# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ebbe8c0-a535-5b30-86ec-9117e8f492a0
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 05.03.2024 LE230028
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE230028_2024-03-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LE230028-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichter 

lic. iur. M. Spahn und Ersatzoberrichterin lic. iur. N. Jeker sowie 

Gerichtsschreiberin MLaw N. Achermann

Beschluss und Urteil vom 5. März 2024

in Sachen

A._____, 
Gesuchstellerin und Berufungsklägerin

gegen

B._____, 
Gesuchsgegner und Berufungsbeklagter

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

betreffend Eheschutz

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 
am Bezirksgericht Andelfingen vom 20. Januar 2023 (EE220016-B)

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Rechtsbegehren:

der Gesuchstellerin (Urk. 16):
" 1. Es sei den Parteien das Getrenntleben zu bewilligen und es sei 

festzustellen, dass sie bereits seit Juni 2022 getrennt leben.
2. Die eheliche Liegenschaft an der C._____-strasse …, D._____, 

samt Hausrat und Mobiliar, sei während der Dauer des Getrenntle-
bens der GSin und den gemeinsamen Kindern zur alleinigen Be-
nützung zuzuweisen.

3. Der Gesuchsgegner (GG) sei zu verpflichten, die eheliche Liegen-
schaft bis spätestens am 22. Dezember 2022 unter Aushändigung 
der Hausschlüssel zu verlassen. 

4. Die Tochter E._____, geboren tt.mm.2006, sei unter die Obhut der 
Gesuchstellerin zu stellen.

5. Aufgrund des Alters der Tochter sei auf die Festlegung eines kon-
kreten Besuchsrechts zu verzichten.

6. Die GSin sei zu verpflichten, dem GG für die Dauer der Trennung 
bis am 31. Dezember 2023 monatliche Unterhaltsbeiträge von 
CHF 394.00 zu bezahlen.

7. Der GG sei zu verpflichten, sich rückwirkend für die Zeit von 1. Juni 
2022 bis zu seinem Auszug an den Kosten der Familie mit einem 
monatlichen Betrag von CHF 835.00 zu beteiligen, zahlbar an die 
GSin.

8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des GGs (zzgl. 
7.7% MwSt.)."

des Gesuchsgegners (Urk. 18, Prot. I S. 3, sinngemäss):
1. Es sei den Parteien das Getrenntleben auf unbestimmte Zeit zu 

bewilligen.
2. Es sei die eheliche Liegenschaft an der C._____-strasse … in 

D._____ samt Hausrat und Mobiliar (mit Ausnahme der persönli-
chen Gegenstände der Gesuchstellerin) für die Dauer des Ge-
trenntlebens dem Gesuchsgegner zur alleinigen Benützung für 
sich und die gemeinsame Tochter, E._____, geb. tt.mm.2006, zu-
zuweisen.

3. Es sei die Gesuchsgegnerin (recte: Gesuchstellerin) zu verpflich-
ten, die eheliche Liegenschaft an der C._____-strasse … in 
D._____ spätestens per 31. Januar 2023 samt persönlichen Ge-
genständen zu verlassen.

4. Es sei die gemeinsame Tochter E._____, geboren am tt.mm.2006, 
unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien zu belassen 
und unter die alleinige Obhut des Gesuchsgegners zu stellen. 

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5. Es sei aufgrund des Alters von E._____, geboren am tt.mm.2006, 
auf eine Betreuungsregelung zu verzichten.

6. Es sei die Gesuchstellerin zu verpflichten, dem Gesuchsgegner an 
den Unterhalt der gemeinsamen Tochter E._____ einen angemes-
senen Unterhaltsbeitrag, mindestens aber CHF 1'600.00 zuzüglich 
Kinderzulagen zu bezahlen, zahlbar auf den ersten eines jeden 
Monats und für die Dauer des Getrenntlebens. 

7. Eventualiter sei die Gesuchstellerin zu verpflichten, dem Gesuchs-
gegner einen angemessenen Trennungsunterhalt zu bezahlen, 
mindestens aber CHF 2'000.00 pro Monat.

8. Es seien die Anträge der Gesuchstellerin abzuweisen, solange sie 
sich nicht mit den Anträgen des Gesuchsgegners überschneiden.

9. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Ge-
suchsgegnerin.

Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am
Bezirksgericht Andelfingen vom 20. Januar 2023:

(Urk. 37 S. 28 ff. = Urk. 40 S. 28 ff.)

1. Es wird festgehalten, dass die Parteien seit Juni 2022 getrennt leben. 

2. Die Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes ändert nichts an der gemein-

samen elterlichen Sorge für die Tochter E._____, geboren am tt.mm.2006. 

Entsprechend sind die Parteien verpflichtet, sämtliche wesentlichen Fragen 

der Pflege, Erziehung und Ausbildung miteinander abzusprechen. Den Par-

teien ist bekannt, dass ein Aufenthaltswechsel der Tochter der Zustimmung 

beider Eltern bedarf, wenn der neue Aufenthaltsort im Ausland liegt, oder der 

Wechsel des Aufenthaltsortes erhebliche Auswirkungen auf die Ausübung der 

elterlichen Sorge und die persönlichen Kontakte zwischen einem Elternteil 

und der Tochter hat.

3. Die Obhut über die Tochter E._____, geboren am tt.mm.2006 wird der Ge-

suchstellerin zugeteilt. Der zivilrechtliche Wohnsitz der Tochter ist bei der Mut-

ter. 

4. Von einer ausdrücklichen Regelung des Besuchs- und Ferienbesuchsrechts 

wird aufgrund des Alters von E._____ abgesehen.

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5. Die eheliche Liegenschaft an der C._____-strasse …, D._____ wird für die 

Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsgegner zur alleinigen Benützung zu-

gewiesen. Die Gesuchstellerin ist berechtigt, ihre persönlichen Gegenstände 

mitzunehmen. 

6. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, die eheliche Liegenschaft spätestens 

per 30. Juni 2023 zu verlassen. 

7. Die Gesuchstellerin kommt für den Unterhalt von E._____ auf.

8. Diesem Entscheid liegen die folgenden finanziellen Verhältnisse der Parteien 

zu Grunde:

Einkommen 
(netto pro Monat, inkl. Anteil 13. Monatslohn, Familienzulagen separat):
- Gesuchstellerin: CHF 9'188.00 (100 % Pensum)
- Gesuchsgegner: CHF 5'300.00 (100 % Pensum)
- E._____: CHF     288.00 und Familienzulage von derzeit 

CHF 250.00

Vermögen: kein relevantes Vermögen

familienrechtlicher Bedarf:
- Gesuchstellerin: CHF 5'040.00
- Gesuchsgegner: CHF   4'137.00
- E._____: CHF   2'019.00

9. Das Rechtsbegehren der Gesuchstellerin um Kostenbeteiligung gemäss 

Ziff. 7 wird abgewiesen.

10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 2'700.00.

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

Verzichten die Parteien auf eine Begründung des Entscheids, wird die Ent-

scheidgebühr auf zwei Drittel ermässigt.

11. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.

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12. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

13. [Mitteilungssatz]

14. [Rechtsmittelbelehrung: Begründung, Frist 10 Tage]

Berufungsanträge:

der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (Urk. 39 S. 2):

" 1. Es seien die Dispositivziffern 5 und 6 aufzuheben und es sei die 
eheliche Wohnung an der C._____-strasse …, D._____, für die 
Dauer des Getrenntlebens der Berufungsklägerin zusammen mit 
der Tochter E._____ zuzuweisen.

2. Der Beklagte sei zu verpflichten, die eheliche Liegenschaft unter 
Mitnahme seiner persönlichen Gegenstände bis zum 30. Septem-
ber 2023 zu verlassen. Mobile Möbel und gemeinsame Gegen-
stände können nach Absprache mitgenommen werden.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beru-
fungsbeklagten."

des Gesuchsgegners und Berufungsbeklagten (Urk. 48 S. 2):

" 1. Es sei die Berufung abzuweisen.
2. Eventualiter sei die Berufungsklägerin bei Gutheissung der Beru-

fung zu verpflichten, dem Berufungsbeklagten Trennungsunterhalt 
im Betrag von Fr. 1'944.00 pro Monat zu bezahlen, zahlbar ab dem 
Auszug des Berufungsbeklagten aus der ehelichen Liegenschaft 
und für die Zeit des Getrenntlebens.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beru-
fungsklägerin."

Erwägungen:

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1. Die Gesuchstellerin und Berufungsklägerin ("Gesuchstellerin") und der Ge-

suchsgegner und Berufungsbeklagte ("Gesuchsgegner") sind verheiratet und ha-

ben zwei gemeinsame Kinder. Ihr Sohn, F._____, geboren am tt. September 2004, 

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ist bereits volljährig. Ihre Tochter, E._____, geboren am tt.mm.2006, ist 17 Jahre 

alt (Urk. 3/4).

2. Mit Eingabe vom 20. September 2022 ersuchte die Gesuchstellerin vor Vor-

instanz um Anordnung von Eheschutzmassnahmen (Urk. 1). Nach durchgeführtem 

Verfahren erliess die Vorinstanz am 20. Januar 2023 das angefochtene Urteil 

(Urk. 37 = Urk. 40). Gegen dieses Urteil erhob die Gesuchstellerin mit Eingabe vom 

9. Juni 2023 rechtzeitig Berufung mit vorstehend wiedergegebenen Anträgen 

(Urk. 39 S. 2; Urk. 41; Urk. 42/1-12). Den ihr mit Verfügung vom 13. Juni 2023 auf-

erlegten Kostenvorschuss von Fr. 3'000.– leistete die Gesuchstellerin fristgerecht 

(Urk. 43 f.). Mit Verfügung vom 8. September 2023 wurde Frist zur Berufungsant-

wort angesetzt (Urk. 47; vgl. Urk. 45 f.), die der Gesuchsgegner mit Eingabe vom 

20. September 2023 erstattete (Urk. 48). Nachdem der Gesuchstellerin am 

27. September 2023 Frist zur Stellungnahme zur Berufungsantwort und insbeson-

dere zum Eventualantrag des Gesuchsgegners angesetzt worden war (Urk. 50), 

reichte die Gesuchstellerin mit Eingabe vom 9. Oktober 2023 ihre Stellungnahme 

samt Beilagen ein (Urk. 51; Urk. 52; Urk. 53/1-8). Diese wurde dem Gesuchsgeg-

ner am 20. Oktober 2023 zugestellt (Urk. 54). Weitere Eingaben erfolgten nicht. 

3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-38). Das Verfahren ist 

spruchreif.

II. Prozessuales

1. Vorbemerkungen

1.1 Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Fest-

stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungs-

instanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streitsache und 

folglich über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, einsch-

liesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung; BGer 

5A_1049/2019 vom 25. August 2021, E. 3). In der schriftlichen Berufungsbegrün-

dung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erst-

instanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten 

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ist, respektive an einem der genannten Fehler leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2; BGE 138 

III 374 E. 4.3.1). Das setzt (im Sinne einer von Amtes wegen zu prüfenden Eintre-
tensvoraussetzung) voraus, dass die Berufung erhebende Partei die vorinstanzli-

chen Erwägungen bezeichnet, die sie anficht, sich argumentativ mit diesen ausein-

andersetzt und mittels genügend präziser Verweisungen auf die Akten aufzeigt, wo 

die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden er-

hoben wurden, beziehungsweise aus welchen Aktenstellen sich der geltend ge-

machte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verweisung auf frühere Vor-

bringen oder deren blosse Wiederholung genügen nicht (vgl. BGE 138 III 374 

E. 4.3.1; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1). Von der Berufungsinstanz 

kann nicht erwartet werden, dass sie von sich aus in den Vorakten die Argumente 

zusammensucht, die zur Berufungsbegründung geeignet sein könnten (OGer ZH 

NP220014 vom 16.11.2022, E. II.1 S. 5; BGer 5A_438/2012 vom 27. August 2012, 

E. 2.4). Das obere kantonale Gericht hat sich – abgesehen von offensichtlichen 

Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu beschränken, 

die in der Berufungsschrift in rechtsgenügender Weise erhoben werden (BGE 142 

III 413 E. 2.2.4). Auf die Parteivorbringen ist insoweit einzugehen, als dies für die 

Entscheidfindung erforderlich ist (vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1). Dabei ist die Rechts-

mittelinstanz weder an die Argumente der Parteien noch an die Erwägungen der 

Vorinstanz gebunden; sie wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO).

1.2 Die Zuteilung der ehelichen Liegenschaft für die Dauer des Getrenntlebens 

untersteht nicht der uneingeschränkten Offizial- und Untersuchungsmaxime nach 

Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO, sondern der eingeschränkten Untersuchungsmaxime 

gemäss Art. 272 ZPO (OGer ZH LE210024 vom 31.05.2022, E. B.3.1 f., S. 10 f.; 

vgl. BSK ZPO-Bähler, Art. 277 N 3; FamKomm Scheidung/Meyer Honegger, 

Art. 277 ZPO N 14 f.; BK ZPO-Spycher, Art. 277 N 27; dies verneinend: Urteil Cour 

de justice Genf, ACJC/88/2023 vom 24.01.2023, E. 1.7 m.w.H.). Noven sind im Be-

rufungsverfahren daher nur unter den Voraussetzungen gemäss Art. 317 Abs. 1 

ZPO zu hören, d.h. wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutba-

rer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten. Dabei hat, 

wer sich auf (insbesondere unechte) Noven beruft, deren Zulässigkeit darzutun. 

Echte Noven, d. h. Tatsachen und Beweismittel, die (erst) nach dem Ende der 

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Hauptverhandlung des erstinstanzlichen Verfahrens entstanden sind, gelten als 

grundsätzlich immer zulässig, wenn sie ohne Verzug nach ihrer Entdeckung vorge-

bracht werden (BGer 5A_330/2013 vom 24. September 2013, E. 3.5.1 m.w.H.).

1.3 Soweit die Gesuchstellerin Tatsachenbehauptungen vorträgt, die sich auf Be-

gebenheiten beziehen, die bereits vor der ersten Instanz hätten vorgetragen wer-

den können – wie der Freundeskreis der Tochter E._____, ihr allgemeiner (psychi-

scher) Gesundheitszustand, der Zustand des "Töfflis" beziehungsweise Mofas, das 

Kinderhüten in der Nachbarschaft sowie Details zur Tätigkeit des Gesuchsgegners 

bei der G._____ AG (Urk. 39 S. 3-5, S. 7 f.; vgl. Urk. 51 S. 3 f.) – ist darauf nicht 

weiter einzugehen (vgl. Urk. 48 S. 3 ff.). Es handelt sich um unechte Noven und die 

Gesuchstellerin unterlässt es darzulegen, weshalb ihre Vorbringen im Rechtsmit-

telverfahren noch zulässig sein sollen. Soweit die Gesuchstellerin hingegen neue 

Behauptungen über Begebenheiten aufstellt, die nach dem Ende der Hauptver-

handlung des erstinstanzlichen Verfahrens entstanden, und welche die Gesuch-

stellerin damit mit ihrer Berufungsschrift rechtzeitig vortrug, ist darauf nachstehend 

einzugehen.

1.4 Die Dispositiv-Ziffern 1-4, 7 und 9 des vorinstanzlichen Urteils wurden nicht 

angefochten. Diese Ziffern sind in Rechtskraft erwachsen (Art. 315 Abs. 1 ZPO), 

was vorzumerken ist. Ebenfalls nicht angefochten wurde Dispositiv-Ziffer 8, in wel-

cher die finanziellen Verhältnisse der Parteien festgehalten wurden. Diese hängt 

aber untrennbar mit den vom Gesuchsgegner verlangten Unterhaltsbeiträgen zu-

sammen, weshalb sie nicht rechtskräftig zu erklären ist (vgl. unten Erw. III.2).

1.5 Gegenstand einer Berufung kann nur das Dispositiv eines Entscheids sein, 

also das, worüber die Vorinstanz formell entschieden hat. Die nicht mehr anwaltlich 

vertretene Gesuchstellerin stellt im Rahmen der Berufungsbegründung den zusätz-

lichen "Antrag", der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, seinen Beschäftigungsgrad 

auf 100 % zu erhöhen (Urk. 39 S. 11). Eine eigentliche Korrektur des vorinstanzli-

chen Urteils(-dispositivs) verlangt sie in diesem Zusammenhang aber nicht. Es ist 

daher nicht davon auszugehen, dass sie damit einen verbindlichen Berufungsan-

trag stellt, weshalb ihr Vorbringen auch nicht als solches zu behandeln ist.

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2. Rechtsschutzinteresse

2.1 Der Gesuchsgegner argumentiert, die Gesuchstellerin habe wegen ihres Um-

zugs innerhalb von D._____ ihr Rechtsschutzinteresse an der Berufung verloren 

(Urk. 48 S. 7).

2.2 Gemäss Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO, der auch die in der ZPO geregelten Rechts-

mittelverfahren erfasst, zählt insbesondere das schutzwürdige Interesse zu den 

Prozessvoraussetzungen. Im Berufungsverfahren muss die Berufung erhebende 

Partei ein schutzwürdiges Interesse daran haben, dass die Berufungsinstanz den 

erstinstanzlichen Entscheid abändert (BGer 5A_236/2023 vom 19. September 

2023, E. 3.3; BGer 5A_9/2015 vom 10. August 2015, E. 4.3).

2.3 Verlässt ein Ehegatte die eheliche Liegenschaft nicht um sich an einem an-

deren Ort niederzulassen, sondern aufgrund einer (superprovisorischen) gerichtli-

chen Anordnung sowie zur Entschärfung der Wohnsituation, so führt dies nach bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung nicht zu einer Verwirkung seines Anspruchs auf 

Zuweisung der ehelichen Liegenschaft (BGer 5A_524/2017 vom 9. Oktober 2017, 

E. 6.1; BGer 5A_78/2012 vom 15. Mai 2012, E. 3.2). Vorliegend zog die Gesuch-

stellerin aus, weil der erstinstanzliche Entscheid vom 20. Januar 2023 (unbegrün-

det zugestellt am 24. Januar 2023; Urk. 31/1) sie zum Auszug bis 30. Juni 2023 

verpflichtete. Sie mietete per 1. Februar 2023 für sich und die Tochter E._____ eine 

Wohnung in D._____ (Urk. 42/7). Ein Berufungsentscheid war, wie die Gesuchstel-

lerin zu Recht vorträgt, nicht bis Ende Juni 2023 zu erwarten und ein längeres Ver-

weilen im Haus wäre ohnehin – trotz allfälliger aufschiebender Wirkung, die im Be-

rufungsverfahren hätte beantragt werden können – eine nicht zumutbare Belastung 

gewesen, was die Gesuchstellerin zum Schutz aller Familienmitglieder vermeiden 

wollte (Urk. 39 S. 15). Die Gesuchstellerin zog zusammengefasst aufgrund einer 

gerichtlichen Anordnung zur Entschärfung der Wohnsituation aus, was zu keiner 

Verwirkung des Anspruchs auf eine Zuweisung der ehelichen Liegenschaft führt. 

Dem Gesuchsgegner ist daher nicht zu folgen, wenn er geltend macht, sie habe ihr 

Rechtsschutzinteresse verloren.

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III. Materielle Beurteilung

1. Zuweisung der ehelichen Liegenschaft

1.1 Die Vorinstanz erwog, dass die Familienwohnung in der Regel dem obhuts-

berechtigten Ehegatten zu überlassen sei, damit die Kinder nicht aus ihrer gewohn-

ten Umgebung gerissen würden oder die Schule wechseln müssten. E._____ sei 

aber bereits 16 Jahre alt und habe die Schule abgeschlossen. Ihr Umfeld in 

D._____ und Umgebung könne sie auch nach einem allfälligen Umzug in eine an-

dere Gemeinde weiterhin selbstständig pflegen, verfüge sie doch über ein Mobilte-

lefon, ein Generalabonnement für die öffentlichen Verkehrsmittel sowie ein Töffli. 

Allzu viel werde sich für E._____ bei einem allfälligen Umzug in eine Nachbarge-

meinde also nicht verändern. Dies sei zwar anders bei einem Umzug näher an die 

Stadt Zürich, jedoch wäre dafür der Arbeitsweg von E._____ kürzer, was auch ei-

nen Gewinn an Lebensqualität bedeuten könne. Die Gesuchstellerin und E._____ 

würden in Zürich arbeiten, F._____ am Flughafen Zürich. Es seien somit weder die 

Gesuchstellerin noch die Kinder aus beruflichen Gründen darauf angewiesen, in 

D._____ zu wohnen. Anderes gelte für den Gesuchsgegner. Dieser sei Gemeinde-

rat und habe Wohnsitzpflicht in D._____. Zudem betreibe er eine Einzelfirma für …-

import mit Sitz in D._____, welche an der Adresse der ehelichen Liegenschaft ein-

getragen sei. Auch arbeite er bei der G._____ AG in D._____. Abgesehen davon 

sei – so die Vorinstanz weiter – zu berücksichtigen, welchem Ehegatten ein Auszug 

eher zumutbar sei und wessen Chancen auf dem Wohnungsmarkt besser seien. In 

der Regel werde davon ausgegangen, dass es für eine alleinstehende Person ein-

facher sei, eine Wohnung zu finden als für einen alleinerziehenden Elternteil. Aller-

dings sei diesem Punkt kaum mehr Bedeutung zuzumessen, da E._____ bereits 

fast volljährig und die Gesuchstellerin voll erwerbstätig sei und einen guten Lohn 

erziele. Sie sei nicht ortsgebunden und nicht auf nahe gelegene Schulen oder Kin-

derbetreuungsangebote angewiesen. Eine Wohnung zu finden, dürfte für sie des-

halb nicht schwierig sein. Demgegenüber seien die Chancen des Gesuchsgegners 

auf dem Wohnungsmarkt aufgrund seines deutlich tieferen Einkommens und seiner 

Wohnsitzpflicht in D._____ viel geringer. Eine dem gelebten ehelichen Standard 

angemessene Wohnung zu so tiefen Wohnkosten wie im eigenen Haus werde er 

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auf dem Markt kaum finden. Bei einem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft 

würde – so die Vorinstanz weiter – der Gesuchsgegner seinen finanziellen Bedarf 

mutmasslich nicht mehr selber decken können und wäre auf die finanzielle Unter-

stützung durch die Gesuchstellerin angewiesen. Die Eigentumsverhältnisse seien 

nicht zu berücksichtigen, weshalb irrelevant sei, wer mehr finanzielle Mittel zum 

Erwerb beigesteuert habe. Dies werde frühestens im Zeitpunkt einer allfälligen 

Scheidung relevant. Hingegen sei dem Zweck, zu welchem die Familienwohnung 

dem jeweiligen Ehepartner diene, Rechnung zu tragen. Die Gesuchstellerin wolle 

mit den beiden Kindern darin wohnen. Alle drei seien mehrheitlich ausser Haus 

arbeitstätig und würden die Liegenschaft hauptsächlich abends und an den Wo-

chenenden nutzen. Der Gesuchsgegner hingegen arbeite in D._____ und habe am 

ehelichen Wohnsitz auch den Sitz seiner Einzelfirma sowie offenbar einen Kühlan-

hänger und das Geschäftsfahrzeug stationiert. Zudem hätten die Parteien überein-

stimmend angegeben, dass sich der Gesuchsgegner immer um den Garten ge-

kümmert habe. Der Gesuchsgegner hänge offenbar mehr am Haus selbst sowie an 

dessen Lage in D._____. Die Gesuchstellerin hänge mehr am Haus als Heim der 

Familie, solange die Kinder dort wohnhaft seien. Abschliessend führte die Vorin-

stanz aus, es könne vom Gesuchsgegner nicht verlangt werden, dass er vorüber-

gehend bei seinen Eltern oder seiner Freundin unterkomme. Dies könne auch Dritt-

personen nicht zugemutet werden. Unter Würdigung all dieser Umstände kam die 

Vorinstanz zum Schluss, die eheliche Liegenschaft an der C._____-strasse … in 

D._____ dem Gesuchsgegner zuzuweisen (Urk. 40 S. 14 ff.).

1.2 Die Gesuchstellerin rügt, die Vorinstanz habe die Kriterien zur Zuteilung der 

ehelichen Liegenschaft falsch angewendet. Die Bedürfnisse der Tochter E._____, 

welche diese ganz klar geäussert habe, seien von der Vorinstanz nicht richtig er-

kannt und gewichtet worden (Urk. 39 S. 3 ff.). Auch die beruflichen Gründe für die 

Zuweisung seien falsch beurteilt worden (Urk. 39 S. 6 ff.).

1.3 Der Gesuchsgegner macht geltend, die Vorinstanz sei unter Würdigung aller 

Umstände zu Recht zum Schluss gekommen, dass die eheliche Liegenschaft ihm 

zuzuweisen sei. Unter anderem sei richtigerweise berücksichtigt worden, dass er 

aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit und seiner beschränkten finanziellen Verhält-

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nisse auf eine kostengünstige Wohngelegenheit in D._____ angewiesen sei 

(Urk. 48 S. 3 f. und S. 7). 

1.4 Die Regelung der Wohnverhältnisse im Sinne von Art. 176 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB 

ist ein Ermessensentscheid, welcher sich in erster Linie an der Zweckmässigkeit 

orientiert, das heisst danach, welchem Ehegatten die eheliche Liegenschaft einen 

grösseren Nutzung bringt (BGer Urteil 5A_971/2017 vom 14. Juni 2018, E. 3.1). Bei 

der Beurteilung, welchem Ehegatten die eheliche Liegenschaft einen grösseren 

Nutzen bringt, sind in erster Linie folgende Kriterien zu berücksichtigen: Zum einen 

das Interesse der Kinder, in der gewohnten und vertrauten Umgebung bleiben zu 

dürfen, was für eine Zuteilung an den Ehegatten spricht, unter dessen Obhut die 

Kinder gestellt werden, und die Erfahrungstatsache, dass der alleinstehende Ehe-

gatte als Einzelperson rascher eine Wohnung findet als der andere Ehegatte mit 

den Kindern, sowie zum anderen Gründe beruflicher und gesundheitlicher Art, 

wenn ein Ehegatte in der ehelichen Liegenschaft seinen Beruf ausübt oder ein Ge-

schäft betreibt oder, wenn die Wohnverhältnisse auf besondere gesundheitliche 

Bedürfnisse eines Familienmitglieds zugeschnitten sind. In zweiter Linie werden 

Affektionsinteressen berücksichtigt, wie beispielsweise die Beziehungsnähe zur 

ehelichen Liegenschaft, deren höherer zeitlicher Nutzungswert oder die Möglichkeit 

für einen Ehegatten, den Unterhalt persönlich zu besorgen (BGer 5A_766/2008 

vom 4. Februar 2009, E. 3.2 f. m.w.H.; OGer ZH LE210024 vom 31.05.2022, 

E. E.4.1. S. 25 ff. m.w.H.; FamKomm Scheidung/Maier/Vetterli, Art. 176 ZGB N 17 

m.H.a. BGE 114 II 13 E. 6; BSK ZPO-Maier/Schwander, Art. 176 N 7). Führt diese 

Interessenabwägung zu keinem eindeutigen Ergebnis, ist im Zweifel den Eigen-

tums- oder anderen rechtlich geordneten Nutzungsverhältnissen Rechnung zu tra-

gen, denen auch bei voraussehbarer längerer Aufhebung des gemeinsamen Haus-

halts ein zusätzliches Gewicht beigemessen wird. Erst wenn – nach der Prüfung all 

dieser Aspekte – unklar bleibt, wem die eheliche Liegenschaft den grösseren Nut-

zen bringt, ist zu prüfen, welchem Ehegatten ein Auszug eher zuzumuten ist (vgl. 

BGer Urteil 5A_971/2017 vom 14. Juni 2018, E. 3.1; BGE 120 II 1 E. 2c).

1.5 Das vorinstanzliche Urteil prüft sämtliche möglichen Zuteilungskriterien, ohne 

dabei die höchstrichterlich vorgegebene Kaskade genügend zu beachten. Auch 

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setzt sich das vorinstanzliche Urteil nicht mit sämtlichen relevanten Sachverhalts-

elementen auseinander. Die Kriterien sind deshalb nachfolgend erneut zu prüfen:

1.6 Zum Interesse des Kindes, in der gewohnten und vertrauten Umgebung blei-

ben zu dürfen: Die Vorinstanz hielt diesbezüglich fest, die Tochter E._____ sei 

16 Jahre alt, sie habe die Schule abgeschlossen und absolviere eine Lehre; damit 

werde sie durch einen Umzug nicht so stark betroffen wie ein grundschulpflichtiges 

Kind (Urk. 40 S. 14). Dass E._____ seit ihrer Geburt an muskulärer Hypotonie leidet 

und sie deshalb insbesondere in organisatorischen Belangen auf Unterstützung an-

gewiesen ist, sowie diverse Therapien besucht – was die Gesuchstellerin vor Vor-

instanz vortrug und was unbestritten blieb (Urk. 16 Rz. 3.6; vgl. Urk. 48 S. 5) – 

wurde im vorinstanzlichen Urteil nicht erwähnt (vgl. Urk. 39 S. 3). Auch die damals 

anstehende Lehrstellensuche im Sommer 2023 und die Tatsache, dass keinesfalls 

klar war, ob E._____ die Lehrestelle an ihrem Praktikumsort bekommen würde 

(Urk. 16 Rz. 3.12 f., Rz. 3.23; Urk. 20 S. 3) – was schliesslich nicht der Fall war 

(Urk. 48 S. 6) – sowie die unbestritten gebliebenen Ausführungen der Gesuchstel-

lerin, dass E._____ deutlich mehr Unterstützung und zeitliche Präsenz als andere 

Jugendliche in ihrem Alter benötige (Urk. 16 Rz. 3.25; vgl. Urk. 18), liess die Vor-

instanz unerwähnt. Sie führte diesbezüglich nur aus, E._____ absolviere eine Lehre 

beziehungsweise ein Praktikum in Zürich (Urk. 40 S. 11, S. 14 f.). Die durch die 

Trennung entstandene Belastung, die E._____ im Rahmen ihrer Anhörung gegen-

über dem Gericht erwähnte (Urk. 20 S. 1, S. 3), würdigte die Vorinstanz ebenfalls 

nicht. Unerwähnt blieb im vorinstanzlichen Urteil weiter, dass der Gesuchsgegner 

sowohl in der persönlichen Befragung als auch in der Gesuchsantwort angab, die 

Parteien hätten entschieden, dass die Kinder im Haus bleiben würden; sie hätten 

es gut im Haus, mit dem Garten und der Nachbarschaft; das wolle er mit den Kin-

dern – er beantragte die Obhut über E._____ – behalten (Prot. I S. 9 f.; Urk. 18 

S. 4). Auch der Wunsch der Tochter E._____, mit ihrem volljährigen Bruder, zu wel-

chem sie ein extrem gutes Verhältnis habe, in der ehelichen Liegenschaft bleiben 

zu können (Urk. 20 S. 4), wurde im vorinstanzlichen Urteil einzig im Rahmen der 

Obhutsfrage und des Standpunkts der Gesuchstellerin zur Wohnungszuteilung wie-

dergegeben (Urk. 40 S. 9 f., S. 13), ohne diesen Wunsch zu würdigen (vgl. Urk. 39 

S. 5). Stattdessen prüfte die Vorinstanz direkt die Auswirkungen eines Auszugs auf 

- 14 -

E._____ und damit die Zumutbarkeit (Urk. 40 S. 14), womit sie die Hierarchie der 

Zuteilungskriterien vermischte (vgl. vorne Erw. III.1.4; Urk. 39 S. 8) und diese dar-

über hinaus selektiv prüfte, indem insbesondere E._____s Mitgliedschaft im Turn-

verein unerwähnt blieb (Urk. 20 S. 3; vgl. Urk. 40 S. 11). Die Obhut wurde der Ge-

suchstellerin zugeteilt und dies blieb unangefochten (Urk. 40 S. 28, Dispositiv-Ziffer 

3; vorne Erw. II.1.4). Das Interesse von E._____ mit der obhutsberechtigten Ge-

suchstellerin in der ehelichen Liegenschaft zu bleiben, ist hoch zu gewichten. Dies 

umso mehr, als auch ihr volljähriger Bruder dort wohnt und sie aufgrund ihrer Si-

tuation (gesundheitliche Einschränkung durch muskuläre Hypotonie, erhöhte Un-

terstützungsbedürftigkeit, Lehrstellensuche und damit verbundene Unsicherheit) 

auf Stabilität angewiesen ist. Dem Einwand des Gesuchsgegners, die Gesuchstel-

lerin argumentiere grösstenteils orts- und nur teilweise auf die eheliche Liegen-

schaft bezogen (Urk. 48 S. 4), kann aufgrund des Ausgeführten nicht gefolgt wer-

den. Da die Vorinstanz ihr Ermessen mit Bezug auf die aufgezeigten kinderbezo-

genen Kriterien unberücksichtigt liess, kommt den im Berufungsverfahren dazu vor-

getragenen zulässigen echten Noven keine ausschlaggebende Bedeutung zu, 

weshalb darauf nicht im Detail einzugehen ist. Festzuhalten ist einzig, dass das 

Verlassen der gewohnten Umgebung für E._____ einschneidend und belastend 

war sowie sie dadurch stark betroffen wurde, was sich in den gesundheitspsycho-

logischen Beratungen, die E._____ besucht, zeigt (Urk. 39 S. 3; Urk. 42/2; Urk. 48 

S. 5). 

1.7 Zu den beruflichen Gründen: Diesbezüglich geht es um Interessen des Ge-

suchsgegners. Die Wohnsitzpflicht in D._____ für sein Gemeinderatsmandat ist un-

bestritten (Urk. 40 S. 15; Urk. 39 S. 6). Dass der Gesuchsgegner ortsgebunden ist, 

heisst aber nicht, dass er auch an die eheliche Liegenschaft gebunden ist (vgl. 

Urk. 39 S. 6). Dies machte er bei seiner persönlichen Befragung vor der Vorinstanz 

auch nicht geltend (Prot. I S. 9 f.). Allein die Tatsache, dass sein Geschäft für …-

import seinen Sitz an der Adresse der ehelichen Liegenschaft hat (Urk. 40 S. 15) 

und der Gesuchsgegner – wie er es selbst formuliert – damit zumindest in adminis-

trativer Hinsicht von zu Hause aus erwerbstätig ist (Urk. 48 S. 7), ändert daran 

nichts. Es blieb unbestritten, dass der Gesuchsgegner über ein Lager an der 

H._____-strasse in D._____ verfügt, wo er auch den Kühlanhänger und sein Fir-

- 15 -

menfahrzeug abstellen kann und wo der Rampenverkauf stattfindet (Urk. 16 

Rz. 5.7; Urk. 18 S. 3, S. 5; Urk. 39 S. 6; Urk. 48 S. 7). Schliesslich machte der Ge-

suchsgegner auch nicht geltend, wegen seines Teilzeitpensums bei der G._____ 

AG auf die eheliche Liegenschaft angewiesen zu sein (vgl. Urk. 18; Prot. I S. 9 f.; 

Urk. 48 S. 7). Eine massgeblich zu gewichtende Berufsausübung in der ehelichen 

Liegenschaft im Sinne der wiedergegebenen bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

liegt damit nicht vor (vgl. vorne Erw. III.1.4).

1.8 Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass es für den Gesuchsgegner mög-

lich sein wird, eine alternative Wohnmöglichkeit in D._____ zu organisieren (hinten 

Erw. III.2.5). 

1.9 Es ist festzuhalten, dass vorliegend das Interesse des Kindes E._____, in der 

ehelichen Liegenschaft zu bleiben – was aufgrund der Obhutszuteilung an die Ge-

suchstellerin für eine Zusprechung an sie spricht –, die beruflichen Interessen des 

Gesuchsgegners überwiegt. Nur weil E._____ angab, dass sie mit der Gesuchstel-

lerin ausziehen würde, wenn diese nicht im Haus bleibe (Urk. 20 S. 4), was 

schliesslich geschah, rechtfertigt sich keine Zuteilung der Liegenschaft an den Ge-

suchsgegner (vgl. Urk. 48 S. 6). Auf die erst in zweiter Linie zu berücksichtigenden 

Affektionsinteressen (Beziehungsnähe zur Liegenschaft, höherer zeitlicher Nut-

zungswert, Möglichkeit der persönlichen Besorgung des Unterhalts) sowie auf die 

Eigentumsverhältnisse und auf die Frage, wem ein Auszug eher zuzumuten ist, ist 

bei diesem Ergebnis nicht weiter einzugehen (vgl. dazu Urk. 39 S. 8-15; Urk. 40 

S. 15 f.; Urk. 48 S. 8).

1.10 Abzulehnen ist, dass aufgrund der seit des Auszugs vergangenen Zeit eine 

Zuteilung der ehelichen Liegenschaft an die Gesuchstellerin und ein damit verbun-

dener erneuter Umzug von E._____ eine unnötige Belastung darstellt (Urk. 48 S. 6; 

Urk. 51 S. 4). Vielmehr erscheint im Gegenteil die Rückkehr in ihre vertraute Um-

gebung für E._____ ein wichtiger Schritt zu sein, um in der derzeitigen Phase ihrer 

Entwicklung wieder mehr Sicherheit und Stabilität zu erhalten.

1.11 Die eheliche Liegenschaft an der C._____-strasse … in D._____ ist damit für 

die Dauer des Getrenntlebens der Gesuchstellerin zuzuweisen. Der Gesuchsgeg-

- 16 -

ner ist berechtigt, seine persönlichen Gegenstände mitzunehmen. Ihm ist eine an-

gemessene Auszugsfrist anzusetzen. Es rechtfertigt sich aufgrund des besonderen 

Umstands, dass es um eine Umteilung der ehelichen Liegenschaft nach einem be-

reits erfolgten Auszug geht, die Auszugsfrist grosszügig zu bemessen und auf den 

nächsten ortsüblichen Kündigungstermin festzusetzen (vgl. FamKomm Schei-

dung/Maier/Vetterli, Art. 176 ZGB N 18; BSK ZGB I-Maier/Schwander, Art. 176 

N 7). Der nächste ordentliche Kündigungstermin fällt auf Ende Juni 2024, womit der 

Gesuchsgegner zu verpflichten ist, die eheliche Liegenschaft spätestens per 

30. Juni 2024 zu verlassen.

2. Eventualbegehren betreffend Ehegattenunterhalt

2.1  Ein Berufungsbeklagter, der in erster Instanz (teilweise) obsiegt hat und eine 

Gutheissung der Berufung befürchten muss, ist nach bundesgerichtlicher Recht-

sprechung gehalten, allfällige vor erster Instanz gestellte Eventualbegehren zu er-

neuern (BGer 4A_496/2016 vom 8. Dezember 2016, E. 2.2.2.; BGer 5D_148/2013 

vom 10. Januar 2014, E. 5.2.2, je mit m.w.H.; OGer ZH NP200017 vom 12.03.2021, 

E. I.3.1, S. 8; Präjudizienbuch ZPO-Bohnet/Droese, Art. 312 N 3). Zudem kann ein 

obsiegender Berufungsbeklagter, der infolge fehlender formeller Beschwer nicht zu 

einer Berufung oder Anschlussberufung legitimiert ist, von der Berufungsinstanz 

(eventualiter) verlangen, dass sie ein Eventualbegehren, das er vor erster Instanz 

gestellt hat und über das infolge Gutheissung seines Hauptbegehrens von der ers-

ten Instanz nicht entschieden worden ist, im Berufungsverfahren trotz fehlender ei-

gener Berufung bzw. Anschlussberufung des Berufungsbeklagten prüft, wenn die 

Berufungsinstanz die von der ersten Instanz vorgenommene Gutheissung des 

Hauptbegehrens des Berufungsbeklagten aufhebt (ZK-ZPO-Reetz/Theiler, Art. 312 

N 12).

2.2 Der Gesuchsgegner stellte im erstinstanzlichen Verfahren ein Eventualbegeh-

ren um Zusprechung eines angemessenen Trennungsunterhalts in der Höhe von 

mindestens Fr. 2'000.– pro Monat, falls ihm die eheliche Liegenschaft nicht zuge-

wiesen werden sollte (Urk. 18 S. 2, S. 8; Prot. I S. 3; vgl. Urk. 26 S. 2). Dieses Be-

gehren wiederholte er im Berufungsverfahren und verlangte für den Fall der Gut-

heissung der Berufung einen Trennungsunterhalt in der Höhe von Fr. 1'944.– 

- 17 -

(Urk. 48 S. 2, S. 9). Über dieses erstinstanzlich gestellte und im Berufungsverfah-

ren erneuerte Eventualbegehren ist im Rahmen des Berufungsverfahrens zu ent-

scheiden. Eine Rückweisung rechtfertigt sich nicht, denn es wurde weder ein we-

sentlicher Teil der Klage nicht beurteilt noch ist der Sachverhalt in wesentlichen 

Teilen zu vervollständigen (vgl. Art. 318 lit. c ZPO). Die Gesuchstellerin schliesst 

auf Abweisung dieses Eventualbegehrens (Urk. 51 S. 5).

2.3 Der Gesuchsgegner verweist betreffend die Höhe des Unterhaltsbeitrags auf 

die Beilage 22 des vorinstanzlichen Verfahrens (Urk. 48 S. 9). Die mit dieser Num-

mer eingereichte Beilage wurde als Urk. 19/13 zu den Akten genommen (vgl. 

Urk. 18 S. 8; Prot. I S. 3). Diesbezüglich hatte er vorgetragen, Trennungsunterhalt 

von mindestens Fr. 2'000.– zu beantragen, sollte ihm die eheliche Liegenschaft 

nicht zugeteilt werden. In diesem Fall seien ihm auch angemessene Wohnkosten 

von mindestens Fr. 1'800.– zuzuweisen, um den gewohnten Standard aufrechter-

halten zu können (Urk. 18 S. 8). Die Gesuchstellerin führte dagegen aus, bereits 

für den Unterhalt von E._____ sowie denjenigen des sich in Ausbildung befinden-

den Sohnes F._____ aufzukommen, weshalb kein Unterhaltsbeitrag an den Ge-

suchsgegner geschuldet sein könne (Urk. 51 S. 5 f. und Urk. 16).

2.4 Der vom Gesuchsgegner verlangte Unterhaltsbeitrag ergibt sich einzig aus 

dem auf ihn entfallenden Anteil am Gesamtüberschuss (Gesamteinkommen der 

Parteien und von E._____ abzüglich des familienrechtlichen Existenzminimums), 

den er nicht mit seinem eigenen, nach Deckung seines familienrechtlichen Exis-

tenzminimums verbleibenden Freibetrag decken kann (Urk. 19/13; vgl. Urk. 19/12). 

Diesbezüglich ist festzuhalten, dass von einem solchen Überschuss grundsätzlich 

zunächst – zumindest rechnerisch – der dem volljährigen Sohn F._____ bis zum 

Abschluss einer angemessenen Ausbildung (Art. 277 Abs. 2 ZGB) zustehende Un-

terhalt zu decken wäre und ein auf die übrigen Familienmitglieder aufzuteilender 

Überschuss erst dann entstehen kann, wenn die Verpflichtung zur Leistung von 

Volljährigenunterhalt erfüllt ist (BGE 147 III 265 E. 7.3). Ob dem vorinstanzlichen 

Vorgehen, F._____ bei der Unterhaltsberechnung nicht zu berücksichtigen, gefolgt 

werden kann (vgl. Urk. 40 S. 6, S. 23 ff.; Urk. 16 Rz. 6.33 ff.), muss vorliegend nicht 

geklärt werden: F._____ schliesst im Sommer 2024 seine Lehre als Polymechani-

- 18 -

ker ab (Urk. 17/2). Dies fällt zeitlich zusammen mit dem Auszug des Gesuchsgeg-

ners aus der ehelichen Liegenschaft (vorne Erw. III.1.11). Damit erscheint ange-

messen, F._____ für die Unterhaltsberechnung ausser Betracht zu lassen. Auch 

angemessen ist in diesem Zusammenhang, die höheren Kosten für das von 

E._____ absolvierte Schuljahr im Profil in I._____ (Urk. 39 S. 9 f.) nicht zu berück-

sichtigen, da auch dieses im Sommer 2024 beendet sein wird.

2.5 Die Erwägungen der Vorinstanz zum Einkommen und Bedarf werden von den 

Parteien im Rahmen der Berufung nicht gerügt. Auch wird nicht vorgebracht, dass 

sich seit dem erstinstanzlichen Verfahren in finanzieller Hinsicht etwas geändert 

hat, was ab Sommer 2024 massgeblich wäre. Damit bleibt es grundsätzlich bei der 

Unterhaltsberechnung der Vorinstanz (Urk. 40 S. 23). Anzupassen sind die Wohn-

kosten der Gesuchstellerin und von E._____. Diese sind anstatt mit Fr. 2'500.– 

(Urk. 40 S. 23 f.), mit Fr. 1'737.– (Hypothekarzinsen Fr. 650.– plus Nebenkosten 

Fr. 1'087.–) zu berücksichtigen, wobei Fr. 580.– auf E._____ und Fr. 1'157.– bei 

der Gesuchstellerin einzusetzen sind. Die Wohnkosten des Gesuchsgegners sind 

ebenfalls weiterhin mit Fr. 1'737.– zu berücksichtigen: Während des erstinstanzli-

chen Verfahrens belegte die Gesuchstellerin mit Wohnungsinseraten (Urk. 16 

Rz. 6.18; Urk. 17/30), dass es verfügbare und preislich um Fr. 1'700.– liegende 

Mietwohnungen in D._____ gibt, was nur unsubstantiiert bestritten wurde (Urk. 18 

S. 5; Prot. I S. 4). Während des Berufungsverfahrens belegte die Gesuchstellerin, 

dass sie selbst innert kürzester Zeit für sich und E._____ eine 4-Zimmer-Wohnung 

für Fr. 1'710.– (inkl. Nebenkosten, exkl. Parkplatz) in D._____ fand (Urk. 42/7; 

Urk. 39 S. 6, S. 9, S. 12). Die beim Gesuchsgegner berücksichtigten Wohnkosten 

von Fr. 1'737.– für die eheliche Liegenschaft (Urk. 40 S. 23 f.) sind damit auch nach 

seinem Auszug – wie von der Gesuchstellerin beantragt (Urk. 39 S. 9) – als ange-

messene Wohnkosten zu berücksichtigen. Dies gilt unabhängig davon, ob der Ge-

suchsgegner die Wohnung der Gesuchstellerin übernehmen kann und will, oder ob 

er sich eine andere Wohnung sucht. Die von der Vorinstanz zugunsten der Gesuch-

stellerin und E._____ berücksichtigten Fr. 2'500.– (Urk. 40 S. 23 f.), ändern daran 

nichts, hat die Gesuchstellerin doch einerseits bewiesen, dass sie effektiv günstiger 

eine Wohnung fand, und andererseits wäre für den Gesuchsgegner als Einzelper-

son – trotz Besuchen der Kinder – eine kleinere Wohnung angemessen. Dieser 

- 19 -

Betrag deckt sich zudem beinahe mit dem Betrag von Fr. 1'800.–, welchen der Ge-

suchsgegner der Gesuchstellerin bei einem Auszug anrechnen wollte und auch für 

sich selbst im Falle eines Auszugs beantragte (Urk. 18 S. 8; Urk. 19/12 f.).

2.6 Der erweiterte familienrechtliche Bedarf der Gesuchstellerin beläuft sich damit 

auf Fr. 4'530.–, jener von E._____ auf Fr. 1'766.– und jener des Gesuchsgegners 

auf Fr. 4'137.–, damit auf total Fr. 10'433.– (Urk. 40 S. 23 mit obigen Änderungen 

der Wohnkosten). Dispositiv-Ziffer 8, in welchem die finanziellen Verhältnisse der 

Parteien festgehalten wurden, ist entsprechend anzupassen (vgl. dazu vorne 

Erw. II.1.4). Dem steht ein Gesamteinkommen von Fr. 15'026.– (Einkommen Ge-

suchstellerin Fr. 9'188.–, Einkommen Gesuchsgegner Fr. 5'300.– [vgl. vorne 

Erw. II.1.5], Einkommen E._____ Fr. 538.–) gegenüber (Urk. 40 S. 23). Der Ge-

samtüberschuss beläuft sich auf Fr. 4'593.–. E._____ kommt davon ein Fünftel 

(Fr. 919.–), der Gesuchstellerin und dem Gesuchsgegner kommen je zwei Fünftel 

(Fr. 1'837.–) zu (vgl. BGE 147 III 265 E. 7.3). Dem Gesuchsgegner verbleibt mit 

seinem Einkommen nach Deckung seines Bedarfs ein Betrag von Fr. 1'163.– 

(Fr. 5'300.– ./. Fr. 4'137.–). Damit kann er einen Teil seines Überschussanteils 

selbst beisteuern: Im Umfang von Fr. 674.– (Fr. 1'163.– ./. Fr. 1'837.–) hat er dage-

gen Anspruch auf ehelichen Unterhalt. Dieser Unterhaltsbeitrag ist ab dem Auszug 

des Gesuchsgegners aus der ehelichen Liegenschaft und für die weitere Dauer des 

Getrenntlebens geschuldet. Für eine Befristung besteht kein Anlass (vgl. Urk. 16 

Rz. 6.34 sowie vorne Erw. II.1.5).

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens

1.1 Trifft die Berufungsinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch 

über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO). 

Die Prozesskosten beider Verfahren – des erstinstanzlichen Verfahrens und des 

Berufungsverfahrens – sind dabei grundsätzlich der gemäss Entscheid der Beru-

fungsinstanz unterliegenden Partei aufzuerlegen. Hat gemäss Entscheid der Beru-

fungsinstanz keine Partei vollständig obsiegt, werden die Prozesskosten beider 

Verfahren nach dem Ausgang des Verfahrens beziehungsweise nach dem Er-

- 20 -

kenntnis der Berufungsinstanz verteilt (Art. 106 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 ZPO; 

ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 318 N 59 m.w.H.).

1.2 Die Vorinstanz setzte die Gerichtsgebühr auf Fr. 2'700.– fest und erwog, da 

keine Partei vollständig obsiegt habe und es sich um ein familienrechtliches Ver-

fahren handle, erscheine angemessen, die Gerichtskosten den Parteien je zur 

Hälfte aufzuerlegen und keine Parteientschädigungen zuzusprechen (Urk. 40 

S. 28).

1.3 Die von der Vorinstanz festgesetzte Höhe der Gerichtskosten blieb unange-

fochten, erweist sich als angemessen und ist demnach zu bestätigen. Die hälftige 

Teilung der Prozesskosten, welche die Vorinstanz gestützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. c 

ZPO nach Ermessen vornahm (Urk. 40 S. 28), wurde von keiner Seite beanstandet 

und ist ebenfalls zu bestätigen.  

2. Kosten- und Entschädigungsfolgen des Berufungsverfahrens

2.1 Im Rechtsmittelverfahren gelten dieselben Verteilungsgrundsätze wie vor ers-

ter Instanz (Art. 106 ff. ZPO). Das Berufungsverfahren beschränkt sich auf die Zu-

teilung der ehelichen Liegenschaft während des Getrenntlebens und auf eheliche 

Unterhaltsbeiträge. 

2.2 Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 12 Abs. 1 

und 2 sowie § 5 und § 6 Abs. 2 lit. b GebV OG auf Fr. 3'000.– festzusetzen und mit 

dem von der Gesuchstellerin geleisteten Vorschuss in der Höhe von Fr. 3'000.– zu 

verrechnen (Art. 111 Abs. 1 ZPO).

2.3 Mit Bezug auf die Zuteilung der ehelichen Liegenschaft – die hauptsächlicher 

Gegenstand des Berufungsverfahrens war – obsiegt die Gesuchstellerin; mit Bezug 

auf den ehelichen Unterhalt obsiegt der Gesuchsgegner zwar im Grundsatz, mit 

Bezug auf die Höhe aber nur teilweise, indem er vom verlangten Betrag von 

Fr. 1'944.– bloss Fr. 674.– zugesprochen erhält. Damit obsiegt die Gesuchstellerin 

im Berufungsverfahren zu einem grossen Teil und es erscheint gerechtfertigt, ihr 

einen Fünftel und dem Gesuchsgegner vier Fünftel der Gerichtskosten aufzuerle-

gen. Eine Parteientschädigung kann der nicht anwaltlich vertretenen Gesuchstel-

- 21 -

lerin nicht gesprochen werden, da sie weder Auslagen geltend machte noch Um-

stände darlegte, welche die Zusprechung einer Umtriebsentschädigung rechtferti-

gen würden (vgl. Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO). 

Es wird beschlossen:

1. Es wird vorgemerkt, dass das Urteil des Einzelgerichts im summarischen 

Verfahren am Bezirksgericht Andelfingen vom 20. Januar 2023 hinsichtlich 

der Dispositiv-Ziffern 1-4, 7 und 9 in Rechtskraft erwachsen ist.

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Erkenntnis.

Es wird erkannt:

1. In teilweiser Gutheissung der Berufung werden die Dispositiv-Ziffern 5, 6 

und 8 des Urteils des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Be-

zirksgericht Andelfingen vom 20. Januar 2023 aufgehoben und durch fol-

gende Fassung ersetzt:

" 5. Die eheliche Liegenschaft an der C._____-strasse …, D._____ wird für 

die Dauer des Getrenntlebens der Gesuchstellerin zur alleinigen Benüt-

zung zugewiesen. Der Gesuchsgegner ist berechtigt, seine persönli-

chen Gegenstände mitzunehmen.

6. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, die eheliche Liegenschaft spätes-

tens per 30. Juni 2024 zu verlassen.

[…]

8.1 Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner persönlich 

ab dessen Auszug aus der ehelichen Liegenschaft monatliche Unter-

haltsbeiträge von Fr. 674.– zu bezahlen, zahlbar im Voraus auf den 

Ersten eines jeden Monats und für die weitere Dauer des Getrenntle-

bens.

- 22 -

8.2 Diesem Entscheid liegen die folgenden finanziellen Verhältnisse der 

Parteien zu Grunde:

Einkommen 
(netto pro Monat, inkl. Anteil 13. Monatslohn, Familienzulagen separat):
- Gesuchstellerin: CHF 9'188.00 (100 % Pensum)
- Gesuchsgegner: CHF 5'300.00 (100 % Pensum)
- E._____: CHF     288.00 und Familienzulage von derzeit 

CHF 250.00

Vermögen: kein relevantes Vermögen

familienrechtlicher Bedarf:
- Gesuchstellerin: CHF 4'530.00
- Gesuchsgegner: CHF   4'137.00
- E._____: CHF   1'766.00 "

2. Die erstinstanzliche Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen (Dis-

positiv-Ziffern 10 bis 12) wird bestätigt.

3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt.

4. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Gesuch-

stellerin zu einem Fünftel und dem Gesuchsgegner zu vier Fünfteln aufer-

legt. Die Gerichtskosten werden mit dem von der Gesuchstellerin geleisteten 

Kostenvorschuss verrechnet. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Ge-

suchstellerin den geleisteten Vorschuss im Betrag von Fr. 2'400.– zu erset-

zen.

5. Für das zweitinstanzliche Verfahren werden keine Parteientschädigungen 

zugesprochen.

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein.

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

- 23 -

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG und ein Entscheid über 
vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG.

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
über Fr. 30'000.–.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

Zürich, 5. März 2024

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw N. Achermann

versandt am:
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