# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dbfd8840-7c77-569c-b390-fbee9bf69c9d
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-16
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 16.01.2024 A3 22 45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_A3-22-45_2024-01-16.pdf

## Full Text

A3 22 45 

 

URTEIL VOM 16. JANUAR 2024 

 

Kantonsgericht Wallis 

Öffentlichrechtliche Abteilung 

 

Der Einzelrichter des Kantonsgerichtes, Dr. Thierry Schnyder, urteilend gemäss Art. 34k 

Abs. 3 des Gesetzes über das Verwaltungsverfahren und die Verwaltungsrechtspflege 

vom 6. Oktober 1976 (VVRG; SGS/VS 172.6), unter Beizug der Gerichtsschreiberin Va-

nessa Brigger, Gerichtsschreiberin, 

 

in Sachen 

 

X _________, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Jonas Mangisch, Von Graffenried 

Recht, Berufungskläger, 

 

gegen 

 

EINWOHNERGEMEINDE Y _________, vertreten durch Rechtsanwalt Urban Carlen, 

Brig-Glis  

 

(Busse) 

Berufung gegen den Entscheid vom 17. November 2022.  

  

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Sachverhalt 

 

A.  Der grundsätzlich autofreie obere Teil (1900 m.ü.M.) der Einwohnergemeinde  

Y _________ (Gemeinde) ist von der Talstation A _________ aus über zwei Luftseilbah-

nen erreichbar. Die kleinere verfügt über eine Zwischenstation in A _________ Dorf, 

welches ebenso Teil der Gemeinde bildet. Der Weiler A _________ ist durch eine öffent-

liche Strasse mit dem Tal verbunden. Dort führt eine für den öffentlichen Verkehr einge-

schränkt nutzbare Flur- und Forststrasse weiter hinauf. 

Die Gemeinde erliess 12. September 2022 eine Bussenverfügung von Fr. 500.00 gegen 

X _________ wegen Widerhandlung gegen das Reglement Flur- und Forststrassen der 

Gemeinde Y _________ vom 30. November 2017 (homologiert vom Staatsrat am  

24. Oktober 2018; fortan: RFB). Der Beschuldigte habe ohne Sonderbewilligung eine 

Transportfahrt durchgeführt. Die dagegen eingereichte Einsprache von X _________ 

wies die Erstinstanz am 17. November 2022 ab. 

B.  Gegen diesen Entscheid reichte X _________ (fortan Berufungskläger) am  

21. Dezember 2022 Berufung bei der Öffentlichrechtlichen Abteilung des Kantonsge-

richts ein und stellte folgende Rechtsbegehren: 

"1. Es sei der Einspracheentscheid des Gemeinderates der Gemeinde Y _________ vom  
17. November 2022 aufzuheben und der Berufungskläger sei vom Vorwurf des Verstosses ge-
gen das Flur- und Forststrassenreglement der Einwohnergemeinde, angeblich begangen am 
27. August 2022, freizusprechen. 

 2. Eventualiter sei der Einspracheentscheid des Gemeinderates der Gemeinde Y _________ vom 
17. November 2022 aufzuheben und es sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen. 

 3. Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt.)." 

Der Berufungskläger machte im Wesentlichen geltend, die Gemeinde erlaube in ständi-

ger und jahrelanger Praxis Transportfahrten von Gütern auf den Flur- und Forststrassen, 

auch wenn diese mit der Luftseilbahn befördert werden könnten und wolle diese Praxis 

auch in Zukunft fortführen. Er dürfe nach dem Grundsatz der Geleichbehandlung im Un-

recht nicht sanktioniert werden.  

C.  Die Gemeinde Y _________ hinterlegte am 3. Februar 2023 eine Vernehmlassung 

und beantragte die Abweisung der Berufung unter Kostenfolge zu Lasten des Berufungs-

klägers.  

  

- 3 - 

D.  Der Berufungskläger liess sich am 27. April 2023 erneut vernehmen und ergänzte 

seine Rechtsbegehren dahingehend, dass subeventualiter festzustellen sei, dass die 

ständige Praxis der Gemeinde Y _________ betreffend Gütertransporte auf der Flur- 

und Forststrasse zwischen Y _________ und A _________ Dorf widerrechtlich sei.   

E.  Das Gericht führte am 20. November 2023 eine Berufungsverhandlung durch und 

befragte mehrere Personen (S. 158 ff.). Die Gemeinde beantragte die Abweisung des 

Rechtsmittels, sofern darauf eingetreten werde, unter Kostenfolge zu Lasten des Beru-

fungsklägers, sowie eine Parteientschädigung (S. 182). Der Berufungskläger stellte fol-

gende Anträge (S. 183): 

"1. Es sei der Einspracheentscheid des Gemeinderates der Gemeinde Y _________ vom  
17. November 2022 aufzuheben und Herr X _________ sei freizusprechen vom Vorwurf der 
Widerhandlung gegen das Flur- und Forststrassenreglement der Einwohnergemeinde  
Y _________ angeblich begangen am 27. August 2022. 

 2. Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt.). 

 3. Die Verfahrenskosten seien von der Einwohnergemeinde Y _________ zu tragen und dem Ver-
teidiger von Herrn X _________ sei eine Entschädigung im Umfang der am Ende des Partei-
vortrages einzureichenden Kostennote auszurichten." 

Der Rechtsanwalt des Berufungsklägers hinterlegte eine Kostennote in der Höhe von 

Fr. 8'898.05. Die Beteiligten verzichteten in laufender Sitzung auf ein mündlich begrün-

detes Urteil (S. 160).  

Erwägungen 

1. 

1.1  Die von Verwaltungsbehörden im Rahmen der Verfolgung und Beurteilung von kan-

tonalen oder kommunalen Gesetzesübertretungen erlassenen Entscheide sind mit Be-

rufung bei einem Richter des Kantonsgerichts anfechtbar (Art. 34h Abs. 1 Gesetz über 

das Verwaltungsverfahren und die Verwaltungsrechtspflege vom 6. Oktober 1976 

[VVRG; SGS/VS 172.6], Art. 34i Abs. 2 i.V.m. Art. 34k Abs. 3 und Art. 34l VVRG; Art. 335 

Schweizerisches Strafgesetzbuch vom 21. Dezember 1937 [StGB; SR 311.0]). Der erst-

instanzliche Entscheid ergeht in einem summarischen Verfahren ohne vorherige Anhö-

rung des Beschuldigten und mit summarisch begründetem Strafbescheid, sofern der 

Sachverhalt ausreichend abgeklärt ist und die strafbare Handlung mit einer Busse bis 

Fr. 5 000.00 geahndet werden kann (Art. 34j Abs. 1 VVRG). Mangels gegenteiliger Best-

immungen erkennt das Polizeigericht erstinstanzlich über kommunalrechtliche Übertre-

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tungen, unter Anwendung des VVRG (Art. 11 Abs. 2 und Art. 38 Abs. 2 lit. b des Einfüh-

rungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung vom 11. Februar 2009 

[EGStPO; SGS/VS 312.0]; Art. 335 StGB). 

1.2  Die Gemeinde hat dem Berufungskläger am 12. September 2022 wegen Übertre-

tung des RFB eine Busse in der Höhe von Fr. 500.00 auferlegt. Am 11. Oktober 2022 

hat der Berufungskläger gegen die Bussenverfügung eine Einsprache eingereicht. Die 

Gemeinde hat die Einsprache am 17. November 2022 abgewiesen und an der Sanktion 

festgehalten. Dieser Einspracheentscheid kann mit Berufung an einen Richter des Kan-

tonsgerichts angefochten werden (Art. 34k Abs. 3 VVRG). 

1.3  Unter Vorbehalt der Bestimmungen von Art. 34m lit. a-f VVRG regelt die Schweize-

rische Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 (StPO; SR 312.0) das Berufungsver-

fahren (Art. 34m VVRG). Das Gericht kann den angefochtenen Entscheid bestätigen 

oder mildern (Art. 34m lit. f VVRG), eine «reformatio in peius» ist in diesem Verfahrens-

stadium laut Gesetz jedoch unzulässig. In der Berufungserklärung ist nach Art. 34m 

VVRG i.V.m. Art. 399 Abs. 3 StPO anzugeben, ob das Urteil vollumfänglich oder nur in 

Teilen angefochten wird, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils verlangt 

werden und welche Beweisanträge gestellt werden. Das erstinstanzliche Urteil wird nur 

in den angefochtenen Punkten überprüft (Art. 34m VVRG i.V.m. Art. 404 Abs. 1 StPO).  

1.4  Bildeten ausschliesslich Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Haupt-

verfahrens, so kann mit der Berufung nur geltend gemacht werden, das Urteil sei rechts-

fehlerhaft oder die Feststellung des Sachverhalts sei offensichtlich unrichtig oder beruhe 

auf einer Rechtsverletzung (Art. 34m VVRG i.V.m. Art. 398 Abs. 4 StPO).  

1.5  Der Berufungskläger ist als Verurteilter zur Berufung legitimiert (Art. 34m lit. a 

VVRG). Das Rechtsmittel erfüllt die übrigen Prozessvoraussetzungen der Berufung ge-

gen einen administrativen Strafentscheid und ist insbesondere form- und fristgerecht 

eingereicht worden, weshalb darauf einzutreten ist (Art. 34m VVRG i.V.m. Art. 90 und 

Art. 91 StPO). 

2.  Der im angefochtenen Einspracheentscheid festgestellte Sachverhalt ist unbestritten: 

Der Berufungskläger hat am 27. August 2022 mit seinem Fahrzeug (VS 88585) einen 

Schneetöff von der Y _________ ins Tal (A _________ Talstation) befördert. Er hat für 

diese Transportfahrt auf den Flur- und Forststrassen vorgängig keine Sonderbewilligung 

bei der Gemeinde beantragt (S. 5 ff., S. 21 f., S. 179).  

  

- 5 - 

3. 

3.1  Der Beschwerdeführer beantragt als Beweismittel die von ihm hinterlegten Doku-

mente, die Edition der Akten der Vorinstanz, seine Parteieinvernahme, einen Augen-

schein, die Edition von sämtlichen erteilten Sonderbewilligungen der Jahre 2019 bis 

2022 sowie die Befragung von B _________ und C _________.  

3.2  Das Recht, Beweise zu beantragen, ist Teilgehalt des rechtlichen Gehörs und die 

Parteien haben das Recht, die Abnahme relevanter Beweise zu verlangen (BGE 146 IV 

218 E. 3.1.1; 145 I 167 E. 4.1). Das Beweisverfahren kann nach der Rechtsprechung 

und der herrschenden Lehre geschlossen werden, ohne damit das rechtliche Gehör zu 

verletzen, wenn die entscheidende Instanz sich ihre Überzeugung gebildet hat und ohne 

Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, der rechtsrelevante 

Sachverhalt würde durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert (BGE 144 V 361 E. 

6.5; 136 I 229 E. 5.3; ZWR 2009 E. 3b; KÖLZ/ HÄNER/ BERTSCHI, Verwaltungsverfahren 

und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3 A., 2013, N. 153 und N. 537). Dies trifft u.a. 

zu, wenn eine Beweisführung über einen nicht relevanten Sachverhalt verlangt wird (Art. 

80 Abs. 1 lit. d, Art. 56 und Art. 17 Abs. 2 VVRG; BGE 131 I 153 E. 3). Führen die von 

Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung oder den Richter bei pflicht-

gemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als über-

wiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an 

diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, ist auf die Abnahme weiterer Be-

weise zu verzichten (BGE 144 V 361 E. 6.5; 136 I 229 E. 5.3; KÖLZ/ HÄNER/ BERTSCHI, 

a.a.O., N. 153, 154 und 537).  

3.3  Das Kantonsgericht hat die vom Berufungskläger eingereichten Dokumente zu den 

Akten genommen. Die Gemeinde hat am 3. Februar 2023 die Akten des administrativen 

Strafverfahrens und weitere Dokumente eingereicht. Das Kantonsgericht hat am  

20. November 2023 eine Berufungsverhandlung durchgeführt, an welcher die beiden 

genannten Zeugen einvernommen worden sind und der Berufungskläger befragt worden 

ist. Die vorhandenen Unterlagen enthalten die entscheidrelevanten Sachverhaltsele-

mente und genügen, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, zur Beurteilung der 

rechtserheblichen Fragen. Deshalb wird auf zusätzliche Beweisabnahmen - insbeson-

dere eine Ortsschau sowie die Edition zusätzlicher Dokumente - verzichtet.  

4. 

4.1  Der Berufungskläger macht geltend, er könne gemäss dem Grundsatz der Gleich-

behandlung im Unrecht nicht bestraft werden: Es bestehe eine langjährige Praxis der 

Gemeinde, wonach Gütertransporte zwischen der Y _________ und A _________ Dorf 

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ohne Sonderbewilligung erlaubt seien, obwohl die Güter mit der Luftseilbahn transpor-

tiert werden könnten. Die Flur- und Forststrasse zwischen der Y _________ und  

A _________ Dorf sei nur unwesentlich länger (500 m) als diejenige zwischen  

A _________ Dorf und A _________ Tal. Es bestehe kein sachlicher Grund, Transport-

fahrten zwischen der Y _________ und A _________ Dorf anders zu behandeln als sol-

che zwischen der Y _________ und A _________ Tal, es werden dieselbe Flur- und 

Forststrasse und dieselben Fahrzeuge genutzt. Art. 6 RFB sehe keine Ausnahme von 

der Bewilligungspflicht vor. Die Praxis der Gemeinde sei gesetzwidrig. Die Erstinstanz 

wolle gemäss Einspracheentscheid an dieser ständigen gesetzwidrigen Praxis festhal-

ten. Sämtliche Voraussetzungen der Gleichbehandlung im Unrecht seien erfüllt.  

4.2  Gemäss Art. 6 Abs. 5 RFB können Gütertransporte auf die Y _________ und von 

der Y _________ aus nur ausnahmsweise bewilligt werden, falls es erwiesenermassen 

unmöglich ist, die Güter mit der Luftseilbahn zu transportieren. Anderenfalls ist der 

Transport mit der Luftseilbahn auszuführen. Zuwiderhandlungen werden gemäss Art. 17 

RFB geahndet. Art. 17 Abs. 2 RFB statuiert, dass Zuwiderhandlungen gegen die Vor-

schriften des RFB sowie gegen rechtskräftige Verfügungen des Gemeinderats in An-

wendung des RFB durch den Gemeinderat je nach der Schwere des Verschuldens mit 

einer Busse bis zu Fr. 5'000.00 bestraft werden. 

4.3  Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts hat das Legalitätsprinzip re-

gelmässig Vorrang vor dem Gleichheitsprinzip (BGE 135 IV 191 E. 3.3; 131 V 9 E. 3.7). 

Eine Falsch- oder Nichtanwendung des Gesetzes begründet grundsätzlich keinen An-

spruch des Individuums, ebenfalls gesetzeswidrig begünstig zu werden, vor allem dann 

nicht, wenn nur in einigen wenigen Fällen eine abweichende Behandlung dargetan ist. 

(BGE 146 I 105 E. 5.3.1; 139 II 49 E. 7; 131 V 9 E. 3.7; SCHWEIZER/ FANKHAUSER, in: 

EHRENZELLER et al. [Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommen-

tar, 4. A., 2023, N. 55 zu Art. 8 BV). Insbesondere im Strafrecht besteht grundsätzlich 

kein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht (BGE 135 IV 191 E. 3.3; 124 IV 44 

E. 2c mit Hinweis; Urteile des Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.8.1; 

6B_496/2020 vom 11. Januar 2021 E. 3.5.2; E. 5.3 6B_1219/2015 vom 26. Mai 2016 E. 

4.1). Weicht die Behörde jedoch nicht nur in einem oder in einigen Fällen, sondern in 

ständiger Praxis vom Gesetz ab, und gibt sie zu erkennen, dass sie auch in Zukunft nicht 

gesetzeskonform entscheiden werde, so kann der Bürger gestützt auf Art. 8 Abs. 1 BV 

verlangen, gleichbehandelt, d.h. ebenfalls gesetzwidrig begünstigt zu werden. Nur wenn 

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eine Behörde nicht gewillt ist, eine rechtswidrige Praxis aufzugeben, überwiegt das Inte-

resse an der Gleichbehandlung der Betroffenen gegenüber demjenigen an der Gesetz-

mässigkeit (BGE 146 I 105 E. 5.3.1 mit Hinweisen; 131 V 9 E. 3.7 mit Hinweisen). 

4.4  Es ist zu prüfen, ob eine ständige gesetzwidrige Praxis der Gemeinde im oben ge-

nannten Sinne vorliegt. 

4.4.1  Der Zeuge C _________ (ehemaliger Gemeindepräsident) hat erklärt, während 

seiner Amtszeit seien alle gebüsst worden, die ohne Bewilligung Güter auf der Flur- und 

Forststrasse von der Y _________ ins Tal transportiert hätten. Es habe keine Ausnah-

men und keine Ungleichbehandlung gegeben (S. 163). Eine Jahresfahrbewilligung be-

rechtige nicht zum Gütertransport. Sie sei nur für Autos oder einen Traktor gedacht  

(S. 163 f.). Bei Transporten zwischen der Y _________ und A _________ Dorf, der Zwi-

schenstation der Luftseilbahn auf 1200 m.ü.M., sei es unverhältnismässig, die Luftseil-

bahn zu nutzen. Dies betreffe die beiden Gewerbebetriebe D _________ und  

E _________ in A _________ Dorf (S. 164). Es bräuchte eine Anfrage an die Gemeinde. 

Gütertransporte zwischen A _________ Dorf und der Y _________ von dort eingetrage-

nen Unternehmen seien toleriert worden (S. 165). 

Der Zeuge B _________ (Gemeinderat) hat dargelegt, alle Personen, welche wie der 

Berufungskläger handeln, würden gebüsst. Gütertransporte auf der Flur- und Forst-

strasse zwischen der Y _________ und dem Tal würden nur bewilligt, wenn der Trans-

port mit der Luftseilbahn nicht möglich sei. Gütertransporte zwischen der Y _________ 

und A _________ Dorf seien möglich, wenn die Güter dort verbleiben würden (S. 170). 

Diese Ausnahme stehe nicht im Reglement, sei aber in der Urversammlung besprochen 

und protokolliert worden. Diese Regelung habe schon vor dem Erlass des Reglements 

bestanden und die Gemeinde wolle diese Praxis beibehalten (S. 171).  

4.4.2  Die befragten Zeugen haben zusammengefasst dargelegt, dass die Gemeinde 

Transportfahrten auf der Flur- und Forststrasse zwischen der Y _________ und  

A _________ Dorf von ansässigen Unternehmen seit Jahren erlaubt, obwohl die Güter 

mit der Luftseilbahn transportiert werden könnten. Dies widerspricht Art. 6 Abs. 5 RFB.  

Die Zeugen haben jedoch keine ständige Praxis der Gemeinde bestätigt, wonach Unter-

nehmen aus A _________ Dorf ohne Sonderbewilligung Transportfahrten auf der Flur- 

und Forststrasse (von der Y _________ aus) bis ins Tal durchführen dürften bzw. grund-

sätzlich von einer Bewilligungspflicht für Transportfahrten befreit seien.  

  

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Folgende Fragen und Antworten zeigen auf, wie dies in der Praxis erfolgen dürfte  

(kursive Anpassungen durch die Berufungsinstanz): 

Ehemaliger Gemeindepräsident (S. 165 f.):  

Q14 Wenn derselbe Sachverhalt durch einen Handwerker, der in A _________ eine Werkstatt 

besitzt gemacht worden wäre, und die Maschine nicht von der Y _________ in die Deutsch-

schweiz, sondern nach A _________ Dorf gebracht und dort repariert worden wäre, wäre 

der Handwerker gebüsst worden? 

A. Das ist eine heikle Frage. Wenn der Schneetöff anschliessend in A _________ repariert 

wird, kommt es zu keiner Busse. Güter von A _________ nach Y _________ haben wir nicht 

verboten. Es bräuchte in dem Fall eine Anfrage an die Gemeinde. Aber Güter von  

A _________ nach Y _________ und umgekehrt haben wir toleriert, wenn die Geschäfte in 

A _________ oder in der Y _________ waren.  

Q15 Wie ist der Fall zu entscheiden, wenn der gleiche Handwerker vom Importeur neue Motor-

schlitten nach A _________ geliefert bekommt und diese von dort aus auf die Y _________ 

zu den Kunden geliefert werden, würde dieser Fall auch von der Praxis profitieren? 

A. Das würde toleriert werden. Das setzt aber voraus, dass die Schlitten in A _________ vom 

Unternehmer bearbeitet werden, d.h. dass er nicht einfach die Schlitten auf einen Anhänger 

umlädt, um sie dann direkt weiter auf die Y _________ zu fahren.  

Der Beschwerdeführer hat unbestritten keine Sonderbewilligung für die Transportfahrt 

vom 27. August 2022 beantragt und ist ausserdem nicht nur bis A _________ Dorf, son-

dern bis ins Tal gefahren (siehe oben E. 2). Es besteht demnach keine ständige rechts-

widrige Praxis in Bezug auf die dem Berufungskläger zur Last gelegte nicht bewilligte 

Transportfahrt von der Y _________ bis ins Tal.  

Zudem verlangt der Berufungskläger im Ergebnis, dass die Gemeinde ihre reglement-

widrige Praxis, welche Transportfahrten von mit der Luftseilbahn transportierbaren Gü-

tern auf der Flur- und Forststrasse zwischen Y _________ und A _________ Dorf betrifft, 

auf alle Transportfahrten bis A _________ Talstation resp. bis ins Tal ausweitet. Eine 

unterschiedliche Behandlung zwischen denjenigen, die nur einen Teil des Wegs absol-

vieren müssen (Weiler Y _________ nach A _________ Dorf) und denjenigen, welche 

Waren vom Weiler Y _________ bis ins Tal befördern, lässt sich durchaus mit folgenden 

Aussagen nachvollziehen: 

  

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Gemeinderat (S. 162 f.): 

Q.3 Werden alle Personen gebüsst, welche Waren vom Weiler Y _________ bis ins Tal beför-

dern? 

A. Ja. Zu 100%, soweit wir davon Kenntnis haben. Es gibt aber Fahrten, die auf dieser 

Flurstrasse erlaubt sind. Das betrifft auch Gütertransporte. Dazu gibt es eine langjährige 

Praxis vom Gemeinderat, Fahrten vom Berg zum Tal oder umgekehrt sind zwingend mit der 

Luftseilbahn zu machen, ausser es liegt eine Bestätigung der Bahn vor, dass das nicht geht, 

oder die Bahn wird gerade revidiert. Dann kann bei der Gemeinde um eine Ausnahme er-

sucht werden. Zu unterscheiden sind auch Gütertransporte von der Y _________ nach  

A _________ Dorf oder umgekehrt, hier ist das Fahren möglich, wenn die Sache in  

A _________ Dorf verbleibt. Als Beispiel möchte ich den Fall erwähnen, da ein Gewerbe-

treibender in A _________ Dorf ein Depot für ein Gerüst hat und dieses Gerüst auf der  

Y _________ braucht und es dort anschliessend wieder in sein Depot hinunterbringen will. 

Da wäre es nicht schlau, wenn er dieses Gerüst zuerst auf der Y _________ abbaut, dann 

zur Luftseilbahn Bergstation transportiert, dort hinuntertransportieren lässt, bei der Talsta-

tion mit seinem Traktor abholt, um es dann nach A _________ hinauf zu bringen. Theore-

tisch wäre es möglich, dass die Transporte mit der kleinen Bahn realisiert würden, was ein 

Abladen bei der Zwischenstation möglich machen könnte, die kleine Bahn macht aber in 

seltensten Fällen solche Transporte und mit der kleinen Bahn lässt sich viel weniger laden.  

Ehemaliger Gemeindepräsident (S. 164): 

Q.7 Der Beschuldigte erwähnt zwei Unternehmen, welche zwischen der Y _________ und  

A _________ Transporte unternehmen. Stimmt das? 

A. Das ist die Hauptfrage in diesem Prozess. Und zwar ginge es bereits bei der Ausarbeitung 

des Reglements um die Frage, wie Transporte zwischen der Y _________ nach  

A _________ (Zwischenstation auf 1200 m) und umgekehrt zu realisieren sind. Da sind mei-

nes Wissens genau zwei Geschäfte betroffen, nämlich D _________ und E _________. 

Diese betreiben in A _________ ein Gewerbe. Er erscheint unverhältnismässig, wenn diese 

ihre Güter nach F _________ hinab transportieren, dann von der Luftseilbahn auf die  

Y _________ hinaufbringen lassen und sie selbst könnten mit ihren Fahrzeugen die 

Flurstrasse hinauffahren. Dieses Ergebnis ist somit geografisch bedingt.  

Es existieren gemäss diesen Aussagen sachliche Gründe, warum zwei Unternehmen 

die Möglichkeit erhalten, gewisse Transporte über die Flurstrasse durchzuführen.  

Das Begehren des Berufungsklägers geht über den Anspruch auf Gleichbehandlung im 

Unrecht hinaus. 

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Das RFB ist in diesem Punkt trotz entsprechender Diskussion während der Urversamm-

lung möglicherweise unvollständig, wobei es nicht am Kantonsgericht obliegt, das kom-

munale Gesetz anzupassen. Es kann jedoch die Gemeinde einladen, eine Anpassung 

des Gesetzes oder der Praxis zu prüfen. 

4.5  Der Berufungskläger kritisiert, die Praxis der Gemeinde widerspreche Art. 6 RFB. 

Sie sei rechtswidrig. Er bringt vor, eine Ausnahme für Transportfahrten zwischen  

A _________ Dorf und der Y _________ müsste ins Reglement aufgenommen werden. 

Die Frage, ob die von den Zeugen dargelegte Praxis der Gemeinde betreffend Trans-

portfahrten (siehe E. 4.4.1) im RFB stehen müsste, ist mit Blick auf die Rechtssicherheit 

durchaus berechtigt. Eine Änderung des kommunalen Reglements ist jedoch nicht Ge-

genstand des vorliegenden verwaltungsstrafrechtlichen Berufungsverfahrens. Der Beru-

fungskläger ist zur Rüge, die Praxis der Gemeinde sei rechtswidrig, im vorliegenden ver-

waltungsstrafrechtlichen Verfahren nicht legitimiert, da er durch die Nichtverfolgung von 

gemäss Art. 6 RFB unrechtmässigen Transportfahrten in anderen, nicht vergleichbaren 

Fällen nicht beschwert ist (BGE 127 I 1 E. 3c).  

4.6  Der Berufungskläger rügt eine Verletzung der Wirtschaftsfreiheit, da die Praxis der 

Gemeinde das Gewerbe in A _________ Dorf rechtswidrig bevorzuge. Er legt dar, dass 

er Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung der G _________ GmbH mit 

Sitz auf der Y _________ ist (S. 4 und S. 34). In der Replik (S. 129) und anlässlich des 

Parteivortages in der Berufungsverhandlung ist geltend gemacht worden, ein Gewerbe-

treibender aus A _________ Dorf dürfe ohne Bewilligung Transportfahrten auf der Forst-

strasse zwischen der Y _________ und A _________ Dorf machen, ein auf der  

Y _________ ansässiger jedoch nicht, was der Beleg Nr. 4 der Gemeinde aufzeige. Die 

von der Gemeinde eingereichten Sonderbewilligungen und Bussen dieses Unterneh-

mens beträfen nur Gütertransporte zwischen der Y _________ und A _________ Tal-

station, nicht aber solche zwischen der Y _________ und A _________ Dorf. Die Zeugen 

hätten auf die Fragen betreffend Transporte des Unternehmers D _________ aus  

A _________ Dorf keine klaren Antworten gegeben. 

4.6.1  Die Wirtschaftsfreiheit ist durch Art. 27 Abs. 1 BV gewährleistet und umfasst ins-

besondere die freie Wahl des Berufes sowie den freien Zugang zu einer privatwirtschaft-

lichen Erwerbstätigkeit und deren freie Ausübung (Art. 27 Abs. 2 BV). Gemäss Art. 94 

Abs. 1 BV halten sich Bund und Kantone an den Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit. Ab-

weichungen von diesem Grundsatz, insbesondere Massnahmen, die sich gegen den 

Wettbewerb richten, sind nur zulässig, wenn sie in der Bundesverfassung vorgesehen 

oder durch kantonale Regalrechte begründet sind (Art. 94 Abs. 4 BV). Während Art. 27 

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BV den individualrechtlichen Gehalt der Wirtschaftsfreiheit schützt, gewährleistet Art. 94 

BV als grundlegendes Ordnungsprinzip einer auf marktwirtschaftlichen Prinzipien beru-

henden Wirtschaftsordnung die systembezogene oder institutionelle Dimension der Wirt-

schaftsfreiheit (BGE 147 V 423 E. 5.1.3). Eine Scharnierfunktion kommt sodann dem 

Grundsatz der Gleichbehandlung der Gewerbegenossen und der staatlichen Wettbe-

werbsneutralität zu (BGE 142 I 162 E. 3.2.1 mit Hinweis). Nach dem Grundsatz der Wett-

bewerbsneutralität bzw. der Gleichbehandlung der Gewerbegenossen sind Massnah-

men verboten, die den Wettbewerb unter direkten Konkurrenten verzerren und dadurch 

nicht wettbewerbsneutral sind. Als direkte Konkurrenten gelten Angehörige der gleichen 

Branche, die sich mit dem gleichen Angebot an dasselbe Publikum richten, um das glei-

che Bedürfnis zu befriedigen. Die Gleichbehandlung der Gewerbegenossen geht weiter 

als das allgemeine Rechtsgleichheitsgebot. Es gilt aber nicht absolut und schliesst ge-

wisse Differenzierungen, etwa aus Gründen der Sozialpolitik, des Umweltschutzes oder 

der Kulturpolitik nicht aus. Eine entsprechend begründete Ungleichbehandlung muss je-

doch verhältnismässig sein und soll spürbare Wettbewerbsverzerrungen vermeiden. Er-

forderlich ist eine Interessenabwägung (zum Ganzen: BGE 142 I 162 E. 3.7.2; 141 V 

557 E. 7.2; je mit Hinweisen). 

4.6.2  Der Berufungskläger verweist auf den Beleg Nr. 4 der Gemeinde, wonach die  

Gemeinde die D _________ GmbH mit Schreiben vom 26. Juli 2021 darüber informiert 

hat, dass ihr für nicht bewilligte Transportfahrten auf den Flur- und Forststrassen in den 

Monaten Mai bis Juli 2021 (Transport eines Elektrofahrzeugs, Transport eines Anhä-

ngers und Transport eines Pistenfahrzeugs) die Bewilligungsgebühr in Rechnung ge-

stellt, jedoch ausnahmsweise auf die Verrechnung von Bussen verzichtet werde (S. 82). 

Die Gemeinde werde in Zukunft alle Fehlbaren ohne weitere Vorankündigung büssen. 

Ein entsprechendes Schreiben werde allen Fahrzeughaltern der Y _________ zuge-

stellt.  

4.6.3  Der Verzicht auf eine Busse für drei nicht bewilligte Transportfahrten eines Unter-

nehmers im Jahr 2021 stellt keine Massnahme dar, die den Wettbewerb unter direkten 

Konkurrenten verzerrt. Die Gemeinde hat das genannte Unternehmen ausdrücklich da-

rauf hingewiesen, dass für sämtliche Transporte über die Flur- und Forststrassen vor 

deren Durchführung eine Bewilligung beim Gemeinderat einzuholen ist und dass die Ge-

meinde in Zukunft alle Fehlbaren büssen werde. Das genannte Unternehmen ist gemäss 

diesem Schreiben sowie den übrigen Akten nicht von der Sonderbewilligungspflicht be-

freit worden: Die Gemeinde hat diverse Rechnungen aus den Jahren 2021 und 2022 an 

die D _________ GmbH für erteilte Sonderbewilligungen eingereicht (vgl. Belege Nrn. 

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22 - 27, S. 107 ff.). Sie hat das genannte Unternehmen auch wegen eines nicht bewillig-

ten Materialtransports gebüsst (Beleg Nr. 21, S. 105 f.). Die Gemeinde hat in der Ver-

nehmlassung vom 3. Februar 2023 dargelegt, dass es sich bei den Belegen Nrn. 21 bis 

27 um einen Auszug handelt, d.h. nicht um eine vollständige Auflistung aller jemals an 

dieses Unternehmen erteilten Sonderbewilligungen und Bussen. Zudem weist die Ge-

meinde mit Recht darauf hin, dass sie möglicherweise nicht von allen Transportfahrten 

ohne Bewilligung Kenntnis erhalten habe.  

Es liegt keine Ungleichbehandlung im Sinne der oben zitierten Rechtsprechung vor 

(siehe E. 4.6.1). Ob die D _________ GmbH und die G _________ GmbH als direkte 

Konkurrentinnen zu betrachten sind, muss nicht mehr näher geprüft werden. Der Beru-

fungskläger kann folglich aus dem Grundsatz der Gleichbehandlung der Gewerbegenos-

sen keinen Anspruch auf Straffreiheit für seine nicht bewilligte Transportfahrt vom  

27. August 2022 ableiten.  

4.7  Nach dem Gesagten hat der Berufungskläger durch seine nicht bewilligte Transport-

fahrt von der Y _________ bis A _________ Talstation vom 27. August 2022 Art. 6 Abs. 

5 RFB verletzt. Ihm ist bewusst gewesen, dass er für die Beförderung auf den Flur- und 

Forststrassen eine Sonderbewilligung der Gemeinde benötigt hätte: Er hat dargelegt, 

dass er sich vor der Transportfahrt bei der Gemeinde diesbezüglich erkundigt und die 

Fahrt aufgrund eines bereits vereinbarten Termins trotz der fehlenden Bewilligung durch-

geführt hat (S. 179). Es sind keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe er-

sichtlich, daher kann der Berufungskläger gemäss Art. 6 Abs. 5 RFB mit der in Art. 17 

RFB vorgesehenen Sanktion bestraft werden. 

5.  Der Berufungskläger macht weder geltend, dass die von der Gemeinde ausgespro-

chene Busse von Fr. 500.00 aufgrund seiner persönlichen Verhältnisse unangemessen 

hoch sei, noch bringt er vor, dass die Höhe der Busse seinem Verschulden nicht ent-

spreche. Die dem Berufungskläger auferlegte Busse liegt ausserdem im unteren Bereich 

des gesetzlichen Strafrahmens von Fr. 5'000.00 und erscheint nicht unverhältnismässig 

(Art. 17 Abs. 2 RFB; Art. 47, 104 und 106 StGB; Art. 74 des Einführungsgesetzes zum 

Strafgesetzbuch vom 12. Mai 2016 [EGStGB; SGS/VS 311.1]). Das Kantonsgericht kann 

daher die Rechtmässigkeit der Höhe der Busse bestätigen (Art. 34m VVRG i.V.m. Art. 

404 Abs. 1 StPO; Urteile des Kantonsgerichts A3 17 24 vom 14. August 2018 S. 4; 

A3 16 24 vom 22. Januar 2018 E. 7.6; A3 11 11 vom 29. November 2011 E. 6.2). 

  

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6.   

6.1  Die Berufung wird nach dem hiervor Ausgeführten vollumfänglich abgewiesen und 

der Schuldspruch wegen Widerhandlung gegen das RFB sowie die Busse in der Höhe 

von Fr. 500.00 werden bestätigt. Das Gericht hat schliesslich über die Kosten und Ent-

schädigungen zu befinden. 

6.2  Gemäss Art. 1 Abs. 2 lit. c betreffend den Tarif der Kosten und Entschädigungen vor 

Gerichts- oder Verwaltungsbehörden vom 11. Februar 2009 (GTar; SGS/VS 173.8) ist 

die Umschreibung der Kosten und Parteientschädigungen, die Kostentragung, die Ver-

teilung, die Stundung und der Erlass, die Kostenvorschüsse, die Sicherheitsleistung, der 

Kostenentscheid und das Rechtsmittel in Strafsachen des Bundes und in kantonalen 

Strafsachen grundsätzlich in der StPO geregelt. Ohne gegenteilige Bestimmung ist die 

Strafprozessordnung, welche die Verfolgung und die Beurteilung der Bundesrechtsüber-

tretungen regelt, analog auf die kantonalen Übertretungen anwendbar (Art. 2 und Art. 11 

Abs. 3 EGStPO). 

6.3  Nach Art. 34m VVRG i.V.m. Art. 422 Abs. 1 StPO setzen sich die Verfahrenskosten 

im Berufungsverfahren aus den Gebühren zur Deckung des Aufwands und den Ausla-

gen im konkreten Straffall zusammen. Gemäss Art. 424 Abs. 1 StPO regeln Bund und 

Kantone die Berechnung der Verfahrenskosten und legen die Gebühren fest. Die Ge-

richtsgebühr für das Berufungs- oder Revisionsverfahren vor dem Kantonsgericht be-

trägt in der Regel zwischen Fr. 380.00 und Fr. 6 000.00 (Art. 22 lit. f GTar). Die Akten 

waren nicht umfangreich und die Berufung fiel in die Zuständigkeit des Einzelrichters. 

Das Gericht hat jedoch mehrere Personen befragen müssen, wobei sich die Zeugenent-

schädigung auf Fr. 260.80 beläuft. Es rechtfertigt sich, die Gerichtsgebühr auf 

Fr. 1'239.20 festzulegen. Diese ist beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens gemäss 

Art. 428 Abs. 1 StPO vom Berufungskläger zu tragen. Die Gerichtskosten belaufen sich 

insgesamt auf Fr. 1'500.00. 

6.4  Das Kantonsgericht hat den Anspruch einer beschuldigten Person auf Parteient-

schädigung oder Genugtuung von Amtes wegen zu prüfen (Art. 34m VVRG i.V.m. 

Art. 436 Abs. 1 und Art. 429 Abs. 2 StPO). Da der Berufungskläger unterliegt, hat er 

darauf keinen Anspruch (Art. 429 Abs. 1 lit. a und c StPO e contrario). 

6.5  Die Gemeinde hat anlässlich der Berufungsverhandlung eine Parteientschädigung 

beantragt, ohne ihren Antrag näher zu begründen. Die StPO sieht keine Bestimmung 

vor, welche für die Behörden, die obsiegen, eine Parteientschädigung vorsehen. Ge-

mäss Art. 91 Abs. 3 VVRG darf den Behörden oder mit öffentlichen Aufgaben betrauten 

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Organisationen, welche obsiegen, in der Regel keine Parteientschädigung zugespro-

chen werden. In der Praxis wird dem Gemeinwesen abweichend von der Grundregel 

eine Parteientschädigung gewährt, falls die Gemeinde nicht in erster Linie hoheitliche 

Interessen wahrt, sondern wie eine Privatperson betroffen ist (z.B. als Bauherrin oder 

Grundeigentümerin), wenn das Verfahren ausserordentliche Bemühungen seitens der 

Gemeinde erfordert hat, z.B. bei unüblich aufwendigen Untersuchungen oder wenn es 

sich um eine besonders komplexe Angelegenheit gehandelt hat (HERZOG, in: Kommen-

tar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern [VRPG], HERZOG/ 

DAUM [Hrsg.], 2. A., 2020, N. 39 ff. zu Art. 104 VRPG; PLÜSS, in: Kommentar zum Ver-

waltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], GRIFFEL [Hrsg.], 3. A., 2014, N. 

54 zu § 17 VRG). Das Kantonsgericht geht davon aus, dass wer zur Regelung von 

Rechtsverhältnissen durch Verfügung berechtigt ist, seine Rechte in einem Rechtsmit-

telverfahren grundsätzlich selbst wahren kann (Urteil des Kantonsgerichts A1 18 49 vom 

30. August 2018 E. 6.2.1). Vorliegend hat die Gemeinde als Verwaltungsstrafbehörde 

eine Busse verfügt; sie ist nicht wie eine Privatperson betroffen. Aufgrund der Akten sind 

keine ausserordentlichen Bemühungen seitens der Gemeinde ersichtlich. Letztgenannte 

macht keinen ausserordentlichen Aufwand für das vorliegende Verfahren geltend und 

bringt auch nicht vor, es habe sich um ein rechtlich besonders komplexes Verfahren 

gehandelt (vgl. HERZOG, a.a.O., N. 43 zu Art. 104 VRPG). Der Gemeinde wird daher 

keine Parteientschädigung zugesprochen. 

 

Demnach erkennt das Kantonsgericht: 

 

1. Die Berufung wird abgewiesen. 

2. X _________ wird der Widerhandlung gegen Art. 6 des Reglements Flur- und Forst-

strassen der Gemeinde Y _________ schuldig erkannt. 

3. X _________ wird mit einer Busse von Fr. 500.00 bestraft. 

4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

5. Die Gerichtskosten von Fr.1’500.00 werden X _________ auferlegt. 

6. Die Gemeinde wird eingeladen zu prüfen, ob sich nicht eine Anpassung des Regle-

ments oder der Praxis rechtfertigen würde. 

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7. Der vorliegende Entscheid wird X _________ und der Einwohnergemeinde  

Y _________ schriftlich mitgeteilt. 

 
 
Sitten, 16. Januar 2024