# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa633407-b634-5da9-aa19-29c043f5e6fa
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.02.2024 200 2022 630
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-630_2024-02-26.pdf

## Full Text

200 22 630 IV
MAK/SVE/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 26. Februar 2024

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. September 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2024, IV/22/630, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1978 geborene, zuletzt als … tätig gewesene A.________ (Versicherte 
bzw. Beschwerdeführerin), meldete sich erstmals 2013 unter Hinweis auf 
eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle 
Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1, 4 S. 2 f., 94 
S. 4 f.). Nach erwerblichen und medizinischen Erhebungen verneinte die 
IVB mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 30. Oktober 2013 
(AB 27) mangels eines Gesundheitsschadens mit invalidisierender Wirkung 
einen Leistungsanspruch.

Im März 2015 meldete sich die Versicherte abermals unter Hinweis auf 
eine PTBS zum Leistungsbezug an (AB 28). Die IVB tätigte wiederum er-
werbliche und medizinische Abklärungen und liess die Versicherte durch 
Dr. med. C.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 
psychiatrisch begutachten (Expertise vom 20. September 2016 [AB 60.1] 
samt Stellungnahme vom 2. Januar 2017 [AB 64]). Gestützt auf eine Stel-
lungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 8. Mai 2017 
(AB 76) forderte die IVB die Versicherte am 12. Juni 2017 zur Schaden-
minderung auf (Einhaltung und Nachweis der Abstinenz von Benzodiazepi-
nen inkl. monatlicher Laborkontrollen) und wies sie auf die Folgen deren 
Nichtbefolgung hin (AB 77). In der Folge veranlasste die IVB eine Verlaufs-
begutachtung durch Dr. med. D.________, Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie (Gutachten vom 14. Dezember 2018 [AB 114.1]; vgl. 
AB 99). Mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 3. Mai 2019 
(AB 120) verneinte die IVB mangels eines Gesundheitsschadens mit invali-
disierender Wirkung abermals einen Leistungsanspruch.

Die Versicherte meldete sich im November 2020 unter Hinweis auf einen 
Übergriff, welcher eine PTBS und Krankheiten ausgelöst habe, erneut zum 
Leistungsbezug an (AB 121). In der Folge klärte die IVB den Sachverhalt in 
erwerblicher und medizinischer Hinsicht wiederum ab und veranlasste eine 
weitere Verlaufsbegutachtung bei Dr. med. D.________ (Gutachten vom 

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20. Mai 2022 [AB 186.1]). Mit Vorbescheid vom 16. August 2022 (AB 189) 
stellte die IVB der Versicherten erneut in Aussicht, mangels eines Gesund-
heitsschadens mit invalidisierender Wirkung keinen Anspruch auf Leistun-
gen der IV zu haben. Nach dagegen erhobenem Einwand (AB 193) verfüg-
te die IVB am 20. September 2022 dem Vorbescheid entsprechend 
(AB 195).

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
E.________, mit Eingabe vom 20. Oktober 2022 Beschwerde mit folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 20. September sei aufzuheben und 
der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin sei auf mindestens 50 % festzulegen.

2. Eventualiter sei zwecks Festsetzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit ein Ge-
richtsgutachten in Auftrag zu geben.

3. Der Beschwerdeführerin sei für das vorliegende Beschwerdeverfahren das Recht 
zur unentgeltlichen Rechtspflege zu gewähren, unter Beiordnung der Unterzeich-
nenden als unentgeltliche Rechtsbeiständin.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 23. Novem-
ber 2022 auf Abweisung der Beschwerde.

Am 18. Januar 2023 ging eine weitere Eingabe der Beschwerdeführerin 
ein.

Mit Eingabe vom 28. Dezember 2023 teilte Rechtsanwältin E.________ 
mit, das Mandatsverhältnis als amtliche Anwältin aufgrund ihrer Pensionie-
rung nicht weiterführen zu können. Unter Beilage einer Anwaltsvollmacht 
ersuchte sie um Einsetzung von Rechtsanwältin B.________ als amtliche 
Anwältin.

Am 13. Februar 2024 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss 
Art. 56 Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; 
BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes vom 
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) statt.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG Beschwerden gegen 
solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfah-
ren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen 
Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhe-
bung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche 
Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 
19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch 
die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. September 2022 
(AB 195). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf IV-Leistungen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 

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besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 

Zwar datiert die angefochtene Verfügung vom 20. September 2022 
(AB 195), womit sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 
2020 erging. Indessen läge der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen 
Entstehung des Rentenanspruchs mit Blick auf die Neuanmeldung vom 
November 2020 (AB 121) und die sechsmonatige Karenzfrist nach Art. 29 
Abs. 1 IVG vor dem 1. Januar 2022, weshalb hinsichtlich des Rentenan-
spruchs die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der 
bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind 
(Rz. 9100 f. des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherun-
gen [BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]; 
zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 
S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228). 

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische 

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Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur 
dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist 
noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob 
dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem 
Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen 
des geklagten Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu 
arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter 
ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

2.4 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades be-
reits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die 
versicherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der Grad der Invalidität 
in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 
Abs. 2 und 3 IVV). 

2.4.1 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 

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des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach aArt. 17 Abs. 1 
ATSG – durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten 
materiellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

2.6 Der Untersuchungsgrundsatz besagt, dass die verfügende Instanz 
den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen, aus eigener Initiative 
und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2024, IV/22/630, Seite 8

abklären und feststellen muss. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von 
deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder an-
ders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden 
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn 
hiezu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten er-
gebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 
E. 4a S. 283). Der Untersuchungsgrundsatz gilt indessen nicht uneinge-
schränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien 
(BGE 125 V 193 E. 2 S. 195, 122 V 157 E. 1a S. 158; SVR 2020 KV Nr. 23 
S. 111 E. 8.3.2).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom November 2020 
(AB 121) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu 
prüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist durch einen Vergleich 
des Sachverhalts im Zeitpunkt der Verfügung vom 3. Mai 2019 (AB 120) – 
als letztmals eine allseitige Überprüfung der Leistungsvoraussetzungen 
erfolgte – mit demjenigen bei Erlass der nunmehr angefochtenen Verfü-
gung vom 20. September 2022 (AB 195) zu prüfen, ob in den tatsächlichen 
Verhältnissen eine wesentliche Änderung eingetreten ist, die geeignet ist, 
den Invaliditätsgrad in anspruchsbegründender Weise zu beeinflussen (vgl. 
E. 2.4.2 f. hiervor). Gegebenenfalls ist anschliessend der Leistungsan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig zu prüfen (vgl. 
E. 2.4.4 hiervor). 

3.2 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Verfügung vom 3. Mai 
2019 (AB 120) auf das Gutachten von Dr. med. D.________ vom 14. De-
zember 2018 (AB 114.1). Darin wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit eine PTBS (ICD-10 F43.1), weitgehend remittiert, diagnostiziert. Ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden ein Status nach Benzodiazepin-
abhängigkeit und ein Status nach Entzugssymptomatik bei Antidepressiva-
therapie genannt (S. 20 f. Ziff. 6.2). Aufgrund der chronifizierten Angst, mit 
anderen Personen Auto zu fahren, seien … Tätigkeiten mit Ausseneinsät-
zen nicht mehr zumutbar (S. 26 Ziff. 6.4.3). Eine … Tätigkeit ohne Aussen-

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einsätze sei als angepasste Tätigkeit zu bewerten. Grundsätzlich seien der 
Beschwerdeführerin alle Tätigkeiten zumutbar, die ihre Angst vor Autofah-
ren mit anderen Personen berücksichtigten. Die Tätigkeiten sollten optima-
lerweise möglichst freie Zeiteinteilung mit individuellem Pausenmanage-
ment sowie ein intellektuell anspruchsvolles Umfeld haben und abwechs-
lungsreich sein. Teamarbeit und Kundenkontakt seien möglich (S. 27 
Ziff. 6.4.10). Eine angepasste Tätigkeit sei ganztags zumutbar mit einer um 
20 bis 30 % verminderten Leistungsfähigkeit (S. 28 Ziff. 6.4.13 f.).

3.3 Bei Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 20. Sep-
tember 2022 (AB 195) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das Ver-
laufsgutachten von Dr. med. D.________ vom 20. Mai 2022 (AB 186.1). 
Darin wurde eine komplexe PTBS (ICD-10 F43.1) mit/bei Zustandsver-
schlechterung ab 2019/2020, deutlicher Somatisierungstendenz sowie dis-
soziativer und rezidivierender depressiver Symptomatik diagnostiziert 
(S. 20 Ziff. 6). Es sei davon auszugehen, dass die bestehende Zustands-
verschlechterung durch den Kontakt mit einem Mann ausgelöst worden sei, 
mit dem die Beschwerdeführerin 2019 eine Beziehung habe eingehen wol-
len. Die Beschwerdeführerin sei stark „getriggert“ worden und es sei zu 
einer starken Verschlechterung der Symptomatik gekommen. Weiterhin 
ausgeprägt vorhanden sei die erhöhte innere Anspannung. Unter Belas-
tung träten Angstzustände sowie eine dissoziative Symptomatik und kör-
perliche Symptome im Sinne einer ausgeprägten Somatisierungstendenz 
auf. Die Beschwerdeführerin vermeide Menschengruppen und Situationen, 
die sie nicht jeder Zeit verlassen könne. Sie werde immer wieder von ihren 
Emotionen überflutet, insbesondere von Angst, und könne diese nur 
schlecht steuern. Das Führen von Beziehungen und das Pflegen zwi-
schenmenschlicher Kontakte seien deutlich beeinträchtigt. Aufgrund der 
Symptomatik könne die Diagnose einer komplexen PTBS gestellt werden. 
Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Vergleich zum letz-
ten Begutachtungszeitpunkt sei ausgewiesen. Bei der Beschwerdeführerin 
bestünden eine dissoziative Symptomatik sowie eine starke Somatisie-
rungstendenz. Die innere Anspannung sei stark erhöht und es komme im-
mer wieder zu Angstzuständen und Angst vor Kontrollverlust, verbunden 
mit einem Vermeidungsverhalten gegenüber auslösenden Situationen. Die-
se Symptomatik in dieser Ausprägung sei zum Zeitpunkt der letzten Begut-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2024, IV/22/630, Seite 10

achtung nicht vergleichbar vorhanden gewesen (S. 22 f. Ziff. 6). Aufgrund 
der ausgewiesenen Verschlechterung und der damit verbundenen gesund-
heitlichen Einschränkungen sei der Beschwerdeführerin die Tätigkeit als … 
seit September 2020 nicht mehr zumutbar, da diese Arbeit ein hohes Mass 
an Belastbarkeit und Flexibilität fordere und zudem viel Teamarbeit und 
vielfältige zwischenmenschliche Kontakte mit sich bringe. Der Zeit- und 
Leistungsdruck sei hoch (S. 25 Ziff. 8.1). Die Beschwerdeführerin arbeite 
zu 30 % in einem …. Der Arbeitgeber sei sehr rücksichtsvoll, toleriere Ab-
senzen am Arbeitsplatz und die Beschwerdeführerin könne ihre Arbeitszeit 
individuell gestalten. Der Zeit- und Leistungsdruck sei gering. Diese Tätig-
keit sei daher als angepasste Tätigkeit zu bewerten. Ab September 2021 
sei für eine optimal angepasste Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % 
verteilt auf fünf Arbeitstage mit einer Leistungsminderung von 10 % anzu-
nehmen (S. 25 f. Ziff. 8.2). 

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2024, IV/22/630, Seite 11

3.5 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der vorliegend an-
gefochtenen Verfügung auf das Verlaufsgutachten von 
Dr. med. D.________ vom 20. Mai 2022 (AB 186.1). Weder erfüllt dieses 
die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an Expertisen gestellten 
Anforderungen (vgl. E. 3.4 hiervor), weshalb ihm kein hinreichender Be-
weiswert zukommt, noch kann gestützt auf die vorliegenden Akten eine 
Beurteilung erfolgen. 

Dr. med. D.________ diagnostizierte eine komplexe PTBS formal gemäss 
ICD-10 F43.1 (vgl. AB 186.1 S. 20 ff. Ziff. 6), wobei sie sich im Rahmen der 
Diagnosestellung offenbar an der ICD-11 orientierte (vgl. AB 186.1 S. 20 
Ziff. 6), welche an die Diagnose einer PTBS andere Voraussetzungen stellt 
als die ICD-10. Ob die ICD-11 (bereits) zur Anwendung gebracht werden 
kann, insbesondere wenn berücksichtigt wird, dass in Ziff. 6.3 i.V.m. 4.3.1 
letzter Absatz der Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gut-
achten der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychothera-
pie (SGPP) einzig die ICD-10 erwähnt wird, braucht vorliegend nicht absch-
liessend geklärt zu werden. Das Gutachten überzeugt über diese Inkonsis-
tenz hinaus auch in grundsätzlicher Hinsicht nicht; eine nachvollziehbare 
und überzeugende Begründung von medizinischer Sachlage, der darauf 
basierenden Diagnose und der daraus abzuleitenden Einschränkungen 
fehlt. 

Wie das Bundesgericht in seiner konstanten Rechtsprechung festhält, be-
dürfen bereits die Herleitung und Begründung der Diagnose eines beson-
deren Augenmerks und gilt es bei der Abklärung allfälliger posttraumati-
scher Belastungsstörungen zunächst das Belastungskriterium, mithin das 
auslösende Trauma in den Blick zu nehmen (BGE 142 V 342 E. 5.2.2). Die 
Gutachterin führte dazu im Gutachten vom 14. Dezember 2018 aus, im 
Jahr 2005 habe die Beschwerdeführerin unter Einfluss von K.-o.-Tropfen 
einen sexuellen Übergriff erlebt. Zusammenfassend attestierte die Gutach-
terin damals eine posttraumatische Belastungsstörung remittiert bei einem 
Status nach Benzodiazepinabhängigkeit und einem Status nach Entzugs-
symptomatik bei Antidpressivatherapie. Sie attestierte eine 100%ige Ar-
beitsfähigkeit mit einer Leistungseinbusse von aktuell 20% bis 30% 
(AB 114.1 S. 18 f. Ziff.  6). In ihrem Verlaufsgutachten vom 20. Mai 2022 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2024, IV/22/630, Seite 12

nannte Dr. med. D.________ unter den Diagnosen eine komplexe post-
traumatische Belastungsstörung ICD-10 F43.1 mit/bei Zustandsverschlech-
terung ab 2019/2020, deutlicher Somatisierungstendenz, dissoziativer 
Symptomatik und rezidivierender depressiver Symptomatik. Bei der Versi-
cherten lägen verschiedene Traumata seit der Kindheit vor. In dieser Hin-
sicht nennt sie neu eine emotionale Vernachlässigung in der Kindheit sowie 
einen Aufenthalt in der geschlossenen Abteilung der Klinik F.________ 
(vgl. AB 186.1 S. 22 Ziff. 6 f.). Es sei davon auszugehen, dass die Zu-
standsverschlechterung durch den Kontakt zu einem Mann ausgelöst wor-
den sei, zu dem die Beschwerdeführerin 2019 eine Beziehung habe einge-
hen wollen.

Eine kritische Würdigung der Angaben der Beschwerdeführerin unter 
Berücksichtigung echtzeitlicher Feststellungen aus dem Jahr 2005 und der 
unmittelbar darauffolgenden Jahre blieb sowohl seitens der Begutachterin 
wie seitens der behandelnden Ärzte weitgehend aus. Vielmehr ging die 
Gutachterin im Rahmen des Verlaufsgutachtens auf der Basis der subjekti-
ven Schilderungen der Beschwerdeführerin nun davon aus, dass diese 
bereits in der Kindheit vernachlässigt worden sei; hierfür fehlen in den Ak-
ten Belege. Gegenteils ist das familiäre Umfeld zuvor als innerhalb der 
Bandbreite des Normalen geschildert worden und es finden sich keinerlei 
(echtzeitlich dokumentierte) Hinweise auf einen Missbrauch oder massge-
bliche Belastung in dieser Zeit. Dass der Tod der Schwester drei Tage 
nach der Geburt, als die Beschwerdeführerin zwischen drei und vier Jahre 
alt war, die Familie begleitet und die Beschwerdeführerin beschäftigt hat, ist 
nachvollziehbar. Hingegen ist nicht ohne Weiteres plausibel, dass dieses 
Ereignis Grundlage für die Annahme einer massgeblichen Traumatisierung 
bildet, und dass die Basis der später angegebenen Traumatisierung bzw. 
Retraumatisierung dementsprechend in die Zeit der Kindheit gelegt werden 
kann, zumal die Beschwerdeführerin gemäss den vorliegenden Akten einen 
unauffälligen bzw. erfolgreichen Schul- und Entwicklungsverlauf aufwies 
(vgl. AB 60.1 S. 9).

Auch was die Annahme einer Traumatisierung im Jahr 2005 betrifft, fehlt 
eine nachvollziehbar leitliniengerechte Auseinandersetzung der Gutachte-
rin: Gemäss den diagnostischen Leitlinien gilt es, sich insbesondere auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2024, IV/22/630, Seite 13

mit dem Kriterium auseinanderzusetzen, wonach eine PTBS gemäss ICD-
10 F43.1 (auch in der 2022 geltenden Fassung) mit einer Latenz von weni-
gen Wochen bis Monaten nach einem Ereignis mit aussergewöhnlicher 
Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass auftritt (Entscheid des 
Bundesgerichts vom 26. Juni 2013, 9C_228/2013, E. 4.1.2; vgl. auch DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl., 
2015, S. 207 f.). 

Die Beschwerdeführerin hatte den von ihr geltend gemachten Vorfall nicht 
zur Anzeige gebracht. Auch wenn es nachvollziehbar ist, dass Betroffene in 
einer solchen Situation vom Schritt der Anzeige Abstand nehmen wollen, 
so ändert dies nichts daran, dass damit für die Beweisführung auch im vor-
liegenden Verfahren wichtige, echtzeitlich verurkundete Hinweise zum Vor-
gefallenen fehlen und einzig die (im vorliegenden Fall nicht durchwegs glei-
che) Darstellung der Beschwerdeführerin vorliegt. Anlässlich der ersten 
Begutachtung 2018 hatte die Beschwerdeführerin angegeben, sie habe 
niemandem von diesem sexuellen Übergriff erzählt. Vielmehr habe sie ver-
sucht, möglichst schnell ihren Alltag wieder aufzunehmen. Ein Jahr später 
habe sie den Täter zufällig wieder gesehen und sei sofort ohnmächtig ge-
worden. Sie habe in dieser Zeit dann ständig das Gefühl gehabt, ohnmäch-
tig zu werden. Der Hausarzt habe ihr Antidepressiva verschrieben, worauf-
hin sie unter noch mehr Ängsten und Übelkeit gelitten habe. Die Angst-
symptomatik sei Ende 2006/Anfang 2007 sehr stark ausgeprägt gewesen. 
Sie sei zunächst durch den Hausarzt behandelt worden, nach einem halb-
en Jahr habe sie mit einer Verhaltenstherapie begonnen, dann mit einer 
Gestalttherapie (vgl. AB 114.1 S. 9 f. Ziff. 3.2.1). Entsprechende Arztberich-
te liegen jedoch nicht in den Akten, obwohl solche vorliegen müssten, wenn 
wie von der Beschwerdeführerin dargelegt, eine Behandlung beim Haus-
arzt erfolgt war. Damit besteht derzeit in den Akten eine deutliche Lücke 
zwischen Vorfall und erster Behandlung, welche die Latenz zwischen Vor-
fall und Auftreten einer posttraumatischen Belastungsstörung überschreitet. 
Zwar ist eine „wahrscheinliche“ Diagnose einer PTBS auch dann nicht aus-
geschlossen, wenn der Abstand zwischen dem Ereignis und dem Beginn 
der Störung mehr als sechs Monate beträgt (vgl. DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 208). In Fällen, in denen ganz aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2024, IV/22/630, Seite 14

nahmsweise aus bestimmten Gründen ein späterer Beginn berücksichtigt 
werden soll, bedarf es jedoch einer besonderen Begründung (BGE 142 V 
342 E. 5.2.2 S. 347). Eine solche fehlt im Rahmen der Diagnosestellung 
durch Dr. med. D.________. Wie es sich damit verhält, lässt sich gestützt 
auf die derzeit vorhandenen Akten denn auch nicht abschliessend beurtei-
len, haben doch weder die Beschwerdegegnerin noch die Gutachterin die 
Unterlagen des damaligen behandelnden Hausarztes eingeholt, die hierzu 
möglicherweise entscheidende Hinweise enthalten könnten.

Ebenso wenig führte die Expertin näher aus, weshalb die posttraumatische 
Störung nicht entsprechend den diagnostischen Leitlinien des ICD-10 (bei 
Annahme einer weiterhin bestehenden Störung) inzwischen in eine andau-
ernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung, klassifiziert unter 
ICD-10 F62.0, übergangen ist, zumal der geschilderte Übergriff im Jahr 
2005 lag und mithin seither viele Jahre vergangen sind (vgl. DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 208). Gleichermassen fehlt eine Aus-
einandersetzung mit dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin selbst 
anders geartete psychische Probleme bereits im Alter von 21 Jahren schil-
dert (AB 114.1 S. 9 Ziff. 3.2.1) und deshalb auch in dieser Hinsicht Akte-
nerhebungen und abgrenzende medizinische Erläuterungen notwendig 
gewesen wären.

Die Behandlungsunterlagen liegen erst für die Zeit ab 2013 vor; für die da-
vorliegende Zeit fehlen echtzeitliche Dokumente, wie etwa die Unterlagen 
des damaligen Hausarztes und der damaligen Therapeuten. Unter diesen 
Umständen können die Entwicklung einer psychischen Problematik, allfälli-
ge Interferenzen und eine darauf basierende Diagnostik und Feststellung 
der Auswirkungen einer allfälligen psychischen Erkrankung nicht beurteilt 
werden. Es fehlte entsprechend bereits der Gutachterin die hinreichende 
Basis für eine beweiswertige Expertise.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die vorliegenden medizinischen 
Akten eine zuverlässige Überprüfung des geltend gemachten Gesundheits-
schadens nicht zulassen. Der Sachverhalt erweist sich demnach als nicht 
rechtsgenüglich abgeklärt und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen, damit sie die vollständigen echtzeitlichen Behandlungsun-
terlagen unter Einschluss der Krankengeschichte einholt, hernach eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2024, IV/22/630, Seite 15

neue psychiatrische Begutachtung bei einer bzw. einem bis anhin mit der 
Beschwerdeführerin nicht befassten Fachärztin bzw. Facharzt veranlasst 
und im Anschluss über den Leistungsanspruch neu verfügt. 

3.6 Die Beschwerdeführerin beantragt eventualiter die Einholung eines 
Gerichtsgutachtens (vgl. Beschwerde S. 2 Ziff. I Ziff. 2, S. 7 Ziff. 4). Ein 
solches ist vorliegend weder angezeigt noch geboten. Es liegt ein in we-
sentlichen Teilen ungenügend abgeklärter Sachverhalt vor. Es sind um-
fangreiche Aktenerhebungen und eine von Grund auf neue gutachterliche 
Abklärung geboten, was Sache der Verwaltung ist. Eine Rückweisung ist 
deshalb auch dann vor einer gerichtlich angeordneten Begutachtung ange-
zeigt, wenn vor der gebotenen (neuen) Begutachtung umfangreiche Vorbe-
reitungsmassnahmen getroffen werden müssen bzw. ein umfassendes 
oder jedenfalls aufwändiges Beweisverfahren durchzuführen ist. Dies gilt 
insbesondere auch dann, wenn neben der Begutachtung nicht „typische“ 
gerichtliche Beweismassnahmen zur Diskussion stehen (vgl. THOMAS FLÜ-
CKIGER, Welchen Beitrag leisten die Gerichte zur Effektivität des Rechts-
schutzes im Sozialversicherungsrecht?, in: FUHRER/KIESER/WEBER [Hrsg.], 
Mehrspuriger Schadenausgleich, 2022, S. 1117). Mithin ist einzig eine 
Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme der dargelegten 
Beweismassnahmen und neuem Entscheid angezeigt. Der Instanzenzug 
bleibt der Beschwerdeführerin schliesslich nach dem neuen Entscheid der 
Beschwerdegegnerin mit diesem Vorgehen in vollem Umfang gewährt.

4.

Zusammenfassend ist damit in Gutheissung der Beschwerde die angefoch-
tene Verfügung vom 20. September 2022 (AB 195) aufzuheben und die 
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach Vor-
nahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den Leistungsan-
spruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2024, IV/22/630, Seite 16

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und 
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- 
festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61). Dies gilt unabhän-
gig davon, ob die Rückweisung beantragt oder ob das entsprechende Be-
gehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt wird (SVR 2020 KV 
Nr. 23 S. 112 E. 11.1).

Mit Kostennote vom 2. November 2023 wird ein Aufwand von 9:30 Stunden 
à Fr. 250.--, ausmachend Fr. 2'374.90, zuzüglich Auslagen von Fr. 446.-- 
und MWST von Fr. 217.20 (7.7 % von Fr. 2'820.90), total ausmachend 
Fr. 3'038.10, geltend gemacht, wobei darin auch vor dem 20. September 
2022 datierender Aufwand ausgewiesen ist. Dieser stellt angesichts des 
Datums der angefochtenen Verfügung vom 20. September 2022 (AB 195) 
vorprozessualen Aufwand dar und ist mithin nicht zu entschädigen (vgl. 
BGE 114 V 83 E. 4b S. 87, 228 E. 3b S. 231). Unter Ausscheidung des 
vorprozessualen Aufwands von 1:05 Stunden, ausmachend Fr. 270.85, und 
der vorprozessualen Spesen von Fr. 40.80 ist die Parteientschädigung auf 
Fr. 2'702.45 (Aufwand von 8:25 Stunden à Fr. 250.-- [Fr. 2'104.05], zuzüg-
lich Spesen von Fr. 405.20 und MWST von Fr. 193.20 [7.7 % von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2024, IV/22/630, Seite 17

Fr. 2'509.25]) festzusetzen. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin zu ersetzen. 

5.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das Interesse an der Beur-
teilung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin dahingefallen. Entspre-
chend ist das Verfahren um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege als 
gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben (MI-
CHEL DAUM, in: HERZOG/DAUM [Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über die 
Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, 2. Aufl. 2020, Art. 39 N. 1).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 20. September 2022 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'702.45 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Beiordnung von Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin 
wird vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2024, IV/22/630, Seite 18

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe vom 28. Dezember 2022)
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.