# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4d67e9a6-c2dd-536b-a4fb-f2450ea8a7fe
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.10.2010 D-7365/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7365-2010_2010-10-26.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7365/2010/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Bendicht Tellenbach,
mit Zustimmung von Richter Markus König; 
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

A._______ dessen Ehefrau
B.________und deren Kinder
C. und D.______
Bosnien und Herzegowina,
alle vertreten durch lic. iur. Carl-Rudolf Meier, 
Rechtsanwalt, Alpenstrasse 1, Schweizerhofquai, 
Postfach 6686, 6000 Luzern 6,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 5. Oktober 2010 / N________

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7365/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest:

dass die aus Bosnien und Herzegowina stammenden Beschwerdefüh-
renden am 3. September 2009 in der Schweiz um Asyl nachsuchten, 

dass  sie  im  E._______  im  Rahmen  der  Erstbefragungen  vom  25. 
September  2009  und  der  Anhörungen  nach  Art.  29  Abs.  1  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) vom 5. November 
2009 unter anderem angaben, nach der Hochzeit am 15. August 2008 
bei  der  Familie  des  Beschwerdeführers  in  F._______  gewohnt  zu 
haben, 

dass sie wegen Schwierigkeiten mit dem alkoholabhängigen und psy-
chisch labilen Vaters des Beschwerdeführers im Februar 2009 zur Fa-
milie der Beschwerdeführerin in G._______gezogen seien, 

dass sie in G._______von Serben behelligt (Drohungen, Vandalenakte 
und Einbruch) worden seien, weil der Bruder der Beschwerdeführerin 
mit seiner Aussage als Zeuge eines Kriegsverbrechens zur Entlassung 
eines serbischen Polizisten namens H.______beigetragen habe, 

dass sie aus Furcht vor weiteren Behelligungen ihren Heimatstaat am 
1. September 2010 verlassen hätten, um in der Schweiz um Asyl nach-
zusuchen, 

dass sie zur Stützung ihrer Vorbringen drei Bestätigungsschreiben der 
Gemeinde  G.________  hinsichtlich  des  Bruders  der 
Beschwerdeführerin  eine  Bestätigung  als  Kriegsopfer  und  ein 
ärztliches  Zeugnis,  den  Vater  des  Beschwerdeführers  betreffend,  in 
Faxkopie einreichten, 

dass das BFM mit - am 6. Oktober 2010 eröffnetem - Entscheid vom 
5. Oktober 2010 in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 AsylG auf die Asyl-
gesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  eintrat,  deren  Wegweisung 
aus  der  Schweiz  anordnete  und  den  Vollzug  als  zulässig,  zumutbar 
und möglich erachtete, 

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  ihres  Rechtsvertreters 
vom 13. Oktober 2010 an das Bundesverwaltungsgericht gegen diesen 
Entscheid  Beschwerde  erhoben  und  dabei  in  verfahrensrechtlicher 
Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne 

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von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ersuchten,

dass die vorinstanzlichen Akten am 15. Oktober 2010 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass mit Eingabe des Rechtsvertreters vom 20. Oktober 2010 mehrere 
ärztliche Schreiben und Berichte eingereicht wurden, 

und zieht in Erwägung:

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31 - 33 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BGG, SR 
173.110]),

dass  die  Beschwerdeführenden  durch  die  angefochtene  Verfügung 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  be-
ziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert sind (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 6  AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine solche handelt,  weshalb der  Beschwerdeentscheid nur summa-
risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

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dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass dementsprechend die Beschwerdeinstanz, sofern sie das Nicht-
eintreten auf  das  Asylgesuch als  unrechtmässig  erachtet,  sich  einer 
selbständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Nichtein-
tretensverfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die 
Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. 
S. 240 f.),

dass  in  der  Frage der  Wegweisung und deren  Vollzugs die  Beurtei-
lungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt 
ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in Verbin-
dung mit Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die  Ausländerinnen  und Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  auch materiell 
zur Sache zu äussern hatte,

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staa-
ten nach Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG (sogenannte Safe-Country-Rege-
lung)  nicht  eingetreten wird,  ausser  es gebe Hinweise auf  eine Ver-
folgung (Art. 34 Abs. 1 AsylG),

dass  der  Bundesrat  mit  Beschluss  vom 25.  Juni  2003  Bosnien  und 
Herzegowina zum "Safe Country" im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a 
AsylG  erklärt  und  von  diese  Einschätzung  im  Rahmen  der  periodi-
schen Prüfung (vgl. Art. 6a Abs. 3 AsylG) bisher nicht abgewichen ist,

dass  somit  vorliegend  die  formelle  Bedingung  für  den  Erlass  eines 
Nichteintretensentscheides  auf  der  Grundlage  von  Art.  34  Abs.  1 
AsylG erfüllt ist,

dass in  einem zweiten Schritt  die materielle  Bedingung des Fehlens 
von Verfolgungshinweisen zu prüfen ist, wobei gemäss Praxis derselbe 
weite Verfolgungsbegriff wie in Art. 18, Art. 33 Abs. 3 Bst. b und Art. 35 
AsylG  zur  Anwendung  gelangt  (zu  den  beiden  erstgenannten  Be-

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stimmungen  vgl. EMARK 2004  Nr. 35  E. 4.3.  S.  247),  welcher  nicht 
bloss ernsthafte  Nachteile  nach Art. 3  AsylG, sondern auch die von 
Menschenhand verursachten  Wegweisungshindernisse  im Sinne  von 
Art. 44  Abs. 2  AsylG i.V.m. Art.  83  Abs. 3  und  4  AuG umfasst  (vgl.  
EMARK 2004 Nr. 5 E. 4c.aa S. 35 f., 2004 Nr. 35 E. 4.3. S. 247),

dass dabei ein im Vergleich zum - bereits erleichterten - Beweismass 
des  Glaubhaftmachens  nochmals  reduzierter  Massstab  anzuwenden 
ist und auch bei Asylsuchenden aus einem verfolgungssicheren Staat 
das Erfüllen der Flüchtlingseigenschaft geprüft werden muss, sobald in 
den Akten Hinweise  auf  Verfolgung (im soeben erläuterten Sinn)  zu 
verzeichnen sind, deren Unglaubhaftigkeit nicht schon auf den ersten 
Blick erkannt werden kann (vgl. EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.3. S. 16 f.),

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zu Recht und mit hin -
reichender  Begründung  die  Angaben  der  Beschwerdeführenden  zu 
ihren Vorbringen  in  zentralen Punkten  als  auffallend  widersprüchlich 
erachtet hat,

dass  beispielsweise  der  Beschwerdeführer  abweichend  von  seiner 
Aussage  anlässlich  der  Erstbefragung,  persönlich  von  H.______und 
seiner Gruppe bedroht worden zu sein (vgl. BFM-Protokoll A2 S. 6), im 
Rahmen der Anhörung geltend machte, niemals mit H.______ Kontakt 
gehabt zu haben und er vermute bloss, dass H.______ für den Vorfall  
verantwortlich gewesen sei (vgl. A14 S. 11),

dass er im Weiteren zum Einen anlässlich der Erstbefragung angab, 
ihm sei persönlich nie etwas passiert (vgl. A2 S. 6), zum Anderen im 
Rahmen  der  Anhörung  geltend  machte,  von  drei  Serben  auf  der 
Strasse angegriffen worden zu sein (vgl. A14 S. 11),

dass hinsichtlich weiterer widersprüchlicher Aussagen des Beschwer-
deführers auf die zutreffenden Feststellungen der Vorinstanz in der an-
gefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,

dass auch die Angaben der Beschwerdeführerin in mehreren zentralen 
Punkten widersprüchlich ausgefallen sind, 

dass sie beispielsweise ohne ersichtlichen Grund das anlässlich der 
Erstbefragung geltend gemachte Vorbringen, die Verfolger hätten sie 
als Schwangere damit bedroht,  sie zu vergewaltigen und ihren Sohn 

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zu  töten,  im  Rahmen  der  Anhörung,  obwohl  zentrales  Vorbringen, 
unerwähnt liess, 

dass  bezüglich  weiterer  Begründung  zur  Vermeidung  von  Wieder-
holungen auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Ver-
fügung verwiesen werden kann, 

dass  weder  die  Erklärungsversuche  der  Beschwerdeführenden  im 
Rahmen der Anhörungen, 'während der Erstbefragung einfach aufge-
regt'  (Beschwerdeführer;  vgl.  A14  S. 11)  beziehungsweise  'vielleicht 
verwirrt  gewesen zu sein'  (Beschwerdeführerin; vgl. A13 S. 10) noch 
diejenigen  in  der  Beschwerde,  wonach  die  Beschwerdeführenden, 
anders als anlässlich der Anhörung, bei der ersten Einvernahme ihre 
Vorbringen nicht hätten frei  schildern können, sondern konkrete Fra-
gen  zu  beantworten  gehabt  hätten,  woraus  sich  gewisse  Abwei-
chungen ergäben, zu überzeugen vermögen,

dass schliesslich die mit der Beschwerde neu im Original samt Über -
setzung  eingereichten  Bestätigungsschreiben  der  Gemeinde 
G._______vom 6. September 2009, 1. Oktober 2009 und 2. Oktober 
2009 an dieser Einschätzung nichts zu ändern vermögen, 

dass nämlich die Authentizität dieser Schriftstücke aufgrund ihrer frag-
lichen Herkunft und ihres ungewöhnlichen Inhalts (auffallend ungelen-
ke,  ja unbeholfene Wortwahl  des unterzeichnenden hohen Beamten) 
fraglich erscheint, 

dass  diese,  auch  wenn  authentisch,  vor  dem  Hintergrund  der  Un-
glaubhaftigkeit  der Vorbringen wegen der naheliegenden Möglichkeit, 
dass  es  sich  um reine Gefälligkeitsschreiben handelt,  als  wenig  be-
weistauglich zu erachten sind, 

dass auch die bereits im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens ein-
gereichten Dokumente (Bestätigung hinsichtlich des Bruders der Be-
schwerdeführerin als Kriegsopfer und ein ärztliches Zeugnis den Vater 
des  Beschwerdeführers  betreffend)  bereits  mangels  hinreichendem 
Sachzusammenhang zur Stützung der Vorbringen nicht geeignet sind,

dass sich die übrigen Argumente in der Beschwerde, welche sich in 
einer Wiederholung der bereits im vorinstanzlichen Verfahren geltend 
gemachten  Vorbringen,  blossen  Behauptungen  und  -  mit  Auszügen 

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aus dem Internet illustrierten - Hinweisen auf die allgemeine Situation 
in Bosnien und Herzegowina erschöpfen,

dass das BFM demnach in Anwendung von  Art. 34 Abs. 1  AsylG zu 
Recht auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetre-
ten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Weg-
weisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht  und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht li-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, weil keine Hinweise auf Verfolgung vorliegen, die sich nicht als of -
fensichtlich haltlos erweisen und gleichzeitig  keine Anhaltspunkte für 
eine menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind, die den Be-
schwerdeführenden im Heimatstaat drohen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 

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Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimatstaat der Beschwerdefüh-
renden  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im 
Falle einer Rückkehr schliessen lassen,

dass sich nämlich den Akten ausreichende Garantien entnehmen las-
sen, wonach die jungen, offenbar gesunden Beschwerdeführenden im 
Falle  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  nicht  in  eine  existenzbe-
drohende  Situation  gerieten,  zumal  sie  über  eine  ausreichende  Bil-
dung sowie ein intaktes Beziehungsnetz verfügen,

dass an dieser Einschätzung weder die erstmals auf Beschwerdeebe-
ne  behauptete  Tatsache,  die  Beschwerdeführerin  leide aufgrund  der 
subjektiv als bedrohlich empfundenen Situation im Heimatstaat unter 
akuten Angstzuständen, noch die mit Eingabe vom 20. Oktober 2010 
eingereichten ärztlichen Zeugnisse etwas zu ändern vermögen,

dass diesen nämlich lediglich zu entnehmen ist, dass die beiden Klein-
kinder  der Beschwerdeführenden wegen Monatskoliken mit  unstillba-
ren Schreien und Verdauungsproblemen für ein paar Tage im Kinder-
spital Luzern hospitalisiert worden seien und eine ambulante psycho-
therapeutische Behandlung der psychisch überforderten Beschwerde-
führerin stattgefunden habe und bei Bedarf weitergeführt werde, 

dass in den Austrittsberichten vom 25. März 2010 und 6. April  2010 
als  Gründe für  die  psychosoziale Belastung der  Beschwerdeführerin 
ohne  nähere  Angaben  oder  Begründung  neben  Erschöpfung  eine 
Kriegstraumatisierung und der ungewisse Status als Asylbewerber an-
gegeben werden,

dass hierzu festzuhalten ist, dass allfällige psychische Schwierigkeiten 
auch im Heimatstaat der Beschwerdeführerin behandelbar sind,

dass der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83  Abs. 2 AuG),  und es den Beschwerdeführenden ob-
liegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8 
Abs. 4 AsylG),

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dass somit  das BFM den Vollzug der  Wegweisung zu Recht  als  zu -
lässig, zumutbar und möglich erachtet hat und die Anordnung der vor-
läufigen Aufnahme daher ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass im Übrigen auf den Eventualantrag in der Beschwerde, eine an-
gemessene  Ausreisefrist  anzusetzen,  mangels  Zuständigkeit  nicht 
einzutreten ist, 

dass nach den vorstehenden Erwägungen die angefochtene Verfügung 
zu bestätigen und die eingereichte Beschwerde als offensichtlich un-
begründet abzuweisen ist, 

dass die eingereichte Beschwerde zum Vornherein aussichtslos war, 
weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird - soweit darauf einzutreten war - abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 

3.
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden (Einschreiben; Bei-
lagen: angefochtene Verfügung im Original; Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten Ref.-Nr. N______ (in 
Kopie) 

- (...)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli

Versand:

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