# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d4d5941-a6ad-5aac-890b-4c0b5c117ded
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 13.10.2014 SB120443
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120443_2014-10-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    

 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB120443-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. S. Volken und 

lic. iur. Ch. Prinz sowie der Gerichtsschreiber lic. iur. P. Rietmann 

Urteil vom 13. Oktober 2014 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. P. Gossner,  

Anklägerin und I. Berufungsklägerin 

 

gegen 

 

A._____,  
Beschuldigter und II. Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

betreffend  

sexuelle Nötigung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom  
14. Juni 2012 (DG110046) 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 13. Oktober 

2011 (Urk. 54) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 110) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB, 

− der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB sowie 

− der sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 6 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 659 Tage durch Haft  

(gerechnet bis und mit 14. Juni 2012) erstanden sind. 

3. Es wird eine vollzugsbegleitende ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von 

Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen) angeordnet.  

4. Die Sicherheitshaft wird fortgesetzt. 

Gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Obergericht des 

Kantons Zürich, III. Strafkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, schriftlich und begründet  

Beschwerde eingereicht werden. 

5. Der mit Verfügung vom 8. Februar 2011 der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  

beschlagnahmte Verwertungserlös des Personenwagens Ford Escort 1.6i 16 V, Kontroll-

schilder ZH …, in Höhe von Fr. 141.20 wird eingezogen und zur Deckung der Verfahrens-

kosten verwendet.  

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 12. Oktober 2011 

beschlagnahmte Klebbandfragment, hellbraun, Asservat-Nr. …, wird eingezogen und ver-

nichtet.  

7. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 12. Oktober 2011  

beschlagnahmte und beim Forensischen Institut eingelagerte Rucksack "GATSBY" Inter-

national, olivgrün/schwarz, Asservat-Nr. … wird eingezogen und dem Forensischen Institut 

zur Vernichtung überlassen. 

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8. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 12. Oktober 

2011 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und als Beweismittel bei den  

Akten belassen:  

− Papierware, 1 Sichtmappe mit 6 A-4 Blättern, Knaben abgebildet,  
Asservat-Nr. … 

− 1 Prospekt, Herzroute Langnau-Burgdorf, Asservat-Nr. … 

− 1 Prospekt, Herzroute Thun-Langnau, Asservat-Nr. … 

− 1 Prospekt, Herzroute Burgdorf-Willisau, Asservat-Nr. … 

− 1 Prospekt, Herzroute Laupen-Thun, Asservat-Nr. … 

− Topografische Karte, Landeskarte "Winterthur" Massstab 1:25'000, 
Asservat-Nr. …  

− Topografische Karte, Landeskarte "Andelfingen" Massstabe 1:25'000,  
Asservat-Nr. … 

− 36 Wander-/Strassen-/Landkarten diverse Ortschaften, mit teilweise markierten 
Örtlichkeiten, Asservat-Nr. … 

− 2 Rezepte. Asservat-Nr. … 

− 2 Arztzeugnisse, Asservat-Nr. … 

9. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 12. Oktober 

2011 beschlagnahmten und bei den folgenden Stellen eingelagerten Gegenstände werden 

eingezogen und als Beweismittel bei den Akten belassen:  

a) beim Forensischen Institut  

− 1 Landkarte, Zurzach, 1:25'000, Bundesamt für Landestopographie, 1990,  
Asservat-Nr. … 

− 1 Landkarte, Bischofszell, 1:25'000, Bundesamt für Landestopographie, 1990, 
Asservat-Nr. …  

− 1 Landkarte, Willisau, 1:50'000, Wanderkarte, Bundesamt für Landestopo-
graphie swisstop, 2009, … (Aufbewahrungsort Forensisches  
Institut) 

b) bei der Kantonspolizei Zürich, …, B._____:  

− Papierware, 3 A-4 Blätter "Google Maps" (Kleinandelfingel, Frauenfeld,  
Fischingen), … (Aufbewahrungsort B._____,  
Kapo ZH, KTA-FND-UM) 

− Diverse Internet-Printausdrucke, Asservat-Nr. … 

− Diverse aus Notizbuch herausgerissene Notizzettel, Routenbeschreibung,  
Asservat-Nr. …  

c) bei der Kantonspolizei Zürich, …, C._____:  

− Diverse Notizzettel (Selbstkleber gelb) mit Ortsbeschreibungen,  
Asservat-Nr. … 

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10. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:  

Fr. 6'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 24'831.85   Untersuchungskosten 

Fr. 10'868.60   Kosten der Kantonspolizei 

Fr. 10'000.00   Gebühr Strafuntersuchung (§ 4 GebV StrV) 

Fr.    Kosten der amtlichen Verteidigung (ausstehend) 

Fr.         Total 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen derjenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt und teilweise aus der mit 

Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürichs vom 8. Februar 2011 beschlag-

nahmten Barschaft von Fr. 141.20 gedeckt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden 

auf die Gerichtskasse genommen; eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt 

vorbehalten. 

12. (Mitteilungen.) 

Berufungsanträge: 

a) der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 178): 

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der sexuellen Nötigung i.S.v. Art. 189 

Abs. 1 StGB freizusprechen. 

2. Der Beschuldigte sei milde zu bestrafen. 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Gerichtskasse zu  

nehmen. 

b) der Staatsanwaltschaft (Urk. 177): 

1. Dispositiv-Ziff. 2 des Urteils der Vorinstanz vom 14. Juni 2012 sei aufzu-

heben und der Beschuldigte sei mit 9 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen. 

2. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen. 

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Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Nachdem der angefochtene erstinstanzliche Entscheid am 14. Juni 2012  

ergangen ist, gelten die Bestimmungen der schweizerischen Strafprozessordnung 

(Art. 448 und Art. 454 Abs. 1 StPO). 

2. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom 

14. Juni 2012 wurde der Beschuldigte A._____ anklagegemäss der sexuellen Nö-

tigung, der Freiheitsberaubung sowie der sexuellen Handlungen mit Kindern 

schuldig gesprochen und mit 6 Jahren Freiheitsstrafe bestraft. Sodann wurde für 

den Beschuldigten eine strafvollzugsbegleitende ambulante Massnahme ange-

ordnet (Urk. 110 S. 44). Gegen diesen Entscheid meldeten die Anklagebehörde 

mit Eingabe vom 18. Juni 2012 sowie der Beschuldigte mit Eingabe seiner  

amtlichen Verteidigung vom 25. Juni 2012 innert gesetzlicher Frist Berufung an 

(Art. 399 Abs. 1 StPO; Urk. 93 und 97). Die Berufungserklärungen der Parteien 

gingen ebenfalls innert gesetzlicher Frist bei der Berufungsinstanz ein (Art. 399 

Abs. 3 StPO; Urk. 112 und 116). Dem im Berufungsverfahren gestellten  

Beweisergänzungsantrag der Verteidigung folgend wurde über den Beschuldigten 

ein – ergänzendes – fachärztliches Gutachten eingeholt (Art. 389 Abs. 3 StPO; 

Urk. 150). Beide Parteien haben ihre Berufungen in ihren Berufungserklärungen 

ausdrücklich teilweise beschränkt (Urk. 112 und 116; Art. 399 Abs. 4 StPO).  

3. Den Anträgen der Parteien gemäss sind im Berufungsverfahren einzig  

angefochten  

- der vorinstanzliche Schuldspruch wegen sexueller Nötigung  

(Urteilsdispositiv-Ziff. 1) sowie  

- das vorinstanzlich ausgefällte Strafmass (Urteilsdispositiv-Ziff. 2.). 

Vom Eintritt der Rechtskraft der übrigen vorinstanzlichen Anordnungen ist vorab 

Vormerk zu nehmen (Art. 404 StPO). 

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4.1 Der Verteidiger des Beschuldigten hielt sodann im Rahmen seines anlässlich 

der Berufungsverhandlung gehaltenen Plädoyers fest, die Vorinstanz gehe davon 

aus, dass der Geschädigte die sexuellen Handlungen nur deshalb habe  

geschehen lassen, weil der Beschuldigte ihn zuvor gefesselt und im Kofferraum 

seines Autos entführt habe, wodurch sein Widerstand bereits zuvor vollständig 

gebrochen worden sei. Dies werde von der Staatsanwaltschaft in der Anklage-

schrift jedoch gar nicht behauptet (Urk. 178 S. 3). Hierdurch rügt der Verteidiger 

eine Verletzung des Anklagegrundsatzes. 

4.2 Der Anklagegrundsatz dient dem Schutz der Verteidigungsrechte der ange-

klagten Person und konkretisiert insofern das Prinzip der Gehörsgewährung 

(Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 EMRK; BGE 120 IV 348 E. 2b). Nach diesem 

Grundsatz bestimmt die Anklage das Prozessthema. Gegenstand des gerichtli-

chen Verfahrens können mithin nur Sachverhalte sein, die der beschuldigten  

Person in der Anklageschrift vorgeworfen werden. Diese muss die Person des 

Beschuldigten sowie die ihm zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so 

präzise umschreiben, dass die Vorwürfe im objektiven und subjektiven Bereich 

genügend konkretisiert sind (Umgrenzungsfunktion). An diese Anklage ist das  

Gericht gebunden. Die Anklage fixiert somit das Verfahrens- und Urteilsthema 

(Immutabilitätsprinzip). Zum anderen vermittelt sie der beschuldigten Person die 

für die Durchführung des Verfahrens und die Verteidigung notwendigen Informati-

onen (Informationsfunktion). Sie dient insofern dem Schutz der Verteidigungs-

rechte des Beschuldigten (Niggli/Heimgartner in: BSK zur StPO, Basel 2011,  

N 32ff. zu Art. 9 StPO, sowie [zur Rechtsprechung vor Inkrafttreten der schweize-

rischen StPO] Urteil des Bundesgerichts 6B.294/2008 vom 1. September 2008 

E. 4.3, jeweils mit weiteren Hinweisen). Allgemein gilt, je gravierender die Vor-

würfe, desto höher die Anforderungen an das Akkusationsprinzip (Urteil des  

Bundesgerichts 6B_333/2007 vom 7. Februar 2008, E. 2.1.4). 

4.3 Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft hält in diesem Zusammenhang fest, 

dass der Beschuldigte den Geschädigten zu Fuss in den Wald hinein geführt  

habe, wobei er gewusst habe bzw. davon ausgegangen sei, dass sich der  

Geschädigte nicht mehr wehren würde (Urk. 54 S. 3). Indem die Anklageschrift 

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zuvor umschreibt, wie der Beschuldigte den Geschädigten gefesselt und im  

Kofferraum seines Autos zum Wald verbracht hat, zeigt sie – auch ohne konkrete 

erneute Umschreibung – auf, weshalb die Anklagebehörde davon ausgeht, dass 

der Beschuldigte davon ausgegangen sei, dass sich der Geschädigte im weiteren 

Verlauf nicht mehr wehren würde. Es wird aus der Anklageschrift genügend klar, 

dass betreffend die Frage, ob der Geschädigte noch Widerstand leisten würde, 

Bezug auf den gesamten vorherigen Handlungsverlauf genommen wird, wodurch 

der Beschuldigte wissen konnte und auch wissen musste, was ihm konkret vor-

geworfen wird. Eine Verletzung des Anklagegrundsatzes ist somit nicht gegeben. 

II. Schuldpunkt 

1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten im Sinne der Anklage auch der sexuellen 

Nötigung schuldig gesprochen (Urk. 110 S. 16-19; Urk. 54 S. 2f.). Die Verteidi-

gung beantragt im Berufungs- wie bereits im Hauptverfahren, der Beschuldigte sei 

vom Vorwurf der sexuellen Nötigung freizusprechen (Urk. 87/5, Urk. 116;  

Urk. 178).  

2.1. Die Anklageschrift wirft dem Beschuldigten vor, er habe den Geschädigten – 

nachdem er ihn nach der Verschleppung aus dem Kofferraum gelassen und ihm 

die Fesseln abgenommen habe – in den Wald geführt, wobei er gewusst habe 

bzw. davon ausgegangen sei, dass der Geschädigte sich nicht mehr wehren  

würde sowie dass der Geschädigte keine sexuellen Handlungen wolle und solche 

nur dulde bzw. vornehme, weil er durch den Beschuldigten dazu genötigt werde 

(Urk. 54 S. 3).   

2.2. Anlässlich der Hauptverhandlung hat der Vertreter der Anklagebehörde  

plädiert, der Beschuldigte habe dem Geschädigten durch das Fesseln und die 

Verschleppung im Kofferraum abstossende Gewalt angetan, weshalb sich der 

Geschädigte anschliessend nicht mehr getraut habe, weg zu laufen. Der  

Geschädigte sei dem Beschuldigten an der Örtlichkeit, an welche er verbracht 

worden sei, ausgeliefert gewesen. Er sei nicht mehr fähig gewesen, sich gegen 

die sexuellen Handlungen zu wehren, nachdem der Beschuldigte seinen Willen 

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gebrochen und ihn gefügig gemacht habe (Urk. 87/4 S. 1f.). Der Beschuldigte  

habe den Geschädigten gezielt und derart unter Druck gesetzt, dass eine  

Nötigung anzunehmen sei (Urk. 87/4 S. 7). Anlässlich der Berufungsverhandlung 

konzentrierte sich der Vertreter der Anklagebehörde im Rahmen seines Plädoyers 

auf die durch die Anklagebehörde angefochtene Strafzumessung (Urk. 177), hielt 

im Rahmen seines zweiten Vortrages jedoch daran fest, dass der Widerstand des 

Geschädigten bereits aufgrund der durch den Beschuldigten vorgenommenen 

Fesselung und des Transports des Geschädigten überwunden worden sei (Prot. II 

S. 19). 

2.3. Der Geschädigte sagte in der Untersuchung aus, als der Beschuldigte ihn  

gefesselt habe, habe er Angst gehabt; als er nach dem Losbinden mit dem  

Beschuldigten in den Wald gegangen sei, habe er schon an Wegrennen gedacht, 

er habe aber nicht gewusst, was der Beschuldigte dann machen werde; der  

Beschuldigte habe sich einen halben Meter vor ihn hin gestellt und ihn angefasst; 

der Geschädigte habe gesagt, dass er das nicht wolle, aber der Beschuldigte  

habe weiter gemacht und es sei ihm egal gewesen, was der Geschädigte sage; 

als der Beschuldigte dem Geschädigten habe in die Hosen fassen wollen, habe 

sich der Geschädigte ein paarmal abgedreht; der Beschuldigte habe dem  

Geschädigten die Hosen heruntergezogen, der Geschädigte habe es nicht mehr 

geschafft, auszuweichen; als der Beschuldigte am Glied des Geschädigten 

 gerieben habe, sei es nicht steif geworden, da der Geschädigte Angst gehabt 

habe; als der Beschuldigte ihn gefragt habe, ob es schlimm gewesen sei, habe 

der Geschädigte mit "ja" geantwortet; auf dem Rückweg habe der Geschädigte 

nicht zum Auto des Beschuldigten zurück gewollt und einen Bogen um das Auto 

machen wollen, der Beschuldigte habe ihn aber eingeholt. Abschliessend sagte 

der Geschädigte, er habe nicht daran gedacht wegzurennen, da er ja nicht  

gewusst habe, ob der Beschuldigte eine Waffe habe und zu was er noch fähig sei 

(Urk. 35/1 S. 3ff.).  

2.4. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid in der Sachverhaltserstellung 

erwogen, es mache für die Beurteilung der Frage, ob der Beschuldigte den  

Geschädigten zu sexuellen Handlungen genötigt habe, keinen Unterschied, ob 

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der Geschädigte vor oder hinter dem Beschuldigten in den Wald gegangen sei. 

Von Bedeutung sei vielmehr, ob der Geschädigte dem Beschuldigten freiwillig  

gefolgt sei. Hiezu könne das Tatgeschehen nicht – wie dies der Beschuldigte  

mache – erst ab dem Moment, als der Beschuldigte den Geschädigten aus dem 

Auto gelassen habe, betrachtet werden. Bereits der erste Teil der Geschehnisse 

gehöre dazu: Der Beschuldigte habe den 15-jährigen Geschädigten zuvor ange-

halten und ihm befohlen, zu seinem Auto mitzukommen, wo er ihm die Hand-

gelenke mit Handfesseln auf dem Rücken zusammengebunden, die Fussknöchel 

mit Klebeband umwickelt und ihm Klebeband auf den Mund geklebt habe. In der 

Folge habe er den Geschädigten derart gefesselt in den Kofferraum seines  

Wagens gelegt und ihn in ein Waldstück gefahren. Unter diesen Umständen habe 

der Geschädigte mit dem Schlimmsten rechnen müssen. In dieser psychischen 

Verfassung sei der Geschädigte aus dem Auto gelassen worden. Dass ihm der 

Beschuldigte in der Folge die Fesseln gelöst habe, ändere nichts daran, dass sich 

der Geschädigte aufgrund der massiven Beraubung seiner Fortbewegungsfreiheit 

sowie angesichts seiner altersmässigen und körperlichen Unterlegenheit in  

alleiniger Konfrontation mit dem Beschuldigten in diesem Waldstück in einer  

ausweglosen Situation befunden habe. In diesem Moment sei es nicht mehr not-

wendig gewesen, dass der Beschuldigte weiterhin Gewalt anwende, da er den 

Widerstand des Geschädigten bereits zuvor vollständig gebrochen habe. Dass 

der Geschädigte dem Beschuldigten in den Wald gefolgt sei und die sexuellen 

Handlungen habe geschehen lassen, könne vor diesem Hintergrund nicht als  

Einverständnis des Geschädigten interpretiert werden, sondern sei einzig auf das 

vorherige Fesseln und Entführen durch den Beschuldigten zurückzuführen.  

Unter diesen Umständen habe es dem Beschuldigten klar sein müssen, dass der 

Geschädigte nicht freiwillig mitgekommen sei, was der Beschuldigte denn anläss-

lich der Hafteinvernahme vom 25. August 2010 auch eingestanden habe. Ebenso 

habe der Beschuldigte klar gewusst, dass der Geschädigte die sexuellen Hand-

lungen nicht freiwillig habe über sich ergehen lassen. Auch diesbezüglich habe 

der Beschuldigte anlässlich der erwähnten Einvernahme ausgesagt, der  

Geschädigte habe diese klar nicht gewollt. Er habe angeführt, es wäre "eine 

Frechheit, zu sagen, dies hätte er gern gehabt". Es stehe folglich fest, dass der 

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Beschuldigte die sexuellen Handlungen erzwungen habe, indem er den Geschä-

digten vorab entführte und dadurch dessen Willen gebrochen habe, was ihm auf-

grund der Umstände habe bewusst sein müssen. Der dem Beschuldigten vorge-

worfene Sachverhalt sei somit erstellt (Urk. 110 S. 14f.).  

Soweit die zitierten vorinstanzlichen Erwägungen tatsächlich der Beweiswürdi-

gung zuzurechnen sind (Erstellung eines strittigen Anklagesachverhalts, d.h. des 

Tathergangs), sind sie nicht zu beanstanden. Diverse Ausführungen betreffen  

jedoch Rechtsfragen, worauf nachstehend einzugehen ist.  

Die Verteidigung bezeichnet diese Ausführungen als nicht richtig, durch die  

Beweise nicht belegt und in der Anklage nicht behauptet. Sie bezieht sich mit ihrer 

Kritik jedoch auf eine Passage der Erwägungen, welche de facto eine rechtliche 

Würdigung darstellt (ausweglose Situation und gegebenenfalls gebrochener  

Widerstand des Geschädigten, Urk. 116 S. 3, Urk. 178 S. 2f.).  

2.5. Unter dem Titel "rechtliche Würdigung" hat die Vorinstanz im angefochtenen 

Entscheid dann erwogen, der Beschuldigte habe zwar unmittelbar vor der Vor-

nahme der sexuellen Handlungen weder Gewalt angewendet noch den Geschä-

digten bedroht. Der Geschädigte habe sich aber in einer ausweglosen Situation 

befunden. Er sei allein in einem abgelegenen Waldstück einem Täter ausgesetzt 

gewesen, welcher ihn zuvor an Händen und Füssen gefesselt, ihm mit Klebeband 

den Mund zugeklebt und im Kofferraum seines Wagens wegtransportiert habe. 

Durch diese vorgängige Misshandlung habe der Beschuldigte den Willen des  

Geschädigten gebrochen und ihn psychisch derart unter Druck gesetzt, dass für 

den Geschädigten jegliche Gegenwehr nicht mehr zumutbar gewesen sei. Auch 

dass der Geschädigte hätte davonrennen können, erscheine unter den gegebe-

nen Umständen nicht realistisch. Entgegen der Ansicht des Beschuldigten  

stünden die vorgängige Fesselung sowie der Transport des Geschädigten im  

Kofferraum durchaus im Zusammenhang mit den sexuellen Handlungen. Dadurch 

habe der Beschuldigte massiven psychischen Druck auf den Geschädigten aus-

geübt, welcher ursächlich dafür gewesen sei, dass der Geschädigte die sexuellen 

Handlungen geduldet bzw. vorgenommen habe. Der Beschuldigte habe damit den  

objektiven Tatbestand von Art. 189 Abs. 1 StGB erfüllt. 

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Dass der Geschädigte die sexuellen Handlungen des Beschuldigten nicht freiwillig 

über sich habe ergehen lassen resp. dessen Forderungen nicht freiwillig nach-

gekommen sei, habe dem Beschuldigten sodann klar sein müssen und es sei ihm 

auch klar gewesen. Der Beschuldigte habe um die zuvor von ihm gerade in der 

Absicht, sexuelle Handlungen am Geschädigten vornehmen zu können, geschaf-

fene Situation gewusst. Der Beschuldigte habe vorsätzlich gehandelt. Infolge  

echter Konkurrenz zum weiteren Tatvorwurf der sexuellen Handlungen mit  

Kindern sei der Beschuldigte auch der sexuellen Nötigung schuldig zu sprechen 

(Urk. 110 S. 18-20). 

2.6. Im Berufungsverfahren wurde seitens der Verteidigung (wie bereits im Haupt-

verfahren, vgl. Urk. 110 S. 16f. mit Verweisen auf Urk. 87/5 S. 9ff.) argumentiert, 

der Schluss der Vorinstanz, der Geschädigte habe sich in einer ausweglosen  

Situation befunden, durch die vorgängige Freiheitsberaubung sei sein Wille  

gebrochen und er sei derart psychisch unter Druck gewesen, dass eine weitere 

Gegenwehr nicht mehr zumutbar gewesen sei, sei falsch. Dass der Wille des  

Geschädigten gebrochen und jegliche Gegenwehr unmöglich gewesen sei, stehe 

nicht fest. Dass der Geschädigte an den sexuellen Handlungen nicht freiwillig mit-

gemacht habe, bedeute noch nicht, dass eine sexuelle Nötigung gegeben sei. 

Nicht jedes unfreiwillige Mitmachen an sexuellen Handlungen stelle eine sexuelle 

Nötigung dar. Damit eine sexuelle Nötigung vorliege, müsse nach der Freiheits-

beraubung noch eine darüber hinausgehende und auf die sexuellen Handlungen 

gerichtete Nötigungshandlung vorgenommen worden sein, was vorliegend nicht 

der Fall sei. Die Handlungen des Beschuldigten dürften nicht als Gewalt i.S.v.  

Art. 189 Abs. 1 StGB gewürdigt werden, sonst würde sein Verhalten doppelt  

bestraft (Urk. 116 S. 3, Urk. 178 S. 3ff.). 

2.7. Die Vorinstanz hat vorab das Notwendige zur Theorie des Tatbestandes von 

Art. 189 Abs. 1 StGB angeführt, worauf zu verweisen ist (Urk. 110 S. 17f., vgl. 

insbes. auch BGE 131 IV 167 E. 3., 3.1. und 3.2.).   

Unstrittig ist, dass der Beschuldigte vor respektive während der Vornahme der  

inkriminierten sexuellen Handlungen weder den Geschädigten konkret bedroht 

noch gegen diesen direkte Gewalt angewendet hat. Weiter ist unstrittig, dass der 

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Geschädigte in der Lage war, mittels verbalen Protests gewisse sexuelle Hand-

lungen (Oralverkehr beim Beschuldigten) zu verweigern. Beschuldigter und  

Verteidigung konzedieren jedoch, dass das Manipulieren des Beschuldigten am 

Penis des Geschädigten sowie das Manipulieren des Geschädigten am Penis des 

Beschuldigten seitens des Geschädigten unfreiwillig ausgeführt respektive erdul-

det wurden. Auch der Beschuldigte selbst hielt dies anlässlich der Berufungs-

verhandlung fest (Urk. 176 S. 16). Dazu ist auch auf die unmissverständliche 

Schilderung des Geschädigten abzustellen, der Beschuldigte habe ihm gegen 

seinen ausdrücklich erklärten Willen die Hosen heruntergezogen und an den  

Penis gefasst und, der Beschuldigte habe sich nicht um das gekümmert, was der 

Geschädigte gesagt habe.  

Bei der Beurteilung, ob das gesamte Vorgehen des Beschuldigten bei den sexuel-

len Handlungen die Intensität einer Nötigung aufgewiesen hat, ist mit der Vor-

instanz und entgegen der Verteidigung das vorangegangene Tatvorgehen des 

Beschuldigten von den sexuellen Handlungen im Waldstück D._____ nicht  

einfach abzuspalten: Der Beschuldigte hielt den überraschten, 15 Jahre alten  

Geschädigten auf dem Schulweg an, fesselte und knebelte ihn, verfrachtete ihn in 

den Kofferraum seines Wagens und fuhr mit ihm davon, ohne dass der Geschä-

digte das Ziel oder die Pläne des Beschuldigten kannte. Dabei verfolgte der  

Beschuldigte von allem Anfang an das Ziel, sexuelle Handlungen mit den  

Geschädigten vorzunehmen. Dieses offensichtlich vorbereitete Vorgehen bei der 

Freiheitsberaubung musste beim Geschädigten den Eindruck erwecken, der  

Beschuldigte sei zu allem entschlossen. Er hat denn auch geäussert, er habe bei 

der Fesselung Angst gehabt und, als ihm die Fesseln wieder abgenommen  

wurden, nicht an ein Wegrennen gedacht, da er ja nicht gewusst habe, ob der  

Beschuldigte eine Waffe habe und zu was er noch fähig sei. Der Geschädigte hat 

dies zwar nicht ausdrücklich so geäussert, aber von einem physisch überlegenen 

Unbekannten gefesselt, geknebelt und in einem Kofferraum verschleppt zu  

werden, vermag nicht nur bei einem Kind ohne Weiteres Todesangst hervorzu-

rufen. Dass der Geschädigte in jenem Moment, als er gefesselt im Kofferraum 

lag, Todesangst ausgestanden haben könnte, kann sodann selbst der Beschul-

digte nachvollziehen (Urk. 176 S. 12f.). Eine solche psychische Beeinträchtigung 

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lässt sich nicht einfach von einem Moment auf den nächsten abschütteln: Offen-

sichtlich stand der Geschädigte bei der Entlassung aus dem Kofferraum und am 

Tatort der sexuellen Handlungen weiterhin unter dem starken Eindruck der eben 

erlebten Freiheitsberaubung. Ferner stand er, in einem abgelegenen Waldstück, 

als Kind auf kürzeste Distanz einem ihm physisch überlegenen Erwachsenen  

gegenüber, welcher eben bei seiner Verschleppung eine hohe Tatentschlossen-

heit gezeigt hatte. Sodann setzte sich der Beschuldigte über die verbal und durch 

Wegdrehen des Körpers geäusserte Verweigerung des Geschädigten hinweg, 

zog ihm die Hosen herunter und griff ihm an den Penis. Der Geschädigte äusser-

te, dass er auch dabei ein Gefühl der Angst hatte.  

Mit der Vorinstanz hat der Beschuldigte den jugendlichen Geschädigten durch 

dessen erzwungenes Verbringen in ein abgelegenes Waldstück sowie durch sein 

weiteres Verhalten unter derart massiven psychischen Druck gesetzt, dass sich 

der Geschädigte in einer ausweglosen Situation sah und eines Widerstands  

unfähig war. Damit hat er entgegen der Verteidigung den Geschädigten objektiv 

zur Duldung und Vornahme von sexuellen Handlungen genötigt. In subjektiver 

Hinsicht war sich der Beschuldigte mit Sicherheit bewusst, dass er durch die  

Fesselung und Verschleppung des Geschädigten dessen Widerstand gegen die 

geplanten sexuellen Handlungen brechen würde. Ansonsten wäre auch nicht 

nachvollziehbar, weshalb er dem verschleppten Geschädigten vorher die Fesseln 

wieder abnahm. Ganz offensichtlich war dem Beschuldigten zu Beginn der  

Verschleppung bewusst, dass der Geschädigte nicht freiwillig mitkommen würde; 

deshalb hat er ihn gefesselt. Genauso rechnete er am letzten Tatort damit, dass 

der Geschädigte sich in einer ausweglosen Situation wähnen und keinen Wider-

stand mehr leisten würde, weshalb er ihm die Fesseln gefahrlos abnehmen  

konnte und er dennoch zu seinem Ziel, den sexuellen Handlungen, kam.  

Zum Tatbestand der sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss dem ent-

sprechenden, nicht strittigen Schuldspruch besteht echte Konkurrenz (Entscheid 

des Bundesgerichts 6S.154/2004/6P.171/2004 vom 30. November 2005 E.8. mit 

Verweis auf BGE 124 IV 157 E. 3.a). Dabei liegt – entgegen der Verteidigung – 

auch keine doppelte Bestrafung des Beschuldigten vor, ist doch mit der Anklage-

- 14 - 

behörde festzuhalten, dass durch die Freiheitsberaubung und die sexuelle  

Nötigung zwei verschiedene Rechtsgüter des Geschädigten betroffen sind (Fort-

bewegungsfreiheit und sexuelles Selbstbestimmungsrecht). Der angefochtene 

Schuldspruch wegen sexueller Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB ist zu 

bestätigen.   

III. Sanktion 

1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten bei einem Schuldspruch im Sinne der 

Anklage mit 6 Jahren Freiheitsstrafe bestraft (Urk. 110 S. 44). Der appellierende 

Beschuldigte lässt im Berufungsverfahren eine Bestrafung von "höchstens drei bis 

vier Jahren" (Freiheitsstrafe) bzw. eine milde Bestrafung beantragen (Urk. 116  

S. 2, Urk. 178 S. 1), die ebenfalls appellierende Anklagebehörde eine solche von  

9 Jahren (Urk. 177). Soweit die Verteidigung eine Senkung des angefochtenen 

Strafmasses mit dem durch sie beantragten Wegfall der Verurteilung wegen  

sexueller Nötigung verlangt (Urk. 116 S. 7, Urk. 178 S. 10), ist dies nicht zu hören, 

da der vorinstanzliche Schuldspruch vollumfänglich bestätigt wird.  

2. Die Vorinstanz hat die sexuelle Nötigung als schwerstes zu beurteilendes Delikt 

erkannt und den konkret anwendbaren Strafrahmen korrekt bemessen, worauf  

zu verweisen ist (Urk. 110 S. 34f.). Die Vorinstanz hat geschlossen, die tatzeit-

aktuelle Schuldfähigkeit des Beschuldigten sei aufgrund der Hormonsubstitution 

nicht vermindert gewesen (Urk. 110 S. 33). Das im Berufungsverfahren ergän-

zend eingeholte fachärztliche Gutachten kommt zu keinem anderen Resultat  

(Urk. 150 S. 112ff.), was die Verteidigung heute (vgl. noch Urk. 116 S. 6 und S. 7) 

akzeptiert (Urk. 159 S. 4; Urk. 178 S. 6ff.). Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten 

aufgrund der ihm diagnostizierten dissozialen Persönlichkeitsstörung eine leicht 

verminderte Schuldfähigkeit strafmildernd zugestanden (Urk. 110 S. 33). Dem 

scheinen die eigentlich lavierenden Ausführungen im neuen Gutachten zumindest 

nicht zu widersprechen, wenn dort in der Fragebeantwortung auf die klare Frage 

nach der Schuldfähigkeit (und gegebenenfalls natürlich dem Mass einer allfälligen 

Einschränkung) des Beschuldigten "aus hiesiger Sicht von Schuldfähigkeit aus-

gegangen wird" und "aufgrund der Gemengelage von Persönlichkeitsstörung,  

- 15 - 

depressiver Verstimmung und Pädophilie über eine Verminderung der  

Steuerungskräfte … diskutiert werden könne" (Urk. 150 S. 113). Auch die Vertei-

digung ging anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung von einer leichten 

Verminderung der Schuldfähigkeit aus (Urk. 178 S. 10). 

3. Zu den theoretischen Grundsätzen der richterlichen Strafzumessung ist auf die 

diesbezüglichen Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie die einschlägi-

ge höchstrichterliche Praxis zu verweisen (Urk. 110 S. 35; BGE 136 IV 55 

E.5.4.ff.; 134 IV 17 E.2.1.; 132 IV 102 E.8.1. mit Verweisen).  

4.1. Die Vorinstanz hat erwogen, das Tatvorgehen gemäss den (mehreren)  

erfüllten Tatbeständen der Entführung (recte: Freiheitsberaubung), der sexuellen 

Nötigung und der sexuellen Handlungen mit einem Kind habe vorliegend einen 

engen Konnex, zeitlichen Zusammenhang und ein einziges Ziel gehabt. Daher sei 

das Verschulden dieser verübten Delikte als Einheit zu prüfen (Urk. 110 S. 35). 

Dieses Vorgehen ist in der Tat im vorliegenden Fall sachgerecht. Zu berücksichti-

gen ist dabei, dass die Freiheitsberaubung und die sexuelle Nötigung unter-

schiedlich hohe Strafandrohungen aufweisen (Geldstrafe bis Freiheitsstrafe von  

5 Jahren, Art. 183 Ziff. 1 StGB; Geldstrafe bis Freiheitsstrafe von 10 Jahren,  

Art. 189 Abs. 1 StGB). Ein beispielsweise mittelschweres Verschulden bei der 

Freiheitsberaubung darf noch nicht zu einer (Einsatz-)Freiheitsstrafe im Bereich 

von 5 Jahren führen, wenn nicht auch das Verschulden betreffend die sexuelle 

Nötigung mittelschwer wiegt. Nachvollziehbar macht denn auch die Anklage-

behörde in ihrer Berufungserklärung geltend, "der sexuelle Anteil der Tathandlung 

wiege weniger schwer als der Nötigungsaspekt" (Urk. 112 S. 2, Urk. 177 S. 2).  

4.2. Die Erwägungen der Vorinstanz zur Tatkomponente und dort zur objektiven 

Tatschwere sind wie folgt zutreffend und zu übernehmen:  

Der Beschuldigte habe den Geschädigten mit Klebeband an Händen und Füssen 

gefesselt und geknebelt, um ihn derart hergerichtet im Kofferraum seines Wagens 

wegzutransportieren. Unter diesen Umständen müsse der Geschädigte Todes-

angst ausgestanden haben, zumal er nicht gewusst habe, was der Täter mit ihm 

vorhabe und ob er mit dem Leben davon komme. In der Folge seien die  

- 16 - 

Fesselungen zwar gelöst worden, doch der Geschädigte habe sich im Wald nach 

wie vor in der Gewalt des Täters befunden und – völlig desorientiert – keine 

Chance gehabt, sich vom Täter wegzubegeben. Die Freiheitsberaubung habe  

ungefähr eine Stunde und damit nicht besonders lange gedauert. Aufgrund der 

konkreten Umstände habe das Vorgehen des Beschuldigen aber einen massiven 

Eingriff in das vom Tatbestand der Freiheitsberaubung geschützte Rechtsgut der 

Fortbewegungsfreiheit dargestellt (Urk. 110 S. 35f.). 

Die Verteidigung rügt dies einzig dahingehend, der Geschädigte sei nicht völlig 

desorientiert gewesen, habe er doch von seiner Position im Kofferraum aus dem 

Auto blicken und sehen können, wohin der Beschuldigte fahre (Urk. 116 S. 6,  

Urk. 178 S. 11).  

Wohl hat der Geschädigte ausgesagt, er habe beim Zappeln im Kofferraum mit 

dem Kopf gegen die Rücklehne gestossen und habe nachher durch einen 

dadurch entstandenen Spalt schauen können (Urk. 35/1 S. 4); die von der Vor-

instanz erwähnte Desorientierung reduzierte sich jedoch nicht einzig auf die  

geographische Position des Geschädigten, sondern umschreibt generell seine 

Verwirrung, in welche er durch das gewaltsame Verschleppen im komplett  

gefesselten und geknebelten Zustand mit Sicherheit versetzt worden ist. Die ent-

sprechende Erwägung ist aber ohnehin obsolet, da die Feststellung, der Geschä-

digte habe keine Chance gehabt, dem Täter zu entfliehen und seine Fort-

bewegungsfreiheit sei gänzlich aufgehoben gewesen, die Erfüllung der fraglichen 

Tatbestände betrifft und nicht bei der Strafzumessung nochmals zu berück-

sichtigen ist. 

Weiter hat die Vorinstanz zutreffend erwogen, betreffend die Art und Intensität der 

am Geschädigten vorgenommen sexuellen Handlungen greife der Oralverkehr 

weit in das Rechtsgut der sexuellen Selbstbestimmung ein und gefährde die  

sexuelle Entwicklung eines Kindes. Es sei gerichtsnotorisch, dass gerade Opfer 

sexueller Übergriffe noch Jahre später an Folgen zu leiden hätten. Der Geschä-

digte sei zum Tatzeitpunkt erst 15 Jahre alt gewesen. Wenn auch innerhalb der 

möglichen, von den Tatbeständen der sexuellen Nötigung sowie der sexuellen 

Handlungen mit Kindern erfassten Handlungen schwerwiegendere Handlungen 

- 17 - 

denkbar seien als die vorliegend zu beurteilenden, so liege aufgrund der Gesamt-

situation insgesamt dennoch ein mittelschwerer Eingriff in die betroffenen Rechts-

güter vor. Das vom Beschuldigten an den Tag gelegte Vorgehen sei – insgesamt 

– äusserst skrupellos, geplant und zielgerichtet gewesen. Mit Klebeband und 

Handfesseln ausgerüstet habe er sich bereits Tage zuvor aufgemacht, um nach 

einem Buben zu suchen und diesen zu fesseln und sexuell zu missbrauchen. Er 

habe gezielt Vorkehren getroffen, um nicht erwischt zu werden und Spuren zu 

verwischen. So habe er für sein Vorhaben geeignete Standorte gesucht und diese 

im Vorfeld rekognosziert. Er habe den Geschädigten in der Absicht, nicht entdeckt 

zu werden, an einen weniger frequentierten Ort verbracht und gewollt, "dass alles 

in Ruhe abläuft und nicht auffällt". Dieses Tatvorgehen offenbare eine grosse  

kriminelle Energie. Der Beschuldigte habe trotz seiner ihm bekannten, einschlägi-

gen Vorgeschichte nicht davor zurückgeschreckt, erneut ein Delikt derselben Art 

zu begehen. Vielmehr habe er seine bisherigen Erfahrungen genutzt, um Spuren 

zu verwischen und Vorkehren zu treffen, um nicht erwischt zu werden. Vor  

diesem Hintergrund sei der Beschuldigte nicht nur raffiniert und zielgerichtet,  

sondern auch äusserst berechnend vorgegangen (Urk. 110 S. 36f.). Zutreffend, 

wenn auch vorliegend bei der subjektiven statt der objektiven Tatschwere zu  

berücksichtigen, hat die Vorinstanz erwogen, nachdem der Beschuldigte bereits in 

den 60er- und 70er-Jahren mehrfach wegen sexueller Handlungen mit Kindern 

bestraft worden sei, sei es ihm bekannt gewesen, welche Folgen solche Handlun-

gen für Kinder haben können und er habe ohne Weiteres massive Schädigungen 

des Knaben in Bezug auf seine sexuelle und allgemeine Entwicklung in Kauf  

genommen; und weiter: er sei bei seinen sexuellen Übergriffen sogar von einem 

Alter des Geschädigten von nur 13 Jahren ausgegangen (Urk. 110 S. 37f.).  

Zu korrigieren sind die Ausführungen der Vorinstanz lediglich im Folgenden:  

Die Erwägung, der Geschädigte sei physisch und psychisch nicht in der Lage  

gewesen, dem Beschuldigten Widerstand zu leisten (Urk. 110 S. 36), ist zwar  

korrekt, beschlägt aber ebenfalls die Erfüllung der fraglichen Tatbestände und ist 

bei der Strafzumessung nicht nochmals zu berücksichtigen. Die Erwägung,  

wonach der Beschuldigte nach der Tat versucht habe, seine tataktuellen  

Hormonwerte zu manipulieren (Urk. 110 S. 36f.), beschlägt das Nachtatverhalten 

- 18 - 

bei der Täterkomponente und nicht die Tatkomponente. Ein zweiphasiges  

Vorgehen (erst "brutale" Freiheitsberaubung, dann sexuelle Handlungen ohne  

weitere Gewalt, Urk. 110 S. 37) ist dem Beschuldigten sodann nicht erschwerend 

anzulasten: Vielmehr wiegt aufgrund der Vorgehensweise die Freiheitsberaubung 

im Rahmen des Möglichen vergleichsweise schwerer als die sexuelle Nötigung 

(im Rahmen des dort Denkbaren). Dies hat die Vorinstanz wiederum richtig  

erkannt.  

4.3. Zur subjektiven Tatschwere hat die Vorinstanz wieder zutreffend die dem  

Beschuldigten im psychiatrischen Gutachten vom 30. Mai 2011 diagnostizierte 

leichte Verminderung der Schuldfähigkeit aufgrund der dissozialen Persönlich-

keitsstörung im Sinne von Art. 19 Abs. 2 StGB strafmindernd berücksichtigt. 

Nachdem die Verteidigung noch in der Berufungserklärung eine erhebliche  

Verminderung geltend machte (Urk. 116 S. 7), akzeptiert sie heute die gegenteili-

ge Darstellung gemäss aktuellem Gutachtensresultat (Urk. 159 S. 4; Urk. 178  

S. 6ff.). Im Hinblick auf das Motiv ist gemäss Vorinstanz weiter davon auszu-

gehen, dass der Beschuldigte die Straftaten in der einzigen Absicht beging, seine 

pädophilen Fantasien auszuleben. Sein rücksichtsloses und egoistisches Verhal-

ten sei vollkommen auf die eigene Bedürfnisbefriedigung ausgerichtet gewesen. 

Der Beschuldigte habe aufgrund seiner Vorgeschichte um seine Neigungen  

gewusst und sich diesen bewusst ausgesetzt. Insbesondere aufgrund des Vorfalls 

im Jahr 1997 (Urteil des Bezirksgerichts Zurzach vom 14. Oktober 1998, 

act. 88/6), dessen Tatumstände sich mit denjenigen des vorliegend zu beurteilen-

den Delikts weitgehend decken, sei ihm auch bekannt gewesen, welche Aus-

wirkungen eine Hormonsubstitution bei ihm haben kann. Nichtsdestotrotz habe er 

die ihn behandelnden Ärzte manipuliert und instrumentalisiert, damit ihm diese 

diejenigen Hormone verabreichten, welche seine sexuellen Triebe wieder  

weckten (Urk. 110 S. 37f.). 

4.4. Die Vertreter der appellierenden Parteien kritisieren die Beurteilung der Tat-

komponente durch die Vorinstanz pauschal dahingehend, das Verschulden wiege 

leichter als mittelschwer (Verteidigung, Urk. 116 S. 7, Urk. 178 S. 10f.), respektive 

der Beschuldigte habe die Rechtsgüter des Geschädigten schwer verletzt und es 

- 19 - 

liege ein schweres Verschulden vor (Anklagebehörde, Urk. 112 S. 2, Urk. 177  

S. 2).  

Beide Rügen sind unbegründet: Den überwiegend zutreffenden Ausführungen der 

Vorinstanz mit den entsprechenden Ergänzungen ist wie vorstehend erwogen zu 

entnehmen, dass die Freiheitsberaubung erheblich und die sexuelle Nötigung 

immerhin nicht mehr leicht wiegt. Dies ergibt unter der weiteren Berücksichtigung 

der sexuellen Handlungen mit Kindern, die infolge echter Konkurrenz ebenfalls zu 

sanktionieren sind, insgesamt ein mindestens mittelschweres Verschulden.  

Ausgehend vom Strafrahmen der schwersten Tat (sexuelle Nötigung, bis 10 Jahre 

Freiheitsstrafe) führt dies nach der Beurteilung der Tatkomponente aller Taten zu 

einer hypothetischen Einsatzstrafe von leicht über 6 Jahren Freiheitsstrafe.  

5. Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz zum Werdegang und den persönli-

chen Verhältnisse des Beschuldigten einfach auf die Akten verwiesen (Urk. 110 

S. 38f.), was den bundesgerichtlichen Anforderungen an die Begründungsdichte 

eines Strafurteils nicht genügt (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 6B_370/2013 

vom 16. Januar 2014 E.3.2.6.). Dies ist vorliegend nachzuholen.  

Der Beschuldigte wurde am tt. März 1948 geboren. Gemäss seinen Angaben ha-

ben sich seine Eltern schon vor seiner Geburt getrennt. Seinen Vater habe er in 

der Folge nie kennen gelernt. Er habe noch zwei jüngere Brüder, wobei er nicht 

wisse, ob diese den selben Vater hätten. Er sei bereits bei der Scheidung seiner 

Eltern von den beiden Brüdern getrennt worden und habe erst nach seinem 

20. Lebensjahr von deren Existenz erfahren. Seine Mutter habe er nicht oft  

gesehen, da er wiederholt in Heimen gelebt habe oder durch seine Grosseltern 

betreut worden sei. Nach dem Tod des Grossvaters sei er in ein Internat  

gekommen. Danach habe er wieder bei seiner Grossmutter gelebt. Später sei  

er in ein Heim gekommen, wo es – wie bereits im Kindergarten – sexuelle Über-

griffe auf ihn durch andere Knaben gegeben habe. Nach der Schule habe er eine 

Lehre als Kunstoffapparatebauer begonnen. Aufgrund der beginnenden Toluol-

Abhängigkeit während der Lehre sei er dann in die Stiftung … in Zürich  

gekommen, um eine weitere Lehre als Maschinenmechaniker zu beginnen. Dort 

sei es zu einem ersten sexuellen Übergriff durch ihn an einem Jungen  

- 20 - 

gekommen. Hierauf sei er wiederholt in psychiatrischen Kliniken gewesen und es 

habe immer wieder Vorfälle gegeben. Zwischenzeitlich sei er an der Schauspiel-

schule in Zürich gewesen, wo sein Engagement aber ebenfalls wegen eines De-

likts beendigt worden sei. Später habe er seine Ehefrau kennen gelernt, die er 

1975 geheiratet habe. Als er 28 Jahre alt gewesen sei, sei der gemeinsame Sohn 

auf die Welt gekommen. Die Ehefrau habe zudem zwei Stieftöchter und einen 

Stiefsohn mit in die Ehe gebracht. Nach der Heirat sei wiederum ein Delikt  

geschehen, worauf er sich zur Kastration entschlossen habe, welche zwischen 

1977 und 1979 erfolgt sei, worauf sich sein Befinden deutlich stabilisiert habe. 

Während der Ehe habe er sich beruflich weiterentwickelt und schliesslich auch als 

Verkaufsleiter – dabei auch immer wieder in Arbeitsstellen mit Führungsfunktion – 

gearbeitet. Im Jahr 1993 sei die Ehe geschieden worden. Nach der Scheidung 

habe der Beschuldigte sich auf das durch ihn geführte Reiseunternehmen  

konzentriert, als Gartenbauer und sodann erneut als Verkaufsleiter gearbeitet. 

Damals habe er seien brasilianischen Freund kennen gelernt, mit welchem er  

sieben Jahre zusammen gewesen sei. 1997 habe er wieder Hormone genommen, 

um mit seinem Freund sexuell aktiv sein zu können, worauf die pädophilen  

Neigungen zurückgekehrt seien. In der Folge kam es zum letzten vor dem heute 

zu beurteilenden Delikt in … . Heute ist der Beschuldigte 66 Jahre alt und seit 

mehr als vier Jahren in Haft. Er musste bereits verschiedene Operationen über 

sich ergehen lassen und ist Diabetiker. Er erhält eine AHV-Rente und verfügt über 

gewisse Ersparnisse (vgl. Urk. 88/10, 88/11, 48/9, 49/6-8, 87/1, 110, 178). 

Mit den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz wirkt sich der Werdegang des 

Beschuldigten strafzumessungsneutral aus (Urk. 110 S. 38f.), was die Verteidi-

gung im Berufungsverfahren nicht kritisiert (Urk. 116 S. 7, Urk. 178 S. 10ff.). Mit 

der Vorinstanz liegt auch keine erhöhte Strafempfindlichkeit vor (Urk. 110 S. 40). 

Selbst wenn mit dem Verteidiger dem Beschuldigten nicht zweifelsfrei nachzuwei-

sen ist, dass seine Hormoneinnahme nach der Tat (einzig) dem Zweck diente, 

seinen tataktuellen Hormonspiegel zu seinen Gunsten zu verschleiern (Urk. 116 

S. 7; Urk. 36/14 S. 4f.; Urk. 87/1 S. 11; vgl. Urk. 87/5 S. 22ff. mit Verweisen),  

wurde – wie bereits vorstehend beim Verschulden erwogen – zurecht bei seinem 

Tatvorgehen eine grosse kriminelle Energie festgestellt. Diese bezieht sich jedoch 

- 21 - 

nicht auf das an dieser Stelle zu prüfende Nachtatverhalten. Dem Beschuldigten 

geradezu jegliche Einsicht und Reue abzusprechen (Urk. 110 S. 40), ist an-

gesichts seiner diesbezüglich wiederholten, auch heutigen Bekundungen mit  

der Verteidigung nicht haltbar (Urk. 116 S. 7; Urk. 176 S. 15, Prot. II S. 20f.  

Urk. 87/ S. 20, Urk. 178 S. 12). Ein gewisses Bedauern ist ihm somit wie sein  

Geständnis und seine Kooperation im Strafverfahren strafmindernd anzurechnen 

(Urk. 110 S. 40). Jedoch ist auch festzuhalten, dass anhand der heutigen Einver-

nahme des Beschuldigten nach wie vor gewisse Bagatellisierungstendenzen  

bezüglich seiner Delikte festzustellen sind (Urk. 176). Da die früheren einschlägi-

gen Verurteilungen des Beschuldigten bereits aus dem aktuellen Strafregister  

gelöscht sind, hat die Vorinstanz diese zurecht nicht straferhöhend berücksichtigt 

(Urk. 110 S. 39; Urk. 115; Art. 369 Abs. 7 StGB).   

6. Insgesamt wirkt sich die Beurteilung der Täterkomponente auf die nach der 

Beurteilung der Tatkomponente bemessene hypothetische Einsatzstrafe leicht 

mindernd aus. Daher ist der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren 

zu bestrafen.  

7. Der Anrechnung der erstandenen Haft sowie des vorzeitigen Strafvollzugs von 

insgesamt 1510 Tagen steht nichts entgegen (Art. 51 StGB).  

8. Ein (teil-)bedingter Strafvollzug steht schon aus objektiven Gründen nicht zur 

Diskussion (Art. 42 Abs. 1 und 43 Abs. 1 StGB). Zudem ist der Beschuldigte an-

erkanntermassen massnahmebedürftig (die vorinstanzliche Anordnung einer 

strafvollzugsbegleitenden Therapie wurde durch die Verteidigung nicht ange-

fochten, sondern wird vielmehr weiter unterstützt, Urk. 159 S. 4, Urk. 178), was 

das Stellen einer positiven Legalprognose ausschliesst (Entscheide des Bundes-

gerichts 6B_342/2010 E. 3.5.2. mit Verweisen; 6B_71/2012 E. 6; 6B_498/2011 

vom 23. Januar 2012, E.2.6.).  

Die aktuellen Ausführungen der Verteidigung zur Rückfallgefahr des Beschuldig-

ten, bei welchen sie sich auf das aktuelle Ergänzungsgutachten stützt (Urk. 159 

S. 4 mit Verweis auf Urk. 150, Urk. 178 S. 12f.), sind daher nicht für die vorliegend 

urteilende Kammer massgebend, sondern allenfalls für die Vollzugsbehörde hin-

- 22 - 

sichtlich ihrer Zuständigkeiten (Strafvollzugsregime, bedingte vorzeitige Entlas-

sung). 

IV. Kosten  

1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- anzusetzen. 

2. Im Berufungsverfahren unterliegt die appellierende Anklagebehörde mit ihrem 

Antrag auf Straferhöhung vollumfänglich. Der appellierende Beschuldigte unter-

liegt mit seinem Antrag auf Freispruch betreffend den Tatvorwurf der sexuellen 

Nötigung vollumfänglich und mit seinem Antrag auf Strafreduktion weitgehend. 

Ausgangsgemäss sind 2/3 der Kosten des Berufungsverfahrens (exklusive  

Kosten der amtlichen Verteidigung) dem Beschuldigten aufzuerlegen und ist der 

verbleibende Drittel auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 StPO).  

Die Kosten der amtlichen Verteidigung in Höhe von Fr. 9'294.70 sind zu einem 

Drittel definitiv und zu 2/3 einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen unter 

Vorbehalt einer Rückforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO betreffend 2/3.  

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 

14. Juni 2012 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− (…) 

− der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB sowie 

− der sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB. 

2. (…) 

3. Es wird eine vollzugsbegleitende ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne 

von Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen) angeordnet.  

- 23 - 

4. (Entfällt.) 

5. Der mit Verfügung vom 8. Februar 2011 der Staatsanwaltschaft IV des Kantons  

Zürich beschlagnahmte Verwertungserlös des Personenwagens Ford Escort 1.6i  

16 V, Kontrollschilder …, in Höhe von Fr. 141.20 wird eingezogen und zur Deckung 

der Verfahrenskosten verwendet.  

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 12. Oktober 

2011 beschlagnahmte Klebbandfragment, hellbraun, Asservat-Nr. …, wird eingezo-

gen und vernichtet.  

7. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 12. Oktober 

2011 beschlagnahmte und beim Forensischen Institut eingelagerte Rucksack 

"GATSBY" International, olivgrün/schwarz, Asservat-Nr. … wird eingezogen und dem 

Forensischen Institut zur Vernichtung überlassen. 

8. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

12. Oktober 2011 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und als  

Beweismittel bei den Akten belassen:  

− Papierware, 1 Sichtmappe mit 6 A-4 Blättern, Knaben abgebildet,  
Asservat-Nr. … 

− 1 Prospekt, Herzroute Langnau-Burgdorf, Asservat-Nr. … 

− 1 Prospekt, Herzroute Thun-Langnau, Asservat-Nr. … 

− 1 Prospekt, Herzroute Burgdorf-Willisau, Asservat-Nr. … 

− 1 Prospekt, Herzroute Laupen-Thun, Asservat-Nr. … 

− Topografische Karte, Landeskarte "Winterthur" Massstab 1:25'000,  
Asservat-Nr. …  

− Topografische Karte, Landeskarte "Andelfingen" Massstabe 1:25'000,  
Asservat-Nr. … 

− 36 Wander-/Strassen-/Landkarten diverse Ortschaften, mit teilweise markierten  
Örtlichkeiten, Asservat-Nr. … 

− 2 Rezepte, Asservat-Nr. … 

− 2 Arztzeugnisse, Asservat-Nr. … 

9. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

12. Oktober 2011 beschlagnahmten und bei den folgenden Stellen eingelagerten  

Gegenstände werden eingezogen und als Beweismittel bei den Akten belassen:  

b) beim Forensischen Institut  

− 1 Landkarte, Zurzach, 1:25'000, Bundesamt für Landestopographie, 
1990, Asservat-Nr. … 

- 24 - 

− 1 Landkarte, Bischofszell, 1:25'000, Bundesamt für Landestopographie, 
1990, Asservat-Nr. …  

− 1 Landkarte, Willisau, 1:50'000, Wanderkarte, Bundesamt für Landes-
topographie swisstop, 2009, … (Aufbewahrungsort Forensisches Institut) 

c) bei der Kantonspolizei Zürich, …, B._____:  

− Papierware, 3 A-4 Blätter "Google Maps" (Kleinandelfingel, Frauenfeld, 
Fischingen), … (Aufbewahrungsort B._____,  
Kapo ZH, KTA-FND-UM) 

− Diverse Internet-Printausdrucke, Asservat-Nr. … 

− Diverse aus Notizbuch herausgerissene Notizzettel, Routenbeschrei 
bung, Asservat-Nr. …  

d) bei der Kantonspolizei Zürich, …, C._____:  

− Diverse Notizzettel (Selbstkleber gelb) mit Ortsbeschreibungen,  
Asservat-Nr. … 

10. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:  

Fr. 6'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 24'831.85   Untersuchungskosten 

Fr. 10'868.60   Kosten der Kantonspolizei 

Fr. 10'000.00   Gebühr Strafuntersuchung (§ 4 GebV StrV) 

Fr.    Kosten der amtlichen Verteidigung (ausstehend) 

Fr.         Total 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen der-

jenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt und teil-

weise aus der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürichs vom 

8. Februar 2011 beschlagnahmten Barschaft von Fr. 141.20 gedeckt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; eine Nach-

forderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten." 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

- 25 - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist ausserdem schuldig der sexuellen Nötigung im Sinne 

von Art. 189 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 6 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 

1'510 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen 

Strafvollzug bis und mit heute erstanden sind. 

3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.–   die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 9'294.70   amtliche Verteidigung 

Fr. 36'460.–   Gutachten 

 
4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, exklusive derjenigen der amtlichen 

Verteidigung, werden zu 2/3 dem Beschuldigten auferlegt und im ver-

bleibenden Drittel auf die Gerichtskasse genommen.  

5. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zu einem Drittel definitiv und 

zu 2/3 einstweilen auf die Gerichtskasse genommen unter Vorbehalt einer 

Rückforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO betreffend 2/3 der Kosten.  

6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 
 
 

- 26 - 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- 
und Vollzugsdienste 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A 
− die Kasse des Bezirksgerichts Winterthur 
− die Vorinstanz 
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

7. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 13. Oktober 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. F. Bollinger 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. P. Rietmann 
 

 

	Urteil vom 13. Oktober 2014
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB,
	 der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB sowie
	 der sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 6 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 659 Tage durch Haft  (gerechnet bis und mit 14. Juni 2012) erstanden sind.
	3. Es wird eine vollzugsbegleitende ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen) angeordnet.
	4. Die Sicherheitshaft wird fortgesetzt.
	Gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, schriftlich und begründet  Beschwerde eingereicht werden.
	5. Der mit Verfügung vom 8. Februar 2011 der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  beschlagnahmte Verwertungserlös des Personenwagens Ford Escort 1.6i 16 V, Kontrollschilder ZH …, in Höhe von Fr. 141.20 wird eingezogen und zur Deckung der Verfahre...
	6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 12. Oktober 2011 beschlagnahmte Klebbandfragment, hellbraun, Asservat-Nr. …, wird eingezogen und vernichtet.
	7. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 12. Oktober 2011  beschlagnahmte und beim Forensischen Institut eingelagerte Rucksack "GATSBY" Inter-national, olivgrün/schwarz, Asservat-Nr. … wird eingezogen und dem Forensischen ...
	8. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 12. Oktober 2011 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und als Beweismittel bei den  Akten belassen:
	 Papierware, 1 Sichtmappe mit 6 A-4 Blättern, Knaben abgebildet,
	Asservat-Nr. …
	 1 Prospekt, Herzroute Langnau-Burgdorf, Asservat-Nr. …
	 1 Prospekt, Herzroute Thun-Langnau, Asservat-Nr. …
	 1 Prospekt, Herzroute Burgdorf-Willisau, Asservat-Nr. …
	 1 Prospekt, Herzroute Laupen-Thun, Asservat-Nr. …
	 Topografische Karte, Landeskarte "Winterthur" Massstab 1:25'000,
	Asservat-Nr. …
	 Topografische Karte, Landeskarte "Andelfingen" Massstabe 1:25'000,
	Asservat-Nr. …
	 36 Wander-/Strassen-/Landkarten diverse Ortschaften, mit teilweise markierten
	Örtlichkeiten, Asservat-Nr. …
	 2 Rezepte. Asservat-Nr. …
	 2 Arztzeugnisse, Asservat-Nr. …

	9. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 12. Oktober 2011 beschlagnahmten und bei den folgenden Stellen eingelagerten Gegenstände werden eingezogen und als Beweismittel bei den Akten belassen:
	a) beim Forensischen Institut
	 1 Landkarte, Zurzach, 1:25'000, Bundesamt für Landestopographie, 1990,  Asservat-Nr. …
	 1 Landkarte, Bischofszell, 1:25'000, Bundesamt für Landestopographie, 1990, Asservat-Nr. …
	 1 Landkarte, Willisau, 1:50'000, Wanderkarte, Bundesamt für Landestopo-graphie swisstop, 2009, … (Aufbewahrungsort Forensisches  Institut)

	b) bei der Kantonspolizei Zürich, …, B._____:
	 Papierware, 3 A-4 Blätter "Google Maps" (Kleinandelfingel, Frauenfeld,
	Fischingen), … (Aufbewahrungsort B._____,
	Kapo ZH, KTA-FND-UM)
	 Diverse Internet-Printausdrucke, Asservat-Nr. …
	 Diverse aus Notizbuch herausgerissene Notizzettel, Routenbeschreibung,
	Asservat-Nr. …

	c) bei der Kantonspolizei Zürich, …, C._____:
	 Diverse Notizzettel (Selbstkleber gelb) mit Ortsbeschreibungen,
	Asservat-Nr. …

	10. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt und teilweise aus der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürichs vom 8. Februar 20...
	12. (Mitteilungen.)
	Berufungsanträge:
	1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der sexuellen Nötigung i.S.v. Art. 189 Abs. 1 StGB freizusprechen.
	2. Der Beschuldigte sei milde zu bestrafen.
	3. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Gerichtskasse zu  nehmen.
	1. Dispositiv-Ziff. 2 des Urteils der Vorinstanz vom 14. Juni 2012 sei aufzu-heben und der Beschuldigte sei mit 9 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen.
	2. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen.
	Erwägungen:
	I.  Prozessuales
	Vom Eintritt der Rechtskraft der übrigen vorinstanzlichen Anordnungen ist vorab Vormerk zu nehmen (Art. 404 StPO).

	4.2 Der Anklagegrundsatz dient dem Schutz der Verteidigungsrechte der angeklagten Person und konkretisiert insofern das Prinzip der Gehörsgewährung (Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 EMRK; BGE 120 IV 348 E. 2b). Nach diesem Grundsatz bestimmt die Anklage d...
	II. Schuldpunkt
	1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten im Sinne der Anklage auch der sexuellen Nötigung schuldig gesprochen (Urk. 110 S. 16-19; Urk. 54 S. 2f.). Die Verteidigung beantragt im Berufungs- wie bereits im Hauptverfahren, der Beschuldigte sei vom Vorwurf ...
	2.1. Die Anklageschrift wirft dem Beschuldigten vor, er habe den Geschädigten – nachdem er ihn nach der Verschleppung aus dem Kofferraum gelassen und ihm die Fesseln abgenommen habe – in den Wald geführt, wobei er gewusst habe bzw. davon ausgegangen s...
	2.2. Anlässlich der Hauptverhandlung hat der Vertreter der Anklagebehörde  plädiert, der Beschuldigte habe dem Geschädigten durch das Fesseln und die Verschleppung im Kofferraum abstossende Gewalt angetan, weshalb sich der Geschädigte anschliessend ni...
	2.3. Der Geschädigte sagte in der Untersuchung aus, als der Beschuldigte ihn  gefesselt habe, habe er Angst gehabt; als er nach dem Losbinden mit dem  Beschuldigten in den Wald gegangen sei, habe er schon an Wegrennen gedacht, er habe aber nicht gewus...
	2.6. Im Berufungsverfahren wurde seitens der Verteidigung (wie bereits im Hauptverfahren, vgl. Urk. 110 S. 16f. mit Verweisen auf Urk. 87/5 S. 9ff.) argumentiert, der Schluss der Vorinstanz, der Geschädigte habe sich in einer ausweglosen  Situation be...
	2.7. Die Vorinstanz hat vorab das Notwendige zur Theorie des Tatbestandes von Art. 189 Abs. 1 StGB angeführt, worauf zu verweisen ist (Urk. 110 S. 17f., vgl. insbes. auch BGE 131 IV 167 E. 3., 3.1. und 3.2.).
	Unstrittig ist, dass der Beschuldigte vor respektive während der Vornahme der  inkriminierten sexuellen Handlungen weder den Geschädigten konkret bedroht noch gegen diesen direkte Gewalt angewendet hat. Weiter ist unstrittig, dass der Geschädigte in d...
	Bei der Beurteilung, ob das gesamte Vorgehen des Beschuldigten bei den sexuellen Handlungen die Intensität einer Nötigung aufgewiesen hat, ist mit der Vor-instanz und entgegen der Verteidigung das vorangegangene Tatvorgehen des Beschuldigten von den s...
	Mit der Vorinstanz hat der Beschuldigte den jugendlichen Geschädigten durch dessen erzwungenes Verbringen in ein abgelegenes Waldstück sowie durch sein weiteres Verhalten unter derart massiven psychischen Druck gesetzt, dass sich der Geschädigte in ei...

	III. Sanktion
	1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten bei einem Schuldspruch im Sinne der Anklage mit 6 Jahren Freiheitsstrafe bestraft (Urk. 110 S. 44). Der appellierende Beschuldigte lässt im Berufungsverfahren eine Bestrafung von "höchstens drei bis vier Jahren"...
	2. Die Vorinstanz hat die sexuelle Nötigung als schwerstes zu beurteilendes Delikt erkannt und den konkret anwendbaren Strafrahmen korrekt bemessen, worauf  zu verweisen ist (Urk. 110 S. 34f.). Die Vorinstanz hat geschlossen, die tatzeit-aktuelle Schu...
	4.3. Zur subjektiven Tatschwere hat die Vorinstanz wieder zutreffend die dem  Beschuldigten im psychiatrischen Gutachten vom 30. Mai 2011 diagnostizierte leichte Verminderung der Schuldfähigkeit aufgrund der dissozialen Persönlichkeitsstörung im Sinne...
	4.4. Die Vertreter der appellierenden Parteien kritisieren die Beurteilung der Tatkomponente durch die Vorinstanz pauschal dahingehend, das Verschulden wiege leichter als mittelschwer (Verteidigung, Urk. 116 S. 7, Urk. 178 S. 10f.), respektive der Bes...
	Beide Rügen sind unbegründet: Den überwiegend zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz mit den entsprechenden Ergänzungen ist wie vorstehend erwogen zu entnehmen, dass die Freiheitsberaubung erheblich und die sexuelle Nötigung immerhin nicht mehr leic...

	IV. Kosten
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 14. Juni 2012 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 (…)
	 der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB sowie
	 der sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB.

	2. (…)
	3. Es wird eine vollzugsbegleitende ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen) angeordnet.
	4. (Entfällt.)
	5. Der mit Verfügung vom 8. Februar 2011 der Staatsanwaltschaft IV des Kantons  Zürich beschlagnahmte Verwertungserlös des Personenwagens Ford Escort 1.6i  16 V, Kontrollschilder …, in Höhe von Fr. 141.20 wird eingezogen und zur Deckung der Verfahrens...
	6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 12. Oktober 2011 beschlagnahmte Klebbandfragment, hellbraun, Asservat-Nr. …, wird eingezogen und vernichtet.
	7. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 12. Oktober 2011 beschlagnahmte und beim Forensischen Institut eingelagerte Rucksack "GATSBY" International, olivgrün/schwarz, Asservat-Nr. … wird eingezogen und dem Forensischen In...
	8. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 12. Oktober 2011 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und als  Beweismittel bei den Akten belassen:
	 Papierware, 1 Sichtmappe mit 6 A-4 Blättern, Knaben abgebildet,
	Asservat-Nr. …
	 1 Prospekt, Herzroute Langnau-Burgdorf, Asservat-Nr. …
	 1 Prospekt, Herzroute Thun-Langnau, Asservat-Nr. …
	 1 Prospekt, Herzroute Burgdorf-Willisau, Asservat-Nr. …
	 1 Prospekt, Herzroute Laupen-Thun, Asservat-Nr. …
	 Topografische Karte, Landeskarte "Winterthur" Massstab 1:25'000,
	Asservat-Nr. …
	 Topografische Karte, Landeskarte "Andelfingen" Massstabe 1:25'000,
	Asservat-Nr. …
	 36 Wander-/Strassen-/Landkarten diverse Ortschaften, mit teilweise markierten
	Örtlichkeiten, Asservat-Nr. …
	 2 Rezepte, Asservat-Nr. …
	 2 Arztzeugnisse, Asservat-Nr. …

	9. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 12. Oktober 2011 beschlagnahmten und bei den folgenden Stellen eingelagerten  Gegenstände werden eingezogen und als Beweismittel bei den Akten belassen:
	b) beim Forensischen Institut
	 1 Landkarte, Zurzach, 1:25'000, Bundesamt für Landestopographie, 1990, Asservat-Nr. …
	 1 Landkarte, Bischofszell, 1:25'000, Bundesamt für Landestopographie, 1990, Asservat-Nr. …
	 1 Landkarte, Willisau, 1:50'000, Wanderkarte, Bundesamt für Landes-topographie swisstop, 2009, … (Aufbewahrungsort Forensisches Institut)

	c) bei der Kantonspolizei Zürich, …, B._____:
	 Papierware, 3 A-4 Blätter "Google Maps" (Kleinandelfingel, Frauenfeld, Fischingen), … (Aufbewahrungsort B._____,
	Kapo ZH, KTA-FND-UM)
	 Diverse Internet-Printausdrucke, Asservat-Nr. …
	 Diverse aus Notizbuch herausgerissene Notizzettel, Routenbeschrei
	bung, Asservat-Nr. …

	d) bei der Kantonspolizei Zürich, …, C._____:
	 Diverse Notizzettel (Selbstkleber gelb) mit Ortsbeschreibungen,  Asservat-Nr. …

	10. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt und teil-weise aus der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürichs vom 8. Februar 2...
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist ausserdem schuldig der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 6 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 1'510 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug bis und mit heute erstanden sind.
	3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, exklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden zu 2/3 dem Beschuldigten auferlegt und im ver-bleibenden Drittel auf die Gerichtskasse genommen.
	5. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zu einem Drittel definitiv und zu 2/3 einstweilen auf die Gerichtskasse genommen unter Vorbehalt einer Rückforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO betreffend 2/3 der Kosten.
	6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die Kasse des Bezirksgerichts Winterthur
	 die Vorinstanz
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten

	7. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.