# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 40c403d4-b79e-53d2-8ada-caedceb96aff
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.12.2008 E-7751/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7751-2008_2008-12-08.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7751/2008/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richter Robert Galliker;
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

A._______, geboren _______,
Kongo (Kinshasa),
_______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom
31. Oktober 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7751/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführerin  eigenen  Angaben  zufolge  Kongo  (Kin-
shasa) am 29. März 2008 verliess und nach einem Aufenthalt in Ango-
la am 16. Juni 2008 illegal in die Schweiz gelangte, wo sie gleichen-
tags um Asyl nachsuchte,

dass am 20. Juni 2008 die Kurzbefragung im Empfangs- und Verfah-
renszentrum Basel und am 8. August 2008 die Anhörung zu den Asyl-
gründen durch das BFM stattfand,

dass  die  Beschwerdeführerin  zur  Begründung  ihres  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen  geltend  machte,  sie  sei  seit  September  2007  Mitglied 
der Bundu Dia Kongo (BDK) und am 13. März 2008 habe sie sich mit 
anderen Mitgliedern der BDK besammelt, um an einem Demonstrati-
onsmarsch teilzunehmen,

dass noch am Besammlungsort die Polizei eingegriffen und verschie-
dene  Teilnehmer,  darunter  auch  die  Beschwerdeführerin,  verhaftet 
habe, 

dass sie vorerst zwei Tage in einem Container in Haft gesetzt und vom 
15. März 2008 an in einem Gefängnis untergebracht  worden sei,  wo 
sie  vom Aufsichtspersonal  geschlagen,  mit  flüssigem Plastik  gequält 
und mit Vergewaltigungen bedroht worden sei, 

dass ihr am 28. März 2008 ein Freund des Partners ihrer Schwester 
zur Flucht aus dem Gefängnis verholfen habe,

dass sie seither von den Behörden Kongos gesucht werde,

dass für den Inhalt der weiteren Aussagen auf die Akten zu verweisen 
ist,

dass das BFM mit Verfügung vom 31. Oktober 2008 feststellte, die Be-
schwerdeführerin  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  ihr  Asylge-
such ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Voll-
zug anordnete,

dass es zur Begründung im Wesentlichen ausführte, die Beschwerde-
führerin habe im Zusammenhang mit ihrer angeblichen Mitgliedschaft 

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zur  BDK  unsubstanziierte  und  teilweise  tatsachenwidrige  Aussagen 
gemacht,

dass  ihre  Schilderungen zum Ablauf  der  geltend gemachten Verhaf-
tung nicht darauf schliesssen lassen würden, sie hätte diese persön-
lich erlebt,

dass ihre Vorbringen bezüglich ihres Gefängnisaufenthaltes erhebliche 
Widersprüche enthalten würden, 

dass sie auch zu wesentlichen Fragen betreffend die Umstände ihrer 
Flucht aus dem Gefängnis keine substanziierten Aussagen habe ma-
chen können,

dass somit die Vorbringen der Beschwerdeführerin den Anforderungen 
an die Glaubhaftigkeit nicht zu genügen vermöchten, weshalb sie die 
Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle und ihr Asylgesuch abzulehnen sei,

dass auf die Ablehnung des Asylgesuches in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz folge,

dass keine Gründe ersichtlich seien, die gegen den Vollzug der Weg-
weisung sprechen würden,

dass die Beschwerdeführerin mit Rechtsmitteleingabe vom 2. Dezem-
ber 2008  im  Wesentlichen  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfü-
gung und die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, subsidiär die An-
ordnung einer Aufenthaltsbewilligung beantragt,

dass sie in prozessualer Hinsicht um Erlass der Verfahrenskosten er-
sucht und eine Bestätigung ihrer Fürsorgeabhängigkeit beilegt,

dass  sie  im  Weiteren  eine  Dokumentation  der  BDK  zu  den  Akten 
reicht,

dass auf die Begründung der Rechtsbegehren und die eingereichten 
Dokumente, soweit  für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgen-
den Erwägungen eingegangen wird,

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und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31]  i.V.m.  Art. 31-34  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
rührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  bezie-
hungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 1 und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art. 2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art. 3  Abs. 1 
AsylG),

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dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält, 

dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we-
sentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch-
te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin zu den Verfolgungs- und 
Fluchtgründen als haltlos zu bezeichnen sind und die Entgegnungen in 
der Rechtsmitteleingabe zu den von der Vorinstanz in der angefochte-
nen  Verfügung  aufgezeigten  Unglaubhaftigkeitselementen  mangels 
Stichhaltigkeit keine andere Beurteilung herbeizuführen vermögen,

dass sich der blosse Hinweis in der Rechtsmitteleingabe auf eine an-
geblich  psychische  und psychologische Störung  der  Gesundheit  der 
Beschwerdeführerin als unbehelflich erweist,

dass selbst eine gesundheitliche Beeinträchtigung der Gesundheit der 
Beschwerdeführerin  die  erheblichen Unstimmigkeiten  und markanten 
Widersprüche zu zentralen Elementen des vorgebrachten Sachverhal-
tes nicht zu erklären vermöchte,

dass es sich bei dieser Sachlage erübrigt, auf die weiteren Ausführun-
gen in der Rechtsmitteleingabe und mangels Bezugs zur Person der 
Beschwerdeführerin auf die gleichzeitig eingereichten Dokumente nä-
her einzugehen oder weitere Abklärungen anzuordnen oder vorzuneh-
men, weshalb der entsprechende Antrag abzuweisen ist,

dass es der Beschwerdeführerin somit nicht gelingt, die Flüchtlingsei-
genschaft  nachzuweisen oder  zumindest  glaubhaft  zu machen,  wes-
halb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Schweizeri-

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schen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die ver-
fügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung nach 
Kongo (Kinshasa) unter Berücksichtigung der allgemeinen Lage beim 
Vorliegen bestimmter Voraussetzungen grundsätzlich als zumutbar er-
achtet (EMARK 2004 Nr. 33 E. 8.1. bis 8.3. S. 232 ff.),

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dass weder die allgemeine Lage im Heimatstaat der Beschwerdeführe-
rin noch individuelle Gründe - die Beschwerdeführerin verfügt in ihrem 
Heimatstaat  eigenen Angaben zufolge über  ein verwandtschaftliches 
Beziehungsnetz - auf eine konkrete Gefährdung im Falle ihrer Rück-
kehr schliessen lassen,  weshalb der  Vollzug der  Wegweisung vorlie-
gend zumutbar ist,

dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es der Beschwerdeführerin obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als 
aussichtslos erweist, weshalb das Gesuch um Erlass der Verfahrens-
kosten (Art. 65  Abs. 1 VwVG) abzuweisen und bei  diesem Ausgang 
des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG 
i.V.m. Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR  173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- Y._______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

Versand: 

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