# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7a3ee7b-7208-57b5-84d4-52914d140362
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 03.05.2021 LF210024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LF210024_2021-05-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LF210024-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, Oberrichter 

lic. iur. et phil. D. Glur und Oberrichterin lic. iur. M. Stammbach so-

wie Gerichtsschreiberin MLaw N. Seebacher 

Beschluss vom 3. Mai 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsgegner und Berufungskläger 

 

gegen 

 

B._____ AG,  
Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  

 

betreffend Ausweisung (Rechtsschutz in klaren Fällen) 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Bülach vom 

22. März 2021 (ER210011) 

 
  

- 2 - 

Erwägungen: 

1.1 Mit Urteil vom 22. März 2021 hiess das Einzelgericht im summarischen Ver-

fahren des Bezirksgerichts Bülach (nachfolgend Vorinstanz) ein von der Gesuch-

stellerin und Berufungsbeklagten (nachfolgend Berufungsbeklagte) gegen den 

Gesuchsgegner und Berufungskläger (nachfolgend Berufungskläger) gestelltes 

Ausweisungsbegehren gut und verpflichtete den Berufungskläger, die Loftwoh-

nung (ca. 267 m2) im 3. Obergeschoss (Dachgeschoss) der Liegenschaft 

C._____-strasse … in D._____ unverzüglich zu räumen und der Berufungsbe-

klagten ordnungsgemäss zu übergeben, unter Androhung der Zwangsvollstre-

ckung im Unterlassungsfall (act. 14 [= act. 11 = act. 16]). Dieser Entscheid wurde 

dem Berufungskläger am 31. März 2021 zugestellt (act. 12).  

1.2 Am 9. April 2021 erhob der Berufungskläger gegen den Entscheid der Vor-

instanz rechtzeitig Berufung, wobei er die folgenden Anträge stellte (act. 15):  

" 1. Es sei dem Gesuchsteller zu gestatten, das gemietete Wohnob-
jekt Loftwohnung, 3. Obergeschoss in der Liegenschaft C._____-
strasse …, D._____ bis spätestens 30. April 2021 zu bewohnen.  

 2. Es seien die Verfahrenskosten beiden Parteien je hälftig aufzuer-
legen." 

1.3 Die Akten der Vorinstanz wurden beigezogen (act. 1-12). Da sich die Beru-

fung des Berufungsklägers sofort als offensichtlich unbegründet bzw. offensicht-

lich unzulässig erweist, bzw. sie teilweise gegenstandlos geworden ist, kann auf 

die Einholung einer Berufungsantwort der Gegenpartei verzichtet werden (vgl. 

Art. 312 Abs. 1 ZPO) und es ist ohne Weiterungen zu entscheiden.  

2.1. Der angefochtene Entscheid vom 22. März 2021 stellt einen erstinstanzli-

chen Endentscheid in einer vermögensrechtlichen Streitigkeit dar. In vermögens-

rechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung nur zulässig, wenn der Streitwert der 

zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens Fr. 10'000.– beträgt 

(Art. 308 Abs. 2 ZPO). Da vom Berufungskläger die Gültigkeit der Kündigung 

nicht in Frage gestellt wurde (vgl. act. 9), bestimmt sich der Streitwert des Aus-

weisungsverfahrens danach, wie lange der Vermieter oder Eigentümer über das 

mutmassliche Objekt noch nicht verfügen kann, wobei praxisgemäss von einer ef-

- 3 - 

fektiven Verfahrensdauer von nicht mehr als sechs Monaten auszugehen ist. Auf-

grund des vereinbarten Bruttomietzinses von Fr. 4'000.– (act. 3/1) ging die Vor-

instanz zu Recht von einem Streitwert von Fr. 24'000.– aus. Der Streitwert der Be-

rufung ist somit erreicht und die Berufung zulässig.  

2.2. Gemäss Art. 310 ZPO kann mit der Berufung (a) die unrichtige Rechtsan-

wendung und (b) die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht 

werden. Die Berufung ist innerhalb der Rechtsmittelfrist schriftlich, begründet und 

mit Rechtsmittelanträgen versehen einzureichen (Art. 311 ZPO). Neue Behaup-

tungen und Beweismittel sind nur noch zulässig, wenn sie trotz zumutbarer Sorg-

falt vor erster Instanz nicht vorgebracht werden konnten und wenn sie vor der Be-

rufungsinstanz unverzüglich vorgetragen werden (vgl. Art. 317 ZPO). Es gilt die 

Rüge- bzw. Begründungsobliegenheit, was bedeutet, dass die Berufung führende 

Partei sich mit den Erwägungen der Vorinstanz im Einzelnen auseinanderzuset-

zen und konkret aufzuzeigen hat, was am angefochtenen Urteil oder am Verfah-

ren des Bezirksgerichts falsch war (BGE 138 III 374, E. 4.3.1). Ist dies nicht der 

Fall, ist auf die Berufung nicht einzutreten (ZR 110/2011 Nr. 80; OGer ZH 

PF130050 vom 25. Oktober 2013 E. II.2.1; ZK ZPO-REETZ/THEILER, 3. Aufl. 2016, 

Art. 311 N 34, 36). 

3. Der Berufungskläger macht im Rahmen seiner Berufungsschrift – wie bereits 

vorinstanzlich – geltend, dass er als Selbständigerwerbender Corona-bedingt in 

Zahlungsschwierigkeiten und aus diesem Grund mit den Mietzinszahlungen in 

Rückstand geraten sei. Obwohl ihm von Seiten der Berufungsbeklagten zunächst 

telefonisch angeboten worden sei, dass er die Rückstände über einen Zeitraum 

von acht Monaten zurückbezahlen könne, sei ihm schriftlich dann nur eine fünf-

monatige Zahlungsfrist angeboten worden. Der Berufungskläger anerkennt – wie 

bereits vorinstanzlich – dass er diese Zahlungsvereinbarung unterschrieben habe, 

er jedoch in der Folge die darin vereinbarten Zahlungsmodalitäten nicht habe ein-

halten können. Dementsprechend bestreitet der Berufungskläger – wie bereits vo-

rinstanzlich (vgl. act. 9) – die Gültigkeit der ausserordentlichen Kündigung wegen 

Zahlungsverzug nicht. Im Rahmen seiner Berufung beantragt er einzig, es sei ihm 

zu gestatten, die streitgegenständliche Wohnung bis spätestens 30. April 2021 zu 

- 4 - 

bewohnen (act. 15), wobei er vorinstanzlich noch beantragt hatte, das Auszugs-

datum sei auf spätestens 25. April 2021 festzusetzen (act. 9).  

 Die Vorinstanz hat sich mit diesem Standpunkt des Beschwerdeführers nicht 

ausdrücklich auseinandergesetzt, sondern die von ihm sinngemäss beantragte 

Schonfrist vielmehr implizit abgelehnt, indem sie ihn zum sofortigen Auszug ver-

pflichtet hat (vgl. act. 14). Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang, dass eine 

Schonfrist bei der Vollstreckung eines Ausweisungsentscheides nur in Ausnah-

mefällen, namentlich wenn humanitäre Gründe einen Aufschub gebieten oder 

wenn ersthafte oder konkrete Anzeichnen dafür bestehen, dass der Besitzer sich 

dem Entscheid der Räumung innert vernünftiger Frist bereitwillig fügt, in Frage 

kommt. Eine Schonfrist bei der Vollstreckung des Ausweisungsentscheides darf 

jedoch nur relativ kurz sein und insbesondere nicht zu einer Erstreckung des 

Mietverhältnisses führen (BGer 4A_207/2014 vom 19. Mai 2014, E. 3.1 [übersetzt 

in MRA 2015 S. 54 und mp 2014 S. 251]; OGer ZH, PF170013 vom 9. März 2017, 

E. 3.2). Vorliegend profitiert der Berufungskläger bereits von einer faktischen Er-

streckung von mehr als drei Monaten, wurde das Mietverhältnis doch – was nicht 

beanstandet wurde – bereits per Ende Dezember 2020 gültig beendet (act. 14 

S. 4, E. 4). Die Anordnung einer weiteren Schonfrist würde deshalb aus diesem 

Grund ausser Betracht fallen, wobei zu berücksichtigen ist, dass der Berufungs-

kläger von Vornherein nur eine Schonfrist bis Ende April 2021 beantragt hat und 

dieser Zeitpunkt inzwischen verstrichen ist. Da das Rechtsschutzinteresse des 

Berufungsklägers an der Behandlung der vorliegenden Berufung damit dahinge-

fallen ist, ist auf die Berufung bereits aus diesem Grund nicht einzutreten.  

4. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens sind ausgangsgemäss dem Beru-

fungskläger aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Zwar beantragt der Berufungs-

kläger eine hälftige Kostenauferlegung, doch ist hierfür kein Grund ersichtlich, 

wird die Gültigkeit der Kündigung doch nicht in Frage gestellt und wäre doch 

selbst bei noch vorhandenem Rechtsschutzinteresse – wie gesehen – keine 

Schonfrist anzuordnen gewesen. Ausgehend vom bereits genannten Streitwert 

von Fr. 24'000.– sowie gestützt auf § 12 Abs. 1 i.V.m. § 2, § 4, § 8 Abs. 1 und 

- 5 - 

§ 10 Abs. 1 GebV OG ist die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr auf Fr. 500.– fest-

zusetzen.  

 Der Berufungsbeklagten ist mangels Umtrieben im vorliegenden Verfahren 

keine Parteientschädigung zuzusprechen.  

Es wird beschlossen: 

1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten.  

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt und 

dem Berufungskläger auferlegt. 

3. Der Berufungsbeklagten wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsbeklagte unter Beila-

ge eines Doppels von act. 15, sowie – unter Rücksendung der erstinstanzli-

chen Akten – an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine 
vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 24'000.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

MLaw N. Seebacher  
 

- 6 - 

versandt am: 
 

	Beschluss vom 3. Mai 2021
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt und dem Berufungskläger auferlegt.
	3. Der Berufungsbeklagten wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsbeklagte unter Beilage eines Doppels von act. 15, sowie – unter Rücksendung der erstinstanzlichen Akten – an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...