# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad3e8722-baae-5dd6-ad0f-606afc6bcb7e
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-09-23
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 23.09.2019 CA.2019.23
**Docket/Reference:** CA.2019.23
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_CA-2019-23_2019-09-23

## Full Text

Berufung gegen den Beschluss der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2018.70 vom 28. August 2019
Nichteintreten (Art. 403 Abs. 3 StPO)
;;Berufung gegen den Beschluss der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2018.70 vom 28. August 2019
Nichteintreten (Art. 403 Abs. 3 StPO)
;;Berufung gegen den Beschluss der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2018.70 vom 28. August 2019
Nichteintreten (Art. 403 Abs. 3 StPO)
;;Berufung gegen den Beschluss der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2018.70 vom 28. August 2019
Nichteintreten (Art. 403 Abs. 3 StPO)

Beschluss vom 23. September 2019 
Berufungskammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Andrea Blum, Vorsitzende, 

Thomas Frischknecht und Olivier Thormann,  

Gerichtsschreiberin Lorena Studer  

Parteien  1. A.,  

 

2. B.,  

 

beide vertreten durch Rechtsanwalt Raphaël  

Schindelholz 

Berufungsführerinnen / Privatklägerinnen  

 

  

 

gegen 

  C. sel. 

 

Gegenstand 

 

Berufung gegen den Beschluss der Strafkammer des 

Bundesstrafgerichts SK.2018.70 vom 28. August 2019 

Nichteintreten (Art. 403 Abs. 3 StPO) 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  CA.2019.23 

- 2 - 

Die Berufungskammer stellt fest, dass: 

- die Strafkammer des Bundesstrafgerichts mit Urteil SK.2015.44 vom 30. Septem-

ber 2016 und 30. März 2017 C. sel. wegen gewerbsmässigen Betrugs zu einer mehr-

jährigen Freiheitsstrafe verurteilte sowie u.a. die Zivilforderung der Privatklägerinnen 

(Schadenersatzforderung im Umfang von CHF 400'000.-- zzgl. 5 % Zins seit 1. De-

zember 2004) auf den Zivilweg verwies und ihren Antrag auf Parteientschädigung 

(Art. 433 StPO) abschlägig beschied; 

 

- das Bundesgericht eine von C. sel. gegen dieses Urteil geführte Beschwerde in Straf-

sachen mit Urteil 6B_28/2018 vom 7. August 2018 abwies soweit es darauf eintrat, 

jedoch mit Urteil 6B_143/2018 vom 23. November 2018 die von den Privatklägerin-

nen gegen das Urteil SK.2015.44 erhobene Beschwerde in Strafsachen guthiess, das 

angefochtene Urteil in dem die Privatklägerinnen betreffenden Zivilpunkt aufhob und 

die Sache zur Neubeurteilung an die Strafkammer zurückwies; 

 

- die Privatklägerinnen im Verfahren SK.2018.70 vor der Strafkammer an ihrer ur-

sprünglichen Schadenersatzforderung (vorbehältlich Zinsenlauf seit 1. Dezem-

ber 2014) abzüglich eines Betrags von CHF 21'753.42 per 31. Januar 2019 festhiel-

ten und eine angemessene Parteientschädigung i.S.v. Art. 433 StPO forderten sowie 

die Freigabe der beschlagnahmten Vermögenswerte im Umfang des zugesproche-

nen Schadenersatzes bzw. der Entschädigung zu ihren Gunsten beantragten; 

 

- sich C. sel. dazu nicht vernehmen liess und am 5. März 2019 verstarb; 

 

- die Privatklägerinnen und D. (Witwe von C. sel.) von der Strafkammer zur Stellung-

nahme zu allfälligen Rechtsfolgen des Ablebens von C. sel. für das Adhäsionsverfah-

ren eingeladen wurden; 

 

- die Privatklägerinnen mit Eingabe vom 15. April 2019 bzw. 6. August 2019 an ihrer 

Zivilforderung festhielten, während sich D. nicht vernehmen liess; 

 

- die Erbschaft von C. sel. von allen gesetzlichen Erben ausgeschlagen wurde, worauf 

das Bezirksgericht Laufenburg am 14. Juni 2019 eine (durch das Konkursamt Aargau, 

Dienststelle Brugg durchzuführende) konkursamtliche Nachlassliquidation i.S.v. 

Art. 573 ZGB anordnete; 

 

- die Strafkammer mit Beschluss SK.2018.70 vom 28. August 2019 die Zivilforderung 

der Privatklägerinnen ohne Zusprechung von Entschädigungen oder Erhebung von 

Verfahrenskosten auf den Zivilweg verwies, wobei zur Begründung ausgeführt wurde, 

dass die adhäsionsweise Geltendmachung von Zivilansprüchen im Strafverfahren 

- 3 - 

(Art. 122 Abs. 1 StPO) vorliegend nicht möglich sei, da einzig die mittlerweile verstor-

bene beschuldigte Person passivlegitimiert sei und die Konkursmasse der Erb-

schaftsliquidation somit nicht adhäsionsweise belangt werden könne (TPF 

pag. 930.001 ff.); 

 

- die Privatklägerinnen den besagten Beschluss der Strafkammer SK.2018.70 vom 

28. August 2019 am 29. August 2019 postalisch entgegennahmen (TPF 

pag. 930.005); 

 

- die Privatklägerinnen mit Eingabe an die Strafkammer vom 9. September 2019 Beru-

fung gegen den ihres Erachtens berufungsfähigen Beschluss SK.2018.70 vom 

28. August 2019 anmeldeten, die dort fehlende Angabe des Rechtsmittels der Beru-

fung kritisierten, von der Vorinstanz eine Bestätigung bis 13. September 2019 ver-

langten, wonach es sich beim besagten Beschluss SK.2018.70 nicht um ein begrün-

detes Urteil im Sinne von Art. 399 Abs. 2 StPO («[…] pas un jugement d’ores et déjà 

motivé au sens de l’art. 399 al. 2 CPP») handle und neben der fristgerechten Einrei-

chung einer Berufungserklärung auch die beschwerdeweise Anfechtung des Be-

schlusses SK.2018.70 in Aussicht stellten (TPF pag. 941.001); 

 

- den Privatklägerinnen mit Schreiben der Strafkammer vom 11. September 2019 mit-

geteilt wurde, dass ihnen der begründete Beschluss der Strafkammer vom 28. Au-

gust 2019 schriftlich eröffnet worden sei und über die Zulässigkeit eines Rechtsmittels 

die Rechtsmittelinstanz entscheide, weshalb die Berufungsanmeldung inkl. Verfah-

rensakten am 10. September 2019 der Berufungskammer übermittelt worden sei 

(CAR pag. 1.100.011); 

 

- die Privatklägerinnen mit Berufungserklärung vom 17. September 2019 die Gutheis-

sung ihrer Berufung, die Anweisungen an die Konkursmasse, den Privatklägerinnen 

die geltend gemachte Zivilforderung und eine angemessene Parteientschädigung 

i.S.v. Art. 433 StPO zu bezahlen sowie die Freigabe der beschlagnahmten Vermö-

genswerte im Umfang des zugesprochenen Schadenersatzes bzw. der Entschädi-

gung zu ihren Gunsten beantragen (CAR pag. 1.100.012 ff.). 

 

Die Berufungskammer erwägt, dass: 

- die Berufung zulässig ist gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Ver-

fahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (Art. 398 Abs. 1 StPO), wobei 

die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils 

schriftlich oder mündlich zu Protokoll anzumelden ist und die Partei, die Berufung 

- 4 - 

angemeldet hat, dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des be-

gründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen hat (Art. 399 

Abs. 1 und 3 StPO); 

 

- im Falle keiner mündlichen oder schriftlichen Eröffnung des Entscheids im Dispositiv 

bzw. einer Zustellung direkt in begründeter Form die Einreichung einer Berufungser-

klärung innert 20 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids genügt, mit an-

deren Worten die Anmeldung der Berufung nicht nötig ist (vgl. BGE 138 IV 157 

E. 2.2);   

 

- die Privatklägerinnen mit Eingabe vom 9. September 2019 Berufung gegen den be-

gründeten Beschluss der Strafkammer SK.2018.70 vom 28. August 2019 anmeldeten 

(TPF pag. 941.001) und am 17. September 2019 fristgerecht eine Berufungserklärung 

einreichten (CAR pag. 1.100.012 ff.); 

 

-  die Privatklägerinnen zur Begründung ihrer Berufung im Wesentlichen vorbringen, 

ihre Ausgangslage sei nahezu identisch mit der eines anderen – ebenfalls von ihrem 

Rechtsvertreter vertretenen – Privatklägers, dessen Zivilforderung im Rahmen des 

Urteils der Strafkammer SK.2015.44 vom 30. September 2016 und 30. März 2017 

gutgeheissen worden sei, weshalb der Beschluss der Strafkammer SK.2018.70 vom 

28. August 2019 gegen den Grundsatz der Rechtsgleichheit sowie Treu und Glauben 

(Art. 8 Abs. 1 und Art. 9 der Bundesverfassung, Art. 3 Abs. 2 lit. a, b und c StPO) 

verstosse; 

 

- Gegenstand des Verfahrens SK.2018.70 vor der Strafkammer einzig die Zivilklage 

der Privatklägerinnen war, die Strafkammer nach dem Versterben des Beschuldigten 

das vorinstanzliche Verfahren SK.2018.70 mit Beschluss vom 28. August 2019 (fak-

tisch) eingestellt, die Zivilforderung der Privatklägerinnen auf den Zivilweg verwiesen 

(Art. 329 Abs. 4 i.V.m. Art. 320 Abs. 3 StPO) und auf das Rechtsmittel der Be-

schwerde hingewiesen hat; 

 

- gemäss Art. 329 Abs. 4 StPO das Gericht ein Verfahren einstellt, falls ein Urteil defi-

nitiv nicht ergehen kann, wobei gegen erstinstanzliche Beschlüsse und Verfügungen 

betreffend die Einstellung des Verfahrens nach Art. 329 Abs. 4 StPO Beschwerde zu 

erheben ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_336/2018 und 6B_337/2018 vom 

12. Dezember 2018, E. 2.2 f., 6B_333/2016 vom 30. Juni 2016, E. 1.4 sowie 

6B_1181/2016 vom 13. Dezember 2017, E. 2.2 und 3.1; vgl. auch GUIDON, in: Basler 

Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, N 12 zu Art. 393 StPO sowie DOLGE, in: Basler Kom-

mentar StPO, 2. Aufl. 2014, N 65 zu Art. 126 StPO; vgl. im Übrigen bezüglich einer 

vergleichbaren Konstellation im Strafbefehlsverfahren RIKLIN, in: Basler Kommentar 

StPO, 2. Aufl. 2014, N 3 zu Art. 356 StPO); 

 

- 5 - 

- die von den Privatklägerinnen dagegen zitierte Kommentarstelle, wonach sich im 

Falle des Verweises der Zivilforderung auf den Zivilweg im Rahmen eines (Sach-)Ur-

teils die Möglichkeit der Berufung rechtfertige («La décision de renvoyer la partie 

plaignante à agir au civil […] fait partie du dispositif du jugement rendu par le tribunal 

à l’issue des débats […]. A ce titre il convient de retenir […] que cette décision est 

susceptible d’un appel aux mêmes conditions que le jugement statuant sur les 

prétentions civiles», JEANDIN/MATZ, in: Commentaire Romand CPP, 2011, N 18 zu 

Art. 126 StPO; TPF pag. 941.001), hier gerade nicht einschlägig ist, da es sich vorlie-

gend um einen Verweis auf den Zivilweg im Rahmen eines Beschlusses zufolge Ver-

sterbens des im Schuldpunkt rechtskräftig verurteilten C. sel. und somit eben gerade 

nicht um ein Sachurteil im erwähnten Sinn handelt; 

 

- sich aus den inhaltlichen Ausführungen der Privatklägerinnen auch kein berufungsfä-

higer Gegenstand ergibt; 

 

- es sich in der vorliegenden Konstellation aufgrund der offensichtlichen Unzulässigkeit 

des Rechtsmittels erübrigt, eine weitere Stellungnahme der Privatklägerinnen i.S.v. 

Art. 403 Abs. 2 StPO einzuholen (Art. 403 Abs. 1 i.V.m. Art. 390 Abs. 2 StPO; 

vgl. dazu auch ZR 110/2011 Nr. 69 E. 7.1); 

 

- sich die Privatklägerinnen überdies in ihrer Berufungserklärung vom 17. Septem-

ber 2019 bereits eingehend zur Zulässigkeit der Berufung geäussert haben; 

 

- der Beschluss der Strafkammer SK.2018.70 vom 28. August 2019 mit welchem das 

Verfahren eingestellt und die Forderung der Privatklägerinnen auf den Zivilweg ver-

wiesen wurde, allenfalls beschwerde- aber nicht berufungsfähig ist (vgl. Art. 394 lit. a 

StPO); 

 

- die Privatklägerinnen entsprechend den besagten Beschluss gemäss eigenen Anga-

ben mit Beschwerde angefochten haben, weshalb keine Weiterleitung der vorliegen-

den Berufungserklärung an die Beschwerdeinstanz gemäss Art. 39 Abs. 1 StPO an-

gezeigt ist;  

 

- auf die Berufung CA.2019.23 vom 17. September 2019 nach dem Gesagten mangels 

berufungsfähigen Entscheids nicht einzutreten ist (Art. 403 Abs. 1 lit. b StPO);  

 

- sich die Kosten eines gerichtlichen Verfahrens und deren Verlegung grundsätzlich 

nach den Art. 422 - 428 StPO bestimmen und jene eines Rechtsmittelverfahrens von 

den Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens zu tragen sind, wo-

bei als unterliegend auch diejenige Partei gilt, die das Rechtsmittel zurückzieht oder 

auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird (Art. 428 Abs. 1 StPO); 

 

- 6 - 

- die Privatklägerinnen demnach die Kosten des Verfahrens solidarisch haftend 

(Art. 418 Abs. 2 StPO) zu tragen haben; 

 

-  in Anwendung von Art. 73 Abs. 1 lit. a und b sowie Abs. 3 lit. c des Bundesgesetzes 

über die Organisation der Strafbehörden des Bundes (StBOG; SR 173.71) i.V.m. 

Art. 1 Abs. 4, Art. 5 und Art. 7bis des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. Au-

gust 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigung in Bundesstrafverfahren 

(BStKR; SR 173.713.162) eine pauschale Gebühr von CHF 200.00 festzusetzen ist;  

 

- keine Parteientschädigungen zuzusprechen sind.  

  

- 7 - 

Die Berufungskammer beschliesst: 

1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten. 

2. Die Gebühr von CHF 200.00 wird den Privatklägerinnen solidarisch auferlegt. 

3. Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet. 

 

Im Namen der Berufungskammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

 

 

Die Vorsitzende Die Gerichtsschreiberin 

Zustellung an (Gerichtsurkunde): 

- Rechtsanwalt Raphaël Schindelholz 

Nach Eintritt der Rechtskraft Mitteilung an: 

- Bundesstrafgericht Strafkammer (brevi manu)  

- Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug & Vermögensverwaltung (zum Vollzug) 

- Konkursamt Aargau, Dienststelle Brugg 

Rechtsmittelbelehrung 

 

Beschwerde an das Bundesgericht 

 

Dieser Beschluss kann innert 30 Tagen nach Eröffnung der vollständigen Ausfertigung mit Beschwerde in 

Strafsachen beim Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeits-

voraussetzungen sind in den Art. 78 - 81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 

2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzu-

reichen. 

 

 

 

 

 

 

Versand: 24. September 2019