# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 090fe234-a7e1-5928-847d-19bdf26117a9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB230601-O1
**Docket/Reference:** SB230601-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB230601-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230601-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

M. Knüsel und Ersatzoberrichter lic. iur. A. Kessler sowie die 

Gerichtsschreiberin MLaw A. Donatsch

Urteil vom 30. Januar 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und I. Berufungskläger

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

sowie

B._____, 

Verfahrensbeteiligte und II. Berufungsklägerin

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Y1._____, 

betreffend qualifizierte Veruntreuung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, 

vom 2. Oktober 2023 (DG230012)

-   2   -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 17. Januar 

2023 (Urk. 10601001 ff.) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 78 S. 185 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 





der qualifizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB 

sowie

der  mehrfachen  qualifizierten  ungetreuen  Geschäftsbesorgung  im  Sinne  von  Art. 158  Ziff.  1 

Abs. 1 und Abs. 3 StGB.

2.

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren Freiheitsstrafe (wovon 119 Tage durch Haft erstanden sind).

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 18 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre  festgesetzt.  Im  Übrigen  (18  Monate,  abzüglich  119  Tage,  die  bis  und  mit  heute  durch  Haft 

erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.

4.

Von der Anordnung der Erstellung eines DNA-Profils des Beschuldigten im Sinne von Art. 5 des DNA-

Profil-Gesetzes wird abgesehen.

5.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern 1 und 2, C._____ und D._____, im nachfolgenden 

Umfang Schadenersatz zu bezahlen:

-

-

-

-

-

EUR 1'500'000 zuzüglich Zins in der Höhe von 5 % seit dem 23. September 2009,

CHF 525'000 zuzüglich Zins in der Höhe von 5 % seit dem 20. September 2010,

CHF 7'260'000 zuzüglich Zins in der Höhe von 5 % seit dem 12. August 2011,

CHF 4'000'020 zuzüglich Zins in der Höhe von 5 % seit dem 14. Dezember 2011, und

CHF 285'707.50 zuzüglich Zins in der Höhe von 5 % seit dem 6. Dezember 2012.

Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren der Privatkläger 1 und 2 abgewiesen.

6.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat den Betrag von CHF 4'000'000 als Ersatzforderung für 

den  unrechtmässig  erlangten  Vermögensvorteil  zu  bezahlen.  Die  Ersatzforderung  wird  den  Privat-

klägern  1  und  2  im  zur  Deckung  ihrer  Schadenersatzforderungen  gemäss  vorstehender  Dispositiv-

Ziffer 5  nötigen  Umfang  zugesprochen.  Es  wird  vorgemerkt,  dass  die  Privatkläger  1  und  2  ihre 

diesbezügliche Forderung an den Staat abgetreten haben.

-   3   -

7.

Das  Guthaben  auf  der  Konto-/Depotbeziehung  Nr.  1  bei  der  AW'._____  (Schweiz)  AG,  lautend  auf 

A._____,  wird  zur  Deckung  der  Verfahrenskosten  verwendet.  Die  Kontosperre  wird  mit  Eintritt  der 

Rechtskraft aufgehoben und die AW'._____ (Schweiz) AG angewiesen, den Saldo dieses Kontos der 

Kasse des Bezirksgerichtes Zürich zu überweisen.

8.

Das Guthaben auf der Konto-/Depotbeziehung Nr. 2 bei der Bank E._____ AG, lautend auf A._____, 

wird  zur  Deckung  der  Verfahrenskosten  verwendet.  Die  Kontosperre  wird  mit  Eintritt  der  Rechtskraft 

aufgehoben und die Bank E._____ AG angewiesen, den Saldo dieses Kontos der Kasse des Bezirks-

gerichtes Zürich zu überweisen.

9.

Das Guthaben auf dem Konto Nr. 3 bei der AW._____ Switzerland AG, lautend auf B._____, wird zur 

Deckung der Verfahrenskosten des Beschuldigten verwendet. Die AW._____ Switzerland AG wird an-

gewiesen, das Konto zu saldieren und den Saldo der Kasse des Bezirksgerichtes Zürich zu überweisen. 

Im Mehrbetrag bleibt der Saldo beschlagnahmt bis im Zwangsvollstreckungsverfahren betreffend die 

Ersatzforderung  über  Sicherungsmassnahmen  entschieden  oder  die  Ersatzforderung  getilgt  wurde, 

längstens jedoch für die Dauer von zwei Jahren nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides betref-

fend Verpflichtung zur Bezahlung der Ersatzforderung.

10.

Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

CHF

CHF

CHF

CHF

10'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

30'000.00   Gebühr für das Vorverfahren;

1'485.00   Kosten Kantonspolizei Zürich;

100.00   Zeugenentschädigung.

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

11.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.

12.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern 1 und 2 für das gesamte Verfahren eine Prozes-

sentschädigung von pauschal CHF 100'000 (zzgl. MwSt.) zu bezahlen.

13.

Der anderen Verfahrensbeteiligten, B._____, wird keine Entschädigung zugesprochen.

14.

(Mitteilungen)

15.

(Rechtsmittel)"

-   4   -

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 6 ff.)

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 121 S. 2)

1.

A._____ sei bezüglich des Anklagesachverhaltes 2 ("F._____ AG") der unge-

treuen  Geschäftsbesorgung  im  Sinne  von  Art. 158  Ziff. 1  StGB  schuldig  zu 

sprechen.

2.

A._____  sei  bezüglich  der  Anklagesachverhalte  4  ("Überweisung  von  CHF 

525'000  und  CHF  8'250'000"),  5  (Überweisung  von  CHF  4'000'020")  sowie 

bezüglich des Anklagesachverhaltes 6 ("Dividendenzahlungen") vom Vorwurf 

der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung freizusprechen.

3.

4.

5.

6.

A._____ sei angemessen zu bestrafen.

Die Zivilforderungen der Privatkläger seien abzuweisen, soweit darauf einzu-

treten  sei.  Eventualiter  seien  die  Zivilforderungen  auf  den  Zivilweg  zu  ver-

weisen.

Es sei von der Anordnung einer Ersatzforderung abzusehen.

Die Kosten der Untersuchung sowie des erstinstanzlichen Verfahrens seien 

A._____  zu  einem  Drittel  aufzuerlegen,  im  Übrigen  auf  die  Staatskasse  zu 

nehmen.

7.

A._____  sei  für  die  Ausübung  seiner  Verfahrensrechte  eine  angemessene 

Entschädigung zuzusprechen.

b)

Der anderen Verfahrensbeteiligten

(Urk. 124 S. 2)

1.

Ziff.  9  des  Urteilsdispositivs  des  Bezirksgerichts  Zürich,  9.  Abteilung,  vom 

2. Oktober 2023 (DG230012) sei aufzuheben.

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2.

Die  Beschlagnahme  der  Vermögenswerte  auf  dem  Konto  Nr. 3  bei  der 

AW._____ Switzerland AG, Zürich, lautend auf B._____, sei aufzuheben und 

die Vermögenswerte seien B._____ zurückzugeben.

3.

Die Kosten der Untersuchung sowie des gerichtlichen Verfahrens seien aus 

der Gerichtskasse zu bezahlen.

4.

Die Kosten der Vertretung von B._____ seien aus der Gerichtskasse zu be-

zahlen.

c)

Der Privatklägerschaft:

(Urk. 127 S. 3)

1.

Es sei das erstinstanzliche Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 

2. Oktober  2023  (DG230012)  vollumfänglich  zu  bestätigen  und  die  Anträge 

des  Beschuldigten  und  I.  Berufungsklägers  sowie  der  Verfahrensbeteiligten 

und II. Berufungsklägerin seien vollumfänglich abzuweisen.

2.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8.1% MwSt.) zu Lasten 

des  Beschuldigten  und  I.  Berufungsklägers  sowie  der  Verfahrensbeteiligten 

und II. Berufungsklägerin.

d)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 89)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1.

Am 6. Dezember 2019 erstatteten C._____ und D._____ (die Privatkläger 1 

und 2) Anzeige gegen den Beschuldigten (Urk. 20101002 ff.), worauf eine Strafun-

tersuchung gegen den Beschuldigten eröffnet wurde. Mit Eingabe vom 17. Januar 

2023 erhob die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich (nachfolgend Staatsan-

waltschaft)  Anklage  beim  Bezirksgericht  Zürich  (Urk. 10601001  ff.).  Der  Verfah-

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rensgang der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens bis zum vorinstanz-

lichen Urteil ergibt sich aus dem Entscheid vom 2. Oktober 2023 (Urk. 78 S. 10-

16).

2.

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten gemäss dem eingangs wiederge-

geben  Urteil  vom  2. Oktober  2023  der  qualifizierten  Veruntreuung  im  Sinne  von 

Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB sowie der mehrfachen qualifi-

zierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 

Abs. 3  StGB  schuldig.  Es  bestrafte  den  Beschuldigten  mit  einer  teilbedingten 

Freiheitsstrafe von 3 Jahren. Weiter setzte die Vorinstanz eine Ersatzforderung fest 

und dass das Guthaben auf dem Konto von B._____ (= andere Verfahrensbetei-

ligte) zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet wird sowie im Mehrbetrag zur 

Deckung der Ersatzforderung beschlagnahmt bleibt. Die genaue Regelung dieser 

Punkte  sowie  die  übrigen  Entscheidungen  der  Vorinstanz  lassen  sich  dem  ein-

gangs zitierten Dispositiv des Urteils entnehmen (Urk. 78 S. 185 ff.). 

3.

Der Beschuldigte liess mit Eingabe vom 10. Oktober 2023, die andere Verfah-

rensbeteiligte mit Eingabe vom 12. Oktober 2023, innert Frist Berufung anmelden 

(Urk. 69 und Urk. 73). Nach Zustellung des begründeten Urteils am 29. November 

2023 (Urk. 72 = Urk. 78; Urk. 77/2) liess der Beschuldigte am 12. Dezember 2023 

fristgerecht  die  Berufungserklärung  einreichen  (Urk. 82).  Die  andere  Verfahrens-

beteiligte reichte nach Erhalt eines Auszuges des Urteils (Urk. 75, Urk. 77/4) am 

23. November  2023  mit  Eingabe  vom  13. Dezember  2023  ebenfalls  fristgerecht 

eine  Berufungserklärung  ein  (Urk. 85).  Die  Staatsanwaltschaft  verzichtet  auf  An-

schlussberufung  und  beantragt  die  Bestätigung  des  vorinstanzlichen  Urteils 

(Urk. 89).

4. Mit Eingaben vom 29. November 2023, 5. Dezember 2023 und 9. Januar 2024 

ersuchte  die  andere  Verfahrensbeteiligte  –  wie  bereits  im  vorinstanzlichen 

Gerichtsverfahren  –  um  (uneingeschränkte)  Akteneinsicht  (Urk. 78A;  Urk.  79; 

Urk. 92). Diese wurde ihr (mit Einschränkung) mit Präsidialverfügung vom 4. April 

2024 gewährt (Urk. 95).

-   7   -

5.

Am 15. Oktober 2024 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 30. Januar 

2025 vorgeladen (Urk. 106). Zur Berufungsverhandlung erschienen der Beschul-

digte in Begleitung seines Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, die Vertre-

tungen der Privatkläger 1 und 2, Rechtsanwalt lic iur. Y2._____ und Rechtsanwältin 

lic.  iur.  Y3._____  mit  Substitutionsvollmacht,  sowie  der  Vertreter  der  anderen 

Verfahrensbeteiligten,  Rechtsanwalt  MLaw  Z._____  mit  Substitutionsvollmacht 

(Prot. II S. 6). Vorfragen waren anlässlich der Berufungsverhandlung keine zu ent-

scheiden (Prot. II S. 8). Es wurden – nachdem der Beschuldigte (wie angekündigt; 

Urk. 119) keine Aussagen zur Person oder Sache machen wollte (Prot. II S. 9) – 

keine Beweise abgenommen. Zu den im Vorfeld der Berufung gestellten Beweisan-

trägen seitens der Verteidigung (Urk. 111) nahmen die weiteren Parteien – im Ein-

verständnis aller Parteien – im Rahmen ihrer Plädoyers Stellung (Prot. II S. 9 ff.). 

Nach  den  Parteivorträgen  und  dem  Schlusswort  des  Beschuldigten  verzichteten 

die Parteien auf eine mündliche Urteilseröffnung und -erläuterung (Art. 84 Abs. 3 

StPO; Prot. II S. 16). Die geheime Beratung fand gleichentags statt. Nachdem keine 

weiteren Beweisabnahmen für notwendig erachtet wurden (vgl. nachfolgend Ziff. II 

C 3. f. mit Verweisen), wurde das Urteil ebenfalls am 30. Januar 2025 gefällt (Prot. 

II S. 17 ff.; Urk. 130).

II. Prozessuales

A. Umfang der Berufung

1. Gemäss  Art. 402  StPO  hat  die  Berufung  im  Umfang  der  Anfechtung 

aufschiebende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im 

Umfang  der  Berufungsanträge  gehemmt,  während  die  von  der  Berufung  nicht 

erfassten Punkte in Rechtskraft erwachsen (vgl. BSK StPO-EUGSTER, Art. 402 N 1 

f.).

2.

Der  Beschuldigte  beantragt  mit  seiner  Berufung  in  Bezug  auf  die  Anklage-

sachverhalte 4, 5 und 6 einen vollumfänglichen Freispruch und in Bezug auf den 

Anklagesachverhalt  2  eine  andere  rechtliche  Würdigung  (ungetreue  Geschäfts-

besorgung  anstatt  Veruntreuung).  Weiter  beantragt  er  die  Abweisung  der  Zivil-

forderungen und das Absehen von einer Ersatzforderung sowie der Einziehungen. 

-   8   -

Dementsprechend verlangt er eine andere Kostenregelung und die Zusprechung 

einer angemessenen Entschädigung (Urk. 82; Urk. 121 S. 2). Er ficht somit vorab 

die Dispositivziffern 1 (Schuldspruch), 2 und 3 (Strafe), 5 (Zivilforderungen), 6 bis 9 

(Festsetzung  Ersatzforderung  und  Einziehungen)  und  schliesslich  10  bis  12 

(Kosten-  und  Entschädigungsfolgen)  an.  Die  andere  Verfahrensbeteiligte  stellte 

noch in der Berufungserklärung hinsichtlich des Schuldpunkts und der Regelung 

der  Zivilforderungen  die  identischen  Anträge.  Ferner  beantragte  auch  sie  das 

Absehen von einer Ersatzforderung  und die  Aufhebung  der  Beschlagnahme  des 

Guthabens auf ihrem Konto bei der AW._____ sowie die Herausgabe des Geldes 

an  sie  (Urk. 85).  Anlässlich  der  Berufungsverhandlung  beschränkte  sie  ihre 

Berufung  auf  Dispositiv-Ziffer 9  (Beschlagnahme  der  Vermögenswerte  auf  ihrem 

Konto)  verbunden  mit  dem  Antrag  auf  entsprechender  Kosten-  und 

Entschädigungsfolgen (Urk. 124 S. 2). Unangefochten ist demnach das Absehen 

von  der  Anordnung  der  Erstellung  eines  DNA-Profils  (Dispositivziffer  4)  und  die 

vorinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziffer 10). Der Eintritt der Rechtskraft 

dieser Dispositivziffern ist vorab mittels Beschlusses festzustellen (Art. 399 Abs. 3 

StPO in Verbindung mit Art. 402 und 437 StPO sowie Art. 404 StPO).

3.

In  den  angefochtenen  Punkten  überprüft  das  Berufungsgericht  das  erstin-

stanzliche  Urteil  unter  Berücksichtigung  des  Verschlechterungsverbots  im  Sinne 

von Art. 391 Abs. 2 StPO umfassend (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO).

B.

1.

Formelles

Per 1. Januar 2024 ist die revidierte StPO in Kraft getreten. Gemäss Art. 448 

Abs. 1 StPO werden Verfahren, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes hängig sind, 

nach  neuem  Recht  fortgeführt,  soweit  die  nachfolgenden  Bestimmungen  nichts 

anderes  vorsehen.  Verfahrenshandlungen,  die  vor  Inkrafttreten  dieses  Gesetzes 

angeordnet oder durchgeführt worden sind, behalten ihre Gültigkeit (Art. 448 Abs. 2 

StPO).  Ist  ein  Entscheid  vor  Inkrafttreten  dieses  Gesetzes  gefällt  worden,  so 

werden Rechtsmittel dagegen nach bisherigem Recht, von den bisher zuständigen 

Behörden, beurteilt (Art. 453 Abs. 1 StPO). Das Verfahren richtet sich folglich nach 

bisherigem Recht.

-   9   -

2.

Soweit  für  die  tatsächliche  und  die  rechtliche  Würdigung  des  eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO (vgl. dazu Urteil 6B_570/2019 vom 23. Sep-

tember 2019, E. 4.2, m.w.H.), auch ohne dass dies explizit Erwähnung findet. 

3.

Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 3 Abs. 2 lit. c 

StPO)  folgt  die  Pflicht  des  Gerichts,  seinen  Entscheid  zu  begründen.  Die 

Begründung  muss  kurz  die  wesentlichen  Überlegungen  nennen,  von  denen  sich 

das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich 

aber  auf  die  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken  und  muss  sich  nicht 

ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 

auseinandersetzen  und  diese  widerlegen.  Es  kann  sich  mithin  auf  die  für  den 

Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 

EMRK in der Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes Argument 

gefordert würde (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; BGE 143 III 65 E. 5.2; BGE 141 IV 249 

E. 1.3.1; Urteil 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2, mit Hinweisen).

C

Beweisanträge

1.  Mit  Eingabe  vom  8.  Januar  2025  liess  der  Beschuldigte  die  bereits  vor 

Vorinstanz  gestellten  Beweisanträge  (mit  Verweis  auf  die  Begründung  in  der 

Eingabe  vom  2.  Juni  2023  (Urk.  112/1)  und  die  Plädoyernotizen  betreffend  Vor-

fragen  vor  Vorinstanz  (Urk.  112/2))  erneut  stellen:  die  Befragung  der  beiden 

Angestellten der G._____ AG, H._____ und I._____, sowie Edition und Auswertung 

der EDV-Dateien der G._____ AG. Neu wurde zudem die Edition des Entscheids 

des Handelsgerichtsverfahrens zwischen den Privatklägern 1 und 2 und der Bank 

E._____ AG (Privatklägerin 3) sowie die Einholung einer schriftlichen Auskunft be-

züglich des Stands dieses handelsgerichtlichen Verfahrens beantragt (Urk. 111). 

Den neuen Beweisantrag  begründet  die  Verteidigung  sodann  damit, dass davon 

ausgegangen werden müsse, dass der Anklagesachverhalt "F._____" mit diesen 

CHF 1'500'000 ebenfalls Gegenstand dieses handelsgerichtlichen Verfahrens sei 

und dieses entsprechend relevant für das vorliegende Verfahren bzw. die adhäsi-

onsweise geltend gemachte Zivilforderung sei (Prot. II S. 10, 13 f.). Sodann reicht 

-   10   -

die Verteidigung eine schriftliche Auskunft von H._____ und I._____ ins Recht (Urk. 

124/6; Urk. 124/10).

2.

Sowohl  die  andere  Verfahrensbeteiligte  als  auch  die  Privatkläger  1  und  2 

beantragten die Abweisung dieser Beweisanträge (Prot. II S. 9; Urk. 127 S. 5, 9 ff.).

Die Privatklägervertretung führte aus, das (angebliche) Register, sofern ein solches 

ihm  Rahmen  der  Editionen  auftauchen  würde,  was  bezweifelt  werde,  würde  den 

Privatklägern nach wie vor keinen liquiden Anspruch an die Aktien verschaffen. Ent-

sprechend würde auch die beantragte Befragung von H._____ und I._____ daran 

nichts ändern (Urk. 127 S. 9 f.; Prot. II S. 15). Weiter führte sie aus, das Verfahren 

vor  Handelsgericht  sei  für  das  hiesige  Verfahren  nicht  relevant.  Zum  Stand  des 

Verfahrens  vor  Handelsgericht  gab  sie  an,  dieses  sei  noch  hängig;  der  zweite 

Schriftenwechsel sei abgeschlossen und man warte auf eine Verfügung des Han-

delsgerichts betreffend weiteren Verlauf des Verfahrens (Urk. 127 S. 6; Prot. II S. 

16).

3.

Auf die gestellten Beweisanträge wird im Rahmen der materiellen Auseinan-

dersetzung  mit  dem  Sachverhalt  sowie  bei  der  Beurteilung  der  Zivilforderung 

einzugehen sein (vgl. Ziff. III C 2.3., III D 1.7.3., siehe auch Ziff. VI).

4.

Schliesslich stellte der Beschuldigte nach – unter Vorbehalt der im Sinne der 

vorangehenden  Erwägungen  gestellten  Beweisanträge  –  abgeschlossenem 

Beweisverfahren einen bedingt formulierten Beweisantrag: Für den Fall, dass die 

Glaubhaftigkeit  des  eingereichten  und  unterschriebenen  Darlehensvertrags  bzw. 

die Echtheit der Unterschrift in Frage gestellt werde, solle die Unterschrift gutach-

terlich geprüft werden (Urk. 121 S. 29 RN 91). Dieser Beweisantrag ist verspätet 

erfolgt. Sodann erscheint selbst in Anbetracht des Untersuchungsgrundsatzes eine 

entsprechende Überprüfung der Unterschrift nicht notwendig, zumal, wie noch zu 

zeigen sein wird, das Beweisfundament zur Beurteilung der vorliegenden Tatfragen 

ausreichend ist (vgl. Ziff. III E 1.4.5. ff.).

-   11   -

D.

Anklageprinzip

Soweit die Verteidigung im Zusammenhang mit dem Begriff "liquider Anspruch" vor-

bringt, es handle sich hierbei um keinen Rechtsbegriff (Urk. 121 S. 6 f.) und damit 

sinngemäss eine Verletzung des Anklageprinzips in den Raum stellt, ist darauf hin-

zuweisen, dass im Kontext mit den Randziffern 12 ff. und 45 f. der Anklageschrift 

sehr deutlich ausformuliert wurde, was damit gemeint ist. Es geht zusammenge-

fasst  darum,  dass  kein  durchsetzbarer  Rechtstitel  verschafft  wurde.  Es  liegt  ent-

sprechend keine Verletzung des Anklageprinzips vor.

III. Schuldpunkt

A.

Ausgangslage

1.

Anklagevorwurf

Zum detaillierten Anklagevorwurf ist auf die dem Urteil angeheftete Anklageschrift 

zu verweisen (Urk. 10601001 ff.). Sodann hat bereits die Vorinstanz den Anklage-

sachverhalt  zusammengefasst  (Urk. 78  S. 29-35).  An  dieser  Stelle  werden  die 

Vorwürfe daher nur noch völlig verkürzt wiedergegeben:

1.1. Zum  Hintergrund  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschuldigte  die  Privatkläger  1 

und 2 (nachfolgend die Privatkläger genannt) bereits vor 2001, als sie noch in Israel 

lebten,  als  Kundenberater  bei  der  J._____  Bank  betreute.  Die  Privatkläger  sind 

2001 von Israel in die Schweiz gezogen. Der Beschuldigte hat sie beim Umzug in 

die  Schweiz  in  verschiedenen  Belangen  unterstützt  und  war  freundschaftlich  mit 

ihnen  verbunden.  In  den  Jahren  2001  bis  2009/2010  war  der  Beschuldigte  als 

Kundenberater bei der Bank E._____ AG tätig. Die Privatkläger eröffneten im Hin-

blick auf den bevorstehenden Wechsel des Beschuldigten zur Bank E._____ AG 

(= Privatklägerin 3,  nachfolgend  Bank  E._____  AG  genannt)  als  Kundenberater 

2001 ein Konto bzw. eine Kundenbeziehung bei der Bank E._____ AG. In dieser 

Funktion hat der Beschuldigte die Privatkläger hinsichtlich der Verwaltung ihrer Ver-

mögenswerte  beraten,  ihre  Verwaltungsaufträge  umgesetzt  und  ihre  Zahlungsin-

struktionen abgewickelt. 2010 wechselte der Beschuldigte als Geschäftsführer und 

Vermögensberater  zur  G._____  AG  (G._____  AG  …  in  Liquidation,  nachfolgend 

-   12   -

G._____ AG genannt). Die Privatkläger erteilten ihm bzw. der G._____ AG im Fe-

bruar 2010 einen Auftrag und Vollmachten zur Verwaltung ihrer Vermögenswerte 

bei der Bank E._____ AG. Als External Asset Manager ("EAM") konnte er im Na-

men und auf Rechnung der Privatkläger selbständig Anlageentscheide von grosser 

Tragweite  fällen.  Die  Anklage  geht  sodann  im  Zusammenhang  mit  der  Überwei-

sung von CHF 4'000'020 davon aus, dass die Privatkläger vom Beschuldigten ge-

wünschte Unterschriften auf Formularen – insbesondere auch Zahlungsaufträge – 

ohne zu zögern und ohne die Unterlagen zu prüfen aufgrund des bestehenden Ver-

trauensverhältnisses geleistet hätten.

1.2. Als Kundenberater (Managing Director) der Privatkläger bei der Bank E._____ 

AG  habe  der  Beschuldigte  am  22. September  2009  einen  Zahlungsauftrag  über 

1.5 Mio. Euro zulasten des Kontos der Privatkläger erstellt und die Bank E._____ 

AG habe gestützt darauf diesen Betrag der F._____ AG bei der AW._____ über-

wiesen. Mit dieser Überweisung habe der Beschuldige einen Teilbetrag des Kauf-

preises  für  seine  Yacht  "…  [Name]"  beglichen.  Der  Beschuldigte  habe  den  Zah-

lungsauftrag mit dem Vermerk "im Auftrag eines unserer Kunden" versehen. Der 

Beschuldigte habe solche Zahlungsinstruktionen im bankinternen System selbstän-

dig erfassen und zur Ausführung weiterleiten können. Dies sei ihm trotz allfälligem 

Zweitvisumerfordernis selbst dann möglich gewesen, wenn die Privatkläger 1 oder 

2 keine Zahlungsinstruktion erteilt hatten. Die Anklage wirft dem Beschuldigten im 

Hauptstandpunkt eine qualifizierte Veruntreuung (und eventualiter eine ungetreue 

Geschäftsbesorgung) vor. Die Vermögenswerte seien der Bank zur sicheren Ver-

wahrung anvertraut worden. Als Relationship Manager mit selbständigen Entschei-

dungsbefugnissen  sei  auch  der  Beschuldigte  Träger  dieser  Pflicht  gewesen.  Die 

Vermögenswerte  seien  ihm  anvertraut  gewesen,  wobei  er  diese  Stellung  als  be-

rufsmässiger Vermögensverwalter eingenommen habe. Er habe die 1.5 Mio. Euro 

unrechtmässig für sich verwendet und den Privatklägern einen Vermögensschaden 

in dieser Höhe zugefügt.

1.3. Der Beschuldigte und K._____ erwarben am 17. September 2010 mit Aktien-

kaufvertrag  250  Aktien  der  L._____  AG  (nachfolgend  L._____  genannt),  der  Be-

schuldigte 234, K._____ 16 Aktien. Als "EAM" der Privatkläger habe der Beschul-

-   13   -

digte der Bank E._____ AG den Auftrag erteilt, CHF 525'000.– an die G._____ AG 

zu überweisen. K._____ überwies der G._____ AG CHF 250'000. Die insgesamt 

CHF 775'000.–  wurden  dann  per  21. September  2010  der  L._____  mit  dem 

Vermerk  "Gemäss  Aktienkaufvertrag  vom  17.09.2010"  überwiesen.  Die  Aktien 

wurden in der Folge bei der M._____ AG als Hinterlegungsstelle / "Escrow Agent" 

verwahrt. Für 234 Aktien wurde der Beschuldigte bei der M._____ AG als Aktionär 

und wirtschaftlich Berechtigter registriert.

Auf Veranlassung des Beschuldigten hätten die Privatkläger am 11. August 

2011  ein  Bankformular  unterzeichnet,  wonach  die  Bank  E._____  AG  auf  ihrem 

Konto ein Sub-Account "L._____" eröffnen solle. Weiter hätten sie am gleichen Tag 

drei Bankformulare unterzeichnet, die den Rahmen für den Bezug von Lombard-

krediten bei der Bank E._____ AG abgesteckt hätten. Per 12. August 2011 sei dem 

Sub-Account  "L._____"  als  Darlehen  ("Fixed  Term  Loan")  der  Betrag  von 

CHF 8'250'000.–  gutgeschrieben  worden,  der  gleichentags  auf  das  Konto  der 

G._____ AG (bei der Bank E._____ AG) und von dort auf ein Konto der L._____ 

bei der AW._____ weitertransferiert worden sei. Mit dieser Zahlung sei der Kauf-

preis für den Kauf von 1'500 Aktien der L._____ beglichen worden, welche bei der 

M._____ AG hinterlegt worden seien. Der Beschuldigte sei für diese Aktien als Ak-

tionär und wirtschaftlich Berechtigter registriert worden. Die Privatkläger hätten zu 

keinem Zeitpunkt über einen liquiden Anspruch an den (aus ihrem Vermögen er-

worbenen) Aktien der L._____ verfügt. 

Der  Beschuldigte  hat  sich  gemäss  Staatsanwaltschaft  mit  den  Überweis-

ungen  von  CHF 525'000.–  und  CHF 8'250'000.–  der  mehrfachen  qualifizierten 

ungetreuen  Geschäftsbesorgung  schuldig  gemacht.  In  der  Anklageschrift  wird 

ausgeführt, der Beschuldigte sei als "EAM" ermächtigt gewesen, selbständig über 

wesentliche  Vermögenswerte  der  Privatkläger  zu  verfügen,  indem  er  in  ihrem 

Namen und auf ihre Rechnung Anlageentscheide treffen und umsetzen konnte. Da-

bei habe er die auftragsrechtlichen Sorgfalts- und Treuepflichten gemäss Art. 398 

Abs. 2 OR berücksichtigen müssen. Er habe folglich die Vorgaben für den Vermö-

gensverwaltungsvertrag, welche ihm die Privatkläger primär im Rahmen des "In-

vestment Profile" und allenfalls durch spätere Zustimmungen gemacht hätten, ein-

-   14   -

zuhalten gehabt. Sofern er sich in Ausübung seines Mandats als "EAM" zu einer 

spezifischen  Verwaltungshandlung  habe  ermächtigen  lassen  wollen,  sei  er 

verpflichtet gewesen, die ihm bekannten Umstände so offenzulegen, dass sich die 

Privatkläger über die Tragweite ihrer Zustimmung im Klaren seien. Gemeinhin sei 

er  verpflichtet  gewesen,  keine  Vermögenshandlungen  vorzunehmen,  welche 

Vermögensabflüsse  darstellen  würden  oder  welche  er  gar  statt  im  Interesse  der 

Privatkläger in seinem eigenen Interesse vornahm. Zudem sei er gemäss Art. 400 

Abs. 2  OR  verpflichtet  gewesen,  gegenüber  den  Privatklägern  jederzeit  Rechen-

schaft  über  seine  Geschäftsführung  abzulegen  und  alles,  was  ihm  infolge  der-

selben zukam, seinen Mandanten zu erstatten (vgl. Urk. 10601001 ff. S. 5 RZ 11, 

S. 10 RZ 45). Diese Pflichten habe er verletzt, indem er die Überweisung dieser 

Beträge an die G._____ AG veranlasst habe, um in eigenem Namen die Berechti-

gung an 234 bzw. 1'500 Aktien der L._____ zu erwerben, ohne den Privatklägern 

im Gegenzug einen liquiden Anspruch an Aktien der L._____ zu verschaffen. Das 

Kundenguthaben der Privatkläger bei der Bank E._____ AG habe sich um diese 

Beträge  vermindert,  ohne  dass  ihnen  im  Gegenzug  Vermögewerte  zugeflossen 

wären, so dass sie einen entsprechenden Vermögensschaden erlitten haben. 

Mithin wird dem Beschuldigten in der Anklageschrift nicht nur – wie die Vorinstanz, 

wie auch die Verteidigung (Urk. 121 S. 7), ausführt – vorgeworfen, den Privatklä-

gern  im  Gegenzug  zu  den  vorgenommenen  Vermögensverwaltungshandlungen 

keinen liquiden Anspruch verschafft zu haben, sondern es sind weitere Pflichten 

ihm  Rahmen  des  vereinbarten  Vermögensverwaltungsvertrags  aufgeführt  (vgl. 

Urk. 10601001 ff. S. 5, S. 10), welche er mit dem vorgeworfenen Handeln verletzt 

haben  soll.  Insbesondere  soll  er  seine  Pflichten,  keine  Vermögensverwaltungs-

handlungen vorzunehmen, welche Vermögensabflüsse darstellen oder gar statt im 

Interesse  seiner  Mandanten  in  seinem  eigenen  Interesse  liegen,  verletzt  haben 

(Urk. 10601001 ff. S. 5 RZ 11, S. 10 RZ 45).

1.4. Der Beschuldigte habe sodann in seiner Funktion als External Asset Manager 

eigenmächtig  einen  Zahlungsauftrag  entworfen,  wonach  per  14. Dezember  2011 

CHF 4'000'020.– vom Konto der Privatkläger auf sein Konto zu überweisen seien. 

Er habe den Privatklägern wahrheitswidrig angegeben, er benötige ihre Unterschrift 

-   15   -

auf dem vorbereiteten Zahlungsauftrag im Hinblick auf ein Investment im Rahmen 

der  ordentlichen  Vermögensverwaltungstätigkeit.  In  Tat  und  Wahrheit  habe  der 

Beschuldigte jedoch vorgehabt, mit diesem Betrag Aktien der G._____ AG zu kau-

fen, um sich selbst an der G._____ AG zu beteiligen, was er gegenüber den Privat-

klägern  verschwiegen  habe.  Die  Privatkläger  hätten  den  eigenmächtig  erstellten 

Zahlungsauftrag aufgrund des bestehenden Vertrauensverhältnisses ohne zu zö-

gern und ohne diesen weiter zu prüfen unterschrieben. Der Beschuldigte habe die-

sen Zahlungsauftrag der Bank E._____ AG am 14. Dezember 2011 per Fax über-

mittelt.  Ergänzend  habe  er  einen  nicht  unterzeichneten  Darlehensvertrag  ("Loan 

Agreement") übermittelt, gemäss welchem C._____ ihm angeblich ein Darlehen ge-

währe, damit er 20 Prozent des Aktienkapitals der G._____ AG erwerben könne. 

Weder der Inhalt des "Loan Agreement" noch der eigentliche Zweck des Zahlungs-

auftrages seien vom Wissen und der Zustimmung der Privatkläger erfasst gewe-

sen, was der Beschuldigte gewusst habe. Gleichentags habe die Bank E._____ AG 

dem  Beschuldigten  die  CHF 4'000'020.–  auf  sein  Konto  überwiesen.  Auch  mit 

diesen  Handlungen  habe  sich  der  Beschuldigte  der  qualifizierten  ungetreuen 

Geschäftsbesorgung  schuldig  gemacht.  Er  habe  seine  Pflichten  als  beauftragter 

Vermögensverwalter  –  sich  an  die  formulierten  Vorgaben  für  die  Vermögensver-

waltung zu halten, die Privatkläger ausreichend über Verwaltungshandlungen zu 

informieren, zu denen er ihre Zustimmung einholt, und keine Verwaltungshandlun-

gen  vorzunehmen,  welche  Vermögensabflüsse  darstellten  oder  gar  statt  im 

Interesse seiner Mandanten in seinem eigenen Interesse liegen (Urk. 10601001 ff. 

S. 5 RZ 11, S. 11 RZ 48), vgl. dazu auch bereits oben) – verletzt, indem er bei den 

Privatklägern eine Unterschrift auf einem Zahlungsauftrag eingeholt habe, ohne ih-

nen den eigentlichen Zweck dieses Zahlungsauftrages bzw. die Wirkung dieser Un-

terschrift offenzulegen, dass nämlich die Privatkläger dem Beschuldigten entgegen 

ihrem Interesse und tatsächlichen Willen faktisch eine Schenkung ausrichteten, er 

mithin eine Überweisung in der Höhe von CHF 4'000'020.– an sich selber veran-

lasste. Der Beschuldigte habe den Privatklägern einen Vermögensschaden in die-

ser  Höhe  zugefügt,  zumal  sie  gegenüber  ihm  keine  vertraglich  gesicherte 

Forderung auf Rückzahlung gehabt hätten und er weder fähig noch willens gewe-

sen sei, diesen Betrag zurückzuerstatten. 

-   16   -

1.5. Schliesslich wird dem Beschuldigten zur Last gelegt, am 3. August 2012 und 

am  9. April  2013  für  1'334  Aktien  und  dann  für  weitere  500  Aktien  Dividenden-

zahlungen der L._____ im Betrag von CHF 255'794.50 und CHF 95'875.– auf sein 

Konto bei der AW'._____ erhalten zu haben, die er für sich vereinnahmt habe. Die 

Privatkläger habe er darüber nicht in Kenntnis gesetzt und ihnen gestützt darauf 

auch keine Zahlungen ausgerichtet. Die Anklage wirft dem Beschuldigten auch in 

diesem  Punkt  qualifizierte  ungetreue  Geschäftsbesorgung  vor.  Da  der  Beschul-

digte insgesamt  1'670  der  L._____-Aktien  mit  Vermögen  (CH 525'000.–  und 

CHF 8'250'000.–) der Privatkläger erworben habe, hätten die Dividenden für 1'670 

(eventualiter für 1'490, = 1'670 minus 180) Aktien im Betrag von CHF 320'222.50 

(eventualiter in der Höhe von CHF 285'707.50) einen wesentlichen Vermögenswert 

(Forderung) der Privatkläger dargestellt. Indem er nicht dafür gesorgt habe, dass 

die  Dividendenzahlungen  zumindest  anteilsmässig  an  die  Privatkläger  weiterge-

flossen  seien,  habe  er  seine  Pflichten  als  beauftragter  Vermögensverwalter 

(Rechenschafts-  und  Herausgabepflicht  gemäss  Art.  400  Abs. 1  OR)  verletzt. 

Durch  seine  dauerhafte  Pflichtverletzung  habe  es  der  Beschuldigte  den  Privat-

kläger verunmöglicht, ihren Anspruch zu erkennen und durchzusetzen und damit 

einen Vermögensschaden in der Höhe von CHF 320'222.50 bewirkt.

2.

Standpunkt Beschuldigter vor Vorinstanz

2.1. Der  Anklagesachverhalt  F._____  (Überweisung  von  1.5  Mio.  Euro  für  Kauf 

einer Yacht für sich selbst) ist dem Grundsatz nach vom Beschuldigten unbestritten 

bzw. anerkannt. Er lässt anfügen, davon ausgegangen zu sein, dass er den "ent-

lehnten" Betrag zeitnah wieder zurückzahlen werde. Ein Investment von ihm hätte 

bald an die Börse gehen und Gewinn abwerfen sollen, wozu es dann aber nicht 

gekommen sei. In rechtlicher Hinsicht sei entgegen dem Hauptstandpunkt der An-

klage von ungetreuer Geschäftsbesorgung und nicht von Veruntreuung auszuge-

hen.  Die  Verteidigung  begründet  dies  im  Wesentlichen  damit,  dass  mit  dem  Be-

schuldigten  ein  Mitarbeiter  der  Bank  E._____  AG  zu  Unrecht  Geld  überwiesen 

habe. Das Risiko einer falschen Zahlung dürfe zivilrechtlich nicht auf den Kunden 

überwälzt werden. Die Bank bleibe gegenüber dem Kunden zur vertraglichen Leis-

tung verpflichtet und die fehlbare Transaktion habe somit grundsätzlich keine Aus-

-   17   -

wirkung auf das Vermögen des Kunden. Geschädigt werde einzig die Bank. Auf-

grund des fehlenden Vermögensschadens liege keine Veruntreuung vor (Urk. 64 

S. 4-6; Urk. 121 S. 4; Prot. II S. 13 f.). 

2.2.  Die  Verteidigung  stellt  sich  auf  den  Standpunkt,  dass  der  Beschuldigte  vom 

Anklageteil  "L._____"  freizusprechen  sei.  Die  Investition  L._____  sei  eine  fehl-

geschlagene Investition. Die G._____ AG habe im Rahmen ihres Vermögensver-

waltungsmandates für die Privatkläger Anklageinstrumente gesucht und insgesamt 

zwei Aktienkäufe aus Mitteln der Privatkläger getätigt. Die G._____ AG sei davon 

ausgegangen,  dass  es  sich  bei  der  L._____  um  eine  lohnenswerte  und  seriöse 

Investition  handelte.  Alle  Zeichen  (Berichte  und  Informationen)  hätten  auf  eine 

positive  Entwicklung  hingedeutet.  In  Wahrheit  seien  die  positiven  Geschäftsab-

schlüsse aber massiv gefälscht gewesen, was die Anleger erst viel später erfahren 

hätten. Dass sich das Investment nicht wie erhofft entwickelt habe (und die L._____ 

in  Konkurs  gegangen  sei)  könne  dem  Beschuldigten  nicht  angelastet  werden 

(Urk. 64 S. 6-31; Urk. 121 S. 11 f.). 

2.3. Die  Investition  von  CHF 525'000.–  in  die  L._____  sei  sodann  transparent 

erfolgt, habe mit dem Risikoprofil der Privatkläger übereingestimmt und es sei bzw. 

wäre  kein  ausdrückliches  Einverständnis  von  ihnen  notwendig  gewesen.  Die 

Privatkläger seien vom Beschuldigten informiert und das Investment L._____ mit 

ihnen besprochen worden. Die mit den fraglichen CHF 525'000.– gekauften Aktien 

seien sodann mit grossem Gewinn verkauft und Ende 2011 (zusammen mit dem 

Erlös  von  weiteren  verkauften  Aktien)  seien  den  Privatklägern  CHF 990'000.– 

überwiesen worden (Urk. 64 S. 6 ff.; Urk. 121 S. 12 ff.).

2.4. Hinsichtlich  des  Investments  von  CHF 8'250'000.–  bringt  die  Verteidigung 

gleichfalls vor, dass die Privatkläger Kenntnis vom aufgenommenen Darlehen und 

dem Investment gehabt hätten. Ferner sei – entgegen der Anklage – eine treuhän-

derische Haltung der Aktien durch die G._____ AG bzw. den Beschuldigten zuläs-

sig.  Diese  hätte  die  L._____-Aktien  wirtschaftlich  den  Privatklägern  zugerechnet 

und  es  seien  jederzeit  genügend  Aktien  zu  Gunsten  der  Privatkläger  vorhanden 

gewesen (Urk. 64 S. 13; Urk. 121 S. 8 ff.). Die Verteidigung hebt hervor, dass die 

Anklage dem Beschuldigten nicht vorwirft, ohne Kenntnis bzw. ohne Einverständnis 

-   18   -

der Privatkläger gehandelt zu haben, um in der Folge zu begründen, weshalb die 

Aussagen des Privatklägers 1, dass er weder vom Darlehen noch vom Investment 

gewusst  habe,  im  Gegensatz  zu  den  Aussagen  des  Beschuldigten  unglaubhaft 

seien (Urk. 64 S. 14-23; Urk. 121 S. 7, 19 ff.). Aktien treuhänderisch zu halten sei 

zivilrechtlich  zulässig  und  nicht  strafbar.  Die  Aktien  seien  innerhalb  der  G._____ 

AG  den  Privatklägern zugerechnet  worden  und  es  habe  keine Bereicherungsab-

sicht bestanden. Schliesslich fehle es an einem Kausalzusammenhang zwischen 

der  vorgeworfenen  Pflichtwidrigkeit,  nämlich  dem  fehlenden  "liquiden  Anspruch" 

der Privatkläger an den Aktien der L._____ und dem Vermögensschaden. Dieser 

sei eingetreten, weil die L._____ in Konkurs gegangen sei. Die Privatkläger hätten 

daher ihr Geld ohnehin (auch bei Besitz der Aktien bzw. einer Verschriftlichung des 

Investments) verloren (Urk. 64 S. 24-31; Urk. 121 S. 8 ff.).

Es mangle sowohl an einer Pflichtverletzung – wobei dem Beschuldigten lediglich 

vorgeworfen  werde,  den  Privatklägern  keinen  liquiden  Anspruch  verschafft  zu 

haben  (Urk. 121  S. 7  f.)  –  sowie  auch  an  einem  kausalen  Vermögensschaden 

(Urk. 121 S. 12).

2.5.

In Bezug auf die Überweisung von CHF 4'000'020.– auf sein Konto lässt der 

Beschuldigte  vorbringen,  dass  die  Privatkläger  den  von  ihnen  unterschriebenen 

Zahlungsauftrag, wonach der Beschuldigte von ihnen CHF 4 Mio. erhalte, verstan-

den hätten. Die Behauptung der Anklage, der Beschuldigte habe ihnen wahrheits-

widrig vorgegeben, er benötige ihre Unterschrift im Hinblick auf ein Investment im 

Rahmen der ordentlichen Vermögensverwaltung, finde in den Akten keine Stütze. 

Die Privatkläger hätten vom Darlehen gewusst und diesen Darlehensvertrag – ent-

gegen der Anklage – auch eigenhändig unterzeichnet. Der Fax des Beschuldigten 

vom  14. Dezember  2011  um  12.21  Uhr  an  die  Bank  E._____  AG  habe  gemäss 

Faxbestätigung zwei Seiten und nicht nur eine umfasst, vermutungsweise eben auf 

der zweiten Seite den unterzeichneten Darlehensvertrag. Im Zuge der Prozessvor-

bereitung habe er einen teilweise unterschriebenen Darlehensvertrag gefunden in 

einem Couvert (Urk. 64 S. 32-35; Urk. 121 S. 23 ff.).

2.6. Hinsichtlich der nicht weitergeleiteten Dividendenzahlungen macht die Vertei-

digung  geltend,  dass  dies  kein  strafbares  Verhalten  begründe.  Dies  sei  von  der 

-   19   -

Staatsanwaltschaft in ihrer Nichtanhandnahmeverfügung vom 22. Dezember 2014 

letztlich  zutreffend  erwogen  worden  (Urk. 64  S. 35-37  i.V.m.  Urk.  40201005  ff.; 

Urk. 121 S. 33). 

2.7. Zusammenfassend lässt der Beschuldigte zum Sachverhalt vor allem geltend 

machen,  dass  er  keine  Pflichtverletzungen  begangen  habe  und  überdies  die 

Privatkläger von ihm jeweils über sämtliche Investments (L._____ sowie Darlehen) 

informiert worden seien und sie sämtliche von ihnen unterzeichneten Unterlagen 

verstanden  hätten.  Im  Übrigen  wird  der  Sachverhalt  im  Wesentlichen  nicht 

bestritten. In rechtlicher Hinsicht sieht sie in der unrechtmässigen Überweisung von 

1.5  Mio.  Euro  für  den  Kauf  einer  Yacht  (F._____)  keine  Veruntreuung,  da  diese 

fehlbare Transaktion keine Auswirkung auf das Vermögen der Privatkläger habe. 

Die  Investition  L._____  sei  lediglich  eine  fehlgeschlagene  Investition.  Eine 

treuhänderische Haltung der Aktien durch die G._____ AG bzw. den Beschuldigten 

sei zulässig und die Aktien seien jederzeit zu Gunsten der Privatkläger vorhanden 

gewesen.  Weiter  fehle  es  an  einem  Kausalzusammenhang  zwischen  der 

vorgeworfenen  Pflichtwidrigkeit  und  dem  Vermögensschaden,  da  der  Schaden 

letztlich eingetreten sei, weil die L._____ in Konkurs gegangen sei. Das Darlehen 

von  CHF 4'000'020.–  sei  im  Einverständnis  der  Privatkläger  an  ihn  ausgerichtet 

worden.  Hinsichtlich  der  nicht  weitergeleiteten  Dividendenzahlungen  sei  ein 

strafbares Verhalten nicht möglich (da es sich – so sinngemäss – um betrügerische 

Zahlungen der L._____ gehandelt habe).

3.

Urteil Vorinstanz

Die Vorinstanz ist in ihrem Urteil zum Schluss gekommen, dass der Anklagesach-

verhalt vollumfänglich erstellt und die rechtliche Würdigung durch die Staatsanwalt-

schaft  zutreffend  ist  (Urk.  78  S. 41-122).  Die  Vorinstanz  hat  sämtliche  in  der 

Anklage  aufgeführten  Vorgänge  –  soweit  sie  nicht  vom  Beschuldigten  in  der 

Schlusseinvernahme ausdrücklich anerkannt wurden – anhand der aktenkundigen 

Dokumente  sowie  den  Aussagen  des  Beschuldigten  in  der  Untersuchung  und 

weiteren Aussagen des Privatklägers 1 und des Zeugen K._____ als erstellt erach-

tet (Urk. 78 S. 41-90). Es stehe insbesondere fest (Anklageziffer 22), dass – entge-

gen verschiedener, widersprüchlicher und nicht überzeugender Aussagen des Be-

-   20   -

schuldigten – bei der M._____ AG und der L._____ AG nie Aktien der L._____ AG 

auf die Namen der Privatkläger registriert wurden. Die Privatkläger hätten zu kei-

nem Zeitpunkt über einen liquiden Anspruch an den Aktien der L._____ verfügt, da 

sie selber weder im Besitz irgendwelcher Dokumente, welche einen durchsetzba-

ren Rechtstitel dargestellt hätten, noch bei der M._____ AG oder der L._____ AG 

je  als  Berechtigte  an  Aktien  der  L._____  AG  registriert  gewesen  seien,  während 

sich der Beschuldigte in eigenem Namen als Aktionär und/oder wirtschaftlich Be-

rechtigter für Aktien der L._____ AG habe registrieren lassen, was er vor den Pri-

vatklägern mit seinem Verhalten und seinen Handlungen zu verheimlichen versucht 

habe (Urk. 78 S. 53-77). 

B. Grundsätze der Sachverhaltserstellung und Beweiswürdigung, Beweismittel

Die  Vorinstanz  legte  die  massgebenden  Grundsätze  der  Sachverhaltserstellung 

sowie  die  Beweiswürdigungsregeln  zutreffend  dar  und  hat  sich  korrekt  mit  den 

Grundsätzen  der  Beweiswürdigung  und  Würdigung  von  Aussagen  sowie  der 

Glaubwürdigkeit und Glaubhaftigkeit der Aussagen der einvernommenen Personen 

befasst, so dass darauf zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen vollumfänglich 

verwiesen  werden  kann  (Urk. 78  S. 36-41  ff.;  Art.  82  Abs.  4  StPO).  Auch  die 

Beweismittel  sind  vollständig  genannt.  Diese  wurden  korrekt  abgenommen  und 

sind verwertbar.

C. Überweisung 1.5 Mio. Euro

1.

Sachverhalt (Anklagepunkt A. Ziffern 1-8) 

Dieser  Sachverhalt  ist  vom  Beschuldigten  in  der  Schlusseinvernahme  teilweise 

ausdrücklich  anerkannt  worden,  teilweise  hat  er  dazu  keinen  Kommentar  mehr 

machen wollen (vgl. Urk. 50101125 ff.). Der Sachverhalt ist im Übrigen insbeson-

dere gestützt auf seine Aussagen in der Untersuchung sowie auch auf diejenigen 

des Privatklägers 1 und auf diverse Urkunden erstellt. Nachdem der Beschuldigte 

diesen  Sachverhalt  ausdrücklich  nicht  hat  bestreiten  lassen  (Urk. 64  S. 5),  kann 

diesbezüglich  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  ohne  Ergänzungen  auf  die 

umfassenden  und  korrekten  Erwägungen  der  Vorinstanz  verwiesen  werden 

(Urk. 78  S. 41-45).  Hervorzuheben  ist,  dass  der  Beschuldigte  mehrfach  erklärte, 

-   21   -

dass  er  Zahlungsaufträge  trotz  fehlender  Vollmacht  der  Privatkläger  und  trotz 

allfälligem  Zweitvisumserfordernis  im  bankinternen  System  selbständig  erfassen 

konnte, auch wenn ihm die Privatkläger keine Zahlungsinstruktion erteilt hatten. Er 

habe im System bei der Bank E._____ AG (Privatklägerin 3) einen Zahlungsauftrag 

mit dem Vermerk "Auftrag eines unserer Kunden." erfasst. Das sei einfach gewe-

sen. Er anerkannte, dass die Privatkläger ihm keinen Zahlungsauftrag erteilt hatten 

(Urk. 50101007 F/A 29 ff., Urk. 50101008 F/A 34-39, Urk. 50101010 F/A 53). 

2.

Rechtliche Würdigung

2.1. Die vorliegend zu beurteilende Handlung wurde im Jahr 2009, also vor Inkraft-

treten  der  seit  1. Januar  2018  geltenden  neuen  Bestimmungen  des  Allgemeinen 

Teils des Strafgesetzbuchs begangen. Neues Recht ist nach dem Grundsatz der 

lex mitior nur anzuwenden, sofern es für die Beschuldigten im konkreten Fall zu 

einem  günstigeren  Ergebnis  führt  (Art. 2  Abs. 2  StGB;  BGE  114  IV  81  E. 3.b, 

OFK/StGB-DONATSCH,  Art.  2  N 10).  Das  neue  Recht  –  seit  dem  1. Juli  2023  mit 

harmonisiertem  Strafrahmen  –  ist  weder  betreffend  (qualifizierter)  Veruntreuung 

noch  (qualifizierter)  ungetreuen  Geschäftsbesorgung  milder,  weshalb  das  zur 

Tatzeit geltend Recht anzuwenden ist.

2.2. Zu den theoretischen Grundlagen sowie der Lehre und Rechtsprechung der 

qualifizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB und der 

qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 

und 3 StGB kann vorab zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen vollumfänglich 

auf die korrekten und umfassenden Erörterungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 78 S. 91-95 und S. 98-104). Ergänzend ist auf ein Urteil des Bundesgerichts 

vom 20. Mai 2020 hinzuweisen, in welchem es vorab erwog, dass es ausser Frage 

stehe,  dass  die  auf  den  Konten  liegenden  Vermögenswerte  der  Kunden  der  in 

jenem Verfahren Beschuldigten als Direktorin und Anlageberaterin der Bank und 

berufsmässige  Vermögensverwalterin  anvertraut  gewesen  seien  (Art. 29  StGB). 

Weiter  hielt  das  Bundesgericht  fest,  dass,  wer  einen  Vermögenswert  unrecht-

mässig verwende, die Forderung des Treugebers gefährde, womit diese an Wert 

verliere.  Einer  illiquiden  Forderung  komme  demnach  ein  geringerer  Wert  zu  als 

einer liquiden Forderung. Mithin bedeute die Gefährdung der Verwirklichung des 

-   22   -

obligatorischen Anspruchs des Treugebers für diesen einen Vermögensschaden. 

Das  Bundesgericht  erwägt  in  diesem  Entscheid  weiter,  dass  das  Vermögen  der 

Kunden durch die von der Beschuldigten veranlassten unrechtmässigen Transfers 

zwischen den Konten schadensgleich gefährdet sei. Zwar seien die Forderungen 

der  betroffenen  Kunden  gegenüber  der  Bank  dem  Grundsatz  nach  bestehen 

geblieben, zumal die Bank mit der Auszahlung an einen unberechtigten Dritten von 

ihrer Leistungspflicht grundsätzlich nicht befreit werde, doch seien die Forderungen 

(gegenüber der Bank) illiquid geworden. Aufgrund der Illiquidität der Forderungen 

habe sich ein Vermögensschaden ergeben (Urteil 6B_936/2019 vom 20. Mai 2020, 

E.4.4 mit Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur). Gemäss Art. 29 lit. c StGB 

wird eine besondere Pflicht, deren Verletzung die Strafbarkeit begründet und die 

nur  der  juristischen  Person  obliegt,  einer  natürlichen  Person  zugerechnet,  wenn 

diese als Mitarbeiter mit selbständigen Entscheidungsbefugnissen in ihrem Tätig-

keitbereich einer juristischen Person handelt. Der Anwendungsbereich dieser Norm 

erstreckt sich auf alle Straftatbestände des StGB, auch auf Vermögensdelikte wie 

Veruntreuung  und  ungetreue  Geschäftsbesorgung  (BSK  StGB-WEISSENBERGER, 

Art. 29 N 4). 

2.3. Die Privatkläger haben mit dem Eröffnen der Kundenbeziehung bei der Bank 

E._____ AG dieser Vermögenswerte zur sicheren Verwahrung bzw. zur Investition 

der Guthaben gemäss Kundenauftrag anvertraut. Es handelt sich um geschützte 

Forderungen, die anvertraute Vermögenswerte im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 

StGB darstellen. Der Beschuldigte war als Kundenberater im Rang eines Managing 

Director der Bank E._____ AG hauptverantwortlich damit beauftragt, die Privatklä-

ger hinsichtlich ihrer Vermögenswerte zu beraten, ihre Verwaltungsaufträge umzu-

setzen  und  insbesondere  ihre  Zahlungsinstruktionen  abzuwickeln.  Dabei  war  es 

ihm  gemäss  erstelltem  Sachverhalt  möglich,  Zahlungsaufträge  selbständig  im 

bankinternen System zu erfassen und der Zahlungsabwicklungsabteilung zur Aus-

führung weiterzuleiten. Dies war ihm selbst dann möglich, wenn ihm die Privatklä-

ger, wie bei der vorliegenden Zahlung von 1.5 Mio. Euro an die F._____ AG am 

23. September 2009, keine Zahlungsinstruktion erteilt hatten. In seiner Funktion als 

hauptverantwortlicher Kundenberater (Relationship Manager) und Mitarbeiter der 

Bank  E._____  AG  mit  selbständigen  Entscheidungsbefugnissen  sind  ihm  deren 

-   23   -

Pflichten  zur  sicheren  Aufbewahrung  der  anvertrauten  Vermögenswerte  und  zur 

Investition der Guthaben gemäss Kundeauftrag gemäss Art. 29 lit. c StGB jeden-

falls zuzurechnen (vgl. dazu das oben angeführte Urteil 6B_936/2019 vom 20. Mai 

2020, E.4.4 mit Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur sowie auch das Urteile 

6B_199/2011  vom  10. April  2012  E.  5.3.3  und  6S.709/2000  vom  26. Mai  2003 

E. 5.3.2; BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, Art. 138 N 179, m.w.H. auf die Rechtsprechung). 

Die Vermögenswerte der Privatkläger bei der Bank E._____ AG waren dem Be-

schuldigten demnach (mittelbar) anvertraut. Mit der ohne Instruktion und ohne Wis-

sen  der  Privatkläger  durch  den  Beschuldigten  veranlassten  Zahlungsanweisung 

von  1.5  Mio.  Euro  an  die  F._____  AG  am  23. September  2009  zur  Begleichung 

eines Teilbetrages des Kaufpreises für den Erwerb seiner Yacht verwendete er die 

ihm anvertrauten Vermögenswerte unrechtmässig. Die Forderung der Privatkläger 

auf Rückgabe ihrer Vermögenswerte gegen die Bank E._____ AG wurde dadurch 

in dieser Höhe illiquid. Die Privatkläger haben damit einen Vermögeschaden erlit-

ten. Wie oben erwogen bedeutet die Gefährdung der Verwirklichung des obligato-

rischen Anspruchs des Treugebers bzw. hier der Privatkläger für diese einen Ver-

mögensschaden.  Daran  ändert  gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung 

nichts,  dass  die  Forderungen  der  betroffenen  Kunden  gegenüber  der  Bank  dem 

Grundsatz nach bestehen bleibt, zumal die Bank mit der Auszahlung an einen un-

berechtigten Dritten von ihrer Leistungspflicht grundsätzlich nicht befreit wird (vgl. 

Urteil 6S.709/2000 vom 26. Mai 2003 E. 5.3.2). Entsprechend ist der Ausgang des 

nach  wie  vor  hängigen  handelsgerichtlichen  Verfahrens  zwischen  den  Privatklä-

gern und der Bank E._____ AG (vgl. Prot. II S. 16) für die rechtliche Beurteilung 

des  vorliegenden  Sachverhalts  nicht  relevant.  Die  Forderungen  der  Privatkläger 

sind  vorliegend  durch  die  unrechtmässigen  Überweisungen  des  Beschuldigten 

gegenüber der Bank illiquid, was einen Vermögensschaden darstellt. Die Staats-

anwaltschaft bringt denn auch überzeugend vor, dass diese Betrachtungsweise ge-

rade vorliegend begründet ist, da die Bank E._____ AG geltend mache, es bestün-

den keine Zivilansprüche der Privatkläger gegenüber der Bank, und sie auch nicht 

gewillt  sei,  die  Privatkläger  schadlos  zu  halten 

(Urk. 61  S. 16 

i.V.m. 

Urk. 40616011).  Es  seien  bei  dieser  Sachlage  offenkundig  die  Kunden  bzw.  die 

Privatkläger,  die  faktisch  einen  Schaden  erleiden,  da  ihre  Kontokorrentforderung 

gegenüber der Bank aufgrund deren fortgesetzter Weigerungshaltung gänzlich illi-

-   24   -

quid sei. Zutreffend hält die Staatsanwaltschaft auch fest, dass es wohl auch falsch 

wäre, der Bank einen Schadenersatzanspruch zuzuerkennen, wenn sich diese um-

gekehrt weigert, die entsprechenden Gelder ihren Kunden gutzuschreiben, was auf 

eine Bereicherung der Bank hinauslaufen würde (Urk. 61 S. 16). Es ist daher – ent-

gegen  der  Ansicht  der  Verteidigung  –  davon  auszugehen,  dass  ein  Vermögens-

schaden bei den Privatklägern eingetreten ist. Der Beschuldigte hat demnach mit 

seinem  Verhalten  den  objektiven  Tatbestand  der  Veruntreuung  im  Sinne  von 

Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erfüllt. 

2.4. Der Beschuldigte hat sodann vorsätzlich gehandelt, was von ihm auch nicht 

bestritten  wird.  Er  wusste,  dass  ihm  die  Vermögenswerte  mittelbar  anvertraut 

waren  und  um  seine  Werterhaltungspflicht.  Insbesondere  wusste  er  ferner,  dass 

ihm von den Privatklägern kein Auftrag für diese Überweisung von 1.5 Mio. Euro 

erteilt worden war und er diesen Betrag unrechtmässig zu seinen eigenen Gunsten 

für den Kauf einer Yacht für sich selber überweisen liess. Auf diese Gelder hatte er 

keinen Anspruch, was er wusste. Er handelte mithin mit der Absicht unrechtmässi-

ger Bereicherung, was von ihm ebenfalls nicht bestritten wird. Es kann auch nicht 

von  einer  jederzeitigen  Ersatzbereitschaft  des  Beschuldigten  ausgegangen 

werden. Er lässt diesbezüglich einzig vorbringen, davon ausgegangen zu sein, den 

"entlehnten" Betrag zeitnah wieder zurückzahlen zu können, da ein Investment von 

ihm bald an die Börse hätte gehen und Gewinn abwerfen sollen, wozu es dann aber 

nicht  gekommen  sei  (vgl.  Urk. 64  S. 5;  Urk. 50101008  F/A  41,  Urk. 50101013 

F/A 73 und Urk. 50101037 F/A 228). Wie von der Vorinstanz zutreffend erwogen, 

vermag blosse Hoffnung für die Zukunft noch keinen Ersatzwillen zu begründen. 

Dies genügt nicht, um von einer Ersatzbereitschaft auszugehen (vgl. BSK StGB-

NIGGLI/RIEDO, Art. 138 N 128; vgl. auch BGE 133 IV 21 ff., 27, m.H.). Die Vorinstanz 

wies auch anschaulich darauf hin, dass der Beschuldigte selber ausgeführt hatte, 

wenn es mehr als Hoffnung gewesen wäre, dann wäre es tatsächlich eingetreten 

und  er  hätte  es  zurückbezahlt  (Urk. 78  S. 96  f.;  Urk. 50101037  F/A  229).  Der 

Beschuldigte hat somit durch seine Handlungen den Tatbestand der Veruntreuung 

im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB auch in subjektiver Hinsicht erfüllt. 

-   25   -

2.5. Mit der Vorinstanz kann auch festgehalten werden, dass der Beschuldigte die 

unautorisierte Überweisung von EUR 1'500'000.– in seiner Funktion als Relations-

hip Manager (Anlageberater) der Bank E._____ AG, welcher für die Verwaltung von 

Kundengeldern mitverantwortlich war, auslöste und daher fraglos als berufsmässi-

ger  Vermögensverwalter  im  Sinne  von  Art. 138  Ziff.  2  StGB  zu  qualifizieren  ist 

(Urk. 78 S. 98 unter Hinweis auf BSK StGB-NIGGLI/RIEDO, Art. 138 N 179; BGE 120 

IV 182). 

3.

Fazit

Der  Beschuldigte  ist  somit  hinsichtlich  der  Überweisung  von  1.5 Mio.  EUR  am 

23. September 2009 der qualifizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 

Abs. 2 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB schuldig zu sprechen.

D.

L._____-Komplex

1.

Sachverhalt

1.1. In der Anklage werden die auftragsrechtlichen Sorgfalts- und Treuepflichten, 

welchen der Beschuldigte in der Ausübung seines Mandats als "EAM" unterstanden 

habe, unmittelbar vor dem tatsächlichen L._____-Sachverhaltskomplex aufgeführt: 

Es wird festgehalten, dass der Beschuldigte die Vorgaben für die Vermögensver-

waltung, welche ihm die Privatkläger primär im Rahmen des "Investment Profile" 

und  allenfalls  durch  spätere  Zustimmungen  gegeben  hätten,  einzuhalten  gehabt 

habe. Sofern er sich in Ausübung seines Mandats als "EAM" zu einer spezifischen 

Vermögensverwaltungshandlung habe ermächtigen lassen wollen, sei er verpflich-

tet gewesen, die ihm bekannten Umstände so offenzulegen, dass sich die Privat-

kläger über die Tragweite ihrer Zustimmung im Klaren gewesen seien. Gemeinhin 

sei  es  ihm  untersagt  gewesen,  Verwaltungshandlungen  vorzunehmen,  welche 

einen Vermögensabfluss darstellen oder welche gar in seinem statt im Interesse 

der Privatkläger liegen würden (Anklageschrift S. 5 RZ 11). Im Anschluss wird dem 

Beschuldigte hier in diesem Sachverhaltskomplex vorgeworfen, aus Vermögens-

werten der Privatkläger – mit CHF 525'000 via ihrer Kundenbeziehung bei der Bank 

E._____ AG und mit CHF 8'250'000 aus einem Lombardkredit der Bank E._____ 

AG an die Privatkläger – 234 und 1'500 Aktien der L._____ gekauft zu haben. Der 

-   26   -

Beschuldigte  habe  sich  dabei  selber  als  Aktionär  und  wirtschaftlich  Berechtigten 

registrieren lassen. Die Privatkläger hätten zu keinem Zeitpunkt über einen liquiden 

Anspruch an Aktien der L._____ verfügt. Sie seien nicht im Besitz irgendwelcher 

Dokumente gewesen, welche einen durchsetzbaren Rechtstitel dargestellt hätten, 

noch seien sie je als Berechtigte dieser Aktien registriert gewesen (Anklageschrift 

S. 5-7).  Schliesslich  wird  noch  konkret  ausgeführt,  der  Beschuldigte  habe  mit 

seinem  Handeln  seine  auftragsrechtlichen  Sorgfalts-  und  Treuepflichten  gemäss 

Art. 398 Abs. 2 OR, wonach er verpflichtet gewesen sei, keine Verwaltungshand-

lungen  vorzunehmen,  welche  Vermögensabflüsse  darstellten  oder  gar  statt  im 

Interesse seiner Mandanten in seinem eigenen Interesse lagen, verletzt (Anklage-

schrift S. 10 RZ 45).

1.2.  Der  Beschuldigte  hat  diesen  Vorwurf  in  der  Schlusseinvernahme  zwar  nicht 

ausdrücklich  anerkannt  (Urk. 50101132 ff.;  Urk. 60  S. 5).  Aber  auch  die  Vertei-

digung  geht  davon  aus,  dass  die  Anklage  insoweit  es  um  die  in  der  Anklage 

geschilderten Tatsachen geht, erstellt ist. Sie wendet – wie bereits ausgeführt – vor 

allem ein, dass die Frage, ob die Privatkläger Kenntnis von dieser Investition gehabt 

haben, nicht Gegenstand der Anklage sei, dies aber zu bejahen sei, die Ansprüche 

der Privatkläger durch andere als in der Anklage genannte Dokumente belegt seien 

und  der  Beschuldigte  keine  Bereicherungsabsicht  gehabt  habe.  In  rechtlicher 

Hinsicht macht die Verteidigung zudem geltend, dass eine treuhänderische Haltung 

dieser Aktien durch den Beschuldigten zulässig und nicht strafbar war. Sodann sei 

die behauptete und angeklagte Pflichtverletzung nicht kausal für den Vermögens-

schaden (Urk. 64 S. 6-31; Urk. 121 S. 7 ff.). 

1.3.  Wie  erwähnt  hat  der  Beschuldigte  diesen  Vorwurf  nicht  ausdrücklich  aner-

kannt. Die Vorinstanz hat daher sorgfältig und umfassend zunächst erstellt, dass 

die  Überweisungen,  Transaktionen  und  weiteren  Verwaltungshandlungen  wie  in 

der Anklageschrift aufgeführt erfolgten und dass die Privatkläger zu keinem Zeit-

punkt über einen liquiden Anspruch an bzw. über einen durchsetzbaren Rechtstitel 

für Aktien der L._____ verfügten. Sodann hat die Vorinstanz auch detailliert aufge-

zeigt, dass die Privatkläger keine Kenntnis von dieser Investition in L._____-Aktien 

hatten,  entsprechend  auch  keine  Ermächtigung  für  eine  spezifische  Vermögens-

-   27   -

verwaltungshandlung vorgelegen hat, und dass diese Investition nicht dem verein-

barten Anlagemodell bzw. Risikoprofil der Privatkläger entsprach. Es kann vorab 

vollumfänglich  auf  diese  Erwägungen  der  Vorinstanz  verwiesen  werden  (Urk. 78 

S. 47-76, Art. 82 Abs. 4 StPO).

1.4. Es ist festzuhalten, dass die G._____ AG – deren Geschäftsführer der Beschul-

digte  war  –  bei  mehreren  Gelegenheiten  Aktien  der  L._____  erworben  hat.  Am 

17. September 2010 kauften der Beschuldigte und K._____, beide vertreten durch 

die G._____ AG, von N._____ 250 Aktien (der Beschuldigte 234 und K._____ 16). 

Im Umfang von CHF 525'000.– wurde dieser Kauf durch Gelder der Privatkläger 

finanziert.  Als  External  Asset  Manager  hatte  der  Beschuldigte  die  Überweisung 

vom Konto der Privatkläger bei der Bank E._____ AG auf das Konto der G._____ 

AG veranlasst. In der Folge liessen die Privatkläger am 11. August 2011, veranlasst 

durch den Beschuldigten als ihr "EAM", bei ihrer Kundenbeziehung bei der Bank 

E._____ AG einen Sub-Account "L._____" eröffnen und unterzeichneten die Bank-

formulare "Credit Agreement", "general Pledge and Assignement Agreement" so-

wie "Loans against cash or cash equivalents with matching currencies" und steck-

ten so den Rahmen ab für den Bezug von Lombardkrediten bei der Bank E._____ 

AG.  Am  12. August  2011  wurde  ihnen  ein  Betrag  von  CHF 8.25  Mio.  gut-

geschrieben und dieser Betrag gleichentags auf das Konto der G._____ AG über-

wiesen, mit welchem der Kaufpreis von 1'500 L._____-Aktien beglichen wurde. Die 

Aktien wurden vereinbarungsgemäss bei der M._____ AG als Hinterlegungsstelle 

/  "Escrow  Agent"  hinterlegt.  Sowohl  bei  den  234  Aktien  wie  auch  bei  den  1'500 

Aktien war der Beschuldigte zunächst als wirtschaftlich Berechtigter und später je-

weils  als  Aktionär  registriert  (vgl.  Urk.  78  S. 47-76).  Anzufügen  ist,  dass  die 

G._____ AG im Oktober 2011 weitere 100 Aktien von O._____ erwarb.

1.5.  Aus  dem  Umfeld  der  G._____  AG  wurden  somit  bis  Ende  2011  insgesamt 

1'850  L._____-Aktien  erworben,  und  den  Privatklägern  standen  rein  rechnerisch 

1'670 (170 x Aktien à CHF 3'100 = CHF 527'000 und 1'500 x Aktien à CHF 5'500 = 

CHF 8'250'000) dieser Aktien aufgrund der aus ihrem Vermögen aufgewendeten 

Mittel von 8.875 Mio. Schweizer Franken zu. Die Privatkläger waren selber nicht im 

Besitz  irgendwelcher  Dokumente,  welche  einen  durchsetzbaren  Rechtstitel  dar-

-   28   -

gestellt hätten. Sie waren sodann bei der M._____ AG oder der L._____ nicht als 

Berechtigte an den L._____-Aktien registriert. Insoweit besassen die Privatkläger 

keinen  liquiden  Anspruch  auf  bzw.  keinen  durchsetzbaren  Rechtstitel  für  diese 

Aktien. 

1.6.  Festzuhalten  ist  weiter,  dass  es  sich  um  verbriefte  Inhaberaktien  handelte. 

Gemäss  den  Kaufverträgen  mussten  sie  bei  der  M._____  AG  als  Escrow  Agent 

hinterlegt  werden  (Urk. 41801007  ff.,  Urk. 41801032  ff.).  Die  Staatsanwaltschaft 

hält daher zu Recht fest, dass die Übertragung des Besitzes an diesen Aktien nicht 

durch  die  Lieferung  von  physischen  Aktien  oder  durch  eine  Kontogutschrift 

erfolgten, sondern durch Übertragung des mittelbaren Mitbesitzes und sich gerade 

daraus  die  Notwendigkeit  ergibt,  den  Rechtsübergang  und  die  daraus  folgende 

Berechtigung  an  diesen  Aktien  genau  zu  dokumentieren,  wenn  sich  der  Käufer 

seiner Sache sicher sein will. Hinsichtlich der aus dem Umfeld der G._____ AG bis 

Ende 2011 erworbenen 1'850 Aktien besass – neben K._____ für 16 Aktien – der 

Beschuldigte  einen  liquiden  Anspruch  an  1'734  dieser  Aktien.  Er  war  bei  der 

M._____  AG  als  wirtschaftlich  Berechtigter  und/oder  (später)  als  Aktionär 

registriert. Zudem verfügte er hinsichtlich 234 dieser Aktien über einen schriftlichen 

Kaufvertrag.  Sodann  besass  die  G._____  AG  aufgrund  eines  Kaufvertrages  und 

ihrer Registrierung bei der M._____ AG als Aktionärin einen liquiden Anspruch an 

100 Aktien.  Die  Privatkläger  verfügten  hingegen  über  keinerlei  Dokumentationen 

(Kaufverträge, Einträge als Aktionäre oder wirtschaftlich Berechtigte etc.), die einen 

Anspruch von ihnen belegt.

1.7.1. Der Beschuldigte hat einwenden lassen, dass innerhalb der G._____ AG die 

Haltung  gewesen  sei,  wem  die  erworbenen  L._____-Aktien  "gehören"  bzw.  wirt-

schaftlich zustehen würden. Er lässt darauf verweisen, dass die G._____ AG bei 

der Bank E._____ AG ein Sub-Account "L._____" hatte und sie (intern) den Privat-

kläger 1  (neben  K._____  und  dem  Beschuldigten)  als  wirtschaftlich  Berechtigten 

aufgeführt  hätten  (Urk. 64  S. 25 f.,  Urk. 40610008).  Es  sei  transparent,  dass  die 

8.25 Mio. Schweizer Franken vom Sub-Account "L._____" der Privatkläger bei der 

Bank E._____ AG auf diesen Sub-Account der G._____ AG überwiesen worden 

seien und für den Kauf der Aktien verwendet worden seien. Dies sei auch aus der 

Buchhaltung der G._____ AG ersichtlich. Schliesslich sei dies auch im konsolidier-

-   29   -

ten  Report  für  das  Jahr  2011  enthalten  (Urk. 64  S. 26,  Urk. 4121341,  41212395 

und 41202072). Der Beschuldige selber hat ausgeführt, dies sei bei der G._____ 

AG  in  einer  Art  internem  Aktienregister  festgehalten  worden  (Urk. 50101027  ff.). 

Auch  dazu  hat  sich  die  Vorinstanz  einlässlich  geäussert  (vgl.  Urk.  78  S. 47-76), 

worauf vorab zu verweisen ist. 

1.7.2. Selbst wenn bei der G._____ AG eine solche interne Zuordnung der gehal-

tenen Aktien bestanden haben sollte, hätte dies den Privatklägern keinen liquiden 

Anspruch bzw. keinen durchsetzbaren Rechtstitel verschafft. Sie selber verfügten 

über  keine  Dokumentation,  die  ihren  Anspruch  belegt  hätten.  Selbst  wenn  diese 

Aktienverteilung intern bei der G._____ AG vermerkt worden wäre, hätte eine sol-

che Notiz keine rechtsverbindliche Erklärung gegenüber den Privatklägern darge-

stellt,  gestützt  auf  welche  diese  einen  Anspruch  an  Aktien  der  L._____  hätten 

durchsetzen können. Die Staatsanwaltschaft bemerkt sodann zu Recht, dass den 

Privatklägern eine solche (angebliche) interne Notiz nicht bekannt war und diese 

bei  der  G._____  AG  intern  jederzeit  hätte  abgeändert  werden  können  (Urk. 61 

S. 7). Die Vorinstanz hat auch sorgfältig und korrekt dargelegt, dass sich ein solch 

internes Register durch Sachbeweise nicht habe erhärten lassen, da ein solches 

Register in den edierten Unterlagen der G._____ AG nicht zu finden gewesen sei, 

auch  nicht  im  Rahmen  von  umfangreichen  Beweisergänzungen  (Urk. 78  S. 62, 

Urk. 41202001  ff.;  Urk. 41202028-41224109).  An  dieser  Stelle  ist  noch  drauf 

hinzuweisen,  dass  der  Beschuldigte  als  Vorsitzender  der  Geschäftsleitung  der 

G._____ AG vollumfänglichen Zugriff auf die Geschäftsunterlagen hatte und hätte 

wissen müssen, wo ein entsprechendes Register hätte gefunden werden können.

1.7.3.  Daran  würde  auch  –  wie  von  der  Verteidigung  beantragt  (Urk.  59  S.  3  f.; 

Urk. 111) – die Befragung von H._____ und I._____ (vormaliger Assistent des Be-

schuldigten und Mitarbeiter bei der G._____ AG), von welchen im Berufungsver-

fahren  noch  schriftliche  Auskünfte  eingereicht  wurden  (vgl.  Urk.  124/6  und 

Urk. 124/10), nichts ändern. Zwar machte die Verteidigung geltend, diese Personen 

hätten von der Existenz des internen Aktienzuteilungsdokumentes und ebenso vom 

Bestehen  des  "Loan"  der  Privatkläger  in  der  Höhe  von  CHF  8.25  Mio.  gewusst 

(Urk. 59 S. 3 f.; Urk. 64 S. 26 f.; Urk. 111; vgl. auch Urk. 124/6; Urk. 124/10), aller-

-   30   -

dings  bedeutet  das  blosse  Wissen  von der  Existenz  entsprechender  Dokumente 

oder Verträge noch nicht, dass die Mitarbeiter auch Kenntnis von einer konkreten 

Zuteilung  der  Aktien  der  L._____  AG  an  die  Privatkläger  hatten,  und  es  beweist 

schon gar nicht einen liquiden Anspruch an diesen Aktien. Entsprechend ist auch 

die von der Verteidigung beantragte vollständige Edition und Auswertung der EDV-

Daten der G._____ AG (vgl. Urk. 111) nicht notwendig.

1.7.4. Auch die von der Verteidigung im weiteren erwähnten Unterlagen, die den 

Geldfluss  dokumentieren,  stellen  keine  rechtsverbindliche  Erklärung  dar,  welche 

einen durchsetzbaren Anspruch der Privatkläger an Aktien der L._____ begründen 

können. Im von den Privatklägern unterschriebenen Depotauszug (Urk. 60101018-

20) wurde sodann gerade nicht ein Bestand an Aktien der L._____ ausgewiesen. 

Diese Aktien wurden bei der M._____ AG verwahrt und sind eben nicht in das De-

pot der Privatkläger eingeliefert worden. Daraus ergibt sich kein liquider Anspruch 

der Privatkläger auf Herausgabe der Aktien. 

1.7.5.  Dieselben  grundsätzlichen  Erwägungen  geltend  auch  für  die  von  der  Ver-

teidigung  angeführten  Steuererklärungen  der  Privatkläger.  Auch  diese  bilden 

selbstredend keinen liquiden Anspruch gegenüber Dritten an den L._____-Aktien. 

Zu diesen Steuerunterlagen der Jahre 2012 und 2013 ist ergänzend ebenfalls auf 

die umfassenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 78 S. 54 ff.). Sie 

hat treffend herausgeschält, dass der Beschuldigte diesbezüglich widersprüchliche 

und unglaubhafte Angaben gemacht hat. Während er anfänglich geltend machte, 

er habe alle Unterlagen der Privatkläger für die Steuererklärung der Privatkläger 

bei  den  Banken  eingeholt  und  diese  an  einen  Herr  P._____  –  dieser  habe 

ursprünglich  bei  der  Steuerabteilung  der  Bank  E._____  AG  gearbeitet  und  habe 

sich später selbständig gemacht – übergeben, führte er später aus, der Privatkläger 

1 habe seinen Banken mitgeteilt, dass sie die relevanten Steuerunterlagen an die 

G._____ AG schicken sollten. Wenig plausibel erscheint auch, dass er "gar nicht" 

in  die  Erstellung  der  Steuererklärungen  involviert  gewesen  sein  will  und  nicht 

wissen will, wie die Zahlen in die Steuererklärungen der Privatkläger gekommen 

seien.  Gleichzeitig  will  er  es  aber  gewesen  sein,  der  den  Privatklägern  diese 

Steuererklärungen erklärt haben soll. Dies ergibt wenig Sinn, wenn er nicht in die 

-   31   -

Erstellung  involviert  gewesen  sein  will,  sondern  "irgendjemand"  bei  der  G._____ 

AG die Steuerunterlagen für P._____ aufbereitet habe. Die Vorinstanz erwägt über-

zeugend,  dass  sich  die  Frage  stelle,  wieso  nicht  P._____  als  Steuerexperte  den 

Privatklägern  die  Steuererklärungen  erklärt  habe,  zumal  dieser  sich  gemäss 

Aussagen des Beschuldigten bereits um ihre Steuererklärungen gekümmert habe, 

als  diese  noch  pauschal  besteuert  worden  seien  und  somit  auch  zu  P._____ 

ebenfalls ein langjähriges geschäftliches (Vertrauens-)Verhältnis bestanden haben 

dürfte.  Weiter  fällt  auf,  dass  der  Beschuldigte  angab,  nicht  zu  wissen,  wie  die 

Zahlen  in  die  Steuererklärungen  gekommen  seien,  ein  paar  Fragen  später  aber 

abweichend  von  seiner  bisherigen  Aussage  ausführte,  er  wisse  schon,  wie  die 

Aktien  in  die  Steuererklärungen  gekommen  seien,  sie  hätten  die  1'500  Aktien 

angegeben, Herr Q._____ habe nach dem Steuerwert gefragt (vgl. Urk. 78 S. 54-

58,  Urk. 50101066  F/A  202-214).  Der  Privatkläger  1  hat  dies  denn  auch  völlig 

anders dargestellt. Der Beschuldigte habe ihm die Steuererklärungen nicht jeweils 

erklärt, sondern habe ihm ein Papier gebracht, auf welchem er habe unterschreiben 

müssen. Er habe nur dieses Blatt gesehen und seine Unterschrift darauf gesetzt. 

Er habe seine Steuererklärung zum ersten Mal im Jahr 2020 gesehen. Der Beschul-

digte  habe  alle  Papiere,  Bankunterlagen  etc.  für  die  Steuererklärung  an  Herrn 

P._____ geschickt. Der Beschuldigte habe ihm nur ein Blatt Papier gebracht und 

ihm gezeigt, wo er unterschreiben müsse. Auch seine Frau habe unterschreiben 

müssen. Die komplette Steuererklärung mit allen Unterlagen habe er zum ersten 

Mal  bei  R._____  SA  gesehen.  Das  sei  sein  neuer  Steuerberater,  seit  er  keinen 

Kontakt  mehr  zum  Beschuldigten  habe  (Urk. 50201030  F/A 177).  Die  Vorinstanz 

zitierte  im  Weiteren  die  Antwort  des  Privatklägers  1  auf  die  Zusatzfrage  des 

Verteidigers,  wonach  es  in  den  Steuererklärungen  mehrerer  Unterschriften  auf 

verschiedenen Seiten bedürfe "Wie ich Ihnen schon gesagt habe. Er brachte uns 

die  Papiere  zum  Unterschreiben.  Es  war  ein  Marker  angebracht,  wo  wir  unsere 

Unterschrift  hinsetzen  sollten.  Ich  kann  nicht  sagen,  ob  diese  Papiere  Steuer-

erklärungen waren oder für etwas anderes. Ich vertraute ihm dermassen, wenn er 

auf  diese  Beige  von  den  Unterlagen  gezeigt  hätte,  hätten  wir  die  Unterschriften 

trotzdem gesetzt, ohne es durchzulesen. Meine Kenntnisse der deutschen Sprache 

und im Steuersystem erlauben mir nicht, dieses Formular selber auszufüllen. Ich 

bin nur ein Ingenieur-Mechaniker. Ein paar Mal war ich zum richtigen Zeitpunkt am 

-   32   -

richtigen  Ort  und  konnte  die  Ingenieursprobleme  lösen,  die  aufgetaucht  waren. 

Wenn man mir eine Zeichnung gegeben hätte, hätte ich das schon auseinander-

genommen  und  studiert."  (Urk. 78  S. 57  ff.;  Urk. 50201034  f.  F/A  200).  Diese 

Aussagen des Privatklägers 1 erscheinen widerspruchsfrei, anschaulich und nicht 

erfunden.  Es  erscheint  durchaus  glaubhaft,  dass  der  Beschuldigte  die 

Steuererklärungen den Privatklägern nicht erklärt hat, sondern diese aufgrund des 

Vertrauensverhältnisses mit dem Beschuldigten bei den entsprechend markierten 

Stellen einfach ihre Unterschriften setzten. Es kann schon von daher nichts Ent-

scheidendes  aus  den  von  den  Privatklägern  unterzeichneten  Steuerunterlagen 

abgeleitet  werden.  Entscheidend  ist  aber  ohnehin,  dass  die  eigenen  Steuerer-

klärungen keinen liquiden Anspruch auf L._____-Aktien bilden können. Anzufügen 

ist,  dass  der  Beschuldigte  in  seiner  Steuererklärung  z.B.  für  das  Jahr  2012 

seinerseits  im  Wertschriftenverzeichnis  1834  Aktien  der  L._____  AG  aufgeführt 

hatte.  Zu  seiner  Steuererklärung  ist  ein  Bestätigungsschreiben  der  L._____ 

(S._____)  an  den  Beschuldigten  beigelegt,  wonach  er  als  Aktionär  eine  Netto-

dividende  von  351'669.50  ausbezahlt  erhalten  hat  (vgl.  Urk. 40302178  und 

Urk. 40302181, vgl. auch Urk. 40302083 für das Steuerjahr 2011 [also Stand per 

31.12.2011],  wo  1850  L._____-Aktien  aufgeführt  sind,  allerdings  mit  dem  nicht 

nachvollziehbarem  Vermerk  "Vorkaufsrecht",  sowie  Urk. 40302441  [Steuerjahr 

2015]).  Es  ist  daher  wenig  verständlich,  wenn  der  Beschuldigte  auf  die  Steuer-

unterlagen  der  Privatkläger  verweist,  wenn  diese  Aktien  in  seiner  eigenen 

Steuererklärung aufgeführt sind und er den Steuerbehörden ein Schreiben beilegt, 

wonach  er  als  Aktionär  Dividenden  ausbezahlt  erhalten  hat.  Auch  vor  diesem 

Hintergrund erscheinen die Aussagen des Privatklägers 1 glaubhaft.

1.7.6. Anzufügen ist an dieser Stelle, dass der Beschuldigte angab, dass sämtliche 

L._____-Aktien, die sie für ihre Kunden gekauft hätten – so auch diejenigen, welche 

sie mit dem Geld der Privatkläger gekauft haben – auf die G._____ AG eingetragen 

gewesen  seien  (Urk. 50101065 f.  Frage  200),  was  wie  ausgeführt  nachweislich 

nicht zutrifft, war doch der Beschuldigte bei praktisch allen Aktien – bis auf 100 –, 

insbesondere beim 1'500 Aktienpaket, als Aktionär eingetragen, und führte er diese 

in seiner Steuererklärung auf (vgl. Übersicht in Urk. 78 S. 59 f.; Urk. 41801007 ff.; 

Urk. 41801032 ff.; 

Urk. 40701080; 

Urk. 40701140; 

Urk. 40701324-25; 

-   33   -

Urk. 40701326-29; 

Urk. 40701107; 

Urk. 40701327; 

Urk. 40701270, 

Urk. 40701157-59). Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass nicht nachvoll-

ziehbar ist, weshalb die 234 und 1'500 Aktien, welche mit dem Geld der Privatkläger 

erworben  wurden,  nicht  auch  auf  diese  oder  die  G._____  AG,  sondern  auf  den 

Beschuldigten persönlich registriert wurden, zumal in den Beitrittserklärungen der 

L._____ AG angegeben werden musste, falls der wirtschaftlich Berechtigte an den 

Aktien mit dem Aktionär nicht identisch sein sollte (Anhang 2 zu den Hinterlegungs-

verträgen, Urk. 41801019 und Urk. 41801045, sowie Anhang 5 zum Hinterlegungs-

vertrag vom 20. Mai 2011, Urk. 41801048). In diesem Zusammenhang ist auch mit 

der Vorinstanz festzuhalten, dass die Aussagen des Zeugen K._____ nicht über-

zeugen und unglaubhaft erscheinen, sagte doch auch er unzutreffend aus, sie hät-

ten grundsätzlich diese Aktien für Kunden unter dem Namen der G._____ AG er-

worben  und  nicht  unter  dem  Namen  des  Beschuldigten  (Urk. 78  S. 60, 

Urk. 50401016, F/A 81), und entsteht bei ihm der Eindruck, dass er bemüht war, 

die Darstellung des Beschuldigten zu untermauern respektive möglichst vage und 

oberflächlich auszusagen, indem er auf Detailfragen mehrfach geltend machte, das 

könne er so nicht beantworten oder das könne er aus dem Gedächtnis nicht sagen 

(vgl.  dazu  Urk. 78  S. 60  mit  zahlreichen  Hinweisen).  Zwischen  dem  Zeugen  und 

dem Beschuldigten ist es denn auch anerkanntermassen im Vorfeld der Zeugenbe-

fragung zu einem Treffen gekommen, wo auch der L._____-Komplex Thema war 

(Urk. 50401017 F/A 93-95, Urk. 50401031 F/A 157 f.). Soweit K._____ mit seinen 

Aussagen diejenigen des Beschuldigten stützt, wie etwa, dass die G._____ AG ein 

internes Register geführt habe, wer wie viele Aktien besitze, kommt seiner Aussage 

kein Gewicht zu.

1.8.

Die Verteidigung führt aus, es sei unstrittig, dass nicht die Privatkläger, son-

dern vielmehr die G._____ AG bzw. der Beschuldigte die L._____-Aktien mit dem 

Geld der Privatkläger erworben und anschliessend gehalten haben. Die Verteidi-

gung  fügt  an,  dass  ein  treuhänderischer  Erwerb  und  auch  eine  treuhänderische 

Haltung  zulässig  seien.  Weiter  verweist  sie  auf  ein  Schreiben  der  L._____  vom 

17. August 2011, dass die G._____ AG 1'750 L._____ Aktien treuhänderisch er-

worben habe (Urk. 64 S. 24 i.V.m. Urk. 412022059; Urk. 121 S. 8 ff.). Entgegen der 

Ansicht der Verteidigung lässt sich diesem Schreiben hinsichtlich der L._____-Ak-

-   34   -

tien  nicht  ableiten,  dass  die  G._____  AG  1'750  Aktien  treuhänderisch  erworben 

habe. Die L._____ bestätigt in diesem Schreiben, dass die G._____ AG Aktionärin 

sei, 1'750 Inhaberaktien halte. Weiter wird bestätigt, dass die Aktien im Aktienre-

gister auf G._____ AG eingetragen worden seien und ihr sämtliche (Aktionärs-)Kor-

respondenz zugestellt werde. Schon gar nicht lässt sich daraus ableiten, dass der 

Beschuldigte  aufgrund  eines  Treuhandverhältnisses  Aktien  für  die  Privatkläger 

halte. Weder der Beschuldigte noch die Privatkläger werden in diesem Schreiben 

erwähnt. Es ist daher festzuhalten, dass dieses Schreiben einen Anspruch der Pri-

vatkläger auf L._____-Aktien jedenfalls in keiner Art und Weise liquid macht. Anzu-

fügen ist, dass der Beschuldigte auf die Frage, ob die G._____ AG die Aktien treu-

händerisch für ihre Kunden gehalten habe, aussagte: " Puh … Ich glaube, aber ich 

weiss  es  nicht  mehr."  (Urk. 50101027  F/A  174).  Man  sollte  meinen,  dass  er  als 

Geschäftsführer der G._____ AG sicheres Wissen darüber haben müsste, ob diese 

Aktien  im  Wert  über  8  Mio.  Schweizer  Franken  treuhänderisch  gehalten  wurden 

oder nicht. Schon diese Aussage spricht gegen ein tatsächlich vereinbartes Treu-

handverhältnis. Jedenfalls hat er an dieser Stelle auch nicht erwähnt, dass er die 

Aktien treuhänderisch gehalten habe. Ginge man im Übrigen davon aus, der Be-

schuldigte  habe  die  Aktien  treuhänderisch  für  die  G._____  AG  gehalten  und  die 

G._____ AG für andere Dritte, so wäre dies wohl ein wohlüberlegtes Konzept ge-

wesen und es wäre zu erwarten gewesen, dass der Beschuldigte dieses schildern 

und erläutern kann. Sodann wurde bereits von der Vorinstanz darauf hingewiesen 

(vgl. Urk. 78 S. 61), dass, wenn der Beschuldigte bzw. die G._____ AG die Aktien 

treuhänderisch für die Privatkläger gehalten hätte, er die Privatkläger zumindest als 

wirtschaftlich Berechtigte hätte registrieren lassen müssen, was vorliegend nach-

weislich nicht der Fall war. Schon alleine aus diesem Grund erscheint das Vorbrin-

gen einer treuhänderischen Haltung der Akten für die Privatkläger als konstruierte 

Schutzbehauptung. Schliesslich darf ohne Weiteres davon ausgegangen werden, 

dass bei einem derart hohen Investment von über 8 Mio. Schweizer Franken ein 

Treuhandverhältnis und dessen Ausgestaltung schriftlich vereinbart worden wäre. 

Auch das Fehlen einer schriftlichen Treuhandvereinbarung spricht gegen diese be-

hauptete Konstruktion. Selbst K._____, der wie erwähnt vor seiner Einvernahme 

ein Treffen mit dem Beschuldigten hatte und durchaus bemüht ist, diesen nicht zu 

belasten, meinte als Zeuge, falls der Beschuldigte mit irgendjemandem ein Treu-

-   35   -

handverhältnis gehabt habe, werde vermutlich ein entsprechender Vertrag beste-

hen (Urk. 50401016 F/A 81 ff.), was wie erwogen in der Tat auf der Hand liegen 

würde.

1.9. In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte 

sich  in  weitere  Widersprüche  verstrickt  hat,  worauf  bereits  die  Vorinstanz  einge-

gangen ist (Urk. 64 S. 56 f.). Im vorliegenden Verfahren führte er aus, die Privat-

kläger hätten 1'500 L._____-Aktien für diese CHF 8'250'000 erworben und er habe 

sich  mit  seinem  eigenen  Geld  Aktien  der  L._____  AG  gekauft  (Urk. 50101027 

F/A 172/173). Im von der Staatsanwaltschaft unter der Verfahrensnummer ... (vgl. 

Beizugsakten zu diesem Verfahren, Urk. 40101003) geführten Strafverfahren gab 

er zu diesem Kauf auf die Frage, ob er diese Aktien als Privatperson oder als Ver-

treter einer Drittperson, z.B. der G._____ AG, gekauft habe, im Widerspruch dazu 

an, damit Aktien sowohl für sich privat als auch für Kunden der G._____ AG gekauft 

zu haben (beigezogene Akten Verfahren ...: Urk. 50201005 F/A 30). Auf diesen Wi-

derspruch,  den  der  Beschuldigte  nicht  glaubhaft  auflösen  konnte  (vgl.  dazu  aus-

führlich und zutreffend ist Vorinstanz in Urk. 78 S. 57), ist weiter unten noch einzu-

gehen. An dieser Stelle ist hervorzuheben, dass er in jenem Verfahren nicht angab, 

diese 1'500 L._____-Aktien treuhänderisch für die Privatkläger gehalten zu haben.

1.10.  Den  Einwänden  der  Verteidigung,  dass  liquide  Ansprüche  der  Privatkläger 

aus Depotauszügen, Steuerunterlagen oder internen Verzeichnissen hervorgehen 

würden,  kann  zusammenfassend  nicht  gefolgt  werden.  Es  bleibt  dabei,  dass  die 

Privatkläger zu keinem Zeitpunkt über einen liquiden Anspruch an den bzw. einen 

Rechttitel für die Aktien der L._____ AG verfügten. Sie selber waren nicht im Besitz 

irgendwelcher  Dokumente,  welche  einen  durchsetzbaren  Rechtstitel  dargestellt 

hätten. Sie waren bei der M._____ AG oder der L._____ AG nie als Aktionäre oder 

wirtschaftlich  Berechtigte  an  Aktien  der  L._____  AG  registriert.  Der  Beschuldigte 

hat sich hingegen in eigenem Namen als Aktionär und/oder wirtschaftlich Berech-

tigter für Aktien der L._____ AG registrieren lassen. Entgegen der Verteidigung sind 

auch keinerlei Hinweise vorhanden, dass der Beschuldigte bzw. die G._____ AG 

diese Aktien als Treuhänder für die Privatkläger hielt. Die Staatsanwaltschaft hält 

daher  zutreffend  fest,  dass  die  Privatkläger  den  Erwerb  von  L._____-Aktien  mit 

-   36   -

8.775 Mio. Schweizer Franken aus ihrem Vermögen finanzierten, jedoch mit leeren 

Händen dastanden. Für die Gelder, welche der Beschuldigte aus ihrem Vermögen 

hatte abfliessen lassen, haben sie keinen liquiden Gegenwert erhalten.

1.11.  Als  Beispiel  dafür,  dass  die  Verschaffung  eines  liquiden  Anspruchs  ohne 

Weiteres korrekt hätte abgehandelt werden können und von der G._____ AG auch 

gemacht  wurde,  verweist  die  Staatsanwaltschaft  zutreffend  auf  die  T._____  Ltd. 

Diese  erhielt  am  10. Oktober  2011  in  einer  Declaration  of  Trust  bestätigt,  dass 

360 Aktien  der  L._____  treuhänderisch  für  die  T._____  Ltd.  gehalten  würden.  In 

dieser Erklärung wird die T._____ AG ausdrücklich als Beneficial Owner bezeichnet 

(Urk. 41202062). Dies wurde in einer weiteren Vereinbarung mit der G._____ AG 

vom 21. September 2011 festgehalten (Urk. 41202055). Die T._____ Ltd. hatte da-

durch  einen  liquiden  Anspruch  an  360  L._____-Aktien.  Anzufügen  ist  nochmals, 

dass der Beschuldigte auch einfach gegenüber der M._____ AG als Hinterlegungs-

stelle hätte angeben können, dass die Privatkläger Aktionäre und/oder wirtschaft-

lich Berechtigte an "ihren" Aktien waren. Dies hat er – wie erwogen – ausdrücklich 

nicht gemacht. 

1.12.1. Der Beschuldigte lässt vor allem einwenden, dass die Privatkläger Kenntnis 

von  dieser  L._____-Investition  besassen.  Die  Verteidigung  hält  fest,  dass  die 

Anklage dem Beschuldigten beim Sachverhalt L._____ nicht vorwerfe, ohne Kennt-

nis  bzw.  ohne  Einverständnis  der  Privatkläger  gehandelt  zu  haben,  ist  aber  der 

Ansicht, dass dieser Umstand bei der Beurteilung der Pflichtwidrigkeit, der Frage, 

ob eine Bereicherungsabsicht vorliege und bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit 

der  Aussagen  des  Privatklägers  1  im  Allgemeinen,  eine  zentrale  Bedeutung 

zukomme (Urk. 64 S. 14; Urk. 121 S. 7). In der Folge macht sie Ausführungen dazu, 

woraus sich ergebe, dass die Privatkläger Kenntnisse von dieser Investition hatten 

(Urk. 64 S. 15-24; Urk. 121 S. 19 ff.).

1.12.2. Die Staatsanwaltschaft ihrerseits hebt hervor, dass selbst wenn die Privat-

kläger  den  Kauf  von  L._____-Aktien  ausdrücklich  oder  konkludent  gutgeheissen 

hätten, dies unter dem selbstverständlichen Vorbehalt gestanden hätte, dass sie 

dadurch  nicht  unmittelbar  einen  Vermögensabfluss  erleiden.  Der  Beschuldigte 

habe  mit  anderen  Worten  eine  allfällige  Zustimmung  seiner  Kunden  zu  diesem 

-   37   -

Investment  nicht  dahingehend  auslegen  dürfen,  dass  es  ihnen  einerlei  gewesen 

sei,  ob  er  ihnen  einen  liquiden  Anspruch  an  Aktien  der  L._____  verschaffe  oder 

nicht. Es sei klar, dass der Beschuldigte einen solchen Anspruch habe sicherstellen 

müssen (Urk. 61 S. 9).

1.12.3. Die Vorinstanz hat dazu erwogen, dass es entgegen der Verteidigung nicht 

in  erster  Linie  um  die  Frage  gehe,  ob  das  Investment  "L._____"  lohnenswert 

gewesen ist oder die Privatkläger Kenntnis von diesem gehabt haben, sondern dem 

Beschuldigten werde vorgeworfen, er habe ihnen keinen liquiden Anspruch an den 

L._____-Aktien verschafft. Es sei daher nicht ersichtlich, was der Beschuldigte mit 

diesem  Vorbringen  geltend  zu  machen  versuche  bzw.  inwiefern  daraus  etwas 

Entlastendes für ihn abgeleitet werden könnte. Im Weiteren erörtert die Vorinstanz, 

dass  sich  die  Aussage  des  Beschuldigten,  wonach  die  Privatkläger  von  dem 

L._____-Investment  gewusst  hätten,  als  unglaubhaft  erweise.  Die  Vorinstanz 

stützte sich diesbezüglich auf die Aussagen des Privatklägers 1, wonach ihn der 

Beschuldigte nicht darüber informiert habe (Urk. 78 S. 65 ff.).

1.12.4. In der Tat wirft die Anklage dem Beschuldigten nicht explizit vor, sich des-

halb pflichtwidrig verhalten zu haben, weil er das L._____-Investment ohne Kennt-

nis der Privatkläger gemacht habe. In der Anklageschrift wird aber – wie ausgeführt 

(vgl.  Ziff.  III  D  1.1.1.)  –  festgehalten,  dass  der  Beschuldigte  in  Ausübung  seines 

Mandats als "EAM", wenn er sich für spezifische Verwaltungshandlungen, welche 

nicht  den  Vorgaben  des  vereinbarten  "Investment  Profile"  entsprochen  hätten, 

ermächtigen  habe  lassen  wollen,  verpflichtet  gewesen  sei,  die  ihm  bekannten 

Umstände  so  offenzulegen,  dass  sich  die  Privatkläger  über  die  Tragweite  ihrer 

Zustimmung im Klaren seien (vgl. Urk. 10601001 ff. S. 5 RZ 11, S. 10 RZ 45). Auch 

wenn  mit  der  Vorinstanz  und  der  Staatsanwaltschaft  die  Frage  der  Kenntnis  der 

Privatkläger nichts daran ändert, dass der Beschuldigte den Privatklägern für den 

aus ihrem Vermögen im Umfang von 8.775 Mio. Schweizer Franken finanzierten 

Erwerb von L._____-Aktien keinen liquiden Anspruch an diesen Aktien verschaffte, 

ist die Frage der Kenntnisse der Privatkläger vom Investment insofern relevant, als 

den Beschuldigten gemäss Anklageschrift bei solchen ausserordentlichen Invest-

ments,  worunter  der  Erwerb  der  L._____-Aktien  aus  dem  Vermögen  der  Privat-

-   38   -

kläger im Umfang von über 8 Millionen Schweizer Franken – unabhängig davon, 

ob den Privatklägerin im Gegenzug ein durchsetzbaren Rechtstitel für die erwor-

benen Aktien verschaffen wurde –, zumal es auch nicht dem vereinbarten Anlage-

profil  entspricht  (vgl.  nachfolgend  Ziff.  III  D  1.12.6.7.),  ohne  Weiteres  fällt,  eine 

gewisse Informationspflicht gegenüber den Privatklägern trifft. Zu betonen ist, dass 

auch der Beschuldigte nicht etwa behauptet hat, dass er den von ihm begangenen 

Weg des Aktienkaufs für sich selber oder der G._____ AG als Aktionäre und/oder 

wirtschaftlich Berechtigte ohne Begründung eines liquiden Anspruchs für die Pri-

vatkläger mit diesen so besprochen habe und diese damit einverstanden gewesen 

seien. Dies wäre angesichts der Höhe des Investments denn auch völlig abwegig 

und unglaubhaft gewesen. Es ist kein nachvollziehbarer Grund ersichtlich, weshalb 

die Privatkläger mit einem solchen Vorgehen hätten einverstanden sein sollen oder 

wie  es  die  Staatsanwaltschaft  formuliert,  dass  der  Beschuldigte  ein  allfälliges 

Zustimmen seiner Kunden nicht dahingehend hätte auslegen dürfen, dass es ihnen 

einerlei gewesen sei, ob er ihnen einen liquiden Anspruch an den L._____-Aktien 

verschaffe oder nicht. Es ist eine letztlich auch vom Beschuldigten nicht in Frage 

gestellte  Selbstverständlichkeit,  dass  ein  solcher  Anspruch  sichergestellt  sein 

muss. So ist nachfolgend darauf einzugehen, ob der Beschuldigte seine Pflicht, die 

Vorgaben  für  die  Vermögensverwaltung,  welche  ihm  die  Privatkläger  primär  im 

Rahmen  des  "Investment  Profile"  und  allenfalls  durch  spätere  Zustimmungen 

gegeben hätten, eingehalten hat, mithin das Investment dem vereinbarten Anlage-

profil entsprach. Ebenfalls ist zu eruieren, ob der Beschuldigte seiner Informations-

pflicht, welche ihn – wollte er sich für eine spezifische Vermögensverwaltung wie 

vorliegend ermächtigen lassen – traf, nachgekommen ist und die ihm bekannten 

Umstände offengelegt hat, so dass sich die Privatkläger über die Tragweite einer 

Zustimmung im Klaren hätten sein können. Schliesslich ist darauf einzugehen, ob 

die  Vermögensverwaltungshandlungen  im  Interesse  der  Privatkläger  und  nicht 

etwa in seinem eigenen Interesse lagen.

1.12.5.  Die  Staatsanwaltschaft  stellt  die  Kenntnisse  der  Privatkläger  hinsichtlich 

dieses Investments zumindest in Frage (Urk. 61 S. 9 Ziff. 33). Die Vorinstanz hat 

überzeugend dargetan, dass ein solches Wissen der Privatkläger nicht angenom-

men  werden  kann  (Urk. 78  S. 65-76).  Darauf  kann  eigentlich  ohne  Ergänzungen 

-   39   -

verwiesen werden. Rekapitulierend ist diesbezüglich nochmals auf die vorhande-

nen Unterlagen und die Aussagen der Beteiligten einzugehen.

1.12.6.1.  Durchaus  für  die  Darstellung  des  Beschuldigten,  dass  die  Privatkläger 

vom  Investment  Kenntnis  hatten,  spricht  der  Umstand,  dass  die  Privatkläger  am 

11. August  ein  Formular  für  ein  Sub-Account  "L._____"  (Urk. 40602003)  und  am 

gleichen Tag die erwähnten Bankformulare ("Credit Agreement", "General Pledge 

and Assignement Agreement" sowie "Loans against cash or cash equivalents with 

matching currencies" (Urk. 40602030-32, 40602036-38 und 40602041) unterzeich-

neten, womit sie den Rahmen für den Bezug von Lombardkrediten bei der Bank 

E._____  AG  absteckten.  Gemäss  Anklage  geschah  diese  Unterzeichnung  durch 

die Privatkläger auf Veranlassung des Beschuldigten (Anklageschrift Ziff. 18). Dass 

den Privatklägern aufgrund dieser Unterlagen ein Kredit der Bank E._____ AG von 

8.25  Mio.  Schweizer  Franken  auf  das  Sub-Account  gewährt  wurde,  ist  sicherlich 

auf den ersten Blick ein Indiz dafür, dass sie vom Investment Kenntnis hatten. Ein 

genauerer Blick in diese Unterlagen und deren Zustandekommen zeigt indessen, 

dass  diese  Überlegung  keineswegs  zwingend  ist.  Im  "Credit  Agreement"  vom 

11. August 2011 (Urk. 40602030-32) wird nicht Bezug genommen auf ein L._____-

Investment. Die Höhe des maximalen Kredits wird nicht mit einem Betrag genannt. 

Ein weitgehend ähnliches Credit Agreement hatten die Privatkläger bereits Jahre 

zuvor  am  23. Dezember  2003  unterzeichnet  (Urk. 40602033-35).  Dieses  wurde 

durch  den  am  11. August  2011  unterzeichneten  Vertrag  abgelöst  und  lief 

gleichentags  ab  (gestempelt  mit  "Expired  11.08.2011").  Aus  ihrer  Sicht  musste 

daher die Unterzeichnung dieses "Credit Agreements" nichts ändern. Das gleiche 

gilt für das "General Pledge and Assignement Agreement" vom 11. August 2011 

(Urk. 40602036-38). Auch dieses ersetzte (lediglich) ein früheres am 23. März 2001 

unterzeichnetes  "General  Pledge  and  Assignement  Agreement"  (Urk. 40602039-

40,  gestempelt  mit  "Expired  11.08.2011").  Die  "L._____"  wird  auch  darin  nicht 

erwähnt. Auch dem "Loans against cash or cash equivalents with matching curren-

cies" (Urk. 40602041) lässt sich nichts zu einem "L._____-Investment" entnehmen. 

Es lässt sich daher nicht sagen, dass die Unterzeichnung dieser Unterlagen eine 

Kenntnis der Privatkläger bezüglich diesem Investment bedeutet, auch wenn letzt-

lich aufgrund dieser Dokumente beinahe 9 Mio. Schweizer Franken zur G._____ 

-   40   -

AG flossen. Richtig ist, dass im Formular Sub-Account / Custody Account Agree-

ment ein weiterer Account eröffnet wurde und es im von den Privatklägern unter-

schriebenen Text heisst, dass der Titel L._____ laute (Urk. 40602003). Dies ist zwar 

ein Indiz, dass die Privatkläger dies zur Kenntnis nahmen, bedeutet aber keines-

wegs, dass mit ihnen über ein grösseres Investment von über 8 Millionen Franken 

in L._____-Aktien gesprochen wurde bzw. der Beschuldigte sie darüber informiert 

hat, und erst recht nicht, dass er ihnen die ihm bekannten Umstände so offengelegt 

hat, dass sich die Privatkläger über die Tragweite ihrer Zustimmung im Klaren wa-

ren, wie es seine Pflicht gewesen wäre. 

1.12.6.2.  Die  Verteidigung  weist  auf  weitere  objektive  Beweismittel,  welche  die 

Kenntnisse der Privatkläger belegen sollen (Urk. 64 S. 19 ff.; Urk. 121 S. 19). Von 

Bedeutung  ist  hier  vorab  der  von  den  Privatklägern  am  21. Oktober  2011  unter-

zeichnete Kontoauszug für das Sub-Account L._____ (Urk. 60101018-24). Daraus 

ist  ersichtlich,  dass  vor  dem  Betrag  von  10'234'580  ein  Minuszeichen  steht  und 

"Loans". Auf Seite 5, die von den Privatklägern paraphiert wurde, heisst es im Text 

"-8'250'000.00  FIXED  TERM  LOAN  "  (Urk.  60101022).  Dies  ist  doch  ein  klares 

Indiz, dass die Privatkläger – entgegen ihrem Vorbringen – eigentlich wissen müss-

ten, dass sie einen Kredit von über 8 Mio. Schweizer Franken ausstehend hatten. 

Es erstaunt zwar, dass ein Kontoauszug unterschrieben wird. Dies erscheint eher 

ungewöhnlich, was aber nichts daran ändert, dass sie diesen Auszug offenbar vor 

sich hatten. Auch wenn damit noch nicht gesagt ist, dass die Privatkläger davon 

Kenntnis hatten, dass der Beschuldigte 8.775 Mio. Schweizer Franken in L._____-

Aktien investiert hatte, besteht doch Erklärungsbedarf, wie sie diesen Kontoauszug 

verstanden  hatten.  Gleich  verhält  es  sich  mit  den  Steuererklärungen  der  Privat-

kläger für die Jahre 2012 und 2013 (Ordner 14-16). Es ist dazu festzuhalten, dass 

es sich mit den Beilagen um ganze Bücher handelt. Die Privatkläger versteuerten 

ein Vermögen von rund 100 Mio. Schweizer Franken (vgl. etwa Urk. 40306162 und 

Urk. 40306221). Darin ist u.a. aufgeführt, dass sie 1'500 L._____-Aktien besassen 

(vgl. etwa Urk. 4030622: Steuern 2012: "1'500 Aktien L._____ AG (Kaufpreis pro 

Aktie CHF 5', CH, Aktie", Steuerwert von CHF 1'233'000]). Wie nachfolgend aufzu-

zeigen ist, erscheinen indessen die Aussagen des Privatklägers 1, wonach sie auf-

grund  des  bestehenden  Vertrauensverhältnisses  ihnen  vorgelegte  Dokumente 

-   41   -

ohne zu zögern und ohne diese weiter zu prüfen unterschrieben hätten – so etwa 

die Steuerunterlagen und Bankformulare –, glaubhaft. 

1.12.6.3. Die Vorinstanz hat sich überzeugend damit auseinandergesetzt und hat 

die  wesentlichen  Aussagen  des  Beschuldigten  und  des  Privatklägers 1  wieder-

gegeben  und  gewürdigt  (Urk. 78  S. 65-76).  Die  teilweise  widersprüchlichen 

Aussagen des Beschuldigten zu seinen Besprechungen mit den Privatklägern er-

scheinen  auffallend  oberflächlich  und  detailarm.  Exemplarisch  ist  etwa  seine 

Antwort  auf  die  Frage,  ob  er  mit  den  Privatklägern  besprochen  habe,  dass  ein 

Lombardkredit  in  der  Höhe  von  CHF  8'250'000  aufgenommen  worden  sei.  Er 

meinte  dazu,  "Ich  gehe  davon  aus,  ja"  (Urk. 50101024  F/A 160).  Schon  diese 

Antwort lässt darauf schliessen, dass dieser Lombardkredit nicht wirklich bespro-

chen  wurde.  Man  darf  annehmen,  dass  ein  Vermögensverwalter  noch  genauere 

Erinnerungen daran hat, wenn er einem Kunden die Aufnahme eines 8-Millionen-

Kredits für ein Investment empfiehlt. Zu erwarten wäre gewesen, dass der Beschul-

digte  aussagt,  dass  dies  mit  Sicherheit  besprochen  worden  sei.  Seine  Antwort 

erscheint  eher  zögerlich  und  gewunden.  Zuvor  hatte  er  auch  angegeben,  die 

Privatkläger seien – hinsichtlich der Aufnahme eines Kredits und des Investments – 

über  diesen  Depotauszug  und  die  Steuererklärungen 

informiert  gewesen 

(Urk. 50101022 F/A 144-145, Urk. 501010124 F/A 158-159). Dies erscheint doch 

seltsam und überdies sehr vage und spricht gegen eine diesbezüglich tatsächliche 

mündliche Information an die Privatkläger, welche diesen Namen verdient. Dies fiel 

auch dem befragenden Staatsanwalt auf, weshalb er nachfragte, dass der Beschul-

digte jetzt nicht zur Antwort gegeben habe, den Privatklägern sei das Investment 

bekannt gewesen, weil er sie mündlich darüber informiert habe. Erst dann meinte 

der  Beschuldigte,  ihnen  dies  auch  mündlich  gesagt  zu  haben  (Urk. 50101022 

F/A 146). Insgesamt bleiben seine Antworten vage und er machte keine näheren 

Angaben dazu, was er im Zusammenhang mit dem L._____-Investment genau mit 

den  Privatklägern  besprochen  haben  will.  Anzufügen  ist,  dass  der  vom  Beschul-

digten jeweils erwähnte Depotauszug – von den Privatklägern am 21. Oktober 2011 

unterschrieben – und die Steuerklärungen erst einiges später nach Aufnahme des 

Kredits und den Aktienkäufen ergingen und schon von daher als (selbstverständlich 

vorgängige)  Besprechung  des  Investments  nichts  taugen.  Dazu  passt,  dass  der 

-   42   -

Beschuldigte nicht mal mehr mit Überzeugung sagen konnte, ob er das L._____-

Investment mit den Privatklägern besprochen habe, bevor er die Zahlung an die 

L._____ ausgelöst hatte (Urk. 50101022 F/A 143: "Ja. also ich denke schon. Aber 

auch das ist lange her"). Wie bereits erwähnt, erscheint es auch eher merkwürdig, 

dass von den Privatklägern ein Kontoauszug unterschrieben bzw. parafiert wurde. 

Der Beschuldigte wusste auch nicht mehr, ob nur an einem einzigen Treffen oder 

mehrmals darüber gesprochen worden sei. Sie hätten sich regelmässig getroffen 

und vieles sei mündlich bei Nachtessen und so besprochen worden (Urk. 50101022 

F/A 142).  Der  Beschuldigte  räumte  im  Übrigen  ein,  dass  die  mündlichen 

Besprechungen sehr lose gewesen seien (Urk. 50101024 F/A 161). Auch wenn seit 

den  Treffen  mit  den  Privatklägern  und  der  Befragung  bereits  rund  neun  Jahre 

vergangen waren und es durchaus verständlich ist, wenn Einzelheiten vergessen 

gehen, erscheinen diese Angaben wenig lebensnah und nicht überzeugend, ging 

es doch um eine sehr bedeutende Summe von CHF 8'250'000.–, mithin nicht mehr 

um  eine  alltägliche  Investition,  weshalb  zu  erwarten  gewesen  wäre,  dass  dem 

Beschuldigten Einzelheiten dazu durchaus in Erinnerung geblieben wären. Zudem 

hatte  er  sich  mit  der  Investition  L._____  in  der  Zwischenzeit  auch  intensiv 

auseinandergesetzt und im Oktober 2013 Strafanzeige in Sachen L._____ gegen 

den  Verwaltungsrat  erhoben  wegen  Betrugs  etc.  Es  handelte  sich  also  nicht  um 

eine routinemässige Kreditaufnahme und Investition. Es ergibt sich jedenfalls nicht 

der Eindruck, dass er tatsächlich Erlebtes wiedergibt. Mit der Vorinstanz erscheint 

es zudem auffallend, dass diese behaupteten Aufklärungen der Privatkläger vom 

Beschuldigten nicht schriftlich festgehalten bzw. nicht einmal rudimentär allenfalls 

mittels  Handnotizen  dokumentiert  wurden  (Urk. 64  S. 65  f.  unter  Hinweis  auf 

Urk. 50101111/12  F/A 11 ff.).  Es  gibt  schlicht  gar  nichts,  was  bei  einer  derart 

aussergewöhnlich  hohen  Investition  kaum  zu  erklären  ist  und  ein  Indiz  dafür 

darstellt, dass der Beschuldigte die Privatkläger eben gar nicht über dieses nahezu 

9 Mio. Schweizer Franken-Investment informiert hatte. 

1.12.6.4. Die Aussagen des Privatklägers 1 wirken im Gegensatz dazu detaillierter, 

plausibel, widerspruchsfrei und insgesamt glaubhaft. Seine wesentlichen Aussagen 

wurden von der Vorinstanz korrekt zusammengefasst (Urk. 78 S. 66-70), worauf zu 

verweisen  ist.  Von  zentraler  Bedeutung  ist  bei  der  Würdigung  dieser  Aussagen 

-   43   -

vorab, ob, wie vom Privatkläger 1 geschildert, tatsächlich ein enges Vertrauensver-

hältnis zwischen den Privatklägern und dem Beschuldigten bestanden hat. Dieses 

hat  der  Privatkläger  1  anschaulich  und  überzeugend  geschildert.  Er  beschrieb, 

dass  sie  sowohl  eine  geschäftliche  als  auch  eine  sehr  gute,  freundschaftliche 

Beziehung gehabt hätten. Der Beschuldigte sei zu ihnen nach Hause gekommen 

und dieser habe umgekehrt sie eingeladen, z.B. als sein Kind Geburtstag gehabt 

habe, wo auch die Verwandten seiner Frau anwesend gewesen seien, seine Eltern 

und  sein  Bruder  mit  dessen  Familie.  Sie  seien  auf  Wunsch  des  Beschuldigten 

einmal  gemeinsam  nach  U._____  [Stadt  in  Russland]  geflogen.  Weiter  habe  der 

Beschuldigte sie mit den Kindern besucht und sie (die Privatkläger) hätten den Kin-

dern Drachen geschenkt und diese zusammen steigen lassen. Sie hätten ihm ver-

traut  und  das  gemacht,  was  er  ihnen  gesagt  habe.  Aufgrund  dieses  Vertrauens 

hätten sie keine Abklärungen mehr getätigt. Sie hätten sich bei verschiedenen Ge-

legenheiten  mit  dem  Beschuldigten  getroffen,  z.B.  im  Restaurant  V._____  zum 

Abendessen (Urk. 50201001 f. F/A 6, Urk. 50201009 F/A 47). Diese Aussagen des 

Privatklägers 1 erweisen sich im Gegensatz zu denjenigen des Beschuldigten als 

schlüssig, detailreich und anschaulich. Weiter ist in diesem Zusammenhang – wie 

von Vorinstanz dargetan – zu würdigen, dass die Privatkläger die Dienste des Be-

schuldigten trotz seines mehrfachen Arbeitsstellenwechsels (J._____ Bank, Bank 

E._____  AG,  G._____  AG)  weiterhin  langjährig  in  Anspruch  nahmen,  ihm  "treu" 

blieben,  der  Beschuldigte  die  Privatkläger  im  Zusammenhang  mit  deren  Aufent-

haltsbewilligung in der Schweiz unterstützte und sie ihm für den Kauf ihrer Liegen-

schaften  in  der  Schweiz  eine  Generalvollmacht  erteilt  hatten  (Urk. 78  S. 69, 

Urk. 50101040-50 F/A 29 f., 35, 50 und 93; Urk. 50201002 ff. F/A 10 ff.). Auch be-

sass  der  Beschuldigte  einen  Schlüssel  für  den  Briefkasten  der  Privatkläger  und 

leerte deren Post (Urk. 50101080 F/A 301). Vor diesem Hintergrund vermögen die 

Aussagen des Privatklägers 1, wonach sie eine sehr gute freundschaftliche Bezie-

hung gepflegt hätten und ein enges Vertrauensverhältnis zwischen ihnen bestan-

den habe, zu überzeugen, und es erscheint glaubhaft, wenn er angibt, sie hätten 

dem Beschuldigten vertraut und sie hätten, wenn er gesagt habe, ein Dokument 

müsse unterzeichnet werden, dieses unterzeichnet. Die Darstellung des Beschul-

digten,  wonach  es  hingegen  eine  rein  geschäftliche  Beziehung  gewesen  sei 

(Urk. 50101040 F/A 15), vermag vor diesem Hintergrund nicht zu überzeugen und 

-   44   -

erscheint wenig glaubhaft. Wie von der Vorinstanz erwogen erwecken seine Aus-

sagen den Eindruck, als versuche er das Vertrauensverhältnis zu den Privatklägern 

herunterzuspielen.

1.12.6.5. Der Privatkläger 1 ist auch den Fragen nicht ausgewichen und hat zu den 

ihm vorgelegten diversen Dokumenten Stellung genommen. Anschaulich führte er 

aus,  dass  der  Beschuldigte  ihnen  sehr  oft  Papiere  vorgelegt  habe  und  sie  diese 

unterschrieben hätten. Sie hätten weder damals noch heute verstanden, was in den 

Papieren (auf Englisch oder Deutsch) gestanden habe. Der Privatkläger habe diese 

ohne  sie  zu  lesen  im  Vertrauen  auf  den  Beschuldigten  unterschrieben  (vgl. 

Urk. 50201007  ff.  F/A  39).  Mehrfach  erklärte  er,  den  fraglichen  von  ihnen  unter-

zeichneten  Depotauszug  nicht  gelesen  zu  haben,  und  auch  nicht  gewusst  zu 

haben,  dass  sie  ein  Darlehen  aufgenommen  hätten  (Urk. 50201030  ff.  F/A  179). 

Dabei bestritt er keineswegs, dass auf den Dokumenten die Unterschriften von ih-

nen (den Privatklägern) seien, sondern brachte vielmehr konstant vor, die Unter-

schrift im Vertrauen gesetzt zu haben. Auch gab er an, die Statements von diesem 

Sub-Account nie bekommen zu haben (Urk. 50201035 F/A 203). Auf Vorhalt des 

unterzeichneten  Depotauszuges  erklärte  er  etwa,  die  Handschrift  auf  Seite 3  sei 

seine, aber dieses Dokument habe er nicht gelesen. Er denke, dass er und seine 

Frau die Initialen aufgeführt hätten. Sie hätten von diesem Darlehen nichts gewusst. 

Er  habe  das  nicht  gelesen  und  sie  hätten  nicht  gewusst,  dass  sie  ein  Darlehen 

haben  würden  (Urk. 50201030 f.  F/A  179  und  F/A  181).  Dabei  blieb  er  konstant, 

auch auf Nachhaken der Verteidigung, und erklärte plausibel, "Wenn die Zahlen so 

markiert  gewesen  wären,  wie  Sie  das  jetzt  gemacht  haben,  dann  hätte  ich  die 

Zahlen  aufmerksam  gelesen  oder  auf  sie  geachtet.  Aber  ich  wusste  von  diesem 

Darlehen wirklich nichts. Wir haben nie die Statements von diesem Sub-Account 

bekommen." (Urk. 50201035 F/A 203). Weiter gab er nachvollziehbar an, von der 

Bank jeden Monat eine Abrechnung erhalten zu haben. Er habe dabei geschaut, 

was  für  eine  Summe  beim  Total  stehe  und  die  Details  nicht  nachgeprüft 

(Urk. 50201004  F/A  18).  Allgemein  deponierte  der  Privatkläger  1  auch,  dass  es 

auch Fälle gegeben habe, wo man sich im Restaurant getroffen hätte und ihnen 

der Beschuldigte ein Formular vorgelegt habe, welches noch nicht vollständig aus-

gefüllt gewesen sei. Der Beschuldigte habe gesagt, das Formular müsse dringend 

-   45   -

unterschrieben  werden,  was  sie  dann  getan  hätten  (Urk. 50201014).  Der  Privat-

kläger 1 hat auch hinsichtlich der Steuerunterlagen plausibel gemacht, dass seine 

Deutschkenntnisse nicht genügend seien, um diese Formulare selber auszufüllen, 

und  im  Weiteren  nachvollziehbar  darauf  hingewiesen,  dass  seine  Stärken  im 

Bereich  Ingenieur-Mechaniker  liegen.  Er  könne  Ingenieursprobleme  lösen  und, 

wenn man ihm eine Zeichnung gegeben hätte, hätte er das schon auseinanderge-

nommen und studiert (Urk. 50201034 f. F/A 200). Der Privatkläger 1 schilderte in 

einfachen Worten, dass es eben so gewesen sei, wie er es schon gesagt habe. Der 

Beschuldigte  habe  ihnen  die  Papiere  zum  Unterschreiben  gebracht.  Es  sei  ein 

Marker  angebracht  gewesen,  wo  sie  ihre  Unterschriften  hinsetzen  sollten.  Sie 

hätten  ihm  dermassen  vertraut,  dass,  wenn  er  auf  einen  Stapel  von  Unterlagen 

gezeigt  hätte,  sie  ihre  Unterschriften  trotzdem,  ohne  es  durchzulesen,  gesetzt 

hätten  (Urk. 50201034  f.  F/A 200).  Es  fällt  denn  auch  auf,  dass  anderseits  der 

Beschuldigte die Frage des Staatsanwalts, ob es immerhin möglich sei, dass die 

Privatkläger diesen Depotauszug "blind" visiert hätten, letztlich unbeantwortet liess 

bzw.  dies  nicht  explizit  ausschloss  (Urk. 50101022  F/A 145-146).  Es  kann  im 

Übrigen zu den weiteren Aussagen des Privatklägers 1 zum Sub-Account und dem 

Geschehen bis zur Strafanzeige auf die ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz 

verwiesen werden, welche seine Aussagen zurecht als lebensnah, anschaulich und 

glaubhaft einschätzt (Urk. 78 S. 66 ff.). 

1.12.6.6. Es darf auch mit der Vorinstanz berücksichtigt werden, dass der Beschul-

digte die Privatkläger auch schon über die Zahlung an die F._____ AG für seine 

Yacht nicht informiert hatte (Urk. 50101036 F/A 224). Es ist zwar zu sehen, dass 

der Beschuldigte sein diesbezügliches Fehlverhalten ausdrücklich eingestand. Nur 

am Rande ist darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte auch weitere diverse (be-

reits verjährte) Zahlungen ohne die Zustimmung der Privatkläger ab deren Konto 

für sich (Investition für Stockwerkeigentumswohnungen in W._____ und AA._____) 

verwendete. Auch diese hat er zwar eingeräumt (Urk. 50101008-12). Gemäss sei-

nen Angaben habe er den Privatklägern gegenüber von einem Real Estate Invest-

ment gesprochen, wobei er natürlich nicht gesagt habe, dass es seine eigene Lie-

genschaft gewesen sei. Der Beschuldigte räumt also ein, die Privatkläger da nicht 

wirklich informiert zu haben. Er habe gehofft, diese Mittel relativ schnell zurückfüh-

-   46   -

ren  zu  können  (Urk. 50101008  F/A 40).  Dieses  eingestandene  Verhalten  gegen-

über den Privatklägern lässt zusätzliche Zweifel aufkommen, ob er die Privatkläger 

hinsichtlich des L._____-Investments richtig informierte und dieses mit ihnen be-

sprochen hat, wie er vorbringen lässt. Immerhin scheint sich ein Muster durch sein 

Verhalten zu ziehen, nämlich Geld der Privatkläger ohne deren Zustimmung zu ver-

wenden, in der Hoffnung dieses bald zurückführen zu können.

1.12.6.7. Ein weiteres Indiz, welches gegen Kenntnisse der Privatkläger über das 

L._____-Investment spricht, stellt der Umstand dar, dass ein Investment von insge-

samt CHF 8'775'000.– in L._____-Aktien nicht dem zwischen dem Beschuldigten 

als  Vermögensverwalter  und  den  Privatklägern  vereinbarten  Anlageprofil 

entsprach.  Vereinbart  war  ein  maximaler  Aktienbestandteil  von  25% 

(Urk. 20101072 f.).  Ausgehend  von  einem  Nettovermögen  der  Privatkläger  von 

USD 25'444'412 per 31. Dezember 2011 (bei der Bank E._____ AG) waren mit dem 

L._____-Investment insgesamt rund USD 14.2 Mio. bzw. rund 55 % des Vermö-

gens in Aktien investiert. Das L._____-Investment widersprach somit dem gewähl-

ten  Risikoprofil  eklatant.  Dieses  Risikoprofil  wurde  vom  Beschuldigten  bzw.  den 

Parteien denn auch nie abgeändert. Der Privatkläger 1 hat im Übrigen anschaulich 

dargetan, dass er das gewählte Risikoprofil mit einem Aktienanteil von höchstens 

25 % verstanden habe. Dieses spreche nicht für ein so hohes Risiko. Es bedeute, 

dass kein hoher Zins, keine hohen Gewinne erzielt werden, aber dafür auch nicht 

ein grosses Risiko getragen werde (Urk. 50201011 F/A 61-62). Der Privatkläger 1 

selber  erklärte  denn  auch  auf  den  Vorhalt,  dass  sie  gemäss  dem  Beschuldigten 

Kenntnis vom L._____-Investment gehabt und diesem zugestimmt hätten, plausi-

bel, das widerspreche ihrer Strategie. Sie hätten nie eine so grosse Menge Aktien 

gekauft. Sie hätten tatsächlich nichts davon gewusst. Im Portfolio hätten nicht mehr 

als 25 % höchstens 27 % Aktien sein sollen. Ihnen sei das nicht bekannt gewesen, 

sie hätten nicht gewusst, was "L._____" heisse (Urk. 50201031 F/A 182- 183).

1.12.6.8. Die Verteidigung hat geltend gemacht, dass der Privatkläger 1 entgegen 

seinen Angaben (Urk. 50201003 f. F/A 11-14) durchaus gut Englisch spreche und 

die  von  ihm  unterzeichneten  Unterlagen  verstanden  habe.  Zum  Beleg  hierfür 

reichte sie diverse E-Mails ein (Urk. 64 S. 18 f.; Urk. 65/3-5). Es ist zu diesem Punkt 

-   47   -

auf  die  Aussage  des  Beschuldigten  hinzuweisen.  Er  führte  aus,  mit  den  Privat-

klägern  in  Englisch  und  Hebräisch  kommuniziert  zu  haben.  Er  könne  sich  auf 

Hebräisch durchschlagen. Die Privatkläger würden Englisch so wie er Hebräisch 

sprechen.  Sie  würden  sich  auch  durchschlagen  (Urk. 50101039  F/A 8 ff.).  Die 

eingereichten E-Mails tragen zu dieser Frage zudem schon deshalb wenig bei, da 

der Privatkläger 1 bei deren Verfassung Hilfe gehabt haben kann. Sodann geht es 

bei den fraglichen Unterlagen weitgehend um eine nicht leicht verständliche "Ban-

kensprache" in Englisch. Dass diese von jemandem, der sich in Englisch "durch-

schlägt", schon daher nicht oder nicht detailliert gelesen werden, ist nachvollzieh-

bar. 

1.12.6.9. Ein weiteres Indiz für fehlende Kenntnisse der Privatkläger betreffend das 

L._____-Investment  ist  darin  zu  sehen,  dass  der  Beschuldigte  bzw.  die  Kanzlei 

AB._____ 2013 lediglich in seinem Namen und im Namen von K._____ und I._____ 

bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen den alleinigen Verwaltungsrat der 

L._____ AG, S._____, wegen Betrugs etc. einreichte. Diesem wurde vorgeworfen, 

Investoren Millionenumsätze der L._____ AG, ein florierendes Unternehmen vor-

gegaukelt zu haben, obwohl die L._____ keinerlei zahlende Kunden gehabt habe 

(vgl.  Urk. 20101001  im  Verfahren  ...).  Die  Privatkläger  werden  in  dieser  Strafan-

zeige  trotz  des  angeblich  mit  ihrem  Wissen  erfolgten  nahezu  9-Millionen-Invest-

ments  nicht  als  Geschädigte  genannt,  was  schlicht  nicht  nachvollziehbar  ist. 

Ebenso wenig wird im Übrigen die G._____ AG erwähnt, welche doch gemäss – 

allerding variierender – Darstellung des Beschuldigten die L._____-Aktien für ihre 

Kunden gehalten haben soll. Es ist daher festzuhalten, dass der Beschuldigte sich 

auch  bei der Strafanzeige  gegenüber  der  Staatsanwaltschaft  als  Berechtigter  an 

diesen L._____-Aktien ausgibt und die Privatkläger nicht erwähnt. Das Vorbringen 

des Beschuldigten, er habe dies so gemacht, weil er nicht gewollt habe, dass das 

Verhältnis zu den Privatklägern erschüttert werde, erscheint nicht überzeugend, zu-

mal er gemäss eigenen Angaben die Hoffnung gehabt habe, etwas zurückzuerhal-

ten (Urk. 50101026 F/A 168). Wenn das "9-Millionen-Investment" sodann tatsäch-

lich nach Besprechung und im Einverständnis der Privatkläger erfolgt wäre und die 

Hoffnung auf eine (Teil-)Rückerstattung der Einlagen aufgrund der Strafanzeige be-

stand, ist kein plausibler Grund ersichtlich, die Privatkläger in der Anzeige nicht als 

-   48   -

die Investoren zu nennen und die Privatkläger nicht über das Strafverfahren zu in-

formieren. Es ist nicht ersichtlich, dass das Verhältnis zu den Privatklägern durch 

diese  "Rettungsaktion"  einer  Strafanzeige  erschüttert  worden  wäre.  Die  Strafan-

zeige deutet daher bei vernünftiger Betrachtung doch deutlich darauf hin, dass die 

Privatkläger nichts vom L._____-Investment wussten. Anzufügen ist, dass der Pri-

vatkläger 1 glaubhaft versicherte, von diesem Strafverfahren nichts gewusst zu ha-

ben (Urk. 50201035 F/A 205). 

1.2.6.10. Es kann demnach festgehalten werden, dass die Aussagen des Privatklä-

gers 1  sich  im  Gegensatz  zu  denjenigen  des  Beschuldigten  als  detailreich, 

anschaulich und insgesamt glaubhaft erweisen. Die von der Verteidigung genann-

ten  Unterlagen  stellen  zwar  Indizien  dar,  dass  die  Privatkläger  doch  Kenntnisse 

vom L._____-Investment hatten, vermögen aber die an sich glaubhaften Angaben 

des Privatklägers 1 nicht zu erschüttern, zumal er insbesondere anschaulich und 

glaubhaft versicherte, dass die Privatkläger aufgrund des langjährigen Vertrauens-

verhältnisses  zum  Beschuldigten  diverse  ihnen  vom  ihm  vorgelegte  Dokumente 

ohne diese zu lesen und näher zu prüfen, also quasi "blind", unterzeichnet haben. 

Sodann  ist  festzuhalten,  dass  das  L._____-Investment  nicht  dem  gewählten 

Risikoprofil entsprach.

1.3.

Zwischenfazit

Zusammenfassend ist somit erstellt, dass die Privatkläger zu keinem Zeitpunkt über 

einen liquiden Anspruch an den Aktien der L._____ AG verfügten. Sie waren selber 

nicht im Besitz irgendwelcher Dokumente, welche einen durchsetzbaren Rechtstitel 

dargestellt hätten. Weder bei der L._____ AG noch bei der Hinterlegungsstelle für 

diese Aktien, der M._____ AG, waren sie je als Berechtigte an Aktien der L._____ 

AG registriert. Hingegen hat sich der Beschuldigte in eigenem Namen als Aktionär 

und/oder wirtschaftlich Berechtigter für Aktien der L._____ AG registrieren lassen. 

Weiter ist festzuhalten, dass das L._____-Investment nicht dem gewählten Anlage-

profil der Privatkläger entsprach und die Aussagen des Privatklägers 1, dass die 

Privatkläger  keine  Kenntnisse  vom  L._____-Investment  und  vom  Kredit  über 

CHF 8'250'000.00  hatten,  –  entgegen  der  Ansicht  der  Verteidigung  –  glaubhaft 

sind. Entsprechend hat der Beschuldigte seine auftragsrechtliche und in der Ankla-

-   49   -

geschrift  aufgeführte  Informationspflicht  gegenüber  den  Privatklägern  ebenfalls 

verletzt.  Schliesslich  ist  auch  bereits  an  dieser  Stelle  festzuhalten,  dass  die 

L._____-Investition nicht im Interesse der Privatkläger, sondern im eigenen Inter-

esse des Beschuldigten lag, worauf nachfolgend noch eingegangen wird (vgl. Ziff. 

III D 1.4.).

1.4.

Besserstellung

1.4.1.  Die  Staatsanwaltschaft  hält  zutreffend  fest  (Urk. 61  S. 9),  dass  angesichts 

der  Grössenordnung  dieser  Geschäfte  von  nahezu  9  Millionen  Franken  eine 

verlässliche Dokumentation der Ansprüche der Privatkläger nicht einfach nur wün-

schenswert, sondern zwingend gewesen wäre. Den Privatklägern für ihre Investi-

tion von rund 9 Millionen Franken keinen liquiden Anspruch bzw. durchsetzbaren 

Rechtstitel zu verschaffen, stellt in der Tat zweifellos eine grobe Pflichtverletzung 

des Beschuldigten ihnen gegenüber dar. Dabei kann auch nicht davon ausgegan-

gen werden, dass dies ein Versehen des Beschuldigten war, was er auch so nicht 

geltend  macht.  Er  war  seit  Jahrzehnten  als  Kundenberater/Vermögensverwalter 

von grossen Vermögen tätig und es kann nicht angenommen werden, dass er dies 

einfach vergessen hat, sondern es ist von einer absichtlichen Unterlassung auszu-

gehen. Damit geht einher, dass das Investment nicht dem vereinbarten Anlageprofil 

entsprach und der Beschuldigte seiner Informationspflicht nicht nachkam, womit er 

weitere  wesentliche  Pflichten  als  Vermögensverwalter  der  Privatkläger  ihnen 

gegenüber verletzte. Es ist denn auch offensichtlich, dass der Beschuldigte sich auf 

diese Weise einen eigenen Vorteil verschaffen wollte und auch verschaffte. Regis-

triert als Berechtigter an diesen Aktien war es ihm möglich, mit diesen nach seinem 

Gutdünken zu verfahren. So wie er sich 1.5 Millionen Franken für seine Yacht "ge-

borgt" hatte – die er beim geplanten erfolgreichen Geschäft zurückzahlen wollte –, 

verfügte er nun über diese Aktien für eigene Zwecke, wobei er sich offen hielt, ob, 

wie und wann er den Privatklägern einen Gegenwert verschafft (vgl. auch Urk. 61 

S. 9 f.). 

1.4.2. Dies zeigte sich etwa beim Kauf von 360 Aktien durch die T._____ Ltd. ge-

mäss deren Auftrag vom 9. August 2011. Der Aktienkauf der T._____ Ltd. wurde 

gemäss Anklage zunächst aus den von den Privatklägern überwiesenen Geldern 

-   50   -

finanziert,  bevor  die  T._____  Ltd.  am  10.  Oktober  2011  CHF  1'980'000.–  der 

G._____ AG überwies. Dies ist entgegen dem Bestreiten des Beschuldigten in den 

Befragungen erstellt. Es kann hierzu auf die sorgfältigen und zutreffenden Erwä-

gungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 78 S. 52). Klar ergibt sich dies aus 

dem  Schreiben  der  G._____  AG  vom  1.  September  2014  an  Rechtsanwalt 

AC._____, worin ausdrücklich festgehalten wird, dass die G._____ AG den Aktien-

kauf der T._____ Ltd. vorfinanziert hat. Weiter heisst es darin: "Am 12. August 2011 

überwies G._____ AG den Betrag von CHF 8'250'000.– auf das Konto der L._____ 

für gesamthaft 1'500 Inhaberaktien der L._____, wovon 360 Aktien für T._____ be-

stimmt waren" (Urk. 40202029). Der Kauf der 360 L._____-Aktien für die T._____ 

Ltd. wurde somit nicht von der G._____ AG vorfinanziert, sondern vom Geld der 

Privatkläger, zumal das Bankkonto der G._____ AG bei der Bank E._____ AG ein-

zig nach der Überweisung der entsprechenden Summe vom Konto der Privatkläger 

einen Saldo in dieser Grössenordnung aufwies (Urk. 40613169 ff.). Es passt denn 

auch,  dass  sich  der  Beschuldigte  –  wie  oben  ausgeführt  –  widersprüchlich  dazu 

geäussert hat, wer für wen diese 1'500 Aktien gekauft hat. Die T._____ Ltd über-

wies  den  Kaufpreis  von  CHF  1'980'000.–  dann  erst  am  10. Oktober  2011 

(Urk. 40613174; und Urk. 40612008). Bereits vor der Überweisung der 8.25 Millio-

nen Franken hatte sich der Beschuldigte als Aktionär der 1'500 L._____-Inhaber-

aktien  eintragen  lassen  (vgl.  beigezogene  Akten  Verfahren  ...:  Urk. 40701159, 

Urk. 40701107  und  Urk. 40701270),  was  ihm  danach  –  eben  nach  Gutdünken  – 

ermöglichte, einen Teil dieser Aktien als für die T._____ Ltd erworben eintragen zu 

lassen. Solches wäre ihm natürlich nicht möglich gewesen, wenn die Privatkläger 

als Berechtigte registriert gewesen wären (vgl. auch Urk. 61 S. 10). 

1.4.3. Die Besserstellung des Beschuldigten durch die fehlende Registrierung der 

Privatkläger  als  Aktionäre  und  wirtschaftlich  Berechtigte  an  den  L._____-Aktien 

zeigte sich auch darin, dass der Beschuldigte in der Folge die Dividendenausschüt-

tungen der L._____-Aktien im Umfang von mehreren hunderttausenden Franken 

für das Jahr 2011 für sich vereinnahmte. Auch dieses Handeln weist klar darauf 

hin,  dass  der  Beschuldigte  sich  mit  seinem  Vorgehen  einen  eigenen  Vorteil  ver-

schaffen wollte. Dies wäre ihm nicht bzw. zumindest nicht auf derart einfache Art 

-   51   -

möglich gewesen, wenn er die Privatkläger und nicht sich als Aktionäre eingetragen 

hätte.

1.4.4.  Seine  Stellung  als  Aktionär  und  wirtschaftlich  Berechtigter  hätte  es  dem 

Beschuldigte denn auch ermöglicht, die Aktien im Falle einer Kurssteigerung – wo-

von er ausging – zu verkaufen und den Gewinn nach Gutdünken zu verwenden und 

etwa das "geborgte" Geld ohne den Gewinnanteil an die Privatkläger zurückzuzah-

len. Umgekehrt war es ihm flexibel möglich, bei Verlusten zu erklären, die Aktien 

nur treuhänderisch für die Privatkläger gehalten zu haben. 

1.5.

Fazit

Zusammenfassend ist demnach der Sachverhalt im Sinne der Anklage erstellt.

2.

Rechtliche Würdigung

Auch in Bezug auf diese Vorwürfe erweist sich das neue Recht nicht als milder, 

weshalb das im Tatzeitpunkt geltende Recht anzuwenden ist (Ziff. III D 2.1.).

2.1.

Rechtliche Grundlagen

Wie bereits erwähnt hat die Vorinstanz die theoretischen Grundlagen sowie Lehre 

und Rechtsprechung zur qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne 

von  Art. 158  Ziff. 1  Abs. 1  und  3  StGB  korrekt  und  umfassend  dargetan  (Urk. 78 

S. 98-104),  worauf  vorab  nochmals  zu  verweisen  ist.  Nach  dem  Treubruchtatbe-

stand der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB wird 

bestraft,  wer  auf  Grund  des  Gesetzes,  eines  behördlichen  Auftrages  oder  eines 

Rechtsgeschäfts damit betraut ist, das Vermögen eines andern zu verwalten oder 

eine solche Vermögensverwaltung zu beaufsichtigen, und dabei unter Verletzung 

seiner Pflichten bewirkt oder zulässt, dass der andere am Vermögen geschädigt 

wird (Abs. 1). Handelt der Täter in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmäs-

sig  zu  bereichern,  so  kann  auf  Freiheitsstrafe  von  einem  Jahr  bis  zu  5  Jahren 

erkannt werden (Abs. 3). Geschäftsführer im Sinne von Art. 158 StGB ist, wer in 

tatsächlich oder formell selbstständiger und verantwortlicher Stellung im Interesse 

eines anderen für einen nicht unerheblichen Vermögenskomplex zu sorgen hat. Die 

Stellung als Geschäftsführer fordert ein hinreichendes Mass an Selbstständigkeit, 

-   52   -

mit welcher dieser über das fremde Vermögen oder über wesentliche Bestandteile 

desselben verfügen kann. Der Tatbestand setzt einen Vermögensschaden voraus. 

Ein  solcher  kann  in  einer  tatsächlichen  Schädigung  durch  Verminderung  der 

Aktiven, Vermehrung der Passiven, Nicht-Verminderung der Passiven oder Nicht-

Vermehrung der Aktiven liegen. Ein Schaden liegt bereits vor, wenn das Vermögen 

in einem Masse gefährdet wird, dass es in seinem wirtschaftlichen Wert vermindert 

ist. Dies ist der Fall, wenn der Gefährdung im Rahmen einer sorgfältigen Bilanzie-

rung durch Wertberichtigung oder Rückstellung Rechnung getragen werden muss. 

Zwischen der Verletzung der Treuepflicht und dem Vermögensschaden muss ein 

Kausalzusammenhang  bestehen.  Die  im  Gesetz  nicht  näher  umschriebene 

Tathandlung der ungetreuen Geschäftsbesorgung besteht in der Verletzung jener 

spezifischen Pflichten, die den Täter in seiner Stellung als Geschäftsführer gene-

rell, aber auch bezüglich spezieller Geschäfte zum Schutz des Auftraggebers bzw. 

des Geschäftsherrn treffen. Die entsprechenden Pflichten ergeben sich aus dem 

jeweiligen Grundverhältnis. Subjektiv ist Vorsatz erforderlich. Dieser muss sich auf 

die Pflichtwidrigkeit des Handelns oder Unterlassens, die Vermögensschädigung 

und den Kausalzusammenhang zwischen dem pflichtwidrigen Verhalten und dem 

Schaden  beziehen.  Eventualvorsatz  genügt.  An  dessen  Nachweis  sind  hohe 

Anforderungen  zu  stellen,  da  der  objektive  Tatbestand,  namentlich  das  Merkmal 

der Pflichtverletzung, relativ unbestimmt ist. Der qualifizierte Treubruchtatbestand 

gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB setzt die Absicht unrechtmässiger Bereiche-

rung voraus. Eventualabsicht genügt (vgl. BGE 142 IV 346 mit zahlreichen Hinwei-

sen).  Unter  Bereicherung  versteht  man  irgendeine  –  dauernde  oder  vorüber-

gehende  –  wirtschaftliche  Besserstellung  im  Sinne  des  Vermögensbegriffs.  Die 

wirtschaftliche  Besserstellung  kann  bestehen  im  Wert  des  Deliktsobjekts  oder  in 

den  Möglichkeiten  seinen  regulären  Gebrauchs  unter  wirtschaftlichen  Gesichts-

punkten. Nach Auffassung des Bundesgerichts genügt bei der Absicht im techni-

schen  Sinne  und  damit  auch  bei  der  Absicht  der  unrechtmässigen  Bereicherung 

eine "eventuelle" Absicht (vgl. OFK/StGB-DONATSCH, Art. 137 N 11-13 und Art. 158 

N .12 unter Hinweis u.a. auf BGE 118 IV 30, BGE 107 IV 168, Urteile 6B_776/2016 

vom 8. November 2016 E.2.5.3, 6B_1429/2019 vom 5. Februar 2020 E.2.2).

-   53   -

2.2. Geschäftsführer und Vermögensverwalter

Der Beschuldigte ist als Vermögensberater und Vorsitzender der Geschäftsleitung 

der G._____ AG klarerweise als Geschäftsführer im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB 

zu qualifizieren. Dies wird von ihm auch nicht bestritten. Der Beschuldigte bzw. die 

G._____ AG war vertraglich mit der Verwaltung der Vermögenswerte der Privatklä-

ger bei der Bank E._____ AG im Umfang von mehreren Millionen Franken beauf-

tragt. Im Rahmen dieses Auftrags durfte der Beschuldigte in tatsächlich und formell 

selbstständiger  und  verantwortlicher  Stellung  im  Namen  und  auf  Rechnung  der 

Privatkläger  Anlageentscheide  von  grosser  Tragweite  fällen  und  umsetzen  (wie 

"Purchase  and  sale  (including  futurs)  of  securities  (stocks,  shares  in  investment 

funds, notes, money market securities, etc.), precious metals and foreign currency 

as well as fully covered stock options for acquisition and sale of such assets" usw. 

usw.). Dies ergibt sich aus dem abgeschlossenen Vermögensverwaltungsvertrag 

und den erteilten Vollmachten (vgl. "Asset Management Mandate"; Urk. 20101057-

73, sowie auch Urk. 41601003 f., Urk. 41701003 f.), was vom Beschuldigten eben-

falls  nicht  bestritten  wird.  Weiter  ist  erneut  auf  Art.  29  lit.  a  StGB  hinzuweisen, 

wonach eine besondere Pflicht, deren Verletzung die Strafbarkeit begründet oder 

erhöht und die nur der juristischen Person obliegt, einer natürlichen Person zuge-

rechnet  wird,  wenn  diese  als  Organ  oder  als  Mitglied  eines  Organs  einer  juristi-

schen  Person  handelt.  Der  Beschuldigte  war  Geschäftsleiter  der  G._____  AG 

(Urk. 41701003). Vorliegend sind demnach die Pflichten der G._____ AG dem Be-

schuldigten als deren Geschäftsleiter zuzurechnen (Art. 716b OR). Sodann ist auch 

belegt und unbestritten, dass seitens der G._____ AG jeweils der Beschuldigte für 

die Privatkläger handelte. Er hatte somit selbständig im Interesse eines anderen für 

einen nicht unerheblichen Vermögenskomplex zu sorgen. 

-   54   -

2.3. Pflichtverletzung

2.3.1.  Aufgrund  seiner  Stellung  als  Geschäftsleiter  der  G._____  AG  hatte  der 

Beschuldigte mit Blick auf den Vermögensverwaltungsauftrag mit den Privatklägern 

vertraglich eine auftragsrechtliche Sorgfalts-, Treue- und Rechenschaftspflicht, die 

sich aus Art. 398 Abs. 2 OR und Art. 400 Abs. 2 OR ergibt. Vorliegend ergibt sich 

diese Treueflicht des Beschuldigten aus dem mit den Privatklägern abgeschlosse-

nen  Vermögensverwaltungsvertrag  und  den  erteilen  Vollmachten  ("Third-Party 

Management Authorisation", "Declaration of consent and forwarding authorization 

in respect of payment orders" und "Asset management mandate" = Urk. 20101057-

73).  Gemäss  Art. 398  Abs. 2  OR  haftet  der  Beauftragte  dem  Auftraggeber  für 

getreue und sorgfältige Ausführung des ihm übertragenen Geschäftes. Die Treue 

im Sinne einer generellen Interessenwahrung ist umfassender als die Sorgfalt, die 

eine sachgerechte Abwicklung der Ausführungsobligation verlangt. Treue meint, al-

les zu tun, was zum Erreichen des Auftragserfolges erforderlich sein kann, und alles 

zu unterlassen, was dem Auftraggeber Schaden zuzufügen vermöchte (vgl. BSK 

OR I-OSER/WEBER, Art. 398 N 8 mit zahlreichen Hinweisen). Ausfluss der Treue-

pflicht ist insbesondere auch, dass der Beauftragte den Auftraggeber beraten und 

informieren muss (vgl. BGE 115 II 62 S. 65 mit Hinweisen). Zu den Nebenpflichten 

bzw.  allgemeinen  Treuepflichten  gehören  die  Pflicht  zur  Information  und  Aufklä-

rung, so etwa über die Risiken und Chancen der Investition. Eine Information hat 

exakt,  verständlich  und  vollständig  zu  erfolgen  (vgl.  BSK  OR  I-OSER/WEBER, 

Art. 398 N 26 und N 29 insbesondre S. 2796 ff. mit zahlreichen Hinweisen). Wie 

erwogen ergeben sich die entsprechenden Pflichten aus dem jeweiligen Grundge-

schäft  und  sind  entsprechend  für  den  konkreten  Fall  zu  bestimmen  (BGE  142 

IV 346 E. 3 f.). Der Beschuldigte als Geschäftsleiter der G._____ AG und beauf-

tragter  Vermögensverwalter  schuldete  den  Privatklägern  somit  eine  umfassend 

interessenwahrende Tätigkeit, die sich nach dem Umfang des Auftrages richtete. 

Die  Staatsanwaltschaft  hält  in  der  Anklage  daher  zutreffend  die  Pflichten  fest, 

welche  dem  Beschuldigten  oblagen  und  welche  bereits  mehrfach  angesprochen 

wurden  (vgl.  Urk.  10601001  ff.  S. 5  RZ  11,  S. 10  RZ  45).  Insbesondere  traf  den 

Beschuldigten eine Informationspflicht, und er hatte die Pflicht, keine Verwaltungs-

handlungen vorzunehmen, welche Vermögensabflüsse darstellen oder gar statt im 

-   55   -

Interesse der Privatkläger in seinem eigenen Interesse lagen. Gemäss Art. 397 OR 

war er weiter verpflichtet, Weisungen der Privatkläger zu befolgen. 

2.3.2. Der Beschuldigte hat für beinahe 9 Millionen Schweizerfranken aus dem Ver-

mögen der Privatkläger L._____-Aktien gekauft, ohne dass er den Privatklägern im 

Gegenzug einen  liquiden  Anspruch  an  diesen  Aktien  bzw.  einen  durchsetzbaren 

Rechtstitel verschaffte. Damit hat er seine Sorgfalts- und Treupflichten als Vermö-

gensverwalter verletzt. Seine Handlungen führten auf der einen Seite zu einem Ver-

mögensabfluss bei den Privatklägern von CHF 8'775'000. Aufgrund des Vorgehens 

des Beschuldigten haben sie auf der anderen Seite aber keinen Gegenwert erhal-

ten, sondern standen mit leeren Händen da. Dabei handelte er gemäss erstelltem 

Sachverhalt in seinem eigenen Interesse, konnte er doch so die L._____-Aktien für 

sich in eigenem Namen erwerben und einen Teil davon an Dritte verkaufen und für 

andere Dritte treuhänderisch halten. Ein solches Vorgehen läuft den Interessen des 

Auftraggebers bzw. der Privatkläger zuwider. Es wäre vielmehr seine Pflicht gewe-

sen,  die  Aktien  im  Namen  der  Privatkläger  zu  erwerben  und  die  Privatkläger  als 

Aktieninhaber  registrieren  zu  lassen  und  als  wirtschaftlich  Berechtigte  auszuwei-

sen, um ihre Interessen zu schützen. Vorliegend kommt hinzu, dass das Vorgehen 

des Beschuldigten gegen die Weisung (Vorschrift) der Privatkläger verstiess, ge-

rade nicht in illiquide Investments zu investieren. Gerade dies wurde im "Investment 

Profile"  handschriftlich  hinzugefügt  (Urk. 20101072-73:  "NO  ILLIQUID  INVEST-

MENTS !"). So liegt die Investition nicht im Einklang mit der schriftlich vereinbarten 

konservativen Anklagestrategie, der zulässige Anteil an Aktien wurde massiv über-

schritten und der Kauf von 1'500 L._____-Aktien für CHF 8'775'000.– bildete ein 

erhebliches Klumpenrisiko. Zu betonen ist dabei, dass das "Investment Profil" nach 

2011 nicht abgeändert wurde. An dieser Stelle ist auch festzuhalten, dass der Be-

schuldigte seiner Informationspflicht nicht nachgekommen ist und die Privatkläger 

nicht transparent über die Aktienkäufe und deren Risiken in Kenntnis gesetzt hat. 

Diese  Vorgehensweise  des  Beschuldigten  lässt  sich  mit  den  auftragsrechtlichen 

Treuepflichten eines externen Vermögensverwalters nicht in Einklang bringen. Es 

stellte einen Treuebruch und eine Verletzung seiner aufgrund vertraglichen Abre-

den bestehenden konkreten Pflichten dar, die Interessen der Privatkläger zu wah-

ren und ihre Interessen umzusetzen.

-   56   -

2.3.3. Mit dem Einwand der Verteidigung, die III. Strafkammer des Obergerichtes 

des Kantons Zürich habe sich in ihrem Beschluss vom 14. September 2015 betref-

fend die G._____ AG mit der treuhänderischen Haltung von Aktien befasst und dies 

als nicht strafrechtlich relevant beurteilt, hat sich bereits die Vorinstanz zutreffend 

auseinandergesetzt  (Urk. 78  S. 113,  Urk. 64  S.  24-25;  Urk. 65/6).  In  diesem  Be-

schluss ging es um die T._____ Ltd., welcher im Gegensatz zu den Privatklägern 

eben  gerade  doch  ein  liquider  Anspruch  an  den  Aktien  eingeräumt  worden  war, 

indem der Bestand des Treueverhältnisses in einer Declaration of Trust schriftlich 

bestätigt wurde (Urk. 41202062). Es ist denn nochmals zu betonen, dass entgegen 

dem Vorbringen der Verteidigung vorliegend keine Hinweise auf eine treuhänderi-

sche  Haltung  der  L._____-Aktien  durch  den  Beschuldigten  für  die  Privatkläger 

bestehen. Wie erwogen hat der Beschuldigte denn auch trotz gebotener Möglich-

keit die Privatkläger nicht als wirtschaftlich Berechtigte an diesen Aktien registrieren 

lassen. Insbesondere bestehen sodann keine schriftlichen Treuhandvereinbarun-

gen.  Daran  vermögen  auch  allfällige  interne  Zurechnungen  der  Aktien  bei  der 

G._____ AG entgegen der Ansicht der Verteidigung nichts zu ändern, da solche 

den  Privatklägern  –  abgesehen  davon,  dass  sie  nicht  im  Besitz  der  Privatkläger 

waren und jederzeit intern abgeändert werden konnten – keinen liquiden Anspruch 

bzw. durchsetzbaren Rechtstitel vermittelten. 

2.4.

Vermögensschaden

Die Verteidigung verneint einen kausalen Vermögensschaden. Zum einen habe bei 

180  Aktien  der  den  Privatklägern  zuzurechnenden  L._____-Aktien  durch  den 

Verkauf  im  Oktober  2011  ein  Gewinn  erzielt  werden  können.  Der  Erlös  von 

CHF 990'000.– (180 x CHF 5'500) sei den Privatklägern überwiesen worden. Zum 

anderen sei die L._____ Konkurs gegangen und die Privatkläger hätten ihr Geld 

ohnehin  verloren,  selbst  wenn  die  fehlende  Dokumentation  bzw.  der  fehlende 

"liquide Anspruch" eine Pflichtwidrigkeit darstellen würde (Urk. 64 S. 31; Urk. 121 

S.  21).  Die  Anklage  sieht  den  Schaden  in  der  Vermögensverminderung  von 

CHF 8'775'000.–,  ohne  dass  im  Gegenzug  Vermögenswerte  zugeflossen  seien 

(Anklageziffer 46). Letzteres entspricht dem Tatsächlichen. Der Beschuldigte hat 

die Verwaltungshandlungen und damit auch beide Vermögensverschiebungen von 

-   57   -

insgesamt CHF 8'775'000.– (= CHF 525'000 + CHF 8'250'000) in grober Verletzung 

seiner Pflichten in seiner Funktion als Geschäftsführer im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 

StGB vorgenommen. Die Privatkläger hatten (im Zeitpunkt der Pflichtverletzungen) 

einen Vermögensabfluss im vollen Umfang zu verzeichnen. Entsprechend ist der 

gesamte  Betrag  als  Schaden  zu  qualifizieren.  Dass  in  einem  späteren  Zeitpunkt 

CHF  990'000.–  zurückgeflossen  sind,  ist  bei  der  Berechnung  des  Schadens  im 

strafrechtlichen  Sinne  nicht  relevant.  Ein  vorübergehender  Schaden  genügt  (vgl. 

OFK/StGB-DONATSCH, Art. 158 N 6; BGE 123 IV 17 E. 2d). Dass eine Teilsumme 

von CHF 990'000 im Zusammenhang mit einem Aktienverkauf zurückgeflossen ist, 

ist dann bei der zivilrechtlichen Schadensberechnung zu berücksichtigen und ent-

sprechend in Abzug zu bringen, zumal die Privatkläger in diesem Umfang heute 

nicht mehr geschädigt sind. 

2.5.

Vorsatz und Bereicherungsabsicht

Gemäss erstelltem Sachverhalt hat der Beschuldigte – entgegen der Verteidigung 

(Urk. 121 S. 21 f.) – mit Wissen und Willen gehandelt. Er hat die Vermögensver-

waltungshandlungen wissentlich und willentlich vorgenommen und sich willentlich 

als  Aktionär  und  teilweise  wirtschaftlich  Berechtigter  an  den  Aktien  registrieren 

lassen und umgekehrt bewusst die Privatkläger nicht als wirtschaftlich Berechtigte 

registrieren lassen. Damit hat er wissentlich und willentlich das Privatvermögen der 

Privatkläger um CHF 8'775'000.– vermindert. Der Beschuldigte hat die fraglichen 

Aktien  in  eigenem  Namen  erworben.  Auf  diese  Besserstellung  hatte  er  keinen 

Anspruch. Er konnte auf diese Weise auf beliebige Weise verfügen und so etwa 

Aktien für andere Dritte als die Privatkläger treuhänderisch halten und Dividenden 

an sich überwiesen erhalten, was er auch wollte. Auf diese wirtschaftliche Besser-

stellung hatte er keinen Anspruch. Es ist demnach die Absicht ungerechtfertigter 

Bereicherung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB gegeben. 

3.

Fazit

Der  Beschuldigte  hat  sich  demnach  in  diesem  Anklagepunkt  der  mehrfachen 

qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 

und Abs. 3 StGB schuldig gemacht.

-   58   -

E.

1.

Überweisung von CHF 4'000'020.– vom 14. Dezember 2011

Sachverhalt

1.1.

Aussagen Beschuldigter

Der  Beschuldigte  anerkennt,  dass  ihm  diese  CHF 4'000'020.–  vom  Konto  der 

Privatkläger auf sein Konto überwiesen wurden. Den Zahlungsauftrag habe er ent-

worfen und er sei damit zu den Privatklägern nach Hause gegangen. Dort hätten 

die beiden Privatkläger den Zahlungsauftrag unterzeichnet. Auch das "Loan-Agree-

ment" habe wahrscheinlich er entworfen, davon gehe er aus. Es müsse ein unter-

zeichnetes Exemplar geben bei der Bank E._____ AG. Den Zahlungsauftrag und 

das Loan-Agreement hätten entweder er oder eine Sekretärin der G._____ AG in 

seinem Auftrag  an  die  Bank  E._____  AG  gefaxt.  Er  habe  die  ihm  überwiesenen 

CHF 4'000'020.– direkt an den Aktionär der G._____ AG (zum Kauf von G._____ 

AG-Aktien  im  Umfang  von  20%  des  Aktienkapitals)  überwiesen.  Es  sei  ihm  das 

Angebot  gemacht  worden,  dass  er  sich  an  dieser  "Super-kurz-vor-dem-Durch-

bruch-Erfolgsgeschichte" beteiligen könne. Dafür habe er ein Darlehen mit einem 

Zinssatz  von  6 Prozent  von  den  Privatklägern  aufgenommen.  Er  habe  ihnen  ge-

sagt, "wir machen ein Investment, welches 6 Prozent Rendite abwirft". Der Beschul-

digte erklärte dazu weiter, dass er nicht mehr wisse, ob er mit den Privatklägern 

einen Darlehensvertrag abgeschlossen habe, bei welchem er persönlich als Darle-

hensnehmer auftrete. Er gehe aber davon aus. Eine Rückzahlung des Darlehens 

sei nicht erfolgt. Die G._____ AG sei dann untergegangen. Weshalb das Darlehen 

von den Privatklägern nie zurückgefordert worden sei, wisse er auch nicht. Der Be-

schuldigte wurde weiter gefragt, weshalb der zusammen mit dem fraglichen Zah-

lungsauftrag an die Bank E._____ AG gefaxte Darlehensvertrag nicht unterschrie-

ben sei. Er meinte, dieser müsse unterzeichnet sein. Zum Zahlungsauftrag befragt 

sagte der Beschuldigte aus, dieser sei durch seine Hände gegangen. Wahrschein-

lich habe er sich im Dezember 2011 mit den Privatklägern getroffen, und er sei wohl 

bei dieser Gelegenheit unterzeichnet worden. Er bestreite, dass diese Darlehens-

gewährung  von  4  Mio.  Schweizer  Franken  an  ihn  ohne  Zustimmung  und  in  Un-

kenntnis der Privatkläger erfolgt sei. Er habe gesagt, "wir könnten eine Rendite er-

zielen von 6 Prozent per annum. Und ja, that's it". Der Beschuldigte meinte weiter, 

-   59   -

er glaube, die Privatkläger würden ihn wohl deshalb beschuldigen, von diesem Dar-

lehen an ihn nichts gewusst zu haben, weil das Verhältnis zu ihm tief erschüttert 

sei,  aufgrund  der  besprochenen  Taten  von  ihm.  Der  Beschuldigte  meinte  auch, 

diese Zahlung mit den Privatklägern diskutiert zu haben. Es sei ein riesen Fehler 

gewesen,  aber  heute  sei  er  schlauer.  Er  habe  damals  gedacht,  es  sei  ein  gutes 

Investment. Der Aktionär der G._____ AG sei sehr berühmt gewesen (AD._____ 

Hotel AE._____ etc.) und habe eine Banklizenz beantragen wollen. Der Beschul-

digte erklärte ausdrücklich mehrfach, den Privatklägern nicht gesagt zu haben, was 

er selber mit dem Geld vorhabe. Er habe ihnen etwas Gutes machen wollen mit 

dem Zins von 6 Prozent (Urk. 50101030-34, Urk. 50101068-71). Der Beschuldige 

wurde weiter dazu befragt, dass er die Privatkläger gemäss seinen Angaben nicht 

darüber informiert habe, wozu er das Darlehen verwende, im Darlehensvertrag in-

dessen vermerkt sei, dass der Kauf von 20% der G._____ AG der Zweck sei, und 

wie denn die Privatkläger darauf reagiert hätten. Er gab an, dies nicht mehr zu wis-

sen. Auch konnte er nichts dazu sagen, weshalb das 4-Millionen-Darlehen nicht in 

den  Steuerunterlagen  der  Privatkläger  enthalten  sei  (Urk. 50101070-72).  Auf  Er-

gänzungsfragen  des  Vertreters  der  Privatkläger  wurde  dem  Beschuldigten  Gele-

genheit gegeben, auszuführen, inwiefern es für die Privatkläger ein gutes Geschäft 

gewesen sei, ihm ein ungesichertes Darlehen über 4 Mio. Schweizer Franken zu 

gewähren. Der Beschuldigte erläuterte dazu, dass er davon ausgegangen sei, es 

relativ schnell wieder zurückzuzahlen. Es habe 6 (Prozent) gegeben und es sei ein 

"sauberer  Oligarch  im  Rücken"  gewesen.  Sicherheiten  seien  keine  vereinbart 

gewesen, weil es nach zwei, drei Monaten hätte erledigt sein sollen. Dann gab der 

Beschuldigte auf die Frage, ob die Privatkläger gewusst hätten, dass er Schuldner 

des Darlehens gewesen sei, zunächst "Nein" an. Beim Durchlesen ergänzte er die-

ses "Nein" handschriftlich mit der Aussage "Ich gehe davon aus" (Urk. 50101078-

79). In späteren Einvernahmen erklärte er auf Frage seines Verteidigers, er hätte 

den Privatklägern gesagt, es gehe um ein Darlehen an ihn. Er habe ihnen gesagt, 

es gehe um ein Investment (Urk. 50101115). Weiter sagte der Beschuldigte in der 

Schlusseinvernahme  aus,  dass  der  Zweck  des  Darlehens  aus  dem  Vertrag  klar 

hervorgehe.  Vielleicht  sei  er  da  vorher  noch  zu  wenig  präzis  gewesen  in  seinen 

Ausführungen (Urk. 501011-26-29 insbesondere F/A 24-35).

-   60   -

1.2. Standpunkt Verteidigung

Die  Verteidigung  macht  zusammenfassend  geltend,  es  gehe  aus  dem  von  den 

Privatklägern unterzeichneten Zahlungsauftrag klar hervor, dass sie dem Beschul-

digten (persönlich) 4 Mio. Schweizer Franken überweisen. Der Beschuldigte habe 

ihnen entgegen der Anklage nichts Wahrheitswidriges vorgespiegelt. Die Privatklä-

ger hätten vom Darlehen gewusst, diesen Vertrag eigenhändig unterzeichnet. Der 

Bank E._____ AG sei auch ein unterzeichneter Darlehensvertrag gefaxt worden. 

Gemäss Faxbestätigung habe der zweite Fax vom 14. Dezember 2011, um 12.21 

Uhr nicht eine, sondern zwei Seiten enthalten. Es sei zu vermuten, dass auf der 

zweiten  Seite  der  unterschriebene  Darlehensvertrag  gefaxt  worden  sei.  Im  Zuge 

der Prozessvorbereitung habe der Beschuldigte nun einen teilweise (vom Privat-

kläger 1)  unterschriebenen  Darlehensvertrag  aufgefunden.  Es  sei  mindestens  in 

dubio nicht zu widerlegen, dass der Privatkläger 1 Kenntnis von der Darlehensge-

währung gehabt habe (Urk. 64 S. 32-35; Urk. 121 S. 23 ff.).

1.3. Bestrittener Sachverhalt

Zusammenfassend macht der Beschuldigte letztlich geltend, die Privatkläger hätten 

den Zahlungsauftrag (Urk. 20101075) und das "Loan-Agreement" (Urk. 20101076) 

mit dem Wissen unterzeichnet, dass sie ihm  persönlich ein Darlehen von 4 Mio. 

Schweizer Franken gewähren. Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, die Privat-

kläger hätten den Zahlungsauftrag unterzeichnet, und zwar im Hinblick darauf, dass 

der Beschuldigte den Privatklägern gegenüber wahrheitswidrig angegeben habe, 

ihre  Unterschrift  sei  im  Hinblick  auf  ein  Investment  im  Rahmen  der  ordentlichen 

Vermögensverwaltung  erforderlich.  Diese  Unterschrift  hätten  sie  aufgrund  des 

bestehenden  Vertrauensverhältnisses  geleistet,  ohne  den  Inhalt  zu  prüfen. 

Gemäss Anklage waren weder der Inhalt des Darlehensvertrages noch der eigent-

liche Zweck des Zahlungsauftrages vom Wissen und der Zustimmung der Privat-

kläger erfasst gewesen. Der Beschuldigte habe ihnen verschwiegen, dass er die 

4 Millionen Franken verwenden wolle, um sich selbst an der G._____ AG zu betei-

ligen.  Dies  alles  wiederum  vor  dem  Hintergrund,  dass  der  Beschuldigte  gemäss 

Anklage  – habe  er  sich  zu  einer  spezifischen  Verwaltungshandlung  ermächtigen 

lassen wollen – verpflichtet gewesen sei, die ihm bekannten Umstände so offenzu-

-   61   -

legen, dass sich die Privatkläger über die Tragweite ihrer Zustimmung im Klaren 

seien (Anklageziffer 11). Kurz gesagt ist demnach zu erstellen, ob die Privatkläger 

ausreichend  informiert  wurden  bzw.  wussten,  dass  es  um  ein  (ungesichertes) 

Darlehen  an  den  Beschuldigten  (persönlich)  ging  bzw.  ob  diese  Zahlung  an  den 

Beschuldigten mit dem Wissen und Willen der Privatkläger erfolgte.

1.4. Wissen und Willen der Privatkläger

1.4.1.  Vorab  ist  auch  hier  auf  die  ausführliche  Zusammenfassung  der  Aussagen 

der Beteiligten und die Ausführungen zu den Dokumenten durch die Vorinstanz zu 

verweisen  (Urk. 78  S. 78-89).  Weiter  kann  vollumfänglich  auf  die  sorgfältige  und 

überzeugende  Würdigung  der  Vorinstanz  zum  Sachverhalt  verwiesen  werden 

(Urk. 78 S. 78-89). Die nachfolgenden Erwägungen sind teilweise Rekapitulationen 

und Hervorhebungen. 

1.4.2. Bevor näher auf die Aussagen des Privatklägers 1 insbesondere zum unter-

zeichneten  Zahlungsauftrag  einzugehen  ist,  sind  zunächst  die  Aussagen  des 

Beschuldigten  und  die  weiteren  Umstände  und  Dokumente  zu  würdigen.  Die 

Aussagen  des  Beschuldigten  enthalten  in  zentralen  Punkten  Widersprüche  und 

Ungereimtheiten. Vorab fällt auf, dass der Beschuldigte zunächst mehrfach vage 

angab, was er denn den Privatklägern bei der Unterzeichnung des Zahlungsauftra-

ges mitgeteilt habe. So führte der Beschuldigte aus, ihnen gesagt zu haben "wir 

machen ein Investment, welches 6 Prozent Rendite abwirft" oder an anderer Stelle 

"wir könnten eine Rendite erzielen von 6 Prozent per annum. Und ja, that's it". Den 

Hintergrund habe er nicht genannt. Der Beschuldigte hat gemäss diesen Aussagen 

den Privatklägern weder erläutert, dass es um ein Darlehen gehe und schon gar 

nicht, dass es sich um ein Darlehen an ihn handle. Es besteht kein ersichtlicher 

Grund, den Beschuldigten nicht an diesen ersten Aussagen zu behaften, wonach 

er den Privatklägern lediglich mitgeteilt hatte, es gehe um ein Investment, welches 

6 Prozent abwerfe. Sein Schlusspunkt "Und ja, that's it" macht denn auch klar, dass 

er  gegenüber  den  Privatklägern  ansonsten  keine  weiteren  Informationen  und 

Erläuterungen tätigte. Entgegen dem Vorbringen der Verteidigung (Urk. 64 S. 32 

Rz 122; Urk. 121 S. 35 ff.) entspricht dies im Übrigen dem Vorwurf der Anklage, 

dass  er  den  Privatklägern  wahrheitswidrig  angegeben  habe,  er  benötige  ihre 

-   62   -

Unterschrift auf dem Dokument (Zahlungsauftrag) im Hinblick auf ein Investment 

im  Rahmen  der  ordentlichen  Vermögensverwaltungstätigkeit  (Anklageziffer 25), 

welcher  unter  Berücksichtigung  der  in  der  Anklageschrift  statuierten,  aus  der 

auftragsrechtlichen Sorgfalts- und Treuepflicht fliessenden Informationspflicht (vgl. 

Anklageziffer 11 und oben Ziff. III E 1.3.) zu beurteilen ist. Im Weiteren meinte der 

Beschuldigte, nicht mehr zu wissen, ob er mit den Privatklägern einen Darlehens-

vertrag abgeschlossen habe, bei welchem er persönlich als Darlehensnehmer auf-

trete. Er gehe aber davon aus. Nach dem eben Erwogenen, wonach der Beschul-

digte nur von einem nicht näher genannten Investment mit 6% gesprochen hatte, 

erscheint  diese  Darstellung  merkwürdig.  Abgesehen  davon,  dass  dies  wiederum 

eine sehr vage Umschreibung darstellt, erscheint diese Aussage, auch wenn man 

den  langen  Zeitraum  zwischen  dem  Geschehen  und  den  Einvernahmen  berück-

sichtigt, nicht glaubhaft. Ein 4-Millionen-Darlehen ist eine riesige Summe Geld. Es 

kann  vernünftigerweise  ausgeschlossen  werden,  dass  jemand  nicht  mehr  weiss, 

ob er seinen Kunden einen Vertrag vorgelegt hat, wonach er persönlich ein 4-Milli-

onen-Darlehen aufnimmt. Auch diese Aussage spricht jedenfalls dagegen, dass er 

die Privatkläger offen und ehrlich informierte. Es entspricht der Lebenserfahrung, 

dass ein solches ungewöhnliches Anliegen des Beschuldigten, von seinen Kunden 

ein Darlehen über 4 Mio. Schweizer Franken erhalten zu wollen, zu einem breite-

ren,  in  Erinnerung  bleibenden  Informationsaustausch  und  Diskussionen  geführt 

hätte. Von daher erscheinen seine Angaben zu diesem Treffen einsilbig, detailarm, 

nicht anschaulich und insgesamt nicht überzeugend. Entsprechend zwiespältig fällt 

auch seine Antwort auf die einfache Frage des Vertreters der Privatkläger aus, ob 

die Privatkläger wussten, dass er Schuldner des Darlehens gewesen sei. Zunächst 

beantwortete der Beschuldigte diese Frage mit einem klaren Nein; dass er also die 

Privatkläger  letztlich  nicht  korrekt  über  dieses  "Investment"  informiert  hat.  Beim 

Durchlesen ergänzte er zwar diese Aussage mit dem Zusatz "Ich gehe davon aus". 

Allerdings ohne das "nein" durchzustreichen. Folgt man dem Pfeil der Ergänzung, 

liest sich seine Antwort mit "Ich gehe davon aus. Nein." (Urk. 50101079). Auch hier 

bleibt  der  Beschuldigte  jedenfalls  vage  und  unklar.  Letztlich  hinterlassen  seine 

Depositionen  den  Eindruck,  dass  er  die  Privatkläger  nicht  korrekt  informierte, 

sondern ihnen gegenüber lediglich angab, es handle sich um ein Investment mit 

6 Prozent  Rendite.  Diese  Aussagen  passen  sodann  nicht  zu  seinen  späteren 

-   63   -

Angaben: So führte er auf Frage seines Verteidigers aus, die Privatkläger hätten 

aufgrund der Zahlungsanweisung gewusst, dass es um ein Darlehen an ihn gehe, 

wobei er anfügte, ihnen gesagt zu haben, es gehe um ein Investment, ein Darlehen 

mit einem Ertrag von 6 Prozent (Urk. 50101115, 50101127-29). Genau genommen 

sagte er allerdings auch an dieser Stelle nicht aus, die Privatkläger darüber aufge-

klärt zu haben, dass es sich um ein Darlehen an ihn handelte. Er meinte lediglich, 

dies  sei  –  wie  ihm  dies  sein  Verteidiger  darlegte  –  aus  der  Zahlungsanweisung 

ersichtlich. Es kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte selber nicht aus-

sagte, die Privatkläger korrekt darüber aufgeklärt zu haben, dass es um ein 4-Milli-

onen-Darlehen an ihn persönlich ging. Anzufügen ist, dass entgegen der Aussage 

des  Beschuldigten  dem  von  den  Privatklägern  unterzeichneten  Zahlungsauftrag 

nicht  entnommen  werden  kann,  was  der  Zweck  dieser  Überweisung  sein  soll, 

sondern einzig die zu überweisende Summe aufgeführt wird (Urk. 20101075). Es 

ist darauf keineswegs ersichtlich, dass es sich um ein Darlehen oder ein Investment 

mit einem Zins von 6 % handeln soll. 

1.4.3. Widersprüchlich bzw. gewunden äusserte sich der Beschuldigte auch dazu, 

ob er die Privatkläger über den Zweck des Darlehens von 4 Millionen Schweizer-

franken in Kenntnis gesetzt habe. Während er mehrfach klar äusserte, die Privat-

kläger  nicht  über  den  Hintergrund,  den  Verwendungszweck  informiert  zu  haben, 

erklärte er schliesslich, dieser Zweck ergebe sich aus dem Darlehensvertrag und 

dem Zahlungsauftrag, und macht damit zumindest sinngemäss geltend, auch der 

Verwendungszweck des Darlehens (Kauf einer 20%-Beteiligung an der G._____ 

AG) sei den Privatklägern bekannt gewesen. Auch hier ist allerdings zu beachten, 

dass er nicht etwa aussagt, die Privatkläger darüber aufgeklärt zu haben. Er betont 

aber,  dass  sich  dies  aus  den  unterzeichneten  Dokumenten  ergebe.  Ähnlich  wie 

dies der Beschuldigte bereits im Zusammenhang mit der Kenntnis der Privatkläger 

hinsichtlich des L._____-Investments angegeben hatte. Auch dort meinte er, deren 

Kenntnis  ergebe  sich  aus  dem  unterzeichneten  Sub-Account-Formular  und  den 

Steuerunterlagen. Hält man sich dies hier vor Augen, erscheint diese sybillinische 

Informationsweise  des  Beschuldigten  keineswegs  überzeugend.  Er  will  glauben 

machen,  dass  er  die  Privatkläger  zwar  nicht  (ausdrücklich)  mündlich  darüber  in 

Kenntnis gesetzt habe, dass es sich um ein 4-Millionen-Darlehen an ihn persönlich 

-   64   -

handelte, und auch nicht darüber, dass er damit einen Anteil an der G._____ AG 

für sich persönlich kaufen wollte, dies ihnen aber klar gewesen sei, da es ja aus 

den Unterlagen hervorgehe. Dies erscheint völlig lebensfremd und abwegig. Der 

Beschuldigte  war  der  Vermögensverwalter  der  Privatkläger  und  es  darf  ohne 

Weiteres angenommen werden, dass er ihnen mündlich erläutert hätte, was er mit 

vier  Millionen  Schweizer  Franken  ihres  Vermögens  machen  wollte,  wenn  er  sie 

denn  tatsächlich  in  Kenntnis  über  das  Investment  hätte  setzen  wollen.  Immerhin 

hat  er  sich  ja  persönlich  mit  ihnen  bei  ihnen  zuhause  getroffen.  Seine  spätere 

Aussage, aus dem Darlehensvertrag und dem Zahlungsauftrag gehe klar hervor, 

wohin  das  Geld  geflossen  und  was  der  Verwendungszweck  gewesen  sei,  er  sei 

vorher  vielleicht  noch  zu  wenig  präzise  in  seinen  Ausführungen  gewesen 

(Urk. 50101129 F/A 35), erscheint wiederum schwammig und inhaltlich keineswegs 

überzeugend. Zuvor hatte der Beschuldigte nämlich klar und eindeutig gegenteilig 

ausgesagt,  die  Privatkläger  nicht  über  den  Hintergrund/Verwendungszweck  in 

Kenntnis gesetzt zu haben. Es ging keineswegs darum, dass er dies vielleicht zu 

wenig präzise ausgedrückt hatte. Auch von daher ist der Beschuldigte auf seinen 

zwischenzeitlichen Angaben zu behaften, dass er den Privatklägern lediglich sagte, 

es gehe um ein Investment von 4 Millionen mit einer Rendite von 6 Prozent, und 

weder mitteilte, dass es um ein (ungesichertes) Darlehen an ihn ging, noch was er 

damit machen wollte.

1.4.4. Geradezu hilflos sind die Erklärungsversuche des Beschuldigten, weshalb es 

sich denn bei einem Darlehen von CHF 4'000'020.– an ihn um ein "gutes Geschäft" 

für die Privatkläger hätte handeln sollen. Sein Argument, weil das Darlehen in zwei, 

drei  Monaten  relativ  schnell  hätte  zurückbezahlt  werden  sollen,  ist  offensichtlich 

untauglich. Im Vordergrund steht vielmehr, dass es sich für die Privatkläger um ein 

riskantes Darlehen handelte, hat doch der Beschuldigte keine Sicherheiten geleis-

tet, wie er selber aussagte. Dass er gemäss Darlehensvertrag mit seinem Vermö-

gen  haftet,  ist  Folge  der  gesetzlichen  Regelungen  und  stellt  kein  Leisten  von 

Sicherheiten dar. An dieser Stelle ist anzumerken, dass dieser Darlehensvertrag 

von ihm als Darlehensnehmer nicht unterzeichnet ist. Er hat mithin seine (weiteren) 

darin  enthaltenen  Verpflichtungen,  die  Darlehenssumme  per  29.  Februar  2012 

zurückzubezahlen  sowie  den  vereinbarten  Zins  von  6%  dafür  zu  leisten,  nicht 

-   65   -

unterschriftlich bestätigt. Es kann denn auch mit Fug davon ausgegangen werden, 

dass der Beschuldigte mit solchen Vertragskonditionen von keiner Bank ein 4-Mil-

lionen-Darlehen erhalten hätte. Von daher handelte es sich klarerweise um ein sehr 

riskantes  Geschäft  in  Millionenhöhe.  Es  ist  nicht  ersichtlich,  weshalb  die  Privat-

kläger einem solchen "Investment" hätten zustimmen sollen. Dies ergibt sich – wie 

dies die Vorinstanz zutreffend erwogen hat (Urk. 78 S. 80) – letztlich aus den eige-

nen Aussagen des Beschuldigten, die er im Zusammenhang damit machte, dass 

er 2006/2007 Vermögenswerte der Privatkläger für den Kauf eigener Liegenschaf-

ten verwendete. Er habe den Privatklägern damals (wahrheitswidrig) vorgegeben, 

sie würden ein Real Estate Investment machen. Er habe damals ohne Wissen der 

Privatkläger bei der Bank E._____ AG einen Zahlungsauftrag erteilt. Der Beschul-

digte erklärte, sich das Geld "ausgeliehen" zu haben, wobei er davon ausgegangen 

sei,  diese  Mittel  relativ  schnell  zurückführen  zu  können.  Entscheidend  ist  dabei, 

dass  der  Beschuldigte  auf  die  Frage,  ob  die  Privatkläger  seiner  damaligen  Ein-

schätzung nach diese Darlehenszahlung an ihn gutgeheissen hätten, wenn sie ge-

wusst hätten, dass damit seine eigene Liegenschaft finanziert werde, erklärte, er 

denke nein (Urk. 50101006-10 insbesondere F/A 50). Die Vorinstanz erwägt zutref-

fend, dass nicht nachvollziehbar ist und der Beschuldigte auch nicht aufzuzeigen 

vermochte, was sich seither geändert haben soll respektive weshalb die Privatklä-

ger Ende 2011 plötzlich einer Darlehenszahlung in der Höhe von CHF 4'000'020.– 

an  den  Beschuldigten  hätten  zustimmen  sollen.  Hinzu  kommt,  dass  ein  solches 

Darlehen – wie von der Vorinstanz bereits zutreffend erwogen (Urk. 78 S. 79 f.) – 

an  den  Beschuldigten  nicht  dem  mit  den  Privatkläger  vereinbarten  Risikoprofil 

"Income"  entsprach,  welches  bekanntlich  nie  abgeändert  wurde.  Auch  dieser 

Umstand spricht dafür, dass die Privatkläger einem solchen Darlehen wohl nicht 

zugestimmt haben und wohl auch nicht hätten, wenn sie vom Beschuldigten wahr-

heitsgemäss  aufgeklärt  worden  wären  und  gewusst  hätten,  dass  dieser  den 

gesamten Betrag in Aktien der G._____ AG zu investieren gedachte. Festgehalten 

werden kann auch, dass es sich beim Vorgehen des Beschuldigten um ein immer 

wiederkehrendes Muster handelt: Er "leiht" sich Geld bei den Privatklägern (für pri-

vate Liegenschaften, für eine eigene Yacht, für den Kauf von G._____ AG-Beteili-

gungen) aus, jeweils in der Hoffnung, dass ein Geschäft sich in Kürze super ent-

wickle und er das Geld zurückzahlen kann. 

-   66   -

1.4.5. Weiter ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte der Bank E._____ AG 

am  14. Dezember  2011,  um  12:17  Uhr,  den  fraglichen  Zahlungsauftrag  und  um 

12:21 Uhr ergänzend einen nicht unterzeichneten Darlehensvertrag ("Loan Agree-

ment") per Fax übermittelte (Urk. 20101075 und 20101076). Entgegen der Vermu-

tung der Verteidigung bestehen keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass nach der Zu-

sendung des nicht unterzeichneten Darlehensvertrages auf einer weiteren Seite ein 

unterzeichneter Darlehensvertrag verschickt wurde. Es muss mit der Staatsanwalt-

schaft (Urk. 61 S. 14) als äusserst unwahrscheinlich gelten, dass der Beschuldigte 

(oder eine Sekretärin der G._____ AG) den Zahlungsauftrag und den Darlehens-

vertrag in einem Fall mit und im anderen Fall ohne Unterschrift an die Bank E._____ 

AG übermittelt hätten, wenn der Beschuldigte den Privatklägern beim Treffen tags 

zuvor beide Dokumente zur Unterschrift vorgelegt hätte. Dies ergäbe auch keinen 

Sinn. Die Vorinstanz hat sich auch zu diesem Punkt sorgfältig und zutreffend ge-

äussert  (Urk. 78  S. 82  ff.).  Der  Beschuldigte  hat  zwar  mehrfach  geäussert,  es 

müsse  eine  unterzeichnete  Version  geben 

(Urk. 50101032  F/A 202 ff., 

Urk. 50101126 f. F/A 24), aber auch wenig passend dazu ausgesagt, nicht mehr zu 

wissen – er gehe aber davon aus –, dass er mit den Privatklägern einen Darlehens-

vertrag abgeschlossen habe, bei welchem er persönlich als Darlehensnehmer auf-

getreten sei (Urk. 50101031 F/A 188). Gerade dies war aber der Inhalt des vom 

Beschuldigten vorbereiteten, angeblich unterzeichneten Darlehensvertrags. Schon 

sein vages nicht-mehr-Wissen weckt daher Zweifel, ob je eine (von beiden Privat-

klägern) unterzeichnete Version existierte. Trotz umfangreicher Editionen bei der 

Bank E._____ AG und der G._____ AG war denn eine solche Version nicht auffind-

bar  (vgl. Urk. 40601007-40616028  und  Urk. 41202028-41224109).  Es  ist  davon 

auszugehen, dass die Bank E._____ AG und die G._____ AG die bei ihnen vor-

handenen Dokumente vollständig ediert haben. Anhaltspunkte dafür, dass sie an-

geblich  unterzeichnete  Exemplar  nicht  mehr  auffinden  konnten  oder  absichtlich 

nicht  eingereicht  haben  könnten,  liegen  nicht  vor,  zumal  die  Bank  E._____  AG 

durchaus ein eigenes Interesse daran hat, ein unterschriebenes Exemplar des Dar-

lehensvertrages vorweisen zu können. 

Anlässlich  der  Hauptverhandlung  hat  die  Verteidigung  dann  einen  teilweise 

(vom Privatkläger 1) unterschriebenen Darlehensvertrag eingereicht (Urk. 64 S. 34, 

-   67   -

Urk. 65/9). Die Darstellung des Beschuldigten, er habe diesen in einem an seine 

vormalige Anwältin adressierten Couvert gefunden, wobei er davon ausgehe, dass 

er diesen aufgrund seines damaligen schlechten psychischen Zustandes verges-

sen  habe  (Urk. 64  S. 34),  ist  nicht  überzeugend.  Er  hat  auch  nicht  plausibel 

gemacht, weshalb er einen Darlehensvertrag besitzt – sei es nun in Kopie oder im 

Original  –  der  nur  die  Unterschrift  des  Privatklägers 1  enthält.  Es  fehlt  –  dies  im 

Gegensatz  zum  gemäss  dem  Beschuldigten  am  gleichen  Tag  ausgefüllten 

Zahlungsauftrag (Urk. 20101075) – auch die Angabe eines Datums und eines Orts 

("Zürich, 13th Dezember 2011") und vor allem die Unterschrift der Privatklägerin 2, 

obwohl ein entsprechender Platzhalter mit ihrem Namen aufgeführt ist. Auch dies 

ergibt keinen Sinn. Es fragt sich, ob drei Versionen bestehen, ein nicht unterzeich-

neter  Vertrag,  ein  einzig  vom  Privatkläger 1  und  noch  ein  weiterer  von  beiden 

Privatklägern unterschriebener Vertrag, was nicht plausibel ist und noch unwahr-

scheinlicher erscheinen lässt, dass der Beschuldigte gerade den nicht unterzeich-

neten Vertrag an die Bank E._____ AG gefaxt hat. Der Beschuldigte war gemäss 

seiner eigenen Darstellung bei den Privatklägern zuhause, welche diesen Vertrag 

– wie alle anderen Dokumente – gemeinsam unterzeichnet hätten. Es sind denn 

auch  beide  Privatkläger  aufgeführt  (Urk. 65/9).  Wie  kann  es  nun  dazu  kommen, 

dass er eine Version mit der Unterschrift von einzig dem Privatkläger 1 besitzt? Wie 

das abgelaufen sein soll bzw. wie es dazu gekommen sein soll, hat er nicht erläutert 

oder  nachvollziehbar  gemacht.  Dies  macht  stutzig  und  erscheint  gar  verdächtig. 

Auch dass der Beschuldigte als Darlehensnehmer, welcher sich zur Leistung von 

Zinsen zu 6 % und zur Rückzahlung der Darlehenssumme von CHF 4'000'00'20.– 

per 29. Februar 2012 verpflichtet haben soll, im Unterschriftenblock nicht aufgeführt 

ist  und  das  sogenannten  "Loan  Agreement"  nicht  unterzeichnet  hat,  erscheint 

merkwürdig  und  zeigt  auf,  dass  es  sich  dabei  nicht  um  einen  klassischen  Dar-

lehensvertrag im rechtlichen Sinne handelt, in welchem sich beide Parteien zu den 

vertragsspezifischen  Leistungen  mit  entsprechender  Unterschrift  verpflichten.  Es 

erscheint auch wenig überzeugend, dass er diesen erst anlässlich der Hauptver-

handlung einreichen konnte, gefunden in einem an seine vormalige Anwältin adres-

sierten Couvert. Dies wiederum bedeutet letztlich, dass er dieses Exemplar in sei-

nem Besitz hatte und es vorbereitet haben will, um es seiner Anwältin zu schicken. 

Dass er dies aufgrund seines damaligen schlechten psychischen Zustands verges-

-   68   -

sen haben will, erscheint wenig lebensnah und vermag nicht zu überzeugen, zumal 

ihn dies doch hätte entlasten und seinen Zustand verbessern können. Es erscheint 

nach der allgemeinen Lebenserfahrung auch wenig stimmig, nachdem er zuvor gel-

tend gemacht hatte, das unterschriebene Exemplar zusammen mit einem Vertreter 

der Revisionsgesellschaft im Archiv der G._____ AG in der Korrespondenz gesucht 

zu haben (Urk. 50101079 F/A 294). Man darf annehmen, es wäre ihm irgendwann 

in den Sinn gekommen, dieses wichtige Dokument – Vertrag für ein 4-Millionen-

Darlehen an ihn – bereits zum Versand an seine Anwältin vorbereitet zu haben.

Es  bleibt  jedenfalls  dabei,  dass  kein  Exemplar  eines  unterzeichneten 

Darlehensvertrages bei der Bank E._____ AG und der G._____ AG aufgefunden 

wurde. Wie gesagt bestehen – entgegen der Verteidigung – auch keine Hinweise, 

dass beim zweiten Fax, welcher gemäss dem Beleg der Verteidigung zwei Seiten 

umfasst habe (Urk. 64 S. 33 f., Urk. 65/8; Urk. 121 S. 30 ff.), mit der zweiten Seite 

ein  unterzeichneter  Darlehensvertrag  übermittelt  wurde.  Wie  von  der  Vorinstanz 

zutreffend  erwogen,  ergibt  es  wenig  Sinn,  dass  der  Beschuldigte  zusätzlich  zum 

nicht unterzeichneten Exemplar (vgl. Urk. 20101076 mit Faxangabe "FAX-NR.: 4 

14. Dez. 2011 12:21 S1") als zweite Seite auch noch den unterzeichneten Darle-

hensvertrag hätte schicken sollen, was von ihm auch nicht geltend gemacht wird. 

Auch wenn die Verteidigung sich auf den Standpunkt stellte, es liege auf der Hand, 

dass auf der zweiten nachweislich gefaxten Seite die unterschriebene Version des 

Darlehensvertrags  mitgesandt  wurde,  musste  sie  einräumen,  dass  auch  der  Be-

schuldigte dies derzeit anhand der ihm zur Verfügung stehenden Unterlagen nicht 

eruieren könne (Urk. 64 S. 34; Urk. 121 S. 30 ff.). 

Es  ist  demnach  davon  auszugehen,  dass  der  Beschuldigte  bei  der  Bank 

E._____  AG  einen  nicht  unterzeichneten  Darlehensvertrag  einreichte.  Damit  ist 

aber auch davon auszugehen, dass er im Zeitpunkt der Einreichung des Zahlungs-

auftrages bei der Bank E._____ AG über keinen unterzeichneten Darlehensvertrag 

verfügte, ansonsten er diesen nach der allgemeinen Lebenserfahrung mit Sicher-

heit eingereicht hätte, was er nicht gemacht hat. Daran bestehen keine vernünftigen 

Zweifel. Ein Versehen kann vernünftigerweise ausgeschlossen werden, nachdem 

der Beschuldigte den Zahlungsauftrag mit den Unterschriften der Privatkläger faxte 

-   69   -

und angenommen werden darf, dass er die richtigen Unterlagen für dieses wichtige 

4-Millionengeschäft vor dem Faxen bereit gestellt hat. Die fehlenden Unterschriften 

der  Privatkläger  auf  dem  bei  der  Bank  eingereichten  Exemplar  wecken  daher 

erhebliche Zweifel daran, dass der Beschuldigte die Privatkläger über die Bedeu-

tung ihrer Unterschrift auf dem Zahlungsauftrag informiert hatte. Wie oben erwogen 

hat er nie klar ausgedrückt, diese mündlich klar verständlich über ein Darlehen an 

ihn  informiert  zu  haben,  sondern  betont,  dass  dies  aus  dem  Darlehensvertrag 

hervorgehe. Es ist vielmehr aufgrund des Umstandes, dass er keinen von beiden 

unterzeichneten Darlehensvertrag vorzeigen kann, davon auszugehen, dass er den 

Vertrag  den  Privatklägern  nicht  ordnungsgemäss  vorgelegt  hat  und  sie  nicht 

darüber  informierte,  um  so  den  tatsächlichen  Zahlungszweck  der  vier  Millionen 

Schweizerfranken zu verheimlichen.

1.4.6. Ein gewichtiges Indiz dafür, dass die Privatkläger keine Kenntnis von diesem 

Darlehen hatten, stellt auch der Umstand dar, dass sie keinerlei Anstalten getroffen 

haben, die (angeblich) vereinbarten Zinsen und den (angeblichen) Darlehensbetrag 

von 4 Millionen Schweizerfranken vom Beschuldigten zurückzuverlangen. Es gibt 

auch sonst weder vorher noch nachher irgendeine Korrespondenz darüber. Dies 

ist  doch  –  wie  es  die  Staatsanwaltschaft  umschreibt  (Urk. 61  S. 14)  –  mehr  als 

erstaunlich, zumal der Darlehensbetrag gemäss dem (behaupteten) Darlehensver-

trag nach zweieinhalb Monaten, nämlich per 29. Februar 2012, vom Beschuldigten 

wieder hätte zurückbezahlt werden müssen (Urk. 201010176). Nach so kurzer Zeit 

wäre das bei den Privatklägern wohl kaum untergegangen, und es ist mit Bestimmt-

heit  auch  nicht  davon  auszugehen,  dass  sie  dem  Beschuldigten  diese  Schuld 

erlassen haben. Dies wurde vom Beschuldigten auch nicht behauptet. Es ist daher 

mehr als erstaunlich und seltsam, dass nach Fälligkeit des "Darlehens" gar nichts 

passierte. Dies zeigt letztlich deutlich, dass die Privatkläger eben gar keine Kennt-

nis von diesem "Darlehen" an den Beschuldigten hatten. Es darf davon ausgegan-

gen werden, dass auch wohlhabende Leute ein ausstehendes 4-Millionen-Darle-

hen  zurückverlangen  oder  sich  zumindest  erkundigen,  ob  dies  erfolgt  sei.  Der 

Beschuldigte hat dazu wenig erleuchtend einzig bemerkt, dass er auch nicht wisse, 

weshalb die Privatkläger das Darlehen nicht zurückgefordert hätten (Urk. 50101032 

F/A 198-200). Dies erscheint angesichts des Verhältnisses zwischen dem Beschul-

-   70   -

digten und den Privatklägern und der hohen ausstehenden Summe nicht lebensnah 

und wenig überzeugend. Naheliegend wäre, dass der Beschuldigte ihnen persön-

lich geschildert und erläutert hätte, weshalb er das Darlehen nicht (oder noch nicht) 

zurückerstatten könne. Stimmig erscheint vor diesem Hintergrund, dass die Privat-

kläger – wie vom Privatkläger 1 glaubhaft geschildert (vgl. nachfolgend) – tatsäch-

lich  nichts  davon  wussten.  Die  Vorinstanz  hat  weiter  zutreffend  die  Antwort  des 

Beschuldigten auf die sinngemässe Frage, wieso die Privatkläger wahrheitswidrig 

behaupten sollten, die Darlehensgewährung sei ohne ihr Wissen und ihre Zustim-

mung erfolgt, gewürdigt (Urk. 78 S. 86-87). Der Beschuldigte führte dazu aus, er 

glaube grundsätzlich, durch seine Taten sei das Verhältnis zu den Privatklägern tief 

erschüttert worden. Das tue ihm auch leid, dass dies so sei. Er habe das nie gewollt. 

Es  seien  viele  externe  Faktoren  und  Schicksalsschläge,  welche  ihn  in  diese 

unmögliche Situation gebracht hätten. Und wie gesagt, er bereue das auch zutiefst 

(Urk. 50101034 F/A 214). Es fällt vorab auf, dass der Beschuldigte zwar Ausfüh-

rungen zu seinen (Schuld-)Gefühlen macht, er aber letztlich die eigentliche Frage 

nicht beantwortet. Weiter ist er bemüht, sich selber als Opfer darzustellen, welches 

aufgrund von Schicksalsschlägen und nicht aufgrund seines eigenen Verhaltens in 

eine  unmögliche  Situation  geraten  sei.  Es  kann  somit  ein  ausweichendes  Aus-

sageverhalten festgestellt werden. 

1.4.7. Bereits die Vorinstanz hat sodann auf den Umstand hingewiesen, dass der 

Beschuldigte am 31. Oktober 2011 den Versand der Bankdokumente an die Privat-

kläger bei der Bank E._____ AG auf banklagernd (oder Zusendung der Originale 

an die G._____ AG) umstellen liess mit der Begründung, diese seien die nächsten 

zwei Monate auf Reisen (Urk. 20101239). Nachdem der Beschuldigte am 13. De-

zember 2011 bei ihnen zu Hause war, um die fraglichen Dokumente zu unterzeich-

nen, war diese Begründung offensichtlich unzutreffend. Die Erklärungen des Be-

schuldigten hierzu vermögen nicht wirklich zu überzeugen (vgl. dazu die Erwägun-

gen  der  Vorinstanz:  Urk. 78  S.85).  Es  kann  aber  jedenfalls  festgehalten  werden, 

dass der Beschuldigte durch sein Vorgehen nunmehr zumindest teilweise kontrol-

lierte, welche Bankinformationen die Privatkläger erhielten, was den Anschein er-

weckt, dass der Beschuldigte nicht wollte, dass die Privatkläger ihre Bankunterla-

-   71   -

gen einsehen und kontrollieren. Dies würde ins Bild passen, dass die Darlehens-

zahlung von CHF 4'000'020.– an ihn vor den Privatklägern verschleiert wurde. 

1.4.8. Hervorzuheben ist weiter, dass das Darlehen weder in der Steuererklärung 

der  Privatkläger  noch  in  derjenigen  des  Beschuldigten  aufgeführt  wurde  (vgl. 

Urk. 40302001-40302184,  Urk. 40305143-40306400),  was  wiederum  aufhorchen 

lässt. Der Beschuldigte gab unter anderem dazu an, es sei einfach zu viel auf ihn 

zugekommen, Krankheit der Ehefrau, private Probleme etc. Er habe deshalb die 

Steuererklärung  auch  einfach  unterschrieben  und  weitergeleitet.  Seine  Steuerer-

klärung  habe  ein  Steuertreuhänder  gemacht  (Urk  50101080  F/A  300).  Die 

Vorinstanz bemerkt zu dieser Aussage treffend, dass es der Beschuldigte offenbar 

nicht  für  realitätsfremd  halte,  wenn  eine  Steuererklärung  ohne  (nähere)  Prüfung 

einfach nur unterschrieben wird. Es sei daher weder verständlich noch konsequent, 

wieso  er  ein  solches  Verhalten  dann  nicht  auch  den  Privatklägern  zugesteht 

(Urk. 78 S. 86).

1.4.9. Schliesslich ist auf die Aussagen des Privatklägers 1 zu den Kenntnissen der 

Privatkläger bezüglich eines Darlehens von ihnen über vier Millionen Schweizer-

franken an den Beschuldigten einzugehen. Es erscheint vorab wie oben erwogen 

(Erwägung  Ziff. III  D  1.12.6.5.;  vgl.  auch  Urk. 78  S. 65-76)  glaubhaft,  dass  die 

Privatkläger  die  ihnen  vom  Beschuldigten  vorgelegten  Dokumente  aufgrund  des 

bestehenden langjährigen Vertrauensverhältnis teilweise ohne deren Inhalt weiter 

zu prüfen, quasi "blind", ohne diese durchzulesen oder immer verstanden zu haben, 

unterschrieben haben. Auch wenn ein solches Handeln der Privatkläger unprofes-

sionell  und  doch  sehr  naiv  erscheint,  ist  zu  berücksichtigen,  dass  sie  jeweils 

aufgrund der Erläuterungen des Beschuldigten davon ausgingen, dass es sich um 

erforderliche  Unterschriften  für  vom  Beschuldigten  vorgeschlagene  Investments 

handelte oder um Bankdokumente etc., also um Unterschriften auf Dokumenten im 

Hinblick auf Investments im Rahmen der ordentlichen Vermögensverwaltungstätig-

keit des Beschuldigten. Von daher erscheint ihr dem Beschuldigten entgegenge-

brachtes "blindes" Vertrauen eher verständlich und nachvollziehbar, war es doch 

die berufliche Aufgabe des Beschuldigten als externer Vermögensverwalter, selb-

ständig Anlageentscheide von grosser Tragweite für sie zu fällen. Gerade bei den 

-   72   -

auf  Englisch  verfassten  Bankformularen  kamen  glaubhafter  Weise  mangelnde 

vertiefte Sprachkenntnisse hinzu, ebenso bei den auf Deutsch verfassten Steuer-

unterlagen. Der Privatkläger 1 gab denn auch nachvollziehbar an, leider nicht über-

prüft zu haben, dass sein Geld seinen Wünschen entsprechend von der G._____ 

AG verwaltet wurde (Urk. 50201010 F/A 53). Vor diesem Hintergrund und aufgrund 

der angeführten Indizien, erscheint seine Aussage, nichts von diesem Darlehen von 

CHF 4'000'020.– an den Beschuldigten gewusst zu haben, glaubhaft.

Der Privatkläger 1 hat auch jeweils zu den ihm vorgehaltenen Dokumenten 

glaubhaft Stellung genommen, so auch zum Zahlungsauftrag vom 13. Dezember 

2011  (Urk. 20101075).  Diesem  lässt  sich  zwar  –  wie  erörtert  –  entgegen  dem 

Vorbringen  des  Beschuldigten  nicht  entnehmen,  dass  es  sich  um  ein  Darlehen, 

dazu  eins  an  den  Beschuldigten,  handelte,  und  auch  nicht,  wozu  das  Darlehen 

verwendet werden sollte. Dem Zahlungsauftrag ist aber klar und ohne Weiteres zu 

entnehmen, dass CHF 4'000'020 an den Beschuldigten (persönlich) zu überweisen 

sind. Der Privatkläger 1 stellte dazu auf Befragen prägnant klar, dass dieser Auftrag 

weder  von  ihm  noch  von  seiner  Frau  stamme.  Sie  hätten  nichts  davon  gewusst 

(Urk.50201032 F/A 185). Seine Antwort auf die Frage, wann er festgestellt habe, 

dass diese CHF 4'000'020 vom Konto bezogen worden seien, erscheint sachlich, 

folgerichtig und authentisch: Er gab an, die Unterlagen am 13. September 2019 von 

der Bank E._____ AG erhalten zu haben. Er habe da mit grossem Erstaunen er-

fahren,  dass  sie  dem  Beschuldigten  dieses  Darlehen  in  der  Höhe  von  4  Mio. 

Schweizerfranken zur Verfügung gestellt hätten. Gleichzeitig betonte er "Wir haben 

dieses  Darlehen  nicht  zur  Verfügung  gestellt.  Wir  wussten  nichts  davon." 

(Urk. 50201032 F/A 187). Auf Vorhalt des Zahlungsauftrages und unter Hinweis auf 

die Unterschriften sagte er aus, er könne sich nicht vorstellen, dass sie dieses Do-

kument unterschrieben hätten. Er merkte von sich aus an, dass auf dem Dokument 

sofort der Betrag von CHF 4 Mio. und der Name A._____ ins Auge steche. Weiter 

fügte er an, dass die Unterschriften von ihnen (den Privatklägern) stammen würden, 

um dann wiederum zu bemerken, er denke nicht, dass sie diese Unterschrift gesetzt 

hätten.  Es  hätte  schon  Fälle  gegeben,  wo  der  Beschuldigte  ihnen  ein  Papier 

vorgelegt  und  gesagt  habe,  sie  sollten  hier  unterschreiben,  er  werde  es  später 

ausfüllen. Dieser habe dann jeweils erklärt, er hätte keine Zeit gehabt, das vorzu-

-   73   -

bereiten (Urk. 50201032 F/A 188). Diese Antworten widerspiegeln den Unglauben 

des  Privatklägers 1,  dass  dieses  Dokument  ihre  Unterschriften  trägt,  gleichzeitig 

räumt er damit aber auch ein, dass es ihre Unterschriften sind, und hebt gar von 

sich aus hervor, es steche einem ins Auge, dass es um eine Überweisung von vier 

Millionen Franken an den Beschuldigten gehe. Insgesamt wirken seine Aussagen 

lebensecht,  plastisch  und  sachlich.  Es  fällt  auch  auf,  dass  er  durchaus  zurück-

haltend  aussagte,  ohne  den  Beschuldigten  übertrieben  zu  belasten  oder  die 

Geschehnisse  aufzubauschen  oder  dramatisierend  darzustellen.  Er  gab  auch 

keinerlei  weiteren  Täuschungshandlungen  des  Beschuldigten  zum  Besten, 

sondern meinte hier und auch an anderer Stelle gleichbleibend, der Beschuldigte 

habe ihnen diverse Dokumente vorgelegt, welche sie aufgrund ihres Vertrauens-

verhältnisses  jeweils  ohne  nähere  Prüfung  einfach  unterzeichnet  hätten,  in  der 

Annahme,  dies  sei  im  Hinblick  auf  ein  Investment  im  Rahmen  der  ordentlichen 

Verwaltungstätigkeit nötig (vgl. etwa auch Urk. 50201007/8 F/A 39). 

Der Privatkläger 1 hat auch überzeugend ausgesagt, dass sie damals nicht 

gewusst  hätten,  wofür  diese  CHF 4'000'020.–  verwendet  worden  seien 

(Urk. 50201032  F/A  186).  Dies  ergibt  sich  denn  auch  sachlogisch  aus  dem 

Umstand, dass er nichts von einem Darlehen gewusst haben will. Wie schon oben 

gewürdigt sind die Angaben des Beschuldigten zu diesem Punkt denn auch vage, 

widersprüchlich  und  nicht  überzeugend.  Anzufügen  ist,  dass  der  Privatkläger 1 

auch  sachlich  und  nachvollziehbar  ausgeführt  hat,  wie  es  dazu  gekommen  sei, 

dass  er  Verdacht  schöpfte  und  die  Geschehnisse  überprüfen  liess.  Es  ist  hierzu 

zwecks Vermeidung von Wiederholungen auf die Erwägungen der Vorinstanz zu 

verweisen (Urk. 78 S. 68 f. E. 9.11.14). Nachvollziehbar hat der Privatkläger 1 auf 

Frage  hin  dargelegt,  dass  sie  sicherlich  nicht  bereit  gewesen  wären,  diesen 

Zahlungsauftrag zu unterschreiben, wenn sie vom Inhalt Kenntnis gehabt hätten: 

"Warum  sollten  wir  ihm  solch  einen  hohen  Betrag  als  Darlehen  geben" 

(Urk. 50201033  F/A  189).  Auf  den  Vorhalt  des  "Loan  Agreement"  verbunden  mit 

dem  Hinweis,  dass  dieser  nicht  unterschrieben  sei  (Urk. 20101076),  gab  der 

Privatkläger 1  zu  Protokoll,  dass  er  nichts  von  diesem  Dokument  wisse 

(Urk 50201033 F/A 190). Wie oben erwogen waren die Aussagen des Beschuldig-

ten zu diesem Dokument denn auch vage, teilweise widersprüchlich und insgesamt 

-   74   -

wenig überzeugend. Sodann hat der Beschuldigte beim Zusenden des Zahlungs-

auftrages bei der Bank E._____ AG per Fax ein nicht unterzeichnetes "Loan Agree-

ment"  eingereicht.  Es  ist  sodann  wie  erwogen  davon  auszugehen,  dass  der 

Beschuldigte jedenfalls zu diesem Zeitpunkt nicht im Besitz eines von beiden oder 

auch nur einem der Privatkläger unterschriebenen Exemplars war, ansonsten nicht 

zu erklären wäre, weshalb er ein solches nicht bei der Bank E._____ AG eingereicht 

hat. Die fehlende Unterschrift stützt mit weiteren Indizien die insgesamt glaubhafte 

Aussage des Privatklägers 1, dass er und seine Ehefrau, die Privatklägerin 2, von 

diesen Dokumenten keine Kenntnisse hatten.

1.4.10. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die vagen, teilweise ausweichen-

den und widersprüchlichen Angaben des Beschuldigten nicht überzeugen. Hinge-

gen kann zur Erstellung des Sachverhalts auf die insgesamt – auch unter Mitein-

bezug  der  aufgeführten  Indizien  –  glaubhafte  Darstellung  des  Privatklägers  1 

abgestellt  werden.  Es  ist  daher  davon  auszugehen,  dass  die  Privatkläger  den 

Zahlungsauftrag  unterschrieben  haben  in  der  Annahme,  dass  es  sich  um  ein 

Dokument im Hinblick auf ein Investment im Rahmen der ordentlichen Vermögens-

verwaltungstätigkeit  handelte.  Die  Überweisung  der  CHF 4'000'020.–  aus  ihrem 

Vermögen  an  den  Beschuldigten  persönlich  erfolgte  somit  ohne  Wissen  und 

Zustimmung der Privatkläger, d.h. ohne Auftrag bzw. ohne spezifische Ermächti-

gung  der  Privatkläger.  Der  Beschuldigte  hat  sich  ihre  Unterschrift  auf  dem 

Zahlungsauftrag  erschlichen  mit  dem  Hinweis,  es  gehe  um  ein  Investment.  Dies 

war  ihm  möglich,  weil  ihm  die  Privatkläger  aufgrund  des  langjährigen  guten  und 

freundschaftlichen Verhältnisses grosses Vertrauen entgegenbrachten und im Ver-

trauen  Unterschriften  leisteten.  Weiter  haben  sie  dem  Beschuldigten  persönlich 

nicht wissentlich und willentlich ein Darlehen gewährt und wussten auch nichts über 

den "Darlehenszweck" oder, wie es die Anklage umschreibt, waren weder der Inhalt 

des  "Loan  Agreement"  noch  der  eigentliche  Zweck  des  Zahlungsauftrages  vom 

Wissen und der Zustimmung der Privatkläger erfasst, was der Beschuldigte wusste, 

als er diesen die Dokumente an die Bank E._____ AG übermittelte bzw. übermitteln 

liess. Der Sachverhalt gemäss Anklage ist demnach erstellt. 

2.

Rechtliche Würdigung

-   75   -

2.1. Rechtliche Grundlagen

Zum anwendbaren Recht, zu den theoretischen Grundlagen sowie der Lehre und 

Rechtsprechung zur qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von 

Art. 158  Ziff. 1  Abs. 1  und  3  StGB  ist  erneut  auf  die  Erwägungen  der  Vorinstanz 

(Urk. 78 S. 98-104) sowie auf die oben gemachten Erwägungen (Ziff. III D 2.1.) zu 

verweisen.

2.2. Geschäftsführer und Vermögensverwalter

Unter Hinweis auf die Erwägungen im Sachverhaltskomplex L._____-Aktien (Ziff. III 

D  2.2.)  ist  die  Geschäftsführer-  respektive  Vermögensverwaltereigenschaft  des 

Beschuldigte ohne Weiteres zu bejahen. Dies wird auch nicht bestritten.

2.3. Pflichtverletzung

Auch hierzu kann grundsätzlich auf die obigen Erwägungen (Ziff. III D 2.3.) verwie-

sen werden. Wie erwogen ist insbesondere auch Ausfluss der Treuepflicht, dass 

der  Beauftragte  den  Auftraggeber  beraten  und  informieren  muss,  was  exakt, 

verständlich  und  vollständig  zu  erfolgen  hat  (vgl.  auch  Anklageziffer  11).  Der 

Beschuldigte hat vorliegend seine Treuepflicht verletzt, indem er die Privatkläger 

nicht  transparent  darüber  informierte,  dass  der  ihnen  zur  Unterschrift  vorgelegte 

Zahlungsauftrag dazu diente, aus ihrem Vermögen den Betrag von CH 4'000'020.– 

an  den  Beschuldigten  persönlich  als  (ungesichertes)  Darlehen  zu  überweisen. 

Entgegen  seiner  Informations-  und  Aufklärungspflicht  hat  er  diesen  eigentlichen 

Zweck  des  Zahlungsauftrages  nicht  offengelegt,  sondern  den  Privatklägern 

vielmehr angegeben, dass ihre Unterschrift auf dem Dokument im Hinblick auf ein 

Investment im Rahmen der ordentlichen Vermögensverwaltungstätigkeit erforder-

lich sei. Er hat sie insbesondere auch nicht darüber aufgeklärt, dass diese Über-

weisung an ihn nicht in ihrem Interesse war, sondern in seinem eigenen Interesse 

lag. Hinzu kommt, dass er sie offensichtlich auch nicht über das sehr hohe Risiko 

eines ungesicherten Darlehens an ihn persönlich aufklärte. Wie erstellt waren dem-

entsprechend weder der Inhalt des "Loan Agreements" noch der eigentliche Zweck 

des Zahlungsauftrages vom Wissen und der Zustimmung der Privatkläger erfasst, 

-   76   -

was  dem  Beschuldigten  bewusst  war.  Eine  Pflichtverletzung  ist  demnach  klarer-

weise zu bejahen. 

2.4. Vermögensschaden

Zufolge  dieser  pflichtwidrig  herbeigeführten  Überweisung  verminderte  sich  Ver-

mögen der Privatkläger um CHF 4'000'020.–. Bei wahrheitsgemässer Aufklärung 

und  Information  der  Privatkläger  wäre  es  nicht  zu  dieser  Überweisung  von 

CHF 4'000'020 gekommen und das Vermögen der Privatkläger hätte sich nicht um 

diesen  Betrag  vermindert.  Es  ist  erstellt,  dass  die  Privatkläger  bei  wahrheitsge-

mässer Aufklärung der Gewährung eines Darlehens über 4 Millionen Franken an 

den Beschuldigten persönlich nicht zugestimmt hätten. Weiter ist erstellt, dass der 

Beschuldigte  nicht  in  der  Lage  war,  diesen  Betrag  nach  zweieinhalb  Monaten 

zurückzuzahlen  (vgl.  BGE  91  IV  130  ff.)  und  im  Übrigen  bis  heute  auch  nichts 

zurückbezahlt  hat.  Es  ist  den  Privatklägern  ein  Schaden  in  der  Höhe  der 

"Darlehenssumme" von CHF 4'000'020.– entstanden.

2.5. Vorsatz

Der Beschuldigte hat mit Wissen und Willen gehandelt, d.h. mit direktem Vorsatz. 

Er hat die Privatkläger bewusst nicht darüber aufgeklärt respektive informiert, dass 

ihre Unterschrift auf dem fraglichen Dokument nicht im Hinblick auf ein Investment 

im Rahmen der ordentlichen Verwaltungstätigkeit benötigt wurde, sondern für eine 

Überweisung von 4 Millionen Franken an ihn persönlich, welche in seinem eigenen 

Interesse und zu den von ihm gewollten Zwecken erfolgte. Auch wusste und wollte 

der  Beschuldigte,  dass  sich  dadurch  das  Vermögen  der  Privatkläger  um  den 

entsprechenden  Betrag  verminderte,  und  er  wusste  auch  um  den  Kausalzusam-

menhang zwischen seiner Pflichtverletzung und dieser Vermögensverminderung. 

-   77   -

2.6. Bereicherungsabsicht

Der Beschuldigte hat den ihm überwiesenen Betrag von CHF 4'000'020.– aus dem 

Vermögen für sich verwendet und damit 20 % des Aktienkapitals der G._____ AG 

AG  erworben,  um  sich  an  dieser  "Super-kurz-vor-dem-Durchbruch-Erfolgsge-

schichte" zu beteiligen. Er hat sich demnach aus dem Vermögen der Privatkläger 

bereichert. Auf diese wirtschaftliche Besserstellung hatte er keinen Anspruch. Die 

Absicht ungerechtfertigter Bereicherung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB 

ist demnach ebenfalls gegeben. 

3.

Fazit

Der  Beschuldigte  ist  auch  in  diesem  Anklagepunkt  der  qualifizierten  ungetreuen 

Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB schuldig 

zu sprechen.

F.

Auszahlung Dividenden

1.

Sachverhalt 

Die  Dividendenzahlung  der  L._____  an  den  Beschuldigten  im  August  2012  von 

CHF 255'794.50 und im April 2013 in der Höhe von CHF 95'875.00 jeweils für das 

Jahr 2011 ist unbestritten und belegt (Urk. 20101055 und Urk. 40501366 jeweils im 

Verfahren  ...,  Urk. 40302181,  Urk. 41104054,  Urk. 50101028).  Ebenso,  dass  der 

Beschuldigte  diese  Dividendenzahlungen für  sich  vereinnahmte und nicht an die 

Privatkläger weiterleitete (Urk. 64 S. 35 f., Urk. 41104044 f. und Urk. 41104054 ff.). 

Der Beschuldigte macht aber geltend, die Nichtweiterleitung begründe keine straf-

bares Verhalten (Urk. 64 S. 36; Urk. 121 S. 33). 

2.

Rechtliche Würdigung

Zum anwendbaren Recht, zu den theoretischen Grundlagen sowie der Lehre und 

Rechtsprechung zur qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von 

Art. 158  Ziff. 1  Abs. 1  und  3  StGB  ist  erneut  auf  die  Erwägungen  der  Vorinstanz 

(Urk. 78 S. 98-104) sowie auf die oben gemachten Erwägungen (Ziff. III D 2.1.) zu 

verweisen.

-   78   -

2.1. Geschäftsführer und Vermögensverwalter

Unter Hinweis auf die Erwägungen im Sachverhaltskomplex L._____-Aktien (Ziff. III 

D  2.2.)  ist  die  Geschäftsführer-  respektive  Vermögensverwaltereigenschaft  des 

Beschuldigten ohne Weiteres zu bejahen. Dies wird auch nicht bestritten.

2.2. Pflichtverletzung

2.2.1. Auch hierzu kann grundsätzlich auf die obigen Erwägungen (Ziff. III D 2.3.) 

verwiesen werden. Wie erwogen ist insbesondere auch Ausfluss der Treuepflicht, 

dass der Beauftragte den Auftraggeber beraten und informieren muss. Der Beauf-

tragte  ist  sodann  schuldig,  auf  Verlangen  jederzeit  über  seine  Geschäftsführung 

Rechenschaft  abzulegen  und  alles,  was  ihm  infolge  derselben  aus  irgendeinem 

Grunde  zugekommen  ist,  zu  erstatten  (Art. 400  Abs.  1  OR;  vgl.  auch  Anklage-

ziffer 11). Gelder, mit deren Ablieferung er sich im Rückstand befindet, hat er zu 

verzinsen (Art. 400 Abs. 2 OR). Gestützt auf die gehörige Rechenschaftsablegung 

hat  der  Beauftragte  angesichts  der  Fremdheit  des  Auftrags  das  Erlangte  dem 

Auftraggeber abzuliefern. Der Beauftragte soll sich durch die Auftragsausführung 

weder bereichern können noch einen Verlust erleiden müssen. Abzuliefern hat der 

Beauftragte alles, was ihm bei der Ausführung des Auftrags vom Auftraggeber (z.B. 

Vorschuss) oder von Dritten (z.B. Provisionen) zugekommen ist (BGE 143 III 353). 

Dieser Pflicht kommt gerade auch dann Bedeutung zu, wenn der Beauftragte ver-

tragswidrig  über  Vermögen  oder  Guthaben  des  Auftraggebers  verfügt  (Urteil 

4A_94/2014 vom 1. Juli 20914, E.4.3; vgl. BSK OR I- OSER/WEBER, Art. 400 N 10-

14a  mit  zahlreichen  Hinweisen;  vgl.  insbesondere  zur  Nichtherausgabe  von 

Dividenden Urteil 6B_494/2015 vom 25. Mai 2016, E. 2.2.3). Der Beschuldigte hat 

vorliegend  seine  Treuepflicht  verletzt,  indem  er  die  Privatkläger  nicht  über  den 

Eingang  der  Dividendenzahlungen  informierte,  darüber  keine  Rechenschaft 

ablegte. Sodann hat er die Dividenden entgegen seiner Pflicht nicht (anteilmässig) 

an die Privatkläger herausgegeben. Der Beschuldigte hat diese Gelder erstellter- 

und  unbestrittenermassen  für  sich  vereinnahmt.  Er  beglich  damit  persönlichen 

Aufwand und tätigte eigene Aktieninvestitionen (vgl. dazu auch den Kontoauszug 

seines  Privatkontos:  Urk. 41104044  ff.,  Urk. 41104054  ff.).  Dabei  ist  hervorzu-

heben, dass die fraglichen Aktien, für welche die Dividenden ausgerichtet wurden, 

-   79   -

aus dem Vermögen der Privatkläger gekauft wurden. Dabei hat er sich selber als 

Aktionär oder teilweise als wirtschaftlich Berechtigter registrieren lassen und – wie 

erwähnt  –  die  Privatkläger  trotz  ausdrücklich  gebotener  Möglichkeit  nicht  als 

wirtschaftlich  Berechtigter  registrieren  lassen.  Wirtschaftlich  berechtigt  waren 

indessen jedenfalls die Privatkläger, da die Aktien aus ihrem Vermögen finanziert 

wurden.  Der  Beschuldigte  selber  macht  denn  auch  –  wie  bereits  ausgeführt  – 

geltend, es habe bei der G._____ AG intern eine Zuordnung der Aktien (u.a. an die 

Privatkläger)  gegeben  und  beteuert  –  allerdings  unzutreffend  –  diese  Aktien 

treuhänderisch  gehalten  zu  haben.  Es  wäre  aufgrund  seiner  auftragsrechtlichen 

Rechenschafts- und Herausgabepflicht gemäss Art. 400 Abs. 1 OR seine Pflicht als 

externer Vermögensverwalter bzw. Beauftragter der Privatkläger gewesen, ihnen 

alles, was ihm infolge dieses Auftragsverhältnisses aus irgendeinem Grunde zuge-

kommen ist, zu erstatten (Art. 400 Abs. 1 OR) bzw. eben konkret die Weiterleitung 

der  Dividendenzahlungen  für  die  aus  dem  Vermögen  der  Privatkläger  erlangten 

L._____-Aktien zu veranlassen. Wie erwogen kommt dieser Pflicht – alles, was ihm 

infolge dieses Auftragsverhältnisses aus irgendeinem Grunde zugekommen ist, zu 

erstatten – gerade auch dann Bedeutung zu, wenn der Beauftragte vertragswidrig 

über  Vermögen  oder  Guthaben  des  Auftraggebers  verfügt  hat.  Vorliegend  ist 

sodann  von  Bedeutung,  dass  die  Privatkläger  gar  keine  Kenntnisse  von  diesen 

Dividenden hatten und nicht von ihrem Anspruch wussten. Eine Pflichtverletzung 

ist demnach auch hier zu bejahen. 

2.2.2. Der Beschuldigte lässt auch in diesem Punkt darauf verweisen, dass sich die 

Staatsanwaltschaft selber und das Obergericht des Kantons Zürich mit dieser Kon-

stellation befasst und die Nichtweiterleitung der Dividendenzahlung als nicht straf-

bar taxiert hätten. Die III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich habe 

mit Beschluss vom 14. Dezember 2015 die Nichtanhandnahmeverfügung der der 

Staatsanwaltschaft  geschützt  (Urk.  121  S.  33;  Urk. 64  S. 36  f.  unter  Hinweis  auf 

Urk. 40201005 ff., insbesondere S. 40201016; Urk. 65/5 S. 25). Die Staatsanwalt-

schaft habe die zutreffende Ansicht vertreten, dass diese Dividendenausschüttun-

gen basierend auf falschen (gefälschten) Geschäftszahlungen berechnet worden 

seien  und  zu  Unrecht  erfolgt  seien,  weshalb  eine  Veruntreuung  an  diesen  Ver-

mögenswerten  somit  nicht  möglich  sei.  Das  Obergericht  habe  festgehalten,  die 

-   80   -

Nichtweitergabe  der  Dividenden  an  die  Berechtigte  möge  privatrechtlich  nicht  in 

Ordnung sein, lasse aber ebenfalls nicht auf unrechtmässige Nutzung anvertrauter 

Gelder zum eigenen Nutzen oder demjenigen eines anderen schliessen (Urk. 64 

S. 36 f.). Mit der Vorinstanz (Urk. 78 S. 121 f.) ist dieser Einwand nicht zu hören 

und vorab darauf hinzuweisen, dass der Nichtanhandnahmeverfügung der Staats-

anwaltschaft  und  dem  Beschluss  der  III.  Strafkammer  des  Obergerichtes  des 

Kantons Zürich nicht die gleiche Konstellation zugrunde lag wie vorliegend. Die von 

jenen  Entscheiden  betroffene  wirtschaftlich  an  den  Dividierenden  berechtigte 

T._____  Ltd.  hatte  im  Gegensatz  zu  den  Privatklägern  Kenntnis,  dass  von  der 

L._____ AG eine Dividende ausbezahlt wurde, womit der Beschuldigte gegenüber 

der T._____ Ltd. seine Rechenschaftspflicht erfüllt hat. Des Weiteren war in jenem 

Verfahren  –  anders  als  vorliegend  –  nicht  belegt,  dass  der  Beschuldigte  diese 

Dividende  vereinnahmte  und  für  seine  eigenen  Zwecke  verwendete.  Ohnehin  ist 

das  erkennende  Gericht  nicht  an  diese  Auffassungen  gebunden.  Hinzu  kommt, 

dass  der  Beschuldigte  damals  von  einer  Werthaltigkeit  der  L._____-Aktien  und 

berechtigten Dividendenausschüttungen ausging. Es ist nicht einzusehen, dass die 

– wie erwogen – durch deliktisches Handeln herbeigeführte Stellung des Beschul-

digten  als  Aktionär  bzw.  wirtschaftlich  Berechtigter  an  den  L._____-Aktien  zum 

erneuten Nachteil der Privatkläger geschützt werden sollte.

2.3. Vermögenschaden

Zufolge  dieser  pflichtwidrig  nicht  weitergeleiteten  Dividendenausschüttungen 

entstand den Privatklägern ein Schaden in der Höhe der an den Beschuldigten für 

den  Aktienanteil  der  Privatkläger  überwiesenen  Auszahlungen,  also  durch  eine 

Nicht-Vermehrung  der  Aktiven.  Bei  Aufklärung  und  Information  über  diese 

Ausschüttungen  bzw.  Rechenschaftsablegung  und  einem  Nachkommen  seiner 

Herausgabepflicht,  wäre  dieser  Schaden  (bzw.  Nicht-Vermehrung  der  Aktiven) 

nicht erfolgt, sondern diese Dividenden wären den Privatklägern zugeflossen. Mit 

der Vorinstanz ist von einem Dividendenanspruch der Privatkläger gemäss Even-

tualanklage von CHF 285'707.50 auszugehen (Ausschüttung von CHF 351'669.50 

für  1'834  Aktien  der  L._____  AG,  wovon  1'490  Aktien  [1'670  abzüglich  180  ver-

-   81   -

kaufte Aktien] wirtschaftlich den Privatklägern zuzurechnen sind (vgl. dazu ausführ-

lich Urk. 78 S. 119 f.).

2.4. Vorsatz

Der Beschuldigte hat gemäss erstelltem Sachverhalt mit Wissen und Willen gehan-

delt, d.h. mit direktem Vorsatz. Er hat die Privatkläger bewusst nicht darüber auf-

geklärt und informiert, dass für die wirtschaftlich den Privatklägern zuzurechnenden 

L._____-Aktien Dividenden in der Gesamthöhe von CHF 285'707.50 ausgeschüttet 

wurden. Er ist seiner Rechenschafts- und Herausgabepflicht mit Wissen und Willen 

nicht  nachgekommen.  Weiter  wusste  und  wollte  der  Beschuldigte,  dass  sich  da-

durch  das  Vermögen  der  Privatkläger  um  den  entsprechenden  Betrag  nicht 

vermehrte  und  wusste  auch  um  den  Kausalzusammenhang  zwischen  seiner 

Pflichtverletzung und dieser Nicht-Vermögensvermehrung. 

2.5. Bereicherungsabsicht

Der  Beschuldigte  hat  die  ihm  überwiesenen  Dividendenauszahlungen  von 

CHF 285'707.50  in  seinem  eigenen  Interesse  für  sich  selber  verwendet,  u.a.  für 

persönlichen Aufwand und eigene Investitionen. Auf diese wirtschaftliche Besser-

stellung  hatte  er  keinen  Anspruch.  Er  handelte  entsprechend  mit  der  Absicht 

ungerechtfertigter Bereicherung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB. 

3.

Fazit

Der  Beschuldigte  hat  sich  in  diesem  Anklagepunkt  der  qualifizierten  ungetreuen 

Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB schuldig 

gemacht.

F.

Fazit Schuldpunkt

Der Beschuldigte ist der qualifizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 

Abs. 2  in  Verbindung  mit  Ziff. 2  StGB  sowie  der  mehrfachen  qualifizierten  unge-

treuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB 

schuldig zu sprechen.

-   82   -

IV. Strafe

A.

Anwendbares  Recht,  theoretische  Grundlagen  der  Strafzumessung,  der 

Strafart sowie der Gesamtstrafenbildung 

Wie bereits ausgeführt, ist das im Tatzeitpunkt geltende Recht anzuwenden, zumal 

das neue Recht im konkreten Fall nicht zu einem günstigeren Ergebnis führt ((Art. 2 

Abs. 2 StGB; BGE 114 IV 81 E. 3.b, OFK/StGB-DONATSCH, Art. 2 N 10; vgl. auch 

Urk. 78 S. 123). Sodann hat die Vorinstanz die zu den Kriterien der Strafzumes-

sung, der Strafart und der Gesamtstrafenbildung nötigen theoretischen Ausführun-

gen gemacht. Darauf (Urk. 78 S. 123-128) sowie auf die aktuelle Rechtsprechung 

des  Bundesgerichts  zu  den  Themen  (BGE 136  IV  55  E. 5.4 ff.  mit  Hinweisen; 

vgl. auch BGE 144 IV 313 E. 1; BGE 144 IV 217 E. 2.3 ff.; BGE 142 IV 265 E. 2.3 ff., 

BGE  138  IV  120  E.  5.2;  BGE  137  IV  57  E.  4.3.1;  Urteile  6B_1031/2019  vom 

1. September  2020  E.  2.4.2,  6B_619/2019  vom  11. März  2020  E. 3.3.;  BGE  136 

IV 55;  BGE  142  IV  14  E. 5.4;  BGE  118  IV  342  E. 2b,  je  mit  Hinweisen)  kann 

verwiesen werden. Hervorzuheben bleibt, dass zwischen der Tat- und Täterkom-

ponente sowie der objektiven und subjektiven Tatschwere zu unterscheiden ist. Im 

Übrigen kann sich die Berufungsinstanz auf die für ihren Entscheid wesentlichen 

Punkte  beschränken  (BGE  141  IV  249  E.  1.3.1,  BGE  141  III  28  E.  3.2.4,  je  mit 

Hinweisen). 

B.

Strafrahmen

Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des ordentlichen 

Strafrahmens  der  schwersten  anzuwendenden  Strafbestimmung  festzusetzen. 

Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit gefasst worden, um 

sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu tragen. Der vom Gesetzgeber vor-

gegebene ordentliche Rahmen ermöglicht in aller Regel, für eine einzelne Tat die 

angemessene Strafe festzulegen. Er versetzt den Richter namentlich in die Lage, 

die denkbaren Abstufungen des Verschuldens zu berücksichtigen (BGE 136 IV 55 

E. 5.8). Vorliegend ist die qualifizierte Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 

Abs. 2 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB mit einem Strafrahmen Freiheitsstrafe von bis 

zu zehn Jahren oder eine Geldstrafe die schwerste Straftat. Damit ist vorab eine 

Einsatzstrafe für die qualifizierte Veruntreuung festzusetzen und diese Strafe so-

-   83   -

dann für die einzelnen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgungen in Anwen-

dung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen. Entgegen dem durchaus 

praktikablen Vorgehen der Vorinstanz ist vorliegend trotz des engen zeitlichen und 

sachlichen  Zusammenhangs  gemäss  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung 

(BGE 144 IV 217 E. 3.5.4; Urteil 6B_112/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 3.2) für jede 

qualifizierte  ungetreue  Geschäftsbesorgung  eine  Strafe  festzusetzen  und  diese 

nicht hinsichtlich der kriminellen Energie in einem einheitlichen Kontext zu betrach-

ten und für die drei Komplexe eine einheitliche Strafe festzulegen. 

C.

Konkrete Strafzumessung

1.

Tatkomponente

1.1 Strafe für qualifizierte Veruntreuung (EUR 1.5 Mio.)

1.1.1. Bei der objektiven Tatschwere fällt vorab der beachtlich hohe Deliktsbetrag 

von  EUR 1.5  Millionen  ins  Gewicht.  Der  Höhe  des  Deliktsbetrags  bzw.  des 

Schadens  kommt  bei  der  Strafzumessung  zwar  keine  vorrangige,  aber  dennoch 

eine wichtige Bedeutung zu. Auch wenn der Beschuldigte nicht besonders raffiniert 

Vorgehen musste – es genügte offenbar einen Zahlungsauftrag mit dem Vermerk 

"im Auftrag eines unserer Kunden" ins System einzugeben – brauchte es doch eine 

rechte Portion kriminelle Energie, diesen so vorzubereiten und so ins Zahlungser-

fassungssystem einzugeben. Dabei missbrauchte er auch das ihm als Mitarbeiter 

von  seiner  Arbeitgeberin  und  seinen  Arbeitskollegen  entgegengebrachte 

Vertrauen. Verschuldensmässig mehr ins Gewicht fällt sodann, dass er das lang-

jährige  berufliche  und  freundschaftliche  Verhältnis  zu  den  Privatklägern,  die  ihm 

"blind" vertrauten, auf dreiste und hemmungslose Art und Weise ausnütze. Dass er 

ihr  Vermögen  "anzapfte",  weil  er  einen  nicht  widerrufbaren  Kaufvertrag  für  eine 

Yacht abgeschlossen habe, dann aber die von ihm erhoffte Entwicklung eines In-

vestments  nicht  erfolgt  sei  und  er  gehofft  habe,  das  Geld  bald  zurückzahlen  zu 

können, vermag ihn in keiner Weise zu entschuldigen. Abgesehen davon, dass der 

unwiderrufbare Kaufvertrag als Ausrede erscheint und nicht belegt wurde, gibt dies 

keinen Anlass, sich illegal bei einem guten, langjährigen Kunden frei zu bedienen. 

Hinzu kommt, dass er in der Folge (seit 2009) keinen einzigen Rappen bzw. Cent 

-   84   -

zurückbezahlt hat, obwohl er dazu mehrfach Gelegenheit gehabt hätte, etwa beim 

Verkauf der Yacht. Bis dahin hat er die Yacht mit seiner Familie genossen. Dass er 

das  Geld  verbrauchte,  um  sich  ein  solches  Luxusobjekt  anzuschaffen,  wirkt  sich 

verschuldenserhöhend aus. Der Beschuldigte offenbart damit eine massive Gering-

schätzung gegenüber dem Eigentum bzw. Vermögen der Privatkläger. Innerhalb 

des weiten Strafrahmens von bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe ist das objektive 

Tatverschulden indessen gerade als noch leicht zu bezeichnen.

1.1.2.  Hinsichtlich  der  subjektiven  Tatschwere  ist  zu  berücksichtigen,  dass  der 

Beschuldigte  mit  direktem  Vorsatz  handelte.  Er  hat  die  ihm  anvertrauten  Ver-

mögenswerte  mit  Wissen  und  Willen  unrechtmässig  verwendet  und  für  sich  ver-

braucht. Er hat sich mit den EUR 1.5 Mio. der Privatkläger das Leben verschönert. 

Von einer wirtschaftlichen Notlage kann nicht im Ansatz die Rede sein. Abgesehen 

davon, dass er einen gutbezahlten Job innehatte, verfügte er über zwei Eigentums-

wohnungen  an  bester  Lage  in  W._____  und  AA._____.  Dass  er  auch  diese  un-

rechtmässig aus dem Vermögen mitfinanziert haben könnte, kann ihm an dieser 

Stelle aber verschuldensmässig nicht angelastet werden. Es ist mit der Vorinstanz 

aber  festzuhalten,  dass  der  Beschuldigte  aus  reiner  Habgier  gehandelt  hat.  Die 

subjektive Tatschwere relativiert die objektive Tatschwere jedenfalls nicht. Insge-

samt ist demnach – innerhalb des weiten Strafrahmens – von einem noch leichten 

Verschulden auszugehen und es erscheint eine hypothetische Einsatzstrafe von 24 

Monaten Freiheitsstrafe als angemessen. Eine Geldstrafe fällt ausser Betracht. 

1.2. Strafe für ungetreue Geschäftsbesorgung ("4-Millionen-Darlehen")

1.2.1.  Der  Beschuldigte  hat  sich  weiter  CHF 4  Millionen  aus  dem  Vermögen  der 

Privatkläger  "ergaunert".  Auch  hier  hat  er  schamlos  das  "blinde  Vertrauen"  der 

Privatkläger  in  ihn  aufgrund  ihrer  langjährigen  Geschäftsbeziehung  mit  freund-

schaftlichem Charakter ausgenutzt, um so ihre Unterschrift für diese Überweisung 

an  ihn  zu  erhalten,  welche  so  nicht  von  ihrem  Wissen  und  ihrer  Zustimmung 

getragen war. Verschuldensmässig fällt auch hier vorab die enorme Deliktssumme 

von CHF 4 Millionen ins Gewicht, die er für seine Zwecke verwendete. Er wollte auf 

diese Weise für ihn risikolos ein Investment machen bzw. bei der "Super-kurz-vor-

dem-Durchbruch-Erfolgsgeschichte" mitmachen, welche ihm das ganz grosse Geld 

-   85   -

bringen sollte. Das Ganze tarnte er als Darlehen der Privatkläger an ihn. Auch hier 

ist zu betonen, dass er von diesem gemäss seiner eigenen Darstellung seit Februar 

2012 zur Rückzahlung fälligem "Darlehen" nie auch nur einen Rappen zurücker-

stattet hat. Damit sein Vorgehen nicht auffliegt, hat er Vorkehrungen getroffen, dass 

die Bankunterlagen nicht mehr den Privatklägern, sondern ihm zugestellt werden. 

Es ist somit von einer nicht unbeträchtlichen kriminellen Energie auszugehen, auch 

wenn zu sehen ist, dass er auch hier nicht besonders raffiniert vorgehen musste. 

Festzuhalten ist, dass er in grober Weise gegen seine Pflichten, für das Vermögen 

der  Privatkläger  zu  sorgen  und  Verwaltungshandlungen  zu  unterlassen,  welche 

einen Vermögensabfluss darstellen oder welche er gar in seinem, statt im Interesse 

der  Privatklägern  liegen,  verstossen  hat.  Innerhalb  des  Strafrahmens  von  bis  zu 

5 Jahren Freiheitsstrafe kann noch eine Strafe im unteren Drittel festgesetzt wer-

den. Das objektive Tatverschulden kann gerade noch als leicht taxiert werden und 

es erscheint isoliert eine Freiheitsstrafe im Bereich von 18 Monaten Freiheitsstrafe 

angemessen.

1.2.2.  Zur  subjektiven  Tatschwere  gelten  die  gleichen  Erwägungen  wie  bei  der 

qualifizierten Veruntreuung. Der Beschuldigte hat vorsätzlich gehandelt, und zwar 

eigennützig und aus Gier. Er wollte mit fremdem Geld den grossen Coup landen. 

Von einer wirtschaftlichen Notlage kann – wie erwähnt – nicht die Rede sein. Auch 

hier  relativiert  die  subjektive  Tatschwere  die  objektive  Tatschwere  nicht  und  es 

erscheint isoliert betrachtet – also vor Anwendung des Asperationsprinzips – dem 

gerade noch leichten Verschulden eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten angemes-

sen. Eine Geldstrafe als Sanktion fällt auch hier ausser Betracht. 

1.3. Strafe 

für  mehrfache  ungetreue  Geschäftsbesorgung  betreffend  Kauf 

L._____-Aktien

1.3.1. Bei der objektiven Tatschwere ist hier zu berücksichtigen, dass der Beschul-

digte gemäss Anklage vor allem gegen die Pflicht verstossen hat, seinen Kunden, 

für  deren  Vermögen  er  zu  sorgen  hatte,  zu  keinen  Zeitpunkt  einen  liquiden 

Anspruch an den von ihm für CHF 8'775'000 aus deren Vermögen angeschafften 

L._____-Aktien  verschafft  zu  haben.  Dahinter  steckt  der  Vorwurf,  dass  er  nach 

Belieben  wie  ein  Eigentümer  über  diese  Aktien  verfügte  und  denn  auch  die 

-   86   -

Dividenden  einsackte  (dazu  nachfolgend).  Wie  ausgeführt  verhielt  es  sich  denn 

auch so, dass diese Aktienkäufe eklatant gegen das mit den Privatklägern schrift-

lich festgesetzte Risikoprofil verstiessen und ein grosses Klumpenrisiko schufen. 

Auch  hier  ging  es  letztlich  darum,  dass  sich  der  Beschuldigte  das  ganz  grosse 

"Geschäft" für sich erhoffte. Dabei ging er durchaus geschickt vor, indem er dieses 

Investment  über  ein  Sub-Account  laufen  liess  und  dafür  sorgte,  dass  die  Privat-

kläger die Bankunterlagen nicht mehr oder nicht mehr regelmässig erhielten. Die 

Belastung durch den Lombardkredit von 8 Mio. Schweizer Franken für den Kauf 

der  Aktien  war  sodann  im  Hauptkonto  nicht  ersichtlich.  Vor  allem  nutze  der 

Beschuldigte auch hier – wie bereits oben ausgeführt – das Vertrauen der Privat-

kläger in ihn aufgrund des langjährigen, geradezu freundschaftlichen Verhältnisses 

zwischen ihnen schamlos und dreist aus. Es ist dabei nochmals zu betonen, dass 

der Beschuldigte selber nie vorgebracht hat, die Privatkläger transparent betreffend 

diesen  Aktienkauf  aufgeklärt  sowie  auf  den  Verstoss  gegen  das  vereinbarte 

Risikoprofil und das grosse Klumpenrisiko hingewiesen zu haben. Wie bereits im 

Rahmen der rechtlichen Würdigung ausgeführt, entstand den Privatklägerin durch 

die grobe Verletzung seiner Pflichten als Vermögensverwalter ein Vermögensscha-

den im Umfang von CHF 8'775'000.– (vgl. Ziff. III D 2.4.). Dass sich in der Folge 

herausstellte,  dass  der  Beschuldigte  selber  beim  Kauf  der  Aktien  wohl  einem 

Betrug  unterlag  und  die  Aktien  weitgehend  wertlos  wurden  und  letztlich  er  nicht 

weiter  davon  profitierte,  ist  für  die  Beurteilung  des  den  Privatklägern  durch  die 

Pflichtverletzungen  des  Beschuldigten  entstandenen  Vermögensschadens 

irrelevant.  Anzufügen  ist  denn  auch,  dass  der  Beschuldigte  –  wie  von  der 

Vorinstanz zutreffend dargetan – die Investition in die L._____ AG getätigt hatte, 

ohne  den  Markt  oder  das  Produkt  genauer  zu  kennen  und  zu  verstehen.  Der 

Beschuldigte hatte sich in Bezug auf die L._____ AG und die Risiken dieses Invest-

ments nicht umfassend und seriös informiert, sondern seinen Investitionsentscheid 

auf oberflächliche und ungesicherte Informationen gestützt. Es handelte sich letzt-

lich  um  ein  hochspekulatives  Geschäft,  welches  er  aufgrund  seiner  beruflichen 

Ausbildung und Erfahrung als langjähriger Vermögensverwalter nicht hätte einge-

hen  dürfen  und  welches  sich  mit  den  auftragsrechtlichen  Treuepflichten  eines 

externen Vermögensverwalters nicht in Einklang bringen lässt (vgl. Urk. 78 S. 107-

112).  Leicht  verschuldensmindernd  zu  berücksichtigen  ist  zudem,  dass  der 

-   87   -

Beschuldigte,  als  er  einen  Teil  der  L._____-Aktien  verkaufte,  den  Privatklägern 

CHF 990'000  zurücküberwies.  Die  objektive  Tatschwere  ist  daher  innerhalb  des 

Strafrahmens von bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe also noch leicht im unteren Drittel 

festzusetzen, und es erweist sich eine Strafe im Bereich von insgesamt 18 Monaten 

Freiheitsstrafe als angemessen. 

1.3.2. Zur subjektiven Tatschwere kann auf die bisher gewürdigten Taten verwie-

sen  werden.  Auch  hier  handelte  der  Beschuldigte  mit  Wissen  und  Willen,  mithin 

direkt vorsätzlich. Er wollte mit dem von ihm zu verwaltenden fremden Vermögen 

das  grosse  Geld  machen.  Dass  er  sich  grosse  Wertsteigerungen  der  L._____-

Aktien erhofft und beabsichtigt habe, den Privatklägern das Geld zurückerstatten, 

vermag ihn nicht zu entschuldigten. Er handelte auch hier eigennützig und aus Gier. 

Von  einer  wirtschaftlichen  Notlage  kann  nicht  die  Rede  sein.  Die  subjektive 

Tatschwere relativiert die objektive Tatschwere jedenfalls nicht, und es erscheint 

isoliert  betrachtet  –  also  vor  Anwendung  des  Asperationsprinzips  –  dem  noch 

leichten Verschulden eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten angemessen. 

1.4. Strafe ungetreue Geschäftsbesorgung betreffend Dividendenausschüttung

1.4.1. Ins Gewicht fällt hier bei der objektiven Tatschwere vorab der Deliktsbetrag 

von  beachtlichen  CHF 285'707.50.  Der  Beschuldigte  hat  die  Dividendenaus-

schüttungen für die L._____-Aktien scham- und bedenkenlos für sich "eingesackt" 

und nicht an die Privatkläger weitergeleitet, wie es seine Pflicht gewesen wäre. Es 

ist allerdings verschuldensmässig zu berücksichtigen, dass dieses Verhalten quasi 

Ausfluss seines bereits gewürdigten strafbaren Verhaltens war, wie ein Eigentümer 

über die L._____-Aktien zu verfügen und den Privatklägern keinen liquiden – und 

transparenten  –  Anspruch  an  diesen  Aktien  verschafft  zu  haben.  Nachdem  sie 

keine Kenntnis von diesem Aktienkauf hatten, war es denn auch ein leichtes für ihn, 

diese  Dividenden  für  sich  abzuzweigen.  Dennoch  zeigt  auch  dieses  Verhalten 

erneut  die  doch  beachtliche  kriminelle  Energie  des  Beschuldigten.  Die  objektive 

Tatschwere  wiegt  noch  leicht,  und  es  erscheint  isoliert  betrachtet  eine  Strafe  im 

Bereich  von  rund  neun  Monaten  angemessen.  Auch  hier  kommt  aufgrund  des 

wiederholten  Vorgehens  des  Beschuldigten  und  da  das  Verschulden  doch  in 

-   88   -

Zusammenhang mit der illegalen Investition von CHF 8'775'000 zu sehen ist, nur 

eine Freiheitsstrafe als angemessene und zweckmässige Sanktion in Frage.

1.4.2 . Zur subjektiven Tatschwere ist auf die obigen Ausführungen zu verweisen. 

Das Motiv des vorsätzlichen Handels liegt wiederum in finanziellen Interessen des 

Beschuldigten.  Er  behielt  die  ausbezahlten  Dividenden  aus  Habgier  für  sich  und 

kümmerte sich nicht im Geringsten um die Ansprüche seiner langjährigen Kunden. 

Das subjektive Verschulden relativiert die objektive Tatschwere nicht. Eine Einzel-

strafe von 9 Monaten erscheint angemessen.

1.5. Asperation gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB

Gemäss  gesetzlicher  Regelung  sind  die  einzelnen  Strafen  nicht  zu  addieren, 

sondern die hypothetische Einsatzstrafe in Anwendung des Asperationsprinzips im 

Sinne  von  Art. 49  Abs. 1  StGB  angemessen  zu  erhöhen.  Vorauszuschicken  ist 

dabei, dass sämtliche begangenen ungetreuen Geschäftsbesorgungen wie von der 

Vorinstanz  erwogen  in  einem  zeitlichen  sowie  teilweise  in  einem  sachlichen 

Zusammenhang standen und das Tatvorgehen des Beschuldigten jeweils ähnlich 

war. Sodann richteten sich sämtliche Handlungen gegen das Vermögen der Privat-

kläger. Diesem Umstand ist bei der Anwendung des Asperationsprinzips im Sinne 

von  Art. 49  Abs. 1  StGB  angemessen  Rechnung  zu  tragen.  Es  erscheint  daher 

angemessen, die hypothetische Einsatzstrafe von 24 Monaten für die begangenen 

ungetreuen Geschäftsbesorgungen um insgesamt 30 (12+12+6) Monate zu erhö-

hen,  d.h.  die  isoliert  auszufällenden  Freiheitsstrafen  jeweils  um  einen  Drittel  zu 

reduzieren, und aufgrund der Tatkomponenten eine Einsatzstrafe von 54 Monaten 

Freiheitsstrafe festzusetzen. 

2.

Täterkomponente

2.1. Persönliche Verhältnisse

Zur Biographie des Beschuldigten kann vorab auf die korrekten Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 78 S. 135 f., Urk. 90101026-30, Urk. 50101004 

-5,  Urk. 50101038-40,  Urk. 50101050-52,  Urk. 50101105-09,  Urk. 50101110  ff.; 

Urk. 50101116-22, Urk. 60 S. 2-4, Urk. 30201001 ff.). Der Beschuldigte ist 1972 in 

-   89   -

AF._____ geboren, wo er von 1989-1992 eine Banklehre bei der Bank AG._____ 

absolvierte.  In  der  Folge  arbeitete  er  bei  verschiedenen  Banken  in  der  Schweiz, 

den USA und Argentinien. Von 1998-2000 arbeite er gemäss seinen Angaben für 

die Familie AH._____ als Banker. 2000/2001 war er bei der J._____ Bank in Zürich 

als  Anlageberater  tätig,  danach  bis  Ende  2009  als  Anlageberater  bei  der  Bank 

E._____ AG. Wie sich aus dem Sachverhalt ergibt, war er dann von März 2010 bis 

Dezember  2017  als  Anlageberater  bei  der  G._____  AG  tätig,  anschliessend  von 

2018 bis August 2020 als freier Mitarbeiter bei der AI._____ AG. Er heiratete im 

September  2005  B._____,  die  damals  als  Assistentin  bei  der  Bank  E._____  AG 

gearbeitet hatte. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, die 2008 und 2012 zur 

Welt kamen. 2016 kam es zur Trennung und die Ehefrau lebte mit den Kindern ab 

2016 zunächst in AJ._____ [USA]. 2020 kehrte sie in die Schweiz zurück und das 

Paar  liess  sich  anfangs  2021  scheiden.  Der  Beschuldigte  lebt  allein.  Er  gab  an, 

Unterhaltsverpflichtungen zu haben, wobei er nicht wisse, wie hoch diese seien, da 

er sie nicht erfüllen könne. Anlässlich der Hauptverhandlung widersprach er dann 

nicht, dass diese CHF 6'000.– pro Kind betragen würden. Gemäss Angabe seiner 

Ex-Frau zahle er diese seit Januar 2020 nicht. Der Beschuldigte gab an, gesund-

heitlich angeschlagen zu sein und Lungenprobleme zu haben. Weiter sagte er aus, 

alles verloren zu haben und über kein Vermögen mehr und keine Arbeitsstelle zu 

verfügen. Zunächst habe er einzig noch ein paar Spezialmandate als Selbständiger 

gehabt. Dabei sei es um Ausländer gegangen, die in die Schweiz hätten kommen 

wollen, um sich operieren zu lassen. Er habe monatlich zwischen CHF 8'000.– bis 

9'000.– verdient. Anlässlich der Hauptverhandlung Ende August 2023 gab er an, in 

diesem  Jahr  keine  Einkünfte  erzielt  zu  haben,  da  sein  Geschäftsmodell  mit  den 

Spezialmandaten zum Erliegen gekommen sei. Er habe Schulden aus aufgelaufe-

nen Unterhaltsverpflichtungen, bei seinem Rechtsanwalt und vielleicht noch Steu-

erschulden. Die Miete für seine Wohnung betrage CHF 2'240.–. Seine Eltern wür-

den  ihn  finanziell  unterstützen.  Anlässlich  der  Berufungsverhandlung  liess  er so-

dann ergänzend ausführen, ein gutes Verhältnis zu seinen beiden Kindern zu ha-

ben und sie so häufig wie möglich zu besuchen. Auch zu seinen Eltern und seinem 

Bruder pflege er ein gutes Verhältnis; erstere seien im fortgeschrittenen Alter, so-

dass  er  sie  bei  Arbeiten,  welche  sie  nicht  mehr  bewältigen  könnten,  unterstütze 

(Urk. 122/11). Das Vorleben und die weiteren persönlichen Verhältnisse des Be-

-   90   -

schuldigten wirken sich strafzumessungsneutral aus. Vorstrafen weist er keine auf 

(Urk. 80), was sich bei der Strafzumessung ebenfalls neutral auswirkt.

2.2. Nachtatverhalten

Der Beschuldigte hat den Vorwurf einer unrechtmässigen, strafbaren Überweisung 

von EUR 1.5 Mio. an die F._____ AG zu seinen Gunsten für den Erwerb einer Yacht 

bereits zu Beginn der Untersuchung eingestanden und diesbezüglich auch Reue 

gezeigt. Er hat damit die Untersuchung insoweit erleichtert. Hinsichtlich der doch 

wesentlicher ins Gewicht fallenden Taten war der Beschuldigte nicht geständig, und 

es war ein umfangreiches Vorverfahren mit zahlreichen Editionen und langwierigen 

Einvernahmen  erforderlich  (vgl.  Order  1-64  sowie  die  beigezogenen  Akten).  Die 

Vorinstanz hat sodann zutreffend erwogen, dass die Aussagen des Beschuldigten 

weder auf Einsicht in das von ihm begangene Unrecht noch auf Reue hinweisen 

(Urk. 78 S. 138, Urk. 50101131). Etwas seltsam fällt dabei auch seine Äusserung 

auf, er habe auch teilweise ein Geständnis abgelegt, dort, wo er es habe machen 

müssen. Insgesamt erscheint mit der Vorinstanz jedenfalls aufgrund des Nachtat-

verhaltens eine Strafminderung von deutlich weniger als einem Drittel angezeigt.

2.3. Zeitablauf und Wohlverhalten

Weiter fällt bei der Strafzumessung ins Gewicht, dass der Beschuldigte die vorlie-

gend zu beurteilenden Taten zwischen 2009 und 2013 (die letzte Dividendenaus-

schüttung  datiert  vom  9. April  2013)  beging.  Die  verschuldensmässig  wesentlich 

ins Gewicht fallenden Taten datieren vom September 2009, August und Dezember 

2011 und lagen somit im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils jeweils über 10 bis 

fast  14  Jahre  zurück.  Gemäss  Art. 48  lit. e  StGB  mildert  das  Gericht  die  Strafe, 

wenn das Strafbedürfnis in Anbetracht der seit der Tat verstrichenen Zeit deutlich 

vermindert  ist  und  der  Täter  sich  in  dieser  Zeit  wohl  verhalten  hat.  "Verhältnis-

mässig lange Zeit" im Sinne dieser Bestimmung ist grundsätzlich verstrichen, wenn 

zwei  Drittel  der  Verjährungsfrist  verstrichen  sind.  Indes  kann  das  Gericht  diesen 

Strafmilderungsgrund unter Umständen auch schon vor Ablauf der genannten Zeit-

spanne  anwenden,  um  Art  und  Schwere  der  Straftat  Rechnung  zu  tragen 

(OFK/StGB-HEIMGARTNER, Art. 48 N 10). Der Strafmilderungsgrund infolge langen 

-   91   -

Zeitablaufs  im  Sinne  von  Art. 48  lit. e  StGB  ist  in  jedem  Fall  zu  berücksichtigen, 

wenn  zwei  Drittel  der  Verjährungsfrist  verstrichen  sind  (BGE  140  IV  145  E. 3.1). 

Gesetzlich  wohlverhalten  hat  sich,  wer  keine  strafbare  Handlung  begangen  hat 

(vgl. Urteil 6B_260/2020 vom 2. Juli 2020 E. 2.3.3 m.H.). Dieser Strafmilderungs-

grund ist vorliegend demnach zu berücksichtigen, da im Zeitpunkt des vorinstanz-

lichen  Urteils  zwei  Drittel  der  jeweiligen  Verjährungsfristen  von  15  Jahren  ver-

strichen  waren  (vgl.  Art. 97  Abs. 1  lit. b  StGB  in  Verbindung  mit  Art. 158  Ziff. 1 

Abs. 1 und 3 StGB und in Verbindung mit Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 StGB). 

Sodann  hat  sich  der  Beschuldigte  seither  wohlverhalten  (Urk. 80).  Die  Strafe  ist 

demnach weiter spürbar zu reduzieren.

3.

Fazit Strafe

Zusammenfassend ist die Gesamteinsatzstrafe aufgrund des Nachtatverhaltens zu 

reduzieren. Es rechtfertigt sich, die Gesamteinsatzstrafe aufgrund des Teilgeständ-

nis und des Verstreichens einer verhältnismässig langen Zeit, in welcher sich der 

Beschuldigte  wohlverhalten  hat,  um  je  vier  Monate  zu  reduzieren.  Es  erschiene 

somit eine Freiheitsstrafe von 46 Monaten schuldangemessen. Unter Berücksichti-

gung  des  Verschlechterungsverbots  (Art.  391  Abs. 2  StPO)  hat  es  bei  der 

vorinstanzlich ausgefällten Freiheitsstrafe von 36 Monaten sein Bewenden. 

4.

Anrechnung Ersatzmassnahmen

Beim  Beschuldigten  wurden  anstatt  der  Anordnung  von  Haft  die  sichernden 

Massnahmen  getroffen,  dass  seine  schweizerischen  Reisepässe  und  Identitäts-

karte sichergestellt wurden. Diese Ersatzmassnahmen bestanden während 1'379 

(=1'195+184) Tagen (Urk. 80401016 ff.; Urk. 68). Es erscheint mit der Vorinstanz 

angemessen,  die  Anzahl  Tage  Ersatzmassnahmen  in  Anwendung  von  Art. 51 

StGB zu 10 % auf die Freiheitsstrafe anzurechnen (vgl. auch Urteile 6B_739/2019 

vom 2. September 2019 E. 4.4 und 6B_1416/2017 vom 29. November 2018 E. 2.3; 

mit  Hinweisen,  vgl.  Urk. 78  S. 139  f.).  Die  von  der  Verteidigung  vor  Vorinstanz 

angeführten Umstände, dass der Beschuldigte sich in dieser Zeit für eine Erkran-

kung  nicht  von  einem  diesbezüglichen  Spezialisten  in  den  USA  habe  behandeln 

lassen  können,  er  nicht  zur  Beerdigung  eines  Kollegen  nach  Israel  habe  fahren 

-   92   -

können und er mangels Ausweises kein Hotelzimmer erhalten habe und deswegen 

mit  seinem  Sohn  ein  Fussballturnier  in  der  Westschweiz  nicht  habe  besuchen 

können, sind zwar durchaus eine gewisse Härte mit sich bringende Massnahmen. 

Es ist verständlich, dass der Beschuldigte sich eingeschränkt fühlte, doch kommen 

diese  Ersatzmassnahmen  bei  Weitem  nicht  einer  derart  starken  Beschränkung 

seiner persönlichen Freiheit bzw. einem Freiheitsentzug nahe, dass sie wie von der 

Verteidigung beantragt (Urk. 64 S. 40, Urk. 121 S. 36) zur Hälfte bzw. mindestens 

zu 30% einer Haftstrafe gleichzusetzen sind. Die Sicherstellung seiner Ausweise 

haben den Beschuldigten im gewöhnlichen Alltag in seiner Freiheit im Vergleich zur 

Beschränkung durch Haft praktisch kaum eingeschränkt. 1'379 Tage Ersatzmass-

nahmen entsprechen bei einer Berücksichtigung von rund 10 Prozent 138 Tagen 

entstandener Haft. 

V. Vollzug Strafe

Dem  Beschuldigten  ist  unter  Hinweis  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  der 

Vorinstanz  (Urk. 78  S. 140  ff.)  der  teilbedingte  Strafvollzug  zu  gewähren.  Die 

Vorinstanz  hat  die  theoretischen  rechtlichen  Grundlagen  zum  Vollzug  dargetan. 

Weiter hat sie zutreffend erwogen, dass der Beschuldigte Ersttäter ist und keine 

Vorstrafen  aufweist,  womit  eine  günstige  Prognose  zu  vermuten  ist.  Dies  drängt 

sich  vorliegend  umso  mehr  auf,  als  der  Beschuldigte  sich  seit  seinem  letzten 

strafbaren Handeln im Jahre 2013, also seit über mehr als zehn Jahren, wohlver-

halten hat. Zudem wird ihn das vorliegende Strafverfahren und der Vollzug eines 

Teils der Freiheitsstrafe genügend beeindrucken, um sich in Zukunft zu bewähren. 

Bei der Bemessung des vollziehbaren Teils ist dem in Art. 43 StGB erwähnten "Ver-

schulden" sowie der Legalprognose Rechnung zu tragen. Das Verhältnis der Straf-

teile  ist  so  festzusetzen,  dass  darin  die  Wahrscheinlichkeit  der  Legalprognose 

einerseits und dessen Einzeltatschuld andererseits hinreichend berücksichtigt wird 

(BGE 134 IV 1 E. 5.6). Der unbedingte Strafteil darf dabei das unter Verschulden-

sgesichtspunkten  gebotene  Mass  nicht  unterschreiten,  weshalb  er  selbst  sehr 

günstiger Legalprognose bei entsprechend schwerem Verschulden auf das Maxi-

malmass festgelegt werden kann (vgl. OFK/StGB-HEIMGARTNER, Art. 43 N 5). Das 

Verschulden des Beschuldigten bei den einzelnen Taten wiegt zwar gerade noch 

-   93   -

leicht  innerhalb  der  weiten  Strafrahmen.  Allerdings  hat  er  mehrfach  und  letztlich 

während Jahren mit Beträgen im Bereich von mehreren Millionen delinquiert. Auch 

konnte nur deshalb eine in den Bereich des teilbedingten Vollzugs fallende Strafe 

ausgesprochen  werden,  was  sehr  wohlwollend  erscheint,  weil  seit  den  Taten 

bereits viele Jahren vergangen sind. Insgesamt muss daher entsprechend seinem 

Gesamtverschulden  der  vollziehbare  Anteil  im  oberen  Bereich  des  Zulässigen 

liegen.  Keinen  guten  Eindruck  hinterlassen  auch,  dass  der  Beschuldigte  keine 

Einsicht  in  das  Unrecht  seiner  Taten  zeigt,  dass  er  seine  Handlungen  letztlich 

bagatellisiert  und  sich  selber  als  Opfer  der  Finanzkrise  sieht  (Urk. 50101008 

F/A 41). Trotz der eigentlich guten Prognose bestehen daher leise Bedenken, ob 

der  Beschuldigte  bei  sich  bietender  Gelegenheit  nicht  doch  wieder  so  handeln 

würde. Es ist auch hervorzuheben, dass er zwar verbal vorbrachte, Wiedergutma-

chung leisten zu wollen (Urk. 50101131), was aber als blosses Lippenbekenntnis 

abzutun ist, hat er doch insbesondere aufgrund des Verkaufs seiner Yacht und der 

Liegenschaft in AA._____ mehrfach die Möglichkeit dazu gehabt und diese unge-

nutzt verstreichen lassen und die Verkaufserlöse für sich verwendet. Es erscheint 

daher  mit  der  Vorinstanz  angemessen,  den  unbedingt  zu  vollziehenden  Teil  der 

Freiheitsstrafe auf 18 Monate festzulegen, um dem Verschulden des Beschuldigten 

genügend Rechnung zu tragen. Die Probezeit für den bedingt zu vollziehenden Teil 

der Freiheitsstrafe (18 Monate) ist auf das gesetzliche Minimum von zwei Jahren 

festzusetzen. 

VI. Zivilansprüche

Die Vorinstanz hielt fest, dass die geltend gemachten Schadenspositionen von den 

Privatklägern  substantiiert  begründet  und  belegt  wurden.  Weiter  wurde  festge-

halten, dass sich folgende Vermögensschäden der Privatkläger hätten nachweisen 

lassen, welche der Beschuldigte durch die schuldhafte Begehung der Tatbestände 

der  qualifizierten  Veruntreuung  und  der  mehrfachen  qualifizierten  ungetreuen 

Geschäftsbesorgung verursacht hätte (Urk. 78 S. 148): 

-

EUR 1'500'000 zuzüglich Zins in der Höhe von 5 % seit dem 
23. September 2009,

-   94   -

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-

-

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CHF 525'000 zuzüglich Zins in der Höhe von 5 % seit dem 
20. September 2010,

CHF 7'260'000 zuzüglich Zins in der Höhe von 5 % seit dem 
12. August 2011 (dieser Summe liegt folgende Berechnung zugrunde: 
CHF 8'250'000 abzüglich CHF 990'000 [Überweisung an die Privatklä-
ger 1 und 2 im Dezember 2011 aufgrund eines Aktienverkaufs 
"L._____"]),

CHF 4'000'020 zuzüglich Zins in der Höhe von 5 % seit dem 
14. Dezember 2011, und

CHF 285'707.50 (Anteil der Privatkläger 1 und 2 an der Nettodividende 
2011 nach Abzug des Verkaufs von 180 Aktien der L._____ AG) zu-
züglich Zins in der Höhe von 5 % seit dem 6. Dezember 2012 (mittlerer 
Zinsverfall)."

Der  Beschuldigte  ficht  die  Regelung  der  Zivilansprüche  mit  seinem  Antrag  auf 

Freispruch ebenfalls an (Urk. 82 S. 2). Er ist wie bereits vor Vorinstanz der Ansicht, 

dass auch hinsichtlich dem Teil Yacht "… [Name]" (EUR 1'500'000 zuzüglich Zins 

in der Höhe von 5 % seit dem 23. September 2009) die Zivilansprüche ungeachtet 

der  strafrechtlichen  Würdigung  auf  den  Zivilweg  zu  verweisen  seien.  Die 

Zivilforderungen der Privatkläger seien abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. 

Eventualiter seien sie auf den Zivilweg zu verweisen (vgl. Urk. 121 S. 37; Prot. II 

S. 10)). Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen für die geltend gemachten 

Zivilansprüche zutreffend aufgeführt (Urk. 78 S. 144-146). Es kann darauf verwie-

sen  werden.  Ergänzend  ist  anzufügen,  dass  bei  reinen  Vermögensschäden,  wie 

vorliegend, die Widerrechtlichkeit der Schädigung dann gegeben ist, wenn sie unter 

Verletzung einer besonderen Verhaltensnorm bewirkt wurde, die nach ihrem Zweck 

(auch)  vor  Schädigungen  von  der  Art  der  (konkret)  eingetretenen  schützen  soll. 

Solche haftpflichtrechtlichen Schutznormen finden sich v.a. im (Vermögens-)Straf-

recht  (BGE  132  III  122;  BSK  OR  I-KESSLER,  Art. 41  N 34  f.).  Dazu  gehören 

zweifelsohne auch die (qualifizierte) Veruntreuung und die (qualifizierte) ungetreue 

Geschäftsbesorgung,  welche  geradezu  bezwecken,  ein  Verhalten,  wie  es  der 

Beschuldigte an den Tag legte, sowie die daraus resultierenden Vermögensschä-

den  zu  verhindern.  Nachdem  der  Beschuldigte  mit  Verweis  auf  die  Erwägungen 

zum Sachverhalt sowie zur rechtlichen Würdigung jeweils anklagegemäss schuldig 

zu sprechen ist, sind die Voraussetzungen für die Zusprechung von Schadenersatz 

gemäss Art. 41 Abs. 1 OR (Schaden, natürlicher und adäquater Kausalzusammen-

hang  zwischen  schädigendem  Verhalten  und  Schaden,  Widerrechtlichkeit  der 

-   95   -

Schädigung und Verschulden) damit ohne Weiteres erfüllt. Dies gilt auch hinsicht-

lich des Schadens aus der Veruntreuung von EUR 1.5 Mio. (Yacht "… [Name]"). 

Die  Vorinstanz  hat  hierzu  zutreffend  erwogen,  dass  gemäss  bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung  bei  durchgeführten  unautorisierten  Transaktionen  der  Bank 

aufgrund eines strafbaren Verhaltens des Bankberaters oder einer Drittperson der 

Bankkunde selbst als Direktgeschädigter gilt und dieser den Schaden adhäsions-

weise im Strafverfahren geltend machen kann, wenn die Bank den Schaden auf 

den Bankkunden überwälzt, das heisst, wenn diesem der von seinem Bankkonto 

abgebuchte  Betrag  nicht  wieder  gutgeschrieben  wird  (Urteil  6B_568/2013  vom 

13. November 2013 E. 4.3 mit Hinweis auf 6B_398/2012 vom 28. Januar 2013 und 

6B_344/2007 vom 1. Juli 2008 E. 3.3), was vorliegend der Fall ist (Urk. 70501001). 

Soweit das handelsgerichtliche Verfahren zwischen den Privatklägern 1+2 und der 

Bank E._____ AG mit vorliegenden Schadenersatzforderungen im Zusammenhang 

stehen sollte, ist festzuhalten, dass dieses Verfahren noch hängig ist (vgl. Urk. 127 

S. 6;  Prot.  II  S. 16).  Die  Privatkläger  sind  entsprechend  im  heutigen  Zeitpunkt 

weiterhin im vollen Umfang geschädigt. Es besteht kein Bedarf für weitere Bewei-

serhebungen  diesbezüglich.  Die  Verteidigung  verlangt  sodann  die  Abweisung 

respektive die Verweisung der weiteren Zivilforderungen auf den Zivilweg lediglich 

unter Hinweis auf die beantragten Freisprüche und geht ansonsten nicht substan-

tiiert auf die Anspruchsgrundlagen ein. In Bezug auf die einzelnen Schadensposi-

tionen  kann  grundsätzlich  ebenfalls  auf  die  Erwägungen  in  Ziff. III  verwiesen 

werden, wobei in Bezug auf den L._____-Komplex – wie bereits ausgeführt – an 

dieser Stelle die Überweisung von CHF 990'000.– in Abzug zu bringen ist, da die 

Privatkläger in diesem Umfang heute nicht mehr geschädigt sind. In Bestätigung 

der vorinstanzlichen Regelung ist der Beschuldigte daher zu verpflichten, Schaden-

ersatz im obgenannten Umfang zu bezahlen.

-   96   -

VII. Beschlagnahmungen / Einziehungen / Ersatzforderung

A.

Ersatzforderung / Verwendung Kontoguthaben B._____

1.

Ausgangslage

1.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten verpflichtet, dem Staat eine Ersatzfor-

derung von CHF 4'000'000 zu bezahlen, und sprach diese den Privatklägern 1 und 

2 zur Deckung ihrer Schadenersatzforderung zu. Dies unter Vormerknahme, dass 

die  Privatkläger 1  und  2  ihre  diesbezügliche  Forderung  an  den  Staat  abgetreten 

haben. Weiter ordnete die Vorinstanz an, dass das Guthaben (CHF 1'918'840.64) 

auf dem Konto Nr. 3 bei der AW._____ Switzerland AG, lautend auf B._____ (der 

Ex-Frau  des  Beschuldigten,  welche  als  "andere  Verfahrensbeteiligte"  an  diesem 

Verfahren  teilnimmt)  zur  Deckung  der  Verfahrenskosten  des  Beschuldigten  ver-

wendet werde. Im Mehrbetrag bleibe der Saldo beschlagnahmt bis im Zwangsvoll-

streckungsverfahren betreffend die Ersatzforderung über Sicherungsmassnahmen 

entschieden oder die Ersatzforderung getilgt worden sei (längstens jedoch für die 

Dauer  von  zwei  Jahren  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  Entscheides  betreffend 

Verpflichtung zur Bezahlung der Ersatzforderung). Die AW._____ Switzerland AG 

wurde ferner angewiesen, das Konto zu saldieren und den Saldo der Kasse des 

Bezirksgerichtes Zürich zu überweisen (Urk. 78 S. 149-182, S. 186 f.).

1.2. Der Beschuldigte beantragt mit der Berufung, dass von der Anordnung einer 

Ersatzforderungen abzusehen sei (Urk. 82 S. 2; Urk. 121 S. 37). Die Verteidigung 

begründet dies im Wesentlichen damit, dass der Beschuldigte aufgrund medialer 

Vorverurteilung derzeit nur eingeschränkt arbeitstätig sei und es für ihn schwer sei, 

eine Stelle in der Finanzbranche zu finden. Die geschuldeten Unterhaltsbeträge an 

seine Ex-Frau und die gemeinsamen Kinder habe er in den letzten vier Jahren nicht 

oder nur teilweise bezahlen können; er habe ihnen gegenüber erhebliche Schul-

den. Die Anordnung einer Ersatzforderung würde nicht nur uneinbringlich sein, sie 

würde  auch  die  Zukunft  des  Beschuldigten  unverhältnismässig  erschweren 

(Urk. 121 S. 37).

1.3. Auch B._____, die Ex-Ehefrau des Beschuldigten und andere Verfahrensbe-

teiligte, fechtet den Entscheid der Vorinstanz an. Sie beantragt, es sei die Beschlag-

-   97   -

nahme der Vermögenswerte auf ihrem Konto Nr. 3 bei der AW._____ Switzerland 

AG  aufzuheben  und  ihr  die  beschlagnahmten  Vermögenswerte  herauszugeben 

(Urk. 85 S. 3; Urk. 124 S. 2). Sie bemängelt insbesondere, dass ihre Argumente im 

vorinstanzlichen Urteil kaum gewürdigt worden seien. Insbesondere seien die von 

ihr im Detail dargelegten wirtschaftlichen Hintergründe der Trennungsvereinbarung 

nur summarisch gewürdigt worden, und es sei dem Umstand, dass sie aufgrund 

der güterrechtlichen Auseinandersetzung einen bedeutsamen eherechtlichen Vor-

schlag gehabt habe, nicht Rechnung getragen worden. Es sei beispielsweise ferner 

auch nicht gewürdigt worden, dass sie bereits im Jahre 2017 – also vor Anhebung 

des vorliegenden Strafverfahrens – versucht habe, das Haus in W._____ zu ver-

kaufen. Die Trennungsvereinbarung habe finanziell den rechtlichen Gegebenheiten 

entsprochen und sie habe die Liegenschaft in W._____ gutgläubig in ihr Eigentum 

übernommen,  so  dass  eine  Ersatzforderung  ihr  gegenüber  (einem  Dritten)  nicht 

erfolgen  könne  (Urk. 85  S. 4  f.).  Anlässlich  der  Berufungsverhandlung  wurde  er-

gänzend ausgeführt, die andere Verfahrensbeteiligte sei eine erfolgreiche und gut 

bezahlte Geschäftsleitungsassistentin gewesen und habe – vor der Geburt der bei-

den gemeinsamen Kinder – 2007 CHF 180'217 und 2008 CHF 167'286 verdient 

(Urk. 124 S. 6). Der Entschluss, im 2011 mittels Ehevertrags den Stand der Güter-

trennung zu vereinbaren, sei vor dem Hintergrund des Schritts des Beschuldigten 

in die Selbständigkeit als Vermögensverwalter beschlossen worden (Urk. 124 S. 6 

f.). Die andere Verfahrensbeteiligte habe zu diesem Zeitpunkt einen Anspruch in 

der Höhe von CHF 1.4 Mio. gehabt und somit "gleichwertige Gegenleistung" für die 

Liegenschaft  in  W._____  erbracht  (Urk.  124  S.  8  ff.).  Sodann  sei  sie  gutgläubig 

gewesen (Urk. 124 S. 11 f.). Die Voraussetzungen für die Anordnung einer Ersatz-

forderung gegen Dritte seien vorliegend nicht erfüllt. Überdies würde die Ersatzfor-

derung für die andere Verfahrensbeteiligte eine unverhältnismässige Härte darstel-

len, zumal es sich bei den Vermögenswerten um ihre gesamten Ersparnisse handle 

(Urk. 124 S. 13). Mit dem Verkauf der Liegenschaft in W._____ habe sie 2017 den 

Beschuldigten beauftragt, da sie selbst mit den Kindern in den USA geweilt sei und 

sie das Haus in der Schweiz nicht mehr benötigt habe. Diese Liegenschaft sei ein-

deutig in ihrem Eigentum gestanden. Zu einem erfolgreichen Verkauf sei es dann 

allerdings erst im Sommer 2020 gekommen (Urk. 124 S. 7).

-   98   -

Mit  Verweis  auf  die  bundesgerichtliche  Rechtsprechung  führt,  selbst  wenn  eine 

Verletzung des Akteneinsichtsrechts respektive des rechtlichen Gehörs der ande-

ren Verfahrensbeteiligten im Untersuchungs- und erstinstanzlichen Verfahrens zu 

bejahen ist, wie diese vorbringen lässt, dies nicht zur Aufhebung des erstinstanz-

lichen verjährungsbeendenden Urteils. Durch die im Berufungsverfahren gewährte 

(praktisch uneingeschränkte) Akteneinsicht (vgl. Urk. 95) konnte diese Verletzung 

geheilt  werden,  zumal  die  Berufungsinstanz  über  volle  Kognition  verfügt  und  die 

andere  Verfahrensbeteiligte  sich  (erneut)  einlässlich  äussern  konnte,  respektive 

auch  unter  den  Titeln  formalistischer  Leerlauf  und  unnötige  Verzögerungen  vor-

liegend  von  einer  Rückweisung  abzusehen  ist  (BGE  132  V  387  E. 5.1;  Urteil 

6B_178/2019  vom  1. April  2020  E. 4.4.7).  Sodann  sind  zwar  der  Grundsatz  der 

Unschuldsvermutung  zu  beachten  und  die  einziehungs-  respektive  ersatzforde-

rungsbegründenden  Umstände  (gegenüber  Dritten)  grundsätzlich  vom  Staat  zu 

beweisen.  Das  Akkusationsprinzip  gilt  –  entgegen  der  Verteidigung  (Urk. 124 

S. 14 f., vgl. auch Schödler, Diss. Dritte im Beschlagnahme- und Einziehungsver-

fahren, S. 76 f.) – hingegen nicht (BSK StGB-BAUMANN, Art. 72 N 18, mit Verweis 

auf SCHMID, Kommentar Einziehung § 1 N 79 und § 2 N 148; vgl. auch Art. 325 f. 

StPO).

1.4. Staatsanwaltschaft / Privatkläger

Die Staatsanwaltschaft sowie die Privatkläger beantragen auch in diesen Punkten 

die  Bestätigung  des  vorinstanzlichen  Urteils  (Urk.  89;  Urk.  127  S.  3).  Die  Privat-

klägervertretung  führt  hierzu  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  aus,  die 

Vorinstanz habe sich eingehend mit der Argumentation der anderen Verfahrensbe-

teiligten  auseinandergesetzt.  Fest  stehe,  dass  die  angebliche  güterrechtliche 

Auseinandersetzung im Jahr 2011 lediglich zum Schein erfolgt sei und die andere 

Verfahrensbeteiligte  die  Liegenschaft  in  W._____  ohne  Gegenleistung  erhalten 

habe. Die Liegenschaft in AA._____ sei nicht einmal übertragen worden. Sodann 

könne  die  andere  Verfahrensbeteiligte,  mit  Verweis  auf  verschiedene  Umstände 

(riesige Yacht; keine Deklaration dieser Yacht in den Steuererklärungen etc.) sowie 

angesichts ihrer Berufserfahrung in der Finanzbranche, nicht ernsthaft behaupten, 

der Lebensstil des Beschuldigten, welchen sie geteilt habe, hätte sich ausschliess-

-   99   -

lich mit legalen Mitteln finanzieren lassen. Spätestens jedoch, als der Beschuldigte 

ihr plötzlich sein gesamtes Eigengut "übertragen" habe und trotz der Übertragung 

weiterhin wie ein Eigentümer über diese Vermögenswerte verfügt habe, sei ihr klar 

gewesen, dass diese Übertragung nur zum Schein erfolgt sei (Urk. 127 S. 14 f. mit 

Verweis auf die Vorinstanz).

2.

Rechtliche Grundlagen

Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen der Einziehung, der Ersatzforderung 

und  der  Ersatzforderungsbeschlagnahmen  von  Eigentum  von  Dritten  sehr  sorg-

fältig  und  umfassend  unter  Erörterung  von  Lehre  und  Rechtsprechung  dargetan 

(Urk. 78 S. 149-155). Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden. Kurz zusam-

mengefasst verfügt das Gericht gemäss Art. 70 Abs. 1 StGB die Einziehung von 

Vermögenswerten, die durch eine Straftat erlangt worden sind. Die Einziehung ist 

gemäss Absatz 2 dieser Bestimmung ausgeschlossen, wenn ein Dritter die Vermö-

genswerte in Unkenntnis der Einziehungsgründe erworben hat und soweit er für sie 

eine  gleichwertige  Gegenleistung  erbracht  hat  oder  wenn  die  Einziehung  ihm 

gegenüber  sonst  eine  unverhältnismässige  Härte  darstellen  würde.  Sind  die  der 

Einziehung unterliegenden Vermögenswerte nicht mehr vorhanden, so erkennt das 

Gericht nach Art. 71 Abs. 1 StGB auf eine Ersatzforderung des Staates in gleicher 

Höhe, gegenüber einem Dritten jedoch nur, soweit dies nicht nach Artikel 70 Ab-

satz 2  ausgeschlossen  ist.  Die  Ersatzforderungsbeschlagnahme  gemäss  Art.  71 

Abs. 3 StGB dient der Durchsetzung einer vom Sachgericht festzusetzenden Er-

satzforderung nach Art. 71 Abs. 1 StGB. Die Ersatzforderungsbeschlagnahme ist 

subsidiär zur Naturaleinziehung und kann darum nur angeordnet werden, wenn die 

durch eine Straftat erlangten Vermögenswerte nicht mehr verfügbar sind. Neben 

den  unmittelbar  aus  der  Straftat  stammenden  Vermögenswerten  (Originalwerte) 

können nach ständiger Praxis des Bundesgerichtes auch deren unechte Surrogate 

(Ersatzwerte) nach Art. 70 Abs. 1 StGB eingezogen bzw. restituiert werden, sofern 

anhand einer "Papierspur" (sog. Paper Trail) nachgewiesen werden kann, dass die 

einzuziehenden  Werte  an  Stelle  der  deliktisch  erlangten  Originalwerte  getreten 

sind.  Ist  der  Ersatzwert  nicht  mehr  identifizierbar,  ist  auf  eine  Ersatzforderung 

(Art. 71  StGB)  in  entsprechender  Höhe  zu  erkennen.  Eine  Ersatzforderungsbe-

-   100   -

schlagnahme kann sich auf alle Vermögenswerte des Betroffenen beziehen, ohne 

dass  diese  aus  der  Straftat  herrühren  müssten,  d.h.  auch  auf  solche,  welche 

keinerlei Beziehung zur Straftat aufweisen. Unter den Begriff des "Betroffenen" im 

Sinne  von  Art.  71  Abs.  3  StGB  fällt  nicht  nur  der  Täter,  sondern  unter  gewissen 

Voraussetzungen auch ein Dritter, der durch die Straftat auf die eine oder andere 

Weise begünstigt worden ist. Nach der Rechtsprechung kann eine Beschlagnahme 

nach Art. 71 Abs. 3 StGB auch Vermögenswerte einer Aktiengesellschaft erfassen, 

wenn zwischen dem Aktionär (und mutmasslichen Täter) und der Gesellschaft, die 

er besitzt, nicht zu unterscheiden ist (sog. "Durchgriff"). Dasselbe gilt hinsichtlich 

von Vermögenswerten, die wirtschaftlich betrachtet im Eigentum der beschuldigten 

Person stehen, weil sie etwa nur durch ein Scheingeschäft an eine "Strohperson" 

übertragen worden sind. Für nicht beschuldigte Dritte, welche Deliktsgut erworben 

haben  bzw.  davon  begünstigt  wurden  ("tiers  favorisés"),  gelten  die  genannten 

Bestimmungen  von  Art.  70  Abs.  2  i.V.m.  Art.  71  Abs.  1  und  Abs.  3  StGB  (vgl. 

BGE 141 IV 360 E. 3.2 mit Hinweisen, BGE 140 IV 57 E. 4.1.2, BGE 140 IV 133 

E. 3, BGE 139 IV 250 E. 2.1 jeweils m.H.; Urteile 1B_530/2017 vom 1. Mai 2018 

E. 3.5,  1B_300/2013  vom  14. April  2013  E.  5.3.2.  m.w.H,  1B_163/2013  vom 

4. November 2013 E. 4.1.5, 1B_463/2016 vom 10. April 2017 E. 4; BSK StGB-BAU-

MANN, Art. 70/71 N 69). Sinn und Zweck der Einziehung liegen im Ausgleich delik-

tischer  Vorteile.  Die  Bestimmungen  über  die  Einziehung  von  Vermögenswerten 

wollen verhindern, dass der Täter im Genuss eines durch eine strafbare Handlung 

erlangten Vermögensvorteils bleibt. Sie dienen insofern der Verwirklichung des so-

zialethischen  Gebots,  nach  welchem  sich  strafbares  Verhalten  nicht  lohnen  soll 

(BGE 144 IV 1 E. 4.2.1, BGE 144 IV 285 E. 2.2, BGE 141 IV 155 E. 4.1). Die glei-

chen  Überlegungen  gelten  für  Ersatzforderungen  des  Staates.  Durch  die  Festle-

gung einer Ersatzforderung soll verhindert werden, dass derjenige, welcher die Ver-

mögenswerte  bereits  verbraucht  bzw.  sich  ihrer  entledigt  hat,  von  seiner  Straftat 

profitiert und insofern besser gestellt wird als jener, der noch über sie verfügt (BGE 

140 IV 57 E. 4.2.1). Die Ersatzforderung entspricht daher in ihrer Höhe grundsätz-

lich den durch die strafbaren Handlungen erlangten Vermögenswerten, welche der 

Vermögenseinziehung unterlägen, wenn sie noch vorhanden wären. Dem Sachge-

richt  steht  bei  der  Anordnung  einer  Ersatzforderung  ein  Ermessensspielraum  zu 

-   101   -

(BGE 141 IV 317 E. 6.1.2, Urteil 6B_928/2019 vom 16. Dezember 2019 E. 3.1.2 

mit Hinweisen).

3. Würdigung

3.1. Einziehungen gemäss Art. 70 StGB 

Insgesamt ist von deliktisch erlangten Vermögenswerten durch den Beschuldigten 

von  EUR 1'500'000  und  CHF 13'060'727.50  (=  CHF  525'000  +  CHF  8'250'000  + 

CHF 4'000'020 + CHF 285'707.50) auszugehen. Diese Vermögenswerte sind beim 

Beschuldigten nicht mehr vorhanden. Weiter ist mit der Vorinstanz davon auszuge-

hen, dass auch keine Ersatzwerte, d.h. echte oder unechte Surrogate mehr beim 

Beschuldigten  vorhanden  sind  (Urk. 78  S. 156-160).  Die  Eigentumswohnung  in 

AA._____  hat  der  Beschuldigte  2012  verkauft.  Gemäss  Ehevertrag  hätte  diese 

Wohnung eigentlich ins Alleineigentum der damaligen Ehefrau des Beschuldigten, 

B._____  ("andere  Verfahrensbeteiligte")  übertragen  werden  sollen,  was  nicht  er-

folgte  (Urk. 41401009  ff.,  Urk. 80501035  ff.).  Der  Beschuldigte  hat  angegeben, 

nicht mehr zu wissen, wann und an wen der Verkauf erfolgt sei. Er habe das Geld 

benötigt, um Steuern und die Hypothek zurückzubezahlen. Vom Verkaufserlös sei 

wenig  übrig  geblieben  (Urk. 50101010  F/A  55  f.,  Urk. 50101119  F/A  62  f., 

Urk. 50101121  F/A  71).  Die  Eigentumswohnung  an  der  AK._____-strasse  in 

W._____ wurde – wie im Ehevertrag von 2011, mit welchem eine Gütertrennung 

vereinbart  wurde,  vorgesehen  –  am  20. September  2011  ins  Alleineigentum  der 

damaligen Ehefrau des Beschuldigten übertragen. B._____ verkaufte diese Woh-

nung im Juli 2020 für CHF 4'320'000. Vom Verkaufserlös wurden CHF 2'055'599 

auf  das  Konto  IBAN  CH5  bei  der  AW._____,  lautend  auf  B._____,  überwiesen 

(Urk. 40801014  ff.;  Urk. 40801004  ff.).  Die  Staatsanwaltschaft  sperrte  mit  Verfü-

gung  vom  7.  Dezember  2020  das  auf  B._____  lautende  Konto  Nr.  3  bei  der 

AW._____ mit einem Kontobestand von CHF 1'918'840.64 (Urk. 80501001 ff.). Es 

ist unbestritten, dass es sich dabei um den (Rest-)Erlös aus dem Verkauf der Woh-

nung  W._____  handelt  (Urk. 80501020;  Urk. 50301012  F/A  99).  Anzufügen  ist, 

dass der Beschuldigte in den Jahren 2006 und 2007 Gelder aus dem Vermögen 

der Privatkläger ohne deren Wissen in diese Liegenschaft investierte. Diese Vor-

gänge sind allerdings verjährt und damit auch das Recht zur Einziehung. Die Vor-

-   102   -

instanz  hat  sodann  zutreffend  ergänzend  darauf  hingewiesen,  dass  die  Liegen-

schaft wohl nur teilweise mit Geldern aus deliktischer Herkunft finanziert wurde und 

es  sich  ohnehin  um  kein  reines  Surrogat  handeln  würde.  Die  Yacht  "…  [Name]" 

wurde vom Beschuldigten verkauft, wobei er dazu geltend machte, nicht mehr zu 

wissen, zu welchem Preis diese verkauft worden sei. Er wisse auch nicht, auf wel-

ches  Bankkonto  (AW'._____  , Bank  E._____  AG  oder  BB._____  )  der  Verkaufs-

preis einbezahlt worden sei. Mit dem Erlös habe er Unterhalts- und Betriebskosten 

bezahlt (Urk. 50101017 F/A 107-111). Es ist somit mit der Vorinstanz festzuhalten, 

dass auch keine Ersatzwerte (echte oder unechte Surrogate) der deliktisch erlang-

ten Vermögenswerte existieren, was von keiner Partei beanstandet wird.

3.2. Festsetzung der Ersatzforderung

3.2.1. Nachdem keine deliktisch erlangten Vermögenswerte mehr vorhanden sind 

und eine Einziehung nicht möglich ist, ist zu prüfen, ob in Anwendung von Art. 71 

Abs. 1 StGB auf eine Ersatzforderung in gleicher Höhe zu erkennen ist, allenfalls 

auch gegenüber der Ex-Ehefrau des Beschuldigten (der anderen Verfahrensbetei-

ligten),  soweit  dies  nicht  nach  Art.  70  Abs.  2  StGB  ausgeschlossen  ist.  Gemäss 

Art. 71 Abs. 2 StGB kann das Gericht sodann von einer Ersatzforderung ganz oder 

teilweise  absehen,  wenn  diese  voraussichtlich  uneinbringlich  wäre  oder  die 

Wiedereingliederung des Betroffenen ernstlich behindern würde. Mit dem Geltend-

machen einer Ersatzforderung kann auf Vermögenswerte zugegriffen werden, die 

für sich gesehen in keinem Zusammenhang mit einer Straftat stehen, sondern legal 

erworben  worden  sind  (BGE  140  IV  63  =  Pra.  2014  Nr.  71).  Art.  71  StGB  soll 

verhindern, dass derjenige begünstigt wird, dem es gelingt, das durch die Straftat 

Erlangte  zu  veräussern  oder  zu  verbrauchen,  bevor  es  beschlagnahmt  werden 

kann  (WOHLERS, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 4.  Auflage, 

2020,  Art.  71  Rz  1,  BGE  142  III  71;  Urteile  6B_988/2017  vom  26. Februar  2018 

E. 3.3;  6B_1304/2017  25. Juni  2018  E.  5.3;  6B_28/2018  vom  7. August  2018 

E. 12.3; 6B_864/2018 vom 26. April 2018 E. 2.1; 6B_879/2018 vom 26. April 2018 

E.  3.1.2).  Von  der  Ermässigung  der  Ersatzforderung  ist  mit  Zurückhaltung 

Gebrauch  zu  machen;  es  müssen  "bestimmte  Gründe  vorliegen,  die  zuverlässig 

erkennen lassen, dass sich die ernsthafte Gefährdung der Resozialisierung durch 

-   103   -

Zahlungserleichterung nicht beheben lässt und die Ermässigung der Ersatzforde-

rung  für  eine  erfolgreiche  Wiedereingliederung  des  Täters  unerlässlich  ist"  (vgl. 

Praxiskommentar StGB-TRECHSEL/JEAN-RICHARD, Art. 71 N 2 mit Hinweisen, Urteil 

6B_910/2019 vom 15. Juni 2020 E. 6.3.2). 

3.2.2.  Die  vom  Beschuldigten  erlangten  Vermögensvorteile  betragen  vorliegend 

umgerechnet rund CHF 14'560'000.–. Grundsätzlich ist eine Ersatzforderung bis zu 

dieser Höhe möglich. Der 1972 geborene Beschuldigte war von 1992 bis 2018 im 

Bankenbereich bzw. ab 2010 bei der G._____ AG tätig, davon während vielen Jah-

ren als Anlageberater und Vermögensverwalter. Zuletzt war der Beschuldigte 2018 

bis August 2020 bei der AI._____ AG als freier Mitarbeiter eingemietet und betreute 

eigene Mandate bspw. mit der AL._____. Der Beschuldigte ist geschieden und ist 

verpflichtet, Unterhaltszahlungen für die beiden gemeinsamen Kinder zu bezahlen. 

Gemäss  eigenen  Angaben  hat  er  kein  Vermögen,  sondern  Schulden  wegen  seit 

2020  aufgelaufenen  Unterhaltszahlungen,  und  er  ist  arbeitslos.  Er  habe  seit 

anfangs  2023  kein  Einkommen  und  werde  von  seinen  Eltern  unterstützt.  Die 

monatliche  Miete  seiner  Wohnung  betrage  CHF 2‘240.–  (vgl.  Urk. 78  S. 161, 

Urk. 50101004 

f.;  Urk. 50101038 

f.;  Urk. 50101050;  Urk. 50101105-21; 

Urk. 50301003 F/A 11-17). Angesichts dieser Verhältnisse erscheint eine Reduk-

tion der Ersatzforderung angebracht.

3.2.3. Es ist indessen auffällig, dass der Beschuldigte zu seinen Vermögensverhält-

nissen jeweils ausweichend, schwammig bzw. wenig transparent Angaben machte. 

So gab er an, nicht mehr zu wissen, für wie viel und an wen er die Wohnung in 

AA._____ verkauft und was genau er mit dem Erlös gemacht habe. Dies erscheint 

in  keiner  Weise  überzeugend.  Das  Gleiche  gilt  für  den  Verkauf  seiner  Yacht  "… 

[Name]". Er will glauben machen, dass er nicht mehr wisse, zu welchem Preis er 

die Yacht verkauft habe und auf welches Konto der Verkaufspreis geflossen sei. 

Der Verkauf einer Yacht ist nichts Alltägliches. So etwas weiss man noch. Es kom-

men Zweifel auf, ob der Beschuldigte hier nicht etwas verheimlicht. Die Vorinstanz 

hält zurecht fest, dass der Beschuldigte nicht aufzeigen konnte, wie hoch der Ver-

kaufserlös war und was mit diesem geschah, und sich dies selbst nach Durchsicht 

der edierten Bankunterlagen nicht verifizieren liess (vgl. Urk. 78 S. 165 unter Hin-

-   104   -

weis auf Urk. 40604001-40613298 und Urk. 41104032-41104228). Auf die sich auf-

drängende Frage, weshalb der Beschuldigte die Yacht "… [Name]" nicht in seiner 

Steuererklärung  (vgl.  Urk. 40301255-40301310)  angegeben  hat,  meinte  der  Be-

schuldigte  verharmlosend  und  völlig  unglaubhaft,  diese  sei  wertlos  gewesen 

(Urk. 50101016 F/A 103). Nachdem er 1.5 Mio. EUR (illegal aus dem Vermögen 

der Privatkläger) für den Kauf dieser Yacht – die wohl noch mehr gekostet hat – 

verwendete,  braucht  nicht  gross  erläutert  werden,  dass  diese  ganz  sicher  einen 

Wert aufwies, der in der Steuererklärung zu deklarieren gewesen wäre. 

Gemäss  den  Steuererklärungen  2016  bis  2018  des  Beschuldigten  flossen 

CHF 1.65 Millionen an beweglichem Vermögen offenbar ohne Gegenwert ab. Der 

Beschuldigte  gab  dazu  an,  er  habe  Schulen  und  Miete  bezahlt  in  den  USA  und 

Steuern in der Schweiz (Urk. 50101106 F/A 87-89). B._____ bestätigte, dass der 

Beschuldigte  das  Leben  ihrer  Familie  in  AM._____  [USA]  finanziert  habe 

Urk. 50301013  F/A 103).  Sie  lebten  offenbar  seit  August  2016  getrennt.  Auch 

hierzu hat der Beschuldigte allerdings keine klaren Angaben gemacht und es fehlen 

nachvollziehbare Bankunterlagen. Bei den Akten liegt sodann ein vom Beschuldig-

ten  am  21. April  2016  unterzeichneter  Kaufvertrag  für  eine  Liegenschaft  in 

AJ._____  zu  einem  Erwerbspreis  von  sage  und  schreibe  USD  26  Mio. 

(Urk. 20101275-88).  Ein  Verkaufspreis  von  USD 32  Mio.  wurde  durchgestrichen 

und  ersetzt.  Handschriftlich  wurde  festgehalten,  dass  Kunst  und  Sonos  System 

nicht  inbegriffen  seien.  B._____  gab  an,  davon  nichts  gewusst  zu  haben 

(Urk. 50301014  F/A  107-110).  Der  Beschuldigte  sagte  dazu  aus,  den  Kauf  nicht 

angetreten zu haben, weil er nicht über die Mittel verfügt habe. Für eine Einigung 

mit dem Verkäufer habe er USD 250'000 bezahlen müssen. Näheres gab er dazu 

nicht an. Zur Frage des Rechtsvertreters der Privatkläger, gemäss Verkäufer habe 

er das Haus mit Erlösen aus einem Investment bezahlen wollen, was nicht geklappt 

habe,  erklärte  der  Beschuldigte,  er  wisse  nicht,  woher  dieser  das  habe 

(Urk. 50101104 f. F/A 77-79). Dies alles erscheint seltsam und hinterlässt abermals 

den Eindruck, dass der Beschuldigte seine Vermögensverhältnisse nicht wirklich 

offen legt. Offenbar rechnete der Beschuldigte damals jedenfalls mit hohen Einnah-

men/Erträgen, ansonsten er kaum einen Kaufvertrag für ein Haus zum Preis von 

26  Mio.  USD  unterzeichnet  hätte.  Dieses  "aussichtsreiche"  Investment  hat  der 

-   105   -

Beschuldigte  nicht  offengelegt.  Hinzu  kommt,  dass  man  zuerst  auch  noch  die 

USD 250'000 haben muss, um aus diesem Vertrag auszusteigen. Nichts ist wirklich 

belegt. Dazu passt, dass seine Zahlungen für seine Familie in die USA auf ein in 

den  Steuerunterlagen  nicht  deklariertes  Konto  in  den  USA  überwiesen  worden 

seien (Urk. 50301013 F/A 104, Urk. 50101106 Frage 87). 

Bei  der  Hausdurchsuchung  wurden  Unterlagen  sichergestellt,  wonach  die 

liechtensteinische  Stiftung  "AN._____  Stiftung,  AO._____  [Lichtenstein]"  am  28. 

April  2000  bestätigt,  dass  der  Beschuldigte  der  wirtschaftlich  Berechtigte  dieser 

Stiftung ist (Urk. 40901032). Die Angaben des Beschuldigten, die Stiftung sei seit 

über zehn Jahren geschlossen und es gebe weder eine Stiftung noch Konten dazu, 

sind zwar nicht abwegig. Es überrascht aber, dass er als wirtschaftlich Berechtigter 

keinerlei Unterlagen dazu haben will und nicht mehr wissen will, was für Vermö-

genswerte  die  Stiftung  gehabt  habe.  Auch  konnte  er  nicht  befriedigend  erklären, 

weshalb  diese  Stiftung  in  seinen  Steuererklärungen  nicht  aufgetaucht  ist 

(Urk. 50101105 F/A 82-83). Auch nach 20 Jahren kann gerade von einem Vermö-

gensverwalter erwartet werden, dass er mindestens schätzungsweise noch weiss, 

um was für Vermögenswerte es in dieser Stiftung gegangen ist. Seine schwammi-

gen  Angaben  hinterlassen  das  Gefühl,  dass  er  nicht  bereit  ist,  die  Hintergründe 

dieser Stiftung und damit seine diesbezüglichen Vermögensverhältnisse transpa-

rent offen zu legen. Ähnliches gilt für seine Beteiligung an der AP._____ LTD ge-

mäss den von der Bank E._____ AG edierten Unterlagen. Das Konto dieser Ge-

sellschaft bei der Bank E._____ AG wurde im Dezember 2014 eröffnet und im Ja-

nuar 2019 saldiert (Urk. 40601008). Der Beschuldigte meine hierzu aber, dass die 

Gesellschaft keine Vermögenswerte besessen habe und das Konto nach ein paar 

Monaten wieder saldiert worden sei (Urk. 50101106, F/A 84). Letzteres stimmt ge-

mäss dem Schreiben der Bank E._____ AG nicht, weshalb zweifelhaft erscheint, 

dass  diese  Gesellschaft  keine  Vermögenswerte  aufgewiesen  hat.  Der  Umstand, 

dass das Konto über vier Jahre geführt wurde, weist auch darauf hin, dass mit dem 

Eingang  von  Überweisungen  gerechnet  wurde.  Jedenfalls  hat  der  Beschuldigte 

auch hinsichtlich dieser Gesellschaft keine einleuchtenden und teilweise unzutref-

fende  Erörterungen  gemacht.  In  den  Steuererklärungen  2014  bis  2018  des  Be-

schuldigten  sind  keinerlei  Hinweise  auf  diese  Gesellschaft  vorhanden 

-   106   -

(Urk. 40302304 ff.; Urk. 40302396 ff.; Urk. 40303050 ff.; Urk. 40303138 ff. und Urk. 

40303168 ff.). Die Vorinstanz erwägt zurecht, dass beim Aussageverhalten des Be-

schuldigten auffällt, dass er nicht nur versucht, den Fragen auszuweichen, sondern, 

dass er konstant Nichtwissen geltend macht, obwohl dies aufgrund seiner Stellung 

als Berechtigter und seiner Erfahrung als Vermögensverwalter wenig überzeugend 

erscheint  (Urk. 78  S. 163).  Unklar  sind  auch  die  Verhältnisse  bezüglich  zweimal 

70‘000 Aktien der AL._____. Der Beschuldigte widersprach in der Befragung, dass 

70'000 Aktien bei ihm geblieben seien und die anderen 70‘000 Aktien das Depot 

mit  dem  Vermerk  „Übertrag/Ausgang“  verlassen  hätten.  Der  Beschuldigte  führte 

aus, es habe sich um einen Kauf von 70‘000 Aktien gehandelt, die nicht handelbar 

("restricted valor") gewesen seien. Diese seien handelbar geworden, weshalb eine 

Umbuchung von "restricted valor" an "handelbares valor" erfolgt sei (Urk. 50101109 

F/A 103).  Gemäss  seinen  Unterlagen  wurde  allerdings  zweimal  (am  3.  und  am 

5. Februar  2015)  ein  Übertrag  von 

jeweils  70'000  Aktien  eingetragen 

(Urk. 40302461). Der Beschuldigte gab dazu an, dass er (2018) bei der AL._____ 

einen Mandatsvertrag für die Dauer von ca. sechs Monaten gehabt habe und zwi-

schen den texanischen …-unternehmen und den Schweizer …-unternehmen eine 

Brücke  hätte  schlagen  sollen.  Einerseits  sagte  er  aus,  keine  Mitarbeiteroptionen 

erhalten zu haben. Der Mandatsvertrag sei vor der Vesting-Periode aufgelöst wor-

den und entsprechend habe es keine Zuteilung von diesen Optionen gegeben. An-

dererseits erklärte der Beschuldigte im Widerspruch dazu, während den sechs Mo-

naten einen Lohn erhalten zu haben, auf den auch Sozialabgaben bezahlt wurden; 

es sei das amerikanische Modell gewesen; alle Mitarbeiter hätten Optionen auf die 

Gesellschaft gehabt (Urk. 50101108-9 F/A 93-103, Urk. 50101108, F/A 100). Auch 

hier sind seine Aussagen unklar. 

3.2.4. Es lässt sich festhalten, dass der Beschuldigte zu den befragten Unterlagen 

insgesamt jeweils ausweichende Angaben  machte, die teilweise wenig einleuch-

tend  erscheinen.  Vor  allem  sind  offensichtlich  seine  Steuererklärungen  nicht 

verlässlich, und es ergibt sich daraus kein tatsächliches Bild seiner Vermögensver-

hältnisse.  Mit  der  Vorinstanz  kann  keineswegs  ausgeschlossen  werden,  dass  er 

nicht  nur gegenüber  den Steuerbehörden sondern auch  gegenüber den Strafbe-

hörden  Vermögensumschichtungen  und  -übertragungen  verheimlicht.  Anzufügen 

-   107   -

ist,  dass  für  die  Steuerperioden  2009  und  2011  jeweils  ein  Nachsteuer-  und 

Bussenverfahren  gegen  den  Beschuldigten  eröffnet  wurde  (Urk. 40303190; 

Urk. 40303248). Dabei ging es jeweils um durchaus gewichtige Positionen: für das 

Steuerjahr  2009  um  ein  nicht  deklariertes  Guthaben  von  CHF 3'334'687.92  per 

31. Dezember 2009 gegenüber der AQ._____ AG (Urk. 40303191), 2011 um Ak-

tien  der  Firma  AR._____  Management  mit  einem  Steuerwert  von  immerhin 

CHF 990'559.–  (Urk. 40303248,  Urk. 40303231).  Es  ist  mit  der  Vorinstanz  nicht 

auszuschliessen, dass der Beschuldigte über weiteres Vermögen im Ausland ver-

fügt bzw. nicht offengelegte Beteiligungen an anderen Gesellschaften, Stiftungen 

oder dergleichen bestehen (Urk. 78 S. 165-167). Wie nachfolgend zu zeigen ist, ist 

ferner  davon  auszugehen,  dass  der  Beschuldigte  seine  Liegenschaften  in 

AA._____ und in W._____ im Rahmen eines Ehevertrages 2011 auf seine damalige 

Ehefrau  und  heutige  Ex-Ehefrau,  B._____  übertrug,  um  so  mögliches  Haftungs-

ssubstrat  dem  Zugriff  von  Gläubigern  und  Behörden  zu  entziehen  (vgl. nachfol-

gend).  Dies  verstärkt  den  Eindruck,  dass  keineswegs  ausgeschlossen  werden 

kann, dass der Beschuldigte weiteres Vermögen beiseite geschafft hat. Es ist auch 

zu konstatieren, dass es dem Beschuldigten nur bis Januar 2020 möglich war, Un-

terhaltsbeiträge  zu  finanzieren.  Etwas  quer  sticht  einem  da  ins  Auge,  dass  sein 

Konto  bei  der  BB._____  im  24. April  2020  noch  mit  CHF 5'500.–  mit  dem  Text 

"AS._____  ag"  belastet  wurde  und  sein  ausbezahltes  Salär  jedenfalls  bis  Ende 

September 2020 noch CHF 17'597.– betrug (Urk. 80301017, Urk. 80301036).

3.2.5. Zusammenfassend ist zu den finanziellen Verhältnissen des Beschuldigten 

festzuhalten, dass der heute 52-jährige Beschuldigte – auch unter Ausklammerung 

seiner deliktischen Handlungen – während rund 25 Jahren durchaus erfolgreich als 

Banker, Anlageberater und Vermögensverwalter tätig war. Dies teilweise bei ange-

sehenen und bekannten Banken und auch später als Geschäftsführer einer Firma 

mit stattlichen Salären. Er pflegte einen hohen Lebensstandard mit Eigentumswoh-

nungen etc. Er unterzeichnete in AM._____ einen Kaufvertrag für ein Haus zu ei-

nem Preis von 26 Mio. USD. Es darf weiter davon ausgegangen werden, dass er 

sich in diesen Jahren ein berufliches Netzwerk aufgebaut hat. Dies zeigt sich auch 

darin, dass er es nach seiner Tätigkeit bei der G._____ AG schaffte, ausländische 

Mandate zu führen und neue Geschäftsmodelle zu etablieren. Wie er selber aus-

-   108   -

führte, vermittelte er u.a. zwischen schweizerischen und amerikanischen Unterneh-

men und führte auf selbständiger Basis Mandate. Es darf daher davon ausgegan-

gen werden, dass der Beschuldigte noch während vielen Jahren in der Lage sein 

wird, ein genügend hohes Einkommen zu erzielen, um neben seinem Unterhalt und 

den Alimentenverpflichtungen Zahlungen für eine Ersatzforderung zu leisten. Dass 

sein Geschäftsmodell (Vermittlung von Operationen für Ausländer in der Schweiz) 

gemäss seinen Angaben anfangs 2023 zum Erliegen gekommen sei (Urk. 60 S. 2), 

ändert daran grundsätzlich nichts. Des Weiteren ist ihm wirtschaftlich (vgl. weiter 

unten) auch der noch vorhandene (beschlagnahmte) Erlös der Eigentumswohnung 

in  W._____  von  CHF  1‘9181840.64  zuzurechnen.  Wie  erwogen  ist  sodann  nicht 

auszuschliessen,  dass  in  diesen  Jahren  Investments  des  Beschuldigten  auch 

erfolgreich  waren  und  der  Beschuldigte  Vermögen  beiseite  geschafft  hat  und 

weiterhin versteckt hält. Auch wenn von der Ermässigung der Ersatzforderung nur 

mit Zurückhaltung Gebrauch zu machen ist, erscheint die von der Vorinstanz fest-

gesetzte, stark reduzierte Ersatzforderung in der Höhe von CHF 4'000'000.– den 

Umständen  angemessen.  Entgegen  der  Verteidigung  (Prot. I  S.  22  f.,  Urk. 121 

S. 37) ist nicht davon auszugehen, dass diese reduzierte Ersatzforderung unein-

bringlich ist oder die Wiedereingliederung des Beschuldigten ernsthaft gefährden 

würde. Wie erwähnt kann der Beschuldigte noch viele Jahre arbeiten und während 

dieser  Zeit  die  Ersatzforderung  ratenweise  abzahlen.  Ein  ansehnlicher  Teil  wird 

durch  den  bei  seiner  Ex-Ehefrau  beschlagnahmten  Betrag  gedeckt  sein.  Der 

Beschuldigte hat sodann – wie erwogen – wenig glaubhaft ausgesagt, dass er über 

keinerlei Vermögenswerte mehr verfügt. Seinen finanziellen Verhältnissen wurde 

bereits  bei  der  Bemessung  der  Ersatzforderung  Rechnung  getragen,  indem  die 

Ersatzforderung  von  rund  CHF 14'560'000.–  auf  CHF 4'00'000.–,  also  um  über 

70 Prozent gekürzt wurde. Es kann derzeit nicht von einer Uneinbringlichkeit der 

Ersatzforderung ausgegangen werden und es ist auch nicht ersichtlich, dass damit 

die Wiedereingliederung des Beschuldigten ernsthaft gefährdet ist. 

3.3.

 Verwendung der Ersatzforderung zu Gunsten der Privatkläger 1 und 2

3.3.1.  Erleidet  jemand  durch  ein  Verbrechen  oder  ein  Vergehen  einen  Schaden, 

der nicht durch eine Versicherung gedeckt ist, und ist anzunehmen, dass der Täter 

-   109   -

den  Schaden  nicht  ersetzen  wird,  so  spricht  das  Gericht  dem  Geschädigten  auf 

dessen Verlangen bis zur Höhe des festgesetzten Schadenersatzes eine erkannte 

Ersatzforderung zu, wenn der Geschädigte den entsprechenden Teil seiner Forde-

rung an den Staat abtritt (vgl. Art. 73 Abs. 1 und 2 StGB). 

3.3.2.  Die  Voraussetzungen  gemäss  Art. 73  Abs. 1  und  2  StGB  sind  vorliegend 

erfüllt. Der Beschuldigte ist gemäss dem heutigen Urteil zu verpflichten, den Privat-

klägern 1 und 2 Schadenersatz von rund CHF 14'560'000.– zu bezahlen. Es wurde 

auf  eine  Ersatzforderung  von  CHF 4'000'000  erkannt.  Die  Privatkläger  1  und  2 

haben  ihre  Schadenersatzforderung  im  entsprechenden  Umfang  an  den  Staat 

abgetreten (Urk. 62 S. 3 f.). Der Schaden ist nicht durch eine Versicherung gedeckt 

(vgl. Urk. 62 S. 41 Rz 132 in Verbindung mit Urk. 58/2). Nach dem Gesetzeswort-

laut erfolgt die Zuwendung an den Geschädigten nur, wenn anzunehmen ist, dass 

der Schädiger den Schaden nicht ersetzen wird. Allerdings ist die Voraussetzung 

einschränkend  anzuwenden,  von  der  Weiterverwendung  an  den  Geschädigten, 

sollte nur dann abgesehen werden, "wenn der zivile Ausgleich bereit ist bzw. die 

Wiedereinbringung beim Schädiger einigermassen gesichert scheint" (BSK StGB-

BAUMANN,  Art. 73  N  14).  Von  einer  solchen  gesicherten  Wiedereinbringung  kann 

vorliegend nicht die Rede sein. Der Beschuldigte ist in mehreren Anklagepunkten 

nicht geständig und hat nicht einmal die Zivilforderungen bezüglich der Überwei-

sung von EUR 1'500'000.– (Verwendung für seine Yacht) und von CHF 4'000'020.– 

an ihn, die gemäss seinem Vorbringen ein Darlehen an ihn persönlich darstellte, 

anerkannt.  Auch  hat  er  bis  heute  keinen  Franken  von  den  für  sich  verwendeten 

Beträgen zurückbezahlt. Es spricht nichts dafür, dass der Beschuldigte zahlungs-

willig ist. Er sieht sich denn vor allem auch als Opfer. Die Ersatzforderung in der 

Höhe von CHF 4'000'000.– ist somit in Anwendung von Art. 73 Abs. 1 lit. c StGB 

den Privatklägern 1 und 2 zur Deckung ihrer ausgewiesenen und dem Staat abge-

tretenen Schadenersatzforderungen zuzuweisen. Wie von der Vorinstanz bereits 

ausgeführt, wird der Staat die nötigen Schritte im Vollstreckungsverfahren einzulei-

ten haben, falls der Beschuldigte die gegen ihn festgesetzte Ersatzforderung nicht 

freiwillig bezahlt. 

4.

Übertragung Liegenschaft W._____ als Scheingeschäft

-   110   -

4.1. Die Eigentumswohnung an der AK._____-strasse in W._____ stand zunächst 

im  Alleineigentum  des  Beschuldigten  (Urk. 40801033  ff.).  Mit  Ehevertrag  vom 

8. Juli 2011 vereinbarten die Eheleute A._____ und B._____ den Güterstand der 

Gütertrennung. Im Rahmen der damit erforderlichen güterrechtlichen Auseinander-

setzung regelten die Ehegatten u.a., dass B._____ Eigentümerin der Eigentums-

wohnung an der AK._____-strasse … in W._____ ist (Urk. 8051036-38). Anzumer-

ken ist, dass im Ehevertrag unrichtigerweise festgehalten wird, dass für diese Woh-

nung "zurzeit" (als per 11. Juli 2011) Herr und Frau A._____B._____ als Eigentü-

mer eingetragen sind (Urk. 80501037). Am 20. September 2011 wurde der Vertrag 

betreffend  die  Eigentumsübertragung  von  A._____  auf  B._____  angemeldet 

(Urk. 40801033-41).  B._____  verkaufte  diese  Wohnung 

im  Juli  2020 

für 

CHF 4'320'000.–.  Vom  Verkaufserlös  sind  noch  CHF 1'918'840.64  auf  dem  auf 

B._____  lautenden  Konto  Nr.  3  bei  der  AW._____  Switzerland  AG  vorhanden 

(Urk. 40801014 ff.; Urk. 40801004 ff., Urk. 80501020; Urk. 50301012 F/A 99). Die 

Staatsanwaltschaft  sperrte  mit  Verfügung  vom  7. Dezember  2020  das  Konto  mit 

einem Bestand von CHF 1'918'840.64 (Urk. 80501001 ff.). B._____ hat dies erfolg-

los angefochten. Ihre Beschwerden wurden vom Obergericht des Kantons Zürich 

mit  Beschluss  vom  29. Juni  2021  und  vom  Bundesgericht  mit  Urteil  vom  2. Juni 

2022 abgewiesen (Urk. 80501100 ff., Urk. 80501162 ff.).

4.2. Wie oben erwogen sind nach Art. 71 Abs. 3 StGB für eine Ersatzforderung 

auch Vermögenswerte erfasst, die (nur) wirtschaftlich betrachtet zum Eigentum der 

beschuldigten Person gehören, weil sie etwa nur durch ein Scheingeschäft an eine 

"Strohperson" übertragen worden sind. Für nicht beschuldigte Dritte gelten die ge-

nannten Bestimmungen von Art. 70 Abs. 2 StGB. Die Drittperson bzw. vorliegend 

die andere Verfahrensbeteiligte wird in ihrem Erwerb nur geschützt, wenn sie den 

Vermögenswert in Unkenntnis der Einziehungsgründe erworben und – d.h. kumu-

lativ  hierzu  –  dafür  eine  gleichwertige  Gegenleistung  erbracht  hat  oder  die  Ein-

ziehung  ihr  gegenüber  sonst  eine  unverhältnismässige  Härte  darstellen  würde 

(vgl. OFK/StGB-Heimgartner, Art. 70 N 12, Urteil 6B_711/2012 vom 14. März 2013 

E. 4.4.3). 

-   111   -

4.3. Die Vorinstanz ist nach sorgfältiger und ausführlicher Prüfung der Umstände 

zum Schluss gelangt, dass der Beschuldigte mittels Ehevertrages unter anderem 

die  Eigentumswohnung  in  W._____  ohne  Gegenleistung  ins  Eigentum  seiner 

damaligen  Ehefrau  übertragen  liess,  um  diese  dem  Zugriff  allfälliger  Gläubiger, 

insbesondere der Privatkläger, zu entziehen (Urk. 78 S. 172-182). Es kann vorab 

auf diese überzeugenden Erwägungen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

4.4.1. Es bestehen zahlreiche Indizien, dass es sich bei der Eigentumsübertragung 

der Eigentumswohnung in W._____ lediglich um ein Scheingeschäft handelte. Wie 

der Vertreter der Privatkläger zutreffend geltend macht, besteht vorab ein krasses 

Missverhältnis bei der "güterrechtlichen Auseinandersetzung" gemäss Ehevertrag. 

Dies  zeigt  eigentlich  als  erstes  schon  die  Aussage  des  Beschuldigten  in  seiner 

Antwort  auf  die  Frage,  ob  seine  Ehefrau  für  diese  Eigentumsübertragung  eine 

Gegenleistung erbracht habe. Dies verneinte der Beschuldige und meinte zur An-

schlussfrage, ob es eine Schenkung gewesen sei; "Ähm, man kann es Schenkung 

nennen.  Ich  habe  die  Liegenschaft  einfach  an  sie  übertragen."  (Urk. 50101011 

F/A 59-60).  Wäre  es  tatsächlich  um  eine  güterrechtliche  Auseinandersetzung 

gemäss den tatsächlichen Vermögensverhältnissen gegangen, wäre eine andere 

Antwort zu erwarten gewesen, nämlich, dass er im Gegenzug gleichwertige Wert-

schriften erhalten habe. Auf dieses Zugeständnis, dass die andere Verfahrensbe-

teiligte  güterrechtlich  gar  keine  gleichwertige  Gegenleistung  für  die  Übertragung 

der Wohnung an sie erbrachte, ist der Beschuldigte zu behaften. Es ist auch nicht 

ersichtlich, dass der Beschuldigte die andere Verfahrensbeteiligte mit diesen Aus-

sagen benachteiligen wollte. Anzufügen ist, dass die Eheleute A._____B._____ zu 

jenem  Zeitpunkt  rund  sechs  Jahre  verheiratet  waren  und  der  Beschuldigte,  wie 

nachfolgend zu zeigen ist, die allermeisten Vermögenswerte in die Ehe eingebracht 

hat. Er hat auch nicht plausibel erklären können, weshalb er 2011 seiner Ehefrau 

diese "Schenkung" ausgerichtet hat. Die andere Verfahrensbeteiligte ihrerseits gab 

an, sie wisse nicht mehr, wie sich ihre Vermögenssituation vor der Ehe dargestellt 

habe. Sie wisse auch nicht, welche Vermögenswerte der Beschuldigte in die Ehe 

eingebracht  habe  (Urk. 50301005  F/A  27-44).  Den  Ehevertrag  vom  8.  Juli  2011 

habe  der  Beschuldigte  so  vorgeschlagen.  Wie  es  zur  Aufteilung  gekommen  sei, 

wisse  sie  nicht  mehr.  Sie  habe  keine  Ahnung,  wie  hoch  die  Errungenschaft  im 

-   112   -

Zeitpunkt des Ehevertrages gewesen sei (Urk. 50301011 F/A 89-97). Auch diese 

Aussagen  deuten  klar  darauf  hin,  dass  es  sich  nicht  um  eine  güterrechtliche 

Auseinandersetzung gemäss den tatsächlichen Vermögensverhältnissen handelte, 

sondern dass es dem Beschuldigten offensichtlich schlicht darum ging, die Eigen-

tumswohnung W._____ ins Vermögen seiner damaligen Ehefrau zu überführen. 

4.4.2. Diese Aufteilung entsprach denn auch nicht den tatsächlichen Vermögens-

verhältnissen  der  beiden.  Der  Beschuldigte  und  die  andere  Verfahrensbeteiligte 

heirateten am tt. September 2005. Von 2008 (Geburt des ersten Kindes) bis 2015 

hat  die  andere  Verfahrensbeteiligte  nicht  mehr  gearbeitet.  Andere  Schenkungen 

oder  Erbschaften  hat  sie  nicht  erhalten.  Der  Ehevertrag  bzw.  die  Gütertrennung 

wurde 2011 vereinbart. 2016 trennten sich die Eheleute, und die andere Verfah-

rensbeteiligte zog mit den Kindern nach AM._____. Wie erwähnt kann die andere 

Verfahrensbeteiligte  ihre  in  die  Ehe  eingebrachten  Vermögenswerte  nicht  mehr 

genau  nennen  bzw.  beziffern.  Gemäss  dem  Vertreter  der  Privatkläger  hat  die 

andere Verfahrensbeteiligte in ihrer Befragung auf Vorlage der Steuerunterlagen 

insgesamt Guthaben und Wertschriften im Wert von maximal CHF 29'867.– ange-

kreuzt  (Urk. 61  S.30),  was  sich  indessen  nicht  genau  nachvollziehen  lässt.  Die 

andere  Verfahrensbeteiligte  äussert  aber  mit  Bestimmtheit,  dass  sie  aktuell 

(per September 2021) Ersparnisse so um die CHF 100'000.– habe und es damals 

vor der Ehe weniger gewesen seien (Urk. 50301005 F/A 32-37). Es ist demnach 

von  Eigengut  der  anderen  Verfahrensbeteiligten  von  rund  CHF 30'000.–  bis 

maximal weniger als CHF 100'000.– auszugehen. Der Beschuldigte seinerseits hat 

die beiden Liegenschaften in AA._____ und W._____ vor der Eheschliessung – mit 

(mutmasslich  illegal)  von  den  Privatklägern  erlangten  Vermögenswerten  –  zu 

Alleineigentum  erworben  (Urk. 40801048-53  und  Urk. 30201138,  Urk. 50101118 

F/A 51). Wie bereits angemerkt, ist im Ehevertrag falsch festgehalten, dass diese 

Liegenschaften im Eigentum beider Eheleute gestanden seien, was im Übrigen ein 

weiteres Indiz dafür ist, dass dieser Ehevertrag nicht seriös und ernst gemeint war. 

Die beiden Liegenschaften gehörten somit zum Eigengut des Beschuldigten. Ende 

Dezember 2004 verfügte er sodann gemäss Steuerausscheidungsbeleg 2004 über 

Wertschriften und Guthaben von CHF 2'066'234.– (Urk. 40301012). Es darf davon 

ausgegangen werden, dass dies in etwa seinem Vermögen an Guthaben und Wert-

-   113   -

schriften  im  Zeitpunkt  der  Eheschliessung  im  September  2005  entsprach.  Dafür 

spricht, dass die Eheleute A._____B._____ gemäss Steuererklärung per 31. De-

zember 2005 über Guthaben und Wertschriften in der Höhe von CHF 2'190'134.– 

verfügten  (Urk. 40301059).  Der  Beschuldigte  hat  nichts  anderes  und  schon  gar 

nicht etwas Substantiiertes geltend gemacht. Es ist demnach davon auszugehen, 

dass der Beschuldigte die beiden Liegenschaften sowie Wertschriften und Gutha-

ben im Umfang von etwa 2 Millionen Franken in die Ehe eingebracht hatte. Im Ehe-

vertrag 2011 wurden der anderen Verfahrensbeteiligten Vermögenswerte von total 

CHF 1'961'495.– 

(Liegenschaft  W._____ 

[Schätzungswert  CHF 3450'000.– 

abzüglich  Hypotheken  von  CHF 2'050'000.–  =  1.4  Mio.],  Liegenschaft  AA._____ 

["Verkehrswert"  CHF 556'656. –,  wobei  die  Hypotheken  hier  CHF 700'000.– 

betrugen] und das Kontoguthaben AW._____ CHF 2'839.–) zu Eigentum zugeteilt. 

Dem  Beschuldigten  wurden  Werte  im  Umfang  von  CHF 1'868'408.–  zugewiesen 

(vgl. Urk. 41301004-8,  Urk. 40301386  f.,  Urk. 40301316).  Der  grösste  Anteil  um-

fasste  dabei  ein  Aktivdarlehen  gegenüber  der  AT._____  GmbH  im  Umfang  von 

CHF 1'400'000.–,  welches  belegtermassen  im  Umfang  von  CHF  900'000.–  vom 

Beschuldigten bereits vor Eheschluss – offenbar mit unrechtmässig angeeigneten 

Mitteln der Privatkläger (vgl. Urk. 10602003) – gewährt worden war und aufgrund 

einer  Rückzahlung  von  CHF 100'000.–  noch  zumindest 

im  Umfang  von 

CHF 800'000.–  Eigengut  darstellte  (vgl.  Urk.  4001309,  40301386).  Aufgrund  des 

Umstandes,  dass  der  Beschuldigte  Wertschriften  und  Guthaben  im  Umfang  von 

rund  CHF 2  Mio.  und  die  andere  Verfahrensbeteiligte  jedenfalls  weniger  als 

CHF 100'000.– in die Ehe einbrachten, darf davon ausgegangen werden, dass dies 

rund sechs Jahre später nicht gross anders war bzw. das Verhältnis in etwa gleich 

geblieben  ist  und  jedenfalls  ein  beträchtlicher  Anteil  der  Wertschriften  und  Gut-

haben dem Eigengut des Beschuldigten anzurechnen waren. Es ist erneut darauf 

hinzuweisen, dass der Beschuldigte nichts anderes und ohnehin nichts Substanti-

iertes geltend gemacht hat. Der Beschuldigte hat nicht geltend gemacht, dass sämt-

liche seiner in die Ehe eingebrachten Wertschriften und Guthaben an Wert verloren 

hätten  und  die  Werte  im  Zeitpunkt  des  Ehevertrages  neu  durch  Errungenschaft 

(Investments  aus  seinem  Einkommen)  entstanden  seien.  Es  bestehen  mithin 

keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass das eingebrachte Gut des Beschuldigten nun 

Errungenschaft darstellen sollte. Die güterrechtliche Auseinandersetzung gemäss 

-   114   -

Ehevertrag  stellt  somit  offensichtlich  das  Ergebnis  einer  nicht  sachgemässen 

Aufteilung  dar.  Der  Vertreter  der  Privatkläger  macht  sodann  zutreffend  geltend, 

dass, selbst wenn man davon ausgehen sollte, dass sämtliche Wertschriften und 

Guthaben (abgesehen von dem Aktivdarlehen an die AT._____ GmbH) Errungen-

schaft darstellen sollten, diese lediglich CHF 1'070'000.– (CHF 1'868'408.– minus 

CHF 800'000)  betragen  würde.  Die  andere  Verfahrensbeteiligte  hätte  damit  im 

günstigsten  Fall  einen  Ausgleichsanspruch  von  maximal  CHF 535'000.–.  Ginge 

man – so der Vertreter der Privatkläger – von diesem günstigsten Fall aus, wäre 

diese Forderung nun gemäss Ehevertrag mit dem AW._____ -Konto und dem Über-

trag der beiden Liegenschaften zu Eigentum mit einem Wert von CHF 1'958'656.– 

abgegolten (Urk. 61 S. 31-33), was weiterhin in einem krassen Missverhältnis zu 

den tatsächlichen Umständen stehen würde. Anzufügen ist, dass die Liegenschaf-

ten tatsächlich zu einem um einiges höher als im Ehevertrag veranlagten Wert ver-

kauft wurden: die Wohnung in W._____ (2020) für CHF 4'320'000.– und diejenige 

in AA._____ (2012) für CHF 1.8 Mio. (vgl. Urk. 80501039-58 und Urk. 41401009). 

Der  Wert  lag  wohl  also  bereits  2011  tatsächlich  höher  als  im  Ehevertrag  veran-

schlagt. Zusammenfassend ist dieses krasse Missverhältnis ein deutlicher Hinweis 

darauf, dass die Liegenschaften nur zum Schein an die andere Verfahrensbeteiligte 

übertragen  worden  sind  und  die  andere  Verfahrensbeteiligte  die  Liegenschaften 

jedenfalls  ohne  Erbringung  einer  gleichwertigen  Gegenleistung  erhalten  hat.  An 

dieser  Einschätzung  ändert  auch  der  Umstand  nichts,  dass  die  andere 

Verfahrensbeteiligte in den Jahren 2007 und 2008 offenbar gut verdiente (Urk. 124 

S, 6; Urk. 125/1). Die Hypothekenlast blieb im Übrigen bei beiden Liegenschaften 

beim  Beschuldigten.  Die  andere  Verfahrensbeteiligte  wäre  auch  gar  nicht  in  der 

Lage gewesen, die finanzielle Last zu tragen.

4.4.3.  Wie  bereits  angemerkt  überzeugen  im  Weiteren  die  Erklärungen  des 

Beschuldigten, weshalb die Gütertrennung vereinbart wurde, nicht. Er gab auf die 

Frage,  dass  der  Ehevertrag  und  die  Eigentumsübertragung  nur  vorgeschoben 

gewesen sei mit dem Zweck, Vermögenswerte vor dem Zugriff seiner Gläubiger zu 

schützen, an, dass dies absolut nicht korrekt sei. Seine Frau sei sehr schwer an 

Krebs erkrankt. Er habe den Ehevertrag abgeschlossen, weil er selbständig gewor-

den sei und nicht noch mehr Stress gewollt habe (Urk. 50101119/20 F/A 64). Es ist 

-   115   -

nicht nachvollziehbar, inwiefern die Gütertrennung den Stress einer selbständigen 

Erwerbstätigkeit mindern könnte, zumal sich der Beschuldigte ja weiterhin um die 

Liegenschaften  kümmerte.  Im  Zeitpunkt  des  Ehevertrages  war  der  Beschuldigte 

zudem  bereits  rund  eineinhalb  Jahre  selbständig  tätig.  Viel  näher  liegt  es,  den 

Grund in seiner deliktischen Tätigkeit zu sehen. Nachdem er in den Jahren zuvor 

bereits rund 6.5 Millionen – im damaligen Zeitpunkt waren diese Vorgänge noch 

nicht allesamt verjährt – Gelder mutmasslich unrechtmässig für sich (Liegenschaf-

ten, Yacht, Darlehensgewährung an AT._____ GmbH) verwendet haben soll und 

er nur einen Monat später unrechtmässig die verfahrensgegenständlichen L._____-

Aktien für über CHF 8 Mio. in seinem Namen kaufte, bestand das Risiko "aufzu-

fliegen".  Zu  beachten  ist  dabei,  dass  insbesondere  die  Liegenschaften  und  die 

Yacht damals als Surrogate der Einziehung zu unterliegen drohten. Es drängt sich 

daher  auf,  davon  auszugehen,  dass  er  den  Ehevertrag  abschloss,  um  so  sein 

Vermögen vor dem Zugriff der Gläubiger, also insbesondere der Privatkläger, zu 

schützen, um so seinen – zumindest zu einem grossen Teil aus dem Vermögen der 

Privatkläger  finanzierten  –  luxuriösen  Lebensstil  für  sich  und  seine  Familie  auf 

jeden  Fall  weiterführen  zu  können.  Passend  erscheint,  dass  der  Beschuldigte  in 

einer ersten Befragung gar glauben machen wollte, er habe sich 2011 und nicht 

erst 2016 von seiner Ehefrau getrennt (Urk. 50101010 F/A 57 und Urk. 50101121 

F/A 72). Es ist unter den gegebenen Umständen nicht davon auszugehen, dass es 

sich dabei um ein Versehen seinerseits handelte.

4.4.4 . Dass die Liegenschaften mit dem Ehevertrag nur zum Schein auf die andere 

Verfahrensbeteiligte  zugeteilt  wurden,  zeigt  sich  auch  bei  der  Liegenschaft  in 

AA._____. Vorab wurde dieser Liegenschaft entgegen dem Ehevertrag gar nie an 

die andere Verfahrensbeteiligte zu Eigentum übertragen. Die Wohnung wurde vom 

Beschuldigten als Verkäufer (Eigentümer) am 12. März 2012 zu einem Verkaufs-

preis von CHF 1.8 Mio. verkauft, und der Verkaufserlös wurde an ihn selbst über-

wiesen bzw. CHF 700'000.– an die Bank (Hypothek) und CHF 902'800.– an den 

Beschuldigten  (Urk. 41401009-20,  Urk. 41501012-17).  Die  andere  Verfahrensbe-

teiligte, welcher ja gemäss Ehevertrag die Wohnung zu Eigentum zugeteilt worden 

war, sagte  zur Frage, was  mit dem Nettoerlös geschehen sei, aus, sie wisse da 

nichts Genaues. Sie wisse, dass der Beschuldigte das verkauft habe, um Steuern 

-   116   -

zu  bezahlen 

(Urk. 50301010  F/A 87).  Dieses  Vorgehen  der  Eheleute 

A._____B._____ und die Aussage der anderen Verfahrensbeteiligten entlarven mit 

aller Deutlichkeit, dass der Ehevertrag nur simuliert war und ihr das Eigentum an 

den Liegenschaften nur dem Schein nach zugeteilt worden war. Wenn sie diese 

Wohnung tatsächlich als ihr gehörig betrachtet hätte, wäre es nicht verständlich, 

dass sie sich nicht für den Nettoerlös und dessen Überweisung an sie interessierte. 

Der  Beschuldigte  verfügte  mit  anderen  Worten  über  diese  Liegenschaft,  als  ob 

diese wirtschaftlich ihm gehören würde. Bezeichnend ist denn auch seine Aussage, 

der Verkaufserlös sei an ihn gegangen "weil ich Geld benötigte, hauptsächlich um 

Steuern  zu  bezahlen  und  um  die  Hypothek  zurückzuhalten"  (Urk. 50101119 

F/A 62). Er verkaufte somit die eigentlich seiner Ehefrau zugeteilte Liegenschaft, 

welche noch formell ins Eigentum von ihr hätte übertragen werden müssen, weil 

eben "er" Geld brauchte. Auch hier zeigt sich im Übrigen sein ausweichendes und 

oberflächliches bzw. verwischendes Aussageverhalten. Vom Verkaufserlös abzüg-

lich  Hypothek  und  Steuern  sei  wenig  übrig  geblieben  (Urk. 509101121  F/A 71). 

Nach Abzug der Hypotheken von CHF 700'000.– verblieb grundsätzlich immerhin 

ein Nettoerlös von CHF 1.1 Mio. Schweizer Franken und es darf angenommen wer-

den, dass demnach entgegen seinem Vorbringen auch nach Steuern noch ein er-

heblicher Betrag geblieben ist.

4.4.5. Weiter ist zu erwägen, dass der Beschuldigte auch nach 2011 die Hypothe-

ken für die Liegenschaft W._____ bezahlte, auch nach der Trennung von seiner 

Ehefrau 2016, als diese nach AJ._____ zog. Es erscheint auch seltsam, dass die 

andere  Verfahrensbeteiligte  die  Wohnung  an  bester  Lage  (Eigenmietwert  2010 

CHF 77'500.–;  vgl.  Urk. 40301316)  nach  ihrer  Trennung  nicht  vermietete.  Der 

Beschuldigte selber zog Ende 2016 nach AU._____ (Urk. 90101035). Der Beschul-

digte  war  denn  auch  über  die  Situation  der  Liegenschaft  informiert,  bezahlte  die 

Hypotheken  und  die  Nebenkosten  und  nahm  auch  noch  2020  gewisse  Verwal-

tungshandlungen  vor  (Urk. 80101027  ff.,  Urk. 80101064  f.,  Urk. 80301012-27, 

Urk. 50101119  F/A 61,  Urk. 61  S. 35  f.  Rz 106).  Auch  dies  deutet  als  allerdings 

untergeordnetes Indiz darauf hin, dass er ungeachtet der Eigentumsübertragung 

an die andere Verfahrensbeteiligte wie ein Eigentümer der Liegenschaft handelte.

-   117   -

5. Gutgläubigkeit der anderen Verfahrensbeteiligten

Bei dieser Ausgangslage, wonach die andere Verfahrensbeteiligte die Liegenschaft 

in  W._____  ohne  Erbringung  einer  gleichwertigen  Gegenleistung  erworben  hat, 

braucht nicht mehr geprüft zu werden, ob sie dabei gutgläubig gewesen ist oder 

nicht (vgl. Urteil 1B_711/2012 vom 14. März 2013 E.4.4.3). Der Dritte wird nicht in 

seinem Erwerb geschützt, wenn er nach den Umständen die deliktische Herkunft 

der Sachen annehmen musste oder für diese nur ein erheblich unter dem Markt-

preis  liegende  Gegenleistung  erbracht  hat  (vgl.  OFK/StGB-HEIMGARTNER,  Art. 70 

N 12). Dennoch ist darauf hinzuweisen, dass die andere Verfahrensbeteiligte als 

Ehefrau des Beschuldigten am luxuriösen Lebensstil des Beschuldigten unmittelbar 

selbst  teilgenommen  hat  und  etwa  –  wie  sie  selber  angab  (vgl.  Urk. 50301014 

F/A 112) – auch Zeit auf der Yacht verbrachte. Sie hätte annehmen müssen, dass 

der  Beschuldigte  ihren  luxuriösen  Lebensstil  (Eigentumswohnungen  in  W._____ 

und  AA._____,  Yacht,  Range  Rover  usw.)  nicht  nur  aus  seinem  Einkommen  als 

Vermögensverwalter  bei  der  Bank  E._____  AG  (2009  beispielsweise  knapp 

CHF 190'000  [vgl.  Urk. 40301256])  und  dem  dann  später  bei  der  G._____  AG 

gemäss  eigenen  Angaben  tieferem  Einkommen  (2014  beispielsweise  knapp 

CHF 140'000  [vgl.  Urk. 40302298])  finanzieren  konnte,  zumal  sie  zuvor  als 

Assistentin  von  Vermögensverwaltern  tätig  war  und  angenommen  werden  darf, 

dass sie deren Einkommen grob einschätzen konnte. Sie musste daher zumindest 

auch  eine  Ahnung  haben,  wie  viel  Einkommen  der  Beschuldigte  (auf  legalem 

Wege)  erwirtschaftete.  In  der  Regel  kennt  eine  Ehefrau  auch  den  Lohn  des 

Ehemanns zumindest ungefähr. Es entspricht sodann der Lebenserfahrung, dass 

Ehepaare  auch  über  Geld  sprechen,  wenn  sie  derartig  luxuriöse  Anschaffungen 

tätigen. Die völlige Ahnungslosigkeit der anderen Verfahrensbeteiligten überzeugt 

daher  nicht  (vgl.  Urk. 50301014).  Damit  soll  der  anderen  Verfahrensbeteiligten 

keineswegs unterstellt werden, dass sie über die Delikte des Beschuldigten bzw. 

unrechtmässigen  Handlungen  des  Beschuldigten  gegenüber  den  Privatklägern 

Kenntnis hatte. Sie hätte sich aber wohl fragen müssen, woher denn das Geld für 

ihren luxuriösen Lebensstil herkam. Das Bundesgericht hat in seinem Urteil vom 

2. Juni 2022 denn auch erwogen, es könne nicht klar ausgeschlossen werden, dass 

B._____ von der strafbaren Tätigkeit des Beschuldigten etwas mitbekommen habe, 

-   118   -

dies umso weniger, als die Eheleute einen aufwändigen Lebensstil gepflegt hätten 

und Zweifel darüber angebracht gewesen wären, ob der lange bei einer Bank an-

gestellte Beschuldigte diesen mit seinem legalen Erwerbseinkommen habe finan-

zieren können (Urk. 80501167). 

6.

Keine unverhältnismässige Härte

Eine Einziehung bzw. Ersatzforderung gegenüber einem Dritten soll unterbleiben, 

wenn dies ihm gegenüber sonst eine unverhältnismässige Härte darstellen würde 

(Art. 70  Abs. 2  StGB  in  Verbindung  mit  Art. 71  Abs.  1  StGB).  Delikte  sollen  sich 

nicht  nur  für  den  Täter,  sondern  auch  für  Dritte  nicht  lohnen  (Urteil  6S.482/2002 

vom  9. Januar  2002  E.  2).  Eine  solche  unverhältnismässige  Härte  ist  vorliegend 

schon  deshalb  zu  verneinen,  da  das  Eigentum  nur  dem  Schein  nach  und  ohne 

gleichwertige Gegenleistung auf die andere Verfahrensbeteiligte übertragen wurde. 

Dies zeigt sich auch darin, dass sie in der Zeit zwischen Eingang des Verkaufser-

löses und der Kontosperre durch die Staatsanwaltschaft nicht auf die Gelder dieses 

Kontos  angewiesen  war.  Sie  geht  sodann  einer  Arbeit  bei  einer  pädagogischen 

Hochschule in AV._____ nach (Urk. 50301013 F/A 101). Des Weiteren stehen ihr 

offenbar  Unterhaltszahlungen  vom  Beschuldigten  zu,  die  sie  in  einem  gewissen 

Umfang bevorschussen lassen könnte. Auch wenn es gut nachvollziehbar ist, dass 

sie  sich  mit  dem  beschlagnahmten  Geld  eine  andere  Familienwohnung  kaufen 

wollte  (Urk. 50301012  F/A  99  f.),  und  sie  sich  auch  zukünftig  einen  luxuriöses 

Lebensstandard  wünscht,  sind  keine  Gründe  ersichtlich,  wonach  die  Beschlag-

nahme  des  gesperrten  Betrages  ihr  gegenüber  eine  unverhältnismässige  Härte 

darstellen würde.

7.

Fazit

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte mittels Ehevertrag die 

Eigentumswohnung  in  W._____  ohne  gleichwertige  Gegenleistung  ins  Eigentum 

seiner  damaligen  Ehefrau  übertragen  liess,  um  diese  Wohnung  dem  Zugriff 

allfälliger  Gläubiger,  insbesondere  der  Privatkläger  1  und  2,  zu  entziehen.  Die 

Eigentumsübertragung  erfolgte  demnach  nur  zum  Schein.  Der  beschlagnahmte 

Resterlös  aus  dem  Verkauf  dieser  Eigentumswohnung 

in  W._____  von 

-   119   -

CHF 1‘918‘840.64 auf dem Konto Nr. 3 bei der AW._____, lautend auf B._____, ist 

dementsprechend wirtschaftlich dem Beschuldigten und nicht der anderen Verfah-

rensbeteiligten zuzurechnen.

Die Beschlagnahme von CHF 1'918'840.64 ist somit aufrechtzuerhalten, soweit 

daraus nicht Verfahrenskosten zu bezahlen sind. Die Ersatzforderung ist nach den 

Bestimmungen  des  SchKG  einzutreiben  (Art. 442  Abs. 1  StPO,  Art. 71  Abs. 3 

StGB).  Die  Beschlagnahme  nach  Art. 71  Abs. 3  StGB  stellt  als  Sicherungsin-

strument  zur  späteren  Durchsetzung  der  Ersatzforderung  eine  vorsorgliche 

Massnahme dar, die sich ihrer Natur und Tragweite nach von der herkömmlichen 

strafprozessualen  Beschlagnahme  unterscheidet,  indem  ihre  Wirkung  über  die 

Rechtskraft des Urteils hinaus bis zu dem Zeitpunkt andauert, in welchem sie durch 

eine Massnahme nach dem Schuldbetreibungs- und Konkursrecht abgelöst wird. 

Dem blossen Sicherungszweck entsprechend werden daher die fraglichen Vermö-

genswerte  mit  dem  Strafurteil  nicht  eingezogen.  Vielmehr  bleibt  die  Beschlag-

nahme bis zur Einleitung der Zwangsvollstreckung zur Durchsetzung der Ersatzfor-

derung  bestehen  (Urteil  6B_694/2009  vom  22. April  2010  E. 1.4.2,  sinngemäss). 

Die  AW._____  Switzerland  AG  ist  anzuweisen,  das  Konto  zu  saldieren  und  den 

Saldo an die Kasse des Obergerichts des Kantons Zürich zu überweisen und das 

Konto anschliessend freizugeben. Aus diesem Betrag sind vorab die Verfahrens-

kosten  (Kosten  des  Vorverfahrens  CHF 30'000;  Kosten  des  Hauptverfahrens 

CHF 10'000; Kosten der Kantonspolizei Zürich CHF 1'485; Zeugenentschädigung 

CHF 100; Kosten des Berufungsverfahrens CHF 8'000) – soweit sie nicht schon 

durch  die  Guthaben  auf  der  gesperrten  Konto-/Depotbeziehung  Nr.  1  bei  der 

AW._____  Switzerland  AG  (vormals  AW'._____  (Schweiz)  AG),  lautend  auf 

A._____ und auf der Konto-/Depotbeziehung Nr. 2 bei der Bank E._____ AG, lau-

tend auf A._____, gedeckt werden (vgl. nachfolgend) – zu decken. Im Mehrbetrag 

ist die Beschlagnahme aufrechtzuerhalten bis im Zwangsvollstreckungsverfahren 

betreffend die Ersatzforderung über Sicherungsmassnahmen entschieden oder die 

Ersatzforderung getilgt wurde, längstens jedoch für die Dauer von zwei Jahren nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides betreffend Verpflichtung zur Bezahlung 

der Ersatzforderung.

-   120   -

B. Weitere Beschlagnahmungen

Der Beschuldigte hat mit seiner Berufung auch die weiteren Beschlagnahmungen 

angefochten, wobei er sich aber nicht im Einzelnen dazu äussert, weshalb von einer 

Beschlagnahmung abzusehen sei, zumal auch er einen Schuldspruch hinsichtlich 

der illegalen Überweisung von EUR 1.5 Mio. beantragt (Urk. 82). Gemäss Art. 263 

Abs.  1  StPO  können  Gegenstände  und  Vermögenswerte  einer  beschuldigten 

Person  beschlagnahmt  werden,  wenn  die  Vermögenswerte  voraussichtlich  zur 

Sicherstellung von Verfahrenskosten, Geldstrafen, Bussen und Entschädigungen 

gebraucht werden. Bei den Guthaben auf den Konten des Beschuldigten bei der 

AW._____  Switzerland  AG  (vormals  AW'._____  (Schweiz)  AG)  und  der  Bank 

E._____  AG  lässt  sich  nicht  nachweisen,  dass  diese  aus  dem  Vermögen  der 

Privatkläger stammen und damit illegaler Herkunft sind. Diese Gelder können daher 

zur  Deckung  der  Verfahrenskosten  herangezogen  werden.  Das  Guthaben  des 

Beschuldigten  von  CHF  5'012.–  bei  der  AW._____  Switzerland  AG  (vormals 

AW'._____  (Schweiz)  AG),  Konto-/Depotbeziehung  Nr.  1  (vgl.  Urk. 10601013, 

Urk. 80101001 ff.; Urk. 80101015-80101022) ist demnach zur Deckung der Verfah-

renskosten  heranzuziehen.  Die  entsprechende  Kontosperre  ist  mit  Eintritt  der 

Rechtskraft  des  Urteils  aufzuheben  und  die  AW._____  Switzerland  AG  (vormals 

AW'._____ (Schweiz) AG) anzuweisen, das Konto zu saldieren und den Saldo an 

die Kasse des Obergerichts des Kantons Zürich zu überweisen und das Konto an-

schliessend  freizugeben.  Gleiches  gilt  für  das  Konto  des  Beschuldigten  bei  der 

Bank  E._____  AG.  Das  Guthaben  des  Beschuldigten  von  CHF 19'716.–  bei  der 

Bank E._____ AG; Konto-/Depotbeziehung Nr. 2 (Urk. 10601013, Urk. 80201001 

ff.,  Urk. 80201010-80201016)  ist  zur  Deckung  der  Verfahrenskosten  heranzuzie-

hen. Die entsprechende Kontosperre ist mit Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf-

zuheben und die Bank E._____ AG anzuweisen, das Konto zu saldieren und den 

Saldo an die Kasse des Obergerichts des Kantons Zürich zu überweisen und das 

Konto anschliessend freizugeben.

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

-   121   -

A.

1.

Vorinstanzliches Verfahren

Kosten Untersuchung und gerichtliches Verfahren

Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, 

wenn sie verurteilt wird. Ausgangsgemäss ist demnach vorliegend die erstinstanz-

liche Kostenregelung (Dispositivziffer 11) zu bestätigen.

2.

Entschädigung der Privatkläger 1 und 2

Nachdem die Privatkläger sowohl im Straf- und Zivilpunkt (weitgehend) obsiegen, 

haben  sie  gemäss  Art. 433  Abs. 1  StPO  Anspruch  auf  angemessene  Entschädi-

gung für notwendige Aufwendungen im Verfahren. Zur Höhe der (stark gekürzten) 

Entschädigung kann auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, zumal 

sich die Verteidigung damit nicht auseinandersetzt. Die erstinstanzlich festgesetzte 

Verpflichtung  des  Beschuldigten,  den  Privatklägern  eine  Prozessentschädigung 

von  pauschal  CHF 100'000.–  (zzgl.  MwSt.)  zu  bezahlen  (Dispositivziffer 12),  ist 

demnach ausgangsgemäss zu bestätigen. 

3.

Entschädigung der Rechtsvertretung der anderen Verfahrensbeteiligen

Die  Vorinstanz  hat  der  anderen  Verfahrensbeteiligung  B._____  keine  Entschädi-

gung  zugesprochen,  da  sie  mit  ihren  Anträgen  vollumfänglich  unterliege.  Aus-

gangsgemäss ist dies (Dispositivziffer 13) zu bestätigen. 

-   122   -

B.

1.

Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen

Kosten Berufungsverfahren

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob bzw. inwieweit eine Partei 

im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in welchem 

Ausmass  ihre  vor  der  zweiten  Instanz  gestellten  Anträge  gutgeheissen  werden 

(Urteil 6B_1344/2019 vom 11. März 2020 E. 2.2 m.w.H.). Der Beschuldigte unter-

liegt  vorliegend  mit  seinen  Anträgen  im  Berufungsverfahren.  Die  andere  Verfah-

rensbeteiligte unterliegt mit ihren  Anträgen im Berufungsverfahren ebenfalls voll-

umfänglich.  Ausgangsgemäss  rechtfertigt  es  sich,  dem  Beschuldigten  19/20  und 

der anderen Verfahrensbeteiligten 1/20 der Kosten des Berufungsverfahrens auf-

zuerlegen.

2.

Höhe Gerichtsgebühr

Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  in  Anwendung  von  Art. 424 

Abs. 1  StPO  i.  V.  m.  §§ 16,  2  Abs. 1  lit. b,  c  und  d  sowie  14  GebV  OG  unter 

Berücksichtigung der Bedeutung und Schwierigkeit des Falles sowie des Zeitauf-

wands des Gerichts für dieses Verfahren auf CHF 8'000.– festzusetzen.

3.

Entschädigungen

3.1. Entschädigung der Privatkläger 1 und 2

Die Privatkläger 1 und 2 haben ausgangsgemäss einen Anspruch auf Entschädi-

gung  für  ihre  notwendigen  Aufwendungen  im  Verfahren  (Art.  436  Abs.  1  StPO). 

Unter  Berücksichtigung  der  gesamten  Umstände  und  Aufwände  erscheint  eine 

pauschale  Entschädigung  von  insgesamt  CHF  20'000.–  angemessen.  Der 

Beschuldigte ist entsprechend zu verpflichten, den Privatklägern 1 und 2 für das 

Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von CHF 19'000.– (inkl. MwSt.) zu 

bezahlen.  Und  die  andere  Verfahrensbeteiligte  ist  zu  verpflichten,  den  Privat-

klägern 1  und  2  für  das  Berufungsverfahren  eine  Prozessentschädigung  von 

CHF 1'000.– (inkl. MwSt.) zu bezahlen.

-   123   -

3.2. Entschädigung des Beschuldigten

Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte keinen Anspruch auf eine Entschädigung.

3.3. Entschädigung der anderen Verfahrensbeteiligten

Auch die andere Verfahrensbeteiligte hat ausgangsgemäss keinen Anspruch auf 

eine Entschädigung.

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, 

vom 2. Oktober 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

1.-3. (…)

4.

Von der Anordnung der Erstellung eines DNA-Profils des Beschuldigten m 

Sinne von Art. 5 des DNA-Profil-Gesetzes wird abgesehen.

5.-9. (…)

10.  Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

CHF

CHF

CHF

CHF

10'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

30'000.00   Gebühr für das Vorverfahren;

1'485.00   Kosten Kantonspolizei Zürich;

100.00   Zeugenentschädigung.

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

11.-13 (…)

14.

(Mitteilungen)

15.

(Rechtsmittel)"

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

-   124   -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 





der qualifizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 in 

Verbindung mit Ziff. 2 StGB sowie

der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im 

Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 138 Tage 

durch Haft bzw. Ersatzmassnahmen erstanden sind.

3.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 18 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (18 Monate, ab-

züglich 138 Tage, die durch Haft bzw. Ersatzmassnahmen erstanden sind) 

wird die Freiheitsstrafe vollzogen.

4.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern 1 und 2, C._____ und 

D._____, im nachfolgenden Umfang Schadenersatz zu bezahlen:

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-

-

-

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EUR 1'500'000 zuzüglich Zins in der Höhe von 5 % seit dem 23. Sep-

tember 2009,

CHF 525'000 zuzüglich Zins in der Höhe von 5 % seit dem 20. Septem-

ber 2010,

CHF 7'260'000 zuzüglich Zins in der Höhe von 5 % seit dem 12. August 

2011,

CHF 4'000'020 zuzüglich Zins in der Höhe von 5 % seit dem 14. Dezem-

ber 2011, und

CHF 285'707.50 zuzüglich Zins in der Höhe von 5 % seit dem 6. Dezem-

ber 2012.

5.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat den Betrag von 

CHF 4'000'000.00 als Ersatzforderung für den unrechtmässig erlangten Ver-

mögensvorteil zu bezahlen. Die Ersatzforderung wird den Privatklägern 1 

-   125   -

und 2 im zur Deckung ihrer Schadenersatzforderungen gemäss vorstehen-

der Dispositiv-Ziffer 4 nötigen Umfang zugesprochen. Es wird vorgemerkt, 

dass die Privatkläger 1 und 2 ihre diesbezügliche Forderung an den Staat 

abgetreten haben.

6.

Das Guthaben auf der Konto-/Depotbeziehung Nr. 1 bei der AW._____ Swit-

zerland AG (vormals AW'._____ (Schweiz) AG), lautend auf A._____, wird 

zur Deckung der Verfahrenskosten des Beschuldigten verwendet. Die Kon-

tosperre wird mit Eintritt der Rechtskraft aufgehoben und die AW._____ 

Switzerland AG angewiesen, den Saldo dieses Kontos der Kasse des Ober-

gerichts des Kantons Zürich zu überweisen und das Konto anschliessend 

freizugeben.

7.

Das Guthaben auf der Konto-/Depotbeziehung Nr. 2 bei der Bank E._____ 

AG, lautend auf A._____, wird zur Deckung der Verfahrenskosten des Be-

schuldigten verwendet. Die Kontosperre wird mit Eintritt der Rechtskraft auf-

gehoben und die Bank E._____ AG angewiesen, den Saldo dieses Kontos 

der Kasse des Obergerichts des Kantons Zürich zu überweisen und das 

Konto anschliessend freizugeben.

8.

Das Guthaben auf dem Konto Nr. 3 bei der AW._____ Switzerland AG, lau-

tend auf B._____, wird zur Deckung der Verfahrenskosten des Beschuldig-

ten verwendet. Die AW._____ Switzerland AG wird angewiesen, das Konto 

zu saldieren und den Saldo der Kasse des Obergerichts des Kantons Zürich 

zu überweisen und das Konto anschliessend freizugeben. Im Mehrbetrag 

bleibt der Saldo beschlagnahmt bis im Zwangsvollstreckungsverfahren be-

treffend die Ersatzforderung über Sicherungsmassnahmen entschieden oder 

die Ersatzforderung getilgt wurde, längstens jedoch für die Dauer von zwei 

Jahren nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides betreffend Verpflich-

tung zur Bezahlung der Ersatzforderung.

9.

Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 11-13) wird 

bestätigt.

10. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 8'000.00.

-   126   -

11. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden zu 19/20 dem Beschuldigten 

und zu 1/20 der anderen Verfahrensbeteiligten auferlegt.

12. a) Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern 1 und 2 für das Be-

rufungsverfahren eine Prozessentschädigung von CHF 19'000.00 

(inkl. MwSt.) zu bezahlen.

b) Die andere Verfahrensbeteiligte wird verpflichtet, den Privatklägern 1 und 2 

für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von CHF 1'000.00 

(inkl. MwSt.) zu bezahlen.

13. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an











die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(versandt)

die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich (versandt)

die Rechtsvertretung der Privatkläger 1 und 2 dreifach für sich und zu-
handen der Privatkläger 1 und 2 (versandt)

die Rechtsvertretung der Privatklägerin 3 im Doppel für sich und zu-
handen der Privatklägerin 3 (versandt)

die Rechtsvertretung der anderen Verfahrensbeteiligten im Doppel für 
sich und zuhanden der anderen Verfahrensbeteiligten (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich 

die Rechtsvertretung der Privatkläger 1 und 2 dreifach für sich und zu-
handen der Privatkläger 1 und 2

-   127   -





die Rechtsvertretung der Privatklägerin 3 im Doppel für sich und zu-
handen der Privatklägerin 3

die Rechtsvertretung der anderen Verfahrensbeteiligten im Doppel für 
sich und zuhanden der anderen Verfahrensbeteiligten

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an



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

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die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A

die AW._____ Switzerland AG, Rechtsdienst, … [Adresse], im Auszug, 
betr. Dispositivziffern 6 und 8

die Bank E._____ AG, Rechtsdienst, … [Adresse], im Auszug, betr. 
Dispositivziffer 7

die Kasse des Obergerichts des Kantons Zürich betr. Dispositivziffern 
6-8

das Bundesamt für Justiz, Direktionsbereich internationale Rechtshilfe 
gemäss Dispositivziffer 5 betr. TEVG

das Obergericht des Kantons Zürich, Zentrales Inkasso, gem. Disposi-
tivziffer 5 betr. TEVG

die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich gem. Dispositivziffer 5 
betr. TEVG

14. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

-   128   -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 30. Januar 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. Ch. Prinz

MLaw A. Donatsch

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht:

Wurde  der  Vollzug  einer  Geldstrafe  unter  Ansetzung  einer  Probezeit  aufgeschoben,  muss  sie  vorerst  nicht 

bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe de-

finitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 bzw. 

Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.