# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a9915a8-7231-598d-8fa3-e5ae633d7b83
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-11
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2014 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2014
**Docket/Reference:** DB.2016.191
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2016_191_bm.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2016.191 
2 ST.2016.227 

Entscheid 

 11. Mai 2017 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Christian Mäder und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

A ,    

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2014 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2014 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  Mit  genehmigtem  Unterhaltsvertrag  vom  15. September  1992  verpflichtete 

sich  B  gegenüber  A  (nachfolgend  die  Pflichtige),  für  das  gemeinsame  Kind  C,  geb. 

Februar  1992,  monatliche  Unterhaltsbeiträge  ("Alimente")  –  längstens  bis  zu  dessen 

Mündigkeit – an den gesetzlichen Vertreter des Kindes zu bezahlen. Nach der (vorzei-

tigen) Pensionierung von B erhielt dieser zusätzlich zu seiner ab März 2007 erhaltenen 

monatlichen  Altersrente  der  Pensionskasse  (2. Säule)  bzw.  ab  März  2009  erhaltenen 

Altersrente  der  Sozialversicherungsanstalt  (1. Säule)  jeweils  auch  eine  Kinderrente, 

welche  den an  die Pflichtige gezahlten monatlichen Unterhaltsbeitrag für  C  überstieg. 

Dies erfuhr die Pflichtige indes erst mehrere Jahre später. Daraufhin forderte sie von B 

die Nachzahlung des Differenzbetrags zwischen den ausgerichteten Kinderrenten und 

den  effektiv  erhaltenen  Alimenten.  In  der  Folge  überwies  Letzterer  am  24. Juni  2014 

einen Betrag von Fr. 10'550.80 an die zwischenzeitlich beigezogene Rechtsvertreterin 

der Pflichtigen. 

In der Steuererklärung 2014 deklarierte die Pflichtige unter Position 5.4 "Wei-

tere  Einkünfte"  Fr. 0.-  und  führte  hierzu  in  den  "Bemerkungen  zur  Steuererklärung" 

aus: 

"B,  …gasse  17,  D,  hat  im  2014  eine  Nachzahlung  von  Fr.  10'550.80  geleistet  für  die 
Zeit vom Juni 2009 bis Ende Februar 2010. Es ist davon auszugehen, dass  B dieses 
Geld eventuell in seiner StE 2014 in Abzug brachte und ich diesen Betrag als Alimen-
teneinkünfte nachbesteuern müsste. …" 

Mit  Veranlagungsentscheid  für  die  direkte  Bundessteuer  2014  und  Einschät-

zungsentscheid für die Staats- und Gemeindesteuern 2014 vom 4. Januar 2016 rech-

nete die Steuerkommissärin die Alimentennachzahlung im Umfang von (Fr. 10'550.- ./. 

Fr. 3'137.- Anwaltskosten =) Fr. 7'413.- als "weitere Einkünfte" auf. Dementsprechend 

setzte  sie  das  steuerbare  Einkommen  der  Pflichtigen  –  in  Übereinstimmung  mit  den 

Vorschlägen  vom  25. November  2015  –  auf  Fr. 70'500.-  (direkte  Bundessteuer)  bzw. 

Fr. 72'300.- (Staats- und Gemeindesteuern) fest; das steuerbare Vermögen belief sich 

auf Fr. 770'000.-. 

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B. Die von der Pflichtigen hiergegen erhobenen Einsprachen wies das kanto-

nale Steueramt am 18. August 2016 ab. 

C.  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  vom  16./19.  September  2016  erneuerte  die 

Pflichtige ihr Begehren, dass der ihr zugeflossene Nettobetrag von Fr. 7'413.- aus der 

Alimentennachzahlung nicht als Einkommen aufzurechnen sei. 

Die  Beschwerde-/Rekursantwort  des  kantonalen  Steueramts  vom  7. Okto-

ber 2016 lautet auf Abweisung der Rechtsmittel. In ihrer Stellungnahme vom 8./9. No-

vember 2016 hierzu hielt die Pflichtige an ihrem Standpunkt fest. 

Auf die Erwägungen der Einspracheentscheide und die Parteivorbringen wird, 

soweit wesentlich, in den nachfolgenden Urteilsgründen zurückgekommen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  a)  Im  Dezember  2013  erfuhr  die  Pflichtige  von  der  Pensionskasse  der 

Gemeinde D, dass deren an B ausgerichtete Kinderrente wesentlich höher war als die 

von  ihm  erhaltenen  Unterhaltsbeiträge.  In  der  Folge  ersuchte  C  die  Pensionskasse 

am  8. Januar  2014  um  Nachzahlung  der  Kinderrente  vom  1. März  2009  bis  31.  Au-

gust 2010. Daraufhin teilte ihm die Kasse am 15. Januar 2014 mit, dass die Kinderren-

te für den Zeitraum vom 1. März 2009 bis 28. Februar 2010 von Fr. 1'606.- pro Monat 

an B ausgerichtet worden sei. Sodann stellte sie die Nachzahlung der Betreffnisse ab 

März 2010 bis August 2010 an C in Aussicht, falls B seine Zustimmung hierzu erteile. 

Mit  Schreiben  vom  19. Februar  2014  forderte  die  Pflichtige  von  B  einen  Betrag  von 

Fr. 30'088.-  für  die  "Differenz  zwischen  gezahlten  Alimente[n]  und  erhaltenen  Kinder-

renten der PK/SVA" für den Zeitraum vom März 2007 bis Februar 2010, zuzüglich Zin-

sen  und  Umtriebskosten.  Nachdem  sich  B  offenbar  auf  den  Standpunkt  gestellt 

hatte, dass die Nachforderung verjährt sei, verlangte die Pflichtige mit Schreiben ihrer 

Rechtsvertreterin  vom  16. Juni  2014  insgesamt  Fr. 48'610.-  für  den  Zeitraum  vom 

März 2007 bis August 2010 sowie für drei Monate im Jahr 2011 und sechs Monate im 

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Jahr  2012.  Wie  in  der  Honorarnote  ihrer  Rechtsvertreterin  vom  12. September  2014 

vermerkt, zahlte B am 24. Juni 2014 eine Summe von Fr. 10'550.80. 

b)  Vorliegend  ist  unbestritten,  dass  es  sich  bei  der  Überweisung  vom 

24. Juni 2014 um eine Unterhaltsnachzahlung an die Pflichtige im Zusammenhang mit 

der von B für seinen Sohn C bezogenen Kinderrente für die Zeit von Juni 2009 bis En-

de  Februar  2010  (Monat  der  Volljährigkeit  von  C)  handelt.  Im  Streit  liegt  jedoch  die 

Frage, ob die Pflichtige diese Leistung als Einkommen zu versteuern habe. Das kanto-

nale  Steueramt  hat  dies  in  den  angefochtenen  Einspracheentscheiden  bejaht  und  im 

Umfang der erhaltenen Zahlung von Fr. 10'550.- abzüglich der hierfür aufgewendeten 

Anwaltskosten von Fr. 3'137.-, somit von Fr. 7'413.- eine steuerbare Alimentenleistung 

angenommen.  Demgegenüber  stellt  sich  die  Pflichtige  auf  den  Standpunkt,  dass  die 

Kinderrente  bereits  von  B  versteuert  worden  und  ihm  für  die  Alimentennachzahlung 

kein  Abzug  gewährt  worden  sei,  weshalb  Letztere  bei  ihr  nicht  als  steuerbares  Ein-

kommen berücksichtigt werden dürfe. 

2. a) Gemäss Unterhaltsvertrag vom 15. September 1992 hat B der Pflichtigen 

neben den vereinbarten monatlichen Unterhaltsbeiträgen allfällige gesetzlich oder ver-

traglich geregelte Kinderzulagen auszurichten. 

b) Art. 285 ZGB regelt die Bemessung des Unterhaltsbeitrags wie folgt: 

"1  Der Unterhaltsbeitrag soll den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung 
und Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen und ausserdem Vermögen und Ein-
künfte  des  Kindes  sowie  den  Beitrag  des  nicht  obhutsberechtigten  Elternteils  an 
der Betreuung des Kindes berücksichtigen. 

 2  Kinderzulagen, Sozialversicherungsrenten und ähnliche für den Unterhalt des Kin-
des bestimmte Leistungen, die dem Unterhaltspflichtigen zustehen, sind zusätzlich 
zum Unterhaltsbeitrag zu zahlen, soweit das Gericht es nicht anders bestimmt. 

 2bis  Erhält  der  Unterhaltspflichtige  infolge  Alter  oder  Invalidität  nachträglich Sozialver-
sicherungsrenten  oder  ähnliche  für  den  Unterhalt  des  Kindes  bestimmte  Leistun-
gen, die Erwerbseinkommen ersetzen, so hat er diese Beiträge dem Kind zu zah-
len;  der  bisherige  Unterhaltsbeitrag  vermindert  sich  von  Gesetzes  wegen  im 
Umfang dieser neuen Leistungen. 

  …" 

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c)  Die  Kinderrenten  gemäss  Art. 35  des  Bundesgesetzes  über  die  Invaliden-

versicherung vom 19. Juni 1959 (IVG), Art. 22ter des Bundesgesetzes über die Alters- 

und Hinterlassenenversicherung (AHVG), Art. 17 und Art. 25 des Bundesgesetzes über 

die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 25. Juni 1982 (BVG) 

fallen in den Anwendungsbereich von Art. 285 Abs. 2bis ZGB. Die Anwendung letztge-

nannter  Bestimmung setzt  voraus,  dass  der  Rentenanspruch  bei  der  Festsetzung der 

Unterhaltsbeiträge  nicht  berücksichtigt  worden  ist  und  dass  die  Kinderrente  Erwerbs-

einkommen ersetzt. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, vermindert sich der bisherige 

Unterhaltsbeitrag  von  Gesetzes  wegen  im  Umfang  der  Kinderrente,  ohne  dass  dazu 

vorgängig  eine  Abänderung  des  Scheidungsurteils  nach  Art. 286  Abs. 2  ZGB  erwirkt 

werden  müsste.  Mit  dem  am  1.  Januar  2000  in  Kraft  getretenen  neuen  Abs. 2bis  von 

Art. 285 ZGB wurde die Stellung des Unterhaltspflichtigen in dem Sinn verbessert, als 

er eine nachträglich erhaltene Kinderrente nicht mehr kumulativ zu den Unterhaltsbei-

tragen  zu  leisten  hat  (BGr,  11. September  2013,  5A_496/2013,  E. 2.3.2  ff.;  vgl.  BGr, 

27. Dezember 2007, 9C_272/2007, E. 2.3.5).  

Die  sozialversicherungsrechtliche  Rentenart  der  Kinderrente  ist  im  Zusam-

menhang  mit  der  zivilrechtlichen  Unterhaltspflicht  der  Eltern  gegenüber  dem  Kind  zu 

sehen  (Art.  276  ff.  ZGB).  Die  Kinderrente  ist  dann  geschuldet,  wenn  der  (unterhalts-

pflichtige)  Vater  oder  die  (unterhaltspflichtige)  Mutter  noch  lebt;  sie  ersetzt  dem  Kind 

nicht den Wegfall des Elternteils wie bei einer Waisenrente, sondern dient der Erleich-

terung der Unterhaltspflicht des invalid gewordenen oder im AHV-Alter stehenden Un-

terhaltsschuldners und soll dessen (durch Alter oder Invalidität bedingte) Einkommens-

einbusse  ausgleichen.  Mit  anderen  Worten  soll  sie  dem  invaliden  oder  im  AHV-Alter 

stehenden  Elternteil  ermöglichen,  seiner  Unterhaltspflicht  nachzukommen,  aber  nicht 

der  Bereicherung  des  Unterhaltsempfängers  dienen  (BGr,  27. Dezember  2007, 

9C_272/2007, E. 2.3.3, mit weiteren Hinweisen). Mit Blick auf den gesetzlichen Zweck 

ist die Kinderrente ausschliesslich für den Unterhalt und die Erziehung des Kindes zu 

verwenden (BGE 129 V 362, E. 3.2). Deshalb hat der Unterhaltsschuldner in denjeni-

gen  Fällen,  in  welchen  die  nachträglich  zur  Unterhaltsvereinbarung  entstandene  Kin-

derrente den bisherigen Unterhaltsbeitrag übersteigt, die ganze Kinderrente dem Kind 

zukommen zu lassen, wird dafür aber zugleich von der Zahlung des bisherigen Unter-

haltsbeitrags  entbunden  (vgl.  BGr,  11. September  2013,  5A_496/2013,  E. 2.4.5 f.). 

Mithin tritt damit die Kinderrente an die Stelle des aufgrund der zivilrechtlichen Unter-

haltspflicht zu leistenden Unterhaltsbeitrags.  

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d)  Der  Kinderrentenanspruch  von  B  stützt  sich  vorliegend  auf  die  Bundesge-

setzgebung  über  die  Sozialversicherung,  nämlich  gegenüber  der  AHV-Ausgleichs-

kasse auf das AHVG und gegenüber der Pensionskasse D (www.D.ch) unmittelbar auf 

das  Reglement  dieser  Kasse  resp.  mittelbar  auf  das  BVG.  Im  Verhältnis  zwischen  B 

und der Pflichtigen beruht die Pflicht zur Weiterleitung der von den beiden Kassen je-

weils  ausgerichteten  Kinderrente  jedoch  auf  Art. 285  ZGB  und  damit  auf  einer  zivil-

rechtlichen Grundlage. 

3.  a)  Unterhaltsbeiträge,  die  ein  Steuerpflichtiger  bei  Scheidung, gerichtlicher 

oder tatsächlicher Trennung für sich erhält, sowie Unterhaltsbeiträge, die ein Elternteil 

für  die  unter  seiner  elterlichen  Sorge  stehenden  Kinder  erhält,  sind  nach  Art.  23  lit. f 

des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezember  1990  (DBG) 

und § 23 lit. f des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) als übrige Einkünfte steuer-

bar. Unterhaltsbeiträge (oder Alimente) i.S.v. Art. 23 lit. f DBG bzw. § 23 lit. f StG sind 

regelmässig oder  unregelmässig wiederkehrende Unterstützungen  und Unterhaltsleis-

tungen  zur  Deckung  des  laufenden  Lebensbedarfs,  die  dem  Empfänger  keinen  Ver-

mögenszuwachs verschaffen. Der Rechtsgrund liegt im Kindsverhältnis, wobei der El-

ternteil  die  Unterhaltsbeiträge  für  die  unter  seiner  elterlichen  Sorge  stehenden  Kinder 

erhält (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. A., 2016, Art. 23 

N 59  DBG,  und  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3.  A.,  2013,  §  23  N  58  StG). 

Entsprechend  der  Steuerbarkeit  solcher  Unterhaltsbeiträge  beim  Empfänger  sieht 

Art. 33  Abs. 1  lit. c  DBG  und § 31  Abs. 1 lit. c  StG  deren  Abziehbarkeit  beim  Leisten-

den  vor  (vgl.  Merkblatt  des kantonalen  Steueramtes  über  die Gewährung  von  Sozial-

abzügen und die Anwendung der Steuertarife bei Familien vom 13. Juni 2014 [ZStB I 

Nr. 20/012], Ziff. 2.1.1, Fn. 7).  

b)  Unter  dem  Randtitel  "Einkünfte  aus  Vorsorge"  erklären  Art. 22  Abs. 1  DBG 

und der gleichlautende § 22 Abs. 1 StG alle Einkünfte aus der Alters-, Hinterlassenen- 

und Invalidenversicherung, aus Einrichtungen der beruflichen Vorsorge und aus aner-

kannten Formen der gebundenen Selbstvorsorge, mit Einschluss der Kapitalabfindun-

gen  und Rückzahlungen  von  Einlagen,  Prämien und Beiträgen für steuerbar.  Der  An-

spruch  auf  Kinderrenten  gemäss  Art. 35  IVG  bzw.  Art.  22ter  AHVG  steht  nicht  dem 

Kind,  sondern  dem  Bezüger  der  Hauptrente  zu.  Der  Berechtigte  hat  diese  Renten  zu 

versteuern,  und  zwar  auch  dann,  wenn  er  die  Bezüge  dem  Kind  überlässt  (Richner/ 

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Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 22  N  28  DBG  und  §  22  N  27  StG;  vgl.  BGr,  17. Okto-

ber 2007,  2C_164/2007,  E. 2.3;  BGr,  29.  Mai  2002,  2A.536/2001,  E. 3.1).  Gleich  ver-

hält es sich mit Bezug auf die Leistungen aus beruflichen Vorsorgeeinrichtungen (vgl. 

Merkblatt des kantonalen Steueramtes betreffend Steuerbarkeit von Renten und Kapi-

talleistungen vom 9. Dezember 2009 [ZStB I Nr. 16/013], Ziff. 1 und 3).  

c) Aus den steuerrechtlichen Bestimmungen folgt, dass Kinderrenten von der-

jenigen  steuerpflichtigen  Person  als  Einkommen  zu  versteuern  sind,  der  auch  die 

Hauptrente zusteht (rentenberechtigte Person). Diese hat dafür im Fall der Auszahlung 

bzw.  Weiterleitung  der  Kinderrente  an  den  geschiedenen,  gerichtlich  oder  tatsächlich 

getrennten  Ehegatten  bzw.  anderen  Elternteil,  der  die  elterliche  Sorge  über  das  Kind 

bis  zu  dessen  Volljährigkeit  ausübt,  Anspruch  auf  Abzug  der  Kinderrente  als  Alimen-

tenzahlung. Der die (für das Kind bestimmte) Rente empfangende Ehegatte bzw. ande-

re  Elternteil  muss  diese  als  sein  Einkommen  versteuern  (vgl.  Steuergericht  BL, 

12. Dezember  2008,  Nr. 147/2008,  E. 5c;  ebenso  Luzerner  Steuerbuch,  § 29  Nr. 2, 

Ziff. 5 und § 30 Nr. 3, Ziff. 2; St. Galler Steuerbuch, § 36 Nr. 3, Ziff. 4.2).  

4. a) Im vorliegenden Rechtsmittelverfahren vor Steuerrekursgericht ist – ent-

sprechend  dem  mit  den  Einspracheentscheiden  definierten  Streitgegenstand  (Martin 

Bertschi,  in:  Kommentar  VRG,  3. A.,  2014,  Vorbemerkungen  zu  §§  19-28a  N 44; 

RB 1983 Nr. 5 [Leitsatz]) – einzig das steuerbare Einkommen der Pflichtigen zu beur-

teilen. Folglich hat die (offenbar rechtskräftige) Einschätzung/Veranlagung von B und E 

des  Steueramts  der  Gemeinde  D  vom  30. April 2015  hier  ausser  Betracht  zu bleiben. 

Hinsichtlich  der  darin  festgesetzten  Steuerfaktoren  hätte  es  allein  an  Letzteren  gele-

gen, selbst rechtzeitig ein Rechtsmittel dagegen zu ergreifen.  

b) Im Einklang mit Art. 23 lit. f DBG bzw. § 23 lit. f StG hatte die Pflichtige die 

ihr aufgrund des Unterhaltsvertrags vom 15. September 1992 zustehenden Unterhalts-

beiträge  für  den  Sohn  C  von  zuletzt  Fr. 1'100.-  pro  Monat  in  den  Steuererklärungen 

2008,  2009  und  2010  als  Einkommen  deklariert.  Der  Rechtsgrund  für  diese  früheren 

Zahlungen  wie  nun  auch  der  überwiesenen  Nachzahlung  von  Fr. 10'550.80  in  der 

Steuerperiode  2014  liegt  im  Kindsverhältnis  und  beruht  auf  der  zivilrechtlichen  Unter-

haltspflicht des Kindsvaters gegenüber dem Kind resp. der Pflichtigen, welche die elter-

liche Sorge bis zu dessen Volljährigkeit ausübte. Da die Erfüllung der Unterhaltspflicht 

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durch  die  altersbedingte  Aufgabe  der  Erwerbstätigkeit  des  Kindsvaters  beeinträchtigt 

wurde, gewährte ihm die jeweilige Sozialversicherungseinrichtung nebst der Hauptren-

te auch eine Kinderrente. In casu handelt es sich folglich bei der mit der ausgerichteten 

Kinderrente im Zusammenhang stehenden nachträglichen Überweisung von B klar um 

Unterhaltsbeiträge, welche von der Pflichtigen als Einkommen zu versteuern sind.  

c)  Da  vorliegend  wie  bereits  erwähnt  einzig  das  steuerbare  Einkommen  der 

Pflichtigen zu beurteilen ist, kommt es nicht darauf an, ob dem Kindsvater (der wie die 

Pflichtige ein eigenständiges Steuersubjekt ist) ein Abzug für geleistete Unterhaltsbei-

träge  zugestanden  worden  ist  oder  nicht.  Denn  Art.  23  lit. f  DBG  bzw.  §  23  lit. f  StG 

macht  die  vorgesehene  Besteuerung  von  Alimenten  beim  Unterhaltsempfänger  nicht 

davon abhängig, dass diese beim Unterhaltsleistenden effektiv zum Abzug zugelassen 

worden sind (vgl. Verwaltungsgericht SG, 22. Januar 2009, B 2008/133, E. 3.1). Selbst 

wenn im  Lichte  der  vorstehenden  Erwägungen  die  Nichtgewährung  des Abzugs  beim 

Kindsvater  nun  im  Nachhinein  als  unzutreffend  erscheint,  kann  die  Pflichtige  daraus 

nichts zu ihren Gunsten ableiten, vermag doch eine unzutreffende (rechtskräftige) Ver-

anlagung  eines  Steuerpflichtigen  bei  einem  anderen  Steuerpflichtigen  grundsätzlich 

keine  Auswirkungen  zu zeitigen  (d.h.  es  kann  weder  zu  dessen  Vorteil  noch  Nachteil 

von der im Gesetz statuierten Regelung abgewichen werden).  

Mithin verhält es sich hier nicht anders als in denjenigen Fällen, in denen z.B. 

ein  Unterhaltsleistender  in  einem  Steuerjahr  neben  den  üblichen  ordentlichen  Unter-

haltsbeiträgen ausnahmsweise auch noch ausserordentliche Unterhaltsbeiträge leistet, 

letztere jedoch irrtümlich in der Steuererklärung nicht deklariert oder von der Steuerbe-

hörde  nicht  berücksichtigt  werden  und  die  entsprechende  Veranlagung  daraufhin  un-

angefochten  in  Rechtskraft  erwächst.  Auch  solchenfalls  hat  der  Unterhaltsempfänger 

gleichwohl  sämtliche  erhaltenen  Unterhaltsbeiträge  entsprechend  der  gesetzlichen 

Regelung zu versteuern. Wird einem Unterhaltsleistenden hingegen in einer in Rechts-

kraft  erwachsenen  Veranlagung  ein  nicht  gerechtfertigter  Abzug  gewährt,  kann  die 

Steuerbehörde dafür beim Unterhaltsempfänger genauso wenig zwecks "Kompensati-

on" zu einer im Gesetz nicht vorgesehenen Besteuerung schreiten.  

d) Sodann liegt vorliegend mangels Subjektidentität auch keine (interkommu-

nale)  Doppelbesteuerung  vor,  setzt  diese  doch  voraus,  dass  zwei  oder  mehrere  Ge-

meinden des gleichen Kantons bei der gleichen Person (Steuersubjekt) die Steuerho-

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heit für  das gleiche Objekt  (Steuerobjekt) beanspruchen  (Peter  Mäusli-Allenspach,  in: 

Kommentar zum interkantonalen Steuerrecht, 2011, § 1 N 5 und § 3 N 21). Dem kan-

tonalen  Steueramt  ist  ferner  beizupflichten,  dass  Alimentenzahlungen  nicht  im  Zeit-

punkt der Fälligkeit, sondern erst bei tatsächlich erfolgtem Zahlungseingang, hier also 

in  der  Steuerperiode  2014  erfasst  werden  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 41 

N 115 DBG  und  §  50  N  78  StG,  mit  Hinweisen  auf  die  Rechtsprechung).  Ebenso  zu-

treffend  hat  die  Amtsstelle  die  von  der  Pflichtigen  aufgewendeten  Anwaltskosten  von 

Fr. 3'137.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) als Gewinnungskosten abgezogen. 

5. Diese Erwägungen führen zur Abweisung von Beschwerde und Rekurs. Bei 

diesem Prozessausgang sind die Gerichtskosten der Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144 

Abs. 1 DBG bzw. § 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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