# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b74f19f0-61e7-5f8b-bf6b-fac66386549e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-05-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.05.2010 IV 2009/66
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-66_2010-05-06.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/66

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.07.2020

Entscheiddatum: 06.05.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 06.05.2010
Art. 28 Abs. 2 IVG. Invalidenrente. Arbeitsfähigkeitsschätzungen der 
behandelnden Ärzte divergieren erheblich. Ausserdem werden keine 
Aussagen zur willentlichen Überwindbarkeit der psychischen Beschwerden 
(undifferenzierte Schmerzstörung, Dysthymie, generalisierte Angststörung, 
psychophysische Erschöpgung [Burn out]) gemacht. Rückweisung zur 
psychiatrischen Fachbegutachtung (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 6. Mai 2010, IV 2009/66).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und

Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach

Entscheid vom 6. Mai 2010

in Sachen

I.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Bachmann, Rosenbergstrasse 42,

9000 St. Gallen,

gegen 

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.  

A.a I.___ meldete sich am 27. Juli 2007 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (Rente; act. G 13.1/1). Sie arbeitet im Kantonsspital St. Gallen 

als Raumpflegerin; seit 1. März 1999 war sie zu einem Beschäftigungsgrad von 70 % 

angestellt (act. G 13.1/11.3). In seinem Bericht vom 13. August 2007 diagnostizierte der 

Hausarzt Dr. med. A.___, FMH für Innere Medizin, eine mögliche Depression mit 

multiplen somatoformen Störungen, einen Hohl-Rundrücken, Fehlhaltung mit 

muskulärer Dysbalance. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er 

eine Hypertonie, eine Cholecystolithiasis sowie anamnestisch einen Vitaminmangel B12 

und D. Die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten noch zumutbar bei möglicher 

Leistungseinschränkung. Auch andere leichte Putzarbeiten seien ihr bei ungewisser 

zeitlicher Belastung zumutbar; eine ergänzende medizinische Abklärung sei angezeigt 

(act. G 13.1/13.1 ff.). Dr. med. B.___, Ärztin FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 

diagnostizierte in ihrem Bericht vom 21. August 2007 eine undifferenzierte 

Somatisierungsstörung (F45.1). Auch sie hielt die bisherige Tätigkeit für zumutbar, 

allerdings nur noch zu 35 % (50 % der 70 %-Anstellung). Dabei bestehe keine 

verminderte Leistungsfähigkeit. Andere Tätigkeiten ohne häufiges Heben und Tragen 

von Gewichten über 10 kg, sowie langdauernde, anhaltende Tätigkeiten über 

Schulterhöhe ohne Entlastungsmöglichkeiten seien der Versicherten zu 50 - 70 % einer 

Vollzeitanstellung möglich (act. G 13.1/18). Dr. B.___ beurteilte den 

Gesundheitszustand für besserungsfähig.

A.b Mit Stellungnahme vom 6. November 2007 ging der RAD Ostschweiz von einem 

noch nicht stabilen Gesundheitszustand aus und empfahl die Einholung eines 

Verlaufsberichts bei Dr. B.___ im Januar 2008 (act. G 13.1/20.2). Diese stellte am 11. 

Februar 2008 eine leichte affektive Verbesserung bei unveränderter Diagnose fest. Sie 

empfahl eine integrierte psychiatrische Behandlung bei guter Prognose. Sie hielt die 

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bisherige sowie andere leichte physische Arbeiten im Umfang von 70 % (einer 

Vollzeitanstellung) für zumutbar. Dabei bestehe keine verminderte Leistungsfähigkeit 

(act. G 13.1/21). Am 13. Mai 2008 berichtete Dr. B.___ von unveränderten Verhältnissen 

und attestierte erneut eine Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer leidensadaptierten 

Tätigkeit. Diese sei bei voller Leistung möglich (act. G 13.1/34).

A.c Am 24. April 2008 fand sodann eine Abklärung an Ort und Stelle statt. Dabei stellte 

die Abklärungsperson eine Einschränkung im Haushalt von 18,02 % fest. Bei einer 

Gewichtung des Haushalts von 30 % ergab sich damit ein Behinderungsgrad von 5,4 

% (act. G 13.1/35). Mit Stellungnahme vom 26. Mai 2008 ging die RAD-Ärztin von einer 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von mindestens 50 % aus. Die 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit bezifferte sie mit 70 % (act. G 13.1/36). Mit 

Feststellung vom 26. Mai 2008 legte die IV-Stelle St. Gallen den Invaliditätsgrad auf 12 

% fest. Dabei ging sie von einer Erwerbseinbusse von 10 % und einer Qualifikation von 

70 % Erwerbstätigkeit und 30 % Haushaltstätigkeit aus (act. G 13.1/38).

A.d Mit Vorbescheid vom 28. Mai 2008 teilte die IV-Stelle St.Gallen der Versicherten 

mit, sie habe keinen Anspruch auf eine Rente (act. G 13.1/41). Mit Einwand vom 30. 

Mai 2008/1. Juli 2008/10. September 2008 liess die Versicherte geltend machen, sie sei 

noch in ärztlicher Behandlung bei Dr. C.___. Die Verfügung sei in Wiedererwägung zu 

ziehen, sobald ein ausführlicher Bericht des Facharztes vorliege (act. G 13.1/57). Mit 

Bericht vom 25. September 2008 führte Dr. C.___ sodann aus, in diagnostischer 

Hinsicht handle es sich um eine psycho-physische Erschöpfung (Burn-out-Syndrom) 

sowie um einen Verdacht auf Dysthymia (act. G 13.1/63). In einem weiteren Bericht 

vom 12. Dezember 2008 bestätigte Dr. C.___ die Diagnosen einer Dysthymia (F34.1), 

einhergehend mit psychophysischer Erschöpfung Z73.0) sowie zusätzlich einer 

generalisierten Angststörung (F41.1). Die Versicherte sei zu 50 % arbeitsunfähig ab 

dem 1. September 2008. Zwar sei die bisherige Tätigkeit noch zumutbar, aber nur noch 

im Umfang von drei Stunden pro Tag. Dabei bestehe keine verminderte 

Leistungsfähigkeit. Die Arbeitsfähigkeit beziehe sich auf das bisher geleistete Pensum 

von 70 % bzw. auf drei Stunden täglich. Der Grund liege in der Doppelbelastung 

Erwerbstätigkeit und Haushalt. Die Arbeitsfähigkeit könne mit psychiatrischer 

Behandlung verbessert werden (act. G 13.1/68 und 70). Mit Stellungnahme vom 20. 

Januar 2009 ging der RAD davon aus, dass keine Verschlechterung des 

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Gesundheitszustands vorliege und dass aus den von Dr. C.___ gestellten Diagnosen 

keine oder höchstens eine geringe Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere. Die 

Arbeitsfähigkeit für körperlich und psychisch wenig belastende Tätigkeiten betrage 

nach wie vor 70 % (act. G 13.1/71).

A.e Mit Verfügung vom 22. Januar 2009 verneinte die IV-Stelle St. Gallen wie 

angekündigt den Anspruch auf eine Invalidenrente unter Zugrundelegung eines 

Invaliditätsgrades von 12 % (act. G 13.1/72).

B.  

B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 23. Februar 

2009 und Ergänzung vom 26. Mai 2009 mit dem Antrag auf Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung. Der Beschwerdeführerin sei sodann mindestens eine halbe 

Rente zuzugestehen. Zur Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, der 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei nicht genügend abgeklärt worden, 

weshalb ein ausführlicher Bericht der behandelnden Ärzte sowie ein spezialärztliches 

Gutachten einzuholen seien. Nach Auffassung von Dr. C.___ sei die 

Beschwerdeführerin nicht in der Lage, mehr als 50 % bzw. drei Stunden pro Tag zu 

arbeiten (act. G 1 und G 11).

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 8. Juli 2009 beantragt die Verwaltung Abweisung der 

Beschwerde. Die Beschwerdeführerin arbeite über das zumutbare Ausmass hinaus, 

wenn sie nebst der Versorgung ihrer 6-köpfigen Familie noch sechs Stunden täglich 

ausser Haus arbeite. Dass die Beschwerdeführerin immerhin in der Lage sei, drei 

Stunden täglich auswärts zu arbeiten, stelle bereits eine beträchtliche Leistung dar (act. 

G 13).

B.c Mit Replik vom 15. September 2009 macht der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin geltend, es sei ungehörig, der Beschwerdeführerin vorzuhalten, 

die meisten Mütter seien nicht in der Lage, nebst der Versorgung einer 6-köpfigen 

Familie noch 6 Stunden täglich ausser Haus zu arbeiten. Die Beschwerdeführerin sei 

gerne mit einem 70 %-Pensum angestellt gewesen. Sie sei jedoch aus 

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gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, dieses Pensum aufrecht zu erhalten 

(act. G 15). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 17).

Erwägungen:

1.   

1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In 

materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, 

dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die im Zeitpunkt 

gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt 

verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1; BGE 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Die 

angefochtene Verfügung erging am 22. Januar 2009, wobei ein Sachverhalt zu 

beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-

Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Da die 5. IV-Revision bezüglich des Grads 

und der Bemessung der Invalidität keine Änderung mit sich gebracht hat, stellen sich 

im vorliegenden Fall keine intertemporalrechtlichen Probleme. Nachfolgend werden die 

seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.

1.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Volljährige, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet 

werden kann, gelten als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen 

Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 3 ATSG). Bei Versicherten, die nur zum Teil 

erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 

Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese 

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Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der 

Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 

Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG).

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens 

zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht 

Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine 

Viertelsrente.

1.3 Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht 

und der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der 

Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien 

gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben 

zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu auf Grund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 48 E. 4a in fine).

1.4  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise 

begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).

2.   

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2.1 Vorliegend ist grundsätzlich unbestritten, dass die Beschwerdeführerin im 

Gesundheitsfall zu 70 % erwerbstätig und zu 30 % im Haushalt tätig wäre. Weiter ist 

unbestritten, dass die Einschränkung im Haushaltsteil 5,4 % beträgt (18 % von 30 %). 

Umstritten ist nur das Mass der Einschränkung bei der Erwerbsfähigkeit.

2.2 Diesbezüglich macht der beschwerdeführerische Rechtsvertreter im Wesentlichen 

geltend, der Sachverhalt sei zu wenig abgeklärt worden, weshalb bei den 

behandelnden Ärzten Dr. C.___ und Dr. D.___ aktuelle Arztberichte einzuholen seien. 

Zudem beantragt er, die Beschwerdeführerin allenfalls spezialärztlich begutachten zu 

lassen.

Demgegenüber stützte sich die Beschwerdegegnerin bei ihrer Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen auf die bis Verfügungserlass eingeholten Arztberichte 

der behandelnden Ärzte Dr. B.___ und Dr. C.___. Bereits Dr. A.___ vermutete in seinem 

Bericht vom 13. August 2007 eine mögliche Depression mit multiplen somatoformen 

Störungen (act. G 13.1/13.1). Während die ebenfalls erfolgten somatischen 

Untersuchungen (Kardiologie, Rheumatologie) nicht erheblich weiter führten, ausser 

dass auch da jeweils eine antidepressive Behandlung empfohlen wurde 

(Rheumatologie im Silberturm, act. G 13.1/13.9; Rheumatologie des Kantonsspitals St. 

Gallen, act. G 13.1/13.12), bestätigte die Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. 

Gallen mit Bericht vom 8. Mai 2007 die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung 

(F 45.5) bei Schulter-Arm-Schmerzen links und attackenförmigen Thoraxschmerzen 

links, differenzialdiagnostisch Panikattacken, sowie einer depressiven Episode bei 

mittelschweren kognitiven Störungen. Die Klinik für Neurologie empfahl eine (evtl. 

stationäre) psychiatrisch-psychotherapeutische Betreuung (act. G 13.1/13.14). In der 

psychologisch-neuropsy-chologischen Untersuchung vom 9. Mai 2007 hatte die Klinik 

für Neurologie mittelschwere kognitive Defizite festgestellt und es wurde nochmals eine 

engmaschige psychotherapeutische Behandlung empfohlen (act. G 13.1/13.17).

Die behandelnde Psychiaterin/Psychotherapeutin diagnostizierte in ihrem Bericht vom 

21. August 2007 eine undifferenzierte Somatisierungsstörung (F45.1) und setzte die 

Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit auf 35 % fest (50 % der 70 %-

Anstellung als Raumpflegerin). Dabei bestehe keine verminderte Arbeitsfähigkeit. Der 

Beschwerdeführerin seien auch andere Tätigkeiten zumutbar, namentlich leichte 

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Arbeiten ohne häufiges Heben und Tragen von Gewichten über 10 kg sowie 

langdauernde Tätigkeiten über Schulterhöhe ohne Entlastungsmöglichkeiten. In einer 

solcherart adaptierten Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit 50 - 70 % einer 

Vollzeittätigkeit (act. G 13.1/18). Im Verlaufsbericht vom 11. Februar 2008 stellte Dr. 

B.___ einen stationären Gesundheitszustand und eine durch die laufende 

Psychotherapie verbesserte Arbeitsfähigkeit fest. Ausserdem ging sie von einer guten 

Prognose und einer leichten affektiven Verbesserung aus. Wenn auch die 

Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt wegen einer im Dezember 2007 

durchgeführten Gallenblasenoperation nur zu 50 % der 70 %igen Anstellung 

arbeitsfähig sei, sei für physisch leichte Arbeiten von einer 70 %igen Arbeitsfähigkeit 

auszugehen (act. G 13.1/21). In einem weiteren Verlaufsbericht vom 13. Mai 2008 geht 

Dr. B.___ von unveränderten Verhältnissen aus (act. G 13.1/34).

Aus dem von der Beschwerdegegnerin anlässlich des Einwandverfahrens eingeholten 

Bericht der nunmehr behandelnden Klinik Teufen (Dr. C.___) vom 25. September 2008 

geht hervor, dass die Beschwerdeführerin primär an einer psycho-physischen 

Erschöpfung (Burn-out-Syndrom) leide. Ausserdem bestehe ein Verdacht auf eine 

Dysthymia. Dr. C.___ beschrieb sodann die Angaben der Beschwerdeführerin, maximal 

50 % arbeiten zu können, als mit den objektiven Befunden übereinstimmend, mithin als 

nachvollziehbar (act. G 13.1/63). Mit Arztbericht vom 12. Dezember 2008 

diagnostizierte Dr. C.___ sodann eine Dysthymia (F34.1), einhergehend mit 

psychophysischer Erschöpfung (Z73.0) sowie eine generalisierte Angststörung (F41.1). 

Die bisherige Tätigkeit sei noch zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit betrage ohne 

Leistungseinbusse 3 Stunden täglich. Die Beschwerdeführerin besorge sodann den 

Haushalt für ihre 6-köpfige Familie. Körperliche Beschwerden seien in den 

Sprechstunden nie derart im Vordergrund gestanden, dass sich daraus notwendige 

Modifikationen des Arbeitsplatzes ergeben hätten. Vielmehr bestehe die 

Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen. Eine langfristige Besserungstendenz sei 

zwar nicht ausgeschlossen, es müsse aber trotzdem langfristig mit einer 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % und mehr gerechnet werden (act. G 

13.1/68). In seiner Ergänzung vom 16. Januar 2009 betonte Dr. C.___, dass die 

Begründung für die attestierte Arbeitsfähigkeit von 35 % bzw. drei Stunden täglich in 

der Doppelbelastung der Beschwerdeführerin mit Erwerbstätigkeit und 

Haushaltspflichten bestehe (act. G 13.1/70), während im Bericht vom 12. Dezember 

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2008 auch psychische Beschwerden als Grund für die Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit angegeben werden (act. G 13.1/68-4).

2.3 Mit Dr. C.___ ist zunächst festzuhalten, dass die anfänglich noch erwähnten 

somatischen (rheumatologischen) Befunde (etwa die Hohl-Rundrückenfehlhaltung, die 

Thoraxschmerzen [Rheumatologie im Silberturm, act. G 13.1/13.7] oder das 

Zervikocephal-Syndrom und das Lumbovertebralsyndrom bei degenerativen 

Wirbelsäulenveränderungen [Rheumatologie am Kantonsspital St. Gallen, act. G 

13.1/13.10]) später offenbar keine grosse Rolle mehr gespielt haben. Auch die 

anfänglich von der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen diagnostizierte 

somatoforme Schmerzstörung, die zunächst auch von Dr. B.___ bestätigt wurde, 

scheint mit der Zeit an Bedeutung verloren zu haben. So geht Dr. B.___ in ihrem 

Bericht vom 11. Februar 2008 von einem verbesserten Zustand aus (act. G 13.1/21.1). 

Demgegenüber geht Dr. C.___ von einer unsicheren Prognose aus. Zwar subsumierte 

er die depressiven Symptome nur unter die Diagnose einer Dysthymie. Dafür wurde 

von ihm die durch die Doppelbelastung Erwerbstätigkeit/Haushalt hervorgerufene 

Erschöpfung betont. Zudem fasste er die bereits in den vorhergegangenen 

Abklärungsberichten mehrfach erwähnten Ängste der Beschwerdeführerin (Angst vor 

Herzinfarkt, Angst, nachts alleine zu sein, Angst vor toten Menschen) als generalisierte 

Angststörung zusammen. Mithin beschrieb Dr. C.___ einen psychopathologischen 

Zustand, der seiner Ansicht nach eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % in der 

angestammten 70 %igen Teilzeittätigkeit (bzw. von 65 % einer Vollzeittätigkeit) 

bewirke. Mithin geht Dr. C.___ von einer erheblich höheren Arbeitsunfähigkeit aus. 

Anders als Dr. B.___ geht Dr. C.___ zudem nicht davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit 

durch eine reine Gewichtslimite von 10 kg verbessert werden könnte, die 

Beschwerdeführerin also in einer anderen als der angestammten Tätigkeit ein höheres 

Pensum erledigen könnte. Vielmehr geht Dr. C.___ davon aus, dass eine andere 

Tätigkeit nicht zumutbar ist (act. G 13.1/68.4). Schliesslich geht Dr. C.___ davon aus, 

dass der Gesundheitszustand verbesserungsfähig ist (act. G 13.1/68.2), so dass auch 

noch nicht sicher von einem stabilen Zustand ausgegangen werden kann. Nachdem 

die Beschwerdeführerin noch nie gutachterlich abgeklärt worden ist, und die 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte erheblich divergieren, erscheint 

der Sachverhalt noch nicht als genügend abgeklärt. Die Streitsache ist demgemäss 

zwecks Einholung eines psychiatrischen Gutachtens, das sich auch zu allfällig nötigen 

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medizinischen Massnahmen und zur Frage äussert, ob und inwieweit die 

Beschwerdeführerin mit zumutbarer Willensanstrengung in der Lage ist, ihre 

Krankheitsüberzeugung zu überwinden, sowie zur neuen Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

2.4 Bei der Festlegung des Invaliditätsgrades wird die Beschwerdegegnerin allenfalls 

eine Neubeurteilung der erwerblichen Einschränkung sowie der Aufteilung von 

Erwerbstätigkeit und Haushaltstätigkeit vorzunehmen haben.

In ihrer Berechnung der erwerblichen Einschränkung setzte die Beschwerdegegnerin 

das Valideneinkommen auf Fr. 34'686.-- fest. Dabei ging sie von den Angaben der 

Arbeitgeberin aus, wonach die Beschwerdeführerin ab Anfang 2007 Fr. 34'275.-- 

verdient habe und berücksichtigte die für 2008 aufgelaufene Teuerung (act. G 

13.1/11.3 und 37). Hier ist jedoch zu bedenken, dass das Einkommen des Jahres 2007 

nicht massgebend sein kann, da die Beschwerdeführerin ab März 2007 nicht mehr 

arbeitete und das von der Arbeitgeberin deklarierte Einkommen von Fr. 34'275.-- 

bereits krankheitsbedingt beeinträchtigt war und rund 15 % unter dem 

durchschnittlichen Einkommen der Jahre 2002 bis 2006 lag. Wie sich aus dem IK-

Auszug und den Lohnabrechnungen der Arbeitgeberin ergibt, war die 

Beschwerdeführerin bis im Jahr 2000 bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt und 

verdiente rund Fr. 40'000.--. Ab 2001 war sie nur noch beim Kantonsspital St. Gallen 

beschäftigt. Den weggefallenen Anteil der anderen Arbeitgeber konnte sie ab dem Jahr 

2002 in etwa wieder aufholen (act. G 13.1/10.1 und 11.8 ff.). Nachdem die 

Beschwerdeführerin über mehrere Jahre ein höheres Einkommen als im Jahr 2007 

erzielt hatte, ist wohl vom Durchschnittswert der Jahre 2002 bis 2006 auszugehen. 

Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob das erzielte Durchschnittseinkommen in diesen 

Jahren allenfalls einem höheren Arbeitspensum als 70 % entspricht, womit auch die 

Aufteilung von Erwerbstätigkeit und Haushalt neu festzulegen wäre. Vorliegend können 

diese Fragen jedoch offen bleiben.

3.   

3.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die Streitsache 

zur Durchführung von ergänzenden Abklärungen im Sinn der Erwägungen und 

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anschliessenden neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als 

volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin 

vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu 

bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin 

zurückzuerstatten.

3.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der 

Bedeutung und Komplexität der Streitsache sowie den Aufwendungen des 

Rechtsvertreters angemessen erscheint eine Parteientschädigung von pauschal 

Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

22. Januar 2009 aufgehoben und die Streitsache wird zur ergänzenden Abklärung im 

Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.  Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.

3.  Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

bis

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		2025-07-19T13:50:12+0200
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