# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a4e5dc8c-39ea-51a3-bcb0-12081c94b010
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-31
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 31.03.2022 UV 2020/77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2020-77_2022-03-31.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/77

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 01.09.2022

Entscheiddatum: 31.03.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 31.03.2022
Art. 18 UVG und Art. 17 Abs. 1 ATSG. Revisionsweise Aufhebung einer 
Invalidenrente bestätigt. Beweiskraft des versicherungsexternen 
Verlaufsgutachtens bejaht. Mangels Gesundheitsschadens liegt keine 
Invalidität mehr vor (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 31. März 2022, UV 2020/77).

Entscheid vom 31. März 2022

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann; 

Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Geschäftsnr.

UV 2020/77

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Schultz, Advokatur 107, 

Rorschacher Strasse 107, 9000 St. Gallen,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ erlitt am .___ 2002 als Beifahrerin mit ihrer Familie einen schweren 

Verkehrsunfall bei dem ihr jüngster, fünfjähriger Sohn verstarb (zum Unfallereignis siehe 

die Situationsanalyse vom 9. März 2004, UV-act. 25, sowie die Medienberichte in UV-

act. 193-172 und UV-act. 193-187). Aufgrund ihrer teilzeitlichen Erwerbstätigkeit als 

Reinigungskraft war sie bei der Suva gegen die Folgen dieses Unfalls versichert (UV-

act. 6-3). Am 9. März 2006 erstattete Dr. med. B.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, der Suva im Rahmen einer bidisziplinären Begutachtung ein 

Teilgutachten über die Versicherte. Er diagnostizierte eine mittelgradige bis schwere 

depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11). Aus derzeitiger 

psychiatrischer Sicht sei die Versicherte für jegliche berufliche Tätigkeiten nicht 

arbeitsfähig (UV-act. 55). Der rheumatologische Gutachter der AEH Zentrum für 

Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG, diagnostizierte im Gutachten vom 19. Mai 

«2005» (richtig: 2006) im Wesentlichen einen Autounfall am .___ 2002 mit/bei: u.a. 

Heckkollision mit HWS-Distorsionstrauma, Thorako- und Lumbovertebralsyndrom, 

leichter dislozierter Rippenfraktur III links und nicht dislozierter Rippenfraktur IV links, 

Schneidezahnverletzung links möglicherweise durch Kopfanprall und 

Oberschenkelhämatom links mit Hämatomausräumung am 6. Januar 2003. Aus 

rheumatologischer Sicht seien der Versicherten körperlich leichte Tätigkeiten halbtags 

zumutbar. Von Seiten des Psychiaters werde von einer vollen Arbeitsunfähigkeit 

ausgegangen, dies möglicherweise langfristig. Aus interdisziplinärer Sicht bestehe 

somit eine volle Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 61). Mit Verfügung vom 22. September 

A.a. 

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2006 sprach die Suva der Versicherten bei einem 100%igen Invaliditätsgrad eine Rente 

mit Wirkung ab 1. September 2006 zu (UV-act. 67).

Zwecks Beurteilung des Integritätsschadens wurde die Versicherte am 27. August 

2008 von Dr. med. C.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

Versicherungspsychiatrischer Dienst der Suva, untersucht. Dieser diagnostizierte eine 

anhaltende affektive Störung: Komplizierte Trauerreaktion (ICD-10: F34.8) und schätzte 

den Integritätsschaden auf 65 % (UV-act. 110). Gestützt auf diese Beurteilung sprach 

die Suva der Versicherten am 23. Dezember 2008 eine entsprechende 

Integritätsentschädigung zu (UV-act. 112).

A.b. 

Im Rahmen eines von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens beauftragte 

die Suva Dr. med. D.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, mit einer 

Verlaufsbegutachtung der Versicherten (siehe dessen Terminmitteilung vom 

9. November 2018, UV-act. 202). Eine erste Untersuchung fand am 12. Dezember 2018 

statt (256-1). Der Rechtsvertreter der Versicherten schrieb am 13. Dezember 2018 der 

Suva, seine Klientschaft habe ihm mitgeteilt, dass diese von Dr. D.___ um Haar- und 

Urinproben gebeten worden sei. Wie ihm die Versicherte und ihr Ehegatte mitgeteilt 

hätten, seien sie – nicht zuletzt auch wegen bestehender Sprachprobleme – damit 

überfordert gewesen und hätten die Proben offenbar verweigert, was er sehr bedaure. 

Seine Klientschaft habe sich den Haar- und Urinproben keinesfalls entziehen wollen. Er 

bitte daher die Suva, einen neuen Termin anzuberaumen (UV-act. 204). Am 11. Januar 

2019 fanden eine Laboruntersuchung und eine neuropsychologische Untersuchung 

durch lic. phil. E.___, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, statt. Eine weitere 

Besprechung mit Dr. D.___ erfolgte am 26. April 2019 (UV-act. 256-1 unten; siehe zum 

neuropsychologischen Bericht vom 30. Januar 2019 UV-act. 254). Dr. D.___ gelangte 

zur Auffassung, dass keine psychische Störung mehr diagnostiziert werden könne. Es 

stehe inzwischen die Vortäuschung einer kognitiven Störung im Vordergrund. Aufgrund 

mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorliegender nicht authentischer 

Beschwerden- und Leistungspräsentation könne keine gültige Aussage zur 

Arbeitsfähigkeit gemacht werden. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit 

liege jedoch die Leistungsfähigkeit der Versicherten weit oberhalb derjenigen, welche 

sie im Rahmen der aktuellen Untersuchungen präsentiert habe (Gutachten vom 

3. Dezember 2019, UV-act. 256, insbesondere UV-act. 256-41).

A.c. 

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B.

Dagegen erhob die Versicherte am 18. Mai 2020 Einsprache (UV-act. 272), welche die 

Suva am 2. September 2020 abwies. Einer allfälligen Beschwerde entzog sie die 

aufschiebende Wirkung (UV-act. 276).

C.  

Gestützt auf die gutachterliche Beurteilung, wonach keine psychische Störung 

mehr diagnostiziert werden könne und im Vergleich zum Zeitpunkt der 

Rentenzusprechung im Jahr 2006 eine wesentliche Besserung der psychischen 

Beschwerden vorliege, verfügte die Suva am 15. April 2020 die revisionsweise 

Einstellung der Rente auf den 1. Mai 2020 (UV-act. 266).

A.d. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 2. September 2020 erhob die 

Beschwerdeführerin am 5. Oktober 2020 Beschwerde und beantragte dessen 

Aufhebung und es sei ihr weiterhin eine «ganze IV-Rente» zuzusprechen. Eventualiter 

sei eine zweite versicherungsexterne psychiatrisch-neuropsychologische Begutachtung 

mit einwandfreier Übersetzung in Auftrag zu geben. Subeventualiter seien ihr die 

gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Der Beschwerde sei die aufschiebende 

Wirkung zu erteilen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung 

brachte sie im Wesentlichen vor, dass die Übersetzung durch die Dolmetscherin 

«absolut ungenügend» gewesen sei. Sie habe mehrfach darauf hingewiesen, dass die 

Übersetzung nicht richtig sei. Zudem sei sie vom Gutachter ausgelacht, nachgeahmt 

und lächerlich gemacht worden, als sie sich gegen die Medikamentenanalyse 

ausgesprochen habe. Sie habe die von ihm für notwendig gehaltene 

Medikamentenanalyse nicht gekannt. Auch bei anderer Gelegenheit sei sie vom 

Gutachter mehrfach ausgelacht und nachgeahmt worden. Ausserdem machte die 

Beschwerdeführerin geltend, die Voraussetzungen für eine Rentenanpassung seien 

mangels neuer Tatsachen nicht erfüllt. Ohnehin dürfe die Beschwerdegegnerin die 

Rente nicht aufheben, ohne dass vorgängig Wiedereingliederungsmassnahmen 

durchgeführt worden seien (act. G 1).

C.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 

2020 die Abweisung der Beschwerde und machte geltend, die Voraussetzungen für 

C.b. 

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Erwägungen

1.

Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids bildet ausschliesslich die 

Einstellung der (definitiven) Invalidenrente auf den 1. Mai 2020. Nebst dem 

Rentenantrag ersucht die Beschwerdeführerin subeventualiter um Zusprache der 

gesetzlichen Leistungen (act. G 1, S. 2, Rechtsbegehren Ziff. 4). Nachdem dieser 

Subeventualantrag nicht näher begründet wurde, bleibt unklar, auf welche Leistungen 

er – nebst dem Anspruch auf eine (definitive) Rente – genau abzielt. Weiterungen hierzu 

erübrigen sich, da auf die entsprechenden Leistungsanträge mangels 

Anfechtungsgegenstands ohnehin nicht einzutreten ist. Nachfolgend zu prüfen ist 

ausschliesslich die von der Beschwerdegegnerin auf den 1. Mai 2020 angeordnete 

Renteneinstellung.

eine Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde seien nicht erfüllt. 

Die von der Beschwerdeführerin ins Feld geführte Rechtsprechung des Bundesgerichts 

zur Unzumutbarkeit der Selbsteingliederung bei langjährigem Rentenbezug finde im 

Unfallversicherungsrecht keine Anwendung (act. G 3).

In der Replik vom 12. Januar 2021 hielt die Beschwerdeführerin unverändert an 

den Beschwerdeanträgen fest (act. G 7).

C.c. 

Mit Zwischenentscheid vom 20. Januar 2021, UV 2020/77 Z, wies das 

Versicherungsgericht das Gesuch der Beschwerdeführerin um Wiederherstellung der 

aufschiebenden Wirkung ab (act. G 8).

C.d. 

Die Beschwerdegegnerin hielt in der Duplik vom 3. Februar 2021 unverändert an 

der von ihr beantragten Beschwerdeabweisung fest (act. G 10).

C.e. 

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.1. 

Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG wird, wenn sich der Invaliditätsgrad einer 

Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich ändert, die Rente von Amtes 

wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder 

aufgehoben. Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG 

1.2. 

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2.

Zunächst ist die zwischen den Parteien umstrittene Frage zu prüfen, ob der 

Sachverhalt in medizinischer Hinsicht mit dem Gutachten von Dr. D.___ vom 

3. Dezember 2019 (UV-act. 256, einschliesslich der zusätzlichen neuropsychologischen 

Beurteilung vom 30. Januar 2019, UV-act. 254) spruchreif abgeklärt worden ist.

gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, 

den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zeitlicher 

Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des 

Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen 

Prüfung des Rentenanspruchs beruht (BGE 134 V 132 E. 3 mit Hinweisen). Nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts ist der Rentenanspruch in rechtlicher und 

tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, sobald ein einzelner 

Revisionsgrund vorliegt, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht. Dabei 

kann selbst eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes Anlass für eine 

Aufhebung der Rente sein (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 2021, 

9C_361/2020, E. 3.2). Unter Umständen kann auch ein früher nicht gezeigtes Verhalten 

eine im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG relevante Tatsachenänderung darstellen, wenn 

sich dieses auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Rentenanspruchs 

auswirken kann. Dies trifft etwa zu bei Versicherten mit einem Beschwerdebild, auf das 

die Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 anwendbar ist, wenn ein Ausschlussgrund 

vorliegt, d.h. die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen 

Konstellation beruht, die eindeutig über die blosse (unbewusste) Tendenz zur 

Schmerzausweitung und -verdeutlichung hinausgeht (Urteil des Bundesgerichts vom 

11. November 2021, 9C_302/2021, E. 4.2 betreffend die revisionsweise Anpassung 

einer Rente der Invalidenversicherung; zum Ausschluss eines Rentenanspruchs bei 

aggravatorischem Verhalten auch im Unfallversicherungsrecht siehe Urteil des 

Bundesgerichts vom 13. Oktober 2015, 8C_438/2015, E. 6).

Hinsichtlich des Beweiswerts eines medizinischen Berichts ist entscheidend, ob er 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a).

2.1. 

Die Beschwerdeführerin führt gegen die Beweiskraft des Gutachtens von Dr. D.___ 

ins Feld, dass die Übersetzung «absolut ungenügend» gewesen sei. Die Dolmetscherin 

2.2. 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_302%2F2021&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-V-281%3Ade&number_of_ranks=0#page281

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stamme nicht aus derselben Region wie sie. Sie stamme aus F.___ und spreche G.___, 

wohingegen die Dolmetscherin aus dem H.___ stamme und einen anderen Dialekt 

spreche. Sie (die Beschwerdeführerin) habe mehrfach darauf hingewiesen, dass die 

Übersetzung nicht richtig sei (act. G 1, III. Rz 3) und die Dolmetscherin die Aussagen 

verdrehe (act. G 1, III. Rz 13). Ausserdem habe die Dolmetscherin ihr mitgeteilt, dass 

sie wegen der Krankheit ihrer Tochter während zweier Nächte kaum geschlafen gehabt 

habe. Dieser Umstand habe sich auf die Übersetzungssituation ausgewirkt, da sich die 

Dolmetscherin nur schwer habe konzentrieren können (act. G 1, III. Rz 3). Die 

mangelhafte Übersetzung zeige sich in verschiedenen Unkorrektheiten im Gutachten 

(act. G 1, III. Rz 4 ff.).

Aus den Akten ergibt sich, dass die Eheschliessung der Beschwerdeführerin in 

I.___ erfolgte (UV-act. 193-24), dem Geburtsort ihres Ehegatten (UV-act. 193-26). 

Dieser Ort liegt zwar im Süden von F.___, allerdings nur wenige Kilometer von der 

Grenze zum H.___ entfernt. Die Beschwerdeführerin stammt aus einem Dorf bei J.___ 

in SüdF.___ nahe der Grenze zum H.___. Dies- und jenseits der Grenze wird K.___ 

gesprochen. Aus den Akten geht ferner wiederholt hervor, dass sich die 

Beschwerdeführerin geografisch und soziokulturell als H.___in betrachtet («aus dem 

H.___ stammend», UV-act. 61-5 Mitte und unten sowie UV-act. 193-153 unten; «Einen 

Sohn zu haben sei für eine Mutter in H.___ viel wertvoller», UV-act. 110-6 Mitte; 

«Begräbnis des jüngeren Sohnes in H.___», UV-act. 110-7 oben; «8 Jahre Schulbesuch 

im H.___», UV-act. 193-117 oben und UV-act. 193-193 Mitte bzw. «Grundschule in 

F.___ an der Grenze zum H.___», UV-act. 54-5 unten; «Hilfreich sei für sie auch eine 

vorübergehende Einreise der Mutter oder der Schwester aus dem H.___ […]», UV-

act. 193-153). Allein schon vor diesem Hintergrund und weil die Beschwerdeführerin 

«G.___er Muttersprache» ist, erscheinen generelle relevante kommunikative 

Schwierigkeiten bei der Übersetzung durch die aus dem H.___ stammende, über die 

Medios AOZ Zürich vermittelte Dolmetscherin (UV-act. 256-18 unten) fraglich. Aus dem 

Einwand der Beschwerdeführerin, sie habe bereits anlässlich der Begutachtung 

mehrmals die «absolut ungenügende» Übersetzung (UV-act. 272-5) und Verdrehung 

von Aussagen (act. G 1, III. Rz 13) gerügt, geht klar hervor, dass sie die Dolmetscherin 

verstanden hat. Inwiefern dies nicht auch umgekehrt der Fall gewesen sein soll, ist 

nicht ersichtlich. Des Weiteren geht aus dem Gutachten hervor, dass sich Dr. D.___ 

bezüglich der Qualität der Übersetzung bei den verschiedenen Terminen jeweils bei der 

Beschwerdeführerin und der Dolmetscherin versichert hatte (siehe etwa UV-act. 256-18 

unten, UV-act. 256-20 f. und UV-act. 256-22 unten). Gegen die vorstehend genannte 

Rüge der Beschwerdeführerin spricht ausserdem, dass dieser Vorwurf erstmals mit der 

2.2.1. 

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Einsprache vom 18. Mai 2020 vorgebracht wurde. Zuvor finden sich im wiederholten 

Austausch zwischen der Beschwerdegegnerin und dem Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin keine Hinweise auf die erst nachträglich geltend gemachten 

gravierenden Vorwürfe. Vielmehr äusserte der Rechtsvertreter nach einem Austausch 

mit der Beschwerdeführerin sein Bedauern darüber, dass diese die Haar- und 

Urinprobe verweigert habe (Schreiben vom 13. Dezember 2018, UV-act. 209-2). Die 

Verweigerung führte er auf eine Überforderung und «nicht zuletzt» auch auf 

Sprachprobleme zurück, was allerdings nicht einleuchtet. Der Beschwerdeführerin 

dürfte der Sinn und Zweck der Kontrolle von Medikamentenspiegeln nämlich vertraut 

gewesen sein, fanden doch gemäss ihren zum Thema «Medikamente» gemachten 

Angaben beim Hausarzt regelmässig entsprechende Blutuntersuchungen statt (UV-

act. 256-15 oben). Im Vergleich zu den geltend gemachten Sprachproblemen erscheint 

die ausführliche Darstellung im Gutachten glaubwürdiger, dass die Beschwerdeführerin 

hauptsächlich einen Unwillen bzw. Unmut über diese Untersuchungen äusserte und 

zwar unter ausdrücklichem Verweis auf die von ihr klar wiedergegebenen Instruktionen 

seitens ihres Rechtsvertreters (UV-act. 256-18; siehe auch die plausiblen Ausführungen 

von Dr. D.___ in der E-Mail vom 17. Dezember 2018, UV-act. 211). Hinweise auf 

bedeutsame Sprachprobleme sind nicht erkennbar. Jedenfalls äusserte der 

Rechtsvertreter auch in der Folge bis zum Einspracheverfahren keine Kritik an der 

Arbeit der Dolmetscherin (siehe etwa die Notiz zu den Telefongesprächen vom 

18. Dezember 2018, UV-act. 215, und vom 21. Dezember 2018, UV-act. 217). Gegen 

relevante Übersetzungsmängel spricht ausserdem, dass die Beschwerdeführerin nach 

der ersten Untersuchung vom 12. Dezember 2018 bei den späteren Zusammentreffen 

mit der Dolmetscherin sich nicht gegen deren Teilnahme wehrte bzw. diese in Frage 

stellte. Ferner wünschte die Beschwerdeführerin bei einer Rauchpause von der 

Dolmetscherin begleitet zu werden, mit der sie sich dann auch spontan unterhielt (UV-

act. 256-18). Angesichts der dargelegten Ausführungen und der geografischen Nähe 

des Herkunftsorts der Beschwerdeführerin zum H.___ leuchtet im Übrigen ein, dass die 

Dolmetscherin angab, aus der gleichen Region wie die Beschwerdeführerin zu 

stammen (UV-act. 256-22 unten).

Was die einzelnen von der Beschwerdeführerin kritisierten Textpassagen im 

Gutachten angeht, ist Folgendes zu bemerken. Die Beschwerdeführerin brachte vor, 

entgegen den gutachterlichen Ausführungen leide sie unter Albträumen vom Unfall (act. 

G 1, III. Rz 4). Allerdings ist das im Gutachten Wiedergegebene besser mit den früheren 

Angaben der Beschwerdeführerin zu vereinbaren. Weder gegenüber Dr. B.___ (UV-

act. 55, siehe insbesondere UV-act. 55-4 f.) noch Dr. C.___ klagte die 

2.2.2. 

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Beschwerdeführerin über Albträume. Vielmehr hielt letzterer einen unbeeinträchtigten 

Schlaf fest (UV-act. 110-10 oben). Auch im Rahmen der von der IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen durchgeführten Haushaltsabklärung vom 24. April 2007 gab die 

Beschwerdeführerin lediglich an, ihre Kinder würden unter Albträumen leiden (IV-

act. 193-115). Folglich begründet die protokollierte Aussage, es bestünden keine 

konkreten Angaben über Albträume (UV-act. 256-36 oben), kein 

Übersetzungsversehen. Im Übrigen berücksichtigte Dr. D.___ eine beeinträchtigte 

Schlafqualität (UV-act. 256-16 unten sowie zum Aufschrecken im Schlaf ohne 

Erinnerungen an die Träume siehe UV-act. 256-20). Unklar ist, worin die 

Beschwerdeführerin einen Übersetzungsfehler bezüglich der Selbstpflege erblickt 

(siehe hierzu act. G 1, III. Rz 5), nachdem Dr. D.___ den von ihr geklagten 

Unterstützungsbedarf sowie die Angabe, «sie sei zu nichts fähig», ausdrücklich 

berücksichtigte (UV-act. 256-15 unten). Zu ergänzen ist der Vollständigkeit halber, dass 

die Beschwerdeführerin früher ebenfalls eine wenig beeinträchtigte Fähigkeit zur 

Selbstpflege äusserte (siehe deren Angaben vom 12. Juni 2014, die lediglich beim 

Duschen einen teilweisen Unterstützungsbedarf enthielten, UV-act. 194-59). Ein 

Übersetzungsmangel ist auch nicht dargetan unter dem Abschnitt «Noxen» (UV-

act. 256-16), wo der regelmässige Nikotinkonsum, die erhöhten Zuckerwerte und die 

Alkoholabstinenz korrekt wiedergegeben worden waren. Dass betreffend Noxen 

ansonsten alles in Ordnung sei, ist daher korrekt. Die von der Beschwerdeführerin an 

dieser Gutachtenstelle gerügte fehlende Erwähnung der psychischen und physischen 

Schmerzen (act. G 1, III. Rz 6) erweist sich folglich als unbegründet. Den 

entsprechenden Leidensangaben wurde im Übrigen ausführlich von Dr. D.___ in den 

einschlägigen Begutachtungsabschnitten Rechnung getragen (siehe hierzu etwa UV-

act. 256-12 f. und UV-act. 256-15). Mit Blick auf die gastrointestinale Situation 

berücksichtigte Dr. D.___, dass die Beschwerdeführerin bei (Einnahme von) 

Magenmedikamenten keine Magenbeschwerden habe, womit entgegen der 

Beschwerdeführerin (act. G 1, III. Rz 7) die einer medikamentösen Behandlung 

bedürftigen Magenbeschwerden Berücksichtigung fanden. Ein Übersetzungsfehler ist 

auch bezüglich der Suizidalitätsangabe nicht erkennbar (siehe act. G 1, III. Rz 10), hatte 

Dr. D.___ doch an dieser Stelle der Exploration den aktuellen Zustand erfragt. Auch aus 

der übrigen Kritik der Beschwerdeführerin ergibt sich nichts, was die Qualität der 

Tätigkeit der Dolmetscherin in Zweifel zieht. Gegen eine ungenügende 

Übersetzungstätigkeit spricht zudem, dass die Beschwerdeführerin keine 

entsprechende Kritik an der neuropsychologischen Teilbegutachtung vorträgt, obschon 

auch diese von der gleichen Dolmetscherin übersetzt wurde (UV-act. 254-6).

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Ausserdem bringt die Beschwerdeführerin vor, Dr. D.___ habe sie mehrfach 

nachgeahmt und ausgelacht (siehe etwa act. G 1, III. Rz 8 und act. G 1, III. Rz 12). Der 

entsprechende Vorwurf findet in den Akten keine Stütze. Insbesondere ist das 

Gutachten von Dr. D.___ durchgehend in einem objektiv-sachlichen Ton gehalten und 

es finden sich keine Hinweise auf ein voreingenommenes Verhalten. Stattdessen 

bestehen mehrere Anhaltspunkte, die auf einen generellen Missmut der 

Beschwerdeführerin gegenüber der Begutachtung schliessen lassen (UV-act. 256-18, 

UV-act. 256-20 und UV-act. 254-6 unten). Im Licht dieser Umstände und weil die Kritik 

der bereits damals rechtskundig vertretenen Beschwerdeführerin erst im 

Einspracheverfahren erstmalig geltend gemacht und nicht in der Zeit zwischen den 

einzelnen Begutachtungsterminen und der Fertigstellung des Gutachtens vorgebracht 

worden war (siehe zur keine Kritik am Verhalten von Dr. D.___ beinhaltenden 

Korrespondenz zwischen dem Rechtsvertreter und der Beschwerdegegnerin 

vorstehende E. 2.2.1), erscheinen die auf die Herabsetzung der persönlichen Integrität 

von Dr. D.___ abzielenden Vorwürfe als reine Schutzbehauptung. Dieser bot ihr von 

sich aus wiederholt etwas zum Trinken an und gewährte auf ihr Ersuchen auch 

Rauchpausen (siehe etwa UV-act. 256-18 und UV-act. 256-22 oben), was ein 

empathievolles Verhalten dokumentiert. Zudem zeigte er sich trotz der damit 

verbundenen organisatorischen Mehraufwände und Schwierigkeiten in 

zuvorkommender Weise bereit, die Begutachtungstermine nach den Wünschen der 

Beschwerdeführerin zu richten (wofür sich der Rechtsvertreter im Namen der 

Beschwerdeführerin denn auch, wiederum ohne jegliche Kritik zu äussern, bedankt 

hatte, UV-act. 217).

2.3. 

Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob mit dem Gutachten von Dr. D.___ eine seit der 

ursprünglichen Rentenzusprache vom 22. September 2006 rentenrelevante 

Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin nachgewiesen ist 

und damit ein Revisionsgrund vorliegt. Bei der Würdigung des Gutachtens von 

Dr. D.___ fällt zunächst ins Gewicht, dass darin sämtliche von der Beschwerdeführerin 

geklagten psychischen und psychosomatischen Leiden berücksichtigt und den 

Vorakten umfassend Rechnung getragen wurde. Es beruht auf ausführlichen 

psychiatrischen und neuropsychologischen Untersuchungen samt überzeugender 

Ressourcen- und Konsistenzprüfung. Die gezogenen Schlüsse von Dr. D.___ leuchten 

ein. Weder aus den Akten noch den Ausführungen der Beschwerdeführerin ergeben 

sich zudem Hinweise auf eine seit der Begutachtung eingetretene gesundheitliche 

Verschlechterung oder auf relevante somatische Leiden. Gestützt auf die plausiblen 

Ausführungen von Dr. D.___ (insbesondere UV-act. 256-38 ff.) ist mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand der 

2.4. 

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3.

Nachdem aus den Akten keine Hinweise hervorgehen und nicht erkennbar ist, dass die 

Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall über eine Erwerbsfähigkeit verfügen würde, die 

über dem LSE-Medianlohn für Hilfsarbeiterinnen liegt, kann die konkrete Bemessung 

der Vergleichseinkommen offenbleiben. Denn selbst wenn zugunsten der 

Beschwerdeführerin ein Prozentvergleich vorgenommen würde, resultierte bei einer 

100%igen Arbeitsfähigkeit keine Invalidität. Ein Tabellenlohnabzug wurde nicht geltend 

gemacht und es sind auch keine Gesichtspunkte ersichtlich, die einen solchen 

rechtfertigen würden, zumindest nicht in einem für einen Rentenanspruch 

erforderlichen Umfang von 10 %.

4.

Schliesslich wendet die Beschwerdeführerin gegen eine Renteneinstellung ein, sie 

lasse sich mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Unzumutbarkeit der 

Selbsteingliederung bei mehr als 15-jährigen Rentenbezugs nicht in Einklang bringen 

(act. G 1, III. Rz 16 mit Hinweis u.a. auf das Urteil des Bundesgerichts vom 20. Februar 

2014, 9C_816/2013, E. 2.1, und act. G 7, Rz 2). Wie die Beschwerdegegnerin 

zutreffend ausführte (act. G 3, S. 2), findet die in der Invalidenversicherung etablierte 

bundesgerichtliche Rechtsprechung keine Anwendung auf Aufhebungen von definitiven 

Invalidenrenten der Unfallversicherung (siehe hierzu das Urteil des Bundesgerichts vom 

6. Januar 2021, 8C_573/2020, E. 5.2.2). Die angefochtene Einstellung der 

Invalidenrente auf den 1. Mai 2020 ist daher auch unter diesem Aspekt nicht zu 

beanstanden. Im Übrigen dauerte der Bezug der unfallversicherungsrechtlichen 

Invalidenrente, die mit Wirkung ab 1. September 2006 zugesprochen worden war (UV-

act. 67), im Zeitpunkt der Einstellung (1. Mai 2020) noch keine 15 Jahre. Die 

Beschwerdeführerin hatte zu diesem Zeitpunkt auch das 55igste Altersjahr noch nicht 

zurückgelegt. Aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht bestünde folglich auch dann 

kein gegen die Revision sprechender Vorbehalt, wenn die 

invalidenversicherungsrechtliche Rechtsprechung analog angewandt würde.

Beschwerdeführerin seit der ursprünglichen Rentenverfügung vom 22. September 2006 

(UV-act. 67) verbesserte und aus objektiver Sicht spätestens seit seiner Begutachtung 

keine auf das Unfallereignis zurückzuführende Gesundheitsbeeinträchtigung mehr 

besteht. Dass die Beschwerdeführerin früher an einer Suizidalität litt, aber heute 

unbestrittenermassen nicht mehr (act. G 1, III. Rz 10), bekräftigt die Annahme einer 

gesundheitlichen Verbesserung. Ein weiterer medizinischer Abklärungsbedarf besteht 

nicht.

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/12

Publikationsplattform

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5.  

Gemäss vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. f  ATSG). 

Ausgangsgemäss hat die vollständig unterliegende Beschwerdeführerin keinen 

Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 31.03.2022
	Art. 18 UVG und Art. 17 Abs. 1 ATSG. Revisionsweise Aufhebung einer Invalidenrente bestätigt. Beweiskraft des versicherungsexternen Verlaufsgutachtens bejaht. Mangels Gesundheitsschadens liegt keine Invalidität mehr vor (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. März 2022, UV 2020/77).

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		2024-05-27T01:48:11+0200
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