# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9cc2c6c8-7875-5bdc-90ad-aade8a255e47
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.06.2015 200 2014 1154
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1154_2015-06-08.pdf

## Full Text

200 14 1154 UV
KOJ/BRM/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Juni 2015

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Braune

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

SUVA 
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. C.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 3. November 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2015, UV/2014/1154, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ war im Rahmen seines seit 2001 beste-
henden Arbeitsverhältnisses mit der ... bei der SUVA obligatorisch gegen 
die Folgen von Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankhei-
ten versichert. Am 7. Mai 2004 erlitt er bei einer Auffahrkollision eine HWS-
Distorsion, welche konservativ behandelt wurde (Akten der SUVA [act. II] 
2), sowie eine Verstärkung des vorbestehenden Tinnitus und der bekann-
ten Innenohrschwerhörigkeit beidseits (act. II 4). Die SUVA, welcher das 
Ereignis mittels Schadenmeldung UVG am 13. Mai 2004 (act. II 1) gemel-
det worden war, erbrachte die gesetzlichen Leistungen. 

Die Hörstörung wurde in der Folge wiederholt medizinisch untersucht und 
beurteilt (act. II 45, 49). Im Mai 2005 erfolgte die Kostengutsprache für die 
Versorgung mit einem Hörgerät binaural, Indikationsstufe 1 (act. II 68, 95). 
Der Verlauf wurde regelmässig dokumentiert und von der Abteilung Ar-
beitsmedizin der SUVA, Dr. med. D.________, FMH Ohren-, Nasen- und 
Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie und Arbeitsmedizin, eine er-
neute neurootologische Abklärung veranlasst (act. II 208). Die Untersu-
chung fand am 23. Februar 2007 statt; hierüber wurde am 27. Februar 
2007 Bericht erstattet (act. II 216). Eine weitere neurootologische Untersu-
chung fand am 21. Oktober 2008 statt (act. II 262) und gleichentags eine 
psychiatrische Untersuchung durch die versicherungsmedizinische Abtei-
lung der SUVA, Dr. med. E.________, FMH Psychiatrie und Psychothera-
pie (act. II 267). Am 15. Januar 2009 erfolgte eine neurologische Beurtei-
lung durch die SUVA-Ärztin Dr. med. F.________, FMH Neurologie (act. II 
268). In den anschliessend eingeholten Berichten des Hausarztes wurde 
jeweils ein unveränderter Gesundheitszustand bescheinigt (act. II 277, 
284). Über die installierte psychologische Behandlung berichtete lic. phil. 
G.________, Fachpsychologe FSP, regelmässig (act. II 283, 292, 299, 300, 
306).

Am 30. Juni 2010 hielt Dr. med. D.________ fest, dass sich aus neurooto-
logischer Sicht seit der letzten Beurteilung keine relevante Veränderung 

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ergeben habe und beschrieb ein Zumutbarkeitsprofil (act. II 315). Dr. med. 
E.________ erachtete die Weiterführung der psychologischen Behandlung 
– auch wenn von administrativer Seite ein Fallabschluss eingeleitet werde 
– in ihrer Stellungnahme vom 20. Juli 2010 aus psychiatrischer Sicht als 
indiziert und notwendig (act. II 322). 

Zum von der Versicherung M.________– Haftpflichtversicherer des Unfall-
verursachers – eingeholten unfallanalytischen Kurzgutachten samt ärztli-
cher Stellungnahme ihres Vertrauensarztes Dr. med. H.________, FMH 
Chirurgie (act. II 329), liess die SUVA Dr. med. E.________ aus psychiatri-
scher Sicht Stellung nehmen (act. II 333). Hierauf wurde eine interdiszi-
plinäre Begutachtung angeordnet unter Beteiligung der Fachdisziplinen 
Neuro-Otologie und Psychiatrie; die Gutachten wurden am 10. Juni 2012 
(act. II 383) bzw. 6. November 2012 (act. II 396) erstattet. 

Dr. med. D.________ schloss sich in seiner ärztlichen Beurteilung vom 8. 
Januar 2013 den Feststellungen und Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit 
der Gutachter an und bemass den Integritätsschaden auf 40%; ferner be-
zeichnete er eine Fortführung der vestibulären Physiotherapie als sicher 
indiziert und empfahl Kostengutsprache hierfür (act. II 401).

B.

Gestützt auf diese Abklärungen sprach die SUVA dem Versicherten mit 
Verfügung vom 4. April 2013 bei einer Erwerbsunfähigkeit von 31% ab 1. 
April 2013 eine Invalidenrente sowie aufgrund einer Integritätseinbusse von 
40% eine Entschädigung in Höhe von Fr. 42‘720.— zu (act. II 423).

Auf die hiergegen vom Versicherten, vertreten durch Fürsprecher 
B.________, am 24. April 2013 erhobene Einsprache, in welcher geltend 
gemacht wurde, dass sich die Verfügung lediglich zur Invalidenrente und 
zur Integritätsentschädigung, nicht aber zur Übernahme der künftigen Hei-
lungskosten (vestibuläre Physiotherapie, Behandlung der Hörminderung 
und des Tinnitus) äussere (act. II 428, 430), trat die SUVA mangels eines 
Anfechtungsgegenstandes mit Entscheid vom 20. Januar 2014 nicht ein 
(act. II 436). 

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In der Folge liess die SUVA den Versicherten durch die Klinik für Neurolo-
gie des Spitals O.________ nochmals begutachten (act. II 438) und verfüg-
te im Lichte dieses Gutachtens am 4. Februar 2014, dass sie infolge Errei-
chens des Status quo sine per 31. Januar 2013 ab 1. Februar 2013 für die 
Hörstörung nicht mehr leistungspflichtig sei (act. II 440). Die gegen diese 
Verfügung am 4. März 2014 durch Fürsprecher B.________ erhobene Ein-
sprache wies die SUVA mit Entscheid vom 3. November 2014 ab (act. II 
452). 

C.

Mit Beschwerde vom 2. Dezember 2014 lässt der Versicherte, weiterhin 
vertreten durch Fürsprecher B.________, beantragen, der Einspracheent-
scheid vom 3. November 2014 sowie die Verfügung vom 4. Februar 2014 
seien aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, die Kos-
ten für die medizinische Behandlung sowie die apparative Versorgung des 
Tinnitus und der Hörminderung zu übernehmen. Zur Begründung wird im 
Wesentlichen geltend gemacht, dass aufgrund der medizinischen Unterla-
gen weder das Entfallen des Unfalles vom 7. Mai 2005 als Teilursache der 
persistierenden Hörstörung noch das Erreichen des Status quo sine mit 
dem erforderlichen Beweisgrad nachgewiesen sei.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 15. Januar 2015 beantragt die SUVA, ver-
treten durch Rechtsanwältin Dr. C.________, die Abweisung der Be-
schwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung (SVR 2009 UV 
Nr. 5 S. 19 E. 9.2), weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). 
Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Be-
stimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 
81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungs-
rechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist 
auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der die Verfügung vom 4. Februar 2014 (act. II 440) 
bestätigende Einspracheentscheid vom 3. November 2014 (act. II 452), mit 
welchem die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für die Kosten der 
Weiterbehandlung der Hörminderung und des Tinnitus per 1. Februar 2013 
abgelehnt hat, wobei diesbezüglich vor allem der Frage nach dem Eintreten 
des Status quo sine nachzugehen ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG).

Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

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Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt sodann einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwi-
schen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 177 
E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 S. 
337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). Für die Bejahung des natürlichen 
Kausalzusammenhangs genügt es, wenn der Unfall für eine bestimmte 
gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 134 V 109 E. 9.5 
S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 12 E. 8.3).

2.2.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV Nr. 
30 S. 122 E. 5.2).

Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate 
Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier 
praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358).

Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar sind und 
von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten un-

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abhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann 
somit erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit ap-
parativen, insbesondere bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und 
die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich aner-
kannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1 S. 251).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

2.3 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache 
des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus-
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustan-
des auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine) 
erreicht ist (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2; RKUV 1994 U 206 S. 328 E. 
3b).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 
allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender 
ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei 
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – an-
ders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu-

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sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern 
beim Unfallversicherer (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2).

2.4 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360; SVR 2011 
UV Nr. 11 S. 42 E. 10).

3.

3.1 Im Zusammenhang mit den vorliegend zur Diskussion stehenden 
gesundheitlichen Beschwerden ist den Akten im Wesentlichen Folgendes 
zu entnehmen:

3.1.1 In seinem Bericht vom 15. Juni 2004 hielt Dr. med. I.________, 
FMH für ORL, Gesichts- und Halschirurgie, als Diagnose einen Status nach 
Schleudertrauma mit Tinnitusverstärkung und Verstärkung einer bekannten 
Hochtoninnenohrschwerhörigkeit beidseits fest. Beim Autounfall habe der 
vorher nicht störende Tinnitus bei vorgängig bestehender – wahrscheinlich 
lärmbedingter – Hochtoninnenohrschwerhörigkeit eine deutliche Verstär-
kung erfahren; audiometrisch finde sich zusätzlich eine Verschlechterung 
der Hörschwelle (act. II 4, 44).

3.1.2 Aufgrund des vorgenannten Berichtes stellte Dr. med. D.________ 
am 17. Februar 2005 fest, dass das Ereignis vom 7. Mai 2004 – HWS-
Trauma – die vorbestehende Hörstörung in richtungsweisender Ausprä-
gung verschlimmert habe (act. II 45). In seiner Stellungnahme vom 24. 
März 2005 bestätigte er diese Einschätzung unter Hinweis darauf, dass der 
Tinnitus erst nach dem fraglichen Unfall behandlungsbedürftig geworden 
sei (act. II 49).

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3.1.3 Das ärztliche Zentrum N.________ ordnete die zentrale Störung bei 
diagnostiziertem HWS-Schleudertrauma mit persistierendem zentral-
vestibulärem Schwindel (ICD-10: H81.4) mit grösster Wahrscheinlichkeit 
dem Trauma zu (act. II 58). 

3.1.4 Anlässlich einer am 23. Februar 2007 durchgeführten neurootologi-
schen Untersuchung wies Dr. med. D.________ darauf hin, dass von An-
fang an nicht so sehr die zervikalen Schmerzen oder Blockierungen, son-
dern ein Tinnitus, eine Hörminderung und vor allem Schwindelbeschwer-
den im Vordergrund gestanden hätten. Die beidseitige vorbestehende Hör-
störung mit (bisher vollständig kompensiertem) Tinnitus sei durch den Un-
fall deutlich akzentuiert worden. Die Schwindelbeschwerden seien wahr-
scheinlich primär durch eine periphere vestibuläre Funktionsstörung links 
bedingt; eine abschliessende Beurteilung sei indessen derzeit nicht mög-
lich. Es sei jedoch davon auszugehen, dass eine Steigerung der Arbeits-
fähigkeit sowohl aus Sicht des Schwindels als auch aus Sicht des Tinnitus 
auf 80% möglich sein sollte. In einem Jahr wäre eine Standortbestimmung 
vorzunehmen und zu entscheiden, ob allenfalls eine nochmalige intensive 
neurootologische Abklärung in Zusammenarbeit mit einer psychiatrischen 
Evaluation für die abschliessende Beurteilung notwendig sei (act. II 216). 
Nach einer weiteren fachärztlichen Untersuchung vom 21. Oktober 2008 
hielt Dr. med. D.________ fest, dass sich die vom Patienten geklagten Be-
schwerden mit den erhobenen Befunden bezüglich des Gleichgewichts-
funktionssystems nicht richtig erklären liessen; am ehesten handle es sich 
um eine phobische Störung des Gleichgewichtssystems. Die vorbestehen-
de progrediente Hörstörung habe durch den Unfall eine richtungsweisende 
Verschlimmerung erfahren, welche vor allem zu einer Verstärkung des Tin-
nitus und zu einer weiteren Gehörsabnahme geführt habe. In der Zwi-
schenzeit dürfte aufgrund des dokumentierten Verlaufs der Status quo sine 
erreicht sein. Die Hörstörung entspreche einer organischen Störung. Die 
Schwindelbeschwerden seien initial durch eine organische Störung verur-
sacht worden (partieller Funktionsverlust des linksseitigen peripheren Ves-
tibularisorgans), welche bis heute bestehe, dessen Auswirkungen jedoch 
inzwischen voll kompensiert seien. Den Integritätsschaden bezüglich der 
Hörschädigung zusammen mit dem allenfalls auch zu berücksichtigenden 
Tinnitus schätzte er auf 10% (act. II 262).

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3.1.5 Eine psychiatrische Untersuchung durch die SUVA-Ärztin Dr. med. 
E.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 21. Oktober 2008 
ergab diagnostisch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine phobische 
Störung (ICD-10: F40), welche sich als Folge einer Gleichgewichtsstörung 
im Rahmen einer nach dem Unfall vom 7. Mai 2004 aufgetretenen periphe-
ren vestibulären Funktionsstörung entwickelt habe. Die Arbeitsfähigkeit sei 
aufgrund dieser Störung auf 60% einzustufen; durch eine – indizierte – 
psychotherapeutische Behandlung könne allenfalls eine Erhöhung der Ar-
beitsfähigkeit erreicht werden (act. II 267). 

Bei einer neurologischen Untersuchung vom 7. Januar 2009 durch die SU-
VA-Ärztin Dr. med. F.________, FMH Neurologie, konnten keine Diagno-
sen aus diesem Fachgebiet erhoben werden (act. II 268).

3.1.6 Am 30. Juni 2010 beschrieb Dr. med. D.________ einen unverän-
derten Gesundheitszustand (act. II 315). 

Dr. med. E.________ erachtete die Weiterführung der eingeleiteten psy-
chotherapeutischen Behandlung in ihrer Stellungnahme vom 20. Juli 2010 
aus psychiatrischer Sicht als indiziert und notwendig (act. II 322); ihre bis-
herige Beurteilung bestätigte sie am 15. März 2011 (act. II 333) auch im 
Lichte der von der Versicherung M.________ beim Experten Dr. med. 
H.________, Facharzt für Chirurgie, eingeholten ärztlichen Beurteilung 
(act. II 329).

3.1.7 Im Rahmen einer vorgesehenen Erneuerung der Versorgung mit 
Hörgeräten zu Lasten der Unfallfolgen betonte Dr. med. D.________ am 
29. April 2011 nochmals, dass der Versicherte seit dem Unfall an einer rich-
tungsweisend verschlimmerten Hörstörung mit insbesondere einem Tinni-
tus leide (act. II 337).

3.1.8 Im – von der SUVA in Auftrag gegebenen – neurootologischen Teil-
gutachten vom 10. Juni 2012 hielt PD Dr. med. J.________, Spital 
O.________, als Diagnosen eine unfallbedingt hochgradige bilaterale peri-
pher vestibuläre Unterfunktion, eine bilateral progrediente Innenohrschwer-
hörigkeit mit unbestimmbarem Anteil unfallbedingter Verschlechterung so-
wie einen dekompensierten Tinnitus fest. Schwindel und Gleichgewichts-
störungen seien erstmals unmittelbar nach dem Unfall aufgetreten, sodass 

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vor dem Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine normale Funkti-
on der Gleichgewichtsorgane angenommen werden müsse. Auszugehen 
sei von einer Contusio labyrinthi beidseits, wobei die Gleichgewichtsorgane 
stärker betroffen seien als die Cochleae. Hinsichtlich Hörminderung und 
Tinnitus ergebe sich aus den vorbestehenden Untersuchungen und der 
aktuellen neurootologischen Untersuchung eine hochgradige bilaterale ves-
tibuläre Schädigung, welche die geklagten Beschwerden vollständig erklä-
re. Da eine Aggravation oder gar eine Simulation mit grosser Sicherheit 
ausgeschlossen werden könne und die Beschwerden nie vor dem Unfall, 
aber unmittelbar danach angegeben worden seien, sei der Unfall mit weit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit als Ursache dieser Läsion anzusehen. 
Die weiterhin progrediente Verschlechterung sei sicher nicht unfallbedingt; 
inwieweit eine akute teilweise Verschlechterung durch den Unfall aufgetre-
ten sei, lasse sich daraus nicht sicher ableiten. Der unfallbedingte Teilas-
pekt habe ebenso wie die Hörminderung für die Beurteilung der Arbeitsun-
fähigkeit keine relevante Bedeutung. Allein wegen der unfallbedingten bila-
teralen vestibulären Unterfunktion bestehe nach sehr guter zentraler Kom-
pensation eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40% (act. II 
383).

Im psychiatrischen Teilgutachten des Spitals O.________ Dres. med. 
K._______ (Oberarzt) und L.________ (Assistenzärztin), vom 6. November 
2012 konnte keine psychiatrische Diagnose gemäss ICD-10 gestellt wer-
den. Die Folgen des Unfalls vom Mai 2004 (Dekompensation eines vorbe-
stehenden Tinnitus und Schwindelsymptomatik) hätten auch Einfluss auf 
das psychische Befinden gehabt, indem der Versicherte mit einer Belas-
tung in Form von existenziellen Ängsten, einer Störung der Vitalgefühle 
sowie leichtem sozialen Rückzug reagiert habe, welche die Kriterien einer 
psychischen Störung jedoch nicht erfülle; vielmehr zeige der Explorand 
eine gute Anpassung an die veränderte Lebenssituation. Aus psychiatri-
scher Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt; hinsichtlich der 
Arbeitsfähigkeit wird auf das neurootologische Teilgutachten verwiesen 
(act. II 396).

3.1.9 In seiner ärztlichen Beurteilung vom 8. Januar 2013 führte Dr. med. 
D.________ aus, es müsse aufgrund des Verlaufs seit seiner letzten Un-

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tersuchung heute rückblickend davon ausgegangen werden, dass die ob-
jektivierbaren Störungen des Gleichgewichtsfunktionssystems mit knapp 
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Unfallfolge darstellten. Hingegen 
sei die Hörstörung, wie aus dem Gutachten klar hervorgehe, wahrschein-
lich eine endogene Krankheit, welche zwar durch den Unfall eine gewisse 
Verschlimmerung erfahren habe, doch sei in der Zwischenzeit der Status 
quo sine wieder erreicht worden. Bezüglich der Zumutbarkeit könne er sich 
den Ausführungen im neurootologischen Gutachten anschliessen. Auf-
grund der klaren Tatsache der verminderten Belastbarkeit und um trotzdem 
die heute realisierte Arbeitsfähigkeit aufrecht zu erhalten, sei eine Fort-
führung der vestibulären Physiotherapie sicher indiziert; er empfahl, weiter-
hin und vorerst einmal ohne zeitliche Begrenzung Kostengutsprache für 
diese Therapie zu Lasten der Unfallfolgen zu erteilen (act. II 401).

3.1.10 Anlässlich einer im Zusammenhang mit der Frage nach der Leis-
tungspflicht für die Gleichgewichtssymptomatik veranlassten neurologi-
schen Begutachtung durch das Spital O.________ konnte in der aktuellen 
Untersuchung als Ursache für die bestehenden Gleichgewichtsstörungen 
keine zentrale Ätiologie gefunden werden. Die klinisch-neurolo-gische Un-
tersuchung zeige eine diskrete periphere Unterfunktion links mit positivem 
KIT und positivem Barany-Zeige-Versuch nach links. Bezüglich der Frage, 
welche organisch nachweisbaren Beschwerden mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit zumindest teilweise auf den Unfall vom 7. Mai 2004 zurück-
zuführen seien, wurde auf das neurootologische Teilgutachten verwiesen 
ebenso wie bezüglich der Frage des Erreichens des Status quo sine hin-
sichtlich der Hör- und Gleichgewichtsprobleme und der Beurteilung der 
Arbeitsfähigkeit. Aus rein neurologischer Sicht liege keine Invalidität vor 
(act. II 438).

3.2 Festzuhalten ist vorab, dass hinsichtlich der hier zur Diskussion ste-
henden Hörminderung mit Tinnitus ein Vorzustand vorlag; dieser ist akten-
mässig ausgewiesen (vgl. z.B. act. II 36, 59, 68, 216 S. 5, 438 S. 13 unten) 
und wird vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten (vgl. Beschwerde S. 
3). 

Ferner ist den Akten zu entnehmen, dass die SUVA für den Tinnitus und 
die Hörminderung zufolge unfallbedingter Verschlechterung bereits Leis-

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tungen in Form von apparativer Versorgung erbracht hat (vgl. z.B. act. II 
68, 95, 327, 339). Vorliegend ist mithin zu prüfen, ob hinsichtlich dieser 
gesundheitlichen Beeinträchtigung per 31. Januar 2013 der Status quo sine 
erreicht worden ist.

3.2.1 Die SUVA stützt ihren Entscheid – nachdem der Gutachter im neu-
rologischen Teilgutachten des Spitals O.________ vom 14. Januar 2014 
einen unauffälligen Neurostatus festgestellt und hinsichtlich der massge-
benden Beschwerden auf die neurootologische Beurteilung verwiesen hatte 
(vgl. E. 3.1.10 hiervor), der sich auch der SUVA-Arzt Dr. med. D.________ 
angeschlossen hatte (vgl. E. 3.1.9 hiervor) – letztlich auf das neurootologi-
sche Gutachten des Spitals O.________ vom 10. Juni 2012. Darin wird als 
Diagnose eine bilaterale peripher vestibuläre Unterfunktion, eine bilateral 
progrediente Innenohrschwerhörigkeit mit unbestimmbarem Anteil unfall-
bedingter Verschlechterung sowie ein dekompensierter Tinnitus festgehal-
ten (act. II 383 S. 14 unten). Sodann wird von einer progredienten Ver-
schlechterung des Hörens sowohl für die Zeit vor dem Unfall als auch da-
nach berichtet (act. II 383 S. 18). Dabei wird die progrediente Verschlechte-
rung als „sicher nicht unfallbedingt“ bezeichnet und bemerkt, dass sich dar-
aus nicht ableiten lasse, inwieweit eine akute teilweise Verschlechterung 
durch den Unfall aufgetreten sei. Eine weitere Diskussion dieses Punktes 
hielt der Gutachter indessen nicht für relevant, da die Minderung der Er-
werbsfähigkeit nur unwesentlich durch die Hörminderung und den Tinnitus 
beeinflusst werde. 

Diese Einschätzung mag allenfalls mit Bezug auf die Rentenfrage zutreffen; 
mangels einlässlicher Diskussion der gestellten Diagnose bleibt es bei der 
gutachterlichen Feststellung, der Anteil der unfallbedingten Verschlechte-
rung des Gehörs sei nicht bestimmbar, was indessen für die sich hier stel-
lende Frage nach dem allfälligen Eintreten des Status quo sine nicht weiter-
führt, abgesehen davon, dass sich der Gutachter zu dieser Frage über-
haupt nicht äussert.  

Dem neurootologischen Gutachten vom 10. Juni 2012 können damit keine 
sachdienlichen Angaben, die eine abschliessende Beurteilung hinsichtlich 
des Eintritts des Status quo sine erlaubten, entnommen werden. Gleiches 
gilt für das neurologische Gutachten vom 14. Januar 2014, nachdem darin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2015, UV/2014/1154, Seite 14

für die hier massgebende Frage ausschliesslich auf das neurootologische 
Gutachten verwiesen wird (act. II 438 S. 14 oben). 

3.2.2 Ein Abstellen auf die beiden genannten Gutachten ist indessen ent-
behrlich: Der zuständige SUVA-Facharzt Dr. med. D.________ hat nämlich 
in seinen Berichten wiederholt festgehalten, dass der Unfall vom 7. Mai 
2004 zu einer deutlichen Verschlechterung der vorbestehenden Hörstörung 
im Sinne einer richtunggebenden Verschlimmerung geführt habe. Nament-
lich hat er am 17. Februar 2005 (act. II 45) zuhanden der SUVA Bern aus-
geführt, dass die „vorbestehende Hörstörung – deren Ursache vorerst noch 
offen bleiben muss – durch das aktuelle Ereignis – HWS-Trauma – in rich-
tungsweisender Ausprägung verschlimmert“ wurde und diese Einschätzung 
hat er am 24. März 2005 (act. II 49), nach einer fachärztlichen Untersu-
chung vom 21. Oktober 2008 (act. II 262 S. 7 unten) sowie in seiner ärztli-
chen Beurteilung vom 29. April 2011 (act. II 337) jeweils ausdrücklich 
bestätigt. 

Das Gericht hat keinen Anlass, an der Schlüssigkeit dieser mehrfach wie-
derholten fachärztlichen Einschätzung zu zweifeln, zumal sie echtzeitlich 
erfolgte und einleuchtend begründet ist. Darauf ist mithin abzustellen, so-
dass von einer richtunggebenden Verschlimmerung der Hörstörung sowie 
des Tinnitus auszugehen ist. Angesichts dessen ist nun allerdings das Er-
reichen des Status quo sine nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung 
ausgeschlossen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 22. Okto-
ber 2008, 8C_508/2008, E. 4.3). 

Daran vermögen auch die späteren Äusserungen des Dr. med. 
D.________ nichts zu ändern. Wenn er in seinem Bericht vom 24. Oktober 
2008 die richtunggebende Verschlimmerung einmal mehr bestätigt, gleich-
zeitig aber dafür hält, dass in der Zwischenzeit der Status quo sine erreicht 
sein „dürfte“, ist dies einerseits im Lichte der soeben erwähnten Rechtspre-
chung in sich widersprüchlich und andererseits wird das Erreichen des Sta-
tus quo sine mit der unklaren Formulierung lediglich als Möglichkeit in Be-
tracht gezogen, womit diesbezüglich jedenfalls keine überwiegende Wahr-
scheinlichkeit anzunehmen ist. Überdies hat Dr. med. D.________ am 29. 
April 2011, mithin zweieinhalb Jahre nach dem vorgenannten Bericht, er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2015, UV/2014/1154, Seite 15

neut ohne Einschränkung von einer richtunggebenden Verschlimmerung 
gesprochen (act. II 337) und damit seine damalige Einschätzung verworfen. 

Schliesslich geht aus dem neurootologischen Gutachten vom 10. Juni 2012 
entgegen den Ausführungen des Dr. med. D.________ in seinem Bericht 
vom 8. Januar 2013 (act. II 401) keineswegs klar hervor, dass die Hör-
störung eine endogene Krankheit sei, unfallbedingt eine gewisse Ver-
schlechterung eingetreten und zwischenzeitlich nun der Status quo sine 
wieder erreicht worden sei. Entsprechende Hinweise finden sich im ge-
nannten Gutachten nicht und mit der vom SUVA-Arzt erwähnten Wahr-
scheinlichkeit einer endogenen Erkrankung wäre der Eintritt des Status quo 
sine ohnehin nicht mit dem nötigen Beweisgrad dargetan. Auf die Angaben 
des Dr. med. D.________ im genannten Bericht kann deshalb ebenfalls 
nicht abgestellt werden. 

Aus dem Gesagten ergibt sich im Übrigen auch, dass – selbst wenn entge-
gen den ursprünglichen Angaben des Dr. med. D.________ nicht von einer 
richtunggebenden Verschlimmerung auszugehen wäre – das Erreichen des 
Status quo sine nach den Akten jedenfalls nicht mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit erstellt und die leistungsaufhebende Tatsache nicht rechts-
genüglich bewiesen wäre. 

Angesichts der bisherigen ausführlichen medizinischen Abklärungsmass-
nahmen und der Dokumentation des Verlaufs ist der massgebliche Sach-
verhalt hinreichend abgeklärt, sodass auf weitere Beweismassnahmen in 
antizipierter Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 E. 1d S. 162, BGE 136 I 
229 E. 5.3 S. 236) zu verzichten ist.

Da es sich vorliegend um eine organische Schädigung handelt, bedarf es 
keiner gesonderten Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhanges; die-
sem kommt bei Vorliegen der natürlichen Kausalität keine selbstständige 
Bedeutung zu (vgl. E. 2.2.2 hiervor).

3.3 Im Lichte der obigen Ausführungen hat die SUVA die streitigen Leis-
tungen zu Unrecht per Ende Januar 2013 eingestellt. Der Einspracheent-
scheid vom 3. November 2014 ist deshalb in Gutheissung der gegen ihn 
erhobenen Beschwerde aufzuheben und die Beschwerdegegnerin ist an-
zuweisen, dem Beschwerdeführer auch nach dem 1. Februar 2013 Leis-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2015, UV/2014/1154, Seite 16

tungen für die medizinische Behandlung sowie die apparative Versorgung 
des Tinnitus und der Hörminderung zu erbringen.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG in Ver-
bindung mit Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.

4.2 Der obsiegende Beschwerdeführer hat bei diesem Ausgang des 
Verfahrens Anspruch auf Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG).

Im vorliegenden Fall wird der Beschwerdeführer durch Fürsprecher 
B.________ vertreten. Dessen Kostennote vom 21. Januar 2015 ist nicht 
zu beanstanden. Entsprechend wird die Parteientschädigung auf 
Fr. 2'800.— zuzüglich Auslagen von Fr. 21.— und MWSt von Fr. 225.75, 
somit auf total Fr. 3'046.70, festgesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwer-
degegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen.

 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid der SUVA vom 3. November 2014 aufgehoben und die 
Beschwerdegegnerin wird angewiesen, dem Beschwerdeführer auch 
nach dem 1. Februar 2013 Leistungen für die medizinische Behand-
lung sowie die apparative Versorgung des Tinnitus und der Hörminde-
rung zu erbringen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3'046.70 (inkl. Auslagen und MWSt), zu er-
setzen.

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4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Rechtsanwältin Dr. iur. C.________ z.H. der Beschwerdegegnerin
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.