# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0fddc8cf-e810-50f5-bb48-ecff6b8f800c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.09.2023 UV 2022/61
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2022-61_2023-09-18.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/15

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2022/61

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 28.09.2023

Entscheiddatum: 18.09.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 18.09.2023
Art. 6 UVG. Der Unfall war zumindest zeitlich bestimmend und damit 
"conditio sine qua non" für die acht Tage später indizierte Operation. 
Unabhängig von der Genese der Rotatorenmanschettenruptur besteht damit 
eine Leistungspflicht (Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen) der 
Beschwerdegegnerin in Bezug auf den operativen Eingriff und die 
anschliessende Heilungsphase. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. September 2023, 
UV 2022/61).

Entscheid vom 18. September 2023

Besetzung

Präsidentin Christiane Gallati Scheider, Versicherungsrichterinnen Mirjam Angehrn und 

Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2022/61

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Syndicom, Gewerkschaft Medien und Kommunikation, 

Monbijoustrasse 33, Postfach, 3001 Bern,

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gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Taggeldleistungen / Heilbehandlung

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war seit dem 3. Februar 1986 als LKW-Chauffeur 

bei der B.___ AG angestellt und dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 11. März 1993 stürzte der 

Versicherte beim Skifahren auf die linke Schulter (act. G 3.1 Suva-act. 1, 3 [Schaden-

Nr. 09.50455.93.4]). Diagnostiziert wurde ein Schultertrauma mit Periarthropathie (act. 

G 3.1 Suva-act. 4). Ab dem 20. April 1993 konnte der Versicherte die Arbeit wieder zu 

100 % aufnehmen (act. G 3.1 Suva-act. 3 f., 10). Die Suva richtete die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen aus.

A.a. 

Am 27. Januar 1997 schlug der Versicherte beim Be- oder Entladen eines LKWs 

die linke Schulter an (act. G 3.2 Suva-act. 1 [Schaden-Nr. 09.20654.97.5]). 

Diagnostiziert wurde eine vordere Schultergelenksinstabilität beidseits und eine 

chronische Einklemmung der linken Rotatorenmanschette nach Kontusionen in den 

Jahren 1993 und 1997 (act. G 3.2 Suva-act. 2). Arbeitsunfähigkeiten wurden keine 

bescheinigt und die konservative Therapie wurde im November 1997 abgeschlossen 

(act. G 3.2 Suva-act. 4 f.). Die Suva richtete die gesetzlichen Versicherungsleistungen 

aus.

A.b. 

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B.  

Seit dem 1. Februar 1999 war der Versicherte für die C.___ AG in einem 

Vollpensum als Fahrer tätig und dadurch erneut bei der Suva gegen die Folgen von 

Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Gemäss 

Schadenmeldung vom 20. Januar 2022 rutschte der Versicherte am 19. Januar 2022 

beim Betanken eines Fahrzeugs auf eisiger Unterlage aus und fiel auf die linke Schulter 

(act. G 3.3 Suva-act. 1, 17 [Schaden-Nr. 23.33124.22.2). Die Erstbehandlung erfolgte 

am 20. Januar 2022 bei Dr. med. D.___, FMH Allgemeine Innere Medizin, welcher den 

Versicherten an Dr. med. E.___, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, Orthopädie F.___, überwies (act. G 3.3 Suva-act. 17). Dieser 

diagnostizierte bei ausgeprägter aktiver Bewegungseinschränkung eine 

posttraumatische Pseudoparalyse der linken Schulter links nach dem Sturzereignis 

vom 19. Januar 2022 und veranlasste eine Magnetresonanztomographie (MRT; act. G 

3.3 Suva-act. 7), welche am 21. Januar 2022 durchgeführt wurde (act. G 3.3 Suva-act. 

14). Dem Versicherten war ab dem 20. Januar 2022 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 

bescheinigt worden (act. G 3.3 Suva-act. 13-2). Bei diagnostizierter traumatischer 

anterosuperiorer Rotatorenmanschetten-Ruptur links (Subscapularissehne [SSC] 

subtotal, Supraspinatussehne [SSP] total, Infraspinatussehne [ISP] partiell), Instabilität 

und Tendinopathie der langen Bicepssehne, Bursitis subacromialis sowie 

anterolateralem Acromionsporn und inferiorem Claviculasporn erfolgte am 27. Januar 

2022 ein operativer Eingriff durch Dr. E.___ (arthroskopische Rekonstruktion 

Rotatorenmanschette, arthroskopische Tenotomie lange Bicepssehne, arthroskopische 

subacromiale Bursectomie, arthroskopische anterolaterale Acromioplastik und 

Abtragung lateraler Clavicula-Osteophyt; act. G 3.3 Suva-act. 11). Die Suva erbrachte 

die Versicherungsleistungen und übernahm auch die Kosten des Eingriffs (act. G 3.3 

Suva-act. 29-40 f.).

B.a. 

Mit Beurteilungen vom 15. und 22. März 2022 führte Dr. med. G.___, FMH 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, Versicherungsmedizin der Suva, aus, 

dass es anlässlich des Ereignisses vom 19. Januar 2022 zu keinen zusätzlichen 

strukturellen Läsionen an der linken Schulter gekommen sei. Alle Gesundheitsschäden 

im linken Schultergelenk seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die 

verschiedenen von der Suva versicherten Ereignisse zurückzuführen. Die am 19. 

B.b. 

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Januar 2022 erlittene Schulterprellung sei in aller Regel nach drei bis sechs Wochen als 

abgeheilt anzusehen (Suva-act. 18).

Am 23. März 2022 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie den Fall mit 

Einstellung der Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) per 27. März 2022 

abschliessen werde. Der Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 19. Januar 

2022 eingestellt hätte, sei gemäss medizinischer Beurteilung spätestens sechs Wochen 

nach dem Ereignis erreicht (Suva-act. 25).

B.c. 

Am 1. April 2022 führte Dr. E.___ aus, dass sich der Versicherte beim Sturzereignis 

vom 19. Januar 2022 eine Rotatorenmanschetten-Massenruptur der linken Schulter 

zugezogen habe. Diese schwere Verletzung sei am 27. Januar 2022 operativ versorgt 

worden. Der bisherige Heilungsverlauf sei erfreulich, allerdings könne eine volle 

Belastbarkeit der Schulter nach Rotatorenmanschettennaht frühestens vier Monate 

postoperativ erwartet werden (act. G 3.3 Suva-act. 30).

B.d. 

Mit Eingabe vom 20. April 2022 bestritt der Rechtsvertreter des Versicherten, 

MLaw Marc Arnold, Syndicom Bern, die Rechtmässigkeit der Einstellung der 

Versicherungsleistungen per 27. März 2022 (act. G 3.3 Suva-act. 33).

B.e. 

Die Suva tätigte in der Folge weitere Abklärungen, holte medizinische Akten und 

vom Versicherten eine detaillierte schriftliche Schilderung des Hergangs des 

Ereignisses vom 19. Januar 2022 ein (act. G 3.3 Suva-act. 34 ff.) und legte den Fall 

nochmals Dr. G.___ vor. Dieser hielt mit Beurteilung vom 17. Mai 2022 am 

degenerativen Charakter der Schulterschäden fest. Nach drei bis sechs Wochen gelte 

die Schulterkontusion als abgeheilt (act. G 3.3 Suva-act. 43).

B.f. 

Mit Verfügung vom 17. Mai 2022 schloss die Suva den Fall mit Einstellung der 

Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) per 27. März 2022 ab (act. G 3.3 

Suva-act. 46).

B.g. 

Am 10. Juni 2022 ging der Suva eine Eingabe ("Wiederwägungsgesuch 

Unfallleistungen") von Dr. E.___ ein, worin dieser die Beurteilung von Dr. G.___ in 

Zweifel zog und um eine Reevaluation des Sachverhalts mit Prüfung der 

Kostenübernahme ersuchte (act. G 3.3 Suva-act. 53).

B.h. 

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C.  

D.  

Am 15. Juni 2022 erhob der Rechtsvertreter des Versicherten Einsprache gegen 

die Verfügung vom 17. Mai 2022 und beantragte deren Aufhebung. Dem Versicherten 

seien die ihm zustehenden gesetzlichen Leistungen nach Unfallversicherungsgesetz 

(Taggelder bis Ende Mai 2022 und die Heilungskosten) zu bezahlen. Eventualiter seien 

weitere medizinische Abklärungen durchzuführen und eine rechtsgenügliche Verfügung 

zu erlassen (act. G 3.3 Suva-act. 48). Mit der Einsprache reichte der Rechtsvertreter 

unter anderem eine E-Mail-Korrespondenz zwischen ihm und Dr. E.___ vom 9. Juni 

2022 ein (act. G 3.3 Suva-act. 49-8 f.).

C.a. 

Mit Entscheid vom 19. September 2022 wies die Suva die Einsprache ab (act. G 

3.3 Suva-act. 58).

C.b. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 19. September 2022 liess der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch Marc Arnold, am 20. 

Oktober 2022 Beschwerde erheben mit folgenden Rechtsbegehren: 1. Der 

Einspracheentscheid vom 19. September 2022 sei aufzuheben. 2. Die Suva 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer bis zur 

Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit am 1. Juni 2022 Taggelder nach UVG zu 

entrichten und die Heilungskosten zu übernehmen. 3. Eventualiter sei der 

Einspracheentscheid zur vollständigen Erhebung des Sachverhalts und Neubeurteilung 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (act. G 1). Mit der Beschwerde reichte 

Marc Arnold unter anderem eine E-Mail-Korrespondenz zwischen ihm und Dr. E.___ 

vom 18. Oktober 2022 ins Recht (act. G 1.5).

D.a. 

In der Beschwerdeantwort vom 7. Dezember 2022 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 19. September 2022 (act. G 3).

D.b. 

Mit Replik vom 19. Januar 2023 liess der Beschwerdeführer unverändert an seinen 

Anträgen festhalten (act. G 5).

D.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer umfassenden 

Duplik und hielt an ihrem Antrag auf Beschwerdeabweisung fest (act. G 7).

D.d. 

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Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Rechtmässigkeit 

der Einstellung der Leistungen aus der Unfallversicherung (Taggeld- und 

Heilbehandlungsleistungen) per 27. März 2022.

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in 

den (medizinischen) Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

D.e. 

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt.

1.1. 

Ist die versicherte Person infolge eines Unfalls resp. daraus resultierenden 

Rückfällen (vgl. Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]) 

voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld 

(Art. 16 UVG). Sie hat zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der 

Unfallfolgen (Art. 10 UVG).

1.2. 

Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 

Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für 

Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis zusammenhängen (vgl. André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in Marc 

Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar 

zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 

53 ff.). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, 

ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als 

in der gleichen Weise resp. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 

Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität 

1.3. 

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der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht 

weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung 

entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1). Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs 

wird in erster Linie mittels der Angaben medizinischer Fachpersonen geführt. Die Frage 

nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die 

vom Rechtsanwender nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu 

beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 

58; Urteil des Bundesgerichts vom 12. Mai 2021, 8C_15/2021, E. 7.3). Für die Annahme 

unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine strukturelle Läsion bzw. 

eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares Korrelat verlangt. Von 

organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst gesprochen werden, wenn 

die erhobenen Befunde mit – wissenschaftlich anerkannten (BGE 134 V 231) – 

apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen, Computertomographie, 

Magnetresonanztomographie, Arthroskopie) bestätigt werden (Urteil des 

Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2). Im Bereich dieser klar 

ausgewiesenen organischen Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung 

des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit 

der natürlichen Kausalität deckt (vgl. BGE 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen auf Lehre 

und Rechtsprechung; BGE 118 V 291 f. E. 3a).

Treten im Anschluss an einen Unfall Beschwerden auf (die zuvor nicht bestanden) 

und ist aber davon auszugehen, dass durch den Unfall lediglich ein (zuvor stummer) 

degenerativer Vorzustand aktiviert, nicht aber verursacht worden ist, so hat der 

Unfallversicherer bis zum Erreichen des Status quo sine oder ante Leistungen für das 

unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu 

erbringen, und zwar selbst dann, wenn sich die Gesundheitsschädigung bei einer 

Gewichtung der konkurrierenden Ursachen zum stark überwiegenden Teil als 

Krankheitsfolge darstellt. Dies bedeutet unter Umständen, dass die versicherte Person 

Anspruch auf eine operative Eingriffe mit einschliessende zweckmässige Behandlung 

hat, wenn diese im Gesamtkontext gesehen letztlich mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit der (vorzeitigen) Beseitigung der vom Unfall zumindest 

mitverursachten Schmerzen diente und nicht gesagt werden kann, die Operation sei 

auch ohne den durch den Unfall bewirkten Beschwerdeschub überwiegend 

wahrscheinlich im selben Zeitpunkt notwendig geworden. Anders verhält es sich 

lediglich, wenn der Unfall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein 

gegenwärtiges Risiko, mit dessen Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, 

manifest werden lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung 

1.4. 

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eigenständige Bedeutung anzunehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 

2013, 8C_423/2012, E. 5.3).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich 

weder die Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Auch 

Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen bzw. beratenden Ärzten und Ärztinnen 

einholen, können beweistauglich sein. An die Beweiswürdigung der Beurteilungen 

dieser Ärzte und Ärztinnen sind indes strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch 

nur geringe Zweifel an deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit, sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 469 f. E. 4.4. mit Hinweis; bestätigt in Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Die Rechtsprechung 

erachtet sodann reine Aktengutachten als beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund 

vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung 

mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 

24. März 2017, 8C_780/2016, E. 6.1).

1.5. 

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2.

Umstritten ist die Unfallkausalität der über den Leistungseinstellungszeitpunkt (27. 

März 2022) hinaus bestehenden Problematik an der linken Schulter und hierbei vorab 

die Ursache der mit der MRT vom 21. Januar 2022 bildgebend ausgewiesenen 

Rotatorenmanschettenruptur (act. G 3.3 Suva-act. 14), welche am 27. Januar 2022 

operativ behandelt wurde (act. G 3.3 Suva-act. 11). Zu würdigen sind in diesem 

Zusammenhang die im Recht liegenden medizinischen Berichte und Beurteilungen.

 2.1. 

Mit Aktenbeurteilung vom 17. Mai 2022 führte Dr. G.___ aus, dass das 

Unfallereignis vom 19. Januar 2022 zu keinen zusätzlichen strukturellen Läsionen, 

welche objektivierbar seien, geführt habe. Gemäss Sprechstundenbericht von Dr. E.___ 

vom 21. Januar 2022 sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer direkten 

Schulterprellung auszugehen, welche in der Regel nach drei bis sechs Wochen als 

abgeheilt anzusehen sei. Bezüglich Genese der Rotatorenmanschettenruptur führte Dr. 

G.___ aus, dass bereits in der zeitnah durchgeführten MRT eine erhebliche Retraktion 

der Supraspinatussehne, in der Einteilung der Sehnenretraktionen nach Patte Typ 3, 

also mit Retraktion des Sehnenstumpfes bis Höhe des Humeruskopfes, medial der 

Mitte, bestehe. Die Supraspinatusmuskulatur zeige zudem einen Grad der fettigen 

Degeneration nach Goutallier Grad 3. Auch das Tangentenzeichen nach Zanetti sei 

positiv und beweise die erhebliche Degeneration. Zusätzlich bestehe eine erhebliche 

AC-Gelenksarthrose mit einem den Sehnenverlauf stark behindernden, sehr grossen 

Osteophyten, lokalisiert und ausgerichtet auf den Supraspinatussehnendefekt. Damit 

handle es sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um einen degenerativen 

Erkrankungsvorschaden, weil die bereits erhebliche Muskelathrophie Goutallier Grad 3 

und Retraktion der Supraspinatussehne nicht innerhalb von zwei Tagen entstanden 

sein könne. Gemäss aktueller Lehrmeinung sei beim Menschen eine fettige 

Degeneration frühestens nach sechs Monaten erkennbar (act. G 3.3 Suva-act. 43).

2.1.1. 

Mit E-Mail vom 9. Juni 2022 führte Dr. E.___ zuhanden von Marc Arnold aus, 

dass er den Suva-Ärzten insofern Recht geben müsse, dass eine Degeneration der 

Supraspinatussehne bereits vorhanden gewesen sein müsse, ebenso eine Arthrose des 

Schulter-Eck-Gelenks mit nach unten ragendem Knochensporn (hypertrophe AC-

Arthrose mit Osteophyt). Allerdings sei der Beschwerdeführer diesbezüglich bis zum 

Unfall keineswegs gestört gewesen und habe weder Schmerzen noch 

Bewegungseinschränkungen oder Kraftminderungen gehabt. In der Suva-Beurteilung 

2.1.2. 

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würden das Ausmass der "Verfettung" der Supraspinatussehne und auch der 

Retraktionsgrad (als Indikatoren für Chronizität) überschätzt. Die aspektmässig frischen 

Rupturen der anderen Sehnen seien nicht kommentiert worden. Durch den Sturz sei es 

zu einer Komplettruptur der wahrscheinlich vorgeschädigten Supraspinatussehne mit 

Teilriss sowohl der Infra- wie auch der Subscapularissehne sowie zusätzlich zu einer 

Instabilität der langen Bicepssehne bei Pulley-Ruptur gekommen. Diese grosse 

Rotatorenmanschettenverletzung (Massenruptur) habe in einem subtotalen 

Funktionsverlust der Schulter (Pseudoparalyse) resultiert. Der Unfallmechanismus mit 

Sturz auf Glatteis sei ein adäquates Ereignis, um diese grossen Sehnenrisse 

herbeizuführen. Die Ruptur der Supraspinatussehne sei seines Erachtens "acute on 

chronic". Die anderen Sehnenrupturen seien sicherlich frischer Natur und somit mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen. Diese beiden Sehnen 

würden weder radiologisch noch intraoperativ Anzeichen einer chronischen 

Schädigung zeigen (act. G 3.3 Suva-act. 49-8).

Mit Eingabe vom 10. Juni 2022 führte Dr. E.___ zuhanden Dr. G.___ aus, dass die 

posttraumatisch massiv eingeschränkte Schulterfunktion (Pseudoparalyse) durch eine 

grosse Ruptur der Rotatorenmanschette verursacht worden sei. Zwar hätten sich in der 

MRT gewisse degenerative Veränderungen des AC-Gelenks wie auch der 

Supraspinatussehne, mit allerdings nur minimaler fettiger Infiltration und isoliert auf die 

Supraspinatussehne, gezeigt. Trotz dieses degenerativen Vorzustands sei der 

Beschwerdeführer bis zum Zeitpunkt des Unfalls in keiner Weise eingeschränkt 

gewesen. Die Beschwerden seien klar durch das Sturzereignis ausgelöst worden, als 

direkte Folge der grossen anterosuperioren Rotatorenmanschettenruptur mit Luxation 

der langen Bicepssehne. Entgegen der Suva-ärztlichen Beurteilung handle es sich bei 

der fettigen Infiltration der Supraspinatussehne maximal um ein Goutallier-Stadium 1 

bis 2 (und nicht Stadium 3). Zudem sei das Tangentenzeichen aufgrund der 

Sehnenretraktion und des ungünstigen Bildausschnitts in der MRT nicht konklusiv 

beurteilbar. Der sehr günstige, postoperative Verlauf mit praktisch wiedererlangter 

freier Beweglichkeit und guter Kraftentfaltung spreche gegen eine relevante 

Vorschädigung der Sehnen. Zudem habe der Beschwerdeführer glaubhaft angegeben, 

bis zum Unfallereignis beschwerdefrei gewesen zu sein (act. G 3.3 Suva-act. 53).

2.1.3. 

Im Einspracheentscheid vom 19. September 2022 führte die 

Beschwerdegegnerin aus, dass die Ausführungen von Dr. E.___ nicht überzeugten. 

Zum einen widerspreche er sich, habe er doch selbst einen degenerativen Vorzustand 

an der Supraspinatussehne sowie eine AC-Gelenksarthrose mit Osteophyt bestätigt 

und sei im Operationsbericht vom 27. Januar 2022 im Bereich der Bicepssehne 

2.1.4. 

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lediglich von einer Tendinopathie ausgegangen. Zum anderen würden seine 

Ausführungen im Widerspruch zu den übrigen medizinischen Berichten stehen, habe 

sich bei der MR-Untersuchung doch eine intakte Infraspinatussehne gezeigt. Es treffe 

auch nicht zu, dass Dr. G.___ nicht zu allen erhobenen Befunden Stellung genommen 

habe. Der Versicherungsmediziner habe dargelegt, dass auch im Bereich der 

Subscapularissehne massiv tendinopathisch bedingte Veränderungen bestehen 

würden und alle sich im Schultergelenk befindenden Schäden nicht unfallbedingt seien 

(act. G 3.3 Suva-act. 58-12 Ziff. 5.b).

Mit E-Mail vom 18. Oktober 2022 führte Dr. E.___ zuhanden von Marc Arnold 

aus, dass vorbestehende degenerative Veränderungen des AC-Gelenks und der 

Sehnen nicht von der Hand zu weisen seien. Das Ausmass der Sehnenveränderungen 

sei aber von Seiten der Beschwerdegegnerin überschätzt worden (Athrophie-Grad, 

Sehnenretraktion). Er habe weder im Operationsbericht noch in den darauffolgenden 

Schreiben widersprüchliche Aussagen gemacht. Die Sehnenveränderung der 

Bicepssehne sei beschrieben, ebenso die hypertrophe AC-Gelenksdegeneration mit 

inferioren Osteophyten sowie das Rissmuster der Rotatorenmanschettenverletzung. 

Anstatt auf Details herumzureiten, welche Sehne zu welchem Prozentsatz degeneriert 

gewesen sei, sollte dem Unfallmechanismus und der ersten Phase der Verletzung mehr 

Beachtung geschenkt werden. Schliesslich würden die gemäss Consensus Slide für 

traumatische Verletzungen definierten Kriterien (act. G 1.6) für einen traumatischen 

Ursprung sprechen. Ein weiteres Kriterium, welches für eine traumatische Ursache 

spreche, sei die akute Einblutung ins Gelenk. Obwohl er dies nicht speziell 

dokumentiert habe, seien beim Beschwerdeführer auch in der MRT Blutkoagel im 

Recessus axillaris beschrieben. Auch die sofortige Beeinträchtigung der aktiven 

Mobilität bei Elevation, Aussenrotation oder die Entwicklung einer Pseudoparalyse der 

Schulter (aktive vordere Elevation nicht möglich) aufgrund einer 

Rotatorenmanschettenläsion sei gestützt auf den renommierten Schulterchirurgen Dr. 

med. H.___ das typische Bild nach einem Trauma (act. G 1.5).

2.1.5. 

Gestützt auf die vorstehenden, sich widersprechenden Beurteilungen der 

Fachärzte Dres. G.___ und E.___ sowie die Ausführungen der Beschwerdegegnerin 

besteht in Bezug auf die Genese (degenerativ/traumatisch) der 

Rotatorenmanschettenruptur Unklarheit. Dr. E.___ nennt einige Anhaltspunkte, welche 

auf eine traumatische Verursachung hinweisen, wobei er sich nicht nur auf den 

Umstand stützt, dass der Beschwerdeführer vor dem Ereignis vom 19. Januar 2022 

beschwerdefrei gewesen sei. Insbesondere verweist er auch auf den Fachartikel von 

H.___ et al. (Degenerative oder traumatische Läsionen der Rotatorenmanschette, in: 

2.2. 

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Swiss Medical Forum 2018 S. 260 ff.; https://medicalforum.ch/de/detail/doi/smf.

2019.03247; eingesehen am 18. September 2023), in welchem ausgeführt wird, dass 

die Entwicklung einer Pseudoparalyse der Schulter, wie sie vorliegend aufgrund der 

Befunderhebung diagnostiziert wurde (act. G 3.3 Suva-act. 7), ein typisches Bild nach 

einem Trauma sei. Im Weiteren sind mehrere Kriterien erfüllt, welche gemäss 

"Schultertrauma-Check" (https://www.svv.ch/ sites/default/files/2021-02/

SVV_Check_Schultertrauma_2021_DE.pdf; eingesehen am 18. September 2023), der 

sich wie der erwähnte Fachartikel als Hilfsmittel bei der medizinischen Beurteilung von 

Schulterverletzungen anbietet, auf eine traumatische Verursachung deuten. Zu 

erwähnen sind dabei die vorbestehende Symptomfreiheit und gute Belastbarkeit sowie 

die sofort aufgetretenen Schmerzen und die gestützt darauf eingetretene 

Arbeitsunfähigkeit. Demgegenüber benennt auch Dr. G.___ gewichtige Aspekte 

(Stadium der Retraktion des Sehnenstumpfes; Grad der fettigen Degeneration), welche 

in dem von ihm genannten Ausmass gegen eine (Teil-)Kausalität der Befunde resp. 

plausibel für eine fortgeschrittene unfallfremde Degeneration sprechen würden. 

Ausserdem scheint der Unfall nicht von derartiger Schwere gewesen zu sein (vgl. dazu 

den Sprechstundenbericht vom 28. Januar 2022, in welchem ausdrücklich keine 

Prellmarken aufgeführt sind; act. G 3.3 Suva-act. 7-2), dass per se eine traumatische 

Rotatorenmanschettenruptur plausibel erschiene, zumindest keine grosse 

Rotatorenmanschettenruptur (Massenruptur). Schliesslich weisen auch einige 

Indikatoren gemäss dem genannten "Schultertrauma-Check" auf einen 

abnützungsbedingten Gesundheitsschaden hin (Alter des Beschwerdeführers, 

Schadensmechanismus). Dennoch bestehen zumindest geringe Zweifel an der 

versicherungsinternen Kausalitätsbeurteilung, so dass darauf nicht abschliessend 

abgestellt werden. Zum einen nimmt Dr. G.___, entgegen den Ausführungen der 

Beschwerdegegnerin, nicht explizit Stellung zu den intraoperativ zur Darstellung 

gelangten Läsionen an der SSC ("subtotal rupturiert") und ISP ("partiell rupturiert"), 

welche Dr. E.___ als klar traumatisch bedingt erachtet. Zum anderen bleiben der Grad 

der fettigen Infiltration und das Stadium der Sehnenretraktion (als wichtige Indikatoren 

für oder gegen einen traumatischen Ursprung) unklar. Die diesbezüglichen Einwände/

Relativierungen von Dr. E.___ erscheinen nicht unplausibel. So wird in der MRT vom 

21. Januar 2022 eine nur leichte Atrophie des Musculus supraspinatus erwähnt (act. G 

3.3 Suva-act 14). Im Operationsbericht wird eine "Verfettung" gar nicht mehr 

thematisiert (act. G 3.3 Suva-act. 11), was den Schluss zulassen könnte, dass sie 

aufgrund des geringen Ausmasses keiner Erwähnung bedurfte. Schliesslich spricht Dr. 

G.___ von einer Sehnenretraktion nach Patte Typ 3 und begründet dies mit einer 

Retraktion des Sehnenstumpfes bis Höhe des Humeruskopfes. Die Retraktion des 

Sehnenstumpfes auf Höhe des Humeruskopfes entspricht aber lediglich einem 

https://medicalforum.ch/de/detail/doi/smf.2019.03247
https://medicalforum.ch/de/detail/doi/smf.2019.03247

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3.  

Stadium 2. Zur Annahme eines Stadiums 3 bedürfte es einer Retraktion des 

Sehnenstumpfes auf Höhe des Glenoids (vgl. wiederum Degenerative oder 

traumatische Läsionen der Rotatorenmanschette, in: Swiss Medical Forum 2018 S. 260 

ff.; https://medicalforum.ch/de/ detail/doi/smf.2019.03247; eingesehen am 18. 

September 2023). Insgesamt mangelt es gestützt auf das Gesagte an einer 

genügenden und schlüssig nachvollziehbaren medizinischen Gewichtung der 

verschiedenen Indizien für oder gegen Abnützung oder Erkrankung der 

Rotatorenmanschettenruptur und damit an einer verlässlichen Beurteilungsgrundlage.

Trotz der nach wie vor ungeklärten Genese der Rotatorenmanschettenruptur 

bedarf es vorerst keiner weiteren diesbezüglichen Abklärungen, zumal sich ein 

relevanter Residualzustand nach dem Eingriff vom 27. Januar 2022 nicht abzeichnet 

und nicht zur Diskussion steht. Es besteht unabhängig von der (Rückfall-)Kausalität der 

mittels Operation behandelten Gesundheitsschäden in Bezug auf die zur Beurteilung 

stehenden (temporären) Versicherungsleistungen (Taggeld- und 

Heilbehandlungsleistungen) im beantragten Ausmass eine Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin. Dies aus folgenden Gründen.

3.1. 

Wie in Erwägung 1.3 festgehalten wurde, ist ein Unfall auch dann kausale Ursache 

einer Gesundheitsschädigung, wenn er für deren Eintritt bloss zeitlich bestimmend war, 

das heisst etwa wenn eine zuvor latente Operationsindikation durch die unfallbedingte 

Aktivierung des Vorzustands akut wurde und sich der Zeitpunkt eines (früher oder 

später ohnehin notwendig gewordenen) Eingriffs durch das versicherte Trauma 

bestimmte (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 2. Mai 2007, U 136/06, E. 3.2). In 

der Annahme, dass es sich bei den in der MRT vom 21. Januar 2022 gezeigten und 

mittels Eingriff vom 27. Januar 2022 behandelten Gesundheitsschäden um rein 

unfallfremde Pathologien handelte, setzte der Unfall resp. die Schulterprellung dem 

zuvor asymptomatischen Charakter des Schulterleidens ein Ende. Nachdem keine 

Anhaltspunkte erkennbar und den medizinischen Akten zu entnehmen sind, dass der 

bereits acht Tage nach dem Sturzereignis indizierte Eingriff an der linken Schulter auch 

ohne dieses Ereignis zu diesem Zeitpunkt notwendig geworden wäre, der Eingriff der 

vorzeitigen Beseitigung der vom Unfall zumindest mitverursachten Beschwerden/

Schmerzen diente und offenkundig nicht gesagt werden kann, dass dem Unfall im 

Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung keine eigenständige Bedeutung 

beizumessen ist, hat der Beschwerdeführer gestützt auf die Rechtsprechung Anspruch 

auf eine operative Eingriffe miteinschliessende, zweckmässige Behandlung (vgl. 

vorstehende E. 1.4). Die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin umfasst nicht 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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4.  

Entscheid

lediglich die (durch die Beschwerdegegnerin vergütete) Operation vom 27. Januar 

2022, sondern auch die daran anschliessende Heilungsphase. Auf die Einschätzung 

von Dr. G.___, wonach eine direkte Schulterprellung in der Regel nach drei bis sechs 

Wochen abgeheilt sei, kann nicht abgestellt werden, da sie aufgrund der Fragestellung 

zu Unrecht in Ausserachtlassung der Operation vom 27. Januar 2022 erging (act. G 3.3 

Suva-act. 41, 43). Dr. E.___ führte am 1. April 2022 aus, dass der Heilverlauf nach dem 

Eingriff erfreulich sei, allerdings eine volle Belastbarkeit der Schulter nach 

Rotatorenmanschettennaht frühestens vier Monate postoperativ erwartet werden 

könne (act. G 3.3 Suva-act. 30). Bis Ende Mai 2022 stellte er denn auch 

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen zu 100 % aus (act. G 3.3 Suva-act. 39-2). Diese 

attestierte Arbeitsunfähigkeit bis Ende Mai 2022 (rund vier Monate postoperativ) 

erscheint in Beachtung der Belastungen in der angestammten Tätigkeit des 

Beschwerdeführers als Fahrer bei der C.___ AG angemessen. Dasselbe gilt für die 

bescheinigte Heilungsdauer. Entsprechend sind gemäss dem Antrag des 

Beschwerdeführers die temporären Versicherungsleistungen (Taggeld- und 

Heilbehandlungsleistungen) bis 31. Mai 2022 geschuldet und die Beschwerde ist 

gutzuheissen.

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 19. September 2022 gutzuheissen und die 

Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer für das Unfallereignis 

vom 19. Januar 2022 bis 31. Mai 2022 die gesetzlichen Versicherungsleistungen 

(Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen) zu erbringen.

4.1. 

Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben 

(Art. 61 lit. f ATSG).

4.2. 
bis 

Da der Beschwerdeführer bei diesem Verfahrensausgang obsiegende Partei ist, 

hat er Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Der 

Beschwerdeführer ist nicht anwaltlich, sondern durch einen Juristen der Gewerkschaft 

Syndicom vertreten, womit die Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) keine Anwendung 

findet. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG ist die Parteientschädigung ohne Rücksicht auf den 

Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses zu bemessen. Der Bedeutung der Streitsache und dem getätigten Aufwand 

angemessen erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 2'500.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer).

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid vom 19. 

September 2022 aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, dem 

Beschwerdeführer für das Unfallereignis vom 19. Januar 2022 bis 31. Mai 2022 die 

gesetzlichen Versicherungsleistungen (Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen) zu 

erbringen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 2'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 18.09.2023
	Art. 6 UVG. Der Unfall war zumindest zeitlich bestimmend und damit "conditio sine qua non" für die acht Tage später indizierte Operation. Unabhängig von der Genese der Rotatorenmanschettenruptur besteht damit eine Leistungspflicht (Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen) der Beschwerdegegnerin in Bezug auf den operativen Eingriff und die anschliessende Heilungsphase. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. September 2023, UV 2022/61).

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