegengetreten werden. 
Dieses gesetzgeberische Ziel liegt im öffentlichen Interesse (BGE 117 III 52 E. 3a). 
Das Revisionsziel würde nun verfehlt, wollte man dem Wortlaut des Gesetzes fol-
gend den Gesetzgeber dahin missverstehen, dass er nur die Sicherungsabtretung 
im technischen Sinne habe ausschliessen wollen (Rehbinder, Schweizerisches Ar-
beitsrecht, 15. A. Bern 2002, § 9 N 216). Dass der Gesetzeswortlaut klar ist, muss 

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bezweifelt werden. Im Licht des gesetzgeberischen Ziele erscheint der Rechtsbe-
griff "Sicherung" vielmehr im ganzen Art. 325 OR (Abs. 1 und Abs. 2) fehl am Platz, 
denn es kann nicht allen Ernstes angenommen werden, der Arbeitnehmer dürfe sei-
nen künftigen Lohn nur zwecks Sicherung (im Sinne von Verpfändung) familien-
rechtlicher Unterhalts- und Unterstützungspflichten abtreten (Art. 325 Abs. 1 OR). 
Im Rahmen dieser speziellen sozialen Familienpflicht darf er seinen Lohn auch zur 
Erfüllung abtreten, denn ebenso wie es im öffentlichen Interesse liegt, dass sich der 
Arbeitnehmer selbst nicht zum Sozialfall macht, liegt es im öffentlichen Interesse, 
dass seine Familie (Unterhaltsgläubiger) davon verschont bleibt. Der Logik folgend, 
darf der Arbeitnehmer im Bereich des zwingenden Art. 325 Abs. 2 OR für alle an-
deren Verpflichtungen auch nicht zur Erfüllung abtreten. Dieses Resultat dürfte sich 
im übrigen auch ohne besonderen Zwang mit dem Wortlaut von Abs. 2 vertragen. 
Denn wenn schon die weniger weit gehende Sicherungszession nichtig ist, so muss 
es erst recht die dem Zessionar mehr Rechte einräumende Zession erfüllungshalber 
sein. Streiff/von Kaenel (Leitfaden zum Arbeitsvertragsrecht, 5. A. Zürich 1993, N1/3 
zu Art. 325 OR) verstehen unter den Handlungen gemäss Art. 325 OR sowohl die 
Lohnzession als auch die Lohnverpfändung. Verboten ist somit nicht nur die Siche-
rungszession, sondern jegliche Form der Abtretung, und damit auch die Abtretung 
erfüllungshalber (Hans-Peter Egli, Handkommentar zum Schweizerischen Obligati-
onenrecht, Zürich 2002, N 2 zu Art. 325 OR). 

Der Lohnanspruch des Schuldners war daher grundsätzlich zu pfänden.

d. Die am 26. März 2003 schriftlich erfolgte Lohnzession ist schliesslich 
betreibungsrechtlich auch deshalb als unbeachtlich einzustufen, da sie rechtsmiss-
bräuchlich, weil in Vereitelungsabsicht der konkret bevorstehenden Pfändung vor-
genommen wurde. Bereits mit der Pfändungsankündigung darf der Schuldner zu-
mindest keine Handlungen mehr vornehmen, welche die bevorstehende Pfändung 
ganz oder teilweise vereiteln (Lebrecht, Basler Kommentar, N 18 zu Art. 90 SchKG). 
Die Pfändung war erstmals bereits am 28. Januar 2003 auf den 3. Februar 2003 
angekündigt worden (act. 03.1.C/D). Diese Pfändungsankündigung war rechtens 
(act. 03.1.E/F), konnte wegen des Verhaltens des Schuldners jedoch erst später 
vollzogen werden. Dass die vermeintliche Forderung des Zessionars von Fr. 
220'000.– in dem zwischen Fortsetzungsbegehren und Abtretungserklärung liegen-
den Zeitraum entstanden ist, ist nicht ersichtlich. Es handelt sich zu einem bedeu-
tenden Teil um seit 1998 akkumulierte Anwaltshonorare. Hätte der Honorargläubi-
ger um seine Befriedigung gefürchtet, wäre die Zession bereits früher vereinbart 
worden. Dass es dem Schuldner mit der späteren Zession vornehmlich und zielge-

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richtet darum ging, die Betreibungsgläubigerin ins Leere laufen zu lassen, darf an-
gesichts dieser Umstände ohne in Willkür zu verfallen angenommen werden.

5. Bei der Pfändung zukünftigen Arbeitslohnes handelt es sich um eine 
Forderungspfändung. Zur Klärung der Gläubigerfrage ist das Widerspruchsverfah-
ren auch dann einzuleiten, wenn bei der Pfändung einer Forderung ohne Wertpa-
piercharakter diese vom Schuldner als einem Dritten zugehörig bezeichnet wird 
(Rohner, a.a.O., S. 4/7/112; Staehelin, Basler Kommentar, N 6, 13 f. zu Art. 106 
SchKG) oder der Dritte Entsprechendes nach der Pfändung geltend macht (BGE 79 
III 163, 88 III 156), und es sich im Verhältnis von Betreibungsschuldner und dessen 
Schuldner um eine unbestrittene Forderung handelt (Rohner, a.a.O., S. 113; Brun-
ner/Reutter, Kollokations- und Widerspruchsklagen nach SchKG, 2. A. Bern 2002, 
S. 125). Vorliegend handelt es sich um eine unbestrittene Forderung, denn die Ar-
beitgeberin von X. bestreitet weder den Lohnanspruch als solchen, noch macht sie 
diesbezüglich Verrechnung geltend. Ist die Drittansprache bereits anlässlich der 
Pfändung bekannt, ist sie zwingend in der Pfändungsurkunde vorzumerken (Art. 
106 Abs. 1 SchKG, Art. 112 Abs. 1 SchKG). Eine solche Vormerkung ist vorliegend 
zu Unrecht unterblieben. Wenn der Schuldnervertreter, welcher hier gleichzeitig der 
Zessionar ist, dem Betreibungsamt am 16. September 2003 die schriftliche Lohn-
abtretung vom 23. März 2003 eingereicht hat (act. 03.1.G/K), so wurde damit vom 
Betreibungsschuldner (Zedent) und vom Dritten (Rechtsanwalt Z., Zessionar) über-
einstimmend geltend gemacht, der Lohn stelle teilweise einen Drittanspruch dar. 
Damit ist die Anmeldung der Drittansprache erfolgt und ausreichend spezifiziert. 
Vollstreckungsbehörden haben keinerlei materiellrechtliche Entscheidungsbefug-
nis, so dass die Vormerkung einer Drittansprache auch dann zu erfolgen hat, wenn 
sie zu wissen glauben, dass das behauptete Recht nicht besteht. Das Betreibungs-
amt R. ist daher anzuweisen, das Recht des vermeintlichen Zessionars Z. in der 
Pfändungsurkunde vorzumerken beziehungsweise diese Vormerkung durch beson-
dere Mitteilung (Formular 18) den Beteiligten nachträglich anzuzeigen (Staehelin, 
a.a.O., N 26 zu Art. 106 SchKG; Brunner/Reutter, a.a.O., S. 82 f.), allenfalls unter 
Ansetzung der Bestreitungsfrist gemäss Art. 107 Abs. 1 Ziff. 2/Abs. 2 SchKG. Sie 
ist auch der Betreibungsgläubigerin Y., sei es mit separater Mitteilung sei es durch 
eine entsprechend ergänzte Pfändungsurkunde, anzuzeigen. Bestreitet nämlich 
weder die Betreibungsgläubigerin noch der Betreibungsschuldner die Drittanspra-
che, fehlt die Grundlage für eine Widerspruchsklage (Art. 107 Abs. 1 und 4, Art. 108 
Abs. 1 und 3 SchKG).

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b. Zu prüfen bleibt schliesslich, ob, beziehungsweise unter welchen Vor-
aussetzungen das Betreibungsamt vorliegend das Widerspruchsverfahren gemäss 
Art. 107 f. SchKG einzuleiten hat. Grundsätzlich sind alle Rechte, die das Verwer-
tungsergebnis aus dem Pfändungsgut schmälern könnten, vom Betreibungsamt 
vorzumerken (Jaeger/Walder/Kull/Kottmann, Bundesgesetz über Schuldbetreibung 
und Konkurs 4. A. Zürich 1997, N 4 zu Art. 106 SchKG). Vom Grundsatz, dass be-
hauptete Drittrechte an gepfändeten Forderungen im Widerspuchsverfahren zu 
klären sind, macht die bundesgerichtliche Praxis seit langem eine Ausnahme bei 
bestrittenen Lohnzessionen (Brunner/Reutter, a.a.O., S. 125). Danach ist in allen 
Fällen bestrittener Abtretung die Lohnforderung, soweit die behauptete Abtretung 
reicht, als bestrittene zu behandeln und zu verwerten wie in BGE 65 III 129 ff. näher 
angegeben. Danach ist vom Überschuss über den unpfändbaren Lohn nur das fest 
zu pfänden, was nicht als abgetreten bezeichnet ist. Die angeblich abgetretenen 
Beträge sind nur zu pfänden, wenn der Gläubiger die Gültigkeit der Abtretung be-
streitet, und zwar sind sie in diesem Falle als bestrittenes Guthaben zu pfänden, 
unter Mitteilung an den Arbeitgeber, er dürfe bis auf weiteres keine Zahlung an die 
Zessionare leisten, könne sich aber durch gerichtliche Hinterlegung nach Art. 168 
OR befreien. Halten die Zessionare ihrerseits an der Gültigkeit der Zession fest, so 
ist über die Streitfrage der ordentliche Prätendentenstreit gegen die Zessionare 
durchzuführen, sei es auf Grund von Art. 100 SchKG durch das Betreibungsamt 
selbst oder durch einen oder mehrere Pfändungsgläubiger auf Grund einer Anwei-
sung gemäss Art. 131 Abs. 2 SchKG. Sollte eine solche Anweisung nicht vorge-
nommen werden können oder nachträglich wegen Nichtbenutzung des Klagerech-
tes dahinfallen, so wäre das bestrittene Guthaben zu versteigern, worauf dann der 
Ersteigerer als Prätendent auftreten könnte. Und wenn auch die Steigerung man-
gels (genügenden) Angebotes ergebnislos bleibt, ist das als Verwertungsobjekt 
ausgeschiedene Guthaben dem Zessionar freizugeben, in dem Sinne, dass ihm 
überlassen bleibt, sich darüber mit dem betriebenen Schuldner auseinanderzuset-
zen (BGE 65 III 129 E. 3, 66 III 42, 88 III 109, 120 III 18 E. 4). Die Begründungen 
für dieses komplizierte, unter mehreren Aspekten unökonomische und für den 
Schuldner im Falle der Versteigerung seiner Lohnguthaben nachteilige Verfahren 
(vgl. Rohner, a.a.O., S. 116) lagen hauptsächlich darin, dass es zum einen gelte, 
die konkurrierenden Rechte der Pfändungsgläubiger und Zessionare zu wahren, 
und zum anderen zu vermeiden, dass dem Betreibungsschuldner mit einer Lohn-
zession in dessen Notbedarf eingegriffen werde. Dass das Widerspruchsverfahren 
ungeeignet sein soll, die konkurrierenden Rechte der Pfändungsgläubiger und Zes-
sionare zu wahren, will nicht einleuchten, wurde es doch gerade zur Klärung von 
umstrittenen Drittrechten an Vollstreckungssubstrat geschaffen. Wie Rohner 

12

(a.a.O., S. 113-116; Staehelin, a.a.O., N 14 zu Art. 106 SchKG) überzeugend dar-
legen, besteht sodann spätestens seit der Revision von Art. 325 OR für eine solche 
Sonderbehandlung der Lohnzession kein Bedürfnis mehr (zur bereits früheren Kritik 
vgl. Hans Ulrich Walder, Lohnabtretung und Zwangsvollstreckung, Zürich 1975 S. 
45 ff.; Beat Denzler, a.a.O., S. 90-97; BlSchK 1983 Nr. 124). Der Arbeitnehmer kann 
heute Lohnforderungen nur noch für familienrechtliche Unterhalts- und Unterstüt-
zungspflichten abtreten, soweit nicht sein betreibungsrechtlicher Notbedarf tangiert 
ist. Die Abtretung künftiger Lohnforderungen für andere Verbindlichkeiten ist nichtig. 
Greift nun der Arbeitnehmer mit Zahlungen an Zessionare in den Notbedarf des 
Schuldners ein, hat er sich im Umfang dieses Eingriffs nicht gültig befreit, weshalb 
der Arbeitnehmer diesen Betrag bis zur Deckung seines Notbedarfs beim Arbeitge-
ber weiterhin geltend machen kann (Rohner, a.a.O., S. 115). Daraus ist zu fordern, 
dass nunmehr auch die Beurteilung von Lohnabtretungen  -soweit strittig wird, wer 
Gläubiger der gepfändeten und vom Lohnschuldner (Arbeitgeber) unbestrittenen 
Lohnforderung ist-  im Widerspruchsverfahren stattzufinden hat. 

Ein  -nicht spezifisch auf die Lohnzession beschränkter- Vorbehalt bleibt: Be-
streitet der Lohnschuldner (Arbeitgeber) seinerseits die Gültigkeit der Lohnzession 
und liefert freiwillig, unter Inkaufnahme der Doppelzahlung, dem Betreibungsamt die 
gepfändeten Lohnbetreffnisse ab, erübrigt sich das Widerspruchsverfahren als be-
treibungsinzidentes Verfahren. Denn der Arbeitgeber und der angebliche Zessionar 
können sich in einem solchen Fall vollständig ausserhalb des Betreibungsverfah-
rens auseinandersetzen (Rohner, a.a.O., S. 115; Staehelin, a.a.O., N 14 a.E. zu Art. 
106 SchKG, mit Hinweisen). Bei den Betreibungsakten befindet sich ein Schreiben 
der Arbeitgeberin vom 17. Oktober 2003 an Rechtsanwalt Z., in welchem ausgeführt 
wird, die neuen finanziellen Forderungen gegenüber X. würden Zahlungen gemäss 
der Zessionsurkunde vom 26. März 2003 verunmöglichen. Nach Art. 325 OR, der 
auch im Falle ihres Arbeitnehmers gelte, sei die Zession nichtig. In einem weiteren 
Schreiben vom 7. November 2003 kündigt die Arbeitgeberin an, sie werde "auf 
Grund der (angenommenen) Nichtigkeit der Lohnzession den dem Arbeitnehmer 
verbleibenden Lohn bis zum Vorliegen weiterer gerichtlicher Urteile wieder direkt 
auf das Lohnkonto des Arbeitnehmers überweisen" (act. 03.1.K). Es ist fraglich, ob 
daraus mit hinreichender Klarheit hervorgeht, dass die Lohnschuldnerin die Gültig-
keit der Lohnzession mit letzter Konsequenz bestreitet und freiwillig, dass heisst im 
Bewusstsein der Gefahr der Doppelzahlung, an den Arbeitnehmer beziehungs-
weise das Betreibungsamt leistet. Das Betreibungsamt wird dies zu klären und je 
nach Resultat das Widerspruchsverfahren weiterzuführen haben oder davon abse-
hen. 

13

Stellt die Lohnschuldnerin (Arbeitgeberin) die Gültigkeit der Lohnzession 
nicht dadurch in Abrede, dass sie die Lohnbetreffnisse an das Betreibungsamt zahlt, 
ist das Widerspruchsverfahren vorliegend nach Art. 107 SchKG fortzuführen. Im Wi-
derspruchsverfahren wird entschieden, wer Gläubiger einer gepfändeten Forderung 
ist. Die Parteirollenverteilung im Widerspruchsverfahren (Vorverfahren) und -pro-
zess richtet sich nach dem Gewahrsam am betreffenden Vermögenswert, aus dem 
sich der bessere Rechtsschein für die materielle Berechtigung ergibt. An Forderun-
gen, die nicht in einem Wertpapier verkörpert sind, kann naturgemäss kein Gewahr-
sam ausgeübt werden. Statt dessen wird darauf abgestellt, wessen Berechtigung 
als wahrscheinlicher zu betrachten ist (Art. 107 Abs. 1 Ziff. 2/108 Abs. 1 Ziff. 2 
SchKG). Diese Prüfung kann im Betreibungsverfahren nur eine summarische sein 
(Brunner/Reutter, a.a.O., S. 104; Rohner, a.a.O., S. 68). Vermag nun ein Zessionar 
und Drittansprecher die behauptete Abtretung durch Vorweisen einer Zessionsur-
kunde darzutun, so spricht dies in der Regel für die Berechtigung des Zessionars 
(BlSchK 1983 Nr. 124 E. 6), so dass dem Betreibungsgläubiger und dem Betrei-
bungsschuldner ohne Umschweife Klagefrist im Sinne Art. 108 Abs. 1 Ziff. 2 und 
Abs. 2 SchKG anzusetzen ist. Im Falle der Lohnzession verkehrt sich diese Regel 
heute im Licht des revidierten Art. 325 OR allerdings in ihr Gegenteil. Selbst wenn, 
wie vorliegend, eine solche schriftliche Abtretungsurkunde vorgelegt wird, lässt es 
das rigorose Abtretungsverbot von Art. 325 Abs. 2 OR mit seiner Rechtsfolge der 
Nichtigkeit eindeutig als glaubhafter erscheinen, dass die gepfändeten Lohnforde-
rungen nach wie vor dem Betreibungsschuldner zustehen. Denn der Zessions-
zweck richtet sich unbestrittenermassen nicht auf familienrechtliche Verpflichtun-
gen. Restlose Überzeugung hinsichtlich der materiellen Rechtslage ist angesichts 
des beschränkten Zwecks der daran anknüpfenden Entscheidung nicht gefordert, 
dient letztere doch lediglich dazu, das weitere Vor- und Prozessverfahren durch Ver-
teilung der Bestreitungs- beziehungsweise Klägerrolle zu bestimmen. Ein Rechts-
verlust ist damit keinerseits verbunden. Liegt die höhere Wahrscheinlichkeit der ma-
teriellen Berechtigung beim Betreibungsschuldner X., ist ihm und der Betreibungs-
gläubigerin Y.-Mani die 10-tägige Bestreitungsfrist gemäss Art. 107 Abs. 2 SchKG 
anzusetzen. Allenfalls wird das Betreibungsamt hinsichtlich der Beweismittel der 
Bestimmung von Art. 107 Abs. 3 SchKG Nachachtung zu verschaffen haben. Im 
Falle des Eingangs einer Bestreitung ist dem Drittansprecher/Zessionar Z. ansch-
liessend die Klagefrist gemäss Art. 107 Abs. 5 SchKG anzusetzen, andernfalls gilt 
der Drittanspruch in dieser Betreibung als anerkannt, und es kann die Pfändung nur 
auf den Teil des Lohnes erfolgen, welcher den Notbedarf des Schuldners und den 
zedierten Teil übersteigt.

14

6. Der Beschwerdeführer verlangt eine Entscheidung "unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen gemäss Gesetz". Gesetz ist, dass es keine derartigen Folgen 
gibt. Im Beschwerdeverfahren nach Art. 17 ff. SchKG dürfen nach ausdrücklicher 
Vorschrift weder Kosten erhoben  -vorbehältlich mutwilliger und trölerischer Be-
schwerdeführung (Art. 20a Abs. 1 Satz 2 SchKG)-  noch Verfahrensentschädigun-
gen zugesprochen werden (Art. 20a Abs. 1 Satz 1 SchKG, Art. 61 Abs. 2 lit. a und 
Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG in Verbindung mit Art. 26 der kantonalen Vollziehungs-
verordnung zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, GVV zum 
SchKG).

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Betreibungsamt R. wird angewiesen, die Pfändung in der Betreibung Nr. 
014/03 mit der Vormerkung des behaupteten Drittanspruchs von Z. zu ergän-
zen, diese den Beteiligten unter Ansetzung der Bestreitungsfrist mitzuteilen 
und das weitere Widerspruchsverfahren gemäss Art. 107 ff. SchKG im Sinne 
der Erwägungen durchzuführen.

3. Es werden keine Kosten erhoben.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert zehn Tagen seit seiner schriftlichen Mit-
teilung beim Schweizerischen Bundesgericht Beschwerde geführt werden, 
sofern Verletzung von Bundesrecht geltend gemacht werden will. Die Be-
schwerde ist schriftlich im Doppel beim Kantonsgerichtsausschuss einzurei-
chen.

5. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden
als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs  

Der Präsident: Der Aktuar: