# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7eb442fd-80c1-5b17-b2f7-88c2897c738a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 04.09.2019 IV 2018/180
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2018-180_2019-09-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/180

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 16.10.2019

Entscheiddatum: 04.09.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 04.09.2019
Art. 15 ff. IVG. Anspruch auf berufliche Massnahmen wegen fehlender 
Eingliederungsbereitschaft verneint. Art. 28 IVG. Art. 7 ATSG. 
Rentenanspruch. Beweiskraft gutachterlicher Beurteilung. Keine 
rentenbegründende Invalidität (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 4. September 2019, IV 2018/180).

Entscheid vom 4. September 2019

Besetzung

Versicherungsrichterin Miriam Lendfers (Vorsitz), Versicherungsrichterin Christiane 

Gallati Schneider und Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Philipp 

Geertsen

Geschäftsnr.

IV 2018/180

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marcel Kuhn, Studer Anwälte AG, 

Hauptstrasse 11a, Postfach 2125, 8280 Kreuzlingen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

berufliche Massnahmen / Rente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ meldete sich am 14. März 2016 wegen einer Panikstörung (ICD-10: F41.0) 

zum Bezug für IV-Leistungen für Erwachsene an (IV-act. 12). Der behandelnde Dr. med. 

B.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, nannte im Bericht vom 29. April 

2016 die Diagnose einer Panikstörung (ICD-10: F41.0) und eines multiplen 

Substanzgebrauchs. Er habe dem Versicherten keine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt 

(IV-act. 26). Am 13. Oktober 2016 berichtete der am Psychiatrie-Zentrum C.___ 

behandelnde med. pract. D.___, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und 

Psychotherapie, es bestehe ein Verdacht auf eine Autismusspektrumsstörung (ICD-10: 

F84.0) und auf eine somatoforme Störung (ICD-10: 45.2). Des Weiteren diagnostizierte 

er eine rezidivierende depressive Störung, aktuell teilremittiert, und eine Panikstörung 

(ICD-10: F41.0). Aufgrund der Autismusspektrumsstörung sei der Versicherte im 

Sozialverhalten massiv beeinträchtigt. Im Rahmen der Panikattacken und der 

depressiven Erkrankung komme es phasenweise zu weiteren psychischen 

Einschränkungen mit verminderter Konzentration, Belastbarkeit, erhöhter 

Erschöpfbarkeit und Tagesmüdigkeit. Med. pract. D.___ bescheinigte dem Versicherten 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 56). Die seit 9. November 2016 am 

Psychiatrie-Zentrum C.___ behandelnde med. pract. E.___, Assistenzärztin, gelangte im 

Bericht vom 19. Juni 2017 zu einer im Wesentlichen gleichlautenden Einschätzung (IV-

act. 62). Am 7. September 2017 berichtete sie, dass der Versicherte seit mehr als zwei 

Jahren keine Drogen mehr konsumiere. Aufgrund der nicht erkennbaren Sucht- oder 

Gefährdungssituation seien keine Drogenscreenings vorgenommen worden. Der 

Versicherte sei zu allen Gesprächen stets nüchtern erschienen (IV-act. 69).

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A.b Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 27. November 2017 in der 

Neurologie F.___ durch Dr. med. G.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

begutachtet. Der Experte sah keinen Anhalt für eine psychische Erkrankung, welche die 

Arbeitsfähigkeit des Versicherten beeinträchtige. Als Diagnosen, die zu keiner 

Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit führten, erhob er: eine Panikstörung (ICD-10: 

F41.0); einen polyvalenten schädlichen Substanzgebrauch, derzeit überwiegend 

wahrscheinlich abstinent (ICD-10: F19.20) und eine Persönlichkeitsakzentuierung mit 

schizoiden und dissozialen Zügen (ICD-10: Z73; IV-act. 76-12). Deutlich werde eine 

schizoide und dissoziale Züge aufweisende Persönlichkeitsakzentuierung. So richte der 

Versicherte soziale Kontakte und Aktivitäten entsprechend seinen Interessen aus, 

mache die Einhaltung von Normen und Regeln teilweise von seiner Motivation 

abhängig. Das Ausmass einer Persönlichkeitsstörung werde dabei nicht erreicht. Somit 

sei der Versicherte für die angestammte Tätigkeit als Monteur sowie für jedwede 

andere seinen Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit vonseiten des psychiatrischen 

Fachgebiets 100%ig arbeitsfähig. Retrospektiv sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100% 

für den Zeitraum von Dezember 2015 bis ca. März/April 2016 resultierend aus der 

Panikstörung und einer möglicherwiese damals vorhandenen depressiven 

Anpassungsstörung nachvollziehbar (Gutachten vom 27. November 2017, IV-act. 76, 

insbesondere S. 12, S. 19 und S. 23). Der RAD-Arzt Dr. med. H.___, Facharzt für 

Prävention und Gesundheitswesen, hielt die gutachterliche Beurteilung für umfassend, 

schlüssig und in sich widerspruchsfrei. Die abgeleiteten medizinischen 

Schlussfolgerungen seien versicherungs-medizinisch nachvollziehbar (Stellungnahme 

vom 3. Januar 2018, IV-act. 77).

A.c  Mit Vorbescheid vom 4. Januar 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, es 

liege kein Gesundheitsschaden vor, der sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Deshalb 

bestehe kein Anspruch auf berufliche Massnahmen oder eine Rente (IV-act. 80). 

Daraufhin kontaktierte med. pract. E.___ die IV-Stelle telefonisch und brachte vor, sie 

könne nicht nachvollziehen, weshalb der Gutachter keine Rücksprache mit ihr 

genommen habe. Ausserdem habe die Begutachtung gemäss Angaben des 

Versicherten nur 31 Minuten gedauert. So könne eine seriöse Begutachtung nicht 

durchgeführt und keine aussagekräftige Beurteilung gemacht werden. "So wie die 

Begutachtung verlaufen sei, sei ein absolutes no-go" (ELAR-Notiz vom 9. Januar 2018, 

IV-act. 81). Am 24. Januar 2018 erhob der Versicherte Einwand gegen den 

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Vorbescheid. Er ersuchte um Zusprechung einer Invalidenrente. Im Wesentlichen 

kritisierte er die gutachterliche Beurteilung (IV-act. 84). Im Schreiben vom 27. Februar 

2018 machte med. pract. E.___ verschiedene Mängel am psychiatrischen Gutachten 

geltend (IV-act. 86). Hierzu nahm Dr. G.___ am 22. März 2018 Stellung und hielt an 

seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit unverändert fest (IV-act. 89). Der RAD-Arzt 

Dr. H.___ vertrat die Ansicht, der Gutachter habe darin sowohl die vom Versicherten 

selbst vorgebrachten Einwände als auch die abweichenden Einschätzungen der 

behandelnden medizinischen Fachpersonen überzeugend widerlegt. 

Versicherungsmedizinisch bestehe daher kein Grund, von der bisherigen Einschätzung 

abzuweichen (IV-act. 90). Am 12. April 2018 verfügte die IV-Stelle die Abweisung der 

Gesuche um berufliche Massnahmen und Rente (IV-act. 92). Nachdem zwei 

postalische Zustellungsversuche gescheitert waren (IV-act. 93, IV-act. 95 und IV-

act. 96), konnte die Verfügung am 3. Mai 2018 dem Versicherten zugestellt werden (IV-

act. 97; siehe zum Ganzen act. G 3.3).

B.   

B.a  Mit Beschwerde vom 1. Juni 2018 beantragt der Beschwerdeführer die Aufhebung 

der Verfügung vom 12. April 2018 und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen 

zuzusprechen. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten anzuordnen und anschliessend 

die gesetzlichen Leistungen auszurichten; alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Im Wesentlichen bringt er vor, das Gutachten von Dr. G.___ sei 

mangelhaft. Deshalb sei zur Beurteilung des Rentenanspruchs auf die medizinische 

Einschätzung der behandelnden medizinischen Fachpersonen abzustellen (act. G 1).

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 2. August 2018 

die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus, dass die gutachterliche 

Beurteilung beweiskräftig sei und der Beschwerdeführer gestützt auf die darin 

bescheinigte vollständige Arbeitsfähigkeit keinen Anspruch auf eine Rente habe. 

Berufliche Massnahmen seien derzeit sicher nicht angezeigt, da sich der 

Beschwerdeführer dazu subjektiv nicht in der Lage sehe (act. G 3).

B.c  In der Replik vom 14. September 2018 hält der Beschwerdeführer unverändert an 

den Beschwerdeanträgen fest (act. G 5).

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B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet stillschweigend auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen

1.  

Zunächst zu prüfen ist der Anspruch auf berufliche Massnahmen (Art. 15 ff. des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]).

1.1 Die Beschwerdegegnerin wies in der Verfügung vom 12. April 2018 einen Anspruch 

auf berufliche Massnahmen mit der Begründung ab, es liege kein Gesundheitsschaden 

vor, der sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (IV-act. 92). In der Beschwerdeantwort 

ergänzte sie, dass dem Beschwerdeführer zudem die Eingliederungsbereitschaft fehle 

(act. G 3).

1.2 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide und von einer Invalidität bedrohte Versicherte 

(Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1]) unter anderem Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, wenn der 

Eingliederungswille bzw. eine subjektive Eingliederungsfähigkeit gegeben ist (Urteil des 

Bundesgerichts vom 21. Juni 2017, 9C_59/2017, E. 3.1 mit Hinweis).

1.3 Der Beschwerdeführer hält sich für vollständig arbeitsunfähig (siehe etwa Einwand 

vom 24. Januar 2018, IV-act. 84-2). Gegenüber dem Gutachter betonte er, dass seine 

Arbeitsfähigkeit vor allem durch die fehlende Motivation zum Arbeiten eingeschränkt 

sei (IV-act. 76-8). Des Weiteren ergeben sich auch aus der ausführlichen 

Stellungnahme des Beschwerdeführers zur gutachterlichen Beurteilung (act. G 1.4 f.) 

keine Hinweise auf eine ernsthafte Eingliederungsmotivation. In damit zu 

vereinbarender Weise äusserte sich der Beschwerdeführer sowohl im Einwand vom 

24. Januar 2018 (IV-act. 84) als auch in den Rechtsschriften im Beschwerdeverfahren 

ausschliesslich zum Rentenanspruch. Substantiierte Ausführungen zum Anspruch auf 

berufliche Massnahmen fehlen jedenfalls gänzlich. In Anbetracht des fehlenden 

Rentenanspruchs (siehe hierzu nachstehende E. 4) hatte die Beschwerdegegnerin den 

Grundsatz "Eingliederung vor Rente" nicht zu beachten. Es ist daher nicht zu 

beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Gesuch des Beschwerdeführers um 

berufliche Massnahmen abwies.

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2. Zu prüfen bleibt der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente.

2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40% invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

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Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a).

3.  

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Frage, ob der 

medizinische Sachverhalt spruchreif abgeklärt worden ist. Die Beschwerdegegnerin 

stützt sich in der angefochtenen Rentenverfügung vom 12. April 2018 auf die 

Einschätzung von Dr. G.___ (siehe zum psychiatrischen Gutachten vom 27. November 

2017 IV-act. 76 und zur ergänzenden Stellungnahme vom 22. März 2018 IV-act. 89). 

Nach Auffassung des Beschwerdeführers sind diese mit verschiedenen Mängeln 

behaftet (act. G 1 und act. G 1.4 f.).

3.1 Gegen die gutachterliche Beurteilung führt der Beschwerdeführer zunächst die 

davon abweichende Einschätzung der behandelnden med. pract. E.___ ins Feld.

3.1.1 Ein den Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches 

Gutachten (BGE 125 V 351 f. E. 3a und b) kann nicht in Frage gestellt werden und 

Anlass zu weiteren Abklärungen bieten, wenn und sobald die behandelnden 

medizinischen Fachpersonen nachher zu einer unterschiedlichen Beurteilung gelangen 

oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält 

es sich nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im 

Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer 

anderen Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 

9C_830/2007, E. 4.3 mit Hinweisen). Ferner kann eine psychiatrische Exploration von 

der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet einer 

psychiatrischen Fachperson - sei sie nun in therapeutischer oder in begutachtender 

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Funktion - daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen 

verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu 

respektieren sind, sofern die Beurteilung des Experten oder der Expertin die 

Beweisanforderungen erfüllt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. März 2009, 

8C_694/2008, E. 5.1.1).

3.1.2 Die Einschätzung eines psychischen Krankheitsbilds und dessen allfällige 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit muss sich - mangels zuverlässiger bzw. 

bewährter Messmethodik - zwangsläufig zunächst auf die Angaben und das Verhalten 

der versicherten Person stützen. Um Beweiskraft erlangen zu können, muss eine 

objektive fachmedizinische Beurteilung insbesondere diesem Umstand Rechnung 

tragen. Deshalb ist eine umfassende Prüfung der Konsistenz und der Plausibilität der 

Leidensschilderung sowie -präsentation für die Gewährleistung einer möglichst 

objektiven fachmedizinischen Beurteilung der gesundheitlichen Beeinträchtigung der 

Arbeitsfähigkeit von zentraler Bedeutung. Gemäss Qualitätsleitlinien für 

versicherungspsychiatrische Gutachten der Schweizerischen Gesellschaft für 

Psychiatrie und Psychotherapie SGPP (3. vollständig überarbeitete und ergänzte 

Auflage, 16. Juni 2016) ist eine Stellungnahme zur Authentizität von Beschwerden, von 

präsentierten Symptomen und von Leistungseinschränkungen denn auch 

obligatorischer Bestandteil eines versicherungspsychiatrischen Gutachtens. Das 

beinhaltet eine Stellungnahme zur Frage, ob die berichteten Beschwerden und 

präsentierten Symptome in sich konsistent sind oder ob Diskrepanzen, allenfalls sogar 

Widersprüche bestehen. Dies gelingt am ehesten durch eine Gegenüberstellung der 

erhobenen Informationen mit Hilfe der verschiedensten methodischen Zugänge. 

Diesbezüglich sind Hinweise aus der Verhaltensbeobachtung und dem 

Anamneseverlauf relevant. Hierzu können z.B. eine auffallend diffuse 

Beschwerdeschilderung, die fehlende Angabe von Details oder Beispielen zu den 

Beschwerden auch auf Nachfrage, Widersprüchlichkeiten innerhalb der Anamnese, 

zwischen Anamnese und Verhalten, zu Auskünften von Dritten, zwischen 

Anamneseverlauf sowie zwischen Verhalten und Testsituation gehören (Leitlinien, 

S. 29).

3.1.3 Bei der Stellungnahme von med. pract. E.___ fällt zunächst auf, dass mehrere 

Vorbringen aktenwidrig sind, so etwa bezüglich der Familienanamnese (IV-act. 86-1), 

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die der Gutachter auch bezüglich des Vaters des Beschwerdeführers aussagekräftig 

erhob (IV-act. 76-6, IV-act. 76-10 Mitte und IV-act. 76-14; siehe auch IV-act. 89-3), und 

der Untersuchungsdauer (siehe hierzu nachstehende E. 3.3).

3.1.4 Unklar bleibt, weshalb med. pract. E.___ die gutachterliche Beurteilung der 

Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit kritisiert, nachdem sowohl med. 

pract. D.___ die Aufmerksamkeit und Konzentration als "unauffällig" beschrieb (Bericht 

vom 13. Oktober 2016, IV-act. 56-3) als auch sie selbst im Bericht vom 19. Juni 2017 

festhielt, "seine Konzentrationsfähigkeit sowie Aufmerksamkeit ist unauffällig, seine 

Merkfähigkeit brillant" (IV-act. 62-4). Bezüglich der als "brillant" bezeichneten 

Merkfähigkeit bestehen im Übrigen insoweit Zweifel, als der Beschwerdeführer 

gegenüber Dr. G.___ angab, dass er den Namen der behandelnden Psychotherapeutin 

nicht zu benennen vermöge (IV-act. 76-9).

3.2 Hinzu kommt, dass die Beurteilung von med. pract. E.___ nicht auf einer 

(erkennbaren) von den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers unabhängigen 

Konsistenz- und Ressourcenprüfung beruht, sondern ausdrücklich "aus 

therapeutischer Sicht" erfolgte (IV-act. 86-2 unten). In dieser steht die objektiv-kritische 

Prüfung der Leidensschilderungen und -präsentation - wenn überhaupt - im 

Hintergrund, da ein solches Hinterfragen mit der engen Vertrauensbeziehung zwischen 

psychotherapeutisch behandelnder Fachperson und Patient oder Patientin im Konflikt 

steht.

3.3 Die zunächst vom Beschwerdeführer im Einwand vom 24. Januar 2018 

vorgebrachte - von med. pract. E.___ in der Stellungnahme vom 27. Februar 2018 

vorbehaltlos übernommene (IV-act. 86-1) - Behauptung, "der Gutachter hat mich 

31 Minuten gesehen" (IV-act. 84), bestritt der Gutachter glaubhaft und wies auf die von 

ihm dokumentierte Untersuchungsdauer von 9:00 bis 10:15 Uhr hin (IV-act. 93-18). Der 

Beschwerdeführer relativierte denn auch seine Erstaussage zur Untersuchungsdauer 

später im Sinn der gutachterlichen Zeitangabe (act. G 1.5). Die Kritik von med. pract. 

E.___ bezüglich der Untersuchungsdauer (IV-act. 86-1) erweist sich damit als 

unzutreffend.

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3.4 Entgegen der Sichtweise des Beschwerdeführers ist auch nicht zu beanstanden, 

dass die Beschwerdegegnerin Argumente gegen die Diagnose einer Autismusstörung 

aufführt, welche die Zeit vor der IV-Anmeldung betreffen (act. G 5, S. 2 oben). Denn 

med. pract. E.___ geht gerade von einer seit der frühen Kindheit bestehenden 

Autismus-Spektrum-Störung ("vor dem dritten Lebensjahr") aus (IV-act. 62-3).

3.5 Zu beachten ist ausserdem, dass Dr. G.___ in ausführlicher Diskussion der 

Angaben des Beschwerdeführers darlegte, dass keine autismusrelevanten 

Auffälligkeiten vorliegen, die eine entsprechende Diagnose bzw. eine 

krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit begründen würden (IV-act. 76-15 f. und IV-

act. 76-17 f.). So war der Beschwerdeführer in der Vergangenheit in der Lage 

partnerschaftliche Beziehungen nicht nur aufzunehmen, sondern teilweise während 

längerer Zeit aufrecht zu erhalten (IV-act. 76-7 oben; zu den Angaben des 

Beschwerdeführers zum "Kollegenkreis" siehe IV-act. 76-9). Des Weiteren verneinte 

der Gutachter eine geringe Flexibilität bei Abweichen von erwarteten Ereignissen oder 

ungewöhnlich intensive und einseitige Interessen plausibel mit Hinweis auf die Lektüre 

(Science-Fiction und Krimis, IV-act. 76-9) und die Beschäftigung mit Videospielen (zum 

regelmässigen "Computer spielen" siehe etwa IV-act. 86-3). Hinzu kommt, dass der 

Beschwerdeführer offenbar "World of Warcraft" spielt (siehe zu den entsprechenden, 

am 12. März 2018 getätigten Auslagen für "Digital Goods" für das Spiel "World of 

Warcraft" act. G 5.3). World of Warcraft zählt zu den weltweit beliebtesten Multiplayer-

Online-Rollenspielen (<https://de.wikipedia.org/wiki/World_of_Warcraft>, abgerufen am 

14. August 2019). Bei solchen Rollenspielen stehen soziale Interaktionen im 

Vordergrund. Ein stimulierender Reiz besteht gerade in der Gestaltung von 

Beziehungsmöglichkeiten zu anderen Figuren bzw. Mitspielern. Die Beschäftigung mit 

diesem Spiel deutet ferner auf eine Neigung des Beschwerdeführers hin, Interessen 

oder Tätigkeiten mit anderen Mitspielern zu teilen. Die Beschwerdegegnerin legte 

überdies überzeugend dar und es ist gerichtsnotorisch, dass regelmässiges 

mehrstündiges "Gamen" bei Jugendlichen und Erwachsenen weit verbreitet ist und 

dass ein zentraler Spassfaktor gerade die Anpassungsfähigkeit und spontane Reaktion 

auf unerwartete Situationen ist (act. G 3, III.B., Rz 3). Diese Beschäftigung spricht 

zudem gegen das Verharren in repetitiven Verhaltensmustern. Nicht zu überzeugen 

vermag die Ansicht von med. pract. E.___, der Umstand, dass der Beschwerdeführer 

im Kindesalter Schneckenhäuschen gesammelt und mit diesen über Stunden, 

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manchmal auch den ganzen Tag gespielt habe, stelle ein autismusrelevantes 

Spezialinteresse dar. Denn es ist nicht ungewöhnlich, dass Kinder ein reges Interesse 

am Sammeln und Spielen mit Schneckenhäuschen oder vergleichbaren Gegenständen 

(wie etwa Muscheln, Steine oder Kastanien) zeigen und sich während längerer Zeit, 

auch wiederholt, damit zu beschäftigen vermögen. Im Übrigen hat Dr. G.___ die 

abweichende Auffassung von med. pract. E.___ eingehend diskutiert und seine 

Sichtweise einleuchtend dargelegt (IV-act. 89). Darauf kann verwiesen werden.

3.6 Bei der Würdigung der gutachterlichen Beurteilung fällt ausserdem ins Gewicht, 

dass sie auf einer umfassenden persönlichen Untersuchung mit detaillierten Fragen 

u.a. zur gegenwärtigen sowie früheren Alltags- und Beziehungsgestaltung beruht, darin 

die ausführlichen Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Leiden 

unvoreingenommen gewürdigt werden sowie dass sie eine gründliche objektive 

Konsistenz- und Ressourcenprüfung (siehe etwa bezüglich der guten 

Alltagsselbstständigkeit und dem ausreichend strukturieren Tagesablauf IV-act. 76-14; 

vgl. zu den Ressourcen auch IV-act. 76-16 Mitte sowie zur Konsistenz IV-act. 76-16 f.) 

mit Blick auf die Diagnose und die Arbeitsfähigkeit beinhaltet. Der Gutachter setzte sich 

ausserdem schlüssig mit den abweichenden Beurteilungen der medizinischen 

Fachpersonen auseinander (IV-act. 76-17 f. und IV-act. 89), denen keine objektiv 

relevanten Gesichtspunkte zu entnehmen sind, die im Rahmen der gutachterlichen 

Beurteilung ausser Acht geblieben wären. Ergänzend kann auf die zutreffenden 

Ausführungen der Beschwerdegegnerin verwiesen werden (act. G 3, III.B., Rz 3). 

Gestützt auf die gutachterliche Beurteilung ist davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer spätestens seit dem Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 

(1. September 2016; Art. 29 Abs. 1 IVG; zur Anmeldung vom 14. März 2016 siehe IV-

act. 12) über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verfügt.

4.  

Bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für die angestammte sowie eine andere 

leidensangepasste Tätigkeit kann die konkrete Ermittlung der Vergleichseinkommen 

offenbleiben. Denn selbst wenn zugunsten des Beschwerdeführers ein 

Prozentvergleich (siehe zum Prozentvergleich etwa Urteil des Bundesgerichts vom 

6. April 2016, 8C_628/2015, E. 5.3.1 mit Hinweisen) und der nach der 

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bundesgerichtlichen Praxis höchstzulässige Tabellenlohnabzug von 25% (BGE 126 V 

75) gewährt würde, resultierte ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 

höchstens 25%.

5.  

5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.

5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Gerichtskosten von Fr. 600.-- erscheinen 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der vollständig 

unterliegende Beschwerdeführer hat die gesamten Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu 

tragen. Zufolge gewährter unentgeltlicher Rechtspflege (act. G 6) ist er von der 

Bezahlung zu befreien.

5.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung 

die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird 

vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der damalige Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers hat keine Kostennote eingereicht. In der vorliegend zu 

beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle (vgl. etwa den 

Entscheid des Versicherungsgerichts vom 22. März 2019, IV 2018/205, E. 3.3) eine 

pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen 

Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der 

Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 2'800.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

5.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/13

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Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  

Der Beschwerdeführer wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe von 

Fr. 600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3.  

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'800.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 04.09.2019
	Art. 15 ff. IVG. Anspruch auf berufliche Massnahmen wegen fehlender Eingliederungsbereitschaft verneint. Art. 28 IVG. Art. 7 ATSG. Rentenanspruch. Beweiskraft gutachterlicher Beurteilung. Keine rentenbegründende Invalidität (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. September 2019, IV 2018/180).

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		2024-05-27T00:58:14+0200
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