# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dbc87a83-db22-5e9a-96a1-36c0578a293f
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-03
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 03.09.2020 725 20 115/215
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-20-115-215_2020-09-03.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 3. September 2020 (725 20 115 / 215) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Einkommensvergleich: Korrekte Ermittlung des Validen- und des Invalideneinkommens. 

Die in Nachachtung eines Urteils nachträgliche Reduktion des leidensbedingten Abzugs 

um 5 % ist im Rahmen des Ermessens der Beschwerdegegnerin zulässig. 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin i.V. Felicia Käslin 
 
 

Parteien A.____, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neuarleshei-
merstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A.1 Die 1958 geborene A.____ arbeitete zuletzt als Kinderbetreuerin und Hauswirtschafterin 
für die B.____ GmbH und war in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungs-
gesellschaft (Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 23. August 2012 stürzte sie im 
Schwimmbad und zog sich Verletzungen an der rechten Hand zu. Die Suva anerkannte ihre Leis-
tungspflicht und gewährte die gesetzlichen Leistungen (Heilungskosten/Taggelder). 

 

 
 
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A.2 Nachdem die Suva die Heilbehandlungskosten und Taggeldleistungen per 31. Okto-
ber 2015 eingestellt hatte, sprach sie der Beschwerdeführerin bei einer Integritätseinbusse von 
10 % eine Integritätsentschädigung von Fr. 12'600.-- für die verbleibende Beeinträchtigung am 
rechten Handgelenk zu, verneinte allerdings einen Anspruch auf eine Invalidenrente. Die gegen 
den Einspracheentscheid vom 20. Juli 2016 erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht Ba-
sel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 1. Juni 2017 
(Verfahren-Nr. 725 16 301 / 141) in dem Sinne gut, als es die Angelegenheit zur Prüfung des 
Einkommensvergleichs und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Suva zurückwies. Es er-
wog, der Fallabschluss per 31. Oktober 2015 erweise sich gestützt auf den von der Suva festge-
stellten medizinischen Endzustand und die Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit ab 
30. Oktober 2014 als korrekt. Allerdings sei nicht ersichtlich, aus welchen Gründen die Suva für 
die Berechnung des Valideneinkommens die Tabelle TA1, Sparte 96 ‟sonstige persönliche 
Dienstleistungen” gewählt habe. Es fehle diesbezüglich an einer vertieften Auseinandersetzung 
mit dem beruflichen Werdegang und der Ausbildung der Versicherten. 
 
A.3 In Nachachtung des Kantonsgerichtsurteils klärte die Suva den beruflichen Werdegang 
und die Ausbildung der Versicherten ab und nahm eine Prüfung des Einkommensvergleichs vor. 
Mit Verfügung vom 17. Oktober 2018 verneinte sie einen Anspruch auf eine Invalidenrente. Eine 
dagegen erhobene Einsprache der Versicherten wies die Suva mit Entscheid vom 7. Februar 
2020 ab. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, am 
12. März 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht. Sie beantragte, der Einspracheentscheid vom 
7. Februar 2020 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr mit Wirkung 
ab dem 1. November 2015 eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 15 % zuzuspre-
chen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die Berechnung 
des Valideneinkommens stütze sich auf eine unzutreffende Grundlage und die Kürzung des lei-
densbedingten Abzugs sei willkürlich erfolgt. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie um 
Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter. 
 
C. Mit Verfügung vom 17. März 2020 bewilligte das Kantonsgericht der Beschwerdeführerin 
gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Ver-
beiständung mit Rechtsanwalt Daniel Altermatt als Rechtsvertreter. 
 
D. Die Beschwerdegegnerin schloss mit Vernehmlassung vom 9. April 2020 auf Abweisung 
der Beschwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 

 

 
 
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vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser im Kanton Basel-Landschaft, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantons-
gerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwal-
tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versiche-
rungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheent-
scheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behand-
lung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erho-
bene – Beschwerde der Versicherten vom 12. März 2020 ist demnach einzutreten. 
 
2. Vorliegend ist einzig zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Einkommensvergleich 
korrekt vorgenommen hat. 
 
3.1 Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkom-
men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi-
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig-
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei-
nander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad 
bestimmen (BGE 128 V 29 E. 1). 
 
3.2 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Per-
son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Dabei wird in der Regel am 
zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 
Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden 
fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 322 E. 4.1). Ausnahmen von diesem Erfahrungssatz müs-
sen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 58 E. 3.1; vgl. auch BGE 135 
V 297 E. 5.1). Erfolgte ein Stellenverlust indessen aus invaliditätsfremden Gründen, ist der Vali-
denlohn anhand von Durchschnittswerten zu bestimmen (Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juni 
2015, 9C_212/2015, E. 5.4 mit weiteren Hinweisen). Vorliegend arbeitete die Versicherte zuletzt 
bis zum 7. November 2012 bei der B.____ GmbH als Kinderbetreuerin und Hauswirtschafterin. 
Dem Kündigungsschreiben vom 7. November 2012 ist zu entnehmen, dass ihr fristlos gekündigt 
wurde. Folglich ist nicht davon auszugehen, dass sie die Tätigkeit bei der genannten Arbeitgebe-
rin weiterhin ausüben würde, wenn sie keinen Unfall erlitten hätte. Somit hat die Suva bei der 
Ermittlung des Valideneinkommens zu Recht nicht an den letzten von der Versicherten bei der 
B.____ GmbH effektiv erzielten Lohn angeknüpft, sondern diesen anhand von Durchschnittswer-
ten bestimmt. 
 

 

 
 
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3.3 Die Beschwerdegegnerin stellte im angefochtenen Einspracheentscheid vom 7. Februar 
2020 für die Ermittlung des Valideneinkommens auf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung 
des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2016, TA1, Total, Kompetenzniveau 1, Sparte 45-96 (Dienst-
leistungen), Frauen, und somit auf einen Tabellenwert von Fr. 4’281.-- ab. Nach Anpassung die-
ses Tabellenlohnes an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (vgl. Bundesamt 
für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit) und die bis 2018 erfolgte Nominallohnentwicklung (vgl. 
Bundesamt für Statistik, Nominallohnindex 2011-2019, T1.93) resultierte ein Valideneinkommen 
in Höhe von Fr. 54'038.--. 
 
3.4 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, die Beschwerdegegnerin habe das Validen-
einkommen im Einspracheentscheid vom 7. Februar 2020 gestützt auf die LSE-Sparte 96 ‟Sons-
tige persönliche Dienstleistungen” ermittelt, ist ihr somit nicht zu folgen. Zwar ist zutreffend, dass 
die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen in ihrer Verfügung vom 17. Oktober 2018 noch 
gestützt auf die LSE-Sparte 96 ‟Sonstige persönliche Dienstleistungen” ermittelt hat. Demgegen-
über hat die Beschwerdegegnerin dem Umstand, dass die Versicherte in ihrer beruflichen Lauf-
bahn – nebst ihrer hauptsächlichen Tätigkeit als Kinderbetreuerin und Hauswirtschafterin – auch 
anderen Tätigkeiten in der Dienstleistungsbranche nachgegangen ist, im Rahmen des Ein-
spracheverfahrens insofern Rechnung getragen, als sie für die Ermittlung des Valideneinkom-
mens zu Gunsten der Beschwerdeführerin auf die LSE-Sparte 45-96 (Dienstleistungen) abgestellt 
hat. Das daraus resultierende Valideneinkommen in Höhe von Fr. 54'038.-- wurde somit korrekt 
ermittelt. 
 
4.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von 
der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. 
Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der kumulativ besonders stabile 
Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfä-
higkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar-
beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte 
Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches, tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, 
namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden-
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so sind für die Bemes-
sung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne der LSE heranzuziehen (BGE 143 V 295 E. 
2.2). 
 
4.2 Da die Beschwerdeführerin seit Eintritt der Gesundheitsschädigung keiner Erwerbstätig-
keit mehr nachgegangen ist, setzte die Suva das Invalideneinkommen zu Recht unter Beizug der 
LSE fest (vgl. dazu BGE 126 V 75 E. 3b/bb mit Hinweisen, 124 V 321 E. 3b/aa). Gestützt auf die 
LSE 2016, TA1, Total Privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Frauen, stellte sie auf einen Tabel-
lenwert von Fr. 4'303.-- ab. Nach Anpassung dieses Tabellenlohnes an die betriebsübliche Wo-
chenarbeitszeit von 41.7 Stunden (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit) und 
die bis 2018 erfolgte Nominallohnentwicklung (vgl. Bundesamt für Statistik, Nominallohnindex 
2011-2019, T1.93) sowie nach Vornahme eines leidensbedingten Abzugs von 10 % errechnete 
sie ein zumutbares Invalideneinkommen in Höhe von Fr. 49’566.--. 
 

 

 
 
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4.3 Die Beschwerdeführerin beanstandet im Zusammenhang mit der genannten Berech-
nung einzig, dass die Suva bei der Neubemessung des Invalideneinkommens den vormals ge-
währten leidensbedingten Abzug zu Unrecht von 15 % auf 10 % reduziert habe. 
 
4.3.1 Es trifft zu, dass die Suva den leidensbedingten Abzug bei der Bemessung des Invali-
deneinkommens von vormals 15 % auf 10 % reduziert hat. Nebst der erneuten Ermittlung des 
Valideneinkommens liess es ihr das Kantonsgericht ausdrücklich frei, den Einkommensvergleich 
als Ganzes und somit auch das Invalideneinkommen einer Überprüfung zu unterziehen (vgl. Ur-
teil des Kantonsgerichts vom 1. Juni 2017, 725 16 301 / 141, E. 11.4). Dass sie dabei den lei-
densbedingten Abzug um 5 % reduzierte, ist im Rahmen ihres Ermessens zulässig und daher 
nicht zu beanstanden. Zu prüfen ist dennoch, ob der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesund-
heitlichen Einschränkungen ein höherer leidensbedingter Abzug zusteht. 
 
4.3.2 Wird das Invalideneinkommen wie im vorliegenden Fall auf der Grundlage von statisti-
schen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. 
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Perso-
nen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des 
Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der 
Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. 
Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu 
einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand 
Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person 
wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäf-
tigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht 
automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass 
die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte 
(Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Ein-
kommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in 
Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im 
Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 
25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (BGE 146 V 16 E. 4.1, vgl. zum Ganzen auch BGE 126 
V 75 E. 5b/bb und cc). 
 
4.3.3 Die Einschätzung des leidensbedingten Abzugs ist stets eine Ermessensentscheidung. 
Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass das Kantonsgericht als kontrollierende 
richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle der Vorinstanz setzt. Es geht vielmehr um die 
Frage, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen 
im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht 
zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Allerdings darf das Sozialversicherungsge-
richt sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; 
es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermes-
sensausübung als naheliegend erscheinen lassen (BGE 126 V 75 E. 6, 123 V 150 E. 2). 
 

 

 
 
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4.3.4 Hinsichtlich der gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin ist festzu-
halten, dass ihr die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Kinderbetreuerin und Hauswirtschafterin nicht 
mehr zumutbar ist. Ihr sind aber weiterhin alle manuell leichten bis mittelschweren Tätigkeiten 
ohne repetitive monotone Bewegungen der rechten Hand und ohne Vibrations- und Schlagbelas-
tungen, ohne Aufenthalt auf Leitern und Gerüsten oder anderen absturzgefährdeten Positionen 
infolge der eingeschränkten Haltefunktion mit der rechten Hand ganztags zumutbar. Damit sind 
noch zahlreiche, auch manuelle, Tätigkeiten mit der rechten Hand möglich. Mit anderen Worten 
ist die rechte Hand nicht nur noch als Hilfshand einsetzbar, sondern sie kann sämtliche manuellen 
Tätigkeiten bewältigen, sofern die Tätigkeiten nicht schwer, monoton und repetitiv sind. Bei die-
sem verhältnismässig moderaten Ausmass der Einschränkung erscheint ein leidensbedingter Ab-
zug von 10 % angemessen und nachvollziehbar. Da die Versicherte in einer leidensangepassten 
Tätigkeit voll arbeitsfähig ist, vermag der Beschäftigungsgrad keinen leidensbedingten Abzug zu 
begründen. Ebensowenig bildet das fortgeschrittene Alter der Beschwerdeführerin einen Abzugs-
grund, zumal Hilfsarbeiten nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auf dem theoretisch 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig nachgefragt werden (u.a. Urteil des Bundesge-
richts vom 16. September 2020, 9C_768/2019, E. 3.3.2 mit weiteren Hinweisen). Weitere Gründe 
(Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie), die für einen leidensbedingten Abzug spre-
chen, sind vorliegend nicht ersichtlich. Inwiefern die Beschwerdegegnerin bei der Reduktion des 
leidensbedingten Abzugs von 15 % auf 10 % ihr Ermessen rechtsfehlerhaft angewandt oder in 
Willkür verfallen sein soll, ist somit weder ersichtlich noch von der Beschwerdeführerin dargetan, 
weshalb ein gerichtlicher Eingriff in das Ermessen der Vorinstanz nicht zulässig erscheint. Insge-
samt ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin keinen höheren Abzug vom Tabel-
lenlohn gewährt hat. 
 
4.4 Nach dem Dargelegten ist die vorinstanzliche Bemessung des massgebenden Validen- 
und des zumutbaren Invalideneinkommens somit nicht zu beanstanden. Setzt man im Einkom-
mensvergleich das ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 49'566.-- dem Valideneinkommen von 
Fr. 54'038.-- gegenüber, so ergibt dies einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 
8.28 %. 
 
5. Als Ergebnis ist festzuhalten, dass sich die vorinstanzliche Bemessung des massgeben-
den Validen- und des zumutbaren Invalideneinkommens nach dem Ausgeführten als korrekt er-
weist. Bei einem rentenausschliessende IV-Grad von 8.28 % hat die Beschwerdegegnerin einen 
Anspruch auf eine Invalidenrente zu Recht verneint. Die Beschwerde erweist sich als unbegrün-
det und ist daher abzuweisen. 
 
6.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die 
Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben. 
 
6.2 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird keine Parteientschädigung ausgerich-
tet. Da der Beschwerdeführerin allerdings die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechts-
vertreter mit Verfügung vom 17. März 2020 bewilligt wurde, ist dieser für seine Bemühungen aus 
der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und 

 

 
 
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Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 
200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 
4. Mai 2020 für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen Zeitaufwand von 6,25 Stunden und 
Auslagen von insgesamt Fr. 53.-- ausgewiesen, was angesichts der sich stellenden Sachver-
halts- und Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. Dem Rechtsvertreter ist daher ein Honorar in 
Höhe von Fr. 1'403.35 (6,25 Stunden à Fr. 200.-- plus Auslagen von Fr. 53.-- sowie 7,7 % Mehr-
wertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 
 
6.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or-
ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, 
der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie 
dazu in der Lage ist.  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in Höhe von 
Fr. 1'403.35 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse 
bezahlt. 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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