# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9759e7b2-1511-5129-bc1c-f45f670e2b09
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-31
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 31.03.2025 WBE.2024.264 / WBE.2024.265
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2024-264---WBE-2_2025-03-31.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

3. Kammer 

 

WBE.2024.264  
WBE.2024.265 / SW / we  
(BE.2022.086)  

Art. 36 

 

 

Urteil vom 31. März 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Michel, Vorsitz   

Verwaltungsrichter Brandner 

Verwaltungsrichter Dommann 

Gerichtsschreiberin Wittich 

Rechtspraktikant Wang 

 

 
   

Beschwerde-

führerin 1 

 

 

Beschwerde-

führer 2 

 A._____,  

vertreten durch lic. iur. B._____, 

 

B._____,  

 

gegen 

 

  Gemeinderat Q._____,   

 

  Departement Gesundheit und Soziales, Kantonaler Sozialdienst, 

Beschwerdestelle SPG, Obere Vorstadt 3, 5001 Aarau    

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Sozialhilfe 

 

Entscheid des Departements Gesundheit und Soziales  

vom 20. Juni 2024 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

1. 

A._____, geb. tt.mm.jjjj, reichte am 25. April 2022 bei der Gemeinde 

Q._____ ein Gesuch um materielle Unterstützung ein. 

 

2. 

Am 10. Mai 2022 entschied der Gemeinderat Q._____:  

 

1. 
Zur Existenzsicherung wird A._____ ab 01. Mai 2022 mit monatlich 
Fr. 2'799.35, abzüglich der KPV von Fr. 363.35 und der Zahlung der 
C._____ von Fr. 750.00, Netto Fr. 1'686.00, abzüglich sämtlicher 
Einnahmen zulasten der öffentlichen Sozialhilfe unterstützt. Das 
Berechnungsblatt vom 10.05.2022, gültig ab 01.05.2022, ist ein inte-
grierender Bestandteil dieser Verfügung. 
 
2.  
Die obligatorischen Richt-Krankenkassenprämien ab 01.05.2022 werden 
direkt von der SVA Aargau an die Krankenkasse bezahlt. Allfällige Diffe-
renzen sind als situationsbedingte Leistungen schriftlich mit Begründung 
zu beantragen. 
 
3. 
A._____ hat eine Wohnung gemäss den Mietzinsrichtlinien zu suchen. Die 
Bemühungen sind monatlich schriftlich dem Sozialdienst vorzulegen. Ein 
allfälliger Mietvertrag ist ebenfalls vor der Unterzeichnung dem 
Sozialdienst vorzulegen. 
Ab dem 1. Oktober 2022 werden nur noch die Ansätze gemäss gemein-
derätlichen Mietzinsrichtlinien angewendet.  
 
4. 
Die Leistungen der öffentlichen Sozialhilfe werden gemäss § 13 SPG mit 
den folgenden Auflagen verbunden: 

a. – b. […] 

c. A._____ hat folgende Einkünfte bzw. ausstehende Leistungen 
abzutreten: 

 Leistungen der Invalidenversicherung 

 Leistungen der Ergänzungsleistungen 

 Leistungen der Beruflichen Vorsorge 

 Leistungen der Arbeitslosenversicherung 

 Leistungen aus Krankentaggeldversicherung 

d. […] 

e. A._____ hat alle zwei Monate ein aktuelles Arztzeugnis über die 
Arbeitsunfähigkeit vorzuweisen. Erstmals per 01.07.2022. 

f. – h. […] 

i. A._____ hat sich aktiv unter Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit 
schriftlich um eine Arbeitsstelle zu bemühen. Am Monatsende hat 
A._____ den Sozialen Diensten Q._____ unaufgefordert mindestens 

 - 3 - 

 

 

10 Stellenbemühungen mittels Vorlage der Stelleninserate, Kopie der 
Bewerbungsschreiben und falls vorhanden Vorlage der Absage, zu 
belegen. 

k. […] 
 
5. – 8. […] 
 

B. 

1. 

Gegen diesen Beschluss des Gemeinderats Q._____ vom 10. Mai 2022 

liess A._____ am 20. Juni 2022 Verwaltungsbeschwerde beim 

Departement Gesundheit und Soziales (DGS), Kantonaler Sozialdienst, 

Beschwerdestelle SPG, erheben und folgende Anträge stellen: 

 

1.  
Dringlich: Im Sinn einer vorsorglichen Massnahme sei die Beschwerde-
gegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin für den Monat Mai wirt-
schaftliche Sozialhilfe in der Höhe von CHF 1'280.05 nachzuzahlen. 
 
2.  
Es seien die Kosten für die Zusatzversicherung im Budget der Beschwer-
deführerin zu berücksichtigen.  
 
3.  
Es seien die Kosten für Unterhalt, Leasing und Abstellplatz für das Auto im 
Budget zu berücksichtigen. 
 
4.  
Die Auflage, eine Wohnung zu suchen, sei wegen Unverhältnismässigkeit 
und wegen der Nichteinhaltung des gesetzlichen Verfahrens aufzuheben. 
 
5.  
Die Auflage, eine Arbeitsstelle zu suchen, sei aufzuheben, weil sie weder 
erforderlich noch genügend substantiiert ist.  
 
6.  
Die Auflage, alle zwei Monate ein Arztzeugnis vorzulegen, sei wegen Un-
verhältnismässigkeit aufzuheben. 
 
7.  
Die Auflage, die Guthaben der beruflichen Vorsorge abzutreten, sei wegen 
Nichtigkeit aufzuheben. 
 
8.  
Es seien aufsichtsrechtliche Schritte zu ergreifen. 
 
9.  
Der Beschwerdeführerin sei in der Person des Unterzeichnenden ein un-
entgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. 
 
10.  
Aufgrund ihrer Bedürftigkeit seien der Beschwerdeführerin allfällige anfal-
lende Verfahrenskosten zu erlassen. Gegebenenfalls sei eine Parteient-
schädigung zu gewähren. 

 

 - 4 - 

 

 

2. 

Die Beschwerdestelle SPG lehnte mit Verfügung vom 23. Juni 2022 den 

Antrag um vorsorgliche Massnahmen ab.  

 

3. 

Am 8. Juli 2022 beantragte A._____: 

 

1.  
Dringlich: Mit superprovisorischer Verfügung sei die Beschwerdegegnerin 
anzuweisen, der Beschwerdeführerin für die Monate Juni und Juli um-
gehend existenzsichernde Sozialhilfeleistungen in der Höhe von 
CHF 1'292.10 für den Monat Juni und CHF 3'612.10 für den Monat Juli 
auszurichten. 
 
2.  
Dringlich: Als vorsorgliche Massnahme sei die Beschwerdegegnerin an-
zuweisen, der Beschwerdeführerin für die Dauer des Verfahrens in den 
kommenden Monaten wirtschaftliche Sozialhilfe in der Höhe von monatlich 
CHF 3'975.45 abzüglich des monatlich schwankenden Einkommens aus-
zurichten. 

 

4. 

Die Beschwerdestelle SPG wies die Gemeinde Q._____ mit Zwischenver-

fügung vom 13. Juli 2022 in teilweiser Gutheissung der vorsorglich bean-

tragten Massnahmen an, bei der Ausrichtung der Sozialhilfe an die Be-

schwerdeführerin ab Juni einstweilen für die Kosten der Nutzung des Fahr-

zeugs monatlich Fr. 162.25 für die Leasingrate, Fr. 50.00 für den Abstell-

platz sowie Benzinkosten "im Sinne der Erwägungen" zu berücksichtigen. 

 

5. 

Mit E-Mail vom 20. Oktober 2022 meldete sich A._____ von der Sozialhilfe 

ab, worauf der Gemeinderat Q._____ am 25. Oktober 2022 den 

entsprechenden Einstellungsentscheid per 20. Oktober 2022 erliess. 

 

6. 

Am 20. Juni 2024 entschied die Beschwerdestelle SPG: 

 

Verfügung  

1.  
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen. 
 
2.  
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung wird gutgeheissen. 
 
Entscheid 

1.  
Die Beschwerde wird als gegenstandslos von der Geschäftskontrolle ab-
geschrieben. 
 

 - 5 - 

 

 

2.  
Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Staatsgebühr von Fr. 800.00, 
Kanzleigebühren von Fr. 154.00 und den Auslagen von Fr. 11.00, gesamt-
haft Fr. 965.00, hat die Beschwerdeführerin zu 5/6, somit Fr. 804.15, zu 
bezahlen. Zufolge bewilligter unentgeltlicher Rechtspflege wird der Be-
schwerdeführerin die Bezahlung dieses Anteils jedoch einstweilen erlas-
sen und unter dem Vorbehalt einer späteren Rückforderung vorgemerkt. 
Im übrigen Umfang von Fr. 160.85 werden die Kosten auf die Staatskasse 
genommen.  
 
3.  
Die Parteikosten der Beschwerdeführerin in festgesetzter Höhe von 
Fr. 1'450.00 (inkl. Auslagen) sind durch diese selber zu tragen. Zufolge 
bewilligter unentgeltlicher Rechtsvertretung werden die Kosten einstweilen 
aus der Staatskasse bezahlt und zur späteren Rückforderung von der Be-
schwerdeführerin vorgemerkt.  

 

C. 

1. 

Mit gemeinsamer Eingabe vom 24. Juli 2024 erhoben A._____ und ihr 

Rechtsvertreter lic. iur. B._____ gegen den ihnen am 24. Juni 2024 

zugestellten Entscheid der Beschwerdestelle SPG Verwaltungsgerichts-

beschwerde mit den folgenden Anträgen: 

 

1.  
Der Entscheid der Vorinstanz sei aufzuheben. 
 
2.  
Der Beschwerdegegner sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin Nach-
zahlungen für situationsbedingte Leistungen in der Höhe von CHF 679.45 
zu leisten. 
 
3.  
Die Verfahrenskosten im Verfahren vor Vorinstanz seien der Beschwerde-
gegnerin aufzuerlegen. 
 
4.  
Die Parteientschädigung für das Verfahren vor Vorinstanz sei auf 
CHF 2'013.20 festzulegen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 
 
5.  
Aufgrund ihrer Bedürftigkeit seien der Beschwerdeführerin allfällig anfal-
lende Verfahrenskosten zu erlassen. Gegebenenfalls sei eine Parteient-
schädigung zu gewähren. Die Verfahrenskosten seien der Beschwerde-
gegnerin und der Vorinstanz aufzuerlegen. 
 
6.  
Der Beschwerdeführerin sei der Unterzeichnende als unentgeltlicher 
Rechtsbeistand im vorliegenden Verfahren beizuordnen. 

 

2. 

Der instruierende Verwaltungsrichter eröffnete zwei separate Verfahren: 

Das Verfahren WBE.2024.264 betreffend Sozialhilfe (Beschwerdeführerin: 

A._____) und das Verfahren WBE.2024.265 betreffend die Höhe der 

 - 6 - 

 

 

Entschädigung für den unentgeltlichen Rechtsvertreter (Beschwerdeführer: 

B._____).  

 

3. 

Am 5. August 2024 überwies die Beschwerdestelle SPG aufforderungs-

gemäss die Akten und beantragte unter Verweis auf die Erwägungen im 

angefochtenen Entscheid die kostenfällige Abweisung der Beschwerden. 

 

4. 

Im Verfahren WBE.2024.264 nahm der Gemeinderat Q._____ mit Be-

schluss vom 17. September 2024 Stellung und beantragte die kostenfällige 

Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 

 

5. 

Im Verfahren WBE.2024.265 verzichtete der Gemeinderat Q._____ mit 

Eingabe vom 24. September 2024 unter Verweis auf die Ausführungen im 

angefochtenen Entscheid auf eine Beschwerdeantwort.  

 

6. 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall am 31. März 2025 beraten und ent-

schieden. 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Gegen letztinstanzliche Entscheide der Verwaltungsbehörden ist die Ver-

waltungsgerichtsbeschwerde zulässig (§ 54 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungsrechtspfle-

gegesetz, VRPG; SAR 271.200]). Nach § 58 Abs. 1 des Gesetzes über die 

öffentliche Sozialhilfe und die soziale Prävention vom 6. März 2001 (So-

zialhilfe- und Präventionsgesetz, SPG; SAR 851.200) können Verfügungen 

und Entscheide der Sozialbehörden mit Beschwerde beim DGS angefoch-

ten werden (§ 39a der Sozialhilfe- und Präventionsverordnung vom 28. Au-

gust 2002 [SPV; SAR 851.211]). Die Entscheide des DGS können an das 

Verwaltungsgericht weitergezogen werden (§ 58 Abs. 2 SPG). Das Verwal-

tungsgericht ist somit zur Beurteilung der vorliegenden Verwaltungsge-

richtsbeschwerde zuständig. 

 

2.  

2.1. 

Gemäss § 42 lit. a VRPG ist zur Beschwerde befugt, wer ein schutzwürdi-

ges eigenes Interesse an der Aufhebung oder der Änderung des Ent-

scheids hat. 

 

 - 7 - 

 

 

2.2. 

Nachdem die Beschwerdeführerin sich von der Sozialhilfe abgemeldet und 

der Gemeinderat die Einstellung der materiellen Unterstützung verfügt 

hatte, schrieb die Vorinstanz das Beschwerdeverfahren als gegenstands-

los von der Geschäftskontrolle ab. Damit erging kein materieller Entscheid 

betreffend die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten situations-

bedingten Leistungen sowie die Nachzahlung von Sozialhilfe. Zudem auf-

erlegte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin gestützt auf den hypo-

thetischen Verfahrensausgang die Verfahrenskosten zu 5/6. Zufolge bewil-

ligter unentgeltlicher Rechtspflege wurde ihr die Bezahlung zwar einstwei-

len erlassen, jedoch unter dem Vorbehalt der späteren Rückforderung. Ent-

sprechend dem hypothetischen Verfahrensausgang wurden ihr zudem 

keine Parteikosten ersetzt. Diese wurden zufolge bewilligter unentgeltlicher 

Rechtsvertretung einstweilen zwar von der Staatskasse übernommen, 

allerdings ebenfalls unter dem Vorbehalt der späteren Rückforderung von 

der Beschwerdeführerin. Dadurch ist die Beschwerdeführerin beschwert 

und somit zur Beschwerde legitimiert. Demgegenüber fehlt diesbezüglich 

dem Beschwerdeführer die Beschwerdebefugnis.  

 

2.3. 

Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ist die Beschwerdefüh-

rerin hingegen nicht zur Beschwerde befugt, soweit mit der Honorarfestset-

zung durch die Vorinstanz eine Reduktion des im Rahmen der unentgelt-

lichen Vertretung beantragten Honorars vorgenommen wurde, da sie aus 

der Beschwerde keinen Vorteil erzielen kann (vgl. Entscheid des Verwal-

tungsgerichts WBE.2021.277/279 vom 8. Dezember 2021, Erw. I/2 mit Hin-

weis). Das Honorar des unentgeltlichen Rechtsvertreters steht diesem per-

sönlich zu (BGE 133 V 645, Erw. 2.2; STEFAN MEICHSSNER, Das Grund-

recht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29 Abs. 3 BV], 2008, S. 202). 

Somit ist ausschliesslich der Beschwerdeführer zur Beschwerde befugt, so-

weit der angefochtene Entscheid das Honorar der unentgeltlichen Vertre-

tung betrifft (Betrag in Dispositivziffer 3). 

 

3. 

Die übrigen Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen 

Anlass, so dass auf die frist- und formgerecht erhobenen Beschwerden – 

unter dem Vorbehalt der vorstehenden Erw. I/2.2 und I/2.3 – einzutreten ist. 

 

4. 

Die Beschwerden der Beschwerdeführerin und des Beschwerdeführers be-

treffen denselben Entscheid der Beschwerdestelle SPG. Aus verfahrens-

ökonomischen Gründen und zur Vermeidung von Widersprüchen ist es vor-

liegend angezeigt, die verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren 

WBE.2024.264 und WBE.2024.265 zu vereinigen. 

 

 - 8 - 

 

 

5. 

Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können die unrichtige oder unvoll-

ständige Feststellung des Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen gerügt 

werden (§ 58 Abs. 4 SPG i.V.m. § 55 Abs. 1 VRPG). Ermessensüber-

schreitung, Ermessensunterschreitung und Ermessensmissbrauch gelten 

als Rechtsverletzung (vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, 

Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 442). Die Rüge der Un-

angemessenheit ist demgegenüber ausgeschlossen (Umkehrschluss aus 

§ 55 Abs. 3 VRPG). 

 

II. 

1.  

1.1.  

Angefochten ist ein Abschreibungsentscheid der Beschwerdestelle SPG. 

Zu prüfen ist vorab, ob die Vorinstanz das Verwaltungsbeschwerdever-

fahren zu Recht als gegenstandslos abgeschrieben hat. Trifft dies zu, hat 

es bei diesem Abschreibungsentscheid sein Bewenden. Hat die Vorinstanz 

zu Unrecht abgeschrieben, ist die Sache in aller Regel zur materiellen Be-

urteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ausnahmen macht das Ver-

waltungsgericht insbesondere dort, wo die Vorinstanz im Sinne einer 

Eventualbegründung auch eine materielle Prüfung vorgenommen hat; 

dann kann es der Verfahrensökonomie und -beschleunigung dienen, wenn 

das Verwaltungsgericht ohne Rückweisung selbst entscheidet (vgl. Ent-

scheid des Verwaltungsgerichts WBE.2022.308 vom 1. Dezember 2022, 

Erw. II/1 mit Hinweisen). 

 

1.2.  

Die Vorinstanz begründete ihren Abschreibungsentscheid mit dem fehlen-

den aktuellen Rechtsschutzinteresse der Beschwerdeführerin, nachdem 

die ihr gewährte materielle Hilfe mit rechtskräftigem Entscheid vom 25. Ok-

tober 2022 eingestellt und sämtliche Abtretungserklärungen aufgehoben 

wurden. 

 

Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, es seien unzulässigerweise 

während der gesamten Unterstützungsdauer die unabdingbaren Kosten für 

grundversorgende situationsbedingte Leistungen (SIL) nicht oder nicht voll-

ständig von der Sozialhilfe übernommen worden. In den Berechnungs-

blättern für die Monate Mai bis Juli 2022 seien die grundversorgenden 

situationsbedingten Leistungen unberücksichtigt geblieben. Die von der 

Sozialbehörde errechnete unzureichende materielle Unterstützung habe 

jedenfalls für die Deckung ihres minimalen Lebensunterhalts nicht ausge-

reicht. Sie habe sich deshalb ungeachtet der laufenden materiellen Unter-

stützung durch die Gemeinde Q._____ mit der Aufnahme von zwei Dar-

lehen verschulden müssen. Diese müsse sie zurückzahlen. Sie habe des-

halb ein aktuelles und schutzwürdiges Interesse an der Beurteilung ihrer 

 - 9 - 

 

 

Verwaltungsbeschwerde bzw. an der Nachzahlung der ihr vorenthaltenen 

Leistungen. 

 

1.3.  

Wie vorne in Erw. I/2.1 ausgeführt, ist gemäss § 42 lit. a VRPG zur Be-

schwerdeführung befugt, wer durch die angefochtene Verfügung berührt ist 

und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat 

(materielle Beschwer). Dieses Interesse kann rechtlicher oder auch bloss 

tatsächlicher Natur sein. Ein schutzwürdiges Interesse liegt vor, wenn die 

tatsächliche oder rechtliche Situation der beschwerdeführenden Partei 

durch den Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden kann. Es besteht 

im praktischen Nutzen, den ihr die erfolgreiche Beschwerde eintragen 

würde, das heisst in der Abwendung eines materiellen oder ideellen Nach-

teils, den der angefochtene Entscheid für sie zur Folge hätte (Aargauische 

Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2002, S. 278, 

Erw. 4a; MICHAEL MERKER, Rechtsmittel, Klage und Normenkontrollver-

fahren nach dem aargauischen Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, 

Kommentar zu den §§ 38-72 [a]VRPG, 1998, N. 129 zu § 38 [a]VRPG). 

  

Die Legitimation zur Beschwerde ist eine Sachurteilsvoraussetzung und 

von Amtes wegen zu prüfen (MERKER, a. a. O., N. 3 f. zu Vorbem. zu § 38 

[a]VRPG). Als Sachurteilsvoraussetzung muss sie nicht bloss beim Einrei-

chen der Beschwerde bestehen, sondern sie umfasst auch das aktuelle, 

praktische (Rechtschutz-)Interesse an der Aufhebung oder Änderung der 

angefochtenen Verfügung im Zeitpunkt des Entscheids. Fällt ein bestehen-

des aktuelles Interesse nach Einreichung der Beschwerde, aber vor der 

Eröffnung des Entscheids dahin, ist die Beschwerde als gegenstandslos 

von der Kontrolle abzuschreiben (vgl. AGVE 2001, S. 230, Erw. 2/b/aa; 

Urteil des Verwaltungsgerichts WBE.2011.200 vom 25. Oktober 2011, 

Erw. I/3.1; MERKER, a.a.O., N. 139 ff. zu § 38 [a]VRPG; vgl. auch BGE 133 

II 81, Erw. 3). 

 

1.4.  

1.4.1.  

Sozialhilfe bezweckt die Existenzsicherung, fördert die wirtschaftliche und 

persönliche Selbständigkeit und unterstützt die gesellschaftliche Integra-

tion (§ 4 Abs. 1 SPG). Die Existenzsicherung gewährleistet Ernährung, 

Kleidung, Obdach und medizinische Grundversorgung (§ 3 Abs. 1 SPV). 

Anspruch auf Sozialhilfe besteht, sofern die eigenen Mittel nicht genügen 

und andere Hilfeleistungen nicht rechtzeitig erhältlich sind oder nicht aus-

reichen (§ 5 Abs. 1 SPG). Diese ist insbesondere gegenüber den Möglich-

keiten der Selbsthilfe, Leistungen der Sozialversicherungen und freiwilligen 

Leistungen Dritter subsidiär. Namentlich müssen zuerst das vorhandene 

Einkommen und Vermögen und die eigene Arbeitskraft eingesetzt werden. 

Leistungsverpflichtungen Dritter (z.B. familienrechtliche Unterhaltsver-

pflichtungen) gehen der Sozialhilfe ebenfalls vor (CHRISTOPH HÄFELI, Prin-

 - 10 - 

 

 

zipien der Sozialhilfe, in: ders. [Hrsg.], Das Schweizerische Sozialhilferecht, 

2008, S. 73 f.). 

 

Das Sozialhilferecht ist sodann durch das Bedarfsdeckungsprinzip geprägt. 

Danach dient die materielle Hilfe der Abwendung einer aktuellen Notlage 

bzw. der Behebung bestehender Bedürftigkeit; Sozialhilfe ist dementspre-

chend nur für die Gegenwart und für die Zukunft zu leisten, nicht jedoch für 

die Vergangenheit (vgl. HÄFELI, a.a.O., S. 78; GUIDO WIZENT, Die sozialhil-

ferechtliche Bedürftigkeit, Ein Handbuch, 2014, S. 286). Der Grundsatz 

"Keine Hilfe für die Vergangenheit" steht allerdings im Konflikt mit dem 

Recht auf effektiven Rechtsschutz. Vom Grundsatz, keine rückwirkende 

Hilfe zu gewähren, ist deshalb eine Ausnahme zu machen, wenn zu Un-

recht verweigerte Sozialhilfe in einem Rechtsmittelverfahren erstritten wer-

den muss. War es der betroffenen Person zum Zeitpunkt der eigenständi-

gen Beschaffung von finanziellen Mitteln (wie bspw. durch die Aufnahme 

eines Darlehens) nicht zumutbar, länger auf die Entscheidung der Sozial-

behörde (oder der Rechtsmittelbehörde) zu warten, sind ihr Nachzahlungen 

zur Tilgung der aufgenommenen Schulden zu gewähren, auch wenn der 

Bedarf nicht mehr gegenwärtig und die Bedürftigkeit weggefallen ist (Urteil 

des Bundesgerichts 8C_21/2022 vom 14. November 2022, Erw. 6.1; 

WIZENT, a.a.O., S. 260 ff.).  

 

1.4.2.  

Ausweislich der Akten lieh sich die Beschwerdeführerin von zwei Personen 

anfangs Juli 2022 insgesamt Fr. 950.00 (Beschwerdebeilagen 6 und 7). 

Welche dringlichen Kosten mit diesen Darlehen gedeckt werden mussten, 

erschliesst sich aus den Akten nicht. Angesichts der von der Sozialbehörde 

nicht berücksichtigten Kosten für die Nutzung eines Fahrzeug dürften diese 

jedoch zur finanziellen Not der Beschwerdeführerin beigetragen haben, zu-

mal die Beschwerdeführerin gemäss eigener Darstellung und Arztzeugnis 

aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen auf die Nutzung des Fahr-

zeugs angewiesen ist (vgl. § 10 Abs. 5 lit. c SPV). Ist dies tatsächlich so, 

war es ihr nicht zumutbar, länger auf die Entscheidung der Rechtsmittelbe-

hörde zu warten und auf die Nutzung des Fahrzeugs zu verzichten, zumal 

die Fixkosten für den Abstellplatz und die Leasingraten ohnehin fällig wur-

den.  

 

Die Beantwortung der Frage, ob die Anspruchsvoraussetzungen für die Ge-

währung der SIL im Unterstützungszeitraum tatsächlich erfüllt waren und 

ob es sich bei den beiden Darlehen in Höhe von Fr. 400.00 und Fr. 450.00 

um Schulden handelt, welche der Beschwerdeführerin durch Nachzahlung 

zu ersetzen sind (siehe vorne Erw. 1.4.1), bedarf einer materiellen Prüfung. 

Das aktuelle Rechtschutzinteresse der Beschwerdeführerin an der Beurtei-

lung ihrer Verwaltungsbeschwerde ist somit zu bejahen, weshalb sich die 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde (WBE.2024.264) insoweit als begründet 

erweist.  

 - 11 - 

 

 

 

1.5.  

Antrag 1 der Verwaltungsgerichtsbeschwerde WBE.2024.264 ist gutzu-

heissen und der angefochtene Entscheid der Beschwerdestelle SPG auf-

zuheben. Die Angelegenheit ist zur Beurteilung des Anspruchs auf Berück-

sichtigung der Kosten für das Auto (Unterhalt, Leasing und Abstellplatz) im 

Rahmen von situationsbedingten Leistungen an die Beschwerdestelle SPG 

zurückzuweisen.  

 

In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass entgegen den 

vorinstanzlichen Erwägungen (angefochtener Entscheid, Erw. 2.4.3) die 

Autonutzung bzw. die Übernahme der entsprechenden Kosten bereits im 

vorinstanzlichen Verfahren Streitgegenstand war. Der angefochtene Ent-

scheid der Sozialbehörde bildet zwar den Ausgangspunkt und Rahmen des 

Beschwerdeverfahrens, ist aber nicht identisch mit dem Streitgegenstand. 

Dieser ergibt sich daraus, was schon Gegenstand des erstinstanzlichen 

Verfahrens war oder allenfalls hätte sein sollen und was gemäss der Dis-

positionsmaxime zwischen den Parteien noch strittig ist. Letzteres wiede-

rum ergibt sich aus den Parteibegehren, insbesondere den Beschwerde-

anträgen (vgl. BGE 136 II 457, Erw. 4.2 mit Hinweisen). Die Beschwerde-

führerin hatte bereits im Gesuch um materielle Hilfe vom 21. April 2022 

festgehalten, dass sie auf ein Auto angewiesen sei. Das entsprechende 

ärztliche Zeugnis hatte sie gemäss Eingangsstempel der Gemeinde 

Q._____ mit dem Gesuch eingereicht (kommunale Vorakten, act. 71). 

Trotzdem fanden die Autokosten im angefochtenen Entscheid der Sozial-

behörde keine Erwähnung. Mit deren Geltendmachung in der Verwaltungs-

beschwerde vom 20. Juni 2022 blieben die Kosten für die Nutzung des 

Autos jedoch Verfahrensgegenstand (vgl. auch Zwischenverfügung der Be-

schwerdestelle SPG vom 13. Juli 2022, mit welcher die Sozialbehörde im 

Sinne von vorsorglichen Massnahmen angewiesen wurde, die Kosten der 

Nutzung im Umfang von monatlich total Fr. 212.25 zu berücksichtigen). 

 

2.  

2.1.  

Die Beschwerdeführerin beantragte im vorinstanzlichen Verfahren die 

Übernahme der Prämien für die Zusatzversicherung durch die Gemeinde, 

weil die Zusatzversicherung die Anwaltskosten im IV-Verfahren decke. Die 

Intervention durch einen Rechtsbeistand sei notwendig gewesen, habe sie 

doch immerhin erreichen können, dass ihr mit Vorbescheid vom 25. April 

2022 bereits eine Viertelrente zugesprochen wurde; dieser werde nun im 

Rechtsmittelverfahren überprüft. Der vorinstanzliche Hinweis auf die Mög-

lichkeit eines Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege und -vertretung sei 

befremdlich. Einerseits habe sie ein solches aufgrund der bereits 

bestehenden Gesundheitsrechtschutzversicherung eben gerade nicht 

stellen können und andererseits würden Vorabklärungen sowie Stellung-

nahmen zuhanden der Sozialversicherungen von der unentgeltlichen 

 - 12 - 

 

 

Rechtspflege nicht umfasst. Hinzu komme, dass die Erstreitung einer vor-

läufig mindestens Viertelrente mit Blick auf die Ablösung von der Sozialhilfe 

auch im Interesse der Sozialbehörde gewesen sei. 

 

2.2.  

Die medizinische Grundversorgung ist weitgehend durch die obligatorische 

Krankenversicherung gemäss Bundesgesetz über die Krankenversiche-

rung vom 18. März 1994 (KVG; SR 832.10) gedeckt. Personen in beschei-

denen wirtschaftlichen Verhältnissen haben einen Anspruch darauf, dass 

ihnen der Wohnkanton eine Prämienverbilligung gewährt (Art. 65 KVG, 

Art. 106 ff. der Verordnung über die Krankenversicherung vom 27. Juni 

1995 [KVV; SR 832.102]). Jener Teil der Prämien für die obligatorische 

Krankenversicherung, den unterstützte Personen selbst bezahlen müssen, 

ist als Aufwandposition im Unterstützungsbudget zu berücksichtigen 

(SKOS-Richtlinien, Kap. C.5). Die Prämien der Zusatzversicherung gehö-

ren hingegen nicht zur materiellen Grundsicherung, sondern sind als (för-

dernde) situationsbedingte Leistungen zu qualifizieren (SKOS-Richtlinien, 

Kap. C.1 und C.6.5; WIZENT, a.a.O., Rz. 513). Gemäss SKOS-Richtlinien 

können die Kosten für Zusatzversicherungen übernommen werden, wenn 

sie den Zielen der Sozialhilfe dienen (SKOS-Richtlinien, Kap. C.6.5). Ent-

sprechend dem Handbuch Soziales des Kantons Aargau sind Prämien der 

Zusatzversicherung lediglich in Ausnahmefällen zu übernehmen. Voraus-

setzung dafür ist die medizinisch begründete Notwendigkeit eines besseren 

Versicherungsschutzes respektive einer daraus resultierenden kosten-

günstigeren Variante (Handbuch Soziales des Kantons Aargau, 2024, ab-

rufbar unter www.ag.ch, Kap. 7.3.1). 

 

Kosten für Zusatzversicherungen können demnach als (fördernde) situa-

tionsbedingte Leistungen übernommen werden, sofern sie notwendig sind 

und in einem sinnvollen Verhältnis zum erzielten Nutzen stehen (vgl. Ent-

scheid des Verwaltungsgerichts WBE.2017.452/453 vom 7. März 2018, 

Erw. II/4.2; Handbuch Soziales, Kap. 8.3; CLAUDIA HÄNZI, Die Richtlinien 

der schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe, 2011, S. 182 f.; WIZENT, 

a.a.O., Rz. 536). Der Entscheid, ob Kosten für Zusatzversicherungen von 

der Sozialhilfe übernommen werden, liegt dabei weitgehend im Ermessen 

der zuständigen Sozialbehörde (vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichts 

WBE.2017.452/453 vom 7. März 2018, Erw. II/4.3; SKOS-Richtlinien, 

Kap. C.6.1 und C.6.5). Ermessen ist eine Entscheidungsbefugnis der Ver-

waltungsbehörden; die Frage der Angemessenheit wird vom Verwaltungs-

gericht im Grundsatz nicht überprüft (siehe vorne Erw. I/5; HÄFELIN/-

MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 396 f.). Bei der Ermessensbetätigung ist die 

Sozialbehörde aber an die Verfassung gebunden und hat daher 

insbesondere das Rechtsgleichheitsgebot, das Willkürverbot und das Ver-

hältnismässigkeitsprinzip zu beachten (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, 

a.a.O., Rz. 409). 

 

 - 13 - 

 

 

2.3.  

Anwaltskosten und Prämien für Rechtsschutzversicherungen stellen keine 

anerkannten SIL dar, da jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel 

verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsvertretung 

hat, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 29 Abs. 3 

der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 

18. April 1999 [BV; SR 101]). Trotzdem kann es ausnahmsweise angezeigt 

sein, Anwaltskosten als SIL zu übernehmen. Dies ist namentlich der Fall 

bei Erstabklärungen im Hinblick auf die Geltendmachung von sozialver-

sicherungsrechtlichen Ansprüchen (IV-Vorbescheidverfahren), da in 

diesen Verfahren die Notwendigkeit einer anwaltlichen Verbeiständung 

praxisgemäss nur in Ausnahmefällen bejaht wird (BGE 132 V 200, 

Erw. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_353/2023 vom 9. Juni 2023, 

Erw. 4). Bei Rechtsschutzversicherungen kann eine ausnahmsweise Über-

nahme der Prämien angebracht sein, wenn sich die unterstützte Person 

aktuell in einem Rechtsstreit befindet und ihre berechtigten finanziellen In-

teressen dank der Rechtsschutzversicherung aussichtsreich vertreten wer-

den (WIZENT, a.a.O., Rz. 527).  

 

Vorliegend lehnte der Gemeinderat die Übernahme der Prämien für die Zu-

satzversicherung ohne weitere Begründung ab (vgl. Entscheid vom 10. Mai 

2022, Erw. 1.3). Die Vorinstanz erwog, gemäss Angaben der Beschwerde-

führerin habe die Zusatzversicherung im sozialversicherungsrechtlichen 

Verfahren Anwaltskosten von Fr. 20'000.00 übernommenen. Rechts-

schutzversicherungen würden jedoch nicht zum sozialhilferechtlichen Be-

darf zählen, zumal betroffene Personen auf das Institut der unentgeltlichen 

Rechtsvertretung hinzuweisen seien (vgl. angefochtener Entscheid, 

Erw. 2.3.4). Die Vorinstanz hat sich nicht mit der Frage auseinander-

gesetzt, ob die Beschwerdeführerin zu Beginn der anwaltlichen Beratung 

überhaupt erfolgreich ein Gesuch um Gewährung einer unentgeltlichen 

Rechtsvertretung hätte stellen können, obwohl sie bereits über eine 

Rechtsschutzversicherung verfügte. Ebenso wenig äusserte sich die 

Vorinstanz zur Frage, aus welchen Gründen die Prämien für die Zusatzver-

sicherung bzw. Rechtsschutzversicherung angesichts des aktuellen 

Rechtstreits nicht ausnahmsweise als SIL übernommen werden konnten, 

zumal der Ausgang des Verfahrens im Hinblick auf die Ablösung aus der 

Sozialhilfe letztlich auch für die Gemeinde Q._____ von (finanziellem) In-

teresse gewesen sein dürfte.  

 

Auch im Zusammenhang mit den Kosten für die Zusatzversicherung bzw. 

Rechtsschutzversicherung (in Verbindung mit den aufgenommenen Dar-

lehen, siehe vorne insbesondere Erw. II/1.4.2) rechtfertigt sich somit eine 

Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids; auch diesbezüglich ist eine 

Rückweisung an die Beschwerdestelle SPG angezeigt zur Neubeurteilung 

im Sinne der vorstehenden Ausführungen.   

 

 - 14 - 

 

 

3.  

3.1. 

Die Beschwerdeführerin moniert überdies in weiten Teilen die vorinstanz-

liche Kostenverlegung bzw. die ihr zugrundeliegende Beurteilung des 

hypothetischen Verfahrensausgangs.  

 

3.2. 

Die Vorinstanz schätzte die Auflage, Suchbemühungen für eine Arbeits-

stelle unter Berücksichtigung ihrer Arbeitsfähigkeit einzureichen, als recht-

mässig ein. Die Beschwerdeführerin habe zwar eine Anstellung gehabt, 

allerdings nur für eine Arbeit auf Abruf mit stark schwankendem Pensum 

(Juni: 54%, Juli: 33%). Es habe deshalb eine Anstellung mit festem Pen-

sum angestrebt werden dürfen; die Verwaltungsbeschwerde wäre deshalb 

in diesem Punkt abzuweisen gewesen (angefochtener Entscheid, 

Erw. 2.6.3). 

 

Aus den Erwägungen ergibt sich nicht, ob die Vorinstanz in ihrer Beurtei-

lung die Verhältnismässigkeit der Auflage (summarisch) prüfte. Immerhin 

war der Beschwerdeführerin bei Einreichung des Gesuchs um materielle 

Unterstützung von der Invalidenversicherung (IV) bereits eine Viertelsrente 

zugesprochen worden und sie befand sich mitten im Rechtsmittelverfahren 

betreffend eine höhere IV-Rente. Es war somit absehbar, dass die mate-

rielle Unterstützung durch die Gemeinde Q._____ nur vorübergehend not-

wendig sein würde. Es wäre deshalb bei der Beurteilung des hypothe-

tischen Verfahrensausgangs neben dem schwankenden Pensum auch zu 

berücksichtigen gewesen, dass die Beschwerdeführerin sich nach rechts-

kräftiger Zusprechung der IV-Rente wohl von der Sozialhilfe würde ablösen 

können. Zudem wäre zu beachten gewesen, ob die von der Sozialbehörde 

verfügte Auflage angesichts der voraussichtlich kurzen Unterstützungs-

dauer verhältnismässig erschien und ob der Beschwerdeführerin neben 

ihrer Anstellung auf Abruf und der teilweisen Arbeitsunfähigkeit überhaupt 

eine Stellensuche im geforderten Umfang hätte zugemutet werden können.  

 

3.3. 

Auch die von der Sozialbehörde verfügte Auflage, die Beschwerdeführerin 

habe Einkünfte bzw. ausstehende Leistungen der beruflichen Vorsorge ab-

zutreten, erachtete die Vorinstanz als rechtmässig. Aus der entsprechen-

den Erw. 2.8.3. des angefochtenen Entscheids erschliesst sich jedoch 

nicht, wie sie zu diesem Ergebnis gelangt.  

 

Die Beschwerdeführerin bringt dagegen zu Recht vor, dass gemäss Art. 39 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- 

und Invalidenvorsorge vom 25. Juni 1982 (BVG; SR 831.40) Leistungsan-

sprüche aus der beruflichen Vorsorge vor Fälligkeit weder verpfändet noch 

abgetreten werden dürfen. Solange der definitive Rentenentscheid aus-

steht, besteht noch kein Anspruch auf eine Rente. Die Invalidenrente aus 

 - 15 - 

 

 

der beruflichen Vorsorge war zu diesem Zeitpunkt somit noch nicht fällig 

und eine entsprechende Abtretungserklärung nicht zulässig bzw. nichtig 

(Art. 39 Abs. 3 BVG; vgl. BGE 126 V 258, Erw. 3b). Die Verwaltungsbe-

schwerde wäre demzufolge in diesem Punkt gutzuheissen gewesen.  

 

3.4. 

Entsprechend den vorstehenden Ausführungen sowie je nachdem, welche 

Nachzahlungen der Gemeinderat zu leisten hat (siehe vorne Erw. II/1 und 

II/2) sind die vorinstanzlichen Verfahrens- und Parteikosten neu zu verle-

gen. Auch diesbezüglich rechtfertigt sich eine Aufhebung des angefoch-

tenen Entscheids sowie eine Rückweisung zur Neubeurteilung im Sinne 

der vorstehenden Erwägungen.  

 

4.  

4.1.  

Bei der Festlegung der Entschädigung des unentgeltlichen Vertreters ist zu 

beachten, dass Sozialhilfefälle grundsätzlich vermögensrechtliche Ange-

legenheiten mit einem zu bestimmenden Streitwert sind (vgl. AGVE 2007, 

S. 191, Erw. 5.2). Weshalb die Vorinstanz nicht auf den Streitwert, sondern 

stattdessen allein auf die vom Beschwerdeführer eingereichte Kostennote 

abstellte, ergibt sich aus dem angefochtenen Entscheid nicht. Den vom Be-

schwerdeführer ausgewiesenen zeitlichen Aufwand erachtete die 

Vorinstanz als vertretbar, den geltend gemachte Stundenansatz von 

Fr. 220.00 jedoch als zu hoch. Infolgedessen legte die Vorinstanz eine 

pauschale Entschädigung von Fr. 1'450.00 fest, was einem Stundenansatz 

von rund Fr. 160.00 entspricht. 

 

Der Beschwerdeführer moniert die Kürzung der eingereichten Kostennote 

und macht in der Hauptsache geltend, es sei nicht gerechtfertigt, vom für 

freischaffende Anwälte und Anwältinnen geltenden Stundenansatz abzu-

weichen. Die pauschal zugesprochene Parteientschädigung decke seinen 

Aufwand nicht und sei willkürlich.  

 

4.2.  

Für die Entschädigung der unentgeltlichen Vertretung ist § 10 Abs. 1 des 

Dekrets über die Entschädigung der Anwälte vom 10. November 1987 (An-

waltstarif, AnwT; SAR 291.150) massgebend. Der Entschädigungsrahmen 

richtet sich nach dem Streitwert (§ 8a Abs. 1 AnwT). Innerhalb des vorge-

sehenen Rahmenbetrags richtet sich die Entschädigung nach dem mut-

masslichen Aufwand des Anwalts, nach der Bedeutung und der Schwierig-

keit des Falls (§ 8a Abs. 2 AnwT). Die Entschädigung wird als Gesamtbe-

trag festgesetzt. Auslagen und Mehrwertsteuer sind darin enthalten (§ 8c 

AnwT). 

 

Im Hinblick auf die Rückweisung der vorliegenden Streitsache wird darauf 

hingewiesen, dass bei der Festlegung der Parteientschädigung der Streit-

 - 16 - 

 

 

wert im vorinstanzlichen Verfahren zu ermitteln und andererseits der 

mittlere Aufwand (verschiedene zu behandelnde Themen, doppelter Schrif-

tenwechsel) und die mittlere Schwierigkeit sowie Bedeutung zu berücksich-

tigen ist. Dem Vorbringen des Beschwerdeführers, es sei nicht vom Stun-

denansatz für freischaffende Anwälte und Anwältinnen abzuweichen, ist 

aufgrund seiner Anstellung bei D._____ nicht zu folgen (vgl. zum Ganzen 

Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2024.145/146 vom 30. Oktober 

2024, Erw. II/6.4).   

 

5.  

Zusammengefasst erweisen sich die Verwaltungsgerichtsbeschwerden als 

begründet und sind gutzuheissen. Die Sache ist zum Entscheid im Sinne 

der obigen Erwägungen an die Beschwerdestelle SPG zurückzuweisen.  

 

III. 

1. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Beschwerdeführenden als 

obsiegend zu betrachten.  

 

Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrenskosten in der Regel nach 

Massgabe des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt. Den 

Behörden werden Verfahrenskosten nur auferlegt, wenn sie schwerwie-

gende Verfahrensmängel begangen oder willkürlich entschieden haben 

(§ 31 Abs. 2 VRPG). Dies ist vorliegend nicht der Fall; die Verfahrens-

kosten gehen somit zu Lasten des Kantons. 

 

Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege wird 

gegenstandslos.  

 

2. 

2.1. 

Die Parteikosten werden gemäss § 32 Abs. 2 VRPG in der Regel ebenfalls 

nach Massgabe des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt, 

wobei anders als bei den Verfahrenskosten kein Behördenprivileg greift 

(§ 32 Abs. 2 VRPG). Damit haben die unterliegenden Parteien (Vorinstanz 

und Gemeinderat Q._____) der obsiegenden Beschwerdeführerin im Ver-

fahren WBE.2024.264 für ihre anwaltliche Vertretung vor Verwaltungs-

gericht anteilsmässig, d.h. je zur Hälfte, zu ersetzen (§ 33 Abs. 1 VRPG), 

wobei diese für ihren Kostenanteil wiederum solidarisch haften (§ 33 Abs. 3 

VRPG). Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechts-

vertretung wird gegenstandslos.  

 

Dem Beschwerdeführer werden im Verfahren WBE.2024.265 mangels an-

waltlicher Vertretung keine Parteikosten ersetzt.  

 

 - 17 - 

 

 

2.2. 

Für die Festlegung der Parteientschädigung gelten dieselben Grundsätze 

wie im vorinstanzlichen Verfahren (siehe vorne Erw. II/4.2). Im vorliegen-

den Verfahren entspricht der Streitwert mindestens Fr. 679.45 (vgl. Rechts-

begehren Ziffer 2 und 3). Für Streitwerte bis Fr. 20'000.00 beträgt der Rah-

men für die Entschädigung Fr. 600.00 bis Fr. 4'000.00 (§ 8a Abs. 1 lit. a 

Ziff. 1 AnwT). Der mutmassliche Aufwand des Anwalts in Bezug auf das 

Verfahren WBE.2024.164 war unterdurchschnittlich (kein zweiter Schriften-

wechsel, keine Verhandlung), zumal er die Beschwerdeführerin bereits im 

vorinstanzlichen Verfahren vertrat. Die Komplexität der Materie und die Be-

deutung des Falles für die Beschwerdeführerin liegen knapp im mittleren 

Bereich. Der Streitwert liegt tendenziell im unteren Bereich des Streitwert-

rahmens. Unter Berücksichtigung aller Faktoren erscheint eine Parteient-

schädigung in Höhe von Fr. 1'000.00 (inkl. Auslagen) als angemessen.  

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren WBE.2024.264 und 

WBE.2024.265 werden vereinigt. 

 

2. 

In Gutheissung der Beschwerden wird der Entscheid des Kantonalen So-

zialdienstes, Beschwerdestelle SPG, vom 20. Juni 2024 aufgehoben. Die 

Angelegenheit wird zum erneuten Entscheid im Sinne der Erwägungen an 

den Kantonalen Sozialdienst, Beschwerdestelle SPG, zurückgewiesen. 

 

3. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten gehen zu Lasten des Kan-

tons.  

 

4. 

Der Kantonale Sozialdienst, Beschwerdestelle SPG, und der Gemeinderat 

Q._____ werden verpflichtet, der Beschwerdeführerin die vor Verwaltungs-

gericht entstandenen Parteikosten im Verfahren WBE.2024.264 in Höhe 

von Fr. 1'000.00 zu je ½ mit Fr. 500.00 unter solidarischer Haftbarkeit zu 

ersetzen. 

 

5. 

Im Verfahren WBE.2024.265 werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

 
 

 - 18 - 

 

 

   

Zustellung an 

die Beschwerdeführerin (Vertreter) 

den Beschwerdeführer 

den Gemeinderat Q._____ 

das DGS, Kantonaler Sozialdienst, Beschwerdestelle SPG 
 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Zwischenentscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völ-

kerrecht, kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantona-

lem Recht innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffent-

lich-rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesge-

richt, Schweizerhofquai, 6004 Luzern, angefochten werden, wenn er einen 

nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken könnte (Art. 93 Abs. 1 

lit. a des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG; SR 173.110]) 

oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid 

herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten 

für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b 

BGG). Die Beschwerdefrist steht still vom 7. Tag vor bis und mit 7. Tag 

nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember 

bis und mit 2. Januar. 

 

Die unterzeichnete Beschwerde muss das Begehren, wie der Entscheid zu 

ändern sei, sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern der ange-

fochtene Akt Recht verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. Der 

angefochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind 

beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

 
 

   

Aarau, 31. März 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

Michel Wittich