# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c4897e3-8f6e-5395-b0a7-76ac3a19cce8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.12.2017 200 2016 1191
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1191_2017-12-11.pdf

## Full Text

200 16 1191 IV
LOU/ABE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Dezember 2017

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. November 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Dez. 2017, IV/16/1191, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1963 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 1. März 2012 wegen Schulterproblemen erstmals zum 
Rentenbezug an (Antwortbeilage [AB] 17), nachdem die IV-Stelle Bern (IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin) im Dezember 2011 einen Anspruch auf eine 
Hilflosenentschädigung verneint hatte (AB 15). Die IVB tätigte erwerbliche 
und medizinische Abklärungen, unter anderem veranlasste sie eine poly-
disziplinäre Begutachtung durch das B.________ (MEDAS B.________; 
Expertise vom 19. Juni 2013 [AB 52.1]) und liess eine Haushaltabklärung 
durchführen (AB 59). In Anwendung der gemischten Methode (Status: 50% 
Erwerbstätigkeit, 50% Haushalt) ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 
1% und verneinte mit Verfügung vom 28. Februar 2014 (AB 76) einen Ren-
tenanspruch, was unangefochten blieb.

B.

Im Juni 2014 machte die Versicherte eine Verschlechterung ihres Gesund-
heitszustands geltend resp. liess ein neues Rentengesuch einreichen 
(AB 77 ff.). Daraufhin veranlasste die IVB auf Empfehlung des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 93/2) wiederum eine polydisziplinäre Unter-
suchung (AB 94, 99). Nachdem der RAD zum entsprechenden Gutachten 
der MEDAS C.________ vom 26. Mai 2015 (AB 102.2) Stellung genommen 
hatte (AB 107), ordnete die IVB eine erneute orthopädische Begutachtung 
an (AB 108 ff.; Expertise vom 29. Juni 2016 [AB 144.1]). Gestützt auf diese 
Abklärungen wies die IVB das Leistungsbegehren nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren (AB 153 ff.) – mangels eines Gesundheitsschadens 
mit Krankheitswert bzw. mangels einer Invalidität im Sinne des Gesetzes – 
erneut ab (Verfügung vom 3. November 2016 [AB 159]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Dez. 2017, IV/16/1191, Seite 3

C.

Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2. Dezember 2016 Be-
schwerde. Sie beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die 
Zusprechung einer Invalidenrente, die Gewährung von beruflichen Mass-
nahmen, weitere Abklärungen sowie die Kostenübernahme insbesondere 
von medizinischen Massnahmen und einer Haushaltshilfe. Schliesslich 
beantragt sie eine Befreiung von Verfahrenskosten.

Mit Beschwerdeantwort vom 3. Januar 2017 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Am 9. Januar 2017 verbesserte die Beschwerdeführerin aufforderungs-
gemäss (vgl. prozessleitende Verfügung vom 13. Dezember 2016) ihr Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege.

Am 15. November 2017 liess die Hausärztin der Beschwerdeführerin dem 
Gericht unaufgefordert einen Bericht zukommen. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

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gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde (grundsätzlich [vgl. E. 3.6 hiernach]) einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 3. November 2016 
(AB 159). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf IV-Leistungen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist nicht die Arbeitsmög-
lichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und 
Eingliederung verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die be-
troffene Person auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommen-
den Beruf. Der Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als 
Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 

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bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.4 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV; SR 831.201]). Tritt die Verwaltung auf die Neuan-
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu 
vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Ver-
änderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat 
demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 
ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der 
Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende Invalidität zu bejahen. Im Beschwer-
defall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 
117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). Ob eine an-
spruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad erheblichen 
Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, 
wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beurteilung und rechtskräftigen 
Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen neuen 
Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 
1999 S. 84 E. 1b).

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3.

Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung (AB 77) eingetreten, 
womit die Eintretensfrage vom Gericht nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 
108 E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob eine für den Leistungsanspruch 
potentiell relevante Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen einge-
treten ist, wobei der Sachverhalt im Zeitpunkt der anspruchsverneinenden 
Verfügung vom 28. Februar 2014 (AB 76) mit demjenigen im Zeitpunkt der 
angefochtenen Verfügung vom 3. November 2016 (AB 159) zu vergleichen 
ist (E. 2.4 hiervor).

3.1 In medizinischer Hinsicht basierte die Verfügung vom 28. Februar 
2014 (AB 76) hauptsächlich auf dem Gutachten der MEDAS B.________ 
vom 19. Juni 2013 (AB 52.1). Dort wurde – nach internistischen, orthopädi-
schen, neurologischen, ophtalmologischen und psychiatrischen Untersu-
chungen – Folgendes festgehalten (S. 24 ff.):

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

• Chronische Arthralgie der linken Schulter bei MRI-gesicherter AC-
Gelenkarthrose und bei Status nach dreimaligen operativen Behand-
lungsversuchen mit einer hochwahrscheinlich vorliegenden chronischen 
adhäsiven Kapsulitis

• Katarakta praesenilis beider Augen (DD Cortisonkatarakt) mit OP-
Bedürftigkeit

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

• Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)

• Status nach operativer Revision eines CTS und einer Tendovaginitis 
stenosans de Quervain rechts 15.04.2013 (im Rahmen der orthopä-
disch-gutachterlichen Abklärung vom 22.03.2013 noch keine operative 
Behandlungsindikation erkennbar)

• Anamnestisch Status nach rupturierter Bakerzyste am rechten Kniege-
lenk, keine Folgen

• Kopfschmerzen, nicht sicher klassifizierbar, wahrscheinlich im Rahmen 
einer Schmerzstörung

• Rezidivierende, infektinduzierte asthmoide Bronchitiden

• Saisonale allergische Konjunktivitis

• Allergische Diathese auf Penicillin, Gips, Kobaltsulfat, Nickel

• Anamnestisch Status nach Poliomyelitis im Kleinkindesalter, keine Fol-
gen

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In Bezug auf die Schulterproblematik sei die Prognose mit Blick auf die 
umfangreichen Behandlungsversuche ungünstig. Mit dem linken Schulter-
gelenk und dem (dominanten) linken Arm seien nur noch leichte Arbeiten 
vorstellbar (z.B. administrative Tätigkeiten). Bezüglich der Katarakta beste-
he beidseits ein möglichst baldiger Operationsbedarf. Die Linsentrübung 
sei sowohl in der Nähe als auch in der Ferne störend (S. 26). In psychi-
scher Hinsicht beständen nebst der somatoformen Schmerzstörung 
schwierige psycho-soziale Belastungssituationen und eine problematische 
Psychobiographie mit einer zurückreichenden Alexithymie; daraus resultie-
re aber keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Zumutbar seien noch 
leichte, die linke Schulter bzw. den linken Arm global schonende Tätigkei-
ten. Nicht mehr möglich seien Heben, Tragen und Bewegen von Lasten mit 
dem linken Arm über 5 kg und mit dem orthopädisch unauffälligen rechten 
Arm über 10-15 kg. Tätigkeiten in Überschulterposition seien mit dem lin-
ken Arm nicht mehr möglich. Aus ophthalmologischer Sicht würden aktuell 
Tätigkeiten ausscheiden, die Anforderungen an den Nahvisus stellten (z.B. 
Bildschirmarbeiten). Nach einer Kataraktsanierung sei vom Wiedererlangen 
einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszuge-
hen (S. 27). Die Tätigkeit als ... sei gemäss Belastungsprofil zu 100% zu-
mutbar (S. 28).

Zu den in der Folge erstatteten Arztberichten im Zusammenhang mit neu 
aufgetretenen Handgelenkbeschwerden (AB 56, 72) resp. der Operation 
vom 15. April 2013 (vgl. AB 52.3/7) nahm der RAD wie folgt Stellung. Im 
Bericht vom 12. September 2013 (AB 58) wurde dargelegt, eine leichte 
Schwellung der Hand nach der Operation sei normal. Wenn – wie hier – 
keine Anzeichen für eine Infektion vorlägen, sei wahrscheinlich ein zu lan-
ges Schonverhalten dafür verantwortlich. Im Bericht vom 31. Januar 2014 
(AB 74/2) führte der RAD sodann aus, es sei von einem somatisch nicht 
erklärbaren Beschwerdebild an der rechten Hand auszugehen, welches 
den Gutachtern der MEDAS B.________ bekannt gewesen und bei der 
Zumutbarkeitsbeurteilung mitberücksichtigt worden sei.

3.2 Im Vorfeld der Verfügung vom 3. November 2016 (AB 159) ergin-
gen im Wesentlichen folgende medizinischen Einschätzungen:

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3.2.1 Im Gutachten der MEDAS C.________ vom 26. Mai 2015 (AB 
102.2) wurde Folgendes festgehalten (S. 45 ff.):

Hauptdiagnosen mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit

• Chronische Schulterschmerzen links bei AC-Gelenksarthrose
- Acromioplastik SAS 28.05.2010, Frozen shoulder links
- St.n. Narkosemobilisation in Regionalanästhesie 24.03.2010
- St.n.AC-Gelenkresektion 24.12.2010
- St.n. Schulterinfiltration 08/11

• Schulter- und Thoraxschmerzen rechts mit Narbenschmerzen und star-
ker Funktionseinschränkung/Gebrauchsunfähigkeit des rechten Armes 
nach

• Resektion der 1. Rippe bei TOS und Plexusbrachialis Neurolyse 2014

Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit

• St.n. Retinaculumspaltung rechts 16.04.2013
• Fingerpolyarthrose rechts
• St.n. Distorsion Handgelenk links 08/11
• Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10 

F68.0)
• Multiple Allergien: Penicillin, Pflaster, Nickelsulfat, Pollenallergie,

Kobaltsulfat, Phenylquecksilberborat
• Dyslipidämie
• Chronischer Nikotinkonsum
• Anamnestisch Asthma bronchiale

Die im Vordergrund stehenden Muskelsehnen- und Weichteilveränderun-
gen seien nach den operativen Massnahmen im Bereich der linken Schul-
ter nicht als Kapsulitis zu bezeichnen; sie stellten eher myotendinotische 
Störungen dar. Auch die Narbenbeschwerden seien als Störungen der 
Muskelbalance des Schultergürtels zu sehen (S. 49). Die rechtsseitige 
Schulteroperation bleibe aus orthopädischer Sicht unklar; ob wirklich ein 
TOS (thoracic outlet syndrome [Engpasssyndrom]) ursächlich für die Be-
schwerdesymptomatik gewesen sei, sei fraglich. Auch die Operation am 
rechten Handgelenk sei zu hinterfragen: Obwohl in der neurologischen Er-
stuntersuchung allein ein leichtgradiges CTS diagnostiziert worden sei, 
habe man sich relativ rasch für eine Retinaculumspaltung und für eine 
Spaltung des ersten Strecksehnenfachs entschieden. Schliesslich seien 
auch die Gründe und der Benefit der nachfolgenden Eingriffe (u.a. Rippen-
resektion und Neurolyse des Plexus brachialis) nicht klar; wahrscheinlich 
hänge die angegebene Verschlechterung des Gesundheitszustands sogar 
damit zusammen. Orthopädisch sei die Explorandin durch die derzeit stark 

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eingeschränkte Funktion der rechten Schulter und durch die Restfunktions-
störung der linken Schulter für alle Tätigkeiten mit regelhaftem Armeinsatz 
handicapiert (S. 49). Die angestammte aktive Tätigkeit im ... sei nicht mehr 
möglich (S. 50). In einer adaptierten Tätigkeit sei die Explorandin noch ma-
ximal zu 50% einsetzbar (S. 51).

3.2.2 In der RAD-Stellungnahme vom 23. Juni 2015 (AB 107/5) wurde 
ausgeführt, während im Gutachten von 2013 linksseitige Schulterbe-
schwerden Thema gewesen seien, gehe es im neuen Gutachten zusätzlich 
um rechtsseitige Schulter-Thoraxschmerzen. Welche Funktionen wie ein-
geschränkt seien, lasse sich aber nicht schlüssig feststellen, da die or-
thopädische Befunderhebung unzureichend sei (fehlende Dokumentation 
einer getrennten Testung der aktiven und passiven Gelenkbeweglichkeit; 
Fehlen gängiger Funktions- und Schmerzprovokationstests; fehlende bild-
gebende Befundung oder zumindest Diskussion früherer bildgebender Be-
funde aus dem Schulterbereich). Somit bleibe unklar, ob die 
Funktionseinschränkung eine strukturelle Ursache habe oder ob allenfalls 
eine Aggravation vorliege. Es sei eine neue orthopädische Begutachtung 
erforderlich.

3.2.3 Im orthopädischen Gutachten vom 29. Juni 2016 (AB 144.1) nann-
te Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau-
matologie des Bewegungsapparates, folgende Diagnosen (S. 23):

• Chronisches Schmerzsyndrom Schulter links bei Status nach multi-
plen Eingriffen seit 2010

• Chronisches Schmerzsyndrom Schulter rechts
• Aggravation

Das ausgesprochen fluktuierende Bewegungsmuster in beiden Schultern 
könne nicht als Grundlage für die orthopädische Beurteilung des Beweg-
lichkeitsausmasses, der Kraft, Fähigkeiten, Funktionen und Belastbarkeit 
verwendet werden; u.a. weil das vorgebrachte Beschwerdebild im Schul-
terbereich durch pathologisch-somatische Befunde nicht annähernd –
geschweige denn hinreichend – erklärt werden könne. Die Explorandin 
habe sich anlässlich der Begutachtung in aggravierender Art teilweise der-
art behindert gezeigt, dass es unmöglich scheine, an eine Arbeitsaufnahme 
überhaupt zu denken. Aber die medizinisch-theoretische Validität ergebe 

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auf der somatisch-objektivierbaren Ebene (Evidenz) keine relevan-
te/messbare Einschränkung beim Schultereinsatz. Aufgrund der deutlichen 
Aggravation seien die klinischen Befunde in Bezug auf eine körperlich hin-
reichend begründbare Beeinträchtigung nicht verwertbar. Die passiv fest-
stellbaren Bewegungsumfänge an den Schultern würden eine ganztägige 
Arbeit grundsätzlich zulassen (S. 24). Medizinisch-theoretisch sei von einer 
uneingeschränkten Funktionsmöglichkeit beider Schultern auszugehen (S. 
25). Eine zeitliche Limitation der ausserhäuslichen Tätigkeiten sei nicht 
gegeben. Auch haushaltspezifische Arbeiten (inklusive Raumpflege) seien 
aus orthopädischen Gründen im Zusammenhang mit den Schultern zumut-
bar. Die von den Gutachtern der MEDAS C.________ geschätzte Arbeits-
fähigkeit von 50% für eine leichte Tätigkeit sei nicht hinreichend 
nachvollziehbar oder erklärt. Die Arbeits- und Leistungsfähigkeit scheine 
deutlich höher resp. gar uneingeschränkt zu sein (S. 26). Im Zusammen-
hang mit den Schultern sei keine Behandlungsmöglichkeit oder
-notwendigkeit gegeben, werde das Beschwerdebild doch nicht durch pa-
thologische Befunde am Bewegungsapparat begründet und könne folglich 
auch nicht physikalisch angegangen werden (S. 28).

3.2.4 Dr. med. E.________, Praktische Ärztin, erwähnte im Bericht vom 
21. Juli 2016 (AB 151) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit chronische Schulterschmerzen links bei AC-Gelenksarthrose sowie 
Schulter-Thorax-Schmerzen rechts. In der bisherigen Tätigkeit bestehe 
eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Sinnvoll wäre ein ruhiger Arbeitsplatz mit 
administrativen Tätigkeiten.

3.2.5 Im Erstkonsultationsbericht des Spitals F.________ vom 12. Sep-
tember 2016 (AB 156) wurde angegeben, es handle sich um ein gemisch-
tes Schmerzsyndrom mit neuropathischen Anteilen, v.a. im Bereich des 
Sternums, aber auch mit nozizeptiven Anteilen im Bereich der Schultern. 
Das letzte Schulter-MRI weise deutliche Entzündungsreaktionen auf. Die 
akute nozizeptive Komponente sollte ursächlich behandelt werden. Die 
neuropatische Komponente sei in den Hintergrund getreten und die Patien-
tin stehe Medikamenten, Infiltrationen und anderen Therapien aufgrund 
wiederholter Wirkungslosigkeit ablehnend gegenüber. Bei Persistieren der 

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Beschwerden könnte am ehesten eine stationäre Physiotherapie unter re-
gionaler Katheteranalgesie stattfinden.

3.2.6 Am 15. November 2017 berichtete Dr. med. E.________, die Be-
schwerdeführerin befinde sich in regelmässiger hausärztlicher Behandlung 
bei ihr. Auf Grund der diversen Erkrankungen sei es in den letzten Jahren 
zu keinerlei Besserung der „Symptomatiken“ gekommen (in den Gerichts-
akten).

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich bei Erlass der angefochtenen 
Verfügung (AB 159) massgeblich auf die Einschätzung der Gutachter der 
MEDAS C.________ vom 26. Mai 2015 (AB 102.2) bzw. in orthopädischer 
Hinsicht auf die Expertise vom 29. Juni 2016 (AB 144.1) abgestützt.

Abgesehen vom orthopädischen Teilgutachten (vgl. sogleich) erfüllt das 
Gutachten der MEDAS C.________ die Anforderungen der Rechtspre-

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chung (E. 3.3 hiervor) und überzeugt. Es beruht auf einlässlichen Untersu-
chungen und wurde unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden 
sowie in Kenntnis der Vorakten erstattet. In der Darlegung der medizini-
schen Situation ist es widerspruchsfrei und die Schlussfolgerungen sind 
weitestgehend – d.h. mit Ausnahme der orthopädischen Einschätzung – 
nachvollziehbar begründet (vgl. auch AB 158). Was die Anforderungen an 
zwecks Rentenrevision bzw. analog im Neuanmeldungsverfahren (vgl. Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 26. Oktober 2017, 9C_244/2017, E. 
4.2.1) erstellte Expertisen anbelangt, ist Folgendes festzustellen: Zwar ha-
ben sich die Gutachter der MEDAS C.________ punktuell auch auf die 
Frage nach Änderungen des Sachverhalts (vgl. SVR 2013 IV Nr. 44 S. 136 
E. 6.1.2) bezogen (vgl. bspw. AB 102.2/37, 102.2/39, 102.2/49, 102.2/51, 
102.3/7). Es wurde etwa darauf hingewiesen, dass seit der ersten Explora-
tion diverse weitere Operationen vorgenommen wurden und sich die Be-
schwerden auf die rechte Schulter verlagert hätten (AB 102.2/48). Jedoch 
wird zur Entwicklung des Gesundheitszustands resp. zum Verlauf der 
Krankengeschichte wenig gesagt und die abweichend zur früheren Beurtei-
lung attestierte Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit basiert 
offenkundig im Wesentlichen auf subjektiven Angaben der Beschwerdefüh-
rerin. Röntgen- oder andere Bilder lagen allein von 2014 vor und wurden 
nicht aktualisiert (vgl. AB 102.2/34). Auf welchen orthopädischen Befunden 
die vom ersten Gutachten abweichend postulierte Erwerbsunfähigkeit 
(50%) basieren soll, legten die Gutachter der MEDAS C.________ nicht 
hinreichend dar, zumal auch wesentliche orthopädische Tests und Unter-
suchungen nicht durchgeführt wurden (vgl. AB 107/5). Insofern erfolgte die 
orthopädische Nachbegutachtung in Ergänzung zum Gutachten der 
MEDAS C.________ zu Recht. In orthopädischer Hinsicht ist folglich auf 
die Expertise vom 29. Juni 2016 (AB 144.1) abzustellen, welche ihrerseits 
die entsprechenden Anforderungen (E. 3.3 hiervor) unbestrittenermassen 
erfüllt. Für die übrigen medizinischen Disziplinen finden sich im Gutachten 
der MEDAS C.________ (AB 102.2) weder Hinweise für eine Unrichtigkeit 
noch Anhaltspunkte, die gegen die Zuverlässigkeit der Beurteilungen spre-
chen. Folglich kommt den zur Diskussion stehenden Gutachten im Sinne 
obiger Ausführungen voller Beweiswert zu (BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 
353).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Dez. 2017, IV/16/1191, Seite 13

3.5 Die Beschwerdegegnerin hat sich zum Vorliegen eines Revisions-
grundes nicht (explizit) geäussert. Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, 
kann die Frage, ob die glaubhaft gemachte Veränderung in sachverhaltli-
cher Hinsicht effektiv eingetreten ist (E. 2.4 hiervor) jedoch offen bleiben. 
Denn selbst wenn zu Gunsten der Beschwerdeführerin eine relevante Ver-
änderung angenommen (vgl. E. 3.5.2 hiernach) und eine freie Prüfung 
durchgeführt wird, besteht kein Leistungsanspruch:

3.5.1 In psychiatrischer Hinsicht bestand im Vergleichszeitpunkt gemäss 
dem Gutachten der MEDAS B.________ eine anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4; AB 52.1/24), wogegen im Gutachten der 
MEDAS C.________ eine Entwicklung körperlicher Symptome aus psychi-
schen Gründen (ICD-10 F68.0) angenommen wurde (AB 102.2/38). Was 
diesen Diagnosewechsel anbelangt, ist von einer revisionsrechtlich irrele-
vanten unterschiedlichen Beurteilung eines im Wesentlichen gleich geblie-
benen Sachverhaltes (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11; SVR 2014 UV Nr. 7 
S. 22 E. 2.2) auszugehen, fehlt es doch nach wie vor an einem somati-
schen Korrelat für die Schmerzen, zumal weiterhin belastende psychosozi-
ale Belastungen vorliegen. Ausserdem hat bereits der psychiatrische 
Erstgutachter akzentuierte Persönlichkeitszüge festgehalten und darauf 
hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin „aus unbewältigten innerseeli-
schen Konflikten heraus somatische Symptome entwickelt“ habe bzw. „kör-
perliche Beschwerden verstärkt“ wahrnehme (AB 52.1/53). Dies korreliert 
mit den aktuellen Feststellungen, wonach die Beschwerdeführerin die be-
klagten körperlichen Symptome aus psychischen Gründen entwickelt habe 
(AB 102.2/38). Eine psychische Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähig-
keit ist weiterhin nicht auszumachen. Folglich braucht die Frage nicht ab-
schliessend geklärt zu werden, ob die Diagnose der Entwicklung 
körperlicher Symptome aus psychischen Gründen den sogenannten patho-
genetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne 
nachweisbare organische Grundlage zuzuordnen resp. den gleichen versi-
cherungsrechtlichen Anforderungen zu unterstellen wäre, wie die anhalten-
de somatoforme Schmerzstörung (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.2 S. 298, 139 V 
346 E. 2 S. 346). Die Krankheitsbilder hatten und haben bereits aus rein 
medizinischer Sicht keine invalidisierende Wirkung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Dez. 2017, IV/16/1191, Seite 14

3.5.2 In somatischer Hinsicht haben sich die Verhältnisse insofern verän-
dert, als die Beschwerdeführerin sich weiteren Operationen unterzogen 
hatte. Jedoch haben die Gutachter der MEDAS C.________ nachvollzieh-
bar darauf hingewiesen, dass bezüglich diverser operativer Eingriffe (Rip-
penresektion, Neurolyse des Plexus brachialis, Retinaculumspaltung bzw. 
der Spaltung des ersten Strecksehnenfachs) sowohl die Gründe als auch 
ein allfälliger Benefit unklar seien (AB 102.2/49). Die neurologische Exper-
tin hat gar in Frage gestellt, ob überhaupt je ein neurovaskuläres Kompres-
sionssyndrom vorgelegen hat (vermeintliches thoracic outlet Syndrom [AB 
102.3/8]; vgl. AB 91/3-5). Jedenfalls fand sich für die gezeigte Symptomatik 
insbesondere im Bereich der Schultern weder aus neurologischer (AB 
102.3/8) noch aus orthopädischer Sicht eine Erklärung (AB 144.1/23 ff.). 
Der orthopädische Nachbegutachter hat vielmehr auf eine eindeutige Ag-
gravation hingewiesen. So habe sich die Explorandin anlässlich der Unter-
suchung in aggravierender Art teilweise derart behindert gezeigt, dass der 
Eindruck entstehen könnte, eine Arbeitsaufnahme sei nicht mehr möglich; 
jedoch hätten die Validierungstests beim Einsatz der Schultern keine Ein-
schränkung ergeben (AB 144.1/24). Auf diese Einschätzung ist abzustellen 
(vgl. E. 3.4 hiervor).

3.5.3 Zusammenfassend ist nach dem massgebenden Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221) erstellt, 
dass medizinisch-theoretisch weder für ausserhäusliche noch für haus-
haltspezifische Arbeiten eine Einschränkung der Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit besteht. Wenn behandelnde Ärzte zu einer davon abweichenden 
Einschätzung gelangen (vgl. sogleich), vermag dies die Beweiskraft der 
Expertisen nicht zu entkräften. Abgesehen davon, dass das Gericht der 
Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf und soll, dass behandelnde Ärz-
te mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in 
Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 
351 E. 3b cc S. 353), was insbesondere auch für schmerztherapeutisch 
tätige Ärzte (vgl. etwa AB 156/2) gilt (Entscheid des Eidgenössischen Ver-
sicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 20. März 2006, I 655/05, 
E. 5.4), ist auf die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des the-
rapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des 
amtlich bestellten Experten anderseits hinzuweisen. Diese lässt es nicht zu, 

https://de.wikipedia.org/wiki/Kompressionssyndrom
https://de.wikipedia.org/wiki/Kompressionssyndrom

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Dez. 2017, IV/16/1191, Seite 15

ein medizinisches Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum 
Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn behandelnde Ärzte zu an-
derslautenden Einschätzungen gelangen. Da Letztere hier keine wichtigen 
Aspekte benannt haben, die im Rahmen der Begutachtungen unerkannt 
oder ungewürdigt geblieben sind, führt die Divergenz in den Beurteilungen 
nicht zur Notwendigkeit weiterer medizinischer Abklärungen (SVR 2008 IV 
Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Hinzu kommt, dass die Ärzte der im Spital 
F.________ durchgeführten Schmerztherapie im Bericht im 12. September 
2016 (AB 156/2) allein subjektive Angaben der Patientin wiedergaben, je-
doch keine ärztliche Einschätzung formulierten, ob resp. inwiefern welche 
Tätigkeiten noch oder nicht mehr zumutbar seien (vgl. auch AB 158/2). Aus 
den dargelegten Gründen vermögen ferner die hausärztlichen Berichte vom 
21. Juli 2016 (AB 151) und vom 15. November 2017 (in den Gerichtsakten) 
– Letzterer auch wegen des zeitlichen Überprüfungshorizonts des Gerichts 
(vgl. SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4) – am Ergebnis nichts zu ändern. Wei-
tere medizinische Untersuchungen, wie sie die Beschwerdeführerin bean-
tragt, sind nicht notwendig. Von solchen wären keine neuen Erkenntnisse 
zu erwarten (antizipierte Beweiswürdigung [BGE 122 V 157 E. 1d S. 162]). 
Dass sich die gesundheitliche Situation seit den gutachterlichen Untersu-
chungen (AB 102.2, 144.1) verändert habe, macht die Beschwerdeführerin 
nicht geltend. Folglich hat es mit den durchgeführten umfassenden Ab-
klärungen sein Bewenden.

3.6 Bei dieser Ausgangslage erübrigt sich die Durchführung eines Ein-
kommensvergleichs. Sodann kann die Statusfrage offen bleiben; abgese-
hen davon, dass diesbezüglich weder die Beschwerdeführerin noch die 
Beschwerdegegnerin von veränderten Verhältnissen auszugehen schei-
nen, bestehen auch keine entsprechenden Anhaltspunkte.

Bei den gegebenen Umständen besteht kein Anspruch auf Leistungen der 
Invalidenversicherung. Was die beantragte Haushaltshilfe bzw. sinngemäss 
auf eine Hilflosenentschädigung anbelangt, ist auf die Beschwerde nicht 
einzutreten. Denn einen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung und 
damit einen Bedarf an lebenspraktischer Begleitung hat die Beschwerde-
gegnerin mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 20. Dezember 
2011 (AB 15) verneint. Nachdem sich die hier zur Diskussion stehende 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Dez. 2017, IV/16/1191, Seite 16

Neuanmeldung auf eine (Teil-)Berentung bezogen hatte (AB 77 ff.), bildet 
die Hilflosigkeit im Sinne von Art. 38 Abs. 1 lit. a IVV denn auch nicht Ge-
genstand der angefochtenen Verfügung und es fehlt diesbezüglich an ei-
nem tauglichen Anfechtungsobjekt (BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 165).

Im Ergebnis ist die Verfügung vom 3. November 2016 (AB 159) nicht zu 
beanstanden, d.h. die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen, so-
weit darauf einzutreten ist.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Vorliegend sind die Verfahrenskosten 
auf Fr. 800.-- festzusetzen und – unter Vorbehalt der unentgeltlichen 
Rechtspflege (E. 4.3 hiernach) – der unterliegenden Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung aufzuerlegen.

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

4.3 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 
Abs. 1 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2).

Die prozessuale Bedürftigkeit ist mit dem Sozialhilfebudget (Beschwerde-
beilage [BB] 2 f.) ausgewiesen. Zudem kann das Verfahren als nicht von 
vornherein aussichtslos bezeichnet werden. Das Gesuch der nicht vertre-
tenen Beschwerdeführerin um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege 
betreffend die Verfahrenskosten ist demnach gutzuheissen. Somit ist die 
Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss 
Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Dez. 2017, IV/16/1191, Seite 17

(Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) i.V.m. Art. 113 VRPG – von der Zah-
lungspflicht betreffend die Verfahrenskosten zu befreien.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege betreffend die Verfah-
renskosten wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern (inkl. Kopie der Eingabe vom 15. November 2017)
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.