# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c99a128a-feed-59bb-8db9-a5cc8fcaccd5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.08.2010 C-3445/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3445-2007_2010-08-24.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3445/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  A u g u s t  2 0 1 0

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Andreas Trommer, Richterin Ruth Beutler, 
Richter Jean-Daniel Dubey, 
Richterin Elena Avenati-Carpani
Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer

A._______,
vertreten durch 
Rechtsanwältin Marie-Christine Müller Leu, 
Dornacherstrasse 10, 4600 Olten
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern
Vorinstanz.

Nichtigerklärung erleichterte Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3445/2007

Sachverhalt:

A.
Die aus Rumänien stammende Beschwerdeführerin (geb. 1969),  ge-
langte im Juli 1991 als Asylsuchende in die Schweiz. Ihr Asylgesuch 
wurde am 26. September 1994 letztinstanzlich abgewiesen. Gleichzei-
tig wurde eine Ausreisefrist bis 15. Januar 1995 festgelegt. 

B.
Am  6.  Januar  1995  heiratete  die  Beschwerdeführerin  in  X._______ 
den Schweizer Bürger H._______ (geb. 1954) und erhielt in der Folge 
eine ordentliche Aufenthaltsbewilligung.

C.
Gestützt  auf  ihre Ehe ersuchte die Beschwerdeführerin am 27. März 
2001  um  die  erleichterte  Einbürgerung  nach  Art.  27  des  Bundes-
gesetzes über  Erwerb  und Verlust  des  Schweizer  Bürgerrechts  vom 
29. September 1952 (BüG, SR 141.0).

Zu  Handen  des  Einbürgerungsverfahrens  unterzeichneten  die  Ehe-
gatten am 9. April  2002 eine gemeinsame Erklärung,  wonach sie in 
einer tatsächlichen, ungetrennten, stabilen ehelichen Gemeinschaft an 
derselben  Adresse  zusammenlebten  und  weder  Trennungs-  noch 
Scheidungsabsichten  bestünden.  Die  Ehegatten  nahmen  ferner 
unterschriftlich zur Kenntnis, dass die erleichterte Einbürgerung nicht 
möglich  ist,  wenn  vor  oder  während  des  Einbürgerungsverfahrens 
einer der Ehegatten die Trennung oder Scheidung beantragt hat oder 
keine tatsächliche eheliche Gemeinschaft mehr besteht, und dass die 
Verheimlichung  dieser  Umstände  zur  Nichtigerklärung  der  Ein-
bürgerung nach Art. 41 BüG führen kann.

Am  24.  April  2002  wurde  die  Beschwerdeführerin  erleichtert  ein-
gebürgert. Nebst  dem Schweizer Bürgerrecht  erwarb sie die Bürger-
rechte des Kantons Bern und der Gemeinde Mörigen. 

D.
Die Beschwerdeführerin wurde am 8. Januar 2003 Mutter eines Soh-
nes. Vater des Kindes ist ein türkischer Staatsangehöriger.

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E.
Am 22. Oktober 2002 ersuchte die Beschwerdeführerin beim Richter-
amt  Olten-Gösgen  um  Einleitung  eines  Eheschutzverfahrens.  Am 
14. Februar  2003 bestätigten  beide Eheleute  ihren  Scheidungswillen 
vor Gericht, weshalb das Eheschutzverfahren abgeschrieben und ein 
Scheidungsverfahren eröffnet wurde. Seit dem 12. September 2003 ist 
die  Ehe  rechtskräftig  geschieden.  Am  31. Dezember  2004  meldete 
sich die Beschwerdeführerin in der Gemeinde Zuzgen (AG) an. 

F.
Aufgrund dieser Umstände eröffnete die Vorinstanz am 20. April 2004 
ein Verfahren auf Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung. Mit 
gleichem Schreiben wurde die Beschwerdeführerin eingeladen, Stel-
lung zu nehmen und ihre Einwilligung zur Einsicht in die Scheidungs-
akten zu erteilen. Die Stellungnahme sowie die Zustellung von Kopien 
der Scheidungsakten erfolgten am 4. Mai 2004. 

G.
Am 21. November 2006 veranlasste die Vorinstanz beim Departement 
des Innern des Kantons Aargau eine Befragung des Ex-Ehemanns der 
Beschwerdeführerin. Diese Befragung wurde am 15. Dezember 2006 
von der  Regionalpolizei  Lenzburg durchgeführt. Daraufhin  wurde die 
Beschwerdeführerin am 17. April 2007 – unter Zusendung einer Kopie 
des  Befragungsprotokolls  –  zur  Stellungnahme aufgefordert,  welche 
mit Schreiben vom 25. April 2007 erfolgte.

H.
Am 19. April 2007 erteilte der Kanton Bern als Heimatkanton der Be-
schwerdeführerin  seine  Zustimmung  zur  Nichtigerklärung  der  er-
leichterten Einbürgerung. 

I.
Mit  Verfügung  vom  24. April  2007  erklärte  die  Vorinstanz  die  er-
leichterte Einbürgerung der Beschwerdeführerin für nichtig. 

J.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  18. Mai  2007  erhob  die  Beschwerde-
führerin beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und ersucht um 
Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung. 

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K.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 29. Juni 2007 
die Abweisung der Beschwerde. 

L.
Die  Beschwerdeführerin  hält  mit  Replik  vom 23. Juli  2007  an  ihrem 
Begehren und dessen Begründung fest. 

M.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer der in Art. 33 VGG aufgeführten Behörden erlassen wurden. Dar-
unter  fallen  gemäss  Art.  51  Abs. 1  BüG Verfügungen  des  BFM be-
treffend Nichtigerklärung einer erleichterten Einbürgerung nach Art. 41 
Abs. 1 BüG.

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem VwVG, sofern das Verwaltungsgerichts-
gesetz nichts anderes bestimmt.

1.3 Als Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin durch die an-
gefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  sie  hat  ein  schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die 
frist-  und formgerecht eingereichte Beschwerde ist  daher einzutreten 
(Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-

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erheblichen Sachverhalts und – soweit nicht eine kantonale Behörde 
als  Rechtsmittelinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum Zeitpunkt  seines  Ent -
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
3.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine ausländische Person er-
leichtert  eingebürgert  werden,  wenn sie insgesamt fünf  Jahre in  der 
Schweiz gewohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren 
in  ehelicher  Gemeinschaft  mit  dem Schweizer  Bürger  lebt. Ihre  Ein-
bürgerung setzt gemäss Art. 26 Abs. 1 BüG zudem voraus, dass sie in 
die schweizerischen Verhältnisse eingegliedert ist, die schweizerische 
Rechtsordnung beachtet  und die innere oder äussere Sicherheit  der 
Schweiz  nicht  gefährdet.  Sämtliche  Einbürgerungsvoraussetzungen 
müssen sowohl im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch anläss-
lich der Einbürgerungsverfügung erfüllt  sein (BGE 135 II 161 E. 2 S. 
164  f. mit  Hinweisen).  Fehlt  es  im  Zeitpunkt  des  Einbürgerungsent-
scheids  an  der  ehelichen  Gemeinschaft,  darf  die  erleichterte  Ein-
bürgerung nicht ausgesprochen werden (BGE 129 II 401 E. 2.2 S. 403 
mit Hinweisen).

3.2 Der Begriff der "ehelichen Gemeinschaft" bedeutet nach der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung mehr als nur das formelle Bestehen 
einer  Ehe. Verlangt  wird  eine  tatsächliche  Lebensgemeinschaft,  ge-
tragen vom Willen, die Ehe auch künftig aufrecht zu erhalten (BGE 130 
ll 482 E. 2 S. 483 f.; BGE 130 II 169 E. 2.3.1 S. 171 f.; BGE 128 II 97  
E. 3a S. 98 f.; BGE 121 II 49 E. 2b S. 52). Der Gesetzgeber wollte dem 
ausländischen  Ehegatten  eines  Schweizer  Bürgers  die  erleichterte 
Einbürgerung ermöglichen, um die Einheit des Bürgerrechts der Ehe-
gatten im Hinblick auf ihre gemeinsame Zukunft zu fördern (vgl. Bot-
schaft  des Bundesrats zur Änderung des Bürgerrechtsgesetzes vom 
27. August 1987, BBl 1987 III 310). Zweifel am Willen der Ehegatten, 
die  eheliche Gemeinschaft  aufrecht  zu  erhalten,  sind beispielsweise 
angebracht, wenn kurze Zeit nach der erleichterten Einbürgerung die 

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Trennung erfolgt oder das Scheidungsverfahren eingeleitet wird (BGE 
130 ll 482 E. 2 S. 483 f.; BGE 128 ll 97 E. 3a S. 98 f.).

4.
Gemäss Art. 41 Abs. 1 BüG kann die erleichterte Einbürgerung mit Zu-
stimmung der Behörde des Heimatkantons innert fünf Jahren für nich-
tig  erklärt  werden,  wenn  sie  durch  falsche  Angaben  oder  Ver-
heimlichung  erheblicher  Tatsachen  "erschlichen",  d.h. mit  einem un-
lauteren  oder  täuschenden  Verhalten  erwirkt  worden  ist.  Arglist  im 
Sinne des strafrechtlichen Betrugstatbestandes wird nicht verlangt. Es 
genügt, wenn der Betroffene bewusst falsche Angaben macht bzw. die 
Behörde bewusst in einem falschen Glauben lässt und so den Vorwurf 
auf sich zieht, es unterlassen zu haben, die Behörde über eine erheb-
liche Tatsache zu informieren (vgl. BGE 135 II 161 E. 2 S. 164 f. mit  
Hinweisen). Weiss der  Betroffene,  dass die  Voraussetzungen für  die 
erleichterte Einbürgerung auch im Zeitpunkt  der Verfügung vorliegen 
müssen, so muss er die Behörden unaufgefordert über eine nachträg-
liche Änderung in seinen Verhältnissen orientieren, von der er weiss 
oder  wissen  muss,  dass  sie  einer  Einbürgerung  entgegensteht.  Die 
Pflicht dazu ergibt sich aus dem Grundsatz von Treu und Glauben und 
aus der verfahrensrechtlichen Mitwirkungspflicht gemäss Art. 13 Abs. 1 
Bst. a VwVG. Die Behörde darf sich ihrerseits darauf verlassen, dass 
die  vormals  erteilten  Auskünfte  bei  passivem  Verhalten  des  Be-
schwerdeführers nach wie vor Aktualität haben (BGE 132 II 113 E. 3.2 
S. 115 f.).

5.
5.1 Die  Beschwerdeführerin  macht  in  formeller  Hinsicht  geltend,  die 
fünfjährige  Verwirkungsfrist  sei  in  casu  nicht  gewahrt;  die  Ein-
bürgerung sei am 24. April  2002 erfolgt. Die Verfügung datiere zwar 
vom 24. April 2007, sei aber erst am 25. April 2007 versandt worden, 
womit die fünfjährige Frist bereits abgelaufen sei. 

5.2 Eine Frist,  die  in  Jahren ausgedrückt  ist,  beginnt  gemäss Art.  3 
Ziff. 1  i.V.m. Art. 2  des Europäischen  Übereinkommens über  die Be-
rechnung von Fristen vom 16. Mai 1972 (SR 0.221.122.3)  um Mitter-
nacht desjenigen Tages, an dem die Frist zu laufen beginnt, und endet 
um Mitternacht desjenigen Tages, an dem die Frist abläuft. 

5.2.1 Nach  der  Rechtssprechung  des  Bundesgerichtes  zur  Fünf-
jahresfrist  gemäss  Art.  41  Abs. 1  BüG muss die  Behörde  über  den 
gesamten  zeitlichen  Handlungsspielraum  verfügen  können,  den  ihr 

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das Gesetz einräumt. Es ist  allein ihr Tätigwerden, das für  die Frist-
wahrung  massgebend  ist  (vgl.  dazu  grundlegend  das  Urteil  des 
Bundesgerichtes  5A.2/2002  vom  29.  April  2002  E.  3).  Für  die  Be-
rechnung  der  Frist  fallen  als  mögliche  Anhaltspunkte  das  Aus-
stellungsdatum  der  Verfügung  oder  aber  das  Versanddatum  in  Be-
tracht.  Dabei  muss  der  Betrachtungsansatz  nicht  nur  für  das  Ende, 
sondern in gleicher Weise auch für  den Beginn des Fristenlaufs An-
wendung  finden  (zum  Ganzen  vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungs-
gerichtes  C-5365/2008  vom 31.  Mai  2010  E.  4.2  mit  weiteren  Hin-
weisen). In einem früheren Urteil (C-1192/2006 vom 11. Juni 2009 E. 
7.2.1) hielt das Bundesverwaltungsgericht – ohne die Frage allerdings 
abschliessend  zu  beantworten  –  dafür,  dass  wohl  die  besseren 
Gründe  für  ein  Abstellen  auf  das  Versanddatum  sprechen  würden, 
wobei  allerdings  die  Frage  der  Fristwahrung  im  Zentrum der  Über-
legungen stand. Verwiesen wurde u.a. auf die Natur der Verfügung als 
empfangsbedürftige  Willenserklärung,  den  Grundsatz  der  Waffen-
gleichheit  der  Parteien sowie  Praktikabilitäts-  und Rechtssicherheits-
erwägungen. 
Mit  Blick auf  den Beginn des Fristenlaufs,  für  den in gleicher Weise 
entweder auf die Datierung der Verfügung oder aber auf den Versand 
derselben  abzustellen  wäre,  ist  festzuhalten,  dass  sich  der  Versand 
der  (Einbürgerungs-)Verfügung  unter  Umständen  nicht  zuverlässig 
feststellen  lässt.  Während  Verfügungen  betreffend  Nichtigerklärung 
mittels Rückschein zugestellt werden und sich so das Datum des Ver-
sandes  zweifelsfrei  feststellen  lässt,  werden  Einbürgerungsver-
fügungen mit gewöhnlicher Post zugestellt und lassen nur anhand des 
Datumsstempels „Ausgang“ Rückschlüsse auf das mögliche Versand-
datum zu. Vor diesem Hintergrund spricht einiges für das Abstellen auf  
das  jeweilige  Ausstellungsdatum  der  Einbürgerungs-  bzw.  Nichtig-
erklärungsverfügung.  Dass  –  nachdem  entsprechende  Abklärungen 
vorgenommen wurden – unter Umständen nicht mit letzter Sicherheit 
geklärt  werden  kann,  ob  eine  am  letzten  Tag  der  Fünfjahresfrist 
datierte, aber erst am Folgetag versandte Verfügung nicht doch rück-
datiert  wurde, ist  hinzunehmen. Diese Unsicherheit  wird aufgewogen 
durch den Umstand, dass in jedem Fall auf das Ausstellungsdatum der 
Verfügung als Frist auslösendes Ereignis abgestellt wird und insofern 
für  den  Betroffenen  die  vorteilhafteste  Lösung  ist  (vgl.  Urteils  des 
Bundesgerichtes  1C_421/2008  vom  15. Dezember  2008  E. 2.3). 
Schliesslich  ist  festzuhalten,  dass  das  Anknüpfen  an  das  Aus-
stellungsdatum  der  Verfügung  für  Beginn  und  Ende  der  Frist  den 
zahlenmässig  gleichen  Tag  ergibt,  was  von  den  Betroffenen  ohne 

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weiteres  verstanden  wird  und  insofern  die  praktikabelste  und 
realitätsnächste Lösung darstellt  (vgl. auch BGE 136 II  113 E. 3.3.4 
S. 119).

5.2.2 Für den vorliegenden Fall bedeutet dies, dass die Fünfjahresfrist 
mit  dem  Erlass  der  Einbürgerungsverfügung  am  24.  April  2002  zu 
laufen  begann.  Sie  endet  gemäss  Art. 4  Ziff. 2  des  Europäischen 
Übereinkommens über  die Berechnung von Fristen  an dem Tag, der 
mit seiner Zahl dem Tag entspricht, an welchem die Frist zu laufen be-
gann. Damit endete die fünfjährige Frist am 24. April  2007 um 24.00 
Uhr. Die Vorinstanz erliess die Nichtigerklärung am 24. April 2007. Ein 
entsprechender  Beleg über  den genauen Zeitpunkt  der  Speicherung 
der  Endfassung –  welche  um 16.46  Uhr  erfolgte  –   wurde der  Ver-
nehmlassung  beigelegt.  Die  angefochtene  Verfügung  wurde  somit 
innert der fünfjährigen Frist erlassen.

6.
6.1 Des Weiteren wird in formeller Hinsicht gerügt, die vorinstanzliche 
Verfügung sei unter Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör 
zustande gekommen. Mit Schreiben vom 17. April  2007, welches der 
Beschwerdeführerin  am  24.  April  2007  zugestellt  worden  sei,  habe 
man sie zur Stellungnahme innert 7 Tagen aufgefordert. In der Folge 
habe sie der Vorinstanz mit Schreiben vom 25. April 2007 geantwortet.  
Bereits  einen Tag später  habe sie  die  Verfügung erhalten. Hätte  die 
Vorinstanz jedoch die  Frist  zur  Stellungnahme abgewartet,  hätte  sie 
die  Nichtigerklärung  nicht  mehr  verfügen  können,  da  die  fünfjährige 
Frist bereits abgelaufen wäre.

6.2 Der  Anspruch  auf  vorgängige  Äusserung  steht  den  Betroffenen 
primär in Bezug auf die Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts zu. Dies erfordert auch, dass die betroffene Person mit Aussagen 
von Drittpersonen zu konfrontieren ist,  damit  auch allfällige Missver-
ständnisse  aus  dem Weg  geräumt  werden  können  (vgl.  WALDMANN / 
BICKEL,  in Waldmann/Weissenberger [Hrsg.],  Praxiskommentar VwVG, 
Zürich 2009, Art. 30 N 18). 

Vorliegend wurde der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 17. April 
2007 – unter gleichzeitiger  Aufforderung zur Stellungnahme innert  7 
Tagen – eine Kopie des Befragungsprotokolls ihres Ex-Ehemanns zu-
geschickt.  Ohne  die  Stellungnahme  der  Beschwerdeführerin  abzu-
warten, wurde am 24. April 2007 jedoch die Endfassung der Verfügung 
erlassen und somit in eine noch laufende Frist eingegriffen. Inwiefern 

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die  Ansetzung  einer  kurzen  7-tägigen  Frist  überhaupt  zulässig  ist, 
kann in diesem Zusammenhang offen gelassen werden. Aufgrund der 
vorangegangenen  Ausführungen  liegt  somit  offensichtlich  eine 
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör vor. 

6.3 Das verfassungsmässige Recht, angehört zu werden, ist formeller 
Natur. Die Verletzung des rechtlichen Gehörs führt  – ungeachtet  der 
Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst – in der Regel 
zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit  anderen 
Worten  nicht  darauf  an,  ob die  Anhörung  im konkreten  Fall  für  den 
Ausgang  der  materiellen  Streitentscheidung  von  Bedeutung  ist,  d.h. 
die Behörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder 
nicht (BGE 135 I 279 E. 2.6.1). Nach der Praxis des Bundesgerichts 
kann  eine  –  nicht  besonders  schwerwiegende  –  Gehörsverletzung 
geheilt werden, wenn die Betroffenen die Möglichkeit erhalten, sich vor 
einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie 
die Rechtslage frei überprüfen kann. Wie auch die Beschwerdeführerin 
zutreffend  bemerkte,  soll  aber  die  Heilung  eines  –  allfälligen  – 
Mangels  die  Ausnahme  bleiben  (vgl.  zu  den  generellen  Voraus-
setzungen der  Heilung  der  Verletzung des rechtlichen  Gehörs: BGE 
135  I  279  E. 2.6  S.  285  ff.  mit  Hinweisen).  So  soll  gemäss  der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung die  Heilung der  Verletzung des 
Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör  –  vor  allem  bei  Vorliegen  einer 
schwerwiegenden  Verletzung  –  die  Ausnahme  bilden.  Dies  ins-
besondere,  weil  eine  Heilung  des  öfteren  nur  einen  unvollständigen 
Ersatz für die vorgängige Anhörung darstellt. Darüber hinaus soll eine 
nachträgliche  Heilung  nur  zum  Zuge  kommen,  falls  der  betroffenen 
Person  daraus  keine  schwerwiegenden  Nachteile  entstehen.  Allem 
voran fällt  eine nachträgliche Heilung ausser Betracht,  falls eine Be-
hörde durch eine Gehörsverletzung  zu  Ergebnissen  gelangt,  welche 
ihr  bei  korrekter  Vorgehensweise nicht  offen gestanden wären (BGE 
135 I 279 E. 2.6.1 S. 285).

Dem Bundesverwaltungsgericht kommt im vorliegenden Beschwerde-
verfahren  volle  Überprüfungsbefugnis  zu  (Art. 49  VwVG). Es  verfügt 
damit  über  dieselbe  Kognition  wie  die  Vorinstanz.  Nach  Erlass  der 
Verfügung  wurde  der  Beschwerdeführerin  zwar  Einsicht  in  alle  Ver-
fahrensakten gewährt (vgl. Schreiben der Vorinstanz vom 8. Mai 2007) 
und  es  wurde  ein  zweifacher  Schriftenwechsel  durchgeführt.  Die  in 
casu schwerwiegende Verletzung des Anspruchs auf  rechtliches Ge-
hör ist jedoch einer Heilung nicht zugänglich.

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Durch  ihre  Vorgehensweise  konnte  die  Vorinstanz  ein  Ergebnis  er-
reichen (Einhalten der  fünfjährigen Verjährungsfrist),  welches ihr  bei 
regelkonformer  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  nicht  offen  ge-
standen wäre. Die angefochtene Verfügung ist somit wegen grober, im 
Rechtsmittelverfahren  nicht  heilbarer  Verletzung  des  Anspruchs  auf 
rechtliches Gehör aufzuheben.

6.4 Unter  diesen  Umständen  ist  über  die  restlichen  Rügen  in  der 
Sache nicht zu befinden.

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 
(vgl.  Art. 63  Abs. 1  und  2  VwVG).  Der  Beschwerdeführerin  ist 
ausserdem eine gerichtlich  festzusetzende Parteientschädigung aus-
zurichten (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff.  des Reglements vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.
Die angefochtene Verfügung vom 24. April 2007 wird aufgehoben.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 

4.
Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 
von Fr. 1'500.- zu entrichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Formular "Zahl-
adresse")

- die Vorinstanz (gegen Empfangsbestätigung; Beilage: Akten Ref-Nr. 
K [...] retour)

- den Zivilstands- und Bürgerrechtsdienst des Kantons Bern 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer

Seite 11

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die  Be-
gehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Be-
weismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, bei -
zulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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