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**Case Identifier:** 3c6a37f7-0a4f-5752-9815-374be43df4ce
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 30.09.2025 OH 2025/3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_OH-2025-3_2025-09-30.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: OH 2025/3

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: OH - Opferhilfe

Publikationsdatum: 21.10.2025

Entscheiddatum: 30.09.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 30.09.2025
Art. 4, 22 f. und 29 OHG; Voraussetzungen für die Zusprache einer 
Genugtuung. Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. 
Erfordernis des Kausalzusammenhangs (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. September 2025, OH 
2025/3).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/11 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung I 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 30. September 2025 

Besetzung  Versicherungsrichterin Tanja Petrik-Haltiner (Vorsitz), Versicherungs-
richterinnen Marie Löhrer und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin 
Felicia Sterren  

   

Geschäftsnr.   OH 2025/3 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Rekurrent,  

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei  
Daniel Küng, Rorschacher Strasse 150, 9000 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  S i c h e r h e i t s -  u n d  J u s t i z d e p a r t e m e n t  d e s  
K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Oberer Graben 32, 9001 St. Gallen,  

Vorinstanz,  
 
 

 
  

Gegenstand  Genugtuung 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

OH 2025/3 
 

 

2/11 

Sachverhalt 
A.  

A.a A.___, vertreten durch Fürsprecher D. Küng, stellte am 21. Juni 2023 beim Sicherheits- und 
Justizdepartement (SJD) ein Gesuch um Genugtuung (act. G7.1). Am 12. März 2025 bezifferte er sein 

Genugtuungsbegehren auf Fr. 50'000.--. Dabei gab er an, am 16. Oktober 2022 Opfer einer einfachen 

Körperverletzung durch eine unbekannte Täterschaft geworden zu sein. Der Angriff auf ihn habe vor 

allem zu einschneidenden psychischen Beeinträchtigungen geführt, welche bis zum heutigen Tag 

andauern würden (act. G7.4). 

A.b Den Strafakten ist zu entnehmen, dass der Gesuchsteller nach eigenen Angaben in der Nacht 
vom 16. Oktober 2022 um ca. 02:00 Uhr seine Wohnung verlassen habe, um aus der Garage eine 

Flasche Wasser zu holen. Bei den Parkplätzen vor seinem Wohnhaus hätten sich zwei ihm unbekannte 

Männer bei einem dunklen Fahrzeug befunden. Diese hätten ihn auf Z.___ beleidigt. Er habe versucht, 

sie zu ignorieren, habe nichts gesagt und sei an ihnen vorbeigegangen. Der grössere der beiden 

Männer habe ihn eingeholt und auf ihn eingeschlagen (vgl. act. G7.1.7 und G7.3.1). Aufgrund der 

erlittenen Kopfverletzungen wurde der Gesuchsteller in die Zentrale Notfallstation des Kantonsspitals 

St. Gallen (KSSG) eingeliefert (vgl. Polizeirapport vom 18. November 2022, act. G7.1.2), wo ein 

Schädelhirntrauma 1. Grades, multiple Rissquetschwunden am Kopf und eine kurze Bewusstlosigkeit 

diagnostiziert wurden. Am 17. Oktober 2022 wurde der Gesuchsteller nach unauffälliger Überwachung 

nach Hause entlassen (vgl. Austrittsbericht KSSG vom 25. Oktober 2022, act. G7.4.4). 

A.c Mit Verfügung vom 22. April 2025 wies das SJD das Genugtuungsbegehren ab. Das Motiv und 
die Art der Tatbegehung liessen sich nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad ermitteln. Insbesondere 

sei der Einsatz einer Waffe nicht nachgewiesen. Der Gesuchsteller habe lediglich eine einfache 
Körperverletzung erlitten, seine Verletzungen seien komplikationslos abgeheilt und die von ihm geltend 

gemachten psychischen Beschwerden könnten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als Folge 

des Übergriffs gewertet werden (act. G1.1). 

B.  

B.a Gegen diese Verfügung richtet sich der Rekurs vom 30. April 2025. Der Rekurrent, weiterhin 
vertreten durch Fürsprecher D. Küng, beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 

Vorinstanz, die angefochtene Verfügung vom 23. April 2025 [richtig: 22. April 2025] sei aufzuheben. 

Ihm sei eine Genugtuung nach Opferhilfegesetz von mindestens Fr. 20'000.-- zuzusprechen. Eventuell 

sei die Prozedur zur Vornahme weiterer Abklärungen und anschliessender Neuentscheidung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. Ihm sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Die ihn 

betreffenden IV- und EL-Akten seien beizuziehen. Zur Begründung bringt er vor, entgegen den 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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3/11 

Ausführungen der Vorinstanz könne kein Zweifel daran bestehen, dass er die Täterschaft nicht gekannt 

habe. Dass Aussagen, auch von Opfern, nicht immer deckungsgleich seien, sei nicht 

aussergewöhnlich. Die Straftat vom 16. Oktober 2022 habe sowohl zu somatischen als auch zu 

psychischen gesundheitlichen Beschwerden geführt. Die physischen Verletzungen seien eindrücklich. 

Niemand wolle so zugerichtet werden, schon gar nicht am Kopf. Dass er gesundheitlich vorbelastet sei, 
bestreite er nicht. Nicht umsonst erhalte er seit vielen Jahren eine IV-Rente. Vorfälle wie derjenige vom 

16. Oktober 2022 seien aber auch bei bisher unbelasteten Personen geeignet, zu einer 

posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) zu führen, und sie seien zudem geeignet, vorbestehende 

Krankheiten und Symptome massgeblich zu verschlechtern. Die erlittenen Verletzungen seien 

entgegen der Vorinstanz erheblich und auf das Ereignis vom 16. Oktober 2022 zurückzuführen. Bei 

zutreffender Betrachtungsweise habe er deshalb Anspruch auf eine Genugtuung nach Opferhilfegesetz. 

Die körperlichen Beeinträchtigungen würden für sich allein schon zu einem Anspruch führen. Hinzu 

kämen die schweren psychischen Beeinträchtigungen. Da der Angriff völlig unvermittelt vor seinem 

eigenen Hauseingang – einem Ort, an dem das Sicherheitsgefühl am grössten sein müsste – erfolgt 

sei, sei dem Rekurrenten das Sicherheitsgefühl völlig verloren gegangen. Auch die weiteren 

Begleitumstände würden zu einer Erhöhung der Genugtuungssumme führen. Es sei mit einer langen 

Behandlungsdauer und bleibenden Spätfolgen zu rechnen (act. G1). 

B.b Mit Vernehmlassung vom 14. Mai 2025 beantragt die Vorinstanz unter Verweis auf die 
Erwägungen in der angefochtenen Verfügung die Abweisung des Rekurses (act. G7). 

B.c Am 23. Mai 2025 holt das Versicherungsgericht die den Rekurrenten betreffenden IV- und EL-
Akten ein (act. G9). 

B.d Mit Schreiben vom 23. Mai 2025 reicht der Rekurrent Unterlagen zur Begründung seines 
Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege ein (act. G10). Am 4. Juni 2025 bewilligt das 

Versicherungsgericht das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das vorliegende 

Verfahren (act. G12). 

B.e Die Parteien verzichten auf Einsicht in die beigezogenen IV- und EL-Akten (act. G13 und G15). 
Am 12. Juni 2025 schliesst das Versicherungsgericht den Schriftenwechsel ab (act. G16). 

Erwägungen 
1.  

1.1 Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfer von Straftaten (OHG; SR 312.5) 
hat jede Person, die durch eine Straftat in ihrer körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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unmittelbar beeinträchtigt worden ist (Opfer), Anspruch auf Unterstützung nach diesem Gesetz. Der 

Anspruch besteht unabhängig davon, ob der Täter ermittelt worden ist (Art. 1 Abs. 3 lit. a OHG).  

1.2 Opferhilferechtliche Leistungen setzen voraus, dass ein natürlicher und adäquater 
Kausalzusammenhang zwischen dem opferhilferechtlich relevanten Delikt und der geltend gemachten 

Beeinträchtigung besteht. Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, stellt eine Tatfrage 
dar. Bei der Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs handelt es sich hingegen um eine 

Rechtsfrage. Bei der Beurteilung der Adäquanz von psychischen Beeinträchtigungen wird auf die 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Adäquanz von psychischen Unfallfolgen abgestellt 

(Empfehlungen der Schweizerischen Verbindungsstellen-Konferenz zur Anwendung des 

Opferhilfegesetzes [SVK-OHG] vom 21. Januar 2010 [nachfolgend: Empfehlungen], Ziff. 4.4.3). 

Psychogene Störungen wie etwa posttraumatische Belastungsstörungen dauern nach der 

Rechtsprechung in der Regel nicht lebenslang an, sondern verlaufen degressiv. Manifeste psychische 

Störungen müssen so früh wie möglich behandelt werden. Sind nicht sämtliche 

Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft, so kann nicht von einer Dauerhaftigkeit der psychischen 

Beschwerden gesprochen werden (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2020, 1C_320/2019, 

E. 4.4). 

1.3 Leistungen der Opferhilfe werden nur endgültig gewährt, wenn die Täterschaft oder eine andere 
verpflichtete Person oder Institution keine oder keine genügenden Leistungen erbringt (Art. 4 Abs. 1 
OHG). Wer eine Genugtuung beansprucht, muss glaubhaft machen, dass die Voraussetzungen nach 

Abs. 1 erfüllt sind, es sei denn, es sei ihm oder ihr angesichts der besonderen Umstände nicht 

zumutbar, sich um Leistungen Dritter zu bemühen (vgl. Art. 4 Abs. 2 OHG).  

2.   

2.1 Der Rekurrent ist unstreitig Opfer einer Straftat geworden, sodass die Bestimmungen des OHG 
vorliegend zur Anwendung gelangen (vgl. E. 1.1 vorstehend).  

2.2 Das Strafverfahren wurde mit Verfügung vom 9. August 2023 sistiert, weil die Täterschaft nicht 
ermittelt werden konnte (vgl. act. G7.3.1). Demzufolge ist im vorliegenden Verfahren auch nicht streitig, 

dass der Rekurrent (derzeit) keine Leistungen der Täterschaft erhältlich machen kann, sodass das 

Subsidiaritätserfordernis erfüllt ist. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob der Rekurrent Anspruch 

auf eine Genugtuung hat. 

3.  

3.1 Das Opfer hat Anspruch auf eine Genugtuung, wenn die Schwere der Beeinträchtigung es 
rechtfertigt. Art. 47 und 49 des Obligationenrechts (Bundegesetz betreffend die Ergänzung des 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Schweizerischen Zivilgesetzbuches, Fünfter Teil: Obligationenrecht; SR 220) und damit die von den 

Zivilgerichten entwickelten Grundsätze zur Bemessung der Genugtuung sind sinngemäss anwendbar 

(Art. 22 Abs. 1 OHG; PETER GOMM, in: Peter Gomm/Dominik Zehntner [Hrsg.], SHK-Opferhilferecht, 

4. Aufl., Art. 22 OHG N 6). Die Genugtuung für das Opfer beträgt höchstens Fr. 76'000.-- (Art. 23 Abs. 2 

OHG in der seit 1. Januar 2025 gültigen Fassung; ab dem 1. Januar 2025 sind bei der Bemessung der 
Genugtuung die ab diesem Zeitpunkt neu geltenden Höchstbeträge zu berücksichtigten. Dies gilt für ab 

dem 1. Januar 2025 eingereichte Genugtuungsgesuche sowie für am 1. Januar 2025 hängige 

erstinstanzliche Verfahren, siehe Leitfaden zur Bemessung der Genugtuung nach Opferhilfegesetz des 

Bundesamtes für Justiz in der per Dezember 2024 aktualisierten Fassung, S. 10 Rz 25 mit Hinweis auf 

PIERRE TSCHANNEN/MARKUS MÜLLER/MARKUS KERN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., S. 210 und 

S. 214, abrufbar unter www.bj.admin.ch). 

3.2 Nicht jede physische oder psychische Verletzung oder Beeinträchtigung führt zu einem 
Genugtuungsanspruch nach OHG. Voraussetzung ist eine gewisse Schwere der Beeinträchtigung, wie 

beispielsweise Invalidität oder dauernde Beeinträchtigung eines wichtigen Organs. Ist die Schädigung 

nicht dauernd, so ist ein Anspruch auf Genugtuung nur gegeben, wenn besondere Umstände vorliegen, 

wie etwa eine lange Leidenszeit, lange Arbeitsunfähigkeit oder ein längerer Spitalaufenthalt. Bei 

Arbeitsunfähigkeit von wenigen Wochen wird in der Regel ein Genugtuungsanspruch verneint. 

Beträchtliche psychische Beeinträchtigungen wie etwa posttraumatische Störungen mit 
Persönlichkeitsveränderungen müssen bei der Bemessung der Genugtuung berücksichtigt werden. 

Wirken sich psychische Folgen einer Straftat auf die alltäglichen Verrichtungen bzw. auf die persönliche 

Verfassung des Opfers oder auf seine Beziehungen zu ihm nahestehenden Personen einigermassen 

gewichtig aus, so ist ihm ein Anspruch auf Genugtuung zuzuerkennen. Auch geringfügige 

Beeinträchtigungen können einen Anspruch begründen, wenn erschwerende Begleitumstände 

dazukommen, z.B. wenn die Körperverletzung unter traumatischen Umständen zugefügt wurde oder 

längerfristig psychische Auswirkungen hat (GOMM, a.a.O., Art. 22 OHG N 8 f.; Urteil des Bundesgerichts 

vom 23. April 2020, 1C_320/2019, E. 4.3). Den kantonalen Behörden steht bei der Festsetzung der 

Genugtuung ein weiter Ermessensspielraum offen (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2020, 

1C_320/2019, E. 4.3). 

3.3 Ein diesbezügliches Hilfsmittel für die kantonalen Behörden ist der in E.3.1 bereits erwähnte 
"Leitfaden zur Bemessung der Genugtuung nach Opferhilfegesetz" des Bundesamtes für Justiz (im 

Oktober 2008 erstellt und per Oktober 2019 und Dezember 2024 aktualisiert; abrufbar unter 

www.bj.admin.ch; nachfolgend wird der Leitfaden in der per Dezember 2024 aktualisierten Fassung 
zitiert). Der Leitfaden sieht Bandbreiten für Verletzungen der physischen, der sexuellen und der 

psychischen Integrität vor. Ist das Opfer in mehreren Integritäten betroffen, so ist die Genugtuung 

anhand der Bandbreite für die schwerste Beeinträchtigung zu bemessen und angemessen zu erhöhen, 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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um den Gesamtumständen Rechnung zu tragen. Geht die schwere Beeinträchtigung der psychischen 

Integrität einher mit einer Beeinträchtigung der körperlichen Integrität, ist sie also eine Folge oder ein 

erschwerender Umstand einer Körperverletzung, richtet sich die Bemessung der Genugtuung nach der 

Bandbreite für physische Beeinträchtigungen (vgl. Leitfaden, S. 11 und S. 17). Für nicht unerhebliche, 

verheilende körperliche Beeinträchtigungen (z.B. Knochenbrüche, Gehirnerschütterungen) bzw. 
geringfügige Beeinträchtigungen bei erschwerenden Umständen sieht der Leitfaden eine Genugtuung 

bis Fr. 6'000.-- vor (Leitfaden, S. 13). Kriterien für die Bemessung der Genugtuung sind namentlich 

Intensität, Ausmass und Dauer der physischen und psychischen Folgen (Schmerzen, Operationen, 

Narben), Dauer der Behandlung, des Spitalaufenthaltes und/oder der Psychotherapie, Dauer der 

Arbeitsunfähigkeit, erhebliche Veränderung der Lebensweise, der Auswirkungen auf das Privat- und 

Berufsleben, Lebensgefahr oder Art der Tatbegehung (Grausamkeit, Verwendung von Waffen oder 

anderen gefährlichen Gegenständen, gemeinsame Tatbegehung, Intensität und Ausmass der Gewalt, 

Tatbegehung an einem geschützten Ort [z.B. Wohnung, Arbeitsplatz etc.]; Leitfaden, S. 14; siehe zur 

Kasuistik GOMM, a.a.O., Art. 23 OHG N 35). 

3.4 In Anbetracht der Rechtsnatur der Leistungen nach OHG, die sozialversicherungsrechtliche 
Elemente beinhalten, muss für die Beurteilung von Ansprüchen nach dem OHG durch die 

Entschädigungsbehörden der sozialversicherungsrechtliche Grundsatz der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit für die Zuordnung der gesundheitlichen Folgen zur Straftat massgeblich sein (vgl. 
BGE 144 II 406 E. 2; Empfehlungen der SVK-OHG, Ziff. 2.8.1; GOMM, a.a.O., Art. 29 OHG N 16). 

Generell gilt für die mit der Beurteilung der Entschädigungs- und Genugtuungsforderungen befassten 

Behörden und Gerichte der Grundsatz der freien Beweiswürdigung, der verfassungsrechtlich seine 

Grenzen am Willkürverbot und dem Verbot der Rechtsverweigerung findet (GOMM, a.a.O., Art. 29 OHG 

N 17). 

4.  

4.1 Nachdem der Rekurrent eine einfache Körperverletzung erlitten hat, ist für seinen Anspruch auf 
Genugtuung in erster Linie die Beeinträchtigung der körperlichen Integrität zu prüfen und die geltend 

gemachte Beeinträchtigung der psychischen Integrität danach als allfälliger erschwerender Umstand 

abzuhandeln (vgl. E.3.3 vorstehend). 

4.2 Vorliegend ist lediglich erstellt, dass der Rekurrent in den frühen Morgenstunden vom 16. Oktober 
2022 durch Fremdeinwirkung ein Schädelhirntrauma 1. Grades (SHT) und multiple Rissquetschwunden 

am Kopf erlitten hat (vgl. act. G7.4.4). Die weiteren vom Rekurrenten geltend gemachten Verletzungen 

(Schmerzen bzw. Blutergüsse und Schwellungen am Unterarm und Handgelenk rechts, der Rippen 
links und im Brustbereich; vgl. act. G7.1.8, Bericht des Hausarztes vom 14. November 2022, und 

act. G7.4, Begründung des Gesuchs um Genugtuung vom 12. März 2025) können nicht mit dem 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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erforderlichen Beweisgrad auf die Straftat vom 16. Oktober 2022 zurückgeführt werden, weil sie weder 

im Polizeirapport (act. G7.1.2, siehe insbesondere S. 1 - 4 und S. 6) noch im Bericht des KSSG über 

die noch in derselben Nacht erfolgte notfallmässige Behandlung (act. G7.4.4) Erwähnung gefunden 

haben. 

4.3 Unabhängig davon, ob die geltend gemachten Blutergüsse und Schwellungen nebst den vom 
KSSG attestierten Rissquetschwunden berücksichtigt werden oder nicht, sind die physischen 

Verletzungen des Rekurrenten jedenfalls als nicht dauernd anzusehen. Er konnte bereits nach einem 

Tag wieder aus dem Spital entlassen werden, suchte den Hausarzt hauptsächlich zur Kontrolle und 

zum Verbandwechsel auf und trug keine Narben davon. Weitergehende Behandlungen wie 

Operationen oder Physiotherapien waren nicht erforderlich (vgl. act. G7.1.8). Die physischen 

Verletzungen heilten komplikationslos ab. Eine somatische Ursache für die geltend gemachten lang 

andauernden Kopfschmerzen wurde weder behauptet noch ergeben sich Hinweise darauf aus den 

Akten. Namentlich bestätigte kein neurologischer Facharzt ein somatisches Korrelat zwischen 

Kopfschmerz und SHT. Eine lange Leidenszeit oder eine lange Arbeitsunfähigkeit ergaben sich aus 

den physischen Verletzungen nicht. 

4.4 Als erschwerende Begleitumstände macht der Rekurrent zwar die Verwendung einer Waffe 
(Messergriff) bei der Zufügung der Kopfverletzungen und die Tatbegehung direkt bei seinem 

Hauseingang geltend. Dem ist entgegenzuhalten, dass der Rekurrent gestützt auf seine eigenen 
Angaben nicht beim Hauseingang angegriffen wurde, sondern einige Meter davon entfernt auf dem 

Weg zu seiner Aussengarage. Dieser Bereich befindet sich zwar in seiner Wohnumgebung, ist jedoch 

einer unbestimmten Anzahl von Personen zugänglich und dementsprechend kein ähnlich geschützter 

Ort wie eine Wohnung oder ein Arbeitsplatz. Die Verwendung eines Messers oder eines gefährlichen 

Gegenstandes ist sodann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Der Rekurrent machte 

diesbezüglich verschiedene Aussagen. Ursprünglich vermutete er, mit einer Flasche geschlagen 

worden zu sein. Erst nachdem ihm im KSSG erklärt wurde, die Rissquetschverletzungen könnten nicht 

von einer Flasche stammen, gab er an, es könnte auch ein «Schlagring oder ähnliches» oder der Schaft 

eines Messers gewesen sein (vgl. act. G7.1.2, S. 4; act. G7.1.7, insbesondere Frage 13). Zudem ist es 

auch anhand des Bildes und des Berichts in den Strafakten unwahrscheinlich, dass der Rekurrent 

überhaupt visuell hätte erkennen können, womit er von hinten geschlagen worden ist. Dass ein Messer 

verwendet wurde, ist somit nicht überwiegend wahrscheinlich. Jedenfalls bedrohte der Täter den 

Rekurrenten nicht mit einem Messer, sondern der Rekurrent wurde – gemäss seinen Angaben 

unerwartet – von hinten auf den Kopf geschlagen (vgl. act. G7.1.7, insbesondere Frage 13, auf welche 
der Rekurrent unter anderem antwortete, er wisse nicht genau, womit der Täter auf ihn eingeschlagen 

habe). Erschwerende Begleitumstände, welche eine Genugtuung nach OHG rechtfertigen würden 

(vgl. E. 3.2 vorstehend), liegen somit nicht vor. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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5.  

5.1 Zu prüfen sind im Weiteren die psychischen Beeinträchtigungen, welche gemäss Rekurrent auf 
die Straftat zurückzuführen seien. Damit diese eingeordnet werden können, ist vorab zu bestimmen, 

von welchem Sachverhalt auszugehen ist. 

5.2 Dass sich die Tat so ereignet hat, wie der Rekurrent gegenüber der Polizei und später auch der 
Vorinstanz schilderte, ist denkbar. Der Tathergang lässt sich indes nicht weiter objektivieren, zumal die 

Täterschaft unbekannt ist – und dementsprechend keine Angaben zum Tathergang vom Täter in 

Erfahrung gebracht werden können – und der Rekurrent mit dieser allein war (vgl. auch act. G7.1.7, 

Frage 26, wonach niemand den Angriff auf den Rekurrenten gesehen habe). Die Darstellung der 

Vorgänge durch den Rekurrenten weist Auffälligkeiten auf, wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat 

(vgl. act. G1.1, insbesondere S. 2 und S. 6). Namentlich wurde im Rahmen der polizeilichen 

Einvernahme darauf hingewiesen, es sei seltsam, dass genau gegenüber dem Wohnhaus des 

Rekurrenten zwei ihm unbekannte Männer offenbar auf ihn gewartet und ihn dann einfach beleidigt und 

grundlos angegriffen haben sollen (vgl. act. G7.17, Fragen 4, 6 und 18). Bemerkenswert ist, dass ein 

Anwohner am 16. Oktober 2022 um 02:10 Uhr bei der Einsatzzentrale der Polizei B.___ anrief und 

meldete, er habe im Schlaf von draussen einen Streit gehört, welcher nach seiner Meinung mindestens 

zehn Minuten lang gedauert habe. Als er ein Geschrei gehört habe, sei er aufgestanden und habe zum 

Fenster hinausgeschaut und ein dunkles Auto davonfahren sehen. Er habe auch einen Mann in 
weissem Unterhemd gesehen, der einen blutenden Kopf gehabt habe (act. G7.1.2, S. 5). Soweit der 

Rekurrent vorbringt, der Anwohner sei nicht formell befragt worden und habe im Tatzeitpunkt 

geschlafen, weshalb seine Erinnerung nur sehr vage sein könne (act. G1, S. 5), kann er daraus nichts 

zu seinen Gunsten ableiten. Der Anwohner hat die Angelegenheit immerhin so deutlich und als so 

gravierend wahrgenommen, dass er mitten in der Nacht Meldung an die Polizei machte. Unabhängig 

von der genauen Dauer nahm der Anwohner jedenfalls trotz geschlossenem Fenster über längere Zeit 

eine verbale Auseinandersetzung wahr, was sich kaum mit der Schilderung des Rekurrenten, er sei auf 

dem – relativ kurzen – Weg zu seiner Garage unvermittelt beleidigt worden, er selbst habe aber nichts 

gesagt, in Einklang bringen lässt.  

5.3 Wie die Vorinstanz bereits feststellte, kann deshalb nicht ausgeschlossen werden, dass die 
Täterschaft den Rekurrenten kannte, gezielt auf ihn gewartet hatte (immerhin sprachen die beiden 

Männer Z.___, was der Rekurrent aufgrund seiner Herkunft aus X.___ [vgl. dazu act. G11.3/2-1] 

verstand) und/oder dass sich zwischen dem Rekurrenten und dem Täter ein Streit entsponnen hat und 

der Rekurrent durch sein Verhalten wesentlich zur Auseinandersetzung beigetragen hat (vgl. hierzu die 
Ausführungen der Vorinstanz, act. G1.1, insbesondere S. 6). Der Tathergang, wie er vom Rekurrenten 

geschildert wird, ist folglich zumindest nicht überwiegend wahrscheinlich. Insbesondere kann nicht als 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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erwiesen erachtet werden, dass der Angriff «völlig unvermittelt» stattfand, wie er behauptet (vgl. 

act. G7.1, S. 2). 

5.4 Der Rekurrent macht folgende psychische Beeinträchtigungen aus der Straftat geltend: 
Gedankenkreisen mit akuten Angstzuständen, Intrusionen (Bilder/Wiedererleben, Albträume etc.), Ein-

/Durchschlafstörungen und psychosomatische Schmerzen. Er lebe seit dem Vorfall sozial isoliert, 
verlasse seine Wohnung nur noch selten und könne nicht mehr unbeschwert am Familienleben 

teilnehmen. Aufgrund dieser Beschwerden habe er sich im August 2024 in psychiatrische Behandlung 

begeben. Die behandelnde Psychiaterin schliesse aus seinen Symptomen, dass er an einer PTBS 

leide. Die psychischen Folgen des Angriffs würden einerseits zu einer Verschlechterung seiner 

bestehenden Vorerkrankungen führen, andererseits könne er durch diese Vorbelastungen den Angriff 

deutlich schlechter verarbeiten als eine gesunde Person. Das für eine PTBS typische 

Vermeidungsverhalten sei ausserdem ein Hauptgrund gewesen, weshalb er erst nach beinahe zwei 

Jahren professionelle psychiatrische Unterstützung in Anspruch genommen habe (act. G7.4). 

5.5 Dem Austrittsbericht des KSSG vom 25. Oktober 2022 (act. G7.4.4) ist kein Hinweis auf 
unmittelbare psychische Beeinträchtigungen als Folge der Straftat zu entnehmen. Der Rekurrent habe 

sich neurologisch unauffällig und im Verlauf selbstversorgend gezeigt und sei nach unauffälliger 

Überwachung am 17. Oktober 2022 nach Hause entlassen worden. Demgegenüber stellte das KSSG 

als – offenkundig vorbestehende – Nebendiagnosen unter anderem einen Verdacht auf schwergradige 
obstruktive Schlafapnoe, was mit der geltend gemachten Durchschlafstörung überlappt, und eine 

chronifizierte Depression und Angststörung mit generalisiertem Schmerzsyndrom, was in etwa den 

geltend gemachten akuten Angstzuständen und psychosomatischen Schmerzen entsprechen kann. 

5.6 Aufgrund seiner vorbestehenden erheblichen psychischen Beschwerden bezieht der Rekurrent 
denn auch schon seit Jahren eine ganze IV-Rente (IV-Anmeldung 2001 wegen «Schmerzen am ganzen 

Körper», act. G11.3/2; siehe zum Ganzen auch die beigezogenen IV-Akten, act. G11.3). Aus den 

beigezogenen IV-Akten des Rekurrenten ergibt sich insbesondere, dass die von ihm als Folge des 

Angriffs geschilderten psychischen Beschwerden schon vor Oktober 2022 bestanden. Bereits im 

Rahmen einer Begutachtung im Jahr 2002 schilderte der Rekurrent beispielsweise gegenüber dem 

Sachverständigen für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen, generalisierte Schmerzen am 

ganzen Körper (vgl. act. G11-3/15 f.) und gab gegenüber einem psychiatrischen Sachverständigen an, 

er habe sich in den letzten Jahren stark zurückgezogen (act. G11.3/16-2). Der Sachverständige führte 

zur Krankheitsentwicklung unter anderem aus, beim Rekurrenten hätten sich zunehmend psychische 

Symptome wie Stimmungsschwankungen, Traurigkeit und Ängstlichkeit sowie Ein- und 
Durchschlafstörungen entwickelt (act. G11.3/16-3). Im Vordergrund der psychischen Symptomatologie 

stünde eine soziale Rückzugstendenz wie auch ein Hang zur Passivität im Sinne einer psychologischen 

Regression (act. G11.3/16-5). Bereits 2006 klagte der Rekurrent sodann über Thoraxschmerzen, 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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rezidivierende Kopfschmerzen und Schwindelanfälle. Es bestanden multiple Schmerzklagen ohne 

körperliches Substrat bei chronifizierter Depression und chronifizierter Angststörung mit Neigung zu 

gelegentlichen Panikattacken bzw. Hyperventilationsattacken (act. G11.3/33-5 und G11.3/33-9 ff.). 

Eine Zunahme dieser Symptomatik, neue, zusätzliche Beschwerden oder eine Verschlechterung des 

psychischen Gesundheitszustands lassen sich anhand der im Recht liegenden Unterlagen nicht 
bestätigen. Es ist zwar möglich und auch nachvollziehbar, dass sich der psychische 

Gesundheitszustand des Rekurrenten aufgrund der in dieser Form (SHT/Kopfverletzung/Schwindel) 

erlittenen Gewalt mit entsprechenden Folgen vorübergehend verschlechtert hat und das Ereignis 

zusätzlich psychisch belastend war. Nachdem beim Rekurrenten aber, wie dargelegt, bereits erhebliche 

psychische Beschwerden vorbestanden, ist jedoch nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad 

ausgewiesen, dass durch das Ereignis vom 16. Oktober 2022 neue psychische Leiden hinzugekommen 

oder die bestehenden Leiden über einen längeren Zeitraum wesentlich verschlimmert wurden. Dies, 

zumal der Sachverhalt nicht so annehmbar ist, wie vom Rekurrenten geschildert (unbekannte 

Täterschaft habe ihn unvermittelt ohne vorangegangene Auseinandersetzung auf den Kopf geschlagen) 

und daher dieses mit Bezug auf das Sicherheitsgefühl in der Wohnumgebung gravierende Szenario 

nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen ist. 

5.7 Gemäss dem Bericht des Hausarztes wünschte der Rekurrent nach dem Ereignis ausdrücklich 
keine psychologische Betreuung (act. G7.1.8), sodass eine echtzeitliche fachärztliche Einschätzung 
fehlt. Die ab August 2024 behandelnde Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie stützte sich in 

ihrem Bericht vom 20. Januar 2025 (act. G7.4.6) naturgemäss hauptsächlich auf die subjektiven 

Schilderungen des Rekurrenten ab. Sie hielt dementsprechend denn auch fest, die beschriebenen 

Symptome würden auf ein PTBS hinweisen, und nicht etwa, sie habe anhand objektiver Kriterien ein 

PTBS diagnostizieren können. Weiter hielt sie fest, es sei anzunehmen, dass der Überfall zusätzlich zu 

einer Verschlechterung der Depression führen dürfte. Sie attestierte also nicht etwa eine 

Verschlechterung der Depression durch die Straftat vom 16. Oktober 2022. Dies leuchtet auch ein, denn 

die Fachärztin hat den Rekurrenten vor der Tat noch nicht behandelt und kann deshalb das aktuelle 

Ausmass der depressiven Erkrankung nicht aus eigener Beobachtung mit dem Vorzustand vergleichen. 

Aus den Unterlagen des Hausarztes und der behandelnden Psychiaterin lässt sich demnach ebenfalls 

nicht ableiten, dass die psychischen Beschwerden des Rekurrenten überwiegend wahrscheinlich Folge 

der Straftat vom 16. Oktober 2022 wären. 

5.8 Selbst wenn die vorgebrachten psychischen Einschränkungen beim Rekurrenten im behaupteten 
Ausmass nachgewiesen wären, ist ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang zwischen der 
Straftat vom 16. Oktober 2022 und den geltend gemachten psychischen Folgen nach dem Gesagten 

nicht überwiegend wahrscheinlich. Dies hat zur Folge, dass für die behauptete psychische 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

OH 2025/3 
 

 

11/11 

Gesundheitsschädigung keine opferhilferechtliche Genugtuung zugesprochen werden kann (vgl. E. 1.2 

vorstehend). 

6.  

6.1 Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz dem Rekurrenten im Rahmen ihres 
Ermessensspielraums (vgl. E. 3.2 in fine vorstehend) zu Recht keine Genugtuung zugesprochen, 
sodass der Rekurs abzuweisen ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 30 Abs. 1 OHG). 

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 98bis 
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Dem Rekurrenten wurde indes die 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt. Der Staat ist deshalb zu verpflichten, für die Kosten der 

Rechtsvertretung des Rekurrenten aufzukommen. Der Rechtsvertreter des Rekurrenten hat keine 

Kostennote eingereicht. Die Entschädigung ist mit Blick auf vergleichbare Fälle auf Fr. 3'000.-- 

festzulegen und um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [sGS 963.70; AnwG]). 

Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des Rekurrenten mit Fr. 2'400.-- (inkl. Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen. 

6.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, ist zur Nachzahlung 
verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; 

SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Der Rekurs wird abgewiesen. 

2.  
Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

3.  
Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Rekurrenten zufolge unentgeltlicher 

Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 30.09.2025
	Art. 4, 22 f. und 29 OHG; Voraussetzungen für die Zusprache einer Genugtuung. Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Erfordernis des Kausalzusammenhangs (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. September 2025, OH 2025/3).

		2026-01-28T04:06:58+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen