# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e624ff4-20d3-5f0f-b0c8-1d1fa850b7b2
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-12-06
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 06.12.2022 BB.2022.123
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2022-123_2022-12-06.pdf

## Full Text

Beschluss vom 6. Dezember 2022 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Patrick Robert-Nicoud, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Felix Ulrich,  

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 

Parteien 

  

A., 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Nichtanhandnahmeverfügung  

(Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2022.123 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- A. mit Strafanzeige vom 5. Mai 2022 gegen Bundesrichterin B. betreffend 

«Begünstigung (Kollusion) Urteil vom 22. März 2022, 1C_775/2021» an die 

Bundesanwaltschaft gelangte; 

 

- A. gegen die Angezeigte den Vorwurf «kollusiver Rechtsprechung aufgrund 

bewusster Missachtung der angezeigten Straftaten und der angezeigten ek-

latanten Verfahrensverstösse durch den Spruchkörper des Obergerichts Zü-

rich, III. Strafkammer» erhoben hat (Verfahrensakten, Lasche 1);  

 

- die Anzeige von A. in Zusammenhang mit dem Urteil 1C_775/2021 vom 

22. März 2022 steht, worin die I. öffentlich-rechtliche Abteilung des Bundes-

gerichts auf eine Beschwerde von A. gegen einen Beschluss des Oberge-

richts des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 30. November 2021 

(TB210140-O/U/MUL) nicht eintrat;  

 

- A. mit Schreiben vom 7. August 2022 sodann die Anzeige ergänzte und ge-

gen C., Präsident des Obergerichts des Kantons Zürich, und D., Vorsteherin 

der Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich, erweiterte (Ver-

fahrensakten, Lasche 8); 

 

- die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 8. September 2022 die Strafan-

zeige vom 5. Mai 2022 nicht anhand genommen und die Strafanzeige vom 

7. September 2022 betreffend die Behördenmitglieder des Kantons Zürich 

an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden des Kantons Zürich weiterge-

leitet hat (act. 2 S. 3). 

 

- dagegen A. mit Beschwerde vom 21. September 2022 und mit weiteren 

Schreiben vom 8., 15. und 27. Oktober, 14. und 24. November 2022 an die 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte und sinngemäss die 

Aufhebung der Nichtanhandnahmeverfügung beantragte (act. 1, 5-9).  

 

- auf die Durchführung eines Schriftenwechsels im vorliegenden Verfahren 

verzichtet wird (Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario). 

 

 

 

 

 

 

 

- 3 - 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft bei 

der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erhoben wer-

den kann (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG); 

 

- die Bundesanwaltschaft mangels hinreichenden Tatverdachts die Nichtan-

handnahme verfügte; 

  

- gemäss Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO für die Eröffnung einer Untersuchung ein 

hinreichender Tatverdacht verlangt wird, welcher sich aus den Informationen 

und Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus eigenen Feststel-

lungen der Staatsanwaltschaft ergeben kann;  

 

- die Zuständigkeit der Bundesanwaltschaft vorliegend lediglich in Bezug auf 

die Vorwürfe gegen Bundesrichterin B. gegeben wäre (Art. 23 Abs. 1 lit. j 

StPO); 

 

- der Beschwerdeführer geltend macht, «[t]atsächlich beruht der vorliegende 

Fall auf einem mit den Zürcher Justizbehörden verquickten deliktischen 

Handlungskomplex des von mir ursprünglich seit 2018 mandatierten Rechts-

anwalts E.: Dieser hatte eine Strafanzeigeerstattung 2019 gegen den Kunst-

sammler F. et al. wegen Betrug und anderer Delikte offenbar bewusst zu 

meinem Nachteil angestossen und beraten, und vor diesem Hintergrund 

dann 2021 in den Ermächtigungsverfahren TB210060 und TB210140 mit 

den Zürcher Justizbehörden parteiverräterisch zusammengewirkt, mich in-

kriminiert und erpresst: Mit dem dann dazu von Bundesrichterin B. errichte-

ten Dossier/Urteil 1C_775/2021 wurde die Beteiligung und Zuständigkeit des 

zu meiner ordentlichen rechtlichen Vertretung rechtlich verpflichteten 

Rechtsanwalts E. bewusst unkenntlich gemacht und vertuscht.» (act. 1 S. 1); 

 

- soweit Bundeszuständigkeit vorliegt – nämlich mit Bezug auf Bundesrichterin 

B. – der Beschwerdeführer nicht konkret darlegt, inwiefern die Beschwerde-

gegnerin zu Unrecht die Nichtanhandnahme der Strafsache verfügt haben 

soll;  

 

- der Strafanzeige des Beschwerdeführers auch kein konkreter Sachverhalt 

entnommen werden kann, der in irgendeiner Art und Weise einen hinrei-

chenden Tatverdacht gegen Bundesrichterin B. begründen könnte; 

 

- die Beschwerdegegnerin zu Recht keine Strafuntersuchung eröffnet hat; 

 

- 4 - 

 

 

- vor diesem Hintergrund offenbleiben kann, ob der Beschwerdeführer über-

haupt ein rechtlich gestütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung 

des angefochtenen Entscheides hat und damit zur Beschwerdeerhebung le-

gitimiert ist; 

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtkosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO) und die Gerichtsgebühr auf 

Fr. 200.-- festzusetzen ist (vgl. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 

BStKR).  

 

- 5 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 

 

Bellinzona, 6. Dezember 2022 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Vizepräsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Bundesanwaltschaft 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.