# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 045c3d63-4dc2-5b5b-abf2-c448966f463f
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-02-25
**Language:** de
**Title:** Haftung gemäss Art. 52 AHVG. Einziger Gesellschafter und Geschäftsführer einer GmbH ist schadenersatzpflichtig. Höhe der Schadensumme strittig. Für das Beitragsjahr 2013 besteht ein Konkursverlustschein für eine Forderung, welche mittels Veranlagungsverfügung rechtskräftig festgesetzt worden war und ausgewiesen ist.  (BGE 9C_223/2019)
**Docket/Reference:** AK.2017.00015
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AK.2017.00015.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AK.2017.00015
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Vogel
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiberin Muraro
Urteil
vom
25. Februar 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Michael
Ausfeld
Werdstrasse
36, Postfach 9562, 8036 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
war ab dem
30. Januar 2014 alleiniger
Gesellschafter und Geschäftsführer der
Y.___
GmbH
m
it Einzelzeichnungs
berech
ti
gung
.
Mit Urteil vom
27. August 2015
eröffnete der Konkursrichter des Bezirks
gerichts Zürich über die Gesellschaft den Konkurs. Das Konkursverfahren wurde
mit Urteil des Konkursrichters vom 5. September 2016 als geschlossen erklärt. Die Gesellschaft wurde von Amtes wegen gelöscht (Urk.
7/383
).
Mit Verfügung vom 2. August 20
1
6 verpflichtete
die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
,
X.___
zur Leistung eines
Schadenersatz
es
in der Höhe von
Fr. 39'570.55 (Urk. 7/366/2-4
).
Die Schadenersatzverfügung wurde
per Einschreiben versandt. Da
X.___
die
e
in
ge
schr
ie
ben
e Sen
dung
nicht abholte, wurde ihm die Schadenersatzverfügung a
m 1. September 2016
auch
per A-Post zugestellt (Urk. 7/367).
Die von
X.___
mit Eingabe vom 30. September 2016
erhobene Einsprache (Urk.
7/372
) wies die Aus
gleichkasse mit Entscheid vom 31
. März 2017 ab (Urk. 2 [= Urk. 7/380
]).
2.
Dagegen erhob
X.___
mit Eingabe vom 21. April 2017 Be
schwerde und beantragte (Urk. 1), der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Sache sei zu neuer Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 12. Mai 2017 beantragte die Beschwerde
gegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Replicando
hielt der Beschwer
de
führer an seinen Anträgen fest (Urk. 9). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Erstattung einer Duplik (Urk. 11), was dem Beschwerdeführer mit Verfü
gung vom 16. Juni 2017 angezeigt wurde (Urk. 12).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 52
des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG)
hat ein Arbeitgeber, der durch absichtliche oder grobfahrlässige Missach
tung von Vorschriften einen Schaden verschuldet, diesen der Ausgleichskasse zu ersetzen. Ist der Arbeitgeber eine juristische Person, so können nach ständiger
Rechtsprechung des Bundesgerichts subsidiär gegebenenfalls die verantwortli
c
hen Organe in Anspruch genommen werden (BGE 123 V 12 E. 5b = AHI 1997 S. 208 E. 5b, 122 V 65 E. 4a, 119 V 401 E. 2, je mit Hinweisen).
1.2
Die Vorschriften über die Arbeitgeberhaftung nach Art. 52 AHVG sowie die dazu entwickelte Rechtsprechung des Bundesgerichts finden mangels eigener Bestim
mungen sinngemäss Anwendung auf die Invalidenversicherungs- (Art. 66 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung), Erwerbsersatz- (Art. 21 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutter
schaft) und Arbeitslosenversicherungsbeiträge (Art. 6 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung) so
wie auf jene an die Familienausgleichskassen (FAK) gemäss dem Bundesgesetz über die Familienzulagen (Art. 25
lit
. c).
2.
2.1
Voraussetzung für eine Haftung nach Art. 52 AHVG ist zunächst das Vorliegen eines Schadens. Dieser besteht darin, dass der AHV ein ihr gesetzlich geschuldeter Beitrag entgeht. Die Höhe des Schadens entspricht dabei dem Betrag, dessen die Kasse verlustig geht (Thomas Nussbaumer, Die Ausgleichskasse als Partei im Schadenersatzprozess nach Artikel 52 AHVG, ZAK 1991 S. 383 ff. und 433 ff.). Verwaltungs- und Betreibungskosten, Veranlagungs- und Mahngebühren sowie die Verzugszinsen bilden Bestandteil des Schadens, welcher der Ausgleichskasse zu ersetzen ist (BGE 121 III 382 E. 3bb; vgl. auch B
GE 109 V 95 oben, 108 V 189 E.
5). Im Hinblick auf die in Art. 14 Abs. 1 AHVG normierte Beitrags- und Abrechnungspflicht des Arbeitgebers gehören auch die Arbeitgeberbeiträge zum massgeblichen Schaden (BGE 98 V 26 E. 5).
2.2
Aus den Akten ergibt sich
, dass die Beschwerdegegnerin der Gesellschaft für die Monate Januar bis Dezember 2013 jeweils Lohnbeiträge
(
akonto
)
in der Höhe von Fr. 1'631.30 in Rechnung gestellt hatte, ausgehend von einer monatlichen Lohn
summe von Fr. 11'666.-
- beziehungsweise einer jährlichen Lohnsumme von
Fr. 139'992.
-
- (Urk. 7/206, Urk. 7/211, Urk. 7/222-225, Urk. 7/228-233). Die Lohn
bei
träge wurden jeweils bezahlt (vgl. den Kontoauszug vom 11. Mai 2017 S. 10-12
[
Urk. 7/386
]
)
.
Am 14. März 2014 wurde die Gesellschaft daran erinnert, dass die Lohndeklaration für das Beitragsjahr 2013 noch nicht eingereicht worden sei (Urk.
7/240), a
m 22. April 2014
wurde sie gemahnt
(Urk. 7/245).
Mit letzter Mahnung vom 17. Juni 2014 wurde die Gesellschaft zur Einreichung der Lohn
deklaration für das Beitragsjahr 2013 aufgefordert, ansonsten eine Revision durch
geführt oder eine Einschätzung nach freiem Ermessen vorgenommen werde (Urk. 7/251). Mit Schreiben vom 28. Oktober 2014 wurde die Gesellschaft darüber informiert, dass eine Einschätzung nach freiem Ermessen vorgenommen werde, sofern die Lohndeklaration nicht bis zum 24. November 2014 eingehe. Die jähr
liche Lohnsumme würde auf Fr. 300'000.-- festgelegt (Urk. 7/271). Mit Veran
lagungsverf
ügung vom 27. Januar 2015 wurden
für das Beitragsjahr 2013
aus
geh
end von einer
Lohnsum
me von
Fr. 300'000.--
die darauf entfallenden Beiträge und Verwaltungskosten auf Fr. 42'645.
--
festgesetzt
.
Es wurde vermerkt, dass die Veranlagungsverfügung
für
allenfalls zu
wenig abgerechnete Differenzen
gelte
(Urk. 7/282). Die eingeschriebene Sendung wurde
am 29. Januar 2015 versandt, aber
nicht abgeholt (Urk. 7/285/3)
, woraufhin
am 30. März 2015
zusätzlich eine Zustellung per gewöhnlicher Post erfolgte (Urk. 7/297). D
ie Veranlagungs
v
er
fügung
wurde in der Folge
nicht angefochten.
Am
2. Juli 2015
(vgl. das Akten
verzeichnis [Urk. 7/0])
ging bei der Beschwerdegegnerin
eine
mit dem Datum
27. Juni 2013
versehene
Lohndeklaration für das Beitragsjahr 2014 ein. Diese enthielt die
Meldung, für die Jahre 2014 und 2015
seien
keine Löhne ausbezahlt
worden beziehungsweise würden keine Löhne ausbezahlt
. Die Gesellschaft sei nicht
mehr in Betrieb und befinde sich in Auflösung (Urk. 7/315/1 f.).
Der Konkurs über die Gesellschaft wurde am 27. August 2015 eröffnet.
Anlässlich der
konkursamtlichen
Einvernahme
vom 28. September 2015 sagte der Beschwerdeführer aus, sein Vater habe die
Buchhaltung
bis ins Jahr
2013 geführt, danach
habe er
(der Beschwerdeführer)
dies übernommen. Nachgeführt sei
die Buch
haltung bis Januar/Februar 201
4, der letzte Abschluss betreffe
das Jahr 201
2.
Die Buchhaltung
sei
entsorgt
worden
(Urk. 7/345/18).
Im Bericht über die Arbeitgeberkontrolle vom 5. Februar 2016
(Urk. 7/350)
wurde festgehalten, gemäss Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers lägen keine Buch
haltungsunterlagen vor, es existi
ere einfach rein gar nichts. Die Rechtsvertreterin
habe lediglich die ehemaligen Mitarbeiter angeschrieben und
sich
von
diesen
schriftlich bestätigen lassen, dass in den Jahren 2014 und 2015 kein Arbeits
verhältnis mehr bestanden habe
(vgl.
Urk. 7/351/19 f. und
Urk. 7/351/21-23)
. Die Gesellschaft sei für das Beitragsjahr 2013
ermessensweise
eingeschätzt worden. Dieser Betrag könne
daher
nie der effektiven Lohnsumme für das Jahr 2013 entsprechen. Die Revisorin gelangte zum Schluss, das Jahr 2013 könne nicht
wie beantragt
richtiggestellt werden, da keine Kontrolle habe durchgeführt werden
können. Bekannt sei, dass im Jahr 2013 noch Mitarbeiter beschäftigt worden seien
. Der Fall werde dennoch abgeschlossen und möglicherweise erfolge dann zu einem späteren Zeitpunkt für das Jahr 2013 noch eine Korrektur.
Die Beschwerdegegnerin
meldete im Konkursverfahren über die
Gesellschaft am 18. Februar 2016 eine Forderungssumme von Fr. 39'630.55 an und wies darauf hin, dass dieser Betrag bereits rechtskräftig festgesetzt worden sei (Urk. 7/354). Mit Verfügung vom 2. August 2016 verpflichtete die Beschwerdegegnerin den Be
schwerdeführer zur Leistung von Schadenersatz für entgangene Beiträge von
Fr. 39'570.55 (Urk. 7/366/2-4).
Das
Konkursamt
stellte am 30.
August 2016 einen Verlustschein über die von der Beschwerdegegnerin ange
meldete
Forderungssumme von Fr. 39'630.55 aus (Urk. 7/368).
2.3
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen
Einspracheentscheid
,
der Scha
den in der Höhe von Fr. 39'570.
55 setz
e sich aus nicht bezahlten Lohnbeiträgen für das Jahr 2013, Verzugszinsen, Mahngebühren sowie Betreibungskosten zu
sammen.
In der rechtskräftigen Veranlagungsverfügung vom 27. Januar 2015 für das Jahr 2013 sei von einer zusätzlichen Lohnsumme für das Jahr 2013 von Fr. 300'000.-- ausgegangen worden; in der Veranlagungsverfügung sei ausdrück
lich erwähnt worden, dass die Lohnsumme für zu wenig abgerechnete Differenzen erstellt werde. Die veranlagte Lohnsumme sei folglich zu der bereits pauschal erhobenen Lohnsumme für das Jahr 2013 hinzuzurechnen. Im Jahr 2013 seien Löhne bezahlt worden, die Buchhaltung sei aber entsorgt worden. Angesichts dessen würden sich in antizipierter Beweiswürdigung weitere Abklärungen wie etwa die Befragung de
s Einsprechers erübrigen (Urk. 2
).
2.4
Der Beschwerdeführer brachte
beschwerdeweise vor
(Urk. 1)
, die Beschwerde
geg
nerin habe das Quantitativ der Schadenersatzforderung nicht substantiiert. Die Forderung könne überhaupt nicht nachvollzogen werden.
In der Veranlagungs
verfügung für das Jahr 2013 sei von einer (zusätzlichen) Lohnsumme von Fr. 300'000.-
- ausgegangen worden, obwohl die Gesellschaft in den Jahren zuvor Lohnsummen von Fr. 176'895.-
- bis Fr. 212'446.-
- deklariert gehabt habe
.
Die Lohn
summe sei willkürlich.
Es seien bezüglich aller angestellter Personen die für die zu beurteilende Zeitperiode jeweils massgebenden Auszüge aus dem indivi
duellen Konto beizuziehen beziehungsweise die Beschwerdegegnerin sei dazu zu verpflichten, diese Auszüge zu edieren. Für die angeführte Zeitspanne stehe eine jährliche Lohnsumme von rund Fr. 200'000.-
- beziehungsweise auch weniger zur Diskussion. Weiter fehle eine Übersicht über die Tilgung der Gutschrift von Fr. 9'789.
25 gemäss Schreiben vom 10. Juli 2015 (vgl. Urk. 7/324)
.
Die Veran
lagungsverfügung enthalte sodann ein aleatorisches Element, indem die Formu
lierung «allenfalls» verwendet werde.
Replicando
(Urk. 9)
führte der Beschwerde
führer
zusätzlich
aus, von der Rechtskraft der Veranlagungsverfügung sei einzig die Gesellschaft, nicht aber er selbst betroffen.
Der Veranlagungsverfügung fehle das wesentliche Element der Bestimmtheit. Das Verschulden für die zur Dis
kussion stehende Sache liege bei der Beschwerdegegnerin, da sie in pflicht
widriger Weise Beiträge festgesetzt habe, die schlicht nicht nachvollziehbar seien.
2.5
Es liegt ein Konkursverlustschein vor,
welcher als Ausweis über den erlittenen Verlust im Konkursverfahren der Gesellschaft gilt
(Urk. 7/368)
. Damit ist
die eingeklagte Forderungssumme von Fr. 39'570.55
ausgewiesen
.
Dass der Be
schwer
deführer
–
als einziger Gesellschafter und Geschäftsführer
der
konkursiten
Gesellschaft
– die Konkurseingabe der Beschwerdegegnerin bestritten hätte, wurde
weder behauptet noch ergeben sich aus den Akten entsprechende Anhaltspunkte. Der Beschwerdeführer hatte es
sodann bereits
versäumt, gegen die Veranla
gungs
verfügung vom 27. Januar 2015 Einsprache zu erheben. Diese erwuchs noch vor der Konkurseröffnung über die Gesellschaft in Rechtskraft.
Gemäss bundesge
richt
licher Rechtsprechung sind rechtskräftige
Veranlagungsverfügungen im Schadenersatzver
fahren nicht mehr anfechtbar, ausser wenn sie zweifellos unrichtig sind oder ein Revisionsgrund vorliegt und ausser wenn die ins Recht gefasste Person keine Möglichkeit (mehr) hatte, in ihrer Organeigenschaft die Beitragsverfügung anzufechten oder anfechten zu lassen. In die
sen Ausnahme
fällen kann die Bei
tragsverfügung im Rahmen des Schadenersatzverfahrens frei übe
rprüft werden (BGE 134 V 401 E.
5.2-5.5). Der Beschwerdefü
hrer machte im vorliegenden Ver
fahren weder geltend noch bestehen Anhaltspunkte dafür, dass er keine Möglichkeit gehabt hätte, die
Veranlagungs
verfügung anzufechten.
Ferner liegt keine zweifellose Unrichtigkeit
der Veranlagungsverfügung
vor, denn die für das Jahr 2013 gesamthaft angenommene Lohnsumme von Fr.
439
'
992
.-
- erweist sich angesichts der in den vergangenen Jahren
abgerechneten Lohn
summen, die zwischen circa Fr. 140'000.-- und fast Fr. 290'000.-- geschwankt hatten (vgl. Urk. 7/1, Urk. 7/6, Urk. 7/15, Urk. 7/17, Urk. 7/23, Urk. 7/26 f., Urk. 7/37, Urk. 7/52, Urk. 7/64, Urk. 7/83, Urk. 7/106, Urk. 7/141, Urk. 7/172, Urk. 7/207; vgl. ausserdem Urk. 7/73), nicht als willkürlich, sondern liegt im Rahmen des zulässigen Ermessens.
Es trifft sodann nicht zu, d
ass die Veranla
gungsverfügung vom 27. Januar 2015 ein aleatorisches Element enthalten würde. Mit dem Hinweis, die Veranlagungsverfügung gelte
für
allenfalls zu
wenig abge
rechnete Differenzen
(Urk. 7/282), wurde lediglich zum Ausdruck gebracht, dass die Lohnsumme von Fr. 300'000.-- zusätzlich zu derjenigen Lohnsumme
hinzu
zu
rechnen sei, von welcher bei der Festsetzung der
Akontobeiträge
ausgegangen worden war.
Die Schadenersatzforderung ist in
masslicher
Hinsicht somit nicht mehr zu überprüfen.
Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer die Schaden
ersatzforderung nicht substantiiert bestritten hat. Als Beleg für seine Einwände gegen die Höhe der angenommenen Lohnsumme im Jahr 2013 konnte er keine Buchhaltungsunterlagen vorlegen. Buchhaltungsunterlagen für das Jahr 2013 wären gemäss eigenen Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der Konkurs
einvernahme
z
war vorhanden gewesen; diese seien jedoch nachträglich entsorgt
worden (Urk. 7/345/18). Auch die Konkursrevision im Auftrag der Beschwerde
gegnerin führte zu keinem anderen Ergebnis. Die Rechtsvertreterin des Beschwer
deführers gab an, es könne keine Prüfung stattfinden. Es existiere einfach rein gar nichts (weder Belege noch irgendwelche Dokumente).
2.6
Der Vollständigkeit halber ist der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass die
Beschwerdegegnerin
die Gutschrift von Fr. 9'789.25 in ihrer Gesamtabrechnung
berücksichtigte
. Dem Kontoauszug vom 11. Mai 2017
(Urk. 7/386)
lässt sich ent
nehmen, dass die Beschwerdegegnerin
betreffend die Jahre
2014 und 2015 «Gut
schriften» im Gesamtbetrag von Fr. 13'724.--
(darunter auch die Gutschrift von Fr. 9'789.25)
verbuchte (vgl. die als «HABÜB» bezeichneten Buchungen in den Positionen 2014 0006-0007, 2015 0008 und
2016 0002).
Diesen «Gutschriften» stehen Buchungen von ebenfalls Fr. 13'724.-- betreffend die Jahre 2014 und 2015 gegenüber (vgl. die als «HABENHER» bezeichneten Buchungen in den Positionen 2014 0009-0015, 2015 0001-0004 sowie 2015 0010 und 2016 0001)
. Die Be
schwe
r
degegnerin machte also nichts
a
nderes
, als die früher in Rechn
ung ge
stellten
und noch nicht bezahlten
Be
i
träge wieder
abzubuche
n, soweit diese
nicht bereits
storniert waren. Die Schadenersatzforderung enthält
denn auch
keine Lohnbeiträge aus den Jahren 2014 und 201
5.
3.
3.1
Art. 14 Abs. 1 AHVG und die Art. 34 ff. der
Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV) schreiben vor, dass der Arbeitgeber bei jeder Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen und zusammen mit den Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu entrichten hat. Die Arbeitgeber haben den Ausgleichskassen periodisch Abrechnungsunterlagen über die von ihnen an ihre Arbeitnehmer ausbezahlten Löhne zuzustellen, damit die entspre
chen
den paritätischen Beiträge ermittelt und verfügt werden können. Die
Bei
tragszahlungs
- und Abrechnungspflicht des Arbeitgebers ist eine gesetzlich vor
geschriebene
öffentlichrechtliche
Aufgabe. Die Nichterfüllung dieser
öffentlich
recht
lichen
Aufgabe bedeutet eine Missachtung von Vorschriften im Sinne von Art. 52 Abs. 1 AHVG und zieht die volle Schadendeckung nach sich (BGE 118 V 193 E. 2a; vgl. BGE 132 III 523 E. 4.6).
3.2
Gemäss Art. 36 AHVV haben die Abrechnungen der Arbeitgeber die nötigen Angaben für die Verbuchung der Beiträge und für die Eintragung in die indivi
duellen Konten zu
enthalten (Abs. 1). Die Arbeitgeber haben die Löhne innert 30
Tagen nach Ablauf der Abrechnungsperiode abzurechnen (Abs. 2). Die Ab
rech
nungsperiode umfasst das Kalenderjahr. Werden die Beiträge nach Art. 35
Abs. 3 AHVV entrichtet, so entspricht die Abrechnungsperiode der Zahlungs
per
iode (Abs. 3). Die Ausgleichskasse nimmt den Ausgleich zwischen den geleisteten
Akontobeiträgen
und den tatsächlich geschuldeten Beiträgen aufgrund der Ab
rech
nung vor. Ausstehende Beiträge sind innert 30 Tagen ab Rechnungsstellung zu bezahlen. Überschüssige Beiträge werden von der Ausgleichskasse zurück
erstattet oder verrechnet (Abs. 4).
3.3
Die Gesellschaft kam
i
hrer gesetzlichen Pflicht (Art. 36 Abs.
2 AHVV)
,
die
Lohn
deklaration für das Beitragsjahr 2013
einzureichen, nie
nach.
Damit
ergibt sich ohne Weiteres ein Verstoss
gegen die Arbeitgeberpflichten.
4.
4.1
Die wesentliche Voraussetzung für die Schadenersatzpflicht besteht nach dem
Wortlaut des Art. 52 AHVG darin, dass der Arbeitgeber absichtlich oder grob
fa
hr
lässig Vorschriften verletzt hat und dass durch diese Missachtung ein Scha
den verursacht worden ist (BGE 108 V 183 E. 1a). Absicht beziehungsweise Vor
satz und Fahrlässigkeit sind verschiedene Formen des Verschuldens. Art. 52 AHVG statuiert demnach eine Verschuldenshaftung, und zwar handelt es sich um eine Verschuldenshaftung aus öffentlichem Recht. Die Schadenersatzpflicht ist im konkreten Fall nur dann begründet, wenn nicht Umstände gegeben sind, welche das fehlerhafte Verhalten des Arbeitgebers als gerechtfertigt erscheinen lassen oder sein Verschulden im Sinne von Absicht oder grober Fahrlässigkeit aus
schliessen. In diesem Sinne ist es denkbar, dass ein Arbeitgeber zwar in vorsätz
licher Missachtung der AHV-Vorschriften der Ausgleichskasse einen Schaden zufügt, aber trotzdem nicht schadenersatzpflichtig wird, wenn besondere Um
stän
de die Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als erlaubt oder nicht schuldhaft erscheinen lassen (BGE 108 V 183 E. 1b; ZAK 1985 S. 576 E. 2 und S.
619 E. 3a).
4.2
Nicht jedes einer Firma als solcher anzulastende Ver
schulden muss auch ein solches ihrer sämtlichen Organe sein. Vielmehr hat man abzuwägen, ob und inwieweit eine Handlung der Firma einem bestimmten Organ im Hinblick auf dessen rechtliche und faktische Stellung innerhalb der Firma zuzurechnen ist. Ob ein Organ schuldhaft gehandelt hat, hängt demnach entscheidend von der Ver
ant
wortung und den Kompetenzen ab, die ihm von der juristischen Person über
tragen wurden (BGE 108 V 199 E. 3a; ZAK 1985 S. 620 E. 3b).
4.3
Wie erwähnt kam die Gesellschaft
i
hrer gesetzlichen Pflicht (Art. 36 Abs.
2 AHVV)
,
die
Lohndeklaration für das Beitragsjahr 2013 einzureichen, nie
nach
.
Beim Beschwerdeführer handelte es sich ab dem 30. Januar 2014 um den allein
i
gen Gesellschafter und Geschäftsführer der
Y.___
GmbH mit Einzelzeichnungsberechtigung. Er war damit persönlich für die Einreichung der Lohndeklaration für das Beitragsjahr 2013 verantwortlich.
Auch hat er es selbst zu verantworten, dass die Buchhaltungsunterlagen nicht mehr existieren; er sagte selber aus: «Die Buchhaltung haben wir entsorgt» (Urk. 7/345/18).
5.
5.1
Schliesslich setzt die Schadenersatzpflicht des Arbeitgebers nach Art. 52 Abs. 1 AHVG voraus, dass zwischen der absichtlichen oder grobfahrlässigen Miss
ach
tung von Vorschriften und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzu
sammenhang gegeben ist (BGE 119 V 401 E. 4a mit Hinweisen auf die Lehre, 103 V 120 E. 4).
Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des ein
getretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allge
mein als begünstigt erscheint (BGE 119 V 401 E. 4a mit Hinweisen; vgl. auch BGE 122 V 189 sowie 119
Ib
334 E. 3c).
5.2
Der Kausalzusammenhang ist zu bejahen, e
in Mitverschulden der Beschwerde
gegnerin besteht nicht.
Eine pflichtwidrige Beitragserhebung, wie dies der Be
schwer
deführer geltend macht
e
, liegt nicht vor.
6.
Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Michael
Ausfeld
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstMuraro