# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a2cdb4c1-4bf8-5170-94a4-2eb4d04bdef7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-05-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.05.2010 UV 2009/24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-24_2010-05-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/24

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 02.04.2020

Entscheiddatum: 14.05.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 14.05.2010
Art. 6 UVG: Unfallbedingter Verlust eines bereits stark vorgeschädigten 
Auges. Adäquanz zwischen psychischen Beschwerden und Unfall nach den 
Kriterien von BGE 115 V 133 verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 14. Mai 2010, UV 2009/24).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 14. Mai 2010

in Sachen

P.___

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christa Rempfler, Falkensteinstrasse 1, 

Postfach 112, 9006 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,

betreffend

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Versicherungsleistungen (Einstellung der Taggeldleistungen)

Sachverhalt:

A.

A.a   Der 1956 geborene P.___ war bei der A.___ als Produktionsmitarbeiter tätig und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfallversichert, als 

er am 16. Juni 2006 von einer Holzglasleiste, die ein Arbeitskollege in seine Richtung 

geworfen hatte, am rechten Auge getroffen wurde (Suva-act. 1, 2, 17.1). Der 

Versicherte wurde gleichentags nach Diagnose einer Bulbusruptur am Limbus in der 

oberen Zirkumferenz, Blut und Teilen des Augeninhalts in der Vorderkammer durch den 

Augenarzt Dr. med. B.___ in die Augenklinik des Kantonsspitals St. Gallen überwiesen 

(Suva-act. 3, 5), wo er noch am selben Tag operiert wurde (Suva-act. 8). Im CT NNH 

vom 19. Juni 2006 zeigte sich eine Orbitabodenfraktur rechts mit Fettluxation und 

Subluxation des Musculus rectus inferior in den Sinus maxillaris (Suva-act. 28.1). Auf 

Grund anhaltender Schmerzen unterzog sich der Versicherte am 31. August 2006 in 

der HNO-Klinik, Hals- und Gesichtschirurgie des KSSG einer 

Orbitabodenrekonstruktion transkonjunktival rechts (Suva-act. 29). Die Suva 

anerkannte ihre Leistungspflicht.

A.b   Anlässlich der Untersuchung in der Augenklinik des KSSG vom 13. Dezember 

2006 berichtete der Versicherte über rechts frontal ausstrahlende Augenschmerzen von 

zunehmender Intensität. Die Ärzte attestierten ihm zuerst weiterhin eine volle 

Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 32.1) und eine Senkung auf 50% ab dem 5. Februar 2007 

(Suva-act. 37, 38). Da der Versicherte der Arbeit jedoch weiterhin fernblieb, teilte ihm 

die Suva mit Schreiben vom 7. Februar 2007 mit, dass sie an der 50%igen 

Arbeitsfähigkeit ab dem 5. Februar 2007 festhalte und ab dem 19. Februar 2007 von 

einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgehe (Suva-act. 45.1). Am 13. Februar 2007 liess Dr. 

med. C.___, Psychiater, die Suva wissen, dass sich der Versicherte bei ihm wegen 

posttraumatischen Belastungsstörungen angemeldet habe. An der 50%igen 

Arbeitsfähigkeit könne aber festgehalten werden (Suva-act. 46). Mit Verfügung vom 

14. März 2007 eröffnete die Suva dem Versicherten die Einstellung der Taggelder ab 

dem 19. Februar 2007. Allfällige Heilbehandlungen für Unfallfolgen am Auge würden 

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aber auch in Zukunft zu Lasten der Suva gehen (Suva-act. 59 und 59.1). Gegen diese 

Verfügung liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter Einsprache erheben 

(Suva-act. 60).

A.c   Im Bericht vom 3. Mai 2007 befand Dr. med. D.___, Psychiatrie/Psychotherapie 

FMH, den Versicherten wegen der vorhandenen Psychopathologie bzw. vorwiegend 

wegen andauernden Ängsten, Flashbacks, leichten Konzentrationsstörungen und 

leichten formalen Denkstörungen seit der ersten Sprechstunde am 13. Februar 2007 

eindeutig zu 50% arbeitsunfähig (Suva-act. 70).

A.d   Am 6. September 2007 zog die Suva ihre Verfügung zurück. Neu ging sie gestützt 

auf den Bericht des KSSG vom 2. April 2007 (vgl. Suva-act. 63) vom 11. Februar bis 

20. März 2007 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus. Danach seien keine weiteren 

Taggeldleistungen mehr zu erbringen. Die ab dem 21. März 2007 bestehende 

Arbeitsunfähigkeit von 50% infolge psychischer Beschwerden stelle keine Unfallfolge 

dar, weshalb auch keine Leistungen geschuldet seien (Suva-act. 75). Per 31. Dezember 

2007 löste die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten auf (Suva-

act. 77).

A.e   Am 31. Januar 2008 verfügte die Suva nach Prüfung der Kriterien gemäss BGE 

115 V 133 eine Verneinung der Adäquanz zwischen den geltend gemachten 

psychischen Beschwerden und dem Unfall vom Juni 2006. Sie erbringe daher ab dem 

21. März 2007 für die 50%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen keine 

Versicherungsleistungen (Suva-act. 89). Mit Verfügung vom 20. Februar 2008 sprach 

sie dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von Fr. 5'340.-- auf der Basis einer 

Integritätseinbusse von 5% zu (Suva-act. 94).

B.       

B.a   Gegen die beiden Verfügungen reichte Rechtsanwältin lic. iur. Christa Rempfler, 

St. Gallen, für den Versicherten am 3. und 20. März 2008 je eine Einsprache ein (Suva-

act. 97, 106). Zudem informierte sie die Suva mit Schreiben vom 6. Oktober 2008, dass 

der Versicherte ab dem 20. August 2008 lediglich noch zu 30% arbeitsunfähig sei 

(Suva-act. 116).

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B.b   Nachdem die H.___ als Krankenversicherer des Versicherten, durch Schreiben 

vom 14. Oktober 2008 Kenntnis über die Suva-Verfügung vom 31. Januar 2008 

erhalten hatte (Suva-act. 120), erhob sie am 15. Oktober 2008 ebenfalls dagegen 

Einsprache (Suva-act. 121).

B.c   Mit Entscheid vom 27. Januar 2009 hob die Suva die Verfügung vom 20. Februar 

2008 auf. Im Übrigen wies sie die Einsprachen des Versicherten und der H.___ ab, 

soweit sie darauf eintrat (Suva-act. 135).

C.       

C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte am 27. Februar 2009 

durch seine Rechtsvertreterin Beschwerde erheben. Die Rechtsvertreterin stellte den 

Antrag, die Verfügung vom 31. Januar 2008 und der Einspracheentscheid vom 

27. Januar 2009 seien bezüglich der Einstellung der Taggelder aufzuheben und dem 

Beschwerdeführer seien die gesetzlichen Leistungen ab 21. März 2007 auszuzahlen; 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen 

aus, dass der Beschwerdeführer auch heute noch Probleme mit der Augenprothese 

habe, er diejenige aus Glas wegen einer ausgeprägten Befeuchtungsproblematik 

schlecht ertrage und nun zur Verbesserung der Beschwerden wie Kopfschmerzen, 

Trockenheitsgefühl, Chalazion am Unterlied, Meibomitis und Befeuchtungsproblemen 

eine erneute Prothesenanpassung geplant sei. Neben den somatischen Beschwerden 

habe der Beschwerdeführer aber auch unfallbedingte psychische Probleme, weshalb 

er sich seit dem 13. Februar 2007 in regelmässiger psychiatrischer Behandlung 

befinde. Zudem bestreite der Beschwerdeführer vehement, dass die Sehkraft auf 

seinem rechten Auge seit Geburt eingeschränkt sei. Eine Prüfung der Kriterien von BGE 

115 V 133 ff. führe schliesslich zur Bejahung der Adäquanz der psychischen 

Beschwerden. In der Beilage reichte die Rechtsvertreterin einen Fragenkatalog an Dr. 

D.___ sowie die darauf bezogene Stellungnahme des Psychiaters ein (act. G 1.1/2 und 

1.1/3).

C.b   Mit Beschwerdeantwort vom 2. Juni 2009 beantragte die Beschwerdegegnerin, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, St. Gallen, Abweisung der 

Beschwerde.

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C.c   In der Replik vom 28. Juli 2009 hielt die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 

an ihren Anträgen fest und reichte einen zusätzlichen Fragenkatalog samt Antworten 

von Dr. D.___ ein. Auch der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin erneuerte mit 

Duplik vom 7. September 2009 sein Begehren auf Abweisung der Beschwerde. Auf die 

Begründungen der einzelnen Anträge wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.        

1.1    Streitig und zu prüfen ist, ob die über den 20. März 2007 hinaus geklagten 

Beschwerden in einem rechtsgenüglichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis 

vom 16. Juni 2006 stehen, der eine fortdauernde Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin begründet. Soweit die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 

in der Einsprache darüber hinaus eine Stellungnahme der Beschwerdegegnerin in 

Bezug auf den zwischen ihr und der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers erfolgten E-

Mailverkehr vom 1. Juni 2007 beantragt (Information über psychische Probleme und 

Bedrohungssituation), ist darauf nicht einzutreten, da dieses Thema nicht Gegenstand 

des angefochtenen Entscheids bildet.

1.2    Im Übrigen ist in Bezug auf die unfallbedingte Augenproblematik festzuhalten, 

dass die Beschwerdegegnerin - entsprechend ihrer verfügungsweisen Zusicherung - 

für zukünftige augenärztliche Kontrollen und Behandlungen aufkommen und zu 

gegebener Zeit über den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung befinden wird.

2.        

2.1    Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinn des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 

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eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht 

zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität 

der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht 

weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung 

entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die 

Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht 

üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die 

blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und 

dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der 

Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, 

wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen 

Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen 

herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als 

begünstigt erscheint (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Aufgabe des Arztes oder der 

Ärztin ist es dabei, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es 

dem Gericht obliegt, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu 

beantworten (PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat jedoch die 

Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine 

selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).

2.2    Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von 

nachweisbaren strukturellen Veränderungen (organisches Substrat konnte mit Bild 

gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] 

nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus 

dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne Weiteres zu 

bejahen (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb, mit Hinweisen). Sind dagegen die 

Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen 

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Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können 

doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden. 

In diesen Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung nach der Rechtsprechung 

gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/aa durchzuführen, sofern keine Anhaltspunkte auf ein 

Schleudertrauma hindeuten, was vorliegend ohne Weiteres ausgeschlossen werden 

kann.

3.        

3.1    Der Beschwerdeführer macht geltend, die Arbeitsunfähigkeit habe aus 

ophthalmologischer Sicht über den 20. März 2007 hinaus gedauert, weshalb die 

Beschwerdegegnerin den Fall zu früh abgeschlossen habe. Dies gehe aus den 

Unfallscheinen hervor, auf welchen drei Augenärzte des KSSG eine auch nach diesem 

Zeitpunkt bestehende 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten.

3.2    Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind Heilbehandlung und 

Taggelder nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung 

noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden kann. Trifft 

dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit 

gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine 

Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 134 V 114 E. 4.1). Ob eine namhafte 

Besserung noch möglich ist, bestimmt sich nach Massgabe der zu erwartenden 

Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt 

beeinträchtigt ist. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffs "namhaft" durch den 

Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins 

Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (E. 4.3 S. 115). 

Damit stellen sich die Fragen, ob eine allenfalls noch bestehende Arbeitsunfähigkeit 

unfallbedingt ist und (falls ja) ob sie durch weitere Heilbehandlung noch namhaft 

gesteigert oder wieder hergestellt werden kann.

3.2.1           Auf Grund des Unfalls vom 16. Juni 2006 blieb der Beschwerdeführer aus 

ophthalmologischer Sicht unbestrittenermassen bis zum 10. Februar 2007 vollständig 

arbeitsunfähig (Suva-act. 5, 6, 21, 26, 32.2, 63). Ab dem 11. Februar 2007 bestand 

gemäss ärztlichem Zwischenbericht der Klinik für Augenkrankheiten des KSSG vom 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=ist+der+Fall+unter+Einstellung+der+vor%FCbergehenden+Leistungen+mit+gleichzeitiger+Pr%FCfung+des+Anspruchs+auf+eine+Invalidenrente+und+auf+eine+Integrit%E4tsentsch%E4digung+abzuschliessen++BGE+115+V+133&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-V-109%3Ade&number_of_ranks=0#page109

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2. April 2007 aus ophthalmologischer Sicht noch eine 50%ige und ab dem 21. März 

2007 eine Arbeitsunfähigkeit von 0% (Suva-act. 63). Auch die nachfolgenden 

Zwischenberichte der Augenklinik hielten an der wieder erlangten vollständigen 

Arbeitsfähigkeit von 100% fest (Suva-act. 79, 105, 133). Die durch drei Fachärzte der 

Augenklinik mit kurzer Unterschrift auf dem Unfallschein bescheinigte weiterhin 

bestehende Teilarbeitsunfähigkeit mag zwar erstaunen, dennoch widerspricht es den 

Feststellungen auf den Zwischenberichten nicht. Da auf den Unfallscheinen kein Grund 

für die Arbeitsunfähigkeit vermerkt ist, kann allein aus der Angabe des 

Arbeitsunfähigkeitsgrads nicht geschlossen werden, die Arbeitsunfähigkeit habe aus 

ophthalmologischer Sicht bestanden. Vielmehr wird aus dem Zeugnis der Augenklinik 

des KSSG vom 15. Januar 2009 ersichtlich, dass die Augenärzte von der 

Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers aus psychiatrischen Gründen Kenntnis 

hatten, weshalb sie die Arbeitsunfähigkeitsatteste auf den Unfallscheinen wohl lediglich 

zur Vereinfachung der administrativen Abläufe beim Beschwerdeführer im Umgang mit 

dem Arbeitgeber getätigt hatten (vgl. Suva-act. 133).

3.2.2           Der Beschwerdeführer hatte gemäss den Aufzeichnungen seines 

Augenarztes Dr. B.___ bereits vor dem Unfall auf dem rechten Auge einen 

eingeschränkten Visus von 0.1 (Suva-act. 27, 56). Dies war - selbst wenn er eine 

vorbestehende Einschränkung - namentlich im Fernbereich - heute bestreitet - auch 

seiner Arbeitgeberin bekannt (Suva-act. 2, 12). Sowohl Dr. B.___ als auch die Suva-

Versicherungsmedizinerin Dr. med. E.___, Fachärztin für Ophthalmologie und 

Ophthalmochirurgie FMH, schätzten daher die Angewöhnungsdauer an die neue 

Situation auf Grund des Fehlens des Gesichtsfeldes und dem vorgängig scheinbar 

lediglich noch bestehenden Pseudostereosehen auf vier bzw. sogar weniger als vier 

Monate (Suva-act. 44). Nachdem die Ärzte des KSSG dem Beschwerdeführer am 13. 

Dezember 2006 noch die lockeren Hornhautfäden entfernt hatten, welche als Ursache 

geltend gemachter Schmerzen erschienen waren, stand einer Anpassung der 

Augenprothese und davon grundsätzlich unabhängig einer Wiederaufnahme der Arbeit 

nichts mehr im Wege. Aus medizinischer Sicht war neben einer Versorgung mit 

Augentropfen zur guten Befeuchtung und Tabletten gegen Schmerzen z.B. bei 

Wetterwechsel (vgl. Suva-act. 79, 105) somit keine Behandlung mehr indiziert (Suva-

act. 63, 127). Daher sahen die Ärzte auch lediglich beim Auftreten von Problemen noch 

die Möglichkeit zur Durchführung einer Enukleation vor (Suva-act. 63). Die 

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Beschwerdegegnerin stellte die Taggeldleistungen gestützt auf die Beurteilungen der 

Augenärzte des KSSG per 21. März 2007 definitiv ein. Aus den Akten geht nichts 

hervor, was gegen eine "Heilung" im Sinn des überhaupt Möglichen nach dem Verlust 

des Auges bis dahin sprechen würde. Folglich ist hinsichtlich der am rechten Auge 

erlittenen Verletzungen davon auszugehen, dass diese spätestens im Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung keine ärztliche Behandlung mehr erforderlich machte, welche eine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustands hätte bewirken können.

3.3    Somit lässt sich eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für organisch 

objektivierte Unfallrestfolgen im Bereich des rechten Auges und der Gesichtsknochen 

nicht begründen. Auf Grund der dargelegten Umstände und der nachvollziehbaren und 

in sich schlüssigen medizinischen Akten kann nicht erwartet werden, dass weitere 

medizinische Abklärungen zu anderen Erkenntnissen führen würden, weshalb darauf 

verzichtet werden kann (BGE 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c).

4.        

4.1    Die Rechtsvertreterin sieht schliesslich einen über den Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung weiter bestehenden Leistungsanspruch darin begründet, dass die 

psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers adäquat-kausal auf das 

Unfallereignis zurückgeführt werden könnten. Gemäss Telefonnotiz vom 13. Februar 

2007 diagnostizierte Dr. C.___ beim Beschwerdeführer eine posttraumatische 

Belastungsstörung (Suva-act. 46). Dr. D.___ hielt im Bericht vom 3. Mai 2007 ab dem 

13. Februar 2007 wegen andauernden Ängsten, Flashbacks, leichten 

Konzentrationsstörungen und leichten formalen Denkstörungen eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit von 50% fest (Suva-act. 70). Gemäss Bericht vom 5. Februar 2009 

führte Dr. D.___ die fortbestehende Teilarbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers auf 

die posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) sowie die Anpassungsstörung 

mit Angst und Depression gemischt (ICD-10: F43.22) zurück. Er schätzte die Höhe der 

Arbeitsunfähigkeit vom 11. Februar 2007 bis 19. August 2008 auf 50% und danach bis 

auf weiteres auf 30%. Demzufolge sind für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers über den 20. März 2007 hinaus psychische Beschwerden 

verantwortlich.

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4.2    Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers für psychische Beeinträchtigungen 

würde voraussetzen, dass zwischen dem Unfall und der eingetretenen 

Gesundheitsschädigung sowohl ein natürlicher als auch ein adäquater 

Kausalzusammenhang bestünde (BGE 122 V 416 E. 2a mit Hinweis). Vorliegend lässt 

sich eine natürliche Unfallkausalität hinsichtlich der psychischen Beschwerden aus 

dem Bericht von Dr. D.___ vom 5. Februar 2009 (act. G 1.1/3) ableiten. Dieser hielt fest, 

dass es nach dem Unfall einerseits zu typischen Symptomen einer posttraumatischen 

Belastungsstörung sowie zu einer Anpassungsstörung gekommen sei. Im Rahmen der 

Alpträume, die eindeutig in Zusammenhang mit dem Unfall stünden, habe der 

Beschwerdeführer einige Panikattacken mit massivem Herzklopfen, Brustschmerzen, 

Erstickungsgefühlen und Furcht zu sterben entwickelt. Zudem habe er ständige 

Befürchtungen vor möglichen Verletzungen des gesunden Auges, er meide Situationen, 

welche solche Verletzungen auslösen könnten und gehe sogar im Winter morgens aus 

Angst vor einem Sturz auf Glatteis nicht spazieren. Damit ist die natürliche Kausalität 

offensichtlich.

4.3    Zu prüfen ist somit die Adäquanz der über den 20. März 2007 hinaus 

vorliegenden Beschwerden gemäss der Rechtsprechung zu den psychischen 

Unfallfolgen (BGE 115 V 133). Wie bereits in Erwägung 2.1 erwähnt, ist die Frage der 

Adäquanz vom Gericht zu beurteilen. Daher ist die sich von Dr. D.___ auf die Fragen 

der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers beziehende Stellungnahme zur Erfüllung 

der Adäquanzkriterien (vgl. act. G 12.2/9 Punkt 2) dafür unerheblich. Die 

Beschwerdegegnerin ist bezüglich der vorzunehmenden Katalogisierung von einem 

leichten Unfallereignis ausgegangen. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 

stufte demgegenüber den Unfall als schwer, allenfalls als schwer innerhalb der 

mittleren Gruppe ein. Zu prüfen ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise, 

ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im 

mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den 

leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Massgebend sind der augenfällige 

Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch Folgen des 

Unfalls oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet 

werden können. Derartigen dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden 

Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt 

etwa für die - ein eigenes Kriterium bildenden - Verletzungen, welche sich die 

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versicherte Person zuzieht, aber auch für - unter dem Gesichtspunkt der besonders 

dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu 

prüfende - äussere Umstände, wie eine allfällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder 

Verletzungs- resp. gar Todesfolgen, die der Unfall für andere Personen nach sich zieht 

(Urteile des Bundesgerichts vom 28. Januar 2009 i/S M. [8C_519/2008] E. 5.2.1; vom 

19. November 2007 i/S Z. [U 2/07] E. 5.3.1; SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26). Nach der Praxis 

des Bundesgerichts wurden Unfälle mit Verletzungen eines Auges in folgenden Fällen 

den mittelschweren Unfällen im mittleren Bereich zugeteilt: Ein Querschläger einer von 

Polizeibeamten bei Auseinandersetzungen zwischen Klubanhängern abgefeuerten 

Gummischrotladung traf die versicherte Person am linken Auge, was zu einer 

erheblichen Beeinträchtigung im Sehvermögen des linken Auges und im 

stereoskopischen Sehen führte (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

[EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 

10. August 2005 i/S B. [U 343/04]); durch eine Explosion der Autobatterie während 

deren Überprüfung trat dem Versicherten Säure ins Gesicht und ins linke Auge, was zu 

einer Einschränkung des Visus auf 0.1 führte (SVR 2007 UV Nr. 24); beim Hantieren mit 

einer Maschine zur Herstellung von Kunststoffteilchen löste sich ein eingeklemmter 

Gegenstand plötzlich und traf mit so hoher Geschwindigkeit auf die Brille des 

Versicherten, dass diese zerbrach und ein Glassplitter das rechte Auge verletzte, 

wodurch ein Schaden in Form einer Hornhautperforation mit Restvisus von 10% 

entstand (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Mai 2009 i/S T. [8C_965/2008]). Offen liess 

das Bundesgericht die Einstufung in einen mittelschweren oder schwereren Unfall bei 

einem Versicherten, der infolge eines Fräsunfalls einen sofortigen Visusverlust erlitt 

(RKUV 2000 Nr. U 364) sowie im Fall eines Versicherten, der sich beim Binden von 

Elektrokabeln mit einer Schnabelzange ins rechte Auge stach und dadurch einen 

praktisch vollständigen Verlust der Sehkraft erlitt (EVG-Urteil vom 9. Dezember 2004 i/S 

K. [U 84/04]). Beim hier zu beurteilenden Vorfall, bei dem ein Arbeitskollege den 

Beschwerdeführer scheinbar lediglich von hinten und angeblich ohne 

Verletzungsabsicht mit einer Holzglasleiste treffen wollte (vgl. Suva-act. 17.1), traf der 

Gegenstand infolge einer Kopfdrehung des Beschwerdeführers das rechte Auge. 

Nachdem daraus der vollkommene Verlust des Auges sowie ein Riss im 

darunterliegenden Knochen resultierte, ist dieses Ereignis innerhalb der mittelschweren 

Unfälle dem mittleren Bereich zuzuordnen.

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4.4    Die Unterscheidung zwischen mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den 

schweren Unfällen und solchen im mittleren Bereich ist insofern von Bedeutung, als bei 

Unfällen im mittelschweren Bereich praxisgemäss grundsätzlich mehrere 

Zusatzkriterien erfüllt sein müssen, um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die 

Zahl umso geringer sein kann, je näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt 

(vgl. dazu BGE 115 V 133 E. 6c/bb).

4.4.1           Der Unfall vom 16. Juni 2006 hat sich nicht unter besonders dramatischen 

Begleitumständen abgespielt. Zwar kann dem Ereignis eine gewisse Eindrücklichkeit 

nicht abgesprochen werden, es kann aber nicht gesagt werden, der Unfall sei von 

besonderer Eindrücklichkeit gewesen. Das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit 

ist objektiv zu beurteilen und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens bzw. 

Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207, U 287/97 E. 3b/

cc; Urteil vom 25. Januar 2008 i/S A. [U 56/07] E. 6.1). Denn nicht was im Betroffenen 

psychisch vorgeht, ist entscheidend, sondern die objektive Eignung der 

Begleitumstände, psychische Fehlentwicklungen auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 

209 E. 3b/cc). Zu beachten ist, dass jedem mittelschweren Unfall eine gewisse 

Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit allein noch nicht für eine Bejahung des 

Kriteriums ausreicht (Urteil vom 11. Februar 2009 i/S S. [8C_799/2008] E. 3.2.3 mit 

Hinweis). Vorliegend sind jedoch keine Begleitumstände ersichtlich, die objektiv 

geeignet waren, zu einer psychischen Fehlentwicklung zu führen. Allein der Umstand, 

dass der Unfall zum Verlust des rechten Auges führte, genügt nicht zur Annahme einer 

besonderen Eindrücklichkeit, sondern ist im Rahmen des Kriteriums der Schwere und 

besonderen Art der erlittenen Verletzungen zu berücksichtigen.

4.4.2           Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung, 

ins-besondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen 

auszulösen, ist im Einklang mit der Beschwerdegegnerin zu bejahen. Einerseits ist 

natürlich bereits die Verletzung am rechten Auge als schwer zu bezeichnen. 

Andererseits stellt der Verlust des Sehvermögens auf einem Auge an sich schon eine 

schwerwiegende Beeinträchtigung dar, zumal sie ein stereoskopes Sehen 

verunmöglicht und die Gefahr einer vollständigen Erblindung erhöht wird. Darin liegt 

das erfahrungsgemässe psychogene Schädigungspotenzial eines einseitigen 

Augenverlusts, hat doch der Betroffene verständlicherweise Angst davor, auch das 

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zweite gesunde Auge zu verlieren (EVG-Urteil vom 4. Dezember 2004, a.a.O., mit 

Hinweis; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 5. Mai 2009, a.a.O.). Daher ist neben 

der Schwere auch die besondere Art der erlittenen Verletzung zu bejahen. Daran ändert 

die Vorschädigung nichts.

4.4.3           Beim Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung 

wird auf die kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung 

des Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung abgestellt. Eine Behandlung, 

die lediglich noch der Erhaltung des bestehenden Gesundheitszustands und nicht der 

Heilung dient, ist im Rahmen der Adäquanzprüfung grundsätzlich nicht relevant. Auch 

Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen sowie der Verordnung von 

Medikamenten (wie Schmerzmitteln etc.) kommt nicht die Qualität einer regelmässigen, 

zielgerichteten Behandlung zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Februar 2008 i/S 

D. [U 11/07] E 5.3.1 mit Hinweisen, vgl. auch EVG-Urteil vom 21. Juli 2003 i/S S. 

[U 509/00] E. 4.3.2). Vorliegend war der postoperative Verlauf nach Entfernung des 

prolabierenden Gewebes, der Hornhaut- und Skleranaht sowie der Bindehautnaht zwar 

regelrecht (vgl. Suva-act. 6), dennoch musste sich der Beschwerdeführer am 31. 

August 2006 auf Grund anhaltender Schmerzen nochmals einer Operation zur 

Orbitabodenrekonstruktion unterziehen. Danach fanden sodann nur noch ärztliche 

Kontrollen und Prothesenanpassungen statt (Suva-act. 63, 81, 95, 127). Demzufolge 

wäre der Beschwerdeführer aus ophthalmologischer Sicht ja auch ab dem 11. Februar 

2007 wieder in der Lage gewesen, einer 50%igen und per 21. März 2007 schliesslich 

einer vollen Arbeitstätigkeit nachzugehen (Suva-act. 75). Auf Grund dieses Verlaufs ist 

das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung somit zu 

verneinen.

4.4.4           Der Beschwerdeführer litt seit der Operation im Anschluss an den Unfall an 

Schmerzen auf Grund der Orbitabodenfraktur und Subluxation des Musculus rectus 

interior (Suva-act. 6), weshalb Ende August 2006 die Orbitabodenrekonstruktion 

durchgeführt wurde (Suva-act. 24). Aber auch danach schilderte der Beschwerdeführer 

gegenüber den Ärzten des KSSG (vgl. Bericht des KSSG vom 21. Dezember 2006, 

Suva-act. 32.1) das Vorhandensein von Schmerzen als zentrales Problem. Vorerst habe 

es sich nur um Knochenschmerzen im Bereich des Orbitarandes gehandelt, welche 

sich im Verlauf gebessert hätten. Dann habe der Beschwerdeführer über 

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Augenschmerzen berichtet, rechts frontal ausstrahlend, von zunehmender Intensität, 

weshalb er auch täglich Schmerztabletten einnehme. Am 2. April 2007 berichtete Dr. 

F.___, Klinik für Augenkrankheiten, KSSG, St. Gallen, dass der Beschwerdeführer 

aktuell noch immer Schmerzen hinter dem rechten Auge verspüre (Suva-act. 63) und 

auch im ärztlichen Zwischenbericht vom 5. November 2007 wurden Augenschmerzen 

rechts sowie ein Trockenheitsgefühl festgehalten (Suva-act. 79). Im Zwischenbericht 

vom 19. März 2008 wurden schliesslich "lediglich" noch Kopfschmerzen sowie ein 

trockenes Gefühl beim Prothesentragen aufgeführt (Suva-act. 105), wogegen im 

Bericht des Augenarztes Dr. med. G.___ vom 25. Oktober 2008 sodann gar keine 

Schmerzen mehr genannt wurden (Suva-act. 127). Insgesamt verursachten die 

organisch nachgewiesenen Unfallfolgen somit keine Dauerbeschwerden von solcher 

Erheblichkeit, dass sie den Beschwerdeführer im Lebensalltag massgeblich 

beeinträchtigen würden. Dieses Kriterium ist folglich nicht erfüllt.

4.4.5           Anzeichen für eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen 

erheblich verschlimmert hat, sind aus den medizinischen Akten nicht ersichtlich und 

werden auch nicht geltend gemacht.

4.4.6           Sodann lagen - aus somatischer Sicht - weder ein schwieriger 

Heilungsverlauf noch erhebliche Komplikationen vor. Zwar musste sich der 

Beschwerdeführer zweieinhalb Monate nach dem Unfall nochmals einer Operation 

unterziehen, danach konnte er jedoch das Spital bereits nach zwei Tagen wieder 

verlassen und wie schon infolge der ersten Operation war der postoperative Verlauf 

komplikationslos (vgl. Suva-act. 25.1, 4 und 6). Selbst wenn allenfalls noch eine 

Enukleation oder eine Eviszeration durchgeführt werden müsste (Suva-act. 32.1, 63), 

was gemäss den neuesten Berichten wenig wahrscheinlich ist (Suva-act. 127, 130, 

133), könnte das Kriterium der erheblichen Komplikationen - bei normalem Verlauf - 

nicht bejaht werden.

4.4.7           Ebenfalls nicht gegeben ist das Kriterium von Grad und Dauer der physisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit, da der Beschwerdeführer seine Arbeit am 11. Februar 

2007 wieder aufnehmen konnte und rund neun Monate nach dem Unfallereignis, d.h. 

ab dem 21. März 2007, in Bezug auf die Augenproblematik als vollständig arbeitsfähig 

galt (Suva-act. 63).

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4.5    Da vorliegend somit höchstens eines der für die Adäquanzbeurteilung 

massgebenden Kriterien (Schwere und besondere Art der erlittenen Verletzung) erfüllt 

ist, und dieses nicht in besonders ausgeprägter Weise, muss die Unfallkausalität der 

geklagten psychischen Beschwerden verneint werden. Damit steht dem 

Beschwerdeführer für seine über den 20. März 2007 hinaus bestehende 

Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen kein Anspruch auf Taggelder zu.

5.        

Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich gestützt auf die medizinischen Akten 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit weder aus somatischen 

noch psychischen Gründen ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Taggelder recht­

fertigten. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 27. Januar 2009 lässt sich somit 

nicht beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist im Sinn der vorstehenden 

Erwägungen abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Art. 6 UVG: Unfallbedingter Verlust eines bereits stark vorgeschädigten Auges. 

Adäquanz zwischen psychischen Beschwerden und Unfall nach den Kriterien von 

BGE 115 V 133 verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 

vom 14. Mai 2010, UV 2009/24).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 14. Mai 2010

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in Sachen

P.___

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christa Rempfler, Falkensteinstrasse 1, 

Postfach 112, 9006 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,

betreffend

Versicherungsleistungen (Einstellung der Taggeldleistungen)

Sachverhalt:

A.

A.a   Der 1956 geborene P.___ war bei der A.___ als Produktionsmitarbeiter tätig und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfallversichert, als 

er am 16. Juni 2006 von einer Holzglasleiste, die ein Arbeitskollege in seine Richtung 

geworfen hatte, am rechten Auge getroffen wurde (Suva-act. 1, 2, 17.1). Der 

Versicherte wurde gleichentags nach Diagnose einer Bulbusruptur am Limbus in der 

oberen Zirkumferenz, Blut und Teilen des Augeninhalts in der Vorderkammer durch den 

Augenarzt Dr. med. B.___ in die Augenklinik des Kantonsspitals St. Gallen überwiesen 

(Suva-act. 3, 5), wo er noch am selben Tag operiert wurde (Suva-act. 8). Im CT NNH 

vom 19. Juni 2006 zeigte sich eine Orbitabodenfraktur rechts mit Fettluxation und 

Subluxation des Musculus rectus inferior in den Sinus maxillaris (Suva-act. 28.1). Auf 

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Grund anhaltender Schmerzen unterzog sich der Versicherte am 31. August 2006 in 

der HNO-Klinik, Hals- und Gesichtschirurgie des KSSG einer 

Orbitabodenrekonstruktion transkonjunktival rechts (Suva-act. 29). Die Suva 

anerkannte ihre Leistungspflicht.

A.b   Anlässlich der Untersuchung in der Augenklinik des KSSG vom 13. Dezember 

2006 berichtete der Versicherte über rechts frontal ausstrahlende Augenschmerzen von 

zunehmender Intensität. Die Ärzte attestierten ihm zuerst weiterhin eine volle 

Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 32.1) und eine Senkung auf 50% ab dem 5. Februar 2007 

(Suva-act. 37, 38). Da der Versicherte der Arbeit jedoch weiterhin fernblieb, teilte ihm 

die Suva mit Schreiben vom 7. Februar 2007 mit, dass sie an der 50%igen 

Arbeitsfähigkeit ab dem 5. Februar 2007 festhalte und ab dem 19. Februar 2007 von 

einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgehe (Suva-act. 45.1). Am 13. Februar 2007 liess Dr. 

med. C.___, Psychiater, die Suva wissen, dass sich der Versicherte bei ihm wegen 

posttraumatischen Belastungsstörungen angemeldet habe. An der 50%igen 

Arbeitsfähigkeit könne aber festgehalten werden (Suva-act. 46). Mit Verfügung vom 

14. März 2007 eröffnete die Suva dem Versicherten die Einstellung der Taggelder ab 

dem 19. Februar 2007. Allfällige Heilbehandlungen für Unfallfolgen am Auge würden 

aber auch in Zukunft zu Lasten der Suva gehen (Suva-act. 59 und 59.1). Gegen diese 

Verfügung liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter Einsprache erheben 

(Suva-act. 60).

A.c   Im Bericht vom 3. Mai 2007 befand Dr. med. D.___, Psychiatrie/Psychotherapie 

FMH, den Versicherten wegen der vorhandenen Psychopathologie bzw. vorwiegend 

wegen andauernden Ängsten, Flashbacks, leichten Konzentrationsstörungen und 

leichten formalen Denkstörungen seit der ersten Sprechstunde am 13. Februar 2007 

eindeutig zu 50% arbeitsunfähig (Suva-act. 70).

A.d   Am 6. September 2007 zog die Suva ihre Verfügung zurück. Neu ging sie gestützt 

auf den Bericht des KSSG vom 2. April 2007 (vgl. Suva-act. 63) vom 11. Februar bis 

20. März 2007 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus. Danach seien keine weiteren 

Taggeldleistungen mehr zu erbringen. Die ab dem 21. März 2007 bestehende 

Arbeitsunfähigkeit von 50% infolge psychischer Beschwerden stelle keine Unfallfolge 

dar, weshalb auch keine Leistungen geschuldet seien (Suva-act. 75). Per 31. Dezember 

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2007 löste die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten auf (Suva-

act. 77).

A.e   Am 31. Januar 2008 verfügte die Suva nach Prüfung der Kriterien gemäss BGE 

115 V 133 eine Verneinung der Adäquanz zwischen den geltend gemachten 

psychischen Beschwerden und dem Unfall vom Juni 2006. Sie erbringe daher ab dem 

21. März 2007 für die 50%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen keine 

Versicherungsleistungen (Suva-act. 89). Mit Verfügung vom 20. Februar 2008 sprach 

sie dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von Fr. 5'340.-- auf der Basis einer 

Integritätseinbusse von 5% zu (Suva-act. 94).

B.       

B.a   Gegen die beiden Verfügungen reichte Rechtsanwältin lic. iur. Christa Rempfler, 

St. Gallen, für den Versicherten am 3. und 20. März 2008 je eine Einsprache ein (Suva-

act. 97, 106). Zudem informierte sie die Suva mit Schreiben vom 6. Oktober 2008, dass 

der Versicherte ab dem 20. August 2008 lediglich noch zu 30% arbeitsunfähig sei 

(Suva-act. 116).

B.b   Nachdem die H.___ als Krankenversicherer des Versicherten, durch Schreiben 

vom 14. Oktober 2008 Kenntnis über die Suva-Verfügung vom 31. Januar 2008 

erhalten hatte (Suva-act. 120), erhob sie am 15. Oktober 2008 ebenfalls dagegen 

Einsprache (Suva-act. 121).

B.c   Mit Entscheid vom 27. Januar 2009 hob die Suva die Verfügung vom 20. Februar 

2008 auf. Im Übrigen wies sie die Einsprachen des Versicherten und der H.___ ab, 

soweit sie darauf eintrat (Suva-act. 135).

C.       

C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte am 27. Februar 2009 

durch seine Rechtsvertreterin Beschwerde erheben. Die Rechtsvertreterin stellte den 

Antrag, die Verfügung vom 31. Januar 2008 und der Einspracheentscheid vom 

27. Januar 2009 seien bezüglich der Einstellung der Taggelder aufzuheben und dem 

Beschwerdeführer seien die gesetzlichen Leistungen ab 21. März 2007 auszuzahlen; 

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unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen 

aus, dass der Beschwerdeführer auch heute noch Probleme mit der Augenprothese 

habe, er diejenige aus Glas wegen einer ausgeprägten Befeuchtungsproblematik 

schlecht ertrage und nun zur Verbesserung der Beschwerden wie Kopfschmerzen, 

Trockenheitsgefühl, Chalazion am Unterlied, Meibomitis und Befeuchtungsproblemen 

eine erneute Prothesenanpassung geplant sei. Neben den somatischen Beschwerden 

habe der Beschwerdeführer aber auch unfallbedingte psychische Probleme, weshalb 

er sich seit dem 13. Februar 2007 in regelmässiger psychiatrischer Behandlung 

befinde. Zudem bestreite der Beschwerdeführer vehement, dass die Sehkraft auf 

seinem rechten Auge seit Geburt eingeschränkt sei. Eine Prüfung der Kriterien von BGE 

115 V 133 ff. führe schliesslich zur Bejahung der Adäquanz der psychischen 

Beschwerden. In der Beilage reichte die Rechtsvertreterin einen Fragenkatalog an Dr. 

D.___ sowie die darauf bezogene Stellungnahme des Psychiaters ein (act. G 1.1/2 und 

1.1/3).

C.b   Mit Beschwerdeantwort vom 2. Juni 2009 beantragte die Beschwerdegegnerin, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, St. Gallen, Abweisung der 

Beschwerde.

C.c   In der Replik vom 28. Juli 2009 hielt die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 

an ihren Anträgen fest und reichte einen zusätzlichen Fragenkatalog samt Antworten 

von Dr. D.___ ein. Auch der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin erneuerte mit 

Duplik vom 7. September 2009 sein Begehren auf Abweisung der Beschwerde. Auf die 

Begründungen der einzelnen Anträge wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.        

1.1    Streitig und zu prüfen ist, ob die über den 20. März 2007 hinaus geklagten 

Beschwerden in einem rechtsgenüglichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis 

vom 16. Juni 2006 stehen, der eine fortdauernde Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin begründet. Soweit die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 

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in der Einsprache darüber hinaus eine Stellungnahme der Beschwerdegegnerin in 

Bezug auf den zwischen ihr und der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers erfolgten E-

Mailverkehr vom 1. Juni 2007 beantragt (Information über psychische Probleme und 

Bedrohungssituation), ist darauf nicht einzutreten, da dieses Thema nicht Gegenstand 

des angefochtenen Entscheids bildet.

1.2    Im Übrigen ist in Bezug auf die unfallbedingte Augenproblematik festzuhalten, 

dass die Beschwerdegegnerin - entsprechend ihrer verfügungsweisen Zusicherung - 

für zukünftige augenärztliche Kontrollen und Behandlungen aufkommen und zu 

gegebener Zeit über den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung befinden wird.

2.        

2.1    Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinn des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 

eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht 

zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität 

der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht 

weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung 

entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die 

Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht 

üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die 

blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und 

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dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der 

Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, 

wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen 

Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen 

herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als 

begünstigt erscheint (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Aufgabe des Arztes oder der 

Ärztin ist es dabei, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es 

dem Gericht obliegt, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu 

beantworten (PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat jedoch die 

Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine 

selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).

2.2    Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von 

nachweisbaren strukturellen Veränderungen (organisches Substrat konnte mit Bild 

gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] 

nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus 

dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne Weiteres zu 

bejahen (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb, mit Hinweisen). Sind dagegen die 

Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen 

Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können 

doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden. 

In diesen Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung nach der Rechtsprechung 

gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/aa durchzuführen, sofern keine Anhaltspunkte auf ein 

Schleudertrauma hindeuten, was vorliegend ohne Weiteres ausgeschlossen werden 

kann.

3.        

3.1    Der Beschwerdeführer macht geltend, die Arbeitsunfähigkeit habe aus 

ophthalmologischer Sicht über den 20. März 2007 hinaus gedauert, weshalb die 

Beschwerdegegnerin den Fall zu früh abgeschlossen habe. Dies gehe aus den 

Unfallscheinen hervor, auf welchen drei Augenärzte des KSSG eine auch nach diesem 

Zeitpunkt bestehende 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten.

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3.2    Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind Heilbehandlung und 

Taggelder nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung 

noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden kann. Trifft 

dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit 

gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine 

Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 134 V 114 E. 4.1). Ob eine namhafte 

Besserung noch möglich ist, bestimmt sich nach Massgabe der zu erwartenden 

Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt 

beeinträchtigt ist. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffs "namhaft" durch den 

Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins 

Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (E. 4.3 S. 115). 

Damit stellen sich die Fragen, ob eine allenfalls noch bestehende Arbeitsunfähigkeit 

unfallbedingt ist und (falls ja) ob sie durch weitere Heilbehandlung noch namhaft 

gesteigert oder wieder hergestellt werden kann.

3.2.1           Auf Grund des Unfalls vom 16. Juni 2006 blieb der Beschwerdeführer aus 

ophthalmologischer Sicht unbestrittenermassen bis zum 10. Februar 2007 vollständig 

arbeitsunfähig (Suva-act. 5, 6, 21, 26, 32.2, 63). Ab dem 11. Februar 2007 bestand 

gemäss ärztlichem Zwischenbericht der Klinik für Augenkrankheiten des KSSG vom 

2. April 2007 aus ophthalmologischer Sicht noch eine 50%ige und ab dem 21. März 

2007 eine Arbeitsunfähigkeit von 0% (Suva-act. 63). Auch die nachfolgenden 

Zwischenberichte der Augenklinik hielten an der wieder erlangten vollständigen 

Arbeitsfähigkeit von 100% fest (Suva-act. 79, 105, 133). Die durch drei Fachärzte der 

Augenklinik mit kurzer Unterschrift auf dem Unfallschein bescheinigte weiterhin 

bestehende Teilarbeitsunfähigkeit mag zwar erstaunen, dennoch widerspricht es den 

Feststellungen auf den Zwischenberichten nicht. Da auf den Unfallscheinen kein Grund 

für die Arbeitsunfähigkeit vermerkt ist, kann allein aus der Angabe des 

Arbeitsunfähigkeitsgrads nicht geschlossen werden, die Arbeitsunfähigkeit habe aus 

ophthalmologischer Sicht bestanden. Vielmehr wird aus dem Zeugnis der Augenklinik 

des KSSG vom 15. Januar 2009 ersichtlich, dass die Augenärzte von der 

Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers aus psychiatrischen Gründen Kenntnis 

hatten, weshalb sie die Arbeitsunfähigkeitsatteste auf den Unfallscheinen wohl lediglich 

zur Vereinfachung der administrativen Abläufe beim Beschwerdeführer im Umgang mit 

dem Arbeitgeber getätigt hatten (vgl. Suva-act. 133).

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3.2.2           Der Beschwerdeführer hatte gemäss den Aufzeichnungen seines 

Augenarztes Dr. B.___ bereits vor dem Unfall auf dem rechten Auge einen 

eingeschränkten Visus von 0.1 (Suva-act. 27, 56). Dies war - selbst wenn er eine 

vorbestehende Einschränkung - namentlich im Fernbereich - heute bestreitet - auch 

seiner Arbeitgeberin bekannt (Suva-act. 2, 12). Sowohl Dr. B.___ als auch die Suva-

Versicherungsmedizinerin Dr. med. E.___, Fachärztin für Ophthalmologie und 

Ophthalmochirurgie FMH, schätzten daher die Angewöhnungsdauer an die neue 

Situation auf Grund des Fehlens des Gesichtsfeldes und dem vorgängig scheinbar 

lediglich noch bestehenden Pseudostereosehen auf vier bzw. sogar weniger als vier 

Monate (Suva-act. 44). Nachdem die Ärzte des KSSG dem Beschwerdeführer am 13. 

Dezember 2006 noch die lockeren Hornhautfäden entfernt hatten, welche als Ursache 

geltend gemachter Schmerzen erschienen waren, stand einer Anpassung der 

Augenprothese und davon grundsätzlich unabhängig einer Wiederaufnahme der Arbeit 

nichts mehr im Wege. Aus medizinischer Sicht war neben einer Versorgung mit 

Augentropfen zur guten Befeuchtung und Tabletten gegen Schmerzen z.B. bei 

Wetterwechsel (vgl. Suva-act. 79, 105) somit keine Behandlung mehr indiziert (Suva-

act. 63, 127). Daher sahen die Ärzte auch lediglich beim Auftreten von Problemen noch 

die Möglichkeit zur Durchführung einer Enukleation vor (Suva-act. 63). Die 

Beschwerdegegnerin stellte die Taggeldleistungen gestützt auf die Beurteilungen der 

Augenärzte des KSSG per 21. März 2007 definitiv ein. Aus den Akten geht nichts 

hervor, was gegen eine "Heilung" im Sinn des überhaupt Möglichen nach dem Verlust 

des Auges bis dahin sprechen würde. Folglich ist hinsichtlich der am rechten Auge 

erlittenen Verletzungen davon auszugehen, dass diese spätestens im Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung keine ärztliche Behandlung mehr erforderlich machte, welche eine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustands hätte bewirken können.

3.3    Somit lässt sich eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für organisch 

objektivierte Unfallrestfolgen im Bereich des rechten Auges und der Gesichtsknochen 

nicht begründen. Auf Grund der dargelegten Umstände und der nachvollziehbaren und 

in sich schlüssigen medizinischen Akten kann nicht erwartet werden, dass weitere 

medizinische Abklärungen zu anderen Erkenntnissen führen würden, weshalb darauf 

verzichtet werden kann (BGE 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c).

4.        

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/30

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4.1    Die Rechtsvertreterin sieht schliesslich einen über den Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung weiter bestehenden Leistungsanspruch darin begründet, dass die 

psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers adäquat-kausal auf das 

Unfallereignis zurückgeführt werden könnten. Gemäss Telefonnotiz vom 13. Februar 

2007 diagnostizierte Dr. C.___ beim Beschwerdeführer eine posttraumatische 

Belastungsstörung (Suva-act. 46). Dr. D.___ hielt im Bericht vom 3. Mai 2007 ab dem 

13. Februar 2007 wegen andauernden Ängsten, Flashbacks, leichten 

Konzentrationsstörungen und leichten formalen Denkstörungen eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit von 50% fest (Suva-act. 70). Gemäss Bericht vom 5. Februar 2009 

führte Dr. D.___ die fortbestehende Teilarbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers auf 

die posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) sowie die Anpassungsstörung 

mit Angst und Depression gemischt (ICD-10: F43.22) zurück. Er schätzte die Höhe der 

Arbeitsunfähigkeit vom 11. Februar 2007 bis 19. August 2008 auf 50% und danach bis 

auf weiteres auf 30%. Demzufolge sind für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers über den 20. März 2007 hinaus psychische Beschwerden 

verantwortlich.

4.2    Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers für psychische Beeinträchtigungen 

würde voraussetzen, dass zwischen dem Unfall und der eingetretenen 

Gesundheitsschädigung sowohl ein natürlicher als auch ein adäquater 

Kausalzusammenhang bestünde (BGE 122 V 416 E. 2a mit Hinweis). Vorliegend lässt 

sich eine natürliche Unfallkausalität hinsichtlich der psychischen Beschwerden aus 

dem Bericht von Dr. D.___ vom 5. Februar 2009 (act. G 1.1/3) ableiten. Dieser hielt fest, 

dass es nach dem Unfall einerseits zu typischen Symptomen einer posttraumatischen 

Belastungsstörung sowie zu einer Anpassungsstörung gekommen sei. Im Rahmen der 

Alpträume, die eindeutig in Zusammenhang mit dem Unfall stünden, habe der 

Beschwerdeführer einige Panikattacken mit massivem Herzklopfen, Brustschmerzen, 

Erstickungsgefühlen und Furcht zu sterben entwickelt. Zudem habe er ständige 

Befürchtungen vor möglichen Verletzungen des gesunden Auges, er meide Situationen, 

welche solche Verletzungen auslösen könnten und gehe sogar im Winter morgens aus 

Angst vor einem Sturz auf Glatteis nicht spazieren. Damit ist die natürliche Kausalität 

offensichtlich.

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4.3    Zu prüfen ist somit die Adäquanz der über den 20. März 2007 hinaus 

vorliegenden Beschwerden gemäss der Rechtsprechung zu den psychischen 

Unfallfolgen (BGE 115 V 133). Wie bereits in Erwägung 2.1 erwähnt, ist die Frage der 

Adäquanz vom Gericht zu beurteilen. Daher ist die sich von Dr. D.___ auf die Fragen 

der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers beziehende Stellungnahme zur Erfüllung 

der Adäquanzkriterien (vgl. act. G 12.2/9 Punkt 2) dafür unerheblich. Die 

Beschwerdegegnerin ist bezüglich der vorzunehmenden Katalogisierung von einem 

leichten Unfallereignis ausgegangen. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 

stufte demgegenüber den Unfall als schwer, allenfalls als schwer innerhalb der 

mittleren Gruppe ein. Zu prüfen ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise, 

ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im 

mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den 

leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Massgebend sind der augenfällige 

Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch Folgen des 

Unfalls oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet 

werden können. Derartigen dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden 

Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt 

etwa für die - ein eigenes Kriterium bildenden - Verletzungen, welche sich die 

versicherte Person zuzieht, aber auch für - unter dem Gesichtspunkt der besonders 

dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu 

prüfende - äussere Umstände, wie eine allfällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder 

Verletzungs- resp. gar Todesfolgen, die der Unfall für andere Personen nach sich zieht 

(Urteile des Bundesgerichts vom 28. Januar 2009 i/S M. [8C_519/2008] E. 5.2.1; vom 

19. November 2007 i/S Z. [U 2/07] E. 5.3.1; SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26). Nach der Praxis 

des Bundesgerichts wurden Unfälle mit Verletzungen eines Auges in folgenden Fällen 

den mittelschweren Unfällen im mittleren Bereich zugeteilt: Ein Querschläger einer von 

Polizeibeamten bei Auseinandersetzungen zwischen Klubanhängern abgefeuerten 

Gummischrotladung traf die versicherte Person am linken Auge, was zu einer 

erheblichen Beeinträchtigung im Sehvermögen des linken Auges und im 

stereoskopischen Sehen führte (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

[EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 

10. August 2005 i/S B. [U 343/04]); durch eine Explosion der Autobatterie während 

deren Überprüfung trat dem Versicherten Säure ins Gesicht und ins linke Auge, was zu 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/30

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einer Einschränkung des Visus auf 0.1 führte (SVR 2007 UV Nr. 24); beim Hantieren mit 

einer Maschine zur Herstellung von Kunststoffteilchen löste sich ein eingeklemmter 

Gegenstand plötzlich und traf mit so hoher Geschwindigkeit auf die Brille des 

Versicherten, dass diese zerbrach und ein Glassplitter das rechte Auge verletzte, 

wodurch ein Schaden in Form einer Hornhautperforation mit Restvisus von 10% 

entstand (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Mai 2009 i/S T. [8C_965/2008]). Offen liess 

das Bundesgericht die Einstufung in einen mittelschweren oder schwereren Unfall bei 

einem Versicherten, der infolge eines Fräsunfalls einen sofortigen Visusverlust erlitt 

(RKUV 2000 Nr. U 364) sowie im Fall eines Versicherten, der sich beim Binden von 

Elektrokabeln mit einer Schnabelzange ins rechte Auge stach und dadurch einen 

praktisch vollständigen Verlust der Sehkraft erlitt (EVG-Urteil vom 9. Dezember 2004 i/S 

K. [U 84/04]). Beim hier zu beurteilenden Vorfall, bei dem ein Arbeitskollege den 

Beschwerdeführer scheinbar lediglich von hinten und angeblich ohne 

Verletzungsabsicht mit einer Holzglasleiste treffen wollte (vgl. Suva-act. 17.1), traf der 

Gegenstand infolge einer Kopfdrehung des Beschwerdeführers das rechte Auge. 

Nachdem daraus der vollkommene Verlust des Auges sowie ein Riss im 

darunterliegenden Knochen resultierte, ist dieses Ereignis innerhalb der mittelschweren 

Unfälle dem mittleren Bereich zuzuordnen.

4.4    Die Unterscheidung zwischen mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den 

schweren Unfällen und solchen im mittleren Bereich ist insofern von Bedeutung, als bei 

Unfällen im mittelschweren Bereich praxisgemäss grundsätzlich mehrere 

Zusatzkriterien erfüllt sein müssen, um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die 

Zahl umso geringer sein kann, je näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt 

(vgl. dazu BGE 115 V 133 E. 6c/bb).

4.4.1           Der Unfall vom 16. Juni 2006 hat sich nicht unter besonders dramatischen 

Begleitumständen abgespielt. Zwar kann dem Ereignis eine gewisse Eindrücklichkeit 

nicht abgesprochen werden, es kann aber nicht gesagt werden, der Unfall sei von 

besonderer Eindrücklichkeit gewesen. Das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit 

ist objektiv zu beurteilen und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens bzw. 

Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207, U 287/97 E. 3b/

cc; Urteil vom 25. Januar 2008 i/S A. [U 56/07] E. 6.1). Denn nicht was im Betroffenen 

psychisch vorgeht, ist entscheidend, sondern die objektive Eignung der 

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Begleitumstände, psychische Fehlentwicklungen auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 

209 E. 3b/cc). Zu beachten ist, dass jedem mittelschweren Unfall eine gewisse 

Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit allein noch nicht für eine Bejahung des 

Kriteriums ausreicht (Urteil vom 11. Februar 2009 i/S S. [8C_799/2008] E. 3.2.3 mit 

Hinweis). Vorliegend sind jedoch keine Begleitumstände ersichtlich, die objektiv 

geeignet waren, zu einer psychischen Fehlentwicklung zu führen. Allein der Umstand, 

dass der Unfall zum Verlust des rechten Auges führte, genügt nicht zur Annahme einer 

besonderen Eindrücklichkeit, sondern ist im Rahmen des Kriteriums der Schwere und 

besonderen Art der erlittenen Verletzungen zu berücksichtigen.

4.4.2           Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung, 

ins-besondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen 

auszulösen, ist im Einklang mit der Beschwerdegegnerin zu bejahen. Einerseits ist 

natürlich bereits die Verletzung am rechten Auge als schwer zu bezeichnen. 

Andererseits stellt der Verlust des Sehvermögens auf einem Auge an sich schon eine 

schwerwiegende Beeinträchtigung dar, zumal sie ein stereoskopes Sehen 

verunmöglicht und die Gefahr einer vollständigen Erblindung erhöht wird. Darin liegt 

das erfahrungsgemässe psychogene Schädigungspotenzial eines einseitigen 

Augenverlusts, hat doch der Betroffene verständlicherweise Angst davor, auch das 

zweite gesunde Auge zu verlieren (EVG-Urteil vom 4. Dezember 2004, a.a.O., mit 

Hinweis; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 5. Mai 2009, a.a.O.). Daher ist neben 

der Schwere auch die besondere Art der erlittenen Verletzung zu bejahen. Daran ändert 

die Vorschädigung nichts.

4.4.3           Beim Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung 

wird auf die kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung 

des Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung abgestellt. Eine Behandlung, 

die lediglich noch der Erhaltung des bestehenden Gesundheitszustands und nicht der 

Heilung dient, ist im Rahmen der Adäquanzprüfung grundsätzlich nicht relevant. Auch 

Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen sowie der Verordnung von 

Medikamenten (wie Schmerzmitteln etc.) kommt nicht die Qualität einer regelmässigen, 

zielgerichteten Behandlung zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Februar 2008 i/S 

D. [U 11/07] E 5.3.1 mit Hinweisen, vgl. auch EVG-Urteil vom 21. Juli 2003 i/S S. 

[U 509/00] E. 4.3.2). Vorliegend war der postoperative Verlauf nach Entfernung des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/30

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prolabierenden Gewebes, der Hornhaut- und Skleranaht sowie der Bindehautnaht zwar 

regelrecht (vgl. Suva-act. 6), dennoch musste sich der Beschwerdeführer am 31. 

August 2006 auf Grund anhaltender Schmerzen nochmals einer Operation zur 

Orbitabodenrekonstruktion unterziehen. Danach fanden sodann nur noch ärztliche 

Kontrollen und Prothesenanpassungen statt (Suva-act. 63, 81, 95, 127). Demzufolge 

wäre der Beschwerdeführer aus ophthalmologischer Sicht ja auch ab dem 11. Februar 

2007 wieder in der Lage gewesen, einer 50%igen und per 21. März 2007 schliesslich 

einer vollen Arbeitstätigkeit nachzugehen (Suva-act. 75). Auf Grund dieses Verlaufs ist 

das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung somit zu 

verneinen.

4.4.4           Der Beschwerdeführer litt seit der Operation im Anschluss an den Unfall an 

Schmerzen auf Grund der Orbitabodenfraktur und Subluxation des Musculus rectus 

interior (Suva-act. 6), weshalb Ende August 2006 die Orbitabodenrekonstruktion 

durchgeführt wurde (Suva-act. 24). Aber auch danach schilderte der Beschwerdeführer 

gegenüber den Ärzten des KSSG (vgl. Bericht des KSSG vom 21. Dezember 2006, 

Suva-act. 32.1) das Vorhandensein von Schmerzen als zentrales Problem. Vorerst habe 

es sich nur um Knochenschmerzen im Bereich des Orbitarandes gehandelt, welche 

sich im Verlauf gebessert hätten. Dann habe der Beschwerdeführer über 

Augenschmerzen berichtet, rechts frontal ausstrahlend, von zunehmender Intensität, 

weshalb er auch täglich Schmerztabletten einnehme. Am 2. April 2007 berichtete Dr. 

F.___, Klinik für Augenkrankheiten, KSSG, St. Gallen, dass der Beschwerdeführer 

aktuell noch immer Schmerzen hinter dem rechten Auge verspüre (Suva-act. 63) und 

auch im ärztlichen Zwischenbericht vom 5. November 2007 wurden Augenschmerzen 

rechts sowie ein Trockenheitsgefühl festgehalten (Suva-act. 79). Im Zwischenbericht 

vom 19. März 2008 wurden schliesslich "lediglich" noch Kopfschmerzen sowie ein 

trockenes Gefühl beim Prothesentragen aufgeführt (Suva-act. 105), wogegen im 

Bericht des Augenarztes Dr. med. G.___ vom 25. Oktober 2008 sodann gar keine 

Schmerzen mehr genannt wurden (Suva-act. 127). Insgesamt verursachten die 

organisch nachgewiesenen Unfallfolgen somit keine Dauerbeschwerden von solcher 

Erheblichkeit, dass sie den Beschwerdeführer im Lebensalltag massgeblich 

beeinträchtigen würden. Dieses Kriterium ist folglich nicht erfüllt.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 29/30

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4.4.5           Anzeichen für eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen 

erheblich verschlimmert hat, sind aus den medizinischen Akten nicht ersichtlich und 

werden auch nicht geltend gemacht.

4.4.6           Sodann lagen - aus somatischer Sicht - weder ein schwieriger 

Heilungsverlauf noch erhebliche Komplikationen vor. Zwar musste sich der 

Beschwerdeführer zweieinhalb Monate nach dem Unfall nochmals einer Operation 

unterziehen, danach konnte er jedoch das Spital bereits nach zwei Tagen wieder 

verlassen und wie schon infolge der ersten Operation war der postoperative Verlauf 

komplikationslos (vgl. Suva-act. 25.1, 4 und 6). Selbst wenn allenfalls noch eine 

Enukleation oder eine Eviszeration durchgeführt werden müsste (Suva-act. 32.1, 63), 

was gemäss den neuesten Berichten wenig wahrscheinlich ist (Suva-act. 127, 130, 

133), könnte das Kriterium der erheblichen Komplikationen - bei normalem Verlauf - 

nicht bejaht werden.

4.4.7           Ebenfalls nicht gegeben ist das Kriterium von Grad und Dauer der physisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit, da der Beschwerdeführer seine Arbeit am 11. Februar 

2007 wieder aufnehmen konnte und rund neun Monate nach dem Unfallereignis, d.h. 

ab dem 21. März 2007, in Bezug auf die Augenproblematik als vollständig arbeitsfähig 

galt (Suva-act. 63).

4.5    Da vorliegend somit höchstens eines der für die Adäquanzbeurteilung 

massgebenden Kriterien (Schwere und besondere Art der erlittenen Verletzung) erfüllt 

ist, und dieses nicht in besonders ausgeprägter Weise, muss die Unfallkausalität der 

geklagten psychischen Beschwerden verneint werden. Damit steht dem 

Beschwerdeführer für seine über den 20. März 2007 hinaus bestehende 

Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen kein Anspruch auf Taggelder zu.

5.        

Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich gestützt auf die medizinischen Akten 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit weder aus somatischen 

noch psychischen Gründen ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Taggelder recht­

fertigten. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 27. Januar 2009 lässt sich somit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 30/30

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nicht beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist im Sinn der vorstehenden 

Erwägungen abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.05.2010
	Art. 6 UVG: Unfallbedingter Verlust eines bereits stark vorgeschädigten Auges. Adäquanz zwischen psychischen Beschwerden und Unfall nach den Kriterien von BGE 115 V 133 verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. Mai 2010, UV 2009/24).

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