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**Case Identifier:** 5697d39a-c9be-54aa-9ce7-f1a6348c61cb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.01.2024 200 2023 667
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-667_2024-01-11.pdf

## Full Text

200 23 667 IV
SCI/ZID/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Januar 2024

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. August 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2024, IV/23/667, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1966 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
gelernte … und zuletzt als … bei der C.________ tätig, meldete sich im 
Juni 2018 unter Hinweis auf eine seit Januar 2018 bestehende Erschöp-
fungsdepression sowie (vorbestehende) ADS, Rückenschmerzen, Augen-
probleme und Schlafstörungen bei der Eidgenössischen Invalidenversiche-
rung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 1). Die 
IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) tätigte erwerbliche sowie 
medizinische Abklärungen; unter anderem holte sie die Akten der Kranken-
taggeldversicherung (AB 33) mitsamt dem von dieser veranlassten psych-
iatrischen Gutachten vom 2. Oktober 2018 (AB 33.2/110 ff.) ein und konsul-
tierte den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; Bericht vom 19. November 
2018 [AB 39]). Sie gewährte Frühinterventions- und Eingliederungsmass-
nahmen (AB 25, 38, 43), so insbesondere ein Belastbarkeitstraining in der 
Abklärungsstelle D.________ in … vom 13. Mai bis 12. August 2019 
(AB 64; vgl. auch AB 51 ff.), ein Aufbautraining ebenfalls in der Ab-
klärungsstelle D.________ vom 13. August bis 12. November 2019 (AB 75; 
vgl. auch AB 62, 65, 72), Arbeitsversuche im ersten Arbeitsmarkt mit Job-
coaching vom 13. November 2019 bis 9. Februar 2020 (AB 89; vgl. auch 
AB 67 ff., 74) sowie vom 2. März bis 31. Mai 2020 (AB 104, 106; vgl. auch 
AB 86, 92) und schliesslich Arbeitsvermittlung (AB 103, 105, 119).

Am 6. Juli 2020 erstellte der RAD eine medizinische Beurteilung (AB 111; 
vgl. auch AB 112); in der Folge holte die IVB Verlaufsberichte der behan-
delnden Ärzte ein. Mit Vorbescheid vom 23. Dezember 2021 stellte sie eine 
vom 1. Januar 2019 bis 31. August 2020 befristete ganze Rente (bei einem 
Invaliditätsgrad von 100 %; in der Folge Invaliditätsgrad von 1 %) in Aus-
sicht (AB 132). Auf Einwand der Versicherten (AB 135, 137 f.) und Empfeh-
lung des RAD (AB 140) hin ordnete die IVB eine polydisziplinäre Begutach-
tung der Versicherten an (AB 141, 148, 151, 156). Nachdem die Versicher-
te die Gutachtenstermine (vgl. AB 152, 164) trotz entsprechenden Auffor-
derungen (AB 156, 166) nicht wahrgenommen bzw. nicht bestätigt hatte 
(AB 162, 167), verzichtete die IVB auf eine Begutachtung der Versicherten 

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(AB 176), die zudem am 1. September 2022 eine neue Anstellung mit ei-
nem Pensum von 80 % angetreten hatte (AB 171/2), und verfügte am 
15. August 2023 wie angekündigt (AB 191).

B.

Hiergegen liess die Versicherte, wie schon im Verwaltungsverfahren vertre-
ten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________, mit Eingabe vom 18. Sep-
tember 2023 Beschwerde erheben.

Mit Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2023 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Am 13. November 2023 reichte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführe-
rin die Kostennote ein und machte (replicando) unaufgefordert Ausführun-
gen zur Beschwerdeantwort. Diese Eingabe stellte der Instruktionsrichter 
der Beschwerdegegnerin zur Kenntnis zu.

Mit Eingabe vom 4. Dezember 2023 machte die Beschwerdeführerin eine 
Verschlechterung in psychischer Hinsicht geltend und verwies auf eine 
Progredienz der somatischen Beschwerden. Am 11. Dezember 2023 reich-
te sie einen neuropsychologischen Konsiliumsbericht vom 8. Dezember 
2023 und am 18. Dezember 2023 einen pneumologischen Konsiliumsbe-
richt vom 13. Dezember 2023 nach.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG). Die Rechtsvertreterin der Beschwerde-
führerin stellt keine eindeutigen Anträge (vgl. Art. 61 lit. b ATSG und Art. 81 
Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) und missachtet mit ihrer Eingabe den Grund-
satz, dass Rückweisungen subsidiär zur materiellen Beurteilung der Leis-
tungsansprüche zu beantragen sind. Unbesehen dessen sind die Bestim-
mungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 
Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 
Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) gerade noch eingehalten, 
womit auf die Beschwerde einzutreten ist.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 15. August 2023, mit 
welcher der Beschwerdeführerin eine befristete ganze Rente für die Zeit 
vom 1. Januar 2019 bis zum 31. August 2020 zugesprochen wurde 
(AB 191).

In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhält-
nis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente 
zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leis-
tungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht 
in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbe-
zugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 
V 413; SVR 2019 IV Nr. 32 S. 100 E. 3.2; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Streitig 
und zu prüfen ist demnach der Anspruch auf eine Invalidenrente, unter Ein-
schluss der vom 1. Januar 2019 bis 31. August 2020 zugesprochenen gan-
zen Invalidenrente, und in diesem Zusammenhang auch die Vollständigkeit 
der Sachverhaltsabklärung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. Entsprechend 
den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen (BGE 146 V 364 
E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213) ist nach der bis zum 31. Dezem-
ber 2021 geltenden Rechtslage zu beurteilen, ob bis zu diesem Zeitpunkt 
ein Rentenanspruch entstanden ist. Trifft dies zu, so erfolgt ein allfälliger 
Wechsel zum neuen stufenlosen Rentensystem je nach Alter der Renten-
bezügerin oder des Rentenbezügers gemäss lit. b und c der Übergangsbe-
stimmungen des IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020. Gemäss lit. c gilt für 
Rentenbezügerinnen und -bezüger das bisherige Recht, sofern der Ren-
tenanspruch vor Inkrafttreten dieser Änderung entstanden ist und sie bei 
Inkrafttreten dieser Änderung das 55. Altersjahr vollendet haben (Entscheid 
des BGer vom 2. März 2023, 8C_4/2023, E. 3; Rz. 9200 des Kreisschrei-
bens über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR, Stand: 
1. Juli 2022]). Vorliegend geht es im Wesentlichen um die Frage der Befris-
tung der ab Januar 2019 zugesprochenen Rente, wobei die am 27. Januar 
1966 geborene Beschwerdeführerin vor dem 1. Januar 2022 das 55. Alters-
jahr bereits zurückgelegt hatte. Damit ist das bis 31. Dezember 2021 gel-
tende Recht (fortan: aArt) anwendbar.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-

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werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c).

Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsren-
te.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG).

2.5.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-

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dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.5.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.5.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

2.5.4 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

2.6 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 

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sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV).

2.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Bis zum Erlass der die zeitliche Grenze der gerichtlichen Prüfung 
bildenden (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243) angefochtenen Verfügung vom 
15. August 2023 mit befristeter Rentenzusprache (AB 191) präsentierte 
sich die Aktenlage in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen wie folgt: 

3.1.1 Der die Beschwerdeführerin seit 2010 behandelnde Dr. med. 
E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, schrieb diese ab dem 
3. Januar 2018 zu 100 % arbeitsunfähig (AB 3, 24/2 Ziff. 1.1 und 1.3). Sei-
nem Bericht vom 10. August 2018 zufolge behandelt er die Beschwerde-
führerin im Wesentlichen somatisch. Die fachpsychiatrische Behandlung 
erfolge durch Dr. med. F.________ (AB 20/7 Ziff. 5; vgl. auch AB 24/10 
Ziff. 2.5). Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er 
eine chronische Lumbago (AB 20/4 Ziff. 2.5 [Diagnose kaum leserlich]; vgl. 
auch AB 20/6 Ziff. 3.4); daneben erwähnte er (ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit) Heuschnupfen und eine Adipositas (AB 20/5 Ziff. 2.6).

3.1.2 Am 23. Mai 2018 erfolgte ein pneumologisches Konsilium bei 
Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie für 

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Pneumologie. In der respiratorischen Polygraphie zeigte sich ein diskretes 
rückenlageabhängiges obstruktives Schlafapnoesyndrom. Die in einer sol-
chen Situation übliche Massnahme einer Schlafkonditionierung in Bauch- 
und Seitenlage komme für die Beschwerdeführerin wegen Hüftgelenk-
schmerzen nicht infrage. Wahrscheinlich sei die erhöhte Tagesmüdigkeit 
nicht nur auf das diskrete Schlafapnoesyndrom zurückzuführen, sondern 
auch auf mangelhafte Schlafhygiene (zu lange Bettzeiten) und die depres-
sive Verstimmung (AB 20/14 f.). Vorübergehend erfolgte eine CPAP-
Therapie (AB 20/12 f.); das Gerät wurde im Februar 2020 zurückgegeben 
und die Therapie beschränkt sich nunmehr auf die Vermeidung der Rü-
ckenlage (Akten der Beschwerdeführerin, Beschwerdebeilage [BB] 21).

3.1.3 Der Rheumatologe PD Dr. med. H.________ wies im Konsilium 
vom 24. Juli 2018 im Rahmen der Anamnese darauf hin, die Beschwerde-
führerin sei aktuell in psychiatrischer Behandlung wegen Depressionen und 
offenbar längerfristig krankgeschrieben. Gemäss MRI LWS seien moderat 
ausgeprägte degenerative Veränderungen von LWK3 bis SWK1 mit leicht-
gradigen Spondylarthrosen ohne relevante Aktivierungen, höhergradige 
Diskusvorwölbungen und Neurokompressionen festzustellen. Er mass den 
chronifizierten lumbalen Schmerzen einen somatischen Kern zu, verneinte 
aber Hinweise für ein stark fortgeschrittenes degeneratives Wirbelsäulen-
leiden, weshalb neben der somatisch vorhandenen Komponente mit gros-
ser Wahrscheinlichkeit extrasomatische Faktoren in der Schmerzchronifi-
zierung und in der Bewältigungsmöglichkeit der Beschwerdeführerin mit-
spielten. Diese Faktoren seien teils stark mit psychischen Belastungen und 
Stress verknüpft. Folglich verspreche eine rein technisch orientierte 
Schmerztherapie mittelfristig keinen Erfolg; vielmehr müssten im Rahmen 
der psychiatrischen Begleitung auch Coping-Strategien und der Umgang 
mit chronischem Schmerz thematisiert werden (AB 20/10 f.). Nach einer 
CT-gesteuerten Facettengelenksinfiltration LWK4/5 am 2. August 2018 
kam es zu einer deutlichen Schmerzlinderung (AB 20/9; vgl. auch 
AB 33.2/115 oben).

3.1.4 Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
behandelt die Beschwerdeführerin seit dem 15. März 2018 in wöchentli-
chen bis 14-tägigen Abständen (AB 24/9 Ziff. 1.1 f.). Im Bericht vom 3. Sep-

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tember 2018 diagnostizierte er eine mittelgradige depressive Episo-
de/Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11; AB 24/10 Ziff. 2.5). 
Es habe sich eine seit Jahren zunehmende Erschöpfung entwickelt, die 
sich im Jahr 2017 noch deutlich verstärkt habe (AB 24/9 Ziff. 2.1). Es be-
stehe eine schlechte Konzentrationsfähigkeit, Vergesslichkeit, Stressintole-
ranz, Ängstlichkeit, schnelle Erschöpfung mit Müdigkeit und innere Unruhe 
(AB 24/11 Ziff. 3.4). Medikamentös würden pflanzliche und homöopathi-
sche Mittel eingesetzt (AB 24/10 Ziff. 2.3). Dr. med. F.________ attestierte 
eine volle Arbeitsunfähigkeit ab dem 3. Januar 2018 (AB 24/9 Ziff. 1.3), 
wobei langfristig eine volle berufliche Wiedereingliederung möglich sein 
sollte (AB 24/10 Ziff. 2.7).

Im Auftrag des behandelnden Psychiaters Dr. med. F.________ erfolgte 
eine ADHS-Abklärung. Im Bericht vom 17. Mai 2018 wurde nach Evaluation 
der Testergebnisse die Diagnose einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivi-
tätsstörung vorwiegend unaufmerksamer Typus (ICD-10 F98.9) gestellt 
(AB 24/22), wobei die verwendete Codierung ICD-10 F98.8 sich jedoch auf 
"sonstige näher bezeichnete Verhaltens- und emotionale Störungen mit 
Beginn in der Kindheit und Jugend", dazugehörig Aufmerksamkeitsstörung 
ohne Hyperaktivität bezieht.

3.1.5 Die Krankentaggeldversicherung liess die Beschwerdeführerin bei 
Dr. med. I.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, ab-
klären (Gutachten vom 2. Oktober 2018 [AB 33.2/110 ff.]). Die Gutachterin 
diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende 
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1). Ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit diagnostizierte sie eine einfache ADS vom vorwiegend un-
aufmerksamen Typ im Erwachsenenalter (ICD-10 F90.0) sowie die An-
nahme einer Persönlichkeitsakzentuierung mit vorwiegend selbstunsiche-
ren (ängstlich-vermeidenden) Zügen bei zugrundeliegender Selbstwertpro-
blematik (ICD-10 Z73.1; AB 33.2/126 Ziff. 6). Retrospektiv sei anzuneh-
men, dass sich die aktuelle depressive Symptomatik 2017 im Sinne einer 
depressiven Erschöpfungssymptomatik schleichend entwickelt habe. Die 
Beschwerdeführerin habe sich bei der Arbeit zunehmend überfordert ge-
fühlt und habe arbeitsbezogene Ängste entwickelt, auch vor sozialen Situa-
tionen am Arbeitsplatz, was zu einem vermehrten sozialen Rückzug und 

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Entfremdung am Arbeitsplatz geführt habe. Die Symptomatik habe im Ja-
nuar 2018 in eine psychische Dekompensation mit voller Arbeitsunfähigkeit 
und Überweisung in eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische 
Behandlung gemündet (AB 33.2/124 oben). Die ADS-Problematik dürfte im 
beruflichen Lebenslauf zusammen mit der Selbstwertproblematik für die 
Unstetigkeit mit häufigen Brüchen und Wechseln eine nicht unwesentliche 
Rolle gespielt haben, wobei hier auch "nicht-medizinische" Faktoren mit 
hineingespielt hätten. Insgesamt könne aber festgehalten werden, dass die 
Beschwerdeführerin trotz der mutmasslichen ADS das Gymnasium und 
eine Berufsausbildung habe abschliessen können und während Jahrzehn-
ten voll belastbar gewesen sei, sodass eine wesentliche Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit durch die ADS-Diagnose nicht postuliert werden könne. Auf 
der anderen Seite erhöhe die ADS aber das Risiko für psychiatrische Ko-
morbiditäten und könne einen negativen Einfluss auf den Heilverlauf ande-
rer psychischer Störungen ausüben, etwa mit dem Heilverlauf einer de-
pressiven Störung negativ interferieren. Der Verlauf der letzten Monate 
zeige sich trotz regelmässiger psychiatrisch-psychotherapeutischer Be-
handlung protrahiert ohne wesentliche Besserung der depressiven Sym-
ptomatik und der psychischen Belastbarkeit, wofür mehrere Fakten vermu-
tet werden könnten: das Fehlen einer adäquaten psychopharmakologi-
schen Behandlung, die zugrundeliegende psychische Vulnerabilität und 
persönlichkeitsbezogene Faktoren und vor allem auch die bestehenden 
Ängste vor einer erneuten Überforderung und einem Scheitern bei Wieder-
aufnahme der beruflichen Tätigkeit (AB 33.2/125 unten). Aufgrund der wei-
terhin mittelschweren depressiven und ängstlichen Symptomatik bestehe 
aktuell keine verwertbare Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als … 
bei der C.________. In einer Verweistätigkeit mit geringem Anspruch an 
die Stressbelastbarkeit, an die kognitiven Funktionen und an die interper-
sonellen Anforderungen wäre medizinisch-theoretisch eine Arbeitsfähigkeit 
von 20 % bis maximal 30 % zumutbar, wobei der Fokus aber vorerst auf 
die Intensivierung der medizinischen Behandlung gelegt werden sollte mit 
Vorschlag einer teilstationären Behandlung in einer Tagesklinik. Davon 
sollte innerhalb von ca. acht Wochen eine Verbesserung des Gesundheits-
zustandes erwartet werden können mit anschliessendem schrittweisem 
beruflichem Wiedereinstieg. Grundsätzlich sei die Prognose hinsichtlich 

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einer namhaften Verbesserung des Gesundheitszustandes bis hin zur Re-
mission der depressiven Symptomatik vorsichtig günstig (AB 33.2/126).

3.1.6 Die RAD-Ärztin Dr. med. J.________, Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie und für Neurologie, führte im Bericht vom 19. November 
2018 aus, dass die Beschwerdeführerin bisher keiner suffizienten und leitli-
niengerechten antidepressiven Psychopharmakotherapie zugeführt worden 
sei und deshalb die Einschränkungen des Aktivitätsniveaus derzeit nicht 
beurteilt werden könnten. Es sei eine entsprechende Behandlung aufzu-
nehmen. Bei leitliniengerechter antidepressiver Therapie und optimaler 
Nutzung der initiierten stationär-psychiatrischen Aufenthalte sei von einer 
günstigen Prognose auszugehen. Es sei dann zu erwarten, dass der Be-
schwerdeführerin eine leichte angepasste Tätigkeit im Umfang von 80 - 
100 % mit einer maximal 20%-igen Leistungsminderung zumutbar sei 
(AB 39/5 f.). Bis dahin könne der Einschätzung durch Dr. med. I.________ 
gefolgt werden. 

3.1.7 Vom 5. Februar bis 3. Mai 2019 war die Beschwerdeführerin in 
(ambulanter) tagesklinischer Behandlung (AB 58/3 Ziff. 1.1). Diagnostisch 
wurden die früheren Diagnosen übernommen (AB 58/5 Ziff. 2.5 f.) und die 
Arbeitsunfähigkeit (auch für die Zeit des Aufenthalts in der psychiatrischen 
Tagesklinik [AB 126/10]) bestätigt (AB 58/6 Ziff. 4.1). Es sei eine Arbeitser-
probung bei der Abklärungsstelle D.________ organisiert worden, dies bei 
positiv einzuschätzender Prognose (AB 58/6 Ziff. 4.3).

3.1.8 Im Belastbarkeitstraining bei der Abklärungsstelle D.________ (Be-
reich …) vom 13. Mai bis 12. August 2019 konnte die Beschwerdeführerin 
ihr Pensum von 25 % auf 50 % steigern, womit das angestrebte Ziel er-
reicht wurde (AB 64). Im anschliessenden Aufbautraining vom 13. August 
bis 12. November 2019 gelang die Steigerung des Pensums auf 87.5 % 
(AB 75). Auf dieser Basis wurde vom 13. November 2019 bis 9. Februar 
2020 ein Arbeitsversuch im ersten Arbeitsmarkt (… des K.________) 
durchgeführt (AB 89). Ein weiterer Arbeitsversuch (im … des L.________) 
erfolgte vom 2. März bis 31. Mai 2020 mit einem Startpensum von 80 % 
und einer Steigerung auf 90 % ab Mitte April 2020; die Beschwerdeführerin 
habe die gewünschte Arbeitsmarktfähigkeit erreicht (AB 106).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2024, IV/23/667, Seite 13

3.1.9 Der RAD-Arzt Dr. med. M.________, gemäss eigenen Angaben 
Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie (im Medizinalberuferegis-
ter ohne Facharzttitel verzeichnet, vgl. <www.medregom.admin.ch>), hielt 
in seiner Beurteilung vom 6. Juli 2020 fest, ab Anfang 2018 habe eine Ar-
beitsunfähigkeit von mehr als 20 % bestanden (AB 111/5 Ziff. 2). Im Verlauf 
habe sich die depressive Symptomatik vollständig zurückgebildet und die 
soziale Anpassungsfähigkeit deutlich gebessert; bezüglich ADS sei die 
Beschwerdeführerin mit Concerta mitbehandelt worden (AB 111/4 Ziff. 1). 
Die angestammte Tätigkeit sei noch zu 40 %, eine angepasste zu 80 % 
zumutbar (AB 111/5 Ziff. 3; vgl. auch AB 112).

3.1.10 In Bezug auf die seit mehreren Jahren geklagte und ungeklärte 
Sehstörung ergab ein MRT vom 28. Dezember 2020 normale Befunde, 
insbesondere keine Raumforderung oder sonstige Pathologie im Bereich 
der Sehbahn und Sehrinde (AB 126/7).

3.1.11 Im Verlaufsbericht vom 15. Mai 2021 führte der behandelnde Psych-
iater Dr. med. F.________ aus, die depressive Störung sei in Remission 
(AB 126/3 Ziff. 2.5); es bestehe nur noch eine depressive Restsymptomatik 
ohne Krankheitswert (AB 126/3 Ziff. 2.2). Entsprechend attestierte er der 
Beschwerdeführerin ab dem 1. Juni 2020 eine volle Arbeitsfähigkeit 
(AB 126/2 Ziff. 1.3); die Arbeitsfähigkeit sei voll vorhanden und nicht ge-
fährdet (AB 126/3 Ziff. 2.7). Die körperlichen Beschwerden (Rückenpro-
bleme, Sehprobleme und eine Neigung zu Bronchitiden) seien ohne Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (AB 126/3 f. Ziff. 2.6 und 3.4).

3.1.12 Nachdem gestützt auf die vorstehend dargelegte Aktenlage der 
Vorbescheid erlassen worden war (AB 132) führte der RAD-Arzt Dr. med. 
M.________ nach erhobenem Einwand (vgl. AB 135, 137 f.) aus, es dränge 
sich eine polydisziplinäre Begutachtung der Beschwerdeführerin in den 
Fachrichtungen Psychiatrie, Ophthalmologie und Rheumatologie auf (Ak-
tennotiz vom 14. März 2022 [AB 140]). Eine solche wurde in der Folge an-
geordnet (AB 148), jedoch schliesslich nicht durchgeführt (AB 176).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2024, IV/23/667, Seite 14

ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Vorliegend gestatten die verfügbaren Unterlagen entgegen der Auf-
fassung der Beschwerdeführerin eine zuverlässige Beurteilung des stritti-
gen Rechtsanspruchs (vgl. E. 3.2 hiervor):

3.3.1 Aus somatischer Sicht bestehen keine massgeblichen Einschrän-
kungen für die Ausübung des angestammten Berufs. Die Rückenbe-
schwerden resp. die vom Hausarzt diagnostizierte chronische Lumbago 
(AB 20/4 Ziff. 2.5) konnten vom rheumatologischen Spezialarzt nicht bzw. 
kaum objektiviert werden (AB 20/10 f.). Soweit der Hausarzt ab dem 3. Ja-
nuar 2018 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestierte (AB 20/3 Ziff. 1.3), gilt es 
zu beachten, dass die Krankschreibung durch ihn vornehmlich aus psychi-
schen Gründen erfolgte (vgl. AB 33.2/114). Zudem kam es nach einer CT-
gesteuerten Facettengelenksinfiltration LWK4/5 am 2. August 2018 zu ei-
ner deutlichen Schmerzlinderung und gesundheitlichen Verbesserung 
(AB 20/9; vgl. auch AB 33.2/115 oben). Ophthalmologische Befunde lies-
sen sich ebenfalls nicht objektivieren (AB 126/7). In Bezug auf das diskrete 
rückenlageabhängige obstruktive Schafapnoesyndrom (AB 20/14 f.) fand 
sich in der Untersuchung vom 27. Februar 2020 keine obstruktive Ventilati-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2024, IV/23/667, Seite 15

onsstörung und die Therapie beschränkt sich seither im Wesentlichen auf 
eine Vermeidung der Rückenlage (BB 21/2). Nichts anderes ergibt sich aus 
dem aktuellen Konsiliumsbericht vom 13. Dezember 2023, wonach bei un-
veränderter Diagnose der Fokus (weiterhin) auf eine Schlafkonditionierung 
in Bauch- und Seitenlage sowie eine Verbesserung der Nasenatmung ge-
legt wird; der in diesem Bericht enthaltene Hinweis auf eine depressive 
Verstimmung ist einzig in der Gesamtschau der bisher gestellten Diagno-
sen zu sehen, zumal der Pneumologe hierzu in der Anamnese keine eige-
nen (und ohnehin fachfremden) Befunde erhebt (BB 25). Zutreffend werden 
all diese Diagnosen nunmehr als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
(in einer entsprechend angepassten Tätigkeit: leichte Sehschwäche, die mit 
der Tätigkeit mit einem Laptop ausgeglichen werden kann; zeitweise Rü-
ckenbeschwerden ohne wesentliche Tätigkeitseinschränkung beim Sitzen) 
aufgeführt (AB 126/3 f. Ziff. 2.6 und 3.4). Was die weiteren im vorliegenden 
Verfahren aufgelegten Berichte von Dr. med. E.________ vom 16. Oktober 
und 16. November 2023 (BB 5/1 und 7) betrifft, datieren diese erst nach 
Verfügungserlass (vgl. E. 3.1 hiervor) und enthalten im Wesentlichen un-
veränderte Diagnosen ohne entsprechende Arbeitsunfähigkeitsatteste. 
Auch die radiologischen Befundberichte der LWS und des Beckens vom 
4. April 2022 (vgl. BB 5/6 unten) und 26. Oktober 2023 (BB 11, 23) gehen 
nur von leicht progredienten Befunden aus: progrediente Facettenarthrose 
LWK4/5 beidseits mit progredienter Pseudoanterolisthesis ohne neu aufge-
tretene Neurokompression und ohne Spondylolyse (BB 11) bzw. unauffälli-
ge Hüftgelenke ohne Bursitis und ein pertrochantäres Friction Syndrom 
beidseits (von fraglicher klinischer Relevanz; BB 23). Eine von Dr. med. 
E.________ initiierte kardiologische Abklärung (vgl. BB 5/7 f.) ergab in Be-
zug auf eine koronare Herzkrankheit keine massgeblichen Befunde (BB 7), 
womit die Auffassung, die Beschwerdeführerin sei kaum in ein Arbeitsum-
feld zu integrieren (AB 5/1 unten), nicht überzeugt und ohnehin in Wider-
spruch zu der ab September 2022 ausgeübten Tätigkeit in einem Pensum 
von 80 % (vgl. AB 171/2) steht.

3.3.2 In psychischer Hinsicht ergibt sich das Folgende:

Übereinstimmend diagnostizierten die involvierten Ärzte eine mittelgradige 
depressive Episode sowie eine ADS (letztere indessen ohne eigenständige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2024, IV/23/667, Seite 16

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) und attestierten eine volle Arbeits-
unfähigkeit vom 3. Januar 2018 bis 31. Mai 2019 (AB 24/9 f. Ziff. 1.3 und 
2.5, 24/22, 33.2/126 Ziff. 6, 39/5 f., 58/5 f. Ziff. 2.5 und 4.1, 126/10). Dabei 
kann heute nicht mehr näher geklärt werden, ob die Arbeitsunfähigkeit 
durchgehend oder zeitweilig geringer gewesen war. Denn festzuhalten ist, 
dass bei einer allein maximal mittelgradigen depressiven Episode, wobei es 
sich nota bene um eine reaktive Depression gehandelt hat, und zunächst 
während einiger Zeit (trotz Anbindung an einen Psychiater) fehlender leitli-
niengerechter Behandlung (ohne massgebliche Psychopharmakotherapie) 
die für diese Zeit attestierte volle Arbeitsunfähigkeit nicht überzeugt. Nach 
zunächst protrahiertem Verlauf ohne wesentliche Besserung bei bloss 
pflanzlicher und homöopathischer Behandlung durch Dr. med. F.________ 
(AB 24/10 Ziff. 2.3) und entsprechend kritischer Würdigung durch die Dres. 
med. I.________ und J.________ (AB 33.2/125 f., 39/5) kam es im Rah-
men der tagesklinischen Behandlung vom 5. Februar bis 3. Mai 2019 mit 
nunmehr (leitliniengerechter) Psychopharmakotherapie (AB 58/4 Ziff. 2.3) 
zu einer Zustandsverbesserung (AB 58/5 Ziff. 2.7), womit die Vorbehalte 
der von der Verwaltung und Taggeldversicherung zugezogenen Psychiate-
rinnen betreffend leitliniengerechter Psychopharmakotherapie bestätigt 
wurden.

Im Rahmen der an die tagesklinische Behandlung anschliessenden und bis 
31. Mai 2020 dauernden beruflichen Eingliederungsmassnahmen (mit ent-
sprechenden Taggeldzahlungen) vermochte die Beschwerdeführerin ihr 
Pensum sukzessive auf 90 % und die Leistung auf Arbeitsmarktniveau zu 
steigern (AB 64, 75, 89, 106), wobei sie sich schon damals eine Vollzeitan-
stellung vorstellen konnte (AB 106/3). Belegt ist damit, dass die reaktive 
psychische Störung nach Aufnahme der vollständig leitliniengerechten The-
rapie mit parallelen Eingliederungsbemühungen rasch vollständig remittiert 
ist. Angesichts der Ergebnisse der Eingliederungsbemühungen ist weiter 
ausgewiesen, dass sich die gesundheitliche Problematik bereits im Verlauf 
des Frühjahrs 2020 derart stark gebessert hatte, dass eine massgebliche 
Arbeitstätigkeit möglich war. Mithin erachtete der RAD-Arzt Dr. med. 
M.________ die Beschwerdeführerin im Bericht vom 6. Juli 2020 in der 
angestammten Tätigkeit zu 40 % und in einer angepassten Tätigkeit zu 
80 % arbeitsfähig (AB 111/5 Ziff. 3; vgl. auch AB 112). Der behandelnde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2024, IV/23/667, Seite 17

Psychiater attestierte schliesslich am 15. Mai 2021 (rückwirkend) ab 1. Juni 
2020 eine volle Arbeitsfähigkeit, das heisst im Anschluss an die IV-
Eingliederungsmassnahmen (AB 126/2 f. Ziff. 1.3 und 2.7). Dies entspricht 
auch der Rückmeldung der Beschwerdeführerin selbst, die sich im Juli 
2021 für voll arbeitsfähig hielt (vgl. AB 131). Nicht gefolgt werden kann der 
Beschwerdeführerin in ihrer Annahme, bei der im Grundsatz gut behandel-
baren reaktiven Depression und entsprechend nun vollständiger Remission 
bestünden Einschränkungen im Rendement der bisherigen Tätigkeit. Es ist 
nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin in ihrer ange-
stammten und während vielen Jahren ausgeübten Tätigkeit eingeschränkt 
sein soll, zumal auch die angeblich bestehende ADS bis anhin zu keinem 
Zeitpunkt in den langjährigen Tätigkeiten invalidenversicherungsrechtlich 
massgebliche Auswirkungen zeitigte (so denn auch AB 33.2/125 unten). 

Soweit der behandelnde Psychiater in dem im vorliegenden Verfahren auf-
gelegten Bericht an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin vom 
20. November 2023 (BB 8) von einer Verschlechterung des psychischen 
Gesundheitszustands bei erneut mittelgradiger depressiver Episode und 
infolgedessen voller Arbeitsunfähigkeit (bezogen auf das ausgeübte Pen-
sum von 80 %) ab 15. November 2023 ausgeht, ist festzuhalten, dass dies 
die Zeit nach Verfügungserlass betrifft und damit ausserhalb der gerichtli-
chen Überprüfungsbefugnis (vgl. E. 3.1 hiervor) liegt. Abgesehen davon, 
dass das Attest einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit mit Blick auf die 
höchstrichterliche Rechtsprechung zu depressiven Störungen (vgl. BGE 
148 V 49) nicht zu überzeugen vermag, kann dem kurz gehaltenen Bericht 
weder ein massgeblicher Befund entnommen werden noch ergibt sich, ob 
eine leitliniengerechte Psychopharmakotherapie durchgeführt wird. Trotz 
der erneut attestierten Arbeitsunfähigkeit scheint die Beschwerdeführerin 
aktuell in der Lage zu sein, eine Ausbildung zur … zu absolvieren, dies 
nachdem sie die seit September 2022 innegehabte Stelle (vgl. AB 171/2) 
offenbar beendet hat (BB 24/3).

Auch der neuropsychologische Konsiliumsbericht vom 8. Dezember 2023 
(BB 24) ist nach Verfügungserlass ergangen. Diagnostiziert werden darin 
(statt wie bisher einer ADS [ICD-10 F98.9; vgl. E. 3.1.4 hiervor]) neu (ent-
sprechend Dr. med. I.________ [vgl. E. 3.1.5 hiervor]) eine einfache Akti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2024, IV/23/667, Seite 18

vitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) sowie leichte bis mit-
telschwere neurokognitive Defizite beim visuell-räumlichen Lern- und 
Frischgedächtnis, beim verbalen Wiedererkennen und im Aufmerksam-
keitsbereich (BB 24/9 unten), was eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
(sowohl angestammt als auch adaptiert) um 40 % nach sich ziehen soll (BB 
24/12). Dass und aus welchen Gründen diese von ihrer Natur her in der 
Kindheit entstandene Störung nun anders zu beurteilen wäre und massge-
bliche Einschränkungen zur Folge haben soll, erschliesst sich aus dem 
Bericht nicht. Dabei gilt es zudem zu berücksichtigen, dass es grundsätz-
lich Aufgabe des psychiatrischen Facharztes ist, die Arbeitsfähigkeit unter 
Berücksichtigung allfälliger neuropsychologischer Defizite einzuschätzen; 
eine neuropsychologische Abklärung stellt lediglich – aber immerhin – eine 
Zusatzuntersuchung dar, welche bei begründeter Indikation in Erwägung zu 
ziehen ist (Entscheid des Bundesgerichts vom 16. April 2021, 8C_11/2021, 
E. 4.2).

Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass ab Januar 2018 aufgrund 
einer psychischen Störung eine volle Arbeitsunfähigkeit bestand. Mit dem 
behandelnden Psychiater ist weiter davon auszugehen, dass diese Störung 
remittierte und die Beschwerdeführerin ab Juni 2020 voll arbeitsfähig war. 
Daran vermag auch das Nachfolgende nichts zu ändern:

3.3.3 Dr. med. M.________, RAD, empfahl der IV-Stelle im Rahmen des 
Vorbescheidverfahrens eine polydisziplinäre Begutachtung. Die Verwaltung 
ordnete eine solche an, verzichtete schliesslich jedoch darauf. Die Be-
schwerdeführerin macht geltend, die Begutachtung sei erforderlich und 
entsprechend durchzuführen. Dem kann nicht gefolgt werden. Mit Blick auf 
das in E. 3.3.2 hiervor Ausgeführte hielt der RAD-Arzt Dr. med. 
M.________ in einer weder ex ante noch ex post nachvollziehbaren Be-
trachtung fest, es sei aufgrund der vorliegenden Befundberichte eine poly-
disziplinäre Begutachtung vorzunehmen (AB 140). Das trifft offensichtlich 
nicht zu. Seitens der behandelnden Ärzte wurde stets nur der psychischen 
Problematik eine massgebliche Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zuge-
schrieben (vgl. E. 3.3.1 hiervor). So äusserte denn auch der designierte 
ophthalmologische Gutachter sein Befremden über eine Begutachtung in 
seinem Fachgebiet, zumal keine entsprechenden Akten bzw. Berichte vor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2024, IV/23/667, Seite 19

lägen (AB 162/1). In psychiatrischer Hinsicht war der RAD in Übereinstim-
mung mit dem behandelnden Arzt zum Schluss gekommen, dass die de-
pressive Episode remittiert war und entsprechend wieder eine (nahezu) 
volle Arbeitsfähigkeit bestand (vgl. E. 3.3.2 hiervor). Die Sache war in me-
dizinischer Hinsicht vollumfänglich liquid. Auch wenn die Beschwerdegeg-
nerin in der Folge eine polydisziplinäre Begutachtung angeordnet hat 
(AB 141, 156, 166), die dann aufgrund des Verhaltens der Beschwerdefüh-
rerin (Nicht-Bestätigung bzw. -Wahrnehmung der Gutachtenstermine) nicht 
zustande kam (AB 162, 167), so bedeutet diese materiell unnötige Anord-
nung nicht, dass deswegen nun eine solche unnötige Begutachtung den-
noch durchzuführen wäre. Der Vollständigkeit halber ist in Bezug auf die 
dem zweiten Fristversäumnis nachgeschobene Begründung, eine Corona-
Infektion (vgl. AB 172) habe die Begutachtung am zweiten Termin verun-
möglicht, darauf hinzuweisen, dass sich diese nicht als tauglich erweist. Die 
Erkrankung trat erst nach dem spätesten Termin, anlässlich dessen die 
Beschwerdeführerin die Begutachtungstermine und ihren Willen zur Teil-
nahme hätte bestätigen müssen (vgl. AB 164), auf. Zu diesem Zeitpunkt 
konnte sie gar nicht wissen, dass sie am Termin dann aufgrund der späte-
ren Erkrankung verhindert sein könnte, so dass klarerweise eine fehlende 
Mitwirkung ihrerseits sowohl hinsichtlich des ersten wie auch zweiten Ter-
mins vorlag. Wie dargelegt, kommt diesem Umstand bei so oder anders 
grundsätzlich liquidem Sachverhalt jedoch keine Bedeutung zu.

3.4 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin den medizini-
schen Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt. Weiterer Abklärung (wie in 
der Beschwerde, S. 3 f., beantragt) bedarf es nicht (BGE 144 V 361 E. 6.5 
S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 
S. 163 E. 4).

3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass mit der Beschwerdegeg-
nerin (AB 191/5) und zu Gunsten der Beschwerdeführerin von einer durch-
gehend vollen Arbeitsunfähigkeit von Januar 2018 bis Mai 2020 auszuge-
hen ist. Spätestens danach, d.h. ab Beendigung der Eingliederungsmass-
nahmen, bestand – adaptiert wie auch angestammt – wieder eine volle 
Arbeitsfähigkeit. Abklärungen, welche den Verlauf der Steigerung der Ar-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2024, IV/23/667, Seite 20

beitsfähigkeit bis Ende Mai 2020 näher klären liessen, sind nicht mehr 
möglich. Gestützt darauf ist nachfolgend der Rentenanspruch zu prüfen.

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Unter Berücksichtigung der IV-Anmeldung im Juni 
2018 (AB 1) und der sechsmonatigen Karenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG 
sowie unter der Prämisse der erfüllten Wartezeit im Sinne von Art. 28 
Abs. 1 lit b IVG bei einer ab Januar 2018 bestehenden Arbeitsunfähigkeit 
von 100 % (AB 24/9 f. Ziff. 1.3 und 2.5, 24/22, 33.2/126 Ziff. 6, 33.2/126, 
39/5 f., 58/5 f. Ziff. 2.5 und 4.1, 126/10) fällt der frühestmögliche Rentenbe-
ginn auf den 1. Januar 2019.

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden. Dabei wird in der Regel 
der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2024, IV/23/667, Seite 21

nommenen Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (stan-
dardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung 
der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom 
sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 
S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesund-
heitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätig-
keiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entspre-
chend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und des-
halb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müs-
sen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu 
tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Fra-
ge, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt 
von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 
Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Natio-
nalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtli-
cher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 
E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). 
Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen 
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätz-
lich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu 
einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen 
(BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

4.2 Aufgrund der von Januar 2019 bis Mai 2020 bestehenden vollen 
Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit hat die Beschwerdeführerin für diese Zeit 
unter Berücksichtigung von Art. 88a IVV (vgl. E. 2.6 hiervor) bis August 
2020 Anspruch auf eine ganze IV-Rente (vgl. E. 2.3 hiervor; vgl. auch 
AB 191/5 unten).

4.3 Von Juni 2020 bis mindestens dem Zeitpunkt des Verfügungserlas-
ses bestand – adaptiert wie auch angestammt – wieder eine volle Arbeits-
fähigkeit. Es liegt ein spätestens am 31. Mai 2020 vollständig verwirklichter 
Revisionsgrund vor mit der Folge, dass der Invaliditätsgrad neu festzulegen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2024, IV/23/667, Seite 22

ist (vgl. E. 2.5 hiervor). Mangels invalidisierenden Gesundheitsschadens 
besteht kein Anspruch auf eine Rente der IV mehr. Diese ist per Ende Au-
gust 2020 aufzuheben.

4.4 An diesem Ergebnis würde sich selbst dann nichts ändern, wenn 
entgegen dem behandelnden Psychiater (AB 126/2 f. Ziff. 1.3 und 2.7) zu 
Gunsten der Beschwerdeführerin gestützt auf die prognostischen Einschät-
zungen der Dres. med. J.________ (AB 39/5 f.) und M.________ 
(AB 111/5 Ziff. 3) von einer Ende Mai 2020 zunächst erst 80%-igen Arbeits-
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausgegangen würde.

4.4.1 Hinsichtlich des Valideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin 
auf die Angaben des früheren Arbeitgebers abgestellt (AB 191/5), wonach 
der aktuelle AHV-beitragspflichtige Lohn ab dem 1. Januar 2017 
Fr. 108'804.80 betragen habe (AB 42/6 Ziff. 5.1). Dem kann insoweit nicht 
gefolgt werden, als gemäss Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) ein 
Lohn (inkl. Zulagen; vgl. Beschwerde, S. 1 unten) von Fr. 112'565.-- verab-
gabt worden war (AB 179/1; vgl. denn auch AB 42/7 Ziff. 5.3). Darauf ist 
abzustellen. Dass später im Jahr 2018 solche Zulagen nicht mehr ausge-
richtet wurden (vgl. AB 42/7 Ziff. 5.3), weil die Beschwerdeführerin nicht 
mehr arbeitete, ändert daran nichts. Nicht gefolgt werden kann der Be-
schwerdeführerin hingegen, wenn sie geltend macht, sie hätte in der Folge 
einen Lohnaufstieg nach Stufen erhalten (vgl. Beschwerde, S. 1 unten). 
Denn wie der Lohnverlauf gewesen wäre, kann nicht bestimmt werden, 
hatte die Beschwerdeführerin doch keinen Anspruch auf einen automati-
schen Lohnstufenaufstieg (Art. 44 Abs. 1 der kantonalen Personalverord-
nung vom 18. Mai 2005 [PV; BSG 153.011.1]). Der Lohn ist nach den all-
gemeinen Regeln nach den statistischen Werten zu indexieren (vgl. 
E. 4.1.1 hiervor). So resultiert für das Jahr 2020 wegen des negativen 
Lohnwachstums an sich ein Valideneinkommen von Fr. 112'239.40 
(Fr. 112'565.-- / 103.7 x 103.4 [BFS, Nominallohnindex Frauen, 2011-2022, 
T1.2.10, Bst. O öffentliche Verwaltung]). Da eine Rückstufung im Lohn bei 
diesem Arbeitgeber nicht erfolgt, kann der über die gesamte öffentliche 
Verwaltung statistisch festgestellte Rückgang der Nominallöhne hier nicht 
berücksichtigt werden und es hat mit der Berücksichtigung des Validen-

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lohns des Jahres 2017 von Fr. 112'565.-- auch im Jahr 2020 sein Bewen-
den.

4.4.2 Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdegegnerin schliesslich 
auch insoweit, als sie für die Festlegung des Invalideneinkommens auf ei-
nen Durchschnittslohn nach IK abgestellt hat (vgl. AB 191/5). Die Be-
schwerdeführerin hat die bisherige Stelle gesundheitsbedingt verloren (vgl. 
AB 46/2) und alsdann keine massgebliche Arbeit aufgenommen, so dass 
auf die Tabellenlöhne abzustellen ist (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Spätestens ab 
Ende Mai 2020 hätte die Beschwerdeführerin in ihrem Tätigkeitsbereich, in 
welchem dem Rendement angepasste Tätigkeiten ohne weiteres zu finden 
sind, tätig werden können. Angesichts des umfangreichen Wissens und der 
von allen Arbeitgebern auch in der beruflichen Eingliederung stets hervor-
gehobenen ausgezeichneten Fähigkeiten im Tätigkeitsbereich (vgl. AB 89/2 
f. und 106/2 f. [sogar mit befristeter Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses 
über den Arbeitsversuch hinaus]) ist im vorliegenden Fall auf die spezifisch 
auf diese Tätigkeit zugeschnittene LSE 2020 TA17 Ziff. 35 (…) mit einem 
massgebenden Wert von Fr. 7'532.-- für Frauen im Alter von 50 Jahren und 
älter abzustellen. Ein Abzug vom Tabellenlohn ist nicht vorzunehmen, denn 
die Beschwerdeführerin erfüllt sämtliche Voraussetzungen für diesen Beruf, 
zumal die gesundheitlichen Einschränkungen im medizinischen Zumutbar-
keitsprofil bereits genügend Eingang fanden (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Nicht 
von Bedeutung ist, dass ihre ursprüngliche Ausbildung in einem anver-
wandten Vorläuferberuf erfolgt war. Es ergibt sich demnach an die be-
triebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.2 Stunden (BFS, betriebsübliche 
Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Ziff. 62-63) angepasst und 
unter Berücksichtigung einer 80%-igen Arbeitsfähigkeit ein Invalidenein-
kommen von Fr. 74'476.40 (Fr. 7'532.-- x 12 / 40 x 41.2 x 0.8). Bei einem 
Abstellen auf die allgemeine Tabelle LSE 2020 TA1 Ziff. 62-63 (…) im 
Kompetenzniveau 3 würde allein ein minim tieferes Einkommen von 
Fr. 7'413.-- resultieren. Die Umstände, dass die Beschwerdeführerin nie 
eine für ihren Tätigkeitsbereich relevante Ausbildung absolviert hat und 
technische Entwicklungen die arbeitgeberseitige Nachfrage verändern, 
können arbeitsmarktlich relevant sein, sind jedoch nicht gesundheitsbe-
dingt, weshalb sie nicht von der Invalidenversicherung zu vertreten sind. 
Selbst wenn die Beschwerdeführerin aufgrund zunehmend weniger nach-

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gefragten Kompetenzen nicht mehr einen früheren Lohn erzielen könnte, 
was angesichts der positiven Rückmeldungen in der Eingliederung und 
dem allgemeinnotorischen Fachkräftemangel im Tätigkeitsbereich der Be-
schwerdeführerin nicht anzunehmen ist, führte dies nicht zu einer Rente 
der Invalidenversicherung.

4.4.3 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert 
selbst wenn zunächst auf die RAD-ärztlich attestierte Einschränkung von 
20 % und noch bis zum Berichtsdatum vom 15. Mai 2021 nicht auf die vom 
behandelnden Psychiater rückwirkend per Ende Mai 2020 attestierte volle 
Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 3.1.11 hiervor) abgestellt würde ebenfalls bereits 
per Anfang Juni 2020 eine (rentenausschliessende) Einschränkung von 
gerundet 34 % ([Fr. 112'565.-- ./. Fr. 74'476.40] / Fr. 112'565.-- x 100; zur 
Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123).

4.5 Damit hat die Beschwerdegegnerin die IV-Rente in Anwendung der 
Dreimonatsfrist gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. E. 2.6 hiervor) zu Recht 
per Ende August 2020 aufgehoben.

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 15. August 
2023 (AB 171/2) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Be-
schwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2024, IV/23/667, Seite 25

lung aufzuerlegen und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
zu entnehmen.

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern (samt Eingaben der Beschwerdeführerin vom 4., 11. 

und 18. Dezember 2023)
- Bernische Pensionskasse (BPK)
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.