# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b46d6a11-18aa-50c0-b36b-29fe5f504726
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.11.2018 IV 2018/20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-20_2018-11-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/20

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.09.2019

Entscheiddatum: 28.11.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 28.11.2018
Art. 28 Abs. 1 IVG. Rentenanspruch. Nichteintreten auf den Antrag auf 
berufliche Massnahmen. Würdigung medizinischer Berichte. Beweiskraft der 
polydisziplinären Gutachten bejaht. Abweisung der Beschwerde (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. November 2018, 
IV 2018/20). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_34/2019.

Besetzung

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und 

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Katja Meili

Geschäftsnr.  

IV 2018/20

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Studer Anwälte AG, Hauptstrasse 

11a, 8280 Kreuzlingen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand 

berufliche Massnahmen / Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 5. September 2011 erstmals zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). PD Dr. med. B.___, Facharzt für 

Gastroenterologie und Innere Medizin, hatte am 12. August 2011 die Diagnosen Status 

nach Hüftoperation beidseits als Kleinkind wegen Hüftluxation, lumbovertebrales 

Schmerzsyndrom und Adipositas festgehalten (IV-act. 2). Dr. med. C.___, Radiologie, 

Klinik D.___, führte am 30. Januar 2012 ein Computertomogramm der linken Hüfte 

durch und berichtete gleichentags unter anderem über eine Hüftdysplasie (IV-act. 

37-7). Dr. med. E.___, FMH Orthopädische Chirurgie, hielt in seinem Bericht vom 30. 

Januar 2012 als Diagnosen eine Dysplasie-Coxarthrose links mit Beinverkürzung von 

2cm, eine Coxarthrose rechts, ein Valgusknie links, eine Spondylarthrose der 

Lendenwirbelsäule (LWS) und eine Adipositas fest. Aktuell bestehe eine 

Arbeitsunfähigkeit für stehende Tätigkeiten und eine Arbeitsfähigkeit für sitzende 

Tätigkeiten (IV-act. 37).

A.b  Dr. B.___ attestierte der Versicherten ab 6. Februar 2012 eine Arbeitsunfähigkeit 

von 100% (IV-act. 47). Am 7. Februar 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, 

aufgrund ihres Gesundheitszustandes seien zurzeit keine beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-act. 34). Vom 28. März bis 20. April 2012 war 

die Versicherte im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) hospitalisiert, wo ihr beidseits eine 

Hüftprothese implantiert wurde (IV-act. 123-30 f.). Vom 22. April bis 3. Mai 2012 befand 

sie sich stationär im F.___ (IV-act. 52). Dr. med. G.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, hatte am 24. April 2012 aus psychiatrischer Sicht über ein 

chronisch depressives Zustandsbild (ICD-10: F33.11) seit ca. 2010 berichtet. Die 

Versicherte werde es sehr schwer haben, im ersten Arbeitsmarkt Fuss zu fassen (IV-

act. 41). Am 20. Juli 2012 hielt Dr. G.___ fest, die Versicherte habe am 9. Juli 2012 die 

Arbeit an einem geschützten Arbeitsplatz beim Brockenhaus der J.___ in einem 

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Pensum von 30% wiederaufgenommen. Die Prognose sei eher schlecht, sie werde 

maximal 50% in geschütztem Rahmen (mit Leistungseinbusse) arbeiten können. Eine 

volle Leistung werde nie mehr möglich sein (IV-act. 54, vgl. IV-act. 58).

A.c  Ein operativer Begleiter des Programms I.___ der J.___ berichtete am 22. Januar 

2013, die Versicherte arbeite seit dem 17. Mai 2010 im Rahmen des 

Arbeitsintegrationsprogramms der J.___ im Brockenhaus. Nach krankheitsbedingten 

Absenzen arbeite sie seit Juli 2012 in einem Pensum von 30%; eine Steigerung sei 

gescheitert (IV-act. 63-8).

A.d  Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 78) wurde die Versicherte durch Ärzte der 

Medizinischen Gutachtenzentrum Region St. Gallen GmbH (MGSG) bidisziplinär 

(orthopädisch, psychiatrisch) abgeklärt. In ihrem Gutachten vom 5. September 2013 

listeten diese als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 

Schmerzpersistenz nach Implantation einer zementfreien Hüfttotalprothese links im 

März 2012 und rechts im April 2012 sowie eine chronische depressive Verstimmung 

(Dysthymie, ICD-10: F34.1), bestehend etwa seit Januar 2011, auf. Seit Januar 2013 

könnten adaptierte Tätigkeiten bei voller Stundenpräsenz zu 90% und die 

angestammte Tätigkeit als Verkäuferin in einer Brockenstube zu 60% 

(Arbeitsunfähigkeit 40%) zugemutet werden (IV-act. 86). Am 25. Oktober bzw. 11. 

November 2013 beantworteten die Gutachter Rückfragen der IV-Stelle (vgl. IV-act. 87, 

90). Der orthopädische Teilgutachter Dr. med. K.___, Spezialarzt Orthopädie FMH, 

klärte im Auftrag der IV-Stelle die Hüftgelenksschmerzen weiter ab (vgl. IV-act. 123-18 

f.) und hielt am 26. November 2013 fest, diese seien am ehesten auf Enthesiopathien 

zurückzuführen. Die Arbeitsfähigkeit als Verkäuferin betrage 60%, in einer adaptierten 

Tätigkeit 90% bei voller Stundenpräsenz (IV-act. 93).

A.e  Dr. G.___ berichtete am 9. Dezember 2013 über mittelgradige rezidivierende 

depressive Episoden (ICD-10: F33.11), eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit 

unreifen und narzisstischen Anteilen (ICD-10: F61.0) sowie chronische Schmerzen in 

den Hüftgelenken beidseits. Im ersten Arbeitsmarkt sei die Versicherte unmöglich 

arbeitsfähig. Die Stelle im Brockenhaus sei ein geschützter Arbeitsplatz, wo man auf 

ihre Beeinträchtigungen eingehen könne. Auch dort sei nur ein Pensum von 30% 

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möglich. Im ersten Arbeitsmarkt würde die Arbeitsfähigkeit ca. 15% betragen (IV-act. 

212-19 ff.).

A.f  Am 10. September 2014 wurde bei der Versicherten eine Dekompression des 

Nervus ulnaris bei Kubitaltunnelsyndrom links durchgeführt (vgl. IV-act. 117-10 ff.). Am 

16. März 2015 unterzog sie sich aufgrund eines Rezidivs des Sulcus ulnaris Syndroms 

links und eines Karpaltunnelsyndroms links einer Ulnaris-Neurolyse sowie einer 

Karpaldachspaltung (IV-act. 117-4 ff.). Die behandelnden Ärzte des Spitals L.___ 

befanden am 12. Mai 2015, die Versicherte sei ab sofort wieder zu 50% arbeitsfähig 

(IV-act. 123-8).

A.g  Die IV-Stelle hatte der Versicherten am 10. Juni 2014 Beratung und Unterstützung 

bei der Stellensuche gewährt (IV-act. 107). Da es nicht gelungen war, die Versicherte in 

den Arbeitsmarkt zu integrieren, wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren auf 

berufliche Massnahmen am 2. September 2015 ab (IV-act. 131).

A.h  Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 154) wurde die Versicherte im Mai 2016 durch 

Ärzte des MGSG polydisziplinär (internistisch, orthopädisch, neurologisch, 

psychiatrisch) abgeklärt. In ihrem Gutachten vom 4. Juli 2016 listeten diese als 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Schmerzpersistenz nach 

zementfreier Hüfttotalprothese links und rechts mit diskreter Ansatztendinopathie am 

Trochanter major beidseits sowie eine chronische depressive Verstimmung 

(Dysthymie), bestehend seit etwa Januar 2011 (ICD-10: F34.1), auf. In der 

angestammten Tätigkeit als Mitarbeiterin einer Brockenstube betrage die 

Arbeitsfähigkeit bei voller Stundenpräsenz seit Januar 2011 80%, von März bis 

Dezember 2012 0% und seit Januar 2013 60%. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe 

seit Januar 2013 eine Arbeitsfähigkeit von 90% (IV-act. 161). Die Rückfragen der IV-

Stelle (IV-act. 162) beantwortete Dr. K.___ am 5. August 2016 (IV-act. 164).

A.i Mit Vorbescheid vom 26. August 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 170). Dagegen erhob die 

Versicherte am 3. Oktober 2016 Einwand (IV-act. 171). Sie reichte unter anderem eine 

konsiliarische Beurteilung vom 23. September 2016 von Dr. med. M.___, Facharzt 

Neurologie, Ambulatorium der Klinik N.___, ein. Dieser hatte eine leichte 

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Intelligenzminderung sowie eine leichte bis mittelschwere neuropsychologische 

Funktionsstörung diagnostiziert. Er führte aus, er erachte die von Dr. G.___ gemachte 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von ca. 30% in einem geschützten Rahmen für 

realistisch (IV-act. 171-10 f.). Dr. G.___ hielt in seinem Bericht vom 5. Oktober 2016 als 

Diagnosen rezidivierende depressive Episoden, zurzeit mittelgradig depressives 

Zustandsbild (ICD-10: F33.11), eine kombinierte Persönlichkeitsstörung vom 

narzisstischen Typus mit unreifen Anteilen (ICD-10: F61.0), eine leichte 

Minderintelligenz mit Verhaltensauffälligkeiten (ICD-10: F70.1) sowie eine leichte bis 

mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung fest. Die Arbeitsfähigkeit betrage 

30%, am besten in einem geschützten Rahmen (IV-act. 173-3 ff.).

A.j Im Auftrag der IV-Stelle (IV-act. 182, bzgl. Einwand der Versicherten gegen die 

gewählte Gutachterstelle vgl. IV-act. 186 ff.) wurde die Versicherte im März 2017 durch 

Ärzte der PMEDA AG polydisziplinär (internistisch, neurologisch, neuropsychologisch, 

orthopädisch, psychiatrisch) abgeklärt. In ihrem Gutachten vom 19. Juni 2017 listeten 

diese als Diagnosen mit qualitativer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Hüft-

Totalendoprothesen-Implantation beidseits 2012 mit funktionell gutem operativem 

Ergebnis, eine Funktionsstörung der linken Schulter, ein leichtgradiges 

Carpaltunnelsyndrom rechts, einen Residualbefund nach Carpaltunneloperation links 

im März 2015 mit nach elektrophysiologischen Kriterien residuellem leichtgradigem 

Carpaltunnelsyndrom, einen Status nach zweimaliger Sulcus ulnaris-Operation links mit 

klinisch residueller sensomotorischer Ulnarisschädigung links und eine leichtgradige 

kognitive Störung (ICD-10: F06.7) auf. Sie befanden, die Arbeitsfähigkeit der 

Versicherten sei sowohl in der zuletzt ausgeübten wie auch in einer adaptierten 

Tätigkeit als nicht limitiert anzusehen. Die angelernte Tätigkeit als Schneiderin sei nicht 

geeignet, die diesbezügliche Arbeitsfähigkeit betrage 0%. Diese Bewertung gelte 

spätestens ex nunc (IV-act. 196).

A.k  Mit Vorbescheid vom 24. Juli 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten erneut die 

Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 200). Dagegen erhob die 

Versicherte am 14. September 2017 Einwand und beantragte die Zusprache einer 

ganzen Rente mit Wirkung ab 1. März 2012, eventualiter die Zusprache von beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen (IV-act. 201). Sie reichte eine Stellungnahme von Dr. G.___ 

vom 22. August 2017 zum Gutachten der PMEDA ein (IV-act. 201-5 f.). RAD-Ärztin Dr. 

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med. O.___, befand am 14. November 2017, es könne weiterhin auf das Gutachten der 

PMEDA abgestützt werden (IV-act. 204).

A.l Am 23. November 2017 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-

act. 205).

B. 

B.a  Gegen die Verfügung vom 23. November 2017 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 9. Januar 2018. Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

beantragte darin deren Aufhebung und die Zusprache einer ganzen Rente mit Wirkung 

ab 1. März 2012. Eventualiter seien ihr berufliche Eingliederungsmassnahmen 

zuzusprechen. Subeventualiter sei die Sache zur Vornahme ergänzender Abklärungen 

und zur neuen Entscheidung über den Leistungsanspruch an die Vorinstanz 

zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie brachte vor, bei 

ihrer letzten Tätigkeit in der Brockenstube handle es sich um eine vollumfänglich vom 

Sozialamt finanzierte und im geschützten, betreuten Rahmen angebotene 

Beschäftigung. Die Gutachter hätten diese hingegen als Tätigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt qualifiziert. Seit 1. Mai 2010 bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt, weshalb sie sechs Monate nach ihrer IV-Anmeldung, 

mithin ab 1. März 2012, einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe. Wolle die 

IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) noch von einer verwertbaren 

Arbeitsfähigkeit ausgehen, müsse sie ihr im Rahmen von beruflichen Massnahmen 

Hilfestellung bieten (act. G1).

B.b  In ihrer Beschwerdeantwort vom 29. März 2018 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie führte aus, das Gutachten 

der PMEDA sei schlüssig. Die Beschwerdeführerin könne in einer angepassten 

Tätigkeit vollumfänglich tätig sein. Die Zumutbarkeitsprofile seien nicht anhand ihrer 

bisherigen Arbeitstätigkeit erstellt worden, sondern basierend auf ihren vorhandenen 

Ressourcen. Es resultiere ein IV-Grad von 0%. Die Beschwerdegegnerin habe bereits 

im Vorfeld zur Rentenprüfung Arbeitsvermittlung zugesprochen und sei damit dem 

Grundsatz "Eingliederung vor Rente" hinreichend nachgekommen (act. G6).

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B.c  Mit Eingabe vom 17. April 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen 

fest und verzichtete auf eine einlässliche Replik (act. G8 f.).

Erwägungen

1. 

Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist primär der Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf eine Rente der Beschwerdegegnerin.

1.1  Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit 

verstanden. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird 

gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das 

Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der 

Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad 

von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

1.2  Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht 

und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der 

Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien 

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gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben 

zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a am Schluss, BGE 117 V 282 E. 4.a).

1.3  Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine 

zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

2. 

Vorab ist die Frage zu klären, ob die medizinische Situation und die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin rechtsgenüglich abgeklärt wurden. Die angefochtene Verfügung 

stützt sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das Gutachten der PMEDA 

vom 19. Juni 2017 (IV-act. 196). Die Beschwerdeführerin spricht diesem die 

Beweiskraft ab (act. G1).

2.1  In ihrem Gutachten vom 19. Juni 2017 listeten die PMEDA-Gutachter als 

Diagnosen mit qualitativer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Hüft-

Totalendoprothesen-Implantation beidseits 2012 mit funktionell gutem operativem 

Ergebnis, eine Funktionsstörung der linken Schulter, ein leichtgradiges 

Carpaltunnelsyndrom rechts, einen Residualbefund nach Carpaltunneloperation links 

im März 2015 mit nach elektrophysiologischen Kriterien residuellem leichtgradigem 

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Carpaltunnelsyndrom, einen Status nach zweimaliger Sulcus ulnaris-Operation links mit 

klinisch residueller sensomotorischer Ulnarisschädigung links und eine leichtgradige 

kognitive Störung (ICD-10: F06.7) auf. Sie befanden, die Arbeitsfähigkeit der 

Versicherten sei sowohl in der zuletzt ausgeübten wie auch in einer adaptierten 

Tätigkeit als nicht limitiert anzusehen. Die angelernte Tätigkeit als Schneiderin sei nicht 

geeignet, die diesbezügliche Arbeitsfähigkeit betrage 0%. Diese Bewertung gelte 

spätestens ex nunc (IV-act. 196).

2.2  Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihre letzte Arbeitstätigkeit im Brockenhaus 

bei der J.___ sei eine Tätigkeit in geschütztem Rahmen gewesen. Die Gutachter hätten 

diese fälschlicherweise als angestammte Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt 

interpretiert (act. G1). Bei der genannten Tätigkeit handelte es sich um ein vom 

Sozialamt finanziell unterstütztes Programm zur beruflichen und sozialen Integration in 

den Arbeitsmarkt (IV-act. 25, 31). Dies ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einer 

Tätigkeit in geschütztem Rahmen. Gemäss Angaben im Fragebogen für Arbeitgebende 

vom 22. Januar 2013 wurde das Arbeitsintegrationsprogramm aufgrund wiederholter 

gesundheitsbedingter Arbeitsausfälle mehrmals verlängert und daher von einer 

Anstellung abgesehen. Ohne Gesundheitsschaden hätte die Beschwerdeführerin Fr. 

3'600.-- monatlich verdienen können (IV-act. 63), was gegen eine Tätigkeit in 

geschütztem Rahmen spricht. Weder dem Fragebogen noch den Berichten der 

Arbeitgeberin lassen sich sodann Hinweise darauf entnehmen, dass die 

Arbeitsbedingungen nicht jenen des ersten Arbeitsmarkts entsprachen (vgl. IV-act. 25, 

63-8). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass bei der Bemessung des 

Invaliditätsgrades die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit, nicht in der 

angestammten, massgebend ist. Die Gutachter äusserten sich zu den 

Adaptions¬kriterien und schätzten die entsprechende Arbeitsfähigkeit. Sie hielten auch 

die letzte Tätigkeit in der Brockenstube für adaptiert und die Beschwerdeführerin 

folglich für voll arbeitsfähig (IV-act. 196). Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, sie 

sei Geburtsinvalide und der Einkommensvergleich sei daher nach Art. 26 der 

Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) vorzunehmen (vgl. act. 

G1), ist dem nicht zu folgen. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festhielt, war die 

Beschwerdeführerin in der Lage, eine Anlehre zur Vorhangnäherin zu absolvieren sowie 

2009 ein Bürofachdiplom zu erlangen (vgl. IV-act. 3-15 ff.). Zudem war sie von 1980 bis 

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2009 mit lediglich kurzen Unterbrüchen auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig und trat 

sodann im Mai 2010 ihre Stelle in der Brockenstube an (IV-act. 3, 16, 29, act. G1.11).

2.3  Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, das Geburtsgebrechen der 

Oligophrenie lasse sich nicht schlüssig verneinen. Es handle sich dabei um eine 

allgemeine Bezeichnung für einen ätiologisch uneinheitlichen, angeborenen oder 

frühzeitig erworbenen Intelligenzdefekt (act. G1). Dr. M.___ berichtete am 23. 

September 2016 über eine leichte Intelligenzminderung. Das allgemeine 

Intelligenzniveau liege mit einem Intelligenzquotient (IQ) von 76 mit 95%iger 

Wahrscheinlichkeit im IQ-Bereich zwischen 72 und 81, weshalb im Vergleich zur 

Normstichprobe von einem unterdurchschnittlichen intellektuellen Niveau auszugehen 

sei (IV-act. 171-10 ff.). Gestützt darauf hielt auch Dr. G.___ am 5. Oktober 2016 eine 

leichte Minderintelligenz mit Verhaltensauffälligkeiten (ICD-10: F70.1) fest. Die 

Beschwerdeführerin könne einfache Zusammenhänge nicht verstehen und neige dazu, 

die kognitiven Defizite zu überspielen (IV-act. 173-3 ff.). Der neuropsychologische 

PMEDA-Teilgutachter Mag. rer. nat. P.___ hielt fest, die Beschwerdeführerin sei im 

Gespräch konzentriert geblieben. Der Gedankengang sei flüssig, leicht ausschweifend, 

aber nachvollziehbar. Es bestehe kein irreales, pathologisches Abweichen des 

inhaltlichen Denkens. Er führte verschiedene testpsychologische Erhebungen durch 

und kam gestützt darauf zum Schluss, der IQ betrage 82, was leicht 

unterdurchschnittlich sei. Bezüglich der Einschätzung von Dr. M.___ führte Mag. P.___ 

aus, die Kriterien einer leichten Intelligenzminderung seien nicht erfüllt. Dafür müsste 

der IQ zwischen 50 und 69, bzw. das Intelligenzalter zwischen 9 und 12 Jahren liegen 

(vgl. auch den entsprechenden Eintrag zu ICD-10: F70.0, abrufbar auf https://

www.dimdi.de/static/ de/klassifikationen/icd/icd-10-gm/kode-suche/). Sowohl der von 

ihm, als auch von Dr. M.___ geschätzte IQ liege deutlich über dem vorgegebenen 

Cutoff. Mag. P.___ diagnostizierte eine leichtgradige kognitive Störung (ICD-10: F06.7). 

Die Funktionsfähigkeit sei im Alltag und in den meisten beruflichen Anforderungen nicht 

eingeschränkt. Kognitiv anspruchsvolle Tätigkeiten seien hingegen ungeeignet (IV-act. 

196-51 ff.). Auch der psychiatrische Teilgutachter med. pract. Q.___ befand, 

Konzentration und Aufmerksamkeit seien unauffällig. Das formale Denken sei geordnet, 

auf das Wesentliche beschränkt und in angemessener Geschwindigkeit. Hinweise für 

inhaltliche Denkstörungen lägen nicht vor (IV-act. 196-45). Schliesslich sind auch den 

Vorgutachten des MGSG keine Hinweise auf eine Minderintelligenz zu entnehmen (IV-

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act. 86, 161). Insgesamt ist eine relevante Minderintelligenz damit nicht überwiegend 

wahrscheinlich nachgewiesen.

2.4  Med. pract. Q.___ diagnostizierte eine weitgehend remittierte mittelgradige 

depressive Episode bei Verdacht auf rezidivierende depressive Störung (ICD-10: 

F33.0). Aus den anamnestischen Angaben und den Untersuchungsbefunden ergebe 

sich, dass es bei der Beschwerdeführerin nach der Kündigung des letzten 

Arbeitsplatzes zu einer reaktiven depressiven Entwicklung mit einer mittelgradigen 

Ausprägung gekommen sei. Im Zuge der fortlaufenden ambulanten Behandlung sei 

eine sukzessive Remission zu objektivieren. Aktuell bestehe noch eine subsyndromale 

Restsymptomatik bei einer inzwischen weitgehenden Remission. Aufgrund der 

Anamnese sei eine rezidivierende depressive Störung wahrscheinlich (IV-act. 196-47). 

Entgegen der Kritik von Dr. G.___ bezeichnete med. pract. Q.___ die jahrelangen 

depressiven Phasen somit nicht "lapidar" als remittiert (vgl. IV-act. 201-5), sondern 

begründete seine Einschätzung überzeugend. Med. pract. Q.___ führte zudem aus, die 

vom psychiatrischen MGSG-Teilgutachter diagnostizierte chronisch depressive 

Verstimmung (Dysthymie; vgl. IV-act. 161) könne er retrospektiv nicht nachvollziehen. 

Im Gutachten des MGSG von 2016 sei bezogen auf den Affekt eine bessere affektive 

Situation als im Jahre 2013 beschrieben worden, so dass keine fixierte psychische 

Störung anzunehmen sei (IV-act. 196-48). Die von Dr. G.___ diagnostizierte kombinierte 

Persönlichkeitsstörung vom narzisstischen Typus mit unreifen Anteilen (ICD-10: F61.0; 

vgl. IV-act. 173-3) hielt med. pract. Q.___ für nicht nachvollziehbar. Er begründete 

plausibel, die Beschwerdeführerin sei viele Jahre im Verkauf tätig gewesen, habe keine 

diesbezüglichen interaktionellen Probleme beschrieben und auch während der 

aktuellen Exploration keine auf einen inadäquaten Narzissmus hindeutende 

Verhaltensweise gezeigt. Auch lasse sich keine derartige Störung in Kindheit oder 

Jugend erkennen, weshalb die Kriterien einer Persönlichkeitsstörung nicht erfüllt seien 

(IV-act. 196, 49).

2.5  Die PMEDA-Gutachter befanden, für die reklamierten Beschwerden habe sich 

zumindest hinsichtlich der Ausprägung kein ausreichendes objektives Befundkorrelat 

gefunden, sodass eine Aggravation anzunehmen sei. Auch im MGSG-Gutachten von 

2016 sei orthopädischerseits bereits darauf hingewiesen worden, dass die objektiven 

Befunde die Beschwerden nicht ausreichend erklärten (IV-act. 196-64). Dr. G.___ stellt 

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sich hingegen auf den Standpunkt, es liege keine Aggravation vor, die 

Beschwerdeführerin dissimuliere im Gegenteil. Sie präsentiere ihre gesamte 

Lebenssituation und ihr psychisches Zustandsbild viel besser, als es in Wirklichkeit sei 

(IV-act. 201-5). Für diese Darstellung gibt es jedoch in den weiteren ärztlichen 

Berichten keine Hinweise, jedenfalls ist sie nicht hinreichend belegt. Die Vorbringen von 

Dr. G.___ sind damit nicht geeignet, die Einschätzung der Gutachter in Zweifel zu 

ziehen.

2.6  Weiter bemängelt Dr. G.___, die Feststellung der PMEDA-Gutachter, wonach bei 

der Beschwerdeführerin eine gut erhaltene Selbständigkeit, Selbstversorgung, soziale 

Integration und Aktivität bestehe, sei ein absoluter Widerspruch zu ihrem tatsächlichen 

Alltag. Sie lebe in einer kleinen Wohnung, sei seit Jahren vom Sozialamt abhängig und 

sozial isoliert. Bei den erwähnten Busreisen handle es sich um billige Werbefahrten (IV-

act. 201-6). Dem Gutachten der PMEDA ist hingegen zu entnehmen, dass sich die 

Beschwerdeführerin in einer Fernbeziehung befindet, ihren Partner in R.___ 

regelmässig mit dem Fernbus besucht, wenige Kollegen habe sowie sich selten mit 

einer Nachbarin im Haus treffe. Ausserdem ist sie in der Lage, den Haushalt selbst zu 

führen (IV-act. 196-25 f., 196-30, 196-37). Sie ist damit mindestens bis zu einem 

gewissen Grad sozial integriert und die Selbstversorgung ist erhalten. Dass sie 

möglicherweise in administrativen Angelegenheiten die Unterstützung des Sozialamts 

in Anspruch nimmt, wie Dr. G.___ aussagt, ist für sich betrachtet nicht ungewöhnlich 

und kann nicht als Hinweis verstanden werden, die von den Gutachtern beschriebene 

Selbständigkeit in Frage zu stellen.

2.7  Die PMEDA-Gutachter befanden, die Beschwerdeführerin sei spätestens seit dem 

Gutachten in der zuletzt ausgeübten sowie jedweder vergleichbaren Tätigkeit oder 

auch einer anderen, körperlich leichten, wechselbelastend oder überwiegend sitzend 

ausgeübten, geistig einfachen Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarkts als nicht limitiert 

anzusehen (vgl. IV-act. 196-68 f.). Dr. G.___ erachtete die Beschwerdeführerin 

hingegen als zu lediglich 30% arbeitsfähig, am besten in einem geschützten Rahmen 

(IV-act. 173-5, vgl. IV-act. 137, 212-19 ff.). Dr. M.___ hielt am 23. September 2016 die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G.___ für realistisch. Er führte aus, es gelinge nur 

unter günstigen Umständen, Personen mit Minderintelligenz in den ersten Arbeitsmarkt 

zu integrieren. Da sich bei der Beschwerdeführerin allerdings eine Kombination mit 

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einer Persönlichkeitsstörung finde, sei die Arbeitsfähigkeit als massiv eingeschränkt zu 

bewerten. Die Einschränkungen dieser beiden Diagnosen potenzierten sich gegenseitig 

(IV-act. 171-10 f.). Wie vorangehend ausgeführt, ist jedoch weder die Diagnose der 

Minderintelligenz noch diejenige der Persönlichkeitsstörung mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erstellt. Folglich sind auch die Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. 

G.___ und Dr. M.___ nicht nachvollziehbar. Dr. med. S.___, Allgemeinmedizin FMH, gab 

an, eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei seit 12. Juni 2015 für vier Stunden pro 

Tag in Wechselbelastung und mit leichter körperlicher Belastung möglich, begründete 

die quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit jedoch nicht (IV-act. 123-1 ff.).

2.8  Die Beschwerdeführerin bringt zu Recht vor, dass die PMEDA-Gutachter die 

Arbeitsfähigkeit spätestens ex nunc, also ab dem Gutachtenszeitpunkt, festgelegt und 

auf eine retrospektive Beurteilung verzichtet hätten (vgl. act. G1). Die Gutachter hielten 

dazu fest, aktenkundig sei vorangehend eine höhergradige Depressivität attestiert 

worden, die sich anhand der aktuellen psychiatrischen Exploration nicht mehr 

attestieren und retrospektiv hinsichtlich Ausprägung, Zeitgang und Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit ausreichend zeitlich eingrenzen und quantifizieren lasse. Die 

orthopädische Vorbewertung sei nicht hinreichend schlüssig (IV-act. 196-69). Das 

orthopädische Teilgutachten des MGSG vom 4. Juli 2016 war insofern unvollständig, 

als es die seit der Vorbegutachtung aufgetretenen Beschwerden der Schulter links 

sowie das Carpaltunnelsyndrom nicht berücksichtigte (vgl. IV-act. 161 f., 164). Dies ist 

jedoch insofern unproblematisch, als die PMEDA-Gutachter zwar eine 

Funktionsstörung der linken Schulter und ein leichtgradiges Carpaltunnelsyndrom 

rechts sowie einen Residualbefund nach Carpaltunneloperation links diagnostizierten, 

diese sich gemäss überzeugender Einschätzung aber nur qualitativ auf die 

Arbeitsfähigkeit auswirken (IV-act. 196). Es ist daher mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die durch das MGSG nicht erhobenen 

Beschwerden nicht zu einer höheren Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit 

geführt hätten als die damals attestierte 10%ige Einschränkung (vgl. IV-act. 161). 

Bezüglich der weiteren Teilgutachten des MGSG, insbesondere des psychiatrischen, 

brachten die Parteien sodann - abgesehen von den bereits in Bezug auf das PMEDA-

Gutachten diskutierten Kritikpunkte - keine nennenswerten Zweifel vor, sodass auf 

diese abgestellt werden kann (die Kritik von Dr. G.___ gegen das Gutachten der MGSG 

in IV-act. 173-3 ff. betrifft im Wesentlichen die gleichen Aspekte wie diejenige gegen 

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das PMEDA-Gutachten; vgl. IV-act. 201-5 f.). Eine mehr als 10%ige Arbeitsunfähigkeit 

in einer adaptierten Tätigkeit zwischen Januar 2013 und der Begutachtung durch die 

PMEDA im März 2017 ist damit nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen (vgl. 

IV-act. 86, 161, 196). Dazwischen kam es aufgrund der Operationen betreffend der 

Ulnaris-Neuropathie bzw. des Carpaltunnelsyndroms (IV-act. 117-4 ff., 117-10 ff.) 

sowie eines Treppensturzes mit der Folge von Schmerzen im Schultergelenk links (vgl. 

IV-act. 117-24) lediglich zu einer vorübergehenden Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes und befristeter, für einen Rentenbezug nicht genügend lange 

andauernden, Arbeitsunfähigkeiten (vgl. IV-act. 150).

2.9  Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass das 

PMEDA-Gutachten vom 19. Juni 2017 sowie das Gutachten der MGSG vom 5. August 

2016 auf umfassender Aktenkenntnis sowie polydisziplinären eigenen Untersuchungen 

beruhen, das gesamte Leidensbild der Beschwerdeführerin berücksichtigen und die auf 

dieser Grundlage gezogenen Schlüsse nachvollziehbar sind. Aus den von der 

Beschwerdeführerin vorgebrachten medizinischen Einschätzungen, insbesondere 

denjenigen von Dr. G.___, ergeben sich zudem keine objektiven Gesichtspunkte, 

welche im PMEDA-Gutachten ausser Acht gelassen worden wären. Schliesslich 

wurden auch keine zwischen dem PMEDA-Gutachten vom 19. Juni 2017 und der 

umstrittenen Verfügung der IV-Stelle vom 23. November 2017 eingetretenen 

massgeblichen Veränderungen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit geltend 

gemacht und solche ergeben sich auch nicht aus den Akten. 

3. 

Die Beschwerdeführerin ist seit 6. Februar 2012 in ihrer angestammten Tätigkeit 

durchgehend in relevantem Ausmass arbeitsunfähig gewesen (vorher bestand ein rund 

fünfmonatiger Unterbruch, vgl. IV-act. 25, 197-2 bzw. gemäss Gutachten des MGSG 

lediglich eine Arbeitsunfähigkeit von 20%, vgl. IV-act. 86-32, 161) und hat sich am 5. 

September 2011 zum Rentenbezug angemeldet (vgl. IV-act. 1). Das sogenannte 

Wartejahr (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) ist somit im Februar 2013 abgelaufen, so dass ein 

Rentenanspruch frühestens ab 1. Februar 2013 in Betracht fällt. Ausgehend von der 

gutachterlich bescheinigten Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 90% ab 

Januar 2013 (IV-act. 86-23, 93, 161-56) bzw. von 100% ab März 2017 (vgl. IV-act. 196) 

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verbleibt die Erwerbsunfähigkeit bzw. der Invaliditätsgrad zu ermitteln. Die 

Beschwerdeführerin machte eine Anlehre zur Vorhangnäherin und arbeitete mehrere 

Jahre auf dem Beruf (vgl. IV-act. 94, 3). Später erwarb sie ein Bürofachdiplom, war 

aber nie in diesem Bereich tätig (IV-act. 3-16 ff., act. G1.11). Seit 1990 arbeitete sie bei 

verschiedenen Arbeitgebern unter anderem als ungelernte Verkäuferin, bis sie 2010 

eine Stelle in der Brockenstube antrat. Letztere war vom Sozialamt unterstützt. Die 

Beschwerdeführerin bezog keinen Lohn, weshalb diese Tätigkeit nicht als Grundlage 

für das Valideneinkommen dienen kann (vgl. act. G1., IV-act. 31, 94). Die 

Beschwerdeführerin war seit 1990 als Hilfsarbeiterin beschäftigt, was ihr auch seit dem 

frühestmöglichen Rentenbeginn an einer adaptierten Arbeitsstelle weiterhin zumutbar 

ist. Damit ist sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen gestützt auf die 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE), Tabelle TA1, Total 

sämtlicher Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, Frauen, zu bestimmen. Ausgehend 

von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin 

im Validenfall und einer solchen von 90% bzw. 100% im Invalidenfall erübrigen sich die 

Vornahme eines konkreten Einkommensvergleichs und insbesondere die Festsetzung 

eines Tabellenlohnabzugs, da ohnehin kein rentenbegründender 

Mindestinvaliditätsgrad von 40% resultiert.

4. 

Die Beschwerdeführerin beantragt eventualiter die Zusprache von beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung.

4.1  Mit der angefochtenen Verfügung vom 23. November 2017 hat die 

Beschwerdegegnerin den Anspruch auf eine Invalidenrente verneint (IV-act. 205). Der 

durch diese Verfügung definierte Streitgegenstand beschränkt sich folglich auf den 

Rentenanspruch, was bedeutet, dass er sich grundsätzlich nicht auf weitere Ansprüche 

gegenüber der Invalidenversicherung, namentlich auf berufliche Massnahmen, 

erstrecken kann. Im Sozialversicherungsrecht gilt aber der allgemeine Grundsatz 

“Eingliederung vor Rente“ (vgl. etwa UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, 

Vorbemerkungen N 81 ff.), laut dem die Zusprache einer Rente die Unmöglichkeit 

voraussetzt, die Invalidität mit einer Eingliederung (weiter) zu minimieren. Eine 

Rentenverfügung, die in Verletzung dieses Grundsatzes ergangen ist, ist rechtswidrig 

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(vgl. dazu auch Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG). In einem Beschwerdeverfahren muss deshalb 

eine solche Verfügung aufgehoben werden und die Verwaltung muss verpflichtet 

werden, die Eingliederung abzuschliessen und erst danach über den Rentenanspruch 

zu verfügen. Wenn allerdings eine IV-Stelle bereits zu einem früheren Zeitpunkt 

rechtskräftig über die berufliche Eingliederung entschieden hat, kann bei der 

Beurteilung einer Rentenverfügung grundsätzlich keine Prüfung des Grundsatzes 

“Eingliederung vor Rente“ mehr erfolgen. Eine Ausnahme besteht dann, wenn sich bei 

der Prüfung des Rentenanspruchs ein rentenbegründender Invaliditätsgrad ergibt, was 

vorliegend jedoch nicht der Fall ist.

4.2  Vorliegend gewährte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin am 10. Juni 

2014 Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche (IV-act. 107). Da es trotz 

Bemühungen und Unterstützung der Eingliederungsberaterin nicht gelungen war, die 

Beschwerdeführerin in den Arbeitsmarkt zu integrieren, wies die Beschwerdegegnerin 

das Leistungsbegehren auf berufliche Massnahmen mit Mitteilung vom 2. September 

2015 ab (IV-act. 131). Über Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich 

sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, hat der 

Versicherungsträger eine schriftliche Verfügung zu erlassen (Art. 49 Abs. 1 ATSG). 

Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die nicht unter Art. 49 Abs. 1 ATSG fallen, 

können in einem formlosen Verfahren behandelt werden (Art. 51 Abs. 1 ATSG). Die 

betroffene Person kann den Erlass einer Verfügung verlangen (Art. 51 Abs. 2 ATSG). 

Hat ein Versicherungsträger formlos und nicht mittels Verfügung in ablehnendem Sinn 

entschieden, kann Art. 51 ATSG, der sich nur auf das zulässige formlose Verfahren 

bezieht, keine direkte Anwendung finden. Das Gesetz enthält somit für den 

vorgenannten Fall - Entscheid im formlosen Verfahren nach Art. 51 ATSG, der laut Art. 

49 Abs. 1 ATSG in Verfügungsform hätte ergehen müssen - keine ausdrückliche 

Regelung. Damit das Verfahren in die gesetzlich vorgesehenen Wege gelenkt und der 

versicherten Person der Rechtsweg geöffnet wird, ist jedoch - wie bereits erwähnt - der 

(bisher nicht erfolgte) Erlass einer formellen Verfügung notwendig. Dementsprechend 

drängt sich in Analogie zu Art. 51 Abs. 2 ATSG die Lösung auf, dass die versicherte 

Person einen Entscheid in Form einer Verfügung verlangen kann. In diesem 

Zusammenhang stellt sich insbesondere die Frage nach allfälligen zeitlichen Grenzen 

dieser Befugnis (BGE 134 V 149 E. 5.1). In BGE 134 V 152 E. 5.3.2 legte das 

Bundesgericht fest, dass der betroffenen Person eine Frist von einem Jahr zur 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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Verfügung steht, um an den Versicherungsträger zu gelangen und den Erlass einer 

formellen Verfügung zu verlangen. Dies mit Blick auf das Gebot der Rechtssicherheit 

sowie den Verfassungsgrundsatz von Treu und Glauben (BGE 134 V 150 E. 5.2). Der im 

formlosen Verfahren nach Art. 51 ATSG erlassene Entscheid erwächst also nach einer 

einjährigen Frist - wie die Verfügung im Anwendungsbereich von Art. 49 ATSG nach 30 

Tagen (vgl. Art. 52 Abs. 1 ATSG) - in der Regel in Rechtskraft. Damit ergibt sich eine 

Rechtslage, die mit derjenigen bei formellen Verfügungen übereinstimmt (KIESER, 

a.a.O., Art. 51 N 8 und N 26).

4.3  Vorliegend hat sich die Beschwerdeführerin erstmals mit ihrem Einwand vom 14. 

September 2017 (IV-act. 201), mithin nach rund zwei Jahren, gegen die Mitteilung vom 

2. September 2015 gewehrt bzw. eventualiter berufliche Massnahmen beantragt. Zu 

diesem Zeitpunkt war die ablehnende Mitteilung bereits in Rechtskraft erwachsen. Auf 

den Antrag bezüglich beruflicher Massnahmen ist demgemäss nicht einzutreten. Dies 

insbesondere angesichts dessen, dass kein rentenbegründender Invaliditätsgrad im 

Raum steht.

5. 

5.1  Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

5.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr anzurechnen.

5.3  Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

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Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 

Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss wird ihr im Betrag von Fr. 600.-- angerechnet.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.11.2018
	Art. 28 Abs. 1 IVG. Rentenanspruch. Nichteintreten auf den Antrag auf berufliche Massnahmen. Würdigung medizinischer Berichte. Beweiskraft der polydisziplinären Gutachten bejaht. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. November 2018, IV 2018/20). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_34/2019.

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