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**Case Identifier:** 329668eb-c9b5-5b65-9b1c-180a21de5a6a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.06.2018 200 2018 210
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-210_2018-06-05.pdf

## Full Text

200 18 210 IV
KOJ/FRN/FLS/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. Juni 2018

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. Februar 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Juni 2018, IV/18/210, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1964 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich am 3. Oktober 2016 bei der Invalidenversicherung 
(IV) zur beruflichen Integration bzw. zum Bezug einer Rente an (Antwort-
beilage der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin; 
AB] 1). 

Die IVB nahm Abklärungen in medizinscher und erwerblicher Hinsicht vor 
und liess die Versicherte psychiatrisch begutachten (AB 32). Gestützt auf 
das entsprechende Gutachten vom 6. November 2017 (AB 41.1) stellte sie 
hiernach mit Vorbescheid vom 15. November 2017 (AB 42) die Abweisung 
des Leistungsbegehrens mangels eines Gesundheitsschadens mit invalidi-
sierender Wirkung in Aussicht. Damit zeigte sich die Versicherte – vertreten 
durch B.________ – mit Einwand vom 30. November 2017 (AB 43) nicht 
einverstanden und reichte mit Eingabe vom 14. Dezember 2017 eine Stel-
lungnahme von Dr. med. C.________ (im Medizinalberuferegister [vgl. 
www.medregom.admin.ch] nicht verzeichnet) zu den Akten (AB 46). Nach 
Einholen einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) 
vom 10. Januar 2018 (AB 48) verfügte die IVB am 14. Februar 2018 
(AB 49) dem Vorbescheid entsprechend und wies das Leistungsbegehren 
ab.

B.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 12. März 2018 (Datum 
der Postaufgabe) Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern. 
Sie beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zu-
sprache einer Rente. Eventualiter seien Eingliederungsmassnahmen der IV 
zu prüfen. Weiter ersucht sie um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne ei-
ner Befreiung von der Vorschuss- und Kostenpflicht. 

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Aufforderungsgemäss (prozessleitende Verfügung vom 13. März 2018) hat 
die Beschwerdeführerin am 19. April 2018 eine Kopie ihrer obligatorischen 
Krankenpflegeversicherungspolice nachgereicht (Akten der Beschwerde-
führerin, Beschwerdebeilage [BB] 8).

In der Beschwerdeantwort vom 24. April 2018 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 14. Februar 2018 
(AB 49). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf Leistungen der IV, namentlich eine IV-Rente.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch 
nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies 
zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Ein-
fluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 
106 E. 4.4 S. 110). 

Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit inva-
lidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 

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Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könn-
te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt 
(BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 
S. 5 E. 3.1).

2.2 Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob 
ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität 
zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen 
Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427 ff., BGE 141 V 281 E. 4.1 
S. 296 ff.). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades 
ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch fest-
gestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand von 
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über-
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6 
S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E. 7.2 S. 429).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Gemäss 
Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die 
versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 
wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 

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ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand resp. zur Arbeitsfähigkeit der Beschwer-
deführerin lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen: 

3.1.1 Die Fachärzte der Spital D.________ AG diagnostizierten im Bericht 
vom 19. August 2014 resp. 12. September 2014 (AB 26 S. 6 bis 8) eine 
wahnhafte Störung, differentialdiagnostisch könne auch eine paranoide 
Schizophrenie vorliegen (ICD-10 F22.0). Aufgrund der bereits länger an-
dauernden ausgeprägten wahnhaften Störung und der Belastung des Um-
felds würden sie eine ambulante psychiatrische Behandlung mittels Wei-
sung empfehlen. Es bestehe aber zurzeit weder eine akute Selbst- noch 
Fremdgefährdung. Die Beschwerdeführerin leide offensichtlich, sei jedoch 
nicht krankheits- und kaum behandlungseinsichtig. Vorerst werde keine 
störungsspezifische Medikation abgegeben, da diese verweigert werde. 

3.1.2 Im Bericht vom 29. November 2014 (AB 26 S. 5) führte Dr. med. 
E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, folgende Dia-
gnose auf: Wahnhafte Störung (ICD-10 F22.0). Die Spital D.________ AG 
vom 19. August 2014 (AB 26 S. 6 bis 8) könne er nach eigener Untersu-
chung bestätigen. Die Wahnsymptomatik erachte er als sensitiv, das heisst 
sie sei durch die Entwicklungsgeschichte der Patientin bedingt und nicht 
psychotisch oder im Zusammenhang mit einer Schizophrenie. Der Wahn 
sei somit medikamentös nicht beeinflussbar und die Prognose ungünstig. 
Der Behandlungsversuch sei ausschliesslich ein psychotherapeutischer. 
Die Beschwerdeführerin habe vernünftigerweise aus eigenem Antrieb seit 
Anfang Oktober 2014 einen Therapieplatz mit wöchentlichen Sitzungen bei 
einem … sprechenden Psychiater in Biel gefunden. Sie verspüre offen-
sichtlich einen Leidensdruck, obschon typischerweise die Krankheitsein-
sicht bezüglich der Wahnsymptomatik fehle. 

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3.1.3 Dr. med. C.________, welche die Beschwerdeführerin psychia-
trisch/psychotherapeutisch behandelte, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 
16. Dezember 2016 (AB 18) eine anhaltende wahnhafte Störung (ICD-10 
F22.9). Die Beschwerdeführerin sei seit dem 8. August 2014 auf Anord-
nung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) bei ihr in The-
rapie. Sie komme aus Angst vor einer allfälligen Hospitalisierung in die Be-
handlung. Das von ihrem behandelnden Internisten Dr. med. F.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Facharzt für Pneumologie, ab 
Mai 2015 verschriebene Neuroleptikum (Xeplion, seit Dezember 2015 noch 
50mg pro Monat) habe sie seit mehreren Monaten nicht mehr eingenom-
men. Ihre Ängste seien abgeschwächt, aber sie bleibe immer in Alarmzu-
stand. Die Katastrophenszenarien würden sie im Alltag (öffentliche Ver-
kehrsmittel benutzen, alleine in den Supermarkt oder in die Garage ihrer 
Wohnung gehen) verfolgen und lähmen. Sie befürchte, ermordet oder ent-
führt zu werden und sogar bei sich zu Hause fühle sie sich in Gefahr. Die 
Beschwerdeführerin sei der Meinung, sie brauche keine Therapiesitzungen 
mehr und warte darauf, das Neuroleptikum nicht mehr einnehmen zu müs-
sen (S. 2). Die Fortsetzung der psychotherapeutischen Behandlung (eine 
Sprechstunde à 60 Minuten alle drei bis vier Wochen) sowie die monatliche 
Abgabe von Xeplion 50mg intramuskulär sei weiterhin notwendig. Sie habe 
der Beschwerdeführerin keine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Über die kör-
perlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin könne sie nichts sa-
gen, aber ihre Ängste seien invalidisierend. Die Arbeit in einer geschützten 
Werkstatt sei für die Beschwerdeführerin geeignet. Es könne ein weiterer 
Arbeitsversuch unternommen werden (S. 3).

3.1.4 Am 3. April 2017 (AB 26 S. 2 bis 4) diagnostizierte Dr. med. 
F.________, Facharzt Innere Medizin, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit eine chronische wahnhafte Störung. Ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit führte er die Diagnosen Status nach laparoskopischer Cholezys-
tektomie bei symptomatischer Cholezystolithiasis mit Cholezystis und Em-
pyem 5/16, Status nach Sectio mit Tubenligatur und ein chronisches Lum-
bovertebralsyndrom auf. Er sehe die Beschwerdeführerin in regelmässigen 
Abständen für die Applikation von Xeplion intramuskulär. In den letzten 
Monaten sei ihr Zustand stabil und sie sei relativ ruhig gewesen. Sie habe 
keine klar fassbaren paranoiden Gedanken geäussert. Die Prognose sei 

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unklar. Die Beschwerdeführerin sei weiterhin uneinsichtig, was ihr Leiden 
angehe, immerhin sei sie in letzter Zeit regelmässig, teils aber widerwillig, 
für die regelmässige Injektion der Neuroleptika gekommen. Er habe keine 
Arbeitsunfähigkeiten bezüglich der aktuellen Problematik ausgestellt, da die 
Beschwerdeführerin nicht arbeite. Aus seiner Sicht sei sie aber langfristig 
nicht arbeits- und auch nicht eingliederungsfähig. Körperlich würden auf-
grund der chronischen Rückenbeschwerden leichte Einschränkungen be-
stehen, diese seien aber für die Arbeitsfähigkeit kaum limitierend. Lediglich 
körperlich belastende Arbeiten mit Heben von schweren Lasten sollte die 
Beschwerdeführerin nicht ausführen. Die psychischen Einschränkungen 
seien erheblich. Die Beschwerdeführerin sei aktuell psychisch zwar eini-
germassen stabil, die Belastbarkeit sei aber nicht genügend für eine Ar-
beitsfähigkeit. Die Arbeitseinschränkung sei bedingt durch das psychiatri-
sche Leiden. 

3.1.5 Mit Bericht vom 5. Juni 2017 (AB 29) stellte Dr. med. C.________ 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die ICD-10 Diagnosen F22.9 (an-
haltende wahnhafte Störung), F20.0 (paranoide Schizophrenie) und F60.8 
(sonstige spezifische Persönlichkeitsstörungen; unreife Persönlichkeit). Die 
Beschwerdeführerin sei nicht mehr permanent angespannt. Die Überzeu-
gung, dass eine Katastrophe über sie hereinbreche sowie die Vorstellung in 
Todesgefahr zu sein, seien abgeschwächt. Sie sei entspannter im Alltag. 
Sie stelle kindliche Forderungen gegenüber der Therapeutin und sabotiere 
den Fortschritt der Therapie (vergesse Termine und finde wenig plausible 
Ausreden, um nicht gehen zu müssen). Sie fühle sich gezwungen, das 
Neuroleptikum injizieren zu lassen. Die Beschwerdeführerin leide weiterhin 
unter visuellen und auditiven Halluzinationen. Sie leide nicht an körperli-
chen Einschränkungen. Sie verstehe schlecht Deutsch und misstraue 
Personen albanischer Abstammung (auch Frauen), deren Anwesenheit im 
selben Raum löse bei der Beschwerdeführerin Angst und Panik – vor 
Entführung, Missbrauch und Mord – aus. Die Beschwerdeführerin sei in der 
Lage, eine teilzeitliche Tätigkeit in einer geschützten Werkstatt und einer 
kleinen Gruppe (sechs bis acht Personen) aufzunehmen. 

3.1.6 Im psychiatrischen Gutachten vom 6. November 2017 (AB 41.1) 
konnte Dr. med.  G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-

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pie, keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellen. Als 
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte er Adipositas 
permagna und Nikotinabusus auf (S. 12). Aus seiner Sicht liessen sich 
keine im engeren Sinne krankheitswertigen psychiatrischen Befunde 
erheben. Eine anhaltende wahnhafte Störung im engeren Sinne liege nicht 
vor, jedoch könne das kindliche Verhalten allenfalls in die Nähe einer 
psychischen Störung gerückt werden. Gegenüber Menschen albanischer 
Ethnie bestehe ein ausgeprägtes Misstrauen und Angst. Die Gesundheit 
der Beschwerdeführerin sei dadurch nicht beeinträchtigt. Es seien 
vorliegend zur Hauptsache soziokulturelle Faktoren für die 
Arbeitsuntätigkeit der Beschwerdeführerin verantwortlich (S. 10). Die 
Motivation, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, sei nur rudimentär 
vorhanden und beschränke sich vorderhand auf die teilzeitliche Tätigkeit in 
einer geschützten Werkstatt (S. 12). Aus psychiatrischer Sicht gebe es 
keine Option – auch nicht medikamentös – um den Gesundheitszustand 
und/oder die Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu verbessern (S. 13). 
Allenfalls würden auch körperliche Einschränkungen dafür verantwortlich 
sein. Aus psychiatrischer Sicht seien Eingliederungsmassnahmen ohne 
weiteres zumutbar (S. 14). Im Sinne der ICF (Internationale Klassifikation 
der Funktionen) könne sich die Beschwerdeführerin an Regeln und 
Routinen anpassen, Termine (Psychotherapie, Reise nach Zürich zur 
Begutachtung) verabredungsgemäss wahrnehmen und die täglichen 
Routineabläufe des Alltags (Haushaltführung etc.) einhalten. Sie sei bei 
ausreichender Flexibilität und Umstellfähigkeit auch fähig, alltägliche 
Aufgaben zu planen und zu strukturieren, wie sie eine Tätigkeit etwa als 
Reinigungsfachkraft verlange. Sie könne sofort ihre fachlichen 
Kompetenzen anwenden, besonders unter der Voraussetzung eines 
verständnisvollen und wohlwollenden Arbeitsumfeldes, wenngleich sie 
wegen des Übergewichtes und der beeinträchtigten Atmung schneller 
ermüde, was auch ihrer diesbezüglichen Dekonditionierung anzulasten sei. 
Aus psychiatrischer Sicht sei ihre Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit 
(ausser allenfalls gegenüber albanischen Mitbürgern) nicht beeinträchtigt. 
Ihre Durchhaltefähigkeit – die Fähigkeit hinreichend ausdauernd an einer 
Aufgabe zu bleiben und ein durchgehendes Leistungsniveau 
aufrechtzuerhalten – dürfte hauptsächlich aus körperlichen Gründen noch 
beeinträchtigt sein. Die Selbstbehauptungsfähigkeit sei nicht vermindert 

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und es würden sich auch keine Argumente gegen ihre Fähigkeit, sich in 
empathische und wohlwollende Gruppen einzufügen oder freundschaftliche 
und familiäre Beziehungen zu pflegen, vorfinden. Sie sei uneingeschränkt 
fähig zur Selbstfürsorge und -pflege (sich waschen, Zähne putzen und 
Kleidung jahreszeitlich passend auswählen sowie essen und trinken). 
Schliesslich sei die Beschwerdeführerin auch verkehrsfähig, d.h. in der 
Lage, jeweils zur Verfügung stehende Transportmittel zu benutzen und 
damit jeden verkehrsüblichen Platz aufzusuchen (S. 9). Die Arbeitsfähigkeit 
in einer adäquaten Tätigkeit in einem wohlwollenden Umfeld sei 
grundsätzlich gegeben. In einer angepassten, wechselbelasteten Tätigkeit 
in einem wertschätzenden Umfeld bestehe aus psychiatrischer Sicht und 
nach entsprechend langer Eingewöhnungszeit eine vollschichtige 
Arbeitsfähigkeit (S. 15). 

3.1.7 Im Bericht vom 14. Dezember 2017 (AB 46 S. 1) hielt Dr. med. 
C.________ fest, dass die Beschwerdeführerin trotz den monatlich verab-
reichten Neuroleptika nach wie vor unter Verfolgungswahn, Komplottängs-
ten und Gefahren gegenüber der ganzen Schweizerbevölkerung leide. Die-
se Wahnideen würden die Beschwerdeführerin im alltäglichen Leben ein-
schränken. Sie sei weder fähig ein öffentliches Verkehrsmittel zu benutzen 
(weil sie glaube, dass sie entführt werden könnte) noch einen Supermarkt 
aufzusuchen. Sie beobachte weiterhin ihr Wohnquartier aus dem Fenster 
und unterstelle den – insbesondere mit einem Mobiltelefon an einer Kreu-
zung stehenden – Passanten boshafte Absichten. In ihrer Vorstellung wür-
den sie einander Informationen austauschen, um die Bevölkerung besser 
angreifen zu können. Als sie im Jahr 2014 begonnen habe mit der Be-
schwerdeführerin zu arbeiten, sei diese starr auf dem Stuhl gesessen und 
habe in Codes gesprochen, weil sie geglaubt habe überwacht zu werden. 
Trotzdem habe sie sich entspannt gezeigt, was fälschlicherweise an eine 
Verbesserung ihres Zustandes glauben lasse. Es gebe sicher eine Besse-
rung, trotzdem aber nicht genug, damit sie eine Erwerbstätigkeit ausüben 
könnte. 

3.1.8 Im Bericht vom 10. Januar 2018 (AB 48) hielt der RAD-Arzt Dr. med. 
H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, fest, dass auf 
das psychiatrische Gutachten von Dr. med. G.________ vom 6. November 

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2017 (AB 41.1) unter Einbeziehung der Angaben von Dr. med. C.________ 
vom 14. Dezember 2017 (AB 46) abgestellt werden könne. Bezüglich der 
Diagnose der wahnhaften Störung handle es sich um ein seltenes 
psychiatrisches Krankheitsbild mit einer Prävalenz von etwa 25 auf 100.000 
Personen. Zur Entstehung der Störung seien umfangreiche 
Untersuchungen angestellt worden, welche aber nicht zu allgemein 
gesicherten Erkenntnissen geführt hätten. Ein wichtiger Befund sei, dass es 
bei der wahnhaften Störung keine familiäre Belastung mit psychiatrischen 
Erkrankungen gebe. Der Beginn der wahnhaften Störung könne im 
mittleren Lebensabschnitt angesiedelt werden. Der zumeist schleichend 
einsetzende Wahnbeginn lasse sich häufig mit der Lebenssituation in 
Beziehung setzen. Dabei gehe man davon aus, dass es im 
Zusammenwirken einer besonderen Persönlichkeitsstruktur mit besonderen 
Schlüsselerlebnissen zuerst zu einer überwertigen Idee komme, die dann 
immer mehr Gewissheit werde. Sehr häufig würden sich diese 
Persönlichkeitsmerkmale noch intensivieren und sich in eine 
querulatorische Richtung entwickeln. Der Gutachter habe die Diagnose 
einer Persönlichkeitsstörung unter Rückgriff auf die Einschätzung von Dr. 
med. C.________ bzw. die von ihr attestierte unreife 
Persönlichkeitsstörung (AB 29 S. 1) ausgeschlossen. Häufig gingen 
wahnhafte Störungen auch in eine Psychose aus dem schizophrenen 
Formenkreis über; dies deute sich im vorliegenden Fall nicht an. Der 
Ausschluss einer wahnhaften Störung überrasche denn auch nicht, 
verwende Dr. C.________ doch mit der Klassifikation der Symptomatik als 
„F22.9 Anhaltende wahnhafte Störung, nicht näher bezeichnet“ eine 
sogenannte Auffangkategorie, bei der eine nur geringe diagnostische 
Sicherheit bestehe. Beziehe man die obigen Überlegungen hinsichtlich der 
geringen Auftretenswahrscheinlichkeit der Störung mit ein, werde die 
diagnostische Problematik recht deutlich (S. 4). Dr. med. G.________ 
empfehle nachvollziehbar angesichts der Dekonditionierung in Bezug auf 
die Arbeitstätigkeit eine gewisse Eingewöhnungszeit in einer geschützten 
Werkstätte, ohne dass dies die finale Leistungsfähigkeit dokumentiere. 
Neben der Erfassung des von Dr. med. C.________ erwähnten 
Wohlergehens sei als wichtiger Befund erhoben worden, dass eine – wie 
die behandelnde Psychiaterin annehme – Ausweitung auffälliger 
gedanklicher Inhalte auf die gesamte Bevölkerung der Schweiz nicht 

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vorliege, sondern vornehmlich auf die Gruppe albanischer Mitbürger 
bezogen sei. Dadurch würden ihr Aktionsradius sowie ihre Entscheidungs- 
und Urteilsfähigkeit nicht signifikant eingeschränkt (S. 5).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1). Eine von anderen mit der 
versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung vermag die 
Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu 
den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial ausein-
anderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf welche 

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Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und 
allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 
132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

3.3

3.3.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich vorliegend auf das psychiatrische 
Gutachten von Dr. med. G.________ vom 6. November 2017 (AB 41.1) 
gestützt. Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Ab-
klärungen des Psychiaters und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter 
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Aus-
führungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind ein-
leuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand werden nachvollziehbar, umfassend und einlässlich begründet. Die-
ser Bericht erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den 
Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen (E. 3.2 
hiervor; vgl. auch Stellungnahme des RAD vom 10. Januar 2018 [AB 48 S. 
4]), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb 
S. 353) und darauf abzustellen ist. 

3.3.2 Daran vermögen auch die weiteren medizinischen Berichte in den 
Akten nichts zu ändern. Die von Dr. med. C.________ gestellte Diagnose 
der wahnhaften Störung ICD-10 F22.9 (AB 18 und 29) ist gemäss dem 
RAD-Arzt Dr. med. H.________ eine Auffangkategorie mit geringer dia-
gnostischer Sicherheit (vgl. AB 48 S. 4). Sodann und vor allem bescheinigt 
die behandelnde Ärztin der Beschwerdeführerin in ihren Berichten vom 16. 
Dezember 2016 sowie 5. Juni 2017 keine Arbeitsunfähigkeit (vgl. AB 18 
und 29). Zudem fehlt im Bericht der Fachärzte der Spital D.________ AG 
(AB 26 S. 6 bis 8) eine ICD-10-Codierung, welche für die Annahme eines 
Gesundheitsschadens im Sinne des IVG und ATSG vorausgesetzt ist (vgl. 
BGE 130 V 396 E. 5.3 und 6) und es wird darin im Übrigen auch keine Ar-
beitsunfähigkeit bescheinigt. Schliesslich attestierte auch der Psychiater 
Dr. med. E.________ (AB 26 S. 5) der Beschwerdeführerin keine Arbeits-
unfähigkeit. Lediglich Dr. med. F.________ führte in seinem Bericht vom 3. 
April 2017 aus, dass die Beschwerdeführerin langfristig nicht arbeits- und 
auch nicht eingliederungsfähig sei (AB 26 S. 3), doch handelt es sich beim 
berichtenden Arzt nicht um einen Psychiater, sondern um einen Internisten. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Juni 2018, IV/18/210, Seite 14

Die gutachterlichen Feststellungen wurden denn auch im Einwandverfah-
ren vom RAD-Arzt mit ausführlicher und schlüssiger Begründung bestätigt 
(AB 48).

3.3.3 Soweit die Beschwerdeführerin unter Berufung auf den Bericht von 
Dr. med. C.________ vom 14. Dezember 2017 (AB 46) auf eine „Arbeitsun-
fähigkeit im Sinne einer Anstellung im ersten Arbeitsmarkt“ verweist (vgl. 
Beschwerde vom 6. März 2018 S. 2), kann sie daraus nichts zu ihren 
Gunsten ableiten. Dass Dr. med. C.________ als behandelnde Ärztin der 
Beschwerdeführerin allenfalls Einschränkungen attestierte, vermag an der 
Beweiskraft des Gutachtens nach dem oben (vgl. E. 3.3.2 hiervor) Erwähn-
ten nichts zu ändern. Dabei ist überdies der Erfahrungstatsache Rechnung 
zu tragen, dass neben Hausärzten – wie Dr. med. F.________ (vgl. E. 
3.3.2 hiervor und AB 26) – auch behandelnde Spezialärzte mitunter im 
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; 
SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3; Entscheid des EVG vom 
20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). 

3.3.4 Auch die weiteren Vorbringen (Beschwerde S. 3) der Beschwerde-
führerin, wonach sowohl Dr. med. G.________ als auch Dr. med. 
H.________ in ihren Berichten festhalten würden, dass die Beschwerdefüh-
rerin mit einer Eingewöhnungszeit in einer geschützten Werkstätte bei der 
Wiedereingliederung unterstützt werden könnte, vermögen nicht durchzu-
dringen. Zwar führte Dr. med. G.________ aus, dass eine Eingewöhnungs-
zeit in einer geschützten Werkstätte mit dem Training alltäglicher Fähigkei-
ten wie pünktlichem Erscheinen, ausharren bis zum Feierabend etc. sinn-
voll sei (AB 41.1 S. 15). Dem Gutachten ist jedoch auch zu entnehmen, 
dass für die Probleme bei der Eingliederung resp. die Arbeitsuntätigkeit in 
erster Linie IV-fremde (soziokulturelle) Faktoren – wie beispielsweise auch 
die längere Arbeitsabstinenz – sowie die Dekonditionierung und Bequem-
lichkeit der Beschwerdeführerin verantwortlich seien (vgl. AB 41.1. S. 9, 10 
und 13). Es ist durchaus nachvollziehbar, dass sich die Beschwerdeführe-
rin mit Blick auf die Tatsache, dass sie seit vielen Jahren unter psychischen 
Beschwerden leidet, in der Schweiz nie namhaft erwerbstätig war und seit 
rund fünf Jahren gar nicht mehr erwerbstätig ist, subjektiv nicht mehr ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Juni 2018, IV/18/210, Seite 15

wachsen fühlt, einer Arbeitstätigkeit – ausserhalb einer geschützten 
Werkstätte – nachzugehen (AB 41.1 S. 5). Aus sozialversicherungsrechtli-
cher Sicht ist indessen die dem voll beweiskräftigen psychiatrischen Gut-
achten zu entnehmende vollständige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 
Tätigkeit massgebend.

3.3.5 Schliesslich deuten die drei bis vier wöchigen Therapieintervalle bei 
Dr. med. C.________ (vgl. AB 18 S. 3) nicht auf einen grossen Leidens-
druck der Beschwerdeführerin hin. Der Beschwerdeführerin ist denn auch 
durchaus zuzumuten, eine angepasste Tätigkeit auszuüben, bei welcher 
ihren Wahnideen Rechnung getragen werden kann. Dabei ist an Stellen zu 
denken, an denen die Möglichkeit besteht, den Kontakt zu der von ihr ge-
fürchteten Bevölkerungsgruppe zu vermeiden resp. beispielsweise eine 
Arbeitstätigkeit im selben Raum umgangen werden kann. Solche Stellen 
sind auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt vorhanden. 

3.4. Nach dem Dargelegten ist gestützt auf das voll beweiskräftige Gut-
achten von Dr. med. G.________ vom 6. November 2017 (AB 41.1) erstellt, 
dass bei der Beschwerdeführerin keine Diagnose mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit vorliegt, womit es von vornherein an einem invalidisieren-
den Gesundheitsschaden fehlt. Die unlängst erfolgte Praxisänderung be-
treffend psychische Gesundheitsschäden (BGE 143 V 418 [vgl. E. 2.2 hier-
vor]) wirkt sich in der vorliegenden Konstellation nicht aus, denn angesichts 
der aus medizinischer Sicht fehlenden Arbeitsunfähigkeit erübrigt sich eine 
sog. Indikatorenprüfung im Rahmen eines strukturierten Beweisverfahrens 
(vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1 S. 419).

4.

Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf Leis-
tungen der IV zu Recht verneint. Die Verfügung vom 14. Februar 2018 
(AB 49) ist nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde 
ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Juni 2018, IV/18/210, Seite 16

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1'000.– festzulegen. Vorliegend werden die Verfahrens-
kosten auf Fr. 800.– festgesetzt und – unter Vorbehalt der unentgeltlichen 
Rechtspflege (vgl. E. 5.3 hiernach) – der unterliegenden Beschwerdeführe-
rin auferlegt. 

5.2 Bei diesem Ausgang besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbin-
dung mit Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch der Be-
schwerdeführerin auf eine Parteientschädigung; auch die obsiegende Be-
schwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf Ausrichtung einer Parteien-
tschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

5.3 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG).

Die Prozessarmut ist aufgrund der eingereichten schriftlichen Bestätigung 
über die sozialhilferechtliche Unterstützung ausgewiesen (vgl. BB 2). Da 
das Verfahren zudem nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet 
werden kann, sind die Voraussetzungen für die Erteilung des Rechts auf 
unentgeltliche Rechtspflege betreffend die Verfahrenskosten erfüllt. Das 
entsprechende Gesuch ist somit gutzuheissen. Die Beschwerdeführerin ist 
somit – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; 
SR 272) – von der Zahlungspflicht der Verfahrenskosten zu befreien 
(Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Juni 2018, IV/18/210, Seite 17

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege betreffend die Verfah-
renskosten wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Juni 2018, IV/18/210, Seite 18

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.