# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ad9a019-c2af-5f6e-a35a-d5ddd309b5c6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.11.2025 100 2023 279
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2023-279_2025-11-19.pdf

## Full Text

100.2023.279U
MAM/LLA/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. November 2025

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichterin Marti, Verwaltungsrichter Nyffenegger
Gerichtsschreiberin López

1. A.________
2. B.________
beide vertreten durch Fürsprecherin …
Beschwerdeführende

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligungen; Rückstufung 
(Entscheid der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern vom 20. September 
2023; 2022.SIDGS.422)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.11.2025, Nr. 100.2023.279U, 
Seite 2

Prozessgeschichte:

A.

A.________ (Jg. 1976), Staatsbürgerin von Äthiopien, reiste am 14. Mai 
1999 in die Schweiz ein, wo sie noch gleichentags um Asyl ersuchte. Mit 
Verfügung vom 3. Februar 2000 lehnte das damalige Bundesamt für Flücht-
linge (BFF; heute: Staatssekretariat für Migration [SEM]) das Asylgesuch ab 
und wies sie aus der Schweiz weg. Auf Gesuch von A.________ hin und mit 
Zustimmung des Bundesamts für Migration (BFM; heute: SEM) erteilte ihr 
das Amt für Migration und Personenstand des Kantons Bern (MIP; heute Amt 
für Bevölkerungsdienste [ABEV], Migrationsdienst [MIDI]), am 11. Juli 2008 
eine Aufenthaltsbewilligung. Am 4. Februar 2010 heiratete sie den 
Landsmann B.________ (Jg. 1984), der seinerseits am 14. Juni 2006 in die 
Schweiz eingereist war und ebenfalls erfolglos um Asyl ersucht hatte. Das 
BFM hatte am 6. November 2009 wiedererwägungsweise seine vorläufige 
Aufnahme angeordnet, da es den Wegweisungsvollzug als unzumutbar 
erachtete. Gestützt auf die mit A.________ geschlossene Ehe erhielt 
B.________ ebenfalls eine Aufenthaltsbewilligung. Am 7. September 2015 
erteilte das MIP A.________, B.________ und der am … 2013 geborenen 
gemeinsamen Tochter, C.________, vorzeitig Niederlassungsbewilligungen. 
Die später geborenen Kinder, D.________ (geb. 2016) und E.________ 
(geb. 2018), verfügen seit Geburt über eine Niederlassungsbewilligung.

Am 13. November 2019 ermahnte das MIP das Ehepaar A.________-
B.________ aufgrund ihrer Sozialhilfeabhängigkeit und Schuldensituation 
und stellte ausländerrechtliche Massnahmen in Aussicht für den Fall, dass 
sich ihre Situation nicht bessere. 

Mit Verfügung vom 8. Juni 2022 widerrief das ABEV die 
Niederlassungsbewilligungen von A.________ und B.________ und ersetzte 
sie durch Aufenthaltsbewilligungen mit der Gültigkeitsdauer von einem Jahr 
(Rückstufung). Die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligungen knüpfte das 
ABEV betreffend A.________ an folgende Bedingungen:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.11.2025, Nr. 100.2023.279U, 
Seite 3

«a. Frau A.________ hat sich um die Erhöhung ihres Arbeitspensums zu 
bemühen (insbesondere wenn es ihrem Ehegatten nicht gelingen 
sollte, sein Arbeitspensum zu erhöhen), um die finanzielle Selbstän-
digkeit anzustreben; 

b. Frau A.________ hat ihren Lebensunterhalt ohne sozialhilferechtli-
che Unterstützung zu bestreiten oder die Sozialhilfekosten zumindest 
zunächst nachhaltig zu reduzieren; 

c. Frau A.________ hält sich an die Vereinbarungen und Zielsetzungen 
des zuständigen Sozialdienstes und zeigt sich kooperativ und nimmt 
ihre Mitwirkungspflicht wahr.»

Die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligungen knüpfte das ABEV 
betreffend B.________ an folgende Bedingungen:

«a. Herr B.________ hat sich um die Erhöhung seines Arbeitspensums 
bzw. die Aufnahme einer angepassten Erwerbstätigkeit mit höherem 
Arbeitspensum oder um eine Aus- oder Weiterbildung, welche ihm 
erhöhte Chancen auf dem Arbeitsmarkt ermöglicht, zu bemühen, um 
die finanzielle Selbständigkeit anzustreben;

b. Herr B.________ hat seinen Lebensunterhalt ohne sozialhilferechtli-
che Unterstützung zu bestreiten oder die Sozialhilfekosten zumindest 
zunächst nachhaltig zu reduzieren; 

c. Herr B.________ hält sich an die Vereinbarungen und Zielsetzungen 
des zuständigen Sozialdienstes und zeigt sich kooperativ und nimmt 
seine Mitwirkungspflicht wahr.»

B.

Gegen die Verfügung des ABEV erhoben A.________ und B.________ am 
8. Juli 2022 Beschwerde bei der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern 
(SID). Diese wies die Beschwerde mit Entscheid vom 20. September 2023 
ab. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hiess sie hingegen gut und 
ordnete ihnen ihre Rechtsvertreterin amtlich bei.

C.

Hiergegen haben A.________ und B.________ am 23. Oktober 2023 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie beantragen, der 
angefochtene Entscheid sei aufzuheben und ihnen sei die unentgeltliche 
Rechtspflege unter amtlicher Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin zu 
gewähren.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.11.2025, Nr. 100.2023.279U, 
Seite 4

Die SID hat mit Vernehmlassung vom 22. November 2023 die Abweisung 
der Beschwerde beantragt. Hinsichtlich des Gesuchs um unentgeltliche 
Rechtspflege hat sie sich eines Antrags enthalten.

Am 15. April 2025 haben A.________ und B.________ auf Aufforderung der 
Instruktionsrichterin über ihre aktuelle berufliche und finanzielle Situation 
Auskunft gegeben. Die SID hat mit Eingabe vom 14. Mai 2025 an ihrem 
Antrag auf Beschwerdeabweisung festgehalten. A.________ und 
B.________ haben am 11. Juni 2025 die zuvor gestellten Anträge bestätigt.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt 
und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Ände-
rung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind 
eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist ein-
zutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Umstritten ist der Widerruf der Niederlassungsbewilligungen der Beschwer-
deführenden unter Ersetzung durch Aufenthaltsbewilligungen (Rückstu-
fung).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.11.2025, Nr. 100.2023.279U, 
Seite 5

2.1 Eine Niederlassungsbewilligung kann widerrufen und durch eine Auf-
enthaltsbewilligung ersetzt werden, wenn die Ausländerin oder der Auslän-
der die Integrationskriterien nach Art. 58a des Bundesgesetzes vom 16. De-
zember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integra-
tion (Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20) i.V.m. Art. 77a ff. 
der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Er-
werbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) nicht (oder nicht mehr) erfüllt (Art. 63 
Abs. 2 AIG). Diese Bestimmung ist seit dem 1. Januar 2019 in Kraft und gilt 
mangels Übergangsregelung grundsätzlich auch für altrechtlich erteilte Nie-
derlassungsbewilligungen (zulässige unechte Rückwirkung; BGE 148 II 1 
E. 2.3.1 und 5.1; BVR 2023 S. 429 E. 2.1).

2.2 Der Gesetzgeber bezweckt mit der Rückstufung, nicht oder nur man-
gelhaft integrierte niedergelassene Personen, denen unter dem bisherigen 
Recht die Niederlassungsbewilligung nicht hätte entzogen werden dürfen, 
auf eine Aufenthaltsbewilligung zurückstufen zu können, um sie verbindlich 
an ihre Integrationsverpflichtungen zu erinnern. Mit dieser Massnahme soll 
erreicht werden, dass die betroffene Person zukünftig ihr Verhalten ändert 
und sich besser integriert; es geht darum, ein ernsthaftes Integrationsdefizit 
zu beseitigen, wobei den persönlichen Umständen Rechnung zu tragen ist 
(BGE 148 II 1 E. 2.3.3 und 2.4). Steht wie hier eine altrechtlich erteilte Nie-
derlassungsbewilligung in Frage, muss die Rückstufung nach der Rechtspre-
chung aus Gründen des Vertrauensschutzes an ein unter dem neuen Recht 
(Stichtag 1.1.2019) aktualisiertes, hinreichend gewichtiges Integrationsdefi-
zit anknüpfen, welches ein genügendes öffentliches Interesse an der auslän-
derrechtlichen Massnahme unter dem neuen Recht ausweist. Vor dem 1. Ja-
nuar 2019 eingetretene Sachverhaltselemente dürfen mitberücksichtigt wer-
den, jedoch muss sich die Rückstufung im Wesentlichen auf Sachverhalte 
abstützen, die sich nach dem 1. Januar 2019 zugetragen haben bzw. nach 
diesem Datum fortdauern (vgl. BGE 148 II 1 E. 5.2 f., 6.2-6.4; zum Ganzen 
BVR 2023 S. 429 E. 2.2).

2.3 Die Rückstufung ist auch bei Vorliegen eines Integrationsdefizits nur 
zulässig, wenn sie aufgrund der im Einzelfall vorzunehmenden Interessen-
abwägung als verhältnismässig erscheint (Geeignetheit, Erforderlichkeit, Zu-
mutbarkeit; Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101] und Art. 96 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.11.2025, Nr. 100.2023.279U, 
Seite 6

Abs. 1 AIG). Die Abwägung darf sich auf die für die Rückstufung wesentli-
chen Punkte beschränken. Eine umfassende Interessenabwägung – gege-
benenfalls unter Einbezug des Rechts auf Familien- und Privatleben (Art. 8 
der Europäischen Menschenrechtskonvention [EMRK; SR 0.101] bzw. 
Art. 13 BV) – hat erst bei einer allfälligen Nichtverlängerung bzw. eines Wi-
derrufs der Aufenthaltsbewilligung und der damit verbundenen Wegweisung 
zu erfolgen (vgl. BVR 2023 S. 429 E. 2.3 mit Hinweis auf BGer 2C_536/2021 
vom 19.10.2021 E. 6.4, 2C_158/2021 vom 3.12.2021 E. 7.3 und 
VGE 2022/311 vom 9.5.2023 E. 2.3). Da die Rückstufung sich («uno actu») 
aus einem Widerruf der Niederlassungsbewilligung und der Erteilung einer 
Aufenthaltsbewilligung zusammensetzt, ist ihre Verhältnismässigkeit als 
Ganzes zu beurteilen. Als eigenständiger Akt kann die Rückstufung auch 
mittels einer Verwarnung angedroht werden bzw. gebietet sich dieses Vor-
gehen gegebenenfalls aus Verhältnismässigkeitsgründen (BGE 148 II 1 
E. 2.6). Eine Rückstufung setzt aber nicht zwingend deren Androhung vo-
raus (vgl. BVR 2023 S. 429 E. 4.7).

3.

Die Rückstufung soll dem Integrationsdefizit der Beschwerdeführenden hin-
sichtlich Teilnahme am Wirtschaftsleben (Sozialhilfebezug) entgegenwirken. 

3.1 Eine Person nimmt im Sinn von Art. 58a Abs. 1 Bst. d AIG am Wirt-
schaftsleben oder am Erwerb von Bildung teil, wenn sie die Lebenshaltungs-
kosten und Unterhaltsverpflichtungen deckt durch Einkommen, Vermögen 
oder Leistungen Dritter, auf die ein Rechtsanspruch besteht («Grundsatz der 
wirtschaftlichen Selbsterhaltungsfähigkeit»), bzw. in Aus- oder Weiterbildung 
ist (Art. 77e Abs. 1 und 2 VZAE). Neben den bisherigen und den aktuellen 
Verhältnissen ist die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf längere 
Sicht in die Beurteilung miteinzubeziehen. Allgemein gilt, dass bei der Beur-
teilung der Integration eine zukunftsgerichtete Betrachtungsweise aufgrund 
des Sachverhalts im Entscheidzeitpunkt einzunehmen ist (vgl. BVR 2023 
S. 429 E. 3.1 [betreffend Rückstufung], 2021 S. 200 E. 3.3 [betreffend vor-
zeitige Erteilung der Niederlassungsbewilligung], je mit Hinweisen). Eine 
Rückstufung fällt somit in Betracht, wenn mit Blick auf die aktuellen Verhält-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.11.2025, Nr. 100.2023.279U, 
Seite 7

nisse im Entscheidzeitpunkt nicht damit gerechnet werden kann, dass die 
betroffene Person in Zukunft selber für ihren Lebensunterhalt wird aufkom-
men können. In die Beurteilung einzubeziehen ist auch, ob trotz verbesserter 
Ausschöpfung des Erwerbspotenzials während des Verfahrens Anlass zur 
Erinnerung besteht, dass sich die betroffene Person (weiterhin) darum be-
müht, ihre Lebenshaltungskosten und diejenigen ihrer Familie zu decken 
(vgl. BVR 2023 S. 429 E. 3.1).

3.2 Zur bisherigen und aktuellen wirtschaftlichen Situation der Be-
schwerdeführenden ergibt sich Folgendes:

3.2.1 Die Beschwerdeführenden (und ihre drei Kinder) wurden ab No-
vember 2016 bzw. ab Juni 2017 vom Sozialdienst der Einwohnergemeinde 
G.________ finanziell unterstützt (Akten MIDI 4B pag. 235, 241). Im Oktober 
2019 beliefen sich die von der Sozialhilfe bezogenen Leistungen auf 
Fr. 98'178.--, weshalb das MIP die Beschwerdeführenden am 13. November 
2019 ermahnte, sich nach Möglichkeit um Anstellungen im ersten Arbeits-
markt zu bemühen (Akten MIDI 4C pag. 274 f.). Im Mai 2021 summierten 
sich die bezogenen Leistungen auf Fr. 204'764.55 (Akten MIDI 4C pag. 299). 
Dieser Betrag erhöhte sich in der Folge weiter; der monatliche Fehlbetrag im 
Sozialhilfebudget für die ersten drei Quartale des Jahres 2022 betrug 
Fr. 1'600.-- (Akten MIDI 4C pag. 335 f.). Per 1. Januar 2023 konnten sich die 
Beschwerdeführenden vollständig von der Sozialhilfe ablösen (Beschwerde-
beilage [BB] 2 [act. 1C]). 

3.2.2 Hat eine ausländische Person dauerhaft und in erheblichem Mass 
Sozialhilfe bezogen, kann ihre Niederlassungsbewilligung widerrufen wer-
den (Art. 63 Abs. 1 Bst. c AIG), wobei die Rechtsprechung bereits einen So-
zialhilfebezug von rund Fr. 50'000.-- als erheblich betrachtet (BVR 2023 
S. 429 E. 3.2 mit Hinweis auf BGer 2C_181/2022 vom 15.8.2022 E. 6.2). Der 
von den Beschwerdeführenden bezogene Betrag übersteigt die erwähnte Er-
heblichkeitsschwelle deutlich, sollte diese – und nicht eine tiefere Betrags-
schwelle – im Kontext der Rückstufung überhaupt massgeblich sein. Selbst 
wenn nur auf die seit dem Inkrafttreten von Art. 63 Abs. 2 AIG erhaltene 
Unterstützung abgestellt würde (vgl. vorne E. 2.2), ist die betragsmässige 
Schwelle erreicht. So wird seitens der Beschwerdeführenden die Feststel-
lung der Vorinstanz, wonach sie seit dem 1. Januar 2019 Sozialhilfeleistun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.11.2025, Nr. 100.2023.279U, 
Seite 8

gen im Umfang von mindestens Fr. 200'000.-- bezogen haben (angefochte-
ner Entscheid E. 3.2), nicht bestritten. Unstrittig ist auch, dass die Eheleute 
in Bezug auf Sozialhilfeleistungen als wirtschaftliche Einheit zu behandeln 
sind: Unterstützungsbeträge werden für Ehepaare gemeinsam berechnet 
und ausgerechnet; umgekehrt schlägt das Erwerbsverhalten der Eheleute – 
aufgrund der Unterstützungspflicht von Art. 159 des Schweizerischen Zivil-
gesetzbuches (ZGB; SR 210) auf den jeweils anderen Ehepartner durch (vgl. 
BGer 2C_580/2020 vom 3.12.2020 E. 4.3.2; BVR 2023 S. 429 E. 3.2).

3.3 In die Beurteilung miteinzubeziehen ist aber auch die wahrscheinli-
che finanzielle Entwicklung auf längere Sicht (vgl. vorne E. 3.1). 

3.3.1 Die Beschwerdeführenden machen eine nachhaltige Verbesserung 
ihrer finanziellen Situation geltend. Sie hätten sich per 1. Januar 2023 von 
der Sozialhilfe abgelöst und seien seither von dieser unabhängig geblieben. 
Obwohl ihre jüngste Tochter E.________ unter frühkindlichem Autismus 
leide, daher viel Betreuung bedürfe und der Beschwerdeführer gesundheitli-
che Probleme habe, hätten sie einen Weg gefunden, den Lebensunterhalt 
ihrer fünfköpfigen Familie selbständig zu bestreiten. Die Beschwerdeführerin 
arbeite mit einem Pensum von 70 Prozent als …. Der Beschwerdeführer 
könne aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen keine «hochpro-
zentige Festanstellung» mehr übernehmen. Er habe aber mehrere Teilzeit-
stellen, welche sich optimal mit seinen körperlichen Beschwerden vereinba-
ren liessen. Seine Arbeitseinsätze könne er zudem sehr gut auf die Arbeits-
zeiten der Beschwerdeführerin und die Schulzeiten von E.________ abstim-
men (Beschwerde S. 6). Diese Tochter, für welche sie nun eine Hilflosenent-
schädigung erhielten, besuche zwischenzeitlich den heilpädagogischen Kin-
dergarten der F.________ (Beschwerde S. 5 und Eingabe der Beschwerde-
führenden vom 11.6.2025 [act. 13]). Dieses Arbeits- und Betreuungsmodell 
habe sich bewährt, so dass nunmehr kein nicht vernachlässigbares Risiko 
mehr bestehe, dass sie in absehbarer Zeit wieder auf Sozialhilfe angewiesen 
sein würden (Beschwerde S. 7). 

3.3.2 Die Vorinstanz hat der Ablösung von der Sozialhilfe zum Zeitpunkt 
des angefochtenen Entscheids nur eine untergeordnete Bedeutung für die 
Zukunftsprognose beigemessen. Es sei nicht dargelegt, welche Dispositio-
nen bzw. Umstände es den Beschwerdeführenden im Unterschied zu den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.11.2025, Nr. 100.2023.279U, 
Seite 9

vorangegangenen Jahren erlaubten, ein bedarfsdeckendes Einkommen zu 
erzielen. Auch sei nicht klar, weshalb die Betreuung der jüngsten Tochter 
kein Hindernis mehr für häufige berufsbedingte Abwesenheiten des Be-
schwerdeführers darstelle (angefochtener Entscheid E. 3.3). Mit Stellung-
nahme vom 14. Mai 2025 hat die SID zwar anerkannt, dass die Beschwer-
deführenden ihre Unabhängigkeit von der Sozialhilfe haben bewahren kön-
nen (act. 10; auch zum Folgenden). Es sei aber fraglich, ob im heutigen Zeit-
punkt tatsächlich kein Anlass zur förmlichen Erinnerung mehr bestehe, damit 
sich die Beschwerdeführenden weiterhin darum bemühten, ihre Lebenshal-
tungskosten zu decken. Auf jeden Fall sei der angefochtene Entscheid vom 
20. September 2023 aufgrund der seinerzeitigen Verhältnisse korrekt gewe-
sen. 

3.4 Der Ablösung von der Sozialhilfe während eines laufenden Verfah-
rens kommt für die Zukunftsprognose in der Regel nur eine untergeordnete 
Rolle zu (vorne E. 3.1). Anders kann es sich verhalten, wenn sich die finan-
zielle Situation tatsächlich und nachhaltig verbessert hat (BVR 2023 S. 429 
E. 3.4; Michael Spring, Der Bewilligungswiderruf im schweizerischen Aus-
länderrecht, Diss. Bern 2021, N. 521, u.a. mit Hinweis auf 
BGer 2C_900/2014 vom 16.7.2015 E. 2.4.4, 2C_345/2011 vom 3.10.2011 
E. 2.2; VGE 2021/75 vom 25.4.2023 E. 3.3.2 [bestätigt durch 
BGer 2C_319/2023 vom 23.2.2024]). Eine nachhaltige Ablösung von der So-
zialhilfe ist regelmässig im Fall des Rentenbezugs gegeben (vgl. 
BGE 149 II 1 E. 4.7), während der blosse Verzicht auf die Sozialhilfe sowie 
die freiwillige Unterstützung durch Angehörige eine dauerhafte Ablösung von 
der Sozialhilfe zweifelhaft erscheinen lassen. Letzteres kann auch der Fall 
sein, wenn die betroffene Person einer Erwerbstätigkeit nachgeht 
(BGer 2C_2/2024, 2C_3/2024 vom 9.10.2024 E. 5.2 mit Hinweisen). 

3.5 Zu prüfen bleibt, ob sich die wirtschaftliche Situation der Beschwer-
deführenden tatsächlich und nachhaltig verbessert hat. Dabei ist zu untersu-
chen, ob es in Bezug auf die gesundheitlichen Probleme des Beschwerde-
führers und den Betreuungsbedarf von E.________ Umstände gibt, die es 
den Beschwerdeführenden – im Unterschied zu den Jahren vor der Ablösung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.11.2025, Nr. 100.2023.279U, 
Seite 10

von der Sozialhilfe – erlauben, ein bedarfsdeckendes Einkommen zu erzie-
len. – Aufgrund der Akten ergibt sich Folgendes:

3.5.1 Die Beschwerdeführerin absolvierte im Jahr 2008/2009 einen Fach-
kurs «Gesundheits- und Krankenpflege Bern» und begann ab Mai 2009 als 
Pflegehelferin im … Pflegezentrum in G.________ mit einem Pensum von 
100 Prozent zu arbeiten, wo sie monatlich Fr. 3'720.-- verdiente (Akten MIDI 
4C pag. 206, 240). Sie reduzierte ihr Pensum in der Folge zunächst auf 80 
Prozent und anschliessend auf 60 Prozent, wobei sie ein monatliches Ein-
kommen zwischen Fr. 2'339.-- und Fr. 3'116.-- erzielte (Akten MIDI 4C 
pag. 212, 223 f., 225 f., 228 f., 233 f., 238). Ab August 2015 ging sie keiner 
Arbeitstätigkeit mehr nach und meldete sich bei der Arbeitslosenkasse an 
(Akten MIDI 4C pag. 253). Am 4. Januar 2021 trat sie eine neue Arbeitsstelle 
als Reinigungsmitarbeiterin bei der H.________ AG an, wobei sie bei einem 
Pensum von 45 Prozent monatlich Fr. 1'458.55 verdiente (Akten MIDI 4C 
pag. 296 f., 299). Im September 2021 begann sie als Reinigungsmitarbeite-
rin bei der I.________ mit einem Pensum von 70 Prozent zu arbeiten, wo sie 
bis heute tätig ist. In den Jahren 2023 und 2024 betrug ihr Jahreseinkommen 
Fr. 43'489.-- bzw. Fr. 44'475.-- (BB 14 [act. 1C]; BB 19, 20 [act. 8A]). Der ak-
tuelle Monatslohn liegt – bei unverändertem Pensum – im Schnitt bei 
Fr. 3'900.-- (BB 19 [act. 8A]; gemäss Abrechnungen der Monate Februar und 
März, inkl. 13. Monatslohn). Weiter waren im Betreibungsregisterauszug 
vom 15. Oktober 2019 auf ihren Namen Verlustscheine im Umfang von 
Fr. 1'259.55 verzeichnet (Akten MIDI 4C pag. 267 f.). Durch teilweise Abzah-
lung reduzierten sich diese per 28. Mai 2021 auf Fr. 356.10 (Akten MIDI 4C 
pag. 301). 

3.5.2 Der Beschwerdeführer war von 2008 bis 2011 im Autobahnrestaurant 
in … als «team member cleaning» und Küchenhilfe tätig (Akten MIDI 4B pag. 
65 ff., 79 f., 177, 261). Ab Februar 2012 war er im Restaurant … in … als 
Küchenhilfe angestellt, zunächst Teilzeit und von April 2015 bis Ende Januar 
2016 Vollzeit (Akten MIDI 4B pag. 224, 257). Vom 3. Mai 2021 bis 31. De-
zember 2021 arbeitete der Beschwerdeführer bei der H.________ AG als 
Reinigungskraft mit einem Pensum von 18.75 Stunden pro Woche (Akten 
MIDI 4B pag. 365 f.). Gemäss Lohnausweis erzielte er im Jahr 2021 ein Ein-
kommen von Fr. 8'583.-- (Akten MIDI 4B pag. 367). Ferner schloss er einen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.11.2025, Nr. 100.2023.279U, 
Seite 11

Arbeitsvertrag mit der … ab, bei der er von Juni 2022 bis Oktober 2023 tätig 
war. Lohnangaben hierzu sind nicht aktenkundig (Akten MIDI 4B pag. 431). 
Den Akten liegt zudem ein Arbeitsvertrag mit dem Gemeindeverband 
J.________ vom 5. Juli 2022 bei (BB 8 [act. 1C]). Mit dem Vertragen des 
J.________ erzielte der Beschwerdeführer im Jahr 2023 ein Einkommen von 
Fr. 8'350.-- (BB 23, 28 [act. 8A]). Da die Printversion des J.________ per 
Ende 2023 eingestellt wurde, endete dieses Arbeitsverhältnis zum selben 
Zeitpunkt. Bei der K.________ AG, bei welcher der Beschwerdeführer seit 
Ende 2022 als Reinigungskraft beschäftigt ist, belief sich sein Einkommen 
im Jahr 2023 auf Fr. 7'735.-- und im Jahr 2024 auf Fr. 7'933.-- (BB 26 und 
27 [act. 8A]). In den Jahren 2023 und 2024 erzielte er bei der L.________ 
AG mit dem Vertragen von Zeitungen zusätzlich ein Einkommen von insge-
samt Fr. 10'156.-- bzw. von Fr. 13'656.-- (BB 10 [act. 1C]; BB 22 [act. 8A]). 
Weitere Lohnausweise der M.________ AG weisen ein Einkommen von 
Fr. 4'022.-- im Jahr 2023 und von Fr. 4'573.-- im Jahr 2024 aus (BB 30 und 
31 [act. 8A]). Im Jahr 2024 war er zudem während eines Monats bei der … 
GmbH angestellt und erwirtschaftete dort ein Einkommen von Fr. 575.-- 
(BB 24 [act. 8A]). Darüber hinaus nahm er im Oktober 2024 eine Tätigkeit 
bei N.________ auf und erzielte gemäss «tax summary» in den Monaten 
Oktober bis Dezember 2024 ein Einkommen von Fr. 4'592.-- (BB 32 [act. 
8A]). Ob er auch im Jahr 2025 bei N.________ als Chauffeur arbeitet, lässt 
sich den eingereichten Unterlagen nicht entnehmen. Er ist weiterhin bei der 
L.________ AG tätig und hat gemäss den Lohnabrechnungen für die Monate 
Januar und Februar 2025 ein Einkommen von insgesamt Fr. 2'239.-- erzielt 
(BB 21 [act. 8A]). Auch bei der K.________ AG ist er weiterhin beschäftigt. 
Dort hat sein Einkommen in den Monaten Januar und Februar 2025 insge-
samt Fr. 360.-- betragen (BB 25 [act. 8A]). 

3.5.3 Der Beschwerdeführer leidet an gesundheitlichen Problemen, die 
seine Erwerbssituation beeinflussen. Nach der Operation der Discushernie 
im Jahr 2016 entwickelte sich bei ihm eine Rezidiv-Discushernie mit lumbo-
radikalem Schmerzsyndrom (Arztbericht vom 7.3.2018, Akten MIDI 4B 
pag. 265 f.). Am 30. Juni 2016 reichte er daher ein Gesuch um Leistungen 
der Invalidenversicherung ein (vgl. Akten MIDI 4B pag. 283). Mit Verfügung 
vom 27. November 2020 wies die IV-Stelle des Kantons Bern sein Leistungs-
begehren ab (Akten MIDI 4B pag. 335). Zur Begründung führte sie aus, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.11.2025, Nr. 100.2023.279U, 
Seite 12

gemäss eigenen Abklärungen wären ihm spätestens sechs Monate nach der 
Operation, d.h. ab Dezember 2016 eine körperlich leichte bis mittelschwere 
Tätigkeit zumutbar gewesen (Akten MIDI 4B pag. 335). Laut dem Arztbericht 
vom 23. März 2022 ist mit einer vollständigen Erholung nicht mehr zu rech-
nen. Eine Arbeitsstelle mit körperlich wenig belastender Tätigkeit sei von 
zentraler Bedeutung (Akten SID 4A1 Beilage 4). Zudem wurde beim Be-
schwerdeführer im Jahr 2006 eine HIV-Infektion diagnostiziert (Akten MIDI 
4B pag. 297). Seit mehr als zehn Jahren wird er von der Aids Hilfe Bern 
unterstützt (Akten MIDI 4B pag. 334). 

3.5.4 Zum Betreuungsbedarf der jüngsten Tochter E.________ ergibt sich 
Folgendes: Am 5. Juli 2023 wurde bei ihr frühkindlicher Autismus diagnosti-
ziert (Abklärungsbericht der F.________ vom 5.7.2023, BB 3 [act. 1C]; auch 
zum Folgenden). Sie benötigt Logopädie, psychomotorischen Unterricht und 
später auch Ergotherapie. Sie bedarf einer deutlich intensiveren Betreuung 
durch ihre Eltern als gleichaltrige, normal entwickelte Kinder. Seit dem 
14. August 2023 besucht E.________ die heilpädagogische Tagesschule 
der F.________ (BB 4 [act. 1C]; auch zum Folgenden). Montags und mitt-
wochs wird sie jeweils von 9.00 bis 13.15 Uhr unterrichtet. Dienstags und 
donnerstags dauert der Unterricht jeweils von 9.00 bis 16.00 Uhr. Freitags 
findet kein Unterricht statt. Gemäss dem Abklärungsbericht der IV-Stelle 
Bern vom 3. Oktober 2023 betreffend die Prüfung der Hilflosenentschädi-
gung ist E.________ auf eine engmaschige Betreuung angewiesen, insbe-
sondere in den Bereichen des An- und Auskleidens, der Verrichtung der Not-
durft sowie der Fortbewegung (BB  5 [act. 1C]). Die IV-Stelle Bern erachtete 
die Anspruchsvoraussetzungen für eine Hilflosenentschädigung im leichten 
Grad ab Oktober 2022 als erfüllt. Belege, die Auskunft über diese Entschä-
digung geben, finden sich in den Akten aber nicht. Ab Oktober 2024 hielt die 
IV-Stelle Bern die Voraussetzungen für eine Hilflosenentschädigung im mitt-
leren Grad für gegeben. Gemäss der Rechnung für den Monat November 
2024 beträgt die monatliche Hilflosenentschädigung Fr. 1'225.50 (BB 18 
[act. 8A]). Im Jahr 2025 erhöhte sich der Tagesansatz von Fr. 40.85 auf 
Fr. 42.--, sodass sich die Entschädigung zurzeit auf einen Betrag von 
Fr. 1'260.-- beläuft (vgl. Merkblatt der Hilflosenentschädigung der IV; einseh-
bar unter: <www.ahv-iv.ch/de>, Rubriken «Merkblätter/Leistungen der IV/
Hilflosenentschädigung der IV»). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.11.2025, Nr. 100.2023.279U, 
Seite 13

3.5.5 Nach dem Gesagten hat sich die Einkommenssituation (netto/Monat) 
der Beschwerdeführenden folgendermassen entwickelt: 

2023 Beschwerdeführerin Fr. 3'624.-- I.________ Fr. 3'624.--

Beschwerdeführer Fr. 696.--
Fr. 335.--
Fr. 846.--
Fr. 645.-- 

O.________
M.________ AG
L.________ AG
K.________ AG

Fr. 2'522.--

Fr. 6'121.--

2024 Beschwerdeführerin Fr. 3'706.-- I.________ Fr. 3'706.--

Beschwerdeführer Fr. 1'138.--
Fr. 48.--

Fr. 661.--
Fr. 381.--
Fr. 383.-- 

L.________ AG
P.________
[Fr. 575.--/12]
K.________ AG
M.________ AG
N.________ 
[Fr. 4'592.--/12]

Fr. 2'751.--

Hilflosenentschädi-
gung mittleren Gra-
des [ab 10.2024: 3 x 
Fr. 1'225.50/12]

Fr. 306.-- Fr. 306.--

Fr. 6'763.--

2025 Beschwerdeführerin Fr. 3'900.-- I.________ Fr. 3'900.--

Beschwerdeführer Fr. 1'120.--
Fr. 180.-- 

L.________ AG
K.________ AG

Fr. 1'300.--

Hilflosenentschädi-
gung mittleren Gra-
des

Fr. 1'260.-- Fr. 1'260.--

Fr. 6'460.--

Die Einkommenssituation im Jahr 2023 dürfte sich noch günstiger präsentiert 
haben, da die Voraussetzungen für eine Hilflosenentschädigung im leichten 
Grad ab Oktober 2022 erfüllt waren (Abklärungsbericht vom 3.10.2023, BB 5 
[act. 1C]; vgl. auch vorne E. 3.5.4). Diesem Einkommen steht ein Bedarf von 
Fr. 4'909.-- gegenüber (Fr. 2'413.-- [Grundpauschale 5-köpfige Familie 
gemäss den SKOS-Richtlinien in der Fassung der fünften Ausgabe vom 
1.1.2021; vgl. Art. 8 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2001 über die 
öffentliche Sozialhilfe {Sozialhilfeverordnung, SHV; BSG 860.111}], 
Fr. 1'470.-- [Wohnkosten; BB 15; act. 1C], Fr. 616.-- [Krankenkasse inkl. 
Prämienverbilligung; BB 16; act. 1C], Fr. 250.-- [Tagesschule; Akten MIDI 
4C pag. 383], Fr. 160.-- [Kosten öffentlicher Verkehr]; Akten MIDI 4C 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.11.2025, Nr. 100.2023.279U, 
Seite 14

pag. 383). Erstellt ist damit, dass die Beschwerdeführenden seit 2023 selber 
für ihren Lebensunterhalt aufkommen und ihr monatliches Einkommen den 
Bedarf gemäss den SKOS-Richtlinien deutlich überschreitet.

3.6 Zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids vom 20. September 
2023 waren die Beschwerdeführenden erst seit neun Monaten nicht mehr 
auf die Leistungen der Sozialhilfe angewiesen. Angesichts dieses Zeitraums 
ist die Vorinstanz zu Recht zum Schluss gekommen, es könne noch nicht 
auf die Beständigkeit der neuen Einkommenssituation geschlossen werden. 
So konnte der Beschwerdeführer den Tatbeweis dafür (noch) nicht erbrin-
gen, inwiefern es ihm trotz seiner gesundheitlichen Probleme möglich sein 
soll, auf unbestimmte Zeit einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Auch in Be-
zug auf ihre jüngste Tochter bestanden noch Unsicherheiten. Der Ab-
klärungsbericht der IV-Stelle lag zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor (vgl. 
vorne E. 3.5.4). Das neu etablierte Arbeits- und Betreuungsmodell, das zur 
Ablösung von der Sozialhilfe geführt hat, war im Zeitpunkt des vorinstanzli-
chen Urteils somit noch nicht hinreichend gefestigt, um eine dauerhaft gesi-
cherte finanzielle Stabilität zu gewährleisten. Folglich ist nicht zu beanstan-
den, wenn die Vorinstanz damals zum Schluss gelangte, dass sich die finan-
ziellen Verhältnisse der Beschwerdeführenden (noch) nicht nachhaltig und 
tatsächlich verbessert haben. 

3.7 Die heutige Situation führt zu einem anderen Schluss: Die Ablösung 
der Beschwerdeführenden von der Sozialhilfe liegt inzwischen bald drei 
Jahre zurück. Das Arbeits- und Betreuungsmodell, das es ihnen ermöglicht 
hat, den Unterhalt der Familie vollständig zu decken, ist nunmehr von einer 
gewissen Beständigkeit. Das Einkommen der Beschwerdeführerin hat sich – 
seit der Ablösung von der Sozialhilfe – bei unverändertem Pensum kontinu-
ierlich erhöht (vgl. vorne E. 3.5.1 und 3.5.5). Sie ist seit September 2021 als 
Reinigungsmitarbeiterin bei der I.________ mit einem Beschäftigungsgrad 
von 70 Prozent tätig. Der Beschwerdeführer, der an einer Rezidiv-Discus-
hernie leidet und HIV-positiv ist, hat mehrere Teilzeitanstellungen inne. Ei-
genen Angaben zufolge ermöglichen es ihm die flexiblen und zeitlich be-
grenzten Arbeitseinsätze, seiner eingeschränkten physischen Belastbarkeit 
Rechnung zu tragen. Sein Einkommen blieb in den Jahren 2023 und 2024 
weitgehend stabil. In Bezug auf das laufende Jahr ist allerdings festzustellen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.11.2025, Nr. 100.2023.279U, 
Seite 15

dass es im Vergleich zu den Vorjahren tiefer sein wird (vgl. vorne E. 3.5.5). 
Seine Anstellungen als Zeitungsverträger und Reinigungskraft übt er aber 
immer noch aus, was für die Vereinbarkeit mit seiner gesundheitlichen Situa-
tion und eine Beständigkeit spricht. Hinzu kommt, dass sich die Verhältnisse 
auch mit Blick auf die Betreuungssituation von E.________ stabilisiert ha-
ben. Letztere besucht seit August 2023 die heilpädagogische Tagesschule 
der F.________. Seit Oktober 2024 erhalten die Beschwerdeführenden für 
ihre Tochter zudem eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades. Diese 
Entschädigung, auf welche Anspruch besteht, ist bei der Würdigung der wirt-
schaftlichen Situation ebenfalls zu berücksichtigen (vgl. vorne E. 3.1). Unter 
Berücksichtigung dieser Entschädigung verfügen die Beschwerdeführenden 
in den letzten bald drei Jahren über ein Einkommen, das ihnen erlaubt hat, 
ihren finanziellen Bedarf zu decken. Dass der Beschwerdeführer in kleine-
rem Umfang zum Familienunterhalt beiträgt, kann ihm nicht vorgeworfen 
werden. Es steht den Beschwerdeführenden frei, wie sie die Aufgaben inner-
halb ihrer ehelichen Gemeinschaft aufteilen (vgl. vorne E. 3.2.2). Gleichwohl 
ist, auch wenn der Beschwerdeführer seine Erwerbstätigkeit aufgrund der 
Hilflosenentschädigung reduzieren durfte, den Beschwerdeführenden in Er-
innerung zu rufen, dass sie (vorbehältlich der Erhöhung des Arbeitspensums 
der Ehefrau) auf das Einkommen des Beschwerdeführers angewiesen sind, 
um selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen zu können.

3.8 Nach dem Gesagten liegen Verhältnisse vor, die eine ausreichende 
Gewähr für eine auf längere Sicht verbesserte finanzielle Situation bieten. 
Die Beschwerdeführenden erfüllen das Integrationskriterium von Art. 58a 
Abs. 1 AIG in Verbindung mit Art. 77e Abs. 1 VZAE, weshalb eine Rückstu-
fung der Niederlassungsbewilligung auf eine Aufenthaltsbewilligung nicht 
(mehr) begründet ist. Inwieweit sich eine Rückstufung und die mit der Ertei-
lung der Aufenthaltsbewilligung verbundenen Bedingungen (vgl. vorne 
Bst. B) als verhältnismässig erweisen (vgl. vorne E. 2.3), muss folglich nicht 
mehr geprüft werden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.11.2025, Nr. 100.2023.279U, 
Seite 16

4.

4.1 Zusammenfassend stimmt das Verwaltungsgericht der Vorinstanz 
darin zu, dass im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids noch keine aus-
reichende Gewähr für eine auf längere Sicht nachhaltig verbesserte finanzi-
elle Situation der Beschwerdeführenden bestanden hat. Nunmehr verhält es 
sich anders. Seit der Ablösung von der Sozialhilfe sind bald drei Jahre ver-
gangen, in denen die Beschwerdeführenden unter Beweis gestellt haben, 
dass sie aufgrund des seit anfangs 2023 praktizierten Arbeits- und Betreu-
ungsmodells sowie der Hilflosenentschädigung den Unterhalt der gesamten 
Familie decken können. Ein nicht zu vernachlässigendes Risiko, dass die 
Beschwerdeführenden in absehbarer Zeit wieder auf Mittel der Sozialhilfe 
angewiesen sind, besteht nicht mehr. Die Rückstufung hält der Rechtskon-
trolle somit zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr stand. Sollten die Beschwer-
deführenden in Zukunft wiederum nicht in der Lage sein, ihren Lebensunter-
halt selber zu finanzieren, könnte sich die Massnahme aber wieder als an-
gezeigt erweisen.

4.2 Die Beschwerde erweist sich als begründet und ist gutzuheissen. Zif-
fer 1 des angefochtenen Entscheids ist aufzuheben. Der Klarheit halber ist 
zudem festzustellen, dass den Beschwerdeführenden die Niederlassungs-
bewilligung zu belassen ist.

5.

5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben (Art. 108 Abs. 1 und 2 VRPG). Der Kanton Bern (SID) hat den an-
waltlich vertretenen Beschwerdeführenden zudem die Parteikosten zu erset-
zen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). Die Rechtsvertreterin der 
Beschwerdeführenden macht mit Kostennote vom 6. Oktober 2025 
(act. 16A) einen Aufwand von insgesamt 20,83 Stunden (bis Ende 2023: 
15,08 Std; ab 2024: 5,75 Std.) geltend. Dieser zeitliche Aufwand erscheint 
mit Blick auf die massgeblichen Kriterien nach Art. 41 Abs. 3 des Kantonalen 
Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) und den Tarifrah-
men als gerechtfertigt, da im verwaltungsgerichtlichen Verfahren durch die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.11.2025, Nr. 100.2023.279U, 
Seite 17

Aktenergänzung ein gewisser Mehraufwand entstanden ist und die Rechts-
vertreterin sich mehrfach geäussert hat (vgl. vorne Bst. C). Der Parteikosten-
ersatz ist somit auf Fr. 5'833.30, zuzüglich Fr. 100.70 Auslagen und 
Fr. 455.60 MWSt (7,7 % von Fr. 4'223.30 [für Leistungen bis 31.12.2023] 
und 8,1 % von Fr. 1'610.-- [für Leistungen ab 1.1.2024]), insgesamt 
Fr. 6'397.60, festzusetzen. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist 
als gegenstandslos geworden abzuschreiben (Art. 39 Abs. 1 VRPG). 

5.2 Für die Verlegung der Kosten im vorinstanzlichen Beschwerdeverfah-
ren ist nicht vom Obsiegen der Beschwerdeführenden auszugehen, weil der 
angefochtene Entscheid aufgrund der seinerzeitigen Verhältnisse korrekt 
war (vgl. vorne E. 3.6, 4.1). Der vorinstanzliche Kostenschluss (Dispositiv-
Ziff. 2 und 3 des angefochtenen Entscheids) bleibt daher unverändert (vgl. 
BVR 2008 S. 193 E. 9.2; VGE 2015/349 vom 21.3.2017 E. 5 [mit präzisierter 
Begründung], Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum berni-
schen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 7). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Ziffer 1 des Entscheids der Sicher-
heitsdirektion des Kantons Bern vom 20. September 2023 wird aufgeho-
ben und die Niederlassungsbewilligungen werden den Beschwerde-
führenden belassen.

2. a) Für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht werden keine Verfah-
renskosten erhoben.

b) Der Kanton Bern (Sicherheitsdirektion) hat den Beschwerdeführenden 
für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht die Parteikosten, be-
stimmt auf Fr. 6'397.60 (inkl. Auslagen und MWSt), zu ersetzen.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren vor dem 
Verwaltungsgericht wird als gegenstandslos geworden vom Geschäfts-
verzeichnis abgeschrieben. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.11.2025, Nr. 100.2023.279U, 
Seite 18

4. Die Kostenverlegung gemäss Ziffer 2 und 3 des Entscheids der Sicher-
heitsdirektion des Kantons Bern vom 20. September 2023 bleibt unverän-
dert.

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführende
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Staatssekretariat für Migration 

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.