# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37a16643-7094-5c72-a4ca-52dec6617a9a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.10.2011 E-6691/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6691-2010_2011-10-20.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­6691/2010

U r t e i l   v om   2 0 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz),
Richter Hans Schürch, Richter Maurice Brodard;
Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer.

Parteien A._______, geboren am (…), Iran,
vertreten durch Peter Frei, Rechtsanwalt,
(…),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM
vom 13. August 2010 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  verliess  seinen  Heimatstaat  eigenen  Angaben 
zufolge am 8. November 2008 und gelangte nach einem Aufenthalt von 
13 Tagen  in  Istanbul  über  ihm  unbekannte  Länder  am  26.  November 
2008  illegal  in  die  Schweiz,  wo  er  gleichentags  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nachsuchte. 

Anlässlich der Kurzbefragung im EVZ B._______ vom 1. Dezember 2008 
sowie  der  Anhörung  durch  das  BFM  vom  4.  Mai  2009  und  der 
ergänzenden  Anhörung  vom  30.  April  2009  machte  der 
Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuchs  im Wesentlichen 
geltend, er habe bis zu seiner Ausreise aus seinem Heimatland mit seiner 
Familie  in  C._______  gelebt  und  sei  als  (…)  tätig  gewesen.  Wegen 
politischer  Tätigkeiten  sei  sein  Bruder,  welcher  ein  bekannter  Aktivist 
gewesen  sei  und  auf  seinem  Internetblog  kritische  Nachrichten 
veröffentlich habe, bereits vor ihm in die Schweiz geflüchtet (vgl. N […]). 
Wegen dieser Tätigkeiten seines Bruders sei er  (der Beschwerdeführer) 
am  12. Juli  2007  von  Sicherheitskräften  zu  Hause  verhaftet  und  zum 
Verhör mitgenommen worden. Nach 21 Tagen  in deren Gewahrsam sei 
er  wieder  freigelassen  worden.  Anfangs  März  2008  habe  er  sich 
entschlossen,  sich mit  seinem Bruder  für  die  Freiheit  und Gleichheit  im 
Iran  einzusetzen,  indem  er  diesem  Nachrichten  und  Informationen  von 
Drittpersonen per Internet in die Schweiz übermittelt habe, welche dieser 
auf seinem Weblog veröffentlicht habe. Am 8. Mai 2008 sei er erneut von 
den  Sicherheitsbehörden  festgenommen  und  beschuldigt  worden, 
oppositionell  tätig  zu  sein.  Dabei  hätten  sie  ihn  misshandelt,  bis  er 
gestanden habe, regimekritisch aktiv zu sein. Nach 36 oder 37 Tagen sei 
er  gegen  eine  Kaution,  welche  sein  Vater  finanziert  habe,  freigelassen 
worden. Als er sich am 5. November 2008 seinem Haus genähert habe, 
habe er beobachtet, wie ein Mann  in Zivil mit  seiner Mutter gesprochen 
habe.  Aus  Angst,  dass  es  sich  dabei  um  einen  Angehörigen  des 
Nachrichtendienstes gehandelt habe, habe er die Flucht ergriffen und sei 
mit Hilfe seines (...) und (…) legal in die Türkei eingereist. Im Nachhinein 
habe  er  erfahren,  dass  die  Polizei  nach  ihm  suchen  würde,  diese  das 
Haus durchsucht hätte und er sich beim Etelaat melden sollte. Aus Furcht 
vor einer Strafe habe er tags darauf sein Heimatdorf verlassen. 

Als  Beweismittel  legte  der  Beschwerdeführer mehrere  von  ihm  im  Jahr 
2008  verfasste  und  im  Internet  auf  den  Weblogs  seines  Bruders 

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publizierte  Artikel  sowie  einen  Ausdruck  des  Google­Verzeichnisses 
seine Person betreffend, ins Recht.

B. 
Mit  Schreiben  vom  12.  Januar  2009  liess  der  Beschwerdeführer  durch 
seinen  Rechtsvertreter  seinen  Shenasnameh  und  seine  iranische 
Identitätskarte (beide im Original) zu den Akten legen. 

C. 
Am  30.  April  2009  liess  er  fünf  von  ihm  verfasste  Internetberichte  in 
fremder Sprache, die auf dem Webblog (…) aufgeschaltet sind sowie ein 
Auszug  aus  dem  Google­Verzeichnis  betreffend  seinen  Namen 
einreichen.

D. 
Mit  Verfügung  vom  13.  August  2010  –  eröffnet  am  19.  August  2010 – 
stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht, und  lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig 
verfügte  es  die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz 
und ordnete den Wegweisungsvollzug an. 

E. 
Mit Eingabe vom 16. September 2010 – Datum Poststempel –  liess der 
Beschwerdeführer  gegen  diesen  Entscheid  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  beantragte,  die 
Verfügung  des BFM sei  aufzuheben,  es  sei  ihm Asyl  zu  gewähren  und 
eventualiter sei er als Flüchtling anzuerkennen.  In prozessualer Hinsicht 
beantragte er, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 
Abs. 1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren. 

Mit  seiner  Beschwerde  liess  er  eine  Kopie  der  Beschwerde  seines 
Bruders  (E­6399/2010),  fremdsprachige  Auszüge  aus  seinem  Webblog 
(…)  sowie  sein  Google­Namensverzeichnis  und  eine 
Fürsorgebestätigung  des Kantons D._______  vom 13. September  2010 
ins Recht legen. 

F. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  23.  September  2010  hielt  die 
Instruktionsrichterin  fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des 
Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten.  Gleichzeitig  wies  sie  den  Antrag, 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 

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http://www.sobh-omid-iran.blogspot.com

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und  2  VwVG  ab  und  auferlegte  ihm  einen  Kostenvorschuss,  mit  dem 
Hinweis, dass ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten werde.

Der Kostenvorschuss wurde am 5. Oktober 2010 fristgerecht geleistet. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2.  Eine  solche  Ausnahme  gemäss  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  BGG  ist 
vorliegend  nicht  gegeben,  so  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  in 
diesem Fall endgültig entscheidet.

1.3. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.4.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.5. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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1.6.  Auf  die  Durchführung  eines  Schriftenwechsels  wurde  vorliegend 
verzichtet (Art 111a Abs. 1 AsylG).

2. 
2.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich 
die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie 
Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken 
(Art. 3 AsylG).

2.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

3. 
3.1.  Zur  Begründung  ihres  Entscheids  führte  die  Vorinstanz  aus,  die 
Ausführungen  des  Beschwerdeführers  zu  seinen  angeblichen 
Fluchtgründen  wegen  der  politischen  Aktivitäten  seines  Bruders  seien 
nicht glaubhaft, zumal das BFM dessen Asylgesuch mit Verfügung vom 2. 
August  2010  wegen  Unglaubhaftigkeit  im  Sinne  von  Art.  7  AsylG 
abgewiesen  habe.  Damit  könne  der  Beschwerdeführer  auch  nichts  zu 
seinen Gunsten ableiten. Was die von  ihm selbst ab März 2008 geltend 
gemachten  politischen  Aktivitäten  und  die  damit  verbundenen 
Behelligungen  seitens  der  Behörden  anbelange,  seien  seine 
Schilderungen  stereotyp  und  wenig  überzeugend  ausgefallen,  was 
insgesamt  den  Eindruck  von  nicht  selbst  Erlebtem  erwecke.  Dies 
erstaune umso mehr, als dass er aus einer politisch interessierten Familie 
stamme, gewisse seiner Verwandten seit Jahren politisch aktiv seien und 
sein Bruder,  dem er  regimekritische Nachrichten und  Informationen  von 
Drittpersonen übermittelt habe, seit Jahren im Ausland lebe.

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Zudem sei die Art und Weise wie er im Iran diese Informationen schriftlich 
verfasst  haben  solle,  um  sie  in  einem  Cyber­Café  seinem  Bruder  per 
Internet zu übermitteln, nicht nachvollziehrbar, zumal eine Person, welche 
tatsächlich verfolgt werde, ein Mindestmass an Sicherheitsvorkehrungen 
treffen  würde,  um  diese  Nachrichten  zu  übermitteln.  Auch  vor  dem 
Hintergrund,  dass  er  und  seine  Angehörigen  seit  der  Flucht  seines 
Bruders  bereits mehrmals Schwierigkeiten mit  den  iranischen Behörden 
gehabt  hätten,  wäre  ein  solches  Vorgehen  viel  zu  gefährlich  gewesen. 
Aus denselben Gründen sei auch unerklärlich und unglaubhaft, weshalb 
der Beschwerdeführer diese schriftlichen Nachrichtenentwürfe bei sich zu 
Hause aufbewahrt haben solle. Ebenso erscheine zweifelhaft, dass diese 
erst  anlässlich  einer  Hausdurchsuchung  nach  seiner  Flucht  von  den 
Sicherheitsbehörden  gefunden  und  beschlagnahmt  worden  seien, 
obschon diese  sein Haus bereits mehrmals durchsucht  hätten,  so unter 
anderem am Tag seiner Flucht.

Den  Ausführungen  zufolge  habe  der  Beschwerdeführer  in  der  Zeit 
zwischen März 2008 und November 2008 bei seinen Aktivitäten nicht die 
geringsten  Sicherheitsmassnahmen  ergriffen,  was  nicht  dem  Verhalten 
einer  staatsgefährdenden  oppositionellen  Person  entspreche.  Vielmehr 
habe er alles daran gesetzt, damit er durch seine Artikel, die mit seinem 
Namen  versehen  und  vom  Bruder  ins  Internet  gestellt  worden  seien, 
leicht  identifizierbar  und  aufzufinden  seien.  Dieses  Verhalten  sei  derart 
offenkundig,  dass  sich  die  Frage  aufdränge,  ober  er  damit  zusätzliche 
Gründe für sein Asylgesuch habe schaffen wollen.

Bei  dieser  Sachlage  sei  offensichtlich,  dass  sich  der  Beschwerdeführer 
trotz  der  unter  seinem  Namen  ins  Ausland  übermittelten  Artikel  und 
Informationen  nicht  derart  exponiert  habe,  dass  er  durch  die  iranischen 
Behörden verfolgt wäre und Übergriffe zu gewärtigen hätte. Dass ihn die 
Sicherheitsbehörden  trotz  seines Geständnisses,  regimekritisch  aktiv  zu 
sein, und  im Hinblick auf die zu erwartende Gerichtsvorladung  trotzdem 
gegen  Bezahlung  einer  Kaution  freigelassen  hätten,  scheine  in 
Anbetracht  seiner  familiären  Vorgeschichte  und  der  Strenge  des  zu 
erwartenden  Urteils  unwahrscheinlich.  Auch  wenn  den  Behörden  die 
Tätigkeiten  des  Beschwerdeführers  ab  März  2008  bekannt  gewesen 
wären,  hätten  diese mit  Bestimmtheit  alles  unternommen  und  wären  in 
aller  Härte  vorgegangen,  um  den  Beschwerdeführer  festzunehmen  und 
den Zugang zum Internetblog seines Bruders zu sperren. 

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Schliesslich  habe  der  Beschwerdeführer  weder  Beweismittel  betreffend 
die  Verurteilung  seines  Bruders  sowie  dessen  Freilassung  nach 
Bezahlung der Kaution noch Dokumente betreffend die Bezahlung seiner 
eigenen  Kaution  beizubringen  vermocht,  so  dass  seine  Vorbringen 
insgesamt als unglaubhaft zu werten seien.

3.2.  In  der  Beschwerde  legt  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen 
nochmals seine  im Rahmen der Befragung und der Anhörungen bereits 
geschilderten Verfolgungs­  und Fluchtmotivation  sowie  seine politischen 
Tätigkeiten und das Vorgehen der  iranischen Behörden  im Umgang mit 
regimekritischen  Aktivitäten  im  Einzelnen  dar  und  beharrt  auf  dem 
Wahrheitsgehalt  seiner  Darlegungen.  Darüber  hinaus  bringt  er  vor, 
anlässlich  der  direkten  Anhörung  habe  er  zu  den  Umständen  seiner 
eigenen  politischen  Aktivität  ausführlich  und  detailliert  Stellung 
genommen. Zudem würden  seine entsprechenden Aussagen  zahlreiche 
Realkennzeichen  enthalten,  welche  nachvollziehbar  und  logisch  seien. 
Schliesslich  sei  festzuhalten,  dass die  iranischen Behörden keine Akten 
aus politischen Strafverfahren herausgeben würden, weshalb er nicht  in 
der Lage sei, entsprechende Dokumente erhältlich zu machen.

3.3. 
3.3.1.  In  prozessualer  Hinsicht  rügt  der  Beschwerdeführer  zunächst  die 
Verletzung der Begründungspflicht der angefochtenen Verfügung, zumal 
sich das BFM in seinem Entscheid nicht in angemessener Weise mit den 
von  ihm  vorgebrachten  Gründen  bezüglich  seiner  behördlichen 
Verfolgung  wegen  seines  ins  Ausland  geflüchteten  Bruders 
auseinandergesetzt  habe.  Indem  die  Vorinstanz  ausgeführt  habe,  dass 
dem  Beschwerdeführer  mangels  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  seines 
Bruders  seine  Fluchtgründe  ebenfalls  nicht  geglaubt  werden  könnten, 
habe es die bundesrechtlichen Anforderungen an die Begründungspflicht 
verletzt. 

3.3.2. Gemäss  Art.  35  Abs.  1  VwVG  ist  jede  schriftliche  Verfügung  zu 
begründen. Das VwVG  stellt  keine  besonders  hohen Anforderungen  an 
den Inhalt und den Umfang der Begründung. Die Begründungspflicht folgt 
auch aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs nach Art. 29 Abs. 2 der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 (BV, SR 101). Dazu müssen Betroffene die Möglichkeit haben, eine 
Verfügung  sachgerecht  anfechten  zu  können.  Die  verfügende  Behörde 
muss  daher  kurz  die Überlegungen  darlegen,  von  denen  sie  sich  leiten 
liess  und  auf  die  sich  der  Entscheid  stützt.  Sie  darf  sich  dabei  auf  die 

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wesentlichen Gesichtspunkte  beschränken.  Dementsprechend muss  sie 
sich nicht mit allen tatbeständlichen Behauptungen und jedem rechtlichen 
Einwand  auseinandersetzen.  Die Würdigung  der  Parteivorbringen muss 
sich  jedoch  insoweit  in  der  Begründung  niederschlagen,  als  die 
vorgebrachten Behauptungen und Einwände für die Verfügung wesentlich 
sind.

3.3.3. Vorliegend hat das BFM seiner Begründungspflicht im dargelegten 
Sinne  Genüge  getan.  Dem  Beschwerdeführer  war  es  offensichtlich 
möglich,  die  Verfügung  des  BFM  sachgerecht  anzufechten.  Nach  dem 
Gesagten ist eine Verletzung des rechtlichen Gehörs infolge mangelnder 
Begründung  der  angefochtenen  Verfügung  zu  verneinen  und  die 
entsprechende Rüge abzuweisen.

4. 
4.1.  Wie  das  BFM  kommt  auch  das  Bundesverwaltungsgericht  zur 
Erkenntnis,  dass  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  den 
Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht 
standhalten.  Daran  vermögen  auch  die  im  Rahmen  der  ergänzenden 
Anhörung  vom  30.  April  2009  eingereichten  Artikel,  welche  er  redigiert 
habe und von seinem Bruder auf dessen  Internetblog  (…) aufgeschaltet 
worden seien, nichts zu ändern, zumal der Beschwerdeführer damit seine 
Verfolgungsgründe und Behelligungen durch die  iranischen Behörden  in 
keiner Weise zu belegen vermag.  In diesem Zusammenhang kann dem 
Beschwerdeführer auch nicht geglaubt werden, dass er am 10. Juli 2007 
wegen  der  Aktivitäten  seines  Bruders  festgenommen  worden  sei,  da 
dieser  den  Iran  eigenen  Angaben  zufolge  bereits  Ende  2006  verlassen 
hat  und  seine  Internetblogs  erst  im  Februar  2008  (…)  respektive  im 
November  2009  (…)  aufgeschaltet  wurden.  Zudem  hat  der 
Beschwerdeführer  bis  heute  weder  Dokumente,  die  seine  Inhaftierung 
belegen,  noch  ein  Aufgebot,  dass  er  sich  bei  den 
Staatssicherheitsbehörden  melden  sollte,  zu  den  Akten  gelegt.  Auch 
fehlen Belege, welche die Bezahlung seiner Kaution bestätigen, was die 
Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen zu seiner Fluchtmotivation zusätzlich 
bekräftigt,  weshalb  davon  ausgegangen  werden  kann,  er  stehe  wegen 
seiner  politischen  Aktivitäten  nicht  im  Fokus  der  iranischen 
Sicherheitsbehörden. Der diesbezügliche Einwand in seiner Beschwerde, 
dass die iranischen Behörden dafür bekannt seien, dass sie keine Akten 
aus  politischen  Strafverfahren  herausgeben  würden,  weshalb  es  dem 
Beschwerdeführer verwehrt sei, zusätzliche Beweismittel einzureichen, ist 
als  blosse  Schutzbehauptung  zu  werten.  Wäre  er  tatsächlich  verfolgt 

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gewesen,  könnte  vom  ihm  zumindest  erwartet  werden,  dass  er  Alles 
dafür unternehmen würde, um wenigstens das behördliche Aufgebot bei 
seinen  Eltern  zu  beschaffen.  Ferner  nimmt  der  Beschwerdeführer  in 
seiner  Rechtsmitteleingabe  auch  keine  substanziierte  Stellung  zu  den 
einzelnen vorinstanzlichen Vorhaltungen, sondern führt  lediglich aus, die 
Argumente  des  BFM  seien  nicht  überzeugend,  denn  aus  den  Akten 
würden  sich  keinerlei  Anhaltspunkte  ergeben,  wonach  die 
Glaubwürdigkeit  an  der  Person  des  Beschwerdeführers  anzuzweifeln 
wäre.  Darüber  hinaus  habe  er  seine  politischen  Aktivitäten  ausführlich, 
detailliert sowie nachvollziehbar und logisch geschildert. Zur Vermeidung 
von  Wiederholungen  kann  vollumfänglich  auf  die  ausführlichen 
Erwägungen des BFM in seiner Verfügung verwiesen werden.

4.2.  Zusammenfassend  ist  mit  dem  BFM  festzuhalten,  dass  die  vom 
Beschwerdeführer dargelegte Verfolgung durch die  iranischen Behörden 
unglaubhaft ist.

5. 
5.1. Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise 
aus  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  –  insbesondere  durch  politische 
Exilaktivitäten  –  eine  Gefährdungssituation  erst  geschaffen  worden  ist, 
sich somit auf das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe (Art. 54 AsylG) 
beruft, hat begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn 
der  Heimat­  oder  Herkunftsstaat mit  erheblicher Wahrscheinlichkeit  von 
den Aktivitäten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb bei einer 
Rückkehr  in  flüchtlingsrechtlich  relevanter Weise  verfolgt  würde  (BVGE 
2009/29 E. 5.1 S. 376 f., BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352, Entscheidungen 
und Mitteilungen der ehemaligen Schweizerischen Asylrekurskommission 
[ARK;  EMARK]  2006  Nr. 1  E. 6.1  S. 10,  UNHCR,  Handbuch  über 
Verfahren und Kriterien zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, Genf 
1993).

5.2. 
5.2.1. Mit Bezug auf den Iran ist in genereller Hinsicht festzuhalten, dass 
seit  der  Neufassung  des  iranischen  Strafrechts  vom  9.  Juli  1996  die 
politische Betätigung für staatsfeindliche Organisationen im Ausland unter 
Strafe  steht  (Art.  498­500).  Die  iranischen  Behörden  überwachen  die 
politischen Aktivitäten  ihrer Staatsangehörigen  im Ausland, wobei davon 
auszugehen  ist,  dass  sie  sich  auf  die  Erfassung  von  Personen 
konzentrieren,  welche  über  die  massentypischen  und  niedrigprofilierten 
Erscheinungsformen  exilpolitischer  Proteste  hinaus  Funktionen 

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wahrnehmen und/oder Aktivitäten entwickeln, die sie aus der Masse der 
mit  dem  Regime  Unzufriedenen  herausheben  und  als  ernsthafte  und 
potentiell gefährliche Regimegegner erscheinen lassen. Nach Erkenntnis 
des  Bundesverwaltungsgerichts  unterliegen  Mitglieder  in 
Exilorganisationen  von  im  Iran  verbotenen  oppositionellen  Parteien, 
Teilnehmer  an  Veranstaltungen  dieser  Organisationen,  Mitwirkende  an 
regimekritischen  Demonstrationen,  welche  die  dabei  üblichen  Plakate 
tragen  und  Parolen  rufen,  Teilnehmer  von  sonstigen  regimekritischen 
Veranstaltungen  sowie  Personen,  die  Büchertische  betreuen  und 
Informations­  und  Propagandamaterial  in  Fussgängerzonen  verteilen, 
keiner  allgemeinen  Überwachungsgefahr  durch  iranische  Exilbehörden 
(vgl.  BVGE 2009/28 E.7.4.3).  Keine Rolle  spielt  dabei  die Quantität  der 
exilpolitischen  Aktivitäten,  entscheidend  ist  vielmehr  deren  Qualität:  So 
sind  insbesondere  exponierte Positionen  in  exilpolitischen Gruppen  und 
Vereinigungen (Führungs­ und Funktionsaufgaben) sowie die Form (z.B. 
gewaltsame Proteste) und der Einfluss (öffentliche Wirkung) von Aktionen 
bei  der  Beurteilung  der  Gefährdung  einer  Person  von  Bedeutung  (vgl. 
MICHAEL  KIRSCHNER,  Iran:  Rückkehrgefährdung  für  AktivistInnen  und 
Mitglieder  exilpolitischer  Organisationen  ­  Informationsgewinnung 
iranischer Behörden, Auskunft der SFH­Länderanalyse, 4. April 2006, S. 
9 f.).  Dass  die  iranischen  Sicherheitsbehörden  zu  unterscheiden 
vermögen zwischen tatsächlich politisch engagierten Regimekritikern und 
Exilaktivisten, die mit  ihren Aktionen  in erster Linie die Chancen auf ein 
Aufenthaltsrecht zu erhöhen versuchen, darf vorausgesetzt werden  (vgl. 
BVGE D­3357/2006 vom 9. Juli 2009 E. 7.4.3).

5.3.  Nach  Durchsicht  seiner  Akten  und  Auswertung  der  auf  seinen 
Webblog (…) respektive (…) aufgeschalteten Artikeln ab dem 2. Juli 2009 
und  Videosequenzen,  welche  vorwiegend  von  Drittpersonen  auf  seinen 
Blog  aufgeschaltet  worden  sind,  kommt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zum  Schluss,  dass  keine  subjektiven  Nachfluchtgründe  bestehen.  Um 
Wiederholungen zu vermeiden kann diesbezüglich auf die ausführlichen 
Erwägungen des mit heutigem Datum ergehenden Urteils seines Bruders 
verwiesen  werden  (vgl.  E­6399/2010  E.  6.5.  S.  16  ff.),  welche  für 
vorliegendes Verfahren ebenso Gültigkeit haben. 

6. 
6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/28
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/28
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/28
http://links.weblaw.ch/BVGer-D-3357/2006
http://(&)
http://www.sobh-omid-iran.blogspot.com

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6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21).

7. 
7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen 
(vgl. WALTER STÖCKLI,  Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art. 83 
Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  BV,  Art. 3  des  Übereinkommens  vom 
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 
oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der 
Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der 
Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand 
der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder 
Behandlung unterworfen werden.

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7.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  und Art.  33  FK  verankerte Grundsatz  der Nichtrückschiebung  im 
vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers in den Iran ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 
AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung  in  den  Iran  dort mit  beachtlicher Wahrscheinlichkeit  einer 
nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung 
ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für 
Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses 
müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk") 
nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihm  im  Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren 
Hinweisen).  Auch  die  allgemeine Menschenrechtssituation  im  Iran  lässt 
den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  klarerweise  nicht  als 
unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

7.4.  
7.4.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83  Abs. 7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl. 
Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).

Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers  in den  Iran  ist als 
zumutbar  im  Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  AuG  zu  erachten,  da  er  nicht 
glaubhaft darzutun vermochten, bei einer Rückkehr ins Heimatland einer 
konkreten  Gefährdungssituation  im  Sinne  der  zu  beachtenden 

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Bestimmung  ausgesetzt  zu  werden.  Im  Iran  herrscht  zurzeit  keine 
Situation  allgemeiner  Gewalt,  weshalb  in  konstanter  Praxis  von  der 
generellen Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausgegangen wird. In 
den  Akten  finden  sich  auch  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür,  dass 
der  heute  (…)­jährige  und  soweit  aktenkundig  gesunde 
Beschwerdeführer  aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher  oder 
sozialer Art in eine existenzbedrohende Situation geraten würde. Er lebte 
seit (…) bis zu seiner Ausreise am 8. November 2008 immer im Iran und 
ist somit mit den dortigen Verhältnissen bestens vertraut. Mit seinen (…) 
und  den  (…)  sowie  seinem  Bruder,  dessen  Beschwerde  mit  Urteil  von 
heutigem  Datum  ebenfalls  abgewiesen  wird,  verfügt  er  im  Heimatland 
über ein familiäres Beziehungsnetz (vgl. Akten BFM A1/9 S. 5). Überdies 
hat er eigenen Angaben gemäss zehn Jahre die Schule besucht, zuletzt 
an  der  (…).  Zudem hat  er  (…)  und war  bis  zu  seiner Ausreise  als  (…) 
tätig  gewesen  (vgl.  A1/8  S. 2).  Damit  ist  nicht  davon  auszugehen,  er 
würde  bei  einer  Rückkehr  in  eine  seine  Existenz  bedrohende  Notlage 
geraten.  Schliesslich  bleibt  anzumerken,  dass  blosse  soziale  und 
wirtschaftliche  Schwierigkeiten,  wie  namentlich  Mangel  an  Wohnungen 
und  Arbeitsplätzen,  von  welchen  die  ansässige  Bevölkerung  betroffen 
sein  kann,  keine  existenzbedrohende  Situation  darstellen,  welche  den 
Vollzug  der  Wegweisung  eines  Ausländers  in  den  Heimatstaat  als 
unzumutbar erscheinen lassen (vgl. EMARK 2005 Nr. 24 E. 10.1 S. 215, 
mit weiteren Hinweisen). 

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 
zumutbar.

7.5.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und  dazu  auch  Entscheide  des  Schweizerischen 
Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2008/34  E. 12  S. 513 – 515), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.6. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG). 

http://links.weblaw.ch/EMARK-2005/24
http://links.weblaw.ch/EMARK-2005/24
http://links.weblaw.ch/EMARK-2005/24
http://links.weblaw.ch/EMARK-2005/24
http://links.weblaw.ch/EMARK-2005/24
http://links.weblaw.ch/EMARK-2005/24
http://links.weblaw.ch/EMARK-2005/24

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8. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG),  auf  insgesamt 
Fr. 600.­ festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und  mit  dem  am  5. 
Oktober  2010  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss  zu 
verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  wird  mit  dem  am  5.  Oktober  2010  in  gleicher 
Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer

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