# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bc3e2033-9bcd-5083-8dac-aff8375337f7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.10.2010 C-5963/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5963-2008_2010-10-29.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5963/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 9 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richter Beat Weber (Vorsitz), Richterin Madeleine Hirsig, 
Richter Vito Valenti, 
Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger.

A._______, (wohnhaft im Kosovo)
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.

Invalidenrente; Verfügung der IVSTA 
vom 19. August 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5963/2008

Sachverhalt:

A.
A.a A._______ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer) ist 
kosovarischer  Staatsbürger  und  lebt  in  Kosovo. Er  arbeitete  ab  Mai 
1980 in der Schweiz als Hilfsarbeiter im Baugewerbe und leistete Bei-
träge an die Alters-,  Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (act. 
IV/59).

Am 27. August  1980 erlitt  er  bei  einer Auseinandersetzung während 
der Arbeit einen Schädelbruch (offene Schädelhirnverletzung parieto-
temporal rechts nach Impressionsfraktur mit Verletzung der Dura und 
des  darunter  liegenden  Hirngewebes),  welcher  im  Kantonsspital 
G._______ operativ  versorgt  wurde. Der  Versicherte  war  danach ar-
beitsunfähig und reiste im September 1980 nach Jugoslawien zurück 
(act. IV/1H). Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt SUVA leis-
tete Taggelder. Ab 1. März 1981 wurde von der SUVA wieder eine volle 
Arbeitsfähigkeit  festgestellt  (vgl. act. Beschwerdeakten 1.2.28,  IV/1C, 
1F). 

A.b Ab  August  1990  arbeitete  der  Versicherte  als  Hilfsarbeiter  bei 
B._______ [Arbeitgeber]  mit  Saisonbewilligung bzw. mit  Ganzjahres-
bewilligung  in  den  Jahren  1994  und  1995  (act.  IV/59).  Trotz gele-
gentlich geklagten Kopfschmerzen (ca. 2x pro Monat), hatte er keine 
Arbeitsabsenzen. Da ihm im August  1996 keine neue Aufenthaltsbe-
willigung erteilt  wurde, kehrte er Ende 1996 in seine Heimat zurück. 
Von September bis November 2001 arbeitete er nochmals beim selben 
Arbeitgeber in Vollzeit als Pflästerer (vgl. act. IV/1B S. 6, 11, 13).

A.c Im Oktober 1996 liess er bei der SUVA eine Rückfallmeldung ein -
reichen, da sich seine Folgebeschwerden im Nachgang zum Schädel-
hirntrauma  seit  Sommer  1996  verstärkt  hätten  (vgl.  act.  IV/1A,  1B 
S. 5). 

A.d Nachdem die  SUVA im Universitätsspital  D.______ ,  Neurologi-
sche  Klinik  (nachfolgend:  USD._______),  im  November  1997  ein 
Gutachten eingeholt hatte, sprach sie dem Versicherten mit Verfügung 
vom 17. Mai 1998 eine Integritätsentschädigung wegen einer Integra-
tionseinbusse von 20% zu. Gleichzeitig verneinte sie einen Anspruch 
auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung (act. IV/1A).

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B.
B.a Am  9.  August  2005  (Eingang  bei  der  IVSTA: 19.  August  2005) 
stellte  der  Versicherte  bei  der  IV-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland 
IVSTA (Vorinstanz) ein Begehren um die Ausrichtung einer Invaliden-
rente  mit  der  Begründung,  er  sei  gesundheitlich  sehr  angeschlagen 
(act.  IV/1).  Am  20.  Februar  2006  (Eingang  IVSTA:  22.  März  2006) 
reichte er das Anmeldeformular nach und machte darin die Folgen sei -
ner Kopfverletzung im Jahr 1980 sowie psychische Leiden als Behin-
derungsgründe  geltend  und  gab  an,  seit  seiner  Ausreise  aus  der 
Schweiz im Jahr 1996 nicht mehr gearbeitet zu haben (act. IV/4).

B.b Die Vorinstanz holte vom Versicherten zusätzlich einen Fragebo-
gen für  die  im Haushalt  tätigen Versicherten vom 13. Oktober  2006 
(act. IV/8)  sowie  den  Fragebogen des letzten Arbeitgebers  ein  (act. 
IV/11,  13). Die SUVA teilte am 21. Oktober 2006 mit,  die Akten aus 
dem Jahr 1980 seien vernichtet worden (act. IV/7, 9). 

Die  Vorinstanz  stellte  fest,  dass  der  Versicherte  auch  noch  im  Jahr 
2001 obligatorische AHV/IV-Beiträge geleistet hatte und bat ihn, dies-
bezüglich Stellung zu nehmen (act. IV/10). Der Beschwerdeführer kam 
der Aufforderung am 26. Dezember 2006 nach. Gleichzeitig reichte er 
den  ausgefüllten  „Fragebogen  für  selbständige  Landwirte“  ein  (act. 
IV/14  f.). Zusammen mit  den  eingereichten  ärztlichen Berichten  des 
Neuropsychiaters  Dr.  C._______  vom  30.  Januar  2006,  und  Dr. 
E._______, Psychiater, vom 16. Februar 2006 (act. IV/16, 16a) über-
mittelte  sie  die  Akten  dem  regionalärztlichen  Dienst  Rhône  (nach-
folgend: RAD).

Dr.  F._______  vom  RAD  gab  am  23.  März  2007  an,  es  sei  ein 
pluridisziplinäres Gutachten bestehend aus einer psychiatrischen und 
neurologischen  Beurteilung  mit  neuropsychologischer  Testung  sowie 
einer  augenärztlichen  Beurteilung  in  der  Schweiz  einzuholen  (act. 
IV/19). Die Vorinstanz bezweifelte in der Folge die Reisefähigkeit des 
Versicherten (geltend gemachte Epilepsie, act. IV/16, 16a) und holte 
eine medizinische Dokumentation  im Kosovo ein  (act. IV/20 f.,  27  – 
37). Das Kantonsspital G._______ teilte mit, nicht mehr über Verlaufs-
akten zum Versicherten aus dem Jahr 1980 und den Folgejahren zu 
verfügen (act. IV/38). 

Am 29. Oktober 2007 stellte der RAD fest,  dass der Gesundheitszu-
stand des Versicherten aufgrund der eingeholten Akten aus dem Koso-

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vo nicht beurteilt werden könne. Die Einholung einer polydisziplinären 
Begutachtung sei unumgänglich (act. IV/40 f.). Diese fand am 25. März 
2008 in H._______ statt (act. IV/54).

Nach Einholung einer weiteren Stellungnahme des RAD vom 28. Mai 
2008  (act.  IV/56)  wies  die  Vorinstanz  das  Leistungsbegehren  mit 
Vorbescheid vom 16. Juni 2008 (act. IV/57) und nach Ausbleiben einer 
Stellungnahme mit gleichlautender Verfügung vom 19. August 2008 ab 
(act. IV/58).

C.
C.a Der  Beschwerdeführer  erhob  am  10.  September  2008  unter 
Beilage von ärztlichen Berichten aus den Jahren 1980 – 2007 sowie 
der Mitteilung der SUVA vom 13. Januar 1981 zur Einstellung des Tag-
geldes und der Verfügung der SUVA vom 13. Mai 1998 (Integritätsent-
schädigung; act. 1.2.28 f.) Beschwerde und beantragte die Aufhebung 
der  Verfügung und  die  Zusprache einer  Rente. Er  begründete  diese 
insoweit,  dass  die  IV-Stelle  seinen  Fall  "ungerecht  abgeschlossen" 
habe, und bat um eine gerechte Beurteilung (act. 1).

C.b Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 27. April  
2009,  nach Einholung einer Stellungnahme ihres ärztlichen Dienstes 
vom 17. April  2009 (act. IV/61), die Beschwerde sei abzuweisen und 
die angefochtene Verfügung sei zu bestätigen (act. 13).

C.c Am 22. Mai 2009 ging im Bundesverwaltungsgericht der mit Zwi-
schenverfügung vom 5. Mai 2009 geforderte Kostenvorschuss in Höhe 
von Fr. 400.-- ein (act. 15).

Am 9. Juli 2009 schloss das Bundesverwaltungsgericht den Schriften-
wechsel ab.

C.d Auf weitere Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten 
wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  in  Verbindung  mit  Art.  33  Bst.  d  VGG und 
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20)  sowie Art. 5 des Bundesge-
setzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG,  SR  172.021)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden  gegen  Verfügungen  der  IV-Stelle  für  Versicherte  im Aus-
land. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Der Beschwerdeführer  hat  am vorinstanzlichen  Verfahren  teilge-
nommen; er ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Anfechtung  (Art.  59  ATSG; 
vgl. auch Art. 48  Abs. 1 VwVG). Er  ist  daher  zur  Beschwerde legiti -
miert. 

1.3 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht 
und der auferlegte Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde, ist da-
rauf einzutreten (Art. 60 ATSG und 52 VwVG).

2.
2.1 Nach  Art.  37  VGG richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes 
bestimmt. 

Indes  findet  das  Verwaltungsverfahrensgesetz  aufgrund  von  Art.  3 
Bst. dbis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit 
das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestim-
mungen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a – 26bis und 
28 – 70) anwendbar, soweit  das IVG nicht  ausdrücklich eine Abwei-
chung vom ATSG vorsieht.

2.2 Der  Beschwerdeführer  ist  kosovarischer  Staatsangehöriger  und 
dort  ansässig. Somit  ist  zwischenstaatlich  zu klären,  welches  Recht 
anwendbar ist. 

2.2.1 Nach  dem  Zerfall  der  Föderativen  Volksrepublik  Jugoslawien 
blieben  zunächst  die  Bestimmungen  des  Abkommens  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Föderativen  Volksrepu-

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blik  Jugoslawien  über  Sozialversicherung  vom  8.  Juni  1962 
(SR 0.831.109.818.1) für alle Staatsangehörigen des ehemaligen Ju-
goslawiens anwendbar (BGE 126 V 203 E. 2b, 122 V 382 E. 1, 119 V 
101 E. 3). Zwischenzeitlich hat die Schweiz mit mehreren Nachfolge-
staaten des ehemaligen Jugoslawiens (Kroatien, Slowenien, Mazedo-
nien),  nicht  aber  mit  Serbien  und  Kosovo,  neue  Abkommen  über 
Soziale  Sicherheit  abgeschlossen. Mit  dem Kosovo wird  das Sozial-
versicherungsabkommen mit Jugoslawien seit dem 1. April 2010 nicht 
mehr weitergeführt. Für den Beschwerdeführer als Bürger des Kosovo 
findet demnach das schweizerisch-jugoslawische Sozialversicherungs-
abkommen vom 8. Juni  1962 insoweit  Anwendung,  als  Sachverhalte 
zu beurteilen sind, die sich vor dem 1. April 2010 ereignet haben (vgl. 
E. 2.3  hienach). Nach  Art.  2  dieses  Abkommens  stehen  die  Staats-
angehörigen der Vertragsstaaten hinsichtlich der in Art. 1 genannten 
Rechtsvorschriften,  zu  welchen die schweizerische Bundesgesetzge-
bung  über  die  Invalidenversicherung  gehört,  in  ihren  Rechten  und 
Pflichten einander gleich, soweit nichts anderes bestimmt ist. 

Bestimmungen,  die  hinsichtlich  der  Voraussetzungen des Anspruchs 
auf eine schweizerische Invalidenrente und der anwendbaren Verfah-
rensbestimmungen von dem in  Art. 2  des  Abkommens  aufgestellten 
Grundsatz der Gleichstellung abweichen, finden sich weder im Abkom-
men selbst noch in den seitherigen schweizerisch-jugoslawischen Ver-
einbarungen. Die Frage, ob und gegebenenfalls ab wann ein Anspruch 
des Beschwerdeführers auf Leistungen der IV besteht, bestimmt sich 
demnach allein aufgrund der schweizerischen Rechtsvorschriften.

2.3 Weil  in  zeitlicher  Hinsicht  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze 
massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben, und weil ferner die Gerichte bei der  
Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt  des 
angefochtenen Verwaltungsaktes, hier der Verfügung vom 19. August 
2008, eingetretenen Sachverhalt abstellen (BGE 130 V 329, BGE 129 
V 4 E. 1.2 mit Hinweisen), sind die ab 1. Januar 2003 geltenden Be-
stimmungen des ATSG anwendbar.

Ein  allfälliger  Leistungsanspruch  ist  für  die  Zeit  vor  einem  Rechts-
wechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den 
neuen Normen zu prüfen (pro  rata  temporis;  BGE 130 V 445). Ent-
sprechend  ist  das  IVG für  den  Zeitraum  vom  1.  Januar  2004  bis 
31. Dezember 2007 in der Fassung vom 21. März 2003 (4. IV-Revision; 

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AS 2003  3837,  nachfolgend  „aIVG“)  anwendbar,  ab  dem  1.  Januar 
2008 in der Fassung gemäss 5. IV-Revision (Änderungen vom 6. Okto-
ber 2006 [AS 2007 5129], nachfolgend „IVG“). Die IVV ist für den Zeit-
raum vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 in ihrer Fassung vom 
21.  Mai  2003  (4.  IV-Revision;  AS  2003  3859)  anwendbar,  ab  dem 
1. Januar  2008  in  der  Fassung  gemäss  5.  IV-Revision  (Änderungen 
vom 28. September 2007 [AS 2007 5155]).

3.
3.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde-
verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss-
brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder 
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie 
die Unangemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).

3.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz 
beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige 
und  vollständige  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  zu 
sorgen. Dieser  Grundsatz gilt  indessen nicht  unbeschränkt; er  findet 
sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 
E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen).

3.2.1 Im  Sozialversicherungsprozess  hat  das  Gericht  seinen  Ent-
scheid,  sofern das Gesetz nicht  etwas Abweichendes vorsieht,  nach 
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die 
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweis-
anforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdar-
stellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als 
die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, 
je mit Hinweisen).

3.2.2 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die 
Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahr-
scheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen 
an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die  
Abnahme  weiterer  Beweise  zu  verzichten  (antizipierte  Beweiswürdi-
gung; UELI KIESER, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, 
Zürich 1999, S. 212, Rz 450; vgl. auch BGE 122 V 157 E. 1d, 122 II 
464 E. 4a, 120 Ib 224 E. 2b).

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4.
Im  vorliegenden  Verfahren  ist  streitig  und  vom  Bundesverwaltungs-
gericht zu prüfen, ob die IV-Stelle den Anspruch des Versicherten auf  
eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung zu Recht ver-
neint hat.

Zunächst  sind  jedoch  die  zur  Beurteilung  der  Streitsache  massge-
benden gesetzlichen Grundlagen und die von der Rechtsprechung ent-
wickelten Grundsätze darzulegen.

4.1 Anspruch auf  eine Rente der schweizerischen Invalidenversiche-
rung hat,  wer invalid im Sinn des Gesetzes ist  (Art. 7,  8,  16 ATSG; 
Art. 4, 28, 29 aIVG, Art. 4, 28, 28a, 29 IVG) und beim Versicherungsfall 
mindestens während eines vollen Jahres (Art. 36 Abs. 1 aIVG) bzw. 
während drei Jahren (Art. 36 Abs. 1 IVG) Beiträge an die Alters-, Hin-
terlassenen- und Invalidenversicherung geleistet  hat. Diese zwei Be-
dingungen müssen kumulativ erfüllt sein. Meldet sich ein Versicherter 
mehr als zwölf Monate nach Entstehen des Anspruchs an, so werden 
die Leistungen in Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG lediglich für die 
zwölf  der  Anmeldung  vorangehenden  Monate  ausgerichtet  (Art.  48 
Abs. 2 aIVG).

Die  Beschwerdeführer  hat  zwischen  Mai  1980  und  November  2001 
während insgesamt mehr  als  fünf  Jahren Beiträge an die schweize-
rische  Alters-,  Hinterlassenen-  und  Invalidenversicherung  entrichtet 
(act.  IV/59),  sodass  er  die  gesetzliche  Mindestbeitragsdauer  erfüllt. 
Demnach ist nachfolgend zu prüfen, ob und wenn ja, in welchem Grad 
er  im  Sinne  des  Gesetzes  in  rentenbegründendem Ausmass  invalid 
geworden ist. 

4.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist 
Invalidität  die  voraussichtlich  bleibende  oder  längere  Zeit  dauernde 
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebre-
chen,  Krankheit  oder  Unfall.  Erwerbsunfähigkeit  ist  gemäss  Art.  7 
ATSG der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Ge-
sundheit  verursachte  und nach zumutbarer  Behandlung und Einglie-
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich-
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. 
Arbeitsunfähigkeit  ist  die  durch  eine  Beeinträchtigung  der  körperli -
chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil -
weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut-

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bare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-
tigkeit  in  einem anderen  Beruf  oder  Aufgabenbereich  berücksichtigt 
(Art. 6 ATSG).

4.3 Der Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität beurteilt sich nach Art.  29 
Abs. 1  aIVG. Der  Rentenanspruch  entsteht  frühestens  in  dem Zeit-
punkt, in dem der Versicherte mindestens zu 40% bleibend erwerbsun-
fähig geworden ist (Bst. a: Dauerinvalidität, Art. 7 ATSG) oder während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes-
tens zu 40% arbeitsunfähig war (Bst. b: langdauernde Krankheit, Art. 6 
ATSG, vgl. BGE 121 V 264 E. 6). 

4.3.1 Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen 
geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch 
auf  eine Viertelsrente,  bei  einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 
Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens  60  Prozent  Anspruch  auf  eine  Dreiviertelsrente  und  bei 
einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine 
ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 aIVG, Art. 28 Abs. 2 IVG).

4.3.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte  Person nach Eintritt  der Invalidität  und 
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr  zumutbare Tätigkeit  bei aus-
geglichener  Arbeitsmarktlage  erzielen  könnte  (sog.  Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; 
Art.  16  ATSG in  Verbindung  mit  Art.  28  Abs.  2  aIVG bzw. Art.  28a 
Abs. 1 IVG). 

4.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder  der Ärztin  ist  es dabei,  den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen,  in 
welchem Umfang  und  bezüglich  welcher  Tätigkeiten  die  versicherte 
Person arbeitsunfähig  ist. Im Weiteren  sind  die  ärztlichen  Auskünfte 
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits -
leistungen  der  Person  noch  zugemutet  werden  können  (BGE 125  V 
256 E. 4 mit Hinweisen). Die – arbeitsmedizinische – Aufgabe der Ärz -
te und Ärztinnen besteht  darin,  sich  dazu zu äussern,  inwiefern  die 
versicherte Person in ihren körperlichen oder geistigen Funktionen lei-

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densbedingt eingeschränkt ist.

Die  Frage,  welche  konkreten  beruflichen  Tätigkeiten  auf  Grund  der 
medizinischen  Angaben und unter  Berücksichtigung der  übrigen Fä-
higkeiten der versicherten Person in Frage kommen, ist demgegenüber 
nicht von der Ärztin oder dem Arzt, sondern von der Verwaltung bzw. 
von  der  Berufsberatung  zu  beantworten  (vgl.  Urteil  des  Eidgenössi-
schen  Versicherungsgerichts  I  457/04  vom  26.  Oktober  2004,  in: 
SVR 2006 IV Nr. 10, E. 4.1 mit Verweis auf BGE 107 V 17 E. 2b).

4.5 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismit-
tel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerde-
verfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach ha-
ben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise 
frei,  das  heisst  ohne  förmliche  Beweisregeln,  sowie  umfassend  und 
pflichtgemäss zu würdigen. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 
der  Bericht  für  die  streitigen  Belange  umfassend  ist,  auf  allseitigen 
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksich-
tigt,  in  Kenntnis  der  Vorakten (Anamnese)  abgegeben worden ist,  in 
der Darlegung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-
zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Ex-
pertinnen und Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Be-
weiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft des Beweismittels 
noch die  Bezeichnung der  eingereichten oder  in  Auftrag gegebenen 
Stellungnahme als  Bericht  oder  als  Gutachten  (vgl.  dazu  das  Urteil 
des Bundesgerichts vom 26. Januar 2006 [I 268/2005] E. 1.2, mit Hin-
weis auf BGE 125 V 352 E. 3a). In Bezug auf Berichte von Hausärzten 
darf  und  soll  der  Richter  der  Erfahrungstatsache  Rechnung  tragen, 
dass  Hausärzte  mitunter  im Hinblick auf  ihre  auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aus-
sagen. Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der Umstand allein, 
dass eine ärztliche Stellungnahme von einer  Partei  eingeholt  und in 
das  Verfahren  eingebracht  wird,  nicht,  Zweifel  an  ihrem Beweiswert  
(ZAK 1986 S. 189 E. 2a in fine) anzubringen. Den Berichten und Gut-
achten versicherungsinterner Ärzte kommt schliesslich Beweiswert zu, 
sofern  sie  schlüssig  erscheinen,  nachvollziehbar  begründet  sowie  in 
sich  widerspruchsfrei  sind  und  keine  konkreten  Indizien  gegen  ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt 
in  einem  Anstellungsverhältnis  zum  Versicherungsträger  steht,  lässt 

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nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen. 
Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in 
die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und 3b, 122 V 160 E. 1c, 123 V 178 
E. 3.4  sowie  UELI KIESER,  ATSG-Kommentar,  2. Auflage,  Zürich 2009, 
Art. 43 Rz. 35). 

Die fachliche Qualifikation des Experten spielt für die richterliche Wür-
digung einer Expertise eine erhebliche Rolle. Bezüglich der medizini-
schen Stichhaltigkeit  eines  Gutachtens müssen sich  Verwaltung  und 
Gerichte auf die Fachkenntnisse des Experten verlassen können. Des-
halb ist für die Eignung eines Arztes als Gutachter in einer bestimmten 
medizinischen Disziplin ein entsprechender, dem Nachweis der erfor-
derlichen Fachkenntnisse dienender, spezialärztlicher Titel des berich-
tenden oder zumindest des den Bericht visierenden Arztes vorausge-
setzt (Urteil des Bundesgerichts vom 3. August 2000 [I 178/00] E. 4a).

Auf Stellungnahmen eines RAD oder der ärztlichen Dienste kann in-
dessen nur abgestellt werden, wenn sie den allgemeinen beweisrecht-
lichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genügen (Urteil des 
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [seit 1. Januar 2007: Bundes-
gericht] I 694/05 vom 15. Dezember 2006 E. 2). Die RAD-Ärzte müs-
sen  sodann  über  die  im  Einzelfall  erforderlichen  persönlichen  und 
fachlichen  Qualifikationen  verfügen  (Urteile  des  Bundesgerichts 
9C_736/2009 vom 26. Januar 2009 E. 2.1, I 142/07 vom 20. November 
2007 E. 3.2.3 und I 362/06 vom 10. April 2007 E. 3.2.1).

5.
Vorliegend ist zu prüfen, ob und gegebenenfalls seit wann (frühestens 
ab August 2004 [12 Monate vor Eingang des Leistungsbegehrens; vgl. 
E. 4.1  hiervor])  und  in  welchem  Umfang  der  Beschwerdeführer  An-
spruch auf eine Invalidenrente hat. 

Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend,  sein Anliegen sei 
von  der  Vorinstanz  ungerecht  behandelt  worden.  Als  Folge  seiner 
Kopfverletzung im Jahr 1980 und der Kriegserlebnisse im Kosovo sei 
er  in  einem Mass in  seiner  Arbeitsfähigkeit  eingeschränkt,  dass ihm 
eine Invalidenrente der Schweizer Invalidenversicherung zustehe.

Der Beschwerdeführer hat indes entgegen der Aufforderung des Bun-
desverwaltungsgerichts nicht weiter begründet, weshalb die Vorinstanz 

Seite 11

C-5963/2008

ihn „ungerecht“ behandelt haben soll (vgl. act. IV/2). 

Zu Gunsten des Beschwerdeführers ist  allerdings festzuhalten,  dass 
sich der angefochtenen Verfügung vom 19. August 2008 einzig entneh-
men lässt, es liege beim Beschwerdeführer keine ausreichende durch-
schnittliche Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres vor und trotz der 
Gesundheitsbeeinträchtigung  sei  ihm  eine  dem  Gesundheitszustand 
angepasste  gewinnbringende  Tätigkeit  noch  immer  in  rentenaus-
schliessender Weise zumutbar, weshalb keine Invalidität vorliege, die 
einen  Rentenanspruch  zu  begründen  vermöge. Aus  den  Akten  sind 
keine Hinweise zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer in die von 
der  Vorinstanz  eingeholten  ärztlichen  Unterlagen  Einsicht  erhalten 
hätte. Der nicht vertretene Beschwerdeführer war somit unter diesen 
Umständen kaum in der Lage, in seiner Beschwerde genauer zu be-
gründen,  weshalb  die  Vorinstanz  die  Angelegenheit  „ungerecht"  be-
handelt habe. Da das Bundesverwaltungsgericht indessen wie die Vor-
instanz dem Untersuchungsgrundsatz (oben E. 3.2) untersteht, ist die 
Angelegenheit ohnehin aufgrund der gesamten Akten zu prüfen – auch 
den  beschwerdeweise  eingereichten  Akten,  soweit  diese  den  Sach-
verhalt vor dem 19. August 2008 betreffen (oben E. 2.3).

5.1
5.1.1 Prof. Dr. I._______, Neurologe FMH und Chefarzt der Klinik für 
Neurologie, stellte am 23. September 1982 (zwei Jahre nach der Kopf-
verletzung) zu Handen der SUVA fest, ausser geringen örtlichen Ver-
änderungen  und  den  residuellen  Veränderungen  im  Computertomo-
gramm (CT) hätten keine weiteren objektivierbaren Ausfälle  nachge-
wiesen  werden  können.  Unklar  blieben  die  subjektiv  geltend  ge-
machten  Beschwerden  einschliesslich  der  anfallsartigen  Zustände 
(angegeben als Anfälle von Bewusstlosigkeit,  die mit  Kopfschmerzen 
im  Hinterkopf  beginnen  würden,  der  Beschwerdeführer  dann  sekun-
denschnell  für  etwa zwei  bis  vier  Minuten bewusstlos werde,  jedoch 
ohne Einnässen und Zungenbiss, aber mit  Zuckungen beider Arme), 
die  bisher  niemand  beobachtet  habe  beziehungsweise  fremd-
anamnestisch beschreiben könne. Im Elektroenzephalogramm (EEG) 
fehlten Anhaltspunkte für eine fokale Epilepsie, was jedoch eine solche 
erfahrungsgemäss  nicht  definitiv  ausschliesse.  Es  sei  höchste  Zeit,  
den Versicherten wieder voll in den Arbeitsprozess zu integrieren. Vom 
neurologischen Standpunkt aus sei er voll arbeitsfähig. Es sei jedoch 
vielleicht  ratsam, Arbeiten an ungeschützten Maschinen und mit  Ab-
sturzgefahr  zu  vermeiden.  Der  Beschwerdeführer  wirke  jetzt  an-

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C-5963/2008

gepasster  und  weniger  misstrauisch,  eine  grobe  Simulation  oder 
Aggavation sei  nicht  sicher,  ebenso lasse sich  aber  auch  kein  hirn-
lokales psychoorganisches Syndrom erkennen.

5.1.2 Nach  der  Rückfallmeldung  vom  30.  Oktober  1996  (act.  IV/1B 
S. 5)  holte  die  SUVA  ein  neurologisches  Gutachten  bei  Prof.  Dr. 
J._______ im USD._______ ein (act. IV/1B).

Die  Gutachter  stellten  anamnestisch  fest,  der  Beschwerdeführer  sei 
seit dem 25. Mai 1981 zu 100% arbeitsfähig gewesen. Ab August 1990 
und ab März 1992 bis 1996 sei er als „Hilfsarbeiter für grobe Arbeiten,  
d.h. Arbeiten mit Nutzung seiner Muskelkraft standen im Vordergrund“ 
in der Schweiz tätig gewesen. Die Leistungen und das Verhalten wäh-
rend dieser Zeit seien gemäss seinem Arbeitgeber in jeder Beziehung 
sehr zuverlässig und konstant gewesen. Zirka zweimal monatlich habe 
der  Angestellte  über  Kopfschmerzen  geklagt,  Arbeitsabsenzen  habe 
es indessen deswegen nicht gegeben. Die ablehnende Entscheidung 
einer Ganzjahresaufenthaltsbewilligung im August 1996 habe den An-
gestellten „zur Verzweiflung“ gebracht.

Die  Gutachter  gaben  an,  die  seit  dem Trauma bestehenden  chroni-
schen  Kopfschmerzen  entsprächen  gemäss  der  Schilderung  vorwie-
gend  Kopfschmerzen  vom  Spannungstyp,  mit  möglichen  migränifor-
men Exacerbationen und beschriebener visueller Aura. Die beschrie-
benen Episoden von Bewusstlosigkeit seien aetiologisch nicht eindeu-
tig  einzuordnen.  Fokal  beginnende,  sekundär  generalisierte  epilepti-
sche Anfälle seien theoretisch möglich, aber aufgrund der Schilderun-
gen und der früher durchgeführten und des aktuellen EEG eher un-
wahrscheinlich. In der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung 
hätten sich mässige unspezifische Lern- und Gedächtnisstörungen ge-
zeigt,  welche  aetiologisch  unspezifisch  seien,  vereinbar  mit  einem 
chronischen Schmerzsyndrom und/oder mit einem Status nach Schä-
delhirntrauma.  Hinweise  auf  fokale,  insbesondere  rechts-parietale 
Funktionsstörungen,  seien  nicht  eruierbar.  In  der  somatisch-neuro-
logischen Untersuchung hätten sich keine Defizite gezeigt.

Die  Gutachter  stellten  zwar  eine  leichte  Hirnfunktionsstörung  mit 
einem geschätzten Integritätsschaden von 20% gemäss Tabelle 8 der 
UVG-Skala fest, kamen aber zum Schluss, dass in Anlehnung an die 
100% geleistete Arbeit von 1992 – 1996 eine durch ärztliche Behand-
lung (regelmässige Betreuung, medikamentöse Therapie für Schmerz-

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verarbeitung  und  -distanzierung),  ergänzt  mit  einem  Aufbautraining, 
das Wiedererreichen einer entsprechenden Tätigkeit  gut möglich sei. 
Aus  neurologischer  Sicht  bestehe  keine  dauernde  Beeinträchtigung 
der Arbeitsfähigkeit.

5.1.3 Der bei Dr. med. K._______, Ph.D, L._______ [Ort], eingeholte 
medizinische Bericht besteht aus je einer Untersuchung vom 24. Mai 
2007 bei Dr. K._______, Universitätsspital L._______ (Spezialisierung 
unbekannt),  vom  6.  Juli  2007  bei  Dr.  M._______,  Spezialarzt  für 
Neurologie  und  Psychiatrie,  Klinik  N._______  für  Neurologie  und 
Psychiatrie, L._______, sowie dem Bericht vom 28. Juli 2007 von Dr. 
O._______,  Augenarzt  (act.  IV/36,  37,  37a,  51).  Die  Ärzte  stellten 
keine Epilepsiezeichen fest,  diagnostizierten aber eine mittelschwere 
depressive Episode (ICD-10 F 33.1). Das Denken sei  dominiert  von 
Klagen zu somatischen Beschwerden. Der Patient könne keine Wahr-
nehmungsstörungen verbalisieren und solche seien nicht  objektivier-
bar.  Es  würden  keine  Störungen  der  kognitiven,  mnestischen  oder 
intellektuellen Funktionen und keine Elemente einer Depersonalisation 
festgestellt. Gestützt  auf  den primären Gesundheitszustand und den 
aktuellen  psychischen  Zustand  bestehe  eine  Arbeitsunfähigkeit  von 
60%,  wobei  die  Behandlung  die  Arbeitsfähigkeit  nicht  verbessern 
könne (act. IV/37 S. 6 f.)

5.1.4 Das Gutachten der MEDAS vom 15. April 2008 (act. IV/54) setzt 
sich  zusammen  aus  den  Untersuchungsergebnissen  vom  25.  März 
2008, welche sich aus einem Erstgespräch mit Dr. P._______, Neuro-
psychologie  FSP,  einer  neurologischen  Untersuchung  von  Dr. 
Q._______,  Neurologie  und Psychiatrie,  einer  neuropsychologischen 
Untersuchung durch Dr. P._______ und lic. phil. R._______ (Psycho-
logie)  und  einer  psychiatrischen  Untersuchung  von  Dr.  S._______ 
(Psychiatrie und Psychotherapie FMH) ergeben. 

Vorab stellen  die  Gutachter  fest,  dass  sie  nur  beschränkt  über  Vor-
akten verfügten, welche älter waren als aus dem Jahre 2006. Insbe-
sondere die SUVA-Akten,  welche der  Beschwerdeführer  im Rahmen 
seiner Beschwerde einreichte (act. IV/1A ff. bzw. Beschwerdeakten act. 
1.2.1 ff.), lagen den Gutachtern nicht vor (vgl. act. IV/54 S. 5 ff.).

Die  Gutachter  fanden  keine  Hinweise  für  eine  Schädigung  oder  Er-
krankung der peripheren Nerven oder des zentralen Nervensystems, 
insbesondere keine Anhaltspunkte für die Schädigung des Kleinhirns 

Seite 14

C-5963/2008

(vgl.  act.  IV/17).  Die  festgestellte  Muskelatrophie  der  Unterschenkel 
deuteten  die  Gutachter  als  Dekonditionierung  durch  passiven 
Lebensstil,  welche  mit  dem  subjektiven  Erleben  von  „Kraftlosigkeit“ 
und „Schwäche“ einhergehen könne (act. IV/54 S. 20).

Bei  den  sehr  vage  und  unspezifisch  geltend  gemachten  Kopf-  und 
Nackenschmerzen habe sich klinisch kein organisches Korrelat gefun-
den. Am wahrscheinlichsten handle es sich hier um episodische Span-
nungskopfschmerzen.  Diese  seien  funktioneller  Natur,  was  bedeute, 
dass keine objektivierbare somatische Schädigung im Sinne eines Ge-
webs-  bzw. Organschadens  vorliege. Sie  seien  nicht  als  schwerwie-
gende gesundheitliche Beeinträchtigung anzusehen und die Behand-
lung habe durch Analgetika und durch Anwendung von Entspannungs-
techniken  zu  erfolgen.  Die  Gutachter  konnten  auch  keine  relevante 
Sehstörung feststellen (act. IV/54 S. 21).

Auch zu den Angaben des Exploranden zu „Bewusstlosigkeiten“ seien 
keine schlüssigen Aussagen einer diagnostischen Zuordnung möglich. 
Jedoch werde die Diagnose der posttraumatischen Epilepsie im aus-
führlichen Bericht von Dr. K._______ (act. IV/37) überhaupt nicht er -
wähnt. Der Beschwerdeführer nehme auch keine antiepileptische Me-
dikation  ein. Die  Angaben des  Exploranden,  sich  aufgrund  der  „Be-
wusstlosigkeiten“ mit  geringer Frequenz (2006 zwei,  2007 ein Ereig-
nis) nicht allein im Freien fortbewegen zu können, sei selbst im Falle 
einer Epilepsie medizinisch nicht im Mindesten nachzuvollziehen (act. 
IV/54 S. 21).

Bei  der  neuropsychologischen  Testung  stellten  die  Gutachter  fest, 
dass der Explorand im Gegensatz zur körperlichen Untersuchung sehr 
schlecht kooperierte und sich dabei in demjenigen Bereich, in dem er 
Beeinträchtigungen geltend machte,  in  hohem Masse selber, bis zur 
Leistungsverweigerung selbstlimitiert  habe. Die Resultate im Green's 
World Memory-Test seien im Vergleich noch schlechter als diejenigen 
von dementen Patienten ausgefallen,  welche versorgt  werden müss-
ten. Derart  schlechte Resultate würden bereits klinisch auffallen, der 
Versicherte habe indes klinisch keinerlei Hinweise für kognitive Störun-
gen  gezeigt.  Bereits  Dr. K._______  habe  unauffällige  kognitive, 
mnestische  und  intellektuelle  Funktionen  festgestellt.  Der  neuro-
logische Befund habe keinerlei Hinweise für einen Hirnsubstanzabbau 
im  Rahmen einer  zerebralen  Erkrankung  geliefert  und  die  bekannte 
Schädelhirn-Verletzung liege über 20 Jahre zurück. Die vorliegenden 

Seite 15

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Testergebnisse  seien  neuropsychologisch  nicht  nachvollziehbar.  Bei 
fehlenden  Hinweisen  auf  eine  objektivierbare  hirnorganische  Patho-
logie oder eine schwerwiegende psychische Erkrankung, welche sein 
Verhalten  erklären  könnten,  könne  keine  Leistungsminderung  be-
gründet werden (S. 21 f.). 

Aufgrund  der  psychiatrischen  Exploration  und  Untersuchung  hätten 
auch keine nennenswerten psychopathologischen Auffälligkeiten fest-
gestellt werden können. Aus den anamnestischen Angaben hätten kei-
ne Hinweise für eine eigenständige, krankheitswertige psychische Stö-
rung,  etwa einer depressiven Erkrankung, einer PTBS (posttraumati-
sche Belastungsstörung) oder einer Störung der Persönlichkeit  erho-
ben werden können. Die von Dr. K._______ gestellte Diagnose einer 
rezidivierenden depressiven Störung mittelgradiger Ausprägung könne 
aus den in seinem Bericht aufgeführten Befunden nicht nachvollzogen 
werden (S. 22).

Zusammenfassend  diagnostizierten  die  Gutachter  eine  allgemeine 
körperliche  Schwäche  infolge  inaktivitätsbedingter  muskulärer  De-
konditionierung,  reversibel  (ICD-10,  R53),  eine  Aggravation  und 
Simulation  bei  Rentenbegehren  (ICD-10,  Z76.5),  ein  fragliches  und 
unklares  posttraumatisches  epileptisches  Leiden  bei  Status  nach 
Schädel-Hirn-Verletzung  temporo-parietal  rechts  1980,  derzeit  keine 
antiepileptische  Behandlung  (ICD-10,  G40.9)  sowie  episodische 
Spannungskopfschmerzen (ICD-10, G44.2). Sie konnten – abgesehen 
von der muskulären Dekonditionierung – keine nennenswerten patho-
logischen  Befunde  feststellen.  Die  Dekonditionierung  sei  reversibel,  
durch  einen  passiven  Lebensstil  hervorgerufen  und  durch  Re-
konditionierung  beeinflussbar.  Vorübergehend  habe  der  jetzige  Zu-
stand  Einfluss  auf  körperlich  schwer  belastende  Arbeiten.  Das  von 
anderen Ärzten diagnostizierte posttraumatische epileptische Anfalls-
leiden (act. IV/16,  17) könne weder sicher ausgeschlossen noch be-
stätigt  werden,  habe  aber  nur  qualitative  Auswirkungen  für  gewisse 
berufliche Tätigkeiten (Besteigen von Gerüsten oder Leitern oder Be-
dienen gefährlicher Maschinen, act. IV/54 S. 21). Für die generell sehr 
vage, unpräzise, teilweise auch ausweichend und widersprüchlich ge-
schilderte  subjektive Leistungsunfähigkeit  habe sich  gesamthaft  kein 
organisches Korrelat gefunden. Im Rahmen der neuropsychologischen 
Untersuchung hätten sich deutliche Hinweise für Selbstlimitierung und 
aggravatorische  Verhaltensweisen  bis  hin  zur  Vortäuschung  patho-
logischer Befunde hinsichtlich der geistigen Gesundheit ergeben. Dies 

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sei  im  Kontext  der  vorliegenden  schwierigen  sozioökonomischen 
Situation  zwar  verständlich,  medizinisch  jedoch  nicht  als  Ausdruck 
einer eigenständigen gesundheitlichen Störung darstellbar. 

Was die Arbeitsfähigkeit  betreffe, sei  der Beschwerdeführer während 
der  Rekonditionierung,  welche  innert  sechs  Monaten  durchzuführen 
sei, für leichte und mittelschwere Tätigkeiten ohne Einschränkung an 
fünf  Tagen der  Woche einsetzbar. Im Übrigen stellten  die  Gutachter 
fest, dass der Versicherte noch im Jahr 2001 in der Schweiz ohne Ein-
schränkung gearbeitet habe (Verlegung von Bodenplatten). Die Dekon-
ditionierung sei demzufolge später eingetreten. Eine angepasste Arbeit 
sei mindestens seit dem Jahr 2001 möglich gewesen. In einer solchen 
Tätigkeit  könne  die  körperliche  Belastung  nunmehr  sukzessive  ge-
steigert werden. Arbeiten auf Gerüsten, das Besteigen von Leitern und 
das  Bedienen  von  gefährlichen  Maschinen  sei  zu  vermeiden  (act. 
IV/54 S. 22 f.)

5.1.5 Dr. F._______, FMH für Allgemeinmedizin des RAD, kam am 28. 
Mai 2008 zum Schluss, im Rahmen der bisherigen Tätigkeit bestehe 
seit ca. Ende 2001 eine Einschränkung für schwere Tätigkeiten für ca. 
sechs  Monate  (Manipulieren  von  schweren  Gewichten  über  20  kg). 
Alle  anderen  Tätigkeiten  als  Hilfsgärtner  seien  zumutbar,  was  einer 
Reduktion  der  Arbeitsfähigkeit  von  ca.  20%  in  dieser  Tätigkeit  ent-
spreche.  Alle  leichten  bis  mittelschweren  Tätigkeiten  seien  voll  zu-
mutbar, ausser Risikotätigkeiten wegen der fraglichen Epilepsie. Nach 
sechs Monaten seien auch die schweren Tätigkeiten wieder zumutbar 
(act. IV/56).

5.1.6 In  Berücksichtigung der  beschwerdeweise  eingereichten Akten 
stellte Dr. F._______ am 17. April  2009 ergänzend fest, alle neu ein-
gereichten  Akten  beträfen  ältere  Akten  als  die  der  MEDAS-Begut-
achtung. Die beklagte Sehstörung sei nicht zu belegen, ebensowenig 
die Hörprobleme und die weiteren Beschwerden. 

Die neurologische Expertise des USD._______ vom November  1997 
zeige, dass sich inzwischen nichts Wesentliches verändert habe. Die 
posttraumatische Epilepsie sei weiterhin unwahrscheinlich, könne aber 
nicht ganz ausgeschlossen werden. Es sei aber bereits damals festge-
stellt  worden,  dass dies nur gewisse Einschränkungen in  den Tätig-
keiten bewirke, aber keine Arbeitsunfähigkeit. Im Jahr 1997 seien ge-
ringe,  unspezifische  Lern-  und  Gedächtnisstörungen  nachgewiesen 

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worden. Die aktuelle neuropsychologische Testung der MEDAS sei in-
folge Übertreibung bzw. Selbstlimitation des Patienten nicht  verwert -
bar. Die RAD-Ärztin kam zu Schluss, es sei sehr wahrscheinlich, dass 
sich  auch  hier  nichts  verändert  habe. Unter  diesen  Umständen  be-
stehe kein Grund, die Beurteilung der MEDAS in Frage zu stellen. 

5.2 Den umfangreichen Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwer-
deführer im August 1980 eine Schädelhirnverletzung erlitten hat. Zwi-
schen den Parteien bestritten ist indessen, inwieweit diese Verletzung 
Auswirkungen auf  die Arbeitsfähigkeit  und damit  den Invaliditätsgrad 
des Beschwerdeführers hatte und hat (vgl. oben E. 4.2 ff.).

5.2.1 Gemäss  den  ausführlichen  neurologischen  Beurteilungen  des 
Kantonsspitals  G._______  bestand  im  Dezember  1980  wieder  eine 
Arbeitsfähigkeit von mindestens 50% (act. 1F S. 3), ab Mai 1981 eine 
volle  Arbeitsfähigkeit  (act.  IV/1C  S.  2).  Die  Neurologen  des 
USD._______  kamen  in  ihrem  Gutachten  im  November  1997  zum 
Schluss,  die  festgestellten  leichten neuropsychologischen Funktions-
störungen  seien  wahrscheinlich  Folgen  des  offenen  Schädelhirn-
traumas vom 27. August 1980. Der Beschwerdeführer sei indes – unter 
Voraussetzung einer ärztlichen Behandlung und eines Aufbautrainings 
– in Anlehnung an die zu 100% geleistete Arbeit in den Jahren 1992 – 
1996 voll arbeitsfähig (act. IV/1B S. 12 f.).

5.2.2 Den Akten ist weiter zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer 
zwischen August 1990 und November 1996 in der Lage war, in einem 
vollen Pensum körperlich schwere Hilfsarbeiten in einer Gärtnerei zu 
verrichten. Arbeitsausfälle  aufgrund von Kopfschmerzen oder  Belege 
zu epileptischen Anfällen finden sich nicht. Aktenkundig ist auch, dass 
der Beschwerdeführer im Herbst 2001 nochmals beim selben Arbeit -
geber  mit  vollem  Pensum  als  Pflästerer  tätig  war,  offenbar  ohne 
nennenswerte krankheitsbedingte Absenzen (vgl. act. IV/11, 13). 

5.3 In den Akten finden sich hingegen der Hinweis des Kreisarztes der 
SUVA, der bereits im November 1980 eine Verdeutlichungstendenz bei 
unauffälliger  neurologischer  Untersuchung  beschrieb.  Auch  der 
Neurologe im Kantonsspital G._______ stellte im Mai 1981 mangelnde 
Kooperation und funktionelle Überlagerung fest (vgl. act. 1B S. 2 f.). Im 
Mai 1992 stellte derselbe Arzt fest, der Explorand wirke jetzt angepas-
ster und weniger misstrauisch, eine grobe Simulation oder Aggravation 
sei  nicht  sicher,  ebenso  sei  aber  auch  kein  hirnlokales  psycho-
organisches Syndrom erkennbar (act. IV/1C S. 2).

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Auch  anlässlich  der  Begutachtung  durch  die  Neurologen  des 
USD._______ im Jahr 1997 konnten in der somatisch-neurologischen 
Untersuchung keine Defizite  ermittelt  werden. Die  Gutachter  stellten 
weiter  fest,  dass  beim Versicherten  in  den Jahren  1992  –  1996 bei 
mittelschwerer  bis  schwerer  körperlicher  Arbeit  die  Kopfschmerzen 
medikamentös  behandelbar  und  die  Arbeitsfähigkeit  nicht  ein-
geschränkt waren. Kollapszustände bzw. Bewusstseinsverluste waren 
weder  aktenkundig  noch  eruierbar.  Für  diese  Zeit  habe  eine  hohe 
Motivation am Arbeitsplatz  bestanden und die Gutachter  gingen von 
einer  hohen  Motivation  in  der  Verarbeitung  des  Schädelhirntraumas 
aus.  Sie  stellten  indes  weiter  fest,  dass  die  Beschwerden  sich  im 
Sommer  1996  verstärkt  hätten  (Kopfschmerzen  mit  innerer  Unruhe, 
Nervosität  und  Kollapszustände).  In  dieser  Zeit  wurde  dem  Be-
schwerdeführer keine Ganzjahresbewilligung für das Jahr 1997 erteilt. 
Der  damalige  Arbeitgeber  wurde  im  Gutachten  des  USD._______ 
zitiert, die Ablehnung der Ganzjahresbewilligung im August 1996 habe 
den  Versicherten  „zur  Verzweiflung“  gebracht  (act.  IV/1B  S. 11).  Im 
Oktober 1996 liess der Versicherte bei der SUVA eine Rückfallmeldung 
einreichen (vgl. act. IV/1B S. 5).

Die Gutachter  der MEDAS stellten im April  2008 zusätzlich fest,  die 
klinischen  Ergebnisse  und  die  Ergebnisse  der  neuropsychischen 
Testung würden in einem Mass divergieren, dass die Ergebnisse der 
Testung  nicht  nachvollziehbar  seien.  Die  Ergebnisse  der  neuro-
psychischen  Testung  seien  nur  durch  deutlich  verminderte  Ko-
operationsbereitschaft und aggravatorisches Verhalten zu erklären. 

5.4 Aus den gesamten Akten geht klar hervor, dass der Beschwerde-
führer  sich  im  Jahr  1980  eine  schwerwiegende  Kopfverletzung  zu-
gezogen hat. Diese scheint aber keinen bleibenden Schaden in dem 
Sinne verursacht zu haben, als dass der Beschwerdeführer deswegen 
in  seiner  Arbeitsfähigkeit  als  Hilfsarbeiter  bei  mittelschweren  und 
schweren körperlichen Arbeiten eingeschränkt gewesen wäre. In den 
Jahren 1990 – 1996 war er  nachweislich in der Lage, motiviert  gute 
Arbeit  als  Hilfsgärtner  zu  leisten,  ohne  nennenswerte  krankheits-
bedingte  Absenzen  und  ohne  festgestellte  Einschränkungen  am Ar-
beitsplatz. Im  Herbst  2001  war  er  nochmals  in  Vollzeit  beim selben 
Arbeitgeber als Pflästerer tätig, wiederum ohne ersichtliche Absenzen 
oder Einschränkungen.

Die  geltend gemachten  Beschwerden  als  Folgen der  Kopfverletzung 

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konnten in einem Zeitraum von über 25 Jahren seit September 1982 
(GA  Kantonsspital  G._______)  bis  April  2008  (GA  MEDAS)  von 
keinem der begutachtenden Ärzte aus neurologischer Sicht  bestätigt 
werden. 

5.5 Soweit  der  Beschwerdeführer  ausserdem psychische Erkrankun-
gen  (Depression  und  Folgen  der  Kriegstraumatisierung)  geltend 
macht,  konnten  die  Gutachter  der  MEDAS  bezüglich  der  von  den 
Fachärzten in Kosovo festgestellten Depression keine relevanten Ein-
schränkungen ermitteln. Was die Kriegstraumatisierung betrifft, finden 
sich  dazu  kaum  konkrete  oder  begründete  Angaben,  insbesondere 
auch  nicht  im  Bericht  von  Dr.  K._______  und  Dr.  M._______  (act. 
IV/37, 37a). Deshalb ist diesbezüglich auf die nachvollziehbare und in 
sich schlüssige Beurteilung der MEDAS-Ärzte abzustellen.

5.6 Ebenfalls  unbestritten  ist  die  festgestellte  Dekonditionierung des 
Beschwerdeführers. Bereits Dr. I._______ empfahl am 23. September 
1982,  der  Patient  sei  so schnell  wie  möglich  wieder  in  den Arbeits -
prozess zu integrieren (act. IV/1C). Das USD._______ stellte am 11. 
November 1997 ebenfalls  fest,  unter  ärztlicher  Behandlung und Auf-
bautraining sei das Wiedererreichen der bisherigen Tätigkeit gut mög-
lich  (act.  IV/1B  S. 13).  Anschliessend  war  der  Beschwerdeführer 
nochmals  in  der  Schweiz  im  Rahmen  einer  schweren  körperlichen 
Arbeit arbeitstätig (September bis November 2001, vgl. act. IV/11, 13).

Eine Dekompensierung aufgrund passiven Lebensstils ist nicht invali-
ditätsrelevant.  Wie  die  MEDAS-Ärzte  zu  Recht  ausführen,  besteht 
diesbezüglich keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.

5.7 Ebenfalls  hervorzuheben  ist  die  von  den  MEDAS-Ärzten  dekla-
rierte fehlende Kooperation bei der neuropsychologischen Testung so-
wie die Feststellungen der Ärzte, bei Nachfragen habe der Explorand 
ausweichend geantwortet  oder  gesagt,  er  wisse es nicht  mehr  bzw. 
vergesse viel, teilweise habe er sich auch widersprochen (act. IV/54 S. 
8).  Gegenüber  der  Vorinstanz  hatte  der  Beschwerdeführer  ebenfalls 
angegeben,  er  habe  seit  1996  nicht  mehr  gearbeitet,  und  äusserte 
sich auf  die Feststellung der IVSTA, diese Angabe sei  nicht  korrekt, 
diesbezüglich,  dass  der  damalige  Arbeitgeber  ihm angeboten  hätte, 
einige Tage zu arbeiten; er  habe aber  nicht  gewusst,  dass  Beiträge 
bezahlt worden seien. 

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5.8 Der heutige körperliche und psychische Zustand des Beschwer-
deführers  steht  nach  Aussage  der  Gutachter  in  Zusammenhang mit 
den schwierigen sozioökonomischen Umständen in seiner Heimat, gab 
er  doch schon im Jahr 1982 an,  er  wohne wieder  Zuhause in einer 
armen Gegend, sie seien ganz arme Leute (act. IV/1C S. 1). Indessen 
sind solche Umstände nicht invaliditätsrelevant, da für eine Rente der 
Invalidenversicherung definitionsgemäss nur die Beeinträchtigung der 
körperlichen, geistigen oder psychischen  Gesundheit einen Anspruch 
auslöst, nicht aber rein wirtschaftliche Gegebenheiten (oben E. 4.2 f.).

5.9 Zusammenfassend  ist  demnach  mit  überwiegender  Wahrschein-
lichkeit erstellt, dass beim Beschwerdeführer keine rentenrelevante ge-
sundheitliche Einschränkung gemäss Schweizer  Recht  besteht. Dies 
gilt  auch  für  die  festgestellte  vorübergehende  Einschränkung  für 
schwere körperliche Tätigkeiten aufgrund der Dekonditionierung. Es ist 
weiterhin von einer einen Rentenanspruch ausschliessenden Arbeits-
fähigkeit im Rahmen der bisher ausgeübten Tätigkeit als Hilfsgärtner 
sowie  entsprechenden  Verweistätigkeiten  auszugehen.  Die  Be-
schwerde ist  deshalb abzuweisen und die Verfügung vom 19. August 
2008 zu bestätigen. 

6.
Zu befinden  ist  schliesslich  über  die  Verfahrenskosten  und  eine  all-
fällige Parteientschädigung.

6.1 Die Verfahrenskosten werden unter Berücksichtigung des Umfan-
ges und der Schwierigkeit der Streitsache im vorliegenden Verfahren 
auf Fr. 400.-- festgesetzt (Art. 63 Abs. 4bis VwVG sowie Art. 1, 2 und 4 
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 
Sie  sind  von  der  unterliegenden  Partei  zu  tragen  (Art.  63  Abs.  1 
VwVG).  Sie  sind  mit  dem  am  22.  Mai  2009  geleisteten  Kostenvor-
schuss zu verrechnen. 

6.2 Weder der unterliegende Beschwerdeführer noch die obsiegende 
Vorinstanz  haben  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung  (Art.  64 
Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 3 VGKE).

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C-5963/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 400.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 400.- verrechnet. 

3.
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Beat Weber Susanne Flückiger

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung 
mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 
angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die 
beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

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