# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8827693a-75fe-53d6-bfa3-f8f268e60b67
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 4. Abteilung O4V-17-20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_004_O4V-17-20_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer  A1___ 

 
vertreten durch: RA AA___ 

 
Vorinstanz Departement Gesundheit und Soziales , Kasernenstrasse 17, 

9102 Herisau 
 
Beschwerdegegner 1  B___, c/o Veterinäramt Appenzell Ausserrhoden, 

Regierungsgebäude, 9102 Herisau 
 
vertreten durch RA BB___ 

 
Beschwerdegegner 2 C___, c/o Veterinäramt Appenzell Ausserrhoden, 

Regierungsgebäude, 9102 Herisau 
 
Beschwerdegegnerin 3 D___, c/o Veterinäramt Appenzell Ausserrhoden, 

Regierungsgebäude, 9102 Herisau 
 
Beschwerdegegnerin 4 E___, c/o Veterinäramt Appenzell Ausserrhoden, 

Regierungsgebäude, 9102 Herisau 
 
Gegenstand Ausstandsbegehren vom 19. Juni 2017  
 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden   
4. Abteilung 
 
Die vom Beschwerdeführer gegen dieses Urteil  
erhobene Beschwerde an das Bundesgericht  
hat dieses mit Entscheid vom 15. März 2019 
abgewiesen (2C_382/2018). 
 
Urteil vom 18. Januar 2018  
 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler 
Oberrichterinnen D. Cadosch Autolitano, M. Gasser Aebischer, 
Oberrichter E. Graf, P. Louis 
Obergerichtsschreiber D. Hofmann 
 

Verfahren Nr. O4V 17 20 
 

Sitzungsort Herisau 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) des Beschwerdeführers: 

 1. Der Entscheid des Departements Gesundheit und Soziales des Kantons Appenzell 

Ausserrhoden vom 06. Juli 2017 betreffend das Ausstandsbegehren von A1___ vom 

19. Juni 2017 gegen vier Mitarbeitende des Veterinäramts betreffend 

Vollstreckungsverfügung Vollzug Tierhalteverbot sei aufzuheben. 

 2. Es sei festzustellen, dass für das Veterinäramt des Kantons Appenzell Ausserrhoden, 

namentlich Dr. med. vet. B___, Dr. med. vet. C___, Dr. med. vet. D___ und E___ im 

Verwaltungsverfahren eine Ausstandspflicht gilt und das Veterinäramt sei zu 

verpflichten, in den Ausstand zu treten. 

 3. Eventualiter sei festzustellen, dass für den leitenden Kantonstierarzt, Dr. med. vet. 

B___ für das Verwaltungsverfahren eine Ausstandspflicht gilt und Herr Dr. med. vet. 

B___ sei zu verpflichten, in den Ausstand zu treten. 

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanzen 1 und 2. 

 

Verfahrensantrag: 

Das Verfahren betreffend Vollstreckungsverfügung Vollzug Tierhalteverbot gegen F___ sei 

bis zum rechtskräftigen Abschluss des vorliegenden Verfahrens betreffend 

Ausstandsbegehren zu sistieren. 

 

 

b) der Vorinstanz: 

 Die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. 

 

 

c) des Beschwerdegegners 1: 

 1. Auf den Antrag, das Verfahren betreffend Vollstreckungsverfügung gegen F___ sei zu 

sistieren, sei nicht einzutreten; eventualiter sei dieser abzuweisen. 

 

 2. Die Beschwerde sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des 

Beschwerdeführers vollumfänglich abzuweisen. 

 

 

d) der Beschwerdegegner 2-4: 

 (Sinngemäss) Die Beschwerde sei abzuweisen. 

 

 

Seite 3 

Sachverhalt 

 

A. A1___ führt in [Wohnort], Gemeinde G___, einen Landwirtschaftsbetrieb. Er wurde bereits 

mehrfach wegen Verstössen gegen das Tierschutzgesetz von Strafgerichten der Kantone 

St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden verurteilt. Am 20. Februar 2012 verfügte das 

Veterinäramt des Kantons Appenzell Ausserrhoden gegen ihn ein zeitlich unbeschränktes 

Halteverbot für Nutztiere mit Ausnahme der Pferdehaltung. Dieses Tierhalteverbot wurde 

letztinstanzlich vom Bundesgericht mit Urteil vom 31. März 2015 bestätigt.  

 

B. Gemäss Kauf- und Darlehensvertrag vom 9. Juni 2015 verkaufte A1___ seinen Tierbestand 

mit Wirkung ab dem 1. Juni 2015 an seine Ehefrau A2___.  

 

C. Mit Verfügung vom 15. Juli 2016 gewährte das Veterinäramt A1___ und A2___ eine letzte 

Frist bis zum 1. September 2016, den rechtmässigen Zustand herzustellen, so dass das 

gegen A1___ rechtskräftig verfügte Tierhalteverbot eingehalten sei. Gleichzeitig wurde 

ihnen die Ersatzvornahme angedroht.  

 

D. Das Veterinäramt stellte mit Schreiben vom 9. Februar 2017 fest, dass A1___ weiterhin 

Nutztiere halte. Zudem teilte es A1___ und A2___ mit, dass diese ab dem 20. Februar 2017 

mit der Durchführung der rechtskräftig angedrohten Vollstreckungshandlungen rechnen 

müssten.  

 

E. Mit Schreiben vom 17. Februar 2017 liess A2___, vertreten durch RA AA___, dem 

Veterinäramt mitteilen, dass sie den gesamten Tierbestand gemäss Kaufvertrag vom 

6. Februar 2017 an F___ verkauft habe.  

 

F. Am 20. Februar 2017, 24. Februar 2017 und 10. April 2017 führte das Veterinäramt 

unangemeldete Kontrollen auf dem Betrieb von A1___ durch. Zudem wurde F___, ebenfalls 

vertreten durch RA AA___, am 10. März 2017 durch den Kantonstierarzt B___ befragt. 

Dabei gab RA AA___ ein Ausstandsbegehren gegen B___ zu Protokoll. Mit Schreiben vom 

10. April 2017 forderte das Veterinäramt F___ u.a. auf, Belege einzureichen, welche 

aufzeigen, dass er für geschlachtete oder verkaufte Nutztiere entschädigt wurde. 

 

G. Das Veterinäramt teilte RA AA___ mit Schreiben vom 12. April 2017 mit, dass es bei der 

Anwaltskommission Meldung erstatte habe, um eine mutmassliche Verletzung von Art. 12 

lit. c BGFA durch RA AA___ zu prüfen. Mit Eingabe vom 24. April 2017 beantragte RA 

AA___, das Verfahren zu sistieren, bis die Anwaltskommission einen Entscheid gefällt 

habe. Je mit separatem Schreiben vom 26. April 2017 erstreckte das Veterinäramt die Frist 

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zur Stellungnahme zum Protokoll der Befragung vom 10. März 2017 bis zum 29. April 2017 

und gewährte F___ eine letzte Frist zur Einreichung der Belege bis zum 6. Mai 2017. 

 

H. Mit Schreiben vom 1. Mai 2017 liess sich RA AA___ zum Protokoll der Befragung vom 

10. März 2017 vernehmen, wobei er auf mehrere Verfahrensmängel hinwies. Deshalb 

beantragte er, das Protokoll aus dem Recht zu weisen. Zudem hielt er am 

Ausstandsbegehren gegen den Kantonstierarzt fest. 

 

I. Mit Schreiben vom 3. Mai 2017 stellte das Veterinäramt fest, dass es das Protokoll der 

Befragung als berichtigt betrachte. Auf das Sistierungsgesuch sei nicht eingetreten worden, 

weil kein Verfahren gegen F___ vorliege. 

 

J. Am 9. Juni 2017 liess das Veterinäramt A1___ den Entwurf einer Vollstreckungsverfügung 

zur Gewährung des rechtlichen Gehörs zukommen. Darin kam es in Ziff. 27 der 

Erwägungen zum Schluss, dass keine Ausstandsgründe vorlägen, weshalb nicht auf das 

Ausstandsgesuch eingetreten werde. 

 

K. Mit Eingabe vom 19. Juni 2017 liess A1___, vertreten durch RA AA___, beim Departement 

Gesundheit und Soziales ein Ausstandsbegehren gegen das Veterinäramt des Kantons 

Appenzell Ausserrhoden, namentlich Dr. med. vet. B___, Dr. med. vet. C___, Dr. med. vet. 

D___ und E___, einreichen. 

 

L. Das Departement Gesundheit und Soziales wies das Ausstandsbegehren mit Entscheid 

vom 6. Juli 2017 ab. Begründet wurde der Entscheid im Wesentlichen damit, dass die vom 

Antragssteller angeführten Punkte als subjektive Sachverhaltsfeststellungen zu beurteilen 

seien. Im vorliegenden Fall sei nicht ersichtlich, wie sich allfällige Verfahrensfehler auf eine 

fehlende Distanz oder Neutralität der betreffenden Mitarbeiter des Veterinäramts 

ausgewirkt hätten. Solche Verfahrensfehler seien in den dafür vorgesehenen 

Rechtsmittelverfahren zu rügen und könnten grundsätzlich nicht zur Begründung der 

Befangenheit herangezogen werden. 

 

M.  Gegen diesen Entscheid liess A1___ (im Folgenden: Beschwerdeführer), vertreten durch 

RA AA___, mit Eingabe vom 11. Juli 2017 beim Obergericht Beschwerde mit den eingangs 

erwähnten Rechtsbegehren erheben. 

 

N. Das Departement Gesundheit und Soziales (im Folgenden: Vorinstanz) beantragte mit 

Eingabe vom 7. August 2017 die Beschwerde abzuweisen. Mit Schreiben vom 9. August 

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2017 bzw. Plädoyer vom 18. Januar 2018 liess sich der Kantonstierarzt B___ (im 

Folgenden: Beschwerdegegner 1) mit den eingangs erwähnten Anträgen vernehmen. 

 

O. Mit Entscheid vom 14. August 2017 erliess das Veterinäramt gegen den Beschwerdeführer 

eine Vollstreckungsverfügung. Gestützt darauf wurde am 1. September 2017 auf dem 

Betrieb [Wohnort] die Ersatzvornahme durchgeführt. 

 

P. Je mit separaten Schreiben vom 1. November 2017 nahmen Dr. med. vet. C___, Dr. med. 

vet. D___ und E___ (im Folgenden: Beschwerdegegner 2-4) zur Beschwerde Stellung, 

wobei sie die ihnen vorgeworfenen Verfahrensfehler bestritten. 

 

Q. Mit Schreiben vom 13. Dezember 2017 teilte Rechtsanwältin BB___ dem Obergericht mit, 

dass sie vom Beschwerdegegner 1 mit der Interessensvertretung beauftragt worden sei. 

 

R. Am 18. Januar 2018 fand in Herisau die vom Beschwerdeführer beantragte mündliche 

Verhandlung statt. Diesbezüglich kann auf das berichtigte Protokoll vom 8. Februar 2018 

sowie die schriftlichen Plädoyers des Beschwerdeführers und des Beschwerdegegners 1 

verwiesen werden. 

 

S. Auf Eröffnung des Urteildispositivs hin verlangte der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 

20. Februar 2018 eine Begründung des Urteils. Damit sind die Voraussetzungen für die 

nach Ziff. 4 des Dispositivs in Aussicht gestellte Reduktion der Entscheidgebühr nicht 

gegeben. 

 

T. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

näher eingegangen. 

 

 

Erwägungen 

 

1. 

1.1 Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der Prozessvoraussetzungen ergibt, dass 

diese hinsichtlich der Form- und Fristerfordernisse erfüllt sind. Da im vorliegenden Fall die 

Vorinstanz als Rechtsmittelinstanz über den streitigen Ausstand gegen vier Mitarbeitende 

des Veterinäramts entschieden hat, handelt es sich beim angefochtenen Entscheid um eine 

letztinstanzliche Verfügung einer kantonalen Verwaltungsbehörde. Das Obergericht ist 

folglich zur Behandlung der Beschwerde zuständig (Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege, VRPG, bGS 143.1).  

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1.2 Gemäss Art. 32 Abs. 1 i. V. m. Art. 59 VRPG ist zur Beschwerde berechtigt, wer ein 

schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen Verfügung 

hat oder durch das Gesetz dazu ermächtigt ist. Das Veterinäramt hat gegen den 

Beschwerdeführer zwischenzeitlich eine Vollstreckungsverfügung erlassen, womit sich die 

Frage stellt, inwieweit noch ein aktuelles Rechtsschutzinteresse des Beschwerdeführers an 

der Behandlung dieser Beschwerde besteht. Grundsätzlich ist ein Rechtsschutzinteresse 

nur dann vorhanden, wenn der erlittene Nachteil im Zeitpunkt der Beurteilung noch 

andauert. Anders verhält es sich, wenn sich die streitige Problematik jederzeit unter 

gleichen und ähnlichen Umständen wieder stellen könnte, an ihrer Klärung wegen der 

grundsätzlichen Bedeutung ein grundsätzliches öffentliches Interesse besteht und die 

Frage im Einzelfall kaum je rechtzeitig überprüft werden könnte (BGE 124 I 231 E. 1b). Das 

Obergericht vertritt die Auffassung, dass sich die streitige Problematik mit denselben 

Parteien wieder stellen könnte und an der Klärung der Ausstandsproblematik im 

Vollstreckungsverfahren ein grundsätzliches öffentliches Interesse besteht. Zudem kann 

der Ausgang des vorliegenden Verfahrens Auswirkungen auf das Hauptverfahren haben, 

welches zurzeit (noch) bei der Vorinstanz hängig ist. Damit ist auf die Beschwerde 

grundsätzlich, aber unter folgendem Vorbehalt einzutreten: Nicht einzutreten ist auf die 

Beschwerde, soweit darin beantragt wird, festzustellen, dass für das ganze Veterinäramt 

eine Ausstandspflicht gilt. Der Beschwerdeführer verkennt hierbei, dass sich 

Ausstandsbegehren rechtsprechungsgemäss nur gegen Mitglieder einer Behörde, nicht 

aber gegen eine Behörde als solche richten können. Nur die für eine Behörde tätigen 

Personen, nicht die Behörde als solche, können befangen sein (BGE 137 V 201 E. 1.3.3). 

Auf die Beschwerde ist demzufolge nur insoweit einzutreten, als diese das 

Ausstandsbegehren gegen vier Mitarbeiter des Veterinäramts zum Gegenstand hat. 

Ebenso wenig kann auf den Verfahrensantrag eingetreten werden, das Verfahren 

betreffend Vollstreckungsverfügung Vollzug Tierhalteverbot gegen F___ bis zum 

rechtskräftigen Abschluss des vorliegenden Verfahrens betreffend Ausstandsbegehren zu 

sistieren. Dieses separate Verfahren ist weder beim Obergericht hängig noch ist F___ 

Partei im vorliegenden Verfahren, weshalb das Verfahren gegen F___ nicht vom 

Obergericht sistiert werden kann.  

 

2. 

2.1 Gemäss Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

(BV, SR 101) hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen 

Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung sowie auf Beurteilung innert 

angemessener Frist. Art. 8 VRPG konkretisiert die allgemeinen 

Verfahrensvoraussetzungen von Art. 29 Abs. 1 BV, indem der Ausstand im kantonalen 

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Verwaltungsverfahren geregelt wird. Nach Art. 8 Abs. 1 VRPG müssen Personen bei der 

Vorbereitung und dem Erlass einer Verfügung in den Ausstand treten, die mit einer Partei 

verwandtschaftlich besonders verbunden sind (lit. a); bereits am Vorentscheid mitgewirkt 

haben (lit. b); sich mit der Sache als Parteivertreter bereits beschäftigt haben (lit. c); sie in 

Sachen einer juristischen Person am Ergebnis erheblich interessiert sind (lit. d) oder sie 

aus anderen Gründen in der Sache befangen sein könnten (lit. e).  

 

2.2 Mit den Ausstandsregeln soll die objektive Prüfung durch eine unparteiische und 

unvoreingenommene Behörde gewährleistet werden. Die Ausstandsvorschriften sind 

sowohl auf Personen anwendbar, welche einen Entscheid alleine oder zusammen mit 

anderen zu fällen haben, als auch auf Personen, welche auf einen Entscheid in irgendeiner 

Form einwirken und auf den Ausgang des Verfahrens Einfluss nehmen können, sei es 

beratend oder instruierend (BENJAMIN SCHINDLER, Die Befangenheit der Verwaltung, 2002, 

S. 74). Für die Annahme von Zweifeln an der Unparteilichkeit genügen nach konstanter 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung Umstände, welche objektiv geeignet sind, den 

Anschein einer Voreingenommenheit oder einer Gefährdung der Unparteilichkeit 

aufkommen zu lassen. Das Misstrauen in die Unparteilichkeit muss objektiv und durch 

vernünftige Gründe gewährleistet sein (BGE 127 I 196 E. 2b; BGE 119 V 456 E. 5b). 

Tatsächliche Befangenheit wird für den Ausstand nicht verlangt; es genügt, wenn 

Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung des Anschein der Befangenheit zu 

begründen vermögen (Urteil des Bundesgerichts 1B_234/2007 vom 31. Januar 2008 E. 

4.3). Bei Ausstandsbegehren gegen Verwaltungsbehörden ist den jeweiligen konkreten 

Verhältnissen, etwa der besonderen Verantwortung zur Erfüllung bestimmter öffentlicher 

Aufgaben, Rechnung zu tragen (BGE 140 I 326 E. 5.2; BGE 125 I 209 E. 8a). Für 

verwaltungsinterne Verfahren gilt nicht der gleich strenge Massstab wie bei 

Gerichtsverfahren gemäss Art. 30 BV und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutz der 

Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101). Im Interesse einer beförderlichen 

Rechtspflege sind Ablehnungs- und Ausstandsbegehren gegen nicht richterliche 

Justizpersonen bzw. gegen Personen, die an einem Verwaltungsentscheid in irgendeiner 

Form beratend oder instruierend mitwirken, nicht leichthin gutzuheissen (BGE 137 II 431 E. 

5.2). Im verwaltungsinternen Verfahren bejaht das Bundesgericht eine Ausstandspflicht in 

der Regel nur dann, wenn das betreffende Behördenmitglied oder der Beamte ein 

persönliches Interesse an dem zu behandelnden Geschäft hat (Urteil des Bundesgerichts 

1C_278/2010 vom 31. Januar 2011 E. 2.2; BGE 107 Ia 135 E. 2b). Eine Beurteilung aller 

konkreten Umstände ist indessen in jedem Fall unabdingbar (BGE 125 I 119 E. 3f).   

 

2.3 Das Vollstreckungsverfahren weist die Besonderheit auf, dass die verfügende 

Verwaltungsbehörde die von ihr getroffene Anordnung selbst vollstreckt, womit diese 

Seite 8 

systembedingt in der betreffenden Angelegenheit vorbefasst ist (vgl. Art. 61 VRPG). In 

einem Vollstreckungsverfahren wird lediglich über die Art und Weise der Durchsetzung der 

rechtskräftigen Verfügung entschieden, wobei dem Pflichtigen grundsätzlich keine neue 

Last auferlegt wird. Infolgedessen wird die Anfechtbarkeit einer Vollstreckungsverfügung 

nur unter eingeschränkten Voraussetzungen zugelassen, weshalb nicht mehr alle Mängel 

des vorinstanzlichen Verfahrens und der angefochtenen Verfügung gerügt werden können 

(Art. 33 Abs. 1 VRPG e contrario). Dies hat umgekehrt zur Folge, dass die Hürden für das 

Vorliegen eines Ausstandsgrunds bei der Vorbereitung und dem Erlass einer 

Vollstreckungsverfügung höher anzusetzen sind, als dies bei der Vorbereitung und dem 

Erlass einer Sachverfügung der Fall wäre (vgl. dazu auch BGE 141 I 97 E. 5, wonach Art. 6 

EMRK bei Vollstreckungsverfahren grundsätzlich keine Anwendung findet).  

 

2.4 Im vorliegenden Fall kommt keiner der in Art. 8 Abs. 1 lit. a-d VRPG erwähnten 

Ausstandsgründe in Betracht. Zu prüfen ist jedoch, ob die Beschwerdegegner 1-4 im Sinne 

von Art. 8 Abs. 1 lit. e VRPG aus anderen Gründen in der Sache befangen sein könnten. 

Vorliegend rügt der Beschwerdeführer einerseits, die Beschwerdegegner 1-3 hätten sich 

vorzeitig eine feste Meinung über das Verfahrensergebnis gebildet. Andererseits begründet 

er den Ausstand der Beschwerdegegner 1-4 mit einer Häufung von Verfahrensfehlern. Dem 

Beschwerdegegner 1 wirft er zudem sinngemäss vor, dass dieser ein persönliches 

Interesse am Vollzug des Tierhalteverbots gegenüber dem Beschwerdeführer habe. 

Nachfolgend werden diese Rügen in Bezug auf die Beschwerdegegner 1-4 einzeln zu 

prüfen sein.  

 
3. Voreingenommenheit des Beschwerdegegners 1? 

3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, im Kontrollbericht vom 20. Februar 2017 heisse es 

bereits im ersten Satz: „Aufgrund des Schreibens von RA AA___ vom 17. Februar 2017 

habe sich das Veterinäramt veranlasst gefühlt, den Sachverhalt unangemeldet zu 

kontrollieren.“ Damit sei erwiesen, dass das Veterinäramt mittlerweile nicht einmal mehr 

rationale Gründe für eine Betriebskontrolle benötige, sondern aus irgendwelchen 

Gefühlslagen heraus handle. Auf S. 3 des Kontrollberichts werde zudem festgehalten: 

„Abschliessend hält der Kantonstierarzt fest, dass er das Tierhalteverbot weiterhin als nicht 

umgesetzt erachtet.“ Damit nehme dieser das Ergebnis des Verwaltungsverfahrens 

vorweg.  

 

 Bei der Befragung von F___ vom 10. März 2017 habe der Beschwerdegegner 1 von RA 

AA___ eine Vollmacht verlangt, was eine schikanöse Behandlung sei. Bei Frage 10 sei 

F___ aufgefordert worden, die äusserst guten Verkaufskonditionen zu erklären, was 

suggestiv und nicht neutral formuliert sei. Bei der Frage Nr. 13 habe sich der 

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Beschwerdegegner 1 zur Aussage hinreissen lassen, dass der Kaufvertrag nicht 

glaubwürdig sei. Auch bei den Fragen 20 und 31 habe sich der Beschwerdegegner 1 

wertend geäussert, die Frage Nr. 36 sei suggestiv gewesen. In der Frage 51 zeige sich mit 

aller Deutlichkeit, dass der Beschwerdegegner 1 befangen sei, indem dieser gesagt habe, 

vieles deute darauf hin, dass F___ als „Strohmann“ vorgehalten werde. In Frage 52 

bekräftige der Kantonstierarzt die Absicht, die Nutztierhaltung [Wohnort] zu räumen. Damit 

nehme der Beschwerdegegner 1 das Ergebnis des Verwaltungsverfahrens vorweg und 

drohe Verwaltungszwang an, obwohl angeblich gar keine Anschuldigungen gegen F___ im 

Raum stünden. Letztlich sei die Haltung des Beschwerdegegners 1 von Beginn weg 

festgestanden, was er durch seine diversen Äusserungen bestätigt habe (z. B: er nehme 

die Aussagen von F___ „mehr oder wenig wahr“ zur Kenntnis.)  

 

 Mit Schreiben vom 12. April 2017 sei RA AA___ vom Beschwerdegegner 1 eine 

„Hinhaltetaktik“ vorgeworfen worden, indem versucht werde, dem Vollzug des 

Tierhalteverbots Steine in den Weg zu legen und F___ als möglichen „Störer“ vorzuhalten. 

Im vorliegenden Fall erstrecke sich das Ausstandsgesuch auf vier Mitarbeitende des 

Veterinäramts, welche sich allesamt durch wertende und ungebührliche Äusserungen in 

den Kontrollberichten und bzw. oder eine enorme Anhäufung von Verfahrensfehlern 

hervorgetan hätten. Rechtsuchende Personen dürften erwarten, dass ihr Fall objektiv und 

sachlich, d.h. ohne vorverurteilende sowie wertende Bemerkungen beurteilt werde. 

Vorliegend finde sich eine Vielzahl von Belegen, dass das Resultat der „Abklärungen“ des 

Beschwerdegegners 1 von Beginn an festgestanden sei.  

 

3.2  Der Beschwerdegegner 1 hält dagegen, es sei fraglich, inwieweit Ausstandsgründe bei 

Vollstreckungsverfahren massgebend seien. Gegen den Beschwerdeführer lägen 

rechtskräftige Tierhalteverbote sowie Vollstreckungsverfügungen vor. Bei der mündlichen 

Verhandlung vom 18. Januar 2018 liess der Beschwerdegegner 1 zudem u.a. geltend 

machen, dass Vollstreckungsverfügungen aufgrund der Verwaltungseffizienz grundsätzlich 

vom Regelungsbereich der Ausstandsnormen ausgenommen seien. Was der 

Beschwerdeführer als Voreingenommenheit bezeichne, seien sachlich vorgetragene 

Zweifel des Veterinäramts am korrekten Vollzug des Tierhalteverbots während des 

Prüfungsverfahrens. Diese Zweifel seien nicht aus der Luft gegriffen, sondern gründeten in 

Fakten, die der Beschwerdeführer selber gesetzt habe: u.a. dadurch, dass die Tiere 

weiterhin auf seinem Betrieb verblieben seien oder dass Unterlagen gefehlt hätten, die 

gemäss Kaufvertrag bei F___ hätten vorliegen müssen. Bei den Äusserungen des 

Veterinäramts und des Beschwerdegegners 1 habe es sich zudem um vorläufige 

Beurteilungen gehalten, die jeweils in Verbindung mit Massnahmen gestanden seien, 

bestehende Unklarheiten zu bereinigen.  

Seite 10 

3.3 Äusserungen über den Verfahrensausgang wecken Zweifel an der Unbefangenheit, wenn 

sie konkret sind, die notwendige Distanz vermissen lassen und dadurch auf eine 

abschliessende Meinungsbildung hindeuten (BGE 134 I 238 E. 2; BGE 133 I 89 E. 3.3). Die 

Vorbefassung begründet insbesondere dann keine Ausstandspflicht, wenn das Verfahren in 

Bezug auf den Sachverhalt und die zu beurteilenden Fragen offen erscheint und nicht der 

Anschein der Vorbestimmtheit erweckt wird (Urteil des Bundesgerichts U 302/05 vom 30. 

August 2006 E. 6.3). Eine Prognose über Sachverhalt und Rechtslage führt nicht zu einer 

Ausstandspflicht, solange das Behördenmitglied erkennen lässt, dass die geäusserten 

Ansichten vorläufiger Natur sind und je nach Verfahrensstand überprüft und angepasst 

werden (SCHINDLER, a. a. O, S. 131). Ein Entscheidungsträger hat jedoch in den Ausstand 

zu treten, wenn der Eindruck besteht, er könne sich von den zuvor getroffenen 

Feststellungen und Wertungen nicht mehr lösen, womit der Ausgang des Verfahrens vorher 

bestimmt erscheint (BGE 126 I 68 E. 3c). Abschätzige Äusserungen über die Parteien oder 

sehr stark wertende Äusserungen über die fraglichen Vorfälle können unter Umständen den 

Anschein der Befangenheit begründen (BGE 127 I 196 E. 2d).  

 

3.4 Aus den Akten geht hervor, dass der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers das 

Veterinäramt mit Schreiben vom 17. Februar 2017 darüber informiert hat, dass A2___ ihren 

gesamten Viehbestand an F___ verkauft habe. Dass sich der Beschwerdegegner 1 als 

Leiter der Vollstreckungsbehörde dadurch veranlasst fühlte, den Sachverhalt unangemeldet 

zu kontrollieren, ist nicht zu beanstanden. Der Kommentar am Schluss des Kontrollberichts 

vom 20. Februar 2017, wonach der Beschwerdegegner 1 das Tierhalteverbot weiterhin als 

nicht umgesetzt erachte, ist im Zusammenhang mit den vorgefundenen Nutztieren auf dem 

Betrieb des Beschwerdeführers und der im Kontrollbericht notierten Aussagen von F___ zu 

verstehen. In diesem Kontext lässt sich diese Äusserung als eine – etwas direkt formulierte 

– erste provisorische Einschätzung der vorgefundenen Situation qualifizieren. Der 

Umstand, dass das Veterinäramt nach der betreffenden Kontrolle zahlreiche weitere 

Untersuchungsmassnahmen durchgeführt hat, spricht jedoch dagegen, dass es sich dabei 

bereits um eine abschliessende Meinungsbildung handelte. 

 

Bei der Befragung von F___ vom 10. März 2017 hat der Beschwerdegegner 1 von RA 

AA___ zu Beginn eine Vollmacht verlangt, was angesichts der zu diesem Zeitpunkt 

unklaren Eigentums- und Vertretungsverhältnisse nicht als schikanös einzustufen ist. In 

Bezug auf die gerügte Voreingenommenheit beanstandet der Beschwerdeführer konkret 

folgende Aussagen/Fragen des Beschwerdegegners 1 (vgl. Protokoll vom 3. Mai 2017): 

Frage 10: „Wie erklären Sie sich die äussert guten Kaufkonditionen?“; Frage 13: „Gestützt 

auf den Kaufvertrag und Ihre Aussagen stelle ich in den Raum, dass der Kaufvertrag nicht 

glaubwürdig ist“; Frage 20: „B___ erwidert, dass diese Handhabung für ihn nicht 

Seite 11 

nachvollziehbar ist. In der Landwirtschaft werde doch nicht gratis gearbeitet“; Frage 31: 

„B___ weist darauf hin, dass F___ im vorher erwähnten Brief vom 17. Februar 2017 als 

verantwortlicher Eigentümer bezeichnet werde. Er sehe hier eine Unklarheit und einen 

Widerspruch.“ Nach Ansicht des Obergerichts deuten auch diese Äusserungen nicht auf 

eine abschliessende Meinungsbildung des Beschwerdegegners 1 hin, wurden doch dabei 

lediglich Zweifel angebracht. Der Beschwerdeführer scheint dabei zu verkennen, dass der 

Beschwerdegegner 1 aufgrund der Offizialmaxime im Verwaltungsverfahren verpflichtet 

war, bei Unklarheiten nachzuhaken, zumal sich F___ im Verlauf der Befragung 

offensichtlich in Widersprüche verstrickt hat. Gerügt wird im Weiteren Frage 51: „Vieles 

deutet darauf hin, dass Sie uns als „Strohmann“ vorgehalten werden und Sie in Tat und 

Wahrheit weder Tierhalter noch Tierbesitzer sind. Was sagen Sie dazu?“ Dabei handelt es 

sich zwar um eine nicht ganz glücklich formulierte Äusserung, jedoch kann aufgrund der 

Formulierung „vieles deutet darauf hin“ auch darin keine abschliessende Meinung erblickt 

werden. Dasselbe gilt bei Frage 52: „Abhängig von den weiteren Erkenntnissen haben wir 

die Absicht, die Nutztierhaltung [Wohnort] zu räumen, die Tiere zu beschlagnahmen und zu 

veräussern. Die Kosten für unsere Aufwendungen werden vom Ertrag abgezogen. Was 

sagen Sie zu unserem Vorhaben?“ Die Räumung der Nutztierhaltung [Wohnort] hat der 

Beschwerdegegner 1 ausdrücklich unter den Vorbehalt der weiteren Erkenntnisse gestellt, 

und auch der abschliessende Satz des Beschwerdegegners 1, „er nehme die Aussagen 

von F___ als mehr oder weniger wahr zur Kenntnis“, lässt den Ausgang des Verfahrens 

nicht als vorher bestimmt erscheinen. Der im Schreiben vom 12. April geäusserte Vorwurf 

der „Hinhaltetaktik“ richtete sich im Übrigen nicht gegen den Beschwerdeführer sondern 

dessen Rechtsvertreter.  

 

3.5 Damit lässt sich insgesamt festhalten, dass die Bemerkungen des Beschwerdegegners 1 

während des Vollstreckungsverfahrens objektiv nicht geeignet waren, um auf eine 

abschliessende Meinungsbildung hinzudeuten. Bei den wiederholt geäusserten sachlichen 

Zweifeln des Beschwerdegegners 1 handelt es sich nicht um Meinungsäusserungen, 

gestützt auf welche zu befürchten gewesen wäre, der Beschwerdegegner 1 würde sich 

einer weiteren sachlichen Auseinandersetzung verweigern. Trotz der im 

Vollstreckungsverfahren systembedingten Vorbefassung erschien das Verfahren in Bezug 

auf den Sachverhalt und die zu beurteilenden Fragen weiterhin offen, was sich - wie bereits 

erwähnt - dadurch bestätigt hat, dass das Veterinäramt auch nach der Befragung vom 10. 

März 2017 zahlreiche weitere Untersuchungshandlungen (Betriebskontrollen, Einforderung 

von Belegen, Einholung von Auskünften bei externen Behörden, Metzgereien usw.) 

vornahm. Infolgedessen erweist sich die Rüge, der Beschwerdegegner 1 hätte aufgrund 

einer vorzeitig gebildeten festen Meinung über das Verfahrensergebnis in den Ausstand 

treten müssen, als unbegründet.  

Seite 12 

4. Voreingenommenheit der Beschwerdegegner 2 und 3? 

4.1 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, dass am 24. Februar 2017 eine weitere 

unangemeldete Betriebskontrolle durch das Veterinäramt, vertreten durch den 

Beschwerdegegner 2 und die Beschwerdegegnerin 3, stattgefunden habe. Zu Beginn des 

Kontrollberichts finde sich die wertende Aussage: „Aufgrund der fragwürdigen Verhältnisse 

wird nach der Kontrolle vom 20. Februar 2017 eine erneute Kontrolle mit einer möglichen 

Befragung von Herrn F___ veranlasst.“ Im zweiten Satz des Kontrollberichts werde 

unnötigerweise festgehalten, mit welchem Schuhwerk A2___ angetroffen worden sei, 

obwohl dies für den Vollzug des Tierhalteverbots ohne jegliche Relevanz sei. Am 10. April 

2017 hätten der Beschwerdegegner 2 und die Beschwerdegegnerin 3 erneut eine 

unangemeldete Betriebskontrolle durchgeführt. Im zugehörigen Kontrollbericht stünden 

bereits zu Beginn erneut unnötige, wenn nicht gar sexistische Anmerkungen: Gleichzeitig 

parkiert A1___ einen Viehwagen mit dem Kennzeichen AR XXXX. Sie geht danach (schön 

gekleidet mit hellblauen Allstars Schuhen, schwarzen Leggings und anliegendem T-Shirt) in 

den Stall und verrichtet Stallarbeit bei den Ziegen, Schafen, Kühen und Kälbern, danach 

bei den Kaninchen. A1___ tritt gerade aus dem Haus, zieht die Gummistiefel an und läuft in 

den Garten.“ Die Beurteilung der Kleider und das Auftreten der Familie A1___ habe gar 

nichts mit dem Vollzug des Tierhalteverbots zu tun. Dass sich das Veterinäramt auch ohne 

Anwesenheit des Kantonstierarztes nicht derart wertender Bemerkungen enthalten könne, 

zeige klar und deutlich auf, dass mittlerweile sämtliche Mitarbeiter befangen seien. Der 

Beschwerdeführer könne unter diesen Umständen keine objektive Beurteilung seines Falls 

erwarten.  

 

4.2 Es war Aufgabe des Veterinäramts, im Rahmen der Sachverhaltsabklärung zu ermitteln, ob 

der Beschwerdeführer noch immer als Tierhalter einzustufen ist oder nicht. Wie die 

Vorinstanz zu Recht im angefochtenen Entscheid festhält, hat der Kontrollbericht (auch) die 

Funktion einer Bewertung, wobei Beschreibungen der Kleidung und der Ausrüstung von 

Angestellten in Bezug auf die Frage des Tierhalters von Bedeutung sein können. Es ist 

offensichtlich, dass sich aus der Kleidung Rückschlüsse auf die Mitarbeit von Mitgliedern 

der Familie des Beschwerdeführers auf dem Landwirtschaftsbetrieb ziehen lassen können. 

Insofern war die Beschreibung der Bekleidung in den betreffenden Kontrollberichten weder 

deplatziert noch deutet diese auf eine abschliessende wertende Meinungsbildung der 

Beschwerdegegner 2 und 3 hin. Zudem wurden die Kontrollberichte nach der 

Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 3. Juli 2017 durch korrigierte Kontrollberichte 

ersetzt, wobei das Veterinäramt nachträglich einzelne (unnötige) Bemerkungen in Bezug 

auf Bekleidung gestrichen hat (vgl. dazu Ziff. 8 der Erwägungen der 

Vollstreckungsverfügung vom 14. August 2017). Im Übrigen kann auf die Ausführungen in 

Seite 13 

Ziff. 3 verwiesen werden. Damit begründen auch die Bemerkungen der Beschwerdegegner 

2 und 3 objektiv keinen Anschein der Befangenheit.  

 

5. Schwere  Verfahrensfehler des Beschwerdegegners 1?  

5.1 Der Beschwerdeführer moniert, dass es bei den Kontrollen des Betriebs [Wohnort] immer 

wieder zu Verfahrensfehlern gekommen sei. Bei einer Kontrolle vom 12. Juni 2015 habe 

der Beschwerdegegner 1 „irrtümlich“ die Originalverträge des Beschwerdeführers zu den 

Akten genommen.  

 

Zu Beginn der Befragung vom 10. März 2017 sei festgehalten worden, dass es dabei um 

die Ermittlung des Sachverhalts im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens gehe. Es 

stünden keine Anschuldigungen gegen F___ im Raum. Die erste Frage an F___ habe 

sodann gelautet, ob dieser mit der Befragung einverstanden und er bereit sei, die Fragen 

wahrheitsgemäss zu beantworten. Eine Belehrung habe keine stattgefunden, was damit 

begründet worden sei, dass F___ nicht Zeuge sei. Der Beschwerdegegner 1 habe F___ 

bereits bei der zweiten Frage damit gedroht, dass er aufgrund der Akten gemäss Art. 10 

Abs. 4 VRPG entscheiden werde, falls sich F___ nicht äussere. Auskunftspersonen 

unterstünden jedoch keiner Wahrheitspflicht, weshalb sie auch nicht zur 

wahrheitsgemässen Aussage ermahnt werden dürften. Insofern sei bei der ganzen 

Befragung unklar geblieben, in welcher Funktion F___ einvernommen worden sei, was 

jedoch entscheidende Auswirkung auf seine Mitwirkungspflichten und Verfahrensrechte 

habe. Der Beschwerdegegner 1 habe sich zur Aussage hinreissen lassen, dass der 

Kaufvertrag unglaubwürdig sei. F___ sei gebeten worden, sich zu diesem Vorwurf zu 

äussern, obwohl er zu Beginn des Verfahrens ausdrücklich darauf hingewiesen worden sei, 

dass keine Anschuldigungen im Raum stünden. Bei der Frage 41 habe sich klar und 

deutlich gezeigt, dass es dem Beschwerdegegner 1 um Vorabklärungen für das 

Strafverfahren gegangen sei. Im Weiteren Gesprächsverlauf habe der Kantonstierarzt 

nachgefragt, wer sonst verantwortlich sein soll und erklärt, dass er gezwungen sei, gegen 

F___, A1___, A2___, A3___ und A4___ Strafanzeige einzureichen. Damit sei jedoch klar, 

dass der Beschwerdegegner 1 F___ zu Beginn getäuscht habe. Entgegen seiner 

„Belehrung“ zu Beginn des Gesprächs seien anscheinend seit dem 20. Februar 2017 

Anschuldigungen gegenüber F___ im Raum gestanden und es sei dem Beschwerdegegner 

1 darum gegangen, herauszufinden, wer für die angeblichen Verstösse gegen das 

Tierschutzgesetz im strafrechtlichen Sinn verantwortlich gewesen sei, was aus der Frage 

46 klar hervorgehe. Während der gesamten Einvernahme habe RA AA___ den 

Beschwerdegegner 1 auf diverse Verfahrensfehler und unzulässige Fragen hingewiesen. 

Dennoch sei die Befragung ohne jegliche Bindung ans Verfahrensrecht fortgeführt, F___ 

Seite 14 

gedroht und versucht worden, dessen Position in einem allfälligen Strafverfahren erheblich 

zu schwächen. 

 Mit Schreiben vom 10. April 2017 habe der Beschwerdegegner 1 einen zivilrechtlich 

gültigen Kaufvertrag plötzlich und ohne nachvollziehbare Begründung in Zweifel gezogen 

und schliesslich sogar die Rechtmässigkeit des Erwerbs der Tiere negiert. Der 

Beschwerdegegner 1 habe diverse Dokumente für gänzlich legale Geschäftsbeziehungen 

verlangt, ohne dass dabei ein Bezug zum Tierschutz oder Seuchenschutz erkennbar 

gewesen wäre. Damit schiesse er meilenweit über das Verhältnismässigkeitsgebot hinaus, 

zumal kein einziger Geschäftspartner es goutieren würde, wenn plötzlich höchst sensible 

Personendaten bekannt gegeben würden. Dies käme einem wirtschaftlichen Todesurteil 

von F___ gleich. 

 

 Wegen der Doppelvertretung habe der Beschwerdegegner 1 Meldung bei der 

Anwaltskommission erstattet, weshalb RA AA___ mit Schreiben vom 24. April 2017 eine 

Sistierung des Verfahrens bis zum Entscheid der Anwaltskommission beantragt habe. Mit 

Schreiben vom 26. April 2017 habe der Beschwerdegegner 1 erklärt, dass falls die mit 

Schreiben vom 10. April 2017 angeforderten Belege nicht fristgerecht eingereicht würden, 

davon ausgegangen werde, dass diese Belege nicht im Besitz von F___ seien. Dies würde 

bedeuten, dass F___ nicht der wahre Eigentümer des Tierbestands [Wohnort]  sei. Würde 

F___ die entsprechenden Belege liefern, hätte er innerst kürzester Zeit keine Kunden bzw. 

Geschäftspartner mehr. F___ werde vom Beschwerdegegner 1 in ein Dilemma gedrängt, 

welches sich nur durch Aufgabe der Tierhaltung [Wohnort], sei es durch ein 

ungerechtfertigtes Tierhalteverbot oder durch wirtschaftlichen Ruin lösen lasse. Weil der 

Beschwerdegegner 1 nicht über das Sistierungsbegehren entschieden habe, habe dieser 

eine Rechtsverweigerung begangen. Andererseits sei sein Verhalten in Bezug auf die 

vermeintliche „unzulässige Mehrfachvertretung“ als treuwidrig zu bezeichnen. Die 

Vollstreckungsverfügung gründe nur auf Vermutungen, wobei keine Beweise geliefert 

würden.  

 

Das Verwaltungsverfahren strotze geradezu von Verfahrensfehlern. Dazu gehörten 

beispielsweise unsorgfältige, schikanöse Kontrollen, einseitige Kontrollberichte inklusive 

ungehöriger und unzulässiger Bemerkungen, Kontrollhandlungen in Abwesenheit der 

Betroffenen, widerrechtliches Mitnehmen von Originalakten, Nichtbehandeln von 

Sistierungsbegehren, widersprüchliches und somit treuwidriges Verhalten in Bezug auf den 

vermeintlichen Interessenskonflikt, unzulässige Einvernahmen ohne Beachtung des 

Verfahrensrechts, Nichtbeachtung von Ausstandsgründen sowie der Verdacht auf 

Amtsmissbrauch. Wenn sich die Vielzahl an wiederholten rechtlichen Fehlleistungen nicht 

Seite 15 

auf eine allfällige Inkompetenz der Behörde zurückführen lasse, müsse dies sachfremde 

Gründe haben, was auf eine Befangenheit schliessen lasse.  

 

Bei der mündlichen Verhandlung vom 18. Januar 2018 warf der Beschwerdeführer den 

Beschwerdegegnern 1-3 zusätzlich vor, dass diese die Bundesverfassung und die EMRK 

verletzt hätten, weil sie Durchsuchungen der Betriebsräume des Beschwerdeführers ohne 

schriftliche Anordnung durchführten. Im Weiteren habe das Veterinäramt nach der 

Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 3. Juli 2017 kurzerhand ihre Kontrollberichte 

vom 20. Februar 2017, 24. Februar 2017 und 10. April 2017 umgeschrieben.  

 

5.2 Der Beschwerdegegner 1 lässt bestreiten, dass Verfahrensfehler gemacht worden sein 

sollen, geschweige denn, dass diese sich enorm angehäuft hätten. Selbst bei Vorliegen 

von Verfahrensfehlern wären diese weit davon entfernt, einen glaubhaften Beweis für die 

Befangenheit des Beschwerdegegners 1 abgeben zu können. Dazu müssten besonders 

krasse oder absolut ungewöhnliche Mängel vorliegen. Die Strafanzeige des 

Beschwerdeführers gegen den Beschwerdegegner 1 wegen Amtsmissbrauchs sei zudem 

von der Staatsanwaltschaft nicht anhand genommen worden. 

 

5.3 Die Verletzung materiellen Rechts oder die Missachtung von Verfahrensvorschriften durch 

ein Behördenmitglied ist grundsätzlich nicht geeignet, dessen Befangenheit zu bewirken. 

Solche Fehler sind im dafür vorgesehenen Verfahren, d.h. mit einem Rechtsmittel gegen 

den betreffenden Entscheid geltend zu machen (SCHINDLER, a.a.O, S. 137). Sie können nur 

ausnahmsweise dann zur Annahme eines Ausstandsgrundes führen, wenn es sich um 

wiederholte und krasse Irrtümer handelt, die zugleich als schwere Amtspflichtverletzungen 

zu qualifizieren sind (BGE 125 I 119 E. 3e; BGE 116 Ia 135 E. 3a; BGE 115 Ia 400 E. 3b). 

Einfache Verfahrensfehler reichen nicht, um die Besorgnis der Befangenheit zu erregen. 

Selbst ein einzelnes schweres Vergehen genügt hierfür in der Regel nicht (SCHINDLER, 

a.a.O, S. 138 unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 1P.251 vom 4. Juli 2011 E. 

3b). Der Anschein der Befangenheit kann sich nur dann ergeben, wenn der Entscheidträger 

Verfahrensfehler oder besonders gewichtige oder wiederholte Beurteilungsfehler begeht, 

die als schwere Pflichtverletzungen betrachtet werden müssen und von der Absicht 

zeugen, der Partei zu schaden (BGE 125 I 119 E. 3e). Von einer hinreichenden Schwere 

der Pflichtverletzung wäre etwa auszugehen, wenn die Amtsperson für den 

Verfahrensausgang relevante Dokumente systematisch zurückbehält oder das Verfahren 

mit dem Ziel verschleppt, dass sich der Sachverhalt wesentlich zum Nachteil der 

Verfahrenspartei ändert (RETO FELLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum 

Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2008, N. 29 zu Art. 10).  

 

Seite 16 

5.4 Im vorliegenden Fall sind keiner derartigen schweren Verfahrensfehler ersichtlich. So ist 

nicht erkennbar, dass die Originalverträge am 12. Juni 2015 vom Beschwerdegegner 1 

absichtlich bzw. in Schädigungsabsicht zu den Akten genommen wurden.  

Was die Befragung von F___ anbelangt, gilt es zu berücksichtigen, dass diese im Rahmen 

des Vollstreckungsverfahrens gegen den Beschwerdeführer erfolgte, wobei es sich 

unbestrittenermassen um ein Verwaltungsverfahren und nicht um ein Strafverfahren 

handelte. Gemäss Art. 10 Abs. 2 VRPG kann die Sachverhaltsermittlung im 

Verwaltungsverfahren durch die Befragung der Beteiligten und von Auskunftspersonen 

erfolgen, wobei von Gesetzes wegen im Gegensatz zur Zeugenbefragung keine Belehrung 

erforderlich ist. Dazu kommt, dass F___ zu Beginn der Befragung darauf hingewiesen 

wurde, dass er nicht Zeuge sei (vgl. S. 1 des Protokolls vom 3. Mai 2017). Soweit der 

Beschwerdeführer eine Verletzung der Verfahrensrechte von F___ geltend macht, kann 

dies nicht Gegenstand dieses Verfahrens bilden, da F___ nicht Verfahrenspartei ist und 

von diesem – soweit ersichtlich – kein Ausstandsbegehren gegen die Beschwerdegegner 

gestellt wurde. Bei allfälligen strafrechtlichen Folgen läge es daher an F___, sich im 

entsprechenden Verfahren zur Wehr zu setzen. Die Tatsache, dass der Beschwerdegegner 

1 die Aussagen von F___ bzw. den Kaufvertrag teilweise als unglaubhaft wertete und 

weitere Sachverhaltsabklärungen vornahm, lässt ebenfalls nicht den Anschein von 

Befangenheit erwecken. Aufgrund des rechtskräftigen Tierverbots war es im Gegenteil 

Aufgabe des Veterinäramts eine Prüfung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen des 

Beschwerdeführers vorzunehmen und den behaupteten Tierhalterwechsel einer kritischen 

Würdigung zu unterziehen. Es sind keine Anhaltspunkte vorhanden, dass der 

Beschwerdegegner 1 sich dabei von sachfremden Motiven leiten liess und dieser den 

Beschwerdeführer absichtlich schädigen wollte  

 

Gemäss Art. 10 Abs. 1 VRPG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest 

und bedient sich der in Art. 10 Abs. 2 VRPG genannten Beweismittel (Auskünfte, 

Amtsberichte usw). Die von F___ mit Schreiben vom 10. April eingeforderten Belege und 

Auskünfte betreffend Entschädigung für die geschlachteten oder verkauften Nutztiere 

erscheinen entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers für die Frage der Qualifikation 

des Tierhalters keineswegs als irrelevant. Inwiefern es sich dabei um höchstpersönliche 

Personendaten handeln und F___ deswegen seine Kunden und Geschäftspartner verlieren 

soll, wird vom Beschwerdeführer nicht substantiiert und wäre ohnehin von F___ im 

entsprechenden Verfahren zu rügen. Im Übrigen argumentiert der Beschwerdeführer hier 

widersprüchlich, indem er dem Beschwerdegegner 1 einerseits vorwirft, sich von Anfang an 

in Bezug auf das Verfahrensergebnis festgelegt zu haben und andererseits dessen 

weiteren Untersuchungshandlungen als unverhältnismässig bezeichnet (vgl. dazu oben 3.6 

und 3.7).  

Seite 17 

 

Der Beschwerdeführer rügt weiter, dass der Beschwerdegegner 1 eine 

Rechtsverweigerung begangen habe, indem er nicht über das Sistierungsgesuch 

entschieden habe. In diesem Punkt ist ihm grundsätzlich zuzustimmen, dass im Sinne 

eines prozessleitenden Zwischenentscheids über die Sistierung zu entscheiden gewesen 

wäre. Allerdings gilt es festzuhalten, dass der Beschwerdegegner 1 dem Beschwerdeführer 

mit Schreiben vom 3. Mai 2017 mitteilte, nicht auf das Sistierungsgesuch einzutreten und 

das Verfahren weiterzuführen. Der Beschwerdeführer hätte zu diesem Zeitpunkt einen 

Zwischenentscheid verlangen können, was er jedoch offenbar unterlassen hat. Insofern 

handelt es sich bei der Nichtbehandlung des Sistierungsgesuchs nicht um einen 

schwerwiegenden Verfahrensfehler. Schwerwiegende Verfahrensfehler, welche den 

Beschwerdeführer benachteiligen, sind auch in Bezug auf die geänderten Protokolle keine 

auszumachen, zumal diese – soweit ersichtlich –, lediglich in Bezug auf die 

Kleiderbeschreibung der Familie A1___ angepasst wurden (vgl. dazu vorne Ziff. 4.2). 

Soweit der Beschwerdeführer die Völkerrechts- und Verfassungskonformität der 

durchgeführten Kontrollen in Frage stellt, ist auf Art. 39 des Tierschutzgesetzes (TSchG, 

SR 455) zu verweisen, welcher für Betriebskontrollen keine Verfügung vorschreibt. Diese 

Norm ist für das Obergericht und das Veterinäramt aufgrund von Art. 190 BV massgebend, 

womit der Beschwerdeführer auch daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Im 

Übrigen ist es nicht Aufgabe des Obergerichts, im vorliegenden Ausstandsverfahren die 

Vollstreckungsverfügung vom 14. August 2017 auf ihre Rechtmässigkeit zu überprüfen.  

 

Damit ergibt sich, dass beim Beschwerdegegner 1 keine Verfahrensfehler ersichtlich sind, 

welche als eine schwere Amtspflichtverletzung zu qualifizieren wären. Diese Auffassung 

teilt offensichtlich auch die Staatsanwaltschaft, welche am 15. August 2017 eine Anzeige 

des Beschwerdeführers wegen Amtsmissbrauchs nicht anhand genommen hat. Damit liegt 

auch in diesem Punkt kein Ausstandsgrund des Beschwerdegegners 1 vor.  

 

6. Verfahrensfehler der Beschwerdegegner 2-4? 

6.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass am 24. Februar 2017 durch die 

Beschwerdegegner 2 und die Beschwerdegegnerin 3 ein „zwischenzeitlicher Rundgang“ 

um den Kuhstall erfolgt sei und es seien Blicke in den Stallbereich geworfen worden, ohne 

dass F___ vor Ort gewesen wäre. Im Weiteren wirft er ihnen eine ungenügende 

Protokollierung vor. Am. 1. September 2017 sei unter Beteiligung der Beschwerdegegnerin 

3 eine Kontrolle der Kaninchenstallungen des Hofs ohne erforderliche Kaninchenwaage 

durchgeführt worden. Aus einer Gesprächsnotiz des Veterinäramts vom 9. Mai 2017 werde 

ersichtlich, dass die Mitabeiterin des Sekretariats, die Beschwerdegegnerin 4, im 

Seite 18 

Zusammenhang mit einem anderen Fall plötzlich auf den Fall A1___ zu sprechen komme. 

Es sei ihr aber von Amtes wegen nicht erlaubt, hängige Fälle mit Drittpersonen zu erörtern.  

 

6.2 Die Beschwerdegegner 2-4 bestreiten die vorgeworfenen Verfahrensfehler. Auch könnten 

nach ihrer Einschätzung daraus keine Ausstandsgründe nach Art. 8 VRPG geltend 

gemacht werden. Zudem bestätigen diese, im vorliegenden Fall als Mitarbeiter/innen des 

Veterinäramts ausschliesslich im Auftrag und nach Weisungen des Beschwerdegegners 1 

gehandelt zu haben. 

 

6.3 Das Obergericht verweist diesbezüglich erneut auf Art. 39 TSchG, welcher den 

Kontrollorganen ein Zutrittsrecht einräumt, ohne dass die Anwesenheit der betroffenen 

Personen erforderlich wäre. Die beanstandeten „Blicke“ in den Stallbereich können daher 

ebenso wenig, wie der Umstand, dass bei der Kaninchenkontrolle keine Waage vorhanden 

war, als schwere Amtspflichtverletzungen qualifiziert werden. Dies gilt auch für die 

behaupteten fehlerhaften Protokolle, für welche im VRPG keine Formvorschriften 

existieren. Im Weiteren kann in Bezug auf die Beschwerdegegner 2 und 3 auf Ziff. 5.4 

verwiesen werden.  

 

 Aus der Gesprächsnotiz vom 9. Mai 2017 geht im Weiteren nicht hervor, dass die 

Beschwerdegegnerin 4 mit einem Dritten den Fall A1___ erörtert hat. Vielmehr hat diese 

eine Information von einem Dritten bezüglich einer Kuh, die Berührungspunkt zum Fall 

A1___ hatte, aufgenommen. Dies erscheint keineswegs unzulässig. Zudem ist nicht 

ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin 4 als Mitarbeiterin des Sekretariats inhaltlich an 

der Vollstreckungsverfügung überhaupt mitgewirkt hat. 

 

 Infolgedessen sind auch bei den Beschwerdegegnern 2-4 keine Verfahrensfehler 

erkennbar, welche auf deren Befangenheit schliessen lassen.  

 

7. Persönliches Interesse des Beschwerdegegners 1? 

7.1 Der Beschwerdeführer moniert, dass der Beschwerdegegner 1 persönlich am 

Verfahrensausgang interessiert sei. Die Erwägung in Ziff. 27 des Entwurfs der 

Vollstreckungsverfügung widerspreche geltendem Recht, weil der Beschwerdegegner 1 

über seinen eigenen Ausstand befunden habe. Ein persönliches Interesse sei zu bejahen, 

wenn die mit der Anordnung befasste Person in eigener Sache entscheide, mithin im 

Verfahren selber Parteistellung oder aber ein unmittelbares Interesse am 

Verfahrensausgang habe. Offenkundig sei das Eigeninteresse bei der Beurteilung eines 

Ausstandsbegehrens, welches die eigene Person betreffe. Auch ein überdurchschnittliches 

Engagement für oder gegen einen Erlass bzw. im vorliegenden Fall für die Schliessung des 

Seite 19 

Betriebs [Wohnort] könnten zu einer Bejahung der Befangenheit führen. Der 

Beschwerdegegner 1 führe eine beispiellose Kampagne gegen die Familie des 

Beschwerdeführers und verwende einen Grossteil seiner Zeit und seiner übrigen 

Ressourcen einzig und allein dafür, den Betrieb [Wohnort] dicht zu machen. Die 

Durchführung der Ersatzvornahme und der anschliessenden Medienkonferenz 

widerspreche zudem dem in der Verfassung verankerten Verhältnismässigkeitsprinzip und 

dem Grundsatz der erschwinglichen Rechtspflege. Durch die Medienkonferenz habe die 

Familie des Beschwerdeführers eine massive Rufschädigung erlitten. An der 

Medienkonferenz habe der Beschwerdegegner 1 anerkannt, dass er auch schon 

„emotionsgeladen“ nach Hause gegangen sei. Damit sei erwiesen, dass dieser im 

vorliegenden Fall ein persönliches Interesse am Verfahrensausgang, nämlich an der 

Räumung des Hofes [Wohnort] habe. Daher schüre dieser einen intensiven und 

tiefsitzenden Hass auf die Familie des Beschwerdeführers und einen ebenso tiefsitzenden 

Frust betreffend das vorliegende Verfahren, insbesondere betreffend die Verfahrensdauer.  

 

7.2 Der Beschwerdegegner 1 lässt dagegen einwenden, dass er nicht über den eigenen 

Ausstand entschieden habe. Das Ausstandsbegehren sei entweder durch Anfechtung der 

Endverfügung zu erheben oder dann sei der Ausstand der Rekursinstanz zu beantragen, 

die dafür einen Zwischenentscheid zu fällen habe. Dies habe der Beschwerdeführer 

vorliegend getan.  

 

7.3 Die Zuständigkeit bei Ausstandsgesuchen wird in Art. 8 Abs. 2 VRPG geregelt. Danach 

entscheidet bei Streitigkeiten die Rechtsmittelinstanz über den Ausstand der betreffenden 

Person. Mit seinen Vorbringen verkennt der Beschwerdeführer den Ablauf des 

Ausstandsverfahrens. Macht eine Partei einen Ausstandsgrund geltend und wird dieser 

Grund von der Amtsperson anerkannt, hat diese in den Ausstand zu treten. Wird ein 

Ausstandsgrund geltend gemacht, von der Amtsperson aber nicht anerkannt, hat die 

Amtsperson diese Ablehnung auszudrücken. Dann hat die obere Behörde gemäss dem 

anwendbaren Gesetz über den streitigen Ausstand zu entscheiden. Vorliegend hat der 

Beschwerdegegner 1 einen Ausstandsgrund verneint, weshalb er nicht von sich aus in den 

Ausstand treten musste. Da er am Entscheid der Vorinstanz nicht beteiligt war, trifft es nicht 

zu, dass dieser über sein eigenes Ausstandsgesuch entschieden hat.  

 

 Soweit der Beschwerdeführer dem Beschwerdegegner 1 ein überdurchschnittliches 

Engagement in dieser Angelegenheit vorwirft, gilt es in Erinnerung zu rufen, dass gegen 

den Beschwerdeführer seit dem 31. März 2015 ein rechtskräftiges Tierhalteverbot vorliegt 

und dass dieser zuvor mehrfach wegen Verstössen gegen das Tierschutzgesetz verurteilt 

worden war. Da dem Veterinäramt der Vollzug des Tierschutzgesetzes obliegt, kann dem 

Seite 20 

Beschwerdegegner 1 in dieser Angelegenheit kein überdurchschnittliches Engagement 

oder gar eine beispiellose Kampagne vorgeworfen werden. Ausserdem lässt sich nicht in 

Abrede stellen, dass Vollstreckungen von Tierhalteverboten von aktuellem öffentlichen 

Interesse sind, weshalb es im pflichtgemässen Ermessen des Beschwerdegegners 1 stand, 

nach der Ersatzvornahme eine Medienkonferenz durchzuführen. Dies gilt auch für das 

hohe Polizeiaufgebot, auch wenn sich dieses im Nachhinein als zu hoch herausgestellt hat. 

Im Übrigen ist der Entscheid über die Kosten der Ersatzvornahme separat anfechtbar (Art. 

63 Abs. 3 VRPG).  

 

 Schlussendlich vermag der Beschwerdeführer nicht nachzuweisen und ergeben sich in den 

Akten keine Anhaltspunkte, dass der Beschwerdegegner 1 einen intensiven und 

tiefsitzenden Hass auf den Beschwerdeführer bzw. dessen Familie hat. Zwar hat der 

Beschwerdegegner 1 eingestanden, dass ihn die Angelegenheit emotional nicht unberührt 

lässt, doch ist nicht erkennbar, dass dieser deswegen unsachlich oder gar feindselig 

agierte. Abschätzige Äusserungen über den Beschwerdeführer, welche unter Umständen 

den Anschein der Befangenheit begründen könnten, sind keine erkennbar und werden vom 

Beschwerdeführer auch nicht substantiiert. Damit ist auch ein persönliches Interesse des 

Beschwerdegegners 1 am Verfahrensausgang zu verneinen. 

 

8. Zusammenfassend sind vorliegend bei einer Gesamtbetrachtung keine Umstände 

ersichtlich, welche den Anschein der Befangenheit der Beschwerdegegner 1-4 im 

Vollstreckungsverfahren erwecken. Unter der Berücksichtigung der Umstands, dass im 

Vollstreckungsverfahren erhöhte Anforderungen für das Vorliegen eines Ausstandgrundes 

gelten und des Grundsatzes, dass im Interesse einer beförderlichen Rechtspflege 

Ausstandsbegehren gegen Verwaltungsbehörden nicht leichthin gutzuheissen sind, kommt 

das Obergericht zum Schluss, dass die vom Beschwerdeführer vorgebrachten 

Begebenheiten objektiv nicht geeignet sind, den Anschein der Befangenheit zu begründen. 

Die Beschwerde ist damit abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.  

 

9. Nach Art. 19 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 VRPG ist im Beschwerdeverfahren vor 

Obergericht gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf 

dessen Rechtsmittel nicht eingetreten wird. Dem Beschwerdeführer ist ausgangsgemäss 

eine Entscheidgebühr aufzuerlegen, wobei eine Gebühr von Fr. 2‘500.00 als angemessen 

erscheint (Art. 4a des Gesetzes über die Gebühren in Verwaltungssachen [bGS 233.2]).  

 

10. Nach Art. 53 Abs. 3 VRPG hat die obsiegende Partei in der Regel Anspruch auf eine 

Entschädigung für die notwendigen Kosten und Auslagen. Da der Beschwerdeführer mit 

seinen Anträgen nicht durchdringt, ist sein Entschädigungsbegehren abzuweisen. Dies gilt 

Seite 21 

auch für den Beschwerdegegner 1, da dieser in amtlicher Funktion am Verfahren 

teilgenommen hat und an Behörden keine Parteientschädigungen zugesprochen werden 

(Art. 24 Abs. 3 lit. a VRPG).  

 

  

Seite 22 

Demnach erkennt das Obergericht:  

 
 
1. Die Beschwerde von A1___ wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 
 
 
2. Dem Beschwerdeführer wird eine Entscheidgebühr von Fr. 2'500.-- auferlegt.  
 
 
3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 
 
 
4. Rechtsmittel:   

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde 
richtet sich nach Art. 82 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG, SR 
173.110). Die Beschwerde ist beim Schweizerischen Bundesgericht, Avenue du Tribunal 
fédéral 29, 1000 Lausanne 14, schriftlich einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die 
Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 
enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden 
sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). Die Beschwerde hat in der Regel keine 
aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 
 
 

5. Zustellung an den Beschwerdeführer über dessen Anwalt, den Beschwerdegegner 1 über 
dessen Anwältin, die Beschwerdegegner 2-4 sowie die Vorinstanz. 

 
 
 
Im Namen der 4. Abteilung des Obergerichts 
 
 

Der Obergerichtsvizepräsident:  

 

 

lic. iur. Walter Kobler 

Der Gerichtsschreiber:   

 

 

lic. iur. Daniel Hofmann 

 
 
 
 
 
 
versandt am: 16.03.18