# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 396665a4-eb3e-5991-9087-aa53c3e1c3bc
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 06.10.2015 ZK1 2015 104
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2015-104_2015-10-06.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 06. Oktober 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 15 104 09. Oktober 2015

Urteil 
I. Zivilkammer

Vorsitz Brunner
RichterInnen Michael Dürst und Hubert
Aktuar ad hoc Crameri

In der zivilrechtlichen Beschwerde

des Prof. Dr. X._____, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Patrick Hofmanninger, Neugasse 6, 9401 Rorschach, 

gegen

die prozessleitende Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Inn vom 
09. Juli 2015, mitgeteilt am 16. Juli 2015, in Sachen des Y._____, Beschwerde-
gegner, und der Dr. Z._____, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
Dr. iur. Hans Peter Kocher, Landstrasse 181, 7250 Klosters, gegen den Be-
schwerdeführer,

betreffend Verweigerung einer Zeugenaussage,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Z._____ und X._____ sind Geschwister und Erben ihrer Eltern A._____, der 
am _____1989 verstarb, und B._____, die am _____2006 verstarb. Sie streiten 
um wechselseitige Ansprüche im Rahmen ihrer Erbschaft.

B. Am 27. April 2015 gelangte das Landgericht C._____ an das Kantonsge-
richt von Graubünden als kantonale Zentralbehörde im Rahmen des Haager Übe-
reinkommens über die Beweisaufnahme im Ausland in Zivil- oder Handelssachen 
vom 18. März 1970 (Vorinstanz act. I/1) und ersuchte, Y._____, _____ als Zeugen 
zu den Hintergründen der Gründung, zur Höhe des Vermögens sowie zu den am 
Vermögen der D._____-Stiftung Begünstigten zu befragen. Das Landgericht 
C._____ legte dem Gesuch folgende Begründung zugrunde. Am 09. Januar 2004 
habe B._____ das auf einem Schweizer Bankkonto bei der E._____ vorhandene 
Vermögen (per 12. Dezember 2003 in der Höhe von CHF 1'026'763.00) auf die in 
L.1_____ belegene D._____-Stiftung übertragen. Diese habe CHF 9'175.90 an 
X._____ als zu einem Prozent am Stiftungsvermögen Begünstigten ausgekehrt. 
X._____ behauptete, Z._____ habe einen Betrag von CHF 908'414.19 (99 Prozent 
des der Stiftung übertragenen Vermögens) erhalten. Dieses Geld habe Z._____ 
zu Unrecht erhalten, denn die Gründung der Stiftung sei unwirksam gewesen. Mit-
tels Widerklage verlangte X._____ die Herausgabe dieses Betrages an die Erben-
gemeinschaft. Der Zeuge Y._____ sei bei der E._____ mit den Angelegenheiten 
der D._____-Stiftung betraut gewesen. Z._____ habe – soweit rechtlich zulässig 
und möglich – die E._____ mit Schreiben vom 26. Februar 2015 ermächtigt, im 
Wege der Amtshilfe den Schweizer Gerichten und Behörden über die Geschäfts-
beziehung der Erblasserin B._____ Auskunft zu erteilen, namentlich über die Ver-
hältnisse der D._____-Stiftung. Diese Ermächtigung gelte auch für die Vertreter 
und ehemaligen Mitarbeiter der E._____, namentlich Y._____.

C. Mit Schreiben vom 22. Juni 2015 übermittelte das Kantonsgericht von 
Graubünden das Rechtshilfegesuch an das zuständige Bezirksgericht Inn, ersuch-
te Letzteres um Einvernahme von Y._____ innert Monatsfrist mit anschliessender 
Übermittlung des Erledigungsberichts an das Kantonsgericht von Graubünden 
(Vorinstanz act. II/1).

D. Am 26. Juni 2015 hat das Bezirksgericht Inn Y._____ zur Zeugeneinver-
nahme vorgeladen und ihn auf seine Zeugnisverweigerungsrechte nach schweize-
rischem und deutschem Recht aufmerksam gemacht (Vorinstanz act. II/2). Nach 
erfolgter Terminabsprache wurden der Zeuge Y._____ sowie die Rechtsvertreter 

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von Z._____ und X._____ zur Zeugeneinvernahme am 09. Juli 2015 eingeladen. 
Zudem erhielten die Rechtsvertreter Gelegenheit, schriftliche Fragen an den Zeu-
gen einzureichen. Der Beschwerdeführer reichte mit Schreiben vom 03. Juli 2015 
zahlreiche Fragen an den Zeugen ein (Vorinstanz act. II/7).

E. Neben Y._____ nahmen an der Zeugeneinvernahme Rechtsanwalt Hans 
Peter Kocher, Rechtsanwalt Sebastian Höhmann und X._____ teil (Vorinstanz act. 
III/2). Y._____ wurde anlässlich der Zeugeneinvernahme darauf hingewiesen, 
dass er zur Mitwirkung an der Beweiserhebung verpflichtet sei und dass er wahr-
heitsgemäss auszusagen habe (Art. 160 Abs. 1 lit. a und Art. 171 Abs. 1 ZPO). 
Weiter wurde auf die möglichen Verweigerungsrechte nach Art. 165 ZPO und Art. 
166 ZPO sowie darauf hingewiesen, dass sich die Säumnisfolgen bei unberechtig-
ter Verweigerung der Zeugenaussage nach Art. 167 ZPO richten würden. Zudem 
machte ihn der einvernehmende Richter auf das Zeugnisverweigerungsrecht nach 
deutschem Recht aufmerksam. Y._____ verweigerte daraufhin die Zeugenaussa-
ge unter Berufung auf Art. 166 Abs. 1 lit. a ZPO, wonach die Gefahr für straf- oder 
zivilrechtliche Nachteile für ihn oder eine ihm nahestehende Person bestehe. Der 
einvernehmende Richter unterbrach in der Folge die Verhandlung, um zu prüfen, 
ob die vorgebrachten Gründe begründet seien, was der Einzelrichter bejahte. 

F. Mit prozessleitender Verfügung vom 09. Juli 2015, mitgeteilt am 16. Juli 
2015, erkannte der Einzelrichter am Bezirksgericht Inn was folgt:

"1. Es wird festgestellt, dass die Verweigerung der Zeugenaussage von Y._____ 
im Verfahren von Z._____ gegen X._____ betreffend des vorhandenen Ver-
mögens der im L.1_____ belegenen D._____-Stiftung begründet ist.

2. Die Kosten dieses Entscheids in der Höhe von CHF 600.00 gehen zu Lasten 
der Gerichtskasse.

3. Diese Verfügung ist nur dann mit zivilrechtlicher Beschwerde anfechtbar (Art. 
319 ff. ZPO), wenn durch sie ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil 
droht (Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO). Sie ist beim Kantonsgericht von Graubünden, 
Poststrasse 14, 7000 Chur, innert 10 Tagen seit Zustellung des Entscheids 
schriftlich und begründet einzureichen. Der angefochtene Entscheid ist beizu-
legen (Art. 321 Abs. 2 und 3 ZPO i.V.m. Art. 7 EGzZPO).

4. (Mitteilung)"

Im Wesentlichen führte die Vorinstanz zur Begründung an, dass sich Y._____ auf 
die Gefahr der Verwicklung in ein Strafverfahren wegen Verletzung des Bankkun-
dengeheimnisses berufe. Ebenfalls drohe ihm gegebenenfalls die Gefahr der straf-
rechtlichen Verfolgung wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Das Bestehen ei-
ner solchen Gefahr reiche aus, damit sich eine Drittperson erfolgreich auf ihre 

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Verweigerungsrechte berufen könne; hinsichtlich des Dispensationsgrundes 
genüge das Beweismass des Glaubhaftmachens.

G. Gegen die prozessleitende Verfügung des Bezirksgerichts Inn vom 09. Juli 
2015, mitgeteilt am 16. Juli 2015, liess X._____ mit Eingabe vom 03. August 2015 
Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden erheben und stellte folgende 
Rechtsbegehren:

"1. Ziff. 1 der angefochtenen prozessleitenden Verfügung sei aufzuheben.

2. Es sei festzustellen, dass die Verweigerung der Zeugenaussage durch den 
Zeugen Y._____ [recte: Y._____], _____ unbegründet ist:

Eventualiter: Es sei festzustellen, dass die Verweigerung der Zeugenaussage 
durch den Zeugen Y._____ [recte: Y._____] nur insoweit begründet ist, als die 
Zeugenbefragung Tatsachen aus dem Kundenverhältnis der D._____ Stiftung 
mit seiner früheren Arbeitgeberin E._____ zum Gegenstand hat, nicht jedoch, 
soweit Tatsachen und Wahrnehmungen des Zeugen im Zusammenhang mit 
dem Kundenverhältnis mit der verstorbenen Mutter der Prozessparteien, Frau 
Dr. B._____ sel. verstorben am _____2006 mit letztem Wohnsitz in O.1_____.

3. Der Einzelrichter am Bezirksgericht Inn sei anzuweisen, die Zeugeneinver-
nahme durchzuführen, soweit die Verweigerung der Aussage gemäss den 
Erwägungen unbegründet ist."

In der Begründung führt der Beschwerdeführer insbesondere aus, dass sich die 
Berufung auf das Bankkundengeheimnis als unzulässig erweise, zumal die Stif-
tung rechtskräftig aufgelöst sei und damit kein Geheimnisträger mehr bestehe. 
Zudem sei Y._____ zur Auskunft gegenüber den Erben verpflichtet, zumindest 
was die Beratung der Erblasserin hinsichtlich ihrer Nachlassplanung anbelangt. 
Immerhin erweise sich in diesem Umfang das angerufene Verweigerungsrecht als 
unzulässig.

H. Mit Eingabe vom 12. August 2015 liess Y._____ seine Stellungnahme dem 
Kantonsgericht von Graubünden zugehen und beantragte sinngemäss die Abwei-
sung der Beschwerde. Er machte geltend, dass das Landgericht C._____ einzig 
eine Befragung zur Stiftung angeordnet habe und nicht zur Beziehung mit der Erb-
lasserin. Der Bestand oder die Auflösung ändere am Fortbestand des Bankkun-
dengeheimnisses nichts. Er erkenne weiter keinen nicht wiedergutzumachenden 
Nachteil, da die Stiftungsunterlagen weitaus aussagekräftiger seien, als seine ei-
genen Aussagen. Zudem bestehe nach wie vor die Gefahr einer Strafverfolgung.

I. Die Beschwerdegegnerin gelangte mit Eingabe vom 20. August 2015 an 
das Kantonsgericht von Graubünden und stellte folgende Rechtsbegehren:

"1.1 Auf die Beschwerde sei nicht einzutreten.

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1.2. Eventuell: Die Beschwerde sei abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beschwerdeführers."

Die Beschwerdegegnerin machte im Wesentlichen geltend, dass zunächst gar 
kein Rechtsmittel gegen die angefochtene prozessleitende Verfügung gegeben 
sei. Die Parteien könnten nämlich Rügen betreffend die Mitwirkungspflicht erst im 
Zusammenhang mit dem Endentscheid erheben, namentlich wegen falscher Be-
weiswürdigung. Ausnahmsweise sei die Beschwerde zulässig und zwar dann, 
wenn ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil drohe. Ein solcher sei aber 
vorliegend nicht ersichtlich. Zudem sei die Gefahr einer Strafverfolgung wegen 
Verletzung des Bankkundengeheimnisses sowie wegen Beihilfe zur Steuerhinter-
ziehung glaubhaft, womit sich Y._____ zu Recht auf sein Verweigerungsrecht be-
rufe.

J. Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Entscheid und in den 
Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein-
gegangen.

II. Erwägungen

1. Vorliegend wird eine prozessleitende Verfügung angefochten, die gestützt 
auf das Rechtshilfegesuch des Landgerichts C._____ ergangen ist. Vorab ist da-
her zu prüfen, ob auf das vorinstanzliche Verfahren bzw. nunmehr hängige 
Rechtsmittelverfahren die Bestimmungen des schweizerischen Zivilprozessrechts 
anwendbar sind. 

1.2 Sowohl die Schweiz wie auch Deutschland sind der Haager Übereinkunft 
betreffend Zivilprozessrecht vom 1. März 1954 (HZPÜ; SR 0.274.12) als auch dem 
Haager Übereinkommen über die Beweisaufnahme im Ausland in Zivil- oder Han-
delssachen vom 18. März 1970 (HBÜ; SR 0.274.132) beigetreten. Da beide Staa-
ten – vorliegend der ersuchende Staat, nämlich Deutschland, sowie der ersuchte 
Staat, nämlich die Schweiz – beide Übereinkommen ratifiziert haben, gilt der Vor-
rang des spezielleren und jüngeren Abkommens (vgl. Art. 29 HBÜ). Demnach sind 
vorliegend die Bestimmungen des HBÜ einschlägig.

1.3 Die völkerrechtlichen Rechtshilfeverträge normieren – neben der Verpflich-
tung zur Leistung von Rechtshilfe – das zwischenstaatliche Verfahren sowie die 

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Voraussetzungen und Schranken der Rechtshilfe. Demgegenüber finden sich die 
Regelungen zum landesinternen Vollzugsverfahren und zum Rechtsschutz in der 
Regel im Landesrecht. Die internationale Rechtshilfe weist demnach eine völker- 
und landesrechtliche Doppelnatur auf (vgl. Stephan Breitenmoser/Robert Weye-
neth, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schwei-
zerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Auflage, Zürich 2013, N 13 zu Art. 194 
ZPO, mit Hinweis auf Stephan Breitenmoser, Internationale Amts- und Rechtshilfe, 
in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], Auslän-
derrecht, 2. Auflage, Basel 2008, N 23.13 f. und N 23.66 ff.). In Zivil- oder Han-
delssachen kann die gerichtliche Behörde eines Vertragsstaats nach seinen inner-
staatlichen Rechtsvorschriften die zuständige Behörde eines anderen Vertrags-
staats ersuchen, eine Beweisaufnahme oder eine andere gerichtliche Handlung 
vorzunehmen (Art. 1 Abs. 1 HBÜ). Nach Art. 7 HBÜ können die Parteien und de-
ren Vertreter an der Beweisaufnahme im ersuchten Staat teilnehmen. Nachdem 
die Behörde das Rechtshilfeersuchen auf formelle und inhaltliche Richtigkeit ge-
prüft hat, leitet sie es an die zuständige richterliche Behörde weiter. Die zuständi-
ge richterliche Behörde verfährt bei der Beweisaufnahme nach der lex fori, d.h. 
dem Recht am Ort des zuständigen Gerichts; vorliegend hatte demnach das Be-
zirksgericht Inn die schweizerische ZPO anzuwenden (vgl. Art. 9 Abs. 1 HBÜ). Zu 
beachten ist eine weitere materielle Besonderheit gegenüber dem HZPÜ, wonach 
gemäss Art. 11 HBÜ sich ein rechtshilfeweise einvernommener Zeuge auf das 
Recht zur Aussageverweigerung oder auf ein Aussageverbot berufen kann, das 
entweder nach dem Recht des ersuchten (lit. a) oder nach dem des ersuchenden 
Staates (lit. b) vorgesehen ist. Diese Vorschrift dient dem Schutz einer einem aus-
ländischen Beweisverfahren unterworfenen Person (vgl. Gerhard Walter/Tanja 
Domej, Internationales Zivilprozessrecht der Schweiz, 5. Auflage, Bern 2012, S. 
399 f.).

2. Vorliegend hat der Beschwerdeführer gegen eine prozessleitende Verfü-
gung des Bezirksgerichts Inn Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden 
erhoben. Prozessleitende Verfügungen sind – abgesehen von den hier nicht ein-
schlägigen gesetzlich bestimmten Fällen (Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO) – nur mit Be-
schwerde anfechtbar, wenn durch sie ein nicht leicht wiedergutzumachender 
Nachteil droht (Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO). Gemäss Art. 321 Abs. 2 ZPO gilt für das 
Einreichen einer Beschwerde gegen prozessleitende Verfügungen eine zehntägi-
ge Frist.

2.1 Nicht zu folgen ist den Ausführungen des Beschwerdegegners in Ziff. 2.3 
Abs. 1 und Abs. 3 seiner Beschwerdeantwort, wonach den Parteien gar kein 

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Rechtsmittel gegen die angefochtene prozessleitende Verfügung des Bezirksge-
richts Inn zustehe. Zwar regelt Art. 167 Abs. 3 ZPO, dass die dritte Person, vorlie-
gend der Zeuge Y._____, die gerichtliche Anordnung mit Beschwerde anfechten 
kann. Hierbei handelt es sich indessen um einen in Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO vom 
Gesetz bestimmten Fall, in dem eine prozessleitende Verfügung mit Beschwerde 
anfechtbar ist (Dieter Freiburghaus/Susanne Afheldt, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., N 12 zu Art. 319 ZPO). Die Par-
teien des Verfahrens können indessen unter den – strengen – Voraussetzungen 
von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO Beschwerde gegen eine prozessleitende Verfügung 
erheben, wenn ihnen dadurch ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil ent-
steht (Nicolas Bracher, Mitwirkungspflichten und Verweigerungsrechte Dritter bei 
der Beweiserhebung im Zivilprozessrecht, Basel 2011, N 469).

2.2  Der Beschwerdeführer führt diesbezüglich aus, dass er die Beschwerde-
gegnerin vor dem Landgericht C._____ auf eine Zahlung an den Nachlass in der 
Höhe von rund CHF 900'000.00 verklagt habe, da diese den Betrag unter Verlet-
zung anwendbarer zwingender Vorschriften des deutschen Erbrechts aus dem 
Vermögen der Erblasserin via die vorgeschobene D._____-Stiftung erhalten habe. 
Die Beschwerdegegnerin bestreite den Erhalt dieses Betrages, weshalb der Be-
schwerdeführer den beweispflichtigen Zeugen Y._____ benannt habe. Ohne des-
sen Einvernahme drohe dem Beschwerdeführer der Prozessverlust. 

2.3 Beim Erfordernis des drohenden, nicht leicht wiedergutzumachenden Nach-
teils handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, der vom Gericht unter 
Berücksichtigung der konkreten Umstände und in pflichtgemässer Ausübung des 
Ermessens konkretisiert werden muss (Dieter Freiburghaus/Susanne Afheldt, 
a.a.O., N 13 zu Art. 319 ZPO). Als nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil hat 
sicherlich ein solcher zu gelten, der auch durch einen für die Beschwerdeführerin 
günstigen Endentscheid nicht mehr beseitigt werden kann (BGE 137 III 380 
E. 1.2.1). Nach wohl überwiegender Lehrmeinung sollen neben rechtlichen auch 
rein tatsächliche Nachteile von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO erfasst werden, sofern sie 
ebenfalls nicht leicht wiedergutzumachen sind, die Lage der betroffenen Partei 
also durch sie erheblich erschwert wird (Dieter Freiburghaus/Susanne Afheldt, 
a.a.O., N 15 zu Art. 319 ZPO; Kurt Blickenstorfer, in: Brunner/Gasser/Schwander 
[Hrsg.], DIKE-Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Zürich 2011, N 39 
zu Art. 319 ZPO; Isaak Meier, Schweizerisches Zivilprozessrecht, Zürich 2010, 
S. 470; Martin H. Sterchi, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zum 
Schweizerischen Privatrecht, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, Bern 
2012, N 11 zu Art. 319 ZPO; a.M. Karl Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger 

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[Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Auflage, Ba-
sel 2013, N 7 zu Art. 319 ZPO sowie Myriam A. Gehri, in: Gehri/Kramer [Hrsg.], 
ZPO Kommentar, Zürich 2010, N 3 zu Art. 319 ZPO). Das Kantonsgericht von 
Graubünden lässt – wie auch andere kantonale zweitinstanzliche Gerichte – das 
Drohen tatsächlicher Nachteile genügen (vgl. etwa Entscheide der Schuldbetrei-
bungs- und Konkurskammer des Kantonsgerichts von Graubünden KSK 13 53 
vom 7. Januar 2014 E. 3 sowie der II. Zivilkammer ZK2 13 21 vom 7. Mai 2013 
E. 2.a mit Verweis auf ZK2 11 41 vom 6. Oktober 2011 E. 2.a; Entscheid des Kan-
tonsgerichts Basel-Landschaft Abteilung Zivilrecht 410 11 279 vom 15. November 
2011 E. 1; Beschluss der II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich 
PF110056-O/U vom 11. Oktober 2011). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung reichen rein tatsächliche Nachteile wie die Verfahrensverlängerung oder -
verteuerung allerdings nicht aus (BGE 137 III 380 E. 1.2.1 mit weiteren Hinwei-
sen). 

2.4 Eine selbständige Anfechtung von prozessleitenden Verfügungen, welche 
nicht unter Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO fallen, soll erschwert sein, damit das erstin-
stanzliche Hauptverfahren zum einen nicht unnötig verzögert und zum anderen 
vermieden wird, dass sich die Rechtsmittelinstanz mit dem gleichen Fall mehrmals 
zu beschäftigen hat (Kurt Blickenstorfer, a.a.O., N 39 zu Art. 319 ZPO; Dieter 
Freiburghaus/Susanne Afheldt, a.a.O., N 11 zu Art. 319 ZPO). Vielmehr soll diese 
einen ihr vorgelegten Fall in der Regel einmal und unter gesamthafter Berücksich-
tigung der Rügen beurteilen (vgl. BGE 134 III 188 E. 2.2). In Anbetracht dieser 
Überlegungen ist eine prozessleitende Verfügung grundsätzlich mit dem Endent-
scheid anzufechten (vgl. Kurt Blickenstorfer, a.a.O., N 40 zu Art. 319 ZPO; Brun-
ner, a.a.O., N 13 zu Art. 319 ZPO) und an die Annahme eines nicht leicht wieder-
gutzumachenden Nachteils sind entsprechend strenge Anforderungen zu stellen. 
Die anfechtende Partei hat in jedem Fall substantiiert darzulegen, inwieweit ihr 
durch die angefochtene Verfügung ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil 
droht. Dies bedingt einerseits die konkrete Umschreibung des mit der Verfügung 
verbundenen, erheblichen Nachteils. Andererseits sind Ausführungen zur Frage 
notwendig, inwiefern und warum sich dieser Nachteil später nicht mehr leicht wie-
dergutmachen lässt. Es ist nicht Aufgabe des Gerichts, darüber von Amtes wegen 
Nachforschungen anzustellen (vgl. BGE 133 III 629 E. 2.3.1; Entscheid der I. Zivil-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 13 116 vom 8. Januar 2014 E. 
2.b sowie Verfügung der II. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
ZK2 13 8 vom 13. März 2013 E. 1b).

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2.5.1 Um einen Fall, in dem ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil 
selbst durch einen für den Beschwerdeführer positiven Endentscheid droht, han-
delt es sich vorliegend zweifelsohne nicht. Vorliegend geht es dem Beschwerde-
führer darum, die Rückleistung des fraglichen Betrags an den Nachlass zu errei-
chen. Ein für den Beschwerdeführer günstiger Endentscheid würde dazu führen, 
dass der Betrag an den Nachlass zurückzuzahlen ist. Vor dem Hintergrund, dass 
prozessleitende Verfügungen grundsätzlich mit dem Endentscheid anzufechten 
sind und entsprechend an die Annahme eines nicht leicht wiedergutzumachenden 
Nachteils hohe Anforderungen gestellt werden, hätte der Beschwerdeführer kon-
kret darlegen müssen, welche erheblichen Nachteile ihm drohen. Der Umstand, 
dass ihm gegebenenfalls Nachteile drohen, reicht hierfür selbstredend nicht aus. 
Ebenso lässt der Beschwerdeführer die Frage offen, inwiefern und warum der 
Nachteil später nicht mehr leicht wiedergutzumachen sei. Gemäss Lehre ist die 
Ablehnung eines Zeugen kaum je ein nicht wiedergutzumachender Nachteil (Mar-
tin H. Sterchi, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zum Schweizeri-
schen Privatrecht, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, Bern 2012, N 14 
zu Art. 319 ZPO). Dies muss demnach vorliegend umso mehr gelten, als dass der 
Zeuge nicht abgelehnt wird, sondern dieser sich – wie noch zu zeigen sein wird – 
berechtigterweise auf sein Verweigerungsrecht beruft. Entsprechende Darlegun-
gen, wieso sich die Einvernahme des Zeugen Y._____ vorliegend entgegen der 
Auffassung in der Literatur zwingend aufdrängt, fehlen in der Beschwerdeschrift.

2.5.2 Aus der Beschwerdeschrift lassen sich ebenfalls keine Ausführungen ent-
nehmen, ob und gegebenenfalls welche weiteren Beweismittel für die Zahlung der 
rund CHF 900'000.00 von der D._____-Stiftung an die Beschwerdegegnerin vor-
liegen oder geprüft wurden. Will der Beschwerdeführer einen nicht leicht wieder-
gutzumachenden Nachteil geltend machen, hätte er gegenüber dem Gericht dar-
legen müssen, dass die Zeugeneinvernahme von Y._____ das einzige Beweismit-
tel sei bzw. andere Beweismittel nicht und nur unter erheblichem Aufwand aufzu-
bringen wären und folglich die nicht durchgeführte Zeugeneinvernahme die Be-
weislosigkeit und damit die Abweisung seiner Klage in der Hauptsache zur Folge 
hätte. Entsprechende Ausführungen finden sich in der Beschwerdeschrift keine. 
Wie sich der Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin indessen entnehmen 
lässt, gibt es noch weitere Zeugen im Verfahren (Ziff. 3.3 der Beschwerdeantwort). 
Zudem ist nicht nachvollziehbar, weshalb nicht weitere Beweismittel wie Urkunden 
vorliegend dem Beweis zugänglich sein sollten. Zuzustimmen ist dem Beschwer-
degegner nämlich darin, dass die Stiftungsakten wohl beweisgeeignet erscheinen. 
Welche Anstrengungen der Beschwerdeführer unternommen hat, um diese Be-

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weismittel zu beschaffen, lässt er in der Beschwerdeschrift offen. Zumindest sind 
keine Ausführungen ersichtlich, welche weiteren Beweismittel konkret geprüft und 
beschafft bzw. welche diesbezüglichen Anstrengungen unternommen wurden. 
Von einem nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil kann vorliegend auch 
nicht mit der Überlegung ausgegangen werden, dass die Beantwortung der Fra-
gen durch den Beschwerdegegner möglicherweise das mit dem geringsten Auf-
wand zu erhaltende Beweismittel ist.

2.6. Die angefochtene Verfügung erging in einem Rechtshilfeverfahren, dessen 
Zweck in der Beweisaufnahme durch ein Gericht in der Schweiz (ersuchtes Ge-
richt) für ein ausländisches Gericht (ersuchendes Gericht), vor dem ein Zivilverfah-
ren (sog. Hauptprozess) zwischen den Parteien hängig ist, liegt. Es fragt sich da-
her, ob die Anfechtbarkeit einer prozessleitenden Verfügung unter den strengen 
Voraussetzungen von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO gerechtfertigt erscheint, zumal die 
Regelung der ZPO auf Verfahren zugeschnitten ist, in denen ein einziges Gericht 
im Rahmen des bei ihm hängigen Prozesses auch die Beweisaufnahme vornimmt. 

2.6.1 Die ZPO behandelt Verfügungen erstinstanzlicher Gerichte, mit denen Be-
weiserhebungen bzw. -abnahmen angeordnet werden, als sog. prozessleitende 
Verfügungen. Diese können von den Prozessparteien nur mit Beschwerde 
gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO angefochten werden (vgl. statt vieler Kurt Bli-
ckenstorfer, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], a.a.O., N 41 zu Art. 319 ZPO). 
Betroffene Dritte können entsprechende Anordnungen nach Art. 167 Abs. 3 ZPO 
i.V.m. Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO innert zehn Tagen (Art. 321 Abs. 2 ZPO) anfech-
ten; ihnen obliegt der Nachweis des nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils 
nicht. Im Gegensatz zu den Dritten, in deren Rechtsphäre eine Beweisaufnahme-
anordnung des ersuchten Gerichts unmittelbar eingreift, sind die Hauptprozess-
parteien in der Regel durch eine entsprechende Anordnung nur mittelbar betroffen 
– und zwar unbeschadet dessen, ob eine interkantonale Rechtshilfe gemäss 
Art. 196 ZPO oder eine internationale Rechtshilfe gewährt wird. Die ZPO trifft un-
ter diesem Aspekt keine Differenzierungen. Insoweit bestehen zwischen diesen 
zwei Rechtshilfeformen auch keine grundlegenden Verschiedenheiten. Am pro-
zessleitenden Charakter der Beweisaufnahmeanordnungen des ersuchten Ge-
richts ändert sich auch nichts, weil es im Auftrag des ersuchenden Gerichts han-
delt (vgl. dazu Beschluss und Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich 
LU110003-O/U vom 18. Juli 2011 [=ZR 2011 Nr. 73 S. 225 ff.]).

2.6.2 Dem ist grundsätzlich zuzustimmen. Letztlich lässt sich weder der ZPO 
noch dem HBÜ oder der einschlägigen Literatur entnehmen, dass sich für den Fall 

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der internationalen Rechtshilfe eine erleichterte Anfechtbarkeit von prozessleiten-
den Verfügungen ergeben soll. Zu verlangen ist demnach wie bei einem rein in-
landbezogenen Fall ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil nach Art. 319 
lit. b Ziff. 2 ZPO. Letztlich hat nicht das ersuchte Gericht bzw. die Rechtsmittel-
instanz des ersuchten Gerichts eine Mitwirkungsweigerung einer Partei bzw. von 
Dritten zu würdigen, sondern das ersuchende Gericht. Aufgrund fehlender abwei-
chender gesetzlicher Bestimmungen ist folglich davon auszugehen, dass das ein-
zig zulässige Rechtsmittel der Parteien gegen Anordnung eines ersuchten Ge-
richts auch im Rahmen der internationalen – nicht nur der innerkantonalen – 
Rechtshilfe die Beschwerde nach Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO ist. Die beschwerdefüh-
rernde Partei hat demnach einen nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil 
nachzuweisen. Dies vermag sie wie vorstehend dargelegt vorliegend nicht (vgl. 
zum Ganzen Beschluss und Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich 
LU110003-O/U vom 18. Juli 2011 [=ZR 2011 Nr. 73 S. 225 ff.]).

2.7 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer nicht 
genügend substantiiert darzulegen vermag, dass ihm mit der angefochtenen pro-
zessleitenden Verfügung ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht. 
Der Beschwerdeführer unterlässt jeglichen Nachweis, wonach die Einvernahme 
des aufgebotenen Zeugen Y._____ die einzige Möglichkeit sei, den behaupteten 
Sachverhalt liquide zu beweisen. Das in der Hauptsache zuständige Landgericht 
C._____ hat die bei ihm eingereichten und vorhandenen Beweismittel zu prüfen 
und das Ergebnis der rechtshilfeweise in der Schweiz durchgeführten Zeugenbe-
fragung zu würdigen. Die Frage der korrekten Beweiswürdigung bleibt einem all-
fälligen Rechtsmittelverfahren gegen das in der Hauptsache ergangene Urteil vor-
behalten. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass je nach Ausgang des Hauptver-
fahrens jederzeit eine Abänderung bzw. Ergänzung des angefochtenen Ent-
scheids möglich ist (Art. 154 ZPO). Vor diesem Hintergrund ist auf die Beschwer-
de nicht einzutreten. 

3. Selbst wenn auf die Beschwerde eingetreten würde, wäre sie auch in der 
Sache abzuweisen. Wie sich aus den Akten entnehmen lässt, wurde der Be-
schwerdegegner als Zeuge in der Sache vorgeladen und einvernommen (Vor-
instanz act. II/2 und act. III/2). Nach Art. 160 Abs. 1 lit. a ZPO sind Parteien und 
Dritte zur Mitwirkung bei der Beweiserhebung verpflichtet; insbesondere haben sie 
als Partei oder Zeuge wahrheitsgemäss auszusagen, sofern ihnen nicht ein um-
fassendes oder beschränktes Verweigerungsrecht zukommt (Art. 165 und Art. 166 
ZPO). Darüberhinaus steht dem befragten Zeugen nach Art. 11 HBÜ das Recht 

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zur Aussageverweigerung bzw. Aussageverbot zu, das nach dem Recht des ersu-
chenden Staates vorgesehen ist.

3.1 Vorliegend beruft sich der Beschwerdegegner auf sein beschränktes Ver-
weigerungsrecht nach Art. 166 Abs. 1 lit. a ZPO, welches sich im Übrigen auch 
aus § 384 Nummer 2 der deutschen ZPO ergibt. Die Verweigerungsberechtigung 
nach Art. 166 Abs. 1 lit. a ZPO setzt zweierlei voraus: Erstens muss die Belastung 
in der Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung oder zivilrechtlichen Verantwort-
lichkeit bestehen und zweitens muss sie den Dritten selbst oder eine ihm im Sinne 
von Art. 165 ZPO nahestehende Person treffen. Beim beschränkten Verweige-
rungsrecht wird eine präzise Substantiierung des Verweigerungsgrundes verlangt, 
damit das Gericht überhaupt beurteilen kann, welche Beweisdaten unter das Ver-
weigerungsrecht fallen und welche nicht. Eine Darlegung bzw. Glaubhaftmachung 
muss indessen genügen. Soll nämlich das Verweigerungsrecht nicht völlig aus-
gehöhlt werden, dürfen an die Substantiierung keine allzu hohen Anforderungen 
gestellt werden (vgl. Nicolas Bracher, a.a.O., N 460, Botschaft zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7221 ff., Ziff. 5.10.2 S. 
7318; Dominik Gasser/Brigitte Rickli, Schweizerische Zivilprozessordnung, Kurz-
kommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2014, N 3 zu Art. 166 ZPO). 

3.2 Aus dem Protokoll der Zeugeneinvernahme geht hervor, dass der Be-
schwerdegegner unter Berufung auf Art. 166 Abs. 1 lit. a ZPO (Gefahr straf- oder 
zivilrechtlicher Nachteile für den Dritten oder eine ihm nahestehende Person) die 
Aussage verweigere (Vorinstanz act. III/1). Aus dem in der Sache dürftig ausgefal-
lenen Protokoll ergibt sich allerdings nicht, welche Gründe der Beschwerdegegner 
tatsächlich vorbringt bzw. vorgebracht hat. Solche sind erst aus der angefochte-
nen Verfügung ersichtlich. Demnach verweigere der Zeuge die Aussage unter Be-
rufung auf das Bankkundengeheimnis. Dieses findet seine Grundlage namentlich 
in Art. 47 des Bundesgesetzes über die Banken und Sparkassen (Bankengesetz, 
BankG; SR 952.0). Demnach wird mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder 
Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich ein Geheimnis offenbart, das ihm in seiner Ei-
genschaft als Organ, Angestellter, Beauftragter oder Liquidator einer Bank, als 
Organ oder Angestellter einer Prüfgesellschaft anvertraut worden ist oder das er in 
dieser Eigenschaft wahrgenommen hat. Hierbei handelt es sich um ein Offizialde-
likt. 

3.3 Vorliegend ist nicht bekannt, wie pauschal bzw. detailliert die Ausführungen 
des Zeugen im Hinblick auf eine mögliche Verletzung des Bankkundengeheimnis-
ses ausgefallen sind. Kann der Dritte nach eigenem Bekunden gar keine Angaben 

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zum bezeichneten Verweigerungsgrund machen, ohne sein Verweigerungsrecht 
faktisch aufzugeben, wird es in vielen Fällen möglich sein, dass ihn das Gericht 
diesbezüglich unter Ausschluss der Parteien und unter Zusicherung der Vertrau-
lichkeit des Vorgebrachten anhört. Davon ausgenommen sollen Fälle sein, in de-
nen selbst diese Möglichkeit ausser Betracht fällt, weil es sich um ein Offizialdelikt 
handeln könnte. Demnach kann das Gericht auf eine diesbezüglich vom Dritten zu 
Protokoll gegebene Erklärung abstellen, sofern der darin bezeichnete Verweige-
rungsgrund nicht bloss vorgeschoben erscheint (Nicolas Bracher, a.a.O., N 460). 
Vorliegend verhält es sich so, dass mit der Verletzung des Bankkundengeheim-
nisses ein Offizialdelikt im Raum steht, weshalb die Anhörung des Zeugen durch 
das Gericht unter Ausschluss der Parteien ausser Betracht fällt. Daran ändert 
auch nichts, dass die D._____-Stiftung mittlerweile aufgelöst wurde. Ebenfalls 
kann dem Beschwerdeführer in seinen Ausführungen nicht gefolgt werden, wo-
nach Z._____ und X._____ als Destinatäre der D._____-Stiftung die E._____ er-
mächtigt hätten, Auskünfte über die D._____-Stiftung zu erteilen, was letztlich zu 
keiner Verletzung des Bankkundengeheimnisses führe. Wie die Vorinstanz fest-
stellt, sei der Kreis der Destinatäre der fraglichen Stiftung nicht klar (E. 5 des an-
gefochtenen Entscheids). Gegenteilige Ausführungen, nämlich dass nur Z._____ 
und X._____ Destinatäre der D._____-Stiftung seien, lassen sich weder der Be-
schwerdeschrift noch den mitsamt eingereichten Beweismitteln entnehmen. Mit 
Beschwerde geltend gemacht werden kann allerdings nur die offensichtlich unrich-
tige Feststellung des Sachverhalts (Art. 320 lit. b ZPO). Die Kognition der Rechts-
mittelinstanz ist in dieser Hinsicht beschränkt. Der Beschwerdeführer vermag we-
der Tatsachen noch Beweise vorzubringen, wonach Z._____ und X._____ die ein-
zigen Destinatäre der D._____-Stiftung seien und deshalb ihre Ermächtigung zur 
Auskunft genügend sei. Aus diesem Grund kann vorliegend nicht davon ausge-
gangen werden, sämtliche an der D._____-Stiftung Begünstigten hätten die 
rechtswirksame Einwilligung in die Verletzung des Bankkundengeheimnisses der 
Stiftung erteilt (vgl. Günter Stratenwerth, in: Watter/Vogt/Bauer/Winzeler [Hrsg.], 
Basler Kommentar zum Bankengesetz, Basel 2005, N 25 zu Art. 47 BankG). 

3.4 Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass sich der Be-
schwerdegegner mit einer Aussage über Geheimnisse, die er im Zusammenhang 
mit seiner Tätigkeit bei der E._____ über die D._____-Stiftung erfahren hat, einer 
Strafverfolgung wegen Verletzung von Art. 47 BankG und gegebenenfalls Art. 162 
StGB aussetzt. Da die Gefahr einer Strafverfolgung für die zulässige Berufung auf 
das beschränkte Aussageverweigerungsrecht nach Art. 166 ZPO ausreichend er-

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scheint, durfte sich der Zeuge rechtmässig darauf berufen. Die Beschwerde wäre 
daher aus diesem Grund abzuweisen.

4. Der angefochtene Entscheid geht des Weiteren davon aus, dass sich der 
Beschwerdegegner durch seine Aussage im Zusammenhang mit der D._____-
Stiftung der Gefahr strafrechtlicher Verfolgung wegen Beihilfe zur Steuerhinterzie-
hung aussetzen könnte. Es sei bekannt, dass die deutschen Behörden in Bezug 
auf die Verfolgung von Steuerdelikten vermehrt den indirekten Weg über die invol-
vierten Mitarbeiter der Schweizer Banken wählen würden. 

4.1  Der Beschwerdeführer hält hierzu fest, dass das allgemeine Risiko des 
Offshorebanking kein Zeugnisverweigerungsrecht zu begründen vermöge. Würde 
man weiter der Überlegung des Gerichts folgen, so würde dies bedeuten, dass die 
Erblasserin die am 09. Januar 2004 vorgenommene Vermögensübertragung auf 
die D._____-Stiftung gerade im Hinblick darauf ausgelöst habe, dass die Schweiz 
im Jahr 2009 ihren Vorbehalt gegenüber der Amtshilfe in Steuersachen fallen las-
se. Dies habe die Erblasserin zum damaligen Zeitpunkt selbstredend nicht vor-
aussehen können. Selbst wenn die Vermögensübertragung zum Zwecke der 
Steuerverkürzung erfolgt sei, wäre indessen die Verfolgungsverjährung bereits 
eingetreten.

4.2 Der Beschwerdeführer zieht mit seinen Ausführungen in Zweifel, dass die 
Vermögensübertragung der Erblasserin auf die D._____-Stiftung zum Zweck der 
Steuerverkürzung erfolgt sei. Welche Motive für die Vermögensübertragung aus-
schlaggebend waren, lässt die Beschwerde völlig offen. Indessen geht aus dem 
Urteil des Oberlandesgerichts C._____ I-22 U 90/12 vom 09. November 2012 (act. 
C.1) hervor, dass das Oberlandesgericht selbst davon ausgeht, dass steuerliche 
Gründe für die Vermögensübertragung eine Rolle gespielt haben könnten. Ob die-
ses Urteil, das mit der Beschwerde ins Recht gelegt wurde, dem strengen Noven-
recht nach Art. 326 Abs. 1 ZPO unterliegt, kann vorliegend offen bleiben, da dies 
für das vorliegende Verfahren nicht entscheidrelevant ist. Es ist nicht Sache des 
Kantonsgerichts von Graubünden abschliessend zu beurteilen, ob für die damalige 
Vermögensübertragung steuerliche Gründe im Vordergrund gestanden haben, 
was aufgrund der von den Parteien eingereichten Beweismittel auch gar nicht 
möglich ist. Mit Blick auf das vorliegende Verfahren ist jedoch festzuhalten, dass 
im ausländischen Strafrecht, in casu im deutschen Recht, bekanntlich erhebliche 
Risiken für eine Strafverfolgung im Falle von Beihilfehandlungen zur Steuerverkür-
zungen lauern. Das schweizerische Bankkundengeheimnis verleiht keine Immu-
nität vor der Strafverfolgung im Ausland wegen Teilnahme an Steuerdelikten und 

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verschiedene ausländische Staaten schrecken nicht mehr davor zurück, Bankmit-
arbeiter oder Berater, die verdächtigt werden, sich an Steuerdelikten im Ausland 
beteiligt zu haben, international zur Verhaftung auszuschreiben, bei Überschreiten 
der Grenze in Haft zu nehmen und vor Gericht zu stellen (vgl. René Matteot-
ti/Gabiel Bourquin/Selina Many, Archiv für schweizerisches Abgaberecht [ASA] 82 
S. 687).

4.3 Gemäss §§ 369 und 370 der deutschen Abgabeordnung (AO) macht sich 
strafbar, wer durch sein Verhalten die Steuern verkürzt oder einen anderen nicht 
gerechtfertigten Steuervorteil erlangt. Die Beihilfe zur Steuerhinterziehung ist 
ebenfalls strafbar (§ 27 des deutschen StGB). Die strafrechtliche Verfolgungsver-
jährung beträgt fünf bzw. in schweren Fällen zehn Jahre (§ 376 AO). Zu beachten 
ist indessen, dass die Verjährungsfrist nicht schon mit dem Handeln des Bankmit-
arbeiters beginnt, sondern erst mit dem später ergangenen, unrichtigen Bescheid 
für die Einkommenssteuer des Kunden (vgl. Wolfgang Joecks, Archiv für schwei-
zerisches Abgaberecht [ASA] 83 S. 6). Ob die strafrechtliche Verfolgungsver-
jährung demnach bereits eingetreten ist, kann vorliegend aufgrund der Aktenlage 
nicht beurteilt werden. Mit Sicherheit kann aber gesagt werden, dass für den Be-
ginn der Verjährung nicht auf den Zeitpunkt der Errichtung der Stiftung abgestellt 
werden kann. 

4.4 Zusammenfassend kann vorliegend festgehalten werden, dass nicht mit 
abschliessender Sicherheit festgestellt werden kann, ob die Gründung der 
D._____-Stiftung zum Zweck der Steuerhinterziehung erfolgt ist. Die Umstände 
lassen dies jedoch vermuten. Gegenteilige Ausführungen fehlen in der Beschwer-
de. Damit setzt sich der Beschwerdegegner grundsätzlich der Gefahr der Strafver-
folgung wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung durch die deutschen Behörden 
aus. Ob allenfalls die Verfolgungsverjährung bereits eingetreten ist, kann vorlie-
gend offen bleiben, da zur Beantwortung dieser Frage zunächst keine Beweismit-
tel ersichtlich sind und sie des Weiteren im Rahmen einer Strafverfolgung in 
Deutschland vertieft geprüft werden müsste. Vorliegend kann aufgrund der vor-
handenen Beweismittel die Frage nicht abschliessend beurteilt werden – sie muss 
es indessen auch nicht, da für die zulässige Berufung auf das beschränkte Ver-
weigerungsrecht nach Art. 166 Abs. 1 lit. a ZPO die Gefahr einer strafrechtlichen 
Verfolgung genügt. Die Umstände der Stiftungsgründung, der Einzahlung des Stif-
tungsvermögens und die Gründe, die letztlich zu deren Auflösung führten, lassen 
die Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung zumindest als realistisch erscheinen. 
Der Beschwerdegegner beruft sich demnach zu Recht auf sein beschränktes Ver-

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weigerungsrecht, weshalb die Beschwerde auch aus diesem Grund abzuweisen 
wäre.

5. Ohnehin nicht zu hören wäre der beschwerdeführerische Einwand, wonach 
der Beschwerdegegner Auskunft über die Kundenbeziehung mit der Erblasserin 
zu erteilen hätte. Mit dem Gesuch um rechtshilfeweise Einvernahme des Zeugen 
Y._____ hat nämlich das ersuchende Gericht das Fragethema bereits vollumfäng-
lich umschrieben. Dieses betrifft einzig und allein die Hintergründe der Gründung, 
die Höhe des Vermögens und den Kreis der durch die D._____-Stiftung Begüns-
tigten. Mithin betrifft das Fragethema die Beziehung der E._____ bzw. deren Mit-
arbeiters Y._____ mit der D._____-Stiftung. Die Kundenbeziehung zur Erblasserin 
war nicht Thema der Zeugeneinvernahme. 

6. Nach Art. 104 Abs. 1 ZPO entscheidet das Gericht über die Prozesskosten 
in der Regel im Endentscheid, wobei die Prozesskosten der unterliegenden Partei 
auferlegt werden und bei Nichteintreten die klagende Partei als unterliegend gilt 
(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Als Prozesskosten gelten gemäss Art. 95 Abs. 1 ZPO die 
Gerichtskosten (lit. a) und die Parteientschädigung (lit. b).

6.1 Für Beschwerdeverfahren erhebt das Kantonsgericht von Graubünden 
gemäss Art. 10 Abs. 1 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Zivilverfahren 
(VGZ; BR 320.210) eine Entscheidgebühr zwischen CHF 500.00 und CHF 
8'000.00. Vorliegend wird die Entscheidgebühr auf CHF 1'500.00 festgesetzt und 
aufgrund des Verfahrensausgangs dem Beschwerdeführer auferlegt.

6.2 Die Parteikosten der Beschwerdegegner werden bei diesem Ausgang des 
Verfahrens ebenfalls dem Beschwerdeführer auferlegt. Mangels Einreichung einer 
Honorarnote wird der Aufwand des Rechtsvertreters der Beschwerdegegnerin 
nach Ermessen des Gerichts festgelegt (Art. 2 der Honorarverordnung über die 
Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte [Honorar-
verordnung, HV; BR 310.250]). Dabei erscheint angesichts der sich stellenden 
Sach- und Rechtsfragen sowie des damit verbundenen Aufwands eine Entschädi-
gung in der Höhe von CHF 1'500.00 einschliesslich Barauslagen und Mehrwert-
steuer für die Beschwerdegegnerin als angemessen. Dem Beschwerdegegner 
wird aufgrund des geringen Aufwandes keine Parteientschädigung zugesprochen.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.a) Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 gehen zu Lasten 
des Beschwerdeführers und werden mit dem von ihm geleisteten Kosten-
vorschuss in der Höhe von CHF 1'500.00 verrechnet.

   b) Der Beschwerdeführer hat die Beschwerdegegnerin mit CHF 1'500.00 aus-
sergerichtlich zu entschädigen.

3. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens CHF 30'000.00 betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG Beschwerde in 
Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, ge-
führt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: