# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a6b8af42-c018-565f-81e1-86cb92cac816
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 12.07.2018 SB170461
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170461_2018-07-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: SB170461-O/U/jv 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, und lic. iur. S. Volken  

sowie Oberrichterin lic. iur. R. Affolter und die Gerichtsschreiberin  

lic. iur. N. Anner 

 

Urteil vom 12. Juli 2018 

 
in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. T. Moder,  

Anklägerin und I. Berufungsklägerin sowie Anschlussberufungsklägerin 

 

gegen 

1. A._____,  
2. B._____,  
Beschuldigte und II. Berufungskläger 

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. W._____ 

2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

sowie 

C._____ AG,  
Verfahrensbeteiligte und II. Berufungsklägerin 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

betreffend  

gewerbsmässiger Betrug etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung,  
vom 25. September 2017 (DG170020) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 23. Januar 2017 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 168). 

 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 226 S. 134 ff.) 

"Das Gericht erkennt: 

1. Das Verfahren betreffend Anklagepunkt Barauszahlung CHF 100'000 am 

11.03.2002 an den Beschuldigten 1 ab Konto D._____ (HD 168 S. 9) wird einge-

stellt. 

2. Das Verfahren betreffend Anklagepunkt "Kontotransaktionen mit Urkunden-

fälschung" (E._____ Erben, HD 168 S. 7) wird eingestellt.  

3. Das Verfahren betreffend Anklagepunkt "Kontoeröffnung F._____" (HD 168 

S. 11 f.) wird eingestellt. 

4. Der Beschuldigte 1 ist schuldig 

− des gewerbsmässigen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 in Verbindung 

mit Abs. 2 StGB (in Bezug auf die Barauszahlungen an den Beschuldigten 1, 

HD 168 S. 8-11), 

− des mehrfachen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB (in Bezug auf die 

Kontotransaktionen ohne Urkundenfälschungen, HD 168 S. 3-6), 

− der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 in Verbin-

dung mit Ziff. 2 StGB (in Bezug auf die Kontotransaktionen bis CHF 10'000, 

die Transaktion "1" sowie die direkten Zahlungen "2" und "3", HD 168 S. 5 f. 

und 11) sowie 

− der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB (in 

Bezug auf die Generalvollmacht und Bezugsbelege G._____ sowie die Blan-

kett-Fälschungen H._____ und I._____, HD 168 S. 8 ff.). 

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5. Vom Vorwurf der qualifizierten Geldwäscherei (HD 168 S. 13 ff.) werden der Be-

schuldigte 1 und die Beschuldigte 2 je vollumfänglich freigesprochen, soweit darauf 

einzutreten ist.  

6. Vom Vorwurf der Urkundenfälschung (in Bezug auf die …-Einträge, HD 168 S. 9) 

wird der Beschuldigte 1 teilweise freigesprochen.  

7. Der Beschuldigte 1 wird bestraft mit 3 ¾ Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit 

heute 2 Tage durch Haft erstanden sind. Die Strafe wird vollzogen. 

8. Von der Abnahme einer DNA-Probe wird sowohl beim Beschuldigten 1 als auch der 

Beschuldigten 2 abgesehen. 

9. Der Beschuldigte 1 wird nach Eintritt der Rechtskraft verpflichtet, dem Staat als   

Ersatz für nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil 

CHF 350'000 zu bezahlen. 

Die Kasse des Bezirksgerichts Zürich wird angewiesen, die 9. Abteilung des  

Bezirksgerichts Zürich zu informieren, sobald der Beschuldigte 1 den Betrag von 

CHF 350'000 bezahlt hat, damit die Aufhebung der Grundbuchsperre der Liegen-

schaft des Beschuldigten 1 in J._____ sowie der Kontosperre bei der K._____ Bank 

veranlasst werden kann.  

Sofern der Beschuldigte 1 nicht freiwillig bezahlt, wird die Kasse des Bezirks-

gerichts Zürich angewiesen, die Ersatzforderung gegen den Beschuldigten 1 beim 

zuständigen Betreibungsamt in Betreibung zu setzen und die für den Fortgang des 

Betreibungsverfahrens erforderlichen Schritte zu veranlassen. In diesem Fall blei-

ben die Grundbuch- und Kontosperre aufrechterhalten bis das zuständige Betrei-

bungsamt in der Betreibung hinsichtlich der Ersatzforderung über die Anordnung 

von Sicherungsmassnahmen entschieden hat. 

10. Die Beschuldigte 2 wird nach Eintritt der Rechtskraft verpflichtet, dem Staat als   

Ersatz für nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil 

CHF 650'000 zu bezahlen. 

Die Kasse des Bezirksgerichts Zürich wird angewiesen, die 9. Abteilung des  

Bezirksgerichts Zürich zu informieren, sobald die Beschuldigte 2 den Betrag von 

CHF 650'000 bezahlt hat, damit die Aufhebung der Grundbuchsperre der Liegen-

-   4   - 

schaft der Beschuldigten 2 (resp. der C._____ AG) in L._____ sowie der Konto-

sperre bei der N._____ [Bank] veranlasst werden kann.  

Sofern die Beschuldigte 2 nicht freiwillig bezahlt, wird die Kasse des Bezirks-

gerichts Zürich angewiesen, die Ersatzforderung gegen die Beschuldigte 2 beim 

zuständigen Betreibungsamt in Betreibung zu setzen und die für den Fortgang des 

Betreibungsverfahrens erforderlichen Schritte zu veranlassen. In diesem Fall blei-

ben die Grundbuch- und Kontosperre aufrechterhalten bis das zuständige Betrei-

bungsamt in der Betreibung hinsichtlich der Ersatzforderung über die Anordnung 

von Sicherungsmassnahmen entschieden hat. 

11. Die K._____ Bank AG wird angewiesen, die Konto-Verbindung IBAN …, lautend 

auf den Beschuldigten 1, nach Eintritt der Rechtskraft zu saldieren sowie den Saldo 

zur Deckung der Verfahrenskosten und im allfällig übersteigenden Betrag zur An-

rechnung an die Ersatzforderung der Kasse des Bezirksgerichts Zürich zu überwei-

sen. 

12. Die Ersatzforderungen gemäss Disp. Ziff. 9 und 10 werden der Privatklägerin zur 

teilweisen Deckung ihrer Schadenersatzforderung zugesprochen. Die Kasse des 

Bezirksgerichts Zürich wird angewiesen, die Summe aus den Ersatzforderungs-

erträgen gemäss den vorstehenden Disp. Ziff. 9 und 10 der Privatklägerin auszu-

zahlen.  

Es wird davon Vormerk genommen, dass die Privatklägerin ihre Forderung an den 

Staat abgetreten hat. 

13. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 17. Juni 2011 beschlag-

nahmten Buchhaltungsunterlagen der C._____ AG (1 Bundesordner blau und 2 

Bundesordner rot bei den Akten) werden der Beschuldigten 2 innert drei Monaten 

nach Eintritt der Rechtskraft auf ihr Verlangen hin herausgegeben. Bei unbenutz-

tem Ablauf der Frist werden die Unterlagen der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen. 

14. Die mit Verfügung vom 29. September 2016 durch die Staatsanwaltschaft Zürich-

Sihl beschlagnahmten Ohrringe der Beschuldigten 2 sind ihr von der Lagerbehörde 

innert drei Monaten nach Eintritt der Rechtskraft auf ihr Verlangen hin herauszuge-

-   5   - 

ben. Bei unbenutztem Ablauf der Frist werden die Ohrringe von der Lagerbehörde 

vernichtet. 

15. Der Beschuldigte 1 wird verpflichtet, der Privatklägerin M._____ AG [Bank] Scha-

denersatz von CHF 1'098'500 zzgl. Zins von 5% seit 9. August 2010 zu bezahlen. 

Im übersteigenden Betrag wird die Schadenersatzforderung der M._____ AG 

[Bank] auf den Zivilweg verwiesen. 

16. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

CHF 20'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 9'000.00   Gebühr Vorverfahren Besch. 1 

CHF 1'000.00   Gebühr Vorverfahren Besch. 2 

CHF 304.00   Auslagen Besch. 1 

CHF 60.00   Entschädigung Zeuge Besch. 1 

CHF 30'398.65   Entschädigung bisherige amtl. Verteidigung Besch. 1 

CHF 4'861.60   Entschädigung RA X._____ vorab 

CHF 20'315.00   amtliche Verteidigung (RA W._____) Besch. 1 

CHF  5'959.55   amtliche Verteidigung (RA X._____) Besch. 2 

In Bezug auf die Beschuldigte 2 fällt die Entscheidgebühr ausser Ansatz und die 

übrigen Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen.  

17. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie die Kosten, die der Beschuldigten 2 

zuzuordnen sind, werden dem Beschuldigten 1 zu 4/5 auferlegt. 1/5 der Kosten 

werden auf die Gerichtskasse genommen. 

18. Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten 1 werden im Umfang von 

4/5 einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; diesbezüglich bleibt eine Nach-

forderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. Im Umfang von 1/5 werden 

die Kosten der amtlichen Verteidigung definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

19. Die Kosten der Untersuchung sowie die Kosten der amtlichen Verteidigung in Be-

zug auf die Beschuldigte 2 werden auf die Gerichtskasse genommen. 

-   6   - 

20. RA W._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 1 mit 

CHF 35'315 (inkl. Mehrwertsteuer, abzüglich Akontozahlungen von CHF 15'000) 

entschädigt. 

21. RA X._____ wird für die amtliche Verteidigung der Beschuldigten 2 mit 

CHF 5'959.55 (inkl. Mehrwertsteuer) entschädigt. 

22. Der Entschädigungsanspruch der C._____ AG wird abgewiesen. 

23. Der Beschuldigte 1 wird verpflichtet, der Privatklägerin M._____ AG [Bank] für ihre 

anwaltliche Vertretung in diesem Verfahren eine Entschädigung von CHF 30'240 

(inkl. Mehrwertsteuer) zu zahlen. Im Mehrbetrag wird das Entschädigungsbegehren 

abgewiesen. 

24. (Mitteilungen.) 

25. (Rechtsmittel.)" 

 
 

Berufungsanträge: 

a) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 279 S. 1) 

1. Die folgenden Dispositiv-Ziffern des Urteils des Bezirksgerichtes Zü-

rich, 9. Abteilung, vom 25. September 2017 seien zu bestätigen: 

Ziffern 1, 2, 3, 4, 6, 8 ff. 

2. Die Beschuldigten A._____ und B._____ seien zusätzlich der qualifi-

zierten Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 und 2 StGB 

schuldig zu sprechen.  

3. Der Beschuldigte A._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren 

und einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu CHF 30.00 zu bestrafen.  

4. Die Beschuldigte B._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren 

und einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu CHF 30.00 zu bestrafen.  

-   7   - 

5. Der Beschuldigten B._____ sei der bedingte Strafvollzug unter Anset-

zung einer Probezeit von 2 Jahren zu gewähren. 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten 1: 

(Urk. 282 S. 2) 

1. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe frei zu sprechen. 

2. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin sei auf den Zivilweg zu 

verweisen.  

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates. 

Eventualiter: 

1. Der Beschuldigte sei betreffend mehrfachen gewerbsmässigen Betrug 

gemäss Art. 146 Abs. 1 und Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen.  

2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von maximal 24 Monaten 

zu bestrafen, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.  

3. Es sei eine Ersatzforderung nach Ermessen des Gerichts auszu-

sprechen.  

4. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin sei vollumfänglich auf 

den Zivilweg zu verweisen.  

5. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.  

c) Der Verteidigung der Beschuldigten 2: 

(Urk. 280 S. 1) 

1. Der erstinstanzliche Freispruch vom Vorwurf der qualifizierten Geld-

wäscherei sei zu bestätigen. 

2. Der Antrag der Staatsanwaltschaft auf Verpflichtung von B._____ zur 

Bezahlung einer Ersatzforderung sei abzuweisen.  

-   8   - 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der 

amtlichen Verteidigung, seien in Bezug auf B._____ auf die Gerichts-

kasse zu nehmen.  

d) Der weiteren Verfahrensbeteiligten C._____ AG: 

(Urk. 281 S. 1) 

1. Die mit Verfügung vom 12. Dezember 2011 angeordnete Kontosperre 

des Kontos Nr. … bei der N._____ Bank, lautend auf C._____ AG, sei 

aufzuheben. 

2. Die mit Verfügung vom 20. Juni 2011 angeordnete Beschlagnahme 

und Grundbuchsperre betreffend die Liegenschaft an der …-strasse … 

in L._____ (Grundstück Nr. …, Plan …, Parzelle …) sei aufzuheben. 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Gerichtskasse zu 

nehmen und C._____ AG sei für ihre anwaltlichen Aufwendungen bis 

zum Abschluss des erstinstanzlichen Verfahrens und im Berufungsver-

fahren vollumfänglich zu entschädigen.  

e) Der Privatklägerin M._____ AG: 

(Urk. 285 S. 2) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 25. September 2017 sei im 

Rahmen dieses Berufungsverfahrens in allen Punkten des verbleiben-

den Dispositivs vollumfänglich zu bestätigen und es sei der Beschuldig-

te 1 entsprechend zu verurteilen.  

2. Insbesondere sei der Beschuldigte 1 zu verpflichten, der Privatklägerin 

Schadenersatz in der Höhe von CHF 1'098'500.– zuzüglich Zins von 

5% seit 9. August 2010 zu bezahlen.  

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen auch im Verfahren vor 

dem Obergericht zu Lasten des Beschuldigten 1. 

 

-   9   - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensverlauf und Umfang der Berufung 

1. Der Verfahrensverlauf bis zum erstinstanzlichen Urteil findet sich sehr de-

tailliert im angefochtenen Entscheid (Urk. 226 S. 5-18) und nachstehend zu-

sammengefasst mit wenigen Ergänzungen.  

2. Anzeigeerstattungen 

2.1. Der Beschuldigte A._____ (nachfolgend Beschuldigter 1) stand vom 1. Juni 

2000 bis am 5. Mai 2009 in einem arbeitsvertraglichen Verhältnis im Rang eines 

Direktors bei der M._____ AG [Bank] (nachfolgend M._____) als Kunden- resp. 

Anlageberater im Bereich Vermögensverwaltung der Gelder … Kunden (Urk. 4.1 

S. 2; Urk. 22.8). Als ihm gegen Ende April 2009 mitgeteilt wurde, dass seine Stel-

le abgebaut und er vorübergehend in ein internes Coach-Programm aufgenom-

men werde. Nach der Übergabe des Kundenportfolios des Beschuldigten 1 an 

seine Teamkollegen kamen Unregelmässigkeiten bei seiner Kundenbetreuung 

zum Vorschein, woraufhin er verwarnt wurde und schliesslich Anfang Mai 2009 

sein Arbeitsverhältnis bei der M._____ fristlos kündigte (Urk. 2.1.1 S. 1 und 

Urk. 4.1 S. 8 f.; Urk. 22.8). Am 4. Juni 2009 gelangte der Sicherheitsbeauftragte 

der M._____, O._____, an die Kantonspolizei Zürich und erstattete Anzeige ge-

gen den Beschuldigten 1 wegen Veruntreuung etc. Er soll teilweise gegen das Ri-

sikoprofil von Kunden investiert und mit diversen Kontoübertragungen innerhalb 

seines Kundenstammes durch ihn verursachte Fehlspekulationen auf den betreu-

ten Kundenkonten ausgeglichen haben (Urk. 2.1.2 und 2.1.3).  

2.2. In der Folge reichte die M._____ am 8. Juni 2009 zudem schriftlich Strafan-

zeige gegen den Beschuldigten 1 ein (Urk. 2.1.1), da er ab diversen Kundenkon-

ten ohne Auftrag und Vollmacht sog. …-Transaktionen (M._____ Transfers Sys-

tem, interne Vergütungsaufträge), Bar- und Wertpapier-Transaktionen ausgelöst 

sowie falsche Einträge im elektronischen System zur Erfassung von Kundenkon-

takten (…) vorgenommen habe. Am 18. August, 30. September und 28. Oktober 

-   10   - 

2010 erstattete die M._____ nach weiteren internen Ermittlungen Ergänzungsan-

zeigen (Urk. 2.2.1, 2.3.1 und 2.3.2). 

Die Anklage vom 23. Januar 2017 (Urk. 168) stützt sich im Wesentlichen auf die 

Strafanzeige vom 8. Juni 2009 (Urk. 2.1.1) und die Ergänzungsanzeige vom 

18. August 2010 (Urk. 2.2.1). 

2.3. Mit Schreiben vom 16. Dezember 2010 konstituierte sich die M._____ im 

vorliegenden Strafverfahren sowohl als Straf- wie auch Zivilklägerin (Urk. 28.2).  

3. Verhaftung, Hausdurchsuchungen und Sicherstellungen 

Am 1. Juli 2009 wurde der Beschuldigte 1 an seinem Wohnort verhaftet und erst-

mals polizeilich befragt. Zugleich fand eine Hausdurchsuchung mit Sicherstellung 

namentlich von elektronischen Datenträgern und Ordnern statt. Im Beisein seiner 

Verteidigung erfolgte am 2. Juli 2009 eine Befragung bei der Staatsanwaltschaft 

mit anschliessender Haftentlassung des Beschuldigten 1 (Urk. 4.1, 4.2 und 7.2; 

Urk. 32.1, 32.2 und 32.6). Bereits am 11. Juni 2009 war eine Hausdurchsuchung 

mit Sicherstellungen am neuen damaligen Arbeitsortsort des Beschuldigen 1, der 

P._____ AG in Zürich durchgeführt worden (Urk. 7.3 und 7.4). Nach Datenspei-

cherung erhielt der Beschuldigte 1 diverse Gegenstände wieder zurück (Urk. 7.7 

und 7.8; Urk. 19.3, 19.14 und 19.15).  

Zudem stellte die Staatsanwaltschaft von der C._____ AG die Buchhaltung der 

Jahre 2006/2007 und 2008/2009 sicher (Urk. 20/7, 20/8, ein blauer und zwei rote 

Ordner) und holte beim Handelsregisteramt des Kantons Zug die Gründungsakten 

der C._____ AG von 2006 sowie einen beglaubigten Handelsregisterauszug ein 

(Urk. 20.1 ff.; Urk. 226 S. 6 f.).  

4. Beschlagnahmungen, Grundbuch- und Kontosperren, Editionen 

4.1. Gemäss Kaufvertrag vom 29. Mai 2009 verkaufte der Beschuldigte 1 die von 

ihm und seiner Familie bewohnte Liegenschaft in L._____ (Einfamilienhaus) an 

die C._____ AG zum Kaufpreis von Fr. 1'400'000.– (Urk. 20/2/1). Die Ehefrau des 

Beschuldigten 1, B._____ (nachfolgend Beschuldigte 2; vgl. hinten Erw. I.6.3.), ist 

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Alleinaktionärin und einziges Mitglied des Verwaltungsrates der C._____ AG 

(Urk. 110/3 S. 5 und Urk. 202).  

4.2. Am 19. April 2011 und am 20. Juni 2011 beschlagnahmte die Staatsanwalt-

schaft die Liegenschaften in J._____ (Wohnhaus, Scheune und Schöpfe, vgl. 

Urk. 21.12) und in L._____ (Einfamilienhaus) und liess auf den fraglichen Grund-

stücken je eine Grundbuchsperre errichten (Urk. 20.2.6. = Urk. 21.21; Urk. 21.9). 

Die dagegen erhobenen Beschwerden des Beschuldigten 1 bzw. des Beschuldig-

ten 1 und der C._____ AG wurden vom Obergericht des Kantons Zürich, 

III. Strafkammer, je mit Beschluss vom 11. Oktober 2011 abgewiesen (Urk. 21.16 

und 21.26). Ob bzw. unter welchen Bedingungen diese Grundbuchsperren aufzu-

heben sind, ist nach wie vor Verfahrensgegenstand (Urk. 226 S. 8-11; hinten 

Erw. VIII.). 

4.3. Am 12. Dezember 2011 verfügte die Staatsanwaltschaft Kontosperren bei 

der K._____ Bank AG und der N._____ Bank (Urk. 21.40 und 21.50). Beide da-

gegen erhobenen Beschwerden des Beschuldigten 1 bzw. der C._____ AG wies 

das Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, mit Beschlüssen vom 

23. Februar 2012 ab (Urk. 21.44 und 21.55). Das Bundesgericht wies die Be-

schwerde des Beschuldigten 1 gegen den obergerichtlichen Entscheid betreffend 

die Kontosperre bei der K._____ Bank ebenfalls ab (Urk. 21.49). Diese Konto-

sperren sind nach wie vor Verfahrensgegenstand (vgl. Urk. 226 S. 10 f.; hinten 

Erw. VIII.). 

4.4. Ferner verfügte die Staatsanwaltschaft bezüglich der gegen den Beschuldig-

ten 1 gerichteten Vorwürfe Editionen bei der Privatklägerin und diversen weiteren 

Bankinstituten und Kreditkartenunternehmen (vgl. Urk. 226 S. 11).  

5. Verteidigung 

5.1. Zunächst war der Beschuldigte 1 vom 2. Juli 2009 bis 12. Oktober 2011 

durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ erbeten verteidigt (Urk. 24.2 und 24.16). Ab 

2. August 2011 wurde er durch Fürsprecher Z._____ amtlich verteidigt (Urk. 26.6). 

Am 25. Juli 2013 mandatierte der Beschuldigte 1 Rechtsanwalt lic. iur. W._____ 

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als erbetenen Verteidiger (Urk. 27.2.), worauf die amtliche Verteidigung durch 

Fürsprecher Z._____ am 30. Oktober 2013 widerrufen wurde (Urk. 39). Per 

15. April 2014 wurde Rechtsanwalt lic. iur. W._____ zum amtlichen Verteidiger 

des Beschuldigten 1 ernannt (Urk. 77). 

5.2. Mit Wirkung auf den 12. September 2016 bestellte die Oberstaatsanwalt-

schaft Rechtsanwalt lic. iur. X._____ zum amtlichen Verteidiger der Beschuldigten 

2 (Urk. 118.5 und 118.7). Rechtsanwalt lic. iur. X._____ vertritt seit 17. April 2014 

auch die C._____ AG als weitere Verfahrensbeteiligte (Urk. 118.1 und 118.2). 

6. Anklageerhebungen und Einstellungen 

6.1. Die erste Anklage vom 30. Oktober 2013 richtete sich gegen den Beschul-

digten 1 sowie dessen Eltern Q._____ und R._____ (Urk. 38.11). Nach Mitteilung 

durch die Vorinstanz, dass die Anklage insgesamt schwer verständlich und unklar 

aufgebaut sei, wurde sie durch die Staatsanwaltschaft unter dem Vorbehalt der 

Wiedereinbringung zurückgezogen und das Gerichtsverfahren als durch Rückzug 

der Anklage unter dem genannten Vorbehalt erledigt abgeschrieben (Urk. 50, 56 

und 57; Bezirksgericht Zürich, 9. Abteilung, Geschäfts-Nr. DG130363-L).  

6.2. Die zweite Anklage vom 28. Februar 2014 betraf die gleichen beschuldigten 

Personen (Urk. 58). Im Anschluss an die Hauptverhandlung vom 16. Juli 2014 

erging in zwei heute nicht mehr gegenständlichen Anklagepunkten gegen den 

Beschuldigten 1 je ein freisprechendes und ein schuldigsprechendes Urteil 

(Urk. 101). Bezüglich der übrigen Anklagevorwürfe wurde die Anklageschrift zur 

Berichtigung an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Diese führte in der Folge 

weitere Einvernahmen durch (Urk. 102; Bezirksgericht Zürich, 9. Abteilung, Ge-

schäfts-Nr. DG140063-L). Das Verfahren gegen Q._____ bzw. R._____ endete 

mit Freispruch bzw. Einstellung (Urk. 101 und 123).  

6.3. Am 23. Januar 2017 erhob die Staatsanwaltschaft die hier massgebende 

dritte Anklage gegen den Beschuldigten 1 und – zufolge Erweiterung um den Tat-

vorwurf der qualifizierten Geldwäscherei – auch gegen die Beschuldigte 2 

(Urk. 168). 

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6.4. Mit Beschluss vom 19. April 2017 (Urk. 179) stellte die Vorinstanz das Ver-

fahren gegen beide Beschuldigten in Bezug auf den Geldwäschereivorwurf (An-

klageziffer II.) ein. Die durch die Staatsanwaltschaft gegen diesen Einstellungs-

entscheid erhobene Beschwerde hiess das Obergericht des Kantons Zürich, 

III. Strafkammer, am 10. August 2017 gut und wies die Sache zu neuer Entschei-

dung an das Bezirksgericht zurück (Urk. 197). 

7. Urteil des Bezirksgerichts und Berufung 

7.1. Mit Urteil vom 25. September 2017 sprach das Bezirksgericht Zürich, 

9. Abteilung, den Beschuldigten 1 des gewerbsmässigen Betrugs, des mehr-

fachen Betrugs, der mehrfachen Veruntreuung und der mehrfachen Urkundenfäl-

schung schuldig und bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe von 3 ¾ Jahren. Vom 

Vorwurf der qualifizierten Geldwäscherei wurden beide Beschuldigten vollumfäng-

lich freigesprochen. Zudem regelte die Vorinstanz die Nebenfolgen – namentlich 

bezüglich Ersatzforderungen, Grundbuch- und Kontosperren, Schadenersatz-

forderung – im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteilsdispositivs (Urk. 226 

S. 134 ff.).  

7.2. Gegen das Urteil meldeten die Staatsanwaltschaft, die Beschuldigten und 

die Verfahrensbeteiligte C._____ AG mit Schreiben vom 26. September 2017 und 

2. Oktober 2017 je rechtzeitig Berufung an (Urk. 220-222) und erstatteten mit Ein-

gaben vom 21. November 2017 (Urk. 227), 1. Dezember 2017 (Urk. 232) und 

6. Dezember 2017 (Urk. 234 und 237) ebenfalls fristgerecht die Berufungserklä-

rungen. Auf Fristansetzung erhob die Staatsanwaltschaft zudem Anschlussberu-

fung (Urk. 241).  

8. Beweisanträge 

Der Beschuldigte 1 beantragte mit Eingabe vom 16. Mai 2018 – im Sinne von 

Beweisanträgen – die Edition der sogenannten Entlastungsanzeigen sowie die 

Edition des Belegungsplanes der Besprechungszimmer … [Ort] bei der 

M._____ AG (Urk. 254 S. 2 f.). Mit Präsidialverfügung vom 22. Mai 2018 wurde 

den übrigen Parteien eine Kopie der Eingabe des Beschuldigten 1 zugestellt und 

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Frist zur Stellungnahme zu den Beweisanträgen angesetzt (Urk. 255). Die Ver-

nehmlassung der Staatsanwaltschaft zu den Beweisanträgen erfolgte mit Schrei-

ben vom 29. Mai 2018 (Urk. 257). Die übrigen Parteien liessen sich nicht verneh-

men, weshalb androhungsgemäss Verzicht auf Vernehmlassung angenommen 

wurde (Urk. 255). Die Beweisanträge wurden mit Präsidialverfügung vom 14. Juni 

2018 abgewiesen (Urk. 266) und vom Verteidiger des Beschuldigten 1 anlässlich 

der Berufungsverhandlung nicht erneut gestellt (Prot. II S. 11). Hingegen wurden 

vom Beschuldigten 1 sowohl vor als auch anlässlich der Berufungsverhandlung 

verschiedene neue Unterlagen ins Recht gereicht (Urk. 250-252, Urk. 268-270 

und Urk. 283/1-2; Prot. II S. 11 f.). 

9. Berufungsverhandlung 

Zur Berufungsverhandlung vom 9. Juli 2018 erschienen der Beschuldigte 1 

A._____ in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. 

W._____, Rechtsanwalt lic. iur. X._____ (als amtlicher Verteidiger der Beschuldig-

ten 2 B._____ sowie als Rechtsvertreter der Verfahrensbeteiligten und Beru-

fungsklägerin C._____ AG), Staatsanwalt lic. iur. Thomas Moder sowie Rechts-

anwalt Dr. iur. S._____ als Rechtsvertreter der Privatklägerin M._____ AG (Prot. II 

S. 7). Die Beschuldigte 2 B._____ war von der Teilnahme dispensiert worden 

(Urk. 249). Vorfragen waren keine zu entscheiden (Prot. II S. 10). 

10. Umfang der Berufung 

10.1. Von den Verteidigungen und der Verfahrensbeteiligten angefochten sind die 

Dispositivziffern 4, 7, 9-12, 15, 17, 22 und 23 (Urk. 232, 234 und 237). Die 

Staatsanwaltschaft ficht die Dispositivziffern 5 und 7 an (Urk. 227). Infolge Konne-

xes sind zudem die Dispositivziffern 16 Absatz 2, 18 und 19 als mitangefochten 

zu betrachten.  

10.2. Damit ist das vorinstanzliche Urteil wie folgt in Rechtskraft erwachsen, was 

vorab mit Beschluss festzustellen ist:  

Dispositivziffer 1 (Verfahrenseinstellung betreffend Barauszahlung 
von Fr. 100'000.– ab Konto D._____) 

-   15   - 

Dispositivziffer 2 (Verfahrenseinstellung betreffend Kontotransaktio-
nen mit Urkundenfälschung E._____ Erben) 

Dispositivziffer 3  (Verfahrenseinstellung betreffend Kontoeröffnung 
F._____) 

Dispositivziffer 6 (Teilfreispruch vom Vorwurf der Urkundenfälschung 
in Bezug auf die …-Einträge) 

Dispositivziffer 8 (Abnahme von DNA-Proben) 

Dispositivziffer 13 (Herausgabe der beschlagnahmten Buchhaltungs-
unterlagen) 

Dispositivziffer 14 (Herausgabe der beschlagnahmten Ohrringe)  

Dispositivziffer 16 Abs. 1 (Kostenfestsetzung) 

Dispositivziffer 20 (Entschädigung RA lic. iur. W._____) 

Dispositivziffer 21 (Entschädigung RA lic. iur. X._____). 

10.3. Auf die Argumente der Parteien ist im Rahmen der nachstehenden Er-

wägungen einzugehen. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, 

dass die Behörde die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner Rechts-

stellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in seiner Entscheidfindung 

berücksichtigt. Nicht erforderlich ist, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten 

einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wider-

legt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte be-

schränken. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von 

denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt 

(BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; mit Hinweisen). 

II. Prozessuales 

1. Anwendbares Recht und Verjährung 

Zum anwendbaren Recht und zur Verjährung der hier eingeklagten Delikte hat die 

Vorinstanz zutreffende Ausführungen gemacht und die richtigen Schlüsse gezo-

gen, so dass darauf verwiesen werden kann. Namentlich hat sie den Grundsatz 

-   16   - 

des milderen Rechts von Art. 2 Abs. 2 StGB auch für die Verjährungsbestimmun-

gen anwendbar erklärt (Art. 389 StGB) und ist vom milderen, alten Verjährungs-

recht in der Fassung vor 2014 mit einer Verjährungsfrist von 15 Jahren ausge-

gangen, so dass von einer kleinen Ausnahme abgesehen (nicht angefochtene 

Dispositivziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils betreffend eingeklagte Handlungen 

von 2000/2002) hinsichtlich der hier in Frage kommenden Delikte, einschliesslich 

der eingeklagten qualifizierten Geldwäscherei, die Verjährung im Zeitpunkt der 

erstinstanzlichen Urteilsfällung noch nicht eingetreten war (Art. 97 Abs. 3 StGB). 

Demgegenüber wäre der Grundtatbestand der Geldwäscherei verjährt (Urk. 226 

S. 16, 19 f.; vgl. hinten Erw. IV.5.4).  

2. Anklagegrundsatz 

Auf die Frage, ob der Anklagegrundsatz vorliegend gewahrt ist, ist bei der Sach-

verhaltserstellung bzw. der rechtlichen Würdigung der einzelnen Delikte einzuge-

hen (hinten Erw. III. und IV.).  

III. Schuldpunkt – eingeklagter Sachverhalt 

A. Allgemeines 

1. Die nur dem Beschuldigten 1 unter Anklageziffer I. vorgeworfenen und noch 

Verfahrensgegenstand bildenden Handlungen (vgl. vorne Erw. I.10.) ergeben sich 

im Detail aus der Anklageschrift (Urk. 168 S. 2-6, 8-11) und zusammengefasst 

aus dem angefochtenen Urteil (Urk. 226 S. 27 f.). Darauf ist vorab zu verweisen 

(Art. 82 Abs. 4 StPO).  

2. Analog zum Vorgehen der Vorinstanz ist der unter Anklageziffer II. gegen-

über beiden Beschuldigten erhobene Vorwurf der qualifizierten Geldwäscherei 

(Urk. 168 S. 13-17) lediglich unter der rechtlichen Würdigung abzuhandeln 

(Urk. 226 S. 3; hinten Erw. III.C. und Erw. IV.5).  

3. Obwohl er die ihm vorgeworfenen Handlungen teilweise anerkennt, macht 

der Beschuldigte 1 sinngemäss geltend, sich in Bezug auf die Anklagevorwürfe 

-   17   - 

generell unschuldig zu fühlen (Urk. 277 S. 8 f.). Es ist daher zu prüfen, ob sich die 

bestrittenen Sachverhalte aufgrund der Akten rechtsgenügend erstellen lassen. 

4. Grundsätze der Beweiswürdigung 

Unter dem Titel "Vorbemerkungen" hat die Vorinstanz ausführlich die Grundsätze 

der Beweiswürdigung und die hierzu aktuell massgebliche Lehre und Recht-

sprechung dargestellt. Diese Ausführungen sind zutreffend und können vorab 

übernommen werden (Urk. 226 S. 23-26). 

B. Gewerbsmässiger (ev. mehrfacher) Betrug, (ev. Veruntreuung, ungetreue 

Geschäftsbesorgung) und mehrfache Urkundenfälschung (Anklageziffer I.) 

1. Anklagevorwurf und erstinstanzliches Urteil  

1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten 1 – neben der Geldwäsche-

rei – gewerbsmässigen (eventualiter mehrfachen) Betrug (eventualiter Veruntreu-

ung bzw. ungetreue Geschäftsbesorgung) sowie mehrfache Urkundenfälschung 

vor. So habe er als Kundenberater der M._____ im Bereich … Kunden [mehrerer 

europäischer Länder] Zugriff auf die einzelnen Namen- und Nummernkonten ge-

habt, um diese primär im direkten Auftrag der einzelnen Kunden zu verwalten 

bzw. sekundär aufgrund vereinbarter Vermögensstrategien mit den Kunden die 

fraglichen Vermögen selbständig zu verwalten. Die Kundenkonten seien ihm 

dadurch zur Verwaltung übergeben, aber auch anvertraut gewesen. 

Im Rahmen dieser Tätigkeit habe er ohne entsprechende direkte Aufträge oder 

Anweisungen und ohne konkludent vereinbarte Vermögensstrategien mit den 

Kunden in deren Namen Bargeldbezüge getätigt (Urk. 168 S. 2 f., S. 8-11) und 

auch Geldtransaktionen zwischen einzelnen Konten verschiedener Kunden aus-

geführt, ohne dass die entsprechenden Kunden dies veranlasst, gewollt oder zur 

Kenntnis genommen hätten. Mit dem in Tabellenform dargestellten Verschieben 

von Vermögenswerten von einem Kundenkonto auf ein anderes habe der Be-

schuldigte 1 einen Teil der Kunden geschädigt und einen anderen Teil unrecht-

mässig bereichert (Urk. 168 S. 2-6).  

-   18   - 

Im Hinblick auf diese Konto-Transaktionen habe er gegenüber der Bank wahr-

heitswidrig nicht existierende Aufträge vorgegeben, um entsprechend den bank-

internen Weisungen bei Beträgen über Fr. 10'000.– bis Fr. 150'000.– die dazu er-

forderliche Zweitunterschrift eines weiteren M._____-Mitarbeitenden zu erhalten 

(Urk. 168 S. 3 f.). Zudem habe er bei Transaktionen über Fr. 150'000.– auch 

Vollmachten von Kontobegünstigten gefälscht und/oder falsche Einträge in das  

interne Kontrollsystem der M._____ betreffend Kundengeschäfte (sog. …: …) ge-

tätigt, um die Unrechtmässigkeit seiner Handlungen gegenüber der Bank und den 

Zweitunterschreibenden zu vertuschen (Urk. 168 S. 3, S. 7 f.). 

In der Folge habe der Beschuldigte 1 teilweise die zu Unrecht begünstigten Bank-

konten dazu verwendet, davon Gelder für eigene Bedürfnisse abzuzweigen. Hier-

bei habe er einerseits Unterschriften und Vollmachten von Kontobegünstigten ge-

fälscht und/oder falsche Einträge in das interne Kontrollsystem der M._____ getä-

tigt, um die entsprechenden Transaktionen und deren Unrechtmässigkeit gegen-

über der Bank und den jeweiligen Zweitunterschreibenden zu vertuschen sowie 

beim Kassenpersonal die Auszahlungen zu erwirken (Urk. 168 S. 8 f.). 

1.2. Was das Anklageprinzip zu Anklageziffer I. betrifft, so ist mit der Vorinstanz 

(Urk. 226 S. 28 f.) das Folgende festzuhalten:  

Laut Anklageschrift hat der Beschuldigte 1 als Kundenbetreuer bei der M._____ 

Zugriff auf die Konten seiner Kunden gehabt, welche ihm dadurch zur Verwaltung 

übergeben, aber auch anvertraut worden seien (Urk. 168 S. 3). Gleichzeitig ergibt 

sich aus der Anklage sowie den Akten, dass der Beschuldigte 1 – zumindest bei 

Fr. 10'000.– übersteigenden Kontotransaktionen – nicht selbständig über die ent-

sprechenden Konten verfügen konnte, sondern für die Ausführung resp. Freigabe 

eines Kundenauftrags auf die Zweitunterschrift eines Mitarbeiters (sog. Assisten-

ten) resp. auf den schriftlichen Auftrag des Kunden selbst angewiesen war 

(Urk. 168 S. 3 und 7). Diverse der befragten Personen sprechen auch vom sog. 

Vieraugenprinzip, das bei der M._____ hinsichtlich Transaktionen zur Anwendung 

gekommen sei (so Zeuge AM._____, Urk. 5.16 S. 7, 9 und 12; ebenso der Be-

schuldigte 1, Urk. 4.1 S. 7; Urk. 4.2 S. 2; Urk. 110/1 S. 6, S. 8). Auch wenn dieses 

interne Kontrollsystem in Wirklichkeit nicht durchwegs verlässlich funktioniert ha-

-   19   - 

ben mag, d.h. nicht eingehalten wurde (vgl. Urk. 4.5 S. 15. f.; Urk. 110/1 S. 8, ge-

mäss Staatsanwalt habe der Beschuldigte 1 das System intern ausgenutzt), ist 

doch davon auszugehen, dass der Beschuldigte 1 nicht einfach frei über die ent-

sprechenden Kundenvermögen verfügen konnte, zumindest nicht bei über 

Fr. 10'000.–, sondern hierzu das Kontrollsystem zuerst überwinden musste. Auch 

Bargeldbezüge konnte er nicht ohne Vorkehrungen tätigen, sondern es war je-

weils die Unterschrift oder Vollmacht des entsprechenden Kunden erforderlich, 

um das Geld am bankinternen Schalter beim Kassenpersonal abheben zu können 

(Urk. 168 S. 8 f.; Urk. 5.16 S. 12). Es ist somit im Rahmen der rechtlichen Würdi-

gung (hinten Erw. IV) zu prüfen, ob die Kundenvermögen tatsächlich als dem Be-

schuldigten 1 anvertraut gelten können.  

1.3. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten 1 des gewerbsmässigen Betrugs, 

des mehrfachen Betrugs, der mehrfachen Veruntreuung und der mehrfachen   

Urkundenfälschung schuldig (Urk. 226 S. 134). 

2. Standpunkt des Beschuldigten 1 

Der Beschuldigte 1 bestreitet grundsätzlich nicht, die ihm in der Anklage zur Last 

gelegten Transaktionen unter den diversen Kundenkonten (in seinen Worten 

Kompensationsgeschäfte bzw. um die Herkunft der Gelder zu kaschieren, da   

habe er gegen M._____-Regeln verstossen; vgl. Urk. 4.5 S. 6 und 16) vorge-

nommen und auch Barbezüge getätigt zu haben. Auch räumte er zum Beispiel 

ein, dass er selber ein Konto mit dem Namen des Kunden eröffnet und die Konto-

eröffnung mit dessen Namen unterschrieben habe, heute aber nicht mehr so vor-

gehen würde (Urk. 4.5 S. 11 f. und 16; Urk. 90 S. 6). Jedoch machte er von An-

fang an geltend, nie ohne entsprechenden Kundenauftrag gehandelt zu haben 

resp. sich pauschal unschuldig zu fühlen (Urk 4.1 S. 12; Urk. 4.2 S. 2; Urk. 110/1 

S. 10 und Urk. 90 S. 4 f., 7). Insbesondere verneinte er, teilweise Bargeld von 

Kundenkonten abgehoben und dieses für sich verwendet zu haben (Urk. 4.5 S. 6, 

14 f.; Urk. 90 S. 5 f.). Auch anlässlich der bezirksgerichtlichen Hauptverhandlung 

und an der Berufungsverhandlung gab er zu Protokoll, er fühle sich in Bezug auf 

die Anklagevorwürfe unschuldig (Urk. 210 S. 10; Urk. 277 S. 8 f., S. 13).  

-   20   - 

3. Ausgangslage und Übersicht zur Vermögensverwaltung 

3.1. Kundenstamm des Beschuldigten 1 

Bei den vorliegend durch die unrechtmässigen Konto-Transaktionen des Be-

schuldigten 1 (Überweisungen, Barbezüge) hauptsächlich betroffenen und als 

Zeugen befragten Kontoinhabern – D._____, geb. 1948; T._____, geb. 1953; 

I._____, geb. 1952; V._____, geb. 1958 und H._____, geb. 1923 – handelt es 

sich um langjährige, teilweise jahrzehntelange … Kunden der M._____ (vgl. Ein-

vernahmen vom 28. Januar 2010 und 9. Dezember 2010, Urk. 5.1, 5.3, 5.5, 5.7 

und 5.11). Sie alle hegten grundsätzlich Vertrauen sowohl zur Bank als auch zu 

ihrem Kundenberater. Den Aussagen von D._____, T._____, I._____ und 

U._____ ist zu entnehmen, dass sie – jedenfalls seit der Beschuldigte 1 bei der 

M._____ tätig war (Juni 2000) – einzig mit ihm Kontakt hatten und kommunizier-

ten sowie nur ihm Anweisungen und Aufträge erteilten (Urk. 5.1 S. 14; Urk. 5.3 

S. 6 f.; Urk. 5.5 S. 10; Urk. 5.7 S. 9). Die Zeugin H._____, 50 Jahre lang Bank-

kundin, konnte zwar nicht mehr genau angeben, wann sie den Beschuldigten 1 

kennengelernt hatte, doch ergibt sich zweifelsfrei aus ihrer Befragung, dass es 

sich bei den weitern genannten M._____-Personen entweder um frühere Berater 

(V._____, AA._____) oder um den Bankmitarbeitenden handelte, der sie nach 

dem Weggang des Beschuldigten 1 betreffend Zeugeneinvernahme informierte 

und die damals 87-jährige Zeugin zu diesem Zweck in Schweden abholte 

(AB._____; vgl. Urk. 5.11 S. 1 f., 4, 11). Es lässt sich daher ohne weiteres der 

Schluss ziehen, dass auch im Fall H._____ lediglich der Beschuldigte 1 während 

seiner M._____-Anstellung die Kundenberatung und -betreuung wahrnahm und 

Auftragsempfänger war. Von den vorgeworfenen Transaktionen tangiert sind 

denn auch nur Kunden aus dem Kundenstamm des Beschuldigten 1.  

3.2. Position des Beschuldigten 1 als Kundenberater 

3.2.1. Die Kunden überliessen ihr Vermögen dem für sie zuständigen Beschul-

digten 1 zur Verwaltung, ohne die Ausführung jeweils in Frage zu stellen. So wa-

ren beispielsweise die Ausrichtung der Anlage und das Risikoniveau festgelegt, 

d.h. der Beschuldigte 1 entsprechend instruiert worden (vgl. Urk. 4.1 S. 5, Aus-

-   21   - 

sagen des Beschuldigten 1 zu den verschiedenen Risikoprofilen). Barbezüge und 

Überweisungen hatten grundsätzlich nur auf Anweisung des entsprechenden 

Kunden hin zu erfolgen resp. dies durfte der Beschuldigte 1 nicht von sich aus 

vornehmen (Urk. 5.1 S. 2, 5 und 17; Urk. 5.3 S. 6 f.). Die Kunden vertrauten da-

rauf, dass der Beschuldigte 1 im Namen der Bank in ihrem Interesse und nach   

ihren Vorgaben handelte. Sie hatten angesichts dieses Vertrauensverhältnisses 

keinen Grund, Aussagen des Beschuldigten 1 oder vorgelegte Kontobelege in 

Zweifel zu ziehen resp. Letztere näher anzusehen oder zu kontrollieren (Urk. 5.1 

S. 3 und 5; Urk. 5.3 S. 2, 6 und 8; Urk. 5.7 S. 2, 7 und 9; Urk. 5.11 S. 8 und 10).  

3.2.2. Der Kontakt zwischen den Kunden und dem Beschuldigten 1 gestaltete 

sich grundsätzlich so, dass diese sich ein bis zwei Mal pro Jahr entweder in 

Schweden oder in Zürich bei der M._____ geschäftlich trafen, um den Kontostand 

resp. die Vermögensentwicklung zu besprechen (etwa Urk. 5.1 S. 3; Urk. 5.3 S. 1; 

Urk. 5.11 S. 7; vgl. Urk. 4.1 S. 4 f.). Auf Auslandreisen legte der Beschuldigte 1 

den Kunden – anscheinend aus steuerlichen Gründen – anonymisierte (sog. 

neutralisierte) Belege resp. Kontoübersichten vor. Die Kunden identifizierte er   

jeweils nach deren letzten Kontoständen (Urk. 4.1 S. 13; Urk. 4.2 S. 3). Detail-

belege wurden meist nicht vorgelegt (und von den Kunden auch nicht verlangt, 

vgl. Urk. 5.3 S. 3). Die Korrespondenz der Kunden lagerte zudem bei der Bank 

und wurde von diesen kaum je eingesehen (Urk 5.1 S. 4 f. und 14; Urk 5.3 S. 2 

und 6; Urk 5.7 S. 9). Die Kunden nahmen somit kaum Einblick in die einzelnen 

vom Beschuldigten 1 getätigten Anlagen, Transaktionen und Barbezüge, sondern 

vertrauten auf die Tätigkeit des Beschuldigten 1 resp. der Bank. Es ist daher 

nachvollziehbar, dass die Kunden, wenn ihnen bei den jeweiligen Treffen Konto-

stände vorgelegt wurden, bei denen der Saldo ungefähr zutreffend erschien, nicht 

realisierten, dass allenfalls auch unautorisierte Transaktionen darin enthalten sein 

könnten (vgl. Urk. 5.3 S. 3; Urk. 5.11 S. 7). Entsprechend sahen sie sich nicht 

veranlasst, über die zwischenzeitlichen Kontobewegungen Rechenschaft zu ver-

langen.  

-   22   - 

3.3. Unerklärliche Vermögensverschiebungen 

3.3.1. Die Zeugen D._____, T._____, I._____, U._____ und H._____, die sich   

– mit Ausnahme der Geschwister D._____ und T._____ – laut ihren einhelligen 

Aussagen untereinander nicht kennen, erwähnten gleichermassen, die fraglichen 

Überweisungen zu ihren Lasten oder Gunsten bzw. die Bargeldbezüge jeweils 

nicht in Auftrag gegeben resp. nichts davon gewusst zu haben. So führte D._____ 

beispielsweise aus, auf seinem Konto hätten Transaktionen stattgefunden, die 

ihm völlig unbekannt seien (Urk. 5.1 S. 2) oder H._____ schilderte, "Ich kann zu 

den ganzen Kontobewegungen keine Angaben machen. Diese sind mir alle uner-

klärlich" (Urk. 5.11 S. 7). Zeugin U._____ erklärte, sie überweise niemals Geld an 

jemanden, nicht einmal an ihre Familie. Sie habe auch niemals jemandem eine 

Vollmacht über ihr Konto gegeben. Und auf Vorhalt zahlreicher Belastungen gab 

sie an, keine Ahnung zu haben, das sage ihr nichts oder das habe sie nicht ge-

macht (Urk. 5.7 S. 4 ff.). Die Zeugen kannten auch die Personen nicht, denen sie 

Geld überwiesen oder von denen sie Geld erhalten haben sollen. Sie verneinten, 

den Beschuldigten 1 mit den fraglichen Bargeldbezügen bzw. Transaktionen be-

auftragt zu haben (D._____ Urk. 5.1 S. 2 ff.; T._____ Urk. 5.3 S. 2 ff. und 7; 

I._____ Urk. 5.5 S. 4 ff.; U._____ Urk. 5.7 S. 3 ff.; H._____ Urk. 5.11 S. 5 ff.). So-

mit kann praktisch ausgeschlossen werden, dass die Zeugen im Hinblick auf ihre 

Aussagen Absprachen getroffen haben. Es ist auch kein Motiv für falsche Belas-

tungen des Beschuldigten 1 ersichtlich. Ebenso wenig ist davon auszugehen, 

dass die Zeugen unabhängig voneinander den Beschuldigten 1 wissentlich zu Un-

recht belasten; hierfür ist schlicht kein Grund erkennbar.  

3.3.2. Der Beschuldigte 1 bezichtigte die Zeugen zunächst nicht grundsätzlich 

der Lüge (z.B. Urk. 4.2 S. 2; Urk. 110/1 S. 10; Urk. 210 S. 5 f. und Urk. 277 

S. 17 f.). Jedoch machte er hierzu geltend, die Kunden hätten 2008 sehr viel Geld 

verloren und Geld könne immer ein Motivator sein (gemeint: wahrheitswidrig zu 

sagen, sie hätten die Aufträge nicht erteilt; vgl. Urk. 90 S. 5). Bei einer weiteren 

Einvernahme gab er auf die Frage des Staatsanwaltes nach einer nachvollziehba-

ren Erklärung, warum er Gelder von durch ihn betreuten Bankkunden an andere 

Personen seines Kundenstamms überwiesen habe, zur Antwort, wenn die Aufträ-

-   23   - 

ge so gewesen seien, dann sei es so gemacht worden, resp. die Kunden seien in 

einer Position gewesen, wo sie einiges nicht hätten sagen können, dies um sich 

vor strafrechtlichen Schritten in ihren Heimatländern zu schützen (Urk. 110/1 

S. 10). An der Hauptverhandlung vor Vorinstanz berief er sich darauf, die Kunden 

seien unter einer extremen Stresssituation gestanden vor dem Hintergrund betref-

fend Steuervergehen in ihrem Heimatland, das lasse sich aus einigen Einvernah-

me-Protokollen gut herauslesen (Urk. 210 S. 6). In der Einvernahme anlässlich 

der Berufungsverhandlung erklärte er, dass die Kunden aufgrund ihrer Situation in 

ihren Heimatländern auch unter starkem Druck gestanden seien, weil sie sich 

selbst mit strafrechtlichen Konsequenzen konfrontiert gesehen hätten (Urk. 277 

S. 11). Auf die Frage, wieso die Kunden ihn zu Unrecht belasten sollten, indem 

sie sagen, sie hätten das bezogene Bargeld nicht erhalten, meinte der Beschul-

digte 1: "Das müsste man die Kunden fragen" (Urk. 277 S. 13). Auf Frage der Re-

ferentin, ob alle diese Kunden lügen, wenn sie ausnahmslos ausgesagt haben, 

dass sie keine Aufträge zu den entsprechenden …-Transaktionen erteilt haben, 

meinte der Beschuldigte 1 "Lügen ist für mich ein starkes Wort. Ich denke, sie 

schützen sich" und weiter "Sie sind nicht bei den Fakten geblieben". In Bezug auf 

die Kunden H._____ und I._____ erklärte der Beschuldigte 1 schliesslich, dass  

diese lügen, wenn sie sagen, dass die Bargelder, die abgehoben wurden, nicht zu 

ihnen gekommen seien (Urk. 277 S. 17 f).  

3.3.3. Ein konkreter Zusammenhang der Überweisungen innerhalb seines Kun-

denstammes mit dem Umstand, dass es sich dabei wohl um unversteuerte Gelder 

handelte, erschliesst sich nicht. Diese Darlegungen des Beschuldigten 1 erschei-

nen als blosse Ausflüchte und liefern nicht annähernd eine plausible Erklärung für 

die weitgehend deckungsgleichen, unabhängig voneinander erfolgten, den Be-

schuldigten 1 belastenden Zeugenaussagen, die je eine Vielzahl nicht abgespro-

chener und nicht in ihrem Sinne getätigter (mithin nicht legitimierter und daher  

unrechtmässiger) Geldtransaktionen an fremde Drittpersonen über mehrere Jahre 

hinweg betreffen. Überdies behauptete der Beschuldigte 1, dass die Kunden alle 

Zahlungsaufträge, die Barbezüge ebenso wie die Transferorders, schriftlich visiert 

hätten, die Bank jedoch die Herausgabe dieser Aufträge verweigert habe und es 

zu Verfälschungen seitens der Bank gekommen sei (Urk. 90 S. 4 f.; Urk. 277 

-   24   - 

S. 10 ff.). Auch das steht im Gegensatz zu den Zeugenaussagen der zitierten 

Kunden, wonach Aufträge auch telefonisch oder persönlich erteilt wurden (so 

Urk. 5.1 S. 14; Urk. 5.5 S. 10; Urk. 5.7 S. 9). Andernorts räumte der Beschuldig-

te 1 selber ein, dass telefonische Zahlungsaufträge zu seiner Zeit generell mög-

lich gewesen seien (Urk. 110/1 S. 14). Dass solche auch tatsächlich erfolgten, 

ergibt sich nebst vielen andern Einträgen aus Urk. 15.1.43 ("Telefonanruf auf 

Handy - 3 Zahlungen zugunsten seines Geschäftspartners. EURO 70'000, 

CHF 120'000 und SEK 700'000 - bei nächstem Besuch will er die Überweisungs-

avis haben - BLNA mitbringen"): Als Erfasser des Eintrags bzw. der drei ent-

sprechenden Zahlungsaufträge und als M._____-Kontaktperson fungiert der Be-

schuldigte 1. 

3.3.4. Übereinstimmend mit der Vorinstanz (Urk. 226 S. 30 f.) ist sodann nicht 

anzunehmen, dass sich all die genannten Kunden an die fraglichen Aufträge ein-

fach nicht mehr erinnern. Grösstenteils handelte es sich nämlich um ganz be-

trächtliche Transaktionen, umgerechnet jeweils zehn- und hunderttausende 

Schweizerfranken, also keinesfalls nur Bagatellbeträge. Hinzu kommt, dass den 

Kunden die Personen, denen sie Geld überwiesen oder von denen sie solches 

überwiesen erhalten haben sollen, völlig unbekannt waren (Urk. 5.1 S. 5 f.; 

Urk. 5.3 S. 3 f.; Urk. 5.5 S. 4 f.; Urk. 5.7 S. 3 f.). Es ist somit ohne weiteres davon 

auszugehen, dass die Zeugen im Rahmen ihrer jeweiligen Einvernahme korrekt 

und der Wahrheit entsprechend aussagten.  

3.4. Mögliche Gründe für die Vermögensverschiebungen und die Barbezüge 

Die Motivation des Beschuldigten 1 für diese von ihm nicht bestrittenen Trans-

aktionen und Barbezüge erscheint mit der Vorinstanz (Urk. 226 S. 32) zunächst 

unklar. Naheliegend ist jedoch, dass der Beschuldigte 1 damit versuchte, Anlage-

verluste bei den Kunden innerhalb seines Kundenstammes auszugleichen (vgl. 

auch Strafanzeige M._____, Urk. 2.1.1 S. 2 und Urk. 2.1.3 S. 4; ferner Urk. 1.1 

S. 74) und Liquidität für eigene spätere Bargeldbezüge auf den entsprechenden 

Konten zu schaffen. Anders lässt sich die Umschichtung von Kundenvermögen 

mittels …-Transaktionen innerhalb des gleichen Kundenstamms in grossem Stil 

während Jahren kaum erklären. Es überzeugt in keiner Weise, sondern deutet auf 

-   25   - 

eine Schutzbehauptung, wenn der Beschuldigte sich hier auf von Seiten der 

M._____ nicht edierte oder nicht mehr vorhandene bzw. abgeänderte (verfälsch-

te) schriftliche Unterlagen als Erklärung beruft (vgl. hinten Erw. III.B.4).  

3.5. Mögliche Verwendung der Barbezüge 

3.5.1. Hinsichtlich der Verwendung von Bargeldern fällt im Einklang mit der Vor-

instanz (Urk. 226 S. 32 ff.) auf, dass der Beschuldigte 1 ab Herbst 2007 bis Früh-

ling 2009 – d.h. zeitlich ungefähr parallel zu den umfangreichen, nicht nachvoll-

ziehbaren Bargeldbezügen ab Konten aus seinem Kundenstamm bei der 

M._____ (vgl. Urk. 168 S. 10) – sein Wohnhaus in L._____ intensiv renovieren 

liess und auch hohe Rechnungen von Bauhandwerkern jeweils bar oder durch 

Bareinzahlung bei der Post beglich (Urk. 4.5 S. 21; Urk 18.5; Urk. 18.9). Sodann 

wurde das Gründungskapital der C._____ AG von Fr. 100'000.– am 18. Januar 

2006 durch den Beschuldigten 1 persönlich in bar einbezahlt (Urk. 20.1.6.10-11) – 

zwei Tage zuvor, am 16. Januar 2006, war ein Bargeldbezug im Betrag von 

Fr. 130'000.– vom Konto der Kundin H._____ erfolgt (Urk. 2.2.6.4, Urk. 168 

S. 10). 

3.5.2. Während der Experte der Gebäudeversicherung des Kantons Aargau den 

Gebäudewert des (im Jahr 2002 vom Beschuldigten 1 für Fr. 595'000.– erworbe-

nen) Wohnhauses in L._____ im Oktober 2006 auf Fr. 600'000.– veranschlagte, 

fand er im Oktober 2008 ein komplett verändertes Wohnhaus vor, worauf seine 

neue Schätzung einen Wert von Fr. 1.27 Mio. ergab, mithin mehr als das Doppel-

te (Urk. 14.1). Wie eingangs erwähnt (vgl. vorne Erw. I.0), verkaufte der Beschul-

digte die Liegenschaft dann am 29. Mai 2009 (Grundbucheintrag 3. Juli 2009) für 

Fr. 1.4 Mio. an die C._____ AG. 

3.5.3. Insgesamt muss es sich um sehr beträchtliche Umbauarbeiten resp. In-

vestitionen gehandelt haben (der polizeiliche Schlussbericht Urk. 1.1 S. 51 spricht 

von einer Umwandlung in eine Luxusvilla). Aus den Editionen der bekannten 

Bankverbindungen des Beschuldigten 1 sind jedoch nur zwei Zahlungen durch 

Banküberweisungen an Bauhandwerker ersichtlich: Eine Zahlung an die Firma 

AC._____ in L._____ im Betrag von Fr. 41'194.90, bezahlt am 9. Januar 2009 

-   26   - 

(vgl. Urk. 15.3.28) ab dem Konto bei  der N._____ Bank (N._____), und eine Zah-

lung an die Firma AD._____ in L._____ im Betrag von Fr. 22'500.– am 2. April 

2009 ab dem Konto bei der AE._____ Kantonalbank (vgl. Urk. 15.2.42.6; 

Urk. 18.11.8). Die weiteren (massiven) finanziellen Aufwendungen für den Umbau 

erfolgten in bar, d.h. durch Barübergabe an die Handwerker oder Bareinzahlung 

für diese bei einer Poststelle. Allein für Arbeiten der bereits genannten Firma 

AC._____, L._____, leistete der Beschuldigte 1 zwischen dem 13. Dezember 

2007 und dem 6. Januar 2009 fünf Barzahlungen im Gesamtbetrag von 

Fr. 220'000.–. Weitere Fr. 165'000.– liess der Beschuldigte 1 dieser Firma etwa 

im gleichen Zeitraum (zwischen Oktober 2007 und Februar 2009) durch Barein-

zahlungen auf verschiedenen Poststellen zukommen (Urk. 18.1 und 18.5; so auch 

Urk. 283/2 S. 1-2). Aus der von der Staatsanwaltschaft eingereichten Aufstellung 

über die Bauabrechnungen im Zusammenhang mit dem Umbau in L._____ geht 

hervor, dass der Beschuldigte 1 in der Umbauzeit von 2007-2009 die Kosten hier-

für von ca. Fr. ½ Mio. durch Barzahlung (direkte Übergabe) oder Bareinzahlung 

bei diversen Poststellen beglich (vgl. Urk. 18.1). Die entsprechenden Rechnungs-

belege der Baufirmen und eine Vielzahl von Quittungen befinden sich bei den Ak-

ten (Urk. 18.4 ff.). Die zwei oben beschriebenen Banküberweisungen von über 

Fr. 63'000.– sind darin nicht enthalten. Damit wurde der Geldfluss resp. die Her-

kunft der Gelder kaum mehr rekonstruierbar.  

3.5.4. Der Beschuldigte 1 bestreitet nicht den Umstand, dass insgesamt rund 

Fr. 590'000.– durch Bar(ein)zahlung in den Umbau geflossen sind (Urk. 210 S. 6; 

Urk. 277 S. 13 f.). Er reichte im Rahmen der Berufungsbegründung noch eine   

eigene Aufstellung ein, aus welcher für die Jahre 2007 und 2008 ebenfalls Kosten 

in dieser Grössenordnung resultieren (Urk. 283/2 S. 1-2). Jedoch stellt er in Ab-

rede, dass er den Umbau mit deliktisch erlangten Mitteln finanziert habe (Urk. 210 

S. 6; Urk. 277 S. 14 f.).  

3.6. Herkunft der Mittel für den Umbau in L._____ 

3.6.1. Was die erforderlichen Mittel für den kostspieligen Umbau betrifft, vermag 

der Beschuldigte 1 nicht nachvollziehbar aufzuzeigen, dass er sie auf legale Art 

und Weise aufgebracht haben könnte.  

-   27   - 

3.6.2. Gemäss den Lohnausweisen der Jahre 2007 und 2008 betrug das durch-

schnittliche Jahresnettoeinkommen des Beschuldigten 1 einschliesslich Bonus 

rund Fr. 162'000.– (Urk. 11.4 und 11.5). Ähnliche Zahlen ergeben sich aus der 

Aufstellung der vom Beschuldigten 1 beauftragten AF._____ GmbH: Danach be-

trugen die Lohnzahlungen an den Beschuldigten 1 in den Jahren 2007 und 2008 

insgesamt Fr. 308'621.– (Urk. 270, Beilage 5 des Berichts S. 2), somit durch-

schnittlich pro Jahr rund Fr. 154'300.–. Über den gesamten geprüften Zeitraum 

(1. Januar 2000 bis 31. Mai 2009) berechnete die AF._____ GmbH ein Ein-

kommen von Fr. 1'221'091.70 (Urk. 270 S. 2), was einem durchschnittlichen Jah-

resnettoeinkommen von ca. Fr. 130'000.– entspricht. Auch wenn es sich dabei  

um ein durchaus ansehnliches Einkommen handelt, so hätte der Beschuldigte 1  

– insbesondere auch angesichts des durch ihn zu bestreitenden Lebensunterhalts 

für die sechs- resp. siebenköpfige Familie – damit allein den kostspieligen Umbau 

in der Höhe von rund Fr. 590'000.– nicht finanzieren können.  

3.6.3. Wie dargelegt erfolgten die Zahlungen an die Handwerker denn auch nur 

in zwei Fällen ab den Lohn- und Sparkonten des Beschuldigten 1 (Erw.  

III.B.3.5 hiervor; sowie Urk. 15.1.56-57; Urk. 15.2.; Urk. 15.3.28-29; Urk. 19.2;  

Urk. 19.7-8). In den edierten Steuererklärungen des Beschuldigten 1 (Urk. 11.4-7) 

sind jedoch keine namhaften Bargeldvermögen aufgeführt, aus denen der Umbau 

hätte finanziert werden können. Auch wurden keine neuen Hypotheken auf die 

Liegenschaft in L._____ aufgenommen (Urk. 1.1 S. 63).  

3.6.4. Im Verfahrensverlauf präsentierte der Beschuldigte 1 immer wieder abge-

änderte oder gar neue Versionen zur Herkunft des Geldes für die Umbaufinanzie-

rung. Während er in früheren Befragungen behauptet hatte, dass die Umbau-

arbeiten teils durch einen Erbvorbezug von Fr. 130'000.– und teils aus einer 

Schenkung von Fr. 300'000.–, je von seinem Vater, Q._____, finanziert worden 

seien (vgl. Urk. 4.5 S. 1), machte er anlässlich der vorinstanzlichen Hauptver-

handlung geltend, er habe von 2000-2009 fast Fr. 1 Mio. von seinem M._____-

Konto bezogen und dann noch – dies eine damals neue Behauptung – Geld von 

seiner Mutter im Betrag von ca. Fr. 380'000.– erhalten, nämlich seit dem Jahre 

2000 jeden Monat ca. Fr. 3'500.– bis Fr. 4'000.–. Er habe zudem ein Konto bei 

-   28   - 

der AE._____ Kantonalbank gehabt und dort ebenfalls Barbezüge gemacht 

(Urk. 210 S. 7 f.). Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass diese Behauptungen 

des Beschuldigten 1 nicht nachvollziehbar seien, da entsprechende (Konto-) 

Belege hierzu nicht vorliegen würden (Urk. 226 S. 32 f.). Auch die erstmals der 

Vorinstanz durch den Verteidiger der Beschuldigten 2 (B._____) unterbreitete Va-

riante (vgl. Urk. 200 und 201), wonach für deren voreheliche Tochter AG._____, 

geb. 1997, gedachte Unterhaltsbeiträge vom in Deutschland lebenden früheren 

Ehemann und Vater des Kindes, AH._____, welche laut Belegen ab 2003 (Hei-

ratsjahr der beiden Beschuldigten; Urk. 210 S. 12), auf Konten der Mutter 

(AI._____) und des Bruders (AJ._____) von B._____ in Brasilien überwiesen  

wurden, dort gewechselt und jeweils in bar in die Schweiz überführt worden sein 

sollen, um schliesslich in die Gründung der C._____ AG und in den Umbau des 

Hauses in L._____ (Herbst 2007 bis Frühjahr 2009) zu fliessen, erschien der Vo-

rinstanz alles andere als glaubhaft. Entsprechend stellte sie in Übereinstimmung 

mit der Anklage auf die zeitlichen und betragsmässigen Zusammenhänge zwi-

schen Umbau L._____ und Bargeldbezüge des Beschuldigte 1 ab Kundenkonten 

ab (Urk. 226 S. 35). 

3.6.5. Die Aussagen des Beschuldigten sind inkonsistent und widersprüchlich. 

Weder die Inhalte seiner Schilderungen noch sein Aussageverhalten – indem er 

wiederholt neue oder abweichende Darstellungen nachschob – vermögen zu 

überzeugen. Es fehlt an Anhaltspunkten für die Richtigkeit seiner entlastenden 

Behauptungen. Auch insoweit der Beschuldigte 1 sich auf seine fehlende Erinne-

rung berief oder von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte und 

folglich keine Angaben zu seiner Entlastung vorlegte, obschon eine Erklärung an-

gesichts der belastenden Beweiselemente vernünftigerweise erwartet werden 

dürfte, darf das Gericht in freier Beweiswürdigung zum Schluss kommen, seine 

Vorbringen seien als unglaubhaft zu qualifizieren. Darin liegt weder eine Ver-

letzung des Aussageverweigerungsrechts des Beschuldigten noch eine ver-

fassungswidrige Umkehr der Beweislast (Urteil des Bundesgerichts 6B_30/2010 

vom 1. Juni 2010 E. 4.1 mit Hinweisen). Denn dadurch verzichtete er auf die Mög-

lichkeit, auf sein Verfahren einzuwirken und seine Interessen – gerade auch im 

Sinne einer Entlastung – aktiv wahrzunehmen (Urteile 1P.641/2000 vom 24. April 

-   29   - 

2001, publ. in: Pra 90/2001 Nr. 110, E. 3 und 4; 6B_562/2010 vom 28. Oktober 

2010 E. 2.1; 6B_515/2014 vom 26. August 2014 E. 3; je mit Hinweisen). 

3.6.6. An der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung des Beschuldig-

ten 1 vor, es sei nicht am Beschuldigten 1 darzulegen, dass er tatsächlich über 

die erforderlichen Mittel für den Hausumbau verfügt habe, sondern es sei Sache 

der Staatsanwaltschaft aufzuzeigen, dass die für den Umbau verwendeten Mittel 

auch wirklich aus einem Delikt stammten. Alleine mit dem Hinweis auf die zeit-

liche Kohärenz der Umbauarbeiten zu den beanstandeten Bezügen sei dieser 

Nachweis nicht erbracht. Der Beschuldigte 1 habe inzwischen für die Jahre 2000 

bis 2009 seine private Buchhaltung aufgearbeitet und einnahmenseitig von der 

AF._____ GmbH prüfen lassen. Dabei sei für den Beschuldigten 1 allein aus "Ge-

halt" ein Einkommen von Fr. 1.221 Mio. ermittelt worden. Für die Berichtsperiode 

würden insgesamt Einkünfte beider Beschuldigter von Fr. 1.859 Mio. Ausgaben in 

der Höhe von Fr. 1.750 Mio. (inkl. Umbau der Liegenschaft L._____) gegen-

überstehen, weshalb der Vermögensabgleich stringent sei (Urk. 282 S. 35). Die 

Verteidigung stützt ihre Argumentation an der Berufungsverhandlung auf die   

Plädoyerbeilagen (Urk. 283/2) und den Prüfungsbericht der AF._____ GmbH vom 

22. Juni 2018 inklusive Beilagen (Urk. 270).  

3.6.7. Zu den von der Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung ein-

gereichten Tabellen betreffend die Kassenbücher des Ehepaars A._____ und 

B._____, woraus sich u.a. die Investitionen der beiden Beschuldigten in den Um-

bau der Liegenschaft in L._____ entnehmen lassen (Urk. 283/2; Urk. 282 S. 34 ff.) 

ist zunächst festzuhalten, dass es sich um reine Parteibehauptungen handelt. 

Während als Empfänger die einzelnen Handwerker namentlich verzeichnet sind, 

ist in der Spalte Konto (Herkunft der Mittel) einzig von "Kasse B._____" oder 

"Kasse A._____" die Rede (vgl. Urk. 283/2 Dokument "Umbau L._____" S. 1-2 

sowie Dokument "Kontobuchungen Kassen A._____ und B._____" S. 35-41), und 

in der Spalte Kategorie (Verwendungszweck) heisst es entsprechend "Liegen-

schaft L._____ Umbau: B._____" bzw. "Liegenschaft L._____ Umbau: A._____". 

Einerseits sind dort sämtliche Zahlungen aus den "Kassen" der beiden Beschul-

digten unter der Kategorie "Liegenschaft L._____ Umbau" im relevanten Zeitraum 

-   30   - 

von September 2007 bis April 2009 aufgeführt (Urk. 283/2 Dokument "Umbau 

L._____" S. 1-2). Sie sind in allen Aspekten – Datum, Begünstigter, Betrag – kon-

gruent mit den in der Anklage dargestellten Barzahlungen bzw. Bareinzahlungen 

über diverse Poststellen an die Handwerker (Urk. 168 S. 15 f.). Andererseits soll 

es sich um eine Art "Buchhaltung der Bargeldbestände der Beschuldigten 1 und 

2" handeln (Urk. 283/2 Dokument "Kontobuchungen Kassen A._____ und 

B._____").  

3.6.8. Insoweit die Umbau-Finanzierung mittels jahrelang privat in bar gehorteter 

Unterhaltsbeiträge von ihrem ersten Ehemann (AH._____) für sich und die Toch-

ter AG._____ erfolgt sein soll (vgl. auch Urk. 280 S. 6), mithin aus der "Kasse 

B._____", erweist sich die Behauptung als völlig unglaubhaft. Die Vorbringen und 

neu eingereichten Unterlagen des Beschuldigten 1 und seiner Verteidigung im 

Berufungsverfahren ändern daran nichts. Der als Beweismittel eingereichte Prü-

fungsbericht der AF._____ GmbH (Urk. 270) stützt sich hinsichtlich der behaup-

teten Bargelder von B._____ praktisch ausschliesslich auf Angaben des Beschul-

digten 1 resp. auf die von ihm erstellten Kassentransaktionen (Urk. 283/2). Da-

nach sei dieses Geld (schon in Schweizerfranken) teils mehrmals jährlich von der 

Beschuldigten 2 aus Brasilien in die Schweiz eingeführt und teils vom Kindsvater 

und Ex-Mann AH._____ bei dessen Besuchen in der Schweiz jeweils in bar in Eu-

ro mitgebracht, zum jeweiligen Tageskurs gewechselt und dann ebenso als Kas-

sentransaktion erfasst worden (vgl. Urk. 270, Schreiben AF._____ GmbH vom 

22. Juni 2018 S. 2 Ziff. 7 und Beilage 7 S. 451 ff.). Mangels Belegen konnte der 

beigezogene Experte BN._____ diesbezüglich keinerlei Prüfung vornehmen.  

Es scheint sehr weit hergeholt um nicht zu sagen lebensfremd, dass man Unter-

haltsbeiträge für ein Kind, welches bekanntlich laufend Kosten verursacht, no-

tabene auf (internationalem) Umweg durch den Pflichtigen zunächst in Dutzenden 

kleinen Tranchen über Jahre hinweg an Drittpersonen im Ausland überweisen 

lässt (vgl. Urk. 201/1 und 2), das dort gewechselte Geld immer wieder in bar ins 

Wohnsitzland des Kindes transportiert, zwischenlagert (etwa zu Hause in bar, 

denn das Geld wurde auf kein Konto einbezahlt, da die Beschuldigte 2 laut dem 

Beschuldigten 1 weder in der Schweiz noch in Brasilien ein Konto besass, vgl. 

-   31   - 

Urk. 210 S. 12), um es zuletzt in grossen Portionen zweckentfremdet in einen 

Hausumbau fliessen zu lassen. Überdies fehlt es mit Ausnahme der Überwei-

sungen nach Südamerika an einer nachvollziehbaren Dokumentation zu den be-

haupteten Geldverschiebungen. Der Beschuldigte 1 konnte oder wollte zum Gan-

zen keine Erklärung abgeben, sondern verwies auf die freie Entscheidung seiner 

Ehefrau und ihres früheren Lebenspartners (Urk. 210 S. 12). Wie es sich damit 

verhält, kann aber offenbleiben. Die Unterhaltszahlungen erfolgten jedenfalls zu 

einer anderen Zeit und einem anderen Zweck als dem Hausumbau, nämlich für 

den ständigen Lebensunterhalt der Tochter AG._____. Auf diese konstruiert an-

mutende und durch nichts unterlegte Version einer Umbaufinanzierung via nach 

und von Brasilien transferierten Unterhaltszahlungen kann nach dem Gesagten 

nicht abgestellt werden.  

3.6.9. Woher sodann die Beträge stammen, die aus der "Kasse A._____" für 

den Umbau verwendet worden seien, soll sich gemäss Verteidigung aus den   

Tabellen (Urk. 283/2) erschliessen. An der Berufungsverhandlung erklärte der 

Beschuldigte 1, er sei nach dem Motto "Nur Bares ist Wahres" aufgewachsen. Es 

sei üblich in seiner Familie, in bar zu sparen. Er habe seine Ersparnisse immer im 

Safe gehabt und davon die Rechnungen bezahlt (Urk. 277 S. 14). Auf Frage des 

Staatsanwaltes, wo das Bargeld aufbewahrt worden sei, erklärte der Beschuldig-

te 1: "Im Safe, im Keller des Hauses". Auf die Nachfrage, weshalb bei der Haus-

durchsuchung nichts gefunden worden sei, merkte der Beschuldigte 1 an, dass 

der Safe offensichtlich gut eingebaut sei (Urk. 277 S. 22).  

Auch der Prüfungsbericht der vom Beschuldigten 1 beauftragten AF._____ GmbH 

betreffend Einnahmen 2000-2009 der beiden Beschuldigten (Urk. 270) ist als Par-

teibehauptung zu qualifizieren. Er stützt sich zwar einerseits auf Kopien von 

Bankauszügen, doch hinsichtlich Bargeldzahlungen war der Wirtschaftsprüfer 

BN._____ wie schon erwähnt allein auf die Angaben des Beschuldigten 1 ange-

wiesen und Originalrechnungen lagen ihm keine vor. Die vom Beschuldigten 1 

vorgegebenen Ausgabenkategorien blieben ebenso ungeprüft (Urk. 270, Schrei-

ben AF._____ GmbH vom 22. Juni 2018 S. 1 f.). Schon aus diesen Gründen ist 

dieser Bericht nur sehr begrenzt aussagekräftig. Jedenfalls kann darauf nicht   

-   32   - 

abgestellt werden, soweit er bloss auf Angaben des Beschuldigten 1 basiert   

(namentlich Kassenbestände der Beschuldigten). Gemäss Beilage 8 S. 476-479 

des Berichts hat der Beschuldigte 1 ab seinen Bankkonten bei der M._____ und 

der AE._____ Kantonalbank in der fraglichen Zeitspanne des Umbaus 

(Sept. 2007-April 2009) rund Fr. 180'000.– in bar bezogen. Bei 20 Monaten ent-

spricht dies rund Fr. 9'000.– pro Monat. Die Bezüge bewegen sich fast aus-

nahmslos im drei- und vierstelligen Bereich. Das deutet offensichtlich auf Bezüge 

zum Lebensunterhalt, was bei einer sechs- bis siebenköpfigen Familie nicht er-

staunt, vor allem wenn das grundsätzliche Bezahlen mit Bargeld ("Nur Bares ist 

Wahres") der gelebten Familientradition entspringt und seit jeher Usus sei, wie 

der Beschuldigte erstmals an der Berufungsverhandlung erläuterte. Lediglich zwei 

fünfstellige Bezüge springen ins Auge: Fr. 12'000.– am 7. April 2008 und 

Fr. 33'520.– am 27. Februar 2009. Diese grösseren Beträge lassen sich ohne 

weiteres auch angesichts der teuren Ferien, die sich die Familie zuweilen leistete, 

sowie der regelmässigen Reisen nach Brasilien ins Heimatland der Beschuldig-

ten 2 (4-5 Mal pro Jahr) erklären (vgl. Urk. 270, Schreiben AF._____ GmbH vom 

22. Juni 2018 S. 2). Namentlich im Anschluss an den Bezug von rund Fr. 33'500.– 

am 27. Februar 2009 wurden keine Handwerkerrechnung beglichen. Erst rund 

7 Wochen später, nämlich am 15. April 2009 erfolgte eine Bareinzahlung für einen 

Handwerker im Betrag von Fr. 13'200.– bei einer Poststelle (Urk. 168 S. 16; 

Urk. 283/2 S. 2). Ein Konnex zwischen diesen Vorgängen lässt sich weder zeitlich 

noch betragsmässig herstellen. Dafür, dass mit diesen Barbezügen aus eigenen 

Einnahmen (auch) in den Umbau des Einfamilienhauses in L._____ investiert  

worden wäre, bestehen keinerlei Anhaltspunkte.  

Betrachtet man die (ungeprüfte) Ausgabenübersicht (Urk. 270, Schreiben 

AF._____ GmbH vom 22. Juni 2018 S. 2 und Beilage 9 S. 483), so erscheinen ei-

nige Positionen offensichtlich unvollständig: Unter "Gesundheit" ist ein Totalbetrag 

von Fr. 1'240.55 für den Zeitraum von rund 9 ½ Jahren aufgeführt, was pro Jahr 

durchschnittlich Fr. 130.– entspricht – ein für eine mehrköpfige Familie geradezu 

abwegiger Betrag. Auch die eingesetzten Steuern scheinen völlig unrealistisch, 

indem lediglich in den Jahren 2006 und 2007 je ca. Fr. 6'400.– aufgeführt sind. 

Die gemäss dieser Übersicht angeblich bezahlten Hypothekarzinse stimmen so-

-   33   - 

dann in keinem der aufgeführten Jahre mit den in der jeweiligen Steuererklärung 

ausgewiesenen Zahlen überein (Urk. 11.2-11.99). In Anbetracht dieser augenfälli-

gen Ungereimtheiten sind diese vom Beschuldigten 1 im Berufungsverfahren neu 

eingereichten Zahlen ohne jegliche Relevanz.  

Die ab dem von der AF._____ GmbH geprüften Privatkonto Nr. … bei der 

AE._____ Kantonalbank überwiegend klein(er)en Zahlungen und Bezüge deuten 

unmissverständlich auf Kosten für den Lebensunterhalt (Urk. 15.2.9; Urk. 270 Bei-

lage 3 S. 413-436). Die weiteren Konten des Beschuldigten 1 bei der AE._____ 

Kantonalbank, wurden indes gar nicht geprüft, so beispielsweise "Nummer …" 

(Urk. 15.2.3 S. 2; Urk. 15.2.15-22). Dieses soll gemäss eigenen Angaben des Be-

schuldigten 1 spekulativen Zwecken gedient haben (Urk. 4.5 S. 22; Urk. 277 

S. 15). Im Übrigen erstaunt es nicht, wenn der Beschuldigte 1 in der Zeitspanne 

von 2000-2009 ca. Fr. 1 Mio. (bzw. gemäss Verteidigung Fr. 1.2 Mio., Urk. 282 

S. 35) von seinem M._____-Konto bezogen haben sollte (Urk. 210 S. 7; Urk. 270 

S. 2), mussten doch die laufenden Lebenshaltungskosten für die sechs- bzw. sie-

benköpfige Familie, Versicherungen, nötiger Hausunterhalt, Hypothekarzinsen, 

etc. berappt werden. 

3.6.10. Hinsichtlich der Beträge, welche er von seinem Vater erhalten habe, er-

klärte der Beschuldigte 1 an der Berufungsverhandlung, dass er einen Erb-

vorbezug von insgesamt Fr. 150'000.– (eine Zahlung à Fr. 123'000.– und eine à 

Fr. 26'000.–) sowie Fr. 300'000.– in bar erhalten habe (Urk. 277 S. 14 f.). Die 

Fr. 123'000.– seien nicht in den Umbau, sondern auf das Spekulationskonto "…" 

bei der AE._____ Kantonalbank geflossen. Sein Vater habe bei der Staatsanwalt-

schaft offensichtlich aus steuerrechtlichen Gründen nichts mehr von den 

Fr. 300'000.–, welche er ihm aus seinen Barbeständen gegeben habe, wissen 

wollen. Zum Verwendungszweck der Fr. 300'000.– machte der Beschuldigte 1 

folgende Aussage: "Ich behaupte nur, dass ich es bekommen habe, nicht, dass 

ich es für den Umbau verwendet habe" (Urk. 277 S. 15). Damit widerspricht er al-

lerdings seiner früheren Aussage, wonach die Umbauarbeiten teils durch  

einen Erbvorbezug von Fr. 130'000.– und teils aus einer Schenkung von 

Fr. 300'000.–, je von seinem Vater, Q._____, finanziert worden seien (vgl. 

-   34   - 

Urk. 4.5 S. 19). Im Übrigen ist auf die bereits von der Vorinstanz aufgezeigten Wi-

dersprüche betreffend die vom Vater erhaltenen Zahlungen zu verweisen 

(Urk. 226 S. 33 f.). 

3.6.11. Weiter bestätigte der Beschuldigte 1 an der Berufungsverhandlung auch 

das vor Vorinstanz völlig neue Vorbringen betreffend zusätzlicher monatlicher 

Zahlungen seiner Mutter von ca. Fr. 3'500.– bis Fr. 4'000.– seit dem Jahr 2000 

(Urk. 277 S. 16). Diese Behauptung erscheint klar als nachgeschoben. Abge-

sehen davon, dass die Mutter ihrerseits dieses Geld vom Vater bekommen haben 

soll (Urk. 210 S. 8), widerspricht sich der Beschuldigte 1 auch bei der Begründung 

für das jahrelange Verschweigen dieses behaupteten Faktums: Vor Bezirksgericht 

erklärte er, er habe seine Eltern (steuerrechtlich) schützen wollen (Urk. 210 S. 8), 

an der Berufungsverhandlung nannte er als Grund, er selbst habe das Geld in der 

Steuererklärung nicht deklariert (Urk. 277 S. 16). Doch noch mehr erstaunt, dass 

diese Zahlungen in den neu eingereichten Unterlagen nicht auftauchen – weder 

im "Kassenbuch" noch in den Bankunterlagen. Diese jahrelangen mütterlichen 

Zahlungen können daher nicht anders denn als haltloser Versuch gewertet wer-

den, den Verdacht hinsichtlich der Verwendung von Kundengeldern zur Umbau-

finanzierung zu entkräften.  

3.6.12. Dass die von Herbst 2007 bis Frühling 2009 erfolgte Umbaufinanzierung 

durch behauptete Cash-Bestände, welche von 2000-2009 aus eigenen Mitteln der 

beiden Ehegatten angehäuft worden seien, bezahlt werden konnte (Urk. 282 

S. 36), ist nach dem Gesagten in keiner Weise plausibel. Insbesondere ist aus 

den jedenfalls in dieser Hinsicht untauglichen neuen Dokumenten auch nicht er-

sichtlich, dass diesbezüglich die nötige Liquidität im Zeitpunkt der Zahlungen   

gegeben war. Sowohl das Volumen als auch die Herkunft und die jeweilige Ver-

fügbarkeit dieser angeblich aus persönlichen Quellen angesparten Barbestände 

liegen nach wie vor gänzlich im Dunkeln. Eine einsichtige und nachvollziehbare 

Erklärung für eine anderweitige legale Herkunft der Gelder zur Finanzierung des 

Hausumbaus kann der Beschuldigte 1 somit auch anhand der im Berufungsver-

fahren neu eingereichten Unterlagen nicht liefern. Das betrifft gleichermassen die 

behaupteten Gewinne aus Kapitalanlagen aus den Jahren 2000-2009, die über-

-   35   - 

dies einen Bruchteil der Umbaukosten ausmachen und für den hier massgeb-

lichen Zeitraum (Herbst 2007-Frühling 2009) nur gerade rund Fr. 100'000.– betra-

gen (Urk. 270 Beilage 6 S. 447 ff.). Schliesslich figurieren in den aktenkundigen 

Steuererklärungen der Beschuldigten für die Jahre 2004, 2005, 2007, 2008 und 

2009 beim beweglichen Vermögen unter dem Titel "Bargeld, Gold und andere 

Edelmetalle, Guthaben Verrechnungssteuer" jeweils Beträge von lediglich 

Fr. 167.–, Fr. 454.–, Fr. 9'432.–, Fr. 1'200.– und Fr. 20.– (Urk. 11.2-11.5, 11.7-

11.8). In der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 23. März 2010 gab der 

Beschuldigte 1 an, dass er angemessen an seinen damaligen Löhnen und  

Bonuszahlungen gespart habe, "im allgemeinen" habe er Fr. 100'000.– oder 

Fr. 50'000.– gespart (Urk. 4.5 S. 4). Ersparnisse in diesem Ausmass bei den   

vorne aufgezeigten Jahreseinkünften (Erw. III.B.3.6.2.) und seiner vielköpfigen 

Familie erscheinen realitätsfremd. Von Ersparnissen in bar, mit denen die ausge-

wiesenen Barzahlungen an die Handwerker für den Hausumbau von September 

2007 bis April 2009 hätten bestritten werden können, fehlt damit jede Spur. Um-

gekehrt steht – wie noch zu zeigen sein wird (vgl. hinten Erw. III.B.7) – aufgrund 

des Beweisergebnisses fest, dass der Beschuldigte 1 die eingeklagten Barbezüge 

ab den Konten H._____ und I._____ tätigte und offensichtlich für sich verein-

nahmte, da die Kontoinhaberinnen weder Kenntnis von den Bezügen hatten, noch 

das bezogene Geld je erhielten.  

3.6.13. Einhergehend mit der Vorinstanz ist deshalb hinsichtlich der Mittel-

beschaffung nach wie vor von der auffälligen zeitlichen und betragsmässigen  

Kohärenz zwischen dem Hausumbau in L._____ und den Bargeldbezügen des  

Beschuldigten 1 ab Kundenkonten auszugehen, während entsprechende ander-

weitige Finanzquellen fehlen und die vom Beschuldigten 1 ins Spiel gebrachten 

anderen Varianten der Geldbeschaffung wegen offensichtlicher Ungereimtheiten, 

aber auch wegen erheblichen zeitlichen Abweichungen als realitätsfern ausschei-

den. Dass es keine direkten Beweismittel gibt, liegt am gezielten Vorgehen des 

Beschuldigten, der durch Barbezüge und Bareinzahlungen das Entstehen jeg-

licher Papierspuren verhindert hat. In diesem Zusammenhang lässt auch der  

Umstand, dass der Beschuldigte nun – rund 9 Jahre nach der Eröffnung des für 

ihn existenziellen Strafverfahrens – seine eigene Buchhaltung aufgearbeitet ha-

-   36   - 

ben will und diese als neues Beweismittel im Berufungsverfahren einbringt, tief 

blicken. Die aufgezeigten Lücken und Unstimmigkeiten, die sich daraus ergeben, 

sprechen aber (ebenfalls) gegen ihn. Es verbleiben daher keine vernünftigen 

Zweifel, dass der Hausumbau mit deliktisch erlangten Mitteln erfolgte. 

4. …-Transaktionen 

4.1. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt (Urk. 226 S. 35 ff.), handelt es sich 

bei den …-Transaktionen (Abkürzung für M._____-Transfer-Service) gemäss 

bankinterner Definition um eine Applikation für Frontmitarbeiter, welche die Erfas-

sung von Zahlungsaufträgen zu Lasten von Kundenkonten ermöglicht. Es sind 

Überweisungen von einem Kundenkonto auf das Konto eines anderen M._____-

Kunden, also ein rein bankinterner Vorgang nach Richtlinien der M._____ (vgl. 

seit Ende 2003 geltende interne Weisungen der M._____, Fassungen ab 

Dez. 2003 resp. ab Sept. 2006; Urk. 15.1.40): Bei einem Kontoübertrag des glei-

chen Kunden war betragsunabhängig lediglich die Unterschrift des Kundenbera-

ters (oder Assistenten) erforderlich, dies ebenso bei Zahlungen an Dritte bis 

Fr. 10'000.–. Bei Fr. 10'000.– übersteigenden Zahlungen an Dritte brauchte es die 

Erstunterschrift des Kundenberaters (oder Assistenten) und die Zweitunterschrift 

durch einen Unterschriftsberechtigten der Fronteinheit. Bei Zahlungen an Dritte 

über Fr. 100'000.– brauchte es die Erstunterschrift des Kundenberaters (oder As-

sistenten) und die Zweitunterschrift durch ein Direktionsmitglied resp. Vorgesetz-

ten. Telefonische Aufträge kleiner als Fr. 150'000.– erforderten keine schriftliche 

Bestätigung des Kunden; hingegen über Fr. 150'000.– (bis November 2003 lag 

die Grenze noch bei Fr. 100'000.–) brauchte es innert 14 Tagen nach Auftragser-
teilung die schriftliche Bestätigung des Kunden mit Originalunterschrift. Folglich 

musste der Kunde erst mit Überschreiten der Grenze von Fr. 150'000.– sein 

schriftliches Einverständnis erklären. Diese internen Regelungen zur Dokumenta-

tion, Unterschrift und Kontrolle bei Zahlungsaufträgen von Kunden können als 

unmissverständlich bekannt vorausgesetzt werden (vgl. auch die Aussagen des 

Beschuldigten 1 hierzu, Urk. 4.1 S. 7; Urk. 110/1 S. 6 und Urk. 277 S. 17).  

4.1.1. Der Beschuldigte 1 stellte sich allerdings in der Untersuchung auf den 

Standpunkt, dass Aufträge über Fr. 10'000.– generell einer Unterschrift des   

-   37   - 

Kunden (Brief oder Fax) bedurften resp. hinter jeder Transaktion über Fr. 10'000.– 

ein schriftlicher Kundenauftrag stehen musste (Urk 4.3 S. 9). Dies differiert von 

der zitierten bankinternen Regelung, wonach ein entsprechender Auftrag lediglich 

bei über Fr. 150'000.– nötig war. Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte 

der Beschuldigte 1, es treffe zu, dass ein Kunde gemäss interner Weisung erst 

mit Überschreiten der Grenze von Fr. 150'000.– resp. Fr. 100'000.– – der Betrag 

habe über die Jahre mehrmals gewechselt – sein schriftliches Einverständnis   

habe geben müssen. Praktisch hätten jedoch alle Berater die Aufträge bei Ge-

schäftsreisen visieren lassen (Urk. 277 S. 16 f.). Weiter bestätigte er seine frühere 

Aussage, wonach 90% der Aufträge telefonisch (somit nicht schriftlich) und unter 

dem Limit von Fr. 150'000.– gewesen seien (Urk. 277 S. 17; Urk. 4.2 S. 2). In  

diesem Zusammenhang hatte der Beschuldigte 1 schon früher geltend gemacht, 

die Kunden hätten alle Aufträge (Barbezüge und Transferorders) schriftlich visiert, 

doch die Bank habe den Strafbehörden diese Dokumente, bei denen es auch zu 

Verfälschungen der Aufträge seitens der Bank gekommen sei, vorenthalten 

(Urk. 90 S. 4 f.). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte er, dass je-

weils Aufträge der Kunden vorhanden gewesen seien. Diese seien im elektroni-

schen Archiv auf Seite 2 eingelesen worden. Bei einem … payment avis gebe es 

zwei Seiten. Die … payments seien zwar bei den Akten, aber es sei jeweils nur 

die erste von zwei Seiten eingereicht worden. Man sehe deutlich, dass dort "1 von 

2" vermerkt sei. Weil er nicht mehr bei der M._____ tätig sei, habe er keinen Zu-

gang mehr zum elektronischen Archiv und könne die entsprechenden elektroni-

schen Dokumente nicht ausdrucken (Urk. 277 S. 11 f.; Urk. 282 S. 23).  

Angesichts der klar formulierten internen Regelung ist mit der Vorinstanz davon 

auszugehen, dass bis Fr. 150'000.– keine schriftlichen Kundenaufträge bzw. 

schriftliche Bestätigungen vorliegen mussten. Aus den Übersichten zu den frag-

lichen Überweisungen (Urk. 15.1.20) geht hervor, dass nur in wenigen Fällen 

schriftliche Kundenaufträge oder …-Einträge vorhanden sind (so auch 

Urk. 15.1.36). Darin sind keine …-Transaktionen mit einem Vermerk "Seite 1 

von 2" oder ähnlich zu finden. Bei denjenigen …-Transaktionen, welchen schriftli-

che Kundenaufträge und …-Einträge zugrunde lagen, wurden diese Dokumente 

separat ediert (Urk. 15.1.37). Dabei befinden sich diverse mehrseitige Dokumente 

-   38   - 

– immer entsprechend gekennzeichnet. Fehlende Seiten, wie vom Beschuldig-

ten 1 behauptet, konnten hier nicht ausgemacht werden (Urk. 15.1.41-52). An-

lässlich der Einvernahmen der Zeugen wurden diesen jeweils Dokumente vorge-

halten, welche anschliessend auch zusammen mit dem Protokoll der Einvernah-

me akturiert wurden (vgl. bspw. Urk. 5.8.4. und Urk. 5.8.6). Dabei handelt es sich 

teilweise nur um Auszüge der Dokumente, die jedoch wiederum vollständig bei 

den erfolgten Editionen akturiert sind (vgl. Urk. 15.1.49). Sodann ist aber auch 

noch einmal auf die Aussage von AK._____, ehemalige Auszubildende des Be-

schuldigten 1, hinzuweisen. Sie sagte als Zeugin aus, dass die Kundenberater 

jeweils telefonisch entgegengenommene Aufträge auf losen Notizzetteln notier-

ten, wobei diese Zettel zwar normalerweise in die Registratur gegeben worden 

seien, dies aber damals, im Jahr 2008, noch nicht so streng  gewesen sei und sie 

diese auch den Kundenberatern wieder zurückgegeben habe (vgl. Urk. 111/7 

S. 3). 

Entsprechend gibt es keine Anhaltspunkte, welche die Behauptung des Beschul-

digten 1, dass die M._____ Dokumente zu seinen Gunsten vorenthalte, stützen 

würden. Damit ändert sich nichts an den bisherigen Erkenntnissen, wonach für 

Transaktionen bis Fr. 150'000.– grundsätzlich keine schriftlichen Kundenaufträge 

notwendig waren und daher auch nicht vorhanden waren bzw. sein könnten. In-

soweit auch bei Transaktionen über Fr. 150'000.– Schriftlichkeit fehlt, ist dies mit 

der Vorinstanz offensichtlich darauf zurückzuführen, dass der Beschuldigte 1 oh-

ne Auftrag der fraglichen Kundin und somit unautorisiert handelte. Entsprechend 

stellte er bezüglich der ihm vorgehaltenen Transaktion … (Fr. 238'337.–, einer 

von drei Fr. 150'000.– übersteigenden …-Transaktionen; vgl. Urk. 168 S. 5 f.) fra-

gend fest, ob diesbezüglich kein Kundenauftrag (in den Akten) vorhanden sei, 

dies offensichtlich wohlwissend, dass über Fr. 100'000.– bzw.Fr. 150'000.– ein 

schriftlicher Auftrag erforderlich war (Urk. 4.3 S. 19).  

4.1.2. Was das Verteidiger-Argument betrifft, das interne Kontrollsystem, das 

sog. ELA (elektronisches Archiv) habe bei fehlender Unterschrift eines Kunden 

zusätzliche Sicherheit geboten (Urk. 216 S. 10), hat die Vorinstanz zu Recht ent-

gegnet, dass das ELA im Lichte der genannten Weisungen nur bei Transaktionen 

-   39   - 

über Fr. 150'000.–, hier in lediglich drei Fällen, überhaupt eine Rolle spielte und 

folglich im ELA eine Pendenz eröffnet wurde. Darunter fand keine elektronische 

Überwachung betreffend ausstehende Original-Kundenunterschrift statt und das 

ELA war irrelevant. Das ergibt sich auch aus der Zeugenaussage von AL._____ 

(vgl. nachfolgend Erw. III.B.4.1.4). Fakt ist zudem, dass der Auftrag an sich auch 

ohne die (innerhalb von 14 Tagen noch beizubringende) Unterschrift ausgeführt 

werden konnte. Das ELA entlastet den Beschuldigten 1 somit nicht. Ferner über-

sieht die Verteidigung, dass das System umgangen werden konnte (vgl. die noch 

zu diskutierenden Urkundendelikte). 

4.1.3. Bezogen auf die zu beurteilenden Anklagevorwürfe zeigt sich, dass 

Transaktionen bis Fr. 150'000.– innerhalb desselben Kundenstammes ohne  

Kundenwissen durchgeführt werden konnten. Es bestand zwar die Möglichkeit zur 

Prüfung der Transaktionen, doch die hier betroffenen Kunden hatten ihre Post 

banklagernd und wollten (allenfalls aus steuertechnischen Gründen) gar keine 

Details einsehen oder in Papierform erhalten (u.a. Urk. 5.1 S. 13 f.; Urk. 5.3 S. 3; 

Urk. 5.5 S. 7; Urk. 5.7 S. 2 und 7; Urk. 5.11 S. 3 und 10). Sie vertrauten darauf, 

dass ihr langjähriger Kundenberater sich um ihre Bankangelegenheiten kümmere 

und sie nur bei Bedarf kontaktiere. Mit einem Vertrauensmissbrauch durch ihn zu 

ihren Lasten mussten sie nicht rechnen. Ohne weiteres durften sie davon ausge-

hen, seitens ihrer Bank zuverlässig betreut zu werden, denn das Bankengeschäft 

an sich baut auf diesem Vertrauensverhältnis zu den Kunden auf.  

Gleichermassen wies der Rechtsvertreter der M._____, RA Dr. S._____, zutref-

fend darauf hin, dass das Bankensystem letztlich auf den Angaben des Kunden-

beraters beruhe – dieser stehe in direktem Kontakt mit dem Kunden und erhalte 

von diesem die entsprechenden Instruktionen (oder behaupte dies zumindest) – 

und somit auch auf das Vertrauen in dessen Person baue. Es müsse quasi darauf  

vertraut werden, dass der Kundenberater diese Instruktionen korrekt aufnehme. 

Der Beweiswert der entsprechenden Angaben resp. Einträge hänge somit mit der 

Glaubwürdigkeit des Kundenberaters zusammen. Auf diesem Prinzip basiere das 

gesamte Bankensystem der Schweiz und nicht nur der Schweiz (Prot. I S. 19). 

-   40   - 

Analog äusserten sich die ehemaligen Vorgesetzten des Beschuldigten 1 bei der 

M._____, AM._____ und AL._____ (Urk. 5.16 S. 15; Urk. 5.21 S. 13) 

4.1.4. Ausserdem war es gemäss diesen ehemaligen Vorgesetzten des  

Beschuldigten 1 bei der M._____ möglich, mit den entsprechenden (Blanko-) 

Unterschriften, wie auch immer diese erhältlich gemacht worden waren, Bargeld 

in beliebiger Höhe ab den fraglichen Kundenkonten zu beziehen. Der Zeuge 

AM._____ bestätigte auf diesbezügliche Frage, dass der Beschuldigte 1 bis zum  

Betrag von Fr. 150'000.– innerhalb seines eigenen Kundenstammes praktisch  

frei verfügen konnte, weil er Direktionsrang hatte (Urk. 5.16 S. 9). AL._____ sagte 

aus, wenn sich die Bewegungen im normalen Rahmen innerhalb der Kompetenz 

hielten, also bei Zahlungen unter Fr. 150'000.–, sei kein Systemalarm erfolgt. Es 

sei eine Vertrauensfrage gewesen und es habe auch einen Ermessensspielraum 

gegeben (Urk 5.21 S. 13). Missbrauch war somit durchaus möglich.  

4.2. Zu den internen Weisungen der M._____ und deren Befolgung bzw. Effekti-

vität wurden mehrere Personen aus dem damaligen Arbeitsumfeld des Beschul-

digten 1 als Zeugen befragt (Urk. 5.16; Urk. 5.20-21; Urk. 111/5-6). Wie bereits im 

angefochtenen Urteil richtig festgestellt (Urk. 226 S. 39), scheint sich der Be-

schuldigte 1 ausgehend von der Anklageschrift – er holte bei den Transaktionen 

von mehr als Fr. 10'000.– in der Regel das erforderliche Zweitvisum ein (Urk. 168 

S. 4-6) – grundsätzlich an die internen Weisungen gehalten zu haben. Nachdem 

aber die aufgelisteten Transaktionen allesamt unautorisiert erfolgt sein sollen,  

impliziert dies, dass in Wirklichkeit keine effektive Kontrolle beim Leisten des 

Zweitvisums stattfand.  

Dass sich auch unautorisierte Aufträge auf Initiative des Kundenberaters, vor-

liegend des Beschuldigten 1, im bankinternen Betrieb sozusagen durchsetzen 

liessen, zeigen die Zeugenaussagen, etwa jene von AM._____ und des Arbeits-

kollegen AN._____, wonach grundsätzlich das Vieraugenprinzip gilt (Urk. 5.16 

S. 7, 9 und 12 und Urk. 5.20 S. 4), im Bankgeschäft aber vieles auf das Vertrauen 

in den Kollegen basiere (Urk. 5.16 S. 15 und Urk. 5.20 S. 8, ferner AL._____, 

Urk. 5.21 S. 13). AN._____ erläuterte, vor der Freigabe von Zahlungen des Be-

schuldigten 1 habe er entweder den …-Auszug oder bei einem Betrag über 

-   41   - 

Fr. 150'000.– den schriftlichen Auftrag des Kunden angeschaut (Urk. 5.20 S. 7 f.). 

Arbeitskollege AB._____ schilderte, dass man angesichts der vielen eigenen 

Kunden nicht auch noch jeden Kunden des anderen gekannt habe, man habe 

somit nicht durchblicken können, wenn es mehrere Zahlungen gegeben habe, so 

dass der Verdacht hätte aufkommen können, etwas verlaufe unregelmässig 

(Urk. 111/5 S. 4). Auch AO._____, Bankmitarbeiter im …-Desk, gab an, er habe 

mit dem Beschuldigten 1 zusammengearbeitet, sei indirekt dessen Assistent ge-

wesen. Wenn der Beschuldigte 1 oder ein anderer Kundenberater ihm einen Auf-

trag gegeben habe, sei er davon ausgegangen, dass dieser (Auftrag) die Plausibi-

lität erfülle. Der Kundenberater habe die Legitimationsprüfung gemacht. Habe er 

den Auftrag direkt vom Kunden entgegengenommen, so habe er die Plausibilität 

selbst nachgefragt. Bei der Freigabe (eines Auftrages) sei wichtig gewesen, dass 

keine Fehler mit den Zahlen, etwa der Kontonummer, passieren. Auf Betrug und 

Veruntreuung sei man zu dieser Zeit gar nicht sensibilisiert gewesen (Urk. 111/6 

S. 3 f.).  

Einhergehend mit der Vorinstanz ergibt sich, dass bei der M._____ zwar ein inter-

nes Kontrollsystem mit dem Erfordernis eines Zweitvisums existierte, die eigentli-

che Kontrolle im Arbeitsalltag aber vernachlässigt wurde. Letztlich galt primär das  

Vertrauensprinzip unter Arbeitskollegen (in dem Sinne, dass der die Transaktion 

veranlassende Kollege wohl auch den Kundenauftrag hierzu haben werde). Das 

Erfordernis des Zweitvisums bei Aufträgen über Fr. 10'000.– ist daher mit der Vor-

instanz (Urk. 226 S. 39) eher als Formsache denn als effektive Kontrolle zu be-

trachten. Zu diesem Schluss kommt auch das im Laufe des Berufungsverfahrens 

von der Verteidigung des Beschuldigten 1 neu eingereichte Gutachten von 

Prof. Dr. AP._____ vom 30. April 2018 (Urk. 252 S. 13). Auf das Gutachten ist im 

Übrigen im Rahmen der rechtlichen Würdigung näher einzugehen (vgl. hinten 

Erw. IV. 3.3.7). 

4.3. Zutreffend hat die Vorinstanz der Argumentation des Verteidigers des  

Beschuldigen 1, wonach niemand der staatsanwaltschaftlich befragten M._____-

Mitarbeiter eine Täuschung (durch den Beschuldigten 1) geltend gemacht habe, 

entgegengesetzt, dass es in der Natur einer Täuschung liegt, dass der davon   

-   42   - 

Betroffene dies in dem Moment nicht merkt. Ansonsten wäre der Getäuschte nicht 

getäuscht worden, sondern hätte das Vorgehen des Täuschers (sogleich) durch-

schaut (vgl. Urk. 216 S. 14; Urk. 226 S. 40). Es ist im Rahmen der rechtlichen 

Würdigung darauf zurückzukommen.  

Sodann kann nicht ausschlaggebend sein, ob bei den eingeklagten Transaktionen 

der Beschuldigte 1 oder eine Drittperson (z.B. ein Assistent) der Erfasser des Auf-

trags im sog. …, dem internen Kontrolljournal (vgl. Urk. 4.1 S. 4), war, wobei im 

letzteren Fall der Beschuldigte 1 als Kundenberater das Zweitvisum leistete. Laut 

dem Zeugen AB._____ kam es vor, dass der Kundenberater selber das Telefon 

mit den Kunden abnahm, dann den Assistenten den Auftrag erfassen liess und 

schliesslich der Kundenberater den Auftrag (mittels Zweitunterschrift) freigab 

(Urk. 111/5 S. 4). Auch der Beschuldigte 1 bestätigte, Aufträge telefonisch aufge-

nommen, aber zur Erfassung an seinen Assistenten weitergeleitet zu haben, 

wenn es für ihn zeitlich nicht möglich gewesen sei, dies selber zu tun (Urk. 110/1 

S. 15), was oft vorgekommen sein müsste angesichts der Behauptung des Be-

schuldigten 1, er habe übermässig viele Kunden betreut und sei deshalb generell 

unter Zeitdruck gestanden (vgl. Urk. 4.1 S. 4 und S. 6 f.). Selbst wenn eine Dritt-

person den Auftrag erfasste, geschah dies jedoch auf Verlangen des Kunden-

beraters – in den hier zu beurteilenden Vorfällen war dies der Beschuldigte 1 – 

und nach dessen Vorgaben. So ist der Zeugenaussage von AK._____, ehemalige 

Auszubildende des Beschuldigten 1, zu entnehmen, dass die Erfassung als sol-

che eine bloss ausführende Tätigkeit war, gestützt auf die vom Kundenberater 

stammende, entweder direkt durch diesen oder aber via eine Drittperson übermit-

telte Information. Sie schilderte, dass die Kundenberater normalerweise telefo-

nisch entgegengenommene Aufträge auf losen Notizzetteln notiert, mit der Konto-

nummer versehen und visiert zum Erfassen an sie weitergegeben haben. Norma-

lerweise habe sie solche Notizzettel anschliessend in die Registratur gegeben. 

Damals, im Jahr 2008, sei dies aber noch nicht so streng gewesen, sie habe sie 

auch den Kundenberatern wieder zurückgegeben. Solches Erfassen der Kunden-

aufträge sei normalerweise die Tätigkeit der Lehrlinge, man könne nichts gross 

falsch machen. Anschliessend habe der Beschuldigte 1 visiert. Mit den Kunden 

des Beschuldigten 1 habe sie weder telefonischen (ausser Rückrufe) noch per-

-   43   - 

sönlichen Kontakt gehabt, dies im Gegensatz zu den Kunden der Zeugen 

AN._____ und AB._____, wo vereinzelte Kundenkontakte stattgefunden hätten 

(vgl. Urk. 111/7 S. 3 f., 6).  

Wie vorne in Erw. III.B.3.1-2 gezeigt, erklärten auch alle vorliegend betroffenen 

und befragten …-Kunden des Beschuldigten 1 in ihrer Zeugenaussage, nur mit 

dem Beschuldigten 1 als beratender Person der M._____ Kontakt gehabt und al-

lein diesem Aufträge und Anweisungen erteilt zu haben. Die anderweitige Be-

hauptung des Beschuldigten 1, der Assistent habe mehr Kundenkontakt gehabt 

als er, da er selber meistens in den Kundenempfangsräumen unterwegs oder auf 

Reisen gewesen sei, weshalb die meisten telefonischen Kontakte über den Assis-

tenten oder einen andern Kundenberater gelaufen seien (Urk. 110/1 S. 15; 

Urk. 277 S. 12), ist wenig glaubhaft und trifft jedenfalls bezüglich hier tangierten 

Kunden nicht zu. Vorliegend ist somit davon auszugehen, dass sämtliche sub-

stanziellen Telefonate und Gespräche mit den Kunden, namentlich betreffend Er-

teilen von Aufträgen und Anweisungen, mit dem Beschuldigten 1 als ihnen zuge-

ordnetem Kundenberater stattfanden und folglich die Inhalte der …-Einträge 

durch diesen bestimmt wurden bzw. auf Vorgaben des Beschuldigten 1 basierten 

und allfällige Dritterfasser einzig festhielten, was der Beschuldigte 1 ihnen  

kommuniziert hatte.  

4.4. Wie anhand der zitierten Zeugen gesehen, scheint es hinsichtlich der Frei-

gabe der Transaktion bankintern somit gebräuchlich gewesen zu sein, dass bei 

Kundenaufträgen, die auf Veranlassung des Kundenberaters bearbeitet wurden, 

die Assistenten keine eigentliche Prüfung des Auftrages vornahmen, unabhängig 

davon, ob sie den Auftrag (für ihren Vorgesetzten) erfasst oder nur als Zweite   

unterschrieben hatten. Eine Prüfung fand wie schon erwähnt eher dahingehend 

statt, dass die Aufträge zahlenmässig kontrolliert wurden (auf richtiges Erfassen 

von Kontonummern und Geldbeträgen), nicht aber, ob die Legitimation eines Auf-

trags wirklich gegeben war. Dabei verliess sich die interne Drittperson (Assistent) 

schlicht auf die Angaben des ihr vorgesetzten Kundenberaters (Vertrauens-

prinzip).  

-   44   - 

4.5. Was das Argument der Verteidigung betrifft, bei diversen der eingeklagten 

Transaktionen bzw. an den jeweiligen Daten sei der Beschuldigte 1 nicht einmal 

im System der M._____ eingeloggt, sondern büroabwesend (Auslandbesuche, 

Ferien, Krankheit etc.) gewesen und habe daher die fraglichen Transaktionen we-

der veranlassen noch visieren können (vgl. Urk. 98 S. 8 f.; Urk. 99/3; Urk. 208;   

Prot. I S. 11), hat die Vorinstanz – gestützt u.a. auf die Zeugenaussage von 

AQ._____, der damals im IT-Bereich der M._____ tätig war (Urk. 111/1) – aus-

führliche und zutreffende Erwägungen angestellt. Sie ist zum richtigen Schluss 

gelangt, dass die eingereichte Liste mit den blossen Login-Daten nicht zum Be-

weis taugt, ob der Beschuldigte zu den jeweiligen Tatzeitpunkten im System an-

gemeldet war oder nicht und dass es sich darüber hinaus bei den behaupteten 

Absenzen um gänzlich unbelegte Parteibehauptungen handelt (Urk. 226 S. 41 f.). 

Dem ist nichts beizufügen.  

5. Konto-Transaktionen ohne Urkundenfälschungen (Urk. 168 S. 3-6)  

5.1. Anklagevorwurf 

5.1.1. Dem Beschuldigten 1 wird zusammengefasst vorgeworfen, zu Lasten der 

nachstehenden Kunden ohne entsprechende Aufträge oder Kundenabmachung 

Vermögenswerte von deren Konten auf andere Kundenkonten verschoben und 

dadurch bei den Begünstigten entsprechend eine unrechtmässige Bereicherung 

bewirkt zu haben. Bei Transaktionen von über Fr. 10'000.– habe er die erforderli-

che Zweitunterschrift eines weiteren M._____-Mitarbeiters durch wahrheitswidrige 

Angabe falscher Kundenaufträge erlangt, im Wissen, dass die Zweitunterschrei-

benden die Transaktionen alleine gestützt auf seine Angaben sowie Prüfung der 

Kontonummern veranlassen würden, da keine weitere Schriftlichkeit seitens der 

Kunden notwendig war (Urk. 168 S. 3 f.; auch vorne Erw. III.B.4.2).  

5.1.2. Zu diesem Anklagevorwurf kann hinsichtlich aller nachstehenden Kunden 

vorab auf die Ausführungen in Erw. III.B.3.1-3.3 hiervor, Ausgangslage und Über-

sicht zur Vermögensverwaltung, verwiesen werden.  

5.2. Konto-Belastungen Kunde D._____ (Urk. 168 S. 4 f.) 

-   45   - 

5.2.1. Der Beschuldigte 1 bestreitet nicht, dass der schwedische Anwalt sein 

Beratungskunde gewesen war und dass er zwischen Juli 2007 und November 

2008 die Transaktionen … im Betrag von total Fr. 1'762'450.– ab dessen Konto 

vorgenommen hat. Die fraglichen Buchungen und Vergütungsaufträge ergeben 

sich auch aus den edierten Bankunterlagen (vgl. Urk 15.1.5 und 15.1.6, Beträge 

jeweils in Franken umgerechnet, Auszüge mit Bleistiftnummerierung 10/9 ff., 

10/13 ff., 10/17 ff., 10/25 ff., 10/29 ff., 10/39 ff., 10/46 ff., 10/50 ff., 10/54 ff., 

10/59 ff., 10/64 ff., 10/68 ff., 10/73 ff., 10/77 ff., 10/85 ff.; ferner Urk. 5.6.18 f.).  

5.2.2. Wie im angefochtenen Urteil zutreffend erwähnt, verneint der Beschuldig-

te 1 aber, dass er die 20 Buchungen in verwerflicher resp. betrügerischer Art und 

Weise getätigt habe, auch wenn es nun so aussehe, als habe er andere Konten 

ausgeglichen. Er sei der Meinung, die M._____ habe ihn mit dieser Geschichte 

aus dem Verkehr haben wollen. Nie habe er ohne Kundenauftrag gehandelt, und 

die Formalitäten seien vom Assistenten geprüft worden. D._____ habe viel Geld   

verloren und gehe deshalb gegen ihn vor, sage jetzt, diese Aufträge nicht gewollt 

zu haben. Aber er halte sich "neutral", behaupte nicht, der Kunde lüge. Auf Vor-

halt, dem Kunden im Februar 2009 in Stockholm einen falschen Vermögens-

ausweis vorgelegt zu haben, schilderte er, man habe bei Reisen nach Schweden 

aus fiskalischen Gründen neutralisierte (d.h. anonymisierte) Vermögensausweise 

verwendet und die Kunden nach Kontoständen identifiziert, deshalb könne es 

passieren, dass ein falscher Ausweis verwendet worden sei (für Einzelheiten vgl. 

Urk. 226 S. 42-44).  

5.2.3. Der Standpunkt des Zeugen D._____ – der zu jeder einzelnen Überwei-

sung gefragt wurde, sich erstaunt zeigte und keinerlei Grund erkennbar ist, dass 

seine Depositionen nicht der Wahrheit entsprechen würden – ist ersichtlich aus 

seiner Zeugenaussage (Urk. 5.1), ergänzend seinen schriftlichen Bemerkungen 

auf den Vergütungsaufträgen (Urk. 15.1.5 und 15.1.6; z.B. "Not/never instructed") 

und dem entsprechenden Überblick der Vorinstanz, worauf zu verweisen ist 

(Urk. 226 S. 45 f.). Daraus ergibt sich, dass sämtliche dem Beschuldigten 1 vor-

geworfenen Transaktionen ab dem Konto D._____ ohne Auftrag oder auch nur 

Andeutung des Kunden erfolgten, diesem die acht verschiedenen Begünstigten 

-   46   - 

gänzlich unbekannt sind und er weder deren Namen je gehört noch diesen Per-

sonen je Geld überwiesen hat. Ein Grund für Missverständnisse gab es nach dem 

Zeugen nicht, sein Vertrauen sei vom Beschuldigten 1 weit missbraucht worden. 

Er habe mit niemand anderem bei der M._____ kommuniziert als mit dem Be-

schuldigten 1. Nebst den persönlichen Kontakten habe er ihn mit Brief und telefo-

nisch kontaktiert. Er habe den Beschuldigten 1 immer erreicht, wenn er ihn habe 

erreichen wollen (Urk. 5.1 S. 14). Exemplarisch als völlig aus der Luft gegriffen 

bezeichnete D._____ die von ihm angeblich am 21. Februar 2008 telefonisch er-

teilten und vom Beschuldigten 1 am 22. Februar 2008 im … erfassten drei Zah-

lungsaufträge, Transaktionen …, zugunsten seines (angeblichen) Geschäftspart-

ners AR._____ im Umfang von EUR 70'000.–, Fr. 120'000.– und SEK 700'000.– 

(Urk. 15.1.5 Auszug mit Bleistiftnummerierung 10/8 mit handschriftlicher Notiz "I, 

D._____, never called Mr. A._____ and gave him these instructions.", unterzeich-

net und datiert am 3. Juni 2009; Urk. 15.1.43). Der Zeuge D._____ verneinte, ei-

ne(n) AR._____ zu kennen, zu einem solchen Telefonanruf an den Beschuldig-

ten 1 sei es nie gekommen und es habe auch nie ein Gespräch stattgefunden, 

dass er beim nächsten Besuch einen Überweisungsavis erhalten wolle (Urk. 5.1 

S. 5 und 7).  

Zwei der ab dem Konto D._____ mit total 10 Überweisungen begünstigte Konto-

kunden – I._____ und AS._____ – konnten sich in ihren Zeugenaussagen die 

Gutschriften ebenfalls nicht erklären, zumal beide auch aussagten, D._____ nicht 

zu kennen (Urk. 5.5 S. 5 f. und Urk. 5.14 S. 8 f.).  

5.2.4. Eine auch nur halbwegs nachvollziehbare Erklärung, weshalb es zu den 

Vermögensverschiebungen zwischen sich gegenseitig total unbekannten Perso-

nen ab dem Konto D._____ gekommen ist, kann der Beschuldigte 1 nicht liefern. 

Für eine unrechtmässige Belastung durch D._____ wegen Geldverlusts am Markt 

fehlen ebenso konkrete Hinweisen. Aktenkundig ist im Gegenteil, dass D._____ 

zu Anlagen etwas über dem mittleren Risiko bereit war, dem Beschuldigten weit-

gehend freie Hand liess und ihm Vertrauen schenkte (Urk. 5.1 S. 3 und 5). Aus 

diesen Gründen und in Anbetracht der bereits zitierten und noch anzuführenden 

Zeugenaussagen erscheint eine Falschbelastung schlicht haltlos. Zudem ist mit 

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der Vorinstanz davon auszugehen, dass den Kunden anonymisierte Konto-

auszüge mit einem ungefähr plausiblen Saldo nicht nur zu ihrem Schutz vor dem 

heimatlichen Fiskus wie vom Beschuldigten 1 behauptet, sondern