# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1c33f58e-4ff4-5f17-894d-c782b6fc9ab8
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-13
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 13.11.2023 SST.2022.286
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2022-286_2023-11-13.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2022.286 
(ST.2021.82; StA.2020.2033) 

 

 

Urteil vom 13. November 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Vasvary 

Gerichtsschreiberin Yalin 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach, 

Wildischachenstrasse 14, 5200 Brugg AG  

 

Privatkläger   A._____, 

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Edelmann,  

[…] 

 

 
    

Beschuldigter   C._____,  

geboren am tt.mm.1996, von der Türkei, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Cyrille Diem,  

[…] 

 

  

 
 

Gegenstand  Einfache Körperverletzung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach erhob am 20. Dezember 2021 

Anklage gegen den Beschuldigten wegen qualifizierter einfacher 

Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB. 

 

2. 

Der Präsident des Bezirksgerichts Zurzach sprach den Beschuldigten mit 

Urteil vom 22. Juni 2022 von Schuld und Strafe frei.  

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 25. Oktober 2022 beantragte die Staats-

anwaltschaft, der Beschuldigte sei gemäss Anklage schuldig zu sprechen.  

 

3.2. 

Mit Anschlussberufungserklärung vom 8. Dezember 2022 beantragte der 

Privatkläger eine Verurteilung des Beschuldigten gemäss Anklage. Weiter 

sei der Beschuldigte unter solidarischer Haftbarkeit zu Schadenersatz und 

Genugtuung für die erlittene Körperverletzung zu verpflichten und es sei 

ein richterlicher Nachklagevorbehalt für weitere illiquide Schadens-

positionen festzuhalten. Ferner ersuchte der Privatkläger um unentgeltliche 

Rechtspflege.  

 

3.3. 

Die Staatsanwaltschaft reichte mit Eingabe vom 9. Dezember 2022 

vorgängig zur Berufungsverhandlung eine schriftliche Berufungs-

begründung und der Privatkläger am 9. Januar 2023 eine schriftliche 

Anschlussberufungsbegründung sowie eine Stellungnahme zur Berufungs-

begründung der Staatsanwaltschaft ein.  

 

3.4. 

Mit Verfügung vom 10. Juli 2023 wurde dem Privatkläger für das 

Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege in Bezug auf die 

Befreiung von den Verfahrenskosten, nicht jedoch bezüglich Bestellung 

eines Rechtsbeistandes gewährt.  

 

3.5. 

Die ursprünglich auf den 23. Oktober 2023 angesetzte Berufungs-

verhandlung konnte wegen unentschuldigten Fernbleibens des 

Privatklägers nicht durchgeführt werden. Die Berufungsverhandlung fand 

schliesslich am 13. November 2023 zusammen mit den Berufungs-

verfahren i.S. E._____ (SST.2022.284) und F._____ (SST.2022.285) statt. 

Der Beschuldigte beantragte die Abweisung der Berufung der 

Staatsanwaltschaft und der Anschlussberufung des Privatklägers. 

 - 3 - 

 

 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung der Staatsanwaltschaft sowie die Anschlussberufung des 

Privatklägers richten sich gegen den vorinstanzlichen Freispruch des 

Beschuldigten. Das Urteil ist mithin vollständig zu überprüfen (Art. 404 

Abs. 1 StPO). Das vorliegende Verfahren ist eines von drei parallel 

geführten Verfahren. 

 

2. 

2.1. 

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 20. Dezember 2021 eine 

qualifizierte einfache Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB 

vorgeworfen. E._____ sei am Abend des 22. Juni 2020 mit G._____ 

unterwegs gewesen, als sie in U._____ (Deutschland) den Beschuldigten 

und F._____ getroffen hätten. Zu viert seien sie um ca. 22:00 Uhr (Einreise 

über W._____ um 22:05 Uhr) mit dem Auto zu E._____ nach Hause nach 

X._____, X-weg 2, gefahren, wo E._____ in einer Wohngemeinschaft (WG) 

mit unter anderem A._____ (Privatkläger) wohne. E._____ habe bis zur 

Ankunft in X._____ wissentlich und willentlich den Beschuldigten, F._____ 

sowie G._____ aufgefordert, A._____ zu verprügeln, wobei beabsichtigt 

gewesen sei, dass einer mit einem Schlagstock auf ihn einschlagen solle. 

E._____ habe die genannten Kollegen zwischen ca. 22:15 und 22:50 Uhr 

in das Wohnzimmer der WG geführt, wo sich A._____ befunden habe. 

Während E._____ das Wohnzimmer verlassen und die Wohnzimmertüre 

zugezogen habe, hätten der Beschuldigte, F._____ sowie G._____ mit den 

Fäusten gegen den Kopf und den Oberkörper von A._____ geschlagen. 

Zusätzlich hätten der Beschuldigte und F._____ mit einem Schlagstock 

gegen seine Rippen geschlagen. Nachdem A._____ ca. 20 bis 25 Schläge 

erhalten habe, habe E._____ das Wohnzimmer wieder betreten und den 

anderen gesagt, dass nun genug sei, woraufhin der Beschuldigte, F._____ 

und G._____ von ihm abgelassen und das Wohnzimmer verlassen hätten. 

Um ca. 23:00 Uhr seien E._____, der Beschuldigte, F._____ sowie 

G._____ wieder nach Deutschland (Ausreise über W._____ um 23:05 Uhr) 

gefahren. A._____ habe aufgrund der Schläge ein leichtes Schädel-Hirn-

Trauma, eine Gesichtsschädelverletzung (eine Rissquetschwunde am 

Ohrwulst des linken Ohrs, einen Bruch des Nasenbeins und der 

Nasenscheidewand mit Abweichung nach links, eine Fraktur des 

Knochenvorsprungs am oberen Ende des Oberkiefers links und eine 

Fraktur der inneren Wand der Augenhöhle links), ein Thoraxtrauma (einen 

Pneumothorax links und eine Rippenserienfraktur der Rippen I bis VIII 

links) und eine Rissquetschwunde des linken Daumens erlitten. 

 

 - 4 - 

 

 

2.2. 

Die Vorinstanz hat im Wesentlichen festgehalten, dass – entgegen den 

Behauptungen von A._____, wonach der Beschuldigte, F._____ und 

G._____ ihn geschlagen hätten – der Beschuldigte sowie die 

Mitbeschuldigten übereinstimmend angegeben hätten, dass es lediglich 

zwischen G._____ und A._____ nebst einem verbalen Streit auch zu einer 

tätlichen Auseinandersetzung gekommen sei. Aufgrund der 

widersprüchlichen Aussagen von A._____ betreffend sein eigenes 

Verhalten am besagten Abend, dem Verhältnis zwischen ihm und dem 

Mitbeschuldigten E._____ im Nachgang zum angeblich Vorgefallenen, des 

zweifelhaften vorgebrachten Motivs sowie des Umstands, dass die 

Verletzungen von A._____ gemäss dem medizinischen Gutachten nicht 

wie von ihm behauptet auf Schläge mit einem Schlagstock hindeuten 

würden, bestünden unüberwindbare Zweifel, dass sich der Vorfall so 

zugetragen habe, wie von A._____ geschildert, weshalb der Beschuldigte 

vom Vorwurf der (qualifizierten) einfachen Körperverletzung gemäss Art. 

123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB in dubio pro reo freizusprechen sei (vorinstanzliches 

Urteil E. 5.5).  

 

Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Berufung einen Schuldspruch und 

macht im Wesentlichen geltend, dass A._____ am 22. Juni 2020 

nachweislich erheblich verletzt worden sei und er diesbezüglich von Anfang 

an ausgeführt habe, von drei Männern auf Initiative von E._____ hin 

angegriffen worden zu sein. Gleich habe die Meldung von H._____, 

welcher am 22. Juni 2020 die Ambulanz anvisiert habe, gelautet. Die 

vorinstanzlichen Erwägungen, weshalb die Aussagen des Beschuldigten 

sowie der Mitbeschuldigten glaubhafter sein sollten als diejenige von 

A._____, würden nicht überzeugen (Berufungsbegründung).  

 

Der Privatkläger A._____ beantragt mit Anschlussberufung ebenfalls einen 

Schuldspruch und führt diesbezüglich zusammengefasst aus, dass 

ähnliche Sachverhaltsversionen von drei Beschuldigten, welche sich vor 

den Einvernahmen haben absprechen können, nicht als überzeugendes 

Argument für einen Freispruch verwendet werden könne. Darüber hinaus 

sei der «Ausflug» entgegen den Ausführungen von E._____ von U._____ 

nach X._____ um 22:00 Uhr abgesprochen und geplant gewesen. Dazu 

passe auch, dass der Beschuldigte und sein Bruder F._____ verschiedene 

Versionen betreffend den Ort des zufälligen Treffens angegeben hätten. 

Weiter widersprächen sich auch die Aussagen des Beschuldigten und der 

Mitbeschuldigten hinsichtlich des Ablaufs der Geschehnisse (Anschluss-

berufungsbegründung S. 2 ff.).  

  

 - 5 - 

 

 

3. 

3.1. 

Nach Art. 123 Ziff. 1 und 2 StGB wird von Amtes wegen verfolgt und mit 

einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer 

vorsätzlich einen Menschen durch den Gebrauch von Gift, einer Waffe oder 

eines gefährlichen Gegenstands an Körper oder Gesundheit schädigt.  

 

Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt als Mittäter, wer bei der 

Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in 

massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als 

Hauptbeteiligter dasteht; dabei kommt es darauf an, ob der Tatbeitrag nach 

den Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan für die Ausführung 

des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt (BGE 

135 IV 152 E. 2.3.1). Der Tatenschluss muss nicht ausdrücklich bekundet 

werden, es genügt, wenn er konkludent zum Ausdruck kommt (BGE 

143 IV 361 E. 4.10). Die Tatbeteiligung als Mittäter wird massgebend an 

der Rolle gemessen, die der Einzelne willentlich übernimmt (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_939/2013 vom 17. Juni 2014 E. 2). 

 

3.2. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und unbestritten geblieben, dass der 

Beschuldigte am 22. Juni 2020 gemeinsam mit G._____ sowie den 

Mitbeschuldigten E._____ und F._____ um ca. 22:00 Uhr von U._____ 

nach X._____, X-weg 2, gefahren ist, wo E._____ im damaligen Zeitpunkt 

zusammen mit unter anderem A._____ wohnte (Untersuchungsakten [UA] 

act. 210 f., 221, 229, 251; vorinstanzliches Protokoll S. 10, 15, 19). 

Ebenfalls ist erstellt und unbestritten geblieben, dass A._____ in der 

besagten Nacht in eine gewalttätige Auseinandersetzung involviert war und 

sich dabei zahlreiche Verletzungen zugezogen hat (UA act. 140 ff.). 

Umstritten ist jedoch, ob der Beschuldigte zusammen mit G._____ und 

F._____ auf Aufforderung von E._____ hin A._____ (mit oder ohne 

Schlagstock) verprügelt hat. 

 

3.3. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen un-

überwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen 

der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für den Beschuldigten 

günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Bloss abstrakte und 

theoretische Zweifel genügen nicht, weil solche immer möglich sind. Der 

Grundsatz «in dubio pro reo» verlangt indes nicht, dass bei sich 

widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für den Angeklagten 

günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Entscheidregel ist erst anwendbar, 

nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise 

ausgewertet worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem 

relevante Zweifel bestehen (BGE 148 IV 409 E. 2.2; 144 IV 345 E. 2.2.3). 

 - 6 - 

 

 

 

3.4. 

3.4.1. 

A._____ führte betreffend den Vorfall vom 22. Juni 2020 im Wesentlichen 

stets konstant aus, er habe sich im Wohnzimmer aufgehalten, als plötzlich 

E._____ drei Männer – unter anderem den Beschuldigten – in das 

Wohnzimmer hineingelassen habe. Einen davon, G._____, habe er 

gekannt. Sie hätten ihn gefragt, weshalb er E._____ ein Hausverbot erteilt 

habe, woraufhin A._____ geantwortet habe, dass er nicht ihm, sondern 

I._____ (eine [Ex-] Freundin von E._____, welche für einige Zeit in der 

Wohnung gelebt habe; UA act. 192) ein Hausverbot erteilt habe. E._____ 

habe dann das Wohnzimmer verlassen. Die drei Männer (gemeint sind der 

Beschuldigte, der Mitbeschuldigte F._____ sowie G._____) seien dann auf 

ihn losgegangen, wobei sie ihn mit den Fäusten auf den Kopf und in die 

Rippen geschlagen hätten. Der Beschuldigte habe ihn zudem zusätzlich 

mit einem Schlagstock in die Rippen geschlagen. E._____ habe sich 

während der Auseinandersetzung in seinem Zimmer aufgehalten. Das 

Ganze habe etwa eine Minute gedauert. E._____ sei schliesslich in das 

Wohnzimmer zurückgekehrt und habe die drei Männer zurückgepfiffen. 

Danach hätten sie die Wohnung wieder verlassen (UA act. 193 f., 201 f.; 

vorinstanzliches Protokoll S. 5; Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 3 ff.).  

 

Demgegenüber führten die Beschuldigten ebenfalls im Kern gleichbleibend 

aus, dass E._____ und G._____ in U._____ den Beschuldigten und seinen 

Bruder F._____ angetroffen hätten, welche mit dem Auto unterwegs 

gewesen seien. E._____ hätte bei sich zu Hause in X._____ Sachen holen 

müssen, weshalb sie zu viert mit dem Auto an den Wohnort von ihm 

gefahren seien. In der Wohnung hätten sie A._____ angetroffen, wobei es 

direkt zu einem verbalen Streit zwischen A._____ und G._____ gekommen 

sei. Der Beschuldigte und die beiden Mitbeschuldigten hätten dann 

A._____ beruhigt. Als sich die Lage einigermassen entspannt habe, sei 

E._____ in sein Zimmer gegangen, um seine Sachen zu packen. Kurze Zeit 

später sei es zu einer erneuten, dieses Mal tätlichen Auseinandersetzung 

zwischen A._____ und G._____ gekommen. Erneut hätte man die beiden 

voneinander getrennt, bevor sie dann schliesslich zusammen mit G._____ 

die Wohnung wieder verlassen und A._____ allein in der Wohnung 

zurückgelassen hätten (UA act. 210 f., 221 f.; 229 ff., 242 ff., 251, 261 ff.; 

vorinstanzliches Protokoll S. 10 f.; Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 12 ff.).  

 

3.4.2. 

Für das Obergericht ist die durch den Beschuldigten in Mittäterschaft 

begangene qualifizierte einfache Körperverletzung erstellt.  

 

 - 7 - 

 

 

Dafür spricht im Wesentlichen das Verletzungsbild von A._____. So konnte 

gemäss dem medizinischen Gutachten vom 13. August 2020 wenige 

Stunden nach dem Ereignis bei A._____ ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma, 

Gesichtsschädelverletzungen, Verletzungen des Brustkorbs (Luft im 

Brustkorb und Rippenserienfraktur), eine Rissquetschwunde am linken 

Daumen sowie diverse Hautabschürfungen und Blutergüsse am ganzen 

Körper festgestellt werden (UA act. 140 ff.). Im Gutachten wird sodann 

weiter festgehalten, dass bei Spitaleintritt zwar keine konkrete Lebens-

gefahr für A._____ bestanden hätte. Dennoch hätte es ohne Einlage einer 

Thoraxdrainage zur Entfernung der Luft aus der linken Brusthöhle zu einem 

akuten Pumpenversagen des Herzens kommen können. Weiter seien auch 

die festgestellten Mittelgesichtsbrüche die Folge von lebensgefährlichen 

Handlungen, die mit erheblicher Heftigkeit ausgeführt worden seien. Das 

Gutachten bestätigt schliesslich – nebst dem Umstand, dass der Körper 

von A._____ im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB geschädigt wurde, wobei 

aber (noch) keine konkrete Lebensgefahr bestanden hat und die 

Schädigung noch nicht als schwer im Sinne von Art. 122 StGB zu 

qualifizieren ist – dass A._____ die Verletzungen nicht einzig und alleine 

mit den Fäusten, sondern auch unter Verwendung eines Gegenstandes zu-

gefügt worden sind. Aufgrund der Verwendung eines solchen Gegenstan-

des bei einer tätlichen Auseinandersetzung mit, wie im Gutachten ausge-

führt, lebensgefährlichen Handlungen, handelt es sich mithin um einen 

gefährlichen Gegenstand im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB (siehe 

Urteil des Bundesgerichts 6B_617/2019 vom 14. November 2019 E. 1.3.2). 

 

Es liegt ausserhalb einer vernünftigen Betrachtungsweise, dass nur eine 

Person – wie dies die Beschuldigten geltend machen und damit die Schuld 

alleine auf den flüchtigen G._____ abschieben wollen – die kurz nach dem 

Vorfall bei A._____ festgestellten Verletzungen, welche sich über beide 

Körperseiten erstrecken, beigebracht haben soll. Mit dem Verletzungsbild 

steht im Einklang, dass A._____ von Anfang an konsistent ausführte, von 

mehreren Personen tätlich angegriffen worden zu sein, wobei er auch stets 

erwähnt hat, dass einer davon mit einem Gegenstand auf ihn 

eingeschlagen habe. Dabei konnte er – nebst dem Mitbeschuldigten 

E._____, den er als seinen Mitbewohner kannte – stets den Beschuldigten 

und F._____ zu 100% als Schläger bzw. den Beschuldigten als denjenigen, 

der mittels Stock auf ihn eingeschlagen haben soll, identifizieren (UA 

act. 193, 202; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 8 f.). Soweit 

Unstimmigkeiten hinsichtlich des im Rahmen der gewalttätigen 

Auseinandersetzung verwendeten Gegenstands bestehen, ist dies nicht 

weiter entscheidend, lässt sich doch anhand des Verletzungsbildes 

erstellen, dass A._____ die Verletzungen (unter anderem) mit einem 

Gegenstand zugefügt worden sind. Es erscheint in diesem Zusammenhang 

auch wenig überzeugend, dass A._____ zwei ihm völlig fremde Personen 

zu Unrecht bezichtigen sollte, ihn (mit einem Gegenstand) geschlagen zu 

haben, zumal er – was in erster Linie seiner Persönlichkeit geschuldet ist, 

 - 8 - 

 

 

wovon sich das Obergericht anlässlich der Berufungsverhandlung einen 

unmittelbaren Eindruck hat machen können – mehrfach die Situation bzw. 

deren Schläge auf ihn vollkommen verharmlost hat (so hätten sie ihn 

lediglich «gekitzelt», Protokoll der Berufungsverhandlung S. 6, 8). Hinzu 

kommt, dass A._____ immer wieder bestätigt hat, dass der Mitbeschuldigte 

E._____ während der Auseinandersetzung nicht im Raum gewesen sei, 

obwohl diesem gegenüber am ehesten ein Motiv zur falschen Bezichtigung 

zu erwarten gewesen wäre, zumal es zwischen E._____ und A._____ zu 

Spannungen wegen der Freundin von E._____ gekommen sein soll 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3, 7). Ferner erscheint es nebst 

dem Verletzungsbild auch unter Berücksichtigung des Umstandes, dass 

A._____ über eine Kampfausbildung verfügt und G._____ darüber hinaus 

um einiges kleiner ist als A._____, abwegig, dass einzig und allein G._____ 

ihm die Verletzungen zugefügt haben soll (vgl. Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 5, 9, 13). Dazu passt auch, dass sich selbst die 

Beschuldigten die erheblichen Verletzungen von A._____ nicht erklären 

konnten bzw. diese abenteuerlich damit begründeten, dass er sich diese 

selbst zugefügt haben soll (UA act. 222, 232, 244, 253, 261 f.; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 13, 18). Hätten die Beschuldigten sodann im 

Rahmen dieser Auseinandersetzung, wie sie behaupten, schlichtend 

eingegriffen, wäre es mit an Sicherheit nicht zum vorliegenden 

Verletzungsbild gekommen.  

 

Der genaue Ablauf des Geschehenen kann nicht erstellt werden, was aber 

nicht entscheidend ist, da sich zweifellos erstellen lässt, dass der 

Beschuldigte im Rahmen der tätlichen Auseinandersetzung einen 

massgeblichen Tatbeitrag geleistet hat, sodass er nicht bloss als Gehilfe in 

Betracht fällt. Sodann ist der tätliche Angriff auf A._____ nicht einfach aus 

der Situation heraus entstanden; vielmehr handelte es sich um eine 

gemeinsame koordinierte Aktion. So haben sich die drei Beschuldigten und 

G._____ um 22:00 Uhr bewusst dazu entschlossen, mit dem Auto von 

U._____ nach X._____ zu fahren. Soweit die drei Beschuldigten geltend 

machen, dass sie zur Wohnung gefahren seien, weil E._____ ein paar 

Sachen habe holen wollen, erscheint dies einzig und allein in Anbetracht 

der Uhrzeit (22:00 Uhr) abwegig. Es ist denn auch nicht erstellt, dass auch 

tatsächlich etwas aus der Wohnung geräumt wurde. Schliesslich erscheint 

auch die Behauptung, dass der Mitbeschuldigte E._____ ursprünglich 

geplant habe, mit G._____ mit dem Zug nach X._____ zu fahren, um seine 

Sachen zu räumen, wobei er unterwegs zum Bahnhof zufällig den 

Beschuldigten und seinen Bruder bzw. Mitbeschuldigten F._____ 

angetroffen hätte, welche ihm sodann angeboten hätten, ihn und G._____ 

mit dem Auto nach X._____ zu fahren, ebenfalls abwegig, zumal 

unbestritten geblieben ist, dass der letzte Zug von X._____ zurück nach 

U._____ um 21.29 Uhr fährt und es mithin fraglich erscheint, wie E._____ 

und G._____ zurück nach U._____ gekommen wären. Vielmehr deutet dies 

daraufhin, dass sich die Beschuldigten nicht rein zufällig getroffen haben.  

 - 9 - 

 

 

 

Hinsichtlich der Körperverletzung ist für das Obergericht schliesslich 

erstellt, dass der Beschuldigte mit einem Stock auf A._____ eingeschlagen 

hat. Im Übrigen ist zwar unklar, wer sich wie und in welcher Intensität an 

den Schlägen beteiligt hat. Es lässt sich einzig erstellen, dass jeder 

einzelne Tatbeitrag von einem gemeinsamen Vorsatz der Beschuldigten 

getragen wurde, womit der Beschuldigte sich die einzelnen Tatbeiträge 

anrechnen muss. Insbesondere ergeben sich in diesem Zusammenhang 

keine Hinweise auf einen Exzess der Mittäter, welcher dem Beschuldigten 

nicht zugerechnet werden könnte. 

 

Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte als Mittäter zu qualifizieren und 

es sind ihm nebst seinem eigenen Tatbeitrag auch die Tatbeiträge der 

Mitbeschuldigten anzurechnen. Er hat sich deshalb der qualifizierten 

einfachen Körperverletzung zum Nachteil von A._____ schuldig gemacht. 

 

4. 

4.1. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 

144 IV 217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 135 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit 

Hinweisen. Darauf kann verwiesen werden.  

 

4.2. 

Die qualifizierte einfache Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 

StGB ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht. Wie 

zu zeigen sein wird, kommt aufgrund der Schwere des Verschuldens nur 

eine Freiheitsstrafe in Frage.  

 

Ausgangspunkt für die Strafzumessung bildet die Verletzung oder 

Gefährdung des betroffenen Rechtguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Der 

Tatbestand der einfachen Körperverletzung schützt sowohl die körperliche 

Integrität als auch die psychische Gesundheit (BGE 134 IV 189 E. 1.4). 

A._____ erlitt im Rahmen der Auseinandersetzung, nebst oberflächlichen 

weniger schwerwiegenden Verletzungen, unter anderem ein Schädel-Hirn-

Trauma, Gesichtsschädelverletzungen (Rissquetschwunde, Nasenbein- 

und Nasenscheidewandbruch, Bruch des Stirnfortsatzes des Oberkiefers, 

Bruch der inneren Wand der Augenhöhle), Verletzungen des Brustkorbs 

(Luft im Brustkorb und Rippenserienfraktur) sowie eine Rissquetschwunde 

am linken Daumen (UA act. 140 ff.). Eine konkrete Lebensgefahr bestand 

im Zeitpunkt des Spitaleintritts (noch) nicht (vgl. UA act. 144 f.). Zudem 

konnten relevante Verletzungen des Hirnschädels oder des Gehirns 

ausgeschlossen werden, wobei die Schläge und Tritte gegen den Kopf aber 

auch zu schwereren oder sogar tödlichen Schädel-Hirn-Verletzungen 

hätten führen können (UA act. 145). A._____ war ab dem Zeitpunkt des 

Vorfalles bis am 31. März 2021, mithin knapp 9 Monate lang, zu 100% 

 - 10 - 

 

 

arbeitsunfähig (siehe anlässlich des vorinstanzlichen Verfahrens 

eingereichte ärztliche Zeugnisse). Im Rahmen der unter den Tatbestand 

der qualifizierten einfachen Körperverletzung fallenden Verletzungen ist 

von nicht mehr leichten Verletzungen und einem entsprechenden Taterfolg 

auszugehen. 

 

Die Art und Weise bzw. die Verwerflichkeit der in Mittäterschaft handelnden 

Beschuldigten ist insofern über die blosse Erfüllung des qualifizierten 

Tatbestandes hinausgegangen, als dass die auf A._____ einschlagenden 

Beschuldigten ganz bewusst zusammengewirkt haben, um die sich so 

ergebende Überlegenheit ausspielen zu können. Nichts zu seinen Gunsten 

kann er daraus ableiten, dass er A._____ nicht alle Verletzungen 

eigenhändig zugefügt hat, sind ihm doch bei mittäterschaftlichem Handeln 

– insoweit wie vorliegend kein Exzess eines Mittäters vorliegt – die 

Handlungen der anderen Mittäter zuzurechnen. 

 

Die eigentlichen Beweggründe des nicht geständigen Beschuldigten sind 

nicht bekannt. Das Tatmotiv scheint aber wohl am ehesten eine 

Auseinandersetzung zwischen E._____ und A._____ gewesen zu sein. 

Dafür spricht zumindest, dass er A._____ gar nicht gekannt hat und 

anlässlich des Vorfalles zum ersten Mal gesehen hat (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 18). Es wäre für den Beschuldigten ein Leichtes 

gewesen, sich aus dem Konflikt, welcher ihn nichts anging, herauszuhalten. 

Je leichter es aber für ihn gewesen wäre, die körperliche Integrität von 

A._____ zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung dagegen 

und damit sein Verschulden (vgl. BGE 117 IV 112 E. 1 S. 114 mit 

Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 

E. 3.4.3). 

 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung des Strafrahmens von bis zu 3 Jahren 

Freiheitsstrafe und dem breiten Spektrum der davon erfassten 

Verletzungsfolgen und Handlungsweisen von einem nicht mehr leichten bis 

mittelschweren Verschulden und einer dafür angemessenen Freiheitstrafe 

von 12 Monaten Freiheitstrafe auszugehen.  

 

4.3. 

Hinsichtlich der Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte 

ist im Schweizerischen Strafregister nicht eingetragen. Die Vorstrafen-

losigkeit des Beschuldigten stellt jedoch den Normalfall dar und wirkt sich 

deshalb neutral aus (BGE 136 IV 1). 

 

Der Beschuldigte hat die ihm vorgeworfene qualifizierte einfache 

Körperverletzung zum Nachteil von A._____ auch noch im 

Berufungsverfahren bestritten. Unter diesen Umständen ist eine 

Strafminderung, wie sie bei einem geständigen, einsichtigen und reuigen 

Täter möglich ist, ausgeschlossen. 

 - 11 - 

 

 

 

Weitere relevante, sich auf die Strafhöhe auswirkende Täterkomponenten 

sind nicht ersichtlich. Der Beschuldigte ist 27 Jahre alt, ledig sowie 

kinderlos und wohnt bei seinen Eltern in Z._____ (Deutschland). Er ist 

gelernter KFZ-Elektriker und arbeitet aktuell als Vorarbeiter im Gleisbau. 

Schulden hat er nach eigenen Angaben keine. Die für die Annahme einer 

erhöhten Strafempfindlichkeit notwendigen aussergewöhnlichen Umstände 

liegen nicht vor (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 

23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit Hinweisen). 

 

Die Täterkomponente wirkt sich nach dem Gesagten neutral aus. 

Insgesamt erscheint dem Obergericht eine Freiheitsstrafe von 12 Monaten 

dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

angemessen. 

 

4.4. 

Der Beschuldigte weist keine Vorstrafen auf, weshalb die Freiheitsstrafe – 

mangels Vorliegens einer Schlechtprognose (vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB) – 

bedingt auszusprechen und die Probezeit auf das gesetzliche Minimum von 

2 Jahre festzulegen ist (Art. 44 StGB). 

 

5. 

5.1. 

Der Privatkläger A._____ beantragt mit Anschlussberufung, wie bereits vor 

Vorinstanz, der Beschuldigte sei unter solidarischer Haftbarkeit zur Zahlung 

eines Schadenersatzes von Fr. 7'840.00 und einer Genugtuung von Fr. 

5'000.00 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 22. Juni 2022 zu verpflichten und 

es sei ein richterlicher Nachklagevorbehalt für weitere aktuell illiquide 

Schadenspositionen festzuhalten (vorinstanzliches Protokoll S. 22 ff.; 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 29; Anschlussberufungserklärung).  

 

5.2. 

Das Gericht entscheidet unter anderem dann über die anhängig gemachte 

Zivilklage, wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht (Art. 126 

Abs. 1 lit. a StPO). Hingegen wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen, 

wenn die Privatklägerschaft ihre Klage nicht hinreichend begründet oder 

beziffert hat (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO). Ein Zivilanspruch ist sodann auch 

auf den Zivilweg zu verweisen, wenn die vollständige Beurteilung 

unverhältnismässig aufwendig wäre (Art. 126 Abs. 3 StPO). 

 

5.3. 

Der Beschuldigte hat sich als Mittäter der qualifizierten einfachen 

Körperverletzung zum Nachteil des Privatklägers A._____ schuldig 

gemacht. Damit ist der Beschuldigte unter solidarischer Haftung (Art. 50 

Abs. 1 OR) mit den Mitbeschuldigten dem Privatkläger gegenüber 

 - 12 - 

 

 

grundsätzlich zur Leistung eines daraus resultierenden Schadens 

verpflichtet (Art. 41 Abs. 1 OR; Art. 50 Abs. 1 OR). 

 

Wie der Privatkläger ausgeführt hat und auch aus seinen eingereichten 

Unterlagen ersichtlich wird, ist die Unfallversicherung im Umfang von 80% 

für seinen (auf das schädigende Ereignis zurückzuführenden) Verdienst-

ausfall aufgekommen. Soweit der Privatkläger die übrigen 20% des 

Verdienstausfalles als Schadenersatz geltend macht, wäre zu prüfen, ob 

es sich bei der Versicherungsleistung um eine gleichwertige Regelung im 

Sinne von Art. 324a Abs. 4 OR handelt bzw. ob dem Privatkläger überhaupt 

ein Schaden im zivilrechtlichen Sinn entstanden ist. Dies kann jedoch 

basierend auf den eingereichten Unterlagen des Privatklägers nicht 

abschliessend beurteilt werden. Was die geltend gemachte Genugtuung 

betrifft, so ist mithin aufgrund der Aussagen von A._____ anlässlich des 

Berufungsverfahrens unklar, ob er noch effektiv an den Folgen des Vorfalls 

oder vielmehr an jenen eines früher erlittenen Kriegstraumas leidet, zumal 

er den vorliegend zu beurteilenden Vorfall nunmehr gänzlich verharmlost 

(vgl. z.B. seine Aussage, die anderen hätten ihn nur «gekitzelt» und er habe 

keinen Schmerz verspürt). Auch wenn seine Aussagen und sein 

Aussageverhalten wohl weitgehend seiner Persönlichkeit geschuldet sind, 

so ist eine abschliessende adhäsionsweise Beurteilung der 

Genugtuungsforderung im vorliegenden Strafverfahren doch nicht möglich. 

Es rechtfertigt sich deshalb, die Zivilforderung des Privatklägers insgesamt 

auf den Zivilweg zu verweisen. 

 

6. 

6.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten für das Berufungsverfahren gegen 

den Beschuldigten und die Mitbeschuldigten F._____ und E._____ 

belaufen sich auf insgesamt Fr. 7'000.00 (§ 18 VKD). Davon entfallen 

Fr. 1'000.00 auf die Berufungsverhandlung vom 23. Oktober 2023, zu 

welcher der Privatkläger A._____ unentschuldigt nicht erschienen ist und 

der diesbezüglich deshalb kostenpflichtig ist (Art. 417 StPO). Der im 

Übrigen auf den Beschuldigten entfallende Anteil beläuft sich auf 

Fr. 2'000.00 (1/3 von Fr. 6'000.00; Art. 418 Abs. 1 StPO) und ist ihm 

ausgangsgemäss aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

6.2. 

Der amtliche Verteidiger ist für das Berufungsverfahren gestützt auf die von 

ihm eingereichte Kostennote und angepasst an die effektive Dauer der 

Berufungsverhandlung mit gerundet Fr. 4'650.00 aus der Staatskasse zu 

entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und Abs. 3bis AnwT). 

  

 - 13 - 

 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten, ohne den auf die 

Berufungsverhandlung vom 23. Oktober 2023 entfallenden Aufwand, d.h. 

mit gerundet Fr. 4'420.00 zurückzufordern, sobald es seine wirtschaftlichen 

Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

 

6.3. 

Der Privatkläger hat ausgangsgemäss Anspruch auf eine angemessene 

Entschädigung seiner notwendigen Aufwendungen im Berufungsverfahren 

(Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 433 StPO). Keinen Anspruch hat er für die 

auf die Berufungsverhandlung vom 23. Oktober 2023 entfallenden 

Aufwendungen seines Rechtsvertreters. Abzustellen ist im Übrigen auf die 

vom Rechtsvertreter des Privatklägers anlässlich der Berufungs-

verhandlung vom 13. November 2023 eingereichte Kostennote, jedoch 

angepasst an einen Stundenansatz von Fr. 220.00 (§ 9 Abs. 2bis AnwT). 

Der Beschuldigte ist somit zu verpflichten, dem Privatkläger in solidarischer 

Haftbarkeit mit den Mitbeschuldigten F._____ und E._____ für das 

Berufungsverfahren gegen alle drei Beschuldigten insgesamt eine Partei-

entschädigung von gerundet Fr. 7'530.00 zu bezahlen. 

 

7. 

7.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person 

die Kosten, wenn sie verurteilt wird.  

 

Nachdem die Berufung der Staatsanwaltschaft vollumfänglich gut-

geheissen worden ist und der Beschuldigte wegen qualifizierter einfacher 

Körperverletzung schuldig zu sprechen ist, hat der Beschuldigte die auf ihn 

entfallenden vorinstanzlichen Verfahrenskosten von insgesamt 

Fr. 2'089.35 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 483.35) zu tragen. 

 

7.2. 

Die dem amtlichen Verteidiger das für das erstinstanzliche Verfahren 

zugesprochene Entschädigung von Fr. 9'267.10 (inkl. Auslagen und 

Mehrwertsteuer) ist nicht angefochten worden, weshalb im Berufungs-

verfahren nicht darauf zurückzukommen ist (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019 E. 2.3).  

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

  

 - 14 - 

 

 

7.3. 

7.3.1. 

Die dem unentgeltlichen Rechtsbeistand des Privatklägers für das 

erstinstanzliche Verfahren insgesamt zugesprochene Entschädigung von 

Fr. 6'275.25 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuern) ist ebenfalls unan-

gefochten geblieben und somit keiner Überprüfung zugänglich. 

 

Der Beschuldigte befindet sich nicht in günstigen wirtschaftlichen 

Verhältnissen, weshalb er die anteilsmässig auf ihn entfallenden Kosten für 

die unentgeltliche Verbeiständung des Privatklägers nicht zu tragen hat 

(Art. 426 Abs. 4 StPO). 

 

7.3.2. 

Hinsichtlich der im erstinstanzlichen Verfahren angefallenen Auf-

wendungen des Privatklägers vor Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege und Einsetzung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands ist der 

Beschuldigte gestützt auf die Kostennote vom 22. Juni 2022 zu 

verpflichten, dem Privatkläger in solidarischer Haftbarkeit mit den 

Mitbeschuldigten F._____ und E._____ insgesamt eine Parteient-

schädigung von gerundet Fr. 1'790.00 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO). 

 

8. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die (Anschluss-) Berufung 

ein, so fällt es ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt 

(Art. 408 StPO, Art. 81 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist der qualifizierten einfachen Körperverletzung gemäss 

Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig. 

 

2. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 sowie in 

Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB und 

Art. 44 StGB zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten, Probezeit 

2 Jahre, verurteilt. 

 

3. [in Rechtskraft erwachsen] 

Folgende Gegenstände werden dem Berechtigten zurückgegeben: 

- 2 Holzteile eines Bilderrahmens, goldfarben 

 

Werden diese nicht innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft 

herausverlangt, trifft die Staatsanwaltschaft die sachgemässen 

Verfügungen.  

 - 15 - 

 

 

 

4. 

Die Zivilklage des Privatklägers A._____ wird auf den Zivilweg verwiesen. 

 

5. 

5.1. 

Die auf das Berufungsverfahren des Beschuldigten entfallenden 

obergerichtlichen Verfahrenskosten werden ihm im Umfang von 

Fr. 2'000.00 auferlegt. 

 

Dem Privatkläger werden für das Berufungsverfahren gegen den 

Beschuldigten und die Mitbeschuldigten F._____ und E._____ insgesamt 

Fr. 1'000.00 auferlegt. 

 

5.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 4'650.00 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten im Umfang von Fr. 4'420.00 

zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

5.3. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A._____ für das 

Berufungsverfahren in solidarischer Haftbarkeit mit den Mitbeschuldigten 

F._____ und E._____ insgesamt eine Parteientschädigung von gerundet 

Fr. 7'530.00 zu bezahlen. 

 

6. 

6.1. 

Die auf den Beschuldigten entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten 

werden ihm im Umfang von Fr. 2'089.35 (inklusive Anklagegebühr von 

Fr. 483.35) auferlegt.  

 

6.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen 

Verteidiger des Beschuldigten für das erstinstanzliche Verfahren eine 

Entschädigung von Fr. 9'267.10 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuern) 

auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

  

 - 16 - 

 

 

6.3. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird angewiesen, dem unentgeltlichen 

Rechtsbeistand des Privatklägers für das erstinstanzliche Verfahren in den 

Verfahren ST.2021.80/81/82 insgesamt eine Entschädigung von 

Fr. 6'275.25 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuern) auszurichten. 

 

6.4. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A._____ für das 

erstinstanzliche Verfahren in solidarischer Haftbarkeit mit den 

Mitbeschuldigten F._____ und E._____ insgesamt eine 

Parteientschädigung von gerundet Fr. 1'790.00 zu bezahlen. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
    

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu 

bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der 

Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB). 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

  

 - 17 - 

 

 

   

Aarau, 13. November 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six Yalin