# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ffff6f5f-1716-5fd3-8a92-5db85e395126
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-02-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.02.2018 200 2017 750
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-750_2018-02-01.pdf

## Full Text

200 17 750 IV
MAW/RUM/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. Februar 2018

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Rüfenacht

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 6. Juli 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2018, IV/17/750, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1987 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) er-
hielt ab August 1999 Sonderschulmassnahmen (Antwortbeilagen [AB] 1, 8, 
13). Am 13. September 2005 meldete er sich zum Bezug von Eingliede-
rungsmassnahmen beruflicher Art an (AB 15). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) erteilte mit Verfügung vom 22. Februar 2006 Kosten-
gutsprache für eine Anlehre zum … (AB 22), die der Versicherte im August 
2007 erfolgreich abschloss (AB 38). In der Folge veranlasste die IVB eine 
berufliche Abklärung in der Stiftung O.________ (AB 54; Bericht der Stif-
tung O.________ vom 11. Juli 2008 [AB 60]). Anfang Dezember 2008 
nahm der Versicherte eine Tätigkeit als … im geschützten Umfeld auf 
(AB 59, 66). Nach Einholung eines neuropsychologischen Gutachtens vom 
20. Februar 2009 und eines psychiatrischen Gutachtens vom 27. Mai 2009 
(AB 70, 74) und nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (AB 76) 
sprach die IVB mit Verfügung vom 25. September 2009 bei einem Invali-
ditätsgrad von 79 % ab 1. Juli 2005 eine ganze IV-Rente zu (AB 85).

B.

Am 28. Februar 2011 beantragte der Versicherte Berufsberatung, um nicht 
mehr auf die Rente angewiesen zu sein (AB 96). Die IVB veranlasste eine 
berufliche Abklärung und ein Arbeitstraining in der Stiftung C.________ 
(AB 108, 111; Abschlussbericht vom 7. Mai 2012 [AB 119]), wo der Versi-
cherte im Anschluss ab 26. März 2012 im geschützten Rahmen weiter be-
schäftigt wurde (AB 116/2 f., 119/2). Mit Mitteilung vom 17. Dezember 2012 
bestätigte die IVB den Anspruch auf eine ganze IV-Rente (AB 124).

Nachdem sich der Versicherte am 14. Januar 2013 erneut mit dem Wunsch 
einer rentenausschliessenden Eingliederung bei der IVB gemeldet hatte 
(AB 125), gewährte die IVB mit Mitteilung vom 15. Oktober 2014 eine be-
rufliche Abklärung in der Stiftung N.________ (AB 153; Bericht vom 10. No-
vember 2014 [AB 155]). Anschliessend übernahm sie die Kosten eines Ar-

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beitsversuches bei einer … vom 19. Januar bis 18. Mai 2015 (AB 162, 164) 
bzw. bis 18. Juli 2015 (AB 168, 171), der jedoch infolge einer Schulterver-
letzung im Juni 2015 mit einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit vom 29. Juni 
bis Ende Dezember 2015 nicht zu Ende geführt wurde (AB 176/2, 179/2, 
182, 185/2 ff., 189/2). Nach Einholung eines Berichts des Regionalen Ärztli-
chen Dienstes der IV-Stellen (RAD) vom 6. April 2016 (AB 193, 195/3) 
sprach die IVB mit Verfügung vom 20. Juni 2016 Arbeitsvermittlung zu 
(AB 207). Zudem reduzierte sie nach Durchführung des Vorbescheidver-
fahrens mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 10. Januar 2017 
bei einem Invaliditätsgrad von 63 % die bisherige Rente auf eine Dreivier-
telsrente (AB 209, 211, 213, 214). Mit Vorbescheid vom 30. Januar 2017 
stellte die IVB den Abschluss der Arbeitsvermittlung in Aussicht (AB 216), 
worauf der Versicherte mit Eingabe vom 3. Februar 2016 (richtig: 2017) die 
ganze oder teilweise Finanzierung eines halbjährigen … Vorkurses an der 
D.________ beantragte (AB 217). Mit Verfügung vom 14. März 2017 
schloss die IVB die Arbeitsvermittlung, wie angekündigt, ab (AB 221) und 
verfügte – nach Durchführung eines weiteren Vorbescheidverfahrens 
(AB 222 f.) und Einholung eines RAD-Berichts vom 5. Juli 2017 (AB 231) – 
am 6. Juli 2017 zudem den Abschluss der beruflichen Eingliederung 
(AB 232).

C.

Mit Eingabe vom 31. August 2017 erhob der Versicherte, vertreten durch 
den Vater B.________, Beschwerde. Er beantragt sinngemäss, die ange-
fochtene Verfügung vom 6. Juli 2017 sei aufzuheben und es seien die Kos-
ten der begonnenen Umschulung zu übernehmen. Am 14. September 2017 
(Posteingang) stellte der Beschwerdeführer zudem ein Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege.

Mit Beschwerdeantwort vom 4. Oktober 2017 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 4. November 2017 inkl. Ergänzung vom 18. November 2017 
und Duplik vom 21. Dezember 2017 bestätigten die Parteien je ihre Anträ-
ge.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 6. Juli 2017 (AB 232). Streitig 
und zu prüfen ist der Anspruch auf Massnahmen beruflicher Art, insbeson-
dere auf eine Umschulung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b).

2.3 Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf Umschulung auf 
eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität not-
wendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder 
verbessert werden kann. Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt, wer nicht 
hinreichend eingegliedert ist, weil der Gesundheitsschaden eine Art und 
Schwere erreicht hat, welche die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit 
ganz oder teilweise unzumutbar macht. Dabei muss der Invaliditätsgrad ein 
bestimmtes erhebliches Mass erreicht haben; nach der Rechtsprechung ist 
dies der Fall, wenn die versicherte Person in den ohne zusätzliche berufli-
che Ausbildung noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder 
längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei es 
sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 490, 
124 V 108 E. 2b S. 110; SVR 2010 IV Nr. 24 S. 74 E. 4). Von der Erheb-
lichkeitsschwelle von 20 % ist jedoch namentlich bei jungen Versicherten 
mit entsprechend langer verbleibender Aktivitätsdauer abzuweichen, wenn 
es sich bei den ohne Umschulung zumutbaren angepassten Tätigkeiten um 
unqualifizierte Hilfsarbeiten handelt, die im Vergleich zur erlernten Tätigkeit 
qualitativ nicht als annähernd gleichwertig bezeichnet werden können (BGE 
124 V 108 E. 3b S. 111; SVR 2011 IV Nr. 51 S. 153 E. 3.1). Verfügt die 
versicherte Person aufgrund der bereits vorhandenen Ausbildung über 

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Fähigkeiten, um in einer adaptierten Tätigkeit in etwa den bisherigen Ver-
dienst erzielen zu können, ist eine Umschulung nicht nötig (SVR 2016 IV 
Nr. 10 S. 31 E. 4.2).

2.4 Um den Leistungsanspruch beurteilen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati-
on einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand, zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit sowie 
zum Zumutbarkeitsprofil ist den Akten Folgendes zu entnehmen:

3.1.1 Im neuropsychologischen Gutachten vom 20. Februar 2009 hielt lic. 
phil. E.________, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, als Diagno-
sen eine eingeschränkte kognitive Leistungsfähigkeit im Grenzbereich zu 
einer leichten geistigen Behinderung mit emotionalen und sozialen Auffäl-
ligkeiten (ICD-10 F70.1) sowie fein- und grobmotorische Beeinträchtigun-

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gen (minimale extrapyramidale Zerebralparese) fest. Die bisherige Tätigkeit 
sei zeitlich uneingeschränkt zumutbar. Dabei sei die Leistungsfähigkeit auf-
grund der Einschränkungen um 40 % vermindert. Der Beschwerdeführer 
sei nicht zwingend auf ein geschütztes berufliches Umfeld angewiesen. Es 
sei aber sehr wichtig, dass die Anforderungen des Arbeitsumfeldes gut an 
sein Leistungsprofil angepasst seien. Ganz allgemein seien sehr einfache 
und gut bekannte Tätigkeiten mit hohem repetitivem Charakter deutlich 
besser geeignet, als Tätigkeiten mit häufig wechselnden Inhalten und höhe-
ren Anforderungen an das Problemlösen, das Denken, das Aufnehmen von 
Informationen, die Aufmerksamkeit und das räumliche Vorstellungsvermö-
gen. Der Beschwerdeführer sei zudem auf eine wohlwollende und gut un-
terstützende enge Begleitung angewiesen. Im bisherigen Tätigkeitsbereich 
als angelernter … wäre eine Aufgabe wie während der Anlehre günstig, 
nämlich immer wiederkehrende, überschaubare Arbeiten mit enger und 
wohlwollender Begleitung. Wenn Aufgabenstellungen neuartig oder kom-
plex seien, sei mit ausgeprägten Schwierigkeiten zu rechnen. Es sei denk-
bar, dass der Beschwerdeführer seine Fähigkeiten in einer anderen Tätig-
keit besser verwerten könnte, als in der angelernten Tätigkeit als …. In 
Frage kämen dabei in erster Linie sehr einfache ungelernte oder angelernte 
Tätigkeiten mit eher hohem repetitivem Charakter, bspw. als Hilfskraft in 
einem Lager oder einer Spedition (AB 70/12 ff.).

Im psychiatrischen Gutachten vom 27. Mai 2009 hielt Dr. med. 
F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, als Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aktenmässige Hinweise auf verminder-
te Frustrationstoleranz und Belastbarkeit, eine gewisse emotionale Labilität 
und eine Neigung zu verbal-aggressiven Impulsausbrüchen bei Konflikten, 
grösstenteils bedingt durch ein psycho-organisches Syndrom (POS), teils 
durch sekundär-neurotische Spannungen bei Verdacht auf eine psychose-
xuelle Entwicklungsretardation mit leichter Persönlichkeitsentwicklungsdys-
harmonie. Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund des neuropsychologischen 
Gutachtens zu beurteilen, welches auch zum Zumutbarkeitsprofil Stellung 
beziehe. Je nach Verlauf der weiteren Nachreifung sei eine spätere Rein-
tegration in die freie Wirtschaft nicht ausgeschlossen (AB 74/10 f.).

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3.1.2 Im Bericht vom 23. September 2013 hielt Dr. med. G.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie beim RAD, fest, es könne 
am Zumutbarkeitsprofil gemäss den beiden Gutachten von lic. phil. 
E.________ und Dr. med. F.________ festgehalten werden. Stärkste Res-
source des Beschwerdeführers sei seine Motivation für den ersten Arbeits-
markt und dies wolle auch sein Therapeut nutzen (AB 138/7).

3.1.3 Im Bericht vom 8. April 2014 hielt der behandelnde Therapeut, Dr. 
phil. H.________, Psychologe FSP, Psychotherapeut FSP, einen verbes-
serten Gesundheitszustand fest. Aus psychotherapeutischer Sicht sei der 
Beschwerdeführer den Anforderungen des ersten Arbeitsmarktes gewach-
sen. Es sei vorzugsweise mit einem Praktikum zu beginnen. Eine zu Be-
ginn enge Begleitung wäre von Nutzen. Zu starke und zu viele Aussenreize 
seien möglichst zu vermeiden. Das Pensum sollte jedenfalls in einer ersten 
Phase 80 % nicht überschreiten. Die Arbeitsabläufe müssten klar struktu-
riert sein. Mögliche Arbeitsbereiche seien Unterhaltsarbeiten, ev. Arbeiten 
in der Logistik oder mechanische Arbeiten. Von einer Tätigkeit auf dem Bau 
sei abzuraten (AB 149).

3.1.4 Nach traumatischer Schulterluxation rechts im Juni 2015 wurde der 
Beschwerdeführer am 13. August 2015 im Spital I.________ operiert 
(AB 185/2 ff.). Im Verlaufsbericht vom 24. Februar 2016 wurde ein regel-
rechter Verlauf sechs Monate postoperativ festgehalten. Das Gewicht kön-
ne nun schmerzadaptiert gesteigert werden und somit der Arm im täglichen 
Leben problemlos überall eingesetzt werden. Als … seien noch eine belas-
tende Überkopfarbeit und Maximalbelastungen zu vermeiden. Entspre-
chend werde eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bis Ende Mai bescheinigt, 
dann erfolge seitens des Spitals I.________ die Freigabe (AB 191).

3.1.5 Im Bericht vom 29. Februar 2016 hielt Dr. med. J.________, Fach-
arzt für Allgemeine Innere Medizin, fest, ohne Belastung sei die Schulter 
praktisch beschwerdefrei. Die Arbeit als … sei wahrscheinlich zu streng. 
Bei entsprechender Schonung resp. minderer Belastbarkeit als dies als … 
gefordert werde, sei eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Über-
kopfarbeiten mit erheblicher Belastung und Kraftanwendungen seien kon-
traindiziert (AB 189).

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3.1.6 Im RAD-Bericht vom 6. April 2016 hielt Dr. med. K.________, Fach-
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-
rates, fest, aus dem Bericht des Spitals I.________ ergebe sich die Not-
wendigkeit einer Schonung hinsichtlich Überkopfarbeiten und Maximalbe-
lastungen bis Ende Mai. Ab diesen Zeitpunkt bestehe eine vollständige 
Freigabe auch für schwere Tätigkeiten und Überkopfarbeiten. Es liege 
demnach kein invalidisierendes Leiden vor. Nach abgeschlossener Rehabi-
litation sei dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit wieder im bisheri-
gen (ganztägigen) Rahmen ohne Leistungsminderung zumutbar 
(AB 195/3).

Aus psychiatrischer Sicht hielt die RAD-Ärztin, Dr. med. G.________, fest, 
der behandelnde Psychologe Dr. H.________ attestiere dem Beschwerde-
führer eine Verbesserung und betone, dass er den Anforderungen des ers-
ten Arbeitsmarktes unter angepassten Bedingungen gewachsen sei. Dies 
sei im Rahmen der beruflichen Abklärung in der Stiftung N.________ 2014 
bestätigt worden. Der Beschwerdeführer benötige einen wohlwollenden 
Vorgesetzten. Die Arbeitsabläufe müssten klar strukturiert sein. Zu starke 
und zu viele Aussenreize sollten möglichst vermieden werden. Das Pen-
sum sollte jedenfalls in einer ersten Phase nicht über 80 % betragen. Der 
Beschwerdeführer sei in psychologischer Behandlung, was sich seither be-
reits positiv auf den Gesundheitszustand ausgewirkt habe. Eine weitere 
Optimierbarkeit der Behandlung sei unwahrscheinlich (AB 193).

3.1.7  Im RAD-Bericht vom 5. Juli 2017 hielt Dr. med. L.________, Fach-
arzt für Allgemeine Innere Medizin, mit Bezug auf ein im März 2017 im Zen-
trum M.________ diagnostiziertes obstruktives Schlafapnoe-Syndrom 
schweren Grades (AB 225/3) fest, eine weitere Beeinträchtigung der Ge-
sundheit sei medizinisch gut nachvollziehbar. Allerdings ergäben sich dar-
aus keine negativen Auswirkungen auf die angestammte Tätigkeit. Im Ge-
genteil sei die körperliche Tätigkeit als … hier als günstig anzusehen. Das 
zuletzt seitens der Orthopädie und Psychiatrie gemeinsam erstellte Zumut-
barkeitsprofil vom April 2016 sei weiterhin gültig (AB 231)

3.2 Den medizinischen Unterlagen ist übereinstimmend zu entnehmen, 
dass der Beschwerdeführer mit der abgeschlossenen Anlehre als … trotz 
Einschränkungen zufolge der kognitiven Funktionsstörungen grundsätzlich 

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im ersten Arbeitsmarkt integriert werden kann, d.h. nicht auf einen ge-
schützten Arbeitsplatz angewiesen ist. Nichts anderes ergab die berufliche 
Abklärung in der Stiftung N.________ vom Oktober 2014, wo aufgrund der 
Fähigkeiten und des guten Verhaltens des Beschwerdeführers dessen Ein-
gliederungspotential bestätigt wurde (AB 155). Dies mündete in der Folge 
im – von der IV unterstützten – Arbeitsversuch bei einer … ab 19. Januar 
2015 (AB 162, 164), der aufgrund der Fortschritte und des bezüglich einer 
Eingliederung vielversprechenden Verlaufs per 19. April 2015 verlängert 
wurde (AB 168, 171). Zum vorzeitigen Abbruch dieses Arbeitsversuches 
führten denn auch nicht die kognitiven Funktionsstörungen bzw. die damit 
einhergehenden Einschränkungen, sondern die im Juni 2015 erlittene 
Schulterverletzung, welche im August 2015 zur Schulteroperation führte 
(AB 185; vgl. E. 3.3 hiernach).

Nicht gegen die aus medizinischer Sicht grundsätzlich mögliche Eingliede-
rung auf dem ersten Arbeitsmarkt spricht sodann der Umstand, dass eine 
nach Abschluss der Anlehre unternommene Schnupperwoche misslang 
(AB 51) und der Beschwerdeführer in der Folge ausschliesslich im ge-
schützten Umfeld erwerbstätig war (AB 59, 119). So wurde 2008 in der 
Stiftung O.________ eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt ebenfalls 
nicht als unmöglich, sondern lediglich zum damaligen Zeitpunkt als er-
schwert betrachtet (AB 60/4). Entsprechend beendete die Beschwerdegeg-
nerin die beruflichen Massnahmen im Oktober 2008 mit dem Hinweis, 
dass, sollten es die persönlichen Voraussetzungen zu einem späteren Zeit-
punkt erlauben, eine neuerliche Arbeitsmarktintegration versucht würde 
(AB 59). Übereinstimmend hielt Dr. med. F.________ im psychiatrischen 
Gutachten vom 27. Mai 2009 fest, dass je nach Verlauf der weiteren Nach-
reifung (des sich noch in Entwicklung befindlichen Adoleszenten) eine 
spätere Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt nicht ausgeschlossen sei 
(AB 74/11). Aufgrund des aktenkundigen Verlaufs hat in der Folge eine ent-
sprechende positive Entwicklung, wenn auch über eine längere Zeitspanne 
(vgl. AB 97, 119/3), so doch stattgefunden (AB 149, 155, 193/9, 231/4).

Demnach ist dem Beschwerdeführer aufgrund der kongruenten Angaben 
von Dr. phil. H.________ vom 8. April 2014 und des RAD vom 6. April 2016 
– in neuropsychologischer und psychiatrischer Hinsicht – die Ausübung der 

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angelernten Tätigkeit als … mit einem zeitlichen Pensum von 80 % ohne 
Leistungseinbusse zumutbar. Dabei ist er zufolge der kognitiven Funktions-
störungen auf klar strukturierte Arbeitsabläufe und zu Beginn auf eine enge 
Begleitung angewiesen (AB 149/3, 193/9). Zudem sind gemäss Gutachten 
vom 20. Februar 2009 aufgrund der motorischen Einschränkungen im Rah-
men der minimalen extrapyramidalen Zerebralparese Aufgaben mit hohen 
feinmotorischen Anforderungen ungeeignet (AB 70/12 f.).

3.3 Der auf vorstehender Basis ab 19. Januar 2015 durchgeführte (bis 
18. Juli 2015 geplante) Arbeitsversuch (AB 162, 164, 168, 171) musste vor-
zeitig abgebrochen werden, weil sich der Beschwerdeführer im Juni 2015 
eine Schulterverletzung zuzog, die im August 2015 operiert wurde und eine 
100 %ige Arbeitsunfähigkeit vom 29. Juni bis 31. Dezember 2015 zur Folge 
hatte (AB 174, 176/2, 179/2, 182, 185, 189/2). Damit hat sich ein weiterer, 
von den vorbestehenden kognitiven Funktionsstörungen – welche 2006 zur 
Kostengutsprache für die erstmalige berufliche Ausbildung geführt hatten 
(AB 22) – unabhängiger Gesundheitsschaden verwirklicht. Zu prüfen ist, ob 
aufgrund dessen, d.h. im Rahmen eines zweiten Versicherungsfalls, gege-
benenfalls Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen besteht, wie dies 
der Beschwerdeführer geltend macht.

Angesichts des Umstandes, dass nach der Rechtsprechung ein Anspruch 
auf Umschulung entsteht, wenn wegen eines eingetretenen Gesundheits-
schadens in den bisher ausgeübten bzw. ohne zusätzliche berufliche Aus-
bildung offenstehenden noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleiben-
de oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % besteht 
(vgl. E. 2.3 hiervor), kann ein Umschulungsanspruch – entgegen der ange-
fochtenen Verfügung (AB 232/2) – nicht ohne weiteres mit dem Hinweis auf 
eine verbleibende 80 %ige Arbeitsfähigkeit verneint werden. Dies hat umso 
mehr zu gelten, als vorliegend gewisse Zweifel an der Richtigkeit der ortho-
pädischen Einschätzung im Aktenbericht des RAD vom 6. April 2016 beste-
hen; so wurde darin festgehalten, ab Ende Mai 2016 sei durch das Spital 
I.________ eine vollständige Freigabe des Arms auch für schwere Tätigkei-
ten und Überkopfarbeiten erfolgt. Gemäss dem (vom RAD zitierten) Bericht 
des Spitals I.________ vom 24. Februar 2016 erfolgte die Freigabe jedoch 
allein mit Bezug auf die bis Ende Mai 2016 durch das Spital I.________ 

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attestierte 50 %ige Arbeitsunfähigkeit. Dagegen äussert sich der Bericht 
des Spitals I.________ nicht eingehend zum Zumutbarkeitsprofil, sondern 
hält lediglich fest, als … seien noch belastende Überkopfarbeiten und Maxi-
malbelastungen zu vermeiden (AB 191/2). Dass die Tätigkeit als …, die mit 
schwerer körperlicher Arbeit und Überkopfarbeiten einhergeht – so wurde 
etwa im Arbeitsversuch von 2015 die körperliche Fitness des Beschwerde-
führers zur Bewältigung der Arbeit als Ziel formuliert und umfasste der Auf-
gabenbereich u.a. den … (AB 164/1 f. Ziff. 2 u. 3) –, für den Beschwerde-
führer aufgrund der körperlichen Einschränkungen suboptimal ist, ergibt 
sich auch aus dem Bericht von Dr. med. J.________ vom 29. Februar 2016 
(AB 189), worin der Hausarzt wegen der Kontraindikation für Überkopfarb-
eiten mit erheblicher Belastung und Kraftanwendung nachdrücklich eine 
Umschulung empfahl. Es bestehen aufgrund der Akten somit erhebliche 
Anhaltspunkte dafür, dass dem Beschwerdeführer – entgegen der Ein-
schätzung des RAD – seit der Schulterverletzung im Juni 2015 Tätigkeiten 
als … nicht mehr länger zumutbar sind.

Andererseits bestehen jedoch – namentlich mit Blick auf das neuropsycho-
logische Gutachten vom 20. Februar 2009 mit der darin aufgeführten ein-
geschränkten kognitiven Leistungsfähigkeit im Grenzbereich zu einer leich-
ten geistigen Behinderung (AB 70/12) – gewisse Bedenken, ob eine Um-
schulung in den … Bereich tatsächlich erfolgsversprechend und damit sinn-
voll ist. Zwar geht aus der Replik vom 4. November bzw. der Ergänzung 
vom 18. November 2017 und den zusätzlich eingereichten Unterlagen her-
vor, dass der Beschwerdeführer ab Februar 2017 den … Vorkurs besucht 
(und offenbar auch abgeschlossen) hat und nun seit 14. August 2017 die 
… an der D.________ absolviert (Beilagen des Beschwerdeführers [BB] 5, 
7). Angaben über den Erfolg bzw. zu den bisherigen Leistungen und Noten 
im Vorkurs und im Lehrgang fehlen jedoch, weshalb nicht beurteilt werden 
kann, ob die Umschulung in den … Bereich letztlich zielführend und damit 
von der IV zu unterstützen ist.

3.4 Nach dem Gesagten erfolgte der mit angefochtener Verfügung er-
klärte Abschluss der beruflichen Eingliederung mit Abweisung von weiteren 
beruflichen Massnahmen zu früh. In Gutheissung der Beschwerde ist die 
angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2018, IV/17/750, Seite 13

gegnerin zurückzuweisen. Diese hat zu prüfen, ob der Beschwerdeführer in 
der angestammten Tätigkeit von einer Invalidität bedroht ist (vgl. E. 3.3) 
und sich gegebenenfalls eine Umschulung in den … Bereich als erfolgsver-
sprechend erweist, und hat hernach neu zu verfügen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich be-
stimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem Ausgang des Verfahrens die unterlie-
gende Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 
S. 186 E. 4).

4.2 Trotz seines Obsiegens hat der nicht anwaltlich vertretene Be-
schwerdeführer nach konstanter Praxis keinen Anspruch auf eine Parteien-
tschädigung, da der Aufwand zur Wahrung seiner Interessen den Rahmen 
dessen nicht überschritten hat, was der Einzelne üblicher- und zumutbare-
rweise zur Besorgung seiner persönlichen Angelegenheiten auf sich zu 
nehmen hat (vgl. BGE 127 V 205 E. 4b S. 207).

4.3 Bei diesem Verfahrensausgang ist das Rechtsschutzinteresse an 
der Beurteilung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege betreffend 
die Verfahrenskosten dahingefallen. Folglich ist das entsprechende Verfah-
ren als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abzuschrei-
ben (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, 
1997, Art. 39 N. 1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2018, IV/17/750, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 6. Juli 2017 aufgehoben und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihm nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
betreffend die Verfahrenskosten wird vom Geschäftsverzeichnis abge-
schrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.