# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b61a274d-8a75-50e7-981b-482761dca010
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-15
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 15.04.2021 725 20 246/93
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-20-246-93_2021-04-15.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 15. April 2021 (725 20 246 / 93) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Fallabschluss ist nicht zu beanstanden; Würdigung des medizinischen Sachverhalts: 

Zweifel an der versicherungsinternen Beurteilung der Unfallkausalität; Rückweisung an 

Suva zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts; Adäquanz nach BGE 117 

V BGE 117 V 369 ff. bzw. BGE 134 V 109 geprüft und bejaht: mittelschwerer Unfall im 

Grenzbereich zu den schweren Unfällen, weshalb für die Bejahung der Adäquanz nur ein 

Kriterium nicht besonders ausgeprägt erfüllt sein muss. 

 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiberin Margit Campell 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Silvan Ulrich, Advokat, 
Postgasse 3, Postfach 619, 4147 Aesch 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  

 
 
 
A.1.1 Die 1979 geborene A.____ bezog ab 1. September 2008 wegen eines "failed back sur-
gery"-Syndroms mit chronischem lumboradikulärem Schmerzsyndrom L5 rechts, bei Status nach 

 

 
 
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Prodisc-Implantation L5/S1 sowie Diskushernie L4/5 und einer mittelgradigen depressiven Epi-
sode (ICD-10 F32.1) eine halbe Rente der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV). Die IV-
Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) leitete im August 2010 eine Rentenrevision von Amtes wegen 
ein. Aufgrund ihrer Abklärungen ermittelte sie in Anwendung der gemischten Methode einen ren-
tenausschliessenden Invaliditätsgrad von 38 %. Gestützt auf dieses Ergebnis hob die IV-Stelle 
die laufende halbe Rente mit Verfügung vom 23. September 2011 auf. Die dagegen beim Kan-
tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), erhobene 
Beschwerde wurde mit Urteil vom 26. Januar 2012 rechtskräftig abgewiesen.  
 
A.1.2 Am 23. Januar 2015 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungs-
bezug an. Unter Hinweis auf die beim Unfall vom 8. August 2014 erlittenen Beeinträchtigungen 
beantragte sie eine Rente. Die IV-Stelle untersuchte den erwerblichen, den hauswirtschaftlichen 
und den gesundheitlichen Sachverhalt und holte bei Dr. med. B.____, FMH Rheumatologie und 
Innere Medizin, und PD Dr. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein bidisziplinäres 
Verlaufsgutachten ein, welches am 2. Dezember 2019/4. Januar 2020 erstattet wurde. Mit Vor-
bescheid vom 25. Februar 2020 teilte die IV-Stelle mit, dass sie beabsichtige, der Versicherten 
ab 1. August 2015 eine ganze Rente und ab 1. Februar 2020 eine halbe Rente auszurichten.  
 
A.2 A.____ war ab 1. August 2012 in einem 50 % Pensum bei der D.____ AG in X.____ als 
Schriftenmacherin angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversiche-
rungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versi-
chert. Gemäss Schadenmeldung vom 13. August 2014 verunfallte die Versicherte am 8. August 
2014 mit ihrer Familie auf einer Autobahn in Y.____. Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht 
(Taggelder/Heilbehandlung). Mit Verfügung vom 30. September 2019 stellte sie ihre vorüberge-
henden Leistungen per Ende Oktober 2019 ein und sprach A.____ mit Wirkung ab 1. November 
2019 eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 16 % und für die verbleibenden 
Beeinträchtigungen aus dem Unfall vom 8. August 2014 eine Integritätsentschädigung aufgrund 
einer Einbusse in der Integrität von 15 % zu. Begründend hielt sie fest, dass die Rente nur die 
reinen Unfallfolgen an der linken Schulter entschädige, nicht aber die krankheitsbedingten Fak-
toren wie das chronische lumboradikuläre Schmerzsyndrom L5, die Beschwerden an der Hals-
wirbelsäule (HWS), die Ulnarisneuropathie am linken Ellbogen sowie das Ganglion am linken 
Handgelenk. Ebenfalls nicht entschädigt würden die psychischen Beeinträchtigungen, da diese 
nicht in einem adäquat-kausalen Zusammenhang mit dem erlittenen Ereignis stehen würden. Die 
dagegen erhobene Einsprache hiess die Suva mit Entscheid vom 19. Mai 2020 dahingehend 
teilweise gut, als sie der Versicherten eine Rente von 17 % zusprach. Die darüberhinausgehen-
den Begehren lehnte sie ab. 
 
B. Dagegen richtet sich die vorliegende Beschwerde, welche die Versicherte, vertreten 
durch Advokat Silvan Ulrich, am 22. Juni 2020 beim Kantonsgericht einreichte. Sie beantragte 
unter o/e-Kostenfolge, es seien der Einspracheentscheid vom 19. Mai 2020 und die Verfügung 
vom 30. September 2019 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr wei-
terhin Taggelder auszurichten. Eventualiter seien der Einspracheentscheid vom 19. Mai 2020 und 
die Verfügung vom 30. September 2019 hinsichtlich des festgesetzten Invaliditätsgrads aufzuhe-

 

 
 
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ben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die ihr zustehende Rente, mindestens ba-
sierend auf einem Invaliditätsgrad von 70 %, sowie die ihr zustehende Integritätsentschädigung 
auszurichten. Subeventualiter sei die Sache zum neuen Entscheid an die Vorinstanz zurückzu-
weisen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, es sei nicht rechtens, dass die 
Suva nur die Unfallkausalität der Schulterbeschwerden links anerkenne, denn auch die HWS- 
und die psychischen Beschwerden seien unfallbedingt. Da der medizinische Endzustand nicht 
eingetreten sei, sei die Beschwerdegegnerin zudem verpflichtet, weiterhin die vorübergehenden 
Leistungen auszurichten. Eventuell liege der Endzustand zwar vor, dann aber seien sämtliche 
unfallbedingten gesundheitlichen Einschränkungen zu berücksichtigen. Diese würden zu einer 
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 70 % führen.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 8. Juli 2020 beantragte die Suva die Abweisung der Be-
schwerde.  
 
D. Anlässlich der Urteilsberatung vom 3. Dezember 2020 stellte das Kantonsgericht den 
Fall aus und räumte der Versicherten Gelegenheit zur Stellungnahme sowie zum Beschwerde-
rückzug ein. Im Ausstellungsbeschluss wurde im Wesentlichen festgehalten, dass das Kantons-
gericht im Falle eines Urteils beabsichtige, die Angelegenheit an die Suva zurückzuweisen, damit 
diese den medizinischen Sachverhalt weiter abkläre und neu verfüge, was möglicherweise zu 
einer reformatio in peius führen könne. Gleichzeitig wies es darauf hin, dass ein allfälliges Urteil 
gemäss § 1 Abs. 4 des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 im Zirkularverfahren ergehen würde. 
 
E. Am 23. Dezember 2020 liess die Beschwerdeführerin dem Kantonsgericht durch ihren 
Rechtsvertreter mitteilen, dass sie an ihrer Beschwerde vom 22. Juni 2020 festhalte. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser in Z.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen 
ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a VPO beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige 
gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungs-
träger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht erhobene Beschwerde ist einzu-
treten.  
 

 

 
 
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1.2. Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten 
Bestimmungen des UVG in Kraft getreten. Zu den geänderten Normen gehören auch die Best-
immungen von Art. 10 Abs. 1 und Art. 18 Abs. 1 UVG, welche die Ansprüche auf Heilbehandlung 
und auf eine Invalidenrente regeln. Laut der Übergangsbestimmung von Art. 118 Abs. 1 UVG 
werden jedoch Versicherungsleistungen für Ereignisse, die sich vor dem Inkrafttreten dieser re-
vidierten Bestimmungen zugetragen haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt 
ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. So verhält es sich auch im vorliegenden 
Fall, weshalb nachfolgend auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Be-
zug genommen wird. 
 
2. Strittig ist, ob die Beschwerdegegnerin die Übernahme der im Zusammenhang mit dem 
Unfall vom 8. August 2014 entstandenen Kosten (Taggelder/Heilbehandlung) zu Recht per Ende 
Oktober 2019 eingestellt und ob sie den Rentenanspruch sowie die Höhe der Integritätsentschä-
digung der Beschwerdeführerin korrekt bemessen hat. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er 
sich bis zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids vom 19. Mai 2020 entwickelt hat. 
Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprü-
fungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 
 
3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie 
gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähig-
keit 80 % des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend 
gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag 
nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem 
Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person.  
 
3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt unter anderem voraus, 
dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeits-
unfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (vgl. 
BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 
Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht 
als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre-
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht 
erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körper-
liche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen 
Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-
rung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis 
und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tat-
frage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – 

 

 
 
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im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli-
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit 
eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (vgl. BGE 
129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
3.3.1 Eine weitere Voraussetzung für die Leistungspflicht des Unfallversicherers bildet das 
Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhangs. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis 
dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art 
des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein 
als begünstigt erscheint (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Ob bei Vorliegen eines natürli-
chen Kausalzusammenhangs zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen ge-
sundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusam-
menhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln 
vom Gericht zu beurteilen ist (vgl. BGE 112 V 33 E. 1b).  
 
3.3.2 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als recht-
liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des 
Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen 
Kausalität deckt (vgl. BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb). Anders verhält es sich bei 
natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolgeschäden. 
Hier bedarf es einer besonderen Adäquanzprüfung. Dabei ist vom augenfälligen Geschehensab-
lauf auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. Ge-
mäss der für psychische Fehlentwicklungen nach Unfall erarbeiteten sog. Psycho-Praxis (vgl. 
BGE 115 V 133) werden diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft, 
während nach der bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der HWS sowie Schä-
del-Hirntraumen anwendbaren sog. Schleudertrauma-Praxis auf eine Differenzierung zwischen 
physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird (zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1 
mit Hinweisen). Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen wird erst dann gesprochen, 
wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (für 
viele: Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hin-
weisen). Diese Untersuchungsmethoden müssen wissenschaftlich anerkannt sein (vgl. BGE 134 
V 231 ff. mit Hinweisen). Alleine die grundsätzliche Geeignetheit eines Ereignisses, zu einer Ver-
letzung zu führen, reicht nicht, um diese als organisch objektiv ausgewiesen zu betrachten (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts vom 5. September 2011, 8C_310/2011, E. 4.5.1). 
 
3.4 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst 
manifestiert bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach-
gewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die 
natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur 
noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder 
der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status 
quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines 
krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), 

 

 
 
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erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). 
Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen 
jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem 
im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit (vgl. BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit 
nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich 
hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der 
Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei 
der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 
Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Beweis des 
Wegfalls des Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen 
erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu 
verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder die versicherte Person nun bei vol-
ler Gesundheit ist. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens 
ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 
29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 
 
4.1 Der Sozialversicherungsprozess wird vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 61 
lit. c ATSG). Das Sozialversicherungsgericht hat danach von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt nicht 
uneingeschränkt. Er findet sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht der Parteien (vgl. BGE 122 V 
158 E. 1a, 121 V 210 E. 6c je mit Hinweisen). Im Übrigen schliesst der Untersuchungsgrundsatz 
die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungs-
prozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Be-
weislosigkeit der Entscheid zuungunsten der Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebe-
nen Sachverhalt Rechte ableiten will (ULRICH MEYER-BLASER, Die Rechtspflege in der Sozialver-
sicherung, in: Basler Juristische Mitteilungen [BJM] 1989, S. 32). Diese Beweisregel greift Platz, 
wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf dem Weg 
der Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahr-
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b; MEYER-
BLASER, a.a.O., S. 32). 
 
4.2 Die rechtsanwendende Behörde ist zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der 
Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit sowie der Feststellung natürli-
cher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin – regelmässig auf Unterlagen angewiesen, 
die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Das Gericht hat diese me-
dizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne 
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies be-
deutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stam-
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zu-
verlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei ei-
nander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das ge-
samte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht 

 

 
 
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auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist 
demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 
Expertin oder des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 
160 E. 1c). 
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der 
Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach al-
leine ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger nicht schon auf man-
gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen 
Berichten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG 
eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind 
aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfol-
gerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7).  
 
5.1 Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und des natürlichen Kausalzusam-
menhangs sind vorliegend im Wesentlichen folgende Berichte zu berücksichtigen:  
 
5.2 Nach einer Erstbehandlung nach dem Unfall in Y. ____ begab sich die Beschwerdefüh-
rerin bei ihrer Rückkehr in die Schweiz ins Spital E.____, Interdisziplinäre Notfallstation, Ambu-
lante Chirurgie. Im Bericht vom 13. August 2014 wurden eine Kontusion des Thorax, der linken 
Schulter und der HWS links sowie ein persistierender Drehschwindel mit Übelkeit diagnostiziert. 
Die Beschwerdeführerin habe ein Hochgeschwindigkeitstrauma (circa 120 km/h) bei einem Selb-
stunfall erlitten. Das Auto sei 50 Meter den Hang hinuntergefahren und habe sich fünf Mal über-
schlagen. Die Versicherte sei bei Bewusstsein geblieben und habe so ihren Mann und ihre zwei 
Kinder aus dem Auto herausziehen können. Seit dem Unfall leide sie an Schmerzen im Nacken, 
der linken Schulter und im Thorax links. 
 
5.3 Vom 13. bis 29. August 2014 befand sich die Beschwerdeführerin im Spital F.____, Zent-
rum für Rehabilitation und Altersmedizin. Im Bericht vom 29. August 2014 wurden (1) eine Kon-
tusion des Thorax links, der Schulter und der HWS bei einem Autounfall am 8. August 2014 und 
bei CT des Thorax/Abdomen/HWS am 12. August 2014 ohne Hinweise auf Frakturen sowie MRT 
des Schädels und der HWS am 13. August 2014 ohne Blutung oder Dissektion, (2) ein Verdacht 
auf einen benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel nach Trauma und einen persistierenden 
Drehschwindel mit Übelkeit, (3) eine mindestens mittelschwere posttraumatische Belastungsstö-
rung (PTBS) nach Unfall vom 8. August 2014 und (4) ein Status nach Bandscheiben-OP mit Ti-
taneinsatz L5/S1 diagnostiziert. Aufgrund der intensiven analgetischen Therapie und der unter-

 

 
 
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stützenden Massnahmen der Physiotherapie habe eine deutliche Verbesserung der Gelenkmo-
bilität erzielt werden können. Allerdings beklage die Versicherte zunehmend Schmerzen vor allem 
im linken Schulter- und Armbereich entsprechend einem radikulären Reizsyndrom C8. Aus die-
sem Grund sei eine zweite radiologische Abklärung gemacht worden, wobei neben konventionel-
lem Röntgen der Schulter und des linken Unterarms mit Ellbogen und Handgelenk eine erneute 
MRT-Untersuchung der HWS und der Schulterregion durchgeführt worden sei. Auch hierbei hät-
ten Frakturen ausgeschlossen werden können. In der MRT der HWS habe sich aber eine Dis-
cusprotrusion unklaren Alters im Bereich C6 gezeigt, die aber nicht die Schmerzproblematik des 
radikulären Reizes im Dermatom C8 erkläre. ln der Schulteruntersuchung seien eine Verletzung 
der Rotatorenmanschette und ein Einriss der Subscapularissehne erkennbar gewesen. Während 
des stationären Aufenthalts sei die Versicherte in dieser Krisensituation durch einen Psychologen 
betreut worden.  
 
5.4.1 Am 9. März 2015 wurde bei der Beschwerdeführerin im Spital E.____, Orthopädie/Trau-
matologie, eine Schulterarthroskopie links mit Bizepssehnentenodese, subacromialer Dekom-
pression und Acromioplastik sowie eine AC-Gelenksresektion durchgeführt. Im Austrittsbericht 
vom 16. März 2015 (act. 191 f.) sind als Diagnosen (1) eine posttraumatische Tendinopathie der 
Bizepssehne links mit symptomatischer posttraumatischer AC-Gelenkarthrose nach Verkehrsun-
fall vom 8. August 2014 und (2) ein Verdacht auf ein lumboradikuläres Reizsyndrom S1 rechts 
mit/bei Status nach Prodisc-Implantation L4/5 vor Jahren aufgeführt. 
 
5.4.2 Im Rahmen einer postoperativen Kontrolle im Spital E.____, Orthopädie/Traumatologie, 
welche am 24. April 2015 stattfand, wurde festgestellt, dass die Versicherte weiterhin über starke 
Schmerzen klage. Aus diesem Grund sei eine multimodale Rehabilitation und Schmerztherapie 
indiziert. Da die Versicherte aufgrund ihrer familiären Situation mit zwei kleinen Kindern nicht drei 
Wochen vollkommen von der Familie entfernt sein könne, werde eine intensivierte ambulante 
Therapie im Spital G.____ vereinbart (vgl. Bericht vom 11. Mai 2015). 
 
5.5.1 In der Folge kam es nach weiteren AC-Infiltrationen zu einer kurzzeitigen Beschwerde-
linderung. Eine dauerhafte Besserung konnte aber nicht erzielt werden. Aus diesem Grund un-
terzog sich die Beschwerdeführerin am 25. April 2016 erneut einer Schulterarthroskopie im Spital 
E.____, Orthopädie/Traumatologie. Dem im Nachgang erstellten Bericht von PD Dr. med. 
H.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, vom 26. Ap-
ril 2016 sind Restbeschwerden mit begleitender AC-Instabilität mit/bei Status nach Schulterarth-
roskopie, AC-Resektion und Bizepssehnentenodese am 9. März 2015 zu entnehmen.  
 
5.5.2 Anlässlich der am 19. August 2016 durchgeführten Nachkontrolle wurden ein hochgra-
diger Verdacht auf eine Radikulopathie im Dermatom C5/C6 links mit/bei bekannter Foraminals-
tenose C5/C6, eine regrediente Frozen Shoulder nach Schulterarthroskopie und AC-
Stabilisierung rechts am 25. April 2016 sowie eine PTBS nach Verkehrsunfall diagnostiziert. Die 
Beschwerdeführerin berichte dreieinhalb Monate nach dem Eingriff vom 25. April 2016 nach wie 
vor über starke Schmerzen (VAS 8/10) an der linken Schulter und über einen Gefühlsverlust in 
diesem Bereich. Teilweise würden die Schmerzen auch in den linken Daumen ausstrahlen. Die 
Schulter könne sie im Alltag überhaupt nicht einsetzen. Das jetzige Schmerzsyndrom imponiere 

 

 
 
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mehr als die Radikulopathie der Wurzel C5 resp. C6. Die Frozen Shoulder selbst scheine sich 
gelöst zu haben, da nun eine praktisch symmetrische Innen- und Aussenrotation vorliege. Inso-
fern müsse nun die Schmerztherapie bei bekannter Radikulopathie intensiviert werden (vgl. Be-
richt von PD Dr. H.____ vom 24. August 2016, act. 391). 
 
5.6 Am 1. November 2016 fand eine kreisärztliche Untersuchung bei Dr. med. I.___, FMH 
Chirurgie, statt. Er diagnostizierte einen Status nach Autounfall mit Kontusion respektive Distor-
sion der linken Schulter, Thoraxkontusion und HWS-Distorsion am 8. August 2014, einen Status 
nach Arthroskopie der linken Schulter mit Bizepssehnentenodese, subacromialer Dekompression 
und Acromioplastik sowie AC-Gelenksresektion am 9. März 2015 und einen Status nach Rearth-
roskopie der linken Schulter, Nach-Débridement im AC-Gelenk sowie coracoclaviculärer Stabili-
sation und AC-Stabilisierung mittels Zuggurtung am 25. April 2016. Aus versicherungsmedizini-
scher Sicht bestehe bei der Versicherten ein Zustand nach schwerem Autounfall mit Kontusion 
respektive Distorsion der linken Schulter und HWS-Distorsion sowie multiplen Kontusionen. Die 
Unfallkausalität sei gegeben. In seiner Beurteilung erwog Dr. I.____, dass es von Seiten der lin-
ken Schulter trotz zweimaligen operativen Eingriffen nicht zu einer grundlegenden Verbesserung 
der Schmerzproblematik und der Bewegungseinschränkung gekommen sei. Die Versicherte sei 
nach wie vor auf eine massive Analgetika-Einnahme angewiesen. Die Beweglichkeit der linken 
Schulter sei auch aktuell stark limitiert und die Horizontale könne passiv nicht überschritten wer-
den. Es sei fraglich, ob an dieser Schulter mit operativen Massnahmen noch eine Verbesserung 
erreicht werden könne. Von Seiten der HWS habe die Versicherte beim Unfallereignis vom 8. 
August 2014 keine strukturell objektivierbaren unfallbedingten Veränderungen erlitten, weshalb 
ein allfälliger operativer Eingriff wegen der degenerativ ossären Einengung des Foramens C5/6 
mit Tangierung der Wurzel C6 zulasten der Krankenkasse erfolgen müsste. Es bleibe abzuwar-
ten, ob der Versicherten von orthopädischer Seite noch eine Verbesserungsmöglichkeit angebo-
ten werden könne. Ansonsten müsste von einem Endzustand ausgegangen werden. 
 
5.7 Nachdem Dr. med. J.____, FMH Neurochirurgie, am 25. November 2016 ein radikuläres 
Reizsyndrom C6 links bei hochgradiger Foraminalstenose (osteodiskoligamentär bedingt), wahr-
scheinlich als Resultat des Unfalls am 8. August 2014, eine Ulnarisreizung links und einen Status 
nach Schulteroperation links diagnostiziert hatte, beurteilte der Kreisarzt Dr. I.____ die Angele-
genheit am 25. Februar 2017 erneut. Er hielt fest, dass in der MRT eine vorwiegend degenerativ 
ossäre Einengung des Foramens C5/C6 mit lediglich diskreter Protrusion beschrieben worden 
sei. Es lägen also eindeutig keine strukturell objektivierbaren unfallbedingten Veränderungen im 
Bereich der HWS vor. Aus diesem Grund sei auch durch eine weitere Behandlung der HWS-
Beschwerden aus unfallmedizinischer Sicht keine namhafte Besserung der Arbeitsfähigkeit zu 
erwarten.  
 
5.8 Dr. J.____ führte am 20. März 2017 bei der Beschwerdeführerin eine ventrale Diskekto-
mie und eine monosegmentale Cage-Spondylodese C5/C6 durch, in deren Folge sich eine post-
operative Plexusneuritis entwickelte.  
 

 

 
 
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5.9 Im kreisärztlichen Bericht von Dr. med. K.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Trau-
matologie des Bewegungsapparats, vom 20. April 2018 wurden im Zusammenhang mit dem Un-
fall vom 8. August 2014 eine Rotatorenmanschettenruptur der linken Schulter, eine Arthroskopie 
der linken Schulter mit Bizepssehnentenodese, subacromialer Dekompression und Acromioplas-
tik sowie AC-Gelenksresektion am 9. März 2015 und eine Rearthroskopie der linken Schulter, ein 
Nach-Débridement des AC-Gelenks sowie eine coracoclaviculäre Stabilisation und eine AC-
Stabilisierung mittels Zuggurtung am 25. April 2016 genannt. Unfallfremd seien die ventrale 
Discektomie und die monosegmentale Cage-Spondylodese C5/C6 durch Dr. J.____ sowie die 
Ulnarisneuropathie links. Im funktionellen Befund wurde festgestellt, dass die aktive und passive 
Beweglichkeit der linken Schulter eingeschränkt sei. Die Rotatorenmanschetten-Tests seien auf-
grund der Schmerzproblematik nicht eindeutig prüfbar. Es gebe aber keinen klinischen Anhalts-
punkt für die Annahme einer Instabilität des linken AC-Gelenks. Aus versicherungsmedizinischer 
Sicht zeige die Versicherte einen langjährigen Verlauf bei einem Status nach zweimaliger Ope-
ration im Bereich der linken Schulter. Es würden sich nun deutliche chronifizierte Beschwerden 
mit entsprechenden Schmerzproblemen zeigen. Weiter hielt Dr. K.____ fest, dass aufgrund des 
zeitlichen Verlaufs die vorhandene Ulnarisneuropathie linksseitig mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit nicht auf das Ereignis vom 8. Augst 2014 zurückzuführen sei. Klinisch zeige die Versi-
cherte Taubheitsgefühle im Bereich der Finger Dig IV und Dig V linksseitig. Bezogen auf die linke 
Schulter gelte folgende Zumutbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt: Ganztägige, leichte Tä-
tigkeit ohne Überkopftätigkeiten mit dem linken Arm; Arbeiten in Gürtelhöhe und bis knapp unter-
halb der Horizontalen seien mit dem linken Arm zumutbar; kein Besteigen von Leitern und Ge-
rüsten, keine absturzgefährdeten Positionen oder Vibrationsbelastung mit dem linken Arm. Weiter 
hielt Dr. K.____ fest, dass eine Integritätsentschädigung bezüglich des linken Schultergelenks 
geschuldet sei.  
 
5.10 Im Auftrag der Suva untersuchte Dr. med. L.____, FMH Neurologie, die Beschwerdefüh-
rerin am 10. Januar 2019. Im Bericht vom 11. Januar 2019 diagnostizierte er unklare Schulter-
Arm-Schmerzen links (DD: arthro-tendo-myogen; DD: somatoform, derzeit ohne Hinweise für 
eine neuropathische Schmerzursache und ohne Nachweis einer peripheren neurogenen Läsion 
im Bereich der oberen Extremitäten) und keine Hinweise für eine Läsion des zentralen Nerven-
systems. In der Beurteilung führte Dr. L.____ aus, dass bei der Versicherten ein chronisches 
zervikozephales und -brachiales Schmerzsyndrom links bei Status nach Autounfall am 8. August 
2014 mit Thorax- und Schulterkontusion links sowie vermutlich einem kraniozervikalen Beschleu-
nigungstrauma, einem Status nach einer AC-Gelenksresektion links am 9. März 2015, einem 
Status nach AC-Stabilisierung der linken Schulter am 25. April 2016, einem Status nach ventraler 
Discektomie und Cage-Spondylodese C5/C6 am 20. März 2017 bei einem zervikoradikulären 
Reizsyndrom C6 links und nach Aktenlage einer postoperativen Plexusneuritis links (Erstdiag-
nose: September 2017) vorliegen würden. Im weiteren Verlauf sei zusätzlich die Diagnose einer 
Ulnarisneuropathie links gestellt worden. Die Befunde der aktuellen klinischen neurologischen 
Untersuchung seien bei massiver Aggravation kaum verwertbar und letzten Endes nicht wegwei-
send. Objektivierbare, von der Mitarbeit der Versicherten unabhängige fokale Ausfälle fänden 
sich nicht. In der umfangreichen Elektroneuromyographie (EMG) vom 10. Januar 2019 würden 
sich keine objektivierbaren pathologischen Befunde und insbesondere keine Hinweise für eine 

 

 
 
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Läsion des Plexus brachialis links, eine Neuropathie des Nervus ulnaris links, eine zervikoradiku-
läre Läsion C5 links oder C6 links oder C7 links oder C8 links zeigen. Zusammenfassend könnten 
die Schulter-Arm-Schmerzen links bei der Versicherten aus neurologischer Sicht momentan nicht 
erklärt werden und eine periphere neurogene Läsion habe sich nicht nachweisen lassen. Zur 
weiteren Abklärung empfahl Dr. L.____ die Durchführung einer hochaufgelösten dünnschichtigen 
axialen MRT der HWS zum Ausschluss einer posttraumatischen zervikalen Myelopathie oder ei-
ner Neurokompression im HWS-Bereich sowie eine MR-Neurographie des Plexus cervicobrachi-
alis links mit Frage nach Inflammation oder Neurokompression. 
 
5.11 Dr. K.____ hielt am 23. Januar 2019 fest, dass aufgrund des Berichts von Dr. L.____ 
vom 11. Januar 2019 keine unfallkausalen neurologischen Einschränkungen vorlägen. Der me-
dizinische Endzustand bezüglich der linken Schulter liege vor und die Zumutbarkeitsbeurteilung 
sowie die Einschätzung der Integritätseinbusse vom 20. April 2018 seien unverändert. 
 
5.12 Am 17. Juni 2019 untersuchte Dr. K.____ die Beschwerdeführerin ein weiteres Mal. In 
seinem Bericht vom 18. Juni 2019 diagnostizierte er einen Status nach Autounfall in Y.____ am 
8. August 2014, eine Rotatorenmanschettenruptur der linken Schulter, einen Status nach Arthro-
skopie der linken Schulter mit Bizepssehnentenodese, subacromialer Dekompression und Acro-
mioplastik sowie AC-Gelenksresektion am 9. März 2015, einen Status nach Rearthroskopie der 
linken Schulter, Nach-Débridement, AC-Gelenk- sowie coracoclaviculärer Stabilisation und AC-
Gelenksstabilisierung mittels Zuggurtung am 25. April 2016. Als unfallfremd bezeichnete er einen 
Status nach ventraler Discektomie und monosegmentaler Cage-Spondylodese C5 auf C6 am 20. 
März 2017 und die Beschwerden an der HWS, am Ellbogen links und am linken Handgelenk bei 
Status nach Ganglionentfernung. Er hielt zusammenfassend fest, dass trotz der intensiven 
schmerztherapeutischen Therapie keine wesentliche klinische Besserung der Beschwerdeprob-
lematik der linken Schulter habe erzielt werden können. Die Versicherte berichte, dass Infiltrati-
ons- und schmerztherapeutische Massnahmen nur kurzfristig Linderung der Beschwerden ge-
bracht hätten. Aus diesem Grund ging der Kreisarzt bezüglich der linken Schulter von einem me-
dizinischen Endzustand aus. Rein bezogen auf die unfallkausalen Beschwerden der linken Schul-
ter gelte unverändert die Zumutbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gemäss dem kreisärzt-
lichen Untersuchungsbericht vom 20. April 2018. Allerdings müsse ergänzt werden, dass ein Be-
dienen von Maschinen und Autofahren aufgrund der Einnahme von Opiaten nicht zumutbar sei 
(vgl. Bericht vom 17. Juni 2019, act. 375).  
 
5.13 Auf entsprechende Anfrage des Kreisarztes Dr. K.____ vom 18. Juni 2019 teilte das 
E.____, Anästhesie/Schmerztherapie, am 16. August 2019 (act. 387) mit, dass in Bezug auf die 
linke Schulter von einem Endzustand auszugehen sei. Zur Erhaltung der Gelenkfunktion sei je-
doch eine regelmässige physiotherapeutische Betreuung unerlässlich. Die durchgeführten Trig-
gerpunktinfiltrationen, zervikal sowie im Schulterbereich, würden in erster Linie zur Besserung 
der Grundsymptomatik und einer Linderung der chronischen Schmerzen dienen sowie die orale 
Schmerzmedikation unterstützen.  
 

 

 
 
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5.14.1 In den Akten findet sich auch das von der IV-Stelle in Auftrag gegebene bidisziplinäre 
Gutachten der Dres. B.____ und C.____. Dr. B.____ nannte in seinem rheumatologischen Teil-
gutachten am 2. Dezember 2019 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chro-
nisches zerviko-vertebrales Syndrom, einen Status nach postoperativer linksseitiger Plexusneu-
ritis (März 2017) und neuropathischem Schmerzsyndrom, eine Periarthropathia humeroscapula-
ris links infolge des Unfalls vom 8. August 2014, ein chronisches Lumbovertebralsyndrom, eine 
mittelgradige depressive Episode und eine PTBS. In seiner Beurteilung führte Dr. B.____ aus, 
dass von verschiedenen körperlichen Problemen bei der Beschwerdeführerin auszugehen sei. 
So bestünde vorbestehend ein rechtsseitiges chronisch-neuropathisches Schmerzsyndrom im 
rechten Bein. Aktuell müsse aber von einer chronisch-neuropathischen Schmerzgenese ausge-
gangen werden. Von Seiten der linken Schulter bestehe ein chronifiziertes Schmerzsyndrom. 
Eine Frozen-Shoulder-Komponente könne – entgegen PD Dr. H.____ – letztlich bei einer nicht 
austestbaren Abduktion nicht ganz ausgeschlossen werden. Mithin spiele hier – und dies sei kli-
nisch nicht voneinander differenzierbar respektive trennbar – eine linksseitige Plexusneuritis eine 
Rolle, welche die Beschwerdeführerin im Anschluss an die HWS-Operation erlitten habe. In die-
sem Bereich sei die Quantifizierung der Schmerzen schwierig, wie bei jedem neuropathischen 
Schmerzsyndrom und die Intensität dieser Schmerzen liesse sich schlecht messen. Auch wenn 
keine schweren Veränderungen in der EMG angegeben würden, sei diese nur bedingt verwert-
bar, da die Intensität eines neuropathischen Schmerzsyndroms sich nicht unbedingt darin nieder-
schlagen müsse. Bezüglich der zervikalen Problematik bestehe eine bildgebend nachgewiesene 
Pseudoarthrose C5/6. Damit seien die in diesem Bereich bestehenden Schmerzen nachvollzieh-
bar. Untergeordnet und ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine Ulnarisneuropathie links 
sowie ein mögliches Carpaltunnelsyndrom links. Zusammenfassend komme es zu einem erheb-
lichen Interagieren der verschiedenen Probleme, welche sich gegenseitig beeinflussen würden. 
Aufgrund seiner Begutachtung erachtete Dr. B.____ die Beschwerdeführerin in der angestamm-
ten Tätigkeit als Mitarbeiterin/Schriftenmacherin im Werbebereich als arbeitsunfähig. Hingegen 
sei sie im erlernten Beruf als Bürofachfrau bei einer reinen, als leicht einzustufenden Bürotätigkeit 
zu 30 % arbeitsfähig. Eine angepasste Arbeit dürfe weder mittelschwer noch schwer sein. Für 
eine leichte Tätigkeit, die rückenschonend (LWS-, HWS-, schulter- und armschonend) sei, be-
stünde eine Arbeitsfähigkeit von 30 % bezogen auf ein Ganztagspensum.  
 
5.14.2 PD Dr. C.____ diagnostizierte am 4. Januar 2020 eine mittelgradige depressive Episode 
und eine PTBS, welche ihre Ursache im Unfall vom 8. August 2014 habe, und attestierte eine 
30%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer Verweistätigkeit. Er habe die Be-
schwerdeführerin bereits im Jahr 2008 begutachtet. Damals habe er eine mittelgradige depres-
sive Episode diagnostiziert und für jegliche Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. In 
seiner aktuellen Beurteilung schloss PD Dr. C.____ eine Persönlichkeitsstörung aus. Das Vorlie-
gen einer somatoformen Schmerzstörung verneinte er ebenfalls, weil die Versicherte keine re-
gelrechte Symptomausweitung zeige. Am 8. August 2014 habe sie einen schweren Unfall erlitten. 
Als Folge habe sie eine bis heute aktivierte PTBS entwickelt, welche ihrerseits nun permanent 
die vorbestehende depressive Störung "unterhalte" bzw. aufrechterhalte, so dass letztere unter-
dessen als eine dauerhafte, chronifizierte und therapieresistente affektpathologische Störung be-
urteilt werden müsse. Bereits im ersten Gutachten vom 6. Mai 2008 sei bei der Beschwerdefüh-

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rerin aufgrund einer mittelgradigen depressiven Episode eine Einschränkung in der Arbeitsfähig-
keit in der Höhe von 50 % attestiert worden. Offenbar habe sie in den Jahren nach der ersten 
Begutachtung eine gewisse Verbesserung ihrer Affektivität erfahren, was eine Teilremission zur 
Folge gehabt und es ihr ermöglicht habe, wiederum in einem 50 % Pensum arbeiten zu können. 
Mit dem Autounfall vom 8. August 2014 habe sich die Affektivität der Beschwerdeführerin deutlich 
verschlechtert. Seither leide sie unter einer anhaltenden mittelgradigen depressiven Störung, die 
mit einer relevanten Antriebsminderung, einer Tagesmüdigkeit und mit einer anhaltenden Freud-
, Interessen- und Lustlosigkeit einhergehe. Im Rahmen der PTBS sei sie nun zusätzlich perma-
nent durch gedankliche Intrusionen eingenommen und mit diesen beschäftigt, weshalb sie sich 
nicht mehr ohne weiteres auf andere Themen einlassen könne. Sie berichte zudem über eine 
erhöhte Vergesslichkeit und über stärkere Konzentrationsschwierigkeiten. Die PTBS habe zur 
Folge, dass die innerpsychische Belastbarkeit der Beschwerdeführerin auf dem Boden der vor-
bestehenden mittelgradigen depressiven Episode zusätzlich fragilisiert worden sei. Die qualitati-
ven Funktionseinbussen seien unterdessen also höher zu definieren, als wenn ausschliesslich 
eine mittelgradige depressive Episode vorliegen würde.  
 
5.14.3 In ihrer Konsensbeurteilung bestätigten die Dres. B.____ und C.____ eine Arbeitsfähig-
keit von 30 % in einer Tätigkeit, welche die somatischen Limiten respektiere.  
 
5.15 In der psychiatrischen Beurteilung vom 14. Mai 2020 hielt med. pract. M.____, FMH 
Psychiatrie und Psychotherapie, Suva Versicherungsmedizin, fest, dass bei der Beschwerdefüh-
rerin unfallvorbestehend das Auftreten einer depressiven Episode bekannt sei. In den Jahren 
unmittelbar vor dem Unfall sei es diesbezüglich offenbar zu einer (Teil-)Remission gekommen. 
Durch die Belastungen des Unfalls sei die depressive Episode reaktiviert und sowohl klinisch wie 
auch bezüglich der beruflichen Leistungsfähigkeit wieder unmittelbar relevant geworden. Hin-
sichtlich der PTBS dürfe davon ausgegangen werden, dass es sich um eine weitgehend selb-
ständige Gesundheitsschädigung handle, die sich von den Langzeitsymptomen der beim Unfall 
erlittenen Distorsion der HWS vergleichsweise scharf unterscheiden lasse. Anders verhalte es 
sich hinsichtlich der depressiven Episode, die vom typischen Bild der Schleudertrauma-Sympto-
matik, wie sie das Urteil des eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; heute: Bundesge-
richt, sozialrechtliche Abteilungen [Bundesgericht]) vom 5. Juli 2006, U 356/05, definiere, nicht 
scharf zu unterscheiden sei. 
 
6.1.1 In Würdigung der vorstehend geschilderten medizinischen Unterlagen ging die Suva im 
angefochtenen Einspracheentscheid davon aus, dass bei der Versicherten der medizinische End-
zustand hinsichtlich der von ihr anerkannten Unfallfolgen in der linken Schulter Ende Oktober 
2019 erreicht gewesen sei. Es sei nicht ersichtlich, dass im genannten Zeitpunkt von einer Fort-
setzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands zu 
erwarten gewesen wäre. Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber vor, dass der Fallab-
schluss zu früh erfolgt sei, da der medizinische Endzustand in diesem Zeitpunkt noch nicht er-
reicht gewesen sei. Zu prüfen ist deshalb vorab, ob die Suva die vorübergehenden Leistungen 
(Taggeld und Heilungskosten) zu Recht per 31. Oktober 2019 eingestellt hat. 
 

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

6.1.2 Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden 
Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung 
abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung 
des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Ein-
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1 
UVG; BGE 137 V 199 E. 2.1, 134 V 109 E. 4.1). Die verunfallte Person hat demgemäss Anspruch 
auf Heilbehandlung, solange von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Bes-
serung des Gesundheitszustands erwartet werden kann. Ob eine namhafte Besserung noch 
möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder 
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwen-
dung des Begriffes "namhaft" in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere 
(zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Ge-
wicht fallen muss (BGE 134 V 109 E. 4.3). Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven 
Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie 
etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen An-
spruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der 
versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt wer-
den (RKUV 2005 Nr. U 557 S. 388, U 244/04 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts vom 22. Juli 
2016, 8C_285/2016, E. 7.1 und vom 31. Juli 2013, 8C_970/2012, E. 2.3). 
 
6.1.3 Das Kantonsgericht hat bereits in Erwägung 3.1 des Beschlusses vom 3. Dezember 
2020 zum Ausdruck gebracht, dass der Fallabschluss durch die Suva per 31. Oktober 2019 nicht 
zu beanstanden ist. Dabei wurde festgestellt, dass die Beurteilung des Kreisarztes Dr. K.____ 
vom 18. Juni 2019 einleuchte, wonach trotz der jahrelangen, intensiven schmerztherapeutischen 
Massnahmen keine wesentliche klinische Besserung der Beschwerdeproblematik an der linken 
Schulter erreicht worden und deshalb keine namhafte Besserung mehr zu erwarten sei. Diese 
Auffassung wird auch im Bericht des Spital E.____, Anästhesie/Schmerztherapie, vom 16. August 
2019 bestätigt (vgl. oben E. 5.13). Die Beschwerdeführerin bringt gegen diese Einschätzung ein-
zig vor, dass sie weiterhin einer physiotherapeutischen Behandlung nachgehe und Infiltrationen 
vorgesehen seien. Dazu ist aber festzustellen, dass die Infiltrations- und die schmerztherapeuti-
schen Massnahmen nur kurzfristig geholfen haben, weshalb an den Erkenntnissen im Beschluss 
vom 3. Dezember 2020 festzuhalten ist. Die medizinische Aktenlage macht deutlich, dass von 
weiteren medizinischen Behandlungen keine namhafte Besserung mehr zu erwarten war. Mit der 
Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass der medizinische Endzustand per 31. Oktober 
2019 erreicht und die Suva berechtigt war, den Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leis-
tungen (Taggelder, Heilbehandlung) auf diesen Zeitpunkt hin abzuschliessen. Der Fallabschluss 
per Ende Oktober 2019 erfolgte demnach zu Recht. 
 
6.2 Die Suva prüfte in der Folge den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente im 
Sinne von Art. 18 UVG und eine Integritätsentschädigung (vgl. Art. 24 UVG). Dabei stützte sie 
sich bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und der zumutbaren Arbeitsfähigkeit 
insbesondere auf die Ergebnisse, zu denen die Kreisärzte Dr. I.____ am 1. November 2016 und 
25. Februar 2017, Dr. K.____ am 20. April 2018 und 18. Juni 2019 sowie Dr. M.____ am 14. Mai 
2020 gelangten. Sie ging demzufolge davon aus, dass die Beschwerdeführerin die angestammte 

 

 
 
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Tätigkeit nicht mehr verrichten könne. Es sei ihr aber auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt aufgrund 
der Einschränkungen an der linken Schulter eine angepasste, leichte Tätigkeit weiterhin ganztags 
zumutbar. Nicht mehr möglich seien Überkopftätigkeiten, das Besteigen von Leitern und Gerüs-
ten, das Arbeiten in absturzgefährdeten Positionen, Vibrationsbelastungen mit dem linken Arm 
sowie das Bedienen von Maschinen und das Autofahren aufgrund der Einnahme von Opiaten. 
Tätigkeiten bis knapp unterhalb der Horizontalen seien ihr hingegen zumutbar. Dieser kreisärzt-
lichen Einschätzung kann – wie bereits im Beschluss vom 3. Dezember 2020 angedeutet – aus 
nachfolgenden Gründen nicht gefolgt worden: 
 
6.3.1 Zunächst ist daran zu erinnern, dass an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen 
zu stellen sind, wenn ein Versicherungsfall gestützt auf versicherungsinterne Berichte entschie-
den werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen 
(vgl. E. 3.4 hiervor und die dortigen Hinweise auf die Rechtsprechung). Solche Zweifel sind vor-
liegend nicht von der Hand zu weisen. 
 
6.3.2 Mit der Suva ist zwar davon auszugehen, dass die Ulranisneuropathie links und das 
Carpaltunnelsyndrom links nicht unfallkausal sind. Dies wird auch von der Beschwerdeführerin 
nicht mehr bestritten. Unbestritten steht zudem fest, dass die an der linken Schulter weiterhin 
bestehenden Beschwerden in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 
8. August 2014 stehen. Hingegen leuchtet die quantitative Zumutbarkeitsbeurteilung des Kreis-
arztes Dr. K.____ in seinen Berichten vom 20. April 2018 und 18. Juni 2019, wonach die trauma-
tischen Gesundheitsprobleme an der linken Schulter keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in 
einer adaptierten Verweistätigkeit hätten, nicht ein. Dabei ist insbesondere auf die Einschätzung 
von Dr. B.____ vom 4. Dezember 2019 hinzuweisen. Dieser erachtet die Beschwerdeführerin aus 
somatischer Sicht gesamthaft nur noch als 30 % arbeitsfähig in einer leichten Tätigkeit, welche 
LWS-, HWS-, schulter- und armschonend ist. Aus dieser Formulierung geht hervor, dass gemäss 
Dr. B.____ auch die Schulterbeschwerden die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin quantita-
tiv beeinflussen. Zwar konkretisiert er den Umfang der schulterbedingten Einschränkung in der 
Arbeitsfähigkeit nicht. Dennoch erwecken seine Ausführungen Zweifel an der schulterbezogenen 
Zumutbarkeitsbeurteilung des Kreisarztes, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann. Dieses 
Vorgehen drängt sich vorliegend umso mehr auf, als im unfallversicherungsrechtlichen Bereich 
der Anspruch auf eine Rente prozentgenau zu berechnen ist und dadurch jede Einschränkung in 
der Arbeitsfähigkeit – über einen allfälligen leidensbedingten Abzug hinaus – Einfluss auf die 
Höhe des Anspruchs haben kann (vgl. Art. 18 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 16 ATSG). 
 
6.3.3 Strittig ist weiter, ob die geklagten HWS- und die psychischen Beschwerden unfallkausal 
sind. In Bezug auf die HWS-Beschwerden ging die Suva gestützt auf die Berichte ihrer Kreisärzte 
Dres. I.____ und K.____ davon aus, es lägen keine strukturellen Veränderungen vor. Unter die-
sen Umständen sei rechtsprechungsgemäss davon auszugehen, dass eine traumatische Ver-
schlimmerung eines stummen Vorzustands spätestens nach einem Jahr als abgeschlossen zu 
betrachten sei. Eine unfallbedingte richtungsgebende Verschlimmerung sei röntgenologisch denn 
auch nicht ausgewiesen. Dazu ist festzustellen, dass zwar den zeitnahen Berichten des Spitals 

 

 
 
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E.____, Interdisziplinäre Notfallstation, Ambulante Chirurgie, vom 13. August 2014 und des Spi-
tals F.____, Zentrum für Rehabilitation und Altersmedizin, am 29. August 2014 eine Kontusion 
der HWS links nach Hochgeschwindigkeitstrauma ohne Hinweise auf Frakturen, Blutungen oder 
einer Dissektion festgehalten sind. Eine im Rahmen des Aufenthalts im Spitals F.____ erstellte 
MRT der HWS zeigte aber eine Diskusprotrusion im Bereich C6 unklaren Alters. Dr. med. N.____, 
FMH Orthopädie und Unfallchirurgie, Klinik O.____ (act. 94), wies im Rahmen einer Zweitmei-
nung am 28. Mai 2015 darauf hin, dass eine komplexe Situation vorliege mit persistierenden 
Schmerzen nach Schulterarthroskopie und bekannten Veränderungen im Bereich der HWS, wel-
che für einen gewissen Teil der Beschwerden im Bereich des linken Arms mitverantwortlich sein 
dürften. Auch PD Dr. H.____ vertrat in seinem Bericht vom 15. Juli 2015 – knapp ein Jahr nach 
dem Unfall – die Auffassung, dass ein Mischbild einer möglichen cervicoradikulären Symptomatik 
und Restbeschwerden nach AC-Resektion bestünde. Unter diesen Umständen war eine eindeu-
tige Trennung der durch die Schulterverletzung ausgelösten Schmerzen von jenen der HWS nicht 
möglich und die Beschwerden im HWS-Bereich persistierten ein Jahr nach dem Unfall weiterhin. 
Dies wird auch durch Dr. J.____ bestätigt, der in seinem Bericht vom 25. November 2016 aus-
führte, dass ein radikuläres Reizsyndrom C6 links bei hochgradiger Foraminalstenose (osteodis-
koligamentär bedingt) vorliege, wahrscheinlich als Resultat des Unfalls am 8. August 2014. Zwar 
wendet die Beschwerdegegnerin dazu zu Recht ein, dass der Hinweis auf einen möglichen Zu-
sammenhang in sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht nicht ausreicht, um die Unfallkausalität 
dieser Beschwerden rechtsgenügend nachzuweisen. Entgegen der Auffassung der Beschwerde-
gegnerin vermag aber auch der neurologische Bericht von Dr. L.____ vom 11. Januar 2019 die 
Frage der Unfallkausalität der HWS-Beschwerden nicht nachvollziehbar zu beantworten. Soweit 
Dr. L.____ der Beschwerdeführerin eine massive Aggravation vorhält, kann ihm nicht gefolgt wer-
den, weil ein solches Verhalten in keinem anderen Bericht erwähnt wurde. Zum Hinweis, wonach 
sich aufgrund der durchgeführten EMG keine objektivierbaren pathologischen Befunde und ins-
besondere keine Läsion des Plexus brachialis links oder eine Neuropathie des Nervus ulnaris 
links oder eine zervikoradikuläre Läsion C5 links, C6 links, C7 links oder C8 links erheben liessen, 
hielt Dr. B.____ plausibel fest, dass die Quantifizierung der Schmerzen bei einem neuropathi-
schen Schmerzsyndrom schwierig sei und die Ergebnisse einer EMG nur bedingt verwertbar 
seien. Unter Berücksichtigung dieser Einschätzung von Dr. B.____ ist es nachvollziehbar, dass 
Dr. L.____ die Durchführung einer hochaufgelösten dünnschichtigen axialen MRT der HWS zum 
Ausschluss einer posttraumatischen zervikalen Myelopathie oder einer Neurokompression im 
HWS-Bereich sowie eine MR-Neurographie des Plexus cervicobrachialis links empfahl. Auch er 
muss davon ausgegangen sein, dass die Frage der Unfallkausalität der HWS-Beschwerden nicht 
abschliessend beurteilt werden konnte, weshalb er allfällige unfallkausale neurologische Ein-
schränkungen nicht per se ausschloss. Dr. L.____ sah damit entgegen der Auffassung der Be-
schwerdegegnerin weiteren Abklärungsbedarf, ansonsten er nicht zur Vornahme weiterer Unter-
suchungen geraten hätte. Diese hätten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zur Klärung der 
Frage beigetragen, ob die vorhandenen Beschwerden eine (zumindest teil)kausale Folge der 
beim Unfall vom 8. August 2014 erlittenen HWS-Distorsion sind. Aufgrund dieser Ausführungen 
steht fest, dass an der Beurteilung der Kreisärzte Dr. I.____ und Dr. K.____, wonach die HWS-
Beschwerden nicht unfallkausal seien, erhebliche Zweifel bestehen, weshalb im vorliegenden 
Verfahren nicht darauf abgestellt werden kann.  
 

 

 
 
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6.3.4 Nicht anders verhält es sich in Bezug auf die Beurteilung der psychiatrischen Beschwer-
den. Die Suva hielt dazu in der Verfügung vom 30. September 2019 fest, dass sie die psychischen 
Probleme nicht entschädige. Für diese habe sie nur einzustehen, wenn sie eine natürliche und 
adäquate Folge eines versicherten Unfalls seien. Aufgrund der vorhandenen Unterlagen stünden 
diese nicht in einem adäquat-kausalen Zusammenhang mit dem erlittenen Ereignis, weshalb 
diesbezügliche Leistungen entfallen würden. Im Einspracheentscheid verwies die Suva auf die 
Ausführungen von Dr. M.____ vom 14. Mai 2020 (vgl. oben E. 5.15). Die Beschwerdegegnerin 
schloss aus dessen Beurteilung, es sei hinsichtlich der depressiven Episode von einer vorbeste-
henden psychischen Störung auszugehen, welche durch das Unfallereignis vom 8. August 2014 
verstärkt worden sei. Bei der PTBS läge hingegen eine selbständige Gesundheitsstörung mit se-
kundärem Charakter vor, welche deutlich von der typischen Symptomatik nach einem Schleuder-
trauma getrennt werden könne. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Entgegen den An-
gaben von Dr. M.____ erachtet PD Dr. C.____ die PTBS nicht als selbständige Gesundheitsstö-
rung. Seinem Gutachten vom 4. Januar 2020 ist vielmehr zu entnehmen, dass die bereits am 8. 
Mai 2008 diagnostizierte mittelgradige depressive Episode nicht remittiert gewesen sei, sondern 
nur eine gewisse Verbesserung in der Affektivität erfahren und im Zeitpunkt des Unfalls immer 
noch bestanden habe. Durch den Unfall habe sich die Depression aber verschlechtert und sie 
werde nunmehr von der durch den Unfall aktivierten PTBS "unterhalten" bzw. aufrechterhalten, 
so dass die Beschwerdeführerin eine dauerhafte, chronifizierte und therapieresistente affektpa-
thologische Störung entwickelt habe. Gestützt auf diese Einschätzung der psychischen Situation 
kann die PTBS – entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin – nicht klar vom depressiven 
Geschehen und damit auch nicht von der typischen Symptomatik nach Schleudertrauma abge-
grenzt werden. PD Dr. C.____ macht deutlich, dass der Autounfall vom 8. August 2014 aus psy-
chiatrischer Sicht die psychische Zustandsverschlechterung und damit einhergehend eine Ver-
schlechterung der Arbeitsfähigkeit verursacht hat. Diese Feststellungen erwecken erhebliche 
Zweifel an der Auffassung von Dr. M.____ und der Beschwerdegegnerin. Dies gilt umso mehr, 
als auch Dr. M.____ das Gutachten von PD Dr. C.____ als formal geordnet, inhaltlich umfassend 
und psychiatrisch und versicherungsmedizinisch plausibel und nachvollziehbar sowie in Bezug 
auf den Langzeitverlauf, den Querschnittsbefund zum Untersuchungszeitpunkt und zur Unfallsi-
tuation aufgearbeitet, bezeichnet.  
 
6.4 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass vorliegend erhebliche Zweifel an der 
Vollständigkeit und Schlüssigkeit der von der Beschwerdegegnerin als massgeblich erachteten 
versicherungsinternen Beurteilungen der Dres. I.____ und K.____ sowie M.____ bestehen. Nach 
dem oben Gesagten (vgl. E. 4.3 hiervor) kann bei diesem Beweisergebnis nicht auf die versiche-
rungsinternen Beurteilungen abgestellt werden. Hält man sich zum einen die Komplexität des 
Beschwerdebilds der Versicherten und zum andern die sich aus dem Untersuchungsgrundsatz 
ergebende Pflicht des Versicherungsträgers, den rechtserheblichen (medizinischen) Sachverhalt 
vollständig festzustellen (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG), vor Augen, so müssen die von der Suva im 
Verwaltungsverfahren getroffenen Abklärungen letztlich als nicht ausreichend bezeichnet wer-
den.  
 
7.1 Nachdem feststeht, dass im vorliegenden Verfahren erhebliche Zweifel am Beweiswert 
der vorhandenen versicherungsinternen medizinischen Unterlagen bestehen und diese keine 

 

 
 
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ausreichende Grundlage für eine abschliessende Beurteilung des natürlichen Kausalzusammen-
hangs bilden, würden sich Ausführungen zum adäquaten Kausalzusammenhang an dieser Stelle 
erübrigen. Aus nachfolgen Gründen erscheint es jedoch angebracht, sich dazu wie folgt zu äus-
sern: 
 
7.2 Wie oben in Erwägung 3.3.2 festgehalten, bedarf es bei natürlich unfallkausalen, aber 
organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolgeschäden einer besonderen Adäquanz-
prüfung. Dabei ist vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nachdem 
weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. Gemäss der für psychische Fehlentwicklungen 
nach Unfall erarbeiteten sog. Psycho-Praxis (vgl. BGE 115 V 133) werden diese Adäquanzkrite-
rien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft, während nach der bei Schleudertraumen und 
äquivalenten Verletzungen der HWS sowie Schädel-Hirntraumen anwendbaren sog. Schleuder-
trauma-Praxis auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten ver-
zichtet wird (zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1 mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin lehnte 
den adäquaten Kausalzusammenhang unter Berücksichtigung der Psycho-Praxis gemäss BGE 
115 V 133 ff. ab. Dabei stützte sie sich insbesondere auf die Aussagen von Dr. M.____, wonach 
die mittelgradige depressive Episode vor dem Unfall vom 8. August 2014 remittiert gewesen und 
die PTBS eine selbständige Gesundheitsstörung sei. Diese Einschätzung ist aus nachfolgenden 
Gründen nicht plausibel: 
 
7.3.1 Gemäss den echtzeitlichen medizinischen Berichten erlitt die Beschwerdeführerin beim 
Unfall vom 8. August 2014 eine Distorsion der HWS nach Hochgeschwindigkeitstrauma (vgl. 
oben E. 5.2 - 5.5). Zudem lag bei ihr das für die Annahme eines Schleudertraumas typische 
Beschwerdebild mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und psychische Beschwerden vor (vgl. 
Erhebungsblatt für die persönliche oder telefonische Abklärung von HWS- und LTHV-
Verletzungen vom 22. September 2014, act. 17). Die Adäquanz hätte deshalb nach der in 
BGE 117 V 369 ff. begründeten und in BGE 134 V 109 konkretisierten sog. Schleudertraumapra-
xis und den damit zusammenhängenden Kriterien und nicht nach der sogenannten Psycho-Praxis 
gemäss BGE 115 V 133 ff. beurteilt werden müssen. Davon hätte nur abgesehen werden können, 
wenn die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigun-
gen zwar teilweise vorgelegen hätten, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in 
den Hintergrund getreten wären (vgl. BGE 123 V 98 E. 2.a), oder wenn die im Anschluss an den 
Unfall aufgetretenen psychischen Störungen nicht zum typischen Beschwerdebild eines HWS-
Traumas gehört hätten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. Dezember 2007, U 67/07, E. 2.2 
mit wichtigen Hinweisen). Schliesslich wäre die Adäquanz des Kausalzusammenhangs unter 
dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall zu beurteilen gewesen, wenn 
die psychische Problematik bereits unmittelbar nach dem Unfall eine eindeutige Dominanz auf-
gewiesen hätte (vgl. BGE 123 V 98 E. 2a). Wäre die Rechtsprechung gemäss BGE 123 V 98 E. 
2a in einem späteren Zeitpunkt angewendet worden, hätte geprüft werden müssen, ob im Ver-
laufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die physischen Be-
schwerden gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt hätten und damit ganz in den 
Hintergrund getreten wären. Nur dann wäre die Adäquanz auch nach einem Schleudertrauma 
der HWS nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen gemäss BGE 115 V 133 zu 
beurteilen gewesen (SVR 2007 UV Nr. 8 S. 27, U 277/04).  

 

 
 
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7.3.2 Davon kann im vorliegenden Verfahren, bei welchem ein vielschichtiges somatisch-psy-
chisches Beschwerdebild zu beurteilen ist, nicht ausgegangen werden. So waren bei der Be-
schwerdeführerin die physischen Beschwerden an der Schulter und der HWS nachweisbar min-
destens ebenso belastend wie die psychische Problematik. Zudem steht aufgrund der medizini-
schen Akten entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin fest, dass im Verlaufe der Ent-
wicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die physischen Beschwerden weder eine un-
tergeordnete Rolle spielten noch ganz in den Hintergrund getreten waren. Zu beachten ist ferner, 
dass es sich bei der PTBS entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht um eine 
selbstständige Gesundheitsschädigung handelt. Wie in Erwägung 6.3.4 dargelegt, wurde die 
PTBS durch den Unfall aktiviert und "unterhält" seither die mittelgradige Depression. Damit lässt 
sich die PTBS nicht klar von der Depression abgrenzen. Demnach hätte die Adäquanz vorliegend 
nach der Schleudertrauma- und nicht nach der Psycho-Praxis beurteilt werden müssen. Letztlich 
kann diese Frage aber aufgrund der nachfolgenden Ausführungen offenbleiben. 
 
7.4.1 Im Zusammenhang mit der Adäquanzprüfung ist die Schwere des Unfallereignisses frag-
lich. Dabei ist zu beachten, dass die Unfallschwere sowohl unter Berücksichtigung der Psycho-
Praxis wie auch der Schleudertrauma-Praxis objektiv aufgrund des augenfälligen Geschehen-
sablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
vom 21. August 2019, 8C_212/212, E. 4.2.1 mit Hinweisen). Während die Beschwerdeführerin 
von einem mindestens mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu einem schweren Unfall bzw. 
von einem schweren Unfall ausgeht, bezeichnet die Beschwerdegegnerin das Ereignis vom 8. 
August 2014 als mittelschweren Unfall im eigentlichen Sinne.  
 
7.4.2 Gemäss den vorliegenden Akten steht fest, dass die Beschwerdeführerin am 8. August 
2014 auf einer Autobahn in Y.____ die Kontrolle über das von ihr gelenkte Auto verloren hat, als 
sie von einem anderen Fahrzeug rechts überholt wurde. In der Folge kam ihr Auto mit einer Ge-
schwindigkeit von circa 120 km/h ungebremst von der Autobahn ab. Dabei durchschlug es die 
Leitplanke und überschlug sich mindesten fünf Mal, bevor es am Ende einer relativ steilen, mit 
Büschen bewachsenen Böschung auf dem Dach liegend zum Stehen kam (vgl. auch act. 18). 
Diese Angaben stützen sich in erster Linie auf die Aussagen der Beschwerdeführerin, werden 
aber von der Beschwerdegegnerin nicht bestritten. Auch wenn die vorliegenden Akten demnach 
keinen technischen Unfallbericht enthalten, ist dennoch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
davon auszugehen, dass die beim Unfall entwickelten Kräfte gewaltig waren. Dafür sprechen 
insbesondere das total zerstörte Autowrack und auch die Tatsache, dass der ältere der beiden 
Söhne (P.____, geboren 2005) mit einer solchen Wucht aus dem Auto geschleudert wurde, dass 
er circa 50 Meter von diesem entfernt im Gebüsch gefunden wurde. Mit der Beschwerdegegnerin 
ist mit Blick auf die strenge Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Unfallschwere zwar wohl 
davon zu gehen, dass alleine das Überschlagen und die hohe Fahrgeschwindigkeit beim Unfall 
aus objektiver Sicht allein nicht für die Annahme eines schweren Unfalls ausreichen (vgl. RUMO-
JUNGO ALEXANDRA, HOLZER ANDRÉ PIERRE, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG, 4. 
Aufl., Zürich 2012, S. 62 f. mit Beispielen). Hingegen ist das Kantonsgericht der Auffassung, dass 
der beschriebene Geschehensablauf derart grosse Kräfte entwickelt hat, dass das Ereignis als 
mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu einem schweren zu beurteilen ist. Daran ändert der 

 

 
 
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Hinweis der Beschwerdegegnerin auf die im Urteil des Bundesgerichts vom 14. März 2011, 
8C_996/2010, E. 7.2 genannten Beispiele nichts, bei welchen das Bundesgericht Unfälle als mit-
telschwer, aber nicht im Grenzbereich zu den schweren liegend qualifizierte. So überschlug sich 
zum Beispiel das ins Schleudern geratene Fahrzeug im Urteil des Bundesgerichts vom 5. Februar 
2008, 8C_169/2007, E. 4.2.1, nur einmal und kam nicht auf dem Kopf, sondern auf der Fahrer-
seite zu liegen, womit bereits der augenfällige Geschehensablauf nicht mit dem vorliegenden 
vergleichbar ist. Nicht anders verhält es sich in Bezug auf das Urteil des Bundesgerichts vom 14. 
Januar 2008, 8C_743/2007, E. 3, bei welchem ein Fahrzeug einen Lastwagen beim Überholen 
touchierte und sich überschlug. Der vorliegende Fall ist aber mit dem Urteil des Bundesgerichts 
vom 25. Februar 2003, U 161/01, E. 3.3.2 (nicht publiziert in BGE 129 V 323) vergleichbar, bei 
welchem sich ein Auto auf der Autobahn nach einem Reifenplatzer überschlug und auf dem Dach 
liegend zum Stehen kam. Das Bundesgericht zählte dieses Unfallereignis, obwohl es im Vergleich 
mit dem vorliegenden Geschehensablauf weniger augenfällig war, zu den schwereren im mittle-
ren Bereich. Für die Qualifikation des vorliegenden Unfalls in diesem Bereich spricht insbeson-
dere auch, dass der Sohn der Beschwerdeführerin aus dem sich überschlagenden Fahrzeug ge-
schleudert wurde. Aus objektiver Sicht ist das vorliegende Unfallereignis demnach mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit als mittelschwer im Grenzbereich zu den schweren Unfällen zu quali-
fizieren. Dies hat zur Folge, dass von den in BGE 134 V 109 E. 6.1 bzw. 115 V 133 E. 6c/aa 
entwickelten Adäquanzkriterien (besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Ein-
drücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbeson-
dere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhn-
lich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehand-
lung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebli-
che Komplikationen; Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit) lediglich eines 
(nicht besonders ausgeprägt) erfüllt sein muss. 
 
7.4.3 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderer Eindrück-
lichkeit des Unfalls ist nach Auffassung des Kantonsgerichts – entgegen der Auffassung der Be-
schwerdegegnerin – zu bejahen, liegt doch auch aus objektiver Sicht und unter Berücksichtigung 
der Tatsache, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen 
ist, eine besondere Eindrücklichkeit vor. Dabei fällt insbesondere ins Gewicht, dass sich im ver-
unfallten Fahrzeug nicht nur die Beschwerdeführerin, sondern auch ihr Ehemann und die beiden 
Söhne im Alter von 9,5 und 4,5 Jahren befanden und sich verletzten. Demnach erlitt der Ehemann 
ein HWS-Distorsionstrauma, der ältere Sohn, der aus dem Auto geschleudert wurde, einen Milz-
riss sowie eine Nasenbeinfraktur und der jüngere Sohn innere Blutungen sowie eine Lungenquet-
schung, welche eine Reanimation erforderlich machten (vgl. Angaben im Gutachten von PD Dr. 
C.____ vom 4. Januar 2020, Seite 37). Auch unabhängig des subjektiven Empfindens bzw. 
Angstgefühls der Beschwerdeführerin ist deshalb davon auszugehen, dass das Ereignis objektiv 
einen besonders dramatischen und unmittelbar lebensbedrohenden Charakter hatte, weshalb 
dieses Adäquanzkriterium erfüllt ist. 
 
7.4.4 Selbst wenn das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder beson-
derer Eindrücklichkeit des Unfalls nicht erfüllt wäre, müsste jenes des schwierigen Heilungsver-

 

 
 
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laufs und der erheblichen Komplikationen bejaht werden. Diese Auffassung vertrat auch die Be-
schwerdegegnerin in ihrem Einspracheentscheid. Zwar liess sie dieses Kriterium ausgehend von 
einem mittelschweren Unfall im eigentlichen Sinne letztlich offen, weil es nach ihrer Auffassung 
nicht in ausgeprägter Form gegeben war. Da das Erfordernis der "besonders ausgeprägten Form" 
vorliegend nicht erfüllt sein muss, reicht es für die Bejahung der Adäquanz, dass das Kriteriums 
des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen zu Komplikationen bestätigt wird. Die Prü-
fung der weiteren Adäquanzkriterien erübrigt sich deshalb. 
 
8.1 Zusammenfassend ist das Kantonsgericht aufgrund der vorstehenden Erwägungen der 
Auffassung, dass im vorliegenden Fall die Adäquanzprüfung gemäss der Schleudertrauma-Pra-
xis vorzunehmen ist. Selbst wenn mit der Beschwerdegegnerin die Adäquanz aufgrund der sog. 
Psychopraxis zu beurteilen wäre, ist der adäquate Kausalzusammenhang zu bejahen, nachdem 
der Unfall vom 8. August 2014 als mittelschwer im Grenzbereich zu den schweren zu qualifizieren 
und mindestens eines der erforderlichen Adäquanzkriterien erfüllt ist.  
 
8.2 Weiter steht wie oben in Erwägung 6.4 bereits erwähnt fest, dass erhebliche Zweifel am 
Beweiswert der vorhandenen medizinischen Unterlagen bestehen und diese keine ausreichende 
Grundlage für eine abschliessende Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs bilden. 
Es sind deshalb weitere Abklärungen in Bezug auf die Unfallkausalität der Beschwerden vorzu-
nehmen. Dabei ist zu beachten, dass gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts die Sozial-
versicherungsgerichte nicht mehr frei entscheiden können, ob sie eine Streitsache zur neuen Be-
gutachtung an die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall 
selbst ein Gerichtsgutachten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahren anderweitig 
erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Admi-
nistrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist (vgl. BGE 137 V 263 ff. 
E. 4.4.1 ff). Da die Beschwerdegegnerin nicht alle notwendigen Abklärungen zur Beurteilung der 
natürlichen Kausalität vorgenommen hat und es nicht die Aufgabe der kantonalen Gerichte ist, 
im Verwaltungsverfahren versäumte medizinische Abklärungen nachzuholen, steht einer Rück-
weisung an die Vorinstanz auch unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesgerichts 
nichts entgegen. Die Suva hat den somatischen medizinischen Sachverhalt in Bezug auf die Be-
schwerden im HWS-Bereich und betreffend die Frage einer allfälligen (Teil)Kausalität dieser Be-
schwerden extern abklären zu lassen. Ob unter Berücksichtigung der von PD Dr. C.____ in sei-
nem Gutachten vom 4. Januar 2020 erhobenen Befunde und Schlussfolgerungen eine weitere 
externe psychiatrische Begutachtung der Beschwerdeführerin notwendig ist, ist fraglich, obliegt 
letztlich jedoch der Beschwerdegegnerin. Immerhin ist festzustellen, dass PD Dr. C.____ – gleich 
wie Dr. B.____ – das Gutachten zuhanden der IV erstellte, weshalb er sich nicht nur auf unfall-
kausale Beeinträchtigungen beschränkte, sondern sämtliche gesundheitlichen Beschwerden be-
rücksichtigte. Schliesslich muss das Ausmass der unfallbedingten Beeinträchtigung der Arbeits-
fähigkeit insgesamt neu beurteilt werden. Anschliessend wird die Suva gestützt auf die Ergeb-
nisse ihrer Aktenergänzung über den Leistungsanspruch der Versicherten (Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung) neu zu befinden haben. Demzufolge ist die Angelegenheit in Aufhe-
bung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 19. Mai 2020 zur weiteren Abklärung des 
medizinischen Sachverhaltes an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerde ist 
in dem Sinne gutzuheissen. 

 

 
 
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9.1 Gemäss Art. 61 lit. a ATSG in der bis Ende Dezember 2020 in Kraft gewesenen und 
vorliegend anwendbaren Fassung ist das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenlos, weshalb vorliegend keine keine Kosten zu erheben sind.  
 
9.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses be-
messen. Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts genügt für den bundesrechtlichen Anspruch 
auf eine Parteientschädigung auch ein formelles Obsiegen in dem Sinne, dass der Beschwerde 
führenden Person durch die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und der Rückweisung der 
Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Beurteilung alle Rechte im Hinblick 
auf eine beanspruchte Leistung gewahrt bleiben (BGE 132 V 215 E. 6.2). Nachdem die Be-
schwerde gutzuheissen und die Sache zur erneuten Abklärung im Sinne der Erwägungen an die 
Suva zurückzuweisen ist, hat diese der Versicherten eine Parteientschädigung auszurichten. Ihr 
Rechtsvertreter hat in seiner Honorarnote vom 27. Januar 2021 einen Zeitaufwand von 11.37 
Stunden geltend gemacht, was in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen 
nicht zu beanstanden ist. Dieser Aufwand ist mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Stun-
denansatz von Fr. 250.-- zu vergüten (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und An-
wälte vom 17. November 2003). Nicht zu beanstanden sind die in der Honorarnote ausgewiese-
nen Auslagen von Fr. 67.60. Der Beschwerdeführerin ist somit eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 3'134.20 (11.37 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 67.60 plus 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu Lasten der Suva zuzusprechen. 
 
10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbstständig eröffnete Zwischenentscheide 
sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegeh-
ren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 
würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich 
bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-
schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück-weisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 
 
10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus-
setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 

 

 
 
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10.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher Praxis die in einem Rückweisungs-
entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelung – wie die Rückweisung im Haupt-
punkt selbst – einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG) darstellt, der in der Regel keinen 
nicht wiedergutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit 
nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit 
Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet die Instanz, an welche die Sache 
zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten der Beschwerde führenden Person, 
so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückweisungsentscheid direkt innerhalb 
der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentscheids mit ordentlicher Beschwerde beim 
Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E. 2.2, bestätigt im Urteil des Bundesge-
richts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2 - 4; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 19. 
Februar 2008, 9C_748/2007). 
 

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochtene 
Einspracheentscheid der Suva vom 19. Mai 2020 aufgehoben und die 
Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und 
zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurück-
gewiesen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Suva hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 2'837.20 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu 
bezahlen.  

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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