# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aff694f5-87e0-5c21-a078-07b114ba5e40
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-05-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.05.2024 B-3923/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3923-2023_2024-05-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-3923/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  M a i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter David Aschmann (Vorsitz), 

Richter Marc Steiner, Richter Daniel Willisegger,    

Gerichtsschreiberin Gizem Yildiz. 
 

 
 

Parteien 
 1. CF&C Finance Suisse SA,  

Route de lausanne 134, 1197 Prangins,   

2. Swiss CannaMed SA,  

Route de Vallaire 149, 1024 Ecublens VD,   

beide vertreten durch die Rechtsanwälte  

Evelyne Toh-Stadelmann und Jens Bircher, 

Kellerhals Carrard Bern KIG,  

Effingerstrasse 1, Postfach, 3001 Bern,  

Beschwerdeführerinnen,  
 

 
gegen 

 
 

Mossad Abounahi,  

Industriestrasse 15, 8732 Neuhaus SG,   

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Fred Gromann,  

Schaad Balass Menzi & Partner AG,  

Bellerivestrasse 20, 8034 Zürich,  

Beschwerdegegner,  

 

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE, 

Stauffacherstrasse 65/59g, 3003 Bern,    

Vorinstanz.   

 

 
 Gegenstand 

 Widerspruchsverfahren Nr. 102747,  

CH 727’168 Cannamed/CH 779’448 Swiss CannaMed (fig.). 

B-3923/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdegegner ist Inhaber der Wortmarke CH Nr. 727’168 CAN-

NAMED (nachfolgend: Widerspruchsmarke). Diese wurde am 11. Februar 

2019 für folgende Waren und Dienstleistungen ins schweizerische 

Markenregister eingetragen: 

Klasse 5 Medizinische Kräutertees; medizinische Kräutersprays und Kräuter-

cremes zur äusserlichen Anwendung; medizinische Kräuterextrakte für medi-

zinische Zwecke; medizinische Kräuter; Kräuterpräparate für medizinische 

Zwecke; Heilkräuter in getrockneter oder konservierter Form; Heilkräuterex-

trakte; Kräuterheilmittel; Kräuterextrakte für medizinische Zwecke; Präparate 

für die Gesundheitspflege; pharmazeutische und veterinärmedizinische Er-

zeugnisse sowie Präparate für die Gesundheitspflege; pharmazeutische Ge-

sundheitspflegemittel; pharmazeutische Erzeugnisse und Substanzen sowie 

Präparate für die Gesundheitspflege; medizinische Gesundheitspräparate; 

medizinische Mundpräparate in Form von Tropfen, Kapseln, Pillen oder Tab-

letten; Vitamintabletten; pharmazeutische Erzeugnisse. 

Klasse 44 Auskünfte über Gesundheitsfragen am Telefon; Zurverfügungstel-

len von Informationen zur Gesundheitspflege via Telefon und das Internet; me-

dizinische Beratung im Gesundheitswesen; Gesundheits- und Schönheits-

pflege für den Menschen; Gesundheits- und Schönheitspflege; Bereitstellung 

von Informationen in Bezug auf Gesundheit; Dienstleistungen einer Gesund-

heitsklinik; Beratungsdienste in Bezug auf Gesundheit; Beratung in Bezug auf 

die Gesundheitsversorgung; ärztliche, therapeutische und andere Dienstleis-

tungen für die Gesundheitspflege; ärztliche und therapeutische Dienstleistun-

gen im Gesundheitswesen. 

B.  

Die Beschwerdeführerinnen sind Inhaberinnen der Wort-/Bildmarke 

CH Nr. 779'448 "Swiss CannaMed" (fig.) (nachfolgend: angefochtene 

Marke). Diese wurde am 7. April 2022, soweit hier interessierend, mit dem 

Farbanspruch "rouge, noir, gris" für folgende Waren ins schweizerische 

Markenregister eingetragen: 

Klasse 3 Produits cosmétiques et préparations de toilette non médicamen-

teux; dentifrices non médicamenteux; produits de parfumerie, huiles essen-

tielles. 

Klasse 5 Produits pharmaceutiques, préparations médicales et vétérinaires; 

produits hygiéniques pour la médecine; aliments et substances diététiques à 

usage médical ou vétérinaire, aliments pour bébés; compléments alimentaires 

pour êtres humains et animaux; emplâtres, matériel pour pansements; ma-

tières pour plomber les dents et pour empreintes dentaires. 

B-3923/2023 

Seite 3 

Klasse 31 Produits agricoles et horticoles à l'état brut et non transformés; fruits 

et légumes frais, herbes aromatiques fraîches; plantes et fleurs naturelles; 

bulbes. 

Die angefochtene Marke sieht wie folgt aus: 

C.  

Am 7. Juli 2022 erhob der Beschwerdegegner gestützt auf die Wider-

spruchsmarke im vorgenannten Umfang Widerspruch gegen die angefoch-

tene Marke. 

D.  

Mit Widerspruchsantwort vom 18. August 2022 erhoben die Beschwerde-

führerinnen die Einrede des Nichtgebrauchs der Widerspruchsmarke, be-

stritten das Vorliegen einer Verwechslungsgefahr und beantragten, den Wi-

derspruch abzuweisen. 

E.  

Die Vorinstanz hiess den Widerspruch mit Verfügung vom 9. Juni 2023 teil-

weise gut. Für "matières pour plomber les dents et pour empreintes den-

taires" (Klasse 5) und "fruits et légumes frais; bulbes" (Klasse 31) wies sie 

ihn mangels gleichartiger Waren ab. Die in der Karenzfrist der Wider-

spruchsmarke erfolgte Einrede des Nichtgebrauchs sei unbeachtlich. 

F.  

Mit Beschwerde vom 12. Juli 2023 beantragen die Beschwerdeführe-

rinnen, die Verfügung aufzuheben und den Widerspruch wegen rechts-

missbräuchlicher Hinterlegung, Nichtgebrauchs der Widerspruchsmarke 

und abweichender Zeichen abzuweisen. Eventualiter sei die Verfügung an 

die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen. 

G.  

Mit Beschwerdeantwort vom 6. Oktober 2023 beantragt der Beschwerde-

gegner, die Verfügung zu bestätigen und die Beschwerde kostenfällig ab-

zuweisen. 

B-3923/2023 

Seite 4 

H.  

Die Vorinstanz liess sich am 5. Dezember 2023 vernehmen und beantragt, 

die Beschwerde unter Kostenfolge abzuweisen. 

I.  

Mit Replik vom 4. April 2024 hielten die Beschwerdeführerinnen an ihrem 

Standpunkt fest. Sie beantragten, das Beschwerdeverfahren zu sistieren, 

da sie am 2. April 2024 beim Vermittlungsamt See ein Schlichtungsgesuch 

eingereicht und um Löschung der Widerspruchsmarke ersucht hätten. 

J.  

Das Sistierungsbegehren wurde mit Verfügung vom 5. April 2024 abgewie-

sen, da die Löschung am unzuständigen Ort anbegehrt und damit nicht 

rechtshängig gemacht worden sei. 

K.  

Der Beschwerdegegner verzichtete mit Schreiben vom 9. April 2024 auf die 

Einreichung einer Duplik. 

L.  

Die Vorinstanz reichte am 2. Mai 2024 eine Duplik ein und bekräftigte ihren 

Standpunkt. 

M.  

Mit unverlangter Stellungnahme vom 13. Mai 2024 beantragen die Be-

schwerdeführerinnen erneut, das Verfahren zu sistieren. Sie hätten inzwi-

schen bei der Vorinstanz ein Löschungsgesuch wegen Nichtgebrauchs ge-

gen die Widerspruchsmarke erhoben. Eventualiter sei die Löschung vom 

Bundesverwaltungsgericht anzuordnen. Gleichentags reichte auch der Be-

schwerdegegner eine unverlangte Stellungnahme ein und hielt grundsätz-

lich an seinen Anträgen fest. Neu bringt er im Zusammenhang mit dem 

behaupteten Nichtgebrauch der Widerspruchsmarke vor, das Verfahren 

trete mit Ablauf der Karenzfrist in eine für den Entscheid des Bundesver-

waltungsgerichts potenziell massgebliche neue Phase. 

N.  

Mit Schreiben vom 17. Mai 2024 stellten die Beschwerdeführerinnen so-

dann einen Antrag auf Fristansetzung, um ihr Replikrecht betreffend die 

Eingabe des Beschwerdegegners vom 13. Mai 2024 ausüben zu dürfen. 

B-3923/2023 

Seite 5 

O.  

Auf weitere Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den folgen-

den Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden 

gegen Verfügungen der Vorinstanz im Widerspruchsverfahren zuständig 

(Art. 31 und 33 Bst. e VGG). Als Verfügungsadressatinnen sind die Be-

schwerdeführerinnen zur Beschwerdeführung legitimiert und beschwert, 

soweit sie vor Vorinstanz unterlegen sind (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Be-

schwerde wurde frist- und formgerecht erhoben (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 

Abs. 1 VwVG) und der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet (Art. 63 

Abs. 4 VwVG). Auf die Beschwerde ist daher grundsätzlich einzutreten.  

1.2 Die Sistierung eines Verfahrens ist angezeigt, wenn der Ausgang eines 

anderen Verfahrens für seine Beurteilung von präjudizieller Bedeutung ist 

(vgl. BGE 130 V 90 E. 5; BGE 123 II 1 E. 2b; BGE 122 II 211 E. 3e; Urteil 

des BVGer B-666/2016 vom 3. April 2019). Einen Rechtsanspruch auf Sis-

tierung haben die Parteien jedoch nicht (vgl. Urteil des BVGer E-439/2015 

vom 16. März 2015 E. 2.1).  

Der Ausgang des Löschungsverfahrens vor der Vorinstanz hat, wie sich 

zeigen wird, auf die Beurteilung im vorliegenden Verfahren keinen Einfluss. 

Das Sistierungsbegehren erweist sich deshalb als unbegründet. 

1.3 Der Beschwerdegegner hat auf eine Beschwerde gegen die Verfügung 

verzichtet, womit diese im nicht angefochtenen Umfang in Rechtskraft er-

wachsen ist (Urteil des BVGer B-5692/2012 vom 17. März 2014 E. 2 

"Yello/Yellow Lounge"). Soweit die angefochtene Marke für die Waren "ma-

tières pour plomber les dents et pour empreintes dentaires" (Klasse 5) und 

"fruits et légumes frais; bulbes" (Klasse 31) beansprucht wird, ist sie nicht 

Gegenstand des Beschwerdeverfahrens. 

1.4 Das Widerspruchsverfahren soll als Ergänzung zum Zivilprozess die 

abstrakte, rasche Klärung eines Markenkonflikts gewährleisten (Urteil des 

BVGer B-7367/2010 vom 9. Dezember 2011 E. 3.3 "Höfer Family-Office 

[fig.]/Hofer"; EUGEN MARBACH, Markenrecht, in: von Büren/David [Hrsg.], 

B-3923/2023 

Seite 6 

Schweizerisches Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht, Bd. III/1, 2. Aufl. 

2009, N. 1117 ff.). Der Gesetzgeber hat den Verfahrensgegenstand be-

wusst auf Art. 3 Abs. 1 MSchG beschränkt (Art. 31 Abs. 1 Markenschutz-

gesetz vom 28. August 1992 [MSchG, SR 232.11]). Das Vorbringen, es 

handle sich bei der Widerspruchsmarke um eine rechtsmissbräuchlich re-

gistrierte Defensiv- bzw. Sperrmarke, die auch im Widerspruchsverfahren 

keinen Rechtsschutz verdiene, geht über diese Schranke hinaus und ist 

darum nicht zu hören (Urteile des BVGer B-2165/2018 vom 26. Juni 2019 

E. 2.2 "Hero [fig.]/Heera [fig.]"; B-1251/2015 vom 5. September 2017 E. 10 

"Sky/skybranding"; B-6665/2010 vom 21. Juli 2011 E. 3 "Home Box Of-

fice/Box Office"). Auf diesen Punkt der Beschwerde ist nicht einzutreten 

(vgl. Urteil des BVGer B-2165/2018 vom 26. Juni 2019 E. 2.2 "Hero [fig.]/

Heera [fig.]"). 

2.  

Die Beschwerdeführerinnen haben mit ihrer Widerspruchsantwort und ers-

ten Stellungnahme an die Vorinstanz die Einrede des Nichtgebrauchs der 

Widerspruchsmarke erhoben. Sie argumentieren, die Einrede sei gültig 

und der Nichtgebrauch zu prüfen. Zudem stehe Art. 22 Abs. 3 der Marken-

schutzverordnung vom 23. Dezember 1992 (MSchV, SR 232.111) im Wi-

derspruch mit dem übergeordneten Gesetzesrecht. Die Vorinstanz und der 

Beschwerdegegner halten die Einrede für unbeachtlich. 

2.1 Der Schutz der Widerspruchsmarke bedingt, dass der Inhaber sie tat-

sächlich gebraucht. Hat dieser die Marke im Zusammenhang mit den Wa-

ren oder Dienstleistungen, für die sie beansprucht wird, während eines un-

unterbrochenen Zeitraums von fünf Jahren nach unbenütztem Ablauf der 

Widerspruchsfrist oder nach Abschluss des Widerspruchsverfahrens ("Be-

nutzungsschonfrist") nicht gebraucht, so kann er sein Markenrecht nicht 

mehr geltend machen, ausser wenn wichtige Gründe für den Nichtge-

brauch vorliegen (Art. 12 Abs. 1 MSchG). 

2.2 Die Widerspruchsmarke wurde am 11. Februar 2019 auf Swissreg ver-

öffentlicht. Als die Nichtgebrauchseinrede erhoben (18. August 2022) und 

die angefochtene Verfügung erlassen wurde (9. Juni 2023), dauerte die 

Benutzungsschonfrist darum noch an. 

Zwar kann die Einrede des Nichtgebrauchs an die Vorinstanz auch wäh-

rend der Benutzungsschonfrist schon vorsorglich erhoben werden. Läuft 

die Schonfrist ab, bevor die Vorinstanz ihre Verfügung erlässt, hat sie die 

Einrede materiell zu prüfen (vgl. Urteil des BVGer B-6675/2016 vom 

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Seite 7 

19. Juni 2019 E. 9.1.3, 9.1.4 "Gerflor, Gerflor Theflooringroup/Gemflor"; zu-

stimmend CLAUDIA WALZ, Rechtserhaltender Markengebrauch in einer vom 

Registereintrag nicht wesentlich abweichenden Form, Diss. St. Gallen 

2024, N. 108). Die 2021 revidierte Fassung von Art. 22 Abs. 3 MSchV än-

dert an diesem Vorgehen nichts (vgl. Urteil des BVGer B-1958/2022 vom 

30. November 2023 E. 2, 3 "f2/F2 [fig.]"). Die Beschwerdeführerinnen drin-

gen mit ihrer Rüge, Art. 22 Abs. 3 MSchV verletzte übergeordnetes Recht, 

darum nicht durch. Die Vorinstanz hat zu Recht den Gebrauch der Wider-

spruchsmarke nicht geprüft. 

2.3 Darüber hinaus machen die Beschwerdeführerinnen im Beschwerde-

verfahren geltend, ihre vor der Vorinstanz vorsorglich erhobene Nichtge-

brauchseinrede sei durch das Bundesverwaltungsgericht zu prüfen, wenn 

die Benutzungsschonfrist erst im Beschwerdeverfahren ablaufe. 

2.3.1 Als Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung bzw. der Entscheid der 

unteren Instanz den Rahmen, der den möglichen Umfang des Streitgegen-

stands begrenzt. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens kann nur sein, 

was Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder nach richtiger 

Gesetzesauslegung hätte sein sollen. Ein Gegenstand, über den die erst-

instanzlich verfügende Behörde nicht entschieden hat und nicht entschei-

den musste, darf die obere Instanz nicht beurteilen, da sie sonst in die 

funktionelle Zuständigkeit der Vorinstanz eingreifen würde (Urteile des 

BVGer B-4839/2022 vom 5. Oktober 2023 E. 8.1.1 m.w.H. "Face ID"; 

B-6068/2014 vom 1. Februar 2016 E. 1.2 "Goldbären" [nicht publiziert in 

BVGE 2016/21]).  

2.3.2 Die Prüfung des Nichtgebrauchs war zu Recht nicht Gegenstand der 

angefochtenen Verfügung (vgl. E. 2.2), was die Beschwerdeführerinnen 

nicht kritisieren. Ob die Benutzungsschonfrist während des Beschwerde-

verfahrens abläuft, spielt daher keine Rolle und vermag den Streitgegen-

stand des Beschwerdeverfahrens nicht zu erweitern. Die Rüge erweist sich 

als unbegründet. 

2.3.3 Damit erübrigt es sich auch, auf die Eventualanträge des Beschwer-

degegners und der Beschwerdeführerinnen in den Eingaben vom 13. Mai 

2024 einzugehen, welche auf die Frage des rechtserhaltenden Gebrauchs 

der Widerspruchsmarke gerichtet sind. Wie sich zeigen wird, braucht auch 

das Replikrecht der Beschwerdeführerinnen nicht gewährt zu werden (vgl. 

Urteil vom BVGer B-3674/2020 vom 27. Oktober 2020 E. 5.1). 

B-3923/2023 

Seite 8 

3.  

3.1 Die Vorinstanz führt aus, aufgrund der vollständigen Übernahme der 

Widerspruchsmarke in die angefochtene Marke bestehe zwischen den Zei-

chen eine grosse Ähnlichkeit. Der Bestandteil "Swiss" und die grafischen 

Elemente der angefochtenen Marke würden daran nichts ändern. "Canna-

med" habe die Bedeutungen "medizinisches Blumenrohr/Rohr, medizini-

sche Angelrute, medizinischer Joint", sei aber nicht beschreibend für die 

Waren, für die sie beansprucht wird. "Canna" bezeichne die tropische Zier-

pflanze Blumenrohr, die aber keine Heilwirkung oder kosmetische Wirkung 

habe. Dagegen sei "Canna" keine übliche Abkürzung von "Cannabis". Die 

Widerspruchsmarke habe deshalb eine durchschnittliche Kennzeichnungs-

kraft und einen normalen Schutzumfang. Ihr Schutz erstrecke sich nur für 

"plantes et fleurs naturelles" nicht auf das Element "Canna". Doch enthiel-

ten beide Zeichen das Wort "Cannamed", zu dem die übrigen Bestandteile 

keinen hinreichenden Abstand schüfen. Auch mit erhöhter Aufmerksamkeit 

würden die Verkehrskreise darum hinter der angefochtenen Marke höchs-

tens eine zweite, schweizerische Produktlinie der Inhaberin der Wider-

spruchsmarke vermuten. Eine mittelbare Verwechslungsgefahr im Umfang 

der bestehenden Warengleichartigkeit sei zu bejahen. 

3.2 Die Beschwerdeführerinnen sind der Auffassung, das in der angefoch-

tenen Marke zusätzlich enthaltene Element "Swiss", die beiden Kreuze und 

die farbliche Gestaltung prägten deren Erscheinungsbild massgebend. Vi-

suelle Sinneseindrücke stünden heute im Geschäftsverkehr derart im Vor-

dergrund, dass die Marken sich bereits auf der Ebene der Zeichenähnlich-

keit ausreichend unterschieden und eine Verwechslungsgefahr verneint 

werden müsse. Die Widerspruchsmarke sei maximal durchschnittlich 

kennzeichnungskräftig. 

3.3 Der Beschwerdegegner betont, die Widerspruchsmarke sei integral in 

die angefochtene Marke übernommen worden. Die grafischen Zusätze der 

angefochtenen Marke schüfen keinen ausreichenden Zeichenabstand. 

Beide Zeichen hätten zudem einen übereinstimmenden Sinngehalt. Die 

Verwechslungsgefahr sei unter diesen Umständen, auch falls teilweise nur 

eine entfernte Gleichartigkeit bejaht würde, zu bejahen. 

4.  

Der Inhaber einer älteren Marke kann Widerspruch gegen eine jüngere 

Markeneintragung erheben, wenn diese seiner Marke ähnlich und für glei-

che oder gleichartige Waren oder Dienstleistungen registriert ist, so dass 

B-3923/2023 

Seite 9 

sich daraus eine Verwechslungsgefahr ergibt (Art. 3 Abs. 1 Bst. c i.V.m. 

Art. 31 Abs. 1 MSchG). 

4.1 Die Verwechslungsgefahr beurteilt sich nach der Gleichartigkeit der 

Waren und Dienstleistungen, für die die Marken hinterlegt sind, der Zei-

chenähnlichkeit der Marken, der Kennzeichnungskraft der älteren Marke 

(BGE 128 III 441 E. 3.2 "Appenzeller Natural [fig.]"; BGE 126 III 315 E. 6 

"Rivella/Apiella [fig.]") und den Wechselwirkungen zwischen diesen Ele-

menten. An die Verschiedenheit der Zeichen sind umso höhere Anforde-

rungen zu stellen, je ähnlicher sich die Produkte sind, und umgekehrt (BGE 

128 III 441 E. 3.1 "Appenzeller Natural [fig.]"; BGE 128 III 96 E. 2a "Orfina"; 

Urteil des BVGer B-1342/2018 vom 30. September 2020 E. 5.1 "[Apfel] 

[fig.], Apple/Apple Boutique"). Dabei ist die Aufmerksamkeit der massge-

benden Verkehrskreise zu berücksichtigen (BGE 121 III 377 E. 2a 

"Boss/Boks"). 

4.2 Ob die Zeichen ähnlich sind, ist im Gesamteindruck zu beurteilen, den 

die Marken in der Erinnerung der angesprochenen Verkehrskreise hinter-

lassen (BGE 121 III 377 E. 2a "Boss/Boks"; BGE 119 II 473 E. 2d "Ra-

dion/Radomat"). Entscheidend sind prägende Wort- und Bildelemente, 

während kennzeichnungsschwache Wort- und Bildelemente den Gesamt-

eindruck weniger beeinflussen. Wort- und Bildelemente können gleicher-

massen prägend wirken (Urteile des BVGer B-4408/2022 vom 29. Januar 

2024 E. 5.1.2 "Longines [fig.]/Losengs [fig.]"; B-2495/2022 vom 18. Juli 

2023 E. 2.2 "Pallas Kliniken Exzellente Medizin Menschliche Behandlung 

[fig.]/PK Plaza Kliniken [fig.]"). 

4.3 Für die Annahme gleichartiger Waren und Dienstleistungen sprechen 

eine einheitliche Wertschöpfungskette, der gleiche Verwendungszweck, 

ein ähnliches fabrikationsspezifisches Know-how, Substituierbarkeit, das 

Verhältnis von Hauptware und Zubehör sowie die marktübliche Verknüp-

fung oder enge Zusammengehörigkeit mit gleichen Abnehmerkreisen und 

Vertriebsstätten (Urteile des BVGer B-2387/2023 vom 4. Januar 2024 

E. 2.3 "[Raubtierkopf] [fig.]/[Tigerkopf] [fig.]"; B-99/2023 vom 29. November 

2023 E. 5.2 "S6/ES6"; B-341/2013 vom 1. April 2015 E. 5.1 "Victori-

nox/Miltrorinox"). Gleichartig bedeutet allerdings nicht von ähnlicher inne-

rer Beschaffenheit, sondern von ähnlicher Erwartung im Verkehr, was An-

gebot und Vertrieb der Waren und Leistungen betrifft (Urteile des BVGer 

B-99/2023 vom 29. November 2023 E. 5.2 "S6/ES6"; B-380/2020 vom 

16. Februar 2022 E. 2.2 "somfy [fig.]/comfy") und besteht, wenn die mass-

geblichen Verkehrskreise annehmen können, die unter Verwendung 

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Seite 10 

ähnlicher Marken angebotenen Waren oder Dienstleistungen würden an-

gesichts ihrer üblichen Herstellungs- und Vertriebsstätten aus demselben 

Unternehmen stammen oder doch wenigstens unter der Kontrolle eines 

gemeinsamen Markeninhabers hergestellt (Urteile des BVGer B-99/2023 

vom 29. November 2023 E. 5.2 "S6/ES6"; B-5868/2019 vom 8. Juli 2020 

E. 2.2 "Nivea [fig.]/Neauvia"; STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, a.a.O., 

Art. 3 N. 117). Die Zugehörigkeit zweier Waren oder Dienstleistungen zum 

gleichen Oberbegriff der Nizza-Klassifikation bildet ein Indiz für die Gleich-

artigkeit (Urteile des B-2387/2023 vom 4. Januar 2024 E. 2.3 "[Raubtier-

kopf] [fig.]/[Tigerkopf] [fig.]"; B-5404/2021 vom 16. August 2022 E. 2.2 

"Vifor/Vitop"). Die Gleichartigkeit von Waren und Dienstleistungen beurteilt 

sich anhand der Registereinträge, soweit keine Einrede des Nichtge-

brauchs entgegensteht (Urteil des BVGer B-938/2021 vom 21. August 

2023 E. 2.3 "Volkswagen/VolksWerkstatt"). 

4.4  

4.4.1 Der Schutzumfang der Widerspruchsmarke bestimmt sich nach ihrer 

Kennzeichnungskraft (Urteil des BVGer B-938/2021 vom 21. August 2023 

E. 2.8 "Volkswagen/VolksWerkstatt"). Stark sind Marken, die das Ergebnis 

einer schöpferischen Leistung oder langer Aufbauarbeit sind (BGE 122 III 

382 E. 2a "Kamillosan/Kamillan, Kamillon"; Urteil des BVGer B-99/2023 

vom 29. November 2023 E. 5.4 "S6/ES6"). Schwach sind insbesondere 

Marken, deren wesentliche Bestandteile im Gemeingut stehen oder sich 

eng an Zeichen im Gemeingut anlehnen (Urteile des BVGer B-3464/2020 

vom 8. Juli 2022 E. 2.6 "Ägeribier/Ägeribier [fig.]"; B-5440/2008 vom 

24. Juli 2009 E. 6.2 "Jump [fig.]/Jumpman"). Dazu gehören namentlich 

Wörter, die vom Verkehr als Hinweis auf die Art, Zusammensetzung, Qua-

lität, Quantität, Bestimmung, Verwendungszweck, Wert, Wirkungsweise, 

Inhalt, Form Verpackung oder Ausstattung der beanspruchten Ware oder 

Dienstleistung verstanden werden (Urteile des BVGer B-1776/2023 vom 

19. Februar 2024 E. 2.2 "ID Now"; B-4137/2021 vom 1. Februar 2023 

E. 4.2 "Truedepth"). Dieser beschreibende Charakter muss von den Adres-

saten ohne besondere Denkarbeit oder Aufwand an Fantasie erkennbar 

sein (BGE 128 III 447 E. 1.5 "Première"). 

Der geschützte Ähnlichkeitsbereich ist für schwache Marken kleiner als für 

starke (BGE 122 III 382 E. 2a "Kamillosan/Kamillan, Kamillon"; Urteil des 

BVGer B-2387/2023 vom 4. Januar 2024 E. 2.5 "[Raubtierkopf] [fig.]/[Tiger-

kopf] [fig.]"). 

B-3923/2023 

Seite 11 

4.4.2 Die Mehrdeutigkeit eines Zeichens oder Zeichenbestandteils kann 

sich auf einen eindeutigen Sinn reduzieren, wenn es im Kontext von Waren 

und Dienstleistungen gebraucht wird (Urteil des BGer 4A.5/2004 vom 

25. November 2004 E. 3.3 "Firemaster"; Urteil des BVGer B-1776/2023 

vom 19. Februar 2024 E. 2.5 "ID Now"). Dominiert ein beschreibender 

Sinngehalt im Zusammenhang mit den beanspruchten Waren und Dienst-

leistungen, vermag die Möglichkeit weiterer, weniger naheliegender Deu-

tungen den Gemeingutcharakter nicht aufzuheben (Urteil des BGer 

4A_492/2007 vom 14. Februar 2008 E. 3.4 "Gipfeltreffen"; Urteile des 

BVGer B-4137/2021 vom 1. Februar 2023 E. 4.5 "Truedepth"; B-6390/

2020 vom 4. Oktober 2022 E. 2.9 "AI Brain"). 

4.4.3 Gemeinfreie Wörter werden häufig abgewandelt und verfremdet. 

Auch verfremdete Formen sind nur unterscheidungskräftig, wenn der be-

schreibende Sinngehalt nicht mehr oder erst unter Zuhilfenahme der Fan-

tasie erkannt wird (siehe Urteile des BVGer B-6761/2017 vom 5. Juni 2019 

E. 6.5 "Qnective, Qnective [fig.]/Q qnnect [fig.]"; B-3643/2008 vom 15. Juli 

2009 E. 10 "RepXpert"; vgl. bereits BGE 70 II 242, 243 f. "Desinfecta"). 

Eine gängige Abwandlung sind Trunkierungen (Mutilationen bzw. beschnit-

tene Begriffe). Dabei wird ein Teil eines Wortes weggelassen in der Erwar-

tung, dass der Sinngehalt dennoch erkannt wird. Trunkierungen kommen 

in verschiedenen Formen vor. Sie können am Wortanfang ("Fax" statt "Te-

lefax"), in der Wortmitte ("Betokontakt" statt "Betonkontakt"; vgl. Urteil des 

BVGer B-3205/2018 vom 15. Mai 2019 E. 6.1 "Betokontakt") oder am Wor-

tende auftreten ("Afri" statt "Afrika"; vgl. Urteil des BGer 4A_508/2008 vom 

10. März 2009 E. 4.2 "Afri-Cola"). Je umfassender die Verfremdung, desto 

eher wird die ursprüngliche Bezeichnung nicht oder nur mit Gedankenauf-

wand erkannt ("RepXpert" statt "Reparaturexperte"; vgl. Urteil des BVGer 

B-3643/2008 vom 15. Juli 2009 E. 10 "RepXpert"). 

Bei der Beurteilung, ob eine bestimmte Trunkierung lediglich als Verkür-

zung des ganzen Wortes oder als Fantasiebezeichnung verstanden wird, 

ist auf die Gegebenheiten des konkreten Marktes und ein gegebenenfalls 

vorhandener Gebrauch abzustellen (vgl. Urteil des BGer 4A_508/2008 

vom 10. März 2009 E. 4.2 "Afri-Cola"; siehe auch die vor Bundesgericht 

nicht mehr streitigen Ausführungen des Tessiner Appellationsgerichts in 

BGE 127 III 33 E. 1 "Brico"). Von besonderer Bedeutung ist demnach, wel-

che Bedeutung der trunkierte Begriff am Markt der beanspruchten Waren 

und Dienstleistungen geniesst. Handelt es sich um eine Sachangabe, die 

als Kernbegriff des einschlägigen Marktes zu qualifizieren ist, so erkennen 

B-3923/2023 

Seite 12 

die Verkehrskreise eher eine Trunkierung, als auf der Basis einer weniger 

zentralen Vokabel (vgl. in diese Richtung bereits BGE 55 II 149 E. 2 "Val-

voline/Halvoline").  

Ob in der mutilierten Form der Vollbegriff erkannt wird, hängt folglich von 

dessen Bekanntheit und Häufigkeit, dem Grad und der Art der Verkürzung, 

dem Einfluss weiterer Bestandteile sowie allfälligen Sinnvarianten ab (Ur-

teil des BVGer B-4849/2020 vom 13. Januar 2022 E. 3.5 "Pic Solution/Sy-

ripic"). 

5.  

Anhand der tatsächlichen Abnehmergruppen der Endabnehmer, Fachkrei-

se und des Zwischenhandels sind vorab die massgeblichen Verkehrskreise 

der Marke zu bestimmen ohne die Abgrenzung relevanter Sprach- und 

Fachkenntnisse vorwegzunehmen (vgl. Urteile des BGer 4A_6/2013 vom 

16. April 2013, E. 3.2.1 und 3.3.3 "Wilson"; 4A_65/2022 vom 6. Mai 2022 

E. 4.3 "Factfulness"). 

5.1 Pharmazeutische Produkte (Klasse 5) sind sowohl rezeptpflichtige als 

auch frei erhältliche Arzneimittel (Urteile des BVGer B-4103/2021 vom 

17. März 2023 E. 3.2 "Vyquelvo/Fydenvo"; B-2200/2021 vom 22. April 

2022 E. 3 "Hervyyta/Enhervyda [fig.]"). Ihre Verkehrskreise setzen sich aus 

Fachpersonen der Medizin und Pharmazie und Pflegepersonen, Patientin-

nen und Patienten zusammen, die eine erhöhte Aufmerksamkeit dafür an 

den Tag legen (Urteile des BVGer B-4103/2021 vom 17. März 2023 E. 3.2 

"Vyquelvo/Fydenvo"; B-5404/2021 vom 16. August 2022 E. 4 "Vifor/Vitop"; 

B-2200/2021 vom 22. April 2022 E. 3 "Hervyyta/Enhervyda [fig.]"; B-5119/

2014 vom 17. März 2016 E. 4.2 "Visudyne/Vivadine"; B-4511/2012 vom 

8. August 2014 E. 4.2, 4.3 "Drossara/Drosiola").  

5.2 Veterinärmedizinische Produkte (Klasse 5) werden ebenso von Tierärz-

ten (Entscheid der RKGE, in: sic! 2005 S. 655 E. 7 "Leponex/Felonex") wie 

von Tierhalterinnen und -haltern nachgefragt (https://www.blv.admin.ch/blv/

de/home/tiere/tierarzneimittel/fachgerechter-umgang-mit-tierarzneimitteln/

verschreibung--abgabe-und-anwendung.html, abgerufen am 23. April 

2024). Im Gegensatz zu Tierfutter als Ware des täglichen Gebrauchs (Urteil 

des BVGer B-1403/2017 vom 28. November 2018 E. 3 "Real Nature Pure 

Quality for Dogs Wilderness [fig.]/Wolf of Wilderness") ist bei Tierarzneimit-

teln aber auch unter nicht fachkundigen Endabnehmern eine erhöhte Auf-

merksamkeit zu erwarten. 

B-3923/2023 

Seite 13 

5.3 Heilkräuter in getrockneter oder konservierter Form sowie Vitamintab-

letten (Klasse 5) sind verarbeitet und für den Weiterverkauf bereit. Sie wer-

den von Apotheken, Drogerien und weiteren fachkundigen Zwischenhänd-

lern, aber auch von gesundheitsbewussten Konsumentinnen und Konsu-

menten mit normaler Aufmerksamkeit nachgefragt (vgl. für frische Kräuter 

Urteil des BVGer B-2554/2021 vom 16. November 2021 E. 3 "Cannabe/

Cannamigo", für Vitamintabletten Urteile des BVGer B-2473/2022 vom 

5. April 2023 E. 4.3 "acara/aicare [fig.]"). Es ist von einer durchschnittlichen 

Aufmerksamkeit auszugehen (Urteil des BVGer B-1637/2015 vom 

14. September 2015 E. 3.1 "Femibion [fig.]/Feminabiane"). 

5.4 Gesundheits- und Schönheitspflege (Klasse 44) richtet sich an ein er-

wachsenes Publikum und wird mit normaler Aufmerksamkeit nachgefragt 

(Urteile des BVGer B-5868/2019 vom 8. Juli 2020 E. 3.2 "Nivea [fig.]/Neau-

via"; B-5145/2015 vom 11. Dezember 2017 E. 5.2.1 "The SwissCellSpa 

Experience [fig.]/Swisscell"). 

6.  

In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob die Marken für gleiche oder 

gleichartige Waren oder Dienstleistungen bestimmt sind. 

6.1 Die Vorinstanz hat zutreffend die Warenidentität zwischen pharmazeu-

tischen und veterinärmedizinischen Erzeugnissen sowie Präparaten für die 

Gesundheitspflege einerseits und Pharmazeutika, medizinischen und ve-

terinärmedizinischen Präparaten andererseits bejaht. Unbestritten ist die 

Gleichartigkeit zwischen pharmazeutischen Erzeugnissen und Hygiene-

produkten für medizinische Zwecke, da sich die Verwendungszwecke 

überschneiden (vgl. E. 4.3; siehe Entscheid der RKGE, in: sic! 2005 S. 655 

E. 7 "Leponex/Felonex"). 

6.2  

6.2.1 Im Hinblick auf Nahrungsergänzungsmittel sowie diätetische Lebens-

mittel und Erzeugnisse für medizinische Zwecke zum einen und pharma-

zeutische Präparate zum anderen verneint die Vorinstanz aufgrund der un-

terschiedlichen gesetzlichen Definitionen und abweichender Zweckbestim-

mung die Gleichartigkeit. Eine Gleichartigkeit mit den angefochtenen Le-

bensmitteln und diätetischen Substanzen für medizinische oder veterinär-

medizinische Zwecke, Babynahrung und Nahrungsergänzungsmitteln für 

Menschen und Tiere sei hingegen mit Vitamintabletten zu bejahen, da es 

B-3923/2023 

Seite 14 

sich um ein Nahrungsergänzungsmittel handle. Dem schliesst sich der Be-

schwerdegegner im Wesentlichen an. 

Die Beschwerdeführerinnen widersprechen dieser Ansicht teilweise. Vita-

mintabletten hätten den Zweck der Nahrungsergänzung und seien gerade 

nicht Substanzen für medizinische Zwecke. Folglich könne eine Gleichar-

tigkeit lediglich bezüglich Nahrungsergänzungsmitteln für Menschen und 

Tiere, nicht aber für Lebensmittel und diätetische Substanzen für medizini-

sche oder veterinärmedizinische Zwecke und Babynahrung bejaht werden. 

6.2.2 Pharmazeutische Erzeugnisse (Heilmittel) und Nahrungsergän-

zungsmittel (Lebensmittel) unterstehen verschiedenen Regelungen, unter-

scheiden sich in ihren Herstellungsstätten und sind daher warenverschie-

den (Urteil des BGer 4A_444/2013 vom 5. Februar 2014 E. 5.4.2 "G5"; 

B-1084/2015 vom 22. März 2016 E. 4.3 "Drospira/Prospire"; vgl. auch Ur-

teil des BVGer B-2473/2022 vom 5. April 2023 E. 4.3 "acara/aicare [fig.]"). 

Werden Nahrungsergänzungsmittel und Diätprodukte hingegen im Regis-

ter mit Zusätzen wie "medizinisch", "zu medizinischen Zwecken" oder "zu 

medizinischem Gebrauch" aufgeführt, sollen sie zur Behandlung oder Vor-

beugung von Krankheiten oder Verletzungen eingesetzt werden (vgl. auch 

Urteil des BGer 2C_413/2015 vom 10. März 2016 E. 3 und 4; siehe zum 

Zusatz "medizinisch" Entscheid der RKGE, in: sic! 2007 S. 37 E. 3 "Sal-

fira/Sakira"). In diesem Fall ist die Gleichartigkeit zu den pharmazeutischen 

Erzeugnissen zu bejahen (siehe Urteil des BVGer B-1637/2015 vom 

14. September 2015 E. 3.2 "Femibion [fig.]/Feminabiane"; vgl. ferner Ur-

teile des BVGer B-4025/2022, B-4064/2022 vom 22. Februar 2024 E. 5.3 

"vita [fig.]/Vita [fig.]"; B-2473/2022 vom 5. April 2023 E. 4.3 "acara/aicare 

[fig.]"; B-953/2013 vom 15. Oktober 2013 E. 4 "Cizello/Scielo"; Entscheid 

der RKGE, in: sic! 2005 S. 655 E. 7 "Leponex/Felonex"). 

In casu führt dies zur Gleichartigkeit von pharmazeutischen und veterinär-

medizinischen Erzeugnissen einerseits und Lebensmitteln und diäteti-

schen Substanzen für medizinische oder veterinärmedizinische Zwecke 

andererseits. Bei Vitamintabletten handelt es sich um ein Nahrungsergän-

zungsmittel. Folglich sind sie mit Nahrungsergänzungsmitteln für Men-

schen und Tiere gleichartig. 

6.3 Die Vorinstanz ging von einer entfernten Gleichartigkeit zwischen phar-

mazeutischen Erzeugnissen und Pflaster, Verbandsmaterial aus. Die Be-

schwerdeführerinnen rügen, die Praxis, wonach eine entfernte Gleichartig-

B-3923/2023 

Seite 15 

keit bestehe, obwohl primär Unterschiede dargelegt worden seien, über-

zeuge nicht. 

Pflaster und Verbandsmaterialien enthalten keine Wirkstoffe und dienen 

nicht der Behandlung oder Vorbeugung von Krankheiten, sondern der Ab-

deckung von Wunden. Sie werden weder ausschliesslich von Pharmaun-

ternehmen unter Verwendung derselben Technologie wie pharmazeutische 

Erzeugnisse hergestellt, noch werden sie vom Endverbraucher aus-

schliesslich über Ärzte oder Apotheker bezogen. Im Vergleich zu den phar-

mazeutischen Erzeugnissen bestehen deshalb gewisse Unterschiede hin-

sichtlich des Verwendungszwecks, der Herstellungsstätte und des Ver-

triebskanals. Das ändert entgegen den Ausführungen der Beschwerdefüh-

rerinnen nichts daran, dass sie häufig gemeinsam mit pharmazeutischen 

Erzeugnissen angeboten und verwendet werden, etwa in Spitälern, Arzt-

praxen, Apotheken oder auch zur selbständigen Anwendung zu Hause. 

Häufig ergänzen sie sich auch gegenseitig (z.B. Behandlung einer Wunde 

mittels eines Arzneimittels mit anschliessendem Abdecken durch ein Pflas-

ter). Folglich ist an der bisherigen Praxis festzuhalten und eine entfernte 

Gleichartigkeit mit pharmazeutischen Erzeugnissen zu bejahen (vgl. Urteil 

des BVGer B-5119/2014 vom 17. März 2016 E. 5.5 "Visudyne/Vivadine).  

6.4 Die Vorinstanz bejaht die Gleichartigkeit zwischen pharmazeutischen 

Erzeugnissen und verschiedenen Kosmetika. Ob das zutrifft, kann offen 

bleiben (so bereits Urteile des BVGer B-5868/2019 vom 8. Juli 2020 E. 4.3 

"Nivea [fig.]/Neauvia"; B-317/2010 vom 13. September 2010 E. 5.2 "Life-

tex/Lifetea"). Die Dienstleistungen der Kosmetikbranche stehen in einem 

funktionellen Zusammenhang mit Kosmetikprodukten. Zur Erbringung von 

Kosmetik- bzw. Schönheitsdienstleistungen ist die Verwendung von kos-

metischen Produkten unabdingbar und führt zur Gleichartigkeit (Urteile des 

BVGer B-1590/2021 vom 12. August 2022 E. 5.4 "Tissot [fig.]/Pharmacie 

Tissot Arena"; B-5868/2019 vom 8. Juli 2020 E. 4.2 "Nivea (fig.)/Neauvia"; 

B-5145/2015 vom 11. Dezember 2017 E. 6.2, 6.3 "The SwissCellSpa Ex-

perience (fig.)/Swisscell"; B-6821/2013 vom 25. Februar 2015 E. 5.2 "Cli-

nique/Dermaclinique Beauty Farm [fig.]). Das Vorbringen der Beschwerde-

führerinnen, zwischen Waren und Dienstleistungen könne von vornherein 

keine Gleichartigkeit bestehen, überzeugt vor diesem Hintergrund nicht.  

Im vorliegenden Fall ist deshalb die Gleichartigkeit zwischen den Dienst-

leistungen der Gesundheits- und Schönheitspflege (Klasse 44) einerseits 

und den nicht medikamentösen kosmetischen Mitteln und Präparaten für 

B-3923/2023 

Seite 16 

die Körperpflege, nicht medikamentösen Zahnputzmitteln, Parfümeriewa-

ren und ätherischen Ölen (Klasse 3) andererseits zu bejahen.  

6.5 Fraglich ist sodann, ob Warengleichartigkeit auch zwischen Vitamintab-

letten und Babynahrung gegeben ist.  

Babynahrung stellt ein Alltagsprodukt dar, welches frei verkäuflich erhält-

lich ist und von der Nahrungsmittelindustrie hergestellt wird. Es dient der 

Ernährung von Babys und nicht der Heilung von Krankheiten (Urteil des 

BVGer B-7934/2007 vom 26. August 2009 E. 3.1 "Fructa/Fructaid"; Ent-

scheid der RKGE, in: sic! 2005 S. 655 E. 7 "Leponex/Felonex"). Sowohl 

Babynahrung wie auch Nahrungsergänzungsmittel und ihnen zugehörend 

Vitamintabletten erfüllen demnach einen ähnlichen Zweck, nämlich die Er-

nährung bzw. die Ergänzung der Ernährung (vgl. Urteil des BVGer 

B-3064/2010 vom 26. Oktober 2010 E. 5.3.2 "[fig.]/[fig.]"). Auch enthält Ba-

bynahrung naturgemäss Vitamine. Immerhin ist darauf hinzuweisen, dass 

Babynahrung in der Regel in flüssiger Form oder als Brei angeboten wird 

(vgl. https://www.coop.ch/de/baby-kind/babynahrung/c/m_0369, abgeru-

fen am 23. April 2024). Die Tablettenform ist bei Babynahrung eher selten. 

Zwischen Vitamintabletten als spezifisches Nahrungsergänzungsmittel 

und Babynahrung kann deshalb nur von einer entfernten Gleichartigkeit 

ausgegangen werden. 

6.6  

6.6.1 Schliesslich wurde von der Vorinstanz auch die Gleichartigkeit zwi-

schen Heilkräutern in getrockneter oder konservierter Form (Klasse 5) ei-

nerseits und rohen und unverarbeiteten landwirtschaftlichen und garten-

baulichen Erzeugnissen, frischen aromatischen Kräutern und natürlichen 

Pflanzen und Blumen (Klasse 31) andererseits bejaht, weil viele unverar-

beitete Pflanzen und Kräuter auch Gesundheitsbedürfnisse von Menschen 

befriedigen würden. Der Beschwerdegegner schliesst sich dieser Auffas-

sung im Wesentlichen an. 

Nach Ansicht der Beschwerdeführerinnen würden sich die angefochtenen 

Produkte in Klasse 31 auf unverarbeitete Erzeugnisse aus Landwirtschaft 

und Gartenbau beziehen. Der Zweck dieser Waren sei im Gegensatz zu 

Heilkräutern nicht die Heilung. Die Heilkräuter seien zudem bereits verar-

beitet, weshalb Unterschiede im Verarbeitungsgrad und Verwendungs-

zweck vorlägen. Die Gleichartigkeit sei zu verneinen. 

B-3923/2023 

Seite 17 

6.6.2 Die von der angefochtenen Marke beanspruchten Waren der 

Klasse 31 sind sehr weit gefasst. Darunter fallen zweifellos auch die un-

zähligen Heilpflanzen und -kräuter. Es kann auf die exemplarischen Bei-

spiele der Vorinstanz verwiesen werden (Pfefferminze, Schafgarbe, Gin-

seng, Gelbwurz, Ringelblume und Kamille). Der Unterschied zwischen fri-

schen bzw. unverarbeiteten sowie getrockneten bzw. konservierten (Heil-

)Kräutern ist marginal und besteht primär in der Haltbarkeit (vgl. 

https://www.aok.de/pk/magazin/ernaehrung/lebensmittelkraeuter-trock-

nen-und-haltbar-machen/, abgerufen am 23. April 2024) und der geringfü-

gig abweichenden Warenpräsentation. Die Adressaten und der Verwen-

dungszweck sind mehrheitlich dieselben. Selbst wenn man hier eine Ein-

teilung in Rohstoff bzw. Halbfabrikat einerseits und Fertigprodukt anderer-

seits vornehmen möchte, ist die Qualität Ersterer für das Endprodukt von 

zentraler Bedeutung. Es wird die gleiche betriebliche Herkunft erwartet. Die 

Beziehung ist hier noch wesentlich enger als etwa zwischen Brot und Mehl, 

wo die Gleichartigkeit bejaht wurde (Entscheid der RKGE, in: sic! 2004 

S. 504 E. 2 "Baguettine [fig.]/Baghetti"). Im Ergebnis ist die Vorinstanz kor-

rekt von einer Gleichartigkeit ausgegangen. 

7.  

7.1 Die Widerspruchsmarke ist als Wortkreation nicht im Wörterbuch zu 

finden. Die angefochtene Marke übernimmt sie fast identisch, doch ist der 

Buchstabe "m" bei ihr grossgeschrieben und der zweite Wortteil "Med" in 

roter Farbe wiedergegeben. In kleinerer Schrift steht über "Canna" in roter 

Farbe das Wort "Swiss". Auf der rechten Seite befindet sich oben ein Kreuz 

in grauer Farbe auf weissem Grund neben vier kleinen roten Quadraten, 

die die Wirkung eines weissen Kreuzes auf rotem Grund erzeugen. 

7.2 Das englische Wort "Swiss" bedeutet "Schweizer/in, die Schweizer, 

Schweizer-, schweizerisch" und wird von den Verkehrskreisen verstanden 

(Urteil des BVGer B-1084/2020 vom 23. März 2021 E. 5.4.3 "Invisa-

lign/Swiss Inside Suissealign [fig.]"; vgl. Urteil des BGer, in: sic! 1999 S. 29 

E. 4 "Swissline"). In der angefochtenen Marke wird es adjektivisch verwen-

det und bezieht sich auf den nachfolgenden Bestandteil "CannaMed". 

7.3 Auch das Element "Med" verstehen die beteiligten Verkehrskreise ohne 

Weiteres als Abkürzung für "Medizin, Medikament, medizinisch" (vgl. Urteil 

des BVGer B-5789/2016 vom 15. November 2018 E. 6.1 "Insmed"; Ent-

scheid der RKGE, in: sic! 1999 S. 557 E. 5 "Pedi-Med"; vgl. Urteil des 

BVGer B-992/2009 vom 27. August 2009 E. 4.1 "Biomed Accelerator"). Die 

B-3923/2023 

Seite 18 

Verkehrskreise werden deshalb beide Zeichen gedanklich in "Canna" und 

"Med" aufteilen. Eine andere Gliederung hätte keinen Sinn (vgl. Urteil des 

BVGer B-4137/2021 vom 1. Februar 2023 E. 6.1 "Truedepth"). 

7.4  

7.4.1 "Canna" ist einerseits die lateinische Bezeichnung für die tropische 

Zierpflanze Blumenrohr (Urteil des BVGer B-2554/2021 vom 16. Novem-

ber 2021 E. 6.2 "Cannabe/Cannamigo"; vgl. Urteil des BVGer B-5422/2019 

vom 6. Juli 2021 E. 7.3 "Canna [fig.]/Cannatonic") und bedeutet anderer-

seits auf Italienisch "Rohr, Schilf(gras), Angelrute, Joint" (https://de.langen-

scheidt.com/italienisch-deutsch/canna, abgerufen am 23. April 2024; vgl. 

Urteil des BVGer B-5422/2019 vom 6. Juli 2021 E. 7.1 "Canna [fig.]/Can-

natonic"). 

7.4.2 Zu prüfen ist, ob "Canna" von den Verkehrskreisen auch als Trunkie-

rung des Wortes "Cannabis" verstanden wird. Cannabis ist eine Pflanzen-

gattung der Familie der Hanfgewächse, zählt zu den ältesten Nutzpflanzen 

der Erde und rückte erst seit neuerer Zeit in den Fokus der medizinischen 

Forschung. Verantwortlich für ihre Heilwirkung sind Inhaltsstoffe, die als 

Cannabinoide bezeichnet werden, wozu zum Beispiel Tetrahydrocannabi-

nol (THC) und Cannabidiol (CBD) gehören (vgl. Urteil des BGer 

2C_348/2019 vom 29. Januar 2020 E. 3.1). Waren, die CBD oder andere 

Cannabinoide enthalten, sind unter anderem als Heilmittel, Lebensmittel 

bzw. Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetika erhältlich 

(BAG/BLV/BLW/Swissmedic, Produkte mit Cannabidiol (CBD) und anderen 

Cannabinoiden, die nicht dem Betäubungsmittelrecht unterliegen, Über-

blick und Vollzugshilfe, 6. Version 2023, S. 6 ff.; DANIEL DONAUER/DANIEL 

HAYMANN, Alkohol, Tabak, Cannabis und Chemikalien, in: MLL Legal 

[Hrsg.], Praxishandbuch Produktregulierung, 2023, N. 1022 ff.; vgl. Urteil 

des BGer 2C_348/2019 vom 29. Januar 2020 E. 3.1) und liegen in der 

Schweiz im Trend (ANN-KATHRIN BRACKWEHR/CHRISTOPH PETERER, Ver-

trieb von CBD-haltigem Duftöl, LSR 2023 S. 23, S. 24 ff.; https://www.tag-

blatt.ch/ostschweiz/stgallen/hanfprodukte-lassen-in-der-region-rorschach-

die-kassen-klingeln-ld.1142949; https://www.handelszeitung.ch/unterneh-

men/die-schweiz-im-milliarden-rausch-mit-cannabis-246149, beide abge-

rufen am 23. April 2024). 

"Canna" besteht aus den ersten beiden Silben von "Cannabis", entspricht 

damit einem gängigen Schema der Bildung von Trunkierungen und ist an-

gesichts des Markterfolgs dieses Warenbestandteils für die Verkehrskreise 

B-3923/2023 

Seite 19 

naheliegend. Im einschlägigen Markt ist der Ausdruck als Kurzform für 

"Cannabis" auch schon verbreitet. Zahlreiche Cannabis-Produkte werden 

im Zusammenhang damit im Internet und in Shops angeboten (vgl. 

https://cannapharm.ch/; https://cannafarmer.ch/; https://cannago.ch/; 

https://casadelcanna.ch/; https://cannasupply.ch/; https://www.nyon.can-

natheque.swiss/, abgerufen am 23. April 2024). Unter der Bezeichnung 

"CBD Test Canna Check Box" wird ein anonymer Labortest auf Cannabi-

noidgehalt angeboten (https://holos.ch/de/cbd-test-canna-check-box.html, 

abgerufen am 23. April 2024). Noch 2024 soll in Zürich eine Hanfmesse 

mit dem Namen CannaTrade stattfinden (https://www.cannatrade.ch/de/, 

abgerufen am 23. April 2024). Auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 

nennt das Meldesystem für Cannabisarzneimittel "MeCanna". Ärztinnen 

und Ärzte, die Cannabisarzneimittel verschreiben, müssen dort Angaben 

zur verordneten Therapie und zum Therapieverlauf übermitteln 

(www.bag.admin.ch/bag/de/home/medizin-und-forschung/heilmittel/med-

anwend-cannabis/meldesystem-cannabisarzneimittel.html). Ausländische 

Quellen unterstreichen diesen Befund (https://www.canymed.com/fachin-

formationen/canna-wiki/; https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/wirtschaft/

cannabis-canna-union-will-in-frankfurt-ab-2024-verkauf-starten-

18747372.html; https://www.ardmediathek.de/video/rabiat-by-y-kollek-

tiv/canna-business-gras-wird-legal-wer-macht-das-grosse-geld/ard/

Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE3ODE5MjY, alle abgerufen am 23. April 

2024). 

7.4.3 Für Waren und Dienstleistungen im Zusammenhang mit Cannabis, 

darunter medizinische Heilkräuter als Oberbegriff, wird "Canna" deshalb, 

entgegen der vorinstanzlichen Ansicht, als Trunkierung für "Cannabis" 

wahrgenommen und verstanden (vgl. auch Beschluss des deutschen 

BPatG 32 W (pat) 211/04 vom 27. September 2006 E. II.2 "Canna/Can-

nabär"), und selbst wer das botanische "Canna" für Blumenrohr kennt, 

würde in Kombination mit "med", dem Sinn als Wirkstoff (Cannabis) den 

Vorzug geben und die Sinngehalte Blumenrohr, wie auch Rohr, Schilf(gras) 

und Angelrute, in den Hintergrund schieben. Derselbe Sinngehalt wird im 

Zusammenhang mit Gesundheits- und Schönheitspflege als Dienstleistun-

gen erwartet. 

7.5 Die angefochtene Marke erweckt damit den Eindruck einer schweizeri-

schen Version der Widerspruchsmarke (vgl. Urteil des BVGer B-8028/2010 

vom 2. Mai 2012 E. 6.3.1.2 "View/Swissview [fig.]"). Aufgrund der Über-

nahme der Widerspruchsmarke in die angefochtene Marke und des weit-

B-3923/2023 

Seite 20 

gehend übereinstimmenden Sinngehalts besteht eine starke Zeichenähn-

lichkeit. 

8.  

In einer Gesamtbetrachtung und unter Berücksichtigung der Kennzeich-

nungskraft der älteren Marke ist schliesslich das Bestehen einer Verwechs-

lungsgefahr zu prüfen. 

8.1 Die Aufmerksamkeit der Verkehrskreise ist je nach Ware oder Dienst-

leistung durchschnittlich oder erhöht (vgl. E. 5). Die Verkehrskreise erwar-

ten bei der Nachfrage von Kosmetika, Nahrungsergänzungsmitteln und 

medizinischen Produkten, die in Zusammenhang mit der Widerspruchs-

marke stehen, Cannabis als Inhaltsstoff. In diesem Fall ist Cannabis auf-

grund seiner Wirkungsweise (vgl. E. 7.4.2) und seiner Bekanntheit für viele 

Endkonsumenten ein entscheidender Kaufgrund. Cannabis als Grundwort 

wird auch in seiner trunkierten Form "Canna" von den Verkehrskreisen er-

kannt. Das Gleiche gilt auch für Gesundheits- und Schönheitsdienstleistun-

gen, da diese mit den entsprechenden cannabishaltigen Produkten er-

bracht werden können. Für Heilkräuter ist die Beziehung zwischen dem 

Zeichen und dem Produkt sodann noch näher. Die Widerspruchsmarke er-

schöpft sich folglich im beschreibenden Sinngehalt "medizinischer Canna-

bis" bzw. "Cannabis Medizin". Die Elemente "Canna" und "med" ergänzen 

sich semantisch ohne Weiteres und führen auch in ihrer Kombination nicht 

zu einem unterscheidungskräftigen Gesamteindruck (vgl. Urteile des BGer 

4C.42/2000 vom 18. Juli 2000 E. 1c "Creaton/Creabeton"; SMI 1992 

S. 222 E. 2b "Remederm"; siehe demgegenüber die Konstellation in BGE 

55 II 149 E. 2 "Valvoline/Halvoline"). Die Widerspruchsmarke verfügt, wenn 

überhaupt, nur über eine schwache Kennzeichnungskraft. 

8.2 Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerinnen prägen die 

Kreuze die angefochtene Marke nur wenig. Aufgrund der Farben und des 

Bestandteils "Swiss" werden die Verkehrskreise darin Schweizerkreuze er-

blicken (Urteil des BVGer B-827/2018, B-1565/2018 vom 9. Februar 2021 

E. 5.1, 6.8 "Swiss+clusiv, Swiss+clusiv [fig.]"; zur Definition des Schweizer-

kreuzes Urteil des BVGer B-6343/2019 vom 19. August 2020 E. 2.2 [Wei-

terbenützung des Schweizerwappens]). Das Schweizerkreuz darf unter ge-

wissen Voraussetzungen von jedermann benutzt werden. Es ist für sich 

nicht unterscheidungskräftig und erschöpft sich in einem Hinweis auf die 

Schweiz (Urteil des BVGer B-2262/2018 vom 14. Oktober 2020 E. 7.2.1 

"QR-Code [fig.]"). Im Übrigen sind Kreuze gemeinfrei (Urteil des BGer 

4A_385/2010 vom 12. Januar 2011 E. 4.2 "Hotel-Sterne" [nicht publiziert in 

B-3923/2023 

Seite 21 

BGE 137 III 77]; Urteil des BVGer B-2269/2011 vom 9. März 2012 E. 5.3 

"Covidien [fig.]/Bonewelding [fig.]"). 

Im Ergebnis besteht zwischen den Marken zwar eine starke Ähnlichkeit, 

doch ist die Widerspruchsmarke höchstens sehr schwach kennzeich-

nungskräftig, während sich die Übereinstimmungen der Zeichen auf ge-

meinfreie Bestandteile beschränken, was keine markenrechtlich relevante 

Verwechslungsgefahr bewirkt (Urteile des BVGer B-4246/2022 vom 5. Juli 

2023 E. 2.5.4 "You See Augenlaser/Eye see you Augenlaser [fig.]"; 

B-4026/2015 vom 19. Juli 2016 E. 5.5 "Heimat Online, DH die Hei-

mat.ch/Die Heimat – Eine Publikation der LZ Medien [fig.]"). Es schadet der 

angefochtenen Marke unter diesem Gesichtspunkt nicht, dass ihre einzi-

gen Zusätze, mit welchen sie sich von der Widerspruchsmarke abhebt, 

ebenfalls kaum kennzeichnungskräftig sind (siehe Urteil des BVGer 

B-2354/2016 vom 29. März 2017 E. 6.3 "Allianz/Allianz TGA Technische 

Gebäudeausrüstung [fig.]"). Ob die Waren und Dienstleistungen identisch 

oder lediglich (entfernt) gleichartig sind, ändert nichts. 

Eine Verwechslungsgefahr ist zu verneinen. 

9.  

Die Beschwerde ist damit gutzuheissen, soweit darauf eingetreten werden 

kann, und der Widerspruch Nr. 102747 ist abzuweisen. Bei diesem Verfah-

rensausgang erübrigt es sich, das Eventualbegehren zu prüfen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdegegner kosten- 

und entschädigungspflichtig (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG; Art. 64 Abs. 1 

VwVG).  

10.1 Die Gerichtsgebühr ist nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsa-

che, Art der Prozessführung und der finanziellen Lage der Parteien festzu-

legen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Im Beschwerdeverfahren vor dem 

Bundesverwaltungsgericht ist dafür ein Streitwert zu veranschlagen (Art. 4 

VGKE), wobei im Widerspruchsbeschwerdeverfahren das Interesse der 

Widersprechenden an der Löschung beziehungsweise jenes der Wider-

spruchsgegnerin am Bestand der angefochtenen Marke zu veranschlagen 

ist. Bei eher unbedeutenden Zeichen wird praxisgemäss ein Streitwert zwi-

schen Fr. 50'000.– und Fr. 100'000.– angenommen (BGE 133 III 492 E. 3.3 

B-3923/2023 

Seite 22 

"Turbinenfuss"). Von diesem Erfahrungswert ist auch im vorliegenden Ver-

fahren auszugehen, da keine konkreten Anhaltspunkte für einen höheren 

oder niedrigeren Wert der strittigen Marke sprechen. Im Ergebnis rechtfer-

tigt es sich, die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf Fr. 4'500.– festzu-

legen und dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. Den Beschwerdeführe-

rinnen ist der von ihnen geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu-

rückzuerstatten. 

10.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Antrag eine 

Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten zugesprochen 

werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VKGE). Die Parteient-

schädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere not-

wendige Auslagen der Partei und ist anhand der eingereichten Kostennote 

oder, sofern keine solche eingereicht wird, aufgrund der Akten festzulegen 

(Art. 8 i.V.m. Art. 14 VGKE). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin-

nen hat dem Bundesverwaltungsgericht keine Kostennote eingereicht. Bei 

dieser Aktenlage erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 6'500.– für 

das Beschwerdeverfahren angemessen. Der Vorinstanz als Bundesbe-

hörde ist keine Parteientschädigung auszurichten (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

10.3 Angesichts des Verfahrensausgangs vor dem Bundesverwaltungsge-

richt haben die Beschwerdeführerinnen nunmehr auch mit Bezug auf die 

vorinstanzlichen Kosten als obsiegend zu gelten. Für das vorinstanzliche 

Verfahren sind die Beschwerdeführerinnen vom Beschwerdegegner mit 

Fr. 2'000.– (inkl. Widerspruchsgebühr) zu entschädigen. 

11.  

Gegen dieses Urteil steht keine Beschwerde an das Bundesgericht offen 

(Art. 73 BGG). Es wird daher mit Eröffnung rechtskräftig. 

 

  

B-3923/2023 

Seite 23 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist. Ziffer 1, 

2 und 4 des Dispositivs der Verfügung der Vorinstanz vom 9. Juni 2023 

wird aufgehoben und der Widerspruch Nr. 102747 wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 4'500.– werden dem Beschwerdegegner auf-

erlegt und sind innert 30 Tagen ab Eröffnung dieses Urteils zu Gunsten der 

Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Den Beschwerdeführerinnen wird der geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 4'500.– aus der Gerichtskasse nach Rücksendung des Rückerstat-

tungsformulars zurückerstattet. 

4.  

Den Beschwerdeführerinnen wird für das Beschwerdeverfahren zu Lasten 

des Beschwerdegegners eine Parteientschädigung von Fr. 6'500.– zuge-

sprochen. 

5.  

Der Beschwerdegegner hat die Beschwerdeführerinnen für das erstin-

stanzliche Verfahren mit Fr. 2'000.– (inkl. Widerspruchsgebühr) zu ent-

schädigen. 

6.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, den Beschwerdegegner 

und die Vorinstanz. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

David Aschmann Gizem Yildiz 

 

Versand: 30. Mai 2024 

B-3923/2023 

Seite 24 

Zustellung erfolgt an: 

− die Beschwerdeführerinnen (Einschreiben; Beilagen: Beilagen zurück 

und Rückerstattungsformular) 

− den Beschwerdegegner (Einschreiben; Beilagen: Beilagen zurück und 

Rechnung, Doppel der unaufgeforderten Stellungnahme der Beschwer-

deführerinnen vom 17. Mai 2024) 

− die Vorinstanz (Ref-Nr. 102747; Einschreiben; Beilagen: Vorakten zu-

rück, Doppel der unaufgeforderten Stellungnahme der Beschwerdefüh-

rerinnen vom 17. Mai 2024)