# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0a4e5a76-fcac-5d54-b0ae-482414afb72a
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-10-14
**Language:** de
**Title:** Einschätzung 2007 (Fristwiederherstellung)
**Docket/Reference:** ST.2009.194
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2009_194_an.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION II 
DES KANTONS ZÜRICH 

2 ST.2009.194 

Entscheid 

14. Oktober 2009 

Mitwirkend: 

Präsident R. Oesch, die Mitglieder W. Balsiger, R. Schircks Denzler und Sekretärin 
S. Weigold 

A,   

In Sachen 

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekurrent,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Einschätzung 2007 (Fristwiederherstellung) 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  wurde  mit  Entscheid  vom  26. September 

2008  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  2007  mit  einem  steuerbaren  Einkommen 

von Fr. 136'700.- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 2’350'000.- eingeschätzt. 

B. Auf die am 12. Januar 2009 erhobene Einsprache trat das kantonale Steu-

eramt mit Entscheid vom 18. Juni 2009 infolge Verspätung nicht ein. 

C.  Mit  Rekurs  vom  20.  Juli  2009  beantragte  der  Pflichtige,  das  kantonale 

Steueramt  sei  anzuweisen,  seine  Einsprache  materiell  zu  behandeln  und  das  steuer-

bare  Vermögen  per  7. November  und  per  31. Dezember  2007  aufzuteilen,  unter  Kos-

ten- und Entschädigungsfolgen zulasten des kantonalen Steueramts. 

Das  kantonale  Steueramt  schloss  in  der  Rekursantwort  vom  7.  August  2009 

auf Abweisung des Rechtsmittels.  

Mit Präsidialverfügung vom 14. August 2009 wurde der Pflichtige zur Klärung 

von  Differenzen  in  Bezug  auf  zwei Kopien  der Steuererklärung  2007  angehalten. Der 

Präsident forderte mit Verfügung vom 25. August 2009 sodann das kantonale Steuer-

amt dazu auf, anzugeben, welche Unterlagen der Pflichtige zusammen mit der Steuer-

erklärung 2007 eingereicht habe. Die entsprechende Eingabe des kantonalen Steuer-

amts wurde dem Pflichtigen zu allfälliger Stellungnahme zugestellt; mit Schreiben vom 

16. September 2009 verzichtete der Pflichtige darauf. 

Auf  die  Parteivorbringen,  die  Erwägungen  im  angefochtenen  Entscheid  und 

die  beigezogenen  bzw.  eingereichten  Unterlagen  ist  –  soweit  entscheidrelevant  –  in 

den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. 

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Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 

1.  Erhebt  ein  Steuerpflichtiger  gegen  einen  Nichteintretensentscheid der  Ein-

sprachebehörde  Rekurs,  so  ist  der  Rekurskommission  die  materielle  Prüfung  des 

Rechtsmittels auf die Einschätzung hin verwehrt. Sie darf nur untersuchen, ob die Ein-

sprachebehörde  auf  die  Einsprache  zu  Recht  nicht  eingetreten 

ist 

(Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  harmonisierten  Zürcher  Steuergesetz, 

2. A., 2006, § 147 N 43).  

Hier ist ein Nichteintretensentscheid der Vorinstanz angefochten. Würde sich 

dieser  als  gesetzeswidrig  erweisen,  wären  die  Akten  zwecks  Wahrung  des  gesetzli-

chen  Instanzenzugs zur materiellen Überprüfung der Einschätzung  an  jene  zurückzu-

weisen  (RB 1979 Nr. 57  [Leitsatz]). Auf das materielle Begehren  des Pflichtigen, dem 

kantonalen Steueramt seien Anweisungen hinsichtlich der Einschätzung zu erteilen, ist 

somit nicht einzutreten. 

2. a) Gegen den Einschätzungsentscheid können laut § 140 Abs. 1 des Steuer-

gesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) der Steuerpflichtige und die Gemeinde innert 30 Ta-

gen  nach  Zustellung  beim  kantonalen  Steueramt  schriftlich  Einsprache  erheben.  Die 

Einsprachefrist  beginnt  am  Tag  nach  der  Zustellung  des  Entscheids  zu  laufen  (§ 12 

Abs. 1 der Verordnung zum Steuergesetz vom 1. April 1998, VO StG) und ist – wie die 

Rekurs-  und  Beschwerdefrist – eine  Verwirkungsfrist  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

§ 140 N 48 mit Hinweisen, auch zum Folgenden). Eine nach Ablauf der Einsprachefrist 

erhobene Einsprache ist unwirksam und vermag keine materielle Überprüfung der an-

gefochtenen Einschätzung herbeizuführen, selbst dann, wenn diese formell oder mate-

riell fehlerhaft sein sollte. Auf eine verspätete Einsprache darf die Einsprachebehörde –

 Fristwiederherstellung vorbehalten – deshalb nicht eintreten. 

b) Fällt die Steuerbehörde einen Einschätzungsentscheid, läuft die Einsprache-

frist von dessen Zustellung und nicht erst von der Eröffnung der darauf fussenden Steu-

errechnung  des  Gemeindesteueramts  an  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 140  N 47, 

auch  zum  Folgenden).  Entspricht  die  Einschätzung  der  Steuererklärung  oder  wird  sie 

vom Steuerpflichtigen im Einschätzungsverfahren anerkannt, ergeht somit kein formeller 

Einschätzungsentscheid  (vgl.  §  126  Abs.  4  StG),  beginnt  die  Einsprachefrist  für  den 

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Steuerpflichtigen mit der Zustellung der Schlussrechnung an ihn. 

Vorliegend hat das kantonale Steueramt den Pflichtigen mit Entscheid vom 26. 

September  2008  eingeschätzt.  Einzig  dieser  ist  für  die  Auslösung  der  Einsprachefrist 

relevant;  die  Schlussrechnung  vom  11. Dezember  2008  löste  hingegen  keine  (neue) 

Einsprachefrist aus. Die Einsprache vom 12. Januar 2009 erweist sich damit – Fristwie-

derherstellung vorbehalten – als verspätet. 

3. a)  Hat  ein  Steuerpflichtiger  die  durch  Gesetz,  Verordnung  oder  durch  be-

hördliche Anordnung gesetzte Frist für die Geltendmachung eines Rechts versäumt, so 

ist laut § 15 VO StG Wiederherstellung zu gewähren, wenn er nachweist, dass er oder 

sein  Vertreter  ohne  Verschulden  entweder  von  der  Fristansetzung  nicht  rechtzeitig 

Kenntnis erhalten hat oder durch schwerwiegende Gründe an der Einhaltung der Frist 

verhindert worden ist; als solche Gründe gelten z.B. Krankheit, Todesfall in der Familie, 

Landesabwesenheit oder Militärdienst (Abs. 1). Wiederherstellung der versäumten Frist 

ist aber auch zu bewilligen, wenn ein Steuerpflichtiger durch eine irreführende Rechts-

mittelbelehrung  oder  eine  unrichtige  behördliche  Auskunft  an  der  Einhaltung  der  Frist 

verhindert worden ist (vgl. BGE 76 I 190, 78 I 297, 85 II 145). Allerdings darf im Inte-

resse  der  Rechtssicherheit  und  eines  geordneten  Rechtsgangs  nicht  leichthin  ein 

Grund angenommen werden, der ein fristgerechtes Handeln gehindert hat. Ein solcher 

ist nach dem praxisgemäss strengen Massstab nur zu bejahen, wenn dem Gesuchstel-

ler  auch  bei  Aufwendung  der  üblichen  Sorgfalt  die  Wahrung  seiner  Interessen  verun-

möglicht oder unzumutbar erschwert wird (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 129 N 32; 

VGr, 16. Dezember 2003, SB.2003.00049, E. 4.1, www.vgrzh.ch). 

b) Das Wiederherstellungsgesuch ist schriftlich und spätestens innerhalb von 

30 Tagen nach Kenntnisnahme der Fristansetzung oder Wegfall des Hindernisses ein-

zureichen.  Innert  der  gleichen  Frist  ist  die  versäumte  Handlung  vorzunehmen  (§ 15 

Abs. 2 VO StG). Das Gesuch muss den Hinderungsgrund sowie den Tag des Eintritts 

und des Wegfalls des Hinderungsgrunds genau bezeichnen. Die Einhaltung der (nicht 

erstreckbaren)  Frist  ist  sowohl  hinsichtlich  des  Wiederherstellungsgesuchs  als  auch 

bezüglich  der  nachzuholenden  Handlung  Gültigkeitsvoraussetzung  (RB 1970  Nr. 37; 

Reimann/Zuppinger/Schärrer,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3. Band,  1969, 

§ 78  N 15  ff.;  Zuppinger/Schärrer/Fessler/Reich,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuerge-

setz, Ergänzungsband, 2.A., 1983, § 78 N 30). Die Wiederherstellungsgründe sind vom 

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Steuerpflichtigen  zu  substanziieren  und  zu  beweisen;  fehlt  eine  solch  hinreichende 

Sachdarstellung,  ist  weder  eine  amtliche  Untersuchung  über  die  massgebenden  Tat-

sachen  zu  führen,  noch  dem  Steuerpflichtigen  Frist  zur  Verbesserung  anzusetzen 

(RB 1979 Nr. 51). Über die Wiederherstellung entscheidet die Behörde, die in der Sa-

che selbst zuständig ist (§ 15 Abs. 3 VO StG).  

4. a) Nach § 49 StG werden die Steuern vom Einkommen und Vermögen für 

jede Steuerperiode festgesetzt und erhoben (Abs. 1). Als Steuerperiode gilt das Kalen-

derjahr (Abs. 2). Das steuerbare Vermögen bemisst sich gemäss § 51 StG nach dem 

Stand am Ende der Steuerperiode oder der Steuerpflicht (Abs. 1). Besteht die Steuer-

pflicht  nur  während  eines  Teils  der  Steuerperiode,  wird  die  in  diesem  Zeitraum  ent-

sprechende  Steuer  erhoben  (Abs. 3).  Erbt  der  Steuerpflichtige  während  der  Steuer-

periode Vermögen, gilt Abs. 3 sinngemäss (vgl. Abs. 4).  

Die  ganzjährige  Steuerpflicht bildet somit den Normalfall. Bei einem Erbgang 

während der Steuerperiode erfolgt der Bezug der Vermögenssteuer "pro rata" nach der 

Dauer  der  Steuerpflicht.  Bei  der  Einschätzung  wird  dabei  in  der  Regel  zunächst  vom 

Vermögen  am  Ende  der  Steuerperiode  ausgegangen.  Dieser  Vermögensstand  ist 

massgebend für die Vermögenssteuer ab dem auf den Erbgang folgenden Tag bis zum 

Ende der Steuerperiode. Für den Zeitraum ab Beginn der Steuerperiode bis zum Erb-

gang  ist  dagegen  das  Vermögen  am  Ende  der  Steuerperiode  um  die  durch  den  Erb-

gang neu hinzugekommenen Vermögensteile zu kürzen; dabei ist auf den Wert dieser 

Vermögensteile im Zeitpunkt des Erbgangs abzustellen (vgl. Merkblatt über die Grund-

sätze  der  einjährigen  Gegenwartsbemessung  für  die  natürlichen  Personen  vom 

4. August 1998, nZStB Nr. 24/000, S. 2, 9 f.). 

b) Der Pflichtige ist beruflich an einem … tätig und hat in seiner Steuererklä-

rung  2007  (per  31.12.)  ein  steuerbares  Vermögen  von  Fr.  2'350'865.-  deklariert,  und 

zwar als Summe aus den Positionen "Wertschriften und Guthaben" (Ziff. 30.1) von Fr. 

772'170.-  und  "Anteile  an  unverteilten  Erbschaften,  Geschäfts-/Korporationsanteile" 

(Ziff. 30.5) von Fr. 1'578'695.-. Sodann hat er unter Ziff. 50 des Formulars angekreuzt, 

er sei an einer Erbengemeinschaft beteiligt. In der mitgelieferten Bilanz "B" wurde ein 

Nettovermögen von Fr. 3'157'391.- ausgewiesen, was für die beiden Erben, den Pflich-

tigen  und  dessen  Schwester,  dem  besagten  Anteil  entsprach.  Die  damit  verbundene 

"Ertragsrechnung"  der  Erbengemeinschaft  bezog  sich  auf  die  Zeit  vom  "1.11.  - 

31.12.07". Die Erblasserin, die Mutter des Pflichtigen, war am … verstorben. Das kan-

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tonale Steueramt hat den Pflichtigen in der Folge am 26. September 2008 für 2007 mit 

dem  deklarierten  steuerbaren  Vermögen  von  Fr.  2'350'000.-  eingeschätzt.  Dem  Um-

stand, dass ihm ein grosser Teil des Vermögens erst im Verlauf der Steuerperiode zu-

geflossen  war,  hat  es  dabei  keine  Beachtung  geschenkt.  Beim  steuerbaren  Einkom-

men ergab sich gegenüber der Selbstdeklaration eine kleine Differenz. 

Wurde der Pflichtige mithin für die ganze Steuerperiode 2007 ohne die gebo-

tene Einschränkung auf der Grundlage des per Ende Jahr massgeblichen Vermögens 

eingeschätzt,  so  widersprach  dies  der  gesetzlichen  Regelung.  Zu  fragen  ist,  ob  sich 

dieser  Mangel  beheben  lässt,  obgleich  die  Einschätzung  mangels  fristgerechter  Ein-

sprache in Rechtskraft erwachsen ist.  

c)  aa)  Der  Pflichtige  vertritt  die  Auffassung,  für  ihn  sei  aus  dieser  Einschät-

zung nicht ersichtlich gewesen, dass ihm für das ganze Jahr 2007 das Vermögen voll-

umfänglich steuermässig in Rechnung gestellt würde; insoweit liege ein entschuldbarer 

Irrtum  seinerseits  vor,  weshalb  die  Einsprachefrist  wiederhergestellt  werden  müsse. 

Demgegenüber  führt  das  kantonale  Steueramt  im  Einspracheentscheid  aus,  der  Ein-

schätzungsentscheid vom 26. September 2008 habe – anders als im Verfahren betref-

fend  die  verstorbene  Mutter  des  Pflichtigen  –  keinen  Hinweis  auf  eine  unterjährige 

Steuerpflicht  oder  weitere  Indizien  enthalten,  welche  auf  die  Notwendigkeit  einer  pro 

rata-Besteuerung  hätten  schliessen  lassen.  Der  vom  Pflichtigen  angeführte  Irrtum  sei 

bei solcher Lage der Dinge bereits im Einschätzungsentscheid zu erkennen gewesen. 

Damit  sei  die  Säumnis  auf  ein  Ereignis  zurückzuführen,  welches  dem  Pflichtigen  als 

Nachlässigkeit anzulasten sei; Fristwiederherstellung komme nicht in Frage. 

bb) Aus der Steuererklärung 2007 ergab sich, wie vorhin erwähnt (vorn E. 4b), 

ohne Weiteres, dass dem Pflichtigen 2007 aus dem Erbgang seiner Mutter beträchtli-

che  Vermögenswerte  zugegangen  waren.  Zudem  lag  dem  kantonalen  Steueramt  im 

Zeitpunkt  der  Einschätzung  ein  Antrag  auf  Rückerstattung  der  Verrechnungssteuer  in 

Erbfällen  vor,  welcher  vom  5.  März  2008  datiert  und  von  der  Inventarkontrolle  am 

3. April  2008  behandelt  wurde.  Dieser  bezog  sich  auf  Fälligkeiten  vom  8.11.  - 

31.12.2007 auf Guthaben bzw. Wertschriften der Erbengemeinschaft B, also der am … 

verstorbenen  Mutter  des  Pflichtigen,  welcher  darin  als  Miterbe  und  Vertreter  der  Er-

bengemeinschaft aufgeführt war, und ging mit Scan-Datum vom 26. Mai 2008 in des-

sen Steuerakten ein. Sodann gingen auf Beweisauflage des Steueramts vom 10. Sep-

tember 2008 hin beim Steueramt jedenfalls vor dem 3. Oktober 2008 Bankunterlagen 

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zweier Banken ein, welche ebenfalls erhellten, dass der Pflichtige neu an der Erbschaft 

seiner Mutter beteiligt war. Hinzu kommt, dass ein Vergleich mit der Vorjahressteuerer-

klärung  (2006)  bzw.  Taxation  unschwer  erkennen  liess,  dass  der  Pflichtige  per  Ende 

2006  an  keiner  Erbengemeinschaft  beteiligt  war  und  dass  das  steuerbare  Vermögen 

2007  massiv  zugenommen  hatte.  Musste  mithin  dem  Steueramt  aus  all  diesen  Grün-

den  bekannt  sein,  dass  der  Pflichtige  während  des  Jahres  2007  ein  Erbe  angetreten 

hatte,  so  durfte  dieser  darauf  vertrauen,  dass  das  Steueramt  diesem  Umstand  Rech-

nung trägt. Dabei dürfte ihn auch die Wegleitung zur Steuererklärung (2007) in seiner 

Auffassung,  der  Fiskus  werde  den  tatsächlichen  Gegebenheiten  korrekt  Rechnung 

tragen,  bestärkt  haben.  Dort  wird  ausgeführt,  einzutragen  sei  in  der  Steuererklärung 

das  Vermögen  per  Ende  2007.  Bei  Erbfall  während  des  Jahres  werde  eine  Vermö-

genssteuer erhoben  für  die  Zeit  (a)  ab  Beginn  2007  bis  Erbgang  und  (b)  ab  Erbgang 

bis  Ende  2007.  Die  zeitliche  Abgrenzung  erfolge  durch  die  Steuerbehörden  aufgrund 

der Angaben auf Seite 4 der Steuererklärung (S. 9). Zu Ziff. 50 (auf Seite 4) der Steu-

ererklärung gibt die Wegleitung bekannt, zu deklarieren sei (u.a.) jeder Vermögensan-

fall von Todes wegen, auch wenn die Erbteilung noch nicht stattgefunden habe (S. 31). 

Dieser  Verpflichtung  ist  der  Pflichtige,  wenn  auch  bloss  unvollkommen  (hinten  E. 

4c/cc), nachgekommen. 

cc)  Dass  der  Pflichtige  den  Einschätzungsentscheid,  welcher  keine  zeitliche 

Differenzierung betreffend die Besteuerung des Vermögens enthielt, nicht beanstande-

te, kann ihm nicht zum Vorwurf gemacht werden und nicht zum Nachteil gereichen: Der 

Einschätzungsentscheid vom 26. September 2008 stimmte in Bezug auf das steuerba-

re  Vermögen  mit  der  Selbstdeklaration  des  Pflichtigen  überein  und  entsprach  exakt 

dem Stand per 31.12.2007, welcher gemäss Gesetz für die Einschätzung 2007 mass-

geblich  war  (vorn  E. 4a).  Daher  musste  die  fehlende  zeitliche  Differenzierung  betref-

fend die Besteuerung des Vermögens dem – in steuerrechtlichen Fragen unkundigen – 

Pflichtigen nicht als fehlerhaft  erscheinen. Im Gegensatz zu seiner verstorbenen Mut-

ter,  deren  Steuerpflicht  mit  dem  Tod  am  …  endete  und  in  deren  Rechtsnachfolge  er 

eintrat, war er nicht unterjährig steuerpflichtig. Sowohl die Einschätzung für die Mutter 

als  auch  der  entsprechende  Steuerbezug  waren  pro  2007  zeitlich  beschränkt,  eben 

anders  als  bei  ihm  selber.  Wie  der  Pflichtige,  der  die  Erben  in  der  Einschätzung  der 

Verstorbenen vertrat, zu Recht bemerkt, durfte er auch vor diesem Hintergrund davon 

ausgehen  und  darauf  vertrauen,  dass  das  kantonale  Steueramt  das  Nachlassvermö-

gen  ungeachtet  dessen,  dass  im  Einschätzungsentscheid  ein  ausdrücklicher  Hinweis 

auf die zeitlich beschränkte Steuerpflicht hinsichtlich der Nachlasswerte fehlte, wie ge-

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setzlich  vorgesehen  erst ab  dem Zeitpunkt des Erbschaftsanfalls berücksichtigen und 

steuerlich  belasten  würde  (vgl.  Wegleitung  zur  Steuererklärung  2007,  S. 9;  ebenso 

Art. 66 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der 

Kantone  und  Gemeinden  vom  14. Dezember  1990  [StHG]).  Dass  dem  nicht  so  war, 

musste er erst mit der Zustellung der Schlussrechnung erkennen. Wenn das Steueramt 

nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprechend eingeschätzt hat, so muss es sich die-

ses  Versagen  vorwerfen  lassen.  Die  volle  Erfassung  der  Nachlassgüter  während  des 

ganzen Steuerjahres ist nicht nur angesichts der klaren Darstellung der Verhältnisse in 

den  Steuerakten  unverständlich,  sondern  auch  angesichts  dessen,  dass  der  Zürcher 

Fiskus  diese  Werte  bis  zu  deren  Todestag  bereits  bei  der  Mutter  des  Pflichtigen  be-

steuert hat. Insoweit resultierte für die Zeit vom 1.1. - 7.11.2007 eine verpönte Doppel-

belastung,  im  weiteren  Sinn  sogar  eine  Doppelbesteuerung  (wenn  auch  nicht  beim 

nämlichen Steuersubjekt). Zwar muss sich der Pflichtige vorhalten lassen, er habe die 

Ziff.  50  der  Steuererklärung  2007  nicht  korrekt  ausgefüllt,  hätte  er  doch  dort  den  Na-

men  der  Erblasserin,  deren  Todestag  sowie  den  Wert  des  anteiligen  Erbes  angeben 

müssen. Doch wiegt diese Nachlässigkeit nicht derart schwer, dass sie das Versagen 

des Steueramts nur annährend wettschlagen könnte. 

dd)  Zusammenfassend  ist  eine  entscheidwesentliche  Nachlässigkeit  des 

Pflichtigen zu verneinen; unter den gegebenen Umständen hatte er keinen Anlass, den 

in  Bezug  auf  die  Steuerfaktoren  (steuerbares  Einkommen  für  2007  Fr.  136'700.-  und 

steuerbares  Vermögen  per  31.12.2007  Fr.  2'350'000.-)  korrekten  Einschätzungsent-

scheid anzufechten. 

d) Von der fehlenden zeitlichen Differenzierung in Bezug auf die Vermögens-

besteuerung  erlangte  der  Pflichtige  erst  mit  Zustellung  der  Schlussrechnung  vom 

11. Dezember  2008  Kenntnis.  Mit  Eingabe  vom  12. Januar  2009  stellte  er  innert  30 

Tagen  und  damit  rechtzeitig  ein  Fristwiederherstellungsgesuch,  worin  er  auch  seiner 

Substanziierungspflicht  vollumfänglich  nachkam.  Damit  war  das  Fristwiederherstel-

lungsgesuch  gültig.  Das  kantonale  Steueramt  –  das  übrigens  auf  das  Fristwiederher-

stellungsgesuch laut Dispositiv nicht eintrat, dieses aber in den Erwägungen prüfte und 

damit  darüber  im  Grund  materiell  entschied  –    hätte  somit  die  Fristwiederherstellung 

gewähren müssen.  

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Nach alledem ist die Einsprachefrist wiederherzustellen und die Angelegenheit 

an das kantonale Steueramt zur materiellen Behandlung zurückzuweisen. 

5. Mithin  ist  der  Rekurs  teilweise  gutzuheissen,  soweit  darauf  einzutreten  ist. 

Ausgangsgemäss sind die Rekurskosten dem Staat aufzuerlegen  (§ 151 Abs. 1 StG). 

Eine  Parteientschädigung  ist  dem  juristisch  gebildeten  Pflichtigen  in  dieser  nicht  allzu 

komplexen Angelegenheit nicht zuzusprechen. Hinzu kommt, dass wer – wie hier – in 

eigener  Sache  vorstellig  geworden  ist,  praxisgemäss  ohnehin  keinen  Anspruch  auf 

Entschädigung seines Arbeitsaufwands hat (§ 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwal-

tungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 

1.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen,  soweit  darauf  eingetreten  wird.  Der  Ein-

spracheentscheid vom 18. Juni 2009 wird aufgehoben. Die Sache wird zum mate-

riellen  Entscheid  über  die  Einsprache  an  das  kantonale  Steueramt  zurückgewie-

sen. 

[…] 

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