# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5ea8e6e4-7620-5733-b615-fd6e8555e5bb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.08.2011 D-4649/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4649-2011_2011-08-29.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­4649/2011

U r t e i l   v om   2 9 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Hans Schürch,
mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;
Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut.

Parteien A._______, geboren am _______,
Türkei,
vertreten durch lic. iur. Semsettin Bastimar,
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin); 
Verfügung des BFM vom 16. August 2011 / N _______.

D­4649/2011

Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer,  ein  türkischer  Staatsangehöriger  und 
ethnischer  Kurde  mit  letztem  Wohnsitz  in  B._______,  sein  Heimatland 
eigenen Angaben zufolge am 8. Februar 2011 verliess und zunächst auf 
dem Luftweg in die Niederlande (Amsterdam) gelangte,

dass er am 9. Februar 2011 von den Niederlanden herkommend illegal in 
einem PW in die Schweiz eingereist sei,

dass  er  am  11.  April  2011  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum 
C._______ ein Asylgesuch stellte,

dass er dort am 14. April 2011 summarisch befragt wurde, wobei ihm im 
Anschluss  an  die  Befragung  das  rechtliche  Gehör  zu  einem  allfälligen 
Nichteintretensentscheid  nach  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  des  Asylgesetzes 
vom 26.  Juni  1998  (AsylG, SR  142.31)  sowie  einer  damit  verbundenen 
Rückschiebung in die Niederlande gewährt wurde,

dass  er  in  der  Folge  für  die  Dauer  des  Verfahrens  dem  Kanton 
D._______zugewiesen wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen  vorbrachte,  er  sei  Lastwagenchauffeur  und  habe  am  8. 
Oktober 2010 zwei Anhalter mitgenommen,

dass er  kurz darauf  in eine Fahrzeugkontrolle der Gendarmerie geraten 
sei,  wobei  die  beiden  Anhalter  als  PKK­Mitglieder  identifiziert  und 
verhaftet worden seien, 

dass  er  ebenfalls  festgenommen,  drei  Tage  lang  eingesperrt  und  dabei 
gefoltert worden sei,

dass er in der Folge wegen Unterstützung der PKK angeklagt worden sei 
und eine Gerichtsvorladung erhalten habe,

dass  er  an  der  ersten  Gerichtsverhandlung  vom  10.  November  2010 
teilgenommen  habe,  danach  eine  weitere  Vorladung  erhalten  habe, 
jedoch  beschlossen  habe,  aus  der  Türkei  auszureisen,  da  er  nach 
Rücksprache  mit  einem  Anwalt  befürchtet  habe,  letztlich  zu  einer 
Gefängnisstrafe verurteilt zu werden,

D­4649/2011

Seite 3

dass  er  einen Schlepper  kontaktiert  und  dieser  die Ausreise  organisiert 
habe,

dass  der  Schlepper  ihm  gesagt  habe,  für  die  Schweiz  werde  er  kein 
Visum  erhalten,  wohl  aber  für  die  Niederlande,  weshalb  er  auf  dem 
Luftweg  von  Istanbul  nach  Amsterdam  und  von  dort  aus  auf  dem 
Landweg in die Schweiz gereist sei,

dass  er  mit  seinem  Anwalt  in  der  Türkei  telefoniert  und  dieser  ihm 
mitgeteilt habe, er werde in der Türkei gesucht,

dass  sein  Zielland  die  Schweiz  gewesen  sei,  weshalb  er  nicht  in  die 
Niederlande  zurückkehren wolle,  zumal  er  dort  kein Asylgesuch  gestellt 
habe,

dass für den weiteren Inhalt der Aussagen auf das Protokoll zu verweisen 
ist,

dass das BFM in der Folge bei den holländischen Behörden abklärte, ob 
dem  Beschwerdeführer  tatsächlich  ein  holländisches  Visum  ausgestellt 
worden war, was die holländischen Behörden mit Schreiben vom 8. Juni 
2011 bestätigten,

dass das BFM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung 
vom 16. August 2011 – eröffnet am 19. August 2011 – in Anwendung von 
Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  nicht  eintrat  und  die Wegweisung  aus  der 
Schweiz in die Niederlande sowie den Wegweisungsvollzug anordnete,

dass gleichzeitig  festgestellt wurde, einer allfälligen Beschwerde komme 
keine aufschiebende Wirkung zu,

dass  das  BFM  zur  Begründung  seines  Entscheids  im  Wesentlichen 
ausführte,  der  Beschwerdeführer  sei  den  Akten  zufolge  mit  einem 
holländischen Visum in den Dublinraum (nach Amsterdam) eingereist,

dass somit die Niederlande gestützt auf die einschlägigen internationalen 
Abkommen für die Durchführung des Asyl­ und Wegweisungsverfahrens 
zuständig seien,

dass  die  holländischen  Behörden  einer  Übernahme  des 
Beschwerdeführers  zugestimmt  hätten  und  die  Rückführung 
grundsätzlich bis spätestens am 8. Februar 2012 zu erfolgen habe,

D­4649/2011

Seite 4

dass  der  Beschwerdeführer  keine  relevanten  Einwände  gegen  einen 
Vollzug der Wegweisung in die Niederlande vorgebracht habe,

dass auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers somit nicht einzutreten 
sei,

dass der Beschwerdeführer  in einen Drittstaat  reisen können,  in dem er 
Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finde,

dass keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 der Konvention vom 
4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  im  Falle  einer  Rückkehr  in  die 
Niederlande  vorlägen  und  auch  nichts  gegen  die  Zumutbarkeit  einer 
Wegweisung dorthin sprächen,

dass für den weiteren Inhalt der vorinstanzlichen Verfügung auf die Akten 
zu verweisen ist,

dass der Beschwerdeführer diese Verfügung mit Eingabe vom 24. August 
2011  (Faxeingang  sowie  Poststempel)  beim  Bundesverwaltungsgericht 
anfechten liess,

dass  dabei  beantragt  wurde,  die  vorinstanzliche  Verfügung  sei 
aufzuheben und das Asylgesuch sei zur ergänzenden Untersuchung und 
materiellen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen,

dass  in prozessualer Hinsicht um Wiederherstellung der aufschiebenden 
Wirkung  der  Beschwerde,  vollumfängliche  Akteneinsicht,  Einräumung 
einer Frist zur Nachreichung weiterer Beweismittel sowie Gewährung der 
vollumfänglichen unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne von Art. Art.  65 
Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ersucht wurde,

dass  der  Beschwerde mehrere  Beweismittel  beilagen  (Internetausdruck 
eines  Artikels  von  tagesschau.de,  Internetausdruck  einer  Meldung  von 
taz.de, Amnesty Report 2011 über die Niederlande),

dass  auf  den  Inhalt  der  Beschwerde  –  soweit  wesentlich  –  in  den 
nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  24.  Mai  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG),

D­4649/2011

Seite 5

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 
6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung 
von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 

D­4649/2011

Seite 6

Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  in  der  Beschwerde  in  formeller  Hinsicht  beantragt  wird,  es  sei 
vollständige  Akteneinsicht  zu  gewähren  und  es  sei  dem 
Beschwerdeführer  eine  Frist  zur  Nachreichung  weiterer  Beweismittel 
einzuräumen,

dass  dem  Beschwerdeführer  indessen  zusammen  mit  der 
vorinstanzlichen  Verfügung  bereits  alle  editionspflichten  Akten 
ausgehändigt worden sind,

dass  in  der  Beschwerdebegründung  nicht  näher  auf  diesen  Antrag 
eingegangen  wird  und  insbesondere  nicht  ausgeführt  wird,  welche 
Aktenstücke  allenfalls  noch  zu  edieren  wären,  weshalb  diesem  Antrag 
keine Folge zu geben ist,

dass das Begehren um Einräumung einer Nachfrist zur Einreichung von 
weiteren Beweismitteln ebenfalls nicht begründet wird und namentlich die 
allenfalls  nachzureichenden  Beweismittel  nicht  näher  konkretisiert 
werden, weshalb auch diesem Antrag keine Folge zu geben ist,

dass auf Asylgesuche in der Regel unter anderem dann nicht eingetreten 
wird, wenn Asylsuchende  in  einen Drittstaat  ausreisen  können, welcher 
für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens 
staatsvertraglich zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass sich der Beschwerdeführer den Akten zufolge vor der Einreise in die 
Schweiz in den Niederlanden aufgehalten hat,

dass  er  mit  einem  von  der  holländischen  Botschaft  in  Ankara 
ausgestellten  Schengen­Visum  in  die  Niederlande  eingereist  war  (vgl. 
A9),

D­4649/2011

Seite 7

dass bei dieser Sachlage die Niederlande für die Durchführung des Asyl­ 
und Wegweisungsverfahrens betreffend den Beschwerdeführer zuständig 
sind  (vgl.  die  einschlägigen  Staatsverträge,  namentlich  das  Abkommen 
vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur 
Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  einem 
Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [Dublin­
Assoziierungsabkommen  {DAA},  SR  0.142.392.68]  sowie  die  Dublin­II­
VO  und  die  Verordnung  [EG]  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom  2. 
September  2003 mit Durchführungsbestimmungen  zur Verordnung  [EG] 
Nr. 343/2003 des Rates [DVO Dublin]),

dass das BFM die holländischen Behörden am 9. Juni 2011 gestützt auf 
Art.  9  Abs.  2  i.V.m.  Abs.  4  Dublin­II­VO  um  Übernahme  des 
Beschwerdeführers ersuchte,

dass  die  holländischen  Behörden  der  Übernahme  des 
Beschwerdeführers am 8. August 2011 ausdrücklich zustimmten,

dass  der Beschwerdeführer  somit  ohne weiteres  in  einen Drittstaat  (die 
Niederlande) ausreisen kann, welcher für die Durchführung des Asyl­ und 
Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist,

dass der Einwand des Beschwerdeführers, sein Zielland sei von Anfang 
an  die  Schweiz  gewesen,  weshalb  er  in  den  Niederlanden  kein 
Asylgesuch gestellt habe, unbehelflich ist,

dass  das  Dublin­System  nämlich  genau  dieses  sogenannte  "asylum 
shopping" verhindern will,

dass die Bestimmung des zuständigen Dublin­Staates daher alleine den 
beteiligten  Dublin­Vertragsstaaten  obliegt  und  die  asylsuchende  Person 
diesbezüglich keine freie Wahl hat,

dass  im  Weiteren  auch  die  vom  Beschwerdeführer  geäusserte 
Befürchtung,  von  den  holländischen  Behörden  in  die  Türkei 
zurückgeschafft  zu  werden,  einer Wegweisung  in  die  Niederlande  nicht 
entgegensteht,

dass  nämlich  die  Niederlande  unter  anderem  Signatarstaat  des 
Abkommens  vom  28.  Juli  1951  über  die  Rechtstellung  der  Flüchtlinge 
(FK,  SR 0.142.30),  der  EMRK  und  des  Übereinkommens  vom 

D­4649/2011

Seite 8

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) sind und im 
vorliegenden  Fall  keine  konkreten  Hinweise  dafür  bestehen,  die 
Niederlande  würden  sich  nicht  an  die  daraus  resultierenden 
Verpflichtungen halten,

dass aufgrund der Aktenlage  insbesondere nicht davon auszugehen  ist, 
die  Niederlande  würden  den  Beschwerdeführer  in  die  Türkei 
zurückschaffen,  wenn  dies  eine  Verletzung  der  vorgenannten 
völkerrechtlichen Abkommen darstellen würde,

dass  bei  dieser  Sachlage  für  die  schweizerischen  Asylbehörden  keine 
Veranlassung  besteht,  in  Abweichung  von  der  festgestellten 
Zuständigkeitsordnung  vom  Selbsteintrittsrecht  gemäss  Art.  3  Abs.  2 
Dublin­II­VO  i.V.m.  Art.  29a  Abs.  3  der  Asylverordnung  1  über 
Verfahrensfragen vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) Gebrauch 
zu machen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.2 S. 642 ff.),

dass die weiteren Vorbringen in der Beschwerde sowie die eingereichten 
Beweismittel  an  dieser  Einschätzung  nichts  zu  ändern  vermögen, 
weshalb darauf nicht mehr näher einzugehen ist,

dass das BFM nach dem Gesagten  insgesamt  zu Recht  in Anwendung 
von  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf Erteilung einer  solchen besteht  (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb 
die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen 
Bestimmungen steht und zu bestätigen ist,

dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  im  Sinne  von  Art.  34  Abs.  2 
Bst. d AsylG, bei dem es sich um ein Überstellungsverfahren  in den  für 
die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Mitgliedstaat  handelt, 
systembedingt kein Raum bleibt für Ersatzmassnahmen im Sinne von Art 
44 Abs. 2 AsylG  i.V.m. Art. 83 Abs. 1  ­ 4 des Bundesgesetzes vom 16. 
Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20) (vgl. E­5644/2009 E. 10.2),

D­4649/2011

Seite 9

dass  die  Prüfung  von  allfälligen  Wegweisungshindernissen  vielmehr 
bereits  im  Rahmen  des  Nichteintretensentscheides  selber  stattzufinden 
hat, namentlich unter dem Blickwinkel der Souveränitätsklausel von Art. 3 
Abs.  2  Dublin­VO­II,  welche  jedoch  vorstehend  wie  erwähnt  nicht  zur 
Anwendung gelangt,

dass  der  vom  Bundesamt  verfügte  Wegweisungsvollzug  in  die 
Niederlande demnach zu bestätigen ist,

dass  es  dem Beschwerdeführer  nach  dem Gesagten  nicht  gelungen  ist 
darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt, 
den  rechtserheblichen Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass sich angesichts des vorliegenden, direkten Entscheids in der Sache 
ein  Entscheid  über  das  Gesuch  um  Erteilung  der  aufschiebenden 
Wirkung (Art. 107a AsylG) erübrigt,

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  vollumfänglichen  unentgeltlichen 
Rechtspflege  (Art. 65  Abs.  1  und  2  VwVG)  abzuweisen  ist,  da  sich  die 
Beschwerde nach dem Gesagten als aussichtslos erwies,

dass bei  diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten  von Fr.  600.­ 
(Art.  1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

 (Dispositiv nächste Seite)

D­4649/2011

Seite 10

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  vollumfänglichen  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut

Versand: