# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 724d41f8-f3b4-58ad-9af2-a6ea082fc05c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-07-01
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 01.07.2010 B 2010/36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2010-36_2010-07-01.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2010/36

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 01.07.2010

Entscheiddatum: 01.07.2010

Urteil des Verwaltungsgerichts vom 1. Juli 2010
Steuerrecht, Wohnsitz, Art. 13 Abs. 1 StG (sGS 811.1). Steuerrechtlicher 
Wohnsitz im Kanton St. Gallen bejaht wegen fehlenden Nachweises der 
Verlegung des Lebensmittelpunktes in den Kanton Graubünden 
(Verwaltungsgericht, B 2010/36).

Anwesend: Präsident Prof. Dr. U. Cavelti; Verwaltungs-richter lic. iur. A. Linder, 

Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener; Ersatzrichterin lic. iur. D. Gmünder Perrig; 

Gerichtsschreiber lic. iur. Th. Vögeli

 

_______________

 

In Sachen

 

X., 

Beschwerdeführer,

 

gegen

 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen,Abteilung I/1, Unterstrasse 28, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

 

und

 

Kantonales Steueramt,Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegner,

 

betreffend

 

Steuerpflicht 2008

 

 

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ Der im Jahre 1975 geborene, unverheiratete X. wohnt gemäss eigenen Angaben 

seit 2004/2005 in Valbella, Gemeinde Vaz/Obervaz GR, und ist dort einwohneramtlich 

angemeldet. Seine Eltern wohnen in Salmsach TG. Am 1. Oktober 2006 meldete sich X. 

in Widnau SG als Wochenaufenthalter an. Am 8. Februar 2008 kaufte er in Valbella eine 

Eigentumswohnung. Der Arbeitgeber von X. ist in Romanshorn ansässig.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Mit Schreiben vom 13. November 2008 forderte das Gemeindesteueramt Widnau X. 

auf, einen Fragebogen zum Wochenaufenthalt zwecks Feststellung des 

steuerrechtlichen Wohnsitzes auszufüllen. Dieser Aufforderung kam X. am 8. Dezember 

2008 nach. In dem Fragebogen erklärte X., dass ihn das Freizeitangebot sowie seine 

Eigentumswohnung mit Valbella verbänden, weshalb er regelmässig wöchentlich mit 

seinem Privatfahrzeug dorthin zurückkehre. Auch äusserte X. in dem Fragebogen seine 

Absicht, sich dauernd bzw. mindestens ein Jahr in Widnau aufzuhalten, wo er im 

Konkubinat mit seiner Freundin Y. zusammenlebe.

B./ Das Kantonale Steueramt stellte mit Verfügung vom 12. Januar 2009 fest, dass sich 

der steuerrechtliche Wohnsitz von X. für das Jahr 2008 (Stichtag 31. Dezember 2008) in 

der Gemeinde Widnau (Kanton St. Gallen) befinde und er rückwirkend per 1. Januar 

2008 in Widnau unbeschränkt steuerpflichtig sei. Die dagegen erhobene Einsprache 

von X. vom 25. Januar 2009, in welcher er das sinngemässe Begehren stellte, sein 

Wohnsitz und seine Steuerpflicht in Valbella seien zu bestätigen, wurde vom 

Kantonalen Steueramt mit Entscheid vom 10. Februar 2009 abgewiesen.

C./ Gegen den Einspracheentscheid des Kantonalen Steueramts erhob X. durch seine 

Vertreterin am 5. März 2009 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem 

Antrag, auf die Steuerpflicht zu verzichten. Mit Entscheid vom 18. Dezember 2009 wies 

die Verwaltungsrekurskommission den Rekurs ab. Zur Begründung führte sie im 

wesentlichen an, es bestehe aufgrund des in Widnau gelebten 

Konkubinatsverhältnisses von X. und Y. eine natürliche Vermutung, dass er dort seinen 

Lebensmittelpunkt habe. X. bringe nichts vor, was diese Vermutung umstiesse. Zwar 

deute der Erwerb von Wohneigentum auf eine starke Verbindung zu einem Ort hin, die 

auf die Absicht eines dauernden Verbleibens an diesem Ort schliessen lasse, jedoch 

sei die Region Lenzerheide-Valbella eine typische Ferienregion, in welcher 

Ferienwohnungen gekauft werden. Dass X. viel Zeit in Valbella verbringe und dort Sport 

treibe, werde nicht belegt, sei aber beim Kauf einer Ferienwohnung an einem solchen 

Ort nichts Aussergewöhnliches und stelle noch kein Indiz für einen Lebensmittelpunkt 

dar. Aus den einzigen von X. eingereichten Belegen (Versicherungspolice der 

Krankenkasse, Schreiben bezüglich Vorsorgebeiträge, Rechnung des Elektrizitätswerks 

der Gemeinde Vaz/Obervaz) könne nichts bezüglich eines steuerrechtlichen 

Wohnsitzes in Valbella abgeleitet werden. Die Behauptung enger Beziehungen zu 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Salmsach, wo die Eltern von X. leben, würden in keiner Weise belegt. Bezugspunkte zu 

Salmsach und Romanshorn seien jedoch ohnehin nur insoweit relevant, als dass sie die 

zentrale Lage Widnaus hervorzuheben vermöchten. Insgesamt habe X. keinerlei 

genügende Nachweise für wichtige Beziehungen in und eine regelmässige Heimkehr 

nach Valbella für das Steuerjahr 2008 erbracht. Vielmehr habe er ganz bewusst in der 

Erklärung zum Wochenaufenthalt das Feld für das Konkubinatsverhältnis angekreuzt, 

nachdem er zuerst dasjenige für eine normale Wohngemeinschaft angekreuzt und 

anschliessend wieder durchgestrichen habe. Die Relativierung des 

Konkubinatsverhältnisses im Einsprache- und Rekursverfahren und die Behauptung, er 

sei Single, seien nicht glaubwürdig. Immerhin sei das Verhältnis zu Y. genügend 

intensiv gewesen, um es als Konkubinatsverhältnis zu bezeichnen und sich aufgrund 

dieser Beziehung in Widnau als Wochenaufenthalter anzumelden. Beziehungen in 

Valbella mache X. weder geltend noch belege er solche. Die geltend gemachte 

Beziehung zu seinen Eltern in Salmsach spräche ebenfalls für einen Lebensmittelpunkt 

im näher liegenden Widnau und nicht im weiter entfernten Valbella. Hinzu komme, dass 

sowohl die Feststellungsverfügung als auch der Einspracheentscheid, welche beide 

eingeschrieben versandt worden seien, in Widnau hätten zugestellt werden können.

D./ Mit Beschwerde vom 2. Februar 2010 beantragte X., auf seine Steuerpflicht im 

Kanton St. Gallen sei zu verzichten. Er macht insbesondere geltend, dass sein 

Wochenaufenthalterstatus am 31. Oktober 2008 abgelaufen sei und er diesen nicht 

mehr verlängert habe. Zwar sei Y. seine Freundin, er lebe aber nicht mit ihr im 

Konkubinat. Des weiteren seien seine Beziehungen zu Salmsach wesentlich enger als 

jene zu Widnau, weshalb wohl Salmsach als steuerrechtlicher Wohnsitz festgestellt 

werden müsste, bevor Widnau dafür in Frage käme.

Die Vorinstanz liess sich am 2. März 2010 vernehmen, indem sie unter Verweis auf ihre 

Erwägungen im Rekursentscheid die Abweisung der Beschwerde beantragte. Das 

Kantonale Steueramt schliesst ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde, unter 

Kostenfolge.

Der Beschwerdeführer erhielt Gelegenheit, zu den Vernehmlassungen Stellung zu 

nehmen. Er äusserte sich allerdings nicht mehr.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1 

des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der Beschwerdeführer ist zur 

Ergreifung der Beschwerde legitimiert, und die Eingabe vom 2. Februar 2010 entspricht 

zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 und 

Art. 161 StG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die 

Beschwerde ist daher einzutreten.

Die vom Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren eingereichten Schreiben der 

Gemeindeverwaltung Widnau vom 8. September 2009 und sein Antwortschreiben vom 

16. September 2009 betreffen neue Tatsachen, die sich vor Abschluss des 

Rekursverfahrens verwirklicht haben, die der Vorinstanz aber nicht bekannt waren. 

Diese Tatsachen dürfen vor Verwaltungsgericht grundsätzlich vorgebracht werden und 

sind zu würdigen (sog. "unechte Noven"; vgl. Cavelti/Vögeli, 

Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 643). Eine 

Schranke bei der Berücksichtigung unechter Noven besteht allerdings dann, wenn dem 

Rechtsbegehren ein neues tatsächliches Fundament unterstellt wird. Wie es sich damit 

verhält, kann vorliegend offen bleiben, weil das Verwaltungsgericht in Steuersachen 

ohnehin nicht an die Anträge des Beschwerdeführers gebunden ist (Art. 196 Abs. 2 

StG). Die Einwendungen des Beschwerdeführers betreffend Ablauf seines 

Heimatausweises bzw. Wochenaufenthalterstatus' sind demnach entgegen zu nehmen.

2. Nach Art. 13 Abs. 1 StG sind natürliche Personen aufgrund persönlicher 

Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder 

Aufenthalt im Kanton St. Gallen haben. Im Beschwerdeverfahren ist umstritten, ob dies 

beim Beschwerdeführer im Jahr 2008 der Fall war.

2.1. Im interkantonalen Verhältnis steht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

zum Doppelbesteuerungsverbot die Besteuerung des Einkommens und Vermögens 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einer unselbständig erwerbstätigen Person demjenigen Kanton zu, in welchem die 

Person ihren steuerrechtlichen Wohnsitz hat. Nach Art. 13 Abs. 2 StG hat eine Person 

steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton St. Gallen, wenn sie sich hier mit der Absicht 

dauernden Verbleibens aufhält bzw. wenn sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen 

hier befindet (vgl. BGE 2C_175/2008 vom 22. August 2008 E. 3.1, mit weiteren 

Hinweisen; VerwGE B 2008/139 vom 19. Februar 2009 E. 2.1, publiziert in: 

www.gerichte.sg.ch und SGE 2009 Nr. 11). Die Regelung entspricht den Vorgaben in 

Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der 

Kantone und Gemeinden (SR 642.14, abgekürzt StHG) und lehnt sich eng an den 

zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff an (Art. 23 Abs. 1 des Schweizerischen 

Zivilgesetzbuches, SR 210). Dieser Mittelpunkt der Lebensinteressen bestimmt sich 

nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände, aus denen sich diese 

Interessen erkennen lassen, nicht nach den bloss erklärten Wünschen der 

steuerpflichtigen Person. Auf die gefühlsmässige Bevorzugung eines Ortes kommt es 

nicht an; der steuerrechtliche Wohnsitz ist insoweit nicht frei wählbar. Dem polizeilichen 

Domizil, wo die Schriften hinterlegt sind oder wo die politischen Rechte ausgeübt 

werden, kommt ebenfalls keine entscheidende Bedeutung zu; das sind bloss äussere 

Merkmale, die ein Indiz für den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden können, wenn auch 

das übrige Verhalten der Person dafür spricht (vgl. BGE 2C_175/2008 vom 22. August 

2008 E. 3.1).

Wenn eine Person Beziehungen zu mehreren Ortschaften aufweist, namentlich sich 

abwechslungsweise an zwei Orten aufhält, ist für die Bestimmung des 

steuerrechtlichen Wohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem Ort sie die stärkeren 

Beziehungen unterhält. Diesbezüglich hat das Bundesgericht bestimmte Regeln 

entwickelt, insbesondere betreffend den Arbeitsort und den Familienort. Als Arbeitsort 

gilt jener Ort, an dem sich der unselbständig Erwerbende zum Zweck eines 

Unterhaltserwerbs für längere oder unbestimmte Zeit aufhält; dabei gilt als Arbeitsort 

nicht der Ort, an dem der Erwerbstätige täglich seiner Tätigkeit nachgeht, sondern 

derjenige Ort, von dem aus sich die Person an den Ort ihrer Arbeit begibt (vgl. BGE 132 

I 36 E. 4.2). Als Familienort gilt der Aufenthaltsort der Ehegatten und Kinder. Bei 

unselbständig erwerbenden Personen wird gewöhnlich der Arbeitsort als stärkerer 

Bezugsort angenommen, ist doch der Zweck des Lebensunterhalts dauernder Natur. 

Bei verheirateten Personen mit Beziehungen zu mehreren Orten werden die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

persönlichen und familiären Kontakte zum Ort, wo sich ihre Familie aufhält, als stärker 

erachtet als diejenigen zum Arbeitsort, wenn sie in nicht leitender Stellung 

unselbständig erwerbstätig sind und täglich oder an den Wochenenden regelmässig an 

den Familienort zurückkehren (vgl. zum Ganzen BGer 2C_646/2007 E. 3; Richner/ Frei/

Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl., Zürich 2009, Rz. 24 f. zu Art. 3 

DBG). Demnach unterstehen verheiratete Personen oder Wochenaufenthalter 

grundsätzlich ausschliesslich der Steuerhoheit jenes Kantons, in dem sich ihre Familie 

aufhält, wobei diese Praxis auch auf ledige Personen Anwendung findet, zählt die 

Rechtsprechung doch Eltern und Geschwister ebenfalls zur Familie des 

Steuerpflichtigen. Allerdings werden die Kriterien, nach denen das Bundesgericht 

entscheidet, wann anstelle des Arbeitsortes der Aufenthaltsort der Familie als 

Hauptsteuerdomizil anerkannt werden kann, besonders streng gehandhabt; dies folgt 

aus der Erfahrung, dass die Bindung zur elterlichen Familie regelmässig lockerer ist als 

diejenige unter Ehegatten. Bei ledigen Personen ist vermehrt noch als bei verheirateten 

Personen zu berücksichtigen, ob weitere als nur familiäre Beziehungen zum einen oder 

anderen Ort ein Übergewicht begründen. Namentlich ein Konkubinatsverhältnis ist für 

gewöhnlich stärker zu gewichten als die Bindungen zum Familienort (BGE 

2C_230/2008 vom 27. August 2008 E. 3.1, mit weiteren Hinweisen).

In Bezug auf die Beweislastregel gilt, dass steuerbegründende Tatsachen von der 

Steuerbehörde nachzuweisen sind, während den Steuerpflichtigen die Beweislast für 

Tatsachen trifft, die die Steuerschuld aufheben oder mindern (vgl. Weidmann/

Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl., Muri-Bern 

1999, S. 379 f.). Dies gilt auch für Tatsachen, welche für die Steuerpflicht massgebend 

sind. Die Veranlagungsbehörde hat demnach den steuerrechtlichen Wohnsitz, der die 

persönliche steuerrechtliche Zugehörigkeit begründet, als Voraussetzung der 

Besteuerung nachzuweisen. Der Hauptbeweis gilt in der Regel als erbracht, wenn der 

von der Steuerbehörde angenommene Wohnsitz als sehr wahrscheinlich erscheint. 

Diesfalls obliegt es dem Pflichtigen, den Nachweis für den von ihm behaupteten 

Lebensmittelpunkt ausserhalb des Kantons zu erbringen (vgl. BGer 2P.186/2004 vom 

15. Februar 2005, E. 2.3, mit weiteren Hinweisen auf Literatur und Judikatur).

In Bezug auf die Beweisführung beim speziellen Fall des unterschiedlichen Arbeits- und 

Familienorts sind folgende Grundsätze massgebend: Der Umstand, dass der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

unverheiratete Steuerpflichtige vom Ort aus, wo er sich während der Woche aufhält, 

eine unselbständige Erwerbstätigkeit ausübt, begründet nach der Rechtsprechung die 

natürliche Vermutung, dass der Steuerpflichtige dort sein Hauptsteuerdomizil hat. 

Diese Vermutung lässt sich nur entkräften, wenn er regelmässig, mindestens ein Mal 

pro Woche, an den Ort zurückkehrt, wo seine Familienangehörigen leben, mit welchen 

er aus bestimmten Gründen besonders eng verbunden ist, und wo er andere 

persönliche und gesellschaftliche Beziehungen pflegt. Nur wenn der steuerpflichtigen 

Person der Nachweis solcher familiärer und gesellschaftlicher Beziehungen am Ort, wo 

die Familie wohnt, gelingt, obliegt es dem Kanton des Wochenaufenthalts- oder 

Arbeitsorts nachzuweisen, dass die Person gewichtige wirtschaftliche und allenfalls 

persönliche Beziehungen zu diesem Ort unterhält (BGer 2C_646/2007 vom 7. Mai 

2008, E. 3.4).

2.2. Vorliegend ist unbestritten, dass sich der Beschwerdeführer seit dem Jahre 2006 in 

Widnau als Wochenaufenthalter aufgehalten und angemeldet und dass er dort mit 

seiner Freundin Y. in deren 5-Zimmer-Reiheneinfamilienhaus gelebt hat. In den 

Erklärungen zum Wochenaufenthalt vom 8. Dezember 2008 gab der Beschwerdeführer 

an, in Widnau zusammen mit seiner Freundin im Konkubinat zu leben. Daraus und aus 

der Tatsache, dass sich die Arbeitsstätte des Beschwerdeführers in Romanshorn 

befindet - welches von Widnau aus ebenfalls schneller erreichbar ist als von Valbella -, 

ergibt sich die natürliche Vermutung, dass sich der steuerrechtliche Wohnsitz des 

Beschwerdeführers für 2008 in Widnau befand. Wenn der Beschwerdeführer heute 

bestreitet, dass er mit seiner Freundin im Konkubinat zusammenlebt, erscheint dies vor 

dem Hintergrund, dass er sich beim Ausfüllen der Erklärungen zum Wochenaufenthalt 

ganz bewusst, nachdem er zuerst das Feld für eine normale Wohngemeinschaft 

angekreuzt und anschliessend wieder durchgestrichen hatte, für das Kreuz im Feld 

"Konkubinat" entschied, nicht glaubwürdig.

Unbestritten ist sodann, dass sich der Beschwerdeführer regelmässig in Valbella 

aufhält und dort Sport treibt. Dies ist jedoch nicht ungewöhnlich in Anbetracht der 

Tatsache, dass er in Valbella anscheinend eine Wohnung zu Eigentum erworben hat – 

was jedoch, wie die Vorinstanz zu Recht festhält, nicht eindeutig aus dem ins Recht 

gelegten, jedoch unvollständigen Kaufvertrag hervorgeht. Seine sportlichen Aktivitäten 

belegt der Beschwerdeführer – zumindest für die Wintermonate - mit Auszügen der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bergbahnen Lenzerheide über die Benutzung der Keycard. Aus dem Umstand, dass 

diese Auszüge praktisch ausschliesslich Anwesenheiten des Beschwerdeführers an 

den Wochenenden und an Weihnachten/Neujahr belegen, kann entgegen der Ansicht 

des Kantonalen Steueramtes zwar nichts zuungunsten des Beschwerdeführers 

abgeleitet werden: selbst wenn er sich nur in Valbella aufhalten sollte, ist nicht 

anzunehmen, dass ihm als unselbständig Erwerbstätigen sehr viel Zeit ausserhalb der 

Wochenenden und allfälligen Ferien zur Nutzung der Karte zur Verfügung stehen 

würde. Die Auszüge belegen jedoch auch keine besondere Beziehung des 

Beschwerdeführers zu Valbella. Als weitere Belege, die seinen Lebensmittelpunkt in 

Valbella beweisen sollen, reicht der Beschwerdeführer eine einzelne Arztrechnung, eine 

Werkstattrechnung der AMAG Automobil- und Motoren AG in Romanshorn, vier 

Holzrechnungen der Z. AG in Arbon und drei Rechnungen der Elektrizitätswerke Vaz/

Obervaz ein, die allesamt auf seine Adresse in Valbella lauten. Auch aus diesen 

Belegen kann, wie die Vorinstanz – soweit die Belege bereits im Rekursverfahren 

eingereicht worden sind – richtig festgestellt hat, nichts bezüglich eines 

steuerrechtlichen Wohnsitzes in Valbella abgeleitet werden. Dass alle Dokumente auf 

die Adresse in Valbella lauten, ist entweder durch die Hinterlegung der Schriften des 

Beschwerdeführers dort bedingt oder durch Angabe der Rechnungsadresse durch den 

Beschwerdeführer an die jeweilige Vertragspartei. Eine besondere Beziehung zu 

Valbella beweisen die ins Recht gelegten Rechnungen aber nicht. Ohnehin 

unbeachtlich für die Beurteilung der Frage, wo der Beschwerdeführer im Jahre 2008 

seinen steuerrechtlichen Wohnsitz hatte, wäre die Rechnung der AMAG Automobil- 

und Motoren AG in Romanshorn, welche auf den 27. April 2009 datiert und somit auf 

einen Zeitpunkt, der für die vorliegend in Frage stehende Steuerperiode irrelevant ist. 

Wenn der Beschwerdeführer schliesslich behauptet, sein Hausarzt befinde sich in 

Valbella, so ist dies mit der einzelnen Rechnung noch keineswegs belegt. Zum einen ist 

es ohne weiteres nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer, der sich 

unbestrittenermassen regelmässig in Valbella aufhält und dort Sport treibt, bei Bedarf 

auch einmal dort einen Arzt aufsucht. Zum anderen steht die Behauptung im 

Widerspruch zur Angabe in der vom Beschwerdeführer im Rekursverfahren ebenfalls 

eingereichten Versicherungspolice seiner Krankenkasse, wonach C. aus Salmsach der 

Hausarzt des Beschwerdeführers ist und nicht D. aus Valbella. Andere Gründe bzw. 

weitere Nachweise für wichtige Beziehungen in Valbella bringt der Beschwerdeführer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nicht vor. Weder befindet sich der Arbeitsort des Beschwerdeführers in der Region 

Lenzerheide/ Valbella, noch macht er irgendwelche persönlichen und/oder familiären 

Bindungen zu Valbella geltend, geschweige denn, dass er solche belegt. Die geltend 

gemachten und weder vom Kantonalen Steueramt noch von der Vorinstanz in Abrede 

gestellten sportlichen Aktivitäten des Beschwerdeführers reichen indes nicht aus, um 

eine genügend intensive Beziehung zu Valbella zu beweisen, welche die im Konkubinat 

begründete persönliche Beziehung zu Widnau und die darin begründete Vermutung 

eines steuerrechtlichen Wohnsitzes umzustossen vermöchten. Dies muss um so mehr 

gelten, als der Beschwerdeführer nicht nur in Valbella, sondern im Sommer auch in 

Salmsach intensiv Sport treibt, was ebenfalls für einen Lebensmittelpunkt im näher 

gelegenen Widnau spricht bzw. die mit den sportlichen Aktivitäten des 

Beschwerdeführers begründete intensive Beziehung zu Valbella noch mehr in den 

Hintergrund treten lässt.

Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, dass aufgrund der gesamten Akten 

und schriftlichen Feststellungen Widnau als steuerrechtlicher Wohnsitz auf jeden Fall 

ausgeschlossen werden könne, da er wesentlich engere Beziehungen zu Salmsach 

habe, wo seine Eltern leben und er Mitglied im Turnverein sei. Im Sommer betreibe er 

dort intensiv Wassersport, und seine Arbeitsstätte sei nur einen Kilometer vom 

Wohnort seiner Eltern entfernt. Bevor Widnau als steuerrechtlicher Wohnsitz in Frage 

komme, müsste deshalb Salmsach "diese Aufgabe übernehmen". Wie schon im 

Rekursverfahren reicht der Beschwerdeführer jedoch keinerlei Beweisunterlagen für 

diese Behauptungen ein. Dass der Beschwerdeführer in Salmsach, wo er 

aufgewachsen ist, nach wie vor Mitglied im Turnverein ist, ist nichts 

Aussergewöhnliches und vermag noch keine besonders intensive Beziehung zu 

Salmsach zu begründen. Selbst wenn es dem Beschwerdeführer gelänge, seine 

angeblichen Aufenthalte in Salmsach bei seinen Eltern zu belegen, würde dies nichts 

an der besonders ins Gewicht fallenden persönlichen Beziehung zu Widnau aufgrund 

des dort gelebten Konkubinatsverhältnisses ändern. Im Übrigen ist anzunehmen, dass 

sich der Beschwerdeführer wohl nicht in Widnau, sondern vielmehr in Salmsach als 

Wochenaufenthalter angemeldet hätte, wenn er dort tatsächlich über wesentlich engere 

Beziehungen verfügen würde. Gerade dies hat der Beschwerdeführer aber nicht getan. 

Vielmehr hat er sich in Widnau angemeldet, wo er zusammen mit seiner Freundin im 

Konkubinat lebt. Dies ist, wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, ein starkes Indiz 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

dafür, dass der Lebensmittelpunkt des Beschwerdeführers in Widnau liegt. Seine 

Vorbringen in Bezug auf seine familiären Bindungen und das Pflegen des Wassersports 

in Salmsach vermögen diese Feststellung eher zu untermauern denn zu relativieren, 

liegt Widnau doch – wie der Beschwerdeführer in seinen Erklärungen zum 

Wochenaufenthalt selber festhält - zentral zwischen Valbella und Salmsach und ist 

somit idealer Ausgangspunkt, um beide Orte innert kurzer Zeit zu erreichen.

Erstmals im Beschwerdeverfahren macht der Beschwerdeführer geltend, dass sein 

Heimatausweis am 31. Oktober 2008 abgelaufen sei und er den Wochenaufenthalt in 

der Folge nicht mehr beansprucht habe. Zwar könnte dieser Umstand in der Tat auf 

eine Verlagerung des Lebensmittelpunktes hindeuten, ist jedoch im vorliegenden 

Verfahren irrelevant. Der Beschwerdeführer verkennt, dass sein Verzicht auf den 

Wochenaufenthalterstatus erst im September 2009 erfolgte, mithin nachdem das 

Kantonale Steueramt seinen steuerrechtlichen Wohnsitz in Widnau festgestellt und 

seine Einsprache gegen die fragliche Verfügung abgewiesen hatte, und er noch am 8. 

Dezember 2008 die Erklärungen zum Wochenaufenthalt ausgefüllt und angegeben 

hatte, er beabsichtige sich dauernd, mindestens ein Jahr, in Widnau aufzuhalten. Wenn 

er heute sinngemäss vorbringt, dass er aufgrund der Nicht-Verlängerung seines am 31. 

Oktober 2008 abgelaufenen Heimatausweises seit dem fraglichen Zeitpunkt nicht mehr 

Wochenaufenthalter in Widnau gewesen sei, erscheint dies als reine 

Schutzbehauptung. Es ist kaum nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer am 8. 

Dezember 2008 erklärt hätte, er beabsichtige, sich dauerhaft in Widnau aufzuhalten, 

um in der Folge innerhalb von wenigen Tagen Widnau zu verlassen. Es darf deshalb 

ohne weiteres angenommen werden, dass er am 31. Dezember 2008 nach wie vor in 

Widnau mit seiner Freundin Y. zusammenlebte. Selbst wenn der Beschwerdeführer 

sich seit dem Jahre 2009 nicht mehr in Widnau aufhalten sollte – was er jedoch selber 

nicht behauptet und was angesichts dessen, dass ebenso wie die 

Feststellungsverfügung und der Einspracheentscheid anscheinend auch das Schreiben 

der Gemeindeverwaltung vom 8. September 2009 in Widnau zugestellt werden 

konnten, zumindest für das Jahr 2009 ohnehin als fraglich erschiene -, sind diese 

allenfalls für spätere Jahre relevanten Umstände vorliegend unbeachtlich. Im Übrigen 

ist darauf hinzuweisen, dass ebenso wie der Hinterlegung der Schriften beim 

polizeilichen Domizil auch der An- oder Abmeldung als Wochenaufenthalter keine 

entscheidende Bedeutung zukommt. Diese ist ebenfalls bloss ein äusseres Merkmal, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

das ein Indiz für bzw. gegen den Aufenthalt an einem bestimmten Ort bildet und 

welches vorliegend angesichts des in Widnau gelebten Konkubinatsverhältnisses des 

Beschwerdeführers nicht ins Gewicht fällt.

Insgesamt ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer keine genügenden Indizien für 

eine besondere Beziehung zu Valbella zu erbringen vermag, welche die Vermutung 

seines Lebensmittelpunktes in Widnau umzustossen vermöchten. Mit seinem 

Begehren, wenn schon nicht in Valbella, so sei sein steuerrechtlicher Wohnsitz in 

Salmsach und nicht in Widnau anzunehmen, kann er ebenfalls nicht gehört werden. 

Weder bringt er genügende Belege vor, welche die Annahme seines 

Lebensmittelpunktes in Salmsach zu begründen vermöchten, noch hat er sich dort als 

Wochenaufenthalter angemeldet, sondern vielmehr in Widnau. Möchte der 

Beschwerdeführer seinen Wohnsitz nach Salmsach verlegen, steht es ihm frei, dies zu 

tun und sich dort anzumelden. Dies ändert jedoch nichts daran, dass sein 

steuerrechtlicher Wohnsitz für das Jahr 2008 in Widnau liegt.

2.3. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist.

3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- ist angemessen (Art. 13 Ziff. 622 Gerichtskostentarif, 

sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu 

verrechnen.

Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP). Der 

Beschwerdeführer ist unterlegen (Art. 98bis VRP), und der Beschwerdegegner hat 

keinen Anspruch auf Kostenersatz (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. 

gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 176).

 

Demnach hat das Verwaltungsgericht

zu Recht erkannt:

1./ Die Beschwerde wird abgewiesen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2./ Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'500.-- bezahlt der 

Beschwerdeführer unter Verrechnung des Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

3./ Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

 

V.          R.           W.

 

Der Präsident:           Der Gerichtsschreiber:

 

Versand dieses Entscheides an:

-   den Beschwerdeführer

-   die Vorinstanz

-   den Beschwerdegegner

 

am:

 

Rechtsmittelbelehrung:

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG in Verbindung mit Art. 73 StHG innert 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

30 Tagen nach Eröffnung beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 

Beschwerde erhoben werden.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Urteil des Verwaltungsgerichts vom 1. Juli 2010
	Steuerrecht, Wohnsitz, Art. 13 Abs. 1 StG (sGS 811.1). Steuerrechtlicher Wohnsitz im Kanton St. Gallen bejaht wegen fehlenden Nachweises der Verlegung des Lebensmittelpunktes in den Kanton Graubünden (Verwaltungsgericht, B 2010/36).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T13:36:26+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen