# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 296aa876-42e6-5e15-a3ac-5085649f3682
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.11.2011 D-5080/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5080-2010_2011-11-29.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­5080/2010/sps

U r t e i l   v om   2 9 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichterin Contessina Theis,
mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach, 
Gerichtsschreiberin Bettina Schwarz.

Parteien A,_______, geboren am (…)
und deren Kinder,
B._______, geboren (…),
C._______, geboren 2007,
Afghanistan,  
alle vertreten durch lic. iur. Monique Bremi,
(…), 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 9. Juni 2010 / N (…).

D­5080/2010

Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die in D._______ wohnhafte Beschwerdeführerin – eine afghanische 
Staatsangehörige und ethnische Hazara – mit Schreiben vom 13. Januar 
2010 durch ihre Rechtsvertreterin beim Bundesamt für Migration um Asyl 
nachsuchte,

dass  sie  in  ihrer  Eingabe  zur  Begründung  im  Wesentlichen  geltend 
machte,  dass  ihr  Mann,  ein  ethnischer  Paschtune,  im  März  2009 
Afghanistan  verlassen habe, weil  sie aufgrund  ihrer gemischtethnischen 
Ehe ernsthaften Nachteilen ausgesetzt gewesen seien,

dass  die  Beschwerdeführerin  aufgrund  der  Eheschliessung  von  ihrer 
Familie schwerstens misshandelt worden sei und  ihr am ganzen Körper 
und auch im Gesicht (…) zugefügt worden seien, 

dass die Übergriffe der Familie ihr Leib und Leben gefährdet hätten, 

dass sie sich trotz dieser Übergriffe und den Drohungen von Seiten ihrer 
Familie für die Beziehung zu ihrem Ehemann entschieden habe, sie aber 
deshalb stets auf der Flucht vor ihnen gewesen sei,

dass  überdies  von  der  Familie  ein  Kopfgeld  auf  sie  ausgesetzt  worden  
sei  und  überall  die  Gefahr  bestanden  habe,  von  fremden  Menschen 
erkannt und der Familie ausgeliefert zu werden, 

dass  bezüglich  des  genauen  Sachverhalts  auf  die  Akten  ihres 
Ehemannes  ­  Herrn  E._______  (  N  (…))  –  ,  welcher  gegen  den 
abweisenden  Entscheid  seines  Asylgesuchs  eine  Beschwerde  beim 
Bundesverwaltungsgericht eingereicht habe, zu verweisen sei,  

dass  der  Beschwerdeführerin  sowie  auch  ihren  Kindern  heute  noch 
ernsthafte  Nachteile  drohen  würden,  sobald  sie  sich  auf  die  offene 
Strasse begeben würden,

dass die Situation seit der Flucht  ihres Ehemannes immer unerträglicher 
werde und die Bedrohungslage zunehme,

dass  sie  sich  mittlerweile  mit  ihren  Kindern  bei  einem  Freund  namens 
"F._______" aufhalte und dieser leider nicht mehr weiterhin für sie sorgen 
könne,

D­5080/2010

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dass deshalb dem Gesuch auch eine Kopie eines Briefes von F._______ 
beigelegt worden sei, dessen Original sich bei den Akten des Ehemannes 
befänden,

dass weitere Unterlagen, wie Fotos und Fingerabdrücke in Kopie, zu den 
Akten gereicht wurden,

dass  das  Bundesamt  am  29.  April  2010  der  Beschwerdeführerin  das 
rechtliche Gehör hinsichtlich eines negativen Entscheides gewährte,

dass  die  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs  im 
Wesentlichen  vorbrachte,  dass  die  Lage  der  afghanischen  Frauen 
katastrophal sei, 

dass  ihr  Ehemann  Fotos  eingereicht  habe,  welche  ihre  (…)  darlegen 
würden,

dass  ihr  Ehemann  ebenfalls  eine  an  ihn  adressierte  Einladung  zu  ihrer 
Steinigung, welche von der Familie geplant worden sei, zu seinen Akten 
gelegt habe,

dass  die  beiden  Familien  eine  Vereinbarung  unterschrieben  hätten,  die 
auch  von  den  meisten  Dorfältesten  unterzeichnet  worden  sei,   in  der 
festgelegt  worden  sei,  dass  auch  ihr  Ehemann  bei  einem  erneuten 
Kontakt  zu ihr umgebracht würde, 

dass der B._______ (…) sei,

dass  die  Rechtsvertreterin  mit  Eingabe  vom  3.  Juni  2010  einen 
Internetartikel  einreichte,  welcher  die  katastrophale  Lage  der  Kinder  in 
Afghanistan erläutert,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  9.  Juni  2010  die  Einreise  der 
Beschwerdeführerin und  ihrer Kinder  in die Schweiz nicht bewilligte und 
ihr Asylgesuch ablehnte,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausführte,  dass  das 
Gesuch der Beschwerdeführerin inhaltlich an dasjenige ihres Ehemannes 
anknüpfe  und  dieses  mit  Verfügung  vom  18.  September  2009  als 
unglaubhaft, da substanzlos und ungereimt, taxiert worden sei,

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Seite 4

dass  die  weiteren  von  der  Beschwerdeführerin  eingereichten 
Beweismittel  nichts  an  der  Einschätzung  änderten,  da  weder  den 
Fotoaufnahmen,  noch dem Brief  ein genügender Beweiswert  zukomme, 
zumal  es  sich  bei  der  Fotografie  um  eine  Momentaufnahme  handle, 
welche auch ein gestelltes Bild darstellen könne, 

dass es sich beim eingereichten und zitierten Brief des Familienfreundes 
um ein Gefälligkeitsschreiben handle,

dass sich schliesslich der Ehemann der Beschwerdeführerin zwar  in der 
Schweiz  aufhalte,  dieser  Umstand  jedoch  keine  Aufnahme  der 
Beschwerdeführenden  in  der  Schweiz  rechtfertige,  zumal   die 
Voraussetzungen  für  eine  Familienzusammenführung  im Sinne  von Art. 
51 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998  (AsylG, SR 142.31) nicht erfüllt 
seien,

dass  die  Beschwerdeführenden  am  12.  Juli  2010  (Poststempel)  eine 
Beschwerde  gegen  die  Verfügung  der  Vorinstanz  beim 
Bundesverwaltungsgericht  einreichen  und   geltend  machen  liessen,  es 
sei  der Entscheid des Bundesamtes  vom   9.  Juni  2010 aufzuheben,  es 
sei  die  Vorinstanz  anzuweisen,  der  Beschwerdeführerin  und  ihren 
Kindern  die  Einreise  in  die  Schweiz  zwecks  Abklärung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  beziehungsweise  zwecks  Durchführung 
eines  ordentlichen  Asylverfahrens  zu  bewilligen,  eventualiter  sei  die 
Vorinstanz  anzuweisen,  den  Beschwerdeführenden  die  Einreise  in  die 
Schweiz zwecks Anerkennung als Flüchtlinge und Gewährung des Asyls 
zu  bewilligen  und  subeventualiter  sei  die  Sache  zur  hinreichenden 
Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  beziehungsweise  zur 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen,

dass  sie  in  prozessualer  Hinsicht  beantragen  liessen,  es  sei  ihnen  die 
unentgeltliche  Prozessführung  gemäss  Art.  65  Abs.  1   des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  zu  gewähren  sowie  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten,

dass  die  Beschwerdeführenden  die  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs 
geltend  machten,  da  die  Vorinstanz  bei  dessen  Einräumung  keinen 
konkreten Grund genannt habe, worauf sich der abzulehnende Entscheid 
stützen solle,

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dass  die  Vorinstanz  mit  Wahrnehmung  des  rechtlichen  Gehörs  vom 
10. Mai 2010 auf diese fehlende Konkretisierung hingewiesen worden sei, 
indem  um  konkrete  Benennung  der  Gründe  gebeten  worden  sei,  sollte 
die Ablehnung des Asylgesuches nach der vorliegenden Stellungnahme 
immer noch erwogen werden,

dass  zudem  das  rechtliche  Gehör  auch  verletzt  worden  sei,  da  die 
Vorinstanz  auf  eine  Anhörung  verzichtet  habe  und  dies  nur  in  Betracht 
komme, wenn eine Befragung unmöglich sei oder der Sachverhalt schon 
aufgrund des eingereichten Asylgesuchs entscheidreif erstellt sei,

dass  die  Vorinstanz  in  keiner  Weise  auf  die  Glaubhaftigkeit  der 
Schutzbedürftigkeit  der  Beschwerdeführerin  und  ihrer  Kinder 
eingegangen sei und somit die Begründungspflicht verletzt habe,

dass nicht klar sei, welches Bild gestellt sein solle, dass aber ein Freund 
der Beschwerdeführerin  im Herbst 2010 nach Afghanistan  reisen werde 
und  bei  dieser Gelegenheit  nochmals  neue  und  aktuelle  Fotos machen 
könne,

dass  (…),  welche  der  Beschwerdeführerin  durch  ihren  Bruder  zugefügt 
worden seien, deutlich auf dem Foto zu erkennen seien,

dass  die  Vorinstanz  zu  Unrecht  den  Brief  des  Bekannten  als  reines 
Gefälligkeitsschreiben  beurteilt  habe,  zumal  bei  einer  Beweiswürdigung 
immer  das  "Für  und  Wider"  abzuwägen  sei,  was  in  diesem  Fall  völlig 
unterblieben sei,

dass die Vorbringen und Beweismittel  übereinstimmend,  konkret, genau 
und  widerspruchsfrei  seien  und  die  Schutzbedürftigkeit  der 
Beschwerdeführerin und deren Kinder belegen würden, 

dass  die  Rechtsvertreterin  mit  Schreiben  vom  17.  September  2010 
(Poststempel) eine Beweismittelergänzung ­ Zitate aus diversen neueren 
Lagebeurteilungen  zu  Afghanistan  ­  sowie  ein  Gesuch  um  dringliche 
Behandlung einreichte,

dass die Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 25. Januar 2011 erneut um 
dringliche Behandlung der Beschwerde ersuchte und unter anderem auch 
auf die Situation der Beschwerdeführerin und  ihrer Kinder sowie auf die 
generelle Stellung von Frauen und Kindern in Afghanistan hinwies,

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dass  die  Rechtsvertreterin  mit  Eingabe  vom  11.  August  2011  weitere 
Beweismittel  zu  den Akten  reichte,  welche  die  Integrationsbemühungen 
des Ehemannes belegen sollen,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht im vorliegenden Verfahren endgültig 
entscheidet  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31  ­  33  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32]; 
Art. 83  Bst. c  Ziff. 1  und  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders berührt  ist, am vorinstanzlichen Verfahren  teilgenommen hat, 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG i. V. m. Art. 37 VGG sowie Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  demnach  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten  ist  (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG 
und Art. 52 VwVG), 

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 
111a Abs. 2 AsylG),

dass  auf  die  Durchführung  eines  Schriftenwechsels  verzichtet  wurde 
(Art. 111a Abs. 1 AsylG),

dass  das  Bundesamt  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ablehnen 
kann, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen 
oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3, 
Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG),

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dass  die  Einreise  in  die  Schweiz  jedoch  zu  bewilligen  ist,  wenn  eine 
unmittelbare Gefahr  für Leib und Leben oder  für die Freiheit  aus einem 
Grund  nach Art. 3 Abs. 1 AsylG glaubhaft  gemacht worden  ist  oder  der 
asylsuchenden Person der Verbleib am Aufenthaltsort  für die Dauer der 
Sachverhaltsabklärung nicht zugemutet werden kann,

dass  die  Voraussetzungen  für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung 
grundsätzlich restriktiv umschrieben sind und den Asylbehörden dabei ein 
weiter  Ermessensspielraum  zukommt,  bei  dessen  Ausübung  neben  der 
erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  namentlich  die 
Beziehungsnähe  zur  Schweiz  und  zu  anderen  Staaten,  die  Möglichkeit 
der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die  praktische 
Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit einer anderweitigen Schutzsuche 
sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und 
Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  sind  (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK] 2004 Nr. 20 E. 3 S. 130  f.  und EMARK 
2004 Nr. 21 E. 2 S. 136 f., EMARK 2005 Nr. 19 E. 4 S. 174 ff.),

dass  Verfolgung  dann  asylrechtlich  relevant  ist,  wenn  die  um  Asyl 
ersuchende  Person,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität, 
Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer 
politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder 
begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, wobei 
als ernsthafte Nachteile namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken gelten (Art. 3 AsylG),

dass entsprechend der Lehre und Praxis sodann erforderlich ist, dass die 
asylsuchende Person gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive 
ernsthafte  Nachteile  von  bestimmter  Intensität  erlitten  hat 
beziehungsweise  solche  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in 
absehbarer  Zukunft  befürchten  muss  (vgl.  EMARK  2005  Nr. 21  E. 7 
S. 193)  und  einer  landesweiten  Verfolgung  ausgesetzt  ist  (vgl.  EMARK 
2006 Nr. 18),

dass  gemäss  Leitentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts 
BVGE  2007/30  von  einer  Anhörung  im  Auslandverfahren  abgesehen 
werden kann, wenn eine Befragung  faktisch oder aus organisatorischen 
oder  kapazitätsmässigen  Gründen  unmöglich  ist  oder  der  Sachverhalt 
bereits erstellt ist,

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dass mit Gesuchseinreichung am 13. Januar 2010, nebst einer eigenen 
Sachverhaltsdarstellung,  zur  Vervollständigung  derselben  ausdrücklich 
auf die Akten des Ehemannes verwiesen wurde,

dass  das  BFM  demnach  zu  Recht  von  einer  rechtsgenügenden, 
vollständigen Sachverhaltserstellung ausgehen und auf die Durchführung 
einer Anhörung verzichten durfte,

dass  mit  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  29.  April  2010  das  rechtliche 
Gehör  diesbezüglich  auch  rechtsgenügend  gewährt  wurde  (BVGE 
2007/30 E. 5.7.),

dass  das  BFM  im  Rahmen  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs 
zudem  nicht  gehalten  war,  sämtliche  Gründe  auf  welche  es  seinen 
negativen  Entscheid  zu  stützen  beabsichtigte  im  Voraus  darzulegen 
(BVGE 2009/36 E. 7.1.),

dass  die  Vorinstanz  zu  Recht  festgestellt  hat,  dass  die 
Beschwerdeführerin  ihr  Asylgesuch  an  dasjenige  ihres  Ehemannes 
anknüpft,

dass mit  (…) die Beschwerde des Ehemannes gegen den ablehnenden 
Asylentscheid der Vorinstanz wegen Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen 
abgewiesen wurde,

dass  deshalb  auch  von  der  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen  der 
Beschwerdeführerin  bezüglich  einer  Verfolgung  durch  die  Familie 
auszugehen ist, zumal sie sich ausdrücklich auf die Vorbringen wie auch 
die Akten des Ehemannes berief,

dass auch die  in der Beschwerde eingereichten Unterlagen daran nichts 
zu ändern vermögen, 

dass beispielsweise auch das Gericht  feststellt,  dass  (…) auf  dem Foto 
nicht eindeutig zu erkennen sind,

dass es sich bei den auf den Fotos sichtbaren (…) auch um andere (…) 
handeln könnte, 

dass  selbst  wenn  die  auf  dem  Foto  sichtbaren  Unebenheiten  in  der 
Hautstruktur  der  Beschwerdeführerin  (…)  sind,  diese  nicht  die 
unglaubhafte Verfolgungsgeschichte zu beweisen vermögen, 

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Seite 9

dass  deshalb  auch  weitere,  neue  Fotos,  welche  von  der 
Beschwerdeführerin  noch  eingereicht  werden  könnten,  für  die 
Glaubhaftigkeit der Vorbringen nicht beweistauglich wären,

dass  demnach  keine Gefährdung  nach Art.  3  AsylG  glaubhaft  gemacht 
wurde,

dass  die  weiteren  Vorbringen  hinsichtlich  der  Schutzbedürftigkeit  der 
Beschwerdeführerin  ­  als  alleinstehende  Frau  mit  Kindern  in  Herat  ­ 
zweifelsohne eine überaus prekäre Situation aufzeigen,

dass diese jedoch keine Gefährdung gemäss Art. 3 AsylG darstellt,

dass  das  BFM  folglich  zu  Recht  davon  ausging,  dass  die 
Beschwerdeführerenden nicht schutzbedürftig  im Sinne von Art. 3 AsylG 
sind  und  mit  dieser  Feststellung  seine  Begründungspflicht  mitnichten 
verletzte, hat es sich doch zur geltend gemachten Schutzbedürftigkeit der 
Beschwerdeführenden  geäussert  und  die  diesbezüglichen  Vorbringen 
geprüft und gewürdigt, 

dass  sich  aus  diesen  Erwägungen  ergibt,  dass  die  angefochtene 
Verfügung  Bundesrecht  nicht  verletzt  und  der  rechtserhebliche 
Sachverhalt richtig und vollständig festgestellt wurde,

dass ein Familiennachzugsgesuch, für welches die kantonalen Behörden 
zuständig  sind,  nicht  Gegenstand  des  vorliegenden  Verfahrens  bildet, 
weshalb  die  eingereichten  Bestätigungen  ­  die  Integration  des 
Ehemannes betreffend ­ keine Berücksichtigung finden können,

dass  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  angesichts  des  direkten  Entscheids  in  der 
Hauptsache gegenstandslos wird,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten grundsätzlich den 
Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  wären  (Art.  63  Abs.  1  VwVG),  in 
Anwendung von Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
(VGKE, SR 173.320.2) jedoch auf eine Kostenerhebung verzichtet wird,

dass  deshalb  der  Antrag  auf  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege gegenstandslos wird.

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Seite 10

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführenden 
und das BFM.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Contessina Theis Bettina Schwarz

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