# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5429cd0b-ad22-532a-8b50-7d9468f9ecb1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.11.2025 E-5468/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5468-2025_2025-11-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5468/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Esther Marti, 

mit Zustimmung von Richter Kaspar Gerber, 

Gerichtsschreiber Janic Lombriser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Mag. iur. Fernando Arévalo Menchaca, 

HEKS Rechtsschutz (…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(sicherer Drittstaat – Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG);  

Verfügung des SEM vom 16. Juli 2025 / N (…). 

 

 

 

E-5468/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin suchte am 27. Februar 2025 zusammen mit ihrer 

Mutter und ihren minderjährigen Geschwistern (N [...]) sowie ihrem volljäh-

rigen Bruder (N [...]) in der Schweiz um Asyl nach. 

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentralein-

heit Eurodac) ergab, dass sie am 28. November 2024 bereits in Griechen-

land um Asyl nachgesucht hatte. 

C.  

Gestützt auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments und 

des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und Ver-

fahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal aufhältiger Dritt-

staatsangehöriger (sog. Rückführungs-Richtlinie) und das Abkommen zwi-

schen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Helleni-

schen Republik über die Rückübernahme von Personen mit irregulärem 

Aufenthalt vom 28. August 2006 (SR 0.142.113.729) ersuchte das SEM die 

griechischen Behörden am 10. März 2025 um Rückübernahme der Be-

schwerdeführerin. 

D.  

Die griechischen Behörden stimmten dem Rückübernahmeersuchen am 

26. März 2025 zu. Gleichzeitig informierten sie darüber, dass die Be-

schwerdeführerin in Griechenland am 13. Januar 2025 als Flüchtling aner-

kannt worden sei und über eine bis am 12. Januar 2028 gültige Aufent-

haltsbewilligung verfüge. 

E.  

Das SEM gewährte der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 9. April 

2025 schriftlich das rechtliche Gehör zum beabsichtigten Nichteintretens-

entscheid in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31), ei-

ner Wegweisung nach Griechenland. 

F.  

Mit Schreiben ihrer zugewiesenen Rechtsvertretung vom 15. April 2025 

reichte die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme ein (SEM-Akten 

[…][A]21). Dabei machte sie im Wesentlichen geltend, dass sie sich zu-

sammen mit ihrer Familie im Flüchtlingscamp Lesbos aufgehalten habe. 

Die dortigen Zustände seien sehr schlecht und unhygienisch gewesen. 

E-5468/2025 

Seite 3 

Auch habe sie in einem Zelt mit zwei anderen Familien gelebt und nur ein-

mal am Tag etwas zum Essen bekommen. Im Flüchtlingscamp habe es 

keine Hilfsorganisationen gegeben. Nur einmal im Monat sei eine Hilfsor-

ganisation vorbeigekommen und habe Decken und Hygieneartikel verteilt. 

Von den griechischen Behörden habe sie keinerlei Unterstützung erhalten. 

Sie und ihre Familie seien von ihrer in der Türkei lebenden Schwester so-

wie ihren in Frankreich wohnenden Tanten finanziell unterstützt worden. 

Bei einer Rückkehr nach Griechenland hätte sie keinen Platz und keine 

Unterkunft. Ohne Griechisch-Kenntnisse könne sie auch keine Arbeit fin-

den. Ihre Mutter und ihr Bruder hätten vergeblich nach einer Arbeit gesucht. 

Zudem gebe es in Griechenland keine Möglichkeit, in die Schule zu gehen. 

Von Anfang an habe sie und ihre Familie in Schweiz kommen wollen, da 

sie hier die Möglichkeit hätten, die Schule zu besuchen. 

G.  

Anlässlich des Gesprächs zur Rückführung in einen sicheren Drittstaat 

vom 17. Juni 2025 (A23) befragte das SEM die Beschwerdeführerin – im 

Beisein der zugewiesenen Rechtsvertretung – zu ihrem Aufenthalt in Grie-

chenland und gewährte ihr das rechtliche Gehör zur voraussichtlichen 

Wegweisung dorthin. Dabei brachte die Beschwerdeführerin im Wesentli-

chen vor, dass die Schweiz ihr Zielland gewesen sei, da sie und ihre Fami-

lie angenommen hätten, sie würden sich hier sicherer fühlen. In Griechen-

land sei es ihr hinsichtlich der Gesundheit, des Essens und Trinkens sowie 

der Hygiene schlecht ergangen. Zudem habe man gewollt, dass sie und 

ihre Familie ausreisen würden. Sie wisse nicht, welche Hilfsorganisation 

für das Flüchtlingscamp zuständig gewesen sei und sie habe noch nie et-

was vom Programm HELIOS gehört. Da sie Ausländerin sei, habe sie auch 

keine Arbeit bekommen. Ebenfalls habe sie keine Wohnung erhalten, weil 

man angenommen habe, sie könne die Miete nicht bezahlen. Ausserdem 

besitze sie keine Sozialversicherungs- und Steuernummer. Sie habe psy-

chische Beschwerden und sei bereits in der Türkei in einem Privatkranken-

haus gewesen, wo sie Medikamente erhalten habe. In Griechenland habe 

es keine Ansprechperson gegeben und sie habe die rezeptpflichtigen Me-

dikamente nicht kaufen können. Sie habe rezeptfreie Medikamente gekauft 

als sie krank gewesen sei. 

Als Beweismittel reichte die Beschwerdeführerin ihren griechischen Aufent-

haltstitel, ihren griechischen Flüchtlingspass, diverse griechische Unterla-

gen und ihre Tazkira ein. 

E-5468/2025 

Seite 4 

H.  

Am 1. Juli und 11. Juli 2025 wandte sich das SEM an den zuständigen Pfle-

gedienst und ersuchte um Einsicht in medizinische Unterlagen der Be-

schwerdeführerin sowie um Auskunft betreffend allfällige ausstehende 

Arzttermine. 

I.  

Der zuständige Pflegedienst stellte am 1. Juli und 14. Juli 2025 die medizi-

nischen Unterlagen der Beschwerdeführerin – Verlaufsblatt der medizini-

schen Betreuung – dem SEM zu und informierte darüber, dass keine wei-

teren Arzttermine ausstehend seien. 

J.  

Am 14. Juli 2025 übermittelte das SEM den ablehnenden Verfügungsent-

wurf – zusammen mit den editionspflichtigen Akten – an die Beschwerde-

führerin zur Stellungnahme. Eine solche reichte diese gleichentags ein. 

K.  

Mit Verfügung vom 16. Juli 2025 trat das SEM in Anwendung von Art. 31a 

Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch der Beschwerde-

führerin nicht ein und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den 

Vollzug an. 

L.  

Mit Eingabe vom 22. Juli 2025 erhob die Beschwerdeführerin gegen den 

Nichteintretensentscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. 

Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei vollständig aufzuheben und 

die Vorinstanz sei anzuweisen, ihre vorläufige Aufnahme zu verfügen. 

Eventualiter sei die angefochtene Verfügung vollständig aufzuheben und 

zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei 

die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz 

zurückzuweisen und diese sei anzuweisen, bei den griechischen Behörden 

eine schriftliche individuelle Garantieerklärung einzuholen, wonach diese 

ihr eine adäquate medizinische Versorgung sowie eine nahtlose Unterbrin-

gung in einer adäquaten Unterkunft sicherstellen werden. In verfahrens-

rechtlicher Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Zudem seien die Dossier N (…), N (…) und N (…) zu koordinieren. 

Als Beweismittel lagen der Beschwerde unter anderem ein Schreiben von 

Hilfsorganisationen vom 8. Juli 2025 bei. 

E-5468/2025 

Seite 5 

M.  

Die Instruktionsrichterin verfügte am 5. August 2025, dass das vorliegende 

Beschwerdeverfahren mit demjenigen der Mutter und der minderjährigen 

Geschwister (E-5467/2025) sowie jenem des volljährigen Bruders  

(E-5470/2025) koordiniert behandelt werde. Gleichzeitig verzichtete sie auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses und lud die Vorinstanz zur Einrei-

chung einer Vernehmlassung ein. 

N.  

Die Vorinstanz reichte mit Eingabe vom 2. September 2025 eine Vernehm-

lassung ein, woraufhin die Beschwerdeführerin am 22. September 2025 

replizierte. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 

31-33 VGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG; 

Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.4 Die Beschwerdeführerin beantragt in ihrem Rechtsmittel zwar die voll-

ständige Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Begründung be-

schränkt sich aber auf den Wegweisungsvollzug und die Frage, ob die Ver-

fügung mangels eingehender Einzelfallprüfung insoweit zu kassieren sei. 

Weder das Nichteintreten auf das Asylgesuch noch die Anordnung der 

Wegweisung wird in der Beschwerde thematisiert. Der Nichteintretensent-

scheid und die Wegweisung (Dispositivziffern 1 und 2 der angefochtenen 

Verfügung) sind somit unangefochten in Rechtskraft erwachsen. 

E-5468/2025 

Seite 6 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

4.  

Der in der Rechtsmitteleingabe gestellte Rückweisungsantrag ist unbe-

gründet. Es ist festzuhalten, dass die Vorinstanz entgegen den pauschalen 

Ausführungen der Beschwerdeführerin den Sachverhalt vollständig und 

richtig festgestellt hat. Insbesondere hat sie bereits anlässlich der schriftli-

chen Gewährung des rechtlichen Gehörs konkrete und detaillierte Fragen 

zum Aufenthalt in Griechenland gestellt (A19) und die relevanten Um-

stände auch anlässlich des persönlichen Gesprächs nochmals thematisiert 

(A23) hat. Anschliessend hat sich das SEM mit den Angaben der Be-

schwerdeführerin rechtsgenüglich auseinandergesetzt und diese hinrei-

chend gewürdigt. Dass die Beschwerdeführerin die Beweiswürdigung des 

SEM nicht teilt, stellt keine unrichtige oder unvollständige Sachverhaltsfest-

stellung dar. Auch sonst ergeben sich aus den Akten keine Rückweisungs-

gründe, weshalb der Antrag abzuweisen ist. 

5.  

5.1 Die Vorinstanz führt zur Begründung der angefochtenen Verfügung im 

Wesentlichen folgendes aus: 

5.1.1 Gemäss der bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung sei 

der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland für Personen, die dort 

Schutzstatus erhalten hätten, grundsätzlich zulässig. Griechenland sei 

überdies an die Richtlinie 2011/95/EU des europäischen Parlaments und 

des Rates vom 13. Dezember 2011 (Qualifikationsrichtlinie) gebunden, 

welche die Ansprüche von Personen mit internationalem Schutzstatus 

regle. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin im 

Falle einer Rückkehr nach Griechenland mit beachtlicher Wahrscheinlich-

keit einer Art. 3 EMRK- oder Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezem-

ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder 

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Seite 7 

erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]-widrigen Behand-

lung oder einer existentiellen Notlage ausgesetzt wäre. 

5.1.2 Sodann sei gemäss der bundesverwaltungsgerichtlichen Rechtspre-

chung der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland grundsätzlich auch 

zumutbar. Der Beschwerdeführerin sei es nicht gelungen, die Legalvermu-

tung von Art. 83 Abs. 5 AIG (SR 142.20) umzustossen. Insbesondere habe 

sie trotz zumutbarer Möglichkeiten keine ausreichenden Schritte unter-

nommen, um in Griechenland eine Lebensgrundlage aufzubauen. Es sei 

für sie zumutbar, nach einer Rückkehr nach Griechenland, sich um die vor-

handenen Unterstützungsangebote – unter anderem die Beantragung ei-

nes in Griechenland garantierten Mindesteinkommens (EEE) und der So-

zialversicherungsnummer (AMKA-Nummer) zwecks Zugangs zur Gesund-

heitsversorgung ausserhalb von ohnehin gewährter Behandlung in Notsi-

tuationen – zu bemühen und einen Sprachkurs zu besuchen sowie eine 

Arbeitsstelle zu suchen. Insbesondere sei sie kurz nach Erhalt ihres Rei-

sepasses ausgereist. Zudem stehe ihr in Griechenland das Projekt HE-

LIOS+ zur Verfügung, welches die Integration von Personen mit Schutz-

status in die griechische Gesellschaft durch die Förderung einer unabhän-

gigen Lebensführung, insbesondere durch Unterstützung für autonomes 

Wohnen, Sprachunterricht, Integrationskurse und vor allem beschäfti-

gungsbezogene Aktivitäten zur Unterstützung des Zugangs zum Arbeits-

markt inklusive zertifizierter Berufsausbildung zum Gegenstand habe. Wei-

ter sei die Beschwerdeführerin während ihrer Reise von Afghanistan bis 

nach Griechenland von Verwandten finanziell unterstützt worden und es 

könne davon ausgegangen werden, dass sie auch bei einer Rückkehr auf 

deren Unterstützung zählen könne. 

5.1.3 Im Weiteren seien die vorgebrachten körperlichen und psychischen 

Gesundheitsbeschwerden der Beschwerdeführerin in Griechenland be-

handelbar und nicht derart gravierend, dass sie einer Wegweisung entge-

genstehen würden. 

5.2 In ihrer Rechtsmitteleingabe bringt die Beschwerdeführerin im Wesent-

lichen vor, dass sie aufgrund zahlreicher Berichte bei einem Vollzug der 

Wegweisung nach Griechenland weder eine Unterkunft noch Aussicht auf 

eine Arbeitsstelle habe. Sie sei von Sozialleistungen ausgeschlossen und 

auf sich allein gestellt. Zudem sei für sie ohne jegliche griechischen 

Sprachkenntnisse die Arbeitssuche nicht möglich gewesen. Demnach 

führe eine Prüfung sämtlicher Umstände offensichtlich zum Schluss, der 

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Seite 8 

Vollzug der Wegweisung nach Griechenland verletze vorliegend Art. 3 und 

Art. 8 EMRK und sei somit unzulässig sowie unzumutbar. 

5.3 Die Vorinstanz führt in ihrer Vernehmlassung im Wesentlichen aus, 

dass entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung die Be-

schwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Griechenland nicht einem ernst-

haften Risiko einer unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung aus-

gesetzt sei. Sie habe keine Anstrengungen unternommen, in Griechenland 

eine nachhaltige Existenzgrundlage zu schaffen, sondern habe von Anfang 

an das Ziel gehabt, in die Schweiz weiterzureisen. Der mit Beschwerde 

eingereichte Brief von Hilfsorganisationen vom 8. Juli 2025 sei mangels 

konkreter Rückschlüsse zur individuellen Situation der Beschwerdeführerin 

nicht geeignet, um eine drohende Verletzung von Art. 3 EMRK zu begrün-

den. 

5.4 Replikweise wendet die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein, der 

griechische Staat sei nicht in der Lage, die gesetzlich vorgeschriebene 

Hilfe zu gewährleisten und die Unterstützung von Drittpersonen reiche 

nicht aus, um in Griechenland als anerkannter Flüchtling zu leben. 

Schliesslich gebe es in Griechenland ohne die Hilfe Dritter, die jederzeit 

wegfallen könne, keine Möglichkeit zur Integration. 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshin-

dernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche 

Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, 

sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls 

wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

6.2  

6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, 

SR 0.142.30], Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 EMRK und Art. 3 FoK) einer Weiter-

reise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder 

einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

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Seite 9 

6.2.2 Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der Vollzug der Wegweisung 

nach Griechenland sich in Beachtung der völker- und landesrechtlichen 

Bestimmungen als zulässig erweist. Bei Griechenland handelt es sich ge-

mäss Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG um einen sicheren Drittstaat, in welchem 

der Beschwerdeführer Schutz vor Rückschiebung im Sinn von Art. 5 Abs. 1 

AsylG findet. Das Land ist sodann Signatarstaat der EMRK, der FoK und 

der FK sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Ver-

pflichtungen grundsätzlich nach. In Griechenland ist gemäss bundesver-

waltungsgerichtlicher Rechtsprechung – trotz schwerer Lebensbedingun-

gen und beschwerlicher Alltagsbewältigung – nicht von einer Situation aus-

zugehen, in der jeder Person mit Schutzstatus eine unangemessene und 

erniedrigende Behandlung im Sinne einer Verletzung von Art. 3 EMRK dro-

hen würde (vgl. einlässlich die Referenzurteile E-3427/2021, E-3431/2021 

E. 11.2 und E. 7, D-559/2020 vom 13. Februar 2020 E. 8.2 und 9.1, je 

m.w.H., bestätigt durch das Referenzurteil des BVGer D-2590/2025 vom 

11. September 2025 E. 8.1). Die pauschalen Ausführungen in der Be-

schwerde und in der Replik, es bestehe in Griechenland die reale Gefahr, 

dass die Beschwerdeführerin dort gravierenden Menschenrechtsverletzun-

gen ausgesetzt wäre, sowie die hierzu angeführten Quellen und das ein-

gereichte Schreiben von 14 griechischen Nichtregierungsorganisationen 

vom 8. Juli 2025 begründen keine Verletzung von Art. 3 EMRK und vermö-

gen damit die obgenannte Regelvermutung nicht umzustossen, zumal die 

genannten Berichte und Schreiben allgemeinen Charakter aufweisen und 

kein direkter Zusammenhang zur individuellen Situation der Beschwerde-

führerin besteht. 

6.2.3 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, eine Trennung von ih-

rer Familie würde Art. 8 EMRK verletzen, zielt der entsprechende Einwand 

bereits deshalb ins Leere, weil diese aufgrund der mit gleichem Datum ge-

fällten Urteile des BVGer E-5467/2025 und E-5470/2025 ebenfalls nach 

Griechenland zurückkehren muss. 

6.3  

6.3.1 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG i.V.m. Anhang 2 zu Art. 18 der Verord-

nung vom 11. August 1999 über den Vollzug der Weg- und Ausweisung 

sowie der Landesverweisung von ausländischen Personen (VVWAL; 

SR 142.281) besteht die Vermutung, dass eine Wegweisung nach Grie-

chenland in der Regel zumutbar ist. Die betroffene Person hat die Möglich-

keit, die Legalvermutung der Zumutbarkeit umzustossen. Dazu hat sie je-

doch ernsthafte Anhaltspunkte dafür vorzubringen, dass sie in 

E-5468/2025 

Seite 10 

Griechenland aufgrund von individuellen Umständen sozialer, wirtschaftli-

cher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage geraten würde 

(vgl. Referenzurteil D-2590/2025 E. 8.3). 

6.3.2 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass die Be-

schwerdeführerin die oben umschriebene Legalvermutung nicht umzustos-

sen und konkrete Anhaltspunkte dafür darzutun vermag, dass sie im Falle 

einer Rückführung nach Griechenland in eine existenzielle Notlage geraten 

würde (vgl. E. 5.1.2 und E. 5.1.3). Sie hat trotzt zumutbarer Möglichkeiten 

keine ausreichenden Schritte unternommen, um in Griechenland eine Le-

bensgrundlage aufzubauen. Insbesondere hat sie sich entgegen ihren Aus-

führungen auf Beschwerdestufe nicht ansatzweise um eine Integration in 

Griechenland bemüht, sondern ist gemäss eigenen Angaben am 26. Feb-

ruar 2025, nur etwa eineinhalb Monat nach dem Erhalt des Schutzstatus, 

ausgereist (A23 F9). Auch hatte sie nie die Absicht, sich in Griechenland 

integrieren zu wollen, zumal sie von Anfang an in die Schweiz reisen wollte 

(ebd. F26). Schliesslich steht auch der physische und psychische Gesund-

heitszustand der Beschwerdeführerin ([...], [...], [...], [...], [...], [...], [...], A24) 

einem Vollzug der Wegweisung nach Griechenland nicht entgegen. Eine 

allfällig notwendige medizinische Behandlung steht ihr grundsätzlich auch 

in Griechenland zur Verfügung (vgl. dazu einlässlich Referenzurteil D-

2590/2025 E. 9.7). 

6.4 Nachdem die Beschwerdeführerin die genannten Vermutungen nicht 

umzustossen vermag, besteht auch kein Raum zur Einholung individueller 

Garantien bezüglich einer angebrachten Unterbringung und der medizini-

schen Versorgung der Beschwerdeführerin nach seiner Rückkehr nach 

Griechenland (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-5814/2022 vom 17. Au-

gust 2023 E. 9.4). Der entsprechende Antrag ist abzuweisen. 

6.5 Der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin erweist sich 

schliesslich auch als möglich, zumal die griechischen Behörden am 

26. März 2025 der Rückübernahme der Beschwerdeführerin explizit zuge-

stimmt haben und sie über eine bis zum 12. Januar 2028 gültige Aufent-

haltsbewilligung verfügt (vgl. Art. 83 Abs. 2 AIG), und es der Beschwerde-

führerin obliegt, nötigenfalls bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mit-

zuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12). 

6.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

E-5468/2025 

Seite 11 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

8.1 Der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses er-

weist sich mit vorliegendem Urteil als gegenstandslos. 

8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da die Be-

schwerde ex ante betrachtet nicht als aussichtslos einzuschätzen war und 

aufgrund der Akten von der prozessualen Bedürftigkeit der Beschwerde-

führerin auszugehen ist, ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung im Sinn von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutzuheissen und 

es sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5468/2025 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Esther Marti Janic Lombriser 

 

 

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