# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1506a0c6-1e76-5388-ae15-14654821c743
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.11.2025 E-6454/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6454-2025_2025-11-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6454/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Esther Marti, 

mit Zustimmung von Richter Markus König;   

Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch lic. iur. lic. oec. David Zünd,  

advokatur 9450,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 18. August 2025 / N (…). 

 

 

 

E-6454/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer reichte am 20. Juli 2025 in der Schweiz ein Asylge-

such ein. In der Folge wurde er dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region 

B._______ zugewiesen. 

B.  

Am 8. August 2025 wurde der Beschwerdeführer im Beisein seiner zuge-

wiesenen Rechtsvertretung zu seinen Asylgründen angehört (SEM-Akten 

[…] [nachfolgend: A] 15). Dabei machte er bezüglich seiner Person gel-

tend, er sei kurdischer Ethnie und habe praktisch sein gesamtes Leben in 

C._______ verbracht. 

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er im Wesentlichen Nachteile 

aufgrund seiner sexuellen Orientierung geltend. Er habe seine Homosexu-

alität bislang vor seiner Familie verborgen, da er davon ausgehe, dass ein-

zelne Familienmitglieder sie nicht akzeptieren würden. Dazu zähle er ins-

besondere seine Mutter; zudem gehe er davon aus, dass einige seiner Ver-

wandten den Kontakt zu ihm abbrechen würden. Ausserdem befürchte er, 

dass ihn seine Familie verheiraten wolle, zumal er bereits (…) Jahre alt sei. 

Seine Probleme hätten sich in letzter Zeit dahingehend zugespitzt, dass er 

vom Militär zur Musterung aufgefordert worden sei. Als homosexueller 

Mann wolle er jedoch keinen Militärdienst leisten. Zwar könnte er sich dis-

pensieren lassen, müsste dazu aber einerseits eine diskriminierende Un-

tersuchung wegen «persönlicher Störung» durchlaufen und andererseits 

würde seine Homosexualität damit aktenkundig werden. Dies wiederum 

würde dazu führen, dass seine Familie von seiner Orientierung erfahren 

könnte. Dies sei auch der ausschlaggebende Punkt gewesen, weshalb er 

die Türkei verlassen habe. 

Hinzu komme, dass er in der Türkei immer wieder erlebt habe, dass auch 

Drittpersonen sich negativ gegenüber seiner Homosexualität verhalten 

oder über die Art und Weise seiner Bewegungen gelästert hätten. So sei 

etwa im Quartier schlecht über ihn gesprochen worden, nachdem ihn sein 

ehemaliger Freund bei seinen Kollegen als homosexuell geoutet habe. Um 

dem zu entgehen, habe er sich damals sechs Monate lang im Dachstock 

versteckt. 

C.  

Das SEM unterbreitete der zugewiesenen Rechtsvertretung am 14. August 

2025 den Entwurf des ablehnenden Asylentscheids zur Stellungnahme. 

E-6454/2025 

Seite 3 

Eine solche wurde am 15. August 2025 eingereicht. In der Stellungnahme 

wurde unter anderem vorgebracht, dass der Beschwerdeführer einen Sui-

zidwunsch geäussert habe und er bereits seit dem unfreiwilligen Outing 

seines Exfreundes unter einem unerträglichen psychischen Druck leide. 

Sodann würden seine Verwandten spätestens aufgrund des Militärdienstes 

von seiner sexuellen Orientierung erfahren und ihn dann zu einer Heirat 

zwingen. Würde er sich dem widersetzen, würden die Verwandten väterli-

cherseits ihn erschiessen. Mit Hinweis auf einen Bericht von Queeramne-

sty wurde darauf hingewiesen, dass von der Schutzwilligkeit der türkischen 

Behörden nicht ausgegangen werden könne, nachdem diese sich selbst 

an gewaltsamen Übergriffen auf Personen der LGBTQI+-Gemeinschaft be-

teiligt hätten und die Regierung gegen diese Gemeinschaft hetze.  

D.  

Mit (am 19. August 2025 eröffneter) Verfügung vom 18. August 2025 stellte 

das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete seine Wegweisung aus der 

Schweiz sowie deren Vollzug an. 

E.  

Ebenfalls am 18. August 2025 legte die zugewiesene Rechtsvertretung das 

Mandat nieder. 

F.  

Mit Beschwerde vom 25. August 2025 gelangte der Beschwerdeführer 

durch den rubrizierten Rechtsvertreter an das Bundesverwaltungsgericht. 

Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und sein Asyl-

gesuch sei gutzuheissen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt er die 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie die Beiordnung sei-

nes Rechtsvertreters als amtlichen Rechtsbeistand. 

Der Beschwerde waren unter anderem eine Vollmacht vom 19. August 

2025 (Beschwerdebeilage 1), ein Artikel aus dem Internet vom 3. März 

2012 sowie eine wissenschaftliche Abhandlung über die Situation homose-

xueller Männer in der Türkei vom 15. August 2016 (Beschwerdebeilagen 3 

und 4), ein Länderbericht Türkei vom 24. April 2024 von Amnesty Interna-

tional (AI) (Beschwerdebeilage 5), drei Urteile von deutschen Verwaltungs-

gerichten (Beschwerdebeilagen 6–8) sowie je ein Urteil des Europäischen 

Gerichtshofs (EuGH) (Beschwerdebeilage 9) und des europäischen Ge-

richtshofes für Menschenrechte (EGMR) (Beschwerdebeilage 10) beige-

legt. 

E-6454/2025 

Seite 4 

G.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 27. August 2025 den Ein-

gang der Beschwerde und stellte fest, der Beschwerdeführer könne den 

Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 und Art. 32 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur 

Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM nach Art. 5 

VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – 

wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG 

[SR 142.31]). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden und die 

Beschwerdeführenden sind zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

 

E-6454/2025 

Seite 5 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Das SEM erachtet die Vorbringen des Beschwerdeführers als asyl-

rechtlich nicht relevant. Es führt dazu in der angefochtenen Verfügung aus, 

es könne nicht von einer Bedrohung des Beschwerdeführers durch die tür-

kischen (Militär-)Behörden ausgegangen werden, da er aufgrund seiner 

sexuellen Orientierung die Möglichkeit gehabt hätte, sich vom Militärdienst 

dispensieren zu lassen. Zudem handle es sich bei den geltend gemachten 

und ihm von seinen Familienangehörigen drohenden Nachteilen um Über-

griffe Dritter und er könne die in der Türkei funktionierende und effiziente 

Schutzinfrastruktur in Anspruch nehmen, ganz abgesehen davon, dass 

Nachteile, wie die Nichtakzeptanz seiner Homosexualität die Anforderung 

an die Intensität im massgeblichen Sinne nicht erfüllen würden. Sollte der 

Druck, etwa im Zusammenhang mit dem Zwang, eine Frau zu heiraten, zu 

gross sein, könne er sich ebenfalls an die türkischen Behörden wenden, 

zumal dies einen Straftatbestand darstelle. Die türkischen Behörden seien 

grundsätzlich auch in Bezug auf Benachteiligungen aufgrund von Bi- oder 

Homosexualität schutzwillig. Es wäre dem Beschwerdeführer zuzumuten 

gewesen, sich an die Polizei zu wenden. Hinzu komme, dass anzunehmen 

sei, dass seine Mutter und sein soziales Umfeld von seiner sexuellen Ori-

entierung bereits Kenntnis hätten. Er habe ausserdem erklärt, dass seine 

Schwester zu ihm stehe respektive ihn in Schutz nehme. Schliesslich wäre 

E-6454/2025 

Seite 6 

es ihm zuzumuten gewesen, seinen Lebensmittelpunkt in ein toleranteres 

Quartier zu verlegen statt ins Ausland zu fliehen.  

Bei dem in der Stellungnahme zum Entscheidentwurf erstmals geltend ge-

machten Vorbringen, wonach ihm seitens seiner Verwandten die Erschies-

sung drohen würde, handle es sich um ein nachgeschobenes und damit 

unglaubhaftes Vorbringen. In der Anhörung sei nie die Rede davon gewe-

sen sei, dass gewisse Familienangehörige ihm Gewalt antun könnten. Ab-

gesehen davon hätte er auch diesbezüglich nötigenfalls die türkischen 

Strafverfolgungsbehörden um Schutz zu ersuchen. Die Behauptung der 

Rechtsvertretung, mit der Schutzwilligkeit der türkischen Behörden könne 

nicht gerechnet werden, werde nicht mit Beweismitteln belegt, welche die 

– nicht zuletzt vom Bundesverwaltungsgericht gestützte – Vermutung des 

Schutzwillens der türkischen Behörden in seinem Fall umstossen würde. 

Ausserdem habe der Beschwerdeführer bisher stets angegeben, seine se-

xuelle Orientierung nicht öffentlich bekannt machen zu wollen. Demnach 

sei nicht davon auszugehen, dass er in der Türkei an «Gay Pride»-De-

monstrationen teilnehme respektive er von der im Beitrag von «Queeram-

nesty» befürchteten Gewaltanwendung der türkischen Behörden betroffen 

sein könnte. Einer allfälligen Suizidalität sei gegebenenfalls im Rahmen der 

Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen.  

5.2 In der Beschwerdeschrift wird entgegnet, dass die von ihm geschilderte 

Problematik bei der Musterung zum Militärdienst durch die Beschwerde-

beilage 3 (einem Internetartikel vom 3. März 2012 über einen jungen Tür-

ken, der im Militärkrankenhaus ein Ausmusterungsgesuch gestellt habe) 

illustriert werde. Das türkische Militär stufe homosexuelle Männer als psy-

chisch krank ein und behandle sie diskriminierend sowie menschenrechts-

widrig. Homosexuelle Personen seien in der Türkei auch wiederholt Opfer 

von Diskriminierung, Einschüchterung und Polizeigewalt geworden. Da die 

türkischen Behörden in zahlreichen Fällen keinen wirksamen Schutz ge-

währen, sondern selbst Übergriffe verüben würden, stehe dem Beschwer-

deführer auch keine innerstaatliche Fluchtalternative zur Verfügung. Dies 

verdeutliche auch die Beschwerdebeilage 5, der Länderbericht Türkei. Des 

Weiteren gehe aus der Beschwerdebeilage 4, einer Studie einer amerika-

nischen Universität von 2016, hervor, dass zwar im türkischen Strafgesetz-

buch eine offene Diskriminierung von LGBTQ+-Personen nicht ausdrück-

lich verankert sei, jedoch weiterhin versteckte Diskriminierungsmechanis-

men bestünden. Zudem erfahre Gewalt gegen LGBTQ+-Personen in der 

Gesellschaft eine Form der Legitimierung und, da Homosexualität als un-

anständig eingestuft werde, werde der Aufbau einer eigenständigen 

E-6454/2025 

Seite 7 

LGBTQ-Subkultur erheblich erschwert und führe zu einer weiteren gesell-

schaftlichen Marginalisierung. Entgegen den Ausführungen in der ange-

fochtenen Verfügung komme es nicht allein auf eine konkrete Betroffenheit 

des Beschwerdeführers an, vielmehr sei eine realistische Einschätzung er-

forderlich, inwiefern ihm zuzumuten sei, sich an den türkischen Staat zu 

wenden, ob dieser seine Anliegen ernst nehmen und wirksamen Schutz 

gewähren würde. Abschliessend weist der Beschwerdeführer auf drei Ur-

teile von Verwaltungsgerichten in Deutschland hin (Beschwerdebeila-

gen 6–8), wonach davon ausgegangen werde, dass queere Personen in 

der Türkei keine innerstaatliche Schutzalternative hätten; ein Verweis auf 

liberale Stadtviertel in Istanbul oder auf einen Umzug in die Westtürkei 

stelle demnach keine zumutbare Lösung dar. Laut der Rechtsprechung des 

EuGHs könne ausserdem von homosexuellen Menschen nicht erwartet 

werden, dass sie ihre sexuelle Orientierung im Herkunftsstaat geheim hiel-

ten oder nur zurückhaltend auslebten. Diese Argumentation werde auch 

vom EGMR gestützt und bestätigt. 

6.  

6.1  

6.1.1 Vorauszuschicken ist, dass gemäss langjähriger gefestigter Praxis 

die allgemeine Militärdienstpflicht per se keinen Asylgrund darstellt. Die 

Wehrdiensteinziehung von erwachsenen Personen gilt vielmehr grund-

sätzlich als legitime staatsbürgerliche Pflicht. (vgl. bspw. Urteil des BVGer 

D-1617/2025 vom 9. Mai 2025 E. 6.1.3 m.w.H.). Auch liegt bei staatlichen 

Massnahmen zur Durchsetzung staatsbürgerlicher Pflichten, wie dem 

Wehrdienst, grundsätzlich keine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung 

vor (vgl. bspw. Urteil des BVGer D-6026/2024 vom 16. Dezember 2024 

E. 6.1; vgl. auch Art. 3 Abs. 3 AsylG). In Bezug auf die Türkei ist festzustel-

len, dass die militärische Einberufung in der Türkei aufgrund der Staatsan-

gehörigkeit sowie des Jahrgangs des Betroffenen erfolgt. Für Gymnasias-

ten, Hochschulabsolventen, Masterstudenten und Doktoranden sowie für 

aktive Sportler, Künstler oder andere berufliche Spezialisten besteht ferner 

die Möglichkeit, eine Zurückstellung zu beantragen oder eine sogenannte 

«Ersatzzahlung» zu leisten (< https://de.connection-ev.org/article-1609 >, 

aufgerufen im Oktober 2025). 

6.1.2 Mit Blick auf das für die Einberufung relevante Kriterium des Jahr-

gangs stellt sich im vorliegenden Fall bereits die Frage, weshalb der Be-

schwerdeführer erst im Januar 2025 – mit knapp (…) Jahren – überhaupt 

eine Einladung zur Musterung erhalten haben soll. Seine diesbezügliche 

Erklärung bei der Anhörung, wonach es eine Verzögerung aufgrund seiner 

E-6454/2025 

Seite 8 

Ausbildung gegeben habe (A15 F105) fällt sehr pauschal aus und über-

zeugt vor dem Hintergrund, dass er das Studium bereits seit längerem auf-

gegeben haben muss (A15 F29) und kein erkennbarer anderer Grund für 

eine Zurückstellung ersichtlich ist, wenig. Bezeichnenderweise wird eine 

solche Zurückstellung vom Beschwerdeführer auch nicht konkret vorge-

bracht, wäre sie doch jeweils bis zum 31. Dezember des Jahres bei e-De-

vlet oder bei der persönlich nächstgelegenen Militärdienststelle zu bean-

tragen (< https://de.connection-ev.org/article-1609 >, aufgerufen im Okto-

ber 2025) nicht. Den bei der Anhörung ins Recht gelegten Kopien dreier 

Nachrichten, angeblich der Militärbehörden, wonach er sich zur Musterung 

beziehungsweise zu einer medizinischen Untersuchung im Zusammen-

hang mit der Aushebung für den Militärdienst einfinden solle (ID-002; A15 

F80) ist kein massgeblicher Beweiswert beizumessen. 

6.1.3 Dessen ungeachtet hat das SEM in der angefochtenen Verfügung zu 

Recht darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner se-

xuellen Orientierung in der Türkei grundsätzlich die Möglichkeit hat, sich 

vom Militärdienst dispensieren zu lassen. Zwar stellt das Bundesverwal-

tungsgericht nicht grundsätzlich in Frage, dass es bei der Prüfung einer 

allfälligen solchen Dispensierung zu diskriminierenden Verhaltensweisen 

der türkischen Behörden kommen könnte. Dass ihnen ein flüchtlingsrecht-

lich relevantes Ausmass zukäme, ist jedoch nicht anzunehmen. Der Be-

schwerdeführer widerspricht sich zunächst hinsichtlich der Frage, ob er be-

reits von solchen Massnahmen konkret betroffen war beziehungsweise, ob 

die Militärbehörden bereits von seiner Homosexualität Kenntnis hätten 

oder nicht (A15 F81 in fine und F102). Auch unabhängig davon belegen 

die der Beschwerde beigelegten Beweismittel nicht, dass er bei der Absol-

vierung der im Zusammenhang mit einer allfälligen Dispensierung verbun-

denen Untersuchung in flüchtlingsrechtlich relevanter Hinsicht benachtei-

ligt würde. Diesbezüglich fällt auf, dass der Internetartikel (Beschwerdebei-

lage 3) von 2012 und die wissenschaftliche Abhandlung (Beschwerdebei-

lage 4) von 2016 datieren. Gemäss neueren Quellen hat sich die Situation 

bei diesen "Abklärungen" etwas verbessert (vgl. die vom UK Home Office 

zitierten Quellen in einer Country Policy and Information Note namens "Tur-

key: Military service" von 2025 https://assets.publishing.service.gov.uk/me-

dia/6867d03281dd8f70f5de3b3c/TUR+CPIN+-+Military + service.pdf, auf-

gerufen im Oktober 2025). Aus einem 2019 im türkischen LGBT-Magazin 

Kaosgl publizierten Erfahrungsbericht eines homosexuellen Mannes bei 

Absolvierung dieser Pembe tezkere ("Abklärungen") geht hervor, dass die 

Abklärung von «administrativen Herausforderungen» geprägt gewesen 

seien, wie etwa der Beantwortung eines 586-Fragen-Tests, aber auch aus 

https://assets.publishing.service.gov.uk/media/6867d03281dd8f70f5de3b3c/TUR+CPIN+-+Military%20+%20service.pdf
https://assets.publishing.service.gov.uk/media/6867d03281dd8f70f5de3b3c/TUR+CPIN+-+Military%20+%20service.pdf

E-6454/2025 

Seite 9 

«Warten, Warten, Warten» bestanden habe. Dennoch habe der Betroffene 

das "Pink Certificate" erfolgreich bekommen und danach gedacht: «Wie 

einfach das doch war» (vgl. https://kaosgl.org/haber/pembe-tezkere-sure-

cim-selam-ben-escinselim, aufgerufen im Oktober 2025 und mit Google-

Translate übersetzt).  

6.2  

6.2.1 Des Weiteren stellt das Bundesverwaltungsgericht nicht in Abrede, 

dass das Leben einer homosexuellen Person in der Türkei schwierig sein 

kann. Gleichwohl ist festzuhalten, dass die vom Beschwerdeführer geltend 

gemachten Behelligungen durch seine Familienangehörigen und sein so-

ziales Umfeld die hohen Anforderungen für die Annahme eines unerträgli-

chen psychischen Drucks nicht erfüllen und ihm ein menschenwürdiges 

Leben in der Türkei offenkundig möglich ist. Mit dem SEM ist festzuhalten, 

dass er bis zu seiner Stellungnahme keinerlei (drohende) Übergriffe sei-

tens seiner Familie oder seines Umfelds geltend gemacht, sondern ledig-

lich einen möglichen Kontaktabbruch erwähnt hat sowie den Umstand, 

dass seine Grossmutter ihn zu einer Heirat dränge (A15 F90 f.). Er hat aus-

serdem bis zu seiner Ausreise bei seiner Mutter und seiner Schwester ge-

lebt, die vermutungsweise über seine sexuelle Orientierung im Bild sind, 

zumal er schon während seiner Schulzeit drei Jahre lang einen Freund ge-

habt habe und er erklärt hat, seine Schwester würde ihn immer in Schutz 

nehmen (ebd. F81 und F92). Hinzu kommt, dass er mit knapp (…) durch-

aus in der Lage ist, alleine zu leben. Dass er bereit ist, sich alleine eine 

Existenz fern seiner Familie aufzubauen, zeigt er ausserdem auch mit sei-

ner Ausreise. Weshalb er nicht in ein anderes Quartier C._______ oder 

eine andere Grossstadt, insbesondere im Westen der Türkei, ziehen 

könnte, ist nicht ersichtlich. Sollten die gegen ihn gerichteten Aktionen sei-

ner Familienangehörigen wie Beschimpfungen oder Anstrengungen, ihn in 

eine Ehe zu drängen, ein nicht hinnehmbares Ausmass annehmen, obliegt 

es ihm, diese Taten bei den türkischen Strafbehörden anzuzeigen, zumal 

diese auch in der Türkei Straftatbestände darstellten. 

6.2.2 Der Beschwerdeführer moniert schliesslich die Einschätzung des 

SEM hinsichtlich der Schutzwilligkeit der türkischen Behörden. Das Bun-

desverwaltungsgericht hat sich in den letzten Jahren wiederholt mit der 

Schutzfähigkeit und dem Schutzwillen der türkischen Behörden betreffend 

Personen, die der LGBTQI+-Gemeinschaft angehören, auseinanderge-

setzt. Dabei geht es davon aus, dass die türkischen Behörden hinsichtlich 

bi- oder homosexueller Personen schutzfähig und schutzwillig sind (vgl. 

bspw. Urteil des BVGer D-364/2025 vom 4. März 2025 E. 6.2 m.w.H.). 

https://kaosgl.org/haber/pembe-tezkere-surecim-selam-ben-escinselim
https://kaosgl.org/haber/pembe-tezkere-surecim-selam-ben-escinselim

E-6454/2025 

Seite 10 

Gemäss konstanter schweizerischer Rechtspraxis ist folglich Homosexua-

lität – für sich genommen – im Länderkontext Türkei für die Begründung 

der Flüchtlingseigenschaft nicht hinreichend. An dieser Einschätzung ver-

mögen weder die vom Beschwerdeführer erwähnten Urteile deutscher Ver-

waltungsgerichte oder diejenigen des EGMR oder des EuGHs noch die 

von ihm vertretene Auffassung Vorbringen, wonach es nicht auf eine kon-

krete Betroffenheit des Beschwerdeführers ankommen könne, nichts zu  

ändern. Vielmehr wird sich der Beschwerdeführer, sollte er aufgrund seiner 

Homosexualität Nachteile von dritter Seite befürchten, die türkischen Be-

hörden um Schutz zu ersuchen haben.  

6.3 Zusammenfassend hat das SEM mit zutreffender Begründung festge-

stellt, der Beschwerdeführer erfüllte die Flüchtlingseigenschaft nicht und 

entsprechend hat es sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt.  

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 

möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetz-

lichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 

Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.  

9.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

E-6454/2025 

Seite 11 

AIG), er kann unzumutbar sein, wenn gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG wenn 

Ausländerinnen oder Ausländer im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund 

von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-

scher Notlage konkret gefährdet sind, und er ist unmöglich, wenn die Aus-

länderin oder der Ausländer weder in den Heimatstaat- oder Herkunftsstaat 

noch in einen Drittstaat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann 

(Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.2 Die Vorinstanz begründet in der angefochtenen Verfügung zutreffend, 

weshalb der Wegweisungsvollzug in die Türkei zulässig, zumutbar und 

möglich sei (vgl. ebd. Abschnitt III Ziff. 2). Namentlich erwägt sie zur Zu-

mutbarkeit, der Beschwerdeführer sei ein junger, gesunder Mann mit einer 

verhältnismässig guten Ausbildung und Arbeitserfahrungen in verschie-

benden Tätigkeitsfeldern. Er habe in seiner Heimat nicht nur für seinen Le-

bensunterhalt sorgen können, sondern auch für denjenigen seiner Familie 

und der insgesamt 14 Katzen. Er habe mit seiner Mutter und seiner jünge-

ren Schwester, mit denen er ein gutes Einvernehmen habe, in C._______ 

zusammengelebt. Dort würden zudem weitere Tanten von ihm leben. Er 

verfüge demnach über ein tragfähiges soziales Netzwerk und könne bei 

einer Rückkehr mit deren Unterstützung rechnen. Auf die zutreffenden Er-

wägungen der Vorinstanz kann vollumfänglich verwiesen werden, zumal in 

diesem Zusammenhang auch nicht Antrag gestellt wird. Anzufügen ist, 

dass nicht ersichtlich ist, inwiefern es dem Beschwerdeführer nicht auch 

zuzumuten wäre, ohne namhafte Unterstützung seitens seiner Familie ein 

eigenständiges Leben zu führen. 

9.3 Insgesamt stehen dem Vollzug der Wegweisung keine Hindernisse im 

Sinne von Art. 83 Abs. 2–4 AIG entgegen und eine vorläufige Aufnahme 

fällt ausser Betracht. 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

11.1 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Rechtsbe-

gehren als aussichtslos zu bezeichnen sind, weshalb die Gesuche um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung und amtlichen Rechtsverbei-

ständung abzuweisen sind (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG und Art. 102m Abs. 1 

E-6454/2025 

Seite 12 

AsylG). Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses ist mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos geworden. 

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-6454/2025 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Das Gesuch um Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands wird abge-

wiesen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Ulrike Raemy 

 

 

Versand: