# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3e2f31dd-65ef-5c3a-97fd-1f53fa934e83
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-10-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.10.2017 D-8014/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8014-2016_2017-10-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-8014/2016 

plo 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  O k t o b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richterin Muriel Beck Kadima,  

Richter Simon Thurnheer,    

Gerichtsschreiberin Sara Steiner. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 18. November 2016 / N (…). 

 

 

 

D-8014/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess Sri Lanka eigenen Angaben zufolge am 

28. Dezember 2014 und gelangte auf dem Luftweg in die Türkei und von 

dort über weitere ihm unbekannte Länder auf dem Landweg am 5. Januar 

2015 in die Schweiz, wo er gleichentags ein Asylgesuch stellte. Am 21. Ja-

nuar 2015 wurde er summarisch befragt und am 26. Februar 2015 einläss-

lich angehört. 

Zur Begründung seines Asylgesuches führte er im Wesentlichen aus, er 

habe seit 2002 immer wieder Hilfsdienste für die LTTE (Liberation Tigers of 

Tamil Eelam) ausüben müssen, weil er in einem von diesen besetzten Ge-

biet gelebt habe. 2004 bis 2007 habe er für die TRO (Tamils Rehabilitation 

Organisation) gearbeitet. Im (…) 2007 sei er deswegen und weil sein Bru-

der 1996 für die LTTE zwangsrekrutiert worden sei, von der TMVP (Tamil 

Makkal Viduthalai Pulikal) vorgeladen und im (…) (…) Monate inhaftiert 

worden. Seine Mutter habe deswegen beim IKRK vorgesprochen. Schon 

in dieser Zeit hätten sie wegen seines Bruders, der bei den LTTE gewesen 

sei, immer wieder Probleme mit den Sicherheitskräften gehabt. Nachdem 

sein Bruder 2010 aus der Rehabilitation entlassen worden sei, seien sie 

immer wieder von den sri-lankischen Sicherheitskräften belästigt, befragt, 

mitgenommen und geschlagen worden. Deshalb habe er 2012 geheiratet 

und sei weggezogen. Doch auch dort seien sie gekommen, sodass er wie-

der an den alten Wohnort zurückgekehrt sei. Im (…) 2014 habe ihn die 

Pillayan-Gruppe über das CID (Criminal Investigation Department) zu einer 

Befragung vorgeladen, weil er seit 2012 die TNA (Tamil National Alliance) 

unterstützt habe. Er sei aufgefordert worden, nicht mehr mit der TNA son-

dern mit ihnen zu arbeiten. Als er dies verweigert habe, sei er geschlagen 

worden. Kurze Zeit später habe er eine Vorladung vom Gericht erhalten, 

hinter der die Pillayan-Gruppe gesteckt habe. Aus Angst sei er zunächst 

nicht hingegangen, habe sich dann aber doch entschlossen, zu kooperie-

ren. Er habe zunächst verschiedene Aufgaben erledigt und später nachts 

das Büro bewacht. Bei dieser Gelegenheit sei er von Soldaten bedroht und 

weggejagt worden. Am nächsten Morgen sei er deshalb von Pillayan be-

fragt und bedroht worden. Im (…) 2014 seien Angehörige der Pillayan-

Gruppe mit einem Haftbefehl zu ihm nach Hause gekommen. Als die 

Pillayan-Leute ihn hätten in den Van bringen wollen, hätten seine Nachbarn 

diese aufgehalten und er habe flüchten können. Zunächst habe er sich ver-

steckt und sei nach zwei Wochen ausgereist. Er sei noch zweimal von der 

Polizei gesucht worden, könne die Daten aber nicht angeben. 

D-8014/2016 

Seite 3 

Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er eine Vorladung der TMVP vom 

(…) 2007, eine Vorladung vom Gericht für den (…) 2014, ausgestellt am 

(…) 2014, einen Haftbefehl für den (…) 2014, ausgestellt am (…) 2014, ein 

Bestätigungsschreiben eines Parlamentsabgeordneten vom 7. Januar 

2015, ein Schreiben eines Priesters vom 24. Januar 2015, einen Zeitungs-

artikel vom 5. Januar 2015 betreffend einen Kollegen, der wegen seinem 

TNA-Engagement geschlagen worden sei, ein Bestätigungsschreiben des 

Friedensrichters vom 3. März 2015 betreffend seinen Wohnsitz von 2008 

bis 2012, eine Bestätigung eines Priesters vom 3. März 2015 betreffend 

sein Engagement für die TRO und die TNA und ein Bestätigungsschreiben 

seiner Mutter vom 4. März 2015 betreffend die Beziehung zu seinem Bru-

der zu den Akten. 

B.  

Mit Schreiben vom 27. Juni 2016 teilte das SEM dem Beschwerdeführer 

mit, es erachte den Haftbefehl und die gerichtliche Vorladung aufgrund ei-

ner internen Dokumentenanalyse als gefälscht und gab ihm Gelegenheit 

hierzu Stellung zu nehmen. 

C.  

Mit Schreiben vom 4. Juli 2016 reichte der Beschwerdeführer seine Stel-

lungnahme ein. Dabei führte er aus, die Vorladung und den Haftbefehl 

habe er so abgegeben, wie er sie bekommen habe. Er habe sehr an deren 

Echtheit gezweifelt, aber dennoch grosse Angst bekommen.  

D.  

Mit Verfügung vom 18. November 2016 – eröffnet am 22. November 2016 

– lehnte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete 

die Wegweisung sowie den Vollzug an. 

E.  

Mit Eingabe vom 22. Dezember 2016 erhob der Beschwerdeführer gegen 

diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und 

beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückwei-

sung der Sache an die Vorinstanz wegen Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs und der Begründungspflicht beziehungsweise zur Feststellung des 

richtigen und vollständigen rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neu-

beurteilung sowie eventualiter die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft 

und die Asylgewährung und subeventualiter die Feststellung der Unzuläs-

sigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Fer-

D-8014/2016 

Seite 4 

ner beantragte er, das Gericht habe unverzüglich darzulegen, welche Ge-

richtspersonen mit der Behandlung der vorliegenden Sache betraut wür-

den, und mit geeigneten Mitteln die Zufälligkeit dieser Auswahl zu belegen. 

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer die Belege 1-31 zu den Ak-

ten. 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 11. Januar 2017 stellte die Instruktionsrichte-

rin fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten und forderte ihn auf, bis zum 26. Januar 2017 einen 

Kostenvorschuss von Fr. 600.– einzubezahlen. Gleichzeitig wurde dem Be-

schwerdeführer das Spruchgremium bekannt gegeben. Für die weiterge-

henden Fragen respektive Auskunftsersuchen betreffend die Geschäftszu-

teilung und Spruchkörperbestimmung wurde auf die einschlägigen Bestim-

mungen des Geschäftsreglements vom 17. April 2008 für das Bundesver-

waltungsgericht (VGR, SR 173.320.1) verwiesen.  

G.  

Der einverlangte Kostenvorschuss wurde am 26. Januar 2017 fristgerecht 

bezahlt. 

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 8. Februar 2017 wurde der Beschwerdeführer 

in Bezug auf das Einsichtsgesuch in die Akten seines Bruders B._______ 

(N […]) aufgefordert, eine Einwilligungserklärung seines Bruders einzu-

reichen. Gleichzeitig wurden die Akten dem SEM zur Vernehmlassung zu-

gestellt. 

I.  

Mit Schreiben vom 9. März 2017 ersuchte das SEM die Schweizerische 

Botschaft in Colombo um Abklärungen bezüglich des Aufenthaltsortes des 

Beschwerdeführers von 2008 bis 2014. 

J.  

Mit Schreiben vom 23. Mai 2017 teilte die Schweizerische Botschaft dem 

SEM seine Abklärungsergebnisse mit.  

K.  

In seiner Vernehmlassung vom 12. Juni 2017 hielt das SEM vollumfänglich 

an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde. 

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Seite 5 

L.  

Mit Replik vom 28. Juni 2017 nahm der Beschwerdeführer zur Vernehm-

lassung des SEM Stellung. Als Beweismittel reichte er die Belege 32-54 

ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was vorliegend nicht der 

Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor wel-

chem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 

142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Die verfahrensrechtlichen Rügen des Beschwerdeführers sind vorab zu 

prüfen, da sie allenfalls zu einer Kassation der angefochtenen Verfügung 

führen könnten. 

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Seite 6 

3.1 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat die 

Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen-

digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu-

klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen. Unrichtig ist die 

Sachverhaltsfeststellung dann, wenn der Verfügung ein falscher und ak-

tenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird, etwa weil die Rechtserheb-

lichkeit einer Tatsache zu Unrecht verneint wird und folglich nicht alle ent-

scheidwesentlichen Gesichtspunkte des Sachverhalts geprüft werden,  

oder weil Beweise falsch gewürdigt wurden. Unvollständig ist die Sachver-

haltsfeststellung demgegenüber, wenn nicht alle für den Entscheid rechts-

relevanten Sachumstände berücksichtigt wurden. Gemäss Art. 8 AsylG hat 

die asylsuchende Person demgegenüber die Pflicht an der Feststellung 

des Sachverhaltes mitzuwirken (vgl. BVGE 2015/10 E. 3.2). 

Der in Art. 29 Abs. 2 BV verankerte Anspruch auf rechtliches Gehör, wel-

cher in den Art. 29 ff. VwVG konkretisiert wird, dient einerseits der Aufklä-

rung des Sachverhalts, andererseits stellt er ein persönlichkeitsbezogenes 

Mitwirkungsrecht der Partei dar. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ver-

langt, dass die verfügende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tat-

sächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung be-

rücksichtigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung nieder-

schlagen muss (vgl. BVGE 2015/10 E. 3.3). 

3.2 Einleitend ist festzuhalten, dass die diesbezüglichen Ausführungen des 

Beschwerdeführers teilweise die rechtliche Würdigung beschlagen und 

dort abzuhandeln sind, weshalb an dieser Stelle nicht näher darauf einge-

gangen wird.  

3.3 Der Beschwerdeführer monierte zunächst, das SEM habe seinen An-

spruch auf Akteneinsicht verletzt, indem es ihm keine Einsicht in die Akten 

seines Bruders B._______ (N […]) gewährt habe. 

Das SEM hielt hierzu in seiner Vernehmlassung fest, der Beschwerdefüh-

rer habe nicht explizit Einsicht in die Akten des Bruders verlangt und diese 

könnten nicht ohne dessen Zustimmung ediert werden. 

Der Beschwerdeführer entgegnet in seiner Replik, das SEM verkenne, 

dass es zwingend notwendig sei, in alle Akten, die Grundlage für einen 

Entscheid bildeten, Einsicht zu geben. Zumindest in anonymisierter Form 

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Seite 7 

hätte es in diejenigen Akten Einsicht gewähren müssen, welche einen der 

beiden Grundpfeiler der Verfügung bildeten. Zitate und Ausführungen des 

Bruders in der angefochtenen Verfügung aufzuführen und die Akten nicht 

offenzulegen, sei klar verfahrenswidrig. Zudem sei die Verweigerung ab-

surd, wenn gleichzeitig das Datum des entsprechenden Urteils des Bun-

desverwaltungsgerichts und die Art des Gesuches in der Verfügung ge-

nannt würden, sodass dieses ausfindig gemacht werden könne. Eine Ein-

willigungserklärung seines Bruders habe er bis anhin nicht erhältlich ma-

chen können. 

Hierzu gilt es festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer grundsätzlich nur 

mit einer Einwilligungserklärung seines Bruders vollständige Einsicht in 

dessen Akten gewährt werden könnte, zumal es sich nach wie vor um Ak-

ten Dritter handelt und nicht um Akten des Beschwerdeführers, was der 

Beschwerdeführer in seiner Argumentation zu verkennen scheint. Mit Zwi-

schenverfügung vom 8. Februar 2017 wurde er deshalb aufgefordert, eine 

solche einzureichen. Dieser Aufforderung ist er nicht nachgekommen. Vor 

diesem Hintergrund darf dem Beschwerdeführer nur insoweit Akteneinsicht 

in Akten Dritter gewährt werden, wie es zur Wahrung des rechtlichen Ge-

hörs notwendig ist. Dies wurde praxisgemäss genügend erfüllt, indem der 

Beschwerdeführer im Rahmen der Anhörung mit denjenigen Aussagen sei-

nes Bruders, die den Aussagen des Beschwerdeführers entgegenstehen, 

konfrontiert worden ist. Eine weitergehende Protokolleinsicht ist entgegen 

den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht notwendig. Der Be-

schwerdeführer hatte genügend Gelegenheit, sich zu den Aussagen des 

Bruders zu äussern und das rechtliche Gehör wurde in diesem Zusammen-

hang nicht verletzt.  

3.4 Weiter habe das SEM das rechtliche Gehör verletzt, in dem der Asyl-

entscheid über eineinhalb Jahre nach der letzten Anhörung ergangen sei. 

Eine zeitliche Nähe zwischen Anhörung und Entscheid sei aber zwingend 

erforderlich, da ansonsten die Gefahr bestehe, dass nicht mehr die aktu-

ellste Entwicklung der Verfolgung berücksichtigt werde. Dadurch dass das 

SEM vor der Entscheidfällung nicht eine erneute Anhörung durchgeführt 

habe, habe es seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. 

Das SEM hielt hierzu in seiner Vernehmlassung fest, es wäre die Pflicht 

des Beschwerdeführers gewesen, dem SEM über weitere Geschehnisse 

und Aktivitäten, die zu einer Gefährdung führen könnten, zu berichten. Er 

mache denn in der Beschwerde auch nicht geltend, es hätte sich seit der 

Anhörung diesbezüglich etwas ereignet. Es gebe keinen grundsätzlichen 

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Seite 8 

Anspruch darauf, kurz vor dem Entscheid noch einmal angehört zu werden, 

nur weil eine gewisse Zeit verstrichen sei. 

Der Beschwerdeführer hielt dem in seiner Replik entgegen, neben der Ein-

schätzung der Gefährdungssituation, welche sich in einem Zeitraum von 

19 Monaten verändern könne, würden auch die Erinnerungen des Sach-

bearbeiters an die Verhaltensweise und das Aussageverhalten des Be-

schwerdeführers an der Anhörung zunehmend verblassen. 

Hierzu gilt es festzuhalten, dass vorliegend ein Abstand von eineinhalb 

Jahren zwischen der Anhörung und der Verfügung nicht zur Verletzung des 

rechtlichen Gehörs zu führen vermag. Als Grundlage für den Entscheid die-

nen dem Sachbearbeiter des SEM die schriftlichen Protokolle der Befra-

gung und der Anhörung, nicht seine Erinnerungen. Aktuelle Ergänzungen 

zum Sachverhalt im Nachgang zur Anhörung hätte der Beschwerdeführer 

wiederum im Sinne seiner Mitwirkungspflicht von sich aus einbringen müs-

sen. Dem ist er nicht nachgekommen, weshalb für die Vorinstanz keine 

Veranlassung bestand, eine ergänzende Anhörung durchzuführen. Be-

zeichnenderweise brachte der Beschwerdeführer denn auch bis heute 

keine weiteren Ergänzungen an. Wie nachfolgend dargelegt wurde der 

Sachverhalt vorliegend rechtsgenüglich festgestellt. Der Antrag auf eine er-

neute Anhörung durch eine Fachperson mit Hintergrundwissen zu Sri 

Lanka ist abzuweisen. 

3.5 Weiter moniert der Beschwerdeführer, das SEM habe trotz Hinweisen 

auf eine Traumatisierung und ausdrücklichem Antrag seiner damaligen 

Rechtsvertreterin keine psychologische Abklärung veranlasst und in der 

angefochtenen Verfügung pauschal festgestellt, er sei gesund. Damit habe 

es erneut den Anspruch auf rechtliches Gehör und die Begründungs- be-

ziehungsweise Beweiswürdigungspflicht verletzt sowie den Sachverhalt 

nicht richtig festgestellt. 

Das SEM hielt hierzu in seiner Vernehmlassung fest, alleine die Tatsache, 

dass eine Person während der Anhörung immer wieder weine, sei kein An-

lass für eine psychiatrische Abklärung, zumal solche Tränen zahlreiche Ur-

sachen haben könnten und in der Regel in der schwierigen Situation in der 

Schweiz begründet lägen. Aus seinem Verhalten an der Anhörung ergäben 

sich keine Hinweise auf eine Traumatisierung. Hätte er wirklich psychische 

Probleme, wäre er im Rahmen der Mitwirkungspflicht verpflichtet, dem 

SEM einen ärztlichen Bericht vorzulegen, was er trotz zweijährigem Auf-

enthalt in der Schweiz nicht getan habe.  

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Der Beschwerdeführer hielt dem in seiner Replik entgegen, es sei absurd, 

die Tränen auf die schwierige Situation in der Schweiz zu reduzieren, wenn 

er dann in Tränen ausbreche, wenn er von erlebten Misshandlungen spre-

che. Zudem verfüge der Sachbearbeiter sicherlich nicht über eine psycho-

logische Ausbildung, die ihm eine Einschätzung erlauben würde, welches 

Verhalten Hinweise auf eine Traumatisierung gebe. Unter den gegebenen 

Umständen hätte entsprechendes Fachwissen beigezogen und ein Gut-

achten erstellt werden müssen. 

Die entsprechenden Rügen stossen ins Leere. Allein aus einer emotiona-

len Erzählweise ergeben sich noch keine Hinweise auf derartige gesund-

heitliche Probleme, dass von Amtes wegen ärztliche Abklärungen veran-

lasst werden müssten. Im Übrigen ist auf die Mitwirkungspflicht gemäss 

Art. 8 AsylG zu verweisen, wobei dem Beschwerdeführer genügend Zeit 

zur Verfügung gestanden hätte, um einen ärztlichen Bericht zu den Akten 

zu reichen. Auch auf Beschwerdeebene ergeben sich keine Hinweise da-

rauf, dass der Sachverhalt bezüglich des Gesundheitszustandes des Be-

schwerdeführers ungenügend erstellt wäre, weshalb der Antrag auf Erstel-

lung eines psychiatrischen Berichts abzuweisen ist.  

3.6 Weiter habe das SEM auch den Sachverhalt nicht richtig festgestellt, 

indem es fälschlicherweise den Aussagen seines Bruders bezüglich seines 

Aufenthaltes von 2008 bis 2014 mehr Glauben geschenkt habe als den 

seinigen, obwohl es die Aussagen seines Bruders gesamthaft für unglaub-

haft befunden habe. Damit verletze es auch die Begründungs- beziehungs-

weise Beweiswürdigungspflicht. Aus den mit der Beschwerde eingereich-

ten Beweismitteln ergebe sich, dass er von 2008 bis 2014 nicht in Katar 

gelebt habe. Eine zentrale Erwägung der angefochtenen Verfügung ba-

siere demnach nachweislich auf einem falsch erstellten Sachverhalt.  

Auf diese Rügen ist nachfolgend im Rahmen der materiellen Prüfung der 

Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers näher einzugehen. 

Indessen ist keine Verletzung einer Begründungs- beziehungsweise Be-

weiswürdigungspflicht darin zu erkennen, dass das SEM zwei Aussagen 

miteinander konfrontiert, zumal dazu erst auf Beschwerdeebene Beweis-

mittel eingereicht worden sind. 

3.7 Weiter habe das SEM auch den Sachverhalt nicht richtig festgestellt, 

indem es seine Verbindungen zu den LTTE nicht richtig festgehalten habe.  

Einerseits sei hier auf die sich aus der LTTE-Mitgliedschaft seines Bruders 

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Seite 10 

ergebende Reflexverfolgung zu verweisen, welche das SEM und das Bun-

desverwaltungsgericht nie in Zweifel gezogen und lediglich fälschlicher-

weise für nicht asylrelevant befunden hätten (vgl. Urteil des BVGer  

D-3309/2014 vom 24. September 2014). Andererseits habe das SEM es 

unterlassen, ihn zu C._______ zu befragen, bei welchem es sich um das 

(Rang) LTTE-Mitglied in (…) gehandelt habe, obwohl er angegeben habe, 

von diesem für die TRO rekrutiert worden zu sein. Indem es bezüglich die-

ser Person keine weiteren Nachforschungen gemacht habe (zum Beispiel 

eine Internetrecherche) habe es auch die Begründungs- beziehungsweise 

Beweiswürdigungspflicht verletzt. 

In Bezug auf die LTTE-Mitgliedschaft des Bruders des Beschwerdeführers 

ist der Beschwerde nicht zu entnehmen, inwiefern der Sachverhalt nicht 

richtig festgestellt worden sein sollte, vielmehr wird auch hier die materielle 

Würdigung gerügt, worauf weiter unten einzugehen ist. In Bezug auf den 

Kontakt zu C._______ hätte das SEM angesichts von dessen Bekanntheit 

zwar leicht feststellen können, dass es sich bei diesem um eine Führungs-

person der LTTE gehandelt hat. Der Beschwerdeführer ist aber wiederum 

auf seine Mitwirkungsplicht hinzuweisen. So hat er im vorinstanzlichen Ver-

fahren nicht geltend gemacht, dass es sich bei diesem um eine wichtige 

Persönlichkeit gehandelt habe und dies für die Situation des Beschwerde-

führers relevant gewesen sei. Von einer ungenügenden Erstellung des 

Sachverhaltes kann deshalb auch in diesem Zusammenhang nicht die 

Rede sein, zumal die Tätigkeiten des Beschwerdeführers für die TRO als 

solche nicht in Zweifel gezogen wurden. 

3.8 Schliesslich habe das SEM den Sachverhalt nicht richtig festgestellt, 

indem es die neusten Länderinformationen nicht beachtet habe.  

Alleine der Umstand, dass das SEM zum einen in seiner Länderpraxis zu 

Sri Lanka einer anderen Linie folgt, als vom Beschwerdeführer vertreten, 

und es zum anderen aus sachlichen Gründen auch zu einer anderen Wür-

digung der Gesuchsvorbringen gelangt, als vom Beschwerdeführer ver-

langt, spricht weder für eine ungenügende Sachverhaltsfeststellung noch 

stellt dies eine Verletzung der Begründungs- beziehungsweise Beweiswür-

digungspflicht dar. 

3.9 Zusammengefasst liegen keine Gründe für eine Rückweisung der Sa-

che an die Vorinstanz vor. 

 

D-8014/2016 

Seite 11 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Das SEM führte zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen 

aus, die Aussagen des Beschwerdeführers widersprächen den Aussagen 

seines Bruders B._______, welcher anlässlich seiner Anhörung ausgesagt 

habe, der Beschwerdeführer habe Sri Lanka bereits 2008 verlassen und 

sei nach Katar gegangen. Dies erwecke erhebliche Zweifel daran, dass er 

wirklich bis 2014 in Sri Lanka gelebt habe. Zudem habe der Beschwerde-

führer erklärt, sein Bruder D._______ habe nie Probleme mit den LTTE 

gehabt, während sein Bruder B._______ aussage, dieser sei ein halbes 

Jahr lang von den LTTE inhaftiert worden. Diese Widersprüche vermöge 

der Beschwerdeführer nicht überzeugend aufzulösen. Bezeichnender-

weise widerspreche er sich mehrfach erheblich zu den Daten der von ihm 

geltend gemachten Ereignisse, wenn er bezüglich der LTTE-Herrschaft in 

seinem Ort einmal von 2012 statt 2002 und bezüglich seiner Freilassung 

aus der Haft einmal von 2010 statt 2007 spreche. Weiter erkläre er an der 

Befragung, ein Junge habe ihn vorgeladen, um die Wache beim Büro von 

Pillayan zu gewährleisten, während er an der Anhörung angegeben habe, 

sie hätten sich untereinander organisiert. Die Aussagen des Beschwerde-

führers seien auch unsubstanziert. So seien seine Angaben zu seinen Auf-

enthaltsorten seit 2007 sehr vage und ungenau, was den Verdacht erhärte, 

dass er sich bereits seit langer Zeit nicht mehr in Sri Lanka aufgehalten 

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Seite 12 

habe. Zudem könne er kaum konkrete Angaben zu den angeblichen Be-

lästigungen durch die Behörden oder andere Organisationen machen, son-

dern spreche pauschal von „ständigen“ Behelligungen. Weiter könne er 

keine konkreten Angaben zur angeblichen Haft im Jahre 2007 machen. 

Obwohl er (…) Monate mit anderen Personen zusammen gewesen sei, 

könne er deren Namen nicht nennen, keine speziellen Ereignisse erwäh-

nen oder einen detaillierten Tagesablauf schildern. Bezeichnenderweise 

habe er die angeblich vorhandene Bestätigung des IKRK nicht eingereicht. 

Weiter sei er nicht in der Lage anzugeben, bis wann er für Pillayan gear-

beitet habe, wann er nach seiner Ausreise gesucht worden sei und wann 

sein Bruder D._______ Sri Lanka verlassen habe. Seine Aussagen seien 

zudem logisch nicht nachvollziehbar beziehungsweise nicht im Einklang 

mit den eingereichten Dokumenten. So müsse bezweifelt werden, dass der 

Beschwerdeführer und seine Familie auch nach der Rehabilitation seines 

Bruders B._______ jeden Tag behelligt worden seien, da dies gemäss sei-

nen eigenen Angaben selbst bei „vorbelasteten“ Familien nicht üblich sei. 

Das Bundesverwaltungsgericht habe zudem in seinem Urteil vom 24. Sep-

tember 2014 bezüglich seines Bruders B._______ festgehalten, dessen 

Schilderungen zu Verfolgungsereignissen nach der Rehabilitation seien 

nicht glaubhaft. Es müsse auch bezweifelt werden, dass Pillayan persön-

lich an seiner Verfolgung teilgenommen habe, obwohl der Beschwerdefüh-

rer keine hohe Position innerhalb der Organisation innegehabt habe. Wei-

ter sei nicht nachvollziehbar, weshalb sowohl der Haftbefehl als auch die 

Gerichtsvorladung gemäss Daten der Dokumente ausgestellt worden 

seien, bevor der Beschwerdeführer überhaupt Anlass für Verfolgungs-

massnahmen gegeben habe. Eine interne Analyse habe denn auch erge-

ben, dass die Gerichtsvorladung und der Haftbefehl gefälscht seien. Die-

sen Erkenntnissen habe der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme 

nichts Wesentliches entgegensetzen können. Zur eingereichten TMVP-

Vorladung aus dem Jahre 2007 und den eingereichten Bestätigungsschrei-

ben sei festzuhalten, dass solche Dokumente leicht käuflich erwerbbar be-

ziehungsweise als Gefälligkeitsschreiben zu werten seien. Überdies mute 

der Text der TMVP-Vorladung äusserst kurz und wenig realistisch an. Im 

eingereichten Zeitungsartikel gehe es schliesslich nur um einen anderen 

TNA-Anhänger der angegriffen worden sei. Der Beschwerdeführer habe 

nicht glaubhaft machen können, dass er persönlich wegen seines Engage-

ments Probleme gehabt habe. 

Allein die Behauptung des Beschwerdeführers, er habe Tätigkeiten für die 

TRO und die TNA aufgeführt beziehungsweise einen ehemaligen LTTE-

Aktivisten als Bruder führten zum heutigen Zeitpunkt nicht mit erheblicher 

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Seite 13 

Wahrscheinlichkeit zu asylrelevanter Verfolgung. Er habe nicht glaubhaft 

machen können, dass er wegen dieses persönlichen Hintergrunds Prob-

leme mit den Behörden oder verbündeten Organisationen gehabt habe. 

Auch sei nicht davon auszugehen dass er in den Augen der sri-lankischen 

Behörden deshalb als Person gelte, die eine besonders enge Beziehung 

zu den LTTE gepflegt habe. Somit bestehe kein begründeter Anlass zur 

Annahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungs-

massnahmen ausgesetzt sein werde. 

5.2 Der Beschwerdeführer hielt dem in seiner Beschwerde entgegen, er 

wisse nicht, weshalb sein Bruder allenfalls ausgeführt haben solle, dass er 

seit 2008 in Katar wohnhaft gewesen sei. Er habe dazu an der Befragung 

die Vermutung geäussert, sein Bruder könne seinen älteren Bruder 

D._______ gemeint haben, welcher sich 2008 bis 2010 in Katar aufgehal-

ten habe. Mit der Beschwerde reiche er verschiedene Beweismittel ein, 

welche seinen Aufenthalt in Sri Lanka bis 2014 belegen würden (Auszüge 

aus dem Wahlregister von 2009-2011, Kaufvertrag Motorfahrrad (…) 2012, 

sri-lankischer Führerausweis erstellt am (…) 2012, Heiratsbestätigung vom 

(…) 2012, Geburtsurkunde seines Sohnes, welcher am (…) 2014 in Sri 

Lanka zur Welt gekommen sei, Bankauszüge und verschiedene Fotogra-

fien). Das SEM habe sich hier in seiner Glaubhaftigkeitsprüfung somit auf 

einen falschen Sachverhalt gestützt und sei zu Unrecht von seiner Un-

glaubwürdigkeit ausgegangen. Diese falsche Annahme habe die gesamten 

Erwägungen des SEM stark beeinflusst. 

Bezüglich der Beschreibung des Tagesablaufs in der Haft sei erneut auf 

seine Traumatisierung hinzuweisen, welche eine detaillierte Berichterstat-

tung verhindere. Zudem gehe aus seinen Aussagen hervor, dass er sich in 

einer Art Isolationshaft ohne zeitliche und räumliche Orientierung befunden 

habe, sodass die Beschreibung eines Tagesablaufs unmöglich werde. Die 

Widersprüche bezüglich der Jahreszahlen seien ebenfalls auf die Trauma-

tisierung zurückzuführen und wögen nicht schwer, da sie so offensichtlich 

falsch gewesen seien. Weiter bleibe unklar, was sein Bruder zu seinen Ak-

tivitäten für die TRO und die TNA gesagt haben solle, und weshalb das 

SEM schreibe, diese seien „wegen seines Bruders“ nicht glaubhaft. Zudem 

könne diese Tätigkeit nicht mit dem einfachen Verweis auf den angeblichen 

Aufenthalt in Katar verworfen werden. 

Das SEM habe es unterlassen seine Verfolgung in einen Gesamtzusam-

menhang zu setzen und seine frühere Unterstützung für die LTTE/TRO, 

D-8014/2016 

Seite 14 

seine Verbindung zum (Rang) LTTE Mitglied in (…), namens C._______, 

seine Unterstützung für die TNA, die familiäre Verbindung zu einem re-

gistrierten langjährigen LTTE-Mitglied sowie die Verfolgung durch die 

TMVP zu berücksichtigen. So ergebe sich einerseits aus der langjährigen 

LTTE-Mitgliedschaft seines Bruders, welche das SEM und das Bundesver-

waltungsgericht nie in Zweifel gezogen und lediglich fälschlicherweise für 

nicht asylrelevant befunden hätten (vgl. D-3309/2014), für ihn eine Re-

flexverfolgung. Andererseits habe er sich durch sein Engagement für die 

TRO – einer seit 2007 verbotenen tamilischen Organisa- 

tion –, wobei er von einem hochrangigen Mitglied rekrutiert worden sei, und 

die TNA selber politisch betätigt.  

Der neuste vom SEM am 16. November 2016 getätigte Ausschaffungsflug 

von sri-lankischen Asylsuchenden, deren Namen anschliessend in den sri-

lankischen Medien veröffentlicht worden seien, habe erneut dazu geführt, 

dass Zurückgeschaffte in grosser Gefahr seien. Eine Rückschaffung stelle 

somit an sich eine asylrelevante Verfolgungsgefahr dar. Dies sei vorliegend 

als neuer Asylgrund zu berücksichtigen. 

Eine Prüfung der in der bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung 

aufgezählten Risikofaktoren bezüglich tamilischen Rückkehrern (vgl. Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016) ergebe 

bei ihm eine klare und den sri-lankischen Behörden bekannte Verbindung 

zu den LTTE. Dies einerseits durch seinen Bruder und andrerseits durch 

sein Engagement für die TRO und seinen persönlichen Kontakt zu 

C._______, dem damals (Rang) Mitglied der LTTE in (…). Von Bedeutung 

sei dabei, dass die TRO bis heute verboten sei und Geld aus der sri-lanki-

schen Diaspora für den Widerstand gesammelt habe. Vor dem Hintergrund 

der grossen Angst der sri-lankischen Behörden vor dem Wiederaufflam-

men des Widerstands seien sein Wissen und seine Kontakte weiterhin von 

grossem Interesse für die Behörden. Da er sich erfolgreich dem Zugriff der 

TMVP entzogen habe, sei davon auszugehen, dass seine Tätigkeit den sri-

lankischen Behörden übermittelt worden sei und er auf der „Stop-List“ 

stehe. Weitere Risikofaktoren seien sein langjähriger Auslandaufenthalt, 

die Einreichung eines Asylgesuches, das Fehlen von offiziellen Reisedo-

kumenten und sein offensichtlich problematischer Gesundheitszustand, 

welcher auf frühere Folterungen hindeute. 

5.3 Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung fest, die unsubstantiierten  

oder anderweitig unglaubhaften Aussagen liessen sich nicht durch die an-

D-8014/2016 

Seite 15 

geblichen psychischen Probleme erklären. Das Engagement des Be-

schwerdeführers für die TRO sei grundsätzlich unbestritten. Es liege je-

doch bereits zehn Jahre zurück und der Beschwerdeführer habe nicht 

glaubhaft machen können, dass er zwischen 2007 und seiner Ausreise 

deshalb oder aus anderen Gründen Probleme mit den sri-lankischen Be-

hörden gehabt habe. Es lägen deshalb keine Hinweise vor, dass er deshalb 

bei einer Rückkehr asylrelevante Probleme bekommen könnte. Auch die 

Tatsache allein, dass der Beschwerdeführer einen rehabilitierten Bruder 

habe, gefährde ihn nicht, zumal der Bruder nicht mehr im Fokus der Be-

hörden stehe. Bezüglich der Behauptung des Bruders, der Beschwerde-

führer habe sich seit 2008 in Katar aufgehalten, habe das SEM am 9. März 

2017 eine Anfrage an die Schweizerische Vertretung in Colombo gerichtet. 

Die Botschaft habe am 23. Mai 2017 geantwortet, dass entsprechende Ab-

klärungen bei der Vertretung von Katar ergeben hätten, dass dem Be-

schwerdeführer kein Visum erteilt worden sei. Abklärungen vor Ort in Bat-

ticaloa seien keine getroffen worden. Der Beschwerdeführer habe zudem 

mit seiner Beschwerde zahlreiche Dokumente eingereicht, die seinen Auf-

enthalt in Sri Lanka während den letzten Jahren belegen sollen. Dazu sei 

jedoch festzuhalten, dass die Erwägungen zur Glaubhaftigkeit der Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers nicht in erster Linie auf der Behauptung be-

ruhten, dieser habe sich in den letzten Jahren vor der Ausreise nicht in Sri 

Lanka aufgehalten. Vielmehr seien seine Aussagen zu den Ereignissen vor 

seiner Ausreise widersprüchlich, unsubstanziiert und logisch nicht nach-

vollziehbar ausgefallen. Zudem habe er gefälschte Justizdokumente ein-

gereicht, was eine wirklich verfolgte Person nicht nötig hätte. Er habe nicht 

glaubhaft machen können, dass er Kontakte beziehungsweise Konflikte mit 

der TMVP beziehungsweise mit Pillayan gehabt habe. Bezüglich dieser Or-

ganisation sei überdies zu bemerken, dass diese heute keinen Einfluss 

mehr habe und vielmehr selbst im Visier der sri-lankischen Justiz stehe 

(Verhaftung Pillayans im Oktober 2015). Der Beschwerdeführer könne sich 

somit im Falle eines Konflikts mit dieser Gruppe an die sri-lankischen Be-

hörden wenden. 

5.4 In seiner Replik hielt der Beschwerdeführer fest, die Vernehmlassung 

des SEM zeige wiederum, dass sich dieses nicht mit der aktuellen Situation 

Sri Lankas auseinandergesetzt habe. Ansonsten wäre diesem bewusst, 

dass eine irgendwie geartete Verbindung zu den LTTE – die TRO werde 

als Frontorganisation der LTTE eingestuft – und liege diese noch so weit 

zurück, ein Grund für eine asylrelevante Verfolgung sein könne. Zudem 

habe er sich auch für die TNA engagiert. Gemäss verschiedenen Berichten 

reichten unter der Regierung Sirisenas bereits politische Tätigkeiten für 

D-8014/2016 

Seite 16 

eine tamilische Partei für eine Verhaftung aus. Die Mehrheit der singhale-

sischen Bevölkerung würde in der TNA heute noch den parlamentarischen 

Arm der LTTE sehen. Personen mit politischem Profil seien entgegen der 

Einschätzung des SEM heute einer grösseren Gefährdung ausgesetzt als 

noch zu Bürgerkriegszeiten, dies würden Fallbeispiele belegen. In Bezug 

auf die Aussagen seines Bruders zu seinem Aufenthalt in Katar versuche 

das SEM klar die entscheidrelevante Rolle dieser falschen Annahme unter 

den Teppich zu kehren. Jedoch stütze sich tatsächlich die Hälfte der Argu-

mentation des SEM auf eben diese falsche Annahme. Die Argumentation 

des SEM falle dadurch in sich zusammen. Die Argumentation in der Ver-

nehmlassung, dass seine Vorbringen widersprüchlich, unsubstanziiert und 

logisch nicht nachvollziehbar seien, sei pauschal, zumal nicht klar sei, wie 

der Sachbearbeiter zu dieser Schlussfolgerung gekommen sei. Weiter 

bleibe im Verborgenen woher der Sachbearbeiter wisse, was im Kopf einer 

verfolgten Person vorgehe, wenn er ausführe, eine solche hätte es nicht 

nötig, gefälschte Dokumente einzureichen. Dies könne auch in der Angst 

begründet liegen, zurückgeschafft zu werden. Weiter halte das SEM richtig 

fest, dass die TMVP beziehungsweise Pillayan selbst im Visier der sri-lan-

kischen Behörden stehe. Dadurch ergebe sich aber in Bezug auf sein En-

gagement für diese Organisation eine doppelte Gefährdung, einerseits von 

den immer noch aktiven Mitgliedern und andererseits von den Behörden. 

Dass er sich bei einem Konflikt mit dieser Organisation an die Behörden 

wenden könne, sei falsch. Es gebe weiterhin durch diese Gruppierungen 

sogenannte „white-van-Entführungen“, die sogar von der UNO bestätigt 

würden. 

6.   

6.1 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet ‒ im Ge-

gensatz zum strikten Beweis ‒ ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des 

Beschwerdeführers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit 

der gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen  

oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Eine we-

sentliche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Verfolgungs-

schicksals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substanziierte, im 

Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten 

Vorkommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tatsächlich erlit-

tenen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinrei-

chende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine 

Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, widersprüch-

D-8014/2016 

Seite 17 

lichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der Beurtei-

lung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Ele-

mente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Sub-

stanziiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit 

usw.), die für oder gegen die Gesuchstellerin sprechen. Glaubhaft ist eine 

Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die 

Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vor-

bringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte we-

sentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachver-

haltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 

2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3). 

6.2 Zunächst gilt es festzustellen, dass das SEM die Tätigkeit des Be-

schwerdeführers für die TRO in den Jahren 2004 bis 2007 nicht in Frage 

stellte. Diesbezüglich scheint der Beschwerdeführer die Verfügung des 

SEM misszuverstehen. Es führte hier kumulativ aus, die Verfolgung wegen 

seiner Tätigkeit für die TRO, die TNA und wegen seines Bruders sei nicht 

glaubhaft und sagte nicht, dass die Tätigkeit für die TRO und die TNA we-

gen des Bruders nicht glaubhaft sei. In Bezug auf die aufgrund dieser Tä-

tigkeit erfolgten Haft im Jahre 2007 hält das SEM fest, der Beschwerdefüh-

rer könne keine konkreten Angaben machen. Obwohl er (…) Monate mit 

anderen Personen zusammen gewesen sei, könne er deren Namen nicht 

nennen, keine speziellen Ereignisse erwähnen oder einen detaillierten Ta-

gesablauf schildern. Hierzu gilt es festzuhalten, dass der Beschwerdefüh-

rer durchaus auf ein konkretes Ereignis einging, indem er emotional be-

schrieb, wie ein Mitgefangener derart geschlagen worden sei, dass sein 

Rücken offen gewesen sei, und aussagte, dass er so etwas Schlimmes 

bisher nie gesehen habe (vgl. Akten des SEM A19 F38). Dass er die Na-

men seiner Mitinsassen nicht wusste, erklärte er zwar wenig überzeugend 

mit der Tatsache, dass sie nicht miteinander hätten reden dürfen (vgl. A19 

F35). Dieser Umstand liesse sich aber auch mit dem langen Zeitablauf zwi-

schen der Haft (2007) und der Befragung (2015) erklären. Zum detaillierten 

Tagesablauf kann einerseits auf die Ausführungen in der Beschwerde, wo-

nach der Beschrieb eines Tages in Isolationshaft schwierig sei, und ande-

rerseits wiederum auf den langen Zeitablauf sowie auf die Tatsache, dass 

die Befragung nicht auf diese Haft fokussiert war, hingewiesen werden. Vor 

diesem Hintergrund scheinen dem Gericht die diesbezüglichen Aussagen 

des Beschwerdeführers an der Anhörung ausführlich genug (vgl. A19 F36). 

Im Weitern vermag er auch die Verhaftung, den Inhalt der Verhöre, den 

Raum, in dem er festgehalten worden sei, und seine Freilassung hinrei-

chend konkret zu beschreiben (vgl. A19 F22 ff.). Die fehlende Bestätigung 

D-8014/2016 

Seite 18 

des IKRK steht der Haft nicht grundsätzlich entgegen, zumal auch hier wie-

der auf den langen Zeitablauf seit der Haft im Jahre 2007 hingewiesen wer-

den kann. In Bezug auf das Aussageverhalten des Beschwerdeführers 

kann zudem allgemein festgehalten werden, dass dieses relativ ausführ-

lich, emotional und weitgehend übereinstimmend ausgefallen ist. Die vom 

SEM erwähnten Widersprüche in Bezug auf die Jahreszahlen sind, wie 

auch in der Beschwerde ausgeführt, als klares Missverständnis zu sehen 

und es ergibt sich aus den weiteren Aussagen des Beschwerdeführers 

ohne weiteres, dass er sich ganz einfach versprochen hatte. Vor dem Hin-

tergrund des Gesagten erscheint es dem Gericht glaubhaft, dass der Be-

schwerdeführer im Anschluss an sein Engagement für die TRO im Jahre 

2007 (…) Monate in Haft war.  

6.3 In Bezug auf die Glaubhaftigkeit der Ereignisse im Jahre 2010 nach der 

Entlassung seines Bruders gilt es die Erwägungen des SEM zu relativieren. 

Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Urteil D-3309/2014 vom 

24. September 2014 nicht festgehalten, dass die Schilderungen seines 

Bruders B._______ zu den Verfolgungsereignissen nach der Rehabilitation 

insgesamt nicht glaubhaft seien. Vorderhand hat es diese Verfolgungs-

handlungen durch die Behörden als nicht intensiv genug und somit als nicht 

asylrelevant eingestuft (vgl. D-3309/2014, E. 7). Somit ist nicht auszu-

schliessen, dass der Bruder des Beschwerdeführers und seine Familie 

eine gewisse Zeit nach der Entlassung unter Beobachtung standen und 

teilweise behelligt wurden.  

6.4 An den weiteren Aussagen des Beschwerdeführers in Bezug auf die 

Verfolgung durch die Pillayan-Gruppe im Jahre 2014 ergeben sich aber 

verschiedene Zweifel. Diese entstehen entgegen den Aussagen des Be-

schwerdeführers nicht nur aufgrund des vom SEM in der Verfügung ange-

nommenen Aufenthaltes in Katar ab dem Jahre 2008 sondern auch aus 

diversen anderen Gründen. Bezüglich des Aufenthaltes des Beschwerde-

führers ab 2008 gilt es zunächst festzuhalten, dass die Botschaftsabklä-

rung zwar ergeben hat, dass diesem für Katar kein Visum ausgestellt 

wurde. Das muss aber nicht zwingend heissen, dass er nicht dort war. 

Nachforschungen im Umfeld des Beschwerdeführers in Batticaloa hat die 

Botschaft hierzu nicht angestellt. Hierbei gilt es darauf hinzuweisen, dass 

der Bruder seine Aussagen nicht lediglich bei einer Gelegenheit machte, 

sondern vielmehr in einen Gesamtzusammenhang stellte. Die vom Be-

schwerdeführer eingereichten Belege in Bezug auf seinen Aufenthalt in Sri 

Lanka vermögen einen dauerhaften Aufenthalt nicht unbedingt zu belegen. 

D-8014/2016 

Seite 19 

Der Erwägung des SEM, wonach seine Angaben zu seinen Aufenthaltsor-

ten seit 2007 sehr vage und ungenau ausgefallen seien, wird in der Be-

schwerde nichts entgegengehalten. Insgesamt kann die Frage des Aufent-

haltes des Beschwerdeführers aber ohnehin offen bleiben, da die Vorbrin-

gen bezüglich der Verfolgung des Beschwerdeführers vor der Ausreise, wie 

vom SEM in seiner Vernehmlassung richtig darauf hingewiesen wurde, 

überdies aus diversen anderen Gründen als nicht glaubhaft zu qualifizieren 

sind.  

Zunächst gilt es den Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass die von 

ihm als pauschal und unbegründet bezeichnete Argumentation in der Ver-

nehmlassung des SEM in Bezug auf die Widersprüchlichkeit und Unsub-

stanziiertheit seiner Aussagen als Zusammenfassung der diesbezüglich in 

der Verfügung ausführlich dargelegten Erwägungen zu verstehen ist. In-

haltlich hat der Beschwerdeführer auf die vom SEM monierte Widersprüch-

lichkeit und Unsubstanziiertheit bis heute nichts erwidert. Der vom SEM 

dargelegte Widerspruch, wonach der Beschwerdeführer an der Befragung 

erklärt habe, ein Junge habe ihn vorgeladen, um die Wache beim Büro von 

Pillayan zu gewährleisten, während er an der Anhörung angegeben habe, 

sie hätten sich untereinander organisiert, ist zwar wenig gewichtig. In Be-

zug auf die angeblichen Aktivitäten des Beschwerdeführers für Pillayan gilt 

es aber festzuhalten, dass er an der Befragung von einer einmaligen Be-

wachung des Büros von Pillayan sprach, bei der sie in einen Konflikt mit 

Soldaten geraten seien, wonach er die Arbeit niedergelegt habe (vgl. A12 

S. 8), während er an der Anhörung aussagte, er habe während mehrerer 

Wochen beziehungsweise zehn Tagen mehrmals Aufgaben für die Pillayan 

erledigt und das Büro erst später bewacht (vgl. A19 F11 S. 4 und F85). 

Weiter hielt das SEM richtig fest, die Aussagen des Beschwerdeführers 

seien unsubstanziert. Diesbezüglich ist auf die fehlenden konkreten Anga-

ben zu den angeblichen Belästigungen durch die Behörden oder andere 

Organisationen und den Zeitpunkt der Aufgabe seiner Arbeit für Pillayan 

sowie der Suche nach ihm nach seiner Ausreise hinzuweisen. Seine Aus-

sagen sind zudem logisch nicht nachvollziehbar. So bezweifelt das SEM 

richtigerweise, dass Pillayan persönlich verschiedene Male an der Verfol-

gung des Beschwerdeführers teilgenommen hat, obwohl dieser keine hohe 

Position innerhalb der Organisation innegehabt hat. Insbesondere sind die 

Aussagen des Beschwerdeführers aber schliesslich nicht in Einklang mit 

den eingereichten Dokumenten zu bringen. So ist nicht nachvollziehbar, 

weshalb sowohl der Haftbefehl als auch die Gerichtsvorladung gemäss Da-

ten der Dokumente ausgestellt worden sind, bevor der Beschwerdeführer 

überhaupt Anlass für Verfolgungsmassnahmen gegeben hat (vgl. A19 F72 

D-8014/2016 

Seite 20 

und F97). All diesen überzeugenden Erwägungen des SEM hat der Be-

schwerdeführer auf Beschwerdeebene bezeichnenderweise nichts ent-

gegnet. Schliesslich gilt es nachdrücklich darauf hinzuweisen, dass der Be-

schwerdeführer nachgewiesenermassen – räumt er dies in der Beschwer-

de doch auch ein – gefälschte Beweismittel eingereicht hat. Ein solches 

Verhalten untergräbt in hohem Ausmass die Glaubhaftigkeit der Vorbringen 

und bestätigt die bereits zuvor dargelegten Zweifel. Die diesbezüglichen 

Ausführungen, eine verfolgte Person versuche unter Umständen mit ge-

fälschten Dokumenten die Verfolgung zu belegen, müssen als Schutzbe-

hauptung qualifiziert werden und können nicht zu einer anderen Einschät-

zung führen.  

6.5 Nach dem Gesagten ist von der Glaubhaftigkeit der Vorbringen in Be-

zug auf die Tätigkeit des Beschwerdeführers für die TRO in Jahren 2004 

bis 2007 und die deshalb erfolgte Haft auszugehen. Auch ist nicht auszu-

schliessen, dass der Bruder des Beschwerdeführers und seine Familie 

eine gewisse Zeit nach der Entlassung unter Beobachtung standen und 

teilweise behelligt wurden. Hingegen ist nicht davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer nach 2007 und insbesondere bis in das Jahre 2014 in 

dem von ihm beschriebenen Ausmass belästigt wurde.  

7.  

Nach dem Gesagten gilt es zu prüfen, ob die Vorbringen des Beschwerde-

führers asylrelevant sind. Das Engagement für die TRO und die daraus 

folgende Haft sind als abgeschlossenes Ereignis zu sehen, das keinen ge-

nügend engen zeitlichen und sachlichen Kausalzusammenhang zur Aus-

reise des Beschwerdeführers aufweist. Der Beschwerdeführer ist nach (…) 

Wochen auf Bestechung hin ohne Weiteres entlassen worden und konnte 

danach mehr als sieben Jahre weitgehend unbehelligt in Sri Lanka leben, 

sodass nicht davon auszugehen ist, die sri-lankischen Behörden hätte ein 

weiteres Verfolgungsinteresse an ihm gehabt. Die geltend gemachten be-

hördlichen Behelligungen ab dem Jahre 2010 nach der Entlassung seines 

Bruders aus der Rehabilitation standen im Zusammenhang mit der allge-

meinen Sicherheit und verfolgten einen legitimen Zweck. Solche Befragun-

gen und teilweise Mitnahmen müssen allgemein als nicht intensiv genug 

bezeichnet werden. 

8.  

Weiter hat die Vorinstanz aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts zu 

Recht erwogen, es bestehe aufgrund der Angaben des Beschwerdeführers 

kein begründeter Anlass zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr nach 

D-8014/2016 

Seite 21 

Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit oder in absehbarer Zukunft 

asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt sein werde. 

8.1 Im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 hat das Bundesver-

waltungsgericht eine aktuelle Analyse der Situation von Rückkehrenden 

nach Sri Lanka vorgenommen (vgl. a.a.O., E. 8) und festgestellt, dass aus 

Europa respektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende 

nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter 

ausgesetzt seien (vgl. a.a.O., E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der 

Beurteilung des Risikos von Rückkehrern, Opfer ernsthafter Nachteile in 

Form von Verhaftung und Folter zu werden, an verschiedenen Risikofakto-

ren. Dabei handelt es sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen oder 

vermeintlichen, aktuellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, um 

Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen, und um Vorlie-

gen früherer Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden, üblicher-

weise im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbin-

dung zu den LTTE (sog. stark risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., 

E. 8.4.1-8.4.3). Einem gesteigerten Risiko, genau befragt und überprüft zu 

werden, unterliegen ausserdem Personen, die ohne die erforderlichen 

Identitätspapiere nach Sri Lanka einreisen wollen, die zwangsweise nach 

Sri Lanka zurückgeführt werden oder die über die Internationale Organisa-

tion für Migration (IOM) nach Sri Lanka zurückkehren, sowie Personen mit 

gut sichtbaren Narben (sog. schwach risikobegründende Faktoren, vgl. 

a.a.O., E. 8.4.4 und 8.4.5). Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die konk-

ret glaubhaft gemachten Risikofaktoren eine asylrechtlich relevante Ge-

fährdung der betreffenden Person ergeben. Dabei zieht es in Betracht, 

dass insbesondere jene Rückkehrer eine begründete Furcht vor ernsthaf-

ten Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-lan-

kischen Behörden zugeschrieben wird, dass sie bestrebt sind, den tamili-

schen Separatismus wiederaufleben zu lassen (vgl. a.a.O. E. 8.5.1). 

8.2 Wie von der Vorinstanz zutreffend dargelegt, reichen die Zugehörigkeit 

des Beschwerdeführers zur tamilischen Ethnie und die Landesabwesen-

heit nicht aus, um im Falle einer Rückkehr von Verfolgungsmassnahmen 

auszugehen. Zudem stellt eine allfällige Befragung des Beschwerdeführers 

am Flughafen in Colombo wegen illegaler Ausreise und fehlender Identi-

tätspapiere keine asylrelevante Verfolgungsmassnahme dar. Am fehlen-

den Risikoprofil des Beschwerdeführers vermag auch nichts zu ändern, 

dass er seit 2002 immer wieder Hilfsdienste für die LTTE hat ausüben müs-

sen, weil er in einem von diesen besetzten Gebiet gelebt habe, bewegten 

sich doch diese niederschwelligen Tätigkeiten im Rahmen dessen, was 

D-8014/2016 

Seite 22 

praktisch alle Bewohner der besetzten Gebiete hatten leisten müssen und 

waren den sri-lankischen Behörden gemäss Aussagen des Beschwerde-

führers denn auch nicht zur Kenntnis gelangt. Vertiefter war zwar sein En-

gagement im Zusammenhang mit der TRO in den Jahren 2004 bis 2007. 

Doch auch dies vermag sein Risikoprofil aufgrund des seither verstriche-

nen langen Zeitablaufs und dem unbehelligten Aufenthalt bis ins Jahr 2014 

nicht genügend zu schärfen. Zwar kann ihm wie ausgeführt geglaubt wer-

den, dass er deswegen sowie wegen des Engagements seines Bruders für 

die LTTE im Jahre 2007 (…) Monate in Haft war. Wie in E. 7 ausgeführt, ist 

er aber nach (…) Monaten auf Bestechung hin ohne weiteres entlassen 

worden. Dass damals gegen ihn ein ernsthafter Verdacht entstanden ist, 

vermag deshalb nicht zu überzeugen, weil der Beschwerdeführer noch 

über sieben Jahre weitgehend unbehelligt im Heimatland verblieb. Vor die-

sem Hintergrund ist nicht davon auszugehen, die sri-lankischen Behörden 

hätten ein weiteres Verfolgungsinteresse an ihm gehabt und er wäre wei-

terhin in deren Fokus gestanden. Seine Tätigkeiten sind insgesamt nicht 

als Verbindungen zur LTTE im Sinne der erwähnten Rechtsprechung zu 

qualifizieren. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass er 

von C._______ – eine durchaus wichtige Persönlichkeit in der LTTE – in 

die TRO rekrutiert worden sei, machte der Beschwerdeführer doch nicht 

geltend in einer weitergehenden Beziehung zu diesem gestanden zu ha-

ben. Auch allfällige Probleme des Beschwerdeführers aufgrund der Entlas-

sung seines Bruders aus der Rehabilitation im Jahre 2010 vermöchten sein 

Profil nicht massgeblich zu schärfen, zumal diese nicht als intensiv genug 

bezeichnet werden können (vgl. D-3309/2014, E. 7). Aufgrund des Enga-

gements seines Bruders für die LTTE von 1996 bis 2009 kann schliesslich 

ebenso wenig darauf geschlossen werden, dass die sri-lankischen Behör-

den dem Beschwerdeführer enge Verbindungen zu den LTTE unterstellen 

würden, zumal er zu diesem Bruder offenbar gar keinen Kontakt hat. An 

dieser Einschätzung vermag schliesslich auch das allfällige niederschwel-

lige Engagement des Beschwerdeführers für die TNA ab dem Jahre 2012 

nichts zu ändern.  

8.3 Schliesslich sind auch die weiteren eingereichten Beweismittel in Form 

von allgemeinen Berichten, welche lediglich die allgemeine Situation in Sri 

Lanka und nicht die konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers betref-

fen, nicht geeignet, die soeben gezogenen Schlüsse umzustossen. Auch 

aus den in der Beschwerde geltend gemachten Ereignissen rund um den 

Ausschaffungsflug vom 16. November 2016 und der Kritik an der Praxis 

D-8014/2016 

Seite 23 

des SEM und an der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts be-

züglich Rückschaffungen nach Sri Lanka kann nichts zu Gunsten der kon-

kreten Situation des Beschwerdeführers abgeleitet werden.  

9.  

Das Bundesverwaltungsgericht stellt zusammenfassend fest, dass der Be-

schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft gemäss den Voraussetzungen 

von Art. 3 und 7 AsylG aus den soeben erwähnten Gründen nicht erfüllt, 

weshalb das SEM die Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneinte und das 

Asylgesuch ablehnte.  

10.  

10.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf 

nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 

ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 

der Familie (Art. 44 AsylG). 

10.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

11.  

11.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

11.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

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nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

11.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri 

Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer 

nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-

gesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Men-

schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste 

der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder 

glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder un-

menschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi ge-

gen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 

m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den 

Wegweisungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen (BVGE 2011/24 

E. 10.4). Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) 

hat wiederholt festgestellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, 

Rückkehrern drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine Ri-

sikoeinschätzung müsse im Einzelfall vorgenommen werden (Urteil des 

EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11,  

Ziff. 37). Weder aus den Ausführungen des Beschwerdeführers noch aus 

den Akten ergeben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall 

D-8014/2016 

Seite 25 

einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlich-

keit einer nach EMRK oder FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-

gesetzt wäre. 

11.4  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

11.4.1 Im Urteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 nahm das Bundesverwal-

tungsgericht eine aktuelle Lagebeurteilung auch mit Bezug auf die Zumut-

barkeit des Vollzugs von Wegweisungen nach Sri Lanka vor (vgl. a.a.O.  

E. 13.2 – 13.4). Den Wegweisungsvollzug in die Ostprovinz (Distrikte Trin-

comalee, Batticaloa, Ampara) erachtete das Bundesverwaltungsgericht als 

zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien 

(insbesondere die Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Be-

ziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und 

Wohnsituation) bejaht werden könne (vgl. a.a.O. E. 13.4). 

11.4.2 Der Beschwerdeführer stammt aus dem Distrikt Batticaloa / Ostpro-

vinz, wo er seit seiner Geburt und bis zur Ausreise – mit Unterbruch von 

einem Jahr in Trincomalee – gelebt hat. Seine Mutter, seine Brüder sowie 

seine Ehefrau und sein Sohn leben seinen Angaben zufolge nach wie vor 

in Batticaloa beziehungsweise in Trincomalee. Es ist daher davon auszu-

gehen, dass die Einkommens- und Wohnsituation des jungen Beschwer-

deführers, der über eine gute Schulbildung und Berufserfahrung in der (…) 

und in der (…), an seinem Herkunftsort sichergestellt ist. Insgesamt ist so-

mit davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer bei einer Rück-

kehr eine tragfähige Existenz wird aufbauen können und nicht in eine Not-

lage geraten wird. In Bezug auf seine angeblichen psychischen Probleme 

gilt es festzuhalten, dass er diese bis anhin in keiner Weise belegen konnte 

und offenbar deswegen auch in keiner Therapie steht.  

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

11.5 Der Beschwerdeführer verfügt über eine Identitätskarte und es obliegt 

ihm, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine 

Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 

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Seite 26 

AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Weg-

weisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

11.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

12.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

13.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und infolge des erhöhten Auf-

wandes aufgrund der zahlreichen und umfangreichen eingereichten Be-

weismittel, die nicht den Beschwerdeführer persönlich betreffen, auf insge-

samt Fr. 1500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss in der 

Höhe von Fr. 600.– wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet, 

womit ein Betrag von Fr. 900.– zur Nachzahlung verbleibt. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 27 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1500.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss von Fr. 600.– wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet, womit ein Betrag von Fr. 900.– zur Nach-

zahlung verbleibt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen zu Gunsten der Ge-

richtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner 

 

 

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