# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2c3f4175-78e7-5c3f-bbea-63bb8e732baa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-09-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.09.2021 C-1306/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1306-2019_2021-09-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-1306/2019, C-2651/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  S e p t e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter Beat Weber (Vorsitz), 

Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richter Daniel Stufetti,    

Gerichtsschreiberin Tanja Jaenke. 
 

 
 

Parteien 
 Lindenhofgruppe AG,  

vertreten durch Dr. iur. Thomas Eichenberger, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Beschlussorgan der Interkantonalen Vereinbarung über 

die hochspezialisierte Medizin (HSM-Beschlussorgan),  

vertreten durch lic. iur. Andrea Gysin, Advokatin,  

gysin rechtsanwälte, 

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 HSM, Zuteilung der Leistungsaufträge (Pankreasresektion 

bei Erwachsenen);  

Beschluss des HSM-Beschlussorgans vom 31. Januar 2019 

bzw. Verfügung des HSM-Beschlussorgans vom 2. Mai 

2019. 

 

 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 2 

Sachverhalt:  

A.  

A.a Im Bereich der hochspezialisierten Medizin (nachfolgend HSM) haben 

die Kantone zur gemeinsamen Planung die Interkantonale Vereinbarung 

über die hochspezialisierte Medizin (IVHSM) vom 14. März 2008 abge-

schlossen.  

A.b Mit Beschluss vom 4. Juli 2013, publiziert im Bundesblatt am 10. Sep-

tember 2013 (BBl 2013 6809), hat das Beschlussorgan der IVHSM (nach-

folgend HSM-Beschlussorgan oder Vorinstanz) diversen Leistungserbrin-

gern definitive vierjährige und provisorische zweijährige Leistungsaufträge 

für den Bereich der Pankreasresektion erteilt. Gleichzeitig wurden alle be-

rücksichtigten Leistungserbringer insbesondere zur vollständigen Erfas-

sung aller Pankreasresektionen im HSM-Bereich in der SGVC/AQC-Kli-

nikstatistik verpflichtet, damit diese künftig für ein systematisches Bench-

marking der Spitäler sowie die Neubeurteilung der Leistungsaufträge ver-

wendet werden könne. Der Lindenhofgruppe AG (vormals Lindenhof AG 

[vgl. Akten im Beschwerdeverfahren C-1306/2019 {B-act.} 23 Beilage 26]; 

nachfolgend Lindenhofgruppe oder Beschwerdeführerin) wurde ein auf 

zwei Jahre befristeter provisorischer Leistungsauftrag für die Pankreasre-

sektion erteilt (vgl. auch Vorakten zur Zuordnung [GDK1-act.] 3.03), wel-

cher unangefochten in Rechtskraft erwuchs. 

A.c Mit Grundsatzurteil C-6539/2011 vom 26. November 2013 (publiziert 

als BVGE 2013/45) betreffend die Behandlung von schweren Verbrennun-

gen bei Kindern hat das Bundesverwaltungsgericht festgestellt, dass in der 

Planung der hochspezialisierten Medizin ein zweistufig ausgestaltetes Ver-

fahren erforderlich sei, das heisst, dass in einem ersten Schritt der HSM-

Bereich definiert werden müsse (sog. Zuordnung), damit dieser Bereich 

anschliessend geplant werden könne (sog. Zuteilung). In der Folge hat das 

Bundesverwaltungsgericht im Jahr 2014 fast alle angefochtenen Be-

schlüsse betreffend die komplexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie auf-

gehoben. Um die Spitäler mit einem provisorischen Leistungsauftrag für 

zwei Jahre insbesondere im Bereich der Pankreasresektion nicht schlech-

ter zu stellen als diejenigen, die aufgrund ihrer erfolgreichen Beschwerde 

und einem allfällig vorhandenen kantonalen Leistungsauftrag die entspre-

chenden Leistungen zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversiche-

rung (OKP) vorerst weiterhin abrechnen durften, hat das HSM-Beschluss-

organ an seiner Sitzung vom 19. November 2015 entschieden, die provi-

sorischen Leistungsaufträge um zwei Jahre zu verlängern (vgl. Vorakten 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 3 

zur Zuteilung [GDK2-act.] 4.016 S. 7). Entsprechend war der HSM-Leis-

tungsauftrag der Lindenhofgruppe im Bereich der Pankreasresektion letzt-

lich bis zum 31. Dezember 2017 befristet. Daneben verfügt die Lindenhof-

gruppe über einen (subsidiären) kantonalen IVHSM-Leistungsauftrag des 

Kantons Bern im Bereich «Grosse Pankreaseingriffe (IVHSM)» ab 1. Mai 

2014, welcher mit dem Ablauf der Befristung des HSM-Leistungsauftrags 

am 31. Dezember 2017 «mit allen Auflagen, Einschränkungen usw., die 

das HSM-Beschlussorgan verfügte, unbefristet weiter» gilt (vgl. Spitalliste 

Akutsomatik [gültig ab 1.5.2014] des Kantons Bern, Stand: 1.2.2019; ab-

rufbar unter https://www.gef.be.ch/gef/de/index/gesundheit/gesundheit/ 

spitalversorgung/spitaeler/spitalliste.html).  

A.d In der Sitzung vom 21. Januar 2016 hat das HSM-Beschlussorgan be-

schlossen, dass die komplexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie der 

hochspezialisierten Medizin zugeordnet werde und dass diese die Berei-

che Oesophagusresektion, Pankreasresektion, Leberresektion, tiefe Rekt-

umresektion sowie komplexe bariatrische Chirurgie umfasse (Beschluss 

publiziert im Bundesblatt am 9. Februar 2016, BBl 2016 813; vgl. auch 

GDK1-act. 1.146 ≙ B-act. 1 Beilage 4). 

A.e Mit Mitteilung vom 25. Oktober 2016 im Bundesblatt (BBl 2016 8021; 

vgl. auch GDK2-act. 1.001) und Ankündigungsschreiben gleichen Datums 

(GDK2-act. 1.002) eröffnete das Fachorgan der IVHSM (nachfolgend 

HSM-Fachorgan) für die Leistungserbringer die Bewerbungsfrist betreffend 

die komplexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie. Die Lindenhofgruppe 

bewarb sich in der Folge am 20. Dezember 2016 insbesondere um einen 

Leistungsauftrag für den Bereich der Pankreasresektion (GDK2-

act. 1.006). 

A.f Das HSM-Fachorgan gewährte den betroffenen Spitälern und interes-

sierten Kreisen mit Mitteilung vom 12. Dezember 2017 im Bundesblatt (BBl 

2017 7862; vgl. auch GDK2-act. 4.001) und Schreiben gleichen Datums 

(GDK2-act. 4.002) das rechtliche Gehör in Bezug auf die vorgesehene 

Leistungszuteilung im Bereich der Pankreasresektion. Im Erläuternden Be-

richt vom 19. Oktober 2017 für die Leistungszuteilung in der komplexen 

hochspezialisierten Viszeralchirurgie wurde sodann vorgeschlagen, die 

Lindenhofgruppe insbesondere bei der Zuteilung eines Leistungsauftrags 

für die Pankreasresektion nicht zu berücksichtigen (GDK2-act. 4.003 

S. 88 f. ≙ B-act. 1 Beilage 5 S. 88 f.). Die Lindenhofgruppe reichte diesbe-

züglich mit Schreiben vom 29. Januar 2018 eine Stellungnahme mit diver-

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 4 

sen Beilagen ein und beantragte weiterhin die Zuteilung eines Leistungs-

auftrags im Bereich der Pankreasresektion (GDK2-act. 4.005; B-act. 1 Bei-

lage 6). Sie stellte sich insbesondere auf den Standpunkt, dass hinsichtlich 

der Mindestfallzahlen eindeutige Perspektiven ebenfalls zu berücksichti-

gen seien und sich für die Lindenhofgruppe ein klarer Trend in Richtung 

Erhöhung der Fallzahlen abzeichne. Auf die ergänzende Anfrage vom 

27. August 2018 (GDK2-act. 4.006 ≙ B-act. 1 Beilage 7) hin reichte die Lin-

denhofgruppe am 11. September 2018 eine weitere Stellungnahme mit 

Beilagen ein (GDK2-act. 4.007 ≙ B-act. 1 Beilage 8). Darin beantragte sie 

weiterhin insbesondere die Erteilung eines Leistungsauftrags im Bereich 

der Pankreasresektion. 

A.g In seiner Sitzung vom 31. Januar 2019 hat das HSM-Beschlussorgan 

über die Zuteilung der Leistungsaufträge im Bereich der komplexen hoch-

spezialisierten Viszeralchirurgie – Pankreasresektion bei Erwachsenen 

entschieden (Beschluss publiziert im Bundesblatt am 19. Februar 2019, 

BBl 2019 1492; vgl. auch GDK2-act. 4.015 ≙ B-act. 1 Beilage 1 [nachge-

reicht am 21. März 2021]) und der Lindenhofgruppe keinen Leistungsauf-

trag erteilt (e contrario). Für die Begründung wurde auf den Schlussbericht 

«Komplexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie» – Erläuternder Bericht für 

die Leistungszuteilung vom 31. Januar 2019 (vgl. GDK2-act. 4.016 ≙ B-

act. 1 Beilage 3; nachfolgend Schlussbericht) verwiesen. Den nicht berück-

sichtigten Leistungserbringern – unter anderen der Lindenhofgruppe – wur-

den zusätzlich separate individuelle Verfügungen mit der Möglichkeit zur 

Anfechtung beim Bundesverwaltungsgericht in Aussicht gestellt. 

B.  

B.a Am 15. März 2019 reichte die Lindenhofgruppe, nunmehr vertreten 

durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Eichenberger, Beschwerde gegen den 

Zuteilungsbeschluss vom 31. Januar 2019 betreffend die komplexe hoch-

spezialisierte Viszeralchirurgie – Pankreasresektion bei Erwachsenen 

(nachfolgend Beschluss vom 31. Januar 2019) beim Bundesverwaltungs-

gericht ein (Verfahren C-1306/2019; vgl. B-act. 1). Sie beantragte insbe-

sondere, das Beschwerdeverfahren sei zu sistieren, bis der Beschwerde-

führerin die Individualverfügung betreffend die Nichtzuteilung eines Leis-

tungsauftrags im Bereich der komplexen hochspezialisierten Viszeralchi-

rurgie – Pankreasresektion bei Erwachsenen eröffnet werde. 

B.b Das Bundesverwaltungsgericht ersuchte die Vorinstanz am 20. März 

2019 um Stellungnahme zum Sistierungsgesuch der Beschwerdeführerin 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 5 

(B-act. 2). Am 3. April 2019 stimmte die zwischenzeitlich durch Rechtsan-

wältin Andrea Gysin vertretene Vorinstanz der beantragten Sistierung zu 

(B-act. 4), woraufhin das Bundesverwaltungsgericht das Verfahren am 

11. April 2019 sistierte (B-act. 5). 

B.c Das HSM-Beschlussorgan erliess am 2. Mai 2019 die in Aussicht ge-

stellte abweisende Verfügung betreffend das Gesuch der Lindenhofgruppe 

um Erteilung eines Leistungsauftrags im Bereich der komplexen hochspe-

zialisierten Viszeralchirurgie – Pankreasresektion bei Erwachsenen 

(GDK2-act. 4.019 ≙ B-act. 7 Beilage ≙ B-act. 11 Beilage 24). Die Abwei-

sung des Gesuchs wurde insbesondere damit begründet, dass die Be-

schwerdeführerin die vom HSM-Fachorgan sowie weiteren Fachexpertin-

nen und -experten entwickelten Anforderungen und Kriterien der Mindest-

fallzahlen sowie der Lehre und Forschung nicht erfülle. 

B.d Am 10. Mai 2019 hob das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der 

zwischenzeitlich ergangenen individuellen Verfügung vom 2. Mai 2019 die 

Sistierung des Verfahrens C-1306/2019 auf und bot der Beschwerdeführe-

rin die Möglichkeit, eine Beschwerdeergänzung einzureichen (B-act. 8). 

B.e Der mit Zwischenverfügung vom 10. Mai 2019 bei der Beschwerdefüh-

rerin eingeforderte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5’000.- (B-act. 9) 

wurde am 15. Mai 2019 geleistet (B-act. 10). 

B.f Die Beschwerdeführerin reichte am 29. Mai 2019 eine Beschwerdeer-

gänzung ein (B-act. 11) und stellte im Verfahren C-1306/2019 die folgen-

den Anträge: 

Zur Sache: 

1. Der Beschluss vom 31. Januar 2019 (Publikation im Bundesblatt am 19. Feb-

ruar 2019) des HSM-Beschlussorgans betreffend die Nichtzuteilung eines 

Leistungsauftrags an die Beschwerdeführerin im Bereich hochspezialisierte 

Medizin (HSM) für komplexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie – Pankreas-

resektion bei Erwachsenen sei aufzuheben. 

2. Die Angelegenheit sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

3. Eventualiter zu 2: Der Beschwerdeführerin sei ein befristeter Leistungsauftrag 

im Bereich der komplexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie – Pankreas-

resektion bei Erwachsenen bis zum 31. Juli 2025 zu erteilen. 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 6 

Verfahrensanträge: 

4. Das vorliegende Beschwerdeverfahren sei mit dem Beschwerdeverfahren be-

treffend die Verfügung der Vorinstanz vom 2. Mai 2019 über die Zuteilung der 

Leistungsaufträge im Bereich der hochspezialisierten Medizin (HSM): Kom-

plexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie – Pankreasresektion bei Erwach-

senen zu vereinigen. 

5. Das Beschwerdeverfahren sei auf die Frage der Verletzung des rechtlichen 

Gehörs der Beschwerdeführerin zu beschränken. 

– unter Kosten und Entschädigungsfolge – 

B.g Gleichentags reichte die Lindenhofgruppe die in der Beschwerdeer-

gänzung erwähnte Beschwerde gegen die Verfügung vom 2. Mai 2019 ein 

(Verfahren C-2651/2019; Akten im Beschwerdeverfahren C-2651/2019 

[B2-act.] 1). Inhaltlich stellte sie die identischen Anträge wie in der Be-

schwerdeergänzung. 

B.h Mit Zwischenverfügung vom 7. Juni 2019 vereinigte das Bundesver-

waltungsgericht die beiden Beschwerden mit den Geschäftsnummern  

C-1306/2019 und C-2651/2019 mit der Begründung, dass den beiden Be-

schwerdeverfahren derselbe Sachverhalt zu Grunde liege, sich die glei-

chen Rechtsfragen stellten und die Beschwerden faktisch denselben vo-

rinstanzlichen Entscheid, der Beschwerdeführerin keinen Leistungsauftrag 

zu erteilen, betreffen würden (B-act. 12 ≙ B2-act. 2). 

B.i Die Vorinstanz stellte mit Vernehmlassung vom 8. Juli 2019 den Antrag, 

die Beschwerde gegen den Beschluss des HSM-Beschlussorgans vom 

31. Januar 2019 beziehungsweise gegen die Verfügung des HSM-Be-

schlussorgans vom 2. Mai 2019 sei unter Kostenfolge vollumfänglich ab-

zuweisen (B-act. 16). Hinsichtlich des Antrags auf Verfahrensbeschrän-

kung beantragte die Vorinstanz ebenfalls die Abweisung. 

B.j Das Bundesverwaltungsgericht wies mit Zwischenverfügung vom 

12. Juli 2019 den Antrag der Beschwerdeführerin auf Beschränkung des 

Beschwerdeverfahrens auf die Frage der Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs ab und ersuchte gleichzeitig das Bundesamt für Gesundheit (nachfol-

gend BAG) als Fachbehörde um Stellungnahme (B-act. 17). 

B.k Mit Stellungnahme vom 14. August 2019 äusserte sich das BAG da-

hingehend, dass die Beschwerde abzuweisen sei (B-act. 19). 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 7 

B.l Am 19. September 2019 reichte die Beschwerdeführerin ihre Schluss-

bemerkungen zu den Vernehmlassungen der Vorinstanz und des BAG ein 

(B-act. 23). Die Vorinstanz reichte datiert vom 23. September 2019 eben-

falls Schlussbemerkungen zur Stellungnahme des BAG ein (B-act. 24). 

B.m Mit Instruktionsverfügung vom 26. September 2019 wurden den Par-

teien die eingereichten Schlussbemerkungen zur Kenntnis gebracht und 

der Schriftenwechsel abgeschlossen (B-act. 25). 

C.  

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereich-

ten Akten wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Die vorliegenden Beschwerden vom 15. März 2019 und 29. Mai 2019 (vgl. 

oben Bst. B.a und B.g) gegen den Beschluss vom 31. Januar 2019 und die 

Verfügung vom 2. Mai 2019 richten sich gegen einen Entscheid des HSM-

Beschlussorgans zur Planung der hochspezialisierten Medizin (HSM). 

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwal-

tungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. 

Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden, wobei 

insbesondere Instanzen des Bundes aufgeführt werden. Verfügungen kan-

tonaler Instanzen sind gemäss Art. 33 Bst. i VGG nur dann beim Bundes-

verwaltungsgericht anfechtbar, wenn dies in einem Bundesgesetz vorge-

sehen ist. 

1.2 Art. 90a Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Kran-

kenversicherung (KVG, SR 832.10) sieht vor, dass das Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerden gegen Beschlüsse der Kantonsregierungen 

nach Art. 53 KVG beurteilt. Zu den gemäss Art. 53 Abs. 1 KVG anfechtba-

ren Beschlüssen der Kantonsregierungen gehören namentlich die Spital- 

oder Pflegeheimlisten im Sinne von Art. 39 KVG (vgl. Urteil des Bundes-

verwaltungsgerichts [BVGer] C-5733/2007 vom 7. September 2009 E. 1.1, 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 8 

teilweise publiziert in BVGE 2009/48 sowie Urteil des BVGer C-6062/2007 

vom 20. April 2010 E. 1.1, teilweise publiziert in BVGE 2010/15). Mit 

Grundsatzurteil C-5301/2010 vom 2. April 2012 (publiziert als BVGE 

2012/9) hat das Bundesverwaltungsgericht die Frage, ob auch ein Ent-

scheid des HSM-Beschlussorgans beim Bundesverwaltungsgericht ange-

fochten werden kann, bejaht (E. 1). Damit ist das Bundesverwaltungsge-

richt zuständig, die vorliegende Beschwerde vom 15. März 2019 gegen 

den Beschluss des HSM-Beschlussorgans vom 31. Januar 2019 bezie-

hungsweise die Beschwerde vom 29. Mai 2019 gegen die Verfügung vom 

2. Mai 2019 betreffend die Zuteilung der Leistungsaufträge im Bereich der 

komplexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie – Pankreasresektion bei 

Erwachsenen zu beurteilen. 

1.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss 

Art. 37 VGG und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach den Vor-

schriften des VwVG. Vorbehalten bleiben allfällige Abweichungen des VGG 

und die besonderen Bestimmungen des Art. 53 Abs. 2 KVG. 

1.4 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men, ist als Adressatin durch den angefochtenen Beschluss beziehungs-

weise die Verfügung des HSM-Beschlussorgans besonders berührt und 

hat insoweit an deren Aufhebung beziehungsweise Abänderung ein 

schutzwürdiges Interesse (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Sie ist daher zur Be-

schwerde legitimiert. Auf die frist- und formgerecht erhobenen Beschwer-

den ist, nachdem auch der in den vereinigten Beschwerdeverfahren ver-

langte Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde (vgl. B-act. 10), einzu-

treten (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 VwVG). 

2.  

2.1 Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechts-

pflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Ver-

fügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den auf Grund der Be-

schwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet. 

Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand und 

Streitgegenstand identisch, wenn die Verfügung insgesamt angefochten 

wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einen Teil des 

durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses, gehören die nicht 

beanstandeten Teilaspekte des verfügungsweise festgelegten Rechtsver-

hältnisses zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand 

(BGE 125 V 413 E. 1b). Solche Teilaspekte hat das angerufene Gericht nur 

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Seite 9 

zu überprüfen, wenn sie in einem engen Sachzusammenhang mit dem 

Streitgegenstand stehen; im Übrigen gilt der Dispositionsgrundsatz (ZI-

BUNG/HOFSTETTER, in: Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 

2. Aufl. 2016, Rz. 51 zu Art. 49 VwVG). 

2.2 Nach der Rechtsprechung im Zusammenhang mit der Spitalplanung 

der Kantone ist die Spitalliste als Rechtsinstitut sui generis und in erster 

Linie als Bündel von Individualverfügungen zu qualifizieren. Zudem enthal-

ten Spitallisten nach Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG eine allgemein gültige Re-

gelung, indem sie für alle Versicherten anzeigen, in welchen Spitälern sie 

sich zu Lasten der obligatorischen Krankenversicherung behandeln lassen 

können. Anfechtungsgegenstand im Beschwerdeverfahren betreffend Spi-

tallisten bildet nur die Verfügung, welche das die Beschwerdeführerin be-

treffende Rechtsverhältnis regelt. Die nicht angefochtenen Verfügungen 

der Spitalliste erwachsen in Rechtskraft (BVGE 2012/9 E. 3.3; Urteil des 

BVGer C-4302/2011 vom 15. Juli 2015 E. 2.2.1).  

 

Spitallistenentscheide des HSM-Beschlussorgans unterscheiden sich 

grundsätzlich von Spitallistenentscheiden kantonaler Behörden. Soweit 

das HSM-Beschlussorgan jedoch einzelnen Spitälern Leistungsaufträge 

zuteilt und spezifiziert (Zuteilungsentscheid), entspricht der Beschluss der 

vorgängig beschriebenen Rechtsnatur und es handelt sich um Individual-

verfügungen (BVGE 2013/45 E. 1.1.2). Dies ist im vorliegenden Beschwer-

deverfahren der Fall. Zusätzlich hat das HSM-Beschlussorgan mit der Ver-

fügung vom 2. Mai 2019 gegenüber der Beschwerdeführerin eine individu-

elle Verfügung erlassen. 

2.3 Die Beschwerdeführerin hat die sie betreffende Verfügung des vorin-

stanzlichen Beschlusses beziehungsweise die individuell an sie gerichtete 

Verfügung in der gleichen Sache insgesamt angefochten, indem sie die 

Aufhebung und die Rückweisung an die Vorinstanz verlangt. Materielles 

Prozessthema bildet damit die Nichterteilung des Leistungsauftrags im Be-

reich der komplexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie – Pankreasre-

sektion bei Erwachsenen an die Beschwerdeführerin. 

3.  

3.1 Mit Beschwerde gegen einen Beschluss des HSM-Beschlussorgans im 

Sinne von Art. 39 Abs. 2bis KVG kann die Verletzung von Bundesrecht unter 

Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens so-

wie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

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Seite 10 

Sachverhalts gerügt werden. Nicht zulässig ist hingegen die Rüge der Un-

angemessenheit (Art. 53 Abs. 2 Bst. e KVG i.V.m. Art. 49 VwVG; vgl. auch 

Urteil des BVGer C-5305/2010 vom 16. Mai 2013 E. 3; BVGE 2012/9 E. 2). 

Dem HSM-Beschlussorgan steht – wie den zum Erlass der kantonalen Spi-

tallisten zuständigen Organen – ein weiter Ermessensspielraum zu (vgl. 

BVGE 2013/45 E. 5.4 m.H.). 

3.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist nach dem Grundsatz der Rechtsan-

wendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der 

Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-

gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die 

von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRIZ GYGI, Bundesverwaltungs-

rechtspflege, 2. Aufl. 1983, S. 212; THOMAS HÄBERLI, in: Praxiskommentar 

Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Rz. 48 zu Art. 62 VwVG). 

3.3 Mit Blick auf Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG, wonach echte tatsächliche No-

ven unzulässig sind, hat das Bundesverwaltungsgericht bei der Beurteilung 

der Rechtmässigkeit eines Spitallistenbeschlusses in der Regel auf den bis 

zum Beschlusszeitpunkt eingetretenen Sachverhalt abzustellen (zum Ver-

hältnis von Novenverbot und Untersuchungsgrundsatz vgl. BVGE 2014/3 

E. 1.5.3 f.; 2014/36 E. 1.5.2). Dieser Grundsatz gilt allgemein in der Sozial- 

versicherungsrechtspflege (vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1; 130 V 138), nicht 

aber für übrige Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 

(vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht, 2. Aufl. 2013, S. 117 Rz. 2.204 ff.; SEETHALER/PORTMANN, in: 

Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Rz. 78 zu 

Art. 52 VwVG). In Beschwerdeverfahren nach Art. 53 Abs. 1 KVG soll das 

Bundesverwaltungsgericht nicht mit neuen Tatsachen oder Beweismitteln 

konfrontiert werden, welche der vorinstanzlichen Beurteilung nicht zu-

grunde lagen; ein Ausnahmefall im Sinne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG 

liegt vor, wenn erst der angefochtene Beschluss dazu Anlass gibt (vgl. 

BVGE 2014/36 E. 1.5.2; Urteil des BVGer C-195/2012 vom 24. September 

2012 E. 5.1.2). 

3.4 Das Gericht kann zudem ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs auf 

die Abnahme von Beweisen verzichten, wenn es aufgrund bereits abge-

nommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür an-

nehmen kann, seine Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebun-

gen nicht geändert (BGE 134 I 140 E. 5.3 m.H.; sogenannte antizipierte 

oder vorweggenommene Beweiswürdigung). 

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Seite 11 

4.  

Die Beschwerdeführerin rügt in ihrer Beschwerdeergänzung (B-act. 11) 

und der Beschwerde (B2-act. 1) vom 29. Mai 2019 eine gravierende Ver-

letzung des rechtlichen Gehörs.  

4.1 Der aus Art. 29 Abs. 2 BV abgeleitete Anspruch auf rechtliches Gehör 

dient einerseits der Sachverhaltsaufklärung und stellt andererseits zugleich 

ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien dar. Der An-

spruch umfasst insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre 

Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche 

Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen 

Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Be-

weise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu 

äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 

132 V 368 E. 3.1 m.H.). Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV ver-

langt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner 

Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Ent-

scheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt auch die Verpflichtung der Be-

hörde, ihren Entscheid zu begründen (BGE 134 I 83 E. 4.1 m.H.). Dabei ist 

es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. 

Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte be-

schränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Be-

troffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in 

voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In die-

sem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, 

von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid 

stützt (BGE 136 I 229 E. 5.2; 134 I 83 E. 4.1; 126 I 97 E. 2b).   

 

Die im Einzelfall erforderliche Begründungsdichte richtet sich unter ande-

rem nach der Komplexität der zu beurteilenden Fragen, dem Ermessens-

spielraum der entscheidenden Behörde und der Dichte der Parteivorbrin-

gen (vgl. BVGE 2013/46 E. 6.2.5; BGE 142 II 324 E. 3.6 m.H.). Nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind umso strengere Anforderungen 

an die Begründung zu stellen, je grösser der der Behörde eingeräumte Er-

messensspielraum ist und je vielfältiger die tatsächlichen Voraussetzungen 

sind, die bei der Betätigung des Ermessens zu berücksichtigen sind (BGE 

112 Ia 107 E. 2b; 129 I 232 E. 3.3; BVGE 2012/24 E. 3.2.2). Das Bundes-

verwaltungsgericht hat im Entscheid C-4156/2011 vom 16. Dezember 

2013 festgehalten, dass folgende Umstände für erhöhte Anforderungen an 

die Begründungsdichte bei HSM-Zuteilungsbeschlüssen sprechen: Es 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 12 

müsse sich einerseits transparent und nachvollziehbar eine Praxis im Rah-

men der interkantonalen HSM-Koordination und -Konzentration entwickeln 

und andererseits stelle der Ausschluss von der Erbringung gewisser OKP-

Leistungen bei vorgenommenen erheblichen Investitionen einen bedeuten-

den Eingriff in die Interessen der Leistungserbringer dar. Weiter verfüge 

das HSM-Beschlussorgan über ein erhebliches Ermessen (vgl. E. 5.5). 

4.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller beziehungsweise 

selbständiger Natur, womit seine Verletzung ungeachtet der materiellen 

Begründetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur 

Aufhebung des angefochtenen Entscheids führt (BGE 137 I 195 E. 2.2; 135 

I 187 E. 2.2 m.H.). Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders 

schwerwiegende – Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als 

geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor 

einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die 

Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/aa; 115 V 297 

E. 2h). Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen 

Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst 

bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann 

abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen 

Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem 

Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der 

Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 116 V 182 E. 3d; zum Ganzen 

ausführlich Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] 

I 193/04 vom 14. Juli 2006). Von dieser Möglichkeit ist jedoch 

insbesondere in Fällen, in denen – wie vorliegend – kein doppelter 

Instanzenzug besteht, nur zurückhaltend Gebrauch zu machen. 

4.3 Art. 12 Abs. 2 IVHSM bestimmt, dass auf Beschlüsse betreffend die 

Festsetzung der gemeinsamen Spitalliste nach Art. 3 Abs. 3 und 4 [der Ver-

einbarung] die bundesrechtlichen Vorschriften über das Verwaltungsver-

fahren sinngemäss Anwendung finden. Demzufolge ist zu prüfen, ob das 

Zuteilungsverfahren verfassungs- und VwVG-konform ausgestaltet bezie-

hungsweise durchgeführt wurde (vgl. auch Urteil des BVGer C-4156/2011 

vom 16. Dezember 2013 E. 5.3). 

4.4 Aus den Akten ergibt sich insbesondere, dass das HSM-Beschlussor-

gan vorliegend – im Gegensatz zur Spitalplanung in verschiedenen Kanto-

nen – neben dem Beschluss vom 31. Januar 2019 als Bündel von Indivi-

dualverfügungen für die Beschwerdeführerin als nicht berücksichtigte Leis-

tungserbringerin am 2. Mai 2019 eine zusätzliche individuelle abweisende 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 13 

Verfügung erlassen hat, nachdem dies zuvor im Beschluss vom 31. Januar 

2019 entsprechend angekündigt worden war (vgl. auch oben E. 2.2). 

4.5  

4.5.1 Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde vom 15. März 

2019 (B-act. 1) vor, der Beschluss vom 31. Januar 2019 selbst enthalte 

keine Begründung, sondern verweise auf den Schlussbericht vom 31. Ja-

nuar 2019. Dieser Schlussbericht setze sich nur oberflächlich mit den Ar-

gumenten der Bewerber und namentlich jenen der Beschwerdeführerin 

auseinander. Für den Fall, dass die noch zu eröffnende Individualverfü-

gung keine eingehendere Auseinandersetzung mit den Argumenten der 

Beschwerdeführerin enthalte, werde geltend gemacht, der angefochtene 

Beschluss verletze das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin. 

4.5.2 In ihren Eingaben vom 29. Mai 2019 (B-act. 11; B2-act. 1), welche 

aufgrund der Eröffnung der individuellen Verfügung vom 2. Mai 2019 er-

folgten, macht die Beschwerdeführerin sodann im Wesentlichen geltend, 

die Vorinstanz stelle pauschal auf die tatsächliche und rechtliche Situation 

zum Zeitpunkt der Einreichung der Bewerbungsgesuche der Leistungser-

bringer oder der Redaktion des Erläuternden Berichts für die Leistungszu-

teilung (Entwurf für die Gewährung des rechtlichen Gehörs) ab. Hinzu 

komme, dass sie auch die eingereichten Beweismittel und gestellten Be-

weisanträge unberücksichtigt lasse. Die Vorinstanz habe sich eine abge-

schlossene Meinung gebildet, die sie nicht mehr geändert habe. Ferner 

stelle die Vorinstanz in Bezug auf die Mindestfallzahlen einzig auf die Zah-

len des SGVC/AQC-Klinikregisters ab und habe in Bezug auf die als Be-

weismittel eingereichte «Plausibilisierung der Fallzahlen» (vgl. B-act. 1 

Beilage 9) der Beschwerdeführerin unbegründet festgehalten, diese könne 

nicht als Grundlage für die Ermittlung der Fallzahlen dienen. Weiter habe 

die Beschwerdeführerin ein Parteiverhör verlangt, was jedoch mit der Be-

gründung abgelehnt worden sei, dies sei nicht vorgesehen. Auch hierin 

liege eine schwere Verletzung des rechtlichen Gehörs, sehe doch Art. 12 

Bst. b VwVG das Parteiverhör explizit vor. Die Vorinstanz habe auch die 

weiteren gestellten Beweisanträge und anerbotenen Beweismittel in 

rechtswidriger Weise abgelehnt. Eine eigentliche Gewährung des rechtli-

chen Gehörs oder eine Berücksichtigung der seitens der Leistungserbrin-

ger vorgebrachten Erläuterungen und eine Abnahme von angebotenen, zu-

lässigen und tauglichen Beweismitteln habe durch die Vorinstanz gar nicht 

und nur pro forma stattgefunden. 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 14 

4.5.3 Diesbezüglich führt die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 

8. Juli 2019 (B-act. 16) aus, das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin 

sei gewahrt worden. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, die Vorin-

stanz habe pauschal auf die tatsächliche und rechtliche Situation zum Zeit-

punkt der Einreichung der Bewerbungsunterlagen abgestellt und sich nicht 

mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt, werde 

bestritten. Die Beschwerdeführerin habe von ihrem Recht zur Stellung-

nahme am 29. Januar 2019 Gebrauch gemacht und ihre Vorbringen seien 

sorgfältig geprüft und gewürdigt worden. Im Anschluss daran sei die Be-

schlussfassung durch das HSM-Beschlussorgan erfolgt und die Nichtzutei-

lung in Bezug auf die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2. Mai 2019 

begründet worden. In Bezug auf das Kriterium der Lehre und Forschung 

zeige sich in der einlässlich begründeten Verfügung vom 2. Mai 2019, dass 

sämtliche von der Beschwerdeführerin beigebrachten Argumente und Do-

kumente berücksichtigt worden seien. Hinsichtlich der nicht berücksichtig-

ten «Plausibilisierung der Fallzahlen» sei nicht ersichtlich, was die Be-

schwerdeführerin damit zu beweisen versuche, weise sie darin doch selbst 

einen ungenügenden Durchschnitt an Fallzahlen im Bewerbungszeitraum 

(2014 - 2016) auf. Die Ablehnung eines Beweismittels in freier antizipierter 

Beweiswürdigung sei nicht zu beanstanden. Inwiefern eine persönliche Be-

fragung den Sachverhalt weiter hätte abklären können, sei ebenfalls nicht 

ersichtlich, weshalb im Verzicht auf die Parteibefragung keine Gehörsver-

letzung erblickt werden könne. In Bezug auf die Beweisabnahme hinsicht-

lich Lehre und Forschung sei festzuhalten, dass eine Beweisabnahme am 

Ergebnis, dass der Beschwerdeführerin aufgrund anderer, nicht erfüllter 

Anforderungen kein Leistungsauftrag erteilt werde, nichts geändert hätte. 

4.5.4 In der Stellungnahme vom 14. August 2019 (B-act. 19) führt das BAG 

aus, die Vorinstanz habe eine der im Urteil C-4156/2011 vorgeschlagenen 

Methoden zur Beschlussfassung verwendet und neben dem Schlussbe-

richt auch individuelle Begründungen an die nicht berücksichtigten Leis-

tungserbringer verfasst. Die Beschwerdeführerin gehe mit der individuellen 

Verfügung vom 2. Mai 2019 auf die Einwände der Beschwerdeführerin ein 

und begründe darin – wie auch im Schlussbericht vom 31. Januar 2019 – 

ausführlich den Grund für die Nichterteilung des Leistungsauftrags. Daher 

liege keine Verletzung der Begründungspflicht vor und die Gewährung des 

rechtlichen Gehörs habe stattgefunden. Es bleibe jedoch festzuhalten, 

dass die Vorinstanz ihre Beschlussabfassung insbesondere aus verfah-

rensökonomischen Gründen ändern und die individuellen Verfügungen 

gleichzeitig mit dem Schlussbericht eröffnen sollte. 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 15 

4.5.5 Die Beschwerdeführerin ergänzt in ihren Schlussbemerkungen vom 

19. September 2019 (B-act. 23) insbesondere, die Vorinstanz habe kein 

Vorgehen gemäss dem Urteil C-4156/2011 gewählt. Zwar werde die Mög-

lichkeit eines separaten (zusätzlichen) Beschlusses mit einzelfallspezifi-

scher Begründung und eigener Rechtsmittelbelehrung für nicht berücksich-

tigte Leistungserbringer erwähnt, hingegen könne es sich nur um die 

gleichzeitige Eröffnung des allgemeinen und des individuellen Beschlusses 

handeln. Die von der Vorinstanz gewählte Vorgehensweise sei unzulässig. 

Die beschwerdeführenden Parteien seien faktisch gezwungen, den ersten 

Beschluss mit einer Beschwerde «ins Blaue» anzufechten. Der Beschluss 

vom 31. Januar 2019 selbst enthalte keine Begründung, sondern verweise 

auf den Schlussbericht «Komplexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie» – 

Erläuternder Bericht für die Leistungszuteilung vom 31. Januar 2019. Die-

ser Schlussbericht setze sich, in Form von tabellarischen Darstellungen, 

nur oberflächlich mit den Argumenten der Bewerber und namentlich jenen 

der Beschwerdeführerin auseinander. Die Gründe der Nichtzuteilung be-

ziehungsweise konkrete Angaben zu den nicht erfüllten Kriterien würden 

nicht genannt. Eine sachgerechte Anfechtung sei deshalb nicht möglich 

gewesen. Das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin und namentlich 

die Begründungspflicht seien dadurch verletzt worden. Unzutreffend sei zu-

dem, der Beschwerdeführerin sei durch dieses Vorgehen kein Nachteil ent-

standen. Ihr sei mit der Anfechtung des Beschlusses und der individuellen 

Verfügung vielmehr ein erheblicher zeitlicher und finanzieller Mehraufwand 

entstanden. Überdies habe die Vorinstanz durch die Beschwerde Kenntnis 

von den Rügen der Beschwerdeführerin erhalten und habe gestützt auf 

dieses Wissen die individuelle Verfügung erlassen und begründen können. 

Auch darin sei ein relevanter Nachteil zu sehen. 

4.6 Soweit die Beschwerdeführerin in ihren Schlussbemerkungen geltend 

macht, das von der Vorinstanz gewählte Vorgehen sei unzulässig und 

verstosse gegen die Begründungspflicht, kann ihr nicht gefolgt werden. 

 

Es ist nachvollziehbar, dass sich die Beschwerdeführerin eine eingehen-

dere Auseinandersetzung mit ihren Anträgen bereits im Beschluss vom 

31. Januar 2019 beziehungsweise die zeitgleiche oder zumindest zeitnahe 

Eröffnung der individuellen Verfügung gewünscht hätte. Das von der Vorin-

stanz gewählte Verfahren ist sodann aus prozessökonomischen Gründen 

sicherlich nicht optimal, aber nicht per se unzulässig, da im Beschluss vom 

31. Januar 2019 der Erlass einer individuellen anfechtbaren Verfügung mit 

eingehenderer Begründung für nicht berücksichtigte Leistungserbringer 

ausdrücklich angekündigt wurde. Es ist an dieser Stelle festzuhalten, dass 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 16 

keine diesbezüglichen gesetzlichen Vorgaben bestehen und überdies 

keine Mutwilligkeit erkennbar ist. Das Vorgehen der Vorinstanz hat jedoch 

nicht zu Unrecht erhobene Rügen der Beschwerdeführerin provoziert. 

Dass die Beschwerdeführerin bereits den Beschluss vom 31. Januar 2019 

sicherheitshalber angefochten hat, ist im Übrigen nachvollziehbar, auch 

wenn andere Leistungserbringer teilweise die ausdrücklich als anfechtbar 

angekündigte individuelle Verfügung abgewartet und erst diese angefoch-

ten haben.  

 

Die Verfügung vom 2. Mai 2019 und der Beschluss vom 31. Januar 2019 – 

soweit dieser als Individualverfügung die Verweigerung des Leistungsauf-

trags an die Beschwerdeführerin betrifft – sind damit einer gemeinsamen 

Gesamtbetrachtung zu unterziehen. Die Vorinstanz ist ihrer Begründungs-

pflicht, welcher im Beschluss vom 31. Januar 2019 noch nicht genüge ge-

tan worden sein dürfte, spätestens mit Erlass der vorangekündigten indivi-

duellen Verfügung vom 2. Mai 2019 nachgekommen. 

4.7 Die weiteren Rügen das rechtliche Gehör betreffend, wonach die Vo-

rinstanz ihrem Entscheid pauschal die tatsächliche und rechtliche Situation 

zum Zeitpunkt der Einreichung der Bewerbung beziehungsweise der Re-

daktion des Erläuternden Berichts (für die Gewährung des rechtlichen Ge-

hörs) zugrunde gelegt, sich eine bereits abgeschlossene Meinung gebildet 

und die Beweismittel und Beweisanträge der Beschwerdeführerin nicht be-

rücksichtigt haben soll, sind ebenfalls unbegründet:   

 

Die Vorinstanz hat sich in der vorab angekündigten individuellen Verfügung 

vom 2. Mai 2019 mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin und den ein-

gereichten Beweismitteln auseinandergesetzt. Die Tatsache, dass die Vor-

instanz der Argumentation der Beschwerdeführerin nicht gefolgt ist und 

keine weiteren Beweise (Gutachten, Parteiverhör) abgenommen hat, be-

deutet nicht automatisch, dass das rechtliche Gehör der Beschwerdefüh-

rerin verletzt wurde. Wie nachfolgend festzustellen sein wird, ist es nicht 

unhaltbar, dass die Vorinstanz auf die Fallzahlen der Jahre 2014 - 2016 

abgestellt hat (vgl. nachfolgend E. 7.1.7). Entsprechend kann darin, dass 

die Vorinstanz hinsichtlich der Fallzahlen auf die Situation im Zeitpunkt der 

Bewerbung abgestellt hat, auch keine Gehörsverletzung erkannt werden. 

Da es überdies im Ermessen der Vorinstanz liegt, Tendenzen gegebenen-

falls mit «provisorischen» Leistungsaufträgen zu berücksichtigen, und die 

Mindestfallzahlen im relevanten Zeitraum (2014 – 2016) auch gemäss der 

von der Beschwerdeführerin eingereichten «Plausibilisierung der Fallzah-

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Seite 17 

len» nicht erreicht wurden (vgl. nachfolgend E. 7.2.8), liegt auch im Um-

stand, dass die Vorinstanz die eingereichte Plausibilisierung (im Hinblick 

auf die positive Tendenz) nicht weiter berücksichtigt, kein Gutachten be-

treffend Fallzahlen in der Lindenhofgruppe angeordnet und kein Parteiver-

hör durchgeführt hat, keine Verletzung des rechtlichen Gehörs begründet. 

Diese Beweismittel hätten nämlich bei dieser Ausgangslage am Ergebnis, 

dass die Beschwerdeführerin die Fallzahlen im relevanten Zeitraum nicht 

erfüllt, nichts mehr ändern können (antizipierte oder vorweg genommene 

Beweiswürdigung; vgl. oben E. 3.4). Dasselbe gilt für die beantragten Be-

weismittel im Zusammenhang mit der Lehre und Forschung. Da die Vo-

rinstanz das Kriterium der Mindestfallzahlen – wie sich zeigen wird zu 

Recht (vgl. nachfolgend E. 7.3.6) – als Ausschlusskriterium verwendet hat, 

konnte das beantragte Gutachten zur Frage, ob und inwieweit sich For-

schung, namentlich die Teilnahme an klinischen Studien und Publikations-

tätigkeit, positiv auf die Versorgungssicherheit und die Qualität im Bereich 

Viszeralchirurgie beziehungsweise im HSM-Bereich Pankreasresektion 

auswirke, am Ergebnis ebenfalls nichts mehr ändern.  

 

Soweit die Beschwerdeführerin unter dem Titel des rechtlichen Gehörs zu-

dem moniert, erst in der Verfügung werde anerkannt, dass sie eine aner-

kannte Weiterbildungsstätte für Viszeralchirurgie sei, und dies sei aus-

schliesslich der Beschwerde geschuldet, ist darauf hinzuweisen, dass be-

reits im Schlussbericht vom 31. Januar 2019 festgehalten wurde «Die Lin-

denhof AG hat ein Gesuch eingereicht; dieses wurde am 27. März 2018 

gutgeheissen, und zwar für die Kategorie V2 (2 Jahre)» (vgl. GDK2-

act. 4.016 S. 80). Entsprechend dürfte es sich um ein Versehen gehandelt 

haben, dass das Kriterium im Schlussbericht noch als «nicht erfüllt» aufge-

führt worden ist. Hierin ist jedenfalls keine Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs zu erkennen. 

4.8 Zusammenfassend ist aufgrund der obigen Ausführungen festzuhalten, 

dass der Vorinstanz im vorliegenden Verfahren keine Verletzung des recht-

lichen Gehörs vorzuwerfen ist. 

5.  

Im Folgenden werden die für die Streitsache wesentlichen Bestimmungen 

und von der Rechtsprechung dazu entwickelten Grundsätze dargestellt. 

5.1 Spitalplanung ist grundsätzlich Aufgabe der Kantone (vgl. Art. 39 

Abs. 1 Bst. e KVG; BVGE 2009/48 E. 12.1). Gemäss Art. 39 Abs. 2 KVG 

(in der seit 1. Januar 2009 gültigen Fassung) koordinieren die Kantone ihre 

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Seite 18 

Planung. Im HSM-Bereich beschliessen die Kantone nach Art. 39 Abs. 2bis 

KVG (in Kraft seit 1. Januar 2009) gemeinsam eine gesamtschweizerische 

Planung. Kommen sie dieser Aufgabe nicht zeitgerecht nach (vgl. auch 

Abs. 3 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des KVG [Spitalfinan-

zierung] vom 21. Dezember 2007 [AS 2008 2056]), so legt der Bundesrat 

fest, welche Spitäler für welche Leistungen auf den kantonalen Spitallisten 

aufzuführen sind. 

5.2 Um die gesamtschweizerische Planung zu gewährleisten, haben die 

Kantone am 14. März 2008 die IVHSM beschlossen, die – nachdem alle 

Kantone beigetreten sind – am 1. Januar 2009 in Kraft getreten ist. 

Art. 3 IVHSM regelt Zusammensetzung, Wahl und Aufgaben des HSM-Be-

schlussorgans. Das Beschlussorgan bestimmt gemäss Art. 3 Abs. 3 

IVHSM die Bereiche der hochspezialisierten Medizin, die einer schweiz-

weiten Konzentration bedürfen, und trifft die Planungs- und Zuteilungsent-

scheide. Hierzu erstellt es eine Liste der Bereiche der hochspezialisierten 

Medizin und der mit der Erbringung der definierten Leistungen beauftrag-

ten Zentren. Die Liste wird periodisch überprüft. Sie gilt als gemeinsame 

Spitalliste der Vereinbarungskantone gemäss Art. 39 KVG. Die Zuteilungs-

entscheide werden befristet (Art. 3 Abs. 4 IVHSM). Art. 9 Abs. 1 IVHSM 

hält zudem fest, dass die Vereinbarungskantone ihre Zuständigkeit ge-

mäss Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG zum Erlass der Spitalliste für den Bereich 

der hochspezialisierten Medizin dem HSM-Beschlussorgan übertragen. 

5.3 Das Bundesrecht schreibt den Kantonen nicht vor, in welcher Form sie 

über die gemeinsame gesamtschweizerische Planung Beschluss zu fas-

sen haben. Dass sie dafür ein durch interkantonale Vereinbarung (Konkor-

dat) geschaffenes interkantonales Organ, das mit entsprechenden Ent-

scheidungskompetenzen ausgestattet ist, vorgesehen haben, ist zulässig 

(BVGE 2012/9 E. 1.2.3.4; vgl. Art. 48 der Bundesverfassung der Schwei-

zerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). 

5.4 Wie bei den übrigen Spitalplanungen entscheidet auch über die HSM-

Listen ein politisches Organ: Das HSM-Beschlussorgan setzt sich aus Mit-

gliedern der GDK-Plenarversammlung zusammen, wobei den fünf Kanto-

nen mit Universitätsspital je ein Sitz (mit Stimmrecht) zusteht und die wei-

teren fünf Sitze (mit Stimmrecht) auf die übrigen Kantone verteilt werden 

(vgl. Art. 3 Abs. 1 IVHSM). Das HSM-Beschlussorgan hat die gesetzlichen 

Bestimmungen (einschliesslich die Planungskriterien gemäss Art. 58a ff. 

der Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung [KVV, 

SR 832.102]; vgl. nachfolgend E. 5.8) und die IVHSM (vgl. nachfolgend 

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Seite 19 

E. 5.7) zu beachten; im Übrigen steht ihm jedoch ein weiter Ermessens-

spielraum zu (vgl. auch oben E. 3.1). 

5.5 Art. 4 Abs. 4 IVHSM definiert die Kriterien, welche das HSM-Be- 

schlussorgan bei der Zuordnung zum Bereich der HSM und bei der Zutei-

lung der Leistungsaufträge zu berücksichtigen hat. Die Kriterien für den im 

vorliegenden Verfahren interessierenden Zuteilungsentscheid sind die 

Qualität, die Verfügbarkeit hochqualifizierten Personals und Teambildung, 

die Verfügbarkeit der unterstützenden Disziplinen, die Wirtschaftlichkeit so-

wie das Weiterentwicklungspotenzial. Weiter sind die Relevanz des Be-

zugs zu Forschung und Lehre sowie die internationale Konkurrenzfähigkeit 

zu berücksichtigen. 

5.6 Die Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 

setzt den Leistungsauftrag aufgrund einer kantonalen oder interkantonalen 

Spitalliste voraus (Art. 35 i.V.m. Art. 39 Abs. 1 Bst. d und e sowie Abs. 2bis 

KVG). Ab dem Zeitpunkt der Bestimmung eines Bereiches der hochspezi-

alisierten Medizin und seiner (rechtskräftigen) Zuteilung an HSM-Zentren 

gelten abweichende Spitallistenzulassungen der Kantone im entsprechen-

den Umfang als aufgehoben (Art. 9 Abs. 2 IVHSM). 

5.7 Die IVHSM enthält spezifische Planungsgrundsätze für die HSM. Dem-

nach sollen die hochspezialisierten Leistungen zur Gewinnung von Syner-

gien auf wenige universitäre oder multidisziplinäre Zentren konzentriert 

werden (Art. 7 Abs. 1). Die Planung der HSM soll mit jener im Bereich der 

Forschung abgestimmt werden, Forschungsanreize sollen gesetzt und ko-

ordiniert werden (Art. 7 Abs. 2). Die Interdependenzen zwischen verschie-

denen hochspezialisierten medizinischen Bereichen sind bei der Planung 

zu berücksichtigen (Art. 7 Abs. 3), wobei die Planung jene Leistungen um-

fasst, die durch schweizerische Sozialversicherungen mitfinanziert werden 

(Art. 7 Abs. 4). Die Zugänglichkeit für Notfälle ist bei der Planung zu be-

rücksichtigen (Art. 7 Abs. 5), ebenso wie die vom schweizerischen Ge-

sundheitswesen erbrachten Leistungen für das Ausland; Kooperations-

möglichkeiten mit dem nahen Ausland können genutzt werden (Art. 7 

Abs. 6 und 7). Die Planung kann in Stufen erfolgen (Art. 7 Abs. 8). Gemäss 

Art. 8 IVHSM sind bei der Zuordnung der Kapazitäten folgende Vorgaben 

zu beachten: Die gesamten in der Schweiz verfügbaren Kapazitäten sind 

so zu bemessen, dass die Zahl der Behandlungen, die sich unter umfas-

sender kritischer Würdigung erwarten lassen, nicht überschritten werden 

kann (Bst. a). Die resultierende Anzahl der Behandlungsfälle der einzelnen 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 20 

Einrichtung pro Zeitperiode darf die kritische Masse unter den Gesichts-

punkten der medizinischen Sicherheit und der Wirtschaftlichkeit nicht un-

terschreiten (Bst. b). Den Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Zentren 

im Ausland kann Rechnung getragen werden (Bst. c). 

5.8 Im Übrigen sind bei der Erstellung einer interkantonalen Spitalliste 

grundsätzlich dieselben Anforderungen gemäss den Vorschriften des KVG 

sowie der Ausführungsverordnungen wie bei der Erstellung einer kantona-

len Spitalliste zu beachten (BVGE 2013/46 E. 6.4.1; vgl. auch RÜT-

SCHE/PICECCHI, in: Basler Kommentar zum Krankenversicherungsgesetz 

und zum Krankenversicherungsaufsichtsgesetz, 2020, Rz. 95 zu Art. 39). 

Die zugelassenen Spitäler haben somit die Anforderungen von Art. 39 

Abs. 1 KVG zu erfüllen und das interkantonale Beschlussorgan hat die Pla-

nungskriterien nach Art. 58a ff. KVV zu beachten. Das Beschlussorgan er-

mittelt den Bedarf in nachvollziehbaren Schritten und stützt sich auf statis-

tisch ausgewiesene Daten und Vergleiche (Art. 58b Abs. 1 KVV). Es ermit-

telt das Angebot, das in Einrichtungen beansprucht wird, die nicht auf der 

von ihr erlassenen Liste aufgeführt sind (Abs. 2). Es bestimmt das Ange-

bot, das durch die Aufführung der Spitäler auf der Spitalliste zu sichern ist, 

damit die Versorgung gewährleistet ist. Dieses Angebot entspricht dem 

nach Art. 58b Abs. 1 KVV festgestellten Versorgungsbedarf abzüglich des 

nach Art. 58b Abs. 2 KVV ermittelten Angebots (Abs. 3). Bei der Beurtei-

lung und Auswahl des auf der Liste zu sichernden Angebotes berücksich-

tigen die Kantone insbesondere die Wirtschaftlichkeit und Qualität der Leis-

tungserbringung, den Zugang der Patientinnen und Patienten zur Behand-

lung innert nützlicher Frist sowie die Bereitschaft und Fähigkeit der Einrich-

tung zur Erfüllung des Leistungsauftrages (Abs. 4). Bei der Prüfung der 

Wirtschaftlichkeit und Qualität beachtet das Beschlussorgan insbesondere 

die Effizienz der Leistungserbringung, den Nachweis der notwendigen 

Qualität, die Mindestfallzahlen (im Spitalbereich) und die Nutzung von Sy-

nergien (Abs. 5). Die Planung erfolgt für die Versorgung der versicherten 

Personen in Spitälern zur Behandlung von akutsomatischen Krankheiten 

leistungsorientiert (Art. 58c Bst. a KVV).   

 

Entsprechend ist im HSM-Bereich auch die diesbezügliche Rechtspre-

chung zur kantonalen Spitalplanung zu berücksichtigen. 

5.9 Im Rahmen der Verpflichtung zur interkantonalen Koordination der Pla-

nungen nach Art. 39 Abs. 2 KVG müssen die Kantone insbesondere die 

nötigen Informationen über die Patientenströme auswerten und diese mit 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 21 

den betroffenen Kantonen austauschen (Art. 58d Bst. a KVV) und die Pla-

nungsmassnahmen mit den davon in ihrer Versorgungssituation betroffe-

nen Kantonen koordinieren (Bst. b). Während die Auswertung der nötigen 

Informationen über die Patientenströme auch bei der interkantonalen Pla-

nung der HSM von Bedeutung ist, dürften die übrigen in Bst. a und b ge-

nannten Anforderungen durch die Einsetzung des interkantonalen Be-

schlussorgans nach Art. 3 IVHSM abgedeckt sein. 

6.  

Bei der HSM-Spitalplanung lassen sich im Rahmen des Zuteilungsverfah-

rens – wie bei der kantonalen Spitalplanung auch – zwei Etappen unter-

scheiden: die Bedarfsermittlung und die Bedarfsdeckung. Zuerst ist der Be-

darf der Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz an stationärer Be-

handlung im entsprechenden HSM-Bereich zu ermitteln. Nach der Bedarfs-

ermittlung erfolgt die Phase der Bedarfsdeckung mit der Auswahl der Leis-

tungserbringer (vgl. Urteil des BVGer C-6266/2013 vom 29. September 

2015 E. 4.3.2. m.H.). 

6.1 Im vorliegenden Fall ist die erste Stufe der HSM-Spitalplanung, das 

heisst die Bedarfsermittlung, nicht umstritten.  

 

Die im Streit liegende Zuteilung der Leistungsaufträge im Bereich der kom-

plexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie – Pankreasresektion bei Er-

wachsenen basiert auf dem prognostizierten Leistungsbedarf bis ins Jahr 

2025. Bei dieser Bedarfsprognose wurden basierend auf dem Nachfrage-

jahr 2014 Einflussfaktoren wie die demografische, medizintechnische, epi-

demiologische, ökonomische und sonstige Entwicklung berücksichtigt (vgl. 

Bedarfsprognose HSM: Teilbericht Methodik Version 3.1 vom 23. Mai 2017 

S. 4 f. [GDK2-act. 2.001]). Unter Berücksichtigung der Auswirkungen der 

Einflussfaktoren rechnet die Vorinstanz mit einer starken Zunahme der 

Fallzahlen um 34 % bis 2025 im Bereich der Pankreasresektionen und da-

mit mit einer jährlichen Wachstumsrate von 3 % (vgl. Bedarfsprognose 

HSM: Leistungsbereich Pankreasresektion VIS1.1 Version 1.1 vom 

22. September 2017 S. 14 [GDK2-act. 2.014]; Schlussbericht vom 31. Ja-

nuar 2019 S. 66 [GDK2-act. 4.016]). 

6.2 Strittig ist vorliegend vielmehr die Auswahl der Leistungserbringer, die 

den ermittelten Bedarf decken sollen, namentlich die Nichterteilung des 

Leistungsauftrags im Bereich der Pankreasresektion an die Beschwerde-

führerin. 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 22 

6.2.1 Für den Bereich der Pankreasresektion sind bei der Eröffnung des 

Bewerbungsverfahrens Ende 2016 – neben den generellen Anforderungen 

an die Leistungserbringer gemäss IVHSM und KVV sowie den Qualitäts-

anforderungen für alle fünf Bereiche der «Komplexen hochspezialisierten 

Viszeralchirurgie» – die folgenden spezifischen Qualitätsanforderungen 

vom HSM-Fachorgan festgelegt worden (vgl. Erläuternde Notiz zur Bewer-

bung für den HSM-Leistungsauftrag im Bereich «Komplexe hochspeziali-

sierte Viszeralchirurgie» vom 25. Oktober 2016 [GDK2-act. 1.004 S. 9]): 

- Strukturqualität:  

- Verantwortlicher Chirurg mit Schwerpunkttitel Viszeralchirurgie  

oder äquivalenter Qualifikation 

- Personelle und strukturelle Voraussetzungen, um postoperative 

Komplikationen selbständig und ohne Spitalverlegung zu behan-

deln (24/7 Verfügbarkeit einer diagnostischen und interventionel-

len Radiologie [oder Äquivalent]; 24/7 Verfügbarkeit eines qualifi-

zierten Chirurgen-Teams [Schwerpunkttitel Viszeralchirurgie oder 

äquivalente Qualifikation] mit der Möglichkeit einer chirurgischen 

[Re-]Intervention innerhalb eines indizierten Zeitintervalls [1h]; Mi-

nimalanforderung: 2 Ärzte mit Schwerpunkt Viszeralchirurgie oder 

äquivalenter Ausbildung) 

- Durch SGI anerkannte Intensivstation im Haus 

- 24/7 Verfügbarkeit einer interventionellen Endoskopie 

- Onkologie im Haus 

- Mindestfallzahlen: pro Standort muss eine Mindestfallzahl von 12 Ein-

griffen / Jahr im Durchschnitt über die letzten drei Jahre erreicht werden 

- Prozessqualität: jeder Fall wird im interdisziplinären Tumorboard vor-

gestellt (zusammengesetzt gemäss Vorgaben der IVHSM-Organe) 

- Weiterbildung, Lehre und Forschung: aktive Teilnahme an klinischen 

Forschungsstudien oder anderen klinischen Forschungsprojekten 

6.2.2 Im Schlussbericht vom 31. Januar 2019 (GDK2-act. 4.016 ≙ B-act. 1 

Beilage 3), welcher integraler Bestandteil des Beschlusses vom 31. Januar 

2019 (GDK2-act. 4.015 ≙ B-act. 1 Beilage 1) bildet, legt die Vorinstanz dar, 

dass die Empfehlung für die Zuteilung eines HSM-Leistungsauftrags nach 

einem Evaluationsschema erarbeitet worden sei. In einem ersten Schritt 

sei zu prüfen, ob die generellen und bereichsspezifischen Anforderungen 

pro Leistungserbringer erfüllt seien. Seien die Anforderungen nicht erfüllt, 

erfolge bereits hier keine Empfehlung für einen HSM-Leistungsauftrag. An-

sonsten werde in einem zweiten Schritt geprüft, ob in der Versorgungsre-

gion Bedarf für eine (zusätzliche) Leistungserbringung bestehe. Sofern der 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 23 

Bedarf bestehe, werde die Empfehlung für einen HSM-Leistungsauftrag 

abgegeben, andernfalls nicht. Bei der Beurteilung des Bedarfs in einer Ver-

sorgungsregion würden nebst den Fallzahlen und den Patientenströmen 

zudem weitere Kriterien (Vorhandensein eines HSM-Leistungserbringers 

in der Versorgungsregion; Bedarf für Leistungserbringung aufgrund der 

sprachlichen Region oder geographischen Lage) berücksichtigt (GDK2-

act. 4.016 S. 90). 

6.2.3 In Bezug auf die Mindestfallzahlen hält die Vorinstanz fest, diese 

seien anhand der im Register eingetragenen Fälle überprüft worden, dabei 

sei der Zeitraum vom 21. Dezember 2013 bis zum 20. Dezember 2016 

massgeblich gewesen. Über diese drei Jahre sei der Jahresdurchschnitt 

errechnet worden. Bei dieser Überprüfung hätten 20 Bewerber die nötigen 

Minimalfallzahlen erreicht, die anderen neun nicht. Bei den Kliniken, die bei 

der Selbstdeklaration angegeben hätten, die Zahlen zu erreichen, seien die 

entsprechenden Operationsberichte einverlangt worden, um sie durch Ex-

perten daraufhin zu überprüfen, ob es sich um HSM-Fälle nach Zuord-

nungsdefinition handle (vgl. GDK2-act. 4.016 S. 79).  

6.2.4 Weiter führt die Vorinstanz aus, die Wirtschaftlichkeitsprüfung erfolge 

durch Betriebsvergleiche. Dafür seien zwei verschiedene Herangehens-

weisen gewählt worden – ein Vergleich auf Basis der schweregradberei-

nigten Fallkosten und die Analyse der durchschnittlichen Fallkosten der 

Spitäler in den fünf definierten HSM-Leistungsbereichen der Viszeralchi-

rurgie (GDK2-act. 4.016 S. 33). Weiter würden die Analysen auf Verglei-

chen der Casemix-bereinigten, spitalindividuellen mittleren Fallkosten (Ba-

siswerte) des Jahres 2015 beruhen. Neben der Beurteilung auf Stufe Ge-

samtspital werde auch die Wirtschaftlichkeit der HSM-Leistungserbringung 

betrachtet. Es würden also zwei unterschiedliche Herangehensweisen an-

gewendet. Bei der Auswertung von Kostendaten ITAR_K® würden die an-

rechenbaren Kosten der Spitäler für die Kalkulation der Casemix-bereinig-

ten Basiswerte in Anlehnung an die von der GDK formulierten «Empfeh-

lungen zur Wirtschaftlichkeitsprüfung» ermittelt. Als Referenzwerte würden 

die die Spitalkategorie berücksichtigenden Mediane der sich bewerbenden 

Spitäler berücksichtigt (Universitätsspitäler: Fr. 11'058.-, übrige Akutspitä-

ler: Fr. 9'851.-). Bei der Auswertung nach SwissDRG würden die kalkulato-

rischen Casemix-bereinigten Basiswerte der Spitäler, bezogen auf die be-

treffenden Fälle des spezifischen HSM-Spektrums, berechnet. Als Refe-

renzwerte würden einerseits die die Spitalkategorie berücksichtigenden 

Mediane der sich bewerbenden Spitäler (Universitätsspitäler: Fr. 12'968.-, 

übrige Akutspitäler: Fr. 13'319.-) und andererseits die die Spitalkategorie 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 24 

berücksichtigenden Fallzahl-gewichteten Mediane der sich bewerbenden 

Spitäler berücksichtigt (Universitätsspitäler: Fr. 14'476.-, übrige Akutspitä-

ler: Fr. 12'899.-). Weder bei Verwendung der Kostenausweise nach 

ITAR_K® noch bei den Daten von SwissDRG würden für die Beurteilung 

der Wirtschaftlichkeit Kostenunterschiede berücksichtigt, welche regiona-

ler Natur seien. Zum Beispiel würden örtlich unterschiedliche Lohnkosten 

mangels breit akzeptierter Methodik nicht neutralisiert. Zudem sei bei nied-

rigen Fallzahlen mit der Auswertung nach SwissDRG keine statistisch ge-

sicherte Aussage möglich. Die Aussagen zur Wirtschaftlichkeit seien daher 

zu relativieren. Entsprechend habe das HSM-Fachorgan diesbezüglich 

festgehalten, dass bei der Vergabe der Leistungszuteilungen fachliche und 

infrastrukturelle Bedingungen, die Minimalfallzahlen als Qualitätsmerkmal 

sowie die Abdeckung des Bedarfs, um einen gerechten Zugang zu ermög-

lichen, weiterhin prioritär gewichtet werden sollten. Soweit danach noch 

Spielraum bestehe, werde die Wirtschaftlichkeit für den Zuteilungsent-

scheid herangezogen (vgl. GDK2-act. 4.016 S. 80 ff.). 

7.  

Die Beschwerdeführerin rügt betreffend den nicht erteilten HSM-Leistungs-

auftrag im Bereich der Pankreasresektion diverse Aspekte im Zusammen-

hang mit den Mindestfallzahlen. 

7.1 Insbesondere bringt sie vor, die aktuelle positive Entwicklung ihrer Min-

destfallzahlen sei zu Unrecht nicht berücksichtigt worden. 

7.1.1 In ihrer Beschwerde vom 15. März 2019 bringt die Beschwerdeführe-

rin vor, sie wehre sich grundsätzlich nicht dagegen, wenn das HSM-Fach-

organ aus Qualitätsgründen auf minimale Fallzahlen abstelle, und in die-

sem Zusammenhang die Kontinuität über drei Jahre berücksichtige. Dar-

aus erhelle aber auch, dass eindeutige Perspektiven ebenfalls zu berück-

sichtigen seien. Die Lindenhofgruppe sei sich bewusst, dass die Mindest-

fallzahlen bei der Pankreasresektion in den Jahren 2014 (11) und 2015 (9) 

nicht erreicht worden seien. Es zeige sich bei der resektiven Pankreasre-

sektion nach IVHSM bezüglich Fallzahlenentwicklung aber ein stark posi-

tiver Trend. So seien in den Folgejahren 2016 (13) und 2017 (14) die erfor-

derlichen Fallzahlen erreicht worden. Damit sei die geforderte Anzahl von 

12 Eingriffen im Durchschnitt der Jahre 2015 - 2017 bereits erstmals er-

reicht und ein weiterer Anstieg sei wie erwähnt voraussehbar. Folglich sei 

es unzulässig und verletze den verfassungsmässigen Grundsatz der Ver-

hältnismässigkeit, wenn der Beschwerdeführerin der Zuteilungsentscheid 

für den Bereich Pankreasresektion mit der Begründung verweigert werde, 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 25 

die durchschnittlichen Fallzahlen seien (in den Jahren bis 2016 noch) nicht 

erreicht worden. Das HSM-Beschlussorgan müsse sich in diesem Fall auch 

eine überspitzt formalistische Handhabung des Kriteriums von Fallzahlen 

vorwerfen lassen. Denn es gehe bei der Regulierung der komplexen hoch-

spezialisierten Viszeralchirurgie darum, die Eingriffe an wenigen multidis-

ziplinären Spitalzentren mit hohem Innovationspotential zu konzentrieren, 

welche diese Eingriffe nicht gestern, sondern heute und vor allem in Zu-

kunft regelmässig in der aus Qualitätssicherungsgründen notwendigen An-

zahl durchführen und die dafür erforderlichen hohen technischen und per-

sonellen Anforderungen erfüllen würden (vgl. B-act. 1 Rz. 39 f.). In der Be-

schwerdeergänzung vom 29. Mai 2019 beziehungsweise der Beschwerde 

gleichen Datums korrigiert die Beschwerdeführerin die «Plausibilisierung 

der Fallzahlen» dahingehend, dass im Jahr 2017 nicht nur 14, sondern 16 

Fälle erreicht worden seien (vgl. B-act. 11 Rz. 26 f.; B2-act. 1 Rz. 35). Wei-

ter konkretisiert sie, das Abstellen auf durchschnittliche Fallzahlen aus den 

Jahren 2014 - 2016 entspreche, wenn man sich vor Augen führe, dass der 

definitive Zuteilungsentscheid im Jahr 2019 gefällt worden sei, und die 

Leistungsaufträge erst per 1. August 2019 in Kraft treten sollen, nicht der 

aktuellen Situation. Die Daten der Vorinstanz seien zwar im Zeitpunkt der 

Bewerbung die aktuellsten Zahlen gewesen, nicht aber im Zeitpunkt des 

Entscheides. Die Berücksichtigung von aktuellen Entwicklungen bis zum 

Zeitpunkt des Abschlusses des vorinstanzlichen Verfahrens stelle sodann 

auch nicht, wie dies von der Vorinstanz behauptet werde, auf allfälliges Zu-

kunftspotential ab. Die Evaluation erfolge auch in einem solchen Fall auf-

grund von retrospektiven, jedoch aktuelleren Zahlen. So halte auch das 

Bundesverwaltungsgericht im Urteil C-28/2016 vom 24. Juli 2018 in die-

sem Zusammenhang in Erwägung 4.9 fest, dass die Spitalplanung den 

Stand der Dinge so aktuell wie möglich wiederspiegeln solle. Wenn sich 

die Vorinstanz wie vorliegend auf den Standpunkt stelle, sie könne nur die 

Fallzahlen vom 21. Dezember 2013 bis zum 20. Dezember 2016 berück-

sichtigen, und somit klar neuere positive Entwicklungen während dem Ver-

fahren ausser Acht lasse, so handle sie einerseits willkürlich und unter-

schreite andererseits das ihr zustehende Ermessen (vgl. B-act. 11 Rz. 47-

50; B2-act. 1 Rz. 56-58). 

7.1.2 Die Vorinstanz nimmt in ihrer Vernehmlassung diesbezüglich insbe-

sondere dahingehend Stellung, es sei für alle Spitäler auf den gleichen 

Zeitraum abzustellen (2014 - 2016). Auf ein allfälliges Zukunftspotential 

könne nicht abgestellt werden, auch wenn die Anstellung von neuen Vis-

zeralchirurgen eine Steigerung der Fallzahlen erwarten lassen könnte. Die 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 26 

Evaluation eines Leistungserbringers könne systembedingt nur retrospek-

tiv erfolgen (B-act. 16 Rz. 26). Wie die Beschwerdeführerin selbst er-

wähne, gehe es bei der hochspezialisierten Viszeralchirurgie darum, eine 

Konzentration auf wenige Spitalzentren anzustreben, wie es der Gesetz-

geber vorsehe. Es sollten deshalb gerade diejenigen Einrichtungen, die 

diese Eingriffe vermehrt vornehmen würden und daher ein geübtes und 

eingespieltes Behandlungsteam hätten, ihre Kapazitäten steigern. Ent-

sprechend seien diejenigen Leistungserbringer ausgewählt worden, wel-

che die Vorgabe der Mindestfallzahl schon früher, im für die Evaluation vor-

gegebenen Zeitraum, erfüllt hätten. Die berücksichtigten Bewerber hätten 

sich mit Erteilung des Leistungsauftrages verpflichtet, unter Einhaltung und 

Sicherstellung von spezifischen Qualitätsanforderungen mindestens 12 

Pankreasresektionen jährlich pro Standort durchzuführen. Damit sei die 

zur Qualitätssicherung notwendige Anzahl durchzuführender Pankreasre-

sektionen ohne Weiteres gewährleistet (vgl. B-act. 16 Rz. 57). 

7.1.3 Zu den Mindestfallzahlen führt das BAG aus, diese würden für aus-

gewählte medizinische Eingriffe der Sicherstellung und Erhöhung der Pati-

entensicherheit und der Behandlungsqualität dienen. Es solle erreicht wer-

den, dass nur diejenigen Spitäler einen Leistungsauftrag erhielten, die 

heute schon genügend Fallzahlen pro Jahr vorweisen und demnach heute 

schon ein erfahrenes Behandlungsteam stellen würden, wofür sich vergan-

genheitsbezogene Fallzahlen besser eigneten. So würden einige berück-

sichtigte Leistungserbringer bereits jetzt mehr als 50 Behandlungen durch-

schnittlich pro Jahr durchführen. Es müsse jedoch festgehalten werden, 

dass bei zukünftigen Zuteilungsentscheiden für Neubewerber das Krite-

rium in dieser Ausgestaltung nicht gelten dürfe, um diese nicht im Vorhinein 

auszuschliessen. In Anbetracht dessen, dass in der betrachteten Periode 

alle Bewerber für einen Leistungsauftrag bereits Pankreasresektionen vor-

genommen hätten, könne das Abstellen auf Fallzahlen aus der Vergangen-

heit aus Sicht der Qualitätssicherung nicht als sachwidrig angesehen wer-

den. Auf der kompletten und aktuellsten Datengrundlage seien der zukünf-

tige Bedarf zu ermitteln und die Leistungserbringer zu bestimmen, die die-

sen Bedarf decken könnten. Dazu werde auch bei den Bewerbern die zu-

künftig mögliche Kapazität erfragt. Diese Zahlen seien auch zur Auswahl 

der Leistungserbringer für die zukünftige Bedarfsdeckung verwendet wor-

den. Dass die zukünftige Entwicklung der verschiedenen Bewerber gänz-

lich ausgeklammert worden sei, könne somit nicht bestätigt werden.  

 

Die Beschwerdeführerin habe laut Schlussbericht vom 31. Januar 2019 im 

Schnitt 8 Pankreasresektionen durchgeführt. Das seien ungefähr 1.2 % der 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 27 

durchschnittlich gesamthaft in der Schweiz durchgeführten Pankreasre-

sektionen (694). Im HSM-Bereich solle vor allem eine Konzentration der 

Leistungen erreicht werden. Daher sei es gerechtfertigt, bei der Zuteilung 

von Leistungsaufträgen hinsichtlich Versorgungsrelevanz auf Fallzahlen 

abzustellen, da Bewerber, welche über eine geringe Fallzahl verfügen, 

meist nicht versorgungsrelevant seien. Ob die Fallzahlen bei der Be-

schwerdeführerin im betrachteten Zeitraum effektiv gestiegen seien, sei 

vorliegend irrelevant, da geprüft werden müsse, ob sie versorgungsrele-

vant sei, was im vorliegenden Fall verneint werden könne. Bezüglich des 

zukünftigen Potentials gebe die Beschwerdeführerin an, dass sie in Zu-

kunft eine Kapazitätssteigerung von mehr als 20 Eingriffen pro Jahr errei-

chen könne. Somit würde ihr durchaus eine Relevanz zukommen, jedoch 

gebe es in derselben Region Spitäler, die den erwarteten Bedarf abdecken 

könnten und die Mindestfallzahlen jetzt schon erfüllen würden. Zur Leis-

tungserbringung zu Lasten der OKP seien nur so viele Spitäler zuzulassen, 

wie zur Deckung des Bedarfs nötig seien. Ein Leistungsauftrag könne dem-

nach auch verweigert werden, selbst wenn alle Kriterien erfüllt seien (vgl. 

B-act. 23 Rz. 3.3). 

7.1.4 In ihren Schlussbemerkungen bringt die Beschwerdeführerin vor, an 

den Ausführungen der Vorinstanz zur retrospektiven Evaluation der Leis-

tungserbringer sei einzig zutreffend, dass die Fallzahlen 2014 - 2016 zum 

Zeitpunkt der Bewerbung die aktuellsten Zahlen gewesen seien. Massge-

bender Zeitpunkt für den dem erstinstanzlichen Entscheid zugrundeliegen-

den Sachverhalt sei jedoch derjenige bei Fällung des Entscheids. Deswe-

gen gelte letztlich, dass im Rahmen des Streitgegenstandes neue Tatsa-

chenbehauptungen, neue Beweismittel und neue rechtliche Begründungen 

unabhängig vom Zeitpunkt, in dem sie sich verwirklicht haben, jederzeit 

vorgebracht werden könnten. Die Vorinstanz treffe deshalb eine Pflicht, 

sämtliche Tatsachen und Beweismittel bis zum Entscheid zu berücksichti-

gen. Dies gelte auch betreffend das Kriterium der Mindestfallzahlen. Das 

Kriterium der Mindestfallzahlen diene schliesslich dazu, die vorausgesetzte 

Qualität der Leistungserbringung nachzuweisen. Mit Zahlen aus den Jah-

ren 2014 - 2016 sei aber nicht gewährleistet, dass die Bewerber auch zum 

Entscheidzeitpunkt noch über die vorausgesetzte Qualität der Leistungser-

bringung verfügen würden. Es liege in der Natur der Sache, dass Fallzah-

len, die näher am Entscheidzeitpunkt lägen, geeigneter seien, den Nach-

weis einer hinreichenden Qualität der Leistungserbringung zu erbringen, 

als die Zahlen der Jahre davor. Zum Zeitpunkt des Entscheides seien somit 

die aktuellsten, bereits vorhandenen Fallzahlen zu verwenden. Im Durch-

schnitt der Jahre 2015 - 2017, mithin auch im Schnitt über die Jahre 2014 - 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 28 

2017, erreiche die Beschwerdeführerin die geforderte Anzahl von 12 Ein-

griffen pro Jahr. Das Kriterium der Fallzahlen werde somit erfüllt (vgl. B-

act. 23 Rz. 30-36). 

7.1.5 Die Evaluation des Angebots der Leistungserbringer kann systembe-

dingt nur retrospektiv erfolgen, wobei in der Regel auf die aktuellsten offi-

ziellen Zahlen abzustellen ist. Es ist denkbar, dass nach Abschluss eines 

Spitalplanungsverfahrens die der Spitalplanung zugrundeliegenden Zah-

len bereits überholt sind, zumal die Durchführung eines solchen Verfahrens 

erfahrungsgemäss oft länger als ein Jahr dauern kann. In Fällen, bei denen 

die Spitalplanung aufgrund von zwischenzeitlich eingetretenen erheblichen 

Änderungen innert kurzer Zeit nach deren Erlass revidiert werden müsste, 

erscheint es aus verfahrensökonomischen Gründen an sich sinnvoll, diese 

Änderungen in die laufende Planung einzubeziehen beziehungsweise die 

Spitalplanung entsprechend zu überarbeiten (Urteile des BVGer  

C-2887/2019 vom 26. Januar 2021 E. 8.4; C-3413/2014 vom 11. Mai 2017 

E. 10.4.1; C-2907/2008 vom 26. Mai 2011 E. 8.3.5.1; jeweils zur kantona-

len Spitalplanung). Von eingetretenen erheblichen Änderungen, welche zur 

zeitnahen erneuten Revision der HSM-Planung führen würden und daher 

in die laufende Planung einzubeziehen gewesen wären, ist vorliegend je-

doch nicht auszugehen, beziehungsweise sind solche von der Beschwer-

deführerin nicht geltend gemacht worden.  

7.1.6 Durch die Behandlung einer Mindestzahl von Fällen erhält ein Spital 

beziehungsweise das Behandlungsteam Routine und Erfahrung, wodurch 

die Behandlungsqualität sichergestellt werden soll (vgl. Urteil C-3413/2014 

E. 11.7.4). Die Anzahl behandelter Fälle respektive durchgeführter ausge-

wählter Eingriffe gilt somit als ein allgemeiner Indikator für die bestehende 

Expertise in einem Spital. Dementsprechend ist es nachvollziehbar, dass 

die Vorinstanz gestützt auf die in der Vergangenheit erbrachten Leistungen 

prüft, ob ein Leistungserbringer die massgebenden Mindestfallzahlen er-

reicht (vgl. auch totalrevidierte GDK-Empfehlungen zur Spitalplanung, 

2018, Empfehlung 7, S. 15). Mit der retrospektiven Beurteilung der Fallzah-

len kann entsprechend sichergestellt werden, dass ein Spital beziehungs-

weise deren Behandlungsteam über ausreichende Erfahrung in einem 

Leistungsbereich verfügt, weshalb sich das Vorgehen nicht bloss als sys-

tembedingt, sondern auch als sachgerecht erweist (vgl. Urteil C-2887/2019 

E. 8.5).  

7.1.7 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, die Vorinstanz hätte beim 

Zuteilungsentscheid am 31. Januar 2019 auf die neusten vorliegenden 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 29 

Fallzahlen, konkret des Jahres 2017, abstellen müssen, verkennt sie zu-

sätzlich zu dem in E. 7.1.5 Gesagten Folgendes: Bei der Planung der HSM-

Spitalliste handelt es sich um keine einfache Planung, da diese die ganze 

Schweiz betrifft und somit eine grosse Anzahl von Beteiligten miteinbezo-

gen werden muss. Konkret wurden im Bereich der komplexen hochspezi-

alisierten Viszeralchirurgie die 26 Kantone, 52 Spitäler, fünf Versiche-

rer(verbände), die Dekanate der medizinischen Fakultäten der fünf Univer-

sitäten mit Universitätsspital, 23 Fachverbände, Fachorganisationen und 

andere interessierte Organisationen einbezogen (vgl. GDK2-act. 4.016 

S. 13). Die im Rahmen der Verfahrensgarantie des rechtlichen Gehörs vor-

gebrachten Argumente der Beteiligten zum gestützt auf die eingereichten 

Bewerbungen erarbeiteten Zuteilungsvorschlag sind zudem gemeinsam 

mit den Konzentrationsbestrebungen im HSM-Bereich in einer Gesamt-

sicht zu würdigen. Entsprechend ist vorliegend nicht zu beanstanden, dass 

die neuesten Fallzahlen nicht explizit mitberücksichtigt worden sind. Wie 

bereits erwähnt (vgl. oben E. 7.1.5) dauert bereits die Durchführung eines 

kantonalen Spitalplanungsverfahrens bis zum Erlass der kantonalen Spi-

talliste erfahrungsgemäss oft länger als ein Jahr. Hätte die Vorinstanz, wie 

von der Beschwerdeführerin verlangt, zusätzlich die neueren Fallzahlen 

des Jahres 2017 berücksichtigen müssen, hätte der hiervor beschriebene 

Prozess (Erarbeitung eines Zuteilungsvorschlags, Einbezug der Parteien, 

Würdigung der Argumente und der Konzentrationsbestrebungen im Hin-

blick auf die gesamte Planung) erneut durchgeführt werden müssen, was 

unweigerlich zu einer relevanten Verzögerung geführt hätte, in welcher im 

Falle einer nicht zeitgerechten Umsetzung vom Bundesrat subsidiär eine 

Planung vorzunehmen gewesen wäre (Art. 39 Abs. 2bis KVG; vgl. auch 

«Planung der hochspezialisierten Medizin: Umsetzung durch die Kantone 

und subsidiäre Kompetenz des Bundesrates», Bericht des Bundesrates in 

Erfüllung des Postulates 13.4012, Kommission für soziale Sicherheit und 

Gesundheit des Nationalrates, 8. November 2013, vom 25. Mai 2016;  

abrufbar unter https://www.gdk-cds.ch/fileadmin/docs/public/gdk/themen/ 

hsm/HSM-Bereiche/Aktualisierung_des_Berichts_des_Bundesrates_vom 

_25._Mai_2016_in_Erfuellung_des_Postulates_13.4012.pdf.4012-1.pdf). 

Möglicherweise hätten in diesem Fall bei Abschluss des Planungsverfah-

rens zudem bereits die Fallzahlen des Jahres 2018 vorgelegen, welche 

beim von der Beschwerdeführerin vertretenen Ansatz zwingend hätten be-

rücksichtigt werden müssen, was schliesslich zu weiteren Verzögerungen 

geführt hätte. Auch der Hinweis der Beschwerdeführerin auf das Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts C-28/2016 vom 24. Juli 2018 vermag an die-

ser Ausgangslange nichts zu ändern. In diesem Urteil wird – im Übrigen im 

Zusammenhang mit der vorliegend nicht interessierenden Frage, ob ein 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 30 

Spital mit der Aufnahme in die Spitalliste eine gesicherte Rechtsposition 

mit Bestandesschutz erlangt – festgehalten, die Planung müsse laufend 

überprüft werden, um den Stand der Dinge so aktuell wie möglich widerzu-

spiegeln (E. 4.9). Dies bedeutet im Kontext des zitierten Urteils, dass eine 

erlassene Spitalliste regelmässig überprüft und bei Bedarf an die neuen 

Verhältnisse angepasst werden muss. Hieraus folgt letztlich die Kernaus-

sage der zitierten Erwägung, dass das Gebot, die Spitallisten laufend an-

zupassen, ohne weiteres Vorrang vor der Rechtssicherheit (der Spitäler) 

beansprucht. Dass die Vorinstanz vorliegend auf die Beurteilungsperiode 

vom 21. Dezember 2013 bis 20. Dezember 2016 abgestellt hat, erweist 

sich somit nicht als unhaltbar. Im Übrigen ist dem BAG zuzustimmen, dass 

die künftige Entwicklung mit der Abfrage der möglichen Kapazitäten im Hin-

blick auf die erforderliche Bedarfsdeckung nicht komplett ausgeklammert 

wurde.  

 

Die Beschwerdeführerin kann auch aus dem Einwand, es gehe bei der Re-

gulierung der komplexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie darum, die 

Eingriffe an wenigen multidisziplinären Spitalzentren mit hohem Innovati-

onspotential zu konzentrieren, welche diese Eingriffe nicht gestern, son-

dern heute und vor allem in Zukunft regelmässig in der aus Qualitätssiche-

rungsgründen notwendigen Anzahl durchführen und die dafür erforderli-

chen hohen technischen und personellen Anforderungen erfüllen würden, 

nichts zu ihren Gunsten ableiten. Es liegen keine Anzeichen dafür vor, dass 

die – im Gegensatz zur Beschwerdeführerin – berücksichtigten Leistungs-

erbringer, welche bereits 2014 – 2016 durchschnittlich mindestens 12, teil-

weise jedoch über 50 Pankreasresektionen pro Jahr vorgenommen haben, 

zwischenzeitlich weniger als 12 Eingriffe pro Jahr vornehmen. Es ist viel-

mehr davon auszugehen, dass diese Leistungserbringer mit dem eintre-

tenden Konzentrationseffekt die Fallzahlen weiter ausbauen können, was 

mithin dem Ziel der HSM-Planung entspricht. 

7.2 Die Beschwerdeführerin rügt weiter eine willkürliche und ungleiche 

Handhabung des Kriteriums der Fallzahlen, indem einzig auf das 

SGVC/AQC-Klinikregister, welches zudem fehlerhaft sei, abgestellt worden 

sei. 

7.2.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorinstanz scheine generell 

von einer absoluten Beweiskraft dieser HSM-Registerdaten auszugehen. 

Hierfür fehle aber die erforderliche gesetzliche Grundlage. Nach der Recht-

sprechung des Bundesverwaltungsgerichts sei für die Evaluation der Leis-

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 31 

tungserbringer auf die aktuellsten offiziellen Zahlen abzustellen. Es ver-

stehe sich von selbst, dass diese Zahlen aus einer zuverlässigen, korrek-

ten Datenquelle stammen und richtig sein müssten. Die Zahlen des 

SGVC/AQC-Klinikregisters seien im Fall der Beschwerdeführerin fehlerhaft 

und würden von den im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs 

eingereichten Fallzahlen abweichen. Die eingereichten Zahlen der Be-

schwerdeführerin würden auf der Codierung gemäss der Schweizerischen 

Operationsklassifikation (nachfolgend CHOP), welche auch die Grundlage 

für die medizinische Statistik des Bundesamtes für Statistik (nachfolgend 

BFS) darstelle, basieren. Auch weitere Bewerber hätten im Rahmen der 

Gewährung des rechtlichen Gehörs darauf hingewiesen, dass die Fallzah-

len im SGVC/AQC-Klinikregister fehlerhaft seien. Die Vorinstanz sei sich 

dieser Fehlerhaftigkeit der Fallzahlen des SGVC/AQC-Klinikregisters 

ebenfalls bewusst gewesen. So werde im Schlussbericht festgehalten, 

dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2015 (gemäss medizinischer Statis-

tik) 9 Pankreasfälle behandelt habe, in der Verfügung vom 2. Mai 2019 

werde dann aber wiederum von 7 Fällen für das Jahr 2015 (gemäss 

SGVC/AQC-Klinikregister) ausgegangen. Dass für den Nachweis der Fall-

zahlen nicht einzig auf die Daten aus dem SGVC/AQC-Klinikregister abge-

stellt werden könne, belege schliesslich auch der Umstand, dass die Vor-

instanz in Zweifelsfällen Operationsberichte der Bewerber daraufhin über-

prüft habe, ob die gezählten Fälle auch tatsächlich HSM-Fälle gewesen 

seien. Im Fall der Beschwerdeführerin werde aber einzig auf die Zahlen 

aus dem SGVC/AQC-Klinikregister abgestellt, ohne die Fallzahlen (bspw. 

durch einen Vergleich mit der medizinischen Statistik des BFS oder mittels 

Überprüfung anhand der Operationsberichte) zu hinterfragen, obwohl dazu 

auch aus Sicht der Vorinstanz Anlass bestanden hätte. Die Vorinstanz 

müsse sich entsprechend eine willkürliche und ungleiche Handhabung des 

Kriteriums der Fallzahlen vorwerfen lassen (vgl. B-act. 11 Rz. 43-46; B2-

act. 1 Rz. 52-55). 

7.2.2 Die Vorinstanz führt diesbezüglich insbesondere aus, die Beschwer-

deführerin habe bereits in ihrer Bewerbung vom 20. Dezember 2016 de-

klariert, dass sie die geforderten Mindestfallzahlen im Bereich der hoch-

spezialisierten Viszeralchirurgie, Teilbereich Pankreasresektion, im Bewer-

tungszeitraum nicht erreiche. Gestützt auf die von ihr beigebrachten und 

ins SGVC/AQC-Klinikregister eingetragenen Fallzahlen sei eine durch-

schnittliche Fallzahl von 8 Fällen pro Jahr (2014: 11, 2015: 7, 2016: 7) er-

mittelt worden, womit das Kriterium von durchschnittlich 12 Eingriffen pro 

Jahr klar nicht erfüllt worden sei. Die Beschwerdeführerin selbst habe ge-

mäss Kodierung durch ihren Arzt Dr. C._______ am 13. Dezember 2017 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 32 

eine durchschnittliche Fallzahl von lediglich 11 Fällen pro Jahr im entspre-

chenden Bewertungszeitraum (2014: 11, 2015: 9, 2016: 13) und im Jahr 

2017 14 Fälle ermittelt. Weiter mache die Beschwerdeführerin geltend, die 

Auswertung der HSM-Fälle im Adjumed ergäbe einen Durchschnitt von 9 

Fällen pro Jahr (2014: 11, 2015: 7, 2016: 8) im entsprechenden Bewer-

tungszeitraum. Mit Beschwerdeergänzung vom 29. Mai 2019 und gleich-

zeitig eingereichter Beschwerde gegen die Verfügung vom 2. Mai 2019 

habe die Beschwerdeführerin eine durch Dr. C._______ am 17. Mai 2019 

vorgenommene Auswertung ihrer Fallzahlen in den Jahren 2014, 2015, 

2016 und 2017 eingereicht. Danach soll die Beschwerdeführerin im Jahr 

2017 gar 16 Fälle aufweisen und somit im Durchschnitt über die vorge-

nannten vier Jahre genau 12 Fälle (2014: 11, 2015: 9, 2016: 13, 2017: 16). 

Im Bewertungszeitraum (2014, 2015, 2016) erreiche die Beschwerdefüh-

rerin die Fallzahlen nach eigenen Angaben somit nicht. Bei der von der 

Beschwerdeführerin selbst erstellten «Plausibilisierung der Fallzahlen» 

handle es sich um eine Tabelle, die jedermann selbst erstellen könne. Die-

sem Dokument komme daher keinerlei Beweiswert zu. Es sei auf die im 

entsprechenden Zeitraum vorliegenden aktuellsten Zahlen abgestellt wor-

den. Falsch sei somit die Behauptung der Beschwerdeführerin, dass es ihr 

gelinge nachzuweisen, dass sie die Fallzahlen per 2016 erstmals erreicht 

habe. Gestützt auf die von ihr beigebrachten und ins SGVC/AQC-Klinikre-

gister eingetragenen Fallzahlen habe die Vorinstanz eine durchschnittliche 

Fallzahl von 8 Fällen pro Jahr (2014: 11, 2015: 7, 2016: 7) ermittelt. Es 

gebe keinen Grund an der Richtigkeit dieser Zahlen zu zweifeln, zumal die 

Beschwerdeführerin selbst deklariert habe, die geforderte Mindestfallzahl 

nicht zu erreichen. An der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin die 

Fallzahlen nicht erreiche, würde entsprechend auch ein gerichtliches Gut-

achten betreffend die Fallzahlen der Beschwerdeführerin oder die Durch-

führung eines Parteiverhörs nichts ändern (vgl. B-act. 16 Rz. 24-27). 

 

Weiter erwähne die Beschwerdeführerin im Titel zu Ziffer 2.2.1 Willkür und 

ungleiche Handhabung des Kriteriums Fallzahlen. Sinngemäss wolle sie 

damit wohl geltend machen, dass die Vorinstanz gegen das Willkürverbot 

(Art. 9 BV) und das Gleichbehandlungsgebot (Art. 8 BV) verstossen haben 

solle. In ihren dazugehörigen Ausführungen gehe sie aber nicht näher da-

rauf ein. Damit komme sie ihrer Substantiierungspflicht nicht nach. Sie 

führe einzig aus, dass zur Ermittlung der Fallzahlen nicht auf das 

SGVC/AQC-Klinikregister hätte abgestellt werden dürfen und dass bei ihr 

– im Gegensatz zu anderen Bewerbern – die ermittelten Fallzahlen nicht 

anhand von Operationsberichten überprüft worden seien. Die Beschwer-

deführerin habe bereits im für die Bewerbung auszufüllenden Fragebogen 

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Seite 33 

deklariert, dass sie die Fallzahlen nicht erfülle. Auch das Register habe das 

gleiche Bild gezeigt. Es habe daher kein Grund bestanden, die einzelnen 

Operationsberichte der wenigen und nicht genügenden Fälle der Be-

schwerdeführerin zur Prüfung einzuholen. Es sei bei allen Bewerbern auf 

die gleiche Datenquelle zurückgegriffen worden. Mit der verbindlichen Do-

kumentation im Register und der Auditierung der Datenqualität sei der 

Grundstein für ein Qualitätsmonitoring gelegt worden. Für die Sicherstel-

lung der im Register erfassten Daten würden Audits durchgeführt. Bei Auf-

fälligkeiten beziehungsweise Unstimmigkeiten würden die Operationsbe-

richte zur Prüfung beigezogen. Die Datenqualität sei somit gegeben. Die 

Spitäler hätten zudem die Möglichkeit, Korrekturen zu melden. Es gebe 

daher keinen Grund, an der Richtigkeit der ermittelten Fallzahlen zu zwei-

feln. Nicht korrekt sei deshalb die Behauptung, dass sich die Vorinstanz 

selbst bewusst sei, dass die Fallzahlen des SGVC/AQC-Klinikregisters feh-

lerhaft seien. Richtig sei, dass zur Bedarfsermittlung auf die Fallzahlen 

2015 gemäss medizinischer Statistik abgestellt worden sei. Im Übrigen sei 

darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin auch unter Beizug der 

Fallzahlen der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser im Bewertungs-

zeitraum nur durchschnittlich 10 Pankreasresektionen aufweisen könne 

(2014: 11, 2015: 9, 2016: 11). Somit erreiche sie die relevanten Mindest-

fallzahlen auch gemäss der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser 

nicht. Dass sie die Fallzahlen nicht erreiche, sei von ihr selbst von Anfang 

an deklariert und auch nie bestritten worden (vgl. B-act. 16 Rz. 48-52). 

7.2.3 Das BAG führt hinsichtlich der gerügten willkürlichen und ungleichen 

Handhabung des Kriteriums der Fallzahlen aus, die medizinische Statistik 

des BFS sei die statistische Grundlage, die für die Ermittlung des Bedarfs 

der Wohnbevölkerung in einem bestimmten HSM-Teilbereich zweckmässig 

sei, da es sich um die aktuellsten und vollständigen Zahlen handle. Die 

Daten des SGVC/AQC-Register könnten dafür nicht verwendet werden, da 

sie unvollständig seien und somit die Bedarfsanalyse verzerren könnten. 

Aufgrund der spezifischeren Erfassung der Pankreasresektion im 

SGVC/AQC-Register erscheine es jedoch angezeigt, dass für die Beurtei-

lung der Mindestfallzahlen diese Datengrundlage verwendet werde. Die 

Zweifel an der Vollständigkeit seien dabei berücksichtig worden, indem 

Auffälligkeiten und/oder Diskrepanzen zur medizinischen Statistik unter-

sucht worden seien und indem die Bewerber die Gelegenheit zur Korrektur 

gehabt hätten. Es könne somit davon ausgegangen werden, dass die er-

mittelten Fallzahlen der Pankreasresektion korrekt seien. Im vorliegenden 

Fall habe die Beschwerdeführerin weder in Selbstdeklaration noch mit dem 

SGVC/AQC-Register die geforderten Fallzahlen erreicht. Insofern sei auch 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 34 

nicht zu beanstanden, dass das Beschlussorgan diese Zahlen nicht weiter 

geprüft habe. Die oben beschriebene Methodik sei darüber hinaus bei allen 

Bewerbern angewendet worden, wodurch man dem Beschlussorgan keine 

willkürliche oder ungleiche Handhabung der Fallzahlen vorwerfen könne 

(vgl. B-act. 19 Rz. 2.3). 

7.2.4 In den Schlussbemerkungen macht die Beschwerdeführerin geltend, 

dass die Vorinstanz spätestens aufgrund der eingereichten Beilage mit 

Fallzahlen auch im Fall der Beschwerdeführerin die vorhandenen «Unstim-

migkeiten» hätte prüfen müssen. Es dürfe nicht unbesehen auf die ver-

meintliche Richtigkeit der im SGVC/AQC-Klinikregister erfassten Zahlen 

abgestellt werden, zumal auch weitere Bewerber im Rahmen der Gewäh-

rung des rechtlichen Gehörs auf die Fehlerhaftigkeit der Fallzahlen im 

SGVC/AQC-Klinikregister hingewiesen hätten. Mithin lasse sich auch der 

Vernehmlassung des BAG entnehmen, dass die Daten des SGVC/AQC-

Registers unvollständig seien und bei der Bedarfsanalyse nicht verwendet 

werden könnten. Entsprechend könnten diese Daten auch bei den Min-

destfallzahlen nicht berücksichtigt werden (vgl. B-act. 23 Rz. 25-27). 

7.2.5 Die Vorinstanz führt in ihren Schlussbemerkungen in Präzisierung 

der Stellungnahme des BAG aus, für die Bedarfsermittlung sei auf die me-

dizinische Statistik des BFS abgestellt worden. Dies, wie es auch das BAG 

festhalte, im Sinne der Rechtsprechung. Für die Ermittlung der Fallzahlen 

der einzelnen Einrichtungen sei auf das SGVC/AQC-Register abgestellt 

worden. Dies aufgrund der spezifischeren Erfassung der betreffenden Re-

sektionen im massgebenden Zeitpunkt. Zudem seien bei allfälligen Unstim-

migkeiten oder Auffälligkeiten (z.B. wenn die Spitäler mitgeteilt hätten, die 

Fallzahlen zu erfüllen, gemäss dem SGVC/AQC-Klinikregister aber zu we-

nig Fälle erfasst gewesen seien, oder bei grossen Schwankungen etc.), 

jeweils die Operationsberichte (anonymisiert) einverlangt und überprüft 

und damit sichergestellt worden, dass die Fallzahlen korrekt ermittelt wür-

den (vgl. B-act. 24 Rz. 1). 

7.2.6 Der HSM-Bereich der komplexen hochspezialisierten Viszeralchirur-

gie wird gemäss der schweizerischen Operationsklassifikation (CHOP) und 

des internationalen Diagnoseverzeichnisses (ICD) abgebildet (vgl. GDK1-

act. 1.145 S. 35). Das SGVC/AQC-Klinikregister ist das offizielle Register 

für viszeral-chirurgische Fälle innerhalb der hochspezialisierten Medizin 

(vgl. https://adjumed.com/kunden/vishsm/; besucht am 18. Juni 2021). Mit 

Zuteilung des provisorischen Leistungsauftrags im Bereich der Pankreas-

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 35 

resektion vom 10. September 2013 wurde die Beschwerdeführerin zur voll-

ständigen Erfassung aller Pankreasresektionen im HSM-Bereich in der 

SGVC/AQC-Klinikstatistik verpflichtet (GDK1-act. 3.03; vgl. auch oben 

Bst. A.b und A.c).  

7.2.7 Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin für den Be-

reich der Pankreasresektion in ihrer Bewerbung angegeben hat, die Min-

destfallzahlen von 12 Eingriffen pro Jahr im Schnitt der letzten drei Jahre 

nicht zu erreichen. Gleichzeitig hat sie jedoch mitgeteilt, dass eine Erwei-

terung des Teams geplant sei (GDK2-act. 1.006 S. 12). Den Fallzahlen des 

SGVC/AQC-Klinikregisters (Adjumed-Register) ist diesbezüglich zu ent-

nehmen, dass die Beschwerdeführerin im Bereich der Pankreasresektion 

im Jahr 2014 11 Eingriffe sowie in den Jahren 2015 und 2016 jeweils 7 

Eingriffe vorgenommen hat (GDK2-act. 3.003). Im Erläuternden Bericht für 

die Leistungszuteilung (Entwurf für die Gewährung des rechtlichen Ge-

hörs) vom 19. Oktober 2017 wurde sodann festgehalten, dass die Be-

schwerdeführerin gemäss SGVC/AQC-Klinikregister im Jahresdurch-

schnitt im Zeitraum vom 21. Dezember 2013 bis zum 20. Dezember 2016 

8 Pankreasresektionen vorgenommen habe (GDK2-act. 4.003 S. 22).  

 

Im Rahmen des rechtlichen Gehörs hat die Beschwerdeführerin diesbe-

züglich erneut ausgeführt, sie sei sich bewusst, dass die Mindestfallzahlen 

bei der Pankreasresektion in den Jahren 2014 (11) und 2015 (9) knapp 

nicht erreicht seien. Für die Folgejahre zeige sich bezüglich Fallzahlenent-

wicklung jedoch ein positiver Trend: 13 Fälle im Jahr 2016 und 14 Fälle im 

Jahr 2017 (vgl. GDK2-act. 4.005 Fragebogen S. 8). Gleichzeitig hat sie als 

Beweismittel die erste Version der Tabelle «Plausibilisierung der Fallzah-

len» vom 12. Januar 2018 eingereicht (GDK2-act. 4.005 Beilage 3). Ge-

mäss Angaben der Beschwerdeführerin hat Dr. C._______ die Plausibili-

sierung die Fallzahlen HSM-Viszeralchirurgie gemäss CHOP-Codierung 

2014 - 2017 ausgewertet.  

 

Im Schlussbericht vom 31. Januar 2019 hat die Vorinstanz wiederum fest-

gehalten, dass die Beschwerdeführerin gemäss SGVC/AQC-Klinikregister 

im Jahresdurchschnitt im Zeitraum vom 21. Dezember 2013 bis zum 

20. Dezember 2016 8 Pankreasresektionen vorgenommen habe (GDK2-

act. 4.16 S. 41). Auch in der individuellen Verfügung vom 2. Mai 2019 hat 

die Vorinstanz auf die Zahlen des Adjumed-Registers abgestellt (2014: 11, 

2015: 7, 2016: 7) und somit einen Durchschnitt von 8 Fällen errechnet 

(GDK2-act. 4.019 S. 2).  

 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 36 

Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens vor Bundesverwaltungsgericht hat 

die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerdeergänzung vom 29. Mai 2019 

eine korrigierte «Plausibilisierung der Fallzahlen» vom 17. Mai 2019 einge-

reicht, gemäss welcher im Jahr 2017 16 Pankreasresektionen vorgenom-

men worden seien (B-act. 11 Beilage 25). 

7.2.8 Es ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin die geforderten 

Mindestfallzahlen von 12 Eingriffen im Bereich der Pankreasresektion im 

relevanten Zeitraum vom 21. Dezember 2013 bis zum 20. Dezember 2016 

(vgl. oben E. 7.1.7) nicht erreicht hat, selbst wenn auf die von ihr geltend 

gemachten Fallzahlen gemäss aktuellster «Plausibilisierung der Fallzah-

len» (2014: 11, 2015: 9, 2016: 13) abgestellt wird. Hierbei resultieren im 

Durchschnitt über diese drei Jahre lediglich 11 Eingriffe. Somit kann vorlie-

gend offenbleiben, ob die Fallzahlen der Beschwerdeführerin im 

SGVC/AQC-Klinikregister, welche sie im Übrigen offenbar selbständig im 

Register erfasst hat, weil sie dazu verpflichtet war und auch entsprechende 

Hinweise erhielt (vgl. GDK1-act. 3.03; GDK2-act. 4.003 S. 22), und ge-

mäss welchen die Vorinstanz von durchschnittlich 8 Eingriffen ausgegan-

gen ist, fehlerhaft waren. In diesem Zusammenhang ist der Vollständigkeit 

halber darauf hinzuweisen, dass das HSM-Fachorgan die Daten des Re-

gisters anhand der Daten der medizinischen Statistik des BFS plausibili-

siert hat und anschliessend aufgrund der lediglich geringfügigen Abwei-

chungen auf die HSM-Registerdaten abgestellt wurde (GDK2-act. 4.012 

S. 135 [Anhang A2]). Weiter ist klar, dass für die Vorinstanz keine Veran-

lassung bestand, die Operationsberichte der selbstdeklarierten Eingriffe im 

Bereich der Pankreasresektion einzuholen und zu überprüfen, wie sie es 

bei Bewerbern getan hat, die im Bewerbungsverfahren angegeben haben, 

die Mindestfallzahlen zu erfüllen. Vor diesem Hintergrund kann im vorlie-

genden Verfahren zudem offenbleiben, ob es an einer gesetzlichen Grund-

lage für das SGVC/AQC-Klinikregister fehlt beziehungsweise ob eine sol-

che überhaupt erforderlich wäre. Soweit die Beschwerdeführerin der Vo-

rinstanz also eine willkürliche und ungleiche Handhabung des Kriteriums 

der Fallzahlen vorwirft, weil einzig auf die Zahlen aus dem SGVC/AQC-

Klinikregister abgestellt worden sei, ohne die Fallzahlen zu hinterfragen, ist 

die Rüge unbegründet. 

7.2.9 Vor dem Hintergrund, dass die Vorinstanz auf die Fallzahlen vom 

21. Dezember 2013 bis zum 20. Dezember 2016 abstellen durfte (vgl. 

oben E. 7.1.7) und die Beschwerdeführerin die Mindestfallzahl von 12 Ein-

griffen im Bereich der Pankreasresektion – unabhängig davon, auf welche 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 37 

Daten abgestellt wird – nicht erreicht hat (vgl. oben E. 7.2.8), sind die ge-

stellten Anträge auf Einholung eines gerichtlichen Gutachtens über die 

Fallzahlen der Pankreasresektionen am Lindenhof sowie auf Parteiverhör 

in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. oben E. 3.4) abzuweisen, da diese 

bei dieser Ausgangslage am Ergebnis nichts mehr ändern können. 

7.3 Weiter rügt die Beschwerdeführerin implizit, die Vorinstanz habe die 

Mindestfallzahlen unzulässigerweise als Ausschlusskriterium verwendet. 

7.3.1 In ihren Schlussbemerkungen bringt die Beschwerdeführerin vor, die 

Vorinstanz stelle für die Erteilung der Leistungsaufträge prioritär auf das 

Kriterium der Mindestfallzahlen als Qualitätsmerkmal ab. Den Fallzahlen 

werde ein höheres Gewicht beigemessen als anderen Kriterien, wie bei-

spielsweise der Wirtschaftlichkeit (vgl. B-act. 23 Rz. 28). Der Beschwerde-

führerin sei «primär» kein Leistungsauftrag erteilt worden, weil sie die er-

forderlichen Mindestfallzahlen im seitens der Vorinstanz vorausgesetzten 

Beurteilungszeitraum nicht erreiche. Die Vorinstanz bringe dadurch implizit 

zum Ausdruck, dass sie die Mindestfallzahlen als massgebendes Kriterium 

für die Zuteilung der Leistungsaufträge im betroffenen HSM-Bereich er-

achte. Den weiteren Kriterien, wie der erwähnten Wirtschaftlichkeit, werde 

entsprechend keine oder nur eine untergeordnete Bedeutung zugemes-

sen. Im Ergebnis habe die Vorinstanz vom Kriterium der Wirtschaftlichkeit 

Ausnahmen zugelassen und auch Leistungsaufträge an Leistungserbrin-

ger erteilt, die dieses Kriterium nicht erfüllen würden. Für die geforderten 

Fallzahlen seien demgegenüber keine Ausnahmen zugelassen worden, 

das heisst Bewerber, welche die Fallzahlen nicht erfüllten, seien konse-

quent ausgeschlossen worden. Diese Gewichtung der einzelnen Kriterien 

beziehungsweise die Gewährung von Ausnahmen bei einer gesetzlich er-

forderlichen Voraussetzung beruhe auf keinen sachlichen Gründen, sei so-

mit willkürlich und mithin auch in keiner Weise gesetzlich vorgesehen. 

Art. 58b Abs. 4 Bst. a KVV sehe für die Beurteilung des zu sichernden An-

gebots die Wirtschaftlichkeit und Qualität der Leistungserbringung als 

gleichwertige Kriterien vor. Eine Gewichtung beziehungsweise eine Rei-

henfolge unter diesen Kriterien lasse sich weder dem Gesetz noch der 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts entnehmen. Das KVG 

sehe mithin nicht vor, dass Leistungsaufträge an unwirtschaftliche Leis-

tungserbringer vergeben werden könnten. Die Vorinstanz halte dem entge-

gen, dass das Kriterium der Mindestfallzahlen neben der Qualität auch der 

Effizienz und der Wirtschaftlichkeit diene und bringe somit implizit zum Aus-

druck, dass Zentren mit hohen Fallzahlen auch als wirtschaftlich zu quali-

fizieren seien. Dies sei indessen nicht zutreffend. Fallzahlen seien in erster 

C-1306/2019, C-2651/2019 

Seite 38 

Linie ein Kriterium für die Beurteilung der Qualität einer Leistung. Die Ver-

mutung, dass ein Spital bei höheren Fallzahlen in einer Leistungsgruppe 

wirtschaftlicher arbeitet, als bei niedrigeren Zahlen, sei vorliegend auch 

nicht überprüft, geschweige denn belegt worden. Selbst wenn die Fallzah-

len nicht nur ein Indiz für die Qualität, sondern auch für die Wirtschaftlich-

keit einer Leistungserbringung sein sollten (was wie dargelegt bestritten 

werde), vermöge deren Berücksichtigung gemäss der Rechtsprechung des 

Bundesverwaltungsgerichts eine bundesrechtskonforme Wirtschaftlich-

keitsprüfung nicht zu ersetzen. Schliesslich werde auch der Grundsatz der 

Rechtsgleichheit verletzt, wenn Bewerber, die ein Kriterium nicht erfüllten, 

einen Leistungsauftrag erhalten würden, andere Bewerber, die ein anderes 

Kriterium nicht erfüllten, demgegenüber von der Leistungszuteilung ausge-

schlossen würden (B-act. 23 Rz. 54-60). 

7.3.2 Mindestfallzahlen pro Spital gemäss Art. 58b Abs. 5 KVV (vgl. oben 

E. 5.8) sind anerkannte Qualitätsindikatoren (BVGE 2018 V/3 E. 7.6.6; Ur-

teil C-5573/2017 E. 11.3). Durch die Behandlung einer Mindestzahl von 

Fällen erhält ein Spital beziehungsweise das Behandlungsteam Routine 

und Erfahrung, wodurch die Behandlungsqualität sichergestellt werden soll 

(vgl. Urteil C-3413/2014 E. 11.7.4). In der Schweiz werden zunehmend 

Mindestfallzahlen für Spitalbehandlungen gefordert. Verschiedene Studien 

belegen grundsätzlich einen Zusammenhang zwischen Fallzahlen und 

Qualität. Je mehr Fälle, desto höher die Qualität. Allerdings lässt sich bei 

den meisten Behandlungen kein exakter Schwellenwert ableiten, das 

heisst es können keine Aussagen darüber gemacht werden, ab welcher 

Fallzahl die Qualität deutlich steigt beziehungsweise unterhalb welcher 

Fallzahl die Qualität eines bestimmten Eingriffs mit hoher Wahrscheinlich-

keit nicht mehr genügt (BGE 145 V 170 E. 6.4). Die Vorgabe von Mindest-

fallzahlen soll aber nicht nur die Qualität, sondern auch die Effizienz und 

Wirtschaftlichkeit fördern (Urteile des BVGer C-6266/2013 E. 4