# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2eb3097d-00b9-524e-90b4-3e9ed7301a3e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.05.2016 UV 2014/68
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2014-68_2016-05-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2014/68

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 26.05.2016

Entscheiddatum: 26.05.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 26.05.2016
Art. 18 UVG. Rentenanspruch. Unzulässigkeit einer im Voraus befristeten 
Rentenleistung (sog. Angewöhnungsrente) gestützt auf eine antizipierte 
Invaliditätsschätzung. Zusprache einer unbefristeten Rente (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Mai 2016, UV 
2014/68).

Entscheid vom 26. Mai 2016

Besetzung

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Ralph Jöhl; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Geschäftsnr.

UV 2014/68

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christian Thöny, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Invalidenrente (Befristung)

Sachverhalt

A.       

A.a      A.___ war bei B.___ AG als Maurer angestellt und dadurch obligatorisch bei der 

Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie von 

Berufskrankheiten versichert. Am 3. Januar 2010 blieb er bei einem Sprung über eine 

Mauer mit einem Fingerring an einem Eisen hängen, was zur Abtrennung des 

Ringfingers rechts führte (Schadenmeldung vom 6. Januar 2010 [Dokumenteneingang 

bei der Suva], UV-act. 1). Die erstbehandelnden Ärzte der Klinik für 

Wiederherstellungschirurgie am Departement Chirurgie am Universitätsspital Zürich 

diagnostizierten eine Ringavulsionsverletzung Dig. IV rechts mit Exartikulation im PIP-

Gelenk. Sie führten am 3. Januar 2010 eine Stumpfbildung Dig. IV rechts unter 

maximalem Längenerhalt der Grundphalanx durch Defektdeckung mit einem axial 

gestielten dorsalen Metakarpalelappen durch. Aufgrund der kompletten Avulsion dorsal 

auf Höhe der proximalen Grundphalanx und palmar auf Höhe der mittleren 

Grundphalanx mit weitstreckig ausgerissenen Nerven beidseits und maximal gezerrten 

Gefässen beidseits war eine Replantation des abgetrennten Fingers ausgeschlossen 

(siehe Operationsbericht vom 9. Februar 2010, UV-act. 8, sowie den Austrittsbericht 

vom 11. Februar 2010, UV-act. 7). Die Suva erbrachte in der Folge Heilbehandlungs- 

und Taggeldleistungen.

A.b     Vom 28. April bis 2. Juni 2010 befand sich der Versicherte zur Rehabilitation in 

der Rehaklinik Bellikon. Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen 

diagnostizierten eine ausgeprägte schmerzhafte Funktionseinschränkung der 

dominanten rechten Hand, myofasziale Beschwerden der Schultergürtelmuskulatur 

rechts und eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.25). Sie vertraten die Auffassung, 

dass der Versicherte den erlernten Beruf als Maurer nicht mehr werde ausüben können, 

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und empfahlen eine berufliche Umorientierung (Austrittsbericht vom 7. Juni 2010, UV-

act. 51).

A.c      Im Rahmen einer von der IV-Stelle des Kantons Graubünden finanzierten, am 

29. November 2010 begonnenen Umschulung erlangte der Versicherte zunächst das 

Bürofach- und Handelsdiplom VSH und schloss danach die Ausbildung zum 

zertifizierten Sachbearbeiter C.___ und D.___ ab. Per 1. September 2013 trat er eine 

Stelle bei der E.___ AG als Assistent Bewirtschaftung an (Mitteilung der IV-Stelle des 

Kantons Graubünden vom 16. Juli 2013, UV-act. 160; zum Arbeitsvertrag vom 13. Juni 

2013 siehe UV-act. 157).

A.d     Kreisärztin Dr. med. F.___, Fachärztin für Chirurgie FMH, schätzte den 

Integritätsschaden auf 5%. Es verbleibe eine Funktionseinschränkung der rechten 

Hand aufgrund des Fingerverlusts sowie eine leicht verminderte Belastbarkeit 

(Beurteilung vom 12. Dezember 2013, UV-act. 169).

A.e      Mit Verfügung vom 2. April 2014 sprach die Suva dem Versicherten eine für die 

Dauer vom 1. September 2013 bis 31. August 2015 befristete 14%ige Invalidenrente 

und eine Integritätsentschädigung von 5% zu. Dem Versicherten wurde die Rente in 

Kapitalform (Fr. 15‘573.60) ausgerichtet (UV-act. 189). Dagegen erhob der Versicherte 

am 4. April 2014 Einsprache. Er beantragte die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung, die Zusprache einer unbefristeten Rente entsprechend einer 14%igen 

Erwerbsunfähigkeit sowie eine Entschädigung für eine 6%ige Integritätseinbusse (UV-

act. 190). Die Suva wies die Einsprache vollumfänglich ab (Einspracheentscheid vom 

2. September 2014, UV-act. 194).

B.       

B.a      Gegen den Einspracheentscheid vom 2. September 2014 richtet sich die 

vorliegende Beschwerde vom 12. September 2014. Der Beschwerdeführer beantragt 

darin dessen Aufhebung und die Ausrichtung einer unbefristeten Invalidenrente 

aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 14%; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

Zur Begründung führt er im Wesentlichen aus, der mit E.___ AG vereinbarte Lohn sei 

kein Einstiegs-, sondern ein Durchschnittslohn. Die von der Beschwerdegegnerin der 

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Rentenbefristung zugrunde gelegte Annahme, der Beschwerdeführer werde die 

Erwerbsunfähigkeit nach einer Angewöhnung wettmachen können, sei unzutreffend. Es 

seien keine Umstände ersichtlich, welche für die von der Beschwerdegegnerin für die 

Zukunft erwartete überproportionale Lohnerhöhung sprächen. Eine Befristung der 

Rente und die einmalige Auszahlung eines Kapitalbetrags seien daher nicht zulässig. 

Im Übrigen stehe der Beschwerdegegnerin bei einer unbefristeten Rentenzusprache 

die Möglichkeit der Revision offen, sollte sich der Sachverhalt tatsächlich nachträglich 

erheblich ändern (act. G 1).

B.b     Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 14. Oktober 

2014 die Abweisung der Beschwerde. Sie bringt vor, gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung sei die Gewährung einer befristeten Rente statthaft, wenn wie 

vorliegend bereits anlässlich der Rentenfestsetzung vorauszusehen sei, dass sich die 

Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit zufolge Anpassung und Angewöhnung der 

versicherten Person an die Unfallfolgen in absehbarer Zeit ausgleichen würden. 

Fingerverstümmelungen geringeren Ausmasses bewirkten erfahrungsgemäss trotz des 

bleibenden Defekts nach einer gewissen Phase der Anpassung und Angewöhnung 

keine oder nur noch eine minimale Verminderung der Erwerbsfähigkeit. Im Übrigen 

wäre es dem Beschwerdeführer mit Blick auf die ihm obliegende 

Schadenminderungspflicht zumutbar, im Fall einer ab September 2015 weiterhin 

unterdurchschnittlichen Entlöhnung eine andere Stelle mit angemessenem, 

rentenausschliessendem Lohn anzutreten (act. G 3).

B.c      Auf eine Replik hat der Beschwerdeführer verzichtet (vgl. act. G 5).

Erwägungen

1.        

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Befristung der 

14%igen Invalidenrente per 31. August 2015.

2.        

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Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid (Art. 8 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Der Rentenanspruch 

entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte 

Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden 

kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung 

abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG). Er erlischt mit der gänzlichen 

Abfindung, mit dem Auskauf der Rente oder dem Tod der versicherten Person (Art. 19 

Abs. 2 UVG). Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 

Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin 

für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 

ATSG).

3.        

Nach der unfallversicherungsrechtlichen Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die 

Gewährung einer im Voraus befristeten Rente statthaft, wenn bereits anlässlich der 

Rentenfestsetzung vorauszusehen ist, dass sich die Auswirkungen auf die 

Erwerbsfähigkeit zufolge Anpassung und Angewöhnung der versicherten Person an die 

Unfallfolgen in absehbarer Zeit ausgleichen werden. Nach dieser Rechtsprechung 

bewirken Fingerverstümmelungen geringeren Ausmasses, insbesondere solche der vier 

Langfinger, erfahrungsgemäss trotz des bleibenden Defekts nach einer gewissen 

Phase der Anpassung und Angewöhnung keine oder nur noch eine minimale 

Verminderung der Erwerbsfähigkeit (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

[EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 

13. März 2006, U 367/05, E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 106 V 50; soweit ersichtlich 

zuletzt im Urteil des Bundesgerichts vom 7. November 2012, 8C_626/2012, E. 2 

bestätigt).

3.1      Der ideelle Humus, von dem diese Rechtsprechung seit nunmehr rund 

100 Jahren genährt wird (vgl. Urteil des EVG vom 11. Juli 1919 i.S. Gehring, 

auszugsweise wiedergegeben in Werner Lauber, Praxis des sozialen 

Unfallversicherungsrechts der Schweiz, Bern 1928, S. 36 f.), bildete die am damaligen 

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Eidgenössischen Versicherungsgericht herrschende Grundansicht zu den 

psychohygienischen Nachteilen der Revision (zur Revision, „mit all ihren bekannten 

Nachteilen“ siehe auch das genannte Urteil Gehring, S. 37; vgl. Peter Omlin, 

Dauerrenten - Zeitrenten - Terminierte Renten, in: René Schaffhauser/ Franz Schlauri 

[Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, 

S. 136): „Durch die bei der erstmaligen Rentenfestsetzung zu erfolgende 

Vorausberücksichtigung der Angewöhnungsmöglichkeit […] wird die Angewöhnung 

[durch die Verbesserung der Funktion des geschädigten Gliedes oder Organs, trotz 

gleichbleibendem anatomischem Zustand] in der Regel gefördert; dies aus dem 

einfachen Grunde, weil der Versicherte ein für ihn ohne weiteres erkennbares Interesse 

an der Angewöhnung erhält, während beim Vorbehalt der Revision für den 

Angewöhnungsfall viele Versicherte unvernünftig genug sind, den Weitergenuss der 

unter Revisionsvorbehalt zugesprochenen Rente höher einzuschätzen, als die 

Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit. […] die Förderung ist nicht nur im 

wohlverstandenen Interesse des einzelnen Versicherten, sie ist ferner nicht nur im 

pekuniären Interesse des Versicherers, sondern sie ist auch im Interesse der ganzen 

Volkswirtschaft, und sie ist endlich im Interesse der Versicherungsmoral und damit 

überhaupt des Instituts der Sozialversicherung“ (siehe den Vortrag vom damaligen 

Bundesversicherungsrichter Paul Piccard, gehalten am 26. Oktober 1920 in Aarau, an 

dem von dem aargauischen kantonalen Aerzteverband organisierten 

unfallmedizinischen Fortbildungskurs für praktische Aerzte, publiziert in: Lauber, a.a.O., 

S. 274). Bei der erstmaligen Rentenfestsetzung müsse, „wo immer möglich, vermieden 

werden, dass der Versicherte ein Interesse an der Nichtangewöhnung und daher am 

Nichtarbeiten erhalte. Ein solches, sozial schädliches Interesse am Nichtarbeiten erhält 

er u.a. dann, wenn ihm für den Fall der Angewöhnung eine Herabsetzung der Rente 

droht. Dagegen wird er zur Arbeit angespornt, wenn man die voraussehbare, normale 

Angewöhnungsmöglichkeit im Voraus berücksichtigt, was insbesondere eben durch 

Zuspruch einer von vornherein degressiv abgestuften Rente - Angewöhnungs- oder 

Schonungsrente - geschehen kann, und zwar je nach den Umständen des konkreten 

Falls entweder als Zusatzrente zu einer Dauerrente, oder aber als einzige weitere 

Leistung, sodass für die Zeit nach Ablauf der normalen Angewöhnungsdauer zum 

Voraus jede Rente verweigert wird, letzteres freilich bloss dann, wenn eine dauernde 

Beeinträchtigung wirklich nicht anzunehmen ist“ (Piccard, a.a.O., S. 275; Hervorhebung 

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gemäss Original; siehe auch Urteil des EVG vom 20. Oktober 1921 i.S. Kellerhals, E. 3, 

in: Lauber, a.a.O., S. 111 unten; vgl. auch Omlin, Dauerrenten - Zeitrenten - Terminierte 

Renten, a.a.O., S. 136 mit Hinweisen). „Gewiss werde es immer Versicherte geben, die 

sich gegen die Vorausberücksichtigung der Angewöhnung gerade da, wo diese einzig 

von ihrem eigenen Willen abhängt, sträuben und von der Anstalt verlangen, dass sie 

die Entscheidung über eine Herabsetzung der Rente auf den Zeitpunkt hinausschiebe, 

in welchem die Anpassung wirklich eingetreten sein wird, oder eben - denn dazu führt 

dieses System - vereitelt sein wird. Solch unvernünftigem Verlangen und solch 

unsozialem Verhalten entgegenzutreten, dafür ist nun aber gerade der Versicherer da, 

dessen höhere Einsicht sich auszuwirken hier die beste Gelegenheit hat“ (Piccard, 

a.a.O., S. 276, Fn 15 am Schluss; Hervorhebung gemäss Original). „Und es ist 

entschieden besser, dass gegebenenfalls der Versicherte die Initiative zur Erhöhung 

der Rente ergreifen und seinen guten Arbeitswillen glaubhaft machen muss, als dass 

umgekehrt der Versicherer den äusserst schwierigen Beweis des schlechten Willens zu 

erbringen habe. Letzteres würde voraussetzen, dass der Versicherer den Versicherten 

auf Schritt und Tritt durch Inspektoren kontrollieren lasse, was erfahrungsgemäss den 

Versicherten verbittert und den Versicherer doch meist nicht zum Ziele führt. Ist 

dagegen die Rente unter Berücksichtigung der normalen Angewöhnung festgesetzt 

worden, und muss daher der Versicherte die Initiative zu deren Erhöhung ergreifen, 

wenn er behauptet, dass trotz gutem Arbeitswillen die Angewöhnung nicht eingetreten 

ist, dann ist er auch ohne weiteres in der Lage, dies nachzuweisen“ (Piccard, a.a.O., 

S. 275, Fn 14; Hervorhebung gemäss Original; zum Beweisthema siehe auch Urteil des 

EVG vom 20. Oktober 1921 i.S. Kellerhals, E. 3 am Schluss, in: Lauber, a.a.O., S. 112; 

siehe zum Zweck der Angewöhnungsrente, die Entstehung von Neurosen zu 

verhindern, P. Piccard, Versicherungsneurosen, in: Lauber, a.a.O., S. 312 f.). Auch in 

der späteren Rechtsprechung zur Angewöhnungsrente bzw. zur befristeten/

abgestuften Rente wird auf deren Sinn als „Therapiemassnahme“ hingewiesen (RKUV 

1993 U 173 S. 146).

3.2      Die unbesehene Fortführung dieser Praxis unter der Herrschaft des UVG lässt 

unberücksichtigt, dass mit dessen Erlass der in der Invalidenversicherung herrschende 

Invaliditätsbegriff ausdrücklich übernommen wurde („Vereinheitlichung des 

Invaliditätsbegriffs“, BBl 1976 III 190 f.). Unter der damaligen (bis heute materiell 

unverändert gebliebenen) Rechtslage waren in der Invalidenversicherung antizipierte 

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Invaliditätsschätzungen mit in die Zukunft gerichteten Rentenherabsetzungen und/oder 

-befristungen jedoch gerade unzulässig (BGE 97 V 58 und 131 V 166 E. 2.3.3; zur 

Unzulässigkeit de lege lata siehe Ulrich Meyer/Marco Reichmuth, Bundesgesetz über 

die Invalidenversicherung [IVG], in: Hans-Ulrich Stauffer/Basile Cardinaux, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 3. Auflage, Zürich 

2014, Rz 115 zu Art. 4). Das Bundesgericht wies denn auch zutreffend in einer 

unfallversicherungsrechtlichen Streitigkeit betreffend die Abgrenzung zu den 

vorübergehenden Taggeldleistungen darauf hin, dass Invalidenrenten als 

Dauerleistungen auf unbestimmte Zeit zugesprochen werden (BGE 140 V 69 E. 4.1).

3.3      Das mit Art. 19 Abs. 1 UVG geschaffene Leistungssystem (Heilbehandlung, 

Taggelder und Rente) garantiert sodann bereits eine ausreichende Stabilität in der 

Ausrichtung der Rentenleistung, ohne dass die Invalidenrente bereits nach kurzer Zeit 

einer Revision unterzogen werden muss. Bei der erstmaligen Rentenzusprechung 

werden die für eine Dauerleistung erforderlichen Stabilitätsanforderungen dadurch 

sichergestellt, dass der Rentenanspruch nicht mit der Anmeldung der versicherten 

Person entsteht, sondern erst nach Abschluss der ärztlichen Heilbehandlung (und nach 

Abschluss allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch die Invalidenversicherung; vgl. 

BGE 140 V 69 E. 4.1). Damit wird dem Dauercharakter der Rentenleistung bereits 

ausreichend Rechnung getragen, weshalb im Zeitpunkt der Rentenzusprache kein 

(zusätzliches) Bedürfnis nach einer antizipierten Verbesserung in Form einer Befristung 

besteht.

3.4     

3.4.1  Von Bedeutung ist ferner, dass ein griffiges Instrumentarium zur Durchsetzung 

der Schadenminderungspflicht (inzwischen) de lege lata vorhanden ist. Entzieht oder 

widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder 

Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der 

Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus 

eigenem Antrieb das Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend 

oder dauernd gekürzt oder verweigert werden (Art. 21 Abs. 4 Satz 1 ATSG). Art. 61 der 

Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) konkretisiert und präzisiert 

die Folgen einer Weigerung der versicherten Person im Bereich der Unfallversicherung. 

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Er sieht vor, dass die versicherte Person den Anteil des Schadens tragen muss, den sie 

selbst verschuldet hat. Unter dem Titel „Verweigerung einer zumutbaren Behandlung 

oder Eingliederungsmassnahme“ lautet diese Bestimmung folgendermassen: „Weigert 

sich ein Versicherter ohne zureichenden Grund, sich einer zumutbaren Behandlung 

oder Eingliederungsmassnahme zu unterziehen, so werden ihm nur die Leistungen 

gewährt, die beim erwarteten Erfolg dieser Massnahme wahrscheinlich hätten 

entrichtet werden müssen“. Das UVG kannte bereits vor dem Inkrafttreten des ATSG 

eine Regelung dieser Art (aArt. 48 Abs. 2 UVG, in Kraft bis zum 31. Dezember 2002, 

und aArt. 61 UVV in der Fassung, die bis zum gleichen Datum gültig war; siehe zum 

Ganzen Praxis 2/2009 Nr. 27 S. 156 E. 2.1 f. = BGE 134 V 189 ff.).

3.4.2  Art. 21 Abs. 4 ATSG bezieht sich auf einen zukünftigen Sachverhalt (Praxis 

2/2009 Nr. 27 S. 156 E. 2.2 = BGE 134 V 189 ff.) und erfasst damit insbesondere auch 

die der Angewöhnungsrente zugrunde gelegten zukünftigen, erwerblich ins Gewicht 

fallenden Leidensanpassungen der versicherten Person. Damit stellt das geltende 

Recht - bei Bedarf - eine umfassende Handhabe für die zur Begründung der Praxis zur 

Angewöhnungsrente ins Feld geführte „Förderung der Angewöhnung“ und gegen die 

Gefahr des „unsozialen“ und „unvernünftigen“ Verhaltens der Versicherten zur 

Verfügung (siehe zur damaligen Argumentation des EVG vorstehende E. 3.1). 

Abgesehen davon, dass demnach auch unter dem Aspekt der Schadenminderung 

keine Gesetzeslücke vorliegt, die eine richterliche Lückenfüllung rechtfertigen könnte, 

würde das Festhalten an der Praxis zur Angewöhnungsrente (Urteil des EVG vom 

11. Juli 1919 i.S. Gehring) zu einer Umgehung der gesetzlichen Regelung von Art. 21 

Abs. 4 ATSG, insbesondere des darin geregelten Verfahrens, führen und bedürfte einer 

gesetzlichen Grundlage.

3.5      Soweit ersichtlich hat weder das damalige EVG noch das Bundesgericht eine 

medizinische oder erwerbliche Grundlage für die angeführte Erfahrung aufgezeigt, dass 

(vor allem bei ausgewählten Körperschädigungen wie Fingerverstümmelungen) nach 

einer „gewissen Phase“ der Anpassung oder Angewöhnung keine oder nur noch eine 

minimale Verminderung der Erwerbsfähigkeit resultiere (vgl. vorstehende E. 3; im Urteil 

des EVG vom 11. Juli 1919 i.S. Gehring, a.a.O., S. 37 ist die Rede von „allgemeiner 

Erfahrung“, in BGE 106 V 50 E. 2a wird auf eine nicht näher begründete 

„Erfahrungstatsache“ hingewiesen). Angesichts dessen, dass sich die Bedeutung des 

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Rechtsbegriffs der Erwerbsfähigkeit - seit dem Erlass des UVG - auch in der 

Unfallversicherung am ökonomischen Prinzip orientiert (BBl 1976 III 168 und 192), sind 

Prognosen zur zukünftigen Entwicklung der Erwerbsfähigkeit, selbst wenn sie sich auf 

allgemeine medizinische Erfahrungsgrundsätze stützen, im konkreten Einzelfall von 

geringer Aussagekraft. Jedenfalls rechtfertigen sie keinen Vorzug einer antizipierten 

Invaliditätsschätzung gegenüber der späteren Anpassung in Form einer Rentenrevision 

nach Art. 17 Abs. 1 ATSG gerade in Fällen wie dem vorliegenden, wo eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten bereits erreicht und erwerblich 

vollumfänglich verwertet wird. Der Invaliditätsgrad resultiert vorliegend denn auch nicht 

aus einer medizinischen, sondern einer rein erwerblichen Einbusse infolge 

Berufswechsel (vgl. UV-act. 189 und act. G 3, Rz 4.2; zum aufgenommenen 100%igen 

Erwerbspensum siehe UV-act. 195-2). Sodann hat die jüngere Rechtsprechung zur 

Rentenrevision hinsichtlich medizinisch prognostizierter Besserungen wiederholt 

betont, dass die Frage, ob eine derartige Änderung tatsächlich eingetreten ist, einer - 

auch mit Blick auf die mitunter einschneidenden Folgen für die versicherte Person - 

sorgfältigen Prüfung bedarf (Urteile des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2012, 

8C_373/2012, E. 5.1, und vom 31. Mai 2013, 8C_967/2012, E. 3.4). Eine gewissenhafte 

Prüfung einer zukünftigen, die Erwerbsfähigkeit betreffenden Tatsachenänderung 

erscheint allerdings im Zeitpunkt der Prognosestellung wohl kaum gewährleistet. Dies 

gilt umso mehr, als es nach der jüngeren Rechtsprechung im Fall einer ärztlicherseits in 

Aussicht gestellten Verbesserung des Leidensbilds weiterer Abklärungen (ex post) zu 

deren Bestätigung bedarf (Urteile des Bundesgerichts vom 5. Juli 2012, 8C_580/2011, 

E. 6, und vom 3. April 2013, 8C_959/2012, E. 2.3 je mit Hinweis).

3.6      Gegen die Fortführung der Praxis zu den Angewöhnungsrenten spricht ferner, 

dass die Gewährung einer im Voraus befristeten Rentenzusprache bereits dann 

statthaft ist, wenn eine zukünftige Anpassung und Angewöhnung der versicherten 

Person an die Unfallfolgen in absehbarer Zeit „wahrscheinlich“ ist (BGE 106 V 51 E. 2b, 

RKUV 1986 Nr. U 3 S. 260 E. 2a und RKUV 2001 Nr. U 444 S. 552 E. 2.a 

[„vraisemblable“]; Omlin, Dauerrenten - Zeitrenten - Terminierte Renten, a.a.O., S. 134). 

Es bestehen weder eine gesetzliche Grundlage noch sonstige Gründe, die im Bereich 

der Angewöhnungsprognose ein Abweichen von dem im Sozialversicherungsrecht 

massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 

E. 5b) rechtfertigen. Dies umso weniger als in der vergleichbaren Thematik der 

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Validenkarriere bzw. des beruflichen Aufstiegs im Gesundheitsfall 

rechtsprechungsgemäss sogar darüber hinausgehende Beweisanforderungen verlangt 

werden (zur geforderten „hohen Wahrscheinlichkeit“ siehe etwa Urteil des 

Bundesgerichts vom 15. Januar 2009, 8C_638/2008, E. 4.3). Nichts anderes kann für 

eine antizipierte (und damit hypothetische) Invalidenkarriere in Form einer für die 

Zukunft vermuteten besseren Leidensanpassung gelten.

3.7      Aus verfahrensrechtlicher Sicht besteht ebenfalls keine Rechtfertigung für eine 

von vornherein befristete Angewöhnungsrente.

3.7.1  Von Bedeutung ist zunächst, dass sich die vorstehend genannte 

Rechtsprechung zur Angewöhnungsrente in der Unfallversicherung in einer Zeit 

entwickelte, als es mangels umfassender bundesrechtlicher Vorgaben zur Abänderung 

von rechtskräftigen Verwaltungsverfügungen noch vorrangig die rechtsfortbildende 

Aufgabe der Rechtsprechung war, verfahrensrechtliche Grundsätze zu bilden (vgl. 

U. Meyer-Blaser, Abänderung formell rechtskräftiger Verwaltungsverfügungen in der 

Sozialversicherung, in: ZBL 8/1994, S. 341).

3.7.2  Seit dem Erlass des UVG hat sich die bei Eintritt anspruchserheblicher 

Tatsachenänderungen jederzeit mögliche Anpassung des Rentenanspruchs mit 

Wirkung ex nunc et pro futuro allerdings auch im Bereich der Unfallversicherung 

durchgesetzt (vgl. auch Meyer-Blaser, a.a.O., S. 349). Verfahrens- und 

materiellrechtlich stand denn auch beim Erlass des UVG - in ausdrücklich angestrebter 

Angleichung an die (damalige) in der Invalidenversicherung herrschende Rechtslage - 

die (neu konsequent) elastische Gestaltung der Rentenrevision in der 

Unfallversicherung im Vordergrund (vgl. insbesondere BBl 1976 III 168 und 191 f.; siehe 

aArt. 22 Abs. 1 UVG in der bis 31. Dezember 2002 gültigen Fassung).

3.7.3  Das Dahinfallen eines Rentenanspruchs aufgrund einer festgestellten vollen 

Erwerbsfähigkeit war sodann allein in Verbindung mit bzw. unter Vorbehalt einer 

Revision vorgesehen (vgl. BBl 1976 III 191). Die Idee einer a priori befristeten 

Rentenleistung aufgrund einer antizipierten Angewöhnung fand soweit ersichtlich - wie 

im Übrigen die Möglichkeit einer antizipierten Revision - gerade nicht Eingang in das 

UVG oder später in das ATSG. Eine von der Rechtsprechung zu füllende 

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Gesetzeslücke ist angesichts der elastischen Revisionsgestaltung bzw. der 

jederzeitigen Anpassungsmöglichkeit in Form der Revision - die vom ATSG 

übernommen wurde (siehe Art. 17 Abs. 1 ATSG) - zu verneinen. Der Gesetzgeber hat 

sodann - im Gegensatz zur Militärversicherung, in der in Abweichung zum ATSG die 

bisherige gesetzliche Regelung unverändert beibehalten wurde (siehe Art. 1 Abs. 1 

i.V.m. Art. 41 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Militärversicherung [MVG; SR 833.1] 

i.V.m. Art. 23 der Verordnung über die Militärversicherung [MVV; SR 833.11]; zum 

anerkannten gesetzlichen Anpassungsbedarf bei vollumfänglicher Übernahme der 

ATSG-Lösung siehe BBl 1999 IV 4559) - darauf verzichtet, im Bereich der 

Unfallversicherung eine von Art. 17 Abs. 1 ATSG abweichende Regelung zu erlassen.

3.7.4  Die Thematik eines bereits im Zeitpunkt der erstmaligen Rentenzusprache 

(prognostizierten) Angewöhnungseffekts bzw. einer (prognostizierten) positiven 

Leidensanpassung beschlägt des Weiteren nicht die ursprüngliche Rentenzusprache, 

sondern das Bedürfnis nach deren Anpassung an einen danach tatsächlich 

eingetretenen rechtserheblich veränderten Sachverhalt. Dabei ist von Bedeutung, dass 

sich die formelle und materielle Rechtskraft der ursprünglichen Verfügung über eine 

Dauerleistung auf das für ihren Erlass massgebliche Anspruchsfundament beschränkt, 

das heisst in tatsächlicher Hinsicht auf die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass 

dieser Verfügung entwickelt haben (vgl. Meyer-Blaser, a.a.O., S. 348 mit Hinweis auf 

BGE 116 V 248 E. 1a). Die Prognose über eine nach dem Verfügungserlass liegende 

anspruchsrelevante Sachverhaltsänderung betrifft nicht das ursprüngliche tatsächliche 

Anspruchsfundament, das zur Rentenzusprache führt, sondern erst die vermutete, aber 

noch nicht eingetretene Sachverhaltsänderung danach. Eine Verfügung über eine 

Invalidenrente gemäss Art. 18 UVG steht daher unter dem jederzeitigen Vorbehalt 

künftig eintretender anspruchserheblicher Tatsachenänderungen (vgl. vorstehende 

E. 3.7.2), weshalb aus verfahrensrechtlicher Sicht kein Bedarf besteht, eine vermutete 

spätere Sachverhaltsänderung bereits im Zeitpunkt der ursprünglichen 

Leistungszusprache zu antizipieren. Auch die unfallversicherungsrechtliche 

Rechtsprechung anerkennt, dass einer allfälligen Veränderung der Umstände in der 

Zukunft, sofern eine solche denn auch tatsächlich eintritt, (erst) im Rahmen einer 

Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG Rechnung zu tragen ist (Urteil des 

Bundesgerichts vom 29. November 2010, 8C_747/2010, E. 3.2.1 mit Hinweis). Diese 

Sichtweise wird durch die weitere jüngere Rechtsprechung betreffend die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

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Angewöhnung an das Leiden bestätigt, worin eine revisionsrechtlich relevante 

Tatsachenänderung in Form einer verbesserten Leidensanpassung der versicherten 

Person anerkannt wird (BGE 141 V 14 E. 6.3.2; siehe auch Urteile des Bundesgerichts 

vom 25. Oktober 2012, 8C_373/2012, E. 5.1, vom 31. Mai 2013, 8C_967/2012, E. 3.4, 

und vom 6. Januar 2016, 8C_530/2015, E. 5.2 am Schluss). Der genannten jüngeren 

Rechtsprechung ist zu entnehmen, dass zukünftige Leistungsanpassungen den 

Vorbehalt des tatsächlichen Eintretens vermuteter Verbesserungen voraussetzen und 

davor keine Rentenrelevanz besitzen.

3.8      Nach dem Gesagten und aufgrund der jederzeitig möglichen nachträglichen 

Anpassung rechtskräftig zugesprochener Rentenleistungen (aArt. 22 Abs. 1 UVG bzw. 

Art. 17 Abs. 1 ATSG) besteht keine Rechtfertigung mehr, an der früheren Praxis zur 

Angewöhnungsrente bzw. zur Zulässigkeit antizipierter Invaliditätsschätzungen in der 

Unfallversicherung festzuhalten. Auch in der Lehre wird die Praxis zur 

Angewöhnungsrente - wie vorstehend dargelegt - zu Recht mit der 

Argumentationskette kritisiert, dass dadurch die Abgrenzung zwischen Taggeld und 

Rente verwischt wird, der im Rahmen des Rentenanspruchs geltende Invaliditätsbegriff 

ausgehöhlt wird und die Bestimmungen über die Rentenrevision umgangen werden 

(Jürg Maeschi, Kommentar zum Bundesgesetz über die Militärversicherung [MVG] vom 

19. Juni 1992, Bern 2000, Rz 6 und 8 zu Art. 41 mit Hinweisen). Aufgrund der 

dargestellten Überlegungen ist die Praxis zu den Angewöhnungsrenten nicht mehr 

haltbar. Die von der Beschwerdegegnerin angeordnete Befristung der Rentenleistung 

erweist sich damit als unzulässig. Der Beschwerdegegnerin steht es im Übrigen frei, 

jederzeit eine Revision von Amtes wegen zu eröffnen, um den Sachverhalt hinsichtlich 

einer allfälligen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse zu überprüfen und die 

Rentenleistung den allenfalls geänderten Umständen anzupassen, worauf der 

Beschwerdeführer zutreffend hinweist (act. G 1, Rz 3).

3.9      Daran vermag nichts zu ändern, dass gemäss Rechtsprechung die Richtigkeit 

der Prognose im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der prognostisch verfügten 

Rentenaufhebung soll überprüft werden können bzw. dass der versicherten Person zur 

Anfechtung der Terminierung beim Rentenablauf alle Rechte gewahrt bleiben sollen 

(RKUV 1993 U 173 S. 145 E. 2 mit Hinweis). Die Praxis nennt zur Überprüfung dieser 

Prognose die „Revision“ von Amtes wegen oder auf Gesuch hin (RKUV 1993 U 173 

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S. 145 E. 2 mit Hinweis). Die antizipierte Rentenherabsetzung - um deren Überprüfung 

es geht - wird gemäss Rechtsprechung erst im Zeitpunkt des Revisionsverfahrens 

wirksam und ihre Anfechtung ist erst bei Rentenablauf möglich (RKUV 1993 U 173 

S. 145 E. 2). Mit anderen Worten ist die Terminierung bzw. die Rentenherabsetzung im 

Zeitpunkt des von der Praxis vorgesehenen „Revisionsverfahrens“ noch gar nicht in 

Rechtskraft erwachsen. Die Revision gemäss Art. 17 ATSG setzt allerdings 

zwangsläufig - ihrem Wesen als Rückkommenstitel entsprechend - einen 

rechtskräftigen Leistungsentscheid voraus (BGE 135 V 147 E. 1.4.5; Ralph Jöhl, Die 

Revision nach Art. 17 ATSG, in: Ueli Kieser/Miriam Lendfers, JaSo 2012, St. Gallen 

2012, S. 156), den sie ex nunc et pro futuro den veränderten tatsächlichen 

Verhältnissen und der in dessen Folge veränderten Sachverhaltsprognose bezüglich 

der Dauerhaftigkeit der veränderten Umstände anpasst (vgl. Jöhl, a.a.O., S. 156). Sie ist 

kein verwaltungsinternes Anfechtungsmittel gegen noch nicht rechtskräftige 

Dauerleistungsentscheide. Gegenstand der Revision im Sinn von Art. 17 ATSG bilden 

zudem allein nachträgliche Veränderungen des ursprünglichen tatsächlichen 

Anspruchsfundaments. Sie dient entgegen der Praxis des damaligen EVG (RKUV 1993 

U 173 S. 146) nicht dazu, das tatsächliche Eintreten einer Prognose bzw. einer 

antizipierten Invaliditätsschätzung voraussetzungslos ex post auf ihre Richtigkeit zu 

überprüfen (zur ex post-Betrachtung siehe etwa Urteil des EVG vom 13. März 2006, 

U 367/05 E. 3.3.3 am Schluss sowie Peter Omlin, Die Invalidität in der obligatorischen 

Unfallversicherung, Freiburg 1995, S. 102 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). 

Hinzu kommt, dass die von der Rechtsprechung vorgesehene Korrektur die befristete 

Rentenzusprache ex tunc korrigiert und durch eine unbefristete Rentenleistung ersetzt 

(RKUV 1993 U 173 S. 146), was dem Wesen der Revision mit einer Anpassung ex nunc 

et pro futuro diametral widerspricht. Die Revision gemäss Art. 17 ATSG steht damit bei 

näherer Betrachtung für eine Korrektur einer allenfalls falschen Prognose gar nicht zur 

Verfügung.

4.        

Selbst wenn im Übrigen die vorliegende Streitigkeit in Nachachtung der 

Rechtsprechung zur Angewöhnungsrente beurteilt würde, wäre der angefochtene 

Einspracheentscheid aufzuheben.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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4.1      Die Vermutung einer Angewöhnung der versicherten Person an ein Leiden 

gestützt auf aus der medizinischen Praxis gewonnenen Erfahrungen darf nicht zum 

Automatismus verkommen und es müssen die Rechte der Versicherten gewahrt 

bleiben. Daher muss unter Beachtung des Untersuchungsgrundsatzes konkret geprüft 

werden, ob nach Berücksichtigung der den Versicherten zumutbaren Anpassung und 

Angewöhnung eine reale Erwerbsunfähigkeit verbleibt (vgl. BGE 120 V 373 E. 6b). 

Bereits im Urteil des EVG vom 20. Oktober 1921 i.S. Kellerhals (a.a.O., E. 1, S. 110) 

wurde klargestellt, dass die auf allgemeiner Erfahrung beruhende 

Anpassungsvermutung für sich allein keine Befristung rechtfertigt. „Selbstverständlich“ 

sei „im Einzelfall auf Grund ärztlicher Feststellungen“ zu entscheiden (zum Stellenwert 

der konkreten ärztlichen Beurteilung für die Anpassungsvermutung siehe auch Piccard, 

a.a.O., S. 276). Hinsichtlich beruflicher Erkenntnisse ist eine „nach vorausgegangener 

Arbeitsprüfung“ verfasste konkrete Stellungnahme eines „technischen Experten“ 

erforderlich (Werner Lauber, Invalidität und Rente, in: Ders., Praxis des sozialen 

Unfallversicherungsrechts der Schweiz, Bern 1928, S. 321). Die günstige Prognose 

muss sich also auf fassbare Anhaltspunkte abstützen können, und es dürfen ihr nicht 

konkrete Begebenheiten des Einzelfalls entgegenstehen (Omlin, Dauerrenten - 

Zeitrenten - Terminierte Renten, a.a.O., S. 134).

4.2      Der Beschwerdeführer hat aufgrund seiner anerkennenswerten Bemühungen 

eine Umschulung erfolgreich abgeschlossen und verwertet die ihm für 

leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigte 100%ige Arbeitsfähigkeit vollumfänglich. 

Der rentenbegründende Invaliditätsgrad resultiert vorliegend nicht aus einer 

medizinischen, sondern einer rein erwerblichen Einbusse infolge unfallbedingten 

Berufswechsels (vgl. UV-act. 189 und act. G 3, Rz 4.2; zum aufgenommenen 100%igen 

Erwerbspensum siehe UV-act. 195-2). Die Fälle, in denen eine Rentenbefristung im 

Hinblick auf eine zum vornherein zu erwartende grundlegende Änderung der 

erwerblichen Verhältnisse erfolgt, sind selten (Omlin, Dauerrenten - Zeitrenten - 

Terminierte Renten, a.a.O., S. 135). Es ergeben sich aus den Akten zudem weder eine 

konkrete Einschätzung eines medizinischen noch eines beruflichen Experten, welche 

die von der Beschwerdegegnerin der Befristung zugrunde gelegte 

Anpassungsvermutung (act. G 3, Rz 4.1) bestätigt. Überdies steht der 

Anpassungsvermutung der Beschwerdegegnerin vorliegend der tatsächlich noch 

erzielte Verdienst des Beschwerdeführers und damit konkrete Gegebenheiten entgegen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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(vgl. Omlin, Die Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, a.a.O., S. 100 f.). 

Dabei ist zu beachten, dass auch die Beschwerdegegnerin - zu Recht - jedenfalls 

während eines Zeitraums von immerhin zwei Jahren von der Gültigkeit des 

tatsächlichen Verdiensts für die Bestimmung des Invalideneinkommens ausgegangen 

ist. Es ergeben sich weder aus den Akten noch den Ausführungen der 

Beschwerdegegnerin konkrete Gesichtspunkte, die ein Abweichen vom tatsächlich 

erzielten Einkommen zur Bestimmung des Invalideneinkommens nach Ablauf von zwei 

Jahren rechtfertigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. November 2010, 

8C_747/2010, E. 3.2.1). Daran vermag ihr Hinweis auf den statistischen Lohn (LSE TA1, 

Ostschweiz, Pos. 68 „Grundstücks- und Wohnungswesen, Kategorie 4, Männer, 2010) 

nichts zu ändern. Denn einerseits ersetzt dieser Hinweis nicht die fehlenden konkreten 

Grundlagen und andererseits verfügt der Beschwerdeführer im neuen Berufsfeld 

lediglich über eine geringe Anzahl Dienstjahre, weshalb dem LSE-Wert für sich allein 

die Aussagekraft hinsichtlich der konkreten Anpassungsvermutung fehlt. Zu beachten 

ist ferner, dass der Abschnitt „Grundstücks- und Wohnungswesen“ eine Tätigkeit als 

Vermieter oder Makler in einem oder mehreren der folgenden Bereiche enthält: Kauf 

und Verkauf von Grundstücken, Gebäuden und Wohnungen, Vermietung von 

Grundstücken, Gebäuden und Wohnungen, Erbringung sonstiger Dienstleistungen im 

Zusammenhang mit Grundstücken, Gebäuden und Wohnungen, z.B. Schätzung von 

Grundstücken, Gebäuden und Wohnungen oder Tätigkeit als Treuhänder 

Grundstücken, Gebäuden und Wohnungen. Dieser Abschnitt umfasst auch die 

Errichtung von Bauwerken, wenn der Errichter Eigentümer der Gebäude bleibt oder sie 

vermietet. Schliesslich gehört auch die Tätigkeit von Hausverwaltungen zu diesem 

Abschnitt (vgl. <http://www.kubb2008.bfs.admin.ch/ Default?code=L>, abgerufen am 

26. Mai 2016). Der Beschwerdeführer ist als „Assistent Bewirtschaftung“ (UV-act. 157) 

tätig und der Durchschnittslohn des weit gefassten Tätigkeitsfelds des Abschnitts 

„Grundstücks- und Wohnungswesen“, der namentlich auch den Immobilienhandel 

erfasst, lässt daher für sich allein keine zuverlässigen Schlüsse auf die konkreten 

zukünftigen Verhältnisse bzw. die konkrete Anpassungsfrage, geschweige denn ein 

Abweichen vom tatsächlich vom Beschwerdeführer erzielten Verdienst zu. Vor diesem 

Hintergrund kann offen bleiben, ob dem Beschwerdeführer ein Wechsel des 

Arbeitsplatzes überhaupt zumutbar wäre.

5.        

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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5.1      Nach dem Gesagten ist in Gutheissung der Beschwerde der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 2. September 2014 aufzuheben und dem Beschwerdeführer 

mit Wirkung ab 1. September 2013 eine unbefristete Invalidenrente entsprechend 

einem 14%igen Invaliditätsgrad zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der 

unbefristeten Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

5.2      Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

5.3      Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung für die Kosten der Vertretung und Prozessführung (Art. 61 lit. g 

ATSG). Die Parteientschädigung ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; 

sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Mit Blick auf die eingeschränkte 

Streitfrage und den einfachen Schriftenwechsel erscheint eine Parteientschädigung von 

Fr. 3‘000.-- (einschliesslich Mehrwertsteuer und Barauslagen) angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.     

In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid vom 

2. September 2014 aufgehoben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 

1. September 2013 eine unbefristete Invalidenrente entsprechend einem 14%igen 

Invaliditätsgrad zugesprochen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der unbefristeten 

Rentenleistung wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.     

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.    

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
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	Entscheid Versicherungsgericht, 26.05.2016
	Art. 18 UVG. Rentenanspruch. Unzulässigkeit einer im Voraus befristeten Rentenleistung (sog. Angewöhnungsrente) gestützt auf eine antizipierte Invaliditätsschätzung. Zusprache einer unbefristeten Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Mai 2016, UV 2014/68).

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		2025-07-19T08:11:57+0200
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