# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bc231006-7e7c-501a-a854-a9977c5eea74
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 10.10.2014 LB140054
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LB140054_2014-10-10.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LB140054-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichterin

lic. iur. M. Stammbach und Ersatzrichterin Prof. Dr. I. Jent-Sørensen 

sowie Gerichtsschreiber lic. iur. M. Hinden.

Urteil vom 10. Oktober 2014

in Sachen

1. A._____,

2. B._____, 

3. C._____, 

Kläger und Berufungskläger

1, 2 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

3 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

Oberstufenschulpflege D._____, 

Beklagte und Berufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____

betreffend Genugtuungs-und Schadenersatzforderung (Staatshaftung) / 

Rückweisung

Berufung gegen ein Urteil der I. Abteilung des Bezirksgerichtes Dielsdorf 

vom 18. Juli 2012; Proz. CG100050

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Urteil der II. Zivilkammer des Obergerichtes des Kantons Zürich vom

28. Juni 2013; Proz. LB120078

Urteil Bundesgericht vom 16. Juni 2014; Proz. 2C_795/2013

Rechtsbegehren (act. 1 S. 2):

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, für den Todesfall von †E._____ Genug-
tuungen wie folgt zu bezahlen:

- an den Kläger 1 einen Betrag nach richterlichem Ermessen (Streitwert 
einstweilen Fr. 68'100.--), zuzüglich 5% Schadenszins ab Unfalltag bis 
zum Urteilstag;

- an die Klägerin 2 einen Betrag nach richterlichem Ermessen (Streitwert 
einstweilen Fr. 60'000.--), zuzüglich 5% Schadenszins ab Unfalltag bis 
zum Urteilstag; 

- an die Klägerin 3 Fr. 30'000.-- zuzüglich 5% Schadenszins ab Unfalltag 
bis zum Urteilstag.

 2. Die Beklagte sei alsdann zu verpflichten, den KlägerInnen 1-3 für die vor-
prozessualen Anwaltskosten Fr. 20'000.-- zu bezahlen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten".

Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, I. Abteilung, vom 18. Juli 2012
(act. 36 = act. 43 = act. 44):

"1. Die Klage wird abgewiesen. 

 2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 12’000.– festgesetzt.

 3. Die Gerichtskosten werden den Klägern zu je einem Drittel auferlegt. Der 

Anteil der Kläger 1 und 2 von je einem Drittel wird zufolge der Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung auf die Gerichtskasse genommen.

 4. Die Kläger werden solidarisch verpflichtet, der Beklagten eine Prozessent-

schädigung von insgesamt Fr. 21’000.– zu bezahlen. 

5./6. Mitteilung/Rechtsmittel". 

Berufungsanträge:

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Der Kläger (act. 41):

"1. Das Urteil sei aufzuheben und es sei die Beklagte zu verpflichten, für den 

Todesfall von †E._____ Genugtuung wie folgt zu bezahlen: an den Kläger 1 

ein Betrag nach richterlichem Ermessen (Streitwert einstweilen 

Fr. 86'100.-) zuzüglich 5% Schadenszinsen ab Unfalltag. An die Klägerin 2 

ein Betrag nach richterlichem Ermessen (Streitwert einstweilen Fr. 60'000.--

zuzüglich 5% Schadenszinsen ab Unfalltag und an die Klägerin 3 ein Betrag 

von Fr. 30'000.-- zuzüglich 5% Schadenszinsen ab Unfalltag.

2. Die Beklagte sei alsdann zu verpflichten, den Klägern 1 - 3 für die vorpro-

zessualen Anwaltskosten Fr. 20'000.- zu bezahlen.

3. Es sei den Klägern 1 und 2 für das vorliegende Verfahren in der Person des 

Unterzeichneten ein unentgeltlicher Rechtsbeistand beizugeben und die un-

entgeltliche Prozessführung zu bewilligen.

4. Eventualiter sei ein Beweisverfahren durchzuführen und die Klägerinnen 1 -

3 persönlich zu befragen sowie zur Beweisaussage anzuhalten.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten".

Der Beklagten (act. 59):

"1. Die Rechtsbegehren der klagenden Partei seien abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzügl. MwSt.) zulasten der kla-

genden Partei".

Erwägungen:

I. 

1. †E._____ war die Tochter und Schwester der drei Kläger/innen und be-

suchte die 9. Klasse bei der Beklagten. An der Abschlussreise im Juli 2007 mit ih-

rer Schulklasse verunglückte sie bei einer River Rafting Fahrt tödlich. Streitig ist, 

inwiefern die Beklagte aus diesem tragischen Todesfall verpflichtet ist, Genug-

tuung und Schadenersatz zu leisten. 

- 4 -

2. Die Vorinstanz hat die Klage abgewiesen (act. 36 = act. 43 = act. 44 

S. 33), wogegen die Kläger/innen rechtzeitig bei der Kammer Berufung einreich-

ten. In der Berufungsschrift wird in Ziff. 1 der Anträge für den Kläger 1 eine Ge-

nugtuungssumme von Fr. 86'100.-- (statt wie bei der Vorinstanz von Fr. 68'100.--) 

verlangt. In der Verfügung vom 27. September 2012 (act. 45 S. 2 f.) wurde auf 

diese Differenz Bezug genommen und davon ausgegangen, dass es sich um ei-

nen Verschrieb handelt. Dem wurde seitens des Klägers 1 im nachfolgenden 

Verfahren nicht widersprochen und auch nicht begründet, warum sich der Klage-

betrag in zweiter Instanz denn sonst erhöht haben könnte (eine Klageänderung 

bzw. der Klageerweiterung im Rechtsmittelverfahren bedürfte, wenn sie über-

haupt noch möglich ist, einer Begründung; vgl. Art. 317 ZPO). Im Rechtsmittelver-

fahren wird daher bezüglich des Klägers 1 von einer Genugtuungssumme von 

Fr. 68'100.-- ausgegangen. 

3. Ausserdem stellten der Kläger 1 und die Klägerin 2 für das Berufungsver-

fahren das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (act. 41 S. 2). Mit Beschluss 

vom 15. Oktober 2013 (act. 53) wurde ihnen die unentgeltliche Prozessführung 

gewährt und es wurde ihnen Rechtsanwalt lic. iur. X._____ auch für das Beru-

fungsverfahren als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. Der nicht bedürftigen 

Klägerin 3 wurde eine Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses von 

Fr. 2'300.-- angesetzt. Dieser wurde rechtzeitig geleistet (act. 47). 

4. Zur Berufungsantwort der Beklagten (act. 59) nahmen die Kläger/innen 

mit Eingabe vom 6. Dezember 2012 Stellung (act. 62). Die Beklagte nahm zu die-

ser Eingabe der Gegenseite ihrerseits mit der Eingabe vom 21. Dezember 2012 

Stellung (act. 66). Diese ist den Kläger/innen zugestellt worden (act. 68). Die 

Kammer wies die Berufung der Kläger/innen mit Urteil vom 28. Juni 2013 ab

(act. 72 = act. 87 S. 39). 

5. Diesen Entscheid zogen die Kläger/innen ans Bundesgericht weiter. Mit 

Urteil vom 16. Juni 2014 hiess das Bundesgericht die Beschwerde der Kläger/

innen gut, hob den obergerichtlichen Entscheid vom 28. Juni 2013 auf und wies 

die Sache zu neuer Entscheidung an die Kammer zurück (act. 88), weil die Kam-

mer das Recht auf Beweis verletzt habe, weil sie den Beweisantrag zu einer von 

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ihr als rechtserheblich erachteten Tatsache nicht abgenommen und Beweislosig-

keit angenommen habe. Darauf ist in E. II./2./c einzugehen. 

6. Die Sache ist spruchreif.

III. 

1. Die Vorinstanz hat entschieden, dass die Beklagte für den tragischen To-

desfall zivilrechtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden kann. Zusammen-

gefasst hat sie das insbesondere wie folgt begründet: Wegen der Verletzung des 

absoluten Rechtsgutes, des Lebens, sei die Widerrechtlichkeit ohne weiteres zu 

bejahen (act. 43 S. 8). Das River Rafting gehöre – anders als z.B. das Wandern –

nicht zum allgemeinen Lebensrisiko (act. 43 S. 10). Dass die Durchführung einer 

Abschlussreise eine amtliche Verrichtung sei, sei unbestritten (act. 43 S. 9). Damit 

sei die Beklagte haftbar, wenn zusätzlich die weiteren Haftungsvoraussetzungen 

erfüllt seien (act. 43 S. 10). Das River Rafting sei als Schulveranstaltung nicht ge-

nerell ungeeignet. Eine Strecke mit Gefahrenstufe III-IV sei für Schulausflüge 

nicht grundsätzlich zu gefährlich (act. 43 S. 12). Der Lehrer habe in der vorliegen-

den Situation nicht persönlich rekognoszieren müssen (act. 43 S. 13). Die Eltern 

seien ausreichend über das Gefahrenpotential des Vorhabens informiert worden 

(act. 43 S. 13 f.) und der Lehrer habe nicht intervenieren müssen, als die Schü-

ler/innen kurz vor dem Einwassern eine "Einverständniserklärung" gegenüber 

dem Rafting-Veranstalter unterzeichnen mussten (act. 43 S. 14 f.). Die Vorinstanz 

kam zusammenfassend zum Schluss, dass der Lehrer bei der Planung und 

Durchführung der Abschlussreise vom 8./9. Juli 2007 nicht sorgfaltswidrig vorge-

gangen sei und nichts unterlassen habe (act. 43 S. 31). Damit entfalle die Haf-

tung. Die Fragen, ob der Kausalverlauf durch Drittverschulden – jenes der 

Guides – allenfalls unterbrochen worden sei und jene im Zusammenhang mit der 

Genugtuung, hat die Vorinstanz deshalb nicht mehr geprüft (act. 43 S. 31). 

2. Aus der Sicht der Kläger/innen ist nach den Vorbringen in der Berufung 

Folgendes haftungsbegründend: 

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a) dass der Lehrer eine Rafting Tour mit der Gefahrenstufe III-IV ausgewählt 

habe, was bedeute, dass sie als gefährlich beurteilt werde und dass die Eltern 

nicht über die Gefahren einer Rafting Tour unterrichtet worden seien, andernfalls 

sie ihre Tochter nicht hätten teilnehmen lassen (act. 41 Rz 15); insbesondere hät-

ten sie das Info-Blatt Wasseraktivitäten der Tour Veranstalterin nicht erhalten 

(act. 41 Rz 5, Rz 15);

b) dass die "Einverständniserklärung", welche auf die Gefahren des River 

Rafting Bezug nehme und einen Haftungsverzicht enthalte und mit der ein ausrei-

chender Versicherungsschutz bestätigt werde, erst vor dem Antritt der Fahrt zur 

Unterschrift vorgelegt worden sei (act. 41 Rz 6 ff.); 

c) dass der Lehrer es zugelassen habe, dass die "Einverständniserklärung" 

("auf eigenes Risiko und Verantwortung") den Kindern zur Unterzeichnung vorge-

legt wurde (act. 41 Rz 15) bzw. dass er sie die Freizeichnung nicht hätte unter-

schreiben lassen dürfen (act. 41 Rz 13, Rz 15); 

d) dass in der "Einverständniserklärung" erstmals auf die konkrete Gefahr 

Bezug genommen wurde, so dass der Lehrer die Übung hätte abbrechen müs-

sen, weil die Eltern ihr Einverständnis dazu nicht gegeben hatten (act. 41 Rz 15);  

e) dass die "Einverständniserklärung" so formuliert war, dass sich daraus 

ergab, dass der Veranstalter die Risiken selber als nicht gering einschätzte 

(act. 41 Rz 15); 

f) dass sich aus der geforderten Bestätigung des ausreichenden Versiche-

rungsschutzes ergebe, dass der Veranstalter selber von einem gefährlichen Un-

terfangen ausgegangen sei (act. 41 S. 6 f., Rz 16). 

Im Einzelnen machen die Klägerinnen Folgendes geltend: 

a) Haftung wegen Auswahl eines River Rafting-Events ("Tun"; act. 41 

Rz 22 ff. mit Bezug auf act. 43 S. 20 lit. d/aa) 

Die Klägerinnen weisen darauf hin, dass River Rafting keine Notwendigkeit 

des Schulprogramms sei, so dass der Rechtfertigungsgrund "Schulbetrieb" entfal-

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le (act. 41 Rz 27). Ausserdem sei der Lehrer bei der Wahl der Aktivität unsorgfäl-

tig gewesen. Das Ausüben einer Risikosportart begünstige das Risiko eines Ge-

fahreneintritts erheblich: River Rafting sei nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 

geeignet, einen Unfall durch Ertrinken hervorzurufen, weil es auf dem Wildwasser 

stattfinde, weil Boote flippen könnten und weil das Hängenbleiben an Gegenstän-

den sowie der Wasserdruck fliessender Gewässer sowohl die Selbstbefreiung als 

auch die Bergung erschweren würden (act. 41 Rz 28). 

b) Haftung wegen ungenügender Risikoevaluation ("Unterlassen"; act. 41 Rz 

30 ff. mit Bezug auf act. 43 lit d/bb)

Die vom Lehrer gebuchte Strecke sei an einer Stelle mit "Wildwasser IV" 

klassiert und mithin "sehr schwierig". Diese Klassierung bedeute "lange Schwälle 

mit hohen unregelmässigen Wellen und Walzen, Verblockung mit unübersichtli-

chen Durchfahrten, Fahrroute nicht ohne weiteres erkennbar, Erkundung erforder-

lich" (act. 41 Rz 31). Über der Stufe IV gebe es nur noch die Stufen V und VI 

("sehr schwierig", "Grenze der Befahrbarkeit, für Rafts nicht befahrbar"). Der Leh-

rer habe seine Erkundigungspflicht missachtet und das Risiko nicht genügend 

evaluiert (act. 41 Rz 32 f.). Die fehlende Erfahrung beim Lehrer und bei den Schü-

lern hätte erhöhte Vorsicht geboten (act. 41 Rz 35). Der Lehrer, der gemäss 

Richtlinien alles daran setzen müsse, um Gefahren zu vermeiden, habe dies mit 

seiner Wahl – vor allem bei einer nicht schulnotwendigen Aktivität – missachtet, 

auch wenn er die Tour durch einen kommerziellen Anbieter durchführen liess. 

Wenn schon River Rafting, dann hätte es eine einfachere Strecke sein müssen 

(act. 41 Rz 35). 

Für den Einwand des rechtmässigen Alternativverhaltens müssten konkrete 

Anhaltspunkte bestehen. Der Begriff stamme vor allem aus dem Arzthaftpflicht-

recht und komme dort zur Anwendung, wenn nachgewiesen werde, dass auch bei 

korrekter Risikoaufklärung in die Operation eingewilligt worden wäre (hypotheti-

sche Einwilligung des Patienten; act. 41 S. 14). Bei einer Schädigung ohne die er-

forderliche Einwilligung gebe es keine Einrede des rechtmässigen Alternativver-

haltens (act. 41 Rz 36). Diesbezüglich hätte behauptet (und bewiesen) werden 

müssen, dass der Lehrer auch bei genügend tiefer Evaluation die Strecke gewählt 

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hätte, was nicht geschehen sei (act. 41 Rz 37). Eine tiefere Evaluation hätte dazu 

geführt, dass auch andere Informationsquellen (Wildwasserkarte, Schweizeri-

scher Kanuverband) berücksichtigt worden wären und nicht bloss die Angaben 

des am Verkauf seines Angebotes interessierten Veranstalters (act. 41 Rz 39). 

Massgeblich müssten die offiziellen Angaben sein und nicht jene von kommerziel-

len Anbietern. 

c) Haftung für unterlassenes Rekognoszieren ("Unterlassung"; act. 43 Ziff. 

d/cc mit Bezug auf act. 43 Ziff. d/cc)

Rekognoszieren gehöre zur korrekten Risikoevaluation (act. 41 Rz 41). Die 

wechselnden Rahmenbedingungen würden dabei weniger bedeuten als die eige-

ne Erfahrung, die gefährlichen Passagen zu durchfahren. Bei schlechter Witte-

rung hätte ohnehin keine Fahrt stattfinden können, so dass von vergleichbaren 

Verhältnissen auszugehen sei (act. 41 S. 41). Die Beklagte habe nicht bestritten, 

dass die fehlende Eignung der Strecke bei einer Rekognoszierungsfahrt erkenn-

bar gewesen wäre. Es sei damit unbestritten, dass der Lehrer die Tour, hätte er 

eine Rekognoszierungsfahrt unternommen, für ungeeignet befunden hätte. Das 

Nichtdurchführen einer Rekognoszierungsfahrt auf einem Wildwasserabschnitt 

der Gefahrenstufe IV sei nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge geeignet, zu ei-

ner unrichtigen Risikoevaluation zu führen (act. 41 Rz 42). Die Aussage der Gut-

achter bezüglich Eignung der Strecke sei relativ und betreffe den Fall, dass das 

Boot nicht kentere (act. 41 Rz 43). Könne ein Raft kentern, so verlange die schuli-

sche Maxime, unnötige Gefahren zu vermeiden. Aus der Tatsache, dass eine an-

dere Klasse der Beklagten die gleiche Strecke absolviert habe, folge nicht ohne 

weiteres, dass diese geeignet sei (act. 41 Rz 43). Das von der Vorinstanz bejahte 

rechtmässige Alternativverhalten könne hier auch nicht erfolgreich sein, weil der 

Beklagte nichts Derartiges behauptet habe (act. 41 Rz 44). 

d) Haftung aus ungenügender Information der Eltern (act. 41 Rz 45 ff. mit 

Bezug auf act. 43 Ziff. d/dd)

Nur die Eltern hätten rechtsgültig einwilligen können (act. 41 Rz 45). Bei feh-

lender genügender Einwilligung würde es auch ohne Nachweis einer Sorgfalts-

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pflichtverletzung bei der Widerrechtlichkeit bleiben. Das Argument der Vorinstanz, 

dass bei dieser Sichtweise detaillierte Informationen bezüglich aller Gefahren des 

Ausflugs (Zug, Gondelbahn, Trottinettfahrt ins Tal) hätten vorliegen müssen, sei 

nicht stichhaltig, sei doch das Rafting eine Risikosportart, ein Sonderrisiko. Dass 

bei einer entsprechenden Informationspflicht keine Schulreisen mehr durchgeführt 

werden könnten – so die Vorinstanz – sei nicht zutreffend, weil es dort nicht zwin-

gend um Risikosportarten gehe (act. 41 Rz 47). Aus dem "Riverraften auf der 

Saane" ergäben sich keine Hinweise auf die konkrete Gefahrensituation, und 

schon gar nicht auf die Wildwasserklassierung der durchfahrenen Strecke (act. 41 

Rz 48). Die Einwilligung könne sich nur auf den Einwilligungstext beziehen und 

die Gefahren seien je nach Wildwasserstufe verschieden (act. 41 Rz 49). Dass 

die Eltern um die Gefahren wussten, sei nicht behauptet worden und selbst wenn, 

könnte daraus keine genügende Risikoaufklärung und damit auch keine rechts-

verbindliche Einwilligung abgeleitet werden (act. 41 Rz 51). Nach den Grundsät-

zen der Arzthaftpflicht sei umso mehr Aufklärung nötig, je geringer die Notwen-

digkeit sei. Bei der erforderlichen hohen Aufklärungsdichte wäre insbesondere ein 

Hinweis auf die Wildwasserstufe erforderlich gewesen – tatsächlich sei nicht ein-

mal das Wort "Gefahr" erwähnt worden (act. 41 Rz 52). 

e) Haftung aus unterlassener vorgängiger Weiterleitung der "Einverständ-

niserklärung" an die Eltern (act. 41 Rz 53 ff.; mit Bezug auf act. 43 S. 25)

Die "Einverständniserklärung" mit Haftungsverzicht und Bestätigung der 

Versicherungssituation sei den Schüler/innen kurz vor dem Einwassern überge-

ben worden; die Eltern hätten sie nie erhalten. Die Vorinstanz sehe dies zu Un-

recht als Problem des Veranstalters, während im Gutachten davon ausgegangen 

werde, dass Jugendliche die Gefahr für die Tour nicht übernehmen könnten. Ver-

tragspartei seien nicht die Jugendlichen sondern die Schule (act. 41 Rz 54). Es 

sei sehr wohl Sache des Lehrers gewesen, den Eltern die "Einverständniserklä-

rung" zukommen zu lassen. Erst diese legitimiere die Schule, das Vorhaben 

durchzuführen. 

f) Hypothetische Einwilligung der Eltern (act. 41 Rz 56 ff; mit Bezug auf act. 

43 S. 26)

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Von der Klägerschaft werde die Einwilligung bestritten und eine Befragung 

sei offeriert worden. Die Vorinstanz habe zu Unrecht eine antizipierte Beweiswür-

digung vorgenommen (act. 41 Rz 57). Es wäre an der Beklagten gewesen, die 

hypothetische Einwilligung zu substanziieren und allenfalls zu beweisen (BGE 

117 Ib 197, 209). Hier sei die Vorinstanz zu Unrecht umgekehrt vorgegangen. 

Ohnehin tauge die Ableitung aus der Passivität im Schulalltag nicht; es könnten 

keine Beispiele gefährlicher Aktivitäten genannt werden, bei denen sich die Eltern 

von E._____ passiv verhalten hätten (act. 41 Rz 57). Es sei die Praxis bei der 

hypothetischen Einwilligung bei medizinischen Eingriffen heranzuziehen. Eine Zu-

stimmung zu einer Tour mit der Einstufung "sehr schwierig" könne nicht antizipiert 

werden. 

g) Haftung aus unterlassener Intervention des Lehrers hinsichtlich Unter-

zeichnung der Einverständniserklärung (act. 41 Rz 60 ff.; mit Bezug auf act. 43 lit. 

d/ee)

Für die gehörige Aufklärung und Einwilligung sei nach der Vorinstanz der 

Veranstalter zuständig (act. 41 Rz 61). Vertragspartner des Veranstalters sei die 

Schule und der Lehrer habe die Verantwortung für die Übermittlung zu tragen 

(act. 41 Rz 62). Eine rechtsgültige Unterschrift habe von den Jugendlichen nicht 

geleistet werden können. Unter der Obhut der Schule sei es schulrechtlich gebo-

ten, die Schüler möglichst wenig Gefahren auszusetzen (act. 41 Rz 62). Allein 

schon die Frage nach dem Versicherungsschutz hätte den Lehrer zur Intervention 

und zum Abbruch der Übung bewegen müssen, selbst wenn eine Zustimmung mit 

Blick auf das Handeln auf eigenes Risiko möglich gewesen wäre (act. 41 Rz 63). 

Weil es keine Möglichkeit gegeben habe, die "Einverständniserklärung" den Eltern 

vorzulegen, hätte das Rafting nicht durchgeführt werden dürfen (act. 41 Rz 65). 

Auf die weiteren Ausführungen wird soweit nötig im jeweiligen Zusammen-

hang eingegangen. 

3. Die Beklagte weist vorab darauf hin, dass der Lehrer im Elternbrief vom 

27. Juni 2007 auf das River Rafting auf der Saane hingewiesen habe. Ausserdem 

seien den Eltern das Infoblatt Wasseraktivitäten ([act. 6/5] und die Geschäftsbe-

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dingungen des Veranstalters [act. 6/10] UR-EV F._____, Zeilen 25 und 26) zuge-

gangen. Alle Eltern seien einverstanden gewesen (act. 59 S. 3). Der Veranstalter 

habe die Schüler/innen eine "Einverständniserklärung" (act. 6/7) unterzeichnen 

lassen: Anweisungen seien strikte zu befolgen, gesundheitliche Probleme beim 

Guide zu melden, Haftungsverzicht gegenüber dem Veranstalter, ausser bei gro-

bem Verschulden, Teilnahme auf eigenes Risiko und in eigener Verantwortung, 

Hinweis, dass der Veranstalter die Teilnehmer nicht versichere (act. 59 S. 3). Das 

Gutachten des Bundesamtes für Sport gehe im massgeblichen Zeitpunkt von ei-

nem Schwierigkeitsgrad von II-III aus und halte das Rafting für 15-jährige Schü-

ler/innen für geeignet. Lehrer G._____, ebenfalls bei der Beklagten tätig, habe die 

gleiche Rafting Tour kurz zuvor problemlos mit seinen Schülern absolviert (act. 59 

S. 4). Das Strafverfahren gegen Lehrer F._____ sei am 30. April 2012 eingestellt 

worden. Es werde festgehalten, dass er mit der Auswahl des Anbieters, der In-

formation der Eltern bzw. dem Einholen der grundsätzlichen "Einverständniserklä-

rung" mit dem ausdrücklichen Hinweis auf das River Rafting seinen Informations-

und Sorgfaltspflichten nachgekommen sei (act. 59 S. 5). Dass River Rafting nicht 

völlig gefahrlos sei und Unfälle eintreten könnten, ergebe sich aus den weiterge-

leiteten Informationen (Geschäftsbedingungen, Infoblatt: Keine Haftung, Teilnah-

me auf eigene Gefahr; Erfordernis einer eigenen Unfallversicherung). Die Klägerin 

2 habe die grundsätzlichen Risiken des Raftings gekannt (act. 59 S. 6). Dem Leh-

rer sei die beim Start den Schülern vorgelegte "Einverständniserklärung" nicht 

vorgelegen und das Verhalten der Veranstalter sei diesbezüglich unkorrekt gewe-

sen (act. 59 S. 6, S. 10 oben).

Der Streckenabschnitt habe am 8. Juli 2007 einen Schwierigkeitsgrad II-III 

gehabt (Antwort 8 in der Expertise; act. 59 S. 8 und 9) und die Tour durch die Va-

nel-Schlucht sei für 15-jährige Jugendliche, unter Wahrung der Sicherheitsreser-

ve, geeignet gewesen (Antwort 9). Ein Raft im Wildwasser mit unerfahrenen Gäs-

ten sollte nach dem Gutachten auf keinen Fall kentern (Antwort 8) und der Veran-

stalter müsse nach einem vorausgegangenen Hochwasser die Fahrt erkunden 

(act. 59 S. 7). Der Unfall sei allein auf Fahrfehler zurückzuführen. Lehrer F._____ 

sei für das Unfallgeschehen nicht verantwortlich (act. 59 S. 8). 

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Die Verantwortlichkeit der Schule erstrecke sich auf den ganzen Schulbe-

trieb, jedoch nicht auf die allgemeinen Lebensrisiken (act. 59 Rz 10 f.). Die Gefahr 

des Ertrinkens gehöre beim Rafting wie beim Schwimmen zum allgemeinen Le-

bensrisiko. Ein Verschulden der Lehrpersonen sei nicht erforderlich (act. 59 

S. 11). Zwischen dem seelischen Schmerz der Kläger/innen und dem tragischen 

Tod von E._____ bestehe kein adäquater Kausalzusammenhang bzw. dieser sei 

durch Faktoren, die der Lehrer nicht zu verantworten hätte, unterbrochen worden 

(act. 59 S. 12 ff.). 

Zur Zustimmung der Eltern, die nach den Behauptungen der Kläger/innen ih-

re Zustimmung verweigert hätten, wenn sie auf das Unfallrisiko hingewiesen wor-

den wären: Das Vorgehen der Veranstalterin sei unkorrekt gewesen (act. 59 

S. 18). Effektiv stehe in der "Einverständniserklärung" allerdings nicht mehr als in 

Ziff. 10, 11 und 13 der AGBs, die den Eltern vorgelegen habe ("naturgemäss … 

Gefahren"; "damit verbundene Risiken"; Unfallversicherung; Meldepflicht bei allfäl-

ligen körperlichen Beschwerden; vgl. auch das Infoblatt; act. 59 S.19). Es könne 

nicht davon ausgegangen werden, dass die Eltern, wenn ihnen diese Informatio-

nen vorgelegen hätten, die Zustimmung zum Rafting verweigert hätten. Der Leh-

rer sei im Übrigen nicht für die gutachterlich kritisierte Vorlage der "Einverständ-

niserklärung" an die Schüler/innen am Unfalltag verantwortlich gewesen (act. 59 

S. 20). 

Der Lehrer sei bei der Organisation nicht pflichtwidrig vorgegangen; er habe 

bereits einmal ein River Rafting gemacht und ein Lehrerkollege habe das gleiche 

Arrangement kurz zuvor durchgeführt (act. 59 S. 21). Der konkrete Vorfall, der 

zum Tode von E._____ geführt habe, hätte auch auf einer "leichteren" Strecke 

geschehen können. Es sei nicht grundsätzlich gefährlich, dass jemand über Bord 

gehe, sondern nur dann, wenn er an Ästen oder Wurzeln hängen bleibe (act. 59 

S. 21). Weil normalerweise eine Rettung (ohne weiteres) möglich sei, werde der 

ursprüngliche Entscheid nicht in Frage gestellt (act. 59 S. 21). Die mitwirkenden 

Faktoren wiesen eine erhebliche Intensität auf und seien äusserst selten, was ei-

nen allfälligen adäquaten Kausalzusammenhang zu den vorgeworfenen Handlun-

gen ohnehin unterbreche (act. 59 S. 21). Die Vorinstanz habe den Kausalzusam-

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menhang gar nicht geprüft, weil die Sorgfaltspflichtverletzung verneint worden sei 

(act. 59 S. 22). River Rafting sei ein Sport; gemäss Lehrplan für die Volksschule 

des Kantons Zürich solle in der Natur erlebt und gelernt werden, der Umwelt rück-

sichtsvoll zu begegnen (act. 59 S. 23). Dass man beim Raften ins Wasser fallen 

könne, sei (auch den Kläger/innen) bekannt gewesen (act. 59 S. 23); auch bei 

Städtereisen und Wandern könne etwas passieren (act. 59 S. 23). River Rafting 

werde zwar als Risikosportart bezeichnet, jedoch seien Fussball, Bergsport und 

Reiten viel risikoreicher. Jede Aktivität habe ein gewisses Risiko. Allerdings habe 

der Lehrer eine professionelle Veranstalterin mit dem "Safety in adventures"-

Label gewählt, das zu einem höheren Sicherheitsstandard verpflichte und die Al-

terslimite sei bei 12 Jahren gewesen (act. 59 S. 24). Mangels Unsorgfalt bei der 

Auswahl seien die Haftungsvoraussetzungen nicht erfüllt (act. 59 S. 24). Ange-

sichts des renommierten Labels und der Alterslimite von 12 Jahren hätte sich 

Lehrer F._____ nach der Lebenserfahrung auch dann nicht anders entschieden, 

wenn er sich selber eingehender mit den Schwierigkeitsgraden befasst hätte, zu-

mal ein Lehrerkollege kurz vorher die gleiche Tour mit Schülern gleichen Alters 

absolviert hatte. "H._____" sei gemäss Gutachten ein seriöser Anbieter und we-

gen der kurzen Teilstrecke mit Grad IV könne nichts betreffend die Eignung für 

15-Jährige gesagt werden. Die Todesursache liege nicht am Schwierigkeitsgrad, 

sondern daran, dass zwischen Raft 1 und Raft 2 kein genügender Abstand gewe-

sen sei (act. 59 S. 25). Das Unterlassen der Rekognoszierfahrt sei demnach nicht 

ursächlich, sondern der zu geringe Abstand der beiden Boote 

(act. 59 S. 26). 

Es sei nicht denkbar, auf alle erdenklichen Risiken hinzuweisen. Anders als 

bei einer Operation handle es sich nicht um die Einwilligung in eine Körperverlet-

zung (act. 59 S. 27). Sei die ausgesuchte Strecke geeignet gewesen, spiele die 

Klassierung der Strecke keine Rolle mehr (act. 59 S. 27). Die Unterschrift der El-

tern sei ein rechtsgültiges Einverständnis; das Schreiben vom 27. Juni 2007 

(act. 6/3) habe die Informationen als bekannt voraussetzen können und die Eltern 

hätten gewusst, dass die geplanten Aktivitäten nicht ohne jegliches Risiko seien 

(act. 59 S. 27). Bei der Risikoeinteilung gehe es gar nicht ums Riverraften, son-

dern um eine Wildwasserqualifikation (act. 59 S. 27). Jede Aktivität, auch River 

- 14 -

Rafting, habe eine Unfallgefahr, was die Eltern auf Grund ihrer Lebenserfahrung  

gewusst hätten (act. 59 S. 27). Hätten die Eltern nachgefragt, so hätte sich die 

Strecke als für 12-Jährige geeignet erwiesen (act. 59 S. 28). Sie hätten ausser-

dem die allgemeinen Geschäftsbedingungen lesen können (act. 59 S. 28). Die El-

tern von †E._____ seien während der ganzen Schulzeit stets mit allem einver-

standen gewesen (act. 59 S. 29 f.). River Rafting und Trottinettabfahrten seien 

gängige Aktivitäten bei Abschlussreisen; Lehre und Rechtsprechung zu medizini-

schen Eingriffen könne nicht herangezogen werden (act. 59 S. 30). Die "Einver-

ständniserklärung" der Veranstalterin am Unfalltag habe einen Haftungsaus-

schluss bezweckt; die Folgen der ungültigen "Einverständniserklärung" betreffe 

nur die Veranstalterin (act. 59 S. 31). Die Schüler hätten – wie die Vorinstanz 

festgehalten habe – die Teilnahme an der Veranstaltung selber "absegnen" kön-

nen. Der Entscheid der Vorinstanz erweise sich daher als richtig.

4. Die Vorinstanz hat gemäss Art. 404 ZPO zu Recht die zürcherische Zivil-

prozessordnung (aZPO) angewendet. Im Rechtmittelverfahren gilt nach Art. 405 

Abs. 1 ZPO das neue Zivilprozessrecht. Richtigerweise hat die Vorinstanz das 

Haftungsgesetz des Kantons Zürich vom 14. September 1969 (HG) zu Grunde 

gelegt, was die Parteien auch nicht beanstanden. 

Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Sach-

verhaltsfeststellung geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

II. 

1. (Grundsätzliche) Zulässigkeit des River Raftings an Schulanlässen

Die Kläger/innen stellen die Zulässigkeit des River Raftings an Schulanläs-

sen grundsätzlich in Frage: "River Rafting ist als Schulveranstaltung generell un-

geeignet, da zu gefährlich. Bereits vor diesem Unfall hatten sich mehrere andere 

Unfälle damit zugetragen. Es besteht auch absolut keine Notwendigkeit, mit einer 

Abschlussklasse ein River Rafting durchzuführen; es gibt andere, weniger gefah-

rengeneigte Tätigkeiten, die in Frage kommen, um das Zusammensein zu ge-

niessen. Wenn die Bildungsdirektion die Lehrer anweist, die Handlungen der Leh-

- 15 -

rer hätten sich darauf zu richten, Gefahren möglichst auszuschliessen (vgl. Beila-

ge 12), dann ist River Rafting fehl am Platz" (act. 1 Rz 18; act. 23 S. 13). Riverraf-

ten sei gerade keine gewöhnliche Aktivität für eine Abschlussreise – anders als 

z.B. der Volkssport Wandern –, wo sich das Risiko auch ausserhalb des Schulbe-

triebes verwirklichen könne, weil fast alle wandern. Nach der Vorinstanz sei das 

Ertrinken bei Riverraften kein gewöhnliches Lebensrisiko. Riverraften gehöre 

nachweislich und unbestrittenermassen nicht zum Kernbereich der Schule und 

den schulnotwendigen Aktivitäten (kein Lernziel und in keinem Lehrplan enthal-

ten; act. 41 Rz 22-24). Selbst wenn in Bezug auf die Auswahl des Riverraft-

Events keine Sorgfaltspflichtverletzung vorgeworfen werden könnte, sei die Aktivi-

tät per se nicht mehr vom Schulbetrieb gedeckt und damit nicht gerechtfertigt 

(act. 41 Rz 24). 

Die Frage, welche Aktivitäten im Rahmen des Schulbetriebs zulässig bzw. 

generell ungeeignet sind, ist eine Rechtsfrage des Schulrechts. Die Kläger/innen 

weisen auf die Aufgabe der Schule hin und darauf, dass Risikosportarten nicht 

Teil des Lehrplans seien (act. 1 Rz 18). Sie legten im vorinstanzlichen Verfahren  

(auszugsweise) eine Publikation der Bildungsdirektion zu den Akten (act. 6/13). 

Die Kläger/innen verweisen auf das Personalrecht des Kantons Zürich (act. 6/13). 

Dort ist, basierend auf § 80 VSV, unter dem Titel "Haftung und Verantwortung" 

angeführt, dass Lehrpersonen auch ausserhalb der Schulzeit (genannt werden 

Klassenlager, Wanderungen) die Obhut über die Schüler hätten und dass geeig-

nete und zumutbare Massnahmen zu treffen seien, um voraussehbare Schadens-

ereignisse (Unfälle) zu vermeiden. Ausserdem nennen sie den Kanton Appenzell, 

der das Raften im Rahmen schulischer Aktivitäten grundsätzlich untersage (act. 

23 S. 6). 

Das Verbot, River Rafting im Rahmen von schulischen Veranstaltungen 

durchzuführen, wie es in einem der Kantone erlassen wurde, ist einmalig. Das al-

lein erlaubt nicht den Rückschluss, Rafting werde generell als zu gefährlich ange-

sehen. 

§ 80 VSV (LS 412.111), auf den in der Beilage 6/13 ("Das Personalrecht der 

Volksschule im Kanton Zürich") hingewiesen wird, ist inzwischen aufgehoben 

- 16 -

(durch Nachtrag 62 vom 17. August 2008), war aber im entscheidenden Zeitpunkt 

noch in Kraft. Er lautete: (I) "Der Lehrer hat seine ganze Arbeitskraft gewissenhaft 

im Dienste der Schule einzusetzen. Er ist in seinen Handlungen den Schülern ein 

Vorbild und bestrebt, den Erziehungszielen der Volksschule nachzuleben. (II) Der 

Lehrer ist von Unterrichtsbeginn bis Unterrichtsschluss gemäss Stundenplan, bei 

besonderen schulischen Anlässen auch ausserhalb der Unterrichtszeiten, für Un-

terricht, Erziehung und Betreuung verantwortlich".

Unter "http://www.zh.ch/internet/bildungsdirektion/vsa/de/ schulbetrieb_

und_unterricht /faecher_lehrplaene_lehrmittel0/Sport.html" findet sich unter dem 

Stichwort "Schwimmunterricht"  die "Empfehlungen 2012" mit der Überschrift "Si-

cherheit beim Schwimmen und bei Aktivitäten am und im Wasser, herausgegeben 

vom Rechtsdienst des Volkschulamtes (Juni 2011/Rev. 3. Juli 2012). Zwar waren 

genau diese Richtlinien im Unfallzeitpunkt noch nicht in Kraft, sind aber dennoch 

ein Hinweis auf den damals geltenden Standard; letztlich handelt es sich auch 

nicht um eigentliche gesetzliche Grundlagen, sondern Empfehlungen bzw. Richt-

linien zu ohnehin geltenden Obliegenheiten und Pflichten. Wovon 2011/12 nicht 

abgeraten wird, wurde einige wenige Jahre zuvor nicht völlig anders beurteilt. Im 

Gegenteil besteht in Risiko- und Haftungsfragen eine unverkennbare Tendenz zu 

strengeren Sorgfaltsstandards. In der "Empfehlung 2012" wird unter dem Stich-

wort "Stellung der Lehrperson" u.a. auf das LCH-Merkblatt "Verantwortlichkeit und 

Haftpflicht der Lehrpersonen" verwiesen. Zu den "Aktivitäten im oder auf dem 

Wasser ausserhalb von beaufsichtigten Badestellen" wird aufgeführt: "Schwim-

men und Baden in stark fliessenden Gewässern stellen ein hohes Risiko dar. Da-

vor ist dringend abzuraten. Aktivitäten wie Bootsfahrten auf Gewässern sind unter 

der Beachtung entsprechender Sicherheitsvorkehrungen und unter fachkundiger 

Aufsicht zu empfehlen. Das Tragen einer Schwimmweste ist dafür eine wichtige 

Voraussetzung". Beim Stichwort "Gefahrenabschätzung" wird ausgeführt: "Das 

Gefahrenpotential hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wenn die örtlichen Ver-

hältnisse nicht oder kaum bekannt sind, hat die Lehrperson die notwendigen Ab-

klärungen vorgängig zu treffen. Vor dem Schwimmen sind die Faktoren Unter-

richtsorganisation, Wassertiefe, Alter, Können und Disziplin der Schülerinnen und 

Schüler, Übersichtlichkeit, Anzahl und Störfaktor anderer Badbenutzerinnen und   

- 17 -

-benutzer usw. zu beurteilen und abzuwägen. Sind die Risiken trotz den Sicher-

heitsvorkehren zu hoch oder ungewiss, ist auf die geplante Aktivität zu verzich-

ten". Beim Problemkreis "Begleitpersonen/Gruppengrösse" ist u.a. erwähnt: "Die 

Begleitpersonen müssen für ihre Aufgabe, die vorher klar zu bestimmen ist, ge-

eignet sein. Deshalb müssen sie sorgfältig ausgesucht und instruiert werden. Ist 

die Begleitperson für lebensrettende Massnahmen zuständig, muss sie über eine 

entsprechende Ausbildung verfügen. Die Frage, wer was wann macht, also die 

Aufgaben- und Rollenverteilung zwischen Klassenlehr- und Begleitperson(en) 

muss geklärt sein …". 

Aus dem LCH-Merkblatt "Verantwortlichkeit und Haftpflicht der Lehrperso-

nen" ergibt sich (u.a.) Folgendes: "Besondere Veranstaltungen (Lehrgänge, 

Schulreisen, Wandertage, Sporttage, Fahrten mit dem Velo zum Schwimmbad, 

Exkursionen, Schulverlegungen, Wanderlager, Velotouren, Skilager usw.) … ber-

gen ein erhöhtes Gefahrenpotential, das eine erhöhte Aufmerksamkeit erfordert".  

Zu "Grundlegende Voraussetzungen für die Erfüllung der Obhutspflicht" ist fol-

gendes angeführt: "Wanderungen, Unterkünfte und Fahrten rekognoszieren; das 

Programm der Entwicklung und den Fähigkeiten der Teilnehmenden anpassen; 

Eltern klar und rechtzeitig informieren: Programm, Ausrüstung, Verpflegung, Kos-

ten, Dispensation, besondere erzieherische oder medizinische Massnahmen, Er-

reichbarkeit, Notfallblatt usw.; die Ausrüstung muss mit den Anforderungen und 

den Verhältnissen übereinstimmen; fähiges Begleitpersonal mitnehmen, durch die 

Behörde anstellen lassen, klar instruieren und überwachen;  …" (Es gibt noch 

weitere Punkte, die im vorliegenden Zusammenhang jedoch keine Rolle spielen). 

Aus all dem ergibt sich, dass es den (Zürcher) Lehrern nicht per se zum 

Vorwurf gemacht werden kann, wenn sie eine River Rafting Tour durchführen. In 

den Zürcher Empfehlungen wird von Bootstouren auf Gewässern nicht nur nicht 

abgeraten, sondern sie werden "unter fachkundiger Aufsicht" sogar empfohlen. 

2. Die Zulässigkeit der Rafting Tour auf der Saane

a) Strecke mit Klassifikation bis zum Schwierigkeitsgrad IV

- 18 -

Was die Gefahren des River Rafting anbelangt, wird im Gutachten darauf 

hingewiesen (act. 6/12 S. 9), dass "die Existenz von Gefahren im Fluss …Teil der 

Natur (ist) und … zu den Rahmenbedingungen des Wildwassersports (gehört). 

Gefahren existieren im Outdoor-Sport – das ist Teil des Abenteuers. Die Frage ist, 

wie gross das Risiko eines Unfalls aus dieser Gefahr ist. Und das ist abhängig 

von der Ausgestaltung des Angebots und den Voraussetzungen der Teilnehmer 

und der Guides … Ziel ist es hingegen, das Risiko von Outdooraktivitäten auf ein 

vertretbares Mass zu reduzieren. Darum muss ein Riverrafting-Guide für eine Be-

fahrung mit Sicherheitsreserven die Gefahrensituationen erkennen und beurteilen 

können, muss stoppen, ausweichen, umfahren, umtragen können und die allfällig 

notwendigen Rettungstechniken beherrschen … Selbst mit all diesen zusätzlichen 

Sicherheitsmassnahmen lässt sich ein Restrisiko im Wildwasser-Sport nie besei-

tigen". 

Nach den Kläger/innen ist die Strecke an der Unfallstelle mit Schwierigkeits-

grad III klassiert (act. 62 S. 3). Sie halten die Rafting Tour auf der Saane, wie sie 

durchgeführt wurde, für unzulässig, weil die Tour teilweise in der Klassierung IV 

eingeteilt sei, was gemäss Wildwasserklassifikation (act. 6/14) "sehr schwierig" 

bedeute. Die Vorinstanz hat es für richtig erachtet, dass die Strecke nach dem 

Teilstück mit der schwierigsten Klassifikation beurteilt werde. Das ist an sich rich-

tig; allerdings macht es dennoch einen Unterschied, ob eine längere, lange oder 

die ganze Strecke "sehr schwierig" ist, oder ob die erhöhte Schwierigkeit nur eine 

kürzere oder kurze Passage betrifft. Mit Blick auf die Unfallgefahr ist dieses Ar-

gument per se allerdings nicht quantifizierbar. Anzumerken ist, dass die Qualifika-

tion IV ("sehr schwierig") folgendes bedeutet: "Sicht: Durchfahrten nicht ohne wei-

teres erkennbar, Erkundung meist nötig; Wasser: Hohe andauernde Schwälle, 

kräftige Walzen, Wirbel, Presswasser; Flussbett: Blöcke versetzt im Stromzug, 

höhere Stufen mit Rücklauf" (verharmlosend, act. 62 S. 2). Zutreffend sei die Auf-

listung in Wikipedia "Wildwasserschwierigkeitsskala", wo die Stufe III als schwie-

rig bezeichnet werde (mit hohen unregelmässigen Wellen, grösseren Schwällen, 

Walzen Wirbeln, Presswasser; zusätzlich einzelne Blöcke, Stufen und andere 

Hindernisse im Stromzug (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/wildwasserschwie-

- 19 -

rigkeitsskala; act. 62 S. 2). Für den Laien lässt sich aus dieser Charakterisierung 

für die Gefährlichkeit der Strecke ebenfalls nichts Konkretes ableiten.

Die Kläger/innen haben als act. 6/15 einen Ausdruck aus 

http://www…..de/….htm eingereicht. Damit wird illustriert, dass im Netz Informati-

onen über die besagte Tour gefunden werden können (wobei der Ausdruck vom 

1. Dezember 2010 stammt, so dass bezogen auf das massgebliche Jahr 2007 

nichts gesagt ist). Allerdings ergibt sich nicht, wer diese Beschreibung verfasst hat 

und demzufolge auch nichts über die "fachliche Autorität" der Verfasserschaft. 

Konkret ist daraus nichts abzuleiten. 

Die Beklagte weist darauf hin, dass es sich bei der Klassifikation um jene 

des Wildwassers und nicht um jene des Raftings handelt. Was sie daraus genau 

ableiten will, sagt sie nicht und es ist auch nicht ersichtlich. 

Allein aus der Streckenklassifikation lässt sich die konkrete Gefährlichkeit 

oder Ungefährlichkeit der Rafting Tour am Durchführungstag (8. Juli 2007) nicht 

beurteilen.

b) das Gutachten des Bundesamtes für Sport vom 12. Oktober 2010 

(act. 6/12)

Im Rahmen der Strafuntersuchung wurde die "Expertise Rafting-Unfall Saa-

ne 8.7.2007" der Experten I._____ und J._____ eingeholt, die im Rahmen des un-

tersuchungsrichterlichen Verfahrens auch noch ergänzt wurde ("Antworten Er-

gänzungsfragen Expertise Rafting-Unfall Saane 8.7.2007"). Die Expertise und die 

"Antworten Ergänzungsfragen" wurden von den Kläger/innen als act. 6/12 und 

act. 25/2 eingereicht. Die Vorinstanz nimmt in ihrem Entscheid und die Parteien 

nehmen in den Parteivorträgen des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens dar-

auf Bezug. 

Prozessual geht es zunächst darum, ob und wie ein solches Gutachten aus 

einem anderen Zivil-, Straf- oder Verwaltungsverfahren (auch genannt Dritt- oder 

Fremdgutachten) bei den Beweismitteln einzuordnen ist. Nach BSK ZPO-Dolge 

(N. 19 zu Art. 183) und ZK ZPO-Weibel, 2. Auflage (N. 10a zu Art. 183) kann es 

- 20 -

"als Gutachten eingereicht oder beigezogen werden … und unterliegt als solches 

der freien Beweiswürdigung", wenn es unter Beteiligung der gleichen Parteien er-

gangen ist. Detaillierter wird das Thema von Alfred Bühler (Gerichtsgutachter und 

-gutachten im Zivilprozess, in Heer/Schöbi, Gericht und Expertise, Bern 2005, 

S. 69 f.) behandelt: Der Beizug könne zwar ohne die für die Einholung von Ge-

richtsgutachten geltenden zivilprozessualen Mitwirkungs- und Parteirechte erfol-

gen, jedoch sei der Anspruch der Parteien auf rechtliches Gehör zu wahren, was 

heisse, dass sie sich zum Inhalt des Fremdgutachtens äussern könnten und auch 

nachträglich noch zur Person des Gutachters. Auch dürften sie Ergänzungsfragen 

stellen, was auch gelte, wenn das rechtliche Gehör im anderen Verfahren bereits 

gewährt worden sei. Eine Verletzung des Gehörsanspruchs könne auch im 

Rechtsmittelverfahren geheilt werden. Fremdgutachten seien ebenso beweistaug-

lich wie vom Zivilrichter selber eingeholte Gutachten und seien frei zu würdigen. 

Hielten die Feststellungen und Schlussfolgerungen eines Fremdgutachtens nicht 

stand, so sei zu denselben Gutachterfragen ein neues Gerichtsgutachten anzu-

ordnen. Heinrich Andreas Müller, DIKE-Komm-ZPO (N. 16 zu Art. 187 ZPO) er-

wähnt § 411a dZPO, der vorsehe, dass eine Begutachtung durch ein Gutachten 

aus einem anderen Verfahren ersetzt werden könne. Das sei unbedenklich, so 

lange es den Parteien ermöglicht werde, Ergänzungsfragen i.S.v. Art. 187 Abs. 4 

ZPO stellen zu lassen und Einwendungen gegen die Person des Gutachters 

(Fachkunde, Ausstandsgründe) zugelassen würden. Unter Umständen sei der 

Gutachter aus dem anderen Verfahren neu zu bestellen. Die Beweiswürdigung 

müsse dann die Beweistauglichkeit des Fremdgutachtens ergeben. In grundsätz-

lich gleicher Weise äussert sich Martin Kaufmann (Beweisführung und Beweis-

würdigung, Zürich/St. Gallen 2009, S. 177).

Ob die Einordnung der Fremdgutachten bei den "Gutachten" nach Art. 183 

ff. ZPO zutrifft, ist fraglich, weil alles, was mit dem Gutachterauftrag, der Abnahme 

des Gutachtens etc. zusammenhängt, nicht im laufenden Verfahren bestimmt 

wird. Klar ist, dass eine förmliche Expertise, die von einem (anderen) Gericht bzw. 

von einer (anderen) Amtsstelle in Auftrag gegeben wurde und bei dem das Pro-

cedere die Parteirechte wahrt, einen höheren Beweiswert haben muss als ein 

Parteigutachten, welches gemeinhin den Parteibehauptungen gleichgestellt wird 

- 21 -

(vgl. z.B. KuKo ZPO-Schmid, N. 18 zu Art. 183). Die unterschiedliche Behandlung 

rechtfertigt sich ohne weiteres, weil die Parteien im anderen Verfahren ihre Rech-

te (z.B. Anhörung und Geltendmachung von Ausstandsgründen [Art. 183 Abs. 1 

und 2 ZPO], Hinweis des [anderen] Gerichts auf die Wahrheitspflicht [Art. 184 

Abs. 2 ZPO], Fragen der Parteien [Art. 185 Abs. 2 ZPO], Ergänzungsfragen [Art. 

187 Abs. 4 ZPO] wahrnehmen konnten und nach der richtigen Ansicht in der Lite-

ratur auch im zweiten Verfahren ihre Rechte nochmals geltend machen können. 

Denkbar wäre allerdings, das Fremdgutachten als Urkunde i.S.v. Art. 177 ff. ZPO 

zu charakterisieren, deren Entstehung und Inhalt im laufenden Verfahren ohne 

Einschränkungen in Frage gestellt  werden kann. Dies liegt im vorliegenden Fall 

besonders nahe, da die Beklagte am Strafverfahren nicht beteiligt war. Dass sich 

die Beklagte das Verhalten des Lehrers anrechnen lassen muss, bedeutet näm-

lich nicht, dass sie durch das Gutachten aus dem Strafverfahren, an dem sie nicht 

beteiligt war, direkt gebunden ist. Streitige Fragen können ohnehin nicht durch 

Ergänzungen und Erläuterungen des ursprünglichen Gutachtens geklärt werden 

(vgl. Art. 188 Abs. 2 ZPO), sondern es muss im zweiten Verfahren formell ein 

neues Gutachten beantragt und angeordnet werden (das auf die klärungsbedürf-

tigen Punkte beschränkt werden kann), wobei es – wenn gegen den oder die 

Erstgutachter und seine bzw. ihre Fachkunde keine Einwendungen erhoben wer-

den – sinnvoll erscheint, die gleichen Personen zu beauftragen. 

Die Kläger/innen haben gegen das "Expertise Rafting-Unfall Saane 

8.7.2007" (act. 6/12) Vorbehalte angebracht. In der Berufung machen sie geltend, 

sie teilten nicht alle Einschätzungen im Gutachten (act. 41 Rz 13). Die Beurteilung 

der Sportexperten sei für die Frage der Gefahrenevaluation nicht bindend und die 

Experten würden selber bezüglich River Rafting Relativierungen anbringen (act. 

41 Rz 26). Die Aussage, die Durchfahrt durch die Vanelschlucht sei für 15-jährige 

Jugendliche geeignet, werde im Gutachten erheblich relativiert, nämlich "solange 

das Boot nicht kentere", so dass ein Raft im Wildwasser mit unerfahrenen Gästen 

auf keinen Fall kentern sollte (act. 41 Rz 43). Die Aussage im Gutachten tauge 

nicht dazu, die Geeignetheit der Strecke zu belegen (act. 41 Rz 43). 

- 22 -

Aus der Expertise (act. 6/12) ergibt sich zur Eignung der Rafting Tour für ca. 

15-jährige Jugendliche Folgendes: 

"Frage 8: Welchen Schwierigkeitsgrad hat die Passage in der Vanelschlucht, bei welcher der Un-

fall passiert ist?

Antwort: Einzelne Passagen werden nicht klassiert, nur ganze Streckenabschnitte. Beim Was-

serstand 8.7.2007 klassieren wir die Unfallstrecke mit dem Schwierigkeitsgrad II-III. 

Frage 9: Erachten Sie eine Riverrafting-Tour durch die Vanel-Schlucht für Jugendliche im Alter 

von rund 15 Jahren ohne wildwassertechnische Erfahrung vom Schwierigkeitsgrad her 

als geeignet?

Antwort: Ja. Riverrafting bietet die Möglichkeit, Menschen ein Wildwassererlebnis zu ermögli-

chen, ohne dass sie selber wildwassertechnische Erfahrungen mitbringen. Das funkti-

oniert, solange sie im selben Boot mit einem erfahrenen Raft-Guide sitzen. Er hat die 

Erfahrung, die Gefahren unterwegs auf dem Fluss zu erkennen. Er kennt die Strecke 

und er weiss, wie das Boot entsprechend zu manövrieren ist. Dazu leitet er sein Team 

an, mit entsprechenden Paddelschlägen das Boot anzutreiben, zu bremsen, zu drehen 

etc. Kentert das Raft hingegen, sind die Teilnehmer einer Wildwasser-Rafting-Tour 

schwimmend einem Gelände ausgesetzt, für welches sie zu wenig Voraussetzungen 

mitbringen um sich darin mit ausreichenden Sicherheitsreserven bewegen zu können. 

Aus diesem Grund sollte ein Raft im Wildwasser mit unerfahrenen Gästen auf keinen 

Fall kentern. Ein Team von 15-jährigen Jugendlichen kann mit einem erfahrenen Raft-

Guide bei einem Wasserstand, wie er sich am 8.7.2007 vorfand, die Vanel-Schlucht 

befahren. 15-jährige Jugendliche sind physisch und psychisch genügend entwickelt, 

um das Raft ausreichend bewegen zu können und den Anweisungen des Guides fol-

gen zu können … Mit entsprechender Vorbereitung und Einverständniserklärung der 

Eltern kann es pädagogisch sehr sinnvoll sein, Schülern die faszinierende unberührte 

Landschaft einer Vanel-Schlucht aufzuzeigen und Schönheiten, Gefahren und Risiken 

in der Natur kennen zu lernen und sie als Team eine sportliche Herausforderung be-

wältigen zu lassen. Zusammengefasst erachten wir es darum als geeignet eine Vanel-

Schlucht mit Jugendlichen im Alter von 15 Jahren im Raft unter Wahrung der in Frage 

3 beschriebenen Sicherheitsreserven zu befahren. Lehrer und Raft-Guides haben aber 

bei 15-jährigen Jugendlichen eine einsprechend höhere Verantwortung". (Frage 3 lau-

tet: Welche Faktoren sind generell zu beachten beim Entscheid darüber, ob eine River-

raftingtour durchgeführt werden kann? Die Antwort setzt sich mit den Faktoren Umwelt, 

Mensch, Ausrüstung, Zeit, Voraussetzungen, Lagebeurteilung und Entscheid Go/No 

Go, Führung unterwegs, Retten auseinander, vgl. act. 6/12 S. 4 ff.). 

- 23 -

Die Kläger/innen weisen darauf hin, dass sich die Experten zwar positiv zur 

Eignung des River Rafting auf der befahrenen Strecke äussern; hingegen werde 

diese Aussage sogleich wieder in Frage gestellt, indem auf die Problematik des 

Kenterns hingewiesen werde. Der Guide K._____ habe in seiner Befragung aus-

gesagt, dass ein Boot überall kentern könne. Angesprochen ist damit offenbar die 

Äusserung von K._____, der in der untersuchungsrichterlichen Einvernahme (act. 

17/3 S. 3 Rz. 38) sagte: "Es kann passieren in jedem Fluss überall, dass ein Boot 

drehen kann. Es passiert an den verschiedenen Orten an verschiedenen Flüssen, 

darum erklären wir den Leuten, wie sie sich verhalten sollen"). Das zeige – so die 

Kläger/innen – dass River Rafting per se keine geeignete Schulaktivität sei, umso 

weniger in Wildwasser III (Vanel) und Wildwasser IV (Geringoz) (act. 62 S. 3). 

Die Beklagte geht davon aus, dass die Experten die Strecke uneinge-

schränkt positiv beurteilt hätten.

Tatsächlich ist die hier interessierende Aussage in der Expertise zur Gefähr-

lichkeit der Strecke bzw. nach ihrer Eignung für einen Raft mit 15-Jährigen nicht 

restlos klar. Zunächst wird, wie das obige Zitat aus der Expertise zeigt (act. 6/12 

S. 10), die Frage nach der Eignung uneingeschränkt mit "Ja" beantwortet. Wenig 

später wird gesagt, dass die Teilnehmer bei einem Kentern "schwimmend einem 

Gelände ausgesetzt (sind), für welches sie zu wenig Voraussetzungen mitbringen, 

um sich darin mit ausreichenden Sicherheitsreserven bewegen zu können" und 

dass daher das Kentern unbedingt vermieden werden sollte. Und wieder unmittel-

bar daran anschliessend steht: "Ein Team von 15-jährigen kann mit einem erfah-

renen Raft-Guide bei einem Wasserstand, wie er sich am 8.7.2007 vorfand, die 

Vanel-Schlucht befahren". Die Klägerinnen verweisen auf die Ungereimtheiten in 

diesen Ausführungen und ziehen daraus den Schluss, dass die Strecke ungeeig-

net sei. Wenn ein Boot jederzeit kentern könne und wenn die Teilnehmer nach 

dem Kentern in eine Situation kämen, die sie nicht beherrschen könnten, dann 

könne das Ergebnis nur sein, dass das Rafting, mit dem auch kein schulischer 

Zweck verfolgt worden sei, zu unterlassen gewesen wäre. 

Die Interpretation der Kläger/innen hätte etwas für sich, wenn die Aussage 

zum Problem der Eignung mit dem Abschnitt, dass es nicht zu einem Kentern 

- 24 -

kommen sollte, beendet gewesen wäre. Im anschliessenden Abschnitt weisen die 

Gutachter dann allerdings wieder darauf hin, dass die konkrete Situation – erfah-

rene Guides, Wasserstand vom 8.7.2007, physischer und psychischer Zustand 

von 15-jährigen Jugendlichen – nicht gegen den Raft gesprochen habe, was kei-

nen anderen Schluss zulässt, als dass die Experten von einer Unbedenklichkeit 

der Rafting Tour ausgehen. Die Gutachter weisen zu Beginn von Antwort 6 (act. 

6/12 S. 8) auf eine wichtige Unterscheidung hin: "Eine Gefahr ist ein Sachverhalt, 

der zur Bedrohung von Leib und Leben führen kann. Das Risiko ist ein Mass für 

die Eintretenswahrscheinlichkeit und die Schwere der Auswirkungen". Es ist dem-

nach davon auszugehen, dass die Experten die Eintretenswahrscheinlichkeit des 

Kenterns (und anderer Unfälle) und den Tod als schwerst mögliche Auswirkung 

für höchst unwahrscheinlich gehalten haben. Aber auch wenn dem nicht so wäre, 

kann nach den Angaben im Gutachten sicher nicht ohne weiteres davon ausge-

gangen werden, dass es sich um die Wahl einer ungeeigneten Strecke gehandelt 

hat. 

- 25 -

c) Der Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts (act. 88)

1. Im Berufungsurteil vom  28. Juni 2013 hat die Kammer im Zusammen-

hang mit der Eignung der befahrenden Strecke Folgendes auf S. 23 f. ausgeführt: 

"Tatsächlich ist die hier interessierende Aussage in der Expertise zur Gefährlichkeit der Strecke 

bzw. nach ihrer Eignung für einen Raft mit 15-Jährigen nicht restlos klar. Zunächst wird, wie das 

obige Zitat aus der Expertise zeigt (act. 6/12 S. 10), die Frage nach der Eignung uneingeschränkt 

mit "Ja" beantwortet. Wenig später wird gesagt, dass die Teilnehmer bei einem Kentern "schwim-

mend einem Gelände ausgesetzt (sind), für welches sie zu wenig Voraussetzungen mitbringen, 

um sich darin mit ausreichenden Sicherheitsreserven bewegen zu können" und dass daher das 

Kentern unbedingt vermieden werden sollte. Und wieder unmittelbar daran anschliessend steht: 

"Ein Team von 15-jährigen kann mit einem erfahrenen Raft-Guide bei einem Wasserstand, wie er 

sich am 8.7.2007 vorfand, die Vanel-Schlucht befahren". Die Klägerinnen verweisen auf die Unge-

reimtheiten in diesen Ausführungen und ziehen daraus den Schluss, dass die Strecke ungeeignet 

sei. Wenn ein Boot jederzeit kentern könne und wenn die Teilnehmer nach dem Kentern in eine 

Situation kämen, die sie nicht beherrschen könnten, dann könne das Ergebnis nur sein, dass das 

Rafting, mit dem auch kein schulischer Zweck verfolgt worden sei, zu unterlassen gewesen wäre. 

Die Interpretation der Kläger/innen hätte etwas für sich, wenn die Aussage zum Problem der 

Eignung mit dem Abschnitt, dass es nicht zu einem Kentern kommen sollte, beendet gewesen wä-

re. Im anschliessenden Abschnitt weisen die Gutachter dann allerdings wieder darauf hin, dass die 

konkrete Situation – erfahrene Guides, Wasserstand vom 8.7.2007, physischer und psychischer 

Zustand von 15-jährigen Jugendlichen – nicht gegen den Raft gesprochen habe, was keinen an-

deren Schluss zulässt, als dass die Experten von einer Unbedenklichkeit der Rafting Tour ausge-

hen. Die Gutachter weisen zu Beginn von Antwort 6 (act. 6/12 S. 8) auf eine wichtige Unterschei-

dung hin: Eine Gefahr ist ein Sachverhalt, der zur Bedrohung von Leib und Leben führen kann. 

Das Risiko ist ein Mass für die Eintretenswahrscheinlichkeit und die Schwere der Auswirkungen". 

Es ist demnach davon auszugehen, dass die Experten die Eintretenswahrscheinlichkeit des Ken-

terns (und anderer Unfälle) und den Tod als schwerst mögliche Auswirkung für höchst unwahr-

scheinlich gehalten haben.

Aber auch wenn dem nicht so wäre, kann nach den Angaben im Gutachten sicher nicht oh-

ne weiteres davon ausgegangen werden, dass es sich um die Wahl einer ungeeigneten Strecke 

gehandelt hat. Soweit die Kläger/innen sich auf die Ungeeignetheit der Strecke und damit auf eine 

Sorgfaltspflichtverletzung hätten berufen wollen, hätten sie für die Klärung besorgt sein müssen, 

weil sie als Geschädigte gemäss Art. 8 ZGB für die Haftungsvoraussetzungen die Beweislast tra-

gen. Dafür ist die Frage, ob es sich objektiv um eine Strecke handelt, die für das Befahren mit ei-

nen Raft durch 15-Jährige ungeeignet gewesen war, zentral. Unabhängig von der Rechtsnatur des 

- 26 -

"Fremdgutachtens" hätten die Kläger/innen im erstinstanzlichen Verfahren eine Klarstellung bzw. 

Ergänzung der Antwort auf Frage 9 (act. 6/12) verlangen können, wofür dann – nach den obigen 

Ausführungen – ein neues Gutachten anzuordnen gewesen wäre. Ist ein Beweis zu erbringen, so 

genügt ein Hinweis auf gewisse Unstimmigkeiten nicht, sondern es hätte ein entsprechender Be-

weisantrag gestellt werden müssen, was nicht geschehen ist. Damit ist nicht erstellt, dass die Raf-

ting Strecke für das Befahren durch 15-Jährige ungeeignet war bzw. ist, was sich die beweisbelas-

tete Partei anrechnen lassen muss".

2. Das Bundesgericht weist in Erwägung 4 seiner Entscheidung (act. 88) 

darauf hin, dass die Kläger/innen im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren 

die Verletzung ihres Rechtes auf Beweis und damit ihren rechtlichen Gehörsan-

spruch gerügt hätten. Entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen hätten die Be-

schwerdeführenden in ihrer Replik sowohl das Einholen einer Expertise wie auch 

eines Berichts zur Frage beantragt, ob sich die gesamte, für das River Rafting an-

lässlich des Abschlussausflugs vorgesehene Strecke für das Durchfahren mit Ju-

gendlichen im Alter von 15 Jahren eigne, so dass das angefochtene Urteil der 

Kammer aktenwidrig sei. Die Klägerinnen hätten nicht nur rechtzeitig eine Exper-

tise beantragt, sondern auch sachverständige Zeugen angerufen. Das Bundesge-

richt hält in den Erwägung 4.1 und 4.2 weiter fest, dass es zutreffe, dass die Klä-

gerinnen mit der Replik vom 8. August 2011 an das Bezirksgericht Dielsdorf frist-

und formgerecht die genannten Beweisanträge gestellt hätten. Der verfassungs-

mässige Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV gewährleiste 

den Parteien unter anderem das persönlichkeitsbezogene Mitwirkungsrecht in al-

len Verfahren, Beweisanträge zu stellen und verpflichte die Behörden, rechtzeitig 

und formgültig angebotene Beweisbegehren entgegenzunehmen und zu berück-

sichtigen. Nach Erwägung 4.3 sei die Kammer zu Unrecht davon ausgegangen, 

dass die Kläger/innen keine Beweisanträge betreffend die natürlichen Begeben-

heiten des  zu befahrenden Flussabschnitts gestellt hätten. Die Kammer habe 

diesen Aspekt offenbar auch nicht als bedeutungslos erachtet, sondern selbst auf 

die Ungereimtheiten in der Beurteilung durch das Bundesamt für Sport hingewie-

sen. In der Folge habe die Kammer die Beweislast hinsichtlich der Haftungsvor-

aussetzungen den Kläger/innen zugewiesen, weshalb sie das Vorliegen einer 

Sorgfaltsverletzung hätten beweisen müssen, was ihnen misslungen sei. Indem 

die Kammer den Beweisantrag zu einer von ihr als rechtserheblich erachteten 

- 27 -

Tatsache nicht abgenommen und Beweislosigkeit angenommen habe, habe sie 

das Recht der Klägerinnen auf Beweis verletzt. 

Das Bundesgericht nimmt in seinem Entscheid Bezug auf das Beweisaner-

bieten der Kläger/innen in der Replik vom 8. August 2011 (act. 23). Das ange-

sprochenen Beweisanerbieten findet sich auf S. 5: 

"Zum Durchfahren der Gerignoz-Schlucht, welches auch beabsichtigt war, haben sich die Gutach-

ter nicht geäussert. Sie sind dazu zu befragen. BO: - Einholen Bericht betreffend Geeignetheit 

Durchfahren Gerignoz-Schlucht mit 15-jährigen Schülern bei I._____ und J._____; I._____, 

J._____ als sachverständige Zeugen; Expertise". 

Der Hinweis auf das Beweisanerbieten in der klägerischen Replik vor erster 

Instanz ist zutreffend. Zutreffend ist auch, dass weder die Vorinstanz noch die 

Kammer die drei angebotenen Beweise (Bericht von I._____ und J._____, 

I._____ und J._____ als sachverständige Zeugen, Expertise) veranlasst oder ab-

genommen haben. Die Kammer hat sich im ersten Berufungsverfahren auch nicht 

mit der Nichtabnahme dieser Beweise durch die Vorinstanz auseinandergesetzt. 

3. Mit der Rückweisung durch das Bundesgericht zu neuem Entscheid ist 

der Fall wieder ins Stadium des (kantonalen) Berufungsverfahrens gemäss Art. 

308 ff. ZPO zurückversetzt. Dass im kantonalen Haftungsprozess die Bestim-

mungen der ZPO anwendbar sind (Karl Plüss in Komm. VRG [3. Auflage 2014], 

N. 1 zu § 2; Hans Rudolf Schwarzenbach, Die Staats- und Beamtenhaftung in der 

Schweiz mit Kommentar zum zürcherischen Haftungsrecht, 2. Auflage, Zürich 

1985, S. 210) ist unbestritten, auch wenn in § 19 lit. a und § 20 Abs. 1 des kanto-

nalen Haftungsgesetzes lediglich die Zuständigkeit der Zivilgerichte und nicht das 

anwendbare Recht festgeschrieben sind. Seit ihrem Inkrafttreten ist die eidgenös-

sische ZPO (unter Berücksichtigung der entsprechenden bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung) anwendbar – wenn auch hier gemäss Art. 405 Abs. 1 ZPO erst 

ab dem zweitinstanzlichen Verfahren – und zwar als kantonales Recht (vgl. dazu 

BGer 5A_571/2012 E. 6.2). Gemäss Art. 316 Abs. 3 ZPO kann die Berufungsin-

stanz selber Beweise abnehmen; sie kann jedoch auch ein vom Bundesgericht 

zurückgewiesenes Verfahren ihrerseits an die erste Instanz zurückweisen (ZK 

ZPO-Reetz/Hilber, N. 29 zu Art. 318), wenn die Voraussetzungen von Art. 318 

- 28 -

Abs. 1 lit. c erfüllt sind (wesentlicher Teil der Klage nicht beurteilt, Sachverhalt in 

wesentlichen Teilen zu vervollständigen). In der Lehre wird vertreten, dass auch 

schwerwiegende Verfahrensmängel vor erster Instanz zu Rückweisungen führen 

können (ZK ZPO-Reetz/Hilber, N. 37 zu Art. 318). Bei der Nichtabnahme von an-

gebotenen Beweisen dürfte sowohl die Vervollständigung des Sachverhaltes als 

auch die Behebung von schwerwiegenden Verfahrensmängeln in Betracht kom-

men. 

4. Die Kammer ist an die rechtlichen Erwägungen des Bundesgerichts im 

Rückweisungsentscheid gebunden (BSK BGG-Meyer/Dormann, 2. Aufl. 2011, 

N. 18 zu Art. 107). Wie bereits erwähnt, hat das Bundesgericht festgehalten, die 

Kammer sei zu Unrecht davon ausgegangen, dass die Kläger/innen keine Be-

weisanträge gestellt  hätten (act. 88 E. 4.3). Das ist zutreffend. Weil die Kammer 

von dieser Annahme ausging, hat sie – und in der Folge auch das Bundesge

richt – nicht geklärt, ob die Kläger/innen die Unterlassung der ersten Instanz im 

kantonalen Berufungsverfahren regelkonform vorgebracht haben, wovon das 

Nachholen der unstreitig unterbliebenen Beweisabnahme, beantragt in der erstin-

stanzlichen Replik (act. 23 S. 5), abhängig ist. Massgeblich dafür ist die Tragweite 

der Begründungspflicht in Art. 311 Abs. 1 ZPO. Das Bundesgericht hat in BGE 

138 III 375 E. 4.3.1 dargelegt, wie diese zu verstehen ist: 

"… il incombe toutefois au recourant de motiver son appel (art. 311 al. 1 CPC), c'est-à-dire de dé-

montrer le caractère erroné de la motivation attaquée. Pour satisfaire à cette exigence, il ne lui 

suffit cependant pas de renvoyer aux moyens soulevés en première instance, ni de se livrer à des 

critiques toutes générales de la décision attaquée. Sa motivation doit être suffisamment explicite 

pour que l'instance d'appel puisse la comprendre aisément, ce qui suppose une désignation pré-

cise des passages de la décision que le recourant attaque et des pièces du dossier sur lesquelles 

repose sa critique. Conformément à l'art. 316 al. 3 CPC, l'instance d'appel peut librement décider 

d'administrer des preuves: elle peut ainsi ordonner que des preuves administrées en première ins-

tance le soient à nouveau devant elle, faire administrer des preuves écartées par le tribunal de 

première instance ou encore décider l'administration de toutes autres preuves. Néanmoins, cette 

disposition ne confère pas au recourant un droit à la réouverture de la procédure probatoire et à 

l'administration de preuves. …". 

- 29 -

und weiter in Erwägung 4.3.2: 

"Il s'ensuit que l'instance d'appel peut rejeter la requête de réouverture de la procédure probatoire 

et d'administration d'un moyen de preuve déterminé présentée par l'appelant si celui-ci n'a pas 

suffisamment motivé sa critique de la constatation de fait retenue par la décision attaquée … En 

vertu du principe de la bonne foi applicable en procédure (art. 52 CPC), l'instance d'appel peut 

aussi refuser d'administrer un moyen de preuve régulièrement offert en première instance lorsque 

la partie a renoncé à son administration, notamment en ne s'opposant pas à la clôture de la pro-

cédure probatoire (arrêt 5A_597/2007 du 17 avril 2008 consid. 2.3; cf. ATF 132 I 249 consid. 5; 

ATF 126 I 165 consid. 3b; ATF 116 II 379 consid. 2b)".

Das bundesgerichtliche Verständnis von Art. 311 Abs. 1 ZPO wird auch in 

der Literatur mehrheitlich geteilt. Während ein Teil der Lehre die Begründungs-

pflicht von Art. 311 Abs. 1 ZPO dem Rügeprinzip gemäss Art. 42 Abs. 2 BGG an-

nähert (ZK ZPO-Reetz/Theiler, N. 36 zu Art. 311 S. 2165 unten; weitere Nachwei-

se bei Benedikt Seiler, Die Berufung nach ZPO, Zürich 2013, Rz 893 Anm. 2918), 

so dass für Rechts- und Sachverhaltsmängel eine Rügeobliegenheit besteht, 

müssen nach den anderen Lehrmeinungen die Parteien lediglich die unrichtige 

Sachverhaltsfeststellung geltend machen (Seiler, a.a.O., Rz 893a; ZPO-Rechts-

mittel-Kunz, N. 94 zu Art. 311; BK ZPO-Sterchi, N. 10 zu Art. 311; Thomas Sutter-

Somm, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 2. Auflage, Zürich 2012, Rz 1359).

Im Sinne der zitierten Lehre und Rechtsprechung ist zusammenfassend da-

von auszugehen, dass es nicht genügt, im erstinstanzlichen Verfahren Beweismit-

tel, wie die Kläger/innen dies in der Replik (act. 23 S. 5) getan haben, zu nennen, 

sondern dass in der Berufung – für den Fall, dass die offerierten Beweismittel 

nicht abgenommen wurden – diese Unterlassung und damit die ungenügende 

Sachverhaltsfeststellung geltend gemacht werden muss. Entscheidend ist des-

halb, wie die Kläger/innen ihre Berufung diesbezüglich begründet haben. 

Die Berufungsschrift der Kläger/innen (act. 41) enthält auf S. 7 f. (Rz 16) ei-

ne Zusammenfassung der Argumentation im erstinstanzlichen Urteil. Dort ist er-

wähnt, dass sich nach Ansicht der Vorinstanz ein Beweisverfahren erübrigt habe, 

weil das Beweisergebnis in antizipierter Beweiswürdigung vorweggenommen 

werden könne. An dieser Stelle wird das vorinstanzliche Urteil nicht beanstandet. 

- 30 -

Auf S. 11 (Rz 26) wird ausgeführt, dass "die Beurteilung der Sportexperten für die 

Frage nach der Gefahrenevaluation nicht bindend sei. ... Schliesslich ist darauf 

hinzuweisen, dass selbst die Experten des BASPO Gutachten bezüglich Riverraf-

ten Relativierungen anbringen". In Rz 43 auf S. 17 ist das BASPO-Gutachten wie 

folgt erwähnt: "Führt man sich vor Augen, dass ein Raft kentern kann und bedenkt 

man die schulische Maxime, dass alle unnötigen Gefahren zu vermeiden sind und 

erhöhte Sicherheitsreserven zu beachten sind, so taugen die Aussagen im 

BASPO Gutachten weder dazu, die Geeignetheit der Strecke zu belegen noch 

von der Pflicht einer Rekognoszierungsfahrt zu entbinden, ganz abgesehen da-

von, dass dieses Gutachten zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht bestand". In 

Rz 57 (S. 22) wird ausgeführt, dass die Befragung der Eltern offeriert worden sei, 

dass die Vorinstanz jedoch in antizipierter Beweiswürdigung darauf nicht einge-

gangen sei. Die in der Replik (act. 23 S. 5) offerierten und nicht abgenommenen 

Beweise betreffend "Einholen Bericht betreffend Geeignetheit Durchfahren Ge-

rignoz-Schlucht mit 15-jährigen Schülern bei I._____ und J._____; I._____, 

J._____ als sachverständige Zeugen; Expertise" sind in der Berufungsschrift nicht 

erwähnt und die Nichtabnahme wird nicht beanstandet. Gerügt wird schliesslich in 

Rz 75 (S. 26) eine weitere als unzulässig erachtete antizipierte Beweiswürdigung, 

weil die Eltern nicht angehört worden seien, sondern weil angenommen wurde, 

sie hätten der Aktivität ohnehin zugestimmt. Das betrifft allerdings nicht die Ge-

eignetheit der Strecke und die Unterlassung der beweismässigen Klärung. 

Weiter haben sich die Kläger/innen im Berufungsverfahren im Rahmen des 

"letzten Wort" geäussert (act. 62). Zu den nicht abgenommenen Beweisen betref-

fend Rafting-Strecke ist auch dort nichts erwähnt. Im Sinne der obigen Erwägun-

gen bleibt es deshalb dabei, dass die Kläger/innen – mangels Beanstandung der 

vorinstanzlichen Unterlassungen in der Berufung – keinen Anspruch auf Abnahme 

der in der Replik angebotenen Beweismittel haben.

d) Weitere Kritikpunkte der Kläger/innen

aa) Die Kläger/innen machen bezüglich der Eignung der Strecke für das 

Rafting weiter geltend, dass sich der Lehrer nicht auf die Altersgrenze, welche 

von der Veranstalterin gesetzt worden war, hätte verlassen dürfen, da die Ve-

- 31 -

ranstalterin offensichtlich ein kommerzielles Interesse am Durchführen von sol-

chen Anlässen habe (act. 62 S. 5 f.). Wäre dies so, so könnte auf Informationen 

kommerzieller Anbieter zu ihren Produkten und Dienstleistungen grundsätzlich 

nicht abgestellt werden, weil jeder Anbieter letztlich ein kommerzielles Interesse 

hat, was in dieser Absolutheit sicher nicht zutrifft. Konkrete Anhaltspunkte, dass 

die Altersangabe der Veranstalterin nicht haltbar ist, gibt es nicht, insbesondere 

nachdem die hier interessierende Altersangabe 15 auf Grund der Expertise 

grundsätzlich bestätigt wurde (act. 6/12 S. 10). Letztlich überzeugt die Sichtweise 

der Beklagten, die sich einer isolierten Betrachtung und Beurteilung der Alterslimi-

te widersetzt, weil das Gutachten ergeben habe, dass die Strecke geeignet gewe-

sen sei.

bb) Die Kläger/innen machen geltend, dass Lehrer F._____ – spätestens 

nachdem ihm und den Schüler/innen vor dem Einwassern die erwähnte "Einver-

ständniserklärung" zur Unterzeichnung vorgelegt worden sei – hätte erkennen 

müssen, dass selbst die Veranstalterin von einem erheblichen Risiko ausgehe, 

ansonsten sie keine solche "Einverständniserklärung" verlangt hätte. Die Analyse 

der "Einverständniserklärung" wird zeigen (vgl. unten Erw. 3), dass sich daraus 

letztlich keine grösseren Gefahren ergeben als sich aus den Geschäftsbedingun-

gen entnehmen lassen. Im Gegenteil ist in der "Einverständniserklärung" von ei-

ner Reduktion der Gefahr auf ein "Minimum" die Rede (act. 6/7), sofern die Teil-

nehmer sich an die Anweisungen halten. Daher ist nichts ersichtlich, was die "Ge-

fahrenlage" in einem völlig anderen Licht erscheinen liesse als dies auf Grund der 

Angaben in den AGB der Fall war. Lehrer F._____ konnte daher auch nach der 

Lektüre der "Einverständniserklärung" davon ausgehen, dass die Tour unproble-

matisch sei. 

Die Kläger/innen verweisen auf das Zugeständnis der Beklagten, dass der 

Lehrer von der Existenz des "Einverständnisblattes" Kenntnis gehabt habe. Er 

wäre deshalb nach ihrer Ansicht verpflichtet gewesen, dieses zu besorgen und an 

die Eltern weiterzuleiten (act. 23 S. 7). Es ist richtig, dass die "Einverständniser-

klärung" in den AGB erwähnt wird. Die Tatsache allein, dass eine Einverständnis-

erklärung zur Unterzeichnung vorgelegt wird, ist allerdings kein Grund, von einer 

- 32 -

besonderen Gefährlichkeit auszugehen. Warnungen jeglicher Art und Haftungs-

ausschlüsse gehören – und das ist gerichtsnotorisch – unabhängig von der Grös-

se und Wahrscheinlichkeit des Eintritts einer Schädigung zur Tagesordnung und 

sie sind daher keine quantifizierbaren Gefahrenindikatoren. Der Lehrer, der bei 

den Eltern eine "Einverständniserklärung" für alle Aktivitäten der Schlussreise 

einholte, hatte daher keinen Anlass, die Tour unmittelbar vor ihrem Beginn abzu-

sagen. 

cc) Die Kläger/innen beanstanden die Tatsache, dass die Veranstalterin die 

Jugendlichen vor dem Einwassern die "Einverständniserklärung" (act. 6/7) unter-

zeichnen liess. Die Unterzeichnung der "Einverständniserklärung" werde im Info-

blatt erwähnt (act. 6/5: "Unsere Einverständniserklärung wird vor der Aktivität ab-

gegeben und muss gelesen und unterschrieben werden"), ohne allerdings zu sa-

gen, wozu dieses Einverständnis gegeben werden müsse. Die Kläger/innen ma-

chen geltend, dass – selbst wenn sie die allgemeinen Geschäftsbedingungen und 

das Infoblatt erhalten hätten – die vor dem Einwassern abverlangte "Einverständ-

niserklärung" davon nicht abgedeckt gewesen wäre (act. 62 S. 3). 

Im Gutachten (act. 6/12 S. 10) wird darauf hingewiesen, dass 15-jährige Ju-

gendliche nicht in der Lage seien, die Eigenhaftung zu übernehmen. Das ist keine 

Frage, die es gemäss Gutachterauftrag zu beantworten galt, weil sich diese aus-

schliesslich auf die Eignung der gewählten Strecke bezog, und ausserdem nicht 

ersichtlich ist, was die Gutachter in dieser Hinsicht an Fachwissen hätten einbrin-

gen können. Allerdings ist die Antwort ohnehin ohne Belang, da sich die Wir-

kungslosigkeit eines solchen Verzichts bereits aus dem Gesetz ergibt (Art. 13 

ZGB).  

Die Kläger/innen machen geltend, dass der Lehrer die Unterzeichnung 

durch die Schüler/innen hätte verhindern und die River Rafting Tour hätte absa-

gen müssen. Ausserdem sei in der Erklärung gestanden, dass nur nach erteilter 

Einwilligung gestartet werde und eine solche Einwilligung sei eben gerade nicht 

erteilt worden, jedenfalls keine rechtsgültige. 

- 33 -

Die Vorinstanz hat diese "Einwilligungserklärung" zutreffend gewürdigt (act. 

43 S. 28 ff.). Darauf kann verwiesen werden. Zu betonen ist, dass die "Einver-

ständniserklärung" samt dem Haftungsverzicht und der Bestätigung, genügend 

versichert zu sein, nicht den Schutz der Teilnehmenden im Auge hat, sondern of-

fensichtlich dazu bestimmt ist, der Veranstalterin bei einem allfälligen Unfall finan-

zielle Konsequenzen zu ersparen. Der Vorbehalt, die Tour nicht durchführen zu 

müssen, wenn jemand die Erklärung nicht unterzeichnen sollte, wahrt ebenfalls 

die Interessen der Veranstalterin, weil nur so die Durchführung mit Teilnehmen-

den verhindert werden kann, die die Unterschrift nicht geleistet haben. Dass es 

der Veranstalterin bei dieser Ausgangslage frei stand, auch ohne (gültige) Unter-

schriften zu starten, liegt auf der Hand; dabei nahm sie allerdings allfällige 

Nachteile, die sich aus dem Fehlen der Unterzeichnung der "Einverständniserklä-

rung" ergaben, in Kauf. Dass der Lehrer bei dieser Ausgangslage keine Funktion 

wahrzunehmen hatte, ist offensichtlich, da es nicht an ihm lag, dafür besorgt zu 

sein, dass die Veranstalterin im Falle eines Unfalls "ungeschoren" davon kommen 

würde. Was das frei ausübbare Rücktrittsrecht anbelangt, auf das die Teilneh-

menden in der "Einverständniserklärung" hingewiesen wurden, ist dies eine Vor-

gabe der "Richtlinien für Rafting" der Schweiz. Fachkommission Rafting, Stand 

November 2006, Ziff. 7.4 (act. 36/5), die einen solchen Passus verlangen (vgl. 

act. 6/12 Rz 42). Hier geht es offenbar darum, dass diejenigen, die vor Ort und 

nach erfolgter Instruktion nicht teilnehmen möchten, ohne nachteilige Folgen zu-

rücktreten können. Aber auch dies musste für den Lehrer kein Anlass sein, das 

Vorhaben abzubrechen, weil sich auch daraus keine neuen Argumente bezüglich 

der Gefährlichkeit der befahrenen Rafting Strecke ergaben.

Nicht rundweg sinnlos ist es, noch unmündige Jugendliche unterschreiben 

zu lassen, soweit es darum geht, sich den Anordnungen der Guides zu unterzie-

hen und allfällige gesundheitliche Probleme zu melden, auch wenn sie sich 

rechtsgeschäftlich noch nicht verpflichten können. Es ist davon auszugehen, dass 

das Unterzeichnen einer Erklärung auch bei 15-jährigen Jugendlichen nachhalti-

ger wirkt, als wenn sie bloss mündlich ermahnt werden. Die Zusicherung, sich den 

Anweisungen unterziehen zu wollen und gesundheitliche Probleme zu melden, 

- 34 -

konnten letztlich denn auch nur die teilnehmenden Jugendlichen selber (und nicht 

die nicht teilnehmenden Eltern) abgeben. 

dd) Die Kläger/innen beanstanden, dass der Lehrer die Rafting Tour nicht 

persönlich rekognosziert habe. In der "Empfehlung 2012" (vgl. III./1.) wird zu "Ak-

tivitäten im oder auf dem Wasser ausserhalb von beaufsichtigten Badestellen" un-

ter dem Stichwort "Gefahrenabschätzung" ausgeführt: "Das Gefahrenpotential 

hängt von verschieden Faktoren ab. Wenn die örtlichen Verhältnisse nicht oder 

kaum bekannt sind, hat die Lehrperson die notwendigen Abklärungen vorgängig 

zu treffen". Abgeklärt werden muss demnach nur, wenn es sich um "unbekanntes 

Terrain" handelt, wobei Abklären und Rekognoszieren nicht identisch sind: Abklä-

rungen können auch auf anderem Wege als durch persönliches Rekognoszieren 

erfolgen oder sie können sich erübrigen, weil die erforderliche Klarheit auf ande-

rem Weg beschafft werden kann, was sich bereits aus E. III./1. ergibt. Im vorlie-

genden Fall wurde die Tour durch einen lokalen und zertifizierten Anbieter durch-

geführt, welcher die gleiche Rafting Tour regelmässig veranstaltet. Ausserdem 

hatte ein Lehrerkollege die gleiche Tour mit seinen Schüler/innen absolviert, so 

dass nicht ersichtlich ist, was an weiterer Erkenntnis und zusätzlicher Sicherheit 

durch eine persönliche Rekognoszierung hätte gewonnen werden können. Jeden-

falls kann dem Lehrer in dieser Situation keine Sorgfaltswidrigkeit vorgeworfen 

werden.  

Die Kläger/innen beanstanden, dass die Beklagte und mit ihr die Vorinstanz 

– trotz grundsätzlich zugestandener fehlender persönlicher Risikoevaluation – da-

von ausgegangen sei, dass diese Ursache wegen des rechtmässigen Alternativ-

verhaltens nicht zum Schaden beigetragen habe (act. 41 Rz 16 mit Hinweis auf 

act. 44 S. 21). Die Kläger/innen beziehen sich damit auf die Klageantwort (act. 16 

S. 24) und dort offenbar auf die folgende Passage: "Es gehört zum Wissen einer 

Lehrperson und wohl auch eines durchschnittlichen Bürgers, dass es für das Ri-

ver Rafting verschieden gefährliche Strecken gibt. Der Lehrer wurde somit nicht 

von der Pflicht befreit, sich über die konkrete Gefährlichkeit des ausgewählten Ar-

rangements (und somit insbesondere den Veranstalter) und insbesondere den 

Gefährlichkeitsgrad der konkret ausgewählten Strecke zu informieren. Hätte er 

- 35 -

dies getan, so hätte er einerseits die Information erhalten, dass die Strecke als 

"schwer" 3 und an der Schlüsselstelle "sehr schwer" 4 eingestuft war. Anderseits 

hätte die Lehrperson aber auch erfahren, dass die Veranstalterin die Zulassungs-

bestimmungen erfüllt, die konkrete Zulassung vorlag und eine tiefere Alterslimite 

bestand. Man ersieht aus den Zertifikatsvorgaben, dass das Risiko nicht singulär 

betrachtet werden kann, sondern dass es darum geht, ob die Teilnehmer auf-

grund ihrer persönlichen Verhältnisse in der Lage sind, es zu bewältigen. Zudem 

wird die Passage in der Vanelschlucht, bei welcher beim Wasserstand vom 8. Juli 

2007 der Unfall passiert ist, im Gutachten des Bundesamtes für Sport nur mit ei-

ner Schwierigkeitsstufe von II-III, also mässig schwierig bis schwierig (d.h. schnel-

ler fliessendes Wasser mit Wellen und/oder Hindernissen, die technisch nicht all-

zu schwierig sind) und für 15-16-jährige Schüler als geeignet beurteilt".

Die Kläger/innen machen geltend, dass seitens der Beklagten hätte behaup-

tet (und bewiesen) werden müssen, dass der Lehrer auch bei genügend tiefer 

Evaluation die Strecke gewählt hätte, was nicht geschehen sei (act. 41 Rz 37). 

Eine tiefere Evaluation hätte dazu geführt, dass auch andere Informationsquellen 

(Wildwasserkarte, Schweizerischer Kanuverband) berücksichtigt worden wären 

und nicht bloss die Angaben des am Verkauf seines Angebotes interessierten 

Veranstalters (act. 41 Rz 39). Massgeblich müssten die offiziellen Angaben sein 

und nicht jene von kommerziellen Anbietern. 

Die Kammer geht davon aus, dass Rekognoszieren und Evaluieren nicht 

heisst, dass dies zwingend durch den Lehrer persönlich geschehen muss, wenn 

die für die Durchführung des geplanten Ausfluges notwendigen Informationen an-

derweitig beschafft worden sind. Ist die gewählte Strecke als solche nicht zu be-

anstanden, so stellt sich die Rekognoszierungs- und Evaluationsfrage ohnehin 

nicht mehr. Die Anwendung des Konstrukts des rechtmässigen Alternativverhal-

tens kann schliesslich nur dann zur Anwendung kommen, wenn es nachzuweisen 

gilt, dass der Unfall auch eingetreten wäre, wenn keine Fehler begangen wurden. 

Ist die Rafting Tour bezüglich Auswahl des Veranstalters und der gewählten Stre-

cke jedoch nicht zu beanstanden, so spielt es letztlich keine Rolle, wie die Aus-

wahl getroffen wurde. 

- 36 -

3. Die Einwilligung der Eltern 

a) Unbestritten ist, dass Lehrer F._____ die Eltern mit dem Schreiben vom 

27. Juni 2007 über die "Schlussreise Klasse …" informierte (act. 6/3). Nicht strei-

tig ist auch, dass dieses Schreiben u.a. über das "Riverrafting auf der Saane" ori-

entierte, dass es aber keine Hinweise auf Modalitäten und Gefahren dieser Tätig-

keit enthielt. Unbestritten ist auch, dass die Klägerin 2 den "Talon Abschlussreise 

Klasse A3c" unterzeichnete und damit in Kenntnis des Programms ihr Einver-

ständnis erklärte (act. 6/4). An das "Infoblatt Wasseraktivitäten (Canyoning, Raf-

ting, Floss bauen; act. 6/5)" sowie die allgemeinen Geschäftsbedingungen von 

H._____ (act. 17/2), welches für die Eltern mitgegeben worden sein sollen, kann 

sich die Klägerin 2 nicht erinnern (act. 1 Rz 4, act. 23 S. 2).

 Im erstinstanzlichen Verfahren hatten die Kläger/innen einmal geltend ge-

macht, dass die AGB nicht mitgeschickt worden seien (vgl. act. 23 S. 2 mit Hin-

weis auf das Einvernahmeprotokoll des Lehrers [act. 24/1 Rz 19 ff.]), aber auch 

dass sie sich nicht daran erinnern könnten (act. 1 Rz 4) bzw. dass sie die Unter-

lagen nicht erhalten hätten (act. 23 S. 7, S. 14). Im Berufungsverfahren führen sie 

dann nur noch an, dass sie das Blatt nicht gesehen hätten (act. 41 Rz 5) bzw. 

dieses sei nicht an sie weitergeleitet worden (act. 62 S. 2) bzw. die Eltern hätten 

dieses nicht erhalten (act. 62 S. 6). Die Beklagte weist darauf hin, dass das Info-

blatt und die AGB den Eltern vorgelegen hätten (act. 29 Rz 4, Rz 22; act. 59 

S. 19, 28). Hier ist auf die Vorbringen im Berufungsverfahren abzustellen, so dass 

davon auszugehen ist, dass die Kläger/innen geltend machen, sie könnten sich 

nicht daran erinnern bzw. sie hätten diese Unterlagen nicht erhalten, wobei da-

von, dass der Lehrer sie den Schüler/innen nicht ausgehändigt hat, nicht (mehr) 

die Rede ist. 

In Schweizer Schulen ist die Übergabe von für die Eltern bestimmten Infor-

mationen an die Kinder und Jugendlichen zur Weiterleitung an diese die absolute 

Regel, beinhaltet allerdings auch die Gefahr, dass die Kinder – aus welchen 

Gründen auch immer (Vergesslichkeit, Unordnung, Absicht etc.) – die Weiterlei-

tung unterlassen oder dass dies erst mit Verspätung erfolgt. Damit stellt sich die 

Frage, wer sich das Nichtankommen der Informationen bei den Eltern anrechnen 

- 37 -

lassen muss, die Schule oder das Elternhaus. Wie es sich bei kleinen und kleine-

ren Kindern verhält, muss hier nicht geklärt werden. Im vorliegenden Fall handelte 

es sich jedoch um die 15-jährige Tochter am Ende der 9-jährigen Schulzeit. Sie 

war daher in einem Alter, in dem der Lehrer davon ausgehen konnte und durfte, 

dass die Informationen korrekt an die Eltern weitergeleitet würden. Sollte dies 

nicht geschehen sein, muss sich die Schule bzw. der Lehrer diese Unterlassung 

nicht anrechnen lassen, sondern das Elternhaus, in dessen Einflussbereich die In-

formation mit der Abgabe an ihr Kind gelangt ist. Im vorliegenden Fall kommt 

noch dazu, dass beim Lehrer nach der Retournierung des Talons (act. 6/4) keine 

Zweifel aufkommen mussten, dass die Informationen das Elternhaus erreicht hat-

ten. Ob die Eltern die Zusatzinformationen (Infoblatt und allgemeine Geschäfts-

bedingungen) erhalten haben, kann daher offen bleiben und die Kläger/innen 

müssen sich die Kenntnis der darin enthaltenen Informationen unabhängig davon 

anrechnen lassen. 

b) Was im Infoblatt und in den allgemeinen Geschäftsbedingungen (die den 

Schüler/innen für ihre Eltern mitgegeben wurden) und was in der "Einverständnis-

erklärung" (letztere wurde bekanntlich den Eltern nicht unterbreitet) steht, ist ak-

tenkundig ("Infoblatt Wasseraktivitäten, act. 6/5; allgemeine Geschäftsbedingun-

gen, act. 17/2; "Einverständniserklärung", act. 6/7). 

In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Veranstalterin (act. 17/2),  

Ziff. 10 der "Teilnahmebedingungen" steht: 

"Eine gute Gesundheit ist bei allen Aktivitäten Voraussetzung. Die Teilnehmer verpflichten sich 

über allfällige gesundheitliche Probleme in Kenntnis zu setzen. Die Teilnahme an einer Aktivität 

unter Drogen- und Alkoholeinfluss, unter Psychopharmaka und dergleichen ist nicht erlaubt. Es ist 

die Pflicht des Kunden, sich an die Teilnahmebedingungen zu halten und den Weisungen des 

Veranstalters, der Führer und der Hilfspersonen strikte zu folgen. Werden die Teilnahmebedin-

gungen von einem Teilnehmer nicht erfüllt oder befolgt er die Anweisungen nicht, behält sich der 

Veranstalter vor, ihn von der Aktivität auszuschliessen. Bei Ausschluss von Beginn der Aktivitäten 

gelten die Annullationsbestimmungen. Erfolgt der Ausschluss nach Beginn der Aktivität, hat der 

Kunde keinen Anspruch auf Rückerstattung". 

Ziff. 11 betrifft "Versicherung/Haftungsausschluss": 

"Der Teilnehmer ist durch den Veranstalter nicht versichert. Der Teilnehmer muss selbständig eine 

ausreichende Kranken- und Unfallversicherung (einschliesslich Sportunfälle) abgeschlossen ha-

ben. Eine Annullationsversicherung ist empfehlenswert. Trotz fachkundiger und sicherer Durchfüh-

- 38 -

rung der Aktivität, können Unfälle nicht ausgeschlossen werden. Der Veranstalter kann dafür keine 

Haftung übernehmen. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr".

Und Ziff. 13 enthält schliesslich zur Überschrift "Haftung" Angaben zu jenen Fäl-

len, für die sich die Veranstalterin (als Ausnahme) zu Leistungen verpflichtet, 

nämlich bei Mängeln oder Ausfall bei der Durchführung einer Aktivität. Personen-

schäden sind ausdrücklich ausgeschlossen. 

Das mehrfache erwähnte Infoblatt "Wasseraktivitäten" der Veranstalterin 

(act. 6/5) hat folgenden Abschnitte: "Wird abgegeben" betrifft das Material (er-

wähnt sind u.a. Neoprenanzug und -schuhe, Schwimmweste, Helm); "Mitnehmen" 

und "Spezielles", soweit im vorliegenden Zusammenhang wesentlich: 

"Alle Teilnehmer müssen über eine Unfallversicherung verfügen. Allfällige körperliche Beschwer-

den müssen dem zuständigen Begleiter gemeldet werden.

Unsere Einverständniserklärung wird vor Aktivität abgegeben und muss gelesen und unterschrie-

ben werden.

Die Geschäftsbedingungen können Sie bei uns verlangen oder auf der Homepage unter 

www…..ch oder www.H._____.ch abrufen. 

Wir verfügen über eine Betriebshaftpflicht von SFr. 10 Mio pro Schadensfall. Auch sind alle Was-

serfahrzeuge (Flosse und Raftingboote) vom Schifffahrtsamt geprüft. 

Wir arbeiten nur mit ausgebildeten Bootsführer/Begleitern gemäss dem Branchenverband SOA". 

Die Bemerkung im Gutachten, dass das Infoblatt "Wasseraktivitäten" keinen 

Hinweis auf ein Risiko enthalte (act. 6/12 S. 17 bei Frage 42), trifft offensichtlich 

zu. 

Die "Einverständniserklärung", die den Teilnehmern vor Antritt des River 

Rafting zur Unterschrift vorgelegt wird, hat den folgenden Wortlaut (act. 6/7): 

"Sportarten wie Canyoning, River Rafting, Klettern etc. sind äußerst faszinierend, bergen natur-

gemäß aber einige Gefahren in sich. Bei guter körperlicher Verfassung und Befolgung der Anwei-

sungen des Aktivitätenleiters können die damit verbundenen Risiken jedoch auf ein Minimum re-

duziert werden. Mit meiner Unterschrift bestätige ich, daß ich die Anweisungen des Aktivitätenlei-

ters/Führers strikt befolgen werde. Trotz fachkundiger und sorgfältiger Organisation und Durchfüh-

rung der Aktivitäten können jedoch Unfalle nicht mit 100%-iger Sicherheit ausgeschlossen werden. 

Mit meiner Unterschrift bestätige ich, daß ich auf eigenes Risiko und in eigener Verantwortung an 

den Veranstaltungen teilnehme. Mit meiner Unterschrift bestätige ich, dass ich ausdrücklich darauf 

verzichte, den Veranstalter bei Unfällen mit Haftungsansprüchen (auch Dritter) zu belangen. Die-

ser Haftungsverzicht gilt nicht bei grobem Verschulden des Veranstalters. Ich bin mir bewußt, dass

ich über den Veranstalter nicht versichert bin. Ich verfüge über ausreichenden privaten Versiche-

rungsschutz (insbesondere Unfall-, Kranken- und Privathaftpflichtversicherungen). Ich habe keine 

körperlichen Beschwerden. Allfällige gesundheitliche Probleme, Allergien und Krankheiten melde 

- 39 -

ich vor Aktivitätsbeginn beim Betreuer/Guide. Obige Erklärungen nehme ich zustimmend zur 

Kenntnis".

Die Kläger/innen machen geltend, dass in der am Ausflugstag von den 

Schüler/innen unterzeichneten "Einverständniserklärung" (act. 6/7) mehr stehe, 

als in Ziff. 10, 11 und 13 der AGB (act. 17/2), was die Beklagte bestreitet (act. 16 

S. 20 f). Dass die vor dem Einwassern abverlangte "Einverständniserklärung" 

(act. 6/7) weitergehend war, mache die Beklagte in der Berufungsantwort (act. 59) 

in Ziff. 6 (S. 28) sogar selber geltend. (An der bezeichneten Stelle [S. 28 bis 30 

Mitte] findet sich dazu allerdings kein solcher Hinweis, jedoch z.B. in act. 16 

S. 21). Die Beklagte sei beim Zugeständnis zu behaften, dass die beiden Absätze 

in der abverlangten "Einverständniserklärung" die Eltern etwas mehr sensibilisiert 

und zu einer bewussten Auseinandersetzung mit dem Risiko veranlasst hätte 

(act. 62 S. 3). Der auf S. 19 der Berufungsantwort erfolgte Hinweis, auf dem Info-

blatt (welches die Eltern nicht erhalten hätten) sei vermerkt, man müsse dann vor 

der Einwasserung eine Einverständniserklärung unterzeichnen, sei keine Risiko-

aufklärung (act. 62 S. 4).

Der Vergleich zwischen den verschiedenen Texten zeigt leichte Unterschie-

de und den Kläger/innen ist zuzustimmen, dass die Einverständniserklärung 

(act. 6/7) die Gefahrensituation anders darstellt: "Sportarten wie Canyoning, River Raf-

ting, Klettern etc. … bergen naturgemäß aber einige Gefahren in sich. Bei guter körperlicher Ver-

fassung und Befolgung der Anweisungen des Aktivitätenleiters können die damit verbundenen Ri-

siken jedoch auf ein Minimum reduziert werden. … Trotz fachkundiger und sorgfältiger Organisati-

on und Durchführung der Aktivitäten können jedoch Unfälle nicht mit 100%-iger Sicherheit ausge-

schlossen werden. Mit meiner Unterschrift bestätige ich, daß ich auf eigenes Risiko und in eigener 

Verantwortung an den Veranstaltungen teilnehme".

Vergleichsweise steht in Ziff. 11 der AGB: "Trotz fachkundiger und sicherer Durch-

führung der Aktivität, können Unfälle nicht ausgeschlossen werden. Der Veranstalter kann dafür 

keine Haftung übernehmen".

Die "Einverständniserklärung" (act. 6/7) nimmt ausdrücklich auf die einzel-

nen Sportarten Bezug, während in den AGB pauschal von "Aktivitäten" die Rede 

ist. Die Beklagte hat in act. 16 S. 21 f. eingeräumt, dass die "Einverständniserklä-

rung" die Eltern vielleicht etwas mehr sensibilisiert und zu einer etwas bewusste-

- 40 -

ren Auseinandersetzung mit dem Risiko geführt hätte (act. 16 S. 21), worauf sie 

die Kläger/innen behaften wollen (act. 23 S. 16). Aus dieser vagen Formulierung, 

die die Beklagte unmittelbar anschliessend wieder in Frage stellt (es sei nicht da-

von auszugehen, dass die Eltern angesichts der "Einverständniserklärung" anders 

entschieden hätten, die "Einverständniserklärung" erhalte keine zusätzlichen In-

formationen [act. 16 S. 25]) ergibt sich nichts, was als verbindliches Zugeständnis 

betrachtet werden muss bzw. kann, zumal die verschiedenen Texte bei den Akten 

liegen und gelesen und beurteilt werden können. Tatsächlich fällt der Unterschied 

nicht massgeblich ins Gewicht, worauf auch die Beklagte hinweist (act. 16 S. 20). 

In beiden Dokumenten wird darauf hingewiesen, dass Unfälle trotz besonderem 

Fachwissen nicht ausgeschlossen werden können. Dass in der "Einverständnis-

erklärung", die nach den Kläger/innen weitergehend informiert, darauf hingewie-

sen wird, dass die Gefahr auf ein Minimum (Hervorhebung durch die Kammer) 

reduziert werden kann, wenn der Teilnehmer gesund sei und sich an die Anwei-

sungen halte, lässt ein praktisch vernachlässigbares Restrisiko annehmen (wenn 

die Teilnehmenden sich korrekt verhalten). Davon ist im Text der AGB nicht die 

Rede, sondern dort wird schlicht festgestellt, dass "trotz fachkundiger und sicherer 

Durchführung der Aktivität … Unfälle nicht ausgeschlossen werden können und 

dass der Veranstalter … dafür keine Haftung übernehmen (kann)". Angaben zur 

Wahrscheinlichkeit eines Unfalls werden in den AGB damit nicht gemacht, so 

dass nicht nur ein bloss minimales Risiko zugesichert wird. Zusammenfassend ist 

daher festzuhalten, dass der Text der "Einverständniserklärung" (act. 6/7) nicht 

geeignet ist, die Teilnahme am River Rafting in einem grundsätzlich anderen Licht 

erscheinen zu lassen und auch nicht, dass es nach dem Gesagten als gefährli-

cher dargestellt wird als in den AGB. Auch die weitere Behauptung der Klä-

ger/innen, dass die "Einverständniserklärung" (act. 6/7) erhebliche relevante Zu-

satzinformationen erhalte, die sich aus den anderen Informationsquellen (Info-

blatt, AGB) nicht ergeben, nämlich die Anfrage nach genügendem Versicherungs-

schutz sowie der Hinweis, dass die Veranstaltung auf eigene Gefahr erfolge (act. 

62 S. 6), treffen nicht zu. Was das Thema Versicherungsschutz anbelangt, sind 

keine nennenswerten Unterschiede festzustellen, erwähnen doch die AGB (act. 

17/2) bei Ziff. 11, dass der Veranstalter nicht versichert sei, dass der Teilnehmer 

- 41 -

eine ausreichende Kranken- und Unfallversicherung haben müsse und dass die 

Teilnahme auf eigene Gefahr erfolge, was beides nur unerheblich vom Text der 

"Einverständniserklärung" in act. 6/7 abweicht, wo auch die Teilnahme auf eige-

nes Risiko und eigene Verantwortung und der ausreichende private Versiche-

rungsschutz bestätigt werden müssen.

Im Gutachten wurde die Frage gestellt, ob die Eltern durch das Zustellen 

des Blattes "Wasseraktivitäten" genügend informiert worden seien (act. 6/12 

S. 27). Die Antwort lautet, dass die Teilnehmenden gemäss bernischen Richtli-

nien River Rafting Ziff. 3, Richtlinien für Rafting SFKR Ziff. 6.3 vor der Tour "auf 

das eingegangene Risiko" aufmerksam zu machen seien. Das Infoblatt "Wasser-

aktivitäten" reiche diesbezüglich nicht aus, enthalte es doch Informationen zur 

Ausrüstung und zur Haftung/Versicherungslage. Allenfalls sei der Lehrer via "All-

gemeine Geschäftsbedingungen" über Risiken informiert worden (welche den 

Gutachtern aber nicht vorlagen). Wie bereits erwähnt, wird diese Voraussetzung 

durch die AGB erfüllt, auch wenn es sich nicht um eine detaillierte und wortreiche 

Aufklärung handelt. 

Die Kläger/innen machen in rechtlicher Hinsicht geltend, dass das Einver-

ständnis nur dann rechtsgültig erteilt sei, wenn diesem eine umfassende Informa-

tion über die Gefahren des River Rafting vorausgehe. Die Information der Eltern 

über die Rafting Tour sei insgesamt so rudimentär gewesen, dass sie nicht die 

Basis für eine rechtsgültige Einwilligung gewesen sein könne. Allerdings unterlas-

sen es die Kläger/innen aufzuzeigen, wie eine ausreichende Information nach ih-

rer Ansicht hätte aussehen müssen. 

Tatsächlich enthält das, was der Lehrer den Eltern zugehen liess (Infoblatt 

und Allgemeine Geschäftsbedingungen), keine Informationen zum River Rafting 

als solchem und zu den Details der geplanten Rafting Strecke (keine Angaben zur 

Klassierung etc.). Anzumerken ist, dass davon ausgegangen werden kann, dass 

grundsätzlich bekannt ist, worum es sich beim River Rafting handelt und dass 

dieses auf Flüssen stattfindet. Es ist gerichtsnotorisch, dass es durchaus nicht 

unüblich ist, mit "grossen" Schüler/innen (Sekundarschulen, Berufsschulen) sol-

che Touren zu absolvieren. Geht man – wie oben dargelegt – davon aus, dass die 

- 42 -

Tour für 15-jährige Jugendliche geeignet war, dann war es auch nicht erforderlich, 

die Eltern mit Zusatzinformationen zu versorgen. 

c) Die Kläger/innen wollen die Regeln über die Einwilligung von Patienten in 

ärztliche Eingriffe heranziehen, die nach Lehre und Rechtsprechung eine einge-

hende und umfassende ärztliche Information voraussetzen. Anzumerken ist, dass 

die Arzthaftpflicht deshalb einen Sonderfall darstellt, weil jede ärztliche Behand-

lung zwingend einen Eingriff in die körperliche Integrität und damit in die Persön-

lichkeitsrechte darstellt (vgl. z.B. Heinz Rey, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 

4. Auflage, Zürich 2008, Rz 653). Ist eine Verletzung von Integrität und Persön-

lichkeit damit unausweichlich, so rechtfertigt sich nach herrschender Ansicht eine 

besondere Aufklärungspflicht, mit der der Patient in die Lage versetzt werden soll, 

aus freiem Willen und in Kenntnis aller Informationen zu entscheiden und die vor-

geschlagene Behandlung zu beanspruchen oder nicht. Informiert werden muss 

über den möglichen Nutzen und die mit dem Eingriff verbundenen Risiken, weil 

nur so eine sachgerechte Meinung gebildet werden kann. Greift jeder medizini-

sche Eingriff in die Persönlichkeitsrechte und in die körperliche Integrität ein, so 

liegt Rechtswidrigkeit vor, wenn keine wirksame Einwilligung dafür vorliegt (Jost 

Gross, Haftung für medizinische Behandlung im Privatrecht und im öffentlichen 

Recht der Schweiz, Bern 1987, S. 204, S. 206; Antoine Roggo, Roadmap Aufklä-

rung von Patienten, in: Fellmann/Poledna (Hrsg.), Die Haftung des Arztes und des 

Spitals, Zürich 2003, S. 94). Die Aufklärungspflicht ist gewissermassen ein Reflex 

des Eingriffs in die Persönlichkeitsrechte und die körperliche Integrität (Walter 

Feldmann/Andrea Kottmann, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Band I, Bern 2012, 

Rz 390). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der Patient über Art 

und Risiken der in Aussicht genommenen Behandlungsmethode aufzuklären, es 

sei denn, es handle sich um eine alltägliche Massnahme, die keine besondere 

Gefahr und keine endgültige oder länger dauernde Beeinträchtigung der körperli-

chen Integrität nach sich zieht (BGE 117 Ib 203). 

Die Übertragung dieser Ansicht auf den vorliegenden Fall rechtfertigt sich 

schon aus dogmatischer Sicht nicht. Bei weitem führt nicht jedes River Rafting –

anders als jeder medizinische Eingriff – zur Verletzung von Integrität und Persön-

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lichkeit. Bei fachkundiger Begleitung und bei Befahren einer Strecke, die sich für 

die Teilnehmer eignet, ist die Unfallgefahr sehr klein, was eine detaillierte Aufklä-

rung wie sie bei medizinischen Eingriffen erforderlich ist, entbehrlich macht. Aus-

serdem ist davon auszugehen, dass es bei der ärztlichen Aufklärung um Inhalte 

geht, die dem Laien nicht bekannt, ja häufig unverständlich sind, während davon 

ausgegangen werden kann, dass sich – wer in der Schweiz wohnt – unter "River 

Rafting" etwas vorstellen kann, weil es zwar nicht eine alltägliche, jedoch auch 

keine seltene Betätigung ist. Sollten die Eltern ausnahmsweise nicht wissen, wor-

um es sich handelt, kann erwartet werden, dass sie sich erkundigen. Sicherlich ist 

es nicht so, dass jegliche auch noch so schwierige Rafting Tour ohne weiteres 

durch den Hinweis auf das "Raften" abgedeckt wäre. Richtigerweise ist der Mass-

stab so anzulegen, dass dort, wo sich die geplante Aktivität im Rahmen des sozial 

Üblichen hält, keine besondere Aufklärung erforderlich ist. Muss nicht mit beson-

deren Schwierigkeiten gerechnet werden, so muss der Hinweis auf die Aktivität 

als solche genügen, zumal – wenn wie hier – den Schüler/innen noch das Info-

blatt und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen ausgehändigt wurden. 

d) Die Kläger/innen kritisieren den vorinstanzlichen Entscheid, weil dieser 

davon ausgegangen sei, dass die Einwilligung ohnehin erteilt worden wäre, nach-

dem der Kläger 1 und die Klägerin 2 während der ganzen Schulzeit stets mit Al-

lem einverstanden gewesen seien (act. 43 S. 19). Die Kläger/innen hätten die Be-

fragung der Kläger/in 1 und 2 offeriert; statt dessen habe die Vorinstanz eine anti-

zipierte Beweiswürdigung vorgenommen (act. 41 Rz 57). Die Beklagte hätte die 

hypothetische Einwilligung substanziiert dartun und im Bestreitungsfall beweisen 

müssen; bei Misslingen des Beweises hätte keine Einwilligung angenommen 

werden dürfen (BGE 117 lb 197, 209). Das habe die Vorinstanz missachtet. Zu-

dem tauge die von der Vorinstanz getätigte Ableitung des Verhaltens (Passivität)

der Eltern gegenüber dem Schulalltag nichts, weil es sich bei der River Rafting 

Tour, wie mehrfach ausgeführt, gerade nicht um den Schulalltag handle, sondern 

um ein Sonderrisiko, das vom Schulbetrieb gerade nicht gedeckt