# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 151e77da-44a6-507a-b98d-7b5147066f37
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2001-01-09
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 09.01.2001 JAAC 65.107
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_015_JAAC-65-107--_2001-01-09.pdf

## Full Text

JAAC 65.107

Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission
vom 9. Januar 2001 i.S. K. [SRK 1999-066]

Taxe sur la valeur ajoutée. Principe d’auto-taxation. Estimation.
Déduction de l’impôt préalable. Exportation. Droit d’être entendu.

- Motivation du recours. Si la motivation de la décision sur réclamation
ne précise pas sur quels points et pour quelles raisons les décomptes du
contribuable devraient être corrigés, le recourant n’est pour sa part
pas tenu d’expliquer par le menu, dans la motivation de son recours,
pourquoi l’impôt fixé serait faux (consid. 1c/bb).

- Les déductions d’impôt préalable qui n’ont pas été déclarées par
l’assujetti ou qui n’ont pas été prouvées par lui alors même qu’il y a été
invité ne peuvent jamais faire l’objet d’une estimation. Elles doivent
au contraire toujours être globalement écartées. Bien qu’elles figurent
sur le formulaire de décompte, les prestations d’exportation ne font
toutefois pas partie des déductions, car elles n’entraînent jamais de
chiffres d’affaires imposables (exonération proprement dite). Si le
montant des prestations d’exportation invoquées est sujet à caution,
il doit être estimé dans le cadre de la détermination du chiffre d’affaires
imposable (consid. 3c).

- Si l’administration fiscale considère qu’une déduction ressortant du
décompte est peu crédible, elle doit donner l’occasion à l’assujetti de
produire des preuves par pièces, faute de quoi son droit d’être entendu
est violé (art. 29 al. 1 et 2 Cst.; consid. 5a).

- Comme la taxe sur la valeur ajoutée est un impôt sur le chiffre
d’affaires, elle ne présuppose pas forcément un bénéfice commercial.
A la base du calcul de l’impôt se trouvent la contre-prestation, pour
les livraisons et les prestations de service, ainsi que les prestations à
soi-même (art. 26 al. 1 OTVA; consid. 5c).

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Mehrwertsteuer. Selbstveranlagungsprinzip. Schätzung.
Vorsteuerabzug. Ausfuhr. Rechtliches Gehör.

- Begründung der Beschwerde. Wird im Einspracheentscheid nicht
begründet, in welchen Punkten und weshalb die Abrechnungen des
Steuerpflichtigen korrigiert wurden, so muss der Beschwerdeführer
in der Begründung der Beschwerde auch nicht detailliert ausführen,
weshalb die ermittelte Steuer falsch sein soll (E. 1c/bb).

- Vorsteuerabzüge sind nie zu schätzen, sondern vollumfänglich zu
verweigern, wenn sie vom Steuerpflichtigen nicht deklariert bzw.
auf Aufforderung hin nachgewiesen werden. Exportleistungen aber
gehören entgegen ihrer Einordnung auf dem Abrechnungsformular
nicht zu den Abzügen, da sie gar nie zu steuerbaren Umsätzen führen
(echte Befreiung). Ist die Höhe der geltend gemachten Exportleistungen
zweifelhaft, so muss sie im Rahmen der Ermittlung des steuerbaren
Umsatzes geschätzt werden (E. 3c).

- Erachtet die Steuerverwaltung einen Abzug gemäss Abrechnung
als unglaubhaft, so hat sie dem Steuerpflichtigen Gelegenheit zum
Nachweis mittels Belegen einzuräumen, ansonsten sein Anspruch auf
Gewährung des rechtlichen Gehörs verletzt wird (Art. 29 Abs. 1 und 2
BV; E. 5a).

- Da es sich bei der Mehrwertsteuer um eine Umsatzsteuer handelt,
kommt es nicht auf einen allfälligen Geschäftsgewinn an. Das Entgelt
für Lieferungen und Dienstleistungen sowie der Eigenverbrauch bilden
den Ausgangspunkt für die Steuerberechnung (Art. 26 Abs. 1 MWSTV;
E. 5c).

Imposta sul valore aggiunto. Principio dell’autotassazione. Stima.
Deduzione dell’imposta precedente. Esportazione. Diritto di essere
sentito.

- Motivazione del ricorso. Se nella decisione su reclamo non si precisa
su quali punti e perché debbano essere corretti i calcoli effettuati dal
contribuente, nella motivazione del ricorso il ricorrente non deve
spiegare nel dettaglio perché ritiene sbagliata l’imposta calcolata
(consid. 1c/bb).

- Le deduzioni d’imposta precedente non possono mai essere stimate,
ma devono essere totalmente negate se non sono state dichiarate
dall’assoggettato o se non sono state provate nonostante l’esplicito
invito a farlo. Benché figurino sul formulario di conteggio, le
prestazioni d’esportazione non fanno parte delle deduzioni, poiché non
portano mai a cifre d’affari imponibili (esonero propriamente detto). Se
l’ammontare delle prestazioni d’esportazione invocate è dubbio, esso
deve essere stimato nel quadro della determinazione della cifra d’affari
imponibile (consid. 3c).

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- Se l’amministrazione fiscale considera poco credibile una deduzione
risultante dal conteggio, essa deve dare la possibilità all’assoggettato
di provare le sue allegazioni attraverso la produzione di documenti,
altrimenti viola il diritto di essere sentito dell’assoggettato (art. 29
cpv. 1 e 2 Cost; consid. 5a).

- Dato che l’imposta sul valore aggiunto è un’imposta sulla cifra
d’affari, essa non dipende da un eventuale utile commerciale. La
base del calcolo dell’imposta è costituita dalla controprestazione
per forniture e servizi e dal consumo proprio (art. 26 cpv. 1 OIVA;
consid. 5c).

A. K. wurde per 20. Juni 1996 auf eigenes Begehren als freiwilliger
Steuerpflichtiger ins Register der Steuerpflichtigen der Eidgenössischen
Steuerverwaltung eingetragen. Da er es trotz wiederholter Mahnungen
unterliess, die Abrechnungen für das zweite Semester 1996 und das erste
Quartal 1997 einzureichen und die hierauf entfallende Steuer zu begleichen,
musste die Eidgenössische Steuerverwaltung ihn nach Ermessen einschätzen.
Mit Ergänzungsabrechnung (EA) stellte sie ihm in der Folge einen Betrag
von Fr. 10’000.- zuzüglich Verzugszins von 5 Prozent seit dem 1. März 1997
(mittlerer Verfall) in Rechnung. Gegen die für diesen Betrag eingeleitete
Betreibung erhob der Steuerpflichtige Rechtsvorschlag, den die Eidgenössische
Steuerverwaltung mit Entscheid vom 26. November 1998 aufhob.

B. Gegen diesen Entscheid führte K. am 27. November 1998 Einsprache
bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV). Da die Einsprache den
Anforderungen von Art. 52 Abs. 2 der Verordnung vom 22. Juni 1994 über
die Mehrwertsteuer (MWSTV, AS 1994 1464) nicht genügte, forderte die
Eidgenössische Steuerverwaltung den Steuerpflichtigen auf, seine Eingabe
zu verbessern und die notwendigen Beweismittel nachzureichen. In der
Folge reichte K. die Mehrwertsteuerabrechnungen für das zweite Semester
1996 und das erste Quartal 1997 nach, wobei er nach Abzug der Vorsteuern
für das zweite Semester 1996 eine Steuerzahllast von Fr. 0.- deklarierte.
Bezüglich des ersten Quartals 1997 machte er geltend, keinen Umsatz erzielt zu
haben. Mit Einspracheentscheid vom 28. April 1999 hiess die Eidgenössische
Steuerverwaltung die Einsprache (teilweise) gut und verpflichtete K. für
die fraglichen Perioden zur Bezahlung von Fr. 3’743.10 Mehrwertsteuern
zuzüglich Verzugszins von 5 Prozent seit dem 1. März 1997. Zur Begründung
führte sie im Wesentlichen an, nach eingehender Prüfung der Abrechnungen
sei ein Steuerbetrag von Fr. 3’743.10 festzusetzen.

C. Mit Eingabe vom 26. Mai 1999 erhebt K. (ab hier: Beschwerdeführer)
bei der Eidgenössischen Steuerrekurskommission (SRK) Beschwerde
gegen den vorinstanzlichen Einspracheentscheid. Die Eidgenössische
Steuerverwaltung beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 28. Juni 1999,
es sei auf die Beschwerde nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen.
Am 7. Januar 2000 fordert die SRK den Beschwerdeführer auf, die von ihm
für das zweite Semester 1996 geltend gemachten Vorsteuern im Umfang von
Fr. 57’629.- bis am 18. Januar 2000 mittels Belegen nachzuweisen. Mit Eingabe
vom 18. Januar 2000 teilt der Beschwerdeführer sinngemäss mit, an seiner

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Beschwerde festhalten zu wollen, ohne Belege zu den Vorsteuern einzureichen.
Die SRK fordert den Beschwerdeführer am 2. Februar 2000 ausserdem auf,
ihr Unterlagen bezüglich des Abzugs gemäss Ziff. 4c (Margenbesteuerung) der
Mehrwertsteuerabrechnung für das zweite Semester 1996 einzureichen. Am
9. Februar 2000 reicht der Beschwerdeführer diverse Unterlagen ein, wozu die
Eidgenössische Steuerverwaltung am 18. Februar 2000 Stellung nimmt; sie hält
an ihren Anträgen fest.

Aus den Erwägungen:

1.a.- b. (...)

c.aa. Damit eine Eingabe als rechtsgültige Einsprache oder Beschwerde
entgegen genommen werden kann, müssen verschiedene formelle
Voraussetzungen erfüllt sein. Das Rechtsmittel hat die Begehren (Anträge),
deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift
des Rechtsuchenden oder seines Vertreters zu enthalten (Art. 52 Abs. 2
MWSTV, Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über
das Verwaltungsverfahren [VwVG], SR 172.021). Im Begehren muss der
Einsprecher bzw. Beschwerdeführer angeben, ob er die Aufhebung oder die
Abänderung der angefochtenen Verfügung beantragt. Falls eine Abänderung
geltend gemacht wird, soll das Begehren zusätzlich ausführen, inwiefern
der Einspracheentscheid abgeändert werden soll. An das Begehren sind
insbesondere bei Laien keine zu hohen Anforderungen zu stellen. Gemäss
Lehre und Rechtsprechung genügt es, wenn aus dem Zusammenhang
ersichtlich wird, in welchen Punkten der angefochtene Entscheid angefochten
wird. Aus der Begründung muss sodann zumindest hervorgehen, in welchen
Punkten und weshalb die angefochtene Verfügung aufgehoben werden soll.
Sie soll darlegen, weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird
und welche tatsächlichen oder rechtlichen Erwägungen der Vorinstanz
inwiefern unrichtig oder nicht stichhaltig sein sollen. Die Begründung muss
nicht zutreffen, sie muss aber sachbezogen sein und auf einen zulässigen
Beschwerdegrund schliessen lassen (vgl. das nicht veröffentlichte Urteil des
Bundesgerichts vom 13. Oktober 1998 i.S. S. [2A.133/1998], E. 3b; Entscheid
der SRK vom 7. Oktober 1998 i.S. D. [SRK 1998-039], E. 2; André Moser, in:
Moser/Uebersax, Prozessieren vor eidgenössischen Rekurskommissionen,
Basel und Frankfurt am Main 1998, Rz. 2.84 ff.; Alfred Kölz / Isabelle Häner,
Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl.
Zürich 1998, Rz. 603).

bb. Der Beschwerdeführer hat seine Eingabe vom 26. Mai 1999 sehr
kurz gefasst. Immerhin ist sie ausdrücklich als Beschwerde bezeichnet und
es geht auch sinngemäss daraus hervor, dass er mit dem angefochtenen
Einspracheentscheid nicht einverstanden ist. Was die Begründung angeht,
ist festzustellen, dass sich der Beschwerdeführer offensichtlich auf den
Standpunkt stellt, aufgrund eines Verlusts von Fr. 40’000.- sowie wegen
Streitigkeiten mit einem Geschäftspartner sei von einer Besteuerung seines
Umsatzes abzusehen.

Diese Begründung ist zwar äusserst dürftig; indes ist bei der Beurteilung
der Frage, ob damit der Einspracheentscheid sachgerecht beanstandet wird,
zu berücksichtigen, dass sich die Steuerverwaltung in der angefochtenen
Verfügung nicht dazu äussert, wieso sie ihre Steuerforderung entgegen dem
Antrag des Beschwerdeführers nicht auf Fr. 0.-, sondern auf Fr. 3’743.10

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festsetzte. Sie führt dazu einzig aus, dieser Betrag sei das Ergebnis
einer eingehenden Prüfung und Korrektur der Abrechnungen des
Beschwerdeführers. In welchen Punkten und weshalb die Abrechnungen
in dieser Weise korrigiert worden sind, führt sie im angefochtenen
Einspracheentscheid nicht aus. Dem Beschwerdeführer war es aus diesem
Grund gar nicht möglich, eine wirklich sachgerechte Begründung vorzutragen
und darzulegen, weshalb seiner Ansicht nach die von der Eidgenössischen
Steuerverwaltung ermittelte Steuer falsch sein soll. Angesichts der
Tatsache, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen in administrativen
Belangen nicht geübten Laien handelt, kann seine Beschwerdebegründung
unter den gegebenen Umständen als gerade noch genügend akzeptiert
werden. Ob sie sich auch als stichhaltig erweist, ist nicht im Rahmen der
Eintretenserwägungen zu ermitteln. Dem Gesagten zufolge ist auf die
Beschwerde einzutreten. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass es sich
bei der vorliegenden Beschwerde nicht um einen Fall handelt, der mit dem
Entscheid des Bundesgerichts vom 13. Oktober 1998 i.S. S., E. 3b vergleichbar
wäre, reichte der Beschwerdeführer doch seine Abrechnungen bereits im
Einspracheverfahren vor der Eidgenössischen Steuerverwaltung ein. Die Frage
einer Ermessenseinschätzung steht somit nicht zur Diskussion.

2. (...)

3.a. (Selbstveranlagungsprinzip, vgl. VPB 64.83 E. 2, VPB 63.27 E. 3a
und MWST-Journal 1/2000, S. 1 ff., E. 2a).

Reicht ein Steuerpflichtiger pflichtwidrigerweise seine Abrechnungen
nicht innert der Frist gemäss Art. 37 MWSTV ein, so ist die Eidgenössische
Steuerverwaltung verpflichtet, die Steuer durch Schätzung des Umsatzes
annäherungsweise zu ermitteln (Art. 48 MWSTV; vgl. VPB 64.83 E. 3a und
den Entscheid der SRK vom 15. Oktober 1999 i.S. M., veröffentlicht in VPB
64.47 E. 5a). Die Eidgenössische Steuerverwaltung ermittelt diesfalls den
Ausgangsumsatz und berechnet hiervon die vom Steuerpflichtigen geschuldete
Steuer. Eine Schätzung der Vorsteuerabzüge findet indes nicht statt. Dem
Steuerpflichtigen bleibt es aber offen, die bei ihm effektiv angefallenen
Vorsteuern zu belegen und deren Abzug zu beantragen (VPB 64.83 E. 3b und
VPB 64.47 E. 5b).

b. Reicht ein Steuerpflichtiger, dessen Steuer wegen Nichteinreichens
der Abrechnungen geschätzt werden musste, im Rahmen des
Einspracheverfahrens oder des Beschwerdeverfahrens die erforderlichen
Abrechnungen ein, so wird üblicherweise die Schätzung durch diese
Abrechnungen ersetzt, sofern sie sich als glaubwürdig erweisen (vgl. VPB
64.83 E. 3b und 4).

c. Sind die vom Steuerpflichtigen in seiner Abrechnung deklarierten
Umsätze offensichtlich unrichtig oder ergeben sich insbesondere aufgrund
der Höhe der Angaben Zweifel an der Richtigkeit der Selbstdeklaration,
ist die Eidgenössische Steuerverwaltung gestützt auf Art. 50 Abs. 1 und
2 MWSTV ohne weiteres berechtigt, die ihr sachdienlich erscheinenden
Unterlagen einzufordern und zu verlangen, dass die Angaben belegt werden.
Beabsichtigt die Eidgenössische Steuerverwaltung, eine geltend gemachte
Angabe nicht in der vom Steuerpflichtigen deklarierten Weise zuzulassen, so
muss sie ihm Gelegenheit zum Nachweis derselben einräumen, ansonsten
der Anspruch auf rechtliches Gehör verweigert wird (Art. 29 Abs. 2 der

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004877.pdf?ID=150004877
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004214.pdf?ID=150004214
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004877.pdf?ID=150004877
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004757.pdf?ID=150004757
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004757.pdf?ID=150004757
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004877.pdf?ID=150004877
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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004877.pdf?ID=150004877
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Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999
[BV], SR 101). Gelingt dem Steuerpflichtigen der Nachweis seiner Angaben
nicht oder kommt er der Aufforderung zum Nachweis nicht nach, so ist
die Eidgenössische Steuerverwaltung bezüglich des Ausgangsumsatzes
verpflichtet, eine pflichtgemässe Schätzung vorzunehmen. Betreffen die
Zweifel indes vom Steuerpflichtigen in seiner Abrechnung geltend gemachte
Vorsteuerabzüge, so ist bei fehlendem Nachweis der fragliche Abzug zu
verweigern, ohne dass diesbezüglich eine Schätzung vorzunehmen ist. Da
es sich beim Vorsteuerabzug nämlich um steuermindernde Tatsachen handelt,
obliegt der formgerechte Beweis (vgl. Art. 29 Abs. 1 Bst. a in Verbindung mit
Art. 28 Abs. 1 MWSTV) für deren Vorliegen dem Steuerpflichtigen.

Bezüglich des Vorsteuerabzugs hat die SRK das Fehlen der Möglichkeit
einer Schätzung bereits in ihrem (ausführlich begründeten) Entscheid
VPB 64.47 E. 5b festgestellt. In Präzisierung dieser Rechtsprechung ist zu
ergänzen, dass Abzüge grundsätzlich nie geschätzt werden dürfen. Werden
die Abzüge vom Steuerpflichtigen nicht deklariert bzw. auf Aufforderung
der Eidgenössischen Steuerverwaltung hin nicht nachgewiesen, sind sie
deshalb vollumfänglich zu verweigern, ohne dass eine Schätzung Platz greifen
würde. An dieser Stelle ist allerdings daran zu erinnern, dass Exportleistungen
- entgegen der Einordnung auf den Abrechnungsformularen - nicht zu den
Abzügen im technischen Sinn gehören, da sie von Anfang an gar nie zu
steuerbaren Umsätzen führen (echte Befreiung). Aus diesem Grund muss
allfälligen Exportleistungen im Rahmen der Ermittlung des steuerbaren
Ausgangsumsatzes Rechnung getragen werden. Ist die Höhe der geltend
gemachten Exportleistungen zweifelhaft, so muss deren Höhe gegebenenfalls
im Rahmen der Ermittlung des steuerbaren Umsatzes geschätzt werden.

4.a. Art. 8 Abs. 1 der Übergangsbestimmungen (UeB) der alten
Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 (aBV, BS 1 3; vgl. Art. 196 Ziff. 14
Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom
18. April 1999 [BV], SR 101) beauftragt den Bundesrat, in Abweichung von
Art. 41ter Abs. 6 aBV (vgl. Art. 130 Abs. 1 BV) die Ausführungsbestimmungen
zur Mehrwertsteuer zu erlassen, die bis zum Inkrafttreten der
Bundesgesetzgebung gelten. Art. 8 Abs. 2 UeB aBV (vgl. Art. 196 Ziff. 14
Abs. 1 BV) legt die Grundsätze fest, die der Verordnungsgeber für
die Ausführungsbestimmungen zu beachten hat. Danach kann der
Steuerpflichtige die von anderen Steuerpflichtigen auf ihn überwälzte von der
von ihm geschuldeten Steuer als Vorsteuer abziehen, wenn er die Gegenstände
und Dienstleistungen für steuerbare Umsätze verwendet (Art. 8 Abs. 2 Bst. h
UeB aBV bzw. Art. 196 Ziff. 14 Abs. 1 Bst. h BV). Die Steuer wird vom Entgelt
berechnet (Art. 8 Abs. 2 Bst. f UeB aBV bzw. Art. 196 Ziff. 14 Abs. 1 Bst. f BV).

b. Der Bundesrat hat gestützt auf Art. 8 UeB aBV (vgl. Art. 196 Ziff. 14 BV)
am 22. Juni 1994 die Mehrwertsteuerverordnung erlassen. Danach kann der
Steuerpflichtige die ihm von anderen Steuerpflichtigen in Rechnung gestellte
Steuer als Vorsteuer abziehen, wenn er die Eingangsleistungen für steuerbare
Lieferungen oder steuerbare Dienstleistungen verwendet (Art. 29 Abs. 1 und 2
MWSTV). Die Steuer wird vom Entgelt berechnet (Art. 26 Abs. 1 MWSTV). Hat
der Steuerpflichtige ein gebrauchtes Motorfahrzeug für den Verkauf bezogen,
so kann er für die Berechnung der Steuer auf dem Verkauf den Ankaufspreis

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004757.pdf?ID=150004757

vom Verkaufspreis abziehen, sofern er auf dem Ankaufspreis keine Vorsteuer
abziehen durfte oder den möglichen Vorsteuerabzug nicht geltend gemacht
hat (Art. 26 Abs. 7 MWSTV).

c. In Abweichung von Art. 29 MWSTV tritt im Fall der
Margenbesteuerung von gebrauchten Motorfahrzeugen der Abzug des
Ankaufspreises, der so genannte Vorumsatzabzug, an die Stelle des
Vorsteuerabzugs. Nicht die vom Erwerber aufgewendete Gegenleistung
ist Bemessungsgrundlage, sondern die Marge zwischen Verkaufs- und
Einkaufspreis. Durch den Vorumsatzabzug wird der Steuerpflichtige im
Ergebnis so gestellt, als hätte er auf der Eingangsleistung die Vorsteuer
abziehen können. Mit Art. 26 Abs. 7 MWSTV verschafft der Verordnungsgeber
übergeordneten Grundsätzen (z. B. Steuerneutralität, einmalige Besteuerung)
mit zum Teil verfassungsrechtlicher Wirkkraft Nachachtung (vgl.
E. 2b). Da sich der Bundesrat überdies offensichtlich innerhalb seines
Kompetenzspielraumes bewegt (vgl. E. 2c; Art. 8 Abs. 1 UeB aBV bzw. Art. 196
Ziff. 14 Abs. 1 BV), ist der Richter an die Margenbesteuerung gebunden (nicht
veröffentlichte Entscheide der SRK vom 14. November 2000 i.S. K. [SRK
1999-106], E. 3 sowie vom 23. Juni 1999 i.S. A. et al. [SRK 1998-186], E. 3c).

5.a. Im vorliegenden Fall reichte der Beschwerdeführer die
erforderlichen Steuerabrechnungen im Rahmen des Einspracheverfahrens
ein. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat die Abrechnung für das erste
Quartal 1997 vollumfänglich akzeptiert. Die Abrechnung für das zweite
Semester 1996 war indes fehlerhaft und musste korrigiert werden. Den
deklarierten Ausgangsumsatz liess die Eidgenössische Steuerverwaltung
in ihrem Einspracheentscheid allerdings unberührt, so dass sich die Rügen
des Beschwerdeführers einzig gegen die Nichtanerkennung der von ihm
geltend gemachten Abzüge für das zweite Semester 1996 richten können.
Bei der Neuberechnung der Steuerforderung für das zweite Semester 1996
ging die Eidgenössische Steuerverwaltung von dem vom Beschwerdeführer
deklarierten Umsatz von Fr. 81’771.30 aus. Nicht in Frage gestellt wurden
die hierauf entfallenden Umsätze für Exportlieferungen im Umfang von
Fr. 20’442.-. Den Abzug gemäss Ziff. ... der Abrechnung («Ankaufswerte der
verkauften gebrauchten Motorfahrzeuge beim Vorgehen nach Art. 26 Abs. 7
MWSTV») im Betrag von Fr. 56’445.- sowie den Vorsteuerabzug gemäss Ziff.
... der Abrechnung in der Höhe von Fr. 57’629.- erachtete die Eidgenössische
Steuerverwaltung indes als unglaubhaft. Sie entschied sich deshalb, diese
Abzüge nicht zuzulassen, unterliess es jedoch, dem Beschwerdeführer
diesbezüglich Gelegenheit zum Nachweis mittels Belegen einzuräumen.
Dadurch verletzte sie dessen Anspruch auf ein gerechtes Verfahren und auf
rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 1 und 2 BV).

b. Aus verfahrensökonomischen Gründen entschied sich die SRK, die
Mängel des vorinstanzlichen Verfahrens durch Einforderung der fraglichen
Belege zu heilen. Mit zwei Schreiben forderte sie den Beschwerdeführer
zur Einreichung sachdienlicher Unterlagen auf und drohte ihm für den
Säumnisfall mit einem Aktenentscheid (Art. 23 VwVG).

aa. Der Beschwerdeführer kam der Aufforderung zur Einreichung
von Urkunden betreffend den Vorsteuerabzug gemäss Ziff. ... innert der
gesetzten Frist nicht nach. Somit tritt die angedrohte Säumnisfolge ein, d. h.
die Steuerrekurskommission fällt ihren Entscheid aufgrund der ins Recht

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gelegten Akten. Bis zu diesem Zeitpunkt fehlt in den Akten hingegen jeglicher
Hinweis auf einen Anspruch auf Vorsteuerabzug. Insbesondere kann mittels
der bei der SRK eingereichten Urkunden kein Anspruch auf Vorsteuerabzug
geltend gemacht werden, da die hierfür gesetzte Frist nicht eingehalten wurde.

bb. Auf Aufforderung der SRK reichte der Beschwerdeführer innert Frist
eine Rechnung für eine Sattelzugmaschine ein, um den unter Ziff. ... geltend
gemachten Vorumsatzabzug gemäss Art. 26 Abs. 7 MWSTV zu belegen. Jedoch
gibt es im vorliegenden Fall weder Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer
diese Sattelzugmaschine für den Weiterverkauf bezogen hat, noch hat
er diese tatsächlich verkauft. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer die Sattelzugmaschine zur Ausübung seiner beruflichen
Tätigkeit benötigte. Der Beschwerdeführer kann somit nicht nach Art. 26
Abs. 7 MWSTV abrechnen, mithin in seiner Abrechnung unter Ziff. ... auch
keinen Abzug vornehmen. Wie unter E. 5b/aa ausgeführt, kann der Kauf dieser
Sattelzugmaschine auch nicht zur Gewährung eines Vorsteuerabzugs führen,
da die entsprechenden Urkunden diesbezüglich verspätet eingereicht wurden.

c. Soweit der Beschwerdeführer vor der SRK geltend macht, ihm sei
aus der Transporttätigkeit in der fraglichen Zeit keine Rendite erwachsen
bzw. er sei sogar zu Verlust gekommen, ist ihm entgegen zu halten, dass
es sich bei der Mehrwertsteuer um eine Umsatzsteuer handelt, es mithin
nicht auf einen allfälligen Gewinn ankommt, sondern das Entgelt für seine
Lieferungen und Dienstleistungen sowie der Eigenverbrauch Ausgangspunkt
für die Steuerberechnung bilden (Art. 26 Abs. 1 MWSTV). Ob der damit
erzielte Umsatz indes zu einem Betriebsgewinn oder zu einem Betriebsverlust
geführt hat, ist für die Mehrwertsteuer unerheblich. Der Beschwerdeführer
hat in den massgebenden Abrechnungsperioden gemäss eigenen Angaben
einen Umsatz erzielt. Er ist aufgrund seiner Mehrwertsteuerpflicht deshalb
grundsätzlich verpflichtet, darauf die Mehrwertsteuer zu entrichten. Die
Einwände, die er dagegen vorbringt, können hieran nichts ändern und sind
deshalb unbeachtlich.

6. Dem Gesagten zufolge ist die Beschwerde abzuweisen. (...)

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 65.107 - Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 9. Januar

2001 i.S. K. [SRK 1999-066]

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 2001
Année

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Band 65
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	Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission vom 9. Januar 2001 i.S. K. [SRK 1999-066]