# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43afed50-955d-56d2-9a32-5714fe2da00a
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-02
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 02.02.2021 (publiziert) 40/2015/19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_40-2015-19_2021-02-02.pdf

## Full Text

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Störung des Grundeigentums durch überragende Äste und durch zu nahe an 

der Grenze stehende bzw. zu hohe Sträucher – Art. 641 Abs. 2, Art. 687 Abs. 1 

und Art. 688 ZGB; Art. 93a Abs. 1 und Art. 94c EG ZGB. 

Zur Beseitigung der Störung seines Grundeigentums stehen dem Eigentümer das 

Kapprecht sowie die Eigentumsfreiheitsklage als gleichwertige Rechtsbehelfe zur 

Verfügung. Die beim Kapprecht vorausgesetzte erhebliche Schädigung ist auch 

bei der Eigentumsfreiheitsklage zu berücksichtigen. Die Erheblichkeit der Störung 

wird aufgrund der konkreten Umstände und des Ortsgebrauchs beurteilt und ist 

durch die Kläger zu substanzieren. Eine allein durch Laubfall verursachte Be-

einträchtigung gilt nicht als übermässig (E. 3 und E. 4.2). 

Das kantonale Gesetz über die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs 

hält Mindestgrenzabstände für neue Anpflanzungen fest. Ansprüche aus der Un-

terschreitung von gesetzlichen Mindestabständen verjähren fünf Jahre nach An-

pflanzung eines Baums. Der Mindestabstand kleiner Zier- und Nutzbäume, Sträu-

cher sowie Hecken von der Grenze beträgt die Hälfte ihrer Höhe, mindestens aber 

60 cm. Der Anspruch auf Rückschnitt verjährt nicht (E. 3 und E. 5.2). 

Anordnung von Vollstreckungsmassnahmen (E. 6). 

OGE 40/2015/19 vom 15. Januar 2016 

Keine Veröffentlichung im Amtsbericht 

Sachverhalt 

Das Kantonsgericht verpflichtete den Beklagten, die prozessgegenständlichen 

Pflanzen auf seinem Grundstück in Schaffhausen zum Grundstück der Kläger wie 

folgt zurückzuschneiden bzw. zu entfernen:  

–   Bis spätestens Ende März 2016: Rückschneidung aller über die Grundstücks-

grenze ragender Äste der Weide bis zur Grundstücksgrenze, ab März 2016 

wiederholend alle 5 Jahre;  

–   bis Ende Juni 2015: Entfernung aller Büsche und Haselsträucher, inkl. Strünke, 

welche sich näher als 60 cm an der Grundstücksgrenze befinden; 

–   bis Ende März eines jeden Jahres, erstmals bis Ende März 2015: Rück-

schneidung aller Büsche, Haselsträucher und Stauden, welche sich mindes-

tens 60 cm von der Grundstücksgrenze entfernt befinden, auf die Grenze und 

auf die gesetzliche Höhe.  

Sollte der Beklagte seiner Verpflichtung nicht innert Frist nachkommen, ordnete 

das Kantonsgericht für jeden weiteren Tag der Nichterfüllung eine Ordnungsbusse 

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von Fr. 100.– an. Ausserdem berechtigte es diesfalls die Kläger, die Rückschnitte 

und Entfernungen auf Kosten des Beklagten durch eine Fachperson ausführen zu 

lassen. Der Beklagte beschwerte sich daraufhin beim Obergericht, welches die Be-

schwerde teilweise guthiess, soweit es darauf eintrat. 

Aus den Erwägungen 

3. Gemäss Art. 687 Abs. 1 ZGB kann der Nachbar überragende Äste und ein-

dringende Wurzeln kappen und für sich behalten, wenn sie sein Eigentum schä-

digen und auf seine Beschwerde hin nicht binnen angemessener Frist beseitigt 

werden. Statt das Kapprecht auszuüben, kann der Nachbar grundsätzlich mit der 

Negatorienklage (Art. 641 Abs. 2 ZGB) die Beseitigung der eindringenden Wurzeln 

und Äste verlangen. Allerdings hat er diesfalls dieselben Voraussetzungen wie bei 

der Beanspruchung des Kapprechts zu beachten: Es muss eine erhebliche Schä-

digung vorliegen (Rey/Strebel, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, 

Zivilgesetzbuch II, 5. A., Basel 2015, Art. 687/688 N. 12, S. 1243; BGE 131 III 505 

E. 5.4 f. S. 509 f.). Schädigung ist jede erhebliche, das heisst übermässige Be-

einträchtigung des nachbarlichen Grundeigentums. Dazu gehören Grund und Bo-

den, die damit fest verbundenen Objekte wie Bauten, Anlagen und Pflanzen sowie 

der Luftraum. Folge einer derartigen Schädigung kann zum Beispiel sein: Die 

Behinderung oder Erschwerung der Bewirtschaftung, das Begehen oder Befahren 

des Nachbargrundstücks, übermässige Feuchtigkeit oder Schattenwurf. Die Über-

mässigkeit wird aufgrund der konkreten Umstände und des Ortsgebrauchs beurteilt 

(Rey/Strebel, Art. 687/688 N. 8, S. 1242). Eine allein durch Laubfall verursachte 

Beeinträchtigung gilt nicht als übermässig (BGE 131 III 505 E. 4.2 S. 507). 

Gemäss Art. 688 ZGB sind die Kantone befugt, für Anpflanzungen je nach der Art 

des Grundstücks und der Pflanzen bestimmte Abstände vom nachbarlichen Grund-

stück vorzuschreiben oder den Grundeigentümer zu verpflichten, das Übergreifen 

von Ästen oder Wurzeln fruchttragender Bäume zu gestatten und für diese Fälle 

das Anries zu regeln oder aufzuheben. Art. 688 ZGB enthält einen echten, zu-

teilenden Vorbehalt i.S.v. Art. 5 Abs. 1 ZGB zugunsten der Kantone (Rey/Strebel, 

Art. 687/688 N. 26, S. 1245). Dementsprechend hält Art. 93a Abs. 1 des Gesetzes 

über die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 27. Juni 1911 

(EG ZGB, SHR 210.100) Mindestgrenzabstände für neue Anpflanzungen fest, so 

für Wald-, grosse Zier-, Nuss- und hochstämmige Obstbäume (Ziff. 1 – 4) sowie für 

kleine Zier- und Nutzbäume, Sträucher und Hecken (Ziff. 5). Allerdings verjähren 

Ansprüche aus der Unterschreitung von gesetzlichen Mindestabständen fünf Jahre 

nach Anpflanzung eines Baums gemäss Art. 93a Abs. 1 Ziff. 1 – 4 EG ZGB. Der 

Anspruch auf das Zurückschneiden von kleinen Zier- und Nutzbäumen, Sträuchern 

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sowie Hecken gemäss Art. 93a Abs. 1 Ziff. 5 EG ZGB verjährt nicht (Art. 94c EG 

ZGB).  

4. Das Kantonsgericht verpflichtete den Beklagten, alle über die Grundstücks-

grenze ragenden Äste des sich auf seinem Grundstücks befindlichen Weiden-

baums bis zur Grundstücksgrenze bis Ende März 2016 zurückzuschneiden. Im 

Weiteren verpflichtete es den Beklagten, diesen Rückschnitt alle 5 Jahre ab März 

2016 zu wiederholen.  

4.1. Der Beklagte macht im Wesentlichen geltend, es sei unbestritten, dass die 

Äste der Weide auf das klägerische Grundstück hinüberragten. Er habe sich daher 

bereit erklärt, den Rückschnitt im Winter 2014/2015 vorzunehmen. Hierzu sei er 

aber rechtlich nicht verpflichtet. Die Vorinstanz habe denn auch keine rechtliche 

Grundlage genannt. Zudem hätten es ihm die Kläger untersagt, ihr Grundstück zu 

betreten. Es sei ihm daher gar nicht möglich, die Weide zurückzuschneiden. Dar-

über hinaus hätten die Kläger keinen Antrag gestellt, dass er den Rückschnitt alle 

fünf Jahre wiederholen solle. 

4.2. Unbestritten ist, dass Äste des beklagtischen Weidenbaums auf das Grund-

stück der Kläger hinüberragen. Zwar können die Kläger, statt das Kapprecht ge-

mäss Art. 687 Abs. 1 ZGB auszuüben, gestützt auf Art. 641 Abs. 2 ZGB vom 

Beklagten die Beseitigung der auf ihr Grundstück ragenden Äste der Weide ver-

langen. Allerdings müsste hierfür eine erhebliche Schädigung ihres Grundeigen-

tums vorliegen. Eine solche Schädigung machten die Kläger vor Kantonsgericht 

jedoch nicht substanziert geltend. Die durch Laubfall allein verursachte Beeinträch-

tigung wäre im Übrigen nicht eigentumsschädlich. Der auf Art. 641 Abs. 2 ZGB 

gestützte Beseitigungsanspruch der Kläger scheitert somit von vornherein am 

Umstand, dass eine erhebliche Schädigung ihres Grundeigentums durch die hin-

überragenden Äste des Weidenbaums nicht behauptet ist. Überdies könnte der 

Beklagte auch bei Vorliegen einer solchen Schädigung mangels eines ent-

sprechenden Antrags der Kläger (Art. 58 Abs. 1 ZPO) nicht verpflichtet werden, 

den Baum ab März 2016 alle 5 Jahre zurückzuschneiden. Das Kantonsgericht 

hätte die Klage somit in Bezug auf den Weidenbaum abweisen müssen. 

Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als begründet.  

5. Das Kantonsgericht verpflichtete den Beklagten, bis Ende Juni 2015 alle Bü-

sche und Haselsträucher, inklusive Strünke, welche sich näher als 60 cm an der 

Grundstücksgrenze befinden, zu entfernen und bis Ende März eines jeden Jahres 

– erstmals bis Ende März 2015 – alle Büsche, Haselsträucher und Stauden, welche 

sich mindestens 60 cm von der Grundstücksgrenze entfernt befinden, auf die 

Grenze und auf die gesetzliche Höhe zu schneiden.  

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5.1. Der Beklagte macht im Wesentlichen geltend, die Kläger hätten keinen An-

trag gestellt, dass er bis Ende März jeden Jahres, erstmals bis Ende März 2015, 

alle Büsche, Haselsträucher und Stauden, welche sich mindestens 60 cm von der 

Grenze entfernt befinden, zurückschneiden solle. Sie hätten lediglich verlangt, 

dass er die Hecken, Stauden inklusive Wurzeln und Baumstrünke entlang der 

Grundstücksgrenze und die mittlerweile auf das Grundstück gewachsenen Dor-

nenbüsche etc. entferne. Zudem genüge das Rechtsbegehren der Kläger den 

gesetzlichen Anforderungen nicht, zumal nicht klar festgelegt werde, welche kon-

kreten Pflanzen zu beseitigen seien. Selbst wenn das Rechtsbegehren hinreichend 

wäre, bestehe gestützt auf das EG ZGB kein Anspruch der Kläger auf Beseitigung. 

Schliesslich habe er – entgegen der Auffassung der Vorinstanz – auch keinen An-

spruch auf Entfernung oder Rückschnitt anerkannt.  

5.2. Der Beklagte anerkannte an der Hauptverhandlung vom 17. März 2015 vor 

Kantonsgericht, dass es oben noch drei Haselnussbäume gebe. X. habe ihm ganz 

klar gesagt, dass oben zwei bis drei Haselnussbäume noch zu hoch seien. Oben 

gebe es nur den Weidenstrauch und den Haselnussbaum. Er könne den Hasel-

nussbaum auf 1.50 Meter schneiden. Und die anderen Sträucher, die zu hoch 

seien, seien zu hoch. An der Hecke gebe es im Übrigen zur Zeit nichts zu schnei-

den; dort sei gerade Kahlschlag. Es sei nicht mehr so, wie heute behauptet würde. 

Ausserdem würden sämtliche Haselnusssträucher durch den Umbau entfernt, da 

an deren Stelle der Bau von Parkplätzen vorgesehen sei. Deswegen werde er die-

sen Haselnussstrunk auch nicht sofort entfernen. Es stimme, dass die Haselnuss-

sträucher beim asphaltierten Platz noch vorhanden seien, diese würden aber eben-

falls mit dem Bauvorhaben entfernt werden und die Strünke liessen sich einfach 

auf zwei Meter schneiden. Jedoch würden diese Strünke nur so hoch aussehen, 

weil von unten fotografiert worden sei. In der Beschwerdeschrift vom 3. Juni 2015 

bestätigt der Beklagte sodann, dass er gesagt habe, dass es zu hohe Sträucher 

gebe. Im Übrigen ist es notorisch, dass Sträucher nach jedem Schnitt nach-

wachsen. 

Gemäss Art. 93a Abs. 1 Ziff. 5 EG ZGB beträgt der Mindestabstand kleiner Zier- 

und Nutzbäume, Sträucher sowie Hecken von der Grenze die Hälfte ihrer Höhe, 

mindestens aber 60 cm. Der Beklagte hat daher alle Sträucher, die mindestens 

60 cm von der Grundstückgrenze entfernt sind, auf die gesetzlich zulässige Höhe 

zurückzuschneiden. Dieser Anspruch auf Rückschnitt verjährt nicht (Art. 94c Abs. 2 

EG ZGB). Sodann hat der Beklagte alle Sträucher und Strünke, die näher als 60 cm 

an der Grenze sind, zu entfernen. Zwar beantragten die Kläger gemäss Klage-

bewilligung vom 9. September 2014 den Rückschnitt der Sträucher und in der 

Klageschrift vom 26. September 2014 deren Entfernung. Zu Beginn der Haupt-

verhandlung vom 17. März 2015 beantragten sie wiederum das Zurückschneiden 

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der Gewächse. Es ging den Klägern somit darum, die fraglichen Sträucher zurück-

zuschneiden bzw. zu entfernen. Dies stellt einen rechtsgenügenden Antrag dar. 

Überdies wäre eine entsprechende Klageänderung ohne weiteres zulässig 

(Art. 227 Abs. 1 lit. a ZPO). Die konkrete Nennung der Sträucher und Strünke ist – 

entgegen der Auffassung des Beklagten – sodann nicht erforderlich, ergibt sich 

doch aus der gewählten Formulierung klar, welche Sträucher vor Ort betroffen sind. 

Demgegenüber kann der Beklagte – entgegen der Auffassung der Vorinstanz – 

mangels eines entsprechenden Antrags der Kläger (Art. 58 Abs. 1 ZPO) nicht ver-

pflichtet werden, die Sträucher jeweils bis Ende März eines jeden Jahres zurück-

zuschneiden. 

6. Das Kantonsgericht ordnete für den Fall, dass der Beklagte seiner Ver-

pflichtung nicht innert Frist nachkommen sollte, für jeden Tag der Nichterfüllung 

eine Ordnungsbusse von Fr. 100.– an. Ausserdem berechtigte es diesfalls die 

Kläger, die Rückschnitte und Entfernungen auf Kosten des Beklagten durch eine 

Fachperson ausführen zu lassen. 

6.1. Der Beklagte macht geltend, die Kläger hätten den Antrag auf direkte Voll-

streckung nicht rechtzeitig gestellt.  

6.2. Gemäss Art. 236 Abs. 3 ZPO ordnet das Gericht auf Antrag der obsiegenden 

Partei Vollstreckungsmassnahmen an. Der Antrag auf Anordnung einer Voll-

streckungsmassnahme kann im ordentlichen Verfahren analog Art. 227 ZPO bis 

zur Hauptverhandlung gestellt werden. In der Hauptverhandlung ist er nur noch 

zulässig, wenn er auf neuen Tatsachen oder Beweismitteln beruht (Art. 230 Abs. 1 

lit. b ZPO). Allerdings hat das Gericht die klagende Partei im Rahmen seiner Frage-

pflicht (Art. 56 ZPO) auf die Möglichkeit, direkte Vollstreckungsmassnahmen zu 

beantragen, hinzuweisen (Laurent Killias, Berner Kommentar, Schweizerische 

Zivilprozessordnung, Bern 2012, Art. 236 N. 41, S. 2356 f.; Daniel Staehelin, in: 

Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 

Zivilprozessordnung, 2. A., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 236 N. 27, S. 1531; Daniel 

Steck, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 

Zivilprozessordnung, 2. A., Basel 2013, Art. 236 N. 43, S. 1290). Im (hier vorliegen-

den) vereinfachten Verfahren gilt zudem die verstärkte gerichtliche Fragepflicht 

(Art. 247 Abs. 1 ZPO). Das Gericht hat somit eine über Art. 56 ZPO hinausgehende 

Fragepflicht, falls das Vorbringen einer Partei unklar, widersprüchlich, unbestimmt 

oder unvollständig erscheint. Über den Wortlaut von Art. 247 Abs. 1 ZPO hinaus 

sollten sich die entsprechenden Fragen des Gerichts nicht bloss auf den 

Sachverhalt und die Beweismittel, sondern auch auf die Rechtsbegehren, die 

prozessualen Anträge sowie allfällige rechtliche Ausführungen der Parteien be-

ziehen (Killias, Art. 247 N. 10 und 12, S. 2462 f.; Bernd Hauck, in: Sutter-Somm/ 

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Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozess-

ordnung, 2. A., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 247 N. 9, S. 1620). 

Die Kläger verlangten in der Klage vom 26. September 2014 keine Vollstreckungs-

massnahmen. Mit Vorladung vom 4. März 2015 wurden die Parteien zur Haupt-

verhandlung im vereinfachten Verfahren vorgeladen. An dieser Verhandlung 

erkundigte sich der Einzelrichter – entsprechend seiner verstärkten richterlichen 

Fragepflicht gemäss Art. 247 Abs. 1 ZPO – bei den Klägern, ob sie Vollstreckungs-

massnahmen beantragen. Zwar tat er dies erst, nachdem die Parteien Replik und 

Duplik gehalten hatten und die Verhandlung kurz unterbrochen worden war. Aus 

diesem Umstand darf den nicht rechtskundig vertretenen Klägern jedoch kein 

Nachteil erwachsen, weshalb auf jeden Fall davon auszugehen ist, dass ihr Antrag 

auf direkte Vollstreckung rechtzeitig gestellt wurde. Im Übrigen werden die vom 

Kantonsgericht angeordneten Vollstreckungsmassnahmen nicht beanstandet.