# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 341f6666-9adb-559e-8b1f-2ac572b733ef
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-02
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 02.10.2023 SK 2022 484
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2022-484_2023-10-02.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 22 484

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 2. Oktober 2023 

Besetzung Oberrichterin Schwendener (Präsidentin),
Obergerichtssuppleant Walser, Oberrichter Vicari
Gerichtsschreiberin Weissleder

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________
amtlich vertreten durch Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilkläger/Anschlussberufungsführer

Gegenstand Raufhandel

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 22. April 2022 (PEN 21 95)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 22. April 2022 (pag. 412 ff.) erklärte das Regionalgericht Bern-
Mittelland (Einzelgericht; nachfolgend: Vorinstanz) A.________ (nachfolgend: Be-
schuldigter) des Raufhandels, begangen am 1. Juli 2018 in Bern, schuldig und ver-
urteilte ihn zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend to-
tal CHF 1'800.00, unter Gewährung des bedingten Vollzuges bei einer Probezeit 
von 2 Jahren. Weiter auferlegte die Vorinstanz dem Beschuldigten die Bezahlung 
der Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf CHF 3'300.00 (Ziff. I des erstin-
stanzlichen Urteils). 

Weiter setzte die Vorinstanz die amtliche Entschädigung und das volle Honorar von 
Rechtsanwalt D.________, amtlicher Vertreter des Straf- und Zivilklägers / An-
schlussberufungsführers (nachfolgend: Privatkläger), fest und verfügte über die 
Rück- und Nachzahlungspflicht des Beschuldigten. 

Die Zivilklage wurde dem Grundsatz nach gutgeheissen und für die vollständige 
Beurteilung der Forderung auf den Zivilweg verwiesen. Für den Zivilpunkt wurden 
keine Kosten ausgeschieden.

2. Berufung und Anschlussberufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte im Anschluss an die erstinstanzliche 
Urteilseröffnung mündlich sowie mit Schreiben vom 22. April 2022 fristgerecht die 
Berufung an (pag. 376 f. und 417). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 
9. August 2022 (pag. 421 ff.) und wurde den Parteien mit Verfügung vom 10. Au-
gust 2022 zugestellt (pag. 469 f.). Mit Berufungserklärung vom 29. August 2022 er-
klärte der Beschuldigte frist- und formgerecht die vollumfängliche Anfechtung des 
erstinstanzlichen Urteils (pag. 473 ff.). 

Mit Verfügung vom 31. August 2022 wies die Verfahrensleitung die umfangreiche, 
schriftliche Begründung der Berufungserklärung (pag. 475 – 487) aus den Akten. 

Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 5. September 2022 auf 
die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 544 f.). 

Mit Eingabe vom 19. September 2022 erklärte der Privatkläger die Anschlussberu-
fung, wobei er diese auf den Zivilpunkt beschränkte (Ziff. II.1. des erstinstanzlichen 
Urteils; pag. 546 f.). 

Mit Eingabe vom 13. Oktober 2022 beantragte der Beschuldigte, die Anschlussbe-
rufung des Privatklägers sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge von Amtes 
wegen zu prüfen (pag. 556 ff.). Mit Stellungnahme vom 28. November 2022 bean-
tragte der Privatkläger, es sei auf die Anschlussberufung einzutreten (pag. 565 f.). 
Mit Verfügung vom 20. Januar 2023 teilte die Verfahrensleitung das vorläufige Ein-
treten auf die Anschlussberufung mit, unter dem Hinweis, dass die abschliessende 

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Beurteilung der Eintretensfrage im Endentscheid, frühestens jedenfalls am Ver-
handlungstermin erfolgen werde (pag. 583 ff.). 

Die oberinstanzliche Hauptverhandlung fand am 2. Oktober 2023 in Anwesenheit 
der Parteien und ihrer Rechtsvertreter statt (pag. 632 ff.). Rechtsanwalt 
D.________ wurde an der Berufungsverhandlung mit Zustimmung des Gerichts 
(pag. 622 ff.) durch Rechtsanwalt G.________ substituiert (pag. 659).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Hauptverhandlung wurden von Amtes wegen 
ein aktueller Strafregisterauszug (vom 22. September 2023; pag. 615) sowie ein 
aktueller Leumundsbericht samt Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse (vom 
25. September 2023; pag. 617 ff.) über den Beschuldigten eingeholt.

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung liess der Beschuldigte diverse 
Unterlagen einreichen (vgl. Beilagenverzeichnis pag. 660): 

- Schreiben F.________ / Rechtsanwalt D.________ vom 2. Oktober 2021 
(pag. 661)

- Schlichtungsgesuch vom 14. September 2021 (pag. 662 ff.) 

- Vereinbarung vom 6. Dezember 2021 (pag. 667)

- Vereinbarung vom 29. Dezember 2021 (pag. 668)

- Gesuch um ordentliche Einbürgerung / Kontrollblatt (pag. 669 ff.) 

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung liess auch der Privatkläger Un-
terlagen einreichen (vgl. Beilagenverzeichnis pag. 679): 

- Vereinbarung mit E.________

- Schreiben von F.________ vom 2. März 2021 (pag. 681)

Die von den Parteien eingereichten Unterlagen wurden von der Kammer antrags-
gemäss zu den Akten erkannt (pag. 646). 

Schliesslich wurden anlässlich der Berufungsverhandlung der Beschuldigte, der 
Privatkläger und der Zeuge E.________ erneut einvernommen (pag. 638 ff., 634 ff. 
und 647 ff.). 

4. Anträge der Parteien

4.1 Anträge des Beschuldigten 

Rechtsanwalt Dr. B.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung namens des Beschuldigten die folgenden Anträge 
(pag. 651): 
1. Das Urteil vom 22. April 2022 (PEN 21 95) sei aufzuheben und der Beschuldigte / Berufungsfüh-

rer von sämtlichen Anschuldigungen frei zu sprechen. 

2. Dem Berufungsführer / Beschuldigten sei eine angemessene Parteientschädigung auszurichten. 

3. Sämtliche Verfahrenskosten seien vom Staat zu tragen. 

4. Soweit darauf einzutreten sei, sei die Privatklage abzuweisen.

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– Unter Kosten- und Entschädigungsfolge –

4.2 Anträge des Privatklägers

Rechtsanwalt G.________ stellte und begründete namens und im Auftrag des Pri-
vatklägers folgende Anträge (pag. 656): 
1. Der Beschuldigte, Herr A.________, sei schuldig zu erklären des Raufhandels, begangen am 

1. Juli 2018 auf dem Fussballplatz des FC .________ in Bern und in Anwendung der einschlägi-
gen gesetzlichen Bestimmungen angemessen zu bestrafen. 

2. Der Beschuldigte, Herr A.________, sei weiter zu verurteilen dem Privatkläger C.________ eine 
Schadenersatzzahlung in der Höhe von CHF 837.20 nebst Zins von 5% seit dem 1. Juli 2018, 
eine Genugtuungszahlung in der Höhe von CHF 8'000.00 nebst Zins von 5% seit dem 1. Juli 
2018 sowie die Interventionskosten des Privatklägers gemäss Kostennote zu leisten. 

3. Das Honorar für den amtlichen Rechtsbeistand des Privatklägers sei gestützt auf die eingereich-
te Kostennote gerichtlich festzulegen. 

5. Eintretensfrage betreffend Anschlussberufung 

5.1 Rechtsbegehren

Mit Anschlussberufung vom 19. September 2022 hatte der Privatkläger im Beru-
fungsverfahren ursprünglich folgende Anträge gestellt (pag. 546 f.): 
A.________ sei zu verurteilen, C.________

1. eine Schadenersatzzahlung in der Höhe von CHF 837.20 nebst Zins von 5% seit dem 
01.07.2018 unter solidarischer Haftbarkeit mit E.________ und F.________

2. eine Genugtuungszahlung in der Höhe von CHF 8'000.00 nebst Zins von 5% seit dem 
01.07.2018 unter solidarischer Haftbarkeit mit E.________ und F.________

3. sowie die Interventionskosten des Straf- und Zivilklägers für das zweitinstanzliche Verfahren 
gemäss einzureichender Kostennote 

zu leisten. 

Vorab ist festzuhalten, dass es sich bei Ziff. 3 der Anträge um die Geltendmachung 
einer Entschädigung nach Strafprozessordnung handelt, so dass dieser Antrag 
nicht wie Ziff. 1 und 2 der Anschlussberufung dem materiellen Zivilpunkt zugerech-
net wird.  

5.2 Einwände des Beschuldigten

Mit Eingabe vom 13. Oktober 2022 machte der Beschuldigte im Wesentlichen gel-
tend, das Rechtsschutzinteresse des Privatklägers in Bezug auf seine Anschluss-
berufung sei höchst fraglich. Indem der Privatkläger (weiterhin) auf Solidarhaftung 
klage, klage er auch gegen Parteien, die nicht am Verfahren beteiligt seien. Ein 
solcher Antrag sei unzulässig. Hinzu komme, dass im Falle von mehreren Schuld-
nern, welche für eine Forderung aus demselben Sachverhalt einzutreten hätten, die 
Schuld erlösche, wenn sie von mindestens einem der Solidarschuldner vollständig 
getilgt worden sei. Vorliegend sei dies der Fall, hätten doch E.________ und 
F.________ die Forderungen des Privatklägers bereits bezahlt (pag. 556 ff.).

5.3 Argumente des Privatklägers

Der Privatkläger hielt dagegen, er sei auf Grund des Prozessthemas und in Anbe-
tracht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung so oder anders Partei im Beru-

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fungsverfahren. Es sei unbestritten, dass im Berufungsverfahren keine Ansprüche 
gegen solidarisch haftende Mitschuldner gutgeheissen werden könnten. Der Be-
schuldigte versuche, Trittbrettfahrer der mit E.________ geschlossenen Vereinba-
rung zu sein. Dort sei nicht die Tilgung der gesamten Schuld vereinbart worden. 
Für den Restbetrag stehe eine Forderung gegen den Beschuldigten nach wie vor 
offen. Eine Klagebeschränkung wäre auch im Berufungsverfahren noch zulässig. 

5.4 Zeitpunkt der oberinstanzlichen Eintretensprüfung

Vorab ist festzuhalten, dass die Beurteilung der Zulässigkeit der Anschlussberu-
fung erst im Endurteil vorliegend nicht schadet. Wie der Rechtsvertreter des Privat-
klägers richtigerweise vorbringt, ist Letzterer aufgrund der Berufung des Beschul-
digten im Schuldpunkt sowieso Partei im vorliegenden Verfahren, mit Berechtigung 
zur Stellung von Anträgen bezüglich Schuld-, Kosten- und Zivilpunkt. Bei Zulas-
sung der Anschlussberufung würde seine Antragsbefugnis lediglich insofern erwei-
tert, als er auch Anträge stellen dürfte, die über das vorinstanzlich Zugesprochene 
hinausgehen. Die Vorfrage nach der Zulässigkeit der Anschlussberufung braucht 
somit nicht unverzüglich im Sinne von Art. 405 Abs. 1 i.V.m. 339 Abs. 3 der 
Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0] behandelt zu werden. 
Dafür spricht auch der Umstand, dass die Parteien ihre konkreten Anträge im Beru-
fungsverfahren i.S.v. Art. 399 StPO erst im Plädoyer nach durchgeführtem Bewei-
sergänzungsverfahren abschliessend stellen müssen und diese in Bezug auf ihre 
ursprüngliche Berufungserklärung – jedenfalls im Rahmen der angefochtenen 
Themen und im Rahmen des im erstinstanzlichen Plädoyer fixierten Rechtsbegeh-
rens – bis dahin noch modifizieren dürfen (zur Bindungswirkung von bereits in der 
Berufungserklärung gestellten Anträgen [hier gemäss Art. 399 Abs. 4 Bst. d StPO] 
vgl. Urteil des Bundesgerichts [nachfolgend BGer] 6B_63/2013 vom 4. März 2013 
E. 1.3). Zur Zulässigkeit der Modifikation in casu siehe sogleich Ziff. 5.6.

5.5 Exkurs: erstinstanzliche Beurteilung des Zivilpunktes

Die Vorinstanz hat die Zivilklage dem Grundsatz nach gutgeheissen, bevor sie den 
privatklägerischen Gläubiger zur Beurteilung der Forderung auf den Zivilweg ver-
wies. Mit der Gutheissung der Klage dem Grundsatz nach ist die Vorinstanz offen-
sichtlich auf die Adhäsionsklage an sich eingetreten, was jedoch inhaltlich im Wi-
derspruch zur Urteilsbegründung steht. Im vorinstanzlichen Dispositiv ist nicht ge-
nau angegeben, welche Grundsatzfrage der Zivilforderung die Vorinstanz bereits 
verbindlich beurteilt hat. Betrachtet man aber die vorinstanzliche Begründung zum 
Zivilpunkt (fehlende Prozessbeteiligung der miteingeklagten Solidarschuldner, im 
Raum stehende (Teil)Tilgung der Forderung), so scheint klar, dass lediglich über 
das grundsätzliche Vorliegen von Zivilansprüchen des Privatklägers aus der Straf-
tat, nämlich dem Raufhandel, gegen den Beschuldigten verbindlich entscheiden 
wurde, nicht aber über deren Höhe noch über die Modalitäten (solidarisch oder 
nicht). 

Diese vorinstanzliche Lösung schiene nur mit der Argumentation vertretbar, die 
Alleinhaftung sei a majore minus in der beantragten Solidarhaftung enthalten. Dies 
ist aber nach hier vertretener Auffassung nicht der Fall. Lautet die Klage nämlich 
ausdrücklich auf Solidarschuldnerschaft, hat der Gläubiger sein Wahlrecht nach 

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Art. 143 Abs. 2 i.V.m. Art. 50 und Art. 144 des Bundesgesetzes betreffend die Er-
gänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht 
[OR; SR 220]) ausgeübt und seine Klage verbindlich gegen mehrere Schuldner ge-
richtet. Dadurch will er seine Inkassochancen verbessern. Insofern bilden die meh-
reren Schuldner für den betreffenden Prozess nicht nur eine einfache, sondern eine 
notwendige Streitgenossenschaft, jedenfalls solange der Antrag in diesem Sinne 
aufrechterhalten bleibt. Sind von dieser notwendigen Streitgenossenschaft nicht al-
le Beteiligten als Parteien im Verfahren und gibt es (wie im Adhäsionsprozess) 
auch keinen Weg, die fehlenden Beteiligten einzubeziehen (vgl. KLINGLER, Füllung 
der Gesetzeslücken im schweizerischen Adhäsionsverfahren, Diss., Zürich 2022, 
Rz. 1127), so fehlt es der Adhäsionsklage streng betrachtet an einer Prozessvor-
aussetzung. Rechtsbegehren sind – wie im Zivilprozess – grundsätzlich so zu for-
mulieren, dass sie im Falle der Gutheissung im Zivilpunkt zum Urteil erhoben wer-
den könnten (DOLGE, in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessor-
dung, 2. Aufl. 2014, N 4 zu Art. 123, zum im Urteilszeitpunkt noch geltenden 
Recht). Das Rechtsbegehren auf Zusprechung der Forderung unter solidarischer 
Haftbarkeit mit zwei Mitraufenden kann von vornherein nicht zum Urteil erhoben 
werden. Eine gerichtliche Umdeutung der Rechtsbegehren hin zur Alleinschuld 
würde die Dispositionsmaxime verletzen. Der Privatkläger hätte nach Ansicht der 
Kammer bereits vorinstanzlich (ganz) auf den Zivilweg verwiesen werden müssen 
(zivilprozessuales Nichteintreten entspricht dem adhäsionsprozessualen Verweis 
auf den Zivilweg, vgl. DOLGE, in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-
zessordung, 3. Aufl. 2023, N 30 zu Art. 126, aktuellste Auflage; zu ebendieser Fol-
ge siehe Ziff. V hiernach). 

Hinzu kommt, dass die Vorinstanz selber ausführte, es sei unklar, ob die Forderung 
allenfalls bereits durch die Mitschuldner getilgt worden sei, bei einer allfälligen Teil-
tilgung sei der Umfang der verbleibenden Schuld unklar. Bereits getilgte Forderun-
gen können nicht mehr eingeklagt werden, weil dem Klagenden das prozessuale 
Rechtsschutzinteresse fehlt. Dies gilt auch und insbesondere bei solidarischer Haf-
tung. Die Solidarität begründet keinen kumulativen Anspruch des Gläubigers auf 
Erfüllung durch jeden seiner Schuldner (BGE 59 II 364, S. 369). Bei der An-
spruchskonkurrenz fällt mit der Leistung des einen auch die Leistungspflicht des 
andern dem Geschädigten gegenüber weg (BGE 63 II 143 E. 4.). Das Rechts-
schutzinteresse des Privatklägers war somit bereits damals zusätzlich in der 
Schwebe und die Streitsache alles andere als liquid. Es wäre deshalb bereits vor-
instanzlich angezeigt gewesen, die Zivilklage des Privatklägers als Ganzes auf den 
Zivilweg zu verweisen.  

Dass die Verteidigung diese Umstände weder erst- (pag. 410) noch oberinstanzlich 
(pag. 474) ausdrücklich bemängelt und auch das vorinstanzliche Urteil in diesem 
Punkt nicht rügt, spielt vorliegend keine Rolle. Der Berufungserklärung ist zu ent-
nehmen, dass die Verteidigung im Zivilpunkt generelle Abweisung der Zivilklage 
auf Grund des geforderten Freispruchs verlangt, nicht aber generellen Verweis auf 
den Zivilweg. Prozessual widersetzt sie sich damit (nur) einer anschlussberufungs-
weisen Geltendmachung der Zivilmehrforderung, nicht aber überhaupt dem Eintre-
ten auf die Klage. Prozessvoraussetzungen sind auch bei der Adhäsionsklage und 
egal in welchem Prozessstadium von Amtes wegen zu prüfen. Zu Gunsten des Be-

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schuldigten ist zudem einzuräumen, dass er nachvollziehbarerweise ein grösseres 
Interesse daran hat, dass die Klage abgewiesen, statt auf den Zivilweg verwiesen 
wird, trifft bei der Abweisung doch res iudicata Wirkung ein, während bei Verweis 
auf den Zivilweg ein erneutes Klagerisiko besteht. Zudem kann festgehalten wer-
den, dass die Verteidigung in ihrem Plädoyer vor der Kammer ihren Antrag im Zi-
vilpunkt immerhin dahingehend ergänzte, dass die Klage abzuweisen sei, soweit 
darauf einzutreten sei (pag. 651), wobei aufgrund der Wortwahl unklar ist, ob sich 
dieser Zusatz nicht eher auf die Anschlussberufung, statt auf die eigentliche Zivil-
forderung bezieht. 

5.6 Modifizierte Anschlussberufung

Der Privatkläger hat – wohl im Bewusstsein um dieses Dilemma (pag. 566 zweiter 
Absatz) – seine anschlussberufungsweise, schriftlich gestellten Rechtsbegehren 
anlässlich der späteren Berufungsverhandlung insofern noch modifiziert, als er für 
seine sämtlichen Zivilforderungen die verlangte solidarische Haftbarkeit fallen liess 
und fortan nur noch den Beschuldigten alleine in die Pflicht nehmen wollte 
(pag. 656). Dazu führte er aus, dass es sich bei dieser Modifizierung seines Erach-
tens um eine jederzeit zulässige Klagebeschränkung handle (pag. 653).   

Eine Modifikation der Adhäsionsklage im Berufungsverfahren und damit nach Ab-
schluss der erstinstanzlichen Hauptverhandlung ist nach hier vertretener Auffas-
sung ohne Zustimmung der Gegenpartei nicht mehr frei möglich (vgl. auch DOLGE, 
in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordung, 2. Aufl. 2014, N 6 
zu Art. 123, zum im Urteilszeitpunkt noch geltenden Recht). Der Umfang der Adhä-
sionsklage wurde nämlich spätestens mit den Anträgen der Privatklägerschaft im 
erstinstanzlichen Plädoyer fixiert (Art. 123 Abs. 2 StPO). Mit dem privatklägeri-
schen Verzicht auf solidarische Haftbarkeit nach diesem Zeitpunkt wird dem Be-
schuldigten als potenziell leistungspflichtigen Mittäter die Möglichkeit zum Rückgriff 
auf die anderen Beteiligten genommen (vgl. Art. 50 Abs. 2 OR; DOLGE, in: Basler 
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordung, 2. Aufl. 2014, N 59 zu 
Art. 122, zum im Urteilszeitpunkt noch geltenden Recht,). Es handelt sich vorlie-
gend somit nicht um eine (jederzeit zulässige) Beschränkung der Klage, sondern 
um eine Mehrforderung im Sinne einer Schlechterstellung des Beklagten gegenü-
ber der ursprünglich an der erstinstanzlichen Verhandlung gestellten Zivilforderung. 
Mit anderen Worten verlangt der Privatkläger vom Beschuldigten mit seinen jüngst 
modifizierten Rechtsbegehren zwar keine höheren Beträge, aber doch mehr, als 
noch vor der Vorinstanz, nämlich alleinige Haftung, was für den Beschuldigten 
schlechter ist. Die Kammer erachtet die Modifizierung des Rechtsbegehrens des-
halb als unzulässig. 

Nach dem Gesagten gelten die Rechtsbegehren gemäss ursprünglicher An-
schlussberufung vom 19. September 2022 (pag. 546). Diese entsprechen den ur-
sprünglichen, vor erster Instanz aufrechterhaltenen Rechtsbegehren. Wie oben un-
ter E. 5.5 erwähnt, fehlt es dem Privatkläger am Rechtsschutzinteresse, wenn er 
mit seiner Anschlussberufung erneut Zivilforderungen als Solidarschuld auch ge-
gen Mitschuldner richtet, welche im vorliegenden Strafverfahren nicht Partei sind 
(im Detail siehe Ziff. V hiernach). 

https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pw64s7obpwc4tul42ta

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5.7 Zusammenfassung und Fazit

Der Streitgegenstand der Adhäsionsklage wurde spätestens anlässlich des erstin-
stanzlichen Plädoyers fixiert (Art. 123 Abs. 2 StPO). Dort hat der Privatkläger seine 
Forderungen gegen den Beschuldigten ausdrücklich unter solidarischer Haftbarkeit 
mit zwei am Strafverfahren Unbeteiligten gestellt. Die fehlende Prozessbeteiligung 
dieser Miteingeklagten stellte für die Adhäsionsklage bereits damals ein Prozess-
hindernis dar. Nach den erstinstanzlichen Plädoyers kann es im Zivilpunkt des Be-
rufungsverfahrens ohne Zustimmung des Beschuldigten höchstens noch zu einer 
Klagebeschränkung, nicht aber zu einer Klageerweiterung kommen. Indem der Pri-
vatkläger anlässlich der Berufungsverhandlung seine Forderungen neu nicht mehr 
unter solidarischer, sondern unter alleiniger Haftbarkeit des Beschuldigten stellte, 
wird das Rechtsbegehren nicht beschränkt. Materiell handelt es sich tatsächlich um 
eine Mehrforderung, d.h. um eine Klagerweiterung zu Lasten des Beschuldigten, 
weil diesem im Vergleich zum ursprünglichen Begehren die Möglichkeit zum solida-
rischen Rückgriff auf die anderen Beteiligten genommen wird: Bei Gutheissung der 
Adhäsionsklage muss er alleine zahlen. Eine solche Modifikation entspricht einer 
unzulässigen Klageerweiterung und wird nicht beachtet. Es gelten somit die 
Rechtsbegehren gemäss ursprünglicher Anschlussberufung. Dort stellt die fehlen-
de Prozessbeteiligung der zwei zusätzlichen Solidarschuldner ein Prozesshindernis 
dar. Das Rechtsbegehren kann nicht zum Urteil erhoben werden, so dass es dem 
Privatkläger bei seiner Anschlussberufung am Rechtsschutzinteresse fehlt. 

Auf die Anschlussberufung ist infolgedessen nicht einzutreten. Die Kostenfolgen 
des Nichteintretens werden bei der Gesamtkostenregelung des vorliegenden Ur-
teils berücksichtigt und begründet. 

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil mit Berufungserklärung vom 
29. August 2022 vollumfänglich angefochten (pag. 473 ff.). Das erstinstanzliche Ur-
teil ist somit lediglich betreffend Verzicht auf Ausscheidung von Kosten im Zivil-
punkt in Rechtskraft erwachsen, alle anderen Punkte sind von der Kammer zu prü-
fen. Sie verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). 

Die Kammer ist aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten sowohl betref-
fend Schuld und Strafe als auch betreffend Zivilklage (aufgrund des Nichteintretens 
auf die Anschlussberufung bleibt dem Privatkläger nur noch die Bestätigung der 
vorinstanzlichen Beurteilung des Zivilpunkts) an das Verschlechterungsverbot 
(Art. 391 Abs. 2 StPO; sog. Verbot der reformatio in peius) gebunden und darf das 
Urteil nicht zulasten des Beschuldigten abändern. Vom Verschlechterungsverbot 
grundsätzlich nicht erfasst ist die Höhe des erstinstanzlich festgesetzten Tagessat-
zes der Geldstrafe (vgl. BGE 144 IV 198 E. 5.3 f.).

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II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung 

Betreffend die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussagen-
analyse kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(S. 6 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 427 ff.).

Betreffend Unschuldsvermutung ist präzisierend und ergänzend zu den Ausführun-
gen der Vorinstanz (S. 7 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 427) festzu-
halten, dass auf die Frage, welche Beweismittel zu berücksichtigen und wie sie ge-
gebenenfalls zu würdigen sind, der In-dubio-Grundsatz keine Anwendung findet. Er 
kommt erst zum Tragen, nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwen-
digen Beweise erhoben und ausgewertet worden sind, das heisst, bei der Beurtei-
lung des Resultats der Beweisauswertung (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1 f.; 
BGer 6B_595/2021 vom 24. Juni 2022 E. 5.3.1 und 6B_257/2020 vom 24. Juni 
2021 E. 4.8.1, nicht publ. in: BGE 147 IV 409; BGer 6B_986/2020 vom 6. Januar 
2021 E. 2; je mit Hinweisen). Insoweit stellt der In-dubio-Grundsatz gerade keine 
Beweiswürdigungsregel dar. Im Falle einer uneinheitlichen, widersprüchlichen Be-
weislage muss das Gericht die einzelnen Gesichtspunkte gegeneinander abwägen 
und als Resultat dieses Vorgangs das Beweisergebnis feststellen. Dieses kann je 
nach Würdigung als gesichert erscheinen – sofern die Widersprüche bereinigt wer-
den konnten – oder aber mit Unsicherheiten behaftet bleiben. Das Beweisergebnis 
kann aber auch deswegen zweifelhaft sein, weil es im Kontext der feststehenden 
Tatsachen verschiedene Deutungen zulässt und damit verschiedene Sachverhalts-
alternativen in den Raum stellt (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1 f. mit Hinweisen). Wenn 
zu einer entscheiderheblichen Frage beispielsweise divergierende Gutachten vor-
liegen, so muss der Richter ohne Rücksicht auf die Unschuldsvermutung prüfen, 
welcher Einschätzung er folgen will. Er darf nicht einfach der für den Beschuldigten 
günstigeren Expertise folgen. Das gilt sinngemäss für alle Arten von Beweisen 
(BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1; BGer 6B_595/2021 vom 24. Juni 2022 E. 5.3.1 und 
6B_257/2020 vom 24. Juni 2021 E. 4.8.1, nicht publ. in: BGE 147 IV 409; 
vgl. BGer 6B_824/2016 vom 10. April 2017 E. 13.1, nicht publ. in: BGE 143 IV 214; 
je mit Hinweisen).

8. Vorwurf gemäss Anklage

Mit Anklageschrift vom 12. Januar 2021 (pag. 268 ff.) wird dem Beschuldigten Fol-
gendes vorgeworfen:
Am 01.07.2018 fand auf dem Fussballplatz FC .________ ein Fussballturnier statt. Beim Finalspiel 
traten die Mannschaften "I.________" gegen "'J.________" an, wobei die Mannschaft "J.________" 
durch die Mannschaft "K.________" (Halbfinalist-Gegner der "I.________") unterstützt wurde. Nach-
dem E.________ aus dem Team "I.________" kurz vor Spielschluss die rote Karte erhalten hatte, fie-
len diesem gegenüber von einzelnen Zuschauern Provokationen und Beschimpfungen. E.________ 
begab sich in der Folge an den Spielfeldrand und lief in Richtung seiner Eltern, welche Zuschauer wa-
ren. Dabei fielen zwischen ihm und Unterstützern der "K.________", insbesondere zwischen ihm und 
F.________ verschiedene gegenseitige verbale Provokationen. Sodann versuchte F.________ 
E.________ einen Faustschlag zu geben, welchen diesen aber nur leicht am Ohr streifte.

In der Folge kam der Vater von E.________, L.________, dazu, um die beiden zu trennen, wobei es 
zu einem kurzen tätlichen Gerangel zwischen ihm und F.________ kam, dies jedoch ohne weitere 

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Folgen. Plötzlich wurde L.________ von mehreren Personen von hinten tätlich angegangen und zu 
Boden geschlagen, wo er schliesslich mittels Füssen und Fäusten durch F.________, A.________ 
und mindestens drei Spieler der «K.________» getreten und geschlagen wurde. Dabei versuchte 
L.________ sich mit den Armen am Kopf vor den Schlägen zu schützen. Schliesslich kam 
E.________ dazu, stiess die Personen, welche um seinen Vater waren weg und half seinem Vater 
sodann aufzustehen. Im Verlaufe dieser Auseinandersetzung wurde der unbeteiligte C.________ zu-
dem durch eine von unbekannter Seite geworfenen Glasflasche im Gesicht getroffen und verletzt. 
Damit nahm A.________ gemeinsam mit weiteren – teilweise unbekannten Personen – aktiv an einer 
wechselseitigen tätlichen Auseinandersetzung teil, in dessen Verlauf L.________ mehrere Prellungen 
und Hämatome am Hinterkopf, im Unterbauch und am linken Bein erlitt sowie C.________ ein Schä-
delhirntrauma und einen versetzten Kiefer.

Dem Beschuldigten wird mit anderen Worten konkret eine Interaktion vorgeworfen, 
nämlich mitgeholfen zu haben, den am Boden liegenden L.________ mittels Füs-
sen und Fäusten geschlagen und getreten zu haben. Darüberhinausgehend ist we-
der eine weitere körperliche Interaktion noch ein psychisches «Anfeuern» ange-
klagt. Das Beweisthema beschränkt sich somit auf die Frage, ob dem Beschuldig-
ten – welcher nicht bestreitet, vor Ort gewesen zu sein – nachgewiesen werden 
kann, dass er – zusammen mit seinem Bruder und mindestens drei weiteren Spie-
lern der K.________ – auf den am Boden liegenden L.________ körperlich einge-
wirkt hat.

9. Beweisergebnis der Vorinstanz 

Die Vorinstanz gelangte im Rahmen ihrer Beweiswürdigung zu folgendem Ergebnis 
(S. 36 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 457): 
Aus der Sicht des Gerichts lassen die verschiedenen Aussagen der befragten Personen und damit 
der resultierende Gesamteindruck den klaren Schluss zu, dass der Beschuldigte A.________, zur 
fraglichen Zeit vor Ort und in die tätliche Auseinandersetzung involviert war. Es wäre völlig unlogisch, 
wenn er, wie er geltend machen will, als «Leader» nur noch vor Ort war, seine Kollegen allerdings ein-
fach im Stich liess und in der Auseinandersetzung nicht unterstützte. Kurz gesagt: der Beschuldigte 
war für das Gericht mehr oder weniger aktiv in die Auseinandersetzung involviert, ohne dass er für 
den Flaschenwurf verantwortlich gemacht werden könnte. Gleichzeitig steht fest, dass der Privatklä-
ger nicht Teilnehmer der Auseinandersetzung war, sondern als Unbeteiligter von einer aus dem Um-
feld der Auseinandersetzung kommenden Flasche getroffen wurde; von einer Flasche, die kaum für 
ihn bestimmt war. Wesentlich ist auch, dass der Privatkläger von der Flasche verletzt wurde und dass 
der Flaschenwerfer nicht identifiziert werden konnte. Im Endeffekt kann der Sachverhalt gemäss 
Strafbefehl mit den vorstehend erwähnten Präzisierungen als erstellt betrachtet werden. 

10. Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Verteidigung zu den objektiven 
Beweismitteln aus, dass die Videos, die anlässlich des Halbfinals aufgenommen 
worden seien, keine einschlägigen Beweismittel seien. Die Vorinstanz habe die Si-
tuationen aus den Halbfinal-Videos und die Situation nach dem Finalspiel falsch 
ausgearbeitet und miteinander vermischt. Man könne sich für die vorzunehmende 
Beweiswürdigung ausschliesslich auf die Aussagen der befragten Personen stüt-
zen. 

Der Beschuldigte habe konstant ausgesagt, er sei nicht am Raufhandel beteiligt 
gewesen. Er habe zugegeben, dass er nicht der Ruhigste auf dem Feld gewesen 
sei und andere verbal angegangen habe, aber er habe nicht zugeschlagen. Der 
Privatkläger hingegen habe vorinstanzlich ausgesagt, dass er nicht wisse, was der 

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Beschuldigte konkret gemacht habe (pag. 343 Z. 3). Oberinstanzlich sei es für ihn 
nun plötzlich wieder klar gewesen, dass der Beschuldigte auch am Raufhandel be-
teiligt gewesen sei. Er habe zudem lediglich pauschal angegeben, dass die Perso-
nen, die auf L.________ eingeschlagen hätten, alle Südamerikaner gewesen seien. 
Es sei ein wenig verwunderlich, dass er die beiden .________ Brüder nicht explizit 
erkannt habe, denn sie würden sich ja aus der Kindheit kennen. E.________ könne 
lediglich bezeugen, dass der Beschuldigte auf dem Fussballplatz anwesend gewe-
sen sei, selbst wenn er oberinstanzlich nun wieder etwas Anderes ausgesagt habe. 
Auch die weiteren befragten Personen (F.________, L.________, M.________, 
N.________, O.________, P.________ und Q.________) könnten keine Angaben 
hinsichtlich einer Beteiligung des Beschuldigten am Raufhandel machen [um an 
dieser Stelle unnötige Wiederholungen zu vermeiden, wird – soweit von Relevanz – 
auf Vorbringen der Verteidigung zu den «weiter» befragten Personen direkt im 
Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung eingegangen]. Folglich könne dem 
Beschuldigten gestützt auf die Aussagen der befragten Personen weder eine phy-
sische noch eine verbal aggressive Beteiligung am Raufhandel nachgewiesen wer-
den. 

Die Rechtsvertretung des Privatklägers brachte dagegen anlässlich der Berufungs-
verhandlung zusammengefasst und im Wesentlichen vor, dass nebst der bestritte-
nen Beteiligung des Beschuldigten die Frage zu klären sei, ob der Flaschenwurf 
bzw. die daraus folgenden Verletzungen des Privatklägers die direkte Folge der 
Auseinandersetzung mit dem Beschuldigten seien oder nicht. Aus den objektiven 
Beweismitteln würden die Verletzungen des Privatklägers klar hervorgehen. Weiter 
gehe daraus die Anwesenheit des Beschuldigten sowie seine Leaderstellung in-
nerhalb der Mannschaft K.________ hervor. 

Die Aussagen des Beschuldigten seien wenig glaubhaft und würden den objektiven 
Beweismitteln widersprechen. Seine Bestreitung, dass er sich nicht am Raufhandel 
beteiligt habe, sondern abseits gestanden sei und seine Kinder getröstet habe, sei 
eine reine Schutzbehauptung. Er habe wiederholt widersprüchlich dazu ausgesagt, 
ob er die Auseinandersetzung mitbekommen habe, sowie zu seiner Anwesenheit 
auf dem Fussballplatz. Die Geschichte des Beschuldigten gehe nicht auf, enthalte 
Widersprüche und Lügensignale. Mangels Glaubhaftigkeit könne nicht auf seine 
Aussagen abgestellt werden. 

Hingegen würden die Aussagen des Privatklägers ein stimmiges Bild ergeben, sei-
en von den Zeugenaussagen im Wesentlichen bestätigt worden und würden auch 
mit den objektiven Beweismitteln übereinstimmen. Dass seine Aussagen bei der 
Polizei noch unspezifischer gewesen seien als in den nachfolgenden Befragungen, 
sei aufgrund der erlittenen Verletzungen nachvollziehbar. Darin sei aber kein Wi-
derspruch zu sehen. Der Privatkläger schildere den Vorfall über sämtliche Einver-
nahmen konstant, authentisch und logisch. Er habe sodann detaillierte Aussagen 
zum Flaschenwurf machen können. Im ganzen Verfahren nehme der Privatkläger 
keine übertriebene Opferrolle ein und belaste den Beschuldigten auch nie über-
mässig. Er habe weiter Erinnerungslücken zugegeben. Dass er nicht mehr genau 
sagen könne, wer was gemacht habe, erscheine in Anbetracht des Zeitablaufs 

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plausibel. Seine Aussagen seien glaubhaft, weshalb auf sie abgestellt werden kön-
ne. Der gemäss Anklageschrift vorgeworfene Sachverhalt sei erstellt. 

11. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt 

Der Beschuldigte bestreitet nicht, in der Mannschaft K.________ mitgespielt zu ha-
ben. Ebenfalls blieb unbestritten, dass es nach Abpfiff des Finalspiels zwischen 
den Mannschaften «J.________» und «I.________» zu einer körperlichen Ausein-
andersetzung zwischen mehreren Personen gekommen ist und der Beschuldigte 
zu diesem Zeitpunkt auf dem Fussballfeld anwesend war. Die Verletzungen des 
Privatklägers und von L.________ wurden ebenfalls nicht bestritten. Weiter ist auch 
nicht (mehr) bestritten, dass die Verletzungen des Privatklägers auf den Flaschen-
wurf zurückzuführen sind. 

Der Beschuldigte wehrte sich hingegen sowohl vorinstanzlich als nun auch im obe-
rinstanzlichen Verfahren gegen den Vorwurf der aktiven Beteiligung an Gewalt-
handlungen gegen L.________ im Rahmen der körperlichen Auseinandersetzung 
nach dem Abpfiff des Finalspiels. 

12. Vorhandene Beweismittel 

Die vorhandenen objektiven und subjektiven Beweismittel wurden von der Vorin-
stanz korrekt aufgelistet und zusammengefasst (S. 10 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 430 f.); darauf kann vorab verwiesen werden. Der Kammer 
liegen zusätzlich die oberinstanzlichen Aussagen des Beschuldigten, des Privat-
klägers sowie des Zeugen E.________ vor (pag. 638 ff., 634 ff. und 647 ff.). Die 
oberinstanzlich eingereichten Beweismittel der Parteien betreffen hingegen den Zi-
vilpunkt. Auf eine Zusammenfassung der oberinstanzlichen Aussagen wird an die-
ser Stelle verzichtet. Soweit von Relevanz wird direkt im Rahmen der nachfolgen-
den Beweiswürdigung darauf eingegangen. 

13. Beweiswürdigung der Kammer

13.1 Objektive Beweismittel

Die objektiven Beweismittel liefern zur Beweisfrage, ob sich der Beschuldigte aktiv 
bzw. physisch an der tätlichen Auseinandersetzung beteiligte, keine konkreten 
Hinweise. Es ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass aus den Videos 
(pag. 337), aufgenommen von N.________, keine aktive Beteiligung des Beschul-
digten an der zu beurteilenden Auseinandersetzung nach dem Finalspiel abgeleitet 
werden kann, da keines der Videos die relevante Auseinandersetzung zeigt. Es ist 
der Verteidigung zuzustimmen, dass die Vorinstanz in der erstinstanzlichen Urteils-
begründung einmalig davon ausging, das zweite Video zeige die Situation direkt 
nach der roten Karte gegen E.________ im Finalspiel. Die Vorinstanz zog gestützt 
darauf den Schluss, dass der Beschuldigte sowohl in die Auseinandersetzung nach 
dem Halbfinal als auch in jener nach dem Final zentral involviert gewesen sei 
(S. 18 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 438). Dieser Schlussfolgerung 
kann nicht gefolgt werden, da beide Videos anlässlich des Halbfinalspiels aufge-
zeichnet wurden; die Auseinandersetzung nach dem Finalspiel ist darauf nicht zu 
sehen. Dies ist vorliegend aber von untergeordneter Relevanz, denn bereits die 

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Vorinstanz hielt korrekt fest, dass aus den Videos nicht abgeleitet werden könne, 
ob sich der Beschuldigte aktiv bzw. physisch an der tätlichen Auseinandersetzung 
beteiligt habe (S. 18 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 438). Hingegen 
dienen die Videoaufnahmen und die daraus generierten Standbilder (pag. 52 ff.) 
vorliegend vor allem dazu, die Beteiligten auf dem Fussballplatz zu identifizieren. 
Erkenntnisse in Bezug auf die spätere Schlägerei (oder den Wurf mit der Bierfla-
sche) lassen sich daraus aber nicht gewinnen. 

Die weiter vorliegenden objektiven Beweismittel belegen vor allem das körperliche 
und finanzielle Ausmass der Verletzungen des Privatklägers und L.________ 
(pag. 40 ff., 42 ff., 121 ff., 262 und 263), welche aber unbestritten sind. 

Da die objektiven Beweismittel keine Hinweise für die zu klärende Beweisfrage lie-
fern, kommt der nachfolgenden Aussagenwürdigung eine massgebliche Bedeutung 
zu. 

13.2 Aussagen des Privatklägers

13.2.1 Würdigung der Vorinstanz 

Die Vorinstanz hat sich sorgfältig und im Detail mit dem Aussageverhalten des Pri-
vatklägers auseinandergesetzt. Sie hat seine Aussagen einzeln und im Zusam-
menhang mit jenen des Beschuldigten und den anderen befragten Personen, aber 
auch vor dem Hintergrund der objektiven Beweismittel gewürdigt. Sie erachtete die 
Aussagen des Privatklägers zusammengefasst aus folgenden Gründen als glaub-
haft (S. 30 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 451 f.):

Die ersten Aussagen des Privatklägers seien logisch, aber noch sehr allgemein. 
Seine späteren Aussagen (vom 24. September 2020) seien hingegen deutlich prä-
ziser, würden neutral erscheinen und real erlebt wirken. Weiter seien die Aussagen 
des Privatklägers weder speziell angriffig noch aggravierend gegenüber dem Be-
schuldigten. Die Geschichte des Privatklägers erscheine logisch und absolut mög-
lich. Der Privatkläger habe den Beschuldigten klar identifizieren können. Er habe 
ausgesagt, dass beide Brüder [gemeint sind der Beschuldigte und F.________] auf 
den Vater [gemeint ist L.________] eingeschlagen hätten. 

Die von der Verteidigung dargelegten Widersprüche seien nicht derart entschei-
dend. So insbesondere das Argument der Verteidigung, wonach der Privatkläger 
die .________ Brüder gar nicht richtig erkannt habe, da er zuerst ausgesagt habe, 
dass es ausschliesslich Südamerikaner gewesen seien, die L.________ angegrif-
fen hätten. Später sei ihm dann wieder ganz klar gewesen, dass der Beschuldigte 
auf L.________ eingeschlagen habe. Die Vorinstanz hielt fest, dass daraus kein 
Widerspruch abgeleitet werden könne, zumal er von Beginn an klar ausgesagt ha-
be, dass der Beschuldigte sich aktiv am Raufhandel beteiligt habe. Auch der von 
der Verteidigung hervorgehobene Widerspruch betreffend Flaschenwurf überzeuge 
nicht. Die Verteidigung argumentiere, dass der Privatkläger entgegen allen anderen 
Aussagen behaupte, die Flasche sei aus der Gruppe der Streitenden und nicht von 
den Zuschauern gekommen. Dem sei entgegenzuhalten, dass die meisten der be-
fragten Personen ebenfalls ausgesagt hätten, dass die Flasche aus der Gruppe der 
Streitenden gekommen sei. Entsprechend ergebe sich auch daraus kein Wider-
spruch. 

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Es sei zentral, dass der Privatkläger logisch und nachvollziehbar erläutert habe, 
wer anwesend und aus seiner Sicht beteiligt gewesen sei. Er habe zu Beginn den 
Ablauf des Raufhandels mitbekommen, wobei gemäss seinen glaubhaften Aussa-
gen beide .________ Brüder dabei gewesen seien. Der Flaschenwerfer könne hin-
gegen gestützt auf die Aussagen des Privatklägers nicht identifiziert werden. Es sei 
angesichts seiner Positionen vor Ort aber logisch, dass er der Meinung sei, dass 
die Flasche aus der Richtung der Gruppe gekommen sei. Insgesamt könne man 
aus den Aussagen des Privatklägers ableiten, dass der Beschuldigte während der 
körperlichen Auseinandersetzung anwesend gewesen sei und sich auch aktiv dar-
an beteiligt habe. 

Aufgrund der Aussagen und der vorhandenen Unterlagen sei zudem erstellt, dass 
der Privatkläger bei der Auseinandersetzung ein Schädelhirntrauma und eine Kie-
ferverletzung erlitten habe. 

13.2.2 Erwägungen der Kammer 

Der Privatkläger wurde insgesamt vier Mal befragt (pag. 34 ff., 46 ff., 342 ff. und 
634 ff.). In seiner ersten Einvernahme, die einen Tag nach dem Vorfall stattfand, 
belastete er den Beschuldigten noch nicht direkt. Er sprach vielmehr von einem 
Mannschaftseffort der «.________» und beschrieb die Kampfszene, wie sie auf 
L.________ eingeschlagen hätten (pag. 35 Z. 64 ff.). Nach der Frage, wie viele 
Personen an der Schlägerei teilgenommen hätten, wurde er nach den Namen der 
«.________» gefragt, worauf er F.________ und A.________ erwähnte, welche 
Trainer der Mannschaft gewesen seien (pag. 36 Z. 78 ff.). Dabei sagte er aber nie 
direkt, die beiden hätten auch geschlagen, sondern nur, dass der Vater [gemeint ist 
L.________] durch die Schläge der «.________» verletzt worden sei (pag. 36 Z. 95 
f.). Zudem kann seinen Erstaussagen entnommen werden, dass für ihn klar die 
beiden .________ Brüder das Sagen hatten in der Mannschaft, und so auch auf sie 
gehört worden wäre, hätten sie die anderen zur Zurückhaltung ermahnt. 

Anlässlich der zweiten Einvernahme, welche 2.5 Jahre später stattfand, sagte er 
auf Frage, wer an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen sei, aktiv seien es die 
.________, die .________ und die Mannschaft der .________ gewesen. Sie hätten 
den älteren Herren richtig mit Fäusten und Füssen geschlagen (pag. 48 Z. 63 ff.), 
und er habe gesehen, wie der Beschuldigte und sein Bruder auf L.________ ein-
geschlagen hätten (pag. 49 Z. 107). Der Privatkläger belastete den Beschuldigten 
anlässlich der zweiten Einvernahme somit erstmals direkt als aktiven Teilnehmer 
der tätlichen Auseinandersetzung. Dies bestätigte er anlässlich der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung. Dort erklärte er auf Frage, ob der im Gerichtssaal anwe-
sende Beschuldigte in die körperliche Auseinandersetzung involviert gewesen sei, 
er sei auch dabei gewesen (pag. 342 Z. 40 ff.). Es sei schnell gegangen, sie seien 
am Streiten gewesen und dann sei die Flasche gekommen (pag. 343 Z. 4 f.). Auf 
nochmalige Nachfrage, ob er die Beteiligung der .________ Brüder an der körperli-
chen Auseinandersetzung gesehen habe, erklärte er, ja, er bleibe dabei (pag. 343 
Z. 32 ff.). Nachdem man ihm den Strafbefehl gegen den Beschuldigten vorgelesen 
hatte, sagte er, es sei aus seiner Sicht so geschrieben, wie es passiert sei 
(pag. 344 Z. 5 ff.). Was der Beschuldigte ganz konkret gemacht haben soll, konnte 
der Privatkläger jedoch nicht genau sagen (pag. 344 Z. 23 f.). Dies ist aber entge-

15

gen der Auffassung der Verteidigung auch nachvollziehbar, wenn man sich seine 
Interessenlage vor Augen führt. Für ihn war vor allem wichtig, wer die Flasche ge-
worfen hat, nicht, wer L.________ geschlagen hat (pag. 344 Z. 29 ff.). Anlässlich 
der oberinstanzlichen Verhandlung bestätigte er erneut, dass er den Beschuldigten 
mit Sicherheit unter den Raufern gesehen habe. Es seien beide Brüder dort gewe-
sen und der Beschuldigte habe mit den Fäusten geschlagen (pag. 635 Z. 1 ff.). 

Der Privatkläger bezeichnete den Beschuldigten somit konstant und durch jede 
Einvernahme hindurch als in irgendeiner Form aktiven Teilnehmer der tätlichen 
Auseinandersetzung. Mehrfach führte er zudem vor allem ab der zweiten Einver-
nahme konkretisierend aus, (auch) der Beschuldigte habe auf L.________ einge-
schlagen. Der Privatkläger bezeichnete den Beschuldigten somit nicht erst anläss-
lich der oberinstanzlichen Verhandlung als einer der am Raufhandel beteiligten 
Personen und darüberhinausgehend explizit als schlagende Person. 

Hinsichtlich des ersten entscheidenden Schlags gegen L.________ kam es beim 
Privatkläger hingegen zu einer Verwechslung der .________ Brüder. Anlässlich der 
ersten Befragung erklärte er zuerst, es seien mehrere Personen (10-15) auf den 
Vater losgegangen (pag. 35 Z. 42 f.) und dann später auf Frage, ob auch der Vater 
Schläge ausgeteilt habe, ja auf jeden Fall, er habe gesehen, dass zuerst eins ge-
gen eins gewesen und dann der Vater zu Boden gegangen sei und dann alle rein-
geschlagen hätten (pag. 37 Z. 157 ff.). Bei seiner Zweiteinvernahme bezeichnete er 
im Zuge der vorgehaltenen Fotodokumentation und der Identifikation der Beteilig-
ten den Beschuldigten «A.________» als jenen, der «dem L.________ zuerst eine 
abgedrückt» habe (pag. 48 Z. 82 ff.). Anlässlich der erstinstanzlichen und der obe-
rinstanzlichen Hauptverhandlung konnte er dies hingegen nicht mehr klar bestäti-
gen. Er wisse nur noch, dass es einer der beiden Brüder gewesen sei, welcher 
könne er nicht mehr sagen (pag. 345 Z. 7 ff. und 635 Z. 13 ff.). Dieser scheinbare 
Widerspruch vermag die Glaubhaftigkeit der privatklägerischen Aussagen nicht zu 
erschüttern. Wie bereits ausgeführt, dürfte der Fokus des Privatklägers im Tatzeit-
punkt weniger auf der physischen Einwirkung auf L.________ gelegen haben sein, 
sondern eher auf dem Flaschenwurf gegen ihn selber. Zudem war bis und mit der 
zweiten Einvernahme des Privatklägers noch nicht klar, welcher der vier Beschul-
digten welchen Tatbeitrag zum Angriff resp. Raufhandel geleistet hatte (pag. 46 
Z. 1 ff.). Dass der Privatkläger anlässlich der Hauptverhandlung, in welcher sich der 
Tatvorwurf nur noch gegen den Beschuldigten richtete, eben gerade nicht in Belas-
tungseifer verfiel, indem er den Beschuldigten weiterhin auch dieses Schlags be-
zichtigte, spricht für ihn. Es muss davon ausgegangen werden, dass bei seiner 
Zweitaussage offensichtlich eine Verwechslung vorlag: Aus den Akten geht klar 
hervor, dass nicht der Beschuldigte zuerst geschlagen hatte, sondern dessen Bru-
der, F.________. Einen daraus relevanten Widerspruch abzuleiten, welcher die 
restlichen Aussagen des Privatklägers als unglaubhaft erscheinen lassen würde, 
ginge deutlich zu weit. 

Die Verteidigung führte oberinstanzlich sinngemäss aus, es erstaune, dass der Pri-
vatkläger den Beschuldigten und dessen Bruder in der ersten Einvernahme trotz 
Bekanntschaft aus der Kindheit nicht habe namentlich als Angreifer von 
L.________ nennen können, sondern nur von «Südamerikanern» als Angreifer ge-

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sprochen habe (pag. 653). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass der Privatkläger an-
lässlich der ersten Einvernahme auch an anderer Stelle pauschale Aussagen tätig-
te. Dies erstaunt vor dem Hintergrund, dass die Einvernahme nur einen Tag nach 
einem erlittenen Schädelhirntrauma mit versetztem Kiefer und Zahnschäden statt-
fand, jedoch nicht weiter. Es ist davon auszugehen, dass der Privatkläger die bei-
den .________ Brüder damit in erster Linie der Mannschaft der Südamerikaner zu-
ordnete, ohne damit auch gleich Anspielungen auf die Volkszugehörigkeit oder 
Sprache machen zu wollen. Er erklärte, dass die Personen, welche auf den Vater 
eingeschlagen hätten, fast alle gleich ausgesehen hätten und alles Südamerikaner 
gewesen seien. In der gleichen Einvernahme hatte er zu einem früheren Zeitpunkt 
aber ebenfalls ausgesagt, dass ca. 10-15 Personen von den .________ auf den 
Vater losgegangen seien (pag. 35 Z. 43). Dass es in dieser Mannschaft Südameri-
kaner und Spanier hatte, ist erstellt (vgl. Mannschaftsliste pag. 21, Rubrum des An-
zeigerapports ab pag. 5, Beschreibung der Verwandtschaftsbanden der .________ 
durch den Zeugen M.________ [pag. 139 Z. 86-99] in Verbindung mit dem Grup-
penfoto [pag. 20, in Farbe]). Der Privatkläger zählte offensichtlich auch die beiden 
.________ Brüder zur Mannschaft, dies weil er auf Frage nach den Namen der 
.________ den einen als F.________ und den anderen als A.________ bezeichne-
te (pag. 36 Z. 78 f.). Somit ist jedenfalls erstellt, dass der Privatkläger hier nichts 
durcheinanderbrachte und wenn auch pauschal so doch von Anfang an auch den 
Beschuldigten als (Mit-)Aggressor verortete. Nach Ansicht der Kammer ergibt sich 
aus diesen Aussagen somit kein relevanter Widerspruch. 

Der Privatkläger hatte zudem keinen Grund, den Beschuldigten zu Unrecht zu be-
lasten, zumal die bereits im Halbfinal ausgeschiedenen K.________ sich für das 
Finalspiel auf die Seite des Teams «J.________» schlugen, für welche auch der 
Privatkläger spielte (pag. 23). Sie waren zum Zeitpunkt der Auseinandersetzung 
somit keine erbitterten Turniergegner. Er belastete den Beschuldigten auch nicht 
übermässig, bspw. durch die Behauptung, dass der Beschuldigte selbst die Bierfla-
sche geworfen hätte. Der Privatkläger führte gar aus, er sei sich sicher, dass die 
Flasche gar nicht für ihn bestimmt gewesen sei (pag. 48 Z. 66 f.). Eine übertriebene 
oder gar rächerische Schuldzuweisung gegen den Beschuldigten und auch gegen 
die Mannschaft der K.________ kann daher klarerweise verneint werden. In die-
sem Zusammenhang fällt auf, dass der Privatkläger vor oberer Instanz in glaubhaf-
ter Weise gar seine Enttäuschung über das aufgrund des Verfahrens zerrüttete 
Verhältnis zu den .________ Brüdern bekundete (pag. 636 Z. 17 ff.). 

Die Aussagen des Privatklägers belasten den Beschuldigten schwer. Dabei ist 
nach Ansicht der Kammer entscheidend, dass er den Beschuldigten durchgehend 
den Teilnehmern der tätlichen Auseinandersetzung zuordnete und ihn auch mehr-
fach als schlagende und damit Gewalt anwendende Person identifizierte. Seine 
Aussagen sind diesbezüglich klar, konstant und nachvollziehbar. Die zuvor erörter-
ten scheinbaren Widersprüche in den Aussagen des Privatklägers vermögen diese 
Einschätzung nicht zu erschüttern. Der Privatkläger belastet den Beschuldigten 
nicht übermässig und aggravierte nicht. Zudem kann kein Motiv für eine Falschbe-
zichtigung ausgemacht werden. Seine Aussagen erscheinen logisch, nachvollzieh-
bar und decken sich, wie sich nachfolgend zeigen wird, auch mit den Wahrneh-
mungen des Hauptbelastungszeugen E.________ und den übrig befragten Perso-

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nen. Die Aussagen des Privatklägers sind glaubhaft. Mit der Vorinstanz kann ent-
sprechend auf sie abgestellt werden. 

13.3 Aussagen E.________

13.3.1 Würdigung der Vorinstanz 
Die Vorinstanz hat sich sorgfältig und im Detail mit dem Aussageverhalten von 
E.________ (nachfolgend: Zeuge E.________) auseinandergesetzt. Sie hielt zu-
sammengefasst Folgendes fest (S. 25 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 445 f.): 

Zeuge E.________ habe in allen drei Befragungen übereinstimmend ausgesagt, 
der Beschuldigte sei an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen. Anlässlich der 
ersten beiden Einvernahmen habe er noch dahingehend ausgesagt, dass der Be-
schuldigte aktiv zugeschlagen habe, dies habe er bei der gerichtlichen Einvernah-
me jedoch nicht mehr bestätigt. Es sei jedoch aufgrund der jeweiligen Bestätigung 
seiner Aussagen davon auszugehen, dass er nach über 4 Jahren einfach verges-
sen habe, wer was gemacht habe bzw. mangels konkreter Erinnerungen vor Ge-
richt falsche Aussagen habe vermeiden wollen. Es werde deshalb auf die logischen 
und widerspruchsfreien, mithin glaubhaften früheren Aussagen des Zeugen abge-
stellt. Gestützt darauf sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte an der Aus-
einandersetzung beteiligt gewesen sein müsse. Der Detaillierungsgrad seiner Aus-
sagen nehme über die Zeit zwar ab, was aber über die Jahre hinweg durchaus 
nachvollziehbar erscheine und grundsätzlich für die Glaubhaftigkeit der Aussagen 
spreche. 

Die von der Verteidigung hervorgehobene Aussage des Zeugen E.________, wo-
nach dieser den Beschuldigten auf der Polizeiwache gesehen habe, obwohl er zu 
diesem Zeitpunkt gar nicht dort gewesen sei, tangiere die Glaubwürdigkeit des 
Zeugen nicht. Der Zeuge E.________ habe den Beschuldigten mehrfach deutlich 
identifizieren können (pag. 94 und 99 Z. 140). Er müsse den Beschuldigten deshalb 
offenbar mit der auf der Polizeiwache gesehenen Person verwechselt haben. Es 
könne grundsätzlich auf die Aussagen des Zeugen E.________ abgestellt werden. 
Damit sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte bei der körperlichen Ausein-
andersetzung anwesend gewesen sei und auf L.________ eingeschlagen habe. 
Weiter sei gestützt auf seine Aussagen als erstellt anzusehen, dass die Bierflasche 
aus der Gruppe der Streitenden gekommen sei (pag. 374 Z. 24 f.).

13.3.2 Erwägungen der Kammer 

Die Kammer kann sich den vorinstanzlichen Erwägungen im Wesentlichen ansch-
liessen. Ergänzend und präzisierend ist Folgendes auszuführen: 

Zeuge E.________ wurde insgesamt vier Mal befragt (pag. 85 ff., 95 ff., 372 ff. und 
647 ff.). Die Verteidigung ging oberinstanzlich erneut auf die Aussage des Zeugen 
ein, wonach dieser den Beschuldigten angeblich auf der Polizeiwache wiederer-
kannt haben soll. Bereits die Vorinstanz habe es als erstellt angesehen, dass der 
Beschuldigte an dem Tag gar nicht auf der Polizeiwache gewesen sei. Folglich ha-
be er den Beschuldigten offensichtlich nicht auf der Polizeiwache gesehen und als 
Teilnehmer des Raufhandels identifizieren können. Weiter könne es nicht sein, 

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dass der Zeuge E.________ den Beschuldigten anhand der Videos und Fotos 
(pag. 94) als Beteiligter des Raufhandels erkannt habe, denn diese Videos/Fotos 
würden den Halbfinal zeigen und seien somit kein Indiz für die Beteiligung am 
Raufhandel (pag. 652 f.).

Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die erste Aussage von Zeuge E.________ am 
6. Juli 2018 und somit 5 Tage nach dem Vorfall erfolgte. Aus den amtlichen Akten 
können die polizeilichen Abläufe zwischen Vorfall und Befragungen nicht genau 
eruiert werden. So ergibt sich nirgends, dass Zeuge E.________ am Tag nach dem 
Vorfall bereits einmal auf der Polizeiwache erschienen wäre (pag. 10, war bei Ein-
treffen der Polizei bereits zu Hause und konnte am Folgetag telefonisch erreicht 
werden; pag. 85, erschien nach telefonischer Vereinbarung mit seiner Mutter zur 
Einvernahme vom 6. Juli 2018). Er selber sagte aber aus, er sei am nächsten Tag 
(gemeint am Tag nach dem Vorfall) auf der Wache gewesen und habe dort einen 
der Kalabresen gesehen, in Begleitung einer südamerikanischen Frau (pag. 87 
Z. 102 ff.). Da die Dokumentation solcher Auftritte in der Polizeiwache auch in Be-
zug auf die anderen Beteiligten fehlt, können aus den Akten keine Schlüsse darü-
ber gezogen werden, wer nun wann allenfalls noch zwischen Vorfall und Einver-
nahme auf dem Polizeiposten erschienen ist. Es ist somit zumindest nicht ausge-
schlossen, dass auch einer der .________ Brüder am 2. März 2018 auf der Poli-
zeiwache war. 

Weiter konnte Zeuge E.________ den Bruder des Beschuldigten, F.________, klar 
als Haupttäter gegen seinen Vater identifizieren (pag. 87 Z. 114 f., 88 Z. 118-128 
und 649 Z. 16 f.). Den Beschuldigten betreffend sagte er aus, dass der Kalabrese 
mit der Glatze [F.________] seinem Vater einen Fusstritt in den Rippenbereich ge-
geben habe, und dass «der andere Kalabrese» auch auf seinen Vater eingeschla-
gen habe, wobei er nicht genau wisse, was dieser gemacht habe. Die weiteren 
Spieler seien alle Spieler dieser Latinos gewesen (pag. 88 Z. 147 ff.). Er hat somit 
klar zwischen den beiden Kalabresen differenziert und konnte diese auch auf den 
Fotos unterscheiden (pag. 90 Z. 261 f.). Den Beschuldigten hat er erstens im Zen-
trum des Geschehens verortet und zweitens auch in Aktion. Dass er von Latinos 
sprach, ist – wie bereits oben im Zusammenhang mit den «Südamerikanern» er-
wähnt – nicht weiter erstaunlich, betrachtet man die Spielerliste der «K.________» 
(pag. 21) und die Beschreibung der Verwandtschaftsbanden der .________ durch 
den Zeugen M.________ (pag. 139 Z. 86-99) in Verbindung mit dem Gruppenfoto 
(pag. 20, in Farbe). In der zweiten Einvernahme rund 2.5 Jahre später sagte er auf 
Frage, wer auf seinen Vater am Boden liegend eingeschlagen habe, wie er sich er-
innern möge, Herr A.________ [F.________] und er denke, der andere sei sein 
Bruder gewesen. Sie hätten während des Spiels dasselbe Italienisch geredet und 
fast gleich ausgesehen (pag. 98 Z. 107 ff.). Auf Frage nach einschlagenden Perso-
nen und konkret nach dem Bruder von F.________ sagte er, «Ich wiederhole; sie 
waren alle zusammen» (pag. 99 Z. 143 ff.). Bereits diese Aussagen belasten den 
Beschuldigten schwer. An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte er, 
dass der Beschuldigte seiner Erinnerung nach bei der streitenden Gruppe dabei 
und involviert gewesen sei (pag. 372 Z. 42 ff. und 373 Z. 19 ff.). Auch anlässlich 
der oberinstanzlichen Einvernahme führte er aus, er habe den Beschuldigten unter 
den Raufern gesehen (pag. 648 Z. 27 f.). Auf Vorhalt, wonach der Beschuldigte 

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ausgesagt habe, er sei mit seiner Familie abseits gestanden, antwortete Zeuge 
E.________: «Es tut mir leid, aber ich muss das Gegenteilige sagen» (pag. 648 
Z. 30 ff.). Später ergänzte er, es stimme nicht, dass der Beschuldigte zurückgehal-
ten worden und nicht dabei gewesen sei (pag. 648 Z. 39 f.). Der Zeuge hielt an sei-
ner Darstellung somit auch auf Vorhalt anderer Versionen glaubhaft fest. Dem Vor-
bringen der Verteidigung, dass Zeuge E.________ den Beschuldigten nicht habe 
identifizieren können, kann nach dem Dargelegten nicht gefolgt werden.  

Eine falsche Anschuldigung durch Zeuge E.________ kann nach Ansicht der 
Kammer ausgeschlossen werden. Es ist kein Grund ersichtlich warum er, neben 
dem Hauptaggressor F.________, welcher für sein Verhalten auch bereits rechts-
kräftig verurteilt ist, gleich auch noch dessen Bruder beschuldigen sollte, wenn die-
ser nicht tatsächlich auch einer der ca. fünf Schlagenden, um seinen Vater herum 
gewesen wäre. Zeuge E.________ hätte so auch die drei anderen, unbekannt Ge-
bliebenen, «identifizieren» und damit gleich noch andere zu Unrecht belasten kön-
nen, wäre sein Plan gewesen, die Mannschaft der «K.________» maximal zu be-
lasten. Dies machte er aber nicht, sondern blieb bei tatsächlich Erinnertem. Er be-
schränkt sich auf den Haupttäter und einen anderen, den er beschreiben und als 
wohl dessen Bruder identifizieren konnte.  

Hinsichtlich der konkret vorgenommenen Handlungen des Beschuldigten stellte die 
Vorinstanz auf die ersten beiden Einvernahmen von Zeuge E.________ ab, in wel-
chen er konkrete Schläge seitens des Beschuldigten beschrieb. Sowohl in der erst-
instanzlichen Hauptverhandlung als nun auch oberinstanzlich verneinte er jedoch, 
konkrete Schläge des Beschuldigten gesehen zu haben. Auf Frage, ob er gesehen 
habe, was der Beschuldigte konkret gemacht habe, antwortete er, dass er gesehen 
habe, wie 5 oder 6 Personen auf seinem Vater «drauf» gewesen seien und der Be-
schuldigte sei unter ihnen gewesen. Er habe aber nicht gesehen, ob der Beschul-
digte seinen Vater geschlagen habe (pag. 648 Z. 43 f. und 649 Z. 9 ff.). Er schilder-
te ausserdem, wie er sich deutlich an die über seinen Vater gebeugten Personen 
erinnere und diese «nicht mehr vergessen könne» (pag. 649 Z. 8). Die Kammer 
geht somit – im Gegensatz zur Vorinstanz – davon aus, dass Zeuge E.________ 
keinen Schlag des Beschuldigten sah, er ihn aber zweifelsfrei den Leuten zuordnet, 
die über seinem Vater standen und bei der tätlichen Auseinandersetzung involviert 
waren. Gestützt auf diese präzisen und nicht übermässig belastenden Aussagen 
kann somit der Schluss gezogen werden, dass Zeuge E.________ den Beschuldig-
ten nicht unrechtmässig belastet, sondern nur wirklich Erlebtes zu Protokoll gab. 

Die Aussagen von Zeuge E.________ wirken insbesondere aufgrund bestimmter 
Detailschilderungen selbsterlebt. Als Beispiel ist seine Aussage hervorzuheben, 
wonach er den Wind gespürt habe als die Flasche vorbeigeflogen sei und jemand 
anderen erwischt habe, oder dass er der Person mit der Flasche noch gesagt ha-
be, sie solle diese nicht werfen (pag. 648 Z. 12 ff. und 97 Z. 79 ff.).

Auch wenn Zeuge E.________ den Beschuldigten nicht direkt als schlagende Per-
son identifizieren konnte, so ordnet er den Beschuldigten doch stets als eine der 
Personen ein, die in die tätliche Auseinandersetzung involviert war; in diesem 
Punkt überschneiden sich seine Aussagen auch mit denen des Privatklägers. Mit 
der Vorinstanz ist festzuhalten, dass er den Beschuldigten mehrfach ohne Proble-

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me identifizieren konnte. Die mutmassliche Verwechslung auf dem Polizeiposten 
vermag die restlichen Aussagen des Zeugen nicht zu erschüttern. Sie sind zusam-
mengefasst als glaubhaft zu bezeichnen und sprechen deutlich für eine aktive Teil-
nahme des Beschuldigten an der Auseinandersetzung, nicht zuletzt auch deshalb, 
weil er den Beschuldigten als eine über seinen Vater gebeugte Person identifizie-
ren konnte. Die Aussagen von Zeuge E.________ belasten den Beschuldigten 
zwar deutlich, dies jedoch ohne Zeichen von Übertreibung oder Aggravierung. Es 
kann vollumfänglich auf sie abgestellt werden.  

13.4 Aussagen Q.________

13.4.1 Würdigung der Vorinstanz 

Q.________ (nachfolgend: Zeuge Q.________) wurde einmal als Auskunftsperson 
und ein weiteres Mal als Zeuge befragt (pag. 205 ff. und 215 ff.). In Bezug auf den 
Zeugen Q.________ hielt die Vorinstanz beweiswürdigend fest was folgt (S. 22 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 442 f.): 

Zeuge Q.________ sei einmal bei der Kantonspolizei am 16. Juli 2018 (pag. 205 
ff.) und einmal bei der Staatsanwaltschaft am 3. Dezember 2020 (pag. 215 ff.) be-
fragt worden. Vergleiche man die Einvernahmen könne man eine grosse Diskre-
panz feststellen. Die Aussagen bei der Kantonspolizei seien detailliert und stringent 
gewesen. Er habe sich noch gut an den Vorfall erinnern können, habe aber auch 
Erinnerungslücken zugegeben. Aus der Befragung gehe auch hervor, dass er 
grossen Respekt oder gar Angst vor den K.________ habe. Dies erkläre wohl auch 
teilweise seine Zurückhaltung bei Aussagen zur direkten Beteiligung der .________ 
Brüder. Er habe jedoch klar ausgesagt, dass der Beschuldigte sich aktiv an der 
Schlägerei beteiligt habe. 

Bei der zweiten Einvernahme habe er hingegen vieles nicht mehr gewusst. Dies 
könne einerseits an der vergangenen Zeit liegen, andererseits aber auch daran, 
dass er die .________ Brüder nicht habe belasten wollen. Letzteres zeige sich ins-
besondere daran, dass er die .________ Brüder in der ersten Einvernahme als 
Hauptaggressoren bezeichnet habe, während er deren Beteiligung in der zweiten 
Einvernahme stark heruntergespielt habe. Dieses Aussageverhalten sei nicht 
nachvollziehbar. 

Die ersten Aussagen seien wesentlich glaubwürdiger. Aus dieser Einvernahme ge-
he hervor, dass sich der Beschuldigte an der Schlägerei beteiligt habe und die Fla-
sche aus der Gruppe der Streitenden gekommen sei. 

13.4.2 Erwägungen der Kammer 

Die Verteidigung brachte im Rahmen ihres oberinstanzlichen Plädoyers 
(pag. 651 f.) vor, Zeuge Q.________ könne lediglich beschreiben, dass während 
der Fussballspiele provoziert worden sei. Er könne zudem nicht genau sagen, wer 
was gemacht habe, da er ca. 50 Meter vom Geschehen weggewesen sei. Eine Be-
teiligung der K.________ am Raufhandel habe er verneint. Die Vorinstanz habe 
fälschlicherweise gestützt auf seine Aussagen eine aktive Beteiligung des Beschul-
digten am Raufhandel angenommen. 

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Die Verteidigung stützt sich für ihre Argumentation ausschliesslich auf Aussagen 
des Zeugen Q.________ aus seiner zweiten Einvernahme. Mit der Vorinstanz ist 
jedoch festzuhalten, dass die Aussagen der Ersteinvernahme als tatnächste Aus-
sagen sehr viel glaubhafter erscheinen als jene der staatsanwaltschaftlichen Ein-
vernahme und deshalb auf Erstere abzustellen ist. Diesbezüglich kann vollumfäng-
lich auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (S. 22 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 442). Entgegen der Ansicht der Verteidigung 
können aus den Aussagen von Zeuge Q.________ sowohl zum Rahmen- als auch 
zum Kerngeschehen relevante Erkenntnisse gewonnen werden. Seine Aussagen 
zeigen insbesondere auf, wie die .________ Brüder an besagtem Nachmittag resp. 
während des ganzen Turniers auf Dritte wirkten (pag. 206 Z. 61 ff.). Er beschrieb, 
wie die Mannschaft der K.________ den ganzen Tag Alkohol getrunken und provo-
ziert habe (pag. 206 Z. 49 ff. und 208 Z. 136 ff.). Einer der Schiedsrichter habe ihm 
gar gesagt, dass er keine Spiele mehr mit den K.________ leiten wolle (pag. 208 
Z. 137 f. und 206 Z. 63 ff.). Er führte weiter aus, dass die K.________ den ganzen 
Tag über die Aggressoren waren und wenn sie nicht gewesen wären, hätte es ein 
ruhiges Turnier gegeben (pag. 208 Z. 138 ff.). Weiter sei das Halbfinale [bei wel-
chem die Mannschaft der .________ Brüder noch mitgespielt hat] nur als Penalty-
Schiessen durchgeführt worden, weil eine Eskalation befürchtete worden sei 
(pag. 206 Z. 41 ff.). 

Er konnte die Gebrüder .________ denn auch individualisierend beschreiben, wo-
bei ihm zusammenfassend für die beiden ein «ganghaftes» Verhalten aufgefallen 
war (pag. 207 Z. 86 ff.). Zum Kerngeschehen sagte er aus, dass sich an der Schlä-
gerei rund 30 Personen beteiligt hätten und daraus auch die Bierflasche geworfen 
worden sei (pag. 207 Z. 112 ff.). Die Aussagen des Zeugen Q.________ betreffend 
die konkrete Beteiligung des Beschuldigten, hat die Vorinstanz zutreffend zusam-
mengefasst (S. 21 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 441 f.): 
Auf Nachfrage, wer genau an der Schlägerei, im Speziellen den Teil mit dem älteren Herrn 
[L.________] teilgenommen habe, sagte er, dass er es nicht genau sagen könne, weil alles sehr 
schnell gegangen sei. Er glaube, dass es mehrheitlich Spieler der K.________ gewesen seien 
(pag. 208 Z. 129-143). Auf Vorhalt der Fotos, welche direkt nach der Anhaltung der Gruppe gemacht 
wurden (pag. 214), antwortete er auf die Frage «Können sie darauf Personen erkennen, welche aktiv 
bei der Schlägerei/Raufhandel beteiligt waren?», mit «Ja im Vordergrund steht der mit den Tattoos. 
Das ist der kleinere der beiden Brüder» (pag. 209 Z. 204-209). Später sagte er noch, dass der kleine-
re der beiden Brüder [also A.________] an diesem Tag mitgespielt habe. 

Die Beschreibung des Zeugen (der kleinere der Brüder, Tattoos) trifft nach Ansicht 
der Kammer auf den Beschuldigten zu. Der Zeuge Q.________ bezeichnete den 
Beschuldigten somit eindeutig als Teilnehmer der tätlichen Auseinandersetzung. Es 
ist kein Grund ersichtlich, warum Zeuge Q.________ die Mannschaft des Beschul-
digten und den Beschuldigten selbst unnötig belasten sollte. Er war an diesem Tag 
der «Spielmaker» und kein aktiver Spieler. Er erstellte u.a. die Spielpläne und rief 
den Start und das Ende der Spiele aus (pag. 206 Z. 29 ff.). Er stand den Involvier-
ten der tätlichen Auseinandersetzung daher grundsätzlich neutral gegenüber, so 
dass seine Aussagen im Wesentlichen frei von gegnerischen Emotionen sein dürf-
ten. 

22

Ferner hielt Zeuge Q.________ fest: «Einfach einer der Latinos mit der Glatze hat 
sich sehr schnell aus dem Staub gemacht, sie wussten ja, das[s] die Polizei kommt. 
Da haben sich alle der Latinos fortbegeben. Die Polizei hat sie dann angehalten» 
(pag. 208 Z. 155 ff.). Der Latino mit der Glatze ist nicht der Beschuldigte, sondern 
F.________. Die Aussage zeigt jedoch trotzdem auf, dass sich auch andere Mit-
glieder der K.________ kurz nach den Geschehnissen und noch vor Eintreffen der 
Polizei vom Fussballplatz wegbewegten.  

Für die Kammer sind die Aussagen von Zeuge Q.________ absolut glaubhaft. Für 
eine falsche Belastung gibt es keinerlei Hinweise. Seine Aussagen ermöglichen ein 
stimmiges Gesamtbild des Vorfalls. So kann er aufzuzeigen, wie sich die Situation 
bereits im Halbfinal zuspitzte, bis es schliesslich nach dem Finalspiel zur endgülti-
gen Eskalation kam. Er liefert zudem nicht nur zum Randgeschehen wichtige Er-
kenntnisse, sondern bringt den Beschuldigten auch direkt mit der tätlichen Ausein-
andersetzung in Verbindung. Seine Aussage deckt sich diesbezüglich auch mit 
denjenigen des Zeugen E.________ und dem Privatkläger. Damit hat die Vorin-
stanz entgegen der Ansicht der Verteidigung richtigerweise gestützt auf seine Aus-
sagen eine aktive Beteiligung des Beschuldigten an der Auseinandersetzung an-
genommen. Der Würdigung der Vorinstanz kann sich die Kammer nach dem Ge-
sagten in allen Teilen anschliessen.

13.5 Aussagen L.________

13.5.1 Würdigung der Vorinstanz 

L.________ wurde zweimal einvernommen (pag. 107 ff. und 126 ff.). Die Vorin-
stanz hielt zu seinen Aussagen beweiswürdigend fest was folgt (S. 16 der erstin-
stanzlichen Begründung; pag. 436):

Die Verteidigung habe anlässlich ihres Plädoyers die Haltung vertreten, dass sich 
L.________ an niemanden erinnere und den Beschuldigten auch nicht mit Tätlich-
keiten in Verbindung bringen könne. Dem kann laut Vorinstanz grundsätzlich ge-
folgt werden. Sie führte aus, L.________ habe den Beschuldigten nie namentlich 
erwähnt, ihn jedoch bei seiner ersten Einvernahme klar als diejenige Person, die 
stets mit uT3 [F.________] zusammen gewesen sei und getrunken habe, identifi-
ziert. Ob der Beschuldigte auch geschlagen habe, wisse L.________ jedoch nicht. 

L.________ könne nicht genau sagen, wer wann auf ihn eingeschlagen habe, was 
angesichts seiner Position während der tätlichen Auseinandersetzung aber nicht 
erstaune. Er sei zeitweise am Boden gelegen und von mehreren Männern geschla-
gen und getreten worden. Trotzdem würden seine Aussagen darauf hinweisen, 
dass der Beschuldigte bei der körperlichen Auseinandersetzung anwesend gewe-
sen sei, auch wenn er ihn nicht direkt als Schlagenden habe identifizieren können. 

Die Verletzungen von L.________ seien gestützt auf das aktenkundige Arztzeugnis 
erstellt (pag. 121). Er habe mehrere Prellungen und Hämatome am Hinterkopf, im 
Unterbauch und am linken Bein erlitten. 

23

13.5.2 Erwägungen der Kammer

Die Verteidigung argumentierte oberinstanzlich, dass L.________ keine konkreten 
Angaben zur Frage machen könne, ob der Beschuldigte sich aktiv am Raufhandel 
beteiligt habe. Die Vorinstanz widerspreche sich hinsichtlich der Aussagen von 
L.________. So stelle sie zwar fest, dass L.________ den Beschuldigten nicht als 
Schlagenden habe identifizieren können, schliesse dann aber aus der Gesamtheit 
seiner Aussagen, dass der Beschuldigte bei der körperlichen Auseinandersetzung 
anwesend gewesen sein müsse (pag. 651 f.). 

Der Argumentation der Verteidigung muss teilweise zugestimmt werden, nämlich 
insofern, als L.________ an jenem Tag durch die stattfindende körperliche Traktie-
rung mit Sicherheit nicht gleichermassen auffassungsfähig gewesen sein dürfte wie 
ein Zuschauer. Aber auch wenn L.________ den Beschuldigten in der ersten Ein-
vernahme nie beim Namen nannte, so hat er doch auf Frage nach Personen im Vi-
deo, die ihn oder seinen Sohn tätlich angegriffen hätten, neben F.________ aus-
drücklich auch den Beschuldigten identifiziert (pag. 114 Z. 321 ff.). Die Kammer ist 
zudem der Auffassung, dass auf die tatnäheren Aussagen abzustützen ist. Wenn 
L.________ über zwei Jahre später den Beschuldigten auf den Videoaufnahmen 
nicht mehr als Schläger erkennt, erstaunt dies nicht. Die Aussagen von L.________ 
werden deshalb mit der Vorinstanz als direkt belastend betrachtet, zumindest da-
hingehend, dass sich der Beschuldigte an der tätlichen Auseinandersetzung betei-
ligte. In diesem Punkt stimmen seine Aussagen sodann mit den Aussagen des Pri-
vatklägers sowie jenen von Zeuge E.________ und Zeuge Q.________ überein. 

13.6 Aussagen O.________ 

13.6.1 Würdigung der Vorinstanz 

O.________ (nachfolgend: Zeuge O.________) wurde erstmals am 14. November 
2018 als Auskunftsperson und ein weiteres Mal am 3. Dezember 2020 als Zeuge 
einvernommen (pag. 162 ff. und 174 ff.). Die Vorinstanz führte Folgendes aus 
(S. 19 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 439 f.): 

Die Aussagen von Zeuge O.________ seien ziemlich detailliert und klar. Sie wür-
den keine Widersprüche enthalten, mit Ausnahme kleinerer unpräzisen Aussagen, 
die sich aber aufgrund des Zeitablaufs zwischen den Einvernahmen erklären lasse. 
Bis auf eine verwirrende Aussage, die den Beschuldigten betreffe (pag. 167 
Z. 230), könne auf die Aussagen abgestellt werden. Soweit die Verteidigung vor-
bringe, dass sich aus der Aussage des Zeugen auf pag. 178 Z. 131-134 ergebe, 
dass der Beschuldigte nicht beteiligt gewesen sei, sei ihm die Aussage auf 
pag. 176 Z. 54-62 entgegenzuhalten, wonach Zeuge O.________ angebe, dass 
der Beschuldigte massgeblich an den Beschimpfungen beteiligt gewesen sei und 
auch nachdem die Tätlichkeiten begonnen hätten, weiterhin bei der Gruppe dabei 
gewesen sei. Der Zeuge könne nur nicht sagen, was der Beschuldigte konkret ge-
macht habe. 

Zum Flaschenwurf habe er ausgesagt, dass es eine Heinekenflasche gewesen sei 
und diese aus der Gruppe der Streitenden herausgeworfen worden sei. Es sei da-
von auszugehen, dass die K.________ Heineken Bier getrunken hätten; denn der-
artige Flaschen seien in ihrem Umfeld aufgefunden worden, während vor Ort wohl 

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Feldschlösschen Bier verkauft worden sei. 

Aus den Aussagen des Zeugen O.________ könne betreffend Tatbeteiligung des 
Beschuldigten der Schluss gezogen werden, dass dieser in die tätliche Auseinan-
dersetzung involviert gewesen sei. Unklar bleibe, ob er selber zugeschlagen habe. 

13.6.2 Erwägungen der Kammer 

Die Verteidigung brachte im Rahmen ihres oberinstanzlichen Plädoyers vor, Zeuge 
O.________ habe klar ausgesagt, dass er nicht wisse, ob der Beschuldigte ge-
schlagen habe oder nicht. Zudem beschreibe er als aktiven Teilnehmer der Raufe-
rei einen Mann, welcher nur «vielleicht» der Beschuldigte gewesen sein könnte. Es 
sei fragwürdig, wie die Vorinstanz aus seinen Aussagen herauslese, dass der Be-
schuldigte bei der Schlägerei anwesend gewesen sei (pag. 652). 

Es ist der Verteidigung (und auch der Vorinstanz) beizupflichten, dass Zeuge 
O.________ keine Hinweise darauf liefern kann, ob der Beschuldigte aktiv auf 
L.________ eingeschlagen hat oder nicht. Er hielt hingegen fest, dass die 
K.________ an den der tätlichen Auseinandersetzung vorangehenden Provokatio-
nen beteiligt gewesen seien (pag. 163 Z. 49 f.); worunter auch der Beschuldigte 
subsumiert werden kann. Zu der von Zeuge O.________ beschriebenen Person 
(pag. 166 Z. 174 ff.) hielt die Vorinstanz zutreffend fest (S. 19. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung; pag. 439): 
Auf pag. 166 Z. 174-178 beschreibt er einen Mann, der an der Schlägerei beteiligt gewesen sei, des-
sen Beschreibung auf den Beschuldigten zutreffen könnte. Daraufhin wurde ihm u.a. das zweite Video 
vorgespielt, auf dem er den Mann «mit den Tattoos» wiedererkannte. Die Beschreibung der Person 
im Video passt auf den Beschuldigten und er konnte ihn daraufhin auch auf den Standbildern identifi-
zieren (pag. 167 Z. 224 in Bezug auf pag. 172). Auf die direkt nachfolgende Frage der Polizei, ob er 
darauf [auf den Bildern] Personen erkennen könne, die aktiv bei der Schlägerei/Raufhandel beteiligt 
waren, sagte er: «Nein ist derjenige mit den Tattoos (-)» in Bezug auf den Beschuldigten. 

In der zweiten Einvernahme führte er hingegen aus, dass er nicht wisse, ob der 
Beschuldigte überhaupt etwas gemacht habe (pag. 176 Z. 70 f.). Die Diskrepanz 
zwischen den Aussagen erstaunt nicht, wenn man sich vor Augen führt, dass der 
Vorfall bei der zweiten Befragung bereits über zwei Jahre her war. Die Kammer 
stellt deshalb auf die tatnäheren Aussagen von Zeuge O.________ ab. Entgegen 
der vorinstanzlichen Ausführung ergibt sich aus seiner Aussage auf pag. 176 Z. 54-
62 nicht, dass der Beschuldigte an den Beschimpfungen und der tätlichen Ausein-
andersetzung beteiligt war. Die Kammer geht davon aus, dass Zeuge O.________ 
an dieser Stelle durchgehend vom Bruder des Beschuldigten sprach und es dies-
bezüglich zu einer Verwechslung in der vorinstanzlichen Beweiswürdigung ge-
kommen ist. Insbesondere, da er zwei Fragen später ausführte, dass er nicht wis-
se, ob der Beschuldigte überhaupt etwas gemacht habe (pag. 176 Z. 52 ff.). Entge-
gen dem Vorbringen der Verteidigung geht die Kammer hingegen davon aus, dass 
Zeuge O.________ den Beschuldigten anlässlich seiner Ersteinvernahme – ohne 
ihn namentlich zu erwähnen und ohne konkrete Handlungen seitens des Beschul-
digten zu nennen – als Beteiligten der tätlichen Auseinandersetzung identifizieren 
konnte. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aussagen von Zeuge O.________ 
den Beschuldigten im Kernvorwurf [Einschlagen auf L.________] nicht belasten, 

25

aber gestützt darauf angenommen werden darf, dass sich der Beschuldigte an der 
tätlichen Auseinandersetzung beteiligte. Sie vermögen weiter darzulegen, dass der 
Beschuldigte für Dritte, die ihn nicht kennen, doch an jenem Nachmittag auffällig 
und auch negativ in Erscheinung getreten ist. Seine Aussagen belasten den Be-
schuldigten aber weit weniger schwer als die Aussagen anderer befragter Perso-
nen.  

13.7 Aussagen P.________ 

13.7.1 Würdigung der Vorinstanz 

P.________ (nachfolgend: Zeuge P.________) wurde einmal als Auskunftsperson 
und einmal als Zeuge einvernommen (pag. 184 ff. und 195 ff.). Die Vorinstanz führ-
te beweiswürdigend zu seinen Aussagen das Folgende aus (S. 21 der erstinstanz-
liche Urteilsbegründung; pag. 441): 

Seine Ausführungen würden grundsätzlich schlüssig und nachvollziehbar erschei-
nen. Über die lange Zeit hinweg schildere er die Situation relativ detailliert und kon-
stant. Es sei der Verteidigung jedoch zuzustimmen, dass seinen Aussagen nicht zu 
entnehmen sei, dass der Beschuldigte selber zugeschlagen habe. Es sei ange-
sichts des Tumults und aufgrund der vielen Personen jedoch nachvollziehbar, dass 
er im Nachhinein nicht mehr genau wisse, wer wann zugeschlagen habe. Aus den 
Aussagen des Zeugen P.________ könne jedenfalls mit recht grosser Sicherheit 
geschlossen werden, dass der Beschuldigte zum Zeitpunkt des Raufhandels an-
wesend gewesen sei und sich aktiv am Geschehen (zumindest verbal) beteiligt ha-
be. 

13.7.2 Erwägungen der Kammer 

Gemäss Verteidigung habe die Vorinstanz die .________ Brüder klarerweise mit-
einander verwechselt und dem Beschuldigten seien die Taten seines Bruders an-
gelastet worden, welcher wirklich am Raufhandel beteiligt gewesen sei (pag. 652 
mit Verweis auf pag. 440, E. 2.4.7.a. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 
Auch nach den Aussagen des Zeugen P.________ sei der Beschuldigte nicht am 
Raufhandel beteiligt gewesen. Zeuge P.________ habe weiter ausgesagt, dass er 
einen der beiden «Kalabresen» gesehen habe als dieser zu C.________ hinge-
gangen sei und ihm habe helfen wollen aufzustehen. Gleichzeitig habe er den 
schlanken Kalabresen [F.________] gesehen, der sich weiter geschlagen habe 
(pag. 186 Z. 91-95). Die Vorinstanz habe gestützt auf diese Aussagen mit recht 
grosser Sicherheit angenommen, dass der Beschuldigte beim Raufhandel anwe-
send gewesen sei und sich aktiv am Geschehen, wenn auch nur verbal, beteiligt 
habe. Aber aus dem eventuellen Aufhelfen des Opfers des Flaschenwurfs könne 
sicher keine aktive Beteiligung am Raufhandel abgeleitet werden (pag. 652).

Es ist festzuhalten, dass Zeuge P.________ den Beschuldigten nicht bezichtigte, 
Schläge ausgeteilt zu haben. Er hat die beiden Kalabresen, mithin den Beschuldig-
ten und dessen Bruder aber beschreiben können (bspw. pag. 186 Z. 104 ff. und 
189 Z. 223) und konnte detaillierte Angaben zum gesamten Vorfall machen. Er 
vermochte weiter darzulegen, dass der Beschuldigte an diesem Tag auf dem 
Fussballplatz gegenüber Drittpersonen negativ in Erscheinung trat. So führte er 
u.a. aus, dass die zwei Kalabresen [der Beschuldigte und sein Bruder] «fast ein 

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wenig die Ultras» ihrer Mannschaft gewesen seien und Spieler seiner Mannschaft 
im Halbfinal verbal provoziert hätten (pag. 185 Z. 52 ff.). Weiter gab er zu Protokoll, 
dass die beiden Kalabresen den Ort verlassen hätten, als sie die Sirene der Ambu-
lanz und der Polizei gehört hätten (pag. 186 Z. 97 ff.). In Bezug auf das kollektive 
Einschlagen auf L.________ sagte er hingegen aus, es seien viele gewesen, aber 
wie viele wisse er nicht genau, weil alle rundherum gestanden seien. Es habe auch 
Leute gehabt, die nur rundherum gestanden seien, ohne etwas zu machen. Es sei-
en wirklich sehr viele gewesen (pag. 198 Z. 100 ff.). Somit ist auch nachvollziehbar, 
dass er trotz der vielen rapportierten Detailbeobachtungen nicht genau wusste, wer 
denn nun alles im Kern dabei gewesen war und aktiv auf L.________ eingeschla-
gen hatte. Seine Aussagen vermögen somit zur Klärung der Beweisfrage nichts 
beizutragen. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz 
die Brüder in der erstinstanzlichen Urteilsbegründung tatsächlich verwechselte [der 
schlankere der Brüder ist F.________; vgl. S. 20 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung; pag. 440]. Dass sie daraus aber etwas zu Ungunsten des Beschuldigten 
abgeleitet hätte, ist für die Kammer jedoch nicht ersichtlich. Dass der Beschuldigte 
sodann dem Privatkläger aufhelfen wollte, ist nach Ansicht der Kammer weder er-
stellt noch von Relevanz für die Beweisfrage. 

Zusammengefasst kann aus den Aussagen von Zeuge P.________ mit der Vorin-
stanz einzig abgeleitet werden, dass der Beschuldigte doch eher im Gesamtge-
schehen zugegen war und nicht – wie er selber immer wieder beteuerte – abseits 
mit Frau und Kindern stand. Die Aussagen von Zeuge P.________ weisen zudem 
darauf hin, dass der Beschuldigte sich nach dem Vorfall zeitnah vom Fussballplatz 
entfernte. 

13.8 Aussagen des Beschuldigten

13.8.1 Würdigung der Vorinstanz 

Die Vorinstanz hat sich sorgfältig und im Detail mit dem Aussageverhalten des Be-
schuldigten auseinandergesetzt. Sie erachtete die Aussagen des Beschuldigten 
zusammengefasst aus folgenden Gründen als nicht glaubhaft (S. 33 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 454 f.):

Die Aussagen des Beschuldigten seien inkonsequent bzw. widersprüchlich. Nach-
dem er zu Beginn die Aussage gänzlich verweigert habe, habe er in einer späteren 
Einvernahme ausgesagt, er sei doch da gewesen und habe das Gerangel gesehen 
und mitbekommen, wie sein Bruder geschlagen worden sei (pag. 81 Z. 29-36). In 
der darauffolgenden Einvernahme habe er dann plötzlich ausgeführt, er habe gar 
keine tätliche Auseinandersetzung bemerkt (pag. 349 Z. 40). Die Vorinstanz wies 
jedoch darauf hin, dass es sich hierbei um einen Versprecher handeln könnte, da 
er in derselben Einvernahme zu einem späteren Zeitpunkt aussagte, dass er die 
Auseinandersetzung gesehen habe. 

Der Beschuldigte habe das ganze Verfahren hindurch eine Beteiligung an der tätli-
chen Auseinandersetzung bestritten, selbst als er mit der Tatsache konfrontiert 
worden sei, dass keine der anderen befragten Personen seine Aussagen stütze. Er 
habe keine nachvollziehbare Alternativerklärung zu den Aussagen der meisten üb-
rigen befragten Personen liefern können. Zahlreiche Personen (Zeuge 

27

O.________, Zeuge P.________, Zeuge Q.________, Zeuge E.________ und der 
Privatkläger) hätten ausgesagt, dass er sich aktiv an der Auseinandersetzung be-
teiligt habe. Richtig sei allerdings, dass nicht alle der erwähnten Personen konkret 
eine Beteiligung mit Schlägen und Tritten erwähnt hätten.

Seine Darstellung, wonach er von einer Person zurückgehalten worden sei und 
seinem Bruder deshalb nicht habe helfen können, erscheine ebenfalls wenig 
glaubhaft, insbesondere da er nicht mehr wissen wolle, wer ihn zurückgehalten ha-
be und da er von aussen wie der Chef der Fussballmannschaft K.________ gewirkt 
habe. Es sei zudem speziell, dass der Beschuldigte den Anruf an den Bruder des 
Privatklägers nicht bestreite, sich dann aber nicht mehr an den Inhalt des Ge-
sprächs erinnern könne. Der Beschuldigte versuche den Vorfall zu verharmlosen 
und habe sich auch mit Gegenvorwürfen nicht zurückgehalten. Er habe ausgeführt, 
dass eigentlich seine Mannschaft das Opfer der Gesamtsituation sei. Was gestützt 
auf die Aussagen der befragten Personen klarerweise nicht der Fall gewesen sein 
dürfte.  

Insgesamt werfe das Aussageverhalten des Beschuldigten Fragen auf. Die Aussa-
gen würden wenig glaubhaft wirken und zusätzlich auch der Mehrheit der Aussa-
gen der übrigen befragten Personen widersprechen. 

13.8.2 Erwägungen der Kammer 

Den Erwägungen der Vorinstanz kann sich die Kammer in allen Punkten anschlies-
sen. Ergänzend ist festzuhalten: 

Position des Beschuldigten während der Auseinandersetzung

Der Beschuldigte wurde insgesamt vier Mal einvernommen (pag. 76 ff., 80 ff., 
347 ff. und 632 ff.). Er führte anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 
aus, er sei während der tätlichen Auseinandersetzung abseits bei seiner Frau und 
den beiden Kindern gestanden. Als sein Bruder am Boden gelegen habe, habe er 
hingehen und ihm helfen wollen, sei jedoch durch jemanden zurückgehalten wor-
den (pag. 81 Z. 34 ff. und 82 Z. 67 ff.). Auch anlässlich der oberinstanzlichen Ein-
vernahme hielt er an seiner Positionsbeschreibung fest. So sagte er aus, dass er 
zu seinem Bruder habe hingehen wollen, als dieser am Boden gelegen habe, sie 
ihn jedoch zurückgehalten hätten. Es gebe Bilder, auf welchen man dies sehen 
würde und auch Zeugen, die das so ausgesagt hätten (pag. 639 Z. 23 ff.). Auf die-
selbe Frage antwortend erklärte er, seine Frau habe ihn zurückgehalten (pag. 639 
Z. 30 f.). Wiederholend führte er aus, er sei abseits des Feldes bei seiner Frau und 
seinen Kindern gestanden (pag. 640 Z. 1 f.). Zur Frage, wo man ihn beim Zurück-
halten hingeführt habe, führte er aus, dass er dies aufgrund des Zeitablaufs nicht 
mehr wisse (pag. 640 Z. 13 f.). Mit späterer Aussage korrigierte er seine Aussage, 
wonach ihn seine Frau zurückgehalten habe dahingehend, dass ihn jemand vom 
Feld zurückgehalten habe (pag. 642 Z. 13 f.). Auf Vorhalt seiner widersprüchlichen 
Aussagen führte der Beschuldigte eine letzte und nochmals neue Version der Ge-
schehnisse aus und erklärte, dass ihn zuerst einer vom Feld zurückgehalten und 
seine Frau ihn im Anschluss zurückgezogen habe (pag. 642 Z. 31 ff.). 

Die Aussagen des Beschuldigten, die seine Position während der Auseinanderset-
zung betreffen, überzeugen nach Ansicht der Kammer nicht. Insbesondere seine 

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letzte Aussage zeigt auf, wie zielorientiert er hier aussagte. Nachdem ihm sein wi-
dersprüchliches Aussageverhalten vorgehalten wurde (pag. 642 Z. 28 ff.), passte er 
seine Aussage umgehend zu seinen Gunsten an, um ein vermeintlich logisches 
Bild zu zeichnen. Doch innerhalb einer Einvernahme änderte der Beschuldigte sei-
ne Antwort dreimal, auf die Frage, wer ihn den nun zurückgehalten habe. Bereits 
aus diesem Grund wirken seine Aussagen diesbezüglich wenig glaubhaft. Hätte 
der Beschuldigte die Situation tatsächlich selbst so erlebt, wüsste er, wer ihn da-
mals zurückhielt. Hinzukommend gibt es für seine Aussage, wonach es Bilder und 
Zeugen gebe, die seine Geschichte bestätigen könnten, in den der Kammer vorlie-
genden Beweismitteln keine Stütze. Keine der anderen anwesenden Personen 
bestätigte seine Version. Bereits die Vorinstanz führte zutreffend aus, dass der Be-
schuldigte wie der Chef der Fussballmannschaft K.________ gewirkt habe. Diese 
Schlussfolgerung wird insofern dadurch untermauert, dass er und sein Bruder laut 
eigener Aussage mit Abstand die ältesten des Teams waren (pag. 641 Z. 37 f.), der 
Beschuldigte selbst aussagte, er und sein Bruder hätten das Team organisiert 
(pag. 642 Z. 6) und er mehrfach als Trainer der Mannschaft beschrieben wurde 
(pag. 36 Z. 80 und 166 Z. 174 f.). 

Zusammenfassend erachtet die Kammer die Aussagen des Beschuldigten, wonach 
er von jemandem zurückgehalten wurde und während der tätlichen Auseinander-
setzung untätig abseits daneben stand als Schutzbehauptungen und damit als 
nicht glaubhaft. 

Position des Beschuldigten nach der Auseinandersetzung

Der Beschuldigte verlor sich auch bezüglich seines Aufenthaltsortes nach dem 
Spiel in verwirrenden Angaben. Aus dem Anzeigerapport vom 28. November 2019 
geht hervor, dass eine Personengruppe, die an der Schlägerei beteiligt gewesen 
sein soll, den Platz vor dem Eintreffen der Polizei bereits verlassen hatte. Die 
Gruppe konnte durch die Polizei erst an der .________ angehalten werden (pag. 
10). Auf Frage, ob er sich nach dem Spiel unter jener Gruppe befand, die von der 
Polizei erst an der .________ angehalten werden konnte (pag. 24), erklärte er zu-
erst bejahend, dass er bei dieser Gruppe gewesen sei und nicht mehr auf dem 
Fussballplatz. Im Anschluss führte er aus, es stimme aber nicht, dass er schnell 
vom Platz weggegangen sei, sondern er sei noch auf dem Platz kontrolliert worden 
(pag. 641 Z. 1 ff.). Vermeintlich erklärend sagte er daraufhin aus, er sei zuerst noch 
auf dem Platz geblieben und durch die Polizei bereits dort kontrolliert worden. Da-
nach seien sie gegangen und die Polizei habe sie wieder kontrolliert und dann noch 
das Foto [vgl. Foto auf pag. 20] gemacht (pag. 640 f. Z. 44 ff.). Auf erneute Nach-
frage antwortete der Beschuldigte schliesslich, er sei bei der Gruppe an der 
.________ dabei gewesen und erst dort von der Polizei kontrolliert worden 
(pag. 641 Z. 6 f.). 

Das dargelegte Aussageverhalten erweckt den Anschein, dass sich der Beschul-
digte zwischenzeitlich in eine Schutzbehauptung flüchten wollte, da er wohl an-
nahm, es werde zu seinen Ungunsten ausgelegt, wenn er der Gruppe zugeordnet 
wird, die vom Fussballfeld «flüchtete». Dass sich der Beschuldigte noch vor Eintref-
fen der Ambulanz und der Polizei vom Fussballplatz entfernte, wurde von den Zeu-
gen P.________ und Q.________ bestätigt. Für die nachfolgende Gesamtwürdi-

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gung geht die Kammer entsprechend davon aus, dass der Beschuldigte an der 
.________ angehalten wurde und sich vor Eintreffen der Polizei und der Ambulanz 
vom Fussballplatz entfernte.  

Aussageverhalten des Beschuldigten

Auffallend ist weiter, dass der Beschuldigte die Anschuldigungen gegenüber seiner 
Person und gegenüber seiner Fussballmannschaft «K.________» pauschal und 
ohne nachvollziehbare Begründung von sich weist. Eindrücklich zeigt sich dies ins-
besondere in seiner Antwort auf die Frage, ob er an der erstinstanzlichen Urteils-
begründung etwas kommentieren wolle. So erklärte er: «Was dort von mir steht, ist 
alles richtig. Alles was gegen mich spricht, stimmt aber nicht. Das, was die anderen 
Leute gegen mich gesagt haben, ist falsch. Meine Aussagen stimmen, aber was 
die anderen sagen, ist gelogen» (pag. 640 Z. 18 ff.). Anlässlich der oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung betonte er zudem vehement, dass niemand von seiner 
Mannschaft in das Ganze involviert gewesen und auch die Flasche nicht von seiner 
Mannschaft geworfen worden sei (pag. 641 Z. 16 ff. und 28). Zum Flaschenwurf 
führte er aus: «Ich weiss nicht, wer es war, aber wir waren es nicht» und «[..] die 
Flasche kann ja auch von aussen gekommen sein» (pag. 641 Z. 31 f. und 36 f.). Er 
warf dem Privatkläger ausserdem ohne jegliche Begründung vor, dass dieser ge-
nau wisse, dass die Flasche nicht von seiner Mannschaft geworfen worden sei 
(pag. 641 Z. 27 ff.). Der Beschuldigte verkennt, dass der Privatkläger stets aussag-
te, dass er nicht wisse, wer die Flasche geworfen habe und er den Beschuldigten 
diesbezüglich auch nicht belastete (bspw. pag. 635 Z. 24). Die Aussagen des Be-
schuldigten widersprechen diametral den Aussagen der übrigen Personen, wonach 
die tätliche Auseinandersetzung im Wesentlichen zwischen den .________ und 
den K.________ stattgefunden hat (bspw. Zeuge O.________, pag. 164 Z. 109 ff.; 
Zeuge Q.________, pag. 208 Z. 122 ff.; Privatkläger, pag. 48 Z. 64 f.) und der Fla-
schenwurf aus der Gruppe der Streitenden kam (bspw. Zeuge P.________, 
pag. 186 Z. 80 ff., Zeuge Q.________, pag. 207 Z. 112 ff.; Zeuge E.________, pag. 
88 Z. 138 ff.). Dem Beschuldigten gelang es auch nicht, seine gegenteiligen Be-
hauptungen durch nachvollziehbare Alternativbegründungen zu untermauern. Dass 
sich der Beschuldigte – trotz des Wissens um die Aussagen der anderen Aussage-
personen – nicht nur Beschönigungstendenzen hingibt, sondern vehement jegliche 
Schuld seitens seiner Mannschaft und auch ihm selbst abstreitet, erschüttert die 
Glaubhaftigkeit seiner Aussagen betreffend Tatbeteiligung massiv. 

Darüber hinaus versuchte der Beschuldigte anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung, die allgemeinen Geschehnisse und insbesondere die vorange-
henden Provokationen während des Halbfinalspiels zu verharmlosen. So erklärte 
er, dass eine aufgeheizte Stimmung zum Fussballspielen dazugehöre, und wenn 
man dies nicht aushalte, dann müsse man nicht aufs Feld (pag. 640 Z. 29 ff.). 
Schuld an der Eskalation sei der erste Schlag gewesen [Schlag von L.________ 
gegen F.________]. Dieser sei aber eben gerade nicht von ihrer Seite gekommen 
(pag. 640 Z. 32 ff.). Auch diese Aussagen zeigen deutlich auf, wie der Beschuldigte 
versucht, die Handlungen der anderen Personen in den Vordergrund zu rücken und 
diejenigen seiner Mannschaft herunterzuspielen. 

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Das Aussageverhalten ist mit der Vorinstanz als inkonsequent und widersprüchlich 
zu bezeichnen. Seinen Aussagen entziehen sich oft jeglicher Logik, weisen deutlich 
erkennbare Schutzbehauptungen auf und werden von niemandem sonst bestätigt 
bzw. gestützt. Im Gesamten sind die Aussagen des Beschuldigten nicht glaubhaft, 
weshalb nicht auf sie abgestellt werden kann. 

13.9 Weitere subjektive Beweismittel

Auf die Wiedergabe der Beweiswürdigung der Zeugen, welche von vornherein kei-
nen möglichen Hinweis auf die Täterschaft des Beschuldigten geben (F.________, 
M.________, N.________), wird verzichtet. Die Kammer verweist diesbezüglich 
vollumfänglich auf die vorinstanzlichen Würdigungen (S. 13 f., 16 f. und 17 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 433 f., 436 f. und 437 f.). 

13.10 Fazit / Beweisergebnis

Soweit das Rahmengeschehen betreffend wurde dieses am Schluss nicht mehr 
bestritten. Es ergibt sich im Übrigen auch bereits aus der rechtskräftigen Verurtei-
lung von F.________, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. Die vorangehen-
de Aussagewürdigung hat eindrücklich aufgezeigt, dass der Beschuldigte oftmals 
im Widerspruch zu allen anderen befragten Personen aussagte. Wie bereits aufge-
zeigt, belasten insbesondere die Aussagen des Privatklägers und des Zeugen 
E.________ den Beschuldigten schwer. Der Privatkläger sagte glaubhaft aus, dass 
der Beschuldigte sich körperlich durch Schlagen am Raufhandel beteiligt habe. 
Zeuge E.________ vermochte zwar keine konkreten Handlungen des Beschuldig-
ten beschreiben, verortete ihn jedoch konstant im Mittelpunkt der tätlichen Ausein-
andersetzung, bezeichnete ihn als einer der über seinen Vater gebeugten Perso-
nen und widersprach vehement der Darstellung des Beschuldigten, wonach er ab-
seits bei seiner Familie gestanden sei. Die weiter befragten Personen runden die 
bereits gewonnenen Erkenntnisse zu einem stimmigen Gesamtbild ab. So identifi-
zierten auch Zeuge Q.________, L.________ und Zeuge O.________ den Be-
schuldigten als Teilnehmer des Raufhandels und belasten ihn damit direkt; jedoch 
ohne dass sie ihm konkrete Handlungen zur Last legten, was in einem hochdyna-
mischen Geschehen wie dem Raufhandel jedoch auch nicht weiter erstaunt. Aus 
den Aussagen von Zeuge P.________ geht weiter zumindest hervor, dass der Be-
schuldigte doch eher im Gesamtgeschehen zugegen war und nicht – wie er selber 
immer wieder behauptet – abseits mit Frau und Kindern stand. Demgegenüber lie-
gen die Aussagen des Beschuldigten vor, die von Schutzbehauptungen und Wider-
sprüchen geprägt sind. Im Gesamten kann also festgehalten werden, dass nur der 
Privatkläger dem Beschuldigten konkrete physische Handlungen vorwirft, jedoch 
daneben eine nicht zu ignorierende und erdrückende Anzahl an Aussagen vorliegt, 
die den Beschuldigten als Teilnehmer des Raufhandels einordnen. Hinzukommend 
kann auch aus dem Rahmengeschehen nichts zu Gunsten des Beschuldigten ab-
geleitet werden, im Gegenteil. Hervorzuheben sind hier die durch den Beschuldig-
ten und seine Fussballmannschaft vorgenommenen verbalen Provokationen, die 
von verschiedenen Zeugen beobachtet wurden, und die Tatsache, dass der Be-
schuldigte sich noch vor Eintreffen der Polizei und Ambulanz vom Fussballplatz 
entfernte und erst an der .________ von der Polizei angehalten werden konnte. 
Hätte er sich nichts zu Schulden lassen kommen, hätte er sich auch nicht vor Ein-

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treffen der Polizei vom Platz wegbewegen müssen. Die Kammer hat nach dem Ge-
sagten keine Zweifel daran, dass der Beschuldigte durch Einschlagen auf den am 
Boden liegenden L.________ aktiv bzw. physisch in den Raufhandel involviert war.

Dass aus dem Raufhandel zwei Verletzte (der Privatkläger und L.________) her-
vorgingen, blieb unbestritten und ist dokumentarisch erstellt. 

Mit der Vorinstanz ist der angeklagte Sachverhalt gemäss Strafbefehl somit als er-
stellt anzusehen. Dem Beschuldigten kann nach Ansicht der Kammer hinlänglich 
nachgewiesen werden, dass er ebenfalls an der Gewalteinwirkung auf L.________ 
beteiligt war. 

III. Rechtliche Würdigung

14. Raufhandel

14.1 Rechtliche Grundlagen

Nach Art. 133 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.0] 
wird bestraft, wer sich an einem Raufhandel beteiligt, der den Tod oder die Körper-
verletzung eines Menschen zur Folge hat. Nicht strafbar ist, wer ausschliesslich 
abwehrt oder die Streitenden schlichtet (Art. 133 Abs. 2 StGB). 

Ein Raufhandel ist eine wechselseitige tätliche Auseinandersetzung von mindes-
tens drei Personen, die den Tod oder die Körperverletzung eines Menschen zur 
Folge hat (BGE 137 IV 1 E. 4.2.2). Den objektiven Tatbestand des Raufhandels er-
füllt, wer sich an diesem beteiligt, d.h. wer aktiv am Raufhandel in einer Weise teil-
nimmt, die geeignet ist, die Auseinandersetzung zu fördern bzw. deren Intensität zu 
steigern. Liegt ein Raufhandel im beschriebenen Sinne vor, gilt jegliche aktive Teil-
nahme – und sei es nur ein einziger Schlag zur Abwehr oder als Streitschlichtung – 
als Beteiligung (BGE 106 IV 246 ff. E. 3e und BGE 137 IV 1 ff. E. 4.2.2). Der ein-
zelne Täter muss nicht in dem Ausmass am Geschehen teilnehmen, wie es zur 
Entstehung des Raufhandels erforderlich ist. Sofern drei sich tätlich bekämpfende 
Personen beteiligt sind, genügt schon ein unterstützendes Verhalten für eine 
Streitpartei, etwa durch Hilfereichungen oder Zustecken von Kampfmitteln, und so-
gar auch eine psychische Mitwirkung, etwa durch Anfeuerungen, warnende Zurufe 
oder Ratschläge. Nur wer sich völlig passiv verhält, ist von der Bestimmung nicht 
erfasst (MAEDER, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, 
4. Aufl. 2019, N 10 ff. zu Art. 133 StGB; BGE 137 IV 1 E. 4.2.2). 

Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt. Der 
Vorsatz muss sich auf die genannten objektiven Tatbestandmerkmale beziehen, 
also auf die Teilnahme an einem Raufhandel, nicht aber auf die Todes- oder Kör-
perverletzungsfolge, da diese nicht Tatbestandsmerkmal, sondern objektive Straf-
barkeitsbedingung ist. 

Der Raufhandel wird nur bestraft, wenn er «den Tod oder die Körperverletzung ei-
nes Menschen zur Folge hat». Die Verletzung kann einen Beteiligten oder eine 
Drittperson treffen (z. B. Zuschauer, Passanten). Unerheblich ist, wer die Verlet-
zung verursacht hat. Erforderlich ist, dass wenigstens eine Person objektiv zumin-

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dest eine Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB erleidet, wobei auch uner-
heblich ist, ob ein Strafantrag gestellt wird. Blosse Tätlichkeiten nach Art. 126 StGB 
genügen hingegen nicht. Die Verletzung muss zudem aus dem Raufhandel resul-
tieren und nicht aus zufälligen oder atypischen Umständen (MAEDER, a.a.O., 
N 21 ff. zu Art. 133 StGB).

14.2 Subsumtion

Das Vorliegen einer tätlichen Auseinandersetzung im Sinne von Art. 133 Abs. 1 
StGB ist nicht bestritten. Es liegt folglich ein Raufhandel im Sinne des Gesetzes 
vor. Gemäss Beweisergebnis ist die aktive Beteiligung des Beschuld