# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 742236a6-09e0-556e-b8cd-6011276b031e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-12-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 07.12.2006 S 2006 79
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2006-79_2006-12-07.pdf

## Full Text

S 06 79

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 7. Dezember 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. a) Die heute 45-jährige … (geb. …) ist gelernte Krankenschwester SRK, 

geschieden und Mutter zweier Kinder (Jg. 1985 u. 1990). Als Gemeinde- und 

Bezirksspitalschwester (1989-1993) war sie während vier Jahren im … 

angestellt. In den drei Folgejahren war sie als Geschäftsführerin bei einer 

Seniorenresidenz in … (1994-1996) tätig, ehe sie 1997 begann, während 

eines Jahres eine eigene Alters- und Pflegeresidenz aufzubauen, der sie dann 

vier Jahre lang (1998-2002), bis zur Erschöpfungsdepression (Burnout-

Syndrom) am 27. Mai 2002 als leitende und verantwortliche Geschäftsführerin 

vorstand. Danach war sie komplett arbeitsunfähig, weshalb sie die 

Geschäftsleitung in jener Alters- /Pflegeresidenz abgeben musste und von … 

nach … umzog.

b) Am 10. August 2003 stellte die Versicherte bei der IV-Stelle Graubünden ein 

Gesuch um Wiedereinschulung in die bisherige Tätigkeit. Dieses 

Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen lehnte die IV-Stelle – nach 

weiteren Abklärungen über den Gesundheitszustand und die 

Eingliederungsfähigkeit der Versicherten - mit Verfügung vom 4. Februar 2005 

ab.

c) Mit Verfügung vom 9. Juni 2005 sprach die IV-Stelle der Versicherten jedoch 

eine befristete IV-Vollrente (auf der Basis eines IV-Grads von 100% und unter 

Berücksichtigung des Wartejahres) für die Zeit ab 1. Mai 2003 bis 31. August 

2004 zu. Für die Zeit danach verneinte sie einen Rentenanspruch mit der 

Begründung der Zumutbarkeit einer Tätigkeit in leitender Funktion für die 

Versicherte im Umfang von 80% ab 1. September 2004. Eine hiergegen 

erhobene Einsprache wies die Vorinstanz – nach zusätzlichen Abklärungen 

über den Gesundheitszustand und die verbliebene Erwerbsfähigkeit der 

Versicherten - mit Entscheid vom 14. Juni 2006 ab.

2. Dagegen erhob die Einsprecherin am 24. Juli 2006 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den 

Anträgen um kostenfällige Aufhebung des angefochtenen Entscheids und 

Zusprechung einer IV-Vollrente (basierend auf einem IV-Grad über 70%) auch 

für die Zeit ab dem 1. September 2004. Zur Begründung brachte sie im 

Wesentlichen vor, dass die Vorinstanz aufgrund der Akten von einer zu 

optimistischen Arbeitsfähigkeit von 70-80% in leitender Stellung ausgegangen 

sei. Effektiv liege der medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeitsgrad in einer 

leidensangepassten Tätigkeit maximal noch bei 50% (Status n. 

Schleudertrauma mit wiederkehrenden Schwindelattacken [Autounfall 12/02; 

Skisturz 05/04] und Leistungsintoleranz [Burnout, Blutarmut 05/02] 

fortschreitender Bandscheiben-/Rückenschaden, depressive 

Stimmungsschwankungen, Medikamentenbedürftigkeit). Im Weiteren seien 

das Validen- und das Invalideneinkommen falsch ermittelt worden. Ersteres 

sei mit Fr. 67'441.-- anstatt Fr. 148'317.-- (Durchschnittverdienst 1993-2001; 

alternativ Fr. 149'320.-- ohne 1993 und Spitzenverdienstjahr 2001) viel zu 

niedrig und das Invalideneinkommen mit Fr. 50'581.-- (bei Arbeitsfähigkeit 

75%) anstatt Fr. 33'720.-- (bei Arbeitsfähigkeit 50%) zu hoch festgelegt 

worden seien, woraus letztlich ein IV-Grad von 78% bzw. mind. 66% resultiert 

hätte, was weiterhin zum Bezug einer IV-Vollrente bzw. mind. einer ¾ IV-

Rente ab 1. September 2004 berechtigt hätte. Zur Bestätigung des 

Einkommens ohne Behinderung wurde noch ein Bericht der früheren 

Arbeitgeberin eingereicht, wonach die Versicherte Fr. 24'300.-- im Monat als 

Gesunde (Geschäftsführerin in Alters-/Pflegeresidenz) verdient hätte.

3. In der Vernehmlassung beantragte die Vorinstanz die Abweisung der 

Beschwerde. Den Einwänden der Beschwerdeführerin hielt sie zur 

Hauptsache entgegen, dass ihre ärztlichen Abklärungen (Gutachten Dr. … 

vom Okt. 2004 samt Psychiatriebericht Dr. … vom Aug. 2004) umfassend und 

schlüssig ausgefallen seien, worin die Arbeitsfähigkeit der Versicherten noch 

auf (70-)80% geschätzt worden sei. Die gegenteiligen Berichte des 

Hausarztes Dr. … (Juni/Juli 2005) und des Psychiaters Dr. … (Okt. 2005) 

änderten daran nichts, da keine Gründe ersichtlich seien, warum die 

Versicherte in einer geeigneten (administrativ-organisatorischen und 

stressarmen) Tätigkeit bloss noch 50% oder weniger arbeitsfähig sein sollte. 

Soweit Dr. … zuletzt (Juli 2006) gar von einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit 

ausgehe, sei dies hier unbeachtlich, da eine allfällige Verschlechterung der 

Gesundheit der Versicherten seit Erlass des angefochtenen Entscheids (Juni 

2006) nicht mehr berücksichtigt werden dürfte. Zu den ermittelten Einnahmen 

(mit/ohne Gesundheitsschaden) wurde daran festgehalten, dass das 

Einkommen als Gesunde mit Fr. 67'441.-- für eine gelernte Krankenschwester 

SKR realistisch sei und nicht auf den viel höheren Durchschnittsverdienst von 

Fr. 149'000.-- als Geschäftsführerin einer privaten Alters-/Pflegeresidenz 

abgestellt werden dürfte, weil sie in jener Funktion ja klar überfordert gewesen 

sei, wie die psychische und physische Dekompensation im Mai 2002 gezeigt 

habe. Am Beizug der massgebenden Erfahrungswerte laut 

Lohnstrukturerhebung 2004 (Tabelle TA1; Wirtschaftszweig 85 „Gesundheits- 

und Sozialwesen“; Anforderungsprofil 3; Fr. 67'441.-- = Fr. 5'404.-- x 12 : 40 

x 41.6) gebe es darum nichts auszusetzen. Beim Invalideneinkommen sei von 

einer Restarbeitsfähigkeit von 75% ausgegangen worden, woraus das tiefere 

Einkommen von Fr. 50'581.-- (0.75 x Fr. 67'441.--) resultiert habe. Gestützt 

auf die hier zur Anwendung kommende Einkommensvergleichsmethode 

ergebe sich daraus aber ein IV-Grad von 25%, womit erstellt sei, dass ab dem 

1. September 2004 kein rentenrelevanter IV-Grad (ab 40%) mehr erreicht 

worden sei, was zur Einstellung weiterer Rentenleistungen geführt habe.  

4. Ein zweiter Schriftenwechsel brachte für das Gericht keine wesentlich neuen 

Erkenntnisse hervor, bekräftigten und vertieften die Parteien darin doch 

erneut ihre gegensätzlichen Standpunkte bezüglich der medizinisch-

theoretischen Arbeitsfähigkeit sowie deren wirtschaftlicher Verwertbarkeit mit 

und ohne Gesundheitsschaden (Höhe Invaliden-/Valideneinkommen). 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die Parteien haben die gesetzlichen Bestimmungen und die Grundsätze zum 

Begriff der Invalidität (Art. 4 IVG i.V.m. Art. 8 ATSG; BGE 130 V 347 E. 3.3.1, 

127 V 296 E. 4 b/bb, 116 V 249 E. 1b), zu den Voraussetzungen für berufliche 

Massnahmen (Art. 15 ff. IVG) und zu den Kriterien und zum Umfang eines 

Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 IVG) und zur Bemessung des 

Invaliditätsgrads bei erwerbstätigen Versicherten nach der Methode des 

Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) richtig dargelegt. Zutreffend 

wiedergegeben ist im Grundsatz auch die Rechtsprechung zur Verwendung 

von statistischen Tabellenlöhnen (Schweizerische Lohnstrukturerhebung 

[LSE] laut Berufs-/Ausbildungsniveau) bei der Ermittlung des trotz 

Gesundheitsschadens zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens 

(BGE 129 V 472 ff., 126 V 76 f. E. 3b; AHI 2002 S. 67 E. 3b) und zum allfällig 

noch vorzunehmenden behinderungsbedingten Leidensabzug (BGE 126 V 78 

ff. E. 5; AHI 2002 S. 67 E. 4, 1999 S. 181 E. 3b). Darauf kann verwiesen 

werden.

2. a) Strittig und zu prüfen ist konkret der fallrelevante IV-Grad ab Sept. 2004 

geblieben, wobei sich die Parteien sowohl bezüglich der medizinisch-

theoretischen Arbeitsfähigkeit (Gesundheitszustand) als auch den 

Grundlagen für die korrekte Ermittlung des Validen- und 

Invalideneinkommens (funktionelle Leistungs- und Erwerbsfähigkeit) bis 

zuletzt uneins geblieben sind. Folgende ärztlichen Befunde, Berichte, 

Gutachten, Abklärungen und Auskünfte sind aktenkundig und für die 

Entscheidfindung von Bedeutung:

• Im Bericht vom 22. April 2004 des Allgemeinpraktikers Dr. … ist von 
depressiver Episode (mind. mittelschwer) und einem 
Bandscheibenschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bzw. von 
Übergewicht und Gelenkschmerzen ohne Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit die Rede. In der bisher ausgeübten 
Geschäftsführertätigkeit sei sie ab Mai 2002 bis auf weiteres zu 100% 
arbeitsunfähig. Sie müsste künftig weniger körperliche, sondern eher 
organisatorische Arbeit leisten. So könnte die Arbeitsfähigkeit sicher 
erhöht werden. Ein halber Tag resp. 4½ Stunden seien ihr jedoch in 
anderer Tätigkeit zumutbar. Mindestens eine 20%-ige Einschränkung in 
der jetzigen Tätigkeit als Krankenschwester sei bleibend.

• Laut IK-Auszug vom 23. April 2004 erzielte die Versicherte in der 
Vergangenheit als Geschäftsführerin nachfolgende Jahreseinkommen: Fr. 
100'000.--(1997); Fr. 130'000.-- (1998); Fr. 166'903.-- (1999); Fr. 253'800.-
- (2000); Fr. 379'430.-- (2001); Fr. 171'850.-- (2002). Im Durchschnitt 
ergibt dies ein Jahreseinkommen (1997-2001) von Fr. 206'026.-- bzw. 
(ohne das Spitzenjahr 2001) noch Fr. 162'675.--.      

• Der Arbeitgeberbetätigung vom 5. Mai 2004 ist weiter zu entnehmen, dass 
die Versicherte ohne Gesundheitsschaden ein monatliches Einkommen 
von Fr. 24'300.-- erzielen könnte. Ab Aug. 2002 bis und mit Mai 2004 habe 
sie tatsächlich ein Einkommen von Fr. 1'550.-- erzielt, wobei sie seit dem 
27. Mai 2002 zu 100% arbeitsunfähig gewesen sei.

• Im Fachgutachten vom Okt. 2004 erteilte der Rheumatologe Dr. … 
Auskunft über seine eigene Untersuchung zu Beginn des Monats samt 
Zusatzbericht vom 10. August 2004 des Psychiaters Dr. … (inkl. Berichte 
Dr. … v. 5. März 2004 und Dr. … v. 26. Mai 2004). Er diagnostizierte ein 
Status nach psychosomatischem Erschöpfungszustand bei Status nach 
langjähriger beruflicher Selbstüberforderung mit chronisch emotionalem 
Stress und ein hochgradiges, lumboradikuläres Reizsyndrom S1 links mit 
nicht gesicherter Ursache seit ca. Herbst 03 und eine Diskusprotrusion 
L4/5 links anamnestisch im MRI 11/03, ein chronisch rezidiverendes 
Cervical-/Schultergürtelsyndrom auf beiden Seiten bei Status nach 
zweimaligem HWS-Distorsionstrauma nach Autounfall (12/02) sowie 
Skiunfall mit Hirnerschütterung (12/03), Polyarthrosen und beginnende 
Coxarthrosen an mehreren Gelenken. Der Psychiater Dr. … attestiere der 
Patientin noch eine Arbeitsfähigkeit von 70-80% in leitender Funktion (z.B. 
Pflegedienstleitung; Spitexadministration). Aus rheumatologischer Sicht 
scheine ihm ebenfalls noch eine Arbeitsfähigkeit von 70-80% in leitender 
Stellung gegeben.

• Im Bericht vom 5. November 2004 kam die IV-Stellenärztin Dr. … zum 
Schluss, dass auf das Gutachten Dres. … abzustellen sei und bei 
längerfristiger Anpassung aus ärztlicher Sicht lediglich eine Beratung 
anstelle beruflicher Massnahmen in Frage käme.

• Im Zusatzbericht vom 19. November 2004 schrieb Dr. …, dass die 
Arbeitsfähigkeit in Abhängigkeit der Leistungsfähigkeit gesteigert werden 
sollte. Die Patientin könnte diverse Tätigkeiten mit der bereits 
bestehenden Ausbildung ausüben. Ob unterstützende Massnahmen für 
eine Berufsberatung sinnvoll seien, müsste noch mit der Patientin 
besprochen werden, drängten sich nach seiner Meinung aber nicht auf.

• Im Zweitbericht vom 23. Dezember 2004 hielt Dr. … fest, dass es der 
Versicherten aufgrund ihrer vorhandenen Ausbildung möglich sein sollte, 
sich selbst einzugliedern.

• Gemäss Bericht vom 23. Juni 2005 des Hausarztes Dr. … war die 
Versicherte zunächst zu 100% (27.05.2002-09.12.2004) und darauf zu 
80% (ab 10.12.2004 bis auf weiteres) arbeitsunfähig geschrieben. Im 

Moment arbeite sie am (alten) Arbeitsplatz noch zu 20% und verwerte 
damit ihre Restarbeitsfähigkeit. Nach seiner Ansicht habe sich der 
Zustand der Versicherten ab Sept. 04 aber nicht schlagartig verbessert, 
womit sie nicht wieder zu 80% in leitender Funktion tätig sein könnte. 

• Am 21. Juli 2005 bestätigte Dr. … nochmals, dass die Versicherte in 
leitender Stellung lediglich noch zu 20% arbeitsfähig sei bzw. hierfür 
umgekehrt zu 80% arbeitsunfähig sei (Beschwerdebilder: Status nach 
Schleudertrauma; wiederkehrende Schwindelattacken; markante 
Leistungsintoleranz; fortschreitende Diskopathie L4/L5; multiple 
gescheiterte Arbeitsversuche sowie intermittierende 
medikamentenbedürftige depressive Verstimmung).

• Mit Brief vom 17. Oktober 2005 bestätigte der Psychiater Dr. … (Klinik …) 
seine früheren Angaben nochmals, wonach sich der Gemütszustand 
(reaktiv bedingte Depression) der Versicherten in letzter Zeit klar nicht 
gebessert, sondern tendenziell sogar verschlechtert habe. Heute betrage 
die Arbeitsunfähigkeit in der vormals ausgeübten Tätigkeit 100% 
(Geschäftsleiterin), in einer leidensangepassten Tätigkeit (auf erlerntem 
Beruf mit weniger Verantwortung bzw. Stress) wohl kaum mehr als 50%, 
wobei dies jedoch noch in einem Arbeitsversuch herausgefunden werden 
sollte.  

b) In Würdigung der soeben erwähnten Arzt-, Facharzt- und weiteren 

Auskunftsberichte ist das Gericht zur Überzeugung gelangt, dass sowohl am 

errechneten Einkommen ohne Behinderung (Valideneinkommen) von Fr. 

67'441.-- (da eindeutig zu niedrig) als auch dem Einkommen trotz 

Behinderung von Fr. 50'581.-- (unzutreffendes Anforderungsprofil gemäss 

LSE 2004) nicht festgehalten werden kann, womit der angefochtene 

Entscheid bereits aus diesem Grunde aufgehoben und zur erneuten Prüfung 

an die Vorinstanz zurückgewiesen werden muss. Entgegen der Ansicht der 

Vorinstanz kann aus dem gesundheitlichen Kollaps im Mai 2002 nicht bereits 

gefolgert werden, dass die Versicherte der von ihr immerhin während fünf 

Jahren ausgeübten Tätigkeit als Geschäftsführerin in einer luxuriösen 

Privatklinik (1997 bis Mai 2002) im Grundsatz nicht gewachsen gewesen sei 

(Überforderung) und die in jenem Zeitraum erzielten hohen Einkommen 

darum auch nicht dafür repräsentativ sein könnten, wie viel sie als Gesunde 

verdient hätte. Wie aus dem beruflichen Werdegang der Versicherten 

hervorgeht, hat sie eine Karriere im Gesundheitsbereich angestrebt und diese 

ist kontinuierlich (Gemeindeschwester; Bezirksspitalschwester; Leiterin 

Seniorenresidenz; Leiterin/Geschäftsführerin eigenständig aufgebauter 

Alters-/Pflegeresidenz) nach oben verlaufen. Tatsache ist deshalb, dass die 

Versicherte, wäre sie vollkommen gesund (d.h. frei von 

psychischen/physischen Leiden), heute sicherlich weiter als 

Leiterin/Geschäftsführerin in der Alters-/Pflegresidenz arbeiten würde. Etwas 

Gegenteiliges anzunehmen, würde eine unzulässige Qualifikation des 

tatsächlich seit 1989 erreichten Erwerbsaufstiegs bedeuten. Laut IK-Auszug 

verdiente sie 1993 Fr. 58'500.--; ab 1994 erzielte sie nachweislich aber 

deutlich höhere Einkommen (2-5 x mehr), weshalb nach Ansicht des Gerichts 

auch nur die Zeitspanne 1994-2000 (ohne ungewöhnliches „Spitzenjahr 2001“ 

mit Fr. 379'430.-- und ohne 1993) massgebend für die Ermittlung des 

Einkommens als Gesunde sein kann.        

c) Zur Festsetzung des Invalideneinkommens gilt es aufgrund des 

überzeugenden, schlüssigen und umfassenden Arztgutachtens vom Oktober 

2004 (Dres. …) zuerst festzuhalten, dass eine Tätigkeit in leitender Stellung 

(ohne übermässige Stressfaktoren; im Gegenzug dafür vermehrt mit 

organisatorischen Aufgaben) aber erneut wieder zu 70-80% möglich und 

zumutbar sein sollte. Die im Schnitt ermittelte Arbeitsfähigkeit von 75% geht 

darum in Ordnung; zumal die gegenteiligen Berichte des Hausarzts Dr. … 

(Juni/Juli 2005) und Psychiaters Dr. … (Oktober 2005) jenes Gutachten weder 

zu erschüttern noch inhaltlich zu widerlegen vermochten. Hingegen hat die 

Vorinstanz auf das falsche Anforderungsprofil 3 (= Berufs- und 

Fachkenntnisse vorausgesetzt) anstatt auf das hier allein anwendbare 

Anforderungsniveau 2 (= Verrichtung selbständiger und qualifizierter 

Arbeiten) laut LSE 2004, Tabelle TA1, Position 85 Gesundheits- und 

Sozialwesen, abgestellt. Ausgangspunkt für die korrekte Berechnung des 

Invalideneinkommens muss somit ein Monatseinkommen von Fr. 6'318.-- 

(bzw. Fr. 4'738.50 bei Arbeitsfähigkeit 75%) für die Ermittlung des IV-Grads 

nach der üblichen Einkommensvergleichsmethode sein. Auf dieser Basis wird 

das Einkommen trotz Behinderung noch zu ermitteln und bei der 

Rentenberechnung zu berücksichtigen sein.

3. a) Zusammengefasst ergibt sich, dass der angefochtene Entscheid der 

Vorinstanz nicht rechtmässig ist, was zu seiner Aufhebung und zur 

Gutheissung der Beschwerde im Sinne der Erwägungen führt. Die 

Angelegenheit wird demnach an die Vorinstanz zurückgewiesen, damit sie 

das Validen- und Invalideneinkommen nochmals neu ermittle und gestützt 

darauf einen neuen Entscheid betreffend IV-Rente ab 1. September 2004 

erlasse. 

b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren laut Art. 61 lit. a ATSG – ausser hier nicht zutreffender 

Ausnahmen – kostenlos ist. Hingegen hat die Beschwerdegegnerin die 

anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin noch angemessen 

aussergerichtlich (doppelter Schriftenwechsel) zu entschädigen (Art. 61 lit. g 

ATSG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Entscheid aufgehoben 

und die Sache im Sinne der Erwägungen zu neuem Entscheid an die 

Vorinstanz zurückgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die Vorinstanz (IV-Stelle) hat … aussergerichtlich mit Fr. 3'000.-- (inkl. MWST) 

zu entschädigen.