# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 18e59f7e-80cb-52df-8944-21e0559e8010
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-26
**Language:** de
**Title:** Verzicht auf Schutzmassnahmen für das ehemalige Krankenasyl "Brunnerstift" (Spital Bülach).
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0121/2017
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_iv_nr._0121-2017_vom_26._oktober_2017.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

4. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE IV Nr. 

R4.2017.00049 
0121/2017 

Entscheid vom 26. Oktober 2017 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Reto Philipp, Ersatzrichter Daniel Dittli, Baurichter Urs 
Hany, Gerichtsschreiber Andreas Mahler     

in Sachen 

Rekurrent 

Zürcher Heimatschutz ZVH, Eichstrasse 29, 8045 Zürich  

gegen 

Rekursgegnerschaft 

1.  Stadtrat Bülach, 8180 Bülach  
2.  Spital Bülach AG, Spitalstrasse 24, 8180 Bülach  

betreffend 

Stadtratsbeschluss vom 8. März 2017, Verzicht auf Anordnung von Schutz-
massnahmen für Spital Bülach 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit  Beschluss  vom  8. März  2017  verzichtete  der  Stadtrat  Bülach  beim 

ehemaligen  Krankenasyl  "Brunnerstift"  und  dem  Bettenhaus A  auf  dem 

Grundstück Kat.-Nr. 8130 an der Spitalstrasse 24 in Bülach (Spital Bülach) 

auf die Anordnung von Schutzmassnahmen. 

B. 

Gegen diesen Entscheid erhob der Zürcher Heimatschutz ZVH mit Eingabe 

vom 18. April 2017 fristgerecht Rekurs beim Baurekursgericht des Kantons 

Zürich mit folgenden Anträgen: 

"1.  Der  Beschluss  des  Stadtrates  von  Bülach,  auf  die  Anordnung  für 
Schutzmassnahmen betreffend das Gebäude "Brunnerstift" zu verzich-
ten, sei aufzuheben. 

2.  Das  Gebäude  "Brunnerstift"  sei  definitiv  unter  Schutz  zu  stellen.  Der 
Schutzumfang  sei  gemäss  dem  Fachgutachten  vom  21. Juni  2015 
festzulegen. 

3.  Eventualiter  sei  vor  einer  erneuten  Entscheidung  über  Schutzmass-
nahmen für das "Brunnerstift" eine ergänzende Machbarkeitsstudie ei-
ner  von  den  Parteien  unabhängigen,  ausgewiesenen  Fachperson  ein-
zuholen. Darin seien vertiefte Entscheidungsgrundlagen zu entwickeln, 
zur  Klärung  der  Frage,  ob  die  geplante  Spitalsanierung  und  ‒erwei-
terung auch unter der Vorgabe möglich und ökonomisch vertretbar ist, 
dass das "Brunnerstift" als Schutzobjekt zu erhalten sei. 

4.  Der  Stadtrat  sei  anzuweisen,  über  die  Schutzwürdigkeit  des  Platzes 
zwischen  Bettenhaus  und  Hochfelderstrasse,  gebildet  durch  die  südli-
che  Fassadenlinie  des  Bettenhauses  A  und  der  Strassenlinie,  zu  be-
schliessen. 

5.  Ebenso  sei  der  Stadtrat  anzuweisen,  einen  Beschluss  zur  Schutzwür-

digkeit des Spitalareals nach Vorgaben des ISOS zu treffen. 

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

C. 

Mit  Verfügung  vom  19. April  2017  wurde  der  Rekurseingang  vorgemerkt 
und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

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D. 

Mit  Eingabe  vom  18. Mai  2017  beantragte  die  Vorinstanz  die  Abweisung 

des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen zulasten des Rekurrenten. 

Die  private  Rekursgegnerin  beantragte  mit  Eingabe  vom  19. Mai  2017 

ebenfalls die Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Rekurrenten. 

E. 

Mit  Replik  vom  17. Juni  2017  bzw.  Dupliken  vom  11. Juli  2017  hielten  die 

Parteien an ihren Anträgen fest.  

F. 

Am 23. August 2017 führte die 4. Abteilung des Baurekursgerichtes im Bei-

sein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch. 

G. 

Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  und  die  anlässlich  des  Lokaltermins  ge-

machten Feststellungen wird, soweit zur Entscheidbegründung erforderlich, 

in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die  Verbandsbeschwerde  ist  gemäss  § 338  b  Abs. 1  lit. a  des  Planungs- 

und Baugesetzes (PBG) zulässig gegen Anordnungen und Erlasse, soweit 

sie sich auf den III. Titel (oder § 238 Abs. 2 PBG) stützen. Dies trifft auf den 
angefochtenen  Beschluss  zu,  weshalb  der  Rekurrent  aufgrund  des  Ver-
bandsbeschwerderechtes zum Rekurs berechtigt ist (§ 338 b Abs. 1 PBG). 

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Da  die  übrigen  Prozessvoraussetzungen  ebenfalls  erfüllt  sind,  ist  auf  den 

Rekurs einzutreten. 

2. 

Der Rekurs beruht auf  folgender Ausgangslage: Die private Rekursgegne-

rin  plant  den  Ausbau  und  die  Instandstellung  der  Gebäude  des  Spitals 

Bülach.  Sie  verlangte  deshalb  einen  Entscheid  über  die  Schutzwürdigkeit 

des  Gebäudes  Brunnerstift  und  des  angebauten  Bettenhauses A 

(act. 8.10), beides Teile der bestehenden Spitalanlage, obwohl diese weder 

im  kommunalen  noch  im  kantonalen  Inventar  schutzwürdiger  Objekte  ent-

halten  sind.  Laut  Erwägungen  im  angefochtenen  Beschluss  sei  eine 

Schutzabklärung  angeordnet  worden,  da  das  Spitalareal  im  Inventar  der 

schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) enthalten sei. Aufgrund ei-

nes  Gutachtens  X  [….]  habe  der  Stadtrat  die  Schutzwürdigkeit  des  "Brun-

nerstifts" und des durch die südliche Fassadenlinie des Bettenhauses und 

der  Strassenlinie  Hochfelderstrasse  geschaffenen  Platzes  sowie  die  im 

Gutachten  eingearbeiteten  Bewertungen  des  ISOS  hinsichtlich  der  "Bau-

gruppe  Spital"  anerkannt.  Weil  die  Erhaltung  der  Schutzobjekte  die  Pla-

nungsfreiheit  für  die  Erweiterung  und  Instandstellung  des  Spitals  beein-

trächtige,  habe  der  Stadtrat  eine  Güterabwägung  vorgenommen.  In  einer 

Machbarkeitsstudie  seien  drei  Varianten  für  die  Realisierung  der  Spitaler-

weiterung vorgestellt worden. Zwei davon liessen sich mit den Forderungen 

des ISOS und den Empfehlungen der denkmalpflegerischen Begutachtung 

"zumindest theoretisch" und "prinzipiell" in Einklang bringen. Unter Berück-

sichtigung  auch  betrieblicher  und  finanzieller  Aspekte,  der  Etappierbarkeit 

der  Ausbauten  und  der  massiven,  auch  langfristigen  Einschränkungen, 

welche  eine  Unterschutzstellung  der  fraglichen  Elemente  auf  die  weitere 

Entwicklung  des  Spitals  Bülach  zeitigen  würde,  habe  der  Stadtrat  das  öf-

fentliche  Interesse  an  der  Aufrechterhaltung  der  Funktionalität  des  Ge-

sundheitssystems  gepaart  mit  den  Erwägungen  zum  finanziellen  Aufwand 

der Spitalerweiterung und den Erfordernissen des Spitalbetriebs höher ge-

wichtet  als  das  öffentliche  Interesse  an  einem  adäquaten  Denkmalschutz. 

Folglich wurde auf die Anordnung von Schutzmassnahmen verzichtet. 

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3.1. 

Der  Rekurrent  stellt  in  Abrede,  dass  der Stadtrat  mit  der  vorgenommenen 

Güterabwägung  eine  ermessensfehlerfreie  Entscheidung  getroffen  habe. 

Es sei nicht hinreichend untersucht worden, ob der Raumbedarf des Spitals 

gedeckt  werden  kann,  ohne  das  Schutzobjekt  zu  beeinträchtigten.  Es  ist 

somit  zu  prüfen,  ob  der  Erhalt  des  "Brunnerstifts"  verhältnismässig  wäre. 

Dazu ist zunächst die Frage der Schutzwürdigkeit zu klären. 

3.2. 

Laut  Rekurrent  ist  das  Brunnerstift  hochgradig  schützenswert.  Implizit  für 

schützenswert hält er auch den Platz zwischen dem Bettenhaus A und der 

Hochfelderstrasse. 

Die  Vorinstanz  führt  in  ihrer  Rekursantwort  aus,  der  Grad  der  Schutzwür-

digkeit des Brunnerstifts sei als mittel bis hoch einzustufen; es handle sich 

nicht um einen hochkarätigen  Zeitzeugen und das Erhaltungsinteresse sei 

durchschnittlich.  Das  Gebäude  habe  mehrfach  erhebliche  Änderungen  er-

fahren und dadurch an Originalität eingebüsst. Zudem werde der Grad der 

Schutzwürdigkeit  durch  die  umliegenden,  aus  verschiedenen  Epochen 

stammenden  Bauten  des  Spitalareals  geschmälert.  Das  Bettenhaus A  sei 

nicht schutzwürdig. 

Die  private  Rekursgegnerin  ist  der  Auffassung,  das  Gutachten  von  X  sei 

mangelhaft, wie das von ihr in Auftrag gegebene Gutachten der YZ aufzei-

ge,  und  bestreitet  die  Schutzwürdigkeit  der  Objekte  Brunnerstift  und  Bet-

tenhaus A. Das Gutachten von X habe die bauliche Integrität und die sub-

stantiellen Veränderungen nicht berücksichtigt. Es lasse ausser Acht, dass 

das Treppenhaus und weitere Bestandteile im Inneren, wie die Flügeltüren 

und Fensterflügel, ersetzt und auch räumlich verändert worden seien. Das 

Gutachten  verkenne,  dass  sämtliche  Fassaden  und  auch  die  Dachgestal-

tung  erheblich  verändert  worden  seien.  Von  einem  authentischen  Erhal-

tungszustand  könne  nicht  die  Rede  sein.  Die  Bekanntheit  des  Architekten 

sei nicht näher geprüft worden. Die typologische Einordnung als Villa beru-

he  auf  der falschen  Annahme,  dass  eine  rechteckige  Grundfläche  bestan-

den habe, und sei nicht fundiert. Sodann stütze sich das Gutachten von X 

auf  falsch  eingeordnete  Abbildungen  und  einseitig  beigezogene  Literatur, 

ohne den Primärquellen genügend Beachtung zu schenken. Gemäss Gut-
achten YZ sei der baukünstlerische Stellenwert durchschnittlich und werde 

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durch  Umbauten  stark  reduziert.  Das  Gebäude  eigne  sich  nicht  mehr  als 

Denkmal für einen Spitalbau der Zeit um 1900. In städtebaulicher Hinsicht 

sei  eine  herausragende  und  wichtige  Bedeutung  des  Brunnerstifts  zu  ver-

neinen.  Dessen  Stellenwert  beschränke  sich  auf  seine  Eigenschaft  als 

Kernbau der Spitalanlage. 

3.3. 

Der  Rekurrent  entgegnet,  ältere  Teile  eines  Denkmals  seien  nicht  von 

vornherein wertvoller als jüngere; auch frühere Restaurierungen könnten zu 

den historisch bedeutsamen Zeugnissen gehören.  YZ messe die Authenti-

zität fast ausschliesslich am vorhandenen Baubestand aus der Bauzeit. Der 

1923 eingebaute Operationssaal mit innovativer Oberlichtausleuchtung und 

grosser  lichtdurchfluteter  Fensterfront  werde  im  Gutachten  YZ  nicht  ange-

messen gewürdigt. Dessen Konzeption komme eine wichtige baukünstleri-

sche  Zeugenschaft  zu,  was  allein  schon  ein  gewichtiger  Grund  für  die  Er-

haltung des Brunnerstifts sei. Weiter werde der Verlust verschiedener Aus-

stattungselemente von YZ bloss vermutet und viele Aussagen zum angeb-

lichen  Ursprungszustand  würden  nicht  belegt.  Der  bautypologische  Ver-

gleich beziehe sich auf grosse spitalartige Bauten aus Städten, die mit den 

Krankenasylen auf der Landschaft nicht zu vergleichen seien. YZ habe die 

Sozialgeschichte  des  Brunnerstifts  vollständig  ausgeklammert  und  sich 

auch  mit  dem  ISOS  und  dem  hohen  Situationswert  nicht  auseinanderge-

setzt. 

3.4.1. 

Schutzobjekte sind unter anderem Ortskerne, Quartiere, Strassen und Plät-

ze, Gebäudegruppen, Gebäude und Teile sowie Zugehör von solchen, die 

als  wichtige  Zeugen  einer  politischen,  wirtschaftlichen,  sozialen  oder  bau-

künstlerischen Epoche erhaltenswürdig sind oder die Landschaft oder Sied-

lungen  wesentlich mitprägen,  samt der für ihre Wirkung  wesentlichen  Um-

gebung (§ 203 Abs. 1 lit. c PBG). 

Aus  der  vom  Gesetz  alternativ  zur  landschafts-  oder  siedlungsprägenden 

Wirkung  vorausgesetzten  Zeugeneigenschaft  ergibt  sich  das  Erfordernis, 

dass  ein  Objekt,  über  welches  Schutzmassnahmen  verhängt  werden  sol-
len,  namentlich  auf  Grund  seiner  ortsbaulichen,  baulichen  oder  ausstat-
tungsmässigen  Eigenschaften  von  einer  Epoche  Zeugnis  abzulegen,  d.h. 

die betreffende Epoche zu veranschaulichen und im eigentlichen Wortsinne 

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zu dokumentieren vermag. Allein der Umstand, dass ein Objekt einer Epo-

che zugeordnet werden kann, ist somit für die Bejahung der Zeugeneigen-

schaft  noch  nicht  ausreichend.  Zudem  lässt  das  Gesetz  auch  die  blosse 

Zeugeneigenschaft noch nicht genügen; das betreffende Objekt muss viel-

mehr ein wichtiger Zeuge sein. Diese Qualifikation kann sich aus verschie-

denen,  hier  nicht  abschliessend  aufzuzählenden  Gründen  ergeben.  Ein 

wichtiger Zeuge liegt namentlich dann vor, wenn die betreffende Baute auf 

Grund ihrer gesamten Beschaffenheit eine Epoche besonders aussagekräf-

tig und qualitätsvoll zu dokumentieren vermag. 

3.4.2. 

Gemäss dem Gutachten von X kommt dem Brunnerstift eine wichtige sied-

lungsgeschichtliche Zeugenschaft zu. Es handle sich um eine der frühesten 

Bauten  des  "Kirchfelds"  und  als  einst  freistehendes  Krankenasyl  um  die 

Keimzelle des Spitals. Seine heutige besondere ortsbauliche Qualität liege 

in der exponierten Stellung am Eingang des Spitalareals (Visitenkartenfunk-

tion). Im baulichen und spirituellen Zusammenspiel mit der östlich situierten 

katholischen Kirche bilde das Krankenasyl eine Torsituation, die derzeit al-

lerdings durch die Tiefgarage und das Parkdeck stark beeinträchtigt werde. 

Dem  prägenden  Charakter  des  quartiertypischen  Netzes  der  Sichtbezüge 

folgend, stehe das Krankenasyl in einer räumlich-visuellen Ausrichtung zur 

Kirche  und  dem  südöstlich  positionierten  Bezirksgebäude.  Das  villenartige 

Gebäude  erinnere  mit  seinem  Habitus  grossbürgerlicher  Repräsentanz  an 

das  grosszügige  Legat  des  Donators  Sir  John  Brunner.  Das  Krankenasyl 

als  Institution  zähle  seit  jeher  zum  unverzichtbaren  Bestandteil  der  Orts- 

und  Regionalgeschichte.  Im  Gebäude  manifestiere  sich  der  Pioniergeist 

sowie  die  damit  verbundene  Botschaft  von  sozialem  und  medizinischem 

Engagement  als  auch  gesellschaftlicher  Verantwortung.  Zur  baukünstleri-

schen Bedeutung wird im Gutachten festgehalten, die besondere baukünst-

lerische  Ausdruckskraft  komme  bis  dato  stark  zum  Ausdruck,  obwohl  die 

reich ornamentieren Giebelabschlüsse der Dachaufbauten 1938 einer Puri-

fizierung  zum  Opfer  gefallen  seien.  Aufgrund  seines  villenartigen  Charak-

ters  in  der  Formensprache  des  Historismus  werde  es  als besonderes  Ge-

bäude des Spitalkomplexes wahrgenommen. Das Herzstück bilde das Ent-

ree  mit  dem  Treppenhaus.  Es  widerspiegle  in  Formgebung,  Ornamentik, 

Materialien und Farbigkeit in nahezu authentischer Überlieferung die zeitty-

pische Raumausstattung von 1900/1901 mit ihrem speziellen Ambiente. Ei-
ne typologische Besonderheit sei der 1923 eingefügte Operationssaal, der 

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mit seiner speziellen Lichtführung von oben (Oberlichter) und von der Seite 

(raumbreites  Fenster)  als  Novum  und  in  der  Spitalarchitektur  als  Unikum 

und  Wegweiser  gewürdigt  werden  könne.  Im  typologischen  als  auch  bau-

künstlerischen Vergleich sei dem Brunnerstift sehr hohe Bedeutung beizu-

messen, vereine es doch – als Krankenasyl gebaut – die Villen- mit der Sa-

natorienarchitektur.  Es  liefere  prototypisch  eine  Basis  für  die  Entwicklung 

des  kleineren  bis  mittelgrossen  Asyls,  sei  baukünstlerisch,  trotz  späterer 

Fassadenpurifizierung, der reichste und ausdrucksstärkste Vertreter seiner 

Gattung zur Zeit der Jahrhundertwende  und eines der wenigen erhaltenen 

Krankenasyle dieser Art und Bauzeit im Kanton Zürich. 

Zusammengefasst  sei  das  Brunnerstift  wegen  seiner  wichtigen  siedlungs-

geschichtlichen  und  insbesondere  seiner  ortsbaulichen  Qualitäten,  seiner 

bemerkenswerten  baukünstlerischen  Bedeutung  sowie  seiner  herausra-

genden  orts-  und  sozialgeschichtlichen  Zeugenschaft  als  schützenswerter 

Bau  einzustufen.  Aufgrund  seiner  ortsgeschichtlichen  Bedeutung  für  das 

Zürcher Unterland und seiner typologischen Gewichtung in der Architektur-

landschaft der Krankenasyle des Kantons Zürich könne es als überkommu-

nal schutzwürdige Baute qualifiziert werden. 

3.4.3. 

Gemäss  Gutachten  X  vermag  das  Bettenhaus  A  die  Kriterien  für  ein 

Schutzobjekt nicht zu erfüllen. Es sei jedoch wegen seiner räumlichen Wir-

kung  und  Situierung  von  hoher  Bedeutung:  Mit  der  kleinen  Einfriedungs-

mauer  entlang  der  Hochfelderstrasse  definiere  es  zusammen  mit  dem 

Brunnerstift  den  südlichen  Rand  des  Spitalensembles  und  übernehme 

durch  seine  von  der  Strasse  abgerückte  Stellung  die  charakteristische 

Quartierstruktur  mit  den  breiten,  begrünten  Vorgartenzonen.  Dieser  Grün-

streifen und die feinfühlige Einbettung des Gebäudes in die Parklandschaft 

verleihe  dem  Spitalensemble  einen  ländlichen  Habitus  und  zeichne  es  als 

Landspital  aus.  Aus  ortsbaulichen  Gründen  empfiehlt  das  Gutachten  den 

Erhalt dieser Situation. 

3.4.4. 

YZ  hatte  den  Auftrag,  den  Baubestand  des  Brunnerstifts  hinsichtlich  Au-

thentizität  und  Integrität,  den  Eigenwert  in  baukünstlerischer  Hinsicht  und 

die  städtebauliche  Bedeutung  zu  beurteilen.  Zu  diesem  Zweck  prüfte  YZ 

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Seite 8 

 
 
zunächst den Sachverhalt, der dem Gutachten von X zugrunde gelegt wor-

den war.  

Die  Baugeschichte  wird  im Wesentlichen  und  zumindest  soweit  sie für  die 

Beurteilung  der  Schutzwürdigkeit  von  Bedeutung  ist,  in  beiden  Gutachten 

übereinstimmend  wiedergegeben.  Dies  trifft  auch  auf  die  Dokumentation 

der  Veränderungen  der  Fassaden  zu.  Dass  die  Abgrabungen  vor  dem 

Haupteingang und an der Rückseite im Gutachten X nicht erwähnt werden, 

wie im Gutachten YZ festgehalten, ist für die Beurteilung nicht erheblich. 

Zur Bestandesbeurteilung des Innern wird ausgeführt, das Treppenhaus sei 

erheblich verändert worden und präsentiere sich nicht mehr authentisch für 

die  Bauzeit.  Begründet  wird  dies  mit  dem  Fehlen  zeittypischer,  zu  erwar-

tender  Wandbespannungen,  mit  dem  nicht  entstehungszeitlichen  Boden 

aus  sechseckigen  Fliesen  im  Obergeschoss,  den  Handläufen  aus  Chrom, 

den  veränderten  Geschossabschlüssen  und  drei  modernen  Fensterflügeln 

im oberen der beiden Fenster. Das Gutachten X steht nicht im Widerspruch 

zu diesen Feststellungen. Dessen Wertung, das Treppenhaus sei "nahezu 

authentisch" erhalten bzw. die Eingangshalle und das Treppenhaus würden 

in  ihrer  Raumdisposition  und  Ausstattung  "noch  weitgehend"  den  Erbau-

ungszustand dokumentieren, wird indes zu Recht relativiert. Wie sich auch 

anlässlich  des  Lokaltermins  zeigte,  kann  nicht  davon  die  Rede  sein,  dass 

das  Entree  mit  dem  Treppenhaus  "die  zeittypische  Raumausstattung  von 

1900/1901 mit ihrem speziellen Ambiente [...] in Formgebung, Ornamentik, 

den  verwendeten  Materialien  und  ihrer  Farbigkeit  in  nahezu  authentischer 

Überlieferung"  widerspiegelt.  Obwohl das Treppenhaus,  wie  auch  YZ  fest-

hält,  über  einen  "beachtlichen  Teil  an  Substanz  aus  der  Bauzeit"  verfügt 

und  die  hauptsächlichen  Elemente  (Eingangstür,  Böden,  Treppenlauf,  Po-

deste,  Treppengeländer,  ein  Teil  der  Fensterflügel)  unstrittig  aus  der  Ent-

stehungszeit  stammen,  ist  der  Zeugenwert  durch  die  Veränderungen  er-

heblich  gemindert.  Was  die  Ausstattung  der  übrigen  Räume  angeht,  ge-

langt YZ zu keinen anderen Erkenntnissen als X. 

Das Gutachten YZ bemängelt am Gutachten X, es sei ungenügend geklärt 

worden,  wer  das  Brunnerstift  entworfen  und  realisiert  habe,  kommt  dann 

aber nach eigenen Recherchen zum Schluss, es handle sich um eine weit-

gehend unbekannte Firma. Somit ergibt sich in dieser Hinsicht nichts Neu-
es, was für die Schutzwürdigkeit von Bedeutung wäre.  

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Seite 9 

 
 
YZ  kritisiert  die  typologische  Einordnung  des  Brunnerstifts  durch  X.  Diese 

sei  fälschlicherweise  von  einer  langgestreckten,  rechteckigen  Grundfläche 

ausgegangen.  Der  Grundriss  sei  aber  tatsächlich  L-förmig  und  lasse  sich 

nur  schwer  in  Verbindung  mit  dem  Villenbau  bringen.  Äusserlich  bediene 

sich  das  Krankenasyl  der  Stilmittel  des  repräsentativen  Wohnbaus  um 

1900. X stütze sich einseitig auf die äussere Erscheinung und habe die his-

torische  Raumdisposition unzureichend abgeklärt,  was  zur angemessenen 

Beurteilung der Typologie notwendig gewesen wäre. Dem ist zu entgegnen, 

dass  durchaus  nachvollzogen  werden  kann,  weshalb  im  Gutachten  X  von 

einem ursprünglich rechteckigen Grundriss die Rede ist (s. Grundrisse Erd-

geschoss und 1. Obergeschoss mit Terrasse, Gutachten X, S. 74 u. 78. Der 

nördliche  Vorbau  war ursprünglich  nur eingeschossig  und  diente  im  Ober-

geschoss  als  Dachterrasse).  Gemäss  Gutachten  X  präsentierte  sich  das 

Gebäude ursprünglich als repräsentativ gestaltete Villa, habe einen villenar-

tigen Charakter aufgewiesen bzw. die Villen- mit der Sanatorienarchitektur 

vereint (ursprünglich doppelstöckige offene Veranda an der Westfassade). 

Dies  erscheint  plausibel.  Mit  der  Aussage,  äusserlich  bediene  sich  das 

Krankenasyl der Stilmittel des  repräsentativen Wohnbaus  um 1900,  ist  YZ 

nicht weit von dieser Einstufung entfernt. Ferner hält YZ fest, das Brunner-

stift folge einem zeittypischen Schema, wobei die Unterordnung der Funkti-

on  unter  die  repräsentative  Gebäudehülle  bestimmend  sei.  Damit  sei  das 

Krankenasyl in  baukünstlerischer Hinsicht  typisch für die Bauten  der Jahr-

hundertwende. 

Bezüglich der bautypologischen Bedeutung stellt  YZ die Wertung von  X in 

Frage, was sie mit einer ihrer Ansicht nach unzureichenden Abklärung be-

gründet. Stichhaltige Gründe, die gegen die Wertung im Gutachten X spre-

chen  würden,  bringt  YZ  indes  nicht  vor.  Dies  gilt  auch  in  Bezug  auf  den 

Operationssaal  von  1923,  dessen  Einzigartigkeit  nach  Auffassung  von  YZ 

nicht belegt sei. 

Zur  ortsbaulichen  Bedeutung  hält  YZ  fest,  die  gebäudeeigene  Erschlies-

sung des Brunnerstifts sei im Laufe der Zeit komplett verändert worden. Die 

ortsbauliche  Bedeutung  des  Brunnerstifts  in  Bezug  zur  Achse  der  Spi-

talstrasse,  die  heute  gekröpft  in  die  Hochfelderstrasse  geführt  werde,  sei 

heute von untergeordneter Bedeutung. Sein Eingang habe die repräsenta-

tive Funktion verloren. Mit einer visuellen Fernwirkung trete v.a. die Ostfas-
sade  in  Erscheinung  (Ansicht  vom  Parkplatz  her).  In  diesen  Ansichten  sei 

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jedoch  das  Bettenhaus E  ebenfalls  exponiert  und  zumindest  im  gleichen 

Masse bedeutend. Ein besonderer Situationswert fehle. 

3.4.5. 

Das  Gutachten  der  YZ  kommt  zum  Schluss,  das  Brunnerstift  erfülle  in  ar-

chitektonischer  Hinsicht  nicht  mehr  die  Voraussetzungen  für  einen  wichti-

gen Zeugen. Der baukünstlerische Stellenwert sei durchschnittlich und die 

Bausubstanz  sei  durch  Umbauten  stark  reduziert.  Durch  die  Purifizierung 

des  Äusseren,  den  Abbruch  wesentlicher  Elemente  (Veranda)  und  den 

weitgehenden  Verlust  der  Innenausstattung  sei  der  Eigenwert  wesentlich 

geschmälert.  Insgesamt  eigne  sich  das  Gebäude  nicht  mehr  als  Denkmal 

für  einen  Spitalbau  der  Zeit  um  1900.  In  sozial-  und  spitalgeschichtlicher 

Hinsicht  sei  der  Verlust  des  1915-16  erbauten  Absonderungshauses  ein 

schwerwiegender Verlust. Das Gebäude des Brunnerstifts habe keinen we-

sentlichen Einfluss auf die Siedlungsstruktur westlich des Bahnhofs. Seine 

Bedeutung  in  städtebaulicher  Hinsicht  sei  untergeordnet  und  gehe  nicht 

über den Stellenwert als Kernbau der Spitalanlage hinaus. 

3.4.6. 

Insgesamt ist festzuhalten, dass beide Gutachten in Bezug auf den Baube-

stand  im  Wesentlichen  vom  selben  Sachverhalt  ausgehen.  Divergenzen 

bestehen hinsichtlich der Wertung der Authentizität, der genauen typologi-

schen Einordnung und der ortsbaulichen Qualitäten. Für die Beurteilung der 

Schutzwürdigkeit  wesentliche  Lücken  in  den  Sachverhaltsfeststellungen 

oder  Widersprüche  im  Gutachten  X  zeigt  das  Gutachten  YZ  nicht  auf. 

Demzufolge durfte sich die Vorinstanz zur Beurteilung der Schutzwürdigkeit 

auf das Gutachten von X abstützen. 

3.4.7. 

Durch die Aufnahme eines Objektes von nationaler Bedeutung in ein Inven-

tar  des  Bundes  wird  dargetan,  dass  es  in  besonderem  Masse  die  unge-

schmälerte  Erhaltung,  jedenfalls  unter  Einbezug  von  Wiederherstellungs- 

oder  angemessenen  Ersatzmassnahmen  die  grösstmögliche  Schonung 

verdient (Art. 6 Abs. 1  Natur- und Heimatschutzgesetz [NHG]). Ein Abwei-

chen  von  der  ungeschmälerten  Erhaltung  im  Sinne  der  Inventare  darf  bei 

Erfüllung einer Bundesaufgabe nur in Erwägung gezogen werden, wenn ihr 

bestimmte  gleich-  oder  höherwertige  Interessen  von  ebenfalls  nationaler 
Bedeutung entgegenstehen (Art. 6 Abs. 2 NHG).  

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Das ISOS gilt lediglich bei der Erfüllung von Bundesaufgaben (Art. 2 und 3 

NHG)  in  unmittelbarer  Weise.  Bei  der  Erfüllung  von  kantonalen  und  kom-

munalen Aufgaben – wie im  vorliegenden Fall – wird der Schutz von Orts-

bildern durch kantonales und kommunales Recht gewährleistet. Dies ergibt 

sich  verfassungsrechtlich  aus  Art. 78  Abs. 1  der  Bundesverfassung  (BV), 

wonach die Kantone für den Natur- und Heimatschutz zuständig sind. Auch 

bei der Erfüllung von kantonalen und kommunalen Aufgaben sind Bundes-

inventare  wie  das  ISOS  indes  von  Bedeutung.  Die  Pflicht  zur  Beachtung 

findet  ihren  Niederschlag  zum  einen  in  der Anwendung  der  die  Schutzan-

liegen  umsetzenden  (Nutzungs-)Planung,  zum  andern  darin,  dass  im  Ein-

zelfall  erforderliche  Interessenabwägungen  im  Lichte  der  Heimatschutzan-

liegen  vorzunehmen  sind  (vgl.  BGr 1C_578/2016  vom  28. Juni  2017, 

E. 3.1., mit Hinweis auf BGE 135 II 209 E. 2.1.). 

3.4.8. 

Der Ortsteil Kirchfeld wird im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbil-

der von nationaler Bedeutung (ISOS) als "Gebiet" mit Erhaltungsziel C auf-

geführt  (Erhalten  des  Charakters,  d.h.  Gleichgewicht  zwischen  Alt-  und 

Neubauten bewahren, die für den Charakter wesentlichen Elemente integ-

ral  erhalten,  s.  Erläuterungen  zum  ISOS,  www.bak.admin.ch).  Das  darin 

gelegene Brunnerstift figuriert wegen seiner besonderen Bedeutung für das 

Ortsbild als schützenswertes Einzelelement mit Erhaltungsziel A (integrales 

Erhalten  der  Substanz).  Das  alte  Spitalgebäude,  das  als  eines  der  ersten 

Gebäude  um  1900  auf  der  damals  noch  völlig  unverbauten  Terrasse  ent-

standen  sei,  trete  eindrücklich  in  Erscheinung.  Der  zweigeschossige  Mas-

sivbau mit prägendem Mansardwalmdach sei im Laufe der Zeit um mehrere 

Gebäudetrakte  erweitert  worden  (ISOS,  Gemeinde  Bülach,  S. 20,  https:// 

data.geo.admin.ch/ch.bak.bundesinventar-schuetzenswerte-ortsbilder/PDF/ 

ISOS_5332.pdf).  Dieser  Bewertung  ist  beim  Entscheid  über  den  Verzicht 

auf Schutzmassnahmen für das Brunnerstift Rechnung zu tragen. 

3.4.9. 

Das  Gutachten  X  setzt  sich  nebst  dem  Brunnerstift  als  Einzelobjekt  auch 

mit dem Gebiet Kirchfeld und der Baugruppe Spital auseinander. Im Leitbild 

"Bülach Nord" werde für das Gebiet Kirchfeld mit seinen  markanten, archi-

tektonisch  qualitätsvollen  öffentlichen  Bauten  – wie  der  katholischen  und 

neuapostolischen Kirche, dem Spital und dem Bezirksgebäude – eine Bei-
behaltung der prägenden, von der Strasse zurückversetzten Bauten postu-

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Seite 12 

 
 
liert. Als besondere Qualität werde der schöne, öffentlich zugängliche Park 

beim  Spital  und  der  im  Nordwesten  das  Spitalareal  umschliessende Wald 

als  Naherholungsgebiet  gewürdigt.  Laut  Gutachten  gilt  es  langfristig,  die 

besondere Charakteristik des Kirchfeldes zu bewahren sowie einer Aufwei-

chung  seiner  Quartierstrukturen  entgegenzuwirken.  In  Bezug  auf  die  Bau-

gruppe Spital im Speziellen wird ausgeführt, die Begrenzung des Spitalare-

als durch den breiten Grünstreifen zwischen Bettentrakt und Strasse sowie 

die kleine Einfriedungsmauer entlang des Trottoirs, die das Gebiet von der 

Strasse aus räumlich fasse, solle unbedingt Beachtung finden, da eine Auf-

gabe dieser strukturprägenden Elemente eine Entfremdung der charakteris-

tisch  ländlichen  Situation  zugunsten  einer  städtischen Wirkung  von  Spital-

gruppe und Kirchfeld bedeuten würde. Ebenso erscheine die Aufrechterhal-

tung  des  grossen  Strassenabstandes  von  Bedeutung,  da  ansonsten,  bei-

spielsweise  durch  die  Situierung  eine  monolithartigen  Bauvolumens  nahe 

der Strasse, die ländliche Wirkung der Baugruppe preisgegeben werde. Ei-

ne Sonderstellung im Spitalareal nehme das Brunnerstift ein. Als ursprüng-

licher Kernbau des  Spitals  – gar des  gesamten Quartiers – basiere  dieses 

Gebäude  auf  dem  Konzept  des  Solitärbaus  und  nehme  im  ortsbaulichen 

Kontext  als Markstein  und  als repräsentativer Zugang  ("Visitenkarte") zum 

Spitalgebäude eine besondere Rolle ein. Aufgrund seiner exponierten Lage 

– wie auch Volumen, Dachform, Stilistik –, vor allem aber wegen seiner ar-

chitektonischen  Ausdruckskraft,  werde  das  Krankenasyl  als  besonderes 

Gebäude  des  Spitalkomplexes  wahrgenommen.  Im  baulichen  Ensemble 

steche es durch seine repräsentativ gestalteten, historischen Süd- und Ost-

fassaden deutlich hervor. 

3.4.10. 

Das  Gutachten  von  X  legt  die  Bedeutung  des  Brunnerstifts  in  siedlungs-, 

orts-  und  sozialgeschichtlicher  sowie  in  baukünstlerischer  Hinsicht  grund-

sätzlich  überzeugend und  schlüssig  dar. Auch  die ortsbauliche Bedeutung 

wird  nachvollziehbar dargelegt.  Sie  ergibt  sich  zudem  aus  dem  Eintrag  im 

ISOS. Es steht somit ausser Frage, dass es sich beim Brunnerstift um ein 

Schutzobjekt  handelt.  Zur  Bedeutung  des  Brunnerstifts  für  das  Ortsbild  ist 

allerdings  festzuhalten,  dass  sich  der  Situationswert  im  Wesentlichen  auf 

dessen  Ost-  und  Südfassade  beschränkt.  An  der Westfassade  wurde  das 

Bettenhaus  A  angebaut und  die  stark veränderte  Nordfassade  kann durch 

ihre Ausrichtung auf den Gebäudekomplex des Spitals keine siedlungsprä-
gende  Wirkung  entfalten.  Die  städtebauliche  Situation  wird  sodann  durch 

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Seite 13 

 
 
die  Tiefgarage  und  das  Parkdeck  stark  beeinträchtigt.  Dementsprechend 

kann  der  Auffassung  von  YZ  gefolgt  werden,  wonach  das  Brunnerstift  in 

städtebaulicher  Hinsicht  von  untergeordneter  Bedeutung  ist  und  sich  auf 

seinen  Stellenwert  als  Kernbau  der  Spitalanlage  beschränkt.  Dass  dem 

Brunnerstift,  so  das  Gutachten  X,  in  baukünstlerischer  Hinsicht  eine  sehr 

hohe Bedeutung beizumessen sein soll, überzeugt angesichts der grossen 

Veränderungen  im  Inneren  wie  im  Äusseren  nicht,  dies  insbesondere  in 

Bezug  auf  seine  Eigenschaft  als  Vertreter  eines  Krankenasyls  aus  jener 

Zeit.  Hingegen  vermag  es  nach  wie  vor  Zeugenschaft  abzulegen  für  die 

Entstehungsgeschichte  des  Spitals  und  die  Stiftung  des  Krankenasyls 

durch Sir John Brunner und ist insofern ein wichtiger Zeuge einer sozialen 

Epoche.  Bei  diesen  Gegebenheiten  erscheint  es  richtig,  dass  die  Vo-

rinstanz das Erhaltungsinteresse als durchschnittlich einstuft. 

Heimatschutzrechtlich nicht begründet erscheint die Beibehaltung der Stel-

lung  der  Südfassade  des  Bettenhauses A  zwecks  Erhaltung  des  breiten 

Grünstreifens zwischen dem Bettenhaus und der Hochfelderstrasse. X be-

gründet  dies  mit  dem  Erhalt  der  charakteristisch  ländlichen  Wirkung  der 

Baugruppe Spital  bzw.  mit  dem "ländlichen Habitus"  des  Spitalensembles. 

Von  einem  diesbezüglich  schützenswerten  (qualifizierten)  Situationswert 

des  Bettenhauses A,  bewirkt  durch  dessen  Stellung,  kann  indes  nicht  ge-

sprochen werden. Auch aus dem ISOS ergibt sich keine besondere Bedeu-

tung dieser Struktur für das Ortsbild (siehe dazu auch was folgt). 

3.5. 

Der Rekurrent beantragt, der Stadtrat sei anzuweisen, über die Schutzwür-

digkeit  des  Platzes  zwischen  Bettenhaus  und  Hochfelderstrasse,  gebildet 

durch  die  südliche  Fassadenlinie  des  Bettenhauses A  und  der  Strassenli-

nie, zu beschliessen. Ebenso sei der Stadtrat anzuweisen, einen Beschluss 

zur Schutzwürdigkeit des Spitalareals nach Vorgaben des ISOS zu treffen. 

Zur  Begründung  wird  ausgeführt,  der  Stadtrat  habe  die  Schutzwürdigkeit 

des  "Spital-Ensembles"  und  des  besagten  Platzes  gemäss  den  Erwägun-

gen im angefochtenen Beschluss anerkannt, aber im Beschluss diesbezüg-

lich nichts geregelt. Insofern sei der Beschluss lückenhaft. 

Dem kann nicht gefolgt werden. Mit dem Provokationsgesuch vom 2. März 

2015  (act. 8.10)  verlangte  die  private  Rekursgegnerin  einzig  einen  Ent-
scheid über die Schutzwürdigkeit des Gebäudes des Brunnerstifts und des 

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Seite 14 

 
 
angebauten  Bettenhauses A. Wie  die  Vorinstanz  daher  zutreffend  entgeg-

net, ist die Schutzwürdigkeit des fraglichen Platzes und des übrigen Spital-

areals  nicht  Gegenstand  des  angefochtenen  Beschlusses  und  hätte  es 

auch  nicht  sein  müssen;  sie  kann  daher  nicht  Gegenstand  des  vorliegen-

den  Rekursverfahrens  sein.  Daran  ändert  nichts,  dass  der  Stadtrat  im  an-

gefochtenen Beschluss erwog, er anerkenne aufgrund des Gutachtens die 

Schutzwürdigkeit des Brunnerstifts und des durch die südliche Fassadenli-

nie  des  Bettenhauses  und  die  Strassenlinie  Hochfelderstrasse  geschaffe-

nen  Platzes  sowie  die  im  Gutachten  eingearbeiteten  Bewertungen  des 

ISOS  hinsichtlich  der  "Baugruppe  Spital".  Diese  Erwägungen  erwachsen 

nicht in formelle Rechtskraft. Auf die Anträge 4 und 5 ist daher nicht einzu-

treten. 

4.1. 

Die  Qualifikation  eines  Baudenkmals  als  wichtiger  Zeuge  im  Sinne  von 

§ 203  PBG  führt  nach  ständiger  Rechtsprechung  des  Verwaltungsgerichts 

nicht  zwingend  zum  Erlass  von  Schutzmassnahmen  gemäss  § 205  PBG, 

sondern  nur,  wenn  das  öffentliche  Interesse  an  der  Erhaltung  des 

Schutzobjekts  höher  zu  werten  ist  als  entgegenstehende  öffentliche  und 

private  Interessen  (RB 1992  Nr. 62).  Im  Folgenden  sind  die  der  Erhaltung 

des  Brunnerstifts  entgegenstehenden  öffentlichen  und  privaten  Interessen 

zu beurteilen. 

Für  das  Projekt  des  Ausbaus  und  der  Instandstellung  des  Spitals  Bülach 

verfasste  die  M.  AG  eine  Machbarkeitsstudie  (act. 8.3).  Diese  soll  zeigen, 

ob die Unterbringung des Raumprogrammes und die Erfüllung der funktio-

nalen  Anforderungen  unter  Berücksichtigung  der  denkmalpflegerischen 

Empfehlungen  (Erhalt  des  Brunnerstifts,  Übernahme  der  südlichen  Fassa-

denlinie  des  Bettenhauses A  und  Freihaltung  des  Grünstreifens  zur  Hoch-

felderstrasse)  möglich  ist.  Die  Studie  zeigt  drei  Konzepte  auf  und  kommt 

zum  Ergebnis,  dass  die  gleichzeitige  Erfüllung  der  Forderungen  aus  dem 

Gutachten  von  X  sowie  die  Umsetzung  einer  ökonomischen,  betrieblich 

funktionierenden Spitalorganisation nicht umsetzbar sind. 

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Seite 15 

 
 
Konzept A  erfülle  zwar  die  denkmalpflegerischen  Empfehlungen,  bedinge 

aber einen wesentlich teureren und langwierigen Neubau, welcher erhebli-

che  Eingriffe  in  den  Bestand  verursache,  da  intakte  Gebäude  rückgebaut 

würden. 

Konzept A 

Konzept B  könne  weder  die  denkmalpflegerischen  Anforderungen  hinrei-

chend  erfüllen,  noch  sei auf  der Grundfläche  des  Neubaus  ein  sinnvoll  zu 

betreibendes Spital denkbar. 

Konzept B 

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Seite 16 

 
 
 
 
 
Konzept C  erfülle  durch  den  Rückbau  des  Brunnerstifts  und  des  Betten-

hauses A  die  Erwartungen  seitens  Denkmalpflege  nicht,  biete  jedoch  auf 

Grund  des  grossen,  zur  Verfügung  stehenden  Perimeters,  ausreichend 

Flexibilität um ein Neubauvolumen zu platzieren, welches sowohl betriebli-

che wie auch städtebauliche Ansprüche erfülle und die langfristige Entwick-

lung des Spitals am heutigen Standort gewährleiste. 

Konzept C 

4.2. 

Der  Rekurrent  geht  mit  der  Studie  einig,  dass  die  Variante A  schon  aus 

Kostengründen  und  auch  aus  ortsbaulicher Sicht  nicht  zu  favorisieren  sei. 

Hingegen bezweifelt er, ob die M. AG ernsthaft daran gearbeitet habe, Va-

riante B mit den Bedürfnissen des Spitalbetriebs in Einklang zu bringen. Zu 

denken sei an die Hinzunahme des Entwicklungsperimeters II westlich da-

von,  was  möglich  sei,  wie  die  Variante  A  zeige.  Ohne  Hinzunahme  dieser 

Fläche verliere die Variante B einen wesentlichen Teil der grundsätzlich zur 

Verfügung stehenden Grundfläche. 

Der Rekurrent ist ferner der Auffassung, die Vorinstanz hätte sich nicht al-

lein  auf  die  von  der  privaten  Rekursgegnerin  in  Auftrag  gegebene  Mach-

barkeitsstudie  abstützen  dürfen.  Sie  hätte  sich  über  die  angebotenen  Ent-
scheidungsgrundlagen hinaus Gedanken machen müssen, welche weiteren 
und möglichen Varianten in Betracht kommen könnten, ohne dass schutz-

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Seite 17 

 
 
 
 
würdige  Objekte  beeinträchtigt  würden.  Insbesondere  hätten  auch  Varian-

ten zur Erweiterung im Entwicklungsperimeter IV geprüft werden müssen. 

4.3. 

Die  Vorinstanz  führt aus,  die  Machbarkeitsstudie  sei aussagekräftig,  stich-

haltig  und  nachvollziehbar;  weitere  Studien  würden  sich  nicht  aufdrängen. 

Mit  Variante C  könne  das  notwendige  Volumen  geschaffen  werden  und 

grössere  An-  und  Umbauten  des  Bestandes  liessen  sich  auf  ein Minimum 

reduzieren.  Es  entstehe  eine  grosse,  zusammenhängende  Fläche,  welche 

einen  effizienten  Betrieb  ermögliche  und  vom  bestehenden  Eingang  aus 

zentral  erschlossen  werden  könne.  Allein  mit  diesem  Konzept  könne  eine 

Spitalüberbauung  geschaffen  werden,  welche  sich  städtebaulich  optimal 

eingliedere. Demgegenüber könnten mit dem Konzept B die für das Spital 

zwingend notwendigen Betriebsabläufe nicht umgesetzt werden. Des Wei-

teren wären die Etappierbarkeit und künftige Entwicklung des Spital-Areals 

eingeschränkt.  Weitere  Negativpunkte  seien  der  Städtebau,  die  Eingriffs-

tiefe  in  den Bestand  und die  internen  Verbindungen  und Wege. Würde  im 

Konzept B der bestehende Wald im Entwicklungsperimeter II auch noch in 

Anspruch  genommen,  müssten  sämtliche  bestehenden  Bauten,  Anlagen 

und Baumbestände entlang der Hochfelderstrasse geopfert werde. Auch in 

ortsplanerischer  und  einordnungsrechtlicher  Hinsicht  werde  das  Belassen 

des  besagten  Waldbestandes  aber  begrüsst.  Das  Spitalareal  erfahre 

dadurch eine gute Anbindung an den angrenzenden Wald und die Dimen-

sionen des Spitalareals würden reduziert wahrgenommen. Deshalb sei die 

Konzentration der Neubauten auf den Bereich des Bettenhauses A und des 

Brunnerstifts sinnvoll. 

4.4. 

Die private Rekursgegnerin führt aus, laut einer Expertise zum Bestand der 

Gebäude  (act. 12.5)  werde  der  Zustand  aller  Gebäude  ausser  derjenige 

des  Brunnerstifts  und  des  Bettenhauses A  als  "mittel-gut"  bis  sehr  gut  in 

Bezug  auf  ihre  Gebäudesubstanz  sowie  auch  der  Haustechnik  beurteilt. 

Das  Brunnerstift  und  das  Bettenhaus A  dagegen  seien  bezüglich  dieser 

beiden  Aspekte  als  minder  bzw.  schlecht  bewertet  worden  und  eine  adä-

quate Nutzung für den Spitalbetrieb sei nicht möglich. Schon deshalb drän-

ge sich ein Ersatzbau an Stelle der genannten Gebäude auf. Andere Erwei-

terungsmöglichkeiten  auf  dem  bestehenden  Areal  seien  durch  gesetzliche 
Faktoren  wie Waldgrenze, Waldabstandslinie  und  Baulinie und der bereits 

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Seite 18 

 
 
ausgenützten Fläche nicht vorhanden. Die dem Rekurrenten vorschweben-

de  Verbindung  der  Varianten  B  und  A  sei  aufgrund  betrieblicher  Anforde-

rungen nicht umsetzbar. Zudem hätte dies den Rückbau des Traktes B zur 

Folge, was aus betrieblichen und ökonomischen Gründen nicht realisierbar 

sei. 

4.5.1. 

Die Erweiterung bzw. Erneuerung des Spitals stellt eine hochkomplexe An-

gelegenheit  dar.  Für  die  Ausarbeitung  von  dahingehenden  Bauvorhaben 

müssen  daher  Sachverständige  mit  dem  notwendigen  Fachwissen  beige-

zogen  werden,  so  wie  dies  vorliegend  die  private  Rekursgegnerin  für  die 

Erstellung  der  Machbarkeitsstudie  gemacht  hat.  Grundsätzlich  durfte  und 

musste  sich  die  Vorinstanz,  die  als  Denkmalpflegebehörde  nicht  über  spi-

talbauspezifisches  Spezialwissen  verfügt,  auf  die  Erkenntnisse  dieser Stu-

die  abstützen.  Dies  zumal aus der Studie  keine  Irrtümer, Lücken oder Wi-

dersprüche zutage treten und an der Fachkompetenz der Verfasserin keine 

Zweifel  aufkommen.  Daran  ändert  nichts,  dass  derartige  Studien  ebenso 

wie Gutachten tendenziell die für den Auftraggeber günstige Betrachtungs-

weise wiedergeben. Diesem Umstand ist mit einer kritischen Würdigung der 

Erkenntnisse  Rechnung  zu  tragen.  Jedenfalls  ginge  es  aber  zu  weit,  von 

der Vorinstanz zu verlangen, im Rahmen der Schutzabklärung selbst weite-

re Varianten für die Spitalerweiterung zu entwickeln oder von unabhängiger 

Seite entwickeln zu lassen, die den Erhalt des Schutzobjekts sicherstellen. 

4.5.2. 

Die Kritik des Rekurrenten an der Machbarkeitsstudie der M. AG zielt nicht 

darauf ab, die drei präsentierten Varianten und deren Wertung in Frage zu 

stellen. Vielmehr ist er der Auffassung, dass "unter Aufbietung planerischen 

Geschicks"  eine  vierte  Variante  möglich  wäre,  indem  ausgehend  von  der 

Variante B  der  Raumbedarf  unter  Hinzunahme  des  westlich  anschliessen-

den  Entwicklungsperimeters II  abgedeckt  werde.  Mit  der  Rekursantwort 

reichte  die  private  Rekursgegnerin  eine  Ergänzung  der  M.  AG  zur  Mach-

barkeitsstudie  zu  den  Akten  (act. 12.8),  die  zu  diesem  Einwand  Stellung 

bezieht. Darin wird festgehalten, dass der Behandlungsbereich mit zentra-

len Funktionen (u.a. Notfallstation, Röntgendiagnostik, OP, Intensivpflege), 

mithin der "Motor" des Spitals neu gebaut werden soll. Daran würden sehr 

hohe  betriebliche  Anforderungen  gestellt.  Bestimmte  Bereiche  müssten 
zwingend  auf  einem  zusammenhängenden  Geschoss  organisiert  werden. 

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Seite 19 

 
 
Insbesondere  im  Operationsbereich  und  in  der  Notfallstation  sei  zwingend 

eine Gebäudetiefe von ca. 30-32 m notwendig. Aus dem Flächenbedarf der 

zusammenhängenden Bereiche ergebe sich eine Grundfläche für den Neu-

bau von ca. 85-90 m x 30-32 m. Die Dimensionen des Entwicklungsperime-

ters II  seien  für  die  verlangte  Gebäudetiefe  nicht  ausreichend.  Eine  Inan-

spruchnahme  jener  Fläche  mit  einem  Bau  des  Konzeptes B  würde  den 

Rückbau  und  Ersatz  des  Bettenhauses B  bedeuten,  was  wiederum  die 

Nachteile  des  Konzeptes A  zur  Folge  hätte.  Schliesslich  würden  auch  die 

Dimensionen im Entwicklungsperimeter IV nicht ausreichen. 

4.5.3. 

In  der  Ergänzung  zur  Machbarkeitsstudie  (S. 7)  gelangt  die  Verfasserin 

zum  Schluss,  dass  die  Dimensionen  im  Entwicklungsperimeter  nicht  aus-

reichend  seien.  Dabei  geht  sie  allerdings  sehr schematisch  vor, indem  sie 

von einem Gebäude mit einer rechteckigen Grundfläche ausgeht, welches 

durchwegs  die  angeblich  notwendige  Gebäudetiefe  von  30-32 m  aufweist. 

Diese  Gebäudetiefe  ist  allerdings  nur  für  den  Operationsbereich  erforder-

lich, soweit ersichtlich aber nicht für den Aufwachbereich, der sich aus be-

trieblichen Gründen auf demselben zusammenhängenden Geschoss befin-

den muss  (s. Machbarkeitsstudie  S. 16). Sodann  ist nicht nachvollziehbar, 
weshalb auch die Tagesklinik (Raumbedarf von 347 m2) zwingend auf dem-
selben Geschoss wie die Operationsabteilung und der Aufwachbereich lie-

gen  muss  (s.  Ergänzung  zur  Machbarkeitsstudie,  S. 5).  Aus  der  Machbar-

keitsstudie selbst geht dies nicht hervor und in der bevorzugten Variante C 

ist  dies  auch nicht  so geplant.  Gleiches  gilt  für die  Notfallpraxis (Raumbe-
darf  217 m2),  die  entgegen  der  Ergänzung  zur  Machbarkeitsstudie  offen-
sichtlich nicht auf demselben Geschoss wie die Notfallstation und die Radi-

ologie  angelegt  sein  muss.  Damit  ist  der  minimale  Flächenbedarf  pro  Ge-

schoss  etwas  geringer  anzunehmen,  als  in  der  Ergänzung  zur  Machbar-

keitsstudie. 

Selbst wenn aber die dem Rekurrenten vorschwebende Lösung in betriebli-

cher  Hinsicht  tatsächlich  möglich  wäre,  führte  die  Interessenabwägung  zu 

keinem  anderen  Resultat.  So  könnte  der  im  Entwicklungsperimeter II  vor-

handene Wald nicht erhalten werden, wodurch die Qualität des Spitalparks 

empfindlich beeinträchtigt würde. Dies und ein gezwungenermassen höchs-

tens  minimaler  Abstand  zwischen  dem  Trakt B  und  dem  Neubau  würde 
sich insbesondere auf die zum Spitalpark hin gerichteten Räume nachteilig 

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Seite 20 

 
 
auswirken. Vor allem aber würden die Möglichkeiten der langfristigen Wei-

terentwicklung eingeschränkt, indem der Perimeter II für mögliche Erweite-

rungen des Neubaus als Ersatz für den Trakt B nicht zur Verfügung stünde 

und die zentrale Fläche auf dem Areal, wo sich heute das Brunnerstift be-

findet,  einer  verbesserten  Nutzung  entzogen  würde.  Weiter  müsste  das 

Brunnerstift,  dessen  Substanz  und  Haustechnik  als  minder  bzw.  schlecht 

bewertet werden (s. act. 12.5, S. 27 f.), saniert werden und könnte an jener 

zentralen Lage aber nach wie vor nur für die Verwaltung oder medizinisch 

nicht  sensitive  Bereiche  (z.B.  Labor,  Schmerz-/Komplementärmedizin, 

Seelsorge)  genutzt  werden.  Schliesslich  erweist  sich  die  Integration  des 

Brunnerstifts in die Spitalanlage in gestalterischer Hinsicht als äusserst an-

spruchsvoll. 

Wie  die  Vorinstanz  somit  zu  Recht  erkannt  hat,  stehen  dem  Erhalt  des 

Brunnerstifts  gewichtige  private  Interessen  der  Spitalbetreiberin  wie  auch 

das  hoch  einzustufende  öffentliche  Interesse  an  einer  kostengünstigen, 

leistungsfähigen  und  qualitativ  zeitgemässen  Gesundheitsversorgung  ent-

gegen. Dass das lediglich durchschnittliche öffentliche Interesse an der Er-

haltung des Brunnerstifts diese Interessen nach Auffassung der Vorinstanz 

nicht  zu  überwiegen  vermag,  erscheint  nachvollziehbar  und  liegt  in  deren 

Ermessen. Die Erhaltung der Stellung der Südfassade des Bettenhauses A 

ist  wie  dargelegt  heimatschutzrechtlich  nicht  begründet.  Der  Stadtrat  hat 

folglich zu Recht auf Schutzmassnahmen verzichtet. 

5. 

Zusammengefasst ist der Rekurs abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

[….] 

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