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**Case Identifier:** c3d8eae8-e583-538a-a205-735788ca6e3d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.06.2014 200 2013 481
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-481_2014-06-02.pdf

## Full Text

200 13 481 UV
SCI/PES/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. Juni 2014

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

SUVA 
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 1. Mai 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juni 2014, UV/13/481, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1971 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) erlitt am 27. März 2008 bei einem Arbeitsunfall eine Ver-
letzung an der rechten Schulter, welche von den erstbehandelnden Ärzten 
als Impingement-Syndrom diagnostiziert wurde (act. IIA 3). Die SUVA 
(nachfolgend SUVA bzw. Beschwerdegegnerin) erbrachte in der Folge die 
gesetzlichen Leistungen (SUVA 03.50700.08.0). Am 5. September 2008 
unterzog sich der Versicherte einer diagnostischen Schulterarthroskopie 
und arthroskopischen subacromialen Bursektomie ohne Acromioplastik 
sowie einer offenen Resektion der lateralen Clavicula Schulter rechts 
(act. IIA 12). Am 1. Mai 2009 fand bei persistierenden Schulterschmerzen 
rechts erneut eine diagnostische Schulterarthroskopie, eine subacromiale 
Dekompression und eine Arthrotomie des AC-Gelenkes Schulter rechts 
statt (act. IIA 56). Vom 2. September 2009 bis 8. Oktober 2009 befand sich 
der Versicherte in stationärer Rehabilitation in der Rehaklinik C.________ 
(act. IIA 105).

Mit Schreiben vom 30. August 2010 teilte die SUVA dem Versicherten mit, 
dass sie die Taggeldleistungen per 30. September 2010 einstellen werde 
(act. IIB 203) und sprach ihm mit Verfügung vom 15. Oktober 2010 ab 
dem 1. Oktober 2010 für eine Erwerbsunfähigkeit von 19% eine Invaliden-
rente sowie eine Entschädigung für eine Integritätseinbusse von 10% zu 
(act. IIB 211). Eine hiergegen erhobene Einsprache (act. IIB 218, 227) wies 
die SUVA mit Entscheid vom 15. April 2011 (act. IIB 233) ab. Dieser Ent-
scheid ist unangefochten geblieben.

B.

Mit Schadenmeldung UVG für arbeitslose Personen wurde der SUVA am 
7. November 2011 ein Berufsunfall des Versicherten vom 31. Oktober 2011 
anlässlich einer arbeitsmarktlichen Massnahme gemeldet (act. II 1; SUVA 
03.32637.11.8). Eine Erstbehandlung habe in der Klinik D.________ statt-

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gefunden. Im entsprechenden Bericht vom 31. Oktober 2011 (act. II 9) 
wurden als Diagnosen Schulter- und Armschmerzen rechts festgehalten 
(vgl. auch act. II 11, 12). Die SUVA erbrachte in der Folge die gesetzlichen 
Leistungen (act. II 13, 14). Nachdem der Hausarzt Schulterschmerzen 
beidseits vermerkt hatte (act. II 19; vgl. auch act. II 29, 38 S. 2, 43, 59, 75, 
91), fanden weitere Abklärungen auch bezüglich der linken Schulter statt 
(act. II 46, 48, 101, 64, 73, 76 S. 2). 

Am 5. September 2012 wurde beim Versicherten eine Infiltration intraarti-
kulär Schulter links sowie des AC-Gelenks vorgenommen (act. II 84). Eine 
MRI-Untersuchung der linken Schulter vom 31. Oktober 2012 ergab eine 
SLAP-I-Läsion, eine Partialruptur der Supraspinatussehne bei ansonsten 
intakter Rotatorenmanschette sowie eine AC-Gelenksarthrose (act. II 96 
S. 1). Am 17. Januar 2013 wurde der Versicherte kreisärztlich untersucht 
(act. II 106). Am 20. Februar 2013 fand eine erneute Infiltration des AC-
Gelenks statt (act. II 119).

Mit Verfügung vom 22. Februar 2013 (act. II 114) stellte die SUVA die Heil-
kosten- und die Taggeldleistungen per 28. Februar 2013 ein. Nach medizi-
nischer Beurteilung könne von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung 
keine namhafte Besserung der Unfallfolgen mehr erwartet werden. Auch 
könne nach den Abklärungen nicht von einer zusätzlichen Beeinträchtigung 
der Erwerbsfähigkeit ausgegangen werden. Die Voraussetzungen für eine 
Erhöhung der bereits früher zugesprochenen Rente seien deshalb nicht 
erfüllt.

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 19. März 2013 (Postauf-
gabe) Einsprache (act. II 117). Mit Entscheid vom 1. Mai 2013 wies die 
SUVA diese ab (act. II 124).

C.

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte, vertreten durch 
Fürsprecher B.________, am 3. Juni 2013 Beschwerde mit dem Antrag, 
der Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Sache zur Ergänzung des 

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Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen – unter Kosten- 
und Entschädigungsfolge.

Mit Beschwerdeantwort vom 1. Juli 2013 beantragt die Beschwerdegegne-
rin die Abweisung der Beschwerde. 

Mit Eingabe vom 27. September 2013 reichte der Beschwerdeführer das 
bereits früher in Aussicht gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Beiordnung von Fürsprecher B.________ als amtlichen Anwalt ein.

Mit Eingabe vom 2. Dezember 2013 liess der Anwalt dem Gericht die Ori-
ginalvollmacht sowie weitere Unterlagen betreffend die unentgeltliche 
Rechtspflege zukommen. Gleichzeitig nahm er Stellung zur Rechtzeitigkeit 
der Beschwerdeeinreichung.

Nach weiteren gerichtlichen Abklärungen betreffend die Rechtzeitigkeit der 
Beschwerdeerhebung verlangte der Instruktionsrichter mit prozessleitender 
Verfügung vom 8. Januar 2014 von der Beschwerdegegnerin die Einrei-
chung der vollständigen Akten, d.h. auch die den ersten Unfall betreffenden 
Unterlagen (Dossier 03.32637.11.8).

Mit Verfügung vom 13. Mai 2014 wurde vom Instruktionsrichter festgestellt, 
dass am 21. Januar 2014 die den Unfall des Beschwerdeführers vom 
27. März 2008 betreffenden Akten der Beschwerdegegnerin dem Gericht 
zugegangen sind und es wurden Beweisverfahren und Schriftenwechsel 
geschlossen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG; vgl. Eingabe von H.________ vom 19. Dezember 2013, in den Ge-
richtsakten) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 
1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzu-
treten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid der SUVA vom 1. Mai 
2013 (act. II 124). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin 
den Fall (SUVA 03.32637.11.8) zu Recht per 28. Februar 2013 abge-
schlossen und einen Anspruch auf eine höhere als die bisherige Invaliden-
rente zu Recht verneint hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]). 

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2.2 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.3 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.3.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 

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(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2). Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen 
deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausa-
lität; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 
138 V 248 E. 4 S. 250, 134 V 109 E. 2.1 S. 112).

2.4 Das Sozialversicherungsrecht kennt keinen allgemeinen Rechts-
grundsatz, wonach im Zweifelsfalle zugunsten der versicherten Person zu 
entscheiden sei. Ein Anspruch auf Leistungen besteht nur, wenn die Vor-
aussetzungen dafür mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 
1983 S. 260 E. 2b). 

2.5 Gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG sowie gemäss konstanter Recht-
sprechung hat der Versicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnah-
men der Invalidenversicherung abgeschlossen sind – die Heilbehandlung 
(und das Taggeld) nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszu-
standes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter 
Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des 
Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung 
abzuschliessen (BGE 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Was unter einer namhaften 
Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person zu verste-
hen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die sozi-
ale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Perso-
nen ausgerichtet ist, wird sich dies namentlich nach Massgabe der zu er-
wartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit 
unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmen. Dabei verdeutlicht die Verwendung 
des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere 
Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbe-
deutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). 
Die Frage einer zu erwartenden gesundheitlichen Verbesserung ist nur 
prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen zu beurteilen 
(SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2).

2.6 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 
Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

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dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geisti-
gen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be-
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.7 Die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) ist für die Beur-
teilung auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch 
andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder 
der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine 
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen 
den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 
S. 99). 

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwal-
tung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeu-
gung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu 
betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem fest-
stehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer 
Beweise zu verzichten. Gleiches gilt, wenn der Sachverhalt, den die Partei 

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beweisen will, nicht rechtserheblich erscheint (BGE 122 V 157 E. 1d 
S. 162). In einem solchen Vorgehen liegt kein Verstoss gegen das rechtli-
che Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236). Auch 
das Fairnessgebot von Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskon-
vention (EMRK; SR 0.101) gewährt in diesem Zusammenhang keinen zu-
sätzlichen Schutz (BGE 124 V 90 E. 4b S. 94).

3.

3.1 Sämtliche medizinischen Akten stimmen darin überein, dass der 
Unfall vom 31. Oktober 2011 zu keiner andauernden Verschlechterung 
hinsichtlich der vorgeschädigten rechten Schulter geführt hat. Dies wird 
vom Beschwerdeführer denn auch nicht geltend gemacht. Eine Rentener-
höhung lässt sich somit nicht auf die Beschwerden im Bereich der rechten 
Schulter stützen.

3.2 Die Kreisärztin hat die Unfallkausalität der mit MRI vom 31. Oktober 
2012 festgestellten intraartikulären Veränderungen der Schulter links (vgl. 
act. II 96 S. 1) mit der Begründung bejaht, es könne nicht mit Sicherheit 
nachgewiesen werden, dass diese nicht durch eine Traumatisierung am 
31. Oktober 2011 ausgelöst worden seien. Trotz inkonsistenter Angaben 
zum Unfallhergang sei aufgrund der Beschreibung des Beschwerdeführers 
anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 5. Juli 2012 eine Trauma-
tisierung auch der linken Schulter nicht mit Sicherheit ausgeschlossen 
(act. II 109 S. 5).

Darauf kann nicht abgestellt werden. Eine solche Beurteilung belegt eine 
Unfallkausalität der erhobenen Gelenkschäden im Bereich der linken 
Schulter mit dem Unfall vom 31. Oktober 2011 nicht. Ein Anspruch auf 
Leistungen gegenüber der obligatorischen Unfallversicherung besteht nur, 
wenn die Voraussetzungen dafür mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
erfüllt sind. Die blosse Möglichkeit genügt nicht. Das Sozialversicherungs-
recht kennt keinen allgemeinen Rechtsgrundsatz, wonach im Zweifelsfalle 
zugunsten der versicherten Person zu entscheiden ist (vgl. E. 2.4 hiervor).

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Hinsichtlich der linken Schulter ist damit vom Gericht unter Berücksichti-
gung aller Unterlagen zunächst die Frage zu beantworten, ob überhaupt 
ein unfallkausaler Schaden vorliegt. 

3.3 In medizinischer Hinsicht ergibt sich aus den Akten im Wesentlichen 
Folgendes:

– Im Bericht der erstbehandelnden Klinik D.________ vom 31. Oktober 
2011 wurden als Diagnosen Schulter und Armschmerzen rechts festge-
halten (act. II 9; vgl. auch act. II 11 und 12). Der Hausarzt des Be-
schwerdeführers diagnostizierte demgegenüber in seinen Berichten ab 
dem 19. Dezember 2011 Schulterschmerzen beidseits (act. II 19, 29, 38 
S. 2, 43, 59, 75, 91). Eine Röntgenuntersuchung der linken Schulter 
vom 30. Dezember 2011 ergab (gleich wie rechts; vgl. act. II 38 S. 5) 
keinen Nachweis einer frischen oder stattgehabten traumatischen 
ossären Läsion (act. II 46). 

– Die Ärzte des Spitals E.________ hielten in ihrem Bericht vom 30. De-
zember 2011 als Diagnosen chronische Schulterschmerzen rechts, ak-
zentuiert nach Anpralltrauma vom 31. Oktober 2011, sowie ein post-
traumatisches Impingement Schulter rechts fest. Bezüglich linker Schul-
ter stellten sie keine Diagnose; am ehesten liege linksseitig eine post-
traumatische Impingementsituation vor (act. II 48).

– Eine kreisärztliche Untersuchung des Beschwerdeführers vom 5. Juli 
2012 ergab bezüglich rechter Schulter einen unveränderten Befund 
zum kreisärztlichen Bericht vom 17. Mai 2010. Hier sei bereits ein Zu-
mutbarkeitsprofil erstellt worden, an dem festgehalten werde. Zur Beur-
teilung bezüglich linker Schulter brauche es noch zusätzliche Informati-
onen (act. II 60 S. 7 f.). 

– Mit Bericht vom 12. Juli 2012 (act. II 101) diagnostizierte Dr. med. 
F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 
des Bewegungsapparates FMH, beim Beschwerdeführer bezüglich lin-
ker Schulter eine posttraumatische Aktivierung einer leichtgradigen AC-
Gelenksarthrose. Mit weiterem Bericht vom 20. Juli 2012 (act. II 64) 
hielt er – nach Eingang weiterer Unterlagen, insbesondere der Rönt-
genbilder – fest, die Schmerzen bezüglich der linken Schulter seien 

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schwer nachvollziehbar. Durch die AC-Gelenksinfiltration habe der Be-
schwerdeführer etwas profitiert, gebe jedoch an, in der linken Schulter 
nicht schmerzfrei zu sein. Im Bereich der rechten Schulter bestünden 
die altbekannten Beschwerden (act. II 64 S. 1).

– Ein am 14. August 2012 durchgeführtes Röntgen der linken Schulter 
ergab einen Normalbefund (act. II 76 S. 2). Aufgrund der geklagten Be-
schwerden hielten die Ärzte des Spitals E.________ in ihrem Bericht 
vom 18. August 2012 in der Folge einen Verdacht auf eine AC-
Gelenksarthrose links fest (act. II 73).

– Bezüglich rechter Schulter hielt die Kreisärztin am 10. Oktober 2012 
eine vorübergehende Verschlimmerung eines Vorzustandes fest, der 
sich maximal vier Monate ausgewirkt haben dürfte (act. II 79 S. 2).

– Am 5. September 2012 fand eine Infiltration intraartikulär Schulter links 
sowie des AC-Gelenks statt (act. II 84). In ihrem Bericht vom 12. No-
vember 2012 hielten die Ärzte des Spitals E.________ in der Folge eine 
symptomatische AC-Gelenksarthrose links sowie einen Verdacht auf 
eine Bicepspathologie links fest (act. II 95).

Eine am 31. Oktober 2012 durchgeführte MRI-Untersuchung der linken 
Schulter ergab eine SLAP-I-Läsion, eine Partialruptur der Supraspina-
tussehne bei ansonsten intakter Rotatorenmanschette sowie eine AC-
Gelenksarthrose (act. II 96 S. 1). 

– Anlässlich einer Untersuchung des Beschwerdeführers vom 17. Januar 
2013 bestätigte die Kreisärztin die Befunde der behandelnden Ärzte 
und nahm zur Kausalität Stellung (vgl. E. 3.2 hiervor). Trotz der Be-
schwerden in der linken Schulter seien dem Versicherten von dieser 
Seite her leichte bis mittelschwere Arbeiten mit körpernahen Belastun-
gen bis 10 kg auf Hüfthöhe und 5 kg auf Brusthöhe ohne repetitives 
Überkopfarbeiten ganztags zumutbar. Die Fähigkeit, auf Leitern und 
Gerüsten zu arbeiten, sei eingeschränkt. (act. II 106 sowie 109).

– Die Ärzte des Spitals E.________ hielten in ihrem Bericht vom 11. Fe-
bruar 2013 unverändert eine symptomatische AC-Gelenksarthrose links 

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fest (act. II 110). Am 20. Februar 2013 fand in der Folge eine erneute 
Infiltration des linken AC-Gelenks statt (act. II 119 S. 1).

– Mit ärztlicher Beurteilung vom 26. Februar 2013 führte Dr. med. 
G.________, Facharzt für Chirurgie, zu Handen der Haftpflichtversiche-
rung aus, dass die mittels MRI nachgewiesenen intraartikulären Verän-
derungen der linken Schulter nicht auf das Unfallereignis vom 31. Okto-
ber 2011 zurückzuführen seien. Es sei zu einer Direktkontusion ge-
kommen, die im Übrigen fraglich sei, und in keinem Fall zu einem op-
tisch sichtbaren Weichteilschaden geführt habe. Es entfalle damit ein 
biomechanischer Stress für die Sehne. Eine Partialruptur der Supraspi-
natussehne könne somit unfallbedingt nicht mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit begründet werden. Mit einer Direktkontusion, die initial 
nicht zu Beschwerden geführt habe, könne auch kein intraartikulärer 
Schaden postuliert werden. Eine SLAP-I-Läsion sei prinzipiell als dege-
nerativ bedingt zu interpretieren. Mit einem Anprall könne es zu einer 
Aktivierung der AC-Gelenksarthrose gekommen sein. Diese sei vorbe-
stehend. Im MRI habe keine Aktivierung mehr nachgewiesen werden 
können. Es hätten weder angrenzende Knochenmarksödeme noch ein 
Erguss vorgelegen. Damit könne eindeutig gesagt werden, dass es un-
fallbedingt nicht zu einer Aktivierung der vorbestehenden AC-
Gelenksarthrose gekommen sei, bzw. dass diese spätestens im Zeit-
punkt des MRI nicht mehr vorgelegen habe. Eine Arbeitsunfähigkeit 
könne aufgrund des linksseitigen Schulteranpralls anatomisch-
strukturell nicht ausreichend unfallbedingt begründet werden (act. II 116 
S. 3 f.).

3.4 Tatsache ist, dass im Rahmen der Aussagen der ersten Stunde 
festgehalten worden war, der Beschwerdeführer sei mit der rechten (ope-
rierten) Schulter angeprallt und umgefallen (act. II 6 S. 1, act. II 9 S. 1, 
act. II 11). Gegenüber den erstbehandelnden Ärzten wurde zudem ange-
geben, es sei neben dem Anprall ein Fahrrad auf die rechte Schulter gefal-
len (act. II 9 S. 1). Schmerzen wurden offenbar allein die rechte Schulter 
betreffend geäussert (act. II 9). Dass auch die linke Schulter untersucht 
wurde (vgl. act. II 9 S. 1 unten), entspricht einem medizinischen Vorgehen 
lege artis und hat – abgesehen davon, dass die linke Schulter betreffend 

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dann effektiv keine äusseren Verletzungen festgestellt werden konnten – 
keine weitere Bedeutung. Eine bildgebende Untersuchung der linken 
Schulter unterblieb (act. II 9; vgl. auch act. II 11 und 12). Auch im detaillier-
ten Unfallbeschrieb wird nichts von einer Beteiligung der linken Schulter 
geschrieben (vgl. act. II 6). 

In der Schadenmeldung UVG vom 7. November 2011 wird im Widerspruch 
zum Bericht der erstbehandelnden Ärzte unspezifisch von einer Schädi-
gung Unterarm rechts, Schulter links geschrieben (act. II 1). Daraus eine 
massgebliche Verletzung der linken Schulter abzuleiten, die zur erst we-
sentlich später erhobenen Labrumläsion SLAP I geführt hätte, ist nicht 
möglich, insbesondere, da die Röntgenuntersuchung der linken Schulter 
vom 30. Dezember 2011 keinen Nachweis einer frischen oder stattgehab-
ten traumatischen ossären Läsion und keine wesentliche Weichteilschwel-
lung zeigte (act. II 46). Gleichermassen ist es nicht möglich – wie dies 
Dr. med. G.________ nachvollziehbar und überzeugend dargelegt hat (vgl. 
act. II 116) –, bei ausgeschlossenen äusseren Merkmalen für eine mass-
gebliche Krafteinwirkung auf die linke Schulter anlässlich des Unfalls bei 
einer Labrumläsion SLAP I, die erst deutlich nach dem Unfall vom 31. Ok-
tober 2011 symptomatisch wurde, auf eine Unfallkausalität zu schliessen. 
Die Darstellung von Dr. med. G.________, wonach eine SLAP-I-Läsion 
prinzipiell als degenerativ bedingt zu interpretieren sei, stimmt im Übrigen 
mit der medizinischen Lehre überein (vgl. z.B. www.klinischesport
medizin.de/auflage_2005_1/slap.pdf [S. 11 f.]; www.bgu-frankfurt.de/file
admin/redaktion/PDF_Dokumente/Veranstaltungsarchiv/05_Grosser_Schul
ter.pdf [SLAP I sind degenerativ]). Damit ist ein natürlicher Kausalzusam-
menhang zwischen den mit MRI vom 31. Oktober 2012 festgestellten intra-
artikulären Veränderungen und dem Unfall vom 31. Oktober 2011 nicht mit 
mindestens überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt bzw. erstellbar. Die 
diesbezügliche Würdigung der Kreisärztin basiert auf einer beweisrechtlich 
unzulässigen und nicht belegbaren bzw. aktenmässig falschen Vermutung 
hinsichtlich des effektiven Geschehensablaufs zu Gunsten des Beschwer-
deführers. Sie lässt sich auch medizinisch nicht stützen. Mangels unfall-
kausaler Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdefüh-
rers durch das Ereignis vom 31. Oktober 2011 ist der Fallabschluss unter 
Einstellung der vorübergehenden Leistungen per 28. Februar 2013 und die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juni 2014, UV/13/481, Seite 14

Verneinung einer höheren als der bisherigen Invalidenrente nicht zu bean-
standen und die dagegen erhobene Beschwerde als unbegründet abzuwei-
sen.

3.5 Abschliessend bleibt festzuhalten, dass selbst wenn von einer Un-
fallkausalität der Beschwerden im Bereich der linken Schulter ausgegangen 
würde, der Entscheid der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden wäre. 
Denn es ist auch unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Beeinträch-
tigungen der linken Schulter insgesamt vom gleichen Belastbarkeitsprofil 
auszugehen, wie es der früheren Rentenzusprache zu Grunde lag (vgl. 
act. II 60 S. 8 i.V.m. act. IIA 166 und act. IIA 128 S. 1; act. II 106 S. 9). 
Dass die massgeblichen Einschränkungen nun auch vom linken Arm her 
betrachtet gelten, ändert daran nichts, denn dem früheren wie heutigen 
Zumutbarkeitsprofil entsprechende Tätigkeiten werden durch die Be-
schwerden im Bereich der linken Schulter nicht weiter bzw. nicht zusätzlich 
eingeschränkt. Für die Annahme, dass von einer weiteren ärztlichen Be-
handlung über den 28. Februar 2013 hinaus noch eine namhafte Besse-
rung des Gesundheitszustand zu erwarten war (vgl. E. 2.5 hiervor), finden 
sich in den Akten keinerlei Anhaltspunkte. Zudem kann nach dem Darge-
legten insbesondere ausgeschlossen werden, dass durch eine weitere ärzt-
liche Behandlung noch eine namhafte Steigerung der Arbeits- bzw. Er-
werbsfähigkeit erreicht werden könnte, zumal eine solche an den vorbeste-
henden Einschränkungen im Bereich der rechten Schulter unstrittig nichts 
ändern würde. 

3.6 Der Beschwerdeführer wurde gemäss den Angaben seines Anwalts 
in … in Haft gesetzt und an … ausgeliefert, wo er sich offenbar nach wie 
vor in Haft befindet (vgl. Eingaben des Beschwerdeführers vom 15. Juli 
2013, 14. August 2013, 18. Oktober 2013 und 2. Dezember 2013). Gestützt 
auf Art. 21 Abs. 5 ATSG kann unter derartigen Umständen die Auszahlung 
der Rente sistiert werden. In dieser Hinsicht hat die Beschwerdegegnerin 
bis anhin jedoch nicht verfügt, weshalb die Akten zur Prüfung einer allfälli-
gen Sistierung der Rentenleistung an die Beschwerdegegnerin weiterzulei-
ten sind.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juni 2014, UV/13/481, Seite 15

4.

4.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht weder für den unter-
liegenden Beschwerdeführer noch für die obsiegende Beschwerdegegnerin 
ein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG; BGE 126 V 143 E. 4a S. 150).

4.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgelt-
liche Rechtspflege.

4.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Praxis Prozessbegeh-
ren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind 
als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden 
können. Dagegen hat ein Begehren nicht als aussichtslos zu gelten, wenn 
Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die Waage halten 
oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist dabei, ob eine 
Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung 
zu einem Prozess entschliessen oder aber davon absehen würde (BGE 
129 I 129 E. 2.3.1 S. 135; SVR 2011 UV Nr. 6 S. 23 E. 6.1).

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung des Rechts-
vertreters ist zum einen wegen Aussichtslosigkeit des Prozesses und zum 
anderen mangels prozessualer Bedürftigkeit abzuweisen.

4.3.2 Der effektive Geschehensablauf beim hier fraglichen Unfall, wie er 
im vorliegenden Verfahren zu erstellen war (keine Beteiligung der linken 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juni 2014, UV/13/481, Seite 16

Schulter), war dem Beschwerdeführer als direkt Beteiligtem am besten be-
kannt. Dass und weshalb aus medizinischen Gründen der natürliche Kau-
salzusammenhang zu verneinen war, hat zudem Dr. med. G.________ 
einlässlich und nachvollziehbar dargelegt. Bei dieser Ausgangslage kann 
nicht gesagt werden, dass eine Person, die über die nötigen Mittel verfügt, 
sich bei vernünftiger Überlegung zum vorliegenden Prozess entschlossen 
hätte. Der Prozess war nach dem Dargelegten im Sinne der Rechtspre-
chung zur unentgeltlichen Rechtspflege von vornherein aussichtslos.

4.3.3 Der Beschwerdeführer wurde in … in Haft gesetzt und an … ausge-
liefert, wo er sich offenbar nach wie vor in Haft befindet (vgl. Eingaben des 
Beschwerdeführers vom 15. Juli 2013, 14. August 2013, 18. Oktober 2013 
und 2. Dezember 2013). Insofern entstehen ihm angesichts der Fürsorge-
pflicht des Staates für seine Inhaftierten keine anrechenbaren Kosten mehr 
(vgl. insbesondere Art. 3 und 5 der EMRK; Beitritt von … am …). Zwar 
macht er neben Mietkosten für eine Wohnung in der Schweiz Kosten der 
Krankenversicherung geltend. Da der Beschwerdeführer derzeit jedoch 
zweifellos weder Aufenthalt noch Wohnsitz in der Schweiz hat, dürften ihm 
im Grundsatz solche Kosten gar nicht mehr entstehen. Selbst wenn er am 
Mietverhältnis festhält, sind solche Kosten bei der Beurteilung der unent-
geltlichen Rechtspflege nicht (mehr) anrechenbar. Dass der Anknüpfungs-
punkt an die Schweiz zufolge einer Inhaftierung aufgelöst worden ist, än-
dert daran nichts. 

Damit stehen der unbestrittenen und offenbar weiterhin ausgerichteten In-
validenrente der Unfallversicherung von Fr. 1‘093.40 (act. IIB 211) keine 
anrechenbaren Ausgaben gegenüber (es wurden vom Betreibungsamt in 
seiner Berechnung weder eine Ehefrau noch Kinder erwähnt; act. I uR Bei-
lage 2). Der Beschwerdeführer verfügte im Zeitpunkt der Einreichung der 
Beschwerde und des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege wie auch 
darüber hinaus über hinreichend Einnahmen, die Kosten seines Anwalts zu 
decken, womit kein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, insbesonde-
re auch nicht auf Beiordnung eines Anwalts, besteht. Das Gerichtsverfah-
ren selbst ist im Übrigen kostenlos (vgl. E. 4.1 vorstehend).

Daran ändert nichts, dass die Beschwerdegegnerin die dem Beschwerde-
führer ausgerichtete Rente gestützt auf Art. 21 Abs. 5 ATSG möglicherwei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juni 2014, UV/13/481, Seite 17

se dereinst sistieren wird. Eine solche Sistierung wurde wie dargelegt (E. 
3.6) bis anhin nicht verfügt. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Akten werden im Sinne der Erwägung 3.6 an die Beschwerdegeg-
nerin weitergeleitet.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Für-
sprecher B.________ als amtlicher Anwalt wird abgewiesen.

4. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- SUVA
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.