# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 066a0f06-de76-5ea0-87e6-2492a4ff5dd1
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-12
**Language:** de
**Title:** Rentenrevision; Rückweisung wegen ungenügender medizinischer Abklärung; Zumutbarkeitsprofil der angepassten Tätigkeit und Arbeitsfähigkeit sind unklar.
**Docket/Reference:** IV.2012.01022
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.01022.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.01022
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Minder
Urteil
vom
12. März 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1960, war zuletzt als Tagesmutter tätig, als sie sich unter Hinweis auf
eine
Arthrose in beiden Füssen und Knien, eine
n
Rücken-Bandscheibenvorfall
sowie
eine
wiederkehrende Schleimbeutelent
zündung in der rechten Hüfte am 1
9.
Juni 2006 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
an
meldete (
Urk.
10/8).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte in der Folge Arbeitgeberberichte (
Urk.
10/16 und
Urk.
10/17), einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
10/23) sowie Arztbericht
e
(
Urk.
10/19
und
Urk.
10/61
)
ein und
liess die Versicherte
bidisziplinär
begutachten (
Urk.
10/95 und
Urk.
10/102
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/108) verfügte sie am 2
4.
November 2009 die Abweisung des Leistungsbegehrens (
Invaliditätsgrad 14
%
,
Urk.
10/115
).
Die Verfügung vom 2
4.
November 2009 (
Urk.
10/115) erwuchs in Rechtskraft.
1.2
Am 2
6.
April 2010 ersuchte die Versicherte die IV-Stelle um Wiedererwägung
, bemängelte
das
Gutachten
und führte aus, ihre
gesundheitliche Situation
habe sich
verschlechtert
(
Urk.
10/119
-
120
).
Die IV-Stelle holte in der Folge erneut einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
10/132) und Arztberichte (
Urk.
10/136,
Urk.
10/137 und
Urk.
10/147)
ein
. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/145)
erliess sie die Verfügung vom 2
5.
Februar 2011 (
Urk.
10/151) und sprach der Versicherten
ab Mai 2010
eine
Viertelsrente
,
ab August 2010
eine ganze Rente und
ab Februar 2011
eine
Viertelsrente
zu.
1.3
Anlässlich des im Jahr 2011 eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens
(Urk.
10/168/4) holte die IV-Stelle
wiederum
einen Auszug aus dem individuel
len Konto (
Urk.
10/170) sowie diverse Arztberichte (
Urk.
10/171,
Urk.
10/172 und
Urk.
10/176) ein
. Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
10/188)
verfügte
sie
am 1
0.
September
2012
(
Urk.
10/191 und
Urk.
10/193) die Erhö
hung der Invalidenrente auf eine halbe Rente ab November 2011.
2.
Mit Eingabe
n
vom 2
2.
September
und
8.
Oktober 2012
erhob die Versicherte hierorts Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
0.
September 2012 (
Urk.
1)
und
beantragte sinngemäss, es sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen (
Urk.
6).
Falls die
Arztzeugnisse
nicht genügen würden, bitte sie um Zuweisung zu einem glaubwürdigeren Arzt (
Urk.
1 S. 2).
In der Beschwerdeantwort vom
9.
November 2012 (
Urk.
9) stellte die IV-Stelle den Antrag auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 14. November 2012 (
Urk.
11) zur Kenntnis gebracht wurde.
Letztere reichte
sodann
weitere Arztbericht
e
und Arztzeugnisse
(
Urk.
12)
ein
, wovon die Beschwerdegegnerin Kenntnis erhielt (
Urk.
14)
.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades
bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung vom 1
0.
September 2012 (Urk. 2) davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit August 2011 verschlechtert habe und ihr daher ab November
2011, bei einem
ermittelten
Invaliditätsgrad von 57
%
, eine halbe Rente zuzusprechen sei.
In einer leidensangepassten Tätigkeit könne eine 50%ige Arbeitsfähig
keit
ange
nommen werden.
Dabei stützte sie
sich
im Wesentlichen auf die Beurteilung
en
ihres regionalen ärztlichen Dienstes, RAD (vgl.
Urk.
9).
2.2
Die Beschwerdeführerin
stellte sich in ihrer Beschwerde (
Urk.
1 und
Urk.
6) auf den Standpunkt, dass sich ihr Gesundheitszustand laufend verschlechtert habe
und sie daher nicht zu 50
%
arbeitsfähig sei. Sie sei, wie dies auch von Ärzten attestiert worden sei, weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig
.
3.
3.1
Medizinische Grundlagen für die
Zusprache
der
abgestuften
Rente gemäss Verfü
gung vom 2
5.
Februar 2011 waren hauptsächlich folgende Berichte
:
3.2
Im Bericht vom
1.
November 2010 (
Urk.
10/129/6-7) nannte
Dr.
med.
Y.___
, Oberarzt Orthopädie der
K
linik
Z.___
,
Knie-/Sport-verletzungen,
folgende
Hauptdi
agnosen:
-
Mediale
Facettektomie
Patella Knie rechts mit
Osteophytenentfernung
medialer
Femurkondylus
und Patella, En
tlastungsosteotomie Patella von medial vom 06.08.2010 bei
retropatellärer
Arthrose beidseits
,
rechts > links
-
Status nach Kniearthroskopie rechts mit
Retinaculumspaltung
8/1982 wegen
Chondropathia
patellea
E
r attestierte eine 100
%
Arbeitsunfähigkeit bis 1
3.
November 201
0.
3.3
Im Bericht
vom 1
1.
November 2010 (
Urk.
10/133) führte
Dr.
Y.___
aus
, es bestehe ein Reizzustand im Knie mit einer
Hoffitis
mit Gelenkserguss, jedoch keine Schmerzen im Bereich der Patella. Es sei keine Arbeitsunfähigkeit
sbescheinigung
auszustellen.
3.4
Med.
pract
.
A.___
nannte im Bericht vom
6.
Dezember 201
0
(
Urk.
10/137/1-6) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
Progrediente Polyarthrose seit 1975
-
neu: Status nach Hüft-TP-Implantation rechts Februar 2010 bei
Coxarthrose
rechts
-
ne
u: Status nach medialer
Fascett
ektomie
Patella Knie rechts bei
retropatel
l
ärer
Arthrose beidseits (August 2010) rechts mehr als links, progrediente Schulterschmerzen beidseits rechts mehr als links, Knie
schmerzen links bei
Gonarthrose
links und
retropatellärer
Ar
throse links, Polyarthrose der kleinen Fingergelenke beidseits
-
Status nach
Talonavicular
Arthrodese
links September 2006 bei Arthrose
-
Status nach
subtalarer
und
Calcaneocub
o
id
aler
Arthro
dese
links Septem
ber 2007
-
Symptomatische
Talonavicular
-
und
su
bt
alare
Arthrose rechts
-
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits seit 1973 bei Fehlstatik des Achsenskeletts und muskulärer
D
y
sbalance
-
Pes
planus
beidseits
Hinsichtlich der
bisherigen
Tätigkeit sei die Patientin
maximal
zu
50
%
arbeits
fä
hig.
Es sei jedoch unklar, wie lange diese erhalten werden könne.
Auf
grund des Verlaufes sei mit einer zun
ehmenden Invalidisierung zu rechnen (
Ziff.
1.7).
4.
4.1
Die im Rahmen des im September 2011 eingeleiteten Revisionsverfahrens einge
gangenen Berichte ergeben über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführe
rin folgendes Bild:
4.2
Im Bericht vom
9.
November 2011 (
Urk.
10/171) nannten die
Dres
. med.
Y.___
und
B.___
folgende Hauptdiagnosen:
-
Insertions
tendinopathie
Patellarsehne rechts
-
Mediale
Facettektomie
Patella Knie rechts mit
Osteophytenentfernung
medialer
Femurcondylus
und Patella, Entlastungsosteotomie Patella von medial vom 06.08.2010 bei
retropatellärer
Arthrose beidseits, rechts > links
-
Status nach intraartikulärer Infiltration mit LA und 40mg
Kenacort
am 12.11.2010
-
Status nach Kniearthroskopie rechts mit
Retinaculumspaltung
8/1982 wegen
Chondropathia
patellae
Die Ärzte führten aus, dass die Beschwerdeführerin aufgrund diverser Beschwerden in
der
Hüfte,
de
n
Knien und beiden Füssen auf eine Wegstrecke von 30 Minuten eingeschränkt sei und danach erste Pausen benötige. Unebenes Gelände und Kieswege meide sie gänzlich. Die Schmerzproblematik in beiden Füssen sei führend und verhindere eine ungestörte Nachtruhe.
4.3
Mit Bericht vom 1
0.
November 2011 (
Urk.
10/172
/1-4
) nannte med.
pract
.
A.___
folgende Diagnose:
-
Progrediente Polyarthrose seit 1975
-
neu: rezidiv
ierende
Knieschmerzen rechts trotz mediale
r
Facettektomie
Patella Knie rechts, progrediente Schmerzen
Talonavicular
beid
seits,
Tendinopathie
ligamentum
inguinale medial rechts, DD rezidiv, Schmerzen recht
s
nach Hüft-TP
Sie führte aus, dass deutlich zunehmende Schmerzen (vor allem
i
nguinal rechts, rezidiv
ierende
Gonalgien
rechts trotz
Facettektomie
) mit Ausstrahlung in den proximalen Unterschenkel rechts beständen.
Seit September beständen auch eine gravierende Finger- und Zehensteifigkeit sowie vermehrte Schulter-, Ellbo
gen- und Handgelenksschmerzen.
Die Prognose sei sehr schlecht, da die Polyarthrose von Jahr
zu Jahr deutlich progredient
sei
und mehr Gelenke betreffe (
Ziff.
1.4).
Die
Beschwerdeführerin
sei
zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.7) und könne lediglich eine rein „sitzende“ Tätigkeit mit wechselnder Position für zwei Stunden am Tag ausüben (
Ziff.
3
).
4.4
Im Bericht vom 1
3.
Dezember 2011 (
Urk.
10/17
6
/5
, siehe auch
Urk.
10/174/1-2
) äusserte sich
Dr.
med.
C.___
, Oberarzt Orthopädie der
K
linik
Z.___
,
Fuss/Sprunggelenk,
zur Arbeitsfähigkeit und führte aus, dass
die Beschwerdeführerin
aufgrund
ihrer
Situation nicht ganztags stehend oder gehend als Tagesmutter oder Betreuerin tätig sein könne. Ob durch einen medi
zinischen Eingriff die Gehfähigkeit ausreichend verbessert werden könne, um die Arbeitsfähigkeit zu erreichen, könne nicht vorher gesagt werden. Für eine ganztags sitzende Tätigkeit sei sie bezüglich der Füsse arbeitsfähig.
4.5
Dr.
med.
C.___
und
cand
. med.
D.___
berichteten am 2
3.
April 2012 (
Urk.
10/179
und
Urk.
10/180
)
, dass die Beschwerden (rechtsseitig) der
Beschwerdeführerin auf eine fortgeschrittene
Talon
a
vicular
- sowie
Subtalar
-
Arthrose zurückzuführen seien, welche voraussichtlich unter konservativer Therapie zu keiner Besserung führen werde.
Die Beschwerdeführerin fasse eine Operation ins Auge und sei d
aher für den Zeitraum vom 12. April 2012 bis 3
0.
Mai 2012 100
%
a
rbeitsunfähig zu
schreiben.
5.
5.1
Angesichts der vorliegenden medizinischen Akten ist ausgewiesen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verschlechtert hat
,
und wird
von der Beschwerde
gegnerin
auch nicht bestritten.
Uneinigkeit herrscht indes über das Ausmass der Verschlechterung
und
die Restarbeitsfähigkeit.
5.
2
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie
,
vom
RAD führte am 2
0.
Februar 2012 (
Urk.
10/186
/
4) aus, dass unter Berücksichtigung der
in den Akten befindlichen
Arztberichte
die Beschwerdeführerin hinsichtlich ihrer
angestammte
n
Tätigkeit als Tagesmutter ab August 2011 durchgehend bis auf weiteres
zu 100
%
arbeitsunfähig sei
, da diese Tätigkeit mit sehr viel Laufen und Stehen verbunden sei. Für eine leidensangepasste Tätigkeit in überwiegend sitzender Position mit der Möglichkeit zum selbstständigen Positionswechsel
bestehe
allerdings mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
weiterhin
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Eine uneingeschränkte 100%ige Arbeitsfähigkeit, wie von der
K
linik
Z.___
von Seiten der Füsse postuliert worden sei, sei inso
fern nicht realistisch, als dass zusätzlich Probleme von Seiten der bekannten Polyarthrose der unteren und oberen Extremitäten sowie des chronischen
lumbospondylogenen
Syndroms
beständen
, die eine ganztägig sitzende Tätig
keit nicht
zuliessen
.
Am
7.
Juni 2012 (
Urk.
10/186
S. 5)
führte
Dr.
E.___
weiter
aus, dass der Arztbericht der
K
link
Z.___
vom 2
3.
April 2012 keine neuen medizini
schen Befunde beziehungsweise Diagnosen zu Tage
gebracht habe. Die darin bescheinigte Arbeitsunfähigkeit von 100
%
beziehe sich
wie üblich
auf die bis
herige Tätigkeit
, weshalb natürlich eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
voll
kommen plausibel sei. Die in seiner letzten Stellungnahme vom 2
0.
Februar 2012 für eine „optimal behinderungsangepasste Tätigkeit“ mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angegebene Arbeitsfähigkeit von 50
%
bleibe davon unbe
rührt. Eine Änderung werde sich erst mit Durchführung der erneuten Operation ergeben.
5.3
Die Beschwerdeführerin
brachte vor
, sie sei
nach wie vor
zu 100
%
arbeitsunfä
hig, was
die
Arztzeugnisse auch belegen würden. Ihr Gesundheitszustand ver
schlechtere sich laufend, weshalb
keine 50%ige
Arbeitsfähigkeit
angenommen werden könne
(
Urk.
6).
6.
6.1
Es besteht Einigkeit darüber, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der körperli
chen Beschwerden in ihrer angestammten Tätigkeit als Tagesmutter nicht mehr arbeitsfähig ist.
6.2
6.2.1
Es ist unbestritten und aufgrund der medizinischen Akten erstellt, dass die Beschwerdeführerin
an
Beschwerden in
beiden
Füssen, den Knien, im Rücken, im Nacken-
und Schulterbereich, den Ellbogen, den Handgelenken sowie den Fingern leidet.
6.2.2
Aus rein fuss-orthopädischer Sicht attestierte
Dr.
C.___
eine 100%ige Arbeits
fä
higkeit in einer
(
ganztags
)
s
itzenden Tätigkeit.
M
ed.
pract
.
A.___
beurteilte die
Beschwerdeführerin
als
für zwei Stunden am Tag in einer rein sitzen
den Tätigkeit mit wechselnder Position
arbeitsfähig
. Gestützt auf diese Beurtei
lungen hielt
Dr.
E.___
die Beschwerdeführerin in einer optimal behinderungsangepasste
n
Tätigkeit
, mithin in einer Tätigkeit in überwiegend sitzender Position mit der Möglichkeit zum selbstständigen
Positionenwechsel
,
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit zu 50
%
arbeitsfähig.
6.2.3
Der Auffassung von
Dr.
E.___
kann
so
nicht gefolgt werden.
Das Profil
der leidensangepassten Tätigkeit ist
angesichts
der diversen körperlichen Beschwer
den der Beschwerdeführerin zu weit gefasst
beziehungsweise
lässt diese teil
weise gänzlich unberücksichtigt. So mögen zwar rein sitzende Tätigkeiten aus
nur
fuss-orthopädischer Sicht als zumutbar erscheinen
und durchaus optimal
sein
.
Je nach Körperhaltung
und
Drehbewegung des Oberkörpers
sowie
des
Kopfes
,
werden
Rumpf und Nacken
jedoch
unterschiedlich
en
Belastungen aus
gesetzt
und
eine reine sitzende
Arbeit
kann überdies
diverse
handbelastende Tätigkeiten mit sich bringen
,
welche
die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Fingersteifigkeit
oder den Schmerzen in den Handgelenken
allenfalls
gar
nicht ausführen
könnte
und
die
daher unzumutbar
wären
.
J
e nach
Art und Ausge
staltung einer
rein sitzenden Tätigkeit
ist ebenfalls
nicht
aus
zu
schl
iessen
, dass es nicht
zu
Schmerzexazerbationen
in anderen
vorbelasteten
Körperbereichen
(Rücken, Hüfte)
komm
t
. Unter Berücksichtigung aller
ausgewiesenen
körperli
chen Leiden der Beschwerdeführerin kann eine Tätigkeit gemäss dem vorliegen
den Zumutbarkeitsprofil (rein sitzend) nicht mit überwiegender Wahrscheinlich
keit als
„optimal behinderungsangepasst“
gelten
.
Aufgrund der medizinischen
Aktenlage lässt sich
demzufolge auch der
Umfang der Arbeitsfähigkeit
nicht eindeutig feststellen
. Anzumerken ist diesbezüglich, dass
med.
pract
.
A.___
doch immerhin davon aus
geht
, die Beschwerdeführerin könne nicht mehr als zwei Stunden täglich
(sitzend)
arbeiten.
6.2.4
Bei dieser Ausgangslage drängt sich eine ergänzende medizinische Abklärung auf
, da w
eder das Zumutbarkeitsprofil der leidensangepassten Tätigkeit noch
das Ausmass
der
diesbezüglichen
Arbeitsfähigkeit aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest
steht
.
Ein me
dizinische
r
Bericht
,
der
sich umfassend zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin äusser
t
und sich insbesondere mit sämtlichen Diagnosen und
der
daraus abgeleiteten Arbeitsunfähigkeit auseinan
dersetzt
und sich über das Zumutbarkeitsprofil der behinderungsangepassten Tätigkeit ausspricht, erweist sich als unabdingbar.
Die angefochtene Verfügung ist daher aufzuheben und die Angelegenheit zur Vornahme von ergänzenden Abklärungen und erneuter Rentenverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
.
7.
Die Gerichtskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
7
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom
1
0.
September 2012
aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
7
00.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rech
nung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubMinder