# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4cfd44ae-2ad9-5392-a500-082b3c850145
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-09
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 09.05.2025 SST.2024.145
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2024-145_2025-05-09.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2024.145 
(ST.2021.204; StA.2019.5671; StA.2021.10046) 

 

 

Urteil vom 9. Mai 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident 

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Jacober 

Gerichtsschreiberin Eichenberger 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1995, von Niederlenz, 

[…]  

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Janine Sommer,  

[…] 

 

 
 

Gegenstand  Raufhandel usw.; Strafzumessung; Massnahme 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau erhob am 20. Dezember 2021 

Anklage gegen den Beschuldigten wegen Raufhandels, mehrfacher 

Drohung, mehrfacher Nötigung, Beschimpfung, Tätlichkeiten, Gewalt und 

Drohung gegen Behörden und Beamte, einfacher Körperverletzung und 

mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. Am 

10. August 2022 erhob die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau 

Zusatzanklage gegen den Beschuldigten wegen versuchter Nötigung, 

versuchter Drohung, Beschimpfung und Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz. 

 

2. 

Das Bezirksgericht Lenzburg hat den Beschuldigten mit Urteil vom 

8. September 2022 – soweit im Berufungsverfahren noch strittig – u.a. zu 

einer Freiheitsstrafe von 38 Monaten verurteilt und eine ambulante 

Massnahme zur Behandlung von psychischen Störungen angeordnet. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 2. Juli 2024 beantragte der Beschuldigte eine 

Reduktion der ausgesprochenen Freiheitsstrafe auf 30 Monate. Von der 

Anordnung einer ambulanten Massnahme sei abzusehen. 

 

3.2. 

Am 19. September 2024 reichte der Beschuldigte vorgängig zur Berufungs-

verhandlung eine schriftliche Berufungsbegründung ein. 

 

3.3. 

Mit Berufungsantwort vom 9. Oktober 2024 beantragte die Staatsanwalt-

schaft die Abweisung der Berufung. 

 

3.4. 

Die Berufungsverhandlung mit Erläuterung und Ergänzung des Gutachtens 

durch den Sachverständigen Dr. med. B._____ fand am 9. Mai 2025 statt. 

Der Beschuldigte passte seine mit Berufungserklärung gestellten Anträge 

dahingehend an, als er den Antrag, es sei auf die Anordnung einer 

ambulanten therapeutischen Massnahme zu verzichten, zurückzog. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich, nachdem er den Antrag, es 

sei auf die Anordnung einer ambulanten Massnahme zu verzichten, 

 - 3 - 

 

 

zurückgezogen hat, einzig gegen die vorinstanzliche Strafzumessung. Die 

übrigen Punkte sind im Berufungsverfahren nicht mehr zu überprüfen (Art. 

404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 38 

Monaten, zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen à Fr. 130.00 und zu 

einer Busse von Fr. 400.00 verurteilt. 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung eine Reduktion der Freiheitsstrafe 

auf 30 Monate. Die von der Vorinstanz ausgesprochene Geldstrafe und die 

für die Übertretungen ausgesprochene Busse sind unbestritten geblieben, 

weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. 

 

2.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.). Darauf kann 

verwiesen werden. 

 

2.3. 

Die Tatbestände des Raufhandels, der Drohung, der Gewalt und Drohung 

gegen Behörden und Beamte, der Nötigung, der einfachen Körper-

verletzung und der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

gemäss Art. 19 Abs. 1 BetmG sehen als Sanktion alternativ Geld- oder 

Freiheitsstrafe vor. 

 

Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter 

Beachtung des Prinzips der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die 

Zweckmässigkeit und Angemessenheit einer bestimmten Sanktion, ihre 

Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre 

Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention zu berücksichtigen 

(BGE 147 IV 241 E. 3; BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1). 

 

Der Beschuldigte ist teilweise einschlägig vorbestraft. Mit Urteil des 

Bezirksgerichts Kulm vom 15. September 2015 wurde er u.a. wegen 

mehrfacher einfacher Körperverletzung und versuchter Nötigung zu einer 

bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten bei einer Probezeit von fünf 

Jahren, zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen bei einer 

Probezeit von fünf Jahren und zu einer Busse von Fr. 500.00 verurteilt. 

Zudem wurde eine stationäre Massnahme für junge Erwachsene 

angeordnet. Der Beschuldigte befand sich im Zusammenhang mit den 

verübten Straftaten 368 Tage in Untersuchungshaft und im vorzeitigen 

Strafvollzug sowie weitere 450 Tage im Massnahmenvollzug. Per 

19. Dezember 2016 wurde die stationäre Massnahme für junge 

 - 4 - 

 

 

Erwachsene aufgehoben. Weder die bedingt ausgesprochene 

Freiheitsstrafe noch die Untersuchungshaft bzw. der vorzeitige Strafvollzug 

und der Massnahmenvollzug von insgesamt über zwei Jahren konnten den 

Beschuldigten vor weiterer Delinquenz abhalten. Vielmehr delinquierte er 

nach seiner Entlassung aus der stationären Massnahme für junge 

Erwachsene weiter, indem er bereits ab dem Jahr 2017 mehrfach 

Marihuana veräusserte. Sodann hat er einen Teil der vorliegend zu 

beurteilenden Straftaten noch innerhalb der Probezeit begangen. Der 

Beschuldigte zeigt ein erhebliches Mass an Ungerührtheit gegenüber dem 

schweizerischen Straf- und Vollzugssystem. Es liegt auf der Hand, dass 

sich der Beschuldigte von einer Geldstrafe nicht beeindrucken lassen 

würde, konnten ihn doch nicht einmal eine bedingte Freiheitsstrafe bzw. die 

Untersuchungshaft, der vorzeitige Strafvollzug sowie der Massnahmen-

vollzug vor weiterer Delinquenz abhalten. Unter diesen Umständen erweist 

sich eine blosse Geldstrafe aus spezialpräventiven Gründen auch dort nicht 

mehr als ausreichend, wo dies allein aufgrund der Schwere des 

Verschuldens noch möglich wäre. Vielmehr ist in Anbetracht der teilweise 

einschlägigen Vorstrafen und der Ungerührtheit des Beschuldigten 

gegenüber dem Straf- und Vollzugssystem davon auszugehen, dass nur 

eine Freiheitsstrafe als angemessene und zweckmässige Sanktion in 

Frage kommt. Der Beschuldigte beantragt denn auch selbst eine 

Freiheitsstrafe (Berufungsbegründung, S. 6). 

 

2.4. 

2.4.1. 

Die Einsatzstrafe ist für den Raufhandel vom 21. Juli 2019 als – bei 

gleichem abstrakten Strafrahmen – konkret schwerste Straftat 

festzusetzen. Dazu ergibt sich Folgendes: 

 

Der Tatbestand des Raufhandels nach Art. 133 Abs. 1 StGB sieht als 

Sanktion eine Freiheitstrafe bis zu drei Jahren oder – hier nicht 

zweckmässige – Geldstrafe vor. Das Gericht misst die Strafe innerhalb des 

ordentlichen Strafrahmens nach dem Verschulden zu (Art. 47 Abs. 1 

StGB). Ausgangspunkt für die Strafzumessung bildet die Verletzung oder 

Gefährdung des betroffenen Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). 

 

Der Tatbestand des Raufhandels schützt in erster Linie das öffentliche 

Interesse, Schlägereien zu verhindern, und in zweiter Linie das 

Individualinteresse der Opfer von Schlägereien (BGE 141 IV 454 E. 2.3.2; 

BGE 145 IV 491 E. 2.3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_1326/2018 vom 

16. Oktober 2019 E. 2.3.2). 

 

Am 21. Juli 2019 ist es beim Schulhaus Q._____ in R._____ – nach einer 

zunächst verbalen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und 

C._____ anlässlich eines Telefongesprächs – zu einer tätlichen 

Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und D._____ einerseits 

 - 5 - 

 

 

und C._____, E._____ und F._____ andererseits gekommen. Während 

dieser Auseinandersetzung schlug der Beschuldigte mit seinem 

Baseballschläger F._____ auf die linke Hand, woraufhin dieser dem 

Beschuldigten einen Faustschlag ins Gesicht verpasste und ihm den 

Baseballschläger wegnahm. In der Folge verpasste C._____ dem 

Beschuldigten mit einem Radmutterschlüssel einen Schlag gegen die 

Stirne. Unter Berücksichtigung des breiten Spektrums der vom Tatbestand 

des Raufhandels erfassten Schlägereien ist – insbesondere unter 

Berücksichtigung des Umstands, dass gefährliche Gegenstände wie ein 

Radmutterschlüssel und ein Baseballschläger im Spiel waren – von einer 

nicht mehr leichten bis mittelschweren abstrakten Gefährdung 

auszugehen. 

 

Der Beschuldigte hat sich aus nichtigem Anlass aktiv an der tätlichen 

Auseinandersetzung beteiligt. Eine von ihm angegebene Notwehrsituation 

ist nicht auszumachen. Vielmehr hatten der Beschuldigte und C._____ 

bereits eine Woche vor dem Raufhandel einen Disput. Auch wenn sich der 

Beschuldigte aufgrund des Umstands, dass ihm C._____ noch Geld 

geschuldet habe und diesbezüglich zwischen ihnen noch keine Einigung 

erzielt werden konnte, veranlasst sah, C._____ in direkter Konfrontation 

und unter Beizug einer weiteren Person und ausgestattet mit einem 

Baselballschläger zur Rede stellen zu wollen, hat sich ihm diese 

Vorgehensweise zur Erlangung des Geldes und der letztlich damit 

einhergehende Raufhandel nicht als unausweichlich aufgedrängt. Mithin 

hat er nicht aus einer subjektiv aussichtslos empfundenen Lage heraus 

gehandelt. Gemäss psychiatrischem Gutachten von Dr. med. B._____ vom 

12. November 2020 ist denn auch weder die Einsichtsfähigkeit noch die 

Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten eingeschränkt gewesen. Jedoch ist 

zu berücksichtigen, dass der Gutachter nebst einer Abhängigkeit von 

Cannabinoiden (ICD-10: F12.25) sowie psychischen Störungen und 

Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (ICD-10: F14.0 oder 

F15.0) eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: 

F90.0) diagnostiziert hat, welche mit einer Impulskontrollstörung 

einhergehe (UA act. 575; Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 10 f.). 

Unter diesen Umständen erscheint das Mass an Entscheidungsfreiheit, 

über das der Beschuldigte hinsichtlich des Raufhandels verfügt hat, als 

leicht reduziert. Auch unter Berücksichtigung seiner herabgesetzten 

Impulskontrolle ist es aber nicht so, dass der Beschuldigte über keinerlei 

Entscheidungsfreiheit mehr verfügt hätte. So hätte er gar nicht erst zum 

Schulhaus Q._____ in R._____ gehen müssen und schon gar nicht 

ausgestattet mit einem Baselballschläger. Spätestens aber, als er erkannt 

hat, dass es zu einer tätlichen Auseinandersetzung kommen würde, hätte 

er sich wieder entfernen können, zumal C._____ und seine Kollegen in der 

Überzahl waren. Dennoch scheint er die Schlägerei ganz bewusst 

mitprovoziert zu haben. Je leichter es aber für den Beschuldigten gewesen 

wäre, sich aus dem Raufhandel rauszuhalten und damit von einer von 

 - 6 - 

 

 

seiner Beteiligung ausgehenden abstrakten Gefährdung der geschützten 

Rechtsgüter abzusehen, desto schwerer wiegt die Entscheidung dagegen 

und damit sein Verschulden (vgl. BGE 117 IV 112 E. 1; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Insgesamt ist in Relation zum ordentlichen Strafrahmen von Freiheitsstrafe 

bis zu drei Jahren von einem mittelschweren Verschulden und einer dafür 

angemessenen Einsatzstrafe von 18 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen. 

 

Der Beschuldigte hat anlässlich des Raufhandels einen doppelten 

Kieferbruch, eine Hautunterblutung an der rechten Stirn sowie 

Schürfwunden am Kopf, im Brustbereich und am Beckenkamm erlitten. 

Diese Verletzungen sind unbestrittenermassen nicht unerheblich. Der 

doppelte Kieferbruch musste denn auch dentalchirurgisch behandelt 

werden, wobei der Beschuldigte mehrere Monate eine Metallschiene im 

Kiefer tragen musste. Die Verletzungen sind mittlerweile jedoch vollständig 

verheilt, ohne dass der Beschuldigte bleibende Schäden davongetragen 

hätte (Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 5). Auch wenn er nicht so 

schwer von den Folgen des Raufhandels betroffen ist, dass eine Strafe im 

Sinne von Art. 54 StGB unangemessen wäre, so rechtfertigt es sich doch, 

die erlittenen Verletzungen in leichtem Ausmass strafmindernd zu 

berücksichtigen, was zu einer Einsatzstrafe für den Raufhandel von 16 

Monaten Freiheitsstrafe führt. 

 

2.4.2. 

Die für den Raufhandel festgesetzte Einsatzstrafe ist für die weiteren mit 

einer Freiheitsstrafe zu ahndenden Straftaten in Anwendung des 

Asperationsprinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen zu erhöhen. 

 

2.4.2.1. 

Hinsichtlich der Drohung gegenüber G._____ (Anklageziffer 2) ergibt sich 

Folgendes: 

 

Wer jemanden durch schwere Drohung in Schrecken oder Angst versetzt, 

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder – hier nicht zweckmässiger 

– Geldstrafe bestraft. Der Tatbestand der Drohung gemäss Art. 180 StGB 

schützt den inneren Frieden sowie das Gefühl von Sicherheit (BGE 141 IV 

1 E. 3.2.2). 

 

Der Beschuldigte drohte am 18. Dezember 2019 G._____ damit, sie 

umzubringen. Es handelt sich dabei um eine gegen das Leben und somit 

das höchste Rechtsgut überhaupt gerichtete Drohung. Der Beschuldigte 

stiess diese Worte aus, nachdem es zwischen ihm und G._____ beim Kiosk 

am Bahnhof in Lenzburg zu einer verbalen Auseinandersetzung 

gekommen ist. Laut G._____ sei der Beschuldigte extrem aggressiv 

gewesen (UA act. 435). Sie könne sein Verhalten überhaupt nicht 

 - 7 - 

 

 

verstehen und fürchte sich vor ihm (UA act. 435). Die durch die Drohung 

verursachte Angst erreichte denn auch eine solche Intensität, dass 

G._____ die Polizei verständigt hat (UA act. 434). Im Weiteren ist das 

Sicherheitsgefühl von G._____ nachhaltig beeinträchtigt worden. Sie sagte 

aus, sie möchte nicht, dass der Beschuldigte ihre Adresse erfahre. Sie 

mache sich Sorgen, dass er ihr auflauern könnte (UA act. 434). Zudem sei 

sie auch in ihrem Alltag eingeschränkt, da sie auch andere nicht gerne 

wissen lasse, wo sie wohne, weil sie befürchte, der Beschuldigte könnte es 

erfahren (UA act. 435). Anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung vom 

8. September 2022 gab sie zudem zu Protokoll, sie sei im Oktober nach 

dem Vorfall umgezogen, weil sie Angst vor dem Beschuldigten habe und 

sei nicht gross raus, sondern habe sich zurückgezogen (vorinstanzliches 

Protokoll, S. 7). Nach dem Gesagten ist von einer sehr erheblichen auf die 

ausgesprochene Todesdrohung zurückzuführende Verletzung des inneren 

Friedens und des Sicherheitsgefühls von G._____ auszugehen. 

 

Die Art und Weise bzw. die Verwerflichkeit des Handelns bei der 

Aussprache der Drohung ist nicht über die blosse Erfüllung des 

Tatbestands hinausgegangen, was sich neutral auswirkt. Zu den 

Beweggründen und Zielen der Drohung befragt, hat der Beschuldigte 

ausgesagt, er habe sich mit dem Freund von G._____, H._____, aufgrund 

einer Vorgeschichte aussprechen wollen und habe diesen bereits wütend 

angesprochen (UA act. 427). Als dieser ihn ignoriert habe (UA act. 426 f.), 

habe ihn dies provoziert und er sei noch wütender geworden (UA act. 426 

f.). G._____ sei dazwischengestanden und habe ihn «Hurensohn» genannt 

und ihm gesagt, dass er «sich verpissen solle», was ihn natürlich nicht 

beruhigt habe (UA act. 426). Auch wenn die von ihm in der Folge 

gegenüber G._____ ausgesprochene Todesdrohung in einer 

konfliktbeladenen Situation erfolgt ist und er an einer Impulskontrollstörung 

leidet (siehe dazu oben), so ist es doch so, dass er über ein nicht 

unerhebliches Mass an Entscheidungsfreiheit verfügt hat, zumal sich seine 

Wut in erster Linie gar nicht gegen G._____ sondern H._____ gerichtet 

hatte. Es wäre ihm ohne Weiteres möglich gewesen, G._____ zu ignorieren 

oder zumindest auf eine G._____ in Angst und Schrecken versetzende 

Todesdrohung zu verzichten. Mithin verfügte der Beschuldigte auch 

hinsichtlich der Drohung über ein erhebliches Mass an 

Entscheidungsfreiheit, was sich verschuldenserhöhend auswirkt.  

 

Insgesamt ist innerhalb des ordentlichen Strafrahmens von Freiheitsstrafe 

bis zu drei Jahren und unter Berücksichtigung der vom Tatbestand der 

Drohung erfassten Handlungsweisen von einem mittelschweren 

Verschulden auszugehen, wofür – bei isolierter Betrachtung – eine 

Freiheitsstrafe von 12 Monaten auszusprechen wäre. Im Rahmen der 

Asperation ist zu beachten, dass kein sachlicher, örtlicher oder zeitlicher 

Zusammenhang zum Raufhandel besteht, weshalb der Gesamtschuld-

 - 8 - 

 

 

beitrag entsprechend hoch zu veranschlagen ist. Angemessen erscheint 

eine Erhöhung um 10 Monate auf 26 Monate Freiheitsstrafe. 

 

2.4.2.2. 

Hinsichtlich der versuchten Drohung gegenüber I._____, der damaligen 

Freundin des Beschuldigten, ergibt sich Folgendes: 

 

Der Beschuldigte schrieb am 25. September 2020 I._____ eine WhatsApp-

Nachricht mit dem Inhalt «Shaazii ich breng dexh um». Der Beschuldigte 

schrieb diese Nachricht, weil er enttäuscht, verletzt und wütend auf I._____ 

gewesen sei, da sie sich ein Fakeprofil angelegt hatte, um in Erfahrung zu 

bringen, ob der Beschuldigte sie betrüge und ihm an jenem Morgen 

schrieb, dass die Beziehung zwischen ihnen vorbei sei. Dem Inhalt nach 

handelt es sich zwar um eine schwere Drohung, jedoch ist sie vorliegend – 

für I._____ erkennbar – in erster Linie als Ausdruck der Verzweiflung 

erfolgt. Auch hat der Beschuldigte diese Worte gegenüber I._____ nicht 

das erste Mal ausgesprochen, sondern ihr während der gesamten Dauer 

der Beziehung bereits mehrmals gesagt, dass er sie umbringe. Die Wirkung 

der Drohung ist denn auch gering geblieben. Sie habe die von ihm 

ausgesprochene Drohung bloss «eher» und nur «halbwegs» als Drohung 

aufgefasst (vorinstanzliches Protokoll, S. 9) und am gleichen Tag versucht, 

ihn mehrmals telefonisch zu erreichen, da sie sich sorgte, dass er sich 

aufgrund der Trennung etwas antun könnte. Sodann ist nicht erkennbar, 

dass sich I._____ in ihrem Sicherheitsgefühl nachhaltig beeinträchtigt 

gefühlt hat, andernfalls sie sich anders verhalten und beispielsweise die 

Polizei kontaktiert hätte. 

 

Auch unter Berücksichtigung, dass der Beschuldigte im Zeitpunkt, als er 

I._____ die Todesdrohung per WhatsApp geschrieben hat, gekränkt und 

wütend auf sie gewesen ist und selbst an einer Impulskontrollstörung leidet, 

wäre es ihm ohne weiteres möglich gewesen, seine Frustration und 

Verzweiflung auf andere Weise kundzutun und auf das Schreiben einer 

derartigen Nachricht zu verzichten. Mithin verfügte der Beschuldigte 

hinsichtlich der Drohung gegenüber I._____ über ein erhebliches Mass an 

Entscheidungsfreiheit, was verschuldenserhöhend zu berücksichtigen ist. 

 

Insgesamt wäre unter Berücksichtigung des ordentlichen Strafrahmens von 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren und unter Berücksichtigung der vom 

Tatbestand der Drohung erfassten Handlungsweisen für die vollendete 

Drohung von einem vergleichsweise noch knapp leichten Verschulden 

auszugehen, wofür – bei isolierter Betrachtung – für das vollendete Delikt 

eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten angemessen wäre. Dass es vorliegend 

beim Versuch geblieben ist, da I._____ nicht in Angst und Schrecken 

versetzt worden ist, ist gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB im Rahmen von 3 

Monaten strafmindernd zu berücksichtigen. Im Rahmen der Asperation ist 

sodann zu beachten, dass kein sachlicher, örtlicher oder zeitlicher 

 - 9 - 

 

 

Zusammenhang zum Raufhandel und zur Drohung gegenüber G._____ 

besteht, weshalb der Gesamtschuldbeitrag entsprechend hoch zu 

veranschlagen ist. Angemessen erscheint eine Erhöhung um zwei Monate 

Freiheitsstrafe auf 28 Monate Freiheitsstrafe. 

 

2.4.2.3. 

Hinsichtlich der gegenüber J._____ – Kontrolleurin der K._____ AG – 

erfolgten Gewalt und Drohung gegen eine Beamtin ergibt sich Folgendes: 

 

Der Tatbestand der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

gemäss Art. 285 StGB wurde vor der Harmonisierung der Strafrahmen mit 

Inkrafttreten per 1. Juli 2023 begangen. Aufgrund der genannten 

Harmonisierung wird die Gewalt und Drohung gegen Behörden und 

Beamte neu mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren abstrakt bedroht, wobei in 

leichten Fällen auf eine Geldstrafe erkannt werden kann anstatt – wie bis 

anhin – mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder – hier nicht zweckmässiger 

– Geldstrafe, was sich für den Beschuldigten nicht als milder erweist (zur 

sog. «lex mitior» siehe Art. 2 Abs. 2 StGB). Entsprechend ist vorliegend 

Art. 285 StGB in der im Zeitpunkt der Verübung der Tat geltenden Fassung 

anzuwenden. 

 

Der Tatbestand der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

gemäss Art. 285 StGB bezweckt den Schutz der staatlichen Gewalt und 

Autorität, indem staatliche Beamte und Angestellte bei ihren 

Amtshandlungen geschützt werden, insbesondere in ihrer körperlichen 

Integrität (vgl. BGE 110 IV 92 E. 2; MIGNOLI, in: Annotierter Kommentar 

StGB, 2. Aufl. Bern 2025, N. 1 zu Art. 285 StGB). 

 

Der Beschuldigte sass am 19. Juni 2020 im Bus und las ein Buch. Als 

J._____ als Kontrolleurin der K._____ AG die Fahrgäste zur Billettkontrolle 

aufforderte, schenkte der Beschuldigte ihrer Aufforderung keine 

Beachtung, weshalb sie, um auf sich und die Kontrolle aufmerksam zu 

machen, das Buch des Beschuldigten berührte. Daraufhin stand der 

Beschuldigte auf, riss ihr die Mundschutzmaske herunter und spuckte ihr 

ins Gesicht. Beim Bespucken handelt es sich zwar nicht um eine der 

schwersten vom Tatbestand der Gewalt und Drohung gegen Beamte 

erfassten Erscheinungsformen. Insbesondere wandte der Beschuldigte 

keine (physische) Gewalt an. Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass im 

Tatzeitpunkt das Coronavirus grassierte und in der Schweiz die 

«ausserordentliche Lage» (höchste Gefahrenstufe) galt, wobei damals 

noch niemand geimpft war, viele offene Fragen bestanden und allgemein 

eine grosse Verunsicherung in der Bevölkerung herrschte. Vor diesem 

Hintergrund verhielt sich der Beschuldigte J._____ gegenüber nicht nur 

abschätzig bzw. respektlos, sondern gefährdete durch das Bespucken 

ihres Gesichtes auch unmittelbar ihre Gesundheit, war doch immerhin 

bekannt, dass sich das Coronavirus – wie im Übrigen auch viele andere 

 - 10 - 

 

 

Erkrankungen – durch Tröpfcheninfektion bei Kontakt mit den Schleim-

häuten der Nase, des Mundes und gegebenenfalls der Augen überträgt. 

Vor diesem Hintergrund ist das Bespucken – nachdem der Beschuldigte 

J._____ zuvor bewusst die Mundschutzmaske heruntergerissen hatte – 

nicht zu bagatellisieren. Vielmehr ist mit Blick auf das geschützte Rechtsgut 

von einem Vorfall erheblicher Schwere auszugehen. 

 

Das Verhalten des Beschuldigten ist auch unter Berücksichtigung seiner 

Impulskontrollstörung nicht nachvollziehbar, zumal er von J._____ nicht 

etwa grundlos provoziert worden ist, sondern diese – wie dies in einem 

Linienbus nicht ungewöhnlich ist – ihn bloss zum Zeigen eines gültigen 

Billetts aufforderte und dabei sein Buch berührte. Es ist kein Grund dafür 

ersichtlich, wieso er dieser Aufforderung nicht hat nachkommen können 

und stattdessen J._____ die Mundschutzmaske weggerissen und ihr 

sodann ins Gesicht gespuckt hat. Mithin ist diesbezüglich von einem 

erheblichen Mass an Entscheidungsfreiheit auszugehen. Je leichter es für 

ihn aber gewesen wäre, die staatliche Autorität und die körperliche 

Integrität von J._____ zu respektieren, desto schwerer wiegt der Entscheid 

dagegen und damit einhergehend das Verschulden des Beschuldigten (vgl. 

BGE 117 IV 112 E. 1 S. 114 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 

6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Insgesamt ist in Relation zum Strafrahmen von einem nicht mehr leichten 

bis mittelschweren Verschulden und einer dafür – bei isolierter Betrachtung 

– angemessenen Einzelstrafe von 9 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen. 

Im Rahmen der Asperation ist zu berücksichtigen, dass kein enger 

zeitlicher, sachlicher oder örtlicher Zusammenhang zum Raufhandel und 

den Drohungen besteht, weswegen der Gesamtschuldbeitrag der Gewalt 

und Drohung gegen Behörden und Beamte entsprechend hoch zu 

veranschlagen ist. Angemessen erscheint eine Erhöhung der Einsatzstrafe 

um 6 Monate Freiheitsstrafe auf 34 Monate Freiheitsstrafe. 

 

2.4.2.4. 

Hinsichtlich der gegenüber L._____ – dem Vater von I._____ – 

begangenen einfachen Körperverletzung ergibt sich Folgendes: 

 

Wer einen Menschen in anderer Weise als den von der schweren 

Körperverletzung erfassten Verhaltensweisen an Körper und Gesundheit 

schädigt, wird gemäss Art. 123 StGB auf Antrag mit Freiheitsstrafe bis zu 

drei Jahren oder – hier nicht zweckmässiger – Geldstrafe bestraft. Der 

Tatbestand der einfachen Körperverletzung schützt sowohl die körperliche 

Integrität als auch die psychische Gesundheit (BGE 134 IV 189 E. 1.4). 

 

L._____ begab sich am 25. September 2020 zum Wohnort seiner Tochter 

I._____, nachdem er von ihr per Nachricht gebeten wurde, 

vorbeizukommen. Vor Ort forderte L._____ den Beschuldigten mehrfach 

 - 11 - 

 

 

dazu auf, das Haus zu verlassen und sagte, er solle gehen, ansonsten er 

jemanden anrufe. Daraufhin stiess der Beschuldigte L._____ mehrfach 

gegen die Wand bzw. gegen ein Möbel und schlug ihm schliesslich mit der 

Faust ins Gesicht. Durch den Faustschlag zog sich L._____ eine 

Verletzung an der Oberlippe zu, welche stark blutete. L._____ begab sich 

zwecks Begutachtung seiner Verletzung ins Spital, wobei seine Oberlippe 

genäht werden musste. Im Rahmen der unter den Tatbestand der 

einfachen Körperverletzung fallenden Verletzungen – namentlich hier nicht 

vorhandene Knochenbrüche – ist von einer noch vergleichsweise leichten 

Verletzung, die nur gering über der Grenze zur blossen Tätlichkeit liegt, 

auszugehen. 

 

Das Tatvorgehen ist nicht über jenes hinausgegangen, welches für die 

Erfüllung des Tatbestandes notwendig ist, was sich im Rahmen der 

Strafzumessung neutral auswirkt. Auch wenn sich der Beschuldigte durch 

die Äusserung von L._____, wonach er jemanden anrufen werde, womit 

die Polizei gemeint gewesen ist, bedroht gefühlt hat und er an einer 

Impulskontrollstörung leidet, hätte er der mehrfach geäusserten 

Aufforderung von L._____, das Haus zu verlassen, ohne Weiteres 

nachkommen können. Mithin verfügte er über ein erhebliches Mass an 

Entscheidungsfreiheit. Je leichter es aber für den Beschuldigten gewesen 

wäre, die körperliche Integrität von L._____ zu respektieren, desto 

schwerer wiegt die Entscheidung dagegen und damit sein Verschulden 

(vgl. BGE 117 IV 112 E. 1 S. 114 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 

6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung des Strafrahmens von bis zu drei 

Jahren Freiheitsstrafe und dem breiten Spektrum der davon erfassten 

Verletzungsfolgen und Handlungsweisen von einem noch leichten 

Verschulden und einer dafür – bei isolierter Betrachtung – angemessenen 

Einzelstrafe von 3 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen. Im Rahmen der 

Asperation ist zu berücksichtigen, dass kein enger zeitlicher, sachlicher 

oder örtlicher Zusammenhang zum Raufhandel und den anderen Delikten 

besteht, weswegen der Gesamtschuldbeitrag der einfachen Körper-

verletzung entsprechend hoch zu veranschlagen ist. Angemessen 

erscheint eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 2 Monate Freiheitsstrafe auf 

36 Monate Freiheitsstrafe. 

 

2.4.2.5. 

Hinsichtlich der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

gemäss Art. 19 Abs. 1 BetmG durch Verkauf von 50 Gramm Marihuana 

ergibt sich Folgendes: 

 

Der Tatbestand von Art. 19 BetmG soll insbesondere die öffentliche 

Gesundheit schützen. Geschützt werden sollen aber auch die einzelnen 

Drogenkonsumenten von den negativen gesundheitlichen oder sozialen 

 - 12 - 

 

 

Folgen (vgl. SCHLEGEL/JUCKER, OFK BetmG, 4. Aufl. 2022, N. 1 zu Art. 19 

BetmG mit Hinweisen). Massgebend für die Bestimmung der objektiven 

Tatschwere und dem damit einhergehenden Verschulden sind zunächst Art 

und Menge der Drogen. Je grösser die Menge und je schädlicher die Art 

der vom Täter gehandelten Betäubungsmittel erscheint, desto gewichtiger 

erweist sich die von ihm mit der Tatverübung geschaffene gesundheitliche 

Gefährdung Dritter. Der Drogenmenge ist zwar keine vorrangige, aber auch 

nicht eine untergeordnete Bedeutung zuzumessen. Es wäre verfehlt, im 

Sinne eines Tarifs überwiegend oder gar allein auf dieses Kriterium 

abzustellen. Falsch wäre aber auch die Annahme, diesem Strafzu-

messungselement komme eine völlig untergeordnete oder gar keine 

Bedeutung zu. 

 

Der Beschuldigte verkaufte im Zeitraum von 2017 bis am 21. Juli 2019 in 

den Bezirken Aarau und Lenzburg insgesamt ca. 50 Gramm Marihuana an 

teilweise unbekannte Personen und an C._____. Gemäss Art. 19b Abs. 2 

BetmG gelten 10 Gramm eines Betäubungsmittels des Wirkungstyps 

Cannabis als geringfügige Menge. Der Beschuldigte hat diesen Wert durch 

den Verkauf von 50 Gramm Marihuana somit um das Fünffache 

überschritten. Auch wenn es im Handel mit Cannabis mitunter um deutlich 

grössere Drogenmengen geht, handelt es sich dennoch um eine nicht 

unerhebliche Menge, was mit Blick auf die Gefährdung des geschützten 

Rechtsguts nicht zu bagatellisieren ist. Bei Marihuana bzw. Cannabis 

handelt es sich zwar um eine sogenannte weiche Droge, die nicht geeignet 

ist, die körperliche und seelische Gesundheit vieler Menschen in eine 

naheliegende und ernstliche Gefahr zu bringen (BGE 120 IV 256 E. 2c; 

BGE 117 IV 314 E. 2g). Dennoch beeinträchtigt Cannabis die Gesundheit 

der Konsumenten, namentlich der sich mitten in ihrer physischen und 

psychischen Entwicklung befindlichen Jugendlichen und jungen 

Erwachsenen, und der regelmässige und/oder in grossen Mengen 

erfolgende Konsum kann zu einer Sucht und zu physischen sowie 

psychischen Störungen führen (vgl. BGE 146 IV 326 E. 3.2). 

 

Ein besonders raffiniertes Vorgehen oder eine besondere kriminelle Ener-

gie, die wesentlich über die Erfüllung des Tatbestands hinausgeht, ist nicht 

auszumachen. Entsprechend ist die Art und Weise des Tatvorgehens bzw. 

die Verwerflichkeit des Handelns des Beschuldigten neutral zu werten. 

 

Hinsichtlich der Beweggründe ist festzuhalten, dass der Beschuldigte aus 

rein egoistischen bzw. finanziellen Motiven handelte. Dass er aus 

achtenswerten Gründen, in schwerer Bedrängnis oder bloss unter dem 

Druck anderer Personen gehandelt hätte, ist nicht dargetan und auch nicht 

ersichtlich. Zwar diagnostizierte Dr. med. B._____ mit psychiatrischem 

Gutachten vom 12. November 2020 eine Abhängigkeitserkrankung von 

Cannabinoiden, in seiner Einsichts- und Steuerungsfähigkeit war der 

Beschuldigte jedoch nicht eingeschränkt (UA act. 575). Mithin verfügte der 

 - 13 - 

 

 

Beschuldigte über ein nicht unerhebliches Mass an Entscheidungsfreiheit. 

Je leichter es aber für ihn gewesen wäre, die Normen des 

Betäubungsmittelgesetzes zu respektieren, desto schwerer wiegt die 

Entscheidung dagegen (BGE 117 IV 112 E. 1; Urteil des Bundesgerichts 

6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung der von der Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz erfassten Betäubungsmittel, Drogenmengen, 

Handlungsweisen und Beweggründe von einem noch leichten 

Tatverschulden und einer dafür – bei isolierter Betrachtung – 

angemessenen Einzelstrafe von 3 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen. Im 

Rahmen der Asperation ist zu beachten, dass kein sachlicher, örtlicher oder 

zeitlicher Zusammenhang zum Raufhandel und den anderen Delikten 

besteht, weshalb der Gesamtschuldbeitrag höher zu veranschlagen ist. 

Angemessen erscheint eine Erhöhung um 2 Monate Freiheitsstrafe auf 

38 Monate Freiheitsstrafe. 

 

2.4.2.6. 

Die Einsatzstrafe wäre für die weiteren Straftaten, für welche eine 

Freiheitsstrafe auszufällen wäre, in Anwendung des Asperationsprinzips 

gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen zu erhöhen. Vorliegend hat 

jedoch nur der Beschuldigte ein Rechtsmittel ergriffen, weshalb das 

Obergericht an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO 

gebunden ist und es somit – auch unter Berücksichtigung einer Verletzung 

des Beschleunigungsgebots im vorinstanzlichen Verfahren (siehe dazu 

unten) bei der von der Vorinstanz ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 

38 Monaten bleibt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 

18. Januar 2023 E. 3.4.3, demzufolge nicht zu beanstanden ist, dass die 

weiteren Delikte nicht mehr im Einzelnen asperiert werden, wenn eine 

Strafe aufgrund des Verschlechterungsverbots nicht zu Lasten der 

beschuldigten Person abgeändert werden darf). 

 

2.5. 

Im Rahmen der Täterkomponente fällt die zum Teil einschlägige Vorstrafe 

(siehe dazu die obigen Erwägungen zur Sanktionsart) straferhöhend ins 

Gewicht (BGE 136 IV 1 E. 2.6.2). Der Beschuldigte hat offensichtlich keine 

Lehre aus dem früheren Strafverfahren gezogen. Vielmehr zeigt er eine 

grosse Gleichgültigkeit gegenüber der Rechtsordnung. Allerdings ist zu 

beachten, dass aus dem täterbezogenen Strafzumessungskriterium der 

Vorstrafe nicht indirekt ein tatbezogenes Kriterium gemacht wird, mithin die 

Vorstrafe nicht wie ein eigenständiges Delikt gewürdigt werden darf, da 

dies auf eine Doppelbestrafung hinausliefe (Urteil des Bundesgerichts 

6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit weiteren Hinweisen). 

 

Soweit der Beschuldigte nach den vorliegend zu beurteilenden Straftaten 

eine Strafe begangen hat, für die er rechtskräftig verurteilt worden ist (siehe 

 - 14 - 

 

 

Urteil des Gerichtspräsidiums Aarau vom 2. Juni 2023 wegen Drohung, 

einfacher Körperverletzung und mehrfacher, teilweiser versuchter 

Nötigung), so wirkt sich dieser Umstand im Rahmen des Nachtatverhaltens 

als ungünstiger Faktor aus. Selbst während eines hängigen Strafverfahrens 

und in Kenntnis der gegen ihn erhobenen Vorwürfe und der beantragten 

Freiheitsstrafe delinquierte er weiter. 

 

Der Beschuldigte war in Bezug auf gewisse Delikte (Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz, Gewalt und Drohung gegen Behörden und 

Beamte, einfache Körperverletzung) bereits in den polizeilichen 

Einvernahmen teilweise geständig, was leicht strafmindernd zu 

berücksichtigen ist. Auch hat der Beschuldigte die vorinstanzlichen 

Schuldsprüche nicht mehr angefochten, was zur Vereinfachung des 

Berufungsverfahrens geführt hat und nicht gänzlich unberücksichtigt 

bleiben darf (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_65/2014 vom 9. Oktober 

2014 E. 2.4). Es ist bis anhin jedoch nicht deutlich erkennbar, dass bei ihm 

gesamthaft eine nachhaltige Einsicht oder aufrichtige Reue, die über eine 

blosse Tatfolgenreue hinausgeht, vorliegt. 

 

Aus den persönlichen, familiären und beruflichen Verhältnissen des 

Beschuldigten ergeben sich keine für die Strafzumessung relevanten 

Faktoren. Der Beschuldigte hat sich in den letzten Jahren eigenen Angaben 

zufolge intensiv mit seinen Problemen auseinandergesetzt, den Konsum 

von Drogen und Alkohol – bis auf die Einnahme von CBD – vollständig 

eingestellt und sein soziales Umfeld gewechselt. Er führt eine neue 

Beziehung und lebt mit seiner Freundin zusammen. Zudem hat er seit dem 

2. Juni 2023 keinen Kontakt mehr zu I._____. Er ist beim Personalvermittler 

«M._____» angestellt und hat bereits mehrere Arbeitseinsätze getätigt. Er 

hat sich sodann freiwillig für eine psychiatrische Behandlung angemeldet 

und nach längerer Wartezeit einen Therapieplatz im Ambulatorium S._____ 

der N._____ Psychiatrie gefunden. Im Rahmen der psychiatrischen 

Behandlung sei es ihm wichtig, nicht nur die deliktsspezifische Problematik 

zu therapieren, sondern allgemein zu eruieren, was bei ihm in der 

Vergangenheit zu Problemen geführt habe. Der Beschuldigte befindet sich 

unbestrittenermassen auf einem besseren Weg und bemüht sich um eine 

Resozialisierung, was positiv zu beurteilen ist. Ob diese Änderungen seiner 

Lebensweise aber nachhaltig sein werden, wird sich erst noch weisen 

müssen, da sie vergleichsweise noch von kurzer Dauer sind. 

 

Weitere Umstände, welche sich straferhöhend oder strafmindernd 

auswirken könnten, sind nicht ersichtlich. Insbesondere liegt auch keine 

erhöhte Strafempfindlichkeit vor, lässt sich diese doch nur bei 

aussergewöhnlichen Umständen, die hier nicht vorliegen, bejahen (statt 

vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.6.1 

mit Hinweisen). 

 

 - 15 - 

 

 

Trotz der positiv zu beurteilenden Änderungen der persönlichen und 

beruflichen Verhältnisse des Beschuldigten überwiegen insgesamt die 

negativen Faktoren leicht, was sich – würde das Verschlechterungsverbot 

nicht gelten – leicht straferhöhend auswirken würde. 

 

2.6. 

Der Beschuldigte rügt eine Verletzung des Beschleunigungsgebots 

(Berufungsbegründung, S. 10). 

 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze des Beschleunigungsgebots 

wiederholt dargelegt (BGE 143 IV 373; statt vieler: Urteil des Bundes-

gerichts 7B_695/2023 vom 5. Februar 2025 E. 2.3). Darauf kann verwiesen 

werden.  

 

Seit der ersten Einvernahme des Beschuldigten im Juli 2019 bis zur 

Anklageerhebung im Dezember 2021 vergingen beinahe 2 ½ Jahre, was 

sich jedoch noch nicht als zu lange erweist, zumal während dieser Zeit 

zahlreiche Einvernahmen stattfanden und das Verfahren nie über eine 

längere Zeit stillstand. Auch dass die erstinstanzliche Hauptverhandlung 

am 8. September 2022 und damit 9 Monate nach Anklageerhebung 

stattfand, begründet keine Verletzung des Beschleunigungsgebots, da die 

Staatsanwaltschaft am 10. August 2022 auch noch eine Zusatzanklage 

erhoben hatte. 

 

Die Frist für die Urteilsbegründung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO beträgt 

60 Tage, ausnahmsweise 90 Tage. Nach der Rechtsprechung handelt es 

sich hierbei um eine Ordnungsfrist, deren Nichteinhaltung ein Indiz für eine 

Verletzung des Beschleunigungsgebots sein kann (Urteile des 

Bundesgerichts 1B_443/2021 vom 6. Oktober 2021 E. 3.2 und 1B_82/2021 

vom 9. September 2021 E. 2.2). Auch wenn dem Beschuldigten das 

Urteilsdispositiv zeitnah nach der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 

zugestellt wurde und der Beschuldigte somit bis zur schriftlichen Urteils-

begründung – die Zustellung des begründeten Urteils erfolgte am 12. Juni 

2024 – über die Schuldsprüche, das Strafmass und die Massnahme nicht 

mehr im Ungewissen war, hat die Vorinstanz mit einer Ausfertigungsdauer 

von rund einem Jahr und 8 Monaten für die schriftliche Urteilsbegründung 

die hierfür massgebenden Fristen erheblich überschritten. Die Verletzung 

des Beschleunigungsgebots erweist sich nach der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts bei einer solchen Dauer nicht mehr als leicht, womit sich 

nebst der Feststellung im Urteilsdispositiv eine Reduktion der verhängten 

Freiheitsstrafe um 3 Monate rechtfertigt. Eine zusätzliche Strafminderung 

gestützt auf Art. 48 lit. e StGB ist hingegen zu verneinen, nachdem sich der 

Beschuldigte im Januar 2023 und damit nur wenige Monate nach dem 

erstinstanzlich ergangenen Urteil nicht wohl verhalten, sondern vielmehr 

erneut delinquiert hat (Drohung, einfache Körperverletzung, mehrfache, 

teilweise versuchte Nötigung) und im Übrigen auch noch nicht 2/3 der 

 - 16 - 

 

 

Verjährungsfrist verstrichen sind (BGE 140 IV 145 E. 3.1; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_56/2017 vom 19. April 2017 E. 3.1 mit Hinweisen). 

 

Da ohne Geltung des Verschlechterungsverbots eine deutlich höhere als 

die von der Vorinstanz ausgesprochene Freiheitsstrafe ausgefällt worden 

wäre, diese höhere Freiheitsstrafe jedoch auch bei Geltung des 

Verschlechterungsverbots Ausgangspunkt für die wegen der Verletzung 

des Beschleunigungsgebots vorzunehmende Strafreduktion bildet (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_127/2022 vom 22. März 2023 E. 5.3.2), bleibt es 

bei der vorinstanzlich ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 38 Monaten. 

 

2.7. 

Bei einer Freiheitsstrafe von 38 Monaten kommt weder der bedingte noch 

der teilbedingte Strafvollzug infrage (vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 43 

Abs. 1 StGB). Die Freiheitsstrafe ist von Gesetzes wegen unbedingt 

auszusprechen. 

 

Hinzukommt, dass aufgrund der in Rechtskraft erwachsenen Anordnung 

einer ambulanten Massnahme ein bedingter oder teilbedingter Aufschub 

der Strafe ausgeschlossen ist, da die Anordnung einer Massnahme 

zugleich eine ungünstige Prognose bedeutet (statt vieler: Urteile des 

Bundesgerichts 6B_669/2016 vom 28. März 2017 E. 3.3.1; 6B_1388/2021 

vom 3. März 2022). 

 

2.8. 

Die Vorinstanz hat den dem Beschuldigten mit Urteil des Bezirksgerichts 

Kulm vom 15. September 2015 für die Freiheitsstrafe von 18 Monaten 

gewährten bedingten Strafvollzug gestützt auf Art. 46 Abs. 1 StGB 

widerrufen und mit der neu ausgefällten Strafe eine Gesamtstrafe gebildet, 

wobei es die Freiheitsstrafe von 24 Monaten für die neuen Straftaten um 

14 Monate auf eine Gesamtstrafe von 38 Monaten erhöht hat 

(vorinstanzliches Urteil E. 12.4). 

 

Es kann offenbleiben, ob in Anbetracht dessen, dass gemäss 

Strafregisterauszug die mit Urteil des Bezirksgerichts Kulm vom 

15. September 2015 angeordnete Freiheitsstrafe bereits vollständig 

verbüsst worden ist, ein Widerruf überhaupt in Frage gekommen ist, da im 

Zeitpunkt des obergerichtlichen Urteils ein Widerruf aufgrund des Ablaufs 

der Frist von 3 Jahren seit dem Ablauf der Probezeit ohnehin nicht mehr 

möglich ist (Art. 46 Abs. 5 StGB). Dies hat allerdings keinen Einfluss auf 

die auszusprechende Freiheitsstrafe, da das Obergericht auch ohne 

Widerrufsstrafe eine höhere Freiheitsstrafe als die Vorinstanz 

ausgesprochen hätte (siehe dazu oben). 

 

 - 17 - 

 

 

2.9. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft von 109 Tagen (25. September 

2020 bis 25. November 2020, 19. Mai 2021 bis 1. Juli 2021 und 

29. Dezember 2021 bis 31. Dezember 2021) ist dem Beschuldigten auf die 

Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB i.V.m. Art. 110 Abs. 7 StGB). 

 

Fraglich ist hingegen, ob die Voraussetzungen für eine Anrechnung der 

Ersatzmassnahmen – wie es die Vorinstanz getan hat – gegeben sind. Bei 

der Bemessung der anrechenbaren Dauer hat das Gericht den Grad der 

Beschränkung der persönlichen Freiheit im Vergleich zum Freiheitsentzug 

bei Untersuchungshaft zu berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_739/2019 vom 2. September 2019 E. 4.4). Dem Beschuldigten wurde 

verboten, sich I._____ sowie L._____ bzw. deren Wohnorte und Arbeitsorte 

auf weniger als 200 Meter zu nähern sowie Kontakt aufzunehmen. 

Inwiefern dieses Kontakt- und Rayonverbot einen grossen Eingriff oder 

eine schwere Beschränkung für den Beschuldigten darstellt, ist nicht 

ersichtlich, zumal ihm das Kontakt- und Rayonverbot einzig und allein 

gegenüber I._____ und L._____ auferlegt wurde und überdies unmittelbar 

auf die eigentliche Delinquenz des Beschuldigten gegenüber diesen 

Personen zurückzuführen ist. Mithin liegt kein wesentlicher Eingriff in die 

persönliche Freiheit des Beschuldigten vor, welcher eine Anrechnung der 

Ersatzmassnahmen, wie bei Vorliegen von Untersuchungshaft, 

rechtfertigen würde. Da die zu Gunsten des Beschuldigten erfolgte 

vorinstanzliche Anrechnung der Ersatzmassnahmen mit Berufung nicht 

angefochten worden ist, hat es damit jedoch sein Bewenden. Darüber 

hinaus sind die Ersatzmassnahmen nach dem Gesagten aber nicht 

anzurechnen. 

 

3. 

3.1. 

Die Parteien tragen die Kosten im Rechtsmittelverfahren nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens, wobei als unterliegend auch die Partei 

gilt, welche die Berufung (teilweise) zurückzieht (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

Die Berufung des Beschuldigten ist, soweit er sie nicht zurückgezogen hat, 

abzuweisen. Ausgangsgemäss sind ihm die obergerichtlichen 

Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 (§ 15 GebührD) vollumfänglich aufzu-

erlegen. 

 

3.2. 

Die amtliche Verteidigerin ist für das obergerichtliche Verfahren gestützt 

auf die anlässlich der Berufungsverhandlung eingereichte Kostennote, 

angepasst an die effektive Dauer der Berufungsverhandlung, mit gerundet 

Fr. 4'280.00 aus der Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO 

i.V.m. § 9 Abs. 1 und Abs. 3bis AnwT; § 13 AnwT). 

 

 - 18 - 

 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

3.3. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person 

die Kosten, wenn sie verurteilt wird.  

 

Auch wenn das Verfahren von der Vorinstanz in Bezug auf den 

Betäubungsmittelkonsum teilweise wegen Verjährung eingestellt worden 

ist und der Beschuldigte hinsichtlich des Vorwurfs der versuchten Drohung 

und Nötigung gemäss Zusatzanklage Ziff. 1 und 2 von der Vorinstanz 

freigesprochen worden ist, sind ihm die erstinstanzlichen Kosten voll-

umfänglich aufzuerlegen, da es sich bei diesen Punkten – im Vergleich zu 

den Schuldsprüchen – um untergeordnete Punkte handelt, auf welche 

keine auf diese Punkte aussonderbaren Untersuchungskosten entfallen 

sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_343/2020 vom 14. Dezember 

2021 E. 8.3; 6B_460/2020 vom 10. März 2021 E. 10.3.1) und der 

Beschuldigte zudem die Einleitung des Verfahrens betr. Zusatzanklage Ziff. 

1 und 2 rechtswidrig und schuldhaft bewirkt hat (Art. 426 Abs. 2 StPO). 

 

3.4. 

Die der amtlichen Verteidigerin für das erstinstanzliche Verfahren zu-

gesprochene Entschädigung von Fr. 49'186.20 ist mit Berufung nicht 

angefochten worden, weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht mehr 

zurückgekommen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 

vom 28. Januar 2019). 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten – unter Abzug der Kosten für 

das eingestellte Verfahren ST.2022.232 – mit Fr. 46'106.15 zurückzu-

fordern, sobald es seine finanziellen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 

StPO). 

 

4. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 

1 StPO, Art. 81 StPO). 

 
 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Es wird festgestellt, dass das Beschleunigungsgebot verletzt worden ist. 

 

 - 19 - 

 

 

2. [in Rechtskraft erwachsen] 

Das Verfahren wird in Bezug auf den mehrfachen Konsum von Marihuana 

für die Zeit von November 2018 bis und mit dem 08.09.2019 infolge 

Verjährung eingestellt (Anklage Ziff. 12.2). 

 

3. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf 

- der versuchten Nötigung (Zusatzanklage Ziff. 1); 

- der versuchten Drohung (Zusatzanklage Ziff. 2). 

 

4. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- des Raufhandels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB (Anklage Ziff. 1); 

- der mehrfachen (teilweise versuchten) Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 

StGB teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklage Ziff. 2, 6, 11); 

- der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 

Ziff. 1 StGB (Anklage Ziff. 5); 

- der mehrfachen Nötigung gemäss Art. 181 StGB (Anklage Ziff. 7); 

- der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB (Anklage 

Ziff. 8); 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG (Anklage Ziff. 12.1); 

- der mehrfachen Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB (Anklage 

Ziff. 3, 9; Zusatzanklage Ziff. 3); 

- der mehrfachen Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB (Anklage 

Ziff. 4, 10); 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

durch Konsum von Marihuana in der Zeit vom 9. September 2019 bis 

19. Mai 2021 gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG (Anklage Ziff. 12.2 und 

Zusatzanklage Ziff. 4). 

 

5. 

5.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 4 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 26 BetmG, Art. 47 StGB, Art. 

49 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 34 StGB und Art. 106 StGB 

 

zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 38 Monaten, 

 

zu einer unbedingten Geldstrafe von 100 Tagessätzen à Fr. 130.00, d.h. 

Fr. 1'300.00, [in Rechtskraft erwachsen] 

 

und einer Busse von Fr. 400.00, ersatzweise 4 Tage Freiheitsstrafe, [in 

Rechtskraft erwachsen]  

 

verurteilt. 

 - 20 - 

 

 

5.2. [in Rechtskraft erwachsen] 

Die bisher ausgestandene Untersuchungshaft von 109 Tagen (vom 

25. September 2020 bis 25. November 2020, vom 19. Mai 2021 bis 1. Juli 

2021 und vom 29. Dezember 2021 bis 31. Dezember 2021) und die 

Ersatzmassnahmen im Umfang von 5 Tagen, insgesamt 114 Tage, werden 

dem Beschuldigten auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 

 

6. [in Rechtskraft erwachsen] 

Es wird eine ambulante therapeutische Massnahme gemäss Art. 63 Abs. 1 

StGB angeordnet.  

 

7. 

7.1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Die beschlagnahmten Drogen (Marihuana) werden eingezogen. Die 

Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

7.2. [in Rechtskraft erwachsen] 

Dem Beschuldigten werden folgende beschlagnahmten Gegenstände auf 

Verlangen herausgegeben: 

- 19'200 venezolanische Bolivar 

- Mobiltelefon «LG» 

- Baseballschläger 

 

Werden die Gegenstände nicht innert 30 Tagen seit Eintritt der Rechtskraft 

dieses Urteils herausverlangt, trifft die Staatsanwaltschaft die sachge-

mässen Verfügungen.  

 

7.3. [in Rechtskraft erwachsen] 

Das beschlagnahmte Bargeld von Fr. 400.00 wird zur Deckung der 

Verfahrenskosten verwendet. 

 

8. 

8.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

 

8.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, der amtlichen Verteidigerin des 

Beschuldigten für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von 

Fr. 4'280.00 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

 - 21 - 

 

 

9. 

9.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 16'106.20 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 4'400.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

9.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, der amtlichen Verteidigerin für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Entschädigung von Fr. 49'186.20 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten mit Fr. 46'106.15 

zurückgefordert, sobald es seine finanziellen Verhältnisse erlauben.  

 

 

 Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 
   

Aarau, 9. Mai 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six     Eichenberger