# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e15de1c-9fb0-5177-bcad-00636b0b60cd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-12-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.12.2021 D-5447/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5447-2021_2021-12-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5447/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  D e z e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Contessina Theis, 

mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer; 

Gerichtsschreiberin Kathrin Rohrer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Algerien, 

(…), 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 8. Dezember 2021 / N (…). 

 

 

D-5447/2021 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 30. September 2021 in die Schweiz ein-

reiste und tags darauf im Bundesasylzentrum (BAZ) B._______ um Asyl 

nachsuchte, 

dass ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der europäischen Fingerab-

druck-Datenbank ("Eurodac") durch das SEM ergab, dass er am 7. Sep-

tember 2021 in Italien aufgegriffen und am 8. September 2021 daktylosko-

pisch erfasst worden war, 

dass das SEM die italienischen Behörden am 6. Oktober 2021 gestützt auf 

Art. 13 Abs. 1 der der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) um Übernahme des Beschwerdeführers er-

suchte, 

dass die italienischen Behörden innerhalb der festgelegten Frist zum Über-

nahmeersuchen keine Stellung nahmen, 

dass am 7. Oktober 2021 die Personalienaufnahme (PA) stattfand und er 

dabei vom SEM zu seiner Person, zu seinen Reise- und Identitätspapieren 

sowie zu seinem Reiseweg befragt wurde, 

dass der Beschwerdeführer mit Vollmacht vom 8. Oktober 2021 die ihm 

gemäss Art. 102f ff. AsylG zugewiesene Rechtsvertretung mandatierte, 

dass am 18. Oktober 2021 das persönliche Dublin-Gespräch durchgeführt 

wurde, wobei dem Beschwerdeführer – im Beisein seiner Rechtsvertre-

tung – das rechtliche Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit Italiens für 

die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zu einer allfälli-

gen Rückkehr nach Italien sowie zum medizinischen Sachverhalt gewährt 

wurde, 

dass er bezüglich der Zuständigkeit Italiens und der allfälligen Wegweisung 

dorthin vorbrachte, er habe sein Heimatland vermutlich in diesem Jahr ver-

lassen und sei mit dem Boot nach Italien gelangt, 

D-5447/2021 

Seite 3 

dass er nach der Abgabe der Fingerabdrücke keinen weiteren Kontakt mit 

den italienischen Behörden gehabt und auch nicht versucht habe, ein Asyl-

gesuch zu stellen, 

dass er nicht nach Italien zurückkehren wolle, weil es dort Drogenbanditen 

und Personen gebe, welche mit Waffen rumlaufen würden und er mit sol-

chen Leuten nichts zu tun haben wolle, 

dass er von einer Person mit einer Waffe angegriffen worden sei und er 

einer solchen Situation nicht nochmals ausgesetzt werden wolle, 

dass er ein guter Mensch sei und nur arbeiten wolle, 

dass er hinsichtlich seines Gesundheitszustandes vorbrachte, es gehe ihm 

gut, wobei er zurzeit erkältet sei und deshalb in der Nacht an Atemproble-

men leide, 

dass durch das SEM getätigte Abklärungen bei der Pflege des BAZ 

C._______ ergaben, dass sich der Beschwerdeführer nie bei Medic-Help 

gemeldet hatte und entsprechend keine medizinischen Datenblätter oder 

Arztberichte existieren, 

dass das SEM mit Verfügung vom 8. Dezember 2021 – eröffnet am 10. De-

zember 2021 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das 

Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz in den zustän-

digen Dublin-Staat (Italien) anordnete, den Beschwerdeführer – unter An-

drohung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – gleichzeitig aufforderte, 

die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu ver-

lassen und den Kanton D._______ mit dem Vollzug der Wegweisung be-

auftragte, dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Ak-

tenverzeichnis aushändigte und feststellte, einer allfälligen Beschwerde 

gegen die Verfügung komme keine aufschiebende Wirkung zu, 

dass aus den vorinstanzlichen Akten nicht ersichtlich ist, dass die Rechts-

vertretung das Mandat gestützt auf Art. 102h Abs. 4 AsylG i.V.m. Art. 52b 

Abs. 3 und Art. 52e der Asylverordnung vom 11. August 1999 (AsylV 1; 

SR 142.311) niederlegte und den Beschwerdeführer entsprechend über 

seine weiteren rechtlichen Möglichkeiten informierte (Art. 52e AsylV 1), 

dass die Rechtsvertretung innerhalb der gesetzlichen Frist keine Be-

schwerdeeingabe einreichte, 

D-5447/2021 

Seite 4 

dass vielmehr der Beschwerdeführer selbständig mit Eingabe vom 13. De-

zember 2021 (Datum des Poststempels: 15. Dezember 2021; Posteingang 

BVGer: 16. Dezember 2021) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerde erhob und dabei sinngemäss beantragte, die an-

gefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf 

sein Asylgesuch einzutreten, 

dass er zur Begründung vorbrachte, ihm seien in Italien die Fingerabdrücke 

unter Zwang von Polizeibeamten abgenommen worden, 

dass er auf der Strasse habe schlafen müssen und sich in seiner Unter-

kunft Kriminelle aufgehalten hätten, 

dass er nur durch Italien gereist sei, um zu seiner Freundin in die Schweiz 

zu gelangen, 

dass er beantragte, zu ihr in ihre Privatunterkunft ziehen zu können, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 

16. Dezember 2021 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 

Abs. 3 AsylG), 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒

33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass es sich vorliegend um eine Laienbeschwerde handelt, an die keine 

hohen formellen Anforderungen zu stellen sind, 

D-5447/2021 

Seite 5 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass darauf hinzuweisen ist, dass die Rechtsvertretung, welche das Man-

dat gestützt auf Art. 102h Abs. 4 AsylG i.V.m. Art. 52b Abs. 3 und 

Art. 52e AsylV 1 niederlegt, im Sinne einer geordneten Verfahrensführung 

die Mandatsniederlegung schriftlich zuhanden der Vorakten kundzutun 

hätte, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit asylrechtlicher Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (ein-

schliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die un-

richtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz des Gerichts grund-

sätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das 

Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 

E. 2.2, je m.w.H.), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG) und das SEM in diesem Fall in der Regel die Wegwei-

sung der Schweiz verfügt und den Vollzug anordnet (Art. 44 AsylG), 

dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird, 

D-5447/2021 

Seite 6 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort 

aufgeführten Reihenfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskrite-

rien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der 

Situation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsu-

chende erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 

Abs. 2 Dublin-III-VO), 

dass demgegenüber im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: 

take back) grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapi-

tel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1, 

m.w.H.), 

dass wenn eine antragsstellende Person, aus einem Drittstaat kommend, 

die Land-, See- oder Luftgrenze eines Mitgliedstaates illegal überschritten 

hat, dieser Mitgliedstaat gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO für die Prü-

fung des Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, 

dass die Zuständigkeit gemäss dieser Norm zwölf Monate nach dem Tag 

des illegalen Grenzübertritts endet, 

dass gestützt auf das Ergebnis des Abgleichs der Fingerabdrücke (Euro-

dac-Datenbank) feststeht, dass der Beschwerdeführer am 7. Septem-

ber 2021 in Italien aufgegriffen und tags darauf daktyloskopisch erfasst 

worden war (vgl. SEM-Akte 1110729-7/1 und 1110729-8/1), was von die-

sem nicht bestritten wurde, 

dass das SEM deshalb die italienischen Behörden am 6. Oktober 2021 um 

Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-

VO ersuchte (vgl. SEM-Akte 1110729-10/7), 

dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in 

Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen, wo-

mit sie die Zuständigkeit Italiens implizit anerkannten (Art. 22 Abs. 7 Dub-

lin-III-VO), 

D-5447/2021 

Seite 7 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Italiens für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens des Beschwerdeführers damit gegeben 

ist, 

dass sein Wunsch um Verbleib in der Schweiz daran nichts zu ändern ver-

mag, zumal die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, 

den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch 

BVGE 2010/40 E. 8.3), 

dass der Beschwerdeführer die sich aus der Dublin-III-VO ergebende Zu-

ständigkeit Italiens zudem weder mit den Vorbringen in der Befragung vom 

18. Oktober 2021 noch den Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe vom 

13. Dezember 2021 zu negieren vermag, 

dass nachfolgend im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO zunächst zu prü-

fen ist, ob es wesentliche Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren 

und die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Italien würden syste-

matische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschli-

chen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Art. 4 der Charta der 

Grundrechte der Europäischen Union (2012/C 326/02, nachfolgend: EU-

Grundrechtecharta) mit sich bringen würden und ob nach Art. 17 

Abs. 1 Dublin-III-VO das Selbsteintrittsrecht auszuüben ist, 

dass Italien Signatarstaat der der Konvention zum Schutze der Menschen-

rechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK; SR 0.101), 

des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

(FoK; SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge (FK; SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der 

FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen 

völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommt, was vom SEM zutreffend 

festgehalten wurde, 

dass die Schweiz gleichzeitig auch davon ausgehen darf, dieser Staat an-

erkenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den 

Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 

26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-

kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 

2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-

nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-

merichtlinie) ergeben, 

http://links.weblaw.ch/

D-5447/2021 

Seite 8 

dass weder das Bundesverwaltungsgericht noch der Europäische Ge-

richtshof für Menschenrechte (EGMR) oder der Europäische Gerichtshof 

(EuGH) bislang systemische Schwachstellen im italienischen Asylverfah-

ren erkannt haben, 

dass zwar das italienische Fürsorgesystem für Asylsuchende und Perso-

nen mit Schutzstatus in der Kritik steht, gemäss den bisherigen Erkennt-

nissen des Bundesverwaltungsgerichts indes davon auszugehen ist, Italien 

halte die Verfahrens- und Aufnahmerichtlinien ein (vgl. etwa das Referenz-

urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] E-962/2019 vom 17. De-

zember 2019 E. 6.3; vgl. ferner Urteil des BVGer E-685/2021 vom 23. Feb-

ruar 2021 E. 6), 

dass am 20. Dezember 2020 das Umwandlungsgesetz Nr. 173/2020 zum 

Gesetzesdekret Nr. 130/2020 vom 21. Oktober 2020 in Kraft getreten ist, 

welches eine umfassende Reform des Aufnahmesystems für Asylsu-

chende in Italien vorsieht, indem zentrale Bestimmungen des sog. Salvini-

Dekrets geändert wurden und ein engverflochtenes Aufnahme- und Integ-

rationssystem implementiert wurde, 

dass das neue Aufnahmesystem vergleichbar ist mit jenem, das vor Erlass 

des Salvini-Dekrets bestanden hat, 

dass nach dem Anmeldeverfahren die Asylsuchenden in das Aufnahme- 

und Integrationssystem SAI (Sistema di accoglienza e integrazione) über-

führt werden, welches nunmehr wieder allen Asylsuchenden, also auch 

den im Rahmen des Dublin-Verfahrens nach Italien überstellten Personen, 

offensteht, 

dass Schutzbedürftige Personen, die einer besonderen Form der Unter-

stützung bedürfen, bei der Überstellung von einem Erstaufnahmezentrum 

in das SAI Priorität geniessen (vgl. zum Ganzen: Referenzurteil des BVGer 

F-6330/2020 vom 18. Oktober 2021 E. 10.5), 

dass der EGMR im Urteil M.T. gegen die Niederlande vom 23. März 2021, 

Nr. 46595/19 zur selben Einschätzung gelangt ist, 

dass sich das Bundesverwaltungsgericht hierzu im eben zitierten Refe-

renzurteil explizit geäussert hat (siehe dort a.a.O. E. 10.6), 

dass nachdem der Beschwerdeführer im Dublin Gespräch angegeben hat, 

in Italien nie ein Asylgesuch gestellt zu haben, seiner allgemeinen Kritik am 

D-5447/2021 

Seite 9 

Gesetzesdekret Nr. 130 einerseits und dem Vorgehen der Behörden in sei-

nem konkreten Fall andererseits ohnehin zum Vornherein die Grundlage 

entzogen ist, 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 

Satz 2 Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

dass ferner die Anwendung der Ermessensklausel von Art. 17 Abs. 1 Dub-

lin-III-VO respektive der – das Selbsteintrittsrecht im Landesrecht konkre-

tisierenden – Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 zu prüfen ist, ge-

mäss welcher das SEM das Asylgesuch "aus humanitären Gründen" auch 

dann behandeln kann, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat 

zuständig wäre, 

dass zwar die Vermutung, Italien halte seine völkerrechtlichen Verpflich-

tungen ein, im Einzelfall widerlegt werden kann, es hierfür aber konkreter 

und ernsthafter Hinweise bedarf, die gegebenenfalls vom Betroffenen 

glaubhaft darzutun sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.), 

dass vorliegend kein Grund zur Annahme besteht, dass die italienischen 

Behörden dem Beschwerdeführer, der sich gemäss eigenen Angaben auf 

seiner Durchreise durch Italien nicht um Aufnahme in das italienische Asyl-

verfahren bemüht habe, die Aufnahme oder den Zugang zum Asylverfah-

ren verweigern, 

dass den Akten auch keine Hinweise zu entnehmen sind, Italien werde in 

seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und ihn zur 

Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine 

Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in 

dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen 

zu werden, 

dass der Beschwerdeführer ebenso wenig dargetan hat, die ihn bei einer 

Rückführung erwartenden Bedingungen in Italien seien derart schlecht, 

dass sie zu einer Verletzung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharte, 

Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK führen könnten, 

dass zwar nicht auszuschliessen ist, dass er in Italien den geltend gemach-

ten Angriff durch eine bewaffnete Person tatsächlich erlebt hat, 

dass er im Rahmen der Dublin-Überstellung erneut eines solchen ausge-

setzt wäre, indessen nicht wahrscheinlich ist, 

D-5447/2021 

Seite 10 

dass es sich – wie das SEM zu Recht festgehalten hat – bei Italien um 

einen Rechtsstaat mit funktionierendem Justizsystem handelt, weshalb 

sich der Beschwerdeführer bei Bedarf an die zuständigen Stellen wenden 

kann, sollte er sich von den italienischen Behörden oder Drittpersonen un-

gerecht oder rechtswidrig behandelt fühlen, 

dass der Beschwerdeführer auch keine konkreten und ernsthaften Hin-

weise für die Annahme dargetan hat, Italien würde ihm dauerhaft die ihm 

gemäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen 

vorenthalten, und er sich bei einer vorübergehenden Einschränkung im Üb-

rigen nötigenfalls an die italienischen Behörden wenden und die ihm zu-

stehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern könnte 

(vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie), 

dass sich darüber hinaus – neben den staatlichen Strukturen – auch zahl-

reiche private Hilfsorganisationen der Betreuung von Asylsuchenden in Ita-

lien annehmen, bei denen der Beschwerdeführer bei Bedarf ebenfalls um 

Unterstützung nachsuchen kann, 

dass damit nicht davon auszugehen ist, er würde in Italien wegen fehlen-

den Zugangs zum Asylverfahren oder ungenügenden Aufenthaltsbedin-

gungen in eine existenzielle Not geraten, 

dass soweit der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe geltend 

machte, er habe auf der Strasse schlafen müssen, festzuhalten ist, dass 

Italien, wie erwähnt, die Aufnahmerichtlinie umgesetzt hat und er sich da-

her – allenfalls mit Unterstützung einer karikativen oder kirchlichen Orga-

nisation – an die zuständigen Behörden wenden könnte, um eine Unter-

kunft und soziale Unterstützung zu erhalten, 

dass bezüglich dem Vorbringen des Beschwerdeführers, er wolle arbeiten, 

festzuhalten ist, dass von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten ein Gross-

teil der italienischen Bevölkerung betroffen ist und in Italien, ebenso wenig 

wie in anderen Ländern, kein grundsätzlicher Anspruch auf eine Arbeits-

stelle besteht, er sich im Falle einer vorübergehenden Einschränkung je-

doch ebenso an die italienischen Behörden wenden könnte, 

dass der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen ist, dass Italien grund-

sätzlich über eine ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt 

(vgl. statt vieler: Urteil des BVGer F-2009/2020 vom 24. April 2020 E. 8.7 

m.w.H.) und der Zugang für asylsuchende Personen zum italienischen Ge-

sundheitssystem über die Notversorgung hinaus ist derzeit grundsätzlich 

D-5447/2021 

Seite 11 

gewährleistet, auch wenn es in der Praxis zu zeitlichen Verzögerungen 

kommen kann (vgl. hierzu etwa Urteil des BVGer D-2846/2020 vom 

16. Juli 2020 E. 6.2.1 m.H. oder seit Inkrafttreten des Dekrets Nr. 130 

ebenfalls Urteil F-6330/2020 vom 18. Oktober 2021 E. 10.5 und 11.1), 

dass zudem keine Anhaltspunkte vorliegen, wonach Italien dem Beschwer-

deführer eine allenfalls nötige adäquate medizinische Behandlung für die 

von im Dublin-Gespräch erwähnten gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

(vgl. SEM-Akte 1110729-16/2) verweigern würde, 

dass die geltend gemachte Erkältung im Übrigen ohnehin nicht als schwer 

oder akut erscheint, da er sich – obwohl er von der Vorinstanz auf die Mög-

lichkeit einer Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe im BAZ hingewiesen wurde 

(vgl. SEM-Akte 1110729-16/2) – nicht in ärztliche Behandlung begab 

(vgl. SEM-Akte 1110729-24/1), 

dass sich aus der Überstellung nach Italien mithin auch unter Berücksich-

tigung der gesundheitlichen Vorbringen des Beschwerdeführers keine Ver-

letzung von Art. 3 EMRK oder anderer völkerrechtlicher Verpflichtungen 

ergibt, 

dass sich somit ein Selbsteintritt gestützt auf Art. 17 Dublin-III-VO und 

Art. 3 EMRK vorliegend nicht gebietet, 

dass sodann hinsichtlich des Vorbringens des Beschwerdeführers, er 

möchte mit seiner Freundin in der Schweiz zusammenleben, darauf hinzu-

weisen ist, dass Art. 8 EMRK unter dem Aspekt von Art. 17 Abs. 1 Dublin-

III-VO zu berücksichtigen ist, soweit eine tatsächlich gelebte Beziehung 

besteht, wobei diesbezüglich als wesentliche Faktoren das gemeinsame 

Wohnen respektive der gemeinsame Haushalt, die finanzielle Verflochten-

heit, die Länge und Stabilität der Beziehung sowie das Interesse und die 

Bindung der Partner aneinander zu berücksichtigen sind (vgl. CHRISTOPH 

GRABENWARTER / KATHARINA PABEL, Europäische Menschenrechtskon-

vention, 7. Aufl., 2021, S. 304; MARK E. VILLIGER, Handbuch der Europäi-

schen Menschenrechtskonvention, 2. Aufl., 1999, S. 365 und statt vieler 

Urteile des BVGer D-3768/2020 vom 17. November 2020 E. 6.2 oder E-

736/2019 vom 2. November 2020 E. 8.2.2), 

dass vorliegend aufgrund mangelnder Angaben des Beschwerdeführers 

zur Beziehung mit seiner angeblich in der Schweiz lebenden Freundin, wel-

che er erstmals auf Beschwerdeebene erwähnte, nicht von einer gefestig-

D-5447/2021 

Seite 12 

ten, bereits längere Zeit andauernden respektive eheähnlichen Gemein-

schaft im Sinne der Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK (Recht auf Achtung 

des Privat und Familienlebens) ausgegangen werden kann, 

dass der Beschwerdeführer und seine Freundin somit nicht als Familien-

angehörige im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO respektive Art. 8 EMRK 

erachtet werden können, womit der Beschwerdeführer keine Rechtsan-

sprüche zu seinen Gunsten abzuleiten vermag, 

dass nach dem gesagten keine Veranlassung zu einem Selbsteintritt im 

Sinne von Art. 17 Dublin-III-VO und Art. 8 EMRK besteht, 

dass es angesichts der vorstehenden Erwägungen keine Gründe für eine 

Anwendung der Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt, 

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts Ermessen zukommt (vgl. 

BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine gesetzeswid-

rige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) durch die Vor-

instanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, 

dass andere Gründe, die der Schweiz Anlass geben könnten oder sie gar 

verpflichten würden, von ihrem Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 

Satz 1 Dublin-III-VO Gebrauch zu machen, weder geltend gemacht wer-

den noch ersichtlich sind, 

dass somit Italien der für die Behandlung des Asylgesuchs des Beschwer-

deführers zuständige Mitgliedstaat gemäss Dublin-III-VO bleibt, 

dass allfällige Verzögerungen aufgrund der herrschenden Situation im Zu-

sammenhang mit der Covid-19-Pandemie – gemäss aktuellem Kenntnis-

stand – lediglich temporäre Vollzugshindernisse darstellen und am Aus-

gang des vorliegenden Verfahrens nichts zu ändern vermögen (vgl. etwa 

Urteile des BVGer F-4786/2021 vom 5. November 2021 E. 8.6 oder 

F-868/2021 vom 5. März 2021 E. 6.9, je m.w.H), 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 

D-5447/2021 

Seite 13 

ist und – weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufent-

halts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von 

Art. 44 AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 

Bst. a AsylV 1), 

dass nach dem Gesagten die Beschwerde als offensichtlich unbegründet 

abzuweisen ist und die Verfügung des SEM zu bestätigten ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-5447/2021 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Kathrin Rohrer 

 

 

Versand: