# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bbbc53a3-ffbe-5810-8d05-8c34024ddbc5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 13.12.2021 UV 2020/91
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2020-91_2021-12-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/91

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2022

Entscheiddatum: 13.12.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 13.12.2021
Art. 103 UVG. Art. 126 UVV. Würdigung ärztlicher Berichte. Frage, ob eine 
aktuelle richtunggebende Verschlimmerung vorliegt, bejaht. Die 
Beschwerdegegnerin hat über das Einstellungsdatum hinaus für die 
Unfallfolgen, insbesondere für die Kosten der durchgeführten Operation 
sowie die nachfolgende Behandlung und die damit zusammenhängende 
Arbeitsunfähigkeit, aufzukommen. Die Beschwerdegegnerin wird weitere 
medizinische Abklärungen tätigen und gestützt darauf den Zeitpunkt der 
Leistungseinstellung neu festlegen müssen. Gutheissung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. 
Dezember 2021, UV 2020/91).

Entscheid vom 13. Dezember 2021

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Katja Blättler

Geschäftsnr.

UV 2020/91

Parteien

Suva Abteilung Militärversicherung, Laupenstrasse 11, 3001 Bern,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Suva Abteilung Militärversicherung, Service Center, Postfach, 

6009 Luzern,

gegen

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Direktion Bern, 

Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern,

Beschwerdegegnerin,

am Verfahren beteiligt

A.___,

Beigeladener,

Gegenstand

Versicherungsleistungen (i.S. A.___)

Sachverhalt

A.  

A.___ erlitt am 13. März 2013 bei einem Fussballmatch eine Patellaluxation links. 

Die gleichentags erstbehandelnden Ärzte des Notfalls des Ostschweizer Kinderspitals 

legten einen Voltarensalbenverband an und verschrieben ihm für zwei Wochen eine 

Klettschiene vom Ober- bis Unterschenkel. Die Röntgenuntersuchung ergab keine 

Hinweise auf eine Fraktur sowie unauffällige Condylen der Patella (UV-act. M1). Am 16. 

April 2013 hielten die zuständigen Ärzte des Ostschweizer Kinderspitals fest, A.___ sei 

subjektiv beschwerdefrei. Im CT (vgl. Suva-MV-act. 31) zeigten sich keine 

Anhaltspunkte für eine relevante Knorpelschädigung, sodass er nun mit einer 

vorsichtigen Belastung gemäss Beschwerden anfangen könne. Zudem beginne A.___ 

mit einer Physiotherapie zur Kräftigung des Vastus medialis (UV-act. M2). Am 17. Juni 

2013 berichteten die behandelnden Ärzte, A.___ sei subjektiv und objektiv bis auf eine 

A.a. 

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leichte Apprehension beschwerdefrei. Er sei darauf hingewiesen worden, dass ein 

gewisses Rezidiv-Risiko bestehe (UV-act. M3).

Am 21. Juli 2017 erlitt A.___ während des Militärdienstes beim Robben eine 

weitere Patellaluxation links. Er war damals durch die Suva, Abteilung 

Militärversicherung (nachfolgend: Suva-MV), obligatorisch gegen die Folgen von 

Unfällen versichert. Die gleichentags erstbehandelnden Ärzte des Spitals B.___ 

attestierten A.___ vom 21. Juli bis 4. August 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. 

Eine Röntgenuntersuchung zeigte keine Fraktur (UV-act. M4, vgl. Suva-MV-act. 2).

A.b. 

Ein am 25. Juli 2017 im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) durchgeführtes MRI ergab 

einen Status nach Patellaluxation mit Impressionsfraktur der medialen Patellafacette 

und der Aussenseite des lateralen Femurkondylus sowie eine patellarseitige 

Partialruptur des medialen Retinaculums bei Zerrung des medialen patellaren 

Bandapparates. Weiter zeigte sich eine minime ursprungsnahe Zerrung des lateralen 

Seitenbandes, ein minimer horizontaler Riss des medialen Meniskusvorder- und -

hinterhorns sowie ein mittelvolumiger, hämorrhagisch tingierter Kniegelenkserguss (UV-

act. M5). Am 28. Juli 2017 berichteten die behandelnden Ärzte des KSSG, klinisch 

gehe es A.___ sehr gut, das Kniegelenk habe kaum Erguss. Das Apprehension-Sign sei 

jedoch positiv. Sie hätten A.___ erneut (vgl. UV-act. M4) die Bestellung einer Genu 

Train Manschette empfohlen. In der nächsten Zeit sollte eine massive Belastung auf 

das linke Kniegelenk vermieden werden. Er sei darüber aufgeklärt worden, dass er ein 

gewisses Risiko für weitere Patellaluxationen habe. Falls es zu rezidivierenden 

Patellaluxationen kommen würde, müsste erneut über ein operatives Procedere 

gesprochen werden (UV-act. M6).

A.c. 

Am 10. August 2019 zog sich A.___ (nachfolgend: Versicherter) erneut eine 

Patellaluxation links zu (vgl. UV-act. M11, B). Er war damals bei der C.___ GmbH tätig 

und dadurch bei der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG 

(nachfolgend: Mobiliar) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert (vgl. UV-

act. B). Eine Röntgenuntersuchung vom 11. August 2019 ergab eine knöcherne 

Abrissfraktur des medialen Retinaculums links mit konsekutiver Lateralisierung der 

Patella sowie des Patella-Tilts (UV-act. M7, vgl. auch den Bericht der Notfallaufnahme 

der Klinik D.___ über die Erstkonsultation am 11. August 2019; Suva-MV-act. 39). Nach 

A.d. 

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einer MRI-Untersuchung (vgl. UV-act. M8) befand Dr. med. E.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, Klinik 

D.___, am 15. August 2019, seiner Meinung nach könne eine Re-Insertion der medialen 

Patellaluxation (MPL) und eine Naht des medialen Retinaculums relativ schonend 

erfolgen. Der Versicherte sei bereits etwas "vorgebahnt in Richtung Operation", da man 

ihm bei der zweiten Luxation bereits suggeriert habe, dass eine Operation nötig sein 

könnte. Er werde sich dies überlegen (UV-act. M11).

Am 21. August 2019 unterzog sich der Versicherte in der Klinik D.___ einer 

Arthroskopie des Knies links mit Hoffa-Reduktion und Resektion der Plica sowie einer 

offenen Re-Insertion des medialen patellofemoralen Ligaments (MPFL) am Knie links 

(UV-act. M12). Der dort behandelnde Arzt berichtete am 4. September 2019, der 

Versicherte werde tags darauf seine berufliche Tätigkeit wieder in einem Pensum von 

50 % aufnehmen. Ab dem 23. September 2019 sei eine Arbeitstätigkeit von 100 % 

geplant (UV-act. M13, vgl. auch die Arbeitsunfähigkeitsatteste von Dr. E.___; UV-act. 

A21 f.).

A.e. 

Dr. med. F.___, Arzt für Chirurgie und Orthopädie, beratender Arzt der Mobiliar, 

hatte am 22. August 2019 beurteilt, beim Ereignis vom 10. August 2019 handle es sich 

um ein Bagatelltrauma bei vorbestehenden Veränderungen und rezidivierenden 

Patellaluxationen. Die gesundheitlichen Störungen seien nicht überwiegend 

wahrscheinlich auf das genannte Ereignis zurückzuführen. Unfallkausal seien weder 

eine Arbeitsunfähigkeit noch Behandlungsmassnahmen erforderlich (UV-act. M10). Die 

Mobiliar lehnte die Übernahme von Versicherungsleistungen am 13. September 2019 

ab, wogegen sich der Versicherte mit Schreiben vom 27. September 2019 wehrte (UV-

act. K8, K31 f.).

A.f. 

Dr. E.___ berichtete am 2. Oktober 2019 über einen sehr guten Verlauf. Es gelte 

weiterhin, die Muskulatur aufzubauen (Suva-MV-act. 37). Am 26. November 2019 hielt 

er fest, er schliesse den Fall vorläufig ab. Derzeit sei keine weitere Operation notwendig 

und er sei zuversichtlich, dass der Versicherten die Muskulatur im Bereich des linken 

Knies in den folgenden Monaten soweit aufbauen könne, dass sie der Gegenseite 

entspreche (Suva-MV-act. 38).

A.g. 

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B.  

Dr. med. G.___, Orthopädische Chirurgie, beratender Arzt der Mobiliar, beurteilte 

am 13. November 2019, es bestehe ein Vorzustand. Die gesundheitlichen Störungen 

des Versicherten seien zwar mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis 

vom 10. August 2019 zurückzuführen gewesen, der Status quo sine sei jedoch per 20. 

August 2019 erreicht gewesen (UV-act. M14).

A.h. 

Mit Verfügung vom 5. Dezember 2019 übernahm die Mobiliar die Kosten der 

Erstuntersuchungen sowie Behandlungs- und Abklärungskosten bis längstens 20. 

August 2019 und lehnte eine darüberhinausgehende Kostenübernahme ab. Es müsse 

davon ausgegangen werden, dass die am 21. August 2019 durchgeführte Operation 

nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in Zusammenhang mit dem Ereignis 

vom 10. August 2019 stehe, sondern vielmehr als Folge der Schädigung im Jahr 2017 

zu betrachten sei (UV-act. K40 ff.).

A.i. 

Dagegen erhob die Suva-MV, welche für den Unfall im Jahr 2017 aufgekommen 

war, am 9. Dezember 2019 (provisorisch) Einsprache (UV-act. K47 f.). Am 24. 

Dezember 2019 erhob der Versicherte ebenfalls Einsprache (UV-act. K49 f.).

B.a. 

Dr. med. H.___, Facharzt für Radiologie, Vertrauensarzt der Mobiliar, beurteilte am 

26. Juni 2020, die in den radiologischen Aufnahmen sichtbaren Knochenkontusionen 

der Patella und der Condylus lateralis femoris, die Avulsion des knöchernen Ansatzes 

des Ligamentum femoropatellare mediale und die Zerrung des Musculus vastus 

medialis seien aus radiologischer Sicht sicher auf eine relativ kurz vor der 

Untersuchung - wahrscheinlich im Rahmen des Ereignisses vom 10. August 2019 - 

stattgehabte laterale Patella-Luxation zurückzuführen. Die Ruptur der Baker-Zyste sei 

am ehesten auf einen durch die Luxation hervorgerufenen Erguss zurückzuführen und 

somit sehr wahrscheinlich auch eine Folge des Ereignisses vom 10. August 2019. Ob 

die letzte Luxation aber traumatisch bedingt gewesen oder auf eine vorbestehende 

Instabilität des femoropatellären Gelenks infolge des Vorzustandes nach mindestens 

zwei Patellaluxationen zurückzuführen sei, sei eine Fragestellung eher orthopädischer 

Natur (UV-act. K86 ff.).

B.b. 

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Dr. G.___ befand am 3. Juli 2020, Ursache für die derzeitige Patellaluxation sei 

ohne Zweifel ein Vorzustand im Sinne einer posttraumatisch rezidivierenden 

Patellaluxation bei Status nach zweimaliger Patellaluxation 2013 und 2017 bei 

Bagatelltraumata. Das Ereignis vom 10. August 2019 sei ebenfalls als Bagatelltrauma 

einzuschätzen und habe zu keiner richtunggebenden Verschlimmerung im Vergleich 

zum Ereignis von 2017 geführt. Der Status quo sine sei am 20. August 2019 erreicht 

gewesen. Die Operation vom 21. August 2019 stehe nur möglicherweise in kausalem 

Zusammenhang mit dem Ereignis vom 10. August 2019. Er empfehle die Prüfung einer 

Rückfallkausalität zum Ereignis von 2017 (UV-act. K94 ff.).

B.c. 

Am 15. Juli 2020 stellte die Mobiliar dem Versicherten die Beurteilung von Dr. 

G.___ zu und teilte mit, ohne Gegenbericht werde sie den Einspracheentscheid 

erlassen. Ferner sei eine ältere Ruptur des vorderen Kreuzbandes (VKB) festgestellt 

worden. Sollte er nebst den bereits bekannten Unfällen in den Jahren 2013 und 2017 

zu einem anderen Zeitpunkt einen Unfall mit einer VKB-Ruptur erlitten haben, ersuche 

sie ihn um entsprechende Angabe. Im Säumnisfall würde, was das VKB anbelange, von 

einem unfallfremden Vorzustand ausgegangen (UV-act. K104, die Beurteilung von Dr. 

G.___ wurde gleichentags auch der Suva-MV zugestellt; vgl. UV-act. K105, vgl. auch 

UV-act. K116 f.). Am 10. August 2020 teilte der Versicherte der Mobiliar telefonisch mit, 

er habe keine weiteren Unfälle/Traumata als die bereits bekannten erlitten (UV-act. 

K111, vgl. auch die entsprechende spätere schriftliche Eingabe; UV-act. K170 f., Suva-

MV-act. 72 f.).

B.d. 

Am 14. August 2020 reichte die Suva-MV eine Einsprachebegründung ein (UV-act. 

K137 f.). Sie stützte sich dabei unter anderem auf eine Beurteilung von Dr. med. I.___, 

Facharzt für Chirurgie, Kompetenzzentrum für Versicherungsmedizin der Suva-MV, 

vom 29. Juli 2020. Dieser hatte befunden, nach der primären Patellaluxation 2013 sei 

es sowohl 2017 als auch 2019 jeweils zu einer richtunggebenden Verschlimmerung 

gekommen bei zwischenzeitlich beschwerdefreiem Verlauf mit fehlender 

Luxationstendenz und stabiler Führung der Patella (UV-act. K122 ff.). Er hatte dabei 

unter anderem auf einen Aussendienstbericht der Suva-MV vom 23. Juli 2020 

verwiesen (UV-act. K132 ff.).

B.e. 

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C.  

Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des 

Beigeladenen gegenüber der Beschwerdegegnerin auf vorübergehende 

Versicherungsleistungen (Heilbehandlung, Taggelder) über den 20. August 2019 

hinaus.

Dr. G.___ hielt am 14. Oktober 2020 an seinem Standpunkt fest (UV-act. K141 ff.). 

Dr. I.___ befand am 20. Oktober 2020, es bestehe kein Grund für eine Änderung seiner 

versicherungsmedizinischen Beurteilung (Suva-MV-act. 70).

B.f. 

Mit Entscheid vom 4. November 2020 wies die Mobiliar die Einsprachen ab (UV-

act. K151 ff.).

B.g. 

 Dagegen erhob die Suva-MV (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 4. Dezember 

2020 Beschwerde. Sie beantragte damit, der Einspracheentscheid vom 4. November 

2020 in Sachen A.___ (nachfolgend: Beigeladener; vgl. act. G2) sei aufzuheben und die 

Mobiliar (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, ihre Leistungspflicht 

im Zusammenhang mit der Patellaluxation vom 10. August 2019 über den 20. August 

2019 hinaus zu anerkennen und damit die Kosten der Operation vom 21. August 2019 

zu übernehmen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G1).

C.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 2. Februar 2021 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G5).

C.b. 

Mit Replik vom 4. März 2021 und Duplik vom 23. März 2021 hielten die 

Beschwerdeführerin sowie die Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen fest (act. G8, 

G10; vgl. die Korrektur der Duplik in act. G12).

C.c. 

Mit Schreiben vom 27. April 2021 schloss sich der Beigeladene den Ausführungen 

der Beschwerdeführerin an (act. G13).

C.d. 

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 

6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

1.1. 

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[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Die versicherte Person 

hat zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG).

Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 

Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, 

die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc 

Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar 

zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018, [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; 

Irene Hofer, N 66 zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli 

[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019, [nachfolgend zitiert: BSK 

UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Der Beweis des 

natürlichen Kausalzusammenhangs (bzw. des Wegfalls desselben) wird in erster Linie 

mittels Angaben der medizinischen Fachpersonen geführt (Urteil des Bundesgerichts 

vom 1. September 2008, 8C_522/2007, E. 4.3.2; KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6; 

BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55). Bei physischen 

Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle (BGE 135 V 250 E. 4 mit Hinweisen, 118 V 291 f. E. 3.a, 117 V 365 mit Hinweisen; 

SVR 2000 Nr. 14 S. 45). Das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. 

das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verneint werden können bzw. nachgewiesen 

sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht 

(Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 

2014, § 70 N. 58 f.; Rumo-Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 4).

1.2. 

Eine durch einen Unfall verursachte Gesundheitsschädigung oder eine auftretende 

Beschwerdesymptomatik kann einen zuvor intakten oder einen bereits 

vorgeschädigten Körperteil betreffen. Ist letzteres der Fall kommt eine unfallkausale 

Gesundheitsschädigung höchstens als vorübergehende oder richtunggebende 

Verschlimmerung eines Vorzustandes in Betracht. Die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers bei einem verschlimmerten oder überhaupt erst manifest 

gewordenen Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche oder 

adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt oder die Ursächlichkeit einer 

1.3. 

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vorübergehenden Verschlimmerung einer unfallähnlichen Vorschädigung 

ausgeschlossen werden kann. Dies trifft zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, 

wie er unmittelbar vor dem Unfall bzw. der berufsbedingten Schädigung oder dem 

Eintreten der Beschwerdesymptomatik bestanden hat (Status quo ante), oder aber 

derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften 

Vorzustands früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Eine 

richtunggebende Verschlimmerung liegt vor, wenn medizinischerseits feststeht, dass 

weder der Status quo sine noch der Status quo ante je wieder erreicht werden können 

(vgl. KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 54).

Die Leistungspflicht im Verhältnis der Suva-MV und einer anderen 

Unfallversicherung ist in Art. 103 UVG und Art. 126 der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) geregelt (vgl. auch Art. 76 des Bundesgesetzes 

über die Militärversicherung [MVG; SR 833.1] i.V.m. Art. 31 der Verordnung über die 

Militärversicherung [MVV; SR 833.11]). Demgemäss ist ausschliesslich derjenige 

Versicherer unmittelbar leistungspflichtig für vorübergehende Leistungen 

(Heilbehandlung, Taggelder), der für die aktuelle Verschlimmerung der 

Gesundheitsschädigung Leistungen zu erbringen hat. Solange der Versicherer für die 

aktuelle Verschlimmerung der Gesundheitsschädigung leistungspflichtig ist, erbringt er 

auch die Leistungen für Spätfolgen und Rückfälle aus einem früheren Unfall. Nachher 

werden die Leistungen von jenem Versicherer erbracht, der für den früheren Unfall 

leistungspflichtig war. Steht ein Unfall im Zusammenhang mit einer vorbestandenen 

Gesundheitsschädigung, so ist der Versicherer, unter dessen Versicherungsschutz sich 

der neue Unfall ereignete, nur für die Folgen dieses Unfalles leistungspflichtig.

1.4. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Um den Gesundheitszustand beurteilen zu können, ist die Verwaltung und 

im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261 

E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

1.5. 

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2.

Unbestritten ist, dass beim Beigeladenen aufgrund der 2013 und 2017 erlittenen 

Patellaluxationen links ein Vorzustand bestand (vgl. UV-act. M1, M4). Die 

Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, der Unfall vom 10. August 2019 

habe lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des Vorzustandes geführt 

und der Status quo sine sei am 20. August 2019 erreicht gewesen (vgl. UV-act. K40 ff., 

K94 ff., M14). Die Beschwerdeführerin sowie der Beigeladene sind hingegen der 

Ansicht, es sei zu einer richtunggebenden Verschlimmerung gekommen und die 

Beschwerdegegnerin sei über den 20. August 2019 hinaus leistungspflichtig (act. G1, 

G8, G13).

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und 

nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den Berichten und 

Gutachten, welche die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren 

eigenen oder von beratenden Ärzten und Ärztinnen einholen, kann 

rechtsprechungsgemäss ebenfalls Beweiswert beigemessen werden (BGE 135 V 467 

ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). In solchen Fällen sind an die 

Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; 

RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 f. E. 1a). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass auch 

reine Beurteilungen aufgrund der Akten beweiskräftig sein können, sofern ein 

lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche 

Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die 

direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil 

des Bundesgerichts vom 18. Juni 2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1).

Der angefochtene Einspracheentscheid basiert in medizinischer Hinsicht im 

Wesentlichen auf den Beurteilungen von Dr. G.___ (UV-act. K94 ff., K141 ff., M14). In 

seiner Beurteilung vom 13. November 2019 hielt dieser lediglich fest, die 

gesundheitlichen Störungen seien zwar überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis 

vom 10. August 2019 zurückzuführen, der Status quo sine sei jedoch per 20. August 

2019 erreicht gewesen (UV-act. M14). Er begründete diese Einschätzung nicht. Im 

Auftrag der Beschwerdegegnerin verfasste Dr. G.___ am 3. Juli 2020 sodann ein 

Aktengutachten. Er führte aus, nach Kenntnis der Akten sei dem Beigeladenen am 10. 

2.1. 

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August 2019 jemand ins linke Kniegelenk "geknallt", wobei die Kniescheibe 

herausgerutscht sei. Aufgrund der vorhergehenden Patellaluxationen in den Jahren 

2013 und 2017 habe bereits vor dem Unfall vom 10. August 2019 eine deutlich 

ausgeprägte Instabilität des femoropatellaren Gelenks mit Insuffizienz des anterioren 

Kniehalteapparates vorgelegen. Die Verletzung vom 21. Juli 2017 habe zu einer 

Bandschädigung der Kniescheibe geführt, aus der eine Instabilität der Patella resultiert 

habe. Dr. G.___ befand weiter, obschon das Ereignis vom 10. August 2019 die im MRI 

beschriebenen Veränderungen (Knochenkontusion der Patella und der Femurcondyle, 

Avulsion des MPFL und Zerrung des Musculus vastus medialis) verursacht habe, sei 

festzustellen, dass die strukturellen Auswirkungen im Vergleich zum Ereignis vom 21. 

Juli 2017 nicht im Sinne einer richtunggebenden Verschlimmerung eingeschätzt 

werden könnten. Sowohl die Ereignisse von 2013 und 2017 als auch dasjenige vom 10. 

August 2019 seien als Bagatelltraumata zu betrachten. Der Status quo sine sei am 20. 

August 2019 erreicht gewesen. Bei der tags darauf durchgeführten Operation seien 

eine Arthroskopie mit Hoffa-Reduktion und Resektion einer Plica mediopatellaris et 

infrapatellaris sowie eine MPFL-Rekonstruktion erfolgt, die nur möglicherweise in 

kausalem Zusammenhang zum Ereignis vom 10. August 2019 stünden (UV-act. K94 

ff.). Wie nachfolgende Ausführungen zeigen, überzeugt diese Beurteilung von Dr. G.___ 

nicht. Insbesondere begründete er nicht nachvollziehbar, weshalb der Unfall vom 10. 

August 2019 zu keiner richtunggebenden Verschlimmerung geführt haben sollte.

Dr. G.___ hatte Dr. H.___ mit einer radiologischen Einschätzung beauftragt (vgl. 

UV-act. K86 ff.). Dieser hatte am 26. Juni 2020 beurteilt, die ihm vorliegenden Bilder 

der MRI-Untersuchung vom 15. August 2019 (vgl. UV-act. M8) zeigten als typische 

Zeichen einer relativ kurz vor der Untersuchung stattgehabten Patellaluxation nach 

lateral auf trabekuläre Frakturen zurückzuführende ödemartige 

Knochenmarksveränderungen unmittelbar subkortikal im medialen Anteil der Patella 

und im lateralen Anteil des Condylus lateralis femoris. Weiter zeige sich eine 

kleinflächige Avulsion des knöchernen Ansatzes des Ligamentum femoropatellare 

mediale, die auch als Folge der Luxation zu betrachten sei. Das von der medialen 

Wand der Patella ausgerissene schalenförmige Knochenfragment entspreche 

demjenigen, das sich auch in den Röntgenaufnahmen (vom 11. August 2019; vgl. UV-

act. M7) unmittelbar medial der Patella projiziert habe. Der Musculus vastus medialis 

sei am tendomuskulären Übergang leicht ödematös, was am ehesten auf eine 

leichtgradige Zerrung zurückzuführen sei. Diese sei ebenfalls am ehesten eine Folge 

einer relativ kurz vor der Untersuchung erlittenen lateralen Patellaluxation. Weiter zeige 

sich eine ansatznahe Ruptur eines sehr kleinen Anteils des posterolateralen Bündels 

des Ligamentum cruciatum anterius. Da der gerissene, in der intraartikulären 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/17

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Flüssigkeit schwebende Anteil des Bandes sehr scharf zur Darstellung komme und 

keine Signalalterationen aufweise und auch der Rest des vorderen Kreuzbandes sonst 

keine Auffälligkeiten erkennen lasse, sei davon auszugehen, dass die Ruptur bereits 

einige Zeit in der Vergangenheit liege. Es zeige sich zudem eine nahezu vollständig 

kollabierte Baker-Zyste, die an Flüssigkeitsstrassen grenze. Diese Konstellation deute 

auf eine relativ kurz vor der Untersuchung stattgehabte Ruptur der Aussackung hin. 

Passend dazu lasse sich der am 11. August 2019 radiografisch noch ersichtliche kleine 

Gelenkerguss im Recessus suprapatellaris im MRT vom 15. August 2019 nicht mehr 

nachweisen. Die Baker-Zyste sei ein Hinweis auf eine seit längerer Zeit bestehende 

Knieproblematik mit rezidivierenden Ergüssen. Anatomische Anomalien, die zu einer 

Instabilität des femoropatellären Gelenks prädisponieren könnten, liessen sich nicht 

nachweisen. Es sei aber zu beachten, dass bereits die zwei konservativ behandelten 

Patellaluxationen in den Jahren 2013 und 2017 ein deutlich erhöhtes Risiko für eine 

spontane Luxation darstellten. Zusammenfassend hielt Dr. H.___ fest, die 

Knochenkontusionen der Patella und des Condylus lateralis femoris, die Avulsion des 

knöchernen Ansatzes des MPFL und die Zerrung des Musculus vastus medialis seien 

aus radiologischer Sicht sicher auf eine relativ kurz vor der Untersuchung, 

wahrscheinlich im Rahmen des Ereignisses vom 10. August 2019 stattgehabte laterale 

Patellaluxation zurückzuführen. Die Ruptur der Baker-Zyste sei am ehesten auf einen 

durch die Luxation hervorgerufenen Erguss zurückzuführen und somit sehr 

wahrscheinlich auch eine Folge des Ereignisses vom 10. August 2019. Ob die letzte 

Luxation aber traumatisch bedingt gewesen sei oder auf eine vorbestehende 

Instabilität des femoropatellären Gelenks infolge des Vorzustandes nach mindestens 

zwei Patellaluxationen zurückzuführen sei, sei eine Fragestellung eher orthopädischer 

Natur und lasse sich rein radiologisch nicht konklusiv klären. Die Ruptur eines kleinen 

Anteils des posterolateralen Bündels des Ligamentum cruciatum anterius sei sicher 

auch traumatisch bedingt, scheine aber eher älter zu sein und sei somit eher nicht auf 

das Ereignis vom 10. August 2019 zurückzuführen (UV-act. K86 ff.). Dr. H.___ ging 

damit davon aus, dass das Ereignis vom 10. August 2019 gewisse strukturelle 

Schädigungen verursacht hatte. Die Frage, ob der geschilderte Ablauf des Ereignisses 

vom 10. August 2019 tatsächlich zu einer traumatischen Verursachung des Schadens 

geführt hatte oder ob dieses auch eine Zufallsursache beim bekannten Vorzustand 

gewesen sein könnte, beantwortete er aber nicht. Aus den Akten ergibt sich jedoch, 

dass es beim Ereignis vom 10. August 2019 zu einer traumatischen Patellaluxation kam 

(vgl. UV-act. B, K96, K133, vgl. auch nachfolgende E. 2.4).

Die Beschwerdeführerin stützt ihren Standpunkt in medizinischer Hinsicht auf die 

Beurteilungen von Dr. I.___. Dieser befand am 29. Juli 2020, nach der Patellaluxation im 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/17

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Jahr 2017 sei eine erfolgreiche konservative Behandlung erfolgt und es habe keinerlei 

Instabilität oder Luxationstendenz der linksseitigen Patella mehr bestanden. Nach dem 

Unfall vom 10. August 2019 seien konventionell-radiologisch eine Abrissfraktur an der 

medialen Patellafacette und im MRI eine Avulsion des MPFL nachgewiesen worden. 

Das MPFL sei mitentscheidend für die stabile Führung der Patella, vorliegend jedoch 

knöchern ausgerissen. Auch Dr. H.___ habe beschrieben, dass kurz vor der 

Durchführung des MRI vom 15. August 2019 eine Patellaluxation stattgefunden habe. 

Vor diesem Hintergrund sei die Einschätzung von Dr. G.___, wonach es nicht zu einer 

richtunggebenden Verschlimmerung gekommen sein solle, nicht nachvollziehbar. Die 

von Dr. G.___ postulierte "deutlich ausgeprägte Instabilität des femoropatellaren 

Gelenkes mit Insuffizienz des anterioren Kniehalteapparates" sei weder in den 

medizinischen Berichten noch in den Angaben des Beigeladenen dokumentiert. 

Insbesondere habe er die Rekrutenschule im Jahr 2017 zu Ende führen und den 

Wiederholungskurs 2018 problemlos leisten können (er wurde erst am 2. September 

2019 für untauglich erklärt; vgl. Suva-MV-act. 4-1). Zudem seien dem Beigeladenen 

keine weiteren Ereignisse, welche Beschwerden am Knie ausgelöst hätten, erinnerlich 

(vgl. UV-act. K111, K171, Suva-MV-act. 72 f.). Ebenfalls nicht nachvollziehbar sei die 

Einschätzung von Dr. G.___, wonach per 20. August 2019 von einem Status quo sine 

auszugehen sei. Die am 10. August 2019 erlittene Abrissfraktur des MPFL könne nicht 

nach zehn Tagen verheilt gewesen sein (UV-act. K122 ff.). Insgesamt übte Dr. I.___ 

damit überzeugende Kritik an der Beurteilung von Dr. G.___.

Am 14. Oktober 2020 äusserte sich Dr. G.___ unter Berücksichtigung der 

Beurteilung von Dr. I.___ und des Aussendienstrapports vom 23. Juli 2020 der 

Beschwerdeführerin (Befragung des Beigeladenen) erneut zur Sachlage. Er hielt fest, er 

könne sich der Einschätzung von Dr. I.___ nicht anschliessen. Selbst wenn sich der 

Beigeladene nach sieben Jahren bei anfänglich ungenauer Schilderung nun sogar noch 

im Detail ans Ereignis von 2013 erinnern könnte, wirke der Aussendienstrapport krass 

beschönigend bis konstruiert. Soweit der Sachverhalt "wunschgemäss fixiert" werden 

sollte, mute dieser teils schon geradezu "suggestiv" an (UV-act. K141 ff.). Der genannte 

Rapport steht jedoch nicht in Widerspruch zu den vorherigen Angaben des 

Beigeladenen. Dieser schilderte die Ereignisse, bei denen er eine Patellaluxation erlitten 

hatte, lediglich ausführlicher, als sie in den Berichten der behandelnden Ärzte und den 

Unfallmeldungen festgehalten worden waren (vgl. Suva-MV-act. 58, UV-act. B, M1, M4, 

M11). Dr. G.___ führte weiter aus, beim Unfall vom 10. August 2019 habe es sich 

lediglich um ein leichtes Anpralltrauma gehandelt. Ein solches scheine nicht adäquat 

als Ursache eines totalen Abrisses der MPFL. Der Zustand müsse demnach bereits so 

prekär gewesen sein, dass nicht nur eine latente, sondern jederzeitige Gefahr einer 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/17

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gänzlichen Ablösung des angerissenen MPFL bestanden habe und jedes 

austauschbare Gelegenheitsereignis hierzu hätte führen können. Wäre der Anprall so 

heftig gewesen, dass er geeignet erschiene, eine Totalruptur des MPFL hervorzurufen, 

wären im MRI notgedrungen ausgeprägte Begleitschäden zu erwarten gewesen. Mit 

dem medialen retropatellären Bonebruise und jenem ab der lateralen Femurtrochlea 

lasse sich kaum eine derartige Einwirkung auf den medialen Patellarand und dortigen 

Ansatz des MPFL begründen. Ursache für den Zustand des MPFL bilde damit die beim 

Zweitereignis 2017 verursachte Partialruptur des MPFL, aufgrund der die habituelle 

Luxationsneigung in ligamentäre Instabilität richtunggebend verschlimmert worden sei 

und damals schon ernsthaft ein Eingriff geboten gewesen wäre, der jedoch - obwohl 

konservative Massnahmen zur muskulären Stabilisierung schon 2013 keinen 

dauerhaften Erfolg zu zeitigen vermocht hätten - einfach aufgeschoben worden sei. 

Dies lasse sich nicht dem Drittereignis von 2019 anlasten (UV-act. K141 ff.). Entgegen 

diesen Ausführungen finden sich jedoch in den Akten keine Hinweise, dass die 

konservative Therapie nicht erfolgreich gewesen wäre. Der Beigeladene klagte vor dem 

Ereignis vom 10. August 2019 nicht mehr über Beschwerden und war insbesondere 

auch in der Lage, Militärdienst zu leisten (vgl. Suva-MV-act. 58). Zudem ist die 

Annahme eines Bagatelltraumas am 10. August 2019 insofern nicht nachvollziehbar, als 

der Beigeladene bei diesem Unfall unbestritten eine Patellaluxation erlitten hatte, sich 

bereits am Morgen des 11. August 2019 (Unfallzeitpunkt 10. August 2019, 21:30 Uhr; 

vgl. UV-act. B) auf der Notfallstation der Klinik D.___ vorstellte und - wie erwähnt - 

gleichentags röntgenologisch eine zuvor noch nicht bekannte Abrissfraktur des 

Retinaculums laterale festgestellt wurde (vgl. Suva-MV-act. 39, UV-act. M7). Die 

Tatsache, dass erst ab dem 21. August 2019 aktenkundig erstmals eine 

Arbeitsunfähigkeit für die Bürotätigkeit des Beigeladenen attestiert wurde (vgl. UV-act. 

AZ1), spricht entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G5) nicht per se 

für ein Bagatellereignis. Wie Dr. I.___ zu Recht befand (Suva-MV-act. 70), sind die 

Ausführungen von Dr. G.___, wonach bereits vor 2019 eine ausgeprägte Insuffizienz 

des Bandapparates vorgelegen haben soll (vgl. UV-act. K141 ff.), spekulativ und 

können weder bildgebend noch durch entsprechende Untersuchungsbefunde belegt 

werden. Es kann damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

ausgegangen werden, dass es auch ohne den Unfall vom 10. August 2019 zu einer 

Abrissfraktur des MPFL gekommen wäre.

Dr. G.___ befand weiter, er gehe mit Dr. I.___ einig, dass es beim Zweitereignis von 

2017 zu einer richtunggebenden Verschlimmerung des Vorzustandes gekommen sei, 

nicht aber beim dritten Ereignis vom 10. August 2019 (UV-act. K141 ff.). Wie Dr. G.___ 

zwar zu Recht festhielt, wiesen die behandelnden Ärzte des Ostschweizer Kinderspitals 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/17

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den Beigeladenen bereits am 10. Juni 2013 darauf hin, dass ein gewisses Rezidiv-

Risiko bestehe. Sie berichteten jedoch, der Beigeladene sei subjektiv und objektiv bis 

auf ein leichtes Apprehension-Sign der linken Patella beschwerdefrei. 

Dementsprechend wurde die konservative Therapie fortgesetzt (UV-act. M3). Am 28. 

Juli 2017 berichteten die behandelnden Ärzte des KSSG, klinisch gehe es dem 

Beigeladenen sehr gut, das Kniegelenk habe kaum Erguss, das Apprehensions-Sign 

sei jedoch positiv. MR-graphisch lasse sich die MPFL-Ruptur bei Status nach 

Patellaluxation bestätigen. Der Beigeladene wünsche das konservative Procedere, 

weshalb sie ihm (erneut) die Bestellung einer Genu Train Manschette, Physiotherapie 

und die vorübergehende Vermeidung einer massiven Belastung auf das linke 

Kniegelenk empfohlen hätten. Sie hätten den Beigeladenen darüber aufgeklärt, dass er 

ein gewisses Risiko für weitere Patellaluxationen habe. Falls es zu rezidivierenden 

Patellaluxationen kommen würde, müsste erneut über ein operatives Procedere 

gesprochen werden (UV-act. M6). Offenbar erachteten die behandelnden Ärzte jedoch 

ein operatives Vorgehen damals noch nicht als indiziert bzw. zumindest nicht 

unumgänglich und hielten ein konservatives Vorgehen ebenso für vertretbar. Der 

Beigeladene war in der Folge in der Lage, die Rekrutenschule (mit einem Dispens für 

"Robben"; vgl. Suva-MV-act. 4-11, 4-19) im Jahr 2017 zu beenden (Suva-MV-act. 58). 

Erst nach dem Unfall vom 10. August 2019, bei welchem sich der Beigeladene unter 

anderem eine knöcherne Abrissfraktur des medialen Retinaculums links zugezogen 

hatte (vgl. UV-act. M7), empfahl der behandelnde Dr. E.___ erstmals konkret eine 

Operation. Dieser berichtete am 15. August 2019, seiner Meinung nach könne eine Re-

Insertion des MPFL und eine Naht des medialen Retinaculums relativ schonend 

erfolgen. Der Beigeladene sei bereits etwas "vorgebahnt" in Richtung Operation, da 

man ihm bei der zweiten Luxation bereits suggeriert habe, dass eine Operation nötig 

sein könnte. Er werde sich dies nochmals überlegen (UV-act. M11). Am 19. August 

2019 hielt Dr. E.___ sodann fest, der Beigeladene sei bereits anlässlich der letzten 

Luxation auf eine eventuell nötige operative Stabilisierung der Patella hingewiesen 

worden. Er sei mittlerweile auch selbst überzeugt davon, dass er sich dieser 

unterziehen wolle (UV-act. M9). Wie erwähnt, war der Beigeladene anlässlich der 

Behandlung der in den Jahren 2013 und 2017 erlittenen Patellaluxationen jedoch 

lediglich auf das Risiko weiterer Luxationen und einer dann allenfalls nötigen Operation 

hingewiesen worden. Tatsächlich notwendig wurde ein operativer Eingriff erst aufgrund 

der Patellaluxation vom 10. August 2019 und der dabei erlittenen Abrissfraktur. Soweit 

Dr. G.___ ausführt, eine Operation sei bereits 2017 aufgrund des angerissenen MPFL 

indiziert gewesen und die konservative Behandlung habe keinen Erfolg gezeitigt (vgl. 

UV-act. M141 ff.), ist dies aufgrund der vorhandenen medizinischen Akten in dieser 

Form nicht zutreffend.

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/17

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3.

Die Beschwerdegegnerin hat gestützt auf Art. 103 UVG und Art. 126 UVV über den 20. 

August 2019 hinaus für die richtunggebende Verschlimmerung der Knieproblematik, 

insbesondere für die Kosten der am 21. August 2019 durchgeführten Operation sowie 

die nachfolgende Behandlung und die damit zusammenhängende Arbeitsunfähigkeit, 

aufzukommen. Aus den Akten lässt sich nicht abschliessend feststellen, bis zu 

welchem Datum der Beigeladene aufgrund der richtunggebenden Verschlimmerung 

arbeitsunfähig war (wohl aber mindestens bis zum 22. September 2019; vgl. UV-act. 

M13) und wie lange er sich in medizinischer Behandlung befand. Die 

Beschwerdegegnerin wird diesbezüglich weitere Abklärungen tätigen und gestützt 

darauf den Zeitpunkt der Leistungseinstellung neu festlegen müssen.

4.  

Insgesamt ist damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, 

dass es beim Unfall vom 10. August 2019 zu einer richtunggebenden 

Verschlimmerung, insbesondere einem Abriss des MPFL kam. Aufgrund dessen 

erfolgte die Operation vom 21. August 2019. Soweit Dr. G.___ darauf hinweist, dass 

nebst den bereits thematisierten Verletzungen auch eine Partialruptur des vorderen 

Kreuzbandes vorliege, welche nicht von 2019 datieren könne (vgl. UV-act. K142), 

ändert dies nichts an der vorliegenden Beurteilung. Auch Dr. I.___ (vgl. Suva-MV-act. 

70) erachtete eine Partialruptur des vorderen Kreuzbandes als nicht relevant für den 

vorliegenden Fall. Dies, zumal Dr. H.___ eine "ansatznahe Ruptur eines kleinen Anteils 

des posterolateralen Bündels des Ligamentums cruciatum anterius", also eine sehr 

diskrete Veränderung, die nicht zu einer manifesten Instabilität führe, beschrieben habe 

(vgl. UV-act. K86 ff.). Ausserdem habe der zuständige Radiologe PD Dr. med. J.___, 

Klinik D.___ (fälschlicherweise als Klinik K.___ bezeichnet), nach der MRI-Untersuchung 

vom 15. August 2019 die Kreuzbänder als intakt beschrieben und zudem keine 

Bakerzyste, sondern nur möglicherweise einen Status nach Ruptur einer Bakerzyste 

erwähnt (vgl. UV-act. M8).

2.6. 

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids vom 4. November 2020 insofern gutzuheissen, 

als die Beschwerdegegnerin zu verpflichten ist, über den 20. August 2019 hinaus für 

die Folgen des Unfalls vom 10. August 2019 aufzukommen. Die Sache ist zur Prüfung 

und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/17

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 

4. November 2020 insofern gutgeheissen, als die Beschwerdegegnerin verpflichtet 

wird, über den 20. August 2019 hinaus für die Folgen des Unfalls vom 10. August 2019 

aufzukommen. Die Sache wird zur Prüfung und Ausrichtung der geschuldeten 

Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Für dieses Verfahren wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 

2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 82a ATSG noch 

anwendbaren Fassung).

4.2. 

Die Beschwerdeführerin hat als mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute 

Organisation keinen Anspruch auf die beantragte Parteientschädigung (act. G1).

4.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 13.12.2021
	Art. 103 UVG. Art. 126 UVV. Würdigung ärztlicher Berichte. Frage, ob eine aktuelle richtunggebende Verschlimmerung vorliegt, bejaht. Die Beschwerdegegnerin hat über das Einstellungsdatum hinaus für die Unfallfolgen, insbesondere für die Kosten der durchgeführten Operation sowie die nachfolgende Behandlung und die damit zusammenhängende Arbeitsunfähigkeit, aufzukommen. Die Beschwerdegegnerin wird weitere medizinische Abklärungen tätigen und gestützt darauf den Zeitpunkt der Leistungseinstellung neu festlegen müssen. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Dezember 2021, UV 2020/91).

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		2024-05-26T22:13:07+0200
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