# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7fe82668-bd0d-5b8a-af06-eb38e210e0d9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 24.06.2024 SK2 2024 24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2024-24_2024-06-24.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Verfügung vom 24. Juni 2024

Referenz SK2 24 24

Instanz II. Strafkammer 

Besetzung Hubert, Vorsitzender
Theus Simoni, Aktuarin

Parteien A._____
Beschwerdeführer

gegen

B._____
Beschwerdegegner

Gegenstand Widerhandlung gegen die Veterinärgesetzgebung

Anfechtungsobj. Einstellungsverfügung Departement für Volkswirtschaft und Sozia-
les vom 19.03.2024, mitgeteilt am 19.03.2024 

Mitteilung 25. Juni 2024

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Sachverhalt

A. C._____ (nachfolgend C._____) ist Halterin der Dobermann-Hündin 
D._____. Sie lebt mit ihrem Ehemann B._____ am E._____ in F._____. Die Lie-
genschaft ist von einem grosszügigen Gartengelände umgeben, welches den Be-
wohnern zur Benutzung zur Verfügung steht. In der gleichen Liegenschaft, welche 
der Erbengemeinschaft G._____ gehört, wohnen auch H._____ (der verwitwete 
Vater von C._____) und ihr Zwillingsbruder I._____. Zwischen C._____ und ihren 
Angehörigen (Vater und Bruder) bestehen bezüglich der Erbteilung der Erbenge-
meinschaft ihrer Mutter J._____ Unstimmigkeiten.

B. Am 24. Mai 2022 erstattete A._____ Anzeige gegen B._____ und C._____. 
Er sei am K._____ 2022, zwischen 18.00 und 18.30 Uhr, von ihrem Hund atta-
ckiert worden, als er im Garten der Liegenschaft E._____ in F._____, H._____ und 
I._____, mit denen er befreundet sei, bei der Erstellung eines Schafzauns gehol-
fen habe.

C. Am 16. Juni 2022 wurden A._____ und I._____ von der Kantonspolizei 
Graubünden als Auskunftspersonen zum Vorfall befragt. Die Einvernahme von 
B._____ als beschuldigte Person erfolgte am 26. Juni 2022. Am 8. August 2022 
wurde C._____ als beschuldigte Person einvernommen.

D. Am 17. Oktober 2022 leitete die Staatsanwaltschaft Graubünden die Akten 
zur weiteren Behandlung an das Departement für Volkswirtschaft und Soziales 
Graubünden weiter.

E. Mit Verfügung vom 19. März 2024 stellte das Departement für Volkswirt-
schaft und Soziales Graubünden das gegen B._____ geführte Verwaltungsstraf-
verfahren betreffend Widerhandlung gegen die Veterinärgesetzgebung ein. Der 
Einstellungsverfügung lag folgender Sachverhalt zugrunde:

Am K._____ 2022, um 18.00 Uhr, näherte sich B._____ nach einem Spa-
ziergang mit seiner Frau C._____, den drei Kindern sowie seiner Dober-
mann-Hündin "D._____", Chip-Nr. L._____ von Osten seinem Wohnort 
am E._____ in F._____. Die Liegenschaft ist von einem eingezäunten 
Garten umgeben. Sie stiegen in der Folge über den Zaun. "D._____" war 
dabei nicht angeleint und befand sich unter der Aufsicht von B._____. Als 
B._____ das Grundstück betrat, bemerkte er A._____, H._____ und 
I._____, die einen Zaun errichteten. Der nachfolgende Sachverhalt wird 
von den Beteiligten unterschiedlich dargestellt: 

A._____ führte aus, als er im Begriff gewesen sei, den Zaun aufzustellen, 
habe eine männliche Stimme gesagt: "Mach Ordnung" und "D._____" sei 
knurrend auf ihn zugerannt. Geistesgegenwärtig habe er den Zaun vor 

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sich aufgespannt. Die Hündin sei in den Zaun gerannt, habe aufgeheult 
und dann von ihm abgelassen.

B._____ gab demgegenüber an, dass A._____ dann laut "Hei" gerufen 
habe. "D._____" sei erschrocken und dann bellend auf A._____ zuge-
rannt. Er habe sie jedoch sofort zurückgerufen und sie sei umgekehrt, be-
vor sie A._____ erreicht habe.

A._____ wurde bei diesem Vorfall nicht verletzt.

Das Departement begründete die Einstellung damit, dass die Angaben der befrag-
ten Personen über den Vorfall auseinandergehen würden. Weitere Beweismittel 
seien nicht ersichtlich. Die Angaben des Beschuldigten seien nicht unglaubhaft. 
Der rechtsgenügliche Nachweis einer Sorgfaltspflichtverletzung könne daher nicht 
erbracht werden.

F. Mit Eingabe vom 22. März 2024 erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerde-
führer) beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde gegen die Einstel-
lungsverfügung und beantragte sinngemäss deren Aufhebung. Er verlangte, dass 
auch die Strafanzeige von I._____ zu berücksichtigen sei. Zudem sei zu prüfen, 
ob ein Hundehalteverbot auszusprechen sei, da ihm weitere Vorfälle mit der Do-
bermann-Hündin sowie mit Jack Russells-Hunden bekannt seien.

G. B._____ (nachfolgend: Beschwerdegegner) hielt in seiner Stellungnahme 
vom 8. April 2024 an seinen bei der Polizei gemachten Aussagen fest und ver-
langte sinngemäss die Abweisung der Beschwerde. Das Departement für Volks-
wirtschaft und Soziales Graubünden (nachfolgend: Vorinstanz) beantragte in sei-
ner Vernehmlassung vom 12. April 2024, dass auf die Beschwerde nicht einzutre-
ten sei, eventualiter sei sie abzuweisen.

H. Der Beschwerdeführer bezahlte die von ihm geforderte Sicherheitsleistung 
in Höhe von CHF 1'000.00 innert Frist. Die Akten der Vorinstanz wurden beigezo-
gen. Auf die Erwägungen in der angefochtenen Einstellungsverfügung sowie auf 
die Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, nachfolgend 
eingegangen.

Erwägungen

1. Vorliegend geht es um den Vorwurf einer Widerhandlung nach Art. 76a 
Abs. 1 lit. d VetG (BR 914.00). Dabei handelt es sich um eine Übertretung (Art. 2 
EGzStPO [BR 350.100] i.V.m. Art. 103 StGB). Übertretungen nach Veterinärge-
setz (VetG) werden durch die zuständige kantonale Verwaltungsbehörde nach den 
Bestimmungen über das Strafverfahren vor Verwaltungsbehörden beurteilt (Art. 80 

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VetG). Massgebend sind folglich die Verfahrensbestimmungen der Strafprozess-
ordnung (Art. 42 Abs. 2 EGzStPO).

Gemäss Art. 322 Abs. 2 sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit Art. 22 
EGzStPO kann gegen Einstellungsverfügungen der Übertretungsstrafbehörden 
beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde geführt werden. Die Behand-
lung der Beschwerde fällt in die Zuständigkeit der II. Strafkammer des Kantonsge-
richts (Art. 10 Abs. 1 KGV [BR 173.110]). Ist die Beschwerdeinstanz wie vorlie-
gend ein Kollegialgericht, so beurteilt deren Verfahrensleitung die Beschwerde 
allein, wenn diese ausschliesslich Übertretungen zum Gegenstand hat (Art. 395 
lit. a StPO; Patrick Guidon, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommen-
tar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2023, N 3 zu Art. 395 
ZPO). Die vorliegende Beschwerde wurde wie gesetzlich vorgesehen innert 10 
Tagen schriftlich eingereicht (Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 396 Abs. 1 StPO).

2.1. Die Vorinstanz bestreitet die Beschwerdelegitimation des Beschwerdefüh-
rers, weil durch den Vorfall mit der Hündin D._____ weder jemand verletzt noch 
etwas beschädigt worden sei. Zudem habe der Beschwerdeführer keinen Strafan-
trag wegen versuchter Körperverletzung gestellt (act. A.3, S. 2 f.). Er könne somit 
nicht als Geschädigter im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO angesehen werden, 
weshalb es ihm verwehrt sei, als Privatkläger aufzutreten.

2.2. Zur Anfechtung einer Einstellungsverfügung mittels Beschwerde sind die 
Parteien legitimiert sowie andere Verfahrensbeteiligte, soweit sie ein rechtlich ge-
schütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides haben, 
d.h. durch die Einstellungsverfügung beschwert sind (Art. 382 Abs. 1 StPO; 
Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 104 StPO; Art. 105 StPO; Matthias Heiniger/Ronny 
Rickli, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 
Strafprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2023, N 6 zu Art. 322 StPO). Partei ist u.a. 
die Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO). Als solche gilt die geschädigte 
Person, die ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilkläger 
zu beteiligen. Der Strafantrag ist dieser Erklärung gleichgestellt (Art. 118 Abs. 1 
und 2 StPO). Als geschädigte Person gilt, wer durch die Straftat in seinen Rechten 
unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). Unmittelbar verletzt und 
demnach geschädigt im Sinne von Art. 115 StPO ist, wer Träger des durch die 
verletzte Strafnorm geschützten oder zumindest mitgeschützten Rechtsgutes ist. 
Bei konkreten Gefährdungsdelikten hat als geschädigte Person i.S.v. Art. 115 
Abs. 1 StPO der Träger des konkret gefährdeten Rechtsgutes zu gelten (Goran 
Mazzucchelli/Mario Postizzi, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommen-
tar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2023, N 30 zu Art. 115 

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StPO; BGE 145 IV 161 E. 3.1 = Pra 2019 Nr. 128; BGE 138 IV 258 E. 2.3). Wer 
Träger des angegriffenen Rechtsgutes ist, ergibt die Auslegung des betreffenden 
Tatbestandes (BGE 118 IV 209 E. 2). Ob tatsächlich eine tatbestandsmässige, 
rechtswidrige und schuldhafte Straftat vorliegt, wird erst im Endentscheid festge-
stellt. Bis dahin bleibt sie eine blosse Hypothese. Die verfahrensrechtliche Stellung 
der geschädigten Person beruht somit auf einer vorläufigen Annahme − am An-
fang des Verfahrens häufig nur auf der Sachverhaltsdarstellung der geschädigten 
Person (BGer 6B_549/2013 v. 24.2.2014 E. 4.4; 6B_361/2013 v. 5.9.2013 E. 1; 
Mazzucchelli/Postizzi, a.a.O., N 20 zu Art. 115 StPO).

2.3. Gemäss Art. 76a Abs. 1 lit. d VetG wird mit Busse bestraft, wer ein Tier, das 
unter seiner Aufsicht steht, von Angriffen auf Menschen oder andere Tiere nicht 
abhält. Diese Bestimmung setzt nicht voraus, dass effektiv eine Verletzung eines 
Menschen durch ein angreifendes Tier erfolgt. Sondern dem Wesen der Bestim-
mung nach sollen Mensch und Tier vor einer Gefährdung durch Tiere geschützt 
werden (vgl. KGer SK1 15 17 v. 14.1.2016 E. 5.c betreffend Art. 77 TSchV [SR 
455.1]).

Weil Art. 76a Abs. 1 lit. d VetG nicht voraussetzt, dass eine Verletzung von Men-
schen erfolgt ist, reicht es für die Bejahung der Beschwerdelegitimation des Be-
schwerdeführers grundsätzlich aus, wenn dieser dem Beschwerdegegner ein Ver-
halten i.S.v. Art. 76a Abs. 1 lit. d VetG vorwirft, welches zu einer unmittelbaren 
Gefährdung seiner Rechtsgüter geführt hat. Diese Voraussetzung ist gegeben, 
macht der Beschwerdeführer doch geltend, der Beschuldigte habe den Hund nicht 
von einem Angriff auf ihn abgehalten, womit – sollte sich der Vorwurf bestätigen − 
seine körperliche Integrität gefährdet worden wäre. Ob der Beschwerdeführer ei-
nen Strafantrag wegen versuchter Körperverletzung gestellt hat, ist entgegen der 
Ansicht der Vorinstanz nicht von Relevanz. Vorliegend geht es einzig um die Beur-
teilung der Rechtmässigkeit der Einstellung des Verwaltungsstrafverfahrens hin-
sichtlich des Vorwurfs der Verletzung von Art. 76a Abs. 1 lit. d VetG. Die Be-
schwerdelegitimation ist damit zu bejahen.

3.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Strafanzeige von I._____ sei zu 
Unrecht nicht berücksichtigt worden. Dieser bestätige seine Aussagen. Damit rügt 
der Beschwerdeführer sinngemäss eine unvollständige Feststellung des Sachver-
halts und dass unter Berücksichtigung der Aussagen von I._____ keine Einstel-
lung des Verfahrens hätte erfolgen dürfen.

3.2. Der Beschwerdegegner bestätigt in der Stellungnahme vom 8. April 2024 
seine bereits vor der Polizei gemachten Aussagen und weist nochmals darauf hin, 

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dass innerhalb der Erbengemeinschaft Frick seit Jahren Uneinigkeit herrsche und 
er für I._____ eine "Persona non grata" sei (act. A.2).

3.3. Die Vorinstanz führt in ihrer Eingabe vom 12. April 2024 aus, ihr hätten 
nicht nur die vor der Polizei gemachten Aussagen des Beschwerdeführers (DVS 
act. 2) und des Beschwerdegegners (DVS act. 6) vorgelegen, sondern auch dieje-
nigen von C._____ (DVS act. 8) und I._____ (DVS act. 4). C._____ habe die 
Sachdarstellung des Beschwerdegegners bestätigt, I._____ diejenige des Be-
schwerdeführers. Entsprechend seien in der angefochtenen Verfügung lediglich 
die Aussagen der Hauptakteure wiedergegeben worden. Zu berücksichtigen sei, 
dass C._____ die Partnerin des Beschwerdegegners sei und dass zwischen 
C._____ und ihrem Partner auf der einen Seite und I._____ auf der anderen Seite 
ein angespanntes Verhältnis bestehe. Somit stünden sich, auch unter Berücksich-
tigung der Aussagen von I._____ und C._____, im Wesentlichen die beiden Aus-
sagen des Beschwerdeführers und des Beschwerdegegners gegenüber, wobei die 
Aussagen des Beschwerdeführers und von I._____ "wenig belastbar" seien 
(act. A.3, Ziff. B.2). Entsprechend werde beantragt, die Einstellungsverfügung zu 
schützen und die Beschwerde abzuweisen, sofern darauf eingetreten werde.

3.4. Eine vollständige oder teilweise Einstellung des Verfahrens wird u.a. ver-
fügt, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (Art. 319 
Abs. 1 lit. a StPO). Dies ist dann der Fall, wenn in einer Gesamtwürdigung der 
Beweise nicht mit einem verurteilenden Erkenntnis des Gerichtes gerechnet wer-
den kann und auch keine konkret zu erhebenden Beweismittel mehr erkennbar 
sind, die das Resultat im gegenteiligen Sinn beeinflussen könnten (vgl. KGer GR 
SK2 14 39 v. 11.2.2015 E. 2). Hingegen ist − in Anwendung des Grundsatzes in 
dubio pro duriore − Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher 
erscheint als ein Freispruch. Falls sich die Wahrscheinlichkeit eines Freispruchs 
oder einer Verurteilung in etwa die Waage halten, drängt sich in der Regel, insbe-
sondere bei schweren Delikten, ebenfalls eine Anklageerhebung auf (vgl. BGE 
138 IV 186 E. 4.1; Heiniger/Rickli, a.a.O., N 8 zu Art. 319 StPO; Nathan Lands-
hut/Thomas Bosshard, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar 
zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl., Zürich 2020, N 15 ff. zu 
Art. 319 StPO). Bei zweifelhafter Beweislage ist eine gerichtliche Beurteilung 
grundsätzlich angebracht. Die Einstellung kann sich indes rechtfertigen, soweit 
unter Einbezug der gesamten Umstände eine Verurteilung als von vornherein un-
wahrscheinlich erscheint. Stehen sich gegensätzliche Aussagen der Parteien ge-
genüber und liegen keine objektiven Beweise vor, kann auf eine Anklage verzich-
tet werden, wenn es nicht möglich ist, die einzelnen Aussagen als glaubhafter  

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oder weniger glaubhaft zu bewerten, und keine weiteren Beweisergebnisse zu 
erwarten sind (BGE 143 IV 241 E. 2.2.2; BGer 6B_1056/2018 v. 29.01.2019 
E. 2.2.2; 6B_822/2016 v. 12.9.2016 E. 2.3; 6B_918/2014 v. 2.4.2015 E. 2.1.2; 
1B_535/2012 v. 28.11.2012 E. 5.2).

3.5. Vorliegend ergibt sich aus den Akten, dass der Vorinstanz sämtliche Proto-
kolle der von der Polizei durchgeführten Einvernahmen vorgelegen sind, insbe-
sondere auch jene von I._____. Wie die Vorinstanz zu Recht feststellt, bestätigen 
die Aussagen von I._____ weitgehend jene des Beschwerdeführers, während die 
Aussagen von C._____ jene des Beschwerdegegners bestätigen. Im Wesentli-
chen stehen sich somit die beiden Sachdarstellungen des Beschwerdeführers und 
des Beschwerdegegners gegenüber. Nach Ansicht der Vorinstanz sind dabei die 
Aussagen des Beschwerdeführers und von I._____ "wenig belastbar" (act. A.3, 
Ziff. B.2). Tatsächlich sind die Aussagen des Beschwerdeführers wie die Vorin-
stanz zu Recht festhält, nicht in sich konsistent. In seiner Beschwerde vom 
22. März 2024 gibt er an, der Hund sei unbeaufsichtigt auf ihn losgerannt 
(act. A.1). Vor Kantonspolizei gab er demgegenüber an, der Beschwerdegegner 
habe dem Hund einen Befehl erteilt, worauf dieser auf ihn losgerannt sei (DVS 
act. 1 und 2). Zudem bestehen unterschiedliche Angaben bezüglich des angebli-
chen Befehls an den Hund, bevor dieser losgerannt sei. I._____ behauptete, der 
Beschwerdegegner habe dem Hund den Befehl "gang go Ufruma" gegeben (DVS 
act. 4). Demgegenüber will der betreffende Befehl an den Hund gemäss Aussage 
des Beschwerdeführers auf "mach Ordnung" gelautet haben (DVS act. 2). Wie die 
Vorinstanz zutreffend ausführt, können Hunde nur auf ganz bestimmte Befehle 
reagieren, wenn diese ihnen vorher antrainiert worden sind. Sie reagieren 
grundsätzlich nicht auf inhaltlich gleiche Befehle, die anders formuliert worden sind 
(vgl. auch act. A.3, S. 4). Deshalb sind Zweifel an den Aussagen des Beschwerde-
führers und von I._____ nicht einfach von der Hand zu weisen.

Der Beschwerdegegner behauptet demgegenüber, er und seine Familie (Ehefrau 
C._____ und die drei Kinder) seien mit der nicht angeleinten Hündin über den 
Zaun auf ihre Liegenschaft gestiegen. In diesem Moment habe der Beschwerde-
führer "Hei" gerufen, worauf die Hündin bellend auf ihn losgerannt sei. Er, der Be-
schwerdegegner, habe die Hündin jedoch zurückgerufen, worauf diese sofort rea-
giert habe (DVS act. 6). Diese Aussage wird durch die Aussage von C._____ 
bestätigt (DVS act. 8). Dass ein Hund ohne entsprechenden Befehl bellend auf 
einen ihm unbekannten Menschen losrennt, der sich in seinem "Revier" befindet, 
ist glaubwürdig. Ein vorheriger Ruf dieser unbekannten Person, welcher die Auf-
merksamkeit des Hundes noch mehr auf sie lenken würde, würde solches Verhal-

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ten noch fördern. Dies wusste der Beschwerdeführer als erfahrener Hundehalter 
(so seine Aussage: DVS act. 2). Ferner hätte C._____ von ihrem Aussageverwei-
gerungsrecht Gebrauch machen können, wenn sie ihren Ehemann, den Be-
schwerdegegner, mit ihrer Aussage hätte belasten müssen (s. DVS act. 8). Dies 
hat sie nicht getan. Die Version des Vorfalles, wie sie der Beschwerdegegner an-
gegeben hat und welche sich mit derjenigen von C._____ deckt, erscheint daher 
insgesamt als konsistenter und glaubwürdiger als diejenige des Beschwerdefüh-
rers und von I._____.

Der Beschwerdeführer behauptet nicht, dass – nebst der bereits berücksichtigten 
Aussage von I._____ − weitere Beweismittel vorhanden seien. Auch aus den vor-
instanzlichen Akten geht nicht hervor, dass weitere Aussagen von Drittpersonen 
eingeholt werden könnten, welche den Vorgang beobachtet und zu den beiden 
Parteien ein neutrales Verhältnis haben. Zwar war auch der Vater von C._____ 
und I._____, H._____, im fraglichen Zeitpunkt anwesend. Allerdings wollte 
H._____ keine Aussage machen und zudem bestehen zwischen ihm und dem Be-
schwerdegegner sowie C._____ anscheinend Unstimmigkeiten, die auf Erbstrei-
tigkeiten zurückzuführen sind (DVS act. 1; DVS act. 2; DVS act. 6, DVS act. 8), 
was bei einer allfälligen Aussage zu würdigen wäre. 

Insgesamt ist festzuhalten, dass sich gegensätzliche Aussagen der Parteien ge-
genüberstehen. Objektive Beweise liegen keine vor. Die Aussagen des Beschul-
digten erscheinen gesamthaft eher glaubwürdiger als jene des Beschwerdefüh-
rers. Aber selbst wenn man es als nicht möglich erachtet, die einzelnen Aussagen 
als glaubhafter oder weniger glaubhaft zu bewerten, erscheint unter den gegebe-
nen Umständen eine Verurteilung von vornherein als unwahrscheinlich, zumal 
keine weiteren Beweisergebnisse erwartet werden können. Demzufolge ist die 
Verfahrenseinstellung zu Recht erfolgt. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit 
darauf einzutreten ist.

4. Weitere Vorfälle mit der Hündin D._____ sowie anderen Hunden des Be-
schwerdegegners, wie es der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde neu be-
hauptet, werden vom Beschwerdegegner bestritten (act. A.2) und sind nicht Ge-
genstand des vorliegenden Verfahrens. Auf den Antrag, es sei nach diesen Vorfäl-
len ein Hundehalteverbot zu prüfen (act. A.1, S. 2), ist daher nicht einzutreten.

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5.1. Schliesslich moniert der Beschwerdeführer, I._____ habe keine Mitteilung 
der Einstellungsverfügung erhalten.

5.2. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, inwieweit ihm ein rechtlich geschütz-
tes Interesse zukommen soll, die fehlende Zustellung der Einstellungsverfügung 
an I._____ zu beanstanden. Ein solches ist nicht erkennbar. Auf diese Rüge ist 
demzufolge ebenfalls nicht einzutreten.

5.3. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Einstellungsverfügungen den 
Parteien zu eröffnen sind, wobei im Vorverfahren (Art. 299 StPO) einzig die be-
schuldigte Person und die Privatklägerschaft Parteistellung einnehmen. Keine Zu-
stellung erfolgt an den Anzeigeerstatter (Heiniger/Rickli, a.a.O., N 1 zu Art. 321 
StPO). Sowohl der Beschwerdeführer als auch I._____ behaupten, die Hündin 
D._____ sei auf den Beschwerdeführer losgerannt. I._____ selbst war daher kei-
ner drohenden Gefahr ausgesetzt. Als blosser Anzeigeerstatter hatte er keinen 
Anspruch auf Zustellung der Einstellungsverfügung. Die Vorinstanz hat ihm daher 
zu Recht keine Einstellungsverfügung zugestellt. 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der vollumfänglich unterlegene 
Beschwerdeführer die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 428 
Abs. 1 StPO). Für Entscheide im Beschwerdeverfahren wird gemäss Art. 8 der 
Verordnung über die Gerichtsgebühren im Strafverfahren (VGS; BR 350.210) eine 
Gerichtsgebühr von CHF 1'000.00 bis CHF 5'000 erhoben. Vorliegend werden die 
Kosten auf CHF 1'000.00 festgelegt und mit der vom Beschwerdeführer bezahlten 
Sicherheitsleistung in Höhe von CHF 1'000.00 verrechnet (Art. 442 Abs. 4 StPO).

Aufgrund des Obsiegens hat der Beschwerdegegner grundsätzlich Anspruch auf 
Entschädigung seiner Aufwendungen für die angemessene Ausübung seiner Ver-
fahrensrechte (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 StPO). Ent-
schädigt werden – von besonderen Umständen, welche hier nicht vorliegen, abge-
sehen – jedoch nur die Kosten einer anwaltlichen Vertretung (vgl. BGer 
6B_672/2021 v. 15.5.2023 E. 5.3.1; 6B_251/2015 v. 24.8.2015 E. 2.3 ff.). Solche 
macht der Beschwerdegegner aber nicht geltend.

Die Vorinstanz hat trotz vollumfänglichen Obsiegens keinen Anspruch auf eine 
Entschädigung (Stefan Wehrenberg/Friedrich Frank, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl., Basel 
2023, N 5 zu Art. 436 m.w.H.).

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Demnach wird verfügt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'000.00 gehen zu Lasten 
von A._____ und werden mit der von ihm erbrachten Sicherheitsleistung in 
Höhe von CHF 1'000.00 verrechnet.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

5. Mitteilung an: