# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d643f8f5-42a4-5682-ae4c-2f078f2d1111
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.07.2017 200 2017 280
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-280_2017-07-06.pdf

## Full Text

200 17 280 IV
SCJ/ZID/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 6. Juli 2017

Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Fürsprecherin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. Februar 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, IV/17/280, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1969 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich unter Hinweis auf ein chronisches Lumboverte-
bralsyndrom, Schulterschmerzen beidseits bei AC-Arthrose und Supraspi-
natustendinopathie sowie Fibromyalgie bei der IV-Stelle Bern (nachfolgend: 
IVB bzw. Beschwerdegegnerin) im Februar 2015 zur Früherfassung und im 
März 2015 zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1, 
4). Im Rahmen medizinischer und erwerblicher Abklärungen (AB 9 ff.) ver-
anlasste die IVB auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD; AB 69) eine bidisziplinäre Begutachtung der Versicherten durch 
Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und 
Dr. med. D.________, Facharzt für Rheumatologie und für Allgemeine In-
nere Medizin (Gutachten vom 24. Oktober 2016; AB 102.1, 103.1). Kurz 
zuvor reichte die Versicherte ein von ihr in Auftrag gegebenes psychiatri-
sches Gutachten von Dr. med. E.________, Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie, vom 25. August 2016 ein (AB 91). Aufgrund einer versi-
cherungsmedizinischen Beurteilung des RAD vom 14. November 2016 
(AB 107; vgl. auch AB 114) erachtete die IVB eine erneute medizinische 
Abklärung in der Psychiatrie F.________ bei Dr. med. G.________, Fach-
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, als notwendig (AB 115). Nachdem 
sich die Versicherte am 25. Januar/8. Februar 2017 gegen die vorgesehe-
ne Begutachtung ausgesprochen hatte (AB 117, 121) hielt die IVB mit Ver-
fügung vom 15. Februar 2017 an der Durchführung einer psychiatrischen 
Begutachtung fest (AB 122).

B.

Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Fürsprecherin 
B.________, mit Eingabe vom 14. März 2017 Beschwerde erheben und 
was folgt beantragen:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 15. Februar 2017 sei 
aufzuheben.

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2. Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, gestützt auf die von ihr 
eingeholten Gutachten sowie in Würdigung der weiteren medizini-
schen Akten innert gerichtlich anzusetzender Frist einen materiel-
len Leistungsentscheid zu fällen.

3. Eventualiter
Die Beschwerdegegnerin sei gerichtlich anzuweisen, dem psychia-
trischen Gutachter Dr. C.________ oder der psychiatrischen Gut-
achterin Dr. E.________ Ergänzungsfragen zu den Gutachten zu 
unterbreiten.

– unter Kosten- und Entschädigungsfolge –

Im Wesentlichen lässt die Beschwerdeführerin geltend machen, es lägen 
zwei umfangreiche, in allen Teilen lege artis erstellte und weitgehend über-
einstimmende psychiatrische Gutachten vor, weshalb die erneute psychia-
trische Begutachtung dem Einholen einer unzulässigen second opinion 
gleichkomme. Da der relevante Sachverhalt vorliegend mehr als hinrei-
chend geklärt sei, sei der Beschwerdeführerin eine weitere psychiatrische 
Begutachtung nicht zumutbar. Sollten dennoch Unklarheiten vorliegen, wä-
re die Beschwerdegegnerin dem Eventualantrag entsprechend zu verpflich-
ten, diese im Rahmen von Ergänzungsfragen an die Gutachter zu klären.

Mit Beschwerdeantwort vom 19. April 2017 schliesst die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde. Sie bringt hauptsächlich vor, dass 
das Gutachten von Dr. med. E.________ deshalb nicht zu überzeugen 
vermöge, weil mit keinem Wort zu den divergierenden Diagnosen der Be-
handler Stellung genommen werde und unklar sei, inwiefern IV-fremde, 
psychosoziale Faktoren mitberücksichtigt worden seien. Auch das Gutach-
ten von Dr. C.________ erfülle die rechtsprechungsgemässen Anforderun-
gen an den Beweiswert solcher Berichte nicht. Dieser attestiere eine Ar-
beitsunfähigkeit, obschon der psychopathologische Befund ausser leicht 
affektiven Beeinträchtigungen keine klinisch relevanten Auffälligkeiten zei-
ge. Diese Mängel seien zu schwer, als dass sie durch eine Nachfrage bei 
den Gutachtern aufzulösen wären.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Bei der Anordnung des Gutachtens handelt es sich um eine Zwischenver-
fügung (Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundes-
gesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; 
SR 172.021]); solche können unter anderem dann angefochten werden, 
wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können 
(BGE 132 V 93 E. 6.1 S. 106). Diese Anfechtbarkeitsvoraussetzung ist für 
das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren in IV-Angelegenheiten zu beja-
hen, womit die entsprechende Verfügung unter Erhebung aller gesetzlich 
vorgesehenen Rügen rechtlicher und tatsächlicher Natur angefochten wer-
den kann (BGE 138 V 271 S. 275 E. 1.1 und 1.2.1 sowie S. 276 E. 1.2.3, 
137 V 210 E. 3.4.2.7 S. 256). Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzli-
chen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch den ange-
fochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an des-
sen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die 
örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes 
vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da 
auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 
1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten 
sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Zwischenverfügung vom 15. Februar 
2017 (AB 122). Streitig und zu prüfen ist die Anordnung einer erneuten 
psychiatrischen Begutachtung.

http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2012&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-V-93%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page93

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1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Zwischenverfügungen und Zwi-
schenentscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. b GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen 
Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte 
ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG).

Der Untersuchungsgrundsatz besagt, dass die verfügende Instanz den 
rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen, aus eigener Initiative und 
ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien, ab-
klären und feststellen muss. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von de-
ren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders 
zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden zu-
sätzliche Abklärungen stets vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hiezu 
aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergeben-
den Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a S. 
283). Der Untersuchungsgrundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er 
findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 
193 E. 2 S. 195, 122 V 157 E. 1a S. 158; SVR 2009 IV Nr. 4 S. 7 E. 4.2.2).

2.2 Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhaltes ein 
Gutachten einer oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so 
gibt er der Partei deren oder dessen Namen bekannt. Diese kann den Gut-
achter aus triftigen Gründen ablehnen und kann Gegenvorschläge machen 
(Art. 44 ATSG).

2.3 Die IV-Stelle teilt der versicherten Person in einem ersten Schritt 
mit, dass eine Expertise eingeholt werden soll; zugleich gibt sie ihr die Art 
der vorgesehenen Begutachtung (poly- oder mono- bzw. bidisziplinär) so-

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wie die vorgesehenen Fachdisziplinen und Gutachterfragen bekannt. In 
diesem Stadium kann die versicherte Person erst einmal (nicht personen-
bezogene) materielle Einwendungen gegen eine Begutachtung an sich 
oder gegen Art oder Umfang der Begutachtung vorbringen (Beispiele: un-
nötige second opinion; unzutreffende Wahl der medizinischen Disziplinen). 
Ausserdem hat sie Anspruch, sich zu den Gutachterfragen zu äussern 
(BGE 138 V 271 E. 1.1 S. 275, 137 V 210 E. 3.4.2.9 S. 258). In einem 
zweiten Verfahrensschritt teilt die IV-Stelle der versicherten Person die 
durch SuisseMED@P zugeteilte Gutachterstelle (bzw. bei mono- und bidis-
ziplinären Expertisen die von ihr ausgewählten Gutachter) und die Namen 
der Sachverständigen mit jeweiligem Facharzttitel mit. Mit der Bezeichnung 
der Sachverständigen kommt die Möglichkeit (materieller oder formeller) 
personenbezogener Einwendungen hinzu (BGE 140 V 507 E. 3.1 S. 510, 
139 V 349 E. 5.2.2.2 S. 355, 138 V 271 E. 1.1 S. 274, 137 V 210 E. 3.4.2.7 
S. 257).

2.4 Die Versicherten und ihre Arbeitgeber haben beim Vollzug der So-
zialversicherungsgesetze unentgeltlich mitzuwirken. Wer Versicherungs-
leistungen beansprucht, muss unentgeltlich alle Auskünfte erteilen, die zur 
Abklärung des Anspruchs und zur Festsetzung der Versicherungsleistun-
gen erforderlich sind (Art. 28 Abs. 1 und 2 ATSG). Soweit ärztliche oder 
fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar 
sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 
ATSG).

3.

3.1 In medizinischer und dabei insbesondere psychiatrischer Hinsicht 
lässt sich den Akten im Wesentlichen das Folgende entnehmen: 

3.1.1 Seit 23. März 2015 befindet sich die Beschwerdeführerin in psychia-
trisch-psychotherapeutischer Behandlung; zusätzlich ist eine ambulante 
psychiatrische Pflege verordnet worden. Dr. med. H.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Allgemeine Innere Medizin, 
und dessen delegierter Psychologe lic. phil. I.________, diagnostizierten im 
Bericht vom 16. November 2015 (AB 50) mit Auswirkung auf die Arbeits-

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fähigkeit eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-
10 F43.21) bei psychosozial belastenden Faktoren (Kündigung, fehlende 
berufliche Perspektive, finanzielle Probleme, Probleme mit der Integration, 
konflikthafte Beziehung zu ihrer Tochter), bestehend seit August 2014, eine 
Agoraphobie mit Panikstörungen (ICD-10 F40.01), bestehend seit 2002, 
eine akzentuierte Persönlichkeit mit zwanghaften, paranoiden und schizoi-
den Zügen (ICD-10 Z73.1), bestehend seit der Jugendzeit, ein chronisches 
Lumbovertebralsyndrom, bestehend seit dem 38. Lebensjahr, sowie Schul-
terschmerzen beidseits bei AC-Arthrose und Supraspinatustendinopathie 
(AB 50/1 Ziff. 1.1). Die Beschwerdeführerin scheine eine sehr belastende 
Kindheit erlebt zu haben: Im Alter von 1½ Jahren sei sie gegen eine Wand 
gelaufen und habe eine schwere Gehirnerschütterung davongetragen. Zu-
dem sei sie immer wieder von ihrem Vater geschlagen worden. Im Alter 
von 18 Jahren habe sie ein traumatisches Ereignis erlebt. Nach der Schei-
dung sei sie wegen Angstzuständen und zur Aufarbeitung ihrer Biographie 
bei einer Psychologin in Behandlung gewesen; von 2002 bis 2004 sei sie 
wegen der Angstproblematik (Angst vor engen Räumen) und zur Aufarbei-
tung ihres traumatischen Ereignisses nochmals bei der gleichen Psycholo-
gin in Behandlung gewesen. Zur Schmerzproblematik beigetragen hätten 
möglichweise zahlreiche psychosoziale Belastungsfaktoren. Im April habe 
sie die Geschäftsleitung einer … übernommen, wo sie jeweils 14 bis 
15 Stunden am Tag gearbeitet und schwere Lasten getragen habe; vom 
Arbeitgeber habe sie viel Druck gespürt. Zudem habe sie sich mit ihrem 
Team von acht Mitarbeitern nicht gut verstanden; ihre Stellvertretung habe 
sie gemobbt. In dieser Zeit habe sie 40 kg zugenommen, was sehr belas-
tend sei. Ihr Arbeitgeber habe ihr die Stelle gekündigt; seit dem 13. Sep-
tember 2014 sei sie arbeitslos. Belasten würden sie auch die fehlenden 
sozialen Kontakte; die einzige tragfähige Beziehung in der Schweiz sei 
diejenige zu ihrer Tochter, die sehr eng und konflikthaft sei (AB 50/2 
Ziff. 1.4).

3.1.2 Vom 6. April bis 18. Mai 2016 befand sich die Beschwerdeführerin 
in stationärer psychiatrischer Behandlung in der Klinik J.________. Dabei 
wurden in Kombination mit einer chronischen Schmerzsymptomatik nach 
einer Wirbelsäulenoperation 2010, bekanntem Fibromyalgiesyndrom sowie 
arthrotischen Gelenksveränderungen in Knie- und Schultergelenken eine 

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rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 
(ICD-10 F33.1), eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01), eine 
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
(ICD-10 F45.41) und Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Le-
bensbewältigung diagnostiziert. Es bestünden psychosoziale Belastungen, 
sozialer Rückzug, vermehrte Grübelneigung sowie Gedankenkreisen mit 
teils suizidalen Inhalten sowie Schlafstörungen. Die Schmerzen hätten zu-
letzt massiv zugenommen. Es fehle ihr an der Fähigkeit, sich abzugrenzen, 
insbesondere gegenüber den Wünschen der am gleichen Ort lebenden 
Tochter (AB 86/1 f.). Bei Eintritt sei eine hilfesuchende, etwas ratlos wir-
kende Patientin gesehen worden, die mit sichtlichem Leidensdruck ihre 
Schmerzproblematik geschildert sowie von vermindertem Selbstwertgefühl, 
andauernden Zwangsgedanken und -handlungen berichtet habe. Vor dem 
Hintergrund ihrer belastenden beruflichen, finanziellen und privaten Situati-
on habe sich ihr Zustand seit Beginn des Jahres massiv verschlechtert. Sie 
sei in einem in Teilen remittierten depressiven Zustandsbild, jedoch insge-
samt motiviert und zukunftsorientiert sowie ohne Anhalt für Suizidalität oder 
selbstschädigendes Verhalten in ihr angestammtes Umfeld und die weitere 
ambulante Nachsorge entlassen worden. Der Transfer des sich Abgrenzen-
Könnens in den privaten familiären Alltag scheine ihr momentan noch 
schwer zu fallen, zu gross und aktuell noch ihre damit verbundenen Ver-
lustängste in der Familie (AB 86/5 f.).

3.1.3 In dem von der Beschwerdeführerin selbst in Auftrag gegebenen 
psychiatrischen Gutachten vom 12. August 2016 (AB 91) diagnostizierte 
Dr. med. E.________ in Kenntnis der Vorakten (vgl. AB 91/8 ff.; vgl. auch 
E. 3.1.1 f. hiervor) eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit vorwiegend 
selbstunsicheren, dependenten und zwanghaften Zügen (ICD-10 F61), eine 
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
(ICD-10 F45.41) sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwär-
tig leichte Episode (ICD-10 F33.0; AB 91/37). Dabei setzte die Gutachterin 
Selbst- und Fremdbeurteilungsinstrumente ein (inkl. SKID II; AB 91/31 ff.); 
im Rahmen einer Fremdauskunft gab der behandelnde Psychologe lic. phil. 
I.________ zur Frage einer Persönlichkeitsstörung an, er habe ein PSSI 
durchgeführt, das sei weniger stigmatisierend als das SKID II, und nach der 
Auswertung stünden die zwanghaften Züge im Vordergrund der Persön-

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lichkeitsstörungen, daneben sei "Paranoides" erkennbar, im Wesentlichen 
in Form von Misstrauen (AB 91/36). Aufgrund der vielen Hinweise im Dos-
sier ist gemäss der Gutachterin eine Persönlichkeitsstörung zu diskutieren 
(AB 91/40 oben): So zeige sich bei der Beschwerdeführerin eine deutliche 
Unausgeglichenheit (weniger in der Affektivität oder dem Antrieb als in der 
Impulskontrolle), indem sie selbstverletzendes Verhalten zeige (durch Blu-
tig-Kratzen und Abziehen der Hornhaut an den Füssen), vor allem aber im 
Wahrnehmen und Denken und in den Beziehungen zu anderen. Hier seien 
offensichtlich sowohl ihre Arbeitsverhältnisse als auch ihre partnerschaftli-
chen Beziehungen geprägt von übermässigem Verausgaben, Perfektio-
nismus, sich ausnutzen lassen und ausgenutzt werden, mangelnder Selbst- 
und Fremdwahrnehmung, beispielsweise wenn sie den ersten Freund, der 
sie mit zwei Kollegen zusammen vergewaltigt habe, als immer liebevoll 
erlebt habe, oder indem sie berichte, dass der letzte Partner, der betrogen 
und Alkohol konsumiert habe, sie geschlagen und malträtiert habe, im In-
nersten der liebste Mensch gewesen sei und sie lange gedacht habe, ihn 
ändern zu können. Das Verhaltensmuster sei andauernd und gleichförmig 
und nicht auf einzelne Episoden beschränkt; es ziehe sich laut vorliegen-
den Informationen durch die Biographie schon ab der Kindheit und Adoles-
zenz. Das Verhaltensmuster sei zweifellos tiefgreifend und in vielen Situati-
onen eindeutig unpassend. Besonders auffällig sei in den letzten Jahren 
die Beziehung zur Tochter, die ausgesprochen eng geschildert werde, so 
sehr, dass die Beschwerdeführerin es nicht ausgehalten habe, dass ihre 
Tochter in die Schweiz gezogen sei, und sie ihr unbedingt habe folgen 
müssen. Auch jetzt scheine sie es nicht auszuhalten, zwei Tage die Toch-
ter nicht zu sehen. Die Störung führe zweifellos zu subjektivem Leiden. Die 
ICD-10 betone, dass dies auch erst in späterem Verlauf des Lebens sein 
könne, obwohl die Störung bereits in Kindheit und Jugend beginne. Obwohl 
sich die Verhaltensmuster der Beschwerdeführerin weit zurückverfolgen 
liessen, sei sie erst im Verlaufe der letzten fünf Jahre sukzessive dekom-
pensiert. Und schliesslich habe die Störung auch zu deutlichen Einschrän-
kungen der beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit geführt. Damit sei-
en sämtliche Kriterien für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung erfüllt 
(AB 91/43). Die (ganz im Vordergrund stehende) Persönlichkeitsstörung sei 
mittelschwer bis schwer ausgeprägt; sie präge auch wesentlich die chroni-
sche Schmerzstörung. Gesamthaft sei aus psychiatrischer Sicht von einer 

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mittelschweren bis schweren psychischen Störung auszugehen (AB 91/50 
Ziff. 4.b).

3.1.4 In dem von der Beschwerdegegnerin im vorliegenden Verfahren in 
Auftrag gegebenen psychiatrischen (Teil-)Gutachten vom 24. Oktober 2016 
(AB 102.1) diagnostizierte Dr. med. C.________ ebenfalls in Kenntnis der 
Vorakten (vgl. AB 102.1/5 ff.; vgl. auch E. 3.1.1 ff. hiervor) mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwär-
tig leichte Episode (ICD-10 F33.0), und eine kombinierte Persönlichkeitss-
törung mit narzisstischen und zwanghaften Anteilen (ICD-10 F61.0) sowie 
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Schmerzstörung 
mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine Klaus-
trophobie (ICD-10 F40.2) und schädlichen Gebrauch von Tabak (ICD-10 
F17.1; AB 102.1/28 f. Ziff. 4). Die Beschwerdeführerin sei ein Mensch, der 
unter einem eher labilen Selbstwertgefühl leide. Sie verlange sehr deutlich 
nach Anerkennung und Bestätigung durch andere Menschen. Auf Kritik 
könne sie gekränkt reagieren. Der Drang nach Perfektion sei letztlich vor 
allem ein Zeichen einer tiefen Unsicherheit und einer Suche nach Selbst-
verwirklichung, Liebe und Selbstfindung. Perfektionismus werde als Mittel 
eingesetzt, um andere vom eigenen Wert zu überzeugen. Darin zeigten 
sich narzisstische Persönlichkeitsanteile. Aufgrund ihrer Neigung zu Per-
fektionismus neige sie letztlich zu Unflexibilität. Charakteristisch sei ein 
ständiges Gefühl von Zweifel verbunden mit einem Hang zu übertriebener 
Gewissenhaftigkeit, zu ständigen Kontrollen und damit zu unnötiger Über-
Vorsicht und Starrheit. Vor allem das Arbeitsverhalten sei oft pedantisch, 
unflexibel und mit einer Tendenz zu Starrheit gewesen, falls andere ihren 
eigenen Lebensstil hätten praktizieren wollen. Darin zeigten sich zwanghaf-
te Persönlichkeitsanteile. Interessanterweise würden im Bericht der Klinik 
J.________ Zwangssymptome beschrieben, aber nicht die Diagnose einer 
Zwangsstörung gestellt. Da die dysfunktionalen Verhaltensweisen der Be-
schwerdeführerin eine deutliche Unausgeglichenheit in den Einstellungen 
und im Verhalten aufzeigten, und zwar in mehreren Funktionsbereichen wie 
Affektivität, Antrieb, Impulskontrolle, Wahrnehmen, Denken sowie Bezie-
hungen zu anderen Personen, da das auffällige Verhaltensmuster andau-
ernd und gleichförmig, tiefgreifend sowie in vielen sozialen und persönli-
chen Situationen unpassend sei, da das Verhaltensmuster in der Jugend 

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beginne und zu deutlichen Einschränkungen der beruflichen und sozialen 
Leistungsfähigkeit führe, liege der Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung 
nahe. Die entsprechende Diagnose von Dr. med. E.________ sei somit zu 
bestätigen, doch lägen keine selbstunsicheren Persönlichkeitsanteile vor, 
zumal die Beschwerdeführerin selber ausführlich berichte, dass sie früher 
viel selbstbewusster gewesen sei und dass sie sich zum Beispiel auch ge-
gen Vorgesetzte habe durchsetzen können. Die Beschwerdeführerin sei in 
schwierigen Verhältnissen aufgewachsen; durch den Vater habe sie wenig 
emotionale Wärme und Zuwendung, sondern vor allem Druck, Abwertung 
und Gewalt erlebt. Sie habe auf diese Weise kein ausreichend stabiles 
Selbstbild aufbauen können und habe versucht, durch das Erbringen von 
Leistung zu Anerkennung und Bestätigung zu kommen. Es entstehe der 
Eindruck, dass sie in der Vergangenheit ihr Selbstwertgefühl immer wieder 
durch das Erbringen von Leistung und die daraus resultierende Anerken-
nung stabilisiert habe. Dieses dysfunktionale Muster habe sich in den letz-
ten Jahren verändert. Menschen mit narzisstischen Persönlichkeitsanteilen 
wiesen oft zwei Selbstkonzepte auf. Das negative Selbstkonzept stamme 
meist aus der Kindheit und führe dazu, dass Betroffene sich als unfähig 
und nicht liebenswert erlebten. Daneben entstehe ein positives Selbstkon-
zept, das vor allem durch das kompensatorische Leistungsverhalten zu-
stande gekommen sei. Dieses Konzept könne positiv bis stark übertrieben 
sein. Es entstehe der Eindruck, als ob die Beschwerdeführerin aufgrund 
einer deutlichen Leistungseinschränkung verbunden mit einer dadurch be-
dingten reduzierten Anerkennung und Wertschätzung durch andere Men-
schen von einem positiven in ein negatives Selbstkonzept gefallen sei und 
sich damit zunehmend hilflos und inkompetent erlebe. Die Beschwerdefüh-
rerin habe trotz ihrer kombinierten Persönlichkeitsstörung unter geeigneten 
Rahmenbedingungen über Jahre hinweg ein gutes Leistungsniveau auf-
rechterhalten, massgeblich beeinflusst durch ihre sehr hohen Leistungsan-
sprüche. In den letzten Jahren habe sich nun das Selbstkonzept verändert. 
Die Persönlichkeitsproblematik der Beschwerdeführerin sei zu ausgeprägt, 
als dass von einer Akzentuierung der Persönlichkeit gesprochen werden 
könnte, wie Dr. med. H.________ und lic. phil. I.________ (vgl. E. 3.1.1 
hiervor) postulierten (AB 102.1/31 f.).

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3.1.5 Der RAD-Arzt Dr. med. K.________, Facharzt für Psychosomati-
sche Medizin und Psychotherapie, verneinte in seiner Stellungnahme vom 
14. November 2016 (AB 107/3 ff.) zum psychiatrischen Teilgutachten des 
Dr. med. C.________ (vgl. E. 3.1.4 hiervor) klinisch relevante Auffälligkei-
ten des psychopathologischen Befundes (mit Ausnahme leicht affektiver 
Beeinträchtigungen). Es würden sich sodann keine Verhaltensbeobachtun-
gen finden, die das interaktionelle Muster zwischen Gutachter und der Be-
schwerdeführerin dezidiert hinsichtlich der geäusserten zwanghaften und 
narzisstischen Tendenzen beschreiben würden. Schliesslich würden sich 
keine Hinweise auf ein der Situation nicht angemessenes Verhalten bei der 
Beschwerdeführerin ergeben. Es sei daher aus dem klinischen Eindruck 
nicht abzuleiten, dass die Beschwerdeführerin die allgemeinen Eingangs-
kriterien nach DSM 5 hinsichtlich des Vorliegens einer Persönlichkeitss-
törung erfülle. Auch in den geschilderten Interaktionen des Alltags kämen 
dysfunktionale Verhaltensweisen in Beziehungen nicht primär zum Aus-
druck (die Beschwerdeführerin habe eine gute Beziehung zur Familie, über 
interaktionelle Probleme im beruflichen Rahmen werde nicht berichtet). Es 
werde erwähnt, dass ein Persönlichkeitsfragebogen eingesetzt worden sei, 
nicht aber welcher. Aufgrund der vielfältigen Angaben hinsichtlich des Vor-
liegens möglicher Persönlichkeitsstörungen sei davon auszugehen, dass 
es sich um einen Screeningtest handle. Ein strukturiertes Interview sei 
dann nicht durchgeführt worden; es sei vielmehr hypothetisch ein zwang-
haft-narzisstisches Verhalten aus der Lebensgeschichte postuliert worden. 
In der Gesamteinschätzung könne das Vorliegen einer Persönlichkeitss-
törung daher nicht nachvollzogen werden (AB 107/5).

In der Aktennotiz vom 18. Januar 2017 hielt der RAD-Arzt alsdann fest 
(AB 114), aufgrund der Feststellungen in seiner Stellungnahme vom 
14. November 2016 (AB 107/3 ff.), wonach die im psychiatrischen Teilgut-
achten von Dr. med. C.________ vergebene Diagnose einer Persönlich-
keitsstörung nicht nachvollziehbar sei (und denn auch nicht in den Vorbe-
richten von den Behandlern vergeben worden sei), sei wegen der Relevanz 
dieser Diagnose und der hieraus resultierenden möglichen Funktions- und 
Fähigkeitsbeeinträchtigungen und letztlich der Auswirkungen auf die Parti-
zipation eine erneute psychiatrische Begutachtung zu empfehlen, in der es 

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im Besonderen um die dezidierte Abklärung hinsichtlich des Vorliegens 
einer Persönlichkeitsstörung und der Folgen auf die Arbeitsfähigkeit gehe.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1). 

Eine von anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten abwei-
chende Beurteilung vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu 
stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch 
mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beur-

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teilung abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden 
kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende 
Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

Ein Parteigutachten besitzt nicht den gleichen Rang wie ein vom Gericht 
oder vom Versicherungsträger nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht 
eingeholtes Gutachten. Es verpflichtet indessen das Gericht, den von der 
Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung folgend, 
zu prüfen, ob es in rechtserheblichen Fragen die Auffassung und Schluss-
folgerungen des vom Gericht oder vom Versicherungsträger förmlich be-
stellten Gutachters derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen 
ist (BGE 125 V 351 E. 3c S. 354; SVR 2013 IV Nr. 40 S. 119 E. 2).

3.3 Gestützt auf die wiedergegebenen Arztberichte ist zu prüfen, ob der 
medizinische Sachverhalt genügend abgeklärt ist und demnach die Durch-
führung einer erneuten psychiatrischen Begutachtung eine unzulässige 
second opinion darstellen würde.

Das Einholen einer sog. second opinion ist unzulässig, wenn es sich um 
eine Expertise handelt, welche der Versicherungsträger trotz seines bereits 
in einem Gutachten umfassend festgestellten Sachverhalts einholt, weil ihm 
die Schlussfolgerungen des Erstgutachtens nicht passen (SVR 2007 UV 
Nr. 33 S. 112 E. 4.2). Auch wenn der IV-Stelle bei der Beurteilung der 
Frage, ob die Abklärungen vollständig seien, ein erheblicher 
Ermessensspielraum zusteht, so darf die Einholung eines Zweitgutachtens 
(sog. second opinion) doch nicht beliebig erfolgen (BGE 137 V 210 E. 3.3.1 
S. 245).

3.4

3.4.1 In seiner Aktenbeurteilung vom 14. November 2016 hat sich der 
RAD-Arzt Dr. med. K.________ einzig mit dem psychiatrischen 
Teilgutachten des Dr. med. C.________ vom 24. Oktober 2016 (AB 102.1; 
vgl. E. 3.1.4 hiervor) auseinandergesetzt (AB 107/3 ff.; vgl. E. 3.1.5 hier-
vor). Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. E.________ vom 12. 
August 2016 (AB 91; vgl. E. 3.1.3 hiervor) stand ihm – obschon in den 
Akten – offenbar nicht zur Verfügung; jedenfalls hat er dazu nicht Stellung 

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genommen. Somit fehlt es vorliegend an einer fachärztlichen Würdigung 
der Schlussfolgerungen von Dr. med. E.________.

3.4.2 Richtig ist, dass sich die beiden Gutachter Dres. med. E.________ 
(AB 91; vgl. E. 3.1.3 hiervor) und C.________ (AB 102; vgl. E. 3.1.4 hier-
vor) nicht explizit mit den abweichenden Diagnosen in den beiden Berich-
ten von lic. phil. I.________ (AB 50; vgl. E. 3.1.1 hiervor) und der Klinik 
J.________ (AB 86; vgl. E. 3.1.2 hiervor) befassen, welche beide nicht von 
einer Persönlichkeitsstörung, sondern von einer akzentuierten Persönlich-
keit mit zwanghaften, paranoiden und schizoiden Zügen bzw. von Proble-
men mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung ausgehen. 
Beiden Gutachtern waren diese Berichte indessen bekannt, zumal sie sie in 
der Aktenanamnese wiedergegeben haben. Zudem haben sie ausführlich 
und nachvollziehbar begründet, dass und weshalb sie (abweichend von 
den behandelnden Ärzten) von einer kombinierten Persönlichkeitsstörung 
ausgehen (so AB 91/42, 102.1/32). Zumindest hat die Gutachterin Dr. med. 
E.________ im Rahmen einer Fremdauskunft den behandelnden Psycho-
logen lic. phil. I.________ explizit mit der Frage einer Persönlichkeitss-
törung konfrontiert (AB 91/36 Mitte) und hernach – mitunter auch aufgrund 
der vielen Hinweise im Dossier (AB 91/40 oben) und aufgrund ihrer einge-
henden Untersuchung – eine solche diagnostiziert (AB 91/43). Ähnlich be-
zeichnet es der Gutachter Dr. med. C.________ als interessant, dass im 
Bericht der Klinik J.________ Zwangssymptome beschrieben würden, dann 
aber doch nicht die Diagnose einer Zwangsstörung gestellt werde 
(AB 102.1/31). Insoweit nehmen die Gutachter Bezug zu den anderslau-
tenden Diagnosen der behandelnden Ärzte.

3.4.3 Weiter weist der RAD-Arzt Dr. med. K.________ darauf hin, die Be-
schwerdeführerin habe eine gute Beziehung zur Familie, was zur Annahme 
von dysfunktionalen Verhaltensweisen in Beziehungen im Widerspruch 
stehe. In der angefochtenen Verfügung (AB 122) wird ebenfalls darauf hin-
gewiesen, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Familiensystem und ihren 
freundschaftlichen Beziehungen gut eingebettet sei und dort Wertschät-
zung und Unterstützung erlebe. Indessen wird von Dr. med. E.________ 
ausgeführt, es liege eine konflikthafte bzw. dependente Beziehungssituati-
on zur Tochter vor (AB 91/46 und 91/50; vgl. auch AB 91/42). Auch Dr. 

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med. C.________ führt aus, dass die Beziehung der Beschwerdeführerin 
zur Tochter seit Jahren deutlich belastet sei (AB 102.1/33). Es besteht kein 
Anlass, diese Ausführungen der beiden Gutachter zur Beziehungssituation 
der Beschwerdeführerin anzuzweifeln, zumal auch schon der behandelnde 
Psychologe von einer konflikthaften Beziehung zur Tochter ausging 
(AB 50/1 Ziff. 1.1, 50/2 Ziff. 1.4 unten). Ein angeblicher Widerspruch be-
steht damit nicht.

3.4.4 Sodann wird in der angefochtenen Verfügung ausgeführt, es werde 
vom Gutachter nicht hinreichend belegt, weshalb die Beschwerdeführerin 
im Alter von über 50 Jahren erstmals aufgrund der Persönlichkeitsstörung 
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein soll. Zu dieser Frage äussert 
sich indessen Dr. med. C.________, indem er ausführt, dass und weshalb 
die Beschwerdeführerin ihr über Jahre aufrecht erhaltenes gutes Leis-
tungsniveau infolge einer Veränderung des Selbstkonzepts nicht mehr ha-
be weiterführen können (AB 102.1/32; vgl. E. 3.1.4 hiervor). Auch Dr. med. 
E.________ begründet, dass und weshalb die Persönlichkeitsstörung erst 
in den letzten Jahren dekompensiert sei, obwohl sich das entsprechende 
Verhaltensmuster bis weit in die Kindheit zurückverfolgen lasse (AB 91/43; 
vgl. E. 3.1.3 hiervor).

3.4.5 Soweit der RAD-Arzt Dr. med. K.________ schliesslich bemängelt, 
es seien keine Angaben vorhanden, mit welchen Fragebögen die Testpsy-
chologie durchgeführt worden sei, lässt sich dem Gutachten von Dr. med. 
E.________ immerhin entnehmen, dass die Beschwerdeführerin gebeten 
wurde, den SKID-II Screeningbogen auszufüllen und auf dieser Grundlage 
das strukturierte klinische Interview durchgeführt worden ist (AB 91/43 un-
ten; vgl. auch AB 91/32 ff.). Nach Ansicht von Dr. med. E.________ sind 
derartige Selbstbeurteilungsinstrumente aber für den Behandlungs- und 
Rehabilitationskontext entwickelt worden, für welchen sie ausreichend vali-
de und reliabel seien; ihr Einsatz in der Begutachtung sei umstritten, da die 
kontextuellen Voraussetzungen hier andere seien (AB 91/31 unten). Auch 
Dr. med. C.________ weist darauf hin, dass Beschwerde- und Persönlich-
keitsfragebögen nicht dazu benutzt werden könnten, um alleine auf sie ge-
stützt eine Diagnose zu stellen; die Ergebnisse der Testdiagnostik fänden 
deshalb von ihm als zusätzlicher Bestandteil einer in sich schlüssigen um-

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fassenden psychiatrischen Diagnose Verwendung (AB 102.1/48). Unter 
Berücksichtigung dessen verfängt die entsprechende Kritik des RAD-Arztes 
nicht, begründet er doch nicht weiter, warum die Angaben zu den verwen-
deten Fragebögen von Bedeutung wären.

3.5 Bei diesen Gegebenheiten ist die Diagnose einer Persönlichkeitss-
törung der Beschwerdeführerin entgegen der Auffassung des RAD-Arztes 
Dr. med. K.________ medizinisch genügend gesichert, weshalb darauf 
abgestellt werden kann. Einer erneuten Begutachtung bedarf es nicht. 
Vielmehr würde dies eine unzulässige second opinion darstellen. 

Soweit die Beschwerdegegnerin Zweifel an der gutachterlich übereinstim-
mend attestierten Arbeitsunfähigkeit von 50 % in einer angepassten Tätig-
keit (AB 91/51 Ziff. 6.d, 102.1/47 Ziff. VI.2) haben sollte (vgl. Beschwerde-
antwort, S. 3 oben), steht es ihr frei, diese Zweifel durch Rückfrage bei Dr. 
med. C.________, allenfalls durch Anfrage bei Dr. med. E.________, zu 
klären. Gleiches gilt in Bezug auf die abweichenden Einschätzungen in den 
beiden vorliegenden Gutachten (vgl. AB 102.1/32 und 102.1/39 je oben), 
wobei sich diese Abweichungen weder auf die Diagnose noch die Ein-
schränkungen in der Arbeits- und Leistungsfähigkeit auswirken. 

3.6 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung in Gutheissung 
der Beschwerde aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin wird über den Leis-
tungsanspruch der Beschwerdeführerin gestützt auf die vorliegenden Un-
terlagen – allenfalls unter Ergänzung im Sinne von E. 3.5 zweiter Abschnitt 
hiervor – ohne Verzug zu befinden haben.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, IV/17/280, Seite 18

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 500.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Die Beschwerdeführerin wird durch Rechtsanwältin B.________ vertreten. 
Deren Kostennote vom 1. Mai 2017 ist nicht zu beanstanden. Entspre-
chend wird die Parteientschädigung auf Fr. 2'625.-- zuzüglich Auslagen von 
Fr. 17.30 und 8 % Mehrwertsteuer im Betrag von Fr. 211.40, somit auf total 
Fr. 2'853.70 festgesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 15. Februar 2017 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägun-
gen und zur neuen Verfügung zurückgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 500.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Juli 2017, IV/17/280, Seite 19

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'853.70 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecherin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.